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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Um Adornos Dialektikbegriff von der hegelianischen Deutungslinie zu lösen, möchte ich zeigen, dass sich die kritische Theorie um eine Aneignung der transzendentalen Dialektik Kants bemüht. Kant beschrieb mit seinem Begriff von Dialektik die transzendentalen Mechanismen der Produktion von metaphysischem Schein; wobei die Einsicht, welche diese Scheinproduktion als ‚notwendiges Übel der metaphysiktreibenden Vernunft‘ denkt, letztlich geradewegs auf deren Kritik hinausläuft. Im Einklang mit anderen philosophischen Tendenzen des zwanzigsten Jahrhunderts wird auch bei Adorno die Alternativlosigkeit des nachmetaphysischen Denkens evident. Allerdings mündet die kritische Theorie nichtin einen Defätismus der Vernunft – auch dort nicht, wo der Gestus einer totalisierten Vernunftkritik à laNietzsche auf Adornos kritische Theorie übertragen wird.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Die nach wie vor unabgeschlossene Verwissenschaftlichung aller Lebensbereiche betrifft als Aufklärungsgeschehen alle Teile der Gesellschaft. Dass ein geläutertes Selbstverständnis von Theorie und deren Kritik in diesem Aufklärungsgeschehen unverzichtbar ist, bezeugt das subjektive Verlangen nach individueller Freiheit ebenso wie die objektive Wirkmächtigkeit wissenschaftlicher Weltauslegung.
Die kritische Theorie kann und soll dabei ihrer restlosen Antiquierung und Akademisierung entgegenwirken. Durch die angezeigte Subversion der hegelianischen Linie könnte sie wieder stärker in die geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen der Gegenwart ausstrahlen.