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Werden in der Schweiz die Löhne gedrückt, weil sich der Arbeitsmarkt für ausländische Arbeitskräfte seit den 1990-er Jahren stärker geöffnet hat? Steigt durch die «Globalisierung» und insbesondere durch die «Bilateralen Verträge» mit der EU die Arbeitslosigkeit? Welche Rolle spielt die Importkonkurrenz? Zwei Studien im Auftrag des SECO versuchen, diese kontrovers diskutierten Fragen zu beantworten.
Die Öffnung des Schweizer Arbeitsmarkts und die Globalisierung haben seit den 1990-er Jahren den Lohndruck bei den Niedrigqualifizierten nicht erhöht. Dafür waren sie einem erhöhten Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt, aber nicht wegen der Konkurrenz aus dem Ausland. Vielmehr führte die mangelnde Qualifikation zur höheren Gefahr, arbeitslos zu werden, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) aufgrund zweier Studien mitteilte. Die Importkonkurrenz wird für schlecht qualifizierte Personen besonders spürbar, wenn Hersteller im Inland Arbeitsplätze abbauen müssen, kommt die eine Studie zum Schluss.
Dies ist besonders oft in Industrien der Fall, die viele niedrig qualifizierte Arbeitnehmende beschäftigen. Beheben lässt sich diese Entwicklung gemäss der Studie nicht mit einer stärkeren Abschottung des Arbeitsmarktes, sondern mit der Behebung des Grundproblems der fehlenden Fach- und Sprachkenntnisse.
Die zweite Studie zeigt auf, wie sich die Einwanderung auf die Löhne auswirkt. Demnach muss die gestiegene Einwanderung nicht zwangsläufig zu einem grösseren Lohndruck bei den Einheimischen führen, weil diese Arbeitskräfte durch Einwanderer nicht perfekt ersetzt werden können.
Im Zeitraum von 2002 bis 2008 dämpfte die Einwanderung die Reallohnentwicklung von Schweizerinnen und Schweizern um 0,5 Prozentpunkte. Stärker war der Dämpfer mit 2,6 Prozentpunkten bei den ausländischen Arbeitskräften. Dabei wirkte sich die verstärkte Zuwanderung Hochqualifizierter leicht positiv auf die Löhne gering und mittel qualifizierter Arbeitskräfte aus.