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Der Anstieg der Unternehmensverschuldung in den Schwellenländern wird seit einiger Zeit breit thematisiert. Gemäss einer weit verbreiteten Ansicht führte die reichlich vorhandene Liquidität nach der globalen Finanzkrise zu einem Investitionsboom, der einen deutlichen Anstieg der Unternehmensverschuldung in den Schwellenländern zur Folge hatte. Angesichts steigender Fremdkapitalkosten könnten einige dieser Unternehmen nicht genügend Erträge erzielen, um ihre Schulden zu bedienen. Das wiederum könnte zu steigenden Ausfallraten führen.
Der US-Vermögensverwalter GMO untersuchte die Auswirkungen auf staatliche oder quasi-staatliche Unternehmensanleihen, die etwas weniger als zwei Drittel des Universums der Unternehmensschulden in Emerging Markets ausmachen.
"Wir gehen davon aus, dass diese Unternehmen in der Lage sein werden, den allmählich steigenden Zinsen standzuhalten. Der Investitionszyklus hat seinen Höhepunkt überschritten, und die Bedingungen sind reif für den Abbau des Fremdkapitals über den Free Cash Flow", meint Mustafa Ulukan von GMO. "Wir sehen erste positive Anzeichen, und wenn das globale BIP-Wachstum weiterhin ein robustes Umsatzwachstum ermöglicht, kann die Verschuldung ziemlich schnell reduziert werden".
Darüber hinaus war ein wesentliches Merkmal der jüngsten Kreditaufnahme die verlängerten Laufzeiten. Längere Kreditlaufzeiten bedeuten, dass die unmittelbaren Auswirkungen steigender Zinsen weniger gravierend sein werden und dem Management mehr Zeit bleibt, um zu reagieren.
Des weiteren stellt sich die Frage, ob die weltweit steigenden Zinsen einen plötzlichen Stopp der Liquidität bewirken könnten, z.B. als Folge eines ernsthaften globalen Handelskriegs, und eigentlich solvente Quasi-Staatsunternehmen zahlungsunfähig werden können.
Ulukan beurteilt diese Gefahr als weniger gross, denn die quasistaatlichen Unternehmen seien sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern besser positioniert, um Liquiditätsereignissen standzuhalten als ihre Mitbewerber. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass sie Geld nicht von internationalen Kapitalmärkten, sondern vor allem von lokalen und staatlichen Banken aufnehmen, die in einer gesunden Verfassung sind.