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Zur Verstärkung des Saitenklanges hat die Elektroharfe keinen Klangkörper aus Holz wie alle anderen Harfen. Bei ihr bringt die Saite ein Piezokristall zum Schwingen, das an der Stelle sitzt, wo die Saite aufgehängt ist und in die freie Schwingung übergeht. Das Piezokristall erzeugt unter periodisch wechselndem Druck eine gleichschwingende elektrische Spannung, die dann über Verstärker und Lautsprecher hörbar wird. Bei einer Elektroharfe hören wir also nicht den Klang vibrierenden Holzes, sondern den Klang eines schwingenden Kristalls.
Piezokristalle – sie werden auch Schwingquarze genannt – gelten als Heilkristalle. Früher waren sie selten und wertvoll, heute ist es gelungen, sie künstlich wachsen zu lassen.
Bevor der Klang des von der Harfensaite erregten Piezokristalls im Lautsprecher hörbar wird, kann er mit Hilfe elektronischer Effektgeräte von subtil bis gewaltig geformt werden. Gut zum Harfenklang passt der Chorus, bei dem der Ton verviefältigt und so zum Schweben gebracht wird. Es spielt jetzt also nicht mehr nur eine Harfe, sondern mehrere, die sich klanglich schwebend ergänzen. Viele Saiteninstrumente nutzten diesen Effekt der Mehrchörigkeit – natürlich auf auf nicht-elektronische Weise – schon im Barock (z.B. Laute und Cembalo), und auch das Klavier lässt im Diskant drei Saiten erklingen, wenn eine Taste gedrückt wird.
Spanned ist das Echogerät (Delay), das der Musik eine pulsierende Rhythmik unterlegt – wohltuend das Hallgerät (Reverb), das den Harfenklang in naturgetreue oder phantasievolle Klangräume hüllt – und der Freezer verwandelt die Harfe in einen Synthesizer, indem er auf Fußdruck den aktuellen Klang "einfriert" und als Klangteppich weiterklingen lässt. Am bekanntesten ist der Looper, der eine Passage aufnimmt und wiedergibt, sodass über sie weitere Stimmen gespielt werden können.