Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03521.jsonl.gz/1780

Welchen Effekt hat ein hochintensives körperliches Training auf die Multiple Sklerose? Dieser Frage geht ein Forschungsteam am Rehazentrum Valens nach.
In der Serie «Treffpunkt Forschung» stellen Forschende, die von der MS-Gesellschaft finanziell unterstützt werden, ihre Projekte vor. Lesen Sie hier den Bericht von Dr. Jens Bansi, Rehazentrum Valens.
Unser Projekt
Das Projekt namens «TRAINUVIMAB» wurde im Rahmen der stationären Rehabilitation durchgeführt. Wir untersuchten den Einfluss von zwei etablierten Bewegungsprogrammen auf das Immunsystem: 3x pro Woche moderates Training wurde einem hochintensiven Training gegenübergestellt. 72 Personen mit schubförmig verlaufender MS nahmen an der Studie teil.
Wir untersuchten sowohl die akuten Effekte (vor, nach und drei Stunden nach der ersten Trainingseinheit) als auch die chronischen Effekte (vor und nach den Trainingsinterventionen) auf die klassischen entzündungsfördernden Elemente (Neurofilamente und Interleukin-6) sowie den Aufbau von Kynurenin. Dies ist ein Blutbestandteil, der für die Herstellung von Tryptophan verantwortlich ist. In zu hoher Dosis können Kynurenin und Tryptophan Entzündungsvorgänge begünstigen.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass ein hochintensives Intervalltraining die Zusammensetzung hin zu einer neuroprotektiven Wirkweise verschiebt: Die Konzentrationen von Kynurenin und Tryptophan nahmen ab. Gleichzeitig sanken unter den intensiven Belastungen auch die Neurofilamentspiegel.
Die Ergebnisse haben somit eine sehr hohe Relevanz für MS-Betroffene: So wäre es möglich, das Fortschreiten der Krankheit durch ein regelmässiges hochintensives Intervalltraining zu verlangsamen und die motorischen und kognitiven Funktionen zu erhalten.
Unsere Motivation
Der Glaube, dass körperliche Anstrengung das Fortschreiten der MS beschleunigt, ist immer noch weit verbreitet. Hierbei leisten unsere Untersuchungen einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Behandlungsmethoden für MS-Betroffene. Sie helfen, die Betroffenen aufzuklären, wieviel Aktivität gut ist. Diese Studie zeigt, dass ein gezieltes, hoch-intensives Training stets sicher ist bei Personen mit MS.