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Brustformen & Fehlbildungen
Erläuterungen zu den häufigsten Anomalien
Unter dem Begriff Brustfehlbildungen werden Abweichungen der Brustform verstanden, die nicht nur individuellen, sozialen oder kulturellen Normen zuwiderlaufen. Auch die Medizin nutzt diese Bezeichnung, wenn die Brust einer weiblichen Person nicht einer als normal angesehenen Grösse oder Form entspricht.
Abweichende Brustformen bei der Frau haben zahlreiche verschiedene Ursachen. Sie können krankheitsbedingt oder auf Grund bestimmter genetischer Anlagen während der Pubertät entstehen, durch Unfälle, Infektionen oder Entzündungen in jedem Lebensalter oder etwa durch Bestrahlungen im Verlauf einer Brustkrebstherapie. Auch ganz natürliche Vorgänge wie fortschreitendes Alter, Schwangerschaften und Stillzeiten können zur einer starken Veränderung der Brustform beitragen.
Zum Glück stellen die meisten Brustfehlbildungen keine schwer wiegenden Krankheiten dar und führen nur selten zu körperlichen Beschwerden. Eine Ausnahme bildet etwa die Makromastie, also zu grosse und schwere Brüste, die Schmerzen im Rückenbereich hervorrufen und auf Dauer zu Haltungsschäden führen. Allerdings leiden viele Frauen mit einer Brustanomalie unter psychischen Belastungen, die durchaus ernste Folgen für ihr Selbstwertgefühl und ihre Lebensqualität haben.
Andererseits ist es leider eine Tatsache, dass Fehlbildungen der Brustform sich nicht natürlich korrigieren oder heilen lassen, sondern nahezu ausnahmslos einen chirurgischen Eingriff erfordern. Das kann eine Straffung oder Brustverkleinerung sein, eine Angleichung unterschiedlich grosser Brüste (Anisomastie) oder eine Implantation mit Silikonkissen, um eine normale Brustform wiederherzustellen. Korrekturen an den Brustwarzen sind durch chirurgische Massnahmen ebenfalls möglich.
Die Kosten für eine OP werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen, da Brustfehlbildungen als ästhetisch-kosmetisches Problem angesehen werden.
Lediglich in Extremfällen, wenn die Fehlbildung durch sehr starke Ausprägungen zu psychischen Belastungen oder sogar Krankheiten wie Depression führt, besteht eine Erstattungsmöglichkeit durch die Versicherung.
Übersicht über häufige Brustformen
- Hängebrüste (Mastoptosis)
- überproportionale (Makromastie)
- unterentwickelte Brüste (Mikromastie)
- tubuläre Brust (Schlauch- oder Rüsselbrust)
- asymmetriche Brüste (Anisomastie)
- geschrumpfte Brüste
- fehlende Brust (Amastie)
- zusätzliche Brust (Polymastie)
- Poland-Syndrom
- Symmastie
- Brustamputationen (Mastektomie)
Übersicht über Fehlbildungen der Brustwarzen
Hängebrüste (Mastoptosis)
Bei Hängebrüsten (Mastoptosis) sinkt der Drüsenkörper ab. Ursache ist eine Bindegewebsschwäche sowie eine Ausdehnung der Haut. Ein erhöhtes Volumen, zum Beispiel durch natürlicherweise sehr grosse Brüste in Folge von Implantaten kann für ein beschleunigtes Erschlaffen sorgen. Mastoptosis kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Normalerweise spricht man jedoch von Hängebrüsten, sobald die Brustwarze sich unterhalb der Brustfalte befindet.
Klassifikation der Hängebrust
Grad 1
Geringe Erschlaffung (Ptosis) der Brust. Die Brustwarzen sind noch nicht oder nur leicht abgesunken, liegen aber noch höher als der untere Brustpol.
Grad 2
Moderate Erschlaffung der Haut. Die Brustwarzen sind deutlicher abgesunken, die Brustdrüse ist verkleinert.
Grad 3
Ausgeprägte Erschlaffung. Die Brustwarzen liegen deutlich unterhalb der Unterbrustfalte, oft am tiefsten Punkt und ohne weiteres Bindegewebe darunter. Ihre Spitzen zeigen in den meisten Fällen zusätzlich nach unten.
