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Steinle,
Eduard, Historien- und Monumentalmaler, geb. zu Wien, Sohn eines Graveurs, kam zu seiner Ausbildung in das Atelier eines Professors der Schabkunst (der dem Schüler Verehrung für seinen eignen Lehrer Füger mitzuteilen wußte), besuchte zu gleicher Zeit die Akademie, kam später, um die Öltechnik zu erlernen, in das Atelier von Kupelwieser, dessen Richtung er sich mit ganzer Seele anschloß, und ging, um sich darin weiter zu fördern, nach Rom, wo Overbeck und Philipp Veit sich seiner besonders annahmen.
Abgesehen von einer durch den Tod seines Vaters veranlaßten Reise in die Heimat, blieb er bis 1834 in Rom und besuchte dann Frankfurt a. M., wo ihn v. Bethmann-Hollweg mit der Ausmalung seiner Kapelle in Rheineck beauftragte. Um sich für die Ausführung dieses Auftrags in der Freskotechnik auszubilden, machte er unter Cornelius Studien in der Ludwigskirche zu München und malte dann (1838-42) auf Rheineck die acht Seligpreisungen. Nach der Vollendung derselben ließ er sich in Frankfurt nieder, wurde 1850 erster Professor am Städelschen Institut und malte eine Reihe von religiösen Bildern, die sich bei stets gemütvoller Auffassung weniger an die Strenge der sogen. Nazarener als an ihre Grazie der Formgebung anschließen.
Dahin gehören die Engelchöre im Kölner Dom, die Ölbilder: die tiburtinische Sibylle, der heil. Lukas die Madonna malend, die Auferweckung der Tochter des Jairus, Eva und Abel, die Hochzeit zu Kana u. a. Von 1857 an malte er in Gemeinschaft mit seinen Schülern Fresken in der Ägidikirche zu Münster, 1860-63 die Fresken des Treppenhauses im Kölner Museum (enthaltend die Kultur- und Kunstgeschichte Kölns), 1865 und 1866 die Chornischen der Marienkirche in Aachen, 1867 den Bilderschmuck der Löwensteinschen Kapelle zu Heubach, sodann die Kartons der Glasfenster in der Liebfrauenkirche zu Trier und im Dom zu Frankfurt und von 1875 an wieder eins seiner Hauptwerke: die Monumentalgemälde im Münster zu Straßburg. Vermöge seiner großen Vielseitigkeit und Produktionskraft schuf er auch zahlreiche Bleistiftzeichnungen, Sepia- und Aquarellbilder weltlichen Inhalts, z. B.: Illustrationen zu Brentanos Rheinmärchen, zu Shakespeares Dramen und andre Bilder von poesievoller Melancholie wie von heiterer Laune. Er ist Inhaber zahlreicher Orden, Ritter der französischen Ehrenlegion und Mitglied der Akademien zu Berlin, Wien und München.