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Drücken Pferde ihre Schmerzen je nach Persönlichkeit unterschiedlich aus?
Pferde kommunizieren ihre Empfindungen bei Schmerzen nicht verbal. Aus diesem Grund wurden Skalen zur Schmerzbeurteilung entwickelt, welche helfen sollen, zu bestimmen, wie viel Schmerzmittel einem Pferd mit Schmerzen verabreicht werden sollte.
Allerdings gibt es bei Pferden, wie auch bei Menschen, Unterschiede in der Art und Weise, wie sie Schmerzen ausdrücken. Manche Pferde lahmen bei Verletzungen zum Beispiel schnell, während andere «sich nichts anmerken lassen» und trotz der Schmerzen weiterhin tun, was gewünscht wird. Weil die Dosierung von Schmerzmitteln ausschliesslich auf dem Verhalten des betroffenen Tieres basiert, kann man sich fragen, ob alle kranken Pferde eine ihrem Schmerzempfinden entsprechende Menge an Schmerzmittel erhalten. Beim Menschen hat sich gezeigt, dass Schmerzen je nach Persönlichkeit unterschiedlich ausgedrückt werden. Ist dies auch bei Pferden der Fall?
Das Schweizer Nationalgestüt von Agroscope führt derzeit eine Studie durch, bei der Hengstfohlen zum Zeitpunkt ihrer Kastration beobachtet werden.
Zunächst nehmen diese Fohlen an Persönlichkeitstests teil. Daraufhin werden sie am Tag der Kastration und während den drei folgenden Tagen überwacht. In dieser Studie werden sowohl Verhaltensindikatoren, wie z.B. die Gesichtsmimik und das Verhalten des Pferdes, als auch physiologische Indikatoren, wie z.B. Herzfrequenz, Speichelkortisol und Körper- beziehungsweise Augentemperatur, gemessen, um den Stress und den tatsächlichen Schmerz der Fohlen zu bewerten.
Diese Daten werden dann mit den Ergebnissen der Persönlichkeitstests korreliert, um zu sehen, ob die Persönlichkeit die Art und Weise beeinflusst, wie die Fohlen Schmerzen ausdrücken. Anschliessend werden neue Indikatoren für eine differenziertere Schmerzbeurteilung erarbeitet.
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