Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03115.jsonl.gz/2555

Während den Verhandlungen über ein Abkommen über Fischerei- und Seegrenzen im Jahr 1977 schlugen die USA vor, Interessenssektionen im jeweils anderen Land zu eröffnen, die von kubanischen und US-Diplomaten geführt werden sollten. Kuba ging auf den Vorschlag ein. Ab 1977 war das Mandat der Schweiz als Schutzmacht für die USA primär formeller Natur.
Eröffnung von Interessenssektionen
1977 liess Kuba den USA über Schweizer Diplomaten einen Vorschlag für ein Abkommen über Fischerei- und Seegrenzen zustellen. Im Zuge der Verhandlungen zu diesem Abkommen schlugen die USA die Eröffnung von Interessenssektionen im jeweils anderen Land vor. Sie sollten in den ehemaligen Botschaftsgebäuden untergebracht sein und von kubanischen und US-amerikanischen Diplomaten geführt werden. Kuba stimmte dem Vorschlag zu. Die amerikanische Interessenssektion stand weiterhin unter dem Schutz der Schweizer Botschaft in Havanna, die kubanische Interessenssektion in Washington unter dem Schutz der Tschechoslowakei. 1991 wurde die kubanische Interessenssektion der Schweizer Botschaft in Washington angegliedert.
Tumulte vor US-Interessensektion 1980
Ab 1977 war das Schweizer Mandat als Schutzmacht für die USA primär formeller Natur. Im Mai 1980 kam es jedoch nochmals zu einer Situation, die die Dienste der Schweiz als Schutzmacht notwendig machte. Rund 800 ehemalige politische Gefangene versammelten sich vor der US-Interessenssektion in Havanna und forderten Einlass in die USA. Als sie mit einer Gruppe von Regierungsunterstützern zusammentrafen, kam es zu Tumulten – über 300 Männer, Frauen und Kinder, die vor dem Gebäude für ein Visum anstanden, drängten sich ins Botschaftsgebäude. Einige blieben über fünf Monate im Innern des Gebäudes.
Der damalige Schweizer Botschafter in Havanna, Jean-Pierre Ritter, betonte gegenüber dem kubanischen Aussenministerium die diplomatische Immunität der Interessenssektion. Gleichzeitig organisierte er Nahrung und Medikamente für die Menschen im Botschaftsgebäude.
Diplomatische Dokumente der Schweiz: