Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/794

Artikel
(lat.), eigentlich
Gelenk,
Glied,
[* 3] Bezeichnung für die einzelnen in sich abgeschlossenen
Teile und
Abschnitte
einer Rede oder Schrift, für die einzelnen Gegenstände eines Warenlagers u. s. w. In der
Grammatik heißen
Artikel die in vielen
Sprachen das
Substantiv begleitenden kleinen pronominalen Worte, die den
Begriff entweder
als bestimmten und bekannten (bestimmter der) oder unbestimmten, unbekannten (unbestimmter
Artikel: ein) kennzeichnen.
Der bestimmte
Artikel geht aus einem abgeschwächten Demonstrativpronomen hervor, wie im
Deutschen «der», das auch jetzt noch außerdem
im
Sinne von «dieser» gebraucht wird; der der roman.
Sprachen, ital. il, frz. le, ist aus dem
lat. ille (jener) entstanden.
Der unbestimmte
Artikel ist das Zahlwort für die Einzahl. Die
Stellung des
Artikel ist selbst in nahe verwandten
Sprachen verschieden,
z. B.
Deutsch und
Englisch haben ihn vor dem
Substantiv, die nordgerman. am Ende, z. B. dänisch kong-en «der
König», hus-et «das Haus»; während alle übrigen roman.
Sprachen ihn voranstellen, hat das
Rumänische (Walach.) ihn am Ende, z.B. franz. le moniteur, rum.
monitoru-l. Von den klassischen
Sprachen hat nur das
Griechisch den und zwar nur den bestimmten, das Latein kennt keinen
Artikel. Der
Ausdruck
«Geschlechtswort» für
Artikel erklärt sich aus dem Mißverständnis, als sei der Artikel Zeichen
des grammatischen Geschlechts, während dieses schon dem
Substantiv innewohnt und der
Artikel sich im Geschlechte nur nach dem
letztern richtet.
In der
Theologie bezeichnet man mit
Artikel die einzelnen Glaubenssätze einer
Kirche oder Konfession, s.
Glaubensartikel, Schmalkaldische
Artikel u. a.
In der Rechtssprache heißen
Artikel kurze, in eine gewisse Folgenreihe gebrachte
Sätze, welche thatsächliche
Behauptungen oder auf solche gerichtete Fragen enthalten, z. B. Veweis
artikel im frühern
Civilprozeß, Inquisitions
artikel im frühern
Strafprozeß.