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Osteopathie
Die Osteopathie wurde 1872 in Kirksville, Missouri vom Arzt Andrew Taylor Still begründet. Er selbst war als „Bonesetter“ (Knocheneinrenker) im amerikanischen Bürgerkrieg tätig, merkte aber früh, auch am eigenen Leib, dass es entscheidend ist, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren, indem verschiedenste „Dysfunktionen“ das Körpers entdeckt und behoben werden.
Der Name „Osteopathie“ führt oft zu Verwirrungen. Es geht nicht um einen „kranken Knochen“. Vielmehr ging der Gründer Still davon aus, dass viele Krankheiten aufgrund von Problemen im Bewegungssystem entstehen. Dabei dachte Still weit über diese Zusammenhänge hinaus. Oft erwähnte er die Wichtigkeit der Versorgung mit wichtigen Nährstoffen und des Abtransport von Stoffwechselprodukten. Er fasste dies auch im „Gesetz der Arterie“ zusammen.
Im Laufe der Jahrzehnte kamen immer mehr brillante „Köpfe“ dazu, die die ursprüngliche „parietale“ (mehr mechanistische) Osteopathie um immer neue Behandlungsansätze bereicherten. Um die Jahrhundertwende (1899) wurde von William Garner Sutherland die kraniale Osteopathie begründet. Die Anwendung seiner Erkenntnisse auf den gesamten Körper kennen wir unter dem Namen Balanced Ligamentous Tension (BLT). John Upledger baute diese zur heute bekannten kraniosakralen Osteopathie aus. John Wernham prägte die Schule des Total Body Adjustment (TBA), heute mehrheitlich General Osteopathic Treatment (GOT) genannt. In den 1970er-Jahren begründete dann Jean-Pierre Barral die viszerale Osteopathie, die sich mit den inneren Organen und ihrem Bezug zum gesamten Organismus befasst.
Auch wenn viele Osteopathen sich im Laufe ihrer Tätigkeit ein Spezialgebiet wählen, ist doch das Besondere an der Osteopathie, dass immer im Vordergrund bleibt, verschiedenste Zusammenhänge und Facetten einer Krankheit zu erkennen, möglichst ursächlich in dem Sinne zu behandeln, dass der Körper sich anschließend selbst heilt.
Das Faszien-Distorsions-Modell (FDM) des amerikanischen Arztes und Osteopathen Stephen Typaldos nimmt in meinen Augen ein Sonderrolle ein. Viele Osteopathen lehnen dieses Modell ab, weil oft dort behandelt wird, wo es weh tut. Außerdem ist die Behandlung zuweilen recht schmerzhaft. Was aber oft vergessen wird: das FDM ist ein Modell, das sehr direkt auf die Äußerungen des Patienten eingeht. Aus den (oft unbewussten) Gesten des Patienten kann geschlossen werden, welche Art der „Fasziendistorsion“ vorliegt. Anschließend erfolgt eine zielgerichtete Intervention.
Osteopathen sehen Ihre Aufgabe hauptsächlich in der Identifikation von „Dysfunktionen“. Darunter werden Bewegungsdefizite einer oder mehrere Strukturen des Körpers verstanden. Strukturelle Schäden bzw. „Pathologien“, d.h. strukturelle Schädigungen bleiben der Medizin überlassen.
In Kombination mit der Myoreflextherapie, die einen ähnlichen Ansatz verfolgt, aber zusätzlich einen weiten Bogen von Ernährung, Prävention, Chinesischer Medizin bis hin zu aktueller Forschung im Bereich der Biochemie spannt, lässt sich für jeden Patienten eine optimale Betreuung erzielen, die den ganzen Menschen einbezieht und nicht nur Symptome lindert.
Viele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland unterstützen osteopathische Behandlungen mit kleinen oder größeren Beitragen zu den Behandlungskosten. Oft wird eine „Überweisung“ eines Arztes verlangt, bzw. ein Privatrezept. Ein solches Rezept ist für den Arzt nicht mit Kosten verbunden. Anders als eine Verordnung von Physiotherapie gibt es hier kein begrenztes Kontingent.
Informationen zu meiner Sicht der Osteopathie auch in Kombination mit der Myoreflextherapie nach Dr. Kurt Mosetter finden Sie unter Osteopathie in Konstanz.