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Hans Kennel wurde 1939 in Schwyz geboren. In seiner Jugend sammelte er Erfahrungen mit Schwyzer Volkmusik und als Mitglied in Kirchenchören, und an den Konservatorien Fribourg und Zürich erhielt Kennel klassischen Trompetenunterricht. Erste Begegnungen und Erfahrungen im Jazz machte Hans Kennel in den 1960er Jahren mit Kenny Clarke, Mal Waldron, Oscar Pettiford, Abdullah Ibrahim, George Gruntz, Irène Schweizer und als Mitglied von Gruppen wie Magog und Jazz Community. Parallel setzte er sich mit anderen, experimentellen Musikarten auseinander. In den 1980er Jahren gründete Kennel das kammermusikalische Quartett Habarigani, tourte mit Carla Bley in der Schweiz und nahm die LP Audience mit Lesley Stephenson auf. 1992 und 1993 wurde Hans Kennel von Steve Lacy für zwei beachtete Alben engagiert und gründete sein eigenes Quintett Stella mit Mark Soskin. Darüber hinaus nahm er zahlreiche Aufträge für Radiohörspiele und Theater wahr, beispielsweise für Hans Kresnik (MARS) und das Basler Theater oder das Schauspielhaus Hamburg, sowie für musikalische Beiträge zu Filmen. Intensiv beschäftigte sich Kennel mit seinen familiären Wurzeln in der Musik der Innerschweiz, so im Projekt Alpine Experience mit den zwei erfolgreichen Alben Rosa Loui und A Call from the Alps. Das 1990 gegründete Alphornquartett MYTHA war wegweisend für die ‘Neue Volksmusik’-Bewegung, die heute mit tradierten und neueren Entwicklungen genreübergreifend agiert.
Der musikalische Nachlass Hans Kennel setzt sich aus rund 250 Tonträgern, Musiknoten (Kompositionen und Arrangements) sowie umfangreiche Dokumentationen seines Lebens und Schaffens zusammen. Letztere umfassen Korrespondenzen, Konzert- und Tourneeprogramme, Buchungen, sowie eigene Schriften. Der Komplex von Tonaufnahmen, Noten und Kontextmaterial bildet die ideale Grundlage, um das Wirken Kennels in verschiedenen Schaffensphasen zu erforschen und die Einflüsse auf neue Generationen von Jazz-, Fusion- und Volksmusiker*innen aufzuzeigen. Gleichzeitig wird der inventarisierte und aufbereitete Nachlass reichhaltige Ressourcen für Musikpädagog*innen, Interpret*innen und Medienschaffende bieten.
Yannick Wey