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Nachkriegszeit
Das Dokument Epoche behandelt zuerst die Entstehung und die Quellen des Romans. Es wird auf die Tatsache eingegangen, dass der Roman auf einem Drehbuch basiert und ein völlig anderes Ende als der Film nimmt.
Der zeitgeschichtliche Hintergrund, der sich im Text deutlich erkennen lässt, wird daraufhin näher in den Blick genommen: Die Handlung spielt in der Nachkriegszeit in der Schweiz. Die Binnenhandlung beginnt circa 1950 mit dem Mord an Gritli Moser. Die Rahmenhandlung, das Treffen zwischen Dr. H. und dem Ich-Erzähler, findet gegen Ende der 1950er Jahre statt. Die fröhliche Stimmung der Nachkriegsjahre steht in der Erzählung in starkem Kontrast zu der düsteren Krimigeschichte, die Dr. H. dem Ich-Erzähler berichtet.
Dann wird die Frage, ob Das Versprechen ein Detektiv- oder ein Kriminalroman ist, gründlich unter die Lupe genommen. Am Anfang der Erzählung scheint Das Versprechen ein Detektivroman zu sein: Der Kommissar Matthäi und dessen Ermittlungen stehen im Zentrum der Kriminalgeschichte. Anhand der Täterbeschreibung, welche die Kinder dem Kommissar geben, und dem Täterprofil durch Prof. Locher trifft Matthäi logische Schlussfolgerungen. Selbst als alle Indizien auf die Schuld des Hausierers von Guntens hindeuten, ist er davon überzeugt, dass er nicht der wahre Mörder ist.
Dann lässt der Autor aber das Schicksal zuschlagen und das „Happy End“ bleibt aus: Am Schluss werden die Verbrechen nicht durch den fleißigen Detektiv, sondern durch eine Greisin auf dem Sterbebett, durch die Ehefrau des Serienmörders, aufgeklärt.
Anschließend wird der literarische Hintergrund untersucht. Die Merkmale des epischen Theaters sowie die Merkmale des Postmodernismus im Werk werden ausführlich erläutert. Diese Betrachtungen werden durch Anmerkungen zur Rezeption und Kritik des Werkes ergänzt.
Quelle: https://lektuerehilfe.de/friedrich-duerrenmatt/das-versprechen/epoche
Die Formenexperimente der Postmoderne
Friedrich Dürrenmatt zählt zusammen mit Max Frisch zu den wichtigsten Vertretern der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur der Schweiz. Da die Schweiz während des Zweiten Weltkrieg neutral geblieben war, ist das Thema des Krieges in dieser Zeit nicht so präsent wie in Deutschland, in dem die Trümmerliteratur die erste literarische Epoche nach dem Ende des Krieges war. Dennoch finden sich auch in „Das Versprechen“ Erinnerungen der Familie Schrott an den 2. Weltkrieg.
Das Versprechen als Experiment
Dürrenmatts Roman Das Versprechen bezieht sich auf die bekannte Form des modernen Krimis, aber er gestaltet ihn völlig anders und für viele Leser sicherlich ungewohnt. Die Figur von Matthäi entspricht nicht mehr der des Detektivs, wie ihn ein Sherlock Holmes verkörpert. Anfangs ist er eher unnahbar und unbeteiligt, später sehr emotional und engagiert, was dann auch zu einer Katastrophe führt (s. weiter unten, Beschreibung von Matthäi als Antihelden).
Der Auflösung des Falles wird zuerst durch einen Zufall verhindert und erfolgt schließlich dann doch noch wie beiläufig durch das Geständnis von Frau Schrott. Das eigentlich gute Gefühl am Ende eines Krimis, dass die bestehende Gesellschaftsordnung wiederhergestellt wurde, fehlt – der Leser bleibt mit einem mulmigen Gefühl zurück.
Der Antiheld der Postmoderne
Inhaltlich ist die Postmoderne von der Suche nach Identität in der modernen Gesellschaft geprägt. Die Figuren suchen nach ihrer Rolle im Leben, das sich in einem vielfältigen und pluralistischen Lebensumfeld abspielt. Die Texte vermitteln den Standpunkt, dass sich der Mensch nicht mehr nur auf eine Wahrheit festlegen kann, sondern alles aus mehreren Blickwinkeln heraus betrachtet werden muss. Dadurch sind die Figuren der Postmoderne oft widersprüchlich und können als Antihelden bezeichnet werden.
Kommissär Matthäi zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nicht mit der einfachsten Lösung zufrieden gibt und mit dem Selbstmord des Hausierers von Gunten sein Versprechen als erfüllt ansieht. Vielmehr setzt er sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür ein, den wahren Täter zu finden, denn er weiß, dass von Gunten unschuldig war.
Keine Identifikationsfigur
Auch wenn sich schließlich am Ende der Erzählung herausstellt, dass alle Schlussfolgerungen von Matthäi richtig waren, dient er dem Leser nicht als Identifikationsfigur, sondern eher als abschreckendes Beispiel für wahnhaftes und rücksichtsloses Handeln. Die Erzählung führt dem Leser ernüchternd vor Augen, wie aus ursprünglich guter Absicht ein Drama wird, in dessen Rahmen drei Existenzen zugrunde gerichtet werden. Matthäi wird von einer Person, die gut in die Gesellschaft integriert war, zu einem völligen Außenseiter.
Quelle: https://lektuerehilfe.de/friedrich-duerrenmatt/das-versprechen/epoche/merkmale-des-postmodernismus-im-werk
Anmerkung: Texte zur Postmoderne nicht vollständig, da die Quelle kostenpflichtig ist. Es ist dennoch ein guter Denkanstoss und hilft bei der Einordnung des Werkes.