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Strassenimpressionen
Die «Old Burma Road», welche in Burma bis nach Lashio führt, bietet dem Reisenden vielfältige Einblicke in die burmesische Lebensweise.
Die 1200 Kilometer lange «Old Burma Road» bietet zahlreiche Möglichkeiten, die Bewohner besser kennenzulernen. So wurden wir immer wieder mal spontan zum Tee eingeladen. Obwohl die Verständigung oft nur mit Händen und Füssen möglich war, freuten sich beide Seiten an den spontanen, kurzen Treffen. Die idyllischen Szenen zeigen aber auch die grosse Armut im Land. Mit einfachsten Werkzeugen, Fortbewegungsmitteln und grossem Improvisationsgeschick, versucht die Bevölkerung, damit zu leben.
Strassenband vor Bagan
Eine Gruppe junger Burmesen will sich gegen die Kämpfe im Grenzgebiet zu China engagieren. Immer wieder kommt es dort zu Scharmützeln zwischen Aufständischen und dem burmesischen Militär. Mit der Gitarre in der Hand singen sie für Frieden, wo immer die Menschen ihnen zuhören.
Auf der Suche nach einer Möglichkeit etwas zu Essen hören wir plötzlich den Gesang einer Band. Wir lassen alles stehen und liegen, um den jungen Männern zuzuhören. Sie singen davon, dass alle Menschen nur Gäste auf Erden sind und wir keine Zeit mit Krieg verschwenden sollen. Ein Englischlehrer und ein Geografiestudent führen die Band an. Bemerkenswert ist, dass in Burma noch bis vor wenigen Jahren jede Art von Menschenansammlung verboten war. Beim Anblick von streng dreinschauenden Männern, die im Publikum stehen und telefonieren, ist nicht klar, ob diese Zeiten wirklich vorbei sind.
Mrs Popcorn im Kloster
In Hsipaw treffen wir Kim Min Te, die hier nur als Mrs Popcorn bekannt ist. Die 67-jährige Frau betrieb früher zusammen mit ihrem Mann eine Popcorn-Fabrik. Nach seinem Tod eröffnete sie ein Restaurant mit schönem Garten, das auch unter Touristen beliebt ist.
Obwohl sie fünf Töchter und 13 Grosskinder hat, hat sie sich entschieden, als Witwe ins Kloster zu ziehen, wo ihr Bruder auch Vorsteher ist. Eine Nichte bringt sie jeweils abends nach der Arbeit auf dem Motorrad dorthin. Mrs Popcorn lebt dort unter einfachsten Bedingungen, in einem grossen Mehrbettzimmer. Die Abende widmet sie fast ausschliesslich dem Gebet, im Zimmer und in der Pagode. Sie habe nur noch einen Wunsch, sagte sie uns, wenn ihre Stunde gekommen sei, möchte sie friedlich und ruhig sterben können.
Buddas Steinmetze
Mandalay ist bekannt als Handwerkerstadt. Auf der Suche nach der Strasse der Steinmetze, hören wir schon bald monotone Schleifgeräusche. Dann entdecken wir unzählige Buddha-Figuren aus blendend weissem Marmor. Übergrosse Exemplare sind hier zu sehen, aber auch kleinere, kunstvoll bemalte, glänzende oder matte.
Die Steinmetze geben ihr Handwerk von Generation zu Generation weiter. Das Schleifen der Gesichter sei nur sehr erfahrenen Steinmetzen vorbehalten, sagt man uns. Besonders beliebt sind in Burma die milde lächelnden Varianten Buddhas.
Auf dem Pagodenfeld von Bagan
Die traumhafte Pagodenlandschaft ist eine architektonische Meisterleistung und ein Touristenmagnet. Sie gehört zu den grossartigsten Sehenswürdigkeiten, die man in Burma und vielleicht ganz Südostasien besichtigen kann.
Auch uns hat das weitläufige Pagodenfeld Bagans fasziniert. Am schönsten ist es hier bei Sonnenauf- und untergang. Die Unesco hat 2229 Bauwerke aus drei Jahrhunderten registriert. Bis 1287 war Bagan das wirtschaftliche, kulturelle und politische Machtzentrum. Die Blütezeit dauerte 250 Jahre.14 verschiedene Herrscher spendeten zusammen mit reichen Bürgern zahlreiche Tempel und andere Sakralbauten. Am besten erkundet man diese Gegend mit einer Kutsche, oder, wie Barbara Lüthi, mit dem Fahrrad.