Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03583.jsonl.gz/2488

Kann das Polareis dem wachsenden Treibhauseffekt standhalten?
Climate Press Nr. 10
Die Dicke des über dem Nordpol schwimmenden Polareises nimmt ab. In einer Untersuchung zeigten alle Messpunkte eine durchschnittliche Abnahme der herbstlichen Eisdicke von 3.1 auf 1.8 m, d.h. um rund 40%, während den letzten rund 30 Jahre.
Auch die Bewohner der Arktis haben in den letzten Jahrzehnten Veränderungen im Meereis festgestellt. Bei anhaltendem Trend ist es möglich, dass in wenigen Jahrzehnten das arktische Meereis im Sommer vollständig wegschmilzt. Dies hätte weitreichende Auswirkungen auf den arktischen Strahlungs- und Wärmehaushalt. In der Folge könnten sich Meeresströmungen und die atmosphärische Zirkulation auf der Nordhemisphäre nachhaltig verändern. Eisfreie Zonen im arktischen Meereis, wie dieses Jahr am Nordpol beobachtet, sind im Sommer nichts aussergewöhnliches, sie könnten aber in Zukunft vermehrt und auch grossflächiger auftreten. Die auf Festland liegenden Eismassen Grönlands und der Antarktis zeigen hingegen bisher wenig Veränderungen. Zwarergeben die neusten Untersuchungen in Grönland ein leichtes Abschmelzen in den Randregionen. Ansonsten ist die Bilanz aber ausgeglichen. In der Antarktis wird vor allem die Möglichkeit des Kollapses des westantarktischen Eisschildes im Verlaufe dernächsten Jahrhunderte diskutiert. Dies würde einen Anstieg des Meeresspiegel bewirken. Die Schweiz wäre vor allem von den indirekten Folgen des Abschmelzens betroffen, insbesondere von resultierenden Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation.
Quelle: ProClim/ OcCC (Hrsg.), 2000. Kann das Polareis dem wachsenden Treibhauseffekt standhalten? Climate Press. Hintergründe der Klima- und Global Change Forschung, Nr. 10.