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Alexandre Ducommun
27. März 2024
Die renommierte französische Schauspielerin Juliette Binoche wurde von den Mitgliedern des Rates der European Film Academy einstimmig als Nachfolgerin der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland als Präsidentin vorgeschlagen. Holland beschloss 2024 zurückzutreten. Das Amt der Präsidentin hat eine grosse ehrenamtliche Komponente. Die Person, die es übernimmt, muss die Werte Akademie verkörpern und vertreten.
Binoche, die seit mehreren Jahren in der Akademie aktiv ist, hat sich bereit erklärt, die Präsidentschaft zu übernehmen, und wird ihr Amt voraussichtlich am 1. Mai antreten, vorausgesetzt, die Mehrheit der rund 4.600 Mitglieder der Akademie stimmt der Nachfolge bis Ende April zu.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 hat die Akademie nur drei Präsidenten erlebt. Ingmar Bergman wurde zunächst unter den 40 Gründungsmitgliedern ausgewählt und war bis 1996 Präsident, als er sein Amt an Wim Wenders abgab. Agnieszka Holland wurde 2021 die erste Präsidentin, nachdem sie bis 2019 als Vorsitzende des Akademie-Rates fungiert hatte. In diesem Jahr wurde Binoche von der Akademie für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Holland erklärt zu ihrem Rücktritt auf der Internetseite der Akademie: «Ich bin kein Mensch, der sich leicht zurückzieht, aber ich bin zum Schluss gekommen, dass ich in erster Linie eine Filmemacherin bin. Und darauf möchte ich mich in den kommenden Jahren konzentrieren. Ich habe mich immer geehrt gefühlt, der Europäischen Filmakademie vorzustehen [...], aber für mich ist es nun an der Zeit, diesen Platz zu räumen. Zu wissen, dass Juliette Binoche bereit ist, die Fackel zu übernehmen, bestärkt mich darin, dass dies eine Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt ist. Ich hätte mir keine bessere Nachfolgerin wünschen können, eine Person, die das europäische Kino im Laufe ihrer beeindruckenden Karriere mit so viel Kraft und Überzeugung repräsentiert.»
Juliette Binoche ist eine französische Schauspielerin und Tänzerin. Für ihre Rolle im Film «Der englische Patient» von 1996 erhielt sie einen Oscar, eine Auszeichnung bei den BAFTA-Preisen, den Europäischen Filmpreis, den Screen Actors Guild-Award und den Golden Globe der HFPA. Derzeit ist sie in «La Passion de dodin bouffant» (dt. Titel «Geliebte Köchin») und in der Serie «The New Look» von Apple TV zu sehen, in der sie an der Seite von Ben Mendelsohn Coco Chanel verkörpert. Zu ihren kommenden Projekten zählen «The Return» mit Ralph Fiennes unter der Regie von Uberto Pasolini und «Queen at Sea» unter der Regie von Lance Hammer.
Binoche ist zudem die einzige Frau, die bei allen den drei wichtigsten europäischen Filmfestivals als beste Schauspielerin geehrt wurde - die Goldene Palme in Cannes für «Certified Copy» (2010), sowohl den Volpi Cup als auch den Pasinetti-Preis in Venedig für «Drei Farben: Blau»(1993) und den Silbernen Bären in Berlin für «Der englische Patient» (1996). Binoche wurde erstmals 1985 bekannt, als sie in Jean-Luc Godards «Je vous salue, Marie» eine modernisierte, jugendliche Version der Jungfrau Maria spielte. Zum französischen Star wuchs sie im selben Jahr mit einer umjubelten Leistung in André Téchinés «Rendez-vous» heran. Als Liebling der Filmfestspiele von Cannes 1985 erlangte Binoche internationale Anerkennung, als sie 1988 die Rolle der Tereza in Philip Kaufmans «The Unbearable Lightness of Being» (dt. Titel «Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins» übernahm.
Die Fragen stellte Alexandre Ducommun
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