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Definition und Geschichte rund um das Karate do und Shotokan Karate do
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Karate do?
- Merkmale und Definition von Shotokan Karatedo
- Ursprünge des Karate do
- Entwicklung des Wortes Karatedo
- Entwicklung des Shotokan Karatedo
- Gichin Funakoshi, Vater des Shotokan Karatedo
Der erste allgemeine Gedanke von vielen Personen bei der Außage, ich trainiere Karate..., lautet: „ Oha, dann muss ich mich vor dir in acht nehmen“, oder „ ... cool, wie viele Ziegelsteine kannst du zerschlagen?“.
Solche Aussagen sind verständlich, da unter anderem auch die Filmindustrie viel Zündstoff über dieses Thema bietet.
Dennoch ist Karatedo sicherlich nicht die Kunst Bretter, Ziegelsteine oder andere Gegenstände mit Händen, Füssen, dem Kopf oder sonst einem Körperteil zu zerschlagen. Weiterhin dient es nicht dazu, andere Menschen (ohne den Grund der Selbstverteidigung) zu verletzen oder zu töten.
Es mag zwar sein, das ein geübter Karateka in der Lage ist, gewisse "Taten" leichter zu vollbringen als eine ungeübte Person. Dies ist jedoch nicht der Sinn des Karate do.
Karate do ist eine Kampfkunst und eine Methode der Selbstverteidigung.
Sie ist auch ein Weg zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit und zur Festigung des Charakters, der schliesslich zu einem inneren Wachstum führt.
Karate do ist somit nicht nur eine Disziplin der Körperbeherrschung, sondern auch eine Schule der Geistesbildung, die einen das ganze Leben lang begleiten sollte.
Meister Gichin Funakoshi schrieb hierzu:
|"So wie die blanke Oberfläche eines Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiterträgt, soll der Karateschüler sein inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln."|
Shotokan Karatedo ist ein Kampfkunst-Stil und ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karatedo. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer und damit fester Stand, der hohe Stabilität und kraftvolle Bewegungen ermöglicht.
Ein weiteres Merkmal des Shotokan-Stil ist, daß jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shotokan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden.
Wendungen der Stände (jap. Mawate) werden im Gegensatz zum z.B. Goju-Ryu oder Shito-Ryu vom hinterem Fuss initiiert.
Shotokan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solar plexus bis zu den Weichteilen.
Im sportlichen Kampf werden die Techniken zwar annähernd realistisch ausgeführt, jedoch der Zielpunkt so berechnet, daß Verletzungen vermieden werden können; Diese Kampfart wird Semikontakt genannt. Karate ist ein hervorragendes Training für den ganzen Körper und fördert Gelenkigkeit, Distanzgefühl, Reaktion und Selbstdisziplin.
Der Legende nach soll der indische Zen-Mönch Daruma Taishi (Bodhidharma), dem die beschwerliche Reise aus seiner Heimat nach China den Wert körperlicher Leistungsfähigkeit vor Augen geführt hatte, ein kombiniertes Körperertüchtigungs- und Verteidigungssystem erdacht haben.
So lehrte er chinesische Mönche im Shaolin-Kloster die Schlag- und Trittschule, das war der Ursprung des Quanfa (Kungfu). Diese Kampfkünste verbreiteten sich in China.
Da Karate um seine chinesischen Wurzeln weiss, betrachtet es sich ebenfalls gerne als Nachfahren jener Tradition (Chan, Bodhidharma, Shaolin), deren Historizität im Dunkel liegt und unter Historikern umstritten ist. Nichtsdestoweniger ziert das Bildnis von Daruma so manches Dojo.
Von China nach Okinawa
Karate in seiner heutigen Form entwickelte sich auf der pazifischen Kette der Ryūkyū-Inseln, insbesondere auf deren Hauptinsel Okinawa. Diese liegt ca. 500 Kilometer südlich der japanischen Hauptinsel Kyūshū zwischen Südchinesischem Meer und Pazifik. Heute ist die Insel Okinawa ein Teil der gleichnamigen Präfektur Japans.
