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Das Wichtigste in Kürze
- Glencore wurde in Grossbritannien wegen Korruptionsfällen zu einer Busse verurteilt.
- Die Geldstrafe tue dem Rohstoffkonzern aber nicht wirklich weh.
- Für Nina Elmiger vom Klimastreik Schweiz braucht es einen Systemwandel. Ein Gastbeitrag.
Der Rohstoffkonzern Glencore wurde vor einigen Wochen in Grossbritannien schuldig gesprochen, in Nigeria, Kamerun, der Elfenbeinküste und weiteren afrikanischen Staaten staatliche Institutionen bestochen zu haben, um Vorteile beim Erdölabbau zu erhalten.
Auch in der Schweiz und den Niederlanden laufen momentan Ermittlungen gegen Glencore wegen Korruptionsfällen. In Brasilien zahlte Glencore den Behörden Entschädigungsgelder, um einen Prozess zu umgehen.
Bussen als «normale» Geschäftskosten von Glencore
Offensichtlich hat der Konzern bereits für Gerichtsprozesse vorgesorgt: Bereits im Februar reservierte man 1,2 Milliarden US-Dollar für allfällige Bussen. Glencore rechnete also schon im Vorhinein mit Strafen und damit mit illegalen Geschäftspraktiken.
Für einen Milliardenkonzern, der im Moment noch mehr Umsatz macht als in den letzten Jahren und angekündigt hat, seinen Aktionär*innen dieses Jahr 4 Milliarden US-Dollar auszuzahlen, stellt diese Summe auch kein grosses Problem dar.
Spotlight on Corruption, eine NGO, die sich mit Korruption befasst, warnt davor, dass Konzerne wie Glencore solche relativ moderaten Bussen bald als «normale» Kosten einplanen könnten, die anfallen, wenn man Geschäfte macht.
Systemwandel!
In einem kapitalistischen System, in dem Profitsteigerung das oberste Ziel ist, verwundert es nicht, wenn Konzerne, um ihren Gewinn zu vergrössern, auch vor Mitteln wie Bestechung nicht zurückschrecken. Solange diese Konzerne sich aus Verfahren gegen sie mit Entschädigungszahlungen einfach wieder freikaufen können, wird sich das auch nicht ändern.
Wir brauchen also einen Systemwandel! Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das in erster Linie dazu dient, unser Wohlbefinden sicherzustellen und unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.
Wir brauchen eine Welt, in der alle Menschen Priorität haben und nicht die Profite einiger weniger.