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Die bewegte Geschichte von Serreaux-Dessus
Serreaux war bis Anfangs des 17. Jahrhunderts eine eigenständige Gemeinde. Die Sturler, Schlossherren von Serreaux, hatten damals ihre eigene Kapelle in der Kirche von Begnins. Aus einer Karte des Jahres 1786 ist ersichtlich, dass die heutige Domäne immer noch dieselbe ist. 1908 wurde Serreaux-Dessus von Emile Matringe, einem Kaminfeger- und Dachdeckermeister aus Rolle, erworben. Seine Nachkommen sind immer noch Eigentümer dieses Weingutes
Der Name Les Serreaux wurde 1145 erstmals erwähnt. In dieser während langer Zeit eigenständigen mit Begnins liierten Gemeinde befand sich ein Schloss mit eigenem Gerichtshof. 1480 wurde Serreaux-Dessous als Unterlehen von der Herrschaft Serreaux-Dessus abgetrennt.
1615, aufgrund des zunehmenden Zerfalls des Schlosses, welches im Besitze der Edlen von Harpe war, wurde dieses Gut Teil der Gemeinde Begnins, welche nun allein «ihren Kriegszoll zu leisten, die Pfarrkirche zu unterhalten und alle anderen öffentlichen Ausgaben zu bezahlen hatte».
Die Sturler, Besitzer von Serreaux-Dessus, versuchten im Jahre 1762, sich von Begnin zu trennen und die ehemalige Gemeinde wieder entstehen zu lassen. Am 1. April 1767, nach fünf Jahren unfruchtbarer Diskussion, bestätigte ein Schiedsgericht, dass Serreaux Teil der Gemeinde Begnins bleibt. Dies mit folgender Begründung: «Nachdem Serreaux schon seit langer Zeit die hauptsächlichen Aufgaben eines Gemeinwesens nicht mehr erfüllt, nicht mehr im Gemeindekataster figuriert und für die Herren von Bern nicht existiert, ist es verboten, ohne Zustimmung der Obrigkeit, welche allein befugt ist, Gemeinden zu gründen, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen … da sie durch die Einstellung ihrer Aktivitäten keine Daseinsberechtigung mehr hat …». Begnins hatte jedoch kein Recht, die Knechte, Winzer, Bauern und Bedientesten der Herrschaften Sturler und von Mestral sowie deren Nachfahren zu besteuern. Dagegen hatte alle übrigen Einwohner Grundstücksteuern zu entrichten.
Vom ehemaligen Dorf sind nur zwei grosse Weingutsbetriebe sowie ein kürzlich renoviertes Gebäude übriggeblieben. Die Zierde dieses Bauwerks ist eine schöne romanische Pforte, die aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen dürfte. Lange Zeit war man der Ansicht, dass es sich bei diesem Gebäude um die ehemalige Kapelle der Domäne handelt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass hier Heuwagen eingestellt wurden. 1773 liess Antoine Rigot, Freiherr von Martheray, die Battues-Brücke bauen, welche den Bach Fontanette überquerte und Serreaux-Dessus mit Begnins verband. Darauf liess er folgende Inschrift eingravieren: «Als Zeichen meiner Dankbarkeit schenke ich diese Brücke den Wohltätigen und ihren Nachkommen».
Unter der Brücke wurde, datiert von 1772, «Bénissons Dieu» (= gelobt sei Gott) in Stein gemeisselt.
Es ist unklar, wie der Name dieses Weilers richtig zu schreiben ist. In alten Dokumenten findet man am Häufigsten Serraux, aber auch Serreaux, Sarraoul, Sarraulx … (Der Name dürfte vom Lateinischen serra oder sarra stammen, was so viel, wie Gelände, Einzäunung bedeutet.)
Es hat sich eingebürgert, die Namen der beiden Weingüter unterschiedlich zu schreiben: Serreaux-Dessus und Sarraux-Dessous … ein Überbleibsel aus alten Zeiten.
Tiré de: "Begnins à rebrousse-temps" par Gabrielle Sénéchaud