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Als Lehrer, Redaktor und in seinen Kirchenämtern stand stets der Mensch im Zentrum.
Zum Hinschied von Hans Hohler, 11. November 1915 bis 5. Juli 2017
Hans Hohler wurde am 11. November 1915 in Birsfelden geboren. Er war der ältere von zwei Brüdern. Der Vater war Webermeister und arbeitete zuerst in der Bally Bandfabrik in Säckingen, danach in Lostorf, und schliesslich in Schönenwerd, wo Hans auch die Primar- und die Bezirksschule besuchte. Als guter Schüler bestand er die Prüfung ins Lehrerseminar Solothurn und erwarb dort 1935 das Lehrerpatent. Nach einem Studiensemester an der Sorbonne in Paris wurde er 1936 als Lehrer nach Seewen im Kanton Solothurn gewählt. 1940 heiratete er Ruth Wittwer, die mit ihm in derselben Klasse im Seminar war.
1941 kam der erste Sohn Peter zur Welt, zwei Jahre später wurde Franz geboren. 1947 zog die junge Familie nach Olten, wo Hans Hohler als Lehrer gewählt wurde. Dort unterrichtete er zahlreiche Primarschulklassen, zu deren Klassenzusammenkünften er immer wieder eingeladen wurde und bis vor kurzem auch hinging.
Berufsbegleitend machte er dann das Sekundarlehrerpatent und wechselte 1962 an die Sekundarschule Olten, welcher er von 1970 bis zu seiner Pensionierung 1980 vorstand. Dass er seine Schülerinnen und Schüler nicht nur als Erbringer von Leistungen, sondern vor allem als Menschen sah, möge folgende kleine Episode zeigen.
Franz erzählt, wie er einmal mit seinem Vater in der «Suteria» sass und an einem anderen Tisch eine Frau aufstand, sich seinem Vater vorstellte und sagte, sie möchte ihm dafür danken, dass sie das geworden sei, was sie heute sei. Er habe sie, als sie zu ihm in die Sekundarschule gekommen sei, bald gefragt, wieso sie nicht in der Bezirksschule sei. Der Grund: Ihre Eltern hatten ihr immer gesagt, sie könne nichts und aus ihr werde nichts Rechtes. Er habe sie dann ermutigt, die Bezirksschulprüfung zu machen, die sie problemlos bestand, später machte sie eine Matur sowie ein Studium und wurde Psychotherapeutin.
Grosse Leidenschaften von Hans Hohler waren die Literatur und das Theater. Lange Jahre war er Mitglied und Präsident der Dramatischen Gesellschaft Olten, deren bemerkenswert gute Aufführungen wohl vielen älteren Semestern noch in bester Erinnerung sind.
Er war auch Redaktor der Oltner Theaterzeitung, und ab 1966 bis 1995 Präsident der Theaterkommission, die für den Theater- und Konzertbetrieb in Olten zuständig war.
Während gut 20 Jahren amtierte er ferner als Redaktor am Schulblatt für die Kantone Aargau und Solothurn und war auch in verschiedenen kantonalen und schweizerischen Lehrerorganisationen tätig.
1986 kam unter dem Titel «Hors d'Œuvre» eine Sammlung seiner Schulblatt-Kolumnen heraus.
Er stellte seine vielseitigen Fähigkeiten engagiert auch in den Dienst der christkatholischen Kirchgemeinde Olten: von 1949 bis 1963 als Aktuar und von 1963 bis 1985 als Präsident. Zudem war er während etwa 15 Jahren Mitglied des Synodalrates. Er war auch über 30 Jahre Mitglied in der Kommission zur Revision der liturgischen Bücher, wo er für sein Gespür für eine einfache, klare Sprache geschätzt wurde.
Diese erstaunliche Vielzahl von Aktivitäten vermochte er sowohl mit seinem Lehrerberuf als auch mit seiner Familie zusammenzubringen. Eine besondere Erinnerung sind für die Söhne etwa das Familienstreichquartett oder auch der Jass. Peter brachte er das Schachspiel bei, und zwar so gut, dass er bald keine Chance mehr gegen seinen Sohn hatte, der noch heute von einem internationalen Turnier zum anderen eilt. Die Liebe zur Bühne und zum sprachlichen Ausdruck hat sich auf Franz übertragen, der sich als Kabarettist und Autor einen Namen machte.
Ihm und seiner Frau Ruth war ein langes Leben vergönnt. Die beiden konnten noch den 70. Hochzeitstag feiern, und hätte es dann eine Zusammenkunft ihrer Seminarklasse gegeben, wären sie die einzigen Teilnehmer gewesen.
Der Tod von Ruth Hohler vor sechs Jahren bedeutete einen schweren Einschnitt in seinem Leben; vor drei Jahren zog er von seinem Haus an der Reiserstrasse ins Altersheim St. Martin um, wo er bei guter Gesundheit seinen 100. Geburtstag feiern konnte. Aber seine Kräfte liessen nach – und auch seine Lebensfreude. «Langsam habe ich genug von mir», sagte er kürzlich. Er war bereit zum Gehen, und nun ist er gegangen und wird allen, die ihm nahestanden, fehlen.
Brigitta Köhl
nach einem Text von Franz Hohler