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Der internationale Flughafen von Palma de Mallorca ist am späten Freitagabend nach einem ungewöhnlichen Zwischenfall für mehr als drei Stunden lahmgelegt worden. Eine Maschine einer marokkanischen Fluggesellschaft hatte auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul wegen eines medizinischen Notfalls eine unplanmässige Zwischenlandung eingelegt, berichteten die «Mallorca Zeitung» und «El Pais». Den Berichten zufolge gingen die Behörden davon aus, dass es sich um eine gezielte Aktion handelte, um illegal nach Spanien zu gelangen.
Als ein Krankenwagen bei der marokkanischen Maschine eintraf, um einen angeblich unter einem Diabetesschock stehenden Passagier und dessen Begleiter abzuholen, liefen etwa 20 andere Passagiere auf das Flugfeld von Son Sant Joan, so dass der Flugbetrieb eingestellt werden musste. Anfliegende Maschinen wurden nach Angaben des Flughafenbetreibers Aena umgeleitet, unter anderem nach Ibiza, Menorca oder Barcelona. Insgesamt seien 13 ankommende Maschinen umgeleitet worden, twitterte Aena.
Polizei und Sicherheitsbeamte nahmen die Suche nach den Passagieren auf, von denen mindestens fünf in einer in der Nähe des Flughafens gelegenen Gemeinde festgenommen werden konnten, wie die «Mallorca Zeitung» unter Berufung auf die Polizei schrieb. Ermittler gingen davon aus, dass es auch den übrigen Personen gelungen sei, über den Flughafenzaun zu klettern.
Bei dem Passagier mit dem medizinischen Notfall seien im Krankenhaus keine Beschwerden festgestellt worden. Er habe ein diabetisches Koma offenbar nur simuliert, berichtete die «Mallorca Zeitung». Sein Begleiter war schon beim Eintreffen beim Krankenhaus verschwunden. Der angebliche Patient sei wegen des Verdachts der Begünstigung illegaler Einreise festgenommen worden. (sda/dpa)
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält die Krise an der östlichen EU-Aussengrenze, an der Migranten illegal über Belarus in die EU gelangen wollen, noch nicht für überwunden. «Die Intensität hat sich ziemlich verändert, es ist natürlich nicht mehr so gravierend wie noch vor ein paar Tagen. Aber ich denke, es ist zu früh um zu sagen, dass es vorbei ist», sagte Stoltenberg in einem am Samstagabend im lettischen Fernsehen ausgestrahlten Interview. «Wir müssen wachsam sein, wir müssen die Entwicklungen genau im Auge behalten und weiterhin klare Botschaften aussenden.»