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Auf dem Areal der einstigen Römervilla befand sich im 7. Jahrhundert ein Friedhof. Die Verstorbenen ruhten auf dem Rücken mit dem Kopf im Westen und dem Blick gegen Osten, wie die Solothurner Staatskanzlei am Freitag mitteilte.
Einige Gräber enthielten Beigaben. Im Grab einer Frau fand sich eine opulente Gürtelschnalle aus Eisen, während ein Mann mit seinem Kurzschwert bestattet worden ist. Diese beiden Fundstücke zeigen, dass Oensingen im Frühmittelalter in der Kontaktzone zweier Kulturkreise lag, wie es in der Medienmitteilung heisst.
Die Gürtelschnalle ist ein charakteristischer Bestandteil der Frauentracht der Romanen, die vor allem im Gebiet westlich von Oensingen beheimatet waren. Das Kurzschwert hingegen ist eine typische Beigabe der Alemannen, die ab dem 7. Jahrhundert vorwiegend östlich von Oensingen lebten.
Nachdem im vergangenen Winter verschiedene Räumlichkeiten der römischen Villa entdeckt wurden, kommt nun der Ostflügel des Gebäudes zum Vorschein. Hier befanden sich Wohn- und Repräsentationsräume, die mit Mörtelböden und farbigen Wandmalereien ausgestattet waren.
Neben den Gebäuderesten bringt die Ausgrabung verschiedene Kleinfunde wie Münzen oder Keramikscherben zum Vorschein. Die im 2. Jahrhundert erbaute Residenz wurde wohl im 3. Jahrhundert durch einen Brand zerstört. Die Ausgrabungen, die wegen Bauprojekten an die Hand genommen wurden, dauern bis November. (sda)