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Heute möchten wir Sie über zwei sehr häufige Krankheiten im Unterleib informieren, die meistens in einer Operation enden. Viele unter Ihnen mussten eines dieser Leiden schon operieren lassen. Anderen steht dies vielleicht noch bevor.
1. Blinddarmentzündung (Appendizitis)
Die akute Blinddarmentzündung oder akute Appendizitis ist definiert als Entzündung des Wurmfortsatz. Der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) ist ein Anhängsel des Blinddarms und befindet sich im rechten Unterbauch.
Der Dickdarm beginnt im rechten Unterbauch mit dem Blinddarm, an dem der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) als sackgassenartiges Gebilde hängt.
Bei 60 Prozent aller Patienten mit einer akuten Blinddarmentzündung wird die Entzündung des Wurmfortsatzes (Anhängsel des Blinddarmes) durch einen Verschluss der Verbindung zwischen dem Anhängsel und dem Blinddarm verursacht.
Der Verschluss kommt meistens durch einen verklemmten „Stuhlballen“ zu stande. Dadurch kann der Darmschleim, der sich auch im Wurmfortsatz bildet, nicht mehr abfliesen und wird durch die Stuhlbakterien infiziert. Es kommt zur akuten Entzündung mit den folgenden typischen Symptomen.
Plötzlicher, anhaltender Schmerz
Typisches Krankheitszeichen der Appendizitis ist ein unklarer, krampfartiger (kolikartiger) Schmerz im Oberbauch oder in Nabelhöhe, der sich in durchschnittlich vier Stunden in den rechten Unterbauch verlagert. Dort bleibt er als Dauerschmerz bestehen. Nach Einsetzen der Schmerzen werden die Patienten oft appetitlos, ihnen wird übel und sie können auch erbrechen. Vor allem bei Kindern entwickelt sich oft Fieber. Die Bauchdecke wird druckempfindlich, vor allem im rechten Unterbauch.
Die Schmerzen bei der Appendizitis entwickeln sich aus dem Wohlbefinden heraus. Daher sind alle plötzlich auftretenden Schmerzen im Bauchraum auch immer verdächtig auf eine Appendizitis. Verschwinden solche Schmerzen nicht innert weniger Stunden sollte der Arzt konsultiert werden, der dann mittels dem klinischen Untersuch und einer Blutentnahme die Diagnose erhärten kann. In unsicheren Fällen hilft ein Ultraschall oder selten benötigt , eine Computertomographie. Eine akute Blinddarmentzündung muss sofort operiert werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Wurmfortsatz platzt und es zu einer Bauchfellentzündung kommt, welche sehr gefährlich werden kann. Die Blinddarmoperation erfolgt heute meistens laparoskopisch, das heisst mittels einer Bauchspiegelung. 2. Eingeweidebruch (Hernie)
Eingeweidebrüche sind Ausstülpungen des Bauchfells, gegebenenfalls mit Darmanteilen, in angeborene oder erworbene Lücken (Bruchpforten) im Bauchraum oder in der Bauchwand. Hernien werden nach dem Ort der Bruchpforte benannt (zum Beispiel Leistenbruch, Nabelbruch), danach ob sie angeboren oder erworben sind.
Ein Eingeweidebruch (Hernie) ist eine Ausstülpung des Bauchfells (Peritoneum) durch eine angeborene oder auch im Laufe des Lebens erworbene Bruchlücke. Damit verlässt das Bauchfell seinen zugewiesenen Ort und gleitet durch Schwachstellen in der Bauchwand in die Umgebung.
Eingeweidebrüche (Hernien) werden letztlich nach dem Ort der Bruchpforte benannt. Also beispielsweise Leistenbruch, wenn die Bruchlücke in der Leiste liegt, oder Nabelbruch, wenn sich der Bruchsack am Nabel seinen Weg nach aussen sucht. Ausser der Bauchdecke sind weitere mögliche Lokalisationen für Bruchlücken:
das Zwerchfell
der Beckenboden (selten)
die Rückenmuskulatur (selten)
die Bauchhöhle (innere Brüche)
Ausserdem werden Hernien noch nach folgenden Kriterien unterschieden:
Angeborene Hernien: Sie entstehen dort, wo sich so genannte fetale Bauchfellausstülpungen nicht zurückgebildet haben. Am häufigsten sind die Nabelbrücke bei Neugeborenen, welche sich oft spontan zurückbilden. Daneben kommen vor allem bei frühgeborenen Knaben häufig angeborene Leistenbrüche vor.
Erworbene Hernien: Sie treten durch erweiterte, eigentlich regelhaft angelegte Lücken aus (zum Beispiel in den Leistenkanal als so genannter Leistenbruch). Männer sind wegen des offenen Leistenkanals, der als Durchtrittspforte für die Samenleiter dient, häufiger betroffen.
Äussere Eingeweidebrüche (Äussere Hernien): Die äusseren Eingeweidebrüche treten durch Lücken der Bauchwand nach aussen an die Bauchoberfläche. Sie können angeboren sein (beispielsweise Nabelbrüche) oder im Laufe des Lebens erworben werden. Am häufigsten treten sie als sogenannte Narbenbrüche, nach grossen Bauchoperationen, auf.
Innere Eingeweidebrüche (Innere Hernien): Bei den inneren Eingeweidebrüchen liegt die Bruchpforte im Bauchraum und es ist von aussen keine Vorwölbung zu sehen. Der Bruchsack wölbt sich in eine Ausstülpung des Bauchfells vor oder in einen regelhaft angelegten Hohlraum im Bauchraum. Auch innere Hernien können angeboren oder erworben sein. Ein Beispiel für innere Hernien ist der Zwerchfellbruch, der zu saurem Aufstossen und zur sogenannten Refluxkrankheit führen kann.
Therapeutisch werden symptomatische Hernien, vor allem in der Leiste oder am Nabel meistens operiert. Ebenso müssen die oft grossen Narbenhernien chirurgisch saniert werden. Dafür stehen heute verschiedene Operationstechniken zur Verfügung. Die Gefahr von kleineren Brüchen in der Leiste oder am Nabel ist die akute Einklemmung von Darmanteilen. Dann entsteht ein akuter anhaltender Schmerz mit einer Vorwölbung. Kann diese nicht zurückgeschoben werden, ist eine Notoperation nicht zu umgehen, damit der Darm keinen Schaden nimmt. Innere Hernien machen oft keine Beschwerden. Die Refluxerkrankung kann heute sehr gut mit Medikamenten behandelt werden.
Nützliches:
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