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Der Zweite Weltkrieg wurde in Europa am 8. Mai 1945 – heute vor 67 Jahren – offiziell beendet. Die Schweiz jubelte, doch die Beziehungen zu den Alliierten und so auch zu den USA waren getrübt. Die Schweiz wurde bezichtigt Raubgold zu besitzen, ihre Guthaben wurden in den USA blockiert und sie wurde zu einer Zahlung von 250’000’000 $ aufgefordert. Nach den Kriegsjahren, in denen sich die »Geistige Landesverteidigung« gegen den Nationalsozialismus und den Faschismus stellte, konzentrierte sie sich nun die Schweizer Neutralität wieder ins richtige Licht zu setzen und lehnte sich gegen den Kommunismus. Ein Teil der »Geistigen Landesverteidigung« war auch die »Schweizer Filmwochenschau«, die erstmals am 1. August 1940, ab dann mehr oder weniger regelmässig, in den Kinos – die erste Sendung des Schweizer Fernsehens wurde am 20. Juli 1953 ausgestrahlt – gezeigt wurde. Eine Vielzahl von Themen wurden in diesen – in allen Kinos der Schweiz als Vorprogramm obligatorisch erklärten – fünf bis acht Minuten dauernden Streifen behandelt.
Das untenstehend abgebildete Buch, welches 1969 an alle Haushalte der Schweiz verteilt wurde und zu einem Sturm des Unverständnisses und der Entrüstung führte, bedeutete von offizieller Seite das Ende der »Geistigen Landesverteidigung«. Die Zivilverteidigung wurde vier Jahre später in das Konzept der Gesamtverteidigung integriert.
Ende November, anfangs Dezember 1946 konnte die »Schweizer Filmwochenschau« eine aus der Not geborene Schweizer-Pionierleistung präsentieren: Die erste alpine Luftrettung der Welt. Alle nationalen und internationalen Medien berichteten über die Rettung der acht Passagiere und der vier Besatzungsmitgliedern des am 19. November am Gauligletscher abgestürzten Flugzeuges. – Die Piloten der am 18. November in Wien nach Pisa gestarteten Dakota C-53 verloren über Innsbruck die Orientierung. Das Flugzeug setzte infolge mit einer Geschwindigkeit von 280 km/h unfreiwillig auf einer Höhe von 3300 Metern über Meer in unmittelbarer Nähe einer Gletscherspalte auf dem Südhang des Gauligrats auf. Alle Personen überlebten den Absturz und die Piloten konnten einen Notruf senden, welcher von zwei Stationen in Frankreich aufgenommen wurde. Die Piloten glaubten in den französischen Alpen bruchgelandet zu sein – die Suchaktion beschränkte sich deshalb vorerst auf dieses Gebiet. Weitere Notrufe der Piloten wurden dann auch in Meiringen empfangen, so gut, dass der Chef des Militärflugplatzes eine Peilung veranlasste. Die Ortung ergab als mögliches Absturzgebiet das Dreieck Airolo-Sion-Jungfrau – die Suche wurde nun auch in der Schweiz aufgenommen und die abgestürzte Dakota C-53 wurde gesichtet.
Die obenstehende Fotografie zeigt die am Gauligletscher bruchgelandeten Dakota C-53. [Um zur Filmdokumentation der spektakulären Rettung zu gelangen, klicke man auf diese Fotografie.]
Die uneigennützige Rettung der zwölf US-Amerikaner durch Schweizer-Rettungskräfte wurde in aller Welt gewürdigt und löste in den USA eine Welle der Begeisterung aus – die politische Meinung gegenüber der Schweiz hat sich massgeblich in die positive Richtung gewendet. Die Rettungsaktion war der Beginn der Entwicklung für die Rettung aus der Luft und die Geburtsstunde der am 27. April 1952 gegründeten »Schweizerischen Rettungsflugwacht« (SRFW).
Zu den Mitbegründern der »Schweizerischen Rettungsflugwacht« gehörte auch Hermann Geiger. Er war ein Rettungsflieger und Pionier des Gletscherfluges. Hermann Geiger wurde am 27. Oktober 1914 in Sitten geboren und verunglückte nach über 600 Rettungseinsätzen am 26. August 1966 nachdem er kurz nach einem Start mit einem Segelflugzeug zusammenstiess. Obenstehendes Foto zeigt den Gletscherpiloten Hermann Geiger mit seiner Piper.
Dieses Jahr kann die »Schweizerische Rettungsflugwacht«, die im Jahr 1960 von der »Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft« losgelöst wurde, ihr sechzigjähriges Bestehen feiern. Mehr über diese Organisation, welche auch Rettungen aus dem Ausland unternimmt, erfährt man unter www.rega.ch, der Homepage der »Schweizerischen Rettungsflugwacht«.
Im Buch »Retter aus der Luft« schildert Giorgio Wedtgrube seine dramatischen Einsätze als Pilot der »Schweizerischen Rettungsflugwacht«. Giorgio Wedtgrube wurde am 6. Juli 1938 in Wien geboren und interessierte sich seit seiner Jugend für das Flugwesen. Er leistete in der Bundeswehr der Republik Österreich als Helikopter-Pilot bis 1963 Dienst, wechselte 1964 seinen Wohnsitz in die Schweiz und arbeitete bei der »Schweizerischen Rettungsflugwacht«, zuerst als Pilot, dann als Leiter der im Jahr 1980 in Locarno installierten Basis. Er leistete in seiner Flieger-Karriere über 9000 Flugstunden. Am 29. Juni 1999 verstarb Giorgio Wedtgrube kurz vor seinem 61-sten Geburtstag.
Das reich bebilderte Buch wurde 1997 vom Scherz Verlag herausgegeben. Die gebundene, 219 Seiten umfassende Ausgabe kann bei uns, Online-Shop für Gebrauche Bücher – buchplanet.ch – für CHF 9.00 bestellt werden.
Die »Schweizerische Rettungsflugwacht« ist eine gemeinnützige private Stiftung die auf Gönner-Beiträge angewiesen ist. Ihre Hilfe kann unter der Nummer 1414 angefordert werden.
Bild-Quellen:
Bild A: Buchdeckel
Bild B: SRF Zweigniederlassung der SRG
Bild C: Bibliothek der ETHZ
Bild E: Wikipedia
Bild F: Buchdeckel