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Die detaillierten Formatanalysen und -vergleiche des KaD beschränken sich im Bereich der Bilder auf Rastergrafiken. Rastergrafiken (auch Pixelgrafiken genannt) repräsentieren ein Bild mittels einzelner Bildpunkte (Pixel), die in einem rechtwinkligen Koordinatensystem (Raster) angeordnet sind. Im Gegensatz dazu beschreiben Vektorgrafiken Bilder (bzw. genauer deren konstitutive Elemente) mittels mathematischer Funktionen. Sie kommen hauptsächlich in charakteristischen Ausprägungen in spezialisierten Bereichen wie CAD oder GIS zur Anwendung. Ein Vergleich über diese Anwendungsbereiche hinweg macht keinen Sinn. Zudem lässt sich die Archivierung von Daten aus CAD- oder GIS-Systemen noch viel weniger als diejenige anderer Daten und Unterlagen auf eine Formatdiskussion reduzieren.
Deshalb bietet der KaD nur eine allgemein gehaltene Übersicht über Vektorgrafiken, ergänzt um die detaillierte Analyse eines möglichen Austauschformats (SVG). Im Bereich der Rastergrafik analysiert und vergleicht er im Detail sechs verschiedene Dateiformate: TIFF, JPEG, JPEG2000, PNG, DNG und PDF/A.
Rastergrafiken werden wegen ihrer Grösse häufig komprimiert, damit Speicherplatz und Kommunikationskapazitäten gespart werden können. Eine JPEG- oder JPEG2000-Komprimierung kann den Speicherplatzbedarf gegenüber einem unkomprimierten TIFF-File im Idealfall auf gegen einen Zehntel verkleinern, ohne dass ein für das menschliche Auge wahrnehmbarer Qualitätsverlust entsteht. (Siehe dazu https://kost-ceco.ch/cms/index.php?compression_de (JPEG2000) für eine Gegenüberstellung.) Für ihre Archivierung gelten die Überlegungen zur Datenkompression: Verlustbehaftete Kompressionsalgorithmen sollten vermieden werden, ausser wenn Rastergrafiken bereits nur in verlustbehaftet komprimierter Form (z.B. im JPEG-Format) vorliegen. Dann kann es notwendig sein, diese gleichwohl zu akzeptieren, aber ein besonderes Augenmerk auf möglichst lange Migrationszyklen zu legen. Es ist vor allem nicht empfehlenswert, komprimierte Formate sofort in Archivformate zu konvertieren, da die entsprechende Information ohnehin verloren ist, und da eine spätere Konversion längere Migrationszyklen möglich macht.
Der Vergleich dieser Formate soll nicht zum Fehlschluss verleiten, es gebe ein einziges ideales Archivformat für Bilddaten. Es ist im Gegenteil unerlässlich, den konkreten Anwendungsfall und die archivische Bewertung in den Formatentscheid mit einzubeziehen. Anstelle einer allgemeinen Empfehlung soll dieser Befund in einigen Beispielen vertieft werden:
Memoriav Empfehlungen Foto. Die Erhaltung von Fotografien
2017
http://memoriav.ch/wp-content/uploads/2017/05/Recommandations-photos-2017-DE-2.pdf
Murray, James D.; vanRyper, William: Encyclopedia of Graphics File Formats. Second Edition. Bonn etc, O’Reilly 1996.
Cornell University Library, Digital Imaging Tutorial: Common Image Formats
http://www.library.cornell.edu/preservation/tutorial/presentation/table7-1.html
The National Archives (ed.), Digital Preservation Guidance Note 5: Image Compression
http://webarchive.nationalarchives.gov.uk/+/http://www.nationalarchives.gov.uk/documents/image_compression.pdf
Wikipedia: Rastergrafik
http://de.wikipedia.org/wiki/Rastergrafik
Wikipedia: Vektorgrafik
http://de.wikipedia.org/wiki/Vektorgrafik
|Katalog archivischer Dateiformate||Version 6.0, Juli 2019|