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Astroinfos - Berichte für Fans der Astronomie
Astro-Infos Oktober 2004
Mondfinsternis zum Monatsende
Die Nächte sind wieder länger als die Tage, da die Sonne schnell südlicheren Breiten entgegenstrebt. So erscheint deshalb der Sternhimmel schon um ca. 20 Uhr. Der Abendhimmel erscheint planetenfrei. Einzige Ausnahme bildet der ferne Planet Uranus, der seine Bahn in der Nähe des Sternes Sigma im Sternbild Wassermann zieht. Zum Auffinden ist aber ein Fernglas vonnöten. Das Teleskop zeigt ein geheimnisvoll grünlich schimmerndes Scheibchen.
Ab Mitternacht steigt der Planet Saturn über dem östlichen Horizont empor. Er steht im Grenzgebiet der Sternbilder Zwillinge und Krebs und zeigt sich im Teleskop mit einem schön geöffneten Ring. Ihm folgt knapp 5 Stunden später die hellweiße Venus. Sie en tfernt sich wieder von der Erde. Im Fernrohr zeigt sich ihr kleiner werdendes Scheibchen zunehmend voller beleuchtet. Sie wandert durch das Sternbild Löwe und passiert dabei am 3. des Monats im Abstand eines knappen Vollmonddurchmessers seinen Hauptstern, den Regulus.
Bereits in der beginnenden Morgendämmerung erscheint der weiße Jupiter im Sternbild Jungfrau. Schon ein normales, auf einem Stativ montiertes Fernglas zeigt dem Beobachter den reizvollen Umlauf seiner vier großen Monde um den Planetenkörper.
Ein besonderes Himmelsschauspiel ereignet sich in den Morgenstunden des 28. des Monats. Der Vollmond durchläuft den Kernschatten der Erde. Es kommt zu einer totalen Mondfinsternis, die von ganz Deutschland aus zu beobachten sein wird.
Um 3.14 Uhr fängt die nordöstliche Mondhemisphäre an sich in den Kernschattenbereich zu schieben. Ab 4.23 Uhr ist der Mond vollständig in den Kernschatten eingetaucht und steht als tief kupferrote Scheibe am Himmel. Zur Finsternismitte um 5.04 Uhr ist die südöstliche Mondhälfte besonders dunkel, da sich hier die Mitte des Kernschattens befindet. Die Totalität endet um 5.45 Uhr und die totale Finsternis dann um 6.54 Uhr schon in der helleren Morgendämmerung.
Während die Sommersternbilder Leier, Schwan und Adler zu Beginn der Nacht noch hoch im Süden stehen, werden sie dann von den Herbststernbildern Pegasus, Andromeda und Perseus abgelöst. Diese Herbststernbilder sind charakterisiert durch eine lange Kette hellerer Sterne, die sich fast senkrecht über dem Beobachter halbrund südlich des auffälligen Sternbildes Cassiopeia entlang ziehen. Die Sterne dieses Sternbildes formen ein "W", so dass es auch als "Himmels-W" bekannt ist.