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Le Corbusier’s Farbenklaviaturen
Zur Unterstützung der polychromen Farbgestaltung, entwickelte Le Corbusier, auf Basis seiner 63 Architekturfarben, die berühmten Farbenklaviaturen – 13 verschiedene Stimmungen, jede von ihnen mit spezifischen räumlichen Wirkungen.
„Um auszuwählen, muss man sehen, worum es sich handelt,
und das Auge muss wie ein agiles Werkzeug im Dienste eines tiefen Instinktes sein.“
Le Corbusier
Unser neues Buch Die Farbenklaviaturen – Le Corbusier’s Polychromie Architecturale reproduziert Le Corbusier’s Farbenklaviaturen in authentischer Form und zitiert aus seinem Typoskript “Polychromie Architecturale – Studie von einem (übrigens in das Abenteuer der modernen Malerei verstrickten) Architekten für Architekten“.
Auf 44 Seiten präsentiert das Buch die 63 Farben auf insgesamt 13 Farbenklaviaturen und beinhaltet die zur Farbauswahl gehörenden “Brillen“ auf zwei separaten Schiebern.
Die Farbenklaviaturen von 1931
Le Corbusier´s erste Farbpalette besteht aus 43 Farbtönen, dazu entwickelte er neun Farbstimmungen mit jeweils drei stimmungsgebenden Farbnuancen sowie ausgewählten Kombinationsfarben.
Die Farbnuancen sind systematisch angeordnet, sodass die Kollektion begleitenden Brillen es ermöglichen zwei oder drei Töne auf den stimmungsgebenden Hintergrundnuancen sowie einen einzigen Ton auf zwei Hintergrundnuancen zu isolieren.
Er bezeichnet jede Stimmung mit einem Namen, der der polychromen Funktion entspricht:
Raum Himmel
Samt I Samt II
Mauer I Mauer II
Sand I Sand II
Landschaft
Drei weitere Farbenklaviaturen, ohne spezifisch definierte Farbstimmung, bezeichnet Le Corbusier als Buntscheckig I, II und III:
Buntscheckig I Buntscheckig II
Buntscheckig III
„ [...] Ich denke, dass sich mit diesen Tafeln eine grosse Vielzahl an Lösungen spontan anbieten kann.
Falls man sich durch die Fülle der von jeder Tafel offerierten 31 Aneinanderreihungen überwältigt fühlen würde,
ermöglichen es die zwei die Kollektion begleitenden Brillen entweder zwei oder drei Töne auf den Hintergrundnuancen zu isolieren.
Durch Übereinanderlegen der beiden Brillen kann man auch einen einzigen Ton auf zwei Hintergrundnuancen isolieren.
Von da an lässt sich die Auswahl definitiv präzisieren.“
Le Corbusier
Die Farbenklaviatur von 1959
Aus den 20 Farben der zweiten Kollektion entwickelte Le Corbusier eine zusätzliche Farbenklaviatur, die zahlreiche weitere Möglichkeiten der Farbkombination bietet. Mit den beiliegenden Brillen können drei oder vier Farben isoliert und aufeinander abgestimmt werden.
Alle 20 Farben von 1959 können auch harmonisch in die Stimmungen von 1931 integriert werden.
1959
Farbexpertin und -designerin Frau Dr. Hildegard Kalthegener, die auf verschiedenen Messen zum Thema Farbe referiert, arbeitet mit Le Corbusier’s Farbenklaviaturen und ist von der Farbwirkung fest überzeugt:
„Die unterschiedlichen Farbkombinationen können eine Atmosphäre schaffen, die weit über den Anspruch an bloße Funktionalität hinausreicht.
Die Polychromie Architecturale ist in ihrer Art so einzigartig, da sich immer wieder ungewöhnliche, jedoch stets harmonische Konstellationen schaffen lassen. Ich war wirklich überrascht wie vielfältig die Kombinationsmöglichkeiten mit dieser Kollektion sind.
Das Farbrepertoire Le Corbusier’s umfasst sanfte Töne sowie leuchtende, tiefe Nuancen – mit historischem, künstlerischem und assoziativem Hintergrund. Sie alle zeichnet eine innere Stimmigkeit aus, die disharmonische Kompositionen nahezu unmöglich macht.“
Farbenklaviaturen im praktischen Einsatz
Le Corbusier’s Farbenklaviaturen dienten dem Team von Les Couleurs Suisse als Basis für die Farbgestaltung im internationalen Flagship Store von KARE Design im ehemaligen Heizkraftwerk in München.
Unter praktischer Anwendung der Farbenklaviaturen wurde das Treppenhaus mit seinen über 5 Stockwerken in insgesamt 21 Farben gestaltet.
Im obersten Stockwerk beginnend finden wir:
Himmel
Die Stimmung Himmel prägen die Farben 32032 céruleéen moyen und 32033 céruleéen clair.
Zur ersten Stimmung in Le Corbusier’s Farbenklaviaturen gehören des Weiteren 32090 rouge vermillon 31, 32091 rose pâle und 32010 gris foncé. Das charakteristische 4320W le jaune vif aus der zweiten Kollektion verkörpert die gelbe Farbe der Sonne.
Samt
Die Stimmung Samt wird durch die Farbtöne 32013 gris clair 31 und 32001 blanc geschaffen.
Als Kombinationsfarben werden 32130 terre d’ombre brûlée 31 und 32101 rouge rubia eingesetzt.
Le Corbusier’s Polychromie Architecturale
Als erfahrene Expertin auf dem Gebiet der Farbgestaltung sieht Frau Dr. Kalthegener den Erfolg der Architekturfarben von Le Corbusier darin, dass sie nicht auf einen Zeitraum zugeschnitten sind:
„Nach über 80 Jahren sind die Le Corbusier Farben immer noch zeitlos in ihrer Wirkung, geradezu trendresistent!
Die Reduktion auf 63 Farben ist ein weiterer großer Vorteil, die es einem dennoch gestattet aus einer begrenzten Palette fast unzählige Möglichkeiten an spannenden Farbkombinationen zu schaffen.
Ich denke die Farben sind der gemeinsame Nenner verschiedener Aktivitäten eines Mannes der seine Kreativität nicht nur durch Architektur ausdrückte, sondern auch als Künstler mit seiner Malerei – die Brücke zwischen Malerei und Architektur ist die Polychromie Architecturale.“
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