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Bereits zu Beginn seiner Bobkarriere war Pius Meyerhans ein Exot. Er stiess nämlich erst im Alter von rund 30 Jahren zum Bobsport. Gepackt vom Virus gründete er 2015, im Alter von 48 Jahren, sein eigenes Bobteam; das «A-Team», in Anlehnung an die US-amerikanische Actionserie. Und auch im für einen Spitzensportler fortgeschrittenen Alter startete der Emmer noch im Weltcup. Bis er im letzten Herbst nicht mehr für die Rennen vorgesehen war.
Meyerhans stellt Diskriminierungsantrag
Dass er aufgrund des Alters nicht mehr im Weltcup starten soll, versteht Pius Meyerhans nicht: «Die Selektionskriterien vom Verband waren unbrauchbar. Der Verband wollte mich gar nicht erst starten lassen und hatte auch keine Selektionsrennen durchgeführt.» Er beruft sich auf den Ethik-Codex vom Verband Swiss Sliding und bekommt von der Ethikkommission recht.
Beim Verband verstehe man Pius Meyerhans, sagt Vorstandsmitglied Ekkehard Fasser. Es stelle sich jedoch immer die Frage, wie viel Geld noch in einen älteren Athleten investiert werden soll. «Die Trainer wollen das Geld lieber in den Nachwuchs stecken. Das führte ursprünglich dazu, dass die Trainer nicht wollten, dass man die Kosten vom Team Meyerhans übernimmt», sagt Fasser.
Die Selektionsrennen sollten an den Schweizermeisterschaften mit allen Piloten nachgeholt werden. Diese fielen aber dem Wetter zum Opfer. Der Verband veranlasste daraufhin Ersatzrennen. Pius Meyerhans: «Diese Rennen waren eigentlich ein Witz. Ich musste nur gegen Timo Rohner antreten - die anderen wurden gar nicht berücksichtigt.» Ekkehard Fasser entgegnet, dass mit Michael Vogt ein junger Pilot für die ganze Saison im Weltcup gesetzt sei: «Wir haben dann Selektionsrennen zwischen den Fahrern gemacht, die in Frage kommen. Das waren eben nur Pius Meyerhans und Timo Rohner.»
Meyerhans will weiterfahren
Pius Meyerhans konnte im Januar nur noch die Rennen im Viererbob fahren, da er dieses Selektionsrennen gewann - im Zweier verlor er gegen Rohner.
Seine nächsten Ziele sind die Schweizermeisterschaften Ende Februar und gleich danach die Weltmeisterschaft. Und auch in den nächsten Jahren will Meyerhans noch weiterfahren. An einen Rücktritt denkt der 51-jährige Bobpilot und Landwirt nicht: «Ich glaube, so lange ich irgendwie alleine in den Bob steigen kann, fahre ich weiter.»
SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 12:03/17.30 Uhr