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- Reza Daneshmir
- Catherine Spiridonoff
Mellat Park cineplex
Das Kino ist eine der populärsten Kunstformen im Iran. Seit der Islamischen Revolution 1979 hat sich das Medium „Film“ im Kinoformat stetig entwickelt und hat im Feld der kulturellen Produktion zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ein Projekt, das dieser Entwicklung Ausdruck verleiht, und zugleich der noch immer überraschend geringen Zahl an Kinosälen in den iranischen Städten entgegen wirkt, ist der Mellat Park Cineplex in Teheran, entworfen von den iranischen Architekten Catherine Spiridonoff und Reza Daneshmir.
Am südwestlichen Ende des Mellat Parks, einer der größten der etwa 800 Parks in Teheran, gelegen, fügt sich dieser neue Kinokomplex fast organisch in die Landschaft ein. Im Norden und Osten von der Grünanlage umgeben, grenzt der Bau im Süden an den mehrspurigen Niayesh Highway und im Westen an eine Sportstätte. Auf 15.000 Quadratmetern Nutzfläche sind neben vier Kinosälen, die jeweils 300 Besucher aufnehmen können, sowie einem kleinen Vorführraum mit Platz für bis zu vierzig Menschen, Ausstellungsflächen, ein Restaurant, ein Coffeeshop, ein CD- und Buchladen, Büros und Serviceeinheiten untergebracht. Maximal 2.200 Besucher kann der Komplex in Spitzenzeiten bedienen. Ausgehend von der langgezogenen Form des Baugrundstücks und des geforderten Raumprogramms entstand ein langer, geschwungener Baukörper, der durch seine Struktur im Dialog mit seiner Umgebung steht. Je zwei Kinosäle wurden im Unter- sowie im Erdgeschoss einander gegenüberliegend angeordnet und derart miteinander verbunden, dass sich die typische Neigung eines Kinosaals zu Nutzen gemacht werden konnte, und unterhalb eines, die Säle miteinander verbindenden Bogens, jeweils ein großer, überwölbter Bereich entstand. Dieser sorgt auf der Ebene des Erdgeschosses für eine Durchlässigkeit des Gebäudes und fungiert zugleich als eine überdachte, großzügige Eingangszone. Im Untergeschoss bildet sich ein ebensolcher Raum aus, der hier als Ausstellungsfläche genutzt wird. Analog dazu wurde auf der obersten Etage ein weiterer offener Bereich geschaffen, in dem sich das Restaurant befindet. Diese drei horizontalen, offenen Zonen werden durch zwei vertikale Volumen an beiden Enden des Gebäudes, in denen die Vorhallen zu den Kinosälen sowie Serviceeinheiten untergebracht sind, verbunden.
Die Eingangshalle ist eines der zentralen Motive dieser Architektur. Weder eindeutig Außen- noch Innenraum, schafft sie einen fließenden Übergang vom Park in das Innere des Komplexes. Rampen greifen an der Nordseite den Lauf der Parkwege auf und leiten die Bewegung weiter in das Gebäude. Durch die geschwungene Form des Baus variiert die Breite der einzelnen Abschnitte, was beim Entwurf des Rampensystems in einer kurvigen Wegführung resultierte. Damit nähert sie sich der realen topologischen Situation im Park an, und die Idee des fließenden Übergangs zwischen Innen und Aussen wird unterstützt. Das Tragsystem wurde in Stahl und Beton ausgeführt und so konzipiert, dass alle Konstruktionselemente sichtbar sind. Wo sie etwa geschwungene Innenwände bilden, wurden sie teilweise texturiert. Die horizontalen Flächen sind mit farbigen Kunst- steinplatten verkleidet, eine Farbe pro Geschoss. An der Fassade, an den vertikalen Volumen an den Gebäudeenden sowie an den abgehängten Decken kamen Stahlplatten zum Einsatz, die in einem speziellen manuellen Verfahren vorbereitet wurden.
Transparenz
Die Glasfassade verleiht dem Gebäude eine zurückhaltende Eleganz und öffnet den Bau durch ihre Transparenz einmal mehr gegenüber dem Park und erlaubt auch auf dieser Ebene eine Verbindung zum Außenraum. Das subtile Design des Fassadensystems CW 50 von Reynaers Aluminium fügte sich hier hervorragend in den Entwurf und unterstreicht angenehm den leichten Charakter des Baus. Das Brise Soleil System BS 100 lässt sich mit dem angewendeten Fassadensystem kombinieren und betont zudem dezent die horizontale Gliederung der Fassade. Bei diesem Projekt wurde allerdings eine spezielle Lösung entwickelt, die die Anpassung der Lamellen in einen gewünschten Neigungswinkel ermöglicht. Bei der Montage wurde ein eigens angefertigtes Verbindungsstück verwendet.
Involved stakeholders
Architekt
- Reza Daneshmir
- Catherine Spiridonoff
Verarbeiter
- Fan Avar Bana Tacim
Fotograf
- Ali Daghigh
- Afsin Ghaderpanah
Andere Interessenvertreter
- Nikan Niroo Co. (Investors)