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Es geht nicht mehr. Jürgen Klopp ist müde, der Dauerstress und die pausenlose Arbeit an der Seitenlinie und auf dem Trainingsplatz haben ihn erschöpft. Der 56-Jährige hat die Zeichen erkannt und den Entschluss gefasst: Ende Saison ist Schluss beim FC Liverpool.
Im Oktober 2015 übernahm Klopp in Liverpool von Brendan Rodgers. Er kam aus Dortmund, wo er Borussia zwei Mal zum Meistertitel, zu einem Pokalsieg und in den Champions-League-Final geführt hatte.
Schon seine Antrittsrede bei den «Reds» ebnete Klopp den Weg in die Herzen der Fans. Als Gegenentwurf zu José Mourinho, der sich beim Amtsantritt bei Chelsea zum «Special One» ernannt hatte, betonte Jürgen Klopp: «I am the Normal One.»
In Liverpool sollte er das schaffen, was vor ihm ein Vierteljahrhundert keinem gelang: Den grossen Klub wieder einmal zum Meistertitel zu führen. Seit 1990 rannte Liverpool diesem Ziel hinterher, als Rekordmeister wurde es vom ewigen Rivalen Manchester United abgelöst.
Klopp schaffte es, der Stadt diesen Traum zu erfüllen. Doch das gelang nicht gleich von heute auf morgen. Die erste Saison unter ihm schloss Liverpool auf Rang 8 ab, übernommen hatte er das Team im Herbst auf Platz 10. Dazu setzte es Niederlagen im Ligacup-Final und im Final der Europa League.
Doch Jürgen Klopp hatte einen Plan. Er erkannte die Schwachstellen in seinem Kader und er veränderte und verbesserte seine Mannschaft Jahr für Jahr. Mohamed Salah und Sadio Mané waren wohl seine Königstransfers. 2018 zog der FC Liverpool in den Champions-League-Final ein und verlor ihn nach denkwürdigen Patzern des Torhüters Loris Karius gegen Real Madrid.
Ein Rückschlag, der hart zu verkraften war. Aber dem Menschenfänger aus dem Schwarzwald gelang es, ihn wegzustecken. Schon in der Saison darauf stand sein Team erneut im Endspiel der Champions League. Nun hütete der Brasilianer Allison das Tor und die Abwehr wurde von Virgil van Dijk zusammengehalten, der als teuerster Verteidiger der Geschichte für 85 Millionen Euro nach Liverpool wechselte.
Nachdem der Trainer in seiner Anfangszeit an der Anfield Road vor allem die Offensive verstärkt hatte, verlieh er ihr nun auch defensiv grosse Stabilität. Liverpool schlug Tottenham Hotspur 2:0. Sechs Jahre nach der Final-Niederlage mit dem BVB gegen Bayern München durfte «Kloppo» im dritten Anlauf endlich den berühmten Henkelpott in die Höhe stemmen.
Aber da war ja noch etwas. Die ungestillte Sehnsucht nach dem ersten Meistertitel seit den Tagen von John Barnes und Ian Rush. In der Saison mit dem Champions-League-Triumph verlor Liverpool in der Premier League nur ein Spiel, holte 97 Punkte in 38 Partien – und wurde dennoch nicht Meister, weil Manchester City am Ende noch einen Zähler mehr auf dem Konto hatte.
Kein Jahr später, im Frühling 2020, war der FC Liverpool der Konkurrenz schon so weit enteilt, dass niemand mehr am Meistertitel zweifelte. Jürgen Klopp hatte sein Team zur geölten Maschine geformt, deren Zahnräder perfekt ineinandergriffen. Die Aussenverteidiger gingen nach vorne, das Mittelfeld sicherte ab, vorne lieferte der Dreizack Salah, Mané und Roberto Firmino.
30 Jahre nach dem letzten Mal war die grosse Mission erfüllt. Nie vorher in der Premier-League-Geschichte war ein englischer Meister so überlegen: Schon sieben Runden vor dem Ende war der Titel des FC Liverpool unter Dach und Fach.
Man hatte sich jahrelang ausmalen können, wie die Stadt vor Freude explodieren würde, sollten die «Reds» endlich wieder einmal Meister werden. Doch dann gelang das ausgerechnet nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie, zu einer Zeit, als ohne Fans gespielt wurde und man auf Abstand zu seinen Mitmenschen gehen musste. Wenig überraschend hielt sich nicht jeder Anhänger an das Gebot der Stunde.
Normal war dieser Titelgewinn nicht, genauso wenig wie Jürgen Klopp bloss ein normaler Trainer ist. Für seine grossen Verdienste für den Klub hat ihn die Stadt Liverpool 2022 zum Ehrenbürger ernannt.
Die älteren Fans hatten Bill Shankly und Bob Paisley, sie hatten Kenny Dalglish. Jürgen Klopp reihte sich in diese Riege der ganz grossen Liverpool-Trainer ein. Der «Normal One» geht als ein «Very Special One».
Artur Jorges Nati-Debüt geht gründlich in die Hose. Nach dem blamablen 1:1 in Luxemburg titelt die grösste Schweizer Boulevard-Zeitung: «Senhor Jorge, so wird unsere Nati morsch!» Auch das zweite Testspiel unter dem Portugiesen geht in die Hose. Nach dem nicht weniger blamablen 0:1 in Österreich muss am 24. April 1996 im dritten Test vor der EM 1996 unbedingt ein Sieg her.