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Forschung
Europa hat wieder mehr Fledermäuse
In den vergangenen zwanzig Jahren hat die Zahl der Fledermäuse in Europa zugenommen. Viele Arten sind aber noch immer gefährdet.
Spinnen fressen Fledermäuse
Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat Daten aus neun europäischen Ländern zu 16 Fledermausarten zusammengefasst. Die Zählungen an tausenden von Überwinterungsstandorten ergaben, dass die Zahl der Fledermäuse insgesamt zwischen 1993 und 2001 um 43 Prozent zugenommen hat.
Hans Bruyninckx, Geschäftsführer der Europäischen Umweltagentur: «Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass die Fledermauspopulationen nach einer historischen massiven Abnahme nun wieder zunehmen.» Er führt dies auf Schutzmassnahmen zurück, betont aber, dass viele Arten noch immer bedroht sind.
Fledermäuse leiden unter intensiver Landwirtschaft
In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts hatten viele Populationen abgenommen. Sie litten unter anderem unter den Folgen der intensivierten Landwirtschaft, der Zersiedelung und der Zerstörung potenzieller Schlafplätze. Auch starben manche Tiere an Giften, mit denen das in Dächern verarbeitete Holz behandelt war. Da Fledermäuse meist nur ein Junges pro Jahr zur Welt bringen, sind die Populationen empfindlich gegen Störungen und erholen sich nur langsam.
Im Report wurden Daten zu 16 der 45 europäsichen Fledermausarten aus Lettland, Ungarn, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Slowenien, Slowakei, UK sowie den deutschen Bundesländern Bayern und Thüringen zusammengetragen. Mitarbeiter verschiedener Organisationen und Freiwillige haben die Fledermäuse an 6000 Überwinterungsplätzen gezählt und katalogisiert. Die einzige Art, deren Population leicht abgenommen hat, ist gemäss dem Bericht der Europäischen Umweltagentur das Graue Langohr. Naturschützer gehen aber davon aus, dass auch andere Arten heute noch weniger verbreitet sind als vor dem Rückgang im 20. Jahrhundert.