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1986 wurde der Dorfkern in das Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz aufgenommen. 1997 erhielt Itingen den Baselbieter Heimatschutzpreis für seine Ortsplanung. Es liegt auf einem Schuttkegel eines Seitenbaches der Ergolz und besitzt als typisches Bachzeilendorf je eine geschlossene Häuserreihe auf beiden Seiten des Talbächlis beziehungsweise der Dorfstrasse. Das alte Dorf zieht sich von der alten Landstrasse südwärts zum Tafeljura hin. Hinter den Bauernhäusern lag der ursprüngliche Hofstattbereich, die bäuerlichen Obst- und Gemüsegärten. Diese sind heute noch sichtbar. Auf der Westseite des Dorfes treten sie besonders gut in Erscheinung. Dort werden sie optisch durch eine Strasse begrenzt, welche der alten Begrenzung, dem ehemaligen Etter, folgt. Bis etwa 1930 veränderte sich das Dorfbild kaum. Auch hatte Itingen erst 1925 dank der Initiative einiger Einwohner eine SBB-Haltestelle erhalten. Viele der ehemaligen Bauernhäuser, Scheunen und Ställe sind heute hinter der alten Fassade zu modernen Wohnungen umgebaut worden.
In den vierziger Jahren wurden zunächst östlich des Dorfkerns einige neue Häuser erstellt. Später setzte dann eine rege Bautätigkeit ein. Östlich und westlich des Dorfes entstanden entlang der alten Landstrasse bis zum Fuss des Tafeljuras neue Quartiere. Nebst den Quartieren um das alte Dorf entstanden nördlich der Bahnlinie und am Schönen- und Sunnenberg weitere Quartiere. Aus dem ehemaligen Bauern- und Posamenterdorf entstand eine Siedlung mit Einfamilienhäusern und einigen Wohnblöcken. Die Bewohner gingen zuerst vorwiegend auswärts arbeiten. Zwischen 1960 und 2000 verdoppelte sich die Einwohnerschaft. Einerseits zogen immer mehr Leute nach dem Bau der Schnellstrassen H2 und A2 zu. Andererseits entstanden durch die Ansiedlung grosser Industrieunternehmen viele Arbeitsplätze. Heute gibt es bei knapp 2000 Einwohnern ungefähr 1200 Arbeitsplätze!
Die alte Landstrasse führte schon am nördlichen Dorfrand vorbei. Gleich daneben wurde die Eisenbahn gebaut. Mit der Eröffnung der Hochleistungsstrasse H2 1967, welche Liestal mit Sissach verbindet, und 1970 der Nord-Süd-Autobahn A2 veränderte sich die verkehrsmässige Erschliessung von Itingen markant. Das Dorf erhielt auf Gemeindegebiet einen eigenen Anschluss an die H2 und somit wenige hundert Meter weiter östlich auch den Anschluss Sissach an die A2. Die Auswirkungen wirtschaftlicher Art waren schnell spürbar. Schon 1968 liess sich die Renata AG, Batterienherstellung, im Gewerbegebiet nieder. Diese Firma beschäftigt heute rund 470 Personen. 1985 folgte die RCC Ltd. mit 120 Beschäftigten, eine Firma im Bereich Umweltanalytik und pharmazeutische Auftragsforschung, die heutige Harlan. Nach dem Abschluss der Felderregulierung standen im Gebiet Gstadtmatt und Zelgli grosse Parzellen erschlossenen Industrielandes zur Verfügung. 1986 eröffnete dort IKEA ein Lager- und Verwaltungszentrum mit rund 150 Beschäftigten.
HPM
Hinweis: Die Nuss-, Quitten-, Aprikosen- und Pfirsichbäume wurden in obiger Tabelle nicht aufgeführt, sind aber in der Totalzahl enthalten.
Quelle: Heimatkunde Itingen, 2002