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Infolge der globalen COVID-19 Pandemie wurden die Olympischen Spiele 2020 auf 2021 verschoben. Damit werden erstmals Olympische Spiele ausserhalb des üblichen 4-Jahres-Rhythmus angesetzt. Foto: Japanerin im traditionellem Kimono.
Ob die Spiele tatsächlich, 23. Juli bis 9. August, stattfinden hängt davon ab, ob das Coronavirus weltweit eingedämmt werden kann.
Olympische Sommerspiele zu organisieren, den grössten Sportanlass der Welt, ist schon unter «normalen» Bedingungen eine gigantische Organisationsaufgabe. 2016 nahmen in Rio de Janeiro 206 Nationen, mit insgesamt 11’370 Athlet*innen, teil. Einige konnten, aufgrund der Suspendierung ihrer Nationalen Olympischen Komitees (u.a. wegen Einflussnahme der Regierung, Doping, Korruption usw.), unter der olympischen Fahne an den Start gehen. Erstmals war ein Team «Refugee Olympic Athletes» am Start.
Auch 2016 war durch einen Virus geprägt. Das durch Mücken übertragbare Zeka-Virus war das grosse Thema vor den Olympischen Spielen. Einige Athleten, sowie die Top-4 des Golfs, blieben den Spielen fern. Im Medaillenspiegel belegte die Schweiz Rang 24 (3x Gold, 2x Silber, 2x Bronze) unter 87 klassierten Nationen und war damit die achtbeste europäische Nation.
Die Olympischen Spiele 2020 sollen als Botschaft den Wendepunkt der weltweiten Corona-Epidemie beinhalten, wie es die Spiele 1920 in Antwerpen nach dem Ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe waren. Rückendeckung für die Durchführung gibt es durch die Staats-und Regierungschefs der G20 Gruppe.
Bei der japanischen Bevölkerung sieht das anders aus. Über 39% (Umfrage Kyodo News) wollen, dass die Olympischen Spiele abgesagt werden, während 32,8 Prozent der Meinung sind, dass die Spiele weiter verschoben werden sollten. Nur 24,5 Prozent sagen, die Olympischen Spiele sollten wie geplant stattfinden.
Die Olympischen Spiele sind ein großes Fernsehereignis, das Programmangebot so umfangreich und vielfältig wie bei keinem anderen sportlichen Großevent. 3.6 Milliarden Zuschauer verfolgten die Spiele in Rio de Janeiro an den Bildschirmen. Nur die FIFA-Fussball-WM hat noch mehr Zuschauer.
Insgesamt stehen 339 Medaillenentscheide in 33 Sportarten und 51 Disziplinen an. 61 Prozent der Athleten-Quotenplätze sind bereits vergeben. 25 Prozent werden in der verbleibenden Qualifikationsperiode, die bis zum 29. Juni läuft, vergeben. 14 Prozent der Athleten werden über Ranglisten gemäß dem jeweiligen Qualifikationssystem für jede Sportart ausgewählt.
Tokyo 2020 wird mit 49% Frauen die höchste bisherige Teilnahme weiblicher Athletinnen haben. Alle 206 Nationalen Olympischen Komitees haben mindestens einen weiblichen/männlichen Athleten. Geplant ist, dass alle 206 NOCs ihre Flagge bei der Eröffnungszeremonie von einer Frau und einem Mann tragen lassen.
Die japanischen Organisatoren stehen seit der Vergabe am 7. September 2013 (Tokyo setzte sich gegen Istanbul und Madrid durch) im Wettkampfmodus. Seit 2020 quasi rund um die Uhr. Zurzeit in der alles entscheidenden roten Phase.
Etwa 10.000 Läufer tragen das olympische Feuer im Vorfeld der Eröffnungsfeier am 23. Juli während 121 Tagen durch alle 47 japanischen Präfekturen. In einer Umfrage waren 49.3 Prozent der Meinung, dass der Fackellauf in gefährdeten Gebieten abgesagt werden sollte, während 35,9 Prozent der Meinung waren, dass der Fackellauf überhaupt nicht stattfinden sollte. Die Organisatoren entscheiden je nach epidemiologischer Lage über Streckenabsage und Varianten.
Ausländische Zuschauer:
Ein Verbot der Teilnahme zu verhängen, war hart, aber unerlässlich, um das Infektionsrisiko (neu auftretende Varianten in mehreren Ländern) zu minimieren. Die Organisatoren müssen sicherstellen, dass die Spiele inmitten der Pandemie sicher stattfinden und das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Entschieden wird noch über die Zahl für einheimische Zuschauer.
85 Prozent der japanischen Öffentlichkeit unterstützten die Entscheidung. Nur 11 Prozent sind der Ansicht, dass Fans aus Übersee nach Japan gelassen werden sollten.
Ohne Zuschauende werden insbesondere die Sozialen Medien wichtig für die Athlet*innen sein um sich mit ihren Angehörigen, Freunden und Unterstützern zu verbinden.
Tickets:
Schätzungsweise 600.000 Tokyo 2020-Tickets wurden an Fans außerhalb Japans verkauft. Während Tokyo 2020 den Ticketbesitzern garantiert, dass sie ihr Geld zurückbekommen, sagen die Organisatoren, dass sie nur die Ticketkosten zurückerstatten können, nicht aber überhöhte Gebühren wie Stornogebühren für die Unterkunft.
