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Die Geschichte der Perle
Faszination auf Menschen aus. Man geht heute davon aus, dass die ersten Perlen zufällig bei der Nahrungssuche gefunden wurden. Sie wurden als Wunder der Natur betrachtet und verehrt, die Perle wurde zum Kultobjekt. Erste Überlieferungen, in denen Perlen erwähnt werden, stammen aus dem chinesischen Geschichtsbuch von Shu King aus dem Jahr 2206 vor Chr., worin festgehalten wird, dass der damalige König Yu Perlen aus dem Yangze als Geschenk erhielt. Der älteste bekannte Perlenschmuck befindet sich im Ägyptischen Museum in Kairo und wird auf 4300 Jahre geschätzt.
In allen Kulturen spielt die Perle eine Rolle. Als Schutz gegen Feinde, Glücksbringer, Liebessymbol und natürlich auch als Mittel zur Stärkung der Manneskraft. Im gesamten Altertum, ob in der arabischen Welt, Persien oder Indien, waren Perlen hoch geschätzt. In der islamischen Perlensymbolik wird die Perle in der Regel mit Jungfräulichkeit verbunden.
Während der wirtschaftlichen Blütezeit des römischen Reiches wurden Perlen zu einem der begehrtesten Handelsgüter. Es wurden in keiner anderen Periode der alten Weltgeschichte mehr Perlen als zu jener Zeit gehandelt. Die mächtigen und reichen Römer waren unübertroffen im verschwenderischen zur Schau stellen von Perlen und Perlenschmuck. Dem einfachen Bürger des römischen Reiches wurde aber das Tragen von Perlschmuck gänzlich verboten.
Im 16. Jahrhundert steigt England unter Königin Elisabeth I. zur Weltmacht auf und gründet erste Kolonien in Nordamerika. Sie übertrumpfte mit ihrer Leidenschaft alle Perlenliebhaberinnen, indem sie immer gleichzeitig mehrere Perlenstränge trug, darunter auch einige, welche bis zu den Knien reichten. Ihre Kleider waren oftmals bestickt mit tausenden von Perlen, die einen Ausdruck ihrer Macht darstellten.
Im 19. Jahrhundert sind Perlen noch immer ein Privileg des Adels, jedoch gewann die bürgerliche Gesellschaft auf Grund geschichtlicher Veränderungen immer mehr an Einfluß. In bürgerlichen Kreisen wird jetzt Perlenschmuck getragen, der vorher dem Adel vorbehalten war.
Anfang des 20. Jahrhunderts war die Zahl der gefundenen Naturperlen dramatisch zurückgegangen. Einer der Gründe lag im Überfischen der Meere. Aber entscheidenden Einfluss hatte auch die Entdeckung und Förderung von Öl im Persischen Golf. Durch die damit verbundene Wasserverschmutzung wurden Muschelbänke zerstört. Aber auch viele der Perlentaucher zogen es nun vor, in der Ölindustrie zu arbeiten, um ein weniger gefährliches und gesundheitlich belastendes Leben zu führen.
Kokichi Mikimoto begann Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Forschung der Perlenzucht. Man sagt, er habe das Fundament für die moderne Zuchtperlenindustrie im Alleingang gelegt. Obwohl das nicht ganz richtig ist, spielte Mikimoto die wichtigste Rolle in der Entwicklung der modernen Techniken für den Zuchtperlenanbau. Er war es auch, der die Allgemeinheit davon überzeugte, dass die Zuchtperle ein lohnendes und wertvolles Juwel ist. Diese Zucht war aber auch wichtig, weil im Jahre 1929 mit der Weltwirtschaftskrise auch der Niedergang des Handels mit Naturperlen begann.
Die Perlenmärkte erlebten im 20. Jahrhundert viele Höhen und Tiefen. Heute bietet der Handel hauptsächlich Zuchtperlen an. Durch die fortschreitende Industrialisierung des Marktes sowie optimierte Zuchtmethoden ist es heute allen Frauen möglich, Perlenschmuck zu erwerben. Die Zuchtperle stellt heute ein begehrtes Schmuckobjekt dar. Es gibt eine derartige Vielfalt an Qualitäten, Farben und Formen, dass jeder individuelle Wunsch erfüllt werden kann.