Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/1845

Wir müssen reden mit ...
International and national artists were nominated by the local artists to join the LAB residency. As a result, twelve creators from all over the world have the opportunity to network and exchange artistically within the time of the festival. Among these artists are:
Nina Mariel Kohler (actress, based in Bern/ Switzerland), Manon Krüttli (director, based in Lausanne and Geneva/ Switzerland), Matthew Rogers (dancer & choreographer, based in Žilina/Slovakia and Hamburg/ Germany
How did you end up participating in the LAB?
Nina Mariel Kohler:
I have visited the festival for more than 14 years - since I was in acting school in Bern. We were always encouraged to re-open ourselves for new forms and formats. I still come here to learn and get new impulses. And also reflect on the commercial side of my work. For instance, how I can bring new impulses to something which is maybe more mainstream.
Manon Krüttli:
I was nominated by Daniela Ruocco, who is another actress from Bern. But I also have a connection with aua, because I have studied Theatre Studies in Bern and visited the festival a lot of times.
Matthew Rogers:
This is my first time in aua. I was nominated by Christoph Leuenberger, who is a choreographer, living in Bern. I heard about the festival from him.
What does the topic Representation & Appropriation mean to you?
Matthew Rogers:
I immediately associate appropriation with cultural appropriation, i.e. who has access to what material and in what context it is delivered on stage. As for representation, it is often inherent in the body. As a dancer, I rather perceive what my body naturally does. But as a choreographer, I engage with the topic, though still from a body perspective.
Manon Krüttli:
It is a huge and complex topic, in which we should always define our own perspective. For me as a director, the power of theatre means being able to use materials and things that do not belong to me. At the same time, you must be delicate and careful with your freedom as an artist, e.g. while picking up a racial debate as a white person. Still, you should be able to say: “I don’t understand it but I want to talk about it.”
Representation for me is related to the semiotics of theatre - how can I put some signs together and hope to turn the stage into a place where people can read them.
Nina Mariel Kohler:
For me, this topic is extremely connected to the shifts in society, such as making space for those that do not get to occupy it, being aware of the mechanisms that we consider normal or appropriate, but also taking action. Sometimes it means collaborating with others, other times it means taking myself as a white body out of a certain context, or raising awareness, or being an ally.
The topic of the festival is “We need to talk”. What are you talking about during your sessions? What seems to be an urgent topic?
Nina Mariel Kohler:
The LAB is self-organised. First, we have worked on figuring out how we could function as a group and make decisions together. Now we try to share working methods in our discussions.
Matthew Rogers:
Of course, we talk and listen a lot in the LAB. But there is a kind of being together that I find quite important. This kind of being open, available and present with the others in a mental way.
Manon Krüttli:
There are two parts in the LAB. The visible part is our scribbles and our discussions. We talk a lot about languages and our cultural background. It is urgent to get to know how different people work in their own country and what their topics are. The other part is collaboration, as Matthew mentioned already. In this case, the LAB is really a theatre lab. In theatre you should think about the question of collaboration, collective working processes and simply being together as individuals.
(Yana Prinsloo und Alina Aleshchenko, 17.5.19)
Nicolette Kretz / Gesamtleitung auawirleben
aua und du: Kannst du uns deine Funktion beim Festival nennen? Wie lange bist du schon dabei? Wie bist du zum Festival/zu dieser Funktion gekommen? Was macht deinen Job beim Festival aus, wie würdest du ihn beschreiben?
2006 und 2007 habe ich das Rahmenprogramm von aua kuratiert. Eigentlich war der Plan, dass ich als Autorin eine Seifenoper für das Festivalzentrum schreibe, aber als das Projekt nicht finanziert wurde, musste auf die Schnelle ein Ersatzprogramm gesucht werden. 2008 konnte ich dann die Stelle „Dramaturgie und Organisation“ übernehmen. Studienbegleitend habe ich diese Stelle 5 Jahre lang besetzt. 2013 hat mich die damalige Leiterin Beatrix Bühler gefragt, ob ich das Festival mit ihr ko-leiten möchte, was wir dann zwei Jahre lang zusammen getan haben. Nach Beatrix Tod im Sommer 2014 habe ich das Festival in alleiniger Leitung weitergeführt. Irgendwie hat sich das alles so gefügt. Es ist ja eher selten, dass man in so kleinen Strukturen eine solche Karriere durchläuft.
