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Die Fragen sollen bewusst nicht aus der Optik des Finanzsektors, sondern aus Sicht der Ersparnisbildung im Inland und der Kapitalverwendung angegangen werden. Weiter soll berücksichtigt werden, dass die Verknüpfung von Finanz- und Sachkapital auch in den Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors geschieht (z.B. konzernintern), wobei diese Intermediationsleistung wieder in vielfältiger Weise vom Dienstleistungsangebot des Finanzsektors abhängt.
Fragestellungen
Die folgenden Teilfragen sollen primär untersucht werden. Es steht den Bewerbern offen, Offerten für eine oder mehrere Teilfragen oder für eine Kombination von Teilfragen einzureichen.
a) Wie gut vermag die nationale Ersparnisbildung noch zu rentieren? Wie verhält sich die Ersparnisbildung in der Schweiz im Vergleich zum Investitionsbedarf? Welche Möglichkeiten zu einer volkswirtschaftlich rentablen Kapitalanlage gibt es in einer mittleren bis längeren Frist in Anbetracht der Kapitalbedürfnisse der Unternehmungen, des Staates und des Immobiliensektors? Welche Rolle spielen Auslandanlagen für die möglichen Renditen von Finanzkapital, welche die Intermediation durch den Finanzsektor? Wie beeinflusst die Struktur der Ersparnisbildung den Aufbau verschiedener Arten von Kapital (inländische/ausländische Anlagen, Immobilieninvestitionen)?
b) Wie wird der Aufbau immaterieller Vermögenswerte in der Schweiz finanziert? Welche Finanzierungsmöglichkeiten – neben der Eigenfinanzierung – bieten sich einer Schweizer Unternehmung zur Finanzierung von immateriellen Vermögenswerten (bspw. F&E)? Inwiefern unterscheiden sich diese «unsicheren» Finanzierungsprojekte von der Finanzierung von Projekten, die in belehnbare Aktiva wie Immobilien münden? Gibt es hierbei Unterschiede zum Ausland? Inwiefern wird die zukünftige Finanzmarktregulierung Investitionen in riskante, immaterielle Werte tangieren?
c) Was leisten Konzernzentralen und Holdings zur Verknüpfung von Finanz- und Sachkapital? Profitiert die Schweizer Wirtschaft von der Funktion von Konzernzentralen und Holdings im Hinblick auf die Kapitalanlage über Direktinvestitionen? Bieten sich Investoren, die auf Direktinvestitionen zielen, besondere Chancen angesichts volatiler Entwicklungen des Finanzsektors oder von Unsicherheiten in schnell wachsenden Schwellenländern? Welche Standortfaktoren begünstigen solche Konzernstrukturen?
Offerten und Selektionskriterien
Die Offerte muss eine genaue Umschreibung der zu bearbeitenden Fragestellung, eine Beschreibung der Methodik und der zu Grunde liegenden Daten sowie die Qualifikation der Beteiligten (Forschungsleitung, Forschende), die Planung der Forschungsschritte und eine Kostenzusammenstellung nach Projektphase und Art des Aufwandes (Honorare, administrative Arbeiten, Reise- und andere Spesen sowie die MWSt) enthalten. Die Studien sollen im 1. Quartal 2013 abgeschlossen werden. Für die vier bis sechs Studien steht insgesamt ein Budget von 500 000 Franken zur Verfügung. Massgebend für die Vergabe ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Leistungsseitig werden folgende Selektionskriterien berücksichtigt:
− Relevanz und Qualität des vorgeschlagenen Forschungsansatzes;
− Eignung der gewählten Methodik;
− Eignung der für die Untersuchung vorgesehenen Daten;
− Qualifikation des vorgeschlagenen Forschungsteams.
Der Auftraggeber behält sich vor, nach Eingang der Offerten zwecks inhaltlicher Klärung und Abstimmung der Angebote mit den Offertstellern Gespräche zu führen. Offerten zur Ausschreibung sind bis 5.3.2012 an folgende Adresse einzureichen:
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
Direktion für Wirtschaftspolitik, DPWW
Holzikofenweg 36
3003 Bern
Die Projektvergabe erfolgt vor dem 8. April 2012. Falls Sie inhaltliche Fragen zur Ausschreibung haben, stehen Ihnen Christian Busch (<email-pii>) oder Aline Müller (<email-pii>) gerne zur Verfügung.