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(1943 - 2011)
Der "illegale" Nobelpreisträger
Als das Nobelpreis-Komitee am 3. Oktober 2011 verkündete, dass Ralph Steinman die eine Hälfte des Medizin-Nobelpreises zugesprochen bekommt, wusste das Komitee noch nicht, dass Ralph Steinman bereits drei Tage zuvor an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb und gemäss Statuten nicht mehr für den Nobelpreis in Frage kommen konnte, da die Statuten eine posthume Verleihung untersagen.
Das Komitee kam überein, dass die Zusprechung des Nobelpreises
nach bestem Wissen und Gewissen und in gutem Glauben erfolgte und die Kunde
des Todes von Steinman zur gegeben Zeit nicht vorlag und die Verleihung
deshalb ausnahmsweise aufrechterhalten bleibt.
Dieser Entscheid stiess auf allgemeine Zustimmung und kreiert damit ein Happy-End in der Arbeit von Ralph Steinman und gleichzeitig eine Tragödie, da Ralph Steinman diese Ehre nicht mehr zur Kenntnis nehmen konnte.
Ralph Steinman absolvierte eine Ausbildung an der McGill Unviersität in Montreal und schloss 1968 sein Medizinstudium an der Harvard Universität in Cambridge ab. Danach arbeitete er zunächst als Arzt am Massachusetts General Hospital in Boston, ehe er 1976 an die Rockefeller Universität ging, wo er als Immunologe und Zellenforscher in einem gesicherten Umfeld arbeitete und seine Forschungen voranbringen konnte.
Später folgte die Professur für Zellphysiologie und Immunologie 1998 und zehn Jahre später übernahm er zusätzlich die Leitung des Christopher Browne Center for Immunology and Immune Diseases.
1973 legte er den Grundstein für seine Stellung in der Wissenschaft,
als er die dendritischen Zellen und ihre Rolle in der adaptiven Immunität
entdeckte.
Doch seine Entdeckung stiess auf grossen Widerstand, gar auf Feindseligkeit, da viele Berufskollegen seine Ergebnisse aus Unwissenheit nicht wiederholen konnten. Man zweifelte schliesslich seine Ergebnisse an.
Doch Ralph Steinman liess sich nicht davon beirren und konnte nach mühsamer Arbeit die Fachwelt von seiner Entdeckung überzeugen - dies dauerte jedoch über 10 Jahre.
Heute unterstützt seine Entdeckung die Handhabung bei Transplantationen, Krebsimmun-Therapien und bei Behandlungen von Autoimmunkrankheiten und Infektionskrankheiten wie Blutvergiftung und AIDS.
2007 musste Ralph Steinman die niederschmetternde Diagnose Krebs verkraften und er liess sich unter anderem auch mit einer Immuntherapie behandeln, die er damals selber entdeckt hatte, was seine Lebenserwartung verbesserte. Von der ursprünglichen einjährigen Lebenserwartung schaffte er viereinhalb Jahre.
Gemäss seiner Tochter hatte Ralph Steinman eine Woche vor der Bekanntgabe der Verleihung gescherzt: "I know I have got to hold out for that. They don't give it to you if you have passed away. I got to hold out for that".
Er hat zwar sein letztes Ziel nicht mehr geschafft, den Nobelpreis durfte er aber trotzdem behalten.
Zu Ralph Steinmans weiteren Auszeichnungen gehören u.a. Emil-von-Behring-Preis 1996, Max-Planck-Forschungspreis 1998, Robert-Koch-Preis 1999, Albert Lasker Award for Basic Medical Research 2007 und A.H.-Heineken-Preis für Medizin 2010.
Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch Hollywood den Werdegang von Ralph Steinman aufgreift, bietet dieser doch den Stoff, den das amerikanische Kino so liebt - Wissenschaftler entdeckt wichtige Erkenntnis - stösst auf grosse Skepsis - setzt seine Arbeit unbeirrt fort - erkrankt selber an Krebs und therapiert sich in Selbstexperiment. Der tragische Schluss mit dem abschliessenden "Happy-End" dank Nobelpreis rundet das Ganze ab.
Auch aus Sicht der Autogrammsammler, die sich speziell auf Nobelpreisträger konzentrieren, wird die Unterschrift von Ralph Steinman zu einem begehrten und seltenem Sammelobjekt.
Das abgebildete Autogramm gab Ralph Steinman 1984, als er beim Rotary Club of New York ein vorsitzendes Mitglied war.