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|Anfänge um 600||Die frühe christliche Verehrung der Verena Ende des 3. Jahrhunderts wird von den Alamannen nicht übernommen. Im 5. Jahrhundert gibt es aber Ausgrabungsfunde des Friedhofs im Hebsack in Schleitheim. Dort wurde auch ein Mädchengrab mit christlichen Beigaben gefunden.

Um das Jahr 600 kann die erste Kirche, eine gemauerte Rechteckkirche mit Apsis, datiert werden, denn in der Kirche wurden bei der Renovation 1986 Stiftergräber aus dieser Zeit gefunden. Auf diese erste Kirche folgten an gleicher Stelle um 985 ein romanischer und im 13./14. Jahrhundert ein gotischer Bau.
997 wird die Himmelskönigin Maria als Schutzheilige der Kirche verehrt, noch 1428 heisst sie Pfarrkirche der hl. Jungfrau Maria in Schleitheim.
|Reformation und Täuferbewegung||Zur Zeit als der Freund von Huldrich Zwingli, Sebastian Hofmeister in der Schaffhauser Stadtkirche St. Johann predigte, wirkte in Schleitheim Niklaus Spöhrlin (vgl. Pfarrliste Schleitheim), der die Aufbrüche nicht auf förderliche Weise zu verbreiten vermochte. Es wird als Zeichen seines schwierigen Charakters gewertet, dass er 1535 vom Rat wegen häuslicher Gewalt gegen seine Ehefrau gebüsst wurde.

Die Täuferbewegung fand unter dem Einfluss des thüringischen Thomas Münzers in Schleitheim starken Zulauf. Schleitheim wurde zum geheimen Tagungsort für die Täufersynode vom 24. Februar 1527, bei der das noch heute bekannte "Schleitheimer Bekenntnis" beschlossen wurde, das der Breisgauer Michael Sattler in 7 Artikeln verfasst hatte.
Beruhigung gab es nicht durch die gegen die Täufer verhängten Strafmassnahmen und die Auswanderung, sondern erst als in Beggingen ein mit dem erwecklichen Pfarrer David Spleiss in Buch befreundeter Pfarrer J.J. Vetter gewählt wurde, der Bibelleseabende anbot, was dann sein Kollege Pfarrer Kirchhofer in Schleitheim übernahm. Vetter wurde 1824 dessen Nachfolger in Schleitheim und die noch vorhandenen Separatisten schlossen sich der Kirchgemeinde an.
Im Dorfmuseum sind Zeugnisse aus der Täuferzeit zu besichtigen. (Erster Sonntagnachmittag im Monat oder auf Anfrage.) vgl. www.museum-schleitheim.ch
Unterwegs (Radio Munot) 25.4.2010: Besuch von Mennoniten im Täuferzimmer
|Heutiger Kirchenbau||Der Kantonsbaumeister Johann Christoph Bahnmaier, der auch St. Maria in Schaffhausen erbaute, schuf 1869 die heutige Dorfkirche von Schleitheim.

Die Medaillons an der Empore stellen in symbolischen Emblemen Aussagen der Bibel dar - neben der Arche Noah, den Gebotetafeln und der erhöhten Schlange aus dem Alten Testament, dem Lamm Gottes und dem Kreuz aus dem neuen Testament auch Symbole wie der Anker, eine Sanduhr für die Vergänglichkeit und der Phönix für die Auferstehung.
Oben am Abschluss des Kirchenschiffes finden sich Paulus und Petrus. Mose und Elia auf der Rückseite mussten 1887 dem Einbau der Orgel weichen.
Die romantisch gestimmte Orgel auf der Empore wurde von Johann Nepomuk Kuhn (1827-1888) erbaut und am 27. März 1887 eingeweiht. Hundert Jahre später wurde sie bei der Kirchenrenovation überholt und leistet wieder treue Dienste - begleitet allerdings seither von einer zweiten, barock gestimmten Orgel im Kirchenschiff, die als Ersatz gedacht war und nun eine musikalische Besonderheit von Schleitheim darstellt. Die neue Orgel wurde von der Firma Orgelbau de Gier in Uhwiesen erbaut und weist trotz des kompakten Baus 13 Register auf.
Das Kirchenfenster an der Front wurde 1966 zum Jubiläum der Spar- und Leihkasse des Bezirks Schleitheim vom ortsansässigen Künstler Hermann Meyer (geb. 1935) erstellt, als die Kirche innen weiss übertüncht und noch nicht historisch renoviert worden ist (1973/74). Es zeigt Tod und Auferstehung Christi, den Hauptmann unter dem Kreuz und die Taube des Heiligen Geistes.
1901 wurde der spitze Kirchturm erstellt, der heute durch seine farbigen Ziegelmuster auffällt. Dabei wurde auch das vierstimmige Geläut erneuert. Eine fünfte Glocke von 1608 blieb zuoberst im Glockenstuhl erhalten, das Chriesiglöckli. Mehr zum Geläut vgl. Glocken Schleitheim
|Pfarrhaus||Das heutige reformierte Pfarrhaus oberhalb der Kirche wurde grossenteils 1778 vom damaligen Fürstbischof von Konstanz erbaut, der als katholischer Regent bis 1803 die Kollatur, d.h. alle Rechte und Pflichten über die reformierte Kirche und das Pfarrhaus Schleitheim besass. Er liess sein prunkvolles Wappen anbringen, das noch heute in kräftigen Farben über der Pfarrhaustüre auffällt. Vgl. dazu das Radio-Interview mit Pio dalla Valle: mp3 und der » Bericht.|
|Literatur||Geschichte von Schleitheim, Schleitheim 1985, S. 268-296 und 346-347.

vgl. auch Pfarrliste Schleitheim
|Dokumente|