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Kriege, politische Unruhen, Krisen - Menschen müssen aus den verschiedensten Gründen aus ihren Heimatländern fliehen. In erster Linie sind es die Nachbarstaaten solcher Krisenregionen, oft selbst arme Länder, die dann in kurzer Zeit die Aufnahme vieler tausender Flüchtlinge organisieren müssen und damit häufig strukturell überfordert sind. Flüchtlinge möchten so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückkehren, doch oft lassen die Verhältnisse im Herkunftsland eine baldige Rückkehr nicht zu. Wenn für ein Erstzufluchtsland der Flüchtlingsstrom zu groß ist oder es die Sicherheit für eine dauerhafte Integration der Flüchtlinge nicht bieten kann, ist die Neuansiedlung in einem Drittland, das so genannte Resettlement, oft die einzig mögliche Lösung.
Resettlement ist neben freiwilliger Rückkehr, Asyl und Integration eine von drei dauerhaften Lösungen um Flüchtlinge zu unterstützen, sich ein neues Leben in Frieden und Würde aufzubauen. Der Begriff bezeichnet die dauerhafte Neuansiedlung besonders verletzlicher Flüchtlinge in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat, der ihnen vollen Flüchtlingsschutz gewährt und ihnen die Möglichkeit bietet, sich im Land zu integrieren.
Für ein Resettlement vereinbart UNHCR – oft auch unter Mithilfe anderer humanitärer Organisationen – mit dem möglichen Neuansiedlungsland den konkreten Ablauf des Resettlements, das umfasst die Auswahl der Personen, die Reiseformalitäten, einen Sicherheitscheck sowie die Aufnahme vor Ort. Sowohl der betroffene Flüchtling als auch sein möglicher neuer Heimatstaat müssen dem Resettlement zustimmen.
Bislang bieten nur einige Staaten Resettlement-Programme in Zusammenarbeit mit UNHCR an, durch die jedes Jahr eine festgelegte Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen wird. Die jährlich angebotenen Kontingente liegen jedoch lediglich bei insgesamt rund 80.000 Plätzen, der weltweite Bedarf ist jedoch weitaus größer. In den nächsten fünf Jahren werden rund 800.000 Menschen Resettlement benötigen.
Die meisten Flüchtlinge (rund 80 Prozent) werden momentan von den USA, Kanada und Australien aufgenommen. In Europa bieten die nordischen Länder die meisten Resettlement-Plätze, aber auch viele andere Länder haben bereits kleinere Programme gestartet.
Die Schweiz ihrerseits hat bekanntgegeben, dass sie im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojektes insgesamt 500 Syrische Flüchtlinge aufnehmen wird. Der Bundesrat hat den Entscheid dazu angesichts der desaströsen humanitären Lage und der weiterhin steigenden Zahl von Flüchtlingen in Syriens Nachbarländern gefällt. Durch dieses Projekt soll aber nicht nur die Not von vom Syrienkonflikt betroffenen Personen gemildert werden, sondern auch Erfahrungen für ein mögliches längerfristiges Engagement im Bereich Resettlement gemacht werden.