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LONDON (awp international) - BP rüstet sich für einen möglichen Übernahmekampf gegen den US-Konkurrenten Exxon Mobil. Der Tag der Wahrheit dürfte am 27. Juli kommen, wenn BP in London seine Quartalsbilanz veröffentlicht. Je nachdem wie die Zahlen ausfallen, könnte Exxon Mobil entmutigt oder im Gegenteil bestärkt werden. Die kleinere Chevron soll nach einem Bericht der "Sunday Times" ebenfalls Interesse haben.
Die Kosten für die Bekämpfung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko steigen unterdessen kontinuierlich an. Sie lägen jetzt bei 3,5 Milliarden Dollar, sagte ein BP-Sprecher am Montag in London der Nachrichtenagentur dpa. Das sind 2,78 Milliarden Euro. Davon unabhängig ist ein Fonds für Schadensersatzforderungen, für den BP bisher 20 Milliarden Dollar zugesagt hat.
Nach Informationen des "Daily Telegraph" (Montag) versucht BP nun fieberhaft, seine Finanzbasis zu verbessern. Die Konzernführung will am 27. Juli glaubhaft demonstrieren, dass sie für die astronomischen Kosten der Ölkatastrophe aufkommen kann.
Schon seit Tagen berichten britische Medien, dass das zweite Quartal überraschend gut ausgefallen sei, zumal Dividendenzahlungen erst einmal aufgeschoben sind. Verkäufe einzelner Unternehmensbereiche könnten zusätzlich schnelles Geld bringen.
Eine entscheidende Frage ist, ob die britische Regierung einspringen würde, um BP davor zu bewahren, von der amerikanischen Konkurrenz geschluckt zu werden. In der vergangenen Woche hatten britische Regierungskreise bestätigt, dass Notfallpläne für den Fall einer drohenden Zerschlagung von BP aufgestellt würden.
Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums betonte jedoch gegenüber der Zeitung "The Independent" (Montag): "Übernahmen und Fusionen sind eine Angelegenheit der jeweiligen Unternehmen." Allerdings hatten in jüngster Zeit schon Übernahmen wesentlich kleinerer britischer Unternehmen zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit und harscher Kritik an der Regierung geführt.
Unklar ist, welche Möglichkeiten die britische Regierung überhaupt hätte, um eine Übernahme zu verhindern. Sie müsste BP dazu wohl erst zu einer Frage der nationalen Sicherheit erklären. Ein Argument dafür könnte sein, dass BP einen Grossteil der britischen Energie- Infrastruktur besitzt. Denkbar wäre eventuell auch kurzfristige finanzielle Hilfe zur Erfüllung der Schadensersatzforderungen. Allerdings betont BP immer wieder, dass es diese Last aus eigener Kraft schultern kann.
BP versucht zurzeit in einem neuen Anlauf, die seit elf Wochen sprudelnde Ölquelle zum Versiegen zu bringen. Dazu wollen Experten mit Hilfe von ferngesteuerten Robotern einen 100 Tonnen schweren Absaugzylinder auf dem Leck platzieren. Dieser Prozess laufe derzeit nach Plan, sagte ein BP-Sprecher./cd/DP/fn
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