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Das Weibchen hat einen schwarz und weiß gefleckten Vorderhals. Der Kiebitz findet sich überall in der
Alten Welt vom 61.° nördl.
Br. bis Nordindien und Nordafrika, am häufigsten in
Holland; bei uns erscheint er im ersten Frühjahr
und weilt bis
September. Dem großen Wanderheer ziehen stets einzelne
Vögel voraus. Er bewohnt sumpfige
Wiesen, ist ungemein
lebhaft und beweglich, läuft zierlich und behend, fliegt vortrefflich und mit den mannigfaltigsten Wendungen, spielt beim
Gehen undFliegen
[* 17] beständig mit seiner
Holle und läßt seine
Stimme fleißig ertönen.
Der Kiebitz zeigt große geistige Begabung und eine unermüdliche Wachsamkeit, durch welche er auch andre
Vögel schützt und den
Jägern verhaßt wird. Er nährt sich von Regenwürmern, Insektenlarven,
Schnecken
[* 18] etc. und trinkt und badet mehrmals am
Tag.
Er nistet in seichten Vertiefungen auf
Wiesen, feuchten
Äckern, legt Ende März oder Anfang April vier
große, birnförmige, matt olivengrüne oder bräunliche, dunkel punktierte
Eier
[* 19] (s. Tafel
»Eier II«,
[* 1]
Fig. 8) und verteidigt
diese und die
Jungen mit größter Kühnheit.
Das Weibchen zeitigt die
Eier in 16
Tagen. In der Gefangenschaft hält er sich sehr gut; sein
Fleisch ist
unschmackhaft, wird aber in Südeuropa gegessen. Bei uns bilden die
Eier eine Delikatesse, doch stammen die
»Kiebitzeier« des
Handels nur zum kleinern Teil vom Kiebitz her. Sie werden hart gekocht, wobei das
Eiweiß durchsichtig bleibt. Als
Surrogate gehen
die sehr schmackhaften Lachmöwen- und andre Möweneier, auch wohl
Krähen- und Teichhuhneier. Auch die
Eier des Goldregenpfeifers, des Rotschenkels, des Kampfhahns, der
Bekassine und Avocette kommen gelegentlich als
Kiebitzeier
auf den
Markt.
Jung eingefangene Kiebitze werden zahm und zutraulich.
besonderer Form sind die Kiefer bei manchen Seeigeln, indem sie, fünf an der Zahl, mit den sie verbindenden harten Teilen des
Mundskeletts eine fünfseitige Pyramide (Laterne des Aristoteles, s. Tafel »Echinodermen«) bilden. Ebenfalls sehr charakteristisch
und zwar von Gestalt eines Vogelschnabels sind die Kiefer bei den Tintenschnecken.
[* 23] Bei den Krebsen, Insekten
[* 24] etc. bewegen sich die in ihrer ursprünglichen Form seitlich gegeneinander, verwandeln sich
jedoch häufig in röhrenartige Saugapparate (z. B. bei Schmetterlingen in den Rüssel) oder auch in Stechborsten.
Bei den Wirbeltieren bewegt sich der Unterkiefer in senkrechter Richtung gegen den gewöhnlich unbeweglichen Oberkiefer; beide
Kiefer tragen meist Zähne
[* 25] und sind nur selten (z. B. bei den Vögeln) zahnlos und mit Horn bekleidet. Der Unterkiefer
besteht aus zwei seitlichen, gewöhnlich aber in der Mittellinie des Gesichts miteinander verschmolzenen Stücken; der Oberkiefer
ist ebenfalls doppelt, jedoch stoßen sein rechter und linker Teil nicht direkt aneinander, sondern sind durch den sogen.
Zwischenkiefer getrennt. Letzterer trägt bei den Säugetieren die Schneidezähne und ist meist deutlich
als besonderer Knochen
[* 26] erkennbar, bei den Affen
[* 27] und noch mehr beim Menschen aber so innig mit den Oberkiefern verwachsen, daß
man lange Zeit an seiner Selbständigkeit zweifelte. Wegen der Kiefer des Menschen vgl. Schädel.
