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Seit Monaten landet immer neuer Müll aus Japan in Kanada oder an den Stränden der US-Bundesstaaten Alaska, Kalifornien, Washington oder Oregon. Im März 2012 tauchte ein 60 Meter langes Geisterschiff auf. Nachdem es 8000 Kilometer über den Ozean getrieben war, wurde es von der US-Küstenwache versenkt. Oftmals werden auch Plastikkanister und Styropor-Bojen aus dem Meer gefischt. Diese werden in Japan für die Austernzucht genutzt.
Jetzt erreicht der im Meer treibende Müll aber eine völlig neue Dimension: eine künstliche „Insel“ bestehend aus Überresten von Häusern, Booten und Strassen, die nach dem verheerenden Tsunami vom 11. März 2011 in Japan im Meer verschwanden. Etwa eine Million Tonnen schwer, schwimmen die Trümmer momentan nordöstlich von Hawaii und treiben unaufhaltsam auf die US-Westküste zu. Für deren Flora und Fauna könnten die im Müll enthaltenen Giftstoffe katastrophale Folgen haben.
Diese gewaltige Abfall-Insel ist leider nur eine von vielen. Die Meeresschutzorganisation Oceana nimmt an, dass weltweit stündlich 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden. Unzählige Abfallteile werden dabei von den Strömungen zusammengetrieben. Die UNESCO will verstärkt darauf aufmerksam machen und ernannte die grossen Abfallinseln zu einem „Staat“ mit dem Namen „Garbage Patch“ („Müllfleck“). Dieser schliesst fünf Gebiete in den Ozeanen (Nord- und Südpazifik, Nord- und Südatlantik, Indischer Ozean) ein, in denen Abfall zusammen“wächst“ und eine durchgängige Oberfläche entstehen lässt.
„Das ist gerade mal der Anfang. Wir sollten uns auf eine riesige Reinigungsaktion gefasst machen.“ Curtis Ebbesmeye, Ozeanograf (April 2012)
Das grösste Gebilde wird als „Great Pacific Garbage Patch“ bezeichnet und wurde 2009 entdeckt. Dieses schwimmt im Nordpazifik zwischen den Küsten Chinas und den USA und wird auf die 32-fache Grösse der Schweiz geschätzt. Davon ausgehend, dass auch die anderen vier Gebiete eine annähernde Grösse aufweisen, würde zusammengerechnet ein weiterer Kontinent entstehen. Doch die Belastung nimmt nicht ab. Abfälle aller Art werden von Müllhalden an der Küste oftmals direkt ins Meer gekippt. Genauso handhaben es viele mit Abfall beladene Schiffe. Durch Wellenbewegung und UV-Licht werden die Teile mit der Zeit zerkleinert. Dadurch werden diese von verschiedenen Meeresbewohnern, unter anderem auch von Plankton, als Nahrung aufgenommen. Grosse Abfälle werden in vielen Fällen direkt von Tieren gefressen. Regelmässig werden beispielsweise verendete Wale und Vögel an den Künsten angeschwemmt, deren Todesursache die Umweltverschmutzung ist.