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Du schreibst, er wäre auch erst extrem spät tagsüber sauber gewesen.
Möglicherweise handelt es sich um eine ausgeprägte Reifeverzögerung dieser speziellen Hirnregion, die signalisiert, dass die Blase voll ist.
Daran wird man nichts ändern können, man kann nur abwarten, bis der Prozess abgeschlossen ist.
Vielleicht hast Du da recht, Peter ist in der Entwicklung ohnehin nicht der schnellste, sondern noch ziemlich Kind. Er ist noch sehr verspielt und auch eher mit seinem jüngeren als mit seinem älteren Bruder verbandelt. Das mit der Reifeverzögerung hat uns der Arzt übrigens auch gesagt; körperlich ist Peter zur Zeit etwa wie 10 bis 11. Wir bleiben, wie uns der Arzt empfohlen hat, vorläufig beim Wickeln. Für Peter nehmen die Windeln nämlich viel von seinem Druck weg. Wir gehen nun in ein paar Tagen zu einer Homöopathin. Wir sind sehr gespannt was sie für Lösungen hat.
Das kommt mir bekannt vor, ich selber war auch ein spätreifes Kind.
Meine erste Periode bekam ich mit 15 und mit 13 habe ich noch mit Puppen gespielt, während meine Klassenkameradinnen schon den ersten Freund hatten.
Eine Windel würde ich ihm nur dann geben, wenn er das selber auch wirklich gern möchte, weil es ihm angenehmer ist.
Er handhabt das mit der Windel aber selber oder?
Ich bin Vater von drei Buben und einer von ihnen hatte auch das Problem mit dem Bettnässen. Wir haben daraus aber kein Drama gemacht, sondern die Ruhe bewahrt und uns gefragt, woran das wohl liegen könnte und ob unser Bub mit irgendeiner Sache nicht klar komme.
Eines Abends ging ich zu einem Vortrag zum Thema "Ursachen verschiedener Krankheitssymptome" und in der Pause kam ich dann in ein Gespräch mit einer Frau und erzählte ihr vom Bettnässen meines Sohnes. Was diese Frau mir dann erzählte war für mich ziemlich neu und überraschend, denn ich und meine Frau waren darauf noch nicht gekommen. Es ging darum, dass sie mich fragte, ob der Bub ein eigenes, abgegrenztes Revier hätte oder nicht, also ein eigenes Zimmer oder wenigstens einen wirklich eigenen Bereich in einem Zimmer, falls auch noch andere darin spielen und schlafen. Sie erzählte auch noch davon, wie Tiere durch Urin ihr Revier markieren und dieses respektiert wissen wollen.
Mein Sohn schlief damals mit seinem jüngeren Bruder in einem Zimmer und es gab eigentlich keinen wirklich eigenen Bereich, kein "eigenes, kleines Revier". So machten wir also den Versuch und stellten das Zimmer - das zum Glück sehr gross war - mit Hilfe der Buben komplett um und richteten es so ein, dass beide ihr eigenes, kleines Revier hatten. Wir benutzten dabei Schränke, Büchergestelle und auch einen Vorhang (an der Zimmerdecke befestigt mit einer Schiene) und machten auch mit Worten klar, dass jetzt jeder sein eigenes, kleines Revier habe und in diesem der Chef sei.
Schon während der Zimmerumstellung merkten wir, dass das besonders unserem Sohn, der Bettnässer war, sehr gefiel, er also grossen Gefallen an der Umstellung hatte. Und so wunderten wir uns dann auch nicht mehr allzu sehr, dass das Bettnässen tatsächlich aufhörte!
Huch, so hatte ich das noch nie gesehen...also auch so etwas wie eine "Machtdemonstration" dem Kleinen gegenüber.....Danke für die Schilderung!
mondvogel
und hallo Menzel,
PS: auf diesem Weg möchte ich Dich herzlich in unserem Forum willkommen heißen - Du hast auch einen anderen Beitrag eingestellt und ich wünsche Dir auch dort interessante und anregende Antworten ....
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)
Ich weiss nicht, ob es in dieser Sache so sehr um Machtdemonstration ging. Eher denke ich, dass wir damals einfach längere Zeit nicht merkten, was für ihn eigentlich so wichtig war. Wir gingen zu sehr immer von uns aus, als von ihm. Wir dachten gar nicht daran, dass ein eigenes Revier für ihn so wichtig sein könnte. Ein eigenes Zimmer für ihn war damals nicht möglich, wobei er noch gar nicht unbedingt alleine ein Zimmer haben wollte, aber eben wenigstens einen klar abgegrenzten Bereich, der sozusagen ihm gehört, wo sein Revier ist. Er war damals zwischen fünf und sieben Jahre alt. Später gab es dann natürlich schon ein eigenes Zimmer.
Zum Glück hatte ich damals "zufällig" die Begegnung mit jener Frau. Wir wären womöglich noch länger nicht drauf gekommen... oder gar nie, weil wir, wie wohl viele in dieser Situation, an alles mögliche dachten, aber nur nicht daran.