Gibt es ein Ereignis in der Geschichte des auas, die du noch stark in Erinnerung hast? Welches?
Oh, da gibt es so viele! Positive und negative! Natürlich bleiben einem die Produktionen, die einem besonders am Herzen lagen oder brechend volle Theatersäle. Aber ich habe auch ganz viele tolle kleine Erlebnisse mit dem Team, an die ich mich gerne erinnere, zum Beispiel all die kleinen und grossen Probleme, die auftauchen und die das Team stets mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und Gelassenheit löst. Und dann bleibt mir natürlich auch der Montagmorgen nach dem Festival 2013 in Erinnerung, als ich von einem Anruf geweckt wurde, das Festivalzentrum sei über Nacht abgebrannt… Gott sei Dank blieb es beim Sachschaden.
Wie beeinflussen sich aua und Bern gegenseitig? Wie nimmt man das Festival in der Stadt wahr? Welche Präsenz hat es hier?
Schön ist, dass aua ein „Traditionsbetrieb“ ist. Es existiert schon so lange, dass es einfach zu Bern gehört. Wir haben ein sehr treues und offenes Stammpublikum, von dem sich viele jedes Jahr einen Pass kaufen und sich so viel wie möglich anschauen. Wir sind sehr dankbar für dieses Vertrauen. Gleichzeitig entdecken uns jedes Jahr wieder neue Leute, weil sie sich zum Beispiel von einem Thema eines Stückes angesprochen fühlen. Wie sich aua und Bern gegenseitig beeinflussen ist eine riiiiiiiiesige Frage. Möchte nicht vielleicht jemand mal eine Dissertation darüber schreiben?
Welche thematischen und künstlerischen Schwerpunkte gibt es im diesjährigen Festivalprogramm, die du besonders spannend findest?
Die Themen Kommunikation und Wissenstransfer waren schon immer sehr wichtige Fokusse in unserer Arbeit, deshalb freut es mich sehr, dass wir sie unter dem Claim „wir müssen reden“ dieses Jahr besonders betonen konnten. Der Austausch – sowohl unter den Zuschauenden, unter den Künstler*innen, wie auch zwischen den beiden Personengruppen – ist für mich ein sehr wichtiger Aspekt eines Festivals. In den ersten Tagen hatten wir schon sehr hitzige, spannende und bereichernde Diskussionen über die in den Produktionen verhandelten Themen. Hoffentlich geht es so weiter.
Wenn du dir etwas für die nächsten Jahre des auas wünschen könntest, was wäre das?
Ein grosser Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen: Wir erhalten ab 2020 deutlich mehr Subventionen von der Stadt Bern. Mit diesen können wir das Festival einen entscheidenden Schritt weiterentwickeln und das Team besser aufstellen. Es ist gerade ein sehr spannender Moment für das Festival. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich diesen zusammen mit einem so brillanten Team erleben darf.
(Sophie Osburg und Regina Rossi)
H1 Reber / Grafik auawirleben
Seit wann arbeitet Büro Destruct mit dem aua zusammen, seit wann bist du für die Grafik zuständig?
Seit 1998, als ich im Zuge einer Konkurrenzpräsentation den Zuschlag für die grafische Gestaltung erhielt.
Was sind deine konkreten Aufgaben?
Nach Erhalt des «Codes» – wie wir das Motto oder Thema des Festivals intern nennen – überlege ich, wie ich diesen grafisch umsetzen kann. Danach besprechen wir die ersten Entwürfe und es fliessen Ideen und Anregungen aus dem aua-Team mit ein. Nach der Festlegung des Sujets erfolgt dann die Ausarbeitung sowie die Gestaltung des Plakats, des Booklets sowie sämtlicher Adaptionen der Drucksachen, von Merchandising Produkten und teilweise auch die Mitarbeit an der Szenografie für das Festivalzentrum.
