Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03577.jsonl.gz/715

Psychische Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Spuren auf dem Körper, doch sie ist sehr schmerzhaft. Sie kann die Selbstachtung und Gesundheit der Opfer tiefgreifend beeinträchtigen: Depression, Angstzustände, anhaltende Kopfschmerzen, Rücken- oder Gliederschmerzen, Magenbeschwerden usw.
Es ist falsch anzunehmen, dass psychische Gewalt aufhören wird, wenn das Opfer nicht reagiert. Ganz im Gegenteil: Sie wird sich nach einem altbekannten Muster aus Wiederholung und Zunahme verschlimmern.
Psychische Gewalt kann ganz subtil erfolgen und schwer zu erkennen sein. Verhaltensweisen, die unter psychische Gewalt fallen, sind Ablehnung, Ignorieren, Abwertung, Blossstellung, Verdummung, Einschüchterung, Isolation usw.
Eine Person ist Opfer ökonomischer Gewalt, wenn ihr der Zugang zu ihrem eigenen Geld verwehrt wird oder wenn ihr materielles Eigentum von jemandem anderen kontrolliert wird. Ökonomische Gewalt ist eine sehr heimtückische Form der Gewalt: Das Opfer kann in einem schönen Haus leben, gut gekleidet sein, Kinder mit vielen Spielsachen haben, Luxusartikel besitzen – aber keine Kontrolle über das Geld, das ins Haus kommt, haben oder bei Entscheidungen über Anschaffungen nicht mitreden dürfen. Dem Partner oder der Partnerin verbieten oder ihn/sie davon abhalten wollen, ausserhalb des Hauses zu arbeiten, kann als ökonomische Gewalt gelten.
Siehe gegenüber unter Dokumente die Broschüre «Gewalt ist nicht tolerierbar. Gewalt in Ehe und Partnerschaft – was tun?» Die Broschüre kann kostenlos beim kantonalen Amt für Gleichstellung und Familie unter der Telefonnummer 027 606 21 20 oder per E-Mail bestellt werden.
Aktualisiert 30.11.2015