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Research
Der Stifter war Pfarrer in Wuppenau, einem Pfarrdorf am Nollen nordöstlich von Wil (SG) mit vielen Weilern (Bezirk Münchwilen TG). Bereits im 9. Jahrhundert besass das Kloster St. Gallen in Wuppenau Grund und Boden. Bis 1798 bildeten Schönholzerswilen und Wuppenau im Thurgau das sogenannte Berggericht, ein sanktgallisches Niedergericht. Die Kollatur der 1275 erwähnten Kirche besass die Komturei Tobel von spätestens 1396 bis 1809. 1530 übernahm Wuppenau die Reformation. Gerichtsherr und Kollator bedrängten nach 1531 die Reformierten und 1562 wurden die Pfründen geteilt. 1564–1714 besuchten die Reformierten den Gottesdienst in Neukirch an der Thur, seither in Schönholzerswilen.
Im Jahre 1257 wird in Wuppenau erstmals ein Priester urkundlich erwähnt. Ab 1567 stand die 1638 erwähnte “nicht sehr gross, aber recht und wie sich’s gebührt gebaute” Kirche St. Martin von Wuppenau nach den Reformationswirren wieder den Katholiken zur Verfügung. Vom im Jahre 1567 verbrieften Recht der evangelischen Mitchristen zu einer Abendmahlspredigt an den Nachheiligtagen (Ostern, Pfingsten und Weihnachten) wird bis auf den heutigen Tag Gebrauch gemacht. 1703 erfolgte ein Neubau der Kirche, welche später dem heutigen Gotteshaus Platz machen musste. In den Jahren 1890–1897 wurde die Kirche von Wuppenau nach Plänen von August Hardegger im neugotischen Stil vollständig erneuert. Von der alten Kirche aus dem Jahre 1703 blieb nur der Turmstock übrig. Der alte Turm, der zwischen 1679 und 1688 errichtet worden war, wurde erhöht (Knoepfli, 1955, S. 379-394).
Rahmenpfeiler mit übereinander gestellten Figuren stellte oft der Winterthurer Glasmaler Tobias Erhart dar (vgl. TG_101, TG_1681). Es war aber eine kompositorische Gestaltung, die auch von älteren Glasmalern verwendet wurde. Ein Beispiel ist die von Heinrich Forer, Konventual im Stift St. Gallen, 1579 in Auftrag gegebene Figurenscheibe im Historischen Museum St. Gallen (Egli, Bd. 2, Taf. 12). Diese kann nicht von Erhart (*1569) stammen. In stilistischer Hinsicht lässt sich kein Glasmaler eindeutig als Schöpfer der vorliegenden Scheibe bestimmen. Ausser Erhart kämen etwa auch Wolfgang Breny aus Rapperswil, Caspar Spengler aus Konstanz oder Melchior Schmitter aus Wil in Frage.
Die Scheibe wird genannt in:
Galerie Stuker, 2010, Nr. 7629.
Dating
1590
Original Donator
Hüfly, Kaspar, Pfarrer Wuppenau
Previous Location
Owner
Seit 2013 Historisches Museum Thurgau
Previous Owner
2010 Galerie Stuker, Bern · 2010–2013 Fritz Kummer, Bonstetten
Inventory Number
T 44959