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Zur Vereinfachung des Prozesses kann das Gericht selbständig eingereichte Klagen vereinigen (Art. 125 lit. c ZPO). Wurden die Klagen von verschiedenen Klägern oder gegen verschiedene Beklagte erhoben, kommt es mit der Verfahrensvereinigung zu einer einfachen Streitgenossenschaft. Die Streitwerte der beiden Verfahren werden trotzdem nicht zusammengerechnet. Auch die Verfahrensart, die sachliche Zuständigkeit und die Grundlage für die Festsetzung der Prozesskosten bleiben unverändert. Jede Klage hat ihr eigenes materiellrechtliches Schicksal. Im bundesgerichtlichen Verfahren erfahren diese Grundsätze allerdings eine Ausnahme, als die Streitwerte dann zusammenzurechnen sind, wenn die kantonale Instanz über gleichartige Ansprüche, die sich vorwiegend auf die gleichen Tatsachen und Rechtsgründe stützen, in einem einheitlichen Urteil entschieden hat (BGer 4A_571/2011 vom 31. Januar 2011, E. 1.1).
Das Kantonsgericht St. Gallen liess offen, ob diese Rechtsprechung zum bundesgerichtlichen Verfahren auch im Geltungsbereich der ZPO gilt. Denn die Vorinstanz hatte über die Ansprüche in zwei separaten Urteilen entschieden. Waren die Verfahren im Urteilszeitpunkt aber nicht mehr vereinigt, fehle es an der Voraussetzung, um die Streitwerte zusammenzurechnen. Bei einzelnen Streitwerten unter CHF 10'000 war eine Berufung damit nicht zulässig (Art. 308 Abs. 2 ZPO).