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Nemanja Radulović schaffte den internationalen Durchbruch, als er 2006 für Maxim Vengerov einsprang und die Kritiker als Solist in Beethovens Violinkonzert mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France und Myung-Whun Chung begeisterte. Im darauffolgenden Jahr gab er im Rahmen der Reihe «Rising Stars» sein Rezital-Debüt in der Carnegie Hall und erhielt «stürmische Ovationen», wie die «New York Times» schrieb.
Während der letzten Spielzeiten ist er mit vielen internationalen Spitzenorchestern aufgetreten, beispielsweise den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Royal Philharmonic Orchestra und Orchestre symphonique de Montréal. Als leidenschaftlicher Kammermusiker ist Radulović in führenden internationalen Konzertsälen aufgetreten: in der Carnegie Hall in New York, in der Salle Pleyel und im Théâtre des Champs-Elysées in Paris, im Teatro Colón in Buenos Aires und im Melbourne Recital Centre. Zu seinen neusten musikalischen Partnern zählen der Klarinettist Andreas Ottensamer, die Akkordeonistin Ksenija Sidorova und die Pianistin Laure Favre-Kahn, mit denen er beim Schleswig-Holstein Musik Festival, Gstaad Menuhin Festival, Festival du Périgord Noir und Impérial Annecy Festival aufgetreten ist.
2014 unterzeichnete Radulović einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon. «Journey East», sein erstes internationales Album für das gelbe Label, erschien im Februar 2015 und wurde mit einem ECHO-Preis ausgezeichnet. Im Oktober 2016 folgte das Album «Bach», in dem Radulović als Geigen- und Bratschensolist zu hören ist. Er spielt Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert in d-Moll und dessen Konzert für Violine und Streichorchester in a-Moll, Henri Casadesus’ Bratschenkonzert in c-Moll im Stil von Johann Christian Bach sowie neue Arrangements beliebter Stücke von Johann Sebastian Bach. Auf seinem nächsten DG-Album, «Tchaikovsky», das im September 2017 erschien, spielte er neben dem Violinkonzert des Komponisten auch dessen «Rokoko-Variationen», und zwar in einem neuen Arrangement für Bratsche und Kammerorchester. Radulovićs jüngstes Album, «Baïka», wurde am 9. November 2018 veröffentlicht. Es enthält Chatschaturjans Violinkonzert und sein Trio für Klarinette, Violine und Klavier; eine neue sinfonische Suite von Aleksandar Sedlar nach Rimski-Korsakows «Scheherazade»; und Sedlars «Savcho 3», das von traditionellen Melodien der Schwarzmeerküste inspiriert ist.
Nemanja Radulović wurde 1985 in Niš geboren, das zum damaligen Jugoslawien gehörte. Mit sieben Jahren begann er Geige zu spielen und zeigte eine bemerkenswerte Begabung für das Instrument. Von seiner musikalischen Familie ermutigt, besuchte er die örtliche Musikschule, wo man erkannte, dass er über das absolute Gehör verfügte. Nur sechs Monate, nachdem er zum ersten Mal eine Geige in die Hand genommen hatte, gab er als Solist in einem Vivaldi-Konzert sein öffentliches Debüt.
Ende der 1990er-Jahre hatte Radulović Unterricht bei Joshua Epstein an der Hochschule für Musik und Theater in Saarbrücken und bei Dejan Mihailović an der Universität der Künste in Belgrad. Kurz nach seinem 14. Geburtstag zog er mit seiner Familie nach Paris, wo er am Conservatoire bei dem angesehenen Geiger Patrice Fontanarosa studierte. 2001 gewann er den ersten Preis beim Internationalen George-Enescu-Wettbewerb, zwei Jahre später war er Sieger des Internationalen Joseph Joachim Violinwettbewerbs in Hannover. Bei den renommierten Victoires de la musique classique in Paris wurde er 2005 in der Kategorie «Internationale Entdeckung des Jahres» ausgezeichnet, neun Jahre später erhielt er dort den Preis als «Instrumentalsolist des Jahres». 2015 gewann er den ECHO-Preis als «Nachwuchskünstler des Jahres» (für «Journey East»).