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Die Lee Familie gilt als die einflussreichste Familie Singapurs. Der asiatische Stadtstaat Singapur ist nur 728 km² gross und damit fünfundfünfzigmal kleiner als die Schweiz. Trotzdem gehört Singapur zu den grössten Exportnationen und Wirtschaften Asiens. Singapur ist eines der reichsten Länder der Welt. Singapur gilt neben Hongkong als der wichtigste Finanzplatz Asiens und gehört inzwischen zu den fünf grössten Steueroasen der Welt (Quelle). Bis vor wenigen Jahren galt noch ein Bankgeheimnis in Singapur, das inzwischen eingeschränkt wurde. Nach Angaben einer Offshore-Internetberatungsseite wird rund 5% des gesamten privaten Vermögens der Welt von Banken in Singapur verwaltet (Quelle).
Die Stadt Singapur wurde 1819 vom britischen Kolonialverwalter Thomas Stamford Raffles gegründet, der auch die erste Verfassung entwarf. Er war 1812 den Freimaurern beigetreten (Quelle). Die Stadt wurde zu einem wichtigen Handelsstützpunkt der Briten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Singapur zu einer britischen Kronkolonie. 1963 wurde Singapur unabhängig von Grossbritannien. Singapur gehört bis heute zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind.
Lee Kuan Yew
Lee Kuan Yew (1923-2015) wurde 1959 der erste Premierminister des Landes. Er hatte das Amt bis 1990 inne und war anschliessend noch bis 2011 in der Politik aktiv. Unter seiner Führung wurde aus einem Entwicklungsland eines der weit entwickeltesten Länder Asiens. Er hatte in England studiert. Seine Muttersprache war Englisch. (Quelle) Er war ein Unterstützer und Befürworter des Vietnamkrieges auf der Seite der Amerikaner. 1967 stammten volle 15 Prozent des Einkommens Singapurs aus US-Militärbeschaffungen für den Vietnamkrieg. Schon vor dem Vietnamkrieg machten die Militärstützpunkte der Briten 20 Prozent des Nationaleinkommens aus und stellten zehntausende Arbeitsplätze in Singapur sicher. (Quelle) So betrachtet war der Kalte Krieg sehr wichtig für die Wirtschaft des Landes, was auch erklären könnte, warum Lee Kuan Yew ein starker Befürworter der militärischen Interventionen der USA in Asien war.
Lee Kuan Yew traf 1971 David Rockefeller, der einer der wichtigsten Akteure der US-Elite war (Quelle). Als langjähriger Premierminister traf er viele Staatschefs. Er traf mehrere US-Präsidenten und wichtige US-Diplomaten wie Henry Kissinger, George Shultz und James Steinberg. Auch nachdem er ab 1990 nicht mehr Premierminister war, traf er weiterhin Staatschefs, darunter Merkel, Putin und Xi Jinping (Fotos auf Google). Er wurde ein Freund der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Die Freundschaft hielt sein Leben lang (Quelle).
Er traf den langjährigen Papst Johannes Paul II. (Quelle). Er traf Mitglieder der Königsfamilien von Grossbritannien (Fotos: 1, 2, 3, 4, 5), Spanien (Foto), Japan (1, 2), Brunei (1, 2), Thailand (1, 2) und Kambodscha (1, 2, 3). Er erhielt einen Orden von der britischen Königsfamilie und einen weiteren von der bruneiischen Königsfamilie.
Lee Kuan Yew war im internationalen Beirat der US-amerikanischen Grossbank JPMorgan (Quelle). So gut wie alle internationalen Grossbanken haben sich in der Steueroase Singapur niedergelassen (Quelle). Lee war im internationalen Beirat des französischen Grosskonzerns Total (Quelle: 1 und 2). Total ist einer der weltweit grössten Öl- und Gaskonzerne und eines der grössten Unternehmen Frankreichs.
Pressefreiheit existiert nicht in Singapur. Alle Medien werden vom Staat gelenkt. Online-Nachrichtenportale werden überwacht und benötigen eine Lizenz vom Staat. Kritische Blogger und Journalisten werden mit Verleumdungsklagen oder Vorwürfen wie „Störung der öffentlichen Ordnung“ zum Schweigen gebracht. Lee Kuan Yew ging persönlich gegen kritische Journalisten vor. Auf der Rangliste der Länder nach Pressefreiheit liegt Singapur auf 158 von 180.
Lee Kuan Yew war bis 1990 Premierminister. Ab da war Goh Chok Tong Premierminister und Lee war in dessen Kabinett. Tong gehörte genau wie Lee zur People’s Action Party, die bereits seit 1959 die Regierungspartei ist. Lee war massgeblich an der Gründung und der Etablierung der Partei beteiligt. Tong war noch bis 2004 Premierminister. Seither ist Lee Hsien Loong Premierminister. Er ist ein Sohn des ersten Premiers Lee Kuan Yew.
