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Beim Kauf eines Neuwagens spielt die Optik eine wichtige Rolle. Die Form muss gefallen, das Auto muss schön sein, schliesslich gibt man dafür oftmals eine stattliche Summe aus. Zur Optik gehört natürlich auch die Farbe, die spielt bei der Evaluation ebenfalls eine wichtige Rolle. Wenn man sich aber heute das automobile Strassenbild anschaut, stellt man doch eine relativ grosse Fantasielosigkeit der Autobesitzer fest. 80% der Fahrzeuge kommt im tristen grau, silber, silbergrau und schwarz daher, viele Firmenfahrzeuge sind weiss, da bringt dann wenigstens die Beschriftung etwas Farbe ins Spiel. Das war nicht immer so, in den Siebzigerjahren waren poppige bunte Farben angesagt, passend zu der Hippiebewegung der Sechzigerjahre. Dabei hatte die Farbe auf dem Blech, wie wir sie heute kennen, ursprünglich eine ganz andere Bedeutung. In der Anfangszeit des Automobilbaus waren die Blech- und Eisenteile meistens schwarz oder grau/grün. Diese Anstriche hatten die Aufgabe, das Metall vor Korrosion zu schützen, mussten also nicht in erster Linie schön oder besonders elegant sein. Es gab auch noch keine Acrylfarben die gespritzt wurden, nein, die Farben wurden mit dem Pinsel aufgetragen. Man sieht das noch ab und zu an fachgerecht restaurierten Fahrzeugen aus dieser Zeit.
Farben hatten auch im Motorsport eine Bedeutung. Damals waren die Rennwagen keine fahrenden bunten Werbeträger sondern waren in den jeweiligen Farben des Landes lackiert, für das die Piloten starteten. Weisse Wagen waren für Deutschland am Start, rote für Italien, Frankreich hatte blau, Belgien gelb, Fahrzeuge für die Schweiz waren rot mit weisser Motorhaube und für England gab es das berühmte ‘British Racing Green’. Diese Farbzuteilung war von der FIA bis 1970 vorgeschrieben. Ab Juni 1934 waren die deutschen Rennfahrzeuge, die brühmten Mercedes W25 Silberpfeile eben silber und nicht weiss. Es gibt die Geschichte, dass die Fahrzeuge um 1 kg zu schwer waren und sich der damalige Rennleiter von Mercedes-Benz, Alfred Neubauer, entschieden hatte, den silbernen Lack über Nacht abschleifen zu lassen, was die gewünschte Gewichtsreduktion zur Folge hatte. Ob das alles wirklich so geschehen ist wurde immer wieder bezweifelt, mittlerweile scheint aufgrund von alten Fotos aber bewiesen zu sein, dass die Silberpfeile anfänglich wirklich weiss waren. Später gab es viele Rennwagen, die eine unlackierte Karosserie aus Aluminium trugen. Die Farbe sparte man sich. 1975 wurde die DeLorean Motor Company gegründet (DMC), die im nordirischen Dunmurry begann, Autos mit einer Karosserie aus rostfreiem Stahl zu bauen. Rund 9000 Fahrzeuge entstanden. Bekannt wurde der DeLorean durch den Film ‘Back to the Future’. Hier hatte es der Kunde also einfach, es gab keine Farbe zu wählen, die Karosserien waren aus unlackiertem Edelstahl.
Dann gibt es Autos und Farben, die irgendwie zusammengehören, zum Beispiel Ferrari und rot, man sagt ja auch Ferrarirot. Es gibt aber verschiedene Tönungen und Farben, die bekannteste ist sicher ‘rosso corsa’. Tatsächlich sind die meisten Ferrari-Zweisitzer rot, bei den grösseren 2+2 Modellen ist rot aber eher selten. Die Lieblingsfarbe von Enzo Ferrari war gelb, was man noch heute auf dem Hintergrund des Logos mit dem ‘Cavallino Rampante’ sieht. Der gelbe Hintergrund wurde von Enzo Ferrari hinzugefügt, weil es die Farbe seiner Heimatstadt Modena, dem damaligen Sitz des Unternehmens, war. Oft wird jedoch auch behauptet, dass Enzo Ferrari die Farbe wegen seiner Vorliebe für Sonnenblumen verwendete. An Treffen hört man ab und zu, dass gelb eine eher hässliche oder unpassende Farbe für ein Oldtimer sei. Aber eigentlich ist gelb eine fröhliche Farbe, wie die Sonne, und es gibt ganz viele Autos, die gelb eine ausgezeichnete Figur machen. Darum haben wir dieser Farbe eine Galerie mit 100 gelben Autos gewidmet. Viel Spass.