Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/100444

<h2>SubmittedText<h2><p>Die SRG will unter dem Titel "Konvergenz" Radio DRS und Schweizer Fernsehen unter einer Direktion zusammenlegen.</p><p>- Wurde der Bundesrat über das Projekt frühzeitig informiert?</p><p>- Wie stellt er sich dazu?</p><p>- Wie beurteilt er diese Strategie in Bezug auf die Sicherung der Programmqualität und -vielfalt?</p><p>- Kann durch eine solche zentralisierte Leitung tatsächlich mehr Effizienz erzielt werden?</p><p>- Welche Folgen hätte die Konvergenzstrategie insbesondere für die Autonomie der Arbeit der Mitarbeitenden von Radio DRS?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die SRG hat den Bundesrat über die internen Konvergenzdiskussionen informiert. Der SRG-Verwaltungsrat wird voraussichtlich am nächsten Mittwoch über den Start und die Rahmenbedingungen für ein nationales Konvergenzprojekt entscheiden. Dabei wird aber lediglich das Projekt gestartet, in dessen Verlauf die sich stellenden Konvergenzfragen vertieft abgeklärt und beantwortet werden müssen. Definitiv entschieden werden vorerst nur die Zielvorgaben und die Rahmenbedingungen.</p><p>Es ist grundsätzlich zu begrüssen, dass die SRG ihre Prozesse hinterfragt und anpassen will. In der Organisation und in der Produktion können durch konvergente Lösungen sicher Synergien realisiert werden.</p><p>Bei einer allfälligen Zusammenlegung von Radio und Fernsehen stellen sich aber wichtige inhaltliche Fragen. Die beiden Medien funktionieren nicht gleich, sie sprechen verschiedene Zielgruppen an und beleuchten unterschiedliche Aspekte. Der Verzicht auf eine eigene Redaktion für jedes Medium kann zu einem Verlust an Themen, Meinungen und Qualität führen. Ein solches Projekt kann nur erfolgreich durchgeführt werden, wenn es - auch innerhalb der betroffenen Unternehmenseinheiten der SRG - die nötige Akzeptanz der Mitarbeitenden hat. Bevor definitive Entscheide gefällt werden, müssen die Chancen und Risiken einer solchen Entwicklung daher sorgfältig analysiert und abgewogen werden.</p><p>Aus rechtlicher Sicht ist es grundsätzlich der SRG überlassen, ihre Produktionsstrukturen und Produktionsprozesse zu definieren. Sie hat hier eine verfassungsrechtlich geschützte Autonomie. Diese Autonomie geht aber nur so weit, wie die SRG noch imstande ist, den Leistungsauftrag zu erfüllen.</p><p>Für den Bundesrat ist es deshalb entscheidend, dass die SRG Strukturen und Prozesse wählt, mit denen der Service public möglichst effizient erfüllt werden kann.</p>