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Im Jahre 1893 wurde die Firma von Jakob Nauer als Nauer & Co gegründet, wobei im selben Jahr ein Weinkeller mit einer Fassung von fünfzigtausend Litern gebaut wurde. Darüber stellte man ein Holzhaus und begann mit dem Handel von Wein, Baumaterialien und Getreide. Bereits in der Gründungszeit war Jakob Nauer krank und musste das Geschäft schon 1895 an seinen Bruder Emil Nauer verkaufen.
So verblieb das Geschäft mit Wein und Spirituosen, das 1917 von Emil Nauer an seine Söhne Jakob und Alfons Nauer übergeben wurde. Von nun an nannte sich die Firma Gebrüder Nauer.
Der regionale Rahmen wurde bald zu eng. Die Kantone Aargau und Zürich wurden erschlossen und bereits 1920 holperte der erste mit Vollgummi bereifte Lastwagen durch die Innerschweiz.
1926 brannte das Geschäft auf die Grundmauern nieder. Zum Glück hatte man den Keller massiv gebaut. Über dem auch heute noch existierenden Keller wuchs eine neue, erweiterte Weinkellerei hinter einer markanten Treppengiebel-Fassade.
Als Standortvorteil erwies sich auch der Bahnanschluss in Bremgarten West direkt an die Firma. Damit hatte man die Möglichkeit Weine aus dem fernen Ausland mit der Bahn anzuliefern. Auch Lieferungen in entfernte Kantone erfolgten später teilweise mit der Bahn.
Anfangs der 30er Jahre tauchten im Angebot die Literflaschen auf. Bis anhin wurde nur im Fass und in der 75cl Flasche geliefert. 20 Jahre später erschien die erste Halbliterflasche.
In den 40er Jahren trat zusätzlich die 3. Generation mit Guido und Jacques Nauer ins Geschäft ein. Schwierige Jahre während des zweiten Weltkriegs sollten folgen. 1953 stürzte Jacques Nauer als Militärpilot im Tessin ab.
1960 wurde die Firma von einer Kollektivgesellschaft in die Gebr. Nauer AG umgewandelt. Kurz darauf trat Beat Nauer, 3. Generation, in die Firma ein und übernahm später die Geschäftsleitung. Es folgten Jahre des Umbaus und Ausbaus. Die Lagerräume wurden erweitert und Raum für Abfüllautomaten geschaffen. Die hauseigene Küferei musste der mechanischen Werkstatt weichen. Spirituosen wurden ab 1970 in der eigenen Destillerie neben der Kellerei gebrannt. 1974 bezog man in Tegerfelden eine Trotte für die Kelterung der Aargauerweine. Seit 1980 erfolgte auch die Kelterung des Ortsweines von Bremgarten, dem Stadtberger, in der Trotte in Tegerfelden.
1988 wurde die Brennerei mit den drei Brennkesseln in Bremgarten aufgegeben, da sich der Spirituosenmarkt komplett verändert hatte. Dafür erfolgte in den folgenden Jahren ein massiver Ausbau der Lagerräume, welche gleichzeitig komplett klimatisiert wurden. Damit hatte man optimale Lagerbedingungen für die Zukunft geschaffen. In dieser Zeit begann man konsequent auch ausländische Produzentenvertretungen aufzubauen. Der Markt forderte ein immer breiteres Sortiment, wodurch sich die Sortimentsbreite massiv vergrösserte. 1997 erfolgte die Lancierung von Weinen aus Österreich mit Sepp Moser, was für die damalige Zeit eine absolute Pioniertat darstellte.
1998 trat Patrik Nauer als vierte Generation in die Firma ein und übernahm später von seinem Vater Beat Nauer die Geschäftsleitung. Das Unternehmen war mittlerweile auf eine Grösse von 35 Mitarbeitern angewachsen und es werden Kunden in der ganzen Schweiz bedient.
Der Vertretungsausbau von ausländischen Produzenten wurde weiter vorangetrieben und durch Perlen wie Faiveley, Chapoutier und Louis Michel ergänzt. Das Handelshaus hatte mittlerweile eine stattliche Grösse erreicht.
2007 wurde die Trotte für die Traubenverarbeitung von Tegerfelden zurück nach Bremgarten geholt. Die Betriebsabläufe sollten dabei vereinfacht werden. 2015 erfolgt die Investition in eine komplett neue Abfüllerei. Die Eigenproduktion sollte dabei viel effizienter erfolgen und vor allem wollte man den nächsten Qualitätssprung nach vorne realisieren. Die Entscheidung war richtig, da sich Nauer Weine klar für den lokalen Produktionsstandort entschieden hatte und grossen Erfolg mit der Eigenproduktion aufweisen konnte.
Das Unternehmen kombiniert heute das Wissen der Eigenproduktion und das Know how eines umfassenden Handelshauses. Daraus fliessen viele Ideen von den ausländischen Produzenten in die lokale Produktion ein.