Erinnerst Du dich an eine besondere/ kuriose/ denkwürdige spezifische Situation, die Du an einer aua-Ausgabe erlebt hast?
Da gibt es sehr viele, besonders als noch Trix Bühler die Leitung hatte. Da Sie nur ein paar hundert Meter von meinem Atelier entfernt wohnte, kam Sie zum Beispiel morgens oft im Pyjama und Morgenrock zu unseren Korrekturmeetings. ;-)
In welchem Zusammenhang steht für Dich aua und die Stadt Bern oder: Was ist das spezifisch ‚Bernerische‘ am aua?
Dazu fällt mir leider gerade nichts Schlaues ein. Vielleicht, dass es aus meiner Sicht ziemlich familiär zu und her geht.
Das aua wird dieses Jahr mit einem neuen Logo präsentiert: Welche waren die Beweggründe bzw. was wird mit dem neuen Logo erzielt?
Dreizehn Jahre verwendeten wir stets den selben Schriftzug und wir entschieden, dass es an der Zeit ist einen neuen zu entwerfen. Es wurde auch beschlossen, «auawirleben» in Zukunft mit Minuskeln zu setzen. Nicht zuletzt, da bei Grossschrift «U» und «L» unschöne Lücken in das ansonsten kompakte Schriftbild fügen.
(Johanna Hilari und Theresa Schütz)
Tom Iseli / Festivalzentrum Bar auawirleben
aua und du: Kannst du uns deine Funktion beim Festival nennen? Wie lange bist du schon dabei? Wie bist du zum Festival/zu dieser Funktion gekommen? Was macht deinen Job beim Festival aus, wie würdest du ihn beschreiben?
Als Verantwortlicher für die Bar im Festivalzentrum in der Grossen Halle organisiere ich alles rund ums betrunken werden. Vom Erdnüssli bis zum ökologischen Strohhalm, vom Rechaudkerzli direkt rüber zum selbstgemachten Tonic bis hin zu den Resistenztropfen für kranke Mitarbeiter*innen. Den Job hat mir der Cheftechniker Petz während einer Leere in meiner Agenda zugeschanzt. Wir sind schon lange befreundet aka Vitamin B. Dieses Jahr arbeite ich zum zweiten Mal mit. Ein Leben ohne aua wäre schwierig. Die Zeit des Festivals erlebe ich als sehr intensiv, die Präsenzzeit ist sehr hoch. Das schöne daran, meistens da zu sein, ermöglicht eine Vertrautheit für Künstler*innen, ein bekanntes Gesicht. So helfe ich wo möglich, bin Anlaufstelle, Schlüsseldepot und schlussendlich einfach auch Barmann. Die Koordination der Helfer*innen wird glücklicherweise von Kristina übernommen, so bleibt mir einfach die angenehme Zusammenarbeit mit ihnen. Praktisch.
Gibt es ein Ereignis in der Geschichte des auas, die du noch stark in Erinnerung hast? Welches?
Die humorvollen Sitzungen. Und das brennende Zelt, das habe ich aber nur als Gaffer mitbekommen.
Wie beeinflussen sich aua und Bern gegenseitig? Wie nimmt man das Festival in der Stadt wahr? Welche Präsenz hat es hier?
In der Szene ist das Festival bestens bekannt. Als ich noch nicht für aua arbeitete, war es stets ein vertrautes wiederkehrendes Irgend. Aber die Präsenz ist da!
Welche thematischen und künstlerischen Schwerpunkte gibt es im diesjährigen Festivalprogramm, die du besonders spannend findest?
Ganz klar, unser selbstgemachtes Tonic.
Wenn du dir etwas für die nächsten Jahre des auas wünschen könntest, was wäre das?
Ein bisschen aus der Bubble raus vielleicht?
