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Normalerweise hört ein Roman mit dem Tod auf. Das ist auch hier der Fall, verrät Autor Lottaz schon auf dem Klappentext. In seinem Roman bildet der Tod aber auch den roten Faden. Er beginnt mit der gefühlvollen Beschreibung von Mutters Tod und der heftigen Wirkung auf den kleinen Ältesten, Fons. Die Mutter stirbt bei einer Frühgeburt. Fons muss die Tante, dann den Vater im Wirtshaus, den Arzt und schliesslich den Pfarrer holen. Und das alles trotz Minusgraden im Hemd, ohne Mütze und Handschuhe. Seine Mutter ist gestorben, und wer will ihn jetzt noch darauf hinweisen, dass er im Winter eine Jacke anziehen sollte?
Während des Todeskampfs seiner Frau hat der betrunkene Vater im Wirtshaus den Bestatter halb tot geschlagen. Das macht die Sache nicht einfacher. Der Vater organisiert aufgrund des schlechten Gewissens ein Beerdigungsessen, das ihn praktisch ruiniert. Der Wirt kommt und nimmt seine einzige Kuh als Zahlung mit.
Angelo Lottaz beschreibt mit erstaunlichen Anekdoten eine ländliche, katholische Familie, wo sich die Leute ausschweigen. Es spielt zum Teil im Senseland. Manch eine Geschichte entsteht durch falsche Reaktionen von Unbedarften und Uninformierten, aber niemand fragt nach oder tut etwas, um besser informiert zu sein. Erst am Totenbett ihrer Nächsten ziehen die Überlebenden Bilanz. Die Übernächtigung bringt klare Gedanken – aber da ist es zu spät.
Angelo Lottaz:Totetänz. Weber-Verlag Thun 2014. 184 Seiten.