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Berechnung von Bahnlängen
Berechnung der Bahnlänge: 55 Minuten geteilt durch 7.20 min/Lkm = 7.600 LKm ...
Dividiert man die gewünschte Siegerzeit durch die min/Lkm erhält man die gewünschte Bahnlänge in LKm. Nur, wie lange braucht eine bestimmte Kategorie an einem bestimmten Wettkampf in einem bestimmten Wald pro Leistungs-Kilometer? Das ist eine Knacknuss, die sich jedem Bahnleger immer wieder stellt.
Wie geht man am besten vor?
Oft helfen frühere im gleichen oder einem ähnlichen Wald gelaufene Bahnen, deren Werte ungefähr übernommen werden. Das gilt jedoch nur für vergleichbare Wettkämpfe: ähnliche Laufform, Teilnehmerzahl und Läufer. Weiter unten findet man ein Angebot, mit dem sich diese Berechnungen bestellen lassen.
Bahnlänge
Ausgangswert für die Bahnlänge ist immer die vorgesehene Siegerzeit. Diese wird für alle Laufarten in WO-Art. 42-44 festgelegt. Die WO gibt von / bis Werte vor. Ziel kann nicht sein, einfach irgendwo in den verlangten Bereich zu zielen, sondern die Bandbreite zu nützen, um die Anforderungen zu variieren. Für wenig trainierte Teilnehmer oder am Saisonanfang eher die untere Begrenzung anvisieren, in einer Phase guten Trainingszustandes oder bei Meisterschaften eher die obere.
Es ist auch zu beachten, dass die Bahnlängen der WO im Normalfall für die vorgesehene Laufart (lang, mittel, Sprint) übernommen werden (also nicht „überlanger Mittel-Lauf“, „verkürzter Lang-OL“).
Für besondere und übrige OL können jedoch abweichende Siegerzeiten festgelegt werden.
Auch bei gegebener Siegerzeit kann die Länge der Bahn je nach Laufart stark schwanken: Bsp.: H12 im Mittelland an der EOM 5.2 Lkm; an einem einfachen regionalen OL in schwierigem Gelände 2.3 Lkm, bei einem Schüler-OL mit ungeübten Teilnehmern auch davon nochmals bis zur Hälfte.
Da die technische und/oder physische Leistungsfähigkeit je nach Teilnehmerkreis stark schwankt, sind sehr unterschiedliche Bahnlängen nötig, um die geplante Siegerzeit zu erreichen.
Siegerzeit
Als Siegerzeit gilt im Normalfall (grosse Kategorien) das erwartete Mittel der Ränge 1-3; die Länge der Bahn basiert auf Leistungskilometern (LKm). Diese berechnen sich aus (Distanz von Start bis Ziel) plus (Steigung auf vernünftigem Weg x 10); Bsp.: 8.5 km / 220 m Steigung = 10.7 Lkm.
Berechnung der Länge einer Bahn in Leistungskilometern aus Erfahrungswerten
Führen Erfahrungswerte nicht zu geeigneten Vorgaben, muss man versuchen, die Bahnlänge zu berechnen.
Es gibt bei Swiss Orienteering Erfahrungswerte, die beim Festlegen der Bahnlängen helfen können. Diese stammen von rund 1200 Läufen in über 500 verschiedenen Wäldern aus rund 35 Jahren.
Die beiden folgenden Berechnungsgrundlagen werden jährlich nachgeführt, wobei sich die Grundlagen vor allem auf die paar letzten Jahre abstützen.
- Durchschnittliche Lkm-Werte pro Wald (Waldliste-VHB-2019.pdf)
- Durchschnittliche Lkm-Werte pro Stadt (Stadtliste-VHB-2019.pdf)
- Berechnungsgrundlagen Lkm-Werte (BerechnLKmGrundlagen2020.pdf)
Sinnvoll ist eine Kombination beider Vorgehen: frühere Erfahrungswerte und errechnete Werte können sich gegenseitig ergänzen.
Helfen können auch Testläufe. Das Vorgehen bei der Berechnung wird im Anhang beschrieben. Dieses Verfahren ist nicht ganz einfach, führt jedoch auch mit wenig Erfahrung zum Erfolg.
