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Nach vier Jahren haben die Nordamerikaner den traditionellen Spengler Cup wieder gewinnen können. Sie besiegten die russische Topmannschaft Salawat Julajew Ufa mit 2:1.
Vorjahressieger HC Davos kam zwar nicht über die Vorrunde hinaus, konnte sich aber trotzdem mit einem Sieg aus dem Turnier verabschieden.
Am letzten Tag des Jahres findet wie immer das letzte Spiel des Spenglers Cups in Davos statt. Im 81. Final kämpften die spielstarken Russen gegen das körperbetonte Team Canada.
Kirby Law und Ryan Keller, der ein Eigentor des russischen Nationalgoalies Alexander Jermenko provozierte, ebneten den Weg zum 11. Turniersieg der "NLA-Selects", bei denen der EVZ-Trainer Sean Simpson erstmals die Hauptverantwortung trug und auf Anhieb die Goldmedaille gewann.
Kein hochstehendes Spiel
Die Russen waren in diesem Spiel nicht unbedingt von Glück und den Schiedsrichtern begünstigt. Vor dem ersten Tor der Kanadier unterbrachen die Schiedsrichter die Partie nicht, obschon Ufas Keeper Jeremenko die Scheibe blockiert hatte.
Beim 1:2 nahm der Puck noch kuriosere Wege. Der Schuss Kellers prallte via Bande an den Schoner des russischen Hüters und glitt zur allgemeinen Verwunderung am Ende der Zufallskette ins Gehäuse der Russen.
Die letzte von elf Partien innerhalb von sechs Tagen war keine Angelegenheit für Eishockey-Gourmets. Beide Equipen erreichten nicht mehr ihr höchstes Level. Die Kanadier schirmten ihre Zone mit ihrem grundsoliden Körperspiel gut ab. Nur in wenigen Fällen gestanden sie den Russen offenes Eis zu. Vom russischen Speed-Hockey der Vorrunde war deshalb kaum mehr etwas zu sehen.
Kanadischer Goalie in Topform
Eine herausragende Rolle spielte der kanadische Torhüter Curtis Joseph. Der Mann mit der längsten NHL-Vergangenheit aller Akteure beim Spengler Cup (über 1000 Partien) trumpfte gross auf. Mehrfach stoppte er solo anstürmende Russen. Mit seinen Paraden empfahl sich der 40-Jährige in seiner Heimat auf eindrückliche Art für eine Rückkehr in die National Hockey League.
Nur Alexander Pereschogin gelang es, "Cujo" zu bezwingen. Der Turnier-Topskorer traf bei Spielmitte mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss ins Lattenkreuz. 40 Sekunden später setzte Ryan Keller aber zum entscheidenden Sololauf an.
Eine zweite Rückkehr der russischen Publikumslieblinge liessen die Kanadier nicht zu - auch mit Hilfe der überforderten Schiedsrichter, die wie schon in der Vorrunde im inflationären Ausmass Strafen verhängten.
Nicht ganz erfolgloses Davos
Dem HC Davos blieb am 81. Spengler Cup die Schmach erspart, das eigene Turnier ohne Punkte zu beenden. Im abschliessenden Vorrundenspiel bezwangen die Bündner das bereits für den Final qualifizierte Salawat Julajew Ufa 6:5.
Der Erfolg war auch Balsam auf die Wunden der Fans. Ufa war dank dem Sieg des Team Canada im Nachmittagsspiel bereits als Finalteilnehmer festgestanden und schonte dementsprechend die im straffen Spielplan rasch schwindenden Kräfte.
So konnten die Davoser Fans ihre Siegermannschaft nach Spielschluss doch noch feiern.
Modusdiskussionen
Ernsthafte Überlegungen stellen sich die Organisatoren betreffend des Modus an. Das strenge Programm soll mit der Einladung eines sechsten Teams gelockert werden; weniger Spiele werden den Fans gleichwohl nicht angeboten.
Für den 82. Spengler Cup will man wieder eine skandinavische Mannschaft anstelle eines tschechischen Vertreters einladen.
swissinfo und Agenturen
Spengler Cup
Der Spengler Cup ist das älteste Klubturnier in Europa.
Es wird jedes Jahr in Davos, im Kanton Graubünden, vom 26. bis 31. Dezember ausgetragen.
Dieses Jahr fand die 81. Ausgabe des Spenglercups statt. Team Canada setzte sich schlussendlich durch und gewann das Turmnier zum 11. Mal.
Die letztjährige Siegermannschaft, der HC Davos, kam nicht über die Vorrunde hinaus.