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Die drei Mitglieder des Schlittenteams-1 der Dänemark-Expedition 1906-08 starben im November 1907 bei dem Versuch, in das Basislager in Danmarkshavn im Nordosten Grönlands zurückzukehren. Beim Versuch mit ihren Hundeschlitten über den 79er Fjord in Richtung eines Depots im Lambert’s Land zu gelangen, wurden sie aber durch raue Eislandschaft, Erschöpfung und Hunger beeinträchtigt.
Der letzte Tote der gescheiterten Expedition war Jørgen Brønlund. Er starb an Hunger und Erfrierungen. Seine Leiche wurde vier Monate später zusammen mit seinem Tagebuch gefunden, das auf der letzten Seite eine kurze Erklärung der Geschehnisse enthielt. Unter seiner Unterschrift war ein fremder schwarzer Fleck aufgeklebt.
Im November 2020 hatten Chemiker der Syddansk Universitet die Möglichkeit, einen ganz bestimmten Teil der letzten Seite des Tagebuchs zu analysieren, genauer gesagt, den schwarzen Fleck unter seiner Unterschrift. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Archaeometry veröffentlicht.
Die Analysen bestätigen das Vorhandensein von verbranntem Gummi, verschiedener Öle, Petroleum und Fäkalien. Diese neuen Erkenntnisse geben einen einzigartigen Einblick in Brønlunds letzte Stunden, sagt Chemieprofessor Kaare Lund Rasmussen von der Fakultät für Physik, Chemie und Pharmazie an der Syddansk Universitet.
Dem Wissenschaftler zufolge gibt es eine Erklärung: Vermutet wird nun, dass der Fleck von einer Gummidichtung herrührt. Da kein Brennsprit mehr vorhanden war, versuchte Brønlund, seinen Lux-Petroleumbrenner mit verschiedenen brennbaren Materialien vorzuheizen. Die Spuren von verbranntem Gummi stammten den Forschern zufolge wahrscheinlich von einer Dichtung des Petroleumbrenners.
Wenige Tage vor Brønlunds Tod starben auch die beiden anderen Mitglieder vom Schlittenteam-1. Weder die Leichen von Expeditionskommandant Mylius Erichsen und Niels Peter Høegh Hagen, noch ihre Tagebücher sind seitdem gefunden worden.
Ziel der Danmark-Expedition
Die dänische Expedition war im Jahr 1906 nach Nordostgrönland gereist, um den nördlichsten Teil Grönlands zu erkunden, zu kartieren und auch um festzustellen, ob das 50’000 Quadratkilometer große Peary Land eine Halbinsel oder eine Insel war. Denn wäre es eine Insel, würde es den Amerikanern zustehen. Wäre es eine Halbinsel, wäre es Teil des dänischen Territoriums. Dies war das Ziel der sogenannten Danmark-Expedition, zu der das sechsköpfige Team unter der Leitung von Mylius Erichsen dem Schiff «Danmark» aufgebrochen war. Um die dortige Küstenlinie zu kartografieren, teilte sich das Team in zwei Dreiergruppen auf, die sich mit Hundeschlitten auf den Weg durch die eisige Landschaft machten. Dieses Abenteuer endete für das Schlittenteam-1 tödlich.
Heiner Kubny, PolarJournal