Document ID: /roh_data/filtered/Billingualer_Corpus_interleaved-de-rm.jsonl.gz/558

This is a text translated from German to Rumantsch Grischun.
Rumantsch Grischun als Rechts- und Amtssprache

In einem Schreiben ans "Comite Na agl art. 23" erläutert die Regierung die Sach- und Rechtslage betreffend das Verwenden von Rumantsch Grischun als Amtssprache.

Das Bündner Stimmvolk hat am 10. Juni 2001 einer Teilrevision des Gesetzes über die Ausübung der politischen Rechte im Kanton Graubünden (GPR, Bündner Rechtsbuch 150.100) mit 29'398 Ja zu 14'950 Nein zugestimmt. Durch die Änderung von Artikel 23 GPR sind die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, die romanischen Abstimmungsunterlagen künftig nicht mehr in den romanischen Idiomen Sursilvan und Ladin, sondern in Rumantsch Grischun aufzulegen.

Bereits am 29. November 2000 hatte der Grosse Rat mit einer Teilrevision der Verordnung über die Herausgabe des neuen Bündner Rechtsbuchs und die Weiterführung der Amtlichen Gesetzessammlung (Änderung von Artikel 1, Absätze 2 und 3, Bündner Rechtsbuch 180.100) die Grundlage dafür geschaffen, dass das Bündner Rechtsbuch in romanischer Sprache in Rumantsch Grischun geführt werden kann.

Beide Teilrevisionen wurden am 26. Juni von der Regierung auf Anfang Juli 2001 in Kraft gesetzt. Im gleichen Beschluss hat die Regierung auch eine Verordnung betreffend die Verwendung von Rumantsch Grischun für die romanischen Abstimmungsunterlagen und das romanische Bündner Rechtsbuch erlassen und ebenfalls auf Anfang Juli 2001 in Kraft gesetzt.

Ab 1. Juli 2001 wird somit im romanischen Bereich Rumantsch Grischun als kantonale Rechtssprache verwendet. Das Recht bildet Grundlage für das staatliche Handeln und die Tätigkeiten der Verwaltung. Es drängte sich deshalb auf, dass auch für den gesamten amtlichen Schriftverkehr des Kantons im Romanischen Rumantsch Grischun verwendet wird. Die Regierung hat dies mit Beschluss vom 26. Juni durch eine Änderung von Artikel 4 der Übersetzungsweisungen verfügt.

Dieser Schritt stellt eine logische und konsequente Fortsetzung der bisherigen Politik der Regierung in diesem Bereich dar. Bereits mit Beschluss vom 17. Dezember 1996 hatte sie sich nämlich für Rumantsch Grischun als Amtssprache ausgesprochen und die Weisungen betreffend Übersetzung von amtlichen Texten in die italienische und romanische Sprache entsprechend geändert. In Artikel 4 der Weisungen wurde dabei das Verwenden von Rumantsch Grischun im Verhältnis zu den beiden Idiomen so geregelt, dass Übersetzungen von Texten, die für den ganzen Kanton von Bedeutung sind, ins Rumantsch Grischun erfolgen. Sofern die Übersetzungen an Regionen, einzelne Gemeinden oder einzelne Bürgerinnen und Bürger richten, können auch die Idiome verwendet werden. Der Übersetzungsdienst hat bei Übersetzungen an Einzeladressaten von dieser Kann-Bestimmung Gebrauch gemacht. Nachdem nun Rumantsch Grischun durch übereinstimmende Beschlüsse des Volks, des Grossen Rats und der Regierung zur massgeblichen Rechtssprache geworden ist, war die Aufhebung dieser Ausnahmeregelung unumgänglich.

Das "Comite Na agl art. 23" hat der Regierung Mitte Juli in einem Schreiben vorgeworfen, sie hätte mit der am 26. Juni 2001 verfügten Verwendung von Rumantsch Grischun für den gesamten amtlichen Schriftverkehr des Kantons nicht an Zusicherungen gehalten, die sie im Vorfeld der Volksabstimmung vom 10. Juni abgegeben habe.

Die Regierung hat ihre Absichten und Konsequenzen der Änderungen von Artikel 23 GPR sowie der Verordnung über die Herausgabe des neuen Bündner Rechtsbuchs und die Weiterführung der Amtlichen Gesetzessammlung immer transparent gemacht und geradlinig verfolgt. So wurde in der Botschaft an den Grossen Rat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es mit der Wahl des Rumantsch Grischun möglich wird, sich auf eine romanische Sprachform zu konzentrieren und diese gezielt als Rechts- und Verwaltungssprache auszubauen. Auch die Erläuterungen zur kantonalen Volksabstimmung vom 10. Juni enthielten einen solchen Hinweis, indem ausgeführt wurde, dass die Revision auch eine einheitliche romanische Rechts- und Verwaltungssprache schaffen soll.

