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Barrauds Gemälde sind heute durchaus salonfähig, geschaffen aber hat er sie als Gegenbilder zur idealisierenden Heimatmalerei. 1914 gehörte er zu den Mitbegründern der Genfer Künstlergruppe «Le Falot» (dt. die Laterne), die einer modernen, authentischen Malerei zugewandt war. Ab 1917 gab die Vereinigung zwei Jahre lang eine Zeitschrift heraus, deren Titelseite Barraud als gelernter Grafiker gestaltete. Die Hinwendung zu einem innovativen Malstil paarte sich bei ihm mit einem Faible für die schönen, lichten Erscheinungen der Welt. Sein beliebtestes Sujet war die Frau, die er in verschiedenen Situationen darstellte. Die Typologie ist dabei stets ähnlich: ovales Gesicht mit schmaler, langer Nase, strahlender Teint, runde Köperformen. Inspiration gewann der Künstler zudem auf seinen unzähligen Reisen in den Süden (nach Italien, Spanien, Algier) und später an seinem zweiten Wohnort an der Côte d’Azur. Die Gemälde im Besitz der Mobiliar repräsentieren somit die zwei Leitthemen von Barrauds Schaffen, das sich durch eine reduzierte, sanfte Farbpalette und einfache Formen auszeichnet.
Heute wenig bekannt, erhielt Barraud zu Lebzeiten beachtliche Anerkennung. Er war in den 1920er-Jahren in der Genfer Galerie Max Moos vertreten, der damals grössten Schweizer Galerie, die auch Ferdinand Hodler zeigte. Daneben wurde er mehrfach mit monumentalen Wandgemälden beauftragt. Am bekanntesten ist jenes für den Bahnhof Luzern (1929), das nach einem Brand 1971 umplatziert wurde und heute die Westfassade des Gebäudes ziert.
Maurice Barraud wurde 1889 in Genf (CHE) geboren, wo er 1954 starb.
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Wandmalerei