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Die Anfänge der Fliegerei in der Region Basel
Am Anfang der Fliegerei 1911/12 wurden die Felder von St. Jakob und die Schützenmatte als Lande- und Startplätze verwendet. Nach dem Rundflug von Oskar Bider am 21. Juni 1919, mit Start und Ladung auf der St. Jakobsmatte, bildete sich ein Initiativkomitee zur Förderung des Flugwesens mit dem Ziel der Schaffung eines Flugplatzes. Daraus entstand der Verein «Aviatik beider Basel», dem es gelang, auf dem gepachteten Sternenfeld in Birsfelden einen Flugplatz einzurichten. Von hier aus entwickelte sich ein reger Flugverkehr mit ganz Europa. So wuchs die Zahl der Passagiere von 1452 im Jahr 1924/25 auf 25 285 im Jahr 1938 und die Fracht von rund 40 Tonnen im Jahr 1924/25 auf 715 Tonnen im Jahr 1938.
Flugplatz Sternenfeld Birsfelden und Pläne für dessen Erweiterung
Wegen des Baus der Birsfelder Hafen- und Industrieanlagen musste der Betrieb 1940 eingestellt werden. Ein 1935/1936 ausgearbeitetes Ersatzprojekt sah ein Flugfeld auf dem Areal des Hardwaldes vor. Hierfür hätten 137 Hektaren Wald gerodet werden müssen, zu viel für die Bürgergemeinde Basel als Hauptbesitzerin des Bodens. 1942 wurde ein redimensioniertes Projekt mit einem Flugfeld zwischen Hard und Rangierbahnhof geplant, welches noch 63 Hektaren Rodungsfläche erfordert hätte. In der Folge lehnte eine ausserordentliche Gemeindeversammlung in Muttenz am 19. Februar 1942 die Erstellung eines Flugplatzes in der Hard und die Rodung des Hardwaldes ab.
Der Grosse Rat von Basel-Stadt beauftragte im selben Jahr den Regierungsrat, ein detailliertes Projekt für den Bau eines Grossflugplatzes auf dem Gebiet von Allschwil-Bachgraben und Burgfelden auszuarbeiten, und beschloss zugleich die Erstellung eines provisorischen Flugplatzes am Rande des Hardwaldes im Gemeindebann von Muttenz. Von mehreren geprüften Standorten erwiesen sich Hard und Allschwil-Burgfelden als die für einen Flugplatz am besten geeigneten. Der Zweidrittel-Flächenanteil bei Allschwil-Burgfelden auf französischem Gebiet erschwerte die Verhandlungen.
Der Krieg liess die Verhandlungen zum Erliegen kommen. Die Stadt entschied sich für ein sofort benutzbares ProvisoriumHard. In Basel-Stadt wurde dieser Standort jedoch in der Volksabstimmung vom März 1943 im Verhältnis 65 % : 35 % verworfen.
Während des Krieges blieb der Flugplatz Sternenfeld gesperrt. Die Pisten wurden im Rahmen der Anbauschlacht teilweise ackerbaulich genutzt. Nach dem Krieg war eine Wiedereröffnung nicht mehr verantwortbar, da die Pisten für die moderneren Flugzeuge zu kurz waren und der nötige Platz für eine Verlängerung nicht vorhanden war. Am 31. März 1947 stellte die Flugplatzgenossenschaft Aviatik beider Basel ihre Tätigkeit auf dem Flugplatz Sternenfeld in Birsfelden ein und beendete ihre Tätigkeit am 27. August 1950 mit einem Flugtag.
Flughafen Basel-Mulhouse in Blotzheim, der heutige EuroAirport Basel Mulhouse Freiburg
Die grossen unbebauten Flächen vor den Toren Basels waren massgebend für die Wahl dieses Standorts als Flughafen Basel-Mulhouse. Nach nur zweimonatiger Bauzeit landete schon anfangs Mai 1946 das erste Flugzeug. Als Verbindung des Flughafens nach Basel baute man die 1952 eröffnete Zollfreistrasse. Im Dezember 1952 wurde die Ost-West-Piste mit einer Länge von 1600 Meter fertiggestellt. Ein Jahr später konnte die 2370 Meter lange Haupt- und Blindlandepiste in Nord-Süd-Richtung in Betrieb genommen werden. 1956 wurde der Flughafen durch die Buslinie 50 der BVB von Basel aus erschlossen. Seit der Abtretung des Blotzheimer Ortsteils Neuweg (La Chaussée) an die Stadt St. Louis im Jahr 1958 liegt der Flughafen nicht mehr auf Blotzheimer Gemeindegebiet, sondern auf den Gemarkungen von Hésingue und St. Louis. Dies brachte St-Louis deutliche finanzielle Vorteile.
