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|Die Geschichte der
Cheyenne liegt immer noch im Dunkeln. Man vermutet, dass sie früher nördlich der Grossen
Seen lebten. Von dort zogen sie in das Gebiet des heutigen Minnesota, wo sie als Jäger
und Wildreisernter lebten. Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten sie am Mississippi an der
Mündung des Wisconsin Rivers. Unter dem Druck der Assiniboins und ihrer Verbündeten, der
Cree, zogen sie an den Missouri im heutigen North Dakota und an den Sheyenne River, wo sie
Dörfer aus Erdhäusern bauten und als Bauern lebten. Sie pflanzten Mais, Bohnen und
Kürbisse und gingen gleichzeitig der Büffeljagd nach.

|Unter dem Druck der
Lakota mussten sie diese um 1805 aufgeben und gelangten ins traditionelle Gebiet der
Plainsindianer zwischen den Bighorn Mountains im Norden, dem Arkansas im Süden, den Rocky
Mountains im Westen und den Black Hills im Osten. Um ca 1825 begannen grössere Gruppen
der Cheyenne nach Süden zu ziehen. Diese Wanderung führte zur Trennung der Cheyenne in
einen nördlichen und einen südlichen Stamm, ohne dass diese Trennung jemals sehr strikt
war. 1838 verloren die Cheyenne im Kampf mit den Pawnee ihre Heiligen Pfeile, was als
grosses Unglück angesehen wurde, stellten diese doch das wichtigste Stammesheiligtum dar.
Erst 1843 erhielten sie die Heiligen Pfeile von den Lakota zurück. Diese hatten sie bei
einem Überfall auf die Pawnee erbeutet. Mit der Rückgabe der Heiligen Pfeile an die
Cheyenne wurde ein enges Bündnis der Lakota mit den Cheyenne und den Arapaho begründet.

Die zunehmende weisse Einwanderung sorgte ab Mitte des 19.
Jahrhunderts für zunehmende Konflikte zwischen den Cheyenne und den USA. Am 29.11.1864
kam es zu einem Überfall des 3. Colorado Regiments unter dem Methodistenpfarrer Colonel
Chivington auf ein Winterlager der Südlichen Cheyenne unter Häuptling Black Kettle, das
als Sand-Creek-Massaker in die Geschichte einging. Das Lager der Cheyenne bestand aus ca.
600 Personen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Die meisten Männer befanden sich auf der
Jagd. Chivingtons Truppe war 700 Mann stark. Der Angriff erfolgt im Morgengrauen und
forderte unter den Cheyenne ca. 150 Opfer. Am 27.1.1868 wurde erneut ein Lager Black
Kettles überfallen. Diesmal war der Angreifer Lieutenant George A. Custer. Er tötete im
Washita Massaker über 100 Cheyenne, darunter auch Black Kettle. Am 9.12.1875, weniger als
10 Jahre nach dem Vertrag von Fort Laramie, wurden alle Stämme der nördlichen Plains
aufgefordert, sich bis zum 31.1.1876 bei einer der Indianeragenturen zu melden. Diese
Aufforderung stellte einen klaren Vertragsbruch dar und aufgrund der Witterung und der
Grösse des Territoriums wäre eine Einhaltung des Ultimatums durch die Plainstämme auch
gar nicht möglich gewesen. Am 25.6.1876 kam es am Little Bighorn River zur Schlacht
zwischen Custer's 7. US Kavallerie und den verbündeten Stämmen der Lakota und Cheyenne.
Custers Truppe wurde bis auf den letzten Mann vernichtet.
Nach dieser Niederlage verstärkten die USA ihre
militärischen Anstrengungen und die Nördlichen Cheyenne mussten sich ergeben. Sie wurden
in das Indianerterritorium im heutigen Oklahoma deportiert, wo sie mit den Südlichen
Cheyenne und den Arapaho eine Reservation teilten. Aufgrund der ungewohnten klimatischen
Verhältnisse und der schlechten Versorgung mit Lebensmitteln war die Sterblichkeit unter
den Nördlichen Cheyenne ausserordentlich hoch. Deshalb entschlossen sich die Häuptlinge
Dull Knife und Little Wolf am 10.9.1878, die Reservation zu verlassen und sich zum Tongue
River durchzuschlagen. Trotz einer gross angelegten Verfolgung durch die US Army und
obwohl Dull Knife zwischenzeitlich gefangen wurde, waren sie letztendlich erfolgreich.
1884 wurde die Tongue River Reservation offiziell gegründet. Heute leben etwa 3200
Nördliche Cheyenne in Montana und 5100 Südliche Cheyenne in Oklahoma. Zu Ehren Dull
Knifes besteht heute im Cheyenne Reservat das Dull Knife Memorial College. Dort wird die
vom Verschwinden bedrohte Cheyenne-Sprache und auch weitere Traditionen wieder gelehrt.
Die Sprache ist eine ganz spezielle. Sie wird nicht von vielen Stämmen verstanden und sie
ist auch schwer zu lernen.