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Nachhaltigkeit auf Portfolioebene
In Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 bekennt sich Bellevue zu den Klimazielen und unterstützt Massnahmen zur Reduktion der Erderwärmung. Bellevue legt somit Wert auf klimafreundliche Portfolios, die zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens beitragen können. Die CO2-Intensität wird regelmässig auf Portfolioebene gemessen und gegenüber dem relevanten Investitionsuniversum oder der Fondsbenchmark beurteilt.
Schliesslich führen Portfoliomanager im Grundsatz einen aktiven und konstruktiven Dialog mit den Geschäftsleitungen oder anderen relevanten Stakeholdern der investierten Unternehmen hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (Engagement). Mittels Proxy Voting werden Stimmrechte anlässlich der Haupt- bzw. Generalversammlungen aktiv ausgeübt.
Nachfolgend werden unser Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und unser ESG-Integrationsansatz detailliert beschrieben.
Transparenz
Bellevue Asset Management AG verpflichtet sich gemäss der Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor zur Transparenz in Bezug auf:
- Strategien für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken
- nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene des Unternehmens
- die Vergütungspolitik im Zusammenhang mit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken
- die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken
- nachteilige Nachhaltigkeitsauswirkungen auf Ebene der Portfolios
- die Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale in vorvertraglichen Informationen
- vorvertragliche Informationen bei nachhaltigen Investitionen
- die Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale und bei nachhaltigen Investitionen auf Internetseiten
- die Bewerbung ökologischer oder sozialer Merkmale und bei nachhaltigen Investitionen in regelmässigen Berichten
Nachhaltigkeitsrisiken sind in der Verordnung (EU) 2019/2088 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzdienstleistungssektor («SFDR») definiert als ein Ereignis oder eine Bedingung in den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, dessen beziehungsweise deren Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert der Investition haben könnte.
Die Bellevue Asset Management AG inklusive ihrer Tochtergesellschaften hat Nachhaltigkeitsrisiken in ihren Anlageentscheidungsprozessen für alle aktiv verwalteten Strategien, inkl. aller Teilfonds, integriert, mit dem Ziel, diese Risiken zu identifizieren, zu bewerten und, falls möglich und geeignet, zu mindern zu versuchen.
Während alle Anlagestrategien solchen Nachhaltigkeitsrisiken grundsätzlich unterschiedlich stark ausgesetzt sein können, werden die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite der Anlagestrategien konkret von der Anlagepolitik der jeweiligen Strategie abhängen.
Die Ergebnisse dieser Bewertung lassen sich folgendermassen zusammenfassen:
Für jene Anlagestrategien, die ökologische oder soziale Merkmale im Sinne von SFDR bewerben, werden nachteilige Auswirkungen auf die Rendite als geringer eingeschätzt im Vergleich zu «Nicht-ESG»-Anlagestrategien. Dies liegt an den Nachhaltigkeitsrisiken mindernden Anlagestrategien, welche zukunftsorientierte Anlagepolitiken umsetzen und nachhaltige Finanzierungen sowie aktives Engagement mit den Unternehmen/Emittenten anstreben und unnachgiebige Unternehmen/Emittenten ausschliessen.
Alle Anlagestrategien dürfen nach internationalen Normen in Bezug auf ökologische, soziale Aspekte und Aspekte der Unternehmensführung (nachstehend «ESG» genannt) investieren. Die Anlage/Wertpapierauswahl, die nach solchen Kriterien getroffen wird, kann ein bedeutendes subjektives Element involvieren. ESG-Faktoren, die im Investmentprozess integriert sind, können sich je nach Anlagethemen, -kategorien, -philosophie und subjektiver Anwendung verschiedener ESG-Indikatoren unterscheiden, die die Portfoliokonstruktion und die zugrundeliegenden Vermögenswerte bestimmen. Dementsprechend gibt es keine Sicherheit, dass alle Investments einer Anlagestrategie sämtliche ESG-Kriterien erreichen.
ESG-Anlagerichtlinie
ESG Framework im Portfoliomanagement
Die ESG-Anlagerichtlinie der Bellevue Asset Management AG umfasst im Wesentlichen folgende Elemente:
AUSSCHLUSS VON VERSTÖSSEN GEGEN GLOBALE NORMEN
Bellevue Asset Management AG verpflichtet sich zur Einhaltung international anerkannter Normen und schliesst Unternehmen mit schweren Verstössen gegen Menschenrechte, Um-welt, Arbeitsnormen und Verwicklung in Korruption konsequent aus. Es dürfen keine Investitionen in Unternehmen getätigt werden, die in schwerem Masse gegen Umwelt, Menschen-rechte und Geschäftsethik verstossen. Gemessen wird dies an der Einhaltung der Prinzipien und Grundsätze der UN Global Compact Compliance, UN Guiding Principles for Business and Human Rights sowie Standards der International Labor Organisation. Ebenso schliesst Bellevue Asset Management AG Investitionen in Unternehmen mit Aktivitäten im Bereich kontroverser Waffen systematisch aus.
