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Im Ortsteil von Sugiez östlich des Broyekanals soll in den nächsten Monaten ein Fernwärmenetz gebaut werden. Das auf Wärmeproduktion und -verteilung spezialisierte Unternehmen Groupe E Celsius stellte der betroffenen Bevölkerung am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle von Nant seine Pläne vor.
In einer ersten Etappe wird das Neubaugebiet, das sich beim Bahnhof befindet, mit dem Fernwärmenetz verbunden. Die Arbeiten beginnen in diesem Monat; die ersten Anschlüsse sollen Ende Juni erfolgen, sagte Michaël Droz, Techniker bei Groupe E Celsius. Derzeit würden diese Gebäude noch von einer provisorischen, mobilen Anlage mit Wärme versorgt. Die erste Phase werde mit dem Erreichen des Areals zwischen dem Chemin des Mouettes und dem Chemin des Cygnes im Oktober abgeschlossen. In der zweiten, für Herbst 2019 geplanten Etappe werde die Route du Péage überquert, und Fernwärmerohre würden bis in die Route du Pré du Pont verlegt. In einer dritten Phase, die frühestens 2020 umgesetzt werde, seien ein Anschluss des nördlich von Sugiez gelegenen Industriegebiets sowie die Überquerung des Broyekanals denkbar, sagte Droz. Das Unternehmen trage die Kosten für den Bau des Netzes und übernehme dessen Wartung. Die Kosten für die ersten zwei Etappen werden mit rund drei Millionen Franken veranschlagt.
Eine Premiere in Sugiez
«Die Anfrage der Immobiliengesellschaft, die das Neubaugebiet beim Bahnhof errichtet hat, war der Auslöser für unsere Planung», sagte Pascal Barras, Direktor von Groupe E Celsius, vor Ort gegenüber den FN. «Nun findet die Kundenakquise für die folgenden Bauschritte statt.» Deshalb nahm auch ein Kundenbetreuer des Energieunternehmens am Infoabend teil. Er vereinbarte dort erste Termine für eine Offertenerstellung mit einigen der rund 40 Bürger, die zum Infoanlass kamen.
Für das Unternehmen Groupe E Celsius, das nach eigenen Angaben bereits über 40 Fernwärmeprojekte in den Kantonen Freiburg, Waadt und Neuenburg errichtet hat, ist das Projekt in Sugiez eine Premiere, so Barras. Denn dort werde Groupe E Celsius zum ersten Mal die Wärme nicht selbst produzieren, sondern diese von der Kompostieranlage Seeland AG von Christian Haldimann (siehe Kasten) einkaufen.
Im Galmizer Chablais betreibt Haldimann seit 2015 eine Vergärungsanlage, die Biogas produziert. Mit dem Gas wird im daneben errichteten Blockheizkraftwerk Strom produziert. Dabei entsteht Abwärme. Ein Teil des Stroms wird vor Ort für den Betrieb der Kompostieranlage verwendet. Der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird bislang auf dem Gelände selbst eingesetzt, unter anderem für die Trocknung von Kompost.
Vor rund zweieinhalb Jahren sagte Haldimann den FN, dass erste Kontakte mit der Gemeinde Bas-Vully bestünden, um die erzeugte Wärme dort zu verkaufen. Am Infoabend in Nant zeigte sich der Murtner Unternehmer sehr erfreut, dass nun eine Fernwärmeleitung von seiner Biogasanlage nach Sugiez gebaut wird.
Areal soll grösser werden
Mit dem Verkauf der Wärmeproduktion hat Haldimann ein Etappenziel auf seinem Weg zur Schaffung eines Biomassenzentrums und Energieparks im Galmizer Chablais erreicht. Als Nächstes plant er, das Areal der Kompostieranlage Seeland um 50 000 Quadratmeter zu vergrössern. Zudem möchte er dort eine Holzschnitzelheizung errichten. Der Baubeginn sei voraussichtlich 2019 oder 2020, sagte Haldimann. Mittelfristig wolle er seine Energieproduktion mit Solarpanels diversifizieren. Ausserdem beabsichtige er, mithilfe von Wärmepumpen die thermische Energie des Murtensees zu nutzen.
Zahlen und Fakten
Komposterzeugung im Galmizer Chablais
Die Kompostieranlage Seeland produziert seit 1991 im Galmizer Chablais Kompost. Damals wurden auf 5000 Quadratmetern 1000 Tonnen Grünabfälle verarbeitet. Nach Erweiterungen in den Jahren 2000, 2004 und 2016 umfasst das Areal heute 17 000 Quadratmeter, und es werden rund 43 000 Tonnen Grünabfälle verarbeitet, die aus einem Einzugsgebiet mit rund 70 000 Einwohnern kommen. Die Abfälle werden bei Privathaushalten eingesammelt oder kommen von Gartenbau- und Industriebetrieben. Den fertigen Kompost liefert das Unternehmen an die Landwirtschaft, Private und den Gartenbau. Die Haldimann AG ist Mitbesitzerin und verantwortlich für die Geschäftsführung der Kompostieranlage Seeland.