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Patenschaften und Spenden für Kinder in Uganda
In Uganda leben viele Menschen in Armut. Zu den Ursachen für die hohe Armutsrate zählen das starke Bevölkerungswachstum, die Abhängigkeit von der Subsistenzlandwirtschaft (dem Anbau für den eigenen Bedarf) und die hohe HIV- und Aids-Rate. Wir von Plan International setzen bei diesen Problemen an und tragen, dank Ihrer Spenden, dazu bei, dass Kinder in Uganda zukünftig nicht mehr in Armut leben.
Ein Überblick
Uganda ist ein ostafrikanischer Binnenstaat der am Äquator liegt und im Norden an den Südsudan, im Osten an Kenia, im Süden an Tansania und Ruanda sowie im Westen an die Demokratische Republik Kongo grenzt. Das Landschaftsbild ist teils durch Savannen und trockene Hochebenen, teils durch üppige Wälder sowie Gebirge geprägt. Im Südosten liegt der Viktoriasee, der den Nil speist. Uganda ist ein Vielvölkerstaat in dem 13 größere ethnische Gruppen leben. Das Land weist ein hohes Bevölkerungswachstum auf, rund die Hälfte der Menschen ist unter 15 Jahre alt. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten. Allerdings ziehen immer mehr Menschen in die Städte, was große Probleme mit sich bringt.
Die europäische Kolonialisierung begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zuvor herrschten verschiedene afrikanische Könige über die Gebiete des heutigen Uganda. 1896 wurde Uganda britisches Protektorat. Nach der Unabhängigkeit 1962 führte Milton Obote ein Ein-Parteien-System ein. 1971 putschte sich Armeechef Idi Amin an die Macht. Seine Schreckensherrschaft wurde 1979 durch tansanische Militärverbände beendet. Nach Jahren, die von Anarchie und Bürgerkrieg geprägt waren, übernahm 1986 Yoweri Museveni die Macht.
Zur Situation heute
1996 fanden die ersten freien Wahlen statt, die Museveni für sich entscheiden konnte. Er wurde seitdem mehrfach in seinem Amt bestätigt. Seit seiner Machtübernahme hat sich die politische und wirtschaftliche Lage Ugandas stabilisiert. In den letzten Jahren verzeichnete Uganda ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Allerdings betreibt ein Großteil der Bevölkerung nach wie vor Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Armut ist besonders in ländlichen Regionen und in den Slums der Großstädte weit verbreitet.
Plan International in Uganda
Plan International ist seit 1992 in Uganda tätig. 2017 erreichten wir mit unserer Arbeit das Umfeld von über 35.000 Patenkindern und ihren Familien. Unsere Programmgebiete befinden sich überwiegend in ländlichen Regionen.
Arbeitsansatz von Plan International
Unser Arbeitsansatz, die kindorientierte Gemeindeentwicklung, beruht auf den Grundrechten von Kindern: das Recht auf Leben, Entwicklung, Mitwirkung und Schutz. Kindorientierte Gemeindeentwicklung bedeutet mit und für Kinder zu arbeiten. Mädchen und Jungen, Jugendliche, ihre Familien und Gemeinden sind an der Planung und Durchführung von Projekten beteiligt, um ihre eigene Entwicklung voranzubringen. Die Gemeinde trägt Verantwortung für die Projekte, damit deren Nachhaltigkeit gesichert wird, auch nachdem wir unsere Arbeit in diesem Gebiet beendet haben. Von zentraler Bedeutung ist es, Kompetenzen von Gemeindemitgliedern zu stärken, damit sie sich mit den Herausforderungen ihrer Gemeinden aktiv auseinandersetzen können. Dies trägt dazu bei, strukturelle Kinderarmut zu beseitigen.
