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Erste Tranche: Beschleunigung bereits laufender Verfahren
Die erste Tranche des Windenergieplans 2030 besteht darin, die bereits geplanten Projekte mit einer Gesamtleistung von 2 TWh jährlich umzusetzen, die aufgrund der langsamen Bearbeitung der Einsprachen und Rekurse vor den Gerichten blockiert sind. Etwa 300 Windenergieanlagen sind in Planung oder warten auf Bestätigung durch einen Gerichtsentscheid. Die Beschleunigung und Vereinfachung der Verfahren sind unerlässlich.
In der Schweiz können 20 Jahre und mehr zwischen Planung und Bau eines Windparks verstreichen. Die Europäische Union hat nun neue Richtlinien erlassen, die das Verfahren für Projekte im Bereich erneuerbarer Energien auf drei Jahre begrenzt: zwei Jahre für das Genehmigungsverfahren und ein Jahr für die Rekurse.
Zweite Tranche: Von der Bevölkerung, Gemeinden oder Unternehmen initiierte einzelne Windenergieanlagen
Die zweite Tranche des Windenergieplans 2030 beruht darauf, jährlich 2 TWh mit Einzelwindrädern zu erzeugen, die von Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen eines partizipativen Ansatzes initiiert werden. Wirtschaftlich gesehen, ist die Realisierung eines einzelnen Windrads auch für Unternehmen oder Gemeinden interessant, die eine sichere, CO2-neutrale Versorgung mit lokal verfügbarer Energie anstreben. Mit einem Windrad kann genügend Strom für den Privatverbrauch von mindestens 5‘000 Personen erzeugt werden!
Artikel 24 des Bundesgesetzes über die Raumplanung, in dem es um Zweckänderungen ausserhalb der Bauzonen geht (Artikel 24 RPG), gestattet den Bau von Windrädern unter Ausnutzung einer Ausnahmeregelung bei der Beantragung der Baubewilligung. Dieses Modell regt dazu an, «Conso-Akteur», also selbst konsumierender Akteur, oder «Energiewirt» zu werden und ermöglicht einen Paradigmenwechsel weg von 100% Import hin zu lokaler Produktion und lokalem Verbrauch. Auf diese Weise können die Akteure die Kontrolle über die Produktion von Strom auf ihrem eigenen Gebiet behalten und nehmen ihr Schicksal in die Hand.
Dritte Tranche: Neue Flächen und Gebiete für die Windenergienutzung öffnen
Die dritte Tranche des Windenergieplans 2030 besteht darin, jährlich 2 TWh auf Flächen mit grossen Infrastrukturen zu erzeugen, wie etwa Randgebiete oder Gebiete von Autobahnen, Rangierbahnhöfe, Militärzonen, Sandgruben, Deponien sowie Industriegebiete oder bebaubare Industriebrachen. Untaugliche und unwirtliche Flächen mit einer aufgrund ihrer Nutzung beeinträchtigten Landschaft eignen sich ideal aufgrund ihrer Entfernung zu Wohngebieten.
Bestimmte im Bundeslandschaftsinventar (BLN) ausgewiesene Zonen sowie UNESCO-Welterbestätten und deren Umgebung sind ebenfalls bei der Produktion von Windstrom zu berücksichtigen; dies gilt auch für Natur- und Naturerlebnisparks und Wirtschaftswälder, vor allem im Schweizer Mittelland, in den Alpen und den Voralpen.