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Es war vor einigen Jahren im bekannten Rock'n'Roll-Club Helldorado im baskischen Vitoria-Gasteiz: Ich bemerkte erstaunt, dass die dortige Bar eine grosse Auswahl an verschiedenen Rums hatte, von Whisky lediglich 1-2 Allerwelts-Marken. Ich fragte den Clubbesitzer, was dieser für Rock'n'Roll-Clubs eher untypische Umstand auf sich hatte. Er hätte diese Doktrin von einem amerikanischen Soulsänger mitbekommen, so der Chef: Whisky ist ein unglaublich angelsächsisches Getränk. Man trinkt es. Man wird betrunken. Man will eine Schlägerei. Rum, hingegen, ist ein karibisches Getränk. Man trinkt es. Man wird betrunken. Man will tanzen.
Was will man eher in einem Club, na? Und auch an einer Sommerparty in der Schweiz (auch wenn diese nur auf einem Wohnungsbalkon stattfindet). Grund genug, diese klassischen Rum-Cocktails auszuprobieren! Besorgt euch ein paar verschiedene Rums – weisser Rum, Dark Rum, Spiced Rum, Golden Rum –
und du wirst ein begnadeter Tänzer und schon kann's losgehen!
Ursprünglich aus Jamaika, wurde das Rezept dieses Cocktails, als es um 1900 nach Amerika gelangte, ausschliesslich in Versform aufgeschrieben: «One of sour, one of sweet, two of strong, and one of weak.» Oder anders ausgedrückt:
Je nach politischer Gesinnung des Trinkers ist dieser Cocktail entweder nach dem kubanischen Präsidenten Mario García Menocal, der von 1913-1921 im Amt war, oder nach Gerardo Machado, Präsident von 1925-1933, benannt. In jedem Fall handelt es sich um einen raffinierten Rum-Cocktail.
Oh ja. Der Klassiker.
Oder: Hemingway Special
Oder Papa Doble
Drei Bezeichnungen, aber meinen tut man immer die Daiquiri-Variante, die in der Bar El Floridita in Havanna für Ernest Hemingway kreiert wurde, mit Maraschino statt Zuckersirup.
Natürlich gibt es etliche weitere Daiquiri-Varianten. Wer sich näher mit dem Thema befassen will (und zusehen will, wie ich sehr schlampig so ein Ding zubereite), dem sei dieser Artikel empfohlen:
Tatsächlich – ein Drink, der nach einer spezifischen Marke verlangt. 1936 kam es gar zu einem Gerichtsentscheid: Damals verloren zwei New Yorker Bars die Erlaubnis, Bacardi Classics mit anderen Rum-Marken zuzubereiten. Du zuhause kannst es selbstredend machen, wie du willst 😉
Aus dem fernen Bermuda: Fresh and spicy, dark and stormy.
Ja, das ist Cuba Libre. Ich bevorzuge eigentlich nur die angelsächsische Bezeichnung wegen meiner jamaikanischen Klavierlehrerin ... ach, erzähl' ich euch ein andermal.
Okay, nun sind wir bei einigen Klassikern, die fast schon aus der Mode gekommen sind. Vielleicht gerade deshalb Grund genug, sie wieder mal zu probieren!
Nachdem man gefühlt 12 Millionen Mojitos in irgendwelchen x-beliebigen Bars serviert bekommen hat, sollte man sich das Teil mal zuhause selbst zubereiten. Fein ist's allemal.
Oh ja. Nun sind wir bei den Tiki-Cocktails angelangt. Strohhütten, Fake-Osterinsel-Statuen, Hula-Girls, Hawaii-Shirts – kurzum die 1950er Jekami-Interpretation von polynesischem Kulturgut ... mit Rum. Mit viel Rum.
Der ultimative Tiki-Cocktail. In der altehrwürdigen Bar Bootlegger Tiki in Palm Springs steht im Menu explizit, dass man nicht mehr als einen davon serviert bekommt. Nomen est omen.
Aus New Orleans, Louisiana: Langsam trinken! Sonst fühlt sich dein Nachhause-Weg an, als würdest du tatsächlich durch einen Orkan gehen.
Nach den Cable Cars von San Francisco benannt: Ein klassischer Sour, elegant und köstlich.
Der wohl Most 1980s Cocktail Ever! Lacoste-Poloshirt, Schulterpolster und Gelfrisur fakultativ (aber empfohlen).