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|Sonntag, 29. März 2020||Bibliothek

100'Jähriger kalender
Die menschen versuchten schon von alters her bestimmte lebenswichtige rhythmen beim wetter zu erfassen. War auf der einen seite die dauer wichtig, bis es wieder wärmer wurde, oder die zeit der großen regenfälle, so war auf jeden fall die kenntnis der wechsel der jahreszeiten ein großer fortschritt.
Ein problem stellte sich dabei:
Die zahlen in der natur sind nicht "gerade", sondern doch irgendwie "krumm". Zum beispiel ergeben 12 mondrhythmen kein sonnenjahr, sondern nur 354 tage. Aus diesem grunde bestimmte papst gregor XIII am 4. oktober 1584 die nach ihm benannte kalenderreform. Auf den 4. oktober folgte somit der 15. oktober. Der gregorianische kalender ist bis in die heutige zeit gültig. Als große neuerung brachte der kalender folgende regel:
Jahre werden nur noch dann zu schaltjahren, also um einen tag verlängert, wenn die letzten beiden zahlen des kalenderjahres durch 4 teilbar sind.
Die jahreszeiten ließen sich so sehr genau bestimmen.
Nun war es im mittelalter wichtig, daß die ernten günstig ausfielen. So versuchte man einen rhythmus zu finden, der in den kalender klimatische beobachtungen einpaßte. Aus dieser not entstand heraus der "immerwährende kalender".
Die erste fassung stammte vom fränkischen abt dr. mauritius knauer, der vom 14. märz 1613 bis zum 9. november 1664 lebte. Er verband astronomische mit meteorologischen beobachtungen. Dabei waren die stellungen der planeten sehr wichtig. Zu diesem zeitpunkt waren nur sieben planeten bekannt:
Saturn, jupiter, mars, sonne, venus, merkur und mond.
Daher wiederholt sich der "immerwährende kalender" alle sieben jahre.
1701 ließ der erfurter arzt dr. hellwig den "immerwährenden kalender" drucken. Damit er besser ankam, wurde er einfach in den 100-jährigen kalender umbenannt, denn 100 jahre bedeuteten damals eine ewigkeit.
Im zeitalter der satelliten, am ende des 20. jahrhunderts ist solch ein kalender hinfällig, möchte man meinen. Aber im volksmund stecken noch viele begriffe, die nicht auszurotten sind. Da gibt es die eisheiligen, die hundstage, die schafskälte und - nicht zu vergessen - das weihnachtstauwetter.
Es wurde und es wird immer noch viel humbug mit dem 100-jährigen kalender getrieben, was sicher nicht im sinne von abt mauritius knauer ist. Daher sollst du jetzt an sein vermächtnis herangeführt werden.
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Jürg Zimmermann
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Letzte aktualisierung am Freitag, 17. November 2000