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während die Leinenfäden unberührt bleiben. Am sichersten gibt die Betrachtung durch das Mikroskop dem Geübten Auskunft.
Die Leinfaser ist cylindrisch mit sehr enger inneren Höhlung und zeigt in bestimmten Entfernungen knotenartige Anschwellungen
wie ein Strohhalm, bei starker Vergrösserung Längsstreifung; die
Baumwolle dagegen ist bandartig plattgedrückt mit verdickten
Seitenrändern und vielfach schraubenartig um sich selbst gedreht. -
(lat. oleum lini; frz. huile de lin; engl.
linseed-oil); das fette trocknende
Öl aus den Samenkörnern der Leinpflanze (s.
Flachs); es ist wie dieser Same selbst ein
wichtiger Handelsartikel. Die zur Ölgewinnung bestimmten Körner, der sog.
Schlaglein, stammen hauptsächlich von den zur Fasergewinnung gebauten Pflanzen, haben also, da diese immer vor völliger
Reife gezogen werden, nicht den vollen Ölgehalt wie die speziell zur Aussaat gezogenen reifen Körner, der Saatlein, von
welcher höherwertigen Sorte nur das zu alt gewordene oder sonst verdorbene Gut noch dem Schlaglein zufällt.
Die Gewinnung des
Öls geschieht mit den gewöhnlichen Mitteln der ältern oder neuern Ölmüllerei und besteht hauptsächlich
im Zerkleinern der Samen auf Stampf- oder Walzwerken, auch zwischen
Mühlsteinen, und Auspressen des so erhaltenen Pulvers
in Säcken mittels Keil-, Schrauben- oder hydraulischen Pressen.
In der Regel wird warm gepreßt, indem man das Mahlgut über Feuer oder mittels Dampf auf Platten bis
gegen 90° C. erhitzt, dabei fleißig wendet und dann gleich in die Presse gibt. In der Hitze gerinnt das Sameneiweiß und
das Wasser verdampft, das
Öl läuft dünnflüssiger und reiner und zugleich in größerer Menge ab, als wenn keine
Hitze angewendet würde. Das Warmpressen ergibt zwischen 25 und 27%
Öl, das, wenn klar geworden, gold- oder braungelb aussieht
und einen übeln Geschmack hat, sodaß es nicht als Genußmittel gebraucht werden kann.
Bei kaltem Auspressen ist die Farbe hellgelb und der Geschmack milder und angenehmer, die Ausbeute aber geringer, nur
20-22%. Das Kaltpressen ist daher besonders in Ländern üblich, wo das
Öl zum Genusse gebraucht wird, wie in Rußland, Polen,
Ungarn etc. Die Methode der Extraktion wird bei Leinsamen nur selten angewendet. Reines kaltgepresstes
L. hat ein spezifisches Gewicht von 0,9347 bei 13° C.; bei -20° Kälte bleibt es noch flüssig, erstarrt
aber bei -27° C.
Die häufigste und wichtigste Verwendung des
Öls ist die zu Firnissen (s. d.), zu denen auch das Buchdruckschwarz gehört,
das bei seinem gleichsam universellen, täglich andauernden Verbrauch allein schon gewaltige Massen Leinöl in Anspruch nimmt,
das durch kein andres als nur das teure
Nußöl ersetzt
werden könnte. Zur Bereitung guter Firnisse kann
nur altes
Öl dienen, das bei ein- bis zweijährigem Lagern den größten Teil seiner schleimigen Bestandteile hat fallen
lassen.
Eine andre Hauptbedingung ist, daß das
Öl rein sei von Zumischungen fremder, nicht trocknender
Öle, wie sie im Handel nicht
selten vorkommen sollen. Solche können Rüb-,
Senf-,
Hanf-, Baumwollsamenöl,
Fischthran u. a. sein. Im
Handel ist die Prüfung mit der Fischer'schen Ölwage üblich, an welcher die Senkspindel in reinem Leinöl unter Reduktion
auf die Normaltemperatur 29-30° zeigen soll. Es können aber dabei selbst starke Zumischungen fremder Fettstoffe unangezeigt
bleiben, indem sie dieses spezif. Gewicht nicht ändern. Die meisten der zur Verfälschung möglicherweise
gebrauchten
Öle sind schwefelhaltig und es ist daher eine Prüfungsmethode empfohlen worden, wobei der
Schwefel sich durch
Schwärzung von Bleioxyd anzeigt, das in das erhitzte
Öl gebracht wird. Ein Probesieden auf
Firnis lehrt eine Ware am besten
kennen.
Die Reinigung des L. von schleimigen Teilen wird auch auf künstlichem Wege durch verschiedne Mittel
bewirkt, durch Schütteln mit heißem Wasser, heißer Kochsalzlösung,
Eisenvitriol etc., Vermischen mit Schnee, Durchfrierenlassen
und Wiederaufbauen. Durch längeres Aussetzen an Licht und Sonne erhält man das
Öl zugleich heller, etwas gebleicht.
Minder wichtige Anwendungen des L. als zu den so vielfach gebrauchten Firnissen und
Ölfarben sind die
zur Bereitung von Schmierseife, pharmazeutisch zu
Schwefelbalsam und Brandsalbe. Als Brennöl ist es, als stark rußend, nicht
zu gebrauchen.
