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Ich mag die Arbeit mit SPSS. Sie ist wie meine Arbeit mit HTML und CSS. Manchmal funktioniert etwas nicht so wie es soll, dann muss ich den Fehler suchen. Weiterlesen
Gestern hatte ich eine Besprechung mit meiner Masterarbeitsbetreuerin zur statistischen Auswertung der Daten. Ich war ja leicht in Panik, weil ich laut Zeitplan bis Ende Dezember die Statistik hätte fertig gerechnet haben sollen.
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“Why do some folks who have a lot more money than others seem to be less nice and more evil to everyone around them?” fragte sich Brandon Weber immer. Und fand die Antwort in einem interessanten Youtube-Clip über die Forschung von Paul Piff, einem Sozialpsychologen und Post-Doc an der University of California, Berkeley. Der erforscht, wie soziale Hierarchien, Ungleichheiten und Emotionen die Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen formen. Und konnte mit einem einfachen Experiment zeigen, dass Geld gemein macht: In einem Monopoly-Spiel hatte der Proband das Recht, immer zweimal zu würfen und zu ziehen. Klar, dass er so sehr viel mehr Strassen kaufen kann als sein Gegner, schneller reich wird und das Spiel somit gewinnt. Interessanterweise fanden die Probanden – die ja eigentlich auf unfaire Weise im Vorteil waren – dass sie ihren grösseren Reichtum verdient hatten. Stand eine Schüssel mit Snacks neben dem Spielbrett, griffen sie deutlich öfters zu als ihr unterlegener Mitspieler. Diese Beobachtungen werden auch als Erklärung genutzt, warum die “Fussgänger haben Vortritt”-Regel öfters von Autofahrern mit teuren, prestigeträchtigen Marken wie BMW oder Mercedes missachtet werden, als von Autofahrern mit günstigen Marken.
Take Two ‘Normal’ People, Add Money To Just One Of Them, And Watch What Happens Next
http://www.upworthy.com/take-two-normal-people-add-money-to-just-one-of-them-and-watch-what-happens-next
Website von Paul Piff
http://paulpiff.wix.com
Das ist Forschung, die Spass macht. :-)
Wow, die Uni erstaunt mich immer wieder: Normalerweise ist es schwierig, etwas ausserhalb der bestehenden Strukturen zu organisieren, wie ich dieses Semester frustriert feststellen musste. Nun hab ich bei der Hochschuldidaktik nachgefragt wegen einem Evaluationsbogen für mein Tutorat. Die werden eigentlich nicht evaluiert, ich will aber für meine Lehrveranstaltungen im Doktorat (drückt mir die Daumen dass es klappt) schon mal Erfahrungen mit der Unterrichtsevaluation der UZH sammeln (und war auch etwas zu faul, eine eigene Evaluation zusammen zu stellen, ich gebs zu). Gross Hoffnungen hab ich mir nicht gemacht. Überraschung: Die Hochschuldidaktik schickt mir den Evaluationsbogen inkl. Dozierendeninformation zu und erklärt mir, dass ich anschliessend die Bögen per Hauspost zurückschicken kann, sie werten mir das Ganze sogar aus. Wie geil!
“Die vorliegende Studie untersucht bei heterosexuellen Paaren, wie das Ausmass der eingeschätzten Erreichung von partnerschaftsbezogenen Zielen auf die Partnerschaftszufriedenheit beider Partner wirkt.”
Boah, das muss doch auch schöner gehen? In meinem Kopf bekämpfen sich gerade genaue Wissenschaftlerin und leidende Prosaschreiberin.
Heute traf ich mich mit meiner Betreuerin, um ihr meine Hypothesen für die Masterarbeit vorzustellen. Ich hatte die vergangenen zwei Wochen eine Studie komplett auseinandergenommen, etwas Theorie recherchiert und studiert und nach geschätzten 10 Stunden (können auch mehr gewesen sein) und diversen zerkritzelten Seiten stand dann das Modell. Da das Treffen erst später am Nachmittag war, wollte ich Forschungsfrage und Hypothesen nach dem Mittagessen ausformulieren. Ich hatte mit zehn Minuten gerechnet, schliesslich war ja schon alles aufgezeichnet und in meinem Kopf. Ha! Mal wieder getäuscht! Sorgfältige Formulierungen brauchen definitiv ihre Zeit.
