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Die traditionelle Milpa ist eine sehr alte Anbaumethode, in der drei Pflanzen an einer Fläche angebaut werden - Mais, Bohnen und Kürbis. Warum eigentlich nicht, dachte ich. Im Herbst 2011 wurde der Garten um ein weiteres Stück vergrössert, somit ergab sich genug Platz auch für diese Idee. Bis dahin hatte ich noch nie im Leben etwas mit dem Mais zu tun gehabt, und musste zuerst nach den geeigneten Sorten suchen. Ich entschied mich für den Zuckermais "Rainbow Inca". Obwohl der Name eine alte Sorte anmuten lässt, ist es dennoch eine jüngere Züchtung aus den 1970 - er Jahren, entstanden aus zwei sehr alten Sorten. Dies hatte mich überzeugt. Die vielen Berichte im Web über "erdrosselte"
Maispflanzen liessen mich jedoch kurzfristig die Idee überdenken. Diese
Form des Anbaus praktizierten noch die Maya und Inca Völker, bei denen
hat es funktioniert. Was kann dann schief laufen?
Ich glaube, der Lösung des Problems einen Schritt
näher gekommen zu sein. Die meisten Menschen die über diese negativen
Erfahrungen im Web berichtet haben, pflanzten Stangenbohnen zum Mais.
Die Maispflanze wächst jedoch nicht so hoch wie Satngenbohnen, die
mit mehr als drei Meter Länge viel höhere Stützen brauchen. Wenn sich
die Bohnenpflanze zweifach um den Mais schlingt . . . Diese Vorstellung
gefiel mir gar nicht. Ich erinnerte mich, im Zuge der "Bohnen -
Forschung" etwas über die Reiserbohne gelesen zu haben. Diese wächst nur
etwa 1,5 Meter hoch, und ist damit ideale Begleitpflanze für den Mais.
Mitte Juli (2012) zeigte sich der Milpa Versuch erfolgreich. Die Reiserbohne CherokeeTrail of Tears kletterte ganz munter am Mais empor, störte aber nicht, da die Höhe von ca. 1,5 m die Maishöhe nicht überstieg. Beim Kürbis wählte ich Orangenen Hokkaido.
An den Maispflanzen wurde laufend nach den kleinen Kolben geschaut, da diese abgedeckt werden mussten bevor die "Seide" rauswächst. So wurde verhindert, dass fremder Pollen die Kolben bestäubt. Auf diese Weise wollte ich mein eigenes Saatgut für die nächste Saison gewinnen. Einige Zeit später mussten auch die Fahnen zum Pollen sammeln "eingetütet" werden (am Morgen). Am späten Nachmittag erfolgte dann die Handbestäubung. Die Pollentüten wurden schnell über die Kolben gestülpt, der Blütenstaub setzte sich an der Seide ab und das war's! Bis zur Ernte im Herbst gab es nicht mehr viel zu tun.Da dieser Schutz etwas länger an den Pflanzen bleiben musste, benützte ich Backpapier für die Anfertigung und hoffte, dass die Tüten dem Wetter stand halten würden.
Geschmacklich waren es die besten Maiskolben, die wir je gegessen haben! Der Kürbis und die Bohnen bekamen eine Schonfrist! Es gab noch vieles was man frisch ernten konnte, die Lagerfrüchte behielt ich für den Wintervorrat. Das Eintüten der Kolben ins Backpapier war eine sehr gute Lösung, und wird nächstes Jahr erneut eingesetzt.
Orangener Hokkaido - Rainbow Inca - Cherokee Trail of Tears
Erstes Jahr - bereits nach einer Saison zeigte sich guter Erfolg dieser Methode auch in einem kleinen Garten. Die Maispflanzen sind laut Literatur gut selbstverträglich, brauchen aber viel Humus. Deswegen mache ich mir keine Sorgen, da ohnehin so viel an Mulchmaterial anfallen und bis im nächsten Jahr umgesetzt wird, dass es an Nährstoffen nicht mangeln wird. Bohnen- und Kürbispflanzen kann man innerhalb des Beetes rotieren, um Bodenmüdigkeit zu vermeiden.
