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Aszites ist der medizinische Fachausdruck für Bauchwassersucht, die umgangssprachlich oft als Wasser im Bauch bezeichnet wird. Durch Aszites kann sich der Bauchumfang des Betroffenen beträchtlich erhöhen.
Aszites entsteht dann, wenn sich in der freien Bauchhöhle – also nicht im Darm oder anderen Hohlorganen wie der Harnblase – wässrige Flüssigkeit ansammelt. Handelt es sich bei der Flüssigkeit um Blut, sprechen Mediziner weniger von einer Aszites. Hier sind eher Begriffe wie Hämaskos oder Hämatoperitoneum gängig.
Bauchwassersucht kann verschiedene Ursachen haben. Vor allem Erkrankungen, die zu einem Eiweissmangel (Hypalbuminämie) führen, können einen Aszites hervorrufen. Eine Hauptursache ist die Mangelernährung: Die Hungerbäuche von unterernährten Kindern aus der Dritten Welt sind typische Beispiele für diese Form von Aszites. Eiweissmangel und Wasser im Bauch sind hierzulande weniger die Folge von Unterernährung, sondern treten eher im Rahmen von chronischen Lebererkrankungen oder Nierenerkrankungen (z.B. Niereninsuffizienz) auf.
Aszites entsteht ausserdem durch Krankheiten, die einen Blutstau im Bauchraum hervorrufen und damit den Druck in den Blutgefässen erhöhen – vor allem in der Pfortader (portale Hypertension). Hier spielen neben Herzkrankheiten (z.B. Herzschwäche) wieder Erkrankungen der Leber (z.B. Leberzirrhose) eine wichtige Rolle. Weitere mögliche Ursachen von Aszites sind Entzündungen oder Krebserkrankungen.
Kleinere Mengen Flüssigkeit in der Bauchhöhle verursachen meist wenig oder gar keine Beschwerden. Das Wasser im Bauch kann allerdings zu einer auffälligen, starken Bauchschwellung führen. Wichtige Aufgaben des Arztes sind dann:
Aszites (Bauchwassersucht) kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist die Bauchwassersucht Anzeichen einer schweren Erkrankung. Mögliche Aszites-Ursachen können sein:
Handelt es sich bei der Flüssigkeit im Bauchraum um Blut, verwenden Mediziner die Begriffe Hämaskos oder Hämoperitoneum anstatt Aszites. Ursachen für einen Hämaskos sind zum Beispiel innere Blutungen nach Verkehrsunfällen oder bei gynäkologischen Erkrankungen (z.B. Endometriose).
Bei Verdacht auf Aszites (Bauchwassersucht) ist die gezielte Diagnose durch den Arzt wichtig. Er muss dabei zum einen feststellen, ob es sich wirklich um eine Wasseransammlung in der Bauchhöhe handelt, und zum anderen herausfinden, was dazu geführt hat.
Aszites ist oft ein Zeichen für eine schwere, fortgeschrittene Erkrankung. Mögliche Ursachen sind Herz-, Krebs- und Lebererkrankungen (z.B. eine Leberzirrhose). Bei manchen Patienten ist die Grunderkrankung bereits bekannt, im Verlauf kommt es dann zur Wasseransammlung in der Bauchhöhle. In anderen Fällen fällt zuerst der Aszites auf, dann ist die Diagnose der Ursache wichtig.
Um Aszites feststellen zu können, nutzt der Arzt verschiedene Diagnose-Verfahren. Dabei spielt die körperliche Untersuchung eine wichtige Rolle. Bei der Untersuchung fällt je nach Menge des Bauchwassers ein vergrösserter Bauchumfang auf. Wenn man den Bauch mit der Hand seitlich anstösst, bildet sich eine Welle, die auf der anderen Seite ertastet werden kann (sog. Undulations-Phänomen). Damit kann der Untersucher einen Aszites-Bauch beispielsweise von einer durch Übergewicht bedingten Bauchschwellung unterscheiden. Der Arzt kann während der körperlichen Untersuchung auch die Menge des Bauchwassers grob abschätzen, indem er den Bauch abklopft (sog. Perkussion). Eine sehr schnelle und genaue Methode zum Nachweis von Flüssigkeit in der Bauchhöhle ist die Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Hiermit lassen sich bereits kleine Flüssigkeitsmengen in der Bauchhöhle nachweisen.
Um das Wasser im Bauch zu untersuchen, punktiert der Arzt den Bauch. Dazu sticht er mit einer langen Nadel in den Bauch hinein und entnimmt etwas Flüssigkeit, die er später im Labor auf Zellen (z.B. Tumorzellen), Eiweisse und andere Bestandteile untersuchen lässt.
Bei Aszites (Bauchwassersucht) sind sowohl eine ursächliche Therapie als auch eine symptomatische Therapie möglich. Meist ist es sinnvoll, diese beiden Therapieansätze gleichzeitig anzuwenden.
Mit der ursächlichen Aszites-Therapie versucht der Arzt, die Grunderkrankung, die zur Bauchwassersucht geführt hat, zu behandeln. Ist zum Beispiel eine Mangelernährung der Grund für den Aszites, ist es wichtig, dass der Betroffene ausreichend Nahrung erhält. Ist der Ernährungszustand des Patienten wieder normal, sammelt sich auch keine Flüssigkeit mehr in der Bauchhöhle an. Doch nicht jede Aszites-Ursache lässt sich beseitigen. Besonders bei einer fortgeschrittenen Leberzirrhose oder Krebserkrankung ist die ursächliche Therapie oft nur bedingt erfolgreich.
Die symptomatische Aszites-Therapie hat zum Ziel, das überschüssige Wasser aus der Bauchhöhle zu entfernen. Die Grunderkrankung ist dabei zweitrangig. Ein typisches Beispiel ist die Aszites-Punktion: Der Arzt sticht bei der Aszites-Punktion mit einer Kanüle durch die Bauchhaut des Patienten und lässt die überschüssige Flüssigkeit aus der Bauchhöhle über einen kleinen Schlauch ab. Die Aszites-Punktion ist ein kleiner Routine-Eingriff, bei dem Komplikationen (Infektionen, Verletzung von Darmschlingen) zwar möglich aber sehr selten sind.
Um das Wasser aus dem Bauch heraus zu schwemmen, ist es zudem notwendig, eine salzarme Diät einzuhalten. Darüber hinaus eignen sich entwässernde Medikamente (Diuretika, wie Spironolacton, Furosemid) zur Aszites-Therapie. Wird gleichzeitig aber die Ursache der Bauchwassersucht nicht behoben, bildet sich die Flüssigkeit wieder nach.