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Dyan (eine Gursprache)
Dyan (eine Gursprache)
ca. 15'000
Animismus, ca. 20% Christen, ca. 20% Islam
einzelne Bücher des NT
Die Dyan leben in der Gegend um die Stadt Diebougou, westlich von Ouagadougou im Süden Burkina Fasos. Sie sind eine kleine Volksgruppe und leben friedlich mit anderen Volksgruppen der Region zusammen.
Die Dyan sind mehrheitlich Bauern. Der fruchtbare Boden der Region ist gut für die Wirtschaft, da der Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten die Haupteinnahmequelle ist. Die Dyan sind in der Region bekannt für ihr stark alkoholhaltiges Hirsebier und für ihren Hirseschnaps.
Die Dyan haben ein starkes Traditionsbewusstsein. Sie leben in Lehmziegelhäusern mit Lehm- oder Blechdach. Die meisten Dörfer haben keine Stromversorgung. Das Wasser muss am Dorfbrunnen geholt werden.
Viele junge Menschen verlassen die Dörfer, um anderswo, vor allem an der Elfenbeinküste, mehr Geld zu verdienen.
Die Familie ist ihnen sehr wichtig. In ihrer Kultur wird die Autorität dem Oberhaupt jeder Familie und nicht einem zentralen Regierungsbeamten übertragen. Sie glauben, dass die Verbindungen zwischen Eltern und Kindern über die blosse Pflege hinausgehen – und sowohl sozial als auch spirituell sind. Ursprünglich waren sie matriarchalisch organisiert, deshalb gibt es keinen Brautpreis. Eine Scheidung ist somit relativ einfach möglich. Viele Männer leben polygam.
Jula, die Handelssprache des Südwestens von Burkina Faso, hat einen gewissen Einfluss auf Dyan gehabt. Es gibt einige Dyan, die mehrsprachig sind. Die Mehrheit will jedoch die Sprachen ihrer Nachbarn nicht lernen, sondern bleibt lieber unter sich.
Die Dyan sind bekannt für ihre Verschlossenheit gegenüber jeglichen Einflüssen von aussen. Die ältere Generation klammert sich seit Jahrzehnten am traditionellen Glauben fest und versucht, ihre Volksgruppe vor anderen religiösen Einflüssen abzuschotten. Die junge Generation ist offen für das Christentum und den Islam, aber die Eltern verweigern den Kindern das Essen, wenn sie zur Kirche gehen. Trotzdem ist die christliche Bevölkerung am Wachsen und es gibt auch Kirchen.
Die traditionellen Strukturen existieren parallel zu den offiziellen, vom Staat verordneten, Machtinstanzen. So hat fast jede Familie einen Erdschrein im Gehöft, um ihrem Fetisch bei Bedarf Tiere zu opfern.
Als Minorität haben die Dyan ein Bedürfnis nach einer eigenen, starken Identität, die sich von den übrigen Volksgruppen unterscheidet. Da ihre Sprache nicht entwickelt ist, fühlen sich die Dyan minderwertig gegenüber anderen Menschen. Das Schreiben und Lesen der eigenen Sprache könnte massgeblich zu einer stärkeren Identität beitragen.
Die Dyan brauchen unbedingt bessere Schulbildung und andere Einkommensquellen nebst der Landwirtschaft.
Das Übersetzungsprojekt wurde 2004 von Dieter und Franziska Kuhn gestartet, die fünf Jahre bei den Dyan lebten, die Sprache lernten und Einheimische ausbildeten. Zwei der lokalen Übersetzer, die sie ausgebildet haben, Henoc und Isaac, sind dem Projekt bis heute treu geblieben!
Inzwischen ist das ganze Neue Testament übersetzt. Bis es aber veröffentlicht werden kann, gibt es noch einiges zu tun. Erst gerade haben die Übersetzer an einem Workshop über biblische Schlüsselbegriffe teilgenommen. Jetzt müssen die entsprechenden Ausdrücke an verschiedenen Stellen angepasst und vereinheitlicht werden. Auch die Orthographie muss noch vereinheitlicht werden. Vor der Schriftsetzung muss das ganze Neue Testament nochmals mit verschiedenen Dyan-Sprechern Korrektur gelesen werden.
Vorgängig sollen 100 Kopien des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte gedruckt werden, damit die Bevölkerung bereits Zugang zur Schrift haben kann, bevor das Neue Testament veröffentlicht wird. Gleichzeitig sollen Audioaufnahmen vom Markusevangelium, 1. Korinther und dem Galaterbrief gemacht werden, damit die Dyan die Schrift auch schon im Ohr haben. Der Plan ist, das Projekt im September 2020 abzuschliessen zu können.