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Die Produktionstätigkeit eines Unternehmens erfordert den kombinierten Einsatz verschiedener Faktoren wie Maschinen, Gebäude, Land oder Arbeitskraft. Diese Faktoren werden im Allgemeinen in die beiden Kategorien Arbeit und Kapital eingeteilt. Um die Effizienz dieser Produktionsfaktoren im Produktionsprozess zu messen, werden die hergestellten Güter ins Verhältnis mit den dafür benötigten Produktionsfaktoren gesetzt. Dieses Verhältnis wird in der Folge als Produktivität bzw. als Faktorproduktivität bezeichnet (werden mehrere Produktionsfaktoren berücksichtigt, spricht man von Multifaktorproduktivität).
Produktivitätsanalysen stellen einen wichtigen Indikator für die Wirtschaftspolitik dar. Die Zunahme der Produktivität trägt wesentlich zur Steigerung des Lebensstandards eines Landes bei. Das Lohnwachstum steht zum Beispiel häufig in Zusammenhang mit Produktivitätsgewinnen. Die Produktivität ist zudem ein wertvoller Indikator für die Effizienz, mit der die in einer Wirtschaft verfügbaren Ressourcen genutzt werden. Schliesslich wird die Entwicklung der Produktivität oft benutzt um die relativen Leistungen verschiedener Volkswirtschaften miteinander zu vergleichen.
Die Arbeitsproduktivität misst die Effizienz, mit der die personellen Ressourcen im Produktionsprozess eingesetzt werden. Sie ist eines der gebräuchlichsten Produktivitätskonzepte für makroökonomische Analysen. Dabei wird zwischen der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität und jener des Businesssektors unterscheiden. Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das Wirtschaftswachstum und stellt deshalb für die Wirtschaftspolitik einen wichtigen Indikator dar. Sie ist eng mit dem Begriff des Einkommens und dem Lebensstandard eines Landes verknüpft. Man geht davon aus, dass eine starke Produktivitätssteigerung über einen längeren Zeitraum via Verteilungstransaktionen zu einer Zunahme der Einkommen und des Lebensstandards eines Landes führen kann.
Die Kapitalproduktivität bezeichnet die Effizienz, mit welcher das Kapital im Produktionsprozess eingesetzt wird. Sie misst die Fähigkeit des Kapitals, zur Bruttowertschöpfung beizutragen. Es ist darauf zu achten, dass die Kapitalproduktivität nicht mit der Rendite (oder der Rentabilität) verwechselt wird. Die Rendite bemisst die Fähigkeit des Kapitals, ein Einkommen (oder einen Gewinn) zu erzielen. Indessen beziffert die Kapitalproduktivität die Effizienz der Kapitalnutzung im Produktionsprozess.
Die Multifaktorproduktivität (MFP) misst die Effizienz, mit der die Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital kombiniert eingesetzt werden, um Waren und Dienstleistungen zu produzieren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieses Mass für den technologischen Fortschritt einer Volkswirtschaft herangezogen werden. Die MFP spiegelt auch Skaleneffekte, Veränderungen in der Zusammensetzung des Faktors Arbeit sowie statistische Unvollkommenheiten wider. Die MFP lässt sich als Saldogrösse bestimmen. Im Gegensatz zur MFP sind die Arbeits- und Kapitalproduktivität Teilproduktivitätsmasse.