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Geschichte des Lawn Tennis Clubs Bern und des Tennissports in Bern
1889 Tennisstart in Bern
... durch den Wirt des Restaurants Sternwarte auf dem Areal des heutigen Universitätsgeländes, auf dem im Winter eine Eisbahn betrieben wurde. Der mehr oder weniger mit Gras bewachsene Boden wurde von gröberen Steinen befreit, mit Sand etwas ausgeebnet. Vorerst wurde in Alltagskleidung gespielt, aber bezahlte Ballbuben gab es schon damals. Der Mitgliederbeitrag betrug CHF 2.- pro Monat.
1890
Mitglieder des diplomatischen Corps üben den neu eingeführten Sport im Schwellenmätteli aus, nahe beim Pistolenstand. Eines der Mitglieder Prof. Dr. med. von Tavel errichtet in seinem Garten an der Effingerstrasse wohl den erster privaten Court in Bern ein.
1898
Bau der Universität und somit Ende des Tennisbetriebs bei der Sternwarte und auch Ende des Spielbetriebs im Schwellenmätteli.
1900
Das Schwellenmätteli unterhalb der Kirchenfeldbrücke wird durch die Sektion des FC Young-Boys (Namensänderung in BSC Young Boys erst 1925) wieder aufgenommen. Gespielt wurde auf Naturrasen, wobei Grasstoppeln nicht fehlten und das Spiel recht schwierig gestalteten. Die Rackets wurden direkt aus England bezogen. Zum Spiel wurde das Entbehrlichste der Alltagskleidung abgelegt, die Damen entledigten sich sogar meistens ihrer Hüte.
Zur gleichen Zeit werden am Dählhölzli beim Thunplatz zwei neue Tenniscourts eröffnet, die vor allem von Diplomaten benutzt wurden.
Am Viktoriaplatz, dort wo heute das Verwaltungsgebäude der BKW steht, lassen die Schwestern Bandi (ihre Eltern führten eine Confiserie an der Spitalgasse) einen Tennisplatz errichten. Das ganze Areal wurde im Winter als Eisbahn benutzt.
1903
Die Tennissektion des FC Young-Boys zieht vom Schwellenmätteli zum Viktoriaplatz, wo zwei weitere Plätze errichtet und zum Teil auch von Studenten, besonders Zofingern mit ihren Damen, benutzt wurden.
1906
Das Tennis entwickelt sich vom Gesellschaftsspiel nun auch in Bern zum Wettkampfsport, wodurch die Spielqualität gewaltig gehoben wurde.
Fürsprecher H.W. Haller-Wydler, übernimmt die Plätze am Viktoriaplatz und gründet einen Club. Haller war es auch, der den ersten Wanderbecher für die bernische Meisterschaft im Herren-Einzel stiftete.
Der prächtige Cup wurde aber gleich drei Jahre ohne Unterbruch durch Hugo Schwab (Vater von Lawn Tennisclub Ehrenmitglied Marlis Hodler) gewonnen.
Gründung des Schattenhof-L.T.C. durch Dr. Stämpfli. Auf den beiden beim Burgernziel gelegenen Plätzen wurden lokale Turniere organisiert.
1908
Gründung des „Sinnet L.T.C. „ (=“Tennis“ rückwärts gelesen) am Rande des Dählhölzliwaldes, dort wo die „Turnanstalt“ gebaut wurde. Beitritt in den schweizerischen Tennisverband (auch vom Schattenhof-L.T.C.)
Zwar entsprachen die Turnanstaltplätze des Sinnet L.T.C. durchaus noch nicht allen Anforderungen und der rückwärtige Auslauf betrug kaum mehr als einen Meter, weshalb es unter den Spielern als abgemacht galt, dass ein Ball, der den Boden nur einmal berührt hatte und ins Drahtgitter flog, vor seiner zweiten Berührung des Bodens als gültig zurückgegeben werden durfte. Dies führte oft zu nicht ganz den Tennisregeln entsprechender Akrobatik. Jährlicher Clubbeitrag einschliesslich Bälle CHF. 20.-.
Um das Jahr 1914 verfügte der „Sinnet“ über viele junge Spieler. Dazu zählten beispielsweise H. Schwab, A. Fry, die Gebrüder de Grenus, W. Gerster und Ed. Du Bois, der – das galt immerhin schon damals als nicht sportgemäss – oft während des Trainings seelenruhig eine Brissago rauchte.
1909
Ein weiter Club wird aus der Taufe gehoben: der „Thormannstrasse-L.T.C.“ später „Bellevue-L.T.C.“ genannt. Der „Bellevue-L.T.C.“ tat sich nicht durch grössere Turniere hervor, konnte aber in all den Jahren einen lebhaften Spielbetrieb auf seinen 3 Plätzen aufrecht halten.
1915 Gründung des Lawn Tennis Clubs Bern
Der Schattenhof-L.T.C. fusioniert mit dem „Sinnet L.T.C“. Unter dem Namen Bern-Lawn-Tennis-Club, in Bern kurzerhand „Lawn“ genannt, wurde zunächst noch auf den vier früheren Plätzen des „Sinnet“ gespielt.
