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Während des Zweiten Weltkrieges dienten weit über tausend Auslandschweizer in den deutschen Streitkräften. In der Regel handelte es sich um Auswanderer der zweiten oder sogar der dritten Generation, oft auch um Doppelbürger. Ältere Soldaten hatten schon dem kaiserlichen Heer angehört (vgl. V. Oertle, Schweizer Freiwillige an deutscher Seite 1939 ?1945, Thesis Verlag, 8847 Egg SZ).
Der prominenteste Auslandschweizer Kriegsteilnehmer, bzw. Deutsche schweizerischer Abstammung, war Hauptmann Franz von Werra, ein Fliegerass der ersten Stunde. Weltweite Publizität verschufen ihm weniger seine 21 Luftsiege als vielmehr seine spektakuläre Flucht aus der Kriegsgefangenschaft.
Werra, geboren am 14. Juli 1914 in Leuk, entstammte einem alten Wallisergeschlecht. Seine verarmten Eltern hatten ihn einst als Kleinkind zur Adoption nach Deutschland gegeben. Seit Kriegsbeginn im Einsatz, wurde Werra am 5. September 1940 während der Luftschlacht um England zur Notlandung gezwungen und gefangen genommen. Nach zwei Fluchtversuchen erfolgte die Verlegung nach Kanada, von wo sich Werra in die damals noch neutralen USA durchschlug. Via Mittel- und Südamerika gelangte er im April 1941 nach Deutschland zurück.
Werra führte zuletzt die 1. Staffel des Jagdgeschwaders 53. Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes war ihm am 14. Dezember 1940 als Oberleutnant und Adjutant Im Jagdgeschwader 3 verliehen, aber erst nachträglich von Hitler persönlich überreicht worden. In den Niederlanden im Küstenschutz im Einsatz, stürzte Franz von Werra am 25. Oktober 1941 infolge Motorschadens mit einer Focke Wulf 190 vor Katwijk ab und versank in der Nordsee. Auf dem Leuker Friedhof erinnert eine Gedenktafel an den berühmten schweizerisch-deutschen Doppelbürger.
Werras Odyssee wurde in den 1950er-Jahren verfilmt. Der Streifen trägt den Titel "Einer kam durch", und Hardy Krüger spielte die Hauptrolle. Mit Franz von Werra verbindet sich aber auch eine ungewöhnliche Familiengeschichte. Sie erschien unlängst im Eichborn-Verlag Frankfurt a. M. (W. Meichtry, Du und ich – ewig eins),
Vincenz Oertle, Esslingen