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Der schottische Clan bildete sich im 13. Jahrhundert. Der Legende nach soll der Clan von einem irischen Prinzen der Ó Néill-Dynastie abstammen, die sich im 10. Jahrhundert bildete. Der Legende nach soll die Ó Néill-Dynastie vom irischem König Niall der neun Geiseln abstammen, der vermutlich im 4. oder 5. Jahrhundert lebte und regierte. Dieser könnte vom irischen König Feradach Finnfechtnach abstammen, der vermutlich im 1. Jahrhundert lebte. Sollten die Legenden und Überlieferungen der Wahrheit entsprechen, würde der Lamont Clan von einer sehr alten, elitären Blutlinie abstammen. Die schottischen Clans Maclachlan, MacNeil, Sweeney und Ewen von Otter sollen die selben Vorfahren haben wie der Lamont Clan. Vertreter dieser Clans behaupten selbst auch, dass sie von der Ó Néill-Dynastie abstammen.
Mehrere Lamonts waren in der schottischen Politik. Dieser Beitrag konzentriert sich aber auf die Verbindungen des Clans zur Wirtschafts- und Finanzelite
Baron Norman Lamont
Der schottische Baron Norman Lamont (*1942) gehört zu den wichtigsten Strippenzieher des konservativen Flügels der britischen Politik. Angehörige schottischer Clans sind aber in allen grösseren britischen Parteien vertreten. Die schottischen Clans nehmen seit der Gründung des britischen Königreichs 1707 führende Positionen in der britischen Politik ein. Etwa die Hälfte der britischen Adligen stammen aus schottischen Clans und der Grossteil der anderen Hälfte hat in schottische Clans geheiratet. Davor regierten die Clans in Schottland, waren aber teilweise miteinander verfeindet und bekriegten sich. Mehrere Clans sollen der Legende nach von den alten Königen des 1. Jahrtausend abstammen, die damals auf der britischen Insel regierten.
Vor seinem Beitritt zum britischen Parlament arbeitete Norman Lamont für die Rothschild Bank. Von 1996 bis 2008 war er Vorsitzender von Le Cercle, eine hoch elitäre und äusserst diskrete Gesellschaft. Le Cercle wurde 1952 vom französischen Geheimdienst gegründet in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Geheimdiensten. Mehrere Mitglieder und Mitgründer gehörten Vatikan-Orden an und gehörten zu dem Teil der europäischen Elite, der traditionell dem Vatikan nahe steht. Aus Deutschland war auch Bundeskanzler Konrad Adenauer an der Gründung vertreten, der mit Kollegen die CDU gründete, welche die vom Vatikan gesteuerte Zentrumspartei ersetzen sollte. 1963 erhielt Adenauer vom Papst den Christusorden, welcher der höchste Verdienstorden ist, den der Papst verleihen kann. Seit den 1980er Jahren wird Le Cercle von der britisch-protestantische Elite geführt. Man kann davon ausgehen, dass Le Cercle unter anderem dem diplomatischen Austausch der katholischen und der protestantischen Elite dient. Da die Gesellschaft höchst intransparent ist, kann man über ihre Aktivitäten nur spekulieren. Was sicher ist, sind die Verbindungen zu vielen Geheimdiensten. Der britische konservative Abgeordnete und Historiker Alan Clark schrieb in seinem Tagebuch, dass Le Cercle von der CIA finanziert wird (wobei ich davon ausgehe, dass wie üblich alle vertretenen Gruppen etwas dazu beisteuern). Die Gesellschaft hat in den 1970er und 1980er Verbindungen zum Kampf gegen den Kommunismus (nur ein Vorwand), während sie sich heute auf den Kampf gegen den Terrorismus fokussiert (ebenfalls nur ein Vorwand). Sie unterstützte die Apartheid in Südafrika.
Norman Lamont war Direktor der Balli Group. Zu seiner Zeit als Direktor war ein Tochterunternehmen (Balli Aviation) an illegalem Handel mit dem Iran beteiligt (Quelle).
Er war seit 2008 Mitglied des Aufsichtsrat des Technologie-Unternehmens Phorm. Das Unternehmen wurde von mehreren Institutionen kritisiert, dass sie illegal Daten von Verbrauchern sammeln (Quelle). 2009 leitete die EU ein Verfahren gegen Phorm ein, welches aber 2012 eingestellt wurde (Quelle). 2016 wurde das Unternehmen aufgelöst. Da Norman Lamont bestens mit den Geheimdiensten vernetzt war, die ja bekanntlich sehr gerne Daten sammeln, könnte es sein, dass Phorm von den Geheimdiensten gegründet wurde, um illegal Daten zu sammeln. Der Vorteil dabei ist, wenn alles aufliegt kann die Schuld auf das Unternehmen geschoben werden, während die Geheimdienste ungeschoren davonkommen. Phorm wird vermutlich nicht das einzige Unternehmen dieser Art sein und ich glaube auch bei Google und Facebook könnten geheimdienstliche Interessen im Hintergrund eine Rolle spielen.
Norman Lamont ist oder war zumindest Präsident der „The International Association of Money Transfer Networks Ltd.“. Sie ist nach eigenen Angaben die einzige globale internationale Handelsorganisation, die die Geldtransferbranche vertritt. Ich bin kein Finanzexperte, aber das klingt schon so, als wäre es eine bedeutende Institution. Sie arbeitet unter anderem mit der Weltbank zusammen.
