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Freiwilligenarbeit hat bei uns lange Tradition. Seit 1866 - also seit 150 Jahren - schenken SRK-Freiwillige ihre Zeit und Freude den Verletzlichsten unserer Gesellschaft. Wir sagen: vielen herzlichen Dank!
Die Ursprünge der organisierten Freiwilligenarbeit, wie es sie heute noch im SRK gibt, gehen auf die Schlacht von Solferino 1859 zurück. Henry Dunant, Augenzeuge der Schlacht und Gründervater der Rotkreuzbewegung, schlägt vor, freiwillige Hilfsgesellschaften zu gründen:
«Gibt es kein Mittel, um Hilfsorganisationen zu gründen, deren Ziel es sein müsste, die Verwundeten in Kriegszeiten durch begeisterte, aufopfernde Freiwillige, die für ein solches Werk besonders geeignet sind, pflegen zu lassen?»
Henry Dunant, aus seinem Buch «Erinnerung an Solferino»
Aus diesen Hilfsgesellschaften entstehen später die nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, deren Ziel es ist, die Sanitätsdienste der Armee zu unterstützen. Und in der unermüdlichen Hilfe der Freiwilligen für Soldaten auf dem Schlachtfeld in Solferino, entsteht der Grundgedanke der Freiwilligenarbeit im Roten Kreuz. Die Freiwilligen, die sich heute im SRK engagieren, leben diesen Grundgedanken in ihrer Arbeit weiter.
Doch wie hat sich die Freiwilligenarbeit seit Solferino entwickelt? Und wie sind die heutigen Formen der Freiwilligenarbeit entstanden?
Als das SRK 1866 gegründet wurde, bestand seine Hauptaufgabe darin, die Sanitätsdienste der Armee in Kriegszeiten zu unterstützen und die Fürsorge für Familien von einberufenen Wehrmännern zu übernehmen.
Der erste Einsatz von SRK-Freiwilligen kam im Winter 1871 während des Deutsch-Französischen Krieges. Neben der Bevölkerung und den Schweizer Behörden haben sich freiwillige Rotkreuzmänner und -frauen ganz spontan engagiert, um die zerbrochene Bourbaki-Armee in der Schweiz zu empfangen und zu versorgen.
Erster Weltkrieg
Zu weiteren wichtigen Einsätzen des SRK kam es während des Ersten Weltkrieges. Die mittlerweile entstandenen Rotkreuzsektionen und Samaritervereine machten sich bereit, um den Sanitätsdienst der Armee zu unterstützen. Die Erste Hilfe-Kurse der Rotkreuzsektionen verzeichneten einen grossen Andrang und innert kürzester Zeit erklärten sich 6000 Freiwillige bereit, Einsätze zu leisten.
Das SRK organisierte während des Ersten Weltkrieges unter anderem den Transport verwundeter Soldaten durch die Schweiz und die Pflege verwundeter Soldaten im Ausland. Dabei wurde das SRK auch tatkräftig durch Freiwillige unterstützt.
Im Zweiten Weltkrieg war das SRK vor allem in der Kinderhilfe tätig. Neben neuen bezahlten Mitarbeitenden, die sich für benachteiligte Kinder im In- und Ausland einsetzten, gab es unzählige freiwillige Rotkreuz-Helfer und -Helferinnen, die Kleider spendeten, Geld sammelten und vieles mehr.
In der Nachkriegszeit entwickelte sich das SRK weiter. Es erschuf erstmals auch Dienstleistungen für benachteiligte Menschen in Friedenszeiten. Die damalige Rotkreuzsektion Zürich rekrutierte Freiwillige, die verletzliche Menschen im Spital, im Heim oder zu Hause besuchten, um sie moralisch oder materiell zu unterstützen. Dadurch entsteht die SRK-Freiwilligenarbeit, wie wir sie heute kennen.
Ab den 1960er-Jahren wurde die Freiwilligenarbeit in weitere SRK-Sektionen ausgebaut. Einige der heutigen Dienstleistungen haben ihren Ursprung in jener Zeit, so zum Beispiel der Fahrdienst oder der Besuchs- und Begleitdienst. 1965 engagierten sich insgesamt 1418 Freiwillige in den mittlerweile 27 Rotkreuzsektionen. Die Freiwilligen besuchten Einführungskurse und das Dienstleistungsangebot wuchs stetig.
Diese Zahl der Freiwilligen hat sich heute auf über 14`000 erhöht. Dies allein in den Rotkreuz-Kantonalverbänden (ehemals Rotkreuzsektionen). Zählt man die Freiwilligen der Rotkreuz-Rettungsorganisationen dazu (Samariterbund, Schweizerischer Militär-Sanitäts-Verband, Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft und REDOG) kommt man gar auf rund 72`000 Freiwillige.
Die Freiwilligen der verschiedenen Mitgliedorganisationen setzen sich in unterschiedlichsten Einsatzbereichen für ihre Mitmenschen ein. Sie schenken Zeit und Freude und tragen mit ihrem Engagement zu einer menschlicheren Welt bei.
Dieser kurze geschichtliche Abriss zeigt die Entwicklung der Freiwilligenarbeit im SRK zwar nicht im Detail. Doch er verdeutlicht, dass der Grundgedanke – anderen im Sinne der Menschlichkeit, zu helfen – bis heute Bestand hat. Die Freiwilligenarbeit im SRK hat sich mit dem gesellschaftlichen Wandel weiterentwickelt. Die Form der Freiwilligenarbeit mag sich in den letzten 150 Jahren verändert haben, trotzdem verfolgen die Freiwilligen heute noch dasselbe Ziel.
Für das unermüdliche Engagement der Freiwilligen und das Weitertragen dieses Grundgedankens bedankt sich das SRK am heutigen Internationalen Tag der Freiwilligenarbeit.
Einen breiten Überblick über die Tätigkeit des SRK seit seiner Gründung und über die Entwicklung der Einsätze der Freiwilligen gibt das eben erschienene Buch «150 Jahre für mehr Menschlichkeit. Das Schweizerische Rote Kreuz 1866-2016» von Philippe Bender, Patrick Bondallaz und Roland Böhlen, erhältlich zum Preis von 39 Franken im Buchhandel oder online bei staempfliverlag.com. Das Buch ergänzt die elektronische Publikation geschichte.redcross.ch mit vielen kürzeren Texten und gegen 1000 Bildern und Filmen.