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Das Wichtigste in Kürze
- Pablo Escobar hat einst wenige Nilpferde nach Kolumbien importiert – nun sind es zu viele.
- Behörden diskutieren über einen Weg, um die einheimischen Tiere und Menschen zu schützen.
- Die Sterilisierung der Riesen stellt sich als sehr teuer und aufwendig heraus.
Pablo Escobar führte einige afrikanische Nilpferde nach Kolumbien ein und hielt diese auf seinem Landgut Hacienda Napoles. Aus den wenigen Exemplaren wurden mit der Zeit mehr als 130. Sie laufen momentan nördlich von Bogotá frei herum.
Nun hat die Regierung die Tiere auf die Liste der eingeführten, invasiven Arten gesetzt. Ist ihre Tötung inzwischen die einzige praktikable Lösung?
Gemäss den kolumbianischen Behörden sind die Riesen eine Bedrohung für einheimische Tierarten und die Menschen, die am Fluss leben. Nilpferde stammen eigentlich aus Afrika, südlich der Sahara. Es wurde bereits versucht, die Tiere zu sterilisieren – bei 1,8 Tonnen ist das aber sehr schwierig und auch teuer.
Ist das Töten der Nilpferde von Pablo Escobar der einzige Ausweg?
«Die Keulung (das Erlegen von Tieren, um den Bestand zu reduzieren) bleibt auf dem Tisch.» Dies erzählte David Echeverri der französischen Nachrichtenagentur AFP. Er ist der Leiter der staatlichen Umweltbehörde von Cornare, die für Bemühungen um Sterilisierungen verantwortlich ist.
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Die Tötung der Tiere von Pablo Escbar könnte laut Echeverri die einzige Lösung sein, damit sich das Problem nicht verschlimmert.
Pablo Escobar war Chef des tödlichen Medellin-Kartells. Laut Forbes wurde er dank des von ihm aufgebauten Drogenhandelsimperiums zu einem der reichsten Männer. Mit diesem Schwarzgeld baute er einen Tiergarten und importierte zahlreiche Tiere wie Nilpferde, Flamingos, Giraffen und Kängurus.
Nachdem Pablo Escobar 1993 von der Polizei getötet wurde, wurden alle Tiere an Zoos verkauft – bis auf die Nilpferde.
Bedrohliche Nilpferde hören nicht auf, sich zu vermehren
Die halb Wasser-, halb Landtiere sind seither auf dem Anwesen von Pablo Escobar und haben sich weiter fortgepflanzt. Angeblich gehen die Behörden davon aus, dass es sich um die grösste Nilpferd-Population ausserhalb von Afrika handelt. Studien haben prognostiziert, dass sich die Tiere in den nächsten zehn Jahren vervierfachen könnten.
Tierschützende wehren sich gegen die Beseitigung der Tiere. Doch was ist die Alternative? Bloss elf Nilpferde wurden bisher sterilisiert, 40 weitere mit Verhütungsmitteln versorgt. Diese Bemühungen kosteten mehr als 100’000 US-Dollar – und dennoch steigt die Zahl der Nilpferde weiter an.
Der Umweltminister Manuel Rodriguez warnt vor eine Tragödie. In Afrika werden jedes Jahr mehrere hundert Menschen von Nilpferden getötet. Und nicht nur die Menschen in Kolumbien, sondern auch einheimische Tiere, wie die Manatees, werden von ihnen bedroht.
Geld zu sammeln, um ein Tierschutzgebiet für die Nilpferde zu finanzieren, ist der Gegenvorschlag des grünen Parlaments. Luis Domingo Gomez, Parlamentskandidat der grünen Partei, möchte die Mittel dafür aus privaten als auch aus der öffentlichen Kasse erlangen.