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Häufigkeit von Handarthrosen
Prevalence, Incidence, and Progression of Radiographic and Symptomatic Hand Osteoarthritis: The Osteoarthritis Initiative
Eaton C.B. et al. Arthritis Rheumatol 2022;74:992
Im Rahmen der auf Gonarthrose angelegten Arthrose-Initiative wurden 3.588 Teilnehmer zu Studienbeginn und nach 4 Jahren auf röntgenologische und symptomatische Hand-Arthrose (OA) untersucht. Die Prävalenz der röntgenologischen Hand-OA betrug generell 41% und die Prävalenz der symptomatischen Hand-OA 12%. Die röntgenologische Häufigkeit bei weissen Frauen/Männern betrug 14%/11% im Alter von 45-54, 46%/34% im Alter von 55-64 sowie 75%/61% im Alter von >65 Jahren; für die symptomatische Handarthrose lauten die Zahlen: 4%/1%, 21%/5% und 25%/14%. Die Inzidenz über 48 Monate betrug 5.6% für röntgenologische und 16.9% für symptomatische Hand-OA. Über 48 Monate hinweg zeigten 27.3% der Teilnehmer eine OA-Progression. Frauen hatten häufiger einen Befall der distalen Interphalangealgelenke, während bei Männern häufiger die Metacarpophalangealgelenke betroffen waren. Schwarze Männer und Frauen hatten eine niedrigere Häufigkeit von Hand-OA als weisse.
Die Hand- und Fingergelenkspolyarthrose (Hand-OA) ist ein häufiges Leiden in der Sprechstunde, so dass es sich lohnt, Prävalenz und Inzidenz zu kennen und mit dem Patienten zu teilen.
Clusteranalyse von Patienten mit Anti-Phospholipid Antikörpern
Clinical characteristics and prognosis of patients with antiphospholipid antibodies based on cluster analysis: an 8-year cohort study
Qi W. et al. Arthritis Res Ther 2022;24:140
In dieser prospektiven single-center Studie bei Patientinnen und Patienten mit anti-Phosphoplipid (aPL) Antikörpern wurden verschiedene Phänotypen und deren Prognose auf den Krankheitsverlauf durch die Kolleginnen und Kollegen aus China untersucht.
Zwischen 2012 und 2020 wurden Daten erfasst zu Demographie, aPL-assoziierten Manifestationen, kardiovaskulären Risikofaktoren und den Antikörperprofilen. Zudem wurden sogenannte «non-criteria» Manifestationen erfasst, die im Rahmen von aPL häufig detektiert werden: hierzu zählten Thrombopenie, hämolytische Anämie, Herzklappenerkrankung, Livedo reticularis, aPL-assoziierte Nephropathie und kognitive Einschränkungen.
Bei insgesamt 383, überwiegend weiblichen Patientinnen mit einem mittleren Alter von 37.7 Jahren konnten 4 Cluster differenziert werden – hier der Grösse der Patientenanzahl nach aufgelistet: Cluster 1 mit SLE und «non-criteria» Manifestationen, Cluster 2 mit multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren, Cluster 3 mit ausschliesslich Frauen mit obstetrischer Morbidität und Cluster 4 mit isolierter Positivität des Lupus-Antikoagulans.
Beim Auftreten von «non-criteria» Manifestationen lag gehäuft ein SLE zugrunde. Bei Patienten mit isolierter LA Positivität standen kardiovaskuläre Risikofaktoren im Vordergrund. Auffällig war, dass Cluster-2-Patienten das höchste Auftreten von neu aufgetretenen arteriellen Thrombosen zeigten. Dahingegen hattten Cluster-3-Patienten das beste Outcome.
Die Autoren folgern, dass abhängig vom Cluster eine unterliegende Erkrankung – wie hier SLE – gesucht werden und eine entsprechende Immunsuppression begonnen werden sollte. Zudem wird auf die männliche Population hingewiesen, bei der insbesondere kardiovaskuläre Risikofaktoren gesucht werden sollten.
Kommentar
Clusteranalysen bei seltenen Erkrankungen bieten sich an, um weitere Krankheitscharakteristika zu definieren und Aussagen zu Therapieansprechen sowie Prognose treffen zu können. Aktuell erwarten wir bezüglich des SLE noch weitere Clusterdaten aus dieser Gruppe.
Auch wenn uns klar ist, dass ein SLE eine unterliegende Erkrankung sein kann, erscheint eine Clusterbildung sinnvoll im Hinblick auf zukünftige weitere «Clusterisierungen». Bei der Fülle der von uns Rheumatologen in der Regel bestimmten Daten u.a. zu Antikörpern, Verlaufsparametern und klinischen Auffälligkeiten wird es unserer Berufsgruppe vergleichsweise leichter fallen dürfen, seltene Erkrankungen weiter aufzuschlüsseln bezüglich Therapieansprechen und Outcome.
Αbduktoren-Training bei Kniearthrose
Hip abductor strengthening in patients diagnosed with knee osteoarthritis – a systematic review and meta-analysis
Thomas D.T. et al. BMC Musculoskeletal Disorders 2022;23:622
Ein Defizit der Kraft in den Hüftabduktoren kann zu vermehrter Belastung des medialen femorotibialen Gelenkes führen. Die vorliegende Studie untersuchte in einer systematischen Review die Wirksamkeit des Abduktoren-Training auf die Kniebelastung, Knieschmerzen sowie Kniefunktion bei Gonarthrose.
Die Review berücksichtigte sieben randomisierte kontrollierte Studien sowie drei Studien von hoher methodologischer Qualität. Als Resultat zeigte sich, dass die Kräftigung der Hüftabduktoren zu einer signifikanten Verminderung im Schmerz (VAS) sowie in der Funktion (WOMAC Scores) führte. Dieses Resultat war einheitlich über alle Studien hinweg.
Fazit:
Im Allgemeinen wird bei Kniearthrose, auch wenn schmerzhaft, ein Training empfohlen. Offen ist jeweils, was genau trainiert werden soll bzw. ein Training ist oft unmöglich bei Knieschmerzen. Diese systematische Review fand nun eine Schlüsselrolle für die Κräftigung der Hüftabduktoren in Bezug auf Knieschmerz und Kniefunktion bei Gonarthrose. Ein Training der Hüftabduktoren dürfte auch bei fortgeschrittener Kniearthrose bei guter Instruktion möglich und effektiv sein.