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München/Zürich (awp) - Der weltweite Markt für Luxusgüter wächst weiter. Nachdem der Umsatz in der internationalen Luxusgüterindustrie im Jahr 2010 um 14% auf ein Rekordwert von 172 Mrd EUR gestiegen ist, erwartet die Unternehmensberatung Bain & Company im laufenden Jahr mit einem Umsatzanstieg von 8% auf 185 Mrd EUR. Bis 2014 sei in der Branche mit einem jährlichen Umsatzanstieg von fünf bis sechs Prozent auf rund 220 Mrd EUR zu rechnen, schreiben die Experten von Bain & Company und der Fondazione Altagamma am Mittwoch in der Marktanalyse "Luxury Goods Worldwide Market, 2011".
Der Umsatzanstieg im laufenden Jahr werde durch das starke erste Quartal in den USA und Europa sowie durch anhaltendes Wachstum in China, Russland, Brasilien und im Nahen Osten beflügelt, heisst es weiter. In den USA sei 2011 mit einem Umsatzanstieg um 8% auf 52 Mrd EUR zu rechnen. Die USA bleibe damit der weltgrösste Luxusgütermarkt. In Europa rechnet Bain & Company mit einem Wachstum von 7%, China werde voraussichtlich um 25% auf 11,5 Mrd EUR zulegen.
In China werde vor allem der wachsende Wohlstand die Umsätze in die Höhe treiben und zu Neueröffnungen von Markenstores führen. Dabei könnten die Umsätze der Region Greater China, wozu Hongkong, Macao und Taiwan zählen, erstmals das Umsatzvolumen Japans übertreffen. Aufgrund des strukturellen Rückgangs und der Folgen der jüngsten Erdbebenkatastrophe sinken in Japan die Umsätze voraussichtlich um 5% auf 17 Mrd EUR.
Eine Stabilisierung in der japanischen Luxusgüterindustrie sei im dritten Quartal zu erwarten. Die Nachfrage werde sich erholen und positive Effekte des Wiederaufbaus auf das BIP-Wachstum würden die Entwicklung stützen. In den ersten Wochen nach Wiedereröffnung der Luxusgeschäfte in Tokio hätten diese eine schnelle Rückkehr auf das erwartete Umsatzniveau erzielt, während in südlicheren Städten wie Osaka nur geringe Auswirkungen der Katastrophe zu spüren waren.
In den Monaten Februar und März seien in Kaufhäusern und herstellereigenen Luxusfilialen zweistellige Zuwächse verzeichnet worden. Der Grossteil der Frühjahrs- und Sommerkollektionen 2011 sei bereits verkauft. Darüber hinaus hätten die Läden umfassende Bestellungen für die kommende Herbst/Winter-Saison geordert und insbesondere bei Accessoires, Lederwaren sowie Uhren und Schmuck ihre ausverkauften Bestände aufgestockt.
Den Boom in Brasilien, China und Russland bekommt die Luxusgüterindustrie auch in den nächsten zwei bis drei Jahren zu spüren. In Russland rechnet Bain & Company mit jährlichen Zuwachsraten von fünf bis zehn Prozent. Im Nahen Osten würden neue Luxusgeschäfte zu einem Zuwachs von zehn bis zwölf Prozent jährlich führen, während in Brasilien dank umfassenden Investitionen durch internationale Marken ein Plus von zehn bis fünfzehn Prozent erwartet werden könne.
mk/ps
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