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Beitragsbild: Schüler des Landerziehungsheims Hof Oberkirch beim Holzen.
Der Winter 1917 war sehr kalt und lang anhaltend. Architekt Thürlemann schrieb über die Witterung des 4. März 1917: […] überaus kalter, rauher Tag. Morgens hart gefroren; starker Reif; bis gegen Mittag dunkel & grau. Sehr scharfer, beissender Ostwind. Von Mittag an allmä[h]lig aufheiternd. Zeitweilig sonnig. Nachmittag ziemlich hell; jedoch kalt & unfreundlich. Nordwind. Abend schön. Sonnenuntergang farbenprächtig. Im Westen leichte Bewölkung. Nacht mond- & sternenhell. Sehr kalt; starker Frost. Reif.
Thürlemann schrieb jeden Tag über die Witterungsverhältnisse. Fast den ganzen Januar über war es so kalt gewesen, dass man zweimal pro Tag hatte einheizen müssen. Trotzdem war die Temperatur in seiner Wohnung keineswegs auf gemütliche, nicht einmal erträgliche Höhe gestiegen, wie er beispielsweise am 27. Januar 1917 festhielt: Wir hatten am Morgen in der Wohnstube 1°C. (: Nordwand:) – Tagsüber zeigte das Thermometer als höchste Temperatur 7°Cels. [ebenfalls in der Wohnstube].
Brennstoffmangel machte sich überall im Land bemerkbar (vgl. z.B. den Beitrag zum 11. Februar zur Kohlennot). Auch der Direktor des Landerziehungsheims Hof Oberkirch versuchte vorzusorgen. In seinem Jahresbericht vom April 1917 bis zum März 1918 schrieb er dazu: Eine weitere Kriegsmassnahme des abgelaufenen Jahres war der Betrieb eines eigenen Bergwerkes, wie der Chronist unsere Grube im alten Uznacher Kohlengebiet nennt. Auf gut Glück haben wir da am Hang beim Rutschwäldchen einige Aren buckeligen Moorboden gepachtet, für den Winter zum Ausbeuten von Schieferkohle, für den Sommer zum Bepflanzen mit Kartoffeln und Mais. Es muss noch Kohlenreste haben, sagte der Eigentümer des Bodens, aus der früheren Zeit her, wo Stollen an Stollen in den Berg hineinführte und hundert Jahre hindurch um kleinen Lohn Schieferkohlen gegraben wurden. Wir gingen als einige der ersten unter die neuen Kohlengräber. Wir gruben mit Pickel und Schaufel während einigen Wochen nach den braunen Schichten. Zweitdrittel der Zeit fallen dabei auf Erdarbeiten, ein Drittel auf das Schroten, Herausschaffen und Wegführen. Und so bissen wir uns durch den Winter ohne Kohlenferien – zum Leidwesen unserer Jungen, die anfänglich lieber Kohlenferien als Kohlen gehabt hätten. Wir brauchten diese Schieferkohlen in der Zentralheizung mit einem Rest von Coks [sic], in den Oefen des alten Hauses mit Reiswellen und im Kochherd mit etwas Steinkohlen. Für einen grösseren Ausbeutungsbetrieb eignen sich die Lager nicht mehr. Fachleute sind an Ort und Stelle zu dieser Ansicht gelangt, ebenso spekulative Köpfe, die dabei entweder Geld gewonnen oder verloren haben.
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Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, W 035a (Tagebuch Thürlemann) und W 127 (Hof Oberkirch, Jahresbericht in: Hof Zeitung, Nr. 12, April 1918, Beitragsbild: Fotosammlung)