Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03346.jsonl.gz/417

Die Legende erzählt folgendes: Um den Standort für eine Kirche im Ormont-Tal zu bestimmen, hatten dessen Bewohner an drei Stellen einen Pfahl eingesteckt, um zu erkunden, welcher Ort den Lawinen am wenigsten ausgesetzt ist. Zwei dieser Pfähle verschwanden, nur einer blieb erhalten. An dieser Stelle errichtete man die heutige Kirche.
Schon um 1396 erwähnte die Witwe eines Gutsherrn von Pontverre die Kapelle in Ormont-Dessus in ihrem Testament. Sie war dem heiligen Theodul, dem ersten Bischof des Wallis gewidmet. Das Fundament dieser Kirche ist bis zum heutigen Tage erhalten geblieben: Es war von Norden nach Süden gerichtet; die Türe wurde gegenüber des Dorfbrunnens angelegt.
Die heutige Kirche wurde wahrscheinlich 1456 gebaut, und vom Bischof Henri Asperlin von Sion gesegnet. Um 1530 wird das Gotteshaus unter dem Druck der Berner Reformation ebenfalls reformiert. Die Jahreszahl 1709, die in den Triumphbogen des Chores eingemeißelt ist, erinnert wahrscheinlich an einige wichtige Renovierungen, aus dieser Berner Besatzungszeit. 1960 wurde die Kapelle zum letzten Mal restauriert.
Der fünfseitige Chor ist durch fünf Fenster erhellt. Die beiden Kleinsten wurden von Bernard Viglino während der Restauration geschaffen. Sie stellen die beiden Kirchenpatrone St. Theodul und St. Georg dar. Auf dem Schlusstein sind die ältesten Bezeugnisse der Gemeindewappen aufgezeichnet. Auf der Südseite des Chores befinden sich die ehemaligen Taufbecken.