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Podcast mit Vittorio Santoro
Ab dieser Woche stellen wir in unregelmässigen Abständen, jeweils eine Arbeit vor und bieten manchmal einen Podcast mit den jeweiligen Kunstschaffenden an. Diese Woche beginnen wir mit der neuen Arbeit von Vittorio Santoro.
Vittorio Santoro, Rhinocéros sinon Bérenger (2020)
Vittorio Santoro, Rhinocéros sinon Bérenger (2020), Installationsansicht
Zwei metallische Gegensprechanlagen mit von Hand geschriebenen Nachnamen. Egal wie das Blatt gehalten wird, steht immer eine der Anlagen auf dem Kopf. Die Namen - Rhinocéros und Bérenger - verweisen auf das 1959 uraufgeführte Theaterstück von Eugène Ionesco. Im Stück bricht eine Epidemie von «Rhinocérite» aus, welche nach und nach die Bewohnerinnen und Bewohner eines Dorfes in Nashörner verwandelt. Einzig der Protagonist Bérenger behält bis zum Schluss, auch in seiner Mehrdeutigkeit, seine menschliche Gestalt und schwört, nie zu kapitulieren.
Beim Aufhängen des Bildes wird man vor die Wahl gestellt: will ich Rhinocéros lesen oder Bérenger? Welche ist für mich die «richtige» Ausrichtung? Durch das direkte Einbeziehen der Betrachterin und des Betrachters lädt Vittorio Santoro sie ein, sich mit den zentralen Themen aus Ionescos Stück auseinanderzusetzen, nämlich Konformität, Systemdenken und totalitäre Regimes. Die Wahl des «realistischen» Mediums der Fotografie zur Darstellung der Sprechanlage und die «Trompe-l’œil»-artige Ausführung der Lithografie und des Prägedruckes kontrastieren mit dem surrealen Charakter des Theaterstückes und übertragen in gewissem Sinne die Fiktion in unsere Realität.
Vittorio Santoro, Rhinocéros sinon Bérenger (vergrösserte Darstellung)
Die Werkgruppe Rund um Rhinocéros und Bérenger, umfasst verschiedenste Medien von der Fotografie, über Wand-Tapete bis hin zu Fahnen und Plakaten, Sie wurde in vielen verschiedenen Arten in Portugal, Griechenland und der Schweiz realisiert. Eine Dokumentation verschiedener Ausstellungsansichten finden Sie weiter unten: