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Wurde bei Ihnen eine Kyphose diagnostiziert, dann leiden Sie unter einer Krümmung der Wirbelsäule im Bereich der Brust, welche stark ausgeprägt ist und zu einem Rundrücken oder Buckel führt. Jetzt erfahren Sie alles zur Kyphose, deren Ursachen und möglichen Therapieansätzen.
Bei jedem Menschen ist die Brustwirbelsäule auf natürliche Weise leicht nach hinten gekrümmt. Bei einer Kyphose kommt es zu einer übermäßigen Krümmung der Wirbelsäule im Lendenbereich (Lordose-Zone). Eine stark ausgeprägte Kyphose ist im aufrechten Stand deutlich erkennbar.
Je nach Ursache äußern sich bei einer Kyphose die folgenden Symptome:
Oftmals tritt eine Kyphose zusammen mit einer Skoliose auf, bei welcher die Wirbelsäule seitlich verkrümmt und zudem verdreht und versteift ist.
Die Diagnose einer Kyphose ist aufgrund der deutlich sichtbaren Krümmung recht einfach möglich. Zur Diagnosesicherung wird ergänzend eine Röntgenuntersuchung durchgeführt.
Die Ursachen für eine Kyphose sind sehr unterschiedlich. Eine Unterteilung lässt sich in angeborene und erworbene Kyphosen vornehmen.
Angeborene Kyphosen entstehen in der Regel durch Fehlbildungen der Wirbelkörper.
Ursachen für erworbene Kyphosen sind
Wachstumsstörung der Wirbelkörper ( Morbus Scheuermann)
Unterscheidungen der einzelnen Kyphosen lassen sich zunächst nach der Struktur vornehmen:
Nach ICD-10 erfolgt außerdem folgende Klassifizierung:
Je nach Ausprägungsgrad der Erkrankung kommen unterschiedliche Therapieansätze in Frage.
Entscheidend für die Wahl der passenden Therapie sind folgende Faktoren:
Wurde bei Ihnen nur eine leichte Form der Kyphose diagnostiziert, ist ein Training der korrekten Körperhaltung mit regelmäßigen Übungen für die Rückenmuskulatur ausreichend. Treiben Sie regelmäßig Sport, um Fehlstellungen zu verbessern.
Bei rechtzeitiger Diagnose der Erkrankung können physiotherapeutische Maßnahmen sowie das Tragen eines Korsetts zum Ausgleich der Fehlstellungen beitragen, ohne dass ein operativer Eingriff notwendig wird. Zur Schmerzlinderung kommen Analgetika oder Antiphlogistika zum Einsatz.
Eine Operation wird meist dann in Erwägung gezogen, wenn es sich um eine voranschreitende Kyphose handelt. Damit soll eine schwere Kyphose, wie sie nach Wirbelkörperbrüchen auftreten kann, verhindert werden. In folgenden Fällen kann eine Operation angezeigt sein:
Liegt eine angeborene Kyphose vor, ist eine baldige Operation im Kindesalter ratsam. So lässt sich neurologischen und motorischen Folgen beim Kind entgegenwirken.
Liegen Wirbelbrüche vor, dann wird eine Kyphoplastie durchgeführt. Dieser minimalinvasive Eingrifft erfolgt mittels Röntgendurchleuchtung in Bauchlage. Operiert wird unter Vollnarkose, über kleine Einschnitte werden ein oder zwei Ballone eingeführt, die den gebrochenen Wirbel aufrichten. Durch das Aufblasen entsteht ein Hohlraum, der dann mit Knochenzement aufgefüllt wird. Das trägt zur Stabilisierung der Wirbelkörper und der Vermeidung eines weiteren Einbrechens bei.
Das Verfahren der Spondylodese kann ebenfalls zur Stabilisierung der Wirbelsäule angewandt werden. Dabei werden instabile Wirbelkörper mit dem benachbarten Wirbel verbunden, wodurch die Stabilität der Wirbelsäule mit physiologischer Krümmung wiederhergestellt wird. Für die Verbindung werden Stäbe, Platten und Schrauben verwendet. Diese Implantate verbleiben im Körper und sollen in die Wirbelkörper einwachsen. Über einen dünnen Schlauch, der beim Wundverschluss eingebracht wird, kann Blut und Wundflüssigkeit abfließen. Im Anschluss an das Einlegen des Schlauchs und das Verschließen der Wunde wird diese vernäht und mit einem Pflaster abgeklebt.
Eine Zementauffüllung im Rahmen einer Kyphoplastie birgt vor allem ein Risiko: den Austritt von flüssigem Knochenzement aus den Wirbelkörpern. Grundsätzlich geht auch eine Vollnarkose mit bestimmten Risiken einher, die der Anästhesist Ihnen im Aufklärungsgespräch aufzeigt.
Nach der Operation kann das Narkosemittel zu Übelkeit, Kopfschmerzen oder auch Schwindel führen.
Weiterhin können durch den Hautschnitt Krankheitserreger in den Organismus gelangen und so zu Infektionen führen. Sitzen die bei einer Spondylodese eingebrachten Implantate nicht sicher, ist mitunter ein weiterer Eingriff zur Repositionierung notwendig.
Bettruhe ist nach einer Kyphoplastie nicht notwendig. Schon wenige Stunden nach dem Eingriff sind normale Bewegungen mit Unterstützung einer Begleitperson möglich. Empfohlen wird allerdings eine Korsettversorgung für kurze Zeit. Bereits während der Operation wird zur Vermeidung postoperativer Schmerzen ein Schmerzkatheter gelegt, der einige Tage verbleibt. Wird eine Spondylodese durchgeführt, dann wird ein Krankenhausaufenthalt für etwa vier bis sechs Tage angeraten.
Generell ist als langfristige Therapie ein rückengerechtes Verhalten sowie eine konsequente Durchführung von Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur unumgänglich.
Besteht der Verdacht einer Kyphose, dann sind Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie die ersten Ansprechpartner. Operationen werden ebenfalls von diesen Ärzten durchgeführt, sofern sie über eine Weiterbildung in Richtung Wirbelsäulenchirurgie verfügen.