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Wann kommt "Super Wi-Fi"?5. September 2012 um 14:05
In Zukunft sollen die ungenutzten TV-Frequenzen - White Spaces genannt - für den Mobilfunk verwendet werden. Während in den USA und in Asien bereits Pilotprojekte laufen, steckt die Technik in der Schweiz noch in den Kinderschuhen.
In Zukunft sollen die ungenutzten TV-Frequenzen - White Spaces genannt - für den Mobilfunk verwendet werden. Während in den USA und in Asien bereits Pilotprojekte laufen, steckt die Technik in der Schweiz noch in den Kinderschuhen.
Es war Ende des vergangenen Jahres, als die amerikanische Federal Communications Commission grünes Licht gab für die Datenübertragungs-Technik "Super Wi-Fi". Super Wi-Fi - manche sagen auch "Wi-Fi auf Steroiden" - soll es ermöglichen, dass drahtlose Netze künftig über grössere Distanzen funken können. Die Rede ist von 100 Kilometern. Der Name trügt aber: Super Wi-Fi basierten nicht auf der Wi-Fi-Technologie und ist auch nicht von der WiFi Alliance zertifiziert. Der "Wireless Innovation Alliance" ist das aber egal: Sie hält an der Bezeichnung Super Wi-Fi fest.
Die neue Technik nutzt sogenannte "White Spaces". Die Nutzung dieses "weissen Raums" baut auf temporär oder längere Zeit ungenutzten Frequenzen auf. Mittlerweile wird weltweit mit Super Wi-Fi experimentiert. So hat Microsoft vor einem Jahr in Grossbritannien zusammen mit Providern ein Netzwerk gebaut, um einzelne Städte, Gemeinden und ländliche Regionen abzudecken. Auch Google oder Dell unternehmen entsprechende Bemühungen. In Asien ist das Interesse ebenfalls gross. In Singapur wurde heute ein neues Pilotprojekt vorgestellt.
Und in der Schweiz?
Nicht nur in den USA und in Asien, auch in Europa und in der Schweiz wird derzeit intensiv darüber diskutiert, auf welche Weise diese wenig genutzten Frequenzen genutzt werden könnten. In Europa interessieren vor allem die Radio- und TV-Frequenzen. In Ländern wie Spanien, Portugal und Frankreich ist man darauf angewiesen, dass das terrestrische Digital-TV-Signal (über Antenne) verbreitet werden kann. In der Schweiz oder auch in Deutschland ist die Situation aber anders: Bei uns funktioniert die Verbreitung des TV-Signals zu 95 Prozent über Leitungen (Kabel und IP-TV). Nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung ist auf terrestrisch verbreitetes digitales Fernsehen angewiesen. Deshalb gibt es die Überlegung, dass man diese wertvollen Frequenzen für Telekomanwendungen nutzen sollte und nicht mehr fürs terrestrische Digital-TV. Zu beachten gilt es aber, dass in den Frequenzbändern, die für Super Wi-Fi vorgesehen sind, neben TV auch andere Funkanwendungen (z. Bsp. drahtlose Mikrofone) genutzt werden, deren Betrieb weiterhin ermöglicht werden soll.
Vor vier Jahren war der Bundesrat in Sachen "White Spaces" erstmals aktiv geworden. Peter Pauli, Leiter Frequenzmanagement beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom), sagt gegenüber inside-it.ch, dass die Schweiz momentan im Rahmen der europäischen Zusammenarbeit Konzepte prüfe: Diskutiert werde über den Einsatz intelligenter Endgeräte, welche in der Lage wären, ungenutztes Spektrum aufzuspüren oder die Verwendung einer Geo-Datenbank, welche die "White Spaces" beinhalten würde und so in diesen Gebieten die Frequenznutzung durch die Endgeräte ermöglichen würde.
Anzumerken gilt noch, dass die Schweiz (bzw. ein Mitarbeiter des Bakom) die Federführung der CEPT-Arbeitsgruppe SE 43 hat, die sich mit Fragen der "White Space"-Nutzung in Europa auseinandersetzt. (Maurizio Minetti)
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