Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03383.jsonl.gz/1570

Sie befinden sich derzeit auf folgender Seite:
Editionsprojekte
Elektronische Rechtsquellen-Edition Zürich (Projekt eRQZH)
Im Rahmen des Projekts eRQZH werden ausgewählte Quellentexte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit (bis 1798) innerhalb der «Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen SSRQ» ediert. Unter den Begriff «Rechtsquellen» fallen einerseits normative Texte (z. B. Satzungen, Mandate), anderseits auch Zeugnisse der Rechtsanwendung (z. B. Gerichtsurteile, Schiedssprüche) und der Rechtsgewohnheiten, also der Rechtswirklichkeit. Sie dokumentieren in exemplarischer Auswahl alle Bereiche sowohl des öffentlichen wie des privaten Rechts.
Zürich in der «Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen» SSRQ
Das nach Kantonen strukturierte Editionsunternehmen wurde 1894 vom Schweizerischen Juristenverein begründet, als Pilotedition publizierte Ulrich Stutz 1897 den Band «Die Rechtsquellen von Höngg», damals noch eine selbständige Gemeinde. 1910 und 1915 folgten, bearbeitet von Robert Hoppeler, zwei Bände mit Offnungen und Hofrechten von Zürcher Gemeinden. Eine Fortsetzung fand die Edition von Zürcher Rechtsquellen erst 1996 mit dem von Thomas Weibel bearbeiteten Band zum so genannten Neuamt, einer 1442 geschaffenen Obervogtei. Dieser Band begründete die «Neue Folge» der Zürcher Reihe der SSRQ und konnte in den Editionsplan des Projekts eRQZH übernommen werden. Seit 2011 sind zudem sämtliche Bände auch der Zürcher Reihe bei der Rechtsquellenstiftung als Retrodigitalisate online verfügbar.
Projekttranche 1
In einer ersten Projekttranche (2010–2018) bearbeiten fünf wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit zusammen 300 Stellenprozenten fünf (von insgesamt 27) Editionseinheiten aus dem Editionsplan der «Neuen Folge», der primär territorial entlang den historischen Verwaltungsstrukturen des alten Stadtstaats Zürich aufgebaut ist. Zu den einzelnen Quellenstücken gehören einerseits Metadaten wie Titel, Datierung, Überlieferungsform, Sprache und Format, anderseits der in XML nach den Standards der «Text Encoding Initiative TEI» originalgetreu transkribierte und ausgezeichnete Quellentext mit Apparat und Kommentar.
Zur Finanzierung des Projekts eRQZH sprach der Kantonsrat am 22. März 2010 einstimmig einen Kredit von 4.4 Mio. Franken aus dem Lotteriefonds (Kantonsratsgeschäft 4640/2009). Die Städte Winterthur und Zürich bewilligten zusätzliche Beiträge von 200‘000 bzw. 400‘000 Franken.
Publikation
Mit der elektronischen Edition von Zürcher Rechtsquellen betritt das Projekt eRQZH innerhalb der SSRQ Neuland. Der bisherigen Buchausgabe in Einzelbänden entspricht die Online-Publikation von Editionseinheiten über das 2015 freigeschaltete Portal «Rechtsquellen Online». Erarbeitet werden die Editionseinheiten auf den Datenbanken jener Archive, in denen die für die Edition ausgewählten Quellen liegen. Neben dem Staatsarchiv sind dies die beiden Stadtarchive Zürich und Winterthur; die kleineren Gemeindearchive erhalten vorläufig ein «Gastrecht» in der Datenbank des Staatsarchivs.
Das Portal «Rechtsquellen Online» führt die dezentral aufbereiteten und dort nachhaltig gepflegten Daten zusammen. Dabei ermöglicht die Online-Publikation einen zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu den Quellentexten, bietet gegenüber den Registern der Buchausgabe zusätzliche Suchfunktionen und umfasst bei rund der Hälfte der Quellenstücke digitale Reproduktionen der originalen Archivalien. Darüber hinaus hat sie den Vorteil, bereits abschliessend bearbeitete Quellentexte sukzessive veröffentlichen zu können. Dies geschieht bis Projektschluss 2018 in halbjährlichen Tranchen.
Neben dem Portal «Rechtsquellen Online» sind die Quellentexte auch über den Archivkatalog des Staatsarchivs und des Stadtarchivs Zürich zugänglich, dort eingeordnet in den Archivplan. Bei beiden Publikationsplattformen führen zudem Links bei den einzelnen Quellenstücken zur jeweils anderen Plattform.
Zürcher Richtebrief
Parallel zur 2007 aufgenommenen langfristigen Planung des Projekts eRQZH wurde in den Jahren 2007–2011 als Pilotprojekt eine Neuedition des Zürcher Richtebriefs erarbeitet, noch in der herkömmlichen Publikationsform als Buch, aber ebenfalls in den eRQZH-Editionsplan integriert und mittlerweile ebenfalls als Retrodigitalisat verfügbar. Der Richtebrief, überliefert in verschiedenen, nur zum Teil textidentischen Handschriften, enthält das älteste Stadtrecht Zürichs aus dem 13. Jahrhundert mit Nachträgen bis ins frühe 15. Jahrhundert. Die Neuedition von Daniel Bitterli, von der Forschung seit langem gefordert, ersetzt ältere Editionen von 1735 und 1847.