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Die Ruinen des römischen Gutshofs «Urdorf-Heidenkeller» sind seit langem bekannt. Ausgrabungen erfolgten in kleinem Mass aber erst 1931 und 1951. 1967 und 1972 fanden dann zwei grossangelegte Rettungsgrabungen statt. Untersucht wurden dabei die Überreste des Herrenhauses mit einem separaten Badegebäude. Das Herrenhaus war ein 37 m langer und 27 m breiter rechteckiger Bau. Dieser setzte sich aus drei ausgebauten Flügeln mit unterschiedlich grossen Räumen und einem teilweise unterkellerten portikusähnlichen Trakt zusammen, die so einen grossen Raum im Gebäudezentrum umschlossen. Südwestlich vom Herrenhaus ist wahrscheinlich gleichzeitig ein separates Badegebäude errichtet worden. Der Beginn der Siedlungstätigkeit kann in die Mitte des 2. Jh. n.Chr. oder kurz danach gelegt werden. Der Schwerpunkt der Besiedlung liegt im späten 2. und in der 1. Hälfte des 3. Jh. Das Ende der Besiedlung brachte eine Brandkatastrophe um die Mitte des 3. Jh. Das Fundmaterial lässt sich gut in das Bild der römischen Villen des Schweizer Mittellandes im 2. und 3. Jh. n.Chr. eingliedern.
Autorin: Ursula Kunnert
Zürcher Archäologie, Heft 5 (2001) 149 S., 105 Abb. und Tab., 34 Taf. Format 210 x 297 mm