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In der Schweiz werden Liegenschaften oftmals mit Gewinn veräussert. Grund dafür ist zum einen die wachsende Bevölkerung, welche die Nachfrage nach Wohneigentum steigen lässt. Zum Andern kann aber auch politischer Einfluss auf den Immobilienmarkt einen gewinnbringenden Verkauf begünstigen.
Die Steuerverwaltung nahm sich deshalb der Frage nach der effizientesten Besteuerung solcher Gewinne an. Antwort fanden sie in einer einmaligen Sondersteuer, welche Grundstückgewinnsteuer genannt wird. Sie wird nach der notariellen Beurkundung, bei der Eintragung ins Grundbuch, erhoben.
In der Schweiz existieren auf kantonaler Ebene zwei Systeme, welche die Besteuerung von Grundstücken regeln. Das monistische System zeichnet sich durch eine einmalige Sondersteuer aus, welche sich aus den Gewinnen der Grundstückverkäufe ergibt. Handelt es sich um Liegenschaften im Geschäftsvermögen, werden zusätzlich wiedereingebrachte Abschreibungen im Gewinn respektive im Einkommen besteuert.
Im Gegenzug dazu müssen im dualistischen System nur Sondersteuern für Eigentumsübertragungen im Privatvermögen beglichen werden. Für die Grundstückverkäufe im Geschäftsvermögen wird jedoch eine Einkommens- beziehungsweise Gewinnsteuer erhoben. Zusätzlich wird die direkte Bundessteuer in Rechnung gestellt, welche im Privatvermögen entfällt. Das monistische System tritt in der Schweiz häufiger auf, nicht zuletzt aufgrund der grossen Kantone Bern und Zürich, welche dieses anwenden.
Bei Liegenschaften, die von der verkaufenden Person selbst bewohnt werden, tritt das Gesetz des Aufschubtatbestandes in Kraft: Die geschuldete Steuer kann aufgeschoben werden, wenn der Verkäufer ein Ersatzobjekt erwirbt. Dafür steht ihm ein Zeitraum von maximal zwei Jahren zwischen Verkauf und Kauf zu. In diesem Fall spricht man von einer latenten Steuer. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie zwar geschuldet ist, jedoch direkt auf das neu erworbene Objekt übertragen wird. Privatpersonen bietet sich so die Möglichkeit, den gesamten Erlös aus dem verkauften Objekt in das neu erworbene zu investieren, denn es müssen vorgängig keine Steuern beglichen werden. Dazu kommt, dass der Verkäufer bei der Beschaffung des Ersatzobjekts nicht an Kantonsgrenzen gebunden ist. Das Gesetz gibt nämlich vor, dass die gesamten Steuern derjenige Kanton erheben kann, in welchem eine Liegenschaft verkauft, jedoch innerhalb von zwei Jahren keine neue erworben wurde. Für einen Makler sind genaue Kenntnisse über diese steuerlichen Besonderheiten essentiell, damit er seine Kunden bestmöglich beraten kann.