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Kollaps der Arktis? Was die Erderwärmung mit sich bringt
Die Erderwärmung macht sich auf allen Erdteilen bemerkbar, auch und besonders in der Arktis. Die Welt sorgt sich beispielsweise schon seit längerem um die Höchststände der Meereis-Schmelze. Doch ist das Meer nicht der einzige Indikator, um den Zustand der Arktis zu beurteilen. Lesen Sie hier, warum die Arktis auch aus anderen Gründen kurz vorm Kollaps steht.
Laut spanischen Polforschern könnte ein gänzlich eisfreier Sommer im arktischen Ozean schon in 20 Jahren möglich sein. Dann würde das im Winter zugefrorene Meer in den Sommermonaten gänzlich auftauen. Durch diese massive Schmelze würde es zu einer Erhöhung des Meeresspiegels kommen. Das dadurch freigesetzte Süsswasser ändert aber auch die Ozeanzirkulation und beeinflusst damit das Regionalklima. Doch die Arktis, im Gegensatz zu der immerwährend vereisten Antarktis, erstreckt sich auch auf Regionen ohne permanentes Eis auf dem Land. Dort ändert sich durch den Klimawandel ebenfalls so einiges.
Dominoeffekte des Klimawandels
Die Veränderung der Böden spielt eine entscheidende Rolle. Sie sind wegen der Kälte bisher meist das ganze Jahr gefroren. Durch die Erderwärmung tauen die Dauerfrostböden in der Arktis jedoch immer öfter und länger auf. Dabei werden grosse Mengen des Klimagases Methan frei, das unter dem Eis gespeichert ist. Mit Sauerstoff zusammen reagiert das Methan anschliessend zu Kohlenstoffdioxid (CO2). Das Treibhausgas CO2 beschleunigt die Erderwärmung dann zusätzlich.
Gleichzeitig schreitet in weiten Teilen der Arktis, wie in Russland, die Austrocknung der Torfböden in den Mooren voran. Da Torf in trockener Form hoch brennbar ist, hat dies eine hohe Waldbrandgefahr zur Folge. Das kann sich zu nicht beherrschbaren Umweltkatastrophen ausweiten, wie in Russland etwa in 2010 . Parallel dazu gehen die Nadelwälder in anderen Teilen der Arktis, zum Beispiel in Sibirien, zurück. Jedoch gerade diese Wälder sind ein wichtiger CO2 Speicher. Sie könnten die erhöhten CO2 Emissionen aufnehmen, die durch das Auftauen der Dauerfrostböden und die vermehrten Waldbrände in Russland zustande kommen. So addieren sich die Kippelemente wie in einem Domino-Spiel gegenseitig auf.
Die spanischen Polforscher appellieren nun besonders an die Politik. Sie sollte die Gesamtheit der Alarmsignale analysieren, um besser präventiv vorgehen zu können. Bisher ist das Verhalten der Politik jedoch eher kontraproduktiv, denn sie beschränkt sich auf die Nutzung der Vorteile der Eisschmelze, wie Nutzung der frei gewordenen Wasserwege für die Schifffahrt oder den erleichterten Zugang zur Erdölgewinnung.
Quelle: presseportal.com, csic.es Text: Miriam Dippe