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Lamont Marcell Jacobs heisst der schnellste Mann der Welt. Der Italiener setzt sich als Aussenseiter im 100-m-Final durch.
Der 26-Jährige, im texanischen El Paso geborene bullige Sprinter siegte in 9,80 Sekunden und Europarekord-Zeit vor dem Amerikaner Fred Kerley (9,84) und dem Kanadier Andre de Grasse (9,89). Der Sohn eines Amerikaners und einer Italienerin ist damit der Nachfolger von Usain Bolt, der in Peking, London und Rio de Janeiro triumphiert hatte.
Immerhin musste der Überraschungssieger nicht lange auf die Flagge Italiens warten. Wenige Minuten zuvor hatte bereits Gianmarco Tamberi im Hochsprung gewonnenen und jubelte im grün-weiss-roten Banner. Jacobs preschte im Auslauf quasi in dessen Arme.
Die wenigen Anwesenden im 68’000 Zuschauer fassenden Stadion wurden Zeugen einer riesigen Überraschung. Jacobs war vor dieser Saison noch nie unter zehn Sekunden geblieben. Im vergangenen Winter feierte er wie Ajla Del Ponte den Hallen-EM-Titel über 60 m. Ein paar Monate später durchbrach er beim kleinen Meeting in Savona in 9,95 Sekunden erstmals die Schallmauer im Sprint. In Tokio startete der Mann, der in jungen Jahren nach Italien, dem Land seiner Mutter, zurückkehrte, nachdem er von seinem Vater verlassen worden war, so richtig durch.
Schon im Halbfinal stark
Bereits im Halbfinal hatte sich die Überraschung abgezeichnet. Wenige Stunden vor dem Showdown lief noch der Chinese Su Bingtian in 9,83 Sekunden die beste Zeit. In dessen Sog knackte Jacobs in 9,84 ein erstes Mal den Europarekord. Der Amerikaner Trayvon Bromell, der vorolympische Favorit auf die Nachfolge von Usain Bolt, war in den Halbfinals ausgeschieden. 10,0 Sekunden reichten nicht. Und die Männer aus Jamaika kassierten eine Schlappe, nachdem die Frauen am Samstag noch den Dreifachsieg bejubelt hatten. Keiner von der Karibik-Insel stand im Final.
Bolt kann die Olympischen Spiele entspannt aus der Ferne verfolgen. Um den Fortbestand seiner Weltrekorde braucht sich der Jamaikaner keine Sorgen zu machen. Und auch wenn Überraschungs-Mann Jacobs im Final nicht einzuholen war, als Entertainer wird er nie eine grosse Figur machen.