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Anarchismus
Anarchismus bedeutet einfach übersetzt Herrschaftslosigkeit und die Aufhebung sämtlicher Hierarchien, da diese eine Unterdrückung darstellen und somit die Freiheit des Individuums einschränken. Anstatt einer übergeordneten Macht (Staat) zu gehorchen, sollen sich Menschen freiwillig zusammenschliessen und so ihre Regeln festlegen. Auch die Wirtschaft wird in kleinen Kollektiven organisiert, beispielsweise in Genossenschaften. Nationalstaaten als solches würden nicht mehr bestehen.
Care-Arbeit
Care-Arbeit umfasst alle Tätigkeiten, bei denen Menschen füreinander sorgen. Dazu gehört z.B. Kinder erziehen, Pflegen, Kochen und sich um Freundschaften kümmern. Ein Teil der Care-Arbeit wird bezahlt verrichtet, z.b. von Pfleger*innen im Altersheim. Doch der grösste Teil der Care-Arbeit wird nicht bezahlt und meist von Frauen ausgeführt (Zahlen dazu!). Anders als bei Berufen, in denen die Produktion von Gütern im Vordergrund steht, sorgt Care-Arbeit dafür, dass Menschen überhaupt fähig sind, jeden Tag aufzustehen und einer Lohnarbeit nachzugehen. Statt auf die Produktion von funktionsfähigen Autos konzentriert sich Care-Arbeit also sozusagen darauf, funktionsfähige Menschen hervorzubringen. Care-Arbeit kann dabei nicht nur für andere Menschen verrichtet werden, sondern auch für den Eigenbedarf, z.B. wenn eine Person sich selber ein Abendessen kocht oder an eigenen psychischen Problemen arbeitet.
Deregulierung
Für den Schutz von Konsument*innen und Arbeiter*innen gibt es Regeln. Mit diesen werden zum Beispiel Hygienestandards in Restaurants festgelegt und überprüft. Arbeiter*innen sind vor zu viel Arbeitsstunden geschützt und können sich gegen Missbrauch wehren. Auch zum Schutz der Umwelt gibt es viele Regeln: Unternehmen dürfen ihren Müll nicht einfach in der Natur entsorgen. Weil das aber für die Unternehmen bedeutet, dass sie weniger Gewinn machen können, wollen sie diese Regeln reduzieren oder sogar ganz abschaffen. Dann spricht man von Deregulierungen.
Einzelheiten
Bei einer Annahme der Initiative müssten die eidgenössischen Parlamente die genaue Umsetzung diskutieren und beschliessen. Details, die in der Initiative nicht geklärt sind, werden dann in einem Gesetz demokratisch festgelegt.
Freibetrag
Kapitaleinkommen sollen erst ab einem Freibetrag höher besteuert werden. Die Initiant*innen schlagen für Alleinstehende einen Freibetrag von 100'000 Franken vor. Nur wer mehr als 100'000 CHF in Kapitaleinkommen erhält, wird also mehr Steuern bezahlen.
Freihandelsabkommen
Ein Freihandelsabkommen ist ein Vertrag zwischen Staaten, in dem die Handelsbeziehung zwischen diesen Staaten geregelt wird. Es geht dabei um Dinge wie Einfuhr- und Ausfuhr-Bedingungen von Waren, Zölle, Arbeitsbedingungen der beschäftigten Arbeiter*innen etc. In einer Welt, in der es an jeder Landesgrenze Zölle erhoben werden und sich die Produktionsbedingungen von Land zu Land sehr unterscheiden, ergeben sich bei grenzübergreifendem Handel zwangsläufig Schwierigkeiten, die als «Handelshemmnisse» bezeichnet werden können. Das Ziel von Freihandelsabkommen ist der Abbau dieser «Handelshemmnisse». Das Problem, das die Linke oft mit Freihandelsabkommen hat, ist dass sie im Interesse der Besitzenden geschlossen werden und durch sie die Rechte von Arbeiter*innen abgebaut werden. Ausserdem werden die Interessen der reichen Länder im Norden kategorisch über die weniger mächtigen Länder im Globalen Süden gestellt, was die weltweite Ungleichheitsproblematik weiter verschärft.
