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Die Biliopankreatische Diversion gehört zu den aufwendigsten und zugleich wirkungsvollsten operativen Verfahren der Adipositaschirurgie. Bei dem Eingriff wird der untere Teil des Magens entfernt, der Dünndarm geteilt und der untere Teil an der Magentasche befestigt. Das hat zur Folge, dass die Verdauungssekrete von Galle (Bilis) und Bauchspeicheldrüse (Pankreas) dem Nahrungsbrei erst im unteren Teil des Dünndarms zugeführt werden.
Sie laufen durch den sogenannten biliopankreatischen Schenkel, der mit dem letzten Dünndarmsegment verbunden ist. Er transportiert die Verdauungssäfte in den Bereich des Dünndarms, der als gemeinsamer Dünndarmschenkel bezeichnet wird.
Erst hier wird die Nahrung mit den für die Verdauung benötigten Gallen- und Bauchspeicheldrüsensäften vermischt. Dadurch werden Fette und Kohlenhydrate dauerhaft schlechter vom Körper aufgenommen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Varianten der Operation mit unterschiedlichen Modifikationsmöglichkeiten: die alleinige Biliopankreatische Diversion (BPD) und die Biliopankreatische Diversion mit Duodenalem Switch (BPD-DS).
Bei der BPD wird der Magen auf ein Volumen von circa 250 bis 500 Millilitern reduziert. Bei der BPD-DS wird der Magen hingegen zu einem sogenannten Schlauchmagen mit einem Volumen von nur etwa 100 bis 120 Millilitern verkleinert. Durch das noch stärker verkleinerte Magenvolumen ist die Gewichtsreduktion demnach beim BPD-DS noch ausgeprägter.
Allgemein ist die BPD das Operationsverfahren, mit dem in aller Regel der grösste Gewichtsverlust erreicht wird. In Studien wird ein Übergewichtsverlust nach einem Jahr von 52 Prozent bei der alleinigen BPD und von 72 Prozent bei der BPD-DS konstatiert. Andere Studien belegen, dass die Biliopankreatische Diversion neben dem hohen Gewichtsverlust auch die besten Ergebnisse im Bereich der Insulinregulierung erbringt. Fast alle Typ-2-Diabetiker, die sich einer solchen Operation unterziehen, können nach der Operation auf die Einnahme von Insulin oder andere für den Diabetes notwendige Medikamente verzichten bzw. die Dosierung stark einschränken.
Obwohl die BPD in Bezug auf den Gewichtsverlust als eine der effektivsten bariatrischen Operationen gilt, stellt sie ein sehr komplexes Operationsverfahren dar und wird daher meist nur bei extrem übergewichtigen Menschen mit einem BMI von über 50 eingesetzt. Ob eine BPD für Sie sinnvoll und geeignet ist, kann nur in einem persönlichen Gespräch erörtert werden.