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ACTARES griff an der Generalversamlung der Credit Suisse (CS) zwei Geschäfte mit Risikopotential auf: den Börsengang der malaysischen Holzschlagfirma Samling, die für Urwaldzerstörung und Vertreibung indigener Völker verantwortlich gemacht wird, und die Zusammenarbeit mit China Poly Group, deren Zweig Poly Technics Waffengeschäfte tätigt.
Credit Suisse hatte beim Börsengang von Samling mitgewirkt. Dieser malaysischen Holzschlagfirma wird die Ausbeutung der Natur und die Vertreibung von lokalen Bevölkerungsgruppen - auch über das Konzessionsgebiet hinaus - in Sarawak/Malaysia und in Guyana vorgeworfen. Mit einem Votum unterstützte ACTARES den beeindruckenden Auftritt des Bruno-Manser-Fonds (siehe unten), der eine Ethnologin aus Guyana und einen Penan aus Malaysia sprechen liess. Der Fonds beantragte, dass 10 Millionen US$, der mutmassliche Ertrag aus dem von CS organisierten Börsengang, den betroffenen Urwaldvölkern rückerstattet wird.
Waffengeschäfte
Ebenfalls ein Reputationsrisiko ist die enge Zusammenarbeit mit China Poly Group, einer Gründung der PLA, der Volksbefreiungsarmee Chinas. Mit dieser ist Poly heute noch personell verflochten. Ihr Zweig Poly Technics gehört zu den drei grössten Waffenhandelsfirmen Chinas. China betreibt Waffenhandel ohne Rücksicht auf Menschenrechte mit Ländern wie Burma/Myanmar oder Sudan mit seinem Kriegsgebiet Darfur.
Schwache Antworten
Gemäss Verwaltungsratspräsident Walter B. Kielholz und dem für die Risikoanalyse verantwortlichen Tobias Guldimann wurden diese Geschäfte auch von Bankseite als riskant erkannt, nach den firmeninternen geheimen Regeln evaluiert und schliesslich für gut befunden. Auf den Antrag auf Entschädigung für Indigene könne nicht eingegangen werden; allenfalls wäre ein Gespräch über eine humanitäre Spende denkbar.
Noch mehr Druck nötig
Die Ausführungen an der GV deckten sich z. T. wörtlich mit der Antwort von CS auf die Anfrage von ACTARES vor der Generalversammlung. Die Warnungen führten nicht zu einer Neubeurteilung, obwohl Mitarbeitende dies gemäss Weisung jederzeit verlangen könnten. Auch die Berichte über die Samling-Methoden in BAZ und NZZ vom 4. Mai 2007 änderten daran nichts. Es braucht also noch mehr Druck. Ein Votant meinte, die Globalisierung der Geschäfte mache den Einbezug der Bankenaufsicht notwendig. Damit könnten sich die Aktionärinnen und Aktionäre dagegen wehren, dass der Verwaltungsrat kritische Fragen abblocke.
Der Bruno-Manser-Fonds
Der Bruno-Manser-Fonds, Verein für die Völker des Regenwaldes, hat seinen Sitz in Basel. Er finanziert sich durch Spenden von Privaten, Stiftungen und Unternehmen. Einzelne Projekte werden von Gemeinden und Kantonen unterstützt. Wichtigste Einzelspenderin ist die Stiftung “Kunst für den Tropenwald” des Basler Museumsgründers Ernst Beyeler. Der Fonds engagiert sich für die Erhaltung der bedrohten tropischen Regenwälder mit ihrer Artenvielfalt und insbesondere für die Rechte der Regenwaldbevölkerung. Wie der Gründer und langjährige Präsident Bruno Manser engagiert er sich hauptsächlich für die Penan und ihre Wälder im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo. Daneben stehen Projekte und Kampagnen in Europa, insbesondere in der Schweiz. Wichtig ist auch die öffentlich zugängliche Dokumentationsstelle am Sitz in Basel.