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Beim SHORT-Syndrom handelt es sich um eine sehr seltene genetisch bedingte Erkrankung, die mit Minderwuchs, einer markanten Überstreckbarkeit der Gelenke und einer Neigung zur Hernia inguinalis, okulären Anomalien wie dem Rieger-Syndrom und einem verzögerten Zahndurchbruch einhergeht. Die Diagnose erfolgt nach eingehender klinischer Untersuchung, da eine Bestätigung des Verdachts über genetische Analysen kaum durchführbar ist.
SHORT ist ein Akronym, wobei jeder Buchstabe für eines der Leitsymptome steht, die bei dieser Erkrankung zu beobachten sind [1] [2] [3] [4] [5]. Es sei erwähnt, dass das Akronym aus den englischen Bezeichnungen für die charakteristischen Symptome gebildet wurde.
Darüber hinaus kommt es beim SHORT-Syndrom gehäuft zur Dystrophie oder Atrophie des subkutanen Fettgewebes, vor allem im Gesicht [6]. Daraus ergeben sich Hautfalten, die den Patienten einen Aspekt der vorzeitigen Alterung verleihen. Dieser Effekt kann durch Missbildungen des Gesichtsschädels noch verstärkt werden. Außerdem können endokrinologische Störungen festgestellt werden, z.B. ein insulin-resistenter Diabetes mellitus oder ein polyzystisches Ovarialsyndrom.
Die geistige Entwicklung der Patienten verläuft für gewöhnlich normal.
Die Diagnose erfolgt nach gründlicher Allgemein- und ophthalmologischer Untersuchung, wenn ein entsprechender Verdacht besteht. In der Literatur finden sich Beschreibungen zu wenigen Dutzend Fällen weltweit, weshalb das SHORT-Syndrom praktisch kaum als Differentialdiagnose in Betracht gezogen wird. Umso wichtiger ist es, in der Anamnese nach einer familiären Vorbelastung zu fragen. Zwar ist der Erbgang noch nicht vollständig geklärt, aber einzelne Untersuchungen weisen auf eine autosomal dominante Vererbung hin. Besonders häufig wurde die Vererbung von einem Vater an seinen Sohn beschrieben. Allerdings ist zumindest ein Teil der Fälle wohl auch auf de novo-Mutationen zurückzuführen, sodass die tragende Säule der Diagnose nach wie vor die Klinik ist. Die beschriebenen Symptome treten in dieser Kombination bei keiner anderen Erkrankung auf.
Kürzlich konnte ein Zusammenhang zwischen dem SHORT-Syndrom und Mutationen des PIK3R1-Gens, das für die regulatorische Untereinheit 1 der Phosphatidylinositol-3-Kinase codiert, nachgewiesen werden [6] [7]. Entsprechende Sequenzanomalien wurden für insgesamt 20 Fälle - einen Großteil aller bisher beschriebenen Fälle - bestätigt. Damit steht der Weg zu einer molekularen Diagnose des SHORT-Syndroms offen, wenngleich die Bedeutung weiterer Mutationen noch erforscht werden muss.