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Karneval, Caipirinha und Fußball: Brasilien ist für so einiges berühmt. Doch während der Karneval nur einmal im Jahr das Land in Feierstimmung versetzt und der erfrischende Cocktail ebenfalls eher zur Party gehört, wird der Fußball das ganze Jahr über zelebriert.
Die Seleção, Brasiliens Nationalmannschaft, ist mit fünf Weltmeistertiteln und zwei Vizeweltmeistertiteln die erfolgreichste Elf aller Zeiten. An zweiter Stelle liegt Deutschland mit vier Weltmeistertiteln und vier Vizeweltmeistertiteln.
Obwohl der brasilianische Kader seit dem Sieg 2002 kein Finale der WM mehr erreicht hat – bei der Winterweltmeisterschaft 2022 unterlag die auch bei den Sportwetten mit Paysafecard als einer der Hauptfavoriten geltende Seleção im Viertelfinale gegen Kroatien -, sind die brasilianischen Fußballer weiterhin begehrt bei den größten Clubs der Welt.
Reich an Talenten im schönen Sport war das Land am Zuckerhut schon immer. Dazu tragen die Begeisterung für den Fußball, aber auch die Armut in dem südamerikanischen Land bei. Für viele aufstrebende Kicker ist der Sport der beste Weg raus aus den Favelas.
Wie das geht, hat Fußballgott Pelé der Welt vorgemacht. Er brachte es 1958 vom barfuß in den Slums kickenden Jungen zum jüngsten Spieler bei einer WM.
Die Tricks, die der beidfüßige Pelé auf den Straßen und Spielfeldern Brasiliens gelernt hatte, versetzten die Fußballwelt binnen kurzem ins Staunen. Mit drei Toren binnen 22 Minuten wurde der bis dahin 17-Jährige in Schweden im Halbfinale gegen Frankreich zu einem der berühmtesten Sportler der Welt. Dass Brasilien als Weltmeister abreiste, verdankte die Seleção zum großen Teil ihrem jüngsten Spieler.
Vier Jahre später musste er verletzungsbedingt nach der Gruppenphase aussetzen, doch auch ohne ihn verteidigte die Seleção erfolgreich ihren Titel. Den dritten WM-Sieg holte er schließlich bei seinem Abschied von der Weltbühne 1970. Die brasilianische Mannschaft bei der WM 1970 gilt noch heute als eine der besten, wenn nicht gar die beste Elf, aller Zeiten.
Pelé, der 1998 in Südamerika zum Fußballer des 20.Jahrhunderts und von der FIFA 1999 zum Weltfußballer des 20. Jahrhunderts gekürt wurde, ist und bleibt ein Idol für Fußballfans in aller Welt. So überragend war sein Talent, dass selbst das Internationale Olympische Komitee ihn zum Weltsportler des 20. Jahrhunderts ernannte, obwohl Pelé nie bei den olympischen Spielen vertreten war.
Selbst wenn die Seleção nur ihn hervorgebracht hätte, wäre ihr Platz in der Geschichte gewiss.
Doch die Liste der brasilianischen Nationalspieler von Weltruhm ist mittlerweile fast so lang wie die Liste von Pelés Erfolgen.
So wie der Fußballgott kickte sich auch Romario mit dem Fußball den Weg aus der Armut frei. Während Pelé 17 Jahre lang seinem FC Santos treu blieb, folgte der als olympischer Silbermedaillengewinner 1988 ins internationale Interesse gerückte Romario den Lockrufen aus Europa. Beim PSV Eindhoven etablierte er sich rasch als Torjäger und Titelsammler. Nach fünf Jahren in den Niederlanden wechselte er als Starkicker zum FC Barcelona, wo er prompt spanischer Meister wurde.
Als brasilianischer Volksheld wurde er schließlich 1994 gefeiert, als die Seleção ihren ersten WM-Titel ohne Pelé holte. An seiner Seite kickte ein weiterer der brasilianischen Fußballstars, die in die Sportgeschichte eingegangen ist.
Im Alter von nur 18 Jahren war Ronaldo 1994 einer der jüngsten WM-Kicker und einer der vielversprechendsten. Seine europäische Karriere begann ebenfalls beim PSV Eindhoven, ehe er zwei Jahre später zum FC Barcelona ging. Die 30 Millionen DM, die der Club umgerechnet für ihn hinblätterte, machten sich rasch bezahlt, als Ronaldo den spanischen Verein zum Europapokalsieger schoss und zum Torschützenkönig der Liga wurde. Als er 1997/1998 zu Inter Mailand wechselte, zahlte der italienische Verein die Rekordsumme von umgerechnet 50 Millionen DM für ihn.
Die Krönung seiner internationalen Karriere kam für den zweifachen Weltfußballer 2002, als er den zweiten WM-Titel seiner Karriere holte. 2011 verabschiedete sich der schilddrüsenkranke Ronaldo, der in den vergangenen Jahren immer wieder verletzungsbedingt ausgefallen war, vom aktiven Sport.
Den Titel für den Rekord bei den Ablösesummer hält inzwischen der 31 Jahre alte Neymar jr. Der als einer der weltbesten Spieler aller Zeiten gefeierte Stürmer kam im Gegensatz zu vielen anderen brasilianischen Kickern als Sohn eines erfolgreichen Fußballers nicht aus einer Favela. Der Superstar, der bereits in seinen ersten Spielzeiten diverse südamerikanische Rekorde gebrochen hatte, unterzeichnete 2013 beim FC Barcelona. Vier Jahre später wechselte er als teuerster Spieler aller Zeiten für schwindelerregende 222 Millionen Euro zu Paris St Germain.
Seit dem Sommer 2023 kickt Neymar in Saudi-Arabien. Bei all seinen Erfolgen fehlt ihm nur noch der Weltmeistertitel.
Doch auch die Nachwuchsstars in der Seleção sind selten zu unterschätzen. Zu den erfolgreichsten jungen Kickern aus Brasilien zählt Gabriel Martinelli. Der 22 Jahre alte Stürmer kickt seit 2019 beim FC Arsenal in der Premier League.
Der gleichaltrige Rechtsaußen Rodrygo, der seit 2019 bei Real Madrid unter Vertrag steht, zählt ebenfalls zu einem der vielversprechendsten Spieler aus einem Land, das für seine Ballzauberer bekannt ist.
Selbst wenn die internationalen Erfolge der Seleção seit längerem nicht an deren Glanzzeiten anknüpfen können, ist der Ruhm ihrer Spieler ungebrochen. Karneval, Caipirinha und Fußball: Alles drei gehört zu Brasilien dazu.