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4 Gründe für eine Ausbildung in Sprachdidaktik
Die Sprache im Allgemeinen ist eine menschliche Erfindung, die der Kommunikation dient. In verschiedenen Kulturkreisen kommen verschiedene Sprachen zum Vorschein. Dabei ist eine Verständigung durch Sprache nur möglich, wenn die Sprecher dieselben Regeln befolgen. Dies gilt sowohl für das Schriftliche als auch das Mündliche. Bestimmten Worten wird eine bestimmte Bedeutung zugemessen. Damit sich zwei Menschen verständigen können, müssen sie mit einem Wort dieselbe Bedeutung verbinden. Diese Regeln zu untersuchen und verständlich zu machen, ist Aufgabe der Linguistik. Mit dem vermitteln dieser Regeln beschäftigt sich, in allen Sprachen gleichermassen, die Sprachdidaktik. Auf beide Gebiete wird im folgenden Artikel eingegangen.
Die Linguistik ist der grösste Bereich der Sprachwissenschaften. Ziel der Wissenschaftler ist es, ein Sprachsystem mitsamt all seinen mündlichen und schriftlichen Einzelheiten zu verstehen und erklärbar zu machen. Jede Sprache verfügt über einen eigenen Forschungszweig, der sich auf verschiedene thematische Bereiche konzentriert. Einige sollen im Folgenden kurz angerissen werden:
Die vergleichende Sprachwissenschaft
In diesem Bereich der Sprachwissenschaft ist es Ziel, Regeln verschiedener Sprachen miteinander zu vergleichen. So stützen sich bei der Herkunft von Wörtern die Begriffe verschiedener Sprachen auf denselben Ursprung. Ohne einen Vergleich der Sprachen wäre es schwieriger das Ursprungswort herauszufinden. Untersucht werden kann ein Begriff im Allgemeinen synchron oder diachron. Das heisst er kann entweder in der aktuellen Zeit, bzw. in einer bestimmten Zeitspanne untersucht werden (verschiedene Bedeutungen des Wortes "Fall"). Hierbei spricht man von einer synchronen Untersuchung. Er kann aber auch diachron untersucht werden, also seine zeitliche Entwicklung betrachtend (verschiedene Bedeutungen des Wortes "toll" im Lauf der Jahrhunderte).
Die vergleichende Sprachwissenschaft
Dieser Teilbereich der Wissenschaft setzt sich in erster Linie mit theoretischen Positionen auseinander. Namen, die in diesem Zusammenhang fallen sollten, sind etwa Saussure oder Chomsky. Betrachtet werden dabei die Regeln der Sprache, etwa Syntax oder Grammatik, die Bedeutungsebenen von Worten, Sätzen und Texten im Sinne der Semantik und der Pragmatik oder die Phonetik im mündlichen Sprachgebrauch (die Lehre von den Lauten).
Die angewandte Linguistik
In diesem Bereich geht es darum, die theoretischen Ansätze anhand der Realität zu überprüfen. Es ist die jüngste Disziplin der Sprachwissenschaft. Dabei setzt sie sich vor allem mit neuen Medien auseinander. So sind etwa die Computerlinguistik oder die Internetlinguistik zwei Forschungsstränge der angewandten Sprachwissenschaft.
„Damit sich zwei Menschen verständigen können, müssen sie mit einem Wort dieselbe Bedeutung verbinden.“
Die Sprachdidaktik beschäftigt sich mit dem Lehren von Sprache und den dazugehörigen Regeln und Normen. Es stellt sich aber die Frage, ob es sich dabei um eine eigene Sprachwissenschaft handelt.
Um diese Frage zu beantworten sollte zuerst der Begriff der Sprachdidaktik geklärt werden. Wie bereits erwähnt soll eine Sprache gelehrt werden. Dies geschieht in einer festen Reihenfolge. Dies bedeutet, dass ein bestimmter "Lehrplan" berücksichtigt wird. Schritt für Schritt sollen Regeln und Gepflogenheiten der betreffenden Sprache vermittelt werden, damit sich der Schüler (dabei ist es egal in welchem Alter sich die lernende Person befindet, denn wer etwas Neues lernt ist immer ein Schüler) nach und nach in den Gepflogenheiten der Sprache zurechtfindet. Dabei verfolgt die Sprachdidaktik das Ziel, dem Schüler verschiedene Fähigkeiten zu vermitteln. Die wichtigsten sind etwa eine formgerechte und kreative Anwendung der Sprache und die Kenntnis der grammatikalischen Regeln. Dabei stützt sich die Sprachdidaktik auf Erkenntnisse anderer wissenschaftlicher Disziplinen, wie etwa aus dem Bereich der Psychologie und der Pädagogik. So kann das Lehren methodisch immer aktuell und effizient gestalten werdenn. Da immer wieder neue Forschungsbefunde in die Arbeit der Sprachdidaktik einfliessen und sie sich an anderen wissenschaftlichen Disziplinen bedient, kann die Sprachdidaktik als eine eigenständige Sprachwissenschaft angesehen werden.
Man kann nicht einfach behaupten, dass Linguistik eine Unterart der Sprachdidaktik ist und andersherum lässt sich die Sprachdidaktik auch nicht als Teilbereich der Linguistik einordnen. Viel mehr unterhalten die beiden Forschungszweige eine Wechselbeziehung. Sie sind untrennbar miteinander verknüpft. Es gibt zwei wissenschaftliche Positionen, die Folgendes besagen: Lernen durch verstehen oder verstehen durch lehren? In den Sprachwissenschaften trifft beides zu. Die Linguistik erforscht die Regeln der Sprache und gibt der Sprachdidaktik die nötigen Informationen, um diese Sprache zu lehren. Aber erst durch die Sprachdidaktik und das damit verbundene "Lehrbarmachen" von Sprache, können letzte Zusammenhänge und Begründungen für sprachliche Regeln gefunden werden.
Die Sprachdidaktik ist die Grundlage des Erlernens einer neuen Sprache. Sie findet bereits in der Schulzeit Anwendung, etwa im Deutsch- oder im Englischunterricht. Die Aufgabe der Sprachdidaktik ist es, die Regeln der jeweiligen Sprache zu vermitteln und den Schüler zu einem eigenen Umgang mit der Sprache zu befähigen. Fremdsprachenunterricht und auch das Verbessern der Muttersprache sind ohne die Überlegungen und Anwendungen der Sprachdidaktik also unmöglich. Dabei sucht die Sprachdidaktik beständig nach neuen Möglichkeiten, den Inhalt des Unterrichts zu verbessern und neue Regeln im Sprachgebrauch aufzudecken.