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Der Patient in Dallas, Texas, war bei seiner Abreise aus Liberia am 19. September auf Fieber geprüft worden. Sein Weg führte ihn mit Zwischenstopp in Brüssel nach Dallas. Am Mittwoch bestätigte die liberianische Regierung, dass er zu dem Zeitpunkt kein Fieber hatte. Am 24. September fühlte sich der Mann zum ersten Mal krank, am 26. September suchte er erstmals ärztliche Hilfe, die Ärzte schickten ihn aber zunächst wieder nach Hause. Am 28. September wurde er auf die Isolierstation eines Krankenhauses in Dallas eingewiesen. Am 30. September bestätigten Labortests, dass er sich mit dem Ebola-Virus infiziert hatte.
Nach Angaben einer Krankenhaussprecherin befindet sich der Mann in einem kritischen Zustand. Die USA haben bereits mehrere Patienten erfolgreich behandelt, die sich nach dem Ebola-Ausbruch in Westafrika infiziert hatten. Allerdings stellte man das Virus bei ihnen noch vor Ort fest, so dass sie mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen in die USA transportiert werden konnten.
Die US-Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hat nach Angaben ihres Chefs Thomas Frieden ein siebenköpfiges Team zusammengestellt, das alle Menschen identifizieren sollte, die mit dem Erkrankten Kontakt hatten. Dazu gehörten Familienmitglieder und medizinisches Personal. Demnach sind die drei Mitglieder der Besatzung des Rettungswagens, in dem der Patient in die Klinik eingeliefert worden war, inzwischen negativ auf Ebola getestet worden. Dennoch stehen sie für die nächsten 21 Tage unter Quarantäne. Das ist die maximale Spanne vom Zeitpunkt der Infektion bis das Ebolafieber ausbricht.
«Ich habe keinen Zweifel, dass wir diesen Ebola-Fall kontrollieren und dafür sorgen werden, dass sich die Krankheit in diesem Land nicht weiter ausbreiten wird», hatte Frieden am Dienstag bei einer ersten Pressekonferenz gesagt. Gleichwohl blieben aber einige Fragen danach offen: Warum etwa wurde der Mann bei seinem ersten ärztlichen Besuch wieder nach Hause geschickt?
Nach Ansicht des Leiters des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, reagierten die Mediziner zu spät. Der Arzt in der Notaufnahme hätte den Patienten fragen müssen, ob er kürzlich ins Ausland gereist sei, sagte Fauci dem US-Sender CNN. Der Hinweis auf den Aufenthalt in Liberia wäre dann ein "gewaltiges Warnsignal" gewesen. (spon/tat)