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100 Jahre MG Schmitten - ein Rückblick
Es begann 1890…
Bis gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts war das kulturelle Leben
Schmittens vorwiegend nach Düdingen hin ausgerichtet, zu dessen Gemeinde und Pfarrei der Ort damals noch gehörte. Schmitten wurde erst 1894 zur selbständigen Pfarrei und nach zähem Ringen 1922 auch politisch als selbständige Gemeinde von Düdingen getrennt. Parallel zu diesen Bemühungen regte sich in Schmitten damals der Wunsch nach kultureller Eigenständigkeit. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung bildete 1877 die Gründung des Cäcilienvereins. Dreizehn Jahre später, am 19. Juni 1890, wurde die erste Musikgesellschaft gegründet. Sie zählte 19 Mitglieder, Präsident war Alois Emmenegger, Dirigent Peter Zollet von Pfaffenholz, der Bruder von Christoph Zollet, welcher damals Lehrer in Schmitten war.
Die Geschichte der ersten Musikgesellschaft war aber nur von kurzer Dauer. Als Grund für die Auflösung ist Folgendes nachzulesen: «Die Tätigkeit dieser Gesellschaft hört auf, weil der Dirigent älter und schwach wurde.»
Inserat in den «Freiburger Nachrichten» für einen musikalischen Anlass in
Bösingen, an welchem auch die 1. Musikgesellschaft Schmitten teilnahm.
Ein zweiter Versuch folgte…
Es dauerte einige Jahre, bis ein zweiter Versuch unternommen wurde, eine Musikgesellschaft zu gründen. In der Gründungsurkunde steht unter anderem der Satz: «Folgende Mitglieder sind mit der Gründung einer neuen Musikgesellschaft einverstanden und erklären sich bereit, ihr Möglichstes dazu beizutragen.» Dreissig Mitglieder sind aufgeführt. Dirigent war Lehrer Meinrad Zollet. Doch auch die Geschichte dieser zweiten Musikgesellschaft sollte leider nur von kurzer Dauer sein. Der Weisse Sonntag des Jahres 1905 wurde für sie zu einem ausgesprochen schwarzen Tag. Die Musikanten waren sich nicht einig, ob während der Erstkommunionfeier in der Kirche oder erst nach dem Gottesdienst vor der Kirche gespielt werden soll. Diese Meinungsverschiedenheiten waren offenbar so heftig, dass sich die Streithähne nicht mehr versöhnten und den Verein kurzerhand auflösten!
Die 2. Musikgesellschaft, welche leider auch keinen langen Bestand hatte…
Beim dritten Anlauf klappte es…
Am 9. Mai 1919 ereignete sich in der Stadt Freiburg ein spektakuläres Unglück, welches weit über die Kantonsgrenze hinaus für Aufsehen und Bestürzung sorgte. Ein Lastwagen durchbrach bei der Fahrt über die imposante, vom französischen Ingenieur Joseph Chaley von 1838 bis 1840 erbaute Hängebrücke über das Galterntal, die Fahrbahn und stürzte in die Tiefe. Im «Freiburger Volkskalender» von 1920 wird über das tragische Ereignis Folgendes berichtet:
«Ein mit Stämmen beladener Lastwagen fuhr daher. Die Brücke war gerade nur auf einer Seite fahrbar, weil auf der anderen Hälfte die Laden erneuert wurden. Die allzu grosse Last am äussersten Brückenrande, die augenblicklich sozusagen nur an einem einzigen Drahtseil hing, sprengte die Schlaufe dieses Seils und zerriss nacheinander mehrere andere. Vom Tal aus sah man zuerst einige Balken sich lösen und in der freien Luft schwanken. Dann plötzlich krachte es, ein entsetzlicher Schrei des Führers erscholl, der schwere Wagen sank mit Balken und überstürzte sich, 75 Meter tief in den Abgrund fallend.»
Die Hängebrücke über das Galterntal 1919 nach dem Unfall
Ein halbes Jahr nach dem tragischen Unglück in Freiburg gab es aus Schmitten weitaus Erfreulicheres zu berichten. Dort wagten sich ein halbes Dutzend Initianten erneut an die Gründung einer Dorfmusik, fünfzehn Jahre, nachdem die zweite Musikgesellschaft aufgelöst wurde. Es waren fast alles junge Burschen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren, beseelt vom Wunsch, selber Musik zu machen. Zum Teil waren es Söhne oder Enkel von ehemaligen Mitgliedern der beiden gescheiterten Musikgesellschaften. Eine wichtige Rolle spielte Joseph Roggo aus Heitiwil, liebevoll «Musikpapa» genannt. Die Burschen gingen zu ihm in die Ausbildung. Ein Initiativkomitee wurde gebildet und am Schalttag des Jahres 1920, am 29. Februar, fand in der «Pinte» in Berg die Gründungsversammlung statt.
Emil Schmid, Inhaber einer kleinen Wagnerei und Sakristan in der Pfarrei
Schmitten, wurde zum ersten Präsidenten dieser neuen Musikgesellschaft gewählt. Als Dirigent konnte Joseph Roggo verpflichtet werden. Weiter wurden die folgenden Personen in den Vorstand gewählt:
- Pius Jungo, Schmitten, als Vizepräsident
- Alfred Kissling, Schmitten, als Sekretär
- Linus Zosso, Burg, als Kassier
- Alfons Lehmann, Moosacker, als Beisitzer
Die Mitglieder mussten ein Eintrittsgeld von zehn Franken und einen Monatsbeitrag von einem Franken bezahlen. Als Dirigentenhonorar verlangte Joseph Roggo lediglich den vollen Einsatz aller Musikanten. Wohl aufgrund der Erfahrungen mit den ersten beiden gescheiterten Versuchen, eine Dorfmusik zu gründen, wurde in den Statuten folgender Satz aufgenommen: «Die Musikgesellschaft darf nicht aufgelöst werden, wenn mindestens 6 Mitglieder das Fortbestehen verlangen.»
Emil Schmid Joseph Roggo
Gründungs-Präsident Erster Dirigent
Das Schicksal war der Musikgesellschaft gut gesinnt und ihr blieb ein erneutes Scheitern, respektive ein «Absturz» erspart - anders, als dem bedauernswerten Führer des Lastwagens, der samt seinem Gefährt von der Hängebrücke in Freiburg stürzte - sie entwickelte sich zu einem prosperierenden und erfolgreichen Verein, der seinen festen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde einnahm. Gleich zu Beginn wurde sie aber auf eine harte Bewährungsprobe gestellt. Wegen der zu dieser Zeit ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche wurde über die ganze Region ein stricktes Versammlungsverbot verhängt. Aus diesem Grund durften die Musikanten natürlich auch nicht mehr für die Proben zusammenkommen - offiziell jedenfalls nicht. Auf Schleichwegen begaben sie sich trotz des Versammlungsverbotes nach Heitiwil zu ihrem Dirigenten Joseph Roggo, wo in der heimeligen Stube fleissig geprobt wurde.
Erfreuliche Entwicklung…
An der Hauptversammlung von 1921 wurde beschlossen, dem Kantonalen Musikverband beizutreten. Der erste öffentliche Auftritt erfolgte am Ostermontag des gleichen Jahres. In Berg wurde die von den Familien Brülhart und Emmenegger gestiftete Kapelle durch den neuernannten Bischof Marius Besson eingeweiht. Die Musikgesellschaft durfte diesen feierlichen Anlass musikalisch umrahmen.
Die Teilnahme am Kantonalen Musikfest 1921 in Düdingen mit dem Wettstück «Festa di Campagna» war eine besondere Herausforderung und der musikalische Höhepunkt des ersten Vereinsjahres.
