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Tieftauch-Experimente und Ereignisse wie 1961 der Weltrekordtauchgang des Schweizers Hannes Keller auf eine Tiefe von 305 Meter in der Nähe der Insel Santa Catalina, Kalifornien, weckten das Interesse verschiedener Industriezweige am Wirken des Menschen unter Wasser.
1964 offerierte die Shell International ihre Unterstützung hinsichtlich der Durchführung von gezielter systematischer Forschung im Bereich der Tauchmedizin durch Professor A. A. Bühlmann, Med. Klinik Universitätsspital Zürich (USZ), im Rahmen der Tätigkeit als Wissenschaftler.
Voraussetzung für die Forschungstätigkeit war der Aufbau eines eigenen Druckkammerlabors.
Im November 1964 erfolgte durch Shell die Anstellung von B. Schenk als Operational Manager dieses Projekts. Dank grosszügiger Unterstützung der Shell und dem Wohlwollen der Zürcher Universitätsbehörden entstand in der Folge das erste Druckkammerlabor am USZ (Universitätsspital Zürich) in spartanischer Ausführung im Keller des Schwestern-Hochhauses an der Plattenstrasse 10.
Grundthema der Forschung blieben immer Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit des Menschen in einer hinsichtlich Druck und Gaszusammensetzung abnormalen Atmosphäre. Damit ergaben sich viele Beziehungen zur Atem-, Kreislauf- und Höhenphysiologie.
Im Dezember 1964 wurde die erste Untersuchung und Begutachtung des Tauchgerätes eines tödlich verunglückten Tauchers durchgeführt, gemäss eines untersuchungsrichterlichen Auftrags.
1966 Vertragliche Vereinbarung mit SUB SEA OIL SERVICE, MILANO (Tochterfirma der Shell) hinsichtlich der Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Tieftauch-Techniken. Höhepunkt dieser Vereinbarung war die Realisierung des CAP SHELL-Projektes mit Tauchgängen bis zu einer Tiefe von 220 Meter im offenen Wasser im Mittelmeer.
In Ergänzung zum vom USZ zur Verfügung gestellten Assistenz-Arztes wurde 1966 die beantragte Stelle eines technischen Assistenten (M. Häusler) und einer Sekretärin (Frau H. Schneider, Teilzeit) von der Shell gutgeheissen.
1967 wurden die Grenzen des Möglichen für Tieftauchversuche in der Druckkammeranlage an der Plattenstrasse erreicht. Durch Vermittlung von Shell stellte die Britische Marine ihre Druckkammeranlage in Alverstoke/Portsmouth vorübergehend zur Verfügung, die in eigener Regie und Verantwortung zu betreiben war.
1968 und 1969 absolvierte das Druckkammerlabor-Team des USZ in der britischen Anlage mit eigenem Personal und Testpersonen zwei Tieftauchgang-Experimente bis auf die für die Anlage maximal zulässige Tauchtiefe von 350 Metern mit je drei Testtauchern.
Ab 1969 begann man mit medizinischen Abklärungen und Selektionen von Tauchschwimmern der Schweizerarmee in der Druckkammer in Zürich.
1969 Erste Überdruckbehandlung eines verunfallten Tauchers mit Dekompressionskrankheit.
1969 ergab die Analyse-Leistungsauftrag/Nachfrage die Notwendigkeit zur Eigenentwicklung eines den Ansprüchen gerecht werdenden Druckkammersystems für Forschung und Patienten-Behandlungszwecke, da keine diesbezüglichen Fertigprodukte erhältlich waren.
Ende 1969 wurde ein Projektvorschlag für den Neubau eines Druckkammersystems durch B. Schenk vorgelegt und von den verantwortlichen Kreisen zur Realisierung gutgeheissen.
1970 Ablösung des technischen Assistenten Herr M. Häusler durch Herr M. Baltensperger (Finanzierung durch Shell).
1970 Veröffentlichung der in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der Universität Zürich erarbeiteten Dekompressionsrichtlinien für Mischgas-Tauchgänge bis in Tiefen von 220 Meter.
1970 wurde die erste Sauerstoff-Überdruckbehandlung eines Patienten mit Gasbrand in der alten Druckkammer USZ mit Erfolg durchgeführt.
1970 Die Finanzierung des verantwortlichen Leiters für den Betrieb des Druckkammerlabors (B. Schenk) wird vom Kanton Zürich übernommen.
1972 wurde unter Leitung von B. Schenk das neue Druckkammersystem fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Baufinanzierung erfolgte im Hauptteil durch die Firma Shell und Anteilen von Bund und Kanton Zürich. In der Folge: Berufung von B. Schenk nach USA im Auftrag der US-Navy zwecks Begutachtung der in USA in Betrieb oder in Projektierung stehenden Druckkammersysteme.
