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In unserer Januarausgabe 2000 haben wir den Dragoner nach der eidgenössischen Ordonnanz 1852 vorgestellt. Nun ist die Reihe an einem Vorgänger.
Bern gehörte als grosser Kanton zu einem der Vorreiter, wenn es um militärische Neuerungen ging. Aber zu Beginn der 1830er-Jahre war es nicht allzu gut um das Militärwesen Berns bestellt. Nach der liberalen Wandlung des Kantons weigerten sich 135 höhere Offiziere, überwiegend Patrizier, den Fahneneid auf die neue Verfassung zu leisten, womit fortan Kadermangel herrschte. Die neue Regierung selber stufte das Militär auf der Prioritätenliste zurück, mit dem Resultat, dass Übungslager, Wiederholungskurse und Musterungen der Sparsamkeit zum Opfer fielen. In Sachen Uniformierung hatte der Kriegsrat von Bern 1829 ein fortschrittliches „Reglement für die Bekleidung der Bernischen Miliz“ erlassen. Diesen Vorschriften entspricht auch die Uniform unseres Dragoners.
Auf dem Tschako trägt er den rot-weissen Pompon der ersten Kompanie (Der Kanton unterhielt damals zwei Dragonerkompanien), darunter eine Weissblechganse und die bernische Kokarde in Schwarz und Rot. Der Kinnriemen mit den Schuppenbändern, welche im Kampf den Kopf gegen Säbelhiebe von der Seite schützten, wird nur beim Dienst zu Pferde unter dem Kinn zusammengebunden. Ansonsten bindet man den zweiteiligen Riemen ¨über dem Pompon zusammen. Der Frack mit karmeisinrotem Kragen und Vorstössen ist aus dunkelgrünem (vert dragon) Tuch gefertigt und besitzt einen dekorativen Brustlatz, der mit den zwei Knopfreihen befestigt wird. Eine Tragschlaufe auf der linken Frackseite, wo der Säbel hängt, fixiert den Gurt auf korrekter Höhe, sodass er unter der Last nicht über die Hüfte herunterrutscht.
Das Lederzeug ist weiss; und über der Schulter erkennt man den Tragriemen für die Giberne (Munitionstasche zur Pistole). Auf der Gurtschliesse und dem Mantelsack hinter dem Sattel sieht man eine Granate. Dieses Abzeichen war einst den Grenadieren der Infanterie vorbehalten, wurde aber später auch von anderen Eliteeinheiten verwendet.
Die Hosen weisen Besatzpartien von schwarzem Leder an den Innenseiten der Beine auf, wie es bei Reitern üblich ist. Die Handschuhe sind ebenfalls aus schwarzem Leder. Man beachte das weisse Schlagband, welches den Griff des Dragonersäbels kantonaler Ordonnanz mit dem Handgelenk des Reiters verbindet. So soll verhindert werden, dass der Mann die Waffe im Ritt verliert.
Das Pferd ist mit dem damals neuen ungarischen Sattel versehen. Dieser Satteltyp löste den alten gepolsterten Schnabelsattel ab, musste jedoch etwas an hiesige Verhältnisse angepasst werden, denn die Berner Landpferde hatten breitere Rücken als die schneidigen Kavalleriepferde des Auslands. Dafür hätte sich ein französischer Kavalleriehengst vermutlich auch wenig für den zivilen Dienst in der Landwirtschaft geeignet.
Roger Rebmann, Basel
Schweizer Soldat, 6/2001