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Über 40'000 Läuferinnen und Läufer nahmen in Den Haag an einem der grössten Läufe Europas teil. Über die Halbmarathon-Distanz war ich im Elitefeld am Start. Nach sehr starken Rennen über 10 km und im Cross wollte ich auch auf der 21.1 km langen Strecke eine neue Bestzeit laufen.
Ich wählte die gleiche Taktik wie bei meinem Schweizer Rekord über 10 km in Payerne und lief ohne Uhr nur nach Gefühl. Die 10km-Marke passierte ich nach 33:08 min und rund 20 Sekunden hinter der führenden Läuferin. Auf den folgenden 5 km konnte ich zur Spitze aufschliessen und erreichte die 15km Marke nach 49.50 min. Damit blieb ich als erste Schweizerin in der Geschichte über 15km offiziell unter der 50-Minuten-Marke. Ein erster Schweizer Rekord war damit bereits auf sicher. Auf den letzten 5 km kam ein unangenehmer Gegenwind auf, trotzdem konnte ich meine Pace halten und bei der 20-km-Marke Rekord Nummer 2 erlaufen (1:06.40). Die wertvollste Marke, die ich an diesem Tag knackte, war im Ziel der Schweizer Rekord über die Halbmarathon-Distanz. Mit 1:10.17 blieb ich 14 Sekunden unter dem alten Rekord von Ursula Spielmann-Jeitziner.
Mit diesem Rennen schloss ich einen intensiven dreiwöchigen Wettkampfblock äusserst erfolgreich ab: 5 Rennen, 5 Siege, 4 Schweizer Rekorde auf 4 Distanzen!
Eine Woche nach meinem 10km-Schweizer Rekord stand ich am Start zum Bremgarter Reusslauf. Das Rennen war als schneller Trainingslauf gedacht und ich versuchte, das Rennen eher defensiv anzugehen. Schon nach drei der insgesamt 11 km lief ich alleine an der Spitze und konnte noch einige zu schnell gestartete Männer einsammeln. Nach 36:57min gewann ich das Rennen mit 24 Sekunden Vorsprung.
Am nächsten Tag fand in Köniz die Cross Schweizermeisterschaft statt. Letztes Jahr gewann ich den Titel im Kurz- und Langcross, in diesem Jahr habe ich mich für einen Start im Kurzcross über 3km entschieden. Nach einem langsamen ersten Kilometer attackierte ich und konnte mich etwas vom Feld absetzen. Mit 8 Sekunden Vorsprung gewann ich meine dritte SM-Goldmedaille im Kurzcross.
Bei perfektem Laufwetter machte ich mich auf den Weg nach Payerne, um über 10 km eine Standortbestimmung zu machen. Nachdem ich anfangs der Woche noch mit müden Beinen vom Trainingslager zu kämpfen hatte, fühlte ich mich von Tag zu Tag besser und war gespannt, wie schnell ich die 10 km laufen kann. Ohne Uhr und Zwischenzeiten lief ich einfach nach Gefühl und hatte keine Ahnung wie schnell ich unterwegs war. Die 5km Zwischenzeit von 16:05 min war sensationell und nach einem kleinen Durchhänger konnte ich auf den letzten 2 km nochmals aufdrehen. Im Ziel leuchtete die Zeit von 32:10 min auf, ich konnte es kaum glauben! So schnell absolvierte noch nie eine Schweizerin die 10km auf der Strasse, die alte Schweizerrekord-Marke stand bei 32:51min. Meine Zeit liegt gar unter der WM- und Olympia-Limite über 10'000 m auf der Bahn (32:15.00) und in Payerne erreichten nur gerade 5 Männer, darunter ein Schweizer, das Ziel vor mir.
Zwei Tage nach meinem dreiwöchigen Höhentrainingslager in Magglingen traf ich beim Cross in Gettnau auf drei weitere Cross-EM-Teilnehmerinnen von Chia. Die Vorfreude auf den ersten Wettkampf seit Mitte Dezember war riesig. Trotz nicht so frischer Beine feierte ich einen Start-Ziel-Sieg und gewann mit 30 Sekunden Vorsprung. Am Sonntag, 26. März 2017 starte ich in Payerne über 10km. Bis dahin steht die Regeneration vom Trainingslager im Vordergrund, damit ich gut erholt an der Startlinie stehe und hoffentlich eine schnelle Zeit laufen kann.
Zum ersten Mal absolviere ich ein Trainingslager in Magglingen und wohne dabei im Höhenzimmer. Ganz nach dem Motto "Live high - train low" übernachte ich auf gefühlten 2500m ü. M. und trainiere in Biel oder Magglingen. Jeden Tag verbringe ich durchschnittlich 16 Stunden im Zimmer und erhoffe mir dabei den Höheneffekt, ohne dass dabei die Qualität des Trainings zu fest leidet. Nachdem in der ersten Woche vor allem die Schlafqualität etwas gelitten hat, habe ich mich nun gut an die Höhe gewöhnt und konnte bisher alle Trainings wie geplant und in guter Qualität umsetzen. Insgesamt verbringe ich drei Wochen hier, absolviere anschliessend einige Wettkämpfe und bin gespannt, ob und wann sich der Höheneffekt im Wettkampf auszahlt.