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Am 3. März 2024 lehnten die Stimmberechtigten der Stadt Zürich die Volksinitiative «Mythen-Park» deutlich ab und folgten damit der Empfehlung von Stadtrat und Gemeinderat. Es laufen bereits realistische Planungen für einen zusammenhängenden Grün- und Freiraum und die Kosten des Umsetzungsvorschlages im Verhältnis zum Nutzen wären unverhältnismässig.
Bereits in Planung
Neugestaltung Hafenpromenade Enge
Im Zusammenhang mit dem privaten Neubau der Swiss Re können die Parkplätze beim Hafen Enge in die neue Tiefgarage der Swiss Re verlagert werden.
Die damit gewonnene Fläche von rund 3800 m2 wird in die angrenzende Parkanlage integriert und zur Erholungsfläche umgestaltet. Das Siegerprojekt «Porto Stretto» sieht eine breite, chaussierte Promenade in einem lichten Pappelhain mit vielen Sitzgelegenheiten und einem neuen Kioskgebäude vor.
Mit dem Projekt entsteht damit am Hafen Enge insgesamt eine rund 8650 m2 grosse, neue Erholungsfläche. Diese schliesst direkt an das Arboretum an und verbindet es mit den Grün- und Aufenthaltsflächen beim Wabengarten.
Sukkulenten-Sammlung
Zum Gebiet Sukkulenten-Sammlung Zürich liegen nach abgeschlossener Testplanung erste Ideen für eine Neuorganisation vor. Heute werden im Gebiet Sukkulenten-Sammlung rund 12 000 m2 durch Parkierungsflächen und versiegelte Verkehrsflächen besetzt. Diese sollen reduziert werden. Stattdessen ist ein öffentlicher Park vorgesehen, der sich vom Strandbad Mythenquai und dem Belvoirpark bis zum Wabengarten erstreckt. Dieser Park integriert die Sukkulenten-Sammlung und schafft Grünverbindungen zwischen Belvoir- und Rieterpark und dem Seeufer.
Um den zusammenhängenden Freiraum zu maximieren, ist eine Verschiebung des Verkehrsknotens Mythenquai/Alfred-Escher-Strasse Richtung Stadtzentrum vorgesehen.
Insgesamt entstehen somit hier rund 27 000 m2 zusätzliche Freiraum- und Erholungsflächen für die Bevölkerung.
Studie zur Aufhebung Mythenquai
Die Initiative verlangte, dass das Teilstück des Mythenquais zwischen Alfred-Escher-Strasse und General-Guisan-Quai aufgehoben wird. Dieser Strassenabschnitt vor den Versicherungsgebäuden soll Teil des neuen Parks werden. In einer Machbarkeitsstudie prüfte die Stadt deshalb, ob und wie der motorisierte Verkehr von der kantonal klassierten Hauptverkehrsstrasse auf andere Routen verlagert werden könnte. Die Studie ergab, dass eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf bestehende Strassen bei den aktuellen Verkehrsmengen nicht möglich und auch nicht sinnvoll ist.
Auf Strasse kann nicht ganz verzichtet werden
Ganz ohne Strasse am Mythenquai würde es bei allen untersuchten Varianten nicht gehen, weil die Zufahrt und Anlieferung der Versicherungsgebäude, des Kiosk, der Gastronomie, der Seepolizei und des Hafens nach wie vor gewährleistet sein müssten.
Auch bei stadtweiter Verkehrsreduktion nicht realistisch
Zwar strebt die Stadt langfristig eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs um 30 Prozent im Stadtgebiet an. Gemäss Richtplan werden dadurch aber primär die Quartiere vom motorisierten Verkehr entlastet und Velovorzugsrouten vom Durchgangsverkehr befreit. Die übergeordneten Achsen wie die Alfred-Escher-Strasse und der Mythenquai werden nicht oder nur wenig entlastet, weil sie künftig auch den motorisierten Verkehr der Quartierstrassen aufnehmen müssen, neben dem Verkehr, der nicht vermieden oder auf den Fuss-, Velo- oder öffentlichen Verkehr verlagert werden kann. Die Massnahmen für die Umsetzung der mit Netto-Null angestrebten Verkehrsreduktion genügen somit nicht für die Umsetzung der Initiative.
Variante Sperrung Mythenquai
Die Studie untersuchte, ob der motorisierte Verkehr komplett auf die Alfred-Escher-Strasse verlagert werden kann. Heute verkehren täglich 8'500 Motorfahrzeuge auf der Alfred-Escher-Strasse. Künftig wären es rund 21'000 gewesen. Die hohen zusätzlichen Verkehrsmengen hätten das Quartier und Bewohner*innen an der Alfred-Escher-Strasse zusätzlich belastet. Der Bus hätte eine zusätzliche Spur mit entsprechendem Platzbedarf gebraucht oder er müsste weiterhin über den Mythenquai geführt werden.
Der entscheidende Punkt bei diesem Ansatz liegt aber bei der Kreuzung Alfred-Escher-Strasse/General-Wille-Strasse (siehe Lupe). Der Knoten wäre stark überlastet. Die Hauptverkehrsstrasse, auf der der Verkehr eigentlich gebündelt werden sollte, könnte ihn nicht mehr bewältigen. Das hätte Schleichverkehr in die Quartiere zur Folge sowie lange Rückstaus, von denen der private und der öffentliche Verkehr betroffen wäre.
Um eine ausreichende Leistungsfähigkeit sicherzustellen, müsste der Knoten massiv ausgebaut werden. Dafür müssten Gebäude abgerissen werden, die teilweise im Inventar der Denkmalpflege stehen.
Variante Teilsperrung Mythenquai
In weiteren Varianten wurden teilweise Sperrungen des Mythenquais geprüft, bei denen der motorisierte Verkehr über eine der Querstrassen geleitet wird, beispielsweise über die Breitingerstrasse oder die Marsstrasse.
Aber auch diese Varianten bringen keine wesentliche Entlastung des Knotens. Schleichverkehr in die Quartiere und lange Rückstaus wären auch hier die Folge. Zudem sind die Querstrassen wichtige Fuss- und Veloverbindungen zwischen Quartier und See. Diese würden neu mit motorisiertem Verkehr belastet.
Variante Tunnel Mythenquai
Von den rund zwanzig untersuchten Lösungsansätzen ist die Tieferlegung der Strasse in einen Tunnel der einzige Ansatz, der in einem absehbaren Zeithorizont verkehrlich umsetzbar ist. Der Tunnel würde 700 Meter lang und hätte Rampen von 90 Metern Länge. Die Kosten für den Bau des Tunnels werden auf rund 255 Millionen Franken geschätzt.
Dadurch könnten zusätzliche 4500 Quadratmeter Grünfläche geschaffen werden. Aus Sicht des Stadtrats und des Gemeinderats sind die Kosten im Vergleich zum Gewinn dabei unverhältnismässig.