Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03488.jsonl.gz/2109

Schielbehandlung /Schieloperation
Am Anfang der Schielbehandlung steht meist die Verordnung einer Brille zur Korrektur des Sehfehlers. Danach folgt die Behandlung der Sehschwäche (ev. Auge zeitweise abdecken) und falls nötig die Schieloperation.
Seiteninhalt:
Manchmal wird Schielen durch eine nicht korrigerte Fehlsichtigkeit verursacht. So wird beispielsweise ein nach dem zweiten Lebensjahr auftretendes Innenschielen in über der Hälfte der Fälle durch eine nicht korrigierte, stärkere Weitsichtigkeit verursacht.
Aus diesem Grund wird durch die Gabe von entspannenden Augentropfen die Fehlsichtigkeit bestimmt und eine entsprechende Brille verordnet. Oftmals gelingt es mit der Brillenbehandlung das Schielen zu beheben oder zumindest zu verringern.
Die Amblyopie nennt man die Sehschwäche eines organisch gesunden Auges infolge von Schielen oder starker, einseitiger Fehlsichtigkeit. Wird diese Schwachsichtigkeit nicht erkannt und behandelt, bleibt sie lebenslang bestehen.
Zur Behandlung einer Amblyopie dient die Abdeckbehandlung (Okklusion), bei der in einem bestimmten Rhythmus Pflaster auf das nicht schielende Auge geklebt werden. Dieses Pflaster soll bewirken, dass das schielende Auge zum Sehen trainiert wird, und somit die Sehschwäche heilt. Das Pflaster wird dabei nicht ständig getragen, damit abgedeckte Auge das Sehen nicht verlernt.
Die Schielstellung wird dadurch jedoch nicht korrigiert, gelegentlich nimmt der Schielwinkel des abgedeckten Auges sogar etwas zu, kann aber später mit einer Schieloperation korrigiert werden.
Meist kann in einer zweiten Phase der Behandlung von der Abdeckung mit Pflaster auf eine Behandlung mittels matten Folien auf der Brille umgestellt werden.
Diese Behandlung wird meist längere Zeit fortgesetzt um den Behandlungserfolg zu erhalten.
Bei etwa der Hälfte aller schielenden Kinder muss die Fehlstellung des Auges durch eine Operation korrigiert werden. Das Auge wird dabei nicht aufgeschnitten. Es wird lediglich die leicht heilende Bindehaut eröffnet, um die Muskeln an der Augenoberfläche zu regulieren. Bei Kindern erfolgt dieser Eingriff in Narkose.
Über den optimalen Zeitpunkt der Schieloperation sind sich die Experten nicht einig. Während amerikanische Chirurgen oft möglichst früh operieren, wird in der Schweiz noch immer die Operation im Vorschulalter bevorzugt.
Folgende Voraussetzung sind dann meist erreicht:
- Das Kind trägt verlässlich eine Brille
- Das Sehen ist nach Behandlung der Sehschwäche beidseits möglichst gleich gut.
- Das Kind lässt sich gut untersuchen und sich so der Schielwinkel für die Planung der Operation gut messen.
Eine Ausnahme bilden ältere Kinder, die plötzlich zu Schielen beginnen (Normosensorisches Spätschielen). Sie sollten möglichst
rasch operiert werden.