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Es besteht noch immer vergleichsweise wenig gesichertes Wissen über die Struktur und die Determinanten differentieller Entwicklungspfade von der Kindheit und der Jugend ins Erwachsenenalter. Von hohem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse ist insbesondere die Frage der prädikativen Wirkung personaler und sozialer Ressourcen sowie bestimmter Typen von Entwicklungsverläufen in der Jugendphase auf die Entwicklung im frühen Erwachsenenalter. Hier setzt die vorliegende Studie an.
Sie untersucht in Fortführung der Längschnittstudie zur "Entwicklung im Jugendalter" (1979 bis 1983) die Lebensverläufe und die psychosoziale Entwicklung von 1500 Personen vom 12. bis ins 35. Lebensjahr. Besonderes Augenmerk wird auf die Konsequenzen schulischer und sozialer Erfolge im Jugendalter für die Bewältigung normativer und nonnormativer Entwicklungsaufgaben im Erwachsenenalter gelegt. Die Bewältigung wird indiziert durch Merkmale der sozialen, familialen und beruflichen Entwicklung. Diese Indikatoren sind integriert in ein Konzept der "produktiven Lebensbewältigung im Erwachsenenalter".
Die aus dem Jugendlängsschnitt vorliegenden Daten und Ergebnisse umfassen nicht nur ein detailliertes Indikatorensystem zum damaligen schulischen Umfeld, zum Elternhaus und zu den Gleichaltrigen, sondern auch extensive Informationen zu handlungstheoretisch fundierten Persönlichkeitsmerkmalen. Entsprechend erlaubt die Untersuchung eine Integration pädagogischer, bildungs- und familiensoziologischer sowie entwicklungspsychologischer Fragestellungen. Sie ermöglicht damit eine themen- und disziplinübergreifende Analyse der Entwicklungsprozesse im Übergang ins Erwachsenenalter, wie sie in vergleichbarer Breite bisher nicht möglich war.
Die Follow-Up Untersuchung fand im Jahr 2002, 19 Jahre nach der letzten Erhebung in der Jugendstudie, in Form einer postalischen Befragung mit einem standardisierten Fragebogen statt. Dank dem komplexen Design, der Incentivevergabe, einer schriftlichen und einer telefonischen Nachfassaktion, konnte ein Rücklauf von über 80 Prozent erreicht werden.
Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Zürich, Konstanz und Potsdam. Gefördert wird es vom Schweizer Nationalfonds und der Deutschen Forschungsgemeinschaft