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Kapitel 3.1 - Das autonome Nervensystem ANS
Das ANS besteht aus zwei sich gegenseitig modulierenden Teilsystemen 1) der Pars sympathica, auch Sympathikus genanntund 2) der Pars parasympathica, oder Parasympathikus. Diese Begriffe wurden aus dem Griechischen sympathéin: Mitleiden oder sympathesis: Mitempfindung abgeleitet und vom Dänischen Anatomen J.B. Winslow in seinem anno 1732 erschienenen Lehrbuch Exposition anatomique de la structure du corps humain eingeführt (vgl. Lippert 2003: 100). Beide Teile bestehen aus efferenten und afferenten Leitungswegen, wobei somatische sowie viszerale Komponenten zu unterscheiden sind. Somit bezeichnet man die nervöse Information, welche das ANS leitet als Somatoafferenz, Viszeroafferenz, Somatoefferenz und Viszeroefferenz. Die in dieser Arbeit besprochenen direkten Effekte der SHVLAM werden über den efferenten Leitungsweg gesteuert. Indirekte Effekte sind über den afferenten Weg zu erwarten, weil das betreffende Rückenmarkssegment direkt moduliert wird und aszendierende Sensibilitäten Einfluss auf das erste Zentrum des ANS, den Hypothalamus, ausüben und so das ANS als System indirekt modulieren. Da die SHVLAM direkt auf die Rezeptoren der Gelenkkapseln einwirken, wird in dieser Arbeit der Somatoafferenz spezielle Bedeutung zugeteilt. Wie in Kapitel 5 festgehalten, wird die SHVLAM in die osteopathische Behandlung integriert, um über eine Modulation des ANS die Funktion von Strukturen wie viszeralen Organe, arterielle Blutgefässe oder Muskeln auf dem direkten Weg zu beeinflussen. Deswegen werden die Viszeroefferenz sowie die Somatoefferenz ausführlich besprochen.