Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03337.jsonl.gz/763

Am 9. Juni 2013 trafen sich über 60 Mitglieder mit gegen 40 Peugeots bei der Kartause Ittingen in der Nähe von Frauenfeld, einem historisch bedeutsamen Gebäudekomplex inmitten einer idyllischen Landschaft. Von dort aus fuhren wir im Konvoi Richtung Norden an den Bodensee, genauer gesagt an den Untersee. Zuerst führte der Weg über Wiesen und durch Dörfer, dann fiel die Strasse ab und nach einer kurzen Strecke durch den Wald fanden wir uns auf der Seestrasse. Auf dieser ging die Fahrt ostwärts weiter, durch typische Dörfer direkt am See und entlang von Schlössern wie Arenenberg, Eugensberg und Glarisegg. Kreuzlingen wäre nach dem Streckenplan grossräumig umfahren worden, doch wählten einige Mitglieder, wohl vom knurrenden Magen geplagt, die direkte Route. Am Sonntagvormittag war das zum Glück kein Problem. Die Umfahrung führte wieder bergwärts und anschliessend durch das Gebiet der Bommer Weiher und nahe an der Residenz des Formel 1-Fahrers Sebastian Vetter vorbei. Schliesslich fanden alle den Weg zum Parkhotel Inseli, wo wir zum Mittagessen erwartet wurden und die Hotelangestellten den Parkplatz reserviert hatten. Anschliessen fuhren wir weiter nach Arbon, wo wir direkt vor dem Saurer-Museum an der Seepromenade parkieren konnten. Drei ehemalige Mitarbeiter von Saurer, die heute als Kuratoren des Museums tätig sind, zeigen und erklärten uns während zwei Stunden die Produkte und die Geschichte dieses Industriepioniers. Saurer steht ja heute noch für Lastwagen und Textilmaschinen, aber wer wusste, dass auch Personenwagen und Gewehre produziert wurden ? Erstaunlich, wie lange die Lastwagen jeweils im harten Einsatz standen, bis ein verständnisvoller Firmeninhaber den Entschluss fasste, das Fahrzeug als Veteran weiter zu betreiben oder dem Museum zu überlassen. In früheren Jahren wurden Saurer-Lastwagen in alle Welt exportiert, und im Museum stand auch ein Modell, das nach rund 100 Jahren von Südamerika wieder zurück in die Schweiz geholt wurde und hier auf eine Restauration wartet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Saurer von der ausländischen Konkurrenz abgeschottet, und 1982 wurden die letzten Lastwagen für die Armee produziert. Überaus interessant waren auch die Web- und Stickmaschinen, welche noch betriebsbereit sind und wo wir dank der fachkundigen Instruktion nachvollziehen konnten, wie Gewebe und Stickereien maschinell hergestellt werden und was es mit der besonderen Technik des Schifflistickens auf sich hat. Erstaunt hörten wir aber auch, dass die Chinesen den Bereich Textilmaschinen übernommen haben und für diese Sparte den Namen Saurer wieder aufleben lassen. Voller neuer Eindrücke, aber auch ein bisschen wehmütig über den Niedergang der einst stolzen Schweizer Lastwagenmarke verliessen wir das Museum. Gleich nebenan konnten wir uns im Restaurant Wunderbar für den Heimweg stärken. Dank dem schönen Wetter blieben die meisten noch lange sitzen und plauderten angeregt, bis sie den Heimweg unter die Räder nahmen.
Text Thomas Vögeli