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Ein Baum als Erinnerung
An einem Gedenkanlass hat Jon Domenic Parolini sich im Namen der Regierung bei den Opfern von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen entschudigt. In Erinnerung daran hat Parolini einen Baum als Symbol gepflanzt.
Im Fürstenwald bei Chur steht ein neuer Baum. Er ist ein Symbol der Erinnerung an eine unschöne Zeit: Bis 1981 haben zuständige Behörden in Graubünden systematisch fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen verfügt, wie die Regierung am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. Daran haben tausende Menschen gelitten und leiden bis heute.
Dafür hat sich Jon Domenic Parolini im Namen des Regierungsrats am Mittwoch öffentlich entschuldigt und im Dasein von zahlreichen Betroffenen einen Baum gepflanzt, als Zeichen der Erinnerung. Es sei den Betroffenen ein Anliegen, das das Geschehene nicht vergessen werde. Bis in die 1980er-Jahre wurden auf Basis der damaligen Gesetzeslage Zehntausende Kinder von Familien weggenommen, Frauen unter Druck gesetzt, Abtreibungen oder Adoptionen zuzustimmen. Wer sich wehrte, erhielt zum Teil ohne Gerichtsbeschluss eine Strafe, wie die Regierung weiter beschreibt.
Im Rätischen Museum soll demnächst eine Ausstellung erarbeitet werden, die sich mit dem Thema und der Zeit beschäftigt. Ausserdem sollen Schulmaterialien erstellt werden, um das Thema im Unterricht behandeln zu können. Bisher wurden bereits einige Schritte zur Anerkennung umgesetzt: die Anlaufstelle bei der Opferhilfe Graubünden, die Schaffung des Soforthilfefonds und eine Forschungsarbeit, die diese unschöne Zeit aufgearbeitet hat.