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Bullinger hinterliess einen Briefwechsel, an dem sich mehr als 1’000 Personen beteiligten.
Erhalten sind 10’000 an ihn gerichtete und 2’000 von ihm geschriebene Briefe.
Seine Korrespondenz ist eine der bedeutendsten des 16. Jahrhunderts. Sie stellt für jenes Jahrhundert eine vielfältige und ergiebige Quellensammlung zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Schweiz und Europas dar.
Bullingers Vernetzung
Anzahl der pro Ort abgesandten und empfangenen Briefe
Bullingers Briefwechsel deckt über 52 Jahre (1523-1575) einen weitgespannten geographischen Raum ab, der sich von Schottland bis nach Weissrussland und von Dänemark bis nach Italien erstreckt. Im Durchschnitt sind etwa 4.5 Briefe pro Woche erhalten geblieben.
Ausserdem sprechen nur wenige Briefwechsel jener Zeit eine derartige Vielfalt von Themen auf so interessante Weise an.
1973 erschien der erste Briefband. Darauf folgten 20 weitere Bände. Ende 2020 lagen etwa 3’120 Briefe veröffentlicht vor. Jeder dieser Briefe ist vollständig transkribiert, erläutert und mit einer Zusammenfassung versehen.
Seit Oktober 2013 sind auf http://teoirgsed.uzh.ch/ alle Briefbände online frei zugänglich. Dadurch werden kombinierte Suchabfragen möglich.
Seit 2021 ist die Weiterveröffentlichung dieser einzigartigen Quellen gefährdet.
Deshalb wurde im Dezember 2020 die Heinrich Bullinger-Stiftung ins Leben gerufen.
2019 wurde von der Universität Zürich das Projekt Bullinger Digital ins Leben gerufen. Es wird von Prof. Dr. Martin Volk (Institut für Computerlinguistik) und von Prof. Dr. Peter Opitz (Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte) betreut.
Die in den 1960er Jahren manuell angelegte Kartei wird in eine elektronische Datenbank überführt. Die in Zürich aufbewahrten Originalbriefe werden digitalisiert und mit der Datenbank verlinkt.
Ein neues Verfahren zur automatischen Texterkennung (OCR) soll die Texte der digitalen Bildaufnahmen entziffern. Doch wegen der zahlreichen Schreiber:innen, die sich an Bullingers Briefwechsel beteiligt haben, und wegen des oft nicht idealen Erhaltungszustandes der Briefe wird dies nicht einfach sein.
Es genügt aber nicht – auch wenn dies einen ersten wertvollen Schritt darstellt – Quellen digital zugänglich zu machen. Für den heutigen Menschen müssen diese Zeugen einer anderen Zeit zunächst aufbereitet werden. Erst dann werden sie wieder verständlich und auswertbar.
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