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Der Eisenhut ist ein Relikt aus der Eiszeit und wächst hauptsächlich auf feuchteren, nährstoffreichen Wiesen, vornehmlich in Höhenlagen. Die formschöne, unempfindliche und frostharte Staude wird gerne in Gärten, z.B. in Rabatten in Kombination mit anderen Blütenstauden, verwendet.
Seit vielen Jahrhunderten ranken sich verschiedene Mythen und Sagen um diese geheimnisvolle Staude, die teilweise spektakulär sind und nicht immer ein rühmliches Ende haben.
Die Pflanzengattung Eisenhut (Aconitum), auch Sturmhut, Akonit oder auch Wolfswurz genannt, gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae). Die wissenschaftliche Bezeichnung Aconitum stammt vermutlich vom Berg Akonitos in Pontos (Kleinasien) ab. In der griechischen Mythologie holte dort Herkules den dreiköpfigen Höllenhund Zerberus aus der Unterwelt, aus dessen Geifer die Pflanze erwuchs. Die deutsche Bezeichnung Eisenhut leitet sich von der helmartigen Blütenform ab.
Die Gattung Aconitum gilt als arktische Gattung aus dem Tertiär, die sich von Sibirien aus über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet hat, wobei als Auslöser der pflanzlichen Wanderung die Eiszeiten gelten. Etwa die Hälfte der ca. 400 bestehenden Arten ist in China beheimatet.
In Europa ist der Eisenhut allgemein in höheren Lagen wild wachsend anzutreffen, vor allem in den Mittelgebirgen und Alpen. Jedoch ist der Eisenhut in der Natur teilweise eher seltener geworden und steht daher in der Schweiz unter Naturschutz. In unserem Land sind die Arten Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) und der hellgelb blühende Wolfs-Eisenhut (Aconitum vulparia), auch Gelber Eisenhut genannt, am weitesten verbreitet.
Die ausdauernde, krautige und mehrjährige Staude hat einen kräftigen, aufrechten Stängel. Er ist dicht beblättert und kann, je nach Art und Sorte, eine Wuchshöhe von 40 bis 150 cm erreichen.
Die grossen, handförmigen Blätter sind 5- bis 7-fach geteilt. Die nochmals geteilten Abschnitte sind sehr tief eingeschnitten mit lanzettlich bis linearen Zipfeln. Die Blätter sind auf der oberen Seite dunkelgrün und auf der unteren Seite hellgrün gefärbt.
Die dunkelblauen, zwittrigen Blüten sind helmartig geformt und stehen in traubigen, oft dichten und endständigen Blütenständen. Die Blütezeit liegt, je nach Art und Sorte, zwischen Juni und Oktober. Dabei reicht die Farbpalette von tiefviolett über dunkelblau bis blau. Es gibt auch hellgelbe, weisse und zweifarbige Sorten.
Alle Teile des Eisenhuts sind stark giftig, ganz besonders die Wurzeln und die Samen.
Der auch als Schnittblume beliebte Eisenhut liebt einen eher feuchten, durchlässigen und nährstoffreichen Boden und kann an einem sonnigen bis halbschattigen Standort gepflanzt werden. Grundsätzlich wächst die Staude auf jedem Gartenboden, der nicht zu trocken ist.
Der sehr frostharte Eisenhut ist eine beliebte Pflanze für das bunte Staudenbeet im Garten, wo er z.B. mit Wald-Geissbart (Aruncus dioicus), Arten der Sterndolde (Astrantia), Prachtspiere (Astilbe) oder mit Arten der Traubensilberkerze (Cimicifuga) kombiniert werden kann. Auch ein Beet aus verschiedenen Eisenhut-Arten kommt gut zur Geltung. Eine schöne Ergänzung zum Eisenhut sind die im Habitus lockeren Formen der Herbstanemone (Anemone japonica). Sie bilden einen hervorragenden Kontrast zur straffen Wuchsform des Eisenhutes. Wegen seines dunklen Laubes empfiehlt es sich, Stauden mit weissen oder gelben Blüten in die Nähe zu pflanzen. Der Eisenhut gehört selbstverständlich auch zu den Blumen des Bauerngartens.
Die auch als Heilpflanze verwendete Staude trägt ihren Wirkstoff in allen Pflanzenteilen, besonders aber in der Wurzel. Als stark verdünnte Tinktur ist der Eisenhut ein Bestandteil vieler, homöopathischer Arzneimittel (Aconitum). Besonders gut helfen Arzneimittel aus Eisenhut gegen Erkältungen und rheumatische Beschwerden. Sie beruhigen Fieber, Schmerzen und zu hohen Puls.
Solange die Staude am richtigen Standort gedeihen kann, ist sie sehr anspruchslos und pflegeleicht. Jedoch sollte sie bei grosser Hitze gewässert werden.
Im Frühjahr wird die Staude bodeneben zurückgeschnitten. Gleichzeitig kann der Wurzelbereich mit Kompost abgedeckt werden. Dieser optimiert die Bodenverhältnisse und liefert die nötigen Nährstoffe.
Der Eisenhut ist sehr gut frosthart und benötigt keinen Winterschutz.
Das ungewöhnliche Aussehen des Eisenhutes und seine Giftigkeit haben zum Entstehen von Mythen und Legenden beigetragen, in denen diese Staude seit Jahrtausenden die Blume der Rache und der verbotenen Liebe war.
Vermutlich benutzten manche unserer besonders grausamen und eifersüchtigen Vorfahren den Eisenhut als tödliche Waffe gegen ihre Feinde. Und jene, die sich für unverbesserliche Sünder hielten, setzten mit Hilfe dieser giftigen Pflanze ihrem Leben ein Ende.
Sowohl die Mythen der Griechen als auch die des Nordens erzählen davon.
Wie uns die griechische Mythologie berichtet, wuchsen im Garten der Hekate, der Königin des Hades und Herrscherin über die nächtlichen Schatten und Geister, zahlreiche wundervolle Eisenhutpflanzen. Warum? Als Herkules den dreiköpfigen Hund Zerberus aus der Unterwelt entführte, schäumte dieser vor Wut. In seinem Geifer, der im Garten der Hekate zu Boden tropfte, als er auf die Erde geschleift wurde, befanden sich Samen des Eisenhuts. So verbreitete sich die Pflanze.
In der norwegischen Mythologie hingegen stellte die kuppelförmige Blüte des Eisenhuts den Helm des Wotans dar, des mächtigsten aller germanischen Götter. Seine Kopfbedeckung verlieh dem Herrn der Krieger und der Dichtkunst die magische Kraft, unsichtbar zu werden und den Menschen völlig unvermittelt zu erscheinen, auf einem achtbeinigen Schlachtross reitend und von zwei Wölfen und zwei Hirschen begleitet.
In der chinesischen und indischen Literatur ist oft der Einsatz von mit Eisenhut vergifteten Pfeilen erwähnt. Auch die chinesische Geschichte kennt Morde, die mit Hilfe von Eisenhutpflanzen vollbracht wurden. So soll die Ehefrau des chinesischen Generals Huo Guang versucht haben, ihre Tochter in die Favoritenrolle zu bringen, indem sie die Kaiserin mit Eisenhutextrakten vergiftete.
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