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Biologische Marker des Alkoholkonsums und des Alkoholmissbrauchs (Teil 1)
Autoren
Dipl. pharm. Christian Lanz
, Prof. Dr. med. Bernhard H. Lauterburg
Lernziele
Sie werden mit einigen wesentlichen Begriffen im Bereich des Alkoholkonsums, des Alkoholmissbrauchs und der Alkoholabhängigkeit vertraut.
Sie lernen, die Schwierigkeiten bei der Diagnose von Alkoholproblemen und die Notwendigkeit objektivierbarer Diagnoseverfahren zu verstehen. Sie erhalten Einblick in die verschiedenen diagnostischen Hilfsmittel und lernen in den Grundzügen deren Bedeutung, Wert und Grenzen kennen.
Sie lernen die Bedeutung der klinischen Chemie bei der Diagnose von Alkoholproblemen kennen und verstehen das Konzept der biologischen Alkoholmarker.
Sie kennen die wesentlichen Charakteristika der wichtigen, gebräuchlichen oder vorgeschlagenen Alkoholmarker und können deren Einsatzgebiet, den Nutzen, die wesentlichen Vor- und Nachteile und ihre Grenzen erklären.
Zusammenfassung
Alkoholprobleme sind in allen ethnischen Gruppen verbreitet und stellen eine enorme Belastung für die Betroffenen und die Gesellschaft dar. Die Diagnose ist alleine auf Grund der Anamnese und des klinischen Bildes oft schwierig zu stellen. Neben der Verwendung von standardisierten Fragebogen kommt der Bestimmung von Alkoholmarkern im Rahmen der klinischen Chemie erhebliche Bedeutung als Hilfsmittel zur Diagnosestellung zu. Dabei werden endogene oder exogene Substanzen in Patientenproben (Atemluft, Blut, Urin, Haar) quantitativ bestimmt, um Rückschlüsse über den Zeitpunkt, die Dauer und das Ausmass des Alkoholkonsums zu ziehen. Alkoholmarker steigen bei akutem (Rückfallsmarker) und/oder chronischem (Screeningmarker) Alkoholkonsum an und normalisieren sich bei Abstinenz. Ideale Marker bleiben durch andere Krankheiten oder Störungen unbeeinflusst (hohe Spezifizität) und lassen eine Unterscheidung zwischen unbedenklichem Konsum und Alkoholmissbrauch zu. Kein zur Zeit verwendeter oder diskutierter Laborparameter vermag alle Kriterien zu erfüllen, so dass die Diagnose eines Alkoholproblems nicht alleine auf Laborergebnisse gestützt werden darf. Alkoholmarker sind wertvolle Bausteine, die im Gesamtzusammenhang der Anamnese und des klinischen Bildes des Patienten beurteilt werden müssen.