Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03418.jsonl.gz/1835

Ein wummernder Herzschlag steht am Anfang und am Ende des wohl berühmtesten Albums der britischen Rockgeschichte. Zum 50. Jahrestag von "The Dark Side of the Moon" erscheint bei Edel eine Publikation mit bisher unveröffentlichten Fotos der zwischen 1972 und 1975 stattgefundenen Tourneen zum Album der Dinosaurierrocker Pink Floyd. Der Jubiläumsband mit zahlreichen exklusiven Inhalten sei in enger Abstimmung mit der Band gestaltet worden, so der Verlag.
Erstmals wurde das achte Album einem Publikum in Brighton, UK vorgestellt. Aufgrund technischer Probleme kamen sie aber nur bis zum 6. Song ("Money") bevor das Konzert abgebrochen wurde. 50 Millionen mal hat sich der Longseller seit Erscheinen verkauft und auch heute noch - in Zeiten von Streaming - wird "Dark Side of the Moon" noch 250.000 mal pro Jahr abgesetzt. Mit dem Cover dürfte das unter Umständen auch etwas zu tun haben, denn die Grafikdesigner Storm Thorgerson und George Hardie adaptierten das Cover des von Alex Steinweiss 1942 für Beethovens 5. Klavierkonzert gestalteten Meilensteins in der Artwork Geschichte. Das "Zitat" zeigt einen Lichtstrahl, der von einem Prisma in Spektralfarben aufgefächert wird und sich vom Inner Sleeve bis zur Rückseite des Covers als Frequenz des oben bereits angesprochenen Herzschlags fortsetzt. Die Änderung des Covers zur Jubiläumsedition zum 50. war von weltweiten Protesten begleitet, da die Spektralfarben heute mit der LGBT+ Bewegung in Zusammenhang steht. Die Originalbesetzung mit David Gilmour - Gesang, Gitarre, VCS-3 Synthesizer, Nick Mason - Schlagzeug, Percussion, Richard Wright - Keyboad, Gesang, VCS-3 Synthesizer und Roger Waters - Bass, Gesang, VCS-3 Synthesizer zeigt Pink Floyd am Höhepunkt ihres Schaffens. Lorbeeren hätte sich allerdings die auf dem Song "The Great Gig In The Sky" mitwirkende Background-Sängerin Clare Torry verdient. Sie wurde von der Band damals gar nicht informiert, dass ihr Take für das Album ausgewählt wurde und las ihren Namen erst sehr viel später in den Credits des Albums. Auch wenn das Album das erste war, bei dem allein Roger Waters für alle Texte verantwortlich zeichnete, traten Pink Floyd damals noch als "Band" auf, was auch die vielen in schwarz-weiss gehaltenen Fotos dokumentieren. Heute sind die noch lebenden Restmitglieder von Pink Floyd nämlich heillos zerstritten. Den Herzschlag auf "The Dark Side of the Moon" kann man aber immer noch hören. Auch 50 Jahre später noch.
In der vorliegenden Publikation werden seltene und bisher nicht gezeigte Backstage- und Onstage-Fotos der Band während der The Dark Side Of The Moon Tourneen von 1972-1975 in Großbritannien, Japan, Nordamerika und Europa gezeigt. 129 unverstellte Fotos von Jill Furmanovsky, Storm Thorgerson, Aubrey Powell und Peter Christopherson dokumentieren die Soundchecks, die Shows und die Aftershows. Außerdem dokumentiert ein Rückblick auf den Wembley-Gig im Oktober 1972, der ursprünglich im Melody Maker veröffentlicht wurde, einen der berühmtesten Auftritte der Band. Verantwortlich für den Jubiläumsband zeichnet übrigens Aubrey 'Po' Powell. Er ist Creative Director für Pink Floyd und hat auch bei der Gestaltung und Kuratierung der Ausstellung "Pink Floyd: Their Mortal Remains", die 2017 fünf Monate lang im V&A in London zu sehen war, federführend mitgewirkt. Die vollständige Auflistung der Tourdaten des Albums sowie ein spezieller Abschnitt, der die visuelle Konzeption des kultigen Album-Artworks mit Fotos der Originalentwürfe des Albums und des endgültigen Artworks von Hipgnosis illustriert, rundet das großformatige Buch in Albumsize und -design zu einem melodiösen Ausflug ins multiple Multiversum der Siebziger Jahre ab. Vorausgesetzt man hört beim Durchblättern "Pink Floyd. The Dark Side of the Moon" das dazugehörige gleichnamige Album. So gesehen ein multidimensionales und -mediales Vergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.