Das
Öl wird überall gewonnen, wo
Flachs gebaut wird. Die eigene Produktion der Zollvereinsländer reicht für den Bedarf
nicht aus und es wird noch fremde Ware bezogen. Wie für
Flachs und Saatlein, so ist auch für
Öl die
wichtigste Bezugsquelle Rußland, von wo die Ware über die Ost- und Nordseehäfen zu uns gelangt. Holland, Belgien, das
nördliche Frankreich und England (Irland) produzieren ebenfalls viel
Öl. Außerdem wird noch viel Ware aus der Ferne nach
Europa gezogen, erstlich aus Ägypten, das große Massen von
Öl und Schlagsaat ausführt, und dann aus Ostindien, von wo
jährlich etwa 80000 Tons (à 20 Ztr.) Samen nach England gehen und dort auf
Öl verarbeitet werden. Das englisch-ostindische
Öl, das auch bei uns viel verbraucht wird, ist hellgelb von Farbe; für manche Zwecke wird ihm aber
das russische vorgezogen. Die Preßrückstände beim Schlagen des L. bilden die Leinölkuchen, bekanntlich ein wertvolles
Viehfutter. Getrocknet und wieder gepulvert bilden sie das Leinmehl, farina lini der Droguisten, das zu erweichenden Umschlägen
dient. - Zoll: L. gem. Tarif im Anh. Nr. 26 a 1 oder 4. Leinölfirnis
Nr. 5 d; Buchdruckerschwärze Nr. 5 e; Leinkuchen und
Leinmehl Nr. 26 b.
(Lärchenschwamm,Agaricus albus, boletus laricis); ein Artikel des Droguenhandels, gehört zur Gruppe
der Löcherpilze und führt den botanischen Namen Polyporus officinalis
(Fries). Man findet diesen
Pilz an dem
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Stamme einiger ausländischer Arten des Lerchenbaumes, aber nicht an gesunden, sondern immer nur an kranken, innen in Fäulnis
übergegangenen Stämmen, namentlich an denen von Larix decidua, var. rossica. Man sammelt diese
Schwämme meist im Spätherbst oder Winter, schält sie, um die äußere, mehr holzige Substanz zu entfernen, klopft und
trocknet sie. Die Ware erscheint in verschieden gestalteten und ungleich großen, an der Oberfläche
konvexen Stücken, innen feinporig, weißlichgelb, zäh und leicht stäubend. Der Staub erregt Husten und Niesen; der Geschmack
ist anfangs süßlich, dann scharf und anhaltend bitter; der Geruch ist schwach dumpfig.
Der L. ist ein stark drastisches Mittel und soll daher im Kleinhandel nicht verkauft werden; dennoch
wird er vielfach als Zusatz bei der Bereitung bitterer Liköre verwendet. Man bezieht die Ware jetzt hauptsächlich aus dem
nördlichen Rußland von Archangel über Hamburg zur See, seltener zu Lande. Je heller und leichter die Ware ist, für desto
besser gilt sie. Eine aus Smyrna kommende Sorte, der levantinische L. ist jetzt nicht mehr sehr gefragt,
weil er weniger bitter ist; dasselbe gilt von den Sorten, die früher aus Ungarn, der Schweiz, Tyrol und Italien kamen. -
Zollfrei.
(radix levistici); die Wurzel einer ausdauernden Doldenpflanze, Ligusticum Levisticum Lin. oder
Levist. officinale (frz. l'ache des montagnes; engl.
Shop hartwort), die in Süddeutschland, Italien, der Schweiz, Frankreich in Berggegenden wild wächst und bei uns mit andern
Arzneikräutern angebaut wird. Alle Teile der Pflanze haben einen eigentümlichen aromatischen Geruch und brennend scharfen
Geschmack, und es waren früher Kraut, Samen und Wurzeln offizinell, jetzt meistens nur noch die letztern.
Dieselben werden im Frühjahr von 2-4jährigen Pflanzen gegraben, sie bestehen aus einer dicken, spindelförmigen, öfter
mehrköpfigen Hauptwurzel, die sich gegen die Spitze in einige einfache Zweige teilt. Man spaltet die dicken Wurzelteile bei
der Ernte der Länge nach und hängt die Stücke an Fäden gereiht zum Trocknen auf. Die getrockneten
Wurzeln haben eine weiche schwammige Textur mit festern Kern, sind äußerlich gelbbraun, innerlich hellgelblich gefärbt;
die dicke Rinde ist höckerig, querrunzlich und längsrissig und hat zahlreiche orangegelbe Balsambehälter, die beim Drücken
ihren aromatischen Inhalt austreten lassen. Sie enthalten außer Zucker ein balsamisches Harz und ein ätherisches
Öl als Träger des Geruchs und Geschmacks. Die Drogue diente früher zur Bereitung von Abkochungen jetzt hauptsächlich
zur Bereitung aromatischer Liköre. In Thüringen wird die Wurzel in großer Menge angebaut. - Zollfrei. Der daraus bereitete
Likör gem. Tarif im Anh. Nr. 25 b.
der in Amerika erfundene Name für einen der flüchtigeren Teile des rohen Petroleums,
welche diesem durch Abdestillieren entzogen werden müssen, um ihm seine Feuergefährlichkeit zu benehmen, die nun im verstärkten
Maße der abgezogenen leichten Flüssigkeit eigen ist. Als Ligroine verkauft man diejenigen Partien des flüchtigen Destillates,
welche ein spezif. Gewicht von 0,70 bis 0,73 haben und deren Siedepunkt zwischen 90 und 120° C. liegt;
die flüchtigeren Partien werden zu andern Zwecken verwendet (s. Benzin).
