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Unbestritten ist ein von Seth Putterman und Mitarbeitern am Acoustics Lab der University of California entwickeltes Verfahren: Gemäss der Zeitschrift «Nature» vom 28. April 2005 werden mit einem Lithiumtantalat-Kristall Deuteronen so stark beschleunigt, dass es auf einem geeigneten Target zu Kernverschmelzungen kommt.
Zweifel an der Methode von Taleyarkhan
Die Fachwelt weniger zu überzeugen vermag hingegen eine Gruppe um Rusi Taleyarkhan an der Purdue University. Ihre Methode besteht darin, Bläschen in deuteriertem Azeton mit Ultraschall so heftig implodieren zu lassen, dass die Schwellenenergie zur Zündung von Kernverschmelzungen erreicht wird. Eine erste Arbeit über diese so genannte Sonofusion publizierten Taleyarkhan - damals noch am Oak Ridge National Laboratory - und Mitarbeiter im März 2002 in der Zeitschrift «Science». Verschiedene Versuche, das Experiment unabhängig nachzuvollziehen, sind seither gescheitert. Auch blieben Fragen zum Energiespektrum der freigesetzten Neutronen offen. Taleyarkhan verwendete eine externe Neutronenquelle, um die Blasenbildung im Azeton zu steuern. Deren Spektrum unterscheidet sich nach unabhängiger Beurteilung nicht ausreichend vom Spektrum der Neutronen, die er der Fusion zuschreibt. Diese offene Frage und auch die Weigerung von Taleyarkhan, andere Forscher bei der unabhängigen Überprüfung seiner Arbeit zu unterstützen, kommentierte «Nature» in der Ausgabe vom 8. März 2006 kritisch. Die Zeitschrift kommt zum Schluss, es bestünden begründete Zweifel, ob Taleyarkhan sich bei der Deutung seiner Beobachtungen nicht getäuscht habe. Um die Stichhaltigkeit dieser Kritik zu untersuchen, hat die Purdue University jetzt einen unabhängigen Prüfungsausschuss unter dem Vorsitz ihres Vice President for Research, Peter Dünn, eingesetzt. Die Prüfung dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen.
Quelle
P.B. nach Purdue University, News Service, 8. März, und Neue Zürcher Zeitung, 15. März 2006