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Feliner Gingivitis-Stomatitis-Pharyngitis-Komplex
Der feline Gingivitis-Stomatitis-Pharyngitis-Komplex (GSP) ist ein Komplex von Krankheiten bei Hauskatzen (Felis catus, felin ist das davon abgeleitete Adjektiv), bei dem Entzündungen von Zahnfleisch (Gingivitis), (und/oder) der Schleimhaut der Maulhöhle (Stomatitis) und/oder des Rachens (Pharyngitis) bestehen.
Er ist wesentlich seltener als die durch Plaque hervorgerufene Gingivitis und kann bei Katzen beiderlei Geschlechts in jedem Alter auftreten. Das Krankheitsbild wird bestimmt durch chronische Entzündungsprozesse, im schlimmsten Fall ist der gesamte Maul- und Rachenraum betroffen.
Symptome
Die erkrankten Tiere zeigen ein gestörtes Fressverhalten, das bis zur Abmagerung führen kann. Außerdem bestehen vermehrter, eventuell blutiger Speichelfluss und Mundgeruch. Die betroffenen Schleimhäute sind durch die Entzündung gerötet, geschwollen und schmerzhaft. Bei jungen Katzen können typischerweise die hinteren Zähne von Zahnfleisch überwuchert sein.
Ursachen
Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Studien deuten darauf hin, dass abnorme Reaktionen des Abwehrsystems stattfinden. Möglicherweise sind Infektionen mit felinen Caliciviren und felinen Herpesviren[1] (beides Erreger des Katzenschnupfen-Komplexes) sowie dem Felinen Immunschwächevirus (FIV) oder dem Leukämievirus (FeLV) beteiligt. Bei oben erwähnten Symptomen sollte das betroffene Tier auf FIV und FeLV untersucht werden.
Ähnliche Krankheitsbilder können durch Viren, Bakterien, Diät, Zahnerkrankungen (beispielsweise FORL), Zahnfehlstellungen, genetische Prädisposition, Allergien, andere Immunschwächen und auch Störungen anderer Abwehrmechanismen der Maulhöhle verursacht sein.
Behandlung
Nach derzeitigem Stand des Wissens existiert keine allgemein wirksame Heilmethode gegen den Felinen Gingivitis-Stomatitis-Pharyngitis-Komplex. In jedem Fall wird zunächst eine gründliche Gebissreinigung und Entfernung der Zahnbeläge in Verbindung mit der Gabe von Antibiotika empfohlen [2]. Zur Unterstützung des Abheilungsprozesses werden Antiphlogistika (z. B. Meloxicam) eingesetzt.
Bei persistenter Erkrankung zeigen mehrere Studien eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandens durch die Gabe von Immunmodulatoren (z. B. Interferone, Zylexis) im Frühstadium der Erkrankung [1] [2] [3]. Hierbei handelt es sich um deaktivierte und veränderte Pockenviren, die eine Breitband-Immunreaktion hervorrufen sollen. Die Behandlungen sind verhältnismäßig kostspielig. Wird die Krankheit so nicht beherrscht, kann als letztes Mittel eine Entfernung aller Zähne in Betracht gezogen werden. Dies führt in vielen Fällen zu einer vollständigen Abheilung der Entzündung oder zumindest zu einer Verringerung der entzündeten Bereiche des Zahnfleisches. Die dann völlig zahnlose Katze kann weiterhin (wegen ihrer harten Gaumenplatte) herkömmliches Dosenfutter fressen. In einigen Fällen kommt es trotz vollständiger Zahnextraktion zu wiederkehrenden Entzündungsschüben im Maulbereich, die mit lebenslangen Cortisongaben behandelt werden müssen.