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Wirtschaftswachstum dank Denuklearisierung
Bern (CH) Der 29. August ist der Internationale Tag gegen Nuklearversuche. Es gibt wohl kein Land, für das dieser Tag so wichtig ist wie für Kasachstan. Am 29. August 1949 zündeten die Sowjets auf dem Testgelände in Semipalatinsk den ersten von schätzungsweise 456 Kernsprengstoffen. Auf den Tag genau 42 Jahre später verbot Kasachstans Erster Präsident, Nursultan Nasarbajew, per Dekret weitere Tests und schloss das Testgelände - vier Monate vor der Unabhängigkeit Kasachstans. Heute tut das Land alles in seiner Macht Stehende, um eine internationale Führungsrolle für eine denuklearisierte Welt zu übernehmen, denn die Denuklearisierung hat einen wichtigen Anteil am Wirtschaftswachstum des Landes in den letzten 30 Jahren beigetragen.
Wirtschaftswachstum dank nuklearer Abrüstung
Die Schliessung von Semipalatinsk war einer der ersten unabhängigen Schritte eines souveränen Kasachstans und die wichtigste politische Entscheidung seines Lebens, sagte Kasachstans Erster Präsident Nasarbajew in Interviews. Kasachstan ist überzeugt, dass die Denuklearisierung einen grossen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum des Landes gehabt hat. In den letzten 20 Jahren konnte Kasachstan über 132 Milliarden Dollar an ausländischen Direktinvestitionen anziehen. Dies war nur dank des Vertrauens möglich, das andere Nationen durch die Denuklearisierung gewonnen haben, sagte Nasarbajew. So sind mittlerweile beispielsweise auch über 40 Schweizer Firmen in Kasachstan tätig und das Astana International Financial Zenter (AIF) hat sich zu einem der wichtigsten Finanzdrehscheiben in Zentralasien entwickelt.
Unter dem neuen kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokajew spielt Kasachstan weiterhin eine führende Rolle, indem es andere asiatische Länder zum freiwilligen Verzicht auf Atomwaffen aufruft.
Initiativen für eine denuklearisierte Welt, die von Kasachstan unterstützt werden:
- 2002 ratifizierte Kasachstan den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT).
- Mit dem Vertrag von Semipalatinsk im Jahr 2006 beschloss Kasachstan zusammen mit anderen zentralasiatischen Staaten, eine atomwaffenfreie Zone in ganz Zentralasien zu schaffen.
- Auf einer UNO-Generalversammlung forderte Kasachstan per Resolution einen Internationalen Tag gegen Nuklearversuche, der nun seit 2009 stattfindet.
- Im Jahr 2016 war Kasachstan einer von 127 Staaten, die ein humanitäres Versprechen "in Bemühungen um die Stigmatisierung, das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen" unterstützten.
- Ausserdem unterstützte Kasachstan 2016 eine Resolution der UN-Generalversammlung über "ein rechtsverbindliches Instrument zum Verbot von Atomwaffen, das zu ihrer vollständigen Beseitigung führt".
- Im Juli 2017 folgte ein Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW), das von Kasachstan ebenfalls nachdrücklich unterstützt wurde. Bis heute haben 36 Staaten den Vertrag ratifiziert - Kasachstan tat dies am 29. August 2019. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen ihn zehn weitere Staaten ratifizieren.
- Im Jahr 2019 unterstützte Kasachstan eine Resolution der UN-Generalversammlung, in der "alle Staaten aufgefordert werden, den Vertrag zu unterzeichnen, zu ratifizieren oder ihm beizutreten". Die Wortwahl ist ganz klar: Eine Mehrheit der Staaten sei "zunehmend ungeduldig" über den langsamen Fortschritt der Nuklearstaaten, erklärte Kasachstan.
- Mit der Unterbringung der Bank für schwach angereichertes Uran (LEU) in der Stadt Oskemen im Osten Kasachstans, welches an IAEO-Mitglieder verkauft wird, hat Kasachstan einen weiteren Beitrag zur Stärkung des globalen Nichtverbreitungsregimes geleistet. Eine 150-Millionen-Dollar- Infrastruktur, die neue Nationen davon abhalten soll, Nuklearbrennstoff anzureichern und zu handeln.
Kasachstan bemüht sich durch das aktive Aufzeigen der Vergangenheit als Vorbild und diplomatischer Vorreiter im Kampf für eine denuklearisierte Welt gesehen zu werden. Die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen äussern sich in erhöhter Stabilität und Attraktivität für Unternehmen aus der Schweiz die in Kasachstan Fuss fassen wollen.