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Schweizer Handel: Eine wichtige Branche steht vor grossen Herausforderungen
- Einleitung Das Wichtigste in Kürze | Position economiesuisse
- Kapitel 1 1. Einleitung
- Kapitel 2 2. Volkswirtschaftliche Bedeutung des Handels
- Kapitel 3 3. Der Handel: eine Branche mit vielen Funktionen
- Kapitel 4 4. Der Importgrosshandel: Wichtiger Bestandteil der Schweizer Exportwirtschaft
- Kapitel 5 5. Herausforderungen im Handel
- Kapitel 6 6. Ausblick
1. Einleitung
Unverzichtbar für eine funktionierende Wirtschaft
Heutzutage wird mit dem Begriff Handel vielfach die starke Zunahme der internationalen Wirtschaftsverflechtung im Zuge der Globalisierung assoziiert. Doch der grenzüberschreitende Austausch von Waren und Dienstleistungen ist keine Erfindung der Neuzeit. Gesellschaftlich war der Handel schon immer sehr wichtig. Kaufleute waren oftmals auch Reisende, Gelehrte und Entdecker. Sie förderten nicht nur den wirtschaftlichen, sondern auch den kulturellen Austausch unterschiedlicher Regionen der Welt. Heute ist der Handel mehr denn je ein unverzichtbarer Teil unseres Lebens. Nicht nur ist er einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige, er übernimmt auch eine Reihe von essenziellen Aufgaben, die für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar sind.
Handel bezeichnet einerseits den Austausch von materiellen und immateriellen Gütern, andererseits aber auch die Gesamtheit aller Handelsunternehmen. Die allgemeine Systematik der Wirtschaftszweige (NOGA) differenziert den Handel in Grosshandel, Detailhandel und Handel mit Motorfahrzeugen. Letzterer wird aufgrund seiner Grösse separat ausgewiesen.
Im Wirtschaftskreislauf sind Gross- und Detailhändler eingebettet zwischen Produzenten und Konsumenten. Der Grosshändler kauft in grossen Mengen direkt beim Produzenten im Inland oder im Ausland (Import) ein. Er verkauft die Ware in kleineren Mengen entweder dem Detailhändler oder dem inländischen Sekundärproduzenten (Abbildung 1). Die durch die Sekundärproduzenten verarbeiteten Produkte werden über den Grosshandel oder direkt ans Ausland (Export) oder weiter an den Detailhandel verkauft. Der Detailhandel wiederum verkauft in kleinen Mengen an den Endverbraucher.
Abbildung 1
Stark vereinfachte Darstellung. Es kann durchaus sein, dass zum Beispiel der Detailhändler direkt im Ausland einkauft, der Endkunde direkt beim Produzenten konsumiert oder die verarbeitende Industrie direkt ins Ausland exportiert.
Unerfreulicher Trend zu mehr Handelsbarrieren
Der Handel befindet sich im Wandel. Die erweiterten technischen Möglichkeiten sorgen für einen hohen Anpassungsdruck. So haben in den letzten Jahren beispielsweise im Detailhandel Selbstbedienungskassen Einzug gehalten. Die Digitalisierung erleichtert auch die vertikale Integration von Gross- und Detailhandel oder erhöht die Importkonkurrenz. Doch viel problematischer als der strukturelle Wandel ist der raue protektionistische Wind, der seit der Finanzkrise weht. Wie eine Auswertung des Global Trade Alert zeigt, wurden weltweit seit November 2008 mehr als doppelt so viele handelshemmende wie handelsfördernde Massnahmen ergriffen.
Im Folgenden soll die Handelsbranche in der Schweiz näher durchleuchtet werden. Welche Funktionen übernimmt der Handel und wie steht es um seine volkswirtschaftliche Bedeutung? Mit welchen Herausforderungen hat die Branche zu kämpfen und wie sieht es um ihre Zukunft aus?