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birges gewidmet. Es heißt da: „Untersuchungswürdig ist eine Lagerstätte, wenn sie die Aussicht gewährt, durch fortges sezten Betrieb bauwürdig ausgerichtet zu werden, und bauwürdig wird ste genannt, sobald und so lange als sie verspricht, die gesammten Kosten des Betriebes mit Einschluß der Interessen des Anlagecapitales zu decken." Gar manchen heißblütigen Unternehmer dürften diese beiden Säße zu ruhigerer Ueberlegung verhelfen. Wir müssen gestehen, auch dieser Theil hat unser Ge= sammturtheil nicht zu ändern vermocht.
Btsch.
Maschinentheile.
Pumpenkolben mit Birkenrindeliderung. (Hierzu Figur 5 bis 10, Tafel XVII.)
Bergingenieur Heberle zu Falun beschreibt in „Berg- und hüttenmänn. Zeitung" (1866, Nr. 36, S. 307) einen Kolben mit Liderung aus Birkenrinde für Bergwerkspumpen zum Heben eisenvitriolhaltiger Grubenwasser.
Die Liderung ist eine sogenannte hydraulische", selbstthätige, indem die über dem Kolben stehende Wassersäule die Liderung gegen die Pumpenstiefelwandung anpreßt, und somit kein Nachspannen des Liderungsmateriales nothwendig ist. Der Kolben selbst ist ein durchbrochener (Ventilkolben), bei welchem aber, entgegen der sonst gewöhnlichen Anordnung, nicht das Ventil, sondern der Kolben selbst beweglich ist, und also jenes (eine Kugel) an der Stange feststzt. Der Kolben verschiebt sich mithin auf der Stange.
Der Kolben, mit Kolbenstange und ohne Liderung in Fig. 5 halb in Ansicht, halb im Durchschnitte gezeichnet, ist aus BirkenHolz angefertigt; in den 12 Zoll schwedisch (52mm) hohen und 14 3oll (45) tiefen Einschnitt am Umfange wird die Liderung eingelegt. Diese besteht aus 8 in einander gesteckten Theilen, Fig. 8 und 9, welche somit einen Ring bilden, der nach außen hin verschiebbar ist, sich also durch inneren Wasserdruck ausdehnen fann. Jeder der 8 Theile besteht wieder aus 2 Theilen, Fig. 10, und jeder der Leßteren aus 12 bis 16 Stückchen Birkenrinde, welche mit gepechtem Hanfzwirn (Schuhdraht) zusammengenäht sind. Der Kolben ist durchbohrt, und die 3 Zoll (89mm) weite Deffnung ist oben auf 2 3oll (60mm) Höhe bis auf 42 3oll (141) erweitert, so daß sich derselbe an den kleinen Hölzern k, k, welche mit hölzernen Nägeln an der Kolbenstange befestigt sind, um 14 3oll (37mm) auf- und abbewegen kann. Fig. 6 giebt die Seitenansicht der Kolbenstange ohne Kolben und Fig. 7 einen Querschnitt derselben.
Beim Niedergange der Kolbenstange tritt das Wasser über die an derselben befestigte Kugel aus Birkenholz zwischen Kolben und Stange hindurch; Ersterer hebt sich bis unter die Hölzer k, k, sezt sich dann beim Aufwärtsgehen der Kolbenstange auf die Kugel auf und sperrt dem Wasser den Rückweg.
Da wo der Einschnitt für die Liderung angebracht ist, ist
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unter der Tabelle bei **) lies: 2,092
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559, Zeile 8 von oben lies: Jülcher
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lies: James - Grube
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unten lies: Fortseßung
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Berichtigungen zu Heft 7, 9 und 10.
die schwache Wandung des Kolbens durch 6 rechteckige Oeffnungen c, e durchbrochen, welche das Druckwasser hinter die Liderung treten lassen. Die Ventilkugel ist auf die Kolbenstange von unten her aufgeschoben und festgeteilt.
Ein so aus Birkenrinde angefertigter Liderring hält_min= destens ein, oft sogar zwei Jahre und kostet nur etwa 15 bis 20 gr.
'L.
Arbeitsmaschinen.
