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Ein Minimum an Teilnehmern war erforderlich, alle hatten denselben Preis zu bezahlen, der auf Grund der Menge der Teilnehmer niedrig gehalten werden konnte. Die Reise war «all inclusive», d.h. Bahnfahrt, Übernachtung Verpflegung und Unterhaltungsprogramm waren im Preis inbegriffen. Und als Pfarrer weiss man um die Bedeutung solcher Reisen für die Gruppe und die Einzelnen.
Das wusste vor einiger Zeit auch ein britischer Baptistenprediger. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, erlebte Thomas Cook früh die Gefahren von übermässigem Alkoholkonsum. Er engagierte sich in der Abstinenzbewegung und organisierte unter anderem Protestmärsche gegen den Alkoholmissbrauch. Aber auch Extrafahrten mit der Bahn führte Cook durch, um die Menschen hinaus aus ihren beengten Verhältnissen in der Stadt und buchstäblich an die frische Landluft zu bringen. «Menschen mit Menschen und Menschen mit Gott verbinden», das war seine Motivation. Diese Anlässe schweissten nicht nur die Teilnehmenden zusammen, sondern brachten Cook auch auf die Idee, generell Reisen für die Arbeiterschaft zu veranstalten.
Heute vor 158 Jahren fand die erste von Thomas Cook veranstaltete Reise auf das europäische Festland und damit die erste eigentliche Pauschalreise statt. Mit Bahn und Schiff fuhr die Gesellschaft nach Paris. Das war schon ein Ereignis, dass sich nun auch die Arbeiterklasse eine Reise nach Paris und später auch in die USA oder nach Ägypten leisten konnte. Und es war ein Geschäftsmodell. Das von Thomas Cook gegründete Reiseunternehmen konnte er Jahre später an den Sohn übergeben. So nahm mit dem Baptistenprediger, der Menschen für eine gute Sache zu mobilisieren vermochte, der Massentourismus seinen Anfang. Und wenn der Tourismus dazu führt, dass Menschen einander und Gott näher kommen – was kann man da mehr wollen?