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Kreuzverschlag ist auch bekannt als Belastungsmyopathie oder Feiertagskrankheit. Feiertagskrankheit deshalb, weil die Muskelerkrankung häufig dann eintritt, wenn ein Pferd nach ein paar Tagen Pausen wieder belastet wird. Während man einen leichten Kreuzverschlag häufig gar nicht bemerkt, haben die Pferde bei stärkeren Formen Probleme, ihre Beine zu bewegen. Dies deshalb, weil sich die Muskulatur vor allem am Rücken und an der Kruppe stark verspannen. Zusätzliche Symptome sind starkes Schwitzen, kolikartige Schmerzen, dunkler Urin und eine erhöhte Temperatur. Bei einem schlimmen Kreuzverschlag kann die Muskulatur soweit Schaden nehmen, dass mehrere Monate vergehen, bis das Pferd wieder geheilt ist.
Was passiert im Körper des Pferdes, wenn es zu einem Kreuzverschlag kommt? Während einer Ruhephase speichert der Muskel Glykogen als Energiereserve. Das Glykogen wird wieder mithilfe von Sauerstoff abgebaut, wenn der Muskel arbeitet und gleichzeitig wird Kalzium freigesetzt. Wenn jedoch nicht genügend Sauerstoff vorhanden ist, verbleiben Rückstände von Glykogen im Muskel und es bildet sich Milchsäure, die vom Blut in die Leber und Niere transportiert wird. Die Milchsäure schädigt den Muskel, der zudem schlechter durchblutet wird und dadurch zusätzlich geschädigt wird. Auch das freigesetzte Kalzium wird nicht mehr ausreichend abtransportiert, wodurch sich Flüssigkeit ansammelt und die Muskelzellen zusätzlich zerstören. Durch die Muskelschäden wird das Muskel-Eiweiss Myoglobin freigesetzt, weshalb sich der Urin des Pferdes braun färbt.
Ein Kreuzverschlag tritt oftmals bei gut trainierten Pferden auf, insbesondere dann, wenn die Pferde in Boxen gehalten werden und hohe Kraftfutter-Rationen erhalten. Betroffen sind jedoch auch Freizeitpferde, die selten bewegt werden, Pferde mit starkem Elektrolytverlust oder Rassen, die an PSSM leiden. PSSM ist eine Kohlenhydratspeicherkrankheit, die vererbbar und je nach Rasse unterschiedlich verankert sein kann.
Bei einem akuten Kreuzverschlag ist es wichtig, dass sich das Pferd nicht mehr bewegt. Dies bedeutet, dass das Pferd allenfalls nach Hause transportiert werden muss, wenn ein Kreuzverschlag bei einem Ausritt auftritt. Bei kaltem Wetter sollte das Pferd in der betroffenen Körperpartie mit einer Decke gewärmt werden. Im Sommer hingegen kann eine Abkühlung den Zustand verbessern. Bewegung kann den Zustand des Pferdes stark verschlimmern, deshalb benötigt das Pferd Boxenruhe und eine Behandlung durch den Tierarzt. Dieser kann einerseits Medikamente zur Entspannung der Muskulatur und besseren Durchblutung verabreichen. Andererseits werden häufig auch Infusionen genutzt, um dem Pferd die notwendige Flüssigkeit zu verabreichen und die Niere zu spülen. Durch einen Bluttest können die Muskelwerte kontrolliert werden. Erst wenn diese wieder im Normalbereich sind, darf das Pferd wieder geritten werden.