1922 spielte die Musikgesellschaft am Weissen Sonntag zur Feier der Erstkommunion - diesmal ohne sich zu zerstreiten (…). Sie nahm an der Fronleichnamsprozession teil und umrahmte die Primiz von P. Franz Emmenegger musikalisch. Ausserdem weihte sie die erste Vereinsfahne.
Kantonales Musikfest 1921 in Düdingen
1924 wurde eine Bühneneinrichtung beschafft. Diese wurde für die alljährlich aufgeführten Theater benötigt. Mit diesen Theateraufführungen sowie mit Lottos und Gartenfesten wurde die Vereinskasse gespiesen.
1926 konnte die erste Uniform angeschafft werden, was die Vereinskasse mit dem für damalige Verhältnisse respektablen Betrag von Fr. 4822.50 belastete. Im gleichen Jahr musste Dirigent Joseph Roggo aus beruflichen Gründen nach Payerne umziehen. Von dort kam er entweder per Bahn oder per Auto nach Schmitten an die Proben. Der Reihe nach wurden alle Autobesitzer in der ganzen Gemeinde angefragt, den Dirigenten gratis oder für ein kleines Entgelt in Payerne abzuholen und nach der Probe wieder nach Hause zu bringen. Manchmal hat Joseph bei seinem Sohn in Heitiwil übernachtet und einmal soll es sogar vorgekommen sein, dass er sich nach der Probe zu Fuss auf den langen Heimweg machte, und erst in den frühen Morgenstunden im Broyestädtchen ankam. Der wegen des weiten Weges sehr beschwerliche Probenbesuch bewegte Joseph Roggo schliesslich schweren Herzens zur Demission.
1927 wurde Peter Schmutz aus Flamatt zum Dirigenten gewählt. Joseph Roggo wurde zum ersten Ehrenmitglied der Musikgesellschaft ernannt. Ebenfalls 1927 wurden die Proben von der «Pinte» in Berg ins Schulhaus nach Schmitten verlegt.
1929 begleitete die Musikgesellschaft die Schützen an das Eidgenössische Schützenfest in Bellinzona. In der Chronik steht, dass die Musikanten während zwei Jahren monatlich einen Betrag in die Reisekasse einbezahlten, um die Reisekosten zu decken. In besonders guter Erinnerung blieben den Musikanten die Ausflüge zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso, zum hübschen Örtchen Castagnola am Fusse des Monte Brè und auf die Insel Isola-Bella im Lago Maggiore.
Die Musikanten und Schützen am Eidg. Schützenfest 1929 in Bellinzona
Leider war es dem Dirigenten Peter Schmutz nur kurze Zeit vergönnt, die Musikgesellschaft Schmitten zu leiten. Eine unheilbare Krankheit beendete im Jahre 1930 das junge Leben. Als Nachfolger wurde sein Bruder Moritz Schmutz gewählt.
In den folgenden Jahren wurden verschiedene Bezirks- und Kantonalmusikfeste besucht, Konzerte und Ständchen gegeben, Theater aufgeführt sowie Lottos und gesellige Ausflüge organisiert.
Der Kriegsausbruch 1939 brachte einen harten Einschnitt in das Vereinsleben. Wegen der Mobilmachung konnte nur noch selten geprobt werden.
Das 25-jährige Bestehen kann gefeiert werden…
1945 feierte die Musikgesellschaft ihr 25-jähriges Bestehen. In seiner Festansprache brachte Präsident Peter Jungo-Rappo seine Erleichterung über das Ende des zweiten Weltkrieges wie folgt zum Ausdruck: «Endlich, 1945, werden die Waffen niedergelegt, die ganze Welt atmet auf und hofft, die Völker mögen sich wieder finden, sich verstehen und begreifen, dass jedermann berechtigt ist, sein Brot zu verdienen. Das Jahr 1945 ist das 25-jährige Jubiläumsjahr unserer Gesellschaft, das uns nach langem, hartem Ringen zu strenger Schulung wieder mahnen muss, damit wir unsere Aufgabe erfüllen können, die wir als Musikanten zu erfüllen haben. Möge nun wieder ein neuer Geist aufleben, ein zäher Geist, wie ihn die Gründer hatten, das walte Gott...»
Die Musikgesellschaft 1945 anlässlich der Feier ihres 25-jährigen Bestehens
1947 wurde die Sensler-Tracht angeschafft. «Eine schöne Anzahl Mitglieder bestritten persönlich die Gestehungskosten ihrer Tracht» kann in der Chronik nachgelesen werden. Wohl auch dank der Tracht wurde die Musikgesellschaft in den folgenden Jahren immer wieder an interessante Anlässe im In- und Ausland eingeladen. So nahm sie zweimal am Unspunnenfest in Interlaken sowie an verschiedenen Eidgenössischen und Kantonalen Trachten- und Jodlerfesten teil. Sie beteiligte sich an der Schweizerischen Trachtenwallfahrt nach Rom. Sie nahm am Oktoberfest in München teil und sie wurde an die Landmaschinen-ausstellung in Le Mans (Frankreich) eingeladen.
1952, nach 23-jähriger erfolgreicher Tätigkeit als Dirigent, demissionierte
Moritz Schmutz. Sein Nachfolger wurde Francis Bays aus Freiburg.
1953 fand das Eidgenössische Musikfest quasi vor der Haustüre statt. Für die Musikgesellschaft Schmitten war es daher selbstverständlich, an diesem Grossanlass in der Stadt Freiburg teilzunehmen.
1958 ist der Gründungspräsident Emil Schmid gestorben. Im gleichen Jahr demissionierte Dirigent Francis Bays. Sein Nachfolger wurde Michel Ayer aus Freiburg.
1960 wurde Emil Vaucher zum Präsidenten gewählt. Während 15 Jahren diente Emil als Schweizergardist im Vatikan. Dort besuchte er das Konservatorium und war Mitbegründer der päpstlichen Gardemusik. Nach dem 2. Weltkrieg kehrte er in seine Heimat zurück. Emil war ein ausgezeichneter Trompeter und ein engagierter Präsident. In seinem ersten Amtsjahr beschloss die Musikgesellschaft die Beschaffung von neuen Uniformen und Instrumenten. Das von Käsermeister Peter Boschung präsidierte Komitee organisierte eine sehr erfolgreiche Spendensammlung.
Rundumerneuerung…
Der 1. Juli 1962 war für die Musikgesellschaft Schmitten ein denkwürdiger Tag. Dank der ausserordentlich erfolgreichen Sammlung, welche zwei Jahre zuvor durchgeführt wurde, konnte ausser den Instrumenten und Uniformen auch noch eine neue Fahne geweiht werden. Anlässlich eines Festgottesdienstes und dem anschliessenden Umzug präsentierte sich die Musikgesellschaft mit Stolz und grosser Dankbarkeit der Bevölkerung von Schmitten. Fahnenpaten waren Berta Boschung, Gattin des OK-Präsidenten Peter Boschung, und Alois Zosso, Metzgermeister in Schmitten.
Nach vier Jahren als musikalischer Leiter gab Dirigent Michel Ayer den Taktstock an seinen Nachfolger Eduard Sallin aus Ueberstorf weiter.
Fahnenweihe 1962 mit den Fahnenpaten Berta Boschung und Alois Zosso
1966 wurde Franz Lauper als Nachfolger von Emil Vaucher zum Präsidenten gewählt. Im Juni nahm die Musikgesellschaft Schmitten am Eidgenössischen Musikfest in Aarau teil. Der Chronist notierte zu diesem Anlass Folgendes: «Wir spielen in der 3. Klasse und schliessen sehr gut ab. Kranz mit 7 Goldeinlagen sowohl im Marsch wie in den 2 Ouvertüren. In Schmitten wird uns ein sehr herzlicher Empfang zuteil.»
