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Eine frühere Auswertung der bisher in der Schweiz erhobenen Daten zur Pestizidbelastung zeigte, dass nur 20% der Messwerte von kleinen Fliessgewässer stammen, obwohl diese 75% der Fliessstrecke des Schweizer Fliessgewässernetzes ausmachen (Munz et al. 2012). Zudem war die zeitliche Abdeckung der Messkampagnen häufig begrenzt oder beschränkte sich auf Stichproben. Ziel der zweiten NAWA SPEZ Studie war deshalb diese Lücke zu schliessen.
Fünf kleine Gewässer mit landwirtschaftlicher Nutzung wurden auf 213 PSM-Wirkstoffe gescreent. Es wurde mit einer variablen zeitlichen Auflösung gearbeitet, wobei bei Regenereignissen Halbtagesmischproben und in Trockenperioden längeren Mischproben (24-Stunden- bis maximal 24-Tage) untersucht wurden. Mit der verwendeten Analytik liessen sich 70 % der im Jahr 2015 zugelassenen PSM messen. Ergänzend wurden auch eine Reihe nicht mehr zugelassener PSM gemessen, die wegen deren langsamen Abbaubarkeit nach wie vor nachgewiesen werden.
Insgesamt wurden 128 PSM nachgewiesen. Chronische Qualitätskriterien wurden in allen Einzugsgebieten überschritten und in vier Einzugsgebieten wurden auch akute Qualitätskriterien überschritten. Der Vergleich mit NAWA SPEZ 2012 zeigte, dass die Schadstoffspitzen in kleinen Gewässern zwar von kürzer Dauer sind aber die Konzentrationen dafür höher sind. Die Überschreitungen akuter Qualitätskriterien sind zu einem relevanten Teil auf diesen Effekt zurückzuführen.
Die untersuchten Gebiete wiesen eine vergleichsweise intensive landwirtschaftliche Nutzung auf. Anhand von Abschätzungen liess sich zeigen, dass in weniger intensiv genutzten Gebieten die Belastung zwar tiefer sein dürfte, dass Effekte auf empfindliche Gewässerorganismen aber auch dort nicht ausgeschlossen werden können. Was die Empfehlungen für das Routinemonitoring betrifft, liess sich zeigen, dass es möglich ist, auch mit reduziertem Aufwand einen substantiellen Anteil der Belastung zu erfassen. So lassen sich mit den 41 PSM-Wirkstoffe, die im Beurteilungskonzept für diffuse Einträge vorgeschlagen wurden, 72% der chronischen und 87% der durch PSM verursachten akuten QK-Überschreitungen nachweisen. Wichtig ist, dass die Messungen eine ausreichende Zeitdauer abdecken, denn in gewissen Einzugsgebieten wurden auch am Ende der Messkampagne noch steigende Konzentrationen gemessen.