Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03286.jsonl.gz/889

gustav ritschard
* 1911 | ✝ 1997
Geboren am 5. Februar 1911 als jüngstes von elf Kindern des Christian und der Rosina Ritschard-von Känel. Primar- und Sekundarschule in Interlaken; Schuleintritt des Frühreifen bereits mit sechs Jahren. Lehre als Sattler-Tapezierer in Männedorf (ZH) von 1926 bis 1929. Daneben intensiver zusätzlicher Zeichen- und Malunterricht.
Gesellenjahre in Genf von 1929 bis 1933. Als Tapezierer-Dekorateur tätig. Während dieser Zeit Kurse an der Ecole des Beaux-Arts. Zahlreiche Bergtouren. 1933 Beitritt zum Schweizer Alpen-Club, Sektion Interlaken. 1933 bis 1935 Fachschule für Innenausbau in Frankfurt a.M. mit Vertiefung in Historischer Bautechnik und Hauskunde. Der Unterricht findet 1933 ganzjährig statt, in den folgenden zwei Jahren je ein Semester. Während dieser Zeit intensive Zeichentätigkeit. In Frankfurt wird Gustav Ritschard in seinem jugendlichen Alter völlig von der Nationalsozialistischen Bewegung ergriffen, die gerade in diesen Jahren ihren fulminanten Aufschwung erlebt.
1935 bis 1946 (in Interlaken und nach der Heirat in Unterseen wohnend) Berufstätigkeit teilweise selbständig erwerbend, teilweise in Anstellung als Entwerfer in der Möbelfabrik Urech & Hägi in Zofingen. Daneben auf seine Initiative hin Leiter und Fachlehrer von Berufslagern für Tapezierer-Dekorateure in Interlaken und Thun.
1939 bis 1945 Aktivdienst im Wallis und im Berner Oberland. 1942 Heirat mit Frieda Lydia Briner aus Unterseen. Geburt der Kinder Urs Gustav (1943), Irmgard Gertrud (1947) und Jürgen Wieland (1955).
1946 definitiver Übergang zur selbständigen Erwerbstätigkeit: Eröffnung eines Büros für Architektur und Innenausbau in Unterseen. Bau des eigenen Wohnhauses an der Bohnerenstrasse in Unterseen. Erste Diskussionen und Arbeiten, unterstützt von einigen Mitgliedern des «Vereins für das Oberlandhus», zur Schaffung eines Freilichtmuseums. Ab 1962 intensive Arbeiten für ein solches Museum, in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des «Brienzer Kreises».
1953 Kauf des Manor Farm-Geländes, mit gleichzeitiger Gründung einer Aktiengesellschaft und Errichtung des Campingplatzes. 1983 Arrondierung des Unternehmens durch den Kauf der Neuhaus-Besitzung.