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Direkte AuswirkungenFalls richtig ausgerichtet (siehe Absatz „Ausrichtung“) wirkt die fertigende Industrie zunächst als eigener Sektor positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Dies hat vor allem mit dem Prozess steigender Skalenerträge zu tun. Steigende Skalenerträge sind gegeben, wenn die Kosten für die Produktion eines Guts sinken, je mehr von diesem Gut produziert wird. So kostet der erste produzierte Kühlschrank ein Unternehmen noch Millionen Euro, da das Unternehmen hohe Anfangsinvestitionen für Produktionsgüter (Fabrikanlagen) aufwenden muss. Ist die Fabrik allerdings einmal aufgebaut, sinken die Kosten pro Kühlschrank.
In der Landwirtschaft ist dieser Zusammenhang nicht gegeben. Denn um mehr Getreide, Mais oder Paprika anbauen zu können, muss die Fläche ausgeweitet werden. Ab einem gewissen Punkt müssen die Landwirte auf weniger fruchtbares Land ausweichen, wodurch die Ernte geringer wird und die Kosten für die Produktion der nächsten Paprika steigen.
Nur wenige Volkswirtschaften konkurrieren am oberen Rand der „Innovations- und Technologieleiter“. Ghana, Namibia oder Vietnam können im IT-Sektor, in der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik nicht mit Ländern wie Deutschland oder den USA konkurrieren. Je weniger Produzenten dieser hochqualifizierten Güter es gibt, desto grösser die Einnahmen, desto höher die Löhne für die hochqualifizierten Arbeitnehmer und desto grösser das Steueraufkommen.
Der Aufbau einer dynamischen verarbeitenden Industrie, die Innovationen und technologische Neuerungen nutzt, war eine historische Grundbedingung für den Aufbau einer Mittelklasse. Mit ihrem Wachstum steigen auch die Löhne in anderen Sektoren. Friseure, Hausmeister oder Busfahrer haben in industrialisierten Ländern ein höheres Einkommen als in nicht-industrialisierten Ländern, obwohl sie die gleiche Leistung erbringen und genauso effizient wie ihre Kollegen im nicht-industrialisierten Ausland sind. Die Friseure, Busfahrer und Hausmeister erzielten trotzdem Lohnzuwächse, weil die Preise ihrer Leistungen parallel mit dem Anstieg der Industrielöhne stiegen: