Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/2530

Das hydrologische Jahr dauert jeweils vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres. Entsprechend geht heute das hydrologische Jahr 2016/2017 zu Ende. Im Vergleich zum hydrologischen Jahr 2016, wie auch zum Kalenderjahr 2016 war es im Norden deutlich weniger nass, dagegen gab es deutlich mehr Niederschlag als im Kalenderjahr 2015.
Westen sehr trocken, Osten und Süden zu nass
In der Romandie war das hydrologische Jahr 2016/2017 sehr trocken. In Genf gab es beispielsweise nur 673 Millimeter Niederschlag. Dies sind rund 70 Prozent des sonstigen Jahresniederschlages in der Clavin-Stadt. Auch im generell trockenen Rhonetal fiel noch weniger Niederschlag als üblich. In Sitten wurden 528 Millimeter Niederschlag verzeichnet. Nass war es dagegen im Osten und im Süden. In St. Gallen fielen 1477 Millimeter Regen, das sind rund 200 Millimeter mehr als im Schnitt der klimatologisch relevanten Jahre 1961 bis 1990. Auch die Messstation in Chur oder auf dem Säntis verzeichnete deutlich mehr Niederschlag als in früheren Jahren. Nass war es auch im Süden. In Locarno fielen 1880 Millimeter Niederschlag, in Lugano waren es knapp 1800 Millimeter. Allgemein gab es im Süden 10 bis 20 Prozent mehr Niederschlag als im langjährigen Schnitt.
Gletscher mussten leiden
Gemäss Gletscherspezialist David Volken nahm das Volumen der Schweizer Gletscher um weitere 3 bis 4 Prozent ab. Kleine Gletscher verloren eher noch etwas mehr Eis, grössere eher weniger. Im Hitzesommer 2003 verloren die Schweizer Gletscher im Schnitt 4,5 Prozent ihres Volumens. Im Jahr 2015, als in der Schweizer der zweitheisseste Sommer verzeichnet wurde, ging das Volumen der Gletscher um 2,5 Prozent zurück. Der aktuell starke Gletscherschwund setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Einerseits war der Winter 2016/17 schneearm, anderseits war es in der Folge sehr warm. Sowohl der Frühling als auch der Sommer waren die drittwärmsten seit Messbeginn. Die lange Warmphase wirkte sich ähnlich aus wie 2003. Schon zu Beginn des Sommers waren die Gletscher weitgehend ausgeapert und waren in der Folge der Wärme und der Strahlung direkt ausgesetzt. Der starke Eisschwund konnte an den Rändern der Gletscher zum Teil auch rein optisch festgestellt werden. Detaillierte Gletscherzahlen liegen zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht vor, da die Bilanzen in den nächsten Tagen noch erstellt werden müssen.