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Projekt 667BD mit dem Decknamen „Murena-M“ war eine Klasse sowjetischer U-Boote mit ballistischen Raketen. Sie wurde von der NATO als DELTA II-KLASSE bezeichnet. Projekt 667BD war eine vergrößerte Version des Projektes 667B DELTA I-KLASSE. Die DELTA II-KLASSE trug dieselbe Art von Bewaffnung wie ihr Vorgänger, war aber mit 16 statt zwölf Interkontinentalraketen ausgerüstet.Die Pläne für Projekt 667BD DELTA II-KLASSE wurden im Auftrag der sowjetischen Marine von S. Kowalew vom „Rubin“-Entwicklungsbüro ausgearbeitet. Um die vier zusätzlich geforderten Silos mit Interkontinentalraketen unterzubringen, erweiterte man die Raketenabteilung um ein 16 Meter langes Segment und behielt die übrige Konfiguration des Vorgängers bei. Die obere Kante der verlängerten Raketenabteilung wurde jedoch zum Heck hin mit einem durchgehenden Gefälle nach unten geführt und nicht, wie beim Vorgängerprojekt 667B DELTA I-KLASSE, durch ein Gefälle, das durch eine Zwischenstufe unterbrochen war; so waren beide Klassen auch ohne das Zählen der Raketenschächte gut zu unterscheiden. Projekt 667BD DELTA II-KLASSE behielt den inneren Aufbau und die technischen Systeme seines Vorgängers weitgehend bei und wurde nur um die zusätzliche Rumpfsektion verlängert. Überarbeitet wurde jedoch die Geräuschdämmung; einerseits um die die Ortung der U-Boote durch fremde Sonarsysteme zu erschweren, andererseits um die Effektivität des eigenen Sonarsystems durch das Entfernen von störenden Geräuschquellen zu erhöhen. Dazu erhielten die U-Boote eine neue schallabsorbierende Beschichtung, Rohrleitungen und Hydrauliksysteme wurden vom Druckkörpers entkoppelt und die Dampfturbinen auf ein Fundament gestellt, das die Übertragung von Vibrationen der Maschinen auf den Druckkörper und damit das umgebende Wasser verhinderte. Die U-Boote des Projekts 667BD DELTA II-KLASSE erhielten erstmals in der Geschichte des sowjetischen U-Boot-Baus ein System zur Wasserelektrolyse, so dass aus Meerwasser und elektrischem Strom Sauerstoff für die Besatzung hergestellt werden konnte und so ein Auftauchen zum Auffüllen der Vorräte an Atemluft unnötig wurde. Der Druckkörper selbst unterteilte sich in zehn wasserdicht verschließbare Abteilungen: 1: Torpedoraum mit Torpedorohren, Reservetorpedos, vordere Ausstiegsluke, erster Batteriesatz, Steuergeräte für das Sonarsystem, 2: Unterkünfte auf zwei Decks und zweiter Batteriesatz auf dem dritten Deck, 3: Zentrale mit Steuerinstrumenten, Funkraum und Zugang zum Turm, 4: Raketenabteilung 1 mit zwölf Raketensilos, 5: Raketenabteilung 2 mit vier Raketensilos und Pumpensystemen für Raketentreibstoff 6: Technische Abteilung mit Tanks für Dieseltreibstoff, 7: Reaktorabteilung mit den beiden hintereinander positionierten WM-Reaktoren, 8: vordere Maschinenabteilung mit Turbinen, Kondensatoren, Elektromotoren, 9: hintere Maschinenabteilung mit Turbinen, Kondensatoren, Elektromotoren, 10: Heckraum mit hinterer Ausstiegsluke, Zugangsschleuse, Rudermaschine für die Heckruder und Auslöser für die Notfallboje. Hauptenergiequelle von Projekt 667BD DELTA II-KLASSE war der WWR-Reaktorkomplex mit zwei WM-4-B-Druckwasserreaktoren. Die beiden Reaktoren leisteten zusammen 180 MW thermische Energie, mit der Dampf erzeugt wurde, der zwei GTSA-Turbinen antrieb. Die Turbinen konnten je bis zu 20.000 PS (14.710 kW) auf die beiden Wellen übertragen, die das U-Boot mit 25 Knoten Spitzengeschwindigkeit über die beiden Propeller im Tauchbetrieb vorwärts bewegten. Zwei DW-460-Dieselmotoren konnten alternativ je 460 kW Antriebsenergie zur Verfügung stellen, indem sie Dieseltreibstoff und Luftsauerstoff verbrannten. Luftsauerstoff kann hier auch über einen Schnorchel ins U-Boot gesaugt werden. Beide Energiequellen konnten über einen Generator auch die Bleiakkumulatoren im Rumpf aufladen. Projekt 667BD DELTA II-KLASSE unterlag durch seinen nuklearen Antrieb keinen Reichweitenbeschränkungen mehr. Lediglich die mitgeführten Vorräte an Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern für die Besatzung begrenzten die Einsatzdauer der U-Boote auf geschätzte 80 Tage. Projekt 667BDDELTA II-KLASSE war mit einem Almas-BP-Gefechtsinformationssystem, einem Tobol-B-Navigationssystem und einem Molnija-L-Kommunikationssystem ausgerüstet. Zusätzlich war ein System zur Freund-Feind-Erkennung vom Typ „Nichrom-M“ installiert. Projekt 667BD DELTA II-KLASSE trug 16 R-29D-Interkontinentalraketen in separaten Silos. Die Waffen wurden durch den D-5D-Raketenkomplex gesteuert, der allerdings für das Vorgängerprojekt 667B DELTA I-KLASSE mit nur zwölf Raketen entwickelt worden war. Die Folge war, dass Projekt 667BD DELTA II-KLASSE seine Raketen nicht in einer kurzen Salve abfeuern konnte, sondern zwei Startsequenzen durchführen musste – eine für die ersten zwölf Raketen und danach eine separate für die verbliebenen vier. Zur Selbstverteidigung trug jedes U-Boot vier Bugtorpedorohre im Kaliber 533 mm und zwei im Kaliber 400 mm. 16 Torpedos für die 533-mm-Rohre und vier 400-mm-Waffen können an Bord mitgeführt werden. Die 533-mm-Torpedomodelle SET-65, SAET-60M, 53-65K oder 53-65M konnten neben dem 400-mm-SET-40 eingesetzt werden. Die Entsorgung der U-Boote des Projekts 667BD DELTA II-KLASSE setzte sich aus drei Arbeitsschritten zusammen: Dem Sichern und Einlagern der Reaktorsektion, der Verschrottung der U-Boote und, sofern von den START-Abrüstungsverträgen verlangt, dem Unbrauchbarmachen der Raketenstartvorrichtung. Die Arbeiten wurden zunächst von der Sowjetunion und später von Russland als Verpflichtung aus den START-Verträgen finanziert, jedoch auch im Rahmen des Cooperative-Threat-Reduction-(CTR)-Programms von den USA finanziell unterstützt. Die Arbeiten werden für U-Boote der Nordflotte von der „Nerpa“- und der „Swjosdotschka“-Werft durchgeführt.