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Der italienische Bildungsminister Lorenzo Fioramonti hat sich für die Entfernung von Kruzifixen aus allen Schulklassen in Italien ausgesprochen. "Ich bin für eine laizistische Schule, in der alle Kulturen zum Ausdruck kommen."
Man dürfe nicht ein bestimmtes Symbol aushängen, sagte Fioramonti in einem Radiointerview. Der Minister aus den Reihen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung sprach sich auch für die Abschaffung des Bildes des Staatspräsidenten, das in den italienischen Schulen hängt. "Ich bin sicher, dass Präsident Sergio Mattarella mit diesem Vorschlag einverstanden ist", sagte Fioramonti.
Statt Kruzifixen und Fotos des Präsidenten würde Fioramonti eine Weltkarte mit Auszügen aus der italienischen Verfassung an den Wänden der Schulklassen hängen.
Die Worte des Bildungsministers lösten Kritik in den Reihen der Rechtsparteien aus. "Das Kreuz in den Schulkassen bezeugt die christlichen Wurzeln unseres Landes. Der Laizismus des Staates ist eine direkte Folge der christlichen Wurzeln Italiens und Europas, das darf man nicht vergessen", so die Fraktionschefin der rechtskonservativen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, Maria Stella Gelmini. Kritisch reagierte auch die postfaschistische Partei "Brüder Italiens" (Fratelli d'Italia).
Das Kruzifix in den öffentlichen Gebäuden, vor allem in Schulklassen, ist in Italien seit Jahren eine heikle Angelegenheit. Die italienische Regierung hatte 2014 in Strassburg ihren Kampf für Kreuze in italienischen Klassenzimmern gewonnen. Die grosse Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) hatte Italien damals vom Vorwurf der Menschenrechtsverletzung freigesprochen.
Fioramonti hatte zuletzt für Diskussionen mit seinem Vorschlag ausgelöst, Snacks und Softdrinks zu besteuern, um das Schulsystem zu finanzieren. Er hat ausserdem den Schülern in seinem Land erlaubt, sich an Klimaprotesten zu beteiligen, ohne dass ihre Eltern ihr Fernbleiben vom Unterricht entschuldigen müssen.