Gewerkschaft
In einer Gewerkschaft organisieren sich die Arbeiter*innen einer bestimmte Branche um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Die Gewerkschaften verhandeln darüber mit den Arbeitgebern. Um bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen, können sie auch Streiks organisieren. In der Schweiz gibt es verschiedene Gewerkschaften: Unia, VPOD, Syndicom, SEV, ... Werde auch Mitglied einer Gewerkschaft, denn gemeinsam sind wir stärker!
Globaler Norden
Unter Globaler Süden wird die Ländergruppe der Entwicklungs- und Schwellenländer genannt. Die Länder des Globalen Nordens stehen dagegen für die reichen Industrieländer. Oft waren Länder des Globalen Norden Kolonialmächte und jene des Globalen Süden Kolonien. Zudem besitzen die Industrienationen des Globalen Norden mehr Macht, da sie viele weltweite Institutionen (zB. Weltbank, OECD, UNO Sicherheitsrat) kontrollieren.
Intersektionalität
Intersektionalität (von engl. intersection „Schnittpunkt, Schnittmenge“) beschreibt die Überschneidung von verschiedenen Diskriminierungsformen in einer Person. Intersektionelle Diskriminierung liegt vor, wenn eine Person aufgrund verschiedener ihrer Merkmale Opfer von Diskriminierung wird. Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus, Ableismus (Diskriminierung aufgrund einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung) oder Klassismus addieren sich nicht nur in einer Person, sondern führen zu eigenständigen Diskriminierungserfahrungen, die es zu beachten, zu respektieren und deren Ursachen es zu bekämpfen gilt. Ein Beispiel für eine solche Mehrfachdiskriminierung sind die Erfahrungen einer schwarzen Frau, die nicht nur aufgrund ihres Geschlechts, sondern auch ihrer Hautfarbe diskriminiert wird. Ihre Erfahrung ist eine andere als diejenige ihrer weissen Arbeitskollegin.
Kapitaleinkommensteile
Kapitaleinkommen sind alle Einkommen, die man erhält, wenn man bereits vorhandenes Vermögen angelegt hat. Beispiele dafür sind Zinsen, Dividenden (= jährliche Auszahlungen aufgrund von Aktienbesitz), Aktienkursgewinne usw.
Kategorischer Imperativ
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Ethisches System von Immanuel Kant, nachdem nach übergeordneten Prinzipien gehandelt werden soll und nicht abhängig von der jeweiligen Situation und Betroffenheit
Klasse
Eine Klasse bezeichnet im marxistischen Sinn eine Gruppe von Menschen, die im Produktionsprozess dieselbe Funktion einnimmt. Welche Rolle ein Mensch im Produktionsprozess einnimmt wird dabei bestimmt durch seinen Zugang zu Eigentum. Die Produktion eines Gutes braucht immer Arbeitskraft und Kapital (also z.B. Maschinen, Baupläne und eine Fabrik). Die meisten Menschen sind heute nicht Eigentümer*innen von Kapital, sondern sind gezwungen, ihre eigene Arbeitskraft zu verkaufen. Diese grosse Mehrheit der Menschen gehört heute zur Arbeiter*innenklasse. Ihr gegenüber steht die Kapitalist*innenklasse, deren Mitglieder über grosse Vermögen und Kapital verfügen. Im Kapitalismus stehen sich also die Klassen der Kapitalist*innen und der Arbeiter*innen gegenüber, welche politisch sehr unterschiedliche Interessen verfolgen. So streben die Arbeiter*innen höhere Löhne an und die Kapitalist*innen wollen höhere Profite für sich selber. Vor dem kapitalistischen System gab es andere Klassengesellschaften, in der sich andere Klassen gegenüberstanden, z.B. die Sklaven und die Sklavenhalter*innen. Die JUSO strebt eine klassenlose Gesellschaft an, in der es keine kleine Minderheit gibt, die alleine über das gesellschaftliche Kapital verfügen kann.
Kollektivierung
Bei der Kollektivierung werden Produktionsmittel (Boden, Maschinen, Gebäude) vom Privateigentum in eine Gemeinschaft überführt. Diese Gemeinschaft kann zB. Eine Genossenschaft sein oder auch ein Land. Nicht mehr der oder die Privateigentümer*in entscheidet was, wie und wieviel produziert wird, sondern das Kollektiv. Die Gewinnmaximierung steht meistens nicht im Zentrum, sondern das Erreichen eines bestimmten, nicht monetären, Ziels. Oftmals orientieren sich Kollektive am demokratischen Grundsatz «Ein Mensch, eine Stimme» und bilden damit ein Alternative zu anderen Rechtsgesellschaften, in welchen die Machtverteilung anhand des Geldes vorgenommen wird.
