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Sie möchten eine erwachsene Person adoptieren?
Formelle Voraussetzungen (Art. 264a – 268a ZGB)
Fehlen Nachkommen, so darf eine mündige oder entmündigte Person adoptiert werden,
- wenn sie infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen dauernd hilfsbedürftig ist und die Adoptiveltern ihr während wenigstens fünf Jahren Pflege erwiesen haben,
- wenn ihr während ihrer Unmündigkeit die Adoptiveltern wenigstens fünf Jahre lang Pflege und Erziehung erwiesen haben,
- wenn andere wichtige Gründe vorliegen und die zu adoptierende Person während wenigstens fünf Jahren mit den Adoptiveltern in Hausgemeinschaft gelebt hat.
- wenn zwischen den Adoptiveltern und dem Kind mindestens 16 Jahre Altersunterschied liegt
Ist das Adoptionsgesuch eingereicht, so hindert Tod oder Eintritt der Urteilsunfähigkeit des Adoptierenden die Adoption nicht, sofern deren Voraussetzungen im Übrigen nicht berührt werden.
Wird das Kind nach Einreichung des Gesuches mündig, so bleiben die Bestimmungen über die Adoption Unmündiger anwendbar, wenn deren Voraussetzungen vorher erfüllt waren.
Eine verheiratete Person kann nur mit Zustimmung ihres Ehegatten adoptiert werden.
Unterlagen
Mit dem Gesuch sind folgende Unterlagen einzureichen:
- Begründung des Gesuches
- Lebenslauf der gesuchstellenden Person(en) und des Adoptivkindes
- Familienbüchlein der adoptierenden Person(en) und – falls verheiratet – des Adoptivkindes
- Für die gesuchstellenden Personen bzw. für die gesuchstellende Person und deren Ehegatte sowie für das Adoptivkind je einen Ausweis über den registrierten Familienstand
- (Formular 7.3), anzufordern beim Zivilstandsamt des Heimatortes;
- (für ausländische Personen: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Pass, Ausländerausweis)
- Wohnsitzbestätigung für alle drei Beteiligten
- Auszug aus dem Strafregister für die gesuchstellende(n) Person(en)
- Auszug aus dem Betreibungsregister für die gesuchstellende(n) Person(en)
- Arztzeugnis für die gesuchstellende(n) Person(en)
- Zustimmung des Ehegatten, falls das Adoptivkind verheiratet ist
Ablauf
Nach Eingang des Gesuches prüft die Adoptionsbehörde, ob das Gesuch vollständig ist und ob die formellen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Vormundschaftsbehörde bestätigt, ob eine vormundschaftliche Massnahme besteht. Die Adoptionsbehörde entscheidet ob alle Voraussetzungen erfüllt sind.
Nach Rechtskraft des Entscheides teilt die Adoptionsbehörde dem Zivilstandsamt am Wohnsitz der adoptierenden Person die Adoption mit. Das Zivilstandsamt orientiert die Einwohnerkontrolle am Wohnort und die Zivilstandsämter der Heimatorte und stellt Ihnen das aktualisierte Familienbüchlein wieder zu.
Ausländische Staaten werden normalerweise nicht von Amtes wegen über die Adoption informiert. Der adoptierenden Person wird empfohlen, sich persönlich um die Anerkennung der schweizerischen Adoption im ausländischen Heimatstaat zu kümmern.