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Wie sieht es in den Bergen aus, wenn die letzten Skifahrerinnen und Skifahrer abgereist und die Sommergäste noch nicht da sind?
Auf diese Frage suchte der Schweizer Fotograf Simon Walther Antworten, als er die Berglandschaften während seinen ausgedehnten Reisen in den Alpen mit der Kamera einfing. Was er fand, war ein Gefühl der trostlosen Verlassenheit und etwas glückselige Stille.
Jeweils im Frühling dreier aufeinander folgender Jahre besuchte Walther Skigebiete, die an Ostern von den letzten der Millionen von Urlaubern verlassen werden, die jeden Winter in die Alpen strömen.
Als der Fotograf ankam, zog sich der Winter langsam zurück. Oftmals schmilzt jener Schnee zuletzt, der während der Saison die Skipisten bedeckt und von Pistenfahrzeugen präpariert und verdichtet worden war.
Walther stellte swissinfo.ch einige seiner Fotos zur Verfügung. Diese erscheinen auch in seinem deutschsprachigen Buch "Zwischensaisonexterner Link".
Dieses Foto zeigt das Skigebiet Gemsstockexterner Link über dem Dorf Andermatt.
Ein grosses Skigebiet gibt laut dem Branchenverband Seilbahnen Schweizexterner Link durchschnittlich mehr als 200'000 Franken pro Tag aus, um die Bergbahnen zu betreiben, Kunstschnee herzustellen und die Pisten zu präparieren. Die teuren Schneekanonen, die an Wasserschläuche angeschlossen sind, werden aus Reservoirs gespeist, die ausschliesslich für die künstliche Beschneiung gebaut wurden.
Die Skipisten von Zermattexterner Link sind ebenfalls mit Beschneiungsanlagen ausgestattet, wie zum Beispiel die Lanze unten rechts. Die Beschneiung macht etwa ein Viertel der Betriebskosten eines Skigebiets aus und gilt seit langem als unerlässlich, um Skifahrer mit perfekten Schneeverhältnissen anzuziehen.
Um die Skigebiete bis Ostern offen zu halten, wird mit Kunstschnee gearbeitet. Aber wenn das lange Wochenende vorbei ist, wird der Strom für die Ski-Infrastruktur, von den Bergbahnen bis zu den Schneekanonen, abgeschaltet. Dann verlassen auch Tausende von Mitarbeitenden, die für die Bergbahnen arbeiten und die Pisten warten oder die Gäste in Restaurants und Hotels bedienen, die Ferienorte.
Walther stieg mit seiner Kamera auch in eine Kurve der Olympia-Bobbahnexterner Link bei St. Moritz, dem letzten Natureis-Bobrun der Welt. Die Höhenlage von St. Moritz (1800 m ü.M.) ermöglicht jeden Winter den Bau ohne künstliche Kühlung. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die Strecke in diesem Jahr am ersten Wochenende im März geschlossen werden musste.
In der Mitte des linken Fotos ragt ein Fels mit der Markierung des Sommer-Bergwegs aus dem Schnee. Der Weg führt zum Albulapass in der Nähe von St. Moritz.
Noch ist der Hinweis auf dem Bild links obsolet. Es wird noch ein paar Monate dauern, bis der Schnee schmilzt und viele Touristen versucht sein könnten, hier zu campieren.
Auch im Maggiatal in der Südschweiz wird es noch eine Weile dauern, bis sich die Gäste trotz der niedrigeren Höhenlage in den Gärten der Hotels entspannen können.
In den Schweizer Alpen macht die kurze Wintersaison fast drei Viertel des Jahresumsatzes aus, der insgesamt in Berggebieten erzielt wird.
Die lokalen Geschäftsaktivitäten im Sommer – wenn Wanderer und immer mehr auch Mountainbiker die Skifahrer ersetzen und Camping beliebt ist – sind in den letzten zehn Jahren von nur 13% des Umsatzes auf immerhin 28% gestiegen.
"Zwischensaison" ist Walthers zweites Fotobuch über alpine Landschaften. Sein erstes war eine Sammlungexterner Link von Spiegelbildern, die Berge und deren Reflektion in Seen darstellen.
(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler)