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Marie-Louise Ritz war ihrem Gatten eine unvergleichliche Gefährtin, eine treue Freundin und eine unentbehrliche Stütze. Intelligent, energisch, weltoffen und sprachbegabt stand sie ihrem Mann immer mit Rat und Tat zur Seite, war sie doch mit dem Hotelfach bestens vertraut. Ihr Interesse an Kunst, Literatur und Kultur trug einen unvergesslichen Geschmack an Gestaltung bei. An der in allem Mass gelungenen Inneneinrichtung der Hotels von Paris und Rom hatte sie einen fruchtbaren Anteil dazu beigetragen.
Da Cäsar Ritz schon bald schwer erkrankte und nicht mehr die Kraft besass an allen Anlässen teilzunehmen, führte sie mit energischer Kraft die wichtigsten Geschäfte weiter. Von allem Anfang an fand sie im Meisterkoch Auguste Escoffier einen treuen Freund und Berater. Zu jener Zeit war auch die grosse Tragödin Sarah Bernhardt ein steter Gast im «Ritz». Auguste Escoffier war dazu bewogen, immer exklusivere Menüs zuzubereiten, da Sarah Bernhardt sich immer häufiger an Diätmenüs erlabte. Auch Marie-Louise Ritz fand Interesse an den oft poetisch benannten Gängen Auguste Escoffiers. Sie bewog in dazu, immer mehr für eine exquisite Tafel zu leisten, denn sie war von Cäsar Ritz' Meinung überzeugt, dass die Küche Entscheidendes zur Güte eines Hotels beitrage.