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|Los Angeles 1932

Anzahl Länder: 37
Olympische-Disziplinen: 117
Total Athleten: 1’332
Frauen: 126
Männer: 1’206
|RANGLISTE|
|1° USA||33||26||30|
|2° Italien||24||20||12|
|3° Frankreich||10||1||5|
|0° Brasilien||0||0||0|
Brasilianische Delegation 1932
Anzahl Athleten: 67 (66 Herren und ein Dame)
Die geringe Teilnehmerzahl von Athleten bei den Olympischen Spielen von 1932 erklärt sich aus der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten, und fast der ganze Rest der Welt, unter einer wirtschaftlichen Depression litten. Dies war die kürzeste olympische Veranstaltung bisher. Bis zu den Spielen in Amsterdam 1928 hatte dieser Wettkampf der Länder nie weniger als 79 Tage gedauert. Mit 1,3 Tausend Teilnehmern wurden weniger als die Hälfte der Olympischen Spiele von Amsterdam, vier Jahre zuvor, erreicht. Einige Prüfungen mussten sogar aus dem Programm gestrichen werden, wegen fehlender Athleten. So wie in Saint Louis 1904 begründeten einige europäische Delegationen ihr Ausbleiben erneut mit der weiten Anreise zu einem anderen Kontinent. Für die Europäer hätte sie 20 Tage an Bord eines Schiffes und weitere 5 Tage per Eisenbahn bis zur nordamerikanischen Westküste gedauert!
Das Publikum allerdings scherte sich daran nicht, sondern beehrte diesen Event wie nie zuvor. Die Eröffnungszeremonie wurde von 100.000 Zuschauern erlebt. Die ersten elektronischen Zeitmesser wurden offiziell installiert, ebenso die ersten Kameras an der Ziellinie der Athleten. Zum ersten Mal erlebten die Sieger der einzelnen Disziplinen, dass ihre Nationalflaggen zu Ehren ihrer Länder gehisst wurden und die Hymnen während der Siegerehrung erklangen.
Der Japaner Kusuo Kitamura, 14 Jahre alt, wurde der jüngste Athlet der Geschichte, der je eine Goldmedaille errang. Männer und Frauen wurden an getrennten Orten untergebracht – die Männer im Olympischen Dorf und die Frauen in Hotels.
Die Teilnahme der brasilianischen Athleten an dieser Olympiade konnte nur durch grosse persönliche Anstrengungen der Athleten selbst realisiert werden. Ohne die Mittel, die Reise der Teilnehmer finanzieren zu können, entschied die Regierung, dass diejenigen, welche in Los Angeles dabei sein wollten, sich auf einem Kaffee-Frachter verdingen und helfen mussten, die Fracht zu verkaufen! Das Geld für die Delegation würde als Ergebnis des Kaffeeverkaufs während der Zwischenlandungen bis in die USA hereinkommen. Aber dieses Experiment der Athleten als Kaffeehändler war nicht so befriedigend, und als man schliesslich in San Francisco ankam, wo alle von Bord gingen, sagen sich die Chefs der Delegation gezwungen, 32 Athleten zu bestimmen, die an den Spielen teilnehmen sollten, denn die Einnahmen deckten nur die Ausgaben dieser Zahl von Teilnehmern – allerdings gab es noch ein paar mehr, die auf eigene Kosten angereist waren.
Ergebnis der Brasilianer: Nicht ein einzige Medaille! Die USA gewann in der Gesamtwertung, gefolgt von Italien und Franreich.
Zum ersten Mal in der Geschichte nahm eine Brasilianerin an der Olympiade teil: Die Schwimmerin Maria Lenk beteiligte sich an drei entsprechenden Disziplinen, gewann aber kein Medaille.
Adalberto Cardoso
Der Läufer Adalberto Cardoso, vorgesehen für den 10.000-Meterlauf und nicht unter den 32 Qualifizierten, entschied sich dafür, nach Los Angeles zu laufen. Nachdem er mit ein bisschen Glück ein paar Mal von Autofahrern mitgenommen worden war, erreichte er das Stadion zirka 10 Minuten vor seinem Wettkampf. Der Brasilianer ging als Letzter durchs Ziel, aber das Publikum belohnte ihn mit einem Extra-Applaus, nachdem sich seine Geschichte rumgesprochen hatte!