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In den letzten drei Jahren haben diverse US-Bundesstaaten Bestimmungen eingeführt, die es Arbeitgebenden verbieten, Bewerbende nach ihrem letzten Gehalt zu fragen. Diese neuen Bestimmungen sollen Lohndiskriminierungen reduzieren, indem ungerechtfertigte Lohnunterschiede aus früheren Anstellungen nicht in den neuen Job mitgenommen werden.
Doch was bringen solche Bestimmungen tatsächlich? Professor Barach von der Universität in Minnesota und Professor Horton vom MIT in Boston gingen dieser Frage nach. In einem Feldexperiment mit rund 6000 Arbeitgebenden untersuchten sie, wie diese auf fehlende Lohninformationen reagieren. Auf einer digitalen Rekrutierungsplattform schrieben Arbeitgebende Jobs aus, auf die sich Interessierte direkt bewerben konnten. Arbeitgebende sahen nur das Bewerberprofil mit Namen, Foto, den Fähigkeiten, den geleisteten Arbeitsstunden auf der Plattform sowie dem durchschnittlichen Feedback-Rating aus früheren Jobs. Manipuliert wurde nur die Information zum früheren Lohn der Bewerbenden. Während der Hälfte der Arbeitgebenden der Stundenlohn aus vorhergehenden Jobs angezeigt wurde, sah die andere Hälfte der Arbeitgebenden diese Angabe nicht.
Die Resultate zeigen, dass Arbeitgebende ohne Lohninformationen gleich viele Arbeitsverträge abschlossen wie Arbeitgebende mit Lohninformationen, sie aber mehr Bewerbende intensiver evaluierten. Im Vergleich zur Kontrollgruppe stellten Arbeitgebende ohne Lohninformationen Bewerbende ein, die in früheren Jobs durchschnittlich 13 Prozent weniger verdient hatten. Dies deutet darauf hin, dass fehlende Lohninformationen für Geringverdienende ein Türöffner sein könnten. Verhandelten Bewerbende mit Arbeitgebenden ohne Lohninformationen, konnten sie einen um 9 Prozent höheren Stundenlohn aushandeln. Dies zeigt, dass die Verhandlungsposition von Bewerbenden gestärkt wird, wenn Arbeitgebenden keine Lohninformationen vorliegen.
Insgesamt scheinen die neuen Bestimmungen in den USA ihre Wirkung zu zeigen: Schwarze und weibliche Bewerbende konnten ihre Löhne um 13 beziehungsweise 8 Prozent erhöhen. Beschäftigte nicht mehr nach dem Lohn zu fragen, scheint Diskriminierungen zu reduzieren. Arbeitgebende könnten auch proaktiv Lohnbänder für die ausgeschriebenen Jobs veröffentlichen. Dies lässt wenig Raum für Diskriminierung und Bewerbende wissen von Beginn, mit welchem Lohn sie rechnen können.
Quelle:
- Barach, M. A. (2021). How do employers use compensation history? Evidence from a field experiment. Journal of Labor Economics, 39(1), 193–218.
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Der Schweizer HR-Barometer ist ein gemeinsames Projekt der Universitäten Luzern und Zürich sowie der ETH Zürich. In dieser repräsentativen Arbeitnehmerbefragung werden seit 2006 in regelmässigen Abständen bis zu 2000 Beschäftigte in der Schweiz zu ihrer aktuellen Arbeitssituation befragt. Folgende Themen stehen im Zentrum: Wie entwickelt sich die Arbeitszufriedenheit in der Pandemie? Gibt es Unterschiede in der Arbeitseinstellung zwischen Stadt und Land? hrbarometer.ch
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Gemäss einer Schweizer Nationalfondsstudie der Universität Luzern wünschen sich die Beschäftigten volle Transparenz in Bezug auf das Lohnsystem. Bezüglich der tatsächlichen Löhne bevorzugen die Befragten mehr Transparenz in Form von Lohnbändern oder Durchschnittswerten. tinyurl.com/lohntransparenz