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Welche Funktion hat die Uvula?
Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „kleine Traube“, was das Aussehen beschreibt. Sie befindet sich im sogenannten weichen Gaumen. Obgleich das Gaumenzäpfchen keine lebensnotwendige Rolle für uns Menschen spielt, erfüllt es dennoch gleich mehrere wichtige Aufgaben.
Schlüsselreiz als Körperschutzfunktion
Die Uvula schützt uns erfolgreich, wenn wir uns verschlucken. Wird das Gaumenzäpfchen nämlich bereits leicht berührt, löst es einen Würgereflex aus, der nicht selten zum sofortigen Erbrechen führt. Dadurch wird verhindert, dass mögliche Fremdkörper in unsere Rachenregion gelangen und wir gar daran ersticken könnten.
Beeinflussung unserer Aussprache
Das Gaumenzäpfchen ist für die Lautbildung von Konsonanten verantwortlich. Das Interessante ist, dass eine fehlende Uvula nicht in jeder Landessprache gleich auffällig wäre. Am stärksten betroffen wären etwa französisch sprechende Menschen, da es hier besonders auf das umgangssprachlich ausgedrückte „rollende R“ ankommt. Im Englischen dagegen werden kaum Laute von der Uvula beeinflusst.
Übrigens, Schnarchlaute kommen ebenfalls vom Gaumenzäpfchen. Insbesondere dann, wenn das Schnarchen anatomisch besonders lang ausfällt. Allerdings ist es nur in seltenen Fällen der alleinige Auslöser von Schnarchproblemen.
Hilfestellung beim Essen und Trinken
Das Zäpfchen in unserem Rachen liegt zwischen Mundhöhle und Nasenhaupthöhle. Beim Schluckvorgang verschließt das Gaumenzäpfchen den Zugang und verhindert so, dass uns beim Essen oder Trinken Nahrungs- und Flüssigkeitspartikel in die Nase und den Rachen steigen.
Unterstützung als Speichelproduzent
Menschen, die sich das Gaumenzäpfchen entfernen ließen, leiden häufig unter einem trockenen oder kratzenden Gefühl im Hals. Man geht daher davon aus, dass der Speichel, den die Uvula produziert, als Schmierfilm für unseren Rachen dient.
Ursachen und Symptome eines geschwollenen Gaumenzäpfchens
Normalerweise spürt man sein Gaumenzäpfchen gar nicht. Ist das Gaumenzäpfchen jedoch geschwollen, kann das unter Umständen ganz schön weh tun. Folgende Anzeichen sprechen für eine Schwellung der Uvula:
- Schluckbeschwerden
- Engegefühl im Hals
- Halsschmerzen
- Reizhusten
Zeigt sich die Entzündung besonders ausgeprägt, kann es auch sein, dass Sie einen Brechreiz verspüren. Kopfschmerzen sind in diesem Fall ebenfalls möglich.
Entzündetes Gaumenzäpfchen: Auf Ursachenforschung
Eine der häufigsten Ursachen für ein entzündetes oder geschwollenes Gaumenzäpfchen ist eine Virusinfektion oder eine Grippe. Sie geht gleichermaßen mit Schnupfen, Husten, Fieber und Heiserkeit einher. Auch der Rest des Rachens zeigt sich oft rot und entzündet. Verschwindet der Infekt, bildet sich auch die Schwellung des Gaumenzäpfchens wieder langsam zurück.
Leiden Sie nicht an einem Infekt, kann eine geschwollene Uvula auch auf verschiedene andere Krankheiten hindeuten. Typischerweise tritt sie als Nebensymptom des Pfeifferschen Drüsenfiebers oder einer Mandelentzündung auf. Auch die als Kinderkrankheiten bezeichneten Windpocken oder Masern gehen mit einem solchen Nebensymptom einher. Bakterielle Infektionen, etwa durch falsch angepasste Zahnprothesen, sind ebenfalls nicht selten.
Die häufigsten Gründe auf einen Blick
- Virusinfektion (Erkältung/Grippe)
- Bakterielle Infektion
- Pfeiffersches Drüsenfieber
- Mandelentzündung
- Allergische Reaktion
- Masern
- Windpocken
- Diphtherie
In vielen Fällen ist die Sorge über ein geschwollenes Gaumenzäpfchen unbegründet. Falls Ihre Gaumenschmerzen jedoch nicht innerhalb weniger Tage von selbst nachlassen, suchen Sie bitte Ihren Hausarzt auf.
Ein geschwollenes Gaumenzäpfchen – Ursache für Schnarchen?
Viele Bettnachbarn können ein Lied davon singen: Schnarchen! Das Geräusch kommt vom Gaumenzäpfchen, das die Atemwege verengt und dann flattert und vibriert. Ist Ihr Gaumenzäpfchen entzündet, kann das Schnarchen noch lauter sein als sonst. Eine Entfernung der Uvula scheint daher für viele, der plausibelste Weg zu sein – etliche Mediziner sehen das allerdings kritisch.