1975 begann man mit medizinischen Abklärungen und Selektion von Polizeitauchern in der Druckkammer.
1976 Medizinische Studie unter Leitung von PD Dr. O. Oelz in Sachen Verhalten des Menschen in extremen geometrischen Höhen.
1976 Veröffentlichung der in Zusammenarbeit mit dem Rechenzentrum der Universität Zürich erarbeiteten Dekompressions-Richtlinien für Lufttauchgänge bis 60 Meter Tiefe, anwendbar bis in Höhen von 3200 m.ü.M.
1979 Berufung von B. Schenk als Mitglied des European Diving Technology Committee.
1979 Der Antrag an Shell für personelle Unterstützung in Form von zwei technischen Fachspeziallisten wurde von Shell genehmigt (Herr P. Jäger ab 1.12.1979 und L. De Toffel ab 01.09.1979).
1981 Höhepunkt der Tauchforschung am Zentrum für Hyperbare und Hypobare Medizin (Druckkammerlabor) des USZ. Tieftauch-Experiment mit drei Testtauchern auf eine Tiefe von 575 Meter mit Tauchexkursionen im Tauchtank bei 400 Meter Tauchtiefe.
Per 30. Juni 1981 Vertragsauflösung durch Shell betreffend der medizinischen Forschungs-Vereinbarung zwischen Prof. A. A. Bühlmann, dem Universitätsspital Zürich und Shell.
Per 1. Juli 1981 auf Vermittlung von Shell, Vertragsabschluss mit NORWEGIAN UNDERWATER INSTITUT (gesponsert von Statoil) im Rahmen eines Projekte-Vertrages technische Forschung und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiete der Unterwasser-Beatmungstechnik durchzuführen, im Hinblick auf sicheres Tauchen bis in Tiefen von 500 Meter (vorläufige Vertragsdauer bis 31.12.1981).
Ende 1981 Beteiligung am DEEP EX 11 - Projekt in Bergen, Norwegen (Norwegian Unterwater Technology Center) in der Funktion als Projektleiter des DEEP MASK-Programms. (Tieftauch-Experiment auf 500 Meter Tauchtiefe mit den in Zürich präparierten Tieftauch-Beatmungssystemen.)
Per 31. Dez 1981 Entlassung der von Shell besoldeten Mitarbeiter am Druckkammer-Laboratorium.
1982 bewilligt der Regierungsrat eine Stelle für Herr M. Baltensperger im Stellenplan des USZ. Die Besoldung geht zu Lasten der Polizeidirektion.
1985 Die Verwaltungsdirektion erlässt eine neue Betriebsregelung für das Druckkammer-Laboratorium mit Hinweisen auf Verantwortlichkeit und Personalunterstellung.
1985 Entwicklungsauftrag von STATOIL in Sachen Tieftauch-Beatmungssystem BESK 710 für Tauchtiefen bis 700 Meter. Vertragsunterzeichnung in Zürich durch Verwaltungsdirektor Herr P. Stiefel.
1986 Mit dem erfolgreichen Funktions- und Belastungstest im Tieftauch-Simulator des NORWEGIAN UNDERWATER TECHNOLOGY CENTER in Bergen wurde der Entwicklungsauftrag von STATOIL in Sachen BESK 710 abgeschlossen. Die vereinbarten Zahlungsbeträge wurden von STATOIL ans USZ überwiesen.
1986 Die Medizinische Leitung des Druckkammerlabors wurde an PD Dr. Med. O. Oelz übertragen. Förderung der Sauerstoff-Überdruckbehandlungen in der Druckkammer (HBO) durch die Einführung von täglichen HBO-Programmen.
1986 Beginn der Sauerstoff-Überdruckbehandlungen mit Patienten der Zahnärztlichen Chirurgischen Poliklinik und der Kieferchirurgischen Klinik.
1986 Antrag an die Verwaltungsdirektion zur Schaffung einer dritten vollamtlichen Personalstelle für das Druckkammerlabor (DKL).
1987 Präsentation des DKL an der Fachausstellung "Tauchen 87" in Emmen und anlässlich der "Offshore Tagung und Ausstellung" an der ETH in Zürich.
1987 Dem Antrag an die Verwaltungsdirektion zur Schaffung einer dritten Personalstelle kann vorderhand nicht entsprochen werden. Trotz der steigenden Nachfrage musste der Behandlungsbetrieb eingeschränkt werden. Bedingt durch ungenügenden Personal im DKL konnten nur 60% der beantragten HBO-Behandlungen durchgeführt werden. Obwohl therapeutisch von Bedeutung, musste als Folge des Personalmangels die täglichen Zweitsitzungen gestrichen werden. Patienten mussten abgewiesen werden. Es wurde versucht mit Teilzeitbeschäftigten die Personalproblematik zu entschärften. Dabei wurden die Einsatzmöglichkeiten bis zur verantwortbaren Grenze ausgeschöpft, ohne jedoch die geforderten Leistungen erfüllen zu können.
