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Schildertext "Biestmilch"
Ohne Kalb keine Milch – ohne Milch kein Kalb. Die Milch nach der Geburt, die gelbe Biestmilch, ist extrem reich an Nähr- und Abwehrstoffen. Sie wird dem Kalb vertränkt. Die weisse Milch nachher wird für den Menschen gewonnen.
Wie Milchproduktion und Fleischproduktion zusammenhängen
Biestmilch. Die Kuh leckt das frisch geborene Kalb ab und regt so dessen Blutzirkulation an. Das Kalb muss dann von der Biestmilch saufen, möglichst rasch, weil die wertvollen Inhaltsstoffe der Biestmilch während der ersten Lebensstunden noch direkt durch die Darmwand ins Blut dringen. Damit hat das Kalb gute Startbedingungen für das weitere Leben.
Kälberiglus. Kälber werden mit Vorteil in Gruppen im Freien gehalten, mit den weissen Iglus als Unterstand. Das raue Klima schadet ihnen nicht. Im Gegenteil: Es fördert die Abwehrkräfte und die Gesundheit.
Aufzuchtkälber. Der Bauer behält Kuhkälber, von denen er sich viel verspricht, und zieht sie auf. Er will seine Herde laufend mit jungen Tieren ergänzen und leistungsfähiger machen. Leistungsfähige Kühe sollen langlebig sein und viel Milch geben. Weniger leistungsversprechende Kuhkälber werden zur Fleischproduktion gemästet.
Mastkälber. Die Hälfte der neu geborenen Kälber sind männliche Tiere. Da es für die Zucht nur sehr wenige Stiere braucht, werden die meisten Stierkälber gemästet und als 200 Kilo schwere Kälber (für Kalbfleisch) oder als 500 Kilo schwere Munis (für Rindfleisch) geschlachtet.
Konsummilch. Die Kuh wird nach der Geburt des Kalbes während einer Melkperiode von etwa 10 Monaten gemolken. Sie gibt in dieser Zeit – je nach Rasse, Abstammung und Haltungsbedingungen 5000 bis 10'000 Kilogramm Milch. Etwa 2 1/2 Monate nach dem Abkalben wird die Kuh neu besamt. Nach etwa 7 1/2 Monaten Trächtigkeit hört man auf, sie zu melken. Jetzt hat sie 1 1/2 Monate Zeit zur Erholung und Vorbereitung auf das kommende Kalb.
Fleischquelle. Die Kuh ist also nicht nur eine ergiebige Milchproduzentin, sie „beliefert“ auch den Fleischmarkt. Anders gesagt: Wenn wir Milch trinken und Joghurt, Rahm, Butter, Käse konsumieren, halten wir damit eine Produktion in Gang, bei der automatisch auch Rindfleisch anfällt.