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3 Themen, 114 Projekte
Jedes Semester schliessen Architekturstudenten der ETH Zürich mit einer Master-Arbeit ihr Studium ab. Bis zum 28. Mai kann man die aktuellen Ergebnisse im ETH Hauptgebäude noch begutachten.
Es ist wie jedes Semester: Jeder Diplomand wählt aus drei Aufgaben unterschiedlicher Grösse; wenige, diesmal zwei, stellen sich selbst eine Aufgabe. Die weitaus meisten Diplomanden wählten den Ersatzneubau eines Hotels auf dem Üetliberg, weitere entwarfen eine temporäre Spielstätte für das jährliche Theaterspektakel auf der Zürcher Landiwiese oder einen Innovationspark auf dem Grund des Militärflugplatzes Dübendorf. Auffallend ist die starke Einheitlichkeit an Entwurfsansätzen und -haltungen innerhalb der Professuren. Liegt das am starken Einfluss der Professoren, oder entscheiden sich die Studenten für den Lehrstuhl, dessen Haltung sie selbst auch vertreten?
11 Projekte für den Flugplatz Dübendorf: Bei der städtebaulichen Aufgabe ist der Umgang mit dem grossen, weiten Flugfeld entscheidend. Ein pragmatischer Ansatz lässt es als weite Rasenfläche bestehen (ähnlich dem Tempelhofer Feld in Berlin), umgeben von einer dichten Randbebauung. Andere versuchen die städtebauliche Situation durch einfache, repetitive Strukturen oder reine, starke Figuren zu klären – selbst Megastrukturen tauchen wieder auf.
19 Projekte für ein Theater auf der Landiwiese: Hier gibt es zwei grundverschiedene Ansätze: zum einen Projekte, die von der Konstruktion aus gedacht sind, und den Versuch unternehmen, aus vorhandenen Systemen wie dem Gerüstbau ein in sich stimmiges Ganzes, ein Haus zu schaffen; zum anderen Entwürfe, die von einem ausdruckstarken Bild ausgehend Rückschlüsse auf die Konstruktion ziehen. Haben bei der ersten Vorgehensweise gerade die konstruktiven Zwänge auch gestalterisch überzeugende Ansätze zur Folge, bringen die schönen Bilder des zweiten Ansatzes oftmals für einen temporären Bau aufwändige Lösungen hervor.
82 Projekte für ein Hotel auf dem Üetliberg: Hier ist die Auseinandersetzung mit der Natur und Topografie des künstlichen Plateaus auf der Spitze des Üetlibergs, von dem man einen weiten Blick über Zürich hinaus hat, von zentraler Bedeutung. Keiner der Entwürfe macht den Erhalt der bestehenden Hotelanlage zum Thema; alle wollen Spielraum für Experimente nutzen: Wird das Plateau als leere Mitte freigelassen oder nicht? Wird das Hotel als einzelnes Gebäude ins Zentrum gestellt, oder an den Rand? Besteht es aus einem Gebäude oder einem Ensemble? Ist es ein Turm mit Strahlkraft bis ins Tal oder eine massive Burg, eine Klosteranlage oder ein pittoreskes Feriendorf? Oder ist das Hotel gar kein Gebäude, sondern ein landschaftliches Gebilde?
Wohin man in der Ausstellung auch schaut, man sieht atmosphärische Bilder und zarte Linienzeichnungen. Was zunächst einförmig erscheint, ist aufgrund der verschiedenen Themen ein breites Spektrum unterschiedlicher Antworten. Bemerkenswert ist das geringe Interesse für den Städtebau, wie in den vergangenen Semestern auch. Dabei ist gerade diese Aufgabe höchst interessant, ist die Zukunft des Gebiets in Dübendorf doch tatsächlich Gegenstand aktueller Debatten. An einer fehlenden Auseinandersetzung an der ETH Zürich kann es nicht liegen: 12 Professoren an 9 Lehrstühlen des Instituts NSL (Netzwerk Stadt und Landschaft) mit dem ETH Studio Basel beschäftigen sich mit der städtebaulichen Entwicklung der Schweiz und darüber hinaus. Ein brisantes Thema und eine hervorragende Infrastruktur: Wo ist also das Problem?
Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Mai 2013 im Hauptgebäude der ETH Zürich, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 7:00 bis 21:45, Samstag 7:30 bis 16:45, Sonntag geschlossen