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Reisanbau in der Schweiz
In der Schweiz findet man im Maggiadelta den nördlichsten Anbauort für Reis. Er liegt etwas über dem 46. Breitengrad und damit nördlicher als die nördlichste Insel Japans. Hier wird seit 1997 die Sorte "Loto" angebaut. Es handelt sich dabei um einen oval-halblangkörnigen Reis mit guter Konsistenz beim Kochen, der lange al dente bleibt, die Flüssigkeit gut bindet und sich deshalb gut für Risotto eignet. Diese Sorte kann wegen ihren spezifischen Eigenschaften trotz der hierzulande für Reis eher kurzen Vegetationsperiode gerade noch angebaut werden. Im Gegensatz zum Reisanbau in den Tropen kann aber statt 3 Ernten pro Jahr nur eine eingebracht werden. Der Reis muss nach den letzten Frösten in der ersten Hälfte des Monats Mai relativ spät gesät und vor den kalten Herbsttagen bis etwa Mitte Oktober wieder früh geerntet werden.
Die Anbaufläche hat 1999 bereits 15 Hektaren erreicht und ergab 110 Tonnen Rohreis, was wiederum 60 Tonnen weissem Reis entspricht. Das besondere an diesem Anbau ist ausser der sehr nördlichen Lage, dass der Reis nach einer italienischen Methode im Trockenanbau gezogen wird. Er steht also nicht wie in Asien im Wasser, sondern er wird auf trockenem Boden mit ausreichender, regelmässiger künstlicher Bewässerung angebaut. Der Boden darf keinesfalls austrocknen, so dass er pro Woche je nach Wetterlage ein- bis zweimal beregnet wird. Diese Anbauweise ist zusammen mit dem speziellen Boden des Maggiadeltas eine Bedingung dafür, dass der Reisanbau hier überhaupt gelingt. Bereits Anfang dieses Jahrhunderts wurde nämlich in Losone schon ein Versuch mit dem Reisanbau durchgeführt. Dieser scheiterte aber wie derjenige in den Vierzigerjahren in der Magadinoebene kläglich. Beide Versuche beruhten auf Nasskulturen analog denjenigen in Asien und scheiterten schlussendlich am zu kalten Wasser. Reis schätzt nämlich Wassertemperaturen von mindestens 20°C. In Ascona ist es zwar kaum wärmer als in der Magadinoebene, doch der spezielle Trockenanbau lässt nun die Verwendung des relativ kalten Wassers zu, da sich der Boden aufgrund seiner speziellen Zusammensetzung schnell erwärmt. Der Boden besteht hier aus einer sandigen Humusschicht, die auf einer kiesigen Unterlage ruht. Er ist dadurch stark wasserdurchlässig, erwärmt sich in der Sonne rasch und trocknet bei Hitze auch entsprechend schnell aus. Durch die Übernahme der italienischen Anbaumethode mit Berieselung gelingt der Reisanbau nun auch mit dem nur 11 bis 12° C warmen Grundwasser der Gegend.
Der Reis "Riso Nostrano Ticinese" ist zu beziehen bei Globus oder im Laden von Terreni alla Maggia, Alla Fattoria, via Ferrara 87, 6612 Ascona.