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Der Staatsrat ist der Ansicht, dass die Vorschrift eines einheitlichen Mindestlohns im ganzen Kanton – ohne Berücksichtigung der regionalen und sozialen Unterschiede – keine wirksame Lösung für die Bekämpfung der Armut ist. Dies hält er in seiner Antwort auf eine entsprechende Motion der Grossräte Xavier Ganioz (SP, Freiburg) und Benoît Rey (Mitte links – CSP, Freiburg) fest, die er zur Ablehnung empfiehlt. Ganioz und Rey forderten einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde, der zudem jährlich an die Teuerung anzupassen sei.
Die Kantonsregierung appelliert an die Verantwortung der Sozialpartner und fordert sie auf, sich zusammenzusetzen, um Branchen- oder Unternehmenslöhne zu vereinbaren, statt einen allgemeinen Mindestlohn zu erlassen. Dank dem liberalen Arbeitsmarkt und der Sozialpartnerschaft habe die Schweiz einen Lebensstandard über dem europäischen Durchschnitt, eine der tiefsten Arbeitslosenquoten und eine tiefe Sozialhilfequote. Es stimme zwar, dass Neuenburg ein Mindestlohn-Modell eingeführt habe, so der Staatsrat weiter. Da diese Einführung aber erst ein Jahr her ist, sei es noch zu früh, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.