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Ferien im Baudenkmal verbindet Denkmalpflege und Tourismus. Historisch wertvolle Bauzeugen werden übernommen, sanft renoviert und als Ferienwohnungen vermietet. Das Modell ermöglicht einen doppelten Gewinn: Die Baudenkmäler erhalten eine neue Zukunft und die Feriengäste erleben einen Aufenthalt in einem aussergewöhnlichen Gebäude. Realisiert wird die Idee durch die Stiftung Ferien im Baudenkmal (FiB), welche 2005 vom den Schweizer Heimatschutz gegründet wurde.
Parkplatz: Vor dem Haus stehen zwei private Parkplätze zur Verfügung.
ÖV: Mit dem Zug nach St. Moritz, dort umsteigen auf den Bus Richtung Chiavenna, Stazione bis zur Station Stampa, Palù.
Velo: Können in der Garage abgestellt werden.
Anzahl Personen: 5-6 Personen (1 Doppelzimmer, 1 Einzelzimmer (mit rotem Klappsofa), 1 Zimmer mit Doppelbett auf der Galerie und 1 Einzelbett, Babybett auf Anfrage)
Garten: Das Haus liegt direkt am Fluss Maria. Gartenmöbel sind vorhanden.
WLAN: Ist vorhanden.
Geöffnet: Das Haus ist Ganzjährig offen.
Haustiere: Sind auf Anfrage erlaubt.
Höhe: 994 m ü.M.
Casa Palü -
Geschichte & Informationen
Das Haus ist ein Zeuge des ehemaligen Gewerbegebiets bei Palü in Stampa. Über lange Zeit wurde es als Gerberei genutzt. An der Rückseite des Hauses verlief ein Kanal, dessen Wasser sich in die Maira ergoss. Weiter oben am Kanal gab es Sägereien und Mühlen. Das bezeugen die Mühlsteine, die auf dem Gelände gefunden wurden. Ein Teil des Wassers wurde vermutlich durch den Keller des Hauses geleitet, in dem die Bottiche standen und in denen die Häute gegerbt wurden. Ab dem 18. Jahrhundert ist eine Familie Stampa in Palü bezeugt. Besonders zu erwähnen ist Antonio Stampa «Tunin da la Palü», der Urgrossvater von Alberto Giacometti, der zusammen mit seinen fünf Töchtern die Gerberei betrieb, sowie sein Enkel Enrico Giacometti «Enrico da la Palü». Beim Hochwasser 1927, das im ganzen Bergell schwere Schäden verursachte und auch die Brücke zum Palazzo Castelmur mitriss, soll er sich geweigert haben, das Haus zu verlassen. Selbst als das Wasser durch den Keller strömte und die Steine gegen die Hauswand polterten. Nach seinem Tod im Jahr 1954 blieb das Haus längere Zeit unbewohnt, bis es 1964 vom bekannten Kunstmaler Varlin gekauft wurde. Er benutze es als Ferien- und Gästehaus. Der Schriftsteller Hugo Loetscher arbeitete in der Casa Palü längere Zeit an seinem Roman «Der Imune». Auch der Fotograf und Verleger Ernst Scheidegger verbrachte oft seine Ferien in diesem Haus
Baukulturelle Besonderheiten
Das Haus wurde zwischen grossen Felsen am Ufer der Maira errichtet. Die Felsen wurden zum Teil ins Gebäude integriert, so lehnt sich das Haus zur Strasse hin an einen grossen Felsen und zum Bach hin dient ein weiterer Felsen als Fundament. Dies ist möglicherweise auch der Grund dafür, dass das Haus die Jahrhunderte überdauert hat, denn der Wasserspiegel reicht bei Hochwasser bis an die Mauern heran. Der älteste Teil des Gebäudes besteht aus drei Stockwerken aus dickem Mauerwerk, die ursprünglich alles Aussenmauern waren. Im Keller befindet sich heute noch ein grosser Steintisch, der wohl als Arbeitstisch diente, zu Zeiten als das Haus als Gerberei genutzt wurde. Über dem Keller befindet sich im heutigen Erdgeschoss die grosse Stüa, ein grosser mit Fichtenholz getäferter Raum mit dem gemauerten Ofen, der von einem Nebenraum aus angefeuert wird. Die Fenstereinfassungen, die Türe und andere Zierelemente sind aus Arvenholz, der Fussboden aus breiten Lärchenholz-Brettern. Gegenüber des Ofens befindet sich ein in die Wand eingebauter Sekretär aus Nussbaumholz. Die ursprünglich schmale Treppe hinter dem Ofen, die durch ein Klappe in das darüberliegende ebenfalls getäferte Schlafzimmer führt, ist noch vorhanden. Der jüngere Teil des Hauses stammt vermutlich aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Er besitzt ein weniger massives Mauerwerk und besteht grössten Teils aus einer Holzkonstruktion in Strickbauweise, die ummauert wurde. Diese Holzkonstruktion ist in der kleinen Stüa und im darüber liegenden Zimmer heute noch zu sehen. Die beiden Bauetappen sind an der der Aussenfassade gut erkennbar.
WICHTIGE ERGÄNZUNG
Die Casa Palü ist ein Baudenkmal, das mit grosser Rücksicht auf die vorhandene Substanz renoviert worden ist. Der Mieter ist sich dessen bewusst und begegnet dem Objekt mit Sorgfalt. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, entsprechen gewisse funktionelle Details heute gängigen Normen nicht und bergen eine allfällige Gefahrenquelle. Diese Umstände sind dem Mieter bekannt. Der Eigentümer, e-domizil und die Stiftung Ferien im Baudenkmal lehnen jede Haftung ab.