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Das Schweizer Startup Clearspace ist in das exklusive Microsoft Global Social Entrepreneurship Program aufgenommen worden. Das in Ecublens ansässigen Team setzt sich dafür ein, nicht funktionierende oder nicht reagierende Satelliten im Weltraum einzufangen und zu entfernen, um die Umlaufbahn für zukünftige Operationen freizugeben und das Kollisionsrisiko zu verringern.
Zurzeit gibt es mehr als 3’000 ausgefallene Satelliten, die die Erde umkreisen. Diese unkontrollierbaren Objekte bringen die Gefahr von Explosionen oder Kollisionen mit anderen Satelliten mit sich. Mit einer rasch wachsenden Zahl von Satelliten, die jedes Jahr starten, sei in den letzten zehn Jahren auch die Anzahl der von Menschen verursachten Abfällen, die die Erde umkreisen, sprunghaft angestiegen. Den Weltraum sauber zu halten, um auch in Zukunft ein nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten, sei zu einer enormen Herausforderung geworden, betonen Microsoft und Clearspace in einem Communiqué dazu.
Das internationale Team von Clearspace, das viele Jahre Erfahrung aus Wissenschaft und Forschung (EPFL, MIT), Agenturen (ESA, Nasa/JPL und DLR) und wichtigen Hauptintegratoren (Airbus, Thales, Ruag, SSTL und andere) vereine, könne auch auf die Unterstützung eines hochrangigen Beirats zählen, dem auch der Schweizer Astronaut Claude Nicollier angehört. Die Idee sei aus der Zusammenarbeit einiger der Gründungsmitglieder von Clearspace am Raumfahrtzentrum der EPFL nach dem Start des Swissbube Satelliten im Jahr 2009 entstanden. Das Team habe beschlossen, das Problem in Angriff zu nehmen, nachdem das Raumbeobachtungszentrum der US Air Force wiederholt auf Kollisionsrisiken zwischen dem Swisscube und anderen Weltraumobjekten hingewiesen habe.
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) habe dann beschlossen, den Weg für eine nachhaltige Entwicklung des Weltraums zu ebnen, indem sie bei dieser Mission Pionierarbeit leistet und Clearspace mit der Leitung der Mission beauftragt. Die Mission von Clearspace besteht in der erstmaligen Aufnahme und Entfernung eines unkontrollierten Satelliten, der sich mit 7 Kilometern pro Sekunde in mehr als 600 Kilometern Höhe über dem Meeresspiegel im Orbit befindet. Das Team werde sich in Zusammenarbeit mit renommierten Industriepartnern darauf konzentrieren, modernste Technologien für Sensorfusion, autonome Navigation und Weltraumrobotik zu entwickeln und diese in einen agilen Chaser zu integrieren. Die Mission mit dem Namen Clearspace-1 ist laut den Angaben für das Jahr 2025 geplant.
Luc Piguet, CEO und Gründer von ClearSpace: "ClearSpace-1 ist der erste Meilenstein auf dem Weg zu einem zukünftigen Service zur Beseitigung von Weltraummüll zu erschwinglichen Kosten. In Zusammenarbeit mit der ESA und unseren Partnern wollen wir einen Präzedenzfall schaffen, der eine transformative Wirkung auf die Raumfahrtindustrie hat, der die Fantasie anregt und die Öffentlichkeit, die Gesetzgeber und die Raumfahrtindustrie als Ganzes inspiriert."
Das Microsoft Global Social Entrepreneurship Program wiederum unterstütze Startups mit Technologie, Partnerschaften und Finanzieller Unterstützung, damit sich die Teams darauf konzentrieren könnten, ihre grosse Vision zu verwirklichen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, betont der Software-Gigant.
Andrew Reid, Leiter des Schweizer Microsoft for Startups Program: "Als wir zum ersten Mal von der Mission von ClearSpace hörten, wussten wir sofort, dass wir sie mit unserem lokalen Startup-Programm unterstützen möchten. Das Global Social Entrepreneurship Program ist eine weltweite Initiative für Startups, deren Hauptsitz sich in einem der Länder befindet, die von unserer globalen Azure Infrastruktur abgedeckt werden (54 Regionen weltweit – verfügbar in 140 Ländern)."