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Moody's stuft mehrere britische Banken herab
Moody's hat die Bonität von zwölf britischen Banken herabgestuft. Zu den betroffenen Banken gehört unter anderem die Royal Bank of Scotland (RBS). Sie hat viel Geld in Anleihen angeschlagener Euro-Staaten angelegt. Die Bank zählt zu den grössten Verlierern der globalen Finanzkrise von 2008. Derzeit liegen 82 Prozent ihrer Aktien beim Staat.
Sorgen um Substanz
Herabgestuft wurden ausserdem die Bausparkasse Nationwide, die Lloyds TSB Bank, das Grossbritannien-Geschäft der spanischen Bank Santander und mehrere kleine Bausparkassen. Die Herabstufung begründete Moody's damit, dass die Institute bei künftigen Notlagen weniger Hilfen der Regierung erwarten könnten.
Die britische «Financial Times» berichtete unterdessen, in der britischen Regierung wachse die Sorge, dass die RBS erneut eine Geldspritze vom Staat brauchen könnte. Es sei möglich, dass die RBS beim Ausfall von Staatspapieren aus den Ländern der Eurozone nicht genug Kapital hätte.
Die RBS hat viel Geld in Staatspapiere von Euro-Schuldenländern angelegt. Bereits im ersten Halbjahr korrigierte sie den Wert ihrer griechischen Staatsanleihen von 1,2 Milliarden Euro nach unten. In Italien hat sie noch 4 Milliarden Euro im Feuer. Die RBS hatte in den Jahren 2008 bis 2010 einen Verlust von rund 29 Milliarden Pfund angehäuft und musste verstaatlicht werden. Die Kosten für die Rettung der Bank belaufen sich laut Zeitung bislang auf 45 Milliarden Pfund.
Ein RBS-Sprecher sagte, es sei «pure Spekulation», in welchem Ausmass Banken von einem Ausfall von Staatspapieren getroffen werden könnten. RBS habe eine Eigenkapitalquote von 11,1 Prozent und sei damit eine der stärksten Banken in Europa.
Britische Regierung zuversichtlich
Der britische Schatzkanzler George Osborne versuchte, Zuversicht zu verbreiten. Der Plan der Regierung, die Schulden zu bewältigen, sei «zuverlässig», sagte Osborne dem Sender BBC. «Der Kurs harter geldpolitischer Massnahmen und verantwortlicher Finanzpolitik ist der richtige Weg, und diesem folgen wir.»
Erst am Donnerstag hatte die Bank of England (BoE) neues Geld in die britische Volkswirtschaft gebracht, um die lahmende Konjunktur in Fahrt zu bringen. Um zusätzliches Kapital für Investitionen bereitzustellen, sollen für 75 Milliarden Pfund Unternehmensanleihen gekauft werden. Bereits 2009 hatte die Bank so 200 Milliarden Pfund zur Verfügung gestellt. Der Chef der Bank of England, Mervyn King, bezeichnete die derzeitige Krise als möglicherweise schlimmer als die Depression der 1930er Jahre. (ank, sda/dapd/dpa)
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