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Einheitlichkeit auf Weltebene
1975 anerkannte die Association Générale des Fédérations Internationales de Sport (AGFIS) den alle Stilrichtungen umfassenden Weltverband WKF (gegründet 1970 unter den Namen WUKO) als offiziellen Fachverband für Karatesport. Am 6. Juni 1985 anerkannte das Internationale Olympische Comité (IOC) die WKF erstmals, am 17./18. März 1999 definitiv als einzige offizielle Sportorganisation und verpflichtete die WKF auf ein einheitliches Wettkampfreglement für alle Stilrichtungen. Dies analog den anderen Sportarten, wo die Regelsysteme auch weltweit Gültigkeit haben.
Der Schritt zu einem einheitlichen Wettkampfreglement für alle Stilrichtungen und damit die Anerkennung als gleichwertige Disziplin zu allen anerkannten Sportarten ist nicht mehr als ein Schritt in die Normalität, zur Aufhebung der Sonderstellung des Karate im Gesamtfeld des Sports, wo die anderen Sportarten ganz selbstverständlich und ohne jegliche Verluste für die kulturelle Substanz in universeller Weise betrieben werden.
Die olympische Idee strebt das Primat eines universellen Strebens nach Exzellenz, als Ausdruck einer sportethischen Verpflichtung aller Akteure auf eine Welt- und Europameisterschaft an, statt des Primats eines Strebens nach „Diversifizierung“ von gleichen Sportdisziplinen. Dies schliesst die erwünschte Beibehaltung der Ethik des Karatedo und seine dauerhafte Geltung nicht aus.
Das Karate konnte seinen Anspruch auf öffentliche Ernstnahme und staatliche Förderung nur legitimieren, weil sich die WKF selbst kritisch und präzise analysierte, korrigierte und einen Selbstreinigungsprozess in dem Sinne durchführte, dass alle Stilrichtungen an einem Anlass gleichberechtigt um Welt-, Kontinental- und nationale Titel kämpfen.
Einheitlichkeit auf nationaler Ebene
Man muss den Zeitablauf der Anerkennungsschritte kennen um zu begreifen, wie wichtig das IOC im Weltsport ist. Die SKF wurde erst 1986 – nachdem das IOC 1985 die damalige WUKO (heute WKF) als einzige offizielle Weltorganisation anerkannte – in den damaligen Landesverband für Sport (SLS, heute Swiss Olympic) aufgenommen. Vorher wurde die Aufnahme des Karate dreimal abgelehnt. Erst mit der nationalen Anerkennung wurde es möglich, 1995 auch die Anerkennung durch die Eidgenössische Sportschule Magglingen als Jugend+Sportfach zu erreichen und 1997 auch als Trägerverband.
Es ging in den 80iger Jahren darum, die Karateszene Schweiz aus ihrer selbstverschuldeten Nichtanerkennung herauszuführen, d.h. anschluss-fähig werden zu lassen. Dies war nur mit einer einzigen Organisation möglich, nachdem der damalige Schweizerische Landesverband für Sport (SLS) sämtliche Aufnahmegesuche der einzelnen Organisationen abgelehnt hatte. Deshalb schlossen sich 1979 die wichtigsten Karateverbände zu einem Dachverband zusammen.
In der SKF ist die freie und grundsätzlich gleichberechtigte Entfaltung der Stilrichtungen mit ihrer technischen Interpretationsfreiheit gewährleistet. Niemand will irgendwelche Stilrichtungen abschaffen, so wie es niemand in den Sinn kommt die Familien abzuschaffen. Aber so wie die Familie für sich alleine eben keine Gemeinde, keinen Kanton, keinen Staat oder das Universum darstellt, so wenig stellt die einzelne Stilrichtung ein übergeordnetes Ganzes dar.
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014.