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Gerade im Alter möchte man sein Leben geniessen - mit fest sitzenden Zähnen, die ein sicheres Gefühl beim Sprechen, Essen und Aussehen geben.
In der Implantologie verwenden wir in den allermeisten Fällen einteilige Implantate. Da diese Implantate, wie der Name schon sagt, aus einem Guss geformt sind, und nicht wie der grösste Teil der auf dem Markt befindlichen Implantate aus zwei Teilern bestehen, fällt bei diesen einteiligen Implantaten die Schwachstelle der sogenannten Verbindungsschraube weg, die bei zweiteiligen Implantaten das Aufbauteil mit dem Implantat verbindet. Beim zweiteiligen Implantat handelt es sich um eine Hohlschraube, die innen ein Gewinde hat, in dem das Aubauteil mittels einer sehr dünnen Verbindungsschraube befestigt wird.
Da die einteiligen Implantate, wie oben erwähnt, keine Verbindungsschrauben benötigen, kann der Durchmesser reduziert werden, was zur Folge hat, dass man bei ihren Verwendungen oft auf Knochenaufbau verzichten kann. Aus diesem Grund werden diese einteiligen Implantate auch als Miniimplantate bezeichnet. Versorgt werden können die einteiligen Implantate, je nach Implantattyp, entweder mit einer Krone, Brücke oder einer Doppelkopfprothese.
Bei der Herstellung von Totalprothesen stellt sich stets die Frage, an welche Stellen auf dem zahnlosen Kiefer die Prothesenzähne gestellt werden müssen, um ein einwandfreies funktionales und ästhetisches Ergebnis zu erzielen.
Zu dieser Frage gibt es sogenannte Aufstellregeln, die meist von verschiedenen Professoren der Zahnheilkunde formuliert wurden, aber keineswegs evidenzbasiert sind.
Aus diesem Grund folgen wir bei der Herstellung von Totalprothesen der Methodik nach Staub. Herr Karl Heinz Staub hat das unseres Wissens einzige evidenzbasierte Vorgehen bei der Herstellung von Totalprothesen formuliert, indem er zunächst einige tausend zahnlose Kiefermodelle vermessen hat. Bei der Vermessung hat er festgestellt, dass sich einige Bereiche des Kiefers trotz Knochenabbau nicht verändern. Aufgrund dieser Erkenntnis hat er gemeinsam mit Mathematikern ein Computerprogramm entwickelt, mit dessen Hilfe die ursprüngliche Position eines Zahnes des jeweiligen Kiefers berechnet werden kann.
Die wissenschaftliche Bewertung dieser Methode ist 2003 an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg erfolgt:
„An der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau wurde im Jahr 2003 von Panagiotis Lampropoulos eine bemerkenswerte Inaugural-Dissertation vorgelegt mit dem Titel: Das Staub-Cranial-System – Reliabilität der Messpunkte zur Rekonstruktion der Zahnstellung im zahnlosen Kiefer. Zitat: "Ergebnisse: (1) Die interindividuelle Übereinstimmung bei der Auffindung der spezifischen (systemeigenen) anatomischen Referenzpunkte war sehr hoch. 86 bzw. 99 der Messungen (1. bzw. 2. Untersucher) lagen im vorgegebenen Toleranzbereich. (2.) Die Fähigkeit des Systems, die frühere Position verlorengegangener Zähne im zahnlosen Kiefer zu rekonstruieren , war sehr gut.“ www.freidok.uni-freiburg.devolltexte/821/ www.staub-cranial.de aus der Rubrik „Innovation“
Selbstverständlich wird nach der Aufstellung der Zähne die Prothese nicht sofort fertig gestellt. Da die Zähne in Wachs aufgestellt werden, ist es möglich, vor der Fertigstellung der Prothese eine sogenannte Wachsanprobe durchzuführen. An diesem Termin werden die Zähne auf einer Schablone aus Kunststoff anprobiert und die Funktion geprüft. Darüber hinaus hat der Patient an diesem Termin die Gelegenheit, Wünsche, beispielsweise die Ästhetik oder die Funktion betreffend, zu äussern. Erst wenn der Patient mit der Wachsaufstellung einverstanden ist, erfolgt die Fertigstellung der Prothese. In schwierigen Fällen werden oft auch mehrere Wachsanproben durchgeführt, um ein für den Patienten optimales Ergebnis zu erzielen.
Leider ist es in Abhängigkeit der jeweiligen anatomischen Voraussetzungen nicht immer möglich, mit Totalprothesen einen sogenannten Saughalt zu erzielen. „Saughalt“ bedeutet, dass sich die Totalprothese am Kieferkamm festsaugt.
Bei Patienten, bei denen es aufgrund des Knochenabbaus im Bereich der Kieferkämme nicht möglichen ist, einen Saughalt der Prothesen zu erzielen, muss entweder Haftcreme zu Hilfe genommen werden oder die Prothesen müssen mit Hilfe von Kugelkopfimplantaten und dem Einbau von Druckköpfen in die Prothesen am Kiefer befestigt werden.
Es gibt durchaus Patienten, die sehr gut mit Haftcreme zurechtkommen. Allerdings sollte beachtet werden, dass nicht mehr als zweimal pro Tag Haftcreme aufgetragen wird, wenn die Haftcreme Zink enthält, damit dieses nicht überdosiert wird.
Haftcreme, die kein Zink enthält, kann selbstverständlich öfter aufgetragen werden. Da es eine Vielzahl von Herstellern und Produkten gibt, ist es am besten, der Patient probiert einige Haftcremes aus. Wichtig ist immer, die Unterseite der Prothesen zu trocken, die Haftcreme aufzutragen und dann die Prothesen mindestens eine Minute fest anzudrücken oder fest zuzubeissen.
