Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03291.jsonl.gz/3014

In Südostasien kam es in den Monaten März bis Mai zu einer starken Hitzewelle mit zum Teil verheerenden Folgen. Mit der fortschreitenden globalen Erwärmung leidet die Region besonders stark unter extremen Wetterverhältnissen.
Abkühlung im Kanal bei Lahore in Pakistan
Keystone/K.M. Chaudary
In Indien wurden in den Frühlingsmonaten dieses Jahres Temperaturen gemessen, die seit Messbeginn im Jahr 1901 höher waren als je zuvor zu dieser Jahreszeit. Auch in Pakistan war es seit dem Jahr 1961 nicht mehr so heiss wie diesen Mai. Die Temperaturen erreichten Höchstwerte von 48 Grad in Indien und über 50 Grad in Pakistan.
Die Hitze wurde begleitet von einer anhaltenden Dürre, wodurch die Getreideernte viel geringer ausfiel als in anderen Jahren – Indien erlitt einen Verlust von durchschnittlich 10 bis 35 % der Ernte – in gewissen Regionen sogar bis zu 50 %. Dadurch stiegen auch die Preise für Grundnahrungsmittel wie Brot und Reis stark an. Zugleich stieg der Stromverbrauch wegen dem Gebrauch von Klimaanlagen, weshalb es zeitweise zu einer Strommangellage kam. Es kam auch zu besonders grossen und schwerwiegenden Waldbränden. Der Wassermangel wiederum erschwerte die Löscharbeiten. In Pakistan hingegen schmolzen die Gletscher so stark, dass es zu Sturzfluten in Bergtälern kam, nachdem die Gletscherseen überliefen.
Nach der Hitze folgte im Sommer gleich die nächste Naturkatastrophe: Besonders heftige Monsunregen trafen die Region und überfluteten riesige Gebiete. Allein in Pakistan waren bis zu 33 Millionen Menschen von der Flut betroffen. Viele verloren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage, fast 1400 Personen verloren in den Fluten gar ihr Leben.
Solche extremen Wetterverhältnisse werden laut Prognosen in Zukunft immer häufiger vorkommen. Die Region Südostasien gehörte dabei bereits in den letzten zehn Jahren zu den am stärksten betroffenen Regionen – und dies obwohl beispielsweise Pakistan weniger als 1% des globalen CO2-Ausstosses produziert. Viele ärmere Länder fordern deshalb unterdessen Ausgleichszahlungen von jenen Ländern, die stark zum Klimawandel beitragen. An der UN-Klimakonferenz in Ägypten wurde das Thema deshalb im November wieder aufgegriffen und ein Entschädigungsfond etabliert, aus dem ärmere Länder Ausgleichszahlungen erhalten sollen, wenn sie von klimabedingten Zerstörungen betroffen sind. Ob und wie dies den betroffenen Ländern helfen wird, muss sich allerdings noch zeigen.
Quellen: https://www.srf.ch/news/international/50-grad-in-suedasien-erwartet-fruehe-hitzewelle-ueberrollt-indien-und-pakistan (Letzter Zugriff: 7.12.22)
https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzewelle_in_S%C3%BCdasien_2022 (Letzter Zugriff: 7.12.22)
Tödliche Hitze: Fast 50 Grad in Indien I auslandsjournal
hep Verlag AG
Gutenbergstrasse 31
Postfach
CH-3001 Bern
Telefon: +41 31 310 29 29
<email-pii>
www.hep-verlag.ch
Informiert bleiben