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Süß-672 Mann geschätzt wurde, um die Angloägypter aus
Suakin zu vertreiben.
Die gegen ihn ausgesandte
Besatzung schlug
er aufs Haupt und begann damit die Feindseligkeiten, die endlich zum
Verlust des ganzen
Sudan (s. d.) führten.
Wiederholt
von den Engländern geschlagen, aber ebenso oft
Sieger, blieb Oscillaria D. in dem Küstenstrich von
Suakin, soweit
die Befestigungen und Verschanzungen der Angloägypter nicht reichten, unbedingter Gebieter und wußte den Engländern den
nächsten Zugang nach
Chartum, die Linie
Suakin-Berber, zu verlegen, wodurch namentlich
Gordons (s. d.)
Untergang herbeigeführt
wurde. 1887 setzte er sich in
Tokar fest;
1888 schlug er sein Hauptquartier in Handub
auf und ließ
Suakin
beschießen, wurde aber 20. Dez. von den Besatzungstruppen unter
Führung des engl.
Generals Grenfell angegriffen und gänzlich
geschlagen.
Ein Untergeordneter des
Mahdi ist Oscillaria D. nie gewesen, wenn auch beide verwandte Ziele mit ähnlichen
Mitteln verfolgten
und demnach gegenseitig ihre Unternehmungen förderten.
Die größte
Breite,
[* 18] zwischen
KapGlossa und
Konstantinopel,
[* 19] beträgt 825 km. Die europäische
Türkei ist fast gänzlich von
Gebirgen eingenommen; größere
Ebenen sind nur diejenigen der
Maritza, Macedoniens und der Westküste
Albaniens, von denen die beiden letztern durch Versumpfung
und
Fieber an reicherer Produktion behindert werden. Doch würden die Gebirgsländer bei dem günstigen
Klima (s.
Balkanhalbinsel) eine ansehnliche Produktion entfalten können, wenn sie nicht durch schlechte
Verwaltung und die
ungenügenden Verkehrsmittel niedergehalten würden.
Das Land, besonders der östl.
Teil, ist für den Verkehr nicht ungünstig gestaltet, da die großen Flußthäler die
Gebirge
erschließen und bequeme Pässe die einzelnen Thalsenken verbinden. Die östl.
Küsten sind zudem reich an trefflichen Häfen. So besitzt
Konstantinopel einen der besten Häfen der Welt, der außerdem durch
seine ausgezeichnete
Lage zu einem Welthandelsplatz ersten Ranges befähigt ist. Saloniki
[* 20] bildet den Ausfuhrplatz des durch
das
Thal
[* 21] des
Vardar aufgeschlossenen Macedonien und seiner Hinterländer. Dagegen steht die
KüsteAlbaniens
(s. d.) ebenso wie seine
Gebirge an Aufgeschlossenheit weit zurück. Der natürliche Schwerpunkt
[* 22] der europ.
Türkei liegt daher
in dem reicher gegliederten
Osten.
Bevölkerung des O. R.s, insbesondere des europ. Anteils, ist nach
Abstammung und Konfession bunt gemischt. Die
Osmanli (der
NameTürken gilt als Schimpfwort), welche als herrschender
Stamm dem
Reiche den
Namen gegeben
haben, sind ein ursprünglich ural-altaischer Volksstamm, der jedoch durch die massenhafte
Aufnahme fremder
Bestandteile seinen
eigentlichen ethnogr. Charakter verloren hat. Besonders in Europa sind die
Türken meist Nachkommen griech., bulgar., serb.
und albanes.
In der europ.
Türkei bilden die
Osmanen nur in den größern
Städten, besonders
Konstantinopel und
Adrianopel, in
Thrazien, ohne
den Küstensaum, im östl.
Bulgarien sowie in einzelnen Distrikten Macedoniens einen beträchtlichen
Teil
der
Bevölkerung. Die Griechen bewohnen in geschlossenen
Massen das südl.
Epirus, den Südrand Macedoniens sowie das ganze
Küstenland des Ägäischen und
SchwarzenMeers. Außerdem bilden sie aber in allen größern
Städten ein hervorragendes Element,
das sich durch seine Intelligenz und Betriebsamkeit auszeichnet.
Handel und Schiffahrt liegen vorzugsweise
in ihren
Händen. Zahlreich sind griech.
Ärzte und
Beamte in türk. Diensten, viele Griechen haben es zu großem Reichtum gebracht.
Anerkennenswert ist ihr Bildungsstreben und ihre Fürsorge für das Schulwesen, während ihnen noch manche üble, aus der
langen Zeit der Unterdrückung zurückgebliebene Eigenschaften anhaften. Die
Albanesen (s. d.) bewohnen
den westl.
Teil des
Landes von der adriat.
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Sie sind größtenteils mohammed. Glaubens, wechseln jedoch ihre Religion nach Bedürfnis. Die Israeliten (Jahudi) zerfallen
in die 1492 von Ferdinand dem Katholischen aus Spanien
[* 25] vertriebenen Sephardim und in die deutsch-poln.-russ.
Juden (Aschkenasim). Sie haben sich besonders in Konstantinopel und Saloniki angesiedelt und beschäftigen sich mit Kleinhandel,
Handwerken und Lastarbeit. Nur wenige haben es zu Reichtum gebracht. Die Armenier sind in der europ.
Türkei nur in größern Städten angesiedelt.
Sie zeichnen sich durch Sprachtalent, Arbeitsamkeit, Spekulationsgeist und Lernbegierde aus, zeigen aber
Eigennutz und Hochmut. IhreVolksschulen sind in gutem Zustand, dagegen fehlt es an höhern Lehranstalten. In den größern
Handelsstädten spielen die Levantiner, ein Mischvolk aus europ. Ansiedlern und Orientalinnen
der verschiedensten Nationalitäten, als gewandte Handelsleute eine wichtige Rolle. Sie zeichnen sich durch Intelligenz
aus, doch mangelt es ihnen an moralischen Grundsätzen. Die statist. Angaben über die Verteilung der verschiedenen Nationalitäten
sind durchaus unsicher. Die größten Städte sind: Konstantinopel mit Vororten 1033000 E., Saloniki 150000 E., Adrianopel 70000 E.,
ferner Smyrna 225000 E., Damaskus 150000 E., Haleb 120000 E., Bagdad 100000 E., Beirut 105000 E., Erzerum 60000 E.,
Brussa 60000 E., Mosul 55000 E., Diarbekr 47000 E., Manissa (Magnesia) 40000 E.
Die offizielle Landessprache ist die türkische; außerdem dient sie als Vermittelungssprache der verschiedenen
Nationalitäten in der europ. Türkei und in Kleinasien, während weiter südlich das Arabische vorherrscht. Zur Vermittelung
mit den Europäern dient vorzugsweise das Französische, welches das Italienische in die Handelsquartiere der Küstenstädte
zurückgedrängt hat. Daneben macht neuerdings das Deutsche
[* 26] Fortschritte.