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Nach einem Jahr im Amt hat General David Petraeus das Kommando über 140'000 Nato-Soldaten in Afghanistan abgegeben. Bei einer feierlichen Zeremonie wurde der US-Vier-Sterne-General John R. Allen als neuer Oberkommandierender am Hindukusch vorgestellt.
Allen gehört dem US Marine Corps an und war bislang Vize-Chef des US-Zentralkommandos Centcom mit Sitz in Florida, das für die Einsätze in Ostafrika, Nahost und Zentralasien zuständig ist. Für den Kampf gegen die Taliban und andere Aufständische stehen ihm in den kommenden Monaten immer weniger Soldaten zur Verfügung.
Allein die US-Armee will nach den Plänen von Präsident Barack Obama bis zum Sommer nächsten Jahres 330'00 ihrer derzeit rund 100?000 Soldaten heimholen. Bereits in diesem Jahr soll die Truppe trotz der weiter angespannten Sicherheitslage um 10'000 Mann schrumpfen. Auch andere Nato-Staaten planen die Reduzierung ihrer Kontingente.
"Ich werde das Mögliche tun, um Rekrutierung, Ausbildung und Ausrüstung der afghanischen Sicherheitskräfte zu unterstützen", sagte Allen. Die Herausforderungen seien gewaltig, doch am Ende werde man gemeinsam erfolgreich sein.
Schrittweise Übergabe
General Petraeus, der an die Spitze des US-Geheimdienstes CIA wechselt, zeigte sich zuversichtlich, dass die Afghanen in der Lage sind "nach und nach eine immer grössere Verantwortung für die Sicherheit" im Land zu übernehmen.
Nach einem Nato-Beschluss soll der Kampfeinsatz am Hindukusch bis 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das Land bis dahin schrittweise an die Afghanen übergeben werden.
Der Übergabeprozess begann am Sonntag, als afghanische Sicherheitskräfte das Kommando in der Provinz Bamian übernahmen. In Kürze sollen zwei weitere Provinzen und vier Städte folgen.
Neuer Anschlag im Osten
Bei einem Bombenanschlag im Osten des Landes wurden drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe (Isaf) getötet. Das teilte die Schutztruppe am Montag mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Erst am Wochenende waren fünf ausländische Soldaten bei mehreren gewaltsamen Zwischenfällen getötet worden.
In der südlichen Provinz Kandahar starben nach Angaben der Behörden zudem vier afghanische Polizisten bei einem weiteren Anschlag, darunter der Polizeichef eines Distrikts.