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Untertitel: Vortrag in Schmitten
Wenn sich im Leben einer Person alle Gedanken nur noch zwanghaft um die Nahrung drehen und eine alles beherrschende Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper oder die panische Angst vor Gewichtszunahme das Wohlbefinden und die sozialen Beziehungen stark beeinträchtigt oder verunmöglicht, dann spricht man von Essstörung. Man unterscheidet dabei Magersucht, Essbrechsucht und «nicht näher bezeichnete Essstörungen». Manche Fälle von Adipositas (krankhaftes Übergewicht) können zu der letztgenannten Gruppe gehören.
Die Essstörungen machen die Betroffenen schwer leiden, und es ist praktisch unmöglich, ohne professionelle Hilfe wieder daraus herauszukommen, wenn sich die Krankheit nach ein paar Monaten einmal «eingenistet» hat. Die Essstörungen können lebensgefährlich sein, z.B. durch plötzlichen Tod wegen Herzrhythmusstörungen bei Anorexie und Bulimie oder durch erhöhte Suizidhäufigkeit bei Betroffenen. Es können auch bleibende Schäden auftreten wie Osteoporose oder Persönlichkeitsstörungen, falls die Krankheit lange dauert.
Andere Krankheiten können eine Anorexie imitieren (z.B. eine bösartige Krankheit oder eine Schilddrüsenüberfunktion) oder Essstörungen begünstigen (z.B. Glutenunverträglichkeit oder Diabetes).
Die Ursachen von Essstörungen sind nicht geklärt und vielfältig. Es gibt viele begünstigende Faktoren, wie Persönlichkeitszüge (Perfektionismus, grosse Sensibilität), familiäre Konstellationen etc. Eine sehr grosse Rolle spielt die Gesellschaft, welche die weibliche Magerkeit hochstilisiert, Schein vor Sein stellt, primär Leistung fordert, das Ego und den Individualismus höher wertet als Gemeinschaftssinn, und in welcher es für viele Personen zunehmend schwieriger wird, einen Lebenssinn und persönliche Erfüllung zu finden.
24. Mai 2005, 19.30 Uhr, Rest. Weisses Kreuz, Schmitten.