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Sony Music Entertainment Germany ist ein Geschäftsbereich von Sony Music Entertainment, einem der weltweit führenden Musikunternehmen. Die Company wird von Dr. Philip Ginthör, CEO Sony Music Entertainment GSA, geleitet und ist mit Repertoire-Gesellschaften und kreativen A&R-Einheiten im deutschsprachigen Raum aktiv. Internationale Superstars wie Justin Timberlake, Depeche Mode, Daft Punk, P!nk, Shakira, Foo Fighters, Bob Dylan, Beyoncé, Bruce Springsteen, und One Direction sowie nationale Top-Künstler wie Silbermond, Peter Maffay, Udo Jürgens, Die Fantastischen Vier, Tim Bendzko, Joris, Hurts, Revolverheld, Marteria, Ina Müller und Annett Louisan zählen zu dem weit gefächerten Künstlerportfolio von Sony Music in Deutschland. Weltweit sind einige der erfolgreichsten und zugleich einflussreichsten Musiklabels wie Arista, Columbia Records, Epic Records, RCA Records, Sony Music Nashville und Sony Music International unter dem Dach von Sony Music Entertainment zu finden. Sony Music Entertainment ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Sony Corporation of America.
Ein Blick in die Geschichte von Sony Music Entertainment ist ein Blick in die Geschichte der Tonträger-Produktion in ihrer Gesamtheit. Denn der Sony Music Katalog ist eine umfassende Chronik dessen, was weltweit als die größte und bedeutendste Musik überhaupt gilt.
Die fantastische Geschichte beginnt 1887 mit der Gründung der Columbia Phonograph Company als Teil des Franchise-Unternehmens North American Phonograph Company. Zuständig für die Regionen Maryland, Delaware und District of Columbia, begann das Unternehmen mit Sitz in Washington DC mit der Herstellung von Edison Phonographen und Zylindern. Das macht Columbia — noch heute ein lebendiger Teil der Sony Label-Familie — schlicht und einfach zur ältesten Marke der gesamten Musikbranche.
Als der Mutterkonzern 1894 aufgelöst wurde, ging die Columbia ihren eigenen, erfolgreichen Weg und stellte ihr Verkaufsprogramm von Zylinderaufnahmen auf Platten und die zugehörigen Abspielgeräte um. Mit Anbruch des neuen Jahrhunderts war Wachs auf dem Vormarsch und 10-inch-Platten galten als Maßstab. Noch vor Ausbruch des ersten Weltkrieges begann der Niedergang der Zylinderaufnahmen.
Der Urheber des Grammophons, Emil Berliner, gründete 1901 in New Jersey die Victor Talking Machine Company, die sich mit Klassikern wie Toscanini und Caruso sehr schnell zu einer ernsthaften Konkurrenz für die Columbia entwickelte. Diese reagierte mit der Veröffentlichung ihrer "Grand Opera"-Serie.
Aber die Wirtschaftskrise machte auch vor der aufkeimenden Musikbranche nicht halt und traf sowohl Columbia als auch Victor schwer. Plattenverkaufszahlen, die 1927 noch bei 100 Millionen standen, legten ihren eigenen Wall-Street-Crash hin und sanken fünf Jahre später auf gerade mal 6 Millionen. Die Unternehmen wechselten in dieser turbulenten Zeit mehr als einmal den Besitzer, aber trotz allem war diese Periode geprägt von großartigen Musikern und künstlerischem Glanz.
Mit dem Kauf des aufstrebenden Okeh-Labels 1926 fand sich bei Columbia eine neue Gruppe von grandiosen Blues- und Jazzmusikern zusammen, die junge Stars wie Bessie Smith oder Louis Armstrong hervorbrachte. Zwei Jahre später sprang der Dirigent und Orchesterchef Paul Whiteman auf den Columbia-Zug auf; ab 1933 war die junge Billie Holiday mit dabei. Gleichzeitig begann das Unternehmen auch mit den ersten Country-Aufnahmen und nahm eine Vorreiterrolle in der Verbreitung von Gospel-Musik ein, insbesondere durch die Veröffentlichung der Südstaaten-Band The Chuck Wagon Gang, die zu ihrer Blütezeit mehrere Millionen Platten verkauften.
RCA, die Record Corporation of America, stieg 1929 durch den Kauf der Victor Talking Machine Company mit ins Geschäft ein. In den 1930er Jahren erlebte das Unternehmen einen fabelhaften Aufschwung, vor allem durch die bahnbrechenden Verkäufe der Orchester von Miller, Goodman und Dorsey.
1938 brachte einen Wendepunkt mit sich, als der Gründer des Columbia Broadcasting Systems (CBS), William S. Paley, den Mutterkonzern der Columbia, die American Record Corporation (ARC), für 750.000 US-Dollar erwarb. Paleys Einfluss erwies sich als entscheidend, da er die Labels Brunswick und Vocalion abstieß und den Markennamen Columbia und Okeh neues Leben einhauchte.
