Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03367.jsonl.gz/79

Brasilianerinnen haben es nicht leicht. Sie arbeiten mehr und verdienen weniger. Auf höheren Posten in der Wirtschaft sind sie kaum zu finden.
Gleiches gilt für die Politik. Dabei stellen sie mehr als die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung und können laut diversen Studien auf eine bessere Schulausbildung verweisen.
Wie groß die Ungleichheit der Geschlechter in Brasilien ist, zeigt auch der Global Gender Gap Report 2020 des Weltwirtschaftsforums (WEF). Beim internationalen Ranking von 153 Ländern, liegt Brasilien gerade einmal auf Platz 92.
Immerhin konnte es sich aber um drei Positionen verbessern. Bis eine annähernde Geschlechter-Gerechtigkeit erreicht wird, gibt es dennoch viel zu tun.
Vor allem beim Einkommensvergleich ist die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern gravierend. In diesem Bereich landet Brasilien auf Rang 130. Darüber hinaus sind in lediglich 20 Prozent der Unternehmen Frauen in führenden Positionen zu finden.
Ähnlich sieht es in der Politik aus. Nur 18 Prozent der Abgeordneten und Senatoren Brasiliens sind Frauen. Bei der Regierung des ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro spielen sie ebenso eine untergeordnete Rolle.
Von den 22 Ministerien hat Bolsonaro nur zwei mit Frauen besetzt, das der Landwirtschaft und das der Frauen, Familie und Menschenrechte.
Bei Gesundheit und Lebenserwartung schneidet Brasilien hingegen gut ab. Bei der Bildung wird dem Land zudem bereits eine Gleichheit bescheinigt.
Werden nur die Länder Lateinamerikas und der Karibik verglichen sieht es hingegen wieder düster aus. Von den 25 Nationen belegt Brasilien in Sachen Geschlechtergerechtigkeit den 22. Platz.
Lediglich Paraguay, Belize und Guatemala wird eine noch größere Lücke beschieden, als Brasilien.