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Burgen - mehr Langeweile als Kriegslärm
Die Funktion der schlichten Burgen des Ritteradels war eher symbolisch-repräsentativ als militärisch. Der Kampf auf den Burgen galt mehr dem Morast, dem Ungeziefer und der Kälte als der Abwehr von bewaffneten Feinden. Die Adligen von Marmels auf Riom und Greifenstein bei Filisur dienten dem Bischof von Chur als Vögte. Die Herren von Marmels behielten von der Burg in den Felsen über Marmorera und Spliatsch die Septimerroute im Auge. Festungsähnlichen Charakter haben auch einige Bauten innerhalb der Siedlungen: La Tor in Lantsch / Lenz und Stierva und der Wohnturm im Ortskern von Bergün sind Beispiele dafür. Mit ihren fast landesherrlichresidenzialen Ausmassen ist die Burganlage Belfort bei Brienz eine Ausnahme. Sie war einst Stammsitz der einflussreichen und für den inneralpinen Landesausbau massgebenden Freiherren von Vaz.
Prachtvolle Barockkirchen im Surses
Auffallend im Parc Ela ist aber vor allem die barocke Kirchenarchitektur – eine Folge der katholischen Gegenreformation nach 1650. Während des Dreissigjährigen Krieges (1618 bis 1648) – dem Kampf um die Vormacht und den richtigen Glauben in Europa – zogen Kapuzinermönche aus Norditalien ins Gebiet der Drei Bünde. Die bärtigen Patres mit ihren braunen Gewändern und Kapuzen waren streng katholisch und sollten den alten Glauben gegen die Reformierten sichern. Die Bevölkerung in der Region war gespalten. Das obere Albulatal trat praktisch geschlossen zum neuen, protestantischen Glauben über. Im unteren Albulatal und Surses dominierten die Kapuziner das religiöse Leben bis ins 20. Jahrhundert. In wenigen Jahrzehnten liessen die Kapuziner eine ganze Reihe imposanter Kirchen bauen und weihen. Allein in Savognin waren es in nur 34 Jahren drei neue Kirchen. Zentrum der Kapuzinermission war das Hospiz in Tiefencastel.