Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03443.jsonl.gz/475

Kantonsschule
Adresse
6170 Schüpfheim
LU
Architektur
Die Kantonsschule Schüpfheim ist als reiner Sichtbetonbau ein früher Vertreter des Brutalismus. Der damals zukunftsweisend anmutende Entwurf überzeugt durch die feinfühlige Fügung der Baukörper und seine hohen (innen-)räumlichen Qualitäten. Es bliebt zu hoffen, dass der Gebäudekomplex seinem Sichtbeton-Charakter behalten kann und keiner Fassadendämmung zum Opfer fällt.
Chronologie
Nach dem Gewinn eines öffentlichen Wettbewerbs im Jahr 1958 erbaute das Zürcher Architekturbüro von Fred Cramer, Werner Jaray und Claude Paillard, auch Atelier CJP, die Kantonsschule Schüpfheim von 1960 bis 1962. 2006 wurde der Baukomplex um einen Pavillon ergänzt, 2016 die Pausenhalle neugestaltet.
Lage
Die Schule befindet sich am nördlichen Rand von Schüpfheim. Das südlich des Kapuzinerklosters gelegene Schulareal umfasst heute auch die Gemeindeschule. Die Kantonsschule ist sowohl an die Lädergass im Süden als auch an den Chlosterweg im Norden angebunden. Der über eine Freitreppe erschlossene Haupteingang liegt im Südwesten, die Parkplätze im Nordosten. Das Schulhaus ist um eine versenkte Turnhalle im Nordwesten, einen Zeichensaal im Nordosten und einen vorgelagerten Terrassenbau, der die Musikräume beinhaltet, ergänzt.
Beschreibung
Der dreigeschossige, flach gedeckte Sichtbetonbau hebt sich gestuft aus dem gegen Südosten ansteigenden Klosterhügel hervor. Der Bau ist längs in vier und quer in drei gestaffelt positionierte Kuben aufgeteilt. Im Südwesten liegen Sondernutzungen, in den restlichen Trakten sind Schulzimmer untergebracht. Die Fassadengestaltung folgt einem einheitlichen Schema: Das durchgehende Fensterband ist in der Horizontalen jeweils von einem Betonbalken gegliedert. Die Blechverkleidung des Dachs überlappt auf Fensterbreite und akzentuiert so die schottenhaften Seitenwände. Die Südwestfassade gründet auf dem geebneten Pausenhof und folgt der Gestaltung der Längsseiten. Anstelle der Höhenstaffelung sind hier die einzelnen Wandpartien verschieden breit gestaltet. Die schmäleren Abschnitte enden tiefer. Die Traufe wird wiederum durch eine Blechüberlappung akzentuiert. Das Erdgeschoss ist weitgehend verglast, die massiven Wandpfeiler sind hervorgehoben. Der Eingangsbereich ist zurückversetzt und so um einen gedeckten Vorbereich ergänzt.
Den Kern der Schulanalage bildet eine dreigeschossige Verteilerhalle, die sich neben einem Atrium erhebt. Sie erschliesst über umlaufende Galerien auf den – durch den Versatz der Baukörper bedingten – verschiedenen Höhen alle Klassenräume und wird durch einen Lichtgaden mit Tageslicht versorgt. Dies gilt ebenso für die umliegenden Zimmer, was besonders den Räumlichkeiten im Nordwesten zu Gute kommt. Auch im Inneren dominiert die Materialisierung in Sichtbeton. Als Bodenbelag kam Perlklinker zum Einsatz, er kontrastiert mit dem Deckentäfer und den Türen aus Hemlockkiefer.
Literatur