Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/1491

Simon Ammann gelingt beim WM-Springen in Lahti von der grossen Schanze die erst dritte Top-20-Klassierung in dieser Saison. Der Toggenburger wird 14.
Ammann legte Flüge auf 122,5 und 125,5 m in den Hang. Somit verlor er auf die Besten nur noch fünf und nicht wie im Verlauf der Saison zehn oder mehr Meter. Einen Aufwärtstrend gab es auch bei der Landung zu verzeichnen - zumindest im ersten Umgang, den er ebenfalls als 14. beendet hatte. Die Juroren gaben dreimal die 17,5.
Der Schweizer jubelte nach dem ersten Flug ausgelassen und trommelte sich mit den Fäusten auf die Brust. Es war wohl sein bester Wettkampfsprung in dieser Saison gewesen, zumal er mit Rückenwind über die Schanze musste. In der Reprise fiel er dann bei der Landung wieder ins alte Muster zurück. Sein Aufwärtstrend hatte sich bereits Mitte Februar in Sapporo angedeutet. Dort flog er im nahezu komplett vertretenen Springerfeld in den 11. und 14. Rang. Beim Olympia-Test in Pyeongchang gab es dann nochmals einen leichten Dämpfer, ehe der 21. Rang auf der kleinen WM-Schanze folgte und nun Platz 14.
Gregor Deschwanden (112,5), Killian Peier (106,5) und Andreas Schuler (103) mussten im Finaldurchgang zuschauen. Insbesondere das frühe Out von Peier war enttäuschend. Gleiches widerfuhr Noriaki Kasai, der schon 1989 an der vorletzten WM in Lahti vom Balken abgestossen hatte, als 32.
Stefan Kraft liess sich als Doppel-Weltmeister feiern. Der Österreicher gewann wie schon auf dem kleinen Bakken vor dem Deutschen Andreas Wellinger. Bronze holte Piotr Zyla. Der Pole hatte es in einem spannenden Finale, in dem die Top 7 nach Umgang eins nur durch fünf Punkte getrennt waren, noch auf das Podest geschafft. Er verwies den norwegischen Überraschungsmann Andreas Stjernen um 0,8 Punkte auf den undankbarsten aller Ränge bei Titelkämpfen.
Kraft wurde erst als fünfter Springer Doppel-Weltmeister. Seit der Einführung eines zweites Wettkampfes im Jahr 1962 haben dies erst der Norweger Björn Wirkola (1966), Gari Napalkow aus der ehemaligen Sowjetunion (1970), Hans-Georg Aschenbach aus der ehemaligen DDR (1974) sowie der Pole Adam Malysz (2003) geschafft. Wie dies geht, hatten zuletzt Ammann (2002 und 2010) sowie Kamil Stoch (2014) bei den Olympischen Spielen vorgemacht. Die Skisprung-Nation Österreich stellt somit erstmals einen Doppel-Weltmeister.
Kraft ist erst 23-jährig. Der Sieger von acht Weltcupspringen gewann über den Jahreswechsel 2014/15 die Vierschanzentournee. Er trat aus dem Schatten von Schlierenzauer, Morgenstern und Co. und nimmt nun seit einiger Zeit die Leaderrolle bei den Austria-Adlern ein. WM-Bronze 2015, Skiflug-WM-Bronze 2016, Gesamtsieg bei der Tournee 2015 - Kraft sammelte in kurzer Zeit schöne Erfolge. In Finnland gelang ihm nun die vorläufige Krönung seiner Karriere.
SDA-ATS