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Die Spanische Grippe wütete 1918 auch in Obwalden und forderte zahlreiche Opfer. Erst 1919 erlosch die Epidemie.
Im Juli 1918 werden die ersten Grippe-Kranken in Obwalden registriert. Anfangs wird die Krankheit als harmlos abgetan. Doch nach den ersten Toten – in Sarnen und in allen anderen Obwaldner Gemeinden – ändert sich das schnell. Wie in der übrigen Schweiz wütet die Grippe in Obwalden und fordert 144 Tote. Von den rund 17'000 Einwohnerinnen und Einwohnern zwingt sie einen Drittel aufs Krankenlager.
Die Zahl der Toten im Verhältnis zur Einwohnerzahl zeigt: Obwalden ist der am stärksten betroffene Kanton. Als Folge der Grippe wurden die Schulen geschlossen, öffentliche Veranstaltungen abgesagt und Notspitäler eingerichtet.
Neben den vielen Einzelschicksalen – die Grippetoten sind vor allem junge, kerngesunde Männer – ist der emotionale Höhepunkt der Trauer die Grippe-Epidemie im 47er Bataillon. Die Soldaten kommen zur Eindämmung des Landesstreiks im November 1918 in Luzern zum Einsatz, der ohne Verluste abläuft.
Doch am Schluss der Aktion müssen 480 von 900 Soldaten des Bataillons 47 in Luzern wegen der Grippe hospitalisiert werden, z.T. unter menschenunwürdigen Bedingungen. 26 der in Luzern eingesetzten Obwaldner Wehrmänner sterben an der Grippe. Entsprechend wütend sind die Obwaldner Reaktionen gegen die Akteure des Landesstreiks: Sie werden für den Tod der Soldaten verantwortlich gemacht. Im Winter 1918 flaut die Grippe-Epidemie spürbar ab. Doch erst 1919 erlischt sie vollständig.
Eine kleine Sonderausstellung schildert vor allem basierend auf Material aus dem «Obwaldner Volksfreund» eindrücklich das Geschehen rund um die Grippe-Epidemie, wie sie den Alltag dominierte, welche Trauer sie auslöste und wie ihr begegnet wurde.