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Haben Sie einen Hund oder eine Katze? Dann wissen Sie, dass Sie Ihr Tier regelmässig entwurmen müssen. Weniger bekannt ist, dass auch der Mensch an Würmern erkranken kann. Mit teilweise ernsthaften Folgen. Hygiene und Wachsamkeit sind daher angebracht.
Der bei uns heimische Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) besiedeln den Darm des Fuchses, aber auch von Hund und Katze. Sie scheiden mit
dem Kot Bandwurmeier aus, die der Mensch zum Beispiel über ungewaschenes Gemüse aus dem Garten aufnehmen kann. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven gelangen vom Darm in die Leber, wo sie mit der
Zeit grosse parasitäre Zysten oder Tumore (sogenannte Metazestoden) bilden. Auch Milz, Lunge oder Gehirn können betroffen sein.
Die Krankheit verläuft während vieler Jahre ohne Symptome. Erst spät macht sich die Metazestode durch einen Druck im Bauch, Müdigkeit und Fieber bemerkbar. Oft wird sie zufällig während einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung entdeckt. Serologische Tests des Blutes bestätigen die Diagnose.
Je nach Parasit verläuft die Krankheit unterschiedlich. Der Hundebandwurm neigt zur Bildung grosser, oft einzelner Zysten, die viel Platz benötigen und die gesunde Leber und andere Organe verdrängen. Ein Platzen der Zyste mit Entleerung ihres Inhalts in die Bauchhöhle kann schwere allergische Reaktionen auslösen. Je nach Grösse und Symptomen ist die Behandlung der Zyste abwartend, medikamentös oder chirurgisch durch Zerstörung oder Entfernung. Die Heilungschancen stehen gut.
Die Metazestode des Fuchsbandwurms dagegen zerstört die Leber wie ein bösartiger Tumor, was mit fortschreitender Erkrankung zu einem Funktionsverlust und zu Gelbsucht führt. Sofern dies möglich ist, werden diese Metazestoden vollständig chirurgisch entfernt. Danach folgt eine lange medikamentöse Nachbehandlung. Gelegentlich kann nicht mehr operiert werden. Der Patient muss dann dauerhaft medikamentös behandelt werden, was ein Fortschreiten der Erkrankung oft während vieler Jahre hinauszögert.
Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man auf Hygiene, insbesondere bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln, achtet. Sollte dennoch die Vermutung auf einen Bandwurmbefall bestehen, suchen Sie bitte zeitnah den Arzt Ihres Vertrauens auf.