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Der aktuelle Bericht zur Schweiz aus dem Global Media Monitoring Project (GMMP) ist soeben erschienen. Das GMMP findet seit 1995 alle fünf Jahre statt und liefert eine Momentaufnahme der tagesaktuellen Medien aus Geschlechterperspektive. Die Schweiz nahm im Jahr 2010 zum ersten Mal an der Studie teil. Unter der Federführung der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG) waren an der weltweiten Erhebung 2015 wiederum die drei grossen Sprachregionen beteiligt. Untersucht wurden ausgewählte Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen und zum ersten Mal auch Internet- und Twitter-Nachrichten.
Beispiele aus den Ergebnissen
– 75% der in den Nachrichten erwähnten Personen sind Männer.
– Der Anteil von Frauen bei den Medienschaffenden ist im Vergleich zu 2010 um rund 5% gesunken und beträgt 2015 knapp 30%.
– Weibliche Medienschaffende erwähnen Frauen nicht häufiger als männliche Medienschaffende.
– Nur in 3% der Nachrichten werden Rollenbilder atypisch dargestellt, während in 97% der Nachrichten traditionelle Rollenbilder transportiert werden.
Klassische Geschlechterrollen in Schweizer Medien
Die Resultate von 2015 zeigen, dass Medien nicht nur ein sehr traditionelles Bild der Geschlechter vermitteln – es hat sich im Vergleich zu 2010 auch noch verfestigt. Männer sind nach wie vor mehrheitlich in der Rolle als Subjekte, Akteure und Experten in den Bereichen Wirtschaft und Politik dargestellt, Frauen hingegen mehrheitlich in einer familialen Rolle und als Berühmtheiten festgeschrieben. Bedenkenswert ist auch der sinkende Anteil an weiblichen Medienschaffenden. Auffallend ist die Diskrepanz zwischen der hohen Erwerbstätigkeit von Schweizer Frauen und ihrer in den Medien kaum vorkommenden Rolle als Erwerbstätige.
Die Frauenkommission des SSM ist am Thema dran und erarbeitet derzeit, in Zusammenarbeit mit der SRG SSR, einen Aktionsplan zur Gleichstellung.