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Um die Ziele des Pariser Abkommens bis 2050 Netto Null (net zero) und somit die Erderwärmung auf unter 2 Grad bestenfalls auf 1,5 Grad Ziel zu begrenzen, sind weltweit drastische Massnahmen zur CO2-Reduktion unausweichlich. Langfristig muss auf den Verbrauch von fossilen Brennstoffen verzichtet werden. Im Moment ist dies allerdings illusorisch. Ohne CO2-Abscheidung und -Speicherung im grossen Stil, werden wir weder Netto Null noch die gesteckten Klimaziele erreichen.
Der Mensch und unsere wirtschaftlichen Aktivitäten haben immer einen Einfluss auf unser Klima, fast jede Aktivität geht mit einem CO2-Fussabdruck einher. So sind beispielsweise die weltweite Abholzung von Wäldern und die intensive Landwirtschaft eine hohe CO2-Quelle. Es wird geschätzt, dass Abholzung zwischen 8-10 % der globalen CO2-Emissionen ausmacht (Quelle: Statista). Dies entspricht einem Vielfachen der jährlichen CO2-Emissionen, welche die gesamte Flugindustrie in einem Jahr verursacht (ca. 3,5 % der weltweiten CO2-Emissionen).
CO2-Abscheidung und -Speicherung bzw. Carbon Capture and Storage ist eine Technologie, welche das Potential hat, CO2 in grossem Stil bindet und dazu beiträgt, CO2 netto zu reduzieren. Passiert dies spricht man Aufgrund dieser Netto-Kohlenstoffentnahme von einer Negativemissionstechnologie. Anbei ein Kurzbeschrieb eine Übersicht über verschiedene Technologien und CO2-Abscheidung und -Speicherung bzw. Carbon Capture and Storage Projekttypen.
"Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung" bezieht sich auf einen Prozess, bei dem CO2 aus Brennstoffen wie Biomasse oder Biogas entfernt und gespeichert wird, anstatt in die Atmosphäre freigesetzt zu werden. Hierbei wird das CO2 aus den Brennstoffen getrennt und anschliessend entweder unterirdisch in geologischen Formationen oder in anderen Speichermedien wie Salzkavernen gespeichert.
CO2 bzw. Kohlenstoff wird ständig und auf natürliche Weise von der Natur absorbiert. Torfmoore, Wälder und Feuchtgebiete sind für ihre Aufnahmefähigkeit bekannt. Weltweit gibt es über 3 Millionen Quadratkilometer natürliche Torfgebiete, die jährlich 0,37 Gigatonnen CO2 binden. Ihre Böden enthalten mehr als 600 Gigatonnen Kohlenstoff. Weltmeere sind die grösste, unsere Wälder die zweitgrösste natürliche CO2-Senke.
Wälder können bis zu 11 Tonnen CO2 pro Hektar (10'000 m2) und Jahr binden. Weltweit speichern sie etwa 400 Gigatonnen Kohlenstoff, wobei die tropischen Wälder mehr Kohlenstoff speichern als die Wälder in kalten Klimazonen.
Carbon Farming, regenerative Landwirtschaft oder auch Agroforstwirtschaft sind allesamt Begriffe, die sich auf die Anwendung landwirtschaftlicher Praktiken beziehen, die das Potenzial für die Kohlenstoffbindung in der Nahrungsmittelproduktion erhöhen. Carbon Farming bezieht sich auf eine Reihe von Landnutzungspraktiken, die darauf abzielen, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu entfernen und in Böden, Pflanzen und anderen Landschaftskomponenten zu speichern. Diese Praktiken umfassen unter anderem die Förderung von agroforstischen Systemen, die Verwendung von Gründüngung, den Aufbau von Bodenorganismen und die Wiederaufforstung. Carbon Farming wird nicht als Ersatz für den Übergang zu erneuerbaren Energien und andere Massnahmen zur Emissionsreduktion angedacht, sondern als ergänzende Strategie.
Carbon Farming erfordert eine drastische Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft, welche oft Böden auslaugt und zur Verödung führt.
Neben den natürlichen Prozessen, die Kohlenstoff speichern, ist es auch möglich, CO2-Emissionen aus einer Quelle (in der Regel aus der industriellen Produktion) abzuscheiden und manuell an verschiedenen Orten zu speichern. In der Regel handelt es sich dabei um eine so genannte CCS-Anlagen (Carbon Capture and Storage). Diese technischen Anlagen zielen darauf ab, Treibhausgasemissionen (insbesondere Kohlenstoffdioxid CO2), zu erfassen, zu konditionieren und zu speichern, anstatt sie in die Atmosphäre freizusetzen.
Die Erde ist voll von unterirdischen Löchern, die durch natürliche geologische Prozesse aber auch durch menschliche Handlungen wie Bergbau oder Öl- und Gasförderung entstanden sind. Bei geologischer Sequestierung werden diese Hohlräume genutzt um Kohlenstoff (CO2) zu speichern, nachdem er abgeschieden wurde. Allerdings ist es ein kostspieliger und komplizierter Prozess. Das CO2 muss auf etwa 100 bar komprimiert werden. In dieser Form kann es über eine Pipeline zum Ort der Speicherung transportiert und tief in den Untergrund injiziert werden, in der Regel etwa 1 km tief. Schätzungen zufolge könnten bis zu 90 % der Kohlenstoffemissionen aus der industriellen Nutzung fossiler Brennstoffe durch CCS aufgefangen und auf diese Weise gespeichert werden.
Eine weitere Sequestrierungstechnik ist die Verwendung von Algen, einer Wasserpflanze, die eine hohe Kohlenstoffaufnahmekapazität besitzt. Schätzungen zufolge binden die in den Ozeanen der Erde natürlich wachsenden Algen derzeit 173 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr, was ca. 50 Tonnen oder mehr pro Hektar entspricht.
Es basiert auf Konzept CO2 in Materialien wie beispielsweise Zement zu binden. Mehrere Start-Up-Unternehmen stellen Zement und Beton für den Bau her und injizieren ihn mit abgeschiedenem CO2. Diese Technik ist eine sehr vielversprechend Dekarbonisierungs-Technologie für den Bausektor.
Mit negativen Emissions-Technologien können schwer oder gar nicht zu vermeidende Emissionen ausgeglichen werden, die in der Zukunft weiterhin anfallen werden. Laut dem IPCC sind die Kapazitäten für die geologische CO2-Speicherung weltweit sehr gross und es können mindestens 2'000 Milliarden Tonnen CO2 sicher und permanent gespeichert werden.
Ihren persönlichen CO2-Fussabdruck können Sie über den unten stehenden Link berechnen und durch die Unterstützung eines Klimaschutzprojekts kompensieren
Weitere Informationen zu Themen der Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz, einschliesslich der ESG-Berichterstattungspflicht in der EU und der Schweiz, finden Sie über den zweiten bereitgestellten Link.