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In der ersten Phase der Hauptstudie werden Niederschlags- und Abflussszenarien vorbereitet, der genaue Projektperimeter definiert und die Schlüsselstellen bestimmt - also jene Stellen, die besonders durch Interaktionen und Kettenreaktionen der Prozesse betroffen sein dürften, die bei Hochwasser ausgelöst werden können.
In der zweiten Phase werden diese Prozesse, ihre Interaktionen und ihre Auswirkungen vertieft untersucht. Berücksichtigt werden Phänomene wie Erosion, Gerinneverlagerung, Geschiebeablagerung, Rutschungen, Verklausung (Behinderung des Abflusses durch Treibgut) sowie Dammbrüche. Eine Zusammenfassung in Form von Gefahrenszenarien soll bis 2018 vorliegen.
Insbesondere Sicherheit der AKW
Nach Abschluss des Projekts werden die verschiedenen beteiligten Behörden anhand dieser Gefahrenszenarien die Gefährdung von Anlagen und Bauten neu beurteilen. So werden die Ergebnisse dieser Studie generell dazu beitragen, Infrastrukturen und Agglomerationen im betroffenen Gebiet besser vor Hochwasser zu schützen. Insbesondere werden sie dazu dienen, die Risiken extremer Hochwasserereignisse für rund 15 Stauwehre und für die AKW Mühleberg, Gösgen sowie Beznau I und II neu zu beurteilen.
Ereignisse mit einer Wiederkehrperiode von 10 000 oder mehr Jahren
Seit 2013 arbeiten das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt für Energie (BFE), das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) sowie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) im Rahmen des Projekts «Grundlagen Extremhochwasser Aare-Rhein (EXAR)» zusammen. Ziel ist die Ausarbeitung einheitlicher und kohärenter Grundlagen für die Beurteilung der Gefahren im Zusammenhang mit seltenen und extremen Hochwasserereignissen an der Aare (Ereignisse mit einer Wiederkehrperiode von 10 000 oder mehr Jahren). In der Anfangsphase des Projekts wurden Daten zur Problematik zusammengetragen und die Methodik für die Hauptstudie definiert. Diese wurde von internationalen Experten validiert.
Text: Bundesamt für Umwelt BAFU