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Der Umzug
Der Zug der Zünfte besteht aus 3500 Personen, 350 Reitern, 50 von Pferden gezogenen Wagen und 30 Musikkorps. Die Zugsordnung wird jährlich im Herbst ausgelost. Der Umzug, der jeweils unter anderem von einem Gastkanton angeführt wird, startet um 15 Uhr in der unteren Bahnhofstrasse und endet auf dem Sechseläutenplatz. Tausende Schaulustige säumen dabei die Zürcher Strassen.
Die Geschichte des Sechseläuten
Das Sechseläuten geht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Dazumal entschieden die Zürcher Zünfte, dass die Arbeitszeit im Sommer um eine Stunde verlängert wird. Während im Winter bereits um fünf Uhr abends Feierabend war, musste in der warmen Jahreszeit bis um sechs Uhr gearbeitet werden. Zum Zeichen des Frühlingsbeginns läutete daher am ersten Montag nach der Tagundnachtgleiche die zweitgrösste Glocke des Grossmünsters pünktlich um sechs Uhr. Der Frühlingsbeginn also, das sogenannte «Sechs-Uhr-Läuten». Dies hat sich seit dem 16. Jahrhundert nicht mehr geändert.
Heute wird das Sechseläuten allerdings nicht mehr am ersten Montag nach der Tagundnachtgleiche gefeiert: Seit 1952 findet das Zürcher Frühlingsfest am dritten Montag im Monat April statt. Fällt das Fest allerdings – wie in diesem Jahr – in eine Karwoche, wird das Sechseläuten bereits am zweiten Montag des Aprils abgehalten.
Der Böögg
Seinen Ursprung hat die Verbrennung des Bööggs in der Zürcher Innenstadt – im Kratzquartier, dem heutigen Gebiet zwischen Fraumünster und Bürkliplatz. Gebunden an die Tagundnachtgleiche im Frühling verbrannten dort die sogenannten «Chrätzler-Bueben» auf Richtplätzen einen oder mehrere Bööggen und fühlten diese auch mit zahlreichen Feuerwerkskörpern.
Ins Sechseläuten integriert wurde der Böögg von Widder-Zünfter Heinrich Cramer, der den ersten «offiziellen» Knabenumzug organisierte und damit Ordnung brachte in die unkoordinierten Umzüge der «Chrätzler-Bueben». 1892 wurde die Verbrennung des Bööggs dann fester Bestandteil des Sechseläutens.
Bögg-Orakel: Die schlechtesten Sommerprognosen der letzten 30 Jahre
|Platz 1||2016||43 Minuten 34 Sekunden|
|Platz 2||2013||35 Minuten 11 Sekunden|
|Platz 3||2001||26 Minuten 23 Sekunden|
Die Gestalt eines Schneemanns hat der Böögg seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sein Name bedeutet in Zürich «verkleidete, vermummte Gestalt». Der Böögg thront auf einem 10 Meter hohen Holzhaufen, der jeweils um 18 Uhr angezündet wird. Er ist 3.4 Meter gross, 100 Kilogramm schwer, hat einen Körperumfang von 2.8 Metern und einen Kopfumfang von 1.8 Metern. Je schneller der Kopf des Bööggs explodiert, desto schöner wird der Sommer, sagt der Volksmund.
Dieses Jahr dauerte es 17 Minuten und 44 Sekunden, bis der Kopf des Bööggs in die Luft flog. Der Knall kam unerwartet, da die Flammen erst gerade begonnen hatten, am Körper des Schneemanns emporzuzüngeln. 2018 war der Kopf nach 20 Minuten und 31 Sekunden in Stücke gegangen. Die kürzeste Brenndauer hatte der Böögg 1956 mit weniger als vier Minuten. 2016 war der Kopf zu Boden gefallen, bevor er explodierte, und 1993 war der ganze Böögg in Schieflage geraten und umgestürzt.
Bögg-Orakel: Die schönsten Sommerprognosen der letzten 30 Jahre
|Platz 1||2003||5 Minuten 42 Sekunden|
|Platz 2||1995||5 Minuten 51 Sekunden|
|Platz 3||2014||7 Minuten 23 Sekunden|
Bienvenue Strasbourg
Freude am Verbrennen des Bööggs dürfte auch Strassburg haben. Dieses Jahr wurde nämlich nicht wie üblicherweise ein Gastkanton eingeladen, sondern die elsässische Hauptstadt. Fussball-Experte Gilbert Gress, der aus Strassburg stammt, ist als Ehrengast präsent.
Unter den geladenen Gästen finden sich auch Politikerinnen und Politiker: Bundesrätin Karin Keller-Sutter, sowie die Bundesräte Guy Parmelin und Ignazio Cassis – ebenso wie der ehemalige Bundesrat Johann Schneider-Ammann.