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Mal was Intelligentes
«Schreib mal was Intelligentes», sagte kürzlich einer zu mir.
Ich fragte mich: Was ist intelligent, wirklich und wahrhaft intelligent? Jeder hält sich für intelligent, dachte ich. Mir ist jedenfalls noch keiner begegnet, der gesagt hätte: «Darf ich mich vorstellen, ich bin ein Kretin?»
Kann ich die Frage nach meiner eigenen Intelligenz vielleicht von meiner Herkunft aus beantworten? Mein Vater war ein Trottel, sein Vater, mein Grossvater, ebenfalls. Auf der Mutterseite steht es nicht besser. Einer ihrer Brüder, mein Onkel Hermann, hat das Vögeliwohl erfunden, eine Scharlatan-Mixtur zur Steigerung des Wohlbefindens, und ein anderer, Onkel Georg, war gerade dabei, die rutschfeste Bodenwichse zu erfinden, als ihm das Labor um die Ohren flog. Kann aus einem solchen Blutgemisch Intelligenz entstehen? Das ist die Frage. Die Antwort kennt nur der Wind. Vielleicht benötigen nur Trottel das Wort Intelligenz. Vielleicht ist jener ein Idiot, der sagte, ich solle was Intelligentes schreiben, «ein intellektueller Fanatiker der Kategorisierung und Knochenmann der Normiererei, die Verkörperung des Unlebens, ohne Sinn für die Gegenströmung der ursprünglichen, alles sprengenden, sich aller Normierung wiedersetzenden Lebenskraft» (Verzár).
Wenn vor langer Zeit die Space Cowboys tatsächlich die Null umgekehrt haben und seither links rechts, rechts links, unten oben und oben unten ist, wurde auch aus der Intelligenz der Schwachsinn und umgekehrt. Das Beste ist also wohl, wenn ich weitermache wie bisher und mich dem Sog der Trottel widersetze.
Zudem, was soll ich mit Intelligenz, wenn es das Lachen gibt?
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Kolumne im Baslerstab vom 05.11.2002