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Zwischen 100 km und 150 km nordwestlich der Hauptstadt João Pessoa liegt die
SERRA DOS ENGENHOS
Eine Mittelgebirgslandschaft mit durchschnittlichen Höhen von 500 m, deren gemässigtes Klima, zwischen 18º und 26º C, den Besucher angenehm überrascht. Die mittlere Niederschlagsmenge liegt hier bei 1.800 mm, verteilt auf 6 Monate des Jahres. Während es in der übrigen Zeit kaum zu Regenfall kommt.
Die Region setzt sich aus folgenden Distrikten zusammen: „Areia, Alagoa Grande, Araruna, Bananeiras“. Das Gebiet besitzt dominierende tropische Waldareale, stellenweise unterbrochen von Zuckerrohr-Plantagen, Bohnen, Mais, Bananen und Maniokfeldern. Möglichkeiten für den Abenteuer-, Sport- und Ökotourismus in dieser Region. Grosse Felsen- und Gebirgsmassive, Wanderungen und viele Wasserfälle warten auf ihre Entdeckung in einem ruhigen Stück Brasilien.
AREIA
Ist eine kleine Stadt, 118 km von der Hauptstadt João Pessoa, in der alljährlich das „Festival da Cachaça e Rapadura“ stattfindet. Ein Schnaps-Festival, denn in dieser Gegend findet sich eine grosse Zahl jener beschriebenen historischen „Engenhos“, deren Besuch ein lohnendes Erlebnis darstellt.
Aber auch innerhalb des Ortes selbst entdeckt man zahlreiche historische Zeitzeugen in Form von alten Gebäuden und Plätzen, die heute unter Denkmalschutz stehen:
Zum Beispiel:
Die „Igreja Rosário dos Pretos„, von und für die Sklaven im 17. Jahrhundert gebaut, das „Teatro Particular„, von 1859, ein Privattheater für die besseren Familien der Epoche, von ihnen konstruiert und bezahlt, die „Igreja da Matriz„, die Stadtkathedrale, die Villa des „José Rufino“, die Bibliothek „José Américo de Almeida„, die Regional-Museum der „Rapadura“ und das Museum „do Brejo“ und das Haus des „Pedro Américo„.
Das Bodenrelief des Distrikts präsentiert extreme Höhenunterschiede, mit zahlreichen Tälern, abrupten Abgründen und Felswänden. In den Tälern und Schluchten fliessen zahlreiche Wasserläufe, strömen unzählige kleinere Wasserfälle über die Felswände und haben sich verschiedene Seen geformt. Direkt um die Stadt entspringen den Höhen zahlreiche Quellen mit kristallklarem Wasser.
Die Höhenlage und das entsprechend gemässigte Klima – mit einem Minimum von 15º C und einem Maximum von 29º C. – hat hier eine interessante Vegetation beeinflusst, die an manchen Stellen den Charakter einer Waldregion annimmt und das ganze Jahr über grün bleibt. Der „Winter“ beginnt hier im März und endet im September.
Historische Remineszensen und ökotouristische Programme erwarten den Besucher in dieser kleinen Stadt, die nur 30 km südlich von „Areia“ liegt. Sehenswert im Stadtkern sind unter anderem: das „Teatro Santa Inês“, die „Igreja Nossa Senhora da Boa Viagem“, die Villen in der „Rua Dom Pedro II“ und die Bepflasterung des Platzes „Praça Matriz“.
Der „Cruzeiro“, ein Kreuz auf dem höchsten Punkt der kleinen Stadt, einer antiken Kultstätte, erlaubt einen herrlichen Panorama-Rundblick über die gesamte Anlage.
Schöne Wanderungen kann man von hier aus zu verschiedenen Wasserfällen unternehmen und, natürlich, auch ein erfrischendes Bad in dem einen oder anderen: „Cachoeira do Quinze“, Serra Grande (er liefert das Trinkwasser für die Stadt) und „Belo Monte“, der im Gebiet von „Canafístula“ liegt, sind den Besuch wert und können als erbauende Sehenswürdigkeiten innerhalb eines Programms eingebaut werden.
In der „Serra do Baldo“, 8 km von der Stadt entfernt, gibt es eine kleine Kolonie von Sklaven-Nachkommen, die sich aus einem historischen „Quilombo“ entwickelt haben. Sie leben völlig autark und exklusiv in ihrem Gebiet und heiraten nur innerhalb ihrer Gemeinschaft. Ein Besuch bei ihnen kann in ein Programm einbezogen werden.
