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Brasilien will herausfinden, wer auf dem Land lebt, wie die Menschen dort leben und was sie produzieren. Etwa 19.000 Mitarbeiter des Statistikamtes IBGE werden dazu über fünf Millionen ländliche Anwesen besuchen und gemeinsam mit den Besitzern Fragebögen ausfüllen.
Auch wenn mehr als 70 Prozent der Bevölkerung Brasiliens in Städten lebt, ist die Landbevölkerung von großer Bedeutung. Während die Großgrundbesitzer vor allem Soja, Mais und Zuckerrohr für Industrie und den Export produzieren, sind es die Besitzer von kleinen Anwesen, die für 70 Prozent der täglichen Nahrungsmittel der Brasilianer sorgen.
Aber auch der Begriff Kleinlandwirte umfasst eine imense Bandbreite, die von Kleinbauern mit nur ein bis drei Hektar Land bis hin zu hundert Hektar Besitz reichen. Ihre Anbauweisen sind ebenso vielfältig, wie die benutzten Kulturen.
Der Sektor ist äußerst dynamisch und hat in den vergangenen Jahren mehr Technologien und Innovationen eingebunden, wie IBGE-Koordenator Sergio Braga da Silva betont. Der letzte Zensus stammt indes aus dem Jahr 2007.
Seitdem hat sich Vieles verändert, wie das Beispiel des Bundesstaates Sergipe zeigt. Dort sind viele Grundbesitze geteilt worden und leben nun mehrere Familien auf dem Anwesen, das vorher von einem einzigen Bauern bewirtschaftet worden ist.
Mit 42 bis 100 Fragen soll ein Profil der Landanwesen und deren Bewohner entstehen. Das soll unter anderem zeigen, wieviele Familien im ländlichen Bereich leben, wie sie arbeiten und was sie produzieren. Ziel ist es, anhand der gewonnenen Informationen neue Strategien und Programme zu entwickeln.
Vorerst wird aber befragt. Abgeschlossen werden soll der Landzensus voraussichtlich im Februar. Mit der Veröffentlichung erster Daten ist im Mai 2018 zu rechnen.