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Mystischer Anarchismus meint eine spezifische Art des Widerstands gegen strukturell gesellschaftliche Zwänge. Der anarchistische Gestus besteht darin, dass man sich aus systemischen Zwängen weitgehend zurückzieht und alternative Lebensformen annimmt. Damit solche Lebensformen jedoch gelingen und nicht im Chaos münden, müssen sie von der Liebe geleitet sein. Um dies zu verwirklichen, dienen mittelalterliche MystikerInnen wie Marguerite Porete und die häretischen »Brüder und Schwestern des freien Geistes« als Vorbilder zur Selbstverbesserung jenseits moralischer Gebote. Critchley geht in seinem Buch der Geschichte des mystischen Anarchismus nach und enthüllt so nicht nur auf eigenwillige Weise Verknüpfungen von Widerstand und Mystik, sondern liefert damit auch Anstösse für aktuelle Herausforderungen.
Inspiriert von Simon Critchleys Buch Mystischer Anarchismus haben wir in unserer Philosophie-Abteilung Bücher zum Themenkreis Mythos, Kritik und Widerstand ausgelegt. Neben Critchley selbst sind dies AutorInnen, auf welche dieser explizit verweist, sowie andere Zugänge zum Thema, u.a. Simone Weil, Ernesto Laclau, Carl Schmitt, Walther Benjamin und Ernst Tugendhat.