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Im letzten Beitrag ging es um langweiliges Steuerrecht – heute geht es um etwas spannenderes Unternehmensrecht. Hier hast Du nämlich die Auswahl aus 5 Arten von Unternehmen, die Du gemeinhin offshore gründen kannst. Dies ist natürlich wiederum von Land zu Land unterschiedlich. Je nach Land gibt es unterschiedliche Möglichkeiten und je nach Land unterschiedliche Gesetzgebung zu diesen Unternehmensformen.
Darüber hinaus gibt es auch noch andere Unternehmensarten. Dieser Beitrag zeigt Dir aber die große Mehrheit der 5 am Meisten verwendeten Arten von Offshore-Unternehmen. Jede Unternehmensform hat dabei ihre eigenen Stärken und geeigneten Nutzen. Es handelt sich um:
- IBC: International Business Company
- PLC: Private Limited Company
- LLC: Limited Liability Company
- GBC: Global Business Company
- SÀRL: Société à responsabilité limitée (French) oder Sociedade anónima de responsabilidade limitada (Portuguese)
IBC: International Business Company
Diese Art eines Offshore-Unternehmen gleicht einem privaten Limited-Unternehmen. Es hat Beteiligungen und Beteiligungskapital, doch werden diese nicht öffentlich gehandelt. Es gibt weiterhin einen Vorstand – wie in jeder „normalen“ Limited. Einziges Manko: Du kannst keine Geschäfte in dem Land machen, indem das Unternehmen registriert wurde.
Zu diesen Ländern, wo IBCs möglich sind, gehören die meisten, da International Business Companies die beliebtesten Formen von Offshore-Unternehmen sind. Insbesondere die kleinen Karibik-Staaten wie Anguilla, St. Vincent, Nevis, Belize, Bahamas und Dominica oder auch die Seychellen sind hier führend, bieten aber jede ihre eigene spezielle Gesetzgebung zu Buchhaltungspflichten und anderen Aspekten.
Vorteile einer International Business Company sind mannigfaltig:
- kaum Beschränkungen auf Deine Geschäfts-Aktivitäten
- benötigt nur einen Direktor und Shareholder, die meist die gleiche Person sein können
- keine Buchprüfungen (obwohl Buchhaltung oft verpflichtet ist)
- keine Besteuerung, nur eine Gebühr zwischen meist 100$ bis 500$ pro Jahr
- viele Suffixe wie Ltd, S.A., Corporation, Corp., Inc. oder Incorporated möglich
PLC: Private Limited Company
Nach den IBCs sind PLCs die zweitbeliebteste Variante. Das kommt daher, weil sie meist weniger vertraulich sind als eine International Business Company. Hier müssen gewöhnlich Unterlagen gesammelt und Buch geführt werden. Buchprüfungen sind durchaus möglich und gelegentlich ist eine minimale Besteuerung zu erwarten.
Private Limited Companies gibt es in vielen verschiedenen Variationen, die lokal oft einen anderen Namen tragen. In Luxembourg, Monaco, der französischen Schweiz und im Libanon ist es etwa die „Société Anonyme“ (S.A.). in Panama, Uruguay und Costa Rica die Sociedad Anónima (S.A.), in der deutschsprachigen Schweiz und Liechtenstein die Aktiengesellschaft (A.G.).
LLC: Limited Liability Company
Limited Liability Companies gibt es in fast jedem englisch-geprägten Land und damit auch offshore. Beispiele sind etwa Nevis, Anguilla, die Marshall-Inseln oder sogar mit vielen Vorteilen in der USA mit ihrem Bundesstaat Delaware.
Drei andere Jurisdiktionen ermöglichen Dir eine Gründung einer LLC, haben aber einen anderen Namen dafür. In Belize heißt es Limited Duration Company, was das Unternehmen nur eine Existenz von 50 Jahren zubilligt. In Panama und Costa Rica heißt eine LLC „Sociedad de Responsabilidad Limitada“.
GBC: Global Business Company
Diese Form von Offshore-Unternehmen existiert nur auf der afrikanischen Insel Mauritius inmitten des Indischen Ozeans. Die Global Business Company gibt es in 2 Formen:
1. Klasse 1: Das Offshore-Unternehmen sitzt in Mauritius. Die Besteuerung variiert zwischen 0% und 3%. Buchführung und ein lokaler Direktor sind Pflicht. Durch Doppelbesteuerungsabkommen mit vielen Ländern ergeben sich teils aber attraktive Vorteile.
2. Klasse 2: Das Offshore-Unternehmen wird nicht aus Mauritius geführt. Es ist fast identisch mit einer International Business Company.
SÀRL: Société á responsabilité limitée
Französisch beeinflusste Länder sind nicht dem englischen Common Law, sondern eher den deutschen GmbHs gefolgt. Ähnlichkeiten gibt es aber zur britischen Private Company Limited by shares und den amerikanischen Limited Liability Partnerships. Die Portugiesen haben das System später in Form der „Sociedade anónima de responsabilidade limitada“ übernommen.
SÀRLs findet man deshalb offshore etwa auch in Macao oder Mosambik. Oder im Libanon, Luxemburg, Monacao, der Schweiz, Madagaskar und Algerien.
Welche Länder eignen sich am besten für Offshore-Unternehmen?
Plötzlich hast Du sehr viele Länder, in denen Offshore-Unternehmen möglich sind. Doch in welchen Ländern lohnen sich Offshore-Unternehmen wirklich? Und welche Rechtsform solltest Du dabei eingehen?
Wie im letzten Beitrag gesagt hängt das sehr von Deinen Präferenzen ab.
Bevorzugst Du Anonymität, wenig Pflichten und keine Besteuerung, so musst Du mit wenig Reputation und möglicher Instabilität rechnen. Bevorzugst Du etwas Besteuerung und Buchhaltung zugunsten von Stabilität und Reputation, ist dies ebenfalls völlig legitim.
Für erste Klasse sind vor allem die International Business Company interessant. Für die zweite lassen sich eher bei den anderen Unternehmensformen geeignete Modelle finden. Mit der großen Mehrheit an IBCs ist es jedoch Tatsache, dass Anonymität, Steuerfreiheit und keine Buchhaltungspflichten viele Menschen zu Offshore-Unternehmen bewegen.
Das ist auch keineswegs unmoralisch.
„Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben“ sind schließlich die Anreize für ein Offshore-Unternehmen. Reputation ist für viele Einzelunternehmen zweitrangig. Die Öffentlichkeit interessiert sich ohnehin nicht für sie.
Genaueres über die einzelnen Länder und ihre besonderen Anforderungen erfährst Du in den nächsten Wochen. Je nach Land sind Pflichten und Rechte unterschiedlich – manche Offshore-Ziele lohnen sich daher mehr als andere. In manchen ist es sehr einfach ein Unternehmen offshore zu registrieren, in manchen ohne Kontakte recht schwierig. In allen macht es jedoch Sinn.
Falls Du einen asiatischen Geheimtipp für ein geeignetes Offshore-Unternehmen suchst, trage Dich unbedingt in den Newsletter ein. Bereits nächste Woche ist es soweit für diesen Geheimtipp.
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Bis dahin: geh offshore – Weil Dein Leben Dir gehört!
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