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Vorderkiemer
(Prosobranchia), die größte, etwa 15000 Arten umfassende und wichtigste Ordnung der Schnecken, [* 2] die nur in wenigen Formen das Land (s. Landschnecken) und das süße Wasser bewohnt. Die fast stets vorhandene Schale ist meist fest, das Tier kann sich meist ganz in dieselbe zurückziehen und hat meist auch noch einen besondern festen, auf dem Rücken des Fußendes angewachsenen Deckel, um die Mundöffnung damit zu verschließen. Die Deckel größerer Arten waren früher unter dem Namen Meernägel offizinell.
Die Gehäuse namentlich der den tropischen Meeren und zwar deren Uferzone entstammenden Arten bildeten den Hauptschmuck der Konchyliensammlungen. Die Geschlechter der teils und zumeist von animalischer, teils von vegetabilischer Kost lebenden Tiere sind mit Ausnahme besonders der Balvaten (s. Kammschnecken) getrennt, das Männchen hat meist eine äußere Rute. Wenige, wie die Sumpfschnecken (s. d.), sind lebendiggebärend; meist werden die Eier [* 3] in hornige Kapseln [* 4] eingeschlossen, die wiederum in der mannigfachsten Weise zu Klumpen, Bändern, Schüsseln u. s. w. vereinigt werden (s. Tafel: Eier, Fig. 10 u. 11). Nach der Beschaffenheit der Kiemen unterscheidet man drei Unterordnungen: die Kammkiemer, bei denen eine in ganzer Länge angewachsene Kieme vor dem Herzen in der Kiemenhöhle liegt;
die Schildkiemer, bei denen die eine oder zwei Kiemen in der Atemhöhle nur mit der Basis befestigt sind, und die Kreiskiemer, bei denen die Kiemen im Kreis [* 5] zwischen dem Rande der flachen Schale und dem Fuße angeordnet sind (s. die betreffenden Artikel).
Fossil treten
Vorderkiemer schon im Silur auf.