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Vor Gericht war der Anwalt von Hersche nicht anwesend. Es ist unklar, ob der Entscheid angefochten werden kann. Gegenüber SRF erklärte Gennadi Kasjan, der Bruder von Hersche, dass er durch einen Anruf auf dem Sekretariat des Gerichts vom Urteil erfahren habe. Die Gründe für die Verurteilung sind unklar. Die Angehörigen warten auf Rückmeldung vom Leiter der Strafkolonie in Gomel, in welcher Hersche bisher inhaftiert war. Persönlich vermutet Kasjan, dass seine Schwester verurteilt wurde, weil sie sich weigerte ein Schuldeingeständnis zu unterzeichnen.
Das sagt das EDA
Auf Anfrage von SRF schreibt das EDA: «Das EDA hat Kenntnis davon, dass Frau Hersche von Gomel in das Gefängnis in Mogiljow verlegt worden ist. Die Schweizer Botschaft in Minsk unterstützt Frau Hersche weiterhin im Rahmen des konsularischen Schutzes, ein Besuch in Mogiljow ist vorgesehen. Anlässlich dieses Besuchs sollen auch die Haftbedingungen überprüft werden. Frau Hersche wurde seit ihrer Verhaftung elfmal besucht, das letzte Mal am 27.7.2021.»
Laut Informationen von SRF wartet die Schweizer Botschaft in Belarus auf Erlaubnis von den Behörden Hersche im Gefängnis in Mogiljow besuchen zu können. Ein ehemaliger Insasse des Gefängnisses in Mogiljow schilderte nach seiner Freilassung, dass er während seiner Haft nur während drei Monaten im Jahr Sonne gesehen habe. Hersche ist seit mehr als einem Jahr in Belarus in Haft. Nach ihrer Festnahme an einer friedlichen Demonstration wurde sie im Dezember zu 2.5 Jahren Haft verurteilt.