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Montag, 17.10.2022
Plasencia hat etwa 40’000 Einwohnern und liegt in der Provinz Cáceres in der Autonomen Gemeinschaft Extremadura. Die Stadt ist seit dem Jahr 1189 Bischofssitz. Ich verwechsele Plasencia häufig mit Palencia, Hauptstadt der Provinz Palencia in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León. Die Städte liegen ca. 300 km auseinander.
Auf dem Weg in die Innenstadt kommen wir in der Avenida del Valle an diesen schönen Graffiti vorbei!
Schade, dass diese Kultur bei uns nur sehr vereinzelt Einzug gehalten hat, da werden lediglich Hauswände oder Verkehrsmittel mit Tags oder politischen Parolen verschmiert…. primitiv so etwas! 😈 😡
Die Extremadura ist die ärmste der 17 Autonomen Gemeinschaften Spaniens. Das sieht man auf den ersten Blick an Äusserlichkeiten, wie Gebäuden, Autos und Kleidung der Leute, besonders wenn man wie wir noch die Innenstadt von Madrid vor unserem geistigen Auge sehen.
Monumento de Alfonso VIII
Anlässlich des 800. Jahrestages der Stadtgründung (1186-1995) beschloss der Stadtrat 1995, vor der Puerta del Sol eines der bekanntesten Denkmäler zu errichten: die Statue von Alfonso VIII de Castilla, dem Gründer der Stadt. Die Skulptur ist ein Werk des extremaduranischen Bildhauers Estanislao García Olivares.
Der Bau der Muralla de Plasencia (Stadtmauer) begann Ende des 12. Jh.
Der Zugang zur Stadt geht hier durch die Puerta del Sol (Tor der Sonne), so genannt wegen der östlichen Ausrichtung des Tores.
Die Hauptgasse ist die Calle del Sol…. hier ein Blick in die Calle Patalón
Die Calle del Sol…. leider keine Fussgängerzone, aber wenig Verkehr und zum Glück Einbahnstrasse
Die Plaza Mayor de Plasencia…. mit dem Palacio Municipal, Sitz des Ayuntamiento (Rathaus)
El Abuelo Mayorga (Grossvater Mayorga)
Der Renaissanceturm des Rathauses von Plasencia wurde 1546 erbaut, aber erst 1743 erschien El Abuelo Mayorga als Ergänzung zur Uhr. Der ursprüngliche Abuelo Mayorga wurde 1811 von den Franzosen zerstört. Er wurde 1936 provisorisch ersetzt. Der heutige Grossvater wurde 1972 auf dem Turm angebracht.
Abuelo Mayorga stört sich daran, dass das Treiben auf der Plaza Mayor an Markttagen verhindert, dass die kräftigen Schläge des Klöppels, den er an die Glocke des Rathauses schlägt, widerhallen: Diese Marktfahrer schreien, schreien und schreien ohne jeglichen Respekt vor meiner Arbeit. Tatsache ist, dass Abuelo Mayorga im Laufe der Zeit zu einem eingebildeten und eitlen Charakter geworden ist. Er hat sich selbst für ein Symbol von Plasencia gehalten, wie er in einigen Touristenbroschüren genannt wird. Er wird kokett, wenn Kinder auf ihn zeigen oder wenn Wanderer ihn ansehen. Dann stolziert er den Turm des Rathauses hinauf und fühlt sich sogar als Verwalter der Zeit der Bürger von Plasencia.
Die Plaza Mayor kann gegen die Plätze in Madrid oder Salamanca nicht wirklich mithalten….
…. aber einen gewissen Charme strahlt der Platz schon aus!
Über die Calle San Esteban und die Calle Santa Clara Richtung Kathedrale….
Leider müssen wir uns mit der Kathedrale oder den beiden Kathedralen von aussen begnügen….
…. es ist MONTAG…. nicht mal zum beten darf man rein! 😀
Dann gehen wir halt zumindest aussen herum…. das Seminario Diocesano de Plasencia….
