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Im altehrwürdigen Olympiastadion von 1928 ging Selina Büchel den Final am Samstagabend anders als den Vorlauf und den Halbfinal zu Beginn der Titelkämpfe an. Die St. Gallerin lief bereits nach 200 m an zweiter Position und hielt sich bis zur 700-m-Marke stets in einer der ersten beiden Positionen auf. Gefahr, wie am Mittwoch und Donnerstag an vierter oder fünfter Stelle in Positionskämpfe verwickelt zu werden, lief sie nie. Das Tempo war von Beginn weg hoch, das Rennen nicht von Taktik geprägt.
Praktisch gleichauf mit der Norwegerin Hedda Hynne und der als Favoritin gestarteten Französin Rénelle Lamote bog die Schweizer Hallen-Europameisterin von 2015 auf die Zielgerade ein, doch danach gingen ihr die Kräfte aus.
Die Enttäuschung ob des Verpassens der EM-Podestränge war bei Büchel umso grosser, da sie gemäss eigener Aussage vor dem Rennen vor Selbstvertrauen strotzte. “Das Ziel war nach dem geglückten Halbfinal Gold. Ich war mir sicher, bis kurz vor Schluss, dass ich das Rennen gewinnen würde”, gab die Läuferin des KTV Bütschwil unumwunden zu.
Auf die drittplatzierte Schwedin Lovisa Lindh büsste Büchel in 2:00,47 Minuten lediglich eine Zehntelsekunde ein. Gold ging an Natalia Pryschtschepa, die auf der Zielgeraden nicht nur an Büchel vorbei sprintete, sondern auch an der am Ende zweitplatzierten Lamote. Die neue Europameisterin aus der Ukraine ist erst 21-jährig und feierte ihre bislang grössten Erfolge über eine andere Distanz. 2013 wurde sie über 1500 m Junioren-Europameisterin (U20), zwei Jahre später gewann sie an der U23-EM Bronze.
Ein schwacher Trost war für Büchel am späten Samstagabend, dass sie mit Rang 4 ihr bislang wertvollstes Resultat an internationalen Titelkämpfen im Freien erzielen konnte.
(SDA)