Sportlehrer Paul Du Bois gründet einen etwas weiter unten am Dählhölzli gelegenen Club mit 3 Plätzen (heute neben der KaWeDe) unter dem Namen „Dubois-L.T.C.“, der dank guter Schulung seiner Spieler eine wahre „Nursery“ für die grösseren Clubs bildete.
In den Nachkriegsjahren erfuhr das bernische Tennis eine erfreuliche Breitenentwicklung, die sich auch in der Gründung einer Reihe neuer Clubs äusserte.
1923
Der Lawn verliess die „Turnanstalt“ und bezog die neue Anlage Brunnadernrain am Ostrand des Dählhölzliwaldes.
Der Pächter der Turnanstalt, der Sportlehrer Hildebrand, gründet den „Tennis Sporting Club“ der 1924 dem Verband beitrat.
1929
Der „Neufeld-L.T.C.“ wird gegründet.
1932
Gründete der „Sportverein Dr. A. Wander A.-G.“ eine Tennissektion.
1933
Wurde der „Tennisclub –Club Beaumont“ aus der Taufe gehoben.
1936
Der in „Dählhölizli-L.T.C.“ umgetaufte Tennisclub Dubois tritt dem Verband bei.
1950
Am 20. Februar erfolgte der Spatenstich für die neue Anlage des Lawn-Tennisclubs am Kalcheggweg 33. Ein Clubhaus sowie vier Tennisplätze werden für rund CHF 120'000.- erstellt und am 6. Mai 1950 eröffnet. Der Club zählt 64 Aktive, 29 Junioren und 49 Passivmitglieder. Der Jahresbeitrag für Aktive betrug CHF 112.- für Junioren CHF 41.-. Die Bilanzsumme belief sich auf CHF 119'370.-.
1959
Als erster Hallentennisclub der Schweiz wird der Hallentennisclub Bern (HTCB) 1959 gegründet. Bis 1992 wurde während der Wintersaison in der Festhalle Allmend Tennis gespielt. Ab 1995 zügelte der HTCB auf das Areal des TC Neufeld. Von anfangs Oktober bis Ende März stehen in der geheizten Traglufthalle drei Sandplätze zur Verfügung. Auf die Wintersaison 2015/2016 wird die 20-jährige Halle durch eine moderne, energieeffiziente Halle ersetzt.
1977
Am 16. April werden zwei neue Plätze im Lawn TC feierlich eingeweiht. Die Anlage umfasst neue sechs Sandplätze. Die Erweiterung kostete rund CHF 280'000.- und wurde mehrheitlich durch die Aufnahme einer Hypothek finanziert. Der Club zählte 258 Aktive und 56 Junioren.
2000
Thomas Eichenberger, Mojo Tarek, Marc Krippendorf, Jürg Ehrat (nicht Clubmitglied) vertreten die Schweizer Nationalmannschaft an der Jungsenioren Weltmeisterschaften in Buenos Aires. Sie schliessen überraschend mit dem 8 Schlussrang ab (von 16 Teams)
Sie schlagen auf ihrem Weg ins kleine Finale: Kanada, Brasilien, Belgien.
2006
Die Anlage des Tennisclub Beaumont wird geschlossen und der Club aufgelöst. Der legendäre Beaumont Cup (Doppelturnier) wurde letztmals 2011 auf dem Areal des TC Sporting Bern ausgetragen.
2014
Am Sonntag, 23. November 2014 gewinnt das Schweizer Daviscup-Team mit Captain Severin Lüthi und den Spielern Roger Federer, Stan Wawrinka, Marco Chiudinelli und Michael Lammer erstmals den Davis Cup! Die Schweiz schlägt Frankreich mit 3:1.
2015
Am 20. Juni 2015 fand im Rahmen des Interclubs der Zentrale Finaltag in Burgdorf statt. Es wurden die Finalspiele in den Kategorien Damen 30+, 40+, 50+ sowie Herren 35+, 45+, 55+, 65+ und 70+ ausgetragen. Bei denHerren 70+ gewann das Team von Hansruedi Schenk gegen Seeblick ZH mit 3:2 und entthronte damit den bisher ungeschlagenen Zürcher Titelverteidiger. Erstmals und ausgerechnet im Hundertjahr-Jubiläum des Lawn TC wurde der erste Interclub-Titel der Clubgeschichte gewonnen.
Den Titel Schweizer Meister errungen haben: Jiri Cerny, Giulio Ferrari, Sandro Kaspar, Hansruedi Schenk, Jürg Stucki, Manfred Winkler und Hansruedi Widmer.
Grussbotschaften zum Jubi
Turniere auf dem Lawn
1918 / 1925 /1933
Auf den Plätzen des „Lawn“ wurden die nationalen Meisterschaften durchgeführt.
1925
Ebenfalls auf den Plätzen des „Lawn“ fand ein Daviscup-Match gegen Schweden statt. Die Schweiz verlor mit 2:3 Punkten. René de Grenus stand als Ersatzmann im Team.
1935
Den bisher grössten Publikumserfolg brachte ein Treffen zwischen den Australiern Mc Grath & Turnbull und den Schweizern Fischer & Steiner. Ungefähr 600 Zuschauer folgten den spannenden Kämpfen bis in die späten Abendstunden bei künstlichem Licht.
Berner Tennismeisterschaften
Verschiedene Austragungen auf dem Areal des Lawn TC.