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Egal, ob einfach oder differenziert vorgeht, die Reihenfolge der Parteistärken im Schweizer Politsystem bleibt so, wie bei den Stimmenanteilen der jüngsten Nationalratswahlen. Die SVP ist die stärkste Partei, gefolgt von SP, FDP, Mitte, Grünen und Grünliberalen.
Die hohe Bedeutung der Repräsentation
Repräsentation ist ein zentrale Stichwort in Schweizer Politsystem. Denn es geht, wie in jeder Proporzdemokratie, um die angemessene Beteiligung der politischen Parteien in der Regierung. Deshalb drehen sich gerade Bundesratswahlen die Frage nach der Stärke der Parteien.
Die eindimensionale Antwort: Stimmenstärke der Parteien
Die einfachste Antwort auf die Frage lautet, dass man auf die (fiktive) Stimmenzahl abstellt, welche das BfS nach den Nationalratswahlen veröffentlicht hat. Demnach steht die SVP an erster Stelle, gefolgt von der SP, der FDP, der Mitte (als Verbund der fusionierten CVP und BDP), den Grünen und den Grünliberalen. Richtet man sich nach den so erzielten Sitzen in der grossen Kammer, resultiert die fast gleiche Reihenfolge. Einzig die Grünen schliessen da zur Mitte auf.
Die mehrdimensionale Antwort: Bund und Kantone
Doch hat diese Betrachtungsweise den Nachteil, die föderalistische Grundstruktur des schweizerischen Politsystems zu übersehen. Dafür muss man minimal die Sitzstärke im Ständerat mit einbeziehen. Da liegt die Mitte vorne, gefolgt von FDP, SP, SVP und Grünen. Die GLP hat hier keinen Sitz.
Maximal kann mensch auch die Stärke der Parteien in den Kantonen erfassen, und zwar in den Parlamenten und den Regierungen. Bezogen auf die Legislative führte wieder die SVP, diesmal vor der FDP. Danach ist die Reihenfolge bekannt. In den Exekutiven wieder holt sich das Bild aus dem Ständerat: Es liegt die Mitte vorne, gefolgt von der FDP, der SP, der SVP und den Grünen. Die GLP hat hier Sitze aufzuweisen, bleibt aber an sechster Stelle.
Aktualisierungen
Aktualisiert auf dem Stand heute ist das nur beim Ständerat und bei den Kantonsbilanzen. Beim Nationalrat hinkt diese Betrachtungsweise jedoch hinten nach. Deshalb wurden auch die aktuellsten Umfragedaten mit einbezogen, und zwar jene der Tamedia-Erhebung 2022 sowie jene der SRG von 2021. Das Wahlbarometer 2022 kommt Ende Oktober und wird dann eingesetzt.
Schliesslich kann man auch die Bilanzen auf Bundesebene in Legislative (Fraktion) und Exekutive (Bundesrat) heranziehen. Auch sie sagen etwas über die Parteienstärke im Schweizer Politsystem aus. Bei der Fraktionsstärke steht die Mitte vor der FDP, der Rest ist bekannt. Beim Bundesrat sind SVP, SP und FDP gleich auf.
Bilanz
Um zu einer Bilanz zu kommen, kann mensch Punkte verteilen (6 Punkte für die erste Stelle, 5 für die zweite etc.) und diese addieren.
Interessanterweise wiederholt sich ein bekanntes Bild: Die SVP ist und bleibt die stärkste Partei der Schweiz, gefolgt von SP, FDP Mitte, Grünen und Grünliberalen. Das ist das Gleiche, wie wenn man auf die Stimmenanteile bei den letzten Nationalratswahlen abstellt, wenn auch nicht mit den gleichen Zwischenständen.
Stärken und Bundesrat
Neu verteilt wird (möglicherweise) mit den eidg. Parlamentswahlen 2023, dann mit allfälligen Folgen für die Zusammensetzung des Bundesrats. Ein formalisierter Zusammenhang besteht allerdings nicht.
Claude Longchamp