Die Steinschleudermaschine von P. v. Rittinger. (Hierzu Figur 3 und 4, Tafel XVIII.)
In der XIV. Versammlung deutscher Architekten und Ingenieure gab P. v. Rittinger eine Notiz über eine neue, von ihm construirte Maschine zum Zerkleinern von Steinen und Erzen, über welche wir nach dem Berichte über jene Versammlung auszüglich das Folgende wiedergeben.
Das Princip der Steinschleudermaschine beruht darauf, daß man einem mehr oder weniger spröden Körper eine solche Ge= schwindigkeit mittheilt, daß er beim Stoße gegen eine feste Fläche zersplittern muß. Am passendsten hierzu ist die rotirende Bewegung, indem bei derselben dem Körper auch innerhalb eines kleinen Raumes eine bedeutende Geschwindigkeit in tangentialer Richtung gegeben werden kann.
Es werden nun bei der in Rede stehenden sogenannten Steinschleudermühle die zu zerkleinernden Gesteinstücke durch eine Einschüttöffnung auf eine, in schnelle Umdrehung versezte, mit radialen Schaufeln besezte horizontale, Scheibe gebracht und durch die Cen= trifugalkraft von derselben gegen einen mit Zähnen versehenen starken Ring geschleudert. Das zerkleinerte Gut fällt zwischen Scheibe und Ring hindurch in zwei Abfalltrichter und von diesen nöthigenfalls auf eine Kornfortirvorrichtung.
6
Fig. 3 und 4, Taf. XVIII, geben die Skizze einer solchen Zerkleinerungsmaschine im Querschnitt und horizontalen Durchschnitt nach AB, Fig. 3 in der natürlichen Größe. In denselben bedeutet aa das Gestell der Maschine, welches oben den gezahnten Ring bb trägt; Lezterer ist in dem Gestelle festgekeilt. Das Ge= stell geht unten in die Abfalltrichter cc über und ist oben durch einen Deckel d geschlossen, in welchem sich die Einschüttöffnung e befindet.
Die rotirende Scheibe ff mit den rådialen Blechschaufeln g,g.. ift auf der stehenden Welle h befestigt, welche Leßtere ihre Bewegung mittelst conischer Räder von einer liegenden Welle erhält,
Bei einigen vorläufigen .Versuchen über die Leistungsfähigkeit dieser Maschinen hat man bei einer disponiblen Kraft von 4 Pfrdft. und bei 1000 Umgången der Scheibe in der Minute stündlich 10 Ctr. quarzige Bleiglanzgraupen von 6 Korngröße vollständig in Mehl verwandelt. N. 3.
ma
statt: N; Yo; 7; v. y
statt: 10,334
statt: 2,10334
Z
statt: VPr
statt: Fülcher
statt: 3,092
statt: Fülcher
statt: Schenberg
ferner
A. W. Schate's Buchbruckerei (L. Schave) in Berlin, StaUschreiberftr. 47.
Bezirksverein an der Lenne.
(Fortsetzung von Seite 481.)
VI. Versammlung vom 28. April 1867 in Siegen. Vorstzender: Hr. Hardt. Protokollführer: Hr. H. Thomée sen. Anwesend: 21 Mitglieder und 15 Gäste.
Gemäß der unterm 18. Februar, a. c. durch den Vorstand des Hauptvereines an sämmtliche Bezirksvereine ergangenen Aufforderung unterzog sich Hr. Kugel einer nochmaligen eingehenden Erörterung der schon mehrfach behandelten*)
Mittheilungen
aus den Sißungsprotokollen der Bezirks- und 3 weigvereine.
Drahtlehrenfrage,
an derem Schlusse zu nachstehender, von der Versammlung einstimmig gebilligten Resolution gelangend:
1) Die Einführung einer allgemein gültigen Normallehre für Draht, Blech und verwandte Artikel ist ein schon längst gefühltes und nachgerade so dringend gewordenes Bedürfniß, daß dessen endliche Befriedigung mit allen Kräften anzustreben bleibt.
