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| Athanasius (295-373) - Vertheidigung der Lehre des heiligen Dionysius von Alexandrien. (De sententia Dionysii)

21.
Wer dieses hört, der muß sich wahrlich an den göttlichen Ausspruch erinnern, welcher sagt:1 „Wohin sich der Gottlose wendet, da vergeht er.“ Denn sieh! obwohl sich die Gottlosen täglich auf mannigfaltige Weise wenden, so werden sie doch zu Nichts, indem sie nicht einmal hierin einen Grund in Bezug auf den Dionysius finden; denn er lehrt offenbar, daß der Sohn nichts Gemachtes und nichts Geschaffenes ist, beschuldiget und widerlegt aber diejenigen, welche ihn verleumdeten, als hätte er Gott einen Verfertiger genannt, indem er bemerkt, daß sie nicht beobachtet haben, daß er Gott vorher Vater nannte, worin auch der Sohn mitbegriffen ist. Durch diese Worte aber erklärt er, daß der Sohn nicht aus der Zahl der gemachten Dinge sey, und daß Gott nicht der Schöpfer, sondern der Vater seines Wortes sey. Da ihm aber Einige in ihrer Unwissenheit einwendeten, daß er Gott den Schöpfer Christi genannt [S. 280] hätte, so vertheidigte er sich deßhalb auf mancherlei Weise, und sagte, daß man auch so seine Worte nicht tadeln dürfte; denn er habe, behauptet er, das Wort Schöpfer gebraucht wegen des Fleisches, welches das Wort annahm, und welches allerdings geschaffen wurde. „Sollte aber Jemand glauben, dieses sey von dem Worte gesagt, so hätten solche auch unter dieser Voraussetzung ohne Streitsucht mich hören sollen; denn wie ich nicht der Meinung bin, das Wort sey etwas Gemachtes (ποίημα [poiēma]), und wie ich Gott nicht dessen Verfertiger (ποιητήν [poiētēn]), sondern dessen Vater nenne; so kann, wenn ich von dem Sohne handelnd Gott im Vorbeigehen seinen Schöpfer genannt habe, ich mich doch auch in diesem Falle vertheidigen; denn die weisen Griechen nennen sich Verfertiger (ποιητὰς [poiētas]) ihrer Schriften (λόγων [logōn]), obwohl sie die Väter ihrer Schriften sind; die göttliche Schrift aber nennt uns Urheber (ποιητὰς [poiētas]) der Bewegungen des Herzens, indem sie uns Thäter des Gesetzes und des Rechtes und der Gerechtigkeit heißt;“ so daß er von allen Seiten nachweiset, daß der Sohn nichts Geschaffenes und nichts Gemachtes, er selbst aber von der verkehrten Lehre der Arianer ferne sey.
1: Sprüch. XII, 7.