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Urs Schwaller und Alain Berset punkteten auf «fremden» Listen
Autor: Von CAROLE SCHNEUWLY
Nachdem FDP-Mann Jean-Claude Cornu am Montag seinen Verzicht auf einen zweiten Wahlgang für den Ständerat bekanntgegeben hat, ist klar: Freiburg wird in der kleinen Kammer auch in den kommenden vier Jahren mit einem CVP-SP-Gespann vertreten sein. Dass dies dem Willen der Wählerschaft entspricht, zeigten bereits die Resultate der Kandidierenden: Urs Schwaller (CVP) hatte mit 47 202 Stimmen ein Glanzergebnis erzielt, während Alain Berset (SP) mit seinen 35 068 Stimmen den drittplatzierten Cornu um fast 10 000 Stimmen distanzierte.
61 Prozent unveränderte Listen
Am Freitag nun hat die Staatskanzlei die detaillierte Statistik zu den Ständeratswahlen veröffentlicht. Diese bestätigt, dass viele Wähler lieber das bewährte Duo unterstützten, als unveränderte CVP-, FDP- oder SP-Listen einzuwerfen. 61 Prozent der gültigen Wahllisten waren unverändert; das sind über zehn Prozent weniger als bei den Wahlen 2003.
Listendisziplin bei CVP, FDP und SP rückläufig
Ein Viertel der unveränderten Listen geht auf das Konto der SVP mit ihrem Kandidaten Jean-François Rime: 15,3 Prozent aller Wähler legten eine unveränderte SVP-Liste ein, leicht mehr als vor vier Jahren.Bei den anderen drei Parteien ist die Listendisziplin hingegen deutlich zurückgegangen: Die SP kommt noch auf 19,8 Prozent, fast zwei Prozent weniger als 2003. Noch frappanter ist der Rückgang bei den Allianzpartnern CVP und FDP: Nur 8,5 Prozent der Wähler entschieden sich für eine unveränderte FDP-Liste (-4,5 Prozent), und 17,6 Prozent legten die vorgedruckte CVP-Liste in die Urne (-5,6 Prozent).
Schwaller und Berset über die Parteigrenzen hinaus respektiert
Eine deutliche Sprache spricht auch die Herkunft der Stimmen der vier Kandidaten: Sowohl Urs Schwaller als auch Alain Berset machten mehr als die Hälfte ihrer Stimmen auf veränderten Wahlzetteln. Offensichtlich haben sich beide wiedergewählten Ständeräte im Verlauf der vergangenen Legislatur über die Parteigrenzen hinaus Respekt verschafft: Schwaller hatte 2003 noch 65 Prozent seiner Stimmen mit unveränderten CVP- und FDP-Listen gemacht, Berset sogar fast 73 Prozent mit unveränderten SP-Listen. 2007 lagen die Anteile nur noch bei 45 respektive 46 Prozent.Schwallers Name stand auf nicht weniger als 7169 SP-Listen und immerhin auf 2572 SVP-Listen. Ber- set machte 4114 Stimmen auf CVP-Listen und punktete gar vereinzelt bei der SVP (491) und der FDP (301).
Wenige Cornu-Stimmen ausserhalb der Allianz
Jean-Claude Cornu hingegen war auch in diesem Jahr stark auf die Stimmen der FDP- und CVP-Wähler angewiesen: 21 215 seiner 25 165 Stimmen stammten von unveränderten Listen der Allianzpartner (14 306 CVP und 6909 FDP). Das sind 84 Prozent, immerhin vier Prozent weniger als vor vier Jahren.SVP-Kandidat Jean-François Rime schliesslich ist mit 63 Prozent im Mittelfeld klassiert. Er holte 12 417 von 19 782 Stimmen auf unveränderten Listen seiner Partei.