2) Die Lösung dieser für die ganze Geschäftswelt _in_com= mercieller nicht minder, als auch in technischer Beziehung so hochwichtigen Aufgabe gehört recht eigentlich zur Competenz des Vereines deutscher Ingenieure und wird zweifelsohne dadurch herbeizuführen sein, daß derselbe es unternimmt, auf Grund der von sämmtlichen Bezirksvereinen eingehenden gutachtlichen Aeußerungen demnächst durch eine besondere Fachcommission eine rationell ent= worfene Lehre festzustellen und deren obligatorische Einführung bei den deutschen Regierungen zu beantragen eventuell auch (gleich wie es hinsichtlich des Metermaßes in so erfolgreicher Weise bereits geschehen) innerhalb
*) Vergl. Bd. X, S. 33, 545 u. 611 und Bd. XI, S. 135, 241, 369, 409, 428, 565 u. 681 d. 3. D. Red. (L.)
Novemberheft.
fiebers am 29. September d. I. dem Vereine durch den Tod_ent= riffen.
aus sich selbst, sondern aus dem deutschen Ingenieurvereine heraus sich constituire. Die ersten Mitglieder dieser Vereinigung, welche etwa die Benennung „Deputation der Civil-Ingenieure" führen könnte, würden von vornherein eine Vertrauen erweckende Stellung erlangen, wenn dieselben aus der freien Wahl der Bezirks- und Zweigvereine, in welchen zugleich einflußreiche Factoren des industriellen Publicums vertreten find, hervorgehen. Die späteren Mitglieder des Vereines werden zweckmäßig keinesfalls ohne vorgängigen Vorschlag eines Bezirks- oder Zweigvereines und ohne den Nachweis praktischer Bewährung durch die Vereinigung selbst ernannt werden.
4) Die Frage über die geschäftlichen Normen der CivilIngenieure möchte am zweckmäßigsten in den Statuten der neuen Vereinigung, welche von derselben, nach ihrer Conftituirung durch die Wahl der Bezirks- und Zweigvereine, zu vereinbaren und der Genehmigung des Hauptvereines zu unterbreiten sind, ihre Erledigung finden. Hr. Gregor fesselte sodann längere Zeit hindurch die Aufmerksamkeit der Versammlung durch einen Vortrag über Siemens'sche Gasgeneratoren. Einige gegen die Haltbarkeit gedachter Apparate aufgeworfene Bedenken glaubte Redner am besten mit dem Hinweis auf die in neuester Zeit an vielen Orten und zu den verschiedensten Zwecken bewirkten, höchst gelungenen Ausführungen heben zu dürfen.
=
Redner referirte hierauf über eine im „Engineering" (1867, Nr. 68) beschriebene und abgebildete, in den India-Docks in Gebrauch stehende
eigenthümliche Aufziehvorrichtung und empfahl dieselbe für geeignete Fälle zur Nachahmung. Zum allgemeinen Verständniß des sehr einfachen Mechanismus genügt es, sich eine horizontal gelagerte Schraubenspindel mit sehr stei= lem Gewinde zu denken, welche vermittelst einer alternirend auf derselben durch Waffer- oder Dampfdruck hin- und hergeschobenen Mutter (ähnlich wie bei einem bekannten kleinen Bohrwerkzeuge) in die entsprechend drehende Vor- und Rückwärtsbewegung gesezt und somit unter Zuhülfenahme einer auf dem einen freien Spindel= ende befestigten Seil- oder Kettenscheibe angemessener Größe ohne Weiteres zum Aufziehen resp. Herablassen von Lasten geschickt ge= macht ist.
Zwei dieser Aufzugmaschinen arbeiten mit einem Wasserdruck von 700 Pfd. engl. pro Quadratzoll (49,5 Kilogrm. pro Quadratcentimeter); die eine hebt 5 Ctr. 24 Fuß (7,8) hoch, die andere 1 ton (20,3 Ctr.) 40 Fuß (12") hoch. Bei der letteren beträgt der Hub des Kolbens 41 Fuß (1,37), die Steigung der Schraube 15 Zoll (380mm) und der Durchmesser der Windetrommel 2 Fuß 7 Zoll (787). Die Maschinen arbeiten mit größter Ruhe und Regelmäßigkeit. —
Hiermit war die heutige Tagesordnung erschöpft, welchem, Dank der gütigen Vorsorglichkeit der Siegener Freunde, ein recht heiteres Mahl folgte.
