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Eisen-Stoffwechselstörung
Eisenüberladung (Hämochromatose)
Eine Eisenüberladung macht sich nur langsam, oft über Jahrzehnte, bemerkbar und wird oft nur zufällig entdeckt. Sie kann genetisch bedingt sein oder auch durch häufige Bluttransfusionen bei Blutkrankheiten und extremen Alkoholkonsum entstehen.
Wenn eine Genmutation vorliegt, fehlt im Eisenstoffwechsel das „Stoppsignal“, das dem Körper signalisiert, dass der Speicher voll ist und aus der Nahrung kein Eisen mehr aufgenommen werden muss. Überschüssiges Eisen kann aus dem menschlichen Körper nicht aktiv ausgeschieden werden. Es wird in den Organen abgelagert (z.B. Leber, Herzmuskel, Bauchspeicheldrüse, Keimdrüsen) und führt mit der Zeit zu entsprechenden Funktionsstörungen.
Typische Beschwerden bei Eisenüberladung
Unerklärte Müdigkeit, Leistungsschwäche über Monate bis Jahre, depressive Zustände und Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel, Herzklopfen/Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Bandscheibenprobleme, Leberprobleme, hoher Blutdruck, Probleme im Zuckerstoffwechsel, ungewollte Kinderlosigkeit u.v.m.
Behandlung bei Eisenüberladung (mit Spezialtherapie Doppelerythrozyten-Apherese)
Um Folgeerkrankungen zu verhindern, muss das überschüssige Eisen aus dem Körper entfernt werden. Dies ist in Einzelfällen mit Tabletten möglich, die das Eisen umwandeln, sodass es ausgeschieden werden kann. Die einfachste Behandlung jedoch ist der Aderlass. Dadurch werden rote Blutkörperchen, die den eisenhaltigen roten Blutfarbstoff tragen, entfernt. Für deren Nachbildung wird Eisen aus dem Eisenvorrat im Körper benötigt.
Um den Eisenspeicher (und die Ablagerungen in den Organen) zu leeren, sind Aderlässe in wesentlich kürzeren Abständen als beim normalen Blutspenden nötig. Eine neue, besonders effiziente Therapie ist die Doppelerythrozyten-Apherese, ein Aderlass mittels einem Gerät, das unter Rückgabe der Blutflüssigkeit und zusätzlichem Volumenersatz eine grössere Menge roter Blutkörperchen aus dem Blut entfernen kann. Auf diese Weise ist es möglich, dass der Patient nach anfangs monatlichen Anwendungen längere Aderlass-Pausen einlegen kann (Apheres 2-3mal pro Jahr).
Es ist unerlässlich, die Aderlasstherapie konsequent und lebenslang weiter zu führen und den Ferritinwert immer wieder zu kontrollieren. Mit einer rechtzeitigen und konsequenten Behandlung haben die Patienten eine normale Lebenserwartung.
Eisenmangel
Eisenmangel kommt häufig vor bei jüngeren Frauen mit starker und häufiger Menstruation, während und nach einer Schwangerschaft („Schwangerschaftsdepression“), aber auch bei gesunden Männern (Burnout) und Kindern von eisenarmen Müttern. Auch regelmässiges Blutspenden, diskrete Darmblutungen, eine schlechte Eisenresorption durch Verdauungs-störungen oder eine eisenarme Ernährung bei Vegetariern können Ursachen für einen Eisenmangel sein.
Typische Beschwerden bei Eisenmangel
Unerklärte Müdigkeit, Leistungsschwäche über längere Zeit, depressive Zustände, Reizbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen, Muskelschmerzen, Verspannungen und Krämpfe sowie Haarausfall und brüchige Nägel. Bei Kindern und Jugendlichen sind schlechte Schulleistungen häufig.
Behandlung bei Eisenmangel
Durch Tabletten oder Tropfen kann zwar eine Normalisierung des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) erreicht werden kann, aber der Ferritinspiegel (Speichereisen) steigt nur in wenigen Fällen genügend. Sehr oft führen Eisenpräparate im Darm zu Schmerzen, Verstopfung und Unwohlsein und werden deshalb kaum je genügend lange eingenommen. Die effiziente Eisenzufuhr wird daher meist als Infusion gegeben, weil dadurch eine rasche und genügende Aufsättigung möglich ist. Zudem ist innert kurzer Zeit klar, ob eine andere Störung als Ursache der meist unspezifischen Symptome gesucht werden muss. Drei Monate nach Abschluss der Behandlung sollten Ferritin- und Hämoglobin-Wert erneut kontrolliert werden.
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