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Das Projekt einer Schule und eines Wohnheims für Strassenkinder in Madagaskar des Club Soroptimist International Luzern und der Soroptimist International Clubs Bad Ragaz, Vevey und Schwyz wird von Soroptimist International Europe 2016 als Projekt des Jahres ausgezeichnet!
Schule und Wohnheim für Strassenkinder in Antananarivo, Madagaskar.
Die Schule Akany Fitahiana in Ankorondrano, einem armen Quartiere im Norden der madegassischen Hauptstadt, besteht seit 2004. Der Gründer, Alex Herivelona, selbst ein früheres Strassenkind, beschloss, andern Kindern auch eine Chance zu geben und ist seit über 10 Jahren mit grossen Anstrengungen dabei, die Schule zu entwickeln und zu betreiben. Geldmangel ist ein ständiges Thema. Wichtige Unterstützer sind die Soroptimists des Clubs Antananarivo Mandrosoa.
Langjähriges Engagement
Die Soroptimists des Clubs Luzern haben 2010 die Schule kennengelernt und unterstützen sie seither. Die Schüler erhalten eine Mahlzeit täglich, wenn sie die Schule besuchen. Diese Mahlzeiten finanzieren wir (teilweise). Die Verteilung und Kontrolle erfolgt über unsere Clubschwestern in Antananarivo, so haben wir Gewähr, dass jeder Franken an den richtigen Ort kommt. Mehrere Besuche von Soroptimists aus der Schweiz haben in den letzten Jahren stattgefunden. Mittlerweile sind auch die Soroptimist Clubs Bad Ragaz und Schwyz dazugekommen sowie für ein begrenztes Projekt der Club Vevey.
Umzug und Neubau
2014 wurde bekannt, dass die Schule das Gelände, um das von verschiedenen Besitzern gestritten wurde, verlassen muss. Alex konnte mit grosser Anstrengung die meisten der ca.300 Primarschüler in Gastfamilien verteilen und in öffentlichen Schulen platzieren. Für die Sekundarschüler wurde die Situation allerdings prekär, weil der weitere Schulbesuch in Frage stand.
Alex entschied, die 75 Sekundarschüler nach Anisozato, im Süden der Stadt, umzusiedeln, wo er ein Grundstück mit einem kleinen Haus besitzt, samt Gemüsegarten und Hühnerhof.
Einfacher, doch praktischer Bau
Dafür brauchte es ein Wohnhaus sowie eine Schulmöglichkeit. Letztere fand er in zwei nahegelegenen Privatschulen, für die er in einem TV-Portal Werbung macht und im Gegenzug“ seine“ Kinder gratis in die Schule schickt. Das Haus baute er solide, mit einfachsten Mitteln. Es beherbergt neben Unterkunft für die 75 Kinder einen Raum für Computer-Schulung, Nähschule, Bibliothek. Im Hof gibt es einen Ziehbrunnen, auch die Gemüsebeete sind wieder angelegt. Eine erste Einweihung fand am 17. Oktober 2016 in unserer Anwesenheit statt.
Langer Weg in die Selbständigkeit
Im März 2017 wurde das Haus durch die Folgen eines Zyklons schwer getroffen. Es gab Zerstörungen und Überschwemmungen. Viele Reparaturen sind nötig. Unsere Spenden tragen dazu bei, die Gebäude wieder instand zu stellen, stets koordiniert von den Soroptimists des Clubs Antananarivo Mandrosoa. Wir überweisen regelmässig Spenden für Lebensmittel.
Die Kinder werden grösser – ein Teil von ihnen besucht höhere Schulen, weitere befinden sich in einer Berufsausbildung.
Das Centre Akany Fitahiana arbeitet sehr daran, selbständig zu werden.
Zurzeit wohnen 42 Kinder und Jugendliche im Heim, weitere 23 kommen zum Essen.
Annabeth Studer Meyer, September 2017