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Für Jeffrey Schmidt rief am vergangenen Wochenende der Sachsenring für das sechste Rennwochenende im ADAC GT Masters 2018. Nach zuletzt glücklosen Rennen in Zandvoort gelangen dem BWT Mücke Motorsport-Piloten auf der anspruchsvollen Fahrerstrecke in Hohenstein-Ernstthal zwei starke Resultate. Vor über 20.000 Zuschauern fuhren Schmidt und sein Teamkollege Stefan Mücke in beiden Rennen unter die Top-5 und feierten ein weiteres Podiumsresultat.
Ein ins Wasser gefallener Trainingsfreitag erschwerte zunächst die Vorbereitungen für das Rennwochenende. Im Qualifying am Samstag gelang Schmidt dennoch der fünfte Platz im Feld der insgesamt 34 Supersportwagen. Als zweitbester Audi-Pilot verlor er lediglich zwei Zehntel auf die Pole Position. Im ersten Rennen zeigte der Schweizer die Pace der Top-3, doch auf dem engen Sachsenring gestaltete sich das Überholen wie üblich schwierig. Bei der Zieldurchfahrt lag der Audi R8 LMS von Schmidt und Mücke als Fünfter weniger als eine Sekunde hinter dem Drittplatzierten.
Das am Samstag knapp verpasste Podium holte das Duo im zweiten Rennen nach. In einem von Chaos geprägten Lauf kämpfte sich der BWT Mücke Motorsport-Audi mit der Startnummer 26 kontinuierlich nach vorne. Der Fahrerwechsel bei einer der zahlreichen Safety-Car-Phasen erwies sich als Strategie-Coup. Schmidt befand sich danach in der Schlussphase des Rennens im Kampf um den Sieg. Ein Kontakt mit einem Konkurrenten resultierte in einer beschädigten Lenkung, wodurch eine Attacke auf die Führenden nicht mehr möglich war. Im Ziel lag Schmidt als Dritter nur eine halbe Sekunde hinter dem Sieger.
Die Podestplatzierung am Sonntag bedeutete gleichzeitig den zweiten Platz in der Juniorwertung. Im Junior-Klassement liegt Schmidt vor dem Finale auf dem Hockenheimring auf dem dritten Platz von insgesamt 24 Piloten. Am letzten Rennwochenende vom 21. bis 23 September hat der 24-Jährige alle Chancen auf Rang zwei in dieser Wertung. Auch der Junior-Titel ist rechnerisch noch möglich.
Jeffrey, vom 18. Startplatz aus war das Podest im zweiten Rennen ein hartes Stück Arbeit...
Jeffrey Schmidt: Das Sonntagsrennen war enorm turbulent. Ich wusste gar nicht, dass so viel Racing-Action in einer Stunde möglich ist. Stefan konnte sich weitestgehend aus dem Getümmel am Start heraushalten. Wir haben dann einen späten Boxenstopp gemacht und sind auch mithilfe des Safety Cars ein gutes Stück nach vorn gekommen. Leider habe ich im Dreikampf um den Sieg unverschuldet einen Schlag an die Vorderachse bekommen. Die Lenkung war krumm und es war wirklich schwierig, das Auto zu fahren. Mit Platz drei können wir daher mehr als zufrieden sein.
Zufrieden könnt ihr auch mit dem Rest des Wochenendes sein, obwohl der Start nicht einfach war...
Schmidt: Am Freitag war das Wetter nicht besonders gut. Wir hatten nur eine verwertbare Trainingssession und haben uns mit dem Setup ziemlich schwer getan. Vor dem Qualifying wussten wir nicht so recht, wo wir stehen. Es hat aber einigermaßen gepasst. Im Zeittraining war die Strecke allerdings sehr rutschig und ich habe nicht alle Sektoren perfekt zusammen-bekommen. Meine persönlichen Sektorbestzeiten waren auf dem Niveau des Zweitplatzierten, aber statt der ersten Startreihe wurde es leider nur die dritte. Darüber habe ich mich ein bisschen geärgert, weil das Überholen auf dem Sachsenring schwierig ist.
Im Samstagsrennen wäre es dann um ein Haar schon das Podest geworden. Was hat am Ende gefehlt?
Schmidt: Mein Start war gut und mit meinem Stint war ich zufrieden, ich bin schnelle Rundenzeiten gefahren. Überholen ist auf dem Sachsenring aber sehr schwierig. Im ersten Sektor war ich schneller als die Piloten vor mir, im zweiten haben wir in der verwirbelten Luft aber zu viel Abtrieb verloren. So kam ich im letzten Streckenabschnitt nicht in Schlagdistanz. Ich habe mich dann entschieden, die Reifen für eine Schlussattacke zu schonen, aber auch Stefan kam im zweiten Stint nicht vorbei. Es gab in der Kampfgruppe nicht ein Überhol-manöver. Er hat Platz fünf dann für uns ins Ziel gebracht.
In zwei Wochen steigt auf dem Hockenheimring das Finale. Was rechnest du dir dort aus?
Schmidt: Hockenheim ist für mich immer etwas Spezielles. Ich mag die Rennstrecke und für mich als Schweizer ist es wie ein Heimrennen. Es sind immer viele Gäste vor Ort, es ist das Finale und es herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Ich freue mich sehr auf das Finale und werde alles dafür geben, die Saison auf einem Höhepunkte zu beenden. Wir müssen so viele Punkte holen wie möglich. Zwei weitere Podestplatzierungen wären ein schöner Saisonabschluss und würden natürlich auch in Junior- und Gesamtwertung helfen. Ich denke, die Chancen dafür stehen gut, denn die Strecke liegt mir. Im Porsche Carrera Cup und Supercup stand ich in Hockenheim sieben Mal auf dem Podium, letztes Jahr in meiner Debüt-Saison im ADAC GT Masters ebenfalls. So kann es gerne weitergehen.