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Hüftarthrose: Physiotherapie von fraglichem Nutzen
Bei der Behandlung einer schmerzhaften Gelenksarthrose setzen Ärzte unter anderem auf Physiotherapie, was auch die Leitlinien empfehlen. Bei einer Hüftarthrose dürfte der Nutzen jedoch geringer sein als erhofft, wie nun eine Australische Studie im JAMA zeigt.
102 Patienten mit radiologisch nachgewiesener und schmerzhafter Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose) wurden einer Physiotherapiegruppe oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Erstere erhielt über 12 Wochen eine manuelle Therapie und wurden zudem in ein Heimtrainingsprogramm instruiert, gepaart mit Aufklärung und Beratung sowie Hilfsmittel für den Bedarfsfall. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich eine Ultraschallbehandlung auf einer therapeutisch nicht wirksamen Energiestufe sowie ein Placebo-Gel zur dreimal wöchentlichen Anwendung. Nach den 12 Wochen wurde die Physiotherapiegruppe angewiesen, das Heimtraining für weitere 24 Wochen unbeaufsichtigt weiter durchzuführen, die Kontrollgruppe konnte in dieser Zeit das Placebo-Gel weiter anwenden. Primärer Endpunkt war die Schmerzverbesserung auf der visuell-analogen Schmerz-Skala VAS (0 bis 100 mm) sowie die klinisch-funktionelle Verbesserung gemäss WOMAC-Score von 0 Punkte (keine Beschwerden) bis 68 Punkte (extreme Schwierigkeiten) nach 13 Wochen. Sekundäre Endpunkte waren der VAS- und WOMAC-Score nach 36 Wochen sowie körperliche Leistungsfähigkeit, Gesamtverbesserung, psychisches Befinden und Lebensqualität nach 13 und 36 Wochen.
In Woche 13 und 36 konnten die Daten von 94% (96 Teilnehmer) bzw. 81% (83 Teilnehmer) evaluiert werden. Nach 13 Wochen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, weder bei den Schmerzen noch bei der Funktion: In der Physiotherapie-Gruppe verbesserte sich der VAS-Ausgangsscore von 58.8 mm auf 40.1 mm, in der Kontrollgruppe von 58.0 mm auf 35.2 mm. Damit zeigte sich sogar ein leichter Vorteil zugunsten der Kontrollgruppe (mittlere Differenz von 6.9 mm). Beim WOMAC-Score ergaben sich ähnliche Resultat: In der Physiotherapiegruppe verbesserte sich der WOMAC von 32.3 auf 27.5, in der Kontrollgruppe von 32.4 auf 26.4, mit einer mittleren Differenz von 1.4 Punkten zugunsten der Kontrollgruppe. Auch bei den sekundären Endpunkten bestanden keine wesentlichen Unterschiede. Lediglich beim Gleichgewichts-Step-Test in Wochen 13 schnitt die Physiotherapiegruppe etwas besser ab. Die Rate leichter "Nebenwirkungen" lag in der Physiotherapiegruppe signifikant höher (41% vs. 14%, p=0.003).
Konklusion der Autoren: Bei schmerzhafter Hüftarthrose verbesserte eine Physiotherapie weder die Schmerzen noch den Funktionsstatus im Vergleich zu einer Placebo-Behandlung.
Link zur Studie
AMA. 2014;311(19):1987-1997 - Bennell KL et al.
26.05.2014 - gem