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Schon in den ersten Jahren des 18.Jahrhunderts begann die Kolonisierung des Territoriums der zukünftigen Stadt Canavieiras, welches damals zum Kapitänsamt von São Jorge dos Ilhéus gehörte. Eine Gruppe brasilianischer und portugiesischer Abenteurer – von denen nicht bekannt ist, ob sie auf der Suche nach Gold, besserem Land für die Erweiterung ihrer Fazendas oder einfach nur auf der Flucht vor den Pataxó-Indios waren – erreichten einen Ort in Küstennähe, wo sie sich niederließen.
Canavieiras
Gründung des Städtchens: 13. Dezember 1832
Emanzipation: 25. Mai 1891
Jahrestag: 25. Mai
Bevölkerung: 32.336 Einwohner (12/01/2020)
Canavieiras wurde “Puxim” genannt, ein brasilianisches Wort, das im Jargon “hässliches oder schlechtes Ding” bedeutet. Dort errichteten sie eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Bonaventura, des heutigen Schutzpatrons der Stadt, dessen Bildnis der Legende nach von Fischern am Strand gefunden wurde.
Mit der Ankunft neuer Siedler vergrößerte sich der kleine Kern, so dass er am 11. April 1718 in die Kategorie der “Freguesia von São Boaventura do Puxim” erhoben wurde, ein beschleunigtes Wachstum war die Folge, sowohl in Bezug auf die Bevölkerung als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, da sich das Land hervorragend zum Anbau von Zuckerrohr eignete.
Der Ursprung des aktuellen Namens der Gemeinde ist nicht überliefert. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um eine ins Portugiesische übertragene Anlehnung an das französische Wort “Canneviere” handelt – es bezeichnet einen dünnen Bambus, der in Hülle und Fülle an der Mündung des Patipe-Flusses wuchs, welcher die Gemeinde durchquert, und wo sich französische Korsaren und Schmuggler noch im siebzehnten Jahrhundert versteckten, um vorbeifahrende Handelsschiffe anzugreifen oder um Brasilholz zu schmuggeln.
Am 13. Dezember 1832 wurde “São Boaventura do Puxim” unter dem Titel “Kaiserliches Dorf Canavieiras” in eine Dorfgemeinde umgewandelt, da seine Bevölkerung auf fast dreitausend Menschen angewachsen war. Der Ort wurde dann am 25. Mai 1891, durch ein von Gouverneur José Gonçalves da Silva unterzeichnetes Staatsgesetz, zur Stadt erhoben.
Die territoriale Zusammensetzung der Gemeinde blieb bis zum 6. März 1953 unverändert, als durch das Staatsgesetz Nr. 544 der Distrikt Potiraguá aus dem Gemeindegebiet ausgegliedert wurde. Die interne Zusammensetzung hat später noch mehrere strukturelle Änderungen erfahren, nachdem “Camacan, Pau Brasil und Mascote”, in der Nachbarschaft, sich ebenfalls emanzipierten und am 7. April 1963, zusammen mit den Gemeinden “Una” und “Santa Luzia” in die Gemeinde Canasvieiras integriert wurden.
Artenvielfalt
Canavieiras besitzt eine äußerst vielfältige Fauna und Flora, und von der hängt ein großer Teil der Wirtschaft ab. Zur Stadt gehören mehr als 40 Kilometer Atlantikküste, die von Flüssen, Mangroven und atlantischen Waldreservaten verschönert wird, umgeben von sieben maritimen Inseln mit dichtem Kokospalmenbestand, von denen die wichtigsten die Insel Atalaia und die Insel Garças sind – im Rio Pardo gibt es außerdem idyllische Flussinseln.
Zum Stadtgebiet gehören drei Biome: Ein Teil des atlantischen Regenwaldes, Mangroven und Restinga (Strandvegetation).
ICMBio setzt sich derzeit gemeinsam mit der Bevölkerung für den Erhalt und den bewussten Umgang mit den natürlichen Ressourcen ein. Die” Z-20 Colony of Fishermen and Seafood Workers” ist in der Stadt präsent und kümmert sich um die Rechte der registrierten Fischer und Meeresfrüchte-Arbeiter. Canasvieiras ist einer der vier Standorte, an denen eine vom Aussterben bedrohte Art des Atlantischen Regenwaldes, die Buchenavia hoehneana, ein endemischer Baum Brasiliens, vorkommt.
