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Neue Chance: Lungenkrebs-Patienten mit Lebermetastasen überleben länger
CHICAGO – Patienten mit NSCLC, deren Tumor bereits in die Leber metastasiert hat, profitieren von der Kombination aus Atezolizumab, Bevacizumab und Chemotherapie. Das zeigt eine weitere Auswertung der IMpower150-Studie, deren Ergebnisse am ASCO-Jahreskongress 2019 vorgestellt wurden.
Der monoklonale Antiköper Atezolizumab bindet an PD-L1, das von Tumor- und tumorinfiltrierenden Immunzellen exprimiert wird. Dadurch wird die Interaktion zwischen den Rezeptoren PD-1 und B71.1 blockiert. Die PD-L1-Hemmung ermöglicht es den T-Zellen, Tumorzellen zu attackieren.
Checkpoint-Inhibitor bessert die Prognose
Lebermetastasen bedeuten eine schlechte Prognose für Patienten mit NSCLC. Chemotherapie-naive Patienten mit metastasierten NSCLC vom Nichtplattenepitheltyp, deren Krebs in die Leber metastasiert hat, haben dank der Kombination von Atezolizumab, Bevacizumab und Chemotherapie (Carboplatin plus Paclitaxel) ein verbessertes Gesamtüberleben und verbessertes progressionsfreies Überleben (PFS) im Vergleich mit der Kombination von Bevacizumab und Chemotherapie ohne den Checkpoint-Inhibitor. Zu diesem Ergebnis kommt eine weitere Auswertung der IMpower150-Studie. In dieser multizentrischen, offenen, randomisierten und kontrollierten Phase-III-Studie wird die Wirksamkeit und Sicherheit der Kombination von Atezolizumab und Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab untersucht. Zusätzlich gibt es noch einen Arm ohne den PD-L1-Hemmer, nur mit Bevacizumab und Chemotherapie.
Atezolizumab plus Bevacizumab plus Chemo
Die 1202 Patienten, welche in die IMpower150-Studie aufgenommen wurden, litten an NSCLC im Stadium IV oder NSCLC mit wiederauftretenden Metastasen. In der Studie wurden die Patienten in drei Arme randomisiert:
A) Atezolizumab plus Chemotherapie
B) Atezolizumab plus Bvacizumab plus Chemotherapie
C) Bevacizumab plus Chemotherapie.
Der kombinierte Endpunkt besteht aus Gesamtüberleben (OS) und progressionsfreiem Überleben (PFS).
Die jetzt präsentierten Daten beziehen sich auf die Arme B und C. Sie zeigen, dass die Kombination von Atezolizumab, Bevacizumab und Chemotherapie beim NSCLC mit Lebermetastasen dem Kontroll-Arm überlegen ist. Das gilt für das OS mit 13,3 vs. 9,4 Monate (HR = 0,52; 95 % KI: 0,33–0,82). Die Überlegenheit gilt auch für die Risikoreduktion von Krankheitsverschlechterung und Tod (HR = 0,41; 95 % KI: 0,26–0,62), die Tumorschrumpfung bei 60,8 % versus 41,1 % der Patienten und die Ansprechdauer von 10,7 Monaten versus 4,6 Monaten. Nebenwirkungen von Grad 3–4 traten bei 52,1 % versus 54,5 % der Patienten auf.
Die Daten gelten für die Intention-to-Treat-Population. Diese Subruppenanalyse zeigt, dass die Kombination von Atezolizumab, Bevacizumab und einer Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel das Mortalitätsrisiko bei Patienten mit Lebermetastasen im Vergleich zur Kontrollgruppe um 48 % senkt. Die Autoren halten diese Kombination für eine wichtige Therapieoption bei dieser Patientenpopulation.
Socinski MA et al. IMpower150: Analysis of efficavy in patientes (pts) with liver meatsatis (mets). 2019 ASCO Annual Meeting; Abstract 9012; J Clin Oncol 2019; 37 (suppl; abstr 9012).