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Nach ihrer Ankunft in einem klapprigen Bus steigen die Sänger des TeploKomunEnergo-Firmenchors in willkürlicher Reihenfolge auf eine kleine Bühne. Plötzlich ist alles an seinem Platz. Die Frauen stellen sich in der ersten Reihe auf, die Männer stehen kerzengerade auf einer Bank in der zweiten Reihe … Die Lieder werden selbstbewusst und mit einem gewissen Stolz in den Raum geschmettert. Diese erste Szene veranschaulicht eindrucksvoll die eigentümlich antiquiert anmutenden Welt des Unternehmens, das die Zentralheizung in der Stadt Iwano-Frankiwsk verwaltet: Es gibt Kreisläufe, die viel Luft führen, Undichtigkeiten in den meisten Gebäuden, und jede-r hat eine gute Ausrede, nicht an Gewerkschaftsversammlungen oder Chorproben teilzunehmen, und dennoch scheint all das zu funktionieren! Regisseurin Nadia Parfan pirscht sich mit einem effizienten, präzisen und bissigen Direct-Cinema-Ansatz an das Eigenleben von TeploKomunEnergo heran. Über den Umweg der Geschichte eines unter Druck stehenden, schwer zähmbaren Heizungssystems beobachtet sie die moderne Ukraine, deren veraltete soziale Strukturen, die mit dem heutigen Wirtschaftssystem unvereinbar sind, paradoxerweise weiterhin funktionieren.