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nicht nur ältere Menschen können dieses Delir nach einer Operation erleiden. Auch junge Menschen können betroffen sein. Aber eher selten.
Deshalb in dieser Rubrik.
Postoperatives Delir heißt übersetzt „Bewusstseinstrübung nach einer Operation“. Kennzeichnend sind dabei in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung vor allem Verwirrtheit, Aufmerksamkeitsstörungen, Gedächtnisstörungen, Desorientiertheit, Unruhe und Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus.
Das postoperative Delir stellt gerade bei älteren Patienten ein häufiges Problem dar, dessen Ursachen noch weitgehend unerforscht sind, dessen Auswirkungen für die Patienten jedoch sehr schwerwiegend sein können und sich in einigen Fällen sogar drastisch auf die Lebensqualität oder gar Lebenserwartung auswirken können.
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Offensichtlich ist die Gefahr, dieses Delir zu erleben, ab ca. 75 Jahren immer grösser.
Wenn jemand die Wahl hat, eine Vollnarkose oder eine örtliche Betäubung zu bekommen wegen einer Operation, sollte unbedingt versucht werden, die Op mit einer örtlichen Betäubung durchzuführen.
Inwieweit eine örtliche Betäubung allerdings auch noch "delirische" Folgen haben kann, weiß ich nicht.
Die übliche Behandlung dieses Delirs erfolgt mit Neuroleptika.
Wenn ein Mensch schon in der Situation ist, daß er deliriert - warum auch immer - wäre es natürlich schön, wenn die behandelnden Ärzte und das Pflegepersonal auch wüßten, daß Fluorchinolone da beteiligt sein können:
... Das Spektrum der ZNS-Störungen, die unter einer Chinolontherapie auftreten können, reicht von leichten Reaktionen, wie Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit oder Schlaflosigkeit, bis zu ernsten Zwischenfällen. Diese sind selten (< 0,5 Prozent), doch wurden nach allen bekannten Fluorchinolonen psychotische Reaktionen mit Halluzinationen oder Depressionen sowie Krampfanfälle beschrieben (6).
Die große Gefahr bei diesen ZNS-Reaktionen liegt darin, dass sie verkannt werden können. Entwickelt nämlich ein schwerkranker Patient (und gerade solche erhalten zurecht Fluorchinolone) eine psychische Auffälligkeit, denkt der Kliniker eher an ein Delir oder Durchgangssyndrom. Wird die durch Fluorchinolone verursachte Nebenwirkung nicht diagnostiziert und das Medikament weiter gegeben, ist der Patient hoch gefährdet. Es gilt daher: Der Arzt, der Fluorchinolone verordnet, muss sich am besten täglich ein Bild vom psychischen Zustand seines Patienten verschaffen, zum Beispiel durch ein Gespräch und durch Rückfrage bei den Pflegekräften.
Die ZNS-Wirkungen der Chinolone treten dosisabhängig auf.
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Hier geht es um den Fall einer älteren Dame, die nach einer Op eben dieses Delir hatte. Eine üble Geschichte, die nachdenklich macht und die vor allem klar macht, daß es gut ist, wenn ein Außenstehender mitdenkt und -handelt.
ja, es ist gut, wenn man soweit nur möglich alles regelt.
Wenn man aber wie in diesem Fall eigentlich schon von vornherein einfach "entmündigt" wird und selbst gar keine Möglichkeiten mehr hat, sich zu wehren, ist das unglaublich und einfach nur schrecklich.
Deshalb halte ich es für sehr wichtig, daß man auch für die Aufenthaltsbestimmung jemanden einsetzt, der sich auskennt und der mich kennt. Wenn dann auch noch das Finanzielle es ermöglicht, einen Rechtsanwalt einzuschalten: um so besser.
Grüsse,
Oregano
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Noch ein Artikel zu diesem Thema und ein Abschnitt daraus:
... Ist Prophylaxe möglich?
