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Bild und Text von Jürgen Grünwidl aus Nove Desto
Der letzte Tag der Weltmeisterschaften began kühl und regnerisch. Doch bald zeigte sich die Sonne wieder und Massen an Zuschauern – laut Veranstalter mehr als 23000 – strömten in das Eventgelände. Um 11.00 Uhr fiel dann der Startschuss zum U23 Damen Rennen. Vier Damen stetzten sich schon in der Startrunde vom Rest des Feldes ab: Jenny Rissveds, Alessandra Keller, Sina Frei und die Britin Evie Richards.
Als Alessandra Keller hinter Ressved im „Expert Climb“ einen Fehler macht, entsteht eine Lücke, die Ressved für sich nutzt. Keller versucht den Fehler wieder gut zu machen, doch es gelingt ihr nicht. Als Keller schwächer wird, fährt die Schwedin ungefährdet ihrem ersten Weltmeistertitel entgegen. Mehr als eine Minute Abstand hat Rissveds im Ziel, aber nicht auf Alessandra Keller, sondern auf Sina Frei. Die U23-Europameisterin kann mit der besten Schlussrunde im Feld Alessandra Keller vom Silberrang verdrängen und 18 Sekunden vor ihr ins Ziel fahren.
Für Sina Frei ist es schon die zweite Medaille bei dieser Weltmeisterschaft. Eine Bronze Medaille im Team Relay kann sie auch mit nach Hause nehmen.
Zum Abschluss der MTB-Weltmeisterschaften im tschechischen Nove Mesto kann der Nino Schurter seinen Titel bei den Herren verteidigen und diesen insgesamt zum 5. Male gewinnen. In 1:28:20 Stunden siegt er mit 17 Sekunden Vorsprung auf den Tschechen Jaroslav Kulhavy und 30 Sekunden vor Julien Absalon aus Frankreich.
Im Kampf um die Medaillen sah man das seit Jahren gewohnte Bild: Nino Schurter, Julien Absalon und Jaroslav Kulhavy an der Spitze. Wobei dies wohl das letzte Mal bei Weltmeisterschaften passiert ist – will Absalon doch nach dieser Saison aufhören. Nino Schurter wurde zum fünften Mal Elite-Weltmeister und zog so mit Julien Absalon gleich. London-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy konnte trotz der unglaublichen Unterstützung des heimischen Publikums Nino Schurter nicht gefährden. Schurter setzte sich in der vierten von sechs Runden von den beiden ab und war nicht mehr einzuholen.
Die Stimmung und die Zuschauermassen, die zu diesem Weltmeisterschaften in Nove Mesto kamen, werden schwer auch nur annähernd zu toppen sein. Man darf gespannt sein, wie die nächsten Weltmeisterschaften in Cairns, Australien, diesbezüglich sein werden. Sicher ist nur, von Europa ist Cairns sehr weit entfernt.
Die Medaillenbilanz der Schweiz bei diesen Weltmeisterschaften ist erfreulich: Zweimal Gold, dreimal Silber und vier Bronze. Vielleicht hatte der eine oder andere noch eine Goldene mehr auf der Rechnung ( bei den Elite Damen). Aber auch andere Nationen sind gut und die Schweizer Fahrer und Fahrerinnen sind keine Maschinen, die auf Knopfdruck liefern können, sondern Athleten, die auch mal einen schlechten Tag haben.