Da der Staat eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Einhaltung der Kinderrechte spielt, arbeiten wir mit Regierungsstellen zusammen und unterstützen sie darin, ihre Verpflichtungen gegenüber den Gemeindemitgliedern wahrzunehmen und vorhandene Gesetze und Vorgaben umzusetzen. Gleichzeitig informieren wir die Menschen in den Gemeinden über ihre Rechte und bestärken sie darin, diese einzufordern. Wir setzen uns besonders für ausgegrenzte und benachteiligte Kinder ein, damit sie ihre Rechte wahrnehmen und den Kreislauf von Diskriminierung, gesellschaftlicher Nichtteilhabe und Kinderarmut durchbrechen können.
Herausforderung: Unzureichende Gesundheitssituation von Müttern und Kindern
Obwohl bereits einige Erfolge erzielt worden sind, ist die Kindersterblichkeitsrate in Uganda immer noch hoch, wobei große regionale Unterschiede innerhalb des Landes bestehen. Vor allem in den ersten Lebensmonaten sind Kinder gefährdet, an vermeidbaren Krankheiten, wie Durchfall- und Atemwegserkrankungen oder Malaria zu versterben. Fehlendes Wissen der Eltern, unsichere Wasserversorgung sowie ein schwaches lokales Gesundheitssystem sind hierfür die Hauptursachen. Mangelernährung ist ein weiteres Problem, was zur Folge hat, dass in einigen Regionen bis zu einem Drittel der Kinder unter fünf Jahren nicht altersgemäß entwickelt ist. Auch die Müttersterblichkeit ist nach wie vor hoch. Insbesondere Schwangere nehmen auch aus kulturellen Gründen und fehlender Aufklärung zu selten medizinische Dienste in Anspruch. Frühe Schwangerschaften gehen außerdem mit einem deutlich erhöhten gesundheitlichen Risiko für die jungen Mütter einher.
Plan-Programm: „Die Gesundheit von Müttern und Kindern verbessern“
Ein wichtiges Ziel von uns ist, Unterernährung und vor allem auch chronische Mangelernährung von Kindern unter drei Jahren zu verhindern. Wir legen viel Wert darauf, Studien und Analysen durchzuführen, um unsere Maßnahmen in Bezug auf die relevanten Problemfelder abzustimmen. Wir klären die Familien darüber auf, wie sie ihre Gesundheitssituation und die ihrer Kinder verbessern können und wie wichtig es ist, regelmäßig, und im Bedarfsfall umgehend, medizinische Dienste in Anspruch zu nehmen. Außerdem stärken wir die Elternkompetenzen insbesondere im Hinblick auf kindgerechte Ernährung.
Ein anderes Problemfeld ist das der reproduktiven und sexuellen Gesundheit. Auch hier klären wir auf und verbessern das Informationsangebot in den Gemeinden, etwa durch den Aufbau einer kostenfreien telefonischen Aufklärungs- und Beratungs-Hotline. Wir binden gezielt Jugendliche in unsere Öffentlichkeitsarbeit ein, die sich bei breiten Kampagnen für die Verbesserung der reproduktiven und sexuellen Gesundheitsangebote einsetzen. Wir verbessern das lokale Gesundheitssystem, indem wir Gesundheitspersonal qualifizieren und daran arbeiten, dass Erkrankte zügig an spezialisierte Kliniken überwiesen werden, wenn dies nötig ist. Für Jugendliche richten wir Anlaufstellen ein, wo sie Verhütungsmittel beziehen können und Aufklärungsmaterial erhalten. Schwangere können HIV/Aids-Tests durchführen und Folgeuntersuchungen in Anspruch nehmen, um eine Übertragung des Virus, von der Mutter auf das Kind zu verhindern. Schließlich setzen wir uns für die Digitalisierung von Verwaltungsprozessen im Gesundheitswesen und bei der Geburtenregistrierung ein.
Herausforderung: Unsicheres Trinkwasser und mangelnde sanitäre Situation
Vor allem in Slumvierteln und armen ländlichen Regionen haben viele Familien keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen. Mehr als 2,5 Millionen Menschen verrichten ihre Notdurft im Freien. Dies begünstigt die Ausbreitung wassergebundener Krankheiten und trägt wesentlich zur hohen Kindersterblichkeitsrate bei. Die mangelnde sanitäre Versorgung und unzureichende Hygiene an Schulen ist ein wesentlicher Grund dafür, dass Mädchen ihren Schulbesuch vorzeitig beenden. Insgesamt sind die staatlichen Investitionen in diesen wichtigen Bereich viel zu gering.
