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Fuchsmatt: eine abgelegene Erdburg südöstlich von Madiswil
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Die Erdburg Fuchsmatt (Gde. Madiswil BE) im LIDAR-Bild
Vom Autor leicht bearbeitet.
Deutlich zu erkennen sind folgende Merkmale: Ein nach NW orientierter Burghügel, der sich gegen SE verschmälert, ein Graben im SE mit einem Wall, ein Geländeabsatz auf der nordwestlichen Schmalseite mit zwei symmetrisch angeordneten Wallstücken.
Der Burghügel hat eine deutlich überhöhte längliche Seite gegen SE.
Lage
Fuchsmatt liegt abgelegen auf einem bewaldeten, nach Nordwesten gerichteten Bergsporn zwischen den Waldhügeln Harzer im Westen und Buchberg im Osten, zweieinhalb Kilometer südöstlich von Madiswil, zu dieser Gemeinde gehörig, oder nur gut einen Kilometer nordwestlich oberhalb von Rohrbach.
Beschreibung
Bei der Beschreibung ist von den Erwähnung in der Burgenkarte auszugehen.
In der alten Burgenkarte der 1980er Jahre wird die Anlage wie folgt beschrieben:
Nicht datierbare, ovale Ringwallanlage im Buchbergwald, südwestlich vom Hof Kaser. Sichtbar: überhöhter Burghügel mit fast vollständigem Ringwall und Ringgraben.
Diese knappe Beschreibung aber ist ungenau und grundsätzlich falsch, wie wir bald erkennen werden.
Eine objektive Charakterisierung der Anlage muß von den Befunden im Gelände und nicht von irgendwelchen typologischen Bezeichnungen ausgehen.
Der längliche und gerundete Burghügel der Fuchsmatt hat eine Orientierung nach NW und eine Länge von 45 Metern. Die Schmalseite gegen Südosten bildet den höchsten Punkt: Diese Stelle ist gegenüber NW um zwei, gegen Süden sogar um drei Meter überhöht. Gegen NW verbreitert sich der Burghügel von etwa 14 auf 24 Meter.
Gegen NE fällt der Hügel steil ab.
Der Burghügel ist an seinem SE-Ende durch einen noch etwa zwei Meter tiefen, leicht geschwungenen Graben und einen anschließenden zwei Meter hohen Wall geschützt.
Auf der südwestlichen Längsseite weitet sich der Abhang in der Mitte gegen Norden zu einem geschwungenen Geländeabsatz. Dieser liegt dort etwa sechs Meter tiefer gegenüber dem Burgplateau.
Der erwähnte Geländeabsatz zeigt im NW und im N noch deutliche Reste eines Walls.
Fuchsmatt ist also mitnichten eine geschlossene Ringwall- und Ringgrabenanlage, wie die Burgenkarte behauptet.
Der Burghügel hat vielmehr an der südöstlichen Schmalseite einen Graben und Wall und gegen Nordwesten einen Geländeabsatz mit zwei Wallstücken.
Fuchsmatt bei Madiswil: Blick von Süden gegen den Geländeabsatz mit dem linken Wallstück
Foto: Autor, 29.7.2016
Rechts ist der Abhang des dort sechs Meter hohen Burghügels zu erkennen. Der Geländeabsatz hat im Hintergrund die Reste eines Wallstücks.
Fuchsmatt bei Madiswil: Der südöstliche Kopf des Burghügels mit dem Graben
Foto: Autor, 29.7.2016
Der Burghügel ist hier gegenüber dem Graben um knapp drei Meter überhöht.
Fuchsmatt: Die Nähe zu anderen Burgen und der Vergleich mit Bürgisweiher
Bei der Fuchsmatt ist zuerst die auffallende Nähe zu zwei anderen Burgen zu erwähnen:
Zur Erdburg Hunze oberhalb von Kleindietwil und ebenfalls zur Gemeinde Madiswil gehörig, beträgt die Distanz in Luftlinie etwa 650 Meter.
Zur Burgstelle Ro(h)rberg oberhalb von Rohrbach, aber zur Gemeinde Auswil gehörig, beträgt die Entfernung einen Kilometer.
Man könnte für diese drei Burgen ein Dreieck konstruieren.
Ebenso verblüffend ist der Vergleich des Grundrisses mit der ebenfalls in der Gemeinde Madiswil gelegenen Erdburg von Bürgisweiher:
Die Fuchsmatt ist fast identisch angelegt wie das Erdwerk Weiherköpfli bei Bürgisweiher östlich von Madiswil: Beide Anlagen sind auf einem halb isolierten Bergsporn angelegt und haben eine Orientierung nach Nordwesten. Beide Burghügel haben dieselbe sattelförmige Form, die sich gegen Südosten verschmälert. Und beide Burgen haben Geländeabsätze mit Wallstücken vor der Südostseite und zu beiden Seiten im Nordwesten.
Man darf behaupten, daß beide Burgen – Bürgisweiher und Fuchsmatt – den gleichen Baumeister gehabt haben.
Und bei der Fuchsmatt bleibt ein Rätsel, weshalb die Wehranlage offenbar bewußt in einer abgelegenen Gegend errichtet wurde.
Der ursprüngliche Name der Burg ist nicht mehr zu eruieren. In der Umgebung gibt es keine Ortsnamen, die Hinweise geben könnten.