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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Weshalb wurde ein muslimischer Geistlicher zum Segensgebet eingeladen, obwohl diese Religion keinen jüdisch-christlichen Hintergrund hat?</p><p>2. Die Verantwortlichen haben es anfänglich verpasst, einen Vertreter der evangelisch-reformierten Kirche einzuladen. Weshalb hat der Bundesrat nicht sofort bei den Verantwortlichen interveniert?</p><p>3. Ist er sich bewusst, dass das Christentum in islamischen Staaten nicht anerkannt wird bzw. dass Christen in islamischen Staaten oftmals massiv verfolgt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Grundidee der Segnung des Gotthard-Basistunnels war, das Verbindende des Tunnels auch in der Segnung zu zeigen. Darum sollte von jeder grossen monotheistischen Religion - und nicht Konfession - je ein Vertreter die Segnung vornehmen: ein Christ, ein Jude und ein Moslem. Es sollte gezeigt werden, dass Menschen verschiedener Herkunft und verschiedener Religionszugehörigkeit in der Schweiz friedlich zusammenleben und zusammenarbeiten können. Am Bau des Gotthard-Basistunnels waren auch Arbeiter muslimischen Glaubens beteiligt.</p><p>Auch wenn der christliche Glaube nicht in allen Staaten mit muslimischer Religion anerkannt ist, ist dies kein Grund für die Schweiz, analog zu handeln. Offenheit, Religionsfreiheit und Toleranz sind urschweizerische Tugenden. Deshalb haben in der Schweiz ebenso wie an der Segnung des Gotthard-Basistunnels verschiedene Religionen ihren Platz.</p><p>Die Zeremonie wollte auch die Einheit der Christen symbolisieren. Auf Anfrage hatte der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in der Schweiz einstimmig Pater Martin Werlen als Vertreter aller Getauften bestimmt. Anschliessend mussten alle Beteiligten feststellen, dass diese Idee einigen Gläubigen Mühe bereitete. Aus diesem Grund wurde beschlossen, dass die Christen durch zwei Personen vertreten sein sollten - eine aus der katholischen und eine aus der protestantischen Tradition.</p><p>Ähnliche Eröffnungen wie das Jahrhundertbauwerk des Gotthard-Basistunnels stehen zurzeit keine mehr an. Der Bundesrat ist der Meinung, dass bei der Planung der Eröffnungsfeier sorgfältig vorgegangen wurde und frühzeitig der Dialog mit Vertretern der Kirchen stattgefunden hat. Als festgestellt wurde, dass die Idee der interreligiösen Feier auf Widerstand stiess, hat das UVEK reagiert.</p>