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Schweiz: Unwetterschäden für 85 Millionen Franken
In der Schweiz gab es im 2019 Unwetterschäden in der Höhe von 85 Millionen Franken. Ursache waren hauptsächlich Hochwasser, Oberflächenfluss und Murgänge. 2019 ist ein vergleichsweise ein schadensarmes Jahr gewesen. Dies zeigt die jährliche Auswertung der Unwetterschadensdatenbank die Eidg. Forschungsanstalt Wald Schnee und Landschaft (WSL). Dies sei nur gut ein Viertel des Mittelwertes der Jahre 1972 bis 2018 von 305 Millionen Franken, heisst es in der Medienmitteilung.
Jährliche Schadenssummen der verschiedenen Prozesse für die Periode 1972-2019 (teuerungsbereinigt, Basis 2019). Arithmetisches Mittel (grün, 305 Millionen Franken) und Median (rot, 98 Millionen Franken) sind mit horizontalen Linien gekennzeichnet.
Bei den meteorologischen Auslösern dominierten 2019 mit 91 % die Gewitter. Derweil spielten Dauerregen (5 %) und die Kombination von Schneeschmelze und Regen (2 %) eine untergeordnete Rolle. Die grosse Mehrheit der Schadenskosten – oder 97 % - wurde durch Hochwasser, Oberflächenabfluss und Murgänge verursacht. Deutlich geringer ist der Anteil von Sturzprozessen (2 %) und Rutschungen (1 %).
Drei Viertel aller Schäden in Genf, Waadt und Neuenburg
Bis Ende April waren fast ausschliesslich Sturzereignisse für Schäden verantwortlich. Im Jahresverlauf mehrfach betroffen war die Axenstrasse, die infolge von Felsstürzen und Murgängen teils über mehrere Wochen gesperrt werden musste. Die Sommermonate waren geprägt von intensiven Gewittern. Am 15. Juni zog ein mächtiger Gewitterkomplex von Südwesten her über die Schweiz und verursachte vor allem in den Kantonen Genf und Waadt grosse Schäden durch Hochwasser und Oberflächenabfluss.
Am 21. Juni führten heftige Gewitter im Val de Ruz zu massiven Schäden durch Überflutungen. Eine Person kam dabei in Villiers NE ums Leben. Alleine diese Ereignisse in den Kantonen Genf, Waadt und Neuenburg verursachten im Jahr 2019 zusammen Dreiviertel der landesweiten Gesamtschäden. Eine solche Konzentration auf diese Kantone sei genauso aussergewöhnlich wie der unterdurchschnittliche Umfang der Schäden im Alpenraum, schreibt die WSL in ihrer Medienmitteilung.
Fünf Todesopfer
Obwohl die von Unwettern verursachten Schadenskosten im Jahr 2019 relativ gering gewesen sind, gibt es fünf Todesopfer zu beklagen. So kamen zwei Personen durch Steinschlag ums Leben; eine Person verunglückte in der Sturzflut von Villiers NE am 21. Juni. Zwei weitere Menschen kamen am 11. August in Chamoson VS ums Leben, als sie in ihrem Personenwagen von einem Murgang im Bach La Losentse mitgerissen wurden. (mgt/mai)