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…Sie eine glücklichere Kindheit gehabt hätten, Sie Ihren Traumberuf erlernt hätten, Sie die Lehre nicht hingeschmissen hätten, Sie nicht geschlagen würden, Ihr Kind gesund wäre, Sie erfolgreich wären, Sie immer reichlich Geld hätten, die anderen nicht immer so gemein zu Ihnen wären, Sie intelligenter wären, Sie schöner wären, Sie beliebt wären, Sie nicht mehr Single wären, Sie endlich Single wären…
Ja was wäre denn, wenn Ihr Leben anders verlaufen würde? Was wäre dann?
Ertappen Sie sich immer wieder bei diesem „was-wäre-wenn-Gedanke“? Wonach sehnen Sie sich? Was sollte denn anders sein, damit Sie sich glücklich, gesund, zufrieden, ausgeglichen etc. fühlen könnten? Welcher Mensch oder welche Situation macht es Ihnen immer wieder unmöglich, genauso zu leben, wie Sie’s eigentlich wollen?
Lassen Sie uns ein Gedankenspiel spielen. Nehmen wir einfach mal an, Sie wollen z.B. Ihren Traumjob – sagen wir spätestens in fünf Jahren – ganz oder teilweise ausüben. Sie wissen nicht, was Ihr Traumjob ist? Dann erinnern Sie sich doch in aller Ruhe daran, was Sie als Kind gerne gespielt haben. Wobei haben Sie Zeit und Raum, alles um sich herum völlig vergessen? Wenn die Mutter zum Essen rief… Sie hatten keinen Hunger, denn das Spiel war gerade sooo schön oder spannend.
Spielten Sie mehrheitlich alleine oder mit anderen Kindern? Mit Gleichaltrigen, Älteren, Jüngeren? Gab’s Rollenspiele? Welche Rolle, welche Aufgabe haben Sie immer wieder übernommen, weil Sie’s einfach drauf hatten? Durften Sie überhaupt spielen? Wonach sehnten Sie sich als Kind?
Haben Sie für sich selber Geschichten erfunden, Ihre Fantasie aufblühen lassen oder waren’s reale Dinge wie Sandburgen, Holzhütten bauen, der Nachbarin selbst gesammelte Kräuter verkaufen gehen? Zelten im hauseigenen Garten, spielen von Räuber und Gendarm, Cowboy und Indianer, oder erlebten Sie viele Piratenabenteuer, gingen auf Schatzsuche… Waren Tiere mit dabei? Was für Fortbewegungsmittel hatten Sie zur Verfügung; Trottinet, Rollschuhe, Trettraktor, Kinderwagen…
Hatten Sie Vorbilder, Idole? Wie z.B. Pippi Langstrumpf, Winnetou, Michel von Lönneberga, Nils Holgersson, Lucky Luke uvm.
Wo finden sich diese Komponenten aus Ihren Spielen im aktuellen Beruf wieder? Welche Rolle haben Sie eingenommen? Die, die Ihnen auf den Leib geschrieben ist oder die, die Sie glauben, übernehmen zu müssen?
Und jetzt stellen Sie sich vor, Sie bauen mehr und mehr davon in Ihr (Er-)Leben mit ein. Vielleicht machen Sie die lang ersehnte Ausbildung im freien Gestalten oder Sie lernen eine neue Sprache. Was immer es auch ist, Sie beginnen ein Puzzleteilchen zum anderen hinzuzufügen. Solange bis Sie sich sagen; so… jetzt kann ich damit was anfangen, einen Teil meines Lebensunterhalts verdienen – z.B. weil Sie nun Ihr Arbeitspensum im bisherigen Job von 100% auf 80% reduzieren und am Freitag und Samstag als Fotograf, Chauffeur, Clownin unterwegs sind. Oder Sie können Ihr neues, zusätzliches Können gleich im aktuellen Job mit einbauen. Auf diese Weise finden Sie auch heraus, ob diese Richtung wirklich das ist, was Sie sich (unbewusst) schon immer gewünscht haben.
Sekpsis und Unbehagen im Umfeld
Ihr Umfeld reagiert jetzt erst mal skeptisch. Zuerst schauen die anderen zu in der Hoffnung, dass es bloss eine Phase ist… und dann wird alles wieder wie bisher. Stellen sie fest, dass es wohl doch etwas länger dauert und es Ihnen ernst ist, wird nach möglichen Erklärungen bzgl. Ihres neuen Verhaltens gesucht. Sie seien wohl in einer Midlifecrisis oder in einer tiefen Selbstfindungskrise… oder so ähnliches bekommen Sie womöglich zu hören. Vielleicht ziehen sich einige auch zurück, versuchen, Ihnen aus dem Weg zu gehen.
Übernehmen Sie die Regie
Holen Sie die Menschen, die Ihnen wichtig sind mit ins Boot. Erzählen Sie von Ihren Wünschen und Plänen, lassen Sie diese Menschen teilhaben. Denn dadurch verschaffen Sie sich einerseits Verständnis (denn Unverständnis löst sehr oft Angst aus, mit der neuen Situation, mit dem „neuen“ Menschen nicht (mehr) klar zu kommen) und andererseits bekommen Sie so auch wunderbare und sehr wertvolle Rückmeldungen. Gemeinsam können Sie Ideen weiter entwickeln, neue Möglichkeiten und Varianten besprechen, auf die Sie alleine womöglich gar nie gekommen wären.
Und ganz wichtig: den anderen muss das alles ja gar nicht gefallen oder genauso viel Spass machen wie Ihnen. Es ist ja Ihr (Er-)Leben! Natürlich ist es toll, wenn man seine Gedanken und Erlebnisse teilen kann – es ist jedoch kein Muss. Seien Sie mutig und verfolgen Sie Ihren eigenen Weg. Egal wo Sie sind, was Sie tun, Sie werden immer wieder neue Menschen kennen lernen.
Jetzt wird’s konkret
Schreiben Sie sich Ihre Antworten auf – das wird jetzt ganz spannend. Lassen Sie alle Antworten, die Ihnen in den Sinn kommen zu. Die Möglichen und auch die Unmöglichen. Aus irgendeinem Grund turnen sie in Ihrem Kopf herum…vielleicht ist bloss ein Teil davon wichtig…packen Sie diesen Teil beim Schopf!
Schreiben Sie pro Frage so viele Antworten auf, wie Ihnen in den Sinn kommen. Überlegen Sie nicht, ob machbar oder nicht…einfach aufschreiben. Setzen Sie weitere Fragen auf Ihre Liste.
Was wäre jetzt wenn…
… ich meinen Traumberuf ausüben würde?
… ich glücklich wäre?
… ich das Leben leben würde, das ich mir immer erträumt hatte?
… ich positiv denken und reden würde?
… ich zu meiner Meinung stehen würde? (und der Meinung der anderen nicht mehr so viel Gewicht geben würde)
… ich mich als ok annehmen würde? (…mich nicht mehr vergleichen würde)
… ich auch mutig Nein sagen würde?
… ich mehr auf meinen Bauch hören würde?
… ich mich annehmen würde, wie ich bin – und das gut finden würde?
… ich gut genug wäre, so wie ich bin?
…
Lesen
Sie nun Ihre Antworten. Lassen sie alle auf sich wirken. Was für Gefühle kommen
hoch? Welche Ideen tauchen auf?
- Was
könnte ein nächster Schritt für Sie sein?
- Wann
wollen Sie diesen Schritt tun?
Du musst nicht den ganzen Weg sehen.
Mach einfach den ersten Schritt
Martin Luther King jr.
In: Lebensstil
Tags: mut selbstvertrauen selbstverantwortung