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Die schmucke Kapelle ist der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. Sie ist mit Kalkverputz geweisselt. Die Bauart weist auf das 17./18. Jahrhundert hin, das genaue
Baujahr ist nicht ausfindig zu machen. Rätselhaft ist auch, dass das Glöckchen die Jahreszahl 1567 trägt. Es fanden mehrere Renovierungen statt, so 1820, nachdem der Bischof sie 1784 zu einem Bethaus zurückgestuft hatte. Aus dieser Zeit stammt der Altar im barocken Stil. Von 1981 datiert der neue Kreuzweg, 2019 erfolgte eine Renovierung.
Details
Im dunkeln Ortsbild der sonnenverbrannten Bauten aus Lärchenholz fallen zwei helle Gebäude auf: Das „Weisse Haus“ am Südrand es Weilers (ihm gilt ein eigener Beitrag, Seiten 74/75) und die Kapelle am östlichen Rand von Mutt. Ihr Baukörper ist mit Kalkverputz geweisselt. Der für die damalige Zeit ungewohnt hohe Chor ist am ehesten durch das abfallende Gelände erklärbar.
Das Glockentürmchen erhielt seine heutige Gestalt erst nach 1935. Kleine Kapellen dieser Art sind für das Wallis des 17./18. Jahrhunderts typisch. Man findet sie in Dörfern und Weilern, jedoch kaum mehr auf der Alpstufe – auch dies ein Hinweis, dass Mutt damals noch ganzjährig bewohnt war.
Das kleine Gotteshaus betritt man von Westen her, unter dem Glockentürmchen, dessen Form an Bilder aus Südeuropa erinnert. Die Glocke trägt die Jahreszahl 1567 – wurde sie später aus einem anderen Sakralbau hierher gebracht (was mit Statuen wie mit kleinen Glocken hie und da vorkam) oder stammt sie aus einem Vorgängerbau an Ort und Stelle?
Im Inneren überrascht ein relativ grosser, farbenfroher Altar barocker Art. In dessen Mitte steht eine grosse Frauenstatue, die heilige Katharina von Alexandrien, mit einem Schwert und einem zerbrochenen Wagenrad, ihren persönlichen Attributen. Nebst
Theodul ist sie eine Landespatronin des Wallis. Zu ihrer Linken und Rechten stehen ebenfalls zwei Heilige, erkennbar an ihrem Heiligenschein. Beide trugen zu Ehren des Märtyriums einst Palmenzweige bzw. ihre eigenen Attribute, heute aber sind ihre
Hände leer. Eine alte Fotografie zeigt die Heilige auf der linken Seite mit einer Zange – das Attribut der heiligen Appolonia. Zuoberst im Altar steht die Statue der Jungfrau Maria.
Der Oculus (wörtlich: kleines Auge – runde Öffnung im Osten; ob dem Altar) ist zugemauert. Fenster im Norden und Süden lassen spärlich Licht in die Kapelle. In der schönen Jahreszeit steht die Tür eh meist offen. Wanderer entzünden hier in einem besinnlichen Moment gerne eine Kerze. Auf der Tür steht die Jahreszahl 1727. 1784
deklassierte der Bischof die baufällige Kapelle zum Bethaus. Die Mutter reagierten rasch: 1788 zogen sie, so verrät auch hier das Dendrodatum, im Joch zwischen Schiff und Chor einen neuen Ankerbalken ein, 1820 steht ein neuer Altar in der Kapelle und Kelch und Patene (Schale; inzwischen beides verloren) für die Feier des Gottesdienstes wurden gekauft. 1981 und 2019 erfolgten die letzten Renovationen.
Labornummern Dendrosuisse 2017: 621069 vom 17. August 2017
und 621322-323 vom 8. Oktober 202085