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Die drastische und rasche Reduktion von CO2-Emissionen ist von entscheidender Bedeutung, um die Klimaziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen. Über 190 Länder haben sich dem Ziel angeschlossen, die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, wobei ein maximaler Anstieg von 1,5 Grad Celsius angestrebt wird. Zur Messung von Reduktionszielen dient das Basisjahr 1990.
Das Etappenziel des Kyoto-Abkommens, eine CO2-Reduktion von 20% von 1990 bis 2020, wurde sowohl in der EU als auch in der Schweiz erreicht. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um weitere 50% gegenüber dem Stand von 1990 reduziert werden. Das bedeutet, dass Unternehmen und Organisationen, die ihre CO2-Emissionen von 2023 bis 2030 um 50% reduzieren möchten, jedes Jahr eine Reduktion von über 7% erreichen müssen.
Umstellung auf erneuerbare Energien: Fast ein Drittel der weltweiten CO2-Emissionen entstehen durch die Stromproduktion. Ein schneller Schritt zur CO2-Reduktion ist der Übergang zu erneuerbaren Energiequellen beim eingekauften Strom. Die Installation effizienter Solaranlagen ist einfacher geworden und wird teilweise von staatlicher Seite unterstützt.
Steigerung der Energieeffizienz: Gezielte Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz können grosse Einsparungen bewirken. Beispielsweise verbrauchen LED-Lampen im Vergleich zu Halogenlampen 80% weniger Strom. Auch die Wahl von Laptops statt Desktop-PCs sowie die Nutzung cloudbasierter Infrastrukturen können den Energieverbrauch reduzieren. Home-Office-Tage reduzieren den Pendlerverkehr und digital durchgeführte Meetings reduzieren Geschäftsreisen.
Optimierung von Prozessen und Lieferketten (Scope 3): Prozessoptimierungen bieten ein erhebliches Potenzial zur CO2-Reduktion, indem beispielsweise Abwärme für die Wärmeversorgung genutzt wird. Bei der Beschaffung von Büromaterial stehen viele ökologische Alternativen zur Verfügung. Unternehmen sollten auch Klimaschutzprojekte in ihrer Lieferkette unterstützen und entwaldungsfreie Lieferketten fördern. Das heisst keine Produkte einkaufen welche auf Flächen produziert werden, die nach 2020 entwaldet wurden. Scope 3 Emissionen verursachen oft die höchsten CO2-Emissionen in Unternehmen.
Bei carbon insetting wird die CO2-Bindung (CO2-Kompensation) Teil der unternehmerischen Wertschöpfungskette bzw. kompensiert CO2-Emissionen innerhalb der Produktionskette eines Unternehmens. Es werden keine bestehenden Klimaschutzprojekte an einem anderen Ort unterstützt wie beim carbon offsetting.
Carbon Insetting bedeutet, dass Klimaschutzmassnahmen Teil der Wertschöpfungskette eines Unternehmens werden. Dieser Ansatz kompensiert CO2-Emissionen innerhalb der eigenen Lieferkette und konzentriert sich auf die Reduzierung von Emissionen, die bei Produktion und Transport der Zulieferer entstehen.
Ein Beispiel für Carbon Insetting ist Oro Moreno, ein panamaischer Schokoladenhersteller, der neben dem Anbau von Kakao auf den Flächen seiner Zulieferer zusätzliche Aufforstungsmassnahmen durchführt. Dieser ganzheitliche Ansatz zielt nicht nur auf die Kompensation von CO2-Emissionen ab, sondern verbessert auch die wirtschaftliche Lage der Bauern und adressiert soziale Herausforderungen wie die Armut der Kleinbauern.
Mit diesen und weiteren Massnahmen können Unternehmen und Organisationen aktiv dazu beitragen, den CO2-Ausstoss zu reduzieren und gleichzeitig langfristige wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Der erste Schritt jeder Klimastrategie und CO2-Reduktionspfad ist immer die Erstellung der IST-Aufnahme bzw. die Berechnung der eigenen CO2-Emissionen (CO2-Bilanz, Corporate Carbon Footprint). In einem zweiten Schritt können Ziele und Massnahmen definiert werden. Nicht vermeidbare CO2-Emissionen können über ein Klimaschutz kompensiert werden.