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Luzerner Zeit%>
Richard Wagner wählte für sechs Jahre das Tribschener Landhaus am Vierwaldstättersee zu seinem Wohnort. Im April 1866 bezog der Komponist das Haus und füllte es mit Leben.
In diesem herrschaftlichen Anwesen, von einem Park umgeben und direkt am See gelegen, verbrachte Wagner insgesamt 6 Jahre. Er vollendete hier die "Meistersinger von Nürnberg" und "Siegfried", er setzte die Arbeit an der "Götterdämmerung" fort und komponierte zwischendurch den "Huldigungsmarsch" und das "Siegfried-Idyll". Letzteres kam zum Geburtstag von seiner Frau Cosima im Treppenhaus am 25.12.1870 zur Uraufführung.
Am 25. August 1870 fand in der protestantischen Gemeinde der Matthäuskirche die Trauung von Wagner und Cosima statt. Es gab keine grosse Festgesellschaft. Anwesend waren neben Pfarrer Tschudi und dem Brautpaar lediglich die Trauzeugen Malwida von Meysenbug und Hans Richter. Einige Tage später wurde die Taufe des Sohnes Siegfried gefeiert. Im 1. Obergeschoss des Landhauses Tribschen ist Wagners Sohn auf den Namen Siegfried Helferich Richard Wagner getauft und damit als Wagnernachkomme legitimiert worden.
Das Landhaus Tribschen war zu Wagners Zeiten ein beliebter Treffpunkt namhafter Persönlichkeiten, die zum Freundeskreis des Komponisten gehörten. Unter vielen anderen waren der Bayernkönig Ludwig II, Franz Liszt und Friedrich Nietzsche Gäste am Vierwaldstättersee.
Im Jahr 1872 verliess Wagner die so genannte «Tribschener Idylle», um seine Pläne des eigenen Festspielhauses in Bayreuth zu verwirklichen.
«Es war trostlos. Tribschen hörte nun auf zu existieren."
Friedrich Nietsche (1872)
Einen Monat nachdem Richard Wagner in Tribschen eingezogen war, folgte ihm auch seine Geliebte Cosima von Bülow. Zu Beginn kam sie nur zu Besuch, um kurz darauf wieder zu ihren Töchtern und ihrem Ehemann Hans von Bülow nach München zurückzukehren. Letztendlich entschloss sich Cosima, mit ihren Kindern ganz in Tribschen einzuziehen. Im Jahr 1867 erblickte die Tochter Eva das Licht der Welt und am 6. Juni 1869 wurde Wagners einziger Sohn Siegfried geboren. Kurz darauf willigte Hans von Bülow in die Scheidung von seiner Frau Cosima ein.
«Um 8 Uhr fand unsere Trauung statt; möge ich würdig sein,
R.[ichard]‘s Namen zu tragen.»
Tagebucheintrag von Cosima (1870)
«Tribschener Idyll mit
Fidi-Vogelgesang und Orange-
Sonnenaufgang.»