Der Mangrovedschungel ist üppig – eine wertvolle Kinderstube für verschiedene Tier- und Vogelarten. Die Stadt ist bekannt als die “Königin der Garnelen” wegen ihres immensen Reichtums an Shrimps und Crevetten, und in diesem Sinne findet jährlich ein Festival statt, unter dem Namen “Krabbenfestival” – mit Kunstausstellungen, Verkaufsständen und Darbietungen, welche die Bevölkerung für die Erhaltung der Natur sensibilisieren sollen.
Für Besucher sind natürlich die Strände von Canavieiras besonders interessant, und die sind hier auch von besonderem Reiz! Übrigens heißt das Reizwort für Strand in Brasilien “Praia” – und um einen schönen Strand zu finden, genügt es meistens, wenn Sie dieses Wort mit einem fragenden Augenaufschlag begleiten – wahrscheinlich wird der so Angesprochene Ihnen höflich und zuvorkommend die Richtung angeben – dafür sollten Sie allerdings rechts (direita) und links (esquerda) bereits unterscheiden können – wahrscheinlich wird er Sie sogar bis zum Strand begleiten wollen, wenn Sie eine Frau sind.
Praia da Costa (Küstenstrand – aber bleiben wir bei “Praia”)
Ein sehr belebter Stadtstrand, 6 km lang, auf der Insel Atalaia gelegen, mit schwachen Wellen und ausgedehnten Kokosnusshainen. Er wird vom Rio Pardo durchschnitten und ist sehr beliebt für seinen Monazit-Sand und für seine lebendigen Hütten, die wunderbare typische Gerichte wie Krustentiere, abwechslungsreiche Moquecas (Eintopf aus Meeresfrüchten) und das beliebte “Cabeça de Robalo” (typisches Fischgericht) anbieten. Auf der Insel gibt es Sommerhäuser, Gasthöfe und Chalets. Die Einheimischen treiben in der Regel Sport an der Küste – einschließlich Surfen, Wandern und genießen wunderbare Bäder im Meer (dieser Bereich wird von professionellen Rettungsschwimmern überwacht).
Praia Atalaia
Verlassener Strand, im Dorf Atalaia gelegen, mit schwachen Wellen und feinem weißen Sand. Es gibt einige Sommerferienhäuser und Fischerhütten. Der Strand ist zum Baden und Spazierengehen besonders geeignet. Es gibt Kioske, wo man die berühmte “Cabeça de Robalo-Spezialität probieren kann.
Praia Patipe
Ein herrlicher Strand mit ruhigen Wellen, weißem, lockerem Sand, bedeckt mit bunten Muscheln und bestanden von Kokospalmen. Günstig zum Angeln, Kajakfahren und Windsurfen. Dort gibt es auch Ranches und Sommerhäuser.
Praia Barra Velha
Geradliniger Strand mit schwachen Wellen, weißem und lockerem Sand, Kokospalmen und erhaltenem Atlantik-Regenwald. Geeignet zum Angeln mit der Rolle, zum Baden im Meer und zum Wandern. Der Zugang erfolgt über die BA-001 (Bundesstraße) plus 6 km Schotterstraße, um ein Fährboot zu nehmen und den Salgado-Fluss mit seinen Mangroven zu überqueren – dann noch weitere 4 km Schotterstraße bis zum Ziel.
Praia Costa Sul
Verlassener Strand mit starken Wellen, feinem Sand, Kokospalmen und Mangroven. Gut zum Angeln. Der Zugang zum Strand erfolgt per Boot vom Fluss Pardo aus. Er schützt die Mündung des Flusses Pardo.
Praia da Oiticica
Verlassener Strand, südlich der Insel Comandatuba gelegen, 11 km lang, mit starken Wellen, feinem weißen Sand, atlantischem Regenwald und einigen Fazendas.
Praia Barra do Albino
Ruhiger Strand, seicht und mit monazitischem Sand. Es gibt Kokospalmenhaine, Fazendas und Sommerhäuser. Der Strand schützt die Mündung des Patipe-Flusses.
Praia Barra de Canavieiras
Dieser Strand liegt hinter dem Dorf Atalaia und ist mit dem Boot oder dem Auto zu erreichen. Ein Stück bezaubernder Natur ideal zum Wandern.
Wussten Sie?
Bekannt wurde Canavieiras in Deutschland/Schweiz/Österreich durch die Sendung «Goodbye Deutschland», welche die Familie der Auswanderer Kathrin und Thommy Mermi-Schmelz acht Jahre in der neuen Heimat begleitete. 2015 kehrte die Familie wieder zurück nach Europa.