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"Natürlich wisse man nie, in welche Richtung Trump tweetet", sagte Naville in einem Interview der "Zentralschweiz am Sonntag". Aber übermässig bedroht seien Schweizer Firmen sicher nicht. Denn Trump wähle sich für solche Attacken ganz bewusst publikumsträchtige Ziele wie zum Beispiel die Autoindustrie aus.
Schweizer Firmen exportierten jedoch keine ganzen Autos, sondern Bestandteile. "Das ist nicht die Art von Exporten, die das Blut des arbeitslosen, schlecht ausgebildeten Weissen in Wisconsin in Wallung bringt", sagte Naville. Deshalb wären Attacken auf solche Exporteure auch nicht reizvoll für Trump.
Auch die Schweizer Pharmaindustrie sieht Naville nicht in Gefahr. Trump hat zwar wegen den Medikamentenpreise diese Industrie harsch kritisiert. "Doch auch hier stehen Schweizer Firmen nicht zuvorderst." Viele seien nämlich seit Jahrzehnten in den USA aktiv und produzierten zum grossen Teil im Land selbst.
Handelskrieg als grösste Gefahr
Ebenfalls als wenig wahrscheinlich sieht Naville eine wirtschaftliche Benachteiligung der Schweiz, weil sie einen grossen Handelsbilanzüberschuss aufweist und den Frankenkurs mit Devisenkäufen schwächt.
Im Vergleich zur Schweiz seien China, Japan, Deutschland oder Mexiko in dieser Hinsicht ein viel attraktiveres Ziel für Trump, sagte Naville. Wichtig sei jedoch, dass die politische Schweiz keine Fehler begehe und sich mit öffentlicher Kritik an Trump zurückhalte.
Wenn Naville auch Schweizer Unternehmen nicht im Visier von Trump sieht, so kann für den Handelskammer-Direktor Trumps Wirtschaftspolitik dennoch eine Gefahr für die Schweizer Wirtschaft darstellen. Dies vor allem, wenn der US-Präsident mit Strafzöllen einen Handelskrieg provoziere. "Selbst wenn Schweizer Firmen politisch wenig angreifbar sind, unter einem Handelskrieg würden sie sehr stark leiden."
(AWP)