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Wie das Bündner Amt für Jagd und Fischerei am Freitag informierte, wurde die Kollision des Wolfs mit dem Zug der Rhätischen Bahn umgehend gemeldet.
Die Herkunft des Tieres konnte noch nicht festgestellt werden. Der Kadaver wird zur weiteren Untersuchung, insbeonsdere zur genetischen Analyse, dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben.
Wölfe kommen ins Tal
In den vergangenen Wochen sind mehrere Wölfe gestorben. Ende 2019 kamen in der Surselva zwei Wölfe bei Verkehrsunfällen ums Leben. Bei Brigels überlebte, eine Jungwölfin des Valgronda-Rudels, den Zusammenprall mit einem Zug der Rhätischen Bahn (RhB) nicht. Die zweite Wölfin, vermutlich von Calanda-Rudel, wurde zwischen Trin und Tamins von einem Auto angefahren.
Mitte Dezember wurde bei Tamins im Rückreiseverkehr der Wintersportler ein Wolf von einem Auto überfahren. Insgesamt starben 2019 sechs Wölfe bei Unfällen. Das Amt für Jagd und Fischerei teilte Ende 2019 mit, dass wegen des Schnees in den höheren Lagen momentan vermehrt damit zu rechnen, dass sich Wölfe auf Futtersuche im Tal und in Siedlungsnähe aufhielten. Entsprechende Beobachtungen sollten dem zuständigen Wildhüter gemeldet werden.
Wolfsrudel nehmen zu
Trotzdem wächst die Schweizer Wolfspopulation rasant. Laut der neusten Auswertung der Gruppe Wolf Schweiz gibt es im biologischen Jahr 2019 - dieses dauert noch bis Ende April - mindestens sieben bestätigte Rudel. Ein Jahr zuvor waren es noch vier Rudel gewesen.
Mit der Präsenz von mindestens sieben Wolfsrudeln ergibt sich ein Wolfsbestand von rund sechzig bis siebzig Wölfen, wie die Organisation Gruppe Wolf Schweiz auf ihrer Webseite schreibt. Die Rudel leben in den Kantonen Graubünden (Surselva, Obersaxen, Beverin), Wallis (Val d'Anniviers, Val d'Entremont, Chablais) und Waadt (Col du Marchairuz). Hinzu kommen Einzeltiere etwa im Berner Oberland und in der Zentralschweiz.
In Westeuropa wurde der Wolf im 20. Jahrhundert fast vollständig ausgerottet. In die Schweiz wanderten 1995 wieder die ersten Wölfe ein. Immer wieder greifen sie bei der Nahrungssuche auch Nutztiere wie Schafe an. Dies sorgt regelmässig für Konflikte mit Bauern und gelegentlich für ordentlich bewilligte Abschüsse der Raubtiere.