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In der Schweiz, im europäischen Wasserschloss, stammt das Trinkwasser zu über 80 Prozent aus Quell- und Grundwasser. Beim kleineren Teil handelt es sich um aufbereitetes See- oder Flusswasser. So deckt zum Beispiel die Stadt Zürich zwei Drittel ihres Trinkwasserbedarfs aus dem Zürichsee. Der Wasserverbrauch der Schweiz stieg bis Anfang der siebziger Jahre stetig und pendelte sich dann zwischen 1100 und 1200 Millionen Kubikmeter pro Jahr ein. Seit 1985 ist der Verbrauch sogar leicht rückläufig. Haushalte und Kleinbetriebe konsumieren über die Hälfte des gewonnenen Trinkwassers. Einen Fünftel verbrauchen Gewerbe und Industrie. 13 Prozent des Trinkwassers gehen bei Rohrbrüchen und wegen undichter Leitungen verloren.
1986 verbot die Schweiz als erstes Land den Verkauf phosphathaltiger Waschmittel, weil die Seen zu ersticken drohten. Während es den meisten Schweizer Seen heute wieder gut geht, stellt die Gefährdung des Grundwassers durch Landwirtschaft, Verkehr, Industrie, Gewerbe und Haushalte ein wachsendes Problem dar. Seit rund 30 Jahren steigt der Gehalt an Stickstoff (Nitrat) im Grundwasser. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten übersteigt die Verschmutzung mit Nitrat gelegentlich den Trinkwasser-Toleranzwert von 40 Milligramm pro Liter deutlich. Stellenweise lassen sich im Grundwasser aber auch Pestizide nachweisen, ebenso Antibiotika und Hormone.
Seit 1997 werden auf gesamtschweizerischer Ebene Daten über den Zustand des Grundwassers erhoben. Damals begann der Aufbau des Nationalen Netzes zur Qualitätsbeobachtung des Grundwassers (NAQUA). Das Projekt NAQUA teilt sich in ein Langzeitmessnetz mit insgesamt 50 Messstellen (Start im Jahr 2003) und in ein Messnetz für Spezialuntersuchungen mit rund 500 Messstellen. Ziel der ersten derartigen Untersuchung ist die Ermittlung der gesamtschweizerischen Nitratbelastung im Grundwasser.