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Wie Sie zuverlässig den weiblichen Myokardinfarkt entlarven
Herzinfarktsymptome bei Frauen sind häufig weniger stark ausgeprägt als bei männlichen Patienten, untypisch lokalisiert und auch auf das EKG kann man sich weniger gut verlassen. Selbst die Troponin-Werte erreichen nicht immer die Alarmschwelle. Dementsprechend liegt die frühe und späte Mortalität aufgrund eines Myokardinfarkts bei Frauen höher als bei Männern.
Sensitivität durch Troponintest verdoppelt
Erst der Einsatz von hochsensitiven kardialen Troponin-Tests mit geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Schwellenwerten ermöglicht auch für Frauen eine zuverlässige Diagnosestellung, so das Ergebnis einer monozentrischen, prospektiven Kohortenstudie. Bei 1126 Patienten und Patientinnen mit Myokardinfarkt-Verdacht hatten der Kardiologe Dr. Nicholas Mills und Kollegen von der Universitiy of Edinburgh die Troponin-Werte mit einem hochsensitiven Assay ermittelt.
Die Schwellenwerte betrugen 34 ng/l für Männer und 16 ng/l für Frauen. Durch Einsatz der Hochsensitivitätstestung anstelle des normalerweise verwendeten Troponintests stieg die Rate der Infarktdiagnosen bei Frauen hoch signifikant von 11 % auf 22 %, während bei Männern lediglich ein leichterer Anstieg der Treffsicherheit zu verzeichnen war. Eine weitere Studie müsste nun klären, ob die verbesserte Diagnosestellung durch Einsatz des sensitiven Tests die Prognose der Infarktpatientinnen verbessert, so die Autoren.
Quelle: Anoop S. V. Shah et al., BMJ 2015; 350: doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.g7873