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Vor ziemlich genau 50 Jahren, nämlich am 23. April 1971 wurden im Jagdbannbezirk Huetstock bei Engelberg schweizweit die ersten zwei Luchse ausgesetzt. Bis 1976 wurden dann noch mehrere Wiederansiedlungen vorgenommen, sodass sich die Tiere relativ schnell in alle Richtungen vermehrten, was momentan in der Schweiz zu einem Bestand von ca. 300 Exemplaren führt.
Auch im Saanenland sind Luchse präsent. Gemäss einem von der KORA durchgeführten Monitoring ergab eine Zählung während zwei Monaten im Winter 2017/18 für das Referenzgebiet Simme-Saane 48 Luchse, was eine statistische Dichte von 3,16 auf 100 km2 ergibt. Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem letzten Monitoring von 2015–16. Die meisten Beobachtungen beruhen auf Fotofallen-Auswertungen, da Luchse erstens sehr scheu und zweitens hauptsächlich nachts unterwegs sind. Sie haben relativ grosse Jagdreviere von 100 bis 400 km2 und legen ähnlich wie der Wolf etliche Kilometer auf ihren Streifzügen zurück.
Beobachtungen über Tag sind wie beim Fuchs im Frühjahr – mehrheitlich während der Jungenaufzucht ihrer zwei bis fünf sogenannten Katzluchse – bekannt oder wenn sie irgendwo aufgescheucht werden.
Grösste Wildkatze Europas
Der Luchs ist mit seinen 20 bis 30 Kilogramm Körpergewicht und einer Schulterhöhe von bis zu 70 Zentimeter die grösste Wildkatze Europas. Seine Jagdtechnik ähnelt jener der Löwen, Jaguare und Pumas, d.h. er schleicht sein Opfer an oder überfällt es aus dem Hinterhalt, indem er sich an dessen Kehle verbeisst und so das Tier zu Boden reisst.
Zu den Beutetieren gehören in erster Linie Rehe und Gämsen, wobei auch Murmeltiere, Füchse, Eichhörnchen, Hasen und Frischlinge sowie kleinere Säugetiere und Vögel nicht verschmäht werden. Im Gegensatz zum Wolf vergreift er sich viel weniger an Nutztieren wie Schafen oder Ziegen, es sei denn, diese befinden sich ungeschützt in Waldesnähe oder auf unbeaufsichtigten Alpweiden.
Feinde hat der schweizweit geschützte Luchs ausser bei Verkehrsunfällen und allfälliger Wilderei keine. Letzteres kommt leider immer wieder vor, da er doch oft von einzelnen Jägern als „ Jagdkonkurrent“ angesehen wird, weil durch sein Vorkommen vielerorts der Wildbestand zusehends dezimiert wird. Ausnahmsweise werden auch Fälle von Vergiftungen mit ausgelegtem Rehfleisch bekannt, woran sich leider auch Adler, Kolkraben und Füchse kontaminieren und qualvoll verenden.
BERT INÄBNIT
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