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Neben seiner Rolle als Kurort und Wintersportzentrum positioniert sich Davos als Kongressdestination – nicht zuletzt dank des Weltwirtschaftsgipfels jeweils im Januar. Mitten in der Alpenstadt und mitten im Geschehen befindet sich das Grandhotel Steigenberger Belvédère.
Jeden Januar, während der Jahrestagung des World Economic Forum (WEF), ist Davos das Epizentrum der Welt. Das Epizentrum von Davos ist dann das Grandhotel Steigenberger Belvédère. Wer von der Organisation ein Zimmer in diesem traditionellen Fünf-Sterne-Palast zugeteilt bekommt, gehört zu den Mächtigsten der Welt: Nur Staatspräsidenten und die wichtigsten Wirtschaftsleute und reichsten Oligarchen nächtigen hier und halten hier Hof. Entsprechend gigantisch ist die Security: Während des jährlichen Treffens muss das Hotel durch eine Sicherheitsschleuse wie an einem Flughafen betreten werden. Die Partys, die während des Gipfels im Belvédère geschmissen werden, sind legendär und zielen neuerdings sehr auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein ab. Partys im Belvédère sind allerdings nichts Neues. Davos ist einer der Orte, in denen der Wintersport erfunden wurde. Der österreichische Hotelier Andreas Augustin, Autor von mehr als 50 Büchern über berühmte Herbergen, beschreibt, wie im mehr als 140 Jahre alten Belvédère «die Erfindung des alpinen Entertainments» stattfand: «Bälle, Vernissagen, Konzerte, Eislaufen, Curling, Bobrennen, Schlittelpartien, Tennisturniere». 1883 wurde in Davos das erste Schlittelrennen ausgetragen, später kamen Bobrennen hinzu. 1906 fanden hier die ersten Weltmeisterschaften im Eislaufen der Frauen statt. Im Zentrum von Davos befindet sich die grösste Natureisbahn Europas. Und seit 1972 werden jährlich die Davos Nordic ausgetragen, die seit 1980 für den FIS Langlauf-Weltcup gewertet werden.
Berühmte Gäste & berühmte Angestellte
1875 war das Hotel Belvédère an bester Aussichtslage eröffnet worden, als elegantes Haus mit 30 Zimmern und vorwiegend englischen Gästen. Im Lauf der Jahre wurde daraus ein Hotelpalast im Stil des Fin de Siècle mit heute knapp 130 Zimmern und Suiten und einer 140 Meter langen Fassade – «der grösste Palastbau der alpinen Hotelgeschichte», wie Andreas Augustin schreibt. Die Belvédère-Gäste waren schon immer ebenso exklusiv wie das Haus – und wie einige seiner Angestellten.
Inzwischen ist das Traditionshaus Belvédère in der Moderne angekommen. Das zeigt sich unter anderem darin, dass es seit 1. Juli 2017 zum ersten Mal von einer Frau geführt wird, von der Bayerin Tina Heide. Sie kennt das Belvédère, seine Mitarbeiter, seine Geschichte und die wichtigste Veranstaltung im Jahr, den Weltwirtschaftsgipfel, bestens. Denn sie arbeitet schon rund sieben Jahre im Belvédère und war unter anderem stellvertretende Direktorin und Hotel Manager. Vor allem war sie für die Belange des Gipfels zuständig und hat schon unzähligen Berühmtheiten die Hand gedrückt. Es sei aufregend, für ein so traditionelles und geschichtsträchtiges Haus zu arbeiten, sagt Tina Heide. Um den wachsenden und sich verändernden Ansprüchen der Gäste gerecht zu werden, sind laufende Erneuerungen und Renovationen nötig. So wurde in den letzten Jahren das Restaurationsangebot überarbeitet; das elegante Gourmet-Restaurant Belvédère und das Bistro Voilà wurden umgestaltet. Ein neuer Weinkeller für Apéros und Degustationen kam hinzu. Und im rustikalen Romeo & Julia gibt es winterliche Fondue-Gerichte. «Ein Hotel wie das Belvédère lebt und atmet», sagt die engagierte Direktorin, und sie will dazu beitragen, dass dies noch sehr lange so bleibt.
Gewinnbringende Heilkräfte
Neben dem Wintersport waren Kuren das zweite touristische Standbein von Davos. Mitte des 19. Jahrhunderts propagierte der eingebürgerte deutsche Arzt Alexander Spengler die angeblich wohltuenden und heilsamen Eigenschaften der Davoser Höhenluft, besonders bei Lungenkrankheiten. Wissenschaftlich nachgewiesen wurden die Heilkräfte nie, aber sie verursachten einen Boom. Viele Kantone und deutsche Bundesländer bauten in Davos ihre Sanatorien. Dank Wintersport und Kuren entwickelte sich das ehemals abgelegene Bergbauerndorf zur Stadt mit 10’000 Einwohnern. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier fast 4 500 Klinikplätze. Von ihnen existieren heute nur noch ein paar Hundert, denn mit den ab den 1940er-Jahren entwickelten Antibiotika konnte der Tuberkulose medikamentös beigekommen werden. Heute werden in Davos noch Asthmatiker und Allergiker behandelt.
Sport und Kongresse
Während die einen kommen, um mit Skiern über die Hänge der Parsenn hinunterzurasen oder um eine Auszeit von ihrem Asthma zu nehmen, kommen andere, um an Veranstaltungen der Medizinaltechnik- und der Pharmabranche teilzunehmen. Kongresse und Tagungen sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Geschätzte zehn Prozent der gut zwei Millionen Übernachtungen fallen auf den Kongresstourismus, der eine gewisse Stabilität bringt, zumal der Wintertourismus tendenziell eher rückläufig und zudem Wetter- und Währungsschwankungen unterworfen ist. So hat Davos für jeden und jede etwas zu bieten. Und wer ausserhalb der WEF-Woche im Steigenberger Belvédère absteigt, kann sich selber wie ein VIP fühlen, denn gewiss hat in seinem Bett schon Bill Gates, Nelson Mandela oder Bill Clinton geschlafen.