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| Augustinus (354-430) - Vier Bücher über das Symbolum an die Katechumenen (Sermo de Symbolo; Buch 2-4 ist von Quodvultdeus)

Zweites Buch.
Inhalt.
Der Verfasser schildert zunächst in kurzen Zügen die Ceremonien vor der Uebergabe des Symbolums, besonders den feierlichen Exorcismus und die Abschwörung des Teufels, seiner Pracht und seiner Engel. Hiedurch wird der Teufel ein erbitterter Feind der Katechumenen und sucht sie durch Lust und Furcht zu verderben. Viel gefährlicher ist die Lust, die er besonders durch die öffentlichen Schauspiele auf der Rennbahn, aus der Bühne und im Amphitheater zu erwecken sucht. Der Christ vergegenwärtige sich die viel herrlichern Schauspiele der Bibel. (1 u. 2.)
Sodann geht er zur Besprechung des Symbolums über und zeigt, daß Gott, der allmächtige Schöpfer der ganzen Welt, allein allmächtig sei, daß jedoch der Sohn und der heilige Geist seine Allmacht und Ewigkeit theilen. Der Sohn ist von Ewigkeit aus dem Wesen des Vaters hervorgegangen. Schöpfung, Erlösung und Heiligung darf man nicht einer Person ausschließlich zuschreiben, sie sind allen Personen gemeinsam. (2 u. 4.)
Christus wurde von einer unverletzten Jungfrau geboren; schon die Geschichte seiner Jugend beweist seine übermenschliche Würde. In seinem Tode wurde er wunderbar mit seiner Braut, der Kirche, verbunden und mehrt und beschenkt sie vielmehr nach [S. 378] seiner Himmelfahrt als bei seiner Anwesenheit auf Erden. Mit seinem verklärten Leibe, aber mit den Wundmalen der Kreuzigung wird er erscheinen, um seine Feinde zu beschämen und zu verdammen. (5—8)
Der heilige Geist ist der Geist des Vaters und des Sohnes, gleichen Wesens wie sie. Die Verschiedenheit der Theophanieen beruht nicht auf einer Wesensverschiedenheit. c. 9.
Die Macht, Sünden zu vergeben, zeigte der Herr durch die Heilung des Gichtbrüchigen. Alle Menschen werden auferstehen, aber nicht die übrigen Geschöpfe; die gerechten werden sich im ewigen Leben frei von allen Widerwärtigkeiten selig in Gott erfreuen. Zu diesem Ziele führt die Kirche, die jungfräuliche und fruchtbare Braut Jesu Christi. Von ihr soll man sich weder durch Drohungen noch durch Versprechungen abwendig machen lassen. (10—13)