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<h2>SubmittedText<h2><p>Mit der aktuellen "Love Life Stop Aids"-Kampagne versuchen das BAG und die Aids-Hilfe Schweiz ein breites Publikum über verschiedene Medien wie Internet, Fernsehen, Plakate usw. zu erreichen. Das BAG schreibt auf seiner Website: "Der ungeschützte Spontansex soll keineswegs verharmlost werden." Man fragt sich jedoch bei den sexuell aufgeladenen Clips, ob dieses Ziel wirklich erreicht werden kann oder ob es nicht sogar dem Spontansex ein cooles Image verpasst. Damit würden die angegebenen Ziele der Kampagne unterminiert, haben doch Bilder eine ungleich stärkere Wirkung als eine eingeblendete Kurzbotschaft.</p><p>Ich bitte deshalb den Bundesrat, den Sachverhalt zu überprüfen und namentlich folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Stimmt er den obigen Beobachtungen zu?</p><p>2. Wie stellt das BAG sicher, dass Kinder den sehr expliziten Botschaften dieser Werbefilme nicht ausgesetzt sind?</p><p>3. Wie stellt er sicher, dass das BAG in Zukunft die Werbung zielgruppengerechter und damit effizienter gestaltet?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die "Love Life Stop Aids"-Kampagne baut auf wissenschaftlichen Studien, regelmässigen Evaluationen und langjähriger Erfahrung auf. Damit die Kampagne Botschaften glaubwürdig vermitteln kann, orientiert sie sich zudem an gesellschaftlichen Realitäten, ohne diese zu werten. Die "Stop Aids"-Kampagne thematisiert das Thema Safer Sex seit über 20 Jahren. Dabei wurde immer offen mit der Thematik Sexualität umgegangen, denn nur ein offener Umgang mit der Sexualität erlaubt es, ebenso offen den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen zu thematisieren und umzusetzen. In enger Verknüpfung mit dem langjährig bekannten Absender werden die in der Kampagne "Love Life Stop Aids" gezeigten Bilder klar decodierbar. Es geht bei der Kampagne um lustvollen, sicheren Sex und nicht darum, Sex im Allgemeinen und spontanen Sex im Besonderen zu propagieren.</p><p>Studien zeigen, dass Jugendliche heute trotz zunehmend offenem Umgang mit der Sexualität weder mehr noch früher Sex haben als vor 20 Jahren. Dies und die regelmässigen Evaluationen der Kampagne machen deutlich, dass die Botschaften der "Stop Aids"-Kampagne ankommen und richtigerweise als Prävention und nicht als Aufforderung zu Sex verstanden werden.</p><p>2. Die TV-Spots werden dann ausgestrahlt, wenn die Zielgruppe, die sexuell aktive Bevölkerung, über das Medium TV zu erreichen ist. Dies ist abends in der Primetime der Fall. Es ist dem Bundesrat bewusst, dass dann auch noch Jugendliche und Kinder fernsehen. Deshalb sind die Spots so gestaltet, dass sie Jugendlichen oder Kindern zugemutet werden können. Die Spots sind äusserst kurz, und der eigentliche Sexualakt wird nur angedeutet. Wenn Kinder ihn als solchen zu identifizieren vermögen und Fragen zur Sexualität stellen, liegt es in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten, diese in der nötigen Ausführlichkeit und altersgerecht zu beantworten.</p><p>3. Die Kampagne wendet sich mit ihren Botschaften grundsätzlich an die gesamte sexuell aktive Bevölkerung der Schweiz. Zusätzlich werden einzelne Kernzielgruppen benannt, die die Botschaften sehr fokussiert in ihrem Umfeld erhalten sollen. Im Jahr 2009 waren das heterosexuelle Männer über 35 Jahren, weil Studien gezeigt haben, dass in dieser Gruppe das Schutzverhalten unterdurchschnittlich ist. Die Massnahmen der Kampagne sind so gewählt und werden so umgesetzt, dass damit die grosse Zielgruppe der Kampagne erreicht wird. Die Massnahmen werden nach den neusten Mediennutzungsanalysen der Zielgruppen in den Medien eingesetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.