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Umweltaktivisten gedenken geschmolzenem Pizol-Gletscher
Der Pizol-Gletscher habe so stark von seiner Substanz verloren, dass er aus wissenschaftlicher Sicht kein Gletscher mehr sei, sagte Alessandra Degiacomi von der Schweizer Vereinigung für Klimaschutz der Nachrichtenagentur AFP.
Der Pizolgletscher ist nach Norden exponiert und liegt mit 2630 bis 2780 Meter über Meer relativ tief. In den letzten 120 Jahren hat der Gletscher rund 400 Meter seiner Länge verloren und ist auf eine Fläche von 0,06 Quadratkilometer abgeschmolzen. Zwischen 1850 und 2010 hat er bis zu 85 Prozent seiner Fläche eingebüsst.
Es blieben "etwas weniger als vier Fussballfelder", sagte der Geologe Matthias Huss von der ETH Zürich gemäss AFP. Seit 1850 sind in der Schweiz laut Huss mehr als 500 Gletscher verschwunden. Viele von ihnen hätten keinen Namen getragen. Der Pizol-Gletscher sei ein Sonderfall, weil er "sehr gut untersucht worden" sei.
Wie dem Pizol-Gletscher werde es in den kommenden Jahren vielen kleinen Gletschern ergehen, schreiben die Organisatoren der Gedenkfeier auf ihrer Website. Hauptursache dafür seien der vom Menschen verursachte Klimawandel. Die Umweltaktivisten fordern deshalb, die Klimaerwärmung zu stoppen und die Gletscher-Initiative zu unterstützen.
Geröllwüsten statt Gletscher
In der Schweiz gibt es etwa 700 Gletscher, die kleiner als 0,1 Quadratkilometer sind. Gemäss Berechnungen des Schweizerischen Gletschermessnetz (Glamos) werden diese Gletscher bis ins Jahr 2030 im Vergleich zu heute rund zwei Drittel des Eises verloren haben. Bis 2050 dürften fast alle kleinen Gletscher verschwunden und zu Stein- und Geröllwüsten verkommen sein.
Gletscher werden als Wasserspeicher (Trinkwasser, Stromerzeugung) auch wirtschaftlich genutzt. Zudem wirkt sich der Rückgang des Gletschereises auch auf den Tourismus aus, und Naturgefahren im Gebirge (Eisabbrüche, Entleerung von Seen) stehen oft mit Gletschern im Zusammenhang.