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Der Norweger und ich sind auf dem Göppel unterwegs zum Preussenpark. Auf einem schmalen Kiesweg begegnen wir einer älteren Dame — im Schlepptau einen noch älteren Herr, der sowohl äusserlich als auch tempomässig einer mindestens einhundertjährigen Schildkröte ähnelt.
Er bewegt sich im Zentimetertakt mit Rollator vorwärts. Für einen Meter braucht er bestimmt eine halbe Minute. Als er uns (vorsichtig, da Schildkröte auf der Straße!) näherkommen sieht, leuchten seine Augen auf. Er erhebt seine Hand zitternd in die Luft, streckt sie uns entgegen und krächzt freudig:
„Vorsicht, ich bin unterweeeeheeeegs!“
Ach. Schildkrötenmännchen.
„Du biss aba schnell, Digga!“
Die Aussage richtet sich, wie ich erst im Nachhinein feststelle, an eine skateboard-fahrende Dogge, die mich auf meinem Spaziergang ganz gemächlich überholt.
Ja, das darf man ruhig zweimal lesen. Eine skateboard-fahrende Dogge. Die mich auf einem Skateboard überholt. Röchelnd, braunweiß-gefleckt, die Schnauze leicht gequetscht.
Ach Berlin.
„Haben Sie eine Tüte?“
Meine Frage ist an die wohl schönste Frau, die jemals einen kleinen italienischen Delikatessenladen bedient hat, gerichtet. Feurig rote Haare, grüne Augen; ihr Alter hat sie nur noch schöner gemacht, mit diesen Lachfältchen und dem Leben im Gesicht.
„Äh ja,“
sagt diese, und starrt zögernd auf meine zwei Flaschen Sangiovese.
„Allerdings gebe ich sie sehr ungern und würde Sie darum bitten, da zwanzig Cent zu spenden.“
Kein Problem. Ist ja oft so, dass eine Tüte was kostet. Sie aber weist auf eine kleine Dose mit Delfinen drauf, die sich glücklich im tiefblauen Ozean tummeln.
„Weil die armen Delfine hängen sonst immer in diesem Plastik rum.“
Noch nie in meinem Leben habe ich mich so schlecht gefühlt, meine eigene Tüte vergessen zu haben. Emotional geknickt — dafür mit Plastiksack — krieche ich aus dem Geschäft.