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|Die Meissener Porzellan-Manufaktur, als erste in Europa, gegründet 1710 in der "Albrechtsburg" zu Meißen, war für die Entwicklung des europäischen Porzellans sowohl in der plastischen Formgebung als auch in den malerischen Dekorationen maßstabsetzend für alle nachfolgenden Manufakturgründungen auf feinkeramischem Gebiet.

Die Meissener Manufaktur belieferte in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz neben dem sächsischen vorrangig andere deutsche und europäische Höfe. Dabei prägten vor allem zwei Persönlichkeiten den "Meissener Porzellanstil", der eine Vorbildwirkung auf alle nachfolgend gegründeten Porzellan-Manufakturen ausübte.
Der Maler und Chemiker Johann Gregorius Höroldt (1696 bis 1775) schuf eine breite Palette brillanter Porzellanfarben, deren Rezepte die Grundlage für die heutige Farbenherstellung im manufaktureigenen Labor bilden. Darüber hinaus besaß Höroldt die Fähigkeit, Farben in kostbare Dekore zu verwandeln.
Johann Joachim Kaendler (1706 bis 1775) kreierte in seiner über vierzigjährigen Tätigkeit für die Meissener Manufaktur über zweitausend Einzelfiguren und unzählige Serviceformen. Der Künstler gilt deshalb als der "Vater" der europäischen Porzellanplastik schlechthin
1861 bis 1865 verlegte die Meissener Manufaktur ihre Produktionsstätten in einen neu erbauten Gebäudekomplex im Meißener Triebischtal, wo sich bis heute ihr Domizil befindet.
Neben ihren kommerziellen Aufgaben erfüllt die sich seit 1991 wieder im Eigentum des Freistaates Sachsen befindliche Manufaktur einen hohen kulturellen Auftrag. Als Pflegerin jahrhundertealter Traditionen bewahrt sie der Welt kunsthandwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die anderswo schon "ausgestorben" sind. Genannt seien stellvertretend die Meissener Blumenmalerei, die Landschafts- und Figurenmalerei, die Wild- und Vogelmalerei oder die Indischmalerei. Impulse aus verschiedenen Kulturkreisen fanden ihren Niederschlag im Formenschatz und Dekorreichtum der "Mutter" der europäischen Porzellan-Manufakturen.

Die Schauhalle
Die "Schauhalle" wurde von 1912 bis 1915 erbaut und im Januar 1916 eröffnet. Obwohl während des 1. Weltkrieges errichtet, entstand ein überaus großzügiger Baukörper mit prachtvoller Innenausstattung.
Sämtliche ausgestellten Porzellane sind Modelle, die den Anforderungen unterliegen, Vorbild für die Reproduktion zu sein. Als solche werden sie u. a. auch an die Arbeitsplätze der Bossierer und Maler entliehen, um originalgetreues Reproduzieren zu garantieren. Auftretende Lücken in der Exposition werden durch andere Modelle geschlossen.
Die "Schauhalle" ist der öffentlich zugängliche Teil der umfangreichen Modellsammlung der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Die gesamte Modellsammlung umfaßt mehr als 20.000 Porzellane. Aus diesem riesigen Bestand werden alljährlich etwa 3.000 Porzellane ausgewählt und in der "Schauhalle" ausgestellt. Die Exposition verändert sich somit partiell jedes Jahr.
Die Ausstellung in der "Schauhalle" ist nach chronologischen Gesichtspunkten gegliedert, so daß die Meissener Porzellane mühelos in die wechselnden Stile und Ismen der Kunst und des Kunsthandwerks seit dem 18. Jahrhundert eingeordnet werden können.
Mehr zu diesem Thema inklusive Oeffnungszeiten erfahren Sie auf der WebSite der Manufaktur.

Die Schauwerkstatt
Der "Schauhalle" ist eine "Schauwerkstatt" angeschlossen, in der vier Arbeitsbereiche vorgestellt werden.
Im ersten Vorführungsraum werden die Gäste über die Geschichte der Manufaktur, über Rohstoffe und Technologien informiert.
Am Arbeitsplatz des Drehers und Formers ist das Drehen einer reliefierten Tasse und das Ausformen eines Figurenteiles mittels Quetschform zu erleben.
Anschließend ist das Zusammenfügen der einzelnen Figurenteile beim Bossierer zu sehen. Am Arbeitsplatz steht das Modell, an dem sich der Bossierer orientiert. Die Unterglasurmalerei wird anhand der " Zwiebelmuster"-Dekoration vorgeführt. Die einzelnen Fertigungsschritte sind an Beispielen zu erkennen.
Den Abschluß des Rundganges bildet die Aufglasurmalerei am Beispiel der "Bunten Blumenmalerei" oder "Indischmalerei".
Alle Erläuterungen erfolgen über Toneinspielungen. Neben Deutsch können Führungen in Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Spanisch durchgeführt werden. In weiteren Sprachen sind Textführer käuflich zu erwerben.
Die Oeffnungszeiten sind aus der WebSite der Manufaktur ersichtlich.

Die Mal- und Kreativseminare
Meissen bietet künstlerisch interessierten Malfreunden Seminare an, in denen jeder seine eigene künstlerische Arbeit auf Porzellan verwirklichen kann. Diese Seminare stehen sowohl Anfängern wie auch fortgeschrittenen Malereinnen und Malern offen und werden von erfahrenen Lehrmeistern und Künstlern der Manufaktur geleitet.
Die fast 300jährige Tradition in der Porzellangestaltung und Porzellanmalerei in der Meissener Manufaktur läßt den reichen Erfahrungsschatz für dieses künstlerisch - handwerklich geprägte Kursangebot erahnen. Schon 1764 wurde in der Porzellan-
Manufaktur Meissen der Künstler - Nachwuchs an einer speziellen Kunstschule unterrichtet. Diese Ausbildung wird bis heute beispielhaft fortgeführt.
Das Angebot Meissener Porzellan ® Mal- und Kreativseminar ist in diese künstlerische Tradition fest eingebunden. Akademisch begründete Zeichenseminare und darauf aufbauende Aquarellseminare stehen am Anfang eines Lernprozesses - einer Schule des Schauens.
Porzellanmalseminare mit einfachen bis anspruchsvollen Inhalten werden Sie in die faszinierende Welt der heiteren, lebensfrohen Meissener Blumenmalerei einführen. Ebenso geben wir Einblick in die Welt der zauberhaft ornamental sich darstellenden Meissener Dekore. Die vielschichtige, sogenannte "Indischmalerei" ist eng mit den Besonderheiten der ostasiatischen Kunst verbunden.
Die Schauwerkstatt der Porzellan-Manufaktur Meissen und die Schauhalle mit ihrer einmaligen Meissen-Sammlung stehen den Malfreunden als Studienort offen. Ein Besuch an verschiedenen Arbeitsplätzen der Malerei gehört ebenfalls zum Seminar.
Für die Malseminare bildet Meissener Porzellan den Malgrund, das den Zusatz "Hobby-Collection" trägt.