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Die vorliegende Studie untersucht den Wandel der digitalen Datenverarbeitung und der Informationssysteme in der Schweizerischen Bundesverwaltung von 1960 bis 1990. Computergestützte Informationssysteme wurden als Managementtechnik für administrative Problemlagen eines wachsenden liberalen Wohlfahrtsstaates imaginiert. Sie versprachen, in Echtzeit nützliche Erkenntnisse aus den massiven gespeicherten Staaten der Verwaltung zu gewinnen. Im föderalistischen System der Schweiz veränderte ihr Einsatz auch den Zugang zum digitalen Raum und die Verteilung seiner Ressourcen. Die Informationssysteme des Bundesstaates setzten auf die Intelligenz der föderalen Peripherie, also auf heterogene Produzenten sowie Nutzer staatlicher Daten, und auf die Vernetzung von funktional differenzierten Organisationen.
Das Ziel der Studie besteht darin, die strukturelle Ähnlichkeit von digitalen Prozessen und politisch-administrativen Routinen zu erklären, die gegenwärtig beispielsweise im Electronic Government zu beobachten sind. Methodischer Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die Verbindungen zwischen digitalen Prozessen und Verwaltungsroutinen durch Unsicherheit, umstrittene Zielsetzungen und organisatorisches Lernen geprägt wurden. Der Fokus liegt deshalb auf den Aushandlungszonen, die entstanden sind, wo Verwaltungshandeln an Computer, Datenbanken und Netzwerke delegiert wurden.
Das Projekt ist Teil des vom Schweizer Nationalfonds geförderten Projekt "Aushandlungszonen. Computer und Bundesverwaltung (1960-1990)".