Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/167370

<h2>SubmittedText<h2><p>Die SBB pflegen seit jeher ein weitgehend offenes System für die Mitnahme von Fahrrädern in Zügen. Dieses wird von der Kundschaft geschätzt, werden doch jährlich rund 650 000 Fahrräder in Zügen selbst verladen, Tendenz steigend. </p><p>Die SBB haben nun den Verlad von Fahrrädern mit mehr als 2 Metern Länge - dazu gehören Tandems und lange Liegevelos - in IC-, ICN-, IR- und EC-Zügen per 1. April 2015 generell verboten. Die SBB argumentieren mit den prekären Platzverhältnissen in Zügen, die durch die Zunahme von durch Passagiere transportiertem Gepäck, durch Kinderwagen sowie Sportgeräte ständig verschärft werden.</p><p>Insbesondere haben die SBB in ihren neuen Fernverkehrszügen nur noch viele kleine, auf den gesamten Zug verteilte Abstellplätze für "normale" Fahrräder bestellt, also keine grossen, zentralen Multifunktionsabteile mehr. Dies wird aus meiner Sicht</p><p>- nicht nur die Flexibilität der Nutzung mit grossen Fahrrädern und Kinderanhängern drastisch mindern,</p><p>- sondern auch bei grossem Andrang zu Chaos auf den Perrons führen, wenn Radfahrer von einem Wagen zum nächsten rennen, um nach freien Plätzen zu suchen. Dies dürfte den Verlad deutlich verkomplizieren und die Fahrplanstabilität gefährden.</p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Sieht er die Gefahr, dass durch den steigenden Nutzungsdruck auf Abstellflächen in Fernverkehrszügen das System des (freien) Veloverlads generell gefährdet sein könnte?</p><p>2. Teilt er die Ansicht, dass das (freie) Verladen von Fahrrädern in Fernverkehrszügen ein wesentliches Angebot im Rahmen der Förderung des Langsamverkehrs und Ergänzung des Veloroutennetzes von Schweiz Mobil darstellt?</p><p>3. Ist er bereit, die SBB AG zu verpflichten, den Verlad von Velos in Fernverkehrszügen durch die Schaffung zusätzlicher, grosser Abstellflächen weiterhin zu ermöglichen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Vorab hält der Bundesrat fest, dass die Frage des Veloselbstverlades in der unternehmerischen Verantwortung der SBB liegt.</p><p>1. Der Bundesrat hat keine Hinweise darauf, dass die SBB künftig auf den freien Veloverlad in Fernverkehrszügen verzichten wollen. Pro Jahr transportieren die SBB etwa 665 000 Velos und ähnliche Fahrgeräte; Tandems und andere Spezialfahrräder machen dabei einen kleinen Anteil aus. 2014 wurden in den IC-, ICN-, IR- und EC-Zügen schätzungsweise 2500 Tandems und weitere Velos, die länger als zwei Meter sind, transportiert. Dass diese in den genannten Zugskategorien des Fernverkehrs nicht mehr verladen werden können, begründen die SBB mit dem Platzangebot und der Sicherheit. In den Regioexpress- und Regio-Zügen sowie in der S-Bahn ist der Verlad von Tandems, Liegevelos und weiteren Velos, die länger als zwei Meter sind, weiterhin möglich.</p><p>2. Das Velo wird nicht nur im Alltag, sondern in hohem Masse auch in der Freizeit und im Tourismus für Tages- und Ferienreisen genutzt. Velotouren sind ein wichtiger Pfeiler für den Sommertourismus. Die Möglichkeit, Velo und öffentlichen Verkehr miteinander zu kombinieren, fördert deshalb einen nachhaltigen Freizeitverkehr und trägt zur Attraktivität des Velotourismus in der Schweiz bei. Damit der Veloverlad in den Zügen seinen Beitrag dazu leisten kann, arbeiten die SBB eng mit Schweiz Mobil zusammen, unter anderem bei der Konzeption für die Erweiterung der Veloabstellplätze in den Multifunktionsabteilen der IC2000.</p><p>3. Der Bund führt die SBB über die strategischen Ziele und nimmt keinen Einfluss auf operative Entscheide wie die Rollmaterialbeschaffung. Der Bundesrat sieht keinen Anlass, von diesem Grundsatz abzuweichen.</p>  Antwort des Bundesrates.