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Kartenspiel des Basler Bildes, um 1530 (Texte und Bilder aus karten-haus.ch)Die AG Müller, Schaffhauser Spielkarten, Neuhausen, hat in Zusammenarbeit mit der Cartophilia Helvetica, dem Historischen Museum Basel, dem Museum zu Allerheiligen Schaffhausen und der Stadt Willisau ein rekonstruiertes Kartenspiel des Basler Bildes hergestellt.
Grundlage dieses rekonstruierten Kartenspiels bilden Spielkarten, die als Makulatur in die Buchdeckel des Willisauer Amtsbuches von 1534 verarbeitet wurden. Sie stammen von verschiedenen zeitgleichen Druckstöcken. Da die vorhandenen Karten nicht zu einem ganzen Spiel zusammengefügt werden konnten, stellte das Historische Museum Basel zur Ergänzung Karten zur Verfügung, die sich in den Buchdeckeln des ab 1535 verwendeten Schaffhauser Bürgerbuches befanden. Es sind dies folgende Karten:- Schellen: Zwei, Sechs, Neun, Banner, Ober, König- Eicheln: Zwei, Under- Schilten: 0ber- Rosen: Acht, UnderDie Karten, nachgedruckt in Originalgrösse, wurden farblich leicht angeglichen und, wo beschädigt, etwas retouchiert. Die Spielkarten gehören alle zum Typus des sogenannten Basler Bildes, das sich im Verlaufe des 15.Jahrhunderts im Raum Basel entwickelt und sich von dort aus verbreitet hat. Sie sind die direkten Vorläufer des noch heute vor allem in der Zentral- und der 0stschweiz verwendeten schweizerdeutschen Kartenbildes. Die Anzahl von 48 Karten weist darauf hin, dass sie zum "Kaiserspiel" verwendet wurden. Das "Chaisern" lässt sich in seinen Grundzügen bis ins erste Viertel des 15.Jahrhunderts zurückverfolgen und wird heute nur noch in einzelnen Gegenden der Innerschweiz gespielt.AGM AGMüller, Schaffhauser Spielkarten / Neuhausen am Rheinfall / Cartophilia Helvetica, Schaffhausen /Historisches Museum Basel / Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen / Stadt Willisau
Es fällt auf, dass die 48 Karten in den üblichen Deutschschweizer Farben jeweils Werte von 2 bis König, aber keine Asse aufweisen. Das bestätigt die These, dass sich das As (oder Daus) beim Deutschschweizer und bei den Deutschen Bildern von der Zwei ableitet und nicht etwa von einer Eins.
„Basler Bild“ heisst: Nach diesem graphischen Typus wurden in Basel die Spielkarten hergestellt. In Basel befand sich im 16. Jahrhundert eine bekannte Spielkartenproduktion.