Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2791

Kevin Jerome Everson
Vereinigte Staaten | 2011 | 71 min
Sprache : Englisch
mehr denn je als Ersatz für soziale «Ausgrabungen». Eversons ästhetisches Interesse gilt in erster Linie der Detailtreue, mit der die schwierigen Umstände geschildert werden, unter denen die verbleibende Arbeiterklasse um ihr Überleben kämpft. Seine sozialen Anliegen finden Ausdruck in der präzisen Beschreibung der Working-Class-Realität, ein Spiegelbild seiner eigenen Arbeit. Everson knüpft ein Band der Solidarität zwischen der Arbeit des Künstlers und des Industriearbeiters. Intellektuelle und manuelle Arbeit interagieren. Die Melodie der Gesten wird zum rhythmischen Motiv eines wortlosen und doch eindringlichen Klagelieds. Fabrikarbeit, das wirtschaftliche Rückgrat der afroamerikanischen Arbeiterklasse, wird zu einer Art archäologischem Zeugnis der längst vergangenen Realität ganzer Stadtviertel. Eine ganze Welt ist untergegangen oder geht gerade unter. Einzig die Handgriffe der Arbeiter leben fort (doch wie lange noch?).
Giona A. Nazzaro (Übersetzung BMP Translations)