Korrekturmöglichkeiten
Dass die weibliche Brust nach Schwangerschaften und Stillzeiten oder mit zunehmendem Alter schlaffer wird und absinkt, ist ein gewöhnlicher, natürlicher Vorgang, weil die Haut mit der Zeit ihre Spannkraft verliert. Trotzallem stellen schlaffe, hängende Brüste für die Betroffene sehr oft eine starke psychische Belastung dar. Jedoch lässt sich Mastoptosis in den allermeisten Fällen gut mit einer Bruststraffung beheben. Bei sehr grossen Brüsten kann eine Straffung mit einer Brustverkleinerung (Mammareduktion) kombiniert oder mittels Implantation von Silikonkissen das verlorene Volumen wieder hergestellt werden.
Überproportionale Brüste (Makromastie)
Makromastie ist das Gegenteil von Mikromastie und liegt vor, wenn die Brust unnatürlich gross und schwer ausfällt. Diese kann bei betroffenen Frauen einerseits zu einem starken psychischen Leidensdruck führen, andererseits aber auch eine echte physische Belastung darstellen und gesundheitliche Probleme hervorrufen.
Durch das deutlich höhere Volumen können dauerhafte Schmerzen im Rücken, Nacken, in den Schultern und an der Wirbelsäule auftreten, die weder durch besondere Büstenhalter, Sport oder Physiotherapie zu lindern sind. Die gängige Behandlung dagegen ist eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) bei gleichzeitiger Hautstraffung. Die Erfahrung zeigt, dass die Schmerzen bereits unmittelbar nach dem Eingriff verschwinden und auch eventuelle Haltungsschäden nach einer Weile zurückgehen.
Wenn medizinisch einwandfrei die Notwendigkeit einer Brustverkleinerung belegt werden kann, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die OP oder einen Teil davon. Voraussetzung ist aber, dass alle alternativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft wurden, ohne Erfolge zu zeigen. Manche Kassen haben auch bestimmte Volumenvorgaben für eine Kostenübernahme.
Wann eine Makromastie vorliegt, ist nicht exakt definiert. Manche Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten bereits ab 400 g pro Brust. In der Wissenschaft gilt ein Gewicht zwischen 500 g und 1.000 g pro Brust als Massstab. Allerdings sind all diese Messwerte umstritten, da sie die Körperproportionen der Kundin nicht berücksichtigen. Bei einer sehr schlanken und zierlichen Frau kann auch ein geringeres Gewicht als etwa 400 g als Makromastie diagnostiziert werden, wenn die oben genannten Beschwerden vorliegen.
Unterentwickelte Brüste (Mikromastie)
Ob die Brust einer Frau als zu klein erscheint, beruht für sie selbst und für ihre Umwelt hauptsächlich auf einer subjektiven Wahrnehmung. So lange keine Fehlfunktionen vorliegen, ist eine kleine Brust biologisch gesehen völlig in Ordnung. Wenn sie in der Medizin als Brustfehlbildung aufgeführt wird, lautet der Fachbegriff Mikromastie. Damit wird ein auffälliges Missverhältnis von zu kleiner Brust und dem Rest des Körpers bezeichnet. Zu den möglichen Gründen für eine zu kleine Brust gehören ein fehlender Brustmuskel, ein starker Verlust von Fettgewebe (etwa bei Magersucht), bestimmte Hormonstörungen sowie ein genetischer Defekt.
Korrekturmöglichkeiten bei Mikromastie
Die Mikromastie kann mit einer operativen Brustvergrösserung korrigiert werden. In den meisten Fällen geschieht dies mit Implantaten, manchmal auch mit Injektionen von Eigenfett. Letzteres ist aber nur möglich, wenn die Kundin über ausreichend Fettgewebe im übrigen Körper verfügt, zum Beispiel am Gesäss oder an den Oberschenkeln.
Tubuläre Brust (Schlauch- o. Rüsselbrust)
Die tubuläre Brust beruht auf einem Fehler in den genetischen Anlagen. Der untere Teil (unterer Quadrant) entwickelt sich deutlich weniger als der obere, so dass die Brust ihre schlauchartige Form erhält. Daher kommen auch die Namen Schlauch- oder Rüsselbrust für diese Brustdeformation. Ausserdem ist die Unterbrustfalte leicht bis stark angehoben, wodurch die Brüste noch stärker herabhängen. In vielen Fällen sind auch die Vorhöfe der Brustwarzen übermässig ausgeprägt.
Klassifikation der tubulären Brust
Typ 1
Der untere, innere Quadrant einer oder beider Brüste fehlt (Einschnürung). Die Brustfalte ist innen leicht angehoben. Volumen der Brüste und Warzenhof sind nicht auffällig verändert.
Typ 2
Der untere Quadrant fehlt. Die Unterbrustfalte ist seitlich leicht und innen deutlich angehoben, wodurch die Brust hängt. Das Volumen ist etwas verkleinert.
