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Es gibt einen besseren Weg, mit Konflikten so umzugehen, dass am Ende niemand verliert, sondern beide Seiten von einer fairen und friedlichen Lösung profitieren.
Konflikte und Mobbing
Wir sprechen hier von Konflikten auf Augenhöhe und nicht von Mobbing. Wenn du gemobbt wirst, empfehlen wir dir, Mobbing in der Klasse zum Thema zu machen, um den Täter*innen zu zeigen, dass ihre Handlungen von der Mehrheit nicht geduldet werden. Wenn sich die Situation dadurch nicht bessert, frage die Erwachsenen, welche Massnahmen die Schule ergreift, um Betroffene vor Mobbing zu schützen. Du hast ein Recht darauf, dass diese Massnahmen umgesetzt werden.
Konflikte entstehen oft, wenn Menschen unterschiedliche Bedürfnisse, Wünsche oder Meinungen haben, oder jemand etwas tut, was einer anderen Person nicht gefällt.
Fühlst du dich deswegen wütend, enttäuscht, möchtest am liebsten schreien oder jemanden schlagen? Oder bist du so traurig, dass du am liebsten weglaufen würdest? Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Checkliste zur Konfliktlösung von feel-ok.ch anzuwenden, die aus 6 Punkten besteht:
1. Beruhige dich
Wenn du wütend bist oder andere negative Gefühle hast, reagiere nicht, damit du nichts tust, was die Situation verschlimmert oder was du später bereuen könntest.
Überlege dir im Voraus, was dir hilft, innere Ruhe zu finden, damit du bereit bist, wenn die Emotionen hochkochen: Sport treiben, Musik hören, meditieren, in ein Kissen schreien, gamen... Es kann auch eine gute Idee sein, eine Nacht darüber zu schlafen, bevor du mit dem Konfliktpartner sprichst.
2. Verschaffe dir den Überblick
Wenn du dich beruhigt hast, betrachte das Geschehen so, als ob du nicht daran beteiligt wärst. In dieser Rolle bist du ein Beobachter oder eine Beobachterin, der*die Informationen sammelt, um objektiv zu verstehen, was passiert ist.
Es kann auch hilfreich sein, die Situation aus der Sicht der anderen Person zu betrachten. Ja, das ist schwierig, denn eigentlich möchte man der Gute sein und der andere der Schuldige. Aber den Konflikt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, kann eine mächtige Strategie sein, um ihn besser zu verstehen und um eine gute Lösung zu finden.
Vielleicht ergibt deine Analyse, dass der Konflikt nur auf einem Missverständnis beruht oder dass du die ganze Situation falsch eingeschätzt hast. In diesem Fall wäre der Konflikt gelöst und der Fall abgeschlossen.
3. Sprich und höre zu
Sollte eine Reaktion deinerseits immer noch angebracht sein, suche in einem ruhigen Moment das Gespräch mit der betroffenen Person: Beschreibe kurz und sachlich, was passiert ist, wie du dich dabei fühlst und was dein Wunsch ist. Verwende dabei Ich-Botschaften, weil sie weniger aggressiv wirken.
Beispiel:
Ich habe deine WhatsApp-Nachricht gelesen. Ich fühle mich verletzt. Ich möchte eine Erklärung. Wie siehst du das?
Lass dann die andere Person ihre Sicht der Dinge schildern: Höre ihr aufmerksam zu, ohne sie zu unterbrechen. Zeige durch Körpersprache und Mimik, dass du wirklich versuchst zu verstehen, was sie sagt.
4. Formuliere dein Anliegen
Suche mit deinem Gegenüber nach einer Einigung oder einer Kompromisslösung, die für beide Seiten akzeptabel ist und das Risiko zukünftiger Konflikte verringert.
Besprecht, was ihr beide tun könnt, um eine Wiederholung der Konfliktsituation zu vermeiden. Wenn du einen Wunsch hast, formuliere ihn als Bitte. Beispiel: «Kannst du bitte in Zukunft auf solche Nachrichten verzichten?»
5. Suche nach dauerhaften Lösungen
Habt ihr eine Lösung gefunden, versucht Groll und negative Gefühle loszulassen und zu vergeben. Groll erhöht das Risiko zukünftiger Konflikte und belastet die Seele.
Noch besser ist es, wenn ihr feststellt, dass ihr ähnliche Interessen oder Ziele habt, die gemeinsame Aktivitäten ermöglichen. So kann aus einem Konflikt eine Freundschaft entstehen. Das ist nicht sehr wahrscheinlich. Aber die Vorteile sind derart gross, dass man diese Möglichkeit nicht von vornherein ausschliessen sollte.
6. Suche nach einer Vermittlungsperson
Sollte das Gespräch trotz aller Bemühungen zu keinem Ergebnis führen, suche dir eine Vertrauensperson, die als Schlichter*in zwischen euch vermitteln kann.