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Einige Gedanken zur Arbeit Daniel Grobets
Die Faszination am Gleichgewicht, dessen Grenzen auszuloten und neue mögliche Formen zu finden, wurden nach der Begegnung mit einem Werk von Alexander Calder in der Fondation Maag in St. Paul de Vence zu Daniel Grobets neuer Leidenschaft.
Gleichgewicht und Bewegung blieben das Zentrum seiner künstlerischen Laufbahn, alle seine Werke sind mobil. Als Autodidakt näherte er sich immer komplexeren Ausdrucksformen und versuchte, ein jeweiliges Thema, eine Form, ein Prozedere ganz auszuschöpfen.
Das Ziel seiner Arbeit bestand darin, die Grenzen die durch die Form gegeben sind, zu verstehen. Daniel Grobet machte dabei die Erfahrung, dass es nicht das Gleichgewicht ist, das eine Entwicklung ins “Unendliche” verhindert, sondern die Notwendigkeit eines immer grösseren Gegengewichts, um ein solches Gleichgewicht zu halten. Immer wieder staunend, verglich er seine Forschung mit unserem Sonnensystem, in dem alles was uns natürlicherweise umgibt, mit so viel Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit und Präzision geschieht.
«Immer wieder bin ich glücklich, in dieser wundervollen Welt zu leben, die offensichtlich keine Grenzen zu haben scheint.»
Um eine Skulptur zu realisieren, brauchte Daniel Grobet eine ganz klare Vorstellung der Skulptur, bevor er überhaupt mit der Ausführung beginnen konnte, und er versuchte, während der Arbeit so nah wie möglich an dieser Vision zu bleiben. Selten musste er eine Idee aufgeben, weil sie sich auf technischer Ebene nicht verwirklichen liess. Was er allerdings finden musste, war die Aesthetik. Wie das Gleichgewicht funktioniert, war ihm vertraut und selbstverständlich, um jedoch eine Skulptur zu realisieren, die seinen ästhetischen Ansprüchen genügte, brauchte dies oft viel Zeit. Immer wieder bearbeitete er die Skulptur, bevor er sie als beendet betrachten konnte.
Viele Jahre arbeitete Daniel Grobet an Skulpturen im Gleichgewicht auf einem Sockel, wobei die einzelnen Elemente frei beweglich übereinanderliegen. Er suchte aber auch nach Möglichkeiten, die Skulptur direkt auf den Boden zu stellen, ohne Gleichgewicht und Bewegung zu verlieren. Ganz zufällig entdeckte Daniel Grobet dabei eine musikalische Seite in seinen Werken – eine gleichmässige Bewegung, die genau dort anhält, wo sich die Skulptur in ihrem Gleichgewicht befindet. Jedes der einzelnen Elemente einer Skulptur hat seinen eigenen Rhythmus und trägt so zur Harmonie des Ganzen bei.
Birgit Esslinger Grobet