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Punk Design wird mit Punk Musik assoziiert, die ihre Anfänge in den frühen 1970er Jahren hat und 1976 mit der aufsteigenden Popularität der Ramones und den Sex Pistols erstmals richtig in Erscheinung trat. Die Punkszene bildete sich auf beiden Seiten des Atlantiks, hauptsächlich in London und New York, hat aber auch einige Wurzeln in Australien. Beim Punkrock ging – und geht – es um Religion, noch mal ganz von vorn anzufangen, die Gesellschaftsordnung abzulehnen, Wut und Anfeindungen. Viele Leute, die Punk gehört und geschaffen haben, strebten danach, sich gegen Rassismus, Faschismus, Kapitalismus und etablierter Politik zu erheben. Punkkünstler umgehen oft Label und Manager und kümmern sich selbst um Aufnahme und Vertrieb ihrer Musik und selbst gemachten Magazine. Das Genre existiert auch heute noch und hat sich zu Alternative und Indie Rock weiterentwickelt.
Da sich bei Punk alles um Chaos, Anarchie und Revolution dreht, vermeiden die damit verbundenen Designelemente oftmals herkömmliche Konventionen (sowohl wörtlich als auch metaphorisch). Wenn du Punk Design nutzt, deutest du damit Individualität und Authentizität an. Es zeigt, dass du es selbst schaffen kannst und du keine Angst davor hast, Stereotypen zu trotzen.
Punk Design wird am besten von Unternehmen und Organisationen verwendet, die sich selbst außerhalb – oder am Rande – des Mainstreams sehen. Du gestaltest etwas für eine Marke, die neonfarbene Haartönungen produziert? Punk wäre eine gute Wahl für dich. Du gestaltest ein Logo für eine Versicherung? Eher nicht. (Es sei denn, du zielst auf eine sehr spezielle Nische. In dem Fall, weiter so!)
Wie bekommst du es nun also hin, dass Punk Design für dich funktioniert? Als erstes denke wie ein Künstler. Finde heraus, welche Elemente des Punkrock-Stils du an vorderster Front willst. Einige klassische Punkrock-Merkmale, wie handgeschriebene, schwarz-weiß gekritzelte Schriftzüge, passen zu vielen Zielgruppen. Andere, wie zum Beispiel Sadomaso-Klamotten, eher weniger.
Als Nächstes schaue dir die Geschichte der späten 70er und frühen 80er Jahre an. Konzentriere dich nicht nur auf die Musik. Schau dir auch die Kleidung, den Schmuck, das Make-Up und die Frisuren an. Und zum Schluss beziehe auch die nicht-weißen und nicht-westlichen Elemente des Punkstils mit ein. Es gab und gibt schwarze Punks, indische Punks, chinesische Punks, burmesische Punks, Latino Punks und viele weitere. Viele nicht-weiße und nicht-westliche Länder übernahmen später Punkmusik. Gegenstände und Merkmale beinhalten Mixtapes, subversive Redewendungen innerhalb der Gruppe und androgyne oder freizügige Kleidung, genau so wie die üblichen Elemente der weltweiten Punkgruppen, wie Totenköpfe, Tattoos und Leder. Mach deine Hausaufgaben, wenn du auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bevölkerung eingehen willst.
Punk Schriftarten
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Heutzutage ist es für fast jeden ein Kinderspiel, Massenware zu produzieren: Wir können ein einziges Dokument am Computer erstellen und so viele Kopien davon drucken, wie wir wollen. Vor den 70er Jahren allerdings war der einzige Weg, Flyer und Broschüren in Massen zu produzieren, der Offsetdruck, was bedeutete, dass man einen Schriftsetzer für seinen Text benötigte. Beides war ungeheuer kostspielig. Außerdem beschränkte es das Aussehen massiv von dem, was du drucken konntest.
Aus sowohl praktischen als auch rebellischen Gründen tendierten Punkrock-Künstler und Aktivisten dazu, keine bereits vorhandenen Materialien zu verwenden. Für handgeschriebene und handgezeichnete Texte und Illustrationen wurden die einfachsten Mittel wie Textmarker und weiße T-Shirts oder Kugelschreiber und Zeitung verwendet. Schablonen und Stempel waren ebenfalls äußerst beliebt, da sie zwar ein handgefertigtes Feeling vermittelten, es sich mit ihnen aber leicht in großer Anzahl produzieren ließ. Und letztlich nutzte man für Punk-Schriftarten viele Ausschnitte und nahm richtige Buchstaben aus Zeitungen, Magazinen und anderen Drucksachen und machte aus ihnen neue Wörter. Dies war eine visuelle Repräsentation des kulturellen Umsturzes, indem sie das Etablierte nahmen und es für ihre Designs der Gegenkultur beanspruchten.
