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Zaha Hadid zählte zu den weltweit erfolgreichsten Architekten – wegen der fliessenden Formen ihrer Gebäude wurde sie auch ‹Königin der Kurven› genannt. Hadid wurde mit Preisen und Ehrungen überhäuft, so wurde sie beispielsweise 2004 als erste Frau mit dem Pritzker-Preis, der als Nobelpreis für Architektur gilt, ausgezeichnet. 2009 erhielt sie das japanische Praemium Imperiale.
«Mit grosser Trauer bestätigen Zaha Hadid Architects, dass Zaha Hadid heute morgen früh in Miami plötzlich verstorben ist», teilte ihr Büro mit. Demnach litt die 1950 in Bagdad geborene Architektin, Designerin und Architekturprofessorin seit einigen Tagen an einer Bronchitis, als sie während ihrer Behandlung in einem Spital des US-Bundesstaats Florida einer Herzattacke erlag.
«Zaha Hadid wird heute weithin als die grösste Architektin der Welt betrachtet», erklärte ihr Londoner Büro auf seiner Website. Mit ihrem Partner Patrik Schumacher habe sie sich «für das Verhältnis zwischen Architektur, Landschaft und Geologie» interessiert, die sie in ihrer Arbeit mit «innovativen Technologien» verbunden habe, was oft zu «unerwarteten und dynamischen architektonischen Formen» geführt habe.
Gewagte Entwürfe
Zaha Hadid studierte zunächst Mathematik an der American University in Beirut, bevor sie 1972 ein Architekturstudium an der Architectural Association School in London absolvierte, wo sie später auch Professorin wurde. 1979 gründete sie ihr eigenes Büro, doch obwohl sie weltweit mit ihren Entwürfen rasch für Aufsehen sorgte, waren ihre Pläne den Bauherrn lange zu gewagt.
Als Highlights ihres Schaffens gelten etwa das Olympische Schwimmstadion in London und das Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts in Rom. Weitere bekannte Werke: Das Contemporary Arts Center in Cincinnati im Bundesstaat Ohio, die neue Serpentine Sackler Gallery in London, das Opernhaus im chinesischen Guangzhou.
Noch vor wenigen Monaten entwarf sie gemeinsam mit dem Bergsteiger Reinhold Messner in Südtirol ein neues Bergmuseum. Das Museum Corones in über 2700 Meter Höhe ist teilweise unterirdisch, Hadid liess den Berg dazu streckenweise aushöhlen.
Hadid wuchs zunächst in Bagdad auf, doch ihre Familie verliess nach der Machtübernahme des Diktators Saddam Hussein und dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran die Stadt. Zunächst lebte sie in Jordanien, später ging Hadid zum Architekturstudium nach London, wo sie auch ihr Architektenbüro gründete.
Entwurf für das Stadtcasino Basel abgelehnt
Der Entwurf von Zaha Hadids Bau für das Stadtcasino Basel wurde im Jahr 2008 an der Urne abgelehnt. Kritisiert wurde, dass bei Zaha Hadids Entwurf der Grenzabstand zur Kirche nicht gewahrt werde, und der Bau zu weit auf den Barfüsserplatz hinausrage.
Das Projekt wurde an die Architekten Herzog & de Meuron übergeben, der Bau ist mittlerweile in vollem Gange.
(sda/ml)