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Ein Mediastinaltumor ist eine Geschwulst (ein Tumor) im Mediastinum. Das ist der Bereich der Brusthöhle zwischen dem linken und rechten Lungenflügel, der vorne vom Brustbein und hinten von der Wirbelsäule begrenzt wird.
Im Mediastinum kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Tumoren (Neubildungen) entstehen. Mediastinaltumoren können gutartig oder bösartig sein. Sie können zum Beispiel von der die Schilddrüse oder der Thymusdrüse ausgehen. Je nachdem, wo sich der Mediastinaltumor gebildet hat und um welche Gewebeart es sich handelt, wird am interdisziplinären Tumorbaord entschieden, welche Therapie am meisten Erfolg verspricht.
Das Mediastinum (deutsch: Mittelfellraum, lateinisch: Cavum mediastinale) ist ein mit Bindegewebe gefüllter Raum in der Brusthöhle (im Thorax). Er reicht vom Zwerchfell bis zum Hals und vom Brustbein bis zur Wirbelsäule. In diesem Bereich liegen das Herz, die Luftröhre, die Speiseröhre, die Thymusdrüse, die Bronchien sowie Lymphknoten, Nerven und Blutgefässe (Venen, Arterien). Viele der Mediastinaltumoren, die in der Brusthöhle entstehen können, sind gutartig. Es kommt aber auch vor, dass sich in den Organen und unterschiedlichen Gewebearten des Mediastinums bösartige Tumoren bilden.
Im Mediastinum können sich auch Tochtergeschwülste von Tumoren ansiedeln, die ursprünglich in anderen Teilen des Körpers entstanden sind. Solche Neubildungen an anderen Orten nennt man Metastasen. Dagegen heissen die ursprünglichen Tumoren Primärtumore.
Gutartige Tumoren (benigene Tumoren) verdrängen anderes Gewebe, aber sie zerstören es nicht, und sie bilden keine Metastasen. Bösartige Tumore (maligne Tumoren) wachsen in anderes Gewebe hinein und zerstören es. Sie können auch „streuen“, also Metastasen bilden.
Mediastinaltumoren können wie erwähnt gutartig oder bösartig sein. Die häufigsten Primärtumoren, die ihren Ursprung im Mediastinum haben, sind folgende:
Einige der zahlreichen unterschiedlichen Arten von Mediastinaltumoren sind immer gutartig. Zum Beispiel diese:
Neben den erwähnten Primärtumoren können im Mediastinum auch Absiedelungen von Zellen aus anderen Regionen des Körpers zu Mediastinaltumoren führen. Hierzu gehören zum Beispiel die bei Männern auftretenden Keimzelltumoren. Die männlichen Keimzellen (Spermien) werden zwar in den Hoden gebildet. Dennoch kann es vorkommen, dass sich versprengte Keimzellen im vom Unterleib weit entfernten Mediastinum zu Mediastinaltumoren entwickeln.
Mediastinaltumoren sind selten. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Lymphome, Thymome oder Schilddrüsentumoren. Etwa 60 Prozent dieser Tumoren sind gutartig, rund 40 Prozent bösartig. Die Erkrankten sind überwiegend Erwachsene. Bei Kindern entstehen Mediastinaltumoren eher in der Nähe der Wirbelsäule (im hinteren Mediastinum). Hier bilden sich vor allem Tumoren der Nervenstränge (Neurinome).
Thymome, Mediastinaltumoren der Thymusdrüse, gehören zu den häufigen Mediastinaltumoren. Trotzdem erkranken in der Schweiz und anderen Ländern pro Jahr weniger als fünf von einer Million Menschen daran. Thymome treten häufig zusammen mit einer Begleiterkrankung auf. Zum Beispiel mit einer Anämie (Blutarmut), Schilddrüsenentzündung oder einer rheumatoiden Arthritis.
In mehr als 40 Prozent der Fälle ist die Begleiterkrankung eines Mediastinaltumors der Thymusdrüse eine Muskelerkrankung mit dem Namen Myasthenia gravis (schwere Muskelschwäche oder Myasthenie). Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, also um eine Krankheit, bei der die Funktion des eigenen Immunsystems gestört ist. Sie greift das Muskelgewebe an und zerstört es.
Patientinnen und Patienten, die sowohl an einem Mediastinaltumor der Thymusdrüse und an einer Myasthenie erkranken, sind bei der Diagnose häufig 30 bis 40 Jahre alt. Patientinnen und Patienten ohne Myasthenia gravis sind meistens älter und erkranken oft zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
Wenn sich bei Ihnen ein bösartiger (maligner) Mediastinaltumor gebildet hat, lässt sich kaum feststellen, was die Ursache dafür ist. Man weiss nur ganz allgemein, dass bestimmte Risikofaktoren Krebs begünstigen können. Zu diesen Risikofaktoren gehören
Wenn sich bei Ihnen ein gutartiger (benigner) Mediastinaltumor gebildet hat, kann er auch genetisch bedingt sein. Das heisst, Sie könnten die Veranlagung hierfür geerbt haben oder ein gleichartiger Mediastinaltumor kommt schon in Ihrer Familie vor.
Manchmal kann eine bösartige Geschwulst in der Brusthöhle (im Mediastinum) auch aus einem ursprünglich gutartigen Tumor entstehen.
Jede körperliche Erkrankung kann auch mit psychischen Belastungen verbunden sein. Diese kann sich unter anderem in Sorgen, Anspannung, Gedankenkreisen oder Schlafstörungen zeigen und den Behandlungsverlauf erschweren. Falls Sie oder Ihre Angehörigen den Wunsch nach psychiatrisch-psychologischer Beratung und Unterstützung haben, stehen Ihnen unsere Fachleute im USZ gerne zur Verfügung.
