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Seit der russische Präsident Wladimir Putin eine Mobilisierung zur Unterstützung der Invasion in der Ukraine angekündigt hat, sind weit mehr Russen ins Ausland geflohen, als sich zum Militär gemeldet haben.
So sind seit der teilweisen Einberufung am 21. September über 200’000 Menschen in die Armee eingezogen worden, wie russische Nachrichtendienste berichten. Doch im gleichen Zeitraum sind allein ins benachbarte Kasachstan 200’000 Russen geflohen.
69’000 Russen sind nach Georgien geflüchtet. Und in die Europäische Union sind bis zum 25. September 66’000 Russen eingereist; die meisten von ihnen kamen über Finnland, wie es weiter heisst.
Weitere 30’000 Russen haben zwischen dem 26. September und dem 3. Oktober die finnische Grenze überquert, wie Finnland am Dienstag bekannt gab. Im gleichen Zeitraum seien nur etwas mehr als 18’000 Personen nach Russland zurückgekehrt.
Die Mongolei lockert Aufenthaltsbestimmung für Russen
In der Mongolei, die diese Woche angeboten hat, die Aufenthaltsbestimmungen für Menschen aus Russland zu lockern, meldeten die Grenzbeamten, dass bis zum 2. Oktober mehr als 12’000 Russen in das Land eingereist sind.
Andere beliebte Reiseziele wie die Türkei, Armenien und Aserbaidschan, in die Russinnen und Russen visumfrei einreisen können, haben keine Daten zu den Ankünften veröffentlicht.
Obwohl nicht jeder, der Russland seit Putins Mobilisierungsbefehl verlassen hat, für die Einberufung infrage gekommen wäre, beeilten sich viele, das Land angesichts der weit verbreiteten Unsicherheit über die Bedingungen der Einberufung zu verlassen.
Nachdem Russlands Verteidigungsminister Schoigu erklärt hatte, dass 300’000 Reservisten mobilisiert würden, häuften sich die Berichte über Männer, die offiziell von der Einberufung ausgenommen sind, darunter solche, die zu alt sind oder chronische Krankheiten haben.
Eingezogene wieder nach Hause schicken
Auch in den sozialen Medien häuften sich die Beschwerden einiger Wehrpflichtiger über die schlechten Lebensbedingungen und den Mangel an Ausbildung und Ausrüstung, bevor sie an die Front geschickt wurden.
All dies veranlasste Putin bei einem Treffen mit seinem Sicherheitsrat am 29. September zu der Forderung, «unsere Fehler umgehend zu korrigieren und sie nicht zu wiederholen». Diejenigen, die ohne triftigen Grund eingezogen worden seien, müssten nach Hause geschickt werden.
(Bloomberg/bsc)