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Jeder Verbraucher kennt den Begriff der “Wasserhärte” aus gutem Grund. Entscheidet doch die “Härte” des Wassers darüber, ob wir viel oder wenig Waschmittel benötigen. Ob wir empfindliche Haushaltsgeräte vor Kalkablagerungen schützen müssen. Ob wir viel oder wenig Aufwand bei der Reinigung von Wasserhähnen, Fliesen und sanitären Einrichtungen haben. Wer sich für die Wasserhärte in Konstanz und Umgebung interessiert, findet im folgenden Beitrag die wichtigsten Informationen zum Kalkgehalt im Konstanzer Wasser und erfährt darüber hinaus, für welche Bereiche des täglichen Lebens dieser von Bedeutung ist.
In Konstanz beträgt die Wasserhärte 8,8 °deutscher Härte (Härtegrad: 1,6 mmol/l) (der Messwert für Wasserhärte in Deutschland) und weist damit eine mittlere Härte auf. Im schweizer Raum wird die Wasserhärte in “°fH“ (Französische Grad) angegeben. In Konstanz entspricht dies einer Wasserhärte von 16 °fH. Man bezeichnet aus diesem Grund das Trinkwasser in Konstanz auch als “Gleichgewichtswasser”. Damit lagert es nur vergleichsweise wenig Kalk im Leitungsnetz ab, greift aber auch die Rohrleitungen nur moderat an. Zum Vergleich: Die Wasserhärte im Kanton Basel liegt aufgrund des dominierenden Kalkgesteins im Boden bei einem Durchschnittswert von 28 °fH und wird sonach als hart eingestuft.
Wie wird die Härte des Wassers in Konstanz bestimmt?
Zwei unabhängige zertifizierte Laborinstitute aus Baden-Württemberg bestimmen die Wasserhärte in Konstanz. Etwa drei Mal im Jahr erfolgen sehr umfangreiche chemisch-physikalische Analysen, die nicht nur den Härtegrad bestimmen, sondern auch viele andere chemische Bestandteile des Trinkwassers unter die Lupe nehmen. Dazu zählen Mineralien, Metalle, chlorierte Kohlenwasserstoffe, aber auch Pflanzenschutzmittel, Biozidprodukte sowie Arzneimittelrückstände.
Der Härtegrad wird im Wasser wie folgt angegeben:
- “weiches Wasser” = weicher Härtebereich = weniger als 8,4 °dH (“deutsche Härte”)
- mittlerer Härtebereich = zwischen 8,4 und 14 °dH
- “hartes Wasser” = harter Härtebereich = mehr als 14 °dH
Oder ausgedrückt im Anteil von Calciumcarbonat pro Liter Wasser:
- “weiches Wasser” = weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat pro Liter
- mittelhartes Wasser = 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat pro Liter
- “hartes Wasser” = mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter
Das Trinkwasser in der Universitätsstadt Konstanz ist also nicht weit davon entfernt, als weiches Wasser zu gelten, gehört aber gerade noch in den Bereich mittlerer Härte. Es wird aus Oberflächenwasser vom Bodensee (genauer: aus dem Überlinger See, einem Arm des Bodensees, aus 40 Meter Tiefe) und Grundwasser gewonnen und dann vom Wasserversorger gereinigt und aufbereitet. Der Wasserversorger der Stadt Konstanz informiert darüber, dass beispielsweise nur sehr wenig gechlort werden muss, da die Qualität des Rohwassers bereits sehr gut ist. Es werde lediglich “als Netzschutz Chlordioxid in einer Konzentration von 0,05 bis 0,1 mg/l zugegeben”, so die Stadtwerke Konstanz.
➪Die Trinkwasserverordnung in Deutschland legt fest, welche Werte kontrolliert werden müssen und welche Grenzwerte nicht über- oder auch unterschritten werden dürfen.
Je weniger hart das Wasser umso besser?
Interessanterweise haben repräsentative Umfragen ergeben: In den Köpfen der Menschen ist hartes Wasser stets negativ behaftet, während die Mehrheit der Befragten der Ansicht ist, dass weiches Wasser die höhere Trinkwasserqualität aufweist. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Hartes Wasser enthält starke “Härtebildner”, vor allem die lebenswichtigen Stoffe Calcium und Magnesium. Im Gegensatz zu technischen Geräten “verkalken” Menschen nicht, die hartes Wasser trinken, sondern verstoffwechseln die wertvollen Mineralien zum Teil und scheiden den Rest wieder aus. Die Mineralien sind für unsere Gesundheit von grosser Bedeutung und wirken sich insbesondere positiv auf die Knochen, die Knorpel, die Zähne und die Muskeln sowie auf den Energiestoffwechsel aus. Wer auf den Genuss von hartem bzw. mineralischem Wasser verzichten würde, müsste die fehlenden Mineralstoffe mit einem Plus an Gemüse und Fleisch bei der Nahrung ersetzen.
Kalkfreies Wasser bzw. Wasser, das durch chemische Wasserenthärter künstlich weich gemacht wird, hat weitere Nachteile: So greift es Rohrleitungen aus Metall an und führt verstärkt zu Korrosion. Weiches Wasser, dem die “Härtebildner” vollständig fehlen, löst ausserdem Beton und sogar Glas mit der Zeit auf: Weil die “Härtebildner” und andere chemische Stoffe im Wasser fehlen, kann das Wasser die Stoffe aus anderen Materialien besonders leicht herauslösen und zerstört somit die Strukturen.
Aus diesen Gründen ist die Universitätsstadt Konstanz in Baden-Württemberg tatsächlich um ihr Trinkwasser zu beneiden: Das “Gleichgewichtswasser” bildet einen hervorragenden Kompromiss zwischen zu hartem und zu weichem Wasser.