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(bm) Das Erlernen einer zweiten Landessprache und Englisch in der Primarschule, wie es derzeit in vielen Schweizer Kantonen praktiziert wird, ist in den vergangenen zwei Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden. Kritik wurde laut und Vorstösse wurden unternommen, die nur noch auf eine Fremdsprache auf der Primarstufe abzielten.
Forschungsmethode
Nun liegt eine «Systematic review» (systematische Übersichtsarbeit) vor, die von Bund und Kantonen in Auftrag gegeben worden ist. Diese stellt erstmals die international relevante Forschung zum gleichzeitigen Erlernen mehrerer Fremdsprachen in der Schule dar. Dabei wurden ausschliesslich Ergebnisse von Forschungsarbeiten berücksichtigt, die wissenschaftliche und methodische Mindeststandards erfüllen. Die Übersichtsarbeit wurde auf die schweizerische Situation ausgelegt, sodass gezielt Fragen des gleichzeitigen Erlernens mehrerer Sprachen in der Schule, deren Staffelung oder Reihenfolge mittels der systematisch erfassten und analysierten Forschung in Augenschein genommen werden konnten. Von den anfänglich 7114 für diese Thematik identifizierten Publikationen, blieben 70 Arbeiten übrig, die für die zu untersuchenden Fragestellungen als relevant galten. Die anschliessend durchgeführte Qualitätsprüfung reduzierte die Zahl nochmals auf 48 Studien, die für die Review schliesslich berücksichtigt werden konnten.
Ergebnisse in Kürze
Die systematische Übersichtsarbeit hat deutlich gemacht, dass das Erlernen einer Fremdsprache das Erlernen einen weiteren Fremdsprache begünstige und dass die wissenschaftlichen Studien keinen Hinweis darauf geben, dass das Erlernen mehrerer Sprachen zur Überforderung führe. Auch kann aus den Studien keine «ideale» Reihenfolge beim Erlernen von mehreren Fremdsprachen abgeleitet werden. Verschiedene Arbeiten haben zudem das zeitgleiche frühe Erlernen mehrerer Fremdsprachen mit dem zeitlich versetzten Erlernen von Fremdsprachen verglichen. Hierbei fiel der Befund der Studien mehrheitlich so aus, dass ältere Schülerinnen und Schüler schnellere Lernfortschritte erzielen würden. Dies wurde auf den höheren allgemeinen und sprachspezifischen Wissensstand älterer Schülerinnen und Schüler zurückgeführt. Dass eine Verschiebung des Zeitpunkts des Erlernens der zweiten Fremdsprache deshalb vorteilhafter wäre, kann daraus aber nicht abgeleitet werden.
Die «Systematic review» zeigt, dass es derzeit keine Forschungsevidenz gibt, die eine Veränderung des Schweizer Modells mit dem Erlernen einer zweiten Landessprache und Englisch ab dem 3. und 5. Schuljahr nahe legen würde.
CORECHED
Die Schweizerische Koordinationskonferenz Bildungsforschung (CORECHED) ist das gemeinsame Organ von Bund und Kantonen zur Koordination der Bildungsforschung in der Schweiz. In ihr sind das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) vertreten. Das Bundesamt für Statistik (BFS), der Schweizerische Nationalfonds (SNF) und die Schweizerische Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) nehmen mit beratender Stimme an den Sitzungen teil.
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(bm) Das Erlernen einer zweiten Landessprache und Englisch in der Primarschule, wie es derzeit in vielen Schweizer Kantonen praktiziert wird, ist in den vergangenen zwei Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden. Kritik wurde laut und Vorstösse wurden unternommen, die nur noch auf eine Fremdsprache auf der Primarstufe abzielten.
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