Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03647.jsonl.gz/1117

Foto: SAC Swiss Team 2015/16
Kampfgeist und acht Medaillen am ersten World-Cup-Skitourenrennen der Saison
Von Marianne Reinthaler
-
16/17.1.16 - Font Blanca in Andorra machte dieses Wochenende mit den Disziplinen Einzelrennen und Vertical den Saisonauftakt der ISMF-World-Cup-Skitourenrenn-Serie. Die Schweizer Nationalmannschaft zeigte im sportlichen Sinne wie auch gegenüber den garstigen Wetterverhältnissen grossen Kampfgeist. So schafften es die SAC-Swiss-Team-Athleten mehrfach, von hinten aufzuholen und im letzten Moment auf das Podest zu laufen. Das Nationalkader holte damit insgesamt acht Medaillen für die Schweiz.
Die ISMF-World-Cup-Skitourenrennserie 2016 startete am Samstag, 16. Januar, mit dem Einzelrennen in Font Blanca (Andorra). Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde, schlechter Sicht und eisigen Temperaturen musste der Kurs kurzfristig auf ein Rundenformat auf der Piste geändert werden. Das SAC Swiss Team liess sich davon nicht abschrecken und zeigte grossen Kampfgeist. So lief Werner Marti (1989, Grindelwald) das Rennen bis fast zum Schluss im dichten Feld der ersten Verfolgergruppe. Beim letzten Wechsel schaffte er es entscheidende Plätze wett zu machen und auf den dritten Podestplatz zu fahren. Zudem erkämpften sich Remi Bonnet (achter Rang; 1995, Charmey) und Martin Anthamatten. (zehnter Rang; 1984, Zermatt) eine Top-Ten-Rangierung im starken internationalen Athletenfeld.
Eine ebenfalls spektakuläre Aufholjagd zeigte Jennifer Fiechter (1992, Leysin) im Einzelrennen bei den Elite-Damen. Über lange Zeit lief sie auf dem sechsten/siebten Platz. Doch plötzlich legte sie zu und überholte Runde für Runde Mitkonkurrentinnen inklusive der Französin Laetitia Roux, die als Grand Dame auf den Tourenrennskis gilt. Mit diesem Kämpferwillen erreichte Fiechter schlussendlich den vierten Diplomplatz.
Gegen starke internationale Konkurrenz mussten auch die Schweizer Espoir-Läufer antreten. Umso mehr überraschte die starke Leistung von Marianne Fatton (1995, Dombresson) mit Silber bei den Espoir im Individual Race. Auf denselben Espoir-Platz lief Remi Bonnet hinter dem Deutschen Sieger Anton Palzer.
Starker Remi Bonnet beim Vertical Race
Bei besten Verhältnissen folgte am Sonntag das Vertical Race mit 730 Höhenmetern (Junioren 465 Höhenmetern). Spitzenleistung beim reinen Aufstiegsrennen zeigte Remi Bonnet bei den Herren. In seinem ersten Jahr als Elite-Läufer rannte er im ersten ISMF-World-Cup-Vertical der Saison direkt auf den zweiten Platz mit nur 24 Sekunden Rückstand auf den Sieger und Ausnahmeathleten Kilian Jornet Burgada (Spanien). Mit diesem Top-Resultat holte er sich zugleich bei der Espoir-Wertung die Goldmedaille. Unter die besten zehn schaffte es zudem mit dem vierten Rang Martin Anthamatten und mit dem siebten Rang Werner Marti.
Arnaud Gasser (1996, Verbier) lief bei den Junioren auf höchstem Niveau: Über weite Teile des Rennens schien seine Platzierung mit dem vierten/fünften Rang gesetzt. Doch mit einem ausserordentlichen Schlusssprint liess er die Mitläufer stehen und holte sich die Junioren-Silbermedaille. «Mit diesem starken Abschluss zeigte Arnaud Gasser eine phänomenale mentale Leistung», äusserte sich Disziplinenchef Skitourenrennen und Nachwuchsverantwortlicher des Schweizer Alpen-Club SAC Bernhard Hug anerkennend zur Leistung.
Ihr gutes Vertical Race nicht ganz ins Ziel bringen konnte die Elite-Läuferin Viktoria Kreuzer (1989, Fiesch). Im Schlusssprint verdrängte sie die Schwedin Emelie Forsberg mit nur zwei Sekunden Vorsprung auf den dritten Schlussrang. Jennifer Fiechter holte sich mit dem neunten Rang ebenfalls einen Platz unter den besten zehn. Zudem konnte Marianne Fatton bei der Espoir-Wertung mit der Bronzenen erneut eine Medaille entgegennehmen.
Das SAC Swiss Team erkämpfte am ersten ISMF-World-Cup-Wochenende in Andorra insgesamt acht Podestplätze für die Schweiz. «Die breite Medaillenverteilung über sämtliche Disziplinen und Kategorien ist eine Top-Leistung des Schweizer Nationalkaders im international sehr starken Läuferumfeld», fasst Hug zusammen. Die Leistungsdichte und die Nationenbreite auf internationalem Spitzenniveau hätten in den letzten Jahren stark zugenommen. Trotz allem habe die Schweiz auf allen Stufen gute Athleten und intakte Medaillenchancen.