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Schon der deutsche Sozialwissenschaftler Ralf Dahrendorf bemerkte vor gut 25 Jahren in seinem Buch "Pfade aus Utopia", dass sich positive Utopien wie beispielsweise Platons "Idealer Staat" oder Thoma Morus' "Utopia" meist durch soziale Statik auszeichnen, ja diese sogar ausdrücklich anstreben. Solche Utopien lassen sozialen Wandel somit nicht zu, und eine Tendenz zum Totalitären ist ihnen daher nicht weniger inhärent wie den negativen Utopien etwa Georg Orwells oder Aldous Huxleys. Als Liberaler tut man sich deshalb naturgemäß schwer mit Utopien, auch wenn sie in dieser Schrift etwas abgedämpft als "Visionen" daherkommen.
Wenn man also über die Zukunft der Schweiz nachdenkt und in dem Sinne der Phantasie freien Lauf lässt, dass man von den Umständen geringen politischen Realisierungen abstrahiert, dann stehen für den Liberalen im Vordergrund Spielregeln und nicht Ergebnisse. Meine Meinung ist, der Fortlauf und der Ausgang der einzelnen "Runden" des gesellschaftlichen "Spiels" ohne Ende sollte weitgehend offen bleiben, hingegen sollten Bedingungen, unter denen das Spiel abläuft, genau festgelegt werden. Wie, weiß ich nicht. Im politischen Bereich geht es dabei um Regeln der Entscheidungsfindung eines Gemeinwesens - einschließlich Bestimmungen darüber, wie Regeln geändert werden können -, im wirtschaftlichen Bereich um Regeln zur Entscheidung der Fragen:
- welche Bedürfnisse befriedigt werden
- welche Produktionsfaktoren in welcher Kombination zum Einsatz kommen
- und wie letztlich die Güter und Dienstleistungen verteilt werden sollen.
Nun, viele versetzen sich, also in ein solche Schweiz - sagen wir des Jahres 2040, Zurück in die Zukunft) - und sehen sich die ordnungspolitischen Modelle an, die gefunden wurden, zum Teil aber auch, weil sich die Einsicht Bahn brach, , dass viele überkommende Strukturen längst nicht mehr dem Liberalen Ideal der Selbstverantwortung entsprachen.