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Wärmeinseleffekt
Die Anhäufung von sehr heissen Sommern in den letzten 20 Jahren hat die Unannehmlichkeiten der Hitze in den Städten zum Vorschein gebracht. Früher eher als belanglose Besonderheit am Rande bemerkt, zeigt sich, dass die Temperaturentwicklung in den Städten eine grosse Herausforderung für die Stadtplanung und die Architektur sind.
An sonnigen und warmen Sommertagen werden Mauern und Siedlungsflächen mit versiegelten Flächen tagsüber stärker erwärmt als Grünflächen. Der Grund liegt darin, dass die Beton-, Mauern- und Teerflächen die Wärme speichern. Auf Wiesen und Wäldern wird die Wärme zumindest teilweise zum Verdampfen des Wassers benutzt (Evapotranspiration), sodass die Temperatur auf Grünflächen weniger ansteigt als in den Städten.
In der Nacht strahlen die städtischen versiegelten Flächen die gespeicherte Wärme wieder ab und wärmen damit die Umgebungsluft. Damit sinkt die Temperatur in den Städten langsamer als in der grünen Umgebung. Das Ergebnis dieses unterschiedlichen Wärmehaushalts zwischen Stadt- und Landflächen wird «Wärmeinseleffekt» oder «Hitzeinseleffekt» bezeichnet. Im Vergleich mit den Langebieten liegt die Temperatur in der urbanen Umgebung im Schnitt 4 bis 6 Grad höher.
Der Wärmeinseleffekt wirkt sich je nach Gebäude (Isolation, Baumaterial, Lage) sehr unterschiedlich aus. Je besser die Isolation eines Gebäudes ist, desto weniger wirkt sich die Hitze aus. Zudem können bereits einzelne Bäume in der unmittelbaren Nähe eines Gebäudes einen starken abschwächenden Einfluss auf die Hitze haben.
Bei der Entwicklung der Klimaszenarien CH2018 hat MeteoSchweiz zusammen mit weiteren Partnern (Baudirektion des Kantons Zürich, das Bundesamt für Umwelt (BAFU), den Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) und die Hochschule Luzern (HSLU)) wichtige Grundlagen für die zukünftige Anpassung an den Klimawandel erarbeitet.
Im Gegensatz zu den Städten sind die typischen Schweizer Mischwälder in diesen Hitzephasen echte thermische Oase, in welchen die Temperatur im Sommer deutlich tiefer als in den Städten oder sogar auf offenen Grünflächen liegen.
Weitere Informationen:
Klimaszenarien CH2018
Hitzeinseln (Schweizerischer Städteverband)