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«Protektionistische Politiken schließen keine Grenzen; sie ermöglichen einen fairen Handel und ein echtes Ressourcenmanagement.»
Interview mit dem Initiator des Referendums, Willy Cretegny, Winzer in Satigny (Genf) 13,5 ha Weinberg seit 1995 im biologischen Anbau. Verheiratet und Vater von 2 erwachsenen Kindern, Präsident der Schweizerischen Vereinigung der selbsteinkellernden Weinbauern.
Warum ein Referendum gegen das Freihandelsabkommen mit Indonesien?
Freihandelsabkommen sind ein Anreiz, Konsumgüter dort zu produzieren, wo sie am billigsten sind, das ist nach David Riccardo das Prinzip des komparativen Vorteils. Kurz gesagt, wir produzieren dort, wo es am wenigsten kostet.
Diese Politik setzt die lokale Produktion einem unlauteren Wettbewerb aus.
Dies führt zu einer sehr starken Zunahme des Transports und zu einem Anreiz zum Konsum, da es Produkte zum niedrigsten Preis zum Nachteil der lokalen Produkte begünstigt. Diese Politik führt zu einer Verschwendung von Konsumgütern und Ressourcen. Wir kaufen, weil es billig ist und nicht, weil wir es brauchen.
Was ist besonders wichtig für unsere einheimische Produktion?
Die globale Erwärmung verlangt, dass wir den Freihandel zugunsten einer Handelspolitik aufgeben, die lokale Produkte begünstigt. Eine protektionistische Politik ist der beste Weg, diesem Bedürfnis gerecht zu werden.
Kohärenz und gesunder Menschenverstand sollten uns ermutigen, Massnahmen anzuwenden, die die lokale Produktion, sei es in der Landwirtschaft, in der Verarbeitung oder in der Industrie, begünstigen. Regulierungsmassnahmen, wie z.B. Steuern, die Wettbewerbsverzerrungen beseitigen, fördern die Verwendung lokaler Produkte.
Welche Vision der Landwirtschaft motiviert Sie und welche Art von Solidarität und globalem Austausch können Sie sich vorstellen?
Ich träume von einer vollständig biologischen und einträglichen Schweizer Landwirtschaft, um die Nachhaltigkeit von Familien- oder Gemeinschaftsbetrieben zu sichern. Alle Menschen, die weltweit in der Landwirtschaft arbeiten, müssen genauso entlöhnt werden, wie in der übrigen Wirtschaft. Die Wirtschaftspolitik muss auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung reagieren. Protektionistische Politiken schließen keine Grenzen; sie ermöglichen einen fairen Handel und ein echtes Ressourcenmanagement.