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Ein Freiwilliger auf dem Weg ins Tessin
Alles begann 1997 bei der Kunstturn-WM in Lausanne. Seitdem hat Steeve an den grössten Sportveranstaltungen, die in der Schweiz stattfanden, teilgenommen. Von der Fussball-Europameisterschaft 2008 über die Eishockey-Weltmeisterschaft 2009 führt ihn sein Weg von Sportveranstaltung zu Sportveranstaltung jetzt im Juli auch ins Tessin für die Segel-Europameisterschaften.
Weshalb engagierst du dich freiwillig für den Sport ?
Weil ich dort die Möglichkeit habe, das zu tun, was mir am meisten liegt: Bei grossen Veranstaltungen die Transporte zu organisieren. Durch meine Arbeit als Freiwilliger habe ich auch die Möglichkeit, eine aktive Rolle in der Organisation zu spielen und in meinem Spezialbereich zu bleiben: dem Transport.
Welches war dein erster Volunteer-Einsatz?
Mein Volunteer-Abenteuer begann 1997 mit der Kunstturn-Weltmeisterschaft 1997 in Lausanne. Damals musste ich mich um die Organisation und Koordination der Transporte zwischen der Stadt Lausanne und den Flughäfen Genf und Zürich kümmern (ca. 10’000 Fahrten). Ich war für die Einrichtung und Koordination des Transportsystems zuständig, damit die Sportler, Schiedsrichter, VIPs und Zuschauer zur Veranstaltung, in die Hotels, zu den Wettkämpfen und wieder zurück befördert wurden.
Was ist dir von dieser ersten Erfahrung in Erinnerung geblieben?
Ich erinnere mich an ein fantastisches Gefühl der Kameradschaft, das zwischen allen Freiwilligen herrschte. Während der gesamten Veranstaltung bewegten wir uns ein wenig ausserhalb der Realität, weil wir einzigartige Momente miteinander erlebten. Als dann das Abenteuer zu Ende ging, erlebten wir hingegen ein echtes Gefühl von Traurigkeit, und es war nicht leicht, wieder in den Alltag mit seinem Rhythmus und seinen Gewohnheiten hineinzufinden. Aber mit der Zeit verschwand diese Traurigkeit und es blieben nur die guten Erinnerungen.
Was ist deine schönste Erinnerung?
Meine Rolle als Transportkoordinator und als Fahrer hat es mir ermöglicht, berühmte Persönlichkeiten wie Michel Platini oder René Fasel von einem Ort zum anderen zu bringen. Ich habe sehr gute Erinnerungen an den Präsidenten des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF), mit dem ich mich während der Fahrten bei der Eishockey-Weltmeisterschaft und auch beim IIHF-Jahreskongress 2008 in Montreux mehrmals unterhalten konnte.
Wie bringst du deine eigene Arbeit und die ehrenamtlichen Tätigkeiten unter einen Hut? Kannst du für deine berufliche Arbeit von den ehrenamtlichen Tätigkeiten profitieren?
Ja, denn durch meine Arbeit als Selbständiger kann ich meine Zeit frei einteilen und bei dieser Art von Veranstaltungen mitmachen. Ausserdem ermöglichen es mir meine ehrenamtlichen Tätigkeiten, neue Kontakte zu knüpfen, die mir wiederum für meinen Beruf nützlich sein können. Wenn ich an diesen Veranstaltungen teilnehme, mache ich mich und meine selbständige Tätigkeit als Transportkoordinator bekannt.
Du wirst an den Segel-Europameisterschaften, Klasse 29er, teilnehmen, die vom 11. bis 25. Juli in Locarno-Brissago im Tessin stattfinden. Warum fährst du dafür quer durch die Schweiz (ca. 350 km von deinem Zuhause bis Locarno), um daran teilzunehmen?
Ich liebe das Tessin und habe ausserdem Verwandtschaft im Kanton. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, wieder einmal dorthin zu fahren. Zum einen ist die Region um Locarno ganz einfach grossartig, und zum anderen wollte ich mir die Gelegenheit, auf diesem paradiesischen Landstrich bei so einem Ereignis dabei zu sein, auf keinen Fall entgehen lassen.
Was erwartest du von dieser Veranstaltung?
Zunächst einmal gehe ich davon aus, nach meiner Anreise aus einem weit entfernten Kanton herzlich empfangen zu werden, und hoffe, mich gut integrieren zu können. Weiter hoffe ich, nette neue Kontakte zu knüpfen und einen echten Teamgeist bei dieser Veranstaltung zu erleben. Und ich hoffe natürlich, dass ich schon bald wieder die Gelegenheit haben werde, zur nächsten Veranstaltung ins Tessin reisen zu können.