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Den Abkommen zufolge dürfen US-Exporteure von unverarbeitetem Rindfleisch und Rindfleischprodukten, für die der brasilianische Markt im Jahr 2003 wegen Fällen von Boviner Spongiformer Enzephalopatie (BSE) geschlossen worden war, wieder nach Brasilien liefern. Im Gegenzug öffnen die USA, die bereits seit längerem Rindfleischprodukte in Brasilien kaufen, ihren Markt auch für unverarbeitetes Rindfleisch aus dem Land.
Hierfür hatte Washington wegen des Auftretens der Maul- und Klauenseuche (MKS) 1999 ein Importembargo erlassen. Die USA haben in der jetzt erzielten Einigung Einfuhrquoten für die brasilianischen Rindfleischexporteure festgelegt. Diese dürfen demnach pro Jahr insgesamt 64'800 t unverarbeitetes Rindfleisch zu einem reduzierten Einfuhrzoll, der je nach Fleischstück bei 4% oder 10% liegt, in den USA absetzen. Ausserdem dürfen unbegrenzte Mengen an unverarbeitetem Rindfleisch zu einem Einfuhrzoll von 26,4% aus Brasilien in die USA verkauft werden.
US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack begrüsste die Einigung. Mit seinen Millionen von Konsumenten und der wachsenden Mittelklasse biete Brasilien langfristig ein hervorragendes Absatzpotential. Vilsacks Amtskollege im brasilianischen Landwirtschaftsministerium, Blairo Maggi, betonte, die Öffnung des US-Marktes erleichtere Brasilien den Zugang zu weiteren internationalen Märkten. Ähnlich äusserte sich der brasilianische Bauernverband CNA. Die Zulassung in den USA zeige, dass brasilianisches Rindfleisch von bester Qualität sei.
Kurzfristig dürften Brasiliens Rindfleischexporteure von den Abkommen laut Einschätzung von Marktbeobachtern aber nur wenig profitieren. Dafür sei die festgelegte Lieferquote von knapp 65'000 t zu gering. Im Gesamtjahr 2015 hatte Brasilien gemäss Angaben des Landwirtschaftsministeriums insgesamt 1,3 Mio t Rindfleisch im Ausland abgesetzt. Die USA belieferten den Weltmarkt im selben Jahr laut Zahlen er US-Vereinigung der Fleischexporteure mit zusammen 1,1 Mio t Rindfleisch.