WERTEBASIERTE AUSSCHLÜSSE
Im Gegensatz zu den Ausschlüssen aufgrund von Verstössen gegen globale Normen beruhen wertebasierte Ausschlüsse auf gesellschaftlichen, ethischen und moralischen Auffassungen. Unternehmen mit Aktivitäten in Bereichen, die gemäss geltenden gesellschaftlichen Ansichten als kontrovers eingestuft werden, sind tendenziell zu meiden, können aber im Einzelfall auf eine mögliche Investition beurteilt werden. Zu den als ethisch oder moralisch kontrovers eingestuften Bereichen zählen:
- Tabakindustrie
- Glücksspiel
- Pornografie
- Nuklearenergie
- Thermische Kohle / Energiegewinnung aus thermischen Kohlen
- Palmöle
- Konventionelle Waffen
- Fracking und Ölsände
Oftmals zählen hierzu auch ein Unternehmensbezug zu Tierversuchen, roter Gentechnik und embryonaler Stammzellforschung. Als Anlagespezialist für Gesundheitsanlagen wählen die Experten von Bellevue Asset Management AG ein differenziertes Vorgehen. Im Rahmen ihrer Gesundheitsstrategien achtet Bellevue Asset Management AG soweit möglich auf Übereinstimmung mit den entsprechenden allgemein anerkannten Prinzipien. Investitionen in Unternehmen etwa mit Bezug auf verbotene Handlungen – wie ein Eingriff in die menschliche Keimbahnlinie für Klonungszwecke – sind a priori ausgeschlossen. Allerdings dürfen auch heute noch weltweit keine Medikamente ohne Tierversuche zugelassen werden. Unsere Gesundheitsexperten achten dabei auf die Einhaltung schonender Versuchsprinzipien unter der Berücksichtigung des 3R-Prinzips, d.h. Replace (Vermeiden), Reduce (Verringern) und Refine (Verbessern).
ESG-INTEGRATION
Im Rahmen der ESG-Integration werden umweltbezogene, soziale und Governance-Faktoren in die fundamentale Beurteilung eines Unternehmens einbezogen und hinsichtlich ihrer finanziellen Risiken oder Chancen auf die künftige Kursentwicklung beurteilt. Damit erhalten unsere Portfoliomanager ein gesamtheitliches Bild einer Unternehmung. Die hierzu üblichen aggregierten ESG-Ratings eines Unternehmens werden hinzugezogen, jedoch oftmals mit Vorsicht interpretiert und kritisch hinterfragt. Die meisten ESG-Rating-Methodologien basieren auf vordefinierten Systematiken, die jedoch nicht in allen Fällen zu einer objektiven bzw. «fairen» Risikoeinschätzung führen. Gerade kleinkapitalisierte und junge, sich etwa noch in der Aufbauphase befindlichen Unternehmen werden typischerweise gegenüber Grossunternehmen systematisch benachteiligt. Fehlende personelle Ressourcen, mangelnde Erfahrung im Umgang mit ESG-Fragestellungen können ursächlich zu einer Unterbewertung führen, ebenso wie ein durch die Methodologie festgelegter Kriterienkatalog, welcher sich nicht ohne Weiteres auf alle Unternehmen innerhalb eines Sektors übertragen lässt. Beispielsweise werden im Bereich Biotech junge, sich noch im F&E-Stadium befindliche Unternehmen insofern systematisch unterbewertet, als sie noch keine oder nur geringe Erträge aus dem Vertrieb von Medikamenten erzielen und damit in einem hoch gewichteten Rating-Kriterium «Access to Healthcare» den etablierten Grossunternehmen naturgemäss unterliegen. Entsprechend kritisch beleuchten unsere Portfoliomanager potenzielle oder vermeintliche «ESG-Laggards» und suchen dabei auch immer wieder das persönliche Gespräch mit den ESG-Spezialisten unserer Kooperationspartner. Bellevue Asset Management AG setzt derzeit denn auch keine definierten Limiten für ein Minimum-Rating an und sieht für die meisten Strategien vom sogenannten «Best-in-Class»-Ansatz ab (systematischer Ausschluss von Unternehmen, die ein ESG-Mindestrating verfehlen).
ESG STEWARDSHIP
Portfoliomanager führen im Grundsatz einen aktiven und konstruktiven Dialog mit den Geschäftsleitungen oder anderen relevanten Stakeholdern der investierten Unternehmen hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte. Ergeben sich im Vorfeld der Unternehmensgespräche Hinweise auf substanzielle Kontroversen im Bereich ESG, werden diese im Rahmen des Unternehmensdialogs konstruktiv eingebracht und Fortschritte (z.B. Strategie-, Prozessanpassungen, Verbesserung ESG-Rating) im Zeitablauf dokumentiert. Engagement-Aktivitäten können sowohl direkt und bilateral mit dem entsprechenden Unternehmen oder aber auch im Rahmen eines sogenannten kollaborativen Engagement-Prozesses mit anderen Co-Investoren gebündelt erfolgen. Die UN PRI bieten eine «Collaborative Platform» an, auf der Investoren Initiativen veröffentlichen und Verbündete für ihre Engagement-Prozesse suchen können. Engagement-Aktivitäten sind überdies in den Kontext der Wesentlichkeit und Verhältnismässigkeit zu setzen. Je nach Grösse der Beteiligung der Anlagestrategien, der Kapitalisierung des Unternehmens, des Entwicklungsstadiums des Unternehmens und weiterer Faktoren können Engagement-Aktivitäten in unterschiedlichem Ausmass stattfinden. Aktivitäten im Bereich ESG-Engagement werden im Rahmen der ordentlichen Dokumentation zu den Unternehmensgesprächen protokolliert. Mitunter eignen sich einzelne Fallstudien für Publikationszwecke, die dann auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden.
