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Barbara Studer, die Leiterin des Berner Staatsarchivs, kann nur mutmassen, weshalb die Berner Kantonsregierung im Jahr 1970 ein Ausstellungsverbot für die Aufenthaltsbewilligung von Lenin erliess. «Sehr wahrscheinlich plante jemand zu dieser Zeit eine Ausstellung über Lenin in Bern», so Studer. «Sonst wäre die Regierung wohl gar nicht darauf gekommen, dass im Staatsarchiv Dokumente liegen, die den russischen Revolutionär betreffen.»
Weshalb aber das Verbot? «Das müssen wir im Kontext des Kalten Krieges sehen», so Studer. «Offensichtlich hatte die Regierung Angst, dass mit den Lenin-Dokumenten in Bern linke Propaganda betrieben wird.»
Nichts von Verbot gewusst
Das Ausstellungsverbot ist überhaupt erst ans Licht gekommen, weil sich die Nationalbibliothek in Bern für die Dokumente interessiert hat. Sie plant diesen Sommer eine Ausstellung über Lenins Tätigkeit in Bern. Erst beim Durchsehen des Dossiers entdeckte Staatsarchivarin Studer das Verbot – und war überrascht.
Die Dokumente – inklusive der Originalunterschrift von Wladimir Iljitsch Uljanow alias Lenin – dürfen jetzt öffentlich gezeigt werden. Der Berner Regierungsrat hat das Ausstellungsverbot Anfang März aufgehoben.
Ich kenne Lenin, ich kenne Bern. Aber das hätte ich jetzt nicht zusammen verknüpft.
Auf den Strassen Berns bringen einige Passanten Lenin in Verbindung mit der Konferenz in Zimmerwald. Kaum jemand aber weiss, dass Lenin gut eineinhalb Jahre in der Berner Länggasse gewohnt hat. «Weltpolitisch sagt mit Lenin schon etwas», so ein Passant, aber die Beziehung zu Bern sehe er nicht.