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Trin Mulin liegt am Rande der ausgedehnten Ebene am Südfuss des Flimser Steins. Der Dorfteil Tuf liegt unterhalb der Via Nova an attraktiver, südlich orientierter Lage. Die vor über 100 Jahren gewachsene Bebauung im Tuf prägt bis heute durch ihre ortstypische Art von Ökonomiegebäuden und teils stattlichen dazugehörigen Wohnhäusern das Ortsbild von Trin Mulin.
Das Einfamilienhaus Capatt mit angebautem Stallgebäude – um ca. 1900 erbaut – sollte, unter Beibehaltung des bisherigen Stallgebäudes, zu einem Mehrfamilienhaus erweitert werden.
Die städtebauliche Idee für den Umbau und die Erweiterung bestand in der Verdoppelung des bestehenden Volumens. Ein neuer, 5-geschossiger Baukörper greift, leicht nach hinten und halbgeschossig in der Höhe versetzt, über den Altbau. Dadurch erhält man städtebaulich zwei eigenständige Baukörper, die zugleich eine Einheit bilden.
Das architektonische Konzept sah vor, den Altbau für die Wohnzimmer- und Küchennutzung in den beiden Untergeschossen räumlich zu belassen und im Ober- und Dachgeschoss eine grosszügige Raumeinheit mit sichtbarer bestehender Dachkonstruktion über zwei Geschosse zu bilden. Demzufolge sind sämtliche
Schlafzimmer, die Nasszellen und der Haupterschliessungskern im Anbau angeordnet, d.h. die Wohnungen erstrecken sich, halbgeschossig versetzt, über den Alt- und Anbau. Die Schnittstelle wird innerhalb der Wohnungen zu einer spannenden räumlichen Verbindung.
Die Materialisierung des Altbaus orientiert sich am Bisherigen. Im Innern wurden teilweise die Bruchsteinmauern freigelegt und die Dachkonstruktion sichtbar gemacht. Prunkstück ist die Erhaltung der ursprünglichen Wohnstube der Familie Capatt in der Erdgeschosswohnung mit dem ortstypischen über 100 jährigen Tavetscher Ofen und dem Fichtenholz des Wand- und Deckentäfers. Konsequenterweise wurde für sämtliche neuen Bauteile in Holz gedämpfte Fichte verwendet. Im Anbau kommen zusätzlich Hartbeton für die Böden, Weissputz für die Decken und ein feinkörniger Deckputz für die Wände dazu.
Die Fassaden werden durch die Öffnungen und den Fassadenputz bestimmt. Ausgehend von den Fensterproportionen und -anordungen des Altbaues mit seinen Fensterstöcken und -läden in Lärchenholz wechselt der Anbau zu Fensterstöcken in Sichtbeton und verwandten Fensterproportionen. Altbau und Anbau sind mit Kratzputz in zueinander fein abgestimmten Grautönen ausgeführt und heben dadurch den Versatz der Baukörper hervor.