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Ein Zeitgenosse bezeichnete Paul-Théophile Roberts Malerei als «vornehme, beherrschte, in sich beruhigte, zeitlose Kunst». Rückblickend gehört sie klar dem frühen 20. Jahrhundert und jenen Tendenzen an, die einen neuen Realismus prägten. Bei Robert ist er gepaart mit Referenzen an die Tradition und dem Streben nach Harmonie.
Hineingeboren in eine Familie von Malern, erlernte Paul-Théophile die Kunst zunächst vom Vater. Von 1900 bis 1906 setzte er seine Lehrjahre in verschiedenen Ateliers vornehmlich in Paris fort und besuchte dort 1902 auch die École des Beaux-Arts. 1909 zurück in der Schweiz, befreundete er sich mit Charles-Édouard Jeanneret (später genannt Le Corbusier), mit dem er ab 1917 erneut in Paris eng verkehrte. Bis dahin malte Robert Stillleben, idyllische Landschaften und Figuren mit verschiedenen stilistisch zeittypischen Anleihen. Auch kubistische Ansätze erprobte er. Im Paris der frühen 1920er prägte er dann einen neusachlichen Stil aus, der besonders in eindringlichen Porträts und Figurengruppen im Freien – häufig Badende – zum Tragen kam. Letztere lassen Picasso als Vorbild anklingen, aber auch die christliche oder mythologische Ikonografie. Dezente Farbtöne und ausgewogene Kompositionen sind charakteristisch für alle Werke dieser Zeit, die international ausgestellt wurden. Als der internationale Erfolg abebbte, liess Robert sich 1930 endgültig in der Schweiz nieder und widmete sich bis zum Zweiten Weltkrieg hauptsächlich der Kirchenmalerei, bevor er in den letzten zehn Schaffensjahren seine Themen der 1920er wieder aufnahm.
Paul-Théophile Robert hat vor allem mit seinen Auftragsarbeiten für die Kirche St. Paul in Luzern (1912) sowie für die Kirchen von Tavannes (1930) und Saint-Blaise (1939) Werke von nachhaltiger, kunsthistorischer Bedeutung geschaffen.
Paul-Théophile Robert, 1879 geboren in Ried bei Biel (CHE), starb 1954 in Neuchâtel (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Kunst im öffentlichen Raum (Kirchenausstattung)