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Der Zufall wollte es, dass gerade als diese Intrada CD eintraf, der Film wieder einmal im TV gezeigt wurde, Dennoch muss ich muss, mir ist nicht sonderlich mehr Musik aufgefallen als auf der CD ist, auch wenn Intrada beteuert, diese sei wegen mangelnder Bänder nur in der LP Form neu aufzulegen gewesen.
Peter Schickele ist ein US-amerikanischer Komponist mit Abschluss an der renomierten Juilliard School of Music, wo er später auch unterrichtete. In seinem Oeuvre zu finden sind mehrere Sinfonien, Lieder und Stücke, allen voran eines bestimmten P.D.Q. Bachs, dem fiktiven Sohn des Johann Sebastian Bach, den sich Schickele ausdachte. In der Filmwelt er weniger tätig, seine bekannteste Filmmusik ist ohne Zweifel jene für Silent Running. Dieser apokalyptisch, oder besser ökologisch, getünchte Science Fiction Film von Effektzauberer Douglas Trumbull, der an den special effects zu 2001, Close Encounters of the Third Kind oder Star Trek-The Motion Picture arbeitete und später den bemerkenswerten Brainstorm (mit Musik von James Horner) inszenierte, begleitet eine Raumschiffcrew, deren Fracht in riesigen Kuppeln die letzten Wälder der Erde beherbergt. Als sie den Befehl erhalten diese Glasdome zu vernichten und für andere Aufgaben zur Erde zurückzukehren, setzt sich der von Bruce Dern gespielte Astronaut und Biologe zur Wehr und bringt kurzum die Mannschaft um, um die letzte verbliebene Kuppel vor der Zerstörung zu bewahren. Eigentlich wollte Dern, der zumeist leicht angeknackste Charaktere spielte, mit diesem Film einen Sprung weg von seiner Schubladisierung machen, doch so richtig wollte das nicht gelingen, gibt er Freeman Lowell doch eher als zwiespältigen, wenn auch naturliebenden Typen. Dem Film ausserdem war kein allzu grosser Erfolg beschieden, dennoch begleitete eine 30 Minuten Soundtrack LP die Kinoausstrahlung, deren Singleauskopplung mit dem von der Folksängerin Joan Baez interpretierten Filmsong „Rejoice in the Sun“, ebenfalls aus der Feder Schickeles stammend, Berühmtheit erlangte. Der Song ist auf dem Album gleich zwei Mal vertreten, dazu noch der ebenfalls von Baez gesungene, optimistischere „Silent Running“.
Schickele komponierte einen durchaus gut anhörbaren Score, dem mit „The Space Fleet“ ein Hauptthema zu Grunde liegt, das so nicht unbedingt geplant war; die Sequenz war zunächst ohne die off-Stimme geplant; diese verleiht dem Film nun einen etwas patriotischeren Anstrich. Schickele musste das Stück umschreiben und ihm einen, wie er selbst in den Liner Notes erwähnt, „Pomp and Circumstances“ Anstrich verleihen. In einigen Stücken verwendet der Komponist oft und teilweise ausschliesslich Marimba, Triangel, Glöckchen, gestimmte Zimbeln und andere für stille Passagen bestimmte Instrumente. Das ergibt einen teils expressionistischen, verwischten Anstrich. Die Roboter, die in Silent Runningeine prominente Rolle einnehmen, unterlegt er mit einem hübschen, fast idyllischen Thema („Tending to Huey“). Demgegenüber stehen die wilden Klänge eines „Driving Crazy“ oder „The Dying Forest“ und das actionorientierte „Saturn“.
Schickeles Score ist eine überraschende gelungene Arbeit und eine nicht unwillkommene Wiederauflage einer einst auch bei Varese erhältlichen CD. Science Fiction Fans und solche, die den Film mögen, dürften ob Intradas Veröffentlichung durchaus Freude haben, wenn auch der Titelsong in einer Version genügt hätte!