(Sophie Osburg und Regina Rossi)
Silja Gruner / Dramaturgie & Organsiation auawirleben
Welche Funktion hast Du beim aua-Festival was sind Deine konkreten Aufgaben?
Meine Stelle hat die Bezeichnung Dramaturgie & Organisation. Unter dem Jahr reise ich national und international herum, schaue mir viele verschiedene Produktionen an, recherchiere neue Formate, treffe Künstler*innen, andere Veranstalter*innen und entwickle mit dem aua-Team die jeweils nächste Ausgabe. Wenn das Festival näher rückt, organisiere ich auf verschiedenen Ebenen mit: das Lab - unsere Künstler*innen-Residenz, das Ticketing, Abendzettel, Werbung und was sonst gerade ansteht.
Seit wann arbeitest Du für das aua, seit wann kennst Du das aua?
Seit August 2017 bin ich Teil des aua-Teams, die diesjährige Ausgabe ist mein zweites Festival. Das Festival kenne ich hingegen schon einiges länger, während dem Studium war ich immer Helferin und seit etwa neun Jahren treue Besucherin.
Erinnerst Du dich an eine besondere/ kuriose/ denkwürdige spezifische Situation, die Du an einer aua-Ausgabe erlebt hast?
Ich war an der Eröffnung im Jahre 2016, im Stück von Christophe Meierhans - Verein zur Aufhebung des Notwendigen, ich musste auf die Bühne, um eine der Aufgaben zu erledigen, die dem Publikum gegeben wurden. Auf der Bühne war eine übergrosse Küche und verschiedene Esswaren. Ich sollte ein kleines Apéro zubereiten und habe mir die zwei erstbesten Sachen geschnappt - ein komisches grünes Gemüse und eine Büchse mit Honig. Im Stress habe ich in der Schnelle keinen Büchsenöffner gefunden, ein riesen Messer geschnappt und dieses mit voller Wucht in die Büchse gerammt. Ein erschrecktes Raunen ging durchs Publikum und leider waren meine Gemüse-Honig-Häppchen auch eher ungeniessbar. Obschon ich damals noch nicht Teil des aua-Teams war, ist das für mich eine schöne Anekdote über meine Sicht auf das Festival: intensiv, überwältigend und manchmal darfs auch ein bisschen weh tun.
In welchem Zusammenhang stehen für Dich aua und die Stadt Bern oder: Was ist das spezifisch ‚Bernerische‘ am aua?
Für Bern ist aua das internationale Theaterfestival, der Moment, wo du hochkarätige, weltbekannte aber auch aufstrebende Produktionen entdecken kannst. Und doch ist aua sehr bernerisch: Es überborderd nicht, bleibt bei sich, bringt Menschen zusammen und streckt die Fühler aus.
Hast Du einen persönlichen Favoriten in diesem Jahrgang?
Das ist eine schwierige Frage, da ich alles sehr mag, was wir eingeladen haben. Das Tonic an der Bar finde ich super! The Omas Tonic heisst es, kreiert von den Wartsaal-Gielen.
(Johanna Hilari und Theresa Schütz)
Bettina Tanner / Produktionsleitung & Administration auawirleben
Wie lange arbeiten Sie schon für das Festival?
Das ist meine fünfte Ausgabe.
Was war ein besonders eindrückliches Erlebnis rund um das Festival?
Die erste Vorstellung, welche wir in Gebärdensprache übersetzt haben. Mein Aha-Erlebnis und alle die positiven Reaktionen: der Künstler auf der Bühne selber; der Zuschauer; der Gehörlosen, welche plötzlich Zugang haben zum Theater; der Szenekollegen; der Förderer, der Presse und der Mitarbeiter.
Das Gefühl, etwas richtig gemacht zu haben, was aber vorher Mut gebraucht hat und die Motivation, da weiterzugehen und vor allem jetzt zu merken, dass es schon richtig normal geworden ist.
Was macht das aua zu einem Berner Festival?
