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Im Fall eines Scheiterns der "Neuen Crossair" würde eine ökonomische Gross-Katastrophe drohen - prognostiziert eine Studie der CS.Dieser Inhalt wurde am 20. November 2001 - 13:26 publiziert
Die Studie der Credit Suisse Group (CSG) rechnet bei einem Scheitern der Airline-Pläne im schlimmsten Fall mit dem Verlust von 50'000 Vollzeitstellen sowie 1,2 Mrd. Franken Steuern.
In der Studie wird das Szenario eines Scheiterns der "Neuen Crossair" simuliert, wie Martin Neff, Hauptautor der Studie und Leiter Schweiz Research der CS, zu einem entsprechenden Bericht des «Blick» sagte. Das Blatt hatte die Studie am Dienstag in Auszügen veröffentlicht.
Extrem-Szenarien simuliert
Gemäss Neff liegt der Studie eine komparativ statistische Betrachtungsweise zu Grunde, die die dynamischen Effekte - etwa die Weitervermittlung entlassener Swissair-Mitarbeiter - nicht berücksichtigt. In diesem Sinn simuliere die Studie "Extrem- Szenarien" - mit entsprechenden Zahlen.
Der Studie zufolge droht bei einem Total-Konkurs der Swissair ein Verlust von 22'000 Vollzeitstellen bei der Swissair und von total 50'000 Vollzeitstellen bei der Swissair, ihren Tochterfirmen und Zulieferern. Dagegen rechnet die Studie bei einem Erfolg der neuen Airline mit einem Verlust von 8'000 Vollzeitstellen bei der Swissair und 15'000 insgesamt.
Steuerausfälle von 1,2 Milliarden
Die CS-Studie rechnet zudem beim Scheitern der neuen Fluggesellschaft mit Steuerausfällen von 1,2 Mrd. Franken und einer ebenso hohen Belastung der Arbeitslosenversicherung (ALV). Weit besser sieht es im Fall eines Erfolgs aus: Die Steuerausfälle würden laut Studie 400 Mio. Franken, die Belastung der ALV noch 270 Mio. Franken betragen.
Das Wirtschafts-Wachstum würde im schlimmsten Fall um 2,4 Prozentpunkte geringer ausfallen, im Fall eines Erfolgs lediglich um 0,8 Prozentpunkte sinken, rechnet die CS-Studie weiter vor. Der Tourismus müsste mit 1,1 Mrd. Franken und der Immobilien-Markt mit 4,03 Mrd. Franken Einbussen rechnen. Beim Erfolg der "Neuen Crossair" würden die Einbussen 430 Mio. beziehungsweise 450 Mio. Fr. betragen.
Die Studie kommt zum Schluss, dass sich die 2 Mrd. Franken Bundeshilfe rechtfertigen lasse. "Extreme Notsituationen bedürfen extremer Lösungen" summieren die Autoren der Studie und verweisen auf die um 800 Mio. Franken tieferen Steuerausfälle und um 930 Mio. Franken niedrigeren Zusatzlasten für die ALV, die das Bundesengagement zur Folge habe.
Kein Kommentar vom Finanzdepartement
Nicht kommentieren wollte Daniel Eckmann, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements die CS-Studie. Er wies jedoch darauf hin, dass Bundesrat Kaspar Villiger die Studie mehrfach in der Parlamentsdebatte der vergangenen Woche erwähnt habe, um auf die gesamt-wirtschaftlichen Auswirkungen eines Nicht-Handelns hinzuweisen.
Der Finanzminister habe auf die Studie verwiesen, ohne diese methodisch zu bewerten. Er habe sie jedoch als "seriös" und als eine der diversen Grundlagen erachtet, die einem die Auswirkungen eines Nicht-Handelns vor Augen führen könnten, was einer "scharfen Rezession" gleichgekommen wäre.
swissinfo und Agenturen