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Bei der manuellen Diagnostik des Kraftstatus wird in Gegenrichtung des Faserverlaufs des getesteten Muskels ein äußerer Widerstand durch den Tester ausgeübt. Die zu testende Person muss gegen diesen äußeren Widerstand kontrahieren, um diesen möglichst zu überwinden.
Die manuelle Muskelfunktionsdiagnostik bietet die Möglichkeit, mit geringem techni- schem Aufwand die Ausdehnung und den Grad einer Muskelschwäche zu bestimmen. Im Rahmen der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik können sowohl die Kraftfähig- keit als auch das Ausmaß der Beweglichkeit ausgewählter Muskelgruppen ermittelt werden. Somit wird die manuelle Muskelfunktionsdiagnostik primär zur Diagnose muskulärer Dysbalancen
Skalierung und Interpretation der manuellen Muskelfunktionsdiagnostik:
Krafttestung im funktionsgymnastischen Krafttraining:
Hierbei werden bekannte Übungen aus der Funktionsgymnastik zu Testzwecken ein- gesetzt. Die Durchführung bzw. die Interpretierbarkeit von Krafttests in der Funktions- gymnastik gestaltet sich allerdings sehr schwierig. Im Folgenden werden zwei ausge- wählte funktionsgymnastische Testverfahren vorgestellt, der Kraftausdauertest nach Spring (Spring, Dvorak, Schneider, Trischler & Villinger, 1997) und der isometrische Kraftausdauertest nach
Kraftausdauertest nach Spring et al
In Tab. 13 werden die einzelnen Übungen des Kraftausdauertests nach Spring et al. (1997) sowie deren Übungsausführung und in Tab. 14 und Tab. 15 die Testauswertung dargestellt (Spring et al., 1997; Strack, 2004). Eine genaue Ableitung von Trainingsin- tensitäten ist hier jedoch nicht möglich. Auch der im Folgenden dargestellte Vergleich mit Normdaten ist wissenschaftlich nicht tiefgründig fundiert, so dass die hier darge- stellten Referenzwerte (aufgesplittet in Leistungsstufen, ausgehend vom Alter des Kunden) lediglich zur groben Abschätzung des Leistungszustandes des Kunden heran- gezogen werden können. Die Hauptaufgabe dieses funktionsgymnastischen Krafttests ist demnach in der Dokumentation der Leistungsentwicklung zu sehen.
Zusammenfassend gelten für die Übungsauswahl folgende Grundsätze:
Für die Übungsdurchführung gelten folgende Kriterien:
Anzahl der Übungen: 8 bis 12 (minimal 6) Übungen, um alle großen Muskel- gruppen zu beanspruchen (Zimmermann, 2000, S. 194)
Art der Übungen: gelenk- und wirbelsäulenschonende Übungsauswahl; mög- lichst hohe Muskelmassebeteiligung, um bessere gesundheitspositive Anpas- sungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels zu erzielen (Zimmer- mann, 2000, S. 194)
Übungsreihenfolge: mehrgelenkige, koordinativ anspruchsvolle Übungen für große Muskelgruppen sowie schwache Muskeln zuerst trainieren.
Bewegungsamplitude: Übungen sollten über eine vollständige physiologische Bewegungsamplitude ausgeführt werden, da dies auch die Alltagsbelastbarkeit verbessert (Verstegen & Williams, 2004, S. 115)
Bewegungsgeschwindigkeit: TUT (Time Under Tension) von 2/0/2 (langsames Tempo) bis 1/0/1 (zügiges Tempo), um eine kontrollierte Bewegungsausfüh- rung zu gewährleisten
Atmung: in der Regel bei Belastung (konzentrische Phase) ausatmen und in der exzentrischen Phase einatmen, Pressatmung vermeiden.
Methodik im funktionsgymnastischen Krafttraining
Funktionsgymnastische Kräftigungsübungen (i. d. R. Körpergewichtsübungen) zielen in erster Linie auf eine Kräftigung der Rumpfmuskeln ab. Je nach Einsatz von Hilfsmit- teln können darüber hinaus auch die Bein- und Armmuskulatur trainiert werden. Übungen der Funktionsgymnastik haben im gesundheitsorientierten Krafttraining fol- gende Vorteile (vgl. Tab. 22):
Alle Bewegungen sind sehr alltagsnah, da generell nur in den natürlichen Kör- perachsen und mithilfe der Schwerkraft trainiert wird. Die Alltagsnähe der funktionsgymnastischen Kräftigungsübungen bringt den Vorteil mit sich, dass diese Übungen vielfältig einsetzbar und zum Teil sogar zu Hause oder im Büro im Sinne von Bewegungspausen durchführbar sind. Zusätzlich sind für die meisten funktionsgymnastischen Kräftigungsübungen keinerlei Hilfsmittel not- wendig.
Zu der kräftigenden Wirkung der Übungen kommen überaus wichtige koordi- native Aspekte hinzu. Bei vielen Kräftigungsübungen der Funktionsgymnastik müssen umliegende Gelenkstrukturen fixiert und statisch stabilisiert werden. Des Weiteren werden bei vielen Übungen ganze Muskelschlingen aktiviert, was letztendlich das Bewegungsrepertoire des Sportlers vergrößert; dies wie- derum erhöht seine Alltagsmotorik.
Vor- und Nachteile des funktionsgymnastischen Krafttrainings im Vergleich zum gerätege- stützten Krafttraining