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Wie eine Studie des BAFU aufzeigt, ist Littering keine illegale Entsorgung von Abfällen aus Haushalten oder Gewerbe, sondern eine zunehmende Unsitte im Umgang mit nicht mehr gebrauchten Gegenständen. Geändertes Konsumverhalten fördert das Littering und wird zusätzlich durch Take-Away-Gefässe, Einweg-Getränkeverpackungen und Plastikhüllen, aber auch über Gratiszeitungen und Zigarettenabfälle verursacht. Die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) gründet ein nationales Kompetenzzentrum und sieht sich als Anlaufstelle für Kantone, Gemeinden, Vereine und Schulen.
Alleine das Wegwerfen von Zigarettenstummeln belastet die Städte und Gemeinden – also den Steuerzahler - mit jährlich 50 Millionen Franken. Mit einer vorgezogenen Gebühr pro Päckli könnten die notwendigen Mittel für Reinigung und Entsorgung generiert werden. Die litteringbedingte Reinigung in den Schweizer Städten verschlang im Jahr 2010 gegen 150 Millionen Franken. Zusätzlich fallen jährlich weitere 50 Millionen Franken beim öffentlichen Verkehr an. Die Stadt Basel allein bezahlt für die Reinigung pro Jahr 7 Mio. Franken.
Nationalrat Alois Gmür, Initiant der parlamentarischen Initiative für die Einführung eines Pflichtpfands für Getränkedosen und -flaschen, vertritt die Meinung, dass mit einem Pfand auf bestimmten Artikeln das Littering verhindert werden könnte. Weitherum wird allerdings stark bezweifelt, ob die Wegwerfmentalität mit teurer Administration und aufwendigem Pfandsystem beeinflusst werden könnte. Mit der Einführung eines Pfands würde das funktionierende und kundenfreundliche derzeitige Recyclingsystem zerstört, wobei grosse Folgekosten das Resultat wären.
Mit der Einführung eines „Litteringrappens“ auf Getränkeverpackungen und Zigarettenschachtel soll das Wegwerfproblem in den Griff genommen werden.
Der norwegische Experte Peter Sundt beurteilt das jetzige Recycling- und Sammelsystem in der Schweiz als sehr effizient und ist der Meinung, dass dieses bessere Resultate aufweise als Länder mit einem Depotsystem. Der deutsche Littering-Fachmann Thorsten Plutta betont, dass es in Deutschland trotz dem sehr teuren Pfandsystem gleichwohl Littering gäbe und sieht das Pfand deshalb nicht als das geeignete Instrument zur Littering-Bekämpfung.
Sowohl für die IGSU wie die „Organisation Kommunale Infrastruktur“ sind die Litteringkosten nach dem Verursacherprinzip zu decken. Deren Geschäftsführer Alex Bukowiecki fordert daher eine verursachergerechte Entschädigung für Städte und Gemeinden.
Da wenig Hoffnung besteht, mit Präventionskampagnen und Bussen die Problematik in den Griff zu bekommen, schlagen die Kommunalverbände einen «Litteringrappen» auf Getränkeverpackungen und Zigaretten vor.