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Geschichte
Der SNF investiert seit 70 Jahren in Forschende und ihre Ideen. Gegründet 1952 aus der Besorgnis, dass die Schweizer Forschung nach dem Zweiten Weltkrieg ins Mittelmass absinken könnte, fördert er heute rund 20'000 herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Der SNF wurde am 1. August 1952 durch die wissenschaftlichen Dachorganisationen der Schweiz gegründet. Kernaufgaben waren und sind die finanzielle Unterstützung von Forschungsprojekten aller wissenschaftlichen Disziplinen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Aufgaben hinzugekommen, die Palette der Förderinstrumente und -massnahmen ist breiter und differenzierter geworden.
Die Vorgeschichte
Mai 1945: Der Krieg war zu Ende. Schweizer Forschende und Industrielle nahmen ihre Beziehungen zu ausländischen Kolleginnen und Kollegen wieder auf. Dabei stellten sie konsterniert fest, dass die wissenschaftliche und technologische Forschung vor allem in den wichtigsten Krieg führenden Ländern der Schweizer Forschung bereits weit überlegen war. Alarmstimmung herrschte, und nur eine grosse nationale Anstrengung schien geeignet, das Absinken der Schweiz ins Mittelmass zu verhindern. Aus dieser Besorgnis heraus ist der SNF entstanden.
Die Initianten
Auf der institutionellen Seite hat die damalige Schweizerische Naturforschende Gesellschaft, die heutige Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (scnat), eine Führungsrolle bei der Schaffung des SNF übernommen. In Zusammenarbeit mit den anderen wissenschaftlichen Dachgesellschaften wurden Anfang der 1950er Jahre die Ziele des SNF definiert und die Statuten erarbeitet. Seine Tätigkeit sollte nicht nur der Schweiz Nutzen bringen. Das Land war vom Krieg verschont worden, und deshalb hielten es die Gründer des SNF für eine Pflicht gegenüber der Welt und im Besonderen gegenüber Europa, die wissenschaftliche Forschung zu fördern und auf diese Weise am Wiederaufbau mitzuarbeiten.
Mit grossem persönlichem Einsatz gelang es dem eigentlichen Gründervater des SNF, dem Berner Physiologie-Professor Alexander von Muralt, den Bundesrat davon zu überzeugen, dem SNF die finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, die er zur Erfüllung seiner Aufgaben brauchte. Die unter von Muralts Federführung verfasste Eingabe an den "Hohen Bundesrat und das Parlament" liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig und beschrieb die Situation zu Beginn der Fünfzigerjahre als Besorgnis erregend:
"Die in der Schweiz bisher zur Verfügung stehenden Mittel sind aber heute ungenügend und zu zersplittert, um neben die hervorragenden Einzelleistungen die breite Entwicklung eines selbständig arbeitenden wissenschaftlichen Nachwuchses und eine tragende Grundschicht von wissenschaftlich erfolgreich arbeitenden Persönlichkeiten zu stellen, wie dies in anderen Ländern immer mehr zur Regel geworden ist."
Am 26. Oktober 1951 überwies der Bundesrat seine Botschaft über die Gewährung von Bundesbeiträgen an die Stiftung "Schweizerischer Nationalfonds" ans Parlament.
Die Gründung
Die Gründung erfolgte am 1. August 1952 im Rahmen eines festlichen Akts im Ständeratssaal des Bundeshauses. Die beiden Bundesräte Etter und Feldmann waren an der Gründungsfeier persönlich dabei und zeigten damit die Bedeutung, welche die Bundesbehörden der Gründung des SNF beimassen.
Wichtige chronologische Eckpunkte
- 1952 Geburtsstunde des SNF
- 1960 Vergabe des ersten Wissenschaftspreises
- 1966 Neugliederung des Nationalen Forschungsrats in drei Abteilungen: Geisteswissenschaften; exakte und Naturwissenschaften; Biologie und Medizin
- 1974 Erste Nationale Forschungsprogramme
- 1975 Schaffung einer vierten Abteilung im Forschungsrat: Nationale Forschungsprogramme
- 1988 Erste Publikation von Horizonte, dem Forschungsmagazin des SNF
- 1991 Frauenförderung im Fokus: erste Marie-Heim-Vögtlin-Beiträge – benannt nach der ersten Ärztin der Schweiz – für Frauen, die ihre wissenschaftliche Karriere wieder aufnehmen
- 1995 Eröffnung des Swiss Contact Office for Research and Higher Education, kurz SwissCore, in Brüssel
- 1996 Erste Forschungsratspräsidentin: Heidi Diggelmann
- 2001 Start der 14 ersten Nationalen Forschungsschwerpunkte
- 2014 Übergangsmassnahmen während Ausschlusses der Schweizer Forschung von Horizon 2020
- 2020 Lancierung einer Sonderausschreibung und zwei Nationaler Forschungsprogramme zu Covid-19
- 2021 Übergangsmassnahmen während der Nicht-Assoziierung der Schweiz an Horizon Europe
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