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Tagesbericht vom 21.06.2008
Der längste Tag des Jahres – für uns ein reiner Fahrtag. Wir fahren etwa dreihundertvierzig Kilometer bis in den International Camping von Timisoara (Position Nord 45° 46' 15.8'' und Ost 21° 16' 5.3''). Dafür brauchen wir, mit einem kurzen Einkaufsstopp unterwegs, acht Stunden. Allerdings machen wir auch noch einen Umweg von einer halben Stunde, weil wir eine Abzweigung verpassen. Die lange Fahrzeit steht in direktem Zusammenhang mit den Rumänischen Strassen- und Verkehrsverhältnissen. Gute Strassenabschnitte wechseln sich ab mit sehr schlechten. Schlecht heisst, dass der Teerbelag teilweise fehlt und dadurch Löcher entstanden sind oder dass die Strasse starke Fahrrillen aufweist. Es kommt auch vor, dass der Strassenbelag bereits mit einer Maschine aufgeraut wurde, damit später (wann?) ein neuer Belag eingesetzt werden kann. Viele Strassenabschnitte sehen zudem aus wie ein Flickteppich; hier ein wenig Teer, da ein neuer Streifen Belag. Das ergibt dann einen recht holprigen Untergrund. Als das Schlimmste allerdings empfinde ich die Querhumps, die sich ergeben, wenn die ganze Strassenbreite mit einem neuen Belag überzogen wurde, nur eben einige Zentimeter höher als der alte. Diese „Hindernisse“ sind von Auge kaum wahrzunehmen und schütteln das Fahrwerk tüchtig durch. Andere Hindernisse sind die Baustellen, oft mit Lichtsignalen versehen und nur einseitig befahrbar. Meist bilden sich vor diesen Ampeln lange Autokolonnen. Schaltet die Ampel dann irgendwann von grün auf rot fahren noch mindestens 10 Autos durch. Dies hat zur Folge, dass die entgegenkommenden Autos bei grün nicht losfahren können. Das Chaos ist dann perfekt.
An einer Tankstelle suche ich die Toilette auf. Ein Englisch sprechender Autostopper kommt auf mich zu, und fragt, ob wir ihn nach Adra mitnehmen könnten. Ich verneine. Erstens haben wir keine weitere Sitzmöglichkeit im Sir James und zweitens fahren wir nicht nach Adra sondern nach Timisoara. Er begreift das sofort und fügt dann an, er kenne uns noch aus Ani. Ani? Ich erinnere mich. Das war die Ruinenstadt, welche wir im Südosten der Türkei, ganz an der Armenischen Grenze besucht hatten. Der Autostopper war anscheinend zur selben Zeit auch dort gewesen. Er hat – nicht uns - sondern Sir James sofort wieder erkannt.