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Menschen mit Macht legen an andere oft einen viel höheren moralischen Massstab an als an sich selbst.
Dies glauben Forscher der Northwestern University in Evanston, USA, in einem Experiment mit Freiwilligen herausgefunden zu haben. Sie liessen die Probanden verschiedene Rollen einnehmen und moralische Fragestellungen bewerten. So mussten sie beispielsweise als Premierminister oder Beamter Verkehrsverstösse, Steuerbetrug oder Diebstahl und mögliche Sanktionen für die Vergehen beurteilen. Je mehr Macht die Teilnehmer besassen, desto strenger stuften sie die Überschreitungen anderer ein und desto milder die eigenen. Dies traf umso stärker zu, je mehr sie ihre Machtposition als gerechtfertigt ansahen. Waren sie hingegen der Meinung, dass sie ihre Stellung unverdient innehatten, urteilten sie über sich selber durchschnittlich sogar strenger als über andere.
Foto: Karsten Thielker