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Germain van der Steen
Frankreich, 7.7.1897, Versailles (Frankreich) - 1985, Corbeille (Frankreich)
Malerei, Grafik
Schon während seiner Schulzeit begann Germain zu zeichnen und zu malen. Er wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf, besuchte die üblichen Schulen und belegte zuletzt einen Kurs an der Universität in Oxford, um seine Englischkenntnisse zu verbessern.
Zurück in Frankreich wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Bei einem Gasangriff erlitt Van der Steen schwere Verletzungen, die unheilbare Atembeschwerden hinterliessen. Es gelang ihm nicht, sich nach dem Krieg wieder ins normale Leben einzuordnen, und das Malen diente ihm als Flucht aus dem Alltag.
Nach seiner Heirat 1931 eröffnete er zusammen mit seiner Frau einen kleinen Gemischtwarenladen in Paris, den er bis ins hohe Alter führte. Fortan lebte er nur noch für die Malerei, wo ihn seine Träume und Fantasien seinen kriegsversehrten Körper vergessen liessen.
Entdeckt und gefördert wurde er von Kunstkritiker Anatole Jakovsky, seine erste Ausstellung erfolgte 1944 in Paris. Darauf folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland.
Künstlerisches Schaffen
Nach seiner anfänglichen naturalistischen Periode entwickelte Van der Steen einen visionären Malstil, den man heute der Naiven Kunst oder – auch wenn seine Biografie nicht dem typischen Bild entsprach – der Art Brut zuordnet. Er setzte Träume und Fantasievorstellungen in seinen Bildern um oder liess sich auch durch Musik von Mozart bis Debussy inspirieren. Naivität und Unbekümmertheit beleben seine üppigen Bilderwelten, oft mit katzenartigen Fabelwesen – er selbst ernannte sich zum «le roi des chats» – Paradiesvögeln oder wild wuchernden Blumenarrangements. Durch seine visionäre Ausdruckskraft, schuf er ein eigenes, magisches Paradies, voller Fabelwesen und Wunderpflanzen.
Ausstellungen, Anmerkungen, Hinweise, Quellen
1997: Kunstmuseum des Kantons Thurgau «Germain Van der Steen – je peints, je peins sans arrêt»
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Seit 1963: Diverse Einzel- und Gruppenausstellungen in der Galerie HILT