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Nur insofern wir mitempfinden, haben wir Ehre, von einer Sache zu reden.
Die Reichen lamentieren über die Sozialamtausgaben, die Armen empfehlen den Reichen mehr Geld zu verteilen, der gesunde Mensch, nervt sich, dass er den Behindertenparkplatz nicht mitbenützen darf, weil der näher an der Tür liegt. Der Geschwätzige stört sich am Stillen, der Introvertierte am Extrovertierten. Der Alleskönner lästert über den, der wenig handwerkliches Geschick hat. Der stabile wettert über den Süchtigen wohl, weil er selbst nie in diesem Dilemma gesteckt haben mag. Und so kursieren Missgunst und Neid. Wissen wir noch was „mitempfinden“ bedeutet, warum üben wir das nicht um friedlicher zu leben? Oft sehen wir nicht in den wirklichen Sachverhalt hinein über den wir lästern oder uns anstößig äußern. Müsste der Reiche eine Woche mit dem Sozialgeld auskommen, würde er keine Kürzungen mehr vorschlagen. Der Arme, dürfte den Reichen zu seinem Tun begleiten. Dem Gesunden werden die Beine zusammengebunden, parkt auf einem üblichen, engen Parkplatz und quetscht sich aus dem Auto heraus. Der geschwätzige Extrovertierte könnte sich etwas ruhiger verhalten damit er sich dem stillen Introvertierten annähern kann und dieser versucht etwas mutiger zu sein. Der Alleskönner tut gut daran nicht arrogant zu wirken und freut sich, dem handwerklich nicht so begabten zu zeigen wie es praktischer geht. Auch bei der Sucht ist Vorsicht geboten, sie ist kein Charakterzug, sondern es bleibt eine Krankheit. Wie bereit und offen sind wir uns jemandem oder einem uns unangenehmen Thema anzunähern?
Nur wenn wir Erkenntnisse gesammelt haben, steht es uns wohl zu, über die Sache ein Wort zu verlieren.