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Autor: Pierre-André Sieber (La Liberté)
Freiburg Gross war die Überraschung bei den Beamten des Polizeipostens Pilettes in der Stadt Freiburg, als im Juli letzten Jahres während mehreren Tagen ein Auto in ihrer Tiefgarage parkiert war, das nichts mit einem Polizeiauto zu tun hatte. Das Auto war den Polizisten vorerst unbekannt; eigentlich kommt man nur mit einem Spezialschlüssel in diese Garage.
Das Rätsel war schnell gelöst. «Die Beamten haben herausgefunden, dass die beiden Töchter von Erwin Jutzet und ihre Mitbewohnerin in diesem Fahrzeug gefahren sind», bestätigt die Polizeisprecherin Donatella Del Vecchio.
Wie es sich herausstellte, benutzten die Töchter von Erwin Jutzet einen Schlüssel, den die Kantonspolizei dem Sicherheits- und Justizdirektor anvertraut hatte.
«Ich bestreite das nicht», sagt Erwin Jutzet zum Vorfall. «Ich habe diesen Schlüssel meiner Tochter ausgeliehen, damit sie dort parkieren konnte. Aber ich würde es nicht mehr tun. Ich erkenne, dass es nicht sehr vernünftig war.»
Über seinen wissenschaftlicher Berater Didier Page lässt Jutzet mitteilen, dass seine Töchter in der besagten Juliwoche 2011 das Auto fuhren. Zu jenem Zeitpunkt habe der Staatsrat gerade in den Ferien geweilt. Ein Papier unter dem Scheibenwischer habe die Töchter darauf aufmerksam gemacht, dass sie dort nicht mehr parkieren sollten, und Erwin Jutzet wurde per SMS über dieses Vorkommnis informiert, so Page.
Gemäss der Polizei wurde der Fall noch in der gleichen Woche geregelt. Oder wie es die Sprecherin Donatella Del Vecchio ausdrückt: «Es wurde reagiert und Massnahmen getroffen, nachdem die Präsenz dieses Autos als nicht den Reglementen entsprechend eingestuft wurde.»
Die Sprecherin fügt hinzu: «Der Chef der Region Zentrum und die Chefs der allgemeinen Dienste wurden über den Zwischenfall informiert. Die Information wurde nicht auf das Niveau des Stabs oder des Kommandanten der Kantonspolizei weitergeleitet, weil er von geringer Wichtigkeit war.»
Trotzdem hat die Episode zu reden gegeben. Der Spezialschlüssel bietet Zugang zu einem Ort, in dem sich Polizeiautos befinden. Diese sind zwar abgeschlossen, aber in ihnen befindet sich sensibles Material.
Die Polizeisprecherin erklärt, warum ein Staatsrat über einen Schlüssel verfügt, der Zugang zu einem Parkplatz eines Gendarmeriepostens bietet: «Der betreffende Schlüssel erlaubt es, die Tür zur Garage und zur Tür zwischen Garage und Untergeschoss zu öffnen. Diese zweite Tür lässt sich zur persönlichen Sicherheit des Staatsrates öffnen. Sollte er verfolgt werden, könnte er dort einen geschützten Raum aufsuchen.»
Gemäss Auskunft der Polizeisprecherin kann dieser Schlüssel nur beim Posten für die bürgernahe Polizei Pilettes verwendet werden; er funktioniere nicht für Garagen anderer Posten. «Die Codierung der Schlüssel der Polizei erfolgt elektronisch», so Del Vecchio. «Aus diesem Grund ist kein spezielles Benützungsreglement nötig.»
bearbeitet von uh/FN
«Sollte der Staatsrat verfolgt werden, könnte er dort einen geschützten Raum aufsuchen.»
Autor: Donatella Del Vecchio
Autor: Sprecherin der Kantonspolizei