Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03617.jsonl.gz/1683

Nach unzähligen erfolglosen Verhandlungen seit der Teilung der Mittelmeerinsel vor fast 50 Jahren wollte er in Genf ab Dienstag persönlich mit dem griechisch-zyprischen und dem türkisch-zyprischen Präsidenten sprechen. Guterres habe sich schon länger mit dem Problem beschäftigt, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric. «Deshalb ist er realistisch» was das Treffen in Genf betrifft, sagte er.
Neben Zyperns griechischen und türkischen Spitzenpolitikern, Nikos Anastasiades und Ersin Tatar, nehmen auch die Aussenminister Griechenlands, der Türkei und Grossbritanniens an den dreitägigen informellen Gesprächen teil. Grossbritannien hatte die Insel bis 1960 als Kronkolonie verwaltet. Guterres wolle herausfinden, ob es eine gemeinsame Vision für die Zukunft Zyperns gebe, sagte Dujarric. Am Dienstag standen bilaterale Treffen auf dem Programm. Eine Sitzung mit allen Beteiligten soll am Mittwoch folgen.
Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden. Nordzypern wird als Staat nur von der Türkei anerkannt. Die EU nahm ganz Zypern 2004 auf. Das EU-Recht gilt bis zur erhofften Wiedervereinigung nur im Südteil der Insel.
Es gibt den Vorschlag einer Föderation aus zwei Bundesstaaten mit einer starken Zentralregierung. Damit ist die griechisch-zyprische Seite einverstanden. Die türkischen Zyprer wollen dagegen zwei unabhängige Staaten.