Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03489.jsonl.gz/612

Der verwendete Kunststoff für Bambusgeschirr besteht in der Regel aus Melaminharz, das aus den Ausgangssubstanzen Formaldehyd und Melamin besteht. Die Fasern von Bambus, Mais, Reis und anderen Gräsern werden zerkleinert oder in Form von Mehl als Füllstoff zugesetzt.
Dank dem Anteil an Pflanzenfasern wurden die Trendprodukte als ökologisch, umweltfreundlich und nachhaltig beworben. Bambusgeschirr durfte in keiner Campingausrüstung mehr fehlen. Auch Kindergeschirr aus Bambus oder anderen Gräsern waren sehr beliebt.
Bei der Kombination von Melaminharz mit diesen Füllstoffen sind oft Überschreitungen der Migrationshöchstwerte von Melamin und Formaldehyd festgestellt worden. Bei mehrmaligem Gebrauch des Geschirrs ist sogar eine Zunahme der Migration möglich. Bedarfsgegenstände dürfen an Lebensmittel Stoffe nur in Mengen abgeben, die gesundheitlich unbedenklich sind. Die Materialkombination ist daher für den Lebensmittelkontakt nicht geeignet.
Mit dem Informationsschreiben 2021/5 «Bedarfsgegenstände aus Kunststoff mit Bambus» hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV die Kontrollbehörden und die interessierten Inverkehrbringer darüber informiert, dass Bedarfsgegenstände aus Kunststoff mit nicht gelisteten Füllstoffen wie z.B. Bambus weder in der EU noch in der Schweiz verkehrsfähig sind.
Der Import von solchen Produkten wurde per sofort nicht mehr toleriert.
14 Zürcher Betriebe, die auf Ihrer Webseite im November 2021 noch Bedarfsgegenstände aus Kunststoff mit Bambusfüllstoffen anboten, wurden auf das Informationsschreiben hingewiesen mit der Aufforderung, dass der Verkauf umgehend einzustellen ist.