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Schweizer Parlamentarier in Polen (12.–15. Mai 2013)
Medienmitteilung der Schweizer Botschaft in Polen
Vom 12. bis 15. Mai 2013 besuchen acht Mitglieder der Aussenpolitischen Kommission des Schweizer Nationalrates Polen. Angeführt wird die Delegation vom Präsidenten der Kommission, Nationalrat Andreas Aebi. Am 12. Mai kommt die Delegation in Krakau an, wo sie vom Woiwoden von Kleinpolen, Jerzy Miller, begrüsst wird.
Am 13. Mai wird die Delegation Projekte des Schweizer Erweiterungsbeitrags für Polen in der Region Krakau besichtigen. Es handelt sich um ein Projekt für die Renaturierung des Raba-Flusses sowie ein Programm für erneuerbare Energie im Bezirk Suski. Im Rahmen des schweizerischen Erweiterungsbeitrages wurden in Polen 58 Projekte und Programme im Umfang von rund 465 Millionen CHF genehmigt. Am Nachmittag besuchen die Parlamentarier die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Vergangene Woche hat die Schweiz bekanntgegeben, sie werde ihren Beitrag an die Auschwitz-Birkenau-Stiftung um 1 Million Euro erhöhen.
Am 14. Mai stehen mehrere offizielle Gespräche auf dem Programm. Die Schweizer Parlamentarier treffen sich u.a. mit dem Präsidenten der Aussenpolitischen Kommission des Sejms, Herrn Grzegorz Schetyna, mit der Vizemarschallin des Sejms, Frau Wanda Nowicka, mit der Freundschaftsgruppe Polen/Schweiz des Sejms sowie mit Staatssekretär Władysław Bartoszewski. Themen der Gespräche sind u.a. die bilateralen Beziehungen, die Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten sowie die Europapolitik der Schweiz und Polens.
Polen hat in den letzten Jahren für die Schweiz wirtschaftlich, aber auch politisch deutlich an Gewicht gewonnen. Die bilateralen Beziehungen sind gut, und die gegenseitigen Kontakte haben sich in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert. Im Herbst 2012 wurde Präsident Komorowski in der Schweiz zu einem Staatsbesuch empfangen. Polen ist ein wichtiger Handelspartner der Schweiz. Mit einem aggregierten Handelsvolumen von 3,4 Milliarden Franken (2012) kommt Polen als Handelspartner ein ähnlicher Stellenwert zu wie z.B. Russland, Brasilien oder der Türkei. Gemäss der Schweizerischen Nationalbank betrug der Kapitalbestand schweizerischer Direktinvestitionen in Polen per Ende 2011 5,3 Milliarden Franken. Eng ist die Zusammenarbeit zudem im Rahmen der gemeinsamen Stimmrechtsgruppe der Bretton-Woods-Institutionen (Internationaler Währungsfonds, Weltbank).
Obwohl die Schweiz und Polen keine Nachbarländer sind, bestehen starke historische Verbindungen zwischen den beiden Ländern. Der polnische Nationalheld Tadeusz Kościuszko verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz und starb 1817 in Solothurn. Das im Jahre 1868 gegründete Polen-Museum in Rapperswil ist ein Symbol erster Güte des polnischen Kampfs für Freiheit und Unabhängigkeit und der schweizerisch-polnischen Freundschaft. Zwei Präsidenten der Zweiten Polnischen Republik, Gabriel Narutowicz und Ignacy Mościcki, waren auch Schweizer Bürger und hatten lange in der Schweiz gelebt und gewirkt. Auch Ignacy Jan Paderewski war bekanntlich eng mit der Schweiz verbunden, ebenso der Literaturnobelpreisträger Henryk Sienkiewicz. Mehr als 13‘000 polnische Soldaten wurden während des 2. Weltkriegs in der Schweiz interniert. Viele von ihnen konnten in der Schweiz einen Lehr- oder Studienabschluss machen.