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Über die Rolle von Wasservögeln bei der Verbreitung von Fischen wurde lange diskutiert und spekuliert. Vermutet wurde, dass Fischeier im Federkleid oder an den Füssen von Wasservögeln haftend zwischen Gewässern transportiert werden. Der empirische Beweis dazu fehlt jedoch bislang. Eine neue Studie zeigt nun, dass Fische durch die Nahrungsaufnahme von Wasservögeln verbreitet werden können.
Dass hochresistente Eier von Killifischen, welche auch mehrjährige Trockenperioden im Boden überstehen können, eine Passage durch den Darm von Wasservögeln, die sogenannte Endozoochorie, unbeschadete überleben wurde kürzlich bewiesen. Die Eier der überwiegenden Mehrheit der Süsswasserfische haben jedoch weiche Membranen. In einer neuen Studie aus Ungarn wurden deshalb Fischeier von Cypriniden (Karpfen und Giebel), mit weichen Membranen, unter kontrollierten Laborbedingungen an Stockenten verfüttert. Aus dem frischen Kot der Enten, vor allem der männlichen Vögel, konnten hinterher die Eier mit noch lebende Embryonen wiedergewonnen werden. Von diesen Embryonen überlebte danach erstaunlicherweise ein kleiner Anteil von 0.2%, also zwei von tausend, weiter bis zum Schlupf. Dieser Anteil erscheint auf den ersten Blick gering. Angesichts der Häufigkeit, Ernährung und Bewegung von Enten in der Natur kann dieser Ausbreitungsmechanismus jedoch erhebliche Auswirkungen auf den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Invasionsdynamik in Süßwasserökosystemen haben.