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Vor einigen Wochen waren wir in Berlin, um einer Hochzeitsfeier beizuwohnen. Ich habe darauf bestanden, vor den Feierlichkeiten das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen zu besuchen.
Wir leben in Zeiten der Angst, in denen ich immer mehr Leute sagen höre, dass mehr Kameras installiert werden sollen, überall, um alles zu überwachen. Diese Leute wollen allen Ernstes ihre Freiheit für ein wenig mehr Sicherheit (zumindest glauben sie, dass sie Sicherheit dafür bekommen) eintauschen. Diesen Menschen kann ich nur zurufen: geht nach Hohenschönhausen, pilgert dort hin und schaut euch an, was staatliche Überwachung bedeutet. Und hört mir auf mit: ich habe nichts zu verbergen. Dann seid ihr nicht bloss naiv, sondern auch langweilig.
Unfassbar perfides System. Du musst nicht mal Gewalt anwenden. Einen Menschen einige Tage in einen Raum mit 10cm Wasser ohne Liege stellen oder in einen zu kleinen Raum zwängen genügt meist schon. Wenn er dann noch immer nicht reden will, zeig ihm sauber dokumentiert den Schulweg seiner Tochter, mach ihm klar, dass du seine Frau, seine Eltern, seine Geschwister inhaftieren kannst und er wird unterschreiben, was immer du willst. Auch wenn er nichts getan hat.
Wenn du wissen willst, wozu Menschen fähig sein können, dann besuche Hohenschönhausen und danach: Gehirn einschalten.
Benjamin Franklin hat mal gesagt: They who can give up essential liberty to obtain a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety. Das war im Jahr 1775. Könnte aktueller nicht sein.
Elon Musk backt keine kleinen Brötchen. Er hat mit PayPal eine Menge Geld verdient und dieses umgehend in drei andere Unternehmen gesteckt, die er selber führt (!): Tesla Motors (Solarauto), SpaceX (Raumfahrt; langfristiges Ziel: Besiedlung des Mars), SolarCity (Solarstromanlagen). 2003 – 2008 war er mit Justine Musk verheiratet. Diese hat ihm mal “Eier aus Stahl” attestiert. Ohne Empathie, aber mit extremem Talent und Riskiobereitschaft gesegnet.
Im April 2015 wurde folgende Frage auf der Wissensplattform Quora gestellt: How can I be as great as Bill Gates, Steve Jobs, Elon Musk, and Richard Branson?
Die Antwort von Justine Musk erhielt den grössten Zuspruch: eine differenzierte Erklärung, was extremer Erfolg voraussetzt. Hier die drei wichtigen Punkte:
Be obsessed.
Be obsessed.
Be obsessed.
Vor einem Jahr kaufte ich eine Jacke im Bächli Sport Outlet in Bern, eine Mammut Eiger Extreme, denn sie sollte mich gegen bittere Kälte, beissenden Wind und strömenden Regen schützen. Das tut sie bis zum heutigen Tag.
Bächli Sport muss mich in ihre Universaldatenbank aufgenommen haben, denn seither liegt in regelmässigen Abständen ein Druckerzeugnis mit dem Namen inspiration in meinem Briefkasten. Thema: Outdoor Sport. Üblicherweise landen solche Dokumente umgehend im Müll, doch dieses Mal, ich weiss nicht warum, vielleicht lag es daran, dass es spät war gestern Abend und die Müdigkeit mich verschonte. Ich blätterte durch das Magazin und entdeckte ein Interview mit Adolf Ogi, ehemaliger Bundesrat und begeisterter Bergsteiger.
Als ich das Gespräch las, da begriff ich, dass Ogi (genau wie ich) ein grosser Fan von Demut ist. Demut wäre wichtig, aber momentan ist sie nicht sehr beliebt. Gier ist wichtiger.
Einige Aussagen von Ogi, Stichwort Berge:
Die Berge waren da, bevor wir kamen, und werden noch da sein, wenn wir wieder weg sind. […] Wenn ich als Bundesrat müde war, ging ich ins Gasterental. Das ist mein Kraftort. Das Tal ist geblieben wie vor 300 oder 400 Jahren. Die Kander schlängelt sich unbegradigt durchs Tal, der Geltibach schiesst direkt aus dem Feld. Die Natur zeigt uns, dass sie stärker ist als wir. Sie führt uns unsere Bedeutungslosigkeit vor Augen. […] Wenn man ein Problem hat, sollte man auf enen Berg steigen, etwas zum Essen mitnehmen, und erst wieder runterkommen, wenn es gelöst ist. Das habe ich auch im Bundesrat vorgeschlagen. Nach 50 Minuten Sitzung auf dem Schilthorn schickte ich die Bundersräte raus. Die Nacht schlich herein, die Lichter gingen an, man sah den Männlichen, die Eiger-Nordwand, den Thunersee. Auf einmal wurden alle zu Lämmchen. Die Natur berührte jeden von uns. So konnten wir das Budget friedlich beschliessen.
Ich sage nicht, dass wir Nichts sind und deshalb nichts Sinnvolles tun sollten im Leben. Ganz im Gegenteil. Aber ich denke, dass sich heute viele Leute viel zu wichtig nehmen.
Christian Hottas hat in den vergangenen knapp drei Jahrzehnten mehr als 2100 Marathonläufe bestritten. Weltrekord.
Seine Antwort auf die Frage, welchen Marathon er mit einer besonderen Erinnerung verbindet (auf Spiegel Online gelesen):
Der schönste Landschaftsmarathon auf der Straße ist der Connemara-Marathon in Irland. Da bin ich 2005 den Ultra über 63,3 Kilometer gelaufen und durfte am Vortag schon gratis den normalen Marathon laufen. Und der Marathon du Ballon d’Alsace ist eine wunderschöne Strecke durch Bergwiesen mit toller Aussicht. Den habe ich dreimal auf dem Heimweg vom 100-Kilometerlauf in Biel eingebaut. Sehr emotional ist für mich der Marathon in Jelcz-Laskowice bei Breslau, den ich mit meiner verstorbenen Partnerin gegründet habe. Ich habe ihr vor acht Jahren auf dem Sterbebett versprochen, dass ich da mitlaufe, solange es ihn gibt.
Bisschen die Posts der letzten Jahre überflogen und damit auch zurückgeblickt auf das Leben. Erfreulich, nichts gefunden, wofür ich mich allzu sehr schämen müsste. Allerdings auch keine grossen Texte, nur hingeworfene Fragmente, Puzzleteile.
Aber interessant, ich glaube, man versteht, wer ich bin.