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- Auch Australien und Grossbritannien schicken keine politischen Vertreterinnen und Vertreter zu den Olympischen Winterspielen nach Peking, wie die beiden Staaten am Mittwoch verlauten lassen.
- Damit schliessen sich die beiden Länder dem diplomatischen Boykott der USA an, wie es zuvor schon Neuseeland getan hatte.
- Die australischen und britischen Athletinnen und Athleten können jedoch weiter an Olympia teilnehmen. Die Spiele dauern vom 4. bis zum 20. Februar.
«Es wird tatsächlich einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking geben», sagte Premierminister Boris Johnson am Mittwoch in der wöchentlichen Fragestunde des Parlaments. Der 57-Jährige betonte, ein sportlicher Boykott sei allerdings «nicht die Politik» seiner Regierung.
Schon ein paar Stunden zuvor gab Australiens Ministerpräsident Scott Morrison bekannt, dass sein Land keine Regierungsvertreter nach Peking entsendet. Die Beziehungen zwischen Australien und China sind wegen einer Reihe von Themen belastet: Unter anderem kritisierte Morrison die Menschenrechtslage im Reich der Mitte und die eingefrorenen Kontakte auf Ministerebene.
Natürlich ist es keine Überraschung, dass wir keine australischen Offiziellen zu diesen Spielen entsenden werden.
«Australien wird nicht von seiner starken Position abrücken, mit der wir für die Interessen Australiens eingetreten sind», sagt Ministerpräsident Scott Morrison. «Und natürlich ist es keine Überraschung, dass wir keine australischen Offiziellen zu diesen Spielen entsenden werden.» Auch aufgrund Chinas Kritik an Australiens Entscheidung zur Anschaffung von nukleargetriebenen U-Booten ist das Verhältnis der beiden Staaten angespannt.
China reagiert mit Unverständnis
China reagiert auf Australiens Pläne mit massiver Kritik. «Die australische Regierung folgt bestimmten Ländern blind, sodass es richtig nicht von falsch unterscheiden kann», sagte Aussenamtssprecher Wang Wenbin am Mittwoch in Peking. Australien verletzte den Grundsatz der politischen Neutralität in der olympischen Charta.
Die von Australien angeführten Menschenrechtsverstösse in Xinjiang seien «nur ein Vorwand, um China zu verleumden», sagte Wang Wenbin und ergänzte: «China hatte niemals Pläne, irgendeinen australischen Offiziellen zu den Spielen einzuladen. Niemand interessiert sich dafür, ob sie kommen oder nicht.»
Bereits als die US-Regierung um Präsident Joe Biden am Montag ihren diplomatischen Boykott verkündete, drohte das chinesische Aussenministerium, die USA würden «den Preis für ihr Fehlverhalten zahlen».
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch begrüsst derweil die Entscheidung Australiens. China-Direktorin Sophie Richardson nennt den Boykott einen «entscheidenden Schritt», um den Menschenrechtsverletzungen Chinas entgegenzutreten.
Deutscher Bundespräsident passt ebenfalls
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird nicht zu den Olympischen Winterspielen reisen. «Es gibt keine Pläne des Bundespräsidenten, nach Peking zu reisen», sagte eine Sprecherin des Bundespräsidenten der ARD-«Sportschau». «Diese Pläne gab es aber auch nicht, bevor die USA ihre Entscheidung bekannt gaben.»
Nachdem die USA aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Spiele beschlossen hatte, fordern auch viele Politiker in Deutschland einen solchen Schritt. Die Spitze der künftigen Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte offen gelassen, ob sie sich dem anschliesst.