„Eine gesicherte evidenzbasierte medikamentöse Prophylaxe gegen das Auftreten des Delirs gibt es im Moment noch nicht“, schreiben Siegmund et al. in einer zweiteiligen Übersicht. Auch wenn sich die Häufigkeit des Auftretens nicht senken lässt, ist dies zumindest bei der Dauer und der Stärke bedingt möglich. Kalisvaart et al. konnten bei 430 Patienten mit Hüftoperationen mit der prophylaktischen Gabe von 3mal 0,5 mg Haloperidol zwar nicht die Inzidenz, aber die Dauer des Delirs um im Mittel 6,5 Tage und die Länge des Klinikaufenthaltes um 5,5 Tage verkürzen. Auch Risperidon vor Herzchirurgischen Eingriffen scheint hilfreich zu sein. Obwohl ein abfallender Acetylcholinspiegel maßgeblich für delirante Zustände verantwortlich gemacht wird, bringt die präoperative Gabe eine ACh-Hemmers erstaunlicherweise nichts. Das menschliche Gehirn ist eben doch mehr als das Zusammenspiel eines neurobiochemischen Mobiles.
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...Um die Inzidenz des postoperativen Delirs und des POCD weiter zu senken, werden die Patienten außerdem zu mehreren Zeitpunkten nach der OP auf Delir und kognitive Defizite getestet. Dies ist notwendig, da vor allem Menschen mit einem hypoaktiven Delir kaum auffallen. So zeigen internationale Studien, dass bis zu 84 Prozent aller Betroffenen vom Krankenhauspersonal nicht erkannt und daher auch nicht behandelt werden. Eine effektive Möglichkeit, den Betroffenen zu helfen, ist, sie so bald wie möglich zu mobilisieren. Hörgeräte sollten rasch wieder angelegt und Brillen aufgesetzt, und die Patienten zu Aktivitäten angeregt werden, um sie aus ihrer Passivität herauszuholen.
»Noch immer wird die frühe Behandlung zu sehr unterschätzt«, sagte Spies. Wenn ältere Patienten bereits in ein Pflegeheim eingeliefert sind, ist es meist zu spät. Kann jedoch frühzeitig eingegriffen werden, lässt sich die dauerhafte Schädigung von Gehirnzellen meist verhindern. Auch Angehörige von Operierten sollten daher Auffälligkeiten umgehend melden.
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Etwa im Abstand von einer Woche sind aus meinem Bekanntenkreis zwei rüstige ältere Herren, die sich jeweils nach einem Sturz in Vollnarkose operieren ließen, noch in der Klinik verstorben.
Offenbar kommt es gerade im höheren Lebensalter bei operativen Eingriffen unter Vollnarkose nicht zu selten vor: "Operation gelungen - Patient verstorben".
Alles Gute!
Gerold
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.
die schnelle Mobilisierung kann sicherlich unter einem weiteren Gesichtspunkt nützlich sein: das regt den Stoffwechsel an und somit auch die Ausscheidung der in den Narkosemitteln enthaltenen und für den Körper giftigen Stoffe.
Früher, als Äther o.ä. angewendet wurde, übergaben sich die Patienten nach der OP sehr häufig und entsorgten somit die Rückstände des Äthers. Ich weiß nicht, ob damals dieses Delir seltener auftrat, könnte mir das aber durchaus vorstellen.
Hinzu kommt, daß Übelkeit und Erbrechen nach der OP heute mittels Medikamenten verhindert werden, was es dem Körper unmöglich macht die Schadstoffe los zu werden. Bleiben sie jedoch im Körper, werden sie dort, wenn auch abgeschwächt, weiter wirken, obwohl das nicht gewollt ist. Dieses "Weiterwirken" könnte das Delir verewigen, denn das Gehirn wird weiterhin narkotisiert und so an seinen normalen Prozessen gehindert.
Was während der OP erwünscht war, setzt sich also teilweise danach fort. Daher sollten m.E. keine Medikamente verabreicht werden, die Übelkeit und Erbrechen verhindern - so unangenehm das sein mag, der Körper tut genau das Richtige wenn er erbricht... Er wird den "Schweinkram" wieder los...