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Was ist Verhaltensmedizin?
Die Verhaltensmedizin ist ein Fachgebiet der Veterinärmedizin. Sie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung von Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen bei Tieren. Sie ist vergleichbar mit der Humanpsychiatrie und Humanpsychotherapie.
Genau wie Menschen, können auch Hunde und Katzen unter Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen leiden. Die Forschung konnte in den letzten Jahren immer deutlicher beweisen, dass auch Tiere Gefühle haben. Dadurch sind in der Bevölkerung das Bewusstsein und die Akzeptanz gewachsen, dass Tiere ebenso wie Menschen, an psychischen Störungen leiden können.
In der Verhaltensmedizin ist es wichtig zwischen physiologischem (normalem) und pathologischem (krankhaftem) Verhalten zu unterscheiden. Ebenso wichtig für eine korrekte Diagnosestellung und erfolgreiche Therapie ist es, die Einflüsse von körperlichen Erkrankungen auf das Verhalten, und umgekehrt, die körperlichen Folgen von pathologischem Verhalten zu kennen.
Viele Verhaltensprobleme sind eigentlich physiologische, also „normale“ Verhaltensweisen die an unangebrachten Orten oder in unangebrachten Situationen gezeigt werden. In diesen Fällen besteht eine erfolgreiche Therapie darin, dem Besitzer das Wissen für die arttypischen Verhaltensweisen zu vermitteln und dem Tier die Möglichkeiten zu schaffen, seine Bedürfnisse so auszuleben, dass dadurch keine Probleme entstehen.
Es gibt aber auch viele Verhaltensprobleme, denen eine Pathologie, also „krankhafte“ Verhaltensweise zugrunde liegt. Das sind dann „richtige“ Verhaltensstörungen, resp. psychische Erkrankungen. Z.B. Angststörungen, Hyperaktivität, Depressionen, Zwangsstörungen, etc. In diesen Fällen beinhaltet eine Therapie in der Regel ein verhaltensmodifizierendes Training (Antrainieren von erwünschten Verhalten) und oft auch Medikamente.
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Warum braucht es Verhaltensmedizin?
Weil Verhaltensprobleme belastend für den Besitzer, das Tier und oft auch für das soziale Umfeld sind.
Weil leider viel zu viele, oft noch junge Tiere, wegen Verhaltensproblemen ins Tierheim abgegeben oder sogar eingeschläfert werden. Meistens wären diese Probleme mit geeigneten Massnahmen behandelbar.
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