Bereits im 14. Jahrhundert unterhielt Okinawa, damals Zentrum des unabhängigen Inselkönigreichs Ryūkyū, rege Handelskontakte zu Japan, China und Korea.
Die urbanen Zentren der Insel, Naha, Shuri und Tomari waren damals ein wichtiger Umschlagplatz für Waren und boten damit ein Forum für den kulturellen Austausch mit dem chinesischen Festland.
Dadurch gelangten erste Eindrücke chinesischer Kampftechniken des Quanfa / Kempo nach Okinawa, wo sie sich mit dem einheimischen Kampfsystem des Te / De vermischten und sich so zum Tode, Okinawa-Te weiterentwickelten.
Te bedeutet wörtlich soviel wie Hand, im übertragenden Sinne auch Technik bzw. Handtechnik. Der ursprüngliche Begriff für Karate, Okinawa-Te, kann daher grob als Handtechnik aus Okinawa übersetzt werden.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Inseln führte dazu, dass sie ständig von Unruhen und Aufständen heimgesucht wurde.
Im Jahre 1416 gelang es schliesslich König Sho Shin die Inseln zu einigen. Zur Erhaltung des Friedens in der aufständischen Bevölkerung verbot er das Tragen jeglicher Waffen.
Durch das Waffenverbot erfreute sich die waffenlose Kampfkunst des Okinawa-Te erstmals wachsender Beliebtheit und viele ihrer Meister reisten nach China um sich dort durch das Training des chinesischen Chuanfa fortzubilden.
1609 besetzte der japanische Satsuma-Clan die Inselkette und deren Statthalter auf Okinawa.
Shimazu, verschärfte das Waffenverbot dahingehend, dass sogar der Besitz jeglicher Waffen, selbst Zeremonienwaffen, unter schwere Strafe gestellt wurde.
Dieses Waffenverbot wurde als Katanagari bezeichnet, was soviel wie "Jagd nach Schwertern" bedeutet. Schwerter, Dolche, Messer und jegliche Klingenwerkzeuge wurden systematisch eingesammelt.
Dies ging sogar soweit, dass einem Dorf nur ein Küchenmesser zugestanden wurde, das mit einem Seil an den Dorfbrunnen (oder an einer anderen zentralen Stelle) befestigt und streng bewacht wurde.
Das verschärfte Waffenverbot sollte Unruhen und bewaffnete Widerstände gegen die neuen Machthaber unterbinden.
Jedoch hatten japanische Samurai das Recht der sogenannten "Schwertprobe", dem zu Folge sie die Schärfe ihrer Schwertklinge an Leichen, Verwundeten oder auch willkürlich an einem Bauern erproben konnten, was auch vorkam.
Die Annexion führte somit zu einer gesteigerten Notwendigkeit zur Selbstverteidigung, zumal damals auf dem feudalen Okinawa Polizeiwesen und Rechtsschutz fehlten, die den einzelnen vor solchen Eingriffen schützen könnten.
Der Mangel an staatlichen Rechtsschutzinstutionen und die gesteigerte Wehrnotwendigkeit vor Willkürakten der neuen Machthaber begründeten also einen Intensivierungs- und Substilisierungsprozess des Te (= Kampfsystem) zum Karate (= Kampfkunst).
Ungefähr zwanzig Jahre dauerte es, bis sich die großen Meister des Okinawa-Te zu einem geheimen oppositionellen Bund zusammen schlossen und festlegten, dass Okinawa-Te nur noch im Geheimen an ausgesuchte Personen weitergegeben werden sollte.
Währenddessen entwickelte sich in der bäuerlich geprägten Bevölkerung das Kobudō, das Werkzeuge und Alltagsgegenstände mit seinen speziellen Techniken zu Waffen verwandelte. Dabei gingen spirituelle, mentale und gesundheitliche Aspekte, wie sie im Chuanfa gelehrt wurden, verloren.
Auf Effizienz ausgelegt, wurden Techniken, die unnötiges Risiko bargen, wie beispielsweise Fusstritte im Kopfbereich, nicht trainiert.
