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3.6 km
Publiziert: 2 September 2012
Was heute bei Camorino und Sementina als Hungerfestungen noch zu sehen ist, war einst Teil der eidgenössischen Befestigungslinie gegen das Königreich Lombardo-Venetien.
Der Ende November 1848 konstituierte Bundesrat sah sich mit dramatischen Entwicklungen in der Aussenpolitik konfrontiert. Weil sich im Tessin Tausende von Flüchtlingen und Revolutionäre aus der Lombardei aufhalten durften, verhängte Österreich eine Handelsblockade gegen die Schweiz – das Königreich Lombardo-Venetien gehörte seinerzeit zur Habsburgermonarchie. Die Grenzen wurden geschlossen und über 6'000 Tessiner Gastarbeiter mussten in die Schweiz zurückreisen. Das Tessin dieser Zeit war geprägt von Armut, Arbeitslosigkeit, drohender Hungersnot und Tausenden von politischen Flüchtlingen aus Italien. Aus strategischen Überlegungen und angesichts der massiven Arbeitslosikgkeit liess die Eidgenossenschaft unter der Leitung von Guillaume-Henri Dufour, General und Kartograf, von 1853 bis 1854 die Verteidigungslinie zwischen Camorino, Sementina und Monte Carasso quer durch die Magadinoebene erbauen. Von dieser Dufourlinie sind heute noch verschiedene Türme, fünf in Camorino, vier im Abschnitt Sementina - Monte Carasso, und bei Monte Carasso auch Teile der Befestigungsmauern zu sehen. Die Hungerfestungen gehören zum Kulturgut von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin.
Bellinzona Turismo bietet eine geführte Besichtigung der Fortini della fame an, Informationen dazu unter dem Link rechts.
Weitere Informationen zu den Hungerfestungen bei Camorino in italienischer Sprache gibt es unter diesem Link: www.fortini-camorino.com.