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Who’s who: Modelegende Elsa Schiaparelli
Wer war Elsa Schiaparelli?
Der folgende Beitrag blickt auf das Leben und Wirken der italienischen Modedesignerin zurück.
Die italienische Modedesignerin Elsa Schiaparelli wurde am 10. September 1890 in eine wohlhabende Gelehrtenfamilie geboren. Schon in jungen Jahren zeichnete sie sich durch eine lebhafte Fantasie, Abenteuerlust und ein rebellisches Wesen aus, weshalb ihre konservativen Eltern sie auf ein Schweizer Internat schickten.
Sobald sich die Gelegenheit ergab, zog Elsa Schiaparelli nach England, wo sie schon kurz nach dem ersten Treffen den Grafen Wilhelm de Wendt de Kerlor heiratete und mit ihm nach New York zog, jedoch kurz nach der Geburt ihrer Tochter von ihm verlassen wurde. Elsa Schiaparelli begann in einer New Yorker Boutique zu arbeiten und freundete sich mit der Ehefrau des französischen Dada- und Surrealisten-Künstlers Francis Picabia an, durch welche sie weitere wichtige Künstler kennenlernte.
Modezitat:
„Man sollte niemals ein Kleid dem Körper anpassen, sondern den Körper so in Form bringen, dass er zum Kleid passt.“
1922 zog Schiaparelli nach Paris, wo sie ihre eigenen Kleider designte, auch wenn sie nie eine klassische Schneiderlehre genossen hatte. Zu einer Modenschau trug sie einen schwarzen, mit einer weissen Schleife bestickten Pullover, der alle Blicke auf sich zog und für grosse Nachfrage sorgte, u. a. seitens einer populären Schauspielerin. 1928 eröffnete Elsa Schiaparelli ihren ersten Laden. Ihre erste Kollektion zeigte viele tromp-d‘oeil-Bilder, durch welche die Modewelt, darunter auch die französisch Vogue, auf sie aufmerksam wurde. Bald darauf erweiterte die Designerin ihre Kollektion um Abend-, Bade- und Skimode.
Wenige Jahre später besass Elsa Schiaparelli bereits acht Boutiquen in Paris sowie einen Laden in London. Ihre Bekanntheit und Beliebtheit wuchsen; als erste weibliche Modeschöpferin erschien sie 1934 auf dem Time-Cover. Selbst grössere Berühmtheiten wollten von ihr mit ihrer kreativen und neuartigen Mode eingekleidet werden. Zu Schiaparellis Freundes- und Bekanntenkreis zählten auch namhafte Künstler, u. a. Pablo Picasso und Salvador Dalí. Aus der Zusammenarbeit mit letzterem entstanden einige ihrer bekanntesten Kreationen, darunter das Lobster Dress mit grossem aufgedruckten Hummer und der Shoe Hat in Form eines schwarzen, umgedrehten High-Heel-Schuhs. Für ihre Fashion liess sich die Designerin allgemein stark von der Kunst beeinflussen, besonders vom Surrealismus und Dadaismus.
Schiaparelli experimentierte mit ihrer Mode und setzte dabei auf zu der damaligen Zeit ungewöhnliche Elemente, innovative Textilien und neue Technologien. So verwendete sie u. a. synthetische Stoffe, brachte sichtbare Reissverschlüsse an ihre Haute-Couture-Fashion an, setzte ungewöhnliche und auffällige Knöpfe ein, fertigte Modelle mit entblösster Schulter an und schneiderte ein „geteiltes“ Rockmodell, das als Vorstufe der Damenshorts angesehen werden kann. Ungewöhnlich war zu dieser Zeit ebenso, dass sie neben der Mode auch Accessoires wie Schmuck, Uhren und Schals sowie Parfum entwarf. Auch für diverse Film- und Theaterproduktionen produzierte Schiaparelli Kleider und Kostüme.
Aufgrund des Zweiten Weltkriegs zog die Designerin zurück nach New York. Als sie Jahre später wieder nach Paris zurückkehrte, hatte sich die Mode sehr verändert; anstatt Schiaparellis ausgefallener, surrealistischer Entwürfe war nun minimalistische Fashion gefragt, wie sie ihre Konkurrentin Coco Chanel herstellte.
Da sich Elsa Schiaparelli den neuen Entwicklungen nicht anpasste, musste sie ihre Boutiquen nach einiger Zeit schliessen, arbeitete aber weiterhin in der Fashionindustrie. Am 13. November 1973 starb die Designerin in Paris.
Auch heute noch wird Elsa Schiaparelli als bedeutende Modeschöpferin angesehen, deren extravaganteste und innovativste Kleider auch in Museen ausgestellt werden. 2012 wurde das Maison Schiaparelli in Paris wiedereröffnet, 2014 fand die erste Haute-Couture-Show seit 1954 statt. Seit 2013 ist Marco Zanini der Creative Director der Haute Couture und Prêt-à-Couture.
Artikel von: fashionpress.de
Artikelbild: © Shocking Pink Schiaparelli