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Nach einer mehrjährigen Phase von sinkenden Honigpreisen kam es im Verlaufe des Sommer und Herbst 2016 zu einer kurze und nur mit argentinischem Honig realisierbaren Phase von besonders günstigen Einstandspreisen. Diese ist sehr schnell in einen ausgeprägten, starken Preisanstieg übergegangen. Mehrere Gründe haben zu dieser turbulenten Preisentwicklung beigetragen.
Vorab hat die neue Ernte in weiten Teilen Lateinamerika mit grosser Verzögerung begonnen und entsprechend weniger lang angedauert. In Argentinien, dem grössten Honigexporteur Lateinamerikas hat die Ernte mit bis zu zwei Monaten Verspätung begonnen und ist dadurch um knapp 1/3 geringer ausgefallen wie eine normale Ernte. Statt üblicherweise ersten Verschiffungen im Februar konnte Argentinien signifikante Mengen erst im April verschiffen.
Auch in Mexiko, dem zweitwichtigsten Honigproduzenten Lateinamerikas war die Ernte wenig erfreulich. Die Imker waren zuversichtlich in die neue Ernte gestartet. Dann kam aber eine ungewöhnlich lange andauernde Trockenperiode und die für eine gute Blütenentwicklung nötigen Niederschläge im Februar und März blieben vollständig aus. So konnte sich keine Vegetation entwickeln und es gab bis anfangs Mai praktisch keinen Nektarfluss. Die Imker sahen sich gezwungen die Bienenvölker mit Zucker zu füttern damit ein Überleben möglich war. Immerhin ist der lange ersehnte Regen in der Zwischenzeit doch noch eingetroffen und die Ernte konnte begonnen werten. Nun hofft man darauf, dass die normalerweise ab Mitte Mai bis Mitte Juni einsetzende Regenperiode, welche dann bis in den Herbst anhalten kann auch erst mit Verzögerung eintreffen wird. Dies könnte mindestens einen Teil der Ernteeinbussen im Frühjahr wieder wettmachen.
Diese unglücklichen Ernteentwicklungen in Lateinamerika sind auf ungewöhnliche Wetterkapriolen in grossen Teilen Süd- und Nordamerikas zurückzuführen. So hatte es auf der Pazifikseite viel zu oft und viel zu intensiv geregnet und dafür auf der Atlantikseite viel zu geringe Niederschläge gegeben.
Ein weiterer Grund für den schnellen Preisanstieg ab Herbst 2016 war die sich plötzlich abzeichnende Verfügbarkeitsproblematik von Honigrohwaren die den hohen Qualitätsanforderungen der europäischen Märkte genüge leisten konnten. Die wenigen noch entsprechenden Mengen hatte das Preiskarussell schnell nach oben gehievt.
Im Honigmarkt sind nach einigen Jahren der relativen Ruhe wieder turbulentere Zeiten angebrochen. Sind es nicht klimatischen Bedingungen die den Markt bewegen, so sind es Rückstände im Honig von unerlaubten Tierarzneimitteln (durch schlechte Herstellpraxis bei den Imkern) oder natürlichen Kontaminanten (Pyrrolizidinalkaloide abgekürzt PA) die unbeabsichtigt durch die Bienen eingetragen werden und immer wieder zu Marktverwerfungen führen können.
Die Ernte für die handgeöffneten Walnüsse aus Chile hat dank guten und stabilen Witterungsverhältnissen in den vergangenen Monaten eine gute Woche früher begonnen werden können als normal. Bisher ist die Ernte qualitativ und farblich sehr erfreulich angelaufen
Eine gewisse Nervosität besteht auf Seiten der Anbieter, welche sich aus den letztjährigen Erfahrungen begründen lässt. Hatte doch letztes Jahr die Ernte auch gut angefangen und wurde zu günstigen Preisen verkauft um nur wenige Tage danach mit sehr starken und langanhaltenden Regenfällen konfrontiert zu werden. (Bild einer Plantage 2016 nach dem starken Regen)
Später geerntete Nusssorten (vor allem der Sorte Chandler) wurden qualitativ durch die Regenfälle stark beeinflusst. Statt die Nüsse maschinell zu ernten und zu trocknen, konnten letztes Jahr die schweren dazu benötigten Maschinen nach den Regenfällen nicht mehr in die Plantagen fahren. Der Boden war viel zu nass und sumpfig. Dadurch blieben die Nüsse zu lange am Boden und wurden dunkler oder teilweise knallgelb.