Die Kürbisse (Orangener Hokkaido und Butternut) hielten sich im Keller über Monate frisch, als ob man sie gerade geerntet hätte. Der getrocknete Mais ergab mit den Bohnen einen leckeren Eintopf, wobei die Maiskörner eine längere Einweichzeit als Bohnen benötigten. Diese "Hürde" liess sich problemlos bewälltigen!
Da ich vom Erfolg aus dem Vorjahr (2012) so begeistert war, startete ich 2013 die nächste Milpa, jedoch mit anderen Protagonisten. Der Mais war nach wie vor die Sorte Rainbow Inca. Stolz war ich darauf, dass diesmal eigenes Saatgut gesät wurde! Bei den Bohnen entschied ich mich für die Eisbohne (Busch-/ Trockenbohne), da sie im Jahr davor seht guten Ertrag und gesunde Pflanzen hervorbrachte. Der Kürbis - Sweet Dumpling.
Zweites Jahr - wäre eigentlich noch besser gewesen, da das Wetter mitgespielt hat. Eigentlich. Jedoch zum Unterschied zum ersten Jahr, verkreuzten sich alle Kolben die nicht eingetütet waren, mit dem Mais im Nachbarsbeet. Im Jahr davor hatten wir von meinem Saatgut den selben Mais angebaut, somit war das Problem nicht aufgetreten. Nach dieser Erfahrung glaube ich, werde ich auf weiteren Maisanbau verzichten. Denn, was nützt mir eine bestimmte Sorte, wenn ich am Ende eine andere, ungewollte ernten muss? Sehr,sehr Schade!
Waldgarten anderer Art
Das ständige hin und her mit dem Sommerwetter lässt einenoft verzweifeln. Den Regenwochen im Juli / Anfang August folgt oft plötzliche Hizte. Den Menschen freut's, den Pflanzen macht gerade das zu schaffen. Sogar die "Südländer" wie der Salbei, lassen bei 30° über Nacht die Blätter hängen. Die Pflanzen können nicht mal schnell in den Schatten springen. Und seit Jahren das Selbe.
In den Ecken wo manche Pflanzen zu einer stattlichen Grösse heran ge- wachsen sind, entstand ein anderes Klima, ein lichter Schatten. Gewürz- fenchel wächst schnell heran, und wird bereits Ende Juni bis zu 2m hoch. Die Bewegung der Blätter lässt trotz Grösse genügend Licht und Sonnenschein durch, sehr angenehm. Da fühlt sich jede Pflanze wohl! Eine neue Idee machte sich sofort breit - ein Waldgarten.
Ja! Es will gut überlegt sein, dann ist es machbar. Man braucht keine
Bäume die bis in den Himmel wachsen. Dank vielen Möglichkeiten mit
kleineren Obstbäumen, ist dies auch auf kleiner Fläche gut zu schaffen.
Es wird allerdings noch etwas dauern bis alle passenden Pflanzen und
Bäume gekauft, platziert und angewachsen sind, aber der erste Schritt
wurde bereits getan. Anfangs dachte ich an verschiedene Ziergehölze,
aber schnell wurde klar - ich werde eine essbare Landschaft gestallten.
Die Obstbäume an schwachwachsenden Unterlagen eignen sich bestens dafür.
Mit einer Wuchshöhe von etwa 3m bilden diese die höchste Ebene. Die
Wahl fiel auf Äpfel und Birnen.
Der Birnbaum war als Containerware noch im Sommer lieferbar, so musste ich nicht bis im Oktober warten, um den zu pflanzen. Apfelbäume sind bereits gepflanzt worden. Die nächste tiefere Ebene gestalltete ich mit verschiedenen Beerensträuchern. Zu den bereits vorhandenen, wurden noch einige Heidel- und Johannisbeeren gepflanzt. Da es Heidelbeeren sauer mögen, pflanzte ich diese in 200 Liter Torfsäcke, die ich im Gartenboden eingegraben habe. Auf der unteren Seite machte ich einige Löcher damit das Wasser ablaufen kann, oberdrauf Holzspäne. Die dritte, noch tiefere Ebene entsteht durch viele Kräuter. Majoran, Salbei, Melisse usw. erreichen eine stattliche Grösse zwischen 60 - 80 cm. Die willkommene Nebenwirkung - die Düfte halten die meisten ungebetenen Gäste fern! Die niedrigste Etage ist den Protagonisten gewährt - Salat, Mangold, Bohnen, Setzlinge & Co. So lassen sich auch die 30° gut aushalten. Für Mensch und Pflanze! Es bedeutet aber auch, dass man viel Geduld
und Zeit aufbringen muss. Denn, solch ein Garten entsteht nicht in einem
Jahr. Es will auch gelernt sein, wie man die Obstbäume pflegt. Die
einen sagen, man muss jedes Jahr schneiden, um Fruchtholz an zu regen.
