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Wie im letzen Beitrag versprochen 😉
Wirft man einen Blick in die neue Chronicle of Higher Education, findet man gleich auf der ersten Seite einen Bericht über Plagiat. Anlass waren Ergebnisse einer groß angelegten Studie – The Citation Project. Es untersuchte national 147 Paper aus 16 Colleges und Universitäten hinsichtlich der Zitation. Hier ein paar Zahlen (Quelle: Chronicle of Higher Education, A 14, eig. Übersetzung):
- 46% aller Zitationen, die Studierende machen, sind von der ersten Seite einer Publikation, 23% von der zweiten Seite
- 77% aller Zitationen sind von den ersten drei Seiten einer Quelle, egal, ob diese Quelle 3 oder 400 Seiten umfasst
- 9% aller Zitationen sind bis Seite 8 einer Quelle oder davor.
Von den 1911 Quellen, die Studierende nutzten, waren 4% kopiert und zitiert aber nicht als Zitat einer Quelle vermerkt, 42% waren kopiert und als Quelle markiert, 16% waren „patchwritten“, 32% paraphrasiert und 6% zusammengefasst. „They pull „killer quotes“ rather than engage with the overall argument“. Der Artikel um diese Quelle schildert dann verschiedene Möglichkeiten, mit Plagiaten im Unterricht umzugehen; von angemessenen Aufgabenstellungen bis hin zum Bereitstellen von Plagiatssoftware auch für Studierende, wie es hier in Deutschland beispielsweise durch Eleonora Kohl (Quelle) gemacht wird. So lautet die Werbung dann auch für diesen Service: „for a base price of 7 Dollar per paper, students can vet ther work against the same databases professors use with Turnitin“ (S. A13).
Ich muss sagen, ich finde dieses Vorgehen immer noch gewöhnungsbedürftig. Klar, kann es als Anreiz genommen werden, zusammen über Zitation zu sprechen, aber wenn Studierende ein Paper so lange bearbeiten können, bis die Software es nicht mehr anzeigt, finde ich es mehr als fraglich. Schliesslich geht es m.E. nach beim wissenschaftlichen Schreiben um einen Prozess, der von der Idee und der Argumentation her kommt, und nicht vom Umschreiben für eine Software gesteuert werden sollte. So streicht auch der Artikel heraus: „Using Turnitin, students work on a paper until it is „in their own words, or in quotation, or cited.“ So schlägt auch die Autorin des oben genannten Forschungsprojekts vor: „Professors should focus more on starting the research process collaboratively with students, she says. They should select a few complex sources and explore them with the whole class“ (A14).
Eine Tatsache zeichnet aber die amerikanische Diskussion im Gegensatz zur deutschen aus: Professoren scheinen Facebook und Twitter als Quelle zu genehmigen (vgl. A 14, Zitation von Twitter mit RT für retweet), und im Artikel werden viele Blogpostings von Professorinnen und Professoren erwähnt – hier herrscht in Deutschland doch eine andere Kultur vor 😉