Einen ganz besonderen Höhepunkt in ihrer Geschichte erlebte die Musikgesellschaft Schmitten im Mai 1968. Als offizielles Musikcorps nahm sie an der dreitägigen Eidgenössischen Trachtenwallfahrt nach Rom teil und durfte unter anderem auf dem Petersplatz vor dem Petersdom musizieren.
Die stolzen Schmittner Musikanten 1968 vor dem Petersdom im Vatikan
Das halbe Jahrhundert ist geschafft…
Am 3. Mai 1970 feierte die Musikgesellschaft in familiärem Rahmen ihr 50-jähriges Bestehen. Mit Genugtuung konnte auf ein halbes Jahrhundert Vereinsgeschichte zurückgeblickt werden. Dass dies nicht selbstverständlich war, zeigten die schwierigen Anfänge. Just im Jubiläumsjahr erfolgte am 23. Mai die Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Düdingen.
Kantonales Musikfest 1970 in Düdingen
1971 demissionierte Dirigent Eduard Sallin. Sein Nachfolger wurde Gerhard Horner aus Heitenried. Neben den üblichen Auftritten nahm die Musikgesellschaft im Juli am Eidgenössischen Jodlerfest in Freiburg teil und am 1. Oktober spielte sie bei der Eröffnung des «Comptoir de Fribourg».
Der Höhepunkt des Vereinsjahres 1974 war die Teilnahme am Umzug anlässlich des Eidgenössischen Trachtenfestes in Zürich. «Um 14 Uhr begann der Umzug mit 5000 Mitwirkenden und geschätzten 180'000 Zuschauern» - steht in der Chronik.
Das erste «Friesenheid-Fest» wird erfolgreich durchgeführt…
1976 wurde eine weitere Neuinstrumentierung beschlossen. Für die Organisation wurde ein Instrumentenkomitee mit Josef Boschung als Präsident gegründet. Um die Finanzierung zu sichern, wurden zwei Anlässe organisiert. Am 29. Mai wurde auf dem Bauernhof der Familie Rudaz das 1. «Friesenheid-Fest» durchgeführt. Diesem Fest war wohl auch wegen der originellen Umgebung ein ausserordentlich grosser Erfolg beschieden. Weitere «Friesenheid-Feste» sollten folgen. Vom 29. bis 31. Oktober wurde ein grosses Dorffest organisiert. Auch dieser Anlass war ein voller Erfolg. Der Reinerlös dieser beiden Veranstaltungen überstieg die kühnsten Erwartungen.
Ebenfalls 1976 demissionierte Dirigent Gerhard Horner. Sein Nachfolger wurde Eduard Sallin, welcher nun zum zweiten Mal die musikalische Leitung übernahm.
Im September 1977 reiste die Musikgesellschaft nach München an das Oktoberfest. Seiner Begeisterung über diesen Grossanlass gab der Chronist wie folgt Ausdruck: «Sicher war diese Reise für jeden Beteiligten ein Erlebnis ersten Ranges. Wie gerne erinnern wir uns an den Auftritt im Zirkus Krone, an den über sechs Kilometer langen Festumzug durch die Strassen und Gassen Münchens, vorbei an unglaublich vielen Zuschauern, an das Hin und Her in der Grossstadt und an das bunte Treiben auf der Theresienwiese, wo es sich unser Präsident Hubert Rudaz nicht nehmen liess, vor grossem Publikum eine Münchner Blaskapelle zu dirigieren.»
Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsjahr 1977 war die Einweihung der neuen Instrumente.
Die Musikgesellschaft Schmitten 1977 am Oktoberfest in München
Die Jugendmusik wird gegründet…
1979 wurde vom Vorstand beschlossen, eine Jugendmusik zu gründen. Mit dem regelmässigen Zusammenspiel und den öffentlichen Auftritten sollte der Unterricht für die Jungmusikantinnen und Jungmusikanten in Zukunft attraktiver gestaltet werden.
Im Mai wurde das 2. «Friesenheid-Fest» auf dem Bauernhof der Familie Rudaz organisiert. Auch bei der zweiten Austragung war diesem Fest ein grosser Erfolg beschieden.
Im Juni wirkte die Musikgesellschaft bei der Einweihung des Sportplatzes Gwatt mit.
Am 12. April 1980 eröffnete die neu gegründete Jugendmusik unter der Leitung von Toni Waeber das Jahreskonzert. Im Mai nahm die Musikgesellschaft am Kantonalen Musikfest in Treyvaux teil. Als Selbstwahlstück wurde «Hymnische Bläsermusik» von Kurt Weber und als Aufgabenstück «Petite ouverture romantique» von Jean Balissat aufgeführt. Die Teilnahme an diesem Musikfest war nicht von grossem musikalischem Erfolg gekrönt. Die schlechten Bewertungen durch die Experten widerspiegelten die Spannungen zwischen dem Dirigenten und den Musizierenden. Aufgrund der unbefriedigenden Situation reichte Dirigent Eduard Sallin seine Demission ein. Nachfolger wurde der in Schmitten wohnhafte Bündner Dirigent Franz Kohler.
1981 fand das erste von Dirigent Franz Kohler organisierte Probe-Wochenende in Falli-Hölli bei Plasselb statt. Aufgrund der fast vollzähligen Teilnahme konnte davon ausgegangen werden, dass diese Art von intensiver Probearbeit von allen Musikantinnen und Musikanten geschätzt wird. Alle später organisierten Probe-Wochenenden wiesen ebenfalls eine sehr gute Beteiligung aus.
Am 2. Juni 1984 nahm die Jugendmusik Schmitten erstmals am Kantonalen Jugendmusikfest in Prez-vers-Noraz teil und schnitt sehr erfolgreich ab. Am 30. September wurde die neue Fahne geweiht. Im Jahresbericht von Präsident
Erwin Lehmann kann dazu Folgendes nachgelesen werden: «Die feierliche Weihung unserer neuen Fahne darf sicher als Höhepunkt des Vereinsjahres bewertet werden und wird als Markstein in unsere Vereinsgeschichte eingehen. Wir haben dies ganz besonders unseren neuen Fahnenpaten Edith Vonlanthen und Kanis Lehmann zu verdanken. Sie haben sich nicht nur spontan für das Ehrenamt zur Verfügung gestellt, sondern auch die Anschaffung und die Finanzierung der neuen Fahne übernommen.»
Der feierliche Gottesdienst wurde von Herrn Pfarrer Moritz Boschung zelebriert. Für ihn war es die letzte liturgische Handlung in Schmitten, bevor er die Pfarrei verliess. Die Fahnenpaten Edith Vonlanthen und Kanis Lehmann waren beide vielen Jahren treue und grosszügige Freunde und Gönner der Musikgesellschaft Schmitten. Besonders enge Beziehungen zur Musikgesellschaft hat Edith Vonlanthen. Ihr Vater, Joseph Vonlanthen, war von 1927 bis 1962 Fähnrich und ein ausgesprochen treuer Musikfreund. Edith hat diese Freundschaft weitergeführt und sich bis heute durch besondere Grosszügigkeit gegenüber der Musikgesellschaft ausgezeichnet. Jahrzehntelang war es zum Beispiel Brauch, dass die Musikantinnen und Musikanten an Fronleichnam nach dem Tagwachtblasen bei der Fahnenpatin einkehren durften, wo sie jeweils mit einem fürstlichen Frühstück bewirtet wurden. Auch das Dessert an der jährlichen Hauptversammlung wird von ihr offeriert, und bei der Finanzierung von Konzertstücken für die jährlichen Galakonzerte kann die Musikgesellschaft auch immer auf das Wohlwollen der Fahnenpatin zählen.
