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Radiumkontamination: die Stadt Biel in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern überprüft alle bekannten kontaminierten Stellen in Biel - die Risiken für die Bevölkerung sind gering
Bern, 02.06.2014 - Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am Montag bestätigt, dass die Radiumkontamination, die bei Bauarbeiten für die A5 in Biel entdeckt wurde, geringe Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt birgt. In den nächsten Wochen werden präventive Untersuchungen auf dem gesamten Gelände der ehemaligen Deponie am Lischenweg durchgeführt. Das BAG wird über die Ergebnisse informieren. Die Stadt Biel wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern alle möglicherweise betroffenen Stellen auf Bieler Gebiet überprüfen um herauszufinden, ob weitere radioaktive Kontaminationen vorliegen.
An einer gemeinsamen Medienkonferenz am Montag hat das BAG bestätigt, dass die Radiumkontamination, die auf der Baustelle der Autobahnumfahrung A5 in Biel entdeckt wurde, nur geringe Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung und die Umwelt birgt. Um jede gesundheitliche Gefährdung ausschliessen zu können, wird das BAG im Laufe des Monats Juni 2014 auf dem gesamten Gelände der Altdeponie am Lischenweg Bodenproben entnehmen und Messungen im Sicker- und Grundwasser durchführen. Die Ergebnisse werden mitgeteilt, sobald sie vorliegen.
Da zum ersten Mal aus industriellen Abfällen hervorgegangene radioaktive Materialien auf Bieler Gebiet entdeckt wurden, hat der Gemeinderat von Biel beschlossen, alle Stellen, die in Biel verseucht sein könnten, zu analysieren und zu überprüfen um herauszufinden, ob es noch weitere radioaktive Kontaminationen gibt. Die neuen Analysen werden in Zusammenarbeit mit dem Kanton Bern durchgeführt, der für die Bestimmung der Altlasten-Verdachtsflächen und die Führung des Altlastenkatasters zuständig ist.
Zur Erinnerung: Anfang Dezember 2012 wurden die Bundesbehörden darüber informiert, dass an der Eingangspforte der Deponie Teuftal (BE) Radioaktivität im Bauschutt gemessen worden war. Es handelte sich um eine Ladung von der Altdeponie am Lischenweg, d.h. von der Baustelle der Autobahnumfahrung A5 in Biel. Die vor Ort durchgeführten Messungen bestätigten die vorhandene Radioaktivität, die von Radium-226-haltigen Abfällen herrührte. Diese Abfälle, die sehr wahrscheinlich von der Uhrenindustrie des letzten Jahrhunderts stammen, wurden in der Altdeponie am Lischenweg abgelagert.
Im März 2013 wurde anlässlich der Wiederaufnahme der Arbeiten am Autobahnanschluss der A5 ein Verfahren zur Triage von radioaktiv kontaminiertem Material je nach Grad der Kontamination eingerichtet. Nach der Materialtriage wurde bei den am stärksten kontaminierten Abfällen eine durchschnittliche spezifische Radioaktivität von 500 kBq/kg gemessen. Lokal begrenzt betrug der gemessene Höchstwert 2‘000 kBq/kg. Die am stärksten radioaktiv kontaminierten Materialien mit einem Gesamtgewicht von 120 kg wurden getrennt und werden als radioaktiver Abfall zur Entsorgung in das Bundeszwischenlager für radioaktive Abfälle (BZL) in Würenlingen verbracht. Die schwach radioaktiven Materialien werden mit Zustimmung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und gemäss Artikel 82 der eidgenössischen Strahlenschutzverordnung (StSV) in der Deponie Teuftal entsorgt. Diese schwach radioaktiven Materialien werden in der Bieler Deponie am Lischenweg mit inaktiven Materialien vermischt und dann zur Zwischenlagerung in die Deponie Teuftal (BE) transportiert.
Bei den radioaktivsten Materialien mit einem Gewicht von 120kg wurden im Kontakt mit weiteren identifizierbaren Objekten wie z.B. Farbbehältern Radium-226-Strahlungen von mehreren hundert Mikrosievert/h gemessen. Diese Messungen im Kontakt mit anderen Objekten sind zur Einschätzung der radioaktiven Dosis, der die potenziell am stärksten exponierten Personen ausgesetzt waren, nicht unmittelbar verwertbar. Für diese Einschätzung geht man von der maximalen Strahlendosis in einer Höhe von 1 Meter über dem Boden, also von 9 Mikrosievert/h, aus (Messung mehrerer nach der Triage zusammengeführter Abfälle). In den Bereichen, in denen sich die Bevölkerung aufhalten kann, ist die ehemalige Deponie mit Betonabbruch und/oder Erde bedeckt. In diesen Bereichen wird die Strahlendosis daher um mindestens das Zehnfache reduziert. Man schätzt daher, dass die Strahlendosis in dem Bereich der ehemaligen Deponie, in dem sich die Bevölkerung aufhalten kann, auf 1 Meter über dem Boden maximal 0.9 Mikrosievert beträgt. Ein Mensch müsste also 1'100 Stunden pro Jahr in dem Bereich, in dem die Strahlung am höchsten ist, auf derselben Bank sitzen, um eine Strahlung in Höhe des für die Bevölkerung geltenden Grenzwertes von 1 Millisievert pro Jahr zu erreichen.
Die Verwendung von radiumhaltiger Leuchtfarbe ist in der Schweiz seit 1960 für die Uhrenproduktion verboten. Während dieser Zeit der Uhrenproduktion waren jedoch zahlreiche Deponien in Betrieb und es ist nicht auszuschliessen, dass auch weitere Flächen kontaminiert wurden. Das BAG steht mit mehreren Kantonen, die von diesem radioaktiven Erbe der Uhrenindustrie betroffen sind, in Verbindung.
Adresse für Rückfragen
Bundesamt für Gesundheit, Kommunikation, T. 031 322 95 05, <email-pii>
Barbara Schwickert, Direktorin Bau, Energie und Umwelt der Stadt Biel, T. 032 326 16 01
Für allfällige Fragen der Bevölkerung: <email-pii>
Herausgeber
Eidgenössisches Departement des Innern
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Letzte Änderung 20.04.2018