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Die Honorarberechnung ist ein wichtiger Bestandteil im Architektenvertrag. Die wahrscheinlich häufigste verwendete Methode ist dabei die Berechnung nach den aufwandbestimmenden Baukosten.
D
ie Berechnungsmethode basiert dabei auf der Idee, dass die benötigten Arbeitsstunden um ein Projekt zu planen und zu bauen abhängig von den zu erwarteten Baukosten ist. Die dazu verwendete Formel gliedert sich in verschiedene Teilbereiche.
Legende
Tm durchschnittlicher Zeitaufwand in Stunden |
B aufwandbestimmte Baukosten |
p Grundfaktor für den Stundenaufwand |
n Schwierigkeitsgrad |
q Leistungsanteil in Prozenten |
r Anpassungsfaktor
Der Grundfaktor p für den Stundenaufwand wird vom SIA in Zusammenarbeit mit der ETH mittels statistischer Erfassungen, die sogenannten Z-Werte, jährlich veröffentlicht. Als Grundlage dient die Nachkalkulation des effektiven Aufwandes von abgeschlossenen Projekten, welche durch die SIA Mitglieder erhoben werden.
In der Erfassung des Aufwandes ist auch die geschätzte Bausumme B enthalten. Darin enthalten sind die gesamten Kosten für die Bauarbeiten am Gebäude und an der Umgebung. Bei einigen Positionen wie beispielsweise beim Mobiliar, Betriebseinrichtungen oder speziellen Vorbereitungsarbeiten (Baugruben, etc.) sind diese nur zum Teil honorarberechtigt. Nicht enthalten sind Honorare (Ingenieure), Landkosten und Baunebenkosten (Gebühren, Finanzierungen, Reserven, etc.)
Die zweite Formel enthält den Schwierigkeitsgrad und einen Anpassungsfaktor. Die SIA-Honorarordnung 102 enthält dabei Vorschläge für den Schwierigkeitsgrad. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus beträgt dieser Faktor 1. Der Anpassungsfaktor kann individuell je nach Projekt angewandt werden. Normalerweise beträgt dieser Faktor 1, er wird aber häufig als Umbauzuschlag bei entsprechenden Projekten angepasst.
Als Resultat der beiden Berechnungen erhält der Architekt den prognostizierten Aufwand in Stunden für das entsprechende Bauprojekt. Dieser Stundenwert kann im folgenden dritten Teil der Honorarberechnung verwendet werden um die effektiven Honorarkosten zu kalkulieren.
Legende
Tm,x durchschnittlicher Zeitaufwand pro Phase |
i Teamfaktor |
Tp prognostizierter Zeitaufwand in Stunden |
h angebotener Stundensatz |
s Faktor für Sonderleistungen |
Hx Honorar in Franken pro Phase
Auf den vorangehenden durchschnittlichen Zeitaufwand wird ein Teamfaktor angesetzt. Hierbei handelt es sich nicht um eine bürointerne Teamaufteilung. Bei komplexeren Gebäuden müssen Lüftungs-, Klima, Sanitär-, Elektroingenieure und andere Fachplaner koordiniert werden, welche zusätzlichen Arbeitsaufwand ergeben. Anschliessend wird der gesamte Aufwand mit einem mittleren Honorarstundenansatz h des Architekten verrechnet. Als Schlussergebnis erhält man das Honorar des Architekten.