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Der fast zum Bundesrat gewählte Hansjörg Walter erwartet ein Umdenken bei der SVP. Sein Wahlresultat als Sprengkandidat habe den politischen Stil der SVP zur Diskussion gestellt. Er hoffe, dass eine kommende Bundesratswahl nicht wieder unter "Erpressung diktiert" werde.
Vergangene Woche ist Ueli Maurer mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme gegen den Sprengkandidaten Hansjörg Walter vom Parlament zum Bundesrat gewählt worden.
Walter, Thurgauer Nationalrat der Schweizerischen Volkspartei (SVP), hat seine Wahl nicht zuletzt selbst verhindert: Hätte er statt Ueli Maurer seinen eigenen Namen auf den Wahlzettel geschrieben, hätte er bereits im 2. Wahlgang das absolute Mehr erreicht.
In der Samstagsrundschau von Radio DRS sagte Walter, der auch Präsident des Bauernverbands ist, dieses hauchdünne Ergebnis habe sich deshalb ergeben, weil die SVP zu wenig selbstkritisch sei: "Die Partei war nicht mutig genug für eine echte Doppelkandidatur."
Mit der Rückkehr der SVP in die Regierung werde die Partei wieder in die Verantwortung einbezogen. Für die Fraktion heisse dies, sie müsse sich zusammenraufen und fundiertere Entscheidungen treffen. Er gehe davon aus, dass die Pragmatiker, zu denen er auch sich selbst zählt, mehr Einfluss erhalten werden.
Die Taktik der Parteileitung, bei der Bundesratswahl auf Blocher zu setzen, obschon ein Sprengkandidat im Gespräch war, bezeichnete Walter als "riskante, unüberlegte Aktion".
Walter hatte im Parlament vor dem 1. Wahlgang erklärt, dass er nicht als Kandidat zur Verfügung stehe. Dennoch zog aber fast die Hälfte der Stimmen auf sich.