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Lugnasad
das Keltische Jahreskreisfest um den 1. August
Jetzt wird wieder gefeiert….
….das Fest des reifen Sommers, der Hitze und des Erntens und vor allem der Kräuterweihe.
Es ist die Zeit in dem die Sonne ihren höchsten Stand schon wieder verlassen hat und die Mondenergie in der abnehmenden Phase liegt. Wir spüren langsam die zerstörerische Kraft der Sonne, die andere Seite der Medaille.
Lughnasad ist das Fest des Lugh, der Keltische Gott des Lichtschwertes. Er ist der Sohn der grossen, weisen Erdgöttin Taillte…die wahrscheinlich älteste Erdgöttin aller Göttinnen. Sie ist die Hüterin des Ackerbaus und der heiligen (heilsamen) Kräuter. Sein Vater war der Gott der Unterwelt, Balor, ein Fomore (das Volk das aus der Dürre und des Todes kam). Doch Taillte machte die Erde von der Dürre wieder fruchtbar. Sie verausgabte sich aber so sehr dafür, dass sie daran früh starb. Lugh, der aus dem Dunkeln (Erdentiefe) kommt und im Licht aufwuchs, ist hier Sinnbild für das Zusammenwirken von der Erdenmutter und dem Licht. Der Samen, der in der dunklen Erde keimt und dann dem Licht entgegenwächst.
Das Fest Lughnasad ist die Ehrung Lughs an seine verstorbene Mutter. Er veranstaltete zu ihren Ehren ein fröhliches Fest, das eine Art „Verschnaufspause“ während der Erntezeit symbolisieren sollte. Sie brachten Opfergaben (besonders Ähren und Kräuter) dem Feuer, um die Elemente milde zu stimmen, hielten friedliche Wettkämpe ab und tanzten zu fröhlicher Musik (Lugh war unter anderem auch ein hervorragender Barde).
In der Zeit der Kräuterweihe oder Schnitter-Fest erinnerte die Erdgöttin daran, die Sichel weise zu führen und die Ernte überlegt zu schneiden…ernten wir zu früh, hat sie noch wenig Nährstoffe und ist „verwässert“…ernten wir jedoch zu spät, sind die Heilkräfte zerstört und ausgelaugt.
Da die Getreide- und Ackerernte noch nicht vollständig eingebracht war, wurde für günstiges Wetter und das Einbringen der noch bevorstehenden Ernte gebetet.
Hier wurden auch besonders die Heilkräuter der weisen Frauen geweiht, verarbeitet und für Räucherzwecke genutzt.
Was heisst das für unseren Alltag konkret?
Jetzt ist die Zeit reif, um die letzte Ernten vorzunehmen. Alles, was zu unserem Wohl und für unser Leben gut und heilsam herangewachsen ist, steht jetzt zum Nutzen bereit. Es ist auch Zeit der Entscheidung und des Trennens…von alten Zöpfen, überholten Wertvorstellungen oder Beziehungen (verdorbenen, ungeniessbaren Früchten).
Wir überlegen uns; was haben wir gesät? Was ist für uns gut oder was müssen wir wieder los lassen…unserer Mutter Erde zurückgeben.
Taillte ist eine weise Schnitterin, sie lehrt uns, uns abzugrenzen und uns entschieden für unser eigenes Wohl und das Wohl unserer Früchte zu Entscheiden und zu Handeln. Manchmal müssen wir auch gezielt trennen, abschneiden und beenden, was nicht mehr gut für uns ist. Sie zeigt uns klar, wie wir mit ihrer Hilfe und der Hilfe des Lichtgottes Lugh, unser Lichtschwert einsetzten können, um uns und unsere Frucht zu schützen und wenn nötig zu verteidigen.
Daillte ist der Archetyp einer ehrfurchtgebietenden, Grenzen setzenden und verantwortungsbewussten Königin, welche machtvoll, ordnend und selbstbewusst ihr Reich regiert.
Auch wir brauchen im Leben immer wieder Abgrenzung, Entschiedenheit und Klarheit, um gesund zu bleiben und unsere Früchte (auch unsere geistigen Früchte, unsere Ideen z.B.) schützen und hegen zu können.
Es heisst nun auch, dass wir uns von schlechten Dingen trennen sollten, dass wir vielleicht unnachgiebig sein müssen, damit unsere Sicherheit und unsere Gesundheit gewährleistet ist.
An diesem Jahreskreis-Ritual machen wir uns Gedanken über unsere Früchte, welche wir jetzt ernten können. Wir reflektieren, was uns guttut, was herangereift ist und was ist „essbar“.
Gibt es vielleicht verdorbene Früchte oder sogar Ungeniessbares?
In einer wunderschönen Klang-Meditation, welche uns in die unterbewusste Tiefe zur weisen Urmutter Daillte führt, fragen wir um ihren Rat und vernehmen ihre Weisheit für unser Wohlergehen und was für uns unsere Ernte bedeutet.
Räucher- und Heil-Kräuter ernten und segnen
Alle Kräuter, welche wir seit der Sommer- Sonnwende schon geerntet, „gebündelt“ und an luftigen Stellen gut trocknen haben, können wir jetzt an diesem Jahreskreis segnen und weihen.
Bis zur Herbst Tag – und – Nachtgleiche sollte dann die allerletzten Kräuter gesammelt und getrocknet sein, sonst verlieren sie an Kraft und Aroma (diese können wir dann an der Herbst- Tag-Nachtgleiche noch weihen).Die getrockneten Kräuter werden danach einzeln in Dosen oder Gläser aufbewahrt, welche ganz nach Bedarf und Geschmack, zu einer eigenen Mischungen zusammengestellt werden kann.
Lasst euch dabei von eurer Kreativität leiten und beflügeln.
Zusätzlich können wir noch einen Medizin-Beutel anfertigen. Auch er wird geweiht.
Dabei überlegen wir uns, was wir hineingeben wollen; Kräuter, Steine, Muscheln oder für uns bedeutende Gegenstände.
In einer kurzen Meditation bauen wir uns einen kraftvollen Schutz-Kreis auf und lassen ihn manifestieren, dass wir ihn jederzeit abrufen können, wenn wir ihn brauchen. Dabei wirkt unser Medizinbeutel im Alltag wie ein Ankerpunkt oder Erinnerung.
Danach ziehen wir Orakelkarten und geniessen selbst gebackenes Brot mit Olivenöl und verschiedenen Tipps (was die Ernte so alles hergibt)…dazu trinken wir Apfelbowle, selbstverständlich ohne Alkohol (damit unsere geschärften Sinne nicht „vernebeln“).
Zum Schluss geben wir getrocknete Ähren und Brotkrumen ins Fuer und danken den guten Kräften und Wesen für ihre wohlwollende Unterstützung und Hilfe….und wer weiss, vielleicht huscht da oder dort eine Elfe oder ein Naturwesen vorbei…!
Ich wünsche euch von herzen eine wunderbare, segensreiche und weise Kräuterweihe
Alles Liebe eure Silvia