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Seit Mitte der 1980-er Jahre ist der Wasserverbrauch – mit Ausnahme einzelner Jahre – stetig zurückgegangen und dies trotz steigender Wohnbevölkerung. Die gesamte Wasserabgabe pro Person und Tag war 2017 mit 300 Litern gleich wie 2016. Auf den Verbrauch in den Haushalten entfallen davon rund 140 Liter.
Im Jahr 2017 haben die Wasserversorgungen insgesamt 931 Mio. Kubikmeter Trinkwasser bereitgestellt, darunter rund 10 Mio. Kubikmeter Brauchwasser für die Industrie. Die Gesamtabgabe entspricht dabei fast dem Inhalt des Bielersees.
Mit einem Anteil an der Gesamtgewinnung von 37.7% stand 2017 im Vergleich zu den vorangehenden Jahren etwas weniger Quellwasser zur Verfügung. Kompensiert wurde dieser Minderertrag durch Grundwasser (42.6%) und Seewasser (19.7%). Im langjährigen Mittel nutzte man für die Trinkwassergewinnung etwa zu je 40% Quell- und Grundwasser und zu 20% Seewasser.
Ein Blick auf die Wasserabgabe im Jahr 2017 zeigt, dass Haushalte und Kleingewerbe insgesamt 516 Mio. Kubikmeter Wasser bezogen. 227 Mio. m3 Wasser verbrauchten Industrie und Gewerbe, während es für die öffentlichen Zwecke und die Brunnen 47 Mio. m3waren. Der Selbstverbrauch für die Trinkwasserversorgungen lag bei 20 Mio. m3 und die Verluste bei 121 Mio. m3.
2017 gehörte zu den zehn wärmsten Jahren seit Messbeginn
Einfluss auf den Wasserverbrauch in der Schweiz hatte 2017 auch das Klima: Mit einem Wärmeüberschuss von 0,7 Grad Celsius gehörte auch das Jahr 2017 zu den zehn wärmsten seit Messbeginn. Verbreitet war es durch Trockenheit geprägt, insbesondere auf der Alpennordseite, wo nur 60 bis 90 Prozent der normalen Niederschläge fielen.
Das Leitungsnetz für die Trinkwasserversorgung ist auch im Jahr 2017 der Siedlungsentwicklung entsprechend leicht gewachsen: Das gesamte Leitungsnetz der Schweiz hat nun eine Länge von 89’500 Kilometern, was etwa der zweifachen Erdumrundung entspricht. Die Hausanschlussleitungen machen einen Drittel der gesamten Netzlänge aus.
Die Betriebs- und Kapitalkosten der Wasserversorgungen beliefen sich 2017 auf gut 1,6 Milliarden Franken. 33% davon entfielen auf Sachaufwand, 21% auf Personalkosten, 4.5% auf Zinsen, 2.5% auf Abschreibungen und 16% auf übrigen Aufwand. Pro Einwohner betrugen die Gesamtkosten für die Wasserversorgung 2017 somit 190 Franken, die Trinkwasserrechnung der Privathaushalte im Mittel 120 Franken pro Person.
Der Wiederbeschaffungswert, also die Kosten für eine gesamtheitliche Wiederherstellung der Infrastruktur für die Wasserversorgung, belief sich im Jahr 2017 auf 51 Milliarden Franken, wovon 79% auf die Wasserverteilung, 10% auf die Wasserspeicherung, 9% auf die Wassergewinnung und 2% auf die dafür notwenige Mess-, Steuer- und Regeltechnik entfielen.
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Tradition und Geschichte
Vor beinahe 120 Jahren veröffentlichte der Trinkwasserverband SVGW seine erste Wasserstatistik, die auf Anregung der damaligen Leiter der verschiedenen Wasserwerke erarbeitet wurde: Für das Betriebsjahr 1900 wurden gut vierzig Wasserversorgungen erfasst. Im Jahr 1925 entschloss man sich dann, jedes fünfte Jahr eine Wasserstatistik in erweiterter Form herauszugeben: Diese sollte neben der Wassergewinnung und dem Wasserverbrauch auch andere relevante Betriebsdaten ausweisen. Anfänglich wurden jedoch lediglich die Werte der einzelnen Wasserversorgungen veröffentlicht. Im Jahre 1976 erfolgte aufgrund der wachsenden Teilnehmerzahl erstmals eine Hochrechnung, die es erlaubte, gesamtschweizerische Werte aus den erfassten Daten abzuleiten. Später ergänzte man die Publikation mit Grafiken und Tabellen, was den Informationsgehalt noch einmal verbesserte. Insgesamt stellten für 2017 über 640 Versorgungsbetriebe ihre Daten zur Verfügung, darunter rund 170 Wasserversorgungen, die nicht Mitglied des SVGW sind. Die in der Statistik erfassten Wasserversorgungen belieferten 68 Prozent der Bevölkerung der Schweiz und Liechtensteins mit Trinkwasser.
Grafiken:
Interview
Medienschaffende erhalten Auskünfte zur Wasserstatistik 2017 des SVGW Sie bei Paul Sicher, Leiter Kommunikation, Telefon 044 288 33 69, p.sicher[at]svgw.ch