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Eine lange Reihe von Migros-Camions parkt in einer Halle. Es sind rollende Verkaufsläden, die Mitarbeiter der Detailhändlerin gerade mit Waren beladen. Später werden die Lastwagen ausschwärmen, in verschiedenen Quartieren Station machen und die Produkte direkt zu den Kunden bringen.
Das Bild stammt aus dem Jahr 1932, und wer die Geschichte der Migros ein wenig kennt, findet es vertraut: Solche Szenen gehörten damals zum Schweizer Alltag. Nur ist das Foto nicht in einer Schweizer Stadt entstanden, sondern in Berlin. Denn die Migros gab Anfang der 30er-Jahre ein kurzes Gastspiel in der deutschen Hauptstadt.
Die Idee der rollenden Läden, die gute und günstige Waren zur Kundschaft brachten, war auch dort auf Anhieb erfolgreich. Die deutsche Migros-Tochter startete 1932 mit 20 Verkaufswagen und konnte ihre Flotte in kurzer Zeit auf 85 Fahrzeuge ausbauen. Rund 3000 Haltestellen wurden bedient.
Doch der Aufstieg der Nazis stoppte das Projekt schon nach kurzer Zeit: Die Berliner Migros sah sich mit Boykotten konfrontiert. Ihre Kunden wurden angepöbelt, und einzelne Verkaufswagen gingen in Flammen auf. Im Dezember 1933 liquidierte die Migros darum ihren deutschen Ableger.