Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03581.jsonl.gz/1242

Inhalt:
Die Voyager trifft auf einen Lastwagen aus dem 20ten Jahrhundert, der im Weltraum treibt. Man holt das Gefährt an Bord und Tom Paris schafft es sogar, den Motor zu starten. Das Autoradio empfängt Morsesignale, die der Computer als SOS-Code entschlüsselt.Janeway beschließt, dem Morsesignal zu folgen, das von einem L-Klasse-Planeten mit Sauerstoffatmosphäre ausgeht.Interferenzen in höheren Atmosphärenschichten machen Beamen und Shuttleflug unmöglich, also beschließt Janeway die Landung der Voyager auf der Planetenoberfläche. Auf dem Planeten findet Janeway bald die SOS-Quelle, ein Flugzeug von der Erde, dessen Funkgerät das Signal ausstrahlte.
Chakotay entdeckt mit seinem Team eine Höhle, in deren Inneren sich acht Menschen in Kälteschlafkammern befinden. Janeway beschließt, die acht Menschen wiederzubeleben. Alle stammen aus den 30er Jahren des 20ten Jahrhunderts. Darunter befindet sich auch Amelia Earhart, eine der ersten Pilotinnen der Geschichte.Earhart erzählt, daß sie sich nur noch an ein weißes Licht erinnern konnte und nun hier aufwachte. Da die acht Menschen Janeways Erklärung nicht glauben wollen, läßt sich Earhart zum Beweis für Janeways Ausführungen die Voyager zeigen, während der Rest des Außenteams als Geiseln gehalten wird.
Tuvok und Chakotay werden auf der Planetenoberfläche plötzlich angegriffen. Die Angreifer entpuppen sich überraschend als Menschen. Man begibt sich gemeinsam zur Voyager, wo sich der Holodoc um die Verletzten kümmert. Janeway erfährt, daß die Leute, die sie aus dem Tiefschlaf erweckte, zusammen mit Hunderten anderen vor vielen Jahren von einer Alienrasse von der Erde entführt wurden. Die Aliens machten die Menschen zu Sklaven, doch die Menschen revoltierten und konnten die Aliens vertreiben. Die acht Menschen aus den 37er Jahren wurden in einem Schrein untergebracht, weil sie als Urvorfahren für die Kolonie galten.
Janeway besucht die Kolonie, die aus drei Städten besteht und ist beeindruckt. Sie beginnt sich zu fragen, ob sie die einzige ist, die von dem Gedanken, zur Erde zurückzukehren, besessen ist und ob man nicht lieber einen Planeten besiedeln sollte. Sie überläßt daher jedem Crewmitglied die Entscheidung, ob es in der Kolonie bleiben will. Zu ihrer Überraschung entschließen alle, auf der Voyager zu bleiben, während die acht Leute aus dem Tiefschlaf auf dem Planeten bleiben.
Kritik:
"The 37's" war besser als "Twisted" (dt.: Die Raumverzerrung), lag aber ebenfalls deutlich unter dem extrem hohen Gesamt-Niveau der ersten Staffel von "Star Trek - Voyager". "The 37's" enttäuschte besonders, wenn man bedenkt, daß die Folge die Abschlußepisode der ersten Staffel darstellt. Die sehr gelungene erste Staffel der Serie hätte einen würdigeren Ausklang verdient. In den USA wurde "The 37's" zu Beginn der zweiten Staffel gesendet, und auch für einen Seasonbeginn ist "The 37's" schlicht zu langweilig und unoriginell.
Bis auf die eindrucksvolle Szene, in der die Voyager auf dem Planeten landete, gab es in "The 37's" fast ausschließlich Klischees und nur wenig Handlung. Besonders schwach war die Story um die Menschen im Tiefschlaf. Abgesehen davon, daß man unweigerlich an die TNG-Episode "The Neutral Zone" (dt.: Die neutrale Zone) erinnert wurde, wußten die Autoren von "The 37's", kaum daß die Menschen aus unserem Jahrhundert aufgetaut waren, nicht mehr so recht weiter. Jedenfalls entwickelte sich aus dieser Situation weder eine spannende Handlung noch eine originelle Story.
Sicher war es sinnvoll, daß die Crewmitglieder darüber diskutieren, ob man die Reise der Voyager nicht besser beenden sollte, um sich statt dessen auf einem Planeten niederzulassen. Dummerweise war dem Zuschauer von anfang an klar, daß auch die zweite Staffel der Serie "Star Trek - Voyager" heißen würde und nicht "Star Trek - Earth 2". Also wußte jeder, wie sich der Großteil der Crew und die Hauptfiguren entscheiden würden.
Der Beginn mit dem Auto im All war von den Autoren sicher ganz witzig gemeint, erinnerte aber eher an den Mel Brooks Film "Spaceballs" und war daher schlicht unpassend. Da fiel es schon gar nicht mehr weiter unangenehm auf, daß der Voyager-Crew das ganz normale SOS-Morsesignal völlig unbekannt war, obwohl dies doch recht unrealistisch erscheint. (Irgendwie scheinen Morsezeichen seit kurzer Zeit nicht mehr zur Standartausbildung in der Sternenflotte zu gehören, in "Star Trek V" waren sie Kirk und Spock noch bekannt.)
Einzig interessanter Aspekt war, daß erstmals in der Geschichte von Star Trek das Geheimnis des Universalübersetzers gelüftet wurde; er befindet sich im Kommunikator und bewirkt, daß jeder glaubt, seine Muttersprache zu hören. (Letztlich doch so eine Art "Babelfisch".) Schade, daß die Autoren diesen Umstand kurze Zeit später schon wieder ignorierten und die Universalsprache auch dann zu hören war, wenn jemand seinen Kommunikator verloren hatte. (Ich denke da zum Beispiel an die Folge "Resistance" (dt.: Die Resistance), in der sich Janeway ohne Kommunikator auf einem fremden Planeten verstecken mußte.)
Rührend war aber die Schlußszene mit Janeway und Chakotay, was die Episode zwar nicht rettete, aber zumindest stimmungsvoll abrundete. "The 37's" wurde dem hohen Niveau der ersten Staffel zwar nicht gerecht, ließ aber die Vorfreude auf die zweite Staffel nicht einschlafen.