Mittlerweile war der zweite Weltkrieg ausgebrochen, aber der aufkeimende CBS-Konzern erlebte einen neuen Boom. Zu den Orchesterklängen von Ellington, Goodman und Basie kam der Klang eines unverwechselbaren Sängers namens Francis Albert Sinatra, der schon mit vielen großen Orchestern gespielt hatte, aber jetzt bereit für eine Solokarriere war.
Sowohl CBS als auch RCA waren immer ganz vorne dabei, wenn es um neue Entwicklungen auf dem — wie wir es heute nennen würden — Soft- und Hardwaremarkt ging. Edward Wallerstein, damaliger Präsident der Columbia hatte schon lange den Traum, eine ganze klassische Symphonie auf einer einzigen Platte zu hören. Unter Leitung des Direktors der CBS Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Dr. Peter Goldmark, wurde sein Traum schließlich wahr. Die 1948 vorgestellte Langspielplatte war eine sensationelle Entwicklung lange bevor die Größen der Rockmusik sie für ihre Zwecke entdeckten. Für das Unternehmen bot die LP eine Möglichkeit, die Werke großer Symphonie-Orchester aufzunehmen und zu veröffentlichen, und auch die großen Broadway-Musicals und — kurze Zeit später — Filme in jedermanns Wohnzimmer zu bringen.
Die Reaktion der RCA ließ nicht lange auf sich warten und war nicht weniger bahnbrechend. Mit dem Ergebnis ihres "Projekt X" stellte sie im Juni 1949 die Single vor: 7 inches groß, 45 Umdrehungen pro Minute, verzerrungsfrei und unzerbrechlich. Und so kam die Branche in kurzer Zeit zu den zwei Formaten, die für die nächsten 40 Jahre Norm und Standard sein würden.
Zwölf Monate lang entbrannte nun zwischen Columbia und RCA ein Kampf um das richtige Format, vielleicht ein Vorgeschmack auf den Kampf zwischen VHS und Betamax in den frühen Tagen der Video-Ära. Der Preiskrieg hatte zwischen den zwei Unternehmen schon lange getobt, und nun begann auch noch der "Krieg der Umdrehungen". Schließlich siegte aber doch die Vernunft und beide Unternehmen erteilten sich gegenseitig die Lizenz, ihr Format zu produzieren. RCA Victor begann so im Januar 1950 mit der Produktion von Langspielplatten, zunächst mit Fokus auf Klassikalben und die Aufnahme von Bühnenproduktionen. Columbia im Gegenzug begann im Frühjahr 1951 mit der Veröffentlichung von 45er Singles.
Die zwei Firmen machten den Weg frei und andere folgten. Capitol produzierte ab 1949 Langspielplatten in den USA, ein Jahr später folgte Decca in Europa und mit dem Einzug der 45er Single waren die Tage der zerbrechlichen, unhandlichen 78er Platte gezählt. CBS und RCA hatten die Regeln im Alleingang, und doch gemeinsam, neu geschrieben.
1953 gründete die CBS das Label Epic; ursprünglich als Nischenlabel für besondere Klassik- und Jazzaufnahmen konzipiert, entwickelte sich Epic im Laufe der Zeit zu dem genreübergreifenden und überaus erfolgreichen Markennamen, den wir heute kennen. Frühe Erfolge umfassten die Berliner Philharmoniker und Bobby Vinton. Epic war auch das US-Zuhause für britische Künstler wie Dave Clark 5, Donovan und Jeff Beck sowie für einheimische Stars wie Sly & The Family Stone, The Isley Brothers und The Jacksons.
In den 50er Jahren und noch weit in die 60er Jahre hinein waren sowohl CBS als auch RCA der Inbegriff für den aktuellen Standard an Pop-Musik. CBS hatte Johnnie Ray, Guy Mitchell, Frankie Laine, Doris Day, Tony Bennett, Barbra Streisand, Johnny Mathis und Andy Williams unter Vertrag, während RCA Perry Como, Eddie Fisher und Dinah Shore beherbergte. 1955 sicherte sich die RCA im vielleicht spektakulärsten Plattenvertrag aller Zeiten den Künstler, der nicht nur das Unternehmen sondern auch die Beschaffenheit der gesamten Musikbranche auf den Kopf stellen sollte: Elvis Presley.
Beiden Unternehmen gelang der sanfte Übergang von 78 auf 45 Umdrehungen pro Minute, und auch der von Mono auf Stereo. Zu dem weltbewegenden Erfolg von Presley gesellten sich bei der RCA der Durchbruch von Sam Cooke und Neil Sedaka. Mit den sensationellen Verkaufszahlen des "South Pacific"-Soundtracks brachte die RCA schließlich auch die erste LP in Großbritannien an die Spitze der Charts.
