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Kontext und Ausgangslage
Verschiedene internationale Studien zeigen, dass weiche Standortfaktoren, welche sich direkt auf die lokale Lebensqualität auswirken, bei der Wahl von Wohnstandorten an Bedeutung gewonnen haben. Ein solcher Standortfaktor ist eine attraktive lokale Landschaft. Gleichzeitig werden Freiflächen, naturnahe Landschaften und Agrarland durch die fortschreitende Zersiedelung zunehmend zum knappen Gut. Dies hat dazu geführt, dass Politiken aus verschiedenen Sektoren darauf ausgerichtet werden, Landschaftsleistungen zu erhalten (z.B. multifunktionale Landwirtschaft) und zu nutzen (z.B. Pärke, Regionalmanagement). Für eine nachhaltige Ausrichtung dieser Politiken, die sowohl ökologische und kulturräumliche Faktoren wie auch die Präferenzen der Bevölkerung berücksichtigt, ist es nötig, das Bewusstsein über die Werte der Landschaft zu stärken. Dadurch erhält das öffentliche Gut Landschaft im politischen Prozess und im Standortmanagement mehr Gewicht und die externen Kosten/Nutzen von Veränderungen der Landschaft können besser abgeschätzt werden. Eine Quantifizierung der Landschaftswerte wird durch verschiedene ökonomische Bewertungsmethoden ermöglicht. Im Zusammenhang mit der ökonomischen Bedeutung der Landschaft als Standortfaktor im Bereich Wohnen hat sich die Methode der hedonischen Preise („hedonic pricing“) besonders bewährt. Diese Methode ermöglicht es, die marginale Zahlungsbereitschaft für verschiedene Attribute von Liegenschaften/Wohnungen und deren Umgebung zu schätzen.
Fragestellung
Das Hauptziel des Forschungsprojekts besteht darin, die Bedeutung verschiedener Attribute der Landschaft und der Landschaftsqualität für die Wohnstandortwahl mittels eines umfassenden hedonischen Modells zu ermitteln.
In der Studie werden die folgenden Forschungsfragen bearbeitet:
- Welchen Einfluss haben die einzelnen Landschaftsvariablen und mögliche Landschaftsveränderungen auf die Wohnungs(miet-)preise?
- Wo liegen die Grenzen in der Aussagekraft der Ergebnisse der Untersuchung? Wie stehen die Ergebnisse im Vergleich zu früheren Untersuchungen?
- Wie können die Ergebnisse in der Praxis eingesetzt werden und welche Empfehlungen lassen sich für die politische Umsetzung der Erkenntnisse und für die Schliessung des weiteren Forschungsbedarfs ableiten?
Die Quantifizierung soll dazu beitragen, die Entscheidungsgrundlagen der im politischen Prozess beteiligten Akteure zu verbessern und das Bewusstsein für den Standortfaktor Landschaft zu stärken.
Publikation
Waltert, F., Segura Moran, L., Schläpfer, F., Pütz, M., Kienast, F. 2014: Bewertung von Landschaftsattributen auf dem Schweizer Mietwohnungsmarkt. Hauptuntersuchung im Rahmen des Projekts „Landschaftsqualität als Standortfaktor erkennen und verbessern“. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt WSL, Bundesamt für Umwelt BAFU. 125 S.