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Basel/Chicago (awp) - Novartis hat mit seinen Medikamenten Tafinlar (dabrafenib) und Mekinist (trametinib) vor allem in Kombinationstherapien positive Resultate erzielt. Der Pharmakonzern hat anlässlich des Onkologie-Kongresses ASCO Ergebnisse einer Phase-III-Studie zur Behandlung von BRAF V600-mutierten Melanoma sowie BRAF V600-mutiertem Lungenkrebs vorgelegt, hatte Novartis bereits am Montagabend mitgeteilt.
So habe die Phase-III-Studie COMBI-d einen signifikanten Überlebensvorteil für Patienten mit einer bestimmten Form von Melanoma bei einer Erstlinienbehandlung im Vergleich mit der Tafinlar-Monotherapie gezeigt. Im Fall der seltenen Form von BRAF V600-mutiertem Lungenkrebs habe die Phase-II-Studie gezeigt, dass die Ansprechrate (ORR, Overall Response Rate) der Patienten auf die Therapie 63% betrage.
FRÜHE STUDIEN MIT ERMUTIGENDEN SIGNALEN
Zudem veröffentlichten die Basler Daten zu INC280 (capmatinib). Eine Phase-I-Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem cMET+ nicht kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) sowie eine Phase-Ib/II-Kombinationsstudie mit Gefitini bei Patienten mit EGFR-mutiertem, cMET+ NSCLC hätten erste ermutigende Signale aufgewiesen. Basierend auf diese Ergebnissen habe Novartis weiterführende Phase-II-Studien gestartet, in denen die Mechanismen einer cMet-Dysregulierung erforscht werden sollen.
c-MET ist ein Mitglied der Rezeptortyrosinkinasen(RTK)-Familie und wird in Karzinomzellen aufgrund von Mutationen unkontrolliert und kontinuierlich exprimiert. Es stellt in dieser Konstellation den zentralen Motor für Prozesse wie Tumorzellmigration, -invasion und Metastasierung dar. Vor allem beim NSCLC geht eine erhöhte c-MET-Genkopieanzahl mit einer schlechten Prognose einher. Darüber hinaus wird einer Verstärkung von c-MET bei NSCLC-Patienten mit dem Nachweis einer EGFR(Epidermal Growth Factor Receptor)-Mutation in Verbindung gebracht.
ANALYST BEWERTET NACHRICHTEN ALS NEUTRAL
Zwar wiesen beim NSCLC nur 1 bis 2% aller Patienten die spezifische BRAF V600E Mutation auf, schreibt Analyst Michael Nawrath von der ZKB in einem ersten Kommentar. Diese Patienten, die nie geraucht hätten, seien relativ jung und hätten sonst keine andere Behandlungsmöglichkeit. Daher sei es vorteilhaft, wenn ihnen durch die Kombinationstherapie von Novartis geholfen werden könne. Insgesamt werte er den Nachrichtenfluss des Basler Konzerns als eher neutral.
Dieser Ansicht ist auch die Börse: Novartis-Aktien kosten gegen 9.20 Uhr 79,45 CHF, ein Kursplus von 0,5%. Sie bewegen sich damit mit dem Markt. Der SMI steht zeitgleich 0,46% höher.
cp/hr/ra
(AWP)