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Ins Schwarze getroffen!
In seinem Bericht, der seine sechsjährige Amtszeit als Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung abschliesst, prangert Olivier de Schutter deutlich das Versagen der Lebensmittelsysteme an. Er ist der Meinung, dass der gegenwärtige Ansatz nicht angepasst, sondern umgekehrt werden muss.
Dies, weil zurzeit die Ernährungssysteme einzig dazu dienen, die Profite der Agro-Industrie zu optimieren. Ihm zufolge muss die Politik „alternative demokratisch legitimierte Visionen hervorbringen, sei es auf lokaler, nationaler oder internationaler Ebene“. Der Mangel an Demokratie bezüglich der Entwicklung der Agrar-und Ernährungspolitik ist ein ernstes Defizit! Er ist der Meinung, dass die Debatte aus den Dörfern, Regionen, Städten und Gemeinden heraus starten muss. Diese Einheiten müssen ihre Bedürfnisse und Präferenzen klären und die Schwierigkeiten und Stresspunkte der Lebensmittelversorgungsketten erkennen. Es ist daher notwendig, lokale Lebensmittelsysteme wieder aufzubauen.
Olivier de Schutter plädiert ausserdem dafür, dass die Mittel der Agrarforschung vor allem für agro-ökologische Formen der Landwirtschaft eingesetzt werden sollen. Er stützt die Meinung, dass kleine lokale landwirtschaftliche Betriebsformen einer der Schlüssel zur Lösung der Ernährungsprobleme ist. Für ihn müssen die Bauern den Zugang zu ihren Märkten haben und sie sollte nicht mit subventionierten Produkten konkurrenziert werden. Der Sonderberichterstatter hat auch bekräftigt, entschlossen den Prozess für die Einrichtung einer internationalen Erklärung über die Rechte der Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen. Des Weiteren lobte er die Bemühungen des Ausschusses für Ernährungssicherheit (CSA) der FAO dafür, dass es als erstes UNO-Gremium, die Zivilgesellschaft wirklich in seine Reflexionen mit einbezogen hat.
Kurz gesagt, Olivier de Schutter hat ein regelrechtes Plädoyer für Ernährungssouveränität abgegeben. „Verstanden als Voraussetzung für das demokratische Funktionieren der Nahrungsmittelsysteme, einschliesslich der Möglichkeit für die Gemeinschaften auszuwählen auf welche Nahrungsmittelsystemen sie angewiesen sein wollen und wie sie diese Systeme neu gestalten wollen, ist die Ernährungssouveränität eine Bedingung für die volle Verwirklichung des Rechts auf Nahrung“.
Dies unterscheidet sich sehr wenig von den Ideen, welche seit Jahren von la Via Campesina und Uniterre verteidigt werden. Gesamthaft gesehen, ist es das, was wir ständig und mit allen Mitteln, die wir zur Verfügung hatten, an Veranstaltungen, Konferenzen, Pressemitteilungen, Sitzungen, Teilnahme an Konsultationen, propagiert haben. All dies wurde nun vom Sonderberichterstatter bestätigt. Und er ist nicht der einzige, der diesen Schritt macht. Der Weltbericht über die Landwirtschaft im Jahr 2008 sowie der jüngste Bericht der UNCTAD über Handel und Umwelt weisen auch in diese Richtung.
Gleichzeitig hat die Generalversammlung die Europäische Koordination Via Campesina eine traurige Tatsache festgestellt. Fast alle Mitgliedsorganisationen gehen durch schwere finanzielle Schwierigkeiten. Und Uniterre steht dem nicht nach (siehe Seite 3). Es hinterlässt einen bitteren Geschmack, zu sehen, dass die Organisationen, die seit Jahren, gemeinsam und auf proaktive Weise kämpfen, um alternative Vorschläge zu unserem schwachen Nahrungsmittelsystem vorzuschlagen, diejenigen sind, die in kurzer Zeit riskieren aus der Landschaft zu verschwinden. So werden innovative Bewegungen nicht belohnt. Im besten Fall krebsen sie vor sich hin, im schlimmsten Fall erlöschen sie.
Auf jeden Fall läuft etwas falsch! Also, damit wir immer diejenigen sein werden, die neues Terrain vom Gestrüpp befreien, ist ein Aufschrecken von uns allen nötig und entscheidend.
Valentina Hemmeler Maïga