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Belgien bricht als erstes Land die Fussball-Meisterschaft ab und möchte den FC Brügge zum Meister erklären. Brügge lag vor dem Spielabbruch in der belgischen Liga mit 15 Punkten vor Gent. Im Gegensatz zu anderen Sportarten möchte die UEFA in jedem Fall einen Meister, auch bei einem Saisonabbruch.
In England könnte der FC Liverpool nach 30 Jahren endlich wieder einen Meistertitel feiern oder in Frankreich beispielsweose würde Serienmeister PSG erneut den Titel der Ligue 1 in die Höhe stemmen. In der Super League würde demnach der FC St. Gallen Meister werden.
Anders als bei Brügge, Liverpool oder Paris liegen die Ostschweizer allerdings nur wegen des besseren Torverhältnisses auf Platz 1 und haben gleich viele Punkte wie die Berner Young Boys (45).
Legen YB und Basel Rekurs ein?
Liverpool hatte bei Spielabbruch bereits 82 Zähler auf dem Konto und hätte in der übernächsten Runde den Meistertitel klar machen können. Brügge lag vor dem Beginn des belgischen Playoff-System mit 15 Punkten Vorsprung auf dem ersten Rang. In der Schweiz zeichnete sich nach dem letzten Spieltag im Februar noch kein klarer Meister ab.
Wenn St. Gallen am grünen Tisch zum Meister erklärt werden würde, wäre der Einspruch sicher grösser als in England oder Belgien. Die UEFA möchte nach wie vor unbedingt die Meisterschaften sportlich zu Ende spielen. Im Falle eines kompletten Super League-Abbruchs könnten allerdings tatsächlich die Ostschweizer Meister werden.
UEFA droht Belgien und möglichen Nachahmern
YB und Basel würden höchstwahrscheinlich Rekurs einlegen. Das Meisterschafts-Rennen der Super League war, im Gegensatz zu England oder Belgien, zum Zeitpunkt des Unterbruchs alles andere als vorbei. Ein weiteres Problem wäre die Frage nach dem Auf- und Absteiger. Denn wenn es einen Meister gibt, braucht es auch Auf- und Absteiger.
Nicht zwingend, meint hingegen der belgische Fussballverband. Brügge soll zwar Meister werden, aber was mit dem letztplatzierten Waasland-Beveren passiert, ist noch unklar. UEFA Präsident Aleksander Ceferin gab am Freitag bekannt, Belgien und potenziellen Nachahmern mit dem Ausschluss aus europäischen Klubwettbewerben zu drohen.
«Ich denke, das ist nicht der richtige Weg. Solidarität ist doch keine Einbahnstrasse. Man kann nicht nach Hilfe fragen und dann einfach selbst entscheiden, wie es gerade passt», erklärte der UEFA-Präsident.
Um dieser Strafe aus dem Weg zu gehen, wird sich die Schweizerische Fussballliga an der UEFA orientieren und wahrscheinlich noch nicht voreilig entscheiden. Eines ist klar: In den kommenden Wochen steht der Verband vor schwierigen Fragen und Entscheidungen.