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Daniel Deckers: Papst Franziskus. Wider die Trägheit des Herzens. Eine Biographie. (Verlag C. H. Beck) München 2014, 352 Seiten.
Franziskus, Bischof von Rom, erobert auch den Büchermarkt. Auf einige Veröffentlichungen wurde bereits in der SKZ hingewiesen, weitere Hinweise folgen hier und auch in späteren SKZ-Ausgaben. Unter den zahlreichen Büchern, die sich mit der Biographie von Franziskus auseinandersetzen, sticht das Buch von Daniel Deckers, dem Biographen von Karl Kardinal Lehmann, der heute als Redaktor bei der "FAZ" wirkt, besonders hervor. Das Buch ist sehr eingängig geschrieben, beeindruckt aber auch durch seine inhaltliche Präzision und Dichte: Man merkt, dass ein studierter Theologe die vorliegende Biographie verfasst hat – was bei etlichen anderen Biographen von Franziskus nicht der Fall ist. Der Autor beherrscht neben dem Italienischen auch die spanische Sprache – er hat u. a. in Bogotá studiert und bei den Jesuiten in Frankfurt a. M. über die Lehre von der Gerechtigkeit bei Francisco de Vitoria dissertiert –, was für die Erarbeitung der vorliegenden Papstbiographie sehr vorteilhafte Voraussetzungen sind. Er bezieht ausserdem die amerikanische Originalausgabe der wichtigen Biographie von Paul Vallely ("Pope Francis"), die 2013 in London erschienen ist, ein; diese wird in der SKZ auch noch besprochen werden. Einige Stichworte, die im Buch näher ausgeführt werden, verdeutlichen, welches Bild Daniel Deckers von Papst Franziskus zeichnet: Jorge Mario Bergoglio war im Jesuitenorden nicht unumstritten, lebt(e) einfach, war aber durchaus machtbewusst und wirkte polarisierend, er schätzt(e) die Volksfrömmigkeit und setzt(e) sich für die Theologie des Volkes ein, die sich in wesentlichen Punkten von der Theologie der Befreiung unterscheidet. In den Jahren der argentinischen Militärdiktatur beschützte Bergoglio Geistliche, Seminaristen und Laien – auch die vieldiskutierten Jalics und Yorio – und verhalf etlichen zur Flucht ins Ausland, auch wenn er nicht offen gegen die Junta auftrat. Deckers betont, dass Bergoglio nicht von der Jesuitenkurie für eine zweite Amtsperiode als Provinzial bestätigt worden wäre, wenn es massive Versäumnisse gegeben hätte. "Lieblingspapst" von Bergoglio ist nach Deckers Paul VI. Als Weihbischof und Erzbischof von Buenos Aires hielt Bergoglio Abstand zur römischen Kurie, u. a. von Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano angefeindet. Als Priester und Bischof suchte er im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Nähe der Armen usw. – spannend und lehrreich!