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Da spielt sich unglaubliches ab...
Bevor die Technik der Uhr im Detail erklärt wird, sollen hier noch einige Zahlen und Fakten
verdeutlichen, welche unglaubliche Leistungen eine mechanische Uhr zu leisten vermag. So wirkt
zum Beispiel die Leistung die ein Auto im Lauf seines Lebens erbringt im direkten Vergleich
geradezu lächerlich. Diese Zahlen machen aber auch klar, wieso eine mechanische Uhr nicht nur
sorgsam behandelt werden sollte sondern man ihr hin und wieder (Faustregel ca. alle 5 Jahre) eine
Revision gönnen soll.
Kraft
Als kleinste Maschine der Welt leistet die Zugfeder einer Uhr eine Kraft, die etwa einem
Hundertmillionstel einer Pferdestärke entspricht (0,00000001 PS).
Die von der Feder im
Endeffekt angetriebene Unruh führt täglich, je nach Uhrwerk 432'000 bis 864'000 Halbschwingungen aus.
Nehmen wir ein Uhrwerk, welches mit einer Schlagzahl von 18'000 Schlägen (18'000 A/h), also 432'000
Halbschwingungen pro Tag arbeitet (die meisten Taschenuhren zählen dazu).
Würde man nun den Unruhreifen
in schwingende anstatt rotierende Bewegung versetzen, so würde er pro Tag ca. 20 Km zurücklegen. Dies
entspricht nach nur 5 1/2 Jahren guten 40'000 Km - also einmal rund um die Erde.
Ein Auto hat nach etwa 120 Millionen Umdrehungen der Räder rund 250'000 Km zurückgelegt.
Ein Auto mit dieser Kilometerleistung gilt bereits als alt und hat in der Regel bereits einige Reparaturen
hinter und einige, meist kostspieliger Natur vor sich.
Ein Vergleich dazu mit einer schnellschwingenden Uhr (36'000 A/h): Die Unruhe erzeugt pro Jahr
315'360'000 Bewegungen. Nach 10 Jahren sind das über 3 Milliarden und die Uhr wird auch noch weiterhin
funktionieren.
Genauigkeit
Eine gut regulierte Uhr besitzt eine Genauigkeit von 0,001 % !
Auf den ersten Blick ist es müssig, eine mechanische Uhr mit einer Atomuhr in Bezug auf Genauigkeit zu vergleichen.
Trotzdem gewinnt die mechanische Uhr den Vergleich, wenn man alle Vor- und Nachteile auf die Waage legt.
Die Atomuhr hat zwar nur eine Gangabweichung von 1 Sekunde in 1 Million Jahren, im Gegensatz zur mechanischen
Taschenuhr die auch mit Chronometerzertifikat immer noch einige Sekunden pro Tag abweichen kann.
Aber -
die Atomuhr ist nicht nur standortgebunden sondern braucht auch noch Unmengen von Strom und Messdaten die
ihr pausenlos zugeführt werden.
Im Gegensatz dazu, kann die mechanische Uhr überall auf der Welt, standortunabhängig
und ohne Strom, sonstige Energiezufuhr oder Funkverbindung die Zeit anzeigen.
Bei täglich 86'400 Sekunden
und einer Abweichung von 1 Sekunde entspricht das immer noch 0,001 %.
Präszision
In kleinen Uhren werden Schräubchen verwendet, deren Kubikinhalt nur 0,054mm3 beträgt. Zur bildlichen
Verdeutlichung - um einen Fingerhut mit solchen Schräubchen zu füllen braucht man ca. 50'000 Stück. Obwohl
diese Schräubchen von blossem Auge kaum noch sichtbar sind, haben sie einen fein polierten Kopf und ein
präzises Gewinde.
Einige Teile des Uhrwerks müssen auf einen Tausendstelmillimeter genau gearbeitet sein. Ein 1/1000mm
entspricht dem 50sten Teil der Dicke eines menschlichen Haares!