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Der Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan hat eine Spirale in Gang gesetzt, von der man nicht weiss, wo sie endet.
Unmittelbar reagierte Peking mit Militärübungen vor der Küste. Und die China-treuen Kräfte in der taiwanesischen Politik intensivieren konspirative Kontakte zu Peking – zum Ärger der Regierung in Taipeh.
Im Westen überlegt man sich bereits, mit welchen Sanktionen man einen Angriff Chinas ahnden könnte.
Sollte die Situation analog zu Russland/Ukraine eskalieren, wäre eine Wirtschaftskrise gigantischen Ausmasses programmiert, gegen die sich die aktuellen Schwierigkeiten infolge des Ukraine-Krieges geradezu harmlos ausnehmen.
Dies vor allem aus zwei Gründen.
Erstens ist die weltwirtschaftliche Bedeutung Chinas um ein Vielfaches grösser als jene Russlands. Die Auslagerungen der vergangenen Jahrzehnte haben China in vielen Wertschöpfungsketten unverzichtbar gemacht. Einen Vorgeschmack darauf, was passiert, wenn China teilweise als Lieferant ausfällt, bot die Covid-Rezession.
Zweitens ist Taiwan bei den Halbleitern für die Welt das, was Russland für Europa in Sachen Gas ist: ein fast monopolistischer Anbieter.
Über 60 Prozent der weltweiten Halbleiter-Produktion entfallen auf die Insel im Südchinesischen Meer. Sollte sich hier ein Krieg entzünden, wäre die Folge davon ein gigantischer weltweiter Computer-Crash.
Die Tech-Branche, welche das weltwirtschaftliche Wachstum der letzten Jahrzehnte angeführt hat, verfiele in Schockstarre. Keine Computer-Chips mehr, keine neuen Rechenzentren für Google und Co.
Da heute kaum ein Produkt ohne Computer-Chip auskommt – von der Waschmaschine bis zum Auto –, wäre eine Taiwan-Eskalation der schlimmste anzunehmende Unfall für die Wirtschaft.