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Vielleicht wäre ich an der Frau vorbeigegangen, hätte sie mir nicht von weitem zugewinkt. An dem Tag - es war einer der ersten Frühlingstage in Berlin - trug sie ihre dunklen Haare in einem Knoten, in den Ohrläppchen steckten Perlen, und ihr Make-up war von der aufwendigen, aber ungeschminkten Sorte. Ihr Hände waren manikürt, ihr Deux-pièce sass. Sie könnte auch Truffes-du-jour im Sprüngli verkaufen.
Das Gegenüber zu täuschen, war jahrelang eine der wichtigsten beruflichen Fähigkeiten von Nina Willner. Die Ex-Agentin ist 56 Jahre alt, spricht fünf Sprachen, besucht heute noch regelmässig ein Schiesstraining und nimmt an Marathonläufen teil. Sie war eine der ersten weiblichen Absolventen der Fallschirmjäger-Schule der US-Armee.
Unser Gespräch hätte sich eigentlich um ihr erstes Buch drehen sollen: In «Vierzig Herbste» erzählt Nina Willner die Geschichte ihrer Familie, die hinter dem Eisernen Vorhang in der DDR lebte. Doch dann sprechen wir viel mehr über absurde Verfolgungsjagden und ihren beeindruckenden Aufstieg zur ersten weiblichen Missionsleiterin des amerikanischen Auslandgeheimdienstes - vermutlich inspiriert durch den Besuch in Berlin, wo sie im im Kalten Krieg die Sowjets ausspioniert hat.
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