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Der Volksmund nennt sie auch: jamelão; jambeiro; azeitona
Wissenschaftlicher Name: Eugenia jambolana Lam
Deutscher Name: Jambulbaum
Botanische Familie: Myrtaceae
Herkunft: Indien
Charakteristische Eigenschaften der Pflanze
Baum mit bis zu 10 Metern Höhe, sehr verzweigt. Blätter glatt und brillant. Blüten cremefarben oder weiss, mit abgerundeten Blütenblättern in Form einer Kapuze.
Die Frucht
Sie ist eiförmig, klein, von rot-violetter Färbung bis fast schwarz, wenn sie reif ist. Innen sehr fleischig, umschliesst einen Kern.
Der Anbau
Die Pflanze vermehrt sich durch Samen, entwickelt sich gut in jedem Boden, aber er muss durchlässig und tief sein. Bevorzugt warmes, feuchtes Klima, besonders in Küstengebieten. Die Früchte reifen zwischen Januar und Mai.
Der Jambulbaum ist ein grosser, verzweigter und dekorativer Baum aus der Familie Mirtaceae, aus der einige der typisch brasilianischen Früchte stammen, zum Beispiel: “Jabuticabas, Cambucis, Pitangas, Cambucás, Gabirobas, Cambuís, Araçás, Grumixamas, Guabijus“ und viele andere. Ursprünglich, so behaupten verschiedene studierte Köpfe, wie Eurico Texeira und Pimentel Gomes, stammen sie allerdings aus Indien. Pimentel Gomes berichtet ausserdem, dass man in seiner Heimat Portugal die Früchte nicht nur “in natura“ geniesst, sondern sie auch zur Herstellung von Torten und anderen Süssspeisen benutzt, eine Spezialisierung, die unter Brasilianern noch unbekannt ist.
Die Früchte des Jambulbaumes sind von angenehmem Geschmack, obwohl sie etwas säuerlich sind. Jedoch im Vergleich mit den zahlreichen anderen Mirtaceae-Sorten ist der Geschmack nichts Besonderes. Klein, von violetter Färbung, fast schwarz aussen und mit einem gering saftigen Fruchtfleisch, umhüllt die Frucht einen einzigen, relativ grossen Kern.
Viele Leute sehen in der Frucht des Jambulbaumes hinsichtlich Form, Grösse und Farbe, eine gewisse Ähnlichkeit mit der Olive. Aus diesem Grund benutzen sie die Bezeichnung “Azeitona“ (Olive) häufig zur Beschreibung der Frucht dieses Baumes, besonders im Nordosten Brasiliens.
Gerade in dieser Region hat sich der Jambulbaum besonders gut angepasst, so dass er dort zu einer sich spontan verbreitenden Art geworden ist. Im Bundesstaat Pernambuco, zum Beispiel, kann man die dicht belaubten Bäume der “Azeitona“ kilometerweit am Rand der Strassen entdecken, die ins Hinterland führen.
Die Früchte sind sehr begehrt bei den Kindern, die sich in der Regel um sie reissen, aber sie besitzen eine unangenehme Eigenschaft: Ihr Fruchtfleisch und die violette Schale hinterlassen schwer zu entfernende Flecken auf der Haut der Hände, an der Kleidung, auf dem Belag der Strassen und dem Lack der Autos. Deshalb, wegen seiner üppigen Fruchtproduktion, eignet sich der Baum kaum zur Dekoration von Gärten und öffentlichen Anlagen. Pio Corrêa erzählt, dass man einmal in Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, mit dem Jambulbaum als urbane Strassenbegrenzung experimentiert hat – als die Bäume dann Früchte trugen, hat man sie aus den oben erwähnten Gründen wieder abgehackt.
Die Kinder jedoch, verwandeln jene “unangenehme Eigenschaft“ der Früchte in ein lustiges Spiel: Unter einem Jambulbaum lutschen sie die Früchte bis zum Umfallen, um schliesslich zu vergleichen, wessen Zunge die dunkel-violetteste Farbe bekommen hat.