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1. Musiktherapie als Aktivierung
2. Zur Korrektur von Verhaltensweisen
3. Zum Wiederaufbau eines gestörten Lebens
Die aktive Therapie kann in zwei unterschiedlichen Arten erfolgen. Die erste wird als Einzelmusiktherapie bezeichnet. in dieser Form stehen sich nur ein Patient und der Therapeut gegenüber und kommunizieren miteinander. Diese Art von Therapie wird häufig dann verwendet, wenn erst eine gewisse Vertrauensbasis zwischen dem Patienten und dem Therapeuten aufgebaut werden muss und der Patient noch nicht in der Lage ist, sich in eine Gruppe einzufügen. Die zweite Art wird Gruppenmusiktherapie genannt. Hierbei kommunizieren mehrere Patienten mit dem Therapeuten zusammen. Die musiktherapeutische Arbeit bietet den Mitgliedern die Möglichkeit eines Übungsfeldes der sozialen Kommunikation, ohne dabei gleich das volle soziale Risiko übernehmen zu müssen. Dies bedeutet, dass in der Gruppe zunächst einmal verschiedene Formen von Kommunikation probeweise "ausprobiert" werden können, ohne dass deren Konsequenz gleich direkt auf das familiäre Umfeld übertragen werden.
Die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient ist der Ausgangspunkt der Therapie, wobei die Sprache durch musikalische Elemente ersetzt wird. Die Musikinstrumente, mit denen der Patient musikalisch improvisiert, stellen eine Art Brückenfunktion dar, d.h. sie sind das Medium, mit denen der Patient Kontakt aufnimmt und so seine eigenen Gefühle zum Ausdruck bringt. Die Auswahl der dabei zu verwendeten Instrumente spielt deshalb eine entscheidende Rolle. Es ist wichtig in welcher Relation das Instrument dabei zum Patienten steht. Als ideal wird ein Verhältnis von 1:1 angenommen, was zum Beispiel bei körpereigenen Instrumenten (Singen, Klatschen, Stampfen) der Fall ist. Weitere beliebte Instrumente sind Trommeln , Xylophone etc. Ebenso werden oft selbstgebaute Instrumente in der Therapie verwendet, wobei die Bauphase bereits schon einen Teil der Therapie darstellt. Wichtig ist immer, dass sich der Patient mit dem jeweiligen Instrument identifizieren und somit seine Gefühle besser zum Ausdruck bringen kann. Ungeeignet sind Instrumente, bei denen der Klang elektronisch erzeugt wird und außerdem diejenigen, welche Vorkenntnisse und Technik voraussetzen, wie Streich- oder Blasinstrumente, Klavier etc.
Der aktive Prozess der Musiktherapie macht sich die kommunikative Seite der Musik zu Nutze und bietet auf unterschiedlichen Ebenen die Möglichkeit, Kommunikationsstörungen zu überwinden. Der Patient kommuniziert dabei anhand von Symbolen. Diese Symbole können Bilder, Klänge oder Objekte sein, die an die Stelle einer Sache, Person, Ereignis oder Erfahrung tritt, meist aus der Vergangenheit. Die Symbolebene ist die Wirklichkeit, die eine andere Wirklichkeit sichtbar bzw. hörbar darstellt. Somit kann Musik als eine Wirklichkeitsebene angesehen werden, die eine andere Wirklichkeit darstellen kann. Die Musikelemente setzen dabei Gefühle frei, indem sie beim Patienten bestimmte Assoziationen hervorrufen. Dies bedeutet, dass bei der Person bestimmte Vorstellungen und Gedanken erzeugt werden. Diese unterschiedlichen Gemütszustände, die dabei vom Patienten durchlebt werden, werden von ihm anhand von musikalischen Parametern im Improvisationsspiel ausgedrückt und dem Therapeuten mitgeteilt. Jeder Gefühlszustand steht mit bestimmten musikalischen Parametern im Zusammenhang, wie zum Beispiel Dynamik, Artikulation und verschieden Tempi.
Der musikalische Improvisationsprozess gliedert sich meist in vier Phasen:
1. Exploration, d.h. die Auswahl und das Kennen lernen der Musikinstrumente.
2. Differenzierung, d.h. der Therapeut strukturiert das Improvisationsspiel durch die Vorgabe von Regeln.
3. Kommunikation, d.h. die Kontaktaufnahme zwischen den Patienten
4. Spezialisierung, d.h. das Spiel differenziert sich, vorgegebene Themen des Therpeuten werden im Detail behandelt.
In einer anschließenden Phase, versucht man die entstehenden symbolischen
Darstellungen der musikalischen Improvisation verbal in der Gruppe zu interpretieren.
Aktive Musiktherapie wird häufig mit weiteren Kommunikationsmedien
wie Bewegung (Tanztherapie) oder Gestaltung (Kunsttherapie) verknüpft,
um über andere Sinne wie Sehen und Fühlen einen weiteren Zugang
zum Patienten zu finden.
(Zit. aus: http://www.kliniken.de/lexikon/Medizin/Alternativmedizin/Aktive_Musiktherapie.html)
Weiterführende Literatur
* Schroeder, Wolfgang C.: Spiegel der Seele. Eine Einführung in die Musiktherapie. Paderborn 1995.
* Decker- Voigt, H.H. (Hrsg.): Handbuch Musiktherapie. Lilienthal 1983.
* Decker- Voigt, H.H.: Aus der Seele gespielt. Eine Einführung in die Musiktherapie. München 1991.
* Bruhn, Herbert: Musikpsychologie. Ein Handbuch. Hamburg 1993.
* Reinecke, H.P.: Kommunikative Musikpsychologie. Grundlagen der Musiktherapie und Musikpsychologie. Stuttgart 1982.
* Alberheim, Gerhard: Zur Musikpsychologie. Wilhelmshaven 1974.
* Motte-Haber, Helga de la: Musikpsychologie. Eine Einführung. 3. Auflage. Laaber 1984.
* Spitzer, Manfred: Musik im Kopf. Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk. Stuttgart 2002.
Weiterführende Links
* Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung (Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
* Fakultät für Musiktherapie, Fachhochschule Heidelberg
* Deutsche Gesellschaft für Musiktherapie
* Deutsches Forum für Musiktherapie
* Internationales Forum für Musiktherapie
* Berufsverband der Musiktherapie
* Musiktherapiezentrum Heidelberg
* Behandlung von chronischen Patienten
* Musiktherapie in Wien und Prävention mit Musiktherapie
* Yoga und die Klang- und Musiktherapie
Links zu Ausbildungsinstitutionen:
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Verbände:
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Online - Texte:
- Samadana: Musikalisch fundierte Psychotherapie - MFP. Grundlagen der Musiktherapie, der Psychotherapie und der Selbsterfahrung.
- Institut fuer Musiktherapie, Medizinische Fakultät, Univ. Witten/Herdecke
Literatur:
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