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Münchenstein hat eine wechselvolle Industrie- und Siedlungsgeschichte und hat sich im 20. Jh. zu einer Agglomerationsgemeinde mit rund 12'000 Einwohnern entwickelt. Neben dem alten Dorfkern gab es weitere Siedlungsschwerpunkte, woraus unterschiedliche Quartiere mit verschiedenen Funktionen entstanden sind.
Ein Dorf mit seinem Schloss
In der alemannischen Siedlung mit dem Namen «Geckingen», die vom Hochwasser geschützt auf einer schmalen Terrasse über der Birsebene lag, wurde um 1270 vom Rittergeschlecht der Münch eine Burg errichtet. Das Dorf, das aus rund 30 Häusern bestand, wurde fortan Münchenstein (auch Mönchenstein) genannt und von den Münchs zum Schutz mit einem Mauerring befestigt. Im Norden und Süden des Dorfes entstanden zwei Tortürme für den Einlass, welche dem Dorf etwas Städtisches verliehen. Im Zuge der Basler Revolution wurde das Schloss 1798 ohne Gewalt unbewohnbar gemacht und anschliessend teilweise abgetragen. Das Dorf hatte sich nur geringfügig vergrössert, da bis zu Beginn des 19. Jh. nicht auf die Flur hinaus gebaut werden durfte.
Münchenstein hatte unter den Dörfern der Basler Landschaft eine mittlere Grösse und war bloss wegen seines Schlosses bekannter als andere. Das Bauern- und Rebdorf gehörte bis 1880 mit seinem nach Südwesten exponierten Rebhang oberhalb des Dorfes zu den grössten Rebgemeinden der Region. Während der Überbauungsphase ab 1950 wurde der Rebhang zur bevorzugten Wohnlage und mit Einfamilienhäusern überbaut.
Aus der Neuen Welt – die Neuewelt
1623 bis 1626 wurde beim Wasserhaus ein errichtet. Damit wurde das Birswasser in den Gewerbekanal St. Albanteich abgezweigt, um es zu den und und zum zu führen. Dank der nutzbaren Wasserkraft des St. Alban-Teiches entstand in der sogenannten Neuen Welt eine gewerbliche Siedlung mit Hammerschmiede und Drahtzug. Zwischen 1811 und 1827 fand in Münchenstein die Begradigung der Birs in drei Etappen statt. Danach konnte die Industriesiedlung Neuewelt ausgebaut werden und es entstanden das Fabrikgebäude der Baumwollspinnerei F. Sarasin & Heusler, worin sich im 20. Jh. die Fabrik der Firma André Klein AG niederliess. 2014 bezog die Firma Klein (Läckerli Huus) in Frenkendorf einen neuen Standort.
Am Gestade der Birs – das Gstad
Im Überschwemmungsbereich der Birs, im Gstad, stand ab 1532 einzig das Schlösschen Gstad, ein von Mauern umgebenes Haus mit einem grösseren Pflanzgarten. Vieles änderte sich mit dem Bau der Eisenbahn, die Münchenstein 1875 erreichte (Eröffnung der Jurabahn). Die Münchensteiner befürworteten die rechtsufrige Linienführung, sodass der Bahnhof im Gstad nahe zum Dorf gelegen kam. Durch den Anschluss an die Bahnlinie ergab sich für das Areal ein Entwicklungsschub und innert 20 Jahren siedelten sich mehrere Industriebetriebe an. Die Entwicklung führte zu einem markanten Bevölkerungswachstum und zur Ansiedlung von Gewerbe im Gstad und im Dorf. 1902 wurde mit der eine zweite Linie eröffnet, die das Dorf Arlesheim direkt anband und heute als Tramlinie 10 betrieben wird.
Noch eine neue Welt – Neumünchenstein
1907 ging auf der linksufrigen Seite der Birs eine zweite Trambahn in Betrieb und verband Aesch und Reinach mit Basel. In Münchenstein liess die heutige Linie 11 weitere Wohnquartiere entstehen, wie das Loog, die Gartenstadt und das Heiligholz. Zwischen 1913 und 1920 entstanden 36 Wohnhäuser. Sie bildeten die erste genossenschaftliche Gartenstadt-Siedlung der Schweiz und gaben dem Quartier bis heute seinen Namen. Das Siedlungswachstum im 20. Jh. fand vorwiegend in Neumünchenstein statt. Für die Pendlerströme mussten neben dem Ausbau der Tramlinien bald leistungsfähigere Strassen erstellt werden.
Das grösste Bauprojekt war die heutige A18, die 1982 eröffnet wurde. Sie zerschneidet die Gemeinde von Norden nach Süden. Sie führt beim Schänzli durch das Schutzgebiet «Vogelhölzli», überquert in spitzem Winkel zwischen Rütihardhof und Bruckgut die Birs und begleitet diese durch den an die Grenze zu Reinach.
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