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Der Instrumentist/die Instrumentistin, auch bekannt unter dem Namen Operationstechniker/in oder Fachperson Operationstechnik, stellt eine der sieben Hauptfunktionen im Operationstrakt dar.
Um diesen Beruf kennenzulernen, haben wir uns in diesen einmaligen und desinfizierten Raum begeben, in dem täglich zahlreiche chirurgische Eingriffe stattfinden. Von Kopf bis Fuss in Schutzkleidung gehüllt, haben wir uns also mit den Instrumentistinnen Stéphanie Musy und Audrey Favrod im Standort Sitten des Spital Wallis getroffen.
Welche Aufgabe hat ein Instrumentist/eine Instrumentistin?
Der Instrumentist/die Instrumentistin ist eine Fachperson des Operationstrakts und verantwortlich für das Material und die Geräte, die sich im Saal befinden. Er/sie gewährleistet den guten Verlauf der chirurgischen Eingriffe zugunsten der operierten Person.
Bei den meisten Eingriffen im Operationstrakt von Sitten arbeiten zwei Instrumentisten/Instrumentistinnen gleichzeitig und ergänzend:
- Eine Fachperson übernimmt die Aufgabe des Instrumentierens und überwacht die Hygiene. Sie verwaltet das im Trakt benutzte sterile Material sowie die sterilen Instrumente und assistiert dem Chirurgen.
- Die andere Fachperson ist für das sogenannte Zudienen zuständig, empfängt den Patienten/die Patientin und lagert ihn/sie im Operationstrakt. Im Gegensatz zum Kollegen/zur Kollegin kümmert sich diese Fachperson um das unsterile Material und die verschiedenen Geräte (Computer, Röntgengeräte, Operationslampen, usw.).
Was bedeuten steril und unsteril?
Die Begriffe steril und unsteril spielen eine entscheidende Rolle. Bei einem Eingriff stellen die beiden Instrumentisten/Instrumentistinnen die Verbindung zwischen diesen beiden Aspekten her. Das gesamte sterile Material befindet sich in unsterilen Verpackungen. Die Fachperson, welche die Aufgabe des Zudienens übernimmt, öffnet die Verpackungen und übergibt den Inhalt, ohne ihn zu berühren, an die Fachperson, welche die Aufgabe des Instrumentierens ausführt. Diese übernimmt das Material, wobei sie jegliche Kontamination vermeidet.
Wie verläuft ein Eingriff?
Vorerst bereitet der Instrumentist/die Instrumentistin das für den Eingriff benötigte Material vor und kontrolliert dieses. Sobald der Patient/die Patientin im Operationsaal gelagert ist, nimmt die Fachperson eine chirurgische Händedesinfektion vor und zieht einen sterilen Kittel sowie sterile Handschuhe an.
Um die Zeit zu optimieren und den Eingriff möglichst gut vorzubereiten, legt die Fachperson die Instrumente sorgfältig auf den Tischen aus. Vor der Operation werden ebenfalls die Identität des Patienten/der Patientin und die Art des Eingriffs kontrolliert. Dies erfolgt in Anwesenheit des gesamten Teams (Anästhesisten, Operateure, usw.).
Während des gesamten Eingriffs assistiert der Instrumentist/die Instrumentistin dem Chirurgen, antizipiert seine Handgriffe und antwortet rasch auf seine Anweisungen «Skalpell», «Kompressen», «Faden», usw.; dabei sorgt er/sie dafür,dass die Hygiene eingehalten wird.
Nach der Operation werden sämtliche Instrumente und gewisse Medizinprodukte (Textilien) gezählt und erfasst. Anschliessend werden die Instrumente in ihren Containern versorgt und zur Zentralsterilisation transportiert, wo sie gereinigt und desinfiziert werden. Der Saal wird ebenfalls gereinigt und für den nächsten Eingriff vorbereitet.
Interview mit Stéphanie und Audrey:
Welche Zufriedenheit bietet Ihnen Ihr Beruf?
Stéphanie: «Bei einem komplizierten Eingriff oder bei einem lebensbedrohlichen Notfall ist es sehr schön zu sehen, dass alles gut verlaufen ist und es dem Patienten/der Patientin gut geht.»
Audrey: «Es stimmt, dass wir manchmal schwierige Erfahrungen machen. Ich nehme das konkrete Beispiel eines Verkehrsunfalls mit mehreren Patienten. Wir haben die ganze Nacht durchgearbeitet und am nächsten Tag wieder weitergearbeitet. Es war eine schwierige Situation, die mich geprägt hat. Aber die Tatsache, dass wir diesen Personen helfen konnten, hat mich entlastet.»
Über welche Qualitäten muss man verfügen?
Stéphanie:
– Genauigkeit. «Immerhin garantieren wir im Saal die Sicherheit. Um jegliche Infektionen zu vermeiden, müssen wir überprüfen, dass alle anwesenden Personen die Hygienemassnahmen einhalten.»
– Flexibilität und Fähigkeit, sich veränderten Situationen anzupassen. «Bei Notfällen, die zwischen den geplanten Operationen eintreten, muss man sich anpassen und rasch reagieren können. Auch sind die Arbeitszeiten variabel. Man muss also akzeptieren, vormittags, nachmittags, während der Nacht und an Wochenenden zu arbeiten.»
– Antizipation. «Voraussehen, was der Chirurg benötigen wird, um rasch antworten zu können und ein Maximum an Zeit zu gewinnen.»
Audrey:
– Konzentration und Aufmerksamkeit. «Dies nicht nur während des Eingriffs, sondern auch in den Korridoren, um einem Kollegen/einer Kollegin zu helfen, oder um den Chirurgen zuzuhören, die während eines Eingriffs unter sich diskutieren. Dies ermöglicht, die Arbeit zu antizipieren.»
– Sinn für Zusammenarbeit. «Um mit dem Team möglichst gut zu kooperieren.»
Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf am besten?
Stéphanie: «Ich liebe die Aufgabe des Instrumentierens, da ich so für die Sicherheit des Patienten/der Patientin sorgen und dem zuständigen Arzt assistieren kann.»
Audrey: «Ich arbeite gerne im Notfall. Dort kommt keine Routine auf. Jederzeit kann alles passieren… und das Adrenalin steigt an!»
Zusätzliche Informationen zur Organisation eines Operationstrakts: Operationstrakt Die Spitäler des französischsprachigen Wallis
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