Fahnenweihe 1984 mit den Fahnenpaten
Edith Vonlanthen und Kanis Lehmann
In der 1. Stärkeklasse angekommen…
1985 war für die Musikgesellschaft ein besonderes Jahr. Die Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Murten in der 1. Stärkeklasse war der musikalische Höhepunkt in der bisherigen Vereinsgeschichte. Möglich machte dies vor allem Dirigent Franz Kohler. Präsident Erwin Lehmann schrieb in seinem Jahresbericht: «Mit viel strenger Probenarbeit hat uns Dirigent Franz Kohler gewissenhaft auf diesen wichtigen Wettbewerb vorbereitet.» Als Selbstwahlstück wurde «Jubelhymnus» von Paul Huber aufgeführt und von den Experten mit 156.5 Punkten bewertet. Als Aufgabenstück musste das Stück «Triptyque» von Jaques Aeby vorgetragen werden, es wurde mit 151.5 Punkten bewertet. Für den Marschmusikwettbewerb wurde bei regnerischem Wetter der Marsch «Musikus» des Sensler Komponisten Erwin Neuhaus aufgeführt und mit 33.5 Punkten bewertet.
1986 wurde neben den üblichen Auftritten das 3. «Friesenheid-Fest» erfolgreich durchgeführt.
1987 nahm die Musikgesellschaft Schmitten am Festumzug anlässlich des 5. Eidgenössischen Ländlermusikfestes in Martigny teil. Dieser vom «Verband Schweizer Volksmusik» organisierte Grossanlass findet alle 4 Jahr statt, wobei die Romandie alle 16 Jahre Gastgeberin ist.
Die Höhepunkte im Vereinsjahr 1988 waren das Bezirksmusikfest in Rechthalten sowie zwei weitere interessante Anlässe: Im Juni wurde die Musikgesellschaft an den Kreismusiktag nach Zürich-Witikon eingeladen und im Oktober konnte sie an einer folkloristischen Veranstaltung der Schweizerischen Bankgesellschaft unter dem Motto «Freiburg grüsst Burgdorf» teilnehmen. Durch das Programm führte die Volksmusik- und Fernsehlegende Wysel Gyr.
1989 wurde die Einweihung von zwei bedeutenden Bauwerken in Schmitten musikalisch umrahmt: Im September konnte die Bahnüberführung dem Verkehr übergeben werden und im November wurde das Alters- und Pflegeheim Sonnmatt feierlich eröffnet.
1990 war der musikalische Höhepunkt die Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Marly, galt es doch, das gute Resultat, welches 5 Jahre zuvor in Murten in der 1. Stärkeklasse erzielt wurde, zu bestätigen. Es gelang! Seine Freude darüber zeigte Präsiden Erwin Lehman im Jahresbericht: «Viele interessierte Zuhörer verfolgten spannungsgeladen unseren Vortrag der Wettstücke in der grossen Turnhalle von Marly. Für das Selbstwahlstück «Jubilee Ouverture» von Philip Sparke und für das Aufgabenstück «Jubelhymnus» von Paul Huber erhielten wir je 151 Punkte. Für die darauffolgende Marschmusikaufführung wurden wir mit 38.5 Punkten ausgezeichnet. Mit diesem grossartigen Resultat waren wir sehr zufrieden und durften mit berechtigtem Stolz feststellen, dass wir uns zu den besten Musikgesellschaften im Sensebezirk zählen können. Für diesen erneuten Erfolg danke ich vor allem unserem vorzüglichen Dirigenten Franz Kohler und auch allen Musikantinnen und Musikanten für den grossen Einsatz und das erfreuliche Mitmachen.»
1991 demissionierte Dirigent Franz Kohler. Sein Nachfolger wurde Bruno Hayoz aus Murten. Unter der Leitung von Franz Kohler
erlebte die Musikgesellschaft einen beeindruckenden musikalischen Aufschwung. In den fast elf Jahren seines Wirkens stieg sie von der 3. in die 1. Stärkeklasse auf und schloss am Kantonalen
Musikfest in Marly als zweitbeste Gesellschaft des Sensebezirkes ab. Franz Kohler kümmerte sich auch intensiv um die musikalische Ausbildung des Nachwuchses und legte damit den Grundstein für die
erfreuliche Entwicklung. Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz wurde er an der Hauptversammlung zum Ehrendirigenten ernannt.
Kleider machen Leute…
Im Mai 1992 wurde das 4. «Friesenheid-Fest» wieder mit grossem Erfolg durchgeführt. Die Einnahmen dienten zur Finanzierung einer neuen Uniform. Anstelle der altehrwürdigen schwarzen, eher militärisch streng wirkenden Uniform, wurde eine elegante, zeitlose Kleidung beschafft. Der modische Anzug soll den jugendlichen Elan, der in der Musikgesellschaft herrscht, auch nach aussen hin dokumentieren. Am 27. September wurde die neue Uniform eingeweiht.
1993 wurde der 1. Tonträger in der Geschichte der Musikgesellschaft produziert. Das Programm des Galakonzertes wurde auf Musikkassetten aufgenommen. Die Aufnahme fand grossen Anklang und entsprechend schnell waren die Kassetten verkauft. «Musikkassetten – what the hell ist denn das?», werden sich die jungen Leute heute fragen (…).
1994 war die Musikgesellschaft an den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Pfarrei Schmitten engagiert. Im September wurde nach einem längeren Unterbruch wieder ein Familienausflug organisiert. Die Reise führte in die Innerschweiz. Der herrliche Spätsommertag inmitten einer grandiosen See- und Berglandschaft, die Wanderung auf dem «Weg der Schweiz» entlang des Urnersees, die anschliessende Schifffahrt, das Mittagessen in Seelisberg und die Heimfahrt über den Brünig werden noch lange in guter Erinnerung bleiben.
Es kann auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückgeblickt werden!
1995 wurden die Musikantinnen und Musikanten nach Abschluss des Fronleichnam-Tagwachtblasens zum 50. Mal von der Fahnenpatin Edith Vonlanthen zum Frühstück eingeladen. Im Mai nahmen sie am Kantonalen Musikfest in Broc teil. Mit dem Selbstwahlstück «Theatre Music» von Philippe Sparke und dem Aufgabenstück «Jambo» von Pascal Favre erreichte sie den guten 10. Rang in der 1. Stärkeklasse.
Vom 8. bis 10. September fand das 75-Jahr-Jubiläum der Musikgesellschaft Schmitten statt. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wurde dank der Initiative von Toni Waeber das erste «Sensler-Jugendmusiktreffen» durchgeführt.
1996, nach einem 30-jährigen Unterbruch, nahm die Musikgesellschaft
Schmitten in Interlaken wieder an einem Eidgenössischen Musikfest teil. Als Selbstwahlstück wurde die «Sinfonia Nobilissima» von Robert Jager und als Aufgabenstück «Latin Symphonette» Morton Gould aufgeführt.
Die Musikgesellschaft Schmitten 1996 am Eidg. Musikfest in Interlaken
1997 wurde zwecks Förderung der regionalen Zusammenarbeit gemeinsam mit den Musikgesellschaften Alterswil, Bösingen, Ueberstorf und Wünnewil die «RegiJugiMusik Sense Nord» gegründet. Jungmusikantinnen und Jungmusikanten der fünf Vereine proben einmal im Monat zusammen und treten an Konzerten der 5 Musikgesellschaften auf.
Vorwiegend zur Pflege der Kameradschaft diente im Juni der Ausflug ins deutsche Lienheim-Hohentengen bei Waldshut, wo die Musikgesellschaft an einem regionalen Musikanlass teilgenommen hat.