Viele Grüsse
Menzler
P.S.
Ich habe schon früher in diesem Forum geschrieben. Zuletzt als "Heliopolis". Ich wusste aber das PW nicht mehr und auch die e-Mail ist jetzt eine andere. Als "Menzler" schreibe ich auch im Beobachter-Forum. "Menzler" deshalb, weil ich in St. Gallen wohne und dort nahe am Menzlenwald.
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Krebs kann man heilen - aber nicht bekämpfen!
Ein beeindruckendes Video und ich habe dabei herzhaft gelacht.
Dein interessanter Beitrag ließ mich nicht los,lieber Menzler / Heliopolis und so begann ich auf Arbeit etwas genauer auf meine Kinder zu schauen und war dann sehr erstaunt.
Ich arbeite mit Kindern die zum großen Teil aus sozial - schwachen Familien stammen und mehrere Geschwister haben.
Viele von ihnen ,die immer stark nach Urin riechen ,schlafen zu zweit,zu dritt oder mehr in einem Zimmer und haben keinen Rückzugsort.Das Geschwisterteil,was allein schläft,hat das Problem mit dem Bettnässen nicht.
Eine befreundete Familie von mir mit zwei Kindern räumt gerade um und sie sind nun voller Hoffnung.
Hoffentlich können sie und auch andere betroffene Familie mit einer räumlichen Abgrenzung ihr Problem lösen,ich wünsche es ihnen sehr.
Liebe Grüße von Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)
Ich denke, ein eigenes Revier zu haben, einen eigenen, persönlichen Bereich ist wohl für jeden Menschen wichtig. Und in früheren Zeiten hat der Mensch vielleicht ebenso - wie die Tiere heute noch -, sein Revier mit Kot und Urin markiert, um sich damit gegen andere abzugrenzen, um mitzuteilen "hier bin ICH, das ist MEIN Bereich, MEIN Standort".
Längst markieren die Menschen ihr Revier nicht mehr mit ihrem Urin, aber biologisch gesehen gehört das immer noch zusammen, assoziiert man das eine mit dem anderen.
Für ein Kind kann das eigene Revier ein eigenes Zimmer sein oder, wenn das nicht geht, einen abgegrenzten Teil eines Zimmers, das es mit seinen Geschwistern teilen muss. Hat es beides nicht, kann das beim einen oder anderen Kind die Ursache für Bettnässen sein. Es kann auch sein, dass ein Kind keinen eigenen Platz zum spielen hat, wo es also in Ruhe spielen kann mit seinen persönlichen Spielsachen und die Sachen auch dort lassen kann.
Weiter sollte man auch an die innere Standortbestimmung denken. Wenn also ein Kind seinen Standpunkt nicht durchsetzen kann, ja nicht mal äussern kann/darf, weil es nicht respektiert, nicht geachtet wird und ihm ständig jemand dreinredet und sagt, was er tun soll bzw. tun muss.
Es geht immer um innere und äussere Abgrenzung und darauf hat ein jeder Mensch ein Recht, dies darf jeder Mensch für sich in Anspruch nehmen, egal in welchem Alter er ist.
In diesem Zusammenhang ist es vielleicht gar nicht so schlecht, sich wieder einmal die wunderbaren Worte von Khalil Gibran in Erinnerung zu rufen, die er über Kinder geschrieben hat:
"Und eine Frau, die einen Säugling an der Brust hielt, sagte:
Sprich uns von den Kindern. Und er sagte: Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden. Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit Seine Pfeile schnell und weit fliegen. Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein. Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist."
Im Sommer 2014 hatte ich um Hilfe gebeten für unseren zweitältesten (Ende Mai 14 Jahre), da er noch immer ins Bett macht.
In der Zwischenzeit haben wir nochmals einiges probiert (Akkupunktur, Homöopatie). Seit anfangs Jahr haben wir nun auch so ein spezielles Gerät für in die Windeln, welches vibriert, wenn er nass ist. Aber alles ist nur noch schlimmer geworden und wir müssen Peter jetzt seit über einem halben Jahr auch am Tag wieder wickeln, da er da wieder rückfällig wurde, obwohl er seit über drei Jahren am Tag trocken war. Es ist zum verzweifeln. Unser Arzt meint, dass es höchstwahrscheinlich ein Hormonproblem ist, weil Peter bis jetzt ja auch noch nicht in die Pubertät kam, und dass dies wahrscheinlich damit zusammen hängt. Die Hormontabletten gegen das Bettnässen haben wir schon 2 mal über etwa drei Monate probiert und sie haben aber beide male nicht gewirkt, deshalb meint unser Arzt, dass wir ausser den Windeln, im Moment nicht sehr viel dagegen machen können.
Hat eine Familie die gleichen Probleme? Wir würden uns gerne einmal darüber austauschen. Lieber Gruss an Euch.