Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/1898

Abhängigkeit
Nikotin gilt als eine der stärksten suchterzeugenden Substanzen und kann relativ schnell zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen. Dabei spielt gerade die sehr kurzfristig eintretende Wirkung auf das Gehirn eine zentrale Rolle.
Eine Abhängigkeit zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus. Nach dem Internationalen Klassifikation Psychischer Störungen (ICD-10) müssen mindestens drei der folgenden Kriterien während des vergangenen Jahres erfüllt sein:
- Ein starker Wunsch/Verlangen oder eine Art Zwang, Tabak zu konsumieren
- Verminderte Kontrolle über Tabakkonsum, d.h. Beginn, der Beendigung und der Menge des Tabakkonsums
- Ein körperliches Entzugssymptom bei Absetzen oder Reduktion des Tabakkonsums.
- Nachweis einer Toleranz: Um die ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichten Wirkungen zu erzielen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich.
- Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Tabakkonsums
- Anhaltender Tabakkonsum trotz des Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen.
Körperliche und psychische Abhängigkeit
Die Abhängigkeit hat eine körperliche und eine psychische Komponente
- Die körperliche Abhängigkeit beruht im Wesentlichen auf dem Nikotin, der entscheidenden suchterzeugenden Substanz im Tabak. Aktuell ist noch unklar, ob andere Substanzen im Tabakrauch ebenfalls suchterzeugendes Potenzial haben. Körperliche Entzugssymptome können sich beispielsweise in Form von Herzklopfen, niedrigen Blutdruck oder Konzentrationsschwierigkeiten äussern.
- Die psychische Komponente der Abhängigkeit wird mit lernpsychologischen Theorien erklärt. Demzufolge ist das Rauchen ein erlerntes Verhalten und dient dazu, psychische Bedürfnisse zu befriedigen wie z.B. unangenehme Situationen zu bewältigen und subjektives Wohlbefinden zu verbessern. Psychische Entzugssymptome können sich in Form von schlechter Laune oder starkem Verlangen nach einer Zigarette äussern.
Der Sucht ist man nicht hilflos ausgeliefert. Im Gegenteil: Ein besseres Verständnis der körperlichen und psychischen Zusammenhänge der Tabakabhängigkeit kann helfen, Entzugserscheinungen zu mildern oder diesen vorzubeugen.