Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/2103

Mensch und Tier
Murmeltiere sind Wildtiere. Wahrscheinlich wegen ihres gefälligen Aussehens werden sie von den Menschen geliebt und finden schon seit Jahrhunderten Eingang in Literatur und Kunst.
Im 18. Jahrhundert wurden gezähmte Murmeltiere häufig von Bettelkindern aus Savoyen auf Jahrmärkten als Attraktion gezeigt. Goethes Marmottenlied, von Beethoven vertont, deutet auf die Bekanntheit solcher Jahrmarktszenen hin.
Unabhängig von der jagdlichen Nutzung und der Bedeutung für die Volksmedizin scheint das Murmeltier im abendländischen Brauchtum und darüber hinaus immer wieder auf. So existieren in den Alpen zahlreiche Märchen und Sagen, in denen die Menschen eng mit den Murmeltieren zusammenleben und sich auch in solche verwandeln können.
Daneben gaben Murmeltiere auch Anlass zu Wetterprophezeiungen. So wurde beobachtet, ob die Tiere 'Heuernte' halten, ob sie bei Sonnenschein draussen spielen, wie oft sie pfeifen oder kläffen oder wann sie ihre Höhle verschliessen.
In der Fremdenverkehrswerbung ist das Alpenmurmeltier ein verbreitetes Medium. Es symbolisiert Gemütlichkeit, Familiensinn und hält sich gerne in angenehmer Umgebung auf.
Jagd
In der Schweiz und in Österreich werden mehr als 10'000 Murmeltiere auf der Jagd erlegt. Heute werden mit der Jagd dem Lebensraum angepasste Wildbestände mit einer naturnahen Alters- und Geschlechterstruktur und einer artgerechten Verteilung angestrebt. Die Hochjagd dauert im Kanton Graubünden vom 9. bis 30. September, die Niederjagd vom 1. Oktober bis 30. November und die Steinwildjagd vom 4. bis 24. Oktober.
Die Tiere können mehrfach 'genutzt' werden:
Das Fleisch wird zu Ragout verarbeitet. Früher meinte man, Murmeltierfleisch erleichtere die Schmerzen der Frauen bei der Geburt, wirke gegen Schlaflosigkeit und heile Erkältungen.
Das Fett wird ausgelassen und als Öl verwendet. Murmeltieröl wird in der Volksmedizin seit Jahrhunderten bei rheumatischen Schmerzen, bei Verkrampfungen, Verspannungen und Hautkrankheiten angewandt.
Das Fell wird als Polsterung verwendet. Man schreibt ihm auch heilende Wirkung bei Rheuma zu.
Aus Zähnen (Grandeln) gibt es Schmuck.