Konjunktur & Krise
Unter der Konjunktur versteht man die gesamtwirtschaftliche Lage einer bestimmten Region (zB. Kanton, Land, Welt). Als Messgrösse wird oft das BIP (Bruttoinlandsprodukt) herangezogen. Dieses bemisst den Wert aller verkaufter Güter und Dienstleistungen während einer bestimmten Zeit (zB. Jahr). Andere Faktoren sind beispielsweise die Arbeitslosenquote, das Einkommen oder die Auslastung der Produktionskapazität. Verbessern sich diese Zahlen, so spricht man von einer guten Konjunktur oder auch Aufschwung. Verschlechtern sie sich, so befindet man sich in einer Rezession oder Krise. Typisch für eine Krise sind Entlassungen, Rettung von Firmen mit Steuergeldern sowie sich verschärfende soziale Ungleichheiten und Konflikte.
Krise
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Liberalismus
Der Liberalismus strebt eine freiheitliche Organisation der Gesellschaft an. Es sollen möglichst wenig Regeln gelten und die Freiheit des Individuums steht im Zentrum. Es gibt verschiedene Ausprägungen des Liberalismus, die unterschiedliche Arten der Freiheit verfolgen. Wichtige Personen im Liberalismus sind Adam Smith und John Locke.
Mehrertrag
Mit der Initiative würde der Bund, die Kantone und die Gemeinden etwa 10 Milliarden Franken zusätzlich einnehmen.
Mehrwert
Der Mehrwert bezeichnet die Differenz zwischen dem Wert eines Produktes und den Kosten für dessen Herstellung. Zu diesen Kosten zählt zum einen der Lohn für die Arbeit und zum anderen die Kosten für Rohstoffe, Maschinen und so weiter. Der Mehrwert wird verwendet, um Profite an Besitzende zu bezahlen, Investitionen zu tätigen und Zinsen auf Kredite zu bezahlen.
Neoliberalismus
Der Neoliberalismus bezeichnet eine Phase des Kapitalismus, in dem sollten möglichst wenige Gesetze bestehen, welche die Wirtschaft lenken. Praktisch alles soll durch den Markt geregelt werden. Der Neoliberalismus begann seinen Siegeszug in den 80er-Jahren mit Thatcher und Reagan an der Spitze der Regierungen in Grossbritannien und den USA. Charakteristisch für den Neoliberalismus sind Privatisierungen von Staatseigentum, Abbau von Gesetzten (z.B. Arbeiter*innenrechte) und die Kürzung der Sozialausgaben. Der Neoliberalismus führt zu extremer Ungleichheit und stellt Profite stets an die erste Stelle sämtlicher Entscheidungen.
Patriarchat
Ein Gesellschaftssystem, in dem Macht und herrschende Normen vorwiegend von Männern kontrolliert und repräsentiert werden.
Vermeintlich männliche Eigenschaften gelten dabei als Norm und werden positiv bewertet. So verbinden die meisten Menschen in unserer Gesellschaft machtvolle Positionen automatisch mit männlichen Personen. Das Umgekehrte gilt für typisch weibliche Eigenschaften oder Rollen, welche oft mit Schwäche verbunden werden und Abwertung erfahren. So erhält die unbezahlte Hausarbeit, welche meist von Frauen verrichtet wird, systematisch weniger Anerkennung als Lohnarbeit. In einer patriarchalen Gesellschaft gilt das Weibliche im Vergleich zum Männlichen immer als die Abweichung von der Norm. Dies wird z.B. sichtbar bei Medikamentendosierungen oder Autositzen, welche an die Körpergrösse eines durchschnittlichen weissen Mannes angepasst sind.
Diese Mechanismen führen dazu, dass Männer gegenüber anderen Geschlechtern eine Vormachtstellung geniessen und machtvolle Posten meist unter sich aufteilen. So sind z.B. die meisten Staatsoberhäupter und CEOs männlich. Allerdings profitieren von dieser Vormachtstellung nicht alle Männer in gleichem Masse, sondern insbesondere jene, die dem typischen Bild eines Mannes im Globalen Norden entsprechen. Abweichungen von dem Bild eines typischen Mannes oder einer typischen Frau werden im Patriarchat ebenfalls sanktioniert. So leiden nicht nur Frauen aufgrund ihres Geschlechts unter Diskriminierungen, sondern z.B. auch schwule Männer.
