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Als der Dodo 1690 ausstarb, blieben nur sehr wenige Bilder erhalten, welche den Vogel zu Lebzeiten zeigen. Als sich eine fehlerhafte Darstellung als Kopiervorlage für Künstler und Wissenschaftler etabliert hatte, wurden die Fehler weitergeführt. Eine interaktive Infografik als Projektion informiert über die Ursachen der falschen Repräsentation des Raphus cucullatus und zeigt, welche Folgen der Prozess des Kopierens für das Aussehen des Vogels in der Wissenschaft hat.
Seit seinem Aussterben durch den Einfluss des Menschen um 1690 ist der Dodo zu einem Mythos geworden, da sein wahres Aussehen immer noch Thema wissenschaftlicher Debatten ist. Denn neben dem Skelett des Tieres sind uns nur sehr wenige Darstellungen geblieben, welche den Dodo zu seinen Lebzeiten zeigen. Dieser Umstand macht den Raphus Cucullatus für die Wissenschaft besonders interessant, da Raum bleibt für Spekulationen.
Nach dem Verschwinden des Vogels mussten sich Künstler und Wissenschaftler oft auf fehlerhafte Vorlagen stützen. Besonders sticht dabei der Dodo von Savery 1626 heraus, welcher zum Stammvater der meisten späteren Darstellungen wurde. Durch den Prozess des Kopierens wurden gestalterische Missrepräsentationen durch die Zeit getragen; sie finden sich in vielen Naturkundebüchern der letzten Jahrhunderte. Für dieses Projekt wurden die Informationen über die Ursachen und Folgen der verfälschten Darstellung des Dodo gesammelt und als erlebbare Projektion zusammengeführt, um einen Überblick über die Thematik zu geben.
Mittels einer interaktiven Infografik kann der Benutzer gezielt nach seinem Interesse einzelne Abbildungen anwählen, um mehr Informationen zu bekommen. Ein Zeitstrahl, auf dem die Darstellungen aufgereiht sind, bietet dabei eine zeitliche Orientierung. Als Projektionsfläche dient ein lebensgrosses Skelett des Vogels, welches als Referenz zu den Darstellungen dient und eine Brücke zwischen Fakt und Fiktion bildet. Damit kann sich der Benutzer ein Bild machen, in welcher Relation die physikalischen Masse des Dodo in den Darstellungen zum Skelett des Vogels stehen und wie gross der Dodo wirklich war.
Die Arbeit vermittelt kompakt Fakten über den Kopierprozess in der Gestaltung des Dodo und zeigt auf, dass Künstler und Gelehrte nicht nur Aspekte von Vorbildern übernahmen, sondern zum Zwecke einer Rekonstruktion auch ihre eigenen Interpretationen zum Aussehen des Vogels in die Darstellungen miteinfliessen liessen. Die Projektion als Erlebnis wird durch das Bedienen der Infografik auf dem peripheren Bildschirm erst komplett und zielt darauf ab, die Benutzer auf eine spannende Weise mit der Arbeit interagieren zu lassen. Mit dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt als Kooperationspartner öffnen sich Möglichkeiten, das Projekt als Erlebnis in eine zukünftige Museumsausstellung über den Dodo zu integrieren.