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Die Bildwelt der Alten Niederlande
23. Januar - 25. Juli 2021
Glasgemälde der Spätgotik und Renaissance aus der Sammlung Klaus Tiedemann
Seit dem späten 15. Jahrhundert fanden die bemalten und gebrannten Glasgemälde Eingang in den öffentlichen Raum und die Stuben der wohlhabenden Bürger. Sie wurden bei Bauprojekten oder zu besonderen familiären und beruflichen Anlässen verschenkt oder bestellt. Vor allem in den nördlichen und südlichen Niederlanden (Holland und Belgien/Flandern) waren zwischen 1480 und 1600 kleine Rundscheiben weit verbreitet. Die monolithen, d.h. aus einem Glasstück bestehenden, ursprünglich meist mit einer Inschriften- oder Ornamentbordüre versehenen Glasgemälde sind nur mit schwarzer oder bräunlicher Schwarzlotfarbe und dem sog. Silbergelb in meisterlicher Nuancierung bemalt.
Auch in Frankreich, England, der Schweiz und vor allem in Deutschland wurden solche Rundscheiben im frühen 16. Jahrhundert hergestellt. Monolithe Rechteckscheiben finden sich in den Niederlanden seit der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Die niederländischen Scheiben gehören künstlerisch zum Feinsten ihrer Gattung. Die Glasmaler arbeiteten mit den besten Malern zusammen, die ihnen die Vorlagen in Form von Zeichnungen und Kupferstichen lieferten.
Dargestellt sind vorwiegend Szenen und ganze Zyklen aus der Bibel oder Heiligenlegenden, mit der beginnenden Renaissance aber auch zunehmend humanistische Themen aus der Mythologie und Allegorie.
Im Mai 2019 konnte das Vitromusée Romont 29 Glasgemälde aus der bekannten Sammlung des Heidelberger Professors Dr. Klaus Tiedemann erwerben. Herr Tiedemann ist ein ausgesprochener Kenner der Niederländischen Roundels. Er stellte seine Sammlungen mehrfach in bekannten Museen – unter anderem 2008 in Romont – aus und gab auch zahlreiche Sammlungskataloge heraus.