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Raps (Brassica napus) ist aus einer Kreuzung zwischen Kohl (Brassica oleracea) und weisser Rübe (Brassica campestris) entstanden und gehört somit zu den Kreuzblütengewächsen wie Kohl, Rübsen oder Senf. Beim Raps existiert keine Wildform, das heisst, er wurde vom Menschen gezüchtet. Ursprünglich stammt er aus dem östlichen Mittelmeerraum, und für die Verbreitung in ganz Europa sorgten die Römer. Raps wird bereits seit Jahrhunderten wegen des hohen Ölgehalts seiner Samenkörner kultiviert.
Vor den 70er Jahren war Raps jedoch als Lebens- und Futtermittel nicht verwendbar, denn er enthielt die unbeliebte respektive schädliche Erucasäure sowie die Bitterstoffe Glucosinolate. Deshalb wurde sogenannter Null-Raps (0-Raps) gezüchtet, der praktisch erucasäurefrei war und die besser verträgliche Ölsäure enthielt. 1985 wurde der erste Doppelnull-Raps (00-Raps) entwickelt, welcher sich zusätzlich durch stark gesenkte Glucosinolat-Gehalte auszeichnet. Doppelnull-Raps eignet sich als Speiseöllieferant ebenso wie für eiweissreiches, sojaähnliches Viehfutter.
Ein weiterer, wichtiger Züchtungserfolg erlangte die Schweiz im Jahr 2003 mit den gentechnikfreien HOLL-Rapssorten, deren Öl mehr Ölsäure und einen verminderten Gehalt an Linolensäure aufweist. HOLL steht für High Oleic Low Linolenic. Die Verwendung des HOLL-Rapsöls trägt zur Senkung der Transfettsäuren in der Ernährung bei, denn es ist ohne Härtung hitzestabil. Diese Neuzüchtung ist folglich vor allem für den Frittierbereich von Interesse, denn bis anhin konnte Rapsöl nicht zum Frittieren eingesetzt werden.
Pflanzenzucht bezeichnet die künstliche Selektion und kontrollierte Fortpflanzung von zwei Individuen einer Art, die bestimmte gewünschte Merkmale aufweisen. Damit sollen diese Merkmale verstärkt und unerwünschte unterdrückt werden. Seit Jahrtausenden züchtet die Menschheit Pflanzen.