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Sechs Jahre verbrachte die junge Käthe Mangold fern der Heimat bei ihrer Erzieherin, doch als ihr Grossvater überraschend stirbt, kehrt sie als reiche Erbin in ihre Thüringer Heimat zurück, wo sie auf ihre älteren Stiefschwestern Henriette und Flora trifft. Aufoperungsvoll übernimmt sie die Pflege der schwerkranken Henriette und versucht, tapfer über die Anfeindungen der hochmütigen und ehrgeizigen Flora hinwegzusehen. Doch auch Floras Verlobter, der attraktive Doktor Bruck, scheint eine Abneigung gegen das junge Mädchen zu haben, das sich zunehmend als Fremdkörper im Haus ihres Vormundes, des wohlhabenden Kommerzienrates Römer, fühlt. Erst nach und nach bemerkt Käthe, dass hinter der vornehmen Fassade der Römerschen Villa unausgesprochene Konflikte schwelen und heimtückische Intrigen gesponnen werden.
E. Marlitt übte in ihren Romanen immer wieder Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Unterdrückung von Frauen und der Doppelmoral und Bigotterie des christlichen Bürgertums. Ihre Popularität bei den Lesern verschaffte der Zeitschrift „Die Gartenlaube“, in der ihre Bücher als Fortsetzungsromane erschienen, einen enormen Auflagenschub. Ihre Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
1972 verfilmte Herbert Ballmann „Im Hause des Kommerzienrates“ mit Karlheinz Böhm, Theo Lingen, Judy Winter, Marianne Hoppe und weiteren Publikumslieblingen.
Illustrierte Ausgabe mit Bildern des Malers Heinrich Schlitt.