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Neun weitere Strassen und Plätze um den Iris von Roten-Platz nach Frauen benannt
Die Vorsteherin des Justiz- und Sicherheitsdepartements hat auf Antrag der Nomenklaturkommission neun Strassen und Plätze um den Iris von Roten-Platz nach Frauen benannt, die als Pionierinnen in die Basler Geschichte eingegangen sind.
Sechs der Frauen, nach denen neue Strassen benannt wurden, haben im 19. oder 20. Jahrhundert gelebt. Die Gertrud Spiess-Strasse ist nach der ersten Grossratspräsidentin und Nationalrätin benannt, die Dora Schmidt-Strasse nach der ersten leitenden Frau in der Bundesverwaltung. Die Emilie Louise Frey-Strasse trägt den Namen der ersten Studentin der Universität Basel. Rut Keiser war die erste Konrektorin des ehemaligen Mädchengymnasiums am Kohlenberg und nach der Ablehnung des Frauenstimmrechts 1959 Mitorganisatorin des Lehrerinnenstreiks. Die Gretel Bolliger-Promenade ist nach der Pionierin der Schweizer Frauen-Leichtathletik benannt, die im Verlauf ihrer Karriere 56 Titel, 25 Rekorde und eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1952 verbuchen konnte. Die Katja Wulff-Anlage trägt den Namen der Pionierin des modernen Ausdruckstanzes.
Historisch weiter zurück liegt die Zeit von Wibrandis Rosenblatt, der Pionierin und Netzwerkerin des Basler Protestantismus im 16. Jahrhundert, die dem Wibrandis Rosenblatt-Weg den Namen leiht. Der Kunigunde-Platz trägt den Namen der Kaiserin Kunigunde von Luxemburg, Basler Stadtpatronin und mit Ehemann Heinrich II. Herrscherin des deutschen Reichs und Co-Stifterin des Basler Münsters im Jahr 1019. Urbana Iulia, Tochter eines freigelassenen Sklaven ca. im 3. Jahrhundert, ist dank Grabsteininschriften eine der beiden ersten namentlich bekannten Frauen der hiesigen Geschichte.
Am 20. Januar 2021 wurde mit der Benennung des Iris von Roten-Platzes kommuniziert, dass neben dem nach der feministischen Vordenkerin benannten Platz noch weitere Örtlichkeiten des dortigen Entwicklungsareals nach Frauen benannt werden sollen. Die Benennung nach Iris von Roten erfolgte zum 50-Jahre-Jubiläum des Frauenstimmrechts. Nach den jüngsten Benennungen sind in Basel 110 Örtlichkeiten nach Männern benannt, 19 nach Frauen. Die Nomenklaturkommission wird weiterhin Frauen bei Neubenennungen auf dem ganzen Stadtgebiet berücksichtigen, wenn sie einen klaren Bezug zu Basel und zur zu benennenden Örtlichkeit haben. So wurde im vergangenen November auf dem Areal des ehemaligen SRF-Radiostudios auf dem Bruderholz ein Weg nach der Radiopionierin Helli Stehle benannt. Die Entscheide über Strassenbenennungen werden im Kantonsblatt publiziert.