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Am letzten Freitagmorgen nahmen die Kinder die neue Turnanlage voller Freude in Besitz. Das Volksfest mit über 600 Teilnehmenden hat die Mehrzweckhalle problemlos gemeistert. Mit dem Dorfschulhaus, der neuen Sport- und Mehrzweckhalle, dem TEC, der Ludothek und der Bibliothek ist ein Begegnungs-Zentrum entstanden.
Im April 2008 erteilte der Gemeinderat den Auftrag für die Kostenschätzung für den Bau einer Mehrzweckhalle. Im Mai 2009 beschloss der Gemeinderat die Durchführung einer Ideenstudie. Von Juni bis September 2009 haben vier einheimische Architekturbüros ein Projekt ausgearbeitet und abgeliefert. Die Projekte wurden von einer Juri bewertet. Das Büro Archart von Beat Kuhnen gewann den Wettbewerb und erhielt den Auftrag. Damit das Projekt realisiert werden konnte, musste die Ortsplanung angepasst werden, die von der Gemeindeversammlung am 7. April 2011 genehmigt wurde. Die eingetroffenen Einsprachen konnten rasch erledigt werden. Ein uraltes Bauverbot verzögerte die Realisierung der Mehrzweckhalle. Am 30. November 2011 wurde die Baubewilligung erteilt. Der Spatenstich und der gleichzeitige Baubeginn erfolgten am 27. Juni 2014. Der Bau kam gut voran, bis er vom 14. Dezember 2014 bis März 2015 eingestellt wurde. Im Mai 2015 konnte Aufrichte gefeiert werden und am 25. September wurde der Bau dem Auftraggeber, der Gemeinde Lenk übergeben.
Die eingesetzten Mittel für die Mehrzweckhalle und die dazugehörigen Anbauten betragen 5,4 Mio. Franken. Der Ausbau des Dachstockes für die Bibliothek, die Ludothek und für ein neues Zimmer für den Kindergarten haben 550’000 Franken gebunden.
der Mehrzweckhalle
Letzten Freitagmorgen wurde die Mehrzweckhalle feierlich eröffnet. In seiner Ansprache stellte der zuständige Gemeinderat und Präsident der Baukommission, René Müller, die lange Geschichte der Planung und Realisierung dar. Bei der Planung des Dorfschulhauses im Jahre 1954 habe man noch nicht gewusst, ob das Schulhaus eine Turnhalle brauche oder nicht. Zum Glück sei sie 1956 doch gebaut worden. Damals habe man mit einer Lebensdauer von 30 Jahren gerechnet. Mit verschiedenen Anläufen, unter anderem beim Ausbau der heutigen Schulanlage, habe man die Mehrzweckhalle immer wieder realisieren wollen, aber verschiedene Gründe hätten dies immer wieder verzögert. Die Anlage sei immer mehr in die Jahre gekommen und hätte den wachsenden Anforderungen nicht mehr genügen können. Der Ruf nach einer Mehrzweckhalle wurde bei jeder Eröffnung einer entsprechenden Anlage im Simmental und im Saanenland immer lauter. Die Turnhalle hätte zuletzt aus dem Verkehr gezogen werden müssen, hätte man nicht die neue Anlage schon auf dem «Geleise» gehabt. Bei schlechtem Wetter hatten die Vereine Mühe, ihre Events durchzuführen und die 1.-August-Feier fiel mehrere Male ins Regenwasser.
von der Sportanlage
Eine fröhliche Schar von Kindern hat nach den Ansprachen die moderne Sportanlage gestürmt, zog symbolisch die Verhüllungen von den Geräten und zeigte spielend, dass sie sich in den neuen Einrichtungen wohlfühlte. Es herrschte kurzum ein buntes Treiben zufriedener Kinder an den Ringen, dem Trampolin usw. Als der zuständige Architekt, Beat Kuhnen den Bau erläuterte und zusammen mit den Bauverantwortlichen die Besucher durch das gelungene Werk führten, widerspiegelte sich die Begeisterung auch in den Gesichtern der vielen Gäste.
Mit den insgesamt sieben Ebenen im stark strukturierten Gebäudekomplex der gesamten Schulanlage war die Rollstuhlerschliessung eine Herausforderung vom Erbauer und vom Benutzer. Mit einem «Bummler-Lift», der auf allen Ebenen angehalten und mit dem Rollstuhl befahren werden kann, hat der Architekt Mut und Können bewiesen. Die Schulanlage in der heutigen Form präsentiert sich im Inneren als einheitliches und zusammengehöriges, modernes Werk von verschiedenen Bauetappen, die sich im Betrieb und in der Bauart ergänzen. Die viel zitierte Zusammenarbeit zwischen Geist und Handwerk hat in der Lenker Schulanlage mit der neuen Mehrzweckhalle optimal stattgefunden.
prüfte die Mehrzweckhalle
Die Organisatoren haben ein Fest geplant, das die Anlage in allen Funktionen geprüft hat. Mit den vier Darstellungs-Blöcken konnte die Vielfalt der neuen Anlage gezeigt und die vielen Gäste begeistert werden. Die Musikgesellschaft Lenk eröffnete nach dem Nachtessen den «Show-Abend». Die klaren Klänge der Hörner blieben im Raum ohne zu hallen, die Akustik des grossen Raumes meisterte die starke Belastung sanft. Nach wie vor sind die Klänge einer Dorfmusik das Sinnbild von Fest und Gemütlichkeit. Mit der neuen Anlage bekommt die Musikgesellschaft Lenk neue Motivation.
Die Darbietungen des Damen-Turnvereins Lenk waren geprägt von Vielseitigkeit und von Toleranz unter allen Jahrgängen. Von Jung bis Alt, von Gross bis Klein haben alle ihren Einsatz gezeigt. Die Freude an der neuen Anlage war in jedem Gesicht der Darbietenden zu erkennen. Die Bühne hat bewiesen, dass sie auch einer ganzen Horde von Kindern den Freiraum lässt, ihre Darbietungen zum Besten zu geben. Ein Kompliment dem Damen-Turnverein Lenk, der es zustande brachte, so viele lachende Gesichter auf der Bühne zu zeigen.
Die fast zur Legende gewordene präzise Art, ein Volkslied zu singen, zeichnet den Jodlerklub Lenk mit seinem Dirigenten Ueli Moor aus. Der weiche, fast leise Gesang hat den Saal verzaubert und trotz dem relativ hohen Grundlärm-Pegel kamen die wunderschönen Lieder und Jutze ungehindert zum Publikum.
Mit den «Lenker-Spil-Lüt» und ihren Humoresken bekam der Unterhaltungsabend eine schöne Abrundung. Die klare Sprache und Ausdrucksweise der Laien-Schauspieler hätten in der neuen Halle den Weg zum Publikum vielleicht auch ohne Verstärker geschafft. In einer frischen Art der Darstellung ist es den Lenker-Spil-Lüt gelungen, das Publikum zum Lachen zu bringen. Mit ihrem Auftritt war der «Show-Abend zu Ende und die «Thürler Mosimann»-Gruppe spielte zum Tanz auf.
Das gelungene Fest dauerte friedlich bis in die frühen Stunden des Sonntagmorgens.
Erstellt am: 30.09.2015