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Untertitel: Zivildienstler sind keine Drückeberger
Dass die Militärdienstverweigerer in der heutigen Zeit eine Gefahr für die Armee und ihre Bestände bildeten, sei ein Mythos, sagte der frühere CVP-Nationalrat Anton Keller als Präsident der Zulassungskommission für den Zivildienst am Montag. Weit attraktiver als der Zivildienst sei der so genannte blaue Weg, die Ausmusterung aus medizinischen Gründen.
Mit Blick auf die 60 Prozent der Stellungspflichtigen, die als Untaugliche keinen Militärdienst leisten müssten, müsse man sich die Frage stellen, «ob das ganze System noch im Gleichgewicht ist», sagte der auf Jahresende demissionierende Keller. Die Politik sei aufgerufen, eine Antwort zu geben. Die Kommission erfülle das Gesetz loyal.
Nach wie vor hört ein Dreierausschuss der Kommission pro Arbeitstag drei Gesuchsteller an. Das Gespräch dauert in der Regel eine Stunde. Dem Gesuchsteller wird der Entscheid mündlich nach ein bis zwei Stunden eröffnet. Die schriftliche Begründung wird nach rund drei Tagen zugestellt.
Der Vierjahresbericht räumt mit der Vorstellung auf, bei den Anhörungen seien die Anforderungen zu hoch und nur wer über eine höhere Schulbildung verfüge, habe eine Chance, zum Zivildienst zugelassen zu werden. Die Statistik zeigt, dass die Ausbildung nicht bestimmend ist, ob ein Zivildienstgesuch angenommen wird.