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Führungskräfte haben deutlich geringere Burnout-Werte, wenn sie einen authentischen Führungsstil praktizieren und auf eine hohe Übereinstimmung der gewünschten und erlebten Organisationskultur treffen. Ausserdem weisen Führungskräfte von Organisationskulturen, die stärker vom Mass der Freundlichkeit zwischen den Mitgliedern geprägt sind, signifikant niedrigere Burnout-Werte auf. Das sind Ergebnisse der Studie „Haben authentische Führungskräfte, die in einer für sie passenden Organisationskultur arbeiten, tiefere Burnout-Werte?“, welche das Beratungsunternehmen Focused Development aus Wädenswil im April 2016 durchführte.
Studienautorin Miriam Schlüter erfasste die Daten von 113 Führungskräften aus dem Lower-, Middle- und Top-Management verschiedener Unternehmen. Wie sich des Weiteren herausstellte, haben Führungskräfte mit Teams von ein bis zwei Mitarbeitenden höhere Burnout-Werte als jene mit über sieben. Wer sechs bis zehn Jahre Führungserfahrung hat, läuft eher Gefahr einen Burnout zu erleiden als Führungskräfte mit über 20 Jahren Erfahrung. Ein grösserer Unterschied zwischen der gewünschten und tatsächlich erlebten Organisationskultur führt zu signifikant niedrigeren Authentic Leadership-Werten.
Grundsätzlich haben Führungskräfte von Organisationskulturen, die fähig sind, gemeinsame Ziele unabhängig von persönlichen Bindungen rasch und effektiv zu verfolgen, signifikant höhere Authentic Leadership-Werte. Genauso verhält es sich mit Führungskräften, die zwischen sechs und zehn Jahren in einem Unternehmen arbeiten: Sie weisen signifikant höhere Authentic Leadership-Werte auf als jene mit weniger als einem Jahr. Der Studie zufolge sollte sich die betriebliche Burnout-Prävention deshalb auf Führungskräfte mit kleinen Teams sowie diejenigen mit sechs bis zehn Jahren Führungserfahrung fokussieren. Bei der Führungskräfte-Rekrutierung und -Entwicklung sollte frühzeitig auf die Übereinstimmung der persönlichen und Unternehmens-Werte geachtet werden.
Die Fachliteratur hat sich intensiv mit dem Konzept der Authentischen Führung befasst. Schlüter stützte sich für die Studie auf die Definition von Bruce Avolio und seinem Forschungsteam. Diese haben „Authentische Führung“ auf vier wesentliche Aspekte reduziert:
1.) Selbstbewusstsein
2.) Transparenz
3.) verinnerlichte Wertvorstellungen
4.) ausgewogener Entscheidungsprozess
Diese Aspekte können mit dem von Avolio und seinem Team entwickelten „Authentic Leadership Questionnaire“ gezielt erhoben werden.