Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03308.jsonl.gz/2167

Bertha von Suttner war eine österreichische Pazifistin, Friedensforscherin und Schriftstellerin und wurde 1905 als erste Frau mit dem Freidensnobelpreis ausgezeichnet.
Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.Bertha von Suttner
Von damals…
Bertha Sophia Felicita Freifrau von Suttner, wurde am 9.Juni 1843 in Prag als Gräfin geboren. Sie wuchs bei ihrer Mutter Sophie Wilhelmine auf, da ihr Vater vor ihrer Geburt mit 75 Jahren verstarb. Bertha war ein Sprachtalent und lernte als Kind und Jugendliche mehrere Sprachen; Französisch, Italienisch, Englisch und Russisch. Auch musikalisch wurde sie gefördert. Anders als andere adelige Kinder wurde sie nicht in die Klosterschule geschickt, wodurch sie in der Bibliothek ihrer Mutter die Literatur der damaligen Zeit lesen konnte. Darunter auch Kant, Schiller und Descartes. Berthas Mutter war spielsüchtig und verpulverte das Geld der Familie, sodass das Erbe ihres Vaters langsam aufgebraucht war. Bertha nahm daraufhin eine Stelle als Gouvernante in Wien an. Dort unterrichtete sie die vier Töchtern von Karl Freiherr von Suttner in Musik und Sprache.
Als sie 1876 in Alfred Nobel ihren Seelenverwandten fand, interessierte sie sich zunächst für Krieg. Denn er war der Meinung, dass mir durch militärische Abschreckung und Massenvernichtungswaffen der Friede gesichert werden könne und beeinflusste Bertha mit dieser These. Doch bald merkte sie, dass sie sich nicht mit dieser Idee identifizieren konnte. Alfred unterstützte ihre Friedensarbeiten trotzdem, indem er ihr mit grosszügigen Geldspenden unter die Arme griff.
Als Bertha später wieder nach Wien zog, heiratete sie am 12. Juni 1876 heimlich Arthur Gundaccar von Suttner. Arthurs Eltern enterbten ihn daraufhin, weil sie damit nicht einverstanden waren. So zogen die beiden noch im gleichen Jahr in den Kaukasus nach Georgien zur Fürstin Jekaterina Dadiani von Mingrelien.
1877 begann der Russisch-Türkische Krieg und das Ehepaar tätigte als Journalisten für die Wochenblättern. Vor allem Bertha hatte unter dem Pseudonym «B. Outlot» grossen Erfolg. 1885 kehrten sie zusammen nach Wien zurück, söhnten sich mit Arthurs Familie aus und bezogen das Schloss Harmannsdorf in Niederösterreich.
Berthas Werke
Suttner blieb nach ihrer Rückkehr ins Schloss Harmannsdorf als Journalistin aktiv und engagierte sich als Pazifistin. 1886 veröffentlichte sie ihr erstes Buch «High Life». Es beinhaltet das Thema Respekt gegenüber dem Menschen und dessen freie Entscheidungskraft. Ihr grösster literarischer Erfolg aber war das Buch «Die Waffen nieder!», welches 1889 publik gemacht wurde. Sie beschrieb darin den Schrecken eines Krieges aus der Sicht einer Ehefrau und beteiligte sich somit an der Diskussion über den Militarismus und den Krieg. Mit diesem Werk wurde sie zu einer der prominentesten Vertreterinnen der Friedensbewegung.
Der 3. September 1891 war das Geburtsjahr der Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde. Sie schrieb Artikel in der Neuen Freien Presse und forderte darin alle Friedensanhänger auf, sich öffentlich als solche zu bekennen und mit all ihren Kräften mitwirken sollen.
Mit diesem Aufruf wurde sie von der Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde zur Präsidentin genannt. Diesen Platz hielt sie auch bis zu ihrem Tod. Nach dem Friedenskongress 1891 in Rom nahm sie an mehreren internationalen Kongressen teil. Wie zum Beispiel 1892 in Bern, 1894 in Antwerpen in 1987 in Hamburg.
Als ihr Mann Arthur 1902 verstarb, zog Bertha zurück nach Wien und reiste 1903 nach Monaco, um an der Eröffnung des «Institut International de la Paix» teilzunehmen. Sie gehörte im Juni 1904 zu den bedeutendsten Teilnehmerinnen der «Internationalen Frauenkonferenz» Berlins an.
1905 erhielt Bertha den Friedensnobelpreis, den sie 1906 in Kristiania entgegen nahm.
…für heute
Bertha von Suttner verstarb am 21. Juni 1914 in Wien an Krebs. Doch ihre Werke hinterliessen Spuren in der Gesellschaft. Nicht nur ihr Werk «Die Waffen nieder!» inspiriert viele Menschen dazu Friedensaktivisten zu werden. Auch haben viele Städte in Österreich und Deutschland Schulen, Plätze und Strassen nach ihr benannt, wie zum Beispiel der Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn. Auch auf Münzen und Banknoten von 1970 ist ihr Portrait zu sehen. Die 2.50 Meter hohe Gedenkstatue von der finnischen Künstlerin Sirpa Masalin wurde am Bonner Berta-von-Suttner-Platz am Weltfriedenstag 2013 enthüllt.
Bis heute sind Menschen von der wahnsinnigen Lebensgeschichte Suttners beeindruckt und inspiriert. Und das ist gut so, denn Frieden ist schlussendlich nachhaltiger als Krieg.
Bildquellen:
Titelbild: El polémico testamento de los premios más famosos del mundo (prensalibre.com) Bild 1: PORTRET: Alfred Nobel – inventator de excepţie, creatorul celor mai prestigioase premii din istorie – Radio România Cultural (radioromaniacultural.ro) Bild 2: Arthur Gundaccar von Suttner | AustriaWiki im Austria-Forum Bild 3: Die Waffen nieder!, Bertha Von Suttner | 9781482759686 | Boeken | bol.com Bild 4: Österreich 1000 Schilling 1966 Pi. 147 Bertha von Suttner mit nur leichter Mittelfalte I/II | MA-Shops Bild 5: Frauennetzwerk für Frieden – Bertha-von-Suttner-Platz Bonn (frauennetzwerk-fuer-frieden.de)
Textquellen: