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Wenn die Sonnenstrahlen an Intensität verlieren und die ersten Blätter ihre Farben ändern, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Herbst naht. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Nicht jeder kann sich für die kuschelige Jahreszeit begeistern und versinkt stattdessen in einer Herbstdepression. Was das ist, was ihre Ursachen sind, und was Sie tun können, um den Herbstblues zu reduzieren - Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst.
Herbstdepression - Von der Lustlosigkeit über Schläfrigkeit bis zum Desinteresse
Schlapp, desinteressiert, lustlos und schläfrig sind die Attribute, die den Gefühlszustand einer Herbstdepression treffend beschreiben, die eigentlich Saisonal Abhängige Depression (SAD) heisst. Nach einer Studie der Universität Wien sind rund 13 Prozent der Bevölkerung in Mitteleuropa von dieser leichten Form der Herbstdepression betroffen, während rund vier Prozent unter einer schweren SAD leiden. Nicht zu verwechseln ist sie mit einer klassischen Depression, deren Symptome deutlich voneinander abweichen. Menschen mit einer Herbst- oder Winterdepression leiden unter extremer Müdigkeit, die bis zu einer Schlafsucht reichen kann. Das wirkt sich auf den Morgen aus, denn sie finden nur schwer aus dem Bett. Gleichzeitig ist der Appetit gesteigert, wobei sie besonderen Heisshunger auf Kohlenhydrate und Süssigkeiten haben. Das führt wiederum zu einem Ansteigen des Körpergewichts. Grundsätzlich sind diese Symptome nicht ungewöhnlich. Zu einer Herbstdepression werden sie erst dann, wenn diese Beschwerden über mehrere Wochen andauern und mit weiteren Begleiterscheinungen verbunden sind. Weitere Symptome sind unter anderem Unausgeglichenheit, eine gedrückte Stimmung, Gereiztheit, Energielosigkeit, eine allgemeine Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit, die dazu führen, dass nicht nur die eigene Person, sondern auch soziale Kontakte vernachlässigt werden.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren einer Herbstdepression
Bei der Entstehung einer Herbstdepression spielen die veränderten Lichtbedingungen, die Hormonproduktion sowie die Stressbelastung und die Stressverarbeitung eine massgebende Rolle. Wird es abends früher dunkel und fällt weniger Licht in die Augen, ist das ein Signal an die Zirbeldrüse, das Hormon Melatonin auszuschütten. Das führt dazu, dass Sie müde werden. Da die Lichtintensität insbesondere in den Herbstmonaten geringer ist, wird auch tagsüber vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet. Es ist wahrscheinlich, dass auch der Neurotransmitter Serotonin an der Entstehung einer Herbstdepression beteiligt ist. Um Melatonin produzieren zu können, wandelt der Körper Serotonin um. Das bedeutet, dass weniger Serotonin vorhanden ist, das als Glückshormon gilt, sodass sich die Stimmung senkt. Der Körper versucht, den Serotoninmangel auszugleichen. So ist die unbändige Lust auf Kohlenhydrate und Süssigkeiten zu erklären, die mit einer Herbstdepression einhergeht.
Die Symptome einer Herbstdepression lindern – Das können Sie tun
Wird es am Morgen später hell und am Nachmittag früh dunkel, fällt es vielen Menschen zunehmend schwerer, morgens wach zu werden und in den Nachmittagsstunden wach zu bleiben. Die Herbstdepression kann sich auch auf die Arbeit auswirken, wenn der Antrieb, aktiv zu sein, und die Motivation, sich für etwas einzusetzen, gedrosselt werden. Dauermüdigkeit, Melancholie, Stimmungsschwankungen und Frust ersticken Verbesserungsvorschläge und neue Projektideen im Keim.
- Die kritische Jahreszeit können Sie überbrücken, indem Sie einige Tage Urlaub nehmen und im Idealfall in sonnige Regionen verreisen.
- Teilen Sie sich Ihren Arbeitsalltag gut ein. Verlegen Sie anspruchsvolle Arbeiten auf die Tageszeit, in der Sie noch fit sind, während Sie Routinearbeiten in der Zeit erledigen, in der Ihre Leistungsfähigkeit nachlässt.
- Tanken Sie so oft wie möglich Licht und Luft. Regelmässige Spaziergänge oder Outdoor-Aktivitäten heben die Stimmung, weil durch die Bewegung Glückshormone ausgeschüttet werden. Gleichen Sie den Lichtmangel in Innenräumen mit Tageslichtlampen oder auch mit Kerzen aus, die eine behagliche Atmosphäre schaffen.
- Verzichten Sie darauf, sich unter Druck zu setzen und sich zu Höchstleistungen und guter Laune zu zwingen. Das gilt für alle Aktivitäten einschliesslich Bewerbungen. Ihre Stimmungslage wird in die Bewerbungsunterlagen einfliessen, und gute Personaler lesen zwischen den Zeilen und haben ein Gespür dafür, ob Kandidaten mit sich eins sind. Schieben Sie stattdessen Ihre Bewerbungsaktivitäten für einige Tage oder Wochen auf. Danach können Sie mit grösserem Elan neu durchstarten.
- Akzeptieren Sie Ihre Leistungsschwankungen. Passen Sie Ihre Arbeitsweise Ihrem Biorhythmus an. Das erhöht die Produktivität und Ihre Leistungsfähigkeit. Sie ersparen sich Frust und profitieren von Erfolgserlebnissen, die wiederum Ihre Motivation steigern.
Sofern Sie über einen längeren Zeitraum unter einer Herbstdepression leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um sich beraten und behandeln zu lassen.