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17.05.2022: Plainview, TX - Hugoton, KS - Medicine Lodge, KS (425 miles)
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English summary: Trying to find a good place to track another round of storms today.|
Heute verschieben wir etwas nach Norden zurück nach Kansas etwa in die Gegend von Ulysses oder noch etwas westlicher davon. Einige Gewitter von Colorado her könnten sich, ähnlich wie gestern, auf ihrem Weg nach Osten etwas besser organisieren. Hier der Blick an eine erste Quellung in der Nachmittags-Hitze westlich von uns. Sie sieht im Moment gesund aus:
Dann bilden sich südlich von uns über dem Caprock ebenfalls Gewitter. Der Caprock ist eine Art Bruch in der topf-ebenen Landschaft der High Plains im Bereich des Red Rivers. Hier zwei Fotos von heute, als wir dort einen kurzen Stop gemacht hatten. Man erkennt eine hügelige schwer zugängliche Landschaft mit roter Erde, die dem Fluss seinen Namen gegeben hat:
Unser Gewitter im Westen kommt leider nicht wie erwartet in Fahrt. Stattdessen sehen wir 130 Meilen im Osten etwa bei Medicine Lodge ein dichter werdendes Cumulus-Feld (weisser Kreis in der folgenden Grafik). Die Quellungen südlich von uns werden ebenfalls grösser und ziehen nordöstlich, wie der untere der beiden weissen Pfeile. Der rote Kreis ist unser Standort. Auch die Taupunkte und Winde sehen günstiger aus im Osten. Orange und rote Zahlen zeigen feuchte Luft an. Wir vermuten, dass unser Gewitter im Westen einen Sprung nach Osten zu dem Wolkenfeld machen könnte, und fahren daher dorthin:
Als wir in Medicine Lodge ankommen, ist aus dem Wolkenfeld nichts geworden, und auch aus Westen kommt nichts. Die Südgewitter sind noch am Leben, aber werden schwächer. Es kommen nur kurze Zeit später Meldungen von sogenannten Heat Bursts unter diesen Gewittern. Ein Heat Burst ist ein heisser Abwind unter einem sterbenden Gewitter mit wenig oder am besten gar keinem Regen. Er ist fast wie ein föhniger Fallwind sehr böig und kann selbst mitten in der Nacht die Temperaturen schlagartig auf über 30 Grad drücken. Schade sind wir nicht dort unten, wir würden das gerne mal erleben!
Deutlich nördlich und östlich zieht im Laufe der Nacht ebenfalls eine Linie mit Gewittern durch. Eine Verschiebung etwa nach Wichita könnte uns zwar noch rechtzeitig an die Vorderseite bringen, aber wir brechen die Übung in Medicine Lodge ab, weil wir jetzt schon ein gutes Stück Ost gemacht hatten, notabene umsonst. Die verspricht auch zu wenig, nicht zuletzt deshalb, weil wir gestern schon so eine mit 116 km/h Böen über uns rollen liessen. Somit sparen wir zweimal 200 Meilen Fahrt. Zweimal deshalb, weil wir am nächten Tag ziemlich sicher wieder nach Westen an die Dryline wollen.
Wir fahren allerdings nach dem Einchecken ins Motel nochmals ein paar Meilen raus aus dem Ort zu einem Aussichtspunkt und beobachten das Geschehen weit im Norden. Es funkelt und eine Outflow-Boundary, also eine Böenfront von den Gewittern weit im Norden, nähert sich rasch unserem Standort. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn man einen Stein in einen spiegelglatten See wirft. Da wo er aufschlägt, ist ein zusammenbrechendes oder zumindest einen grossen Schub Kaltluft ausstossendes Gewitter. Dann breitet sich diese Boundary im Idealfall ringförmig auf alle Seiten aus:
Als die Linie über uns hingzieht, bekommen wir bis zu 90 km/h Nordwind, ohne Regen und Blitze, da die Böenfront schon weit von diesen nach Süden raus ist. Danach legen wir uns zur Ruhe.
Gestern fuhren wir übrigens durch den Ort Lockett, TX, wo es vor 2 Wochen am 4. Mai zu einem EF3-Tornado kam. Die Spuren sind noch sichtbar: