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Zürcherinnen und Zürcher fühlen sich gesund
29. Januar 2015 - Simon Villiger
Die Gesundheit hat für die meisten Menschen einen sehr hohen Stellenwert. Sie besteht aus den drei Komponenten des körperlichen, des geistigen und des sozialen Wohlbefindens. Gesundheit ist ein Zustand, der einem Menschen Handlungsfähigkeit, Wohlbefinden und Lebensfreude vermittelt.
Die meisten Zürcherinnen und Zürcher fühlen sich in diesem Sinne gesund: Vier von fünf Personen beantworten die Frage nach ihrem allgemeinen Gesundheitszustand mit «gut» oder «sehr gut». Mit steigendem Alter nimmt die selbstwahrgenommene Gesundheit ab. Mehr als 90 Prozent der Befragten von 15 bis 34 Jahren erachten sich als gesund; bei den über 64-Jährigen liegt der Wert rund 20 Prozentpunkte tiefer.
Zwischen den Geschlechtern zeigt sich vor allem ein Unterschied in der Altersklasse der 35- bis 49-Jährigen: Frauen schätzen ihren Gesundheitszustand rund 10 Prozent tiefer ein als Männer (Grafik 1). Bei 65-Jährigen und Älteren zeigt sich kein deutlicher Unterschied nach Geschlecht. Dies ist bemerkenswert: In dieser Altersklasse gibt es aufgrund der höheren Lebenserwartung deutlich mehr betagte Frauen als Männer. Diese Frauen fühlen sich gesundheitlich aber augenscheinlich ähnlich gut wie die durchschnittlich jüngeren Männer.
Frauen empfinden häufiger gesundheitliche Einschränkungen im Alltag
Obwohl sich die grosse Mehrheit der Zürcher Bevölkerung gesundheitlich wohl fühlt, sind rund 30 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer im Alltag durch gesundheitliche Probleme eingeschränkt. Dieser Anteil nimmt mit dem Alter zu. Er steigt von 16 Prozent bei den 15- bis 34-Jährigen auf 28 Prozent bei den 50- bis 64-Jährigen und auf 41 Prozent bei den 65-Jährigen und Älteren.
Auch der Grad der Einschränkung nimmt mit dem Alter zu: Lediglich knapp zwei Prozent der Zürcherinnen und Zürcher von 15 bis 34 Jahren klagen über starke gesundheitliche Beeinträchtigungen. Bei den über 64-Jährigen ist der entsprechende Anteil rund viermal höher (8,4 %).
Ab Alter 35 fühlen sich Frauen häufiger durch gesundheitliche Probleme eingeschränkt als Männer (Grafik 2). Bei 65-Jährigen und Älteren trifft dies auf 33 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen zu. Dieser Unterschied wird auch durch die höhere Lebenserwartung der Frauen beeinflusst: Vor allem ab 75 Jahren sind Frauen in der Stadt deutlich zahlreicher vertreten als Männer. Dies kann dazu beitragen, dass ein grösserer Anteil Frauen gesundheitliche Einschränkungen im Alltag wahrnimmt.
Beschwerden sind vielfältig
Die in Grafik 3 und 4 dargestellten körperlichen Beschwerden haben Symptomcharakter, können aber den Alltag stark beeinträchtigen. Das Gefühl von allgemeiner Schwäche, Müdigkeit oder Energielosigkeit ist am stärksten verbreitet: 52 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer leiden darunter. Auch über Rücken- oder Kreuzschmerzen und Schmerzen im Schulter-/Nackenbereich berichten viele Zürcherinnen und Zürcher.
Die Intensität der Beschwerden ist aber in den meisten Fällen mässig hoch: die Mehrzahl der Betroffenen leidet nach eigenem Bekunden lediglich «ein bisschen» darunter.
Die Intensität körperlicher Beschwerden wird von den Frauen durchschnittlich höher eingeschätzt als von den Männern. Bei den als stark wahrgenommenen Beschwerden gaben Männer am häufigsten Schlafstörungen an, Frauen Energielosigkeit und Schmerzen in Schultern und Nacken. Der grösste Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigt sich bei den Kopfschmerzen, die von 7,3 Prozent der Frauen, aber nur von 1,7 Prozent der Männer als starke Beschwerden aufgeführt werden.
Viele körperliche Beschwerden treten mit zunehmendem Alter verstärkt auf. Der Anteil der Personen mit Einschlaf- oder Durchschlafstörungen steigt zwischen der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen und den 65-Jährigen und Älteren um die Hälfte (von 26 % auf 39 %). Ein Rückgang mit steigendem Alter ist dagegen bei Personen zu beobachten, die unter Kopfschmerzen leiden: von 44 Prozent in der jüngsten Alterskategorie auf 18 Prozent bei der höchsten Alterskategorie. Dies ist auch bei Schwäche, Müdigkeit oder Energielosigkeit der Fall (Rückgang von 55 % auf 37 %).
Der gesundheitliche Allgemeinzustand, das Körpergewicht und einige Beschwerden werden durch körperliche Aktivität und Fitness positiv beeinflusst.