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Prayuth Chan-ocha hatte offensichtlich keine Lust auf kritische Fragen. Bei einer Pressekonferenz machte sich Thailands Junta-Chef aus dem Staub – und hinterliess den Journalisten eine Kartonfigur, die aussah wie er selbst.
Thailands Junta-Chef Prayuth Chan-ocha hat vor Journalisten einen bemerkenswerten Abgang hingelegt: Erst sprach er kurz zu ihnen, es ging um den anstehenden Children's Day, und damit um ein unkritisches Thema. Bevor die Reporter dann Zeit hatten, sich mit ihren Fragen an Prayuth zu wenden, machte er sich aus dem Staub. Und wie.
Prayuth liess eine Pappfigur neben sich aufstellen, die ihm nachempfunden war. «Wenn Sie Fragen zu Politik oder Konflikten haben – dann fragen Sie den da», sagte er zu den Journalisten, machte auf dem Absatz kehrt und ging davon. Berichten zufolge sollen die Journalisten teils amüsiert dreingeschaut haben, und teils peinlich berührt gelacht haben.
Dass Prayuth ein angespanntes Verhältnis zur Presse hat, wurde schon früher deutlich. Einmal warf er eine Banane nach einem Kameramann. Ein anderes Mal drohte er – und meinte das im Scherz – damit, jeden Journalisten hinrichten zu lassen, der die Regierung kritisiere. Im Juni 2017 wollte er Journalisten «konstruktives Fragen» beibringen – Menschenrechtler vermuteten dahinter eine Einschüchterungstaktik.