Wir sind von Bern und für Bern, d.h. wir veranstalten und arbeiten in Bern und bringen internationale Theatererlebnisse nach Bern für die Berner. Damit meine ich nicht nur das theateraffine Publikum, sondern auch alle Berner, welche bei uns im Festivalzentrum ein Bier trinken, das Rahmenprogramm besuchen (dieses Jahr unter anderem die Crashkurse und Konversationen, sowie Konzerte und Partys). Dazu kommen alle Zusammenarbeiten und Kooperationen, welche wir knüpfen und ermöglichen, wie diese Jahr mit HKB, itw, Berner Künstler im Lab und Festivalzentrum, Grosse Halle, Wartsaal, Braukunst und Radio Rabe.
Worüber müssen wir reden (wie das diesjährige Festivalmotto nahelegt)?
Über Themen, die wir eigentlich klar und logisch finden, aber doch immer (noch) eine gesellschaftliche Relevanz haben und auch nie eine abschliessende Lösung finden werden: Rassismus, Frauenrechte, Transparenz, Inklusion, Nachhaltigkeit… darum haben wir zu einigen Themen Experten eingeladen, welche einen Crashkurs anbieten. Darum haben wir Stücke eingeladen, welche solche Themen verhandeln und uns zum Nachdenken zu Diskussionen inspirieren.
Und Themen, die persönliche Relevanz haben und über die es doch immer wieder schwierig zu sprechen ist und doch so wichtig, wie z.B. Sexualität (Yes but No).
Weil es wichtig ist, mutig zu sein, damit unser Zusammenleben interessanter und einfacher wird und es auch anderen Mut gibt, über Themen zu sprechen, welche sonst versteckt bleiben.
(Benjamin Hoesch und Katharina Lehner)
Regula Schelling / Mitarbeiterin im Betriebsbüro auawirleben
Wie lange arbeiten Sie schon für das Festival?
2018 war ich erstmals als Praktikantin dabei, dieses Jahr bin ich von Februar bis Mai Mitarbeiterin im Betriebsbüro.
Was war ein besonders eindrückliches Erlebnis rund um das Festival?
Letztes Jahr kamen einige Freunde, die sonst eher selten ins Theater gehen, in ein experimentelles Stück beim auawirleben und sie waren so überwältigt davon, dass wir noch etwa eine Stunde danach intensiv darüber diskutiert haben. Wenn wir solche Erlebnisse auslösen können bei verschiedenen Menschen, dann glaube ich, dass wir unsere Aufgabe erfüllt haben.
Was macht das aua zu einem Berner Festival?
Das aua ist für mich ein Treffpunkt, ein Ort, wo man auch einfach mal hinkommen und etwas trinken oder plaudern kann, wo man vielleicht das erste Mal im Leben mit gehörlosen Menschen ins Gespräch kommt und wo Festival-Künstler*innen neben Berner Jugendlichen feiern. Es sind für mich die Menschen und die Begegnungen, die im Zentrum stehen und die auch den Spirit des Festivals ausmachen.
Warum müssen wir reden (wie das diesjährige Festivalmotto nahelegt)?
Wir brauchen ein Vokabular und eine Gesprächskultur, um auch über schwierigere Themen sprechen zu können, die uns erstmal vielleicht sprachlos machen. Die Angst, missverstanden oder abgestempelt zu werden, ist, glaube ich, bei vielen Menschen gross, und so bewegen sich unsere alltäglichen Gespräche oft in einer Art Feedback-Loop der konformen, allgemein akzeptierten Meinungen. Das zu durchbrechen finde ich spannend und bitter nötig.
(Benjamin Hoesch und Katharina Lehner)
Petz Luginbühl / Technische Leitung auawirleben
Seit wann arbeitest Du fürs aua?
2009
Welche AUA-Produktion, die Du bisher betreut hast, stellte technisch gesehen die grösste Herausforderung dar und wieso?
Die erste, die ich gemacht habe - Der Bus(400asa) – das erste Mal ist immer eine Herausforderung… Aber trotzdem, Haus in einer Kiesgrube aufbauen, riesen Benzinbombe, viele Spielplätze, Wienerli etc.