L. wurde der Stoff genannt, um ihn als eine neue Leuchtflüssigkeit einzuführen, die in besondern kleinen geschlossenen
Handlampen, den Weingeistlampen ähnlich, zu brennen ist. Am Boden derselben ist eine Schicht Schwamm befestigt, welche
die eingegossene Flüssigkeit aufsaugt, indes das nicht Aufgenommene gleich wieder zurückgegossen wird. Bei dieser Einrichtung
hat auch das Umwerfen oder Herabfallen der Lampe keinen Einfluß auf die Füllung und die Lampe ist nicht gefahrvoller als
eine Kerze, wenn anders mit der Flüssigkeit selbst vernünftig umgegangen wird. Dagegen sind die vor
einiger Zeit in Aufnahme gewesenen Ligroinelampen mit Reservoir, welche an die Wand gehängt werden, sehr feuergefährlich.
- Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 29.
(Liqueure); im allgemeinen versteht man hierunter gezuckerte und gewürzte Branntweine in sehr verschiednen
Sorten, Feinheits- und Stärkegraden. Ihre Grundlage ist feiner, fuselfreier Branntwein (Feinsprit); der
Zucker, der dem Getränk die Fülle, Süßigkeit und den öligen Charakter geben soll, wird in Form eines farblosen Syrups
zugesetzt, nachdem der Branntwein feine aromatische Zusätze erhalten. Diese bestehen aus ätherischen Pflanzenölen und zum
Teil aus Bitterstoffen und es wurde nach alter Praxis der Branntwein über die betreffenden Samen oder
andre Pflanzenbestandteile destilliert, während die Bitterstoffe durch Digestion mit Spiritus ausgezogen wurden.
Heutzutage lassen sich mit viel weniger Umständen eine ganze Menge gewürzter Schnäpse mit Hilfe ätherischer Öle und Essenzen
darstellen und die Fabrikation beschränkt sich auf die Anfertigung passender Gemische von Sprit, Wasser, Öl oder Essenz und
Zucker lediglich auf kaltem Wege. Es stellen aber die Fabriken ätherischer Öle diese letzteren nicht
nur in einfacher, natureller Beschaffenheit zum Verkauf, wie z. B. Kümmel-, Pfefferminz-, Anis-, Pommeranzen-, Kalmus-, Ingweröl
etc., sondern führen auch große Sortimente zusammengesetzter Öle und Essenzen behufs der Herstellung oder Nachahmung bestimmter
beliebter Likörsorten des In- und Auslandes, und es können somit in leichtester Weise schweizer, französische,
holländische, englische, italienische, russische, danziger, breslauer und viele andre L. und Schnäpse hergestellt werden.
Namen wie Maraschino, Parfait d'amour, Chartreuse, Curaçao, Goldwasser, Persiko, Alpenkräuter etc. sind dabei stets vertreten.
Kornessenz ist diejenige Panacee, durch welche Kartoffelbranntwein zu echtem Nordhäuser verwandelt werden
soll. Nicht selten gibt man den L. auch eine künstliche Färbung,
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besonders rot mit Kochenilletinktur, grün mit Gemischen aus Safran- und Indigtinktur, oder auch mit den entsprechenden Anilinfarben.
Man hat die L. von vielerlei Graden des Alkoholgehalts, der zwischen 30 und 50 schwankt; je süßer sie sind, desto alkoholärmer
und umgekehrt. Die am stärksten versüßten und darum dickflüssigen L. mit den feinsten Würzstoffen
heißen Crêmes oder Huiles (Vanille-Crême, huile de rose), dann kommen die Doppelliköre und dann die einfachen oder Aquavite.
Starke, mit süßen Obstsäften versetzte L. heißen Ratafia (Kirsch-, Quittenratafia). Likörweine heißen die an natürlichem
Zuckergehalt reichen dickflüssigen Weine Spaniens und andrer südlicher Länder. - Zoll: gem. Tarif im Anh.
Nr. 25 b, Likörweine Nr. 25 e 1 oder 2.
(oleum limettae, essence de limette); das ätherische Öl der Fruchtschalen der Limetten, der kleinen, fast
kugelförmigen Früchte einer aus Ostindien stammenden, jetzt in Italien angebauten Abart des Zitronenbaumes, Citrus Limetta
(Risso), mit ungeflügelten oder nur schmal geflügelten Blattstielen und kleinen weißen Blüten. Dieses
Öl besitzt einen, dem Zitronenöl ähnlichen, feinen Geruch und bei 15° C. ein spezif. Gewicht von 0,905; es ist dünnflüssig,
hellgelb und wird zu Parfümeriezwecken verwendet. Im Kleinhandel erhält man es selten echt, gewöhnlich wird Zitronenöl
dafür gegeben. - Zoll: s. Tarif im Anh. Nr. 5 a.
ein angenehm, dem Geraniumöl ähnlich riechendes ätherisches Öl, welches in der Parfümerie
benutzt wird und in den Fabriken ätherischer Öle aus einem von Mexiko importierten, sehr stark riechenden
Holze noch unbekannter Abstammung durch Destillation mit Wasserdampf dargestellt wird.
