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Die internationale Kampagne für ein totales Elfenbeinverbot wird an der 17. Mitgliedsstaatenkonferenz (CoP17) der CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, deutsch Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) im September/Oktober 2016 in Johannesburg, Südafrika, von der Tier- und Umweltschutzorganisation Fondation Franz Weber (FFW) angeführt.
In den letzten 33 Jahren wurden 61% der Afrikanischen Elefanten aufgrund des Elfenbeinhandels getötet. Die Zahlen der letzten Jahre weisen auf eine starke Zunahme der Wilderei hin. Zwischen 2010 und 2012 wurden in Afrika mindestens 100‘000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet. 2013 bis 2015 zwischen 20'000 und 30'000 pro Jahr.
Laut Vera Weber, Präsidentin und CEO der Fondation Franz Weber, die sich seit 40 Jahren für den Schutz des Afrikanischen Elefanten einsetzt, zeigt dies deutlich, dass das aktuelle System nicht funktioniert und unausführbar ist.
Zurzeit sind die Afrikanischen Elefanten teils unter CITES-Anhang I und teils unter Anhang II eingestuft. Dies bedeutet, dass jene Länder, in denen die Elefanten dem Anhang II unterstehen (eine Splittergruppe, die Botswana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe umfasst) unter gewissen Bedingungen eine CITES-Genehmigung zum internationalen kommerziellen Elfenbeinhandel erhalten; so geschehen 1999 und 2008. Gleichzeitig verbietet der Anhang I für alle übrigen Länder des Kontinents jeglichen Elfenbeinhandel.
«Der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist eine Art. Das muss sich auch so in der CITES-Listung ausdrücken», erklärt Andrew Seguya, Exekutivdirektor der ugandischen Wildtierbehörde: «Ein Elefant, der am Morgen in Angola unter CITES-Anhang I aufwacht, kann am gleichen Nachmittag durch Namibia streifen, unter Anhang II. Alle Nationen müssen auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten: die Bewahrung der Elefanten vor der Ausrottung. Deshalb sollten alle Elefanten unter Anhang I eingestuft sein.»
Abnehmer geben dem Elfenbein weiterhin einen kommerziellen Wert, solange der Handel damit unter dem Anhang II noch eine Zukunftsperspektive hat. Entsprechend werden Kriminelle weiterhin Elefanten wildern, den Markt mit Elfenbein versorgen und Reserven für künftige Verkäufe anlegen.
Die Fondation Franz Weber arbeitet eng mit der African Elephant Coalition (AEC) zusammen, einer Gruppe von 29 afrikanischen Staaten, die 70% der Staaten im Verbreitungsgebiet umfassen. Die AEC anerkennt die grosse Gefahr des legalen und illegalen Elfenbeinhandels für die Elefanten. Aus diesem Grund hat sie fünf einander ergänzende Anträge an die 17. Vertragsparteienkonferenz der CITES von September/Oktober 2016 eingereicht.
Diese beinhalten:
- Verbot des internationalen Elfenbeinhandels durch Listung aller Elefanten in Anhang I;
- Schliessung sämtlicher Binnenmärkte für Elfenbein;
- Verwaltung und Zerstörung von Elfenbeinvorräten;
- Abbruch der Gespräche über den Entscheidungsmechanismus für legalen Elfenbeinhandel;
- Beschränkung der Exporte lebender Elefanten.
Gemeinsam würden diese Anträge den Elfenbeinhandel beenden und dem Afrikanischen Elefanten den höchsten Schutz unter internationalem Recht gewähren.
Bis heute unterstützen Frankreich, Luxemburg, sowie 58 NGOs, nebst der FFW, die Anträge. Eine Avaaz-Petition mit über 1,6 Millionen Unterschriften fordert die EU auf, die Anträge der AEC für ein totales Handelsverbot von Elfenbein zu unterstützen. Über 32‘000 Bürger haben E-mails an ihre Regierungen sowie an die EU-Kommission geschickt.
Die Vereinigten Staaten haben in ihrem Binnenmarkt ein nahezu vollständiges Verbot des Elfenbeinhandels durchgesetzt. China hat Importe von Elfenbein verboten und einen Fahrplan für die Schliessung des Binnenmarkts per Ende 2016 präsentiert. Auch Hong Kong hat bekannt gegeben, seine Märkte für Elfenbein zu schliessen.
Die EU hat mehrere Erklärungen auf hoher Ebene unterzeichnet, die ein Ende des Handels mit Wildtieren, die Schliessung von Binnenmärkten und Initiativen für die Reduktion der Nachfrage fordern. Aber leider unterstützt sie den Antrag für Anhang I bis heute nicht.
«Der wichtigste Entscheid für Elefanten wird im September und Oktober 2016 in Südafrika fallen» so Vera Weber, «die 182 Mitgliedsstaaten werden beschliessen, ob sie die Elefanten retten, oder ob sie ihr Abschlachten und Aussterben weiterhin verantworten wollen.»