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Eine weit verbreitete Empfehlung an Schwangere, die einige Wochen vor dem Geburtstermin stehen, ist Caulophyllum und Pulsatilla im Wechsel einzunehmen, um die Geburt zu erleichtern. Meiner Erfahrung nach führt die Einnahme dieser beiden Arzneien häufig zu folgenden Problemen:
Die Patientin erlebt eine gute, rasche Eröffnungsphase mit einem Geburtsstillstand in der Austreibungsperiode, was oft zu medizinischen Interventionen nötigt, die vermeidbar gewesen wären, wenn die Patientin diese beiden Mittel nicht unspezifisch eingenommen hätte.
Was passiert also: Falls eine Patientin nicht zufällig ihrer Konstitution gemäß Caulophyllum oder Pulsatilla braucht, so wird sie durch die wochenlange Einnahme dieser Niederpotenzen zwangsläufig eine Arzneimittelprüfung durchmachen.
Das typische Caulophyllumbild ist eine Mehrgebärende, die durch überdehnten Uterus keine adäquate Kontraktilität der Gebärmutter mehr hat und daher zu schwach weht, um das Kind auszutreiben. Das heißt, dass jede Patientin, die Caulophyllum fälschlicherweise eingenommen hat, infolge der Arzneimittelprüfung in eine Wehenschwäche in der Austreibungsphase getrieben wird.
Pulsatilla bewirkt in der unfreiwilligen Arzneimittelprüfung, dass die Patientin psychisch labil wird, weinerlich und anlehnungsbedürftig ist und dass sie das Vertrauen in sich und die Fähigkeit zum Gebären verliert.
Es sei darauf hingewiesen, dass man Homöopathie nie prophylaktisch anwenden kann, da Symptome vorhanden sein müssen, anhand derer das korrekte Arzneimittel gewählt werden muss.
(Quelle: Auszug aus ÖAZ Aktuell Ausgabe 20/2003)
Literatur:
Natürliche Wege zum Babyglück von Nadine Wenger
ISBN-13: 978-3890606118