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Auf einer Anhöhe über dem thurgauischen Eschenz gelegen, gewährt das Schloss Freudenfels den Blick auf die zum Bodensee abfallende Landschaft. Die denkmalgeschützte Anlage um den einstigen Wehrturm präsentiert sich dem Betrachter als heterogenes Geflecht im Wandel der Zeit. Die Nutzbauten werden als Fragmente wahrgenommen, die im Dialog die Geschichte des Ortes widerspiegeln.
Heute wird die ehemalige Befestigungsanlage als Seminarhotel und für kleinere Veranstaltungen genutzt. Die Studie zeigt eine Erweiterung des Komplexes um ein Pavillongebäude, welches als Gastronomiebetrieb für das Hotel dienen soll. Ziel des Erweiterungsbaus ist die Anpassung der Infrastruktur an die heutigen Bedürfnisse, wobei auch die betrieblichen Abläufe der Anlage in Frage gestellt werden. Die harmonische Integration und der Umgang mit dem Bestand spielen dabei eine zentrale Rolle.
Der Körper wird oberhalb des bestehenden Rosengartens ins Gelände gesetzt. Die daraus resultierende Fortführung der Terrassierung schafft eine Verbindung zu diesem eher peripher gelegenen Garten und bindet ihn in den neuen Teil der Anlage ein. Mit einer leichten Drehung weicht das Ensemble bewusst von der Schlossachse ab. Der Blick wird in die Weite der Landschaft gelenkt.
Der Projektvorschlag knüpft an das Repertoire vernakulärer Nutzbauten an, ist aber architektonisch dezidiert eigenständig. Der Baukörper ist in zwei Teile gegliedert: Eine leichte Pavillonstruktur ruht laternengleich auf einem Sockel. Der schwer wirkende Sockel ist auf der Ebene des Gartens in den Hang eingeschnitten, zur Strasse hin bildet er einen Rücken für das Gebäude. Er wird als Fortsetzung des Terrains verstanden und sucht auch in seiner Materialisierung den Anschluss an die Terrassierung des Ziergartens.
Im Kontrast dazu wird für das Pavillongebäude eine leichte Holz-Glas-Konstruktion vorgeschlagen. Das gewählte Stützenraster ermöglicht einen flexiblen Gastraum, der über eine Erschliessungsschicht für unterschiedliche Veranstaltungen bespielbar ist. Das darüber schwebend anmutende Pultdach betont die Leichtigkeit der Konstruktion und nähert sich in seinem Ausdruck den umliegenden Dachstrukturen an.
Um den Bezug zum Ort weiter zu stärken, wird anstelle des heutigen Rosenziergartens eine Wiedereinführung des Nutzgartens vorgeschlagen. Dieser erleichtert es der Gastronomie, eine frische und saisonale Küche anzubieten. Von der erhöhten Terrasse als erweitertem Gastraum schweift der Blick über das angepflanzte Gemüse und streift auf seinem Weg ins Tal den historischen Wehrturm.