Ein dritter von Hrn. C. Kugel angesagter Vortrag
über die Mittel zur Sebung der arbeitenden Claffen mußte mangels Zeit zurückgezogen werden. Das Thema gab indeß zu einer vorläufigen Erörterung darüber, ob denn überhaupt die Verfolgung solcher dem socialen Gebiete entlehnten Materien mit der Tendenz eines Ingenieurvereines nicht im Widerspruche stehe.*)
Es mußte indes anerkannt werden, daß das Gedeihen von Industrie und Gewerbe einerseits und das Wohlergehen der arbeitenden Classen andererseits in zu enger Wechselwirkung miteinander stehen, als daß nicht Jedermann und vorzugsweise also auch der so recht mitten im praktischen Leben stehende Techniker sich berufen fühlen sollte, zur Lösung der hier sich bietenden schönen Aufgaben nach Kräften beizutragen. Es wurde daher unter besonderem Hinweis auch auf andere durch den Verein deutscher Ingenieure schon behandelten Präcedenzfragen (Arbeiterwohnungen, Patentgefeßgebung, Organisation technischer Lehranstalten, Stellung der Civil-Ingenieure 2c.) der fragliche Vortrag des Hrn. Kugel in dessen Einverständnisse für eine der nächsten Sizungen in Aussicht genommen.
Um neben den Vorträgen und sonstigen geschäftlichen Obliegenheiten bei den Zusammenkünften auch noch einige Zeit zur ungezwungenen Unterhaltung und für den freien geselligen Verkehr zu erübrigen, wurde beschlossen, die Sizungen künftig hin schon am Vormittage beginnen zu lassen.
Der kurze Rest des Sizungstages wurde sodann unter Führung des Hrn. Vehling zur Besichtigung der Thomée'schen neuen Walzwerksanlage benut. H. Thomée sen., Schriftführer.
Oberschlesischer Bezirksverein.
(Fortsetzung von Seite 425.)
Sizung vom 16. März 1867 in Gleiwit. — Vorfizen= der: Hr. E. Nack. Protokollführer: Hr. Hammer. Anwesend 21 Mitglieder und 4 Gäste.
Zum Zwecke einer Ercursion begab sich nach gemeinschaftlich eingenommenem Mittagsmahle die Gesellschaft nach der bei Glei= wig gelegenen, erst seit Kurzem im Betriebe befindlichen neuen Draht- und Kettenfabrik der HHrn. Kern & Co.
Unter Führung des Hrn. Kern wurde das Etablissement dem Gange der Fabrication entsprechend in allen seinen Einrichtungen besichtigt.
Der Bau des ganzen Werkes wurde im Jahre 1865 begon= nen, und im November 1866 dasselbe in Betrieb gefeßt.
Zum Betriebe sämmtlicher Arbeitsmaschinen 2. dient eine im Mittelbau des Hauptgebäudes befindliche 70 pferdige Hochdruckmaschine aus der Fabrik des Hrn. Fabriken-Commissarius Hof= mann in Breslau. Von der Hauptwelle aus werden mittelst Räderbetrieb 4 Wellenleitungen in Bewegung gesetzt. Die beiden ersten Wellen treiben im linken Flügel des Gebäudes 8 Grobdrahtzüge, die dritte Welle die im rechten Flügel befindlichen 21 Drahtnägelmaschinen in den verschiedensten Größen. Außerdem befinden sich in diesem Locale eine Drehbank, eine Bohrmaschine, 6 Schraubstöcke und ein kleines Schmiedefeuer zum Glühen und Härten der Werkzeuge. Die vierte Transmissionswelle überträgt die Bewegung in den ersten Stock auf 2 Linien zum Betriebe von 18 Feinzügen im Mittelbau und auf 3 Linien im
*) Vergl. Bd. IX, S. 379 u. 567 und Bd. X, S. 228 u. 239 dieser Zeitschrift. D. Red. (L.)
linken Flügel von 12 Mittelzügen; 12 weite Mittelzüge in demselben Locale sind noch im Bau begriffen.
