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Mädesüss
Filipendula ulmaria
Familie der Rosengewächse, Rosaceae
Mädesüss in der Theorie
Botanisches Wissen
Das Mädesüss, oder auch Spierstaude genannt, wächst gerne entlang von Bachläufen. Ist eine Wiese durch einen kleinen Bach geteilt, findet man Mädesüss oft am ganzen Ufer. Einzelne, längliche und vorne spitzige Blätter setzen sich ähnlich einer Vogelfeder zu einem grösseren Blatt zusammen. Dies wird als «gefiedertes Blatt» bezeichnet. Die Stängel der Blätter sind auf der Oberseite deutlich dunkelrot gefärbt, auf der Unterseite eher weiss und sehr hell. Diese Farben dienen als gutes Erkennungsmerkmal der Pflanze. Im Laufe des Sommers entwickelt das Mädesüss einen 0.5 bis 2 Meter hohen Stängel, der die weissen Blüten trägt. Von Weitem ähneln die unzähligen kleinen weissen Blüten einem Wattebausch. Im Video erklärt dir Kevin, worauf du beim Erkennen achten kannst.
Hauptwirkungen
Die Blüten und die Blätter des Mädesüss wirken antientzündlich und fiebersenkend.
Nebenwirkungen
Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Medizinische Anwendung
Die Kombination von antientzündlicher und fiebersenkender Wirkung macht das Mädesüss zu einer sehr wertvollen Pflanze bei Erkältungen und grippalen Infekten. Verantwortlich sind die enthaltenen Salicylate, die in der Leber zu Salicylsäure verstoffwechselt werden. Salicylsäure wird heute in ähnlicher Form synthetisch hergestellt: Es wird als Acetylsalicylsäure bezeichnet und ist unter dem Medikamentennamen «Aspirin» bekannt.
Kulinarische Verwendung
Die Blüten und die Blätter des Mädesüss sind vielseitig verwendbar und essbar. Die Blätter verfügen aufgrund der enthaltenen Salicylate einen charakteristischen Geruch und Geschmack.
Schau dir die roten Stängel zwischen den einzelnen Teilblättern an. Siehst du den Farbunterschied auf der Ober- und der Unterseite? Nimm einen Teil des Blattes von der Pflanze ab und zerreibe es zwischen den Fingern. Riechst du den charakteristischen Geruch der Salicylate?
Mädesüss in der Praxis
Haltbar machen
Ernte die Blüten an einem warmen und trockenen Sommervormittag. Lege sie zum Trocknen auf ein Blech aus und lasse sie während einigen Tagen gut trocknen. Zerreibe sie dann leicht mit deinen Händen. So fallen die Blüten von den Stängeln ab.
Die Blätter schneidest du am besten mit einer Schere an einem trockenen Vormittag ab. Lege sie auf ein Blech und lasse sie vor der Sonne geschützt einige Tage trocknen. Bewahre sie luftdicht verschlossen auf.
Mädesüssöl
Trockne das Mädesüss gemäss der Beschreibung (siehe Haltbar machen). Um Mädesüssöl herzustellen, kannst du die Blätter wie auch die Blüten verwenden. Befülle ein Bügelglas zu etwa einem Drittel. Fülle das Glas mit kaltgepresstem Bio-Raps- oder Bio-Olivenöl. Diese Mischung bewahrst du während etwa vier Wochen an einem kühlen und vor Sonnenlicht geschützten Ort auf. Schwenke das Glas dabei alle paar Tage hin und her. Anschliessend filterst du das Öl durch ein Teesieb und gibst es in ein sauberes Glas – oder du verarbeitest es gleich weiter.
Mädesüsssalbe
Verarbeite das Mädesüssöl in wenigen Schritten zu einer Salbe. Dazu benötigst du:
50 ml Mädesüssöl
6 g Bienenwachs
1 Salbendose
1 kleine Schüssel
1 etwas grössere Schale für das Wasserbad
1 Rührlöffel
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Wasche und desinfiziere deine Hände mit Alkohol.
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Desinfiziere die Arbeitsfläche, die Arbeitsgeräte und die Salbendose.
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Gib das Mädesüssöl und das Bienenwachs in die kleine Schüssel. Erwärme die Mischung langsam im Wasserbad.
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Sobald sich das Wachs verflüssigt hat, nimm die Schüssel sofort aus dem Wasserbad.
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Rühre die Mischung, bis sich leichte «Fäden» bilden.
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Fülle die Salbe sofort in die vorbereitete Salbendose. Lasse sie auskühlen und verschliesse sie erst dann.
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Wichtig: Beschrifte die Dose mit dem Herstellungsdatum, den Inhaltsstoffen und dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Die Haltbarkeit der Mädesüsssalbe beträgt rund ein Jahr.
Du kannst die Salbe mehrmals täglich auf entzündliche Gelenke auftragen.
Mädesüsstee
Bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt, nimm 1 TL der Blüten (oder alternativ der Blätter) und übergiesse sie mit 3 dl kochendem Wasser. Giess es nach 10 Minuten ab. Trinke den Tee mehrmals täglich.
Kulinarische Verwendung
Die Blüten kannst du lecker kandieren. Sie passen sehr gut zu frischen Früchten: Sammle eine Handvoll frische Blüten. Schmelze 1-2 EL Zucker in einer Pfanne, bis ein leicht brauner Caramel entsteht. Achte darauf, dass der Zucker nicht verbrennt. Und passe auf, flüssiger Zucker ist sehr heiss! Gib eine ganze Blüte mit in die Pfanne und rühre vorsichtig um. Sobald das Caramel gut verteilt ist, lege die Blüte zum Auskühlen auf ein Backblechpapier.
Die Blätter kannst du klein schneiden und mit Frischkäse vermischen. Probier’s mal mit 1 EL klein geschnittener Blätter auf ca. 50 g Frischkäse. Für einen intensiveren Geschmack, fügst du einfach mehr Blätter hinzu. Schmecke die Frischkäsemasse mit Salz und Pfeffer ab und verteile sie dünne Brotscheiben oder Cracker. Schau dir auch das Video an.
Färben mit Mädesüss
Mit dem Kraut von Mädesüss färbst du Naturfasern goldgelb bis orange.
Pro 100 g Stoff oder Wolle verwendest du ca. 400 g zerkleinertes, frisches Mädesüsskraut und lässt dieses in einem mit Wasser gefüllten Topf über Nacht ziehen. Am nächsten Tag kochst du den Sud auf und lässt ihn ca. eine Stunde simmern. Hat dein Farbsud die gewünschte Intensität erreicht, giesst du ihn durch ein Sieb in einen zweiten Kochtopf. Füge ein eingeweichtes, gebeiztes Stoffstück aus Naturfasern hinzu. Das Ganze kochst du erneut auf und lässt es wieder eine Stunde simmern. Für ein intensives Farbergebnis bleibt der Stoff am besten über Nacht im Farbsud, bevor du ihn auswäschst.
Wichtig:
Die auf dieser Website beschriebenen Wirkungen und Anwendungsgebiete der Pflanzen ersetzen keinesfalls eine Konsultation bei einer medizinischen Fachperson.