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Die Argumente gegen das Frauenstudium lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Erstens die biologisch-naturwissenschaftliche "Tatsache" der körperlichen, geistigen und
psychischen Unzulänglichkeiten der Frau und zweitens dem moralisch-sittlichen Verfehlen gegen die "Natur" der Frau.
Die Vernehmlassungen zum Frauenstudium enthielten folgende negative Äusserungen:
- Das Prinzip der Gleichberechtigung von Frau und Mann wurde bestritten; der Schaden am Wesen der Frau wurde ungleich grösser empfunden als ein eventueller wirtschaftlicher
Vorteil durch das Studium. Frauen sollen nicht von den Tätigkeiten, die ihnen durch die Natur und durch die Tradition von Jahrhunderten angewiesen sind, entfremdet werden.
- Ein weiterer Grund für die Ablehnung des Frauenstudiums war die Angst vor Konkurrenz durch Frauen, die insbesondere in freien Berufen gefürchtet wurde. So klagten gegen
Ende des 19. Jahrhunderts Ärzte regelmässig über zu viel Konkurrenz und fürchteten, dass durch Frauen, die neu in den Beruf drängten, die Verdienstmöglichkeiten weiter geschmälert wurden.
- Es herrschte die Meinung vor, dass Frauen mit wenigen Ausnahmen im Studium weniger fähig und weniger intelligent seien als Männer: "Généralement, sauf quelques rares
exeptions, les femmes sont moins capables et moins intelligentes que les hommes." - "Mon opinion est qu'il est bon de laisser les femmes étudier la médecine au point de vue de la culture
générale, mais je suis persuadé que dans cette carrière elles ne rendront jamais un bien grand service à la société.", so der Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Genf an seinen
Kollegen in Basel.
- Befürchtet wurde auch ein allgemeines Absinken der Löhne, was regelmässig auftrete, wo Frauen arbeiteten.
- Die fehlenden Vorbildungsschulen für Frauen wurden als Grund für die Ablehnung des Frauenstudiums betrachtet. Durch die Teilnahme ungenügend vorbereiteter Frauen könnte das
wissenschaftliche Niveau heruntergedrückt werden.
- Die Erfahrungen der Schweizer Universitäten mit dem Andrang von Ausländerinnen, besonders Russinnen, an die Universitäten, wurden in Basel als negativ bewertet. Es wurde
befürchtet, dass die Basler Univeristäten wie Zürich und Genf überschwemmt werde von Ausländerinnen, von "russsischen, polnischen und ähnliche dem Osten Europas angehörigen Elementen."
- Der Zuwachs durch Ausländerinnen, denen man nach besthenden Staatsverträgen ebenfalls den Zugang an die Universitäten gewähren müsste, werde Basel einen zweifelhaften Nutzen bringen. Es sei
zu befürchten, dass ein Teil der männlichen Studierenden Basel verlassen werde, weil sie Basel eben gerade als Studienort gewählt hätten, weil hier keine Frauen studiren.
- Die Universität Basel als älteste Universität der Schweiz hielt besonders an ihren Traditionen fest, Neuerungen konnten sich nur langsam durchsetzen.
- Man wehrte sich dagegen, dass die Universität zu einer Ausbildungsanstalt zur blossen Vorbereitung auf einen Beruf verkommt.
- Die Studierenden der Medizin machten darauf aufmerksam, dass besonders in Anatomie und Chirurgie der Materialmangel mit der Zulassung der Frauen zum Studium noch spürbarer
werde.
- In Basel war man der Meinung, die drei übrigen Schweizer Universitäten, Genf, Zürich und Bern, würdcen genügen, um das Bedürfnis der Frauen, an einer Universität studieren zu
wollen, zu befriedigen.
- Gleiche Rechte für Frauen sollten auch gleiche Pflichten nach sich ziehen wie beispielsweise die Wehrpflicht.
Und last but not least:
- Die Zulassung von Frauen zum Studium sei eine Modekrankheit, so der Rektor in seiner Rede am Dies academicus 1891.
- Das gemeinsame Studium von Frauen und Männern wurde als problematisch empfunden; Unziemlichkeiten könnten sich ergeben oder das Erfordernis nach getrenntem Unterricht,
beispielsweise bei abendlichen Übungen in astronomischem Messen.
- Trotz Anerkennung der Leistung von Frauen bestand eine "unbesiegbare Abneigung gegen gelehrte Schönheiten".