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Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut lagert seine europaweiten Transaktionsaktivitäten in ein sogenanntes Shared Service Center (SSC) aus. «Wir haben beschlossen, die täglichen Routinearbeiten nach Lodz in Polen auszulagern, wo wir bereits vertreten sind», sagte Finanzchef Victor Balli im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.
Bis zu 200 Leute würden in der nächsten Zeit dort ihre Arbeit aufnehmen. «Wir machen dies aber in einzelnen Schritten, nicht alles auf einmal», sagte Balli: Barry Callebaut will damit sein «Kostenmanagement und Kostenführerschaft stärken».
Schweiz nicht betroffen
Zunächst werden 65 Stellen in Lodz aufgebaut, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur sda sagte. Davon kommen 30 aus Belgien und 10 aus anderen europäischen Ländern. Die Schweiz sei nicht betroffen. Der Rest seien neue Stellen, die geschaffen würden, sagte die Sprecherin.
Bezüglich der Einsparungen aus der jüngst abgeschlossenen Übernahme der Kakaopulversparte von Petra Foods gibt sich das Management ebenfalls zuversichtlich. Die angekündigten Synergien von 30 bis 35 Millionen Franken werde man bis im nächsten Geschäftsjahr erreichen. «Ich bin optimistisch, dass es eher etwas mehr wird», meinte Konzernchef Jürgen Steinemann gar.
Zukäufe im Gourmetgeschäft
Weitere grössere Akquisitionen im Kakaobereich plant das Unternehmen laut dem Management derzeit nicht. «Wir haben Petra für die Integration der Kakaokette gekauft. Ich denke nicht, dass in diesem Bereich in nächster Zeit eine weitere Akquisition dazu kommen wird», sagte Steinemann.
Zur Nachfolge an der Spitze - Konzernchef Steinemann wird per Ende August zurücktreten - blieben die Aussagen zurückhaltend. «Ich bin sicher, dass der neue CEO bis zu meinem Abgang Ende August gefunden ist», sagte der abtretende Chef Steinemann.
Erträge gesteigert
In den vergangenen sechs Monaten hat Barry Callebaut die Erträge deutlich steigern können. Trotz eines derzeit schwachen globalen Schokoladenmarkts resultierte ein Umsatzwachstum von 11,6 Prozent.
Im am Mittwoch publizierten Halbjahresresultat, das bei Barry Callebaut die Periode vom 1. September 2014 bis 28. Februar 2015 umfasst, wies der Konzern einen operativen Gewinn von 219,2 Millioen Franken aus. Das entspricht einer Steigerung von 8,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2013. Netto stand ein Überschuss von 132,2 Millionen Franken zu Buche, das ist ein Plus von 10,7 Prozent.
Optimistischer Ausblick
Vor allem in Westeuropa sowie Nord- und Südamerika lief das Geschäft gut, wie es im Communiqué heisst. Auch Outsourcingaktivitäten sowie das Gourmetgeschäft hätten zum soliden Resultat beigetragen.
Für die nähere Zukunft zeigt sich Konzernchef Jürgen Steinemann optimistisch. Nachdem die Verkaufsmenge bereits im zweiten Quartal deutlich angezogen habe, rechne man mit einer weiteren Beschleunigung im zweiten Semester, liess er sich in der Mitteilung zitieren.
(sda/dbe/ama)