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Geoff Kinrade, im ersten Finalspiel hatte Fribourg insbesondere im 1. Drittel gute Chancen, um in Führung zu gehen. Wie wichtig war es am Ende, dass Sie in dieser Druckphase kein Tor kassiert haben?
Kinrade: Die Fribourger hatten wirklich einen guten Start, das Tor wollte ihnen aber nicht gelingen. Damit haben sie uns gewissermassen im Spiel gehalten. Fribourg wurde zunehmend frustrierter. Das war wohl der Hauptgrund für unseren Sieg.
Der SCB stand defensiv sehr solid und brauchte vorne nur wenige Chancen. Wird dies das Rezept sein, um den Titel zu holen?
Mit einer kompakten Defensive und einem hohen Mass an Effizienz gewinnt man Meisterschaften. Oftmals kommt man zu vielen Chancen, kann sie aber nicht nutzen. Am Donnerstag lief das Spiel definitiv für uns. Wir machten die Tore, als wir sie brauchten.
Die Playoffs sind eine sehr intensive Zeit. Wie schaffen sie es, zwischendurch mal abzuschalten und den Kopf zu lüften?
Ich koche oft, um mich abzulenken. Da konzentriere ich mich nur auf das, was ich gerade tue und denke nicht an Hockey. Es ist natürlich eine Art Win-Win-Situation, weil man nachher etwas Leckeres zu Essen hat. Aber natürlich koche ich nur gesunde Sachen (lacht). Ausserdem putze ich auch regelmässig das Haus.
Sie haben Ihren Vertrag beim SCB vor kurzem um 2 weitere Jahre verlängert. Ein einfacher Entscheid?
Ja, absolut. Die Verhandlungen waren unkompliziert. Ich verstehe mich mit den Jungs im Team und dem Coaching-Staff sehr gut und es gefällt mir hier. Wir haben die meisten Fans in Europa und mit Sicherheit auch die wildesten. Ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit erhalte, zwei weitere Jahre hier zu spielen.
Sie kamen bereits als 25-Jähriger nach Europa. Relativ früh für einen nordamerikansichen Hockeyspieler...
Die meisten Spieler kommen in der Tat erst hierher, nachdem sie versucht haben, in der NHL Fuss zu fassen. Ich machte diesen Schritt früher. Es war definitiv die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Ich war in Ottawa in der Situation, dass ich einen neuen Vertrag hätte unterschreiben müssen. Ich spürte aber, dass ich in den Plänen für die NHL keine Rolle spielte und wohl wieder in der AHL eingesetzt worden wäre. Das wollte ich aber nicht mehr. Wissen Sie, die Städte dort sind nicht gerade sehr aufregend und bieten wenig Action. Mit dem Wechsel nach Übersee erhalte ich auch die Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen. Es ist eine Art Abenteuer für mich mit einem klaren Ziel: erfolgreich Hockey zu spielen.
Ist die NHL immer noch ein Fernziel von Ihnen?
Es ist immer ein Ziel und im Hinterkopf. Für mich geht es aber in erster Linie darum, alles für mein Team zu geben. Wenn ich meine Leistung bringe und sich eine Möglichkeit ergeben sollte, dann wäre das natürlich schön. Wenn nicht, dann ist es auch nicht so schlimm.
Sie leben jetzt seit geraumer Zeit in der Schweiz. Inwiefern haben Sie sich angepasst?
Eigentlich kaum, die Mentalität der Leute ist ziemlich ähnlich wie in Kanada. Ich habe versucht, mit einem Computerprogramm Deutsch zu lernen. In der Praxis hapert es aber ein bisschen, denn hier spricht ja kein Mensch Deutsch - alle reden Schweizerdeutsch (lacht). Dafür habe ich etwas an meinem Französisch gearbeitet. Ich habe in der Schule ein paar Brocken gelernt. Mit den vielen Spielern, die hier Französisch sprechen, komme ich bestimmt nicht aus der Übung.
TV-Hinweis
Verfolgen Sie das zweite Finalspiel zwischen dem SC Bern und Fribourg-Gottéron am Samstag ab 20.00 Uhr live auf SRF zwei oder im Livestream.
Zur Person
Geoff Kinrade wechselte Ende Januar 2012 vom tschechischen Erstligisten HC Pilsen zum SCB. Zuvor spielte der 27-jährige Verteidiger für die Norfolk Admirals und die Binghamton Senators in der AHL. In der Saison 2008/09 absolvierte Kinrade für die Tampa Bay Lightning sein erstes und bisher einziges NHL-Spiel.