Viele Patienten berichten von Problemen mit Haftcremes, wenn sie heisse Getränke oder Speisen zu sich nehmen. Um das Neueinklebenmüssen der Prothesen zu vermeiden, weil durch zu heisse Speisen oder Getränke einige Haftcremes weich werden, sollte auf zu heisse Getränke und Speisen verzichtet werden.
Für Patienten, die keine Haftcreme verwenden möchten oder die die geschlossene Prothesenfläche am Gaumen stört, kommt das Inserieren von Implantaten in den Kieferkamm im Ober- und / oder Unterkiefer in Frage. Es gibt sogar Patienten, die die Versorgung mit Kugelkopfimplantaten wünschen, obwohl sich ihre Prothese festsaugt, weil sie durch die geschlossene Gaumenfläche der Prothese unter Würgereiz leiden oder weil ihr Geschmacksempfinden durch die geschlossene Gaumenfläche beeinträchtigt ist.
Es kann direkt im Anschluss an die Fertigstellung der Prothesen mit dem Inserieren der Implantate begonnen werden.
Wenn der Knochen der Kieferkämme ausreichend fest ist, können auch die Druckknöpfe am selben Tag in die Prothesen eingebaut werden. Am nächsten Tag könnte die Prothese dann schon eingegliedert werden, wobei viele Patienten ca. eine Woche darauf verzichten, da das Einsetzen zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Schwellung und der Nähte noch Schmerzen verursachen kann. In dieser Zeitspanne kann der Patient mit provisorischen Prothesen versorgt werden, die auf der Unterseite mit Löchern versehen sind, damit die Implantate und das geschwollene Zahnfleisch nicht belastet werden. Spätestens nach dem Entfernen der Nähte in der Folgewoche kann die Prothese dann aber weitgehend schmerzfrei eingegliedert werden und schon ihre Funktion beim Kauen und Sprechen erfüllen.
In Fällen, in denen beim Implantieren festgestellt wird, dass der Knochen ziemlich weich ist, wird auf eine Sofortbelastung der Implantate verzichtet. In diesen wenigen Fällen werden in die Unterseite der definitiven Prothesen Löcher gebohrt und der Patient muss eine Oberkieferprothese zunächst weitere vier Monate und eine Unterkieferprothese weitere drei Monate mit Haftcreme tragen, bevor die Druckknöpfe in die Prothesen eingebaut werden und die Implantate belastet werden können.
Wir empfehlen bei Sofortbelastung weiche Kost während der drei- bzw. viermonatigen Einheilphase. Nach der Einheilung der Implantate empfehlen wir, die Festigkeit der Nahrung über einen Zeitraum von acht Wochen langsam zu steigern, damit sich die Knochenstruktur der neuen Belastung anpassen kann (Progressive bone loading).
Weit verbreitet ist die Verankerung von Totalprothesen mit Hilfe von Implantaten und eines Steges, der die Implantate verbindet und die Prothese mit Hilfe von eingebauten sogenannten Stegreitern auf dem Steg fixiert. In Bezug auf die Stabilität ist diese Methode durchaus gleichwertig wie die oben beschriebene. Einzig sind die Kosten erheblich höher, da der Steg extra im zahntechnischen Labor angefertigt werden muss. Der weit grössere Nachteil einer Stegverankerung von Prothesen besteht allerdings darin, dass Patienten spätestens mit fortschreitendem Alter, viele aber auch von vorn herein, nicht in der Lage sind, den Steg adäquat zu reinigen, was zur Folge hat, dass sie diesen sehr oft reinigen lassen müssen, oder Gefahr laufen, die darunter liegenden Implantate entzündungsbedingt aufgrund des Nichtreinigens wieder zu verlieren (Folgen einer Periimplantitis).
Eine Sofortbelastung von festzementierten Kronen und Brücken auf Implantaten, wie sie teilweise stark beworben wird, lehnen wir ab, weil die Verlustrate der Implantate bei diesem Vorgehen aus unserer Sicht zu hoch ist.
Durch eine Wurzelbehandlung kann ein Zahn erhalten werden, der andernfalls gezogen werden müsste. In der Regel wird bei einer Wurzelbehandlung der Nerv aus dem Zahn entfernt und durch eine Wurzelfüllung ersetzt. Das Nervengewebe wird dabei bis zur Wurzelspitze komplett entfernt. Die Dauer der Wurzelbehandlung variiert je nach Fall. Ihr Zahnarzt wird sich bemühen, die Wurzelbehandlung so schnell und angenehm wie möglich bei Ihnen durchzuführen.
Leuchtend helle Zähne vermitteln den Eindruck von Jugend, Lebenskraft und Erfolg. Wer ein strahlendes Lachen hat, ist einfach selbstbewusster, Ausstrahlung und Anziehungskraft steigen.
Die Kombination aus häuslicher Zahnpflege und zahnmedizinischer Vorsorge bietet einen effektiven Schutz für dauerhaft gesunde Zähne. In unserer Zahnarztpraxis wird in den Bereichen Prophylaxe und Parodontologie Hand in Hand gearbeitet.
Jeder zahnärztlichen Behandlung geht eine parodontologische Betrachtung voraus. Ihr Fokus liegt auf dem Zahnhalteapparat, dem Fundament der Zähne. Dazu gehören Hart- und Weichgewebe wie Zahnfleisch, Wurzelhaut, Wurzelzement und Knochenfach im Kiefer. Eine rechtzeitige Behandlung von Parodontitis (eher unter dem Begriff Parodontose bekannt) ist überaus wichtig. Der Erfolg weiterführender Behandlungen hängt von der vorausgehenden Parodontitisbehandlung ab.
Dr. dent. Martin Herrmann
Gutenbergstrasse 4
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