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Historische Bildquellen zum Zustand der Gletscher
Gletscher in Gebirgsräumen reagieren sehr sensibel auf Klimaveränderungen. Ihre Schwankungen gehören zu den deutlichsten Hinweisen auf Erwärmungs- und Abkühlungstendenzen, die uns die Natur vermittelt, da sie Temperatur- und Niederschlagstendenzen in allen Jahreszeiten integrieren. Neben schriftlichen Hinweisen erlauben es historische Bilddarstellungen von Gletschern in Form von Zeichnungen, Gemälden und frühen Fotografien erlauben es, Gletscherstände in den Alpen vom frühen 17. Jahrhundert an zu rekonstruieren.
Der Untere Grindelwaldgletscher im Berner Oberland ist diesbezüglich wohl der am besten untersuchte weltweit. Heinz Zumbühl rekonstruierte seine Schwankungen anhand von über 360 Bilddokumenten in Verbindung mit chronikalischen Aufzeichnungen der lokalen Bevölkerung und Berichten von Naturforschern (Zumbühl 1980; Zumbühl 2009).
Diese sehr frühe Fotografie wurde vom Pariser Porträtisten und Fotografen Alexandre Pierre Bertrand (1822-?) als Stereopaar erstellt. Er legte 1857 eine erste Serie von 110 Aufnahmen aus der Schweiz vor, zu denen die vorliegende gehört (publiziert mit Bewilligung von Yves Biselx, Association Valaisanne d'Images Anciennes).