Vor welche technischen Herausforderungen stellt Dich der (fast) jährliche Ortswechsel des Festivalzentrums?
Es ist immer spannend etwas Neues zu machen. Dieses Jahr war bezüglich Festivalzentrum sehr easy. Wir haben dieses Jahr Tonio Finkam neu im Team der das diesjährige Festivalzentrum mit Christoph Bühler geplant und umgesetzt haben. Ansonsten ist die Herausforderungen für mich immer die Abwägung von Kosten und Nutzen: Wie kann das Gewünschte mit sinnvollem Aufwand erreicht werden?
Welche Produktion aus dem aktuellen Programm ist für Dich als technischer Leiter am interessantesten und wieso?
Eine spezifische Produktion gibt es nicht. Es ist immer interessant wie die Art und Weise der Ansprüche von Produktion zu Produktion anders sind. Auch wie die verantwortlichen Personen auf menschlicher und fachlicher Ebene sich unterscheiden.
Wie siehst Du die Rolle der Techniker*innen im theatralen Aufführungsprozess? HandeIt es sich Deiner Ansicht nach eher um eine Art handwerkliche Dienstleistung, die den künstlerischen Intentionen der Agierenden/der Regie zuarbeitet oder um einen eigenen kreativen Beitrag zum theatralen Geschehen?
Aus meiner Sicht zeichnet eine gute Veranstaltung das reibungslose und konstruktive Zusammenspiel aller Beteiligten aus. Nur wenn alle einander zuarbeiten kann etwas Gutes entstehen. Wo die Grenzen zwischen Dienstleistung und kreativen Beitrag ist, ist schwierig zu sagen. Es kommt sehr auf die Produktion an. Es gibt Produktionen, bei denen nur die Dienstleistung gebraucht wird, auf der anderen Seite können technische Möglichkeiten einen kreativen Prozess sehr unterstützen.
(Géraldine Boesch und Vera Nitsche)
Kristina Jankovic, Praktikantin auawirleben
Was gehört als Praktikantin zu Deinen Aufgabenbereichen?
Meine Aufgabenbereiche sind recht abwechslungsreich: Ich unterstütze meine Kolleginnen bei Organisation und Planung, organisiere die Reise und Unterkunft für KünstlerInnen, betreue die Theatergruppen und HelferInnen und erledige die allgemeinen Büroarbeiten.
Hast Du bereits administrative/kuratorische Theatererfahrung?
Ich habe zwar eine kaufmännische Ausbildung gemacht, aber nicht im Theaterbereich.
Was war bisher Deine grösste Herausforderung während Deiner Anstellung bei AUA?
Ganz klar die Kommunikation und Teamarbeit! Nicht weil ich gehörlos bin, sondern ich bin es gewohnt und mag es lieber, allein zu arbeiten. Anfangs hatte ich zudem auch eine andere Vorstellung davon und musste sie revidieren. Aber im Nachhinein bin ich dankbar, diese Erfahrungen gemacht zu haben und somit meine Teamfähigkeit zu verbessern.
Zu welcher der Produktionen aus dem aktuellen Programm würdest Du Deine Freunde mitnehmen und warum?
Meine gehörlosen und schwerhörigen Freunde würde ich eindeutig die Aufführung «Jeden Gest» empfehlen, da die Schauspieler selbst gehörlos sind. Es gibt momentan auch nur eine handvoll Aufführungen, welche von Gehörlosen oder Schwerhörigen gespielt sind. Noch seltener ist es auch, dass es Theatervorstellungen gibt, welche Gehörlosigkeit oder Gebärdensprache behandeln.
Zu welcher der Produktionen aus dem aktuellen Programm würdest Du Deine Eltern mitnehmen und warum?
Ich denke, das Workshop wäre für meine Eltern sicher interessant, da sie auch sehr handwerklich begabt sind – Sie sind sozusagen DIY-Menschen.
(Géraldine Boesch und Vera Nitsche)