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Die Jahrestemperaturen kennen momentan fast nur eine Richtung: aufwärts! 2018 wird nördlich der Alpen sicher, im Süden möglicherweise das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1864. In den letzten Jahren reihte sich nahezu Rekord an Rekord. Bis jetzt war 2015 in der Schweiz das wärmste Jahr, vor 2011 und 2014. Auf Platz 5 liegt das Jahr 1994, das einzige Jahr vor der Jahrhundertwende in den Top ten. Im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm 1961 – 1990 war es im Norden gut 2,5 Grad zu warm, im Süden knapp 2,5 Grad. Vergleicht man mit dem Erwartungswert der Jahre 1981 – 2010 so sind es im Norden knapp 2, im Süden etwa 1,5 Grad.
Noch nicht am Limit
Nach einem rekordwarmen Januar wurde es kalt, und es sah lange Zeit nicht nach einem Jahresrekord aus. Vor allem der Februar, aber auch der März waren deutlich zu kalt. Seit dem 1. April befinden sich aber weite Teile Europas in einer extremen Warmphase. Der April war nach 2007 der zweitwärmste, der Mai war lokal sogar der wärmste seit Messbeginn. Auch die Monate Juni und Juli lagen unter den 10 wärmsten. Der August war nach 2003 der zweitwärmste und der Monat September stellenweise wieder auf Platz 1. Auch der Oktober war wieder sehr warm, im Süden stellenweise ebenfalls der wärmste seit Messbeginn. Im November ging es deutlich zu warm weiter, wenn auch nicht im Rekordbereich. Die kalten Monate Februar und März sorgten allerdings dafür, dass es 2018 «nur» für das wärmste Kalenderjahr reichte, nicht aber für einen Höchstwert des gleitenden Jahreswertes. Zwischen Juni 2006 und Mai 2007 lag die Mitteltemperatur nochmals etwa 0,2 bis 0,6 Grad höher.
Keine Tagesrekorde
Im Sommer lag die Schweiz lange Zeit am Südrand eines Hochdruckgebietes über Deutschland und Skandinavien, was im Norden oft zu Bise führte. Die Bise verhinderte absolute Rekordtemperaturen. Immerhin wurden am 31. Juli in Zürich fast 36 Grad gemessen. Den absoluten Jahreshöchstwert verzeichnete Sitten mit 36,2 Grad am 5. August. Dies liegt aber weit unter den 39,7 Grad in Genf, gemessen am 7. Juli 2015, und noch viel weiter entfernt vom absoluten Rekordwert von 41,5 Grad aus dem Hitzesommer 2003 im Misox. Auf der anderen Seite der Jahresskala lagen auf dem offiziellen Messnetz die -30,9 Grad, die am 26. Februar auf dem Corvatsch gemessen wurden. Ebenfalls unter -30 Grad ging das Thermometer am Ofenpass. Trotz Jahresrekord wurde es auch im Mittelland sporadisch kalt. Am 28. Februar wurden in Ebnat-Kappel im Toggenburg -17,5 Grad verzeichnet.
Dürre im Sommerhalbjahr
Die zahlreichen Hochdruckgebiete sorgten von April bis Oktober, stellenweise sogar noch länger, für grosse Trockenheit in der Schweiz. Vor allem im Nordosten fiel lange Zeit kaum ein Tropfen Regen. Die Werte der Rekorddürre im Jahre 1947 wurden allerdings deutlich verfehlt.
In der Jahresstatistik kommt die Dürre aber nur bedingt zum Ausdruck. Im Norden war einerseits der Januar lokal der nasseste seit Messbeginn, anderseits war es auch im November und Dezember an vielen Orten nasser als sonst. Im Süden folgte im Spätherbst auf die Dürre der grosse Regen. Ende Oktober und zu Beginn des Monats November gab es grosse Regenmengen, und der Lago Maggiore trat über die Ufer. Im Süden liegen die Jahresniederschlagsmengen meist bei rund 90 Prozent.
Sonne satt
Fast im ganzen Land machte die Sonne kräftig Überstunden, speziell nördlich der Alpen. Die Rekordsonnenscheindauer aus dem Jahre 2003 wurde aber meist deutlich verfehlt. Im Hochgebirge und lokal im Süden liegen die Werte stellenweise knapp unter dem langjährigen Mittel. Im Süden war vor allem der November eine ganz trübe Angelegenheit, teilweise war es dort der trübste November seit Messbeginn.
Das beschäftigte die Meteorologen auch noch
Anfangs Januar verursachten heftige Winterstürme grössere Schäden. «Burglind» am 3. Januar war seit «Lothar» im Dezember 1999 der heftigste Wintersturm in unserem Land. Auf dem Pilatus wurde ein Wert von 195 Kilometern pro Stunde gemessen, mehr gab es dort vorher noch nie. Neue Stationsrekorde wurden auch in Wädenswil, Zermatt, Bad Ragaz und in Koppigen registriert. Ende Mai sorgte Hagel, vor allem in der Region Baden/AG, für grössere Schäden. Ein Rekordgewitter gab es am 11. Juni auch in Lausanne. Mit 41 Millimeter Niederschlag innerhalb von 10 Minuten wurde ein neuer 10 Minuten-Rekord gemessen. Im September war es noch voll Sommer: Sitten verzeichnete immer noch 5 Hitzetage, also Tage mit mehr als 30 Grad. Zum ersten Mal überhaupt gab es Hitze in der Schweiz auch noch im Oktober. Am 24. Oktober wurden mit Nordföhn in Locarno 30,5 Grad gemessen. Im Maggiadelta wurden auf einer privaten Station sogar 30,7 Grad verzeichnet.