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Die Tschechin Pliskova dominierte den ersten Satz gegen die 34-jährige Williams deutlich, ehe sich die Amerikanerin steigerte. Nachdem sie ihren Aufschlag zum 2:3 abgegeben hatte, gelang ihr postwendend das erste Break zum Ausgleich. Auch im Tiebreak gab die 24-jährige Tschechin zunächst eine 3:0-Führung preis. Bei 5:6 unterlief Williams dann aber ein Doppelfehler beim ersten Matchball Pliskovas.
Die aktuelle Nummer 11 der Welt, die sich mindestens auf Platz 6 verbessern wird, war zuvor bei Grand-Slam-Turnieren noch nie über die 3. Runde hinausgekommen. Völlig aus heiterem Himmel kommt der Erfolg aber nicht. Zwei Wochen vor dem US Open hatte die beste Aufschlägerin der WTA Tour das glänzend besetzte Premier-Turnier in Cincinnati mit einem Finalsieg gegen Angelique Kerber gewonnen.
Williams nicht mehr Nummer 1
Die Niederlage bedeutet auch, dass Williams am kommenden Montag erstmals seit Februar 2013 nicht mehr die Nummer 1 des WTA-Rankings sein wird. Mit 186 Wochen teilt sie sich damit den Rekord der längsten Zeit an der Spitze ohne Unterbruch mit Steffi Graf. Williams wird durch Kerber abgelöst, die den Sprung an die Spitze in Cincinnati noch verpasst hatte. Die deutsche Siegerin des Australian Open zeigte mit der Gewissheit ihres Aufstiegs an die Spitze im Rücken gegen die Dänin Caroline Wozniacki sehr überzeugend und gewann sicher 6:4, 6:3. «Das ist einfach unglaublich», freute sich Kerber. «Es ist ein grossartiger Tag. Hier zum ersten Mal im Final zu stehen und die Nummer 1 der Welt zu sein, klingt toll.»
Fokus nicht immer auf dem Spiel
Nur 24 Stunden nach ihrem kräftezehrenden Dreisatz-Sieg im Viertelfinal gegen Simona Halep machte Williams einen müden und nicht ganz fitten Eindruck. Zeitweile fasste sie sich an den Oberschenkel und hinkte ganz leicht. «Mein Knie schmerzt seit dem Spiel in der 2. oder 3. Runde», erklärte die Amerikanerin, die bereits im letzten Jahr im Halbfinal gegen eine Spielerin ausserhalb der Top Ten – Nummer 43 Roberta Vinci – verloren hatte. Es sei vor allem mental schwierig, weil der Fokus nicht immer auf dem Spiel sei. «Ich war sicher nicht bei 100 Prozent, aber wenn Karolina etwas schlechter gespielt hätte, hätte ich trotzdem gewinnen können.» Müdigkeit habe aber mit Sicherheit keine Rolle gespielt. «Wenn ich nicht zwei Partien in 24 Stunden spielen könnte, hätte ich auf der WTA Tour nichts verloren», machte sie klar.
Auf Augenhöhe mit Steffi Graf
Neben den kontinuierlichen Wochen als Nummer 1 bleibt Williams in einer zweiten wichtigen Kategorie auf gleicher Höhe mit Steffi Graf. Wie die deutsche Legende hat sie seit dem Triumph in Wimbledon 22 Einzeltitel auf ihrem Konto. Pliskova hingegen gehört neu zu einer sehr elitären Gruppe von Spielerinnen. Sie ist nach Martina Hingis, Justine Henin und Kim Clijsters erst die vierte, die am gleichen Grand-Slam-Turnier Venus und Serena Williams bezwungen hat.
(SDA)