Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03624.jsonl.gz/534

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen (Uno) hat 2003 zum Internationalen Jahr des Süsswassers erklärt und die UNESCO beauftragt, alle UNO-Aktionen zu koordinieren. Ziele des internationalen Jahres sind eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung und der Schutz der Trinkwasservorräte.
Süsswasser ist eines der bedeutendsten Elemente für das Leben auf der Erde. Es ist unersetzbar für die Nahrungsmittelerzeugung und als Energiequelle. Sauberes Wasser ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme und für die Gesundheit des Menschen. Aber die Wasservorräte sind begrenzt und ungleich verteilt. 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur 2,5 Prozent davon sind Süsswasservorkommen.
1,1 Milliarden Menschen, etwa ein Sechstel der Weltbevölkerung, haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 40 Prozent der Weltbevölkerung verfügen nicht über eine adäquate Abwasserentsorgung. Täglich sterben 6'000 Kinder an Krankheiten, die durch unsauberes Wasser übertragen werden. Verschmutztes Trinkwasser und mangelhafte Abwasserentsorgung sind die Ursache für 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern. Eine einzige Toilettenspülung in den Industrieländern verbraucht so viel Wasser, wie eine Person in einem Entwicklungsland pro Tag für Waschen, Trinken und Kochen zur Verfügung hat.
Das Internationale Jahr des Süsswassers 2003 soll Wege aufzeigen, wie der globalen Wasserproblematik begegnet werden kann. Es soll als internationale Plattform für Ideen dienen, um geeignete Initiativen für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasservorräte zu entwickeln und voran zu bringen.
Während die wasserreichen Gegenden der Erde, der nördliche Teil Nordamerikas, der östliche Teil Südamerikas und Südostasiens zusammen beinahe über 50 Prozent der sich jährlich erneuernden Wasservorräte verfügen, bringt allein das Bevölkerungswachstum in den trockenen Gegenden der Erde Wassernot. Der Wunsch nach besserer Ernährung, Hygiene und Komfort führte im 20. Jahrhun-dert bei dreifachem Bevölkerungswachstum zu einer sechsfachen Erhöhung des Wasserverbrauchs.
Neben dem tatsächlichen Wassermangel sind unzureichende Finanzmittel, fehlende Fachkenntnisse und ineffiziente Bewirtschaftungsstrukturen, die das Erschliessen bestehender Wasservorkommen erschweren, die Ursachen einer sekundären Wasserknappheit. Beide Komponenten des Wasserman-gels können in ökologisch anfälligen Gebieten zum Voranschreiten der Wüsten führen oder in küsten-nahen Grundwasserträgern das Eindringen von Salzwasser verursachen.
Zweifelsohne bringen die sich in vielen Gegenden abzeichnende Wasserknappheit und Verteilungs-probleme selbst bei reichen Wasservorräten potenzielle Konflikte mit sich.
Innerhalb des neuen Welt-Wasser-Abschätzungs-Programms (WWAP) der Vereinten Nationen will die UNESCO eine Führungsrolle übernehmen. Das Programm soll über die Entwicklung der Wasserre-serven der Erde Aufschluss geben. Die UNESCO knüpft hier an die jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit ihres Internationalen Hydrologischen Programms an.
In Rotterdam findet mit Beteiligung der UNESCO vom 3. bis 6. März 2003 eine internationale Konferenz zu den Fortschritten in der europäischen Flutvorhersage statt, in Rom vom 5. bis 7. Dezember 2003 ein internationales Symposium "Die Basis der Zivilisation - Wissenschaft des Wassers".
Zwischen dem 16. und 23. März 2003 wird die UNESCO auf dem dritten Welt-Wasserforum in Kyoto, Japan, den ersten Welt-Wasser-Entwicklungs-Bericht (World Water Development Report) vorstellen. Der Bericht soll eine Zusammenstellung entscheidungsrelevanter wissenschaftlicher Informationen und Analysen liefern. Die Daten und Fakten, die WWAP ermittelt, werden für administrative, politische, soziale und technische Entscheidungen benötigt, die dringend getroffen werden müssen, um eine integrierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen voranzutreiben. Für eine integrierte Wasserres-sourcen-Bewirtschaftung müssen alle Bestandteile des hydrologischen Kreislaufs und alle Sektoren - Landwirtschaft, Haushalte, Industrie, Natur -, die den Wasserhaushalt nutzen und beeinflussen, betrachtet werden.
Das Bundesamt für Wasser und Geologie (BWG) und das Bundesamt für Umwelt, Wald und Land-schaft (BUWAL) haben beschlossen, gemeinsam ein nationales Aktionsprogramm im Rahmen des Internationalen Jahr des Wassers 2003 durchzuführen. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) führt ein analoges Aktionsprogramm durch, fokussiert auf die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz auf dem Gebiet des Wassers. Ziel des gemeinsamen Auftrittes ist es, die Wirkung der Kampagne zu erhöhen und eine möglichst breite Bevölkerung anhand von geeigneten Aktivitäten für die Bedeutung und nachhaltige Nutzung des Wassers zu sensibilisieren.
Die zentralen Anliegen des Aktionsprogramms sind der Schutz des Wassers, der Gewässer und ihrer Ökosysteme (Feuchtgebiete, Auen und Wälder), die weitsichtige und sparsame Nutzung des Wassers sowie der Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren des Wassers.
Lanciert wird das Wasserjahr am 21. März 2003 mit einem Wassertag auf dem Bundesplatz in Bern. Hier wird den Mitgliedern des Parlaments und der Berner Bevölkerung u.a. die neue Grundwasser-ausstellung sowie die Sonderbriefmarke der Schweizer Post zum Internationalen Jahr des Wassers präsentiert.
Weitere interessante Informationen finden Sie nachfolgend:
• Offizielle Schweizer Seite zum Internationalen Jahr des Süsswassers (Sämtliche Aktivitäten der Schweiz)
• Official site of the International Year of Freshwater (offizielle Seite der Vereinten Nationen zum Jahr des Süsswassers)
• Le portail Eau de l'UNESCO
• UNESCO Water Portal (offizielle Seiten der Unesco zum Jahr des Süsswassers)
Weitere Links finden Sie auf unserer LINKS-Seite!