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Symptome einer Nahrungsmittelallergie können Juckreiz, Schwellung der Zunge, Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden, Nesselsucht oder niedriger Blutdruck sein. In den Industrieländern leiden 6 bis 8 Prozent der Menschen an einer Nahrungsmittelallergie. Die Behandlung Ihrer Nahrungsmittelallergie umfasst hauptsächlich die Vermeidung von Nahrungsmitteln, auf die Sie allergisch sind. Möchten Sie mehr wissen? Weiter lesen!
NAHRUNGSMITTELALLERGIEN BEI ERWACHSENEN: WORUM HANDELT ES SICH?
In einer Umfrage bei Hunderten von Personen berichteten 30% der Befragten, dass sie selbst oder ein Familienmitglied unter einer Nahrungsmittelallergie leiden. Fälschlicherweise werden gerne alle Arten von Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln wie z. B. Blähungen nach der Einnahme von Hülsenfrüchten, die Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktoseintoleranz) oder eine Histamin- Vergiftung nach Konsum von verdorbenem Fisch einer Allergie zugeschrieben. Der Begriff Allergie ist aber nur für durch Eiweisse verursachte Immunreaktionen reserviert. Es wird geschätzt, dass echte Nahrungsmittelallergien bei mindestens 2% bis 8% der Erwachsenenbevölkerung vorkommen. Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel treten i.d.R. episodenweise auf, sofern es sich nicht um ein Grundnahrungsmittel handelt. So kann zum Teil bereits die Patientengeschichte die Diagnose liefern. Schwieriger wird die Situation bei einer Allergie auf häufig eingenommene Nahrungsmittel wie Eier oder Milch.
NAHRUNGSMITTELALLERGIEN BEI ERWACHSENEN: WAS GESCHIEHT?
Prozentuale Häufigkeit der wichtigsten allergenen Nahrungsmittel:
Haselnuss: 48%
Apfel: 42%
Kiwi: 33%
Walnuss: 33%
Erdnuss: 28%
Pfirisich: 28%
Karotte: 70%
Sellerie: 65%
Tomaten: 16%
Banane: 11%
(ausgedrückt in % der Patienten mit einer Nahrungsmittelallergie)
Die Haut ist neben der Mundschleimhaut das am häufigsten von einer Nahrungsmittelallergie betroffene Organsystem. Typische Beschwerden sind Nesselfieber, Anschwellen vor allem des Gesichts (Quincke-Oedem) oder akute Rötung der Haut. Sehr selten gehen diese Manifestationen über in einen akuten Schub eines atopischen Ekzems. Isolierte Beschwerden von Seiten des Magen-Darm-Traktes wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall zeigen sich selten. Bei über 80% der Nahrungsmittelallergiker findet sich das orale Allergiesyndrom. Es äussert sich mit Juckreiz und Schwellung der Lippen, der Mundschleimhaut und des weichen Gaumens unmittelbar nach Kontakt des entsprechenden Nahrungsmittels mit der Mundschleimhaut. Beschwerden seitens des Atemtraktes äussern sich mit einem allergischen Schnupfen, einer Schwellung im Kehlkopfbereich oder mit Atemnot. Die schwerwiegendste Reaktion auf Nahrungsmittel stellt der anaphylaktische Schock dar. Es gibt Faktoren, die die allergische Reaktion verstärken können. Dies sind u.a. die Einnahme von Schmerzmitteln oder die körperliche Anstrengung. In der Regel manifestieren sich die Beschwerden innerhalb von Minuten bis zu wenigen Stunden nach der Nahrungsaufnahme.
