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Syriens Machthaber Baschar al-Assad hat sich unter internationalem Druck rasch entschieden, seine (im Bürgerkrieg relativ nutzlosen) Chemiewaffenbestände zerstören zu lassen. Und die deklarierten Bestände sind auch schon fast vollständig sichergestellt worden. Zäher verläuft nun aber die Suche nach einem Ort, an den die tausend Tonnen toxisches Material sicher zerstört werden können.
Im Oktober sah sich bereits Norwegen überfordert, dies innert nützlicher Frist zu tun. Letzten Freitag winkte auch Albaniens Regierungschef Edi Rama ab. Albanien, das 2007 seine C-Waffen-Bestände aus kommunistischen Zeiten zerstört hatte, sei im Fall des syrischen Arsenals nicht dazu in der Lage. Eine Rolle für die Entscheidung spielten wohl die Proteste, die es in Tirana gegen den Plan gegeben hatte.
Wenn sich schon kein Land für die heikle Aktion finden lässt, gäbe es dafür ja auch das Meer. Genau dies – die Zerstörung des toxischen Materials auf einem Schiff oder einer Plattform im Mittelmeer – prüft nun offenbar die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zusammen mit den USA, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Erfahrung brachte. Modell stehen dafür soll Japan, das vor Jahren Hunderte chemische Bomben auf einer Offshoreplattform zerstörte.
Doch ExpertInnen sind sich einig, dass Syriens C-Arsenal ein komplexeres Problem darstellt. Insbesondere handle es sich grösstenteils um Ausgangsstoffe, die nur mithilfe von Wasser neutralisiert werden können, was grosse Mengen toxische Flüssigkeit zur Folge habe. Wie diese ohne Umweltschäden auf einer Meeresplattform entsorgt werden könnten, ist eine offene Frage – und möglicherweise bald Gegenstand von Protesten in den Mittelmeeranrainerstaaten.