Typ 3
Alle Quadranten der Brust sind unterdurchschnittlich ausgeprägt oder fehlen vollständig. Die komplette Brustfalte ist deutlich angehoben und das Brustvolumen verkleinert. Der Warzenhof ist mitunter vergrössert.
Typ 4
Alle Quadranten der Brust sind unterdurchschnittlich ausgeprägt oder fehlen vollständig. Die Brustfalte ist deutlich angehoben und das Brustvolumen verkleinert. Zusätzlich sind der komplette Warzenhof und die Brustwarzen deutlich vergrössert und können die gesamte Brustdrüse enthalten (Drüsenvorfall).
Korrektur der tubulären Brust
Die Ursache der tubulären Brust ist ein genetischer Defekt, der nicht geheilt werden kann. Deshalb kommt für eine Korrektur nur eine Operation in Frage. Die Schlauchbrust lässt sich allenfalls mit einem BH und entsprechender Kleidung optisch kaschieren. Allerdings kann ein Chirurg die Brustform mit einem Eingriff gut behandeln und korrigieren.
Fehlbildungen der Typen 1 und 2 eignen sich am besten für eine Brustvergrösserung mit Implantaten. Deren natürlich wirkende Tropfenform kommt der natürlichen Brustform am nächsten und gleicht deshalb das Fehlen des unteren Quadranten gut aus. Bei den Typen 3 und 4 ist meistens eine vollständige Korrektur nötig. Das heisst, dass zusätzlich zur Vergrösserung noch eine Bruststraffung und eine Korrektur der Brustwarzen vorgenommen werden muss.
Asymmetrische Brüste (Anisomastie)
Es ist kaum wahrnehmbar, aber trotzdem eine Tatsache: Bei den meisten Frauen sind die Brüste nicht gleich gross und gleich geformt. Ist der Unterschied allerdings deutlich sichtbar, spricht man von einer Anisomastie, also asymmetrischen Brüsten. Dabei ist eine der beiden Seiten weniger entwickelt als die andere. Auch in der jeweiligen Form bestehen Unterschiede. Da eine Asymmetrie bis zu einem gewissen Grade völlig normal und natürlich ist, lässt sich medizinisch nicht präzise definieren, wann eine Fehlbildung vorliegt.
Auch die Ursachen für Anisomastie sind nicht hinlänglich geklärt. Sie kann genetisch bedingt sein oder durch äussere Einflüsse entstehen, etwa durch Verletzungen, Verbrennungen oder eine nachträgliche Brustamputation.
Korrektur von asymmetrischen Brüsten
Idealerweise muss entweder nur die kleinere Brust vergrössert oder die grössere verkleinert werden, um beide Brüste aneinander anzugleichen. In den meisten Fällen ist aber eine Kombination mehrerer Behandlungsmethoden erforderlich. Dann kommen zur Vergrösserung oder Verkleinerung noch eine Straffung und eine Versetzung der Brustwarzen hinzu.
Geschrumpfte Brüste
Die weibliche Brust setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, die ihre Grösse beeinflussen und auch für Veränderungen verantwortlich sind. Dazu zählen der Brustmuskel, die Brustdrüse und das Fettgewebe. Eine mangelhafte oder fehlende Brustmuskulatur kann beispielsweise der Grund für eine Mikromastie sein. Wenn der Muskel durch sportliche Tätigkeit wächst oder nach Aufgabe des Trainings wieder abbaut, hat dies möglicherweise einen deutlichen Einfluss auf die Brustgrösse.
Besonders häufig schrumpfen die Brüste nach Schwangerschaften oder starken Gewichtsschwankungen. Durch die Entwicklung von Drüsen während der Schwangerschaft für die nachfolgende Stillzeit gewinnt der Busen stark an Volumen. Nach dem Abstillen bilden sich diese Milchdrüsen wieder zurück und hinterlassen häufig kleinere, vor allem aber schlaffere Brüste als zuvor.
Extreme Gewichtsschwankungen (etwa durch Magersucht) beeinflussen das Volumen der Brust ebenfalls. Da sie zu einem grossen Teil aus Fettgewebe besteht, kann sich dieses bei starker Gewichtsabnahme auch abbauen. Allerdings kehrt sich der Effekt bei erneuter Zunahme nicht unbedingt um, so dass die Brüste ebenfalls erschlaffen und schrumpfen.