Die anderen behaupten, man müsse gar nichts weg schneiden, nur so
wachsen sie gut. Was nun? Ich versuche meine eigenen Meinungen
zu bilden und erfahren. Beim Spaziergang an den alten Apfelbäumen
vorbei, schaue ich immer wieder hin und frage mich, wäre es doch nicht
besser gewesen, man hätte sie nicht so verkommen lassen? So vermoost und
ungepflegt tragen sie keine Früchte mehr. Würde es bedeuten, dass man
doch hin und da was korrigieren sollte? Oder sind sie einfach schon sehr
alt? Gar nicht so einfach, eine Antwort zu finden. Jedenfalls halte ich
die Gartenschere noch zurück. Handeln kann ich später, wenn ich das
Gefühl habe, es wäre an der Zeit.
Benjeshecke und Naturwiese
Gerade denkt man, die grösste Umbauarbeit liegt hinter einem, dann schaut man Queerbeet und es spriessen sofort weitere Ideen!
Ende Januar (2013), in der kurzen Schneepause bot sich die Gelegenheit an, eine Benjeshecke ein zu richten. Der Beitrag in der Sendung zeigte, wie einfach es ist. Das benötigte Material lag im Umkreis weniger Meter herum, so ging die Arbeit schnell voran.
Ich fand, dass die vielen Vorteile dieser Hecke auch für meinen Garten sehr nützlich sein könnten. Natürlich dauert es auch hier eine gewisse Zeit bis diese Hecke richtige Grösse erreicht hat, aber ein Anfang ist bereits gemacht. In den Schneepausen zwischen Januar und März sammelte ich bei jeder Gelegenheit neues Material, um die Hecke noch besser zu formen. Die Schlehe und die Wildrose sollen auch im Laufe des Sommers durch Stecklinge vermehrt, und später dazu gesetzt werden. Auch ein aus dem Tontopf gebastelltes Igelhaus wurde in einer Ecke angebracht.
Das war der Anblick Ende Mai. Die Vegetation eroberte jeden Winkel. Mit dieser Hecke erhoffe ich mir besseren Windschutz für den Garten, sowie Unterschlupf und Brutstätte für verschiedene Kleintiere, vor allem Insekten, die für die Bestäubung unentbehrlich sind. Die hohlen, senkreckt in den Boden platzierten Babmusstäbe sind ideale Schlupfwinkel für solitär lebende Wildbienen. Leider habe ich bislang noch keinen Igel gesehen. Das Igelhaus ist unbewohnt, aber das kann sich auch schnell ändern. Irgend ein Tierchen wird es sich drinnen bestimmt gemütlich machen.
Von der Wiese war lange ausser Brennnesseln nicht viel zu sehen. Diese ist für einige Schmetterlingsraupen sehr wichtig, aber alleine macht sie keine Wiese aus. Die umliegenden Flächen bestehen aus Gräsern, Klee, Löwenzahn oder Wiesenschaum. Aber Klatschmohn, Kamille, Diestel, Korn- blumen, Wiesensalbei - weit und breit nicht zu finden. Anfangs März säte ich etliche Päckchen Wiesenblumen aus. Selbst wenn ein Teil von den Ameisen oder den Vögeln aufgefressen wird, keimt hoffentlich noch genug Saatgut für den Anfang. Einmaliger Aussaat sollte in den kommenden Jahren die Selbst- aussaat folgen. Bei der Auswahl achtete ich darauf, dass die Blumenmischung den Bienen und Schmetterlingen bekömmlich sein soll.