…. und hinter der Alten Kathedrale steht das Monumento a Manuel García Matos auf der Plaza de la Catedral Vieja gegenüber dem Hospital de Santa María. Dieses Denkmal ist dem berühmten Musiker aus Plasencia gewidmet ist, Manuel García Matos (1912-1974), Autor der Anthologie der spanischen Musikfolklore und Träger des Nationalen Folklorepreises 1945. Die Skulptur wurde von Juan Ignacio Pérez García in Bronze gefertigt. Sie wurde 2012 anlässlich des 100. Geburtstages von Manuel García Matos eingeweiht.
In der Neuen Kathedrale findet gerade die Ausstellung transitus2022 statt, die XXVI Ausgabe von Las Edades del Hombre (Die Zeitalter des Menschen). Immerhin, wenn wir schon nicht rein dürfen, gibt’s auf der Webseite einen Visita Virtual.
Die Eröffnung in Anwesenheit von Felipe VI de España zeigt die Wichtigkeit dieser Ausstellung.
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Im Verhältnis zur Grösse der Stadt ist das eine beachtlich grosse Kathedrale!
Das Altarbild (Retablo)….
…. und das Deckengewölbe der Neuen Kathedrale….
…. und zum Vergleich in der Alten Kathedrale….
…. und von aussen. Uns erscheint, dass viele Kirchen, die nach der Reconquista gebaut wurden, den Charakter einer Trutzburg haben, um den Sieg über die arabische Herrschaft und die Zurückdrängung des muslimischen Machtbereichs zu dokumentieren und zu manifestieren.
Avantgardistische Kunst in der Barbakane von Plasencia in einer Ausstellung unter freiem Himmel im Rahmen von Las Edades del Hombre (Die Zeitalter des Menschen).
Die ersten Werke wurden auf dem Pflaster der Kathedrale aufgestellt, das zur Barbakane führt, wo die übrigen modernen Skulpturen verteilt sind. Zweifellos ein Kontrapunkt zu den 180 Werken, die in Las Edades, der wichtigsten Ausstellung religiöser Kunst in Spanien, zu sehen sind.
Die Installation ist eine Initiative der Stiftung Las Edades del Hombre. Sie heisst TIEMPO (Zeit) und besteht aus 10 Kunstwerken, zwischen den bemalten Holztüren und den Skulpturen der Barbakane (die leider heute geschlossen ist).
Schöne Ausstellung…. das entschädigt etwas für die geschlossene Kathedrale. Wir wollen uns nicht viel länger in Plasencia aufhalten. In der Bar Danubio an der Plaza Mayor gibt’s noch ein paar leckere Tapas und dann geht’s wieder auf die Piste….. wir haben 260 km Strasse vor uns.
…. gut, dass wir hier keine Übernachtung vorgesehen haben! 😀
Bei der Weiterfahrt sehen wir eine riesige Hängebrücke…. die Puente de Castilla-La Mancha über den Río Tajo, der später in Portugal Tejo heisst, der mit 1’007 km der längste Fluss der Iberischen Halbinsel ist und der bei Lissabon in den Atlantik mündet.
Es ist die höchste Brücke Spaniens mit einem 192 Meter hohen Pylon.
Tolle Brücke…. es war ein Prestigeprojekt der Junta de Comunidades de Castilla La-Mancha (Regierung von Kastilien-La Mancha)…. der vorgesehene Zweck als Umgehungsstrasse von Talavera de la Reina wurde offenbar nie richtig genutzt. Darüber hinaus verursacht die Brücke horrend hohe Unterhaltskosten.
Endlich erreichen wir Aranjuez und checken auf dem Camping Internacional Aranjuez ein, der zu La Marina Resorts gehört. Sie betreiben drei Resorts, eines in Alicante, Devesa Gardens in València und diesen Platz in Aranjuez. Auf dem Platz Devesa Gardens waren wir schon 2 x und werden auch im Verlauf dieser Reise wieder dorthin kommen.
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