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RETO U. SCHNEIDER
Journalist
ÜBER MICH
Reto U. Schneider, stv. Chefredaktor NZZ-Folio
Ich arbeite seit über dreissig Jahren als Journalist. Zuvor hatte ich an der ETH Zürich Elektroingenieur studiert und dann Funkgeräte entwickelt. Doch für die langfristigen Projekte in der Industrie erwies sich meine Aufmerksamkeitsspanne als zu kurz. Ich wechselte in den Journalismus, absolvierte die Ringier-Journalistenschule und arbeitete fünf Jahre als freier Journalist, 1995 folgten fünf Jahre beim Schweizer Nachrichtenmagazin "Facts" als Ressortleiter "Wissen". 1999 wechselte ich schliesslich zu "NZZ-Folio", dem Monatsmagazin der "Neuen Zürcher Zeitung", wo ich seit 2004 stellvertretender Chefredaktor bin. 1997/98 verbrachte ich ein Jahr als Knight-Science-Journalism-Fellow am MIT in Cambridge MA (USA). Ich habe Bücher geschrieben, Preise gewonnen und halte den Journalismus noch immer für das Beste, was mir passieren konnte.
ARTIKEL
In meinen über dreissig Jahren als Journalist habe ich in einer Geisterbahn als Gorilla verkleidet gearbeitet, war in Grönland mit Inuit auf Robbenjagd und habe für einen Artikel über Diäten zehn Kilogramm abgenommen. Meine Spezialität sind lange erzählende Texte, manchmal über abseitige Themen, die jedoch oft grundsätzliche Fragen aufwerfen. Einige Beispiele von preisgekrönten Texten finden Sie hier.
❝Das Gespräch drehte sich bald um ein praktisches Problem. Kann man die Urne so tragen, dass die Asche nicht herausfällt?❞
Bea geht
NZZ-Folio, Januar 2010
Arthur-Koestler-Preis 2010
❝Jedes der 307 Pixel muss alle 33 Millisekunden erfahren, welche Farbe es anzuzeigen hat. Computerspiele sind die schnellsten Kulissenschieber der Welt.❞
Monsterprojekt
NZZ-Folio, Mai 2005
BEDAG-Preis 2006
DAS BUCH DER VERRÜCKTEN EXPERIMENTE
Was essen Babys, wenn sie frei wählen dürfen? Hat ein Spermium ein Gedächtnis? Was geschieht, wenn man drei Menschen zusammenbringt, die alle glauben, sie seien Jesus? Diese Fragen haben Wissenschaftler mit Hilfe von Experimenten beantwortet.
Im Oktober 2001 erschien die erste Folge meiner NZZ-Folio-Kolumne "Das Experiment". Seither habe ich über mehr als zweihundert oft seltsame wissenschaftliche Versuche geschrieben. Unter dem Titel "Das Buch der verrückten Experimente" erschien 2004 bei Bertelsmann eine Sammlung dieser Texte, die in Deutschland zum Wissenschaftsbuch das Jahres gewählt wurde. Es folgte 2009 die Fortsetzung "Das neue Buche der verrückten Experimente" und Übersetzungen in sieben Sprachen. Viele davon sind mittlerweile vergriffen aber antiquarisch noch zu bekommen. Eine französische Ausgabe ist in Vorbereitung.
Bizarre Wetenschap
(Elmar 2004)
Holländisch
Willen Weten
(Elmar 2010)
Holländisch
111 najbardziej szalonych eksperymentów
(Proszynski 2009)
Polnisch
매드 사이언스 북
(Puriwa Ipari 2008)
Koreanisch
疯狂实验史 (Band 1)
(SDX Joint Publishing Company 2009)
Chinesisch
疯狂实验史 II (Band 2)
(SDX Joint Publishing Company 2014)
Chinesisch
PLANETENJÄGER
1995 bekam ich eine der grössten astronomischen Entdeckungen aller Zeiten aus nächster Nähe mit. Als einziger Journalist schrieb ich damals - zufälligerweise, muss ich gestehen - einen Artikel über die obskure Suche nach Planeten anderer Sterne. Meine Hauptprotagonisten waren die beiden Astrophysiker Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Lausanne. Was ich nicht wusste: Die beiden hatten den ersten Exoplaneten eben entdeckt, mussten seine Existenz aber noch um jeden Preis geheimhalten. Dem ersten Artikel folgte ein zweiter und ein dritter und schliesslich das Buch "Planetenjäger"
Es ist eine Geschichte von grotesken Zufällen und dramatischen Fehlentscheidungen, von falschen Theorien und konspirativer Geheimnistuerei, von strahlenden Gewinnern und tragischen Verlieren. Und seit Oktober 2019 ist es auch die Geschichte davon, wie man einen Nobelpreis gewinnt. Nachdem Mayor und Queloz der Preis zuerkannt wurde, schrieb ich eine aktualisierte Neufassung meines Buches das im Sommer 2020 auf Französisch bei Quanto erscheint. Eine Kurzversion der dramatischen Ereignisse gibt es hier: "Geheimsache 51 Pegasi" (NZZ am Sonntag, 13. Oktober 2019).