Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03333.jsonl.gz/2432

Lot Vekemans geb. 1965, studierte Geographie, später an der Schriftsteller-Akademie Colofon in Amsterdam. Seit 1995 schreibt sie Theaterstücke. Sie sind in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt und wurden vielfach preisgekrönt. Ihr Stück »Gift« feiert derzeit in Deutschland Triumphe. »Ein Brautkleid aus Warschau« ist ihr Romandebüt.
Marlena lebt in Polen bei ihrer Familie. Eines Tages lernt sie Natan kennen, der zwar polnischer Abstammung ist, aber in den USA lebt. Die beiden verlieben sich und verbringen eine schöne Zeit zusammen. Marlena arbeitet im Hotel von Natans Cousin Szymon, um Natan näher zu sein und die Beziehung... Marlena lebt in Polen bei ihrer Familie. Eines Tages lernt sie Natan kennen, der zwar polnischer Abstammung ist, aber in den USA lebt. Die beiden verlieben sich und verbringen eine schöne Zeit zusammen. Marlena arbeitet im Hotel von Natans Cousin Szymon, um Natan näher zu sein und die Beziehung vor ihrer streng katholischen Mutter zu verbergen. Eines Tages reist Natan ab, zurück in die USA. Marlena hört nichts mehr von ihm, ihr Herz bricht langsam und dann stellt sie auch noch fest, dass sie schwanger ist. Ihre Mutter fordert, dass sie abtreiben lässt oder einen Mann heiratet, den sie nicht will. Marlena läuft von zu Hause weg. Als sie realisiert, dass sie Natan nicht nachreisen kann, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung: sie lässt sich über eine Agentur an einen holländischen Ehemann vermitteln. Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Der erste Teil ist geschildert aus der Sicht von Marlena, der zweite aus der Sicht von Andries, ihrem holländischen Ehemann und der dritte aus der Perspektive von Szymon. Dieser Perspektivwechsel macht das Buch äußerst reizvoll, denn dadurch kann man die Handlungen der einzelnen Personen besser verstehen. Besonders, wenn eine Szene geschildert wird, die man schon aus der anderen Perspektive kennt, kommt es oft zu einem Aha-Effekt. Andries nimmt das Kind als seines an und doch ist er nicht der Vater. Die Konflikte, die daraus entstehen, sind wirklich herzzerreißend. Meine Lieblingsszene im ganzen Buch ist die, als Andries das neugeborene Baby im Arm hält. Auch die Vergangenheit der Personen wird geschildert. In Natans und Szymons Familie klingt die Verfolgung durch die Nationalsozialisten bis heute immer noch nach. Denn Natans Familie ist damals in die USA geflohen, Szymons Familienzweig in die Niederlande. Doch auch bei Andries, der vielleicht eine weniger spektakuläre Vergangenheit hat, ist es sehr interessant zu erfahren, wie er zu dem wurde, der er heute ist. Ich habe ihn wirklich ins Herz geschlossen, auch wenn er auf Außenstehende sicherlich seltsam wirkt. Eine tragische Geschichte, die äußerst lesenswert ist und mich sehr berührt hat. Ich hoffe sehr, dass die Autorin schreibt noch weitere Romane schreibt.