Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/152804

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Drahtwurm ist einer der wichtigsten Schädlinge im Kartoffelbau. Es fehlen wirksame Bekämpfungsmöglichkeiten. Ohne griffige Bekämpfungsmöglichkeiten müssen aufgrund von Drahtwurmschäden jährlich Tausende Tonnen Kartoffeln vernichtet werden. Längerfristig ist die Kartoffelproduktion infrage gestellt.</p><p>- Wie gedenkt der Bundesrat die Drahtwurmproblematik im Kartoffelbau zu lösen?</p><p>- Kann der Bundesrat über eine ordentliche Zulassung respektive eine Notzulassung ein Pflanzenschutzmittel für das Jahr 2015 freigeben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Pflanzenschutzmittel müssen sowohl für eine ordentliche Zulassung als auch für eine Zulassung zur Bewältigung einer Notfallsituation strenge Kriterien erfüllen. Zurzeit erfüllt kein Pflanzenschutzmittel gegen den Drahtwurm in Kartoffeln diese Kriterien. Fipronil, ein Insektizid, welches bisher dafür eingesetzt wurde, wird vom Bewilligungsinhaber nicht mehr unterstützt, hat deshalb seine Bewilligung verloren und darf in der Schweiz nicht mehr eingesetzt werden. In der EU wurde die Anwendung von Fipronil aufgrund seiner hohen Bienentoxizität stark eingeschränkt. Würde ein Gesuch für ein gesundheits- und umweltverträglicheres Ersatzprodukt eingereicht, würde dieses von der Zulassungsstelle im BLW mit hoher Priorität bearbeitet.</p><p>Eine sichere umweltfreundliche Alternative zu den bisherigen chemischen Massnahmen ist dringend erforderlich. Teilerfolge konnten mit vorbeugenden Massnahmen erzielt werden. So hat die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften gezeigt, dass Anbautechnik, Fruchtfolge und Bodenart einen Einfluss auf das Ausmass des Drahtwurmbefalls haben. Eine konsequente Fruchtfolge, in welcher Kartoffeln erst drei Jahre nach Wiesenumbruch angebaut werden, senkt das Risiko für Drahtwurmschäden von über 50 Prozent auf unter 8 Prozent. Die Eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope forscht intensiv in Richtung einer alternativen, biologischen Bekämpfungsmethode. Im nächsten Jahr sind verschiedene Feldversuche zur Drahtwurmbekämpfung mit einem insektenpathogenen Pilz, aber auch mit chemischen Mitteln geplant. Noch ist nicht abschätzbar, wie lange es dauern wird, bis ein marktfähiges sicheres Produkt gegen den Drahtwurm zur Verfügung stehen wird.</p>