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Schweizer Geschichte
Erste Universität
Schulsystem
Bis ins Mittelalter wurde das Schulwesen stark von der Kirche dominiert. Die ersten Schulen des Abendlandes gehen auf Karl den Grossen zurück. Er hatte schon im 8. Jahrhundert angeordnet, dass jedes Kloster eine Schule unterhalten sollte, um alle diejenigen zu unterrichten, die mit Gottes Hilfe zum Lernen befähigt wären. Unterrichtet wurde an erster Stelle die religiöse Unterweisung und erst an zweiter Stelle das Erlernen von Lesen und Schreiben.
Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht, dem Recht auf freien Zugang zu den Bildungsanstalten und der Verantwortung des Staates für das Bildungswesen, wurden im 19. Jahrundert erste Ansätze unternommen, die Volksbildung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Schulreform 1833
Mit der Schulreform im Jahre 1833 wurde eine jährliche Schulzeit von 32 Wochen eingeführt sowie die Unterrichtspflicht vom 5. bis 12. Altersjahr. Es wurden Jahrgangsklassen eingeführt und der Unterricht um die Fächer Kopfrechnen, Geographie, Geschichte und Sprachlehre ( deutsche Sprache mit Lesen und Schreiben, Grammatik und Aufsatz) erweitert .
Vor der Schulreform was das Ansehen der Schule nicht gerade hoch. Vor allem das mangelnde Bildungsverständnis seitens der Bevölkerung (speziell hinsichtlich Schülerinnen, denen man nur den Lese– aber nicht den Schreib- und Rechnungsunterricht gestattete) lies zu wünschen übrig. Mit der Verfassungsänderung wurde der Grundsatz eingeführt, dass alle Schüler – unabhängig vom Geschlecht, sozialem Stand und religiösem Bekenntnis – gemeinschaftlich erzogen werden.
Zwischen 1840 und 1880 wurde mit Mädchenhandarbeit und Turnen das Unterichtsangebot um zwei neue Fächer erweitert. Zudem wurden 1853 die Schulgemeinden verpflichtet, eine Nähschule zu errichten. Dieses Unterrichtsfach umfasste die textilen Bereiche Stricken, Nähen und Ausbessern von Kleidungsstücken.
Kantonale Universitäten
Die ersten Universitäten wurden im 12. Jahrhundert in Paris und Bologna gegründet. Die letztere war weltberühmt für die juristische Fakultät, Paris aber blieb für lange Zeit die grösste und einflussreichste Institution, nach der sich alle anderen Gründungen ausrichten mussten. Die erste deutsche Universität entsand 1348 in Prag. Die einzige mittelalterliche Universität der Schweiz besteht seit 1460 in Basel.
Das Fehlen von Hochschulen in der Schweiz führte dazu, dass die bildungshungrigen jungen Schweizer im Ausland studierten – vor allem in Deutschland und Frankreich. Dies veranlasste die Schweizer Regierung, die Gründung eigener Universitäten voranzutreiben. 1833 öffnete die Univerität in Zürich ihre Tore. Es folgten 1834 Bern und 1898 St. Gallen. Die Welschschweiz zog erst um die Jahrhundertwende nach (Genf 1872, Lausanne 1890, Freiburg 1899 und Neuchâtel 1909). Der Kanton Tessin musste gar bis ins Jahr 1996 warten, bis er eine eigene Universität gründen konnte.
Eidgenössische Universitäten
„Der Bund ist befugt, eine Universität und eine polytechnische Schule zu gründen“, heisst es in Art. 22 der Bundesverfassung von 1848. Die Umsetzung des Verfassungsgrundsatzes liess dann einige Jahre auf sich warten und verwirklicht wurde nur die Hälfte: 1854 beschlossen National- und Ständerat die Schaffung einer Eidgenössichen Polytechnischen Schule in Zürich. Die von der Verfassung ebenfalls vorgesehene und vom Nationalrat befürwortete Gründung einer Nationaluniversität scheiterte am Widerstand der konservativen Innerschweizer und der föderalistischen Welschen, die sich gegen eine zentralistische Machtballung in Zürich zur Wehr setzten: „Wir sind gegen die Schaffung einer nationalen Universität. Sie hätte bloss ein Aufgehen der romanischen Nationalität im Deutschtum zur Folge, den Untergang des Föderalismus im Einheitsstaat“, bemerkte etwa der freisinnige waadtländer Parlamentarier Edouard Dapples in der Universitätsdebatte.