Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03230.jsonl.gz/1374

Azol-Fungizide mit der gleichen Wirkungsweise wie in der Landwirtschaft werden in der Humanmedizin eingesetzt, um Infektionen mit Hefen und Schimmelpilzen zu bekämpfen, zum Beispiel den Hefepilz «Candida albicans», der in der weiblichen Scheide überhandnehmen kann. Azol-Fungizide werden teilweise auch kosmetischen Mitteln – etwa in Antischuppen-Schampos oder als Konservierungsmittel – beigemischt. Nun ist erwiesen, dass es auch bei den Pilzinfektions-Erregern des Menschen zunehmende Resistenzen gibt und es werden drei Hypothesen diskutiert, wie sie entstehen könnten:
1) Die Resistenzen werden durch den Verzehr von landwirtschaftlichen Produkten, die (geringe) Azol- Rückstände aufweisen, verursacht.
2) Die Resistenzen werden durch den direkten oder indirekten Kontakt der Menschen mit Azol-resistenten Pilzen in der Landwirtschaft (Obst, Gemüse und andere landwirtschaftliche Produkte) verursacht.
3) Die Resistenzen werden durch den direkten oder indirekten Kontakt der Menschen mit Nutztieren verursacht. Pilzinfektionen bei Kühen und Rindern sind ein bekanntes Problem. Azol-resistente Pilze könnten über Milch, Fleisch oder über Hautkontakt übertragen werden.
Weltweit ist eine Zunahme schwerer Pilzinfektionen zu beobachten, werden wir sie in Zukunft noch wirksam behandeln können?
Quelle: Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin BgVV, «Problematik der Entwicklung von Resistenzen humaner Mykosen gegenüber AzolAntimykotika und eventueller Wechselwirkungen mit den als Fungizid eingesetzten Pflanzenschutzmitteln», Bericht des BgVV vom 7.6.2001