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Die Kelten waren im Lauf der römischen Geschichte of Gegner der Römer in Norditalien und Gallien. es ist daher kein Wunder, dass man Siege über die Gallier auch auf den Münzen gefeiert hat.
|RRC 448/2a||AR, 4.017g, 18-19mm, 180°|
|Avers: Drapierte Büste eines bärtigen Mannes mit wilden aufstehenden Haaren nach rechts, hinter ihm ein gallischer Langschild. Perlkranz|
|Revers: Biga (Zweigespann) nach rechts; der Wagenlenker hält in der linken Hand eine Peitsche, in der rechten die Zügel; hinter dem Wagenlenker steht ein Krieger, der zurückschaut, einen Schild in der linken Hand hält und einen Speer in der rechten Hand schwingt. Legende darüber L HOSTILIUS, darunter SASERN. Perlkranz.|
Die Münze wird damit auch eine Quelle für die historische Ethnographie. Das Bild zeigt nicht nur, wie die Kelten ausgesehen haben mögen, sondern vielmehr, wie man sie sich in der Antike stereotyp vorstellte. Eine Beschreibung, die sich als Ergänzung zur Münze gut eignet, stammt aus dem Geschichtswerk des Diodor von Sizilien Bibliotheke 5, 28,1-3 und 30.1-31.1, der selbst wiederrum seine Quelle Poseidonios zitiert:
Die Gallier sind hochgewachsen, aufgeschwemmt und hellhäutig. Ihr Haar ist nicht nur von Natur aus blond, sondern sie verstärken diese natürliche Farbe noch durch künstliche Behandlung. Sie reiben nämlich die Haare beständig mit Kalkwasser ein und streichen es von der Stirn nach oben gegen den Scheitel und zum Nacken hin zurück, so dass sie im Aussehen Satyrn und Panen ähneln. Durch diese Behandlung werden die Haare so dick, dass sie sich nicht mehr von einer Pferdemähne unterscheiden. Einige rasieren sich die Wangen, tragen aber den Schnurrbart, dessen Haare den Mund bedecken. Wenn sie essen, geraten die Haare deshalb in die Speisen, und wenn sie trinken, fliesst das Getränk wie durch ein Sieb. (...) Sie tragen auffällige Kleider, nämlich gefärbte und bunt gemusterte Röcke sowie Hosen, die sie "Braken" nennen. Darüber tragen sie mit einer Spange an der Schulter besfestigt, getreifte und mit bunten Vierecken gemusterte Umhänge, im Winter dickere, im Sommer leichtere (...) Sie selbst sind schrecklich anzusehen, mit sehr tiefen und rauhen Stimmen. Wenn sie reden, machen sie nur wenige Worte und deuten vieles nur an. Häufig übertreiben sie, um sich selbst zu rühmen und andere herabzusetzen. Sie drohen gerne mit Worten und Gesten und lieben theatralisches Auftreten. Gleichwohl haben sie einen scharfen Verstand und sind zum lernen nicht unbegabt.
(Übersetzung nach J. Malitz, Die Historien des Poseidonios, Zetemata 79, München 1983, 187-8).