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Charles Paul Reynold Barraud - Le Buveur, 1944
Öl auf Hartfaserplatte
75 x 67 cm
Charles Paul Reynold Barraud (1897-1997) wurde in La Chaux-de-Fonds als der ältester von vier Brüdern geboren. Alle vier Brüder prägten mit ihren Werken die neuchâteler Kunstlandschaft, wobei insbesondere Charles’ Oeuvre ins Auge springt. Dieses zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass es dem Künstler dabei nicht nur um die ästhetische Form ging, sondern er die Kunst als etwas sah, das vor allem eine Emotion und eine Erfahrung mit sich bringt. Dabei experimentierte Barraud mit verschiedenen Techniken und Stilen, was sein gesamtes Oeuvre sehr heterogen erscheinen lässt, zugleich aber auch sinnbildlich für seine Experimentierfreudigkeit und seine Leidenschaft steht.
Nebst Landschaftsszenen und Naturmotiven, widmete sich Barraud in den 1940er Jahren vermehrt auch der Porträtmalerei. So entstanden zu dieser Zeit mehrere Selbstporträts, unter anderem Le Buveur (1944). Der Künstler stellt sich dabei meist melancholisch blickend in einem Innenraum dar. Vor ihm befindet sich entweder ein Tisch oder eine andere Art von Ablage, auf welcher er willkürlich ausgewählte Objekte “präsentiert”. Einen Zusammenhang zwischen Objekten und dem Porträtierten scheint es nicht zu geben. Die Farbgebung in Le Buveur beschränkt sich auf die kühlen Töne Blau, Grau, Grün, Weiss und Schwarz, was die vorherrschende Stimmung im Bild, dieses versunkene, dissoziierte, fast schon traurige Gemüt, unterstreicht.
Die Technik, die Barraud in dieser Phase seines Schaffens verwendet erinnert an den Pointillismus, aber auch an die Frühwerke von Pablo Picasso, die in der Motivwahl und den Farben sehr ähnlich sind. Was bei dieser Technik besonders hervorsticht ist, dass Barraud ausschliesslich mit Farbflächen ohne Linien arbeitet und dadurch eine leicht verschwommene Erscheinung erzeugt wird.
(Quelle: Comtesse, Gérald: Charles Barraud (1897-1997), 1997.)