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Motten entstammen verschiedenen Gruppen der Schmetterlinge. Einige dieser Kleinschmetterlinge sind ernstzunehmende Schädlinge. Sie kommen sowohl in Mühlen vor als auch in Silos, Lagerhäusern, Getreidespeichern, Bäckereien, Supermärkten und im Haushalt. Einfach gesagt: Überall dort, wo sie Nahrung finden.
Befallmechanismen. Der Befall mit diesen Schädlingen erfolgt viel häufiger über eine passive Einschleppung als durch Zuflug. Die Motten gelangen mit Verpackungsmaterial (Holzwolle, Papier, Pappe et cetera), Lebensmitteln oder mit Tiernahrung in ihr neues Habitat. Dort können sie sich dann aktiv vermehren. Tagsüber sitzen die adulten Motten vor allem an senkrechten Wänden. Sie fressen Trockenobst, Nüsse, Schokolade, Getreide, Getreideprodukte und zahlreiche andere pflanzliche Produkte. Die Schäden entstehen durch Frass, Verunreinigung infolge ihrer Spinntätigkeit und durch Kot.
Die Mottenlarven fressen unter fortwährendem Spinnen vor allem in den Aussenschichten der Nahrung. Nach Beendigung des Fressens schliesst sich eine Wanderphase der erwachsenen Larven an, die je nach Temperatur drei bis zehn Tage dauert und dem Aufsuchen der Verpuppungsorte dient. Als solche eignen sich Spalten und andere geschützte Stellen. Im Puppenkokon können die Larven in eine Diapause eintreten, die sich über mehrere Monate erstreckt. Eine derartige Entwicklungsverzögerung lässt sich durch niedrige Temperaturen, kurze Helligkeitsperioden oder durch eine hohe Populationsdichte auslösen.
Die wichtigsten Vorratsmotten sind:
- Mehlmotte Ephestia kuehniella
- Speicher-/Kakaomotte Ephestia elutella
- tropische Speichermotte (Dattelmotte) Ephestia cautella
- Dörrobstmotte Plodia interpunctella
- Feigenmotte Ephestia figuliella
Präventive Massnahmen. Mit geeigneten Einkaufsspezifikationen und Eingangskontrollen können Betriebe die Gefahr der Einschleppung zumindest eindämmen. Die Lagerung und Verarbeitung von Lebensmitteln in einem intakten Gebäude, das ein Minimum an Ritzen und Hohlräumen aufweist, verhindert die Festsetzung von Schädlingen im Betrieb. Notwendig ist zudem die regelmässige Reinigung der Produktions- und Lagerräume.
Monitoring. Wo ein Befallsrisiko besteht, sind Unternehmen gut beraten, wenn sie Vorratsmotten mit Pheromonfallen überwachen. Richtig installiert, locken solche zuverlässig die Mottenmännchen an, die dann auf einer Klebefläche haften bleiben. Bei einem Kontrollintervall von zwei bis vier Wochen lässt sich ein Befall meist vor einer grossflächigen Ausbreitung erkennen. Dies erlaubt die Einleitung geeigneter Massnahmen.
Behandlung. Als erster Behandlungsschritt lokalisieren Experten den Befallsherd und eliminieren die Schädlinge durch Behandlung der Produkte oder durch Entsorgung. Je nach Situation ist im Anschluss eine lokale Sprühbehandlung oder gar eine Raumvernebelung mit Insektiziden notwendig.
Trotz professioneller Durchführung bleibt aber bei solchen Einsätzen ein Restrisiko für Anwender, Belegschaft und Produkt. Daher geht der Trend vermehrt in Richtung insektizidfreier Methoden. Bei der Verarbeitung von Bioprodukten ist der Einsatz von Insektiziden stark eingeschränkt oder gar nicht erlaubt. Aber ein Befall lässt sich trotz Prävention und Monitoring nie ganz ausschliessen. Die aktive Mottenverwirrtechnik ist in diesen Situationen eine wirksame Alternative.
Aktive Mottenverwirrtechnik. Die aktive Verwirrtechnik mit Exosex SPTab setzt Pheromone sparsam ein, um die Umgebung nicht zu übersättigen. Die Pheromone sind auf einem speziellen Trägerstoff (Carnaubawachs) aufgebracht, der bipolar elektrostatisch geladen und pulverisiert ist (Entostat-Pulver).
Dieses Pulver müssen Mitarbeiter nur noch in zylindrische Tabletten pressen, die anschliessend einsatzbereit sind. Die Ausbringung erfolgt mithilfe eines Spenders.
Funktionsprinzip der Verwirrtechnik. Das Prinzip ist denkbar einfach. Das Pheromon lockt die männlichen Motten an, die dieses aufnehmen und fortan wie ein Weibchen «riechen». Die elektrostatische Aufladung des Pulvers begünstigt eine vermehrte Aufnahme des Pheromons. Zudem werden die Pheromonrezeptoren der Männchen überlastet, sodass sie nicht mehr in der Lage sind, Weibchen zu erkennen. Die männliche Motte legt nun eine falsche «Fährte» und gibt das Pheromon an andere Männchen weiter. Die Autokonfusion senkt die Chancen für ein Weibchen, sich mit einer männlichen Motte zu paaren, drastisch. Für den Fall, dass es dennoch zu einer Paarung kommt, reduziert die Verzögerung über die normale Fruchtbarkeitsperiode der weiblichen Motte hinaus die Anzahl und Lebensfähigkeit der Eier stark.
Permanent angewendet, reduziert dieses System den Mottenbefall erheblich. Die Mottenpopulation lässt sich nachhaltig minimieren und über das bisherige Monitoringsystem kontrollieren. Mitarbeiter müssen nur noch alle zwei bis drei Monate die Spender mit neuen Pheromonen befüllen. Die Mottenfallen für das Monitoring sollten im selben Intervall gewartet werden.
» Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 6/12.