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Saison Frühling – Infekte und Haut
Die Pityriasis rosea wird auch Röschenflechte oder Schuppenröschen genannt.
Sie wurde 1860 von Camille Melchior Gibert, einem Dermatologen, am Hôpital Saint Louis in Paris entdeckt.
Es handelt sich um eine am Stamm verstreut auftretende, gutartige Hauterkrankung mit unklarer Ursache und selbst limitiertem, zweiphasigem Verlauf. Als Auslöser werden virale Infektionen (HHV6) diskutiert; aber auch Stress, Schwangerschaft und Medikamente können als Trigger in Frage kommen.
Das Schuppenröschen tritt bei gesunden Menschen im Alter zwischen 10 und 35 Jahren v.a. in den Übergangsmonaten also im Frühling, aber auch im Herbst auf. Frauen scheinen bevorzugt befallen zu werden.
Der Ausschlag zeigt sich bevorzugt am Stamm sowie an den körpernahen Extremitäten.
Gelegentlich gehen Vorboten wie Übelkeit, Mattigkeit, Fieber und Kopfschmerzen den ersten Hautveränderungen voraus. Initial zeigt sich eine münzgrosse, ovale, rote, randbetont schuppende Plaque (Herald patch, Plaque mère). Diese Plaque mère tritt in > 50% der Fälle und meist am Stamm auf. Im weiteren Verlauf schubartige, über mehrere Wochen andauernde stammbetonte Ausbreitung von nach den Spaltlinien ausgerichteten (Tannenbaum-Muster), kleinen, ovalen oder länglichen, wenig erhabenen, schuppigen Plaques.
Es sind 6 Varianten beschrieben:
- klassischer Typ
- inverser, intertriginöser Typ (Kinder, Afrikaner, Afro-Amerikaner)
- vesikulärer Typ
- purpuriformer-hämorrhagischer Typ
- pustulärer Typ
- Kinder
Die Pityriasis rosea befällt (fast) nie das Gesicht und die Schleimhäute und auch nur selten die körperfernen Extremitäten. Die Patienten haben kein gestörtes Allgemeinbefinden; jedoch beklagen sie nicht selten einen ausgeprägten Juckreiz.
Differentialdiagnostisch kommen Hautpilze (Tinea corporis), Geschlechtskrankheiten (Frühsyphilis), Medikamente (Arzneimittelexanthem), Pityriasis lichenoides, sowie Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) in Frage.
Eine kausale Therapie ist nicht bekannt. Die Hautveränderungen heilen innerhalb von 3-8 Wochen spontan ab. Generell sollte man einen Hitzestau, okklusive Kleidung, Sport, heisse Bäder, Sauna, direkte Sonnenbestrahlung und fettende Externa meiden.
Äusserlich können Tannolact Lotio, Tannosynt Lotio, Optiderm Lotion verwendet werden. Trotz der oben erwähnten Empfehlung, direkte Sonnenbestrahlung zu meiden, kann eine medizinische UV-Bestrahlung mit UV-B Schmalband 3x/Woche den Juckreiz wesentlich lindern. Innerlich hilft manchmal ein juckreizstillendes Antihistaminikum z. Bsp. Levocetirizin (z.B. Xyzal Tbl.) 2mal/Tag 5 mg p.o. oder Desloratadin (z.B. Aerius Tbl.) 2mal/Tag 5 mg p.o.
Prognostisch ist eine vollständige Abheilung innerhalb einiger Wochen, normalerweise ohne bleibende Hautveränderungen (Hyperpigmentierungen oder Narben) zu erwarten.
Text: Tanja Graf
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