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Ria Formosa (23300 ha)
Dies ist eines der größeren unter Schutz gestellten Naturräume, der sich im Bereich der sog. Sand-Algarve östlich der Stadt Tavira bis an der großen Stadt Faro vorbei erstreckt.
Dieser Küstenstreifen schließt recht abwechslungsreiche Naturräume wie Pinienwälder, Wattflächen und Salzwiesen mit Gezeitenwechsel, Salzgewinnungsbecken, Fischteiche und einige der Küste vorgelagerten langgestreckte Sandinseln mit ein.
Diese Lebensräume bieten vor allem den auffälligen Vogelarten wie Löffler, Flamingos, Weißstörche, Purpurhuhn, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, Alpenstrandläufer, Pfuhlschnepfe, um nur einige zu nennen, Brutplätze, Nahrungsgrundlage, Rast- und Rückzugsmöglichkeiten.
An verschiedenen Stellen hat der Beobachter Zugang und mit einem guten Fernglas lässt sich vieles aus der Nähe beobachten. In diesem Schutzgebiet befindet sich ein großes Informationszentrum.
Castro Marim (2150 ha)
Dieses Naturreservat liegt im äußersten Südosten der Algarve, direkt am Grenzfluss von Spanien dem Rio Guadiana unweit der Stadt Vila Real de Santo António.
Auch in diesem vielgestaltigen Naturraum befinden sich Pinienhaine, Flussufer, Wattflächen, Salzwiesen; besonders viele Salzgewinnungsbecken und Fischteiche.
Letztere werden sehr gern von Wasservögeln aufgesucht. Hier sieht man vor allem Flamingos, Löffler, Stelzenläufer, Säbelschnäbler, verschiedene Entenarten, aber auch Möwen und Seeschwalben. Ein Informationszentrum steht auch hier mit Informationsmaterial beratend zur Verfügung.
In beiden oben genannten Gebieten, besonders dort wo sie Pinienhaine aufweisen, sieht man vermehrt die bunten Wiedehopfe und Blauelstern.
Vor allem letztere, die fast ausschließlich hier in der Algarve zu sehen sind, bilden nach der Brutzeit größere umher vagabundierende Trupps.
Lagoa dos Salgados (149 ha) und Vilamoura (270 ha)
sind kleinere, zentral in der Algarve gelegene Refugien, die aber sehr bedeutend für bedrohte Süßwasservogelarten sind.
Um den völligen und nachhaltigen Schutz dieser meist für noch mehr Golfplätze und Hotelanlagen beanspruchten Bereiche wird noch zäh gekämpft.
Sie bieten wie Zwergdommel, Purpurreiher, Drosselrohrsänger, Zwergtaucher, mehreren Entenvögeln und weiteren schützenswerten Vogelarten wichtige Wasser- und Schilf-Lebensräume.
Allen voran geht es hier um das nur in Südspanien und in der Algarve vorkommende Purpurhuhn, das schon für sich allein eine besondere Unterschutzstellung rechtfertigt.
Costa Sudoeste (23300 ha)
Weite Strecken der Südwestküste Portugals sind als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.
An diesen bis zu 100 m abfallenden Steilküsten lassen sich, vor allem Anfang Oktober auf dem Durchzuge Schwarzstörche, Gänsegeier, Habichtsadler, Zwergadler, Schwarzmilane, Sperber, Wanderfalken und andere ornithologische Leckerbissen beobachten, die auf dem Wege nach Afrika diese südwestlichste Stelle Europas abkürzend überfliegen.
Ferner umrunden typische Hochseevögel wie die gänsegroßen weißen Baßtölpel, Gelbschnabelsturmtaucher, Mittelmeersturmtaucher, Trauerenten und andere diese bizarren Steilfelsenformationen.
Sehr gut sind viele von oben mit dem Fernglas hinabschauend zu verfolgen. In den Felsen halten sich, neben anderen, auch ungewöhnliche Arten wie Alpenkrähe, Alpenbraunelle und Krähenscharbe auf.
Serra de Monchique (103700 ha)
Im völligen Gegensatz zu oben beschriebenen Naturräumen stellt sich der etwas weiter landeinwärts befindliche langgezogene Bergrücken mit seiner höchsten Erhebung (904m), dem Foia dar.
Hier sind in der so genannten Macchia oder Garrique mit der typischen aromatischen Buschvegetation neben bekannteren Vögeln einige besondere mediterrane Vogelarten wie Samtkopfgrasmücke, Provence-Grasmücke und Weißbartgrasmücke anzutreffen.
In der höheren Region kann man die Zippammer beobachten. In größeren bewaldeten Gebieten kommen weitere „Leckerbissen“ wie Habichtsadler, Zwergadler und sogar der Uhu vor.
Doch diese Greifvögel leben alle relativ versteckt und die Beobachtung ist durch die dichte Vegetation erschwert. Meist gelingt es nur versierten Vogelkundlern unter großem Zeitaufwand und körperlichen Anstrengungen hier zum Erfolg zu kommen.
Es gehört auch eine Menge Erfahrung dazu diese Arten bei flüchtigen Anblicken sicher zu erkennen. Trotzdem sind Wanderungen für den „normalen“ Touristen in dieser Landschaftszone sehr reizvoll.
Mediterrane Pflanzen, viele mit recht starken Düften und manche schöne Fernsichten sind schon einen Besuch dieser Region wert.
Text: Dr. M. Temme