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Lateinamerikanische Parteiensysteme und politischer Protest
Die politische Repräsentation steht im Mittelpunkt der laufenden Analysen am Forschungsbereich. Dabei geht es einerseits um die historischen und zeitgenössischen Ursachen, weshalb die Parteiensysteme einiger Länder die Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger strukturieren und repräsentieren, während das in anderen Ländern nicht der Fall ist. In einem weiteren Schritt stellt sich die Frage der Konsequenzen guter und schlechter Repräsentation. Wo die Parteien die Präferenzen ihrer Wählerinnen und Wähler gut widerspiegeln, werden links-populistische politische Leader kaum erfolgreich sein und soziale Spannungen in die elektorale Arena kanalisiert werden. Dagegen sind die Bürgerinnen und Bürger in Ländern, in denen die etablierten Parteien versagt haben empfänglich für Bewegungen, die gegen das politische Establishment mobilisieren. Gleichzeitig verschieben sich politische Konflikte viel eher in die Protestarena.
Die Transformation westeuropäischer Parteiensysteme
Im Zuge der Herausbildung einer neuen kulturellen Konfliktlinie hat sich der politische Raum in Westeuropa verändert. Neben der klassischen ökonomischen Konfliktachse prägen unterschiedliche Konzeptionen von Gemeinschaft heute den Parteienwettbewerb in den meisten hochentwickelten Ländern. Die rechts-populistischen Parteien haben diese Veränderung zwar vorangetrieben, doch reichen die Wurzeln des Wandels zurück bis zur Mobilisierung der Neuen Linken in den Jahrzehnten nach 1968. Die Forschung in diesem Bereich beschäftigt sich einerseits damit, wie diese neuen Konflikte in den Umwälzungen der Sozialstruktur der letzten Jahrzehnte verwurzelt sind. Diese Veränderungen haben die Politik aber keineswegs deterministisch geprägt. Vielmehr kommt politischen Akteuren und ihren Strategien eine zentrale Rolle zu. Der Erfolg rechts-populistischer Parteien wird massgeblich durch das Verhalten nicht nur der etablierten Rechten, sondern auch von dem der Linken geprägt. Bedeutende Unterschiede gibt es in Bezug auf die Rolle der europäischen Integration in der Herausbildung der neuen kulturellen Konfliktlinie und im Diskurs der populistischen Rechten. Meine Forschung beschäftigt sich weiter mit dem Zusammenhang zwischen der Polarisierung durch diese neuen Konflikte und der Veränderung der Qualität der Repräsentation seit den 1970er, in der Schweiz und in anderen westeuropäischen Ländern.