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Landi Tentlingen bleibt selbständig
Autor: josef jungo
In Marly ist ein Landimarkt mit Top-Shop, Tankstelle und Waschanlage geplant. Das Land hat die fenaco schon früher erworben. Noch im Jahre 2006 war vorgesehen, dass die fenaco das Zentrum erstellt und die Landi Tentlingen es in einem Mietverhältnis führt.
Verzögerung beträgt sechs Monate
Der neue Landimarkt in Marly soll dereinst von der Landi Sarine SA geführt werden. Deren Gründung erfolgt auf den 1. Januar 2009. Die fenaco geht davon aus, dass die Baubewilligung nach Erledigung der zwei Einsprachen bis zum Herbst 2008 erteilt wird. Mit einer sechsmonatigen Verzögerung sollte der Landimarkt dann im Juli 2009 eröffnet werden können. Dabei sollte der Laden in Marly mit Shop und Tankstelle jährlich einen Umsatz von 8,6 Mio. Franken erzielen, vorausgesetzt allerdings, dass die Lan-di Tentlingen ihren Laden schliesst. Geschlossen werden sollte auch die Futtermühle von Tentlingen.
Wie es zum Projekt Marly kam
Die Landi Tentlingen eröffnete im Jahre 1998 einen Laden mit einer Verkaufsfläche von 400 m2. Die knappen Platzverhältnisse führten aber bald zu Problemen mit dem Verkehr und den Parkplätzen. Im Jahre 2003 wurde der Landi-Laden an der Zeughausstrasse in Freiburg geschlossen. Diese Schliessung brachte Tentlingen viele neue Kunden.
In den Jahren 2004/2005 suchte die Landi Tentlingen das Gespräch mit den Genossenschaften im Bezirk und der fenaco Mittelland. Aus diesen Besprechungen ging eine Studie über das Marktpotenzial in der Region hervor, die zum Schluss kam, dass sich die Standorte Flamatt, Düdingen/Tafers und Marly für den Aufbau von Landi-Märkten eignen. Tentlingen schlug der fenaco den Kauf einer ideal gelegenen Parzelle von rund 10 000 m2 in Marly vor. Die Kosten für das Projekt ohne Land wurden in einer ersten Studie auf 8 Mio. Franken berechnet. Damals ging man auch von einer Mietlösung aus. An der Generalversammlung 2006 bewilligten die Genossenschafter von Tentlingen 2,5 Mio. Franken für die Einrichtung und das Inventar dieses Ladens. Am 25. November 2007 teilte Jürg Hiltbrand, Mitglied der Geschäftsleitung der fenaco, Andreas Aeby, dem Präsidenten der Landi Tentlingen, mit, dass in der Geschäftsleitung ein «ungutes Gefühl» herrsche und die Wirtschaftlichkeit des Projekts nicht erwiesen sei. Die Kreditfreigabe wurde deshalb vertagt. Laut Aeby kam es auch wegen der Mischfutterherstellung – Provimi und Protektor – zwischen der fenaco und der Landi zu Meinungsverschiedenheiten.
Mietlösung vom Tisch
Im Dezember 2007 nahm die Projektgruppe unter der Leitung von Andreas Aeby die Arbeit auf. An dieser Sitzung trat Dominique Romanens, der Leiter der fenaco Westschweiz, als Verantwortlicher für das Projekt Marly auf. Gleichzeitig eröffnete er Tentlingen, dass die Mietlösung vom Tisch sei, was in der Genossenschaft zu Unbehagen führte. In Tentlingen sollte nur noch die Getreidesammelstelle und der Agrarhandel bleiben.
An der Generalversammlung vom 21. April billigte die fenaco der Landi Tentlingen zu, den definitiven Entscheid über die vollständige Eingabe in die Landi Sarine SA bis Frühjahr 2009 hinauszuschieben. Jedem Mitglied würden vom eingebrachten Aktienkapital zudem 5000 Franken bar ausbezahlt, 10 000 Franken würden als Aktienkapital verbleiben. Nach einer ausgiebigen Diskussion lehnten die Genossenschafter aber eine Beteiligung an der Landi Sarine SA einstimmig ab.