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Heinrich Wolff
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Heinrich Wolff, a South African architect, believes that architecture can be a force for social change while advancing the global architectural debate. His research focuses on developing an imaginative and proactive attitude to political change and social justice through architecture. Together with his wife Ilze Wolff they run the design studio Wolff Architects, which is concerned with developing an architectural practice of consequence through the mediums of design, advocacy, research, and documentation. Prior to establishing Wolff Architects, he was in partnership with Jo Noero from 1998 to 2012, with whom he realized numerous award-winning projects, such as the Red Location Museum of Struggle in Port Elizabeth, South Africa. In 2007 Heinrich Wolff won the Daimler Chrysler Award for Architecture, in 2010 he was invited to participate in the main exhibition of the Venice Architecture Biennale. His work was also presented at the MoMA exhibition ‘Small Scale Big Change’ in New York. Wolff studied at the University of Pretoria and the University of Cape Town. He currently holds an adjunct associate professorship at the University of Cape Town.
Date of presentation26 Nov, 2013
Further InformationCV Heinrich Wolff
Review - Von der „Theory that explains everything“ zum sozialen Wandel
„Architecture can be a force for social change.“ Mit dieser starken, sofort die Gedanken anregenden Aussage startet Heinrich Wolff seinen Vortrag und hat damit die Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen und Zuhörer sofort auf seiner Seite.
Europa, Asien, ab und zu auch Mal Amerika... Kaum je kommt ein Architekt aus Afrika als Gastredner an die ETH Zürich und spricht darüber, was sich auf diesem Kontinent abspielt. Heinrich Wolff bildet eine Ausnahme: Er lebt und arbeitet in Südafrika.
In einem angenehmen Tempo beginnt er seine Präsentation damit, uns sein hauptsächliches Aktionsgebiet - Kapstadt - vorzustellen. Auf der einen Seite die natürlichen und klimatischen Gegebenheiten: Die Kapensis, das vielfältige Florenreich, welches nur die Südspitze Südafrikas umfasst, das relativ milde Klima durchs ganze Jahr, der Wind, der immer von Südosten kommt und damit Brandentwicklungen vorhersehbar macht und natürlich die Berge, die in der Bevölkerung ein hohes Ansehen geniessen. Auf der anderen Seite aber auch eine ganze Reihe von Problemen, die es zu lösen gilt: Wolff nennt nicht selten vorkommende Brände, die die Behausungen unzähliger Personen zerstören, das im Durchschnitt sehr tiefe Bildungsniveau der Bevölkerung und 39% der Kinder, die ohne Vater aufwachsen, als drei Beispiele. Es gibt viel zu tun.
In der „Theory that explains everything“ – also alles, was in seinem Büro stattfindet, wie er schmunzelnd erklärt – zeigt Heinrich Wolff mit Hilfe eines Diagramms, mit welchen Arten von Interaktionen und Interventionen, Ausdrücken und Konsequenzen bei ihm gearbeitet wird.
Als besonders erwähnenswerte Projekte kann man die Schulen von Heinrich Wolff bezeichnen. In einem Land, wo die Bildungszeit meist sehr kurz und deshalb die Bildung bei einem Grossteil der Menschen sehr tief ist, kann in diesem Bereich viel verändert, verbessert werden. Genaue Recherchen zur Lehre und dem Ist-Zustand in den Schulen halfen Heinrich Wolff dabei, Alternativen vorzuschlagen und den Schulalltag damit zu optimieren. Ein plakatives, aber gerade deshalb einprägsames und beeindruckendes Beispiel ist in der „Inkwenkwezi Secondary School“ zu sehen. Heinrich Wolff hatte erfahren, dass das Lehrpersonal der Schulen sehr viel Zeit damit verbringt, die SchülerInnen nach der Pause zurück in die Klassezimmer zu ordern. Er reagiert darauf architektonisch mit einem grossen Innenhof, der dies vereinfachen soll und damit eine längere effektive Lernzeit und damit einen ersten Schritt hin zu besserer Bildung ermöglichen soll.
Zahlreiche solche Beispiele zeigen die Art, wie Wolff denkt und arbeitet. Klar, manche Ideen klappten nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. „Vielerorts hatten wir aber enorme Erfolge, bei denen selbst wir erstaunt waren, was sich daraus entwickelte.“ antwortet Heinrich Wolff auf eine Frage aus dem Publikum.
Es scheint, als könnte Heinrich Wolff dank seinem ausserordentlichen Engagement - mit welchem er in seinem Land nicht immer auf offene Türen stösst - mit seiner Architektur tatsächlich einen Nährboden für eine soziale Veränderung legen. Hoffen wir, dass ihm und seinen Kollegen dies gelingt. Dass wir uns diesen Verhältnissen auch auf dem Hönggerberg in Zürich bewusst sind, ist wichtig. Je mehr Leute mitdenken und je mehr Architekten nach Lösungen suchen, desto besser.
Stéphanie Savio & Janina Flückiger