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Die Kaffee Produzenten der Kooperative „La Florida“ leben und arbeiten im peruanischen Hochland im Departement Junin. Das Anbaugebiet erstreckt sich in diesem hochgelegenen Regenwaldgebiet auf 35 Siedlungen in zwei Seitentälern des Rio Péréné. Die meisten Familien stammen aus indigenen Völkern; viele sind aus dem Hochland zugewandert, bei anderen handelt es sich um einheimische Indigenas.
Der Kaffee von La Florida
Auf dem Weltmarkt fällt der peruanische Kaffee mit 1,2 % der Weltexporte nicht schwer ins Gewicht. Im Lande selbst spielt Kaffee eine grosse Rolle: Er wird auf rund 200’000 Hektaren Land angepflanzt, beschäftigt über 100’000 Familien und stellt 40% der Agrarexporte.Die Erträge sind freilich meist tief; über 95 % der Produzentinnen erzielen Preise die nur knapp – und je nach Weltmarktpreis – auch gar die Produktionskosten decken. Im Einzugsgebiet von La Florida wird Kaffee auf etwa 80% der Landwirtschaftsfläche angebaut. Im fairen Handel erhielten die Produzentlnnen Ende letzten Jahres den existenzsichernden Preis von 6.50 Franken pro Kilogramm.
Kaffeekirsche nach Ernte
Was leistet die Kooperative?
La Florida arbeitet auf unterschiedlichen Ebenen, um die Lebensbedingungen der Mitgliederfamilien zu verbessern:
- Erste Priorität hat die direkte Vermarktung von Kaffee und andere Agrarprodukte, um anständige Preise zu erzielen.
- Dazu kommen wichtige Beitrag zur Infrastruktur und Entwicklung des grossen und schwer zugänglichen Einzugsgebiet leisten.
- Wichtig ist zudem die Produktediversifizierung. Sie hat das Ziel, die Ernährungssicherheit zu verbessern sowie neue Erwerbsquellen zu erschliessen. Damit soll die einseitige Ab-hängigkeit vom Kaffeegeschäft verringert werden.
- Eine eigene Röstfabrik soll ebenfalls zu grösseren Vermarktungschancen auf dem Binnenmarkt und besseren Preisen beitragen.
Mit dem Mehrpreis, den Bio- und Fair-Handelsorganisationen bezahlen, finanziert La Florida Sozialleistungen sowie verschiedene Projekte im Gesundheits- und Erziehungsbereich.
Geschichte der Organisation
In der Überzeugung, nur gemeinsam erfolgreich sein zu können, gründeten 1966 einige Siedler aus dem Dorf La Florida die gleichnamige Kaffeegenossenschaft. Bald schlossen sich Kaffeebauern
La Florida Kaffeesack
aus den umliegenden Ortschaften an. Dank günstigen staatlichen Krediten war sie finanziell unabhängig und organisierte Projekte, die der Gesamtbevölkerung von etwa 10’000 Menschen zugute kamen.
Rund zehn Jahre später nahm dieser Aufschwung ein tragisches Ende: Der Weltmarktpreis für Kaffee fiel in den Keller, und die staatliche Kreditanstalt wurde geschlossen. Zudem wurde La Florida zur Zielscheibe der Guerilla-bewegung: Diese zerstörte zahlreiche Felder und Gebäude und ermordete mehrere Genossenschaftsmitglieder.
Trotzdem gelang es die Kooperative neu zu beleben: Dank der Unterstützung durch verschie-dene internationale Organisationen kam La Florida in den Genuss von Bankgarantien. Ferner konnten erste Kontakte zur Max Havelaar-Stiftung geknüpft werden und die Genossenschaft begann mit der Umstellung auf biologische Anbaumethoden. Ein Teil der Produktion ist inzwischen zertifiziert.
Heute zählt La Florida mehr als 800 aktive Mitglieder, über ein Fünftel sind Frauen. Sie gilt im In- und Ausland als Beispiel dafür, dass dauerhafte Entwicklung von den betroffenen Bevölkerungs-gruppen getragen werden muss.