Es existieren keine allgemein gültigen und zuverlässig vorhandenen Symptome, die Ihnen signalisieren könnten, dass Sie an einem Mediastinaltumor erkrankt sind. Am ehesten macht sich ein Tumor des Mittelfells bemerkbar, indem er auf andere Organe im Brustraum drückt, die dadurch beeinträchtigt werden. So leiden Sie möglicherweise zum Beispiel bei einem Mediastinaltumor unter Husten, Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Kurzatmigkeit. Auch Brustschmerzen können auftreten. Die von Nervensträngen in der Nähe der Wirbelsäule ausgehenden Neurinome können im Rückenbereich Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln verursachen.
Häufig zeigen sich die Symptome eines Mediastinaltumors erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Viele dieser Tumoren werden deshalb eher spät entdeckt.
Wenn bei Ihnen der Verdacht auf einen Mediastinaltumor besteht, werden wir zunächst abklären, ob es sich wirklich um eine Geschwulst handelt. Denn es besteht auch die Möglichkeit, dass sich in Ihrer Brusthöhle andere, nicht tumoröse Strukturen vergrössert haben. Zum Beispiel eine überblähte Lunge (beim Lungenemphysem (link)) oder nach einem Zwerchfellbruch das hochdrücken von Inhalt des Bauchraumes. Sie könnten Symptome erzeugen, ähnlich derer eines Mediastinaltumors.
Wenn feststeht, dass sich in Ihrer Brusthöhle (im Mediastinum) ein Tumor befindet, wollen wir wissen, ob es sich dabei um eine gutartige (benigne) oder bösartige (maligne) Form des handelt. Herausfinden lässt sich das in der Regel durch eine Gewebeprobe (Biopsie): Unter dem Mikroskop kann man gutartige Tumoren von bösartigen unterscheiden, indem man die Art und Zusammensetzung der Zellen untersucht.
Je nachdem wird die Gewebeprobe mittels einer feinen Nadel in lokaler Betäubung oder chirurgisch in Vollnarkose durchgeführt. Chirurgisch werden durch kleine Schnittöffnungen (Schlüsselloch-Chirurgie oder minimal-invasive Chirurgie) eine Stabkammera und lange, dünne Instrumente ins Mediastinum (Mediastinoskopie) oder in den Brustkorb (Thorakoskopie) eingebracht. Je nach Größe des Tumors kann dieser dabei auch gleich ganz entfernt werden.
Zur Verfügung stehen zudem verschiedene Methoden, mit denen wir im Spital die Lage und Grösse eines Mediastinaltumors von aussen erkennen können:
Im Blut von Patientinnen und Patienten mit bestimmten Mediastinaltumoren können sich körpereigene Tumormarker bilden. Das sind Eiweisse oder andere Bestandteile, die auf das Existieren bestimmter Geschwulste hinweisen. So machen sich zum Beispiel Keimzelltumoren des Mediastinums durch den Tumormarker beta-HCG, was ein Hormon ist, bemerkbar.
In der Brusthöhle mit ihren unterschiedlichen Gewebearten kann eine grosse Vielzahl verschiedener Mediastinaltumoren entstehen. Auch aus diesem Grund lassen sich keine allgemeinen Ratschläge erteilen, wie man die Bildung der unterschiedlichen gutartigen und bösartigen Neubildungen im Mediastinum verhindern kann. Zumal die Ursache für einen Mediastinaltumor häufig nicht zu klären ist.
Allgemein lässt sich allenfalls sagen, dass Sie versuchen sollten, die schon erwähnten Risikofaktoren zu meiden. Diese Risikofaktoren – zum Beispiel Rauchen, ungesunde Ernährung, Strahlung, Mangel an Bewegung – betreffen aber die Entstehung von Tumoren allgemein, nicht nur von Mediastinaltumoren.
Ebenso schwierig ist die Früherkennung von Tumoren in der Brusthöhle. Oft werden sie eher durch Zufall entdeckt. Zum Beispiel, weil sie gesundes Gewebe verdrängt haben und sich anschliessend Symptome bemerkbar machen, die zunächst nicht auf einen Tumor hinweisen. Etwa Heiserkeit oder Schluckbeschwerden.
Wie die Erkrankung an einem Mediastinaltumor verläuft und welche Prognose wir stellen werden, hängt vor allem von mehrern Faktoren ab:
Falls es sich um einen bösartigen Tumor handelt, können sich Metastasen bilden. Sobald ein Tumor gestreut hat, also Ableger (Metasatasen) bildet, gilt die Erkrankung als fortgeschritten und die Prognose verschlechtert sich.
Wenn wir einen Mediastinaltumor rechtzeitig erkennen und er erfolgreich behandelt wird, kann die Prognose durchaus gut sein. So leben zum Beispiel nach einem rechtzeitig und richtig behandelten Keimzelltumor nach zehn Jahren noch 90 bis 100 Prozent aller Betroffenen.
Es besteht auch die Möglichkeit einer begleitenden komplementärmedizinischen Behandlung.
Wie wir einen Mediastinaltumor behandeln, hängt vor allem davon ab, welche Art von Geschwulst sich bei Ihnen im Brustkorb (im Mediastinum) gebildet hat. Ja nach Gewebeart und Tumorstadium werden die verschiedenen Therapieoptionen (chirurgische Entfernung, Chemo- oder Strahlentherapie) kombiniert angewandt.