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Wenn von Schärfentiefe oder auch Tiefenschärfe die Rede ist, meint der Ausdruck stets dasselbe. Auf einer Fotografie gibt es eine sogenannte Schärfeebene. Das ist diejenige Bildebene, die uns gestochen scharf erscheint. Alle anderen Bereiche der Abbildung verschwimmen mehr oder weniger stark. Genau genommen, gibt es die absolute Schärfe nur auf einem Punkt der Fotografie. Von hier aus verringert sich die Schärfe zunehmend. Für das menschliche Auge ist aber die Lage der Unschärfe erst ab einer gewissen Stelle zu erkennen. Für uns sieht nicht ein einziger Punkt, sondern ein grösserer Bereich scharf aus. Ein Bild mit grosser Schärfentiefe erscheint uns über weite Teile hinweg scharf, eines mit kleiner Schärfentiefe dagegen nur an einem ganz bestimmten Punkt. Wo genau dieser scharfgezeichnete Bereich auf der Fotografie liegt, kannst du mittels Schärfentiefe bestimmen. Dadurch konzentriert sich der Blick des Betrachters auf den Teil der Fotografie, der für die Bildaussage am wichtigsten ist: Deine Botschaft kommt an.
Der Einsatz von Schärfentiefe als bildgestaltendes Element gehört zu den Grundlagen der Fotografie. Die Schärfentiefe bietet die Möglichkeit, dein Hauptmotiv deutlich hervorzuheben, indem du den Hintergrund um das Motiv herum unscharf verschwimmen lässt. Die Schärfentiefe ist neben weiteren Faktoren abhängig von der gewählten Blendenzahl. Je grösser der gewählte Blendenwert, desto mehr Schärfentiefe zeigt das fertige Bild.
In der Fotografie, wie in jedem optischen System, kann immer nur eine Bildebene scharf abgebildet werden. Da das Medium über begrenzte Auflösungen verfügt, ergibt sich für uns ein begrenzter Bereich auf einer Abbildung, den wir als scharf wahrnehmen. Je höher die Auflösung beziehungsweise das Auflösungsvermögen der Kamera ist, desto grösser ist auch die Schärfentiefe. Diesen Faktor nennt man den Zerstreuungskreis. Zerstreuungskreise sorgen ab einer bestimmten Grösse dafür, dass wir sie als unscharfen Bereich wahrnehmen.
Es gibt drei Faktoren, die Einfluss auf die Schärfentiefe haben und die alle gleichzeitig angewendet beziehungsweise die aufeinander abgestimmt werden.
Bei der Blendenzahl verhält sich die Abhängigkeit folgendermassen: Je grösser der gewählte Blendenwert, desto mehr Schärfentiefe entsteht. Je kleiner der Abstand der Kamera zum Objekt, desto weniger Schärfentiefe entsteht. Darum haben zum Beispiel Landschaftsaufnahmen einen grossen Schärfebereich, während es bei der Makroaufnahme mit geringer Entfernung zum Objekt unter Umständen viele unscharfe Bereiche gibt. Wer mit dem Teleobjektiv arbeitet, für den ist der Zusammenhang zwischen Schärfentiefe und Brennweite besonders wichtig: Weitwinkelobjektive haben deutlich mehr Schärfentiefe als das Teleobjektiv. Es gilt bei allen Objektiven: Je mehr Zoom, desto weniger Tiefenschärfe. Bei Festbrennweite kannst du eine geringere Tiefenschärfe erreichen, weil sie im Gegensatz zu Objektiven mit Zoom eine grössere Anfangsblende haben. Deshalb sind sie für Porträts besonders beliebt.
Die Bildebenen vor und nach der Schärfeebene – also dem schärfsten Bereich des Bildes – verfügen über ein geringeres Ausmass an Schärfentiefe. Als Faustregel wird hier angenommen, dass das Verhältnis von Objekt zu den davor und dahinter liegenden Ebenen bei etwa einem Drittel zu zwei Dritteln liegt. In der Realität stimmt das nicht ganz genau, weil noch andere Faktoren in das Ausmass der Tiefenschärfe hineinspielen, zum Beispiel die Brennweite der Objektive oder die Grösse des Bildsensors. Als grobe Annäherung lässt sich der Wert aber durchaus verwenden. Übrigens hat deine Kamera meist die Möglichkeit, Einstellungen für Landschafts- oder Porträtfotografie mit den entsprechenden Werten für die Schärfentiefe automatisch vorzunehmen.
Um das Hauptmotiv möglichst scharf darzustellen, wird der Bereich um die Schärfeebene so stark wie möglich eingeschränkt, also unscharf dargestellt. Unter Berücksichtigung der Abhängigkeit von Brennweite und Distanz gilt: Wird die Blendenzahl verdoppelt, verdoppelt sich auch die Schärfentiefe. Für ein Porträt wählst du eine grosse Blendenzahl, für ein Landschaftsbild dagegen eher eine kleine. Im Einzelfall fliessen auch die Brennweite, die nötige Belichtungszeit und die Distanz zum Motiv mit ein, sodass du aus diesen Faktoren mittels Übung die richtige Blendenzahl ermitteln kannst.
Welche Ausmasse die Schärfentiefe haben sollte, lässt sich mit einer Formel berechnen. Allerdings hat die Kamera in der Regel eine Taste, um die Schärfentiefe zu überprüfen. Die Abblendtaste aktiviert die Blende, sodass die Schärfentiefe im Sucher kontrolliert werden kann. In der Fotografie gibt es eine komplexe Formel, mit der die Schärfentiefe für bestimmte Motive berechnet werden kann. Sie setzt sich aus der Hyperfokaldistanz, der Blenden- und der Brennweitenkombination zusammen und ergibt die Ausdehnung der Schärfentiefe. Der Einfachheit halber wurden Berechnungstools für die Schärfentiefe entwickelt, mit denen es auch dem Einsteiger und weniger geübten Fotografen gelingt, die passende Tiefenschärfe zu berechnen.
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