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Decimieren
(vom lat. decem, «zehn»),
von einem Heeresteil, der sich der Feigheit oder Meuterei schuldig gemacht, den zehnten Mann mit dem Tode bestrafen. Die Entstehung dieser grausamen Maßregel fällt in das Altertum. Bei den Römern soll sie zuerst der Konsul Appius Claudius Sabinus im Kriege gegen die Volsker 471 v. Chr. angewendet haben; in spätern Zeiten, besonders nach dem ersten Bürgerkriege, auch unter den Kaisern, kommt sie noch oft vor, freilich in der Form der Vicesimation oder der Centesimation, wobei jeden zwanzigsten resp. hundertsten Mann der Tod traf. Im Mittelalter erscheint die Strafe seltener, und zum letztenmal ist sie im Dreißigjährigen Kriege nach der zweiten Schlacht von Breitenfeld [* 2] 1642 an dem feldflüchtigen Regiment Madlo ausgeübt worden. Doch haben Feldherren auch später noch damit gedroht. Im Deutschen Militärstrafrecht ist diese oder eine ähnliche Strafe ausgeschlossen.