Kobudō und seine aus Alltagsgegenständen und Werkzeugen hergestellten Waffen konnten schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht verboten werden, da sie für die Versorgung der Bevölkerung sowie der Besatzer schlicht notwendig waren.
Allerdings war es sehr schwer mit diesen Waffen einem ausgebildeten und gut bewaffneten Krieger im Kampf gegenüberzutreten.
Deshalb entwickelte sich in Okinawa-Te und Kobudō, die damals noch eng miteinander verknüpft gelehrt wurden, die Maxime möglichst nicht getroffen zu werden und gleichzeitig die wenigen Gelegenheiten, die sich boten zu nutzen, den Gegner mit einem einzigen Schlag zu töten.
Dieses für das Karate spezifische Prinzip heißt Ikken hissatsu.
Einige erstaunlich hohe Fusstechniken scheinen einen speziellen Hintergrund zu haben. Wenn ein berittener Krieger in ein Dorf ritt, war es für einen fortgeschrittenen Karateka möglich, im richtigen Augenblick über eine Holzrampe zu laufen und den Ritter vom Pferd zu treten (Yoko Tobi Geri). Die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Angriff glückte war zwar sehr klein, aber immerhin eine Chance in einem ansonsten wenig aussichtsreichen Kampf.
Die tödliche Wirkung dieser Kampfkunst führte dazu, dass die japanischen Besatzer erneut das Verbot ausdehnten, und das Lehren von Okinawa-Te ebenfalls unter drakonische Strafe stellten. Allerdings wurde es weiterhin im Geheimen unterrichtet.
Damit wurde die Kenntnis des Te für lange Zeit auf kleine elitäre Schulen oder einzelne Familien beschränkt, da die Möglichkeit zum Studium der Kampfkünste auf dem chinesischen Festland nur wenigen begüterten Bürgern zur Verfügung stand.
Weil die Kunst des Schreibens in der Bevölkerung damals kaum verbreitet war, und man aus Geheimhaltungsgründen dazu gezwungen war, wurden keinerlei schriftliche Aufzeichnungen angefertigt, wie das in chinesischen Kungfu-Stilen manchmal der Fall war.
Man verliess sich auf die mündliche Überlieferung und die direkte Weitergabe.
Zu diesem Zweck bündelten die Meister die zu lehrenden Kampftechniken in didaktischen zusammenhängenden Einheiten zu festgelegten Abläufen oder Formen. Diese genau vorgegebenen Abläufe werden als Kata bezeichnet.
Um dem Geheimhaltungszweck der Okinawa-Te Rechnung zu tragen, mussten diese Abläufe vor Nicht-Eingeweihten der Kampfschule (also vor potenziellen Ausspähern) chiffriert werden. Dabei bediente man sich als Chiffrierungscode den traditionellen Stammestänzen (odori), die den systematischen Aufbau der Kata beeinflussten. So besitzt jede Kata noch bis heute ein strenges Schrittdiagramm (Embusen).
Die Effizienz der Chiffrierung der Techniken in Form einer Kata zeigt sich bei der Kata-Demonstration vor Laien: Für den Laien und in den ungeübten Augen des Karate-Anfängers muten die Bewegungen befremdlich oder nichtssagend an. Die eigentliche Bedeutung der Kampfhandlungen erschliesst sich einem erst durch intensives Kata-Studium und der "Dechiffrierung" des Kata. Dies erfolgt im Bunkai-Training.
20. Jahrhundert
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Karate stets im Geheimen geübt und ausschliesslich von Meister zu Schüler weitergegeben. Während der Meiji-Restauration wurde Okinawa im Jahre 1875 offiziell zu einer japanischen Präfektur erklärt.
In dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, in der sich die okinawanische Bevölkerung den japanischen Lebensgewohnheiten anpasste und Japan sich nach jahrhundertelanger Isolierung wieder der Welt öffnete, begann Karate wieder stärker in die Öffentlichkeit zu drängen.
