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Bei den Nationalratswahlen 2015 gewannen im Kanton Neuenburg die FDP, SVP, SP und Partei der Arbeit (PdA) je ein Mandat. Die Bisherigen Jacques-André Maire (SP) sowie Raymond Clottu (unabhängig/Ex-SVP) treten heuer zurück und FDP-Nationalrat Philippe Bauer dürfte in den Ständerat gewählt werden. Die freiwerdenden Sitze wecken links wie rechts Begehrlichkeiten.
Raymond Clottu: von der SVP zum Unabhängigen
Nationalrat Raymon Clottu hatte im Februar angekündigt, dass er nicht zur Wiederwahl antreten und auch auf eine Wiederaufnahme in die SVP Neuenburg verzichten werde. Der Buchhaltungsexperte war im April 2017 aus der Kantonalpartei ausgeschlossen worden, weil er seine Mitgliederbeiträge nicht bezahlt und nach der Niederlage bei den kantonalen Wahlen 2017 den Vorstand kritisiert hatte. Seither politisiert er als Unabhängiger im Nationalrat, ist aber Mitglied der SVP-Fraktion.
Der Austritt von Nationalrat Clottu aus der Neuenburger SVP hat für einige Unruhe gesorgt. Die SVP will diesen Sitz mit Urgestein Yvan Perrin zurückholen. Der musste jedoch 2014 wegen eines Burnouts und Alkoholproblemen aus der Neuenburger Regierung zurücktreten. Ob es ihm gelingt, den SVP-Sitz zu retten, ist fraglich.
Die Freisinnigen haben bei den letzten kantonalen Wahlen kräftig zugelegt und können sich Hoffnungen auf einen zweiten Sitz machen.
Die Grünen wollen den 2015 an die PdA verlorenen Sitz wieder zurückerobern. Sie treten mit der nationalen Vizepräsidentin Céline Vara an. Sie bezeichnete die Arbeit von PdA-Nationalrat Denis de la Reussille als ungenügend und steigt darum selber ins Rennen. Die Listenverbindung zwischen der PdA und den Grünen bleibt jedoch bestehen.