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Tiere spielen im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle. Neben Blindenhunden und Hunden, die darauf trainiert werden können, Anfälle zu erkennen, können Tiere auch in der Beschäftigungstherapie, der Logopädie oder der körperlichen Rehabilitation eingesetzt werden, um Patienten bei der Genesung zu helfen.[1] Abgesehen von diesen therapeutischen Aufgaben werden Tiere auch als Begleiter geschätzt, was sich durchaus auf unsere Lebensqualität auswirken kann. Ist diese Begleitung für unsere Gesundheit von Vorteil?
Je besser wir die Beziehung zwischen Mensch und Tier verstehen, desto mehr können wir sie nutzen, um das Leben der Menschen zu verbessern. Dieser Artikel fasst zusammen, was man darüber weiß und was nicht, wie Tiere zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Menschen beitragen und was das für die Unterstützung von Menschen bedeuten könnte, die keine eigenen Haustiere haben. Über 71 Millionen amerikanische Haushalte (62 %) haben ein Haustier,[2] und die meisten Menschen betrachten ihre Haustiere als Familienmitglieder.[3] Einige Forschungsstudien haben ergeben, dass Menschen, die ein Haustier haben, ein gesünderes Herz haben, seltener krank zu Hause bleiben, weniger zum Arzt gehen, sich mehr bewegen und weniger depressiv sind. Haustiere können auch einen erheblichen Einfluss auf Allergien, Asthma, soziale Unterstützung und soziale Interaktionen mit anderen Menschen haben.
Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit
Begleittiere können die Gesundheit des Herzens verbessern, indem sie den Blutdruck senken und die Herzfrequenz in Stresssituationen regulieren. In einer Studie aus dem Jahr 2002 maßen Forscher die Veränderungen der Herzfrequenz und des Blutdrucks bei Menschen, die einen Hund oder eine Katze hatten, im Vergleich zu denen, die keinen Hund oder keine Katze hatten, wenn die Teilnehmer unter Stress standen (bei einer zeitlich begrenzten Matheaufgabe). Menschen mit einem Hund oder einer Katze hatten zu Beginn des Experiments niedrigere Ruheherzfrequenzen und Blutdruckwerte als Menschen ohne Haustier. Menschen mit einem Hund oder einer Katze hatten auch seltener Herzfrequenz- und Blutdruckspitzen, während sie die Matheaufgabe lösten, und ihre Herzfrequenz und ihr Blutdruck normalisierten sich schneller wieder. Die Studie wurde mit Haustierbesitzern durchgeführt, wenn die Haustiere anwesend waren, und auch, wenn die Haustiere nicht anwesend waren. Haustierbesitzer hatten in beiden Situationen eine bessere Reaktion des Herzens, vor allem aber, wenn Haustiere anwesend waren. Außerdem unterliefen ihnen weniger Rechenfehler, wenn ihr Haustier im Raum war.[4] All diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anwesenheit eines Hundes oder einer Katze das Risiko einer Herzerkrankung senkt und den Stress verringert, so dass sich die Leistung verbessert.
Eine ähnliche Studie ergab, dass die Anwesenheit eines Hundes den Blutdruck besser senkt als die Einnahme eines gängigen Blutdruckmedikaments (ACE-Hemmer), wenn man unter Stress steht.[5] Andere Untersuchungen haben ergeben, dass schon das Streicheln eines Haustiers den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken kann.[6]
Der Kontakt von Kindern mit Haustieren kann auch Ängste lindern. In einer Studie wurden beispielsweise Blutdruck, Herzfrequenz und Verhaltensstörungen bei gesunden Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren bei zwei verschiedenen Arztbesuchen im Rahmen von Routineuntersuchungen gemessen. Bei einem Besuch war ein Hund (der mit dem Kind nicht verwandt war) im Raum anwesend, beim anderen Besuch war der Hund abwesend. In Anwesenheit des Hundes wiesen die Kinder niedrigere Blutdruckwerte, niedrigere Herzfrequenzen und weniger Verhaltensstörungen auf.[7] Die Forschung über den gesundheitlichen Nutzen der Interaktion zwischen Kindern und Tieren ist jedoch noch begrenzt. Es muss weiter erforscht werden, wie Haustiere die kindliche Entwicklung und bestimmte gesundheitliche Ergebnisse beeinflussen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die soziale Unterstützung durch ein Haustier dazu führen kann, dass sich der Mensch entspannter fühlt und Stress abbaut[8]. Die soziale Unterstützung durch Freunde und Familie kann ähnliche Vorteile haben, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen verursachen oft Stress, während Haustiere weniger wahrscheinlich Stress verursachen. Die soziale Unterstützung durch ein Haustier kann auch zu mehr sozialen Interaktionen mit anderen Menschen führen und so Gefühle der Isolation oder Einsamkeit verringern. So wurde beispielsweise festgestellt, dass ein Spaziergang mit einem Hund die soziale Interaktion, insbesondere mit Fremden, im Vergleich zu einem Spaziergang ohne Hund fördert[9].
Bei älteren Menschen kann der Besitz eines Haustiers auch eine wichtige Quelle sozialer Unterstützung sein, die das Wohlbefinden steigert. In einer Studie zeigte sich, dass ältere Menschen mit einem Hund oder einer Katze besser in der Lage waren, bestimmte körperliche Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen, z. B. Treppen zu steigen, sich zu bücken, zu knien oder sich zu bücken, Medikamente einzunehmen, Mahlzeiten zuzubereiten sowie sich zu baden und anzuziehen. Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen Hunde- und Katzenbesitzern in ihren Fähigkeiten, diese Aktivitäten auszuführen. Weder die Dauer des Besitzes eines Hundes oder einer Katze noch der Grad der Bindung an das Tier beeinflussten die Leistungsfähigkeit. Begleittiere schienen keinen Einfluss auf die psychische Gesundheit zu haben, aber die Forscher vermuteten, dass die Pflege eines Tieres älteren Menschen ein Gefühl von Verantwortung und Sinn vermitteln kann, das zu ihrem allgemeinen Wohlbefinden beiträgt[10].