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Anhand von einigen Beispielen soll herausgestellt werden, in welcher Hinsicht manche Musicals mehr oder weniger immer noch gesellschaftlich relevant sind. Dazu gehört ebenfalls die Betrachtung von Musicals, die eigentlich für ein sehr junges Publikum gemacht sind. Dennoch können aus der Musical-Adaption von beispielsweise Shrek einige Schlüsse gezogen werden. Diese zeigen auf, dass Kinder hier Unterhaltung geboten wird, während Erwachsene durchaus mehr hineininterpretieren können.
Shrek als Musical
Die unterschiedlichen Figuren aus der Märchenwelt werden von dem bösen Lord verbannt, da er niemanden duldet, der von der Norm abweicht. Mit diesem Verhalten macht er sich selbstverständlich keine Freunde, jedoch hat er selbst seine Makel, denn er ist kleinwüchsig. Hier kann auf so vielen Ebenen eine Interpretation möglich sein, dennoch geht es in erster Linie darum, wie bedeutungsvoll auch das Anderssein ist. Inwiefern sich vor allem diejenigen, die von der Norm abweichen, als Bereicherung für eine schon in vielerlei Hinsicht konforme Gesellschaft sehen können. Auch aufgrund der besonderen Erfolge, die das Musical am Broadway erzielt hat, ist es in der deutschsprachigen Adaption mit den hier bekannten Märchenfiguren eine ebenso gelungene Interpretation.
Was sind Musicals?
Was sind Musicals? Wenn man nach der Relevanz einiger Stücke fragt, stellt sich auch diese Frage. Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“ zum Beispiel führt die Offenheit und den Bezug zur Spiritualität auf, die sich in den 1960er Jahren und 1970er Jahren entwickelte. Zudem ist hier ganz klar zu erkennen, dass ein Paradigmenwechsel stattfindet, der einigen religiösen Gruppen zunehmend missfällt. Dies sorgte vor allem dazu, dass das Musical in einigen Ländern nicht erlaubt war. Solche Spannungen sind wichtig für die Entwicklung der Gesellschaft, aber auch des Genre Musical. Auch das weltbekannte Musical „Westside Story“ ist nicht bloß der Kampf zweier verfeindeter Gangs in New York, den Sharks und den Jets, sondern inspiriert von Shakespeare’s „Romeo und Julia“ und daher eine stets aktuelle Geschichte. Diese lässt sich auf jedes Zeitalter übertragen und dies wird wahrscheinlich auch in der Zukunft möglich sein. Das Musical Evita zeigt die Fehler und Schwächen der First Lady Eva Peron und macht sie dem Publikum dadurch zugänglich. Dadurch wird auch ein Musical, das im Jahr 1978 uraufgeführt wurde, für seine Zuschauer stets relevant bleiben, weil es einen Menschen hinter der Fassade zeigt. Hinzukommt die starke musikalische Darbietung, die das Stück ebenfalls zeitlos macht.
Demnach sind Musicals, auch wenn sie bereits einige Jahre oder Jahrzehnte auf dem Buckel haben, relevant. Jedes Musical hat eine oder mehrere relevante Ebenen, die es als Zuschauer zu entdecken gilt. Was das Musical so besonders macht, ist das Entfalten der Ebenen, die durch die Darbietung evoziert werden.