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aber bald wieder an das Kloster zurück, da es die Johanniter gegen die
Insel Mainau umtauschten. Es diente nun den Aebten
vielfach als beliebter Feriensitz. Zur Zeit des Konziles zu Konstanz gehörte es 1417 der Familie derer von
Alt Landenberg,
die es während langer Zeit ihr Eigen nannten. Bei Anlass von Reparaturen ging das
Schloss durch die Unvorsichtigkeit
eines Schreiners 1830 in Flammen auf und wurde seither nicht wieder aufgebaut. Den umliegenden
Wald hat man durch Anlage von
Wegen und Ruhebänken in einen Naturpark umgewandelt, wie man auch auf dem
Platz vor der Ruine eine Terrasse erstellt hat,
von der aus man die prachtvolle Aussicht bequem geniessen kann.
nach SW. erstreckt er sich bis auf den Gipfel
des
Catscharauls und nach SO. breitet er sich als steiles Firnfeld, das von Felsbändern durchbrochen wird, über den NW.-Abhang
des
Tödi aus.
Der Klein
Tödi steigt am S.-Rand als kühn aufragender Felszahn aus seinem
Eise auf. Im W. hängt der Sandfirn
durch den Gletscherpass Planura mit den gewaltigen Eisfeldern des Hüfifirns und des
Claridenfirns zusammen.
Die ziemlich flache, gegen Obersand gerichtete N.-Abdachung ist mit
dem
Sandfirn bedeckt, während der steilere, ins
Val Rusein abfallende S.-Abhang aus Felsbändern,
Schutt- und Rasenhalden gebildet
ist.
Der
Sandalppass überschreitet den Sandgrat in zwei Einschnitten, die ö. und w. vom Punkt 2820 m liegen.
Der Sandhubel besteht zum grössten Teil aus trümmerigem bis sandsteinartigem Verrucano, der ringsum in verkehrter Lagerung
den Triasgliedern (alpinem Muschelkalk, Arlberg- und Hauptdolomit) aufruht; gegen die
Spitze findet sich eine ansehnliche
Masse von grünrötlichem Quarzporphyr, ähnlich dem Gestein bei
Bellaluna und an der
Maienfelder Furka
zwischen
Arosa und
Davos. In der Umgebung des Sandhubels findet man silberschüssigen Bleiglanz, und zwar am
SW.-Grat unterhalb
des Punktes 2790 m, am Berghang Murterus über der ersten hohen Felsenterrasse rechts des
Welschtobels (im Hauptdolomit),
in der Gegend des
«Häfeli» sw. vom Gurgalunthälchen (Spuren eines alten Bergbaues im Muschelkalk) und
endlich auch im Bleiberg nw. der
Schmittener Alp.
Von hier aus prachtvoller Blick auf die Dent Blanche, das Matterhorn, die Dent d'Hérens und den Stock der
Ruinette, während man noch etwas höher oben die WalliserAlpen vom Simplon bis zum Mont Blanc überschaut. In der Nähe die
Alphütten von Zanfleuron. Von hier aus erreicht der Saumpfad mit mässiger Steigung in 1½ Stunden die
durch ein grosses Kreuz markierte Passhöhe. Abstieg über den weiten Alpkessel des Kreuzbodens (oder Montagne du Sanetsch)
und dann, nach Ueberschreiten der hier nicht der Wasserscheide folgenden Kantonsgrenze gegen Bern
(2002 m), mit zahlreichen Zickzacks
(die an den Gemmiweg erinnern) auf sehr gut unterhaltenem Weg steil hinunter in den Rothengraben und
weiterhin nach Gsteig (9½ Stunden von Sitten), von wo man auf guter Strasse in weitern 2½ Stunden nach Saanen gelangt.
Der Sanetsch (ursprünglich Saanenetzsch, von etzsch, atz, atzung = Alpweide) ist einer der interessantesten Passübergänge
der Alpen, wird aber von den Touristen noch nicht genügend gewürdigt. Von der Passhöhe hat man eine
prachtvolle Aussicht auf den Zanfleurongletscher und die Gruppe der Diablerets. Den Pass benutzen besonders die Bewohner der
Terrasse von Savièse, die das in den Umgebungen von Sitten gedeihende Frühobst und Frühgemüse über ihn nach Saanen und
ins Thal der Ormonts tragen und um einen Verdienst von 4-5 Fr. schwer beladen oft 20-21 Stunden unterwegs
sind.
Der kaum mehr gebräuchliche französische Name Senin für den Sanetschpass leitet sich von der urkundlichen Form Sanona (11.
Jahrhundert) für die Saane her. 1234: Senenz; 1379: Senens. Der Pass ist ohne Zweifel schon im frühen Mittelalter als Verkehrsweg
benutzt worden, obwohl man urkundliche Beweise für diese Annahme bis heute noch nicht aufgefunden hat.
Auf jeden Fall ist er aber im 14. und 15. Jahrhundert wiederholt von Truppen überschritten worden. So nahm diesen Weg 1388 eine
Truppenabteilung, die das gegen die Ober Walliser marschierende Heer des Grafen Rudolf von Greierz verstärkte.
Bei
Visp wurde aber dieses Heer trotz tapferster Haltung der Saanenleute am 20. Dezember desselben Jahres in die Flucht geschlagen.
Als sich die sieben obern Walliser Zehnten gegen Witschard von Raron erhoben, suchte dieser Hilfe bei den Bernern, die dann
wirklich 1418 über den Sanetsch zogen und die Stadt Sitten in Asche legten. 1475 eilten 3000 Berner und
Solothurner über den Pass, um den von Savoyen angegriffenen Ober Wallisern Hilfe zu leisten und mit ihnen zusammen den Feind
auf der Planta bei Sitten am 13. November dieses Jahres so gründlich aufs Haupt zu schlagen, dass er 200 Edelleute, über 1000 Soldaten, 200 Pferde
und 5 Panner auf der Wahlstatt liess.
Der Sanetschpass wird dann später auch von Sebastian Münster 1544 und von Stumpf 1548 als bekannter Uebergang erwähnt.
Beim Aufstieg von Gsteig auf den Pass sieht man an der zur Wildhorngruppe gehörenden Felswand mehrere Faltenumbiegungen des
Urgon und Nummulitenkalkes. Weiter oben erreicht man das Neocom und eine dünne Schicht von Urgon, worauf
sich auf der Passhöhe wieder Nummulitenkalk zeigt, der die ganze, die Unterlage des Zanfleurongletschers bildende weite
Urgonfläche überlagert. Dieses Urgon gehört der Diableretsfalte an, während die tiefer unten auftretenden Schichten Glieder
der Wildhorn-Wildstrubeldecke sind. Nirgends kann man die Ueberlagerung zweier Ueberfaltungsdecken schöner
beobachten und gleichsam mit den Händen greifen. Die Urgon- und Nummulitenkalkflächen sind von der chemischen Erosion an
manchen Stellen zu grossen Karrenfeldern umgestaltet worden.