Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03559.jsonl.gz/2666

Lange war das Degenfechten (genau wie der Säbel) den Männern vorbehalten. Die Frauen konnten sich nur in der leichten, als «femininer» geltenden Waffe Florett messen. Doch bei der WM 1989 in Denver wurde erstmals eine Degen-Weltmeisterin erkoren.
Und Gold ging überraschend an Anja Straub. Die damals 21-jährige Bernerin liess im Final der Deutschen Ute Schaeper beim 8:3 keine Chance. Schon im Halbfinal hatte sie eine Deutsche (Monika Ritz) in die Knie gezwungen.
Rasche Umstellung
Die Wirtschaftsstudentin hatte sich innert weniger Jahre von einer Florett- zu einer Weltklasse-Degenfechterin entwickelt. Trainiert wurde sie von Henrik Nielaba, der später auch Gianna Bürki zum Erfolg führte. In dieser Phase wurde im Schweizer Fechtsport der Umstieg auf den Degen vollzogen und damit die Grundlage der heutigen Erfolge gelegt.
Ihren ganz grossen Coup konnte Straub zwar nicht mehr wiederholen. Dass sie das Fechten nicht verlernt hat, zeigte sie aber 2019, als sie in der Veteranen-Schweizermeisterschaft hinter Gianna Hablützel-Bürki und Natalia Chalon 3. wurde.