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Gletscher und Klimawandel in Graubünden
Die mächtigsten Ströme der Alpen bestehen aus Firn und Eis und sie erreichen nicht einmal das Tempo einer Schnecke. Dennoch gehören Gletscher zu den eindruckvollsten und wirksamsten Kräften der Natur. Ein Grossteil der Landschaftsformen - tief eingeschnittene Täler, fruchtbare Ebenen, grosse Seen und Flüsse - sind das Erbe der ehemaligen
Eisströme. Heute prägen und schmücken die Gletscher in den Alpen das Landschaftsbild. Gletscher sind zudem die
Speicherkammer im Wasserkreislauf.
Klimaforscher erwarten eine globale Temperaturzunahme von 0.8 bis 2.4 Grad Celsius bis 2050 und 1.4 bis 5.8 Grad Celsius bis 2100. Neben dieser Erwärmung ist auch mit einem veränderten Niederschlagsregime zu rechnen. Über 90 Prozent der Bündner Gletscher sind kleiner als 1 Quadratkilometer. Infolge der prognostizierten klimatischen Änderungen werden vor allem diese kleinen Gletscher in den nächsten Jahrzehnten abschmelzen. Demgegenüber werden die 34 Bünder Gletscher mit einer Fläche grösser als 1 Quadratkilometer, die gesamthaft noch 56 Prozent der vergletscherten Kantonsfläche ausmachen, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell von der Landkarte verschwinden. Denn entscheidend für den Eisverlust ist nicht die Fläche, sondern das Volumen, das bei grossen Gletschern überproportional ist.