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Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr hielt ihre ordentliche Generalversammlung in La Presta unter dem Vorsitz von Bea Heim, Nationalrätin aus dem Kanton Solothurn. Nationalrat Jacques-André Maire gab in einem Vortrag einen Überblick über die wichtigsten Eisenbahn- und Strasseninfrastrukturprojekte im Kanton Neuenburg.
Neuenburg ist mit sehr grossen Mobilitätsherausforderungen konfrontiert: Rund 20'000 ArbeitspendlerInnen kommen von aussen und 10'000 verlassen den Kanton. Heute sind Strassen und Bahnlinien überlastet, daher ist es wichtig die Strassenumfahrungen von La Chaux-de-Fonds und Le Locle umzusetzen, letztere liegt mit 25'000 Fahrzeugen pro Tag über dem Durchschnittsverkehr im Gotthard-Strassentunnel.
Betreffend Eisenbahn liegt die Priorität der kantonalen Behörden beim Bau einer sogenannten direkten Linie Neuenburg - La Chaux-de-Fonds (900 Millionen Franken), die einen Viertelstundentakt dank 14 Minuten Fahrzeit ermöglichen würde. Dies ist ein wichtiges Projekt, um den Kanton in einer Agglomeration zu verwandeln und seine Strukturen zu überdenken. Das Bundesamt für Verkehr hat sich für die Modernisierung der historischen Linie ausgesprochen. Auch wenn diese 200 bis 300 Millionen Franken günstigere Variante deutliche Verbesserungen bringt, ist sie nicht in der Lage, die dem Kanton Neuenburg gestellten Herausforderungen zu bewältigen.
Die Romandie gibt nicht auf. Eine parlamentarische Gruppe aus der Westschweiz hat sich gebildet, um die Interessen dieses Landesteils, die 40% der Schweizer Bevölkerung und des Schienennetzes stellt, während sie nur 20% der vom Bund im Rahmen der Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur gewährten Gelder erhalten soll, zu verteidigen.
Es gibt Anzeichen, dass die Romandie in Bern mehr Gehör sich verschafft hat. Der Ausbauschritt 2035 könnte von 11,5 auf 11,9 Milliarden Franken steigen. Der doppelspuriger Ausbau des Lötschberg-Basistunnels und die Neuenburger direkte Linie würden somit finanziert sein.
Ein Zürcher Mitglied der IGöV hat sich für das innovative Projekt der Direttissima ausgesprochen. Darauf könnten Kompositionen im automatischen Betrieb verkehren und auf dem konventionellen Netz von Lokführern gesteuert werden. Peter Spuhler, Eigentümer von Stadler Rail, soll selbst gesagt haben dass er sehr daran interessiert sei solches Material zu entwickeln, das danach von seinem Unternehmen exportiert werden könnte.
Die Versammlung wählte noch Thomas Ammann, Nationalrat aus dem Kanton St. Gallen, in den Zentralvorstand. Er ist - wie auch Jacques-André Maire - Mitglied der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen.
Danke an die IGöV Neuenburg für die Organisation des Tages !
Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr fordert die eidgenössischen Räte auf, an einer Pflicht der Bahnen zur Entschädigung aller Reisenden festzuhalten. Es ist nicht akzeptabel, dass ausgerechnet die treusten Kundinnen und Kunden, die GA-Besitzenden, ausgeschlossen werden.
Die Verspätungen und Zugsausfälle im Zugverkehr sind seit einiger Zeit ein grosses Ärgernis, das insbesondere die regelmässigen Nutzerinnen und Nutzer besonders betrifft. Eine Entschädigung für entsprechende Unannehmlichkeiten ist europaweiter Standard und soll nun auch in der Schweiz zur Pflicht werden.
Der Bundesrat will jedoch alle Pauschalfahrausweise vom Recht auf Entschädigung ausnehmen. Damit sollen die treuesten ausgeschlossen werden. Als Begründung wird angeführt, dass diese Abonnemente bereits ermässigt seien. Zudem seien Missbräuche nicht auszuschliessen.
Beide Argumente sind unhaltbar. Sparpreis-Fahrkarten wären trotz Rabatten bis 50 % des Preises ebenfalls entschädigungsberechtigt, nicht aber Abonnemente. Im Ausland sind diese eingeschlossen, obschon die Missbrauchsgefahr auch dort bestehen müsste. Die Deutsche Bahn setzt hierfür einen Fixbetrag fest. Zudem besteht die Missbrauchsgefahr auch bei Einzelfahrkarten für unbegleitete Züge.
Die IGöV erwartet deshalb, dass der Bundesrat den Auftrag erhält, eine Entschädigungspflicht analog der Regelung im Ausland einzuführen.
Samstag 23. Juni - Travers (NE)
Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr ist zufrieden dass mit dem Projekt öV-Ticket 2020 eine schweizweite Lösung für einen simpleren öffentlichen Verkehr vorgeschlagen wird.
Der soll vereinfacht, harmonisiert, kundenorientiert und effizient im Betrieb und Zusammenarbeit gestaltet werden. Dazu gehört aber auch, die Anschlüsse von Bus und Zug weiter zu verbessern und damit die Kundenfreundlichkeit auch in diesem Bereich voranzutreiben.
Zudem soll unbedingt darauf geachtet werden, dass auch Personen die nicht immer mit dem Händy unterwegs sind den öffentlichen Verkehr weiterhin auf eine einfache Art und ohne irgendwelche Benachteiligung benutzen können. Auch soll weiterhin Billetverkauf rasch und unkompliziert, zumindest bei grossen Bahnhöfen, möglich sein. Die Möglichkeit des Bezahlens nach den Fahrt finden wir bürokratisch zu aufwendig und könnte auch finanziell nachteilige Folgen haben für die Transportunternehmen. Datenschutz, der die persönliche Freiheit und die Anonymität des Reisens gewährleistet, ist ein zentraler Punkt. Die IGöV erwartet dazu mehr als ,,man befasse sich damit intensiv''.

Wilkommen
Die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr setzt sich für einen leistungsfähigen und kundenfreundlichen öV ein.
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August 2019