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Das Basalzellkarzinom ist von allen bösartigen Hautkrebssorten am wenigsten aggressiv. Es wächst langsam (meist über Jahre) und macht keine Ableger (Metastasen). Ist der Tumor noch sehr klein und oberflächlich, kann eine Behandlung mit einer Crème, die ein Tumorzellgift (Chemotherapeutikum) enthält, allein erfolgreich sein. Bei grösseren Befunden kann nur mit einer kompletten chirurgischen Entfernung des Befundes eine Heilung erzielt werden. Ein Sicherheitsabstand von 2 bis 3 mm wird hier empfohlen.
Das Plattenepithelkarzinom ist in seinem Erscheinungsbild dem BCC relativ ähnlich, nur zeigt es einen wesentlich rascheres und aggressiveres Wachstum (meist über Monate) und kann bei mit steigender Tumorgrösse auch Ableger (Metastasen) machen. Die Behandlung von SCCs ist immer die chirurgische Entfernung mit einem Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 mm. Je nach Tumorgrösse und Lokalisation müssen Metastasen mit Hilfe von Röntgenbildern, Ultraschall oder Computertomographie ausgeschlossen werden.
Das Melanom ist von allen Hautkrebssorten die aggressivste Form. Melanome wachsen nicht nur schnell, sondern können im ganzen Körper auch Metastasen machen. Unbehandelt kann ein Melanom innerhalb von wenigen Jahren zum Tode führen. Aus diesem Grunde bedarf es immer einer sogenannt interdisziplinären Behandlung. Dies heisst, dass die Diagnostik und Therapieplanung von einem auf Melanome spezialisierten Ärzteteam, meist bestehend aus Dermatologen, Onkologen und plastischen Chirurgen, koordiniert wird. Die genaue Behandlung hängt schlussendlich von der Tumordicke und dem Vorhandensein von Metastasen ab. In jedem Fall muss das Melanom mit einem grossen Sicherheitsabstand (meist 1 bis 2 cm) entfernt werden. Weitere chirurgische Behandlungen wie Ausräumung von tumornahen Lymphknoten sind in gewissen Fällen empfohlen.
Rahmenbedingungen
Kleine Hauttumoren, inklusive BCC und SCC können gut in Lokalanästhesie entfernt werden. Bei grösseren Tumoren, vor allem im Gesicht oder wo die Rekonstruktion etwas komplexer ist, kann entweder zusätzlich zur Lokalanästhesie ein kurzer Dämmerschlaf eingeleitet werden oder eine Vollnarkose verabreicht werden. Eine Hospitalisation ist in den meisten Fällen nicht nötig.
Operationsdauer
Je nach Grösse und Lokalisation des Tumors 0.5 - 1 h.
Operationstechnik
Der Tumor wird unter Berücksichtigung des notwendigen Sicherheitsabstandes ausgeschnitten. Wenn der Befund klein und/oder die umliegende Haut schön elastisch ist, erfolgt dies in Form einer Spindel. Die Achse der Spindel kann so angepasst werden, dass der Verlauf der Narbe entlang einer natürlichen Hautfalte zu liegen kommt.
Können die Wundränder nicht ohne Spannung zusammengebracht werden, kann durch gezieltes Einschneiden und Verschieben des angrenzenden Gewebes die Spannung gelöst werden (Lokale Lappenplastik). Die Wunden werden mit tiefen und oberflächlichen Nähten verschlossen.
Alternativ kann mit einem körpereigenen Hauttransplantat die Wunde verschlossen werden. Im Gesicht eignet sich hierfür besonders der Hals oder wenn vorhanden eine Hautfalte vor dem Ohr als Spenderareal. Diese Regionen lassen sich meist mit kaum sichtbaren Narben verschliessen. Grosse Areale am Rumpf oder an den Beinen werden oft mit einem dünnen Hauttransplantat (auch Spalthaut genannt) vom Oberschenkel gedeckt.
Nahtmaterial
Die tiefen Nähte bestehen immer aus selbstauflösendem (resorbierbarem) Nahtmaterial. Die Hautnähte werden je nach Ort und Situation teilweise auch mit nicht-resorbierbarem Material durchgeführt.
Nachbehandlung
Bei den meisten Tumorentfernungen sind Alltagstätigkeiten nach wenigen Tagen oder sogar sofort möglich. Je nach Lokalisation, speziell bei Wunden über Gelenken oder solchen die nicht komplett spannungsfrei verschlossen werden konnten, gilt es, das Operationsgebiet möglichst zu schonen, bis die Wunde komplett verschlossen ist. Dies ist meist nach 2-3 Wochen der Fall.
