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Selbstverständlich haben die USA in der Schweiz eine starke Lobby. Früher waren es die „soft power“ der USA, weshalb wir uns zu deren Schwesternation erklärten und stolz darauf waren, wie Schweizer in den USA Brücken bauten, im Militär und der Finanzwirtschaft eine bedeutende Rolle spielten und eine Zürcher Regierungsrätin aus Hausmädchen bei den Kennedys diente. Die Liebe zu den USA ging bei konservativen Zürcher Goldküstenbewohnern, die ohnehin New York mehr liebten als Berlin und Rom, so weit, dass sie zu Zeiten des Kampfes gegen den EWR-Beitritt der Schweiz den Anschluss der Schweiz als US-Bundesstaat forderten.
Heute zertrümmern die US-Behörden, wie sogar die liberal-konservative „Neue Zürcher Zeitung“ zugibt, den Finanzplatz Schweiz, der zum Wohlstand des Landes viel beigetragen hat (aber schon seit Jahren immer weniger).
Martin Naville, ein „gmögiger“ Schweizer, Direktor der Swiss-American Chamber of Commerce in Zürich, steht einer der mächtigsten Lobby-Organisationen der USA in der Schweiz vor. Er erinnert uns deshalb daran, dass die USA mit der Schweiz in Fragen des Finanzplatzes „geduldig“ gewesen seien. Beratungsfirmen wie McKinsey, Boston Consulting, Bain, aber auch drei der vier grossen Treuhandfirmen, sind wesentlich an US-Interessen ausgerichtet. Die grossen Zürcher Anwaltskanzleien sind fest an die grossen US-Konzerne angebunden und werden sich hüten, die Interessen der Schweizer KMU-Wirtschaft zu hoch anzusiedeln.
Die Schweiz kann ihre Selbständigkeit nur bewahren, wenn sie ein fragiles Gleichgewichtsverhältnis zwischen den grossen Wirtschaftsnationen aufrecht erhält. Derzeit sieht es nicht so aus, als würde dies gelingen.