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Die Normandie ist reich an historischen Baudenkmälern, Schauplatz heftiger Kämpfe im 2. Weltkrieg und Heimat kulinarischer Spezialitäten, die heute weltberühmt sind. Sie bietet eine abwechslungsreiche Landschaft von den Steilklippen im Norden über Sandstrände bis hin zu hügeligen Wäldern und Weideland im Landesinneren. Ob Geniesser, Geschichtsliebhaber, Naturfreunde oder Städtereisende – die Normandie hält viele spannende Orte bereit und lädt das ganze Jahr über auf kurzweilige Ferien in Nordfrankreich ein.
Im Norden von Frankreich befindet sich die Region Normandie. Sie grenzt im Uhrzeigersinn an die Regionen Hauts-de-France, Île-de-France, Centre-Val de Loire, Pays de la Loire und Bretagne. Die grössten Städte in der Normandie sind Le Havre, Rouen, Caen und Cherbourg (Cherbourg-Octeville) in der 2016 neu formierten Gemeinde Cherbourg-en-Cotentin. Caen ist zugleich die Hauptstadt der Normandie. Die im Westen liegende Halbinsel Cotentin gehört ebenfalls zur Normandie. Aufgrund der abgeschiedenen Lage zur übrigen Normandie konnte die normannische Sprache hier beibehalten werden, jedoch ist der normannische Dialekt «cotentinais» gefährdet. Westlich des Cotentin liegen die britischen Kanalinseln Alderney, Guernsey, Sark und Jersey. Zu den schönsten Buchten der Normandie gehört die Baie de Seine. Sie erstreckt sich vom Pointe de Barfleur nördlich des Ortes Barfleur auf dem Cotentin bis nach Le Havre in östlicher Richtung und liegt damit direkt am Ärmelkanal. Am Pointe de Barfleur steht der neue Leuchtturm Phare de Gatteville aus dem Jahr 1835, der rund 60 m neben dem alten Leuchtturm erbaut wurde. Beide Türme gelten zusammen mit den Leuchttürmen Phare du Cap Lévi (ca. 18 km in östlicher Richtung) und Phare de la Hague (ca. 59 km in östlicher Richtung) aufgrund ihrer hohen Bedeutung als «monuments historiques» und decken die Nordküste des Cotentin ab. Die Normandie unterteilt sich in die Départements Manche, Calvados, Orne, Eure und Seine-Maritime.
Département Manche:Tipp 1: Herausragend ist die Insel Mont Saint-Michel mit nur wenigen Bewohnern, aber jährlich einigen Millionen Besuchern, und der gleichnamigen Abtei, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Ausstellungen informieren über die Natur und Landschaft rund um die Insel. Tipp 2: In Cherbourg befindet sich das Museum Cité de la Mer, das sich dem Thema Unterwasser- und Tiefseeforschung widmet. Hier sind unter anderem ein Atom-U-Boot und über 1000 Fische in 17 Aquarien zu sehen. Auch die Jungfernfahrt der Titanic kann hier nachempfunden werden, denn sie lief auf ihrer geplanten Route von Southampton nach New York und zurück am 10. April 1912 den Hafen von Cherbourg an, um weitere Fracht zu laden. Ihre Reise endete jedoch auf tragische Weise am 14. April 1912 infolge einer Kollision mit einem Eisberg. Tipp 3: Bei Coutances ist das Schloss Gratot ein Beispiel mittelalterlicher Wehranlagen und als monument historique ein interessantes Ausflugsziel. In den Nebengebäuden laden Ausstellungen und Theateraufführungen zum kulturellen Austausch ein.
Département Calvados: Tipp 1: Äusserst sehenswert ist der «Teppich von Bayeux», eine einzigartige Stickarbeit auf einem 68 m langen und 52 cm breiten Tuch. Im 11. Jahrhundert entstanden, erzählen die 58 Szenen von der Eroberung Englands im Jahre 1066 durch den Normannen Wilhelm der Eroberer (William the Conqueror). Dieses Bilddenkmal ist im Centre Guillaume le Conquérant in Bayeux ausgestellt. Tipp 2:Am Omaha Beach landeten am 6. Juni 1944, dem sogenannten D-Day, die alliierten Truppen, die in der Folge an der schrittweisen Invasion und Befreiung von Frankreich aus den Händen des Deutschen Reiches teilnahmen. Im dazugehörigen Museum wird den vielen Opfern dieser Kämpfe im 2. Weltkrieg gedenkt. Der breite und flach abfallende Omaha Beach bei Saint-Laurent-sur-Mer ist heute bestens zum Baden und Spazieren geeignet, doch die Geschichte ist allgegenwärtig. Der Soldatenfriedhof im benachbarten Colleville-sur-Mer ist die letzte Ruhestätte für 9386 Gefallene und Mahnmal für 1557 Vermisste. Für Geschichtsinteressierte und einen Strandausflug gleichermassen sehr zu empfehlen! Tipp 3:Im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde die Département-Hauptstadt Caen bis 1962 wieder aufgebaut und ist heute eine Universitätsstadt mit rund 25.000 Studenten. Sie bietet sehr sehenswerte Kirchen, Museen, Parks und eine Burg.
