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Sonntag 18. November, 16.00
radio arthur, fall 2012 Kontext!
mit einem Listening von Adrian Piper: Bach Whistled (1970)
«Bach Whistled» ist ein Stück, in welchem Adrian Piper zu Aufnahmen von Johann Sebastian Bachs «Konzert d-Moll für drei Cembali BWV 1063», mitpfeift. Diese Arbeit entstand 1970, dem Jahr, in welchem Adrian Piper auch die «Catalysis Series» und «The Mythic Being» entwickelte. Dort verwandelte sie ihre Gestalt und ihr Verhalten in gesellschaftlich provozierende Alter Egos und reagierte so auf gesellschaftlich-politische Missstände. Gleichzeitig sind diese Arbeiten erste Beispiele für die Strategie der «indexikalischen Gegenwart», mit der die Künstlerin und Philosophin Kunst ohne die Vermittlung einer Künstlerfigur in eine unmittelbare Gegenwart setzte. Auch in «Bach Whistled» bricht Adrian Piper ihre Rolle als Zuhörerin auf und bringt sich entlang des gehörten Stücks unmittelbar mit ein.
Adrian (Margaret Smith) Piper (*1948) ist eine amerikanische Konzeptkünstlerin und analytische Philosophin. Als Philosophin legte sie mit der mehrbändigen Abhandlung «Rationality and the Structure of Self» ihre Überlegungen zu Konzepten menschlichen Handelns dar. Parallel nimmt Piper, initiiert von den Arbeiten Sol LeWitts, ab 1965 eine eigenständige und radikale Position im Feld der Konzeptkunst ein. Inhaltlich beschäftigt sie sich dabei vor allem mit den Themenbereichen Rassismus und Geschlecht. Adrian Piper lebt und arbeitet seit 2005 in Berlin. Im Jahr 2002 gründete sie das Adrian Piper Research Archive (APRA) als eine persönliche und öffentliche Ressource zum Studium ihrer Arbeit und der von ihr bearbeiteten Themen.
radio arthur fall 2012 Kontext! online ab 18.11.2012
Mit Beiträgen von: Philipp Messner, Romy Rüegger und Dominique Koch, Gabriel Flückiger, John Cage, Lucie Kolb, Black Box