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Ziele des Forschungsprojekts:
Philosophische Thesen wie z.B. moralische Prinzipien müssen gerechtfertigt werden. Für diese Rechtfertigung wurde das Überlegungsgleichgewicht vorgeschlagen. Um die Methode anzuwenden, geht eine Person von Auffassungen aus, die sie zu einem Thema hat, und erklärt diese mit einer systematischen Theorie. Dabei können auch die Auffassungen verändert werden. So passt die Person ihre Auffassungen und eine Theorie wechselseitig aneinander an, bis sich ein Gleichgewicht einstellt.
Doch wie leistungsfähig ist diese Methode? Wird überhaupt ein Gleichgewicht erreicht? Lässt sich die Methode bei beschränkten Ressourcen (z.B. begrenzter Zeit) anwenden? Und kann sie einen Konsens befördern, wenn Uneinigkeit besteht?
Bisher konnten diese Fragen nicht beantwortet werden, weil die Methode zu ungenau beschrieben war. In einem früheren Projekt konnten wir jedoch ein formales Modell des Überlegungsgleichgewichts entwickeln. Damit wollen wir die genannten Fragen beantworten. Wir verwenden z.B. Computer-Simulationen, um herauszufinden, ob uns die Anwendung der Methode einem Konsens näherbringt. Wir untersuchen auch, wie plausibel die Methode ist. Dazu analysieren wir die Anforderungen, die im Überlegungsgleichgewicht implizit angenommen werden. Insgesamt identifizieren wir so Stärken und Schwächen der Methode.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts:
Das Projekt klärt die philosophische Diskussion zur Frage, wie angemessen das Überlegungsgleichgewicht ist. Es versucht ausserdem, eine Methode zu verbessern, die auch bei gesellschaftlich relevanten Fragen, etwa zur Ethik des Klimawandels, eingesetzt werden kann.