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Coronavirus in der Schweiz
(Stand: 1. April 2020, 8.00 Uhr. Diese Informationen werden laufend aktualisiert.)
Die Zahlen
Seit dem 8.3.20 hat es in der Schweiz 461 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion (COVID-19) gegeben. Es wurde bei mindestens 17.137 Personen das neue Coronavirus nachgewiesen. Betroffen sind alle Kantone. Alle Erkrankten sind hospitalisiert bzw. isoliert. Kontaktpersonen müssen in Quarantäne in ihrer Wohnung bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden.
Die öffentlichen Massnahmen
Der Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage» (Notstand) bis zum 19. April. Das bedeutet:
- Der Bundesrat verbietet Ansammlungen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit. Wer dagegen verstösst, kann mit 100 Franken gebüsst werden.
- Alle Läden, Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzert- und Theaterhäuser, Sportzentren, Schwimmbäder und Skigebiete werden geschlossen. Ebenso werden Betriebe geschlossen, in denen das Abstand halten nicht eingehalten werden kann, wie Coiffeursalons oder Kosmetikstudios.
- Die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs ist durch genügend Vorräte sichergestellt. Lebensmittelläden, Take-aways, Betriebskantinen, Lieferdienste für Mahlzeiten und Apotheken bleiben geöffnet, ebenso Tankstellen, Bahnhöfe, Banken, Poststellen, Hotels, die öffentliche Verwaltung und soziale Einrichtungen sowie Werkstätten für Transportmittel.
- Postanbieter dürfen online bestellte Lebensmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs neu ohne Bewilligung an sieben Tagen pro Woche zustellen.
Die Verhaltensanweisung des Bundesrats im Wortlaut
"Bleiben Sie zu Hause, insbesondere wenn Sie alt oder krank sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause aus arbeiten; es sei denn, Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen; es sei denn, Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen. Der Bundesrat und die Schweiz zählen auf Sie!"
Schulen, Kindergärten und Kitas
Der Präsenzunterricht wird in der ganzen Schweiz bis und mit 19. April in allen Schulen eingestellt. Die Schulen sind deshalb aber nicht geschlossen, und das gilt auch für Kindergärten und Kitas. Für Kinder, die nicht zu Hause betreut werden können, stellen fast alle Kantone ein Betreuungsangebot ohne Unterricht zur Verfügung, wenn die Eltern in Gesundheitsberufen oder Bereichen arbeiten, "die für das Funktionieren der Gesellschaft zentral sind" oder die Kinder ansonsten nur von Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko (wie Grosseltern) betreut werden können.
Verkehr
Weil mit Personalausfällen zu rechnen ist, reduzieren SBB und PostAuto das Angebot. Die Fahrplananpassung erfolgt mindestens bis 26.4.2020. Es wird zu Ausfällen, Verspätungen und Anschlussbrüchen kommen. Die Transportunternehmen bitten die Reisenden, vor jeder Fahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren.
Seit dem 26.3.20 ist die Einreise in die Schweiz nur noch Schweizer Bürgern erlaubt, sowie Personen mit einer Aufenthalts- oder einer Grenzgängerbewilligung.
Medikamentenabgabe
Auf Beschluss des Bundesrats dürfen Ärzte, Apotheken und andere Betriebe ab dem 18.3.20 von bestimmten Medikamenten nur noch eine Packung abgeben. So soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Diese Regel gilt für sechs Monate. Die eingeschränkte Abgabe umfasst verschreibungspflichtige Arzneimittel der Abgabekategorie A und B und gewisse Medikamente der Kategorie D, v.a. Schmerzmittel auf der Basis von Paracetamol, Acetylsalicysäure oder Ibuprofen aber auch der Arzneistoff Codein. Bei chronisch kranken Personen ist die Abgabe auf die ärztlich verordnete Menge begrenzt oder für eine Bedarfsdeckung von höchstens zwei Monaten.
Wie ist die Situation weltweit und in Europa?
