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«Darüber sprechen, wie wir vereint bleiben können!»
25. Januar 2024
Die kirchliche Einheit sowie Fragen der Bildung und der Regionalisierung waren wichtige Themen eines Treffens afrikanischer Methodist:innen Anfang Januar. Eine Teilnehmerin beurteilte die Form dieses Treffens als «historisch».
Vom 4. bis 7. Januar trafen sich afrikanische Methodist:innen in Dar es Salaam, Tansania, zu einer vom «United Methodist Africa Forum» (UAMF) organisierten Orientierungsveranstaltung. Das Treffen diente der Vorbereitung auf die bevorstehende 🔗Generalkonferenz, des obersten Leitungsgremiums der United Methodist Church (UMC), die vom 23. April bis 3. Mai in Charlotte, North Carolina, stattfinden wird.
Trennung ist keine Option
«Die Delegierten lehnen unmissverständlich alle Vorschläge zur Trennung von der UMC in Afrika ab und bekräftigen ihre Verpflichtung, treue Mitglieder zu bleiben und sich für die Einheit und das Wachstum der Kirche einzusetzen», heisst es in einer nach dem Treffen 🔗veröffentlichten Erklärung.
Regionalisierung und Bildung
Weitere Themen des Treffens waren Vorschläge zu einer Neuorganisation der weltweiten United Methodist Church, in deren Folge die einzelnen Kirchenregionen eine höhere Selbständigkeit und weitergehende Befugnisse erhalten sollen.
Zudem berieten die Teilnehmer:innen über die Vorlage für eine Neuformulierung der «Sozialen Grundsätze» der United Methodist Church. Auch tauschten sie über die Hochschulbildung auf dem afrikanischen Kontinent aus und überlegten, wie mit Fehlinformationen umgegangen werden kann.
Änderungsantrag zum Eheverständnis
Im Jahr 2012 genehmigte die Generalkonferenz eine Überarbeitung der 🔗Sozialen Grundsätze, um sie prägnanter, theologisch fundierter und global relevanter zu machen. Die 🔗überarbeitete Fassung, die den Delegierten in diesem Jahr zur Abstimmung vorliegt, ist das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses, in den Beiträge von mehr als 4000 Methodist:innen aus aller Welt eingeflossen sind.
Auf der Tagung unterstützten die afrikanischen Delegierten die Annahme der überarbeiteten Sozialen Grundsätze mit einem Änderungsantrag, in dem bekräftigt wird, dass die United Methodist Church die Ehe als heiligen, lebenslangen Bund zwischen einem Mann und einer Frau anerkennen muss.
Die Tagung rief auch dazu auf, dem Africa University Fund weiterhin Priorität einzuräumen, und unterstützte eine Petition, die Äufnung eines Fonds in Höhe von 5 Millionen US-Dollar zur Unterstützung der Bildungsentwicklung in Afrika vorsieht.
Regionalisierung wird unterstützt
Die Teilnehmer:innen diskutierten auch über Vorschläge, die 🔗eine stärkere Regionalisierung der United Methodist Church vorsehen. Aktuell ist die kirchliche Struktur stark auf den us-amerikanischen Teil der Kirche ausgerichtet. Demgegenüber sehen Anträge an die Generalkonferenz vor, dass die Kirchenregionen und die United Methodist Church in der USA jeweils «Regionalkonferenzen» mit gleichen Rechten bilden.
Die Delegierten stimmten diesen Vorstössen zu. In ihrer Erklärung betonen sie «die Notwendigkeit einer fairen Vertretung, einer gerechten Ressourcenzuweisung und einer gemeinsamen Entscheidungsbefugnis für alle Regionen, einschliesslich Afrika. Die Bedeutung von Parität, Gleichheit und gleichen Privilegien bei der legislativen Regelung der Regionalisierung wird unterstrichen».
Für sich selbst sprechen
Der methodistische Pfarrer Lloyd Nyarota, Generalkoordinator des UMAF, sagte, die Gruppe sei ein Ort, an dem Menschen mit unterschiedlichen Ideen zusammenkommen, um offen zu diskutieren, ohne Angst zu haben oder manipuliert zu werden.
«Das UMAF bot den afrikanischen Delegierten die Gelegenheit, Informationen zu überprüfen und all die Fehlinformationen zu entkräften, die im Umlauf sind.» Es gebe Menschen, vor allem in den USA, die dazu neigten, im Namen Afrikas zu sprechen, so Nyarota. «An diesem Treffen sollten die afrikanischen Delegierten für sich selbst formulieren, was sie unterstützen und welche Kirche sie gestalten wollen.»
«Generalkonferenz» in klein
Für die kommende Generalkonferenz sind insgesamt 862 stimmberechtigte Delegierte vorgesehen – knapp 56 % kommen aus den USA, 32 % aus Afrika, 6 % von den Philippinen, nicht ganz 5 % aus Europa und der Rest aus Konkordatskirchen, die enge Verbindungen zur United Methodist Church haben. Die 190 Delegierten, die an der Orientierungsveranstaltung teilnahmen, stellten die Mehrheit der 278 Delegierten aus Afrika, die zur Generalkonferenz erwartet werden.
Nyarota bezeichnete das Treffen des Afrika-Forums als «Mini-Generalkonferenz». Neben den Delegiertes aus allen drei Zentralkonferenzen in Afrika waren Personen aus allen Kirchengebieten in den USA und von den Philippinen anwesend.
Ein historisches Treffen
Pfarrerin Betty Kazadi Musau, viermalige Delegierte der Generalkonferenz aus Nord-Katanga im Kongo, war dankbar für das gemeinsame Konferieren, das durch das Forum für afrikanische Delegierte möglich wurde, um sich auszutauschen und mit einigen Mythen aufzuräumen, die über die Regionalisierung kursieren.
«Ich habe von der Orientierung profitiert, die von Afrikanern für Afrikaner in Afrika gegeben wurde. Es ist historisch, dass Afrikaner in Afrika zusammenkamen, um anderen Delegierten eine Orientierung zu geben, nicht über die Spaltung der Kirche, sondern darüber, wie wir vereint bleiben können.» Dabei sei deutlich geworden, dass viele afrikanische Delegierte in der UMC bleiben wollen, sagte sie.