Korrekturmöglichkeiten bei geschrumpften Brüsten
Bei Volumenverlust hilft eine einfache Brustvergrösserung. Insbesondere nach einer Schwangerschaft kommt es aber auch zu einer deutlichen Erschlaffung der Brüste. In solchen Fällen wird der Chirurg in der Regel parallel zur Vergrösserung auch eine Straffung empfehlen, um den Brüsten eine schöne Form zurückzugeben.
Fehlende Brust (Amastie)
Manche Brustformen sind angeboren und treten erst mit Beginn der Pubertät sichtbar in Erscheinung. Hierzu zählt auch die Amastie, das Phänomen einer fehlenden Brust, bei dem der Brustdrüsenkörper und die Brustwarzen gar nicht ausgebildet werden. Diese sehr seltene Fehlbildung kann ein- oder beidseitig vorkommen. Für die betroffene Frau entsteht dadurch kein oder nur ein geringes gesundheitliches Risiko. Allerdings ist es unter ästhetischen Gesichtspunkten sehr störend und übt häufig einen enormen Leidensdruck aus. Deshalb wird diese Brustfehlbildung häufig im Erwachsenenalter mit Methoden der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie korrigiert.
Korrekturmöglichkeiten bei fehlender Brust
Meist kommt bei der Amastie eine rekonstruktive Behandlung zum Zuge. Dafür gibt es Therapiemöglichkeiten wie etwa die Brustvergrösserung mit körpereigenen oder körperfremden Materialien. Wenn aus bestimmten Gründen von einem Aufbau der Brust mit körpereigenen Gewebeteilen abgesehen werden muss, kann eine Kombination aus prothetischem Material die Lösung sein. Dafür stehen dem Chirurgen spezielle Implantate zur Verfügung, die auch bei der Brustvergrösserung mit sukzessiver Überdehnung zum Einsatz kommen.
Zusätzliche Brust (Polymastie)
Bei der genetisch bedingten Polymastie handelt es sich ebenfalls um ein sehr seltenes Phänomen. Sie erscheint in der Pubertät als überzählige Brust inklusive Brustdrüse und Warzenvorhof. Sie wird auch als akzessorische Mamma bezeichnet. Eine besondere Ausprägung der Polymastie ist die aberrierende Mamma. Sie entwickelt auch eine zusätzliche Brustdrüse, verlagert sich aber in Richtung der Achselhöhle und tritt dort in Erscheinung.
Normalerweise haben Frauen mit einer zusätzlichen Brust keine besonderen Beschwerden. Es kann aber während der Schwangerschaft und der Stillzeit durch die hormonelle Stimulierung des Gewebes zu Schmerzen kommen.
Korrekturmöglichkeiten bei Polymastie
Die überzählige Brust kann mit einem chirurgischen Eingriff präventiv entfernt werden, zum einen, um einem möglichen Brustkrebs vorzubeugen, zum anderen aus rein ästhetischen Gründen.
Poland-Syndrom
Beim Poland-Syndrom handelt es sich um Fehlbildungen im Muskel- und Skelett-System, die oft nur eine Körperhälfte, und zwar überwiegend die rechte, betreffen. Meist fehlen dabei zwei Segmente des üblicherweise dreiteiligen grossen Brustmuskels. Dazu treten Fehlbildungen der Brustdrüse und des Skeletts auf.
Bei betroffenen Frauen ist die Brust entweder einseitig verkleinert oder sie fehlt völlig. Die Brustwarze auf dieser Seite ist inklusive Warzenhof ebenfalls stark verkleinert, dafür aber stärker pigmentiert als die der normal entwickelten Hälfte. Die Brüste sind ähnlich wie bei einer Anisomastie asymmetrisch angelegt und zeigen auch strukturelle Unterschiede.
Korrektur des Poland-Syndroms
Das Poland-Syndrom kann mit einer optischen Korrektur chirurgisch behoben werden. Hierfür kommen sowohl herkömmliche Silikonimplantate als auch Sondergrössen zum Einsatz, um die Brustgrösse anzugleichen. Falls der Grössenausgleich nicht genügt, kann die normal entwickelte Brusthälft gestrafft und der Warzenhof verkleinert werden.
Möglich sind auch eine Eigenfettunterspritzung oder Methoden aus der Lappenplastik, falls eine vollständige Rekonstruktion der Brustwand erfolgen soll. Dabei wird an anderer Stelle Gewebe entnommen und in die Brustpartie transplantiert.
Symmastie
Die Symmastie kann in seltenen Fällen genetisch bedingt sein und offenbart sich durch den optischen Eindruck, dass die Brüste in der Mitte aussehen, als seien sie zusammengewachsen.
