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Gerold Meyer von Knonau (1843–1931) wurde Nachfolger Max Büdingers für mittlere und neuere Geschichte. Er übernahm entgegen den Bedenken der Fakultät – aber mit Zustimmung der Regierung – 1878 die Alte Geschichte in der Lehre. Er bot regelmässig Alte Geschichte an und las „von Cheops bis Bismarck“. Den Alten Orient gab er dann nach langen Jahren ab. Über ein halbes Jahrhundert hinweg amtierte er als Präsident der Antiquarischen Gesellschaft. Er war auch Rektor der Universität Zürich. Sein Rücktritt im Jahre 1920 öffnete die Frage nach der Zukunft der Alten Geschichte. Publikationen zur Alten Geschichte stehen im Oeuvre eher am Rande. Immerhin äusserte er sich einmal zur Frage des Hannibalzuges und zum Frühmittelalter. Er gab aus dem Nachlass von Georg von Wyss (1816–1893) dessen wegweisende Geschichte der Historiographie in der Schweiz (1895) heraus, die mit der „römisch-helvetischen Zeit“ einsetzt.
In der Amtszeit Gerold Meyers von Knonau wirkte Gustav Billeter (1873–1929). Billeter promovierte mit einem nach wie vor unersetzten Standardwerk: Geschichte des Zinsfusses im griechisch-römischen Altertum bis auf Justinian. I. Teil: Der ZInsfuss in Griechenland und Kleinasien bis um 250 n. Chr. (1898). Er habilitierte sich 1899 und war bis 1912 Privatdozent für alte Geschichte. 1902 bis 1928 unterrichtete er als Gymnasiallehrer Latein und Griechisch. Zu seinen Schülern zählten Elias Canetti und Eduard Denzler. Denzler brachte ihm eines Tages ein Manuskript, das Billeter als Ur-Fassung von Goethes Wilhelm Meister erkannte. Der Sensationsfund führte dann leider freilich bald zu grossen Streitigkeiten. Eine Fundgrube für die Wissenschaftsgeschichte ist sein Werk Die Anschauungen vom Wesen des Griechentums (1911).