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Biberister Fasnachtsplaketten
Die Biberister Fasnachtsplakette hat eine Tradition, die so alt ist wie die Dorffasnacht selbst. Von jeher wurde während der närrischen Zeit dem Publikum Plaketten zum Kauf angeboten. Das Fasnachtsmotto und das Sujet auf der Plakette hatte meistens einen Zusammenhang mit einem aktuellen Thema.
Bereits im ersten Jahr der Dorffasnacht Biberist von 1946 wurden Plaketten zum Verkauf angeboten. Damals war der Preis noch 50 Rappen pro Stück.
In den ersten Jahren der Dorffasnacht Biberist wurde die Fasnanachtsplakette aus Karton hergestellt.
Im Jahr 1981 wurde zum ersten Mal die Gönnerplakette zum Kauf angeboten. Die nummerierte und limitierte Auflage bestand zuerst aus 50 Stück.
Ebenfalls im Jahr 1981 entstand die Vorstandsplakette, die nur Mitglieder des Vorstandes erhalten.
Erste geprägte Plaketten
Der Wettlauf ins All zwischen den USA und der Sowjetunion begann nach 1950. Die ersten Raumflugkörper, die den Mond erreichten, waren Lunik 2 und Luna 9 der Sowjetunion. Am 20. Februar 1965 schlug dann Ranger 8 als erster amerikanischer Flugkörper auf dem Mond auf. Am 3. Februar 1966 landete dann Luna 9 als erster Flugkörper weich auf dem Mond. Damals waren solche Ereignisse noch Sensationen.
Deshalb sah man auf dem Plakettensujet 1966 den Ämmeschnägg auf einer Mondrakete fliegen. Das Motto "S'het g'änderet" war für 1966 bezeichnend, man musste feststellen, dass auch ein Flug zum Mond möglich ist.
Kartonplaketten
In der Plakettengalerie sind fast alle bisherigen Plaketten der Dorrfasnacht Biberist seit 1946 aufgelistet. Von den Jahren 1947, 1948, 1949, 1950 und 1951 sind keine Plaketten auffindbar. Tatsache ist, dass es jeweils eine Goldplakette und eine normale Plakette gab. Die Goldplakette bestand aus Goldkarton.
Die ersten Fasnachtsplaketten wurden durch die Buchdruckerei Paul Büetiger, Biberist, auf Karton gedruckt, ausgestanzt und gelocht. Auf der Rechnung aus dem Jahr 1947 ist ersichtlich, dass 2000 Stk. Plaketten, braundruck, Fr. 31.-- kosteten. Zusätzlich wurden noch 225 Stk. Stecknadeln im Wert von Fr. 5.-- und 4 Stk. Bändeli von total Fr. 4.60 verrechnet. Alle Preise exkl. 4% WUST (Warenumsatzsteuer).
Im Protokoll vom 31. Januar 1947 ist folgendes zu lesen: (Zitat Anfang) Plakate sind wie letztes Jahr 100 Stk. zu bestellen und Plaketten 2000 Stück. Farbe violett-orange. (Zitat Ende). Auf der Rechnung für die Plaketten von 1947 steht dann "braundruck". Wie die Plakette von 1947 wirklich aussah, kann nicht eruiert werden, da von keiner erwähnten Farbe eine Plakette vorhanden ist. Es wurde jedoch praktisch alljährlich die Farbe gewechselt, damit nicht die Plakette aus dem Vorjahr verwendet werden konnte.
Die Einwohnergemeinde-Kasse Biberist verrechnete am 28. März 1949 für den Verkauf der Fasnachtsplaketten folgende Billettsteuer: 93 à 50 Rappen = 46.50 und 1295 à 10 Rappen = 129.50. Insgesamt also Fr. 176.-- Billettsteuer. Ob die Mengen- und Preisdifferenz durch die Goldplaketten und normalen Plaketten verursacht wurde, ist aus den Akten nicht ersichtlich, ist jedoch anzunehmen.
Die letzten Kartonplaketten wurden im Jahr 1965 hergestellt und zwar immer noch durch die Firma Paul Büetiger. Ein Exemplar dieses letzten Plakettendrucks aus Karton befindet sich in der Sammlung der Dorffasnacht Biberist. Diese letzte Plakette aus Karton weist auf das 20-jährige Bestehen der Dorffasnacht (1945 - 1965) hin. - 1956 bis 1965 wurden parallel zu den Kartonplaketten auch noch geringe Stückzahlen von Metallplaketten geprägt.
Plaketten aus Aluminium
1956 erschienen nebst den Kartonplaketten zum ersten Mal auch Plaketten aus Aluminium. Diese Plaketten wurden gelb eloxiert. Teilweise waren die Plaketten auch zweifarbig eloxiert.
Die Uhrenschalenfabrik Hans Neuhaus in Deitingen stellte 1956 die Biberister Fasnachtsplakette aus einer runden Aluminiumscheibe her. Das Logo der Dorffasnacht, der Ämmeschnägg, wurde auf diese Scheibe eingeprägt. Dieses Logo ist noch heute aktuell und kommt immer wieder zur Anwendung. Für das Fasnachtskomitee wurden die Aluplaketten der Fünfziger Jahren mit einer Masche versehen.
Im Jahr 1956 wurden 305 Stk. Fasnachts-Plaquettes jaune-USA oxidiert und 1510 Stk. dito weiss oxidiert geliefert. Also wiederum eine Ausführung in "Gold" und "Normal". Der Einkauf war 35 Rappen für die Goldplakette und 27 Rappen für die normale Plakette. Der Prägestempel (Etampe) wurde zum Selbstkostenpreis von Fr. 243.50 durch die Firma Hans Neuhaus verrechnet.
Die Jahreszahl wurde ab 1958 von Hand mit Schlagzahlen in die Fasnachtsplakette geschlagen.
Geprägte Plaketten
Die ersten geprägten Plaketten liess man 1966 durch die Firma Huguenin in Le Locle herstellen. Für 1966 und 1967 liess man die Plaketten in Bronze, Silber und Gold anfertigen. Danach gab es nur noch die Ausführungen in Silber und Gold.
Die Goldplakette entsprach einer vergoldeten Silberplakette. Die Goldschicht war tatsächlich echt, jedoch hauchdünn. Das Vergolden hatte den Nachteil, dass das Plakettensujet durch Lichtreflexionen oft sehr schlecht erkenntlich war. Trotz Versuchen mit verschiedenen Lackierungen der Goldplakette konnte keine befriedigende Lösung gefunden werden.
Plaketten mit Goldrand
Im Jahr 1991 war die eigentliche Silberplakette zum ersten Mal mit einem Goldrand umrahmt. Sie sah derart dekorativ aus, dass man sie als Brosche hätte tragen können. Trotzdem diese Plakette einen sehr guten Anklang fand, wollte das Fasnachtskomitee für die kommenden Jahre keinen Goldrand für die Fasnachtsplaketten. Man solle nicht alte Traditionen brechen, und die "Neue" passe nicht in die bisherige Plakettensammlung, hiess es.
Für das Jubiläumsjahr 1995 erhielt die Plakette wiederum einen Goldrand. In den folgenden Jahren war es dann selbstverständlich, dass die Goldplakette einen Goldrand hat und nicht "vergoldet" war.