Im ersten Stock des rechten Flügels befindet sich der Packund Magazinraum. Hinter dem Hauptgebäude und parallel mit diesem ist das Wasch-, Glüh- und Kesselhaus und dahinter die 100 Fuß (32) hohe Effe.
Der Waschraum enthält 12 Drahtwäschen, welche ihre Bewegung von einer der Grobzuglinien erhalten. Ueber den Wäscheplägen befindet sich auf der ganzen Länge ein Wasserreservoir mit Hähnen und Brausen zum Spülen des Drahtes. Zum Beizen sind 4 große mit Dampfzuleitung versehene und 4 kleinere desgl. nebst 2 Kalkbottichen vorhanden. Gegenüber der Wäsche sind 4 Glühöfen kreisförmig um einen 60 Ctr. tragfähigen Krahn an= gelegt; die Heizung derselben geschieht vom gewölbten Souter
rain aus.
Im Kesselhause sind 2 Stück Dampfkessel aus je einem Oberkeffel und 2 Siederohren bestehend nebst den nöthigen Dampfpumpen aufgestellt.
Noch ist in einem abseits belegenen Gebäude die Grobschmiede mit 2 Feuern und 2 Scheeren zum Schneiden der Kettenglieder vorhanden; dahinter liegt die Kettenschmiede mit 6 Reihen à 5 Feuer und in der oberen Etage die Tischlerwerkstatt.
Nachdem Hrn. Kern seitens des Vorstandes für die so freundliche Aufnahme und Bereitwilligkeit der Dank der Versammlung ausgesprochen war, begaben sich die Anwesenden hierauf nach dem in der Nähe gelegenen Etablissement der
Draht- und Kettenfabrik des Hrn. W. Hegenscheidt in Petersdorf bei Gleiwig.
Das Etablissement, welches das älteste seiner Art in Oberschlesten ist, umfaßt:
Ein Drahtschnellwalzwerk mit Riemenbetrieb, durch eine Dampfmaschine (sogen. Schnellläufer) von 120 Pferdestärken betrieben. Den Dampf liefern 6 Dampfkessel; zum Wärmen der Paquete sind 2 Schweißöfen vorhanden.
Die Verfeinerung und Bearbeitung des erzeugten Grobdrahtes erfolgen vermittelst:
34 Grobzügen, 32 Feinzügen, 5 Glühöfen, 12 Drahtwäschen, 40 Nagelmaschinen, 63 Kettenschmiedefeuern (mit Ventilator) mit 2 Scheeren, 12 Polirfässern, 1 Drahtseilmaschine (nach schottischer Bauart), welche zusammen mit 3 Dampfmaschinen von in Summa 80 Pfrtst. betrieben werden.
Hanfseilerei.
Zum Probiren der Ketten auf ihre Tragfähigkeit dient eine Kettenprobirmaschine.
Außerdem ist eine Reparaturwerkstatt mit 4 Schmiedefeuern, 1 Hobelmaschine und 2 Drehbänken vorhanden.
Die beiden getrennt liegenden Werke, das ältere mit den Drahtzügen und den Schmieden 2c. und das neuere mit dem Walzwerke, sind, sowie die einzelnen Fabricationszweige, durch Schienengeleise untereinander verbunden.
In den verschiedenen Branchen werden zusammen ca. 350 Arbeiter beschäftigt, und beträgt die Production des Etablissements ca. 12 pCt. der Gesammtproduction in Preußen.
Der unter Leitung des Hrn. Hegenscheidt und der Werksbeamten stattgefundenen Besichtigung folgte auf freundliche Einladung des Hrn. Besizers die Einnahme eines Imbisses und hierauf die Vereinssißung.
Nach zeschäftlichen Mittheilungen des Vorsizenden fand die Bestellung mehrerer Commissionen Statt zur Begutachtung der vom Vorstande des Hauptvereines zur Behandlung vorgelegten Fragen.
Sizung vom 14. April 1867 in Kattowiz. Vorsigender: Hr. Nack. Protokollführer: Hr. Reichel. Anwesend 16 Mitglieder und 6 Gäste.
