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Suzanne Thoma, seit April VR-Präsidentin von Sulzer, erachtet eine Anpassung der Situation beim Hauptaktionär Viktor Vekselberg als notwendig. «Es ist unbestritten so, dass die jetzige Situation eine Erschwernis ist», sagte sie in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz».
Es braucht laut Thoma eine Anpassung bei den Besitzverhältnissen. «Dazu gehört, dass er seine persönliche Situation zu regeln versucht. Auch damit wir von unserer Seite eine Möglichkeit haben, das Unternehmen wirklich weiterzuentwickeln», sagte sie. Konkrete Lösungsvorschläge hat sie allerdings nicht parat.
Gefragt, ob sie heilfroh wäre, wenn er nicht mehr Grossaktionär bei Sulzer wäre, erwiderte sie aber: «Nein.» Er sei ein langfristig engagierter Aktionär und habe das Unternehmen über 15 Jahre begleitet in schwierigen und weniger schwierigen Zeiten. «Das muss man anerkennen.»
Keine Dividenden für Vekselberg
Der Oligarch Viktor Vekselberg wurde 2018 mit US-Sanktionen belegt, weil er dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehen soll. Darauf musste er seine damalige Mehrheit von 63 Prozent an Sulzer verkaufen und ist seither mit knapp 49 Prozent – gehalten über die Tiwel Holding – nur noch Minderheitsaktionär. Er kann zudem seine wirtschaftlichen Rechte nicht ausüben und kann weder Aktien verkaufen, noch erhält er Dividenden. Mit dem Verkauf hatten die US-Behörden dafür Sulzer von den Sanktionen befreit.
Im vergangenen Mai musste Sulzer seine Niederlassungen in Polen aufgrund einer Anordnung der Regierung schliessen. Die polnischen Sanktionen betrafen laut Sulzer eigentlich Vekselberg, wurden aber auf die polnischen Sulzer-Gesellschaften ausgeweitet. Sollte Vekselberg nach Polen auch von der EU sanktioniert werden, erwartet Thoma keinen weiteren Druck auf den Aktienkurs von Sulzer, wie sie sagte.
Lieber weniger warm
Zum Thema Energieversorgung meinte Thoma, die zuvor viele Jahre als CEO den Stromkonzern BKW geführt hatte: «Wir müssen uns auf mögliche Stromabschaltungen vorbereiten. Es entsteht gerade ein Giftmischung.» Sie meint damit den geringen Wasserpegel in den hiesigen Stauseen in Kombination mit den zahlreichen abgestellten Atomkraftwerken in Frankreich und dem Gasmangel in Deutschland.
Die Frage, wo sie die Prioritäten bei allfälligen Stromabschaltungen setzen würde, beantwortete sie aus persönlicher Sicht so: «Ich habe lieber ein bisschen kälter in der Wohnung und dafür noch eine funktionierende Wirtschaft. Da geht es um Jobs, um den Ruf der Schweiz als Industrie-, als Dienstleistungs- und Wirtschaftsplatz.» (sda/ise)