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Unter anderem sollen Kakaobauern einen finanziellen Anreiz für die Anmeldung ihrer Kinder in der Schule erhalten, wie das Unternehmen mit Sitz in Vevey mitteilt. Gleichzeitig sollen die Bauern zu nachhaltigem Anbau animiert werden.
In diesem Jahr will Nestlé 10'000 Familien in der Elfenbeinküste berücksichtigen, ab 2024 auch Kakaobauern in Ghana. Diese beiden Länder sind die grössten Kakao-Produzenten der Welt. Armut ist weit verbreitet.
«Die langjährigen Bemühungen von Nestlé haben einiges bewirkt. Aber sie allein reichen nicht aus, um die Ursachen des Risikos der Kinderarbeit zu beseitigen. Deshalb lanciert Nestlé heute ein neues Programm für einen ganzheitlichen Ansatz, der Farmer-Familien zu einem existenzsichernden Einkommen verhilft», sagt Mark Schneider, CEO Nestlé.
Das Unternehmen will folgende Punkte fördern:
- Einschulung aller Kinder im Haushalt der Kakaobauern im Alter von 6 bis 16 Jahren
- Anwendung bewährter landwirtschaftlicher Praktiken, wie z. B. Pflanzenschnitte zur Erhöhung der Ernteerträge
- Agroforstwirtschaftliche Massnahmen zur Verbesserung der Klimaresistenz, z. B. das Pflanzen von Schattenbäumen
- Breit gefächerte Verdienstmöglichkeiten, z. B. durch den Anbau anderer Feldfrüchte, die Zucht von Nutztieren wie Hühnern, Imkerei oder die Verarbeitung weiterer Erzeugnisse wie Maniok
Nach Schätzungen des Aktionsbündnisses «Make Chocolate Fair» arbeiten in den beiden Ländern 1,5 Millionen Minderjährige «unter ausbeuterischen Bedingungen» auf Kakaoplantagen in Westafrika. Das Bündnis «Aktiv gegen Kinderarbeit» schätzt, dass es weltweit mehr als 200‘000 Kinder gibt, die wie Sklaven auf Kakaoplantagen arbeiten müssen.
Aus dem Nestlé-Programm sollen Familien in den ersten beiden Jahren jeweils bis zu 500 Franken bekommen, anschliessend 250 Franken pro Jahr. Nestlé will irgendwann nur noch zertifizierte Kakao-Produkte verwenden. Wann es so weit ist, teilte das Unternehmen nicht mit. Es will seine jährlichen Investitionen zur Förderung der Nachhaltigkeit verdreifachen und bis 2030 insgesamt 1,3 Milliarden Franken dafür ausgeben.