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Der neue ägyptische Interims-Regierungschef Essam Scharaf hat am Freitag erstmals direkt zur Menschenmenge auf dem Tahrir-Platz in Kairo gesprochen. Drei Wochen nach dem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak waren dort Zehntausende zusammengekommen, um weitere Reformen zu fordern.
"Ich habe meine Legitimität von euch!", rief Scharaf ins Mikrofon. "Es gibt keinen anderen Ort, aus dem man diese Entschlossenheit und Willenskraft schöpfen kann."
Die Menge unterbrach den Politiker immer wieder während der Ansprache, teils um ihn hochleben zu lassen, teils um ihre Forderungen zu skandieren. Der Tahrir-Platz im Herzen von Kairo war das Zentrum der 18-tägigen Massenproteste, die zur Entmachtung von von Mubarak geführt hatten.
Scharaf war erst am Donnerstag vom Militärrat zum Übergangs-Regierungschef ernannt worden. Damit entsprachen die seit dem Abgang Mubaraks regierenden Militärs einer wichtigen Forderung der Opposition.
Aufhebung des Ausnahmezustands gefordert
Sein Vorgänger Ahmed Schafik war noch Ende Januar von Mubarak eingesetzt worden. Die Proteste gegen Mubarak unterstützte Scharaf von Anfang an. Er war damals auch mehrmals auf dem Tahrir-Platz erschienen.
Die Demonstranten feierten am Freitag die Ernennung Scharafs, forderten aber auch weiter die Aufhebung des seit 30 Jahren geltenden Ausnahmezustands und die Freilassung aller politische Gefangener.
SDA-ATS