Kurz vor dem Gespräch überfiel mich meine Prüfungsangst und ich wurde extrem nervös. Ich bin jemand, der sich sehr stark mit anderen Menschen vergleicht. Arbeite ich zu schnell, zu langsam, zu genau, zu schlampig? Wie ziehen sich die anderen an, wie verhalten sie sich? Sowas interessiert und beruhigt mich. Wenn ich nicht vergleichen kann, ist das schwierig für mich. Und bei der Hypothese wusste ich nicht, ist die jetzt gut oder nicht, hatte ich genug vorbereitet, genug gelesen? Ich wollte mich einfach nicht zu sehr in die Literatursuche reinknien, falls ich völlig falsch lag. Kann zwar nie schaden, was zu lesen, aber ich bin langsam und nicht sehr ausdauernd…
Das Gespräch lief dann sehr gut, auch wenn mir nach drei Minuten der Kopf schwirrte und ich mir nach zehn überlegte, ob ich tatsächlich die Intelligenz für ein Doktorat habe. Aber ich versuche mich ja von solchen Momenten nicht entmutigen zu lassen. Meine Betreuerin war mit den Hypothesen zufrieden und hat auch nur einen klitzekleinen Fehler in der Fragestellung gefunden.
Anschliessend diskutierten wir über den Fragebogen, den ich für die statistische Auswertung verwende. Es ginge jetzt zu weit, alle Details zu erklären, darum nur so viel: Die Instruktion ist leider etwas unglücklich formuliert. Wir haben also mögliche Lösungen für dieses Problem diskutiert und gingen dann zur Postdoktorandin – rüber.
Jetzt muss ich doch noch kurz ein paar Erklärungen einflechten, sonst macht mein Bericht nicht so viel Sinn: Bei meinem Bewerbungsgespräch für die Masterarbeit hatte ich natürlich erwähnt, dass ich plane, ein Doktorat ans Studium anzuhängen. (Erst kurze Zeit später hatte ich mich dann endgültig entschieden, den Weg der akademischen Karriere zu beschreiten, zu dem Zeitpunkt war es “nur” der “ich möchte das halt einfach noch gerne machen”-Plan.) Meine Masterarbeit findet im Rahmen eines grossen Forschungsprojektes dreier Psychologie-Lehrstühlen statt. Daran nehmen mehr als 300 Paare zwischen 20 bis 80 Jahre Teil. Die waren schon zweimal an der Uni und kommen nach einem Jahr Pause nun bald für die dritte Erhebung. Ich habe die Fragebogenbatterien gesehen, das auszufüllen ist schon mal eine ziemlich langwierige Sache. Am Institut werden sie dann auch noch bei drei kurzen Gesprächen gefilmt. Diese Paare leisten damit einen unglaublich wertvollen Beitrag für die Forschung. Die Daten dieses Projektes werden für eine Vielzahl von Doktorats-, Postdoc- und Masterarbeiten verwendet. Mit jeder Erhebung werden sie ausserdem wertvoller, weil man nun die Entwicklung der Variablen auswerten kann. Das ist also eine grosse Sache und die Fragestellungen der Arbeiten dazu sind sehr vielfältig, je nach Schwerpunkt des Lehrstuhls.
Die Postdoktorandin fand nun, dass zu meinem Thema noch kaum etwas gemacht wurde in diesem Projekt. Und sie bot mir an, ich könne basierend auf meiner Masterarbeit ein Paper schreiben. Paper nennen wir Beiträge in Fachjournalen. Es ist ziemlich anspruchsvoll, veröffentlicht zu werden. Veröffentlichungen sind aber wichtiger Bestandteil vom akademischen Lebenslauf. Wenn ich eine Doktorstelle bekomme, werde ich drei Artikel veröffentlichen müssen und um diese dann noch einen Rahmen schreiben, was dann meine Dissertation ist. Je besser das Journal, in dem man veröffentlicht wird, desto höher das Prestige, desto höher aber aber auch die Ansprüche des Journals. Die Postdoktorandin meinte noch, ich würde halt trotz der Schreibarbeit als Zweitautor aufgeführt, weil ja meine Masterarbeitsbetreuerin die Hypothesen lieferte und viel “Hirnschmalz beiträgt”. Erstautor zu sein wäre natürlich besser. Aber ich bin da pragmatisch. Ich kann ein Paper auf meiner Masterarbeit basierend schreiben? Falls es veröffentlicht wird, hab ich schon ein Paper in meinem CV? Egal mit der Zweitautorenschaft, ich will das Paper schreiben!
Details weiss ich noch keine. Ich wusste ja bis vor einigen Stunden nicht mal, dass sowas möglich ist. Meine Masterarbeitsbetreuerin hat das offenbar auch gemacht. Ich war so schockiert von dem Angebot, dass ich noch gar keine Fragen stellen konnte. Gerade kann ich mein Glück gar nicht fassen. Wie cool ist das denn?
Lange Rede kurzer Sinn: Ich freu mich. :-)
Als Fachverein der grössten Schweizer Universität bekommen wir – selten aber immerhin – ab und zu Anfragen von den Medien. Irgendwas muss ja immer kommentiert werden. Zweimal habe ich das bisher gemacht. Einmal ging es um die Schwierigkeit, Studienteilnehmende zu finden.
Ein andermal kommentierte ich die Studienrealität und wieso ein Assessmentjahr sinnvoll ist.
