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Malta ist gerade mal 28 km lang und misst an der breitesten Stelle 13 km. Es ist kaum vorstellbar, dass diese kleine, niedliche Insel einen solch immensen Reichtum an faszinierender Geschichte und Kultur beherbergt.
Malta wurde von verschiedensten Europäischen Kulturen geprägt. Bedingt durch ihre strategisch günstige Lage zwischen Afrika und Europa im zentralen Mittelmeer wurde die Insel von unzähligen Volksgruppen und Mächten auf deren Eroberungszügen besetzt. Infolge dessen lassen sich heute noch interessante Sehenswürdigkeiten sowie eine eine Menge historischer Spuren entdecken und bewundern. Auch die Nachbarinseln Gozo und Comino bieten Ausgrabungsstätten, Tempel und Kirchen in Hülle und Fülle. Kurzum: Ein echter Tümmelplatz für Geschichtsinteressierte, Historiker, Archäologen, Kulturbeflissene!
Wann war wer dort?
Die Geschichte beginnt mit der steinzeitlichen Megalithkultur vor ca. 6000 Jahren. Reste dieser Tempelanlagen sind heute noch sichtbar. Wer sie erbaut hat, bleibt ein Geheimnis.
Phönizier, die in der Zeit von 1000 bis ca. 600 v. Chr. auf Malta siedelten, veredelten Erz zu kunstreichen Metallwaren. Sie betrieben fleissig Handel und Gütertransporte.
Danach folgten die Griechen, Karthager und die Römer. Malta wurde Verbündete des Römischen Reiches; Städte, Häfen und Bewässerungssysteme wurden in dieser Zeit errichtet. Wie wäre es mit einem Besuch der berühmten römischen Gräber und Katakomben?
Im 9. Jahrhundert gehörten Malta, Gozo und Comino zum Byzantinischen Kaiserreich. Bedeutende Kunst und Literatur gehören zu den Hinterlassenschaften der Byzantiner.
Die Araber annektierten während dieser Zeit die Inselgruppe und führten den Islam als Staatsreligion ein, worauf im 11. Jahrhundert Malta und ihre Nachbarn an Sizilien und im 13. Jahrhundert an Aragon gingen. Unter spanischer Herrschaft wurden die imposanten Befestigungsanlagen als Schutz vor Angreifern verstärkt.
Der starke europäische Einfluss führte zur Ablösung des Islam durch das Christentum. 1566 wurde die Festungsstadt Valletta gegründet, benannt nach Jean Parisot de la Valette, dem 49. Grossmeister des Malteserordens.
Napoleon eroberte 1798 Malta und führte unter anderem das Verbot der Sklaverei sowie ein staatlich finanziertes Grundschulsystem ein. Andererseits litt gleichzeitig der Agrarsektor stark unter den französischen Besetzern. Infolge dessen kam die Wirtschaft zum Erliegen, weil der Handel mit Maltas damals wichtigstem Exportprodukt, der Baumwolle, unterbunden wurde. Der souveräne Malteserorden musste den französischen Revolutionstruppen weichen.
Die Briten kamen: Schon nach zwei Jahren wurden die Franzosen aus Malta vertrieben und damit begann die Kolonialherrschaft Grossbritanniens auf der Inselgruppe. Malta wurde Mitglied des Commonwealth und diente als wichtiger Militär- und Handelsstützpunkt. Nach der Eröffnung des Suezkanals entwickelte sich Malta zu einem wichtigen Zentrum des Mittelmeerhandels. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde die Insel als Stützpunkt der Alliierten genutzt.
Wer glaubt in Malta was?
Im Jahr 60 n.Chr. strandete Apostel Paulus als Schiffbrüchiger an der Felseninsel. Damit begann die maltesische Geschichte des Christentums. 98% der heutigen Bevölkerung sind römisch-katholisch. Die islamische Gemeinschaft bilden hauptsächlich die auf Malta lebenden Libyer.
Wer spricht was?
Trotz der Einführung der Englischen Sprache durch die Briten konnten die Malteser ihre ursprüngliche Sprache bewahren. Maltesisch gehört zu den semitischen Sprachen und hat sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt. In unseren Ohren klingen einzelne Worte recht amüsant und muten an wie eine Mischung aus Englisch und Italienisch. Englisch und Maltesisch gelten heute gleichermassen als Amtssprachen in der EU.
Malta, endlich unabhängig!
Malta wurde nach über 150 Jahren britischer Herrschaft im Jahre 1964 ein unabhängiger Staat, besitzt heute eine parlamentarische Republik als Staatsform und ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.