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Ratsuchende sollen eine 0900-Hotline wählen. Dauert das Gespräch, wie in Aussicht gestellt, zwölf Minuten, kostet dies 50 Franken (in der Einführungsphase 30 Franken). Dann schickt die SBS einen Einschreibebrief an die Firma oder Behörde und fordert eine Stellungnahme. Kein konkreter Rat oder der Versuch einer Einigung – viel Geld für eine bescheidene Leistung.
Wer will, kann für 249 Franken einen Dreiminutenfilm über sein Problem drehen lassen, der auf der Videoplattform Youtube gezeigt werden soll. Oder für satte 899 Franken eine «Protestversammlung vor dem Haus des Angeschuldigten» kaufen: Die SBS organisiert eine Handvoll bezahlter Demonstranten, die für «lautstarken Protest» sorgen und Flugblätter verteilen.
Vereinspflicht für Mitarbeiter
Zweifelhaft ist auch der Anspruch der SBS, eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation zu sein. Von den 50 Franken, die ein Anruf kosten soll, fliessen nur zehn Franken an den Mitarbeiter, der ihn entgegennimmt. Dieser muss zudem zuerst für 119 Franken SBS-Vereinsmitglied werden.
Abzüglich der Swisscom-Provision bleiben der SBS über 30 Franken pro Fall für die Sekretariatsarbeit sowie allgemeine Unkosten. Dazu zählen «Geschäftsfahrzeuge». Wozu eine rein im Internet und am Telefon präsente Firma Autos braucht, wollte SBS-Präsident Max Bopp nicht erklären.