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Wer regelmässig zur Kirche geht, besitzt seltener eine Katze als Leute, die am Sonntagmorgen lieber was anderes tun. Das hat eine Studie der Universität von Oklahoma ergeben:
“Amerikaner*innen, die häufig Gottesdienste besuchen, besitzen seltener ein Haustier als der Durchschnitt. Insbesondere haben sie seltener eine Katze”, so die Studienautoren Samuel Perry und Ryan Burge. Katze statt Kirche.
Je bibeltreuer, desto seltener ein Haustier
Protestant*innen besitzen eher einen Hund, Katholik*innen eher eine Katze. Wobei die Gendersternchen in diesem Fall nur halbrichtig sind: So besitzen Männer, sofern sie auch eine höhere Bildung haben, seltener einen Hund als der Durchschnitt (Katze: kein Unterschied, auch nicht bezüglich Bildung des Halters).
Auch interessant: Je wörtlicher jemand die Bibel nimmt, desto weniger Haustiere hat er oder sie im Schnitt.
Vielleicht hänge das mit dem Befehl Gottes im ersten Kapitel der Bibel zusammen, werweissen die Forscher: “Herrscht über die Fische des Meers und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere” (Gen 1,28), heisst es dort, und so könnte es sein, dass “bibeltreue” Christ*innen Tiere weniger als befreundete Wesen oder sogar Familienmitglieder betrachten.
Weitere Ergebnisse: Menschen mit einem höheren Einkommen haben eher einen Hund, Menschen in Städten seltener. Politische Ausrichtung, Kinderzahl oder Alter scheinen jedoch keine statistisch signifikante Korrelation mit Katzen- oder Hundebesitz zu haben.
Über die Gründe ist zu spekulieren
“Die Studie hilft uns zu verstehen, wie zwei wichtige amerikanische Lebensbereiche – Haustierbesitz und Religion – sich überschneiden”, so die Religionssoziologen. Spannend, tatsächlich – der Datensatz (aus dem „General Social Survey“ von 2018) ist jedoch zu klein und der Fragenkatalog zu wenig umfassend, um präzise Gründe für die Korrelationen auszumachen.
So spekulieren die Autoren halt, warum Katzenmenschen weniger in den Gottesdienst gehen: Könnte es sein, dass einem die Kirche schlicht die Zeit für ein Haustier raubt? Nein, das kann nicht der Grund sein: Denn zwischen Hundebesitz und Religiosität gibt es keine Korrelation.
Katzen als sozialer Kirchenersatz
Es könnte einen Zusammenhang mit der Persönlichkeit der Proband*innen geben: Menschen, die Katzen mögen, seien tendenziell weniger sozial (und bevor es jetzt zum Shitstorm kommt: Auch das ist offenbar wissenschaftlich belegt). Und so fühlten sich diese Leute in sozialen Situationen wie Gottesdiensten vielleicht auch eher unwohl.
Oder liegt es am Charakter von Katzen? Dank ihrer Eigenwilligkeit seien diese nämlich von allen Haustieren am ehesten mit menschlichen Mitbewohner*innen vergleichbar, finden die Studienautoren. Und so decken sie vielleicht die sozialen Bedürfnisse von Menschen ab, welche diese sonst in der Kirche erfüllen.
Gottesdienst mit Katze
Als Katzenmensch würde ich ja befürworten, wenn jede Kirche auch eine Katze hätte. Wie in der Church of the Advent in Boston, wo im Gottesdienst auch Simon the Church Cat mitfeiert: