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Passagiere aus westafrikanischen Ebola-Ländern dürfen nur noch über jene fünf Flughäfen in die USA einreisen, an denen die Behörden Gesundheitskontrollen eingerichtet haben. Das ordnete das Ministerium für Innere Sicherheit am Dienstag in Washington an.
Der einzige Weg für Reisende aus Liberia, Sierra Leone und Guinea in die Vereinigten Staaten führt somit über die New Yorker Airports JFK und Newark sowie die internationalen Flughäfen von Atlanta, Chicago und Washington.
An den fünf Flughäfen gelten seit der vergangenen Woche schärfere Einreisekontrollen. Ankömmlinge aus den drei besonders von Ebola betroffenen Ländern müssen ihre Körpertemperatur messen lassen und einen Fragenkatalog beantworten. Sollten Reisende Symptome aufweisen, werden sie von Seuchenexperten näher untersucht und möglicherweise unter Quarantäne gestellt.
Die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) will mit den Kontrollen die Einreise von Virusträgern wie Thomas Eric Duncan verhindern. Dieser war im September aus seiner Heimat Liberia zu einem Familienbesuch nach Texas gekommen und dort fast drei Wochen später an Ebola gestorben. Im Spital steckte er zwei Pflegerinnen mit dem hochgefährlichen Virus an.
Im Kampf gegen Ebola wird nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kürze auch in der Schweiz ein Impfstoff getestet. Dabei handelt es sich um Teile der Charge von 800 Ampullen, die Kanada zur Verfügung gestellt hat.
Das sagte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie Paule Kieny am Dienstag an einer Medienkonferenz in Genf. Der Stoff, der laut Kieny beim Transport auf minus 80 Grad Celsius gekühlt werden muss, wird zunächst nach Genf gebracht und von dort weiter an verschiedene europäische Testlabors - unter anderem in Genf und Lausanne - verteilt.
Bis Dezember hoffe man auf erste gesicherte Erkenntnisse über die Sicherheit der Impfstoffe. Mit dem Einsatz in Afrika könne gegebenenfalls im Januar begonnen werden, sagte Kieny. Zunächst werde es jedoch keine flächendeckenden Impfungen geben, weil die Dosen nicht in entsprechendem Umfang zur Verfügung stünden.
Neben dem kanadischen Produkt gebe es einen weiteren vielversprechenden Impfstoff, der gerade getestet werde. Zudem werden laut Kieny etwa in Russland Impfstoffe entwickelt.
Derzeit gibt es nach ihren Worten zudem vier Medikamente, die getestet werden und in wenigen Wochen in Afrika zum Einsatz kommen könnten. Auch die Behandlung von Patienten mit dem Blut genesener Ebola-Kranker habe sich als vielversprechend erwiesen.
Der Impfstoff rVSV-ZEBOV, der von den kanadischen Gesundheitsbehörden entwickelt wurde, wird in den USA und Europa zunächst an gesunden Freiwilligen getestet werden. Die Lizenz zur Vermarktung des Impfstoffs hat die US-Firma NewLink Genetics. Das Mittel soll über ein geschwächtes Virus für eine Viehkrankheit (Vesicular Stomatitis Virus) wirken, dem ein Ebola-Gen eingefügt wurde.
Der zweite Kandidatimpfstoff, der bereits an Gesunden erprobt wird (cAd3-ZEBOV) kommt vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und besteht aus einem genetisch veränderten Schimpansen-Adenovirus, das für den Menschen ungefährlich ist. In dieses wurden Gene von Oberflächenproteinen von zwei Ebola-Stämmen eingefügt. Nach der Impfung sollen sie zu einer Immunreaktion gegen das Virus führen.
Die ersten Tests an Menschen begannen im September in den USA und in Grossbritannien, um die Unbedenklichkeit des Stoffs sicherzustellen. Weitere Tests der Phase I sind in Mali und Gambia vorgesehen. Laut WHO dürfte GSK Anfang 2015 etwa 10'000 Dosen des Impfstoffs zur Verfügung haben. (sda/dpa/afp/gag)