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Der Criollo (Criollo Definitivo), wie er in verschiedenen Ländern Südamerikas gezogen wird, ist mindestens vier Generationen rein gezogen. Reinrassige Criollos werden in Südamerika als Arbeitspferde und Statussymbole der Patrons einer Estancia in viel höherem Grade domestiziert als ein Mestizo.
Die Zuchtbücher der Criollos sind geschlossen, es ist ausschliesslich die Eintragung von Criollos mit Pedigree und vier Generationen reingezogener Criollos als Vorfahren möglich. Ein Criollo mit fünf Generationen reiner Vorfahren gilt als ursprünglich und wird z.B. in Uruguay mit einem zweiten "U" gebrannt.
Das Exterieur des Criollos weist einen Kopf mit geradem bis leicht konvexem Profil auf. Der Hals ist stark, die Brust kräftig, breit und tief angesetzt. Die Rückenlinie verläuft relativ gerade, die Kruppe ist rund und der Schweif tief angesetzt.
Sein Fundament ist stabil und er verfügt über eine kräftige Muskulatur. Die Hufe sind klein und hart. Seine ldealgröße liegt bei 1,44 Meter, zugelassen sind Abweichungen von 1,38 bis ma-ximal 1,50 Meter. Der Zuchtverband empfiehlt jedoch eine Größe von 1,48 m nicht zu überschreiten (Stuten 2 Zentimeter weniger).
Zu den Eigenschaften des Criollo, des Mustangs Südamerikas, zählen:
natürlicher Hüteinstinkt, Cowsense, Zähigkeit, rassetypische Ausdauer, außerordentliche Härte, Wendigkeit, extreme Trittsicherheit, Zuverlässigkeit, enorme Nervenstärke und Genügsamkeit in der Haltung.
Durch sehr strenge Selektion und naturnahe Zucht sind die Criollos sehr gesunde Pferde. Krankheiten durch Überzüchtung findet man in dieser Rasse nicht.
Bei den Criollos sind viele Farben und Zeichnungen zu finden. Dabei werden mehr als 100 Begriffe und Unterbegriffe zur Beschreibung des Pferdes verwendet, die sich die Gauchos mit viel Phantasie und dichterischem Vermögen ausgedacht haben. Es wird unterschieden zwischen den Hauptfarben Alazan, Tostado, Tordillo, Bayo, Gateado, usw. und der Zeichnung an Kopf und Beinen Malacara, Picazo, Pampa etc., um so die charakteristische Farbbezeichnung zu beschreiben. Man findet vor allem aber Falbschattierungen, die dem Steppengras gleichen, mitunter auch einen Aalstrich auf dem Rücken und Zebrastreifen an den Beinen. Mehr dazu >
Durch seine oben genannten Eigenschaften ist der Criollo für die verschiedensten Sparten des Reitsports geeignet. Am häufigsten jedoch findet er bei uns in der Western- und der Freizeitreiterei seine Verwendung. Hervorragend eignet er sich für Wanderritte und anspruchsvolle Distanzritte. Im Westernreiten findet er auch in Europa immer häufiger seine Verwendung. Ein gut ausgebildeter und gut gerittener Criollo kann - anderen Rassen absolut ebenbürtig - erfolgreich im Reining oder bei der Rinderarbeit eingesetzt werden. Und nicht zuletzt sind die Criollos liebenswerte Familienpferde und Freizeitkumpels.