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6. Februar 2018 -
Thema: Paul Grüninger – ein Gerechter der Völker
Vortrag von Dr. Stefan Keller und Einweihung der Gedenktafel
Nach dem Einmarsch der Deutschen in Österreich im März 1938 führte die Schweizer Bundesregierung noch im selben Monat eine Visumspflicht für Österreicher ein und sperrte im August die Grenze für alle Flüchtlinge. Der St. Galler Polizeikommandant Paul Grüninger (1891 bis 1972) hielt sich nicht an die Anweisungen aus Bern und rettete in den Jahren 1938 und 1939 mehreren hundert, vielleicht einigen tausend Menschen das Leben. Sein Chef deckte ihn zunächst, liess ihn aber fallen, als seine eigene Stellung bedroht war; Grüninger wurde fristlos entlassen und 1940 wegen Amtspflichtverletzung zu einer geringen Geldstrafe verurteilt. Er und seine Familie wurden von vielen geächtet und lebten lange Zeit in prekären finanziellen Verhältnissen. Paul Grüninger starb 1972 als armer Mann.
Grüningers juristische Rehabilitierung erfolgte 1995, d.h. Jahrzehnte nach seinem Tod. Der Grosse Rat des Kantons St. Gallen entschädigte 1998 die Nachkommen für Grüningers Lohn-
Das Schicksal Grüningers machte insbesondere der Historiker Dr. phil. Stefan Keller bekannt mit seinem Buch Grüningers Fall – Geschichten von Flucht und Hilfe (https://rotpunktverlag.ch/titel/gruningers-
Nach einer Einführung von Susanne Scheiner, deren Mutter dank Paul Grüninger in die Schweiz einreisen konnte, wird Stefan Keller über den Flüchtlingsretter, aber auch über abgewiesene Flüchtlinge sprechen, und er wird nach seinem Vortrag das Gespräch mit dem Publikum aufnehmen. Im Anschluss daran folgt die Einweihung der Gedenktafel.
Eintritt frei -
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