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Abstract: In zwei Kampagnen 2015/16 und 2017 wurden in Osterfingen SH die Reste eines spätlatènezeitlichen Werkareals ausgegraben. Neben einigen Pfostenlöchern und Gruben kamen auch die eingetieften Substruktionen von zwei Töpferöfen zu Tage. Diese sind gut genug erhalten, dass sie Rückschlüsse auf die Konstruktion, Funktionsweise und nachträgliche Anpassungen an den Öfen erlauben.
Die Luftkanäle eines Ofens waren dicht mit Feinkeramikscherben gefüllt. Einiges deutet darauf hin, dass es sich bei diesen Scherben nicht etwa um Überreste der letzten Produktion oder Fehlbrände handelt, sondern dass sie als Scherben im Ofen verwendet wurden.
Die Auswertung dieser Keramik, deren Produktion man eher in einem Oppidum als in einer ländlichen Kleinsiedlung wie in Osterfingen vermuten würde, bildet einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit.
In einem dritten Teil werden die Siedlung in Osterfingen und ihre Keramikproduktion in einen regionalen Kontext gestellt. Dabei werden der Bezug zum nahe gelegenen Oppidum Altenburg-Rheinau und die für Handel und Verkehr günstige Lage nahe des Rheins diskutiert. Die Bedeutung des Rheins als Kommunikationsweg wird unter anderem durch den in Osterfingen verwendeten Ofentypus belegt, der an den Oberrhein und nach Westfrankreich weist.