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Morbus Crohn wie auch Colitis ulcerosa sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), deren Ursache bis heute nicht geklärt ist.
In Diskussion bezüglich der Ursache stehen bei diesen sehr unterschiedlichen, in Schüben verlaufenden Erkrankungen folgende: Eine genetische Prädisposition, Umwelteinflüsse, ein überschiessendes Immunsystem und wahrscheinlich auch die Zusammensetzung des Mikrobioms (Darmflora). Beim Morbus Crohn kann es zu einer Entzündung der Schleimhaut zwischen Mund und After kommen, wohingegen bei der Colitis ulcerosa der Befall auf den Dickdarm beschränkt ist. Eine CED ist unheilbar.
Die Symptome manifestieren sich bei jedem anders und reichen von leichten Bauchschmerzen bis hin zu kolikartigen Beschwerden und zahlreichen Durchfällen. Auch Fieber, Blutungen aus dem Mastdarm, Abszesse oder Fisteln gehören zu den häufigsten Symptomen.
Die Zahl der CED ist in den vergangenen Jahrzehnten in den industrialisierten Ländern stark angestiegen. In der Schweiz leben ca. 16’000 Betroffene. Das Auftreten ist in jedem Alter möglich, der Häufigkeitsspitze liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Rund 20 Prozent der Krankheitsfälle werden bereits im Kindesalter diagnostiziert.
Die aktuelle Therapie erfolgt überwiegend medikamentös mit Immunmodulatoren (Unterdrückung des Immunsystems und damit auch die entzündliche Reaktion im Darm), Corticosteroiden (Entzündungshemmer), Biologika (künstliche Antikörper, welche die Wirkung von Molekülen zur Aktvierung des Immunsystems hemmen) und Produkten der Aminosalicylsäure (Einsatz im Schub wie auch zur Vorbeugung in der Remission). Bei Komplikationen ist je nach Situation ein chirurgischer Eingriff nötig. Ergänzend zur schulmedizinischen kann eine komplementäre Therapie eingesetzt werden.
Die Bedeutung der Ernährung bei der Entstehung und Behandlung von CED wird kontrovers diskutiert. Individuelle Unverträglichkeiten sind häufig und müssen berücksichtigt werden. Das Auftreten von Mangelernährung bei CED ist erhöht, diese wiederum verschlechtert die Prognose. Die Therapie der nachgewiesenen Malnutrition basiert auf einer bedarfsgerechten oralen Ernährung. Nebst oraler Trinknahrung und evtentuell weiteren Supplementen kommen auch enterale (und in wenigen Sonderfällen sogar parenterale Ernährung) als Therapie infrage. Gerade bei Kindern wird die enterale Ernährung auch als primäre Therapie des akuten Schubes eines Morbus Crohn verwendet, um die unerwünschten Nebenwirkungen von Medikamenten zu vermeiden.