Dieses Öl ist farblos, dickflüssig,
von 0,8702 spez.
Gewicht bei 18° C., in Alkohol löslich. - Zoll s. Tarif im Anh.
Die Lindenarten sind die vorzugsweisen Bastbäume; den besten Bast geben 20-30jährige
Stämme. Eine wirkliche Handelsware sind die aus demselben geflochtenen Matten, welche hauptsächlich von Rußland beständig
in sehr großer Menge (jährlich für mehr als 1 Million Rubel) geliefert werden und zum Verpacken von Kaufmannsgütern besonders
gesucht sind; man fertigt aber auch Körbe und Decken aus diesem Baste. Derselbe wird in der Saftzeit
beschält und ähnlich wie Flachs behandelt. - Zoll: Lindenbast ist zollfrei; ordinäre Matten, Körbe u. dgl.
gem. Tarif im Anh. Nr. 35 a, feinere Nr. 35 c;
Hüte Nr. 35 d.
(flores tiliae). Die duftigen Blüten unsrer Linden sind getrocknet, aber dann fast geruchlos, ein
Artikel
im großen und kleinen Kräuterhandel wie in Apotheken. Sie werden als ein gelinder schweißtreibender
Thee häufig benutzt. Man sammelt die Blütenstände teils mit, teils ohne die Bracteen (sine bracteis), das sind die
mit dem gemeinsamen Blütenstiel bis zur Hälfte verwachsenen, hellgelblichgrünen, saftarmen Deckblätter. Um das Aroma
der Blüten abzuscheiden, das in einem kleinen Gehalt an ätherischem Öl besteht, destilliert man die
L. im frischen Zustande mit Wasser, welches das wenige Öl aufnimmt und so das Lindenblütenwasser (aqua Tiliae) der Apotheken,
darstellt. Durch mehrfache Destillation desselben Wassers über erneute Portionen von Blüten gelangt man dahin, daß sich
beim Stehen des Destillats Öltröpfchen auf der Oberfläche sammeln. Das Öl wird abgesondert, indem
man das Wasser mit Kochsalz sättigt und mit Äther schüttelt. Letzterer nimmt das Öl auf und läßt es beim Verdunsten rein
zurück. Es findet sich jedoch im Handel nicht. - Zollfrei.
am häufigsten kommt bei uns das der kleinblättrigen
oder Winterlinde, Tilia parvifolia (Ehrh.) vor, welche über ganz Europa verbreitet ist und namentlich in Rußland, sowie
auch im gemäßigten Asien große Wälder bildet;
während die großblättrige oder Sommerlinde (Tilia grandifolia) einen
viel beschränkteren Verbreitungsbezirk hat und hauptsächlich in Süddeutschland und Österreich angetroffen
wird.
Das L. ist weiß, etwas ins Graue und Rötliche spielend, sehr weich und leicht, dabei doch auch zähe, dicht und von
sehr gleichmäßigem Gefüge, mit wenig hervortretenden Jahresringen; es spaltet leicht, aber nicht eben; es läßt sich
ferner nach verschiednen Richtungen hin leicht bearbeiten ohne auszubröckeln, eignet sich daher vorzüglich
zu Bildhauerarbeiten in Holz. Es nimmt eine schöne Politur an, aber schwer, und steht im Trocknen sehr gut, in Berührung
mit viel Feuchtigkeit geht es aber bald zu Grunde. Man benutzt es auch zu Zeichenbrettern, als Modellierholz; von Instrumentenmachern,
Drechslern und Tischlern ist es gesucht. Das Holz der Winterlinde ist etwas dunkler, zäher und härter,
als das der Sommerlinde. Die aus L. bereitete Holzkohle ist als Zahnpulver sehr beliebt. Das L. ist dem Wurmfraß sehr ausgesetzt.
Das Holz andrer Lindenarten, wie z. B. das von Tilia alba, T. argentea, T. americana, kommt
bei uns selten in den Handel. - Zoll s. Tarif im Anh. Nr. 13 c.
(frz. linon; engl. lawn); Schleierleinwand, ist
ein seines weißes, leichtes und locker gewebtes Leinenzeug, welches die Mitte zwischen Batist und Schleier hält und auch
mitunter Batist-Linon genannt wird. Man fabriziert es gleich den Batisten in Frankreich, Belgien, Bielefeld,
Böhmen und Schlesien. Bei der bestehenden Nachahmung der meisten Leinenstoffe in Baumwolle gibt es natürlich auch baumwollene
Linon und Batistlinon. Solche Stoffe werden sowohl glatt als gestreift, gegittert, geblümt etc.
in England, der Schweiz, Deutschland, besonders im
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sächsischen Voigtlande gearbeitet und für leichte Kleider, Hüte, Häubchen u. dgl.
benutzt. - Verzollung: L. aus Leinengarn gem. Tarif im Anh. Nr. 22 e und f; aus Baumwollgarn Nr. 2 d 3 und 5.
