Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03394.jsonl.gz/455

Knoten mit Kreisverkehr sind für Menschen mit Behinderung, aufgrund der durch die Geometrie der Anlagen bedingten Umwege und Erschwernisse, bei der Orientierung nachteilig. Für Personen mit reduzierter oder fehlender Übersicht über das Verkehrsgeschehen, ist an den Fussgängerstreifen nur schwer zu erkennen, ob ein Fahrzeug im Kreisverkehr weiterfährt oder ob es die Ausfahrt wählt. Zweispurige Kreisel-Zufahrten erschweren dies zusätzlich und sind zu vermeiden.
Menschen mit Sehbehinderung können die Verkehrsgeräusche an Kreiseln nur sehr schwer interpretieren, um Lücken im Verkehrsfluss zu erkennen. Das Einhalten der Gehrichtung während dem Queren ist zudem erschwehrt, da die Verkehrsgeräusche der kreisenden Fahrzeuge nicht als akustische Führung genutzt werden können, sondern gar zusätzlich von der Gehrichtung ablenken.
Anforderungen an Knoten mit Kreisverkehr
- Das unbeabsichtigte Betreten der Kreisfahrbahn ist mit hohen Randabschlüssen, Absperrelementen, Geländern oder Grünflächen zu verhindern (Anh. Ziff. 8.1.6).
- Die Querung ist nach Möglichkeit mit Schutzinseln zu unterteilen (Anh. Ziff. 8.1.6), was bei den Abmessungen von Knoten mit Kreisverkehr in der Regel möglich ist.
- Schutzinseln und Fahrbahnrand sind so zu konzipieren, dass die Rechtwinkligkeit der Fussgängerstreifen gegeben ist.
- Das Auffinden der Fussgängerstreifen ist zu gewährleisten (Anh. Ziff. 8.1.6).
Auffinden der Fussgängerstreifen
Zur Wegführung und Lokalisierung der Fussgängerstreifen können folgende Elemente eingesetzt werden:
- Randbegrenzungen der Fusswege die an die Querungsstelle führen, z.B. Grünflächen mit Einfassung, Stellplatten,…
- Absperrelemente entlang der Kreisfahrbahn die bis an die Querungsstelle führen
- Hohe Randabschlüsse (vorzugsweise ≥ 0.10 m) entlang des Kreiselbereichs kombiniert mit einer deutlich spürbaren Absenkung des Trottoirs an der Querungsstelle.
- Reichen die baulichen Elemente nicht aus um die Führung zur Querungsstelle sicher zu stellen, sind taktil-visuelle Markierungen erforderlich.
Stand 15.07.2017