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50,12 % für Pedro Kuczynski
Keiko Fujimori, Tochter des im Gefängnis sitzenden früheren Präsidenten Alberto Fujimori, war als klare Favoritin in die Stichwahl am vergangenen Sonntag gegangen. Die Kandidatin der "Fuerza Popular" hatte im ersten Wahlgang ihre Gegner deutlich hinter sich gelassen.
Die Stichwahl entwickelte sich zu einem eigentlichen Wahlkrimi. Erste Hochrechnungen am Montag sahen einen knappen Sieg des 77-jährigen neoliberalen Ökonomen Pedro Pablo Kuczynski voraus. Doch dieser knappe Vorsprung wurde immer knapper. Vor allem in ländlichen Gebieten ist Alberto Fujimori, der Geld unter den Armen verteilte, noch immer populär. Wegen Korruption und Vergehen gegen die Menschenrechte und des Einsatzes von Todesschwadronen wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Fünf Tage nach der Stichwahl hat am Freitagmorgen (MEZ) das "Oficina Nacional de Procesos Electorales" (ONPE) das Schlussergebnis bekanntgegeben: Danach kommt Pedro Kuczynski, der für die Partei "Peruanos por el Kambio" (PPK) antrat, auf 50,12 % und Fujimori auf 49,88 %.
Kuczynski hat eine Schweizer Mutter und einen jüdischstämmigen deutschen Vater. Dieser, Max, ein Mediziner, ist 1933 vor den Nazis geflohen und über die Schweiz nach Peru gelangt. Dort heiratete er 1935 die Westschweizerin Madeleine Godard. Zwei Jahre später wurde Pedro Pablo Kuczynski geboren. Er ist damit ein Cousin des Westschweizer Filmregisseurs Jean-Luc Godard.
Kuczynski, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besass, hat jahrelang im Ausland gearbeitet, was ihm vorgeworfen wurde. Seine Gegner bezeichneten ihn im Wahlkampf als "Pudel der USA". Er arbeitete unter anderem für den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und die peruanische Zentralbank.
Die Wahlbeteiligung lag bei 80,15 Prozent. 18,27 Millionen Peruanerinnen und Peruaner haben ihre Stimme abgegeben. Da das Ergebnis sehr knapp ist, ist nicht ausgeschlossen, dass Keiko Fujimori Wahlbeschwerde einlegt.
Kuczynski gewann unter anderem in den Regionen (Departamentos) Lima, Arequipa, Cusco, Puno, Pasco, Huancavelica, Cajamarca und im flächengrössten Departement Loreto (Iquitos).
Die EU hatte für die Stichwahl 50 Wahlbeobachter aus ihren 27 Mitgliedstaaten nach Peru geschickt.
(J21)