Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03529.jsonl.gz/646

Erwärmung 1864-2099
Die Erwärmung der Schweiz schreitet voran. Unsere Animation zeigt den beobachteten Temperaturanstieg im Schweizer Mittelland und Szenarien für die Zukunft bis ins Jahr 2099. Es wird klar: Klimaschutz könnte den Klimawandel wirksam bremsen.
Die folgende Animation beschreibt die Erwärmung im Schweizer Mittelland für jeden Monat des Jahres in °C. Die Balken zeigen die beobachtete mittlere Temperaturabweichung vom frühindustriellen Mittel 1871-1900 für 30-jährige Zeiträume, die im angeschriebenen Jahr enden (z.B. 2019 = 30-jähriger Zeitraum von 1990 bis 2019). Rote Balken bedeuten eine Erwärmung, blaue Balken eine Abkühlung. Für die Zukunft werden Daten von Klimasimulationen (CH2018) verwendet. Die mittlere Erwärmung wird mit einer dicken Linie gezeigt. Die farbigen Bänder zeigen den Unsicherheitsbereich. Simulationen mit «starkem Klimaschutz» sind blau, Simulationen «ohne Klimaschutz» sind rot dargestellt. Die Gradzahl unter den Jahreszahlen und die horizontalen gestrichelten Linien geben die Temperaturabweichung des Jahresmittels an.
Temperaturanstieg um 2 °C seit Messbeginn
Der Beginn der Animation zeigt die vergangene Entwicklung der Temperatur im Mittelland seit Messbeginn im Jahr 1864. Zu Anfang sind die Abweichungen vom frühindustriellen Durchschnitt der Jahre 1871-1900 klein und mal positiv oder negativ. Ab Ende der 1940er Jahre beginnen alle Monate eine leichte Erwärmung zu zeigen (Abb. 1a). Bis zum Anfang der 1980er Jahre zeigen vor allem die Sommermonate Juni, Juli und August eine leichte Abkühlung. Die anderen Monate sind weiterhin deutlich wärmer als in der frühindustriellen Phase (Abb. 1b). Danach startet eine starke Phase der Erwärmung. Bis heute haben sich fast alle mittleren Monatstemperaturen deutlich erhöht, nämlich um etwa 1 °C im September bis fast 3 °C im Januar und im Jahresmittel um 2 °C (Abb. 1c).
Die Erwärmung geht weiter
Die Schweizer Klimaszenarien CH2018 erlauben den Blick in die Temperaturzukunft der Schweiz. Dazu wurden Dutzende Klimamodellsimulationen für verschiedene mögliche Entwicklungen des zukünftigen globalen Treibhausgasaustosses (sogenannte Emissionsszenarien) gerechnet. Der zweite Teil der Animation zeigt die zukünftige Erwärmung für zwei Szenarien, einmal ohne Klimaschutz (rot), einmal mit starkem Klimaschutz (blau). Für die nahe Zukunft (Jahr 2030) unterscheiden sich die zwei Szenarien kaum (Abb. 1d). Die Unterschiede werden aber mit der Zeit immer grösser.
Klimaschutz wirkt
Für 2060 zeigen die Modelle für das Klimaschutzszenario eine Erwärmung von 2.7 °C, ohne Klimaschutz sind es schon 3.4 °C (Abb. 1e). Richtig deutlich werden die Unterschiede gegen Ende des 21. Jahrhunderts (Abb. 1f). Für 2099 ist die Erwärmung ohne Klimaschutz auf im Mittel rund 5.6 °C seit der frühindustriellen Zeit angestiegen, das ist mehr als doppelt so viel wie die 2.7 °C für das Szenario mit starkem Klimaschutz. Ohne Klimaschutz beginnen sich nun Unterschiede der Erwärmung je nach Jahreszeit abzuzeichnen. Wichtig ist zudem, die Unsicherheiten anzusprechen. So könnte zum Beispiel die Erwärmung im August ohne Klimaschutz Ende Jahrhundert zwischen gut 5 und über 9 °C liegen. Mit Klimaschutz bleibt der Unsicherheitsbereich hingegen zwischen etwa 2.5 °C und etwas über 3 °C stark begrenzt.