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2. Pharmakogenomik = personalisierte Medizin?
Die Pharmakogenomik soll also dafür sorgen, dass Patienten die für sie ideale Behandlung erhalten, mit möglichst wenig unerwünschten Wirkungen. Pharmakogenomik wird oft mit dem Begriff personalisierte Medizin gleichgesetzt. Allerdings ist die personalisierte Medizin eher ein Überbegriff für eine Strategie, Medikamente zu entwickeln, die besser auf den Patienten zugeschnitten sind (bessere Diagnose, optimale Therapie).
Der Begriff personalisierte Medizin führt zudem etwas in die Irre, denn das Ziel besteht hier nicht darin, Medikamente zu entwickeln, die auf eine einzelne Person zugeschnitten sind, sondern höchstens auf eine Gruppe von Patienten. Das Medikament Herceptin zum Beispiel wirkt bei etwa 25 Prozent aller Brustkrebspatientinnen, denn nur diese tragen die entsprechende Genmutation in den Krebszellen.
Pharmakogenomik oder personalisierte Medizin ist auch keine Revolution, wie oft behauptet wird, sondern eher eine Evolution. Schon seit Jahrhunderten versuchen Ärzte, die für den Patienten ideale Behandlung zu finden. In der Vergangenheit entschieden sich Ärzte aufgrund ihres Wissens über die jeweilige Krankheit und aufgrund der Patientendaten sowie ihrer Erfahrung für ein bestimmtes Medikament. Falls dieses nicht oder nicht genügend wirkte, wurde entweder die Dosis verändert oder auf ein anderes Medikament ausgewichen. Solange, bis der Arzt das richtige Medikament in der richtigen Dosierung für den Patienten gefunden hatte.
Mit der Pharmakogenomik könnten die Ärzte in Zukunft – so die Hoffnung – bereits zu Beginn der Behandlung über alle notwendigen Informationen verfügen, um dem Patienten von Anfang an die ideale Therapie zu verschreiben. Damit könnten auch Kosten gespart werden, weil auf wirkungslose oder nachteilige Behandlungen verzichtet wird.