Département Orne: Tipp 1: Zahlreiche Dolmen, also aus Steinblöcken errichtete Bauwerke (Megalith-Anlagen), befinden sich in diesem Département und beflügeln, eingebettet in Legenden und sagenhafte Erzählungen, die Fantasie. Können Sie ihre Geheimnisse lüften? Tipp 2: «Haras du Pin» in Le Pin-au-Haras, eines der bekanntesten Gestüte von Frankreich, bringt erstklassige Zuchtpferde hervor, die im Sommer jeden Donnerstag bei der Pferdeshow gezeigt werden. Entdecken Sie in der 1000 ha grossen Parklandschaft mit Schloss, in den Stallungen und im Museum die wunderbare Welt der Pferde und tauchen Sie näher in die Pferdezucht ein! Tipp 3: Die Wasserschlösser «Carrouges» und «O» sind denkmalgeschützt und lassen mittelalterliche Zeiten wieder aufleben. Mit den umgebenden Gärten bieten sie zudem idyllische Plätze, um die grossartige Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Département Eure:Tipp 1: Lyons-la-Forêt ist als eines der schönsten Dörfer von Frankreich ausgezeichnet und präsentiert sich stolz mit seinem gut erhaltenen Dorfbild mit Fachwerkhäusern, denn von den Zerstörungen im 2. Weltkrieg blieb dieses vollkommen verschont. Der umgebende Buchenwald ist ebenfalls einer der schönsten von Frankreich und war einst ein beliebtes Jagdrevier der Herzöge. Heute eignet er sich perfekt zum Wandern. Tipp 2: In Giverny steht das Haus und der Garten des französischen, impressionistischen Malers Claude Monet. Zusammen mit dem Atelier können die Lieblingsplätze von Monet besichtigt werden, die ihn zu seinen Bildern inspirierten. Vielleicht auch Sie? Tipp 3: Évreux, die Hauptstadt des Départements Eure, glänzt mit einem bedeutungsvollen Kunst- und Architekturerbe. Die Kathedrale Notre-Dame überragt die Dächer der Stadt und in ihrem Inneren sind die 70 bemalten Glasfenster eindrucksvolle Beispiele der französischen Glasmalerei.
Département Seine-Maritime: Tipp 1: Lassen Sie sich den Wind an den Klippen der 120 km langen Alabasterküste von Le Havre bis hinter Le Tréport um die Nase wehen! Die bis zu über 100 m hohen Steilklippen ragen majestätisch aus dem Meer heraus, während unten die Gischt an den Strand gespült wird. Als Teil der Küste am Ärmelkanal sind die Klippen reizvoll bis spektakulär und formen Grotten und Felsbögen. Auch bei Regen ein Erlebnis! Tipp 2: Jeanne d'Arc trat mit jungen 17 Jahren in den Dienst, um Frankreich von den Engländern zu befreien, wurde jedoch diverser Vergehen bezichtigt, wie z. B. der Anbetung von Dämonen. Vor dem Turm «Jeanne d'Arc» in Rouen wurde im Jahre 1431 die französische Nationalheldin verhört, verurteilt und anschliessend im Alter von 19 Jahren auf dem Marktplatz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute wird dem einstigen Bauernmädchen am 30. Mai gedenkt. Tipp 3:Ein Ausflug nach Clères bringt Sie zum Zoologischen Garten, der 1919 vom Ornithologen Jean Delacour gegründet wurde. Hier können Sie nicht nur einen englischen Garten, sondern auch die Ruine einer mittelalterlichen Burg bestaunen. Die Flora und Fauna ist farbenfroh und vielfältig.
Kulinarische Spezialitäten: In der Normandie wachsen und gedeihen rund 10 Millionen Apfelbäume, deren Früchte zu den alkoholischen Getränken Cidre (Apfelschaumwein), Calvados (Apfelbranntwein) und Pommeau (Aperitif, aber auch Digestif) verarbeitet werden. Zu den berühmtesten Käsesorten gehört der Camembert (aus dem gleichnamigen Ort im Département Orne), der Livarot, welcher liebend gern mit einem Glas Calvados gegessen wird, und der Pont-l'Évêque sowie der Neufchâtel (passend dazu Baguette und Cidre; aus dem gleichnamigen Ort im Département Seine-Maritime). An den Küstenorten sind vor allem Meeresfrüchte und Fischgerichte sehr beliebt, darunter Jakobsmuscheln, Austern, Schnecken, Seezungen und Seelachse. Die normannische Küche zeigt ihre Spezialitäten auf den Wochenmärkten und in kreativen Menüs der französischen Restaurants. Ein Blick hinter die Kulissen gewähren die Destillerien und Käsereien – degustieren erwünscht!