Bei Swiss Orienteering besteht auf dieser Basis ein Berechnungsservice. Auf Grund von Erfahrungswerten kann man sich Annäherungswerte für die meisten Laufarten (SM, nat., reg., übr.) berechnen lassen. Für die kommenden nationalen OL und Meisterschaften erfolgt die Berechnung automatisch nach Schluss der vorhergehenden Saison.
Für eine Berechnung sind folgende Angaben nötig:
- Verein, Lauf, Laufdatum, (Mail)-Adresse des Bestellers
- Art des Laufes, erwartete Teilnehmerzahl,
- Wald (wenn möglich mit der Beurteilung, wo auf der Liste "Durchschnittliche Lkm pro Wald" der vorgesehene Wald eingestuft werden könnte),
- gewünschte Siegerzeiten (z.B. nach WO, nach WO um 20 % reduziert, individuell nach Kategorie, für alle 25' usw.).
Bestellungen für die Berechnung an
Hans Laube, im Gerbelacker 16, 3063 Ittigen; Email <email-pii>.
In der Auswertung werden mit einem speziellen PC-Programm für den ganzen Lauf folgende Angaben ausgegeben (Beispiel):
Kategorie / Min/Lkm / angenommene Siegerzeit / Leistungs-Km
H-16 5.08 40 7.870
Die Berechnung hat auch den Vorteil, dass die Relationen zwischen den Kategorien recht gut stimmen.
Berechnung nach dem SOLV-Modell – Grundlagen und Vorgehen
Für Interessierte wird in den Anhängen das Vorgehen bei der Berechnung der Bahnlängen beschrieben. Wer sich interessiert, kann die Berechnungen selbst machen – einfacher ist es, sie zu bestellen. Die Berechnung ist recht komplex. Einfluss auf die Bahnlänge kann haben:
- unterschiedliche Belaufbarkeit der Wälder
- Leistungsfähigkeit der Kategorien (verändert sich bei zunehmender Schwierigkeit unterschiedlich und nicht linear!)
- Art des Laufes (SM, National A/B, regional, übrige, Staffel, Nacht, Team).
- die erwartete Teilnehmerzahl
- Faktoren wie Jahreszeit, Wetter, Anlass, Teilnehmerkreis, Art der Bahnlegung usw.
- diese Faktoren können sich gegenseitig kumulieren oder einschränken.
Bahnlängen sind immer schwierig zu berechnen
So unterschiedlich die Einflussfaktoren sind, so schwer ist es auch, im Voraus zu berechnen, wie schnell an einem bestimmten OL gelaufen wird. Die errechneten Werte können daher nie unbedingt richtig sein. Sie entsprechen jedoch Erfahrungszahlen aus sehr vielen Läufen aus mehr als 30 Jahren und liegen daher oft sehr nahe bei den am Lauf erreichten Werten.
Vorhersagen, die über den ganzen Lauf gesehen durchschnittlich nur um 2-3 % abweichen, sind nicht selten – auf die einzelne Kategorie bezogen sind die Abweichungen aber verständlicherweise grösser. Am zuverlässigsten ist die Berechnung für nationalen OL und Meisterschaften, bei regionalen OL nimmt die Zuverlässigkeit wegen des stark wechselnden Teilnehmerfeldes ab, obwohl dafür Korrekturfaktoren eingerechnet werden.
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Der Bahnleger soll die errechneten Werte kritisch hinterfragen. Insbesondere ist zu berücksichtigen, dass für den ganzen Lauf von der gleichen Berechnungsgrundlage ausgegangen wird. Haben einzelne Kategorien leichteres oder schwierigeres Gelände, einfachere oder anspruchsvollere Bahnen als im Mittel, können die entsprechenden LKm noch erhöht oder reduziert werden. Ein gutes Hilfsmittel für die Beurteilung der Laufzeit können Testläufe auf einigen Bahnen sein.
Bei der Bahnlegung wird nun eine Bahn gelegt, die den errechneten oder geschätzten LKm-Werten so nahe wie möglich kommt (+/- 3-5%). Dabei soll das Verhältnis der Länge zur Steigung vernünftig sein und nur in extremen Fällen 20:1 übersteigen (= 500 m Steigung auf 10 km).
Anhänge
- Details
- Kategorie: Bahnlegung
- Erstellt: 25.03.2014
- Zuletzt aktualisiert: 17.11.2019