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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

XI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „den eingeborenen Sohn Gottes, der aus dem Vater geboren wurde als wahrer Gott vor aller Zeit, durch den alles erschaffen wurde".
12.
[Forts. v. [S. 168] ] Stets habe ich mich über den Vorwitz jener verwegenen Menschen aufgehalten, welche durch ihre falsche Frömmigkeit in Unglauben fallen. Sie kennen nicht die Geschöpfe Christi, die Throne und Herrschaften, die Mächte und Kräfte, und doch versuchen sie es, deren Schöpfer selbst vorwitzig zu ergründen. Sage mir erst, Verwegenster, welches ist der Unterschied zwischen Thronen und Herrschaften, alsdann grüble nach über das Wesen Christi! Sage mir, was ist Macht, was ist Kraft, was ist Herrschaft, was ist Engel, alsdann forsche neugierig nach dem Schöpfer! Denn „durch ihn ist alles gemacht worden“1. Aber du willst bzw. du kannst die Throne und Herrschaften nicht fragen. Wen gibt es noch, der die Tiefen Gottes kennt außer dem Hl. Geiste, der in den göttlichen Schriften geredet hat? Aber auch der Hl. Geist hat in den Schriften nicht über die Geburt des Sohnes aus dem Vater gesprochen. Warum nun forschest du neugierig nach etwas, worüber nicht einmal der Hl. Geist in der Schrift geschrieben hat? Du, der du das Wort der Schrift nicht verstehst, frägst vorwitzig nach dem, was nicht geschrieben ist? Zahlreich sind die Probleme in der göttlichen Schrift. Wenn wir nicht die Schriftprobleme erfassen, was greifen wir dann geschäftig nach Problemen, die außerhalb der Schrift liegen? Es genügt uns zu wissen, daß Gott den einen und einzigen Sohn erzeugt hat.
1: Joh. 1, 3.