Die JUSO als feministische Partei setzt sich für die Überwindung des Patriarchats ein.
Plattform-Ökonomie
Immer mehr Dienstleistungen werden über Online-Plattformen angeboten. Die Plattformen vermitteln dabei direkt zwischen den Kund*innen und den Dienstleister*innen. Bekanntes Beispeil dafür ist Uber für Taxisdienstleistungen. Die Dienstleister*innen sind dabei auf sich selber gestellt, weil sie nicht bei den Plattformen angestellt sind. Sie haben keine Absicherung wenn sie krank werden oder andere Probleme haben.
Privatisierung
Wenn Eigentum vom Staat zu den Privaten geht, spricht man von Privatisierungen. Kantone, Gemeinden und Länder besitzen oft Infrastruktur und betreiben diese auch, zum Beispiel die Wasserversorgung oder die Müllabfuhr. Bei einer Privatisierung übernehmen Private diese Dienstleistungen. Diese wollen daraus Gewinn machen, deshalb versuchen sie dann Kosten zu senken. Oft wird so die Dienstleistung schlechter als vor der Privatisierung.
Privileg
Ein Privileg ist ein Recht oder eine Möglichkeit, welche einer Person oder einer bestimmten Gruppe vorenthalten sind. Diese Rechte und Möglichkeiten hängen oft von folgenden Faktoren ab: Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, Einkommen, Vermögen etc. Oft sind es Faktoren, welche durch das Individuum nicht beeinflusst werden können. Dies führt dazu, dass eine Person sich den Privilegien nicht bewusst ist, welche sie geniesst und dadurch möglicherweise andere ausschliesst oder in Entscheidungen nicht berücksichtigt
Repression
Repression oder auch Unterdrückung genannt, sind Massnahmen, welche sich zumeist gegen eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft richten und diese daran hindern sollen, ihre Rechte auszuüben und in Freiheit zu leben. Diese Unterdrückung geht von einem staatlichen Organ (z.B. der Polizei) aus. Repression kann unterschiedlich ausgeübt werden: das Führen von Listen, verhindern von Zugang zu Rechtsberatung, Versammlungsverbote, Kürzen von Geldleistungen. Repression ist willkürlich, da sie sich meist auf eine Gruppe bezieht, welche durch Hautfarbe, Ethnie, Einkommen, politische Ansichten, Religion usw. von einer willkürlich definierten Norm abgegrenzt wird.
Service Public
Der Bundesrat definiert den Service Public folgendermassen: «Service public umfasst eine politisch definierte Grundversorgung mit Infrastrukturgütern und Infrastrukturdienstleistungen, welche für alle Bevölkerungsschichten und Regionen des Landes nach gleichen Grundsätzen in guter Qualität und zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehen sollen.» Es geht also darum, das alle Menschen eine Recht auf eine Grundversorgung haben. Zum Service Public gehören zum Beispiel der öffentliche Verkehr oder auch der öffentliche Rundfunk (Fernseh und Radio)
Steuerwettbewerb
Beim Steuerwettbewerb senken Kantone oder Länder die Steuersätze für hohe Einkommen oder für Unternehmensgewinne in der Hoffnung, das mehr reiche Menschen und Unternehmen sich ansiedeln. Dadurch steigen in einem Kanton oder in einem Land kurzfristig die Steuereinnahmen, obwohl die Sätze gesunken sind. Aber weil andere Kantone das dann auch tun, geht es langfristig nicht auf weil die Unternehmen wieder weg ziehen. So sinken die Steuereinnahmen für alle beteiligten, was dann zu Sozialabbau für die tieferen Einkommen führt.
Transferzahlungen
Die Mehreinnahmen können auch in den Service Public oder den Sozialstaat investiert werden, also z.B. für höhere Prämienverbilligungen, Kitas oder einen Ausbau des Övs.
im Umfang von 150%
Die jährlichen Kapitaleinkommen über 100'000 Franken sollen anderthalb Mal so stark wie Arbeitseinkommen (z.B. Lohn) besteuert werden.