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In Isaac Asimovs Kurzgeschichte «Reason» geht es um eine Mission, in der zwei Astronauten zu einer Raumstation geschickt werden, um die Erde sowie andere Planeten via Mikrowellen-Strahlen mit Solarenergie zu versorgen. Der ganze Prozess wird dabei von einer KI, die später in der Geschichte böse wird, gesteuert.
Die Kurzgeschichte könnte aus diesem Jahrzehnt stammen, wurde jedoch schon 1941 veröffentlicht. In diesem Jahr, ganze 83 Jahre später, nähern wir uns Asimovs Fiktion immer mehr.
Im Januar 2023 schickte ein Forschungsteam des California Institute of Technology (Caltech) das Microwave Array Power Transfer LEO Experiment, kurz Maple, in den Weltraum. Ziel des Experiments war es, wie in Asimovs Kurzgeschichte, mit Mikrowellen-Strahlen Energie auf die Erde zu senden. Das gelang dem Team bereits im März 2023. Das Experiment konnte insgesamt dreimal erfolgreich durchgeführt werden.
Bei aller Euphorie muss aber erwähnt werden, dass jeweils nur 1 Milliwatt Energie übertragen werden konnte. Zum Vergleich, eine herkömmliche LED-Glühbirne benötigt etwa 6 Watt pro Stunde, das entspricht 6000 Milliwatt. Wie die Forschungsgruppe aber in ihrem Bericht erwähnt, sei das Ziel des Experiments primär die Überprüfung der Durchführbarkeit des Energietransports gewesen.
Ein Grund für die kleine Energiemenge sei auch die Grösse des genutzten Solarpanels. Die Fläche des Satelliten betrug 150 Quadratzentimeter. Das ist in etwa so gross wie ein A6-Papier. Ein funktionsfähiges System müsste laut Forschungsgruppe mindestens ein Quadratkilometer gross sein. Damit könnte man zehntausende Haushalte mit Strom versorgen.
Die Idee des «Satellite Solar-Power System», kurz SSPS, wurde bereits in den 70ern von der US-Regierung und der NASA aufgegriffen, anschliessend aber wieder verworfen. Hauptgrund war damals, das hohe finanzielle Risiko, das hätte eingegangen werden müssen ohne, dass ein zufriedenstellendes Resultat hätte garantiert werden können.
Seit den frühen 2000ern gibt es aber wieder kleinere Projekte im Bereich der SSPS-Forschung. Unter anderem China, Indien, Japan sowie die USA haben in den vergangenen Jahren Interesse daran gezeigt.
Solaranlagen im Weltall hätten theoretisch enorme Vorteile. So könnten sie theoretisch fast 24 Stunden pro Tag in einer perfekten Stellung zur Sonne Energie produzieren. Das Problem sind aber die Kosten. Ein Transport des nötigen Materials in die Umlaufbahn der Erde ist so teuer, dass die produzierte Energie auf dem freien Markt nicht mit traditionellen Energieformen konkurrieren könnte.