1998 war die Musikgesellschaft Schmitten gleich zweimal Gast in Tafers. Im Mai fand dort das Bezirksmusikfest statt. In Erinnerung
bleiben wird dieser Anlass nicht unbedingt wegen der erfolgreichen und gut bewerteten Aufführung des Wettstückes «Psalm for Band» von Vincent Persichetti, sondern wegen der prekären
Wettersituation beim Marschmusikwettbewerb. Die «schwarze Wand», die sich von St. Antoni her auftürmte, liess nichts Gutes erwarten. Die Experten beeilten sich mit ihren Anweisungen und die
Schmittner spielten den Marsch «Gruss an Dornach» von Rudolf Wyss einen Tick schneller als gewohnt. Es half alles nichts. Die Himmelsschleusen öffneten sich, das Spiel musste abgebrochen werden
und die Musikantinnen und Musikanten flüchteten mit ihren Instrumenten an einen geschützten Ort. «Unser Fähnrich musste seine ganze Erfahrung anwenden,
damit er und die Fahne nicht von den Sturmböen weggetragen wurden», schrieb Präsident Manfred Lüthi dazu in seinem Jahresbericht.
Im Juni fanden ebenfalls in Tafers die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Sensebezirkes statt. Leider zeigte sich das Wetter auch bei diesem Anlass nicht in Festlaune, die Festfreude konnte es jedoch nicht schmälern.
Während den Sommerferien 1998 beteiligte sich die Musikgesellschaft erstmals an der Ferienpass-Aktion der Gemeinde Schmitten.
1999 war die Musikgesellschaft Schmitten zu den Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Musikgesellschaft Alterswil eingeladen. Im Mai fand das 5. «Friesenheid-Fest» statt, erstmals mit einer besonderen Attraktion, nämlich dem «Kuhfladen-Lotto»!
Der Schritt über die Jahrtausendschwelle…
Das Millennium-Jahr 2000 war geprägt von der erfolgreichen Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Estavayer-le-Lac. Die Tambouren spielten sich in der Kategorie «Batterie Anglaise» auf den hervorragenden 6. Rang, und die Musikgesellschaft erreichte mit dem Selbstwahlstück «The Haunter of the Dark» von Franco Cesarini und mit dem Aufgabestück «Swiss Rhapsodie» von Frigyes Hidas den ausgezeichneten 5. Rang in der 1. Stärkeklasse. Ein weiterer Höhepunkt war das 6. «Sensler-Jugendmusiktreffen», welches nach 1995 zum zweiten Mal in Schmitten durchgeführt wurde.
2001 war - wie schon 1953 - die Stadt Freiburg Austragungsort für das Eidgenössische Musikfest. Für die Musikgesellschaft Schmitten war es deshalb wiederum selbstverständlich, an diesem Grossanlass teilzunehmen. Mit dem Selbstwahlstück «Symphony No. 1 for Band» von Claude T. Smith und dem Aufgabenstück «Magic Oliver» von Leon Vargas, erreichte sie trotz den hohen Anforderungen, die an einem «Eidgenössischen» erfüllt werden müssen, ein sehr gutes Resultat.
2002 gab es für die Musikgesellschaft Schmitten auch ohne Musikfest eine musikalische Herausforderung. Mit der Teilnahme am «Luzerner Kantonal-Musiktag» begab sie sich sozusagen in die Höhle des Löwen, gilt doch der Kanton Luzern als Hochburg der Blasmusik. Zudem haben die Luzerner mit dem
Löwendenkmal einen besonderen Bezug zu der stolzen Grosskatze!
Der Anlass fand in Ufhusen, einem schmucken kleinen Dorf im Luzerner Hinterland statt. Bei schönstem Wetter erlebten die Schmittner ein sehr gut organisiertes Fest und hochstehende Musikvorträge. Auch das gesellige Beisammensein beim Volksfest auf den Strassen von Ufhusen, mit spontanen Musikeinlagen der «10er-Musig Schmitten», kam nicht zu kurz.
Im Mai 2003 fand das Bezirksmusikfest in Giffers statt. «Mit dem Stück «Funa uta» wagte Bruno mit uns eine eher unkonventionelle Herausforderung. Ich denke aber, dass es in unserem Verein etwas Unkonventionelles braucht, um uns zu motivieren. Für den Experten war dieses Stück auch eine Herausforderung, musste er doch beurteilen wie es klingt, wenn 6 Klarinetten 9 Stimmen interpretieren.» - schrieb Präsident und Klarinettist Manfred Lüthi in seinem Jahresbericht (…).
Im musikfestfreien «Zwischenjahr» 2004 wurde das 6. «Friesenheid-Fest» organisiert. Die Musikantinnen und Musikanten konnten sich deshalb nicht über Langeweile beklagen. Obwohl sich das Wetter während des Festwochenendes nicht besonders festlich zeigte, war auch diesem Anlass ein grosser Erfolg beschieden.
2005 war musikalisch wieder einiges los. Im Mai stand das Kantonale Musikfest in der Stadt Freiburg auf dem Programm. Lange musste man um die Durchführung dieses Grossanlasses bangen, weil das Organisationskomitee wegen Unstimmigkeiten das Mandat abgab. Sozusagen in letzter Minute ergriff ein neu gegründetes Komitee die Initiative und organisierte in der kurzen verbleibenden Zeit ein tolles Musikfest. Mit einem Augenzwinkern schrieb Präsident Elmar Rudaz in seinem Jahresbericht Folgendes zu diesem Fest: «Für die Musikgesellschaft Schmitten war das Musikfest ein grosser Erfolg. Die erreichte Punktzahl zeigt uns, dass wir in der uns entsprechenden Kategorie musizieren, dies obwohl in dieser Kategorie Profis aus halb Europa um den Sieg mitspielen.»
Gleich zu Beginn des Jahres 2006 konnte der alte, nicht mehr benutzte Werkraum im Schulhaus als neuer Proberaum eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Der musikalische Höhepunkt war die Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Luzern. Dieser hervorragend organisierte Grossanlass in der wunderschönen Stadt am Vierwaldstättersee bleibt allen in bester Erinnerung. Dass die Musikgesellschaft Schmitten ihr Marschmusikstück nicht vortragen konnte, darf nicht dem Organisationskomitee angelastet werden. Gegen das Gewitter, das vom Pilatus her über die Stadt aufzog, gab es kein Mittel. Im Gegensatz zum Bezirksmusikfest 1998 in Tafers, wo die Musikantinnen und Musikanten beim Marschmusikwettbewerb gehörig durchnässt wurden, entschieden sich die Experten in Luzern, die Schmittner gar nicht erst auf die Marsch-musikstrecke zu schicken. Ein weiser Entscheid, wie sich kurze Zeit später zeigen sollte. Ein kolossales Gewitter entlud sich über der Stadt!
Der Besuch der Partnergemeinde in Polen…
2007 unternahm die Musikgesellschaft Schmitten wieder einmal eine grössere Auslandreise. Sie begleitete eine Delegation des Gemeinderates und des Vereins «Partnerschaft mit Dabrowica» auf ihrer Reise nach Polen. Anlässlich dieser Reise wurde die seit 1995 bestehende Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden gefestigt.
Die Schmittner wurden sehr herzlich empfangen. Die Gastgeber scheuten keinen Aufwand, um den Gästen den Aufenthalt so interessant und angenehm wie möglich zu gestalten. Der erste musikalische Auftritt fand vor fünfhundert Schülerinnen und Schülern in der Turnhalle der Gemeinde Jastków/Dabrowica statt. Die Vorträge der Musikgesellschaft, der Alphornbläser und der SAU-Tambouren wurden begeistert applaudiert. Nach dem Konzert wurden die jungen, männlichen Mitglieder der Musikgesellschaft von jungen Konzertbesucherinnen für Autogramme bestürmt, ein in der Musikgesellschaft Schmitten bis dahin unbekanntes Phänomen!
