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Das Kloster Hermetschwil liegt auf einem kleinen Hügel im Ortsteil Hermetschwil (bei Bremgarten), am westlichen Ufer der Reuss.
Das Kloster Muri wurde 1082 als Doppelkloster für Benediktiner und Benediktinerinnen gegründet. Die ersten Nonnen kamen aus dem Kloster Berau bei St. Blasien im Schwarzwald. Ende des 12. Jh. wurde der Frauenkonvent nach Hermetschwil verlegt.
Wie das Kloster Muri ist auch Hermetschwil dem Hl. Martin geweiht.
Im Jahre 1841 wurden im Kanton Aargau alle Frauenklöster, darunter auch Hermetschwil aufgehoben, aber 1843 wieder hergestellt. Hermetschwil fristete unter der staatlichen Bevormundung ein kümmerliches Dasein bis zur nächsten Aufhebung 1876. Ein Konsortium erwarb die Klostergebäude. Dieses verkaufte die meisten Liegenschaften an die Gebrüder Andreas und Josef Keusch. 1878 kauften die Nonnen einen Teil der Anlage zurück. Der Kanton Aargau gestattete einigen Schwestern zu bleiben. 1892 erlaubte der deutsche Kaiser Wilhelm II. einem Teil des Konventes die Übersiedlung ins ehemalige Dominikanerinnenkloster Habsthal bei Sigmaringen. Als im Jahr 1973 die konfessionellen Ausnahmeartikel der Klosteraufhebung in der Bundesverfassung in einer Volksabstimmung beseitigt wurden, erhielt das Kloster seine volle Existenzberechtigung zurück, durfte offiziell wieder Novizinnen aufnehmen. Das Kloster Hermetschwil erhielt den alten Status als Abtei zurück.
Mit der Devise “BETE UND ARBEITE“ leben heute neun Schwestern als kleine Gemeinschaft nach der Regel des Hl. Benedikt. Bekannt ist das Kloster für seine Hostienbäckerei.
Konventgebäude
Innenhof mit Kreuzgang
Das Konventgebäude wurde 1624/25 an die Südseite der Kirche gebaut. Es ist ein dreigeschossiger Fachwerkbau, das einen Hof umschliesst. Im Erdgeschoss befindet sich ein Kreuzgang, der den Schwestern vorbehalten ist.
Bereits die Gänge im Fachwerkbau des Frauenkonvents strahlen wohlige Behaglichkeit aus.
Abtzimmer
Abtzimmer mit von aussen beheizbarem Kachelofen.
Im Schlafzimmer des Abts hängt ein Bild von Bruder Klaus. Es ist die zweitälteste Darstellung von ihm. Zum Vergrössern auf das Bild klicken!
Gang im ersten Stock mit Heiligenfiguren.
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Ein besonderer Schatz sind die im Kloster aufbewahrten Krippenfiguren aus dem 17. Jh.
Kirche
Die heute bestehende Kirche wurde 1603/05 im spätgotischen Stil mit langem, schmalem Laienschiff und dem Nonnenchor gebaut. Um 1659 wurde die Kirche durch Verlängerung gegen Westen vergrössert und eine Orgelempore errichtet.
Westfront der Klosterkirche. Von der angebauten Nothelferkapelle (aus dem Jahr 1656) sieht man am Bild nur den äussersten rechten Rand
Das Innere war seit 1757 mit Fresken von F. A. Rebsamen geschmückt. Diese wurden im 19. Jh. übertüncht und im 20. Jh. wieder freigelegt.
Blick in den Chor
Unter dem Chorbogen ist ein dreiteiliger Säulenaltar von 1733
Die goldenen Figuren am Hauptaltar (1657/1669) dürften Benedikt
und Scholastika (mit Taube) sein.
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Doppelreihiges Chorgestühl
Es stammt zum Teil aus dem 15. Jh., die bunten Malereien von H. Kügeli sind 1628 entstanden.
Deckenfresko
In einer Ecke des Chores befindet sich eine zweigeschossige Nonnenempore, deren Balusterbalkone geschnitzte Gesichtsgitter aufweisen.
Nothelferkapelle
Im Inneren der Nothelferkapelle
Das Nothelferbild ist auf der linken Seite - zum Vergrössern auf das kleine Bild klicken
Die 14 Nothelfer unterstützen auch die Pförtnerin. Darum hängt dieses interessante Nothelferbild gleich beim Eingang ins Konventgebäude.