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Für den Schweizer Turnverband folgt zum Abschluss der Europameisterschaften in Cluj-Napoca der Höhepunkt. Im Barren- und Reckfinal kämpfen Oliver Hegi, Eddy Yusof und Pablo Brägger um die Medaillen.
Vor allem am Reck gehören Oliver Hegi, der Beste der Qualifikation, und Pablo Brägger zu den ersten Anwärtern auf Edelmetall. "Irgendwann ist es Zeit, dass es endlich aufgeht", sagte Felix Stingelin, der Chef Spitzensport des Verbandes.
So richtig geklappt hat es am Königsgerät der Männer in der Ära von Nationaltrainer Bernhard Fluck bislang noch nie. Entweder vergaben die Schweizer ihre gute Ausgangslage mit Eigenfehlern oder das Glück war nicht auf ihrer Seite. 2014 in Sofia verpasste Hegi EM-Bronze um 0,008 Punkte, ähnlich knapp verfehlte Brägger im vergangenen Jahr den Einzug in den olympischen Reckfinal in Rio de Janeiro.
Der Ostschweizer gehörte bereits an den letzten europäischen Titelkämpfen zu den Favoriten auf den Titel. 2015 in Montpellier stürzte Brägger nach Rang 1 in der Qualifikation im Final, im letzten Jahr in Bern kostete ihn ein grober Schnitzer eine Medaille an seinem Lieblingsgerät. "Darüber haben wir genug gesprochen", sagte Brägger. "Ich versuche, die Erwartungen möglichst gering zu halten und cool zu bleiben."
Als erster Anwärter auf eine Medaille gilt Oliver Hegi, der WM-Siebte von Glasgow 2015. Der Aargauer präsentiert sich in diesen Tagen in Rumänien in ausgezeichneter Verfassung und zeigte sowohl in der Qualifikation wie auch im Mehrkampf-Final zwei fehlerfreie Auftritte am Reck. "Wenn es mir noch einmal gelingt, die Übung so durchzuziehen, bin ich zufrieden." Schafft dies der Aargauer, ist die erste Schweizer EM-Medaille am Reck seit der bronzenen Auszeichnung von Christoph Schärer 2006 in Volos realistisch.
Am Barren nur Aussenseiter
Im Gegensatz zum Reck gehören die Schweizer am Barren nur zu den Aussenseitern im Kampf um die Podestplätze. Als Sechster und Achter qualifizierten sich Eddy Yusof und Hegi für den Final. Die anderen sechs Finalisten zeigen schwierigere Übungen als die beiden Schweizer. "In der Vergangenheit haben die Finalisten ihre Übungen meistens durchgezogen", sagte Yusof, der erstmals in einem Gerätefinal an einem Grossanlass steht. "Es wird schwierig, sich nach vorne zu kämpfen."
SDA-ATS