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Eine bewundernswerte Frau
- Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe
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Ich liebe diese Reihe im Aufbau Verlag, in der es Künstlerbiografien in Romanform gibt. Ich habe Ihnen aus dieser Reihe bereits das Buch „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs über Lucia Joyce vorgestellt, sowie „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe“ von Michelle Marly über Coco Chanel. Die Autorin Mary Basson kannte ich ... Ich liebe diese Reihe im Aufbau Verlag, in der es Künstlerbiografien in Romanform gibt. Ich habe Ihnen aus dieser Reihe bereits das Buch „Die Tänzerin von Paris“ von Annabel Abbs über Lucia Joyce vorgestellt, sowie „Mademoiselle Coco und der Duft der Liebe“ von Michelle Marly über Coco Chanel. Die Autorin Mary Basson kannte ich bisher noch nicht. Und ich habe auch nicht mehr über sie herausfinden können, als hier bei thalia.de steht. Mary Basson beginnt ihren Roman über die Malerin Gabriele Münter, genannt Ella, im Jahr 1902. Da weilt Gabriele Münter mit einigen anderen Malschülern des Professor K. am Kochelsee. Zu diesem Zeitpunkt hat sich schon eine zarte Beziehung zwischen der 25 jährigen Gabriele und dem 9 Jahre älteren Wassily Kandinsky entwickelt. Was Ella allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist, das Kandinsky noch verheiratet ist. Doch das tut ihrer Liebe zu ihm keinen Abbruch. Und so erzählt Mary Basson auf 448 Seiten von dieser ungewöhnlichen Beziehung zwischen diesen beiden Malern, die eigentlich schon 1914 mit dem Ausbruch des 1. Weltkriegs zu Ende ist. Doch Ella wird Kandinsky nicht mehr los, denn sie hat noch Bilder von ihm. Und diese Bilder werden sie Zeit ihres Lebens verfolgen. Mary Basson hat ihren Roman in 5 Teile geteilt und endet mit dem Tag 1957, an dem Gabriele Münter ihre Bilder von Kandinsky offiziell dem Lenbachhaus in München vermacht. Herausgekommen ist ein sehr spannend zu lesender Roman über eine ungewöhnliche Frau und Malerin. Die Autorin beschreibt die wichtigsten Stationen im Leben Gabriele Münters. Ihr Leben an der Seite eines Visionärs der Kunst, der die Sichtweise sowohl in der Theorie als auch in der Praxis vollständig umgebrochen hat. Allerdings blieb sie bis zur Trennung immer die Frau an der Seite von Kandinsky. Und obwohl er ihre Gemälde anscheinend bewundert hat, hat er sie doch trotz alledem klein gehalten. Und dann kam der 1. Weltkrieg. Und plötzlich war Wassily Kandinsky ein feindlicher Ausländer. Gabriele Münter hat nie wirklich verwunden, dass er nach dem 1. Weltkrieg nicht zu ihr zurückgekehrt ist, bzw. sich nicht einmal mehr persönlich bei ihr gemeldet hat. 1927 hat sie im privaten allerdings noch einmal eine neue Chance im Leben bekommen und den Kunsthistoriker Johannis Eichner kennengelernt, mit dem sie bis zu seinem Tode 1958 zusammengeblieben ist. Dieses Buch ist ein Roman. Er verschafft einen ersten und ausgesprochen interessanten Einblick in das Leben der Malerin. Ich persönlich hätte mir noch deutlich mehr über die Zeit des Blauen Reiters gewünscht, als auch, wie Gabriele Münter und Johannis Eichner die Zeit des 3. Reichs überstanden haben. Doch hierzu müsste ich dann noch weitere Biografien lesen. Am Ende des Buches hat mir ein Nachwort gefehlt, welches aufzeigt, ob die Texte innerhalb des Romans, die Johannis Eichner zugeschrieben werden, authentisch sind. Ebenso wie die Briefe, die im Buch abgedruckt sind. Ich gehe aber einmal davon aus. Und wenn Sie das Buch lesen, behalten Sie entweder einen Google-fähigen PC oder ein Smartphone oder einen Bildband mit den Bildern der beiden Künstler parat, denn Sie werden im Laufe der Lektüre immer einmal wieder nachschlagen wollen, welche Bilder die Autorin gerade beschrieben hat. Eine ausgesprochen interessante Romanbiografie über eine Frau, die wieder einmal im Schatten eines großen Mannes bleiben musste. Leider ein Phänomen, das sich immer wiederholt.