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|11. Januar 1999

Klosters Heiligkreuz, Cham:
Klosterkühe zwangsweise im Zölibat
Im Landwirtschaftsbetrieb des Klosters Heiligkreuz wurde bisher der Muni wie ein unschuldig zu einer lebenslänglichen Kettenhaft Verurteilter gehalten (siehe www.vgt.ch/news/981012.htm). Das kräftige Tier, das von Natur aus ein Weidetier ist, verbrachte den grössten Teil seines Lebens an einer kurzen Kette zur Bewegungslosigkeit verurteilt. Das Kloster hat den Vorschlag des VgT, eine Laufbucht einzurichten, was ganz einfach und mit minimalen Kosten möglich wäre, stur abgelehnt und ist stattdessen - wie uns der Rechtsanwalt des Klosters mitteilte - zur künstlichen Besamung übergegangen. Mit anderen Worten: die Tierquälerei mit Munis wird einfach an die Besamungsstationen delegiert, wo die Munis völlig tierverachtend gehalten werden (Anbindehaltung mit zeitweiser Zwangsbewegung in einem mechanischen Karusell). Ob das den Kühen jetzt aufgezwungene Zölibat eine Folge der traditionellen Unterdrückung des Sextriebes durch die christliche Kirche oder der verbreiteten christlichen Unfähigkeit ist, Tiere als beseelte Mitgeschöpfe Gottes zu anerkennen, anstatt sie als Ausbeutungsobjekte zu betrachten, in falsch verstandener Auslegung von "Macht euch die Erde untertan"?