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Das Jahr 1968 war ein sehr wichtiges Jahr nicht nur in der Schweiz, sondern auch in ganz Europa. Damals war meine Gesprächpartnerin, Frau Caflisch, 34 Jahre alt. Ihr Sohn war 3 Jahre alt und ihre Tochter wurde gerade in diesem Jahr geboren. Deshalb ist 1968 auch ein sehr wichtiges Jahr für sie. Ihr Mann hat lange in der Bank gearbeitet, sodass sie nicht arbeiten musste. Erst nachdem ihre Kinder das Gymnasium absolviert hatten, hat sie angefangen, wieder zu arbeiten. Ihre Familie hat in Zürich gewohnt. Frau Caflisch ist im Jahr 1960 nach Zürich umgezogen und wohnt nun also schon fast 60 Jahre in der Stadt. Die Familie Caflisch hat auch eine Ferienwohnung in den Bergen. Dorthin sind sie oft am Wochenende gefahren, um Urlaub zu machen.
Im Jahr 1968 gab es auch in Zürich Demonstrationen, aber sie hat an keiner teilgenommen. Frau Caflisch hat gesagt, die Demonstrationen der Studenten seien sehr schlimm gewesen. Sie hatte zuhause Radio und TV. Damals hat sie nicht nur Rock Musik, sondern auch viele verschiedene andere Musikrichtungen gehört. Die Mondlandung hat sie nicht angeschaut. Frau Caflisch hat mir einen Artikel einer Zeitschrift gezeigt und gesagt, dass das Frauenstimmrecht eine sehr wichtige Änderung für sie war. Wir haben auch über den ungleichen Lohn zwischen Männern und Frauen gesprochen.
Ich habe mir den Film “Die göttliche Ordnung“ angeschaut. In diesem Film haben die Frauen einstimmig „Frauenrecht ist Menschenrecht“ gerufen. Ich dachte, dass es damals schwieriger war als heute die Gleichstellung zu erlangen, weil viele Leute fest an die Unterschiede zwischen Männern und Frauen geglaubt haben. Aber die Mühen der Frauen haben sich gelohnt und das Frauenstimmrecht wurde verwirklicht.
Den geschichtlichen Augenblick '1968' haben die älteren Leute miterlebt und ich konnte mit einer von Ihnen, Frau Gaflish, reden. Ich bin sehr froh, dass ich diese Erfahrung sammeln konnte.
Risako Myiake & Rosa Caflisch