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Als eine der wenigen verbliebenen Grossaffenarten der Welt ist der westliche Flachlandgorilla vom Aussterben bedroht und hat ein hohes Risiko, in der Wildnis für immer auszusterben. Aufgrund der illegalen Jagd nach Buschfleisch und dem Handel mit Haustieren, sowie der Zerstörung, die die mineralgewinnende Industrie in ihren Lebensraum gebracht hat, sind Gorillapopulationen gefährdet.
VIER PFOTEN unterstützt das Fernan-Vaz Gorilla-Projekt (FVGP)bei der Rehabilitation der westlichen Flachlandgorillas.
Das Fernan-Vaz Gorilla Project (FVGP) ist ein NGO zum Schutz der Gorillas, das 2001 gegründet wurde und seinen Sitz in der Fernan-Vaz Lagune in Gabun hat. Das Projekt begann mit dem Transfer von vier westlichen Flachlandgorillas vom Centre International de Recherches Médicales de Franceville (CIRMF) auf die Insel Evengue-Ezango in der Fernan-Vaz-Lagune. Diese Gorillas lebten fast 20 Jahre in Forschungseinrichtungen und das erste Ziel der FVGP war es, ihnen eine Unterkunft in einem natürlichen Zufluchtsort und eine besondere Betreuung zu bieten, um ihr Wohlbefinden zu gewährleisten.
Im Rahmen des Projekts wurde ein Rehabilitationszentrumfür Gorillas eingerichtet. Ziel ist es damit, ein effizientes und nachhaltiges Gorillarettungs- und Rehabilitationsprogramm für legal konfiszierte verwaiste Gorillas (Opfer des Buschfleischhandels) zu entwickeln und die Zukunft der reichen Biodiversität und der wilden Grossaffenpopulation in ungeschützten Gemeinschaftswäldern der Region Fernan-Vaz zu sichern.
Gejagt und verkauft
Die Jagd auf Buschfleisch ist die Hauptursache für den Rückgang der Gorillabestände im westlichen Flachland. Die kontinuierliche menschliche Expansion hat den Zugang zum Wald für Wilderer vereinfacht, da sie das ausgedehnte Strassennetz nutzen können, welches für die Holzindustrie gebaut wurde. So können Jäger in den Wald eindringen und Schlepper grosse Mengen Buschfleisch aus dem Wald transportieren. Die Mehrheit der Gorillas im westlichen Flachland (78%) lebt ausserhalb des schützenden Waldes. Das bedeutet, dass in ihre Heimat eingedrungen und diese zerstört werden kann, sie können entführt und als Haustiere verkauft werden oder getötet und gegessen werden - alles ohne jeglichen Rechtsschutz.
Verlust des Lebensraums
Die Gewinnung von Mineralien hat zur Zerstörung grosser Teile des Gorillalebiotops geführt. Industrieller Abbau und Abholzung zerstören grosse Waldflächen, wobei viele Gorillas getötet wurden. Die Verbleibenden befinden sich in einer seltsamen, mechanisierten Umgebung, der sie entkommen müssen, oder stehen kurz vor dem Hungertod. Der anhaltende Bau neuer Strassen für den Holzeinschlag und den Bergbau zerstört auch den Lebensraum des Gorillas, begrenzt sein Heimatgebiet und vermindert Nahrungs- und Paarungsmöglichkeiten. Auch Monokulturplantagen sind ein Problem; es wird geschätzt, dass 73,8% des Lebensraums des westlichen Flachlandgorillas für die Palmölproduktion geeignet sind. Da die Ölpalmenplantagen in Asien fast ausgelastet sind, wird die afrikanische Palmölproduktion in den kommenden Jahren voraussichtlich steigen, da diese Entwicklungsländer ihre Chance auf wirtschaftlichen Aufschwung nutzen werden.
Krankheiten
Zwischen 1995 und 2000 starben drei Viertel der Gorillabestände in 6 geschützten Waldgebieten. Die Ursache liegt beim Ebola-Virus, das seit Anfang der 90er Jahre sowohl Gorilla- als auch Schimpansenpopulationen dezimiert. Heute ist das Virus nach wie vor eine erhebliche Bedrohung für die Region. Da die Übertragung des Virus zwischen den Individuen so schnell erfolgt und das Gebiet, in dem ein Ausbruch stattfindet, so gross ist, können grosse Teile der Gorillapopulation in sehr kurzer Zeit vernichtet werden.