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Die Geschichte des WingTsun
Der Legende nach soll die Nonne Ng Mui vor ca. 300 Jahren einem Mädchen namens Yim WingTsun geholfen haben, sich gegen einen gefährlichen Dorfschläger und Soldaten zur Wehr zu setzten. Da Yim WingTsun ihrem Kontrahenten körperlich unterlegen war, musste Ng Mui einen neuen Kampfstil entwickeln, welcher einerseits rasch erlernbar ist und bei welchem andererseits rohe Körperkraft unbedeutend ist. Nach wenigen Jahren Training soll Yim WingTsun den Dorfschläger im Zweikampf besiegt haben. Ng Mui nannte ihren neuen Kampfstiel WingTsun, was mit «eine Ode an den Frühling» übersetzt wird.
Diese Legende ist historisch so nicht gesichert. Man geht davon aus, dass WingTsun in Geheimgesellschaften der Widerstandsbewegung gegen die damalige Regierung gelehrt und trainiert wurde. Viele lesenswerte Erzählungen ranken sich um die verschiedenen WingTsun Meister der nachfolgenden Generationen.
Gesichert ist, dass der WingTsun Grossmeister Yip Man während der Kulturrevolution von Fatshan nach HongKong fliehen musste und da einige – später sehr berühmte – Schüler unterrichtete. Unter anderem lernte Bruce Lee bei Grossmeister Yip Man. Sein letzter «closed door» Schüler war Grossmeister Leung Ting. Grossmeister LeungTing wurde der Lehrer von Grossmeister Keith R. Kernspecht, welcher WingTsun in Kiel (Norddeutschland) zu unterrichten begann. Von da verbreitete sich WingTsun rasch in ganz Europa. Grossmeister Kernspecht erkannte, dass das klassische WingTsun sich zwar hervorragend für den Zweikampf eignet, allerdings nicht kompatibel mit unserem Notwehrrecht war. Er entwickelte deshalb aus den Ideen des WingTsun Selbstverteidigungsstrategien, Taktiken und Techniken, die ebenso effektiv, aber mit dem hiesigen Recht kompatibel sind. Darüber hinaus werden bei den Verteidigungstechniken auch psychologische Aspekte wie der Umgang mit Stress und Angst mit einbezogen. Er nannte das moderne Selbstverteidigungsprogramm BlitzDefence, welches im normalen WingTsun-Unterricht erlernt wird. Neben diesem modernen Programm werden die klassischen Elemente des WingTsun nach wie vor gelehrt und geübt. Dadurch lernt man die Ideen des WingTsun zu verstehen und das eigene Bewegen wird optimiert. Schliesslich will man immer ökonomischer, das heisst mit weniger Kraftaufwand mehr Wirkung erzielen.
Grossmeister Giuseppe Schembri ist der Nationaltrainer der Schweiz und im Leitungsteam der «Europäischen WingTsun Organisation» (EWTO). Sifu Walter Häberle und Johannes Fleischhauer sind Schüler von Grossmeister Giuseppe Schembri.
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