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Seit dem 1. Januar sind über 50‘000 Menschen über das Meer nach Süditalien gekommen. Bis Ende Jahr, so erklärt der Direktor des italienischen Flüchtlingsrates CIR, Christopher Hein, könne damit gerechnet werden, das erstmals über 100‘000 Menschen über den Kanal von Sizilien Italien erreichen werden.
Wir schätzen, dass sich derzeit etwa 130'000 Flüchtlinge aus Syrien in Libyen befinden. Insgesamt leben dort über eine Million Ausländer. Aber die arbeiten teilweise auch dort und haben sicher nicht alle vor, nach Europa zu kommen.
Laut public data ist die Bevölkerung Syriens in den letzten 50 Jahren von 4.6 Millionen Menschen auf über 22 Millionen Menschen angewachsen. Bereits mehrere Jahre vor Ausbruch des Bürgerkrieges herrschte im Norden des Landes Wasserknappheit.
Die Reportage "Die Rache der Verelendeten", vor einigen Wochen in der Neuen Zürcher Zeitung erschienen, berichtet über die Fallstudie einer niederländischen Wissenschaftlerin. Sie legt im Falle Syriens ein besonderes Augenmerk auf das Versagen des Asad-Regimes im Bereich Wasserwirtschaft und der daraus resultierenden Notlage der Bevölkerung.
Das Versagen des syrischen Regimes im Umgang mit Dürreopfern hat zur Eskalation des Konflikts wesentlich beigetragen. Das Regime wälzt jedoch die Schuld ab und macht Klimaveränderungen für das Massenelend im Land verantwortlich.
Besteht zwischen dem überdurchschnittlich hohen Bevölkerungswachstum im arabischen Raum und den knapper werdenden Wasserressourcen ein Zusammenhang? Sind die blutigen Konflikte im Nahen Osten letztlich ein unvermeidliches Resultat von globalem Klimawandel?
Videobeitrag: Hansjörg Schultz spricht mit Michael Lüders: Der Islamwissenschaftler hat in Syrien arabische Literatur studiert und ist Autor zahlreicher Bücher über die Kultur des Nahen Ostens. - Wenn der Mensch nicht länger Mensch und der Nachbar plötzlich zum Feind wird?
«Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse» ist das wahr?