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Corvis Hockeymärchen
Enzo Corvis Eishockeykarriere gleicht einer Cinderella-Story. Als «Nobody» kam er vor neun Jahren mit etwas Glück vom Erstligisten EHC Chur zum HC Davos.
Spätestens seit der WM 2018 in Kopenhagen, als Enzo Corvi an der Seite seines langjährigen Freundes Nino Niederreiter spielte, gehört Corvi zu den besten Stürmern auf Schweizer Eis. In überragender Manier stürmte das Nationalteam mit attraktivem Eishockey bis zur Silbermedaille. Einer der schillerndsten Offensivkünstler der ganzen WM war damals Enzo Corvi.
Wenige Jahre zuvor deutete noch nichts auf Corvis steilen Aufstieg hin. Zumindest hatte ihn zunächst kein NLA-Team auf dem Radar. Als 18-Jähriger stürmte er noch beim EHC Chur. Entweder in der ersten Mannschaft oder den Junioren des Stadtklubs. 29 Punkte in 13 Spielen steuerte er in der ersten Mannschaft in seiner letzten Saison in der zweiten Liga bei. Er hatte damit beträchtlichen Anteil am Aufstieg in eine Spielklasse höher. Und auch in der ersten Liga überzeugte Corvi mit seinen Skorerqualitäten (27 Spiele, 11 Tore, 8 Assists).
Der erste Kontakt
Doch während andere Spieler seiner (Alters-)Klasse längst in den Juniorenabteilungen grosser NLA-Klubs ihr Glück versuchten, drohte Corvi eine Hockeylaufbahn im Amateurhockey.
Doch es kam anders. Yannick Del Curto, Sohn des damaligen HCD-Trainers Arno Del Curto, spielte mit Corvi in Chur zusammen. Er konnte seinen Vater von Corvis Qualitäten überzeugen. Corvi bekam die Chance. Aus dem ersten Probetraining beim HCD wurde ein zweites. Arno Del Curto erkannte das besondere Talent Corvis. Aus einer zunächst einjährig geplanten Zusammenarbeit wurde eine dreijährige.
Corvi kam bereits in seiner ersten Saison beim HCD auf 31 Spiele. Sein Talent in Skorerpunkte ummünzen, konnte er jedoch noch nicht. Nur ein Assist gelang dem Churer in der ersten NLA-Saison in der Meisterschaft. Anders sah es beim Partnerteam HC Thurgau aus, zu dem er ausgeliehen wurde für acht Spiele. Drei Tore und acht Assists verbuchte er dort.
Joe Thornton bedient «Nobody» Corvi
Zum Einsatz kam Corvi bereits in der ersten Saison auch beim Spengler Cup. Dort erlebte er einen magischen Moment. Joe Thornton spielte damals als Lockoutspieler beim HCD. Mit der NHL-Legende verstand sich Corvi auch neben dem Eis gut. Und auch Thornton schien in Corvi etwas Besonderes zu sehen. Thornton wollte mit Corvi in einer Linie spielen. Und so kam es, dass Corvi auf höchster Stufe mit dem HCD doch zu seinem ersten Tor kam. Und was für eines. Mit einer Direktabnahme ins Kreuz bezwang er denn Mannheim-Torhüter. In Szene gesetzt hatte ihn Joe Thornton.
«Noch kein grosser Name im Schweizer Eishockey, aber wer weiss, was wir von ihm noch alles zu hören bekommen«, meinte damals Jann Billeter, SRF-Kommentator, zum ersten Tor von Enzo Corvi im HCD-Dress.
Seither ist Enzo Corvi dem HCD stets treu geblieben und entwickelte sich schnell zu einem Kreativposten. Bereits in seiner zweiten Saison kam Corvi auf 19 Punkte in 54 Spielen. Es folgten zwei weitere Saisons, in denen Corvi mindestens ein Punkt in jedem zweiten Spiel gelang. Die stärkste Saison lieferte Corvi zuletzt ab. 53 Punkte in 47 Spielen war seine eindrückliche Ausbeute 2020/21.
Powerduo Corvi/Niederreiter
Ähnlich sieht Corvis Weg in der Nationalmannschaft aus. Als Junior bestritt er lediglich drei Spiele in der U16-Auswahl der Nationalmannschaft. Erst nach seiner vierten HCD-Saison fasste er Fuss auf internationalem Parkett. Doch seither gehört er zum Stamm im Team von Patrick Fischer. An der WM 2018 in Kopenhagen war er der überragende Spielmacher der Schweizer. In zehn Spielen gelangen ihm neun Punkte. Insgesamt liegt sein Punkteschnitt bei 0,5 Punkten pro Spiel im Dress der Schweizer Nationalmannschaft.
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