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69, gelernte Laborantin, pensioniert. Zwei Söhne (Jg. 79 und 80), zwei Grosskinder.
«Nach der Geburt im Spital übernachteten die Kinder jeweils in einem anderen Zimmer. Die Wöchnerinnen sollten sich erholen. Tagsüber durften die Mütter die Babys bei sich haben, das war schon sehr fortschrittlich. Daheim schliefen die Buben dann zuerst im Stubenwagen, dann im Kinderbettchen im Kinderzimmer.
«Tagsüber durften die Wöchnerinnen die Babys bei sich haben, das war schon sehr fortschrittlich.»
Zum Einschlafen sangen wir ihnen Lieder, später schauten wir Bilderbücher an. Mein zweiter Sohn schlief oft schlecht ein und schrie, wir mussten ihn stundenlang herumgetragen. Die beiden hatten einen völlig unterschiedlichen Rhythmus– der eine schlief früh ein, wachte aber auch früh auf; der andere wollte nie ins Bett, schlief dann aber bis 8:30 oder 9 Uhr. Am Abend war es manchmal hart, ich war oft alleine mit beiden und hätte mir manchmal etwas Ruhe gewünscht. Andererseits konnte ich mich morgens voll eine Moment auf den Grossen und am Abend auf den Kleinen konzentrieren, das war auch schön.»
62, gelernte Keramikmalerin, Aktivierungsfachfrau, frühpensioniert. Zwei Töchter (Jg. 78 und 81), vier Grosskinder.
«Meine beiden Töchter schliefen von Beginn weg im Kinderzimmer, das war damals üblich. Nachts bin ich aufgestanden, habe gestillt oder geschöppelt, gewickelt und sie wieder ins Bett gelegt, ziemlich nach einem Zeitplan. Meine zweite Tochter war eine schlechte Schläferin. Ich erinnere mich, dass ich manchmal fast durchgedreht bin. Sie ist schlecht eingeschlafen, ich musste sie stundenlang herumtragen. Bis sie etwa 2,5-jährig war, stand ich nachts x-mal auf. Das war klar Sache der Mutter, auch als wir noch zusammen waren, stand mein Mann in der Nacht nicht auf. Deswegen hatten wir auch manchmal furchtbaren Streit.
Ich habe auch mal versucht, meine kleine Tochter schreien zu lassen, das hatte mir eine befreundete Säuglingsschwester geraten: Leg das Kind ins Bettchen und schliess die Tür! Unsere Mütter haben das mit uns noch so gemacht. Ich habe das drei Nächte lang probiert. Geholfen hat es nicht. Vielleicht fehlte mir dafür auch die innere Überzeugung dafür, mir tat das Kind leid.
«Das Aufstehen in der Nacht war klar Sache der Mutter.
Deswegen hatte ich mit meinem Mann manchmal furchtbaren Streit.»
Das Zubettgehen ist heute offenbar immer noch etwa gleich wie bei uns damals: Bücher vorlesen, Geschichten erzählen, Singen, immer so um die gleiche Zeit. Was sich verändert hat: Die Kinder, so scheint es mir, schlafen heute tagsüber weniger als damals. Sie haben schon viel mehr Programm. Ich glaube, damals war das Leben einfacher, ruhiger, und so hatten auch die Kinder mehr Ruhe und Raum.»
68, gelernte Pharmaassistentin, pensioniert. Zwei Söhne (1976 und 1978), ein Grosskind.
«Die Kinder schliefen von Anfang an im Stubenwagen im Kinderzimmer, am Anfang natürlich bei offener Türe. Ich wollte die Kinder nicht bei mir im Zimmer haben, geschweige denn bei mir im Bett. Das war für mich einfach von Anfang an klar.
Es gab ein klares Zubettgehritual: Ich habe die Buben jeden Abend gebadet, als sie grösser waren beide zusammen, dann durften sie ein Büchlein auswählen, natürlich am liebsten die allerdicksten, dann trug ich sie Huckepack ins Bett, als wäre ich ihr Pferdchen, und ab gings ins Bett. Von da an war Ruhe. Die Jungs gingen um 19 Uhr ins Bett, um 19:05 hörte ich keinen Ton mehr.
«Ich wollte die Kinder nicht bei mir im Zimmer haben,
geschweige denn bei mir im Bett.»
Mein älterer Sohn schlief nach vier Wochen durch. Ich hatte glücklicherweise extrem pflegeleichte Kinder. Aber ich habe sie auch «abgmüedet»: Wir waren vom Morgen bis am Abend immer draussen, bei jedem Wetter.»
Was habt ihr für Erinnerungen an das Muttersein in den 80er-Jahren? Oder was wurde euch über eure eigene frühe Kindheit erzählt? Wir freuen uns über einen Austausch in den Kommentaren.
Hier findet ihr Teil 1 der Serie: Stillen und Füttern, Teil 2 drehte sich um die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie.