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Die aktuelle Wirtschaftskrise hat auch vor den Multimilliardären dieser Welt nicht Halt gemacht. So haben die 10 reichsten Menschen des Planeten im Jahr 2022 rund 127 Milliarden Dollar verloren. Mehr als die Hälfte davon geht auf das Konto von Elon Musk – das Vermögen des amerikanischen Tesla-Mitbegründers und neuen Twitter-Bosses ist im letzten Jahr um 82 Milliarden Dollar geschrumpft.
Damit ist der 51-Jährige gemäss der Forbes World's Billionaires List mit einem Reinvermögen von immer noch beachtlichen 147 Milliarden Dollar nur noch der zweitreichste Mensch des Planeten. An der Spitze liegt neu der Franzose Bernard Arnault. Womit er und seine Top-10-Kollegen ihr Geld gemacht haben, zeigt die nachfolgende Liste.
Vermögen: 79 Milliarden Dollar
Der Sohn eines Schweizer Auswanderers studierte in den 1970er-Jahren an der gleichen Universität wie Bill Gates und wurde im Jahr 1980 zu Microsofts 30. Mitarbeiter und erstem Manager. Ballmer leitete unter anderem die Entwicklung des Betriebssystems Windows, bis er im Jahr 2000 Gates als CEO bei Microsoft ablöste.
Nach 14 Jahren zog sich Ballmer 2014 vom Chefposten bei Microsoft zurück und erwarb nach seinem Rückzug für knapp zwei Milliarden Dollar die amerikanische Basketballmannschaft Los Angeles Clippers. Mit einem Vermögen von 79 Milliarden Dollar gilt der heute 66-jährige Amerikaner als reichste Person der Welt, die kein Erbe oder Unternehmensgründer ist.
Vermögen: 82 Milliarden Dollar
Vor 10 Jahren war er noch der reichste Mensch der Welt, mittlerweile muss sich Carlos Slim Helu mit einem der hinteren Top-10-Plätze begnügen. Geschrumpft ist sein Vermögen allerdings nicht, nur langsamer gewachsen als dasjenige seiner Konkurrenten.
Der 82-jährige Mexikaner machte sein Geld in der Telekommunikationsbranche. Das Erbe seines reichen Vaters nutzte er für seine ersten Investments, mittlerweile liegt sein Vermögen bei 82 Milliarden Dollar. Zu seinem Firmenimperium gehören unter anderem die privatisierten Telefongesellschaft Telmex und America Movil, die fast den gesamten lateinamerikanischen Markt beherrschen.
Vermögen: 89 Milliarden Dollar
Der 65-jährige Inder steht dem Firmen-Konglomerat Reliance Industries vor, das von seinem Vater Dhirubhai Ambani in den 1960er-Jahren aufgebaut wurde. Nach einem erbitterten Erbstreit mit seinem Bruder Anil wurde das Unternehmen nach dem Tod des Vaters Anfang der 2000er-Jahre aufgeteilt.
Mukeshs Teil behielt den ursprünglichen Namen des Unternehmens des Vaters und wurde von ihm weiter ausgebaut. Heute ist Reliance Industries im Bereich der Petrochemie, der Exploration von Erdöl, im Einzelhandel und auch im Telekommunikationsmarkt tätig. Übrigens: Bruder Anil führt die Reliance Group und mischt mit einem Vermögen von rund drei Milliarden Dollar im Ranking der Superreichen nicht ganz vorne mit.
Vermögen: 103 Milliarden Dollar
Der Microsoft-Gründer galt lange als reichster Mensch der Welt, mittlerweile ist er allerdings auf Platz sieben abgerutscht. Das scheint den 67-jährigen Amerikaner aber nicht gross zu stören. 2008 zog er sich bei Microsoft aus dem operativen Geschäft zurück und ist seither über die von ihm und seiner Ehefrau Melinda gegründete wohltätige Bill & Melinda Gates Foundation hauptsächlich als Philanthrop aktiv.
Im Juli hatte Gates auf Twitter gar angekündigt, in Zukunft praktisch sein gesamtes Vermögen an die Bill & Melinda Gates Foundation abzugeben. Damit würde er auf der Liste der reichsten Menschen herunterrutschen und eventuell ganz von ihr verschwinden.
Vermögen: 104 Milliarden Dollar
Der heute 78-jährige Amerikaner gründete 1977 zusammen mit Ed Oates und Bob Miner das Unternehmen Software Development Laboratories, das später unter dem Namen Oracle weltweit bekannt wurde. Das Unternehmen hatte sich ursprünglich auf Software für Datenbanken spezialisiert, bedient mittlerweile aber auch das Marktsegment für Unternehmenslösungen.
Im Juni 2010 schloss er sich der philanthropischen Kampagne The Giving Pledge der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett an und bestätigte, 95 Prozent seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Trotzdem kaufte er im Jahr 2012 für 300 Millionen Dollar die 364 Quadratkilometer grosse Hawaii-Insel Lanai, wo der Multimilliardär seit 2020 auch wohnt.
