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Der Begriff ist nicht nur unverständlich, er erscheint auch im
Internet in einer Sammlung von
"unfreiwilligem Humor": aus der "Zeitschrift für Notarpraxis":

"Die Inkompetenzkompensationskompetenz der
Wohnungseigentümerversammlung, also die ihr von der Rechtsprechung
und der Literatur eingeräumte und von ihr in Anspruch genommene
Kompetenz, die eigene Inkompetenz durch Beschlussfassung zu kompensieren,
ist Wohnungseigentumsgeschichte geworden."

Fazit: Sich einfach und verständlich auszudrücken ist eine
Kunst, die auch Intellektuelle trainieren müssen. Verständliches
Reden oder Schreiben zeugt von sprachlicher Kompetenz.

Über Odo Marquard: ( Quelle).
Der Giessener Kulturwissenschaftler Prof. Odo Marquard ist heute
76 Jahre alt. Er gilt als humorvoller Philosoph, der
sein Publikum mit pointierten Formulierungen und
gewitzten Vergleichen unterhält. Das Zitat

"Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt"

hatte Marquard einmal als Devise ausgegeben.
Öffentliche
Aufmerksamkeit erregte Marquard vor allem mit der von seinem Lehrer
Joachim Ritter angeregten "Kompensationstheorie" der Geisteswissenschaften.
Der Siegeszug der Naturwissenschaften mache die Geisteswissenschaften
keineswegs überflüssig, sondern stärke ihre Bedeutung als
notwendiges Gegengewicht. Sie sollten die
"lebensweltlichen Verluste", die mit dem Fortschritt unweigerlich
einhergingen, ausgleichen.
Als Marquard seine These 1985 auf der Westdeutschen Rektorenkonferenz
in Bamberg vorstellte, ging eine Welle der Entrüstung durch die
Wissenschaftswelt. Kritiker sahen darin eine konservative
Verklärung einer heilen Vergangenheit und warfen ihm Verrat
an der aufklärerischen Vernunft vor.
Geschichtsphilosophie,
Ästhetik, Anthropologie, Hermeneutik oder Psychoanalyse: Mit seiner
Forschung deckt der Wissenschaftler ein breites Themenspektrum ab. "Es
ging eigentlich immer um eine philosophische Theorie der modernen Welt -
und um den Versuch, die Bürgerlichkeit der modernen Welt positiv
zu sehen", fasst Marquard die unterschiedlichen Facetten seines Werks
zusammen.
Marquard ist 1928 in Stolp (Pommern) geboren, besuchte bis zum
17. Lebensjahr eine NS-Kaderschule. Kurz vor Kriegsende wurde er zum
Volkssturm eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Auf Grund seines
"frühen Irrtums" und der Erfahrung mit dem totalitären Regime
wurde er nach eigener Darstellung zum Skeptiker - "gegen Dogmatismus
und Absolutheitsillusionen". 1954 promovierte Marquard in Freiburg,
1963 habilitierte er sich in Münster. Von 1965 bis zu seiner
Emeritierung 1993 lehrte er an der Universität Giessen. Als
Hauptwerke gelten die beiden Bände "Abschied vom Prinzipiellen"
(1981) und "Apologie des Zufälligen" (1986).