1988 Antrag der Vinzenz von Paul Stiftung zur Durchführung einer med. wissenschaftlichen Studie mit Schwerpunkt auf die Fundamenalisierung der Therapietiefen bei Sauerstoff Überdruck-Behandlungen (HBO) in der Druckkammer. Gegenvorschlag USZ: Therapeutische Wirksamkeit der Hyperbaren Sauerstofftherapie bei arterieller Verschlusskrankheiten im Stadium der Ruhe-Ischämie. In der Folge entschied letztlich der Stiftungsrat gegen den Studienvorschlag des USZ, da ähnlich gelagerte Studien im Auftrag der Stiftung bereits liefen. Der Stiftungsrat bekundete das Interesse der Stiftung an zukünftiger Zusammenarbeit.
1988 Antrag an die Verwaltungsdirektion zur Schaffung einer vollamtlichen Personalstelle für einen dritten Spezialisten im DKL. Ohne eine praktikable Lösung des Personalproblems war zwangsläufig eine Reduzierung des momentanen Leistungsangebotes unumgänglich, Aktivierungsauftrag des USZ "Betrieb Druckkammerlabor 23.01.1985".
1989 Anpassen von Sicherheitsvorschriften. Projekt in Zusammenarbeit mit EMPA bezüglich chemischen, thermischen Reaktionen (Selbstzündung). Risikolose Anwendung von Medikamenten, Wundbehandlungs- und Wundverbandsmaterialien bei der Anwendung anlässlich der HBO-Therapien in der Druckkammer.
1989 Die mögliche Teilentlastung des DKL-Personals an Wochenenden und Feiertagen durch koordinierten Notfall-Pikettdienst in Zusammenarbeit mit dem CHUV ist laut CHUV nicht realisierbar.
1989 - 1991 Medizinische Studie unter Leitung von Prof. Dr. U. Binswanger, Nephrologie USZ in Sachen Auswirkungen auf die Nierenfunktion des Menschen mit zunehmender geometrischer Höhe.
1991 Medizinische Studie unter Leitung von Prof. Dr. Dr. H.F. Sailer, Kieferchirurgische Klinik USZ, in Sachen Sauerstoff-Überdruck-Anwendung (HBO) im Bereich der Kiefer- und Gesichtschirurgie.
1992 Auf Veranlassung des Departementsvorstehers Prof. Dr. F. Follath wird das Druckkammer-Laboratorium der DIM Pneumologie eingegliedert. Ärztlicher Leiter Prof. Dr. E. Russi.
1993 Erste Projektphase mit US-Navy in Sachen BESK 710. Berufung von B. Schenk nach USA zwecks Vorführung des im DKL entwickelten Tieftauch-Beatmungssystems BESK 710 und Projektvereinbarungen hinsichtlich Forschung- und Entwicklungs-Zusammenarbeit. In der Folge: Würdigung der exzellenten Entwicklung des BESK 710, durch die US-Navy, aber Zweifel an der Realisierung aufgrund der nicht vorhandenen, dazu aber notwendigen Durchführungsmöglichkeiten (namentlich Personalengpass) am Universitätspital Zürich.
1993 Dem Personalbegehren des Druckkammer-Laboratoriums zur Sicherstellung des DKL-Betriebes gemäss Leistungsauftrag konnte bis heute nicht entsprochen werden. Von Seiten des Druckkammerlabors wurde erneut darauf hingewiesen, dass ohne eine praktikable Lösung des Personalproblems die Leistungserwartungen nicht erfüllt werden können und dass unerlässliche wissenschaftliche Arbeiten, wie zum Beispiel auf dem Gebiet der Hyperbaren Medizin nicht durchgeführt werden können.
1994 Gemäss Weisung der Verwaltungsdirektion wird das DKL (Zentrum für Hyperbare/Hypobaremedizin) administrativ dem Technischen Dienst unterstellt.
1995 Die BSG Unternehmensberatung St. Gallen wurde von Herr Direktor Stiefel wie folgt beauftragt: Überprüfung des gesamten Fragenkomplexes Druckkammerlabor (DKL) am USZ in leistungswirtschaftlicher, finanzieller und personeller Hinsicht unter Beachtung der alternativen Möglichkeiten und der gesundheitspolitischen Aspekte (Gutachten datiert 4. Januar 1996).
Ab Mitte 1996 Einleitung der Abklärung hinsichtlich der Möglichkeit einer Privatisierung des DKL durch die Verwaltungsdirektion.
1997 Medizinische Studie unter Leitung von OA Dr. R. Candidas, Kardiologie DiM USZ, in Sachen Verhalten von Patienten mit Herzschrittmacher bei zunehmender geometrischer Höhe.