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Aktualisiert: Okt 19
Der junge, gut gelaunte Matrose hat seiner Familie offenbar einiges
zu erzählen. Die Augen der am Holztisch Sitzenden sind gespannt auf ihn gerichtet. Das Schiffsmodell, auf welches er zeigt, wird demjenigen entsprechen, mit dem er soeben von hoher See zurückgekehrt ist – der Papagei im Käfig zu seinen Füssen verrät’s nämlich: Es war unter Seeleuten verbreitet, dass sie von ihren Expetitionen in die Tropen exotische Vögel als Andenken mit nach Hause brachten. Die Hautfarbe des adretten, vollbärtigen Mannes im klassischen Matrosendress lässt den Schluss zu, dass er viel Sonne abgekriegt hat.
Das Ölgemälde auf Leinwand stammt vom englischen Maler, Zeichner und Grafiker John Watkins Chapman (1853-1903). Biografisch ist über den Künstler nur wenig bekannt. Er war insbesondere auf die Mezzotinta spezialisiert, eine besonderes Schabkunst-Druckverfahren. Zahlreiche Schab-Drucke hat er nach Gemälden berühmter englischer Meister erstellt. Seine zweite Haupttätigkeit war die Genremalerei, zu welcher das vorliegende Gemälde gehört. Von ihm sind hauptsächlich historisierende, vielfach kleinteilige Interieur- und Strandszenen bekannt. Seine Werke zeugen von einer ausgereiften Fertigkeit, vor allem in der Lichtführung, was insbesondere bei dem hier gezeigten Werk sehr deutlich hervortritt: Gekonnt taucht er den gesamten Raum – eine rustikal eingerichtete Stube – in das Licht, welches durch das Fenster im Hintergrund auf die Szene in Richtung des Betrachters fällt.
John Watkins Chapman ist in London geboren und hat hier wohl bis zu
seinem Tod gelebt und gearbeitet. Seine Werke wurden im Rahmen bedeutender Kunstausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.