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Was ist der Equal Pay Day?
Der Equal Pay Day (EPD) ist ein internationaler Aktionstag für Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen, um auf die weltweiten Unterschiede bzw. auf die sogenannte Lohnlücke aufmerksam zu machen. Der Equal Pay Day der Schweiz zeigt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt auf: Die Lohndifferenz liegt im Durchschnitt bei 18.9% und entspricht einem Zeitraum von 67 Kalendertagen.
Wie ist der Equal Pay Day entstanden?
Der "Tag für gleiche Bezahlung" hat seinen Ursprung in den USA. Er wurde dort 1966 durch das "National Committee on Pay Equity" (NCPE) ins Leben gerufen. Das NCPE ist ein Zusammenschluss von amerikanischen Frauen- und Bürgerrechtsorganisationen, von Gewerkschaften sowie religiösen und beruflichen Vereinigungen mit dem Ziel, auf die ungleiche Bezahlung zwischen Männern und Frauen, insbesondere auch afroamerikanischen Frauen, hinzuweisen und die Lohnkluft zu beseitigen. 1963, als in den USA der Equal Pay Act (Gesetz zur gleichen Bezahlung) unterzeichnet wurde, bekommen Frauen im Schnitt nur 59 Cent im Vergleich zu Männern, die 1 Dollar erhielten. Alljährlich machen seit 1966 zehntausende Frauen und Männer in den USA am EPD mit verschiedensten Aktionen auf den Lohnunterschied aufmerksam.
In der Schweiz findet der EPD seit 2009 auf Initiative von Business and Professional Women Schweiz in Zusammenarbeit mit anderen Akteurinnen (Frauenorganisationen, Gewerkschaften und eidgenössischen Stellen) statt.
Warum ist die rote Tasche das Symbol vom
Equal Pay Day?
In den USA entstand 1988 die "Red Purse Campaign", um mit roten Tasche auf die bestehenden Entgeltunterschiede hinzuweisen. Dieser Gedanke wurde während der letzten Jahre auch in Europa aufgegriffen und so startete die "Initiative Rote Tasche". Die roten Taschen sollen für "rote Zahlen" stehen und dafür, dass Frauen "weniger in der Tasche" haben als Männer.
Was ist das Ziel vom Equal Pay Day?
Das Ziel vom Equal Pay Day ist, über die Lohnlücke und ihre Ursachen aufzuklären, die vielfältigen Ursachen von Entgeltunterschieden anzugehen, Aktionspartner zu mobilisieren, um damit langfristig die geschlechtsspezifische Entgeltungleichheit abzubauen.
Warum gibt es die Lohnungleichheit?
Lesen Sie das Interview mit Silvia Strub, Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS, Bern
Wie finde ich heraus, ob mein Lohn tiefer ist?
Mit dem Lohnrecher! Die Löhne sind mit den neusten Daten der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012 des Bundesamtes für Statistik berechnet worden, welche über eine 1.8 Millionen Lohnangaben umfasst. Es wird eine Berechnungsmethode verwendet, die von Professor Yves Flückiger und seinen Mitarbeitern am Observatoire Universitaire de l'Emploi (OUE) der Universität Genf in Zusammenarbeit mit dem Observatoire genevois du marché du travail (OGMT) entwickelt worden ist.
Warum fällt der Equal Pay Day auf den 24. Februar 2016?
In der Schweiz errechnet sich das Datum des Equal Pay Day seit 2009 nach folgender Formel: 52 Wochen pro Jahr multipliziert mit 5 Arbeitstage pro Woche = 260 Arbeitstage pro Jahr multipliziert mit dem statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied von 18%:
260 / 100 * 15.1 = 38 (gerundet)
Im 2016 wird der Equal Pay Day am 24. Februar begangen.
In welchen Ländern findet der Equal Pay Day statt?
Der Equal Pay Day findet mittlerweile in 23 europäischen Ländern statt: Unter anderem beteiligen sich neben der Schweiz auch Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Belgien, Niederlande, Rumänien, Irland, Großbritannien, Schweden, Tschechische Republik. Mehr Info auf www.bpw-europe.org. Auch in den USA, Australien und Neuseeland wird der Aktionstag begangen.
Welche gesetzlichen Grundlagen gibt es?
Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (GlG), Schweiz:
Zentraler Punkt des Gesetzes ist Artikel 3: "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen aufgrund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden, namentlich nicht unter Berufung auf den Zivilstand, auf die familiäre Situation oder, bei Arbeitnehmerinnen, auf eine Schwangerschaft." (Art. 3, Abs. 3).
Gesetzestext: http://www.admin.ch/ch/d/sr/151_1/index.html