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M.Sc. in Business and Economics der Universität Basel, Praktikantin bei iconomix.
Der Ökonom Richard Baldwin befasst sich im Buch «The Great Convergence» mit der Globalisierung und dem Einfluss der Digitalisierung. Dazu unterscheidet er drei «Wellen» der Globalisierung.
Jede der Wellen hängt mit der Überwindung einer Einschränkung zusammen. Baldwin sieht drei Einschränkungen, die die Globalisierung ursprünglich verhinderten: Transportkosten von Gütern, Ideen (Knowhow) und Menschen (Arbeitskraft).
In der ersten Welle der Globalisierung, die Baldwin die «Great Divergence» nennt, sanken die Transportkosten von physischen Gütern zuerst durch die Domestizierung von Kamelen und später dank Erfindungen wie der Eisenbahn und dem Dampfschiff. Dadurch konnten die reichen Länder enorme Fortschritte erzielen, während ärmere Länder stagnierten.
Die zweite Welle der Globalisierung begann in den 1990er Jahren mit der Verbreitung des Internets. Das führte zu einer dramatischen Reduktion der Transportkosten von Ideen und es wurde beispielsweise möglich, beinahe gratis ein Team von Arbeitern in Laos von der Schweiz aus zu leiten.
Wenn sich ein armes Land erfolgreich in die globale Wertschöpfungskette einklinken kann, entsteht sehr schnelles Wachstum. Damit können die erfolgreichen armen Länder schnell zu den reichen Ländern aufschliessen. Diesen Prozess nennt Baldwin die «Great Convergence». Diese Aufholjagd hält bis heute an.
Die dritte Welle, der freie Transport von Menschen, respektive Arbeitskraft, sieht Baldwin in Robotern. Diese würden es in Zukunft ermöglichen, dass Menschen ihre Arbeitskraft ortsunabhängig anbieten können. Sie würden also nicht physisch den Ort wechseln, sondern mittels entsprechender Technologie.
Bereits heute kann beispielsweise eine Operation mittels Roboter von einer Chirurgin in den USA an einem Patienten in Frankreich durchgeführt werden. Die Kosten für Roboter sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und Baldwin zeichnet ein Bild einer Zukunft, in der Arbeiter in Afrika mittels Robotern Jobs in Europa ausführen können.
Diese dritte Welle steckt noch in den Kinderschuhen und hat gerade erst begonnen. Baldwin prophezeit, dass sie ungesehene soziale und gesellschaftliche Umbrüche mit sich bringen wird.
Digitalisierung und Globalisierung gehen im 21. Jahrhundert Hand in Hand. Gemäss Baldwin kann keines von beiden aufgehalten oder rückgängig gemacht werden.
Das liegt daran, dass mit der Verbreitung von Wissen und der überall in der Welt verteilten Produktion sozusagen die ganze Welt eine einzige Fabrik ist. Wenn ein Land in der heutigen vernetzten Welt Zölle einführt, schadet das tendenziell mehr, als es nützt. Das Land baut mit einem Zoll sozusagen eine Mauer mitten in die Fabrik.
Baldwin nennt als Beispiel die Automobilindustrie, in der die Einzelteile alle in verschiedenen Ländern produziert und dann an einem zentralen Ort zusammengesetzt werden. Wenn z.B. die USA Zölle auf Produkte aus Mexiko erhebt, fehlen der US-Automobilindustrie wichtige Einzelteile und die Produktion wird teurer.
Was es brauche, seien neue Lösungen für das 21. Jahrhundert. Verlierer aufgrund der Umbrüche werden nicht zu vermeiden sein. Gefragt sind Ideen, wie sich deren Anzahl möglichst klein halten lässt und wie gute soziale Auffangnetze die Verluste abfedern können. Baldwin sieht eine Lösungsmöglichkeit im lebenslangen Lernen, mit dem den sich verändernden Umständen besser Rechnung getragen werden kann.
Richard Edward Baldwin ist ein amerikanischer Ökonom und lehrt am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf. Ausserdem ist er Präsident des Londoner Centre for Economic Policy Research.
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Dieser Blog wurde am 22.12.2017 aktualisiert.