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Glasgemälde, Standesscheibe Zug
Vor blauem Damastgrund steht auf grünem Fliesenboden der Zuger Bannerträger als Bild eidgenössischer Freiheit und Solidarität. Der Mann mit Bart trägt über roten Beinkleidern und einem weitärmeligen Hemd den Halbharnisch mit Brustpanzer, Beintaschen und Halsbrünne. Um sein gelocktes gelbes Haar trägt er ein Barett mit weissen Straussenfedern. In der linken Hand umfasst er den Griff des an der Hüfte hängenden Schwertes und mit der rechten Hand hält er das sogenannte Juliusbanner, das im Eckquartier eine Darstellung der Beweinung Christi unter dem Kreuz (Pietà) trägt. Solche Ehrenfahnen wurden den eidgenössischen Ständen 1512 von Papst Julius II. (1443–1513) als Dank für die militärische Hilfe bei der Eroberung von Pavia verliehen. Vor dem rechten Fuss steht der von Reichswappen und Reichskrone überhöhte Zuger Schild. Die Rahmenarchitektur wird von breiten Säulen in Grisaillefarben mit von fleischigem Rankenwerk umfangenen Trommeln gebildet.
In den Oberbildern steht links der Heilige Oswald (einer der Zuger Stadtpatrone) als jugendlicher König in knielangem Renaissancerock. In der linken Hand hält er das Zepter und in der Rechten den Goldpokal mit dem ringhaltenden Raben. Das rechts fehlende Bild des Stadtheiligen Michael ist durch ein Flickstück aus einer anderen Scheibe ersetzt und zeigt den Drachenkampf des Heiligen Georg zu Pferd.