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Auf 52 Kilometern Überwindet die Centovallina, die an Wiesen und Kastanienwäldern vorbeifährt, auf 83 BrrÜcken Schluchten und Felsspalten und durchquert bis zum Zielort 34 Tunnels. Im Laufe der Jahrmillionen hat sich die reissende Melezza so tief in die Felsen eingeschnitten, dass der Fluss vom Zug aus nur selten sichtbar ist.
Um das abgelegene Centovalli besser mit der Aussenwelt zu verbinden, hatte der Locarneser Bürgermeister Francesco Balli in Bern vor dem Ersten Weltkrieg eine Eisenbahnkonzession erwirkt. Bald nach Baubeginn mussten die Arbeiten eingestellt werden, weil die französischamerikanische Bank zusammengebrochen war und keine Kredite mehr gewähren konnte. Als der Bau 1914 wieder aufgenommen werden konnte, durchkreuzte der Weltkrieg die Pläne der Eisenbahnkonstrukteure. Nach einer siebenjährigen Zwangspause konnten 1921 erneut Gleise verlegt werden. Fertiggestellt war die Trasse 1923, als italienische und schweizerische Gleisverlegtrupps bei Santa Maria Maggiore den Anschluss vollzogen. Den ersehnten Wirtschaftsaufschwung konnte zwar die Centovalli-Bahn nicht im erhofften Masse bringen. Auch weiterhin wanderten die Einheimischen zum Broterwerb nach Italien ab. Dennoch entwickelte sich die Schmalspurbahn zum Symbol der gesamten Region, und auch in schwierigen Momenten gelang es, den Bahnbetrieb stets aufrecht zu halten. Im Stundentakt verbindet die Bahn heute jeden Ort im Centovalli mit Locarno. Wer heutzutage mit der Centovallina, die auf der italienischen Seite, im Valle Vigezzo, Vigezzina genannt wird, eine Exkursion durch das waldreiche Gebiet unternimmt, wird die Reise als entspanntes Dahingleiten auf bequemen Sitzplätzen in Erinnerung behalten. Von Locarno aus trifft der Zug nach fast zwei Stunden in Domodossola ein.
Rund zwei Stunden Reisezeit für die 52 Kilometer lange Eisenbahnstrecke durch das Centovalli, das sei eindeutig zu viel. Ausgerechnet eine Umweltorganisation fordert mehr Tempo für die Centovallibahn zwischen Locarno und Domodossola. Die schweizerisch-italienische Organisation für umweltfreundlichen Verkehr ATa (Associazione traffico ambiente) fordert seit Juli 2011 zugunsten der Pendler eine schnellere Verbindung zwischen Italien und der Schweiz. 95% der Pendler nehmen bis jetzt das Auto. Touristen jedoch lieben die Entschleunigung im Centovalli.