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„Die Banker verdienten bisher im Durchschnitt fast die Hälfte mehr als die Werktätigen mit vergleichbarer Ausbildung. Dies stellen Thomas Philippon und Ariell Reshef in einem kürzlich veröffentlichten Aufsatz für das National Bureau of Economic Research fest: „Wages and Human Capital in the U.S. Financial Industry: 1909 – 2006“. Die beiden Forscher zeigen in ihrem Überblick über das 20. Jahrhundert, dass das Banking bis zum Börsencrash von 1929 hoch qualifiziertes Personal anzog. Diese Fachleute in der Finanzindustrie verdienten das 1,7-fache der Löhne von Beschäftigten mit vergleichbarer Ausbildung in der Realwirtschaft.
Nach dem Zusammenbruch des Finanzsystems sank aber das Niveau von Ausbildung und Bezahlung ab. Die Autoren führen diese Entwicklung auf die Regulierung in der Depression zurück: Für die Routinegeschäfte, die den Banken noch blieben, brauchten sie weniger gut qualifiziertes Personal. Dieses verdiente denn auch in den Sechziger- und den Siebzigerjahren kaum noch mehr als die Angestellten in der Industrie. Erst seit den Achtzigerjahren stieg das Lohnniveau bei den Finanzdienstleistern wieder steil an. Es erreichte um die Jahrtausendwende wieder dieselbe Höhe wie vor der Depression und schnellte bis 2008 weiter hoch. Dies lässt sich mit der Deregulierung erklären, die in den Achtzigerjahren einsetzte: Mergers aber auch um hochproduktive und stark nachgefragte Berufe wie IngenieurInnen und Gesundheitspersonal im Kampf um die besten Talente relativ besser zu stellen.