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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Oktober trafen sich rund 250 Teilnehmende aus 35 Ländern zum internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum in Zürich. Der Kongress signalisierte einen Startschuss für die Feierlichkeiten zum 500-Jahr-Jubiläum, das im Lutherjahr 2017 beginnt und in Zürich 2019 seinen Höhepunkt hat. Mitglieder verschiedener Kirchen und Persönlichkeiten aus Politik debattierten über die Bedeutung der Reformation für Kirche und Gesellschaft. Veranstaltet wurde der Kongress vom Schweizerischen evangelischen Kirchenbund und von der Evangelischen Kirche Deutschland. Gastgeberin war die Zürcher Landeskirche. In Deutschland läuft die "Lutherdekade" und wird mit zahlreichen gesellschaftlich relevanten Projekten inszeniert. Damit gegenüber dieser Konzentration nicht das Calvin-Jahr 2009 zum Apéro verkommt und das Zwingli-Jahr 2019 gar keinen Platz mehr hat, soll die Schweiz ein Jubiläum veranstalten, das gesellschaftliche Impulse setzt zur Identitätsstärkung und weit über die Schweiz hinausstrahlt. </p><p>Die Reformation gehört zu den historischen Ereignissen, die die Schweiz massgeblich geprägt haben. Die Aufforderung zum allgemeinen Priestertum, zum Selberlesen der Bibel und zur individuellen Meinungsbildung hat die Selbstverantwortung gefördert, die aus staatsbürgerlicher Sicht zur Wahrnehmung von politischen Rechten gehört. Die Schritte zur direkten Demokratie, zu einer sozialen Sicherung sowie zu einer sozialen Marktwirtschaft wurden Programm. Ein Reformationsjubiläum bietet die gesellschaftspolitische Chance, diese Errungenschaften zu reflektieren. Aber auch aus kultureller Sicht ergeben sich vielversprechende Optionen. Das Zürcher Grossmünster z. B. wird monatlich von 30 000 Menschen aufgesucht. Es sind Kultur-Touristen aus aller Welt, aber sie kommen auch, um christliche Wurzeln aufzuspüren, um sich mit historischen Orten von geistesgeschichtlicher und spiritueller Relevanz auseinanderzusetzen. Die Schweiz könnte mit diesem Jubiläum ein Zentrum des Gedenkens sein und der schöpferischen Weiterverarbeitung von vielerlei Impulsen daraus, gesellschaftspolitischen, historischen, kulturellen und touristischen. </p><p>Dazu stellen sich folgende Fragen: </p><p>1. Inwiefern sieht der Bundesrat die Chance, dieses Jubiläum für die Schweiz gewinnbringend zu nutzen für die Schweizer Bevölkerung?</p><p>2. Wie sieht er ein übergeordnetes Engagement in Zusammenarbeit mit Kirchen, Kirchenbund und Kantonen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Bewegungen, die die Reformatoren durch ihre Predigten, ihre Schriften und ihr Wirken ausgelöst haben, die Entwicklung und die Gestaltung der heutigen Schweiz nachhaltig beeinflusst haben. Im Herbst 2013 fand in Zürich ein internationaler Kongress statt, der als Anstoss zu einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Veranstaltungen und Gedenkfeiern zum Beginn der Reformation vor 500 Jahren diente. Die Schweiz ist in ganz besonderer Weise von den Ereignissen im Zusammenhang mit der Reformation betroffen.</p><p>1. Der Bundesrat hat bereits in seinen Antworten auf die Interpellationen Stöckli 13.3099 in Bezug auf die Erinnerungsfeiern zum Wiener Kongress, Romano 13.3550 zur Erinnerung an die Schlacht bei Marignano und Keller Peter 13.3778 zum Jubiläumsjahr 2015 festgehalten, dass der Bund in den vergangenen Jahren nur mit Zurückhaltung Erinnerungsfeiern zu historischen Ereignissen durchgeführt hat. Der Bundesrat sieht daher nicht vor, Feierlichkeiten zum Gedächtnis an die Reformation oder an andere Ereignisse im Zusammenhang mit den Reformatoren Jean Calvin und Huldrych Zwingli zu initiieren.</p><p>2. Der Bundesrat weist darauf hin, dass die Beziehung zwischen Kirche und Staat in der Zuständigkeit der Kantone liegt. Auf Ersuchen der Kantone wäre der Bundesrat bereit, eine allfällige Unterstützung zu prüfen, allerdings nur im Rahmen einer koordinierenden Rolle des Bundes.</p>  Antwort des Bundesrates.