Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03473.jsonl.gz/1570

Das Gebot der Stunde sei jedoch, auf Befindlichkeiten der amerikanischen Behörden einzugehen. "Wir werden die Sensibilität des Themas auf der politischen Ebene künftig noch stärker berücksichtigen." Das amerikanische Komitee für Auslandsinvestitionen (CFIUS) hatte im Februar den Erwerb von Wolfspeed durch den deutschen Halbleiterkonzern wegen Sicherheitsbedenken gestoppt. Mikroelektronik, in dem sich Wolfspeed bewegt, wird als strategisch wichtige Industrie, auch mit Blick auf sicherheitsrelevante Bereiche betrachtet. Wolfspeed fertigt anspruchsvolle, hochspezialisierte Chips aus besonderen Materialien. Wegen des Vetos zog der Eigentümer Cree den Verkauf des Herstellers mit einem Umsatz von knapp 200 Millionen Dollar zum Preis von 850 Millionen Dollar zurück.
Aus der Ruhe lässt sich Ploss deswegen nicht bringen. "Es gibt durchaus Unternehmen, die für uns interessant wären und bei denen wir den Eindruck haben, dass die Politik hier keine sensiblen Themen berührt sehen würde." Es sind nach wie vor nicht die grossen Brocken, auf die Infineon aus ist. "Wir haben vor, uns vor allem ergänzend, nicht in der Breite zu verstärken."
Akquisitionen dürften sich nur in Amerika abspielen. "Zukäufe in Asien erscheinen mir weniger realistisch", sagte Ploss. "In Taiwan könnte es allenfalls kleinere Gelegenheiten geben, wobei dort die Dynamik nicht so gross ist." Der grösste Markt für Infineon ist ohnehin Aussen vor: "In China wird sich auf absehbare Zeit nichts tun, werden Übernahmen von aussen nicht möglich sein - wobei wir derzeit auch keine interessanten Ziele sehen würden."/he
(AWP)