Versteckte Nahrungsmittelallergene
Der heutige Lebensstil mit häufigem Auswärtsessen und hohem Konsum von Fertigprodukten, macht es dem Nahrungsmittelallergiker schwierig, seine Diät zu kontrollieren. Die unwissentliche Einnahme eines sogenannt «versteckten» allergenen Nahrungsmittels kann schwere Zwischenfälle verursachen. Dies kann durch Kontamination während des Kochens geschehen, wenn z. B. das gleiche Kochgeschirr für die Zubereitung zweier Speisen benützt wird, oder wenn plötzlich die Zusammensetzung eines Fertigproduktes durch den Hersteller geändert wird. Die Produkte-Deklaration auf der Verpackung eines Fertigproduktes kann zudem irreführend sein. So muss ein Ei-Allergiker wissen, dass z.B. «Bindemittel» ein Hinweis sein kann, dass in einem Produkt Ei enthalten ist, oder ein Milch-Allergiker, dass z. B. Würste Milch enthalten können. Eine weitere Gefahr einer unbeabsichtigten Exposition mit Nahrungsmittelallergenen besteht darin, dass bereits deren Inhalation bei gewissen Patienten ausreicht, um eine schwere allergische Reaktion auszulösen. Dies wurde z.B. bei Fischallergie gezeigt. Bei einem Teil der Patienten mit einer Allergie des Atemtraktes (v.a. Heuschnupfen) kann die Einnahme von bestimmten Nahrungsmitteln allergische Beschwerden auslösen. Dieses Phänomen wird «Kreuzreaktion» genannt. Die häufigsten Pollen sowie Latex, Hausstaubmilben und Vogelfedern können zu Kreuzreaktionen mit zahlreichen Nahrungsmitteln führen.
WIE FINDE ICH HERAUS, OB ICH AN EINER NAHRUNGSMITTEL ALLERGIE LEIDE?
Eine detaillierte Patienten-Geschichte kann häufig bereits Hinweise auf das verantwortliche Nahrungsmittelallergen liefern, manchmal ist auch ein vom Patienten geführtes Diättagebuch hilfreich. Wie bei jeder Allergie vom Soforttyp werden primär meistens Hauttests durchgeführt. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung veranlasst werden, um spezifische Antikörper (IgE) zu suchen. Erlauben es die Testresultate nicht, eine Diagnose zu stellen oder besteht keine Übereinstimmung zwischen den Testresultaten und der Patienten-Geschichte, bringt häufig erst die Exposition mit dem verdächtigten Nahrungsmittel Klärung. Die Exposition mit dem verdächtigten allergenen Nahrungsmittel sollten nur unter Kontrolle eines in Allergologie geschulten Arztes und unter Spitalbedingung erfolgen.
WIE WERDEN NAHRUNGSMITTELALLERGIEN BEI ERWACHSENEN BEHANDELT?
Häufig ertragen Patienten mit einer Allergie gegen rohe Früchte und Gemüse die entsprechenden Nahrungsmittel in gekochtem Zustand. Dies ist v.a. dann der Fall, wenn die Nahrungsmittelallergie aufgrund einer Kreuzreaktion zu Birkenpollen erworben würde. Ein Apfelallergiker kann dann z.B. in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle Apfelmus problemlos konsumieren. Ebenso genügt häufig das Reiben des Apfels bereits um die Allergenität zu reduzieren. Im Zweifelsfall ist die sicherste Therapie das Meiden der allergieauslösenden Nahrungsmittel. Handelt es sich um Nahrungsmittel, die nicht jeden Tag eingenommen werden, wie z.B. Fisch, so ist es relativ einfach eine entsprechende (z.B. fischfreie) Diät zu halten. Schwieriger wird die Situation bei einer Allergie auf häufig eingenommene Nahrungsmittel wie Eier, Milch oder Weizen. Eine Eliminationsdiät eines Grundnahrungsmittels stellt an den Patienten höhere Anforderungen. Zur Zeit gibt es keine Protokolle für eine spezifische Immuntherapie bei Nahrungsmittelallergie, die routinemässig eingesetzt werden können.
Nahrungsmittel, die zu besonders schweren allergischen
Reaktionen führen können:
• Hühnerei
• Krustentiere
• Fisch
• Milch
• Erdnuss
• Nüsse
• Sellerie
• Samen (z. B. Sesam)
BEHANDLUNGEN UND PRÄVENTION:
- Allergie auslösende Früchte und Gemüse kochen. Kochen genügt aber nicht immer, um die Allergene zu inaktivieren (z.B. Sellerie) oder ist bei gewissen Nahrungsmittelallergien wie auf Erdnüssen oder Fisch sogar vollkommen wirkungslos.
- Immer ein Notfall-Set mit einem Antihistaminikum und einem Kortikosteroid, bei schwereren Symptomen zudem mit Adrenalin Pen auf sich tragen.
- Die Einnahme des allergenen Nahrungsmittels vermeiden.
- Sich von einer Ernährungsberaterin beraten lassen.