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Nach der Primarschule in Murist arbeitet Modeste Bise auf dem Bauernhof seines Vaters. Einer seiner Freunde bemerkt seine hervorragenden intellektuellen Fähigkeiten und rät ihm, weiter zu studieren. Von 1852 bis 1857 absolviert er die Technische Abteilung der Kantonsschule (Kollegium St. Michael von 1848 bis 1857). Nach zwei Praktika bei Geometern studiert er 1856–1857 an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und erhält mit 28 Jahren sein Diplom als Vermessungsingenieur.
Zwischen 1857 und 1876 erstellt er die Katasterpläne zahlreicher freiburgischer Gemeinden. Aufgrund seiner Verdienste und Erfahrung ernennt ihn der Staatsrat zum Generalkommissar. Bis dahin war er der Politik fern geblieben. Ursprünglich ein Liberaler, entwickelt er sich allmählich zu einem gemässigten Konservativen.
Nach Vaillants Rücktritt stellen sich Weck-Reynold und Schaller der Kandidatur Bossys, eines von Théraulaz geförderten Ultrakonservativen, in den Weg. Von ihnen unterstützt, wird Bise am 13. Mai 1878 mit 42 von 81 Stimmen in den Staatsrat gewählt. Als Baudirektor (1878–1881) setzt er das Strassenbauprogramm von Bondallaz, Perroud und Menoud fort. Unter ihm tritt das Gesetz über die schiffbaren Gewässer (1881) in Kraft. Im Dezember 1881 wird er bei der Erneuerung des Staatsrats nicht wiedergewählt. Die Ultrakonservativen, die zuvor einen Sieg bei den Grossratswahlen davongetragen haben, lassen die Regierung nach rechts rutschen. Die Nichtwiederwahl von Bise ist Anlass für eine Demonstration junger Leute, die laut rufen: «Vive Bise! A bas les calotins!» (Es lebe Bise! Nieder mit den Pfaffenknechten!). Zudem ist er von 1885–1894 Staatskanzler.
Von 1882 bis 1907 arbeitet Bise wieder als Generalkommissar. 1897 wird er Präsident der Aufsichtskommission der Betreibungs- und Konkursämter. Er betätigt sich aktiv im Generalrat der Stadt Freiburg und im Freiburger Ingenieur- und Architektenverein, dessen Vizepräsident er ist. Am 19. Dezember 1907 stirbt er im Alter von 79 Jahren in Freiburg.