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Etwas andere Karteikarten
Der Basler Grafiker Robert Hiltbrand legte eine umfangreiche Volkskunst-Sammlung an und zeichnete einen grossen Teil seiner Sammlungsstücke für seine eigene Dokumentation. Die rund 16 000 Objekte sind mittlerweile in Besitz des MKB – ebenso die kunstvoll gestalteten Karteikarten.
1959, mit 30 Jahren, begab sich Robert Hiltbrand auf seine erste grössere Reise nach Jugoslawien. Meist in Begleitung seiner Frau, Cécile Grimmeisen-Hiltbrand, folgten weitere Reisen in fast alle Länder Europas, nach Nordafrika und bis nach Mittelamerika. Die beiden waren vom Sammeln begeistert und kehrten jeweils mit unzähligen Objekten wie Keramikfiguren, Spielzeugen, Krippenfiguren, aber auch Textilien und handbemalten Ostereiern in die Schweiz zurück. Während Cécile Grimmeisen-Hiltbrand die Reisen und den Erwerb der Objekte fotografisch festhielt, verbrachte Robert Hiltbrand viel Zeit mit der handschriftlichen Katalogisierung der Sammlung und fertigte eindrückliche Abzeichnungen der sich heute im MKB befindenden Kulturgüter an.
Doch auch zu Hause in Basel bekam Hiltbrand nicht genug vom Sammeln: Beispielsweise führten ihn und seine Frau keine ihrer Reisen nach China oder Japan, doch bemühte sich Hiltbrand trotzdem, Objekte aus diesen Ländern zu erwerben. Unter anderem wurde er häufig in der Manor fündig, wo er zum Beispiel chinesische Rasseln oder Stossräder für Kinder fand.
Nachdem nach vereinzelten Übergaben ab 1960 schlussendlich der gesamte Rest der «Sammlung Robert und Cécile Hiltbrand-Grimmeisen» von deren Kindern dem MKB geschenkt wurde, gab es kaum eine Ausstellung, in welcher keine Objekte aus dem Nachlass ausgestellt wurden. Mit rund 16 000 Objekten trägt der Nachlass Robert Hiltbrands einen wichtigen Teil zur rund 340 000 Objekte umfassenden Gesamtsammlung des Museums bei.
Aktuell werden Robert Hiltbrands Dokumentation der Sammlung mit seinen Abzeichnungen und Kaufbescheinigungen oder dem Schriftenverkehr mit Herstellern einzelner Objekte, sowie Cécile Grimmeisen-Hiltbrands Fotografien, digitalisiert. Dabei kommt so manche humorvolle oder eindrückliche Zeichnung zum Vorschein.
Der Totenreiter wird übrigens Teil der nächsten Ausstellung «Memory – Momente des Erinnerns und Vergessens» sein.