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Die Schweiz ist ein vielfältiges Land. Prägend für die politische Entwicklung in der Schweiz waren die Unterschiede zwischen Stadt und Land, die Frage zwischen Zentralismus und Föderalismus sowie die konfessionelle Spaltung. Noch heute präsent ist die Viersprachigkeit des Landes, welche sich auch in verschiedenen Abstimmungsresultaten von ihrer politischen Seite zeigt.
Sprachgegensätze werden in der Schweiz insbesondere entlang der deutsch-französischen Grenze wahrgenommen. Viel weniger präsent ist dabei die Situation im Kanton Graubünden, wo drei Sprachgruppen gemeinsam Entscheide fällen. Die ebenfalls interkantonal kleine Minderheit (14.5 Prozent Rätoromanen, 6 Prozent Italienischsprachige) wird auf nationaler Ebene an Abstimmungssonntagen wenig bis gar nicht wahrgenommen.
Trotzdem herrschen Unterschiede. Nationale Abstimmungen wie die Abstimmung zum Sprachenartikel in der Bundesverfassung (1996) und die Ausschaﬀungsinitiative (2011) zeigen unterschiedliches Stimmverhalten zwischen dem lateinischen und deutschsprachigen Teil des Kantons.
In meiner Arbeit habe ich rund 200 nationale Abstimmungen auf ihre Resultate im Kanton Graubünden untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass bei nationalen Abstimmungen im Kanton Graubünden in etwa einem Fünftel der rund 200 Abstimmungen Sprachgegensätze beobachtet werden können, und dass die Gemeinderesultate statistisch signiﬁkante Unterschiede aufzeigen. In diesen Fällen wurde mindestens eine Sprachgruppe minorisiert. Gesamthaft zeigt sich eine Benachteiligung der italienischsprachigen Gemeinden, welche am meisten in der Minderheit sind.
Thematisch gesehen kann festgestellt werden, dass italienischsprachige Gemeinden kritischer gegenüber einer Öffnung der Schweiz gegenüber Europa sind, dafür sind sie umso überzeugter für einen starken und ausgebauten Sozialstaat. Rätoromanischsprachige Gemeinden sind in der Energiefrage vergleichsweise weniger kritisch, befürworten die Atomenergie und treten für eine Öffnung der Schweiz gegenüber Europa ein. In Sozialstaatsfragen sind sie konservativer. Deutschsprachige Gemeinden entsprechen in der Sozialstaats- und Öffnungsfrage eher den rätoromanischen Gemeinden, positionieren sich gesellschaftlich jedoch liberaler als die zwei Sprachminderheiten.
Die gesamte Arbeit kann hier nachgelesen werden: