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Asiatische Forscher berufen sich darauf, dass eine japanische Expedition unter der Leitung von Nobu Shirase 1911-1912 mit dem Dreimaster «Kainan Maru» die Westantarktis besuchte. Daher wollen die Japaner das Mary-Byrd-Land und das Ellsworth-Land, zwischen dem 80. Grad und dem 150. Grad westlicher Länge für sich beanspruchen. 2012 wurden hier große Gasvorkommen entdeckt. Dies berichtet das russischen REN TV unter Bezugnahme auf einen Bericht des japanischen National Institute for Polar Research (NIPR). Gleichzeitig scheinen sich die Japaner nicht daran zu erinnern, dass die Küsten von Mary-Byrd-Land und Ellsworth-Land fast hundert Jahre zuvor, im Jahr 1820, von russischen Seefahrern, den Admiralen Thaddeus Bellinghausen und Mikhail Lazarev entdeckt worden waren.
Das National Institute for Polar Research hatte im Juli 2021 bisher vier Berichte veröffentlicht, in denen Tokios Ansicht dargelegt wird, dass Japan zu den Ländern gehören sollte, welche unter der Oberfläche der Antarktis liegenden Öl- und Erdgasressourcen ausbeuten dürfte, sobald das derzeitige Vertragsregime ausläuft oder geändert wird.
Streitpunkt unter anderem ist die russische Antarktisstation «Russkaja», die an der Küste von Mary-Byrd-Land liegt. Die «Russkaja»-Station war als Sommerstation konzipiert und bot Platz für 10 Forscher und Techniker. In Tokio wurde die Station bereits für „illegal“ erklärt. Brisant daran ist, dass die am 9. März 1980 eröffnete russische Forschungsstation bereits im Jahr 1990 wieder offiziell aufgegeben wurde.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Ansprüche geltend gemacht werden. 1939 erklärte Japan offiziell seine Rechte auf das Gebiet in der Antarktis. Tokio verzichtete jedoch im Rahmen des Friedensvertrags von San Francisco von 1951 auf Rechte an jedem Teil der Antarktis.
Experten sind der Meinung, dass Tokios Behauptungen nicht ernst genommen werden sollten, da in der Antarktis kein Staat Land besitzt. Dies ist durch den Internationalen Antarktisvertrag von 1959 geregelt. Auch Japan hat dieses Dokument unterzeichnet.
Die Forderung hat in Moskau für Empörung gesorgt. Russische Kommentare haben die NIPR-Vorschläge als Bedrohung der russischen Rechte in der Antarktis bezeichnet. Allgemein betrachtet Moskau das alles als neuen Schritt auf dem geopolitischen Schachbrett, um Druck auf sie auszuüben, einen Friedensvertrag mit Tokio zu unterzeichnen und die Kurilen zurückzugeben, ein Streitpunkt der seit dem Ende des 2. Weltkrieges die Beziehungen der beiden Länder überschattet und bisher die Unterzeichnung eines abschliessenden und formellen Friedensvertrags verhindert hat.
Heiner Kubny, PolarJournal