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Gian·Marco Jenatsch
Das Kongresszentrum Davos leistete und leistet einen wichtigen Beitrag zur touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung von Davos. Bei verschiedenen jährlich stattfindenden grösseren Veranstaltungen werden jedoch die Kapazitätsgrenzen erreicht. Um den heutigen Bedürfnissen im Kongresswesen gerecht zu werden, wurde für die Erweiterung des bestehenden Kongresszentrums ein Wettbewerb ausgeschrieben. Dessen Programm umfasste einen neuen grossen Plenarsaal sowie weitere kleinere Räume mit den entsprechenden Nebenraumen. Die Besonderheiten der komplexen Aufgabe, vor die sich die 15 ausgewählten Teilnehmer gestellt sahen, bestanden neben der geforderten wirtschaftlichen Optimierung des Betriebes im Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz, im Bezug zur Landschaft und der städtebaulichen Haltung.
Das bestehende Kongresszentrum präsentiert sich heute als ein Konglomerat, dessen ursprüngliche Konzeption von Ernst Gisel durch zwei Erweiterungsetappen verändert, wenn nicht verunklart wurde. In enger Abhängigkeit als homogenes Ensemble mit dem unmittelbar benachbarten, eben falls von Gisel geplanten Hallenbad (1962-1965) entworfen, überzeugt das 1966-1969 entstandene Kongresshaus genauso durch seine klare Struktur – das doppelgeschossige Foyer und der Saal bilden zusammen eine quadratische Grundrissfigur, die über plastisch ausformulierte Oberlichter eine prägnante Silhouette erhält –, wie seine stimmige Atmosphäre dank einer einfachen und rauen, physisch präsenten Materialisierung aus Sichtbeton und Kupfer im Äussern und Backsteinwänden und Holzdecken im Innern.
Wurde in einer ersten Ausbauetappe Ende der 1970er Jahre durch den Davoser Architekten Christian Meisser lediglich ein Anbau mit Seminarräumen erstellt, veränderte die zweite Etappe 1988-1990, wiederum durch Ernst Gisel, die Struktur und den Betrieb des Kongresshauses massgeblich.