Nach geschäftlichen Mittheilungen verlas der Vorfigende ein Schreiben des Hrn. Gier, worin derselbe die interessante Mittheilung macht, daß bei einem Gesuche, um Ertheilung einer Conceffion zur Erbauung einer neuen Dampfkeffelanlage,
der betreffende Königliche revidirende Baubeamte zwischen dem Mauerwerke der einzelnen Kessel ebenso, wie zwischen dem Kesselmauerwerk und den Gebäudewänden einen Spielraum von mindestens 3 Zoll (79) verlangt habe. Alle Anwesenden waren darüber einig, daß eine derartige Interpretation den geseßlichen Vorschriften, welche in ihrem Wortlaute eine solche Forderung nicht begründen *), nur zu sehr den Wunsch rechtfertige, die Reviston von Kesselanlagen durch wirkliche Fachtechniker ausgeführt zu sehen. **)
Auf das Rundschreiben des Bezirksvereines, betreffend die Versuche über die Festigkeit des oberschlesischen Eisens, waren von mehreren Werken zustimmende Antworten eingegangen, welche verlesen wurden.
Hierauf sprach Hr. Schmahel
über Gebläsemaschinen.
Redner verwarf unter Anerkennung vieler Vorzüge die Anwendung liegender Gebläsemaschinen und hielt die stehenden Maschinen mit Balanciers und Schwungrad für die besten. Bei einer Anlage von 2 und mehr Hohöfen sei es ferner beffer, mehrere statt einer großen gleich starken Maschine anzuwenden, da bei einer bei Reparaturen jedesmal die ganze Anlage außer Betrieb gesezt werden muß. Es seien auch die Unterhaltungskosten mehrerer Maschinen geringer, als die Nachtheile betragen, welche durch plögliche Betriebseinstellung sämmtlicher Hohöfen entstehen, wenn durch Reparatur ein längerer Stillstand der einen großen Maschine geboten ist.
Ueber
Anwendung von Chlorbarium***)
zur Verhütung von Kesselsteinansag theilte Hr. Reichel mit, daß er jenes Material mit gutem Erfolge bei dem Dampfkessel der Drehwerkstatt zu Laurahütte anwende.
Der Kessel hat 139 Odrtfß. (13,7 Odrtmtr.) Heizfläche, ist von Cornwaller Construction mit einem Feuerrohre und wird mit gypshaltigem Wasser gespeist. Ein Quantum von 2 Pfd. Chlorbarium pro Woche, in das Speisewasser in aufgelöstem Zu= stande geschüttet, genügt, um die Kesselwandungen von Kesselstein frei zu halten. Dabei wird jede Woche zweimal etwas Wasser abgeblasen, wodurch ein Theil des am Boden befindlichen, sehr feinen weißen Schlammes mit fortgerissen wird. Alle 2 bis 3 Monate wird der Kessel gereinigt; d. h. der auf dem Boden befind liche durch das Abblasen nicht vollständig entfernte Schlamm wird ausgekehrt.
Sizung vom 1. Juni 1867 zu Zabrze. Vorstßender: Hr. Hammer. Protokollführer: Hr. H. Schimpf. Anwesend 10 Mitglieder und 4 Gäste.
Der Vorstzende theilte der Versammlung mit, daß sich in Warschau und Umgegend ein Bezirksverein des Vereines deutscher Ingenieure gebildet habe.
In Betreff der über schlesische Eisensorten vorzuneh
*) Vergl. Bd. V, S. 275 d. 3.
**) Vergl. über die Reviston der Keffelanlagen Bd. IV, S. 198 u. 199; Bd. V, S. 223 u. 275; Bd. VI, S. 92; Bd. VII, S. 80, 86, 169, 170 u. 249; Bd. VIII, S. 35, 88, 160 u. 185; Bb. IX, S. 28, 73, 366, 568, 592 u. 593 und Bd. X, S. 230 d. 3.
***) Vergl. Bd. VIII, S. 283; Bd. IX, S. 315 u. 428 und Bd. X, S. 351 d. 3.
(D. Red. L.)
welches von der Versammlung genehmigt wurde, verlesen.
