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Zürich 6. Februar 1866.
Hochgeachteter Herr Bundesrath!
Ihre verehrl. Zeilen von gestern1 sind mir richtig zugekommen. Ich war eben im Begriffe, rückantwortlich die Ansicht auszusprechen, daß Vornahme einer Eidg. Expertise vor der nächsten Session der Bundesversammlung angezeigt sein dürfte, als ich von Freund Peyer das nachfolgende Telegramm2 erhielt: «Großer Rath von Tessin hat Rücktritt von der Gotthardvereinigung beschlossen.3 Die von Hudson4 versuchte Combination5 ist am Widerstande der Camorra6 gescheitert. Wir (ich den| ke, es sei darunter Peyer & Hudson zu verstehen) reisen ab.» Dann gibt Peyer noch die Absicht Kund, der künftigen Donnerstag Statt findenden Sitzung des Gotthardausschusses beizuwohnen, um in derselben Bericht zu erstatten.
Ich enthalte mich jeder Betrachtung über den Inhalt dieses Telegrammes; ich denke, es werde dasselbe in uns beiden die gleichen Empfindungen hervorrufen. Ich bin übrigens weit entfernt, um dieses unqualifizirbaren Vorganges willen die Gotthardsache als verloren anzusehen. Hingegen scheint mir die Berichterstattung Peyer's | über die Situation abgewartet werden zu müssen, bevor ein reifes Urtheil über die Wünschbarkeit einer Eidgenössischen Expertise in dem gegenwärtigen Augenblicke abgegeben werden kann. Ich werde daher, wenn Sie es erlauben, am künftigen Freitag neuerdings zu schreiben das Vergnügen haben.
Ihre Mittheilungen betreffend die Stellung, welche die Regierung von Bern zu der Gotthardvereinigung einzunehmen beabsichtigt7, haben mich sehr gefreut.
In ausgezeichneter Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebener
Dr A Escher