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Homonym:
Als Paradigma bezeichne ich in Anlehnung an T. Kuhn die für eine Wissenschaft konstitutive Perspektive.
Der Ausdruck hat eine lange Tradition. Seit dem späten 18. Jahrhundert (G. Lichtenberg) bezeichnet Paradigma eine Lehrmeinung, die eine Schule begründet, was konkurierende Alternativen impliziert. T. Kuhn hat das Paradigma unter dem Gesichtspunkt des Streites zwischen diesen Alternativen in die neuere Wissenschaftstheorie gebracht. Er definiert in seinem Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen ein „wissenschaftliches Paradigma“ als:
oder als „allgemein anerkannte wissenschaftliche Leistungen, die für eine gewisse Zeit einer Gemeinschaft von Fachleuten maßgebende Probleme und Lösungen liefern“ ( S.11).
Die Ersetzung eines Paradigmas durch ein anderes heisst Paradigmenwechsel. Ein typisches Beispiel dafür ist die Aufgabe der Idee des Äthers, die die Wissenschaft lange dominierte.
Hinweis:
Der radikale Konstruktivismus wird oft als Paradigma der Wissenschaft verstanden, man kann ihn aber auch als Paradigma, das die Wissenschaft ablöst, verstehen (ausführlicher in: Rolf Todesco: Genetische Wissenschaftsgeschichte).
Das Erkennen von aktuellen Paradigmen ist schwierig, sie zeigen sich eigentlich nur in Form eines Wechsels. Ein aktuelles Beispiel ist vielleicht die Verabschiedung einer bestimmte Ausprägung des Sender-Empfänger-Modelles in den Kommunikationswissenschaften.
Ein anderes Beispiel ist der Wechsel de Naturwissenschaften von einer beschreibenden zu einer operierenden Disziplin, was sich in neuen Namen wie Bio-Engineering ankündigt.