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Die Schulanlage Oberhofen in Münchwilen ist ein Ensemble mit Gebäuden aus verschiedenen Epochen: Die ältesten stammen aus der Jahrhundertwende 1800/1900, die neuesten aus den 1990er-Jahren. Sie stehen auf einem Areal mit sehr schönen, geschützten Bäumen und sind so platziert, dass hochwertige Räume dazwischen gebildet werden. Nun soll die Anlage erneut erweitert werden, weil Schulzimmer fehlen.
Um die Qualitäten des Areals zu stärken, werden zwei Lösungen vorgeschlagen: Die fehlenden acht Klassenzimmer werden in einem neuen Anbau am Schulhaus 2 untergebracht, das als L-Form den neuen Schulhof nach Westen und Norden hin fasst. Südlich daran anschliessend findet zwischen einer Baumgruppe ein neues Gebäude mit Kindergärten seinen gebührenden Platz. Damit wird ein dritter gefasster Aussenraum geschaffen, der durch das eingeschossige Volumen des Kindergartens das Gesamtensemble des Schulzentrums gegen Süden hin abschliesst.
Die Qualitäten des alten Schulhauses – etwa die Dachform oder die Backsteine des Sockels, die in den Lisenen des Anbaus aufgenommen werden – werden mit dem neuen Anbau neu interpretiert. Unterschiedlich geneigte Pultdächer verbinden beide Bauten miteinander. Die gesamte Schulanlage ist in ihrem Gelenk im Erdgeschoss offen, so dass das Areal von Nord nach Süd auf der bestehenden Achse durchlässig bleibt. Die neuen Schulzimmer und Gruppenräume reihen sich zweigeschossig entlang dieser neuen Verbindungsachse auf.
Der neue Kindergartenbau wird durch ein charakteristisches grosses Dach überdeckt. Darin sind drei im Grundriss nahezu quadratische Kindergärten untergebracht. In dessen Ecken liegen die Nebennutzungen. Dadurch entstehen kreuzförmige Kindergartenzimmer mit verschiedenartigen Aussenbezügen und Rückzugsräumen. Sämtliche Räume gehen bis unter die Dachschräge, mit Ausnahme der Garderoben. Über ihnen liegen, jeweils durch Treppen erschlossen, Spielgalerien. Oberlichter bringen Helligkeit in die Räume. Zwischen den einzelnen Kindergärten liegen halboffene Spielhöfe. Um dem Bauplatz unter den Bäumen nicht zu stark zu belasten, soll das Gebäude aus vorfabrizierten Holzelementen und das Fundament mittels Schraubfundamenten erstellt werden.