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Spanien löst Mobilfunk-Krebsprobleme nach Schweizer Art
Spanien löst Mobilfunk-Krebsprobleme nach Schweizer Art
Valencia: Spanischer Arzt muss auf Druck der Mobilfunklobby sofort seine Untersuchungen einstellen
Quelle: Levante Digital, 27.02.2002 übermittelt von Jörg Wichmann
Ernste Sanktionen angedroht, wenn der Forscher seine Arbeit über schädliche Wirkungen von Mobilfunk fortsetzt.
Das Krankenhaus La Fe, Valencia, hat entschieden, die Untersuchungen der Wirkungen elektromagnetischer Felder auf die menschliche Gesundheit sofort einzustellen. Mit diesen Untersuchungen war der in Spanien sehr bekannte Mobilfunkkritiker Dr. Claudio Gómez Perretta, Doktor der Medizin und Chemiker, im einzigen Forschungszentrum der Provinz Valencia, befasst.
Als Grund wurde angegeben, Dr. Perretta, Leiter der Suchtabteilung, wäre „nicht offiziell ermächtigt“, diese Forschung durchzuführen.
Die Anordnung, die Untersuchungen einzustellen, wurde von der „Warnung“ an den Forscher begleitet, dass dieser im Falle der Nichteinhaltung dieser Anordnung und Fortsetzung der Forschung mit ernsten Sanktionen rechnen müsse. Ab dem kommenden Montag muss Dr. Perretta deshalb jegliche Arbeit, die mit der Wirkung elektromagnetischer Felder verbunden ist, komplett einstellen.
Unsere Zeitung versuchte gestern, eine offizielle Erklärung von den Verantwortlichen des Krankenhauses La Fe de Valencia zu erhalten. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe erhielten wir keine Antwort.
Mit dem Verbot der Forschungsarbeiten von Dr. Gómez Perretta wurde die letzte Möglichkeit beseitigt, in der Region wissenschaftliche kostenlose Berichte über die Wirkungen elektromagnetischer Wellen auf die Gesundheit zu bekommen, die von Mobilfunkantennen und Hochspannungsleitungen ausgehen.
In der Region Valencia führt jetzt nur noch das Elektroinstitut der Polytechnischen Universität Valencia Messungen durch und erstellt Berichte. Dieses Institut erhält finanzielle Zuwendungen des Elektrounternehmens Iberdrola und arbeitet privatwirtschaftlich.
Dr. Gómez Perretta erhielt gestern viele solidarische Nachrichten und Anrufe von spanischen
und ausländischen Forschern, darunter sogar von einem Gebietsdirektor eines Mobilfunkbetreibers.
Der ebenfalls massiv unter Druck gesetzte französische Forscher Roger Santini (Santini hatte epidemiologische Untersuchungen in der Nähe von Mobilfunksendern durchgeführt und dabei erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen bei 530 befragten Anwohnern festgestellt und dokumentiert) schrieb gestern beispielsweise an Dr. Perretta:
„Lieber Claudio,
ich habe erfahren, dass Du ebenfalls „zum Schweigen gebracht wurdest“. Könntest Du mir mehr darüber mitteilen? Am 6. März habe ich einen Termin beim französischen Senat, es geht um Mobiltelefone und Basisstationen. Dabei werde ich die französischen Senatoren von Deinen und meinen Schwierigkeiten berichten.“
Roger Santini (27/2/02)
Dr. Perretta kann hier unterstützende e-mails erhalten: <email-pii>
Anschrift des spanischen Krankenhauses für Protestbriefe:
Gerencia del Hospital universitario La Fe. Avda de Campanar 2. 46009 VALENCIA, Spanien.
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