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Das Forum des Jungen Films in Berlin brachte es auf den Punkt: «Würde man eine Umfrage unter FilmexpertInnen starten, welches Land ihrer Einschätzung nach derzeit das am wenigsten geeignete ist, eine sehr lustige und echt abgefahrene ‹Romantic Comedy› anzusiedeln, Saudi-Arabien hätte beste Chancen, die Top-Position einzunehmen. Falsch geraten – nichts weniger beweist Barakah Meets Barakah.»
In Dschidda, der zweitgrössten Stadt des Landes, lernen sich der aus armen Verhältnissen stammende städtische Ordnungsbeamte Urui Baraka und Bibi, eine wilde Schönheit und Vloggerin aus reichem Hause, kennen. Die wunderbare Melange ist Grundlage, um die Klassengesellschaft Saudi-Arabiens zu spiegeln, die Genderregeln auf den Kopf zu stellen und das Anbandeln in einem Land, in dem kein öffentlicher Raum vorhanden ist, von einer heiteren Seite zu betrachten. Nur in wenigen Sequenzen schimmert auch eine todernste Seite durch, wenn im Film darauf hingewiesen wird, dass das Land, ähnlich wie Iran, schon einmal liberalere Zeiten erlebt hat.
Die beiden SchauspielerInnen Hisham Fageeh und Fatima AlBanawi und der Regisseur Mahmoud Sabbagh gehören zur kritischen Kunst- und Kulturszene im Land, die Dinge bewegen und Dialoge in Gang bringen wollen. Dies ist auch die Erklärung, weshalb sie einen Low-Budget-Film in einem Land realisieren konnten, in dem es weder ein Kino noch ein Theater gibt.
«Unsere Generation hat eine Verantwortung», sagte Sabbagh nach der Weltpremiere des Films am Samstagabend, und Comedy sei ein gutes Mittel, um zum Wandel hin zu einer freieren und liberaleren Gesellschaft beizutragen. Sein Traum sei es, wenn der Film in Saudi-Arabien öffentlich gezeigt würde und damit einen Dialog über den öffentlichen Raum anstossen würde. (Thomas Hummitzsch, RollingStone, 14.2.16)