Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03244.jsonl.gz/2226

Am 23. August 2022 starten wir den Probebetrieb für unser Mitsingprojekt «Luigi Cherubini, Requiem d-moll». Für interessierte Sänger ist das eine gute Gelegenheit einzusteigen und sich an diesem spannenden Projekt zu beteiligen.
Das Projekt dauert bis zum gemeinsamen Abschlusskonzert in der Tonhalle Zürich am 29. Januar 2023
Teilnahme
Eingeladen sind singfreudige Männer mit Chorerfahrung.
Die Projektproben finden jeden Dienstagabend im Vereinssaal der Tonhalle Zürich statt. In der Teilnahmegebühr von 300 Franken sind Proben und Notenmaterial inbegriffen.
Fragen und Anmeldung senden an Karl Steinle, Präsident Männerchor Zürich: <email-pii>
Das Requiem in d-moll für Männerchor und Orchester des italienischen Komponisten Luigi Cherubini wurde 1838 in Paris uraufgeführt. Obwohl Beethoven ihn als einer der grössten dramatischen Komponisten seiner Zeit hielt, konnte Cherubini seine anfänglichen Opernerfolge nicht fortsetzen und wandte sich in seiner zweiten Lebenshälfte vermehrt der Kirchenmusik zu. Neben zahlreichen Messevertonungen schrieb er 1816 sein vielbeachtetes Requiem in c-moll. Der damalige Erzbischof von Paris untersagte jedoch die Aufführung der Trauermesse in Paris, weil das Requiem auch Frauenstimmen verlangte. Und so komponierte der schon 74-jährige Cherubini ein Requiem nur für Männerstimmen. Ein Glücksfall, denn mit 50 Minuten reinem Männerchorgesang mit Orchesterbegleitung gehört das Werk zu den bedeutendsten Kompositionen im symphonische Männerchor Repertoire. Der musikalische Ausdruck reicht vom innigen Flehen nach ewiger Ruhe über die dramatische Beschreibung des Jüngsten Gerichts, hin zum versöhnlichen Hymnus mit der Erlösung durch das ewige Licht. Nicht nur in den dramatischen Ausbrüchen, sondern auch in den leisen Passagen ist die Opernhandschrift des italienischen Komponisten stets präsent. Wenngleich das erste Requiem ein grösserer Erfolg war, zeugt das zweite von nicht minderer musikalischer Qualität und wurde schon zu Lebzeiten Cherubinis als große kirchenmusikalische Schöpfung gefeiert. Auf Wunsch des Komponisten wurde es anlässlich dessen eigener Beerdigungszeremonie im Frühling 1842 aufgeführt.
Während die Musik von Cherubini in den vergangenen Jahrzehnten langsam wieder in den Konzertsaal zurückgekehrt ist und vereinzelt auch auf die Opernbühne, geriet das Werk von Theodor Gouvy fast vollständig in Vergessenheit. Der deutsch-französische Komponist wurde 1819 in Goffontaine, heute Saarbrücken, geboren und hinterliess sechs Sinfonien, zwei Opern und eine Vielzahl von Liedern, Orchester- und Kammermusikwerken. Darunter auch die Kantate Le printemps, welche der Männerchor für das neue Programm einstudiert. Nach drei zarten Orchesterakkorden setzt der Männerchor mit einem volksliedartigen vierstimmigen A-capella-Lied ein, sich sehnend nach den wonnigen Frühlingstagen. Die Sopranstimme schwingt sich über die Männerstimmen hinaus und auch sie bittet die Sonne, sie möge das Leben wieder zurückbringen. Daraufhin schwillt das Orchester zu einem mächtigen Brausen heran und der Frühling hält endlich Einzug mit heftigem Gewitter und Sturm. Orchester, Solistin und Chor heissen den Lenz willkommen und der Lobgesang steigert sich zu einem glühenden französischen Opernfinale.