Die Freude über die blühende Landschaft dauerte
nur bis Ende Juni. Die Brennnesseln und das Labkraut überwucherten im Nu
alles andere, so musste die Sense her. Danach wurden wieder etliche
Päckchen Wiesenblumen und Kräuter gesät in der Hoffnung, im Laufe des
Sommers würde sich zumindest etwas Blühendes zeigen. Das tat es nicht,
vermutlich war es zu heiss. Aber ein Fortschritt war erkennbar - es
wuchs kein Labkraut nach, und die Brennnesseln bildeten keine Samen aus.
Immerhin etwas. Im laufe des Sommers sammelte ich alle reifen Samen der
Cosmea, Ringelblumen, Kamille usw. und streute in die zukünftige Wiese
aus. Mitte Oktober wurde nochmals mit der Sense abgemäht und weitere
Samen gesät. Mehr war in einem Jahr nicht machbar. Mal sehen, was sich
im kommenden Frühjahr zeigen wird.
Kartoffeln säen
Ein Satz aus dem Buch "Bio - Gemüse" weckte mein Interesse. Es ging um die Kartoffelbeeren und darin enthaltenen Kartoffelsamen. Da ich bis dahin nichts darüber wusste, begann ich
nach den Antworten zu suchen. Ich fand nur wenige Informationen darüber,
und die meisten Menschen die darüber schrieben fragten sich, ob diese
"Beeren" essbar seien. Da es dem nicht so ist, verlohren sie das
Interesse, sich damit näher zu beschäftigen. Mehr Erfolg hatte ich auf
den englischen Seiten. Es heisst True Potato Seed ( TPS ). Als ich die
Fotos dieser "Beeren" sah, wunderte ich mich, warum ich diese an meinen
Kartoffeln, trotz Blüte, noch nie gesehen hatte. Die Erklärung folgte sehr bald. Die meisten Kartoffelblüten haben sterile Pollen, daher keine Befruchtung. Bei allen Kartoffelsorten die heute kultiviert werden, gibt es nur noch wenige, die Früchte ausbilden.
Die Vorteile der Kartoffelsaat liegen darin, dass die Kartoffelsamen frei von Krankheitserregern sind. Demnach dürften diese Pflanzen toleranter gegenüber Kraut- und Braunfäule sein.
Aktuelle Liste aller Kartoffelsorten die gar keine, bis sehr viele Früchte ausbilden:
Für gewöhnlich pflanzt man Kartoffeln im Frühjahr und hofft, dass die Pflanzen gut gedeihen, und man mit einer reichen Ernte gesegnet wird. Nun ja, es klappt bestimmt, hin und wieder. Wenn man aber die ganze Ernte durch die Braunfäule verliert, ist der Schaden sehr gross. Nach dem Befall sollte man laut Literatur mind. für die nächsten 5 Jahre keine Kartoffeln oder Tomaten im gleichen Beet anbauen. In einem kleinem Garten - eine riesen Katastrophe. Ich las sogar Berichte von Leuten, die deswegen gänzlich auf diese zwei Kulturen verzichteten. Eigentlich Schade. Letztes Jahr erging es meinen Kartoffeln leider genau so - Befall durch die Braunfäule und keine Rettung. Gerade aus diesem Grund, erscheint mir die Methode der Kartoffelaussaat sehr verlockend.
Bei den TPS gibt es drei empfohlene Anbaumethoden. Ich entschied mich für die eine, die in hiesigem Klima die geeignetste wäre. Man beginne so: falls man Glück hat an den Kartoffelpflanzen "Beeren" zu entdecken, sammle man diese und verfahre wie mit den Tomaten (gähren, spülen, trocknen). Oder man findet gerade einen einzigen Shop, der das Kartoffelsaatgut verkauft. Noch besser - eine Freundin hat's! So kam ich zu meinem Saatgut.
1. Versuch - Mitte Märzsollte die Aussaat erfolgen. Für mich war es komplettes Neuland, daher begann ich schon am 5. März. Das gab genügend Zeitraum für den nächsten Versuch, falls nötig. Es gibt zum einen die Möglichkeit die Samen etwas dichter zu säen und später pikieren. Weil diese Pflanzen anfangs doch sehr klein und zer- brächlich sein sollen, wählte ich eine andere Variante - leere Kaffeekapseln für die Aussaat. Die Aussaaterde mischte ich mit etwas Kompost. Pro "Topf" 2 Samen gesät, nur einen Hauch Erde darüber gestäubt, wenig gegossen und bis zur Keimung mit der Folie abgedeckt. Na ja, bis zur Keimung. Als nach 14 Tagen immer noch nichts zu sehen war, musste ich handeln.