Der Kommissaar für Erziehung in der Präfektur Okinawa, Ogawa Shintaro, wurde 1890 während der Musterung junger Männer für den Wehrdienst auf die besonders gute körperliche Verfassung einer Gruppe junger Männer aufmerksam. Diese gaben an, auf der Jinjo Koto Shogakko (Jinjo Koto Grundschule) im Karate unterrichtet zu werden. Daraufhin beauftragte die Lokalregierung den Meister Yasutsune Itosu damit, einen Lehrplan zu erstellen, der unter anderem einfache und grundlegende Kata (Pinan oder Heian) enthielt, aus denen er Taktik und Methodik des Kämpfens weitgehend entfernte und den gesundheitlichen Aspekt wie Haltung, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Atmung, Spannung und Entspannung in den Vordergrund stellte.
Karate wurde dann 1902 offiziell Schulsport auf Okinawa.
Dieses einschneidende Ereignis in der Entwicklung des Karate markiert den Punkt, an dem das Erlernen und Üben der Kampftechnik nicht mehr länger nur der Selbstverteidigung diente, sondern auch als eine Art Leibesertüchtigung angesehen wurde.
Nach Beginn des Jahres 1900 erfolgte von Okinawa aus eine Auswanderungswelle nach Hawaii.
Dadurch kam Karate erstmals in die USA, die Hawaii 1898 annektiert hatten.
Gichin Funakoshi, ein Schüler der Meister Yasutsune Itosu und Anko Asato, tat sich bei der Reform des Karate besonders hervor:
Auf der Grundlage des Shorin-Ryū (auch Shuri-Te nach der Ursprungsstadt) und des Shorei-Ryū (Naha-Te) begann er Karate zu systematisieren. Er verstand es neben der reinen körperlichen Ertüchtigung auch als Mittel zur Charakterbildung.
Neben den genannten drei Meistern war Kanryo Higashionna ein weiterer einflussreicher Reformer. Sein Stil integrierte weiche, ausweichende Defensivtechniken und harte, direkte Kontertechniken.
Seine Schüler Chojun Miyagi und Kenwa Mabuni entwickelten auf dieser Basis die eigenen Stilrichtungen Gōjū-Ryū bzw. Shitō-Ryū, die später grosse Verbreitung finden sollten.
In den Jahren von 1906 bis 1915 bereiste Funakoshi mit einer Auswahl seiner besten Schüler ganz Okinawa und hielt öffentliche Karate-Vorführungen ab.
In den darauf folgenden Jahren wurde der damalige Kronprinz und spätere Kaiser Hirohito Zeuge einer solchen Aufführung und lud Funakoshi (der bereits Präsident einer okinawanischen Kampfkunstvereinigung war) ein, bei einer nationalen Budō-Veranstaltung 1922 in Tōkyō sein Karate in einem Vortrag zu präsentieren.
Dieser Vortrag erfuhr grosses Interesse und Funakoshi wurde eingeladen, seine Kunst im Kodokan praktisch vorzuführen.
Die begeisterten Zuschauer, allen voran der Begründer des Jūdō, Jigorō Kanō, überredeten Funakoshi am Kodokan zu bleiben und zu lehren. Zwei Jahre später, gründete Funakoshi sein erstes Dojo.
Über die Schulen kam Karate auch bald zur sportlichen Ertüchtigung an die Universitäten, wo damals zum Zwecke der militärischen Ausbildung bereits Jūdō und Kendō gelehrt wurden.
Diese Entwicklung, die die okinawanischen Meister zur Verbreitung des Karate billigend in Kauf nehmen mussten, führte zur Anerkennung von Karate als „nationale Kampfkunst“ und war damit endgültig japanisiert.
Nach dem Vorbild des bereits im Jūdō etablierten Systems wurde im Laufe der dreissiger Jahre dann der Keikogi bzw. der Karate-Gi sowie die hierarchische Einteilung in Schüler- und Meistergrade, erkennbar an Gürtelfarben, im Karate eingeführt; mit der auch politisch motivierten Absicht eine stärkere Gruppenidentität und hierarchische Struktur zu etablieren.
Aufgrund seiner Bemühungen wurde daraufhin Karate an der Shoka-Universität, der Takushoku-Universität, der Waseda-Universität und an der Japanischen Medizinischen Hochschule eingeführt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch Funakoshis Beziehungen zum Ausbildungsministerium, Karate als Leibeserziehung, und nicht als kriegerische Kunst eingestuft, was es ermöglichte, Karate auch nach dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit der Besatzung in Japan zu lehren.
