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Die Psoriasis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten. In Europa leiden zwischen 1 und 3% der Bevölkerung daran, in südlichen Ländern weniger als in nördlichen. Der deutsche Name enthält zwei typische Merkmale der Krankheit: Schuppen und Flechte, womit Hauterscheinungen gemeint sind, die dem Hautpilz ähnlich sind. Stoffwechselstörungen und Entzündungsreaktionen in der Haut führen dazu, dass die Verhornung der obersten Schichten überstürzt erfolgt und übermässig viele Schuppen gebildet werden. Während sich die Haut von gesunden Menschen innerhalb von 25 bis 30 Tagen erneuert, läuft dieser Vorgang bei der Schuppenflechte bis zu viermal schneller ab.
Eine Erkrankung ist in jedem Lebensalter möglich, doch beginnt sie in mehr als der Hälfte der Fälle vor dem 40. Lebensjahr (Psoriasis Typ I) mit einem Häufigkeitsgipfel im 2. Lebensjahrzehnt. Seltener ist die sog. Typ II Psoriasis mit einem erstmaligen Auftreten nach dem 40. Lebensjahr. Familiäre Häufung lässt sich besonders beim Typ I nachweisen.
Psoriasis ist nicht ansteckend. Trotzdem wurde die Krankheit früher mit dem Aussatz verglichen und auch heute leiden Psoriatiker manchmal unter einer Stigmatisierung wegen des kosmetischen Aspektes der Hautveränderungen.
Sie entsteht, indem das Immunsystem körpereigenes Gewebe schädigt. Es werden sog. Autoantikörper gebildet.
Im Zusammenhang mit Psoriasis sind damit die fleckenhaften, silbrig glänzenden Hauterscheinung auf entzündlich gerötetem Grund gemeint.
Dieser Begriff wird verwendet, wenn sich krankhafte Vorgänge entweder ausschliesslich an einem einzelnen oder aber an mehreren unterschiedlichen Organsystemen abspielen (Haut, Bindegewebe, Immun- oder blutbildendes System usw.). Auf jeden Fall erfassen die Vorgänge einen grossen Teil des Körpers. Entsprechendes Adjektiv: systemisch.
Heute geht man davon aus, dass Psoriasis eine genetisch bedingte Autoimmunkrankheit ist, genauer eine autoimmune Systemkrankheit, dass also neben der Haut noch andere Gewebe und Organe betroffen sind. Die Tatsache einer genetischen Komponente ist seit langem bekannt, die Einzelheiten der Vererbung sind jedoch bis heute nicht geklärt. Einen grossen Einfluss hat überdies die ethnische Abstammung. Der Verlauf ist geprägt von immunologischen, individuell sehr unterschiedlichen Vorgängen.
Ein Ausbruch oder eine Verschlimmerung von Psoriasis ist an bestimmte auslösende Faktoren gebunden; die wichtigsten sind:
Verlauf und Manifestationsorte sind individuell sehr unterschiedlich und eine Prognose ist entsprechend schwer zu stellen. Allgemein gilt indessen, dass die Typ I Psoriasis schwerer verläuft, indem grössere Teile der Körperoberfläche betroffen sind und Rückfälle häufiger vorkommen als beim Spättyp (Typ II). Es handelt sich ferner um eine chronische Krankheit mit schubweiser Entwicklung, das heisst Zeiten deutlicher, teils heftiger Hautveränderungen wechseln ab mit Phasen der Besserung oder sogar Beschwerdefreiheit.
Zur Angabe des Schweregrads gibt es Skalen, die namentlich die Fläche der psoriatrisch veränderten Hautareale berücksichtigen, aber auch die Ausprägung der Entzündung sowie der Schuppung. Wenn mehr als 10% der Körperoberfläche betroffen sind, wird die Krankheit als schwer eingestuft.
Nach adäquater Behandlung bleiben vielfach keine oder nur begrenzte Hauterscheinungen zurück. Eine völlige, ursächliche Heilung der Erkrankung gibt es nach heutigem Kenntnisstand jedoch nicht. Allerdings verschwindet die Psoriasis bei manchen Menschen nach einem einmaligen Auftreten.
Auffallend häufig – verglichen mit der übrigen Bevölkerung – ist ein gleichzeitiges Vorliegen von Psoriasis und Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder deren Risikofaktoren, insbesondere Hypertonie und Herzinsuffizienz, Übergewicht, Zuckerkrankheit. Vergleichbares gilt für Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. Untersuchungen zeigten, dass das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden bei schwerer Psoriasis bis zu drei-fach erhöht ist.
Hinsichtlich verschiedener Erscheinungsformen hat sich bislang keine einheitliche Einteilung durchgesetzt, eine mögliche ist die folgende:
Die „gewöhnliche“ Schuppenflechte ist die häufigste Form und die Symptome entsprechen den oben beschriebenen. Hierbei lassen sich – nebst anderen – noch unterscheiden:
Schuppenflechte mit Hautbläschen, angefüllt mit steriler, nicht infektiöser Flüssigkeit.
Gelenkbefall (s. oben) bei Schuppenflechte.
Eine Arztkonsultation ist nötig, wenn Zeichen einer Schuppenflechte erstmals auftreten, ebenso bei wesentlicher Verschlechterung oder bei Komplikationen.
Sie erfolgt anhand der oben beschriebenen Phänomene, falls erforderlich wird sie durch mikroskopische Untersuchung einer Gewebeprobe gesichert.
Die geeigneten Verfahren müssen individuell zusammengestellt und jeweils dem aktuellen Gesundheitszustand angepasst werden.