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Die warmen Temperaturen während den Sommermonaten und das damit verbundene Auftauen des Permafrostes stellen je länger, je mehr eine Gefahr für Dörferund Verkehrswege in denSchweizer Alpen dar: Die Hänge könnten ins Rutschen kommen. Eine Forschungsgruppe der Universität Freiburg um Christian Hauck, Professor für Physische Geografie, hat nuneinen Modellansatz entwickelt, mit dem der Permafrostverlust künftig abgeschätztwerden kann, wie die Universität mitteilt.
Das in zwei Testgebieten erprobte Computerprogramm berechnet physikalische Vorgänge mithilfe von lokalen klimatischen Daten und der geologischen Struktur des Permafrostes. Diese erheben die Geografen mithilfe von Bohrlöchern von bis zu 100 Metern Tiefe. Nach den Ergebnissen der Studie beginnt der Permafrost am Gipfel des Schilthorns grob geschätzt in den nächsten 10 bis 20 Jahren zu schmelzen. Auf dem Blockgletscher Murtèl-Corvatsch im Oberengadin wird dies in 50 bis 100 Jahren der Fall sein.
Für das Schmelzen des Permafrostes sind nicht nur die hohen Lufttemperaturen verantwortlich, sondern auch der Zeitpunkt im Jahr, zu welchem eine Schneedecke über ihm liegt. Eine dicke Schneeschicht im Frühling verhindert das frühzeitige Auftauen, während sie im Herbst das vollständige Gefrieren verhindert. Sobald die oberflächennahe Schicht des Permafrostes, die sogenannte Auftauschicht, über das ganze Jahr hindurch nicht mehr vollständig gefriert, beginnt der Permafrost zu schmelzen. Dies geschieht umso später, je grösser der Eisgehalt im Verhältnis zu Stein, Luft und flüssigem Wasser im Permafrost ist.
Weiterführendes Projekt
In einem neuen Projekt unter der Führung der Universität Freiburg untersuchen Forscher nun den Einfluss der Form des Geländes und der Windverfrachtung des Schnees, was noch präzisere Aussagen über den Permafrost erlauben soll.
Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds mit 1,5 Millionen Franken unterstützt. Neben der Universität Freiburg sind weitere Geografen aus der ganzen Schweiz daran beteiligt. mm