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die durch ein betrübendes Ereignis, namentlich durch den Verlust nahestehender oder verehrter
Personen, oder durch die Erinnerung an solche Verluste (wie in den religiösen Trauerfesten um Adonis, Osiris
[* 4] etc.) verursachte
Gemütsstimmung und deren Kundgebung nach außen. Letztere äußert sich beim weiblichen Geschlecht, bei sanguinischen Naturen,
südlichen Völkern etc. in mehr lauter, aber schneller vorübergehender
Klage, bei nordischen Völkern in länger nachwirkenden, aber stummen und gefaßten Gemütsbewegungen.
Natürlich sind die Kundgebungen vor der aufgebahrten Leiche und am offenen Grab am stärksten, und man hatte dazu bei Natur-
und Kulturvölkern bestimmte Trauergesänge, wie die von Schiller umgedichtete »Nadowessische Totenklage«, das Adonis-, Linos-
und Maneros-Lied der Griechen, Syrer und Ägypter. Im Orient wie bei den Slawen und im südlichen Italien
[* 5] werden besondere Klageweiber angenommen, die das mit Cypressen und andern Trauersymbolen geschmückte Sterbehaus mit ihrem
Geschrei erfüllen.
Bei den Griechen und Orientalen, wo Bart und Haupthaar den Stolz des Mannes bilden, wurden und werden vielfach
beide geschoren; doch galt anderwärts, z. B. in Rom, eine gewisse Vernachlässigung durch Langwachsenlassen ebenfalls als
Trauerzeichen. In der Kleidung wurden überall bunte Farben und kokette Formen vermieden. Die Juden verhüllten den Körper mit
einem groben, sackartigen, in der Mitte gegürteten Gewand und bestreuten, wie auch die Griechen (und
katholischen Christen zu
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Aschermittwoch), das Haupt mit Asche, woher die Redensart: »in Sack und Asche trauern«. Als Trauerfarben galten vorwiegend, z. B.
den Griechen und Römern, die dunkeln, schwarzen, welche auch früh bei den Christen Eingang fanden, obwohl Cyprian, Chrysostomus
und andre Kirchenlehrer dieselbe tadelten, weil sie derHoffnung auf die ewigen Freuden zu widersprechen
schienen. Dagegen trauerten die alten Ägypter in gelben Kleidern, die Argiver weiß; bei den Chinesen sind noch heute weiße,
blaue und graue Trauerkleider üblich.
Grau gilt auch bei uns als die Farbe der nach einer gewissen Zeit eintretenden sogen. Halbtrauer, die besonders bei der
schon in alten Kulturländern gesetzlich oder durch bestimmte Erlasse (Trauerordnungen) geregelten Landes-
und Hoftrauer nach dem Tode des eignen oder befreundeter Landesfürsten streng beobachtet wird, wobei alle öffentlichen Lustbarkeiten
für eine bestimmte Zeit unterbleiben, die Flaggen
[* 10] in halber Höhe geheißt werden und Militär wie Hofbeamte in vorgeschriebener
Trauerkleidung zu erscheinen haben. Das schon bei den Römern gesetzlich vorgeschriebene und auch bei
uns meist eingehaltene sogen. Trauerjahr der Witwen bezieht sich nur auf etwa noch zu erwartende Nachkommenschaft und kann
daher auf ärztliches Attest abgekürzt werden.