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Am Freitag ging im Golf von Guinea die zweiwöchige multinationale Militärübung «Obangame Express 2023» zu Ende. Offiziell rund 30 «gleichgesinnte Partner», wie es in verschiedenen Ankündigungen hiess, hatten sich die «Bekämpfung der Piraterie» auf die Fahne geschrieben, darunter Marinen und Küstenwachen aus afrikanischen und einem knappen Dutzend NATO-Ländern sowie Brasilien. Auch die internationale Polizeibehörde Interpol war beteiligt. Auf hoher See und in Häfen sollten militärische Einsätze geübt werden, aber auch medizinische Versorgung und Rettungsmassnahmen, wie es auf der Website der US-Seestreitkräfte für Europa und Afrika hiess.
Guinea war bei dem Manöver nicht mehr dabei. Das Land wurde nach dem Militärputsch Mamady Doumbouyas im Jahr 2021 mit US-gestützten Sanktionen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) belegt. ECOWAS selbst war mit «Friedenstruppen» an der Übung beteiligt.
Es handle sich bei »Obangame« um die «größte maritime Übung West- und Zentralafrikas», wie der Ankündigung der in Neapel stationierten Africom-Marine zu entnehmen ist, unter deren Ägide die Übung zum zwölften Mal stattfand. Beim Beginn des Manövers in Lagos im Gastland des Manövers, Nigeria, wurde den USA für ihre «globale Friedensmission» applaudiert.
Der Golf von Guinea wird im Westen als «Pirateriehotspot» betrachtet. Es geht dabei um Menschenhandel. Zudem ist er ein Umschlagplatz für Kokain zwischen Südamerika und Europa. Es finden jährlich zwei weitere Manöver der US-Streitkräfte in der Region statt.
Laut der US-Botschafterin in Nigeria, Mary Beth Leonard, liege das gemeinsame Interesse mit Blick auf das Manöver in der Wahrung der Sicherheit und Freiheit auf den Gewässern rund um Afrika, wie es in einer Pressemitteilung vom 24. Januar hieß. Das sei maßgeblich für Afrikas Wohlstand und den «Zugang zu den globalen Märkten».