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Der Roman erzählt die Geschichte der vier Schwestern der Familie March: Meg, die Häusliche, Jo, die Burschikose, die gerne Schriftstellerin werden möchte, Betty, die Liebe, Schüchterne und Kränkliche und Amy, die Eingebildete und Oberflächliche, die so gerne reich heiraten möchte. Das Buch, das als „Gesamtausgabe“ betitelt ist, beinhaltet allerdings nur... Der Roman erzählt die Geschichte der vier Schwestern der Familie March: Meg, die Häusliche, Jo, die Burschikose, die gerne Schriftstellerin werden möchte, Betty, die Liebe, Schüchterne und Kränkliche und Amy, die Eingebildete und Oberflächliche, die so gerne reich heiraten möchte. Das Buch, das als „Gesamtausgabe“ betitelt ist, beinhaltet allerdings nur die beiden ersten Bände der Tetralogie, allerdings handeln die folgenden Bände weniger von den Schwestern sondern von männlichen Familienmitgliedern. Louisa May Alcott basiert diese Reihe auf ihren eigenen Erfahrung, auch sie hatte drei Schwestern und wuchs in ähnlichen Verhältnissen auf. Zeitlich können die Romane wohl zur Zeit ihrer Entstehung eingeordnet werden (1. Band 1868), zu Beginn ist der Vater der Schwestern im Krieg, wohl im amerikanischen Bürgerkrieg, im zweiten Band besucht eine der Schwestern Paris und sieht Napoleon (hier wohl Napoleon III.). Die Übersetzung folgt der von 1902, ist zeitlich also nahe am Original, die Geschichte ist allerdings dadurch nicht einfach zu lesen, Grammatik, Satzbau, Wortschatz weicht ziemlich vom heutigen Standard ab, geben dem Roman aber zusätzliche Authentizität. Schon etwas ältere Semester, wie ich, lesen sich relativ schnell ein (in meiner Kindheit habe ich ähnliche Werke gelesen), die eigentliche Zielgruppe (eigentlich Kinder ab 11 Jahren, ich selbst finde aber Jugendliche passender ) hat es sicher schwerer, vielleicht unverständliche Worte kann man aber leicht ergoogeln. Ich finde es sehr interessant, zu sehen, wie sich Sprache innerhalb nur eines Jahrhunderts verändern kann. Warum die wörtliche Rede allerdings nicht entsprechend gekennzeichnet wurde, entzieht sich meines Verständnisses, es erschwert das Lesen ganz unnötig zusätzlich. Nicht nur die Sprache ist der Zeit angepasst, sondern auch der Erzählstil und das macht den Roman noch schwieriger. Erzählt wird oft ausschweifend, schwülstig, moralisierend, belehrend, aber auch mit viel Humor. Gerade Letzterer hat mich oft an der Stange gehalten, manche Passagen habe ich aber auch nur überflogen. Das Frauenbild ist furchtbar (auch wenn manchmal etwas liberaleres Denken durchblitzt), man muss es aber im Kontext der Zeit sehen, wie Vieles andere auch. Dann erkennt man auch, welch hervorragende Erzählerin Louisa M. Alcott ist. Die Charaktere wirken lebendig, die Erzählung weckt Emotionen, man lacht, man weint, man ärgert sich, regt sich auf, verdreht die Augen. Schon in meiner Jugend mochte ich die Verfilmung mit Katie Hepburn als Jo, ich hatte also genaue Bilder vor Augen und war auch ein bisschen voreingenommen. Amy z. B. hatte im Roman keine Chance bei mir, ich konnte sie schon in der Verfilmung nicht leiden, während Jo mein Liebling ist (in beiden Medien). Manch einer mag auch die Neuverfilmung mit Winona Ryder kennen. Für mich hat das Buch somit auch nostalgischen Wert, im Grunde habe ich es wegen des Films überhaupt nur gelesen. Wer sich auf die altertümliche Sprache einlassen kann, wer Klassiker mag und sie gerne möglichst originalgetreu liest oder wer die Verfilmung mochte, sollte es ruhig mit diesem Buch probieren. Ich habe mich zumindest passagenweise gut unterhalten gefühlt, wurde emotional gepackt und habe viel geschmunzelt, insgesamt vergebe ich 4 Sterne (einen halben davon aus Nostalgiegründen).