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Was den Ursprung und Zweck der Beschneidung anlangt, so ist es sehr wahrscheinlich, daß die Hebräer dieselbe von den Ägyptern entlehnt
haben, bei denen sie aber nur in der Priester- und Kriegerkaste eingeführt war. IhreErklärung aus medizinischen
und ähnlichen Gründen ist abzuweisen und ihre rein religiöse Bedeutung festzuhalten und zwar schon deshalb, weil die Beschneidung als
Bundeszeichen gilt, als die Weihe und das Siegel der Zugehörigkeit zu dem erwählten priesterlichen Volk.
Die Beschneidung, welche vielleicht mit dem Phallosdienst der Ägypter zusammenhing, war den Israeliten
als Zeichen des Bundesmit Gott ein Reinigungsakt. Den Idumäern zwang Hyrkanos, als er sie mit den Juden vereinigte (129 v. Chr.),
den Ituräern Aristobul die Beschneidung auf. Bei den Arabern, die von Ismael, Abrahams Sohn von Hagar, den Ursprung der Beschneidung herleiten,
war sie von jeher gebräuchlich; Mohammed behielt sie bei, und so fand sie als religiöse Satzung auch
bei den Persern und Türken Eingang.
Hier wird sie zwischen dem 6. und 15., am häufigsten aber im 13. Lebensjahr vollzogen
(1. Mos. 17, 25),. während die gesetzliche
Vorschrift der Juden den achten Tag nach der Geburt dazu festsetzt. Die Beschneidung ward bei Juden und Ägyptern früher
mit steinernem Messer ausgeführt, jetzt vollzieht dieselbe ein besonders dazu Angestellter (Mohel, »Beschneider«),