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Inhalt - Studie zeigt: Nachhaltige Banken schneiden besser ab als die grössten Banken der Welt
- 09.03.2012
Studie zeigt: Nachhaltige Banken schneiden besser ab als die grössten Banken der Welt
Eine neue Studie zeigt, dass nachhaltige, wertebasierte Banken, deren oberstes Ziel das Wohl von Mensch und Umwelt ist, konventionelle Banken in vielen Bereichen an Leistung übertreffen. Dies gilt auch für finanzielle Indikatoren wie zum Beispiel der Return on Assets (ROA), das Wachstum des Kreditportfolios sowie der Einlagen und die Eigenkapitalquote.
Ziel der Studie ist es, die Vorteile von nachhaltigem, wertorientiertem Banking, gerade auch für Menschen, die im derzeitigen Finanzsystem benachteiligt werden, aufzuzeigen. Sie wurde von der Global Alliance for Banking on Values (GABV), einem Netzwerk von 15 der weltweit führenden nachhaltigen, wertorientierten Banken, in Auftrag gegeben und gemeinsam mit der Rockefeller Stiftung finanziert. Die Studie vergleicht die Leistung von 17 nachhaltigen, wertebasierten Banken mit der der 29 weltweit grössten konventionellen Banken für den Zeitraum 2007 bis 2010. Die ausgewählten konventionellen Banken werden vom Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board) als systemrelevant definiert. Zu ihnen zählen unter anderem die Bank of America, Barclays, Citicorp, UBS, Commerzbank und Deutsche Bank. Die Gruppe wird oft auch als „too big to fail“ beschrieben.
Die Studie zeigt, dass nachhaltige, wertebasierte Banken im Vergleichszeitraum durchschnittlich über 70% ihrer Bilanzsumme in Form von Krediten verliehen haben. Der entsprechende Wert der systemrelevanten Banken lag dagegen bei rund 38%. Nachhaltige, wertebasierten Banken scheinen auch finanziell stärker zu sein. Sie verfügen über mehr und qualitativ hochwertigeres Kapital. Die BIS Tier 1 Ratio, ein wichtiger Massstab für die Eigenmittelausstattung (Solvabilität) von Banken, betrug im Studienzeitraum durchschnittlich über 14%, verglichen mit unter 10% bei den systemrelevanten Banken. Die nachhaltigen, werteorientierten Banken wiesen zudem ein durchschnittliches Verhältnis von Eigenkapital zu Aktiva von über 9% auf, während der entsprechende Wert bei den systemrelevanten Banken nur etwas über 5% lag.
Die in der Studie analysierten Nachhaltigkeitsbanken verzeichneten zudem höhere Finanzergebnisse als die grössten Finanzinstitute dieser Welt. Der Return on Assets (ROA), der zunehmend als wichtigste Kennzahl für die finanzielle Leistungsfähigkeit einer Bank angesehen wird, belief sich durchschnittlich auf über 0,5 % bei den nachhaltigen, wertorientierten Banken im Vergleich zu 0,33% bei den systemrelevanten Banken. Nachhaltige, wertebasierte Banken verzeichneten zudem durchschnittlich Eigenkapitalrenditen (Return on Equity, ROE) von 7,1%, verglichen mit 6,6% bei den systemrelevanten Banken.
Auch der wachsende Kundenzulauf und das Wachstum des Kreditvolumens zeugen vom Erfolg des nachhaltigen, werteorientierten Bankensektors. Über die letzten vier Jahre belief sich dieses Wachstum auf durchschnittlich 80% zwischen 2007 und 2010, während konventionelle Banken ihre Kreditvergabe nur um 20% steigerten. Dies zeigt deutlich, dass der Fokus der nachhaltigen, wertorientierten Banken auf der Finanzierung der Realwirtschaft liegt.
“Die Studie zeigt, dass es sich für eine Bank nicht nur theoretisch und ethisch lohnt, Gutes zu tun, sondern auch finanziell.”, sagte Peter Blom, GABV-Vorsitzender und Vorstandsvorsitzender der Triodos Bank, Europas grösster Nachhaltigkeitsbank, zum heutigen Auftakt der GABV-Jahreskonferenz in Vancouver, Kanada. Die Herausforderung der nachhaltigen und wertbasierten Banken bestehe nun darin, die wachsende Nachfrage nach Finanzierung und anderen Dienstleistungen bei Personen zu bedienen, die traditionell von grossen Banken benachteiligten oder zu wenig beachteten würden.