Lens Tourn.,
Pflanzengattung aus der Familie der Vicieae, in Südeuropa, Westasien, Nordafrika; wichtigste Art die
gemeine Acker- oder Saatlinse, Ervum Lens (Cicer L., Lathyrus Lens, Lens esculenta Mach.), engl.
lentil, frz. l'ens, la lentille, holl. linze, ital.
lente und lenticchia, Hülsenfrucht von großem Nährwert, im Altertum und Mittelalter hoch geschätzt und allgemein genossen,
seit Anbau der Kartoffeln in geringerer Menge verbraucht und nur noch von kleinen Landwirten angebaut
in mehreren Sorten, bis zum 60.° n. Br. Die einjährige, nur bis 0,3 m hohe Pflanze trägt in hohlen, fast rautenförmigen
Hülsen je zwei glatte, zusammengedrückte, scherbengelbe, weißliche, braune oder schwarze Samen, welche meist zu Suppen
oder als Gemüse, im Orient zu Brot verbraucht werden und auch bei Geschwüren und Drüsenbildungen zu
Umschlägen Verwendung finden.
Die schwer verdauliche L. braucht als Zuthat viel Fett (Bratwurst z. B.) und wird deshalb
von der ärmeren Bevölkerung nicht mehr viel verwendet, trotzdem sie die nahrhafteste Frucht ist, welche die Landwirtschaft
liefert. Ihr Anbau wird auch deshalb beschränkt, weil sie sehr anspruchsvoll ist, fleißiges Jäten
verlangt, den Boden nicht genügend beschattet und in den Rückständen nur wenig, aber wertvolles Material gibt. Ihr Ertrag
ist zudem sehr unsicher. Die Anbaufläche im Deutschen Reich ist 40350 ha mit zusammen 785700 Ztr.
Ertrag (10-17,2 hl zu 80 kg Körner und 780 bis 1200 kg Stroh pro ha - durchschnittlich im Deutschen
Reich 19,5 Ztr. oder 875 kg). Als Saatgut braucht man von kleinen
L. 96 bis 129, von großen 129-172 kg bei Breitsaat, welche die Regel ist. Den Ertrag gefährden besonders das Unkraut, der
Linsenkäfer, der Erbsenwickler, Blattläuse, der Rost und der Schimmel.
Man baut die gemeine grüne, graue, braune kleine Feld- oder Samenlinse, die große gelbbraune L. mit
den Sorten: Heller- oder Pfennig- und große französische oder Provencelinse, mehlreich, aber wenig ergiebig;
die langschotige
L., mit unscheinbarem Samen, die schwarze L., mit reichem Ertrag und von gutem Geschmack, die rote Winterlinse, mit kleinem,
rötlichem Samen, dünnhülsig, schmackhaft, aber nur in mildem Klima.
Die L. kommen sehr oft unrein
in den Handel und müssen vor dem Gebrauch gelesen werden; neuerdings legt man mehr Wert auf reines Saatgut; das Erzeugnis
wird meist lokal verbraucht und, soweit es Marktware ist, an Kleinhändler verkauft. In Norddeutschland rechnet man
noch nach Wispeln zu 1080 kg. -
Zoll: gem. Tarif im Anh. Nr. 9 a, Linsenmehl Nr. 25 q 2.
Zoll: Im allgemeinen sind pharmazeutische Präparate nur dann zollpflichtig (Tarif Nr. 5 a)
wenn sie Äther oder Weingeist enthalten, wie z. B. Hoffmanns Tropfen und Chlorkupferspiritus.
Zu den Ausnahmen gehören von den vorgenannten Präparaten kohlensaure Kalilösung, welche der Tarifnummer 5 g und Ätznatron-
sowie Ätzkalilauge, welche der Tarifnummer 5 d zugewiesen sind.
ein erst 1817 entdecktes, besonderes Leichtmetall, in seinem Verhalten dem Kalium und
Natrium sehr ähnlich und sich wie diese an der Luft und auf Wasser rasch in Oxyd (Lithion, Lithiumoxyd) verwandelnd,
das alkalischer Natur ist und sich dem Kali und Natron auch in dieser Hinsicht anreiht. Das Metall ist das leichteste unter
seines Gleichen, denn es schwimmt sogar auf Steinöl. Das Metall selbst wird bis jetzt nicht häufig
und nur im kleinen dargestellt. Man hat es gewöhnlich in dünnen Stäbchen, die mit Steinöl in Glasröhren eingeschlossen
sind.
Sein Preis war bisher etwa das Sechsfache des Goldes. Es wird auch das Gediegenmetall an sich nicht gebraucht, sondern nur
Salze desselben, namentlich das kohlensaure; aber diese bilden einen gesuchten und ebenfalls teuren
Artikel, da die Lithiumverbindungen in der Natur zwar sehr verbreitet sind, aber fast immer nur in kleinen Mengen angetroffen
werden. Man hat sie im Meer- und Flußwasser, in Pflanzenaschen, und namentlich in vielen Mineralquellen nachgewiesen, deren
Heilwirkungen man zum Teil auf Rechnung dieses Gehalts setzt, daher Präparate des L. auch bei künstlicher
Darstellung gewisser Mineralwässer zur Anwendung kommen.