Lee Hsien Loong
Der derzeitige Premierminister Lee Hsien Loong (*1952) studierte in England und den USA. Er war auch Finanzminister und leitete sechs Jahre lang die singapurische Zentralbank. Er ist Vorsitzender des singapurischen Staatsfonds GIC. GIC ist einer der grössten Staatsfonds der Welt und verwaltet derzeit ein Vermögen von 450 Milliarden US-Dollar. GIC wurde 1981 von der singapurischen Regierung gegründet und wird bis heute von ihr kontrolliert. In der Gründungszeit wurde GIC von der Rothschild Bank beraten. Vertreter der Rothschild Bank trafen auch den damaligen Premierminister Lee Kuan Yew (Quelle).
Lee Hsien Loong ist mit Ho Ching verheiratet. Sie studierte in den USA. Sie ist seit 2004 CEO der Temasek Holdings, ebenfalls einer der weltweit grössten Staatsfonds. Temasek verwaltet derzeit ein Vermögen von 417 Milliarden US-Dollar. Somit verwaltet das Ehepaar zusammen über 800 Milliarden US-Dollar. Temasek wird von der Regierung kontrolliert, die den Staatsfonds 1974 gegründet hatte.
Temasek ist mit einem Anteil von 29% Hauptaktionär der DBS Bank. Sie ist die grösste Bank Singapurs und wurde 1968 von der Regierung gegründet. Wenn man die chinesischen und japanischen Grossbanken beiseitelässt, dann wäre die DBS Bank eine der grössten Banken Asiens. Temasek kontrolliert mehrere grosse Unternehmen in Singapur. Bis vor wenigen Jahren investierte Temasek stark in China. 2005 erwarb Temasek eine Beteiligung von 10 Prozent an der Bank of China, eine der grössten chinesischen Banken.
Mitglieder aus der Führung von Temasek arbeiteten auch für Banken aus der westlichen Welt, wie Goldman Sachs, Credit Suisse, UBS, Citigroup, Bank of America, BNP Paribas, Morgan Stanley, Warburg Pincus und Alex Brown & Sons.
Premierminister Lee Hsien Loong galt 2017 als der bestbezahlte Regierungschef der Welt. Sein Jahresgehalt liegt bei mehr als einer Million US-Dollar. (Quelle)
Lee Hsien Loong gilt wie sein Vater schon als einer der wichtigsten Verbündeten der USA im ostasiatischen Raum. Singapur hat einen Verteidigungspakt mit den USA (Quelle). Lee Hsien Loong traf viele Staatschef. Er traf Mitglieder der Königsfamilien folgender Länder:
- Grossbritannien (Fotos: 1, 2, 3, 4)
- Spanien (Quelle)
- Niederlande (Fotos: 1, 2)
- Saudi-Arabien (Fotos: 1, 2)
- Abu Dhabi (Foto)
- Katar (Foto)
- Kuwait (Quelle)
- Kambodscha (Quelle)
- Brunei (Foto)
- Lichtenstein (Quelle).
Weitere bemerkenswerte Familienmitglieder
Lee Hsien Yang (*1957) ist der Bruder von Premierminister Lee Hsien Loong. Er studierte ebenfalls in England und den USA. Er war neun Jahre lang im Verwaltungsrat der ANZ (Australia and New Zealand Banking Group) (Quelle). Die ANZ ist eine der vier führenden australischen Grossbanken. Lee Hsien Yang war Direktor der Singapore Exchange (die singapurische Börse). Er war elf Jahre lang CEO des Telekommunikationskonzern Singtel, eines der grössten Unternehmen Singapurs. Er war im Verwaltungsrat des britischen Automobilherstellers Rolls-Royce. (Quelle) Sein Cousin Edmund Lee leitet die singapurische Abteilung der US-amerikanischen Grossbank JPMorgan (Quelle). Edmunds Vater Freddy Lee (starb 2012), der Bruder des ersten Premierministers Lee Kuan Yew, war als Börsenmakler tätig. Er verbrachte regelmässig Zeit mit seinen Enkelkindern, von denen drei in den USA leben (Quelle).
Lee Chin Koon (1903-1997), der Vater des ersten Premierministers Lee Kuan Yew, arbeitete für den britisch-niederländischen Grosskonzern Shell. Shell ist einer der weltweit grössten Öl- und Gaskonzerne sowie eines der weltweit grössten Unternehmen (Shell ist mit den Familien Samuel, Nassau und Loudon verbunden). Lee Chin Koon hatte Kontakt zu Oei Tiong Ham und arbeitete für eines seiner Unternehmen. (Quelle) Der chinesisch-indonesische Unternehmer Oei gehörte zu den reichsten Männern Südostasiens. Oei war auch ein erfolgreicher Opiumhändler.