Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/2367

Beim Zenker-Divertikel der Speiseröhre handelt es sich um eine Ausbuchtung der Speiseröhrenwand. Diese Ausbuchtung entsteht durch eine Funktionsstörung des oberen Schliessmuskels der Speiseröhre (oberer Ösophagusshinkter) und bildet sich an einer typischen Stelle.
Ein Zenker-Divertikel kann Schmerzen, Schluckbeschwerden, Mundgeruch, nächtliches Erbrechen und/oder Hustenreiz verursachen. Zenker-Divertikel, die Beschwerden verursachen, müssen operativ entfernt werden.
Speiseröhrenschliessmuskel, dieser öffnet sich normalerweise beim Schluckakt, so dass der Nahrungsbrei in den Magen passieren kann.
Untersuchung der Speiseröhre mit Hilfe einer Kamera, welche in die Speiseröhre eingeführt wird.
Lungenentzündung, hervorgerufen durch Mageninhaltsstoffe die eine schwere Entzündungsreaktion hervorrufen.
Häufig ist eine Funktionsstörung des oberen Speiseröhrenschliessmuskels an der Entstehung eines Zenker-Divertikels beteiligt. Der betroffene Schliessmuskel reguliert den Übergang des Nahrungsbreis vom Rachen zur Speiseröhre.
Beim Schluckakt scheint sich dieser Muskel vorzeitig zu schliessen, wodurch ein Druckstau im unteren Rachen entsteht. An dieser Stelle befindet sich ein natürlicher Schwachpunkt in der Muskelwand der Speiseröhre, das Killian-Dreieck. Deshalb wird durch den erhöhten Druck die Schleimhaut durch diese muskelschwache Lücke gepresst und nimmt an Grösse zu.
Männer sind häufiger betroffen als Frauen, ebenso Personen die an der chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit, oder an einer Hiatushernie leiden.
Ein Zenker-Divertikel verursacht zuerst unspezifische Beschwerden wie Schluckbeschwerden, Fremdkörpergefühl im Hals, Hustenreiz, nächtliches Erbrechen und Mundgeruch. Häufig berichten betroffene Personen auch vom Hochwürgen unverdauter Nahrung (dies wird Regurgitation genannt). Es kann auch passieren, dass morgens abgehustete Speisereste auf dem Kopfkissen aufgefunden werden.
Je grösser ein Zenker-Divertikel im Verlauf der Zeit wird, desto mehr nehmen die Beschwerden zu.
Wird das Zenker-Divertikel immer grösser, kann dies auch zu ernsthaften Problemen, also zu Komplikationen, führen.
Besteht aufgrund des Beschwerdebildes der Verdacht auf ein Zenker-Divertikel, wird anhand einer radiologischen Kontrastmitteldarstellung in Doppelkontrast Technik (Barium Breischluck genannt), mittels Ultraschall oder einer Ösophagoskopie die Diagnose gesichert.
Ein Divertikel, das Beschwerden verursacht, muss operativ behandelt werden. Ziel dieser Operation ist das Vermeiden von Komplikationen. Restbeschwerden können auch nach der Operation noch teilweise vorhanden sein.
Die Prognose des Zenkerdivertikels nach einer Operation ist sehr gut. Ohne Operation wird das Divertikel weiter an Grösse zunehmen und entsprechen mehr Beschwerden und auch Komplikationen verursachen.
Ein Speiseröhrendivertikel lässt sich nicht aktiv verhindern bzw. vorbeugen. Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett, viel Obst und Gemüse mit kleinen Portionen schont aber den Verdauungstrakt.
Personen, die über mehrere Wochen an Schluckstörungen, Hochwürgen von unverdauter Nahrung, Erbrechen und/oder Fremdkörpergefühl im Hals leiden, sollten sich mit ihrem Arzt in Verbindung setzten.