Zur Gewinnung der käuflichen Ware hält man sich an gewisse Mineralien, besonders an den Lithionglimmer und eine Varietät
desselben, den Lepidolith, in welchen das L. neben kieselsaurer Thonerde in Form von kieselsaurem Lithiumoxyd
enthalten ist. Der Lithionglimmer findet sich in Sachsen bei Altenberg und Penig, sowie auch in Cornwall, der Lepidolith
in Mähren, dort besonders bei Rozena. Die Darstellung der Präparate aus dem Mineral ist ziemlich umständlich; man führt
im Handel gewöhnlich kohlensaures Lithion (Lithium carbonicum) und benzoësaures Lithion (Lithium benzoicum), beide zu
medizinischen Zwecken; ferner Bromlithium und Jodlithium für die Photographie. Schwefelsaures Lithion (Lithium sulfuricum)
und Chlorlithium (Lithium chloratum) kommen seltener in den Handel. Die Lithiumverbindungen, namentlich aber das Chlorlithium
zeichnen sich dadurch aus, daß sie die Flamme intensiv rot färben und zwar in einer
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andern Nüanc, wie die Strontiumverbindungen. Die Lithiumverbindungen sind, wenn die Säure nicht Veranlassung zur Färbung
gibt (wie z. B. Chromsäure) stets farblos. - Einschließlich der Präparate zollfrei.
Steine; eine besondere Art in Platten brechender Kalkstein von dichtem und sehr feinem Korn, gelblicher
oder bläulichgrauer Farbe und nicht häufigem Vorkommen, denn obwohl Steine von kohlensaurem Kalk durchaus
keine Seltenheit sind, so ermangeln sie doch des feinen und dichten Gefüges und der Reinheit der Masse, welche der Lithographiestein
haben muß. Etwas andres als kohlensaurer Kalk kann aber zur Lithographie nicht dienen. Thatsächlich gibt es bis jetzt nur
eine Örtlichkeit, wo diese Steine in bester Qualität gefunden werden, in den Brüchen von Solnhofen
und Pappenheim in den bayrischen Donaugegenden, und selbst da geht die Primasorte bedenklich auf die Neige.
Jene Brüche lieferten seit lange das Material zum Belegen von Hausfluren, zu Fensterstöcken, Grabsteinen, Tischplatten
(neuerdings auch Malztennen in Brauereien und Brennereien) bis es unter den Händen Senefelders zu München
die Grundlage eines neuen interessanten und wichtigen Druckverfahrens wurde, dessen Erfindung in das Jahr 1798 fällt. Mit
der Ausbreitung des Steindrucks wurden die bayrischen Steine eine Ware, die in alle Welt ging und noch geht, denn obwohl
man sich in andern Ländern begreiflich das Nachsuchen nicht verdrießen ließ, so hat sich doch ein
völliger Ersatz für Solnhofen bisher nicht gefunden.
Nur Frankreich hat einige Brüche erschlossen, welche ein für geringere Arbeiten brauchbares Material ergeben; die feinern
Steine bezieht es wie andre Länder aus Bayern. Diese feine Sorte bilden aber eben die grauen Steine, als
die härtesten und feinkörnigsten, die daher ausschließlich zu gravierten Arbeiten tauglich sind, während die gelben für
Feder- und Kreidemanier dienen. Diese letztern gibt es in den bayrischen Brüchen die Fülle, während die grauen wie
gesagt bedenklich knapp werden.
Die französischen Steine sind überhaupt weicher, und die darunter vorkommenden grauen sind nicht härter
als gute gelbe von Solnhofen. Die französischen Platten sind auch wesentlich wohlfeiler als die bayrischen. Graue wie gelbe
Sorten zerfallen in Prima und Sekunda, letztere, nur die Hälfte der Prima kostend, mit stärkeren Flecken und Adern. Die
Platten werden auf einer und auf zwei Seiten geschliffen geliefert, die beidseitigen um drei Viertel
teurer. Die notierten Preise sind so verstanden, daß die Bestellungen in halb grau und halb gelb, halb Prima und halb Sekunda
ausgeführt werden. Wer nur Prima oder nur graue brauchen kann, erfährt wieder einen 30 prozentigen Aufschlag. Große dünnere
Platten werden auch auf Unterplatten aufgekittet geliefert. - Rohe und bloß behauene L., sowie mit Zeichnungen,
Stichen oder Schrift versehene sind zollfrei; geschliffene, polierte gem. Tarif im Anh. Nr. 33 d 1.
(herba lobeliae); eine aus Nordamerika kommende Drogue, die aus der getrockneten und zerschnittenen
einjährigen Pflanze Lobelia
inflata (der aufgeblasenen, wegen ihrer blasigen Samenkapsel) besteht. Die
Pflanze wird im blühenden Zustande gesammelt, getrocknet und in Kuchenform oder viereckige Packete gepreßt. Sie riecht
tabakähnlich, schmeckt widrig und stechend scharf, und enthält als eigentümlichen Bestandteil das Alkaloid Lobelin, ein
heftig wirkendes narkotisches Gift. Das Pulver oder die Tinktur daraus wirkt in kleinen Gaben fördernd auf die Sekretionswege,
in größern brechenerregend. Man benutzt sie als Brech- und schweißtreibendes Mittel; besonders aber wird ihre Wirkung
gegen Asthma gepriesen. - Zollfrei.
