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"Nahrungsmittelunverträglichkeit"
Von den 20% der Menschen, die an Nahrungsmittel-Unverträglichkeit leiden, haben maximal 10% eine echte Nahrungsmittel-Allergie, 40% eine Kreuzreaktion mit Pollen und 50% eine Fruktose-, Histamin- oder eben Laktose-Intoleranz (je zu einem Drittel etwa). Daneben ist noch die Zöliakie, die Pseudoallergie und psychische Unverträglichkeit (Bestimmte Nahrungsmittel werden nicht vertragen, weil sie der eigenen Überzeugung widersprechen.) abzugrenzen.
die Laktose-Intoleranz
Die Evolution
schenkte uns die Laktase in unseren Därmen für die kurze Zeit der
Säuglingszeit, in der wir Muttermilch trinken um die Laktose (Milchzucker)
abzubauen. Danach ist die Produktion dieses Enzyms Luxus. Seit der Einführung
der Milchwirtschaft vor rund 5000 bis 10000 Jahren verzögerte die Evolution den
Zeitpunkt des Verschwindens der Laktase, jedenfalls bei 95% Europäern. Den
Asiaten ist dies nur in 5% gegönnt. So gelangt eben bei den
Unglücklichen nach Milchkonsum Laktose jeweils in den Dickdarm, wo sie
bakteriell vergoren wird und zu heftigem Furzen, auch Spasmen führt.
Diagnose:
Achtung: Die Laktoseintoleranz wurde eine Modediagnose (auch durch die in gewissen Kreisen häufig gestellte, aber krankmachende "Diagnose" einer "Milchallergie"! Siehe unter Stichwort "Guru-Medizin" >>> hier!)! Dies hat gar nichts mit seriöser Diagnostik der Milchunverträglichkeit zu tun - dies siedelt sich eher in der Nähe von Betrug an!
Nach wie vor sind die Klinik und die anamnestischen Angaben des Patienten die Hauptpfeiler der Diagnostik. Die Patienten wissen meistens selber, dass sie Milch oder milchhaltige Produkte nur schlecht vertragen, sie reagieren mit Bauchkrämpfen und Durchfall. Falls diese Angaben nicht eindeutig zur Diagnostik führen sollten, stehen weitere Methoden zur Verfügung:
Therapie:
In der ersten Phase nach der Diagnosestellung empfiehlt es sich, für etwa drei
bis sechs Monate eine laktosefreie Ernährung durchzuführen. Danach kann und
sollte ein
langsames Steigern und Ausprobieren der Laktosemenge begonnen werden.
Erfahrungsmässig werden zwischen 8 und 10 g Laktose, verteilt über den Tag,
gut toleriert. Milch und Milchprodukte werden besser vertragen, wenn sie mit
anderen Lebensmitteln zusammen eingenommen werden. Es wird sogar vermutet, dass
die Verträglichkeit gegenüber Milchzucker trainierbar ist. Nach Studien
kann sogar eine Kost mit täglich 333 Gramm Laktose innert drei Wochen bei
Laktoseintoleranten zu einer normalen Verdauung führen.
Kuhmilchallergie
Dagegen viel seltener ist beim Erwachsenen die Allergie gegen Kuhmilchproteinen. Bei Kindern findet man sie schon selten und 80 bis 90% überwinden diese Allergie vor dem 3. Lebensjahr. Sie zeigt sich häufig als chronische Verstopfung, seltener (blutige) Durchfälle, an der Haut (Neurodermitis, Nesselfieber, Quincke-Ödem) und mit Asthma.
Der sog. RAST-Test im Blut gegen Kuhmilcheiweiss ist hochpositiv (Anti-Beta-Lactoglobulin) und es besteht eine Vermehrung gewisser weisser Blutkörperchen (Eosinophilie).
Therapie:
Auf Milch allergisch reagierende Kinder kann man wieder an Milch gewöhnen. Der Trick besteht darin, den Kindern zunächst Produkte anzubieten, in denen die enthaltene Milch sehr stark erhitzt bzw. denaturiert wurde.(Kim JS, et al.: Dietary baked milk accelerates the resolution of cow's milk allergy in children. J. Allergy and Clin Immunol 2011;128:125-131).
Weglassen aller Kuhmilchprodukte. Es hat auch keinen Zweck, auf Ziegen- oder Schafsmilch auszuweichen. Die in allen Sorten enthaltenen Alpha-Kaseine, die als Haupt-Allergen gelten, sind zu 85% identisch und rufen ähnliche Reaktionen hervor (in "Kinderheilkunde", Band 144, Heft 4, 1996)!
Bei einer diagnostizierten Kuhmilchprotein-Allergie wird heute nicht mehr empfohlen auf
eine Säuglingsmilch auf Sojabasis auszuweichen, da auch Soja hochallergene Proteine
aufweist. Vorbeugend wird das Kind im ersten Lebensjahr mit einer semi-elementaren
Säuglingsmilch ernährt. (mit ärztlichem Rezept in Apotheken erhältlich).
Innert 3 Tagen nach Absetzen der Kuhmilch sollte eine Besserung erfolgen und erst 6 bis 9 Monate später soll wieder versucht werden, ob nun Kuhmilch akzeptiert wird.
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Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich kein "Spezialist" für obiges Thema bin. Es interessierte mich aber im bisherigen Rahmen meiner hausärztlichen Tätigkeit.
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