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Der Kalifornische Schweinswal, auch Vaquita genannt, ist ein sehr scheues Tier. Die Vaquitas – der Name bedeutet auf Spanisch so viel wie „kleine Kuh“ - leben als Einzelgänger oder in einer Kleingruppe von etwa zwei bis vier Individuen im küstennahen nördlichen Teil des Golfes von Kalifornien. Die Region ist mit einer Fläche von etwa 2240 Quadratkilometern sehr klein. Es ist somit einer der kleinsten Lebensräume aller Meerestiere.
Der kleinste Wal der Welt
Die Kalifornischen Schweinswale waren schon immer eine kleine Population. Sie leben schon seit zehntausenden von Jahren mit geringer genetischer Vielfalt. Die von Natur aus geringe Häufigkeit der Vaquitas hat es ihnen trotzdem ermöglicht, hochschädliche rezessive Genevarianten zu beseitigen, welche durch Inzucht entstehen und die Gesundheit negativ beeinflussen können. Tatsächlich haben Vaquitas im Vergleich zu anderen Meeressäugetiere eine sehr geringe Anzahl an potenziell schädlichen Mutationen.
Der Vaquita hat eine Körperlänge von gerade einmal 1.5 Meter und ein Körpergewicht von bis zu 55 kg, was ihn zum kleinsten Wal der Welt macht. Die Männchen sind in der Regel kleiner als die Weibchen, haben aber die grösseren Flossen. In der Wildnis werden die Tiere meist um die 20 Jahre alt. Ihre natürlichen Feinde sind mehrere Hai-Arten; darunter Weisse Haie, Makohaie und Schwarzspitzenhaie. Auf der Speisekarte der Vaquitas stehen verschiedene am Grund lebende Fische, Tintenfische und Garnelen. Sie scheinen also nicht sehr wählerisch zu sein, allerdings wurde ihr Beutespektrum erst spärlich untersucht. Dies liegt vor allem daran, dass die Tiere gerne unentdeckt bleiben. Was man jedoch gut beobachten konnte, ist, dass heute nur noch sehr wenige Vaquitas leben und sie somit zu den am stärksten bedrohten Meeressäugetieren gehören.
Ursachen der Gefährdung
Die Vaquitas waren niemals so verbreitet wie andere Walarten, sie sind also eine von Natur aus seltene Art. Im Jahre 1997 schätzte man den Gesamtbestand der Vaquitas noch auf 567 Tiere. In den darauffolgenden elf Jahren verkleinerte sich der Bestand durch die Zunahme der Fischerei in den Verbreitungsgebieten der Vaquitas schon um über die Hälfte. Im Jahr 2023 wurden jetzt nur noch zehn der kleinen Wale gezählt. Auf Grund der hohen Sterblichkeitsrate und der Scheu der Tiere kann diese Zahl nur als Schätzung gelten: Dass sie kurz vor dem Aussterben stehen, ist aber unbestritten.
Die grösste Bedrohung der Wale stellen Kiemennetze dar, in denen sie sich verfangen und als Beifang sterben müssen. Es wurde einiges versucht und viel investiert, um die Schweinwale zu schützen (Schutzzone, Verbote etc.), die hauptsächliche Gefahr bleibt aber: Die illegale Kiemennetzfischerei. Diese gilt eigentlich dem Totoaba, einem barschartigen Umberfisch. Die Gier nach seiner Schwimmblase ist sehr gross, denn es werden Rekordpreise dafür bezahlt. In China gilt diese nämlich als kulinarische Spezialität, ausserdem spielt sie als Aphrodisiakum in der traditionellen Medizin eine Rolle.
Es ist dennoch nicht nur die Fischerei, die eine Gefahr darstellt. Weitere Faktoren, die das Überleben der Vaquitas langfristig beeinträchtigen können, sind die Zerstörung der Ökosysteme und eingeschwemmte Pestizide, aber auch der abnehmende Wasserzustrom aufgrund von Dammbauten am Colorado.
Kiemennetze
Kiemennetze setzt man ein, um Süsswasser- als auch Meeresfische zu fangen. Dabei sind Zielarten z.B. Zander, Lachs, Heringe und noch viele mehr. Kiemennetze sind rechteckige Netze, die senkrecht im Wasser hängen (sie können bis zu 30 Meter hoch sein), wobei sie an der Oberkante mit Schwimmern und an der Unterkante mit Gewichten befestigt sind. Die Kiemennetze werden so hergestellt, dass die Fische bloss mit ihrem Kopf durch die Maschenöffnungen passen. Wenn sie dann versuchen, aus dem Netz zu entkommen, bleiben sie mit ihren Kiemendeckeln in den feinen Maschen hängen. Wie immer bei solchen Fangmethoden fällt jedoch auch ein beträchtlicher Beifall von Jungfischen, Seevögeln, Haien, Meeresschildkröten, Robben etc. an – und eben von Vaquitas, die nun kurz vor dem Aussterben stehen.