Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03301.jsonl.gz/1155

Alejandro Flores Molina aus Zug will Surf-WM gewinnen
El Palmar Surf 2017
Alejandro Flores Molina startet an der Surf-Weltmeisterschaft in China auf dem Longboard für die Schweiz. Der 40-Jährige hat seine Ziele hoch gesteckt.
Obwohl Alejandro Flores Molina beim Surfen zwei Mal nur knapp dem Tod entkam, lässt ihn sein Hobby nicht mehr los. Im Gegenteil: Der 40-jährige gebürtige Mexikaner startet für die Schweiz an den Longboard-Weltmeisterschaften auf der Insel Hainan in China, die vom 19. bis am 25. Januar ausgetragen werden. Auf sein Alter angesprochen sagt Flores: «Ich fühle mich mit 40 sehr fit und habe eine bessere Kondition als vor 20 Jahren».
Am Sonntag bereits in China gelandet, will Flores Vollgas geben. Er will täglich zwischen sechs und acht Stunden auf dem Surfbrett stehen und trainieren. «Ich will die Weltmeisterschaft gewinnen, darum muss ich jeweils mindestens etwa drei Tage im Meer trainieren, damit ich meinen Level halten kann», sagt Flores. An der Qualifikation in Spanien habe er seine Spitzenleistung nicht erreichen können, weil er davor sechs Monate nicht auf dem Surfbrett stand und in Spanien nur gerade einen Tag trainieren konnte.
Flores nimmt nicht mehr die Flutwelle
Auf das Surfbrett stieg Flores erstmals mit etwa 16 Jahren im Golf von Mexiko. «Ich bin in Veracruz aufgewachsen, wir wohnten nur gerade zwei Strassen entfernt vom Strand.» Im Puerto Escondido an der Pazifikküste wäre er auch beinahe zwei Mal ertrunken. «Ich hatte damals grosses Glück gehabt», sagt Flores. Bei beiden Vorfällen sei er am Tag darauf wieder auf sein Brett gestanden, ohne Angst aber mit viel Respekt.
Flores hat aus den Unfällen eine Lehre gezogen: «Die Wellen kommen jeweils in einer Serie von vier bis sechs Stück. Damals surfte ich auf der jeweils ersten Welle, der Flutwelle, und nun nehme ich stets die Letzte.» Die Wellen, die er reitet, seien jeweils etwa drei Meter hoch. Sein Maximum liege bei vier Metern. Wenn Flores auf dem Brett steht, verspürt er Freiheit, Freude und Spass.
In die Schweiz gekommen ist Flores vor elf Jahren, mit dem Ziel drei Monate lang Deutsch zu lernen, weil er in Mexiko mit einem Job bei VW liebäugelte. Aus dem Job wurde nichts, weil er sich in Zug in seine heutige Frau verliebte. In der Zwischenzeit ist Flores Vater von zwei Töchtern, die vier und sieben Jahre alt sind. Der studierte Ausland-Handelsspezialist arbeitet bei Glencore als Logistik-Koordinator.
Wenn Flores nicht auf dem Surfbrett steht, ist er im Winter in den Bergen auf dem Snowboard anzutreffen und im Sommer auf dem Skateboard. Flores: «So kann ich während des ganzen Jahres meine Balance und mein Feeling trainieren.»
Quelle: 20Minuten
Video: BizarroSChannel
15.1.2018