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Der Leistenbruch oder die Leistenhernie ist die häufigste Form von Eingeweidebrüchen (Hernien).
Spüren Sie einen ziehenden Schmerz in der Leistengegend? Gibt es bei Ihnen vielleicht sogar eine ungewöhnliche Wölbung im Leistenbereich? Dann könnte es sein, dass Sie an einem Leistenbruch leiden.
Bei Leistenhernien unterscheidet man zwischen den direkten Leistenhernien, die durch die Bauchwand gegen die Körperaussenseite ausgestülpt sind und den indirekten Leistenhernien, die sich durch den Leistenkanal in den Bauchinnenraum stülpen.
Die Bauchwand ist an Orten, wo grössere Gefässe durch die Bauchwand ziehen, schwächer. Eine dieser Schwachstellen ist der Leistenkanal, eine 4 bis 5 cm lange Röhre, die in der Leistengegend durch die Bauchwand hindurchgeht. Durch den Leistenkanal verlaufen Nerven-, Blut- und Lymphbahnen. Beim Mann befindet sich im Leistenkanal zusätzlich auch der Samenleiter und der Samenstrang, bei der Frau das Mutterband, welches eines der Bänder ist, die die Gebärmutter im Becken fixiert.
Da der Leistenkanal die Faszien- und Muskelschicht durchdringt und die Bauchwand hier weniger stabil ist, treten die meisten Hernien in der Leistengegend auf. Männern sind häufiger betroffen, da der Leistenkanal bei ihnen weiter ist als bei Frauen.
Oft kommt es vor, dass der Patient nur auf einer Seite der Leiste Schmerzen verspürt und ihm der Hausarzt einen einseitigen Leistenbruch diagnostiziert. Oft handelt es sich aber um einen doppelseitigen Bruch. Aktuell verspürt der Patient nur auf einer Seite Schmerzen. Würde man nur diese Seite behandeln, verlagert sich der Druck innerhalb des Körpers und nach nur wenigen Wochen nach der Operation würde auch die zweite Seite brechen und Schmerzen auslösen. Einen solchen Fall, sowie eine unnötige Zweitoperation, kann man durch einen Untersuch beim Spezialisten verhindern.
Risikofaktoren, die Leistenbrüche begünstigen sind Übergewicht, Schwangerschaften, Bindegewebsschwäche und generelle Druckerhöhungen im Bauchraum wie zum Beispiel durch chronische Verstopfung und Pressen beim Stuhlgang oder starkem, chronischem Husten.
Direkte Leistenhernie
Indirekte Leistenhernie
Folgende Symptome können im Zusammenhang mit einer Leistenhernie auftreten:
Sobald Sie Beschwerden haben, sollten Sie zum Arzt gehen.
ACHTUNG: Bei Fieber, Erbrechen und Übelkeit könnte es sich um einen eingeklemmten Bruch handeln. Rufen Sie uns sofort an oder begeben Sie sich in die nächste Notfallstation eines Spitals!
Da der Leistenkanal bei Frauen enger ist, kommt es weitaus seltener zu Leistenbrüchen. Nur gerade 10% aller Leistenbrüche betreffen Frauen. Selbst wenn der Leistenbruch keine Beschwerden macht, wird Frauen in der Regel zu einer Operation geraten, da sie häufiger mit Komplikationen zu kämpfen haben.
Oft stellt sich bei Frauen der vermeintliche Leistenbruch während der Operation plötzlich als Schenkelbruch heraus. Dieser verursacht zwar ebenfalls Schmerzen in der Leistengegend, zeigt aber keine spürbare Wölbung.
Die Vorwölbung des Leistenbruchs ist bei Kindern manchmal nur zu sehen, wenn sie gerade schreien oder pressen. Der Bruch macht wenig Beschwerden. Gelegentlich verspürt das Kind einen ziehenden Schmerz in der Leiste. Wenn der Bruchsack nach unten wandert, können bei Jungen der Hodensack und bei Mädchen die Schamlippen anschwellen. Meist wird wenige Wochen oder Monate nach der Diagnose operiert, je nach Grösse und Dringlichkeit des Bruchs. Je jünger das Kind ist, desto risikoreicher ist eine Operation. Diese wird deswegen manchmal hinausgezögert. Unter Vollnarkose wird der Bruch minimalinvasiv operiert und mit eigenem Körpergewebe verschlossen. Das Kind kann meist am gleichen Tag wieder nach Hause.
ACHTUNG: Wenn Ihr Kind plötzlich unruhig ist, schreit, weniger trinkt und erbricht, könnte es sein, dass der Bruch eingeklemmt ist. Entzündet sich der Bruch, kann es zu Fieber kommen und der Bruchsack verfärbt sich rötlich. Das ist für Ihr Kind lebensgefährlich und muss notfallmässig operiert werden. Rufen Sie den Notarzt oder fahren Sie sofort ins Spital.
Bei geringen Beschwerden und tiefem Risiko für Einklemmung und Komplikationen kann mit einer Operation einige Wochen bis Monate zugewartet werden. Das Risiko für Komplikationen ist abhängig von der Grösse und der genauen Lage des Bruches. In dieser Zeit ist es wichtig, auf das Heben von Lasten und das Pressen beim Stuhlgang zu verzichten. Für einen weicheren Stuhlgang sollte ballaststoffreich gegessen und pro Tag mindestens 2 bis 3 Liter Wasser getrunken werden.
Leistenbruch-Operationen gehören zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen und verlaufen meist ohne Komplikationen. Die Schmerzen in der Leistenregion klingen einige Tage nach dem Eingriff ab. Nebst dem üblichen Risiko einer Narkose, kann es während dem Eingriff zur Verletzung von Blutgefässen und Nerven im Leistenkanal kommen. Rund 10% der Patienten haben nach dem Eingriff bleibende Schmerzen, weil der Körper auf das Kunststoffnetz reagiert oder Nerven verletzt wurden. Bleibende Schmerzen treten in der Regel häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Ebenfalls sind Wundheilungsstörungen und Entzündungen möglich.