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Uriel Orlows künstlerische Arbeitsweise ist recherchebasiert und prozessorientiert, sie entsteht oft im Dialog mit anderen Menschen und Disziplinen und über einen längeren Zeitraum. Die von ihm entwickelten Projekte beschäftigen sich mit den Spuren des Kolonialismus, räumlichen Manifestationen von Erinnerung, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, blinden Flecken der Repräsentation und Pflanzen als politischen Akteurinnen. In mehrteiligen Werkkomplexen, die in den letzten Jahren entstanden sind, wie etwa Theatrum Botanicum (2015–2018), beschäftigt sich Uriel Orlow mit der Rolle von Pflanzen als Zeuginnen der europäischen Kolonialgeschichte und des Klimawandels sowie als Trägerinnen von Erinnerung. Ausgehend von Pflanzen versucht er more-than-human entanglements («mehr als menschliche Verstrickungen») und andere Formen des Widerstandes zu entwerfen. Frühere Arbeiten, unter anderen The Benin Project (2007/2008) oder Unmade Film (2012/2013), beschäftigen sich mit dem Raub von Kulturgütern im Kolonialismus, der Notwendigkeit der Restitution und den materiellen und psychologischen Dimensionen von Orten, die von historischem Trauma geprägt sind.
Uriel Orlows mehrteilige Multimedia-Installationen konzentrieren sich auf spezifische Orte, Mikronarrative und Formen der Heimsuchung. In seinen Ausstellungen setzen sich Installation, Fotografie, Film, Zeichnung und Ton in Bezug zueinander und thematisieren damit auch unterschiedliche Bildregime und Erzählweisen. Diese Fragmentierung reflektiert die Komplexität und Vielschichtigkeit der Inhalte seiner Arbeiten und lädt dazu ein, sich in seinen Ausstellungen als aktiv Beitragende zu bewegen. Neben Ausstellungen realisiert Uriel Orlow auch performative Arbeiten, Lecture Performances und Gärten in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften in London, Lubumbashi oder Kathmandu. Seine Werke entstehen in behutsamen Prozessen des Zuhörens und der Aufmerksamkeit auf oft übersehene Ereignisse und Nebenschauplätze der Geschichte und der Aktualität.
In der Schweiz waren Uriel Orlows Arbeiten jüngst in der Kunsthalle Nairs in Scuol sowie in Zürich im Kunsthaus, im Verein für Originalgrafik und im Löwenbräu-Areal bei We Are Aia zu sehen. In Almada hat er derzeit eine Einzelausstellung in der Casa da Cerca und gleichzeitig sind seine Werke im MAMAC in Nizza, an der Kochi Biennale in Indien und am Macalline Art Center in Peking zu sehen.
Orlows Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Überblicksausstellungen präsentiert, darunter an der 54. Biennale von Venedig, an der Manifesta 9 und 12, Genk/Palermo, sowie an Biennalen in Berlin, Dakar, Taipeh, Sharjah, Moskau, Kathmandu, Guatemala und vielen anderen.
Seine Arbeiten wurden auch in vielen internationalen Museen und Kunstorten gezeigt, da-runter in London an der Tate, in der Whitechapel Gallery und am ICA; in Paris im Palais de Tokyo,in Zürich bei Les Complices, im Helmhaus und in der Shedhalle; sowie in Genf, Ramallah, Marseille, Kairo, Istanbul, Mexiko-Stadt, Dublin, New York, Toronto, Melbourne und anderswo.