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Kaltlufttropfen löst Gewitter aus
Am südlichen Rand eines kräftigen Hochdruckgebiets mit Zentrum über Skandinavien führte heute ein Kaltlufttropfen, der sich von Tschechien nach Mitteldeutschland verlagerte, kältere Luft zu den Alpen und sorgte für eine Labilisierung der Luftmasse.
Sonnig im Nordwesten und Hochnebel im Osten
In der Nordwestschweiz sowie im zentralen und östlichen Mittelland war es heute mit bis zu 10 Sonnenstunden in Basel und in Würenlingen meist sonnig. Die Temperaturen erreichten dabei Höchstwerte von 20.8 Grad in Basel und 20.2 Grad in Delémont. Im westlichen Mittelland war es heute trotz einiger Wolkenfelder mit 5 bis 7 Sonnenstunden ziemlich sonnig und in Genf, wie auch im Zentralwallis wurden sogar 22 Grad gemessen. Einzig vom Bodensee über St. Gallen bis ins Toggenburg verhinderte die aus Osten zugeführte Feuchtigkeit durch die Bildung einer Hochnebelschicht einen sonnigen Tag. In diesen Gebieten erinnerte das heutige Wetter mehr an einen Novembertag mit einer Maximumtemperatur von 11.5 Grad in St. Gallen.
Schauer und Gewitter in den Bergen
Während die Schweiz im Bodenfeld in einer Bisenströmung am südlichen Rand eines ausgedehnten Hochdruckgebiets über Skandinavien lag, führte heute in der Höhe ein Kaltlufttropfen kältere Luft zu den Alpen. Der Kaltlufttropfen über Deutschland sorgte damit für eine Labilisierung der Luftmasse. Durch diese Labilisierung bildeten sich bereits am Vormittag die ersten Schauer und gegen Mittag auch die ersten Gewitter in den zentralen Alpen. Im Laufe des Nachmittags gab es in den Voralpen und Alpen, im Jura sowie in Nord- und Mittelbünden weitere Schauer und lokal auch Gewitter.
Was ist ein Kaltlufttropfen?
Ein Kaltlufttropfen ist ein kaltes Höhentief, das typischerweise in einer Geopotentiellen Höhe von 500 hPa (ungefähr in 5600 Metern Höhe) gut sichtbar ist. Im Bodenfeld wird dagegen keine zyklonale Zirkulation ausgelöst. Der Kaltlufttropfen, der die Schweiz heute gestreift hat, ist in einem sogenannten Cut-Off-Prozess, einer Wirbelbildung aus einem Höhentrog, entstanden. Ein Kaltlufttropfen ist meistens mehr oder weniger rund und in dessen Mitte befindet sich die kälteste Luft. Im Vergleich zu einem Bodentief hat ein Kaltlufttropfen keine Fronten, verlagert sich aber dennoch üblicherweise mit der bodennahen Strömung. Das heisst, dass sich der heutige Kaltlufttropfen am südlichen Rand des Hochdruckgebiets nördlich der Schweiz Richtung Westen verlagert hat. An der Vorderseite eines Kaltlufttropfens findet Kaltluftadvektion statt, die eine Labilisierung der Luftschichten und in der Regel zu verstärkter Konvektion zur Folge hat, wie dies im heutigen Tagesverlauf beobachtet werden konnte.