2. Versuch - war doch nötig. Ebenfalls leere Kaffeekapseln, die gleiche Aussaat- mischung, aber diesmal ältere Samen in zweifacher Variante gesät. In die Folie verpackt und auf die Fensterbank gestellt. Worauf ich beim ersten Versuch zwei Wochen lang (ohne Erfolg) gewartet hatte, erblickte ich jetzt nach nur 36 Stunden! Die ersten Keimlinge waren bereits nach dieser kurzen Zeit sichtbar. Eine mögliche Erklärung liegt in der Frische des Saatgutes. Manchen Quellen zu Folge, keimt frisches Saatgut (weniger als ein Jahr) nicht so gut wie älteres (mehr als ein Jahr). Andere schreiben, frisches Saatgut keimt besser. Was stimmt denn?
Nach mehreren Wochen und verschiedenen Kombinationen bin ich zum folgenden Ergebnis gekommen - älteres Saatgut keimt tatsächlich viel schneller als frisches. Bei älteren Samen liegt der Unterschied darin, ob man sie abdeckt oder nicht. Dabei dauert es zwischen ca. 36 Std. (nicht abgedeckt) und 5 - 6 Tagen (abgedeckt) bis zur Keimung. Bei frischem Saatgut deutlich länger. Wie es aussieht, sollte man die Kartoffel- samen mindestens zwei Jahre "reifen" lassen, bevor man sie aussät.
In dieser Phase wäre es an der Zeit, die Töpfchen höher mit der Erde auf zu füllen. Somit entwickeln sich bei jedem "anhäufeln" neue Wurzeln, wie bei den Tomaten. Aber Vorsicht - die Pflanzen sind winzig (etwa wie Sellerie)! Wenn mehrere Samen im gleichen Töpfchen gekeimt haben, auf stärkste Pflanze vereinzeln.Dabei die schwächere bodennah abschneiden (nicht rausziehen), damit die Wurzeln des Setzlings nicht beschädigt werden.
Nach vier Wochen - Lebenskraft pur! Erneut werden alle Pflänzchen bis zu den Blättern angehäufelt, damit sich kräftige Wurzeln entwickeln können. Man kann förmlich zusehen, wie sie wachsen!
Zur Holunderblüte wurden die Jungpflanzen in den Garten gesetzt. Je nach Windlage empiehlt es sich, tiefer als die Beetebene zu pflanzen und zu mulchen. Später mehrmals anhäufeln und wieder mulchen. Dies erhöht die Stabilität der Pflanzen und verhindert das grünwerden der Knollen, und die Mulchschicht sorgt für genügend Feuchtigkeit.
Der unerwartete Kälteeinbruch hat den Pflanzen nicht geschadet. Das Wachstum wurde dadurch etwas verzögert, aber die Pflanzen überstanden dies problemlos. Womöglich werden die noch robuster durch diese ungewollte "Behandlung". So sahen die Kartoffelpflanzen Mitte Juli aus. Kräftige Stängel und Blätter, aber noch keine Blüten.
Ein hübscher lila-blauer Farbton zeigte sich, nach dem sich die ersten Blüten anfangs August geöffnet hatten. Erfreulich war die Tatsache, dass alle Pflanzen vollkommen gesund blieben, kein einziges Blatt zeigte gelbliche Stellen o.Ä. Im Nachbarsgarten wurde das Kartoffelbeet bereits Mitte Juli von der Krautfäule vernichtet, obwohl das Wetter im Sommer 2013 mehr als zufriedenstellend war! Bis Mitte August haben die Pflanzen eine stattliche Grösse erreicht, und standen denen aus Knollen gewachsenen, im nichts nach. Es blieb ab zu warten, wie es in einem Monat aussehen würde.
