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Schwerhörigkeit ist ein Problem, das viele betrifft. Bei manchen beginnt es ganz langsam und allmählich und macht sich im Alter mit einem zunehmenden Hörverlust bemerkbar. Andere kommen bereits mit angeborener Schwerhörigkeit auf die Welt. Für alle aber gilt: Sind die Haarsinneszellen im Ohr geschädigt, der Hörnerv jedoch intakt beziehungsweise vorhanden, können Cochlea-Implantate helfen.
«Cochlea» ist der lateinische Ausdruck für «Hörschnecke». Das Cochlea-Implantat (CI) ist eine technisch ausgereifte Hörhilfe für Personen, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder keinen Nutzen bringen. Die Gehörprothese funktioniert als künstliches Innenohr. Das Ohr ist bislang das einzige Sinnesorgan, für das es eine Prothese gibt. Das CI ermöglicht nach einer erfolgreichen Operation hochgradig Schwerhörigen und Gehörlosen oftmals wieder, Sprache zu hören und zu verstehen.
Ein CI besteht aus zwei Komponenten: dem Implantat im Inneren und dem äusseren Sprachprozessor. Im hinter dem Ohr befestigten Sprachprozessor werden mit einem oder mehreren Mikrofonen Schallsignale aufgenommen und in elektroneurale Erregungsmuster umgewandelt, die über eine Sendespule drahtlos zum Implantat übertragen werden. Das Implantat besteht aus einer Empfangsspule, der Decodierungs- und Stimulatorelektronik und den in die Hörschnecke (Cochlea) eingelegten Elektroden. Der Hörnerv leitet das Reizmuster in ähnlicher Weise wie beim natürlichen Hören zum Gehirn weiter, wo es als Hör- und Klangempfindung wahrgenommen wird. Nach der Operation und der individuellen Einstellung des Sprachprozessors ist ein spezielles Sprach- und Hörtraining erforderlich.
Die aktuelle Forschung und Entwicklung zielt auf die verbesserte Programmierung zur natürlicheren und differenzierteren Klangwahrnehmung.
Funktionsweise des CIs:
Grössere Unabhängigkeit
Cochlea-Implantate eignen sich für taub geborene oder ertaubte Kinder sowie für nach dem Spracherwerb hochgradig schwerhörig gewordene oder ertaubte Erwachsene. Taub geborene Kinder sollten möglichst frühzeitig ein CI bekommen, um die kurze Zeitspanne der Entwicklung des Hörsprachzentrums im Gehirn in den ersten Lebensjahren effektiv nutzen zu können. Ein allgemeines Neugeborenen-Hörscreening in den Geburtsabteilungen erlaubt eine frühe Diagnose-Stellung bei angeborenen Hörstörungen.
80 Prozent der betroffenen Kinder können mit einem CI-Implantat genug hören, so dass sie später sogar die Regelklasse besuchen können. Aber auch für spät ertaubte Kinder und Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen, kann das CI eine Lösung sein. Zukünftige CI-Träger müssen jedoch bereit sein, sich auf das neue Hören bewusst einzustellen und es zu trainieren.
Die Innenohrprothese ist für viele zwar ein enormer Fortschritt bezüglich ihrer Unabhängigkeit, die Klangqualität ist jedoch nicht mit der eines gesunden Gehörs vergleichbar. Jedoch haben sich die Geräte in den letzten 20 Jahren technisch sehr weiterentwickelt. Mittlerweile sind bereits über 400'000 Patienten weltweit mit diesen Implantaten versorgt worden. In der Schweiz haben gegenwärtig rund 2'600 Patientinnen und Patienten ein Cochlea-Implantat im Ohr – vom Kleinkind bis zum Senior.
Seit 2004 gibt es in der Schweiz pro Jahr durchschnittlich 160 Cochlea-Implantat-Operationen. In der Schweiz führen fünf CI-Zentren die Operation durch: Basel, Bern, Genf, Luzern und Zürich. Am CI-Zentrum Zürich werden zurzeit Systeme der Hersteller Cochlear und Advanced Bionics implantiert. Weitere Hersteller sind Med-el und Oticon Medical.
Beratung sowie weiterführende Informationen zu Implantat-Typen, durchführenden Kliniken, Operation und anderen Fragen rund um das Cochlea-Implantat finden Sie bei www.pro-audito.ch. In der Broschüre von Pro Audito Schweiz sind Basisinformationen zum Cochlea-Implantat zusammengestellt.
Auf der Website Audiopädagogik.ch findet man einen Kurzfilm zum Thema CI.
In der Schweiz leben rund 2'100 CI-Trägerinnen und CI-Träger (Quelle: Universitätsspital Zürich, CI-Zentrum, CI-Register 2014). 2004 wurde mit der CI Interessengemeinschaft Schweiz eine Interessenvertretung für diese Gruppe von Hörbehinderten gegründet. Seit 2013 firmiert diese unter dem Namen Fachkommission Cochlea-Implantat. Die Fachkommission versteht sich als Drehscheibe für den Austausch aller Informationen rund um das Cochlea Implantat, sie organisiert Tagungen und vermittelt potenziellen CI-Tragenden Kontakte zu erfahrenen Betroffenen.
Hinter der Fachkommission Cochlea-Implantat stehen folgende Organisationen: