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Mammut
Firmenportrait
Die beeindruckende Erfolgsgeschichte von Mammut ist auf das Jahr 1862 zurückzuführen. Gründer Kaspar Tanner absolvierte eine dreijährige Seilerlehre und beginnt als Seiler in Dintikon zu arbeiten. Ein paar Jahre später zieht Tanner nach Lenzburg um dort eine Seilbahn, die das Zwirnen und Aufwickeln der Seile erleichtert, zu errichten. 1897 übernimmt Sohn Oscar Tanner die Seilerei von seinem Vater um kurze Zeit später die Seilzwirneinrichtung als Schweizer Patent Nr.59645 anzumelden. Durch die Anschaffung neuer Maschinen und die Ausweitung der Produktionsstätte fördert Tanner die Modernisierung des Unternehmens. 1919 konstituiert sich die Seilerei als Aktiengesellschaft. Die neue Seilerwarenfabrik AG Lenzburg ist nun im Besitz der Schweizerischen Bindfadenfabrik.
1943 wird mit den Mammut Seilen erstmals die Marke Mammut eingeführt. Das Mammut soll für Kraft und Stärke stehen. Mit der neuen Marke will sich die Seilenwarenfabrik von der Konkurrenz abheben. In den folgenden Jahren entwickelt Mammut innovative und revolutionäre Bergsportseile, dessen Konstruktion auch heute noch als Meilenstein in der Entwicklung von Bergseilen gilt. 1978 kommen unter der Bezeichnung „Altitude“ erstmals Mammut-Jacken und -Hosen aus Gore-Tex auf den Markt. Kurze Zeit später wird eine „Mammut Collection“ mit Bekleidung und Schlafsäcken eingeführt. Es folgen zahlreiche Übernahmen, Ausgliederungen und der Umzug in einen Neubau nach Seon. 1994 wird erstmals das noch heute gültige Logo und der Schriftzug „Mammut“ eingeführt. Ein Jahr später kommt die Bekleidungsserie „Mammut Extreme“ und eine erste Kollektion mit Mammut-Rucksäcken auf den Markt. Unter der Führung von CEO Rolf G. Schmid übernimmt Mammut den nordamerikanischen Bergsport und Outdoor-Spezialisten Climb High und festigt damit die Marktposition in den USA. Climb High ist der grösste Distributor für europäische Kletter- und Bergsportausrüstung in den USA. Im Jahr 2003 erfolgt die Umbenennung in Mammut Sports Group AG, zu der die Marken Mammut, Ajungilak, Toko und Raichle gehören.
Die Seile werden noch immer ausschliesslich in Seon produziert; „Made in Switzerland" bürgt hier nach wie vor für Qualität und Sicherheit. Neben Tradition in der Herstellung von Seilen, jahrzehntelanger Erfahrung und grossem Know-how von Spezialisten auf den Gebieten Bekleidung, Schlafsäcke, Schuhe und Zubehör vertraut Mammut aber auch stark auf Feedbacks zahlreicher Sportler, welche das Equipment der Mammut Sports Group regelmässig einsetzen, testen und mitentwickeln. Permanente Innovation treibt das Unternehmen an. Die Produkte zeichnen sich durch höchste Qualität, Funktionalität und Sicherheit aus. Hier wird Schweizer Technologie und Perfektion gelebt. Mammut-Produkte sind für Alpinisten und Kletterer geschaffen, die die Leidenschaft und Faszination für die Berge und Felswände auf der ganzen Welt und bei jedem Wetter teilen.
Heute erwirtschaftet die Mammut Sports Group 70% des Umsatzes im Ausland und erzielt einen Gesamtumsatz, der auf über 246.9 Millionen Franken angestiegen ist. Ca. 50% des Umsatzes entfällt auf Bekleidung, ein wichtiges Segment sind jedoch nach wie vor Kletterseile, bei denen Mammut einer der renommiertesten Anbieter am Markt ist!
Hauptsitz:
Seon im Aargau, Schweiz
Fertigung in:
Rund die Hälfte aller Mammut-Artikel wird in Europa hergestellt. Der grösste Anteil der Wertschöpfungskette liegt im Mammut-Mutterhaus in Seon und im Footweardesign- & Entwicklungszentrum in Frauenfeld. In Seon wird nebst der eigenen Seilproduktion, welche nach wie vor hundertprozentig in der Schweiz lokalisiert ist, eine grosse Design- und Entwicklungsabteilung, Innovations- und Technologie-Management sowie das Product-Management betrieben. Auch die gesamte Vertriebsorganisation Schweiz und Export als auch Logistik und Einkauf werden von der Schweiz aus abgewickelt. Mammut hat über die letzten Jahre über 100 Arbeitsplätze geschaffen und zählt heute mehr als 300 Mitarbeitende, die die Arbeiten in der Schweiz sicherstellen. Seit 2009 setzen sich eineinhalb neue Stellen ausschliesslich mit Aspekten der Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung auseinander.
