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Die Geschichte der Republik von Genf kreuzt sich im Laufe der fünf letzten Jahrhunderte mit die der Familie Turrettin, dessen Schloss Bois das väterliche Lehen darstellte.
In Europa, zerrissen von der Renaissance, durch die religiösen Kämpfe zwischen Reformierten und Katholiken, zog Genf auch als das protestantische Rom bekannt - zahlreiche Anhänger der neuen Doktrin an, die zu „persona non grata“ von ihren Vaterländern erklärt wurden. All diesen Immigranten fehlte es nicht an Mitteln, und mehrere von ihnen prägten das politische oder wirtschaftliche Leben der Stadt, bevor sie echte Dynastien gründeten. Unter diesen erkennt man mehrere Familien, die aus Italien kamen, wie die Micheli, die Eigentümer des Schlosses Crest, die Calandrini oder die Turettini.
In 1572 wich ein edler Seidenhändler, Francesco Turrettini, die Blitze der Inquisition aus, indem er sein Schloss Nozzano, bei der Stadt Lucques, aufgab. In seiner Flucht durchquerte er Europa, lebte einige Jahre in Lyon, Antwerpen und Basel. Schliesslich liess er sich in Zürich nieder. Im Laufe seiner Reiserei hörte er nicht auf, in den ergiebigen Seidenhandel zu investieren. Bei seiner Ankunft in Genf erreichte sein Vermögen kolossale Grösse. Die Niederlassung der Familie, deren Name zum französischen Turrettin wurde, fand ohne kleine Hindernisse statt, umso mehr weil Francesco in seinem Testament der Stadt eine grosse Summe hinterliess.
Zwei seiner Söhne spielten eine wichtige Rolle beim Calvinisten Dorf. Zuerst wurde Bénédict ein bekannter Theologe, dem man mit wichtigen diplomatischen Missionen bei den Reformierten in Holland anvertraute. Sein Bruder, Jean, erhielt in 1631 ein wichtiges Gebiet in der Nähe des Dorfes von Satigny. Dieses Gebiet umfasste mehrere Wälder der Wald von Merdisel, der Grand Bois und die Wälder des Schlosses - die dem Gebiet seinen Namen geben. Bei der Übernahme dieser Territorien, erhielt er auch wichtige herrschaftliche Privilegien. Der neue Lehnsherr konnte nach seinen Ideen die Herberge und das Kastel errichten. Er erhielt die Rechte der niedrigen, mittleren und hohen Justiz. Dies bedeutete, dass er jede Art von Vergehen selbst beurteilen konnte, und selbst die Todesstrafe verhängen konnte.
Die Daten über die Konstruktion des Gebäudes fehlen, aber man weiss, dass es sich um einen Vergnügenswohnsitz handelte, der keine kriegerische Verwendung hatte. Sein Eigentümer, der unglaublich reich wurde als er das Gebiet erhielt, schloss sich einem Pharaonischen Projekt von Wilhelm II von Orange an. Dieser niederländische Prinz hegte die Idee, eine europäische Wasserstrasse zu schaffen, die den Mittelmeerraum mit den Niederlanden verbindet. Das Unternehmen erwies sich eine als Katastrophe, die einen grossen Teil des Vermögens des Herrn des Schlosses Bois verschlang.
Trotz der finanziellen Schwierigkeiten, wurde das Herrenhaus wie auch die umliegenden Territorien von Vater zu Sohn vererbt. Nach und nach stellte die Familie, von deren fast alle Mitglieder einflussreiche Mitglieder der Stadt wurden, ihr Vermögen wieder her und fand ihren vergangenen Überfluss wieder. Während der Revolution blieb das Gebiet in den Händen der Turrettin. Er gehörte dann Jean-Daniel, der letzte Herr vom Schlosses Bois, der, wie alle Edelleute vom Kanton es taten, seine feudalen Rechte an die Republik von Genf verkaufte.
