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Im letzten Teil des Blogs wurde die Definition einer substanzinduzierten Psychose und deren Diagnostik besprochen. In diesem Teil konzentrieren wir uns auf die verschiedenen Arten von substanzinduzierten Psychosen.
Eine substanzinduzierte Psychose wird einerseits nach den vorhandenen Hauptsymptomen und andererseits nach der konsumierten Substanz eingeteilt.
Arten von substanzinduzierten Psychosen nach Hauptsymptomen:
- Schizophrenieform: diese Art von substanzinduzierten Psychosen zeigt sich vor allem mit akustischen, seltenen optischen Halluzinationen. Diese Form der substanzinduzierten Psychose zeigt sich vor allem bei Amphetaminkonsum.
- Wahn- Form: Diese Form der substanzinduzierten Psychose zeigt sich von Wahnvorstellungen geprägt. Diese Form kommt vor allem bei Alkoholpsychosen vor.
- Halluzinatorische Form: Dabei nimmt die betroffene Person optische, akustische, olfaktorische (den Geruchssinn betreffende) und gustatorische (den Geschmackssinn betreffende) Phänomene, die in Wirklichkeit nicht vorliegen, wahr. Diese Art der substanzinduzierten Psychose kommt vor allem bei Kokainpsychosen vor.
- Affektive Form: Diese Form der substanzinduzierten Psychose betrifft die Stimmung. So kann es zu zum Beispiel Depressionen oder Manien kommen. Diese Art kommt vorwiegend bei Cannabispsychosen vor.
- Polymorphe Form: Diese Art der substanzinduzierten Psychose beschreibt eine Kombination zwischen den vier oben beschrieben Formen.
Arten von substanzinduzierten Psychosen nach der konsumierten Substanz:
Kokainpsychose:
Eine Kokainpsyschose, auftretend nach Kokainkonsum, äussert sich mit optische, taktilen (den Berührungssinn betreffend) und auch akustischen Wahrnehmungsstörungen. Ein typisches Symptom ist der sogenannten Dermatozoenwahn. Die Betroffenen sind dabei fest davon überzeugt, dass sich Würmer, Insekten oder andere Lebewesen auf oder unter ihrer Haut befinden und empfinden dabei Ekel, Angst, Juckreiz oder Panik. Um die empfunden Schädlinge loszuwerden können drastische Massnahmen vollzogen werden und so die Haut massiv geschädigt werden. Ein Dermatozoenwahn kann mit chronischem Kokainabsusus ebenfalls chronifizieren, sodass das Gefühl des Insektenkrabbeln für die betroffene Person zum Normalzustand werden kann.
Alkohol- Psychose:
Alkohol- Psychosen äussern sich vor allem durch akustische Halluzinationen, Paranoia und Angst. Betroffene Personen nehmen dabei häufig Stimmen wahr, die sie beschimpfen. Alkoholpsychosen kommen vor allem bei akuten Alkoholvergiftungen, bei einem akuten Alkoholentzug und bei chronischen Alkoholikern vor, wobei man grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Alkoholpsychose unterscheiden kann. Zum einen gibt es den Eifersuchtswahn, wobei die betroffene Person beispielsweise von der Untreue des Partners überzeugt ist, zum anderen gibt es Alkoholhalluzinose, wobei die betroffene Person ängstlich ist und Stimmen wahrnimmt. Bei einem chronischen Alkoholkonsum kann es zum Korsakow- Syndrom kommen, wobei es zu einem Gedächtnisverlust, vor allem kürzlicher Ereignisse, kommt. Menschen, die unter der sogenannten Korsakow- Amnesie leiden, können meist soziale Kontakte pflegen und auch zusammenhängende Gespräche führen, auch wenn sie sich nicht daran erinnern können, was in den letzten Minuten, Tagen und Monaten geschehen ist, da sie sich eine zusammenhängende Geschichte ausdenken. Dieses Phänomen des Ausdenkens, so dass eine plausible Geschichte entsteht, nennt sich auch Konfabulation.
Psychosen durch halluzinogene Substanzen, wie MDMA, Ecstasy und Amphetamine:
Bei halluzinogenen Substanzen kann eine Psychose bereits bei einmaligen Konsum auftreten. Symptome hierbei sind Panikattacken, Angstgefühle und Wahrnehmungsstörungen. Typisch für halluzinogene Substanzen ist das Erleben einer Depersonalisation. Dieser Bewusstseinszustand bezeichnet die Situation, in der die betroffene Person das Gefühl hat, neben sich zu stehen, den eigenen Körper also nicht mehr als eigen empfindet.
Cannabis- Psychose:
Cannabis kann wie die zuvor erwähnten Substanzen ebenfalls eine substanzinduzierte Psychose auslösen, dies ist relativ selten. Zudem ist Cannabis, vor allem bei regelmässigem Konsum und bei jungen Menschen, bekannt dafür, das Risiko an einer Schizophrenie zu erkranken, zu erhöhen. Dabei spricht man jedoch nicht mehr von einer exogenen oder substanzinduzierten Psychose, da trotz Abstinenz von Cannabis die Krankheit weiter bestehen bleibt.