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KrampfanfälleFieberkrämpfe – ein oft überschätztes Phänomen
Bei Fieber können Kleinkinder Fieberkrämpfe erleiden. Erfahren Sie hier, wie sie einen solchen Anfall erkennen, wie viel Grund zur Sorge dadurch besteht und wie Sie richtig reagieren.
Fieberkrämpfe sind Krampfanfälle, die durch den raschen Anstieg der Körpertemperatur zu Beginn einer Fiebererkrankung bei Kleinkindern – meist im Alter von einem halben bis fünf Jahren – auftreten. Die betroffenen Babys sind nicht ansprechbar, haben blaue Lippen und Muskelkrämpfe.
Drei unterschiedliche Arten von Krämpfen treten unter Fieber bei Kleinkindern auf. Bei klonischen Krämpfen zucken die Muskeln, bei tonischen Krämpfen versteifen sie sich. Tonische und klonische Krämpfe können sich auch abwechseln. Die unwillkürliche Erschlaffung der Muskulatur bezeichnet man als atonischen Krampf.
Ursachen für Fieberkrämpfe
Warum Fieber bei einem Kleinkind zu Krämpfen führt, ist nicht immer feststellbar. Eine mögliche Ursache sind aber Virusinfektionen. Auch Nikotin- oder Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft sowie eine genetische Veranlagung erhöhen das Risiko. Etwa drei Prozent aller Kinder haben einmal in ihrem Leben einen Fieberkrampf.
Nur wenige Kinder krampfen später erneut. Risikofaktoren dafür können sein, wenn Ihr Baby seinen ersten Fieberkrampf mit weniger als 15 Monaten hatte oder einen Kinderhort besucht. Denn im Kinderhort ziehen sich Kinder leichter Virusinfektionen zu. Auch wenn Verwandte ersten Grades an Epilepsie oder Fieberkrämpfen leiden oder litten, ist die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Fieberkrampf höher.
Unkomplizierte und komplizierte Fieberkrämpfe
Die meisten Krampfanfälle unter Fieber bei Kleinkindern sind sogenannte unkomplizierte Fieberkrämpfe. Ein solcher dauert keine Viertelstunde an und wiederholt sich innerhalb von 24 Stunden nicht. Danach ist das Baby müde, weist aber keine neurologischen Auffälligkeiten wie beispielsweise Lähmungen auf.
Das Wichtigste in Kürze
- Wenn Fieber bei Ihrem Kleinkind einen Fieberkrampf hervorruft, bewahren Sie die Ruhe.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Baby frei atmen und sich nicht verletzen kann.
- Dass es Folgeschäden davonträgt oder eine Epilepsie entwickelt, ist unwahrscheinlich.
Ein komplizierter Fieberkrampf liegt vor, wenn nur ein Teil oder Teile des Körpers von Krämpfen betroffen sind, der Fieberkrampf über eine Viertelstunde lang andauert oder das Kind danach neurologische Auffälligkeiten wie Lähmungen zeigt.Welche Risiken birgt ein Fieberkrampf?
Die äusserliche Ähnlichkeit zwischen Fieberkrämpfen und epileptischen Anfällen lässt viele Eltern befürchten, dass ihr Baby eine Epilepsie entwickelt. Doch Fieberkrämpfe haben meist keine negativen Folgen für die körperliche oder geistige Entwicklung des Kindes. Führt Fieber bei einem Kleinkind zu unkomplizierten Fieberkrämpfen kann dies zunächst nicht als Hinweis auf eine beginnende Epilepsie gewertet werden. 97 Prozent der Babys, die einen solchen erlitten haben, werden später keine Epileptiker.
Unter welchen Umständen sich aus Fieberkrämpfen doch eine Epilepsie entwickelt, ist noch wenig erforscht. Als Anzeichen gelten das Auftreten von Epilepsie in der Verwandtschaft ersten Grades, komplizierte Fieberkrämpfe sowie neurologische Auffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen vor dem ersten Fieberkrampf. Sind zwei bis drei dieser Risikofaktoren gegeben, besteht ein Risiko von zehn Prozent, dass das Baby eine Epilepsie entwickelt.
Weitere Informationen
Ausführliche Informationen zu Epilepsie bei Kindern finden Sie hier.
Was tun bei einem Fieberkrampf
Ruft Fieber bei Ihrem Kleinkind Krämpfe hervor, dürfen Sie es keinesfalls festhalten oder schütteln, um die Krämpfe zu unterdrücken. Legen Sie das krampfende Baby so hin, dass es sich nicht verletzen kann und ungehindert atmet.
Es empfiehlt sich, am Tag nach einem Fieberkrampf den Kinderarzt aufzusuchen. Den Notarzt müssen Sie aber nur rufen, wenn der Krampfanfall länger als zehn Minuten dauert.
Die Gabe von fiebersenkenden Medikamenten kann Fieberkrämpfe nur bedingt vermeiden helfen, da die Anfälle häufig noch vor allen anderen Krankheitssymptomen auftreten. Niemals sollten Babys Acetylsalicylsäure (Aspirin) einnehmen. Besser sind spezielle Medikamente, die der Arzt verschreiben kann, oder Hausmittel wie Wadenwickel.