Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03592.jsonl.gz/1565

Neoplasierisiko 5 Jahre nach Screening-Kolonoskopie
Über die optimale Dauer des Intervalls zwischen endoskopischen Untersuchungen zur Früherkennung von kolorektalen Neoplasien wird immer noch debatiert. Eine im NEJM publizierte Studie hat die Sicherheit eines 5-Jahres-Intervalls untersucht.
Die Studienautoren ermittelten die medizinischen Daten von 2'436 Personen ohne Adenome in einer ersten Screening-Kolonoskopie. 1'256, also gut die Hälfte davon, liess sich nach ca. 5 Jahren erneut kolonoskopieren. Studienendpunkt war die Häufigkeit von Adenomen, fortgeschrittenen Adenomen (tubuläre Adenome > 1 cm, villöse histologische Anteile oder hochgradige Dysplasie) sowie Karzinomen in der Follow-up-Kolonoskopie.
Das mittlere Alter der Studienteilnehmer betrug 56.7 Jahre, 57% waren Männer. Im Rescreening nach durchschnittlich 5.3 Jahren fand sich kein einziges Karzinom. Mindestens ein Adenom wurde bei 201 Personen (16%) festgestellt. Die Anzahl fortgeschrittener Adenome betrug 19, bei 16 Personen (1.3%) nachgewiesen. Das Risiko, ein fortgeschrittenes Adenom zu entwickeln, unterschied sich zwischen Personen ohne Polypen und solchen mit hyperplastischen Polypen in der Initialkolonoskopie nicht. Das Adenomrisiko nach gut 5 Jahren war bei Männern grösser als bei Frauen (relatives Risiko 1.88 für irgendein Adenom und 3.31 für fortgeschrittene Adenome).
Konklusion der Autoren: Personen, welche in einer initialen Kolonoskopie keine Neoplasien aufweisen, haben nach 5 Jahren ein extrem niedriges Karzinomrisiko. Auch das Risiko für fortgeschrittene Adenome ist nach 5 Jahren gering, bei Männern allerdings höher als bei Frauen. Diese Erkenntnisse sprechen für ein Screeningintervall von mindestens 5 Jahren, falls der Befund bei der letzten Kolonoskopie normal war.
Link zur Studie
NEJM 2008;359:1218-1224 - Imperiale TF et al
18.09.2008 - dde