Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/65218

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, den involvierten Stellen (Bazl und Skyguide) den Auftrag zu erteilen, die Einführung des gekröpften Nordanfluges prioritär zu realisieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Nachdem Unique (Flughafen Zürich AG) Ende Dezember 2004 im Rahmen eines Antrages auf Änderung des Betriebsreglementes das Gesuch für den gekröpften Nordanflug eingereicht hatte, begann das Bazl im März 2005 nach Eingang aller erforderlichen Unterlagen mit der Überprüfung des Verfahrens und traf umfangreiche Abklärungen. Aufgrund der Abweichungen des Verfahrens von internationalen Standards mussten zusätzlich Probeflüge durchgeführt werden. Am 15. Dezember 2005 orientierte das Bazl umfassend über den Stand der Erkenntnisse im Zusammenhang mit dem gekröpften Nordanflug (www.aviation.admin.ch, Medienmitteilung vom 15. Dezember 2005).</p><p>Die vom Motionär angeführten Beispiele New York, Hongkong und Innsbruck sind insbesondere in topografischer und verfahrenstechnischer Hinsicht nicht mit dem Flughafen Zürich vergleichbar. Beim gekröpften Anflug auf New York handelt es sich um ein reines Sichtanflugverfahren, welches - zusätzlich mit visuellen Referenzen ausgestattet - über eine flache Ebene (Meer) führt. Der gekröpfte Sichtanflug auf Hongkong wird heute nicht mehr durchgeführt, da der Flughafen Kai Tak u. a. auch wegen der Mängel dieses Anflugverfahrens geschlossen wurde. Das Anflugverfahren in Innsbruck ermöglicht ebenfalls nur eine begrenzte Landekapazität. Weiter entspricht das Verfahren zwar dem neuesten Stand der Technologie, darf aber nur von speziell ausgebildeten Piloten mit entsprechend zertifizierten Flugzeugen durchgeführt werden. Im Unterschied zu einem Regionalflughafen wie Innsbruck muss ein Interkontinentalflughafen wie Zürich jedoch zertifizierte Standardverfahren anwenden können, die allen Piloten und allen Flugzeugen zur Verfügung stehen und zudem eine bestimmte Landekapazität gewährleisten.</p><p>Die Prüfung des gekröpften Nordanfluges erfolgt wie bisher mit hoher Priorität. Es sind jedoch noch mehrere Herausforderungen durch verschiedene Partner zu bewältigen (Unique, Skyguide, Bazl). Diese betreffen technische Abklärungen, operative Anpassungen am Verfahren sowie vertiefte Sicherheitsüberprüfungen. Aufgrund der grenznahen Lage des gekröpften Nordanfluges und in Anbetracht der Gespräche mit Deutschland über das An- und Abflugregime sind Konsultationen mit Deutschland unumgänglich. Das Bazl hält es für möglich, dass diese Arbeiten bis Ende 2006 abgeschlossen sein könnten. Danach wird die öffentliche Auflage stattfinden. Zum heutigen Zeitpunkt kann aufgrund der dargestellten Sachlage kein verbindlicher Termin für die Einführung des gekröpften Nordanfluges genannt werden. Der Bundesrat möchte dem Entscheid über die Realisierung des gekröpften Nordanfluges nicht vorgreifen. Da er aber wie der Motionär der Auffassung ist, dass der gekröpfte Nordanflug mit hoher Priorität geprüft werden muss, beantragt er, die Motion in diesem Sinne anzunehmen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.