Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/215632

<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss dem am 8. September veröffentlichten jüngsten Bericht der Europäischen Umweltagentur ist die Luftverschmutzung in Europa jedes Jahr für den vorzeitigen Tod von mehr als 400 000 Personen verantwortlich. Gemäss diesem Bericht bildet auch die Schweiz mit mehr als 4500 durch die Luftverschmutzung verursachten vorzeitigen Todesfällen keine Ausnahme. Als wichtigste Schadstoffe nennt der Bericht Feinstaub (verantwortlich für 3700 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in der Schweiz), Stickoxide (620 vorzeitige Todesfälle) und Ozon (240 vorzeitige Todesfälle). </p><p>Der Strassenverkehr ist eine der wichtigsten Quellen von Feinstaub PM2.5, insbesondere im städtischen Raum. Der Fokus lag lange auf Abgasen als Emissionsquelle von Feinstaub, doch auch der Reifen- und Bremsabrieb sowie der Abrieb von Strassenbelag verursachen eine beträchtliche Menge der Feinstaubemissionen. Gemäss dem Centre interprofessionnel technique d'études de la pollution atmosphérique (CITEPA) sind diese Quellen in Frankreich jährlich für den Ausstoss von 15 000 Tonnen Feinstaub verantwortlich, das entspricht 46,5 Prozent der gesamten Menge des dort durch den Strassenverkehr freigesetzten Feinstaubs. </p><p>In der Schweiz wird Feinstaub derzeit, was die Emissionen, die Konzentration in der Luft und deren Auswirkungen betrifft, in zwei Kategorien eingestuft: in die Kategorie Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (PM10) für Reifenfragmente und in die Kategorie Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2.5) für den Bremsabrieb. Es sind Arbeiten auf internationaler Ebene im Rahmen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (Commission Economique des Nations Unies pour l'Europe, CEE-ONU) im Gang, an denen die Schweiz beteiligt ist, um geeignete technische Lösungen für die Eindämmung der durch Bremsabrieb verursachten Emissionen zu finden. Weitere Arbeiten in der Schweiz haben die Charakterisierung des durch Reifenabrieb freigesetzten Feinstaubs zum Ziel.</p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat beauftragt, einen detaillierten Bericht vorzulegen, anhand dessen es möglich sein wird, neue Kenntnisse zu gewinnen betreffend:</p><p>- die Menge der durch den Reifen- und Bremsabrieb verursachten Emissionen;</p><p>- die in der Raumluft gemessenen Konzentrationen;</p><p>- die Auswirkungen für die Gesundheit, die daraus resultieren können;</p><p>- die Festlegung von Zielen zur Eindämmung der Emissionen; und</p><p>- die Massnahmen, die es ermöglichen, diese Ziele zu erreichen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Durch die Abnützung von Reifen gelangen Partikel in die Umwelt, vor allem auf die Böden und in das Abwasser. Ein Teil dieser Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer gelangt in die Luft. Auch die Abnützung von Bremsbelägen ist eine Feinstaubquelle.</p><p>Laufende Untersuchungen im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) zielen darauf ab, die verschiedenen Formen von Feinstaub im Hinblick auf ihre Kautschukkomponenten (Mikroplastik) und ihre metallischen oder mineralischen Bestandteile besser charakterisieren zu können. Erste Ergebnisse zeigen, dass rund fünf Prozent der Konzentrationen an Feinstaubpartikeln mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer (PM10), die an eingetieften Strassenabschnitten gemessen werden, vom Abrieb herrühren. </p><p>Diese PM10-Partikel können über die Atmung in den Organismus gelangen und sind bei hohen Konzentrationen gesundheitsschädlich. In den verschiedenen Evaluationen, die das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) veröffentlicht hat - namentlich auch in der aktualisierten Studie "Externe Kosten und Nutzen des Verkehrs in der Schweiz" -, wird die Gesamtheit der PM10 berücksichtigt. </p><p>Dank des Einsatzes der besten verfügbaren Technik sowohl im Bereich der Fahrzeuge als auch in Bezug auf die Strassenbeläge stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um die Menge dieser Reifenfragmente, die in die Umwelt gelangen, zu begrenzen. Überdies sind auf internationaler Ebene und namentlich im Rahmen der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) Arbeiten im Gange, die auf die Entwicklung von Bremssystemen abzielen, die eine geringere Menge an schädlichen metallischen Partikeln in die Umwelt freisetzen.</p><p>In Anbetracht der laufenden Bestrebungen und der bereits erschienenen Publikationen zu diesem Thema erachtet der Bundesrat die Erarbeitung eines weiteren Berichts nicht als notwendig.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.