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Rom im ersten Jahrhundert, Christenverfolgung, geheime Treffen, Märtyrer; ja klar: All das geschah in den Katakomben! Diese romantische Vorstellung mag schön sein, aber sie ist schlicht und einfach falsch. Nie waren die Katakomben ein Ort, wo sich Christen vor ihren Verfolgern versteckten. Sie waren einfach Grabstätten für die ersten Christen. Aus Platzmangel im antiken Rom haben die Christen begonnen, unterirdische Gänge zu graben, in denen die Toten begraben wurden.
Nach dem 5. Jhd. gerieten die Katakomben mehr und mehr in Vergessenheit, bis man durch die Ausgrabungen der Neuzeit ihre Bedeutung wieder schätzen lernte.
In der Geschichte der katholischen Kirchen im 20. Jhd. haben die Katakomben auch eine symbolische Bedeutung: Am 16. November 1965 fand in der Domitilla-Katakombe eine Bischofsversammlung statt, bei der eine wichtige Erklärung unterzeichnet wurde, der Katakombenpakt. 1962, einige Wochen vor Beginn des 2. Vatikanischen Konzils, hatte Papst Johannes XIII. das Leitmotiv des Konzils bekanntgegeben: Die Kirche sollte eine Kirche der Armen sein. Aber wie? Die Antwort von 40 Konzilsvätern war der Katakombenpakt, in dem Selbstverpflichtungen wie Armut, Einfachheit und das Leben wie die Armen formuliert wurden. Durch den Anschluss von 500 weiteren Bischöfen bekam der Pakt weltweites Gewicht.
Die Katakomben gewannen so einen Teil ihrer romantischen Atmosphäre wieder, weil dort eine mögliche Umsetzung des Konzils angedacht wurde.