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Am letzten Wochenende hat Simone Biles Turngeschichte geschrieben und die Welt gleich mit zwei unfassbaren Elementen verblüfft: Einem Doppelsalto als Abgang vom Schwebebalken und dem ersten «Triple-Double» einer Frau am Boden – einem gehockten Doppelsalto mit dreifacher Schraube.
Auf Twitter erklärt Userin Suzanne Boswell nun, warum dieser «Triple-Double» so enorm schwierig ist.
Boswell startet ganz am Anfang, beim einfachen Rückwärtssalto. Für jeden Turner und jede Turnerin auf der Welt eines der einfachsten Elemente – so gibt er im Schwierigkeitswert auch nur 0,1 Punkte. Aber erst seit 1976 haben Turnerinnen begonnen, zwei Saltos aneinander zu hängen. Der «Double Back», wie er genannt wird, gibt 0,4 Punkte.
Zwei Jahre später später stellte Elena Mukhina der Welt einen neuen Sprung vor: Doppelsalto mit einfacher Schraube. Dabei schrauben die Turnerinnen nur während des ersten Saltos, der zweite ist dann ein normaler Backflip. Der «Mukhina» bringt der Athletin 0,5 Punkte ein.
In den 80er-Jahren entwickelte sich der Sprung weiter. Der «Double-Double» – zwei Saltos mit zwei Schrauben – wurde 1988 nach Daniela Silivas benannt und ist 0,8 Schwierigkeitspunkte wert.
Und jetzt, 31 (!) Jahre nachdem das Element zum letzten Mal verändert wurde, hat Simone Biles dem doppelten Rückwärtssalto eine weitere Schraube hinzugefügt. Historisch. Die grosse Schwierigkeit liegt darin, dass man mehr Schrauben als Saltos komplettieren muss.
Die 25-fache WM- und Olympia-Medaillengewinnerin löst dies, indem sie beim ersten Salto zwei Schrauben einbaut, und eine Schraube bei der zweiten Rotation. Der« Triple-Double» erhielt eine Schwierigkeit von 1,0 Punkten. Kein anderes Element in der bisherigen Turngeschichte wurde jemals so hoch gewertet.
Nun ist Biles nicht der einzige Mensch auf der Welt, der den «Tripe-Double» in Wettkämpfen vorführt. Bei den Männern wurde er bereits 2004 vom Nordkoreaner Ri Jong Song vorgestellt. Mittlerweile zeigt ihn aber nur noch der Japaner Kenzo Shirai regelmässig.
Suzanne Boswell argumentiert nun sogar, dass Biles den «Triple-Double» sogar noch etwas sauberer ausführt als Shirai. Die gehockte Position der US-Amerikanerin sei besser, und die Landeposition etwas aufrechter – wohl auch bedingt durch das deutlich tiefere Gewicht von Biles
Steht die vierfache Olympiasiegerin von Rio den Sprung am nächsten internationalen Event, wird er dann auch definitiv nach ihr benannt. Es wäre bereits das dritte oder vierte Element, das den Namen der 22-Jährigen tragen würde. Das erste war ebenfalls ein Bodenelement. Ein gestreckter Doppelsalto mit halber Schraube.
Das zweite war eine Variante des «Yurchenko». In Biles' Ausführung ist es ein gestreckter Vorwärtssalto mit zwei Schrauben und einer halben Schraube vor dem Abdrücken auf dem Sprungtisch.
Und dann gibt es noch ihren neuen Abgang vom Schwebebalken: Ein Doppelsalto mit Doppelschraube. Steht sie den Balken-Abgang noch vor dem «Triple-Double» am Boden in einem internationalen Wettkampf, ist es ihr drittes eigenes Element, sonst das vierte. (abu)