Mit Gründung der CBS Records International orientierte sich die CBS noch weiter auf den internationalen Markt. Das Unternehmen ging 1961, auf dem Höhepunkt der Kulturrevolution der 60er Jahre an den Start, um das Columbia-Repertoire außerhalb der USA zu vermarkten. Beteiligt daran waren allen voran John Hammond und Clive Davis mit ihrem untrüglichen Gespür für Trends. Hammond war es, dessen unvergleichliche Instinkte als Talent-Scout Bob Dylan und — ein Jahrzehnt später — Bruce Springsteen zu Columbia holten. Dylans unglaublicher Einfluss brachte eine ganze Ära von intelligenter Kreativität hervor; bei Künstlern wie den Byrds oder Simon & Garfunkel, die sowohl mit ihren Alben als auch mit ihren Singles grandiose Erfolge feierten.
Die Columbia begann, abseits von ihren Mainstream-Wurzeln auf neue Wege zu gehen. Das Label erweiterte wie nie zuvor seinen musikalischen Horizont und wandte sich dem unkonventionellen Rock von Janis Joplin, Santana und Blood, Sweat & Tears zu. Legendär dabei ist die Verbindung des damaligen Direktors Clive Davis mit diesen Künstlern, und all den anderen, die er seither unter seine Fittiche genommen hat: Barry Manilow, Dionne Warwick und Whitney Houston bei Arista oder Alicia Keys bei J Records.
Ein weiteres Flaggschiff für beide Unternehmen war die Country-Musik; mit Johnny Cash und Tammy Wynette bei Columbia und Jim Reeves, Dolly Parton und John Denver bei RCA. Und mit dem Vertrieb von Platten des Philadelphia International Label von Gamble & Huff verhalf die CBS unter der Leitung von Clive Davis auch der Soulmusik zu einer Revolution.
Aber unter der schillernden Leitung des neuen Präsidenten Walter Yetnikoff stand der CBS in den 70er und 80er Jahren noch viel Größeres bevor: Billy Joel brachte das Album 52nd Street heraus, Meat Loaf kam mit "Bat Out Of Hell", der Boss, Bruce Springsteen, brach alle Rekorde und britische Ikonen wie Paul McCartney und Mick Jagger standen für ihre US-Veröffentlichungen bei der CBS unter Vertrag. Auf der anderen Seite konnte die RCA mit außergewöhnlichen Talenten wie Jefferson Airplane, David Bowie und Lou Reed aufwarten und hatte die Hitmaschine Hall & Oates im Programm.
Als Mitte der 80er Jahre die sogenannte zweite Britische Invasion startete, waren beide Unternehmen ganz vorn mit dabei: mit The Clash, Paul Young, Eurythmics, Wham! und später George Michael. Und dann kam für Epic der größte denkbare Erfolg: Michael Jackson veröffentlichte "Thriller" und setzte die Standards für Alben — sowohl für die Produktion als auch für die Verkaufszahlen — ganz neu.
Mitte und Ende der 80er Jahre nahm das Unternehmen langsam seine gegenwärtige Form an. 1985 erfolgte der Verkauf der RCA an das deutsche Unternehmen Bertelsmann, zwei Jahre später erwarb die Sony Music Entertainment Corporation die CBS. 2004 schlossen sich dann Sony und Bertelsmann für vier Jahre zum Joint Venture Sony BMG zusammen.
Nach dem Ausstieg von Bertelsmann Ende 2008 ist das Unternehmen wieder unter dem Namen Sony Music Entertainment im Geschäft und trägt das Erbe und die Erfolge beider ehemaliger Label-Gruppen mit sich. Und auch neue Linien wie das Klassik-Label Red Seal oder Sony Legacy, das viel bewunderte Label für Neuauflagen und Wiederveröffentlichungen, sind in ihrer Größe und in ihrem Ansehen gewachsen.
Syco Entertainment, ein weiteres Label der Sony-Familie, hat sich in nur wenigen Jahren zu einem der weltweit führenden Unterhaltungsunternehmen entwickelt. Mit der Produktion von internationalen Fernsehformaten wie "Das Supertalent" oder "X Factor" bringt Syco Entertainment immer weitere Stars hervor, wie beispielsweise One Direction, Paul Potts, JLS, Olly Murs, Rebecca Ferguson oder Leona Lewis.
Das Unternehmen in seiner modernen Form hat massive Entwicklungen durchlaufen, vor allem durch die moderne Kommunikation mit ihren hunderten digitalen Musik-Dienstleistungen und sozialen Netzwerken, die das Verhältnis zwischen Musikern und Fans neu definiert haben. Gleichzeitig kümmert sich Sony Music Entertainment weiterhin um die Entdeckung und die Entwicklung von neuen Talenten. Die Bandbreite der Künstler ist so groß wie immer — von Beyoncé bis Bob Dylan, von AC/DC über One Direction bis zu Usher... und so viele mehr. Columbia, RCA, Epic, Syco, Jive und all die anderen Labels der facettenreichen Sony Label-Familie sind noch immer genau da, wo sie schon immer waren: an vorderster Front der internationalen Musikbranche, und das sowohl auf kreativer als auch auf kommerzieller Ebene.
Und 2012 feierte das Unternehmen zu Recht stolz das 125. Jahr im Musikgeschäft.