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Störungen der sexuellen Funktion sind bei Frauen und Männern häufig.
Störungen der sexuelle Funktion betreffen viele Frauen, Männer und Paare. Praktisch jeder Mann kennt Situationen, bei denen die gewünschte Erektionon ungnügend für den Geschlechtsverkehr gewesen ist oder der Samenerguss schnell oder verzögert aufgetreten ist - und welcher Mann kann das schon ohne Probleme wegstecken. Frauen bewerten dies meist nicht so stark. Männer sollten lernen, dass solche "Pannen" selbstverständlich zum Liebesleben dazugehören und häufig situationsbedingt auftreten.
Leider wird allgemein zu hohe Anforderungen an die Sexualität gestellt. Unser Zeitgeist stellt zu hohe Anforderungen an Mann und Frau. Im den Medien wird nicht nur an das Aussehen überhöhte Anforderungen vorgegeben, sondern auch an die sexuelle "Performance". Dies vermindert die sexuelle Zufriedenheit von Männern und Frauen.
Frauen leiden häufiger unter Lustlosigkeit und fehlendem Orgasmus.
Als "klassische" sexuelle Funktionsstörungen gelten mangelnde sexuelle Lust, Orgasmusstörungen (ausbleibender Orgasmus, zu scneller oder verzögerter Höhepunkt), Erektionsstörungen, Schmerzen oder Aversion bei der Sexualität, Vaginismus und Hypersexualität (Sexsucht). Als Diagnose werden diese Störungen nach den gängigen Diagnosemanualen aber nur gestellt, wenn der Betroffeneoder die Paarbeziehung darunter leidet,sowie die Probleme länger andauern.
Allerdings ist selbst unter Experten die genaue Definition oft umstritten: wann ist ein Samenerguss zu schnell? oder wie häufig sind sexuelle Aktivitäten normal? Wieviel ist zu viel? Wann definiert man Sucht?
Sexuelle Funktionsstörungen können rein psychische, rein körperliche oder soziale (Lebensumstände wie erhöhter Stress bei der Arbeit oder Familie) oder partnerschaftliche Ursache haben. Nicht selten spielen eine Kombination der Ursachen eine Rolle. Beispielsweise können bei körperlicen Ursachen persönliche oder beziehungsprobleme die Funktionsstörung verstärken. Körperliche Ursachen werden insbesondere bei älteren Menschen häufiger. Beispielsweise nehmen die Erektionsstörungen ab dem 50sten Altersjahr deutlich zu.
Die klassische Einteilung sexueller "Funktionsstörungen" vermittelt den Anschein, dass befriedigende Sexualität eeine Frage des körperlichen oder psychischen Funktionierens ist. Damit wir jedoch der Blick auf die Partnerschaft verwehrt. Es wird auf den "gestörten" Teil fokusiert - nämlich auf den mit der gestörten Funktion. Die Funktion ist jedoch nur ein kleiner Teil von Sexualität. Eine gute sexuelle Funktion sagt wenig oder nichts aus überdie Intensität und Tiefe des Erlebebens, über Intimität und Begehren, über Grundbedürfnisse und Erotik. Sexuelle Kommunikations in verschiedener Hinsicht werden vernachlässigt.