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Fikile Ntshangase wehrte sich seit Jahren gegen die Ausweitung der Tendele Kohlemine in Somkhele in der Provinz Kwa-Zulu Natal. Am 22. Oktober wurde sie in ihrem Haus vor den Augen ihres 11-jährigen Enkels erschossen.
Fehlende Risikoanalysen, keine Konsultationen mit der betroffenen Bevölkerung
Gemeinsam klagten sie gegen Tendele. Denn die Firma hat weder eine angemessene Umweltrisikoanalyse noch eine umfassende Konsultation mit den Landbesitzerinnen und -besitzern der betroffenen Dörfern durchgeführt. Auch fehlt ein Plan zur Entsorgung des anfallenden Giftmülls. Ausserdem fordern die Anwohnerinnen und Anwohner den Stopp der Bergbautätigkeit und Entschädigungen für den erlittenen Schaden. Die Anhörung der Klage vor dem Obersten Berufungsgericht soll am 3. November 2020 stattfinden.
Anthrazitvorkommen beinahe ausgeschöpft
Die Firma Tendele drängt jedoch auf ein bindendes Abkommen* mit den in MEJCO zusammengeschlossenen Dörfern, und fordert, dass alle laufenden Klagen zurückgezogen werden sollen, damit ihre Arbeitsplätze während der Covid-Pandemie gesichert sind. Einschüchterungen, Morddrohungen und die Ankündigung grosszügiger Zahlungen bei Unterzeichnung des Abkommens führten laut Caroline Ntaopane, der Rechtsanwältin von Fikele Ntshangase, dazu, dass einzelne -nicht zeichnungsberechtigte – Mitglieder von MEJCO diesen Vertrag schliesslich unterschrieben. Mam’ Ntshangase hat dieses Vorgehen aufs Schärfste kritisiert und sich geweigert zu unterzeichnen. Die Firma Tendele verurteilt den Mord an Mam’ Ntshangase zwar, streitet aber jegliche Einschüchterungen und Geldangebote ab.
Ausdehnung der Mine vorgesehen
Die Kohlemine Somkhele der Firma Tendele wurde 2007 nahe der Kleinstadt Mtubatuba, 150 Kilometer nördlich von Durban errichtet und grenzt an den ältesten Wildpark Südafrikas den Hluhluwe-iMfolozi. Mit 22’000 Hektaren ist sie eine der grössten Tagebau-Kohleminen Südafrikas. Die Mine exportiert jährlich zirka 900’000 Tonnen Anthrazit. Das ist die härteste und hochwertigste Kohlesorte, sie verbrennt fast rückstandslos. Gemäss der Firma sind die Anthrazitvorkommen in der Mine fast ausgeschöpft, deshalb soll sie auf die umliegenden Gebiete von Emalalheni und Ophondweni, ausgedehnt werden, dem Ort an dem Mam’ Ntshangase umgebracht wurde. Der Südafrikanische Menschenrechtsrat und die Fastenopfer-Partnerorganisation WoMin prangern die Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen durch die Tendele Mine seit 2014 an.
Claudia Fuhrer, verantwortlich für das Programm Südafrika/28.10.2020
* Dieses Abkommen liegt Fastenopfer vor.