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Rheuma bei COVID-19
Rheumatic manifestations of COVID-19: a systematic review and meta-analysis
Ciaffi J. et al. BMC Rheumatology, 2020:online
Systematische Review und Metaanalyse zur Evaluation der Prävalenz von rheumatischen Manifestationen bei Patienten mit COVID-19.
Als initiale Symptome der Erkrankung wurden Muskelschmerzen in 19% und ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue) in 32% gefunden, während über den ganzen Krankheitsverlauf dieselben Symptome in 16% bzw. 36% auftraten. Im Gegensatz zu Myalgien werden Arthralgien nur selten erwähnt. Spezifischer wurden Vaskulitis (Kawasaki- ähnliche Erkrankung bei Kindern), Chilblains (Hautveränderungen wie Frostbeulen, bekannt bei SLE) sowie das Auftreten von Autoantikörpern (vor allem SSA/Ro sowie Antiphospholipid-Antikörper) gefunden.
Fazit:
In der Differentialdiagnose von Myalgien und ausgeprägter Fatigue muss in der jetzigen Pandemie auch an COVID-19 gedacht werden, auch wenn diese Symptome in der Rheumapraxis bei vielen Erkrankungen bekannt sind.
Um den Stellenwert von allfälligen Rheumamanifestationen bei COVID-19 abzuschätzen, braucht es umfassende longitudinale Studien, welche bisher nicht vorliegen.
Wirksamkeit des neuen Zosterimpfstoffs Shingrix® bei Patienten mit rheuma-immunologischen Erkrankungen
Efficacy and serious adverse events profile of the adjuvanted recombinant zoster vaccine in adults with pre-existing potential immune-mediated diseases: a pooled post hoc analysis on two parallel randomized trials
Dagnew et al. Rheumatology 2020 September:online
In dieser post-hoc Analyse aus den Zulassungsstudien des rekombinanten Herpes Zoster Impfstoffes Shingrix® wurde bei Patienten mit einer rheuma-immunologischen Krankheit (v.a. Psoriasisarthritis, andere Spondylarthritiden und rheumatoide Arthritis) ohne immunsuppressive Therapie die Effektivität des Impfstoffes untersucht.
Die Inzidenzrate an Zosterinfekten bei den ungeimpften (Placebogruppe) betrug 11.1 Infektionen/1000 Patientenjahren, bei den geimpften nur 1.1. Das entspricht einer Effizienz von 90 %. Die tiefste Rate von 85 % Effizienz war in der Altersgruppe der 70- bis 79-jährigen zu verzeichnen. Diese Studie zeigt, dass der neue und leider in der Schweiz noch nicht zugelassene erste Totimpfstoff gegen Herpes Zoster auch bei Patienten mit rheuma-immunologischen Erkrankung, allerdings ohne immunsuppressive Medikamente, gut wirkt. Die Wirksamkeit scheint damit deutlich besser als beim in der Schweiz zugelassenen Lebendimpfstoff Zostavax.
Interessant werden Daten zur Wirksamkeit dieses Totimpfstoffs bei Patienten unter Immunsuppression sein, da bei uns viele dieser Patienten mit rheuma-immunologischen Erkrankungen medikamentös immunsupprimiert sind. Gerade bei diesen Patienten wäre eine Zosterimpfung mit einem Totimpfstoff sinnvoll. Ein Lebendimpfstoff ist bei Immunsupprimierten ja bekanntlich kontraindiziert.