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Den Forschern aus Kanada und Aarau ist es gelungen, mehrere «Hochrisiko-Mutationen» auf der Erbgut-DNA von Chromosom 19 auszumachen. Wer solche Mutationen besitzt, hat ein ca. 4-fach erhöhtes Risiko für die Entstehung eines aggressiven Prostata-Karzinoms, besagt die Studie. Damit scheint es ein Pendant zu den sogenannten «Brustkrebs-Genen» BRCA 1 und 2 zu geben. Bei den nun entdeckten Mutationen handelt es sich zwar nicht um ganze Gene, sondern um so genannte SNPs (Einzelnukleotid-Polymorphismus), sozusagen die Sprossen der Leiter. Bei der Mutation sind die Basenpaare der DNA auf einem Abschnitt von Chromosom 19 verändert zusammengesetzt. Dort ist die Herstellung von «Kallikrein 6», einem Enzym, welches mit Tumorwachstum in Verbindung gebracht wird, angesiedelt.
Wie die Studie gezeigt hat, weisen 6 – 14% der Männer mit Prostatakrebs diese Veränderungen auf. Sie zählen zu den Hochrisiko-Patienten. Insgesamt wurden in der Studie die Blutproben von 1858 Männern über einen Zeitraum von 14 Jahren untersucht. Gemäss Prof. Franz Recker, emeritierter Chefarzt Urologie, und Dr. med. Maciej Kwiatkowski, Studienleiter am KSA, flossen Informationen über Genmaterial von 885 Schweizer Patienten in die internationale Studie mit ein. Erst diese Daten hätten es den Forschern in Kanada ermöglicht, die Regionen ausfindig zu machen, welche verändert waren. Die Studie wurde in der hochdotierten Fachzeitschrift «Journal of the National Cancer Institut» publiziert.