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«Wir sind untröstlich über den Tod unserer geliebten Autorin, Dame Hilary Mantel», erklärte ihr Verlag 4th Estate Books am Freitag. Sie sei eine der «grossartigsten englischen Romanautoren dieses Jahrhunderts» gewesen.
«Das ist ein niederschmetternder Verlust und wir können nur dankbar sein, dass sie uns solch eine grossartige Werksammlung hinterlässt», hiess es in der Mitteilung weiter. Ihr anderer Verlag HarperCollins erklärte, Mantel sei am Donnerstag im Kreise ihrer Familie und enger Freunde gestorben.
Hilary Mantel hatte den Booker-Preis 2009 für ihren historischen Roman «Wölfe» bekommen, den ersten Band ihrer Trilogie über den englischen Staatsmann Thomas Cromwell aus dem 16. Jahrhundert. Die Fortsetzung «Falken» wurde 2012 ebenfalls mit dem renommierten Literaturpreis ausgezeichnet . Auch der dritte Teil der Trilogie «Spiegel und Licht» von 2020 war als aussichtsreicher Anwärter auf den Booker-Preis gehandelt worden.
Hilary Mantel: Erster Roman im Jahr 1985
Mantel studierte Jura an der London School of Economics und an der University of Sheffield. Später lebte sie mit ihrem Mann fünf Jahre lang in Botsuana und dann vier Jahre in Saudi-Arabien, bevor sie in den 80er Jahren nach Grossbritannien zurückkehrte.
Den ersten ihrer insgesamt 17 Romane veröffentlichte Mantel 1985: In «Jeder Tag ist Muttertag» verarbeitete sie Erfahrungen aus ihrer Zeit als Sozialarbeiterin. Ihren ersten Roman hatte Mantel allerdings schon in den 70er Jahren geschrieben. Das Werk, das in den Jahren rund um die Französische Revolution spielt, erschien aber erst 1992. Im seiner deutschen Übersetzung trägt es den Titel «Brüder».
Die Romane von Mantels Cromwell-Trilogie wurden bereits in mehr als 40 Sprachen übersetzt und verkauften sich weltweit mehr als fünf Millionen Mal. Die Verfilmungen der ersten beiden Bücher erhielten Emmy- und Golden-Globe-Nominierungen.
Die schottische Regierungschefin Nicol Sturgeon erklärte im Onlinedienst Twitter, es sei «unmöglich, die Bedeutung des literarischen Erbes, das Hilary Mantel uns hinterlässt, zu überschätzen». «Wir haben ein Genie verloren», kommentierte «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling Mantels Tod.