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2. Thietland
Thietland (958 bis ca. 964)15. Bonstetten16 sagt, daß viele ihn als einen Sohn Herzog Burkards von Schwaben oder dessen Bruders Sohn betrachten. Dafür fehlt freilich jeder Beleg. Als Jahr seiner Herkunft geben die Annales S. Meginradi und die Annales Einsidlenses übereinstimmend 945 an17 ; der gleiche Eintrag: «Tiethlandus pater venit» findet sich auch von einer Hand des 11. Jahrhunderts in der ehemals im Stifte Einsiedeln aufbewahrten Handschrift der Chronik Hermann d. L.18. Urkundlich wird Thietland zum 3. Februar 961 genannt («venerabilis abba Dietlandus»), unter welchem Datum Kaiser Otto Wahlrecht und Immunität des Klosters bestätigt19. Wenn die Annales Eremi20 und Einsidlenses, sowie Hermann d. L. zum Jahre 960 den Eintrag bringen: «Gregorius abba effectus est»21, so kann dies nicht stimmen; es muß ein Irrtum in der Datierung vorliegen, denn die erwähnte Urkunde Ottos bezeichnet Thietland 961 ausdrücklich als Abt. Die Annahme, als wäre Gregor damals «Koadjutor» geworden, halte ich für verfehlt, denn dem steht wieder die Bezeichnung «Abba» entgegen. Der Liber Eremi berichtet zwar, Thietland hätte auf die Abtei verzichtet, aber ein Beleg dafür fehlt vollständig; es handelt sich wohl um eine bloße Kombination von Tschudi. Das gleiche gilt auch von der andern Nachricht, die Tschudi bringt, wonach Eberhard 943, im September, Dietland zu seinem Coadjutor angenommen hätte; damals war dieser noch gar nicht in Einsiedeln22.
Über das Todesjahr dieses Abtes schweigen sich die Annalen vollständig aus. Sein Nachfolger erscheint urkundlich erstmals den 23. Januar 965, so daß wir das Todesjahr zwischen 961 und 965 zu suchen haben. Die Überlieferung gibt 964 an. Als Todestag geben die Aufzeichnungen in Cod. 319 den 28. Mai an23.