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Es mag nicht überraschen, dass es ausgerechnet eine Physikerin war, die ihren Glauben an die Sicherheit der Atomkraft in Politik goss. Nachdem die Vorgängerregierung Schröder den Atomausstieg beschlossen hatte, nahm Kanzlerin Merkel eine Kehrtwende vor und verlängerte die Laufzeit der deutschen Atomkraftwerke, nur um nach dem Reaktorunglück von Fukushima eine erneute 180-Grad-Drehung zu vollziehen und nun einen noch früheren Ausstieg aus der Atomkraft durchzusetzen, als dies die rot-grüne Regierung geplant hatte.
Atomkraft, nein danke
Die gleiche Atomkraft, die lange Zeit als saubere und billige Energie angepriesen worden war, wurde plötzlich zum Sicherheitsrisiko, das man schnellstmöglich eliminieren musste. Gleichzeitig änderte sich an der Priorität einer zuverlässigen Stromversorgung natürlich nichts, denn Lücken in der Energieversorgung würden der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands enorm schaden. Nachdem die erneuerbaren Energien in ihrer Erzeugung noch nicht mit Atom- und Kohlestrom mithalten konnten, griff der deutsche Staat regulierend ein und subventionierte die alternativen Energien auf unterschiedliche Weise, nicht zuletzt über eine Bezuschussung des Strompreises.
Was nun?
Der Ausstieg aus der Atomenergie erforderte Veränderungen auf vielen Gebieten, wobei der Umbau der Energieversorgung natürlich elementar war. Andere Energiequellen mussten den bald wegfallenden Atomstrom nach und nach ersetzen, idealerweise sollte dies durch erneuerbare Energien geschehen. Auf diese Weise konnte Deutschland sich an die Spitze der europäischen und globalen Umweltpolitik setzen und gleichzeitig als Vorreiter andere Länder von den Vorteilen als auch der Machbarkeit einer klimaneutralen Energieversorgung überzeugen. Gleichzeitig nahm die Dringlichkeit der Senkung der CO2-Emissionen durch die immer deutlicher zu Tage tretenden Folgen des Klimawandels zu. Da Deutschland sich mit seiner Unterschrift sowohl zu den Zielen des Kyoto-Protokolls als auch 2015 zu der Durchsetzung der Ziele des Pariser Abkommens verpflichtet hatte, wurde die Energiewende Teil einer Klimapolitik, die zunehmend von globalen Ereignissen bestimmt wurde. Um die vereinbarten Ziele zu erreichen, genügte der Ausbau der erneuerbaren Energien jedoch nicht. Vielmehr war ein ganzheitlicher Ansatz nötig, der auch neue Mobilitätskonzepte und eine effizientere Energienutzung beinhaltete.
Ein wichtiges Element der Energiewende ist eine deutliche Erhöhung der Energieeffizienz, deren Kernstück wiederum eine verbesserte Gebäudedämmung ist. Natürlich ist es wünschenswert, dass nicht ein Großteil der Wärme durch Wände, Decken oder Fenster entweicht, und es wäre ideal, wenn jedes Haus eine optimale Dämmung besäße und dadurch einen deutlich geringeren Energieverbrauch hätte. Solange die Hausbesitzer diese Kosten selbst tragen müssen, ist es jedoch nicht realistisch, dass sie die entsprechenden Umbaumaßnahmen vornehmen lassen. Dabei sorgen die steigenden Strompreise durchaus dafür, dass Interesse für Dämmungsmaßnahmen besteht. In Pilotprojekten konnte jedoch gezeigt werden, dass eine viel größere Akzeptanz für diese Maßnahmen erreicht werden kann, wenn der Fokus zunächst auf die dringendsten, also die notwendigen Aspekte gelegt wird und nicht direkt ein Komplettpaket aller möglichen Maßnahmen auf den Tisch kommt. Denn dann erschlägt der finanzielle Aspekt häufig die Ambitionen, die viele Menschen im Bereich des Klimaschutzes besitzen.