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Bronze für Camille Balanche
Die Schweizer Downhill-Mountainbikerin Camille Balanche gewinnt ihre zweite WM-Medaille. Nach dem Sensationssieg im Vorjahr wird die 31-jährige Neuenburgerin im italienischen Val die Sole Dritte.
Die Schweizer Downhill-Mountainbikerin Camille Balanche gewinnt ihre zweite WM-Medaille. Nach dem Sensationssieg im Vorjahr wird die 31-jährige Neuenburgerin im italienischen Val die Sole Dritte.
Obwohl sie sich wenige Stunden vor dem Rennen bei einem Sturz eine Zerrung in der Wade zugezogen hatte, musste sich Balanche einzig den Französinnen Myriam Nicole und Marine Cabirou geschlagen geben. Für Nicole, 2020 Zweiter hinter Balanche, ist es der zweite WM-Titel nach 2019.
Nicole meisterte die mehr als vier Minuten lange Abfahrt fast fünf Sekunden schneller als Cabirou und mehr als sechs Sekunden schneller als Balanche. Die Schweizerin ihrerseits sicherte sich den Podestplatz mit einem starken Finish. Bei der ersten Zwischenzeit nach 45 Sekunden lag sie noch an achter Stelle und bei der letzten an vierter. «Ich bin extrem zufrieden. Nach dem Sturz am Morgen wusste ich nicht, was noch möglich ist. Die Strecke ist sehr schwierig, ich fuhr am Limit und unter Schmerzmitteln», sagte Balanche im SRF-Interview.
Mit dem Gewinn der zweiten WM-Medaille unterstrich die Späteinsteigerin Balanche erneut, dass sie sich in der Weltspitze etabliert hat. Als Juniorin noch Schweizer Meisterin und Seriensiegerin im Fechten, dann vorübergehend als Skispringerin in den Spuren ihres Vaters, dem ehemaligen Weltcupspringer Gérard Balanche, später mit dem Eishockey-Nationalteam an der WM 2008 in China und auf Pikett für die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver, sattelte das Multitalent erst mit 27 Jahren aufs Mountainbike um.
Dort benötigte sie keine grosse Anlaufzeit: 2018 gewann sie EM-Bronze und ein Jahr später Gold, 2020 WM-Gold und nun Bronze. Im laufenden Weltcup liegt sie dank dem Auftaktsieg in Leogang und zwei Podestplätzen punktgleich mit Nicole an der Spitze.
Siegenthaler bei Derniere in Top 10
Balanches Landsfrau und Partnerin Emilie Siegenthaler schaffte es in ihrem letzten WM-Rennen zum achten Mal in die Top 10. Die 34-jährige Bielerin, die ihren Rücktritt auf Ende Saison angekündigt hat, verbesserte ihre Zeit aus der Qualifikation um acht Sekunden und wurde Zehnte. «In einigen Passagen hatte ich mit meiner kleinen Körpergrösse etwas Mühe. Aber ich kann zufrieden sein, ich bin ohne grossen Fehler durchgekommen», bilanzierte sie.
Siegenthaler stand im Downhill-Weltcup (bislang) dreimal auf dem Podest. Als bestes WM-Ergebnis stehen die 5. Plätze 2012, 2016 und 2017. Begonnen hatte die studierte Psychologin ihre Mountainbike-Laufbahn im Cross-Country. Dort sicherte sie sich als Juniorin 2004 den EM-Titel, feierte sie Weltcupsiege und war sie Schweizer Meisterin. Bis zum Saisonende bleiben noch drei Weltcuprennen.
Swiss Cycling reist mit sechs Medaillen von den Titelkämpfen im Trentino ab. Als Highlight steht der neunte WM-Triumph von Nino Schurter vor Landsmann Mathias Flückiger im olympischen Cross-Country.