Im September waren alle Kartoffel- pflanzen noch vollkommen gesund und hatten grüne, frische Blätter. Die angesetzten Früchte wurden an den Pflanzen belassen, um später samt Knollen geerntet zu werden. Je nach Elternpflanzen die über Generationen eingekreuzt wurden, gibt es scheinbar "Sorten" die schon im ersten Jahr genügend grosse Knollen ausbilden. Diese werden für den Verzehr gelagert. Es kann auch passieren, dass einige Pflanzen kleinere Knollen ausbilden, die als Saatkartoffeln für die nächste Saison aufbewahrt werden. Und viele Menschen berichten darüber, dass an einer Pflanze verschiedene Farben und Formen zu finden seien. Scheint eine wahre Wundertüte zu werden!
Bei der Ernte Ende Oktober wurde es dann mehr als lustig - allen Theorien zum Trotz, gab es nur eine einzige Farbe und Form der Kartoffeln!!! Wie ist dies zu erklären? Eine mögliche Erklärung ist, dass die Kartoffelpflanzen seit langer Zeit nicht verkreuzt wurden. In dieser Zeit konnte sich die Sorte etablieren, die sogar aus Samen die gleichen Knollen entwickelt, wie die aus Knollen gezogenen. Spannend wird es erneut, wenn diese Samen neue Pflanzen hervorbringen. Dann kann man die Knollen vergleichen und schauen, was geerntet wird. Trotz dieser Überraschung, bin ich mit der Ernte sehr zufrieden. Es gab genügend grosse Knollen für den Vorrat, und die kleineren werden als Pflanzkartoffeln aufbewahrt.
Das Ergebnis des Kochtests - überwiegend festkochend. Fein und zart im Geschmack, mit einer leichten Süssnote. Genau die Kartoffel, die wir mögen. Ähnelt der Sorte Désirée, aber geschmacklich um Längen besser.
Fazit 1. Jahr - aus Samen gezogene Pflanzen bringen eine späte Ernte (Ende Oktober, wenn die Pflanzen oberirdisch welken), was ich durchaus positiv bewerten würde. Dadurch bleiben die Knollen länger im Boden, die Einlagerungszeit verkürzt sich erheblich, und die Kartoffeln bleiben länger frisch. Bei dieser Art der Kartoffelpflanzung gibt es keine Frühkartoffeln, aber dies nur im ersten Jahr. Die gelagerten Pflanzkartoffeln werden zur Forsythienblüte gelegt, so hat man bereits im Juni erste Kartoffeln. Die aus Samen gezogene Pflanzen durchlaufen den gleichen Prozess wie gehabt. Damit sollte es möglich sein, laufend genügend Kartoffeln zu ernten, sowohl als Frühkartoffeln, wie als Vorrat. Und das WIE und WARUM spielt mir eigentlich keine sehr grosse Rolle. Muss man denn wirklich alles erklären können? Das macht es erst Recht spannend!
Ein Spargelbeet ohne Hügel
Wenn mann sich mit den langjährigen Projekten befasst, wirkt es fast ansteckend! Warum denn keine Spargeln? Aber die grünen!
Erstes Jahr - Ich fand die Sorte Mary Washington (kein Hybrid) und säte die Samen aus. Obwohl es auf der Verpackung stand "Aussaat im April", wollte ich es nicht dem Zufall überlassen und begann Ende Januar. So hätte ich noch nachsäen können, falls mal was schief laufen sollte. Das tat es nicht! Nach etwa 18 Tagen erblickte ich den ersten Keimling. Der sah tatsächlich schon wie ein "Mini-Spargel" aus. In den darauf folgenden Tagen kamen die nächsten, und die nächsten . . .
Laut Literatur bleiben Spargeln (wenn's denen gefällt) sogar 15 Jahre im gleichen Beet. Da muss man sich gut überlegt haben, wohin damit. Die Ernte erfolgt erst zwei Jahre nach der Pflanzung - aus meiner Sicht im Jahr 2015 !
Spargeln sind zweihäusig, d.h. es gibt rein männliche und weibliche Pflanzen. Weibliche Pflanzen bilden rote Beeren aus, was man von der Zierform "Asparagus" kennt. Den Unterschied kann man im Jungstadium nicht erkennen. Man sollte genügend Jungpflanzen setzen und abwarten bis die sich entwickeln. Weibliche machen dickere, aber wenige Spargeln. Dies ist auch der Grund, weshalb die verkäuflichen Spargelpflanzen männlich sind, meistens F1. Regelmässiger Ertrag, aber kein Saatgut. Ich will beides, weil die Beeeren als Vogelfutter dienen, und weil man nur auf diese Weise die Sortenvielfallt erhalten kann.
