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Würde man einen Arzt, einen Spitaldirektor, einen Kassenvertreter, einen Gesundheitsdirektor und einen Gesundheitsökonomen separat in einen Elfenbeinturm schicken mit dem Auftrag, auf dem Reissbrett ein Gesundheitssystem zu entwerfen – jeder einzelne Entwurf wäre wohl besser als das bestehende Gesundheitswesen.
Wenn der Gesundheitsminister Pascal Couchepin sagt, die Teilnehmer am runden Tisch seien sich in vielen Belangen einig gewesen, so ist an dieser Einschätzung zu zweifeln. Alle wollen etwas anderes: Die Krankenkassen wollen Kosten senken; die kantonalen Gesundheitsdirektoren wollen ein flächendeckendes Spitalangebot bereitstellen und wiedergewählt werden. Die Ärzte wollen als freie Unternehmer praktizieren, ohne aber im gegenseitigen Wettbewerb zu stehen. Die liberalen Ökonomen singen das Hohelied auf den Wettbewerb, der zumindest in der heute praktizierten Form mit den unsäglichen Kassenwechseln ad absurdum geführt wird. Und die Pillenhersteller verwechseln den Patentschutz mit Preisschutz.
Die politischen Kräfte und Interessenverbände blockieren sich gegenseitig. Ein Ausweg aus dieser Sackgasse ist nicht in Sicht.
Zu Recht wurde in jüngster Zeit auch Pascal Couchepin für seine Untätigkeit kritisiert. Nun hat er sich einen Ruck gegeben und einige Vorschläge präsentiert. Keine weltbewegenden zwar, aber immerhin. Das Resultat ist nicht berauschend. Etwas anderes war angesichts der genannten Blockade auch nicht zu erwarten. Zumindest hat Couchepin mal etwas gemacht.
Erschienen in der BZ am 22. April 2009