Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03582.jsonl.gz/1160

Triathlet Max Studer: Nach schwierigem Saisonstart auf zu neuen Höhen
2021 war ein Jahr, an dass sich Max Studer gerne zurückerinnert. Dem Elite-Europameistertitel im ETU Supersprint Format folgte eine erfolgreiche olympische Premiere in Tokio, mit Rang 9 im Einzelrennen und einem olympischen Diplom (Rang 7) in der Mixed-Relay-Konkurrenz. Das Jahr beendete Studer mit einem fast perfekten, zweimonatigen Trainingslager in Iten (KEN). «Fast», weil er gegen Ende seines Aufenthalts in der kenianischen Höhenluft erkrankte.
Zurück in der Schweiz ging es dem 26-Jährigen zunächst besser. Er nahm das Training wieder auf, merkte jedoch rasch, dass etwas nicht stimmte. Magenbeschwerden machten Studer das Leben schwer. Er fühlte sich schlecht, musste Intensität und Umfang seiner Trainings reduzieren, Einheiten zum Teil sogar ausfallen lassen. Schliesslich zog er die Notbremse und gönnte seinem Körper eine zweiwöchige Ruhepause, ehe er langsam mit dem Wiederaufbau begann. Erst im Trainingslager auf Gran Canaria im April kehrte der Zeitsoldat wieder zum normalen Trainingsvolumen und Formaufbau zurück.
Anfang Mai fühlte sich der Wahl-St. Moritzer gut genug, um sich behutsam wieder dem Wettkampfmodus anzunähern. An den «20 km de Lausanne» absolvierte er über 5 km einen ersten Formtest und bestand diesen mit Bravour. In 13:57:20 lief er die zweitschnellste je von einem Schweizer über diese Distanz gelaufene Zeit. Ein mit Blick auf den Jahresbeginn überraschendes, aber ausgesprochen positives Signal.
In den Wochen danach folgten weitere starke Resultate. Zum Auftakt in seine Triathlon-Saison siegte Max Studer beim Europacup in Caorle (ITA). Ein Ergebnis, dass er zwei Wochen später mit Rang 5 beim Worldcup Triathlon in Arzachena (ITA) bestätigte. Dazwischen und danach feilte Studer in St. Moritz gemeinsam mit dem starken kenianischen Läufer John Kipkorir Mutaiweiter, den er Ende 2021 in Iten kennengelernt und nun in die Schweiz eingeladen hatte, an seiner Form. Die gute Arbeit zahlte sich aus. Im spanischen Aguilas sicherte sich der gebürtige Kestenholzer am 8. Juni Triathlon-Gold im Rahmen der Militär-Weltmeisterschaften.
In den vergangenen Wochen drosselte Studer sein Trainingspensum speziell im Laufbereich erneut. Dies nicht freiwillig, liessen ihm doch Beschwerden an der Achillessehne sowie die Aussicht auf eine wichtige zweite Saisonhälfte, in der es auch um Qualifikationspunkte für die Olympischen Spiele in Paris 2024 geht, keine andere Wahl. Der zweite Teil der Saison beginnt mit der Rückkehr auf das höchste Wettkampfniveau in Hamburg und der erstmaligen Teilnahme an einem Rennen der Triathlon World Championship Series in diesem Jahr. «Ich hoffe, in die Top 15 zu laufen und meine zuletzt guten Leistungen bestätigen zu können», schätzt Studer seine Ausgangslage realistisch ein. «Nach den etwas beeinträchtigten letzten Wochen wäre ich überrascht, könnte ich bereits wieder ganz vorne mithalten.»
Mit Blick auf die im August anstehenden Europameisterschaften in München und den weiteren Saisonverlauf sind Studers Ziele jedoch klar. «In München möchte ich meine absolut beste Leistung abrufen und in den Kampf um einen Podestplatz eingreifen. Das Gleiche gilt für die weiteren Rennen der Triathlon World Championship Series. Ich möchte unter die Top 3, mich fürs Saisonfinale in Abu Dhabi qualifizieren und gleichzeitig wertvolle Punkte fürs Olympiaranking sammeln», so der Schützling von Trainerlegende Brett Sutton.
PHOTO: Wouter Roosenboom