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2040 werden noch mehr Menschen in den Schweizer Agglomerationen leben. Die Wohnbevölkerung allerdings wird nur wenig wachsen.
Dies zeigt ein Szenario des Bundesamtes für Statistik, welches sich mit der Entwicklung der Bevölkerung in den Kantonen und Grossregionen befasste.
Eine Völkerwanderung steht der Schweiz bevor. Dies allerdings nur im Inland – von den ländlichen Gebieten hin in die grossen Agglomerationen.
Gemäss dem Szenario "Trend" in einer Untersuchung des Bundesamtes für Statistik (BFS) werden sich die Randregionen gleichzeitig entvölkern. Die Wanderungsströme würden in jenen Kantonen positiv bleiben, die im Einflussbereich der Grossstädte liegen.
Dies entspreche der Tendenz der letzten 20 Jahre, denn während dieser Zeit sind immer mehr Menschen in die Städte oder deren Nähe gezogen.
"Daher erwarten wir ein erhöhtes Wachstum dieser Regionen in den nächsten 20 bis 30 Jahren", sagte Stéphane Cotter von der Sektion Demografie und Migration des BFS gegenüber swissinfo.
Die Entvölkerung der Randregionen wird aber nicht allein wegen Wegzügen voranschreiten. Weniger Geburten und eine zunehmende Zahl der Todesfälle werden ebenfalls zu diesem Minussaldo beitragen.
Altersheim
2040 wird ein Viertel der Wohnbevölkerung eine Altersrente beziehen. In einigen Kantonen (z.B. Uri) werden es gar ein Drittel aller Bewohnerinnen und Bewohner sein. Zum Vergleich: Heute liegt der schweizerische Durchschnitt bei 16%.
Wachsen allerdings wird die Wohnbevölkerung kaum noch. Bis 2040 soll sie gerade noch um 2% zunehmen, so die Studie. Die Bevölkerung wächst vorerst bis ins Jahr 2026 auf 7,56 Millionen an, um dann bis 2040 auf 7,4 Millionen zurückzugehen.
Die Bevölkerungszunahme verteilt sich jedoch nicht auf alle Kantone gleichmässig. Während die Kantone Schwyz, Zug und Freiburg einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen können, rechnet das BFS damit, dass die Bevölkerung von Basel-Stadt, Glarus und Uri teils um bis zu 20% schrumpfen wird.
"Viele Menschen werden Uri verlassen, weil es in diesem Kanton immer weniger Arbeit und Möglichkeiten gibt", so Cotter.
Bern wird kleiner, Zürich grösser
Am meisten Menschen werden weiterhin in den Kantonen Zürich und Bern leben. Die Entwicklung verläuft jedoch entgegengesetzt: Im Kanton Zürich wächst die Bevölkerung laut Szenario um 9%, im Kanton Bern geht sie dagegen um fast 12% zurück.
Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger erhöht oder stabilisiert sich auf hohem Niveau: Im Kanton Basel-Stadt steigt er von 28 auf 34%. Im Kanton Genf dürfte sich der Prozentsatz wegen Einbürgerungen von 38 auf 33% reduzieren. Gesamtschweizerisch liegt er heute bei rund 20%. Cotter: "Die Schweiz ist nicht mehr so attraktiv."
Kantone gefordert
Die Studie kommt zum Schluss, dass die Kantone durch die Veränderungen vor grosse Herausforderungen gestellt würden. Die rasch wachsende Zahl älterer Menschen und die Schrumpfung der jüngeren Altersgruppen werde Folgen haben für Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt, soziale Sicherheit oder Wohnen.
In Kantonen mit einem hohen Ausländeranteil werden laut BFS Fragen der Integration und der Anpassung des Schulsystems von grosser Bedeutung sein. Die von Bevölkerungsschwund bedrohten Randregionen müssten nach Strategien suchen, welche die Abwanderung aufhalten oder neue Personengruppen anziehen.
swissinfo und Agenturen
In Kürze
Das BfS zeigt im Szenario die mögliche Entwicklung der Wohnbevölkerung sowie deren Zusammensetzung nach Altersgruppen bis zum Jahr 2040 auf.
Die Wohnbevölkerung wächst bis dahin nur um 2%. Der Höchststand soll 2026 mit 7,56 Mio. Menschen erreicht werden.
Innerhalb der Kantone wird es laut BfS zu starken Verschiebungen kommen. Schwyz, Zug und Freiburg haben den grössten Zuwachs. Basel-Stadt, Glarus und Uri erleiden den grössten Aderlass.
Die Bevölkerung wird sich weiter in den grossen Agglomerationen konzentrieren, Randregionen werden entvölkert.
2040 wird jede vierte Person in der Schweiz über 65 Jahre alt sein. Grund ist die stetig steigende Lebenserwartung. 2001 betrug der Anteil der Pensionierten 16%.
Die Umstrukturierung wird laut BfS Folgen für zahlreiche Bereiche wie Bildung, Wohnen, Gesundheit, Arbeitsmarkt und soziale Sicherheit haben.