Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03162.jsonl.gz/1467

The future is not a result of choices among alternative paths offered by the present, but a place that is created-created first in the mind and will, created next in activity The future is not some place we are going to, but one we are creating”. John Schaar, Political Scientist, University of Santa Clara.
‘Intervenire’ heisst wörtlich übersetzt dazwischenkommen, sich einschalten. Der passendere Begriff für das, was im lösungsfokussierten Gespräch geschieht, wird durch das Wort Ko-Konstruktion umschrieben. Der Klient:in und der Therapeut:in konstruieren im gemeinsamen Gespräch eine Zielvorstellung. Dabei beeinflussen die Aussagen der Beteiligten sich gegenseitig.
Merkmale des lösungsfokussierten Gesprächs:
• Die Expertise für das, was stimmig und nützlich ist, liegt beim Klienten.
• Die Expertise für die Kommunikation liegt beim Therapeuten/in
• Der Therapeut:in stellt dem System seine/ihre Beobachtungen und Fragen zur Verfügung
• Aus diesem Vorgehen resultiert eine flache Hierarchie
Der Therapeut/in fördert die Ko-Konstruktion durch:
• Bewussten Sprachgebrauch
• Spezielle Fragen
• Abstimmen jeder neuen Frage auf die vorangehende Antwort des Klienten
• Zeitweiliges Zusammenfassen des Gesagten und Sich-Vergewissern, dass die Antwort ‘richtig’ verstanden wurde
• Anerkennung und Respekt vor dem Leiden
• Haltung des Nicht-Wissens
• Non verbale Zugänge
Die Sprache, die wir für die Beschreibung der Lösungen verwenden, unterscheidet sich von der Problemsprache. Beispiele:
• Konjunktionen bestimmen die Aussage eines Satzes: Weil er zu spät kam, verpasste er den Zug. Er kam spät und verpasste den Zug.
• Sein und haben suggerieren einen nicht zu verändernden Zustand: Er ist gewalttätig, er ist traumatisiert, er hat eine Schizophrenie. Er verhält sich gewalttätig, zeitweilig wird er durch das erlittene Trauma beeinträchtigt etc.
• Das Wort ‘aber’ evoziert eine Rechtfertigung, das Wort ‘und’ verbindet zwei Sätze gleichwertig.
Ausnahmen
• Kein Problem ist permanent in gleichem Ausmass vorhanden.
• Veränderungen sind unausweichlich.
• Ausnahmen deuten auf Lösungen hin!
Frage: Wann in letzter Zeit belastete sie die Situation oder das Problem etwas weniger, oder war allenfalls gar nicht vorhanden? Ausnahmekontext genau explorieren.
Skalenfragen
Die Skalafrage ist eine Metapher mit der man sich über Veränderungen unterhalten kann. (0-10)
Wichtig: 10 genau definieren!
• Skaliert werden: Verbesserungen der Situation, Veränderungen im Verhalten, Kompetenzzuwachs etc.
• Die Frage, wie die nächst höhere Stufe auf der Skala erreicht werden kann, immer mit einer genauen Beschreibung der Situation auf der höheren Stufe beginnen (Miniwunderfrage).
non-verbale Zugänge
Das Erinnerungsvermögen z.B. für Bilder, oder taktil- kinästhetische Erfahrungen ist oft besser als für das gesprochene Wort. Möglichkeiten:
Dem Lösungsverhalten eine Gestalt geben
• in Form einer Handpuppe
• die Lösung aus Ton formen
• den Lösungszustand in der Bewegung erfahren
• Lösungsbild malen
• der Lösung einzelne Töne oder eine Musik zuordnen, etc.
Theres Steiner, Dr. med. FMH für Kinder und Jugendpsychiatrie