(Cochlearia officinalis, frz. cranson oder cochléaria; engl.
Scurvy-grass oder Bucks Horn-cresses). Diese als Panacee für skorbutkranke Schiffer altberühmte Pflanze wächst von den
Küsten der Nord- und Ostsee an nordwärts vielleicht so weit als überhaupt Pflanzen bestehen können.
Sie wächst unter andern noch auf der ganzen Westküste von Grönland, besonders üppig auf Plätzen, die durch Seevögel
gedüngt wurden, kommt auch bei uns im Binnenlande, namentlich an salzigen Seen und Salinen zuweilen vor und läßt sich
in feuchtem Boden auch aus Samen ziehen, ist aber dann nicht so reich an wirksamen Bestandteilen wie die
wildgewachsene.
Die Pflanze gehört zu den Cruciferen oder Kreuzblütlern und ist die nächste Verwandte des Meerrettichs. Sie ist zweijährig
und bringt erst im zweiten Jahre ihre weißen Blütendolden und kleinen Samenschötchen. Die Wurzelblätter sind rundlich
und langstielig, haben also die ungefähre Form eines Löffels, indes die höher stehenden dem Stengel
näher ansitzen. Gerieben hat das frische Kraut einen beißend scharfen Geruch und einen salzig bittern, kressenartigen Geschmack.
Wo das Kraut frisch zu haben ist, wird es zu Kräutertränken für Frühlingskuren mit benutzt, auch als Salat gegessen.
Die Seeleute essen es ohne weiteres.
Getrocknet hat die Pflanze allen Geruch und Geschmack verloren, ist also zu nichts mehr dienlich. Die binnenländischen Apotheken
haben sich daher an den Löffelkrautspiritus (spiritus cochleariae) zu halten, der durch Destillation des frischen Krautes
mit wässrigem Spiritus gewonnen wird. Das Kraut soll hierzu im blühenden Zustande verwendet werden; übrigens
ist auch der Same zur Destillation dienlich. Das Destillat enthält den wirksamen Bestandteil in Form eines flüchtigen schwefelhaltigen
Öls, das im Safte der Pflanze noch nicht fertig gebildet ist. Der Spiritus dient wie das frische Kraut gegen skorbutartige
Leiden, auch äußerlich zu reizenden Einreibungen. Er ist ein Artikel des Droguenhandels. - Zoll: Getrocknetes
L. gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2. Löffelkrautspiritus Nr. 5 a.
(Gerberrinde); so werden im allgemeinen alle diejenigen Baumrinden genannt, welche infolge ihres reichen Gehaltes
an Gerbsäure zum Gerben angewendet werden, nachdem sie vorher zu groben Pulver gemahlen wurden. Da
unter diesen Rinden die Eichenrinde weitaus die wichtigste Stelle einnimmt, so wird, wenn von L. schlechthin die Rede ist,
immer nur diese
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darunter verstanden werden. Die Gerberei mit Eichenrinde wird am reinsten in Deutschland getrieben und auch Dänemark, Schweden,
die Schweiz huldigen diesem Prinzip. Man verläßt sich aber bei uns längst nicht mehr auf das, was aus den Forsten gelegentlich
an Rinde zu erlangen ist, wenn alte Bäume gefällt werden, sondern es werden immer mehr Eichenpflanzungen
angelegt, bei denen die Rinde das Hauptprodukt ist, sog. Schälwaldungen, in denen das Holz aller 12-15 Jahre von den Stöcken
geschlagen wird. Man erhält damit die sog. Spiegelrinde oder Glanzrinde, welche viel gehaltreicher
ist als die Borke von alten Bäumen, denn diese enthält nur etwa 4-6, die junge Rinde gegen 16% Gerbstoff.
Es haben sich diese Anlagen, die auch gut rentieren, in Deutschland so weit gemehrt, daß die Besorgnis, Not um Rinde zu
haben, ziemlich geschwunden ist, während sie früher allerdings nahe genug lag.
Erwähnenswert ist hierbei eine jüngst aufgetauchte Neuerung, welche als ein wirklicher Fortschritt
erscheint. Man hat nämlich angefangen die Buscheichen statt im Sommer, im Winter zu schlagen, da man durch Behandeln der
Stangen in einem Dampfapparat es dahin bringen kann, daß sie sich schälen lassen, also nicht mehr auf den Sommersaft gewartet
zu werden braucht. Die Vorteile dabei sind doppelte: die Rinde ist erstens reicher an Gerbstoff und andernteils
werden die Eichenstöcke nicht mitten in der Vegetationsperiode gestört, treiben also sicherer und gesünder wieder aus.