Während in der Turnhalle konzertiert wurde, traf sich der Gemeinderat von Schmitten mit dem Gesamtgemeinderat von Jastków/Dabrowica. In einer feierlichen Zeremonie wurde dabei der Partnerschaftsvertrag erneuert.
Im weiteren Verlauf des Aufenthalts erhielt die Reisegesellschaft aus Schmitten die Gelegenheit, das hübsche, an der Weichsel gelegenen Städtchen Kazimierz Dolny, die historische Altstadt von Lublin und das Freilichtmuseum bei Lublin zu besichtigen. In Jastków beteiligte sich die Musikgesellschaft mit mehreren Auftritten an einem Volksfest.
Die Abende standen jeweils im Zeichen von gutem Essen, Trinken und freundschaftlichem Zusammensein. Zum Abschluss konnte die Musikgesellschaft
Schmitten einen Gottesdienst musikalisch umrahmen und danach zusammen mit einer einheimischen Volkstanzgruppe vor einem gut gelaunten Publikum auftreten.
Die fünftägige Polenreise war für alle Teilnehmenden ein beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis.
Die Musikgesellschaft Schmitten 2007 bei einem Auftritt in Lublin (Polen)
2008 fand das Bezirksmusikfest nach 1952 zum zweiten Mal in Schmitten statt. Vom 1. bis 4. Mai führte die Musikgesellschaft diesen Grossanlass bei schönstem Frühlingswetter sehr erfolgreich durch.
Ein ganz normales Musikjahr…
2009 war so ein «ganz normales» Musikjahr mit vielen schönen, musikalischen und geselligen Momenten. Es begann mit dem
traditionellen Lotto und der Hauptversammlung im Januar. Im Februar und März wurde an zwei Probe-Wochenenden das Programm des Galakonzertes einstudiert. Im April begleitete die Musikgesellschaft
die Erstkommunikanten auf ihrem Weg in die Kirche. Im Mai nahm sie an der 75-Jahr-Feier der Musikgesellschaft Gurmels teil, verschönerte mit feierlichen Klängen die Firmung und gab den Müttern
anlässlich der Muttertagsfeier ein kleines Ständchen. Im Juni folgte das traditionelle Tagwachtblasen und die Prozession an Fronleichnam, sowie der Auftritt anlässlich der Jubiläumsfeier des
Pflegeheims Sonnmatt. Im November lud die Musikgesellschaft die Bevölkerung zum traditionellen Kilbikonzert ein, und im Dezember wurden die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer mit dem
Adventskonzert in der Kirche auf die bevorstehenden Feiertage eingestimmt. Mit mehreren Ständchen, verteilt über das ganze Jahr, wurde zudem den älteren
Schmittner Jubilarinnen und Jubilaren eine kleine Freude zu ihrem runden Geburtstag bereitet. Auch für gesellige Momente wurde gesorgt. So wurde im Januar ein Fondueplausch und in den Sommerferien ein Tennisturnier mit anschliessendem Grillplausch organisiert. Im Dezember, anschliessend an die letzte Probe vor den Feiertagen, wurden die Musikantinnen und Musikanten zum traditionellen «Güggeli-Essen» eingeladen.
Die Hochzeitswelle…
Musik verbindet Menschen – im wahrsten Sinn des Wortes. Dies brachte Präsident Elmar Rudaz in seinem Jahresbericht 2010 wie folgt zum Ausdruck: «Das Musikjahr 2010 war nebst dem Kantonalen Musikfest in Châtel-St-Denis und unseren beiden Jahreskonzerten geprägt von einer Hochzeitswelle. Gleich vier Musikantinnen und Musikanten aus unseren Reihen gaben sich das Ja-Wort!» Neben den Hochzeits-Engagements, welche jeweils frühmorgens mit dem Tagwachtblasen beginnen und frühestens mit dem Apéro-Ständchen nach der Trauung enden, hatten die Musikantinnen und Musikanten noch Zeit, sich an zwei Vorbereitungskonzerten in Wünnewil und Baden (AG) mit dem Selbstwahlstück «Excelsior» von Rob Goorhuis und dem Aufgabenstück «Anja» von Pierre-Etienne Sagnol optimal auf das Kantonale Musikfest vorzubereiten. Rückblickend kann die Teilnahme an diesem Musikfest im Vivisbachbezirk als sehr erfolgreich eingestuft werden. Leider hatten die Schmittner auch hier beim Marschmusikwettbewerb kein Wetterglück. Intensiver Regen machte die Sache weder für die Musizierenden noch für die Juroren einfach.
Es fällt auf, dass die Schmittner Musikantinnen und Musikanten bei Marschmusikwettbewerben aussergewöhnlich oft vom Wetterpech verfolgt werden. So marschierten sie beim Bezirksmusikfest 1998 in Tafers zwar los, mussten das Spiel wegen des aufziehenden Gewitters aber abrupt abbrechen und Schutz vor dem sintflutartigen Regen suchen. Beim «Eidgenössischen» 2006 in Luzern wurden sie von den Experten wegen eines drohenden Gewitters gar nicht erst auf die Marschmusikstrecke geschickt und beim «Kantonalen» 2010 in Châtel-St-Denis hatten sie trotz des Regens ihr Marschmusikstück vom ersten Trommelschlag bis zum letzten Ton durchgespielt, danach waren sie aber völlig durchnässt.
Diese ungewöhnliche Anhäufung von Wetterpech hat auch schon zu Spekulationen Anlass gegeben. Böse Zungen behaupten, das sei ein Zeichen des Himmels, eine Mahnung von Petrus, dem längst bekannt sei, dass die Marschmusik nicht die Lieblingsdisziplin der Schmittner ist (...).
2011 musste das Eidgenössische Musikfest in St. Gallen ohne die Musikgesellschaft Schmitten durchgeführt werden. Einer der Gründe, weshalb sich bei der Abstimmung nicht alle für eine Teilnahme entschliessen konnten, war der Terminkonflikt mit dem «OpenAir Schmitten». Weil mehrere Musikantinnen und Musikanten bei diesem populären Grossanlass mithalfen, war ihnen eine Teilnahme in St. Gallen nicht möglich. Das Engagieren von Aushilfen für das Musikfest wäre keine Alternative gewesen, da waren sich alle einig. Da somit 2011 kein Musikfest auf dem Programm stand, entschloss sich der Vorstand, wieder einmal einen Ausflug zu organisieren. Mit dem Car ging es via Faulensee nach Seelisberg, wo ein feines Mittagessen serviert wurde. Nach dem Essen spielte die «10er-Musig» ein Ständchen, bevor die Reisegesellschaft mittels Bergbahn und Schiff nach Beckenried, und von dort mit dem Car via Luzern und Trubschachen zurück nach Schmitten fuhr. Im Oktober spielte die Musikgesellschaft während des Eröffnungs-Apéros anlässlich der «Expo Schmitten».
Die Sensler-Jugend musizierte in Schmitten
2012 war ein Jahr ohne «reguläres» Musikfest, deshalb nahm die Musikgesellschaft Schmitten die Einladung an den Berner-Mittelländischen Musiktag in Neuenegg gerne an.
Im Juni gab sich die musizierende Sensler-Jugend in Schmitten ein Stelldichein. Anlässlich des 18. «Sensler-Jugendmusiktreffens» nahmen neun Sensler-Formationen sowie als Gast die Jugendmusik Gurmels am traditionellen Musikwettbewerb teil, welcher 2012 zum dritten Mal in Schmitten durchgeführt wurde.
Gegen Mittag wurde es betriebsam im Dorf. Bei schönstem Wetter und aus allen Himmelsrichtungen strömten Kinder und Jugendliche herbei. Bunt gekleidete Jungmusikantinnen und Jungmusikanten, denen die Freude, an diesem Anlass teilzunehmen, ins Gesicht geschrieben stand, bevölkerten bald einmal den Schulhausplatz. In der Sonne glänzten die vielen auf Hochglanz polierten Musikinstrumente und aus den Einspiellokalen tönte es vielversprechend.
