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Heutzutage weiss man, dass schon vor mehreren zehntausend Jahren Heilmittel verwendet wurden. Hinweise darauf lassen sich in Gräbern und bei anderen Fundorten finden. Im Grab eines Neandertalers (40’000-70’000 Jahre alt) fand man Beigaben, die den Untersuchungen zufolge Heilpflanzen zuzuordnen sind.
Verschiedenste Hochkulturen unserer Geschichte hinterliessen Schriftstücke über die Verwendung von Arzneien. Dabei handelte es sich um pflanzliche, tierische und mineralische Stoffe. Die frühen Heilmittel der westlichen Medizin kennen wir aus verschiedenen griechisch-römischen Überlieferungen. Es handelt sich um Beschreibungen von Heil- und Giftpflanzen sowie von tierischen und mineralischen Mitteln. In Ägypten wurde die Räucherung von Organen als Behandlung angewendet. Dabei wurden verschiedene Stoffe und Kräuter verbrannt und der Rauch in das gewünschte Organ geleitet.
Auch aus dem Mittelalter finden sich zahlreiche Quellen über Kräuterkunde und Heilpflanzen. Oft waren die Autoren Mönche oder Nonnen. Es wurden sowohl eigene, neue Beobachtungen durchgeführt, als auch altes Wissen aus der Antike aufgegriffen.
In der Neuzeit vergrösserte sich die Arzneidiversität durch den Welthandel. Von Indien, Amerika und anderen Kontinenten kamen neue Pflanzen nach Europa.
Dadurch wurden auch erstmals alchemistische Stoffe eingesetzt und nicht nur pflanzliche Materialien wie zuvor. So hat sich die Funktion der Arznei auch im Bereich der Chemie ausgedehnt und der Grundstein für die pharmazeutischen Chemie wurde gelegt.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts verringerte man das Angebot der Arzneimittel und liess nur diejenigen zu, welche als wirksam galten.
Durch Fortschritte in der Chemie konnte man den Pflanzen wirksame Inhaltsstoffe (wie z. B. Chinin, Morphin oder Strychnin) entziehen und diese isolieren. Da zu dieser Zeit Arzneimittel nur von Apotheken hergestellt wurden, musste man die neue Technologie in die Apotheken integrieren.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann die organisch-synthetische Herstellung von Medikamenten. Das Herstellungsverfahren war nun deutlich komplizierter und unterlag dem Patentschutz. Es erforderte viel industrielle Produktion und die verpackten Arzneimittel, wie wir sie heute kennen, ersetzten die Einzelherstellung in den Apotheken weitgehend. Medikamente wie Acetylsalicylsäure, auch bekannt unter dem Namen Aspirin, und andere nervbetäubende Schmerzmittel gehören hier dazu. Die Anzahl von synthetischen Wirkstoffen wurde schon bald unüberschaubar.
Infolgen biochemischer und klinischer Untersuchungen erzielte man im Gebiet der Hormone und Vitamine einen grossen Fortschritt.
Besonders wichtig wurden Arzneimittel zur Vorbeugung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Dazu gehören Medikamente wie Antibiotika, Impfstoffe und Desinfektionsmittel. Dank ihnen und infolge verbesserter Hygiene konnten nun einst tödliche Krankheiten bekämpft werden.
Auch heute noch geht die Medikamentenentwicklung ständig weiter. Sie werden mit High-Tech-Geräten und Molekularwissen hergestellt. Entweder versucht man, neue Heilmittel gegen Krankheiten zu finden und auf den Markt zu bringen oder man will die Nebenwirkungen schon bekannter Arzneimittel reduzieren. Dadurch befindet sich die Forschung nach neuen Medikamenten ständig im Wandel.
Jenes Forschen nach neuen Medikamenten hat jedoch auch einige negative Seiten. Einerseits gibt es Medikamente, welche durch ihre Nebenwirkungen mehr schaden als nützen und andererseits sind Medikamente oft zu teuer. Dies liegt daran, dass die Forschung für Pharmakonzerne sehr kostenaufwendig ist. Manche Unternehmen bezahlen sogar Ärzte, damit diese ihren Patienten die Medikamente jener Firma verschreiben. Es gelten bestimmte strenge Regeln, an welche sich ein Konzern halten muss, um ein Medikament auf den Markt bringen zu dürfen. Das Medikament selber muss unter anderem getestet und auf dessen Sicherheit geprüft werden.
Weltweit werden Pharmakonzerne aufgrund unzulässiger Medikamentenverteilung zu Geldstrafen verurteilt. Oft werden Daten vertuscht oder manipuliert, denn auch in diesem Gebiet der Forschung steckt eine Menge Geld.
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