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Hermann Göring, Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe meinte denn auch in den Nürnberger Prozessen, dass die zivilen Opfer zwar bedauerlich gewesen seien, aber damals «konnte man sich diese Erfahrung nirgendwo anders holen.» Das ist die zynische Logik eines Generals, der sich auf den Krieg vorbereitete. Der Angriff hatte offiziell zwei militärische Ziele: eine Brücke und eine Waffenfabrik. Beide blieben unversehrt. Dafür hatte die Zivilbevölkerung umso grössere Verluste zu beklagen. Zudem wurden rund 80 Prozent der Häuser zerstört.
Es war der erste Luftangriff seiner Art und kündete die neue Dimension der Luftkriegführung nach dem Ersten Weltkrieg an. Nur schon deshalb ist diese Bombardierung bedeutsam. Darüber hinaus ist die Zerstörung Gernikas in Picassos Bild «Guernica» meisterhaft festgehalten. Picasso hatte bereits 1936 den Auftrag erhalten, ein Bild für die Weltausstellung in Paris zu liefern. Nach dem verheerenden Angriff auf die baskische Stadt legte er alle Vorarbeiten zur Seite und begann mit der Komposition von «Guernica». Schwarz, grau und weiss sollten die Farben des Bildes sein. Zudem liess er sich u.a. stark von Grünewalds Isenheimer Altar inspirieren. So entstand ein Bild, das zu seinen bekanntesten Werken zählt und eindringlich die Erinnerung an das schreckliche Ereignis wachhält.
Nach der Ausstellung in Paris wurde das Bild noch in zahlreichen nordeuropäischen Städten und in den USA gezeigt. Picasso sagte einmal, er sei davon überzeugt, dass «ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann». Dem können wir nur zustimmen.