Weltweit sind 180 Länder betroffen. 883.225 Personen sind an COVID-19 erkrankt (mittels Labornachweis bestätigt). Davon sind 44.169 verstorben.
In Europa gibt es 482.329 bestätigte Coronavirus-Fälle (davon 105.792 in Italien), es sind mindestens 32.083 Menschen verstorben (davon 12.428 in Italien).
Bei den Todesopfern handelt es sich bisher meist um ältere und/oder gesundheitlich vorgeschädigte Personen. Die Krankheit kann aber bei Menschen aller Altersklassen einen schweren Verlauf nehmen. Inzwischen ist aber in Grossbritannien eine 21-Jährige und ein 13-Jähriger, in Frankreich eine 16-Jährige und in Belgien eine 12-Jährige ohne Vorerkrankungen am Coronavirus gestorben. Im US-Bundesstaat Illinois wird der Tod eines Babys untersucht, das mit dem Coronavirus infiziert war. Der Krankheitsverlauf scheint nach bisherigen Erfahrungen bei Kindern häufig geringer ausgeprägt zu sein als bei Erwachsenen, schwere Verläufe sind aber nicht ausgeschlossen.
Newsticker
WHO räumt mit Corona-Mythen auf | 18.03.2020
Zur Zeit kursieren einige kuriose Mythen über das neuartige Coronavirus, mit denen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer neuesten Publikation aufräumen will. Hier die Fakten:
- Kaltes Wetter schränkt NICHT die Verbreitung des Coronavirus ein.
- Weder ein heisses Bad, Ganzkörperdesinfektion mit Alkohol oder Chlor, Händetrockner, Spülen der Nase mit Kochsalzlösung, viel Knoblauch im Essen noch Antibiotika können die Viren abtöten.
- Das neuartige Coronavirus kann NICHT durch Mückenstiche übertragen werden. Es handelt sich um ein Atemwegsvirus, das sich hauptsächlich durch Tröpfchen verbreitet, z. B. beim Husten oder Niesen einer infizierten Person.
- Thermoscanner können Personen mit Fieber erkennen. Da es zwei bis zehn Tage dauert, bis mit dem Coronavirus infizierte Menschen krank werden und Fieber bekommen, können Infizierte, die noch kein Fieber haben, nicht durch einen Thermoscanner identifiziert werden.
- Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie der Pneumokokken-Impfstoff und der Impfstoff gegen Haemophilus influenza Typ B bieten keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Trotzdem werden diese Impfungen gegen Atemwegserkrankungen zum Schutz der Gesundheit empfohlen.
- Menschen jeden Alters (auch Kinder) können an COVID-19 erkranken. Ältere Menschen und Menschen mit bereits bestehenden Erkrankungen scheinen nur anfälliger für einen schweren Krankheitsverlauf zu sein.
Welche Symptome sind typisch? | 10.03.2020
Die Coronavirus macht derzeit vielen Menschen Angst. Welche Symptome können auf eine Infektion hindeuten und welche nicht?
- Erkältung: Halsschmerzen, danach Schnupfen, Niesen und schleimiger Husten, leicht erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit und leichte bis mässige Kopfschmerzen – das sind die klassischen Symptome einer banalen Erkältung (grippaler Infekt). Und sie sind nicht typisch für eine Infektion mit dem neuen Coronavirus!
- Coronavirus-Infektion: Das Coronavirus (COVID-19) scheint vor allem die unteren Atemwege zu befallen. Hauptsymptome sind Fieber, (trockener) Husten und Atemnot/Kurzatmigkeit. Erkältungssymptome wie Niesen und eine laufende Nase treten nach bisherigen Berichten in der Fachliteratur eher selten auf.
- Grippe: Bei einer echten Grippe (Influenza) kommen zu diesen noch mehr Symptome hinzu: Es besteht neben Husten, evtl. Schnupfen und plötzlich einsetzendem, oft hohem Fieber auch ein starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Müdigkeit.
