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Zahnärztliche Schlafmedizin
Schlaf
Ein guter Schlaf ist das Fundament für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Wenn wir gut schlafen, wachen wir erfrischt auf und fühlen uns den ganzen Tag über
leistungsfähig. Schlechter Schlaf hat sehr negative Auswirkungen auf unser
Wohlbefinden, unsere Gesundheit mit negativem Einfluss auf andere Lebensbereiche.
Das Schnarchen und die Schlafapnoe
werden als wichtige Formen zu den 80 klassischen Schlafstörungen gezählt
und bilden eine häufige und wichtige Form des ,Nicht erholsamen
Schlafes'.
Warum wir Schnarchen
Das Schnarchen entsteht dadurch, dass sich während des Schlafs die muskuläre Spannung
der Atemwege im Bereich des Rachenraumes stark verringert. Insbesondere erschlafft die
Zungenmuskulatur, die Zunge fällt zurück. Hierdurch verengen sich die
Atemwege beträchtlich. Unterkiefer und Zunge sinken nach hinten und drücken auf
die Atemwege. Die benötigte Atemluft muss daher gegen einen erhöhten
Atemwiderstand mit größerer Geschwindigkeit eingesaugt werden. Dies führt zu lauten
Vibrationen und Schwingungen (Schnarchen) der erschlafften Rachenmuskulatur und den dort
befindlichen Weichgeweben (z.B. Zäpfchen, Gaumensegel). Geringe Gewebespannungen
bei körperlichem Übergewicht sowie Vorliegen von Fetteinlagerungen im Bereich des
betroffenen Rachenraumes können sich verstärkend negativ auswirken. Die Schlafposition
hat zudem stets grossen Einfluss auf das Schnarchen: Seitliche Lagerung verringert,
Rückenlagerung verstärkt das Schnarchen. Die Schnarchproblematik nimmt mit
zunehmendem Alter für Männer und auch Frauen zu.
Bei den 30 jährigen schnarchen 10 % der Männer und 5 % der Frauen.
Bei den 60 jährigen schnarchen 60 % der Männer und 40 % der Frauen.
(Auch bei etwa 2 % der Kinder (bis 18 Jahren) wird eine leichte oder schwerere Schnarch-
Problematik beobachtet. Dabei liegt meist ein besonderes Schnarch-Phänomen vor:
Die Ursachen liegen bei diesen Kindern meist an sogenannten ,Nasenpolypen',.
Dabei handelt es sich um Schleimhaut-Gewebe, das aus dem Siebbein- oder den
Kieferhöhlen stammt und die normale Nasenatmung -besonders im Schlaf- beeinträchtigt
und ein Schnarch-Phänomen auslösen können.)
Das Schnarchen des Erwachsenen (mit einer Lautstärke bis zu 90 db!) kann für den
Betroffenen harmlos sein (primäres Schnarchen). Dabei wird das primäre Schnarchen
dennoch oft in einer Zweierbeziehung als sehr störend und belastend empfunden und
führt häufig zu massiven Beziehungsproblemen, da der Schlaf des Partners oft erheblich
beeinträchtigt wird.
Das Schnarchen kann eine sehr ernste Gesundheitsgefährdung bedeuten:
Es wird geschätzt, dass sich bei ca. 80% der schnarchenden Bevölkerung ein
undiagnostiziertes Schlaf-Apnoe-Syndrom verbirgt:
Das Schlafapnoe-Syndrom (dezentral)
Extrem lautes und sehr unregelmässiges Schnarchen ist oft ein Hinweis auf eine chronische
Erkrankung: Die obstruktive Schlafapnoe. Im Schlaf kommt es durch komplette Verlegung
der Atemwege zu einem auftretenden Stillstand der Atmung. Diese Atemstillstände
treten mitunter sehr häufig auf und können jeweils 10 - 30 Sekunden lang dauern.
Da die Sauerstoffversorgung des Organismus in diesen Phasen abnimmt,
kommt es zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen für den gesamten Organismus.