Zur ersten Gruppe (PineaEndl.), mit ungeflügelten Früchten, lange geschlossen bleibenden, am Ende des zweiten, selten im Anfang
des dritten Jahrs abfallenden Zapfen, gehört die Pinie(P.PineaL.), ein 15-30 m hoher Baum mit meist schirmförmig ausgebreiteter
Krone, im Alter rissiger, äußerlich graubrauner, innen lebhaft rotbrauner Rinde, meist gepaart stehenden,
13-20 cm langen, kurz stachelspitzigen, hellgrünen Nadeln, großen, eirundlichen, hell zimtbraunen Zapfen, ziemlich breiten
und dicken Fruchttellern, schwach pyramidenförmigem Schild, stumpfem Nabel und ziemlich harter Fruchtschale.
Der Stamm ist je nach dem Boden und dem Schluß gerade und bis hoch hinauf ohne Äste oder niedrig, gekrümmt, geknickt und teilt
sich dann schon in geringer Höhe in starke, abstehende Äste. Der untere Teil des Stammes ist mit dicker, längsrissiger Borke
bedeckt; nach oben hin geht die Farbe der Rinde durch Rotbraun in leuchtendes Braungelb über, welches den
sich sehr leicht und unaufhörlich ablösenden papierdünnen Rindenhäuten angehört. In gutem Schluß wirft die Kiefer sehr hoch
hinauf die abgestorbenen Äste ab und bildet nur eine unbedeutende, lockere Krone; in freiem Stande dagegen bekommt sie eine
weit ausgreifende, fast kuppelförmig gewölbte und abgestufte und namentlich unter Laubholz eine schirmförmige
Krone, die täuschend derjenigen der Pinie gleicht.
Junge Kiefern erscheinen spitz eiförmig und erhalten im Mai ein eigentümliches Ansehen, wenn sich die neuen senkrecht
stehenden Triebe mit den silberglänzenden Scheiden eben bis zum Erscheinen der Nadeln entwickelt haben. Die
Nadeln sind matt blaugrün und je nach der Fruchtbarkeit des Standortes 2,5 bis fast 8 cm lang. Die Blüten sind bisweilen sehr
ungleich verteilt, und es gibt Bäume, welche sehr reich an männlichen Blüten sind und dagegen nur wenige weibliche entwickeln.
Die erstern enthalten ungemein viel schwefelgelben Blütenstaub, der, in Regenpfützen zusammengeschwemmt,
Veranlassung zur Fabel vom Schwefelregen gegeben hat. Die weiblichen Blüten bilden etwa erbsengroße, schmutzig kirschrote
Zäpfchen. Die Zapfen sind kegelförmig; stets etwas ungleichseitig; sie reifen im Oktober des zweiten Jahrs, aber erst im März
oder April des dritten Jahrs fallen die geflügelten Samen aus. Die Wurzeln dringen ziemlich tief in den
Boden ein; der entschieden ausgebildeten Pfahlwurzel gesellen sich später kräftige Seitenwurzeln bei.
Die Keimpflanze zeigt 5-6 Keimnadeln, und am ersten, bisweilen auch noch am zweiten und dritten Jahrestrieb stehen die Nadeln
einzeln. Die Kiefer wächst in der ersten Hälfte ihres Lebens viel schneller als in der zweiten; vom 50.-80.
Lebensjahr wächst sie langsamer, aber gleichmäßig fort und erreicht ein Alter von ca. 300 Jahren. Die Kiefer besitzt unter den
europäischen Abietineen den größten Verbreitungsbezirk; sie findet sich vom westlichen Spanien
[* 45] bis an den Amur, von Lappland
bis Oberitalien
[* 46] und vom nördlichen Rußland und Westsibirien bis Kleinasien und Persien,
[* 47] nördlich geht
sie bis zur Grenze des Baumwuchses. Sie geht in den mitteldeutschen Gebirgen bis 786, in den bayrischen Alpen
[* 48] bis 1600, im Engadin
bis 1950, in der Sierra Nevada bis 2100 m. Sie besitzt eine ungemein hohe forstwirtschaftliche Bedeutung: sie
bedeckt allein im
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