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Mit ihrem ersten langen Dokumentarfilm «Cascadeuses» (Stuntwomen) gewann die Westschweizer Regisseurin Elena Avdija den diesjährigen Fokus Wettbewerb des Zurich Film Festivals. Der Film richtet die Kamera auf die Schattenfiguren, deren Arbeit es ist, für die Zwecke eines Drehbuchs geschlagen, getötet oder vergewaltigt zu werden. Denn: Die gedoubelten Frauenrollen sind in den meisten Fällen Opferrollen.
Der Film entlarvt einen Teufelskreis: Indem die sexistische Gewalt oft als ein geschichtevorantreibendes Element in Thrillern, Krimis und Actionfilmen gezeigt wird und dazu beiträgt, den oft männlichen Helden in seiner Entwicklung zu unterstützen, wird sie banalisiert, normalisiert und ästhetisiert. Gewaltdarstellungen seien nicht nur ein Abbild der Gesellschaft, sondern trügen in ihrer filmischen Inszenierung auch dazu bei, sie begehrens- und erstrebenswert zu machen, so die Regisseurin Avdija.
In «Cascadeuses» stehen drei ganz unterschiedliche Frauen im Rampenlicht: Die ehemalige Stuntfrau und heutige Stuntkoordinatorin Virginie Arnaud, Petra Sprecher, die als Stuntwoman in Los Angeles arbeitet und deren Ziel es ist, Schauspielerin zu werden und die junge Estelle Piget, die eine Stuntausbildung in Nordfrankreich absolviert und von den grossen Actionrollen träumt.
Der Film «Cascadeuses» läuft ab dem 17. November 2022 im Berner Kino Rex.