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SRF: Herr Frangulidis, was hat die Vereinbarung zwischen Griechenland und die Euro-Gruppe für wirtschaftliche Auswirkungen in Europa?
Anastassios Frangulidis: Sie hat positive wirtschaftliche Auswirkungen. Europa wächst in letzter Zeit dank tiefen Erdölpreisen und dem schwachen Euro. Wäre die Vereinbarung nicht zustande gekommen, hätte das negative Auswirkungen auf die europäische Konjunktur gehabt. Zum Glück ist dies nicht der Fall.
Am Montag muss Griechenland eine Liste mit Reformvorschlägen präsentieren. Welche Reformen erwarten Sie?
Ich denke, dass Griechenland weitgehend die alten Reformen präsentieren wird. Es wird vielleicht die eine oder andere Änderung geben, vor allem im Bereich der Steuerhinterziehung. Aber von grossen Anpassungen muss man nicht ausgehen.
Warum nicht?
Die neue Regierung hat bisher keine Vorbereitungen getroffen, um ein neues grosses Programm zu präsentieren. Sie wird die Erarbeitung eines solchen Programms erst dieses Wochenende in Angriff nehmen.
Die neue griechische Regierung kriegt nun mehr Zeit, vier Monate. Stehen wir am Ende dieser vier Monate wieder vor der gleichen Situation wie jetzt?
Wir stehen am Anfang der Verhandlung. In vier Monaten wird das bestehende Programm abgeschlossen sein und es wird ein neues Programm gefunden werden müssen. Ich gehe davon aus, dass es bei den Verhandlungen für das neue Programm wieder eng werden wird.
Wird es in vier Monaten wieder Diskussionen über einen Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone geben?
Sollten die Verhandlung Griechenlands mit den internationalen Gläubigern nicht gut laufen, wird ein möglicher Bankrott Griechenlands und sein Austritt aus der Euro-Zone sicherlich erneut zur Diskussion stehen.