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Vorneweg: Gletschergrab gehört nicht zu der Erlendur-Reihe aus der bisher "Nordermoor", "Todeshauch" und "Engelsstimme" erschienen sind. Das Werk entstand 1999 also noch vor diesen Romanen, aber nach den bisher noch nicht veröffentlichten beiden Romanen aus der Erlendur-Reihe. Im Unterschied zu den Erlendur-Romanen handelt es sich eher um einen Thriller als um einen Kriminalroman - wenngleich die Grenzen zwischen diesen Genres natürlich schwimmend sind.
Im Jahr 1945 stürzt ein von amerikanischen Piloten gelenktes Flugzeug der deutschen Wehrmacht über dem Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas, ab. Trotz verzweifelter Versuche, kann das Flugzeug nicht geborgen werden. Mehr als fünfzig Jahre später gibt der Gletscher sein Geheimnis wieder Preis, und die US-Streitkräfte setzen Himmel und Hölle in Bewegung um dieses Flugzeug zu bergen, ehe jemand von dessen Existenz erfährt. Dabei werden sie von zwei Freunden, die sich zufällig in der Nähe befinden, gesehen, und einer der beiden ruft seine Schwester an. Die beiden werden gefangen genommen, gefoltert und in eine Gletscherspalte geworfen. Gleichzeitig machen sich zwei Geheimdienstmitarbeiter auf den Weg zu der Schwester, um sie aus dem Leben zu befördern. Mit viel Glück gelingt es ihr zu entkommen - und so macht sie sich auf die Suche warum man ihr nach dem Leben trachtet. Indridason baut vor allem aber dadurch Spannung auf, dass der Leser unbedingt herausfinden möchte, warum dieses Flugzeug so wertvoll für die US-Army ist. Dazu bietet er in Dialogen Unmengen an Optionen an: Gold aus den Konzentrationslagern, geschmuggelte deutsche Wissenschafter, eine deutsche Geheimwaffe, etc.
Sprachlich ist das Werk durchaus in Ordnung, wenngleich nicht höchstklassig. Dem Lesegenuss tut dies allerdings keinen Abbruch, das Buch lässt sich flüssig lesen und baut unheimlich viel Spannung auf. Die Personen sind noch nicht so tief gezeichnet wie in den im Original erst später erschienen Werken, sie sind noch eher etwas klischeehaft - aber wir haben es ja mit einem Thriller zu tun und hier geht es vor allem um Spannung.
Insgesamt ist Gletschergrab ein sehr spannender und gut geschriebener Thriller, der abseits der Krimiserie rund um Erlendur entstanden ist. Wie bisher immer bei Indridason habe ich auch dieses Buch verschlungen. Eine klare Empfehlung, wenngleich er die Qualität seiner späteren Werke noch nicht erreicht.
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