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Psoriasis ist nicht ansteckend und auch nicht heilbar – jedoch meistens gut behandelbar. Betroffene sind durch die Krankheit in ihrer Lebensqualität aber zuweilen stark beeinträchtigt.
Kathrin Schäppi
Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Krankheit, bei der in erster Linie die Haut betroffen ist. 95 Prozent der Betroffenen leiden an der gewöhnlichen Psoriasis, der Psoriasis vulgaris oder Plaquepsoriasis. Sie ist an runden oder ovalen, geröteten und schuppenden Herden, den Plaques, an der Hautoberfläche erkennbar. Die Bildung solcher Herde ist auf eine zu schnelle Erneuerung der Oberhaut, also der Epidermis, zurückzuführen: Die Hautzellen in Psoriasisherden erneuern sich in nur drei bis acht Tagen, während dieser Vorgang bei gesunder Haut 28 Tage dauert. Dieser abnorme, unvollständige Verhornungsprozess führt unter Einfluss von Entzündungszellen und Botenstoffen zur Entstehung von silbrig glänzenden, gut sichtbaren Schuppen.
Manchmal ist der ganze Körper betroffen
Die gestörte Erneuerung der Oberhautzellen und die entzündeten Hautschichten mit roten, verdickten Plaques sind typische Merkmale von Psoriasis. Die betroffenen Hautstellen trocknen aus, können aufreissen und bluten. Die Hautveränderungen treten manchmal am ganzen Körper auf; die am häufigsten befallenen Stellen sind Ellenbogen, Knie und die behaarte Kopfhaut. Während akuter Schübe kann starker Juckreiz dazukommen. Die Krankheit verläuft individuell sehr verschieden, meist aber in Schüben mit zwischenzeitlich ruhigeren Phasen.
Eine Psoriasis kommt selten allein
Psoriasis betrifft mehr als nur die Haut: Sie kann sich auf den gesamten Organismus auswirken und als Psoriasisarthritis auch die Gelenke, Sehnen und die Wirbelsäule erfassen. Bis zu einem Drittel der Psoriasisbetroffenen leiden an dieser entzündlichen, sehr schmerzhaften Rheumaerkrankung. Die Entzündung der Gelenke tritt zwar meist nach der Erkrankung der Haut auf, kann sich aber auch vor oder mit der Hauterscheinung manifestieren. Psoriasisarthritis kann unbehandelt zu irreparablen Schädigungen führen.
Psoriasisbetroffene erkranken zudem häufiger als Nichtbetroffene an Begleiterkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck – genannt metabolisches Syndrom – sowie an Depressionen oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auch Augenentzündungen treten häufig auf. Man spricht hier von Begleiterkrankungen oder Komorbiditäten, das heisst von zusätzlich zur Grunderkrankung auftretenden Krankheiten.
Begleiterkrankungen verdienen Beachtung
Begleiterkrankungen können die Lebensqualität und – im Fall des metabolischen Syndroms – auch die Lebenserwartung beeinflussen. Die Vielschichtigkeit der Psoriasis erfordert deshalb, dass Betroffene und Dermatolog:innen gemeinsam abklären, ob allfällige Begleiterkrankungen vorliegen und diese in den Therapieentscheid einbezogen werden müssen. Für die Behandlung sind ein multidisziplinärer Ansatz und die funktionierende Zusammenarbeit unter den Expert:innen und Hausärzt:innen unerlässlich.