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Rafael Nadal zieht in extremis in den Halbfinal am US Open in New York ein. In einem knapp fünfstündigen Abnützungskampf schlägt er Dominic Thiem 0:6, 6:4, 7:5, 6:7 (4:7), 7:6 (7:5).
Als kurz nach 02.00 Uhr morgens und nach 4:49 Stunden Dominic Thiem einen Smash weit ins Aus schlug, war das hochklassige Duell zwischen den beiden gut befreundeten Kontrahenten entschieden. Es war das dramatische Ende einer Partie, die über weite Strecken hochklassiges Tennis brachte.
«Es war ein grossartiger Kampf», sagte Nadal, der schwach in die Partie gestartet war und erst nach einer halben Stunde Spielzeit seinen ersten Gamegewinn verbuchte. Dass er den ersten Satz gleich mit 0:6 verlor, lag auch an Thiem, der vor Beginn an überragend aufspielte und Winner um Winner schlug. «Wach auf!», habe er sich gesagt, sagte Nadal nach der Partie.
Und der Spanier wachte auf. Nach dem Gewinn des dritten Satzes, den Nadal mit vier Games ins Folge für sich entschied, schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch Thiem kämpfte sich noch einmal mirakulös zurück.
Im fünften Satz vergab Nadal fünf Breakmöglichkeiten, ehe das Tiebreak die Entscheidung bringen musste. Die Kurzentscheidung beinhaltete noch einmal alles, was die Partie ausgemacht hatte: Dramatik, Spannung, wechselnde Führungen und hochklassiges Tennis – mit dem besseren Ende für den Titelverteidiger.
Dank dem achten Sieg im elften Duell mit dem Niederösterreicher zog Nadal in seinen 29. Grand-Slam-Halbfinal ein. Dort trifft er am Freitag wie im Vorjahr auf Juan Martin Del Potro aus Argentinien.
Del Potro zog als erster Spieler in die Halbfinals ein. Der 29-Jährige Argentinier bezwang in den Viertelfinals John Isner in dreieinhalb Stunden 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4), 6:2.
Die Vorentscheidung bei Temperaturen von weit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fiel im Tiebreak des dritten Satzes, ehe sich die beiden Spieler in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadions zehn Minuten abkühlen durften. «Leider musste ich nachher noch einmal zurück auf den Platz», sagte Del Potro mit einem Lachen. «Eigentlich ist es unmöglich, in dieser Hitze Tennis zu spielen.»
Während sich mit Isner der letzte Einheimische aus dem Turnier verabschiedete, schaffte Del Potro den dritten Halbfinal-Einzug an den letzten fünf Major-Turnieren. Auch in Flushing Meadows steht er zum dritten Mal in der Runde der letzten vier. 2009 gewann er seinen bislang einzigen Major-Titel dank eines Fünfsatz-Sieges im Final gegen Roger Federer, im letzten Jahr unterlag er in der Runde der letzten vier dem Spanier Rafael Nadal.
«Ich bin glücklich, dass ich an meinem Lieblingsturnier erneut den Halbfinal erreichen konnte», sagte Del Potro. In diesem könnte die Weltnummer 3 am Freitag auch in diesem Jahr auf Nadal treffen. Der Titelverteidiger aus Spanien spielt seinen Viertelfinal in der Night-Session gegen den Österreicher Dominic Thiem.
Bei den Frauen qualifizierte sich Serena Williams für die Runde der letzten vier. Der bald 37-jährigen Amerikanerin gelang in der ersten Partie der Night-Session im Duell mit der Tschechin Karolina Pliskova die Revanche für die Niederlage vor zwei Jahren im Halbfinal in Flushing Meadows.
Mit Pliskova verabschiedete sich die letzte Top-Ten-Spielerin aus dem Turnier. Die 23-fache Grand-Slam-Siegerin Williams kämpft am Donnerstag gegen die Lettin Anastasija Sevastova um den Finaleinzug. (sda)