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Geschichte
Beim Erwerb der Liegenschaft durch die Gemeinde Kilchberg war vorerst ein Grundstück, die sogenannte Schwingmulde, ausgeschieden. Schon an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 1982 wurden Stimmen laut, dieses Stück Land ebenfalls käuflich zu erwerben. Die Eigentümer waren damit einverstanden, wenn auch zu anderen Bedingungen, war doch das Grundstück im Rahmen des Kaufvertrages als Bauland ausgeschieden worden.
Mit dem Kauf der Schwingmulde konnte der alte traditionelle Standort des "Kilchberger Schwinget" sichergestellt werden. Die Gemeinde Kilchberg erklärte sich beim Erwerb des Gutsbetriebes bereit, das zur Durchführung des "Kilchberger Schwinget" benötigte Land zur Verfügung zu stellen und für die durch eine eventuelle Verlegung des Festplatzes entstehenden Mehrkosten aufzukommen.
Der Kilchberger Schwinget geht auf eine Initiative von Dr. Emil Huber zurück, der diesen 1927 ins Leben rief. Er war seit seiner Jugendzeit ein grosser Anhänger des Schwingsportes. Mitte der Zwanzigerjahre wurden neue Sportarten, wie volkstümliches Turnen, Leichtathletik und Fussball, immer populärer und vermochten eine grosse Zahl von Zuschauern anzulocken. Um dieser Herausforderung von Massenveranstaltungen zu begegnen, entstand die Idee für einen schweizerischen, alle paar Jahre am selben Ort durchzuführenden Schwinganlass ohne Titelrivalitäten, ohne Kränze, aber auch ohne Eintrittsgelder.
In einer Jubiläumsbroschüre heisst es: „Es mag den Initianten des Kilchberger Schwinget vorgeschwebt haben, eine Atmosphäre zu schaffen, die vom Urkampf der Sennenschwinger auf der Alpenmatte vor der Hütte draussen durch ein übendes Schwingerpaar ausgeht.“
Trotz verschiedenen Geburtswehen konnte am 11. September 1927 der erste Kilchberger Schwinget, allerdings noch im Sanatorium, durchgeführt werden. Bei anhaltendem Regen wohnten 1200 Personen diesem Anlass bei. Tagessieger aus dem 42köpfigen Feld wurde Fritz Hagmann.
Der Andrang wurde so gross, dass 1932 der Kilchberger Schwinget in die Schwingmulde im Stockengut verlegt wurde. Diese bildete schon von der Bodenbeschaffenheit her einen idealen Durchführungsort. Schon bald wurde der Dorfbach (Stockengut-Bächler-Hornhalde-Horn) im Bereich der Schwingmulde eingedeckt, und auch durch kleinere Anpassungen des Geländes wurden Voraussetzungen für die Durchführung unter idealen Verhältnissen geschaffen.
Um den Fortbestand zu sichern, gründete Dr. Emil Huber ein Jahr nach dem 2. Kilchberger Schwinget im Jahre 1933 den „Huber-Fonds“. Im Grundsatzartikel heisst es: „Zweck der Stiftung ist die Beschaffung der notwendigen Mittel, um dem Schwingklub Zürich die periodische Durchführung eines Freundschaftsschwingets zu ermöglichen und dem Schwingen, unserem vaterländischen Volksspiel, in treuer Anhänglichkeit zu dienen.“
Nach dem Tod des Gründers im Jahre 1938 übernahm dessen Bruder Dr. Hans Huber das Präsidium der Stiftung und danach Conrad (Coni) Conzett. Heute liegt diese verantwortungsvolle Aufgabe in den Händen von Dr. Peter Conzett.
Seit dem Kilchberger Schwinget im Jahre 1990 nehmen rund 12'000 Zuschauer teil. Für einen Tag wird Kilchberg zur Arena der Schwinger. Ab morgens um drei oder vier Uhr strömen die Schwingerfreunde aus der ganzen Schweiz zu diesem Anlass, für den keine Eintrittskarten verkauft werden. Die Zuteilung der Steh- und Sitzplätze erfolgt durch den Eidgenössischen Schwingerverband, und zwar im Verhältnis zur Grösse der Schwingklubs. Die Wiesen ums Stockengut verwandeln sich in einen riesigen Parkplatz, und in der Schwingmulde erküren die Schwinger ihren Tagessieger auf den beiden Ringen.
Die interessierten Kilchberger können ebenfalls unentgeltlich in „ihrem Stockengut“ dem Anlass beiwohnen. Dafür erhält die Gemeinde ein Kontingent an Eintrittskarten. Der Kilchberger Schwinget hat eine derartige Breitenwirkung, dass er 1990 sogar weltweit über CNN am Fernsehen übertragen wurde.
Der 15. Kilchberger Schwinget ging am 07.09.2008 über die Bühne, Sieger wurde der Berner Stucki Christian.
Die nächste Austragung findet am Sonntag, 7. September 2014 statt.