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Fettgeschwulst
oder Lipom, eine häufig vorkommende krankhafte Geschwulst, welche vorwiegend aus Fettgewebe (Bindegewebe und großen, mit flüssigem Fett gefüllten Zellen) besteht und ganz der Fettmasse entspricht, die bei wohlbeleibten Menschen in großer Verbreitung im Körper, namentlich im Unterhautzellgewebe, vorkommt. Die Form dieser Geschwülste ist gewöhnlich eine länglichrunde, mehr oder weniger gelappte; ihre Größe schwankt von der eines Hanfkorns bis zum Umfang eines Mannskopfes und darüber; ja wiederholt sind derartige Geschwülste beobachtet worden, die ein Gewicht von 15 bis 20 kg und noch mehr besaßen. Am häufigsten kommen Lipome, welche vorwiegend eine Krankheit des mittlern und höhern Lebensalters sind, aber auch in jüngern Lebensjahren und selbst angeboren sich vorfinden, im Unterhautzellgewebe des Halses, Rückens, Nackens, der Schultergegend, der Extremitäten und des Bauchs, seltener an fettlosen Stellen vor; ihr Wachstum ist meist ein außerordentlich langsames.
In der Regel machen
Fettgeschwulst gar keine
Beschwerden und werden vom
Kranken gewöhnlich erst bemerkt, wenn sie
bis zu einer erheblichen
Größe herangewachsen sind; nur wenn sie sehr groß werden, können sie durch ihr Gewicht oder durch
ihren Druck auf die benachbarten Organe lästig und beschwerlich fallen. Immer aber sind sie gutartige
Geschwülste, die stets
ein rein
örtliches Übel darbieten und niemals wiederkehren, wenn sie einmal gründlich mit dem
Messer
[* 2] entfernt wurden.
Bezüglich der Entstehung der Lipome haben neuere Untersuchungen ergeben, daß sie sich besonders an denjenigen Körperstellen bilden, welche durch spärlichen Haarwuchs und durch eine geringe Zahl von Talg- und Schweißdrüsen ausgezeichnet sind. Zuweilen handelt es sich um nervöse Störungen, besonders z. B. bei den symmetrisch auftretenden Lipomen. Die Behandlung kann nur in der Ausschälung der Geschwulst vermittelst des Messers bestehen, da alle übrigen dagegen angewandten Mittel sich völlig nutzlos erwiesen haben.