Vermögen: 108 Milliarden Dollar
Der US-Amerikaner ist als sogenannter Value-Investor, der nach unterbewerteten Aktien sucht und auf eine langfristig positive Entwicklung hofft, bekannt und reich geworden. Seit 1970 leitet das «Orakel von Omaha», wie Buffett wegen seines Investmentgespürs genannt wird, die Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway, über die er grosse Anteile an bekannten Firmen wie Apple, Coca-Cola, General Motors oder Visa hält.
Buffett sieht sich wie Gates als Philanthrop, der sich verpflichtet hat, 99 Prozent seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Obwohl er bereits 49 Milliarden US-Dollar weggegeben hat, ist das Vermögen des mittlerweile 92-Jährigen innerhalb von zwei Jahren sogar um 37,5 Milliarden Dollar angewachsen.
Vermögen: 109 Milliarden Dollar
In den 1990er-Jahren kriegte Jeff Bezos vom New Yorker Vermögensverwalter D. E. Shaw & Co. den Auftrag, nach neuen Geschäftsfeldern zu suchen. Bald entstand die Idee, einen Onlinehandel für Bücher einzurichten. 1994 entschied sich der heute 58-jährige Amerikaner für den Alleingang und gründete mit einem Startkapital von 300'000 Dollar das Unternehmen Amazon, das sich nur ganz zu Beginn auf Bücher spezialisierte.
Die Firma wuchs vor allem dank der von Bezos vorangetriebenen Analyse des Kundenverhaltens schnell und entwickelte sich schliesslich zum grossen Marktbeherrscher im Online-Handel. Bezos weitete seine unternehmerische Tätigkeit auch auf andere Felder aus: So gründete der bekennende Fan von «Star Trek» im Jahr 2000 das private Raumfahrtunternehmen Blue Origin, 2013 übernahm er zudem die renommierte Tageszeitung «The Washington Post».
Vermögen: 124 Milliarden Dollar
Der indische Unternehmer konnte im Jahr 2022 als einer der wenigen der 10 reichsten Menschen der Welt einen Vermögenszuwachs vorzuweisen. Um 34 Milliarden US-Dollar ist Adani reicher geworden und ist nun 124 Milliarden Dollar schwer. Sein Vermögen basiert auf der nach ihm benannten Adani Group.
1985 begann der heute 60-jährige Geschäftsmann mit dem Import von Kunststoffen für die Kleinindustrie. 1988 gründete Adani dann die Adani Exports Limited und handelte mit Agrar- und Energieerzeugnissen. Später begann er, die Geschäfte auf den Handel mit Rohstoffen und Textilien auszudehnen. Mittlerweile ist die Adani Group auch im Energie- und Logistiksektor tätig und ist zu Indiens grösstem kommerziellen Hafen- und Flughafenbetreiber geworden.
Vermögen: 137 Milliarden Dollar
Hinter dem streitbaren US-Amerikaner liegt ein turbulentes Jahr: Von sich reden machte Elon Musk vor allem mit der Übernahme des Nachrichtendienstes Twitter, sein Vermögen hängt allerdings stark von seinem Anteil an Tesla-Aktien ab. Da der 51-Jährige für Twitter 44 Milliarden Dollar berappen musste, soll er diesen auf knapp 13 reduziert haben, weshalb «Forbes» sein Vermögen nur noch auf 137 Milliarden Dollar beziffert.
Die Aktie des amerikanischen Elektroautoherstellers rauschte im vergangenen Jahr um mehr als 65 Prozent in den Keller. Ende 2021 war das Unternehmen noch mehr als eine Billion Dollar wert, aktuell nur noch knapp 386 Milliarden. Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ist noch nicht an der Börse, es wird mit knapp 125 Milliarden US-Dollar bewertet. Musk soll rund 42 Prozent der Aktienanteile besitzen.
Vermögen: 192 Milliarden Dollar
Der 73-jährige Franzose ist seit 1989 Vorsitzender und CEO des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH. Zu diesem Firmen-Konglomerat gehören insgesamt 75 Luxusmarken: Dazu zählen Modelabels wie Louis Vuitton, Fendi oder Marc Jacobs, aber auch die Spirituosenmarken Moët & Chandon, Hennessy oder Dom Pérignon. Die Arnault Family Group besitzt rund 48 Prozent der Anteile der LVMH SE, die mit einem Börsenwert von rund 367 Milliarden Euro Europas wertvollster Konzern an der Börse ist und im Jahr 2021 einen Umsatz von 64,2 Milliarden Euro generierte. (pre)
Die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen nennt es «modern supply-side economics». Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht von «transformativer Angebotspolitik». Beide meinen eine neue Wirtschaftspolitik, welche die traditionellen ökonomischen Grundannahmen auf den Kopf stellen und die Wirtschaft radikal umbauen soll. Aber der Reihe nach: