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| Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401)

Liberius (253 — 366)
7. Brief d. P. Liberius an die Bischöfe Eusebius Dionysius und Lucifer 355
Brief des Papstes Liberius an Eusebius, Dionysius und Lucifer, da sie im Exil waren. 1
Einleitung und Inhalt.
Die vom Papste so sehnlichst gewünschte Synode kam wohl im (Anfange des) J. 355 in Mailand zu Stande, wo sich damals der Kaiser aufhielt; allein die großen Erwartungen, welche der Papst an dieselbe knüpfte, sollten bitter vereitelt werden. Der Kaiser brachte es durch persönliches gewaltsames Auftreten, durch Drohungen mit Tod und Exil dahin, daß mit Übergehung der dogmatischen Frage alle Anwesenden eine Verurtheilungssentenz des Athanasius unterschrieben, mit Ausnahme des Eusebius von Vercelli, Dionysius von Mailand und Lucifer von Calaris und der zwei römischen Gesandten Pancratius und Hilarius; dafür wurden diese verbannt und zwar Eusebius nach Scythopolis in Palästina, Dionysius nach Cappadocien, Lucifer nach Germanicia in Syrien, der Diakon Marius aber zuvor [S. 216] noch mit Ruthen gestrichen. An Diese nun ist unser Schreiben gerichtet, welches also beiläufig im Sommer des J. 355 abgesandt wurde; Liberius preiset sie ob ihres heroischen Bekenntnisses glücklich, gibt seiner Sehnsucht nach dem Exil Ausdruck und ersucht sie um einen Bericht über die Vorgänge auf der Mailänder Synode. Ob dieses Schreiben nur an jene drei Bischöfe gerichtet war, Pancratius und Hilarius aber ein anderes erhielten, oder ob dasselbe auch Diesen überbracht wurde, wie man aus einer von Baronius2erwähnten Überschrift des Briefes in einem vaticanischen Codex vermuthen könnte, wo es heißt: „an Eusebius und die übrigen verbannten Bischöfe Dionysius und alle Anderen," bleibt ungewiß.
1: Hilar. fragm. VI., Baronius z. J. 355 n. 32. und Stephan Ferrerius aus den Acten der Kirche von Vercelli und einem vatikanischen Codex.
2: L. c. n. 34.