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Die Ursachen für Mangelernährung sind vielfältig, komplex und oft eng miteinander verwoben. Dazu zählen:
Ungleichheiten und Ausgrenzung begünstigen Mangelernährung. Weltweit sind vor allem Menschen betroffen, die aus verschiedenen Gründen benachteiligt sind – zum Beispiel aufgrund ihrer finanziellen Situation, ihres Wohnortes oder ihrer Herkunft. Wo ein Kind lebt bestimmt, ob ihm örtliche Dienste, Bildungseinrichtungen oder Nahrung zur Verfügung stehen. Außerdem bestimmt der Wohnort kulturelle und soziale Praktiken, das Einkommen – und damit letzten Endes auch die Ernährungssituation. Mangelernährung betrifft zum Beispiel besonders Kinder, die in ländlichen Regionen oder in urbanen Slums aufwachsen.
Armut beeinflusst fast alle Bereiche des Lebens, so zum Beispiel den Zugang zu Bildung oder Gesundheitsleistungen und ist einer der Haupttreiber von Mangelernährung. Die finanzielle Situation einer Familie hat fast immer einen wichtigen Einfluss auf die Ernährung eines Kindes. Familien mit niedrigem Einkommen sind oft auf günstige, weniger hochwertige und nährstoffärmere Nahrung angewiesen. Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen leiden wesentlich öfter an Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Ein Großteil aller Kinder unter 5 Jahren, die durch Mangelernährung sterben, kommen aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Und auch innerhalb von Ländern mit einem höheren Einkommen besteht für Kinder aus ärmeren Haushalten ein viel größeres Risiko, an Mangelernährung zu sterben, als für Kinder aus reicheren Familien.
Konflikte und die Auswirkungen des Klimawandels sind maßgebliche Treiber von Mangelernährung. Sie sind mit dafür verantwortlich, dass die Zahl der Hungernden seit einigen Jahren wieder steigt. Allein 2018 litten mehr als 250 Millionen Menschen weltweit an akutem Hunger. Im Jemen starben zwischen April 2015 und Oktober 2018 ungefähr 85.000 Kinder an den Folgen extremen Hungers – weit mehr als durch Kugeln oder Bomben. Mehr als drei Viertel der über 150 Millionen nicht altersgemäß entwickelten Kinder leben in Konfliktzonen. Konflikte führen oft zu einem Zusammenbrechen der Versorgungsstrukturen: Ernteausfälle häufen sich, Nahrung kann nicht geliefert werden und wird immer teurer. Gleichzeitig erreichen humanitäre Hilfsleistungen nicht ihr Ziel oder decken die Bedarfe der Menschen nicht ab.
Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich in Form von extremen Wetterereignissen immer stärker bemerkbar. Immer öfter auftretende Katastrophen sorgen oftmals für langandauernde Ernährungsinstabilität. Während das Horn von Afrika in der Vergangenheit beispielsweise alle 8 bis 10 Jahr von einer Dürre betroffen war, leidet die Region mittlerweile wesentlich öfter unter extremen und langanhaltenden Trockenperioden. Mosambik wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2019 innerhalb von nur sechs Wochen von zwei Zyklonen heimgesucht. Die mit Katastrophen oft einhergehende Zerstörung lokaler Infrastrukturen, Ernteausfälle, Wasserknappheit und sterbenden Nutztiere sind nur einige Folgen, die zu akuten und chronischen Hungersnöten führen.