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Bei der Untersuchung von fast 3000 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 54 und 94 Jahren haben Forscher der Johns Hopkins University School in Baltimore deutliche Unterschiede im Alterungsprozess festgestellt. Indem die Forscher sich im Abstand von zehn Jahren die Herzen der Probanden mittels Magnetresonanztomographie annschauten, konnten sie den Herzen gewissermassen beim Altern zusehen.
Wie das Alter dem Herzen zusetzt
Bei beiden Geschlechtern wurde die linke Hauptherzkammer mit den Jahren kleiner. Das Gewicht der weiblichen Herzkammer nahm aber im Durchschnitt um 1,6 Gramm ab, bei den Männern dagegen um acht Gramm zu. Auch das Blutfassungsvermögen der Kammer nahm bei den Frauen stärker ab.
Die Folge: Es kann weniger Blut ins Herz gelangen und es wird weniger Blut in den Körper zurück gepumpt – das Gehirn und andere wichtige Organe werden weniger durchblutet. Allerdings verdickt und vergrössert sich bei den Männern der Herzmuskel, der die Kammer umgibt, während er bei den Frauen schrumpft oder im besten Fall gleich gross bleibt.
Beide Effekte – der dickere Herzmuskel und das geringere Fassungsvermögen der Herzkammer – bedeuteten ein höheres Risiko für Herzschwäche und Herzversagen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Patienten mit Herzschwäche bekommen häufig Medikamente verabreicht, welche die Pumpleistung des Herzens steigern und den verdickten Herzmuskel verkleinern. Wenn Frauen im Alter aber gar keinen dickeren Herzmuskel bekommen, profitieren sie von diesen Medikamenten auch nicht. Das ist durchaus eine Chance für die personalisierte Medizin. Frauen müssten hier anders behandelt werden als Männer, so die Forscher.