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Kulturerbe
Frische inmitten der Überreste der Burg auf der Hofseite
Eine alte Geschichte
Der Nachweis mittelalterlicher Eiskeller wird unter Archäologen kontrovers diskutiert, da es für diese Art von Konstruktionen keine spezielle Typologie gibt. Zuweilen werden sie als Senkgruben, Müllabladeplätze, Silos oder gar Verliese bezeichnet, zumal dann, wenn keine schriftlichen Nachweise über die Existenz von Eisgrotten vorliegen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren jedoch zahlreiche Schlösser in Europa mit speziellen Einrichtungen zur Aufbewahrung von Eis ausgestattet. Dabei handelte es sich um grosse, unterirdische Räume oder Gruben, in denen das im Winter an der Wasseroberfläche von Flüssen gesammelte Eis aufgehäuft wurde.
Die Keller waren generell genau nach Norden ausgerichtet und mit Mauerwerk überdacht, das nach aussen hin mit Erdhaufen bedeckt wurde, um die Kälte im Inneren zu bewahren. In der Grube selbst isolierte man das Eis zum Boden und zur Umgebungsluft mit Stroh und Zweigen. Um die Luftzirkulation möglichst gering zu halten, wurde das Eis regelmässig mit Wasser aus Eimern übergossen, das in den Zwischenräumen gefror und somit vorhandene Öffnungen verschloss. Schmelzwasser wurde in einer Vertiefung am Boden der Grube aufgefangen, von wo aus es einfach entnommen werden konnte. Der historische Eiskeller des Château de Vullierens wurde 2018 bei Arbeiten gefunden. Er ist vier Meter tief und drei Meter breit.
Der Wassergraben befindet sich an der Nordseite des Schlosses. Einst viel größer, nimmt er heute nur noch die rechte Seite der Brücke ein, während der Secret Garden die linke Seite ersetzt. Der Wassergraben beherbergt eine Sammlung von Koi-Fischen und Goldfischen. Die 2 neuen Düsen wurden im April 2018 aus verschiedenen Gründen installiert. Erstens bieten sie ein großartiges Spektakel, dank der beiden 10 m hohen Wassersäulen, die 76.000 Liter Wasser pro Stunde bewegen. Dies wiederum sorgt für Bewegung und Sauerstoff im Wasser, was den Koi-Fischen zugute kommt und das Wasser frisch hält. Zum anderen versorgt der Wassergraben alle Schlossgärten mit großen Mengen an Frischwasser. Alles Regenwasser, das auf das Dach und die Nebengebäude des Schlosses fällt, wird in den Burggraben abgeleitet. Dieses Projekt ist Teil eines Programms zur umweltfreundlicheren Gestaltung des Schlossgartens. Möchten Sie die Wasserdüsen einschalten? Nun, wochentags um 11 Uhr und an Sonn- und Feiertagen um 14 Uhr sind Sie eingeladen, die Springbrunnen einzuschalten.