Über Hawaii sowie die amerikanische Besatzung Japans und insbesondere Okinawas fand Karate im Laufe der fünfziger und sechziger Jahre als Sportart zunächst in den USA und dann auch in Europa eine immer stärkere Verbreitung.
Funakoshi und die übrigen alten Meister lehnten die Institutionalisierung und Versportlichung sowie die damit einhergehende Aufspaltung in verschiedene Stilrichtungen gänzlich ab.
In den Anfängen gab es mehrere Bezeichnungen für die heute so bekannte Kampfkunst Karatedo. Diese waren Okinawa-Te, Tode oder auch einfach nur Te. Mit der Zeit erfolgte schliesslich eine Wandlung des Wortes Tode in Karatedo. Diese Bezeichnung entstand wohl im Jahre 1929 und soll damals von Meister Gichin Funakoshi eingeführt worden sein.

Mitentscheidend für die Wandlung war die Aussprache. Die Silbe To im Wort Tode kann auch als Kara ausgesprochen werden und De hat die gleiche Bedeutung wie Te.

Kara (leer)

Te (Hand)

Do (Weg)
Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shotokan-Karate angesehen.
Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin Ryu. Shoto war Funakhosis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen - seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tokyo eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shotokan genannt.
Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen.
Funakoshi's Zielsetzung war:
- Schulung von Geist, Charakter und innerer Einstellung. "Bevor du den Gegner besiegst, mußt du dich selbst besiegen."
- "Man kann sehr lange trainieren, aber wenn man immer nur Hände und Füsse bewegt und wie eine Marionette umherspringt, dann ist Karate nicht anders als Tanzen lernen. Man wird die Hauptsache verfehlen. Es wird so nicht gelingen, die Quintessenz des Karate-Do zu begreifen."
- Wichtig war ihm ausserdem auch der Selbstverteidigungsaspekt des Karate. Von Funakoshi stammt die im heutigen Wettkampfkarate kaum mehr beachtete Maxime: "Im Karate gibt es keine erste Hand." (Das heisst ein Karateka soll niemals, auch nicht präventiv, zuerst angreifen.)
Funakoshis dritter Sohn Yoshitaka Giko entwickelte 1938-1945 als Hauptlehrer im Shotokan-Dojo tiefere und längere Stellungen und ab 1943 Gohon-Kumite, Sanbon-Kumite und Ippon-Kumite.
Insgesamt ein dynamischerer und kämpferischerer Stil. Außerdem den Mawashi-Geri, Yoko-Geri-Kekomi, Yoko-geri-Keage, Ura-Mawashi-Geri und Fumi-Komi.
Kase Taiji Sensei entwickelte zeitgleich als Schüler Yoshitakas den Ushiro-Geri und den Keiten-Geri.
In der Zeit von 1922 bis nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Japan zwar bereits einige Karateschulen (Ryu), aber keine Verbände im Sinne von organisatorisch und verwaltungsmäßig geschloßenen Institutionen. Es gab zwar den "Nihon Karate-Do Shotokai" als Vereinigung der Funakoshi-Schüler, das war aber kein Verband im heutigen Sinne.
Professor Nakayama Masatoshi (1913-1987), Schüler von Gichin Funakoshi, studierte 1937-1946 unter anderem in China Kampfkünste.
Er gründete 1949 an der Takushoku-Dai Universität mit Nishiyama und Takagi die Japan Karate Association JKA (Nihon Karate Kyokai). Er war auch viele Jahre ihr Chefausbilder.
Nakayama entwickelte das Jiyu-Kumite welches später die Grundlage für den Wettkampf im Shotokan-Karate darstellte.
Die spezielle Form des Kumite ermöglichte eine realistischere Kampfsimulation und eine gute Grundlage für die strategische Analyse, die auch zur Verbesserung der Selbsteinschätzung führte. Die korrekte Ausführung der Techniken wurde durch die Schiedsrichter kontrolliert.
