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Bekämpfung der Kohlhernie durch gezielte Düngungsmassnahmen
Die Kohlhernie verursacht im Gemüseanbau bei Kulturarten aus der Familie der Cruciferae in steigendem Masse Ertragsausfälle. In den Jahren 2007 und 2008 wurde am Standort Wädenswil auf einer stark mit Kohlhernie verseuchten Fläche mit einem pH-Wert von 6.8 bei Weisskohl die Wirkung von Kalkstickstoff in unterschiedlichen Aufwandmengen und Einsatzstrategien geprüft. Bei einzelnen Verfahren kam Kalkstickstoff sowohl 3 Wochen vor als auch 2 Wochen nach der Pflanzung zum Einsatz. Ebenfalls untersucht wurde die Wirkung von gemahlenem, 10 Tage vor der Pflanzung ausgebrachtem Branntkalk. Kalkstickstoff hatte bei dem vorherrschenden hohen Befallsdruck selbst in Gesamtaufwandmengen von 1000 und 1500 kg/ha lediglich eine Teilwirkung gegen die Kohlhernie. Eine Kopfgabe von 500 kg/ha Kalkstickstoff 2 Wochen nach der Pflanzung erwies sich als kulturverträglich, sofern die Anwendung breitflächig auf trockene Kohlpflanzen erfolgte. Durch die Aufteilung des Einsatzes von Kalkstickstoff in je eine Gabe vor und nach der Pflanzung wurde im Vergleich zu einer einmaligen Anwendung vor der Pflanzung keine Verbesserung der Wirksamkeit gegen die Kohlhernie erzielt. Der Einsatz von 100 dt/ha Branntkalk verringerte den Wurzelbefall 2007 um 41% sowie 2008 um 63% und förderte gleichzeitig den Ertrag um 44 % (2007) bzw. 192 % (2008) am deutlichsten. Die positiven Effekte von Branntkalk auf den Gesundheitszustand der Kohlkultur dürften mit der bei diesem Verfahren bis in die 6. Kulturwoche anhaltenden Erhöhung des pH-Wertes in der Bodenschicht 0 bis 30 cm um mehr als eine Einheit im Zusammenhang stehen. Die vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass Kalkstickstoff bei starkem Befallsdruck selbst in hohen Aufwandmengen nur eine begrenzte Wirkung hat, während gemahlener Branntkalk die Kohlhernie auch auf stark kontaminierten Böden gut unterdrücken kann.
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Bekämpfung der Kohlhernie durch gezielte Düngungsmassnahmen