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Fulminanter Wetterumschwung
Eine Kaltfront hat heute langsam die Schweiz überquert. Während mit dem Frontdurchgang im Norden eine deutliche Abkühlung einherging, war er im Süden von einer ausgeprägten Gewitterlinie, die sich über die ganze Alpensüdseite erstreckte, begleitet. Etwas Sonne gab es vor allem im Westen und im Wallis.
Umfangreiches Tief
Ein umfangreiches Tief mit Zentrum zwischen Irland und Island steuerte heute eine Kaltfront von Frankreich zum Alpenraum. Allerdings zog sie nur langsam über die Schweiz hinweg, da sich entlang der Front kleine Teiltiefs bildeten, welche die Zugsgeschwindigkeit stark verminderten.
Ende der langen Föhnperiode
Die lange Föhnperiode, die im Blog von gestern ausführlich beschrieben wurde, ist in der Nacht auf heute zu Ende gegangen. Auf der nachstehenden Abbildung ist das Ende des Föhns in Altdorf deutlich erkennbar: Zwischen 22:10 und 22:40 UTC nimmt der Wind deutlich ab und dreht von südlicher auf nördliche Richtung. Gleichzeitig geht die Temperatur deutlich zurück und die Luftfeuchtigkeit wie auch der Druck steigen an. Kurze Zeit später setzt der Niederschlag ein. Kurzum, ein schulbuchmässiges Föhnende.
Deutliche Abkühlung
Die polare Luft, die mit der Kaltfront eingeflossen ist, bewirkte nicht nur in Altdorf, sondern auf der ganzen Alpennordseite sowie in Nord- und Mittelbünden einen deutlichen Temperatursturz, wie nachfolgende Abbildung zeigt. Auf der Alpensüdseite war die Abkühlung vor allem in grosser Höhe markant.
Markante Gewitterlinie
In der feuchtwarmen Luft südlich der Alpen entwickelte sich im dem Frontdurchgang eine ausgeprägte etwa 90 km lange Gewitterlinie, die sich von der Poebene bis zur Alpensüdseite erstreckte. Sie war begleitet von einer hohen Blitzaktivität, böig auffischendem Wind sowie von kräftigen Schauern, lokal mit Hagel. Wie die Front selbst zog auch diese Wetterlinie nur langsam Richtung Südosten ab.
Durchzug der Gewitterline auf der Alpensüdseite
Anfänglich deutlicher Nord-Süd-Temperaturunterschied
Das Temperaturprofil in Payerne und Mailand, gemessen um heute Mitternacht, zeigt bis auf eine Höhe von rund 4000 Metern (600 hPa) eine deutlich wärmere Luftmasse südlich der Alpen. Während die Nullgradgrenze in Payerne auf 1800 liegt, befindet sie sich in Mailand auf rund 2600 Meter. Dementsprechend schwankte die Schneefallgrenze am Vormittag im Berner Oberland um rund 1300 Meter, während sie sich im Unterengadin vor der Kaltfront noch auf rund 2300 Meter befand.
Viel Niederschlag im Süden
Besonders viel Niederschlag fiel im Maggia-Tal sowie in der angrenzenden Region Verbania. Hier wurden in den letzten 24 Stunden lokal über 100 Liter pro Quadratmeter gemessen. Auf dem nachfolgenden Radarbild ist gut erkennbar, wie der Niederschlag zum Teil deutlich über den Alpenkamm in den Norden hinüber übergegriffen hat. Die Schneefallgrenze sank südlich wie nördlich des Gotthards in der Kaltluft auf rund 1200 Meter. In den Mittelbündner Tälern fiel mit Niederschlagsabkühlung Schnee bis in Tallagen um 700 Meter.