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Die Schriften des Yoga
Die ältesten philosophischen Texte des Hinduismus sind die Veden und die Upanishaden. Sie stammen aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. und wurden zuerst mündlich überliefert, noch bevor die Schrift erfunden wurde. Es existieren vier Veden: das Rigveda (eine Sammlung von über 1000 Hymnen), das Samaveda (eine Serie von Beschwörungsformeln), das Yajurveda (Texte, die von Priestern während Opferzeremonien rezitiert wurden), und das Atharvaveda (enthält Formeln, die von den Brahmanen aufgesagt wurden).
Die Upanishaden sind die philosophische und mystische Essenz der Veden. Ihre Hauptthemen sind die Identität des Atman (individueller Geist) und Brahman (universeller Geist), die Lebensziele, die Meditation und der Zyklus der Wiedergeburten. Das philosophische Wissen der Upanishaden wird als Vedanta bezeichnet. Zu den bekanntesten Upanishaden zählen die Mandukya Upanishad, die Mundaka Upanishad, die Aitareya Upanishad, die Taittiriya Upanishad, die Katha Upanishad, die Chhandogya Upanishad und die Brihadaranyaka Upanishad.
Die wichtigsten heiligen Texte sind das Mahabarata und das Ramayana, welche zwischen 400 Jahre v. Chr. und 400 Jahre n. Chr. geschrieben wurden. Die Bhagavad Gita, ein Teil des Mahabarata, ist der bekannteste Text des Hinduismus. Die Puranas stellen neuere Überlieferungen dar, sie wurden nach 400 Jahre n. Chr. geschrieben.
Obwohl das Wort Yoga in vielen dieser Schriften nicht explizit erwähnt wird, behandeln alle Überlieferungen eine ähnliche Thematik wie das Yoga: Das Endziel des Lebens ist Moksha - die endgültige Befreiung. Einige befassen sich eingehend mit dem Alltag des Menschen, mit der gesellschaftlichen Ordnung, mit Ritualen, andere in abstrakter und esoterischer Form mit den Stadien der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, andere wiederum mit den Methoden der spirituellen Praxis, aber alle streben letztendlich die ultimative Verwirklichung des Absoluten an.
Einen speziellen Status haben die Yoga-Sutren von Patanjali. Patanjali ist der eigentliche Begründer des Yoga, seine Aphorismen sind das Referenzwerk des Yoga-Weges schlechthin. Dieser wird als Blüte mit acht Blättern beschrieben, die unabdingbar sind, um den Geist aus der Verflechtung mit den Sinnesgegenständen zu befreien und ihn in seine ursprüngliche Herrlichkeit zurückzuführen. Dabei werden alle Aspekte der Persönlichkeit - auch body-mind complex genannt - berücksichtigt: Die Einstellung zu sich selbst, das Verhalten gegenüber den Anderen, das Verständnis der Welt, das Verhältnis zum eigenen Körper, die Rückführung der Sinne, der Ausgleich der Energien, die Erweiterung des Bewusstseins.