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China hat bei seinem Militärmanöver um Taiwan die Blockade der als eigenes Territorium beanspruchten Insel durch Schiffe und Flugzeuge geübt. Auch nordwestlich und südwestlich sowie in den Gewässern östlich von Taiwan habe es Militärübungen gegeben. Der Flugzeugträger "Shandong" sei ebenfalls beteiligt gewesen, teilte das chinesische Militär mit. Nach Angaben der Regierung in Tokio hat sich die "Shandong" in Gewässern vor den Okinawa-Inseln im Süden Japans aufgehalten. Auf Okinawa, der grössten dieser Inseln, liegt ein wichtiger Stützpunkt der US-Luftwaffe.
Das chinesische Staatsfernsehen berichtete, Flugzeuge und Kriegsschiffe hätten Übungen abgehalten, bei denen es um eine umfassende Abriegelung Taiwans aus mehreren Richtungen gegangen sei. Es seien Angriffe simuliert worden. Bereits am Sonntag hatte das Militär Präzisionsangriffe auf wichtige Ziele auf Taiwan selbst sowie in den umliegenden Gewässern simuliert.
Das taiwanische Verteidigungsministerium teilte mit, bis zum Montagmorgen seien insgesamt 59 Kampfflugzeuge und elf Schiffe rings um Taiwan gesichtet worden. 39 Kampfflugzeuge hätten die Mittellinie der Strasse von Taiwan überquert und seien in die Luftverteidigungszonen Taiwans eingedrungen. Die Mittellinie des vielbefahrenen Schifffahrtsweges gilt als nicht offizielle Grenze zwischen China und Taiwan.
Japan: Über hundert Starts von Flugzeugträger
Das japanische Verteidigungsministerium erklärte, von einem Flugzeugträger aus seien Kampfflugzeuge und Hubschrauber zwischen Freitag und Sonntag 120 Mal gestartet und wieder gelandet. Der Flugzeugträger sei zusammen mit drei weiteren Kriegsschiffen und einem Hilfsschiff bis auf 230 Kilometer an die Insel Miyako herangekommen, die zur Präfektur Okinawa gehört. Japan verfolge das chinesische Manöver rings um Taiwan mit grossem Interesse, sagte ein Regierungssprecher. Auch die USA haben erklärt, sie beobachteten das Manöver sehr genau.
China hat in den vergangenen drei Jahren seinen militärischen Druck auf das demokratisch regierte und industriell weit entwickelte Taiwan verstärkt. Die Volksrepublik hat nie auf eine Anwendung von Gewalt verzichtet, um Taiwan unter ihre Kontrolle zu bringen. Das auf drei Tage angesetzte Manöver hatte am Samstag begonnen - einen Tag nach der Rückkehr von Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen von einer USA-Reise. Es findet inmitten der Spannungen zwischen China und Taiwan sowie dessen Unterstützer USA statt. Tsais USA-Reise, auf der sie den Präsidenten des US-Repräsentantenhauses Kevin McCarthy traf, hat die Regierung in Peking erzürnt. Zudem empfing Tsai am Samstag in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, eine Delegation von US-Abgeordneten.
Der Status des demokratisch regierten Taiwans, das allerdings nur von wenigen und vor allem kleinen Ländern als unabhängig anerkannt wird, ist einer der Hauptkonfliktpunkte zwischen den USA und China. Die USA unterhalten wie viele andere Staaten mit Rücksicht auf die Volksrepublik China keine formalen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, sie haben diese 1979 zugunsten Chinas abgebrochen. Die USA unterstützen das Land jedoch mit militärischer Ausrüstung und sind dessen wichtigster Lieferant von Rüstungsgütern.
(Reuters)