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Ätzfiguren,
[* 2] regelrechte, mit der Struktur der Kristalle [* 3] zusammenhängende Vertiefungen, welche bei Anätzung, d. h. vorsichtiger Einwirkung von Lösungsmitteln (Wasser bei Steinsalz, Alaun [* 4] etc., Salzsäure bei kohlensauren Verbindungen, Flußsäure bei Silikaten), auf den Kristallflächen entstehen. Da sie bei kristallographisch gleichwertigen Flächen und nur bei diesen gleichartig sind, so können sie maskierte Hemiedrie und Dimorphie (vgl. Kristall) erkennen lehren, sind aber nicht in dem Sinn eines Studiums der Form der die Kristalle aufbauenden Moleküle auszunutzen, da sie nicht nur von der Natur der angeätzten, sondern auch derjenigen der anätzenden Substanz (Lösungsmittel) abhängig sind.
Auch die
Figuren, welche sich nach G.
Rose bei einer vorsichtigen
Verbrennung des
Diamants auf den Kristallflächen
einstellen, sind hierher zu zählen; das korrodierende
Mittel ist dabei der oxydierende
Sauerstoff. Mit dem nähern
Studium
der
Ätzfiguren haben sich außer dem schon genannten
Rose besonders Leydolt, Hirschwald,
Haushofer, Baumhauer und Klocke beschäftigt.
Gewisse in der
Natur beobachtete Unebenheiten der Kristallflächen dürften durch
Analogie ebenfalls als
Ätzfiguren, durch natürliche
Prozesse erzeugt, zu deuten sein.