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Marie Götschmann wurde am 29. August 1923 in der Hofmatt bei Überstorf als drittes von sieben Kindern den Eltern Peter und Marie Götschmann-Schmutz geschenkt. Mit fünf Schwestern und einem Bruder verbrachte sie wohlbesorgt ihre Kinderjahre. Die Schule besuchte sie in Überstorf. 1939 musste der Vater für sechs Jahre in den Aktivdienst und Marie übernahm als Sechzehnjährige mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Edwin und ihrer Mutter die Arbeiten im Landwirtschaftsbetrieb. Auf den Feldern in Hanglage und ohne Maschinen war die Arbeit mühsam. Als ihr Vater 1954 erst 61-jährig starb, übernahm ihr Bruder Edwin den Bauernbetrieb. Marie nahm vermehrt auswärts Arbeiten an, vor allem im Restaurant zum Schlüssel. Eine Saison war sie auch auf dem Schwyberg. Doch immer wieder half sie zu Hause.
Als Pfarrer Heribert Gruber die Leitung der Pfarrei Flamatt übernommen hatte, wurde Marie seine Pfarrhaushälterin. Sie engagierte sich mit grosser Leidenschaft in Küche und Garten und begleitete den Pfarrer auch auf Spaziergängen, Ausflügen und Besuchen. Sie fühlte sich sehr wohl und konnte sich entfalten. Umso tiefer war sie erschüttert, als Pfarrer Gruber am 9. April 1986 bei einem Lawinenunglück verstarb. Der tiefe Glaube zum Herrgott und zur Muttergottes half ihr, diese schwere Zeit zu überstehen. Sie übernahm dann im Bildungszentrum Burgbühl Küchen- und Gartenarbeiten und war eine geschätzte Mitarbeiterin. Mit dem Moped fuhr sie bei jedem Wetter nach St. Antoni.
Im Frühling 1992 bezog sie eine Wohnung an der Oberdorfstrasse in Überstorf, um in ihrem Heimatdorf den Lebensabend zu geniessen. Sie sammelte Kräuter und stellte Teemischungen her. Zu Fuss oder mit dem Velo besuchte sie die Familien ihrer Geschwister und half dort im Garten. Am samstäglichen Berner Markt half sie am Verkaufsstand ihrer Schwester Zita und derer Familie und war eine geschätzte Verkäuferin. Sie nahm gerne am täglichen Gottesdienst teil oder betete zur Muttergottes in der Lourdes-Grotte im Birchwald. Ihr unerschütterlicher Glaube gab ihr Kraft, ebenso die Wallfahrten. Sie war zweimal in Lourdes.
Am 20. Oktober 2009 trat Marie Götschmann ins Heim Auried in Flamatt ein. Gerne trug sie Gedichte vor, so auch an ihrem 91. Geburtstag–zur Freude der Besucher und des Personals. Am 19. Februar 2015 erlitt sie einen Schlaganfall. Nach einer Nacht im Spital kehrte sie ins Heim zurück, um dort liebevolle Palliativpflege zu erfahren. Am 24. Februar 2015 ist sie im Besein ihrer Angehörigen friedlich eingeschlafen. Eing.