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1957 nahmen die Schweiz und Myanmar diplomatische Beziehungen auf. Im Oktober 2012 eröffnete die Schweiz in Yangon eine ihrer grössten Botschaften und lancierte eine Schweizer Kooperationsstrategie Myanmar 2013-2017 (2018). Seither haben sich die Beziehungen in Bezug auf Entwicklung, Handel und Politik zwischen den beiden Ländern verstärkt. 2017 feierten die Schweiz und Myanmar 60 Jahre diplomatische Beziehungen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Myanmar
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Seit der Eröffnung der Botschaft im Jahr 2012 hat die Schweiz ihre Beziehungen zu Myanmar gestärkt. Für alle konsularischen Angelegenheiten ist das Regionale Konsularcenter in Bangkok (Thailand) zuständig.
Die Schweiz unterstützt im Rahmen ihrer länderspezifischen Kooperationsstrategie den laufenden Transitions- und Friedensprozess sowie die sozioökonomische Entwicklung Myanmars. Seit 2012 finden regelmässige politische Konsultationen zwischen den beiden Ländern statt. Es werden auch regelmässig hochrangige Treffen durchgeführt. Im September 2014 stattete Präsident U Thein Sein der Schweiz als erstes Staatsoberhaupt des Landes einen offiziellen Besuch ab. 2017 feierten die Schweiz und Myanmar 60 Jahre diplomatische Beziehungen.
Die Schweiz und Myanmar arbeiten auch im Rahmen des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zusammen, wo die Schweiz seit Juli 2016 den Status als sektorielle Dialogpartnerin innehat.
Wirtschaftliche und finanzielle Beziehungen
Im Mai 2012 hat die Schweiz den Grossteil der Sanktionen aufgehoben, die infolge von Menschenrechtsverletzungen eingeführt worden waren. Das Embargo auf Rüstungs- und Repressionsgütern bleibt jedoch bestehen.
Der Handel mit Myanmar ist zwar immer noch gering, aber im Wachstum begriffen. Die Schweiz exportierte 2017 Waren im Wert von 25 Millionen CHF nach Myanmar, hauptsächlich pharmazeutische Produkte und Maschinen. Die Importe aus Myanmar für denselben Zeitraum betrugen 67 Millionen CHF und betrafen vor allem Textilien, Edelsteine und Edelmetalle.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus Myanmar können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Humanitäre Hilfe der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit ist seit 1994 in Myanmar tätig. Seit 2012 wird ihre Arbeit durch ein Programm der Entwicklungszusammenarbeit ergänzt, das im «Swiss Cooperation Programme in Myanmar 2019–2023» (nur auf English) zusammengefasst ist. Es konzentriert seine Intervention auf folgende Bereiche:
- Frieden, Staatsaufbau und Schutz
- Fähigkeiten und Marktentwicklung
- Gesundheit
Transversale Themen sind die Gleichstellung der Geschlechter, gute Regierungsführung sowie die Reduzierung des Katastrophenrisikos und die Anpassung an den Klimawandel.
Schweizerinnen und Schweizer in Myanmar
Ende 2017 lebten 137 Schweizerinnen und Schweizer in Myanmar.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Myanmar (Burma), das seit dem 11. Jahrhundert aus verschiedenen Königreichen bestand, war von 1824 bis 1948 eine britische Kolonie. Gleich nach der Unabhängigkeit wurde es von der Schweiz als Staat anerkannt. Seit 1956 unterhalten die Schweiz und Myanmar diplomatische Beziehungen. Von 1957 bis 1965 befand sich in der Hauptstadt Rangun (heute: Yangon) ein Honorarkonsulat. 2012 eröffnete die Schweiz in Yangon eine Botschaft und reagierte damit auf die demokratische Transition und die Öffnung des Landes.