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Die schönen Schirmpinien fehlen hier – wir sind selbst im Rom der Fünfzigerjahre noch nicht im Hitzestress. Zum Abschluss der Reihe römischer Palazzine führt «zuerivitruv» noch zwei Beispiele vor. Beide mit zeichenhafter Architektur – in diesem Fall mit Geste zur Strasse. Giorgio Calza Bini hat 1958 diese Palazzina (oben) entworfen. Die Geste ist so grossartig, dass sie «zuerivitruv» aus der Luft sofort erkannt hat. Die Geste ist nicht grundlos: das Gebäude blickt über die Viale America (immerhin) hinweg auf den Laghetto des Quartiers EUR im Süden von Rom. Die konkave Kulisse erhebt sich wie ein Hohlspiegel über einer zur Strasse hin vorgeschobenen Ladenfront.
Der unter Architekten berühmte Geheimtipp, die Palazzina «Il Girasole» von Luigi Moretti im Pincio-Quartier, erhebt gleich zwei Schilde zur Strasse: ein Halbhaus links und eines rechts – beide über einem rustikalen Steinsockel thronend. Die grosse Raffinesse besteht in der Asymmetrie der beiden Teile. Jeder schliesst mit einer Schräge nach oben ab. Zusammen ergeben sie eine gesprengte Giebelsilhouette. Hinter diesem vorgesetzten Gesicht flieht ein horizontaler Fensterschlitz in die Tiefe des Grundstücks.
Bilder: Il Contafforte und @modern_rome_architecture