Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03368.jsonl.gz/1419

Gustav, Genre- und Tiermaler, geb. 1823 zu Rumbeck bei Rinteln an der Weser, war 1850 und 1851 Schüler
der Akademie in Düsseldorf und arbeitete dann in seinem eignen dortigen Atelier. Er begann mit kleinern Darstellungen gemütlichen
Inhalts, besonders aus der Kinderwelt, von denen viele durch Lithographie verbreitet wurden, z. B.:
Swinegels Reiseabenteuer, der Kinderhimmel u. a. Allmählich aber ging er immer mehr zur Darstellung
des Federviehs und insbesondere der Hühner über, die er mit ungemeiner Naturtreue, oft mit reizendem
Humor in den verschiedensten Situationen darstellt, z. B.: der erste Gedanke und neuerdings
das im Gedanken damit verwandte Bildchen: ein großes Ereignis, d. h. feierlicher Empfang eines eben gebornen Hühnchens;
ebenso: die Stalltragödie, der Patientenbesuch u. a.
Süs erheben sich rechts über dem Inn die Hügel Caschinas, Petnal und Castlins, die alle drei von festen Burgen gekrönt
gewesen sein sollen. Während man auf Caschinas noch gut erhaltene Mauerreste sieht, ist auf Petnal und Castlins jede Spur
solcher ehemaliger Bauten verschwunden, Süs ist die Heimat des Reformators Ulrich Campell (1504-1582),
des Vaters der bündnerischen Geschichtschreibung, der hier lange Zeit als Pfarrer wirkte, sowie des Martin Planta (1727-1772),
der das berühmte, später nach Marschlins verlegte Seminar Haldenstein gründete. Im Schwabenkrieg von 1499 wurde Süs durch
die Kaiserlichen in Asche gelegt. 1537 fand hier das Religionsgespräch statt, das die Einführung der
Reformation im ganzen Engadin zur Folge hatte. 1622 verjagten die Bündner die unter Baldiron eingedrungenen und hier verschanzten
Oesterreicher, die sich nun ins Münsterthal zurückzogen.
Herzog Rohan erkannte die strategische Bedeutung der Lage von Süs und liess an dieser Stelle Befestigungen errichten, deren
Fortezza Suot und Fortezza Sura (untere und obere Feste) genannten Reste man heute noch erkennen kann. Zu
Campells Zeit fand man 1572 an der Stelle der spätere Fortezza Sura römische Münzen und Waffen, wie solche nebst einem
Bronzedolch letzthin auch im Schutt des Hügels Caschinas zum Vorschein gekommen sind. 1161: in Vico Susis.
(arab. Suwês; frz. Suez), Seehandelsstadt Ägyptens, an der nördlichsten Spitze des RotenMeers
auf einer kahlen, völlig vegetationslosen Landzunge, liegt wenige Kilometer südlich von dem ehemaligen Clysma oder Kolsum
des arab. Mittelalters, dessen Lage durch einen kleinen Hügel Kômel Kolsum angedeutet ist, und besteht aus meist unansehnlichen
Wohngebäuden. Nördlich von der Stadt und dem Bahnhof (Linie Ismailia-Kairo, 238 km) mündet der Süßwasserkanal,
und daneben ist der Lagerplatz für die aus Arabien kommenden Karawanen.
Südlich von der Stadt führt nach Südosten ein gewaltiger, 3 km langer Steindamm mit Eisenbahn durch das seichte Meer zu
den auf einer hakenförmigen Halbinsel sich erhebenden Hafenbauten, wo auf 20 ha LandesArsenale, Magazine,
Werkstätten, zwei Leuchttürme u.s.w. stehen. Der Damm führt zu dem kleinen Bassin der Kanalcompagnie, dann zur Avenue Hélène
(früher Quai Waghorn) und zum südl. Bassin, Port-Ibrahim genannt, das in zwei Teile geteilt ist, für Kriegs- und für Handelsschiffe,
und 50 der größten Schiffe
[* 5] fassen kann; es ist durch Schleusenwerke und treffliche Mauerung geschützt.
Das Trockendock ist 112 m lang, 23 m breit und 9 m hoch. Die Reede ist sicher und auf 100 qkm nicht unter 10 m tief. Die Bevölkerung
besteht neben etwa 1200 Europäern aus Ägyptern, Arabern, Indern und Negern, zusammen etwa 15000 E. (vor
Erbauung des Sueskanals 1500 E.); der Handelsverkehr ist weniger bedeutend als in Port-Said und Alexandria. Es besteht ein großes
engl. und ein franz. Hospital. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls.