Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/83

In der Wellenfestigkeitsberechnung nach DIN 743 ist für jede Spannungskomponente das Verhältnis von Mittel- und Ausschlagsspannung, das Spannungsverhältnis R, zu definieren. Bei rotierenden Wellen ist Biegung normalerweise wechselnd, wie sieht es aber mit der Torsion aus? Eine Welle dreht sich meist nicht kontinuierlich, es gibt also Anfahrvorgänge mit veränderlichem Drehmoment. Im Betrieb von vielen Antrieben bleibt das Drehmoment dann mit kleinen Schwankungen im wesentlichen konstant. Im Glauben, es sei auf der sicheren Seite, wird häufig ein schwellendes Drehmoment mit Spannungsverhältnis R_t=0 angenommen, andere rechnen mit nahezu konstantem Torsionsmoment, z.B. mit Spannungsverhältnis R_t = 1/KA. Der Anwendungsfaktor KA wird dabei für das Verhältnis von Unterspannung zu Oberspannung verwendet.
Da die zulässige Spannungsamplitude nach DIN 743 von der Vergleichmittelspannung abhängt, kann der Sicherheitsfaktor entweder bei konstanter oder bei schwellender Torsion kleiner sein.
Da es meist verschiedene Betriebszustände mit veränderlichem Drehmoment und mit nahezu konstantem Drehmoment gibt, könnte man diese in einem Lastkollektiv berücksichtigen. Die MESYS Wellenberechnung erlaubt das Spannungsverhältnis im Lastkollektiv zu variieren. Damit können zwei Berechnungen mit Spannungsverhältnis konstant und schwellend oder wechselnd durchgeführt werden. Für jeden Fall wird ein Dauerfestigkeitsnachweis gemacht und im Resultat wird für jeden Querschnitt der minimale Sicherheitsfaktor ausgegeben. Damit lässt sich der Nachweis schnell für die zwei Grenzfälle durchführen.