Das liegt daran, dass sich gezeigt hat, dass bei vielen Personen nach einer Gaumenzäpfchen-Entfernung über kurz oder lang Komplikationen aufgetreten sind. So litten diese an:
- Schluckbeschwerden
- Mundtrockenheit
- Fremdgefühl im Rachen
Es ist auch erwiesen, dass das Gaumenzäpfchen lediglich den Klang des Schnarchens verursacht, jedoch niemals der eigentliche Auslöser des Schnarchens ist. Diesen gilt es jedoch, herauszufinden und zu behandeln.
Uvula und Schlafapnoe
Bei Obstruktiver Schlafapnoe handelt es sich um eine Erkrankung, die nachts auftritt. Durch den Verschluss der Atemwege kommt es zu mehreren, kurzen aber intensiven Atemstillständen in der Nacht. Der Körper erwacht aufgrund seiner Schutzfunktion kurz, aber die Patienten erleben diese Wachzustände nicht bewusst. Schlafapnoe äußert sich im Anfangsstadium unter anderem durch:
- Starke Tagesmüdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Stimmungsschwankungen
- Kopfschmerzen/Migräne
- Nächtliches Schwitzen
Bleibt die Schlafapnoe unbehandelt, kann es zum Sekundenschlaf kommen. Das ist am Steuer oder beim Bedienen von Maschinen besonders verheerend. Es können aber auch weitere gesundheitliche Probleme auftreten. Die Klassiker sind von Depression über Herz-Kreislauf-Schwierigkeiten bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Es sind jedoch viele Behandlungsmöglichkeiten verfügbar und die Kostenübernahme erfolgt im Therapiefall mithilfe einer CPAP-Atemmaske, oftmals über die Krankenkasse.
Viele Studien und auch etwa die Seegartenklinik warnen ausdrücklich vor der Entfernung des Gaumenzäpfchens nur wegen des Schnarchens. Die Ursache kann unter anderem auch Schlafapnoe lauten. Eine Entfernung der Uvula führt zumeist zu einer Verschlimmerung des Zustandes. Daher sollte an anderer Stelle angesetzt werden und eine entsprechende ärztliche Behandlung erfolgen.
Was kann man bei einem geschwollenen Gaumenzäpfchen tun?
Liegt keine Vorerkrankung oder akute Infektion vor, tritt eine Gaumenentzündung häufig auf, wenn Personen primär durch den Mund statt die Nase atmen. Das passiert, wenn man das Gefühl empfindet, dadurch mehr Luft zu bekommen. Die Atmung ist jedoch auf Dauer nicht optimal, sie reizt unsere empfindlichen Schleimhäute, trocknet sie aus und macht sie verwundbar für Entzündungen. Bewusst Atmen lernen durch Yoga, autogenes Training oder nachts, auch das Mouth Taping können hilfreiche Methoden sein, um sich die Mundatmung abzugewöhnen.
Ist ein grippaler Infekt oder etwa eine Mandelentzündung für die Schwellung des Gaumenzäpfchens verantwortlich, hilft auskurieren und
- Bettruhe
- Gurgeln mit Salzwasserlösung
- Heißen Tee trinken (Achtung: Verbrühungsgefahr der Rachenregion!)
- Halstabletten zum Lutschen (Apotheke)
- Warme Halswickel
- Natürliches Vitamin C einnehmen (heiße Zitrone etc.)
In schwereren Fällen wird Ihnen Ihr Arzt ein abschwellendes Schmerzmittel (Analgetikum) oder Antibiotika verordnen. Vorbeugen lässt sich durch einen gesunden Lebensstil und den Verzicht auf Alkohol sowie Nikotin. Tritt die Schwellung des Gaumenzäpfchens chronisch auf, muss nach der Ursache geforscht und diese therapiert werden.
Fazit
Das Gaumenzäpfchen ist zwar nicht lebensnotwendig, doch erfüllt es wichtige Aufgaben. Es sorgt dafür, dass wir bestimmte Laute aussprechen können, befeuchtet unseren Rachen und schützt die sensible Nasen und Rachenregion vor dem Eindringen möglicher Fremdpartikel, in dem es uns im wichtigen Moment einen Würgereflex beschert.
Tut das Gaumenzäpfchen spürbar weh, liegt eine Schwellung oder Entzündung vor. Diese kann unter anderem von einer viralen oder bakteriellen Infektion herrühren. Auch andere Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber sind mögliche Auslöser. In den meisten Fällen heilt das Gaumenzäpfchen von selbst wieder aus und die Schwellung geht zurück. Nicht selten lassen sich Personen die Uvula entfernen, weil sie sie für Ihr Schnarchen verantwortlich machen. Das ist allerdings problematisch.