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Hermann, Architekt, geb. zu Landsberg a. d.
Warthe, besuchte in Berlin zunächst eine Realschule, dann das Köllnische Realgymnasium und wurde 1848 Schüler der dortigen
Bauschule. Später machte er Studienreisen in Deutschland, Italien, Griechenland, der Türkei, Österreich, den Niederlanden,
England und Frankreich, wurde königlicher
Baumeister und gründete 1859 mit Wilh.
Böckmann (s. d.) ein
Atelier für Architektur, das eine ausgedehnte Bauthätigkeit, namentlich im Renaissancestil, entwickelte. Er ist Professor
an der technischen Hochschule, Mitglied der Akademie in Berlin und Ehrenmitglied der Akademien zu Wien und Petersburg.
Eduard, Historien- und Genremaler, geb. 1824 als Sohn des Porträt- und Historienmalers
Johann E. (gest. 1854), bildete sich unter Leitung seines Vaters vorzugsweise
im historischen
Genre aus. Seine Bilder sind zwar von ansprechender Komposition und Gruppierung und in den Stoffen brillant
gemalt, aber es fehlt ihnen oft an geistiger Pointe und Wirkung. Dahin gehören z. B.:
Franz I. im Atelier des Benvenuto Cellini,
Shakespeare am Hof der Königin Elisabeth den
«Macbeth» vorlesend,
Kaiser Josephs Zusammentreffen mit Mozart,
die ziemlich verunglückte Anekdote vom Ei des Columbus, Schiller am Hof zu Weimar, Rembrandt in seinem Atelier, Elisabeth
und van Dyck, Rudolf IV. auf dem Bauplatz des St. Stephansdoms und die reinen Genrebilder: Schmollwinkel, vertrauliche Mitteilung,
Trunk und Schlägerei, Astrolog und Adept. Sehr beliebt war er eine Zeitlang als Porträtmaler.
Joseph, ungar. Bildhauer, geb. 1815 zu Satoralja-Ujhely
(Zempliner Komitat), verfertigte Schnitzarbeiten, die in Preßburg Aufsehen erregten und ihn 1832 zum Besuch der Akademie
in Wien veranlaßten, wo er mehrere Preise erhielt. 1836 ging er nach London, wo er die Kunstschule besuchte,
und 1847 nach Rom, wo er für den Prinzen Albert das
Modell einer Amazonengruppe in Marmor ausführte (im Schloß auf der
InselWight). Unter seinen übrigen Werken werden genannt: eine
Achillesgruppe, eine Parze, eine Gruppe der Unschuld, ein
gefangener Amor, zwei Jägerinnen und namentlich das 1880 in Budapest enthüllte Denkmal des Grafen Széchényi.
Friedr. Wilhelm, Bildhauer, geb. zu Grünhagen
bei Lüneburg, betrieb anfangs sechs Jahre lang in Paris und London die Elfenbeinschnitzerei, kehrte 1837 zurück und begann
auf Veranlassung der Königin Friederike die Bildhauerei in der polytechnischen Schule zu Hannover. Zwei
Jahre später ging er nach Kopenhagen zu Thorwaldsen, gab aber dessen Unterricht schon nach einem Jahr auf und zog 1841 nach
München, wo er sich noch sieben Jahre unter Schwanthaler ausbildete, dessen poetisch-romantischer Richtung er sich anschloß.
Hier entstanden z. B.: der lebensgroße Germane (1844), die Lorelei (1848),
Heinrich der Löwe als Reiterstatuette
und der erste Entwurf zu dem (später ausgeführten)Fries aus der Edda, den er 1851 in Kartonzeichnungen in London ausstellte.
Das Jahr 1848 nötigte ihn, sich der Malerei zuzuwenden; er ging nach Hamburg, porträtierte und zeichnete Kartons zu historischen
Wandgemälden, die nachher von namhaften Malern in der Umgegend von Hamburg ausgeführt wurden. 1855 wanderte
er nach Rom und schuf dort unter anderm: Amor auf dem Schwan (im Privatbesitz in Hamburg), Bacchus den Panther bändigend
(im Besitz des deutschen
Kaisers), Schleuderer mit dem Hund und als dessen Pendant: Mädchen mit dem Schwan. 1859 kehrte er
auf Veranlassung desKönigs Georg V. zurück, ließ sich in Hannover nieder und begann bald nachher die
Ausführung seines größten Werks, des 33 m langen, 0,90 m hohen
Frieses aus der nordischen Heldensage (im Schloß Marienburg
bei Hannover), 18 Darstellungen, die, mit dichterischem Sinn und bildnerischer Phantasie durchgeführt, die Nebelgestalten
der Edda in festen, dem germanischen Urcharakter entsprechenden Umrissen mit großer Klarheit zur Anschauung
bringen. Andre Werke, die seit seiner Übersiedelung nach Hannover entstanden, sind die nicht sehr bedeutende
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bronzene Schiller-Statue daselbst, Amor den Löwen bändigend (im Besitz des deutschen Kaisers), Christus die Kinder segnend,
Psyche im Begriff, den schlafenden Amor zu erdolchen, die von Howaldt in Kupfer getriebene kolossale Statue des heil. Michael
in Lichterfelde bei Berlin, eine sitzende Statue der Kurfürstin Sophie in Herrenhausen, ebenso ausgezeichnet durch
Porträtähnlichkeit und Naturwahrheit wie durch Hoheit und Würde der ganzen Erscheinung und namentlich durch die Behandlung
der Gewandstoffe, und die Komposition der drei Friese: Heinrichs des Löwen Wallfahrt nach Palästina, Geschichte von Amor
und Psyche und die Olympischen Spiele, von denen aber nur ein Teil der letztern zur Ausführung kam.