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Welche Komplikationen können bei Colitis ulcerosa auftreten?
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa kann es zu Komplikationen kommen. Dazu zählen schwere Darmblutungen, fulminante Entzündungen mit starker Dickdarmerweiterung (toxisches Megakolon) und Gefahr des Darmdurchbruches (Perforation) sowie Dickdarmkrebs. Diese Komplikationen können potentiell lebensbedrohliche Ausmasse annehmen. Mit den heute verfügbaren therapeutischen Möglichkeiten werden diese Komplikationen allerdings nur noch selten berichtet.
Es ist anzunehmen, dass der Dickdarmkrebs auf dem Boden der chronischen Entzündung der Darmschleimhaut entsteht. Man geht davon aus, dass die dauerhafte Unterdrückung der Entzündung auch einen Schutz vor der Entstehung bösartiger Veränderungen der Darmschleimhaut bieten kann, sodass die konsequente antientzündliche Therapie der Colitis ulcerosa in den letzten Jahrzehnten den Rückgang der Dickdarmkrebsraten bei diesen Patienten bewirkt haben könnte.
Neben der Erkrankungsdauer sind ein ausgedehnter Befall, eine chronisch aktive Entzündung, das Vorliegen einer primär sklerosierenden Cholangitis (PSC), sowie familiär aufgetretener Dickdarmkrebs wichtige Risikofaktoren für Dickdarmkrebs. Die Vorsorge-Koloskopie dient dem frühzeitigen Nachweis eines Dickdarmkrebs und deren Vorstufen. Damit lässt sich die Prognose des Patienten deutlich verbessern. Daher ist es empfohlen, Patienten mit Colitis ulcerosa ca. 8 bis 10 Jahre nach Erstsymptomatik eine regelmässige Darmspiegelung mit mehrfachen Biopsien anzubieten. Neuerdings wird stattdessen auch eine Darmspiegelung mit Färbung der Schleimhaut und Biopsien verdächtiger Areale empfohlen. Patienten mit Proktitis ulcerosa bedürfen hingegen keiner regelmässigen Darmspiegelung, weil diese Patienten verglichen zur Normalbevölkerung wahrscheinlich kein erhöhtes Risiko haben.