Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/2389

Sind liberale Unternehmungen so liberal, dass man darin liberal kommunizieren kann? Prinzipliberal TM meint, dass in liberalen Unternehmungen, nach Maßgabe von deren Liberalität, jede mitarbeitende Person ihre Angst haben darf und fürchten kann, was sie als furchterregend ansieht. Es ist also nicht das Fehlen von Angst, das eine liberal geführte Unternehmung ausmacht. Eine offene Kommunikationskultur unterscheidet sich von einer funktional geführten darin, ob die Einzelnen ihre Angst offen kommunizieren dürfen oder ob ihnen dies mit stillen oder ausgesprochenen Vorschriften verboten ist. Eine Unternehmung ist auch erst dann liberal geführt, wenn die einzelnen Mitarbeitenden das fürchten dürfen, was sie jeweils als Bedrohung zum Beispiel der Unternehmungsentwicklung ansehen, oder ob sie in Klausuren und in regelmäßigen Sitzungen, gar in Mitarbeitergesprächen nur fürchten sollen, was andere ihnen als Bedrohung aufoktroyieren. Ein Sounding Board in einem Unternehmen würde über diese erweiterte Fragestellung rasch Auskunft geben. Sind die heutigen Führungsverantwortlichen so liberal, dass sie von einer funktionalen Führung absehen können? Wenn ja, wie könnte eine solche freie und kreative Führung aussehen?
Angst haben dürfen und sich frei fürchten dürfen, entspricht einer liberalen Kommunikationsstruktur. Alle Anzeichen deuten aber daraufhin, dass in Unternehmungen trotz besseren Wissens über Entscheidungskreativität die Angst vor der freien Äußerung wächst. Das bedeutet, dass die Befehlsstruktur in Unternehmungen, in der niemand Angst haben und der Einzelne sich nach Vorschrift fürchten soll, zunimmt. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Thema in liberal gesinnten Unternehmungen nach wie vor weitgehend tabuisiert wird und der Befreiungsschlag vieler Führungsverantwortlicher sich an die Hoffnung auf Moralvorschriften richtet, wie es viele Denkmodelle der katholischen und protestantischen Wirtschaftslehre vorgeben.
Mit Prinzipliberal TM halten wir an der Veränderbarkeit der einzelnen Menschen durch rationale Einsicht und einer Veränderbarkeit der Motivation fest. Wir legen einen Gegenentwurf fest zum illiberalen Menschenbild, das von dem methodischen Postulat einer unveränderlichen, egoistisch vorprogrammierten Menschennatur ausgeht. Die Betonung der je eigenen Überzeugung und Motivation, die Fähigkeit Gefühle zu zeigen, verleiht diesem Entwurf von Prinzipliberal TM seinen modernen Charakter. Ziel ist es, das eigene Handeln im kollektiven Umfeld zu erkennen und darauf aufbauend als freiwillige oder selber zu verantwortende Konsequenz auf negative Handlungen zu verzichten. Dieses biophile Ziel kommt sicherlich den Überzeugungen vieler Entscheidträger nahe. Prinzipliberal TM betont den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, zwischen Motivation und Handlungsresultat. Die zugehörige Kreativitätstechnik beruht auf den Regeln der Kommunikation, die den europäischen Liberalismus begründen. Es ist die Absicht von Prinzipliberal TM, diese Fähigkeit angstfrei zu kommunizieren in Unternehmungen salonfähig wie auch lernbar zu machen und damit den Mehrwert von Unternehmungen auch über außerökonomische Werte zu generieren.
Heiner Dübi ist Geschäftsführer und Alleinvorsitzender der CARDUN AG Führung & Kommunikation. Er ist seit 2007 lizensierter Fairnesscoach und –trainer für die deutschsprachige Schweiz.
Hauptsitz: CH-Winterthur
Für Antworten auf einen Blogbeitrag klicken Sie bitte hier.