Des Weiteren vertritt die Bellevue Asset Management AG die langfristigen Interessen unserer Anleger auch mittels aktiver Ausübung unserer Stimmrechte anlässlich der General- bzw. Hauptversammlungen unserer Portfoliounternehmen durch Proxy Voting.
CLIMATE-CHANGE-FAKTOREN
In Übereinstimmung mit dem Pariser Klimaabkommen vom Dezember 2015 bekennt sich Bellevue Asset Management AG zu den Klimazielen und unterstützt Massnahmen zur Reduktion der Erderwärmung. Wir legen Wert auf klimafreundliche Portfolios, die zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens beitragen können. Die CO2-Intensität (Tonnen CO2 pro USD 1 Mio. Umsatz) wird regelmässig auf Portfolioebene gemessen und gegenüber dem relevanten Investitionsuniversum oder der Fondsbenchmark beurteilt. Es gilt aber auch festzuhalten, dass die Mehrheit unserer Investments im Gesundheitssektor veranlagt ist, der naturgemäss vergleichsweise geringeren CO2-Emissionen ausgesetzt ist als Industrie-, Rohstoff- oder Energiesektoren.
Nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (PAI)
Bellevue Asset Management AG berücksichtigt derzeit keine nachteiligen Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren (sogenannte Principle Adverse Indicators), da im Markt zurzeit die massgeblichen Daten, die zur Feststellung und Gewichtung der nachteiligen Nachhaltigkeitsauswirkungen herangezogen werden müssen, nicht in ausreichendem Umfang vorliegen. Spätestens ab dem 31. Dezember 2022 wird Bellevue Asset Management AG Informationen darüber bereitstellen, ob und wie die wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Anlageentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigt werden.
Vergütungspolitik
Innerhalb der Bellevue Group gelten für alle Vergütungen folgende übergeordnete Grundprinzipien:
Die Vergütungen sind für die Mitglieder der Verwaltungsräte und der Gruppengeschäftsleitungen sowie für alle Mitarbeitenden transparent, nachvollziehbar, fair und angemessen. Alle Vergütungen haben der operativen und strategischen Verantwortung, der Qualität der Arbeit sowie der Belastung der jeweiligen Funktion ausgewogen Rechnung zu tragen. Die Vergütungen sollen funktionsgerecht sein und zu einem wesentlichen Teil durch die individuelle Erreichung der quantitativen wie auch qualitativen Ziele sowie durch die Ergebnisse der Bellevue Group und der entsprechenden Gesellschaften geprägt werden. Bei der Festlegung der Vergütungen ist zu berücksichtigen, dass diese im Vergleich zu Unternehmen des gleichen Arbeitsmarktes und Wirtschaftsbereiches verhältnismässig und konkurrenzfähig sind, wobei die Vergütungen unabhängig vom Geschäftsgang tragbar sein müssen. Schwerwiegende Verstösse gegen interne oder externe Vorschriften (inkl. ESG/Nachhaltigkeit) führen zu einer Reduktion oder einer Verwirkung der variablen Vergütungen.
Weiterführende Informationen werden im jährlichen Vergütungsbericht der Bellevue Group festgehalten.
Signatory of UN PRI
Unsere Überzeugungen werden mit der Unterzeichnung der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) durch die Bellevue Asset Management AG untermauert. Als institutioneller Investor sind wir seit jeher verpflichtet, langfristig im besten Interesse unserer Anspruchsgruppen zu handeln. In dieser treuhänderischen Funktion sind wir aber davon überzeugt, dass Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance (ESG)-Themen sich noch stärker auf Risiko-Rendite-Profile von Anlageportfolios auswirken werden und damit deren Performance beeinflussen. Wir erkennen auch an, dass die Anwendung dieser Grundsätze die Interessen der Anleger besser mit den breiter gefassten Zielen der Gesellschaft in Einklang bringen kann.
Des Weiteren ist die Bellevue Asset Management AG Unterzeichner des EUROSIF-Transparenzkodex für nachhaltige Anlageprodukte und hält für den BB Adamant Sustainable Healthcare (Lux) Fonds, den ersten nach strikten Nachhaltigkeitskriterien gemanagten Anlagefonds für Gesundheitsunternehmen, das österreichische Umweltzeichen für nachhaltige Finanzprodukte.