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Ende Juni waren DNA-Tests angeordnet worden, weil die 61-jährige Wahrsagerin Pilar Abel Martínez seit Jahren behauptet, die einzige Tochter des 1989 verstorbenen Malers zu sein. Ergebnisse würden in wenigen Wochen erwartet, sagte Abels Anwalt Enrique Blánquez.
Die DNA-Proben wurden direkt aus dem Sarg in dem Museum in Katalonien entnommen und sollten anschliessend zur Untersuchung nach Madrid geschickt werden. Teile des Museums wurden am Donnerstag abgeschirmt, um zu verhindern, dass Drohnen Fotos von der Exhumierung machen. Auch zahlreiche Schaulustige hatten sich dort versammelt.
Die Salvador-Dalí-Stiftung war erfolglos gegen die Entscheidung einer Richterin vorgegangen, die bereits Ende Juni die DNA-Tests angeordnet hatte. Abel hatte schon vor mehreren Jahren einen Antrag auf einen Vaterschaftstest eingereicht. Ihren Angaben zufolge hatte ihre Mutter eine Liebschaft mit dem Künstler.
Die Dalí-Stiftung zweifelt an den Angaben der Frau. Sollte sich die Vaterschaft bestätigen, könnte Abel rechtliche Schritte unternehmen, um ihren Anteil am beträchtlichen Erbe des Künstlers zu erstreiten.
Abels Angaben zufolge erzählte ihre Grossmutter ihr, als sie sieben oder acht Jahre alt war, erstmals von ihrem berühmten Vater. Ihre Mutter soll die Geschichte später bestätigt haben. Nach der Beziehung mit Dalí hätte sie einen anderen Mann geheiratet und kurz darauf Abel zur Welt gebracht.
Das Erbe Dalís wurde in seinem Todesjahr 1989 auf 136 Millionen Dollar geschätzt und dürfte seither deutlich gestiegen sein. Aktuell gehört das gesamte Erbe dem spanischen Staat und wird von der Dalí-Stiftung verwaltet. Abel könnte als einzige Tochter Dalís mindestens ein Viertel davon erstreiten.
Der Surrealist Dalí wurde 1904 in Figueres geboren und starb dort im Alter von 84 Jahren. Seine Ehefrau, die "Gala" genannte Russin Elena Iwanowa Diakonowa, war jahrzehntelang als Muse an seiner Seite. Kinder hatte das Paar keine.
(SDA)