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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Siebentes Buch
41.
Wir müssen nun erwägen, wem wir uns nach dem Willen des Celsus anschließen sollen, " um nicht altbewährter Führer und heiliger Männer zu entbehren." Er verweist uns an "gottbegeisterte Dichter", wie er sie nennt, "an Weise und Philosophen" ohne ihre Namen anzugeben. Er verspricht uns "die rechten Führer zu zeigen", und weist ohne genauere Bestimmung auf die "gottbegeisterten Dichter und Weisen und Philosophen" hin. Wenn er den Namen eines jeden von diesen angegeben hätte, so würden wir es für wohlbegründet gefunden haben, den Nachweis zu liefern, dass er uns Leute zu Führern gibt, die für die Wahrheit blind sind, damit wir fehlgehen, oder solche, die zwar nicht ganz blind sind, aber doch in vielen Stücken sich von den Grundsätzen der Wahrheit entfernt haben. Mag er nun den Orpheus als "gottbegeisterten Dichter" ansehen wollen, oder den Parmenides oder den Empedokles oder gar den Homer oder Hesiod, so mag jeder, der Lust hat, uns nachweisen, inwiefern diejenigen, welche sich solcher Führer bedienen, auf einem besseren Wege wandeln und in ihrem Leben geistlich mehr gefördert werden als jene, die durch die Lehre Jesu Christi bestimmt wurden, alle Götterbilder und Göttersitze und selbst allen jüdischen Aberglauben zu verwerfen und durch das Wort Gottes allein zu Gott, dem Vater des Wortes, ihr Auge zu erheben. Wer sind denn aber "die Weisen" oder "die Philosophen", "von denen wir nach dem Wunsche des Celsus "vieles Göttliche hören sollen"?
Wir müßten dann freilich Moses, den Diener Gottes und die Propheten des Weltschöpfers, die wahrhaft von Gott begeistert unzählige Aussprüche getan haben, und ihn selbst im Stich lassen, der dem Menschengeschlecht erschienen ist und den Weg der rechten Gottesverehrung gewiesen und niemand, soviel an ihm lag, ohne Genuß seiner eigenen Geheimnisse gelassen hat, der vielmehr in seiner übergroßen Liebe zu den Menschen den höher Gebildeten ein Wissen von Gott verleiht, das die Seele über die irdischen Dinge emporzuheben vermag, während er auf der anderen Seite sich ebenso auch zur schwächeren Fassungskraft ungebildeter Männer und einfacher Frauen und Sklaven und überhaupt aller derer herabläßt, die von niemand als nur von Jesus allein darin unterstützt werden, dass sie, soweit möglich, ein sittliches Leben nach Lehrsätzen über Gott, die sie zu begreifen fähig waren, führen können.