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ms Chodorkowski
„Das lässt sich mit den Wolken erklären“, meinte Kurt Schuster. Gründer Schnaptepürä pflichtete ihm bei, indem er bemerkte: „Wolken sind aufgezogen.“
Während zwei Mitglieder der Viererrunde im Raum wie unter Sonnenschein aufblühten, dämmerte es wie unter sich auftürmenden Wolken bei den beiden Anderen, welche am düsteren Friedhofsgeschehen nicht teilhaben wollten.
Glyzinie SeEigel verlor sich nicht mehr in Worten. Sie zog sich auf sich selber zurück und konzentrierte sich auf die eigene Befindlichkeit.
Wilhelm Schnepfensskorn schritt weg von Lichtschalter in eine andere Ecke des Raums, wie wenn auch dort Licht angemacht werden müsste.
Währenddessen ging am Tisch das Gespräch über die Friedhöfe munter weiter. Der Friedhof ist ein Feld, das nicht beackert wird. Der Friedhof enthält eine Erde, die nicht fruchtbar wird. Der Friedhof will Ruhe und keine Zukunft. Im Friedhof hört das Sein auf.
Glyzinie SeEigel verhielt sich seltsam still. Das Keuchen der Lunge erstickte unter einer leidenden Zurückhaltung, die nicht natürlich wirkte. Der Sprache gewährte die Frau keinen Ausgang. Der Ausgang des Gesprächs machte überdeutlich klar, dass Glyzinie SeEigels Ausgang aus dem Leben nicht mehr Vieles im Wege stand und darum der Gegenstand, der als Alternative zur Wissenschaft das Reden beherrschte, durchaus zur Stimmung und Aussicht der Frau passte.
Wilhelm Schnepfensskorn schritt gemächlichen Fusses in eine andere Ecke des Raumes und verschob dort einen Gegenstand. Obwohl nach wie vor munter gesprochen wurde, herrschte vor Ort eine ganz eigene Stille vor. Die Stille der Gräber, über welche nur der Wind weht und mit einem leisen Zischen um die Grabkreuze fährt.
„Haben Sie schon bemerkt, Herr Schnaptepürä, Friedhöfe sind wie kein anderes von Menschen gebautes Objekt, die Dächer der Häuser ausgenommen, den Wolken ausgesetzt. Sie stehen Tag und Nacht in direkter Verbindung zu den Wolken und sind somit die augenfälligsten und zuverlässigsten Zeugen des Geschehens am Himmel, rein gewaschen, wenn es regnet, ausgetrocknet, wenn es an Regen mangelt.“
„Sie müssen wissen, Herr Schuster, meine Friedhöfe, sobald die Steine darin aufgestellt sind, überlasse ich sie sich selber. Das ist nun mal das Schicksal von allem, was in den Friedhof findet. Mit den Wolken, obwohl sie sich wirklich als ein interessantes und abwechslungsreiches Studienobjekt anbieten, habe ich nichts gemeinsam. Ich lasse sie ihres Weges ziehen.“