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Draghi erwartet in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der sogenannten Kerninflation, bei der Energie und Nahrungsmittel nicht berücksichtigt werden. Der Notenbankpräsident begründete diese Einschätzung mit einem anziehenden Arbeitsmarkt, der auch zu einem stärkeren Lohnwachstum führe. Der Preisdruck verstärke sich und gewinne an Breite, sagte Draghi bei der Anhörung.
Zuletzt hatte die EZB deutlich gemacht, dass die Leitzinsen noch bis über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Rekordtief bleiben werden. Ausserdem kündigte die Notenbank zum Jahreswechsel das Ende der Anleihekäufe an.
Ausserdem versicherte Draghi vor den Abgeordneten, dass die EZB mögliche Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte intensiv beobachte. In diesem Zusammenhang verwies der Notenbankpräsident auf den Preisanstieg im Immobiliensektor, der in "einigen Teilen der Eurozone signifikant sei". Ferner wies er noch einmal auf die Gefahren durch einen zunehmenden Protektionismus hin.
Draghi äusserte sich auch zum bevorstehenden Austritt Grossbritanniens aus der EU. Er machte deutlich, dass die EZB einen geregelten Brexit wolle, der den gemeinsamen Binnenmarkt nicht gefährde.
Die Aussagen von Draghi sorgten für starke Ausschläge an den Finanzmärkten. Der Kurs des Euro stieg deutlich über 1,18 US-Dollar und erreichte bei 1,1815 Dollar den höchsten Stand seit Mitte Juni. Ein Teil der Gewinne verpuffte allerdings im Anschluss schnell wieder. Am Markt für Euro-Staatsanleihen kam es am Nachmittag zu einem kräftigen Anstieg der Renditen. Besonders stark legten sie bei italienischen Anleihen zu./jkr/tos/he
(AWP)