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Grosjeans Versöhnung mit Spa
- Sonntag, 23. August 2015, 18:49 Uhr
Die legendäre Ardennen-Rennstrecke im frankophonen Wallonien hatte es in der Vergangenheit nie allzu gut gemeint mit dem Genfer Romain Grosjean. Bei vier Starts fiel er dreimal aus, nur einmal reichte es für einen 8. Rang. Nun folgte die Versöhnung.
Unvergessen und unverziehen der Start von 2012, als Grosjean mit einem waghalsigen Manöver gegen Hamilton eine Massenkollision auslöste, der neben Hamilton und Alonso auch die damaligen Sauber-Piloten Kobayashi (Startplatz 2) und Pérez (Startplatz 4) zum Opfer fielen. Grosjean wurde mit einer Renn-Sperre für Monza belegt.
Auch das diesjährige Rennen schien für Grosjean unter dem Fluch von Francorchamps zu stehen. Am Donnerstag musste das Team die Autos bewachen, weil eine Beschlagnahmung aus finanziellen Gründen drohte (Ex-Ersatzfahrer Pic hatte geklagt). Am Freitag gab Grosjeans Getriebe unplanmässig den Geist auf und musste ersetzt werden. Darauf steht eine Strafe: 5 Plätze zurück in der Startaufstellung.
Ein Schritt vorwärts, zwei zurück
Dies schmälerte das erste Grosjean-Highlight des Wochenendes: Der Lotus-Pilot war in der Quali auf Platz 4 gefahren, seine beste Leistung seit beinahe zwei Jahren. Doch anstelle der zweiten Startreihe blieb nur Platz neun, was ziemlich genau dem Durchschnitt seiner Startplätze von 2015 entspricht.
Aber wie heisst eine alte Rennweisheit? Am Sonntag werden die Punkte verteilt. Wie wahr.
Der Start war okay, vorbei an Massa, dann auf Platz 7, weil Maldonado ausfiel. Grosjean kam recht früh, nach neun Runden, zum ersten Reifenwechsel. Das Timing war goldrichtig. Er kam vorbei an Bottas und Vettel, der ja als einziger auf einen Stopp spekulierte.
Auf der Strecke rang der Genfer Ricciardo nieder, und nach Perez‘ zweitem Stopp noch vor Rennhälfte lag Grosjean auf Rang drei. Beim zweiten Stopp während der «Virtual Safety-Car-Phase» verlor er gerade noch einen Platz an Vettel, Perez liess er hinter sich.
Schon bald zuoberst auf dem Podest?
Es wird für immer offen bleiben, ob Grosjean Vettel auch ohne Reifenschaden noch überholt hätte. Wenn ja, wäre es die verdiente Krönung einer Meisterleistung gewesen. Nun ist Vettel sauer und fragt zu Recht: «Was wäre passiert, wenn der Reifen 300 Meter früher geplatzt und ich in die Mauer geflogen wäre?»
Grosjean aber schwärmt: «Wahrscheinlich eines meiner besten Rennen überhaupt.» Er hat nun in 75 Rennen 10 Podestplätze gesammelt. Einzig ganz oben stand er noch nie.