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Das vorherrschende Paradigma
Kartesianischer Kapitalismus gegen systemische Alternativen
geschrieben von Christian Köhlert
Das konzeptionelle Grundgerüst der westlichen Medizin basiert auf dem newtonschen/kartesianischen Paradigma, dass alle beobachtbaren Effekte nur eine materielle Kausalität zurückführt. Materie ist demnach das ausschlaggebende Prinzip. Der Körper wird dabei als eine rein physische Einheit wahrgenommen. Emotionen und andere kognitive Fähigkeiten werden mehr als Nebenprodukte eines stofflichen Prozesses verstanden. Tiefergehende spirituelle Erfahrungen werden hingegen als pathologische Zustände klassifiziert. Der menschliche Körper wird als Maschine betrachtet, die durch rein mechanistische Gesetze bestimmt wird. Diese Vorstellung des Somas als mechanistisches System hat zu dem Paradigma geführt, dass wir einer Lösung zur Behebung einer Fehlfunktion nur dadurch näher kommen, indem wir den Körper wie ein Urwerk zerlegen und die Interaktion der einzelnen Teile studieren.
In der newtonschen/kartesianischen Sichtweise wird das Auftreten von Symptomen als Problem betrachtet, welches nur dadurch korrigiert werden kann, indem man das disfunktionale Teil identifiziert. Symptome werden nicht als Signale des Systems erkannt, welches sich selbst repariert oder sich weiterentwickelt. Zwar werden in der westlichen Medizinwissenschaft Phänomene wie die selbstregulativen Ressourcen und die allgemeine Selbstheilungsfähigkeit des Körpers als Realität betrachtet, jedoch sind sie nicht Inhalt einer systemischen Untersuchung.
Dieses wissenschaftliche Fundament stellt eine natürliche Barriere in der medizinische Weiterentwicklung dar, doch hinzu kommt noch eine weitere systemspezifische Herausforderungen. Die Mitglieder der Physis Foundation glauben, dass eine der wesentlichen Hürden in der medizinischen Wissenschaft darin besteht, dass Pharmakologie und Medizin im Allgemeinen eng mit kapitalistischen Grundbestrebungen verflochten sind. Gesundheit bzw. der „Kampf“ gegen Krankheiten eröffnet ein enormes Geldschöpfungspotential. Diese Möglichkeit zieht natürlich Investoren an, deren einziges Bestreben darin liegt ihren Kapitalgewinn zu erhöhen. Schlussfolgernd daraus besteht die ernsthafte Gefahr, dass Konsortien die human-medizinischen Institutionen für geheime Marktkontrolle und kapitalistische Bestrebungen missbrauchen.
Weiterführen ist zu beobachten, dass die Transformation des gegenwärtigen medizinischen Paradigmas mit vielen Gesellschafts- und Machtstrukturen gekoppelt ist. Daher ist eine Umstrukturierung dieser Ordnung ein systemischer bzw. holistischer Prozess, der viele Parameter beinhaltet.
Wir möchten diese Situation nicht verurteilen, sondern lediglich darauf aufmerksam machen, dass jeglicher neue Ansatz in der Therapeutik oder gar der Diagnosetechniken potentiell eine Konkurrenz und Gefahr für den Status-Quo der gegenwärtigen Ordnung der Gesundheitsindustrie darstellt. Verständlicher Weise lösen potentielle Gefahren gewisse Verteidigungsmechanismen aus. In der harmlosesten Variante stellt sich heraus, dass firmeninterne Innovationen sich kontraproduktiv gegenüber bestehenden Verdienststrategien zeigen, was dazu führt, dass Patente zurückgehalten werden oder in Tresoren verschwinden. Weiterführend liegt eine weit verbreitete Methode darin, die Reputation von Individuen zu zerstören, die mit revolutionären medizinischen Ansätzen das System herausfordern. Dazu wird hauptsächlich das Internet verwendet, aber auch diverse mainstream Medien und Nachrichtenverteiler aktiviert, um eine negative Konnotation an ein Idee zu konstruieren, was es in Folge dessen für unabhängige Wissenschaftler enorm schwierig macht, Gelder für ihre Studie in dem Bereich zu akquirieren.
Die Abwehrmechanismen und Taktiken des medizinischen Systems auf eine „Bedrohung“ für den Status-Quo zu reagieren sind sehr ausgeklügelt und erstrecken sich in ihrer Reichweite über alle gesellschaftlichen Institutionen, sogar hinein in die höchsten politischen Ebenen. Die vorherrschende Ordnung wird im Grunde durch eine Art „Immunsystem“ beschützt, welches die Interessen des Systems verteidigt.
Wie gesagt, möchten wir nicht darüber moralisch werten, wie das „Spiel“ um Kontrolle und Evolution gespielt wird. Wir sind uns sicher, dass von einer ganzheitlichen Perspektive aus betrachtet, die heutige Welt das Potential für die Gesellschaft bereithält sich weiter zu entwickeln. Auch eine persönliche Evolution ist unabhängig davon möglich, ob man Teil der Machtstruktur ist, oder auch nicht.
Eine Vertiefung in diesen Sachverhalt bringt uns allerdings sehr schnell in diverse andere philosophische Bereiche und Glaubenssysteme. Was jedoch grundsätzlich die Stiftung betrifft, so wollen wir dazu beitragen, die alten Strukturen zu überwinden und ein neues wissenschaftliches Fundament zu etablieren, welche offen gegenüber innovativen Ideen ist. Es ist unser Ziel eine friedliche und ökologisch nachhaltige Zukunft zu schaffen für alle Menschen, unabhängig von ihrer Religion, Kultur oder Haufarbe.