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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

12. Buch
12. [11.] Über die Annahme, daß die Welt zwar nicht ewig sei, aber periodenweise unzähligemal entstehe und vergehe, entweder dieselbe oder immer wieder eine neue Welt.
Es gibt außerdem solche, die der Welt keine ewige Dauer zumessen, gleichviel, ob sie an unzählige Welten denken oder nur eine annehmen, die in bestimmten Zeiträumen unzähligemal entsteht und wieder untergeht; sie müssen wohl oder übel anerkennen, daß das Menschengeschlecht vordem ohne erzeugende Menschen bestanden habe. Denn sie sprechen von Weltuntergängen, nicht von Bränden und Überschwemmungen, die nicht gar den ganzen Erdkreis heimsuchen und deshalb immerhin einige Menschen zurücklassen, aus denen sich die frühere Zahl wieder ergänzen kann. Mit der Annahme von Weltuntergängen ist es unvereinbar, daß irgendetwas an Menschen in der Welt zurückbleibe; vielmehr wird nach ihrer Ansicht wie die Welt selbst aus ihrem Stoff so in ihr aus ihren Bestandteilen auch das Menschengeschlecht wiedergeboren und dann erst sproßt von Eltern das Geschlecht der Sterblichen wie das der übrigen Lebewesen.