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Hat Intel hinter verschlossenen Türen das Ende der Itanium-CPU-Familie angekündigt?
Oracle hat gestern Abend den Entschluss bekannt gegeben, die Entwicklung von neuen Versionen seiner Applikationen für Server mit Intels Itanium-CPUs komplett einzustellen. Nur bestehende Kunden mit Oracle-Software, die bereits auf Itanium läuft, erhalten weiterhin zumindest Support. Die Itanium-CPUs wurden für geschäftskritische Anwendungen konzipiert und von Intel als Alternative zu den RISC-CPU-Eigenentwicklungen der grossen Serverhersteller, beispielsweise HPs Alpha-, IBMs Power- oder Suns Solaris-CPUs positioniert. Sie kamen 2001 erstmals auf den Markt. Itaniums haben eine andere Architektur, als x86-Chips oder RISC-Chips, darum müssen Applikationen speziell angepasst werden, damit sie auch auf Itanium laufen.
Microsoft habe die Entwicklung von Itanium-Versionen seiner Produkte vor rund einem Jahr aufgegeben
Itanium mit keinem Wort erwähnt habe. (Oracle vergisst dabei zu erwähnen, das Apotheker über alles andere als CPUs geredet hat - auch Xeons oder Opterons wurden nicht erwähnt.) HP ist Mitentwickler der Itanium-Architektur und der letzte der grossen Serverhersteller, der noch Itanium-Server herstellt, und damit von der Oracle-Ankündigung wohl mindestens ebenso betroffen, wie Intel.
Für den eigentlichen Zündstoff zwischen Oracle und Intel könnte aber die Hauptbegründung Oracles für den Abschied vom Itanium sorgen: Man habe sich dazu nach mehreren Diskussionen mit dem Intel-Management enschlossen, so Oracle. Die Intel-Leute hätten während diesen Gesprächen "klar gemacht, dass ihr strategischer Fokus auf den x86-Prozessoren liege, und dass Itanium sich dem Ende seines Lebens nähere."
Dies vermuten zwar auch Industriebeobachter seit längerem, Intel hat aber bisher nie offiziell so etwas gesagt. Auch der Intel-Sprecher Nick Jacobs, der gestern von 'PC World' auf die Entscheidung Oracles angesprochen wurde, hielt sich an die bisherige Sprachregelung bei Intel und erklärte, dass der Chipriese sich "weiterhin zu Itanium bekenne". (Hans Jörg Maron)