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Late Talker – Late Bloomer
Es gibt Kinder, die spät zu sprechen beginnen.
Ab dem Alter von zwei Jahren spricht man von „Late Talker“, also „Spätentwicklern“ („Spätsprechern“), wenn Kinder weniger als 50 Wörtern sprechen.
Man nimmt heute an, dass ein verspäteter Sprechbeginn die Sprachentwicklung gefährden kann.
Die Bezeichnung „Late Bloomer“, also „Spätblüher“ trifft auf diejenigen Kinder zu, welche nach einem späten oder ausbleibenden Sprechbeginn plötzlich mit dem Sprechen anfangen.
Diese Kinder holen ihre Altersgenossen rasch auf, so dass sie im Alter von drei Jahren über einen altersgemässen Wortschatz verfügen.
Wenn Ihr Kind mit zwei Jahren noch nicht spricht, oder wenn Ihnen auffällt, dass seine Altersgenossen mehr sprechen, so muss dies also noch kein Grund zur Sorge sein. Eine Untersuchung des Gehörs ist empfehlenswert.
Wenn Ihr Kind mit drei Jahren noch nicht oder nur wenig spricht, ist eine logopädische Beratung oder Abklärung sinnvoll.
Wie kann ich dem Kind helfen?
Es ist aus logopädischer Sicht wichtig, bei verzögertem Spracherwerb früh mit der Sprachförderung zu beginnen, damit das Kind seine weitere Entwicklung möglichst ungestört durchlaufen kann.
Nach einer Beratung oder Abklärung muss nicht in jedem Fall eine Therapie folgen.
Die Logopädin/ der Logopäde kann sich dabei ein Bild von der Sprache Ihres Kindes machen und wird Ihnen danach erklären, welcher nächste Schritt ihrer/ seiner Meinung nach sinnvoll wäre.
Mutismus („mutus“ bedeutet „stumm“ auf lateinisch)
Manchen Menschen – und damit auch manchen Kindern – „fehlt“ die Möglichkeit zu sprechen, obwohl sie es organisch gesehen eigentlich könnten. Sie haben also keine körperliche Einschränkung, die sie am Sprechen hindert.
Mutismus ist nicht mit dem gewöhnlichen „fremdeln“ zu verwechseln.
Ihr Kind kann Zeiten haben, in denen es sich an Sie klammert und mit „Fremden“ nicht sprechen will. Dabei kann der/ die „Fremde“ auch eine dem Kind bekannte Person sein.
Dies ist eine normale Phase in der kindlichen Entwicklung.
Manche Kinder „fremdeln“ stärker und über eine längere Zeit hinaus als andere.
Ein mutistisches Kind schweigt.
Es vermeidet häufig auch den Blickkontakt zu anderen Menschen und zieht sich aus Spielen mit Anderen zurück.
Das Schweigen kann „selektiv“ oder „total“ sein.
Ist es „selektiv“, so spricht das Kind nur in bestimmten Situationen und mit bestimmten Personen.
Es kann z.B. sein, dass es in der Familie und bei den Grosseltern spricht, im Kindergarten aber schweigt und sich dort von den anderen Menschen zurückzieht.
Ist das Schweigen „total“ so spricht das Kind mit niemandem mehr.
Wie kann ich dem Kind helfen?
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind nicht „fremdelt“, sondern dass es sich mit seinem Schweigen von der Umwelt zurückzieht, so ist es wichtig, dass Sie sich Hilfe holen.
Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten.
Verschiedene Therapieformen kommen in Frage, darunter eine logopädische, eine heilpädagogische oder eine psychologische.
Wenden Sie sich an den logopädischen oder schulpsychologischen Dienst Ihres Wohnorts oder an Ihren Kinderarzt für Adressen und Kontakte.