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Ein digital aktiver Mensch erhält jeden Tag mehrere Dutzend E-Mails. Nur ein kleiner Teil davon sind persönliche Nachrichten von ihm bekannten Personen. Das meiste sind Benachrichtigungen von irgendwelchen Sozial-Media-Plattformen (“Maya hat Dein Foto kommentiert”), Diskussionsforen (“Thomas hat auf Deinen Beitrag “Kartoffeln auf dem Balkon züchten” geantwortet), Wikis (“Der Artikel ‘Karl der Grosse’ wurden von <ip-pii> geändert”) oder Blogs (“Neuer Kommentar auf ‘Open Mind Blog’”). Hinzu kommen Nachrichten von Mailing-Listen, Newsletters und – mengenmässig absolut führend – Spam. Wie soll man in dieser Nachrichtenflut noch den Überblick behalten und das Wichtige vom Unwichtigen trennen?
Möglicherweise mit Raindrop. Das neue Projekt der Mozilla Labs präsentiert Nachrichten aus verschiedensten Quellen auf einer einheitlichen, übersichtlichen Web-Oberfläche, gegliedert nach Nachrichtentypen. Die Software ist im Moment ein Prototyp mit der Versionsnummer 0.1 und kann noch nicht heruntergeladen werden – ein Urteil ist deshalb zum heutigen Zeitpunkt nicht möglich. Spontan frage ich mich, ob das Thunderbird-Team seine Energie nicht besser in die Fertigstellung des E-Mail-Clients Thunderbird 3 investiert hätte, der sich seit einer halben Ewigkeit im Beta-Stadium befindet. Zu hoffen ist auch, dass Raindrop nicht als separates Projekt weiterlebt (und dadurch Thunderbird konkurrenziert), sondern dass die Erkenntnisse aus Raindrop in Thunderbird einfliessen. Denn letztlich ist das intelligente Filtern, Sortieren und Präsentieren von Nachrichten eine Kernaufgabe eines E-Mail-Programms im 21. Jahrhundert.