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Die Blutgruppen-Diät nach Peter D’Adamo
Die Blutgruppendiät soll unter anderem Übergewicht, Diabetes mellitus und Magengeschwüre heilen können und sogar Krebs- und AIDS-Patienten stärken. Laut ihrem Begründer bestimmt die Blutgruppe die körpereigene Chemie. Der Amerikaner Peter D'Adamo führt in der Nähe von New York ein eigenes Krankenhaus.
Die Theorie: Mit der Nahrung würden bestimmte Proteine (Lectine) in die Blutbahn gelangen, die dort je nach Blutgruppe die Zellen verklumpen und den Körper schädigen würden. Die falschen Lectine zu vermeiden, darin bestünde der Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden.
Blutgruppen und Zucker
Das heisst zum Beispiel, jemand hat die Blutgruppe A oder B, wenn die Grundstruktur der Blutgruppe 0 durch einen entsprechenden Zuckerbaustein erweitert ist. Im Laborversuch, also im Reagenzglas, konnten sich bestimmte Eiweiss-Substanzen aus Lebensmitteln, die sogenannten Lectine, an die Zuckerbausteine einer Blutgruppe binden.
Folgerungen für die Ernährung
Wissenschaftlich gesichert ist, dass sich bestimmte Lektine aus Tomate, Erdnuss und Weizenkeimen in sehr geringem Umfang aus dem Verdauungstrakt ins Blut übertreten. Verklumpungen im Blutstrom sind jedoch in keinem Fall dokumentiert. Auch sind die meisten pflanzlichen Lectine sind unschädlich; die wenigen schädlichen wie das der Gartenbohne werden durch Erhitzen zerstört.
Kritik an diesem Ansatz
Auch die Lectine in Reis oder Linsen stellt D'Adamo ohne sachliche Rechtfertigung in einen Zusammenhang zu den AB0-Blutgruppen. Die Verklumpung durch Typ-B-ähnliche Glykoproteine der Milch ist nicht gesichert, ebenso wenig wie für Lectine von Schalentieren und Hühnern. Generell zerstört Erhitzen die Lectin-Aktivität in fast allen Nahrungsmitteln ausser bei gerösteten Erdnüssen.
Falsche Versprechen
Aber: Weder der Eintritt der Lectine in den Blutkreislauf noch die von D'Adamo unterstellte Zielgenauigkeit bestimmter Lectine für bösartige Zellen sind belegt. Zudem müsste ein solches Lectin, sollte es D'Adamos Theorie entsprechend in die Blutbahn gelangen, nicht nur Tumorzellen, sondern in erster Linie die Blutzellen verklumpen.
Ernüchterndes Fazit
Wissenschaftlich geprüfte, in Fachzeitschriften veröffentlichte Daten zur Bestätigung seiner Theorien und Empfehlungen ist D'Adamo bislang schuldig geblieben.
D'Adamo wird in Deutschland zum Teil als Dr. med. zitiert. Tatsächlich führt er als akademischen Titel den Grad eines N. D. (naturopathic doctorate, Naturheilkundler) des Bastyr College (Seattle, WA, USA).

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