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Samenkern liegt. Die Fruchtschale ist holzig, dünn und zerbrechlich; die Samenfächer enthalten außer den Kernen ein schwarzbraunes,
angenehm sauer und etwas herb schmeckendes Mus, welches den nutzbaren Stoff bildet. Die gangbare und in den Apotheken Deutschlands
allein zulässige Ware kommt aus Ostindien in Fässern von einigen Zentnern Inhalt; sie besteht aus dem
Marke in Vermischung mit Samen, während die Hülsen größtenteils entfernt sind. Gute Ware soll schwarz, nicht fuchsig
aussehen, nicht mit zu viel Samenkernen überladen sein und angenehm sauer schmecken.
Das Tamarindenmus dient als ein kühlendes, gelind abführendes Mittel und wird in den Apotheken für den Gebrauch erst gereinigt,
indem man es mit heißem Wasser anrührt, durch ein feines Sieb reibt und in der Wärme wieder eindickt. Der saure Geschmack
der Drogue rührt hauptsächlich von ihrem Gehalt an
Weinstein her. Die Preise gehen gewöhnlich zwischen 6 und 9 Mk. der
Ztr. Ware andrer Herkunft hat bei uns kaum Bedeutung.
Es gibt nämlich noch levantische oder ägyptische T., in festen Kuchen bis zu ½ kg Gewicht und von sehr unreiner Masse,
und westindische in Fässern eingelegte. Diese letztere Sorte, welche in Frankreich und England offizinelle Verwendung hat,
bildet eine hellbraune, süß und zusammenziehend schmeckende Masse. Man schichtet nämlich in Westindien
die reifen und von den Hülsen befreiten Früchte in Fässer und füllt diese schließlich mit kochendem
Sirup auf; die Masse
ist daher auch viel weicher als die ostindische Ware Die T. haben auch eine technische Verwendung, nämlich als Ingrediens
zu Tabakssaucen. Hierzu benutzt man zum Teil die ägyptische und die süße westindische Ware. T., sowie
das Mus daraus, zollfrei. Tabakssaucen aus T. gem. Tarif im Anh. Nr. 25 u.
(Pulvis taracanae). Unter diesem Namen kommt seit einigen Jahren ein Arzneimittel im Droguenhandel
vor, welches aus den getödteten und gepulverten, namentlich in Rußland sehr verbreiteten Küchenschaben besteht. Diese
schwarzen, auch als
Russen, Schwaben oder Schaben bekannten käferähnlichen
Tiere gehören zu den Geradflüglern
(Orthopteren) und ihr wissenschaftlicher Name ist Blatta orientalis oder auch Periplaneta orientalis. Dieses Pulver soll
sich als ausgezeichnetes Mittel gegen Wassersucht bewährt haben und wird deshalb auch
Antihydropin genannt; diesen Namen
hat man jedoch auch dem neuerdings daraus dargestelltem wirksamem Stoff gegeben. - Zollfrei.
der leichteste baumwollene Kleiderstoff, welcher gazeartig erscheint, aber Leinwandbindung besitzt. Er ist
einfarbig oder weiß, liegt einfach oder doppelt breit und dient meist zu Ballkleidern, doch auch als Material zu Ausputz.
Die grünen Zeuge der Art sind zuweilen mit Arsenfarben gefärbt, welche, als staubige Körper, nur lose
aufsitzen, daher leicht ablassen und gesundheitsschädlich für Trägerin und Schneiderin werden können.
Die Stoffe sind
sehr wohlfeil, vertragen aber nicht das Waschen. - Zoll: gem. Tarif Nr. 2 d 5.
(ErythraeaCentaurium)
eine offizinelle ein-, auch zweijährige Pflanze aus der natürlichen Familie
der Gentianeen, die fast durch ganz Europa auf Wiesen und Triften, an Rainen und im Gebüsch wild wächst.
Sie wird 1½-4½ dcm hoch, hat einen vierkantigen, nach oben verästelten Stengel, gegenüberstehende länglichovale Blätter
und sehr kleine, trichterförmige, dünnröhrige, fünfspaltige, rosenrote, seltener weiße Blüten, die eine flache Trugdolde
bilden.
Das
Kraut wird blühend ohne die stärkern Stengelteile gesammelt und bildet getrocknet die herba centaurii
minoris der Apotheken und Droguenhandlungen. Das
Kraut ist geruchlos, schmeckt aber intensiv und rein bitter. Es wird in Form
von Abkochungen und
Extrakten zu bittern Magenmitteln wie
Enzianwurzel gebraucht; auch soll der bittere Stoff in beiden derselbe
oder nur wenig verschieden sein. Außerdem verwendet man das
Kraut zum Bittermachen von
Likören. - Einschließlich
der nicht alkoholhaltigen
Extraktezollfrei. Alkoholhaltiger
Extrakt daraus gem. Tarif Nr. 5 a.
