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von Heidemarie Hüster Plogmann
244 Speisereste von 1,8 kg geben einen Einblick in die Kost von Bauarbeitern, die in der 1. Hälfte des 13. Jh. damit beschäftigt waren, die Kernburg von Schloss Brunegg (AG) zu erstellen. Zur Hälfte handelte es sich um (geräucherte?) Speckseiten (Rippen) von Rindern und Schweinen, die in 10 bis 20 cm breite Streifen portioniert waren. Neben diesen überproportional vertretenen Rinder– und Schweinerippen fanden sich anhand der erhalten gebliebenen Knochenfragmente unsystematische Hinweise auf alle Körperbereiche. Keines der Tierreste weist jedoch auf den Verzehr von sehr alten Tieren. Damit deuten die genutzten Fleischportionen auf eine erstaunlich luxuriöse Ernährung, die auch den Verzehr von Hühnern – und in Einzelnachweisen – von Lachs, Schaf (oder Ziege) und Hase einbezieht. Dennoch gibt es eindeutige Anzeichen von Fleisch zweiter Wahl: Ein Schweinshaxen weist auf den Verzehr von stark entzündetem Fleisch und auch der Oberarm einer jungen Katze (wenn sie denn zu den Speiseresten gezählt werden kann) ist nicht als erstklassiges Fleisch zu bewerten. Insgesamt mögen die Speisereste also mindere Fleischportionen einer herrschaftlichen Küche darstellen.
, Heidemarie : Tierreste aus dem ehemaligen Hauptturm von Schloss Brunegg AG
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 17. Jahrgang 2012, Heft 1, 29 - 33.