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Verwandte Reaktionen: Petasis-Reaktion
Organic Chemistry Portal: Mannich Reaction
Mannich-Reaktion
Die Mannich-Reaktion ist eine Dreikomponenten-Kondensation einer nicht-enolisierbaren Carbonylverbindung wie Formaldehyd mit einem Amin und einer enolisierbaren Carbonylverbindung oder einer anderen, C-aciden Verbindung, die zu aminomethylierten Produkten führt.
Mechanismus
Zuerst bildet sich aus dem Amin (oder Ammoniak) zusammen mit Formaldehyd ein Iminiumion:
Die CH-acide-Verbindung lässt sich leicht deprotonieren und befindet sich - mit dem hier aufgeführten Enolat als Zwischenstufe - in einer Keto-Enol-Tautomerie. Das Enolat greift das Iminiumion an:
Die Mannich-Reaktion lässt sich unter Verwendung von chiralen Organo- oder Metallkatalysatoren auch enantioselektiv durchführen.
Asymmetric Organocatalytic Synthesis of 4-Aminoisochromanones via a Direct One-Pot Intramolecular Mannich Reaction
F. Vetica, J. Fronert, R. Puttreddy, K. Rissanen, D. Enders, Synthesis, 2016, 48, 4451-4458.
Weitere, interessante Literaturstellen sind wie immer in der englischsprachigen Version enthalten!
Prof. Carl Mannich (1877-1947)
Der Deutsche Chemiker und Pharmazeut Carl Mannich beschäftigte sich hauptsächlich mit Naturstoffen, z.B. mit deren Aufreinigung und mit der Analyse des Morphin-Gehaltes in Opiumextrakten, was erlaubte, physiologisch wirksame Dosen genau festzulegen. Auch in der Strukturanalyse von Morphin gelangen Mannich mit den damals verwendeten Abbaureaktionen entscheidende Hinweise. Mit der 1912 unter "Ueber ein Kondensationsprodukt aus Formaldehyd, Ammoniak und Antipyrin" publizierten Reaktion, die heute unter seinem Namen als Mannich-Kondensation oder Mannich-Reaktion bekannt ist, konnten 1,3-Ketamine deutlich einfacher als mit den damaligen Synthesemethoden synthetisiert werden. Mannichs Arbeiten vor allem in der Naturstoffaufreinigung und Analyse mündeten in 153 Publikationen und 20 Patenten.