(spr. Tiek). Der Teakbaum (Tectona grandis) ist Bewohner der hoch und trocken
liegenden Wälder Ostindiens und einer der höchsten Waldbäume, hochgeschätzt wegen seines leichten,
aber sehr festen und elastischen
Holzes, welches das vortrefflichste Material zum Schiffsbau abgibt und zu englischen und
holländischen Schiffen häufig verwendet wird. Da es sich ausgezeichnet im Wasser hält und von Würmern nicht angegangen
wird, benutzt man es überdies zu Wasserbauten jeder Art. Der Baum wächst schnell und gerade und erreicht
in 100 Jahren seine volle
Stärke.
Das
Holz ist hellbraun, ölig, porös und gut zu bearbeiten. An Dauer soll es das
Eichenholz ums Dreifache übertreffen und
man hat Beispiele, daß daraus gebaute Schiffe; sich ein Jahrhundert hindurch gebrauchfähig erhalten haben. Auf Malabar,
in Pegu, Tenasserim und Assam, auf Java und Ceylon ist der geschätzte Baum noch am meisten erhalten,
in den zugänglichern Gegenden indes schon ziemlich gelichtet. Java lieferte noch bis vor kurzem jährlich 50-60000 Stämme.
Übrigens haben die Engländer neuerdings in Australien gewisse Bäume gefunden, welche dem Teakbaum an Brauchbarkeit völlig
gleichkommen sollen. - Zoll: gem. Tarif Nr. 13 c.
(frz. goudron; engl. tar). Diesen Namen führen alle
diejenigen Produkte der trocknen Destillation organischer Körper, welche eine ölige, mehr oder weniger dickflüssige, zähe
Beschaffenheit und eine braune bis schwarze Farbe haben; sie besitzen gewöhnlich auch einen unangenehmen Geruch und mischen
sich nicht mit Wasser. Häufig ist die Gewinnung des Teers Nebensache; er bildet so das Nebenprodukt
bei der Fabrikation von Leuchtgas, Holzesssig ^[richtig:
Holzessig] etc.; zuweilen jedoch wird die Teerdestillation nur zum
Behufe der Teergewinnung ausgeführt und der T. ist dann, wie z. B. beim Schwelen der
Braunkohlen, das Hauptprodukt. Der T. sammelt
sich in den Kühl- und Verdichtungsapparaten an, in welche man die Dämpfe und Gase leitet, die aus den
Öfen oder Retorten entweichen, in denen
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das Material der trocknen Destillation unterworfen wird. Der T. ist keine einheitliche Substanz, sondern ein Gemisch sehr
vieler verschiedner Stoffe, deren Art und Menge in den einzelnen Sorten von T. verschieden ist. Selbst in ein und derselben
Teerart, so z. B. im Steinkohlenteer, kann das Mengenverhältnis der einzelnen Bestandteile
ein sehr schwankendes sein, je nach Qualität der Kohle, die man hierzu verwendete, und nach Art des
Betriebs; ob die Destillation bei hoher oder niedriger Temparatur, schnell oder langsam ausgeführt wurde, alles dies ist
von Einfluß auf die Zusammensetzung des Teers. Man unterscheidet folgende Teersorten im Handel:
1) Holzteer (vegetabilischer Teer; frz. goudron végétal; engl.
vegetable tar); derselbe ist schwarz bis dunkelbraun, schwerer als Wasser, besitzt einen lang anhaltenden durchdringenden
Geruch und scharfen, bittern Geschmack, brennt mit leuchtender, rußender Flamme, und löst sich größtenteils in Alkohol
und Äther. Das spezifische Gewicht des Holzteers ist 1,06 bei 12° R., jedoch schon bei geringer Temperaturerhöhung
wird er spezifisch leichter als Wasser und schwimmt dann auf demselben.
Der Holzteer wird jetzt hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Holzessigfabrikation gewonnen, ein Teil auch von denjenigen
Gasanstalten, die noch Holzgas darstellen, während in holzreichen Gegenden derselbe Stoff nach alter Art in Teerschwelereien
gewonnen wird und zwar ebenfalls auf dem Wege der Destillation, wenn auch in roherer Form. Schon bei
der gewöhnlichen Meilerverkohlung läßt sich etwas T. gewinnen, wenn aus dem Innern ein schräg abfallendes Gerinne geführt
und in ein verdecktes Sammelgefäß geleitet wird. Es geschieht dies aber in der Regel nicht, da dabei schon ein Gemäuer
als Basis vorausgesetzt wird. Bei der eigentlichen Teerschwelerei benutzt man gewöhnlich Kienholz, harzige
Wurzeln, Stöcke und Rinden, sodaß die überbleibenden Kohlen von geringer Qualität sind; doch schwelt man nach Gelegenheit
auch andre Sorten Hölzer, und gibt namentlich Buchenholz eine bevorzugte Teersorte.
