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Aktivistinnen und Aktivisten der Basler Bewegung «March against Monsanto & Syngenta» protestierten gegen die Übernahme von Syngenta vor deren Hauptsitz in Basel. Bild: Meret Buser
Nach der Fusion von Dow-Dupont bewilligte die Europäische Kommission auch die Übernahme Syngentas durch ChemChina. Und eine weitere Fusion steht an. Vor Jahresende muss die EU Behörde auch über die Fusion von Bayer und Monsanto entscheiden. Mit diesen Zusammenschlüssen würde die Konzentration in der weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutz-Branche bisher unerreichte Ausmasse annehmen. „Wir sind enttäuscht über den Entscheid der EU-Kommission. Anstatt die Macht der transnationalen Konzerne einzuschränken und die Demokratie zu stärken, lässt die EU-Kommission zu, dass das Oligopol der Agromultis weiter an Marktmacht gewinnt“, meint Ueli Gähler von der Organisation Multiwatch. In einem offenen Brief hatten 200 Organisationen aus ganz Europa, darunter die SAG, die EU-Wettbewerbskommissarin Ende März aufgefordert, die Auswirkungen der anstehenden Fusionen im Agrarbereich in ihrer Gesamtheit zu betrachten und abzulehnen.
Besonders beängstigend ist diese Macht-Konzentration angesichts des andauernden Bemühens dieser Konzerne, Patente auf Pflanzen und deren Eigenschaften zu lösen und von der Landwirtschaft monopolistische Patentabgaben einzutreiben. In Ländern wie Argentinien und Brasilien führen diese Abgaben zum Ruin von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und damit zu einer weiteren Stärkung der profitorientierten industriellen Landwirtschaft. Die Konzentration der Agromultis führt auch zur Verstärkung der weltweiten Standardisierung des Saatguts und damit zu einem Rückgang der Agrobiodiversität. Dies vermindert die Chancen der Landwirtschaft, auf die Unwägbarkeiten der Klimaerwärmung zu reagieren und gefährdet somit die Nahrungsmittelsicherheit.
Die chinesische Staatsführung will die Patente von Syngenta nutzen, um Pestizide für die chinesische Landwirtschaft und den Export in andere Länder zu entwickeln. China ist bereits heute der grösste Pestizid-Produzent der Welt und liefert etwa das in China selbst verbotene hochgiftige Pestizid Paraquat in andere Länder. Zudem wird erwartet, dass mit der Übernahme Syngentas die regulatorischen Hürden, die dem Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut in China im Weg stehen, schrittweise überwunden werden. Die chinesische Bevölkerung ist wie die schweizerischen Konsumenten grossmehrheitlich gegen gentechnisch veränderte Nahrungsmittel. Die Basler Syngenta soll nun das Wissen und die Patente liefern, um gentechnisch veränderte Lebensmittel gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen.
Der Basler «March against Monsanto & Syngenta» bereitet eine grosse Demonstration am 20. Mai 2017 in Basel vor. Er wird von mehr als 50 Organisationen unterstützt. Zoë Roth vom Organisationskomitee zieht eine positive Bilanz. „Es gibt immer mehr Menschen auch in der Schweiz und im Dreiländereck, die nicht tolerieren wollen, dass Monsanto und Syngenta ihr Profitstreben über die ökologischen und sozialen Anliegen in der Weltlandwirtschaft stellen.“
- Externer Link: March Against Monsanto&Syngenta