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Karl May und die Schweiz
Am Freitag, 22. April 2016 erzählte Elmar Elbs im Kurhaus am Sarnersee von 15.00 - 16.30 Uhr zum Leben von Karl May.
Karl May Leben und Werk
Kurzfassung von Elmar Elbs
Karl May kommt am 25. Februar 1842 als 5. Kind einer armen Weberfamilie in Ernstthal/Sachsen im Erzgebirge zur Welt. Nach der Geburt erblindet der Knabe, bekommt aber durch eine Operation mit fünf Jahren sein Augenlicht zurück. 1848- 1856 besucht er die Grundschulen. 1857–1861 erlernt er im Seminar von Waldenburg und Glauchau den Lehrerberuf. Nach einigen unglückseligen kleinen Diebstahldelikten verliert er die Stellung und verbringt siebeneinhalb Jahre im Gefängnis (1862-1865 und 1870-1874). Nach einer bewundernswerten Resozialisation nimmt er die Stelle als Zeitschriftenredakteur an. Nach ersten grossen Erfolgen wird er zum erfolgreichsten Abenteuerschriftsteller seiner Zeit und bis in unsere heutige Tage (100 Millionen Auflage) Nach Humoresken, Kolportageromanen, den Abenteuererzählungen mit Winnetou und Old Shatterhand im Wilden Westen sowie Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef im Orient schreibt Karl May nach der eingangs erwähnten Orientreise pazifistische Erzählungen, so Et in terra Pax, heute Und Friede auf Erden, (Bd.30) und Gedichte. Nach den Erfolgsjahren erlebt der Dichter zwischen 1901 und 1911 tragische Prozessjahre in welchen ihm die jugendlichen Verfehlungen vorgeworfen werden. Zehn Tage vor seinem Tod, am 30. März 1912, erlebt er in Wien, anlässlich seines Vortrages „Empor ins Reich der Edelmenschen“, einen triumphalen Erfolg und die gebührende Rehabilitation. Karl May ist heute in 45 Sprachen übersetzt und hat eine deutschsprachige Auflage von 200 Millionen. Die Filme die vor 60 Jahren ins Kino kamen erfreuen sich noch heute grosser Zuschauergunst.
Des Dichters Wirken in der Schweiz
Karl May beschrieb die Schweiz schon sehr früh in seinem Werk. Er zitiert in seinen Kolportageromanen das Heimweh des Schweizers als schwerste Form dieser Gemütslage. In einem lustigen Dialog zwischen Hobble Frank und Old Shatterhand schildert er in „Der Schwarze Mustang“ von 1896/97 explizit die Berge Pilatus und die Rigi am Vierwaldstättersee. In der Neubearbeitung „Halbblut“ (Bd.38) nicht mehr drinnen.
Der erste Aufenthalt des Dichters in der Schweiz datiert vom Juli 1893 in Bönigen am Brienzersee. Karl May verbrachte mit dem befreundeten Verlegerpaar Fehsenfeld einige Ferientage im heute nicht mehr existierenden Hotel Bellerive.
Vom 30. März bis 2. April 1899 logierte Karl May beim Beginn seiner grossen Reise in den Orient in Lugano, im Nobelhotel Bellevue au Lac. Er durchfuhr, wiederum von Freiburg kommend, die Innerschweiz und den Gotthard. Auf dieser Zugsreise in den Süden nahm er wesentliche landschaftliche Impulse auf, was ihm dann in Ismailija und Kairo in die Feder floss.
Von seiner 16 Monate dauernden Orientreise, 1900 zurückgekehrt, begann eine schwierige Zeit für den gefeierten Autor. Literaturkritiker beschuldigten Karl May das Erzählte im Orient als Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand im Wilden Westen gar nicht selbst erlebt zu haben. Seine verjährten Bagatelle-Straftaten der Jugend wurden in einer schändlichen Presseattacke durch den missliebigen Journalisten Lebius aufgerollt.
Im September 1901 flüchtete May vielleicht deshalb auf die Rigi. Zuvor besuchte er die Gebrüder Eberle in Einsiedeln, die in den Marien-Kalendern von 1894 bis 1899 seine Kurzerzählungen abdruckten.
Karl May beendete während seines fast dreiwöchigen Aufenthaltes auf der Rigi den pazifistischen Roman „Et in terra pax“ und verfasste eine Rehabilitationsschrift, welche in 100 Tausend Exemplaren verteilt wurde. Nach Übernachtungen in Luzern im Hotel du Lac und in Basel im Hotel Drei Könige verliess er am 7. Oktober1901 die Schweiz.
Kleine Gründungsgeschichte der Schweizer Karl May-Freunde
Am Beginn stand mein kleiner Zeitungsartikel in der Lokalzeitung. „Die Heimat“ von anfangs Februar 1992 mit dem Titel „100 Jahre Karl-May-Bücher“. Gleichzeitig warb ich mit vielen persönlichen Raritäten in einem Schaufenster der grossen Luzerner Buchhandlung Raeber und einer kleinen Ausstellung in der Pfarreibibliothek Rothenburg/Luzern für das Jubiläum „150 Jahre Karl May“.
Auf die Einladung zu einer kleinen Plauderei ins „Café Süesswinkel“ Rothenburg kamen von den 25 über die ganze Schweiz verteilten Mitglieder der Internationalen „Karl-May-Gesellschaft“ (KMG) Graziella Gander und Bruno Wigger sowie Peter Sommer und Willi Brüniger. Ein Ausflug auf die Rigi mit der Besichtigung des Eintrages in das Hotelgästebuch war am 23. August 1992 die erste Veranstaltung. Eingeladen hatte ich alle Schweizer KMG-Mitglieder mit persönlichem Brief und dem Eintrag in den KMG-N 92/2. Mit viel Idealismus wurden die ersten Infos geschrieben und kopiert. Am Treffen vom 14. November 1992 wurde auch die erste gemeinsame Reise an den Kongress 1993 nach Dresden geplant. 2001 fand der 16.KMG-Kongress in Luzern mit einer grossen Beteiligung aus Deutschland und Österreich statt. Dies anlässlich 100 Jahre Karl May in der Schweiz.
Seit 1992-2012 informierten Infos über die 4-6 Veranstaltungen im Jahr. Eigene Referate und solche der Mitglieder, Fachreferate von Sachbuchautoren, Reisen zu KM-Stätten, Fachsimpelei, Büchertausch, Ausstellungen, Reisen zu den KMG-Tagungen können in der noch bestehenden Webseite nachgelesen werden. Ein Stichwortregister erleichtert die Suche.
Am 31. Dezember 2012 löste ich die Vereinigung auf.
Eine Nachfolgegruppe um Lorenz Hunziker organisiert im Jahr vier bis fünf Veranstaltungen. <email-pii>
Adresse
Hotel Kurhaus am Sarnersee
Wilerstrasse 35
6062 Wilen /Sarnen
T 041 666 74 66
<email-pii>