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Swing Time
Versprechungen des Schicksals
Was für ein beschwingter Schreibstil!
Zwei Mädchen wachsen im Londoner Stadtteil Kulburn auf, einem Problemviertel, beide mit derselben Hautfarbe, nicht weiss, nicht schwarz, sondern dazwischen. Während die namenlose Ich-Erzählerin einen einfachen Arbeiter als Vater hat und eine Mutter, die per Selbststudium und Literatur zur politischen Aktivistin wird, hat Freundin Tracey eine Mutter, die gern mit Fastfood vor dem Fersnseher lümmelt und einen kleinkriminellen Vater, der häufig im Knast lebt.
Beide Mädchen verbindet eine Liebe zum Tanzen, sie trainieren, sie lieben Fred Astaire und seinen Stepptanz, aber nur Tracey erhält ein Stipendium für die begehrte Tanzakademie.
Die beiden verlieren sich aus den Augen und die Geschichte wendet sich einem anderen Thema zu: Aimée.
Während eines Praktikums bei einer Musikagentur lernt die Ich-Erzählerin sie kennen: Der Popstar, ein ganz grosser (Madonna?), wählt sie sich zur persönlichen Assistentin. Das bedeutet: komplette Lebensumstellung, Reichtum, Glamour-Welten, Reisen, aber auch die komlette Selbstaufgabe, um dieser Frau den Terminkalender und sämtliche Neurosen zu organisieren.
Ein weiterer Schauplatz: ein afrikanisches Dorf, in dem sich Aimée für die Bildung von Mädchen egnagiert, wobei das Engagement, wie so oft, gut gemeint, aber nicht auf die Art realisierbar ist, wie sich Weisse das so vorstellen, die es Geld regnen lassen.
Als Aimée sich dann noch einen Liebhaber ausfliegen lässt und ein Baby adoptiert, gibt es einen vorprogrammierten Crash.
Und Tracey? Sie konnte es nicht schaffen, ihrem Herkunftsmilieu zu entfliehen.
Aber wer ist am Ende glücklicher?
Das meiste ist nicht planbar.
Ein Buch von Zadie Smith.
Besprochen von Antje Böhme.