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Im Jahr 2010 bin ich für vier Monate nach Peru gereist, um Freiwilligenarbeit zu leisten. Ich durfte an zwei Orten helfen. Ich unterrichtete an einer armen Schule und half im Hogar Santa Rosa. Meine Aufgabe war es, in der „Cuna“ zu arbeiten und zu helfen. Das ist der Ort, an dem sich die jüngsten Kinder des Hortes aufhalten. Ich ging jeden Tag in den Hort und spielte mit ihnen, badete und wickelte sie und schenkte ihnen all meine Liebe. Als es an der Zeit war, Abschied zu nehmen, war ich ziemlich traurig. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen zu gehen und sie wieder alleine zu lassen. Irgendwie musste es doch möglich sein, sie auch von der Schweiz aus unterstützen zu können.
An einem Nachmittag hörte Brackely nicht mehr auf zu weinen und ich konnte sie einfach nicht beruhigen oder aufmuntern. Als ich ihr die Windeln aufmachte, sah ich es: Die ganze Haut war gereizt und es bildeten sich sogar schon Bläschen. Die Arme litt unter höllischen Schmerzen. Ich entschloss mich, ihr eine Salbe einzustreichen, die wundheilend ist. Doch  ich fand keine Salbe. Anschliessend wollte ich sie mit einem Feuchttüchlein reinigen, doch auch diese waren ausgegangen. Sie hörte nicht mehr auf zu weinen, sodass ich mich entschied, ihr die Windeln zu wechseln und etwas Puder für die Wunden zu verwenden. Doch als ich Windeln suchte, fand ich nur die Windeln des vierjährigen Eduardos, die natürlich für die damals drei Monate alte Brackely viel zu gross waren. Auch das Puderfläschchen war völlig aufgebraucht. Fast verzweifelt ging ich in das Büro der Direktorin und bat sie um Geld, damit ich diese Sachen besorgen konnte. Sie gab mir 20 Soles und sagte: „Mehr haben wir im Moment nicht.“ Zum Vergleich eine Wundcreme kostet 18 Soles! Ich konnte es nicht fassen und entschied mich, die Sachen mit meinem eigenen Geld zu kaufen.
Dieses Erlebnis verhalf mir auch zu meinem Projekt, das ich hier in der Schweiz gestartet habe. Kinder dürfen nirgendwo auf der Welt wegen solchen Sachen leiden, denn hier in der Schweiz würde so etwas nie passieren. Deshalb habe ich mich im Jahre 2010 entschieden, ein Spendenkonto für die Kinder anzulegen, damit sie sicher immer genug Geld haben.
Etwas bewirken
Erstaunlicherweise hat die Geschichte des Hogar Santa Rosa die Herzen der Menschen berührt, sodass ich viel mehr Geld sammeln konnte, als ich es mir vorgestellt hatte.
Mit dem gesammelten Geld entschied ich mich, auch den grösseren Kindern eine Freude zu bereiten. Ein Mal im Jahr versuche ich nach Peru zu gehen, um die Kinder dort zu besuchen. Dabei unternehmen wir gemeinsam kleinere Events. Das erste Mal als wir dies durchführten, gingen wir mit den Kindern an den Strand. Das war eine gelungene Abwechslung, bei der viele zum ersten Mal das Meer sehen konnten. Dieses Jahr haben wir für alle „Familien“ neues Geschirr gekauft, welches sie dringend benötigt hatten, da viele Kinder nicht mal ihren eigenen Becher besassen. Zudem haben wir eine grosse Geburtstagsparty für alle Kinder organisiert, die im letzten halben Jahr Geburtstag hatten. Hier sehen Sie einige eindrückliche Momente: