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Siedlung Schooren, Hegmatten
Häuser für das Existenzminimum
Die Siedlung ging aus einem Wettbewerb für Bauen für das Existenzminimum in den 30er Jahren hervor. Der Architekt Hermann Siegrist, ein Protagonist des modernen Bauens in Winterthur, gewann und führte das Projekt aus. Kurz vor dem 2. Weltkrieg entstanden die 18 einfachen Pultdachhäuser mit Schopfanbau beidseits entlang der Schoorenstrasse. Interessant ist das ursprüngliche Ziel der Selbstversorgung nicht nur durch grosse Gemüsegärten sondern durch weitere angrenzende, heute überbaute, Anbauflächen.
Dschibuti und Storchentruckli
Diese Übernahmen erhielten die kleinen, auffälligen Häuser damals von der Bevölkerung. Heute sind sie, wenn auch äusserlich immer noch recht einheitlich, im Innern umgebaut und erneuert. Hermann Siegrist plante noch die erste Komfortverbesserung, einen Badezimmereinbau im Schopf. Zusammen mit den benachbarten aus dem gleichen Zeitabschnitt stammenden genossenschaftlichen Siedlungen bildet ist die Siedlung Hegmatten ein typisches Beispiel und Bestandteil der vielzitierten Gartenstadtqualität Winterthurs.
Günstiger Wohnraum am Stadtrand
Die ursprüngliche Wohnfläche wurde durch Umbau/Umnutzung der Schopfanbauten vergrössert. 1985 wurden die Fassaden nach den damaligen Möglichkeiten begleitet durch den damaligen Stadtarchitekt, saniert. Die Bausubstanz ist intakt. Die Häuser sind wegen den niedrigen Mieten und dem grossen Garten bei den Bewohnern beliebt.
Abbrüche
Das Siedlungsgebiet ist mit Sonderbauvorschriften belegt. In einem dazugehörigen vom Winterthurer Amt für Städtebau verfassten Steckbrief wird die Aufnahme ins Inventar empfohlen.
Trotzdem erteilte die Stadt Winterthur der heutigen "Stiftung für Kleinsiedlungen" im Sommer 2010 eine Baubewilligung für die Überbauung eines Teils der Siedlung mit zweigeschossigen, dichtstehenden Reihenhäusern. Ein Teil der Siedlung wurde dafür abgebrochen. Der Heimatschutz Winterthur stellt sich nicht generell gegen eine Erneuerung der Siedlung und plädierte für eine Prüfung von sorgfältigen Verdichtungsmöglichkeiten. Den jetzt gebauten, ohne Projektwettbewerb entstandenen Reihenhäusern fehlt eine Ausstrahlung einer speziellen Wohn- und Siedlungsqualität. Der 2009 vorbereitete Rekurs des Heimatschutzes Winterthur gegen einen Vorentscheid der Baubehörde musste eingestellt werden, da unsere Beschwerde-Berechtigung bei nicht inventarisierten Objekten nach einem entsprechenden Verwaltungsgerichts-Entscheid zurzeit in Frage gestellt ist.
Unterschutz-Stellung von Arbeitersiedlungen
Erfreulicherweise reagierte die Stadt Winterthur, wenn auch etwas spät, trotzdem noch auf diese unbefriedigende Situation. Die Baubehörden stellten fest, dass die Sonderbauvorschriften für den Schutzgedanken bei Siedlungen nicht genügten. Zwei weitere Arbeitersiedlungen sollen unter Schutz gestellt werden, nämlich die Siedlungen an der Bachtelstrasse (Bernoulli-Siedlung) und an der Rieterstrasse.