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Lugano–Chiasso: weiter mit den unterirdischen Varianten
Bern, 20.10.2009 - Mit einem Schlussbericht sind die Vorstudien für die südliche Zulaufstrecke der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) abgeschlossen worden. Eine Begleitgruppe von Bund, Kanton Tessin und SBB befürwortet die zwei Varian-ten mit der geringsten Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Im Rahmen des Projekts Bahn 2030 wird nun eine Gesamtbetrachtung der Nord-Süd-Achse vorgenommen, anschliessend werden das Parlament beziehungsweise die zuständigen Bundesbehörden in Koordination mit Italien Entscheide fällen.
Eine Begleitgruppe mit Vertretern des Bundesamtes für Verkehr (BAV), des Kanton Tessin und der SBB hat sich für die zweckmässigsten der untersuchten Varianten der Verbindung Lugano–Chiasso entschieden. Ein Synthesebericht zur Machbar-keitsstudie und Zweckmässigkeitsbeurteilung bewertete die vier möglichen Varianten aufgrund der Nachhaltigkeit für die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft. Er lieferte die Grundlage für den Entscheid, welche Varianten aufrechterhalten sollen und wie die nächsten Schritte aussehen werden.
Die untersuchten vier Varianten sind alle baulich machbar und zwischen 22 und 26 km lang. Sie erfordern Investitionen in der Grössenordnung von schätzungsweise 5 bis 5,2 Milliarden Franken. Von den vier ursprünglichen Varianten werden die beiden Varianten B und TI mit einer direkten und weitgehend unterirdischen Linienführung aufrechterhalten, weil sie das Landschaftsbild bei der Querung des Luganersees am geringsten beeinträchtigen. Mit diesem Entscheid wird insbesondere den Wünschen der Tessiner Gemeinden entsprochen, die am Vernehmlassungsverfahren beteiligt waren und laufend über den Inhalt und den Stand der Abklärungen informiert wur-den.
Damit scheidet die Variante A2 aus, die wegen der oberirdischen Streckenführung zu einer starken Veränderung der Landschaft geführt hätte, nicht etappiert erstellt wer-den könnte und wegen der Überquerung des Luganersees zwischen Morcote und Brusino Arsizio über eine Stahlbrücke das Landschaftsbild stark verändern würde. Variante C wurde dagegen nur zurückgestellt: Sie wird weiterverfolgt, falls die beiden ausgewählten Varianten technische doch nicht machbar wären.
Als nächstes werden die noch offenen Fragen zu Variante B – unterirdische Que-rung beim Seedamm von Melide, Querung des Karstmassivs des Monte Generoso – abgeklärt. Das BAV wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton Tessin und der SBB bis Ende 2009 ein Pflichtenheft für die Abklärungen bezüglich einer Vertiefung der Vari-ante B ausarbeiten.
Die vorliegende Studie musste die Grundsatzfragen nach der Zweckmässigkeit und der Bauzeit einer neuen Eisenbahnverbindung zwischen Lugano und Chiasso nicht beantworten. Auch ist die Finanzierung des Projekts nicht sichergestellt. Der Bund wird sich dieser Problematik in einer Gesamtbetrachtung der Nord-Süd-Achse für Bahn 2030 annehmen.
Hingegen ist die Finanzierung von anderen Massnahmen im Tessin im Rahmen der Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) gesichert. Mit dem ZEB-Gesetz, das am 1. September 2009 in Kraft getreten ist, stehen 300 Millionen Franken für Ausbauten im Tessin zur Verfügung. Insgesamt werden rund 770 Millionen Franken in die Nord-Süd-Achse investiert werden.
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Bundesamt für Verkehr
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Letzte Änderung 20.04.2018