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Der berühmte Psalm 23 lehrt die Gläubigen, dass sie mit hellem Jubel und strahlender Zuversicht beten:
Du salbest mein Haupt mit Öl (Vers 5).
Wer die Bibel nur ein bisschen kennt, weiss: Diese Formulierung ist erfüllt von all dem, was die alttestamentlichen Schriften zu berichten wissen von den Gesalbten: Die Priester, die Könige und oft auch die Profeten wurden gesalbt zum Zeichen dafür, dass sie von Gott berufen, geheiligt und von seinem Geist erfüllt seien. Wenn das Neue Testament sagt, Jesus sei der Christus, dann lebt dieses Bekenntnis von der langen Tradition des jüdischen Volkes: Das griechische Wort „Christus“ heisst auf hebräisch „Messias“, auf Deutsch „der Gesalbte“. Der Psalmbeter freut sich: Du, Gott, gibst mit Anteil an dem Recht und dem Schutz, wie du das deinen Gesalbten gibst.
Diese Verwurzelung im Alten Testament löschen viele „dynamischen Übersetzungen“ aus. Sie lösen sich radikal von der jüdischen Kultur und tilgen das reiche Erbe der biblischen Sprache.
„Hoffnung für alle“ schreibt:
Du begrüsst mich wie ein Hausherr seinen Gast“
„Die Gute Nachricht“ formuliert ganz ähnlich:
Als Gast nimmst du mich bei dir auf.
Beide behaupten in einer Anmerkung, das Salben sei „eine Begrüssungszeremonie für willkommene Gäste“.
Schon Wikipedia weiss das besser: https://de.wikipedia.org/wiki/Salbung.