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Jüdische Gemeinschaften sind seit mehr als 150 Jahre im Kanton Luzern organisiert, auch wenn erste Hinweise bis ins 3. Jahrhundert zurückreichen. Als erste nichtchristliche Gemeinschaft entstand 1866 der Israelitische Kultusverein in Luzern, nachdem sich jüdische Familien ausserhalb der seinerzeitigen Stadt, im Bruchquartier, angesiedelt hatten. 1866 hatten Juden und Jüdinnen in der Schweiz die Gleichstellung mit christlichen Bürgern erhalten, acht Jahre später die volle Kultusfreiheit (1874). Juden und Jüdinnen bauten 1912 eine von aussen unscheinbare, im inneren jedoch prächtige Synagoge im Bruchquartier und benannten sich in «Jüdische Gemeinde Luzern» um. 1954 kam eine Jeschiwa hinzu, eine religiöse Ausbildungsstätte für junge jüdische Männer zum Studium der Thora und des Talmuds. Zuerst angesiedelt auf dem nicht weit entfernten Bramberg, zog sie 1968 in einen grossen Neubau in Kriens-Obernau, musste jedoch wegen fehlender Studierender und Gelder 2016 schliessen. Seit 2003 wirkt zudem die chassidische Chabad Lubavitch in Luzern. Während diese durch eine Vielzahl von Angeboten insbesondere säkulare und liberale Juden und Jüdinnen anzusprechen sucht, ist die orthodox ausgerichtete Jüdische Gemeinde um den langjährigen Rabbiner Hugo Benjamin kleiner geworden und droht zu erlöschen. Im Jahr 2000 lebten knapp 400 Juden und Jüdinnen im Kanton Luzern, 2014 waren es etwa 260 Personen jüdischen Glaubens (ab 15 Jahre).
Jüdische Gemeinden und Institutionen im Kanton Luzern
Pilatusstrasse 20, 6003 Luzern
Bruchstrasse 51, 6003 Luzern
Erloschene Gemeinschaften
«Religionsvielfalt im Kanton Luzern» (www.unilu.ch/rel-LU) ist ein Projekt des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Luzern.
Letzte Aktualisierung: 4.1.2017