Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/1463

- Dominic Thiem holt sich an den US Open 2020 den Titel. Der Österreicher bezwingt Alexander Zverev in 5 Sätzen mit 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (8:6).
- In einem zu Beginn trägen, dann hochklassigen Final in New York fällt die Entscheidung erst im Tiebreak des 5. Satzes.
- Es ist der 1. Grand-Slam-Titel für den 27-jährigen Thiem.
Zum ersten Mal seit 1995 und Thomas Muster hat Österreich wieder einen Grand-Slam-Sieger. Nach etwas über 4 Stunden war das geschafft, was 60 Minuten nach Spielbeginn noch die wenigsten gedacht hätten. Thiem lag zu diesem Zeitpunkt mit 0:2 Sätzen hinten. 3 Stunden später legte er sich nach einem hochdramatischen Entscheidungssatz auf den Court. Im 4. Final-Auftritt an einem Grand-Slam-Turnier sicherte er sich seinen ersten Titel.
Es war ein spezieller Final, der zu einem speziellen Turnier passte. Es kam gleich zu zwei Premieren im leeren Stadion in Flushing Meadows: Noch nie war ein US-Open-Endspiel in der Open Era im entscheidenden Tiebreak ausgetragen worden. Und noch nie hatte sich ein Spieler von einem 0:2-Satzrückstand zurückgekämpft.
Zverev zu Beginn überragend
Der «Dominator» wurde zu Beginn der Partie dominiert. In den ersten beiden Sätzen blieb Thiem praktisch chancenlos, während Zverev gross aufspielte und dem Österreicher gleich 4 Mal den Aufschlag abnehmen konnte. Ein kurzes Zwischenhoch von Thiem zum Ende des 2. Satzes, als er beim Stand von 5:2 zugunsten des Deutschen urplötzlich ein Break zurückholen konnte, kündigte sein Erwachen an.
Der Satz ging zwar dennoch an Zverev. Aber mit dem Rücken zur Wand drehte Thiem auf – oder schraubte zumindest die Fehlerzahl zurück. Zum Ende eines ausgeglichenen 3. Durchganges gelang ihm das Break beim Stand von 5:4 – Satzgewinn.
Thiems spätes Erwachen
Mit dem Durchgang in der Tasche schien sich in Thiem die Blockade gelöst zu haben. Der «Dominator» agierte plötzlich stilsicher, präzis und brachte so einen zunehmend unsicheren Zverev in Bedrängnis. Ein Break reichte Thiem im 4. Satz. Thiem schien dem Titel förmlich entgegenzurennen.
Doch Zverev steckte nicht auf. Was folgte, war ein unglaublicher Entscheidungssatz:
- Zverev nutzte beim Stand von 4:3 ein schwaches Aufschlagsspiel von Thiem und holte sich das (scheinbar) vorentscheidende Break.
- Thiem liess sogleich das Re-Break folgen, glich zum 5:5 aus und schaffte dann seinerseits das Break zum 6:5, konnte somit ebenfalls zum Titelgewinn aufschlagen.
- Aber auch bei ihm versagten die Nerven, und so rettete sich Zverev, der hochgradige Probleme beim Aufschlag bekundete, ins Tiebreak.
- Mit sichtlichen Oberschenkelproblemen kam Thiem im Tiebreak beim Stand von 7:6 zu seinem 3. Matchball – und nutzte ihn.
Thiem ist damit der erste Grand-Slam-Champion seit Stan Wawrinka bei den US Open 2016, der nicht Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Roger Federer heisst.