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© Raphael Arelettaz
In Zusammenarbeit mit den Landwirten versucht die Vogelwarte, das Nahrungsangebot für die Zwergohreule zu erhöhen.
Die Zwergohreule ist ursprünglich ein Bewohner der traditionell genutzten Agrarlandschaft im Wallis. Dort kam sie in Obstgärten und Wiesen rund um Dörfer im Tal und an den Hängen bis 1100 m vor. Sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten wie Grillen und Heuschrecken. Mit der Erweiterung von Weinbergen und der Intensivierung der Landwirtschaft im Wallis in den vergangenen 50 Jahren schrumpfte der Bestand der Zwergohreule dramatisch. Seit ein paar Jahren nimmt der Bestand wieder zu. Zwischen Sion und Brig gibt es eine kleine Population aus 20 bis 30 Sängern.
Die intensivere Bewirtschaftung von Wiesen führte zu einem starken Rückgang von Insekten und anderen Tieren der Agrarlandschaft. Der Schutz der letzten Wiesen, deren Nutzung bis heute noch nicht intensiviert wurde, ist deshalb sehr wichtig. Zusätzlich zu einer extensiven Bewirtschaftung der Wiesen unterstützt die Schweizerische Vogelwarte ein Nutzungsregime, welches das Insektenangebot für die Zwergohreule fördert: Krautsäume entlang von Wiesen dienen während der Mahd als Refugium für Insekten und andere Tiere. Erst im Herbst wird die Hälfte des Krautsaums gemäht, damit keine Büsche wachsen. Die andere Hälfte bleibt für die Überwinterung von Insekten und anderen Tieren stehen. Die Zusammenarbeit mit Vernetzungsprojekten erlaubt, die Fördermassnahmen zu zentralisieren. Parallel zur Verbesserung des Nahrungsangebots hat die Schweizerische Vogelwarte im Rahmen des Artenförderungsprojekts für die Zwergohreule auch das Angebot an Nistgelegenheiten erhöht; derzeit gibt es gegen 120 Nistkästen. eine Erhöhung des Nistplatzangebots durch das Anbringen von Nistkästen. Die Nistkästen besitzen einen Schutz gegen Steinmarder, um die Prädation von Gelegen zu minimieren.
Die Zwergohreule gehört zu den am stärksten bedrohten Brutvogelarten der Schweiz. Die Schutzmassnahmen sollen die kleine Restpopulation im Wallis vor dem Verschwinden schützen. Diese Massnahmen können künftig auch in anderen Schweizer Regionen umgesetzt werden, zum Beispiel im Kanton Tessin oder im Kanton Graubünden, wo seit anfangs der neunziger Jahre im Frühling jährlich Zwergohreulen registriert werden.