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Schweizer Geschichte
Brand von Uster
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert befand sich die Schweiz im wirtschaftlichen Aufbruch. So war auch die textile Heimindustrie von dem Struckturwandel betroffen. Die ersten mechanischen Webstühle wurden im Jahre 1830 in Biel in Betrieb genommen. Diesem Beispiel folgte 1831 auch die Firma Corrodi und Pfister in Uster.
Die einsetzende Industrialisierung hatte aber auch ihre Schattenseiten. So empfanden zum Beispiel die Heimweber die neuen mechanischen Webstühle als Teufelswerk, das sie um Arbeit und Brot bringen sollte. Sie verringerten die ohnehin niedrigen Löhne der Handarbeiter und machten sie schliesslich gänzlich arbeitslos, beziehungsweise zwangen sie zur Arbeit in den neu entstehenden Fabriken. Die aufgestaute Wut der Heimarbeiter entlud sich am 22. November 1832.
Schon am Morgen erschien eine grosse Schar unzufriedener Handweber mit Stroh- und Reisigbündeln. Anfänglich schien alles nur Drohgebärde, bis ein Steinwurf gegen eine Fensterscheide den Sturm auf das Fabrikgebäude auslöste. Die Unruhestifter steckten das Stroh und den Reisig durch die eingeschlagenen Fenster und entzündeten das leicht brennbare Material. Bald standen zwei Stockwerke in Flammen. Sie verhinderten aber auch die Löschaktionen, so dass die Fabrik bis auf die Grundmauern niederbrannte.
Im Zuge der Ermittlungen wurden etwa fünfzig Männer verhaftet und verurteilt. Das Strafmass variierte zwischen 24 Jahren Kettenstrafe und acht Tagen scharfer Haft. Alle Inhaftierten kamen aber 1839 nach dem Züriputsch in den Genuss einer Amnestie.