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«Jungfrauengeburt» Seit 16 Jahren isoliertes Krokodil legt Eier
Ein Krokodil in Costa Rica hat Eier gelegt, obwohl es seit 16 Jahren keine Artgenossen mehr gesehen hat. Die Entdeckung könnte Aufschluss auf das Fortpflanzungsverhalten von Dinosauriern geben.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ein Krokodil hat in Costa Rice Eier gelegt, obwohl es seit 16 Jahren in Isolation lebt.
- Von den 14 Eiern waren sieben entwicklungsfähig. Ausgebrütet werden konnte keines.
- Eines der Eier beinhaltete jedoch einen komplett entwickelten, wenn auch nicht lebensfähigen Fötus, der seiner Mutter nahezu identisch war.
- Auch bei Vögeln ist die Fähigkeit zur asexuellen Produktion beobachtet worden.
- Da Vögel und Krokodile die nächsten noch lebenden Verwandten der Dinosaurier sind, könnten die Urzeitechsen auch dazu in der Lage gewesen sein.
Für den Menschen ist Jungferngeburt mythologisch aufgeladen. In der Tierwelt hingegen ist Parthenogenese – so der Fachbegriff – ein seltenes, aber nicht gänzlich unnatürliches Phänomen. Bei Vögeln, Haien, Echsen und Schlangen ist sie schon dokumentiert worden.
Eigentlich sind diese Tiere zur Fortpflanzung auf Partner angewiesen. Doch wenn sie keine andere Wahl haben, sind sie in der Lage, sich asexuell fortzupflanzen. Es sind aber auch zwei Fälle beobachtet worden, in denen sich Hai-Weibchen für die partnerlose Reproduktion entschieden haben, obwohl Männchen in der Nähe waren.
Fötus nahezu identisch
Nun ist die Praxis zum ersten Mal bei einem Krokodil beobachtet worden. Ein Weibchen, das in Costa Rica seit 16 Jahren alleine in einem Gehege lebt, legte zum Erstaunen der Wärter*innen 14 Eier. Sieben davon waren entwicklungsfähig.
Versuche, die sieben Eier auszubrüten, scheiterten jedoch. Um der Sache auf den Grund zu gehen, wurden die Eier daraufhin aufgebrochen. Bei sechs Eiern war der Inhalt «nicht erkennbar», im siebten jedoch befand sich ein komplett geformter, allerdings nicht lebensfähiger Fötus. Und der war nahezu das Ebenbild der einsamen Krokodilmutter.
Konnten sich Dinosaurier alleine vermehren?
Wissenschaftler*innen zufolge könnte die Entdeckung Aufschluss über die Fortpflanzungsfähigkeiten von Dinosauriern geben. Es wird vermutet, dass Jungferngeburten häufiger bei Spezies auftreten, die vom Aussterben bedroht sind.
Parthenogenese ist jetzt bei Vögeln und Krokodilen nachgewiesen worden. Das legt gemeinsame evolutionäre Wurzeln nahe. Vögel und Krokodile sind die letzten Nachfahren der Dinosaurier. Reptilien wie etwa Eidechsen sind deutlich weiter mit Dinosauriern verwandt als oft angenommen wird.
Es ist also gut möglich, dass Dinosaurier auch zu Jungferngeburten fähig waren.