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(spr. mäsĭah),Joanny, franz. Blumen- und Früchtemaler,
geb. zu Lyon, widmete sich anfangs auf der Kunstschule seiner Vaterstadt kunstgewerblichen
Arbeiten, ging später zur Blumenmalerei über, worin er es zu vorzüglichen Leistungen brachte, die sich durch hübsche
poetische Anordnung und kräftige Färbung auszeichnen. Wir nennen nur aus den letzten Jahren: die ersten Blumen, Früchte
auf der Erde (1873),Bouquet von Moosrosen und Theerosen, Trauben und Pfirsiche, Sauerklee und Veilchen (1875),
an den
Ufern der Marne bei Vignely (1876).
Hans, als Maler der bedeutendste, berühmteste Kolorist, geb. zu Salzburg, schon
als
Knabe ein träumerischer Sonderling, der, unbrauchbar fürs praktische Leben, nur ein glänzendes Formengedächtnis entwickelte
und im Zeichenunterricht sich hervorthat. Er trat in die Akademie zu Wien, von der er aber bald als talentlos
wieder entlassen wurde. Trost- und ratlos nach Salzburg zurückgekehrt, fand er in dem Maler
Schiffmann einen Helfer; dieser
nahm ihn 1859 mit nach München und brachte ihn zu
Piloty, der sein Talent zu würdigen wußte, ihn aber erst 1861 unter die
Zahl seiner Schüler aufnehmen konnte.
Hier entstand sein erstes Bild: Lavoisier im Gefängnis, das schon ein merkwürdiges koloristisches Talent verriet. Ein Jahr
nachher folgte eine auch von üppiger Phantasie zeugende Nachmittagsunterhaltung vornehmer Venetianer, die weniger bekannt
wurde, weil sie sofort nach der Vollendung nach Petersburg ging. Nachdem er 1862 die Weltausstellung in
London und bei dieser Gelegenheit auch Paris besucht hatte, brachte er in den nächsten Jahren nur kleinere Arbeiten, z. B.:
Falstaff im Waschkorb, der
Ritter und die Nixen (Gallerie Schack in München), eine höchst originelle Leda und als Frucht
einer italienischen Reise eine Landschaft mit römischen Ruinen.
Doch
erst die große Trilogie der modernen Amoretten (1868) erregte durch die wunderbare Mischung von
Menschen und Dingen und durch ihr zauberhaftes Kolorit allgemeines Aufsehen und entschied des Künstlers Glück. Noch weit
farbenglänzender und origineller in der Komposition war sein 7 m langerFries der Pest in Florenz (anfangs genannt die sieben
Todsünden, auch der Traum eines Wollüstlings), sein bis jetzt kühnstes und originellstes Werk, das
bei seinem Erscheinen im Münchener Kunstverein einen förmlichen Aufruhr erregte, bei seinem Umzug in Deutschland wie in
Paris ebenso starke Tadler wie Lobredner fand.
Hieran schloß sich die Julie auf der Bahre (Belvedere in Wien), eine seiner schwächsten Leistungen.
Auf der Rückreise von Rom, wo dies letztere Bild entstanden war, ließ er sich, dem Ruf des
Kaisers folgend, 1869 in Wien
nieder, wo ihm auf Staatskosten ein prachtvolles Atelier geschaffen wurde, und begann eine noch umfangreichere Thätigkeit.
Zunächst entstanden die beiden berühmten Abundantien (des Meeres und der Erde Gaben), die im Beiwerk
von Blumen, Früchten, flimmernden Stoffen, Juwelen etc. einen noch größern Farbenglanz entfalteten
als alle frühern Bilder.
Mit dem freilich unbefriedigt gebliebenen Anspruch eines Historienbilds trat 1873 Katharina Cornaro, der Venedig seine Huldigung
darbringt, auf (Nationalgallerie in Berlin), eine koloristisch meisterhafte, jubelnde Gruppe von Menschen, die nur
der Schönheit ihre begeisterte Huldigung darbringt, aber im Gedanken leer und arm ist. Bald nachher entstanden neben manchen
kleinern Arbeiten der auch in der Charakteristik treffliche Vorhang des neuen
Wiener Stadttheaters und die üppige Kleopatra
(Gallerie in Stuttgart) und, nachdem er den
Winter 1875-76 mit
Lenbach und Leop.
Müller in Ägypten verlebt
hatte, eine antike Spazierfahrt auf dem Nil und (1878 für die Pariser Weltausstellung) der kolossale Einzug Karls V. in
Antwerpen, der, auf einer mißverstandenen Stelle Albr. Dürers beruhend, in der Hauptfigur geistig
unbedeutend, nur eine Verherrlichung des
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mehr
Fleisches genannt wurde (Kunsthalle in Hamburg). Ähnlich verhält es sich mit seinen 1879 vollendeten Fünf Sinnen. In der
Jagd der Diana (1880) dagegen schwang er sich wirklich bis zur Darstellung eines historischen
Vorgangs empor und zeigte sich nicht bloß als Maler, sondern auch als Künstler, der statt bloßer Menschenleiber und
physiognomischer Leerheit ausdrucksvolles Leben darzustellen weiß und sich daneben auch den besten Landschaftern ebenbürtig
zur Seite stellt. Er ist Ehrenmitglied der Akademien zu Berlin, Wien und München.