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Das Wichtigste in Kürze
- Jimi Hendrix gilt noch heute als einer der grössten Gitarristen – und dies, obwohl er so Manches von anderen Musikern abgeschaut hat.
- Seinen Ruf erarbeitete sich Hendrix zwischen 1966 und 1970: mit drei Alben, unzähligen Konzerten und einem legendären Auftritt am Woodstock-Festival.
- Mit seinem Sound hat er hunderte Musiker beeinflusst – darunter Prince, aber auch den irisch-schweizerischen Gitarristen Christy Doran oder die amerikanisch-schweizerische Sängerin Erika Stucky.
Wer hat's erfunden?
Die Gitarre mit Feedback zum Jaulen bringen oder hinter dem Kopf spielen: Das gab’s schon vor ihm. Trotzdem gilt Jimi Hendrix als der Rock-Gitarren-Gott schlechthin.
Es muss den Blues-Gitarristen Buddy Guy ziemlich geärgert haben, als er angesprochen wurde auf seine «Kopie des Jimi Hendrix-Sounds». Sein Publikum in Chicago stand auf den verzerrten Feedback-Gitarren-Sound, als Hendrix noch als Fallschirmspringer James Marshall Hendrix in der US-Army aus Flugzeugen sprang.
Und doch wurde der Musiker so berühmt für seine Feedback-Orgien auf der Bühne, dass alle den Eindruck bekamen: Hendrix habe den Sound erfunden.
Ähnliches gilt für die Gimmicks, die Jimi Hendrix gerne zur Schau stellte: Hinter dem Kopf spielen? Das hatte er von T-Bone Walker abgeschaut. Die Gitarre zertrümmern am Schluss des Konzerts? Das tat schon Pete Townshend von The Who.
Hungrig nach Erfolg
Bei Hendrix aber kamen alle diese Elemente zu einem genialen Ganzen zusammen. Er war nicht nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort – etwa im Herbst 1966 in London, wo seine Karriere durchstartete. Hendrix war auch perfekt vorbereitet: Unter anderem durch seine jahrelange Arbeit als Begleiter für Bands wie die Isley Brothers oder Little Richard.
Er war extrem hungrig nach Erfolg – und er hatte eine Vision: er hörte die ganze Zeit Klänge im Kopf, die den bluesigen und rockigen Mainstream mit einer experimentellen Musik zusammenmischten, wie das die Grössten der damaligen Zeit machten. Pink Floyd und die Beatles etwa.
Den Tod geahnt?
Schlussendlich blieben Jimi Hendrix knapp vier Jahre, seine Vision umzusetzen. Auch wenn niemand sein eigenes Ende kennt – man wird bei Jimi Hendrix den Eindruck nicht los, dass er seinen frühen Tod geahnt hatte.
Wie im Rausch – und unterstützt von allen möglichen bewusstseinserweiternden Substanzen – spielt Hendrix vom 1966 bis 1970 drei Alben («Jimi Hendrix Experience»), zündet im Sommer 1967 am Monterey Festival seine Gitarre an und stellt im Sommer 1969 eine neue Band zusammen. Mit dieser spielt er am Woodstock-Festival seine berühmte Version der amerikanischen Nationalhymne.
Musiker mit links
Ausserdem spielt er zum Jahreswechsel 1969/70 im Fillmore East in New York seine letzte Platte zu Lebzeiten ein mit einem nochmals neuen Trio. Dazu kommen über 500 Konzerte und unzählige Jam-Sessions in vielen Studios und auf allen möglichen Bühnen.
Als ob Jimi Hendrix in diese vier Jahre eine Karriere hätte hineinquetschen wollen, für die andere zehnmal solange Zeit haben.
Zu den hunderten von Musikern, die sich von Jimi Hendrix direkt haben beeinflussen lassen, gehört etwa Prince. Aber auch der irisch-schweizerische Gitarrist Christy Doran und die amerikanisch-schweizerische Sängerin Erika Stucky.
Sie sind seit über 10 Jahren sogar mit einem Jimi-Hendrix-Tribute-Projekt unterwegs. Stucky bringt Hendrix so auf den Punkt: «Highly concentrated honest guitar-hero».
Es ist dieser Fokus, die absolute Neugierde und der umwerfende Ideen-Reichtum, der Jimi Hendrix Ende der 60er-Jahre innert vier Jahren auf den Thron katapultiert. Mit links, muss man anfügen, denn: Fast alles, was er als Musiker macht, macht er mit links.
Nicht nur weil er Linkshändler ist und die Gitarre «verkehrt herum» spielt. Sondern weil er seine Gitarre und seine Verstärker-Türme als Erweiterung des eigenen Körpers erlebt und mit Haut und Haaren Musik macht.
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