Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/121187

<h2>SubmittedText<h2><p>Die falsche Behauptung eines deutschen Labors, spanische Gurken seien mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (Ehec) infiziert, führte in der Schweiz zu einem drastischen Einbruch des Absatzes von Gurken, wodurch die betroffenen Gemüseproduzenten schwere wirtschaftliche Verluste erlitten.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, die Situation zu analysieren und anhand der tatsächlichen wirtschaftlichen Einbussen Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung der betroffenen Produzenten zu prüfen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesbehörden verfolgen die Entwicklung der Situation betreffend die Ehec-Erkrankungen aufmerksam. Derzeit ist die Quelle für den Ehec-Ausbruch in Deutschland noch nicht bekannt. Die Gesundheitsbehörden von Hamburg haben am 26. Mai kommuniziert, dass spanische Salatgurken als mögliche Quelle für den Ehec-Ausbruch in Deutschland identifiziert werden konnten. Dieser Befund konnte in der Folge nicht bestätigt werden. Die Kommunikation führte jedoch zu einem europaweiten Einbruch des Gemüsemarktes, insbesondere des Marktes für Gurken.</p><p>Zu den Fragen einer allfälligen Entschädigung der Schweizer Produzenten hält der Bundesrat Folgendes fest: Bei ausserordentlichen Entwicklungen und unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der Bund finanziell an Massnahmen zur Vermeidung von Preiszusammenbrüchen bei landwirtschaftlichen Produkten beteiligen. Voraussetzung für eine Finanzhilfe ist u. a. eine angemessene Beteiligung der betroffenen Branchenorganisationen. Es ist noch unklar, welche Auswirkungen die Ehec-Fälle in Deutschland und der fälschlicherweise hergestellte Zusammenhang mit spanischen Gurken auf den Schweizer Markt haben.</p><p>Der Bundesrat ist bereit, auf Anfrage der Branche die Situation auf dem Schweizer Gurkenmarkt zu untersuchen und die Auswirkungen zu eruieren. Falls die wirtschaftlichen Verluste der Produzenten das Unternehmerrisiko übersteigen, wird er eine Finanzhilfe für die betroffenen Betriebe prüfen.</p>