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Das herrschaftliche Schloss von Bothmar liegt über dem Dorf von Malans. Die Sicht in Richtung Süden auf das offene Tal ist prächtig. Der älteste Teil, der aus den Resten der Grundmauern besteht, wurde während der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts für die Familie Beeli gebaut. Aus diesem Zeitalter bleiben die Wandverkleidungen des ersten Stockwerkes. In 1575 erwarb Kapitän Ambrosius Gugelberg von Moos (1547-1591) das Schloss und unternahm dort innere Ausbauarbeiten.
Infolge einer Ehe wechselte das Schloss in den Besitz von Gubert von Salis-Maienfeld (1664-1736), ein Landeshauptmann von Valteline und Vogt von Maienfeld. Der neue Eigentümer beschloss, das Gebäude nach seinen Vorstellungen umzuwandeln, dass heisst, er liess einen Südflügel anbauen und Kelter (datiert aus dem Jahre 1716). Dennoch ist es Gubert Abraham von Salis (1707-1776), der dem Schloss Bothmar seine heutige Form gab.
G. A. von Salis hielt mehrere Ämter inne, so war er Bundeslandammann des Zehngerichtenbundes, allgemeiner Kapitän von Valteline und Vogt von Maienfeld, zusätzlich dazu auch Richter über Malans. In 1739, sofern man dem im Erdgeschoss eingetragenen Datum glaubt - beendete er die Konstruktion des Südflügels, der von seinem Vater begonnen wurde, und liess in den 50er Jahren einen Westflügel und ein Gewächshaus bauen. Gleichzeitig wurde der Treppenturm erhöht. Das Gebäude wurde zum "herrschaftlichen Haus unter einem Giebel". Die zwei Flügel und der Treppenturm unter einem barocken Zwiebelturm, stammen aus verschiedenen Zeitaltern, doch schmelzen sie zu einer harmonischen Gesamtheit zusammen. Auch sieht man innerhalb des Schlosses die schönen Stuck-Decken.
Die Schweiz hat in Malans einer ihrer schönsten barocken Gärten beibehalten. Zwischen 1740 und 1750 wurde er am Gebäude eingerichtet. Hinter dem Tor führt die Hauptachse des Gartens am zarten Abhang zum westlichen Flügel des Schlosses, anstatt die Achse des Gebäudes zu verlängern, wie es sich in der französischen Schule des barocken Gartens gehört. Nur eine erhöhte Terrasse erlaubt den Blick in die Erdgeschosse und seine Wasserstrahlen, das Gehege und die grossen geschnittenen Buchsbäumen. “Nirgends wird es klarer gemacht als hier, dass der französische Garten ein Werk der Architektur und Natur ist: dass heisst, er stellt ein starres Leben dar. Sofort bemerkt man, dass der Garten zwei Dimensionen hat, die Horizontale und die Senkrechte. Es ist ausserdem interessant festzustellen, wie sich alte Motive und neue Elemente ergänzen. Alles lässt annehmen, dass die gesuchte Wirkung weniger der klare Entwurf einer Terrasse war als die Illusion eines Labyrinths." (Hans- Rudolf Heyer)
Bibliographie