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Ausgangspunkt für diese vier Sozialreportagen waren mehrere Gespräche mit «Marianne Dreher» im Herbst 2005 im Hinblick auf eine grössere Arbeit für die WOZ. Dieses Projekt blieb liegen, weil ich zwischen Januar 2006 und Mai 2009 mit der redaktionellen Arbeit an der C. A. Loosli-Werkausgabe des Rotpunktverlags ausgelastet war. Als ich 2009 die Vorarbeiten wieder zur Hand nahm, hatte sich die Situation insofern verändert, als mir die Stadt Bern 2008 das «Weiterschreiben»-Stipendium verliehen hatte, das ich nun in ein grosses Reportagenprojekt investieren konnte.
Ich fasste sowohl inhaltlich als auch formal einen ambitionierten Plan. Inhaltlich wollte ich der aktuellen soziologischen Debatte um die «Überflüssigen» mit den Geschichten von einigen konkreten Menschen ein Gesicht geben. Formal gab ich mir pro Geschichte 100000 Zeichen – zu viel für eine Zeitungsreportage, zu wenig für ein Buch –, und damit eine Textlänge, die mich zwingen sollte, formal innovativ zu werden.
Nach diesem Plan führte ich zuerst das Projekt mit «Marianne Dreher» zu Ende und suchte gleichzeitig weitere Personen, die bereit waren, mir ihre Geschichten zu erzählen. Die vier Geschichten, die so schliesslich entstanden sind, hat der Rotpunktverlag in einem von mir vorformulierten Text schliesslich mit den Worten angekündigt: «Heinrich Heine hat gesagt, unter jedem Grabstein liege eine Weltgeschichte. Lerch beweist, dass in jedem Menschen eine Weltgeschichte heranwächst. Seine vier Geschichten in der Mitte zwischen journalistischer Langzeitreportage und literarischer Erzählung schildern mehr als vier Schicksale: Sie porträtieren das heutige Leben im schweizerischen Mittelland jenseits der medialen Scheinwerfer.»
Das Buch ist am 15. August 2012 erschienen und wurde von NZZ, «Bund» und «Luzerner Rundschau» wohlwollend besprochen. Mitte November 2012 war die öffentlich wahrnehmbare Rezeption abgeschlossen, der Verkauf stagnierte und blieb unter den Erwartungen des Verlags. So kann ich die Arbeit zwei Jahre nach ihrem Erscheinen in Buchform ohne Schaden hier online zur Verfügung stellen, wofür ich dem Verlag danke.
Zur 7. Berner Aktionswoche gegen Rassismus: