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Aquariengrösse: Zwar gehören die Purpurprachtbarsche zu den kleinen Buntbarscharten. Dennoch empfiehlt es sich, sie in einem möglichst grossen Aquarium zu pflegen, da sie territorial sind und die Bruthöhle und den Nachwuchs gegen andere Fische verteidigen. Bei genügend Platz und vielen Verstecken können die anderen Fische ausweichen. Das Mindestvolumen für ein Artaquarium ist 100 Liter (ca. 80Lx35Bx40H cm), bei einem Gesellschaftsaquarium sollte das Aquarium entsprechend grösser sein.
Einrichtung: Das Aquarium sollte mit vielen Versteckmöglichkeiten eingerichtet sein. Die Verstecke können z.B. mit Steinaufbauten, Wurzeln, Blumentöpfe oder Kokosnussschalen gebildet werden. Da die Barsche zwar im Boden wühlen, aber die Pflanzen in Ruhe lassen, kann das Aquarium gut bepflanzt werden. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen (Quarzsand soll sich nicht für die Zucht eignen, da er für die Larven toxisch sein kann (Maradonna 2003).
Fütterung: Purpurprachtbarsche haben ein breites Nahrungsspektrum und nehmen Flocken- oder Pelletfutter, gefrorene Salinenkrebse, frisch geschlüpfte Salinenkrebse, Daphnien, Mückenlarven, Blutwürmer und sogar Gemüse wie Zucchini an.
Wasserwerte: Eher weiches Wasser, pH = ca. 5.5 - 7.0, Temperatur 23 - 26 °C . Das Wasser sollte mit regelmässigen Wasserwechseln und einer guten Filterung sauber gehalten werden.
Vergesellschaftung: Purpurprachtbarsche sollten nicht mit anderen Höhlenbrütern zusammengehalten werden, da sie die Höhlen verteidigen und somit Streitereien entstehen können. Sie können z.B. mit kleineren Barbenarten oder Panzerwelsen gehalten werden. Ein gut strukturiertes Aquarium mit vielen Verstecken hilft, dass die Fische einander ausweichen können.
Zucht: Purpurprachtbarsche pflanzen sich in der Aquarienhaltung leicht fort. Da sie Höhlenbrüter sind, sollte man ihnen Höhlen (Blumentöpfe aus Ton, Kokosnussschalen, Röhren, Wurzeln) zur Verfügung stellen.
Taxonomie
Der Purpurprachtbarsch gehört zu den Buntbarschen (Cichlidae). Die Gattung Pelvicachromis umfasst 8 Arten, die eine Längen von ca. 5 bis 12cm erreichen.
Merkmale
Der Körper dieser Buntbarschart ist länglich und seitlich etwas abgeflacht, wobei das Weibchen kürzer und rundlicher ist. Männchen und Weibchen unterscheiden sich farblich und bezüglich Körpergrösse (Dimorphismus). Bei den Männchen soll es vier Morphen geben mit gelben, roten, blauen bzw. grünen Kiemendeckeln, wobei die roten und gelben häufiger sein sollen (Seaver 2017).
Die Weibchen erreichen eine Grösse von maximal 8cm. Sie wirken rundschnauziger als die Männchen. Ihre Bauchregion ist rötlich und während der Laichreife besonders intensiv gefärbt. Kopf und Kiemendeckel sind gelb gefärbt.
Die Männchen erreichen eine Körpergrösse von ca. 10 bis 12 cm. Kehle, Brust und Bauch können rot, gelb oder blau gefärbt sein, wobei auch gemischte Formen dieser Farben auftreten. Die Schwanzflosse ist variabel geformt, von rundlich bis rauten- oder lanzettförmig.
Beide Geschlechter weisen in ihren Rücken- und Schwanzflossen schwarze Punkte oder Flecken auf und einen seitlichen dunklen Streifen, der vom Kopf bis zur Schwanzflosse reicht. Die Rückenflosse weist üblicherweise Eiflecken oder Bänder auf.
Verbreitung
Dieser Buntbarsch stammt ursprünglich aus Westafrika (östliches Benin, westliches Kamerun und südliches Nigeria; fishbase.org)
Purpurprachtbarsche leben in den Süssgewässerzonen der Westafrikanischen Regenwälder. Hier kommen sie in stehenden und fliessenden Gewässern vor. Je zwei Trocken- und Regenzeiten pro Jahr bestimmen die Bedingungen für die Futtersuche und die Fortpflanzung (Martin 1997).
Im natürlichen Lebensraum wechselt der pH-Wert zwischen 5.5 und 7.0, abhängig von der Saison (Nwadiaro 1985). Die Regenzeit kann den ph-Wert der Flüsse, in den die Pupurprachtbarsche leben, beeinflussen.
Das Nahrungsspektrum von Purpurprachtbarschen ist breit. Sie ernähren sich von Würmern, Krebschen und Insekten, aber nehmen auch pflanzliche Kost auf.
In einer Untersuchung von Nwadiaro (1985) im Fluss Sombreiro in Nigeria ernährten sich diese Individuen vorwiegend von Kieselalgen, Grünalgen, Pflanzenresten und Detritus. Im Darm fanden sich immer auch Sandkörnchen, die mit der Nahrung aufgenommen wurde. Dies zeigt, dass Purpurprachtbarsche ein Boden-orientiertes Futtersuchverhalten aufweisen. Nach Nahrung suchten sie jeweils tagsüber.
