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Audiodaten enthalten Informationen, die durch das menschliche Ohr wahrgenommen werden sollen. Wie bei allen audiovisuellen Daten stellt sich die Frage nach der Datenkompression: Audiodaten in CD-Qualität beanspruchen 172 kB/s Speicherplatz. Kompressionsalgorithmen wie MP3 und Ogg Vorbis können diese Grösse auf etwa 15% reduzieren. Damit stehen die Archive vor dem bekannten Dilemma, dass unkomprimierte Dateien übermässig Speicherplatz brauchen, verlustbehaftet komprimierte Dateien aber auf lange Frist Probleme mit dem Datenverlust verursachen können. Als Alternative bieten sich verlustfreie Kompressionsalgorithmen für Audiodaten wie FLAC und ALAC an; diese benötigen rund 60% des Speicherplatzes. Entsprechend muss jedes Archiv für sich entscheiden, ob sich der Aufwand der Konvertierung mit der Speicherplatzeinsparung von 40% rechtfertigt oder nicht. Wie bei Videoformaten muss auch bei Audioformaten zwischen dem Container und den eigentlichen Audiodaten unterschieden werden. In der Regel werden aber ein Container und eine spezifische Codierung der Audiodaten (Codec) unter einem Namen zusammengefasst. Zu beachten gilt es zudem, dass mit einem Audioformat auf keine Weise die Qualität der Audiodaten festgelegt ist. Klar ist einzig, dass durch den Einsatz von verlustbehafteter Komprimierung ein Teil der ursprünglichen Qualität verloren geht. Das Archiv sollte bei Neuaufnahmen und bei Digitalisierungsprojekten unbedingt auf eine entsprechende Qualität achten. Bei Übernahme von digitalen Audiodaten lässt sich an der Qualität im Nachhinein nichts mehr ändern, es können allenfalls Verbesserungen für die Benutzung realisiert werden (Rauschunterdrückung etc.).
Für die Archive empfiehlt es sich, entweder die anfallenden Audiodateien unkomprimiert im WAV-Format (RIFF WAVE) oder als FLAC verlustfrei komprimiert zu archivieren.
Falls dem Archiv Audiodaten in verlustbehafteter komprimierter Form angeboten werden, z.B. im MP3-Format oder in Ogg Vorbis, macht eine Konvertierung in ein verlustfreies Format jedoch keinen Sinn. Einerseits ist der Informationsverlust ist nicht mehr rückgängig zu machen, anderseits benötigen die Daten viel mehr Speicherplatz bei gleicher Qualität. Es ist in einem solchen Fall besser, zur Vermeidung unnötiger Konvertierungszyklen das verlustbehaftete komprimierte Format zu akzeptieren und eine Konvertierung in das bevorzugte Format wie z.B. FLAC oder RIFF WAVE erst am Ende des Lebenszyklus des Formats vorzunehmen. Allerdings setzt dies ein aktives Monitoring des Lebenszyklus voraus.
Qualität (Abtastrate und Sampletiefe): Bei der Übernahme von Audio-CDs sind eine Abtastrate von 44,1 kHz, bei DAT 48 kHz, und eine Sampletiefe von 16 Bit vorgegeben. Beim Digitalisieren älterer analoger Datenträger ist eine höhere Qualität sinnvoll; Memoriav und die Schweizerische Nationalphonothek empfehlen hier 96 kHz und 24 Bit. Bei neu erstellten Audioaufnahmen ist in der Regel die Qualität durch die Produktionsumgebung vorgegeben.