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Durch die Welternährungskrise 2007/08, durch den Klimawandel sowie durch die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Agrotreibstoffen, sind die Preise für Nahrungsmittel in den letzten Jahren stark angestiegen. Weltweit leiden ca. 1 Milliarde Menschen an Hunger, und 2,5 Milliarden an Mangelernährung, was sie daran hindert, ein gesundes und aktives Leben zu führen. Die Nahrungsmittelproduktion zu erhöhen scheint die einfachste Antwort zu sein. Jedoch herrscht immer mehr Übereinstimmung bei Wissenschaftlern, Experten, Politikern, und zivilgesellschaftlichen Gruppen, dass es mit der Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion nicht getan ist. Forscher machen darauf aufmerksam, dass die Reduzierung von Hunger und Mangelernährung sowie die Ernährung von 9 Milliarden Menschen im Jahre 2050 eine Neuorientierung der globalen Ernährungspolitik erforderlich macht.
Das Ziel dabei muss sein, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Nahrungsmittelproduktion, Umweltauswirkungen sowie sozialer Gerechtigkeit zu optimieren. Daraus ergibt sich das theoretische Konzept der Ernährungsnachhaltigkeit, das eine immer grössere Beachtung erfährt. Dessen Anwendung auf konkrete Ernährungssysteme in Bolivien und Afrika soll es erlauben, dessen Praxistauglichkeit zu testen und es so zu verbessern, dass es ein Instrument zur Wirksamkeitsüberprüfung von Politiken, Programmen und Projekten zur nachhaltigen Verbesserung von Ernährungssystemen werden kann.
Ernährungsnachhaltigkeit ist dann gegeben wenn folgende Aspekte gegeben sind: Ernährungssicherheit und Menschenrecht auf Nahrung sind für alle Menschen gesichert, die Bedürfnisse von Produzenten (nach fairen Preise), Konsumenten (hochwertige Nahrungsmittel) und der Umwelt (Erhaltung von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, und Klimaneutralität) sind lang- und kurzfristig gedeckt (sozio-ökologische Resilienz). Das Projekt trägt deshalb dazu bei, nicht nur die Leistung einzelner Ernährungssysteme, sondern auch Bedingungen von ihrer Koexistenz nachhaltiger zu machen.