Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03195.jsonl.gz/1990

Auch Methodisten beklagen Opfer nach Überschwemmungen im Kongo
Mai 1, 2020
Schwere Regenfälle haben im Osten der Demokratischen Republik Kongo in verschiedenen Regionen zu Überschwemmungen geführt. Neben Ebola kommt so eine weitere bedrohliche Herausforderung für Menschen in einer Region, die schon länger unter bewaffneten Konflikten leidet. Dagegen gibt es bislang noch relativ wenige bestätigte Fälle von COVID-19 im Kongo.
Mitte April haben schwere Regenfälle im Osten der Demokratischen Republik Kongo zu Überschwemmungen geführt. Mindestens 20 Personen starben. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Häuser und Felder wurden zerstört. Laut dem Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sind allein in der Provinz Süd-Kivu rund 80 000 Menschen von den schweren Überschwemmungen des Mulongwe-Flusses betroffen. Die Bewohner/innen dieser Region leiden zudem seit langem unter kriegerischen Auseinandersetzungen von Rebellengruppen und Clans.
Zwei methodistische Schulen zerstört
Der methodistische Nachrichtendienst UM News (UMNS) berichtet von Methodist/innen in dieser Provinz und anderen Regionen Ost-Kongos, die ebenfalls betroffen sind. Zwei Kirchenmitglieder seien in der Provinz Süd-Kivu ums Leben gekommen, berichtet der für die Kirchenregion zuständige Superintendent des Uvira-Distrikts, Pfarrer Issanda Walubila gegenüber UMNS. Auch zwei von der Kirche unterhaltene Grundschulen seien zerstört worden. Viele Kirchenglieder verloren ausserdem ihre Häuser und wohnen jetzt bei Gastfamilien.
Dr. Claude Watukalusu, Direktor des United Methodist Hospital in Uvira, sagte gegenüber UMNS, dass die Überschwemmungen auch die Wasserauffangeinrichtungen der Wasserverteilungsstelle weggespült hätten. Er befürchtet den Ausbruch von Krankheiten wie Cholera oder Malaria aufgrund der Katastrophe. Familien, die die Nacht in Gastfamilien verbringen, seien ausserdem einem hohen Risiko der Kontamination mit Atemwegsviren wie dem Coronavirus ausgesetzt.
Überschwemmungen in Kindu
In Kindu, etwas weiter westlich der Provinz Kivu, sind mehr als 10 000 Haushalte von den Überschwemmungen betroffen, sagt Feruzi Balikuni, Leiter der Provinzabteilung für soziale und humanitäre Angelegenheiten der Regierung in Maniema laut Bericht des UMNS. Mehrere Dörfer entlang des Kongoflusses seien weggespült worden. Viele Familien seien darum obdachlos. Auch bewirtschaftete Felder entlang des Flusses wurden überschwemmt.
Ebola-Epidemie noch nicht ausgestanden
2018 kam es in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo zur bislang zweitschwersten Ebola-Epidemie. Diese kam inzwischen fast zum Stillstand. Im April wurden jedoch neue Fälle gemeldet. Dies ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als erwartet wurde, dass die Weltgesundheitsorganisation das Ende der Ebola-Epidemie verkünden könnte. Seit Beginn des Ausbruchs im Ost-Kongo im Jahr 2018 sind mehr als 2200 Personen am Virus gestorben.
Notstand wegen COVID-19
Dagegen gibt es in der DR Kongo aktuell nur relativ wenige bestätigte Fälle von COVID-19. Die meisten Fälle sind bislang im Westen des Landes in der Hauptstadt Kinshasa belegt. In Nord-Kivu gab es im April einige wenige bestätigte Fälle von COVID-19. Da die Mobilität der Bevölkerung aufgrund der schlechten Infrastruktur im Kongo eingeschränkt ist, verbreitet sich das Coronavirus hier langsamer. Dennoch verhängte Präsident Felix Tshisekedi am 24. März den Notstand über das ganze Land und verbot unter anderem alle Reisen zwischen Kinshasa und den 25 Provinzen des Landes. Die Bevölkerung ist aufgefordert, zuhause zu bleiben.