Die Unterschreitung der Sauerstoffwerte im Blutkreislauf des Körpers führt zu einer
Weckreaktion (Arousal) mit der Folge einer kurzzeitigen Tonisierung auch der Zungen-Muskulatur.
Dadurch wird kurzfristig der Atmweg wieder frei ein oder wenige kurze Atemzüge, bis der Schlaf
erneut einsetzt und zur Erschlaffung der Gewebe im Rachen führt, die dann wiederum die Atemwege
verschliessen und so fort.
Der Schlafmuster wird hierdurch erheblich gestört. Wichtige Schlafphasen werden nicht
mehr durchschritten. Die notwendige schlafbedingte Erholung in der Nacht bleibt aus.
Das Risiko für am Tage unvermittelt einsetzenden, gefährlichen sogenannten
,Sekundenschlaf' nimmt zu.
Studien belegen, dass das Risiko für Schlaganfälle bei vielen Apnoe-Patienten erheblich steigt.
Die erwähnte kurze Weckreaktion zur Aktivierung der Atmung wird durch einen vom Körper
ausgelösten, kurzen Anstieg der Adrenalin-Ausschüttung erreicht, die aber zu einer kritischen,
starken und schnellen Blutdruckzunahme über die grossen Hirnarterien führt, so dass
erhebliche Risiken für die zu versorgenden Gehirngewebe bestehen.
Leitsymtome der Schlaf-Apnoe:
- Auftreten von Tagesmüdigkeit,
- Auftreten von Sekundenschlaf
- Konzentrationsschwierigkeiten
- das Gefühl der Abgeschlagenheit trotz nächtlichen Schlafens
Symptome für Schalfapnoe:
- morgentlicher rauher, trockener Hals
- morgentliche Kopfschmerzen
- nächtliches Schwitzen
- nächtlicher Harndrang
- sexuelle Funktionsstörungen
- Depression
Schlafapnoe und gesundheitliche Bedeutung:
- Bluthochdrucksteigerung (Peak)
- bis 40 % Zunahme von Schlaganfall-Risiko
- Möglicherweise Zunahme von Herzrhythmusstörungen
- Zunahme der Demenz-Problematik
- herabgesetzte Lebenserwartung
Behandlung mit Zahnschienen
Eine sehr wirkungsvolle und evidenz-gesicherteTherapie zur Vermeidung des primären Schnarchens
bei Vorliegen einer leichten bis mittelschweren Schlaf-Apnoe wird durch das Tragen spezieller
Schnarchschienen erreicht. Nach interdisziplinärer Abklärung des Erkrankungsbildes werden diese
Protrusionsschienen individuell für den Ober- und Unterkiefer nach Vorgaben des hierzu fachlich
versierten Zahnarztes für den Patienten angefertigt. Die eingesetzten Zahnschienen ermöglichen eine
effektive Öffnung der betroffenen Region im Bereich der Atemwege, so dass eine Normalisierung der
Schlafatmung ohne relevante Apnoe erreicht wird. Die Schienen werden zumeist sehr gut toleriert
(bis 95%) und können individuell genau justiert werden. Mit den Schienen kann der Patient essen und
trinken. Zudem sind die Schienen leicht zu handhaben und können jederzeit auf Reisen, auf Ausflügen
und im Flugzeug (ohne Formalitäten) mitgeführt werden. Sie sind kostengünstig und werden wegen
der hohen Effizienz und Wirksamkeit unter bestimmten Voraussetzungen auch von der Krankenkasse
bezuschusst. Die Schienen stellen in vielen Fällen eine optimale Behandlungsalternative zu den
bekannten CPAP-Überdruck-Atemmasken / Geräten dar, insbesondere in den Fällen, in denen die
Patienten die Maskenatmung aus verschiedenen Gründen nicht tolerieren. Auch gegenüber anderen
risikoreichen Therapieformen (Chirurgie, Einsatz von Medikamenten) stellen Protrusionsschienen
meist die Behandlungsalternative dar.