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Swiss International Air Lines Ltd.
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25. März 2003
SWISS hat im Jahr 2002 einen konsolidierten Umsatz von CHF 4278 Mio. erzielt und weist einen Verlust von CHF 980 Millionen aus. Dieses Ergebnis ist insgesamt besser als zu Beginn geplant, wird aber durch einmalige Sonderaufwendungen von CHF 322 Mio. negativ beeinflusst. Der Verlust ohne Einmaleffekte beläuft sich auf CHF 658 Mio.
SWISS ist klar auf den Flugbetrieb als Kerngeschäft fokussiert: Nicht weniger als 98,8 Prozent des Umsatzes von CHF 4278 Millionen werden durch die Bereiche Linienverkehr, Charter und Cargo erbracht. Den grössten Anteil steuern mit CHF 3630 Millionen die Passagiere des Linienverkehrs bei. Nach einem verhaltenen ersten Quartal nahm die Auslastung der Maschinen mit dem Start von SWISS ab dem April deutlich zu und erreichte insbesondere in den Sommermonaten sehr erfreuliche Werte. Auch im Oktober konnte eine gute Verkehrsleistung verzeichnet werden. Hingegen war die Auslastung in den Monaten November und Dezember insbesondere im europäischen Verkehr trotz einem geringeren Angebot unbefriedigend. Sorgen bereitet auch die rückläufige Entwicklung des Durchschnittsertrages pro verkauften Sitzkilometer, wobei dieser Effekt bis Ende November 2002 durch über den Erwartungen liegende Auslastungen teilweise kompensiert werden konnte.
Zusätzliche Erträge von CHF 117 Millionen erwirtschaftet
Neben dem Umsatz von CHF 4278 Millionen wurden zusätzliche betriebliche Erträge von CHF 117 Millionen generiert. Davon entfielen CHF 107 Millionen auf die Vermietung von Flugzeugen, Einnahmen aus Call-Center-Aktivitäten, Provisionen auf Ticketverkäufen für andere Fluggesellschaften sowie weitere Erträge. Durch Verkäufe von nicht mehr benötigten Aktiven wurden zusätzlich Buchgewinne von CHF 10 Millionen erzielt.
Das Cargogeschäft verzeichnete einen Umsatz von CHF 421 Millionen; mit der Flottenerweiterung um die Grossraumflugzeuge ab dem zweiten Quartal stiess auch dieser Bereich in neue Dimensionen vor. Aus dem Charterbetrieb resultierte ein Erlös von CHF 177 Millionen, welcher trotz den schwierigen Rahmenbedingungen im Reisemarkt nur um 6 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Die Übrigen Erlöse von CHF 50 Millionen beinhalten unter anderem Einnahmen des Technikbereiches für Wartungen von Flugzeugen anderer Fluggesellschaften und Erträge aus dem Duty-Free-Geschäft.
Harter Preiswettbewerb unter Fluggesellschaften
Die Gründe für die abnehmenden Durchschnittserträge liegen in den erheblichen Überkapazitäten im Markt, im äusserst harten Preisbewettbewerb unter den Fluggesellschaften und der zunehmenden Konkurrenz durch die Billigfluggesellschaften. Zudem war auch der Anteil der Business-Class-Passagiere rückläufig, da die Unternehmen die Anzahl der Geschäftsreisen reduzierten und häufig eine Klasse tiefer als bisher gewohnt flogen. Und schliesslich ist auch im Ferienreiseverkehr ein wesentlich zurückhaltenderes Kundenverhalten zu beobachten.
Der Materialaufwand, welcher unter anderem die Treibstoffeinkäufe, die Kosten für den technischen Unterhalt und die Bordverpflegung beinhaltet, belief sich auf CHF 1309 Millionen. Die Kerosinpreise stiegen im Laufe des Jahres kontinuierlich an. Infolge zu Beginn des Jahres abgeschlossener Absicherungsgeschäfte konnten die Auswirkungen des Preisanstieges auf die Erfolgsrechnung bei dieser bedeutenden Position – der Treibstoffaufwand beläuft sich auf etwa 10 Prozent der Betriebskosten – jedoch gedämpft werden. Der Dienstleistungsaufwand schlug mit CHF 1713 Millionen zu Buche. Leider stiegen grosse Kostenblöcke in diesem Bereich wie Abfertigungsgebühren, Landegebühren und Flugsicherungsgebühren an und können nur ungenügend beeinflusst werden. Die Kommissionen an unsere Vertriebspartner haben ebenfalls ein sehr hohes Niveau erreicht. Der Personalaufwand betrug in der Berichtsperiode CHF 983 Millionen, währenddem sich die Abschreibungen auf CHF 323 Millionen beliefen. Der Übrige Aufwand von CHF 940 Millionen enthält unter anderem Aufwendungen für die Administration, Werbung, Informatik und Versicherungen.
Neuausrichtung belastet die Jahresrechnung
Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Unternehmung von einer europäischen Regionalfluggesellschaft zu einer Unternehmung mit einem interkontinentalen Streckennetz und der Einführung der Marke SWISS fielen rund CHF 180 Millionen einmalige Aufbaukosten an, welche im Aufwand enthalten sind. Diese Kosten beinhalten Unternehmensberatungskosten, Aufwendungen für Informationssysteme, Rechtsberatungen und weitere Aufwendungen. Diese Kosten werden in den Folgejahren nicht mehr anfallen und die Erfolgsrechnung entlasten.
