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Herrgottstag
[Fronleichnam]
"Ehrenkompanie" bei der Fronleichnamsprozession in Glis
"Herrgottstag" in Ausserberg (VS) im Jahre 1950
"Herrgottstag" in Ausserberg (VS) im Jahre 1950
Fronleichnam im Kleinwalsertal (A)
Fronleichnam im Kleinwalsertal (A)
Herrgottstag
"Ehrenkompanie" bei der Fronleichnamsprozession in Glis
Historischer Ursprung
Das Fronleichnamsfest, ein Erinnerungsfest an die Einsetzung des Altarsakramentes, ist ein kirchengeschichtlich eher neuerer Festtag. Die Anregung zu diesem Fest soll auf eine Vision der später heilig gesprochenen Augustinernonne Juliana von Lüttich (+ 1258) zurückgehen. Das Fest selber wurde im Jahre 1246 im Bistum Lüttich eingeführt. Papst Urban IV., der zuvor selber Erzdiakon in Lüttich gewesen war, erhob Fronleichnam im Jahre 1264 als "Fest des Leibes Christi" zum allgemeinen kirchlichen Fest. Interessant ist, dass dieser Feiertag, der, wie wohl kein zweiter, "von oben dekretiert" wurde, dennoch auf eine überaus gute Aufnahme beim Volk stiess und sich rasch verbreitete. Dies hing sicher auch mit der dazu gehörenden Prozession zusammen, mit der sich der nächste Abschnitt beschäftigt.
Die Fronleichnamsprozession
Weder die Bulle Papst Urbans IV. von 1264 noch die ersten Zeugnisse aus Lüttich sprechen im Zusammenhang mit Fronleichnam von einer Prozession. Es war aber gerade die Prozession, die dem Fest seinen besonderen Charakter gab und sicherlich auch viel zur Popularität des Festes beitrug. Doch obwohl bereits 1277 eine erste Prozession in Köln bezeugt ist, und sich dieser Brauch im 14. Jahrhundert über ganz Europa verbreitete und zum bestimmenden Element von Fronleichnam wurde, wurde sie offiziell erst 1614 in den römischen Ritus integriert. Das heisst, dass dieses kirchliche Fest seine eigentliche Ausprägung erst während und nach der Walserwanderung erhalten hat, womit Gemeinsamkeiten bei der Gestaltung dieses Festes wohl nicht auf eine eigentliche "Walseridentität" zurück geführt werden können.
Der "Erfolg" dieser Prozession ging wahrscheinlich auch darauf zurück, dass sie an viel ältere, vorchristliche, Bräuche anschloss. In der römischen Antike gab es beispielsweise die "Ambarvalien", ein altrömisches Fest der Ackerweihe. Man wollte mit einem Opfer und einer dreimaligen Flurumgehung die Götter für eine gute Ernte milde stimmen. Ebenfalls ein ähnliches altrömisches Bauernfest war die "Robiglia". Nach der Christianisierung Roms wurde diese Prozession beibehalten und, wie viele andere Rituale auch, christlich umgedeutet. Seit Ende des 6. Jahrhundert ist diese "Robiglia" als christliche Prozession belegt. Da das Datum vom 25. April beibehalten wurde, ist sie auch als "Markusprozession" bekannt. Die ursprüngliche römische Bitte um Schutz vor dem Getreiderost wurde ausgeweitet zu einer allgemeinen Bitte um reiche Feldfrucht und Bewahrung vor Unwetter und Hagel. Die zum Teil magischen Vorstellungen im Zusammenhang mit diesen Flurumgängen taten das ihrige dazu, dass Prozessionen im abergläubischen Mittelalter sehr beliebt waren.
Fronleichnam - Der Name
Der Begriff Fronleichnam stammt vom mittelhochdeutschen Wort "vronlichnam" was "Leib des Herrn" heisst. Damit ist es nichts anderes als die deutsche Übersetzung des lateinischen "festum corpus domini", des offiziellen lateinischen Namens des Festtages. Später wurde der Tag dann auch verbreitet "Herrgottstag" genannt, ein Begriff der sich bis heute in weiten Teilen der katholischen Schweiz, so auch bei uns, erhalten hat.
Damian Studer
Quellen:
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Jecker Urs, Fronleichnam, Wandel und Regression im 20. Jahrhundert am Beispiel der Gemeinde Laufen / BL, Münsingen 1995.
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Becker Huberti Manfred, Kirchliches Festjahr, Fronleichnam,
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http://www.festjahr.de/festtage/fronleichnam.html (31. Mai 2007).