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Ascona, Albergo Ristorante Battello, "Schiff"
Aus dem Ferien-Journal Nr. 164/6, von August 1974, verfasst von Giovanni: "1924-1974, Hotel-Restaurant "Schiff", ein 50jähriges Jubiläum! Es kommt wohl nicht alle Tage vor, dass ein Hotel ein 50jähriges Jubiläum feiern kann. Im fernen Jahr 1924 war Ascona noch ein kleines, nicht bedeutendes Nest mit dem typischen Tessiner Borgo-Charakter. Weder Dorf noch Stadt und noch viel weniger Fischerdorf, wie wohl einmal ein Schreiber geschrieben hat, als er, früher einmal die Fischernetze an den Platanen an der Piazza aufgehängt sah. Es gibt noch einige andere Gastgewerbebetriebe die wohl bereits das 50jährige Jubiläum gefeiert haben oder es bald feiern werden. Ich denke an das Tamaro, an das Elvezia, an der Piazza.
Also - am 16. August 1924 wurde der Kauf eines Hauses namens "Concorde alla Piazza del Lago" notariell beglaubigt. Käufer war Alfred Wildi senior zusammen mit einem Kompagnon. Das kleine Haus, einstöckig, hatte damals am linken Teil einen kleinen Laden, den man damals "Prestino" nannte. In diesem "Lädeli" war sozusagen alles zu haben, vom Petrol, zur Seife, von den Zündhölzern zum Zucker, vom Kaffee zum Kochsalz! Rechter Hand befand sich die archaische Wirtschaft und wer im Lädeli etwas kaufte, genehmigte sich über den Gang ein Gläschen Wein. Kostenpunkt damals höchstens 20 Rappen. Die Tageseinnahmen betrugen zu jener Zeit so zwischen 5 und 10 Franken, und das war ein gutes Resultat! (Was bekommt man heute noch für 20 Rappen oder für fünf Franken, alles ist relativ). – Im oberen Stock war keine Pension, hier wohnte Filippo Rampazzi und hier wurde seine Tochter Renata geboren. Für eine Pension war auch keine Kundschaft da gewesen, denn damals gab es fast keine Feriengäste.
Im Jahre 1938 starb Alfred Wildi senior und dann wurde der Betrieb von seiner Frau Clara weitergeführt. Bald wurde das Haus vorne aufgestockt, dann auch hinten. Bauliche Veränderungen erfolgten im den laufenden Jahren, es gab eine moderne Küche, sanitäre Anlagen wurden erneuert und ein Lift führt heute die Gäste in den zweiten Stock.
Im Jahre 1947 übernahm der Sohn Alfred Wildi den Betrieb und seine Mutter Clara zog sich zurück. Alfred Wildi war in Ascona aufgewachsen und die Übernahme wurde schon wegen seinen Sprachkenntnissen notwendig. Im Jahre 1959 heiratete Alfred Wildi die Tochter Rita des Gildo Sasselli-Wandeler aus Ascona. Auch sie kam aus dem Gastgewerbe und war dadurch als "rechte Hand" für einen Hotelier geradezu prädestiniert. Bald gebar Rita dem Alfred drei Kinder: Andrea, Bettina und Roberto. Da die Wirtsleute während der Saison stark beschäftigt sind, betreut Mutter Clara die Kinder. Sie wohnt jetzt in der "Campagna" und kann dieses Jahr ihren 80. Geburtstag feiern. Auguri!
Seit 1955 ist auch Grittli als Serviertochter im Hause tätig. Sie ist eine treue Seele und besonders bei älteren Gästen beliebt. Sie kann also ein 30jähriges Jubiläum feiern. Neben Grittli wirkt auch Annemarie schon seit dreizehn Jahren im Hause als Directrice und als Stütze des Patrons. Hoffentlich wirkt sich die Zahl 13 als Glückszahl aus, denn man flüstert, dass sie einen Gemahl suche! Alfred Wildi kann sich rühmen auch die anderen Serviertöchter schon seit drei und mehr Jahren zu beschäftigen.
Auch für prominente Gäste - ohne Zahl - wäre zu berichten. Doch kann ich unmöglich alle Namen aufzählen, auf jeden Fall: Das Gästebuch ist dick und umfangreich geworden und wächst ständig.
Ein besonderer Ort ist das Schiff auch darum, weil sich hier seit Jahrzehnten die Schachspieler treffen. Immer zwischen vier und sechs Uhr kann man einige von ihnen bei einer Partie Schach antreffen. Da ist Wladimir Rosenbaum, Peter Kohler, Otto Bachmann, Signor Torsch und früher ging auch Dr. Malik senior hier ein und aus.
Fünfzig Jahre "Schiff". Zwei Generationen im Dienst des Gastgewerbes und des Tourismus überhaupt! Was wäre Ascona ohne dienstbare Geister für die vielen Freunde und Feriengäste? Diese unermüdliche Tätigkeit auch für eine anspruchsvolle Kundschaft, das will etwas heissen.
Den noch jungen Padroni, Freddy und Rita Wildi wünsche ich weiterhin den so nötigen Elan, die Initiative und das Glück, damit später auch eine dritte Generation, dafür ist ja gesorgt, das "Schiff" in aller Zufriedenheit weiter führen kann."