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Allzu lange hat der Weltwährungsfonds IWF seine Milliardenkredite an verschuldete Länder nur unter der Bedingung freigegeben, dass die Staatsausgaben gekürzt, Subventionen abgebaut und die Inflation eingedämmt werden. In etlichen Ländern führte dies zur Verarmung Vieler und zum Reichtum Weniger.
Allzu lange zeigte sich der IWF resistent gegen Kritik, die in der allzu grossen Kluft zwischen Reichen und Armen eine Ursache für wirtschaftliche Misserfolge erkannte.
In einem Interview vom 10. April 2014 mit der New York Times verspricht IWF-Direktorin Christine Lagarde nun, die IWF-Vorgaben künftig stärker davon abhängig zu machen, welche Auswirkungen diese Vorgaben auf die Verteilung von Einkommen und Vermögen haben können. IWF-Ökonomen seien in neueren Studien zum Schluss gekommen, dass zu grosse Ungleichheiten die nationalen Wirtschaften, aber auch die Weltwirtschaft «weniger stabil» machen können.
Es gehöre zum Mandat des IWF, zu grosse Ungleichheiten zu verhindern, sagte Lagarde: «Unser Ziel ist die finanzielle Stabilität.» Alles was diese Stabilität gefährden könne, sei zu vermeiden. Der IWF würde Ungleichheiten deshalb heute mehr beachten als früher, «weil die Ungleichheiten grösser geworden sind». Nach Überwindung von wirtschaftlichen Krisen könnten zu grosse Ungleichheiten gesamtwirtschaftlich negative Auswirkungen haben.
Bereits vor drei Jahren waren die IWF-Ökonomen Jonathan D. Ostry und Andrew Berg in einer Studie zum Schluss gekommen, dass eine flachere Einkommenspyramide zur Stabilität einer Wirtschaft mehr beitrage als die Qualität der staatlichen Verwaltung, die Höhe der Staatsschulden oder der Abbau von Zöllen und Handelshindernissen.
Die Botschaft scheint jetzt – drei Jahre später – bei der Spitze des IWF angekommen zu sein.
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Keine