Plan-Programm: „Wasser und sanitäre Versorgung“
Wir arbeiten daran, dass alle Familien in unseren Gemeinden eine Latrine nutzen können und übertragen unseren bewährten Ansatz auch auf Schulen in unseren Projektgebieten. Dabei ist uns besonders wichtig, die Bedürfnisse der Mädchen zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass auch in Schulen Hygieneartikel und nach Geschlechtern getrennte sanitäre Anlagen vorhanden sind. Wir stärken Trinkwasserkomitees in den Gemeinden, die sich für die nachhaltige und umsichtige Nutzung der lebenswichtigen Ressource Wasser einsetzen und dafür Sorge tragen, dass die Trinkwasserversorgungssysteme gewartet und instand gehalten werden. Schließlich binden wir private Unternehmen ein, damit notwendige Hygieneartikel und sanitäre Anlagen in den Gemeinden zur Verfügung stehen.
Herausforderung: Der Kinderschutz ist nicht gewährleistet
Viele Kinder in Uganda leiden unter Gewalt, Missbrauch oder Ausbeutung. Etwa 70 Prozent der Kinder bis acht Jahren haben eine Form von körperlicher Gewalt erlebt. Kinderarbeit betrifft ein Viertel aller Mädchen und Jungen. Waisenkinder, Mädchen und Kinder, die mit Stiefeltern leben, leiden besonders oft unter häuslicher Gewalt. An Schulen ist körperliche Züchtigung nach wie vor weit verbreitet und vor allem Schülerinnen sehen sich sexuellen Übergriffen von Lehrkräften ausgesetzt. Ursachen hierfür sind mangelndes Wissen und Bewusstsein um Kinderrechte, schwache Umsetzung von Kindesschutzrichtlinien, schädliche traditionelle Praktiken und Armut. Bestehende Kinderschutzeinrichtungen sind personell schlecht aufgestellt und nicht gut vernetzt.
Plan-Programm: „Eine schützende Umgebung schaffen“
Jungen und Mädchen sollen ihre Rechte kennen und sich aktiv gegen Gewalt und Missbrauch engagieren. Dazu stärken wir Kindergruppen, die sich beispielsweise an Schulen für Kinderrechte einsetzen oder sich im Rahmen von Katastrophenvorsorgemaßnahmen um die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern in Krisensituationen kümmern. Fälle von Gewalt und Missbrauch müssen gemeldet und behördlich verfolgt werden. Dazu schaffen wir an Schulen und in den Gemeinden entsprechende Anlaufstellen und klären mit breiten Kampagnen über Kinderrechtsverletzungen auf.
Wir fordern und fördern den gesellschaftlichen Dialog zur Überwindung von schädlichen Praktiken, wie Kinderarbeit oder -heirat und setzen uns gegen jedwede Benachteiligung von Kindern aufgrund ihres Geschlechts ein. Eltern vermitteln wir kindgerechte Erziehungsmethoden sowie Möglichkeiten positiver Disziplinierung und bestärken gezielt die Väter, sich in Erziehungsfragen einzubringen und sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Gemeinsam mit der Regierung arbeiten wir daran, dass zuständige Behörden effektiver arbeiten und ein landesweites Notrufsystem für Kinder aufgebaut wird.
Herausforderung: Kinder im Grundschulalter können nicht ihr volles Potenzial entwickeln
Nur knapp ein Viertel aller Kinder zwischen drei und fünf Jahren hat die Möglichkeit eine Einrichtung zur frühkindlichen Förderung zu besuchen. In ländlichen Regionen ist der Anteil sogar noch geringer. Obwohl die Einschulungsrate in Uganda hoch ist, schließt fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in unseren Programmgebieten die siebenjährige Grundschule nicht erfolgreich ab. Ein Grund ist die schlechte Unterrichtsqualität. An vielen Schulen sind die Klassenzimmer überfüllt und es mangelt an Unterrichtsmaterial ebenso wie an qualifizierten Lehrkräften. Oft ist die sanitäre Versorgung ungenügend. Hinzukommt, dass über 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler Gewalt an Schulen erleben.
