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Die in Art. 35 FINMAG verankerte Möglichkeit zur Einziehung von unrechtmässig erzielten Gewinnen soll eine ausgleichende Wirkung erzielen und zur Fairness zwischen Marktteilnehmern beitragen. Dieses Enforcementinstrument will Gläubiger, Anleger und Versicherte schützen sowie die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte gewährleisten und stärken. Konkret geht es einerseits um die Prävention und andererseits um den Ausgleich illegal erlangter finanzieller Vorteile und damit um die Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustands.
Von einer Einziehung können beaufsichtigte Institute und «verantwortliche Personen in leitender Stellung» betroffen sein. Zu den Letzteren zählen etwa Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsmitglieder des Beaufsichtigten sowie weitere Kaderangestellte. Des Weiteren kann die Einziehung gemäss Börsengesetz zudem bei sämtlichen juristischen und natürlichen Personen angewendet werden, die in schwerer Weise gegen das Verbot der Marktmanipulation oder des Insiderhandels oder gegen die börsenrechtliche Meldepflicht verstossen.
Die FINMA ist nicht nur ermächtigt, den Gewinn einzuziehen, den der Verfügungsadressat durch die schwere Gesetzesverletzung erzielt hat, sondern auch den Verlust, den er dabei vermieden hat. Oft ist eine exakte Berechnung des entstandenen Vermögensvorteils mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Der Gesetzgeber hat der FINMA deshalb die Befugnis eingeräumt, die Höhe des erlangten Gewinns bzw. des vermiedenen Verlusts zu schätzen, wenn sich der Umfang der einzuziehenden Vermögenswerte nicht oder nur mit unverhältnismässigen Aufwand ermitteln lässt.