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Alexander Paucker wurde als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Familie am 15. November 1915 in Bukarest geboren. Schon in seiner Kindheit zeigte sich seine Vorliebe für Musik. Seine Eltern aber bestanden darauf, dass er zuerst einmal einen „richtigen Beruf” erlernen solle, damit er einmal den Familienbetrieb übernehmen könne. Im Juni 1924 schloss Alexander das Gymnasium „Gheorghe Lazăr” in seiner Heimatstadt ab. Seinen Eltern zuliebe reiste er kurz nach der bestandenen Matura nach Zürich, um sich auf ein Ingenieur-Studium vorzubereiten.
Matura-Zeugnis von Alexander Paucker (Bukarest, 1. September 1924)
Zu finden unter Signatur: EZ-REK 1/1 Schachtel 189: Matrikel Alexander Paucker.
In der Schweiz angekommen, besuchte Alexander einen Sommerkurs am Institut Minerva, wo er vor allem naturwissenschaftliche Fächer belegte (Deutsch sprach er bereits). Seiner Anmeldung für das Studium an der ETH musste Alexander auch ein Leumundszeugnis der Stadtpolizei Zürich beilegen, welches bescheinigte, dass „nichts Nachteiliges” über ihn bekannt geworden sei. Sein auf Rumänisch verfasstes Matura-Zeugnis musste er noch durch eine amtliche französische Übersetzung ergänzen.
Der ernste junge Mann mit Brille bestand die Aufnahmeprüfung der ETH im Sommer 1924 mit eher mittelmässigen Noten. Er schrieb sich zum Studium an der Abteilung III (Maschinenbau) ein und besuchte brav alle obligatorischen Lehrveranstaltungen – wie seinem Einschreibeheft zu entnehmen ist. Alexander konnte zwar an der ETH nebenbei Veranstaltungen zu französischer Geschichte und deutscher Lyrik besuchen, aber das Freifach Musik war leider nicht vorgesehen. Am 21. Dezember 1928 schloss er sein Studium mit einer sehr guten Note ab. Mit dem Diplom als Maschineningenieur in der Tasche kehrte er nach Bukarest zu seiner Familie zurück.
Seine Eltern wollten ihn jedoch immer noch davon abhalten, eine musikalische Karriere einzuschlagen. Um seiner Berufung zu folgen, machte sich Alexander auf nach Paris und änderte seinen Namen in Francis Chagrin. Seine musikalische Karriere sollte ihn von Nachtklubs in Paris, über den Posten als Chef-Komponist der BBC in Frankreich bis hin zu einem eigenen Orchester in London führen. Aus dem ETH-Maschineningenieur wurde ein Komponist, der die Musik von über 200 Filmen und Fernsehsendungen (darunter „Doctor Who”) schrieb.
Alexander Paucker alias Francis Chagrin starb am 10. November 1972 in London.