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Restaurierte Ikone
Die Zentralbibliothek der Universität Gent sollte damals Symbolcharakter haben, für die Wissenschaft, das Wissen und die Weisheit. Henry van de Velde plante deshalb einen Leuchtturm, der weithin sichtbar ist. Nach unzähligen Änderungen und Anpassungen legte van de Velde 1935 seinen endgültigen Plan vor. Der 64 Meter hohe Buchturm erhielt vier Stockwerke im Untergeschoss und zwanzig oberirdische Stockwerke mit einem beeindruckenden Belvedere zuoberst. Der Architekt gab dem Turm die Form eines griechischen Kreuzes, nicht als religiöses Symbol, sondern um Himmel und Erde sowie Zeit und Raum zu verbinden. Er entschied sich für eine ungewöhnliche Fassade aus blankem Beton auf einem Sockel mit Blausteinverkleidung.
Die Anordnung der Lesesäle liess der Architekt durch den Lichteinfall bestimmen: Der Hauptlesesaal und der Zeitschriftenlesesaal sind nach Süden ausgerichtet und empfangen zenitales Licht, während der Manuskriptlesesaal nach Norden gerichtet ist, um vor schädlichem Licht abgeschirmt zu werden.
Als Allround-Künstler entwarf van de Velde auch jedes mögliche Detail für das Interieur: Bodenmuster, Türknöpfe, Möbel, Kühlerabdeckungen und auch die schwarzen Eisenfenster-profile. Die Wirtschaftskrise und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sorgten jedoch dafür, dass nicht alles nach Entwurf ausgeführt werden konnte und an vielen Stellen Kompromisse notwendig waren.
Originaldesign
Erst spät im 20. Jahrhundert entwickelte sich der «Boekentoren» zu einem anerkannten Meilenstein der Stadt Gent. Am 1. Juli 1992 wurde das Bibliotheksgebäude offiziell unter Denkmalschutz gestellt. Es dauerte allerdings nochmals zehn Jahre, bis eine Renovation ins Auge gefasst wurde. Vor einigen Jahren genehmigte der Verwaltungsrat der Universität Gent schliesslich den von den Architekten vorgeschlagenen Masterplan für die Restaurierung, geleitet von Robbrecht und Daem. Ziel war es, den Nutzern der mehr als drei Millionen Bücher mehr Komfort zu bieten und gleichzeitig das Gebäude als Studien- und Leseplatz zu würdigen.
Das Belvedere-Geschoss war zu dieser Zeit unzugänglich und sollte samt seinem grossartigen Blick über die Stadt ebenfalls wieder benutzbar werden. Für den belgischen Vertriebspartner des Schweizer Stahlprofilherstellers Jansen AG bestand die Aufgabe darin, Fenster einzubringen, die der ursprünglichen Gestaltung von van de Velde gerecht würden und dabei auf neuestem technischen Stand sind. Kloeckner Metals entwickelte in enger Kooperation mit dem Metallbauer und Jansen eine Fensterkonstruktion, die heutige bauphysikalische Anforderungen im Design der Originalfenster integriert. Es entstand eine isolierte und eine nicht isolierte Version der «van de Velde»-Fenster.
Das Gebäude erhielt einen Turm im Turm – um die Bücher besser zu schützen – sowie eine neue Betonfassade. Im obersten Abschnitt des Turms wurden Janisol-Arte-Elemente verbaut, in den übrigen Gebäudebereichen kamen unter anderem Art’15 sowie Janisol-Türen und -Fenster zum Einsatz.
Die Mission bei der Restaurierung bestand darin, die Originalentwürfe, das Werk und seinen aktuellen Zustand genau zu studieren und letztlich alles in eine stimmige Form zu bringen. Die verschiedenen Profilsysteme von Jansen haben in diesem Prozess eine gewichtige und sichtbare Rolle gespielt.
jansen.ch
Bautafel
Bauherr
Universität Gent
Architekten
Robbrecht en Daem
Gent
SumProject
Brüssel
Baro Consulting
Gent
Barbara Van der Wee
Brüssel
Fensterbau
Lootens
Deinze
Jansen Partner
Kloeckner Metals Belgium NV
Antwerpen
Stahlprofilsysteme
Jansen Art’15, Janisol, Janisol C4, Janisol Arte 2.0, Janisol Arte 66
Systemlieferant
Jansen AG
Oberriet/CH