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Noch im Juni hatte der Tepco-Konzern internationale Medienvertreter zum Gelände von Fukushima eingeladen. Sie sollten der Welt verbreiten, dass dort unterdessen alles Wesentliche unter Kontrolle sei. Viele Zeitungen und Fernsehanstalten hatten darüber berichtet.
Man hätte annehmen dürfen, dass die Tepco-Verantwortlichen aus ihrer früheren miserablen Informationspolitik gelernt haben und heute sachlicher und offener informieren.
Doch weit gefehlt.
- Im Juni versicherte Tepco der versammelten Journalisten-Schar: «Es fliesst kein radioaktives Wasser mehr ins Meer». Unterdessen hat Japans Regierung offiziell eingeräumt, dass aus den zerstörten Atomanlagen in Fukushima täglich 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser in den Ozean abfliessen. Und dies wahrscheinlich schon seit der Katastrophe vor mehr als zwei Jahren (siehe Bericht von Infosperber «Zwei Sätze für 300 Tonnen radioaktives Wasser»). Es handelt sich vor allem um mittel– und schwachradioaktives Wasser.
- Im Juni versicherte Tepco: «Falls in einem der Tanks (gefüllt mit je einer Million Liter hochradioaktivem Wasser. Red.) auch nur ein paar Liter fehlen, würden wir dies sofort feststellen und das Leck flicken.» Diese Woche gab Tepco bekannt, dass mehrere hunderttausend Liter dieses hochradioaktiven Wassers «ausgetreten» sei.
Zum Glück scheint sich die Halbwertszeit solcher Lügen zu verkürzen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine