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«Ich erinnere mich, dass ich Herzklopfen hatte und einen heftigen Genuss empfand, als ich eine Wand der Akropolis betrachtete, eine völlig kahle Wand. Nun, ich frage mich ob nicht ein Buch, unabhängig von dem, was es sagt, die gleiche Wirkung hervorbringen kann.»
Gustave Flaubert, 1876
In St. Urban finden sich rund um die alte Klosteranlage ein Coiffeur, eine Tankstelle und die ehemalige Klosterbäckerei. Das Dorf besteht aus ungefähr 300 Häusern, aufgeteilt in zwei Quartiere. In der Mitte thront die grosse, leere Klosteranlage.
Das Haus mit einem Pfeiler steht am Ende einer breiten Quartierstrasse und ist übereck an ein bestehendes Haus aus den 1980er Jahren gebaut.
Die Gestalt des Neubaus wird durch die präzise Gliederung der Betonwände bestimmt. Sie verleihen dem Haus eine leichte, gastfreundschaftliche Anmut. Die Einteilung des stehenden Schalungsbildes wurde vom Handwerker bestimmt und ziert das Gebäude. Vor dem Haus, dem Quartier zugewandt steht ein betonierter Pfeiler. Durch die rückspringende Basis und das Kapitel wirkt er konvex. Die Wirkung des Pfeilers ist wichtiger als seine statische Funktion. Er schafft Raum und bildet eine visuelle Grenze zwischen dem privaten Vorraum des Hauses und dem öffentlichen Raum des Quartiers.
Eine kleine Betontreppe leitet von der im Bestand liegenden Eingangshalle zu den neu gebauten Räumen über. Die drei betonierten Stufen vermitteln zwischen alt und neu, hell und dunkel, kommen und gehen.
Die Innenräume des eingeschossigen Anbaus werden auf drei Seiten über Eck geöffnet. Die Öffnungen verbinden die Innenräume mit den direkten Umräumen im Quartier. So verbindet sich die Küche mit der Quartierstrasse und das Schlafzimmer mit dem Garten. Das Eckfenster im Wohnzimmer ist am Nachbar vorbei auf den in der Ferne erkennbaren Jura gerichtet. Eine grosse zentrale Öffnung verbindet Wohnzimmer und Terrasse.
Die althergebrachte Raumkonzeption von Boden, Wand und Decke wird im Innern des Hauses aufgelöst. Blaue und beige Farbflächen, wie auch der schwarz, gebeizte Holzboden werden frei arrangiert. So entsteht eine dynamische, situative Raumwirkung.
In Zusammenarbeit mit FurterArchitekten