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Am ersten Tag nahmen sie zusammen mit Gästen, Hochschullehrern und Studenten der Katholischen Universität Sankt Antonius von Murcia (UCAM) am «Internationalen Kongress über Familiennetzwerke» zum Thema «Gegenmittel zur Einsamkeit» teil. Die Veranstaltung, war von der UCAM ausgerichtet und von der FAFCE in Zusammenarbeit mit dem Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) organisiert worden. Der Kongress war eine direkte Frucht der Ansprache von Papst Franziskus an die Mitglieder der FAFCE aus dem Jahr 2022, einen fruchtbaren und wirksamen Geist der Gemeinschaft und Zusammenarbeit zwischen den europäischen Familien zu fördern, ein echtes «Gegenmittel zur Einsamkeit».
In seiner Eröffnungsansprache erinnerte Erzbischof Bernardito Cleopas Auza, Apostolischer Nuntius im Königreich Spanien und im Fürstentum Andorra, an die grundlegende Rolle der Familie bei der Pflege des gemeinsamen Hauses und erklärte, dass «die Familie eine Schule der Menschlichkeit ist».
Mark Regnerus, Präsident des Austin-Instituts (USA) machte in seinem leidenschaftlichen und aufschlussreichen Vortrag darauf aufmerksam, wie die von Soziologen und Forschern gestellten Fragen die Denkweise prägen, und betonte, dass ohne gesunde Familien egalitäre Ziele sinnlos seien, da Geld umverteilt werden könne, geistiges Kapital hingegen nicht.
In zwei Rundtischgesprächen wurde über die Gründung und den Ausbau von Familiennetzwerken diskutiert sowie über die Frage, wie man die Stimme der Familie in der Öffentlichkeit zur Geltung bringen könne.
An ihrer Vorstandssitzung waren die Folgen der Gender-Theorie ein wichtiges Thema. Amanda Zurface, Catholic Church Outreach Specialist von «Covenant Eyes», hielt eine Online-Präsentation über die Folgen des Online-Pornografiekonsums. «Covenant Eyes» ist ein Softwareunternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten, das sich auf die Bekämpfung von Online-Sucht und die Folgen von Pornografie spezialisiert hat.
Einsamkeit als Folge des digitalen Wandels
Der FAFCE-Vorstand verabschiedete während seiner Arbeit eine Resolution zum Thema «Die Krise der Einsamkeit in Zeiten des digitalen Wandels: Familiennetzwerke als Agenten des Wandels».
Die Resolution erinnert daran, dass gemäss der «Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte» und Artikel 5 der «UN-Konvention über die Rechte des Kindes» die Eltern die ersten Erzieher ihrer Kinder sind. Sie betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Erziehung aller Menschen, wie sie in der Enzyklika «Laudato Si'» (2015) dargestellt wird und verweist auf das Apostolische Schreiben «Familiaris Consortio» (1981), das die Familien aufruft, «in dem Bewusstsein zu wachsen, ‹Protagonisten› dessen zu sein, was als ‹Familienpolitik› bezeichnet wird, und Verantwortung für die Umgestaltung der Gesellschaft zu übernehmen».
Der FAFCE-Vorstand stellt in seiner Resolution weiter fest, dass die Krise der Einsamkeit, die unsere Gesellschaft erlebt, nicht ignoriert werden darf, und dass sie mit der rasanten Entwicklung der künstlichen Intelligenz sowie der Informations- und Kommunikationstechnologien in den letzten Jahren zusammenhängt.
Die emotionale Gesundheit und die Sozialisation der Kinder müssen vor den negativen Auswirkungen der Virtualisierung und des Fernunterrichts geschützt werden. «Wir erkennen an, dass die Technologie zwar viele Vorteile bieten kann, aber auch wichtige Entwicklungsfähigkeiten im Zusammenhang mit der menschlichen Kommunikation und dem Umgang mit anderen beeinträchtigen kann.»
Der FAFCE-Vorstand bedauert das Fehlen wirksamer rechtlicher Instrumente, um Kinder wirksam vor dem Zugang zur Online-Pornografie zu schützen.
Die Resolution ruft die Europäische Union und ihre Partner dazu auf, den Menschen in den Mittelpunkt des digitalen Wandels zu stellen, mit besonderem Augenmerk auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und in Anerkennung der vorrangigen Rolle von Familien und Familienverbänden. Sie fordert unter anderem die Einführung eines arbeitsfreien Sonntags und Förderung einer «Offline»-Ruhezeit, die sozialen Kontakten und der Sozialisierung innerhalb der Familie gewidmet ist. Es sollen Ressourcen und Massnahmen bereitgestellt werden zur Förderung einer ausgewogenen Nutzung der Technologie und zur Förderung der Möglichkeiten der Kinder, persönlich Kontakte zu knüpfen. Dabei sollen Familien, Eltern und Pädagogen in die Lage versetzt werden, ihren Kindern den richtigen Umgang mit digitalen Werkzeugen beizubringen und dabei auf ihre psychische Gesundheit und ganzheitliche Entwicklung zu achten. Ein wichtiges Augenmerk legt die Resolution auf die Online-Pornografie. Sie fordert die Sicherstellung der wirksamen Umsetzung des gesetzlichen Verbots des Zugangs von Kindern zur Online-Pornografie und wünscht die Einführung von Präventionsprogrammen, um das wachsende Problem des selbst erstellten sexuell eindeutigen Materials anzugehen. Online-Pornografie müsse als ein allgemeines Problem der öffentlichen Gesundheit anerkannt werden.
An der FAFCE-Vorstandssitzung nahmen zum ersten Mal zwei neue Beobachterdelegierte von den Bischofskonferenzen der nordischen Länder und Albaniens teil. Diese Teilnahme stellt einen ersten Schritt in Richtung der Gründung von lokalen Familienverbänden dar, wo es noch keine gibt.
Die «Föderation der katholischen Familienverbände in Europa» FAFCE wurde 1997 gegründet. Sie ist eine Dachorganisation, die ihren Mitgliedsverbänden als Plattform für den Erfahrungsaustausch mit Blick auf familienunterstützende Massnahmen und für die Diskussion familienpolitischer Themen dient.
FAFCE hat 19 Mitgliedsorganisationen aus 14 Ländern sowie 8 assoziierte Mitgliedsverbände.
FAFCE sichert die politische Vertretung von Familien in der Europäischen Union als auch im Europarat. FAFCE fördert mit ihrer Arbeit auf der Basis der katholischen Soziallehre die Schönheit von Familie, ihren Reichtum und die Würde eines jeden einzelnen Familienmitglieds. Die Föderation hat einen partizipativen Status beim Europarat und ist Mitglied der Plattform für Grundrechte in der Europäischen Union.
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