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Zwischen Ehe und Kloster (inszeniert)
Schicksale von Freiburger Frauen im 15. Jahrhundert
Szenischer Rundgang
Vor der Szenerie der Unterstadt begleitet Klara von Greyerz, Witwe und Tuchh√§ndlerin, das Publikum zu Begegnungen mit damaligen Freiburgerinnen. Die Dialoge bringen uns die Lebensverh√§ltnisse der Frauen und die Ereignisse n√§her, welche die Stadt damals ersch√ľtterten. Man begegnet einer Jungverheirateten am Tag nach der Hochzeit, einem jungen M√§dchen, das sich vorbereitet, in das Kloster der Magerau einzutreten, und einer Begine, die sich eine Zeitlang der Pflege und dem Gottesdienst widmet. Diese Sammlung von Portr√§ts w√§re unvollst√§ndig ohne dasjenige der Prostituierten, nicht zuletzt weil die Prostitution im Mittelalter von offizieller Seite organisiert war: ein st√§dtisches Bordell wurde 1413 er√∂ffnet.
Diese Lebensrealitäten stehen in einem gewissen Gegensatz zur mittelalterlichen kirchlichen Lehre, wonach den Jungfrauen die höchste Wertschätzung zukommen sollte. Die letzte Szene befasst sich mit diesem Widerspruch, der in der Person der hl. Katharina zum Ausdruck kommt: sie wurde im Spätmittelalter neben St. Nikolaus verehrt, als Jungfrau und Märtyrerin, aber auch wegen ihrer Intelligenz.