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Move about
Die Galerie Bob Gysin freut sich, die Ausstellung "move about" von Matthias Bosshart mit neuen Werken und seinem neuen Film "In der Erinnerung" vorzustellen.
Matthias Bossharts Tafeln präsentieren sich ornamental mit regelmässiger Struktur, sich wiederholende geometrische Anordnungen kennzeichnen das Werk des Künstlers. In den letzten zehn Jahren gewann Farbe an Bedeutung, Arbeiten aus früheren Schaffensphasen waren mehrheitlich in schwarz und weiss gehalten. Grundlage der Werke bilden verschiedene Lacke, die auch als deckendes Element fungieren. Als gliedernde Segmentierung verwendet Matthias Bosshart 16- und 35mm Filmstreifen, in minutiöser Arbeit werden diese auf Verbundplatten montiert. Durch die schwarzen Filmstreifen - bei genauer Studie entgeht dem Betrachter nicht, dass zwar nicht die Handlung des Filmes, aber dennoch der Umgang mit Licht identifizierbar ist - werden Assoziationen zu Gestaltungselementen der Antike oder zu indianischen und orientalischen Textilien geweckt. Die Streifen bilden Hektagone, Linien, Dreiecke und andere Muster, ähnlich wie sie z. B. in der Baukunst des Orients verankert sind. Weitere Arbeiten wiederum gemahnen an Information Art und damit an Diagramme von Mikrochips oder an Strukturen, die nur durch das Mikroskop oder Teleskop wahrgenommen werden können. Die Tafeln oszillieren zwischen Mikro- und Makrokosmos und strahlen trotz ihrer Bewegtheit Ruhe und Ordnung aus, die meditative Momente innehalten.
Matthias Bossharts Interesse gilt seit 35 Jahren dem Experimentalfilm. Seine 16mm Filme setzen sich aus mehreren, in diesem Falle aus Sequenzen von drei verschiedenen Filmen zusammen: "Es ist sehr schön was Du gemacht h" von 1996, Fortsetzung von 2001 und "Group de Neuf Baigneurs" von 2005, welchem ein Amateurfilm in schwarz und weiss von 1930 zugrunde liegt. Die drei Filme, deren Herkunft als ‹found footage› bezeichnet wird, hat der Künstler Bild für Bild in Diarahmen montiert, diese mit einem Diaprojektor auf die Leinwand projiziert und mit einer 16mm Filmkamera in einer anderen Reihenfolge abgefilmt.
Im Eingangsbereich der Galerie ist die Film-Version im Negativ (auf DVD) als Loop, im Hauptraum die Positiv-Filmversion als Endlosloop (16mm Filminstallation) zu sehen. Inhaltlich ist der Film in der Erinnerung verankert, wie entsinnt sich der Künstler an die drei Filme, vor fünf, zehn und fünfzehn Jahren? Die Ebene des Erinnerns ist so eingebaut, dass Bilder des schwarz/weiss Films ("Group de Neuf Baigneurs") zwischen die beiden anderen geschoben werden, als ob die Gedanken des Protagonisten in eine vergangene Zeit abschweiften.
Spannungsreich ist die formale Strenge im französischen Spielfilm ("Es ist sehr schön was Du gemacht h") und im Kontrast dazu die Unbeschwertheit der Badeszenen im Amateurfilm. Das Ende des Films, mit seinen vermeintlich fehlerhaften, von oben nach unten laufenden Bildern, erzeugt ähnliche Muster wie einige der Filmtafelbilder.
Zehn verschiedene Vorzugsausgaben (je CHF 250.-) sind entweder über www.gbg-galerie.ch oder in der Galerie erhältlich.