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Mit Ehrungen, Veranstaltungen und auch Kritiken ist in Brasilien am 20. November der Tag der Consciência Negra (des Bewußtseins der Schwarzen Bevölkerung) begangen worden. Viel Grund zum Feiern dieses Tages gibt es nach wie vor jedoch nicht. Auch wenn in den vergangenen Jahren einige Verbesserungen erreicht werden konnten, sind Schwarze und Mulatten nach wie vor in fast allen Bereichen benachteiligt. Rassismus selbst beim Fußball und eine Intoleranz gegenüber afrikanischer Religionen sind ebenso keine Seltenheit.
Mit der Ehrung von sieben Brasilianern und einer eigenen Sitzung hat der brasilianische Senat den Tag begangen, an dem Situation und Geschichte der Afro-Brasilianer im Vordergrund stehen. Nach Angaben des Statistikamtes sind 52 Prozent der Bevölkerung Schwarze oder Mischlinge. Allerdings gibt es noch viele Barrieren zu überwinden, bis sie nicht nur nach dem Gesetz die gleichen Rechte wie Weiße haben. Das drückt sich auch in der Tatsache aus, dass nur 1.047 der über 5.500 brasilianischen Munizipien das Datum zu Feiertag erklärt haben.
Nach wie vor sind Afro-Brasilianer in führenden Ämtern wenig vertreten. Bisher gab es in Brasilien erst einen einzigen schwarzen Präsidenten des Obersten Gerichtshofes, Joaquim Barbosa, der sich nach zwei Jahren in die Rente verabschiedet hat. Weniger als ein Drittel der Kandidaten für die diesjährigen Wahlen waren Afro-Brasilianer. Bei den Einkommen sieht es nicht besser aus. Während das Durchschnittseinkommen eines Weißen mit umgerechnet 535 Euro angegeben wird, liegt das der Schwarzen bei 307 Euro.
Unter der schwarzen Bevölkerung ist die Arbeitslosigkeit höher und ebenso die Rate der Analpabeten. Sie beziehen mehr Bolsa Família (Sozialhilfe), stellen zwei Drittel der Bevölkerung der Favelas und 61 Prozent der Häftlinge. Von den Brasilianern, die gewaltsam ums Leben gekommen sind, waren 68 Prozent Afro-Brasilianer.