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In der Legende «Bischof vo Chom» oder «Bischof ohne Namen» wird über einen heiligen Bischof berichtet, der um das Jahr 1000 unterwegs auf einer Pilgerreise nach Rom war und in Cham verstorben ist. Der Bischof wird in Cham zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert von Gläubigen stark verehrt und die Zuger Stadt wurde dadurch zu einem kleinen Wallfahrtsort. Ein Sarkophag erinnert bis heute an den Bischof.
In der Kirche St. Jakob in Cham liegt in einer Nische, dem sogenannten Bischofsaltar, ein Sarkophag. Das Bildnis eines Bischofs mit goldenem Stab ziert den Deckel des Sarkophags. Blumen sind aufgestellt und ein Buch für Bittschriften ist aufgeschlagen. Zahlreiche Fotos von Kindern und Kinderzeichnungen liegen auf dem Sarkophag oder dem Seitenaltar.
Die Legende erzählt, dass um das Jahr 1000 ein frommer Bischof mit seinem Diener oder Helfer von Holland herkommend nach Einsiedeln gepilgert sei. Auf dem Rückweg hat er in Cham einen Zwischenhalt eingelegt. Seine Reise hätte ihn über Rom bis nach Spanien führen sollen.
Grab wird zum Wallfahrtsort
Die Reise war anstrengend, so wollte sich «De Bischof vo Chom» ausruhen. Der Bischof war gesundheitlich sehr angeschlagen, er habe an einer bösen Krankheit, wahrscheinlich Schwindsucht (Tuberkulose), gelitten. Dies hat ihn wohl dazu bewogen, länger als geplant in Cham zu bleiben.
Während seines Aufenthaltes in Cham hat der pflichtbewusste Kirchenmann täglich die Messe gelesen. Eines Morgens ist er aufgestanden, hat sein Messgewand angezogen und die Messe vorbereitet, so wie er es während seines ganzen Aufenthaltes gehalten hatte. Während der Messe, als er das Wasser für die Gläubigen segnete, ist er auf den Stufen des Altars ohnmächtig zusammengesunken.
Sofort kamen ihm alle Anwesenden zu Hilfe, aber alle Versuche, ihn wiederzubeleben, waren zwecklos. Er verstarb noch auf der Treppe zum Altar in seinem Messgewand. Die frommen Chamer haben ihn dann in der Kirche zur letzten Ruhe gebettet. Danach wurde sein Grab ein Wallfahrtsort und das Messgewand sei heute noch erhalten. Seither wird der «Bischof ohne Namen» angebetet. Die Leute bringen die Hemden ihrer kranken Kinder in die Kirche und bitten um Hilfe.
Archäologische Untersuchungen
Aus einer Broschüre ist zu entnehmen, dass ein Sarkophag bereits in der alten St.Andreas-Kapelle gestanden haben soll. Die Bischofsdarstellung ist im Stil des 13. Jahrhunderts gehalten und wurde im 17. Jahrhundert als Kopie des Originals gefertigt. Nach dem Bau der ersten Kirche wurde der Sarkophag von der St.Andreas-Kapelle in die Kirche überführt und ein weiteres Mal wurde das Steingrab beim Bau der jetzigen Kirche verschoben.
Er wurde verschiedenen Male geöffnet, um archäologische Untersuchungen zu machen. Dabei wurde festgestellt, dass darin die Gebeine von zwei Erwachsenen Menschen und mindestens zwei Kleinkindern liegen.
Hilfe für kranke Kinder
Die Legende wurde 1635 vom damaligen Pfarrer, Bartholomäus Keiser, dem Karthäusermönch, Heinrich Murer, erzählt, dieser schrieb die Erzählung nieder. Auch der bekannte Baarer Ratsherr, Ammann und Chronist, Jakob Andermatt, vermerkte in seinem Tagebuch 1642, wie er mit seinem gerade mal 14 Monate alten kranken Kind das Grab des Bischofs besucht hatte.
Bis in die 1970er Jahre wurden Kinderhemden in die Pfarrkirche nach Cham geschickt, mit der Bitte, diese auf das Grab des Bischofs zu legen und diese zu segnen. Auch heute noch bitten die Menschen den «Bischof vo Chom» um Hilfe, bei Kinderkrankheiten oder Problemen in der Partnerschaft oder Familie. Statt Kleidungsstücke oder Hemden werden heute Bilder und Fotos niedergelegt.
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