Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03444.jsonl.gz/471

Dies
Gesetz macht einen wichtigen Unterschied zwischen dem
Eisenbahnbetrieb und sonstigen industriellenUnternehmungen.
Wird nämlich bei dem Betrieb einer
Eisenbahn (also nicht bloß bei der Beförderung auf der
Bahn) ein
Mensch getötet oder
körperlich verletzt, so haftet der Betriebsunternehmer für den dadurch verursachten
Schaden. Dabei ist in Ansehung der
Eisenbahnunfälle
[* 2] die Beweislast abweichend von den allgemeinen Rechtsregeln bestimmt. Nicht der Beschädigte hat seinen
Entschädigungsanspruch durch die Behauptung u. durch den Nachweis eines Verschuldens auf seiten
der Bahnverwaltung zu begründen, sondern der Betriebsunternehmer haftet schlechthin für jenen
Schaden, sofern nicht
er den
Nachweis erbringt, daß der Unfall durch
höhere Gewalt oder durch eignes Verschulden des Getöteten oder Verletzten entstanden.
Der
Beweis der Verschuldung liegt jedoch in solchem
Fall dem Verunglückten oder seinen Hinterbliebenen ob. Die Schwierigkeit
einer solchen Beweisführung, die Umständlichkeit und Kostspieligkeit des gerichtlichen
Verfahrens machten nun freilich die
Wohlthaten, welche das Haftpflichtgesetz namentlich dem Arbeiterstand bringen sollte, vielfach gegenstandslos, und
ziemlich allgemein ward schon wenige Jahre nach dem
Erlaß des Haftpflichtgesetzes dessen Verbesserungsbedürftigkeit anerkannt.
Der große Aufschwung der modernen industriellen Verhältnisse mit ihrer Massenproduktion und ihrem Maschinenbetrieb schien
eine größere
Sicherung der
Arbeiter gegen die Unfallsgefahr zu erheischen.
In dem Bestreben, damit auch zur
Lösung der
Arbeiterfrage
überhaupt einenSchritt vorwärts zu thun, entschloß man sich zur Einführung einer allgemeinen
Unfallversicherung
für
die
Arbeiter mit gesetzlichem
Versicherungszwang, und so entstand das Unfallversicherungsgesetz vom welches
das Haftpflichtgesetz in Ansehung der Arbeiterbevölkerung im wesentlichen gegenstandslos macht (s.
Unfallversicherung).
Für die Unfallentschädigung für dritte
Personen, also bei dem
Eisenbahnbetrieb insbesondere in Ansehung
der Reisenden, ist das Haftpflichtgesetz nach wie vor maßgebend.
Vgl.
Endemann, Die Haftpflicht (3. Aufl., Berl. 1885);
Hagedorns Bedeutung als Dichter beruhte wesentlich darauf, daß er, obwohl ein Nachahmer der leichter und fröhlicher gestimmten
französischen Poeten seiner Zeit, doch durch eigne Lebensstimmung und lebendige Geselligkeit zur unmittelbaren Empfindung
durchdrang. Er schlug zuerst den Ton des Liedes an, traf in seinen Fabeln und kleinern Erzählungen oft sehr
glücklich mit seinen Vorbildern zusammen und entfaltete überhaupt eine Anmut und Beweglichkeit, die in der deutschen Dichtung
jener Zeit ganz und gar neu war. Seine »Poetischen Werke« erschienen gesammelt Hamburg 1756, 3 Bde., und
öfter; die beste Ausgabe nebst Lebensbeschreibung besorgte Eschenburg (das. 1800, 5 Bde.;
neue Ausgabe mit Hagedorns Briefwechsel, 1825).