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Camille Saint-Saëns (1835 – 1922)
Klavierquintett a-Moll op. 114
Es ist Saint-Saëns’ einziges Klavierquintett geblieben – wie bei Johannes Brahms, der ebenfalls nur ein Werk, allerdings ein berühmtes, für diese Gattung schrieb. Saint-Saëns eiferte ihm aber nicht nach, sondern kam ihm im Gegenteil zehn Jahre zuvor: Sein a-Moll-Klavierquintett von 1855 zeigt die stupende, frühe Meisterschaft des Zwanzigjährigen. Ein genialer Wurf. Ein in allen Belangen beeindruckendes Meisterwerk, das vom Melodischen bis zur völlig unakademisch anmutenden Fugenkunst im Finalsatz keinerlei Wünsche offen lässt. Offensichtlich hatte sich Saint-Saëns bereits eine solche Leichtigkeit im Schreiben angeeignet, dass seine ausgeklügelte technische Meisterschaft die spontane Frische und elegante Noblesse dieser Musik nie trübt. Schwung und Energie beherrschen den Kopfsatz; das ausgedehnte Hauptthema des zweiten Satzes hat eine beinahe religiöse Qualität, und der dritte Satz beginnt wie ein leichtfüssiger Elfentanz. Auch aus rein musikologischer Sicht ist dieses Klavierquintett von besonderer Bedeutung: Saint-Saëns war nämlich erst der zweite französische Komponist, der sich an dieser eher deutsch-romantischen Gattung versuchte. Und das mit grossem Erfolg.