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In den grössten Städten Kataloniens herrschte aber insgesamt gespannte Ruhe, wie Medien berichteten. Über Barcelona wurde in der Dunkelheit ein Hubschrauber bei Patrouillenflügen beobachtet.
In Erwartung des Beginns der Abstimmung um neun Uhr morgens hatten Separatisten in der Nacht weiter Dutzende von Schulen besetzt gehalten, die als Wahllokale dienen sollen. Zuvor hatte die katalanische Regionalregierung verlauten lassen, dass die von ihr ausgerufene und vom Verfassungsgericht verbotene Abstimmung trotz der Gegenmassnahmen der Staatsbehörden stattfinden werde.
Experten der staatlichen Polizeieinheit Guardia Civil setzten am Samstag das Stimmenauszählungssystem der Region ausser Betrieb. Die illegale Abstimmung sei somit endgültig "annulliert" worden, sagte ein Sprecher der Zentralregierung.
Mehr als 5,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, in einem der 2315 Wahllokale ihre Stimme abzugeben. Ministerpräsident Mariano Rajoy beteuerte mehrfach, das Referendum werde nicht stattfinden. Die Generalstaatsanwaltschaft wies die Polizei an, die Wahllokale abzusperren und die Stimmabgabe am Sonntag zu verhindern.
In ganz Katalonien besetzten deshalb schon in der Nacht zum Samstag Politiker, Lehrer und Eltern zum Teil mit ihren Kindern zahlreiche Schulen und weitere öffentliche Gebäude, die als Wahllokale dienen sollen. Sie veranstalteten unter anderem Filmvorführungen (etwa einen "Harry-Potter-Marathon"), Paella-Essen und Pyjama-Partys.
Die Zahl der Befürworter einer Abspaltung Kataloniens von Spanien lag in den vergangenen Jahren zwischen knapp 40 und 50 Prozent. Schon seit 2012 finden immer wieder Massendemonstrationen der Separatisten statt. Kundgebungen der Gegner des Referendums und der Unabhängigkeit gab es in Barcelona allerdings kaum.
(SDA)