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21. Mai 1904: Sieben Gründungsmitglieder versammeln sich in Paris und gründen den Verein FIFA. Doch wissen die Schweiz, Schweden, Dänemark, Frankreich, Holland, Belgien und Spanien noch nicht, was für ein riesen Ding sie gerade in die Welt gesetzt haben.
Das Mutterland des Fussballs, England, ist fast ein wenig empört, als an der Rue Saint Honoré 229 in Paris 1904 die sieben nationalen Fussballverbände der Schweiz, Schwedens, Dänemarks, Frankreichs, Hollands, Belgiens und Spaniens, das durch Madrid vertreten wird, zusammenkommen. Sie wollen «den Fussball führen» und dazu einen Verband, die FIFA, gründen.
Grossbritannien sieht der Idee von Robert Guérin und Carl Anton Wilhelm Hirschmann, den Gründungsvätern, skeptisch entgegen. Ein internationaler Verband soll die Sportart lenken, für welche England die Regeln entwickelt hat? Doch zwei Jahre darauf löst der Engländer Daniel Burley Woolfall den ersten Präsidenten Guérin ab und beruhigt die Gemüter auf der Insel.
Unter Woolfall tritt die FIFA 1913 als Mitglied der IFAB, dem Gremium, welches bis heute die Fussballregeln bestimmt, bei. Acht Stimmen hat die IFAB, vier von FIFA-Mitgliedern und je eine der Ur-Fussballverbände England, Schottland, Wales und Nordirland. Findet eine Regeländerung statt, muss diese von der IFAB abgesegnet werden.
Die FIFA hat eine andere Aufgabe. Sie organisiert internationale Fussballwettbewerbe, welche bislang nur während der beiden Weltkriege unterbrochen wurden und immer populärer werden. Heute präsentiert sich die FIFA als Verein, an dem keine Fussball-Angelegenheit vorbeigeht. Und dieser Verein hat gigantische Ausmasse angenommen. Hier einige Zahlen zum Fussball-Weltverband.
Frau ist im Exekutivkomitee der FIFA vertreten. Lydia Nsekera aus Burundi wurde 2012 unter Blatter als erste Frau in das Komitee gewählt. Seither setzt sich das Komitee aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten, 15 weiteren Mitgliedern und einer Frau zusammen. So wollte es der Schweizer Präsident Sepp Blatter, damit die Frauenquote steigt – immerhin für vier Prozent hat es gereicht.
Präsidenten waren seit der Gründung im Amt. Am längsten hielt es der Franzose Jules Rimet aus. 33 Jahre waltete er als oberstes FIFA-Mitglied. Bleibt abzuwarten, ob sich Sepp Blatter auch so lange halten kann. Seit 1998 – «erst» 16 Jahre also – sitzt der Walliser auf dem Stuhl des Präsidenten, ein Ende ist trotz seiner 78 Jahre vorerst nicht in Sicht.
Mitglieder (Nationalverbände) gehören der FIFA an. Diese werden gleichzeitig in sechs Kontinentalverbänden eingeordnet, welche sich meist nach geografischer Lage bilden. Somit umfasst die FIFA mehr Mitglieder als die UNO (193).
Mitarbeiter arbeiten alleine im Generalsekretariat des FIFA-Hauptsitzes in Zürich. Mehr zur prunkvollen Heimstätte folgt in Kürze.
Franken kostete ein Safari-Zelt für vier Personen während der WM 2010 im Kruger-Nationalpark in Südafrika. Normalerweise ist es für 67 Franken zu haben.
Franken kostet ein Final-Ticket, wenn es blöd läuft. Offiziell kostet das Final-Ticket für den 13. Juli 907 Franken, auf Viagogo liegen die Preise allerdings schon bei 36'000 Franken. In diesem Sinne bonne chance! Wahrscheinlich werden Sie das Spiel doch mit Freunden, Chips und Bier zuhause verfolgen. Ist auch nicht schlecht.
Quadratmeter gross ist der Hauptsitz der FIFA in Zürich. Kein Wunder müssen alleine fürs Generalsekretariat 310 Personen angestellt werden. Im Büro des Präsidenten hantiert nur einer – Sepp Blatter.
Franken soll Jack Warner aus Trinidad und Tobago laut der britischen Zeitung «The Guardian» erhalten haben, weil er für die Vergabe der WM 2022 für Katar gestimmt hatte. Darauf wurde der FIFA-Funktionär suspendiert und im Juni 2011 trat Warner von seinen Ämtern im Weltverband zurück.
Franken Steuern bezahlte die FIFA fürs Jahr 2013. Das sind rund 17-mal mehr als in den Jahren 2003 bis 2010. Damals profitierte die FIFA von einer rechtsverbindlichen Zusicherung der Steuerbehörde und kam mit einer jährlichen Abgabe von knapp unter 900'000 Franken davon.
Franken Preisgeld warten auf den Weltmeister der anstehenden WM in Brasilien. Der zweite Finalist erhält immerhin noch 22,3 Millionen. Insgesamt schüttet die FIFA mit 513 Millionen Franken die höchste Summe der WM-Geschichte aus. Die 16 Teams, die nach der Gruppenphase ausscheiden, erhalten garantierte 7,1 Millionen. Ein Achtelfinal ist 8 Millionen wert und der Einzug in den Viertelfinal schon 13,3 Millionen. Ausserdem entschädigt die FIFA alle Vereine, die Spieler für die WM abstellen müssen, mit insgesamt 62,4 Millionen Franken.
Franken kostete der Bau des Hauptsitzes hoch über der Stadt Zürich. Das Gebäude wurde von der Zürcher Architektin Tilla Theus entworfen und hat neben einem gigantischen Kronleuchter auch einen eigenen Fussballplatz und einen multireligiösen Andachtsraum ganz aus dem Halbedelstein Onyx zu bieten.
Franken betrug der Jahresumsatz der FIFA im letzten Geschäftsjahr. Der Löwenanteil stammt aus dem Verkauf von TV-Rechten (536 Millionen) und Marketing-Einnahmen (360 Millionen). Nach Abzug der Kostenseite verblieben der FIFA 64 Millionen Franken Gewinn, welche in die FIFA-Reserven flossen. Diese sind mittlerweile auf 1,277 Milliarden angewachsen sind.
Franken soll die Infrastruktur für die WM 2022 in Katar nach derzeitigem Wissensstand insgesamt kosten. Das wäre viermal mehr als Russland für die gigantischen Winterspiele von Sotschi aufgeworfen hat. Ein teurer Spass für die Scheichs, denn die Rechnung begleicht nicht die FIFA, sondern der Ausrichterstaat. Noch wird aber gestritten, ob die WM im Sommer oder im Winter stattfinden soll.