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Abstract: Von eingewanderten Alamannen wurde in der Vergangenheit gerade im Zusammenhang mit frühmittelalterlichen Bestattungen gerne geschrieben. Dies ist wohl auf einige wenige Schriftquellen zurückzuführen. In diesen wurden gerade die Wanderungen von germanischen Volksstämmen sehr bildreich dargelegt.
Seit einiger Zeit stellt sich in der archäologischen Forschung jedoch die Frage, ob es wirklich so einfach ist, fremde Personen oder gar ganze Gruppen in einem Gebiet zu identifizieren. Zur Thematik der ethnischen Deutung sind umfangreiche Werke vorgelegt worden und die Diskussion ist gerade in der Frühmittelalterforschung sehr aktuell.
Die hier vorgestellte Lizentiatsarbeit hat sich zum Ziel genommen diese Diskussion auf das Gebiet von Churrätien zu übertragen.
Für das ausgewählte Forschungsgebiet wurden in den 1980er Jahren sämtliche Grabfunde katalogisiert und zusammenfassend betrachtet. Diese Arbeit wird nun fortgeführt: Es werden neue Fundstellen aus den Kantonen St. Gallen und Graubünden und dem Fürstentum Liechtenstein zusammengestellt und die bereits vorgelegten Komplexe mit neuen Forschungsergebnissen der letzten dreissig Jahre ergänzt.
Die Diskussion zur ethnischen Zuweisung soll in einem weiteren Teil dargelegt werden. Dabei wird in einem ersten Schritt der Identitätsbegriff kurz umrissen und anschliessend werden verschiedene mögliche Modelle zur ethnischen Deutung diskutiert. Abschliessend soll Churrätien auf diesbezüglich vorhandene Möglichkeiten untersucht werden.
Die gewonnenen Daten sollen schliesslich einen zusammenfassenden Überblick zum Untersuchungsgebiet vermitteln und Basis für die Frage sein, ob aufgrund der bisher vorhandenen Grabfunde eine ethnische Zuweisung sinnvoll und zeitgemäss ist.
Es soll auch dargelegt werden, an welchen Stellen die Bearbeiterin weitere Ansätze für künftige Untersuchungen der Grabfunde sieht und ob es Möglichkeiten gäbe, der Frage nach ethnischen Gruppen in zukünftigen Ausgrabungen und Auswertungen näher zu kommen.