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Datum/Zeit
23. 08. 2013 / 19:00 - 21:00
Veranstaltungsort
Philosophicum Basel
Auf die Frage, welchen Künstler er schätze, antwortet Ad Reinhardt: „Also ich glaube, wenn ich einen Preis an jemanden zu vergeben hätte, dann gäbe ich ihn Albers. Und vielleicht gäbe ja auch er mir den Preis, wenn er Juror wäre, (…). Aber ich verstehe nicht, warum er diese Quadrate nicht zentriert, anstatt sie nach unten fallen zu lassen.“ (Aus dem Dialog zwischen Ad Reinhardt und Charles Carpenter, Archiv der Ad Reinhardt Foundation.)
Die Wesensverwandtschaft dieser beiden künstlerischen Entwicklungen (Albers und Reinhardt) äusserte sich zuerst in der entschiedenen Zurückhaltung der ästhetischen und persönlichen Expressionen. Beide Künstler loteten die ewige Substanz der Farbe in höchstem Masse aus, aber in zwei verschiedenen Richtungen. Dabei stand bei beiden immer das emphatische Sehen im Zentrum.
„Ich glaube, die Kunst steht in Parallele zum Leben. Farbe verhält sich in meinen Augen wie ein Mensch – auf zwei unterschiedliche Weisen: einmal als Selbstverwirklichung und dann in der Verwirklichung der Beziehung zu anderen. In meinen Gemälden habe ich versucht, zwei Pole miteinander zu verbinden – Unabhängigkeit und Gemeinschaftlichkeit, so, wie es zum Beispiel in der pompejischen Kunst der Fall ist. Die Pompejaner gebrauchten ein bestimmtes Rot, das auf diese beiden Weisen spricht: zunächst in Beziehung zu den Farben, die es umgeben, dann wiederum tritt es allein auf und bewahrt sein eigenes Gesicht. Mit anderen Worten, man muss es verstehen, ein Individuum zu sein und zugleich ein Mitglied der Gesellschaft.“ Josef Albers (Aus: Katherine Kuh, The Artist`s Voice: Talks with 17 Artists, 1972.)
Vortrag mit Lichtbildern. Von und mit Jasminka Bogdanovic.
Zu Jasminka Bogdanovic’s künstlerischer Haltung gehört die Forschung an der Farbe. Sie studiert unterschiedliche Farbsysteme wie diejenigen von Philip Otto Runge, Josef Albers, Johannes Itten, Paul Klee und anderen. Im Zentrum aber steht die Vertiefung von Goethes Farbenlehre und deren Erweiterung durch geisteswissenschaftliche Aspekte auf Grundlage der Forschung Rudolf Steiners. Eine Frucht dieser Arbeit ist das Projekt „Experiment FARBE“ anlässlich des 200-jährigen Jubiläums von Goethes Farbenlehre 2010 in Dornach, Berlin und Järna, an dem sie entscheidend mit beteiligt war. Ihr langjähriges künstlerisches Schaffen ist zudem begleitet von einer stetigen Vertiefung durch Farbmeditationen. Als Ergebnis dieser intensiven Auseinandersetzung mit der Farbe praktiziert sie die synästhetische Methode zur Ausbildung und Erweiterung des Farberlebens in ihren zahlreichen künstlerischen Workshops, Aus- und Weiterbildungen. Weitere Infos: www.bogdanovic.ch
Kosten: CHF 30.00/ Für Studierende und auf speziellen Wunsch: CHF 17.00
Eine Führung durch die Ausstellung ist inbegriffen. Die Führungen sollen durch das gemeinsame Betrachten der Farbphänomene und den gegenseitigen Austausch das schöpferische Sehen anregen.