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Wollishofen
Wollishofen – Das Quartier zwischen Sihl und See
Wollishofen
Die ältesten Siedler dieser Gegend waren die Pfahlbauer: Im Haumessergrund fand man Überreste eines Pfahlbauerdorfes. Auf eine römische Besiedlung lassen Münzfunde aus dem Jahr 1910 in der Nähe des Bahnhofs und ein römischer Mosaikboden schliessen.
Im 5. Jahrhundert überschritten die Alemannen den Rhein und siedelten sich auch in der Gegend von Wollishofen in verstreuten Gehöften zwischen Römerruinen an. Auf einen dieser Alamannen, Wolo, geht der Name Wollishofen zurück. Der Name Woloshoven wird zum ersten Mal in einer Urkunde aus dem Jahre 1227 erwähnt. 1394 kam Wollishofen von den Manesse an die Stadt Zürich und von 1423 bis 1798 die Obervogtei Wollishofen.
Alt-Wollishofen bestand bis weit ins 19. Jahrhundert aus Einzelhöfen und kleinen Häusergruppen. Zusammen mit Leimbach und der Enge bildete es eine der 18 inneren Vogteien der Stadt Zürich, über die zwei Obervögte die Herrschaftsrechte ausübten.
Das Kriegsjahr 1799 brachte der Gemeinde viel Not und Leid, wurden doch die Kämpfe zwischen den Franzosen und den Österreichern mit den verbündeten Russen teilweise auf Wollishofer Gebiet ausgetragen. Dies führte zur Auffassung, dass nur eine Vereinigung mit der Stadt Zürich die schwierigen Verhältnisse in Ordnung bringen könne. Am 1.1.1893 wurde Wollishofen nach einer kantonalen Volksabstimmung gegen seinen Willen in die Stadt Zürich eingemeindet und bildete mit der Enge den Kreis 2. Das ländliche Dorf Wollishofen hingegen lehnte klar ab; seine wohlhabenden Bauern wollten selbständig bleiben. Ihr Rekurs gegen das Gesetz beim Bundesgericht blieb erfolglos.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts war Wollishofen fast ausschliesslich von Bauern bewohnt. Sie beschäftigten sich mit Ackerbau, Viehzucht und vor allem mit Weinbau. Die grosse Entwicklung zum heutigen Wollishofen setzte 1885 mit der Einweihung des Bahnhofes und 1900 mit dem Bau der elektrischen Strassenbahn bis zum Morgental ein.
Die Rote Fabrik wurde 1892 nach Plänen des Architekten Carl Arnold Séquin für die Seidenfirma Henneberg erbaut. 1972 erwarb die Stadt die Fabrik und plante, das Gebäude abzureissen, um die Seestrasse verbreitern zu können. Im September 1973 wurde eine Volksinitiative für den Erhalt der Roten Fabrik und die Umwandlung in ein Kulturzentrum lanciert.
Am 1. Mai 2015 wurde am Seeufer der «Cassiopeia-Steg» eröffnet.