1971 und 1972 war Norman Lamont Vorsitzender der Bow Group, einer der wichtigsten britisch-konservativen Think Tanks. Er ist Mitglied und Unterstützer der Brügge-Group, welcher der führende EU-skeptische Think Tank Grossbritanniens ist. Norman Lamont unterstützt den Brexit aktiv und war vermutlich der erste einflussreiche Politiker, der öffentlich dazu riet die EU zu verlassen. Angehörige schottischer Clans fördern aber auch Bewegungen, die für den Verbleib in der EU sind. Meiner Meinung nach hat die britische Elite den Austritt aus der EU schon längst abgesegnet. Die öffentliche Brexit-Debatte dient lediglich dazu, das britische Volk zu spalten und um von anderen Dingen abzulenken.
Der Lamont Clan in den USA
Thomas William Lamont Jr. (1870-1948) wurde in eine methodistische Familie in New York geboren. Später sollte er und seine Nachkommen zu einer einflussreichen Familie der US-Elite werden. Die Lamont Familie wird zwar offiziell nicht mit dem schottischen Lamont Clan in Verbindung gebracht, aber ich hab mir den Stammbaum auf Geni durchgesehen und festgestellt, dass Verwandte und Ehepartner der Lamonts folgende Familiennamen hatten: Cunningham, Fergusson, Burnett und Sullivan. Die ersten drei Familiennamen sind die Namen schottischer Clans und Sullivan ist ein irischer Clan.
Thomas William Lamont Jr. wurde 1911 Partner bei der US-Bank „J.P. Morgan & Co.“, die damals eine der wichtigsten Banken der USA war und ein Vorgänger der heutigen „JPMorgan Chase“ ist, die zurzeit die grösste Bank der westlichen Welt ist. 1943 wurde Thomas Vorsitzender der Bank. Über die Bank kannte er die Morgan Familie.
Thomas war ein „Fan“ des italienischen Diktators Benito Mussolini und verlieh ihm 1926 über die Bank einen Kredit von 100 Millionen Dollar (heutiger Wert circa 1.46 Milliarden Dollar) (Quelle). Thomas war zudem vier Jahre im Besitz der US-Tageszeitung New York Post, die heute im Besitz der Murdoch Familie ist. Die Zeitung wurde 1801 vom US-Gründervater Alexander Hamilton (der aus einem schottischen Clan stammte) gegründet und gilt damit als die älteste Tageszeitung der USA. 2019 war sie die viert grösste Zeitung der USA.
Thomas war mit weiteren Verwandten Mitglied der Pilgrims Society, ein angloamerikanisches Elitenetzwerk, das von der britischen Königsfamilie geführt wird. Thomas war Vorsitzender des Executive Committee der Gesellschaft. Über die Gesellschaft kannte er mehrere Vertreter schottischer Clans sowie elitäre Familien wie Rothschild, Astor und Warburg.
Thomas war auch Mitglied des Jekyll Island Clubs. Der nicht mehr existierende Club war einer der elitärsten der USA und spielte eine wichtige Rolle bei der Gründung der US-amerikanischen Zentralbank FED. Zum Club gehörten auch Angehörige elitärer Familien wie Rockefeller, Morgan und Vanderbilt, die ebenfalls in der Pilgrims Society vertreten waren. Thomas war auch Mitglied des „Council on Foreign Relations„, einer der mächtigsten Think Tanks der Welt. Er war 1919 als Vertreter des US-Finanzministerium an der Pariser Friedenskonferenz. Er war an der Umsetzung des „Dawes Plans“ und des „Young Plans“ in den 1920er Jahren beteiligt. Die beiden Pläne sind nach ihren Begründer Charles G. Dawes und Owen D. Young benannt, die beide Mitglied der Pilgrims Society waren.
Thomas Sohn Thomas Stilwell Lamont (1899-1967) nahm ebenfalls leitende Postionen bei der Bank „J.P. Morgan & Co.“ ein. Er war zudem Direktor von Continental Oil, dem Vorläufer von ConocoPhillips, der heute einer der grössten Ölkonzerne der USA ist. Er war auch Direktor von Phelps Dodge, ein Bergbauunternehmen das heute Teil von Freeport-McMoRan ist, dem grössten Kupferproduzenten der Welt. Er war wie sein Vater Mitglied der Pilgrims Society.
Der Politiker und Geschäftsmann Ned Lamont (*1954), ein Urenkel von Thomas William Lamont Jr., war ebenfalls Mitglied der Pilgrims Society. Er wurde 2019 Gouverneur von Connecticut. Seine Frau Ann Huntress Lamont ist Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin von „Oak Investment Partners“, einer Private Equity Firma. Die New York Times beschrieb sie als eine der erfolgreichsten Frauen, die es je im Bereich Venture-Capital (Wagniskapital) gab.
Es waren zudem noch zwei weitere Personen mit dem Familiennamen Lamont in der Pilgrims Society vertreten: Gordon Lamont (*1893) und Edward M. Lamont (*1926). Letzterer war stellvertretender Vorsitzender von Dupont Aerospace.
Der US-Amerikaner Daniel Scott Lamont (1851-1905) war Kriegsminister der USA und war Direktor zahlreicher Banken und Unternehmen. Er stammte definitiv vom schottischen Lamont Clan ab. Seine Mutter trug zudem den Familiennamen Scott und seine Tochter heiratete einen Mann mit Familiennamen Boyd. Scott und Boyd sind die Namen schottischer Clans.