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„Das geht mir über die Hutschnur“...
Hüte werden heutzutage eher selten getragen – trotzdem wird die Redewendung „Das geht mir über die Hutschnur!“ gern verwendet, wenn man sich ärgert oder wenn eine Situation über das erträgliche Maß persönlicher Toleranz hinaus geht.
Womit wir bei der ersten Erklärung der Redensart sind: Die Hutschnur war eine Maßeinheit, mit dem die Dicke eines Wasserstrahls gemessen wurde. In einer Urkunde von 1356 aus dem Staatsarchiv der tschechischen Stadt Eger wurde die Nutzung einer Wasserleitung festgeschrieben. Wer daraus Wasser entnahm, das „über die Hutschnur“ hinausging, machte sich strafbar.
Die zweite Erklärung hat eher mit der Kopfbedeckung zu tun: Die Hutschnur befindet sich zwischen Kopfteil und Krempe. Sie dient als Halt und verhindert, dass das Material auseinandergeht.
Die Aussage „Es geht mir bis hier!“ wird häufig begleitet von einer Handbewegung an den Hals. Man zeigt damit, wie hoch der Ärger schon gestiegen ist. Wächst der Zorn weiter, reicht er bis „über die Hutschnur“, also schon über den Kopf. Und bevor der Ärger die Hutschnur endgültig „zum Platzen bringt“ sollte man sich an den Spruch von Kurt Tucholsksy erinnern:
Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.