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Seit 2007 dürfen in der Schweiz nur noch Abferkelbuchten mit frei beweglicher Muttersau eingesetzt werden. Seither wurde die Wurfgrösse züchterisch gesteigert. Trotzdem ist die Mortalität der Ferkel während der Säugezeit über die Jahre stabil geblieben.
In der Schweiz müssen Abferkelbuchten seit 2007 so eingerichtet sein, dass sich die Muttersau frei bewegen kann – im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland oder Dänemark, wo Muttersauen immer noch in Kastenständen gehalten werden dürfen. Seither konnte die Wurfgrösse zuchtbedingt deutlich gesteigert werden. Für die Tierhaltenden in der Schweiz stellt sich deshalb die Frage, ob die Ferkelverluste in Abferkelbuchten mit frei beweglicher Muttersau bei grösseren Würfen angestiegen sind und einen wirtschaftlichen Nachteil zur Folge haben.
Forschende des Zentrums für tiergerechte Haltung: Wiederkäuer und Schweine in Tänikon haben untersucht, wie sich die Ferkelverluste in den letzten Jahren entwickelt haben. Ausgewertet wurden 9714 Würfe von 96 Betrieben aus dem Jahr 2003 sowie 331 820 Würfe von 255 Betrieben aus den Jahren 2008−2017.
Ferkelmortalität trotz grösserer Würfe stabil
In diesem Zeitraum konnte die Wurfgrösse in der Schweiz – wie auch in anderen Ländern – durch gezieltes Züchten deutlich gesteigert werden: So wurden 2003 noch durchschnittlich 11,1 Ferkel pro Wurf lebend geboren, 2017 waren es 12,8 Ferkel. Mit zunehmender Wurfgrösse gingen bis zum Absetzen erwartungsgemäss mehr Ferkel ein. Der Grund liegt darin, dass in grösseren Würfen mehr leichtgewichtige Ferkel mit geringen Überlebenschancen geboren werden.
Dennoch zeigt der Vergleich der Ferkelverluste von 2003 und 2017, dass es bei allen Verlustursachen (Gesamtverluste, Erdrückungsverluste und sonstige Verluste) keine signifikanten Unterschiede gab. 2003 gingen durchschnittlich 11,7 % der Ferkel pro Wurf bis zum Absetzen ein, 2017 waren es 11,1 %.
Doch ab dem 13. lebend geborenen Ferkel nahm die Anzahl der abgesetzten Ferkel nur noch wenig zu (Abb. 1), und die 14. und 15. zusätzlich geborenen Ferkel gingen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 40 % bzw. 70 % vor dem Absetzen ein.
Weitere Steigerung der Wurfgrösse nicht sinnvoll
Diese Studie zeigt, dass eine weitere züchterische Steigerung der Wurfgrösse nicht sinnvoll ist. Bei der Zucht auf noch mehr lebendgeborene Ferkel flacht der Anstieg bei der Anzahl der abgesetzten Ferkel pro Wurf deutlich ab. Deshalb wird in der Schweiz bereits seit 2003 die Wurfgrösse in der Zucht schwächer gewichtet, und die Aufzuchtleistung der Muttersau sowie der Anteil untergewichtiger Ferkel werden als Zuchtmerkmale berücksichtigt.
Fazit
- Ausgewertet wurden 9714 Würfe aus dem Jahr 2003 und 331 820 Würfe aus den Jahren 2008−2017.
- Von 2003 bis 2017 hat die Wurfgrösse als Resultat der gezielten Zucht von 11,1 auf 12,8 Ferkel zugenommen. Je höher die Anzahl der lebend geborenen Ferkel pro Wurf, desto mehr Ferkel gingen während der Säugezeit ein.
- Die Ferkelmortalität während der Säugezeit war jedoch 2017 nicht höher als 2003. Dies zeigt, dass in Abferkelbuchten mit frei beweglicher Muttersauen auch bei grösseren Würfen sehr gute Reproduktionsleistungen erzielt werden können.
- Ab dem 13. lebend geborenen Ferkel flachte der Aufzuchterfolg stark ab. Deshalb ist eine weitere züchterische Steigerung der Wurfgrösse nicht sinnvoll.
Wissenschaftlicher Artikel
Trotz grösserer Würfe sehr gute Leistungen in Buchten mit frei beweglicher Muttersau