Mit grossem Engagement hatten sich die Jugendmusikleiterinnen und -leiter zusammen mit ihren Schützlingen auf diesen musikalischen Grossanlass vorbereitet. Es brauchte viel Fleiss und Durchhaltewillen, und ab und zu wohl auch das gute Zureden von Mama und Papa, um die anspruchsvollen Stücke einzustudieren.
Nun war es soweit, das Gelernte konnte einer kompetenten Jury und vor einem grossen Publikum vorgetragen werden. Die beiden Juroren, Bruno Hayoz und Michel Stempfel, durften hochstehende Darbietungen beurteilen. Es war eindrücklich mitzuerleben, auf welch hohem Niveau und mit welcher Freude musiziert wurde. Markus Zollet, Präsident des Musikverbandes der Sense, schien sichtlich begeistert über den musikalischen Nachwuchs in seinem «Hoheitsgebiet». Als letzte Formation konnte Manfred Lüthi, der den Anlass virtuos moderierte, die U15-Band ansagen. Die über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendmusiklagers U15, welches über das Pfingstwochenende in Düdingen stattgefunden hatte, trugen unter der Leitung von Fabian Mülhauser die einstudierten Stücke vor. Ein tosender Applaus war ihnen sicher und sie mussten in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal mehrere Zugaben spielen. Nach dem Verklingen der letzten Töne machten sich die Protagonisten mit einem kleinen Präsent und mit dem guten Gefühl, an einem tollen Anlass teilgenommen zu haben, auf den Heimweg. Einmal mehr stellte ihnen das «Sensler-Jugendmusiktreffen» eine grosse Bühne zur Verfügung. Sie spielten die Hauptrolle und das hat sie motiviert und die Freude am Musizieren gestärkt.
Was 1995 anlässlich der 75-Jahr-Feier der Musikgesellschaft Schmitten ins Leben gerufen wurde, ist zum festen und unverzichtbaren Bestandteil in der musikalischen Agenda des Sensebezirks geworden. Das «Sensler-Jugendmusiktreffen» soll der musizierenden Jugend die Möglichkeit bieten, vor einem grossen Publikum aufzutreten und Wettbewerbsatmosphäre zu schnuppern.
Das ist auch in Schmitten wieder gelungen.
Vielversprechender musikalischer Nachwuchs
Im Mai 2013 nahm die Musikgesellschaft am Bezirksmusikfest in St. Antoni teil. Als Vorbereitung wurde ein Konzert zusammen mit der Brass Band Fribourg durchgeführt. Dieses Konzert diente den Dirigenten der beiden Vereine auch als Abschluss ihres Masterstudiums in Blasmusikdirektion. Für Bruno Hayoz war es zudem die letzte Teilnahme an einem Wettbewerb mit der Musikgesellschaft Schmitten. Über 22 Jahre lang, von 1991 bis 2013, hat er die Musikgesellschaft kompetent und mit viel Gespür und Engagement geleitet und gefördert. Mit einem Konzert wurde er im Juni verabschiedet und zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger wurde Silvan Hof aus Wangen bei Olten.
2014 standen neben den üblichen Auftritten der Unterhaltungswettbewerb in Gurmels auf dem Programm. Obwohl die Musikgesellschaft Schmitten mit ihrer halbstündigen Show, bei der auch die Tambouren mitwirkten, keinen Podestplatz erreichte, war es ein schönes Fest und eine gute Erfahrung.
Ein Klassenwechsel ist angesagt…
Mit der Blasmusik ist es wie mit vielem anderem auch, die Ansprüche und Anforderungen steigen stetig. So wird Musikliteratur, die vor Jahren noch in der Höchstklasse eingestuft war, heute in der 1. Stärkeklasse gespielt, und solche der 1. wird nun in der 2. Stärkeklasse gespielt. Für die Musikvereine bedeutet dies einerseits, dass das Einstudieren der Musikstücke immer anspruchsvoller wird, und andererseits, dass die Instrumentierung umfangreicher sein muss. Mit diesen Tatsachen sah sich auch die Musikgesellschaft Schmitten konfrontiert. Bei der Teilnahme an Musikwettbewerben konnten vor allem die Vorgaben bezüglich der Instrumentierung oft nur noch mit «Aushilfen» erfüllt werden. Nach 30 Jahren in der 1. Stärkeklasse entschied sie sich deshalb für einen Wechsel in die 2. Stärkeklasse.
2015 erfolgte die Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Wünnewil unter besonderen, eher schwierigen Voraussetzungen. Die Vorbereitungen auf diesen wichtigen Anlass verliefen aufgrund der angekündigten Demission des Dirigenten nicht optimal. Dies widerspiegelte sich dann auch im erreichten Resultat. Kurz vor dem Musikfest hatte Dirigent Silvan Hof bekannt gegeben, dass er die Musikgesellschaft Schmitten nach dem Musikfest verlassen werde. Nach nur knapp zwei Jahren sah er sich zu diesem Schritt gezwungen. Zu gross wurde ihm die Belastung infolge des weiten Weges und verschiedener anderer Engagements.
Nachfolger von Silvan Hof wurde Matthias Schwaller aus Düdingen.
Das Jahr 2016 bleibt dank der erfolgreichen Teilnahme am Eidgenössischen Musikfest in Montreux allen in bester Erinnerung. Mit ihrem neuen Dirigenten, Matthias Schwaller, hat die Musikgesellschaft Schmitten bei diesem unvergesslichen Grossanlass an den wunderschönen Gestaden des Genfersees ein hervorragendes Resultat erzielt. Für das Selbstwahlstück «Terra Pacem» von Mario Bürki gab es 89 und für das Aufgabenstück «The Glenmasan Manuscript» von Marc Jeanbourquin gar 91 Punkte. Dieses hervorragende Abschneiden an einem «Eidgenössischen» liess die Enttäuschung vom «Kantonalen» 2015 in Wünnewil vergessen.
Neben diesem erfreulichen Ereignis gab es für die Musikgesellschaft Schmitten leider auch Grund zur Trauer. In der Nacht auf den 20. Mai verstarb Fahnenpate Kanis Lehmann. Kanis war während all den Jahren ein sehr geschätzter, treuer und grosszügiger Fahnengötti.
2017 war wieder ein musikalisches «Zwischenjahr». Die Zeit nach dem Eidgenössischen- und vor dem Bezirksmusikfest hätte man etwas ruhiger angehen können, nicht so die Musikgesellschaft Schmitten. Sie besuchte ihr ehemaliges Mitglied, den Posaunisten Philippe Morard, in Rom. Dieser wurde im Juli 2015 von Papst Franziskus als Vize-Kommandant in die Schweizergarde im Vatikan berufen. Bei seinem Abschied in Schmitten liess Philippe durchblicken, dass ihn ein Besuch seiner Musikerkolleginnen und -kollegen in Rom riesig freuen würde. Natürlich musste man diese nicht zweimal bitten. Die Reise wurde organisiert und am 14. Oktober war es soweit. In einem bequemen Car der Firma Horner, begleitet von einer Delegation des Gemeinderates, ging es frühmorgens los Richtung Rom. Dort verbrachte die Reisegesellschaft fünf wunderbare Tage und konnte dank der hervorragenden Organisation unter Mithilfe von Philippe und seinem Schweizergarde-Offizierskollegen Frowin Bachmann den Petersdom, das Quartier der Schweizergarde, die Vatikanischen Gärten, viele Sehenswürdigkeiten der Stadt Rom, die Calixtus-Katakombe, den päpstlichen Sommersitz in Castel Gandolfo sowie das Städtchen Frascati in den Albanerbergen bei schönstem Wetter kennen lernen. Die eindrückliche Reise mit den musikalischen Auftritten in Castel Gandolfo, in Frascati sowie anlässlich der Papst-Audienz auf dem Petersplatz wird allen in bester Erinnerung bleiben.