Ein wichtiger Punkt für den gerechtfertigten Verdacht ist nach derzeitigem Stand, ob die Person in stark betroffenen Gebieten war und/oder engen Kontakt mit Personen aus diesen Gebieten oder positiv getesteten Personen hatte. Wenn dies für Sie zutrifft und Sie die oben beschriebenen Symptome an sich bemerken, sollten Sie sich bei einer Gesundheitseinrichtung (Arztpraxis, Notfallambulanz) telefonisch melden. Laufend aktualisierte Informationen zur Situation in der Schweiz
Corona und Schwangerschaft | 08.03.2020
Nach den bisherigen Erfahrungen erkranken Schwangere - wenn überhaupt - dann nur leicht an COVID-19. Insofern reichen die empfohlenen vorbeugenden Massnahmen aus. Beruhigend: Bei der Virusfamilie, zu der das Coronavirus gehört, ist nicht mit einer vorgeburtlichen Schädigung zu rechnen. Auch eine Virus-Übertragung vor, während oder nach der Entbindung ist bisher nicht beobachtet worden. Bisher ist zudem keines der Neugeborenen von infizierten Müttern positiv auf das Coronavirus getestet worden. In Proben von Fruchtwasser oder Muttermilch wurde noch kein Virus nachgewiesen. Beim Stillen wird infizierten Müttern jedoch ein Mundschutz empfohlen. Bei den wenigen Schwangeren, die während der Schwangerschaft positiv auf das Coronavirus getestet wurden, kam es etwas häufiger zu Frühgeburten. Ob diese in unmittelbarer Beziehung zu einer mütterlichen Infektion stehen, ist aber aufgrund der geringen Fallzahl unklar. Idealerweise sind Schwangere gegen Grippe geimpft. Die Grippeimpfung schützt zwar nicht vor COVID-19, aber so können Schwangere nicht zeitgleich an beiden Infektionen erkranken. Ungeimpfte Schwangere sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Zu unseren laufend aktualisierten Infos...
Arbeitsrecht | 28.02.2020
Das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (Aktuelle Infos). Früher oder später werden auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit dem Virus konfrontiert sein. Doch wer bezahlt Absenzen aufgrund des Coronavirus? Grundsätzlich gilt der Grundsatz, ohne Arbeit kein Lohn. Davon gibt es aber verschiedene Ausnahmen, in denen der Lohn dennoch geschuldet wird - ganz oder zumindest teilweise. Da geht es um die verspätete Rückkehr aus den Ferien, wenn z.B. Flüge gestrichen wurden, Arbeitsverweigerung wegen Angst vor Ansteckung, Behinderung auf dem Arbeitsweg wegen Ausfällen im ÖV, Betreuung erkrankter Kinder oder bei Schliessung einer Kindertagesstätte oder Schule. Antworten auf diese und andere Fragen ...
Coronavirus | 27.02.2020
Eine erste Auswertung der chinesischen Gesundheitsbehörden deutet darauf hin, dass das neue Coronavirus (Sars-CoV-2) für Kinder wohl kaum schwere Folgen hat. Die Infektion verläuft weitestgehend ohne schwerwiegende Komplikationen. Für die Studie wurden Daten von rund 44000 Menschen mit einer nachgewiesenen Corona-Infektion analysiert – darunter 416 Kinder im Alter von 0 bis 9 Jahren, bei denen es den Autoren zufolge keine Todesfälle gab. Auch für Menschen im Alter 10 und 39 Jahren ist die Gefahr für einen tödlichen Verlauf der Erkrankung mit 0,2 Prozent eher gering. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass es bei Frauen mit 1,7 Prozent eine deutlich niedrigere Sterblichkeitsrate als bei Männern (2,8 Prozent) gibt. Ausserdem scheint eine Übertragung des Virus im Mutterleib ersten Erkenntnissen nach nicht stattzufinden. Laufend aktualisierte Infos hier...
Letzte Aktualisierung : 01-04-20, BH