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Die Präsidentin Liberias stellt sich zur Wiederwahl.
«Monkey still working, let Baboon wait small», das grosse Werbebanner an der Broad Street in Monrovia irritiert. Erst recht im Zusammenhang mit dem Wahlkampf. Die Erklärung: Der Affe, das schlaue Tier, symbolisiert die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. Der dumme Pavian (Baboon) hingegen ist die Opposition.
Sie sei noch nicht fertig mit ihrer Arbeit, begründet die Präsidentin ihre erneute Kandidatur. Ursprünglich hatte «Ma Ellen», wie sie auch genannt wird, eine zweite Amtsperiode ausgeschlossen. Die Arbeit wird ihr bei einer Wiederwahl nicht ausgehen.
Ellen Johnson-Sirleaf hat einiges erreicht in den letzten sechs Jahren – Liberia begann nach langen Bürgerkriegen praktisch bei null. So wurde etwa beim Strassenbau vorwärts gemacht. Im Bergbau-Sektor konnten wieder Unternehmen angesiedelt werden. Und auch die Korruption will Ma Ellen reduziert haben.
Weiterhin ist das Land aber auf die Unterstützung der UNO für Polizeiaufgaben, Sicherheit und vieles mehr angewiesen. Der Grossteil der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Und der Präsidentin wird vorgeworfen, zu viel Macht in sich zu vereinen – ganz zu schweigen von der Korruption…
Die Harvard-Absolventin geniesst im Ausland hohes Ansehen. In Liberia ist sie, auch weil sie früher den Rebellenführer Charles Taylor unterstützt hatte, umstrittener. Generell scheinen die Leute, mit denen ich gesprochen habe, nicht unzufrieden mit Johnson-Sirleaf. Doch sie würden gerne schnellere Fortschritte sehen. Oder wie Taxifahrer John Flomo meint: «Ich hatte sie gewählt, sie hat es nicht schlecht gemacht. Aber jetzt geb ich trotzdem mal jemand anderem eine Chance.» Er wird im Oktober einen Pavian wählen.