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Die Verleihung des höchsten französischen Filmpreises César findet am Freitag ohne den Favoriten statt: Der mit Vergewaltigungs-Vorwürfen konfrontierte Regisseur Roman Polanski will der Zeremonie fernbleiben, wie er am Donnerstag mitteilte.
Er begründete dies mit der «Lynchjustiz» durch Frauenrechtlerinnen. Sie haben neue Proteste gegen den französisch-polnischen Filmemacher angekündigt, der mit seinem neuen Film «Intrige» in zwölf Kategorien nominiert ist.
Polanski verwies darauf, dass die Aktivistinnen vor dem Pariser Konzertsaal Pleyel demonstrieren wollen, wo die César-Gala am Freitagabend stattfindet. Zudem gebe es Unruhe wegen der Akademieleitung, die nach Vorwürfen der Intransparenz und autoritärer Strukturen vor knapp zwei Wochen geschlossen zurückgetreten war. Die César-Verleihung werde deshalb «eher ein Symposium als ein Fest des Kinos, das seine grössten Talente ehrt», erklärte Polanski.
Die Akademie-Führung war auch wegen der zwölf Nominierungen für Polanski in die Kritik geraten, der unter anderem auf den Preis als bester Regisseur hoffen kann.
Kurz vor dem Filmstart von «Intrige» im November hatte ein früheres Model Polanski vorgeworfen, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher bestreitet dies. In den USA wird er weiter wegen Missbrauchs einer Minderjährigen in den 70er Jahren gesucht, den er auch eingeräumt hat. (aeg/sda/afp)