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Unterwegs mit
Edward

Von Kevin Egan
Kevin Egan ist der neue Redaktor von Our Corgi World, der Newsletter der Welsh Corgi League, assistiert von Edward, seinem Pembroke Corgi. Die folgende Geschichte erschien in ihrer ersten Ausgabe vom Sommer 2014.
Edward ist ein 3½ Jahre alter rot/weisser Pembroke Rüde. Vor allem ist er der Hund in unserem Haus oder besser gesagt, es ist jetzt seine Residenz und wir sind seine Menschen, und er sorgt streng dafür, dass wir ihn zu den gewohnten Zeiten ausführen und füttern - das sind die Bedingungen!
Unser Tag beginnt um 7.30 Uhr mit einem Spaziergang zum lokalen Park in Finchley. Dort trifft er einige Spielkameraden, mit denen er gerne herumtollt, und sein bevorzugter Freund ist ein weisser Retriever namens Charmer. Wenn sie aufeinander treffen, stellen sie sich in einem Abstand von ca. 10 m auf wie zwei Revolverhelden in einem Western. Der Retriever steht unbeweglich und gibt sich betont lässig, während Edward eine leicht geduckte Haltung einnimmt, wie ein Löwe auf der Jagd in den Wildlife Dok-Programmen. Während einigen Sekunden mustern sie sich gegenseitig bis der Retriever normalerweise den ersten Schritt macht und an Edward vorbeirast - der reagiert mit geballter Energie, indem er wie ein kleines oranges Torpedo sein Opfer verfolgt. Manchmal gelingt es ihm, seinen Gegner mit einem Kopfstoss in die Rippen zu stoppen, aber meistens verfehlt er ihn ganz knapp. Die beiden haben einen Riesenspass!
Im März fuhren wir mit der Metro ins Zentrum von London. Edward ist inzwischen ein routinierter Passagier. Er ist immer noch fasziniert von den sich automatisch öffnenden und schliessenden Wagentüren und auf der Rolltreppe lässt er sich gerne von mir tragen. Dabei bringen mich die bewundernden Blicke und die sich langsam öffnenden Münder der uns entgegen kommenden Passagiere zum Lächeln. Seinen Starauftritt hatte er an jenem Tag, als wir am London Eye vorbeikamen. Eine Gruppe von Schülern im Teenagealter war dabei, sich vor dem Riesenrad für eine Gruppenaufnahme zu posieren, während ihre Lehrerin vergeblich versuchte, sie alle aufs Bild zu kriegen. Aber dann begannen die Kinder, eines nach dem anderen, sich nach Edward umzudrehen, zu kichern und auf ihn zu zeigen, so dass die Lehrerin schliesslich ihr Vorhaben aufgab. Ich fragte, ob sie gerne möchten, dass Edward sich für das Foto vor sie hinsetzte…. worauf es sofort zu einem Gerangel um die beste Position neben ihm kam!
Die Lehrerin war ganz erstaunt, wie schnell sich die Rasselbande photogen und geordnet aufstellte, um auf der neuen Bildkomposition zu sein. Alle Arten von Smartphones mit Kamera erschienen zwischen den Schülern - plus eine ganze Menge Smartphones von anderen Touristen, die sogar Schlange standen, um zu sehen, was da vor sich ging. Nach dem Massen-Fotoshooting und dem Stau wegen des Gedränges und dem ganzen Chaos auf dem Thameside Fussweg jubelten und winkten die Schüler uns zu, als Edward und ich über die Westminster Brücke verschwanden.
Vielleicht sollte ich für Edward eine Mitgliederkarte der Strassenkünstler erwerben?
Alle, die das Privileg haben einen Pembroke Corgi zu besitzen, schätzen seine Intelligenz, denn er ist nicht nur klug sondern auch schlau. Und tatsächlich, wenn ich mein Leben nochmals leben könnte, hätte ich als Arbeitskollegen lieber Edward gehabt anstatt einiger dieser albernen Trottel, mit denen ich acht Stunden am Tag verbringen musste!
Auf einem kürzlichen Spaziergang hielt ich inne, um einen anderen Hundehalter zu begrüssen und mit ihm im lokalen Park eine Runde zu drehen. Ohne mich umzudrehen, gab ich Edward den Bescheid …"hier entlang"…. und ging weiter auf dem gewohnten Weg, während wir Englands Chancen, eine erneute totale Katastrophe im Test Cricket Match gegen Australien zu verhindern, diskutierten! In diesem Park dauert ein Rundgang ungefähr 5-6 Minuten. Als wir zu unserem ursprünglichen Treffpunkt zurückkehrten, verabschiedete sich der andere Halter mit den Worten …"das war eine eindrucksvolle Unterordnungsübung; dein Hund blieb während des ganzen Rundgangs sitzen"…
Was der Kerl nicht wusste, war, dass Edward seine eigenen Regeln und Bedingungen für Spaziergänge entwickelt hat. Das bedeutet, dass er gelegentlich einfach sitzen bleibt, vor allem wenn es anfängt zu regnen, während ich weiterhin wie ein Schwachkopf ein gutes Stück vor ihm mit mir selbst rede. Nun, es scheint zumindest, dass sich alle die anderen Besucher des Parks inzwischen daran gewöhnt haben!...
Übersetzung ANo mit freundlicher Genehmigung.