Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/149621

<h2>SubmittedText<h2><p>Gemäss dem Bundesamt für Statistik haben nur 2 Prozent der Studierenden, die in der Schweiz ein Master-Studium in Medizin beginnen, ihren Bachelor an einer anderen Schweizer Universität absolviert. Der Bundesrat wird damit beauftragt, einen Bericht über die Gründe dieser sehr geringen Mobilitätsrate im Medizinstudium zu erstellen. Er soll auch geeignete Massnahmen vorschlagen, um die Mobilitätshemmnisse für Medizinstudentinnen und -studenten zu beseitigen, damit auch diese vollständig von der Bologna-Reform profitieren können.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die im Postulat geäusserte Meinung, dass die Vorteile der Mobilität während eines Studiums auch Medizinstudentinnen und -studenten zugutekommen sollten. Dabei müssen selbstverständlich die Besonderheiten des Medizinstudiums berücksichtigt werden. So ist der Zugang zum Medizinstudium häufig durch einen Numerus clausus geregelt, und das Angebot an Studienplätzen auf Master-Stufe hängt von der Anzahl der verfügbaren klinischen Praktikumsplätze ab. Zudem erfolgt die Mobilität häufig zum Zeitpunkt der klinischen Praktika oder während der Weiterbildung (FMH) und nicht beim Übergang von der Bachelor- zur Master-Stufe.</p><p>Beim Bildungsangebot in Humanmedizin zeichnen sich derzeit wichtige Änderungen ab. Der Grosse Rat des Kantons Tessin hat im November 2014 entschieden, innerhalb der Universität der italienischen Schweiz eine neue biomedizinische Fakultät zu gründen, die einen Master in Humanmedizin anbieten soll. Auch im Kanton Freiburg sind Diskussionen über die Schaffung eines Master-Studiengangs im Gange. Das Bildungsangebot in Humanmedizin befindet sich somit in einem Wandel. Der Bundesrat begrüsst Massnahmen, mit denen nicht nur die Mobilität zwischen der Bachelor- und der Master-Stufe gefördert, sondern auch das Bildungsangebot ausgebaut wird.</p><p>Angesichts des Mangels an in der Schweiz ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten wird der Bundesrat in der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017-2020 einen Schwerpunkt auf die Ärzteausbildung legen. In diesem Kontext wird er auch die Mobilität der Medizinstudentinnen und -studenten untersuchen. Da die Zuständigkeit im Bereich der Ärzteausbildung bei den Kantonen liegt, könnte dieses Thema gegebenenfalls in der Schweizerischen Hochschulkonferenz diskutiert werden. Dagegen ist es nach Ansicht des Bundesrates nicht gerechtfertigt, neben der BFI-Botschaft noch einen zusätzlichen Bericht zu verfassen. Er beantragt daher die Ablehnung des Postulates.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.