Häufiger tritt diese Fehlbildung jedoch nach einer Brustvergrösserung mit grossen Implantaten in Erscheinung. Die Komplikation entsteht durch deren subglandulären Einsatz. Wesentliche Ursache für dieses Phänomen ist die zu weit mittig liegende Platzierung der Implantate. Dabei kann sich vom Brustbein Gewebe ablösen, so dass sich die Implantate aufeinander zu bewegen (Dislokation).
Korrektur der Symmastie
Die Symmastie lässt sich beseitigen, indem die Implantate mit einem weiteren chirurgischen Eingriff neu positioniert oder durch kleinere Implantate ersetzt werden.
Brustamputation (Mastektomie)
Die Mastektomie bezeichnet die Entfernung der Brustdrüse auf einer oder beiden Seiten. Sie wird zum Beispiel bei rund 30 % der betroffenen Frauen in Folge von Brustkrebs durchgeführt, wenn eine brusterhaltende Operation nicht möglich ist.
Bei manchen Frauen ist das Brustkrebsrisiko genetisch höher einzustufen als bei anderen. Sie unterziehen sich daher häufig einer Mastektomie als Vorsorgemassnahme (prophylaktische Mastektomie). Die Vorteile sind unter Fachleuten allerings stark umstritten, da die Amputation letztendlich an einem gesunden Organ erfolgt.
Korrektur
Die einzig mögliche Korrektur nach einer Amputation ist der gezielte Brustaufbau. Dabei wird eine Brustvergrösserung mit Implantaten oder Eigengewebe (Eigenfett) vorgenommen. Zudem kann eine Wiederherstellung der Brustwarze nötig sein, weil diese mitunter auch der Mastektomie zum Opfer fällt.
Fehlende Brustwarze (Athelie)
Athelien, Polythelien und Hohlwarzen gehören zu den bekanntesten Fehlbildungen der Brustwarze (Mamille). Der Begriff Athelie steht für eine fehlende Brustwarze auf Grund einer Schädigung während der Embryonalphase.
Korrektur bei einer fehlenden Brustwarze
Die Brustwarze kann entweder durch einen Gewebetransfer ersetzt werden oder sie wird durch eine spezielle Tätowierung zumindest optisch wiederhergestellt. Aufwändiger ist eine Transplantation. Sie erfolgt zum Beispiel durch eine Lappenplastik, wobei ein Teil der noch vorhandenen Brustwarze auf die fehlerhafte Seite transplantiert wird.
Überzählige Brustwarze (Polythelie)
Als Polythelie bezeichnet man überzählige Brustwarzen, die in der Regel einseitig auftreten. Sie entstehen durch eine ausbleibende Rückentwicklung der Milchleisten in den ersten Embryonalwochen und sind meist unterhalb der Brust oder im Bereich der Achselhöhle zu finden. Ein gesundheitliches Risiko besteht nicht, deshalb ergibt sich auch kein akuter Behandlungsbedarf. Sie können aber aus ästhetischen Gründen entfernt werden.
Schlupf- oder Hohlwarzen
Schlupf- oder Hohlwarzen sehen aus wie nach innen gezogene Brustwarzen. Sie sind ein rein ästhetisches Problem und verursachen keine Schmerzen. Die Ursache sind verkürzte Bindegewebs- oder Milchstränge. Sie können nach der Geburt das Stillen erschweren - ähnlich wie Flachwarzen, die sich nicht über das Niveau der Areola erheben. Hilfsmittel wie zum Beispiel Brusthütchen tragen in solchen Fällen zur Erleichterung bei. Schlupfwarzen sind meistens angeboren, können sich aber auch erst in der Pubertät entwickeln.
Haben betroffene Frauen ein ästhetisches Problem mit Schlupfwarzen, können sie operativ behandelt werden, wobei die verkürzten Stränge durchtrennt und dann mit einer besonderen Nahttechnik aufgestellt werden. Zu bedenken ist, dass bei dieser Methode auch die Milchstränge durchtrennt werden und die Stillfähigkeit verloren geht.
Drüsenvorfall
Das Phänomen des Drüsenvorfalls zeichnet sich durch vorgestülpte Brustwarzen aus, die optisch wie angeschwollen aussehen. Dabei drückt das Drüsengewebe von innen heraus auf die Brustwarze, so dass diese dem Erscheinungsbild der tubulären Brust ähnelt. Drüsenvorfall bereitet keine gesundheitlichen Probleme und wird nur aus ästhetischen Gründen behandelt.
Korrektur
Das Problem kann im Zuge einer Warzenhofverkleinerung leicht behoben werden.