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Klar: Kalk gelangt ins Wasser, wenn es durch einen kalkhaltigen Boden fliesst. Doch wie kam dieser Kalk eigentlich in unsere Böden? Er ist vor langer Zeit entstanden: Während der Jurazeit – vor etwa 200 Millionen Jahren – waren die Schweiz und grosse Teile Europas von einem warmen, seichten Meer bedeckt. In diesem tummelten sich Lebewesen wie Algen, Korallen, Seeigel, Muscheln, Ammoniten, Fische, Schildkröten und sogar Krokodile.
Aus Tieren wurde Kalk
Die im Jurameer gestorbenen Organismen verrotteten auf dem Meeresboden. Übrig blieb vor allem eine Substanz: Kalziumkarbonat aus Muschelschalen, Korallen und Knochen – der Hauptbestandteil von Kalkgestein. Doch auch die lebenden Organismen selbst produzierten Kalziumkarbonat. Das von ihnen ausgeatmete CO2 reagierte mit im Wasser gelöstem Kalzium und sank als feiner Niederschlag auf den Meeresgrund.
Zusammen mit den kalziumreichen Überresten abgestorbener Organismen bildete sich so über Jahrmillionen eine immer dicker werdende Sedimentschicht. Im Laufe der Zeit verfestigten sich diese Kalziumkarbonat-Sedimente durch geologische Kräfte wie Druck und Temperaturveränderungen – es entstand Kalkstein.
Berge erheben sich
Etwa 150 Millionen Jahre lang war die Schweiz überflutet. Dann kollidierten die Kontinentalplatten von Afrika und Europa, und im Boden bauten sich enorme Drücke auf: Es kam zur Alpenfaltung, die Schweiz erhob sich aus dem Meer und zurück blieben Gebirge aus Kalkstein. Doch die Alpenfaltung schritt weiter fort und der sich unter dem Kalkstein befindliche kristalline Untergrund – zum Beispiel Granit – brach durch und richtete sich zu hohen Bergen auf. Der Kalkstein rutschte dadurch ab, an der Nord- und Westseite entstanden die Juraketten.
Weiches Alpenwasser
Im zentralen Gebirge der Schweiz ist nicht viel Kalk übriggeblieben. Einzelne Sedimente wurden zwischen den Bergen eingeklemmt oder zusammen mit diesen angehoben. Es bildete sich sogenannter Hochgebirgskalk. Dominierend sind jedoch Gneis und Granit, die kein Kalk enthalten. Dies ist auch der Grund, warum das Wasser in den Alpen meist weich, im dichtbesiedelten Mittelland und Jura jedoch hart ist.