Bezüglich Zweck und Charakter besagter Schulen erkannte die Commission die von Hrn. Dr. Grothe aufgestellte Forderung an; diese Schulen sollen die Erlangung vollständig umfassender Vorbildung für den Beruf des höheren Gewerbslebens, der neueren jeßigen Fabrikthätigkeit, sowie für das erfolgreiche weitere Studium der Ingenieurwissenschaften ermöglichen. Dagegen trat die Commission der Ansicht des Verfassers entgegen, daß dieser Zweck durch die auf Grund besagter Abhandlung umgeänderten Gewerbschulen erreicht werden könne. Vielmehr wäre, um obigem Zwecke zu entsprechen, eine weit umfassendere Umgestaltung sämmtlicher, bis jezt vorhandenen Vorbildungsschulen zu technischen Zwecken nöthig.
Ad Abschnitt B: Aufnahmebedingungen für quästionirte Schulen, beansprucht Verfasser für diese Schulen den Standpunkt von Schulen höheren Grades und motivirt denselben durch das Vorhandensein einer allgemeinen Ausbildung, welche er specieller in 9 Punkten erklärt. Die in diesen 9 Punkten aufgezählten Kenntnisse entsprechen jedoch dem Ausbildungsgrade eines Quintaners und nicht, wie Verfasser behauptet, dem eines Obertertianers eines Gymnasiums, geschweige eines Secundaners einer Realschule. Die Commission ist daher der Ansicht, diese Kenntnisse als Aufnahmebedingungen zu denen eines Secundaners zu erweitern; zugleich aber auch die vom Verfasser aufgestellten Bedingungen über das Alter und polizeilichen Nachweis sittlicher Führung der aufzunehmenden Schüler fallen zu laffen, die Aufnahme vielmehr lediglich von den erlangten Kenntnissen und Fähigkeiten abhängig zu machen, welche in so jungen Jahren wohl schwerlich von der Polizei überwacht werden dürften.
Ad Abschnitt C: Verfahren zur Ergründung dieser Aufnahme erfordernisse, stellt Verfasser, als zur sofortigen Aufnahme genügend, das Abgangszeugniß von der Obertertia eines Gymnasiums, resp. von der Secunda einer Realschule hin, seht also leztere Schule dem Gymnasium nach, obwohl er im Abschnitt A die Realschulen dem Gymnasium vorzieht. Die fernere Forderung der Gewissenhaftigkeit des Urtheiles über ein Aufnahmeexamen in zweiter Linie dürfte wegfallen, da man von jedem Examinator Gewissenhaftigkeit des Urtheiles vorausseßen muß.
=
Ad Abschnitt D, E, G und H: Lehrgegenstände und ihre Bedeutung. Ausdehnung der Lehrgegenstände. Vertheilung des Lehrstoffes auf Curse und Stunden. Diese drei Abschnitte mußten wegen der Uebersichtlichkeit und Abhängigkeit untereinander zusammen betrachtet werden. Verfasser geht aus von einem obligatorischen Gesammtcursus von 2 Jahren, welchem er einen nicht obligatorischen Cursus von einem Jahre hinzufügt. Hiergegen sprach sich die Commission ganz entschieden aus. Bei der großen Anzahl von verschiedenen Lehrfächern und der Bedeutung des zu absolvirenden Pensums sind nach Ansicht der Commission 3 Jahre durchaus erforderlich.
Auch nahm die Commission aus Abschnitt D Veranlassung zu dieser Ansicht, in welchem Abschnitte Verfasser die Lehrfächer in Hauptgebiete und solche zweiter Linie trennt, was wohl nur so zu verstehen ist, daß die Lehrfächer in solche von allgemeiner Bedeutung und solche von nur fachlicher Bedeutung zu trennen seien. Commission erachtet daher dafür, daß die in D genannten Hauptgebiete in 3 Semestern für sämmtliche Schüler obligatorisch sein sollen, während in den nächsten 3 Semestern eine Trennung der Lehrfächer in fachlicher Hinsicht eintreten müßte. Nur auf diese Weise ist es möglich, bei zahlreichem Besuche der Anstalt den Schülern in der gewählten speciellen Fachrichtung die nöthigen und auch vom Verfasser gewünschten Vorkenntnisse beizubringen.
