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Monday, 22 June20:00
Sound Space Compilation
Screenings
Program →
Tuesday, 23 June10:00
Im Frühling 2020 war ich stärker denn je mit meinem möglichen und baldigen Tod konfrontiert. Mitte März war die Entwicklung der uns umgebenden Pandemie ungewiss und die Gesellschaft befand sich in einer neuartigen Ohnmacht. Meine Aufnahme in den Club 27 bereitete mir infolgedessen zunehmend ein mulmiges Gefühl.
Eine geplante Langzeitaufführung in Form einer Konduktion mit Gastmusikern konnte ihre geplante Gestalt anlässlich des Diplomfestivals im Juni 2020 nicht annehmen. Die hier vorliegende Komposition bietet nun die Möglichkeit, dieses Vorhaben einer nicht zu Stande gekommenen Aufführung ohne meine Anteilnahme umzusetzen – es kann allerdings erst nach meinem Ableben aufgeführt werden.
Requiem, 2020, für variable Besetzung, Partitur mit AnhangAufführungsdauer zwischen fünf Minuten und sieben Tagen
Nebst Spielanweisungen, Audio- und Bilddateien, gehören zur Partitur eine von fünf Variationen der Aufzeichnungen, Notate und Stimmen der nie aufgeführten Oper «Auslassungen» und die Aufnahme der ersten Wiedergabe der Dubplate magic will find you.
magic will find you, 2020, Dubplate, 40'
Das Album magic will find you vermittelt das Wesen, die Sinnlichkeit und den klanglichen Charakter des Requiems. Die Angaben beziehen sich auf klangliche Dichte, Umgang mit Textur und dem zeitlichen Verhältnis zwischen Spannung und Auflösung. Die Musik wurde in der Zeit des Lockdowns im Frühling 2020 von mir in der Rolle eines ungelernten Multiinstrumentalisten im Overdub-Verfahren aufgenommen.
Videoaufnahme der ersten Wiedergabe
composed, performed, recorded, mixed and mastered: Ramon Bischoff
Video: Aurora PF & Anton Weiss
Aufzeichnungen, Notate und Stimmen der nie aufgeführten Oper «Auslassungen»
Die Aufzeichnungen, Notate und Stimmen der nie aufgeführten Oper «Auslassungen», stellen die grössere Dimension dar, zu welcher das Requiem in Bezug steht und während der Aufführung Kontakt aufnimmt.
Die Aufführung der Oper Auslassungen bleibt im Modell stecken, weil sie die Kapazität menschlichen Denkens und Wahrnehmevermögens übersteigern würde. Die Oper überträgt mein inneres Wesen in eine physikalisch nicht realisierbare Allgegenwärtigkeit. In diesseitiger Abhängigkeit von Zeit, kann die Form – bestehend aus ubiquitären Inhalten – zumindest vorläufig nicht realisiert werden.
Die Variation einer Auswahl von 50 aus insgesamt 150 ikonischen Textfragmenten und acht eigenen Texten in nicht-definierter Reihenfolge, ist eine möglichst präzise Annäherung an den Ausdruck dieser Oper. Jedes Stück aus der Sammlung formt, durch das immerwährende Umkreisen, die Konturen und Gestalt des Zentrums.
Die Sammlung der Texte startete im Frühling 2019. Sie ändert und erweitert sich fortlaufend.
Die drei Werke bilden mit ihren physikalisch unterschiedlichen Zuständen eine Trinität, die mein inneres Wesen bündelt, konserviert und darstellt.