Beide Male war ich nicht sonderlich zufrieden mit dem Ergebnis. Da mir das Hin und Her auch auf die Nerven ging, werden in Zukunft andere Vorstandsmitglieder (Vizepräsidentin oder Institutsangelegenheiten) zum Zuge kommen. Zumindest, solange ich noch Präsi bin.
Auf ein anderes “Interview” bin ich jedoch sehr stolz und möchte es daher hier vorstellen. Für das Perspektivenheft Psychologie des SDBB Verlags (Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung | Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung) beschrieb ich einige meiner Erfahrungen mit dem Studium. Natürlich ging es in meinem Beitrag auch um den Fachverein :-). Im Heft sind noch noch weitere Porträts von Studierenden anderer Unis und aus dem Berufsleben zu finden.
Mein Interesse hat das Interview vor allem geweckt, weil dazu auch ein von einem professionellen Fotografen aufgenommenes Foto gehörte. Ich halte mich ja bekanntlich für komplett unfotogen, aber man hat halt so seine Eitelkeiten. Mit dem Ergebnis bin ich hochzufrieden. Der Verlag wohl auch, haben sie doch ein zweites Foto fürs Inhaltsverzeichnis ausgewählt.
Bestellen kann man es hier: http://www.shop.sdbb.ch/index.cfm?cPath=0amp;ProductID=40067
Der Fotograf ist übrigens Dominique Meienberg (den ich peinlicherweise als Frau Meienberg anschrieb). Sein Portfolio lohnt einen Blick: http://www.dominiquemeienberg.ch
Mein erster Forschungspraktikumstag begann super: Ich wachte mit Migräne auf. Bekam sie zum Glück in der Rekordzeit von einer halben Stunde in den Griff.
Erfreulicherweise kam ich mir heute auch nicht dumm vor. Hatte schon etwas Bedenken mit diesem Praktikum. Bei einem Forschungspraktikum am Psychologischen Institut wird man auf irgendeine Weise in ein Forschungsprojekt eingebunden. Die Aufgaben können dabei sehr unterschiedlich sein. Studienteilnehmende rekrutieren, Gehirnscans machen, Versuche durchführen, Daten aufarbeiten, Fragebögen auswerten, Daten statistisch auswerten, Literatur recherchieren… Ich frag mich manchmal, was die Doktoranden eigentlich so machen, nachdem sie ihre Ideen entwickelt und theoretisch untermauert und die Versuche oder Fragebögen ausgetüftelt haben. *grins* Ich beschäftige mich in den kommenden zwei Monaten mit dem Datensatz einer Onlinestudie, die eine Hauptstudie zum Thema Trost ergänzt. Superspannendes Thema, über das ich leider nichts erzählen darf, sorry. Heute begann ich damit, den Datensatz zu bearbeiten. Noch keine grosse Sache, bisher war vor allem Fleissarbeit gefragt. Zu meinen Aufgaben gehört auch eine erste Auswertung und Zusammenfassung der bisherigen Teilnehmenden. Ausserdem werde ich mir überlegen müssen, wie ich junge Erwachsene zwischen 17 und 25 und ältere Erwachsene ab 65 sowie vorallem Männer zur Teilnahme bewegen kann. Das wird sicher noch tricky, vor allem, weil ich mit diesen zwei Zielgruppen – bis auf meine Eltern – keinen Kontakt habe. Ausserdem werde ich Literatur zusammensuchen dürfen. Damit sind die vier Wochen dann ziemlich gefüllt. Die statistische Auswertung hat mir ziemlich Bauchschmerzen gemacht. Ich mache mir da nichts vor, was Zahlen angeht, brauche ich einfach immer etwas länger Zeit.
Die nächsten zwei Monate arbeite ich nun also 2,5 Tage am Institut, 2 Tage für meine Firma, 1,5 Tage an meiner Masterarbeit und meiner Seminararbeit zu Freuds Essay über Leonardo da Vinci. Letzteres hätte bis gestern fertig werden sollen nach meinem persönlichen Zeitplan. Aber heute merkte ich mal wieder: Wenn mir die Struktur eines von aussen vorgegebenen Arbeitstages fehlt, wird das nix. Also muss ich schon während dem Semester den meisten Teil meiner Masterarbeit erarbeiten.
Könnte mir ja sonst langweilig werden. *seufz*
Wenn einer kein Thema im Psychologiestudium an der UZH ist, dann Doktor Freud. Meist ist er eine Randnote in den historischen Abrissen der Fächer. Seminare zu ihm sind exotisch wie ein Löwe am Nordpol.
Darum betone ich gerade immer: “Ich hatte dieses Semester ein Seminar zu Freud. Im Nebenfach Kunstgeschichte.”
Nachdem ich zwei Bücher von ihm gelesen habe, ist mein Bedarf lebenslang gedeckt, vielen Dank. Vielleicht rührt daher sein vorwurfsvoller Blick, mit dem er gerade die Fortschritte meiner Arbeit über ihn beobachtet.