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Vier neo-calvinistische Theologen interviewen Timothy Keller. Die 80 Minuten lohnen sich zum Anhören, denn der erfahrene Prediger und Leiter
- Beginnt mit einem kurzen Einblick in seine Krankheitstage (Bauchspeicheldrüsenkrebs, Stadium IV; Zusatzzeit gewährt)
- Unternimmt einen faszinierenden Ausflug in die Einführung in das neo-calvinistische Gedankengut via Hans Rookmaaker (1922-1977; Entdeckung am Büchertisch, sein komplettes Werk ist erhältlich), das Wirken von Francis Schaeffer (1912-1984; Complete Works) sowie die Lektüre von Louis Berkhof (1873-1952; Systematic Theology).
- Beschreibt die Erkenntnis, dass das neue Leben nicht nur ein schmales Segment, sondern jeden Lebensbereich umfasst. In diesen Zusammenhang stellt er auch die Gründung von Redeemer Church in NY. Solide, rechtgläubige Lehre verband sich mit dem Aufgreifen und Adressieren nach-aufklärerischer Denker und aktueller Fragen und Konzepte.
- Stellt zu Recht eine Überbetonung des persönlichen Wirkens in dem Reich der weltlichen Obrigkeit und eine Unterbetonung der Ekklesiologie fest. Systematik darf nicht auf Kosten der Heilsgeschichte und der sorgfältigen Auslegung des Bibeltextes getrieben werden. Ich weise auf die neuere Publikation Bavinck “Preaching and Preachers” hin.
- Empfiehlt die Ergänzung mit den Schriften zur persönlichen Heiligung des Puritaners John Owen (Overcoming Sin and Temptation: Three Classic Works; Communion with God). James Eglinton weist übrigens auf ein handgeschriebenes Vorlesungsskript Bavincks zu den Puritanern hin.
- Unterscheidet die Bewegung von aktuellen Strömungen des Transformationalismus. Als deren doppeltes Kennzeichen bezeichnet er Triumphalismus statt Demut sowie eine überrealisierte Eschatologie.
- Weist darauf hin, dass Abraham Kuyper viel öfter als Hauptvertreter gelesen wurde (z. B. von Richard Mouw) und er sich viel intensiver mit Herman Bavinck auseinander gesetzt habe, dessen Persönlichkeit und Stil ihm – abgesehen vom reichen Inhalt – besser zugesagt habe (hier Kellers Empfehlung zum Einstieg). Dazu passt der Artikel Eglintons zum 100. Geburtstag Bavincks.
Ich bin sehr dankbar für für Ron Kubschs Einführung zu Francis Schaeffer, die ich in Vortragsform an Weihnachten 2007 verschlang (hier in einer komprimierten Form). Ebenso dankbar bin ich für das Studium Bavincks (u. a. las ich in 100 Tagen seine vierbändige Dogmatik).