Ende April verpflanzte ich die jungen Spargeln ins Frühbeet. Dort standen sie geschützter als im Beet, und ich konnte besser beobachten was passiert. Anfangs tat sich nicht viel, aber ab Juni wuchsen die zusehend weiter und entwickelten stabile Stängel. Vorsichtig grub ich eine Pflanze aus um nach zu sehen, wie gross die Wurzel ist. Zu meiner Freude war diese etwa um das Dreifache gewachsen. Die oberirdischen Teile wurden nicht zu gross, blühten nicht, und Mitte Oktober begann das Kraut zu welken. Überwintert habe ich die im Frühbeet, um sie im Frühling an den ausgesuchten Standort zu versetzten. Glücklicherweise waren Spargelwurzeln den Wühlmäusen nicht schmackhaft!
Zweites Jahr - welch eine Freude! Mitte März kam Bewegung im Frühbeet, nicht nur bei den Radieschen. Es ist der erste Spargel der treibt, die anderen werden bald folgen - ich konnte nicht widerstehen um nach zu sehen.
Unterirdisch tat sich jede Menge!
Die rötliche Farbe war etwas verwirrend, aber bald zeigte sich, dass alle grün sind, wie gewünscht.
Nicht täuschen lassen - es ist eine stark vergrösserte Aufnahme, da man sonst kaum was sehen könnte ;-)
Anfangs April wurden alle Wurzeln vorsichtig ausgegraben, und in das
vorbereitete Beet versetzt. Man konnte förmlich zusehen, wie sie wachsen.
So "gross" waren die Jungspargeln Mitte April. Den
Umzug aus dem Frühbeet haben alle Pflanzen problemlos überstanden. Ich
staune immer wieder, wie viel Lebenskraft in solch winzigen Pflänzchen
steckt! Die Bambusstäbe dienen vorläufig als Markierung, um die Spargeln
besser zu finden.
Ab da dauert es mindestens noch ein weiteres Jahr, bis
man was ernten kann. Aber es ist so spannend, das sich das Warten auf
jeden Fall lohnt! Und spannend bleibt es weiterhin da ich noch nicht
weiss, welche Pflanzen männlich und welche weiblich sind. Dies wird sich
im Sommer zeigen wenn die blühen, und die roten Beeren ansetzen.
Ernte nächstes Jahr? Mal sehen.
Obstgarten
Viele Wünsche, wenig Platz - was nun? Mein "Zwei-Sorten-Birnbaum" brachte mich auf die Idee, die Apfelbäume mit weiteren drei Sorten zu veredeln. Die Edelreiser gewünscher Sorten bekam ich am Bauernhof meiner Milchfrau. Der Januar 2014 begann sehr frühlingshaft, so entschied ich, nicht länger zu warten. Laut Literatur, wird das Spaltpfropfen ohnehin in der Saftruhe durchgeführt. So gesehen, passte das Wetter bestens zu meinem Vorhaben. Die Veredelungen wurden sofort mit dem Bast fest verbunden und mit dem Baumwachs
verschlossen. Diese Wachsschicht schützt die Wunden vom Pilzbefall, Schädlingen und letztendlich auch vor Kälte. Es entstanden folgende Kombinationen - Glockenapfel als Unterlage, zusätzlich veredelt mit den Sorten Arlet und Topaz, Danziger Kantapfel als Unterlage, zusätzlich noch Topaz und Spartan.
Jetzt heisst es abwarten und schauen, was passiert. Mehr
als versuchen kann man nicht. Ausser, Daumen drücken!
Spalt-Methode 6. Januar 2014
10. März 2014
Bei vier von sechs Veredelungen zeigen sich junge Austriebe! Von den drei zusätzlichen Apfelsorten, ist mindestens ein Edelreis pro Sorte gut angewachsen. Selbst wenn es so bleibt, bin ich mehr als zufrieden.