Wichtige Renovierungsarbeiten wurden im 19. Jahrhundert unternommen. Im folgenden Jahrhundert wurde die Modernisierung des Gebäudes fortgesetzt, aber das Gebäude diente besonders den Eigentümern als Zweitwohnung. Allerdings fand das Schloss seine Bestimmung seit etwa fünfzehn Jahre wieder, denn Guy van Berchem, Erbe der Familie Turettini und aktueller Eigentümer, wohnt mit seiner Familie hier.
Obwohl das Gebiet von Bois Weinanbauparzellen seit mehreren Jahrhunderten beherbergt, verkauft das Schloss erst Jahrgänge mit seinen Farben seit etwa zehn Jahren. Das Gebiet des Schlosses Bois dehnt sich auf mehr als 110 Hektar aus. Verschiedene Wälder besetzen etwas weniger als die Hälfte des Gebiets. Der Rest teilt sich zwischen landwirtschaftlichen Kulturen - fast 50 Hektar - Weiden und Weinberge. Reben werden auf etwa 4 Hektar kultiviert. Angesichts der Flächen, die jeder Aktivität übertragen sind, begreift man, dass das Schloss keine Weinbau- Berufung hat. Tatsächlich wurde die Traube bis zu einem neuen Zeitalter als ein Produkt unter anderen angesehen, das die Teilpächter an den Keller von Genf nach durchgeführter Weinlese lieferten.
Wie bei den meisten Parzellen des Kantons am Ende des Sees beschränkte sich der Rebsortenbestand auf die drei grossen klassischen: Chasselas, Gamay und Pinot Noir. Nach dem Beispiel der anderen Weinbaubetriebe wurde das Schloss schwer von einer Krise betroffen, die die achtziger und neunziger Jahre kennzeichnete: diese Schwierigkeiten veranlassten die Eigentümer veranlasst, ihre Strategie radikal zu ändern. Sie hörten auf, ihre Ernte an Genossenschaften zu liefern, um sie unter ihrer eigenen Etikette zu verkaufen. Ausserdem erweiterten sie ihr Sortiment und schlugen ihrer Kundschaft neue Spezialitäten oder Zusammensetzungen vor. Unser Gebiet veränderte sich also im Jahre 1996, das Jahr in dem die ersten Flaschen unter dem Etikett des Schloss des Bois verkauft wurden. Zehn Jahre später verlor der Chasselas seine Vorrangstellung und Nähe mit Chardonnay, Pinot gris und Sauvignon. Dieser geniesst alle Beachtungen des Önologen Matthias Jägger, der einige reserviert, um einen genannten Nachtischwein zu kreieren Les Bois d'Emilie.
Auf der Seite der Roten, waren die Veränderungen weniger markiert. Der Pinot noir und besonders der Gamay bilden das Hauptteil des Angebotes. Gamaret, Garanoir und Cabernet Sauvignon traten ebenfalls auf und vermischen sich im Le Bois des Chiens, eine hohe Zusammensetzung davon war in Eiche gesetzt, und gilt als Visitenkarte. Heute hat der Weinbaubetrieb seinen Rhythmus mit dem Kreuzen gefunden. Mit den Jahrgängen zum Zehnjährigen, fanden auch die anspruchsvollsten ihrer Kunden auch Genuss. Sogar die Liebhaber von Schaumweinen werden Freude haben, da ein Perlwein aus Pinot Gris im nächsten Jahr ausgearbeitet wird.
Unauffindbar in Supermärkten werden die Weine des Schlosses des Bois, die nicht für Restauratoren bestimmt sind, bei einer diversifizierten Kundschaft von Privatleuten abgesetzt, weil ein Drittel der Fläschchen die französische Schweiz verlässt. Diese Popularität erklärt sich zum Teil durch die allemanischen Ursprünge des Weinlagermeisters.
Die relative Vertraulichkeit, die dieses Gebiet umgibt, darf den Interessenten nicht davon abraten. Ein Besuch der neuen Keller, begleitet von einer Degustation kann man in wenigen Minuten mit Matthias Jägger planen, der Ihnen das diskreteste der französischen Weinbauschlössern zeigen wird.
Alexandre Truffer
@RomanDuVin.ch 2005
Bibliographie