Um die Finanzierung dieser Reise zu sichern, wurde eine Weinaktion und das erste Sommerfest organisiert. Präsident Elmar Rudaz schrieb dazu in seinem letzten Jahresbericht folgendes: «Das Sommerfest-OK mit Anja Jungo, Matthias Schwaller, Christof Waeber, Stefan Vogelsang und Nino Zosso hat bewiesen, dass die Jugend des Vereins gewillt und problemlos in der Lage ist, ein solches Fest auf die Beine zu stellen.»
Die Musikgesellschaft Schmitten 2017 auf dem Petersplatz im Vatikan
Die Musikgesellschaft Schmitten in Frauenhand…
An der Hauptversammlung 2018 wurde mit Anja Jungo erstmals eine Frau zur Präsidentin der Musikgesellschaft gewählt. Mit ihrem femininen Charme und jugendlichen Elan und zusammen mit ihren motivierten Vorstandskolleginnen und -kollegen wird sie den Verein ins nächste Jahrzehnt führen und im Frühling 2020 das 100-Jahr-Jubiläum feiern.
Höhepunkt im 2018 war das Bezirksmusikfest in Plaffeien, bei welchem das Stück «Juana de Arco» von Ferrer Ferran aufgeführt wurde. Dass sich das Wetter am Sonntag nicht in Feststimmung zeigte und die Schmittner beim Marschmusikwettbewerb nur mit grossem Glück einigermassen trocken blieben, muss hier nicht speziell erwähnt werden. Das Thema «Wetterpech bei Marschmusikwettbewerben» wurde schon ausführlich behandelt (…).
Im Mai konnte die Fahnenpatin Edith Vonlanthen ihren 90. Geburtstag feiern. Bei schönstem Wetter fand in Ried eine grosse Geburtstagsfeier für die weitherum geschätzte und beliebte Jubilarin statt. Die Musikgesellschaft Schmitten überbrachte ihrer Fahnenpatin die klingenden Geburtstagswünsche mit besonderer Freude und Dankbarkeit.
Vor der Sommerpause organisierte die Musikgesellschaft Alterswil ein Sommerkonzert, an welchem auch die Musikgesellschaft Schmitten teilnahm.
2019 stand kein «reguläres» Musikfest an, weshalb sich die Musikgesellschaft Schmitten zur Teilnahme am Walliser Kantonalmusikfest in Naters entschloss. So hatte sie im freien Jahr nach dem Bezirksmusikfest 2018 und vor dem
Kantonalen Musikfest 2020 trotzdem ein hochstehendes musikalisches Ziel. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb war allerdings für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung.
Weil Dirigent Matthias Schwaller aus beruflichen Gründen längere Zeit im fernen Ausland weilte, war es ihm nicht möglich, die Musikgesellschaft auf diesen Anlass vorzubereiten und am Wettbewerb teilzunehmen. Diese anspruchsvolle Aufgabe übernahm sein Dirigenten-Kollege Jonas Danuser in bravouröser Art und Weise. Mit dem Aufgabenstück «Castellum» von Mario Bürki und dem «Solothurner-Marsch» von Stephan Jaeggi für den Marschmusikwettbewerb wurde in Naters trotz der besonderen Umstände ein erfreulich gutes Resultat erzielt. Es bleibt noch zu erwähnen, dass Petrus ausnahmsweise gnädig gestimmt war und an diesem regnerischen Sonntagnachmittag die Regenschleusen für den Marschmusikvortrag der Schmittner kurzzeitig schloss…!
Besonders in den ersten Jahren nach der Gründung waren viele Klippen zu umschiffen. Wegen äusserer Einflüsse wie der «Maul und Klauenseuche» und dem 2. Weltkrieg, aber auch wegen «interner» Schwierigkeiten, sah sich die Musikgesellschaft Schmitten mit teils grossen Herausforderungen konfrontiert. Immer wieder wurden aber gemeinsame Wege zur Lösung der Probleme gefunden.
Dank der systematischen Förderung und Ausbildung von Jungmusikantinnen und -musikanten gibt es heute keine Nachwuchsprobleme. Der Anteil jugendlicher Mitglieder im Verein hat in den letzten Jahren dank dem grossen Einsatz der Verantwortlichen stetig zugenommen.
Im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde und Pfarrei nimmt die Musikgesellschaft einen wichtigen Platz ein. Sie geniesst bei der Bevölkerung viel Sympathie und Anerkennung und sie kann auch immer auf eine grosse Unterstützung zählen.
Als Verein, der Menschen die Möglichkeit bietet, ein faszinierendes Hobby zu erlernen und auszuüben und damit die Freizeit wertvoll und interessant zu gestalten, erfüllt die Musikgesellschaft auch eine soziale Aufgabe. Heute ist sie eine musizierende Gruppe, in welcher die Mitglieder über drei Generationen hinweg eine gemeinsame Passion und ein überaus herzliches und freundschaftliches Verhältnis pflegen.
Auch wenn es bedauernswert ist, dass das 100-Jahr Jubiläum nicht gebührend gefeiert werden konnte, darf doch mit Freude und optimistisch in die Zukunft geblickt werden. Die vielen jungen Musikantinnen und Musikanten und der gute Geist im Verein, die engagierte Vereinsführung und die Anerkennung und Unterstützung aus der Bevölkerung sind beste Voraussetzungen dafür.
Zum 100-Jahr-Jubiläum eine neue Fahne
Als weiterer Höhepunkt im Jubiläumsjahr hätte am 6. September die neue Fahne geweiht werden sollen. Leider musste auch diese Feier wegen der Corona-Pandemie auf einen späteren Termin verschoben werden.
Die heutige Fahne wurde vor 36 Jahren, am 30. September 1984, geweiht. Gestiftet wurde sie von den Fahnenpaten Kanis Lehmann und Edith Vonlanthen.
Kanis, der leider im Mai 2016 verstorben ist, und Edith, haben die Musikgesellschaft in all den Jahren immer sehr grosszügig unterstützt. Die Musikantinnen und Musikanten danken den beiden von ganzem Herzen für ihre langjährige Treue und Grosszügigkeit.
Es ist für die Musikgesellschaft eine besondere Freude, dass zwei ehemalige Aktivmitglieder das ehrenvolle Amt als Paten für die neue Fahne übernehmen.
Ursi Lehmann hat während einigen Jahren Querflöte gespielt. Obwohl nicht mehr aktiv musizierend, ist Ursi durch ihre Familie weiterhin eng mit der Musikgesellschaft verbunden. Ihr Ehemann Hugo ist Waldhornist, Tochter Andrea spielt - wie einst die Mama - Querflöte und Sohn Samuel ist Saxophonist.
Manfred Lüthi war Klarinettist und er hat die Musikgesellschaft von 1992 bis 1999 präsidiert. Auch nach seiner beruflich bedingten Demission und dem Wegzug nach Burgdorf ist er dem Verein treu verbunden geblieben. So kann die Musikgesellschaft immer wieder auf ihn zählen, wenn es darum geht, einen Anlass zu moderieren. Der sympathische und wortgewandte «Wahl-Emmentaler» ist auch Präsident des legendären «MGS-Fanclub Emmental», welcher die Musikgesellschaft Schmitten aus der Ferne unterstützt…
Die Musikgesellschaft Schmitten dankt den beiden herzlich für ihr Engagement als Fahnenpaten!
Ursi Lehmann und Manfred Lüthi, die Paten der neuen Fahne.