Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03485.jsonl.gz/2505

Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis? [email protected]
Brisantes Detail in der Spionage-Affäre: Ein Geheimdienst soll den Sohn des Firmengründers ermordet haben, weil dieser von den Operation wusste.
Die Cryptoleaks beschäftigen derzeit die Schweizer Politik. Als CIA und BND 1970 die Kontrolle über die Firma übernahmen, musste laut den Recherchen der SRF-«Rundschau» offenbar jemand sterben. Zu dieser Zeit stieg Firmengründer Boris Hagelin, der die Zusammenarbeit mit der CIA begonnen hatte, aus dem Unternehmen aus. Seinem Sohn Bo wurde die Prokura, also die geschäftliche Vertretungsmacht gestrichen. Hagelin junior war scheinbar der einzige eingeweihte Gegner der Spionage-Operation – was ihn zur Zielscheibe der Geheimdienste gemacht haben könnte.
BND-Vizepräsident ging von Mord aus
Im November 1970, nur fünf Monate nach dem Kauf der Crypto AG durch CIA und BND, kam Bo Hagelin laut den Geheimdienstdokumenten, die den Recherchen zugrunde liegen, in den USA bei einem Autounfall ums Leben. «Es würde nicht länger nötig sein, gegenüber dem Crypto-AG-Vorstand hinsichtlich der Besitzverhältnisse so viel Vorsicht walten zu lassen», heisst es in den Dokumenten.
Geheimdienst-Experte Erich Schmidt-Eenboom sagt in der Sendung: «Selbst der Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes ging davon aus, dass Bo Hagelin nicht Opfer eines Unfalls, sondern Opfer eines nachrichtendienstlichen Mordes wurde.» Hagelin senior habe danach noch viele Jahre versucht, den Tod seines Sohnes aufzuklären – vergeblich.
(dgr)