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Wenn man Spanisch lernen möchte und einige Wochen Zeit dafür hat, sollte man dies in Xela, Guatemala tun. Der Ort ist sehr authentisch und die Guatemalteken sprechen ein deutliches und langsames Spanisch.
(Fotos: Gabriela Rolli)
Die Fahrt ist anstrengend, obwohl die Strassen eben und geteert sind. Ein Geschenk von Europa. Der Weg führt an Vulkanen vorbei, schlängelt sich bis auf 3700 Meter in die Höhe und wieder runter und endet nach weiteren zwei Stunden in einer kleinen Stadt namens Xela. Ein bizarres Bild. Die Stadtgrenze, umgeben von sattestem Grün; besprenkelt jedoch mit Farben, welche die Natur nicht hergibt. Auf den Wiesen liegen Plastik- und Aluminiumabfälle und in den Wäldern werden Kühlschränke und Autos entsorgt. Umrundet von Bergen, kräftigen Bäumen und dicken Sträuchern, erwartet man eine Luft, die vom Wind, sauber und kühl durch die Strassen geweht wird. Die alten Schulbusse, ein Geschenk der Vereinigten Staaten von Amerika, deren Abgase ihren Weg durch die kleinsten Ritzen und engsten Gassen bahnen, verstinken jedoch die Luft von Xela.
Hier, in dieser kleinen, verdreckten Stadt im Westen von Guatemala, wo der Fussgänger keine Rechte, die Wege vom Kot der unzähligen, verwahrlosten Strassenhunde verschmiert sind, die indigenen Frauen sich mit Körben auf ihren Häuptern und verschwitzten Leibern in die ewig überfüllten Busse drängen, wo der Mann weder kochen noch waschen kann; hier lernte ich während zwei Wochen Spanisch. Die Schule Celasmaya erinnert an ein Cafe. Die Tische, an denen jeder einzeln mit seinem persönlichen Lehrer oder seiner persönlichen Lehrerin sitzt, sind mit farbigen Tüchern gedeckt. Mit einer Tasse Tee oder Kaffee nimmt man also an einem solchen Tisch platz und blickt in den grünen Innenhof, während einem die Vögel, fröhlich zwitschernd, auf den Kopf sitzen – Ist mir echt passiert, kein Scherz.
Jede Woche bekommt man einen neuen Lehrer zugeteilt, damit man etwas Abwechslung hat und man auch von den verschiedenen Lehrmethoden profitieren kann. Bei fünf Stunden Schule am Tag lernt man in kurzer Zeit sehr viel. Ausserdem werden täglich Ausflüge organisiert, an denen man teilnehmen und so auch einen Teil des schönen Landes und seine wunderbaren Bewohner kennen lernen kann.
Wenn man sich nachmittags nützlich erweisen möchte, organisiert einem die Schule auch Volontariatseinsätze. Die Woche kostet nur 150 US$ inklusive Unterkunft und Verpflegung bei einer guatemaltekischen Familie.