Ausserordentliche Abschreibungen
Die Schwierigkeiten der Luftfahrtindustrie führte auch zu nachteiligen Veränderungen für den Wert von Flugzeugen. Die Marktwerte für Flugzeuge waren im Berichtsjahr rückläufig. Aus diesem Grund wurde der Buchwert der Regionalflotte den veränderten Bedingungen angepasst und Sonderabschreibungen auf Flugzeugen des Typs Saab 2000 und Avro RJ85/100 Jumbolino vorgenommen. Zudem wurde eine ausserordentliche Abschreibung der Lounge für Passagiere der Business Class am EuroAirport verbucht. Ausserordentliche Wertberichtigungen belasteten die Jahresrechnung mit insgesamt CHF 107 Millionen. Eine weitere Sonderbelastung erfolgte im Zusammenhang mit der Nachlassstundung der SAirGroup. Durch den Sachwalter wurde nachträglich eine Zahlung der Swissair an die Crossair vom Herbst 2001 angefochten, weshalb die bereits bestehenden Rückstellungen für Debitorenverluste im Zusammenhang mit der Nachlassstundung um weitere CHF 35 Millionen aufgestockt werden mussten.
Deutlicher Verlust im Startjahr
Das Betriebsergebnis weist nach Einmalkosten und Sonderaufwendungen einen Verlust von CHF 909 Millionen aus. Nach Finanzierungskosten von netto CHF 71 Millionen, Ertragssteuern und Minderheitsanteilen resultiert ein Verlust von CHF 980 Millionen.
Investitionen für den Aufbau der Airline
SWISS hat im Jahr 2002 erhebliche Mittel in den Aufbau der Flotte investiert. Ende März wurden für die Erweiterung des Streckennetzes 17 Mittel- und Langstreckenflugzeuge in der Form eines «Fully paid out Financal Lease» erworben, während dem 37 Flugzeuge als so genannte «Operating Leases» gemietet wurden. Aber auch die Erneuerung der Regionalflotte wurde vorangetrieben, so konnten 7 neue Embraer RJ-145 in Betrieb genommen werden. Mit der Bestellung von zwölf Langstreckenflugzeugen des Typs Airbus A340 wurden auch in diesem Segment entscheidende Weichen gestellt. Die Erweiterung des Verwaltungsgebäude in Basel mit Parkhaus und Hangar schritt planmässig voran.
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kapitalgebern
SWISS kann im Berichtsjahr auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kapitalgebern zurückblicken: Im Dezember wurde eine «Sale and Lease back» Finanzierung für sieben Embraer 145-Flugzeuge sowie eine Bevorschussung von Anzahlungen für neue Flugzeuge im Betrag von CHF 450 Millionen abgeschlossen. Das Aktienkapital wurde durch Beteiligung verschiedener Kantone von CHF 2322 Millionen auf CHF 2627 Millionen erhöht. Insgesamt floss der Unternehmung im Zusammenhang mit der Neuausrichtung im Zeitraum Dezember 2001 bis November 2002 neues Eigenkapital in der Höhe von CHF 2561 Millionen zu. Im Dezember 2002 konnte zudem mit den Kernaktionären die Verkaufssperre für über 90 Prozent des Aktienkapitals bis August 2004 verlängert werden, womit die Gesellschaft weiterhin auf ein stabiles Aktionariat bauen kann.
Bilanzsumme von CHF 4668 Millionen
Die Bilanzsumme hat sich im Jahresvergleich um CHF 429 Millionen auf CHF 4668 Millionen erhöht. Das Anlagevermögen betrug 54,9 Prozent der Bilanzsumme, wobei der Flugzeugpark mit einem Wert von CHF 2066 Millionen das Kernstück der Bilanz darstellt. Der Bestand an Flüssigen Mitteln, Festgeldanlagen und festverzinslichen Wertschriften betrug am Jahresende CHF 1256 Millionen. Nach Verbuchung des Verlustes beträgt das Eigenkapital CHF 1709 Millionen, die Eigenkapitalquote beläuft sich damit auf 36,6 Prozent.
Ausblick
Auf Grund der äusserst schwierigen wirtschafltlichen Situation, vor allem in Europa, und der geopolitischen Unsicherheiten, welche naturgemäss einen starken Einfluss auf das Reiseverhalten haben, ist bloss mit einer verhaltenen Nachfrage nach Verkehrsdienstleistungen zu rechnen. Die Einnahmenseite wird zusätzlich durch die nach wie vor weltweit vorhandenen Überkapazitäten – beträchtliche Flottenteile vieler Airlines sind zurzeit zwar stillgelegt, können aber zu leicht an den Markt zurückgeführt werden – und von einem intensiven Preiswettbewerb unter den Fluggesellschaften bedroht. Die gestiegenen Treibstoffpreise stellen ebenfalls ein erhebliches Risiko dar. SWISS wird im Jahr 2003 ein starkes Augenmerk auf ein striktes Kostenmanagement legen, dies ist angesichts des hart umkämpften Wettbewerbes in der Luftfahrtindustrie unabdingbar. Entsprechende Programme wurden bereits lanciert und zeigen erste Wirkung.
Auf Grund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage und der weltweit tief greifenden Krise in der Luftfahrtbranche kann am Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses nicht festgehalten werden. Eine Prognose für das Ergebnis dieses Jahres ist auf Grund der äusserst unsicheren Ertragslage zurzeit noch nicht möglich.