Dieser Distrikt ist prädestiniert für den sportlichen Besucher, aber auch für Abenteurer und Naturliebhaber. In dem Gebiet befinden sich grosse Felsformationen und Gebirgsplateaus, von denen sich die Drachenflieger herunterstürzen. Sie kommen aus den Nachbarstaaten hierher, denn die Landschaft ist entzückend und die warmen Aufwinde für einen stundenlangen Freiflug sind besonders günstig. Der bekannteste Felsbrocken in der Gegend heisst „Boca“. Seine Besteigung kann arrangiert werden und ist ein exzellentes Trainingsprogramm für angehende Bergsteiger.
Am Fuss der „Serra de Cupaóba“ liegt der kleine Ort, der den religiösen Besuchern gut bekannt ist, die jährlich zum „Cruzeiro“ oder auch „Outeiro de Roma“ auf dem Gipfel seines Berges pilgern.
Hier oben steht die die „Capela curada da Sagrada Família“ (die geweihte Kapelle der Heiligen Familie), mit einem Anbau, in dem ein Priester seine Wohnung hat. Auch wenn man kein Pilger ist, kann einem die Wanderung dorthin gefallen und der Ausblick von dort oben ist wunderschön.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der „Great Western“ genannte Tunnel (von 1927), der unter der „Serra da Viração“ durchführt und eine Länge von 100 Metern hat.
Dieses Mittelgebirge liegt in einer Entfernung zwischen 120 und 170 km westlich der Hauptstadt. Es erstreckt sich diagonal über den gesamten Staat Paraíba, von Südwest nach Nordost. Die interessanten Gebirgsformationen sind die meist portraitierten Fotomotive der Distrikte „Campina Grande Ingá“ und „Cabaceiras“, die wir für einen Besuch des Gebiets ausgesucht haben.
(125 km von der Hauptstadt João Pessoa entfernt)
Ist eine der grössten Städte des nordöstlichen Interiors. Sie befindet sich an der Grenze zwischen dem landwirtschaftlich genutzten „Agreste“ und dem kargen, halbtrockenen „Sertão“, wird deshalb auch als „Porta do Sertão“ (Portal zum Sertão) bezeichnet.
Der Baumwoll-Anbau des 19. Jahrhunderts, bis hinein in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, hat dieser Stadt ihre wirtschaftlichen Impulse gegeben und sehr zu ihrer Entwicklung beigetragen. Heute haben sich hier, darüber hinaus, auch Handel und Industrie gut entwickelt. Die beiden Universitäten der Stadt sind ein Instrument zur technischen Entwicklung und der Reaktivierung der lokalen Wirtschaft.
Campina Grande ist eine hochgelegene Stadt – auf 551 m über dem Meer. Immerhin, dadurch kann man sich hier in einem recht angenehmen Klima, zwischen 18º und 28º C bewegen. Die „Avenida Floriano Peixoto“ ist die Hauptstrasse, sie zieht sich von Ost nach West durch die ganze Stadt, der „Praça da Bandeira“ ist das Zentrum.
Sehenswert sind:
- Das „Museu de Arte Assis Chateaubriand“, mit Gemälden und Stichen brasilianischer Künstler
- Das „Museu Histórico de Campina Grande“, regionales Museum in einem interessanten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert
- Das „Museu da História e Tecnologia do Algodão“, Baumwoll-Museum mit Exponaten aus dem 16. und 17. Jahrhundert
- Der „Parque do Povo“, mit einem „Forródromo“ genannten Volksfest-Platz. Hier finden die grossen Festivals statt
- Der „Mercado Central“, wo man u.a. typische Produkte der Region – besonders interessante Leder- und Baumwolle-Artikel findet.
Wenn es Sie hierher verschlagen sollte, dann möglichst im Juni, wenn man in dieser Stadt das grösste „São-João-Fest“ der Welt begeht: während des gesamten Monats Juni sind hier Stände mit typischen Leckereien aufgebaut. Regionale Musiker bringen das Publikum in Fahrt im „Parque do Povo“ und zwar Tag und Nacht! Andere Ingredienzien dieser Festtage sind die sich in den verschiedenen Stadtteilen präsentierenden „Quadrilhas“, mit typischen Volkstänzen und auf keinen Fall verpassen: eine Spazierfahrt mit der Dampfeisenbahn bis „Galante“, in den Waggons spielen Trios mit Triangel, Ziehharmonika und Zabumba-Trommel zum „Forró-Tanz“ auf! Die Abfahrt aus dem alten Bahnhof vollzieht sich um 9h00 und die Rückfahrt gegen 17h00. Man kauft die Karten am besten im Vorverkauf, im „Parque do Povo“ am „Centro de Informações“.
