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<h2>SubmittedText<h2><p>In der Corona-Krise lag das Augenmerk ausschliesslich auf der Veröffentlichung der Anzahl der Todesfälle und Neuansteckungen; die Vorerkrankungen wurden kaum beachtet. Dies führte zu einer Vernachlässigung der psychischen und sozialen Aspekte, wie sie eigentlich in der Ottawa-Charta als Definition von Gesundheit festgeschrieben sind. Da Fachleute der Meinung sind, dass uns auch in Zukunft solche Pandemien heimsuchen werden, müssen wir unser Gesundheitswesen überdenken. Es müssen Strategien entwickelt werden, um die Immunsysteme unserer Bürger/-innen zu stärken. Es braucht mehr Ressourcen, damit das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung erhöht und eine aktive Prävention in den Alltag integriert werden. Es werden Millionen von Steuergeldern für HIV-, Suizid-, Alkohol-, Tabak- und Organspendekampagnen ausgegeben; alles Kampagnen, welche nur einen kleinen Teil der Bevölkerung betreffen. Wichtig ist es, sich beizeiten um das Immunsystem zu kümmern und nicht erst, wenn sich ein neues Virus verbreitet.</p><p>Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass der psychischen und sozialen Verfassung der Menschen zu wenig Beachtung geschenkt wurde, und dies das Immunsystem schwächt? </p><p>2. Was unternimmt er, um zu garantieren, dass alle Bevölkerungsgruppen mit genügend Vitamin D versorgt werden, das heisst der Aufenthalt im Freien, am Sonnenlicht, garantiert ist?</p><p>3. Was plant er, damit aktive Seniorinnen/Senioren auch in Pandemie-Zeiten ihrem gewohnten Tagesablauf (ohne fremde Hilfe) wahrnehmen können, damit sie ihre Kompetenzen nicht verlieren, was unweigerlich zu einem vorzeitigen Heimeintritt führen wird? </p><p>4. Wird er in Zukunft vermehrt seine Aufforderung sich selbst zu schützen an Risikopersonen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-/Kreislaufpatienten und Raucher/-innen zu richten?</p><p>5. Wird der tägliche Durchschnittskonsum von 10 verschiedenen Medikamenten in Alters- und Pflegeheim, welcher das Immunsystem schwächt, nun kritisch hinterfragt?</p><p>6. Könnte er sich vorstellen, zum Beispiel mit Gutscheinen für Bewegungskursbesuche für Kinder der Volksschule, Schüler/-innen von Berufsschulen und Gymnasien, aber insbesondere für Pensionierte einen Beitrag an die körperliche, psychische und soziale Gesundheit der Bevölkerung zu leisten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Angesichts der Bedrohung durch COVID-19 sah sich der Bundesrat veranlasst, die persönliche Freiheit einschränkende Massnahmen zu ergreifen. Er ist sich bewusst, dass solche Massnahmen sowohl für die physische als auch die psychische Gesundheit eine Belastung darstellen. Er hat das in seinen Massnahmen und Empfehlungen berücksichtigt.</p><p>Mit Blick auf die psychische Belastung wurden z.B. auf der Website der Bundesverwaltung Links zu entsprechenden Hilfsangeboten sowie Empfehlungen zum Umgang mit psychischen Belastungen während der ausserordentlichen Lage aufgeschaltet. Im Hinblick auf eine künftige, ähnlich gelagerte Krise wird im Rahmen der Aufarbeitung der COVID-19-Pandemie zu prüfen sein, ob in diesem Zusammenhang weitere Massnahmen erforderlich sind.</p><p>Mit der Nationalen Strategie für die Prävention nichtübertragbarer Krankheiten 2017-2024 (NCD-Strategie) hat der Bundesrat bereits ein bewährtes Instrument zur Hand, Gesundheitsrisiken zu minimieren und die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu stärken. Die Strategie wird vom Bund, den Kantonen und der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz umgesetzt. Bewegungsförderung und Ernährung spielen dabei eine wichtige Rolle.</p><p>2., 3. und 6. Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind für Menschen aller Altersgruppen ein wichtiger Schutzfaktor für die Gesundheit. Die Förderung der Gesundheit liegt in der Verantwortung der Kantone, sie führen gemeinsam mit Gesundheitsförderung Schweiz kantonale Programme durch. Die Ausstellung von Gutscheinen an die Bevölkerung liegt entsprechend im Ermessen der Kantone. Zudem bieten mehrere Kantone und Gemeinden kostengünstig oder sogar kostenlos Sportaktivitäten für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen an. In seiner Antwort auf die Interpellation Lohr 20.3659 "Bewegungsförderung, um schweren Covid-19-Verläufen vorzubeugen" legt der Bundesrat seine Aktivitäten im Bereich der Bewegungsförderung dar.</p><p>Die Stärkung der Ernährungskompetenzen der Bevölkerung ist eines der Hauptziele der Schweizer Ernährungsstrategie. Deshalb stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) Informationsmaterialien für die breite Bevölkerung zur Verfügung. Besondere Beachtung wird Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden sowie älteren Menschen geschenkt.</p><p>Dem Bundesrat ist bewusst, dass ältere Menschen als Risikogruppe von den Massnahmen des Bundesrats während der ausserordentlichen Lage besonders betroffen waren. Bei der Festlegung der Massnahmen wog der Bundesrat ab zwischen der Bedeutung des Rückzugs aus dem öffentlichen Leben als Schutz vor einer Infektion sowie dem Erhalt der persönlichen Freiheit als wichtigen Faktor für ein gesundes Leben.</p><p>4. Die Kampagne "So schützen wir uns" richtet sich an die Gesamtbevölkerung. Personen mit Vorerkrankungen werden zudem über andere Wege über Möglichkeiten sich zu schützen informiert. Beispielsweise hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Merkblatt zu Vorerkrankungen und COVID-19 erarbeitet, mit dem die Betroffenen über Gesundheitsligen, Fachverbände, Ärzteschaft etc. angesprochen wurden. Diese sind auch von sich aus aktiv geworden, indem sie die Risikogruppen über ihre bestehenden Kommunikationskanäle sensibilisieren.</p><p>Die Kommunikation der bundesrätlichen Empfehlungen an die Bevölkerung soll weiterhin alle Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz erreichen.</p><p>Im Rahmen der NCD-Strategie nutzen zudem viele Akteure im Bereich der nichtübertragbaren Krankheiten ihre bestehenden Aktionsprogramme sowie Kommunikationskanäle, um gefährdete Personen zu erreichen. Das BAG plant darüber hinaus eine Onlineplattform, die den Akteuren die Möglichkeit gibt, sich noch besser zu vernetzen, ihre Angebote sichtbar zu machen und sich auszutauschen</p><p>5. Die Behandlung von Patientinnen und Patienten in Alters- und Pflegeheimen ist Aufgabe der verantwortlichen Ärztinnen und Ärzte. Sie müssen beim Verschreiben von Arzneimitteln die anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaften beachten. Der Bundesrat greift nicht in die Therapiefreiheit der Ärztinnen und Ärzte ein. Er verfolgt die Entwicklung im Bereich des Medikamentenmissbrauchs jedoch aufmerksam.</p>  Antwort des Bundesrates.