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Was Du willst, will ich auch: Oracle hat überraschend ein Kampfangebot für das US-Softwarehaus Retek abgegeben, auf das auch SAP ein Auge geworfen hat.
Mangelnde Umtriebigkeit kann man Oracle sicher nicht vorwerfen. Gestern Abend hat die Ellison-Company überraschend ein Kampfangebot für die Übernahme von Retek abgegeben, ein Softwarehaus, das SAP wahrscheinlich schon fest in seinem Stall
glaubte. Oracles Gebot von 9 Dollar pro Retek-Aktie hat einen Gesamtwert von rund 524 Millionen Dollar und liegt rund 6 Prozent über dem Angebot von SAP. Das SAP-Angebot, das der Retek-Verwaltungsrat befürwortet hatte, war vor 10 Tagen angekündigt worden
Retek ist vor allem in Nordamerika aktiv und stellt Business-Software für Handelunternehmen, insbesondere den Retail, her. Zu seinen Kunden gehören zum Beispiel Best Buy und Gap.
Oracles CEO Larry Ellison erklärte, man habe schon früher Übernahmegespräche mit Retek geführt, sei aber bisher noch von der Peoplesoft-Integration "abgelenkt" worden. Oracle wolle seine Nummer 1 Position in den USA verteidigen. Gleichzeitig deutete er auch bereits weitere Übernahmepläne an: Oracle habe immer noch genügend Cash um "in den nächsten 12 Monaten eine grössere Transaktion" ins Auge zu fassen.
Der direkte Konkurrenzkampf zwischen SAP und Oracle (Bild) scheint sich nach der Peoplesoft-Übernahme nun deutlich aufzuheizen
. Es ist durchaus möglich, dass sich das Gerangel um Retek zu einem Prestigekampf entwickelt. Ellison könnte also Recht haben mit seinem Spruch: "Oben bei Retek werden sie sich freuen." (Hans Jörg Maron)