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Unser Kolumnist Mikael Krogerus begibt sich auf die Suche nach verlegten Erbstücken – und findet Erinnerungen.
Ich hoffe, dass ich sie nur verlegt und nicht verloren habe. Ist sie mir durch das gerissene Innenfutter meiner Jacke gerutscht? Wurde sie mir gestohlen? Oder hat mein Sohn sie, Gott bewahre, in einem schwachen Moment im Internet versteigert?
Sie, das ist die etwas eigenwillige Armbanduhr aus den späten 1940ern, die ich nach dem Tod meines finnischen Grossvaters übernommen hatte. Eine vergoldete Herrenuhr mit Handaufzug, das Lederband war bereits spröde, das Glas von einer merkwürdigen Mattheit. Der Sekundenzeiger hinkte ein wenig, sodass man mit der Zeit immer später dran war. Man sah ihr das Alter an, auf eine gute Art, so wie älteren Männern auf Schwarz-Weiss-Fotos aus den 1940er-Jahren. Getragen habe ich die Uhr nie, zu sehr fürchtete ich, mit ihr an meinem schmalen Handgelenk verkleidet auszusehen. Aber allein der Gedanke, dass ich sie besass, hatte etwas Beruhigendes.
Mein Grossvater hatte sie angeblich während des sogenannten Winterkriegs getragen, als die Sowjetunion im bitterkalten Winter 1939 Finnland blitzkriegartig erobern wollte. Die Finnen, unvorbereitet und schlecht ausgerüstet, stellten sich dem Erzfeind auf Skiern entgegen. Ganz vorn: mein Grossvater.