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UNTERNEHMERGEIST UND SOZIALES BEWUSSTSEIN
Ernst Göhner gehört zur Gruppe von Schweizer Wirtschaftspionieren des 20. Jahrhunderts. Er war initiativ, weitsichtig und verantwortungsbewusst; ein Mann, der die Schweizer Wirtschaft mitprägte und Höhepunkte und Krisen der ersten zwei Drittel des letzten Jahrhunderts miterlebte. Ernst Göhner war mit dem Gründer der Migros, Gottlieb Duttweiler, befreundet, dessen Grundwert des «sozialen Kapitals» er unterstützte.
Die Stiftung wird heute noch entsprechend der Persönlichkeit von Ernst Göhner mit Zurückhaltung und ohne grosse öffentliche Präsenz geführt. Die Ernst Göhner Stiftung versteht ihr gemeinnütziges Engagement als klassisches Mäzenatentum.
VOM HANDWERKER ZUM GENERALUNTERNEHMER
Ernst Göhner wurde 1900 als zweitjüngstes von sechs Kindern in Zürich geboren. Seine Eltern stammten aus Süddeutschland. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er mit 20 Jahren dessen Schreinerei und Glaserei im Zürcher Seefeld-Quartier, die zu jenem Zeitpunkt sechs Mitarbeiter beschäftigte.
In den 20er Jahren führte er, teilweise gemeinsam mit befreundeten Handwerkern, erste Bauprojekte durch. Während der Krise der 30er und 40er Jahre trieb er den Wohnungsbau voran, nicht zuletzt mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. In dieser Zeit betrug der Anteil der durch die Ernst Göhner AG erstellten Liegenschaften ungefähr einen Sechstel der gesamten schweizerischen Bautätigkeit. Auf eigene Rechnung und als Generalunternehmer für Dritte erstellte er auch später eine grosse Zahl von Neubauten in der ganzen Schweiz und im Ausland.
PIONIER DES ELEMENTBAUS
Die Rationalisierung der Bauindustrie war der Schlüssel des Erfolges von Ernst Göhner. Zuerst wurde die Einzelanfertigung von Türen und Fenstern durch die normierte Serienproduktion abgelöst. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte er zusammen mit dem Architekten Gottfried Schindler das als «Göhner-Schindler» bezeichnete Elementbausystem, bei dem die einzelnen Bauteile vorfabriziert und auf der Baustelle zusammengesetzt wurden. Dadurch konnte schneller, effizienter und günstiger gebaut werden. Das wirkte sich vor allem während der Wohnungsnot der 60er und 70er Jahre entspannend auf den überhitzten Markt aus.
AUSBAU DER GÖHNER-GRUPPE
Ernst Göhner gründete und übernahm im Laufe der Jahre zahlreiche Holzverarbeitungsbetriebe für Fenster, Türen, Parkettböden und Möbel. So rief er 1932 die TUFA AG (Türen- und Fensterfabrik) in Altstätten - die heutige EgoKiefer AG - ins Leben. Diese gehört seit 2004 zur Arbonia-Forster-Gruppe. Die ebenfalls von Ernst Göhner gegründete Bauwerk AG in St. Margrethen ist heute die grösste Parkettherstellerin Europas. Seit Ende 2009 gehört die heute als Bauwerk Parkett AG firmierende Gesellschaft wieder zur Gruppe der Ernst Göhner Stiftung.
In den 30er Jahren gründete er die Holka AG, die für die deutsche Auto Union Holzkarosserien für den DKW herstellte und später deren Generalvertreterin für die Schweiz wurde. 1954 übernahm Ernst Göhner zusammen mit einem südafrikanischen Partner auch die Generalvertretung der Auto Union in Südafrika. Das Unternehmen produzierte später selber Fahrzeuge.
Im Weiteren engagierte sich Ernst Göhner seit den 50er Jahren zusammen mit Gottlieb Duttweiler und Dieter Bührle in der Rhein- und Hochseeschifffahrt. 1954 trat er in den Verwaltungsrat der Schweizerischen Reederei AG ein, zum damaligen Zeitpunkt die Muttergesellschaft der Panalpina. 1969 beteiligte sich Ernst Göhner selber mit einem Anteil von 40% an der Panalpina Welttransport (Holding) AG.
SOZIALE VERANTWORTUNG UND GEMEINNÜTZIGKEIT
Ernst Göhner schuf mit seinen zahlreichen Unternehmungen Tausende von Arbeitsplätzen. Bereits zu Beginn der 40er Jahre gründete er für seine Mitarbeiter verschiedene Fürsorgestiftungen und baute diese systematisch aus. Er unterstützte ausserdem junge Künstler und Berufsleute sowie bedürftige Personen. Gemeinnützigen Institutionen liess er namhafte Beiträge zukommen.
DIE ERNST GÖHNER STIFTUNG
Ernst Göhner starb 1971 ohne direkte Nachkommen. Die letzten Monate seines Lebens widmete er der endgültigen Formgebung der seinen Namen tragenden Stiftung. Sein Vermögen vermachte er zum Teil bereits zu Lebzeiten seiner Stiftung. Sein unternehmerisches Lebenswerk, die Göhner-Gruppe, verkaufte er kurz vor seinem Tod an die Elektrowatt AG.
Die Informationsbroschüre über das Leben und Werk von Ernst Göhner kann, ebenso wie die Jahresbroschüre, über die Geschäftsstelle bezogen werden.