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“Es war der 10. Mai 2014, als ich den Hof eines Bauern in der Zentralschweiz betrat. Ich ging entlang der Gitterstäbe, als ich bemerkte, wie ein junger Ochse mir auf Schritt und tritt folgte und mühselig seinen Kopf durch die Gitterstäbe zu zwängen versuchte. Ich suchte einen Platz, wo ihm dies auch gelang, und sofort legte er mir behutsam seinen Kopf auf den Schoss.
Nico sei ein ganz spezieller Ochse, meinte der Bauer, der die Situation beobachtete. Er sei sehr neugierig und zutraulich. Schade sei es um ihn, denn würde er bereit am Folgetag geschlachtet werden. Mit Tränen in den Augen hielt ich den grossen Kopf dieses Ochsen in den Armen. Er wollte leben. Telefonat auf Telefonat folgte. Noch am selben Abend, ohne bereits einen Platz für den Ochsen gefunden zu haben, verkündete ich dem Besitzer - gemeinsam mit meinen Freunden - Nico freizukaufen. Wie schön es war, die Freude des Bauern in diesem Augenblick zu spüren. Aus dem Masttier Nico wurde der freie Ochse Vivo (spanisch: "ich lebe"). Mit ihm wollten wir ein Zeichen im Namen aller in Gefangenschaft lebenden Wesen setzen. Vivo soll leben. Es sollte nicht lange gehen, würde sich der aufmüpfige, pubertierende, unheimlich liebenswürdige Ochse bald verlieben. Vivo und Bella - eine wunderbare Romanze.”