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Mit Pressluft geblasene Glaszylinder Herstellung, entwickelt in Europa um 1900 von P. Th. Sievert.
Die runde Platte (i), wird um die am unteren Ende des Bügels (g) vorhandenen Zapfen so gedreht, dass ihre Unterseite nach oben schaut.
Auf diese Fläche wird die notwendige Glasmenge draufgegossen. Der elektrisch beheizte Rand (k) verhindert das Wegfliessen des flüssigen Glases. Durch das Erhitzen klebt das Gals an diesem Wulst.
Nun wird die Platte (i) wieder um 180 Grad gedreht, wobei die vom Rand (k) gehaltene Glasschicht sich in der Mitte von der Platte löst und wie ein Sack herunterhängt. Nun wird dieser Glassack mittels durch die Mitte der Metallscheibe geblasene Pressluft zu einem Glaszylinder (u) ausgeweitet.
Dies passiert durch eine Pendelbewegung mittels der Vorrichtung (c) und einer Drehbewegung mittels der Vorrichtung (p+q).
Damit das Glas geschmeidig bleibt, wird es immer wieder in die darunter liegende Feuergrube abgesenkt.
Mit dieser Herstellungstechnik konnten Glaszylinder bis zu 65 cm Durchmesser und bis zu 10 m Länge produziert werden.
Nachher wurden diese grossen Zylinder horizontal hingelegt, aufgeschnitten und im Streckofen zu Flachglas verarbeitet.
Diese aufwendige Technik wurde nach dem 1. Weltkrieg durch das Ziehverfahren abgelöst. Meines Wissens existiert keine Sieverts Anlage mehr.