Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03181.jsonl.gz/1092

(Salamander, Salamandrina mecodontaStrauch), Amphibienfamilie aus der Ordnung der Schwanzlurche,
[* 3] mehr oder minder
eidechsenartig geformte Amphibien mit großem, breitem, mehr oder weniger flachgedrücktem Kopf, schwachen Beinen, vierzehigen
Vorder-, meist fünfzehigen Hinterfüßen, selten durch Schwimmhäute verbundenen, krallenlosen Zehen,
langem, kräftigem, meist seitlich zusammengedrücktem Schwanz, feuchter, schlüpfriger, mehr oder minder uneben warziger,
einen scharfen, milchweißen Saft sezernierender Haut,
[* 4] in welcher bewegliche Chromatophoren einen Farbenwechsel ermöglichen,
im ausgebildeten Zustand ohne Kiemen und Kiemenloch, mit in schmalen Streifen stehenden Gaumenzähnen, die Männchen oft mit
einem Rückenkamm.
Sie leben an feuchten, schattigen Orten oder in seichtem Wasser, seltener in Seen und nähren sich von Insekten
[* 5] und Würmern. Eine wirkliche Begattung findet nicht statt; die Männchen entleeren den Samen
[* 6] in das Wasser, worauf ihn die Weibchen
der Landsalamander durch den After aufsaugen, um die Eier
[* 7] im Innern ihres Körpers zu befruchten, während
die Weibchen der Wassersalamander die Eier in das samenhaltige Wasser legen und an Pflanzenblättern befestigen. Bei dem Landsalamander
entwickeln sich die Embryos im Mutterleib, werden aber auch ins Wasser abgesetzt und verlassen dies erst nach vollendeter Metamorphose.
Die Molche sind ungemein zählebig und
¶
mehr
besitzen ein großes Reproduktionsvermögen. Sie finden sich fast ausschließlich in den nördlichen gemäßigten Regionen.
Zu den Erdmolchen gehört der Feuersalamander(Salamandra maculataLaur., s. Tafel »Schwanzlurche«),
Der Feuersalamander war seit dem Altertum Gegenstand vieler Fabeleien; man hielt ihn für äußerst listig,
glaubte, daß er das Feuer lösche, und die Alchimisten benutzten ihn beim Goldmachen. In der Gefangenschaft hält er sehr
gut aus. Er wird durch Kochsalz schnell getötet. Die Art der Fortpflanzung ist wenig bekannt. Das Weibchen legt 30-50 und
mehr Eier ins Wasser, am liebsten in kaltes Quellwasser, worauf die Embryos alsbald ausschlüpfen. Die Jungen
verlassen im August oder September das Wasser und halten sich in den ersten Jahren sehr verborgen.
13-17 cm lang, oberseits schwärzlich olivenbraun,
schwarz und weiß gefleckt, unterseits gelb, schwarz gefleckt, im Hochzeitskleid mit gezacktem Kamm, unterseits orangerot,
an der Seite des Schwanzes mit weißbläulichen, perlmutterfarbenen Streifen, an der Kehle mit weißen Wärzchen; der Feuermolch
(T. igneusSchn.), 10 cm lang, oberseits schieferblau, dunkelbraun, an den Seiten schwarz gefleckt, unterseits
orangerot; im Hochzeitskleid mit ungezacktem, weißgelblichem, schwarz quergestreiftem Kamm, unterseits feuerrot, an den Schwanzseiten
mit bläulichweißen Flecken.
Der Streifen- oder Gartenmolch (T. taeniatusSchn.), 7-8 cm lang, mit am Ende zugespitztem, fast fadenartigem Schwanz, oberseits
olivengrün oder braun, an den Seiten weißgelblich, unterseits orangegelb, überall schwarz gefleckt,
im Hochzeitskleid mit ganz besonders hohem Kamm, weiß punktiert, auf der Bauchmitte orange und mit perlmutterblauem Streifen
am Schwanz. Alle drei Arten finden sich in Mitteleuropa und Vorderasien. Sie leben in klarem, nicht schnell fließendem Wasser,
welches sie auf längere oder kürzere Zeit verlassen, überwintern gesellig am Land unter Steinen und
Baumwurzeln und bleiben nur in quellenreichen Teichen auch den Winter über.
Sie ertragen lange Trockenheit und große Kälte, nähren sich von Insekten, Schnecken, Würmern und besitzen ein erstaunliches
Reproduktionsvermögen, indem sie alle Glieder,
[* 14] auch die Kinnladen und die Augen, in kurzer Zeit und vollkommen
wieder ersetzen. In der Paarungszeit rufen sie nach Art der Unken. Bisweilen finden sich die Kiemen noch an geschlechtsreifen
Exemplaren. Gefangene Tritonen sind sehr
leicht zu erhalten.