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Sonntagsstory Die Biene in Zeiten des Klimawandels
- Samstag, 25. Februar 2017, 17:17 Uhr
Die Vögel zwitschern lauter, und es summt bereits wieder zwischen den Büschen. Kaum blühen die ersten Haselsträucher und ist es etwas milder, sind auch Bienen unterwegs. Wie gut die Bienen überwintert haben, hängt auch mit dem Wetter der vergangenen Monate zusammen.
Letzte Woche sorgte milderes Wetter für den Start der Bienensaison. Die kleinen Insekten sammeln erste Pollen auf den Haselsträuchern. Bienen fliegen in der Regel ab einer Aussentemperatur von etwa 8 Grad.
Bereits seit 40 Millionen Jahren leben Bienen auf der Erde. In den letzten 20 Jahren ging die Anzahl der Bienenvölker stark zurück. Den Bienen und Imkern machen Krankheiten, ein verändertes Landschaftsbild und nicht zuletzt auch der Klimawandel zu schaffen.
Varroa-Milbe
Bienen brüten von Februar bis zur ersten längeren Kälteperiode im Herbst. Normalerweise hören Bienen im Spätherbst bei der ersten längeren Kälteperiode auf zu brüten. Dann sind sie für einige Wochen brutfrei. Dann ist der ideale Zeitpunkt für den Imker, die Varroa-Milbe zu bekämpfen. Dieser Schädling lebt seit etwa 30 Jahren als Parasit auf der Biene und alle Völker sind betroffen. Der Imker bringt nun die für die Milben tödliche Oxalsäure in den Stöcken aus. Diese «impft» aber nur Bienen, nicht aber die Larven in den (gedeckelten) Brutkammern.
Milder Winter erschwert Milbenbekämpfung
Während eines milden Winters kann es sein, dass die Bienenkönigin die Eiablage fortsetzt, so dass weiterhin Larven in den Brutkammern vorhanden sind. Dort kann dann die Varroa-Milbe überleben und später das ganze Volk befallen.
Mit steigenden Temperaturen ist generell eine Zunahme der Brut-Zyklen innerhalb eines Jahres und somit nur noch kurze oder gar keine Brut-Pausen mehr zu erwarten. So wird die Bekämpfung der Varroa-Milbe erschwert.
Zusätzlich verkürzen sich bei einem milden Winter die Ruhephasen der Bienen. Dabei wäre es ganz wichtig, dass eine Biene ausgeruht aus dem Winter kommt und dann den Generationenwechsel gestaltet.
Weitere Schwierigkeiten:
- Pollenangebot verändert sich durch frühere Blühzeiten den Pflanzen oder lange Trockenphasen im Sommer.
- Die Luftverschmutzung könnte die Fähigkeit der Bienen beeinträchtigen, für sie attraktive Nahrung wahrzunehmen. Während im 19. Jahrhundert Gerüche von einer Pflanze bis zu 800 Meter ausströmten, sind es heute oft nur 200 Meter.
- Schädlinge breiten sich durch die Globalisierung schneller aus als bisher. Zum Beispiel der Kleine Beutenkäfer, der ursprünglich nur in Afrika lebte, seit 2014 aber auch in Süditalien vorkommt.
- Das veränderte Landschaftbild sorgt für eine Verknappung des Nahrungsangebots. Weil Bienen ausschliesslich von Nektar und Pollen leben, sind sie übers ganze Jahr auf genügend Blüten angewiesen.
Nutztier Biene – was bringts?
Bienen versorgen die Menschen nicht nur mit Honig, ihre oberste Aufgabe im Ökosystem ist das Bestäuben vieler Pflanzenarten: Von den wichtigsten 100 Nutzpflanzen der Welt werden nämlich mehr als 70 durch Bienen bestäubt. Die Arten sind für etwa 90 Prozent der gesamten Nahrungsproduktion der Welt verantwortlich. In China wurden durch den hohen Einsatz von Pestiziden die Bienen so stark dezimiert, dass Menschen die Bestäubung der Obstplantagen von Hand übernehmen.
Quellen:
- bienen.ch
- spiegel.de/themen/bienen