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Cagliari (Costa del Sud)
26.06.2017 Cagliari (Costa del Sud)
Das Morgenessen ist im Café del Largo im Largo Carlo Felice – eine Tasse Kaffee und ein Stück Gebäck. Ich laufe zur Cattedrale Santa Maria, die ein paar schöne Seitenkapellen aufweist, z.B. die St. Michaelskapelle und die Kapelle der schwarzen Madonna bzw. St. Eusebius. Die Krypta ist aufs Teuerste ausgebaut worden, mit 179 Nischen, die Relikte von Märtyrern enthalten. Hier hat sich Bischof de Esquivel ein pompöses Grabmal geschaffen. Die Citadella dei Musei ist heute geschlossen. Das gilt auch für sämtliche Sehenswürdigkeiten. Ueber die Piazza Arsenale gelange ich zur Piazza dell Indipendenza, zur Piazza Palazzo und zur Piazza Carlo Alberto, sowie zur Torre dell' Elefante. Ueberall das gleiche: Geschlossen. Am Montag ist Cagliari ausser Betrieb gesetzt. Immerhin, die nicht mehr geweihte Chiesa di Santa Clara – innen hat es nichts sehenswertes mehr – ist noch offen. In der Chiesa di Sant'Anna wurde ein Teppich aus Rosenblättern, mit kunstvollen Mustern und Schriftzügen, gelegt. Die Chiesa Sant'Efisio ist wie fast alles andere auch zu. Aber die Chiesa di San Michele (Jesuitenkirche) ist offen, wie auch die Sakristei mit riesigen Bildern. Das römische Amphitheater, ebenfalls geschlossen, kann man immerhin durch den Zaun sehen. Das gilt auch für die Ruinen der römischen Villa di Tigellio. Nun gebe ich auf, nachdem nichts offen zu sein scheint. Ich hole den Scooter und fahre nach Pula, rund 35km entfernt von Cagliari. Dort besuche ich mit einer Führung die römische Stadt Nora (die über den Ruinen einer phönizischen Stadt erbaut wurde). Von den einst massiven Bädern ist nur noch der Trümmer eines Gewölbes vorhanden. Die Aequadukt ist völlig verschwunden. Ein Atrium mit Wassertank zeigt, dass Wasser hier schon immer kostbar war. Das Theater ist noch besser erhalten. Nach der römischen Stadt Nora werden wir noch durch die von den Spaniern erbaute Torre di Cortellazzo geführt. Von hier aus hat man eine schöne Aussicht auf Nora. Mein nächster Halt ist in Chia, wo ich zur Torre di Chia hinaufsteige und eine gute Aussicht über die schönen Strände habe. Ich fahre weiter der Küste von Domus de Maria entlang, muss dann aber nach Teulada abzweigen, weil das Benzin zur Neige geht. Immerhin gibt es dort eine offene Tankstelle – trotz Mittagszeit und Montag. Ansonsten ist die Stadt wie austorben. Ich halte bei den „Grotte is Zuddas“ (Tropfsteinhöhlen), wo um 16:30 Uhr eine Führung stattfindet, so dass ich eine halbe Stunde warten muss. Die Eingangshalle ist aufgrund von kommerziellem Alabasterabbau weitgehend zerstört worden. In der Sala della Medusas gibt es eine medusenähnliche Formation. In der Sala delle Erosioni gibt es keine Tropfsteine, nur ausgewaschene Felsen. In der Sala dell'Organo gibt es wieder Tropfsteine sowie eine Weihnachtskrippe, die jedes Jahr zu Weihnachten eingerichtet wird. Erstaunlich ist, wie viele Spaghetti-Stalaktiten entstanden sind. Die Sala dell Teatro ist nicht besonders erwähnenswert. Am interessantesten ist der exzentrische Aragonitensaal, wo wollenartige Gesteinsfasern entstanden sind. Nach dem Besuch der Tropfsteinhöhlen fahre ich nach Santadi und möchte Pani Loriga besichtigen. Doch die phönizische Festung ist nur an drei Tagen in der Woche offen. So mache ich mich auf den Heimweg, über Nuxis und Siliqua. Ich komme an zwei Stauseen vorbei, fast leer, wohl wegen der anhaltenden Hitze. Schliesslich gelange ich zum Castello di Acquafredda, das auf einem Inselberg aus Vulkangestein gebaut ist. Zum Besichtigen reicht die Zeit nicht mehr, wenn ich noch bei Tageslicht nach Cagliari zurückkehren will. In Cagliari esse ich einen Kebab, dann laufe ich zur Piazza Costituzione, die Via Garibaldi hinunter bis zur Piazza Garibaldi und eine Parallelstrasse hinauf bis zur Piazza San Giacomo. Kurz gehe ich beim Auditorium Communale, wo gerade eine Veranstaltung stattfindet, vorbei, dann kehre ich ins Hostel Marina zurück. Meine beiden afrikanischen Zimmerkollegen sind weg, hoffentlich gibt es diesmal eine ruhigere Nacht.