Die Öfen für alle Teerschwelerei sind gewöhnlich in die Erde versenkt, d. h. sie sind ausgemauerte
Gruben mit einem Vorraum und haben schräge, nach unten sich nähernde Wände und zu unterst eine Rinne, welche nach außen
mündet. Die Brenngrube wird mit dem Kienholz vollgepackt, oben mit einer Decke von Rasen und Erde geschlossen, zu oberst
das Holz angezündet und durch Einstechen von Löchern in die Decke die nötige Luft zugelassen. In dem
Maße, wie der Brand von oben nach unten fortschreitet, treibt die Hitze aus dem Holze die teerigen und öligen Produkte aus,
welche sich nach unten ziehen und durch den Abflußkanal ins Sammelgefäß laufen. Es findet also eine förmliche, abwärts
gehende Destillation statt.
Der zuerst abfließende dünnere und flüssige Stoff sieht bräunlich oder gelblich aus, schwimmt auf Wasser und heißt weißer
T.; er wird meistens verwendet, um daraus Kienöl abzudestillieren, wobei der Rückstand weißes Pech ist. Die mittlere, etwas
dunklere Sorte ist der Rad- oder Wagenteer, der
letzte, dickste, schwarzbraune und am übelsten riechende
schwarzer oder Schiffsteer, zum Teeren des Tauwerks und Kalfatern hölzerner Schiffe. Der Holzteer besteht aus Phenol, Kresol,
Phlorol, Guajacol und ähnlichen Körpern, enthält ferner Brenzcatechin, Cedriret, einige flüssige Kohlenwasserstoffe,
etwas Paraffin und einige stickstoffhaltige, ölige Basen. Eine besondre Art ist der Birkenteer, der in Rußland in großer
Menge erzeugt und zur Herstellung des Juchtenleders verwendet wird.
2) Torfteer (frz. goudron de tourbe; engl. turf-tar);
derselbe gleicht dem aus harzarmen Hölzern gewonnenen Holzteer, z. B. dem Buchenholzteer,
ist aber weniger geschätzt, als der aus harzreichen Hölzern bereitete Holzteer. Man erhält aus gutem Torf 6-9% Teer.
3) Braunkohlen teer (frz. goudron de lignite: engl.
wood coal-tar). Obschon jede Braunkohlensorte T. liefert, so benutzt man doch behufs Paraffingewinnung nur diejenigen Braunkohlen
zum Schwelen, welche reich an Pyropissit (vgl. Paraffin) sind, weil andre Braunkohlen einen T. liefern, der nur wenig Paraffin
enthält. Der Braunkohlenteer ist eine dicke, dunkelbraune, übelriechende Flüssigkeit; er enthält
nur wenig Kresol, Phenol u. dgl., dagegen hauptsächlich
Paraffin und andre flüssige Kohlenwasserstoffe der verschiedensten Art. Die leichter flüchigen ^[richtig: flüchtigen]
der letzteren werden unter dem Namen Photogen, die schwerer flüchtigen als Solaröl verkauft. Der Rückstand von der Destillation
des Braunkohlenteers ist der Braunkohlenasphalt oder das Braunkohlenteerpech. Die Ausbeute an Braunkohlenteer
ist sehr verschieden und schwankt zwischen 6 und 25%.
4) Der Steinkohlenteer (frz. goudron d'houille; engl.
coal-tar oder gas-tar); derselbe wird in bedeutenden Mengen bei der Erzeugung von Leuchtgas aus Steinkohlen als Nebenprodukt
gewonnen und ist eine äußerst wichtige Ware, welche eine Menge wertvoller Bestandteile enthält, die man daraus
abscheidet. Steinkohlenteer ist eine dicke, schwarze, klebrige, stark betäubend riechende Flüssigkeit, schwerer als Wasser,
mit diesem nicht mischbar.
Die wichtigsten im Steinkohlenteer enthaltenen Bestandteile sind: Benzol, Toluol, Xylol, Cumol, Cymol etc.;
endlich Naphtalin, Anthracen, Chrysen, Diphenyl, Fluoren, Phenanthren,
Fluoranthren, Pyren etc. Der bei der Destillation des Steinkohlenteers behufs
Gewinnung obiger Substanzen bleibende Rückstand erstarrt beim Erkalten zu einer harten, schwarzen Masse von muscheligem
Bruche;
es ist dies das Steinkohlenteerpech oder der Steinkohlenasphalt;
das Material zur Herstellung von Dachpappen und
Asphaltfußböden.
5) Animalischer Teer (tierischer Teer, Franzosenöl, Teeröl); man gewinnt ihn gewöhnlich durch
trockne Destillation von Knochen, derselbe heißt daher auch Knochenöl, Hirschhornöl (oleum animale empyreamaticum, oleum
cornu cervi foetidum) und ist eine äußerst übelriechende, dunkelbraune, ölige Flüssigkeit, welche eine große Menge
stickstoffhaltiger organischer Basen und
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