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Verarbeitung
Rohreis (Paddy)
nennt man die Körner, die nach der ersten Bearbeitung, dem Dreschen und Trocknen, anfallen und noch von der kieselsäurehaltigen, harten Spelze umgeben sind. In dieser Form ist das Korn keimfähig und kann als Saatgut verwendet werden. In der Küche ist es jetzt aber noch unbrauchbar.
Halbrohreis
ist dem Konsumenten vor allem unter dem Namen Vollreis bekannt. Das Korn, bestehend aus Reisstärke und Keimling, wird jetzt nur noch vom wertvollen Silberhäutchen umschlossen und zusammengehalten. Die Spelzen sind in der Reismühle entfernt worden. Das Entspelzen wird grundsätzlich durch Reismühlen im Anbauland vorgenommen. Die Spelzen werden dort sehr oft zur Wärme- oder Energiegewinnung verwendet. Brown Rice wird, wie schon erwähnt, auch "Cargo Rice" genannt. Der Spelzen entledigt, beansprucht er weniger Volumen und lässt sich so wirtschaftlicher transportieren.
Weissreis
ergibt sich aus der Weiterverarbeitung von Vollreis oder Brown Rice. Nach erster Reinigung von Fremdkörpern, Sortierung nach Breite und Dicke usw. wird das Silberhäutchen weggeschliffen. Der anfallende Schleifstaub lässt sich als nährstoffreiche Reiskleie weiterverwerten, zum Beispiel in der Tierfutterindustrie. Der Keimling eignet sich auch für die Gewinnung von Reiskeimöl, ein delikates Speiseöl von hoher Qualität. Säubert man den Reis noch von den letzten Schleifstaubspuren, so spricht man von poliertem Reis.
Aus den Bahnsilowagen wird der Halbrohreis in die Silos befördert, zwischengelagert und nach elektronischer Messung des Eingangsgewichtes mittels Luftdruck in die erste Reinigungsanlage geführt. Übereinander angelegte Schüttelsiebe mit entsprechenden Durchlassöffnungen sondern den Reis von Fremdkörnern, Steinchen etc. und feinem Bruchreis aus. Staub und Schalenteilchen werden mit Druckluft aufgewirbelt und abgesaugt. Anschliessend trennen rotierende Trommeln mit ihrem Maschengitter den Reis von kleinen, unreifen Körnern (Grünkorn).
Die Reiskörner, in die Schleifmaschine weitergeleitet, werden von der Oberfläche des darin rotierenden Schleifkegels an die fein gelochte Seitenwand geschleudert. Zwischen dieser und dem Schleifkegel fallen sie langsam herunter, wobei sie von Gummibremsstreifen mit 1-2 mm Abstand zum Schleifkegel abgebremst werden. Die unterschiedliche Geschwindigkeit zwischen Schleifkörper und Reiskörnern erzeugt die Reibung, die das Abschleifen des Silberhäutchens bewirkt.
Der nährstoffreiche Schleifstaub wird abgesaugt und in Säcke abgefüllt. Nach dem Schleifen der Reiskörner folgt eine weitere Sortierung in der Trieurtrommel. In deren unzähligen kleinen Vertiefungen bleiben die gebrochenen Reiskörner hängen, während die ganzen, die aus den Vertiefungen herausragen, abgerakelt werden.
In der Farbsortiermaschine passieren dann die Reiskörner Fotozellen, wobei verfärbte Körner blitzschnell erkannt und mittels gezielter Luftstösse aussortiert werden.
Anschliessend wird der Reis – in Silos oder auch in Säcken abgefüllt – gelagert, ein grosser Teil davon als Pflichtlager. Nach ca. acht Monaten wird er nachgeschliffen, nachsortiert und dann konsumfertig abgepackt. Gleichzeitig werden Lager und Silos wieder mit frisch verarbeitetem Reis aufgefüllt.
Parboiled-Reis
Parboiled-Reis erreicht annähernd dieselben Nährstoffwerte wie Vollreis. Parboiling ist ein Verfahren, das heute überall auf der Welt, meist mit modernster Technologie, angewandt wird. Das Verfahren ist stark vereinfacht mit den unten stehenden schematischen Abbildungen dargestellt und beschrieben. Das Parboiling-Verfahren wird mit Rohreis (Paddy) vorgenommen, der anschliessend den normalen Weg in die Reismühlen nimmt, dort entspelzt und weiterveredelt wird. In früheren Zeiten erreichte man den "Parboiling-Effekt" – in abgeschwächter Form – dadurch, dass man den Rohreis dämpfte und anschliessend an der Sonne trocknete. Parboiled-Reis weist einen leicht gelblichen Schimmer auf, wird beim Kochen aber schneeweiss und bleibt auch bei längeren Garzeiten körnig.
Parboiling-Verfahren
Reiskörner (Paddy)
Der vergrösserte Ausschnitt zeigt symbolisch die im Silberhäutchen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe.
Das Parboiling-Verfahren funktioniert so: dem Rohreis wird mittels Vakuum alle Luft entzogen. In lauwarmem Wasser eingeweicht, lösen sich dann die Keimling und Silberhäutchen enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe.
Anschliessend werden mit Wasserdampf und hohem Druck die wasserlöslichen Inhaltsstoffe wieder ins Innere des Reiskornes gepresst.
Nochmals heissem Dampf ausgesetzt, wird die Oberflächenstärke der Reiskörner gehärtet. Durch diese Versiegelung bleiben die Nährstoffe im Korn. Zuletzt erfolgt die Trocknung.