Die meisten Operationswunden können abgeklebt werden, sodass die Verbände bis zur ersten Nachkontrolle belassen werden können und Duschen möglich ist.
Wurden nicht-resorbierbare Nähte verwendet, müssen diese je nach Lokalisation nach 1-2 Wochen entfernt werden. Dies erfolgt bei der routinemässigen Nachkontrolle in der Sprechstunde.
Im Rahmen der ersten Nachkontrolle in der Sprechstunde werden auch die Resultate der histologischen Gewebsuntersuchung besprochen. Stellt sich heraus, dass der Tumor inkomplett oder mit einem ungenügenden Sicherheitsabstand entfernt wurde, muss eine weitere chirurgische Behandlung zeitnah geplant werden.
Sobald die Wunden verheilt sind, kann mit der Narbenbehandlung begonnen werden. Folgende Massnahmen werden zur Vorbeugung schlechter Narbenheilung empfohlen:
Nachkontrollen
Routinemässige Wundkontrollen erfolgen nach einer oder spätestens 2 Wochen, sowie nach 3 Monaten.
Bei bösartigen Tumoren wird eine regelmässige Kontrollen bei einem Hautspezialisten (Dermatologen) empfohlen.
Wie bei jeder Operation bestehen auch bei der Tumorentfernung sowohl chirurgische wie auch narkosebedingte Risiken. Begleiterkrankungen wie Diabetes, Übergewicht, Immunschwächen, sowie Rauchen erhöhen das Risiko von chirurgischen Komplikationen wesentlich.
Allgemeine Risiken jeder Operation sind
Die häufigsten chirurgischen Komplikationen einer Hauttomorentfernung sind
Seltene Komplikationen
Muss ich vor der Operation meine eigenen Medikamente absetzen?
Die meisten Medikamente können Sie vor und nach der Operation weiter einnehmen. Gewisse Medikamente, wie Blutverdünner (Aspirin, Marcoumar) oder Hormone können das Komplikationsrisko erhöhen und sollten unter Umständen für die Operation pausiert werden. Wir bitten Sie, bei der Konsultation eine Liste mit all Ihren Medikamenten und den Dosierungen mitzubringen.
Muss mein Hausarzt spezielle Abklärungen vor der Operation veranlassen?
Meistens nicht. Wir bitten Sie aber, möglichst ausführliche Informationen zu Ihrer medizinischen Geschichte in die Sprechstunde mitzubringen, damit wir gemeinsam mit Ihrem Hausarzt notwendige Untersuchungen besprechen und veranlassen können.
Muss ich vor der Operation mit dem Rauchen aufhören?
Wir empfehlen in jedem Fall mit dem Rauchen mindestens 6 Wochen vor der geplanten Operation aufzuhören. Wundheilungsstörungen sind eine häufige Komplikation jeder Operation. Der Hauptgrund hierfür ist meist eine schlechte Durchblutung der Haut und des Unterhautgewebes. Nikotin als chemischer Stoff wirkt unter anderem gefässverengend. Dies führt dazu, dass die Durchblutung im Operationsgebiet noch zusätzlich eingeschränkt und somit das Komplikationsrisiko erheblich erhöht wird.
Was passiert wenn ein vermeintlich gutartiger Hauttumor sich als bösartig herausstellt?
Nicht so selten kann sich hinter einem klinisch gutartig erscheinenden Tumor auch ein Hautkrebs verbergen. Aus diesem Grund werden immer alle entfernten Tumoren für eine histologische Analyse eingesandt. Je nachdem, um was für eine Art von Hautkrebs es sich schlussendlich handelt und mit wieviel Sicherheitsabstand dieser entfernt wurde, muss unter Umständen in einer zweiten Operation nochmals etwas Gewebe nachgeschnitten werden. In gewissen Fällen kann alternativ das Gebiet nachbestrahlt werden.
Wie lange kann ich nach der Operation nicht arbeiten?
Dies hängt von der Grösse der Wunde und der Arbeitstätigkeit ab. Körperlich leichte Arbeit, wie z.B. Bürotätigkeit, kann meistens sofort oder nach einigen Tagen wieder aufgenommen werden.
Bekomme ich für die Zeit nach der Operation ein Arbeitszeugnis?
Ja, sofern es sich um ein medizinisch indizierten Eingriff handelt, der von der Krankenkasse übernommen wird. Dies ist bei Hauttumoren in aller Regel der Fall.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Hauttumorentfernung?
Meistens. Sofern medizinisch belegt werden kann, dass die Tumorentfernung zum Ausschluss oder im Falle eines Krebsleidens erfolgt, werden die Kosten von der Kasse übernommen. Es muss jedoch in einigen Fällen vorgängig eine Kostengutsprache ärztlich eingeholt werden.