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allgemeine Bezeichnung der Ureinwohner
Amerikas (mit Ausnahme der
Eskimo), rührt von den spanischen Entdeckern
her, welche die
Neue Welt anfangs für einen Teil
Indiens ansahen und demgemäß die Eingebornen benannten.
Vom Standpunkt der einheimischen
Kultur zerfallen die I. in zwei Abteilungen. Die eine umfaßt die beiden Kulturvölker der
Mexikaner und
Peruaner, an welche sich die
VölkerZentralamerikas einerseits und die
VölkerKolumbiens anderseits anschließen,
die andre dagegen die übrigen
StämmeNord- u.
Südamerikas.
Der I. ist tapfer, listig und grausam und genießt, gleich dem
Maori, auch von dem
Fleisch des getöteten
Feindes. In seinem Benehmen gegen andre gemessen und höflich,
ist er durch Vernachlässigung von
Formen leicht beleidigt und
verfehlt nicht, wenn sich die Gelegenheit bietet, sich dafür schwer zu rächen. Diese Charakterzüge finden sich ganz besonders
scharf ausgeprägt bei den nordamerikanischen Völkern, den sogen.
Rothäuten, auf welche wir hier allein
eingehen, während wir für die übrigen
oben genannten
Völker auf die betreffenden
Länder und
Stichwörter verweisen.
Die Nahrung war vorzugsweise eine animalische und zwar in gekochtem Zustand; wilde Früchte, aber auch die
durch Ackerbau gewonnenen dienten als Ergänzung. Dabei verstand es der I. nicht, die Tiere in seinen Dienst zu ziehen, wiewohl
Büffel und RenntierAnlaß zur Zähmung und Züchtung geboten hätten; selbst das Pferd,
[* 17] welches ihm heute so wichtige Dienste
[* 18] leistet, wird von ihm wild eingefangen. Gänzlich mangelte der Feldbau nur auf den Hudsonbaigebieten östlich
von den Felsengebirgen bei den meisten Athabasken.
Endlich waren die Ansätze zur Stadtbildung vorhanden und zwar am Nordgestade des Mexikanischen Golfs, wo die Bevölkerung
[* 21] sich
zu verdichten begann. Fernando de Soto schildert 1540 Mavila, das heutige Mobile, als von einer hölzernen, mit Lehm beworfenen
und mit Türmen besetzten Mauer umgürtet. Innerhalb derselben standen 80 große Häuser oder Kasernenbauten,
die je 1000 Köpfen Obdach gewährten, und von deren flachen Dächern herab die Spanier beschossen wurden.
Bei den Mandanern finden sich den sogen. russischen ganz ähnliche Schwitzbäder.
Die Frau nimmt eine sehr untergeordnete Stellung ein; während der Mann sich nur um Jagd und Krieg bekümmert, ist es Sache der
Frau, für alle übrigen Bedürfnisse zu sorgen. Gewöhnlich nimmt ein Mann so viel Frauen, als er ernähren kann. Die Heirat
ist ein reines Kaufgeschäft. In die Ehe treten die sehr früh reifenden Mädchen schon mit 11-12 Jahren;
sie welken daher schnell. Die Erbfolge findet in der Linie des Weibes statt; dem Verstorbenen folgt nicht der Sohn, sondern
der Bruder der Mutter. Mehrere Familien sind zu einem Dorf unter einem Häuptling vereinigt, eine Vereinigung
mehrerer Dörfer zu einem Stamm findet jedoch nur zu Kriegszeiten statt, immer aber ist die Vereinigung eine sehr lose, und
die Stellung des Häuptlings beruht auf seinen persönlichen Eigenschaften. Jede Sippe hat ihren Namen und ihr Sinnbild, meist
ein einem Tier entlehntes Sinnbild, Totem bei den Algonkin genannt.
Die Religion der I. erscheint als ein wunderbares Gemisch von Glaubensmeinungen, Lehren
[* 22] und Gebräuchen.
Allgemein ist der Glaube an einen großen Geist, den Schöpfer alles Seienden, den man sich aber entweder als zu abstrakt verschwommen
oder als zu menschlich vorstellt, und dem man höchst selten Verehrung darbringt. Eine desto größere erhalten
böse Geister, welche den Menschen stets schaden können, die Schutzgeister, welche über des einzelnen Geschicke wachen, die
Seelen der Abgeschiedenen.
Man suchte sie durch Opfer (bei den Irokesen auch von Menschen) günstig zu stimmen. Das zukünftige Leben dachte man sich als
eine unmittelbare Fortsetzung des jetzigen; daher gab man den Toten ihre Lieblingsgeräte sowie einige
Speisen mit ins Grab. Zu den Verrichtungen, mit denen man das Wohlgefallen der Götter zu erringen glaubt, gehören die Tänze
(Bären-, Büffel-, Hunde-, Adlertanz), welche hier ein rein gottesdienstlicher Akt sind. Als ein Seitenstück derselben erscheinen
die oft furchtbaren Peinigungen (Aufhängen an Stricken, welche durch die durchbohrten
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