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4. März 2021 – Eine Computermodell-Studie des Wasserforschungsinstituts Eawag zeigt, wie der Klimawandel Einfluss auf die saisonalen Zyklen von Schweizer Seen nimmt. Betroffen sind vor allem Seen in mittleren Höhenlagen.
Vertikaler Austausch
Im Frühling und im Herbst findet in diesen Seen ein vertikaler Austausch statt: Sauerstoffreiches Oberflächenwasser gelangt nach unten, nährstoffreiches Wasser vom Seegrund dringt nach oben. Dieser Austausch ist wichtig für die chemischen und ökologischen Prozesse im See. Auch die Wassertemperatur gleicht sich über die gesamte Tiefe aus. Im Winter und im Sommer hingegen ist das Tiefenwasser durch eine stabile Schichtung unabhängig von den Prozessen an der Oberfläche. Nach diesen saisonalen Zyklen ist auch das Nahrungsnetz vom Plankton bis zum Fisch ausgerichtet.
Verlust der Eisbedeckung – mit Folgen
Der Klimawandel jedoch beeinflusst die Zyklen. Die Studie simuliert verschiedene Zukunftszenarien und die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Beträgt die Klimaerwärmung mehr als 2 °C, laufen die Seen in mittleren Höhenlagen Gefahr, ihre Eisbedeckung zu verlieren. Dies würde zu einem erhöhten vertikalen Austausch führen. Und das wiederum würde dazu führen, dass sich die stabile Schichtung im Winter weniger gut aufbauen könnte und weniger lange anhalten würde. Umgekehrt würde die stabile Schichtung im Sommer länger anhalten. Die Fogle: Sauerstoffmangel in tiefen Gewässern und mehr Algenwachstum von giftigen Cyanobakterien.
Auswirkungen für die Seebewohner
Im Endeffekt könnten die betroffenen Seen sich statt wie bisher zweimal im Jahr nur noch einmal im Jahr durchmischen. Ein solcher Wechsel würde die Wärmespeicherung sowie die Sauerstoff- und Nährstoffverteilung und damit den Lebensraum der Seebewohner massiv beeinflussen. Der Apell der Studie ist deshalb klar: Klimaerwärmung begrenzen, Eisbedeckung erhalten.
Bildquelle: iStock / Martin Koebke