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Wilde Rennmäuse haben ein agoutifarbenes Fell und ein helleres Bauchfell. Mittlerweile gibt es in der Heimtierhaltung unzählige Fellfarben, von Schwarz, über Grau, Weiß, Gefleckt bis hin zu Rot und Champagner ist alles zu haben.
Ihr natürliches Verbreitungsgebiet sind die sandigen Steppen Zentral- Süd- und Nordostmongolei, ebenso sind sie in China zu finden. Sie besiedeln bevorzugt Gebiete rund um Felder und Weideland und sind den Menschen dort als Schädlinge sehr bekannt.
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Die meisten Zeit ihres Lebens verbringt die Wüstenrennmaus in ihren unterirdischen Höhlen und Gängen.
Sie legen in sandiger Erde Bauten an, die bis zu 170 cm tief unter der Erde liegen können und sich mitunter über 4 - 8 m² ausdehnen.
Pro Gruppe und Bau (Territorium) gibt es immer nur ein fortpflanzungsfähiges Paar und deren Nachwuchs.
Die Jungen bleiben mitunter bis zur achten Lebenswoche oder länger bei ihren Eltern, so das sich bis zu zwei komplette Würfe im Bau befinden können. Dies können größere Gruppen werden, aber es pflanzen sich immer nur die Elterntiere innerhalb einer Gruppe fort. Die Größe der Gruppe schwankt also zwischen 2 und 17 Tieren. Im Frühjahr findet eine Verbreitung der Tiere statt und neue Reviere werden besiedelt, dann bilden sich auch neue Gruppen. Neue Territorien werden ausschließlich von den Böcken erkämpft, wo diese dann mit ihrem Weibchen eine neue Gruppe und einen neuen Bau gründen.
In freier Wildbahn ernähren sich Rennmäus in erster Linie von trockenen Gräsern, Grassamen, Kräutersamen, Kräutern und verschiedenen Wurzeln der Steppenpflanzen, auch Insekten werden nicht verschmäht. Ihre Verdauung ist also auf eine eher karge Kost ausgelegt.
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Rennmäuse leben also im Familienverband und sollten nicht einzeln gehalten werden.
Entscheiden Sie sich von Anfang an auf jeden Fall für zwei gleichgeschlechtliche Mongolische Rennmäuse. Es ist ebenfalls möglich, einen kastrierten Bock zu einem weiblichen Tier zu setzen. Allerdings ist eine Kastration ein gefährlicher, operativer Eingriff, nicht alle Tierärzte sind bereit, diese Operation durchzuführen.
Teilweise wurden zwar auch gute Erfahrungen bei einer Haltung von drei und mehr gleichgeschlechtlichen Tieren gemacht. Sie benötigen aber schon mehr Erfahrung bei dieser Haltungsform. Es kann bei dieser Haltungsform auch nach längerer Zeit zu Rangkämpfen und gefährlichen Beißereien kommen. Die Anzeichen für eine solche Problemsituation erkennt der Laie evtl. nicht. Laien sollte also besser nur mit zwei Tieren anfangen.
Lesen Sie dazu auch die Sonderseite: Gruppengrösse Rennmäuse
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Das Gehege ist der Lebensraum für die Rennmäuse. Auch wenn sie vielleicht hin und wieder Auslauf bekommen, findet doch der größte Teil ihres Lebens im Gehege statt. Damit die Rennmäuse in ihrem Lebensraum ihre Grundbedürfnisse ausleben können, wird das Rennmausgehege in vier Lebensbereiche aufgeteilt: Buddeln, Laufen, Fressen, sowie Spielen/Sandbaden.
Deshalb sollte das Gehege das absolute Mindestmass von 120x50 cm Grundfläche und 50 cm (besser 60 cm) Höhe nicht unterschreiten. Warum so groß? Nur bei der Höhe von Mindestens 60 cm ist gewährleistet, dass gut 30 cm hoch eingestreut werden kann und darüber noch die Etage und die Sandbadewanne und evtl. ein Laufrad passt. Diese Gehegegröße ist also wichtig damit alle, für die Grundbedürfnisse wichtigen Lebensbereiche in das Gehege passen.
Am besten geeignet sind Aquarien aus Glas mit einem Gitterdeckel oder sogar einen Aufsatz. Sie sind oft für wenig Geld aus zweiter Hand erhältlich. Ausserdem lässt Glas sich gut reinigen, was zum Beispiel bei einem neuen Tier oder einem Krankheitsfall ideal ist.
Die Einstreu sollte aufgrund des natürlichen Bedürfnisses, unterirdische Gänge anzulegen mind. 25-30 cm tief sein. Eine geeignet Einstreu, indem die Gänge auch halten, besteht aus möglichst grossen und staubarmen Holzspähnen. Von Liebhaber geprüfte und bevorzugte Einstreumarken sind z.Bsp. das Allspan oder Pfeifer, was in den meisten Landi-Filialen erhältlich ist.
Damit die Gänge nocheinmal besser halten, sollte die Einstreu beim befüllen Schicht für Schicht angedrückt werden. Wenn man keines der oben genannten Einstreu benutzt, kann man zwischen den Schichten auch Heu hinzugeben, damit die Gänge besser halten.
Wieviel Einstreu brauche ich, das fragen sich bestimmt alle jetzt. Das lässt sich aber ganz einfach ausrechnen:
( Gehegelänge x Gehegebreite x Streuhöhe ) x 2 = benötigtes Streuvolumen für die Einstreu (Achtung, Streuvolumen und nicht Pressvolumen!)
Ein 120 x 50 cm Gehege mit mind. 30 cm Einstreu wird also so berechnet:
12 dm x 5 dm x 3 dm = 180 dm x 2 = 360 Liter.
