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wurde am 21. Februar 1949 in Auxerre in der Yonne geboren und starb am 2. August 2008 in Paris. Ihre Mutter arbeitete als Hausangestellte, der Vater war Landarbeiter, ein brutaler Hühne mit Spitznamen «Gorilla», der weder lesen noch schreiben konnte. Bereits der Grossvater war Landarbeiter, die Grossmutter Psychiatrieschwester. Ab vier Jahren nahm sie ihr Grossvater häufig zu Schlachthöfen in Auxerre mit, wo Tiere lebendig an Haken gehängt wurden. Anne-Marie Poitout blieb zeitlebens von der Erinnerung an diese Szenen und die Schreie der Tiere traumatisiert. Sie brachte sich mit der Zeitung
«L‘Yonne Republikaner» im Alter von vier Jahren selber das Lesen bei, mit sechs schrieb sie Gedichte und zeichnete. Als ihre Mutter ein Heft mit ihren Gedichten in den Ofen warf, versuchte sie es aus dem Feuer zu retten und zog sich dabei schwerste Verbrennungen zu, die zu Vernarbungen an den Unterarmen führen, die sie zeitlebens begleiteten. Bis sie 10 Jahre alt war, lebte sie auf einem Dachboden, ging aber regelmässig zur Schule. Sie scheiterte beim Schulabschluss ( hervorragend in Aufsatz und Französisch, Misserfolg in den übrigen Fächern). Bis sie 18 Jahre alt war, wurde sie von ihren Eltern misshandelt und entkam dann dieser Hölle, indem sie den Erstbesten heiratete, einen Buchhalter, mit dem sie drei Kinder hatte, zwei Jungen und ein Mädchen. Und sie fand einen Job als Schreibkraft. Nach einigen Ehejahren begann auch ihr Mann, sie zu schlagen, worauf sie die Trennung erwirken konnte, danach aber ihre Kinder praktisch nicht mehr sah. Dank einer Psychotherapie fand sie 1980 eine gewissen Ausgewogenheit, war aber mehrfach in psychiatrischen Kliniken und wurde stets von einem Psychiater betreut. 1984 traf sie Jean-Paul Delcourt, verantwortlich für «Éditions d‘art de Lutece», der ihr anbot, ihre Zeichnungen zu veröffentlichen. Bedauerlicherweise zerstörte ein Feuer jedoch ihre gesamte Arbeit und setzte dem Projekt ein Ende. Anne-Marie Poitout, die in Paris lebte, verbrachte ihre Zeit mit Zeichnen und Schreiben von Kindergeschichten und versuchte zwischendurch, ihre Zeichnungen am Ausgang der Metro aNn Passanten zu verkaufen. Sie neigte dazu, ihre Arbeiten zu zerstören und lebte, ohne mit jemandem zu reden, sehr einsam zusammen mit ihren Katzen. Ihre Arbeiten sind in Sammlungen und in Museen für Art Brut in Frankreich sowie im Ausland vertreten.