Die Regierung legt im Übrigen Wert auf die Feststellung, dass die Umsetzung der neuen Praxis insbesondere mit Vertreterinnen und Vertretern von romanischsprachigen Gemeinden im Sinne einer Begleitmassnahme erörtert wird.

Kulturbeiträge

Es werden Beiträge und Defizitgarantien im Gesamtbetrag von 217'500 Franken an die folgenden kulturellen Werke und Veranstaltungen geleistet:

- Projekt "200 Jahre Kanton Graubünden (1803-2003): Aufarbeitung der Aktenbestände der Helvetik und Ausstellung zum Jubiläumsjahr" des Staatsarchivs Graubünden,

- Ankauf von drei Steindrucken (Lithos) und zwei Acrylbildern auf Karton von Dea Murk,

- Herausgabe eines Sammelbands ausgewählter Schriften von Pater Iso Müller,

- Herausgabe des Buchs "Frenzi" mit Kurzgeschichten von Silvio Camenisch,

- Herausgabe des Bild-Text-Bandes "Regenlachen - Sonnenlachen" von Hans Domenig (Fotos) und Hans Ruedi Fischer (Texte),

- Elfte Romanische Literaturtage Domat/Ems (9. bis 11. November 2001),

- Elfte Weltfilmtage Thusis (24. bis 28. Oktober 2001),

- Einzelausstellung "Inferno" von Christoph Draeger im September/Oktober 2001 in der Roebling Hall in New York,

- Teilnahme an einer Gruppenausstellung von Gabriela Gerber und Lukas Bardill vom 12. Oktober bis 1. Dezember 2001 in der Kunsthalle Winterthur mit der fotografischen Arbeit "Warten auf den Superstar",

- Ausstellung "between the balance" von Jürg Moser im November 2001 in der Galerie Luciano Fasciati in Chur und Herausgabe einer bezüglichen Publikation,

- Konzerte "Drei mystische Erstaufführungen" des Konzertchors Graubünden vom 16. bis 25. November 2001 in Chur, Zug und Luzern,

- Aufführungen des Musicals "Brischa, stria!" von Gion Tschuor Ende Oktober/Anfang November 2001 durch den Chor mischedau Rueun,

- Fünf Konzerte des Ensembles Prisma Ende Dezember 2001 im Kanton, und

- Uraufführung des Konzerts für zwei Klaviere und Orchester opus 149 von Gion Antoni Derungs unter der Leitung von Simon Camartin am 20. November 2001 in Kiew.

Aus Regionen und Gemeinden

Die Zivilstandsämter Bivio, Marmorera, Sur, Mulegns, Tinizong-Rona, Savognin, Cunter, Riom-Parsonz und Salouf werden mit Wirkung ab Anfang Januar 2002 zum Zivilstandsamt Surses mit sitz in Salouf zusammengeschlossen.

Unter dem Vorbehalt, dass die Stadt Chur die entsprechenden Bewilligungen erteilt und der Bund die Bauvorhaben subventioniert, leistet der Kanton Beiträge im Gesamtbetrag von rund 247'000 Franken an den Umbau der Kreuzungen Quader und Untertor zu Kreiseln. Es ist vorgesehen diese beide Kreisel bis voraussichtlich im Sommer 2002 fertigzustellen.

Personelles

Folgende kantonalen Angestellten sind Ende August in den Ruhestand getreten:

- Martin Accola, Chur, Lehrer am Bündner Lehrerseminar,

- Martin Derungs, Laax, Strassenwart beim Bezirks-Tiefbauamt Ilanz,

- Walter Dierauer, Haldenstein, Lehrer an der Bündner Kantonsschule,

- Christian Gerber-Albietz, Fanas, Lehrer am Bündner Lehrerseminar,

- Walter Giger, Passugg-Araschgen, Lehrer an der Bündner Kantonsschule,

- Andreas Hofstetter, Landquart, Abwart im Plantanhof,

- Massimo Lardi, Chur, Lehrer am Bündner Lehrerseminar,

- Hans Nydegger, St. Moritz Bad, Kantonspolizist,

- Remo Pola, Chur, Lehrer am Bündner Lehrerseminar, und

- Peter Risch, Trimmis, Lehrer an der Bündner Frauenschule.

