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Belair ZH
Das Leben ist eine Reise, meine Damen und Herren, we travel from the grotesque to the bizarre, und manchmal begegnen uns Paralleluniversen. Boom-shaka-laka. Neulich waren Richie, der beste Ehemann von allen, und ich am Flughafen, und dann gab es Verschiebungen und Verzögerungen, und wir hatten ein paar Stunden zu überbrücken, also fuhren wir ins Glattzentrum. Ich bin ja gerne im Glattzentrum, wie Sie wahrscheinlich schon wissen. Und irgendwo dort, zwischen Flughafen und Glattzentrum, liegt die Station Belair. Ich habe sie für Sie fotografiert.
Es ist ja immer amüsant, gleichnamige Ortschaften zu vergleichen, und das wird auch gerne gemacht, und besonders amüsant ist es, wenn der Vergleich einigermassen krass ausfällt wie bei Paris, Texas, oder Berlin, Guinea, beispielsweise. Doch ich kann mir keine krasseren gleichnamigen Gegenwelten vorstellen als Belair ZH und Bel Air, California. Letzteres ist Teil des sogenannten Goldenen Dreiecks in Los Angeles, gebildet durch die benachbarten Distrikte Beverly Hills, Holmby Hills und Bel Air. Das ist dort, wo die Häuser gross sind und die Hecken dicht, wo jeder Teenager ungefähr Mitte dreissig ist und es überall Valet Parking gibt und private Sicherheitsdienste. Dafür keine Bürgersteige. Damit nicht einfach irgendwelche Leute rumlaufen. Es geht ja sowieso niemand zu Fuss. Und wenn doch mal was passiert, ruft man zuerst seinen Publizisten an und dann die Polizei. Vielleicht. Das ist Bel Air, jenes Los Angeles, das von der Essayistin Fran Lebowitz, einer Rock-’n’-Roll-Ikone des Wortes, einst wie folgt charakterisiert wurde: «Los Angeles, laws AN juh lus, or laws ANG guh lus, Calif., is a large citylike area surrounding the Beverly Hills Hotel. Alphabet und pronunciation were both borrowed from the English …»
Krasse Gegenwelt zu Belair ZH, wie gesagt. Auch das dortige Hotel Belair ist nicht zu verwechseln mit dem Hotel Bel Air, in dem Marilyn Monroe einst ihre legendäre letzte Fotositzung absolvierte. Für einmal erscheint Zürich wie das Ende der Welt. Bis übermorn.