Die nachfolgende Liste dokumentiert das rasante Wachstum des Flughafens, aber auch den zunehmenden Landverbrauch und die Bodenversiegelung durch Pisten, Flughafengebäude, Strassen und Parkplätze.
- 1966 Bau von Werfthallen
- 1970 Passagierterminals mit einer Kapazität von 1 Million Passagieren pro Jahr
- 1978 Verlängerung der Hauptpiste von 2370 auf 3900 Meter
- 1984 1Million Passagiere
- 1987 wurde der Flughafen in EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg umbenannt. Damit wollte man die regionale und trinationale Lage des Flughafens betonen.
- 1989 wurde die französische Autobahn A35 eröffnet. Damit erhielt der Flughafen einen Autobahnanschluss.
- 1992 2 Millionen Passagiere
- 1998 3 Millionen Passagiere
- 2001 Verlängerung der West-Ost-Piste von 1600 auf 1820 Meter. Dazu wurde der Boden verdichtet, ein Entwässerungssystem über Ölabscheider und ein Rückhaltebecken gebaut.
- 2002 Bau des Passagier-Terminal Nord
- 2005 Bau des Passagier-Terminal Süd
- 2006 4 Millionen Passagiere
Seit Jahren wird über einen Bahn-Anschluss des Flughafens diskutiert, ohne Aussicht auf eine Realisierung in den nächsten Jahren.
Nordwinde verursachen Südanflüge
Bis 2007 herrschten Anflüge von Norden her vor. Nach der Einführung des Instrumentenlandesystem (ILS) Ende 2007 nahm die Zahl von Südanflügen über dicht besiedeltes Gebiet in der Schweiz zu. Die Luftfahrtbehörden Frankreichs und der Schweiz beschlossen in einem Abkommen, dass Südlandungen nur erlaubt seien, wenn der Rückenwind einen bestimmten Wert erreicht. Sowohl die Starts wie auch die Landungen erfolgen gegen den Wind.
Seit 2008 nehmen diese Nordwindlagen tendenziell zu, was auf ein in Zyklen auftretendes Wetterphänomen zurückgeht. Somit fliegen vor allem bei Bisenlage – das betrifft etwa 5 bis maximal 12 % der Landungen – die Flugzeuge aus dem Raum Passwang über Waldenburg und Reinach die Südlandepiste auf dem EuroAirport an. Der Widerstand dagegen, vor allem im Stadtquartier Neubad und in Allschwil, ist mittlerweile ein Dauerthema.
Seit der Einführung des ILS bestehen Pläne, die West-Ost-Piste um 600 Meter auf 2 400 Meter zu verlängern. Damit könnten die Süd-Abflüge über die Stadt verringert werden. Da nach Westen die Übergangsstufe des Sundgaus zur Oberrheinischen Tiefebene in die Abflugschneise
ragt, müsste man circa 30 000 Kubikmeter Erde abtragen um die Sicherheit zu gewährleisten!
Vögel auf dem Flugplatz
Das Gelände im Pistenbereich besteht aus oft kurzgeschnittenen Grasflächen, die gemäss «Inventaire faunistique à l’aéroport» von Krähen, Staren, Möwen und anderen Vögeln bevölkert werden. Damit diese Vögel den Flugverkehr bei der Landung und beim Start nicht gefährden, wurden verschiedene Massnahmen getroffen. So wurden Wasserstellen, die Vögel anlocken könnten, eliminiert. Weiter werden die Vögel mit akustischen Massnahmen vertrieben. So wird mit Gewehren regelmässig in die Luft geschossen.
Ein spezielles Problem ergibt sich im Bereich Bachgraben. Hier lebt im Bereich der grossen Kiesgruben eine grosse Saatkrähenkolonie, die geschützt ist. Die Vögel kreisen regelmässig exakt unter den von Süden her landenden Flugzeugen. Allerdings wird die Gefahr durch diese Saatkrähen nicht besonders hoch eingeschätzt, da diese nur maximal 200 Meter hoch fliegen.
Segelflugplatz Dittingen-Dittingerfeld: Der einzige Flugplatz in Baselland
Die Segelfluggruppe Zwingen wurde 1933 gegründet und betrieb einen Flugplatz auf dem Hägeberg
südlich von Zwingen. Wegen neuer Bundesvorschriften wurde dieser Flugplatz aufgehoben und nach Dittingen verlegt. Seit 1956 betreibt der jetzt «Segelfluggruppe Dittingen» genannte Verein privat den Flugplatz Dittingen. Der Flugplatz liegt westlich von Dittingen auf der Hochebene Hag
(536 m, ehemaliges Allmendland), die Start- und Landebahn ist rund 700 Meter lang und leicht geneigt.
HPM