Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/134329

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat zeigt in einem Bericht die Vor- und Nachteile eines oberirdischen Endlagers für radioaktive Abfälle gegenüber einem geologischen Tiefenlager auf.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Frage nach dem Entsorgungskonzept für eine sichere Lagerung der radioaktiven Abfälle wurde in der Schweiz lange und intensiv diskutiert. Zur Klärung dieser Frage setzte der damalige Vorsteher des UVEK, Bundesrat Moritz Leuenberger, 1999 die "Expertengruppe Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle" (Ekra) ein, mit dem Auftrag, mögliche Lagerkonzepte zu beurteilen. Die Ekra hat insgesamt sechs Lagerkonzepte beurteilt, wovon drei die Lagerung an der Oberfläche beinhalten. Neben der Sicherheit von Mensch und Umwelt als wichtigstem Kriterium wurden auch Handlungsspielraum, Gerechtigkeit, Verursacherprinzip und Akzeptanz in die Beurteilung der Konzepte einbezogen. Die Ekra kam zum Schluss, dass einzig die geologische Endlagerung den erforderlichen langfristigen Schutz von Mensch und Umwelt gewährleisten kann, und hielt fest, dass an der Erdoberfläche gelegene Abfalllager dem Ziel der Langzeitsicherheit nicht gerecht werden. Das von der Ekra entwickelte und empfohlene Konzept der kontrollierten geologischen Langzeitlagerung, welches Endlagerung und Reversibilität verbindet, wurde vom Parlament als "geologisches Tiefenlager" in das Kernenergiegesetz aufgenommen.</p><p>Mit dem Schlussbericht der Ekra ("Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle", 31. Januar 2000) liegt bereits ein Bericht vor, der die Vor- und Nachteile eines oberirdischen Lagers für radioaktive Abfälle gegenüber einem geologischen Tiefenlager aufzeigt. Es besteht auch international breiter Konsens darüber, die radioaktiven Abfälle in geologischen Schichten zu entsorgen. Somit besteht kein Anlass, zur Konzeptfrage einen neuen Bericht zu verfassen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.