Mit der in Abschnitt E ausführlich dargestellten Ausdehnung der Lehrgegenstände konnte sich die Commission im Allgemeinen einverstanden erklären, namentlich über die Handhabung des Unterrichtes in der deutschen Sprache, sowie in den Naturwissenschaften. Nach Ansicht der Com mission ist jedoch der Unterricht in der Bauconstructionslehre, sowie der in der Maschinenlehre bei Vertheilung des Lehrstoffes auf Stunden zu dürftig bedacht, und müßten mehr Stunden dafür angesetzt werden. Verfasser motivirt zwar die Beschränkung des Unterrichtes in der Bauconstructionslehre dadurch, daß besagte Schulen keine Schüler als Abiturienten für die Hochbauschulen entlassen dürften; jedoch soll dies ja nicht der einzige Zweck der Schulen sein, sondern vielmehr sollen diese Schulen auch die sogenannten Bauhandwerkerschulen in sich vereinigen. Eine Ausschließung des Bauhandwerkes hieße ja wieder etwas Halbes schaffen, während doch sämmtliche technischen Gewerbe ihre Pflanzstätten in besagten Schulen haben sollen.
Ferner konnte sich die Commission der Ansicht und Hoffnung nicht erwehren, daß falls diese Schulen die in der Einleitung ausgeführte Organisation erhalten, dieselben auch zu Entlassungsprüfungen für die Bauhochschulen Preußens berechtigt sein werden, was dann um so eher der Fall sein muß, wenn, wie in dem, dem Vereine vorliegenden, Promemoria des Hrn. C. Gaertner über die technischen Hochschulen Preußens, die Vereinigung dieser Bauhochschulen mit den Gewerbe- Akademieen als nothwendiges Bedürfniß angestrebt wird. Nur in diesem Sinne sind besagte Schulen wirkliche und zu Recht bestehende Vorbildungsschulen der für das höhere Gewerbsleben sämmtlicher technischen Zweige nöthigen Kenntniffe.
Mit dem in den übrigen Abschnitten aufgestellten Forderungen konnte sich die Commission zwar im Allgemeinen einverstanden erklären; doch hielt sie dafür, daß, da dieselben nur eigentlich Schulregulative find, diese dem jeweiligen Vorstande der Schulen im Speciellen überlassen werden müssen.
*) Vergl. Bd. VII, S. 524 d. 3.
**) Vergl. hierüber Bd. X, S. 298 und Bd. XI, S. 127, 187, 233, 359, 420, 421 u. 868 d. 3. D. Ned. (L.)
Dreßler. R. Peschke. Hammer. H. Schimpf. — Hierauf wurde die Sigung unterbrochen, und eine Excursion zur Concordiagrube und Donnersmarckhütte unternommen.
Nach Einnahme eines gemeinsamen Mittagsmahles kehrte man zur Tagesordnung zurück, und verlas Hr. Troschel das Protokoll der Commisstonssizung zur näheren Beleuchtung des Standes der Civil - Ingenieure, welches genehmigt wurde.
Hierauf machte Hr. Rott Mittheilung über eine auf Gleiwißerhütte vorgenommene
Sprengung einer Hohofensau mittelst Nitroglycerin. *) Dieselbe, von etwa 350 Ctr. Gewicht, wurde durch 12 Schüsse mit glänzendem Erfolge in Stücke von 15 bis 20 Ctr. zerrissen, und zwar so günstig, daß die einzelnen Stücke am Sprengungsørte unmittelbar liegen blieben. Zu jedem Schuffe wurden 2 bis 4 Loth Nitroglycerin, je nach Größe des Bohrloches, in einer Papierpatrone in das Loch gesenkt, in Leßtere ein Stück mit Guttapercha umsponnener Zündschnur, an derem Ende ein Kupferhut mit Pech befestigt war, eingehängt, das Bohrloch mit Sand ge= füllt, und nun die Zündschnur mittelst Schwefelfaden entzündet.
*) Ueber Nitroglycerinsprengungen f. Bd. VII, S. 580; Bd. IX, S. 549; Bd. X, S. 355 und Bd. XI, S. 501, 615 u. ff. D. Neb. (L.)