Es gibt für die Eichenrinde einzelne Märkte, so namentlich in Heilbronn; in der Regel wird dieselbe in Auktionen vertrieben,
welche die Forstverwaltungen ausschreiben. -
Von andern Rinden, welche sämtlich weit weniger Gerbstoff führen als die der Eiche, ist zunächst die
Fichtenrinde so weit in Gebrauch, daß sie einen Handelsartikel bildet. Sie wird zum Gerben von Kalbfellen und zum Schwellen
der Häute benutzt. In Böhmen, im sächsischen Erzgebirge und Voigtlande und wahrscheinlich auch in andern Waldgegenden
wird solche Rinde von Lohmüllern von gefällten Stämmen gegen eine Taxe geschält, durch schneidige
Stampfen gepulvert und in den Handel gebracht. Die Verschickung geschieht in Säcken von 35-50 kg Inhalt und geht vom Gebirge
bis Berlin und Hamburg.
Die Tannenrinde ist in derselben Weise brauchbar. In Nordamerika verwendet man die Rinde der Hemlocktanne.
Weidenrinde ist das Material zum Gerben des weichen (dänischen) Handschuhleders. Die einzelnen Arten der Weiden differieren
jedoch im Gerbstoffgehalt bedeutend, von 3-16%. Zum Gerben des russischen Juchtens soll sowohl Weiden- als Birken- und Erlenrinde
dienen. Das letztere Material ist auch in Ungarn in Gebrauch; es gibt ein rotes hartes Leder. Außer den
vorgenannten werden noch manche andre als Gerbrinde aufgeführt, so die Rinde vom Lerchenbaum, der Pappel, Rotbuche, Nußbaum,
Ulme, Kastanie und Roßkastanie etc., die aber alle die Eiche nicht vertreten können, schon weil
sie wegen ihres geringen Gehalts an Gerbstoff in 2-4facher Menge angewandt werden müßten. -
Außer
den Rinden gibt es im Handel noch eine große Anzahl gerbstoffhaltiger Pflanzenstoffe, die zuweilen
auch zum Gerben gewisser Ledersorten verwendet werden, aber nicht mit unter den Begriff Lohe fallen. Zoll: S. Tarif im Anh.
Nr. 13 b.
(La-koo); ein eigentümliches, schön grün färbendes Präparat, das von den Chinesen aus der
Rinde zweier Arten von Kreuzdorn (Rhamnus utilis und Rh. chlorophora) auf nicht näher bekannte Weise bereitet wird, aber
nicht mit dem chinesischen Grün zu verwechseln ist. Die einige Jahre lang von China gemachten Bezüge haben jetzt wohl gänzlich
aufgehört, da es gelungen ist (Charvin in Lyon), denselben Stoff weit wohlfeiler aus der Rinde einheimischer
Kreuzdornarten herzustellen. Das echte L. bildet dünne, muldenartige Scheibchen von blauer Farbe mit grünem und violettem
Reflex, auf dem Bruch Kupferglanz zeigend, ist in Wasser und Weingeist unlöslich, aber löslich in verdünnter Essigsäure.
Der in Europa gewonnene Farbstoff verhält sich ebenso. Man benutzt das L. zum Grünfärben von Seide
und Wolle; die Farbe hat die gute Eigenschaft, bei künstlicher Beleuchtung nichts von ihrer Schönheit zu verlieren. - Zollfrei.
(lat. folia lauri; frz. feuilles de
laurier; engl. bay leaves; ital. fogli d'alloro); die Blätter
des edlen Lorbeerbaums (Laurus nobilis), ein Mitglied der würzreichen Familie der Laurineen; der Baum
ist immergrün, im Orient heimisch, in Südeuropa häufig angepflanzt und verwildert, männliche und weibliche Blüten finden
sich auf besonderen Stämmen. Die Blätter sind dunkelgrün, glänzend, ganzrandig, lederartig, aromatisch riechend und gewürzhaft
bitter schmeckend, sie bilden eines der bekanntesten Gewürze zum Küchengebrauch, Marinieren von Fischen u. dgl., zu Essigen
und Likören.
Sie werden von Italien, Frankreich und Spanien in den Handel gebracht, in Säcken, leichten Fässern und in Ballen fest zusammengepreßt,
welches die für Erhaltung des Aroma günstigste Verpackung ist. Die nach Deutschland kommende Ware stammt meist aus Oberitalien
(Gardasee) und Südtirol. Sie müssen möglichst frisch sein, was an schön grüner Farbe und kräftigem
Geruch erkannt wird. In Italien gebraucht man sie außer zu obigen Zwecken auch zum Einpacken von Südfrüchten und des Süßholzsaftes.
- Zoll: s. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2.
(lat. baccae oder fructus lauri, frz. grains
de laurier, engl. bay berries, ital. coccole
d' alloro); ein Artikel des Droguenhandels, es sind dies die getrockneten Früchte des Lorbeerbaumes, sie haben im frischen
Zustande eine dunkelblaue Schale, die aber beim Trocknen graubraun und runzlig wird. Die trocknen Früchte zeigen eine dünne,
hautartig eingetrocknete Fleischschicht, darunter eine zerbrechliche, pergamentartige Samenhülle und einen bräunlichen,
viel Ölhaltenden Kern.
Ihr Geruch ist eigentümlich, nicht angenehm gewürzhaft, der Geschmack bitter aromatisch und fettig. Die L. haben keine
starke Verwendung und dienen hauptsächlich zur Vieharznei, außerdem zu Räucherwerk. Glanz und
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