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Die Lohnschere geht bei uns nicht auf
George Sheldon ist Professor an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Basel. In einer Carte Blache der BaZ führt er uns aus, dass die Lohnschere in der Schweiz nicht aufgehe. Er nimmt damit Bezug auf eine Studie von Economiesuisse, welche statistisch vortäuscht, dass tiefe und mittlere Einkommen in den letzten Jahren durch Steuerreformen entlastet wurden und hohe Einkommen und Unternehmen in der jüngsten Vergangenheit nicht überdurchschnittlich von Steuersenkungen profitierten.
Meine Gedanken zu George Sheldons Ausführungen
George Sheldon legitimiert ein steigendes Lohngefälle damit, dass niedrig qualifizierte Jobs überhaupt gesichert werden können. Erhöhte Mindestlöhne aber hätten zu Folge, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich steigt. Denkt man dieses Theoriekonstrukt weiter, bedeutet dies in letzter Konsequenz, dass wir die Löhne bei niedrigqualifizierten Arbeiten möglichst tief halten müssen, damit nicht noch eine Attraktivität – also Nachfrage – auf dem Arbeitsmarkt geschaffen wird, was bei mangelndem Angebot an Stellen sozialer Unfriede oder gar Unruhen zur Folge haben könnte. Möglichst tiefe Löhne also für einen Teil unserer Bevölkerung, damit die hochqualifizierten Arbeitnehmenden, „in Ruhe“ weiterhin auf die Dienstleistungen derjenigen Arbeitsfelder zurückgreifen können, die sie selber nicht ausführen wollen. Dass die Gerechtigkeit dabei auf der Strecke bleibt, scheint im Tunnel des Angebots- und Nachfragedenkens kaum mehr relevant.