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Der Unternehmer und Vizepräsident der ZSC Lions, Peter Spuhler, ist begeistert von den Olympia-Plänen. Will sich der alt Nationalrat als Botschafter für Olympische Winterspiele 2026 in Sion engagieren?
Am Donnerstag tauchte Peter Spuhler unvermittelt im Bundeshaus auf. Völlig überraschend war sein Kurzauftritt aber nicht. Er weilte aus geschäftlichen Gründen in Bern. Am Mittwoch wurde er im Hotel Bellevue gesichtet, wo zur gleichen Zeit Evo Morales logierte. Der Präsident Boliviens plant den «Treno bioceánico», der auf 3750 Kilometern Atlantik mit Pazifik verbinden soll. Dafür unterschrieben Morales und Bundespräsidentin Doris Leuthard ein Memorandum of Understanding.
In diesem Kontext durfte Bahnbauer Spuhler nicht fehlen. Auch wenn er ab dem 1. Januar 2018 kürzertritt. Dann zieht er sich als operativer Chef der Stadler Rail zurück und konzentriert sich auf die strategischen Aufgaben als Präsident des Verwaltungsrats – wie etwa der Akquirierung von Aufträgen in Südamerika.
Hat er damit mehr Zeit – um sich zum Beispiel als Botschafter für Olympische Winterspiele 2026 in Sion zu engagieren? «Ich würde mir das sicher positiv überlegen», sagt Spuhler dazu. «Ich müsste sehen, mit welchem Engagement eine solche Rolle verbunden wäre.» Bislang sei «noch keine Anfrage» gekommen.
Mit seinem SVP-Parteikollegen und Nationalrat Jürg Stahl, der als Präsident von Swiss Olympic neu auch Präsident des Organisationskomitees der Kandidatur «Sion 2026» ist, verbinden ihn viele Erinnerungen, wie er sagt: «Wir wurden 1999 gleichzeitig in den Nationalrat gewählt und er sass 13 Jahre lang vor mir. Wenn er mich als Botschafter gebrauchen kann, würde ich mir das sicher überlegen.» Auf die Bemerkung, das höre sich wie eine Zusage an, erwidert Spuhler: «Nein, noch nicht.»
Klar ist: Spuhler unterstützt den Versuch, die Winterspiele von 2026 in die Schweiz zu holen. «Es wäre toll, wenn die Schweiz 2026, 78 Jahre nach den Winterspielen von St. Moritz 1948, die Gelegenheit hätte, diesen Grossanlass erneut zu organisieren», sagt er. «Es würde der Schweiz guttun, wieder mal einen Anschub zu erhalten. Als Vizepräsident der ZSC Lions kann ich diese Pläne nur unterstützen.» Das dezentrale Konzept der Spiele, das auf bestehende Infrastrukturen zurückgreife, sei «eine gute Sache».
Sportminister Guy Parmelin freut sich über die Aussagen seines SVP-Parteikollegen. «Peter Spuhler ist ein Name», sagt er auf die Frage, wer Olympia-Botschafter werden sollte. «Ich las auch von Pirmin Zurbriggen und von Roger Federer. Man sollte sie kontaktieren und überzeugen.» Es sei für alle Projekte wichtig, dass sie von Ikonen oder Botschaftern getragen würden. Sie anzufragen sei aber nicht Aufgabe des Bundes. Das liege in der Kompetenz der Organisatoren und Kantone.
Jürg Stahl selbst betont, er sei erst eine Woche im Amt als Präsident von «Sion 2026». «Aber ich habe bereits eine Liste von Namen aus allen Bereichen», sagt er. «Für ein so gutes Projekt brauchen wir die besten Botschafter. Wir haben sehr gute Leute.» Für Finanzminister Ueli Maurer, den zweiten SVP-Bundesrat, ist harte Arbeit gefragt. «Die nächsten wichtigen Schritte sind die Volksabstimmungen im Wallis und in Bern», sagt Maurer – und fragt sich: «Reagieren die Walliser und Berner Bevölkerungen auf Aushängeschilder oder auf Fakten?» Seine Antwort: «Wohl eher auf Fakten. Sie sind jetzt wichtig.»
Sportminister Guy Parmelin beurteilt die Ausgangslage innenpolitisch als besser, seit das Internationale Olympische Komitee (IOC) Russland wegen Doping-Vergehen für die Winterspiele 2018 gesperrt hat. Der Rapport von alt Bundesrat Samuel Schmid beeindruckte ihn. «Er ist sehr hart, macht keine Kompromisse, legt alles auf den Tisch. Und das IOC hat Massnahmen ergriffen.» Das beweise, dass das IOC mit Präsident Thomas Bach eine grosse Umkehr vollführe. «Die Agenda 2020 ist Bestandteil davon, und mit ihr sind es bescheidenere Spiele. Diese Botschaft müssen wir nun unter die Leute bringen.»
Hier nimmt Parmelin die Sportler in die Pflicht. Von ihnen höre man wenig. «Sie sollten sich jetzt mobilisieren.» Die erste Abstimmung finde wohl im Wallis statt. Das Projekt sei in der Vernehmlassung. Parmelin sagt: «Um es in den Worten eines Chefs des Verteidigungsdepartements zu sagen: Jetzt herrscht Generalmobilmachung für Olympische Winterspiele.»
Eine Art «Generalmobilmachung» hatte auch Peter Spuhler nach Bern geführt. Für ihn geht es darum, dass einst Stadler-Zugkompositionen die Strecke des «Treno bioceánico» befahren, die Atlantik mit Pazifik verbindet. Im Interview mit dem «SonntagsBlick» sagt Boliviens Infrastrukturminister Milton Claros, die Regierung analysiere gerade, «ob wir von Stadler Züge kaufen oder von jemand anderem». Stadler Rail habe sein Interesse angemeldet. (aargauerzeitung.ch)