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Bettys Erfolgsrezept: Die Hirsenart Sorghum. Sie wächst sehr schnell, ist widerstandsfähig und erfordert wenig Aufmerksamkeit.
Text: Brian Mungu Jakisa, World Vision Uganda
Es ist gegen 12.00 Uhr an einem typischen Ausgabetag im Flüchtlingslager. Am Ausgang der Ausgabestelle wimmelt es von allen möglichen Leuten, sie gehen auf und ab, ganz typisch für einen Markttag in einem Dorf. Die jungen und energiegeladenen Menschen drängen sich vor, um ihre Energie gegen einen Penny einzutauschen, die Mütter und älteren Menschen tauschen einen Teil ihrer Lebensmittel gegen den Transport ihrer monatlichen Rationen nach Hause.
Im Laufe der Zeit hat sich in vielen Familien ein klares Muster des Lebensmittelkonsums herausgebildet: Es gibt drei Mahlzeiten in den ersten drei Wochen unmittelbar nach Erhalt der Lebensmittel, dann nur noch eine einzige Mahlzeit in den letzten zwei Wochen bis zum nächsten Verteilungszyklus. Jedoch leihen sich zu diesem Zeitpunkt schon viele Lebensmittel von ihren Nachbarn aus, in der Hoffnung, sie nach Erhalt der nächsten Ration zurückzahlen zu können. Und so geht es immer weiter und weiter.
Rationskürzungen schüren Angst vor Hungertod
Auch Betty Abau erging es so. Betty ist eine 35-jährige Flüchtlingsfrau südsudanesischer Abstammung. Sie lebt in der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi in Uganda, gemeinsam mit ihren vier Kindern und vier weiteren Kindern, für die sie sorgt.
Dann wurde die Pandemie in der Flüchtlingsgemeinschaft spürbar. Zuerst gab es Gerüchte über Rationskürzungen, dann stellte Betty fest, dass die Lebensmittelrationen abnahmen. Sie fürchtete sich, dass sie und ihre Kinder verhungern könnten. «Ich hatte von meinem Nachbarn Kiden 5 kg Mais und 3 kg Bohnen geliehen bekommen, aber die Lebensmittel reichten nicht für meine Familie», sagt Betty.
Bei der Ankunft im Flüchtlingslager erhält jeder Geflüchtete ein kleines Stück Land von 30 mal 30 Metern, auf dem er sich niederlassen und ein neues Leben beginnen kann. Als die Zeit für die von World Vision und dem Welternährungsprogramm verteilte Mai-Juni-Nahrungsmittelration gekommen war, beschloss Betty, einen Teil ihres eigenen Landes besser zu nutzen: «Ich nahm 2 kg Sorghum [eine Hirseart] pflanzte diese um mein Haus herum an», sagt Betty. Sorghum wächst sehr schnell, ist widerstandsfähig gegen die Wetterschwankungen und erfordert wenig Aufmerksamkeit.
Betty Abau beim Sortieren ihres Sorghums.
Im Dezember konnte Betty auf ihrem Stück Land über drei Becken voll Sorghumhirse, etwa 45 kg., ernten. Damit konnte sie ihre Familie ernähren. «Der Anbau eines Teils meiner Lebensmittelrationen hat dazu beigetragen, dass ich mir nicht mehr ständig Lebensmittel von meinen Nachbarn leihen muss», so Betty.
Und sie erzählt: «Ich werde weiterhin einen Teil meiner Lebensmittelration anpflanzen, damit meine Familie genug zu essen hat.» Sie weiss, dass viele Frauen in ihrem Dorf beschlossen haben, das gleiche zu tun. Doch sie stellen fest, dass sie mehr Land brauchen. Angesichts der sich abzeichnenden weiteren Kürzung der Lebensmittelrationen fordert Betty Organisationen wie World Vision, das Welternährungsprogramm und das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) auf, die Geflüchteten beim Erwerb von Ackerland zu unterstützen und ihnen beizubringen, wie sie höhere landwirtschaftliche Erträge erzielen können.
Helfen Sie mit, Kindern und Familien aus der Armut zu helfen und ihnen eine Perspektive zu geben!