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Werden Menschen unsympathisch, weil sie etwas tun, was einem nicht passt? Oder sind manche Menschen einfach unsympathisch?
Wie auch immer: Sie war keine Sympathieträgerin. Ich saß im Zug, gemeinsam mit unzähligen anderen Menschen. Die meisten von denen schienen wie ich zu wissen, dass ein Zug lange genug anhält, dass man aussteigen kann. Und wenn er nicht anhält, kann man nicht aussteigen. Sie schien das nicht zu wissen. Und wie immer: Genau die Menschen, die sich seltsam, unbeholfen verhalten, sind die unsicheren. Madame wackelte als quer durch den Zug, kurz nachdem dieser angefahren war. Sie stöckelte die Treppe hinab und stellte sich vor die rechte Türe. Vorsichtshalber drückte sie schon mal den Knopf zum öffnen. Der schaukelnde Zug hielt sie in ständiger Bewegung. Sie versuchte krampfhaft, das Gleichgewicht zu halten und ich meine Beherrschung. Das Grinsen zu unterdrücken war anstrengend.
Als endlich die nächste Station angesagt wurde, gesellten sich viele andere Passagiere zu ihr. Sie stellte sich noch näher an die Türe und drückte abermals den Knopf. Der Zug hatte den Bahnhof noch nicht erreicht und das Tempo nicht reduziert. Als er dieses begann, drohte sie abermals zu stürzen. Allerdings war nun der Vorraum derart voll mit Menschen, dass kein einzelner hinfallen konnte.
Der Zug fuhr in den Bahnhof ein und hielt an. Madame drückte neuerlich den Knopf. Und siehe da: Die Türe öffnete sich, alle Menschen drehten sich um und verließen den Zug auf der linken Seite! Sie stand nun zuhinterst und konnte den Zug als eine der letzten verlassen. Endlich konnte ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen. Sie starrte mich fragend an. Ich lachte einfach los. Ihrem Blick nach zu urteilen, war ich ihr auch nicht sympathisch.