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Il Girasole
An einem sanften Hügel an der nördlichen Kante der Poebene, nicht weit von Verona, steht ein bemerkenswertes Haus. Es ist eine silbrig glänzende, moderne Villa auf einem riesigen, rötlichen Stein, inmitten eines Parks. In ihrem Innern befindet sich ein Motor, der das Haus 360 Grad um seine eigene Achse dreht: Die Villa Girasole, 1935 erbaut von Angelo Invernizzi, folgt dem Lauf der Sonne oder den Blicken in die Landschaft. Il Girasole zeigt einen ganzen Tagesablauf. Während dieser Zeit erschliesst der Film Architektur und Atmosphäre der Villa, ihrer Räume und Einrichtungen und wird zum Imaginationsraum für das Leben von damals, das Gebäude wird zum Resonanzkörper der ausgefallenen Ideen jener Zeit.
«Schaubs Film vereint zwei Dinge: einen kühnen Zukunftsraum aus der Vergangenheit und einen nostalgischen Rückblick auf den Futurismus».
Matthias Lerf, Tages-Anzeiger
Angelo Invernizzi (1884–1958), Ingenieurstudium in Padua und Genua. Anschliessend für die Eisenbahn und das Militär tätig. 1911 wirkt er bei der «Casa Popolare» in Montorio (VR) mit. Ab 1922 betreibt er in Genua ein Architekturbüro und eine Baufirma. Erste Skizzen zur Villa Girasole entstehen ab 1929, 1931 beginnt er mit dem Bau, der – jeweils in den Sommermonaten – bis 1935 dauert. 1938–1940 erstellt er in Zusammenarbeit mit Ettore Fagiuoli das erste Hochhaus in Italien, das Betongebäude «Grattacielo dell’Orologio» an der Piazza Dante in Genua. 1958 stirbt Angelo Invernizzi während eines Aufenthalts in der Villa Girasole.