Die Regierung dankt ihnen für ihre Dienste, die sie dem Kanton geleistet haben.

Standeskanzlei Graubünden

Gremium: Regierung

Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden

Data: 06.09.2001

Rumantsch grischun sco lingua giuridica ed uffiziala

En ina brev al "Comite Na agl art. 23" explitgescha la regenza la situaziun effectiva e giuridica concernent il diever dal rumantsch grischun sco lingua uffiziala.

Ils votants e las votantas han approvà ils 10 da zercladur 2001 ina revisiun parziala da la lescha davart il diever dals dretgs politics en il chantun Grischun (cudesch da dretg grischun 150.100) cun 29'398 gea cunter 14'950 na. Tras la midada da l'artitgel 23 da questa lescha han ins creà las premissas per publitgar il material da votaziun rumantsch en il futur betg pli en ils idioms rumantschs sursilvan e ladin, mabain en rumantsch grischun.

Gia ils 29 da november 2000 aveva il cussegl grond creà la basa per ch'il cudesch da dretg grischun rumantsch possia vegnir manà en rumantsch grischun; quai è succedì cun ina revisiun parziala da l'ordinaziun davart la publicaziun d'in nov cudesch da dretg e la cuntinuaziun da la collecziun uffiziala da leschas (midada da l'artitgel 1, alineas 2 e 3, cudesch da dretg grischun 180.100).

Ils 26 da zercladur ha la regenza mess en vigur domaduas revisiuns parzialas per l'entschatta da fanadur 2001. En il medem conclus ha la regenza medemamain mess en vigur in'ordinaziun concernent il diever dal rumantsch grischun per il material da votaziun rumantsch e per il cudesch da dretg grischun rumantsch.

A partir dal 1. da fanadur 2001 vegn pia duvrà il rumantsch grischun sco lingua giuridica chantunala en il sectur rumantsch. Il dretg è la basa per l'agir dal stadi e las activitads da l'administraziun. Perquai èsi daventà necessari da duvrar il rumantsch grischun per l'entira correspundenza uffiziala rumantscha dal chantun. La regenza ha disponì quai cun conclus dils 26 da zercladur tras ina midada da l'artitgel 4 da las directivas concernent la translaziun.

Quest pass è ina cuntinuaziun logica e consequenta da la politica da fin uss da la regenza sin quest sectur. Gia cun conclus dals 17 da december 1996 era ella numnadamain s'exprimida en favur dal rumantsch grischun sco lingua uffiziala ed aveva midà correspundentamain las directivas concernent la translaziun da texts uffizials en talian e rumantsch. En l'artitgel 4 da las directivas han ins reglà il diever dal rumantsch grischun en proporziun cun ils dus idioms, da maniera che las translaziuns da texts ch'èn d'impurtanza per l'entir chantun vegnan fatgas en rumantsch grischun. Sche las translaziuns sa drizzan a regiuns, a singulas vischnancas u a singuls burgais, pon ins er far diever dals idioms. Il servetsch da translaziun ha fatg diever da questa pussaivladad en cas da translaziuns per adressats singuls. Suenter ch'ils respectivs conclus congruents dal pievel, dal cussegl grond e da la regenza han fatg daventar il rumantsch grischun la lingua giuridica decisiva, èsi stà inevitabel d'abrogar questa reglamentaziun excepziunala.

Cun la brev dals 14 da fanadur ha il "Comite Na agl art. 23" fatg la reproscha a la regenza ch'ella, applitgond il rumantsch grischun per l'entira correspundenza uffiziala dal chantun tenor disposiziun dals 26 da zercladur 2001, n'haja betg tegnì las empermischuns fatgas avant la votaziun dal pievel dals 10 da zercladur 2001.

La regenza ha adina rendì transparent sias intenziuns e las consequenzas da las midadas da l'artitgel 23 da la lescha davart il diever dals dretgs politics sco er da l'ordinaziun davart l'ediziun d'in nov cudesch da dretg grischun e la cuntinuaziun da la collecziun uffiziala da leschas; ella ha adina persequità in curs direct en questa chaussa. En la missiva al cussegl grond vegni per exempel explicitamain rendì attent al fatg ch'i daventa pussaivel grazia al rumantsch grischun da sa concentrar sin ina furma linguistica rumantscha e da duvrar quella sistematicamain sco lingua giuridica ed administrativa. Er las explicaziuns tar la votaziun chantunala dal pievel dals 10 da zercladur cuntegnevan gia ina tala remartga cun l'explicaziun che la revisiun duaia er crear ina lingua rumantscha unifitgada sin il sectur giuridic ed administrativ.

