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- Arbeitsbericht NAB 14-56Download
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Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) betreibt im Auftrag der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) seit ca. 30 Jahren das sogenannte Schwachbebennetz. Das Netz ist eine Verdichtung des existierenden Schweizer Netzwerkes digitaler Messstationen (SDSNet), welches die Seismizität in der Schweiz und in den umliegenden Gebieten überwacht. Im Rahmen des Sachplans 'Geologische Tiefenlager' soll das bestehende Netzwerk in der Nordschweiz und in Süd-Deutschland weiter ausgebaut werden. Mit der erneuten Verdichtung soll die Beobachtung von kleinen seismischen Ereignissen mit Magnituden M < 2 deutlich verbessert werden. Eine vollständige Beobachtung von Beben mit Magnitude M > 1, sowie eine Lokalisierungsgenauigkeit mit Unsicherheiten < 0.5 km für das Epizentrum und < 2.0 km für die Herdtiefe ist angestrebt. Das Projekt konzentrierte sich ursprünglich auf das Schweizer Mittelland und die Nordschweiz. Dieses Untersuchungsgebiet umfasste neben den Regionen um potentielle Standortgebiete für geologische Tiefenlager für hochaktive Abfälle auch die Umgebung von damals geplanten Ersatz-Kernkraftwerken. Aufgrund des politischen Entscheids in der näheren Zukunft keine neuen Kernkraftwerke in der Schweiz zu realisieren, wurde das Untersuchungsgebiet im Februar 2012 auf die Nordostschweiz und das Deutsch-Schweizer Grenzgebiet reduziert.
Dem Bau der Messstationen gingen zwei Arbeitsschritte voraus. Im Ersten Arbeitsschritt wurde eine numerische Modellierung zur Optimierung der Netzgeometrie durchgeführt. Das Verfahren ist im Detail in dem Bericht Optimization of a large-scale micro-seismic monitoring network in northern Switzerland (Kraft et al., Juli 2011) beschrieben. Die Modellierungsergebnisse für das neue Zielgebiet sind im Bericht Standortauswahl in den Zielperimetern XN01-XN04 des Schwachbebennetzes Nordschweiz (Plenkers und Husen, 2012) festgehalten. Es wurden zehn Zielperimeter für den Bau von neuen Stationen deﬁniert (Abbildung 1). Laut Optimierung werden bei Berücksichtigung der neuen Stationen die Ziele für Lokalisierungsgenauigkeit und Vollständigkeitsmagnitude (Abbildung 2) im Zielgebiet fast erreicht.
Im zweiten Arbeitsschritt wurde eine Standortsuche durchgeführt. Dafür wurde im Rahmen dieses Projektes ein differenziertes und strukturiertes Vorgehen entwickelt, welches die Standortsuche und -auswahl nachvollziehbar und vergleichbar macht. Das Vorgehen wurde im Detail in dem Bericht Standortauswahl in den Zielperimetern XN01-XN04 des Schwachbebennetzes Nordschweiz (Plenkers und Husen, 2012) beschrieben.
Der vorliegende Bericht beschreibt die Ergebnisse der Standortsuche für alle Zielperimeter im neu deﬁnierten Untersuchungsgebiet im Detail. Insgesamt wurden sieben Oberﬂächenstationen und drei Bohrlochstationen realisiert. Die Ergebnisse der Standortsuche für Oberﬂächenstationen sind in Kapitel 2 beschrieben. Die Erfahrungen und Ergebnisse bei der Realisierung der Bohrlochstationen sind in Kapitel 3 festgehalten. Nach Fertigstellung der drei Bohrlochstationen wurde die Dämpfung der Bodenunruhe im Bohrloch untersucht. Die Ergebnisse sind in Kapitel 4 festgehalten. Kapitel 5 gibt eine abschliessende Zusammenfassung und einen Ausblick.
In allen Kapiteln werden die einzelnen Standorte in der Reihenfolge der Nummerierung ihres Suchperimeters (XN05 bis XN15) beschrieben. Die beiden Zwillingsperimeter XN06/XN14 und XN10/XN16 sind zusammengefasst unter der kleineren Nummer eingeordnet.