Mitglieder der JKA waren u.a. Kase Taiji, Kanazawa Hirokazu, Enoeda Keinosuke, Tsuyama Katsunori, Shirai Hiroshi, Yahara Mikio, Kawasoe Masao, Tanaka Masahiko, Abe Keiko, Asai Tetsuhiko.
Nach dem Tode Funakoshis spalteten sich die Anhänger Funakoshis in zwei Gruppen.
Eine ist die Japan Karate Kyokai, die andere die Shotokai von Egami.
Egami Shigeru (1912-1981), Schüler Funakoshis, lehnte Nakayamas Weg als zu sportlich ab und gründete 1958 das Shotokai Karate.
Shotokai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Katas sind mit den Shotokan-Katas weitgehend identisch.
Nach der Abspaltung der JKA veränderte Egami sein Karatekonzept, das sich bisher an Yoshitaka Funakoshis Auffassung anlehnte, wobei er beeinflusst wurde vom Aikido, Tai Chi Chuan, und Qigong. Heute zeigt sich das Shotokai mit extrem tiefen Stellungen, die zur Selbstverteidigung ungeeignet erscheinen.
Hier unterscheidet sich die Shotokai stark vom dynamischen Karate der JKA unter Nakayama, die heute versucht zu ihren Wurzeln zurückzukehren.
Der weltberühmte JKA-Karatemeister Kanazawa Hirokazu ( * 1931), gründete 1977 mit den Meistern Asano Shiro, Miura Masuru, Nagai Akio, Kawasoe Masao und Koga Rikuta die Shotokan Karate International Federation SKIF.
Bald folgten auch auf nationaler Ebene Verbandsgründungen, so existiert unser Verband SKISF (Shotokan International Swiss Federation) schon seit 1978.
(jap. 船越義珍 Funakoshi Gichin; * 1868; † "1957) ist der Begründer des modernen Karate-Dō.
Aufgewachsen in Okinawa, gründete er das heute bekannte Karate im Shōtōkan- und Shotokai-Stil und brachte die bis dahin im geheimen trainierte Kampfkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts an die Öffentlichkeit.
Dabei betrachtete er Karate nicht nur als Selbstverteidigungsmittel, sondern vielmehr auch als Werkzeug, um Körper und Charakter zu vervollkommnen.
Obwohl er nach eigenen Aussagen in der Kindheit eher klein und kränklich war, fing er im Jugendalter unter Meister Yasutsune Azato, einem Karate- und Schwertkampfmeister der Jigen-Ryu, an, Okinawa-Karate zu erlernen. Obwohl er sich entschloss, Karate zu seinem Lebensweg zu machen, blieb Funakoshi beruflich fast immer Hauptschullehrer. Zuerst verbreitete er Karate auf Okinawa, wo er es dann auch schaffte, Karate in den Sportunterricht an der Schule zu integrieren. Später brachte er Karate nach Japan.
Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er in Tokio als Hausmeister, Karatelehrer, Gärtner und Putzmann.
Erst nachdem er es geschafft hatte, Karate in Japan bekannter zu machen, konnte er sich von seiner Tätigkeit als Karatelehrer ernähren.
Der Stil wurde nach seinem Künstlernamen „Shoto“, unter dem er Gedichte schrieb, und seinem ersten richtigem Dōjo Shotokan (Kan = Halle) benannt.
Zeit seines Lebens folgte Funakoshi einem strengen Ehrenkodex. So lehnte er es zum Beispiel ab, „schmutzige“ Worte wie Socke oder Toilettenpapier zu benutzen.
Auch war Funakoshi ein sehr friedfertiger Mann, der versuchte, den Kampf wann immer möglich zu vermeiden. So gab er zum Beispiel einmal Dieben den Kuchen, den er als Opfergabe für seine Ahnen vorgesehen hatte, nur um den Konflikt mit den beiden ihm wahrscheinlich unterlegenen Männern zu vermeiden.
Quellen:
- Offizielle Verbandsseite des Shotokan International Swiss Federation SKISF
- Wikipedia, die freie Enzyklopädie
- Theoretische Grundlagen zum Shotokan Karate do
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