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BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie) wird von abnormal verdrehten Eiweissen, den Prionen, verursacht. Nach intensiver Bekämpfung gilt die Schweiz seit 2015 als Land mit vernachlässigbarem BSE-Risiko.
Die Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) befällt Rinder. Sie ist eine der Prionenkrankheiten, welche unter dem Sammelbegriff Transmissible spongiforme Enzephalopathien (TSE) zusammengefasst werden. BSE ist auf den Mensch übertragbar und somit eine Zoonose. Die häufigste menschliche Form der TSE ist die Creutzfeldt-Jacob Disease (CJD).
Die Krankheit beim Tier
Die BSE (auch Rinderwahnsinn genannt) hat eine lange Inkubationszeit und endet stets tödlich. Es gibt weder Schutzimpfungen noch Behandlungsmöglichkeiten.
Im Verlauf der Krankheit häufen sich in bestimmten Gehirnarealen abnormal verdrehte Prionen an. Sie führen zu einer fortschreitenden Zerstörung der Nervenzellen. Das Nervengewebe nimmt ein schwammartiges (=spongiformes) Aussehen an. Prionen sind Eiweissstoffe, welche in ihrer normalen Gestalt natürlicherweise in jedem Gehirn vorkommen.
Durchschnittlich vier bis sechs Jahre nach Ansteckung eines Rindes bricht die BSE aus. Symptome sind erhöhte Schreckhaftigkeit, Angst vor dem Überschreiten des Kotgrabens, vor Durchgängen, vor kleinsten Hindernissen. Weitere Anzeichen sind Aggressivität, häufiges Belecken der Nase, Zähneknirschen, immer steifer werdender Gang und Überempfindlichkeit auf jegliche äussere Einflüsse. Im Endstadium können die Rinder nicht mehr aufstehen. In vielen Fällen sind aber die Symptome nur sehr schwach ausgeprägt oder gar nicht erkennbar.
Ansteckung und Verbreitung
Rinder können sich mit BSE anstecken, wenn sie ungenügend erhitzte, mit Prionen infizierte Tierkörpermehle fressen.
BSE wurde 1986 erstmals in Grossbritannien entdeckt. Im November 1990 wurde in der Schweiz der erste BSE-Fall diagnostiziert. Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz. Internationale Daten siehe „Weitere Informationen“ > „Links“ > OIE.
Bekämpfung in der Schweiz
Wenige Wochen nach Entdeckung des ersten BSE-Falles hat die Schweiz zentrale Massnahmen getroffen:
- Um die Ausbreitung der Krankheit bei Rindern einzudämmen, wurde das Verfüttern von Tiermehl an Wiederkäuer verboten.
- Zum Schutz des Menschen wurden Risikomaterialien wie Gehirn und Rückenmark von Rindern aus der Lebensmittelkette ausgeschlossen. Sie müssen auch heute noch verbrannt werden.
- Seither wurden mehrere Begleitmassnahmen getroffen, etwa ein für alle Nutztiere geltendes Tiermehlverbot im Jahr 2001.
Im Mai 2015, 25 Jahre nach dem Auftreten des ersten BSE-Seuchenfalls, hat die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) der Schweiz hinsichtlich BSE die sicherste Länderkategorie (Land mit vernachlässigbarem Risiko) zugesprochen (siehe „Weitere Informationen“ > „Publikationen“).
Was tun?
- Das Verfüttern von Tiermehl an Nutztiere ist verboten.
- An BSE erkrankte Tiere müssen getötet und deren Fleisch vernichtet werden, um eine Ansteckung weiterer Tiere oder des Menschen zu verhindern.
BSE ist eine auszurottende und somit meldepflichtige Tierseuche. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden.
Die Krankheit beim Menschen: vCJD
BSE kann als Zoonose auf den Menschen übergreifen und tritt bei ihm als Variante der Creutzfeldt-Jakob Disease (vCJD) auf. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch kann von wenigen Monaten bis zu 30 Jahre dauern. Die Symptome der vCJD sind in erster Linie psychische Veränderungen, unter anderem Depressionen und Angstzustände. Ein rasch fortschreitender Nachlass der geistigen Fähigkeiten (Demenz), Störungen in der Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxien), Muskelzuckungen und weitere unwillkürliche Bewegungen sind ebenfalls zu beobachten.
Es wird angenommen, dass das Verspeisen von hochinfektiösem Rindermaterial (Gehirn, Mark) die Ursache von vCJD ist. In der Schweiz ist vCJD nicht festgestellt.
Siehe auch „Weitere Informationen“ > „Links“ > „BAG: Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK)“.
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Letzte Änderung 06.12.2018