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In einem offenen Brief schreiben die Chefs von 4 der grössten Telekommunikationsunternehmen, dass die europäische Telekom-Infrastruktur Gefahr laufe zurückzufallen. Big Tech müsse mithelfen, wenn die Netzinfrastruktur weiter ausgebaut werden soll, heisst es in dem Schreiben, das in der 'Financial Times' veröffentlicht wurde (Paywall).
Unterschrieben haben den Brief José María Álvarez-Pallete López, CEO Telefónica; Tim Höttges, CEO Deutsche Telekom; Nick Read, CEO Vodafone; Stéphane Richard, CEO Orange.
Der Datenverkehr nehme jedes Jahr um 50% zu. Ein zunehmender Teil des Netzverkehrs werde von den grossen Technologieplattformen generiert und monetarisiert, so die Erklärung. Dies erfordere aber kontinuierliche Investitionen seitens des Telekommunikationssektors. Es sei an der Zeit, diese Last zu teilen, schreiben die Telco-Chefs.
Die Forderung kommt, nachdem die Europäische Kommission letzten Monat in ihrer Erklärung zu digitalen Rechten einen Vorschlag veröffentlicht hat. Dort heisst es, dass "alle Marktteilnehmer, die vom digitalen Wandel profitieren, einen fairen und angemessenen Beitrag zu den Kosten für öffentliche Güter, Dienstleistungen und Infrastrukturen leisten".
Die Forderung an die Adresse von Netflix und Co. ist nicht neu. Im November letzten Jahres gab es laut dem Online-Magazin 'City A.M.' ähnliche Argumente in einem Brief, der unter anderem von den CEOs von Swisscom, Telekom Austria und Altice Portugal unterzeichnet wurde.
Die Betreiber schätzen, dass mehr als 70% des Datenverkehrs auf soziale Medien, Videostreaming und Gaming entfallen. Aber, so eine Kritik, die Telcos "scheinen die Tatsache zu ignorieren, dass digitale Plattformen die Nachfrage nach Telekommunikationsnetzen enorm steigern", wie ein Research Fellow des Centre for European Reforms (CER) von 'Euractiv'
zitiert wird.