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Im ungetellten Kanton Basel des 18. Jahrhunderts ruhte die kantonale Militärmacht hauptsächlich auf den Schultern der Landbevölkerung. Im Gegensatz zu den Bürgern der Stadt forderte die Wehrpflicht von den Untertanen auf dem Land regelmässigen Militärdienst. Landleute leisteten vom 16. bis zum 60. Altersjahr Dienst in einem der beiden Regimenter der Landmiliz. Exerziert wurde jeweils an bestimmten Sonntagen nach dem Gottesdienst. Der Geistlichkeit war die Entweihung des Sonntags ein Dorn im Auge, aber die Obrigkeit wer der Ansicht, dass die Untertanen auf dem Lande sich besser an ihrem freiem Tage mit den Waffen übe, als die Zeit mit Kegeln, Trinken, Tänzen oder noch Schlimmerem zu vertun. Das Exerzieren musste jedoch rechtzeitig beginnen, denn man hielt auch fest, dass es nach 3 Uhr nachmittags unmöglich sei, einen Landmann auf den Exerzierplatz zu bekommen.
Unsere beiden Landmannen tragen die Uniform der Ordonnanz 1776. Links mit Federbusch auf dem schwarzen Dreispitz steht ein Grenadier, rechts neben ihm ein Füsilier, dessen Dreispitz eine weisse Borte hat. Der dunkelblaue Frack hat Auf- und Überschläge in Scharlachrot. Die Knöpfe bestehen aus Weissmetall. Darunter wird eine Weste in der Farbe des Frackes getragen. Die Hosen sind ebenfalls dunkelblau, die Hosenbeine stecken in hohen weissen Gamaschen. Die Patronentasche hängt an einem Bandulier über der linken Schulter. Beim Grenadier sieht man auf dem weissledernen Bandulierriemen als besonderes Zeichen seines Elitestatus eine Luntenbüchse aus Messing. Bajonett und Säbel tragen die Männer am Ledergurt, eine Basler Eigenheit damals.
Die Steinschlossgewehre kantonaler Ordonnanz, Uniform und Montur mussten die Wehrpflichtigen selber anschaffen. Zur Durchsetzung der Wehrpflicht wurde angeordnet, dass sich jeder Heiratswillige mit Gewehr und Blankwaffen beim Vogt ausweisen müsse, man forderte auch, dass der Bräutigam in Uniform mit Seitengewehr vor den Altar trete. Es wird auch von jungen Landmannen berichtet, welche sich ordonnanzwidrig gut sitzende Uniformen schneidern liessen, denn oft war die Musterung von weiblichem Publikum besucht. Da wurde auch festgestellt, dass diese Damen bei den Baselbietern mehr bewirkten, als die strengsten Drillmeister, denn ein jeder bemühte sich, unter den Augen der Damen nicht durch ungeschicktes Exerzieren aufzufallen und so zum Gespött im Dorfe zu werden.
Roger Rebmann, Basel