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Am Sonntag war Martina Hingis im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums auf den Centre Court zurückgekehrt. Zusammen mit zahlreichen anderen Legenden, aber auch aktiven Spielern und Spielerinnen, die in Wimbledon ihre Spuren hinterlassen haben, nahm die 41-Jährige an den Feierlichkeiten auf dem «heiligen Rasen» teil.
Kein schlechter Zeitpunkt für eine Rückkehr, steht für Hingis doch am Dienstag ein persönliches Jubiläum an: Am 5. Juli vor 25 Jahren gewann die «Swiss Miss» im Alter von 16 Jahren, 9 Monaten und 5 Tagen als jüngste Spielerin des 20. Jahrhunderts – und zum einzigen Mal in ihrer Karriere – das prestigeträchtige Turnier an der Church Road. Nur der Engländerin Charlotte Dod war dies 1887 noch etwas früher gelungen.
Das Jahr 1997 war ohnehin ein Jahr der Rekorde für Hingis. Los ging es mit dem ersten Grand-Slam-Titel überhaupt in Melbourne (gegen Mary Pierce/FRA). Nach Wimbledon (gegen Jana Novotna/CZE) folgte zudem der Premierentitel an den US Open (gegen Venus Williams/USA). Einzig an den French Open musste Hingis in einem der vier Grand-Slam-Finals in diesem Jahr als Verliererin vom Platz (gegen Iva Majoli/CRO).
Der grosse Knick
Damit holte Hingis drei ihrer insgesamt fünf Major-Titel im selben Jahr. Allesamt als 16-Jährige. Dass sie im selben Jahr die jüngste Weltnummer 1 aller Zeiten wurde, war die logische Folge. Die von ihrer Mutter schon früh voll auf Tennis getrimmte Hingis löste an der Spitze Steffi Graf ab, und beendete damit eine Ära. Die Deutsche schaffte es danach nie mehr auf den Tennis-Thron zurück.
Graf war es aber auch, die Hingis ihre wohl bitterste Niederlage zufügte. In einem unvergessenen French-Open-Final schaffte sie gegen die 18-jährige Schweizerin noch die Wende. Hingis war im 2. Satz nur 3 Punkte vom Sieg und der Vollendung des Karriere-Slams entfernt, brachte ihren Aufschlag aber nicht durch.
Hingis hatte sich zuvor in Diskussionen mit dem Linien- respektive Stuhlschiedsrichter verstrickt und brachte mit ihrem Verhalten das gesamte Publikum gegen sich auf. Zur Siegerehrung erschien sie schliesslich unter Tränen, nachdem sie diese zuerst verweigert hatte. Es war das letzte Mal, dass Hingis in Paris den Final erreichte. Auch ein weiterer Major-Titel blieb ihr nach diesem denkwürdigen Final verwehrt.