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Die Schreibung der vorliegenden Texte entspricht den Empfehlungen für Dialekttexte in der deutschsprachigen Schweiz, mit drei Ausnahmen: st und sp werden durchwegs als scht und schp geschrieben und alle ei als äi. Laute, die man nicht spricht, entfallen (Wintr). Der Text soll so erscheinen, wie er gesprochen wird. Das Bild eines schriftdeutschen Wortes ist uns vertraut. Wie aber sprechen wir in Dialekt das vielen Lesern kaum bekannte Speiza? So ist es klar: Schpäizä.
Die fortwährenden Bemühungen, der Natur das Nötigste zum Leben abzuringen und auch noch dem Landesfürsten den Zehnten zahlen zu können, liess den Walsern kaum Zeit, Lieder aufzuschreiben oder Erlebnisse festzuhalten. Deshalb gibt es über Jahrhunderte wenige Zeitdokumente, die Sprache wurde von den Vorfahren übernommen und mündlich weitergegeben. Es gibt keine festen Schreibregeln, kein Nachschlagewerk mit Richtlinien, alles Geschriebene muss nach dem Klang beurteilt werden. Über die folgende Adresse erreichen wir Empfehlungen aus dem Wallis.
Richtlinien aus dem Wallis
Die Silben und Wörter sind möglichst lautgetreu wiederzugeben.
Zwischen e– und ä-Lauten ist deutlich zu unterscheiden.
Auch die Zwielaute (Diphthonge) sind lautgetreu entsprechend der eigenen Mundart zu schreiben: (Anmerkung zur hier vorliegenden Arbeit: Buäch ist eindeutig, nicht aber Buech.)
Im Anlaut entsprechen sp und st der analogen schriftdeutschen Lautgruppe: springä, Spinnä. Im Wortinnern soll derselbe Laut als schp und scht geschrieben werden: Ascht, Aschpa, Mischt.
Möglichst keine Fremdwörter verwenden. Beispiele: ganz anstatt total, unhäimli anstatt extrem.
Es lohnt sich, die Richtlinien aus dem Wallis zu Rate zu ziehen, wo die Sprache der zugewanderten Siedler besser erhalten geblieben ist als bei uns. Der Walliser Eduart Imhof verwendet diese Richtlinien mit Vorbehalt und sagt zum Schreiben im Dialekt folgendes (2009):
„Wenn ich solche Texte schreibe, fehlen mir auf der Computertastatur etliche Buchstaben. Da Mundart an und für sich keine Schriftsprache ist, nehme ich mir die Freiheit, sie ohne Berücksichtigung vorliegender Allgemeinregulierungen zu Papier zu bringen.“
du/düü sing°scht löüff°scht
är, äs, mu sing°t löüff°t
ich han gsungu bi gluffu
Die hochgestellten o (singoscht) erwarten ein kaum hörbares o, die hochgestellten n (han) ein kaum hörbares n.
Leonie Barandun-Alig bringt den Obersaxer Dialekt in ihrer Kolumne in der Südostschweiz vom 8. Februar 2021 so aufs Papier:
Ich han miar dàs Jààr abar voorgnu, nauwis z màcha, wà miar Fraud màcht.
Frau Barandun spricht auch anderswo ihren Obersaxer Dialekt, und auch sie nimmt sich die Freiheit, möglichst lautgerecht zu schreiben.
Trägt die Oberwalliser Bevölkerung mehr zum Erhalt der Mundart bei als wir? Selten sprechen Walserbündner so frei in der Öffentlichkeit ohne sich sprachlich dem „Unterland“ anzupassen.
Am 9. Februar 2017 wurde in der „Südostschweiz Online“ der neuste Streifen von «Fifty Shades of Grey» erwähnt und mit ihm der Churer Dialekt: „Er gehört zu den beliebtesten Dialekten der Schweiz: der Bündner Dialekt.“ Wird nur der Churer Dialekt als Bündner Dialekt wahrgenommen?
Sprachregeln aus dem Liechtenstein. Es lohnt sich, diese Website anzusehen. Auch hier werden chch, schsch, schp und scht angesprochen. Ein Ausschnitt und der Link:
Herbert Hilbe https://www.ahnenforschung.li/app_ahnenforschung/Mediathek/DocumentDialektSchiibregla (aktuelle Website)