Die andere Hälfte der Artikel wird aus Fernost bezogen, hauptsächlich aus China und Vietnam. Vor Ort sind zwei durch Mammut festangestellte Mitarbeiter, welche den gesamten Produktions- und Entwicklungsprozess vollständig begleiten. In sogenannten Hochrisikoländern – wie Bangladesch, Myanmar (Burma), Nord-Korea oder Kolumbien – wird nicht produziert. Grund dieser Auslagerung ist einerseits der Preis, andererseits die Tatsache, dass die innovativen Verarbeitungstechnologien in Europa fast gänzlich fehlen und im Fernen Osten ein deutlich höheres Qualitätsniveau vorgefunden wird. Mammut möchten auch in Zukunft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktion in Fernost und Europa haben.
Für die funktionellen und sehr technischen Produkte hat Mammut maximale Qualitätsansprüche an seine Geschäftspartner. Um diese erfüllen zu können, sind die Produzenten auf hochqualifiziertes Personal angewiesen, das schwer zu finden ist und deshalb möglichst langfristig gebunden werden möchte. Dies wiederum setzt unter anderem menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie langfristige und faire Geschäftsverhältnisse voraus.
Alle Beschäftigten, die von der Mammut Sports Group AG verkaufte oder vertriebene Produkte herstellen, sollen unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können. Deshalb fordert Mammut von seinen Lieferanten einen sogenannten "Code of Conduct", also einen Verhaltenskodex zu den Arbeitsbedingungen ein. Dieser umfasst insbesondere die Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organisation ILO). Um diesen Mindeststandard auch wirksam umzusetzen und reale Verbesserungen vor Ort zu erreichen, braucht es ein funktionierendes Überwachungssystem (Monitoring). Mammuts Beschaffungsteams, seine Entwickler und auch das Management sind regelmässig vor Ort und kontrollieren die Umsetzung der Standards. Die unabhängige Multi-Stakeholder Initiative Fair Wear Foundation (FWF), der das Unternehmen per 1. Oktober 2008 beigetreten ist, unterstützt Mammut im Monitoring und verifiziert deren wirksame Umsetzung sowie das Management-System. Als FWF-Mitglied ist Mammut verpflichtet, jährlich öffentlich über sein CSR-Engagement und erreichte Verbesserungen Meldung zu machen. Diese Berichte können auf der Mammut Webseite heruntergeladen werden. Die FWF veröffentlicht zudem zu jeder Mitgliedsfirma Verifizierungsberichte.
Für Mammut-Produkte wird keinerlei Daune aus Lebendrupf verwendet. Dazu arbeitet Mammut mit namhaften Produzenten zusammen, die Mitglied des IDFB (International Down and Feather Bureau) sind und entsprechend regelmässig kontrolliert werden. Zusätzlich wird im Vertrag explizit gefordert, dass die Daune unter verantwortungsvollen und tierfreundlichen Bedingungen gewonnen wird. Dies ist der aktuelle „Best-Practice-Ansatz", ist leider aber auch keine absolute Garantie.
Mammut engagiert sich sehr breit im Bereich der ökologischen Unternehmensverantwortung, sowohl auf Betriebs- als auch auf Produktebene. Erste Priorität wird beim Kerngeschäft gesetzt, also bei Umweltschutzmassnahmen auf Produktebene. Der Fokus liegt zurzeit auf dem Thema Prozesse und Chemie in der Zulieferkette, das Mammut zusammen mit der Firma bluesign technologies ag angehen. In einer ersten Phase werden die Seilproduktion sowie verschiedene Produktgruppen im Bereich Bekleidung unter die Lupe genommen.
Weitere Massnahmen betreffen die Verwendung von biologisch und fair hergestellter Baumwolle, den Einsatz von recycelten Materialien, die den Performance- und Qualitätsansprüchen entsprechen (Mammut Sleeping Bag Ajunglilak Kompakt Recycled, Mammut Backpacks Nirvana Ride sowie Niva Ride), die Kompensation der CO2-Emissionen, die bei der Seilproduktion am Hauptsitz anfallen etc.
Mammut engagiert sich auch auf Branchenebene in der Sustainability Working Group des Branchenverbandes European Outdoor Group (EOG). Denn als einzelne Firma kann Mammut nur bedingt und sehr limitiert etwas bewirken. Für globale Probleme und um Verbesserungen entlang der Zulieferkette herbeiführen zu können, braucht es die Zusammenarbeit auf Branchenebene und mit den Lieferanten.