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Hier möchte ich mich einer Definition aus Wikipedia bedienen:
"Der Begriff Stroh (das, -[e]s, kein Plural) ist ein Sammelbegriff für ausgedroschene und trockene Halme und Blätter von Getreide, Ölpflanzen, Faserpflanzen oder Hülsenfrüchten.
Das meiste Stroh wird als Humus- und Nährstoffquelle in den Boden landwirtschaftlicher Nutzflächen eingearbeitet, entweder direkt nach der Ernte oder – vermischt mit Tierexkrementen als Mist – nachdem es als Einstreu genutzt wurde. Einige Stroharten dienen auch als rohfaserreiche, aber nährstoffarme Futtermittel. Stroh wird auch energetisch genutzt als Brennmaterial und als Rohstoff für synthetische Biokraftstoffe. Zudem wird Stroh als Baumaterial (Strohballenbau), als Rohstoff für (kunst-)handwerkliche Arbeiten (z. B. Strohflechterei) sowie früher auch als Material zur Eindeckung von Dächern verwendet.
Im Unterschied zu Stroh besteht Heu aus nicht ausgedroschenen, getrockneten, geschnittenen Futterpflanzen, das heißt meist aus Gräsern und Kräutern, zum Beispiel aus Klee."
Definitiv JA! Wie es schon die Hydrokultur beweist, benötigen Pflanzen nicht zwingend Erde zum Wachsen. Was sie jedoch benötigen, ist ausreichend Wasser, Nährstoffe, Sonne, Licht und Wärme und ein Substrat, welches ihnen Halt gibt.
Du kannst Deinen Strohballengarten überall anlegen, auf einer Terrasse, einem Balkon, einem gepflasterten Vorgarten auf einer Wiese* oder sonst wo. Allerdings rate ich davon ab, Deinen kleinen Garten auf Holz anzulegen, es sei denn, es wären Paletten, die Du eh danach entsorgst.
*hier empfehle ich eine Schutzmatte (Unkrautflies) unter die Strohballen zu legen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Strohballen zu bekommen.
Bitte beachte, dass es sich um abgeerntete (ohne Ähren) Strohballen handelt, da Du ansonsten keinen Gemüsegarten, sondern einen riesen "Strohigel" anlegen wirst.
Die Strohballen würde ich auf jeden Fall dort präparieren, wo sie auch den Sommer über wachsen sollen, da sie stark gewässert und gedüngt werden müssen bevor gepflanzt werden kann.
Du kannst eine Bewässerungsanlage anbringen, um das Wässern zu erleichtern. Ich persönlich habe mir die Mühe gemacht und habe meinen Strohballengarten täglich mit Regenwasser gewässert.
Zudem solltest Du für Pflanzen, die ranken: Bohnen, Tomaten, etc.) Spaliere über den Ballen anbringen, die auch gleichzeitig für die noch kühlen Nächte im April und Mai als Frostschutz dienen, da man sie einfach mit einer schützenden Folie überdecken kann.
Das Präparieren benötigt je nach Standort zwischen 10 - 15 Tage.
In höheren Lagen, wie bei mir auf 960 m Höhe, habe ich ca. 16 Tage die Strohballen präpariert.
Pro Ballen werden ungefähr 500 g Dünger benötigt. Allerdings handelt es sich dann hierbei um handelsüblichen, stickstoffreichen NPK-Rasendünger. Für diejenigen, die lieber mit organischen Dünger arbeiten möchten, benötigst Du ca. 600 g Dünger.
Mehr zu diesem Thema findest Du unter Tipps.
Versuche auf alle Fälle einen Dünger im NPK-Verhältnis (18-20% / 10-12% / 14-16%) zu verwenden.
N=Stickstoff, P=Phosphor, K=Kalium
Ich empfehle, die Strohballen mit kleine Pfosten zu stabilisieren, da sie im Laufe der Zeit zusammenfallen uns somit die Pflanzen beschädigt werden könnten. Ggf. sogar einen kleinen groben Maschenzaun darum ziehen, um zu stabilisieren.
Wie schon erwähnt, kannst Du oben in der Mitte der Ballen einen Bewässerungsschlauch anbringen, der das Wässern etwas erleichtert und vor allem die Gefahr von Pilzbefall reduziert, weil nicht direkt über das Blattgrün gewässert wird.
Mit der Pflanzenkelle kannst Du die Löcher in die Strohballen stechen, um darin Deine Setzlinge zu pflanzen.
Besorge Dir einen Sack Pflanzensubstrat**, dies benötigst Du für das Auffüllen von freiliegenden Wurzeln und Pflanzlöcher. Achte bitte darauf, dass Du keine normale Gartenerde dafür verwendest, da nicht gewährleistet ist, ob noch Unkrautsamen, evtl. bodenbürtige Krankheiten oder andere Erreger darin enthalten ist.
**in der Schweiz erhält man leider kein spezielles Pflanzen- bzw. Gemüsesubstrat. Du kannst daher auch Anzucht- und Kräutererde nehmen. Wichtig ist, wie bereits erwähnt, dass die Erde keine Rückstände von Unkrautsamen hat und möglichst keimfrei ist, was bei herkömmlicher Erde leider sehr oft der Fall ist.
Achte darauf, dass die Setzlinge nicht zu dicht gepflanzt werden. Ich war sehr überrascht, wie schnell und dicht alles wächst.
Wenn Du Samen aussäen möchtest, dann empfehle ich Dir das Verfahren von Joel Karsten aus der USA. Er nimmt ein selbergemachtes "Samenpapier (Anleitung bei Tipps) und legt es auf eine 2,5 cm dicke Schicht Substrat, die er auf dem Strohballen verteilt hat und bedeckt das Samenpapier dann nochmals mit ausreichend Substrat um die erforderliche Pflanzentiefe zu gewährleisten"*. Danach wird gut gewässert, so dass sich das Samenpapier (Küchenkrepp) mit der Zeit auflöst.
Wenn Du eine Rankhilfe angebracht hast, kannst Du dein Strohballenbeet mit einer Folie abdecken und schon im April kältempfindliches Gemüse, wie Tomaten, Gurken oder Paprika anbauen. In den höheren Lagen rate ich eher dazu ab. Ich habe kälteempfindliches Gemüse erst Mitte/Ende Mai eingepflanzt. Wichtig ist, dass die Abdeckung an sonnigen Tagen abgenommen wird, da sonst die jungen Pflänzchen verbrennen könnten. Im Strohballen wird es bis zwischen 20 - 25°C warm.
müssen bestimmte Gemüsesorten (Tomaten, Auberginen, Paprika, Zucchini, etc.) gedüngt werden und natürlich je nach Wetter entsprechend viel gewässert werden.
*Auszug aus dem Buch von Joel Karsten