Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/65433

<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss einer Erhebung vom Juli bis Anfang Dezember 2005 bei allen kantonalen Gesundheitsdepartementen und Kantonsärzten (ausser VS, BS und VD; diese Kantone weigern sich, ihre Zahlen bekannt zu geben) hat die Gesamtzahl der Abtreibungen zugenommen. Insbesondere betrifft diese Zunahme das Alterssegment der unter 19-Jährigen.</p><p>Welche zusätzlichen Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um einer weiteren Zunahme der Abtreibungen vorzubeugen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Vollständige Daten zu den Schwangerschaftsabbrüchen in allen Kantonen liegen zum heutigen Zeitpunkt erst für das Jahr 2004 vor. Gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Daten, die auf den Erhebungen der Kantone basieren, ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz in den letzten Jahren relativ stabil geblieben bzw. tendenziell eher leicht rückläufig. Dies gilt auch für die unter 19-jährigen Frauen.</p><p>Die statistische Erfassung der Schwangerschaftsabbrüche erfolgt gemäss Artikel 119 des Strafgesetzbuches (SR 311.0) durch die zuständige kantonale Gesundheitsbehörde. Das BFS hat aufgrund diverser parlamentarischer Vorstösse (vgl. Interpellation Maury Pasquier 03.3095, Schwangerschaftsabbrüche. Statistiken für die ganze Schweiz) und in Zusammenarbeit mit den Kantonsärzten ein Erhebungsverfahren entwickelt und auf den 1. Januar 2006 in Betrieb genommen. Dieses wird eine einheitliche Erfassung minimaler Angaben zum Schwangerschaftsabbruch wie Alter und Nationalität der Behandelten erlauben.</p><p>Die Schweiz verzeichnet in Europa mit Deutschland, Italien und Belgien die niedrigste Rate von Schwangerschaftsabbrüchen von Jugendlichen, mit knapp 6 Abbrüchen auf 1000 15- bis 19-jährige Frauen (2004). Die höchsten Raten weisen England (22 auf 1000) und Schweden (24 auf 1000) auf. </p><p>Grundsätzlich ist die Verhinderung von unerwünschten Schwangerschaften, insbesondere von Teenagerschwangerschaften, Aufgabe der Sexualerziehung. Für eine gute Sexualerziehung sind sowohl die Eltern als auch die Schule verantwortlich. Die schulische Sexualerziehung liegt in der direkten Zuständigkeit der Kantone. Der Bund unterstützt die Kantone in dieser Aufgabe mit Mitteln aus der HIV-Prävention. Weitere Massnahmen sind zurzeit nicht geplant.</p>  Antwort des Bundesrates.