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Am Markt sind viele verschiedene Kälbermilchen vorhanden. Beim Kauf der richtigen Milch spielen nicht nur die Gehalte und der Preis eine Rolle, sondern auch die Rasse der vorhandenen Kälber sowie der Anteil an Vollmilch in der Ration. In jedem Fall steht die Gesundheit der Kälber sowie der wirtschaftliche Erfolg der Mast im Vordergrund. Nur gesunde Kälber mit einer funktionierenden Verdauung trinken eine konstante Milchmenge, wodurch eine effiziente Verwertung der verabreichten Nährstoffe und gute Schlachtkörperqualität erreicht werden kann.
Milchpulver und Rasse
Bei der Wahl des richtigen Milchpulvers sollte der zentrale Punkt nicht der Preis im Vergleich zu den Nährstoffgehalten, sondern die Qualität der darin enthaltenen Proteine und Fette sein. Teurere Produkte werden aus hochwertigeren Rohstoffen hergestellt. Da die Kälber während der Mastdauer unterschiedliche Bedürfnisse an die Milch stellen, sollte je nach Rasse der Kälber das passende Produkt eingesetzt werden. Denn die Genetik hat einen wesentlichen Einfluss auf die Wahl des Milchpulvers. Zudem muss die Menge der vertränkten Milch pro Tag eruiert werden. Trinken die Kälber mehrmals am Tag an einem Automaten, können sie insgesamt mehr Milch aufnehmen als bei der Eimertränke zweimal am Tag. Dies, da der Labmagen, in dem die Milch verdaut wird, nur ein beschränktes Volumen hat. Unter Einbezug der Verwertung durch das Kalb kann den verabreichten Nährstoffen die nötige Ergänzung durch ein Milchpulver berechnet werden. Es empfiehlt sich, dies mit dem Berater abzuklären.
Während bei Milchrassen in der Ausmast ein fettreiches Pulver nötig ist, damit sie die gewünschte Fettabdeckung erreichen, muss bei Mastrassen der Fettgehalt eher reduziert werden, da sie ansonsten zu viel ansetzen. Nebst Nährstoffen wie Fett und Eiweiss, enthalten Vollmilchpulver auch Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine. Wenn sich ein Kalb während fünf Monaten fast ausschliesslich von Milch ernährt, wird der Bedarf dieser Stoffe nicht genügend abgedeckt.
Besonders die Spurenelemente Selen, Eisen, Mangan und Kupfer, sowie die Vitamine A, B1, D3 und E sind in der Vollmilch zu knapp enthalten. Über kurz oder lang entstehen dadurch beim Kalb Mangelerscheinungen, welche zu Leistungsminderungen führen. Durch ein Vollmilchergänzungspulver können diese Werte in einen grünen Bereich gebracht werden.
Milchpreis entscheidend
Wird das richtige Milchpulver der Genetik entsprechend eingesetzt, können die Schlachtkörperqualität verbessert und die Mastdauer verkürzt werden. Die Kälber sind besser versorgt, wodurch weniger gesundheitliche Beschwerden auftreten. Somit kann eindeutig ein Mehrerlös beim Verkauf erzielt werden. Dieser ist aber auch nötig, da die zusätzlichen Kosten des Milchpulvers damit bezahlt werden müssen. Wie in der Grafik ersichtlich, hat die eingesetzte Milchmenge einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit.
Durch die Veredelung der Milch im Kalb kann auch mit hohem Milchanteil ein besserer Milchpreis generiert werden, als er im Durchschnitt auf dem Schweizer Milchmarkt entgolten wird. Trotzdem kann nur mit Ergänzungspulvern ein konstanter Erfolg erzielt werden.