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Papst Franziskus geht offenbar die nächste grosse Reform an: Das Oberhaupt der katholischen Kirche will eine Kommission einrichten, die eine Öffnung des Diakonamts für Frauen prüfen soll.
Papst Franziskus erwägt die Zulassung von Frauen zum Diakonat. Er sei bereit, eine Kommission zur Prüfung dieser Möglichkeit ins Leben zu rufen, sagte er Medienberichten zufolge bei einem Gespräch mit etwa 900 Ordensvertreterinnen im Vatikan.
Diakone sind geweiht, stehen in der katholischen Kirche aber eine Stufe unter Priestern, über denen Bischöfe in der Hierarchie folgen. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil in den Sechzigerjahren können auch verheiratete Männer zu Diakonen geweiht werden, nicht aber zu Priestern. Die Öffnung des Diakonats für Frauen sei «eine Möglichkeit heutzutage», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche laut der italienischen Zeitung «La Repubblica».
Das Priesteramt steht nicht zur Debatte
Demnach würde eine Öffnung des Diakonats eine kleine Revolution in der über Jahrhunderte gewachsenen Struktur der katholischen Kirche bedeuten. Der 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II. hatte noch ausgeschlossen, auch Frauen für das Amt des Diakons zuzulassen.
Diakone sind Priestern nicht gleichgestellt, können aber einige der kirchlichen Sakramente verleihen – etwa die Taufe und die Ehe. Sie übernehmen auch Aufgaben im liturgischen Dienst, etwa die Mitwirkung bei der Messfeier, und sind seelsorgerisch tätig. «La Repubblica» zufolge übernehmen Diakone darüber hinaus mittlerweile in vielen Gemeinden die Rolle der Priester.
Eine Öffnung des seit Langem umstrittenen Priesteramts sprach der Papst während der 75-minütigen Unterredung nicht an.
mxw/AFP/AP