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handbikemovie
Ein Film von Martin Bruch
A 2003 - 35mm - 1:1.85 - Farbe - 99 Min - Dolby SR
Eine Experimentaldokumentation über eine unmögliche Freiheit
Grosser Preis der Jury, Diagonale 2004
Regie, Kamera, Ton: Martin Bruch
In regelmäßigem Takt tauchen die Bremskabel von Martin Bruchs Handbike dessen Lenker zugleich als Antriebspedal dient am unteren Bildrand auf und senken sich wieder. Eine unendlich sich wiederholende Kurbelbewegung, die nicht nur das Fahrzeug, sondern den Film selbst voran zu tragen scheint.
Seit 1992, als bei ihm Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, bewegt sich Martin Bruch mit Hilfsmitteln fort. Anfangs auf einem Tretroller, nun, wo dies nicht mehr möglich ist, vorwiegend mit dem Handbike. Zwischen 12/2001 und 12/2002 filmte er seine Fahrten durch Städte und über Land mit einer Helmkamera, deren Bilder und Töne zumindest eine Annäherung an seine eigene Wahrnehmung liefern. So befinden sich die Zuschauer seines Dokumentarfilms handbikemovie inmitten eines Staus auf dem New Yorker Times Square, zwischen Straßenbahn- und PKW-Spuren auf der Wiener Ringstraße oder neben einem Doppeldecker im dichten Verkehr von London. Rings herum vibrieren Motoren, rauschen Reifen auf dem Asphalt, klingt gelegentlich Musik aus den Boxen eines vorbeifahrenden Cabriolets.
Keiner der Wege, die Martin Bruch in seinem Film nimmt, ist für ihn, d.h. für ein Fahrzeug wie das seine gemacht. Als Fahrer eines dreirädrigen Handbikes darf er offiziell weder auf Radwegen noch auf Autobahnen unterwegs sein. Indem er diese Wege trotzdem befährt, widersetzt er sich einer, uns mittlerweile selbstverständlich gewordenen Reglementierung des Raums.Formal ist handbikemovie klar strukturiert: 56 Einstellungen, in harten Schnitten aneinandergereiht, verbunden nur durch die leitmotivische Helmkamera-Subjektive und die kurbelnde Vorwärtsbewegung. Eine konzeptuelle Studie über Bewegung, Anstrengung, Dauer, die so etwas wie eine Narration im klassischen Sinn nicht nötig hat.
Maya McKechneay
"Direkter und realistischer kann man die Welt von Martin Bruch nicht darstellen. Jede seiner Kurbelbewegungen ist im Bild zu sehen, auch jede Anstrengung, wenn Bruch etwa bergauf radeln muss. Die angespannte Athmosphäre des Films entlädt sich in jenen Szenen, in denen Bruch mit dem Rad bergab düst. Die physische Anstrengung erfährt hier, im Temporausch, ihre maximale Entladung"
Matthias Greuling / Celluloid
"In einer Welt, in der das omnipräsente Zu Ihrer eigenen Sicherheit!"" zur gefährlichen Drohung geworden ist, können Bruchs eigenmächtige Raumerkundungen tatsächlich zum notwedigen Plädoyer werden, für individuelles Sich-Nehmen-Was-Man-Will - kurz: für ein unmögliche Freiheit."
Sebastian Hofer / RAY Kinomagazin
Bruch ist anwesend