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Lebensraum Thurtal
Die Thurlandschaft ist über weite Strecken vom Menschen geprägt. Die ehemaligen Überschwemmungsgebiete werden landwirtschaftlich genutzt, relativ dicht besiedelt, Industrie und Gewerbe darin betrieben. Reste von grossflächigen Auengebieten im Unter- und Mittellauf, etwa die Allmend in Frauenfeld oder das Schaffäuli bei Niederneunforn prägen den Unterlauf. Siedlungen, Weinberge und Obsthaine säumen den ca. 45 km langen Thurlauf im Thurgau.
Der Wildbach Thur wird durch keine Seefläche gebändigt. Starke Regenfälle im Einzugsgebiet führen relativ schnell zu Hochwassern. Davor sollen Menschen, Fahrhabe und wichtige Infratsrukturanlagen geschützt werden. Bei Schutzmassnahmen werden im modernen Wasserbau ganze Einzugsgebiete betrachtet. Nachhaltiger Hochwasserschutz muss über die Kantonsgrenzen koordiniert werden. Dazu trafen sich die fünf Thur-Anrainerkantone zur Gipfelkkonferenz am 12. September 2001 auf dem Säntis. Dort einigten sich die damaligen Baudirektoren und -direktorinnen auf den folgenden Grundsatz:
"Bei allen raumwirksamen Tätigkeiten und Vorhaben am Gewässersystem Thur sind die Sicherheit, die Umwelt sowie wirtschaftliche und soziale Aspekte ausgewogen zu berücksichtigen."
Massgebend für die natürliche oder naturnahe Entwicklung der Fliessgewässer im Einzugsgebiet der Thur sind folgende Ziele:
- ausreichender Gewässerraum
- ausreichende Wasserführung
- gute Wasserqualität
- haushälterischer Umgang mit den natürlichen und wirtschaftlichen Grundlagen