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Schwierige Marktregulierung
Bio-Milchproduzenten stimmen Mengenregulierung zu
Vermarktungsschwierigkeiten bei der Bio-Industriemilch erfordern Regulierungsmassnahmen. An die Deklassierung von etwa 40 Millionen Kilogramm müssen alle Produzenten 4 Rappen pro Kilo beitragen.
In der Schweiz werden laut der Westschweizer Bio-Produzenten-Organisation Progana rund 200 Millionen Kilogramm Biomilch produziert. Der Anteil an Industriemilch macht etwa 150 Millionen Kilogramm aus. Diese in den letzten Jahren ausgedehnte Produktion übersteigt nun die Absatzmöglichkeiten um 40 Millionen Kilogramm, was etwa 27 Prozent entspricht.
Biomilchproduktion ist
in der Ostschweiz angestiegen
Nach dem Zusammenbruch der Swiss Dairy Food wurde der Bio-Milch-Pool gegründet. Es handelt sich dabei um einen Handelsbetrieb, der mit eigener Transportlogistik die Biomilch übernimmt und und auf den Markt bringt. Da insbesondere in der Ostschweiz die Biomilchproduktion stark angestiegen ist, kann längst nicht mehr alle Milch als solche abgesetzt werden, sondern muss über die konventionellen Kanäle vermarktet werden. Es besteht also die Gefahr, dass diese Milch unterpreisig angeboten wird und letztlich zu einem Abbau des Bio-Milchpreises führt.
Die Absatzsituation sei jedoch nicht in allen Regionen gleich, erklärte François Muller, der die Arbeitsgruppe der Freiburger Bio-Milchproduzenten leitet.
Für Produzenten ist
Zugehörigkeit Pflicht
Die sechs Organisationen in der Schweiz, welche Bio-Milch vermarkten, haben sich in der Milchmarkt-Runde (MMR) zusammengeschlossen. Jeder Biomilch-Produzent ist verpflichtet, in einer dieser Organisationen mitzumachen und sich an der Deklassierung von 40 Millionen Kilogramm Industriemilch zu beteiligen, d. h. vier Rappen je Kilogramm Milch in einen Ausgleichsfonds zu entrichten.
In der Westschweiz ist
die Absatzsituation anders
Dies wurde an der Zusammenkunft vom 20. April 2005 unter der Leitung von Bio Suisse beschlossen. In der Westschweiz ist die Absatzsituation für Biomilch etwas anders, wie an der ausserordentlichen Versammlung der Progana erklärt wurde.
Ein Teil der Biomilch wird zu Bio-Käse verarbeitet und andere Mengen gelangen über den konventionellen Kanal in die Käsereien. Verfügt eine Organisation über Produzenten, die zu Käsereikreisen gehören oder etwa von der Bio-Milch-Abfuhr wegen Entfernung nicht erfasst werden, kann anhand der Zahlen belegt werden, dass der Beitrag zur Deklassierung so erbracht wird.
An der ausserordentlichen Generalversammlung stimmten die Milchproduzenten dieser Mengenregulierung mehrheitlich zu.
Neubeitritte denkbar
Nicht alle Biomilch-Produzenten aus dem Berner Oberland, deren Milch zu regionalen Produkten verarbeitet wird, wollten beim Zusammenbruch der Swiss Dairy Food dem Bio-Milch-Pool beitreten. Sie gründeten damals den Verein Biomilch Berner Oberland. Dieser Verein muss sich nun einer der sechs Organisationen anschliessen. Geprüft wird auch ein Beitritt zur Progana.
Die Versammlung stimmte der Einsetzung einer Arbeitsgruppe zu, welche die Einzelheiten dieser Mitarbeit abklären wird. ju