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Bild des Monats Februar 2011: Herrschaft inszenieren. Das Lehensbuch des Eichstätter Bischofs Gabriel von Eyb
Die um 1500 entstandene Miniatur im Lehensbuch des Eichstätter Bischofs Gabriel von Eyb setzt die Verzeichnung von Lehen am fürstbischöflichen Hof bildlich in Szene. Durch eine mit Säulen erzeugte Rahmung wird der Eintritt in einen reich ausgestatteten Raum nachempfunden und dem Betrachter zugleich Einblick in ein Ritual am Hofe gewährt. Zwar wird dieser animiert, die Belehnungsszene als eine Momentaufnahme zu betrachten, doch zeigt das Bild eigentlich eine dynamische Zusammenschau unterschiedlicher, zeitlich versetzt erfolgender Situationen.
Der Blick fällt zuerst auf den zentral positionierten Bischof, der sich allein schon durch seine Körpergrösse von den Würdenträgern seines Hofes (von links nach rechts: Rat, Kanzler, Hofmeister) und der im Vordergrund positionierten Vasallengruppe (Bürger, Bauer, Adliger) abhebt. Durchbrochen wird diese strenge Anordnung durch die Blicke, Gestik und Körperhaltungen der Anwesenden, die in ganz verschiedene Richtungen weisen und damit unterschiedliche Handlungsebenen reflektieren: den Auftritt der Vasallen als Bittsteller wie auch das Diktieren, Aufschreiben, Siegeln und Aushändigen des Schriftstücks durch die bischöflichen Amtsträger.
Die Darstellung, die auf der Innenseite des Vorderdeckels in das Lehensbuch eingefügt ist, präsentiert somit die im Buch selbst aufgezeichneten Urkunden in der Situation ihrer Entstehung. Gleichzeitig spiegelt die Miniatur die Bedeutung der materiellen Präsenz von Lehensbüchern beim Akt der Vergabe von Lehen wider. Hier sind es auf einem grossen Tisch positionierte Schriftstücke, die auf die Lehensverhältnisse verweisen.
Staatsarchiv Nürnberg, Hochstift Eichstätt, Lehenbücher Nr. 8.