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Inhalt
Stiftung Ferienkolonie der Stadt Chur
Die Stiftung Ferienkolonie bezweckt auf gemeinnütziger Grundlage den Schülerinnen und Schülern der Stadtschule Chur gemeinschaftliche Ferienaufenthalte zu günstigen Bedingungen in den stiftungseigenen Häusern zu vermitteln.
Diese Ferienlager finden jeweils in den Sommerferien statt und stehen primär den Kindern der 2. bis 6. Primarklassen offen. Die Anmeldungen werden jeweils anfangs Jahr über die Klassenlehrpersonen verteilt.
Geschichtlicher Abriss
Vor über 100 Jahren drang die damals neue und beinahe revolutionäre Idee, bedürftigen und gesundheitlich geschwächten Stadtkindern eine Möglichkeit zu bieten, gemeinsam und zu günstigen Bedingungen ihre Sommerferien in ländlicher Umgebung zu verbringen, bis zu uns nach Chur. Wegbereiter dieser sozialer Bestrebungen in Chur war Dekan Leonhard Herold. Er fand bei der freien Lehrerkonferenz, vor welcher er am 15. Februar 1882 einen Vortrag hielt, offene Ohren für sein Anliegen, und gleich anschliessend wurde in einem Beschluss festgelegt, die Verwirklichung unverzüglich in die Tat umzusetzen.
Erste Ferienkolonie auf der Lenzerheide
In der Folge wurde ein «Comité», welchem Herold bis 1901 vorstand, mit der Erschliessung von Finanzen und dem Auffinden eines geeigneten Kolonieortes beauftragt. Am 15. Juni 1882 bereits zog die erste Schar von 23 Kindern unter der Führung von Stadtlehrer Jegher zum Obertor hinaus, um zu Fuss ein ärmliches Maiensäss auf der Lenzerheide zu erreichen. Während der folgenden 10 Jahre beherbergte' nun besagte Maiensässhütte die Churer Kolonien.
Gemeinsame Anstrengung...
Die Lehrerschaft verstand die Zeit zu nützen und durch Gesangsdarbietungen, Theateraufführungen und ähnliche Aktivitäten einerseits Geld zu beschaffen, andererseits unter der Churer Bevölkerung viel Verständnis und Wohlwollen für ihre gute Sache zu erwecken, wovon die Gabenlisten früherer Jahre beredtes Zeugnis ablegen.
Grosse Nachfrage nach Kolonieplätzen
Nachdem zehn Sommer lang der Betrieb unter denkbar ungünstigen, ärmlichen Verhältnissen von „Davos-Lai“ aufrechterhalten worden war, bot sich 1891 die Gelegenheit, in Valbella Canols zwei baufällige Bauernhäuser zu erwerben. Für rund 15'000 Franken wurden die aneinander gebauten Häuser zweckdienlich umgebaut, die Ferienkolonie konnte ihr erstes eigenes Heim beziehen! Der Stadtrat von Chur hatte sich am Umbau grosszügig mit der kostenlosen Lieferung von Bauholz beteiligt.
Ein echtes Bedürfnis
Die Nachfrage von Kolonieplätzen war von Anfang an gross und nahm rasch zu. Auch zwei aufeinanderfolgende Abteilungen vermochten dem Zudrang nicht Herr zu werden. 1907 schliesslich ergriff das Komitee die Gelegenheit und kaufte einen Hotelrohbau aus der Konkursmasse in Flerden. Neben dem Kaufpreis von 8'000 Franken wurden noch 22'000 Franken in den Fertigausbau investiert und damit ein zweites Ferienheim geschaffen.
Ein Zeugnis ausserordentlichen Grossmuts
Das Jahr 1913 wurde zu einem weiteren Markstein für die Ferienkolonie. Das Haus in Valbella hatte, neben einem wenig ansprechenden Äussern, auch inwendig viele Nachteile aufzuweisen, sodass Hermann Herold, der Sohn des Koloniegründers, damals noch Bankier in Paris, kurzerhand dem Architekturbüro Schäfer und Risch den Auftrag erteilte, Renovationspläne zu erstellen. Dergestalt entstand, gänzlich auf Rechnung des grossen Wohltäters, der stattliche Bau, wie er sich heute noch präsentiert.