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SA 8000 und Clean Clothes Campaign
Der Social Accountability Standard 8000 (SA 8000) ist ein Instrument zur Umsetzung und Kontrolle sozialer Mindeststandards in Produktionsbetrieben. Er basiert auf Konventionen der ILO (International Labor Organisation), der universellen Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen und der UN-Erklärung über die Rechte des Kindes. Er soll gewährleisten, dass in nach SA 8000 zertifizierten Betrieben keine Kinder- und Zwangsarbeit vorkommt, Gesundheit, Sicherheit, das Recht auf Vereinigungsfreiheit, Organisation in Gewerkschaften und kollektive Lohnverhandlungern garantiert sind, keine Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Religion u.a. sowie keine unerlaubten Dizplinarmassnahmen wie physische Bestrafung u.a. ausgeübt werden, Normalarbeitszeiten von höchstens 48 Stunden gelten und Überzeit begrenzt und speziell entschädigt wird.
Das SA 8000 System bietet Unternehmen Anbindung auf zwei Ebenen: Die SA 8000 Zertifizierung wird für Betriebe erteilt, die Waren produzieren. Jede Fabrik muss einzeln zertifiziert werden. Ein Zertifizierungsantrag verpflichtet zum Erstaudit und zu periodischen Nachkontrollen durch eine durch die Trägerorganisation Social Accountability International (SAI) akkredidierte Kontrollinstitution.
Der SA 8000 Mitgliederstatus ist ausgelegt für Unternehmen, die hauptsächlich mit Waren handeln. Die Mitgliedschaft zieht die Verpflichtung nach sich, dass sich alle eigenen Produktionsbetriebe und alle Lieferanten nach SA 8000 zertifizieren lassen. Nicht eingeschlossen sind jedoch die sog. Subunternehmer, die für Lieferanten Teilaufträge ausführen. Ausserdem müssen SA 8000 Mitglieder öffentlich Bericht erstatten.
Clean Clothes Campaign
Neben SA 8000 existieren weitere Richtlinien mit entsprechenden Kontrollsystemen mit dem Ziel, dass weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen eingehalten werden. In der Schweiz am bekanntesten ist der Verhaltenskodex der Clean Clothes Campaign (CCC), der auf die Textilproduktion ausgerichtet ist. Das System der CCC unterscheidet sich von SA 8000 in einigen Punkten. Der wichtigste ist, dass alle Betriebe, die am Produktionsprozess beteiligt sind, d.h. Lieferanten und Subunternehmer voll in die Kontrollen eingeschlossen werden müssen. Zudem ist eine Verpflichtung zur Zahlung existenzsichernder Löhne enthalten. CCC hat im letzten Jahr zusammen mit den drei Unternehmen Migros, Veillon, Mabrouc SA (Switcher) ein Pilotprojekt gestartet, in dem die Umsetzung des Kodex und die unabhängige Kontrolle unter Beteiligung von lokalen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften getestet wird.
Global Reporting Initiative
Die Global Reporting Initiative (GRI) hat das Ziel, einen weltweit anwendbaren Standard für Nach-haltigkeitsberichte zu entwickeln. Sie wurde 1997 von der Coalition for Environmental Responsible Economies (CERES) in Boston, USA, in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der UNO (UNEP) ins Leben gerufen. An der Weiterentwicklung der GRI sind ausserdem Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen, Universitäten, Wirtschaftsverbände und andere Anspruchsgruppen beteiligt. Die GRI gibt einen periodisch aktualisierten Leitfaden heraus, der Unternehmen ermöglichen soll, systematisch über die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen ihrer Aktivitäten und Produkte zu berichten. Der Leitfaden soll von Unternehmen jeder Art und Grösse angewendet werden können. Eine sektorspezifische Verfeinerung der Kennzahlen ist jedoch vorgesehen.
SPI Finance Initiative
Die SPI Finance Initiative ist eine Projektgruppe verschiedener Finanzinstitute (u.a. UBS, Swiss Re, ZKB, CS Group…), die sich mit der Entwicklung international standardisierter Social Performance-Indikatoren für den Finanzbereich befasst. Ziel ist deren Anbindung an die Global Reporting Initiative.
Umweltmanagement und ISO 14001
Der Begriff Umweltmanagement und die Norm ISO 14001 sind eng verknüpft. Ein Umweltmanagementsystem (UMS) soll sicherstellen, dass ein Unternehmen eigene Umweltziele definiert und umsetzt, die über das Niveau der relevanten Umweltgesetze hinausgehen.
Die International Organization for Standardization (ISO) ist der weltweite Dachverband der nationalen Normungsinstitute, ISO-Normen sind freiwillige Vereinbarungen der Industrie. Sie haben Empfehlungscharakter und sind rechtlich nicht verbindlich.
Die Norm ISO 14001 legt die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem fest. Das heisst sie schreibt vor, welche Elemente ein UMS für eine Zertifizierung enthalten muss (z.B. Analyse und Messung der Umweltbelastungen, Festlegung der Verantwortlichkeiten, Massnahmen für umweltorientierte Aus- und Weiterbildung). Für den Erwerb eines Zertifikates überprüft eine private akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft, ob ein Unternehmen die Anforderungen der Norm erfüllt. Alle drei Jahre muss die Zertifizierung erneuert werden.
Ein Grundprinzip der ISO 14001-Norm ist, dass die umweltorientierte Leistung kontinuierlich ver-bessert, d.h. die Umweltbelastung stetig reduziert werden soll. Die Norm macht jedoch keine konkreten inhaltlichen und quantitativen Vorgaben (z.B. Reduktion der CO2-Emissionen um 2% jährlich). In welchen Bereichen Verbesserungen vorgenommen werden und in welchem Ausmass sie erfolgen, ist den Unternehmen überlassen. Auch muss die Verbesserung nicht in allen Tätigkeitsbereichen gleichzeitig erreicht werden. Die Zertifizierung verpflichtet nicht zur öffentlichen Umweltberichterstattung.