Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03610.jsonl.gz/1409

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Kollateraleffekt der Pandemie, den die Experten als «Pandemiemüdigkeit» bezeichnen. Seit dem Herbst betrifft die pandemische Müdigkeit immer mehr Menschen aller Altersgruppen und stellt eine gefährliche Bedrohung für die psychische Gesundheit der Menschen dar.
Zusätzlich zu den für COVID-19 charakteristischen Symptomen erzeugt die Pandemie auch erhebliche psychologische Nachwirkungen. Stress und Ängste nehmen mit der Zeit zu und werden immer schwerer zu ertragen.
Permanente Angst
Zu den Symptomen, die ein grosser Teil der Bevölkerung verspürt, gehören Schlafstörungen, Suchtverhalten (Alkohol- und Tabakkonsum), Angstzustände und Konzentrationsschwäche. Die WHO spricht von einer «natürlichen und erwarteten Reaktion auf eine lang anhaltende Gesundheitskrise». Eine gewisse Müdigkeit in Bezug auf Gesundheitsmassnahmen hat sich in letzter Zeit, insbesondere seit dem Herbst, mit dem Eintreffen der zweiten Kontaminationswelle noch verstärkt.
Die Hoffnung, die durch die Ankunft von Impfstoffen zu Beginn des Jahres geweckt wurde, wurde schnell durch das Auftauchen neuer Virusformen (britische, südafrikanische und brasilianische Varianten), die die Wirksamkeit der Impfungen gefährden, zunichte gemacht. Diese permanente Angst, geschürt durch die Furcht vor einer Erkrankung, durch fehlende Möglichkeiten, Spass zu haben, durch mögliche wirtschaftliche Probleme und/oder durch Isolation, kann schnell zu Depressionen führen.
Diese psychische Belastung kann auch irrationales Verhalten hervorrufen (Organisation von illegalen Partys), welches gegen die geltenden Gesundheitsmassnahmen verstösst und die Gesundheit aller gefährdet.
Wie können Sie Trübsal bekämpfen?
Junge Menschen sind als erste von diesem Syndrom betroffen. Schüler sind isoliert, der Freizeit und des – in diesem Alter besonders wichtigen – sozialen Umfeldes beraubt und durch eine nun ungewisse Zukunft demotiviert und leiden enorm unter der Situation. Ältere Schüler sind ebenfalls stark betroffen, da ihnen die familiäre und soziale Unterstützung fehlt. Für die anderen folgen die Tage aufeinander und sehen gleich aus, ohne jede Form der Freude.
Psychologen raten Ihnen, tief in sich selbst zu gehen, um positiv zu bleiben und nicht zu vergessen, dass diese schwierige Zeit tatsächlich zu einem Ende kommen wird. Es kann zum Beispiel interessant sein, alle positiven Dinge, die Ihnen passieren, in einem Tagebuch aufzuschreiben. Zögern Sie zudem nicht, zu Hause neue Routinen zu schaffen (kochen, backen, Musik hören usw.) oder Ihr Daheim neu zu gestalten und zu dekorieren. Schliesslich empfehlen Fachleute, jeden Tag mindestens 30 Minuten im Freien zu verbringen.
Wenn trotz Ihrer Bemühungen die Angst und Traurigkeit zu viel für Sie werden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.