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Medici ist der Name einer sagenumwobenen und darin verruchten Dynastie im Florenz der Renaissance.
Die Medicis sind das - weit über die (vielleicht reicheren) Fugger hinausreichende - Exemplar für die Entwicklung von merkantilen Handelshäusern und Kreditinstituten im Mittelalter, weil Vertreter der Medicis in allen Phasen, die im Merkantitilismus beschrieben werden, vertreten waren: Sie finanzierten den Adel, sie waren Adel und hoben den Adel im merkatilen System auf.
Die Medicis, die böser und reicher als sonst wer waren und als Päpste Kinder zeugten, sind Gegenstand eines für wahr gehaltenen Schundromans, durch sie kann die Geschichte des Mittelalters als Geschichte erzählt werden
Commonsensegeschichte:
Das Haus der Medici war eine politische Dynastie, deren Vertreter in der Wirtschaft zu grossem Reichtum und in der Politik zu hohen Ämtern gekommen sind. Zuerst erscheinen sie als Textilhändler, die den Handel - wie die Fugger - in ein Kreditwesen verwandelten und damit zu einer Wirtschaftsmacht wurden.
Am Anfang steht die Organisatin des Handels in Form von Gilden (Arte della Lana (Zunft)), deren Regierungen auch Stadtregierungen sind, weil "Stadt" in dieser Zeit eben das Einflussgebiet der Gilde bezeichnet, die sich dem real estate teil- oder phasenweise entziehen kann. Die Medici belegten Florenz. Andere Städte hatten andere "Familien" (Visconti und Sforza in Mailand, Este in Ferrara, Gonzaga in Mantua).
Das "Bankgeschäft", das in der Finanzierung von Adel bestand, war schon lange vor den Medici entwickelt worden. Die in der Medicizeit wichtigen Banken hatten 1345 ein plötzliches - aber für solche Banken normales - Ende, als der Englische König Eduard III. sich weigerte, seine durch den Hundertjährigen Krieg angehäuften Schulden zurückzuzahlen. Die Medici-Bank betrieb dann das gleiche Geschäft mit dem gleichen Ende, als des Herzogtum Burgund 1478 seine Schulden nicht mehr bediente. Die Bank-Phase:
Der Erfolg der Medicis beruht weniger auf Banken, als darauf, dass sie ihre Macht in politischen Positionen verwirklichten, also zunehmend nicht mehr als Banken des Adels auftraten, sondern selbst - quasi sekundär - Adelige wurden.
Unter vielen anderen Ämtern und Monarchentiteln brachten die Medici vier Päpste (Papst Leo X. (1513-1521), Papst Clemens VII. (1523-1534), Papst Pius IV. (1559-1565), und Papst Leo XI (1605) und zwei Königinnen von Frankreich (Catherine de 'Medici (1547-1559) und Marie de 'Medici (1600-1610) hervor.
Maria de’ Medici war die Mutter von Ludwig XIII. an dessen Stelle sie nach der Ermordung Heinrichs IV. 1610 regierte und Kardinals Richelieu als Berater ins Spiel brachte.
Ein ganz anderes Kapitel ist die den Medici zugerechnete doppelte Buchführung in der Buchhaltung