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Prof. Agnieszka Joniak-Lüthi wird am 1. Februar 2021 ihre Stelle als ordentliche Professorin für Sozialanthropologie an der Universität Fribourg antreten. Bereits ab September 2020 wird sie ab und zu am Institut anzutreffen sein, da sie das Masterkolloquium im Herbstsemester 2020 übernimmt.
Agnieszka Joniak-Lüthi ist zur Zeit SNF Förderprofessorin am Institut für Sozialanthropologie an der Universität Zürich und leitet das SNF-finanzierte Team-Projekt “ROADWORK: An Anthropology of Infrastructure at China’s Inner Asian Borders”. Sie hat ihren Master in Chinastudien an der Adam-Mickiewicz-Universität in Polen erworben und ihren Doktortitel in Sozialanthropologie an der Universität Bern. Sie hat doziert und geforscht an ihrer Alma Mater und an den Universitäten Bern, St Gallen, Zürich und Fribourg, an der LMU München und an der Xinjiang Universität und Sichuan Universität in China. Sie war auch an den Universitäten Washington, Oslo und Cambridge als Gastforschende tätig.
Prof. Joniak-Lüthi forscht primär zu China. Sie hat mehr als vier Jahre in China studiert und geforscht, zuerst im tropischen Südwestchina, dann in den Metropolen Beijing und Shanghai, und seit 2011 in der ariden Region Xinjiang an der Grenze zu Zentralasien. Seit 2018 weitet sie ihre Forschung auf Kirgistan und andere zentralasiatische post-sozialistische Länder aus.
Ihre Dissertation hat Prof. Joniak-Lüthi über Nationalismus und Ethnizität in China geschrieben. Auf der Postdoc-Stufe hat sie zu Siedlerkolonialismus und Identität in den multiethnischen westlichen Grenzregionen Chinas geforscht. In den letzten Jahren hat sie sich vermehrt der sozialwissenschaftlichen Erforschung der Infrastruktur gewidmet. In ihrer Forschung fokussiert sie besonders auf die Momente, in denen die normativen Ideen zu Infrastruktur – zu dem, was ihre Funktion sein soll, was sie bewirken oder was sie verhindern soll, oder wem sie zugute kommen soll – sich in die situierten sozialen Praktiken auflösen und sich ihre unvorhergesehenen und ungeplanten Effekte manifestieren.
Prof. Joniak-Lüthi ist die Autorin des Buches The Han: China’s Diverse Majority (University of Washington Press, 2015) und die (Co-)Herausgeberin drei Sonderhefte: "Spatial Transformations in China’s Northwestern Borderlands" (Inner Asia, 2016), “Infrastructural Times” (Roadsides, 2019) und “Exploring China’s borderlands in an era of BRI-induced change” (Eurasian Geography and Economics, 2020), sowie der kuratierten Serie #Roadsides (2020). Agnieszka Joniak-Lüthi ist Mitbegründerin und die Managing Editor der Open Access Zeitschrift Roadsides, die sich dem Erforschen des sozialen, kulturellen und politischen Lebens der Infrastruktur widmet. Ihre Aufsätze wurden, unter anderem, in The Journal of Asian Studies, The Cambridge Journal of Anthropology, Ethnic and Racial Studies, Political Geography, Modern Asian Studies, Asian Ethnicity, Zeitschrift für Ethnologie, Society and Space und Oxford Bibliographies Online veröffentlicht.