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Lange Zeit glaubte man ernsthaft, dass die Menschen in der Altsteinzeit ein sehr entbehrungsreiches Leben geführt haben müssen, dauernd auf der Flucht vor wilden Tieren, immer frierend und hungernd durch die Eiszeit zitternd. Nun zweifelt man berechtigt an dieser Annahme, denn Untersuchungen an den Funden von den zwischen Jäger-, und Sammlerkulturen und den späteren sesshaften bäuerlichen Kulturen ergaben genau das Gegenteil. Die Jäger und Sammler wurden im Durchschnitt älter, litten weniger an Krankheiten und waren im Schnitt grösser, als ihre bäuerlichen Nachkommen. Ein Mann wurde im Durchschnitt 178 cm, und eine Frau 165 cm gross.
Die Jäger und Sammler hatten auch viel gesündere Zähne. Die einzigen Süssigkeiten, die sie kannten, waren Früchte und Honig. Zudem mussten sie in der Regel viel mehr kauen, als wir heute mit unseren „Weichspeisen“. Unsere Ahnen hatten sozusagen einiges mehr an „Biss“.
Im Schnitt, so nimmt man an, hatten die Jäger und Sammler weniger Hungersnöte zu überstehen, da sie auf ihren Wanderungen immer wieder auf neue Nahrungsressourcen stiessen, während die Bauern an ihre “Scholle gebunden” waren und bei einem Ernteausfall schon den Gürtel enger schnallen mussten.
Die Ernährung der Jäger und Sammler war ausgewogener, als jener Menschen, die sich zu einem grossen Teil von Getreide ernährten. Getreide war zuvor bei den Jägern und Sammlern nur ein Happen zwischendurch, das heisst, wenn man Getreide fand.
Nahrung und Klima
Die Art der Ernährung war stark von den klimatischen Bedingungen und der Umwelt abhängig. Menschen, die in den Warmzeiten lebten, ernährten sich ganz anders, als die Menschen in der Eiszeit.
Allein binnen zwei Millionen Jahren veränderte sich das Klima in Mitteleuropa nicht weniger als zwölf mal und mit ihm, das gesamte Pflanzen-, und Tierreich.
Während eines Klimawandels ereignet sich sozusagen eine Kettenreaktion. Pflanzen, die sich an das frühere Klima gewohnt waren und mit den Klimaveränderungen nicht mehr mithalten können, gedeihen nicht mehr und sterben aus. Jene Tiere, die auf dieselbe klimatischen Verhältnisse und deren Pflanzen als Nahrung spezialisiert sind, wandern ab in jene Gebiete, welche ihnen die besten Bedingungen zum Überleben bieten. Für die Raubtiere, welche wiederum ihre Jagdmethoden auf gewisse Beutetiere spezialisiert haben, wird die gewohnte Nahrung ebenfalls knapp. Auch sie ziehen ihren Beutetieren hinterher.
Die Evolution wäre nicht Evolution, gäbe es da nicht viele verschiedene Arten, die sich den neuen Umweltbedingungen anpassen würden. Aus eben dieser Anpassung entstanden wieder neue Tierarten. Das Wollmammut war da ein Vorzeigebeispiel. Es war das einzige Exemplar, der sonst wärmeliebenden Elefantenarten, das sich der Kälte angepasst hatte.
Als Homo erectus in Georgien lebte, durchlebte er vor 1’500’000 Jahren bis 1’300’000 die Donau-Kaltzeit. Nach 200’000 Jahren Eiszeit setzte wieder eine Warmzeit ein. Die Neandertaler, die während der Eem-Warmzeit lebten, kamen sicherlich in den Genuss von tropischen Früchten, während ihre Nachfahren in der Würm-Kaltzeit (Letzte Eiszeit) sich vor allem aufgrund der spärlichen Vegetation auf die Jagd spezialisieren mussten, um zu überleben.