Sowohl männliche als auch weibliche Purpurprachtbarsche leben ausserhalb der Fortpflanzungszeit in Gruppen (Martin & Taborsky 1997). Während der Fortpflanzungszeit werden sie territorial. Allerdings sollen nur ein Teil der Purpurprachtbarsche territorial sein, viele sollen in Gruppen leben (Sjölander 1972 zitiert in Martin & Taborsky 1997).
Fortpflanzung und Brutpflege
Die Purpurprachtbarsche bilden für die Fortpflanzung entweder Paare (monogam) oder Harems (polygyn), wobei ein Männchen mit zwei oder mehr Weibchen zusammen lebt, die Unterterrtitorien bilden. Zudem leben in diesen Harems Satellitenmännchen, die helfen, das Territorium zu verteidigen.
Die Männchen der roten Variante sind entweder monogam oder polygyn, während die Männchen der gelben Variante entweder monogam sind oder zu Satellitenmännchen im Harem werden (siehe den Abschnitt Merkmale; Nelson & Taborsky 1997).
Die Bruthöhle wird vehement verteidigt
Purpurprachtbarsche sind Höhlenbrüter. Die Territorien sind ca.0.25m2 gross und befinden sich rund um die Bruthöhle, die sich in Hohlräumen unter Blättern, Steinen oder Holzstrukturen befinden. Die Elterntiere ziehen ihren Nachwuchs gemeinsam auf.
Das Weibchen zeigt ein auffälliges Fortpflanzungsverhalten, indem es sich vor dem Männchen S-förmig verbiegt und ihm seinen roten Bauch präsentiert.
Nachdem sich das Paar gefunden hat, reinigen sie die Bruthöhle von Sand und Pflanzenresten. Sie verteidigen gemeinsam das Territorium, wobei das Männchen vehementer gegen Eindringlinge vorgeht.
Das Weibchen laicht nach und nach ab und klebt die Eier an die Decke oder Seiten der Höhle. Nachdem das Männchen die Eier befruchtet hat, bewachen beide Elternteile abwechselnd das Gelege. Das Männchen bewacht zudem die Umgebung und schützt das Brutterritorium vor Eindringlingen (Lamboj 2004).
Der Nachwuchs wird sorgsam bewacht
Nach etwa drei Tagen schlüpfen die Larven. Die Elterntiere bringen die winzigen Jungtiere in eine Grube oder einen anderen sicheren Ort und bewachen sie abwechslungsweise, so dass beide Zeit für die Futtersuche haben. Beide verjagen Fressfeinde und andere Fische, die sich der Brut nähern, und sammeln die Larven mit dem Maul auf und füttern sie, indem sie Stücke von Pflanzen oder Schnecken zerkauen und ausspeien, so dass der Nachwuchs sie aufnehmen kann (Martin & Taborsky 1997).
Die Jungenaufzucht dauert zwei bis drei Wochen (Nelson 1997). Die Jungfische nutzen die überfluteten Wiesen für die Nahrungssuche und um sich vor Feinden zu verstecken (Martin & Taborsky 1997).
Elterntiere können eigene von fremden Jungtieren unterscheiden
In einer Studie (Nelsone & Elwood 1997) wurde untersucht, ob die Eltern ihre Jungtiere erkennen. Unter natürlichen Bedingungen scheint es vorzukommen, dass sich die Bruten der Buntbarsche mixen. Dabei kann es vorkommen, dass Elterntiere fremde Jungtiere in ihre Brut aufnehmen. Ein Vorteil dieser Adoption wäre, dass eine grössere Jungenschar besser vor Fressfeinden geschützt ist.
Andererseits könnte es sich für die Elterntiere lohnen, die fremden Jungtiere zu fressen, da sie ja auch eine wertvolle Energiequelle darstellen. Allerdings entfernen sich auch die eigenen Jungen manchmal von der Gruppe und geraten ausser Sichtweite der Eltern. Daher müssen aber die Elterntiere in der Lage sein, eigene von fremden Jungen zu unterscheiden.
Im Test zeigte sich, dass die Elterntiere nur solche fremden Jungen aufnehmen, die jünger als ihre eigene Brut sind. Ältere oder sehr viel jüngere wurden gefressen. Werden die Eltern von den Jungen getrennt, so dass sie keinen geruchlichen und visuellen Kontakt mehr haben, erkennen die Elterntiere die Jungen nach vier Tagen nicht mehr und fressen sie.
Können sie ihre Jungtiere während der Trennung zwar nicht riechen, jedoch weiterhin sehen, nehmen sie nach der Zusammenführung ihr Pflegeverhalten wieder auf und führen die Jungtiere weiter. Das trifft auf beide Geschlechter gleichermassen zu. Das heisst, Sichtkontakt zwischen den Eltern und ihren Jungtiere ist ausreichend, damit die Elterntiere in Brutpflegestimmung bleiben (Nelson 1997).
Das Weibchen zeigt ein auffälliges Fortpflanzungsverhalten, indem es sich vor dem Männchen S-förmig verbiegt und ihm seinen roten Bauch präsentiert.
Das Männchen ist grösser als das Weibchen. Es verteidgt das gemeinsame Brutterritorium gegenüber Eindringlingen sehr vehement.
Das Weibchen und das Männchen sorgen sich gemeinsam um den Nachwuchs. Sobald die Jungtiere geschlüpft sind und die Bruthöhle verlassen haben, führen die Eltern die Jungtiere während zwei bis drei Wochen und bewachen sie.
Aufnahmen aus dem natürlichen Lebensraum in einem Gewässer in Kamerun.