Wenn du eine wirklich echte Punk-Schriftart willst, solltest du einen handgeschriebenen Text von Grund auf neu anfertigen. (Wir haben ein Tutorial darüber, wie man alles digitalisiert). Wenn du eine einfachere Lösung suchst, schau nach Schriftarten, die uneinheitlich, chaotisch, schmutzig, ausgebleicht und geprägt aussehen. Einige Beispiele sind Punkboy, Punk Kid und Punk Rock Show. Es gibt viele Variationen des „Buchstaben aus der Zeitung ausgeschnitten und neu zusammengewürfelt“ Looks, wie beispielsweise All Ages und Mustasurma. Du kannst auch eine rundliche, lebhafte Schriftart wie Chocolate Dealer nehmen und sie ein wenig verunstalten
Sobald du deine Schriftart hast, vermische sie! Bei Punk ging es nicht um Sauberkeit und Einheitlichkeit, es ging darum, die Regeln zu brechen. Du brauchst nicht eine Schriftart für die Überschrift und eine für den Text; stattdessen kannst du alles miteinander vermischen. Es ist auch eine tolle Idee, mit Inversion zu spielen – probier es mal mit Weiß auf Schwarz, statt Schwarz auf Weiß – und Umrahmung. Du kannst Wörter oder Buchstaben teilen (in Quadrate oder handgezeichnete Formen).
Schwarz-Weiß-Fotos und Bildsprache
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Da sie sich nicht auf das Establishment verlassen konnten, schufen Punkrocker ihre eigene Form des Marketings: Das Zine. In den späten 70ern bahnten sich die ersten Kopierer von Xerox ihren Weg in die Druckereien und ermöglichten es so, den Punkkünstlern diese kleinen Heftchen in Handarbeit anzufertigen und sie dann zu kopieren und zu vertreiben. Allerdings war diese Technik noch neu und konnte nur in schwarz-weiß kopieren (selbst Grauschatten waren schwierig). Dies führte zu der schlichten schwarz-weißen Bildsprache, die wir mit Punkdesign assoziieren.
Gleichzeitig sind viele Fotos der Punkrock-Ära schemenhafte Schwarz-Weiß-Bilder, die nachts oder in einer dunklen Umgebung aufgenommen wurden. Sie beinhalten Jeans und dunkle Kleidung oder Make-Up. Die Leute tragen oftmals Kleidung mit hohem Kontrast, wie Streifen, Pünktchen und T-Shirts mit Strichzeichnungen, handgeschriebenen oder unleserlichen Logos. Da die Fotos gedruckt und auf Ankündigungen und Flyer geklebt werden, sind sie oftmals zerkratzt und zerrissen. Die Leute auf den Fotos ignorieren in der Regel die Kamera oder schauen herausfordernd rein. Denk an Leute, die in der gleichen Haltung posieren, um eine trotzige Lässigkeit oder einen draufgängerischen Blick einzufangen.
Verschiedene Medien
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Punk Design wird durch verschiedene Medien definiert. Es verwendet viele Materialien, von karierten Kilts über Metallbolzen, Tinte, nackter Haut bis Armeehosen und Chokerhalsbänder. Es kombiniert diese dann so, dass sie ins Auge springen und das etablierte Denken herausfordern. Typische Kontraste beinhalten extrem feminine Elemente, wie Tutus und glitzernde Diademe, die zerrissen und zerfetzt sind und mit Sicherheitsnadeln an extrem maskulinen Elementen wie Motorradstiefeln, Lederjacken und Rasierklingen befestigt werden.
Bringe diese Punkelemente in dein Grafikdesign ein, indem du mehrere Stoffe übereinanderlegst, um den Cut-and-Paste-Stil der verschiedenen Medien zu imitieren. Schrecke nicht davor zurück, eine schmuddelige Schriftart mit einem femininen zerkratzten Bild in schwarz-weiß zu kombinieren. Wenn du verschiedene Materialien auf einer Website oder einer Werbung verwendest, stelle sicher, dass der Übergang schön anzusehen ist. Ein Leser möchte sicher nicht zu genau auf ein blutiges Shirt schauen müssen, nur um den Slogan zu erkennen. Sei außerdem vorsichtig damit, Schimpfwörter und Beleidigungen zu verwenden. Punkrock Künstler und Slogan können manchmal eine sehr bunte Sprache haben. Dies kann unpassend für dein Unternehmen oder das Magazin oder die Zeitung sein, die deine Werbung druckt.
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Es kann schwierig sein abzuschätzen, wie ein Punk-Look auf die Zielgruppe wirken wird. Bitte die Redaktion um Feedback. Diese wird dir eine bessere Vorstellung davon geben, ob die Vorlage den Stil der Ära trifft und dennoch nicht zu beleidigend ist. Punkstil soll ausgefallen, nihilistisch und aggressiv sein. Arbeite daran, dein Material attraktiv, aber nicht verfremdet aussehen zu lassen, aussagekräftig und rebellisch, anarchistisch mit einer Vorstellung von der Regel, die du gebrochen hast. Dann weißt du, dass du selbst die härtesten Punks für dich gewonnen hast.