La regenza dat ultra da quai paisa a la constataziun che la realisaziun da la nova pratica vegnia discutada surtut cun represchentantas e represchentants da vischnancas rumantschas en il senn d'ina mesira accessoria.

Contribuziuns culturalas

I vegnan pajadas contribuziuns e garanzias da deficit en la summa totala da 217'500 francs a las suandantas ovras ed occurrenzas culturalas:

- Project "200 onns chantun Grischun (1803-2003): elavuraziun dals effectivs d'actas da la Helvetica ed exposiziun per l'onn da giubileum" da l'archiv chantunal dal Grischun,

- cumpra da trais litografias e dus maletgs d'acril sin chartun da Dea Murk,

- publicaziun d'ina collecziun da texts or da l'ovra da pader Iso Müller,

- publicaziun dal cudesch "Frenzi" cun istorgias curtas da Silvio Camenisch,

- publicaziun dal cudesch da maletgs e text "Regenlachen - Sonnenlachen" da Hans Domenig (fotos) e Hans Ruedi Fischer (texts),

- 11. dis da litteratura rumantscha a Domat (9-11 da november 2001),

- 11. dis dal film mundial a Tusaun (24-28 d'october 2001),

- exposiziun singula "Inferno" da Christoph Draeger en settember/october 2001 en la Roebling Hall a New York,

- participaziun ad in'exposiziun da gruppa da Gabriela Gerber e Lukas Bardill dals 12 d'october fin il 1. da december en la Kunsthalle a Winterthur cun la lavur fotografica "Warten auf den Superstar",

- exposiziun "between the balance" da Jürg Moser in november 2001 en la galaria Luciano Fasciati a Cuira ed ediziun d'ina publicaziun respectiva,

- concerts "Drei mystische Erstaufführungen" dal "Konzertchor Graubünden" dals 16 fin ils 25 da november 2001 a Cuira, Zug e Lucerna,

- represchentaziuns dal musical "Brischa, stria!" da Gion Tschuor la fin d'october/entschatta da november 2001 tras il Chor mischedau Rueun,

- tschintg concerts da l'ensemble Prisma la fin da december 2001 en il chantun, e

- primaudiziun dal concert per dus clavazins ed orchester opus 149 da Gion Antoni Derungs sut la direcziun da Simon Camartin ils 20 da november 2001 a Kiew.

Da regiuns e vischnancas

Ils uffizis da stadi civil da Beiva, Murmarera, Sour, Mulegns, Tinizong-Rona, Savognin, Cunter, Riom-Parsonz e Salouf vegnan unids a l'uffizi da stadi civil Surses cun sedia a Salouf cun effect a partir dal 1. da schaner 2002.

Cun la resalva che la citad da Cuira concedia las permissiuns correspundentas e che la confederaziun subvenziuneschia ils projects da construcziun, paja il chantun contribuziuns en l'import total da 247'000 francs vi da la transfurmaziun da las cruschadas Quader ed Untertor en rundellas. Igl è previs da terminar questas duas rundellas fin la stad 2002.

Fatgs dal persunal

Ils suandants emploiads chantunals èn entrads en pensiun a la fin d'avust:

- Martin Accola, Cuira, magister al seminari da magisters grischun,

- Martin Derungs, Laax, vier tar l'uffizi da construcziun bassa a Glion,

- Walter Dierauer, Haldenstein, magister a la scola chantunala grischuna,

- Christian Gerber-Albietz, Fanas, magister al seminari da magisters grischun,

- Walter Giger, Passugg-Araschgen, magister a la scola chantunala grischuna,

- Andreas Hofstetter, Landquart, pedel al Plantahof,

- Massimo Lardi, Cuira, magister al seminari da magisters grischun,

- Hans Nydegger, San Murezzan Bogn, policist chantunal,

- Remo Pola, Cuira, magister al seminari da magisters grischun, e

- Peter Risch, Trimmis, magister a la scola da dunnas grischuna.

La regenza engrazia ad els per lur servetschs en favur dal chantun.

Chanzlia chantunala dal Grischun

Gremi: regenza

Funtauna: rg chanzlia chantunala dal Grischun

Data: 06.09.2001