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KAPELLE SAINT-ROCH
NACHDEM DIE PEST GANZ EUROPA HEIMGESUCHT HATTE, BESCHLOSS DIE GEMEINDE CHÂTEL-ST-DENIS IM XVII. JAHRHUNDERT DEN BAU DIESER KAPELLE, DIE DEM HEILIGEN ROCHUS GEWIDMET IST, SOWIE DIE GRÜNDUNG EINES FRIEDHOFES FÜR DIE PESTOPFER.
Die Epidemien suchten die Schweiz von der Mitte des XIV. bis zum Ende des XVII. Jahrhunderts in mehreren Episoden heim. Der französische Teil des Landes war am stärksten betroffen und hatte Tausende von Toten zu beklagen. Der Bau der Kapelle war eine der indirekten Massnahmen im Kampf gegen die Krankheit. 1654 ergriff die Gemeinde in Châtel-St-Denis die Initiative und erwarb Land für den Bau der Kapelle Saint Roch und einen angrenzenden Friedhof. Weil man die Krankheit so sehr fürchtete, wurden die Pestopfer stets ausserorts begraben.
Die Kapelle, die 1655 gesegnet wurde, ist dem Heiligen Rochus gewidmet. Er wurde im XIII. Jahrhundert geboren und kümmerte sich um die Pestkranken, bis er sich selbst infizierte. Daraufhin zog er sich an einen einsamen Ort zurück. Die Legende besagt, dass er jeden Tag von einem Hund mit Essen versorgt wurde, der ihm Brot brachte, das er seinem Herrn vom Tisch stibitzt hatte. Der Hund und ein Bubo (Leistendrüsengeschwulst) sind seine Attribute.
Ein Gemälde aus dem XVII. Jahrhundert zeigt den Heiligen Rochus mit seinem Hund. Die Kirchenfenster wurden 1984 eingebaut und stammen von dem Freiburger Künstler Charles Cottet. Der Grafiker und Maler verbrachte fast sein ganzes Leben in der Region. Die Verbleiung bildet das bildliche Gerüst der Fenster.
Das Bauwerk besitzt einen bezaubernden kleinen Glockenturm. Die Glocke stammt aus Thonon. Fünf Tage waren nötig, um sie an ihr Ziel zu transportieren.