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Der legendäre britische Postzugräuber Ronnie Biggs ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das meldeten sowohl der Sender Sky News als auch die Nachrichtenagentur Press Association unter Berufung auf anonyme Informanten.
Ronnie Biggs war seit Jahren schwer krank. Er konnte nach mehreren Schlaganfällen nicht mehr laufen, sprechen und essen.
Biggs zählte zu einer 15-köpfigen Bande, die 1963 einen Postzug von Glasgow nach London ausgeraubt und dabei 2,6 Millionen Pfund (heute rund 40 Millionen Pfund – umgerechnet 57,8 Millionen Franken) erbeutet hatte.
35 Jahre auf der Flucht
Die Räuberbande war nach der Tat gefasst worden. Neun der Täter wurden 1964 zu 30 Jahren Haft verurteilt, darunter Biggs.
Er war bei dem von seinem Komplizen Bruce Reynolds eingefädelten Coup nur ein Mitläufer. Dennoch war er der berühmteste der Bande von Posträubern. Dem gelernten Zimmermann und früheren Kleinkriminellen gelang1965 mit Hilfe einer Strickleiter und dank eines Sprungs auf einen mit einer Matratze präparierten, fahrenden Lastwagen die filmreife Flucht aus dem Gefängnis.
In Brasilien die Beute verprasst
Biggs floh zunächst nach Paris und Spanien und holte sogar noch Frau und Kinder nach. Später setzte er sich ohne seine Angehörigen nach Brasilien ab und begann dort ein Lotterleben. Er hatte nach eigenen Angaben 147'000 Pfund von der Beute erhalten; dieses Geld verprasste er innerhalb von drei Jahren
«Er habe dort ein ehrliches Leben geführt», sagte Biggs selbst über seine Zeit in Brasilien. 2001 kehrte er dann gesundheitlich stark angeschlagen nach Grossbritannien zurück, wo er sich den Behörden stellte. 2009 wurde Biggs wegen seines sich dramatisch verschlechternden Gesundheitszustandes nach mehreren Schlaganfällen und Herzattacken aber begnadigt.