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Wenn auch seltener als bei Frauen treten Harnwegsinfektionen auch bei Männern auf. Diese Infektionen können sich an verschiedenen Stellen des Harntrakts, vor allem in der Blase, den Nieren, der Harnröhre (der Verbindung der Blase nach aussen) und der Prostata manifestieren.
Harnwegsinfektionen der Blase und der Niere sind bei jungen Männern selten und treten ab dem 60. Lebensjahr häufiger auf. Die Urethritis, die oft infolge einer Infektion mit einer sexuell übertragbaren Krankheit auftritt, findet sich häufiger bei jungen Männern.
Zu den Symptomen einer Harnwegsentzündung zählen häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und manchmal ein sehr plötzlicher Harndrang.
Infektionen der Niere werden als „Pyelonephritis“ bezeichnet und breiten sich meist von der Blase über die Harnwege ansteigend aus. Die Symptome beginnen plötzlich mit Schüttelfrost, Fieber, Schmerzen im unteren Rücken, Übelkeit und Erbrechen. Etwa ein Drittel aller Pyelonephritis-Patienten leidet gleichzeitig unter den Symptomen einer Zystitis.
Meistens bietet der Arzt zusätzliche Untersuchungen an, z. B. einen Test, der sich innerhalb weniger Minuten an einem in Urin getränkten Stäbchen durchführen lässt, oder eine Untersuchung in Form einer sogenannten Urinkultur, bei der das Ergebnis nach wenigen Tagen vorliegt. Mit der Urinkultur lässt sich eine Infektion bestätigen und die betreffende Bakterienart bestimmen, um die Wirksamkeit des verabreichten Antibiotikums zu gewährleisten.
Beim Mann gehen Harnwegsinfektionen in den meisten Fällen auf anatomische oder funktionale Anomalien des Harntrakts zurück (zum Beispiel eine unvollständige Entleerung der Blase). Die Infektionen treten manchmal auch nach chirurgischen Eingriffen am Urogenitaltrakt auf.
Die Ursache der Harnwegsinfektionen ist nicht immer klar, sie können aber durch Missbildungen, auch geringfügige, des Harntrakts oder funktionale Anomalien begünstigt werden, zum Beispiel, wenn es nicht gelingt, die Blase vollständig zu entleeren. Eingriffe wie das Anlegen eines Blasenkatheters oder Operationen an den Urogenitalorganen können diese Infektionen ebenfalls begünstigen.
Harnwegsinfektionen sind mit Antibiotika zu behandeln. Bei einer Blasenentzündung erfolgt die Behandlung meist über 7 Tage (Ciprofloxacin oder Cotrimoxazol). Je nach Ergebnissen der Urinprobe kann es sein, dass der Arzt nach 2 oder 3 Tagen einen Wechsel des Antibiotikums empfiehlt.
Auf jeden ist es wichtig, 2 Liter täglich zu trinken (alkoholfreie Getränke), damit der Körper die Bakterien, die die Blasenentzündung hervorgerufen haben, schneller ausspülen kann.
Die Symptome gehen meist in den ersten drei Tagen der Behandlung zurück, was manchmal aber auch länger dauern kann.
Weitere Informationen rund um die Harnwegsinfektionen bei Männer finden Sie auf der Website My Health.ch mit Dr.med. Michaela Mack oder allgemein rund um die Harnwegsinfektionen auf der Website Beobachter Gesundheit.