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Unabhängigkeit gewinnenAutor: admin | 05.08.2014
In den dicht bewaldeten Gebieten Europas, gingen die Leute in die Wälder um Holz zu sammeln. Wer jedoch arm war und nicht neben einem Wald wohnte, musste sich über Tausende von Jahren anders behelfen, um im Winter nicht zu frieren.
Arme Leute gingen in allen Jahrhunderten für Ihr Brennmaterial in die Moore. Torfstechen wurde aber nicht nur für den Eigenbedarf betrieben, sondern war ein Beruf. Ein Beruf, der anstrengend war und in dem schon Kinder von Torfstechern arbeiten mussten. Der nasse ausgestochene Torf, die sogenannte Torfsode, wurde auf Torfkarren verladen und von Kindern zum Trockenplatz gezogen. Am Trockenplatz wurde er aufgestapelt und trocknete den Sommer über. Wer zudem arm war, hatte nur ein kleines Fenster in seiner Hütte – schlecht getrockneter Torf war für diese Menschen alles andere als eine gesunde Idee.
Wald war nicht immer Allmend und jeder schätzte sich glücklich in einer Gemeinde zu leben, wo es ein sogenanntes Holzrecht gab. Dieses Holzrecht regelte das Recht eines jeden Gemeindemitglieds im Wald so viel Holz zu schlagen, wie er für den Winter benötigte.
Oft hatten Wälder aber Besitzer, sodass man Holz kaufen musste. Städter hatten gar keine Wahl, wer nicht frieren wollte, musste Holz oder Kohle kaufen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es im heutigen Deutschland nur noch 10 Prozent des heutigen Waldbestandes. Schwer zu glauben, hat man doch das Gefühl überall auf Urbanisierung zu stoßen. Ein Dorf schließt sich dicht an das nächste Dorf an. Tatsächlich gab es viel weniger Siedlungen mit deutlich weniger Menschen (rund 34 Millionen Menschen innerhalb der heutigen Deutschen Grenzen), aber weite Teile zwischen den Dörfern waren abgeholztes Brachland.
Durch die Erfindung der Eisenbahn war der Ausweg aus der Abholzung gefunden. Stein- und Braunkohle war zwar als Brennstoff schon lange bekannt, aber erst die Eisenbahn erlaubte es die Kohle über weite Strecken zu transportieren.
1885 wurde der deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein gegründet. Sozusagen ein Lobbyist zur bismarckschen Zeit. Die Arbeit in Kohlestollen war anstrengend und vor allem gesundheitlich gefährlich. Die Staublunge gehört heute zu den häufigsten anerkannten Berufserkrankungen. Bis die Staublunge anerkannt wurde, lag ein langer Weg vor den Betroffenen. Den gerade Vereine wie die Deutsche Braunkohlen-Industrie wehrten sich bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts gegen die Anerkennung solcher Berufskrankheiten.
Erst Mitte des 20. Jahrhunderts verschwand die Kohle langsam aus unserem Bewusstsein. Heute findet Kohle in Westeuropa praktisch nur noch in Kohlekraftwerken Verwendung.
Unsere Vorfahren waren
abhängig vom Holzrecht der Gemeinden, vom Goodwill von
Waldbesitzern, später von den Kohlehändlern und letztlich von Öl-und Gaskonzernen. Fotovoltaik ermöglicht
es uns ein Stück Freiheit und Unabhängigkeit von Konzernen und
Verbänden zu erlangen. Anstelle der Allmend brauchen wir dafür nur
ein Dach.
Quellen: Torf stechen