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Nachdem Franz Lehár mit DIE LUSTIGE WITWE im Jahr 1905 am Theater an der Wien die Lunte zu seinem raketengleichen Aufstieg in den Operettenhimmel gezündet hatte - der Erfolg beim Publikum stellte sich erst allmählich ein – erhoffte sich die Direktion des Hauses von ihm einen weiteren Kassenmagneten. Ein solcher gelang dem Komponisten schlussendlich mit dem am 12. November 1909 uraufgeführten DER GRAF VON LUXEMBURG. Den Anekdoten um die angeblich eher flüchtige Entstehung – Lehár soll das Werk in nur drei Wochen skizziert und später mit den Worten "Der Schmarrn ist fertig" abgegeben haben – setzte der Komponist später selber entgegen: "Es war bestellte Arbeit, ja, aber schon nach der ersten Note begann ich mich in das Buch zu verlieben. In drei Monaten war ich fertig und beim Durchblättern der Partitur sagte ich mir: das ist vielleicht die ursprünglichste Musik, die du je geschrieben hast."
Bei der von Robert Stolz dirigierten Uraufführung wurde DER GRAF VON LUXEMBURG vom Wiener Publikum mit stürmischem Beifall aufgenommen und danach mehr als 300 Mal en suite aufgeführt.
Eine sehr freie Nachdichtung in zwei Akten von Basil Hood und Adrian Rosson lief mit Lehárs Musik unter dem Titel THE COUNT OF LUXEMBOURG ab dem 20. Mai 1911 in Londons Daly’s Theatre 240 Mal und war auch ein grosser Erfolg im Jahre danach im New Yorker New Amsterdam Theatre. 1926 wurde ein Stummfilm auf der Basis dieser Version gedreht.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland geriet Lehárs Schaffen in Misskredit. Seine Frau Sophie war Jüdin und zahlreiche seiner künstlerischen Weggefährten zählten zur jüdischen Gemeinschaft. Trotzdem feierte DER GRAF VON LUXEMBURG am 4. März 1937 unter Lehárs Leitung in Berlin am Theater des Volkes Premiere. Für diesen Anlass erstellte der Komponist eine zweite, seither verbindliche Fassung, die er unter anderem durch ein Handlungsterzett und ein Couplet sowie zusätzlichen Tanznummern ergänzte.