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Ausgerechnet in einem Schutzgebiet sind in den vergangenen 1,5 Jahren 84 verendete Meeresschildkröten registriert worden. Eine Studie im Parque Nacional dos Lençóis zeigt, dass die Tiere unter anderem Probleme haben, nach der Eiablage am Strand wieder ins Meer zu gelangen. Betroffen davon ist auch die äußerst seltene Lederschildkröte.
Fünf der sieben Meereschildkrötenarten vergraben alle Jahre wieder im Sand des Nationalparkes Lençóis, im brasilianischen Bundesstaat Maranhão, ihre Eier. Das Schutzgebiet bietet dazu theoretisch die besten Voraussetzungen. Bei einer Studie der Universität Maranhão sind jedoch in 1,5 Jahren am idyllischen Strand des Nationalparkes 84 Kadaver von Meereschildkröten verschiedener Arten entdeckt worden.
Dass der Nationalpark trotz seines Schutzstatus den Schildkröten keine ausreichende Sicherheit bietet, hängt laut den Forschern von verschiedenen Faktoren ab. Sie verweisen unter anderem auf den Müll, der ins Meer gelangt und von den Strömungen über hunderte und tausende Kilometer weiter getrieben wird.
Zum Verhängnis werden den majestätischen Panzertieren der Ozeane unter anderem Plastiktüten. Sie werden von ihnen für Quallen, gehalten. Einmal verschluckt kann der Zivilisationsmüll den Magenausgang der Tiere verschließen und zu ihrem qualvollen Tod führen.
Betroffen davon ist vor allem die vom Aussterben bedrohte Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), deren Leibspeise Quallen sind.
Eine weitere Bedrohung sind die Schleppnetze der Fischerboote, die eigentlich eine bestimmte Distanz zur Küste einhalten müssen. Eine Garantie, dass sich dabei keine Schildkröten darin verfangen und dann jämmerlich ersticken, ist das allerdings nicht.