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Luzern (ots) - Die Offensive französisch-malischer Truppen im Norden Malis hat eine neue Welle von Flüchtlingen ausgelöst. Aus Angst davor, mit den Islamisten verwechselt zu werden, die sich in der Bevölkerung verstecken, sind in den letzten Tagen Zehntausende von Menschen geflüchtet. Caritas Schweiz bereitet die Verteilung von Nahrungsmitteln und weitere Nothilfe für die Betroffenen vor.
Caritas Schweiz hat einen ersten Nothilfe-Betrag von 100 000 Franken gesprochen. "Allein im Januar sind 60 000 Menschen aus dem Norden in die zentralen und südlichen Regionen Malis und weitere 9000 nach Burkina Faso, Niger und Mauretanien geflüchtet", bilanziert Mamadou Diarra, Delegierter der Caritas Schweiz in Mali. Dazu kommen gemäss UNHCR 150 000 intern Vertriebene und 250 000 Flüchtlinge in Lagern in den Nachbarländern.
"Die intern Vertriebenen kommen mehrheitlich bei Verwandten oder Organisationen von Flüchtlingen aus dem Norden unter. So wird die überwiegende Mehrzahl von der lokalen Bevölkerung beherbergt und ernährt, doch die Gastfamilien haben nicht genügend Vorräte, um dies auf längere Zeit durchhalten zu können", sagt Mamadou Diarra. Das Nothilfeprojekt für die betroffene Bevölkerung konzentriert sich auf die Regionen, welche die meisten Flüchtlinge aufnehmen, also auf die Regionen San (Flüchtlinge aus Gao und Mopti), Niono (Flüchtlinge aus Timbuktu, Mopti und Diabaly) sowie Nioro an der Grenze zu Mauretanien (Flüchtlinge aus Timbuktu).
Vor allem Frauen und Kinder geflüchtet
Am Dringendsten benötigen die Flüchtlinge - mehrheitlich Frauen und Kinder - sowie ihre Gastfamilien Nahrungsmittel und Medikamente, sauberes Trinkwasser und den Zugang zu sanitären Anlagen (Latrinen). Caritas wird Getreide, Speiseöl, Milch und proteinhaltige Nahrungsmittel abgeben, aber auch Seife, Hygieneartikel, Matten, Decken und Moskitonetze. Geplant ist zudem eine kostenlose medizinische Behandlung bei Malaria und Durchfall. Mit dem Nothilfeprojekt sollen bis zu 20 000 Flüchtlinge sowie 4000 Gastfamilien Unterstützung erhalten. Parallel dazu wird Flüchtlingen, die in ihre Heimatorte zurückkehren möchten, Unterstützung angeboten. Das Risiko, in den Norden zurückzukehren, ist momentan aber noch sehr hoch.
Dürre von 2012 wirkt noch immer nach
Der Sahel wurde 2012 von einer schweren Dürre heimgesucht. Noch immer ist Nahrungsmittelhilfe in grossem Umfang notwendig. Caritas Schweiz ist in Mali seit 1972 aktiv. Die Mehrheit der Projekte verfolgt das Ziel, die Ernährung zu sichern und die lokale Wirtschaft zu fördern. Caritas engagiert sich auch für die Menschenrechte, die soziale Gerechtigkeit und den Frieden. Sie arbeitet mit lokalen Partnern wie den Caritas-Organisationen in den Regionen Bamako, Mopti, San und Kayes zusammen.
Caritas bedankt sich für Spenden auf das Konto 60-7000-4, Vermerk "Flüchtlinge Mali"
Kontakt:
Franziska Koller, Stv. Leiterin der Abteilung Afrika/Lateinamerika, Tel.: +41/41/419'24'84 E-Mail: <email-pii> Carole Schaber, Programmverantwortliche Sahel (zurzeit in Afrika), Tel.: +41/79/509'77'75 E-Mail: <email-pii>