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Der Alfarrobeira, wie ihn die Portugiesen nennen, wurde von den Arabern nach Portugal gebracht. Beheimatet ist er in Syrien. Er ist im ganzen Land anzutreffen, doch sein hauptsächlicher Standort in ökologischer und wirtschaftlicher Sicht ist die Algarve, im schieferhaltigen Nordosten, in Küstennähe und im zentralgelegenen Barrocal, der als Stammsitz der Johannisbrotbäume gilt.
Vor den Regenfällen, beginnt zwischen August und Oktober die Ernte. Traditionell werden mit einem Stock die Johannisbrotfrüchte abgeschlagen, in Säcken eingesammelt und vor Feuchtigkeit geschützt, für ein bis zwei Jahre gelagert, bis sie zur Weiterverwertung verkauft werden.
In früheren Jahrzehnten wurde die Johannisbrotfrucht hauptsächlich als Viehfutter verwendet. Erst in den Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand sie vielfältige Verwendung in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Textilindustrie sowie auch in der pharmazeutischen Industrie u. a. und wurde für Portugal ein grosser Wirtschaftsfaktor.
Bei der Johannisbrotfrucht wird zwischen dem Fruchtfleisch, dem so genannten Carob und den Kernen unterschieden. Das schotenförmige, schwarze Fruchtfleisch, das süss schmeckt und hauptsächlich Zucker enthält wird geröstet und zu Johannisbrotmehl gemahlen.
Auf vielen Märkten der Algarve und in den örtlichen „Pastelarias“ findet man eine leckere Auswahl aus Johannisbrotmehl hergestellten Produkten. Bekannt dürfte es auch als Kakao-Ersatz sein.
Inzwischen wurden die Kerne der Johannisbrotfrucht wirtschaftlich bedeutender, da es als Johannisbrotkernmehl in der Lebensmittelindustrie als Stabilisator und Bindemittel verwendet wird.
Eine weitere Bedeutung der Samen liegt in ihrem Wiegegewicht. Sie weisen unabhängig von Form und Grösse immer ein Gewicht von 0,2 Gramm auf, was vor allem aus der Diamantenindustrie bekannt ist: es handelt sich um das Karat.