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“Aus der Zufriedenheit entspringt die höchste Glückseligkeit.”
– Patanjali, Yogasutras 2. Kapitel
Wie entsteht innere Zufriedenheit? Und wie kann ich sie dauerhaft werden lassen? Kann ich sie erlangen durch äussere Dinge, wie zum Beispiel durch Geschenke oder Diplome?
Für eine Weile wird mich ein Geschenk zufrieden machen, wenn es meinen Wünschen entspricht und ein erlangtes Diplom wird mir Selbstbestätigung und Zufriedenheit bringen, bis der nächste Wunsch in mir aufsteigt und meinen Geist in Unruhe versetzt.
Was sagt die Yogatradition zu diesem Thema? Unzufriedenheit entsteht durch das Gefühl von Verlangen, welches den Geist in Bewegung bringt und dadurch Unruhe im Wesen erzeugt. Bleibende Zufriedenheit können wir nur erlangen durch eine aktive innere Haltung, die wir einnehmen, unabhängig von äusseren Begebenheiten. Die Basis eines jeden Yogapfades sind die ethischen und moralischen Richtlinien, genannt Yamas und Niyamas. Das Befolgen dieser ermöglicht das Fortschreiten auf dem Pfad zu höheren Stufen. Es gibt fünf Yamas, welche das harmonische Verhalten gegenüber der Umwelt beschreiben und fünf Niyamas, die die harmonische Beziehung gegenüber sich selber betrachten. Zu letzteren gehört «Santosha», die Zufriedenheit. Es kann gleichgesetzt werden mit dem Zustand von tiefem inneren Frieden, welcher entsteht durch aktives Annehmen dessen, was im Moment in uns selbst und in unserem Leben ist. Dadurch gelangt der Mensch ganz spontan in die Gegenwart; er lebt weder in Gedanken in der Vergangenheit, noch träumt er von einer besseren Zukunft. Das innere Gleichgewicht entsteht durch die Losgelöstheit von Ängsten, von Wünschen oder von Freuden; es ist ein Seinszustand, der frei ist von äusseren Umständen. So gelangt die Yogini oder der Yogi in die wahre Meditation- die innere Zufriedenheit ermöglicht die Konzentration und das Vertiefen des meditativen Zustandes. Wenn der Geist angetrieben wird von der Energie des Verlangens, dann wird die Konzentration immer wieder unterbrochen und der tiefere Zustand in der Meditation wird verhindert.
Das meint Patanjali in den berühmten Yogasutras, wenn er sagt, dass die Glückseligkeit der Zufriedenheit entspringe. Die Yamas und Niyamas sind die nötige Basis für das Fortschreiten auf dem Yogapfad- wir können den Zustand der Glückseligkeit erreichen, wenn wir in jedem Moment den Zustand der Zufriedenheit kultivieren.
Übung: Kultivieren von Akzeptanz
Bemühe dich, aktiv dich selber und deine momentane Lebenssituation anzunehmen. Vertraue darauf, dass das Leben dir genau das schenkt, was für deine weitere Entwicklung notwendig ist. Verzichte darauf, dich mit anderen Menschen zu vergleichen.
Aus dieser Akzeptanz entwickelt sich Zufriedenheit.