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Der Glaube an den Herrn Jesus Christus ist der erste in den Glaubensartikeln angesprochene Grundsatz des Evangeliums. Dieser Baustein bildet das Fundament, auf dem alles im Erlösungsplan aufgebaut wird.
Alma vergleicht den Glauben mit einem Samenkorn. Der Glaube fasst Wurzeln, wenn man das Verlangen hat, ihn zu erlangen. Gibt man sich dann Mühe und arbeitet damit, wächst dieser Glaube und wird stärker. Diesen Grundsatz hat Alma dem ungläubigen Volk von Ammoniha erklärt, als er sagte: „Es ist vielen gegeben, die Geheimnisse [das Wort] Gottes zu kennen[, was] er den Menschenkindern zugesteht, gemäß der Beachtung und dem Eifer, die sie ihm widmen.“1 Der Glaube wächst also gemäß der Beachtung und dem Eifer, die wir den einmal empfangenen Wahrheiten widmen.
Alma geht sogar so weit, zu sagen: „Wer sein Herz nicht verhärtet, dem wird das größere Maß des Wortes gegeben, bis es ihm gegeben ist, die Geheimnisse Gottes zu erkennen, bis er sie völlig kennt. Und denen, die ihr Herz verhärten, wird das kleinere Maß des Wortes gegeben, bis sie nichts von seinen Geheimnissen wissen.“2
Klarer könnte Almas Aussage gar nicht sein. Wenn wir Wahrheit empfangen, müssen wir ihr Beachtung und Eifer widmen – das Samenkorn also gießen. Wie macht man das? Man handelt nach der Wahrheit, dient anderen und baut ein Zeugnis von ihr auf. Dann gibt der Herr einem noch mehr Glauben. Wenn man der Wahrheit aber weder Beachtung noch Eifer widmet, verliert man den Glauben, bis die Zeit kommt, da keiner mehr übrig ist.
Der Schlüssel liegt im Handeln, in der Achtsamkeit und im Eifer. Selbst Kleinigkeiten können dabei eine erfreuliche Wirkung haben. Ein Beispiel dafür ist Zeezrom, der schlechte Gesetzeskundige, der Amulek mit einem Haufen Silber dazu verleiten wollte, die Existenz Gottes zu leugnen. Zeezrom wollte die Botschaft von Christus, die Amulek verbreitete, zunichtemachen, indem er dessen Zeugnis auslöschte.
Doch dann geschah etwas Bemerkenswertes. Als Zeezrom den Worten Amuleks und Almas weiter zuhörte, begann er zu zittern. Anstatt stolz zu sein und an seinem Ziel festzuhalten, diese beiden Propheten zu vernichten, demütigte er sich tief genug, um dieses Zittern zu spüren, und er erkannte, dass die Macht Gottes mit diesen beiden Männern war. Das kleine Samenkorn war gepflanzt worden.
Durch sein Verlangen gestattete Zeezrom es ihm, Wurzeln zu fassen. Und dann machte er noch etwas. Statt Fragen zu stellen, um Alma und Amulek auszutricksen und ihre Botschaft zu untergraben, „fing [er] an, sie eifrig zu befragen, um mehr über das Reich Gottes zu erfahren“3.
In dem Augenblick, als Zeezrom aufrichtig Fragen stellte, um die Wahrheit zu erfahren, anstatt um sie zu zerstören, fasste das Samenkorn des Glaubens Wurzeln. Je länger er dann dem, was Alma und Amulek verkündeten, Beachtung und Eifer widmete, desto mehr entwickelten sich sein Glaube und seine Bekehrung – was schließlich darin gipfelte, dass er sich taufen ließ und Alma auf einer Mission zu den Zoramiten begleitete.
Meine lieben Brüder und Schwestern, wenn wir nach der Erkenntnis handeln, die wir empfangen haben, und zwar ohne Rücksicht darauf, wo wir sind oder für wie klein und unbedeutend wir diese Erkenntnis halten, dann wird so etwas Einfaches wie ein Gebet, der Kirchenbesuch oder das Lesen der heiligen Schriften gewaltige positive Folgen auslösen.
Wenn wir selbst die kleinen Gebote halten, wird sich eine Bekehrung einstellen und der Glaube an den Herrn Jesus Christus wird in gleichem Maße zunehmen. Wenn dann unser Glaube an Jesus Christus wächst, wächst auch unser Verlangen, seine Gebote zu halten, und damit schließt sich der Kreis. Das eine fördert das andere.
Im Namen Jesu Christi. Amen.
Anmerkungen:
1. Alma 12:9
2. Alma 12:10,11
3. Alma 12:8