Der Rennmauskot ist sehr trocken und von den Wüstenbewohnern wird nur wenig Flüssigkeit abgegeben.
Das komplette Saubermachen ihres Heimes empfinden Rennmäuse als extrem stressend. Durch das Reinigen gehen alle gelegten Duftspuren verloren, sie können sich schlechter orientieren. Es kann sogar zu Stress in der Gruppe/Partnerschaft führen, denn die Reviermarkierungen sind ebenfalls nicht mehr vorhanden und so kann es passieren, dass neue Reviere ausgefochten werden müssen.
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Das aller wichtigste ist, dass Gegenstände nie lose auf der Einstreu stehen, sondern immer durch Ebenen, Stelzen oder andere Dinge gestützt werden. Wenn die Rennmäuse sich unten durch graben (und das machen sie ganz sicher) besteht so keine Gefahr des Einsturzes.
Im Bereich der Einstreu können diverse lange und kurze Korkröhren integriert werden. Diese werden von den Rennmäusen sehr gerne zum hindurchflitzen und annagen angenommen.
Rennmäuse laufen in der Natur mehrer zweistellige Kilometer in der Nacht, weshalb auch unsere Heimtiere genau so gerne laufen wie sie gerne buddeln.
Wenn immer möglich, sollte ein geeignetes Laufrad auf einer Etage über der Einstreuhöhe angeboten werden.
Das Laufrad muss folgende Kriterien erfüllen:
Das Sandbad dient der Fellpflege, es darf in keinem Rennmausgehege fehlen. Es sollte mind. 20 x 20 cm gross sein. Viele Rennmäuse nehmen gerne auch ein grösseres Sandbad z.Bsp. in einer Buddelbox an.
Es darf kein Vogel- oder Bausand verwendet werden, da dieser scharfe Teile enthält und die Rennmäuse damit verletzen kann.
Diverse Nester aus unbehandelten natürlichen Stoffen wie Holz, Gras, Kork, Weiden etc. können verteilt im Gehege angeboten werden. So fühlen sich die Rennmäuse, die in der Natur Beutetiere sind und sich ständig vor Feinden in acht nehmen müssen, viel sicherer und lassen sich dementsprechend auch öfters blicken.
Ein Schälchen mit frischen Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Obwohl Rennmäuse Wüsten- und Steppenbewohner sind, benötigen sie einen freien Zugang zu Wasser. Tägliches Frischfutter ist nicht genügend Feuchtigkeit.
Über ein paar Hirse- oder Flachsstengel in der Streu freuen sich die Rennmäuse immer, wenn zwischendurch der Hunger anklopft. Das Hauptfutter sollte im Gehege verstreut werden, damit die Renmäuse einen grossen Teil ihrer Wachphase mit der Futtersuche beschäftigt sind, so wie sie es in der Natur auch sind.
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Das Hauptfutter ist eine artgerechte, naturbelassene Futtermischung aus einer geeigneten Samenmischung und genügend tierischem Eiweiss in form von getrockneten oder lebenden Insekten. Über etwas getrocknetes Gemüse im Hauptfutter freuen sich Rennmäuse immer. Dies dient als ein paar schmackhafte Leckerchen, ist aber nicht essentiell.
Eine artgerechte Fütterung ist ungemein wichtig. Rennmäuse und andere Kleinnager aus kargen Weltregionen neigen dazu, bei zu fett- oder zuckerreichen Nahrung an Diabetes oder anderen Stoffwechselkrankheiten zu erkranken. Denn Fett und Zucker findet man in der Wüste oder in Steppen nur bedingt. Unsere Heimtiere sind durch die jahrelange Züchtung schon an eine etwas üppigere Nahrung gewohnt, aber die artgerechten Futtermischungen sowie Kerne oder Erbsenflocken als Leckerlies sind bereits üppig genug.
Honig, Melasse oder künstliche und bearbeitete Stoffe sind absolut zuviel für Rennmäuse (und alle anderen Tierarten auch).
Das Hauptfutter sollte zwecks Beschäftigung nicht in einem Napf angeboten werden, sondern regelmässig im gesamten Gehege verteilt werden.
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Die Leckerlies sollten bei Rennmäusen mit bedacht ausgesucht werden.
Im Handel erhältliche Knabberstangen, Drops oder sonstige Gutzis sind absolut nicht geeignet für ein Tier aus Wüsten- und Steppengebieten. Wie bereits beim Hauptfutter erwähnt, reagieren Rennmäuse sehr sensibel auf Zucker oder zu viel Fett.
Im Samtpfötli Shop sind einige geeignete Leckerlies erhältlich, die ab und zu von Hand oder als Beschäftigungsfutter verfüttert werden dürfen.
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Frischfutter in Form von Gemüse, frischen Küchen- und Wiesenkräuter oder selbst gezüchtetes wie z.Bsp. Katzengras oder einer Saatenmischung aus dem Samtpfötli Shop sind ein tolle Futterergänzung mit vielen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen.
Frischfutter kann täglich oder mehrmals die Woche angeboten werden. Zuviel Frischfutter auf einmal kann Durchfalls auslösen, falls das bemerkt wird, sollte einfach etwas weniger davon gegeben werden.
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Die Nagerhilfe / Nager Info ist eine kleine Organisation mit Hauptsitz in Osnabrück. Die Nagerinfo ist seit dem Jahr 2000 beständig und hat einen sehr grossen Teil zur heuten, artgerechten Haltung und Ernährung von Kleinnager in Deutschland und der Schweiz beigetragen.
Nager Info
Die Bilder wurden von lieben Kunden und Usern der Facebook-Gruppe Rennmaus-Freunde Schweiz mit Einverständnis zur Verfügung gestellt.
Rennmaus-Freunde Schweiz