Der Markt hat danach reagiert und ist innerhalb kürzester Zeit um rund CHF 3.00/kg gestiegen wo er seither verharrt ist.
Durch gute Ernteaussichten und Überhänge aus der letzten Ernte stehen dem Markt genügen Haselnüsse zur Verfügung. Daher sind die Preise für Käufer aktuell auf einem attraktiven Preisniveau. In der letzten Woche hat Frost über 700 müM für einen Preisanstieg gesorgt. In tieferen Lagen sollte der Frost grundsätzlich kein Thema mehr sein, aber um Frostschäden ganz ausschliessen zu können müssen wir wohl noch bis Ende April abwarten. Berichten zu Folge wurden seit Jahresbeginn einige Lieferung mit zu hohen Aflatoxinwerten abgewiesen, wetiere Detail dazu sind jedoch nicht bekannt.
Zum Saisonstart 2016 legten die Preise stetig zu. Diese Entwicklung ist begründet durch Meldungen von Frost, leeren Hülsen und einer gesamthaft schlechten Ernte aus der Türkei. Mit der Schätzung von 400‘ – 450‘ mt lag das türkische Landwirtschaftsministerium im Juli vom letzten Jahr nicht weit von der effektiven Ernte entfernt. Bekannterweise sind die Sträucher in der Türkei überaltert und dadurch auch anfälliger für Schäden. Die Exporte sind im Vergleich zum Vorjahr um 18% zurückgegangen. Aufgrund der Überhänge aus dem Vorjahr stehen voraussichtlich, trotz schlechter Ernte genügend Haselnüsse zur Verfügung. Seit Saisonbeginn wurden ca. 106‘ mt exportiert, was deutlich unter dem Vorjahr liegt. Der Preisdruck durch Überhänge, alternative Ursprünge und aufgrund der schwachen Türkische Lira machen die Angebote im Moment attraktiv.
Viel Regen und Schnee in Kalifornien haben dazu geführt, dass sich die Dürresituation sehr zugunsten der Mandelanbauer entwickelt hat. Dank endlich wieder sehr guten Füllständen der grossen Wasserreservoirs wird das Wasserproblem zumindest in der kommenden Ernte 2017 aus den Schlagzeilen fallen und nicht mehr als eines der Schlagwörter für die Mandelpreisfindung benutzt werden können.
Neben dem Regen hat auch die kalte Witterung im Winter zu einer für die Bäume wichtigen Ruhephase geführt. Beides sind gute Voraussetzungen für eine mögliche neue Rekordernte. Es verwundert deshalb nicht, dass viele Offerten für neue Ernte 2017 bereits im Markt sind. Die Käufer sind aber angesichts der positiven Stimmung noch zurückhaltend und wollen zuerst die Blütezeit, die in wenigen Wochen beginnt, abwarten.
Zwar ist auch die aktuelle Ernte 2016 in den vergangenen Wochen und Monaten günstiger geworden, doch gibt es einige Vorbehalte, ob die reibungslose Versorgung bis zur Ankunft der neuen Ernte 2017 gesichert ist oder ob es nicht doch zu einer engen Angebotssituation im Sommer kommen wird. Bekanntlich wurden in den vergangenen Monaten viel verschifft und auch die Zahl der bereits verkauften aber noch nicht verschifften Ware, zeigen hohe Werte an.
Es wird spannend zu beobachten, wie die Blütezeit voranschreitet. Wenn alles gut läuft, könnten wir noch günstigere Mandelpreise als die bereits vorliegenden sehen. Aber bekanntlich steigt auch das Risiko für einen abrupten Preissprung nach oben, wenn nicht alles nach Plan läuft.