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Eine Trendstudie von Careum Gesundheitskompetenz im Jahr 2020 zeigt: Die vielen Informationen zum neuen Coronavirus haben mehr als die Hälfte der Deutschschweizer Bevölkerung verunsichert.
Careum hat die Gesundheitskompetenz der Deutschschweizer Bevölkerung im Bezug auf das neue Coronavirus zu verschiedenen Zeitpunkten während der Pandemie untersucht. Das Team von Careum Gesundheitskompetenz hat dafür 2020 drei Online-Befragungen im Frühling, Herbst und Winter durchgeführt. Dabei wurde ermittelt, welche Schwierigkeiten die Bevölkerung hatte, Informationen zum neuen Coronavirus zu finden, zu verstehen, einzuschätzen und zu nutzen, um sich präventiv und gesundheitsförderlich zu verhalten. In der zweiten und dritten Befragung ging es zusätzlich um Fragen zum Thema Impfen.
Gut informiert, aber zugleich auch verunsichert
Die Ergebnisse der Trend-Studie zeigen, dass mehr als die Hälfte der Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer über eine ausreichende Gesundheitskompetenz im Bezug auf das neue Coronavirus verfügte. Der Wert nahm im Verlauf der Pandemie sogar von 55 auf 63 Prozent im Winter 2020 zu. Während es für die Befragten eher einfach war, Informationen zum Coronavirus zu finden, stellte sie das Verstehen und insbesondere das Anwenden und Beurteilen von Informationen vor grössere Schwierigkeiten.
Im Frühling 2020 fühlten sich 92 Prozent der Befragten gut bis sehr gut über das Coronavirus und die Pandemie informiert. Ende Jahr waren es noch 84 Prozent. Gleichzeitig stieg bei den Befragten die Verunsicherung aufgrund der vielen Informationen. Fühlten sich im Frühling noch 50 Prozent der Befragten verunsichert, lag der Wert im Winter bei 57 Prozent. Die Befragten fühlten sich somit zwar grösstenteils gut informiert, waren gleichzeitig aber auch häufig verunsichert.
Impfneigung nahm ab
Die Studie zeigt zudem, dass die Pandemie das Informationsverhalten verändert hat. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, sich im Vergleich zu vor der Pandemie nun häufiger über Gesundheitsthemen zu informieren. Die wichtigsten Informationsquellen zum Coronavirus und zur Pandemie waren das Fernsehen und das Internet. Obwohl den Gesundheitsexpertinnen und -experten, den Gesundheitsbehörden und dem Info-Telefon das grösste Vertrauen zugesprochen wurden, wurden sie in den Befragungen relativ selten als Informationsquelle genannt.
Nahezu alle Befragten trafen Vorsichtsmassnahmen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus. Am häufigsten wurden das Händewaschen und Händedesinfizieren sowie die Einhaltung des empfohlenen Mindestabstands zu anderen Menschen genannt. Die Impfneigung nahm zwischen der zweiten und dritten Befragung derweil ab. Gaben im Herbst 44 Prozent der Befragten an, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, waren es im Winter noch 36 Prozent.
Klare Botschaften sind wichtig
Die Erkenntnisse aus der Studie verdeutlichen, wie wichtig klare, einheitliche, leicht verständliche und zielgruppenorientierte Botschaften und Handlungsempfehlungen sind. Zudem sollte die Bevölkerung darin unterstützt werden, vertrauenswürdige Informationen von Fehl- und Falschinformationen unterscheiden zu können. Dadurch sollte es ihr leichter fallen, Entscheidungen für präventives Verhalten, für die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen treffen zu können. Die Ergebnisse der Trend-Studie zeigen zudem, dass es in Zukunft zentral ist, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung sektorübergreifend zu stärken und entsprechende Bedingungen dafür zu schaffen.