Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03132.jsonl.gz/2252

Die zweiten Ausgabe des Theoriemagazins der International Marxist Tendency (IMT) ist herausgekommen. Sie widmet sich der marxistischen Geschichtsbetrachtung sowie der Entstehung der Klassengesellschaft und der Unterdrückung. Höchste Zeit, AbonnentIn zu werden!
Mit Juli dieses Jahres hat die IMT die Herausgabe eines vierteljährlichen Magazins begonnen, das der marxistischen Theorie in all ihren Facetten gewidmet ist. Inzwischen ist das Magazin neben Englisch, Deutsch, Spanisch und Portugiesisch auch in indonesischer und russischer Sprache erhältlich. Die erste Ausgabe befasste sich vor allem mit einer marxistischen Kritik an der vorherrschenden Idee der heutigen bürgerlichen Philosophie, dem Postmodernismus. Sie enthält sie auch einen Artikel zur Kritik an dem Konzept innerhalb der Linken, dass es eine neue „Erzählung bräuchte“ und eine Analyse der Bayerischen Räterepublik von 1919. Wer neugierig geworden ist, kann diese Ausgabe weiterhin bei uns bestellen.
Die nun vorliegende zweite Ausgabe richtet sich gegen den negativen Einfluss des Postmodernismus auf die Betrachtung der Geschichte, welche angeblich ein undurchdringliches Dickicht darstellt, das nicht verstanden werden kann. Diesem trostlosen Ansatz halten wir das Geschichtsverständnis des Marxismus, den historischen Materialismus, entgegen. Mithilfe dieser wissenschaftlichen Methode können wir die historische Entwicklung nicht nur beschreiben, sondern klar verstehen und analysieren.
Der zentrale Artikel erläutert diese Geschichtsbetrachtung anhand der Entstehung der Klassengesellschaft. Auch wenn das die herrschende Klasse nicht gerne zugibt, lebte die Menschheit die längste Zeit ganz ohne Privateigentum, Klassen, Staat, Unterdrückung und Ungleichheit. Unsere Autoren Josh Holroyd und Laurie O’Connel führen eine Fülle von Quellen der modernen Archäologie an, um den egalitären Charakter der klassenlosen Gesellschaften der frühen Menschheitsgeschichte aufzuzeigen. Weiters zeigen sie anhand der Geschichte des Zweistromlandes (im Nahen Osten), wie die Entwicklung der Produktivkräfte und der Arbeitsteilung ab einem gewissen Punkt zur Entstehung von Klassengesellschaften führte.
Im zweiten Artikel der Ausgabe analysiert Alan Woods vor allem die Phase des Zusammenbruches des römischen Reiches, anhand dessen er die Frage des Fortschritts und Rückschritts in der Geschichte diskutiert. Er erklärt, warum Rom von Barbaren überrannt werden konnte und warum das ein historischer Rückschritt war, aber auch, was wir für die Überwindung des Kapitalismus heute aus dieser Phase der Geschichte lernen können.
Mit einem tiefen Verständnis für die Entstehung der Klassengesellschaft können wir auch die materiellen Grundlagen der ausbeuterischen und unterdrückerischen Verhältnisse, wie sie heute im Kapitalismus noch bestehen, besser verstehen und bekämpfen. Denn als MarxistInnen wissen wir, dass alles was an einem gewissen Punkt entstanden ist, letzten Endes auch wieder untergehen muss. Wer daher die Welt verändern will, sollte sich ein klares materialistische Verständnis von der Geschichte aneignen. Hierzu bietet die vorliegende Ausgabe eine gute Grundlage.