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Tie Guan Yin ist einer der zehn berühmtesten Tees aus China. Er stammt aus dem bergigen Anxi im Südosten der Provinz Fujian. In diesem Artikel erfährst du mehr über Hintergründe, Herstellung und Zubereitung von Tie Guan Yin.
Wo nicht anders angegeben, stammen die Informationen aus dem 中国茶经. Mehr über Oolong im Allgemeinden findest du bald in unserem allgemeinen Artikel.
Tie Guan Yin: Hintergründe
In den letzten Jahren gab es in China, aber auch im Ausland einen regelrechten Hype um „TGY“. Es gibt deshalb auch viel sehr billig produzierten Tieguanyin, es lohnt sich also, beim Kauf dieses Tees auf die Qualität zu achten.
Anxi ist schon seit Ende der Tang-Dynastie ein bekanntes Teeanbaugebiet, Tie Guan Yin stellt man dort aber erst etwa seit der Mitte des 18. Jahrhunderts her. Der Ursprung und auch die Herkunft des Namens dieses Oolongs ist nicht geklärt. Guanyin ist der Bodhisattva des Mitgefühls, „tie“ heisst „Eisen“, also „Eiserne Guanyin“. Es gibt zwei Legenden, die den Ursprung des Tees erzählen.
Die erste handelt von einem Bauern namens Wei Yin, der sehr gläubiger Buddhist war und jeden Tag Tee und Weihrauch für Guanyin als Gaben brachte. Eines nachts erschien sie ihm im Traum. Am nächsten Tag entdeckte er bei der Arbeit zwischen den Steinen am Rande einer Höhle einen Teebusch, dessen Blätter besonders kräftig aussahen. Er grub ihn aus und pflanzte ihn in seinem Garten ein. Im nächsten Jahr machte er Tee aus seinen Blättern, der eine besonderen Duft ud Geschmack hatte. Da Wei diesen Tee auf Guanyins Traum zurückführte, nannte er ihn „Tie Guan Yin “.
In der zweiten Legende geht es um einen Beamten namens Wang Shirang (bzw. Shiliang). Er fand eines frühlings in der Nähe des Guanyin Steins eine besonders schöne Teepflanze. Er nahm sie mit und pflanzte sie an. Der daraus gemachte Tee schmeckte besonders gut. Als er eines Tages nach Beijing ging, brachte er als Geschenk Tee aus dieser Teepflanze mit. Da der Tee einen so feinen Duft hatte, brachte man ihn zum Kaiser. Dieser mochte den Tee auf Anhieb und gab ihm den Namen „Tie Guan Yin “.
Tie Guan Yin: Herstellung
Für Tie Guan Yin pflückt man junge Triebe mit zwei bis vier Blättern. Diese werden angewelkt und dann in der Sonne ausgelegt. Dies dauert je nach Stärke der Sonneneinstrahlung länger oder kürzer. Dazwischen lässt man die Blätter ein bis zweimal im Schatten wieder abkühlen. Vor dem nächsten Schritt lässt man sie noch einmal bis zu einer Stunde abkühlen.
Nun folgt das Schütteln, das meist maschinell in grossen Zylindern geschieht, die aus Bambus gefertigt sind. Diese drehen sich langsam und mit der Zeit immer schneller. So werden die Blätter vor allem am Rand leicht verletzt, sodass dort die Oxidation beginnen kann. Je nach gewünschtem Oxidationsgrad schüttelt man die Blätter länger oder kürzer. Bei einer leichten Oxidation ist nur der äusserste Rand der Blätter leicht rötlich, bei einer stärkeren Oxidation sieht man die Oxidation bis weiter in die Blattmitte.
Danach werden die Blätter geröstet, um die Oxidation zu stoppen. Dann folgt das Rollen der Blätter. Nun werden sie mehrmals hintereinander „gebacken“ und zu Perlen gerollt (ball-rolling). Anschliessend werden die Blätter bei eher niedrigen Temperaturen langsam getrocknet.
Tie Guan Yin: Zubereitung
Für einen Aufguss im Gongfu-Stil nimmst du etwa 5gr pro 100ml. Wenn du den TGY in einer grossen Tasse oder einem westlichen Teekrug aufgiesst, dann reicht ein knapper Teelöffel (1-2gr) pro 100ml. Die Wassertemperatur ist hoch, 95-100°C. Die Ziehzeit ist in einem grossen Teekrug 2-3 Minuten, bei einer Zubereitung im Gongfu-Stil im Gaiwan reichen pro Aufguss 30 Sekunden.