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Gasometer Schlieren
Der letzte erhaltene Teleskop-Gasbehälter der Schweiz aus dem Jahre 1899 ist vom Rost befallen. Eine Kuppelkonstruktion aus Holz, welche auf einem Zugring aus Stahl gelagert und an den bestehen Pfosten angeschlossen wurde, soll das Bauwerk vor Regen schützen und bewahren.
Der Aufbau der Konstruktion wurde wesentlich durch den Montagevorgang bestimmt. Zuerst setzte man den stählernen «Zentralknoten» in der Mitte der Glocke auf einen provisorischen Gerüstturm. Entlang der Traufe der Glocke verläuft ein kräftiger, im Grundriss kreisförmiger stählerner Ringträger. Dieser wurde, als einziger Eingriff in die Bausubstanz, mit Laschen an die bestehenden Gerüststiele angeschraubt. Darauf folgte das Versetzen der Holzelemente, bestehend aus zwei bis fünf Sparren. Die Sparren bei den Primärpfosten wurden mit Schichtholzplatten verbunden und dienen der Gesamtstabilisierung.
Damit stand nun ein Grundgerüst aus räumlich ausgesteiften Bauteilen. Diese spannten den künftigen Schirm auf. Die Sparren dieser Elemente sind untereinander in regelmässigen Abständen mit stehenden Holzscheiben verbunden. Dadurch können sie nicht kippen. Nach Abschluss dieser Aufrichtearbeiten konnte das Gerüst des Zentralknotens entfernt werden und das Tragwerk spannt nun frei über die Glocke des Gasometers. Die Membranbauer rollten die Membranteile auf der hölzernen Tragkonstruktion aus, dichteten die Stösse und spannten sie am unteren Rand.
Statisch gesehen tragen die auskragenden Sparren auf Biegung, sie balancieren auf dem eisernen Ringträger und die Konstruktion im Innern wirkt teilweise als Gegengewicht. Für die übrigen Gewichtsanteile arbeitet das Tragwerk im Innern als druckbeanspruchte Kuppel mit dem Ringträger als Zugband. Vertikale Windeinwirkungen werden in ähnlicher Weise über den Biegewiderstand der Sparren aufgenommen. Die tangentialen Einwirkungen leiten die mit den Mehrschichtholzplatten ausgesteiften Zangen auf das Fachwerk des bestehenden Führungsgerüsts.