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Schliffscheiben sind Zeugen ländlichen Kunsthandwerks des 18. und angehenden 19. Jahrhunderts, vor allem im Bernbiet. Die Schliffscheiben sind von den Besitzern der Häuser nicht gekauft worden; sie stellen vielmehr Geschenke dar, die Verwandte, Freunde und Gönner, auch Behörden, dem Erbauer eines Hauses schenkten.
Als Kabinettscheibe bezeichnet man allgemein ein kleinformatiges Glasgemälde in Rund-, Medaillon- oder Rechteckform. Die Darstellungen variieren von einfachen Wappenschilden zu aufwendig gestalteten Wappenscheiben. Die Kabinettscheiben hatten in der Schweiz ein längeres Leben als anderswo, sie wurden bis Mitte 18. Jahrhundert hergestellt. Die Werke des Burgdorfer Glasmalers Samuel Schwarzwald (1653-1717) bilden einen Schwerpunkt in der Sammlung des Rittersaalvereins. Die Kabinettscheiben des Rittersaalvereins aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind auch in der Datenbank des Corpus Vitrearum, Kanton Bern erfasst; zu finden unter vitrosearch.ch. «vitrosearch» ist eine wissenschaftliche Datenbank und geht auf eine gemeinsame Initiative des Vitrocentre und Vitromusée Romonts zurück, die beide das Schweizer Kompetenzzentrum für Glaskunst bilden.
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