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Die Fotos in den Utopia Photography-Galerien wurden mit verschiedenen Kameras von Nikon, Fujifilm und Canon aufgenommen. Gegenwärtig verwende ich die digitale Spiegelreflexkamera Nikon D850 sowie die spiegellose Kamera Nikon Z6.
Im Jahr 2003 schaffte ich mir meine erste digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) an, eine Fujifilm FinePix S2 Pro. Der Wechsel von meiner letzten analogen Spiegelreflexkamera (SLR), einer Nikon F801s, auf eine digitale war erlebnisreich. Es war eine Revolution in der Fotografie. Der Film, den die analogen Spiegelreflexkameras nutzten, war teuer. Bei normalen Filmrollen standen nur 12, 24 oder 36 Aufnahmen zur Verfügung und jede Aufnahme kostete damals ungefähr 50 Rappen bis zu einem Franken. Machte man beim Fotografieren Fehler, so kostete das Geld. Das zwang uns, selektiv und konzentriert zu fotografieren, intensiv über die Bildgestaltung, den Bildausschnitt, die Belichtungszeit, die Blende und über die Scharfstellung nachzudenken.
Dann musste der belichtete Film ins Labor geschickt werden und eine Wartezeit von mehreren Tagen bahnte sich an. Da man die Filmrolle in der Kamera erst vollständig belichten musste, vergingen manchmal Wochen und Monate vom Zeitpunkt der Aufnahme bis zum Zeitpunkt, zu dem man die vom Labor erstellten Bilder in der Hand hatte.
Oder man entwickelte den Schwarz-Weiss-Film in der eigenen Dunkelkammer in der Entwicklerdose mit Filmentwickler-Flüssigkeit, Wasser (zum Stoppen des Enwicklungsvorgangs) und Fixierer-Chemie (eine Art Bleichmittel). Man benutzte den entwickelten und getrockneten Film (die "Negative"), um davon Abzüge (Handabzüge, Papierbilder) zu machen. Die Negative wurden dazu in die Bildbühne eines Vergrösserungsapparates ("Vergrösserer") gelegt, die Distanz zwischen dem Negativ und dem Vergrösserungsrahmen (wo das Fotopapier reinkommt) justiert, die Schärfe eingestellt, das lichtempfindliche Fotopapier für die Handabzüge im Vergrösserungsrahmen platziert - all das mit magischer roter Beleuchtung - und anschliessend mit weissem Licht belichtet. Das belichtete Fotopapier wurde anschliessend für eine bestimmte Zeit in die Entwicklungsschale mit dem Entwickler getaucht und dann ins Stoppbad gebracht. Der Geruch der Chemikalien, das rote Licht, die Ruhe, das alles war wundervoll.
Die meisten Fotografen entschieden sich dafür, den noch nicht entwickelten Film in ein Labor zu schicken, wo er entwickelt wurde (vor allem bei Farbfilmen). Manchmal war das Labor dabei nicht erfolgreich und alle Bilder gingen damit verloren, manchmal wurde der Film in der Kamera nicht richtig transportiert, da er nicht richtig eingelegt wurde, und so wurde der Film gar nicht erst belichtet.
Digitale Kameras ermöglichen ein sofortiges Feedback, lassen den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung praktisch in Echtzeit erkennen. Informationen wie verwendete Kamera, Belichtungszeit, Blende, Aufnahmedatum etc. werden direkt mit dem Bild abgespeichert und können später für eine genauere Analyse ausgelesen werden. Das Fotografieren mit einer Digitalkamera ist praktisch kostenlos. Digitale Speicherkarten sind kostengünstig und können wiederverwendet werden. Die Bilddateien können mit dem Computer bearbeitet und dann auf einfache Weise mit anderen Menschen geteilt werden. Und digitale Bilder können zu Hause mit einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt werden - ohne Dunkelraum, Vergrösserer und spezielle Chemikalien (abgesehen von Tintenpatronen).
Meine erste DSLR, eine Fujifilm FinePix S2 Pro, basierte auf dem Gehäuse der Prosumer-Kamera Nikon F80 und nutzte einen Fujifilm SuperCCD-Sensor im APS-Format mit spezieller Wabenstruktur. Fujifilm pries die S2 Pro als 12 Megapixel-Kamera an, doch die effektive Auflösung lag näher bei 6 Megapixeln als bei 12 Megapixeln. Die Kamera, die etwa gleich viel kostete wie die Nikon D850 fünfzehn Jahre später, war während Jahren meine Hauptkamera.
Die Kamera erzeugte wundervolle digitale Dateien, gute Hauttöne und wenig Rauschen bei hohen ISO-Werten (für damalige Verhältnisse). Doch im Serienbildmodus war die Kamera weniger beeindruckend - nur zwei Bilder pro Sekunde mit einem Puffer von vielleicht 7 Bildern waren realisierbar und der Autofokus war eher langsam und unzuverlässig, vor allem bei schlechtem Licht. Die Fotos hatten einen leichten Grünstich, wenn die Kamera im JPG-Modus und mit Auto-Weissabgleich genutzt wurde. Und die Stromversorgung war gewöhnungsbedürftig (vier AA-Batterien und zwei 3V Lithium-Batterien vom Typ CR123A). Trotzdem war die Fujifilm S2 Pro, mit der ich zehntausende Fotos schiessen durfte, eine durchaus beliebte und erfolgreiche DSLR-Kamera. Ihre direkten Konkurrenten waren damals die Nikon D100 (die etwas kleiner, leichter und günstiger war) und die Canon EOS D60.
In den folgenden Jahren machte die Sensor-Technologie grosse Fortschritte. Auflösung, Empfindlichkeit und Signal-Rausch-Verhältnis wurden verbessert und an der Signalverarbeitung wurde kräftig herumgeschraubt. Heutige Sensoren weisen ein beeindruckend geringes Bildrauschen und einen grossen Dynamikumfang auf. Die Kameragehäuse sind heute reaktionsschneller, bieten höhere Bildraten, einen zuverlässigeren und schnelleren Autofokus, einen besseren Sucher, einen grösseren Monitor und viel mehr. Es waren vor allem zwei Entwicklungen, die seit der Einführung digitaler Spiegelreflexkameras beeindruckten: Die Einführung der ersten Vollformat-Kamera von Nikon (Nikon D3 im Jahre 2007) und die Sensor-Verbesserungen bei der Nikon D800- / Nikon D810- und Nikon D850-Kameraserie (ab 2012).
Während DX- oder APS-Kameras Sensoren mit ca. 24 mm x 16 mm Grösse verwenden, nutzen Vollformat-Kameras Sensoren, die ungefähr 24 mm x 36 mm messen. Die grössere Sensorfläche der Vollformatkameras liefert mehr Spielraum für ein geringes Bildrauschen bei hohen ISO-Werten (z. B. für die Konzert- oder Astrofotografie) und eine grosse Pixelzahl. Vollformatkameras ermöglichen einen grösseren Dynamikumfang und mehr Flexibilität beim Spiel mit der Schärfentiefe. Zudem ist das Angebot an Weitwinkelobjektiven für Vollformatkameras grösser.
Für die Astrofotografie verwende ich H-Alpha-modifizierte Versionen der Canon 450D APS-C-Kamera und der Nikon D7500 DX DSLR-Kamera. Für hochauflösende Aufnahmen (Lucky Imaging) nutze ich seit kurzem eine ZWO ASI 290 MC Farbkamera mit einem CMOS-Sensor mit 5.6 mm x 3.2 mm Sensorgrösse und 2.13 Megapixeln, wobei die quadratischen Pixel eine Seitenlänge von 2.9 µm aufweisen.