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Alle kennen Ärger. Man kommt in Aufregung wegen kleinerer und grösserer Ungereimtheiten im Leben: Wenn die Ampel auf rot steht, wenn man an der Kasse warten muss, wenn der andere einen nicht versteht, wenn man etwas nicht findet und ähnliches. Manchmal wird man auch wütend.
Ärger und Wut sind interessante Phänomene, die psychologisch erklärbar sind. Wenn sich Menschen weniger ärgern wollen oder sich an ihrer Wut stören, dann können sie sich Hilfe holen und die Gründe verstehen lernen. Ärger und Wut entstehen immer aus einer unbewussten, inneren Haltung den Menschen und dem Leben gegenüber. Sie können behoben werden, wenn der Betroffene Geduld und Zeit aufbringt, seine individuellen Beweggründe erfassen zu lernen.
Bei einem kommt es zu solchen starken Gefühlsaufwallungen, weil er sich immer vom Leben gebremst fühlt. Er erlebte in seinen ersten Lebensjahren zum Beispiel, dass ein älteres Geschwister alles besser gewusst hat.
Eine andere fühlt sich ständig überfordert und wünscht, dass alles schneller gehen soll. Sie hat das Leben so kennengelernt, dass ihr ängstlicher Vater sie vor allen Schwierigkeiten beschützen wollte und vieles schnell löste, bevor sie merkte, dass sie es nicht konnte.
Ein dritter fühlt sich immer bezwungen, wenn ein anderer etwas anderes will als er selbst in dem Moment. Er hat das Leben so kennengelernt, dass die Eltern immer genau wussten, was er zu tun hatte und ihn wegen jeder Kleinigkeit kritisierten.
Eine vierte nervt sich, wenn sie weniger kann als jemand anderes. Sie fühlt sich ständig nicht ernst genommen. Sie hat als Kind das Ziel entwickelt, immer die Beste sein zu müssen.
Wenn es gelingt, nachzuvollziehen, aus welcher inneren Logik Ärger und Wut entspringen, dann kann man sich von diesen Gefühlen distanzieren und das Leben leichter gestalten.
lic. phil. Diethelm Raff
Psychologe
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Tags: Ärger und Wut, Eifersucht, Gefühle