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Aktualisiert: Apr 25
Helvetia auf Reisen
Zur Skulptur von Bettina Eichin
"Eines Tages verlässt Helvetia ein Zweifrankenstück, mischt sich unters Volk und unternimmt eine längere Reise. Unterwegs kommt sie auch nach Basel. Nach einem anstrengenden Gang durch die Stadt, legt sie Mantel, Schild, Speer und Koffer ab, ruht sich auf einem Brückenpfeiler der Mittleren Rheinbrücke aus und blickt nachdenklich rheinabwärts."
Meine eigenwillige Deutung
Diese Helvetia ist mir eine Seelenverwandte. Sie verlässt das 2 Frankenstück und macht sich auf die Reise. Für mich heisst das, dass sie aus der Welt der Konventionen aussteigt und von der gesellschaftlichen Konsumorientierung Abstand nimmt. Sie steigt aus dem Hamsterrad und macht sich auf die Suche... das kann doch nicht alles sein!
Lange ist sie unterwegs bis sie am Ende ihrer Suche in Basel ankommt. Nun ist sie soweit. Sie kann den Mantel, das Schild, den Speer und den Koffer ablegen. Dies ist eine starke Handlung mit symbolischen Charakter. Mit dem Mantel legt sie überflüssige Hüllen ab, mit dem Schild lässt sie ihre Abwehr fallen, mit dem Speer hört sie auf zu kämpfen und mit dem Koffer entledigt sie sich von überflüssigem Balast.
Wer das tun kann, ist bei sich angekommen, erfährt die Klarheit des gegenwärtigen Augenblicks und lebt aus dem umfassenden Seinsgrund.
Nun blickt Helvetia nachdenklich rheinabwärts. Was sieht und erfährt sie wohl dabei?
Wenn Sie es wissen wollen, versuchen Sie folgendes:
Eine meditative Übung
Setzen Sie sich an einem ruhigen Platz an einem fliessenden Gewässer.
Schauen Sie auf das Wasser mit einem weichen Blick. Lassen Sie die Strömung bewusst in Ihrem Blickfeld vorbeiströmen, ohne den Blick an irgendetwas zu haften.
Je besser Sie die Strömung einfach im Feld des Gewahrseins vorbeifliessen lassen und schlicht dabei verweilen, desto weniger werden Sie sich in der Strömung verlieren.
Wenn Sie das eine Weile gemacht haben, verschieben Sie den Fokus Ihrer Aufmerksamkeit zum Gewahrsein selbst, der unbewegt und stets gleich ist.
Diese Übung ist eine Metapher für unser eigenes Leben. Je weniger wir uns in unserem Lebensfluss verlieren, desto mehr ruhen wir im Seinsgrund.
Für mich ist die Helvetia von Bettina Eichin in Basel eine StadtMystikerin.