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Golden Rice neben konventionellem weissem Reis. Bild: goldenrice.org
Eine neue Studie des Indian Agricultural Research Institute in Delhi, berichtet von negativen Effekten bei Kreuzungen von Golden Rice mit lokalen Sorten. Der umstrittene Golden Rice wurde gentechnisch so verändert, dass er eine Vorstufe zu Vitamin-A bildet. Die Kreuzung mit einer lokalen Sorte ist ein notwendiger Schritt für die Kommerzialisierung. Die Kreuzung mit der in Indien weit verbreiteten Sorte Swarna führte zu bösen Überraschungen. Das Kreuzungsprodukt zeigte ein kümmerliches Wachstum und entwickelte bedeutend weniger Körner als die Vergleichspflanzen der nicht-genmanipulierten Sorte Swarna.
Der Grund für die negativen Effekte: Die neuen Genkonstrukte gerieten offenbar in Konflikt mit pflanzeneigenen Genen, die Wachstumshormone produzieren. Es zeigte sich auch, dass die künstlich eingefügten Gene nicht nur in den Körnern aktiv sind, sondern auch in den Halmen. Dies führte zu einer beträchtlichen Verringerung von Chlorophyll und damit zu einer beträchtlichen Reduktion der Vitalität der Pflanzen.
Diese unerwarteten Effekte waren bei vorhergehenden Untersuchungen nicht festgestellt worden, da die Gentech-Forscher davon ausgegangen waren, dass die gentechnische Veränderung genetisch stabil sei. Erst die Kreuzung mit der Sorte Swarna zeigte, dass dies nicht der Fall ist. Doch diese Erkenntnis kommt für andere Wissenschaftler nicht überraschend. Der Molekular-Genetiker Michael Antoniou widmete im kürzlich neu aufgelegten Report „GMO Myths and Truth“ den Risiken von Mutationen bei Gentech-Pflanzen ein ausführliches Kapitel. In eine Zelle eingeschleuste Transgene würden sich meist in aktive Bereiche des Genoms einfügen. Dadurch steige die Möglichkeit beträchtlich, dass die Funktion eines oder mehrerer benachbarter Gene gestört werde und dies zu Effekten wie kümmerlicher Wuchs, verminderter Ertrag oder Bildung von Toxinen führe.
„Statt bei der Bekämpfung der Vitamin-A-Mangelkrankheit zu helfen, könnten diese Gentechnik-Pflanzen zu einer Gefahr für die gesamte Reisernte einer Region werden“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Es ist ein generelles Problem, dass genetische Effekte, die bei der Kreuzung von Gentechnik-Pflanzen mit bestimmten Sorten auftreten können, bei der Risikoprüfung nicht untersucht werden.“ Immer wieder seien beim Golden Rice irreguläre Vererbungsmuster aufgefallen. So wurde beispielsweise 2016 über erhebliche Stoffwechselveränderungen in den Gentechnik-Reiskörnern berichtet.
Der hochgejubelte Golden Rice ist folglich noch weit entfernt von einer kommerziellen Nutzung. Auch das Reisforschungsinstitut IRRI, führend bei der Forschung mit dem Gentechreis, konstatiert, dass die Sicherheit und die Eignung der Pflanzen für den Anbau und die menschliche Ernährung noch weiter untersucht werden müssen.
- Externer Link: Molecular and Functional Characterization of GR2-R1 Event Based Backcross Derived Lines of Golden Rice in the Genetic Background of a Mega Rice Variety Swarna
- Externer Link: GMO Myths and Truths
- Externer Link: Testbiotech, „Golden Rice“: Unerwartete Gen-Effekte
- PDF: SAG Factsheet Golden Rice