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wohl Basel, um 1875
Baumwolle bestickt, Leinenspitze
L. 122 cm
Inv. 1942.213.
Rosafarbenes Mädchenkleid
wohl Basel, um 1875
Baumwolle, Leinenspitze
L. 115 cm
Inv. 1942.217.
Gekleidet wie erwachsene Frauen
Die grosse, ausladende Weite der Krinolinenkleider aus der Jahrhundertmitte verlor sich ab 1863/65 allmählich und machte einer gewandelten Silhouette Platz. Von vorn wurde nun eine gerade, schmale Erscheinung angestrebt, die nach 1870 durch ein eng anliegendes, hochgeschlossenes Oberteil, schmal geschnittene Ärmel und einen die Hüften knapp umspannenden Rock erreicht wurde. Die Weite des Rockes wurde hinten gerafft und zu einer Schleppe zusammengeführt. Das brachte eine extreme Übersteigerung des Gesässes mit sich, die vor allem in der Seitenansicht wirksam war und als «Faux Cul» (falsches Gesäss) bezeichnet wurde. Ein unter der Kleidung getragenes Polster aus Rosshaar, die sog. Tournure, unterstützte diese Formgebung. Verstärkt wurde diese Silhouette – auch bei heranwachsenden Mädchen – durch ein Korsett, das nicht nur die Taille, sondern auch die Hüften schlank machte.
Die beiden Kleider, aus der Basler Familie Burckhardt stammend, wurden vermutlich von Mädchen zwischen zwölf und vierzehn Jahren getragen. In diesem Alter schwankte die Länge der Kleider zwischen Waden- und Knöchellänge.
Die in lockere Falten gelegten Partien im Bereich der Oberteile erlaubten Veränderungen im Brustumfang, die bei jungen Mädchen in der Pubertät zu erwarten waren, ohne dass die Passform der Kleider darunter litt.