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Musikgesellschaft Tübach seit 1920
Die Musikgesellschaft Tübach ist der älteste Tübacher Verein. Bereits 1889 war ein Musikverein ins Leben gerufen worden, der kurz darauf wieder einging. Am 26. August 1920 gründeten sodann acht Musikbegeisterte die Musikgesellschaft. Zu den Initianten gehörten Walter Nänny und Albert Hädener. Walter Nänny wurde zum ersten Präsidenten und Dirigenten gewählt. Auch Albert Hädener ist kein Unbekannter. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges hatte er als Militärtrompeter den Mobilmachungsbefehl im Dorf geblasen.
Die ersten Proben hielt man bei der ehemaligen Hammerschmiede im Tübacherholz ab. Mit zehn Musikanten bestritt die Musikgesellschaft 1921 ihre erste Abendunterhaltung im Dorf, wobei sich die musikalischen mit szenischen und tänzerischen Einlagen abwechselten. Bereits 1922 fuhren die Musikanten mit bekränzten Pferdefuhrwerken nach Wittenbach, wo der Fürstenländische Kreismusiktag stattfand. Anlässlich des Kantonalen Musikfests in Widnau (1923) wurde die Musikgesellschaft mit dem dritten Lorbeerkranz geehrt. 1931 fand der Fürstenländische Kreismusiktag erstmals in Tübach statt. Umzug, Nachmittagskonzerte und ein reich befrachtetes Abendunterhaltungsprogramm mit zirka 2000 Gästen sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Walter Thurnherr, Dirigent von 1928 bis 1958, stimmte den Abend mit der Ouvertüre von Rossinis Oper <Regina> ein. In der Festwirtschaft vergnügte man sich mit Wein (1/2 Liter zu 1.80 Franken) und Bier (4 Deziliter zu 30 Rappen). Als Organisationspräsident wirkte Adolf Meyer.
Während der Präsidentschaft von Posthalter Anton Weibel wurde die Musikgesellschaft 1950 erstmals uniformiert. Am 22. und 23. Juni 1963, eine Woche nach dem Sängertag des Bezirkssängerverbandes in Tübach, wurde der Fürstenländische Kreismusiktag zum zweiten Mal im Dorf abgehalten. Der Anlass war auch ein finanzieller Erfolg, was 1967 die Anfertigung einer ersten Vereinsfahne ermöglichte.
Dirigenten und Präsidenten sorgten immer wieder (so auch am 24./25. Mai 1975 bei der Neuuniformierung) für «tolli Täg in Tübach». Die Neuinstrumentierung der Gesellschaft verbunden mit der Durchführung des fürstenländischen Kreismusiktags in Tübach (1980), der Teilnahme am Kantonalen Musikfest in Rorschach (1984) und das Mitwirken am Eidgenössischen Musikfest Winterthur (1986) waren weitere Höhepunkte der Vereinsgeschichte.
Nach 20 Jahren hatte die Uniform ausgedient und wurde erneuert bei einem grossen Dorffest 1995 eingeweiht.
Im Juli 1998 übernahm Walter Rütsche die musikalische Leitung des Vereins. Somit löste er Willi Leumann nach 6 Jahren Dirigentschaft ab.
9 Jahre später (2007) fand in der Musikgesellschaft Tübach ein bedeutender Wechsel statt. Max Glatz trat nach 19 Jahren als Vereinspräsident zurück und Ueli Geisser wurde als Nachfolger gewählt. Gleichzeitig gab Walter Rütsche den Dirigentenstab an Charly Piller weiter. Eugen Frei übernahm das Schwingen der Vereinsfahne, was zuvor 18 Jahre lang die Aufgabe von Toni Fuchs war.
Die Initiative des neuen Dirigenten, Charly Piller, brachte viel Dynamik in den Verein. Die Zahl der Aktiven stieg in diesem Jahr um 12 auf stattliche 43 Mitglieder an. Es waren keine Tübacher, sondern vor allem Bläser aus der näheren Umgebung, die Gefallen am frischen Stil der MG Tübach fanden
An zahlreichen Ständchen und Konzerten bereichert die Musikgesellschaft Tübach die Zuhörer mit Musik und Freude. Viele Auftritte finden jeweils in Horn statt, woher auch ein grosser Teil der Tübacher MusikantInnen stammt. Das war auch ein Grund für eine Namenserweiterung in «Musikgesellschaft Tübach-Horn». Die Horner Mitglieder und die Gemeinde Horn haben diese Anerkennung sehr positiv aufgenommen. Die offizielle Namensänderung fand in würdigem Rahmen am 3-Tages-Fest im Mai 2009 statt. Im gleichen Zug wurde die neue Vereinsfahne «MG Tübach-Horn» enthüllt und alle Musikantinnen und Musikanten wurden neu eingekleidet. Der vorrätige Stoff der aktuellen Uniform reichte nicht mehr aus, alle neuen Vereinsmitglieder tadellos einzukleiden. Ein eleganter schwarzer Anzug, versehen mit einem Schriftzug und einer schlichten Goldkontur am Revers, hat das Rennen gemacht. Dieses neutrale Outfit für Damen und Herren ist der ideale Dresscode für all unsere Auftritte.
Das Jahr 2014 war ein durchaus ereignisreiches für den Verein. Im Sommer wurde Sepp Popp glanzvoll zum neuen Präsidenten gewählt und trat am 1. September 2014 zum ersten Mal vor den Verein. Weil Charly Piller infolge beruflicher Überlastung nach sieben erfolgreichen Jahren zurücktrat, musste auch ein neuer Dirigent gesucht werden. Es haben sich drei Kandidaten gemeldet: unser Trompeter Xaver Nauer, Arthur Maldoner und Daniel Riedener. Das Abstimmungsprozedere war hektisch und auch langatmig. Dazu beigetragen hat, dass Xaver Nauer zu wenig entschlossen in den Wahlkampf stieg. Nach mehreren Abstimmungsdurchgängen hat die amtierende Präsidentin mit einem Stichentscheid Arthur Maldoner zum neuen Dirigenten ernannt. Leider hat Xaver Nauer nach der Nichtwahl den Verein verlassen, da ihm die ganze Sache doch mehr zugesetzt hat als erwartet. Er blieb aber dem Verein verbunden.
Nebst den vielen alljährlichen, sich wiederholenden Auftritten, wie Ständchen, Frühschoppen- und Kirchen- und Jahreskonzerte und Kreismusik-Teilnahmen durften wir anfangs Mai 2014 wiedermal am Blütenfest in Oberteuringen, Tübachs Partnergemeide, aktiv auf der Bühne auftreten. Am 17. September 2014 begann dann die Probenarbeit mit Arthur Maldoner. Leider war die Zusammenarbeit nur von kurzer Dauer, denn im Frühsommer 2016 legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Schon hiess es wieder: die MGTH sucht Dirigentin oder Dirigenten. Uns kam das schöne Gefühl entgegen, als Verein in der Region begehrt zu sein. Das war mit ein Grund, weshalb uns Armin Bischof nach einem Probedirigat und ein paar kurzen Gesprächen zusagte. Er verabschiedete sich als aktiver Posaunist bei der MG Berg SG und übernahm den Dirigentenstab am Seefest 2016 in Horn.