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Schweizer Meisterschaften im Freistil-Ringen in Schmitten
Der 25-jährige Pascal Jungo (54 kg) konnte nach dem 2. Platz im Vorjahr seinen vierten Freistil-Titel vor heimischem Publikum feiern. Je zweimal war er schon Zweiter und Dritter gewesen, und im Greco-Ringen besitzt er eine Bronzemedaille. Im Final gegen Christian Siegrist (Einsiedeln) ergriff Jungo schnell die Initiative. Nach 2 Minuten stand es 2:0; dann ging es schnell und der Schmittner gewann nach 4:37 Minuten mit technischer Überlegenheit 10:0. Der Gegner war zu schwach, als dass es einen spannenden Kampf hätte geben können. Titelverteidiger Röthlisberger, der wegen seinen Olympia-Qualifikationsturnieren nicht startete, wäre an diesem Tag für den in Hochform ringenden Jungo ein Gradmesser gewesen. «Ich habe gewusst, dass Siegrist auf Konter ringt. Ich habe deshalb sofort probiert, Punkte zu machen. Als ich dann vorne lag, schaute ich, nicht in einen Konter hineinzulauern», erläuterte Jungo seinen Finalkampf.
Im ersten Kampf hatte Pascal Jungo ein Freilos. Dann traf er auf Adrian Bucher (Luzern), gegen den er 7:0 führte und dann schulterte. Gegen Markus Weibel (Einsiedeln) und Marcel Ryser (Belp) gewann er durch technische Überlegenheit mit 10:0 und 12:0. Auch wenn in Jungos Kategorie nur 5 Ringer am Start waren, kann man einen Titel wohl kaum eindrücklicher gewinnen.
Silvio Rüfenacht (130 kg) im Vorjahr gewann er Silber, schlug im Final Udo Raunjak (Kriessern). Titelverteidiger Urs Bürgler, der bereits für die Olympiade 2000 (Sydney) qualifiziert ist, verzichtete wegen einer Knorpelverletzung im Knie. Der Finalkampf fiel schliesslich so aus, wie man es in dieser Gewichtsklasse gewohnt ist: Zu viel Kraft und Masse, die sich gegenseitig neutralisierten. Zudem konnte der um 30 kg leichtere Raunjak nichts gegen den Koloss Rüfenacht ausrichten. Gleich zu Beginn hätte der eingebürgerte Deutsche um ein Haar einen Armhebel durchgebracht. Rüfenacht konterte in extremis und verbuchte seinerseits 2 Punkte. Und das war es schon gewesen. «Ich wollte einfach die zwei Punkte über die Runde bringen. Ich starte ja zurzeit an den Olympia-Qualifikationen. Deshalb wollte ich mich schonen. Aber ich musste aufpassen. Lieber ein 2:0, als mit Risiko am Ende ein 3:4.» Es war Rüfenachts zehnter SM-Titel.
Brülhart mit Schultersieg
Mit dem 5. Platz erfüllte Patrick Brülhart (63 kg) die Erwartungen nicht ganz. Ihm hatte man auch eine Medaille zugetraut. Allerdings hatte Brülhart ein schweres Programm. Zuerst schlug er Roger Schwander 7:0. Dann unterlag er dem internationalen Daniel Weibel 1:7. Im 3. Kampf schlug er Jésus Défférard knapp 4:3, nach einem typischen Brülhart-Konter. Darauf landete er gegen Andy Huwiler (Freiamt) einen schönen Schultersieg. Schliesslich verlor er gegen Friedrich Eggenberger (Oberriet) nach Punkten; bei einem Sieg hätte Brülhart um den 3. Platz ringen können. Im Kampf um den 5. Platz gegen Ralph Bucher (Freiamt) führte Brülhart 3:0; in der Verlängerung glich Bucher auf 3:3 aus. Brülhart ging mit 6:3 erneut in Vorsprung, bevor er das 6:5 zum Sieg sicherte.
In der 69-kg-Klasse war der Vorjahresvierte Terry Crausaz (Domdidier) Medaillenanwärter. Crausaz musste nach dem ersten Kampf gegen den nachmaligen Vize-Meister verletzt aufgeben. Der für Länggasse startende Martin Karlen wurde in der 97-kg-Klasse Dritter. Karlen wird auf die nächste Saison hin voraussichtlich zur RSSense wechseln.
Drei Titelverteidiger
Ricky Hafner (Freiamt, 58 kg), Veton Asllani (Willisau, 76 kg) und Rolf Scherrer (Willisau, 97 kg) haben ihre Titel verteidigen können. Ricky Hafner gestand keinem einzigen Gegner einen Punkt zu und errang zum achtenmal in Folge Gold im Freistil. Ebenfalls eine überzeugende Leistung bot Olympia-Kandidat Rolf Scherrer (97 kg). Im Final dominierte er den Spitzenschwinger Peter Suter (Brunnen) mit 7:2 klar.