Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/157084

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Bericht zu erstatten, wie Personen nach einer Lehrvertragsauflösung begleitet werden sollen, mit der Zielsetzung: Kein Lehrabbruch ohne Anschlusslösung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Wichtigkeit dieser Thematik bewusst und unterstützt die Zielsetzung der Postulantin. Lehrabbrüche ohne Anschlusslösungen sollen möglichst verhindert und betroffene Jugendliche begleitet werden. Das Ziel, 95 Prozent der Jugendlichen zu einem Abschluss der Sekundarstufe II zu führen, wurde mit der Erklärung der gemeinsamen bildungspolitischen Ziele des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren im Mai 2015 erneut bekräftigt. Lehrvertragsauflösungen führen nicht unvermeidlich zu Lehrabbrüchen. Unter Lehrvertragsauflösung wird eine vorzeitige Kündigung seitens einer der beiden Vertragsparteien oder im gegenseitigen Einvernehmen verstanden.</p><p>Erst wenn Jugendliche nach einer Lehrvertragsauflösung keine neue Ausbildung mehr beginnen, kommt es zum eigentlichen Lehrabbruch. Zahlen zu Lehrvertragsauflösungen und Lehrabbrüchen sind auf gesamtschweizerischer Ebene bisher keine publiziert. Das Bundesamt für Statistik entwickelt zurzeit entsprechende gesamtschweizerische Statistiken. Sie werden nächstes Jahr verfügbar sein und neue Erkenntnisse zur Thematik liefern. Kantonale Untersuchungen besagen, dass etwa 5 Prozent der Jugendlichen auch drei Jahre nach einer Lehrvertragsauflösung ohne Anschlusslösung verbleiben.</p><p>Bereits vorliegende Studien zeigen auf, wie Jugendliche vor und nach einer Lehrvertragsauflösung begleitet werden können und ein Lehrabbruch ohne Anschlusslösung verhindert werden kann. Mögliche Massnahmen umfassen eine möglichst frühe und niederschwellige Begleitung und Beratung, die Schaffung von institutionellen Unterstützungsangeboten und eine Sensibilisierung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in den Betrieben, der Berufsfachschullehrpersonen und der kantonalen Behörden. Entscheidend ist eine gute Koordination und Kommunikation zwischen den verschiedenen Lernorten. Die Studien verweisen auch auf die Wichtigkeit des Bildungsmonitorings zur Nachverfolgung der Lehrvertragsauflösungen.</p><p>Gemäss Berufsbildungsgesetz obliegt den Kantonen die Beratung und Begleitung der Lehrvertragsparteien wie auch die Koordination zwischen den an der beruflichen Grundbildung Beteiligten. Diese föderalistische Aufgabenteilung ist sinnvoll; die Kantone sind näher bei den Betroffenen als der Bund. Wird ein Lehrvertrag aufgelöst, so hat der Lehrbetrieb umgehend die kantonale Behörde und gegebenenfalls die Berufsfachschule zu benachrichtigen. Der frühe Einbezug der Verantwortlichen ist gewährleistet. Mit dem Case Management Berufsbildung hat der Bund zudem ein Instrument initiiert, das erheblich zur Prävention von Lehrabbrüchen beiträgt und die optimale Begleitung betroffener Jugendlicher in eine Anschlusslösung ermöglicht. Der Bund hat den Aufbau des Case Management massgeblich finanziell unterstützt; die Verantwortung für den Vollzug liegt bei den Kantonen.</p><p>Studien, welche aufzeigen, wie Jugendliche vor und nach einer Lehrvertragsauflösung begleitet werden sollen, sind bereits verfügbar, und es wurden entsprechende Massnahmen ergriffen. Ein weiterer Bericht zu dieser Thematik bringt aus Sicht des Bundesrates keinen Mehrwert.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.