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|Abt Kerhart (990-1001)

Abt Kerhart
Kerhart, 990-1001. Kerhart (oder Gerhard) begann seine Regierung nach dem 27.1.990. Aus der Zeit vor seiner Wahl wird berichtet, daß er Begleiter seines Mitbruders und einstigen Abts von Niederaltaich Kunibert war, als dieser auf einer Reise starb. Mit ihm ist vielleicht jener Kerhart identisch, der als Schreiber oder Komponist einen mit Neumen versehenen Hymnus Gregors des Großen unterzeichnete. Am 18.5.994 bestätigte ihm Otto III. für das Kloster die Immunität und die freie Abtswahl. Er hat in der St. Galler Geschichtsschreibung einen schlechten Ruf: er soll Klostergüter verschleudert und die Klosterzucht ruiniert haben, so daß eine Spaltung des Konventes entstand. Eine Partei von älteren, regeltreuen Konventualen verklagte ihn bei Otto III., doch er wußte mit der Hilfe eines Grafen Muozo den Prozeß zu verhindern und waltete schlimmer als zuvor. Am 22.5.1001 ist Abt Kerhart gestorben.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)