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1. Analyse des Ist-Zustands als permanente Pflicht des Verwaltungsrats
Es gehört zu den Pflichten des Verwaltungsrats, die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Gesellschaft stetig zu verfolgen. Je öfter und präziser diese Analyse des Ist-Zustands ist, desto früher kann der Verwaltungsrat reagieren, Fehlentwicklungen abstellen oder gar verhindern.
Gemäss Art. 716a OR, unübertragbare Aufgaben, hat der Verwaltungsrat unter anderem folgende unübertragbare und unentziehbare Aufgaben: Ziff. 3, die Ausgestaltung des Rechnungswesens, der Finanzkontrolle sowie der Finanzplanung, sofern diese für die Führung der Gesellschaft notwendig ist.
Schlüsselgrössen für die Feststellung potentieller Krisen sind das Eigenkapital und das Risikoverhalten der Gesellschaft. Die Risikofähigkeit des Unternehmens hängt von deren Eigenkapitalausstattung ab, da das Eigenkapital die Risikoreserve der Gesellschaft verkörpert.
Besteht ein Missverhältnis zwischen der Eigenkapitalausstattung und dem Risikoverhalten, muss entweder das Risikoverhalten angepasst oder das Eigenkapital erhöht werden. Eine allfällige Pflichtverletzung durch den Verwaltungsrat beginnt in dem Moment, in dem das Risikoverhalten des Unternehmens nicht mehr durch genügend Eigenkapital gedeckt ist.
Die Aktionäre sind die einzigen, die alle nötigen Entscheidungen treffen können, um das Risikoverhalten mit der Eigenkapitalausstattung in Einklang zu bringen (während die Anpassung des Risikoverhaltens durch den Verwaltungsrat alleine umgesetzt werden könnte, setzt die Kapitalerhöhung einen Beschluss der Generalversammlung voraus).
Verweigern die Aktionäre die Wiederherstellung oder Erhöhung des Eigenkapitals, liegt darin auch ein für den Verwaltungsrat bindender Entscheid bzgl. des künftigen Risikoverhaltens der Gesellschaft.