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Merenschwander-Knaben werden in andern Dörfern mit dem Spitznamen Speckbuben beschimpft; dieser aber soll sich nicht auf die Dorfloos beziehen, sondern aus folgendem Geschichtchen entstanden sein.
In der Säugasse soll eine Frau von ihrem Manne sehr kurz gehalten worden sein, so daß sie, trotz ihres Bemühens, nie Gelegenheit hatte, nebenbei etwas zu ernaschen. Da sei sie auf den Einfall gekommen, am Sonntagmorgen Kindswindeln zu brühen, aber in diese hinein heimlich ein Schwein-Schäufelein zu wickeln, das sie dann, während der Mann in der Kirche war, zu essen gedachte. Gedacht, getan. Nun aber trat zufällig ein Ortsfremder zum Besuch ins Haus und traf die Frau gerade über dem Auseinanderlegen der fetten Windeln. So kam die Sache aus und der Spitzname Speck ging aufs ganze Dorf über.
(N. Moos von Merenschwand.)
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 97 – 101
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.