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Die Kirche Englands, deren weltliches Oberhaupt niemand Geringeres als Queen Elisabeth II. ist, hat die Anzahl der Kneipen überholt. Denn heute existieren noch 39'000 Pubs, in den letzten zehn Jahren wurden rund 11'000 geschlossen, was einem Rückgang um rund einem Viertel entspricht.
Somit gibt es mittlerweile weniger Pubs als die 40'300 Kirchen – eine Anzahl, die zudem alle anderen wichtigen öffentlichen Gebäuden in Grossbritannien übertrifft.
Mehr Kirchen als Supermärkte
Eddie Tulasiewicz vom «National Churches Trust»: «Die Pubs schliessen, die Kirchen jedoch nicht wirklich.» Zwar gebe es einzelne Schliessungen, «aber diese werden aufgewogen durch neue evangelische und pfingstliche Gemeinden».
«Kirchen sind offensichtlich Orte der Anbetung und Gemeinschaften treffen sich dort – und sie wollen das nicht ändern», so Eddie Tulasiewicz.
Im Vergleich dazu gibt es rund 14'300 Supermärkte, 11'500 Postfilialen, 7'500 Bankfilialen und 3'600 öffentlichen Bibliotheken. Fast jedes fünfte Wahllokal befindet sich in einem Kirchgebäude und die Kirchen dienen zudem als Veranstaltungsort für Jugendgruppen, Seniorenvereine und Kindertagesstätten sowie Konzerte.
Wichtig für Allgemeinheit
Lucy Winkett, Rektorin der St. James's Kirche in Piccadilly und Treuhänderin des «National Churches Trust», erklärt: «Kirchgebäude sind nicht nur Kultstätten, sondern sie spielen auch eine wichtige Rolle bei Aktivitäten der Allgemeinheit. Es wird geschätzt, dass fast 90 Prozent der Kirchen für kommunale Zwecke wie Spielplätze und Lunchclubs sowie für soziale und kulturelle Aktivitäten wie Konzerte und Ausstellungen genutzt werden.»
«In einer Zeit, in der so viele öffentliche Gebäude geschlossen werden und die Hauptstrassen ihre Geschäfte verlieren, sind Kirchgebäude Orte, an denen sich Menschen treffen, zusammenarbeiten und Gemeinschaft aufbauen können. Deshalb ist es so wichtig, sie offen und in gutem Zustand zu halten.»
Auch wegen Einwanderung
Peter Brierley, Geschäftsführer von «The Brierley Consultancy», sieht einen weiteren Aspekt: «Die Migration nach Grossbritannien ist ein weiterer Faktor für den Aufschwung betreffend der Anzahl der Kirchgemeinden. Eines der ersten Dinge, was neue Gruppen tun, wenn sie in Grossbritannien ankommen, ist die Einrichtung eines Gotteshauses. Diese neuen Gemeinden versammeln sich oft in unkonventionellen Räumen wie umgebauten Kinos, Lagerhallen oder Geschäften.» Die Anzahl an Kirchen und Gemeinden sei in Grossbritannien «bemerkenswert stabil».
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