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Klimawandel zu vermeiden ist eine komplexe Angelegenheit, da die Quellen gefährlicher Treibhausgase so gut wie in allen gesellschaftlichen und ökonomischen Bereichen zu finden sind. Entsprechend gross ist auch der Kreis der Verursacher - von internationalen Grosskonzernen bis zum einzelnen Verbraucher – alle tragen zum Anstieg der Treibhausgasemssionen bei. Politische Massnahmen müssen deshalb einen grossen Kreis von Verursachern und Betroffenen berücksichtigen. Aufgrund dessen ist an den entsprechenden politischen Prozessen ein breites Spektrum politischer Akteure involviert, wie zum Beispiel die Administration, die politischen Parteien, Interessengruppen, zivilgesellschaftliche Organisationen oder wissenschaftliche Einrichtungen. Diese Akteure interagieren im politischen Prozess in verschiedenen formellen und informellen Arenen, z.B. Anhörungen, Abstimmungen, Komitees, Presse- und Medienauftritte, politische Initiativen, etc., um sich für ihre Interessen einzusetzen. Zu diesem Zweck verbünden sich diese Akteure mit Gleichgesinnten und koordinieren ihre Handlungen. In diesem Projekt ist es unser Vorhaben die Komplexität, welche sich aus der Vielzahl der involvierten Akteure und politischen Arenen ergibt, besser zu verstehen. Hierzu werden wir die relevanten Akteure identifizieren und ihre Interessen, Präferenzen und ihr Verhalten in den verschiedenen politischen Arenen untersuchen. Wir gehen aber auch noch einen Schritt weiter, und vergleichen die politischen Arenen miteinander. Dabei interessiert uns, wie sich die politischen Akteure in den verschiedenen Arenen gleich oder unterschiedlich positionieren, ob sie die gleichen oder unterschiedlichen Handlungsstrategien verfolgen, die gleichen oder andere Allianzen schmieden und sich gleich oder abweichend koordinieren. Zu diesem Zweck erheben und untersuchen wir multiplexe und mehrebenen Netzwerkdaten, welche die unterschiedlichen politischen Arenen und Beziehungsgeflechte zwischen den politischen Akteuren reflektieren, wie zum Beispiel der Austausch von Informationen, Kooperationsbeziehungen, der Transfer von personellen oder materiellen Ressourcen, etc. Für die Datenerhebung und Analyse bedienen wir uns an einem breiten Spektrum qualitativer und quantitativer Methoden, wie Umfragen, Interviews, automatisierte Textanalyse, Soziale Netzwerk- und Diskursanalyse, etc. Mit Deutschland und der Schweiz untersuchen wir zwei Fallbeispiele, die sich politisch sehr nahestehen und ähneln, aber sozioökonomisch und geopolitisch durchaus grössere Unterschiede aufweisen. Neben einem Beitrag zur Grundlangenforschung, sollen unsere Projektergebnisse auch von praktischem Nutzen sein. Beispielweise könnte unser Projekt Aufschluss darüber geben, wie man unterschiedliche Stakeholdergruppen an einen Tisch bekommen kann, um die Koordination nationaler Klimapolitik zu verbessern. Schlussendlich könnte damit auch ein Betrag geleistet werden, effektivere Klimapolitiken einzuführen und umzusetzen.
Dieses Projekt gehört zum Compon Projekt.