Der Karneval ausserhalb der Saison, hier „Micarande“ benannt, hat sich auch in Campina Grande einen Platz im Festkalender reserviert. Hier wird er im April, nach dem Osterfest, 4 Tage lang gefeiert. Um an den Tollheiten teilzunehmen, muss man ein „Kit-Micarande“ erwerben (100.00 bis 250.00 R$) bestehend aus: Tunika, Short, Schildkappe und ein „Mamãe-Sacode“, eine Art dekorierter Taktstock. Die Stadt empfängt zu diesem Fest rund 200.000 Gäste von ausserhalb, deshalb ist es geraten, die Unterkunft rechtzeitig vorher zu reservieren.
Im August findet in Campina Grande der jährliche „Congresso dos Violeiros“ statt, zu dem sich Sänger und Gitarristen aus dem gesamten Nordosten präsentieren. Wahrscheinlich für viele Besucher das Beste überhaupt – sehr zu empfehlen!!!
46 km von Campina Grande nach Norden, liegt der kleine Flecken „Areial“ (28.500 Einwohner) in einer wunderschönen landschaftlichen Umgebung, dem „Brejo Paraibano“, mit grünen Hügeln und Tälern und einem angenehmen Klima. Hier hat man verschiedene alte Zuckerrohr-Plantagen in komfortable Hotels verwandelt.
(96 km von der Hauptstadt João Pessoa entfernt und 26 km südöstlich von Campina Grande)
Der kleine Ort liegt am Fuss der „Chapada da Borborema“. Bekannt geworden ist der kleine unscheinbare Flecken eigentlich erst durch einen 4 m hohen und 24 m langen Felsbrocken, den „Pedra do Ingá“, auf dessen Flächen man Dutzende von eingeschnittenen Zeichnungen gefunden hat, deren Herkunft noch nicht geklärt ist. In der Trockenzeit, zwischen August bis März, kann man weitere Zeichnungen der gleichen Art auf Felsen, unterhalb eines Bachbetts, entdecken.
Die Felszeichnungen von Ingá – man hat sie „Itacoatiaras“ (Steinzeichen) genannt – werden inoffiziell auf mehr als 10.000 Jahre geschätzt und sind schon von Wissenschaftlern aus allen Enden der Welt besucht und begutachtet worden – ihr Mysterium verbleibt ungelöst. Einige glauben, dass die Zeichnungen von ehemaligen eingeborenen Bewohnern der Region stammen, andere behaupten sogar, dass sie von Ausserirdischen auf ihrer Durchreise angefertigt wurden. Neuerdings hat man zwischen den Zeichnungen der Osterinsel und den „Itacoatiaras“ von Ingá grosse Ähnlichkeiten festgestellt!
Auf jeden Fall haben die Felszeichnungen schon viele Besucher in den kleinen Ort gelockt, und das ist zweifellos ein besonderer Erfolg der Polemik um ihre Herkunft. Die Fundstelle befindet sich 5 km vom Ortskern, die Anfahrt ist asphaltiert. In der Nähe gibt es einen kleinen Wasserfall, in dem man ein erfrischendes Bad nehmen kann. Nach „Ingá“ selbst fährt man von João Pessoa über die BR-230.
Das Klima in dieser Gegend ist heiss und trocken, mit Temperaturen von minimal 22º und maximal 34º C. Der „Winter“ beginnt im April und endet im Juli.
Der Distrikt umfasst eine der interessantesten und reizvollsten Landschaften dieser Mittelgebirgsregion, eine Komposition aus Granitplateaus, dekoriert mit kleinen Seen und immensen, sich überlagernden Felsblöcken, in denen sich Höhlen und Grotten geformt haben. Hier hat man Abdrücke von gigantischen Tieren gefunden und Felszeichnungen.
An anderer Stelle, dem „Lajedo do Pai Mateus„, entdeckt man sonderbare Felsformationen mit Felszeichnungen, die in eine faszinierende Landschaft mit exotischer Vegetation eingebettet sind. Die Entdeckungen in diesem Gebiet sollten möglichst von einem ortskundigen Führer begleitet werden. Anfahrt über die BR-412, von Campina Grande aus, anschliessend Strasse Boa Vista – Cabaceiras (75 km, davon 25 km Erdpiste).