Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/2187

11.4 km
Publiziert: 19 April 2015
Nach einjähriger Renovierung eröffnet das Museo Vela in Ligornetto mit einer Ausstellung über Adèle d'Affry (1836-1879), Herzogin von Castiglione Colonna, in der Kunstwelt "Marcello" genannt.
Eine lebhafte Dorfgemeinschaft erwartet die Besucherinnen und Besucher im Südtessiner Ligornetto. Wenn sich ab dem späten Nachmittag der Pendlerverkehr durch die engen Gassen der Ortschaft schlängelt, sitzen die Einheimischen vor den Bars. Sie diskutieren, politisieren, gestikulieren, über Fussball, das Wetter oder die Wahlen vom vergangenen Wochenende.
Mit fast schon meditativer Ausstrahlung erscheint in diesem Wirrwarr südlicher Ausdruckskraft das Anwesen des Museo Vela. Das etwas erhöht gelegene und von einer herrlichen Gartenanlage umrahmte, ehemalige Wohn- und Atelierhaus von Bildhauer Vincenzo Vela (1820-1891) wurde im vergangenen Jahr umfassend renoviert. Die Wiedereröffnung erfolgt in diesen Tagen mit der Vernissage zur Ausstellung "Marcello, Adèle d’Affry (1836-1879), Herzogin von Castiglione Colonna". Die Bildhauerin und Malerin galt als eine moderne und aufgeschlossene Persönlichkeit. Eine Künstlerin, die sich zwischen zur Schau gestellter Weiblichkeit und skulptural umgesetzter androgyner Monumentalität eine Identität suchte. Eine Aristokratin, so heisst es in der Ankündigung zur Werkschau, der als Frau der Zugang zur École des Beaux-Arts verwehrt blieb, die aber trotzdem ihre Stellung zu nutzen wusste, um an grössere Aufträge zu gelangen. Ihre Schaffen brachte Adèle d’Affry, in Künstlerkreisen "Marcello" genannt, zahlreiche Bewunderer, Mentoren und Verehrer ein: so etwa Clésinger, Carpeaux, Courpet und Fortuny.
Das Museo Vela gehört zu den bedeutendsten noch erhaltenen Künstlerhäusern Europas. Dem Wunsch seines Vaters folgend, hinterliess Spartaco Vela das Anwesen 1892 testamentarisch der Eidgenossenschaft, sechs Jahre später wurde das Museum eröffnet. Einen grösseren Umbau erlebte das Gebäude Ende der 1990er-Jahre unter der Regie des Tessiner Stararchitekten Mario Botta. Die jüngsten Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten betrafen hauptsächlich technische Anlagen wie Lüftung und Sicherheit. Im Rahmen der Wiedereröffnung organisiert das Museo Vincenzo Vela am Sonntag, den 26. April, von 10.00 bis 12.00 Uhr, einen "Tag der offenen Tür".
Preis
Erwachsene CHF 12.- mit Ermässigung CHF 8.–
April-Mai/ Oktober-Dezember: 10.00-17.00 Uhr Juni-September: 10.00-18.00 Uhr Jeden Sonntag: 10.00-18.00 Uhr Montag geschlossen