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„Herr Weiland lebte in Zürich an der Rebbergstrasse“, dies schrieb uns Werner Geiger diese Woche. Das Bild, worauf sich Werner Geiger bezieht, stammt aus dem Bestand des ETH-Instituts für Aerodynamik (Dia_240) und zeigt die „Die ‚Everglade‘ auf dem Ohio River, Luftkissenboot auf dem Wasser.“ Ein zweites Bild ist vorhanden: die Schnittzeichnung der „Everglade“.
Mehr erfahren wir sogleich von Herrn Geiger: „Er war der Konstrukteur/Erfinder der Luftkissenboote. Erste kleine Modelle ‚fuhren‘ auf dem Zürichsee.“
In der Schweizerischen Bauzeitung, eine unendliche Fundgrube, findet sich ein Artikel Über Luftkissenfahrzeuge von Prof. Dr. J. Ackeret und H. Baumann, dipl. Ing., beide vom Institut für Aerodynamik ETH, Zürich. Der Artikel ist Herrn Prof. Dr. Franz Tank zum siebzigsten Geburtstag (6. März 1960) freundschaftlich gewidmet. Im Artikel wird u. a. auch das Weilandsche Luftkissenboot vom Zürichsee (inkl. Schnittzeichnung) behandelt:
Schnitt durch das Luftkissenschiff von Ing. C. Weiland, das gegenwärtig Probefahrten auf dem Zürichsee durchführt. Zwei Motoren treiben die sechs in der Stirnwand nebeneinander angeordneten Ventilatoren, die die Luft in das Innere des Bootskörpers fördern. Von dort entweicht diese durch der Peripherie entlang laufende schräge Schlitze nach unten und erzeugt das Luftkissen. Auf dem Bootskörper befinden sich zwei weitere Motoren mit Propellern, die den erforderlichen Schub für die Vorwärtsfahrt liefern (auf der Zeichnung nicht sichtbar)
Das Web gibt leider nur wenig frei verfügbare biographische Informationen aus (u.a. Munzinger Online ohne Abo): Carl W. Weiland (13.8.1909-29.5.1996) war ein Schweizer Ingenieur und der Erfinder des sogenannten Luftkissenschiffs. Ab 1954 war er als Konstrukteur mit einem eigenen Büro an der Seefeldstrasse 124 in Zürich tätig.
Er überschritt mit seinem Boot 1960 die sogenannte Gischtmauer (50 Knoten). Oder wie es in einem Nekrolog heisst: „Weiland hatte 1960 für Aufsehen gesorgt, als er mit seinem Luftkissenboot Illen auf dem Zürichsee einen Weltrekord aufgestellt hatte: mit 94 Stundenkilometern bretterte das Boot von Zürich nach Horgen.“ (Thuner Tagblatt, 22. August 1996)
Patentschriften wurden gefunden: eine frühe aus dem Jahr 1946: Geschirrwaschmaschinen für Kleinsthaushalte wurde im Staatsarchiv Zürich, eine weitere – wohl eine seiner letzten – aus dem Jahr 1993 zum Stabilized air cushion vehicle wurde im US Patentamt gefunden. Zum Schluss noch ein weiterer, etwas vergrabener Hinweis, der wiederum weitere Fragen aufwirft: zuerst als top secret, danach als Fehlschlag klassiert? Aber immerhin kam es zum Bau bei Douglas? Für die zahlreichen unerwarteten Hinweise geht mein Dank auch an Evelyn Boesch unseres Hochschularchivs. Was eine Anfrage zur Matrikel bei Kolleginnen auslösen kann. Nein, eine Matrikel wurde leider nicht gefunden, er war weder Student noch Hörer an der ETH Zürich…
Und Werner Geigers Ausführungen gehen glücklicherweise noch weiter: „Dann baute er ein grösseres Boot, um es der Weltöffentlichkeit vorzustellen. Die Nacht vor der Präsentation (oder vielleicht auch etwas früher) wurde das Boot durch Sabotage beschädigt/versenkt. Das war das Ende für seine Idee des Luftkissenboots – zumindest in Europa. Die Familie Weiland wanderte in die USA aus. Ich weiss das noch recht genau, da der Sohn von Herrn Weiland, Herbert Weiland, ein Freund und Schulkollege von mir war. Das Ganze spielte sich so etwa im Jahr 1960 (oder etwas früher) ab.“
Weitere Bilder von Luftkissenfahrzeugen
Aus dem Institut für Aerodynamik der ETH Zürich ist eine kleine Sammlung von 31 Bildern zu Luftkissenfahrzeugen überliefert und digitalisiert. Diese finden sich von Dia_240-373 bis Dia_240-403 auf E-Pics Bildarchiv Online.
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Vollständige Bildinformationen
Unbekannt: Weiland „Everglade“ auf dem Ohio River, Luftkissenboot auf dem Wasser, 1960-1965 (Dia_240-388, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000041643)