Helfer/Spezialisten:
Die Olympischen Spiele sollen weitgehend ohne Helfer aus dem Ausland auskommen. Es ist geplant, dass etwa 500 Personen mit speziellen Kenntnissen in einer Sportart oder Sprachkenntnissen zugelassen werden, da sie für den Betrieb von Tokyo 2020 notwendig sind und ihre Aufgaben nicht ohne weiteres von Einheimischen erfüllt werden können.
Akkreditierung:
Die Zulassung von zusätzlichen Personen wie Regierungsvertretern, Verbandsoffizielle, olympische Legenden, begleitende Gäste wird deutlich reduziert. Das IOC hat viele Anlässe, darunter auch das IOC-Gastprogramm, gestrichen. Es wird erwartet, dass die Nationalen Olympischen Komitees ihre geplanten Akkreditierungen deutlich reduzieren.
House of Switzerland
Ursprünglich wollte sich die Schweiz im Zentrum von Tokyo in all ihren Facetten präsentieren und Besucherinnen und Besucher aus Japan und der ganzen Welt, die Schweizer Athletinnen und Athleten, Sportbegeisterte, Medienschaffende sowie Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft willkommen heissen. Die Pandemie macht den Schweizer Auftritt bei den Olympischen Sommerspielen in Tokyo zu einer schier unlösbaren Mission.
Gesundheitliche Betreuung:
Eine Herausforderung ist die hochgerechnete Anzahl von 3.500 medizinischen Fachkräften sicherstellen zu können. Dass aktuelle Bild von COVID-19 macht dies nicht einfach. Japan kämpft mit einer neuen Welle von Infektionen und benötigt insbesondere seine Ärzte für die hohe Anzahl der Patienten.
Covid-19 positive Athlet*innen:
Die Organisatoren planen, milde und asymptomatische COVID-positive Athlet*innen und Mitarbeiter*innen in einem Hotel in der Nähe des Athletendorfes zu isolieren, das speziell für die Spiele reserviert ist. Etwa 300 Zimmer werden zur Verfügung stehen, um diejenigen unterzubringen, die sich mit dem Virus infiziert haben, aber nicht in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Die Organisatoren planen außerdem den Einsatz von etwa 30 speziell entwickelten Fahrzeugen, um COVID-positive Fälle in das besagte Hotel zu bringen und gleichzeitig die Fahrer zu schützen.
Testungen:
Bis jetzt ist vorgesehen, dass alle Teilnehmenden alle vier Tage getestet werden. Das Auftauchen neuer Coronavirus-Varianten hat die Präsidentin von Tokyo 2020, Seiko Hashimoto, jedoch bewogen, die Häufigkeit der Tests zu erhöhen.
Playbook:
Die zweite Playbook-Ausgabe am 28. April wird detailliert beschreiben, was jeder zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort zu tun haben wird, wenn die Olympischen Spiele beginnen.
Impfen:
Bereits haben einige Nationen mit der Impfung ihrer Athlet*innen begonnen. In einigen Ländern werden sie in die „Kategorie der nationalen Bedeutung“ eingestuft. Swiss Olympic empfiehlt den Delegationsmitgliedern, sich – sofern möglich – gegen Covid-19 impfen zu lassen. Dafür braucht es jedoch den gewährten Zugang zu den Impfungen mit der Begründung der beruflichen Notwendigkeit. Eine Impfpflicht ist nicht vorgesehen.
Anti-Doping:
In Tokyo werden, so die World Anti-Doping Agentur WADA, «die richtigen Athleten, die richtigen Sportarten und die richtigen Disziplinen ins Visier genommen». Geplant sind 26.000 Testungen in allen 33 Sportarten.
Karate:
Wenn die erste Disziplin am 5. August 2021 startet, wird es ein sehr emotionaler Moment für die ganze Karatewelt sein. Begonnen hatte die Reise mit dem K1 Premier League Turnier vom 14.-16. September 2018 in Berlin. Bis zum letzten Selektionsturnier (28. Februar 2020) in Salzburg standen insgesamt 25 Turniere. auf dem Programm. Davon zählten für die europäischen Karatekas: 12 K1 Premier League, 7 K1 Series-A, eine WM (Madrid 2018) und eine Europameisterschaft (Guadalajara 2019). Ausstehend ist noch das K1 Premier League Lissabon (30. April bis 2. Mai) und die Europameisterschaften (19.-23. Mai) in Porec/Kroatien. Foto: Elena Quirici.
Direkte Qualifikation (total 32 Quotenplätze)
Die 4 höchst rangierten Athlet*innen pro Kategorie, gemäss Olympic Standing per Mai 2021, erhalten einen namentlichen Quotenplatz. Maximal eine Athletin oder Athlet pro NOC und Kategorie. Bei den zusammengeführten Kategorien erhalten die je 2 höchstplatzierten Frauen und Männer der Standardkategorien je einen namentlichen Quotenplatz.
Qualifikationsturnier Paris, 09.-14.06.21 (24 Quotenplätze)
Die 3 höchst platzierten Athlet*innen pro Kategorie sind automatisch für die olympischen Spiele selektioniert. Diejenigen, die sich bereits über die direkte Qualifikation eine Nomination gesichert haben, dürfen nicht starten. Es sind nur Nationen berechtigt, welche noch keine direkte Qualifikation gesichert haben.