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Grundlagen
Der September zeichnete sich durch viel sonniges und sehr warmes Wetter aus. Es handelt sich um den wärmsten September seit Messbeginn. Die Durchschnittstemperatur lag um 3,8 Grad über der Norm 1991-2020. Zwischen dem 18. und dem 22. September fielen im Tessin und in angrenzenden Regionen Graubündens starke Niederschläge. Lokal wurden in etwas mehr als 12 Stunden Spitzenwerte von 300 bis 350 mm Niederschlag gemessen. Gegen Ende der erwähnten Periode fiel Schnee bis auf 1200 Meter über Meer. In den restlichen Gegenden der Schweiz war es trocken bis sehr trocken. Ausser im Tessin und in Graubünden fielen nur in der Genfersee-Region und im Kanton Aargau regional leicht überdurchschnittliche Regenmengen (Tabelle 1.1). Die warmen Temperaturen beschleunigten die Vegetation. So konnte die Weinlese bis zu drei Wochen früher starten. Die Fruchtreife des Holunders wurde 12 Tage früher als im Mittel beobachtet.
Pflanzenbau
Im laufenden Jahr ergaben sich beim ersten Schnitt grosse Mengen an Raufutter (Tabelle 2.1). Die Qualität war aufgrund des späten Schnittzeitpunkts jedoch schlecht. Beim Emd wurden im Allgemeinen unterdurchschnittliche Mengen geerntet und die Qualität wurde als eher mässig beurteilt. Bei der Silage sah es mengenmässig besser aus, aber auch hier lässt die Qualität zu wünschen übrig. Die ersten Ertragsmeldungen aus dem Ackerbau liegen gemäss den Angaben der Berichterstatter auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr oder leicht tiefer (Tabelle 2.2). Besonders tief liegen die Erträge bei den Eiweisserbsen, welche wahrscheinlich Mühe mit der nassen Periode im Frühjahr und der anschliessenden Trockenphase hatten. Die Kartoffelernte wird im laufenden Jahr bei einer ähnlichen Fläche wie im Vorjahr mit 360 000 Tonnen eher leicht tiefer als im Vorjahr geschätzt (Tabelle 2.3). Im Gemüsebau werden weiterhin Ernten eingefahren, welche leicht unter den Vorjahreswerten liegen (Tabelle 2.4). Im August lag die Menge um 4,7 % tiefer als im Vorjahr, kumuliert lag die Menge um 9,9 % tiefer.
Milchwirtschaft
Im Juli lag die Milchanlieferung um 2,3 % unter dem Vorjahreswert (Tabelle 3.1). Die 12-Monats-Menge lag um 0,3 % tiefer als zu demselben Zeitpunkt des Vorjahres. Bei der Verwertung der Milch hat sich eine deutliche Verschiebung von der Käseproduktion zur Produktion von Butter und Dauermilchwaren ergeben (Tabelle 3.2). Diese Entwicklung setzte sich auch im Juli fort. Unter anderem hat dies zu einer Zunahme der Butterlager (Tabelle 3.6) geführt.
Viehwirtschaft
Bei annähernd stabilem Gesamtbestand (-0,1 %) ging der Milchkuhbestand im August gegenüber dem Vorjahr um 1,9 % zurück (Tabelle 4.1). Nach Alter betrachtet lagen im August die Bestände der Tiere von 1 bis 3 Jahren höher als in den Vorjahren. Dafür liegen die Bestände der älteren Tiere und inzwischen auch jene der Tiere mit einem Alter bis 1 Jahr tiefer (Tabelle 4.2). Im August wurden v.a. weniger Schweine als im Vorjahr (-9,6 %) geschlachtet. Aber auch bei den Rindern (-4,5 %), den Kühen (-17,1 %) und den Schafen (‑5,0 %) gingen die Zahlen der Inlandschlachtungen deutlich zurück (Tabelle 4.5). Die Schlachtgewichte lagen ausser bei den Schweinen (-2,0 %) generell leicht höher als im Vorjahr (Tabelle 4.4). Die Inlandproduktion von Rindfleisch ging gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % zurück (Tabelle 4.7). Beim Kalbfleisch nahm die Inlandproduktion um 3,7 % zu. Ein deutlicher Rückgang erfolgte beim Schweinefleisch mit einer Abnahme um 11,3 %. Beim Schaffleisch betrug der Rückgang 3,4 %. Die Produktion von Geflügelfleisch nahm im August um 2,1 % ab (Tabelle 4.9). Kumuliert beträgt der Rückgang nur 1,0 %. Noch etwas deutlicher sind die Importe zurückgegangen. Bei den Eiern ging die Produktion im August noch etwas deutlicher um 4,4 % zurück und kumuliert um 5,7 % (Tabelle 4.10). Dafür haben die Importe von Schaleneiern für die menschliche Ernährung zugenommen.
Aussenhandel
Die Käseexporte lagen weiterhin auf tieferem Niveau als im Vorjahr (Tabelle 5.6). Im August betrug die Differenz zum Vorjahr 4,2 %. Dies bedeutet, dass die meisten Käsesorten im Export Verluste hinnehmen mussten (Tabelle 5.8). Zu den Ausnahmen gehören andere Hartkäse und Gruyère AOP. Die Käseimporte sind im August zum dritten Mal in Folge angestiegen, dieses Mal um 4,6 %. Bei den Produktionsmitteln haben im August v.a. die Importe von Dünger zugenommen (Tabelle 5.15). Der Grund dafür dürfte u.a. die Entwicklung des gesunkenen Durchschnittspreises (-22,0 %) sein.
Preise
Die Preise für Muni, Ochsen und Rinder haben im September zugelegt, lagen jedoch weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres. Die Preise der Verarbeitungstiere RV und VK sind erstmals nach längerer Zeit zurückgegangen und lagen ebenfalls unter dem Vorjahresniveau (Tabelle 6.4). Auch die Preise für Schlachtkälber entwickeln sich positiv, lagen aber weiterhin deutlich unter Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.5). Die Preise für Tränkekälber gingen entsprechend der Saison zurück und lagen wie schon das ganze Jahr weiterhin unter dem Niveau der beiden Vorjahren (Tabelle 6.6). Die Preise für Jager überschritten erstmals das Niveau der beiden Vorjahre. Bei den Schlachtschweinen blieb der Preis trotz rückläufigen Schlachtungen unverändert (Tabelle 6.7). Auch die Preise für Lämmer und Schlachtschafe blieben unverändert (Tabelle 6). Der Produzentenpreisindex Landwirtschaft lag im August um 1,4 % über dem Vorjahreswert. Viele pflanzliche Erzeugnisse liefern einen positiven Beitrag zum Index, die meisten tierischen Erzeugnisse bleiben hingegen deutlich unter den Vorjahreswerten, nur die Schweinepreise haben sich deutlich verbessert. Beim Einkaufspreisindex der Produktionsmittel lagen im August v.a. die Preise für Verbrauchsgüter tiefer als im Vorjahr, bei den Investitionsgütern ist noch kein Rückgang erkennbar (Tabelle 6.14). Die allgemeine Jahresteuerung betrug nach dem Landesindex der Konsumentenpreise im August 1,6 %. Deutlich höher war die Teuerung bei den Konsumentenpreisen für Nahrungsmittel mit 4,3 %.