Plan-Programm: „Bildungschancen für Jungen und Mädchen verbessern“
Um Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und sie gut auf die Grundschulzeit vorzubereiten, unterstützen wir Einrichtungen wie Kindergärten und Vorschulen dabei, altersgerechte Lernangebote zu unterbreiten und qualifizieren pädagogisches Personal sowie Lehrkräfte für die Grundschule. So erleichtern wir den Kindern den Schulstart und tragen dazu bei, dass weniger Kinder aufgrund von Lerndefiziten Klassenstufen wiederholen oder die Schule gar abbrechen müssen. Um den Unterricht stärker auf die Lebenswelt der Kinder auszurichten, arbeiten wir daran, dass Themen wie Umweltschutz, Klimawandel, Katastrophenvorsorge oder Konfliktlösung in den Lehrplan integriert werden. Wir klären die Eltern darüber auf, wie wichtig Bildung für ihre Kinder ist und setzen uns vehement dafür ein, dass Mädchen in ihren Bildungschancen nicht benachteiligt werden und Kinder mit Behinderungen die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen. Es ist notwendig, dass die Eltern sich für die Bildung ihrer Kinder engagieren. Daher nutzen wir gezielt moderne Kommunikationstechnologien, um entsprechende schulische Partizipationsstrukturen zu stärken. Familien, die es sich nicht leisten können, dass ihre Kinder die Schule besuchen, bieten wir über unserer gemeindebasierten Spar- und Kreditgruppen finanzielle Unterstützung an. Auf Regierungsebene setzen wir uns für die Erhöhung des Bildungsetats sowie des Verbots von körperlicher Züchtigung ein.
Herausforderung: Geringe wirtschaftliche Chancen für Jugendliche
Die Jugendarbeitslosigkeit in Uganda ist, trotz einiger Bemühungen der Regierung die Situation zu verbessern, immer noch hoch. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung zwischen 12 und 30 Jahren findet keine Arbeit. In den ländlichen Regionen ist ein Großteil der Jugendlichen im landwirtschaftlichen Sektor beschäftigt, der aber wenig entwickelt ist und vor allem für den Eigenbedarf produziert. Es fehlt den Jugendlichen an den nötigen Kompetenzen, um besser qualifizierte Arbeiten auszuführen. Ein anderes Problem ist, dass der Bedarf an Arbeitskräften landesweit gering ist. Da Mädchen ihre Schulbildung häufig früher abbrechen als Jungen, sind sie wirtschaftlich besonders benachteiligt.
Plan-Programm: „Jugendliche ausbilden und fördern“
Wir bieten Jugendlichen arbeitsmarktrelevante Qualifizierungsmaßnahmen, vor allem in technischen Bereichen an, und unterstützen sie dabei, durch Praktika Berufserfahrung zu sammeln, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Junge Frauen wollen wir durch Coaching-Angebote gezielt dabei unterstützen, gehobene Positionen in Unternehmen zu besetzen. Ein weiterer Ansatz besteht darin, Jugendlichen wirtschaftliche Kernkompetenzen zu vermitteln und gemeinsam mit ihnen Perspektiven für eine berufliche Selbstständigkeit zu entwickeln. Wir stärken gemeindebasierte Spargruppen, damit auch Jugendliche finanzielle Rücklagen bilden und Mikrokredite für notwendige Investition aufnehmen können. Regelmäßige Analysen sichern den Erfolg unserer Bemühungen und liefern die Grundlage dafür, die Maßnahmen auf andere Gebiete auszuweiten. Auf Lobbyebene setzen wir uns dafür ein, dass die Privatwirtschaft gerade für jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bessere Arbeitsbedingungen schafft und die Regierung mehr für die wirtschaftliche Stärkung der Jugend tut.