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Regierung beantragt einen Teuerungsausgleich von 1.4%
Geschätzte Mitglieder
Der Regierungsrat hat heute dem Landrat die Vorlage zum Teuerungsausgleich 2019 überwiesen (die Medienmitteilung finden Sie hier). Er beantragt, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von insgesamt 1.4% auszurichten. Damit würde einerseits die für 2018 erwartete Teuerung von 0.9% ausgeglichen und andererseits der bestehende Teuerungsrückstand um 0.5% verringert.
Immerhin bis auf 0.5% wäre damit die seit der Einführung des aktuellen Lohnsystems im Jahr 2001 aufgelaufene kumulierte Teuerung wieder ausgeglichen. Die vom Regierungsrat beantragte Anhebung der Löhne um 1.4%, die deutlich über den in den Nachbarkantonen von ihren jeweiligen Regierungen vorgeschlagenen Anhebungen liegt, kann daher auch von den in der ABP zusammengeschlossenen Personalverbänden LVB, PVPBL, VPOD und VSG als das positive Zeichen gesehen werden, das der Regierungsrat nach eigener Aussage setzen wollte.
Dieses Zeichen ist allerdings auch überfällig. Letztmals wurde die Teuerung im Jahr 2009 (!) ausgeglichen, 2016 erfolgte aber gar eine Senkung der Löhne um 1%. Durch nicht oder verspätet gewährte Teuerungsanpassungen hat der Kanton auf dem Buckel seiner Angestellten seit 2001 kumuliert rund 200 Mio. CHF gespart; die Einsparungen der Gemeinden bei den Löhnen der Primar- und Musikschullehrpersonen dürften noch einmal in einer ähnlichen Grössenordnung liegen. Hinzu kommen die Rentenverluste, die das Staatspersonal seither erlitten hat, die ebenfalls bereits einen dreistelligen Millionenbetrag ergeben, und bei denen weiterhin kein Licht am Ende des Tunnels zu erblicken ist.
Wir haben keinen Zweifel daran, dass neben dem Umstand, dass der Kanton inzwischen wieder schwarze Zahlen schreibt, auch die massiven Proteste des Staatspersonals – in aller Regel unter massgeblicher Beteiligung oder gar Federführung des LVB – bei der Regierung nicht ohne Eindruck geblieben sind. Wir erinnern an:
- den Stillen Protest im Landrat von September 2017 bis Ende Mai 2018,
- die Protestkundgebung in der Mittenza vom 8. November 2017
- sowie die LVB-Urabstimmung im Juni/Juli 2018, bei der 65% aller Mitglieder für die Durchführung eines Streiks votierten.
Dennoch stellt sich natürlich auch für uns die Frage, ob der Protestaufwand zum jetzt erkämpften Erfolg, der im Übrigen noch eine Landratsabstimmung zu überstehen hat, in einem gesunden Verhältnis steht. Aber selbst wenn Sie nicht mehr als 3'500 CHF pro Monat verdienen sollten, führte ein Lohnanstieg um 1.4% unter Berücksichtigung des 13. Monatslohns doch zu einem jährlichen Plus von 637 CHF, was noch immer ein Mehrfaches des Jahresbeitrags darstellt, den Sie als LVB-Mitglied entrichten. Und für die meisten von Ihnen dürfte das Plus sogar noch grösser sein.
Auch wenn wir uns manchmal mit vergleichsweise bescheidenen Erfolgen abzufinden haben und in den letzten Jahren einige harte Rückschläge hinnehmen mussten, werden wir uns weiterhin mit voller Kraft für Ihre Anstellungs- und Arbeitsbedingungen, aber natürlich auch in pädagogischen Fragen engagieren. Wir danken Ihnen für die unerlässliche Unterstützung, die Sie uns mit Ihrem Mitgliederbeitrag, Ihrer Präsenz an Protestveranstaltungen, Ihrer Teilnahme an Umfragen und Abstimmungen, Ihrem Engagement als Delegierte oder Schulhauskontaktpersonen sowie als Anwerberinnen und Anwerber neuer Mitglieder leisten.
Mit freundlichen Grüssen
Ihre LVB-Geschäftsleitung
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