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Forschende haben in Neuseeland die fossilen Überreste eines riesigen Papageis entdeckt. Mit bis zu einem Meter Grösse überragte er die heutigen Vertreter bei weitem.
Bisher hielt der neuseeländische Kakapo den Rekord als grösster bekannter Papagei. Nun muss er den Spitzenplatz räumen für «Heracles inexpectatus», benannt nach der griechischen Sagengestalt Herkules und «inexpectatus» als Hinweis auf seine unerwartete Entdeckung.
Forschende aus Australien und Neuseeland entdeckten die Überreste des Riesenpapageis bei Ausgrabungen von 16 bis 19 Millionen Jahren alten Fossilien in der Nähe von Saint Bathans im Süden Neuseelands. Sie schätzen, dass der Vogel etwa einen Meter gross war und sieben Kilogramm wog - etwa doppelt so schwer wie der heute noch existierende, aber stark bedrohte Kakapo.
Neuseeland beherbergte einst mehrere Riesenvögel, darunter bis zu 3.5 Meter grosse Moas, sowie Adler mit einer Spannweite von drei Metern. Auch auf anderen Inseln brachte die Evolution sehr grosse Vogelarten hervor, beispielsweise den Dodo auf Mauritius und den Rodrigues-Solitär, eine ca 90 Zentimeter grosse Taubenart, auf der benachbarten Insel Rodrigues. Bisher habe aber niemand einen riesigen ausgestorbenen Papagei entdeckt, liess sich Studienautor Trevor Worthy von der australischen Flinders University in einer Mitteilung der Hochschule zitieren.
Bei den im Fachblatt «Biology Letters» beschriebenen Fossilien des Heracles-Papageis handelt es sich um Teile von Unterschenkelknochen, die wahrscheinlich zum gleichen Individuum gehörten. Die Forschenden verglichen die Knochen mit anderen Vogelskeletten und konnten sie damit einem bisher unbekannten Vertreter der Papageien zuordnen. Aus den Abmessungen der Knochen schätzten sie Körpergrösse und Gewicht des Vogels.
Obwohl bereits seit rund zwei Jahrzehnten Ausgrabungen bei Saint Bathans stattfinden, seien diese Knochen die bisher einzigen Hinweise auf die neue Papageienart und -gattung. Die genauen Verwandtschaftsverhältnisse mit anderen Papageienarten könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt werden, schrieben die Forschenden im Fachartikel. (sda)