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Visualisierung von Befunddokumentationen
Visualisierung von Befunddokumentationen anhand chrono-stratigrafischer Daten
Das Forschungsprojekt untersucht die Frage: Auf welche Weise lassen sich archäologische Fundstätten durch visuelle Instrumente der Knowledge Visualization erschliessen und kontextbezogen veranschaulichen? Funde und Befunde einer archäologischen Grabung werden mittels schriftlich abgefassten Beschreibungen, gezeichneten Plänen, Fotografien und weiteren Fund- und Befundzeichnungen in einer Datenbank dokumentiert und verwaltet. Die Grabungsdatenbank dient nicht nur der Zusammenführung von Informationen, sondern auch als Analysewerkzeug. Zudem werden diese Informationen mit automatisierten Auswertungsprogrammen verknüpft, welche grafische Outputs generieren. Diese dienen dazu, eine schwer überschaubare zeit- und raumbezogene Daten nach Ähnlichkeiten zu ordnen. Das Strukturdiagramm bedient sich der Abstraktion und verzichtet jeweils auf bestimmte Informationen. Deshalb können insbesondere kontextbezogene Informationen mit den bestehenden visuellen Mitteln nicht gleichzeitig differenziert und anschaulich genug erfasst werden. Die Daten müssen stattdessen in mehrspurigen und auch für die Experten oft unübersichtlichen kombinierten Notationssystemen festgehalten werden. Solche bildstatistischen Repräsentationen weisen in der Archäologie eine wichtige Funktion auf. Die Funde und Befunde werden durch die Ausgrabung ihrem ursprünglichen Fundkontext entnommen und durch die Transkription in ein neues Ordnungs- und Darstellungssystem überführt bzw. eingegliedert. Die Rekonstruktion wird dadurch jedoch erschwert und Deutungs- und Interpretationsprobleme entstehen. Ein semiotischer und kommunikationswissenschaftlicher Zugang zum archäologischen Material bietet vielversprechende Perspektiven.
Ziel ist die Entwicklung von alternativen Visualisierungsmethoden für die Analyse und die Interpretationsmöglichkeiten, sowie von Kommunikationsinstrumenten für die Argumentation, Veranschaulichung und Vermittlung chrono-stratigrafischer Daten. Der Fokus liegt dabei auf folgenden zwei Aspekten: Durch eine graphische Darstellung der heterogenen Daten werden komplexe Funde und Befunde vergleichbar gemacht und dadurch verborgene Regelhaftigkeiten (oder Unregelmäßigkeiten) erkennbar. Die Wissensrepräsentationen beschäftigen sich mit dem Datentransport und der Problematik der (Komplexitäts-) Reduktion mittels Abstraktion im Verhältnis zum Informationsverlust. Der zweite Punkt bezieht sich auf die Datenvernetzung, wobei es mittels Datenkorrelation den Fundkontext, sowie funktionale Zusammenhänge zu erfassen gilt.