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Eine Anfang August vom israelischen Umweltschutzministerium veröffentlichte Studie über den Zustand des Roten Meeres kommt zu dem Ergebnis, dass die Ausdehnung der Korallenriffe vor dem Badeort Eilat pro Jahr um durchschnittlich 0,5 Prozent zunimmt.
Das könnte für den Rest der Welt interessant sein, wenn es gelingt, die Bedingungen, die in Israel zum Wachstum der Riffe führen, zu reproduzieren. Dazu gehört zum einen ein strikter Schutz der Riffe. Bojen signalisieren Schwimmern und Tauchern, wo zum Schutz der Korallen Bade- und Tauchverbot besteht. Das allein reicht aber nicht aus. Es gibt auch Unternehmungen, neue Korallen anzusiedeln. Baruch Rinkevich von Israels Nationalem Ozeanografischen Institut war einer der Ersten, der darauf hinwies, dass aktive «Wiederaufforstung» möglich und nötig ist. Dabei werden winzige Korallenfragmente im Labor kultiviert und dann auf Kästen mit Kunststoffnadeln geklebt, die in zehn mal zehn Meter grosse Seilnetze gebunden und dann in der richtigen Tiefe ausgesetzt werden. Auf diese Weise konnten vor der Küste von Eilat Korallenkolonien herangezogen werden, die dort, wo Korallen verschwunden waren, die Lücke füllen konnten.
Und noch etwas anderes ist israelischen Forschern bei Experimenten aufgefallen: Die Korallen im Roten Meer sind besonders robust gegen Hitze, einer der grössten Feinde von Korallen. «Wir haben Korallen über einen längeren Zeitraum hohen Temperaturen ausgesetzt, höheren, als den derzeitigen Sommerhöchsttemperaturen und sogar noch jenseits derer, die Modelle für das Ende des Jahrhunderts vorhersagen», sagt Professor Fine Maoz, Meeresbiologe an der Bar-Ilan-Universität. Das Ergebnis: «Sie bleichten nicht aus.» Laut Maoz könnte das damit zusammenhängen, dass die Korallen im Golf von Eilat vor rund 6000 Jahren vom heutigen Indien durch den Bab al-Mandab zwischen Dschibuti und dem Jemen ins Rote Meer gewandert sind. Dabei hätten sie sehr hohe Temperaturen überstehen müssen und nur die am stärksten hitzeresistenten hätten das heutige Eilat erreicht. Die Erkenntnisse israelischer Meeresbiologen könnten helfen, auch andernorts auf der Welt Korallenriffe besser zu schützen und verloren gegangene Riffe zu ersetzen.
(Artikel aus factum 07/2018)