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Den polnischen Opfern Hitler-Deutschlands stehen nach Angaben aus Warschau individuelle Entschädigungen in Höhe von insgesamt 440 Milliarden Euro zu. Diese Zahl nannte der Vorsitzende des vom Parlament eingesetzten Ausschusses für die Reparationsforderungen.
Die Bahnzufahrt zum früheren Nazi-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Polen. (Archivbild)
Der Vorsitzende Arkadiusz Mularczyk verwies am Donnerstag vor den Abgeordneten auf eine Studie aus dem Jahr 1990 wonach es in Polen "13,32 Millionen direkte Opfer von Nazi-Deutschland" gab. Es handle sich um Vertriebene, Insassen der Arbeits- und Konzentrationslager, verstümmelte Zivilisten, Witwen, Kriegswaisen und Opfer von Krankheiten unter der deutschen Besatzung und während des Krieges.
Die Studie habe damals die möglichen Reparationsforderungen an Deutschland mit 284 Milliarden Dollar angesetzt, sagte der Politiker der rechtsnationalen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) weiter. Bei in Rechnungstellung der Kaufkraft des Dollar im Jahr 2017 ergebe sich die von ihm genannte Summe.
Die deutsche Regierung lehnt die Forderungen ab und verweist darauf, dass Polen 1953 "verbindlich und mit Wirkung für ganz Deutschland" auf weitere Reparationszahlungen verzichtet und dies in späteren Jahren mehrfach bestätigt habe. Die polnische Seite stellt die Gültigkeit der Erklärung von 1953 in Frage und argumentiert, die damalige Führung in Warschau habe auf sowjetischen Druck hin gehandelt.
Während der sechsjährigen NS-Besatzung wurden sechs Millionen Polen getötet, darunter drei Millionen mit jüdischen Wurzeln. Warschau wurde 1944 praktisch dem Erdboden gleich gemacht.