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Laut Berichten von US-Medien will die Professorin Christine Blasey Ford, die schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Brett Kavanaugh vorgebracht hat, nächste Woche vor einem Ausschuss des Senats aussagen. Kavanaugh ist der Wunschkandidat von Donald Trump für das Amt eines Richters am Obersten Gerichtshof der USA.
«Dr. Ford akzeptiert die Bitte des Komitees, ihre Kenntnisse aus erster Hand über Brett Kavanaughs sexuelles Fehlverhalten vorzulegen», gaben ihre Anwälte in einem Schreiben an das Senatskomitee bekannt.
Die 51-jährige Ford beschuldigt den erzkonservativen Kandidaten für das vakante Richteramt am Obersten Gericht der USA, in den 80er Jahren bei einer Schülerparty versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Kavanaugh weist die Anschuldigung zurück. US-Präsident Donald Trump, der Kavanaugh als Richter vorgeschlagen hat, stellte Fords Glaubwürdigkeit in Frage.
Ford hatte sich bereits zuvor grundsätzlich zu einer Aussage im Senats-Justizausschuss bereit erklärt – ebenso wie Kavanaugh. Die Professorin lehnte aber den Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Chuck Grassley ab, bereits am Montag in einer öffentlichen Anhörung auszusagen.
Später schlug Grassley den Mittwoch vor und setzte Ford eine Frist bis Freitagabend, um darüber zu entscheiden. Andernfalls werde der Ausschuss am Montag über Trumps Wunschkandidaten für den mächtigen Supreme Court abstimmen – ohne sie vorher anzuhören. Später verlängerte Grassley die Frist dann bis Samstag 20.30 Uhr MESZ.
Die Vorwürfe gegen Kavanaugh sind für die Demokraten eine Gelegenheit, dessen Nominierung bis nach dem 6. November hinauszuzögern. Dann finden die Zwischenwahlen von Senat und Repräsentantenhaus statt, die möglicherweise neue Mehrheitsverhältnisse bringen. Die Demokraten könnten dann den erzkonservativen Kavanaugh und damit eine langjährige Dominanz der Konservativen am Obersten Gerichtshof verhindern.
(dhr/sda/afp)