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Die folgende Zusammenfassung basiert auf IAEO-Informationen.
Fenster des Kernkraftwerks Süd-Ukraine beschädigt
Die Ukraine habe die IAEO darüber informiert, dass ein Beschuss in der Nähe des Kernkraftwerks Süd-Ukraine eine Explosion verursacht habe. Der Beschuss habe sich frühmorgens am 19. September 2022 ereignet und es seien drei Stromleitungen in Mitleidenschaft gezogen und Fenster beschädigt worden, so IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi. Gemäss Angaben der Ukraine hat sich die Explosion etwa 300 Meter vom Kernkraftwerk Süd-Ukraine entfernt ereignet. Zu den betroffenen Stromleitungen gehöre keine der 750 Kilovolt-Leitungen, die das Kernkraftwerk mit dem Netz verbinde.
Der ukrainische Kraftwerksbetreiber NNEGC Energoatom habe der IAEO unabhängig davon mitgeteilt, dass die drei Reaktoren des Kernkraftwerks Süd-Ukraine weiterhin normal arbeiteten und dass keine Mitarbeiter verletzt worden seien. Zudem seien die drei Stromleitungen nach kurzer Zeit automatisch wieder angeschlossen worden, hiess es. Das Kernkraftwerk Süd-Ukraine liegt rund 250 km vom Kernkraftwerk Saporoschje entfernt, dem grössten in Europa.
Ausfall der Backup-Stromleitung im Kernkraftwerk Saporoschje
Die IAEO informierte auch darüber, dass am 18. September in Saporoschje die Backup-Stromleitung unterbrochen worden sei, über die das Kernkraftwerk Saporoschje via Schaltanlage des nahegelegenen Wärmekraftwerks mit Strom aus dem ukrainischen Netz versorgt werde. Die Ursache habe nicht sofort festgestanden. Obwohl sich die sechs Reaktoren in Saporoschje im Zustand der Kaltabschaltung befinden, also heruntergefahren wurden, benötigt das Kernkraftwerk noch Strom für das «Sicherstellen wesentlicher Sicherheitsfunktionen». Das Kernkraftwerk werde von einer externen 750-kV-Stromleitung versorgt, habe nun aber keine Backup-Stromleitung mehr zur Verfügung, schrieb die IAEO und schätzte dies als instabil und heikel ein.
«Das Kraftwerk befindet sich inmitten eines Kriegsgebiets, und seine Stromversorgung ist alles andere als sicher und geschützt. Deshalb muss dort dringend eine Schutzzone für die nukleare Sicherheit und Sicherung eingerichtet werden», sagte Grossi. Er werde «im Laufe dieser Woche zu den Vereinten Nationen nach New York reisen, um auf hoher Ebene über eine solche Schutzzone für die nukleare Sicherheit und Sicherung rund um das Kernkraftwerk Saporoschje zu beraten, das in den letzten zwei Monaten häufig beschossen wurde».
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilung, 19. September 2022