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Aus der Asahi-Zeitung vom 27. Mai. Ein Berufsmaturalehrer in der Stadt Fukushima schrieb einen Leserbrief, um die Verzweiflung seiner Schüler mitzuteilen.
Eines Tages machte ein Schüler vor ihm seinem Ärger Luft.
„Unsere Stadt hat sehr hohe Radioaktivität, trotzdem ist hier nicht zur Evakuierungszone erklärt worden. Ist es nicht komisch? Aber ich weiss warum. Wenn man die Städte wie Fukushima oder Koriyama zur Evakuierungszone festsetzt, müsste man den Hochgeschwindigkeitszug, den Shinkansen, einstellen, müsste man die Autobahn sperren, also würde die Wirtschaft blockiert. Das ist der Grund, warum die Regierung uns nicht evakuieren lassen will. Sie opfert uns für die japanische Wirtschaft und lässt uns im Stich!“
Er könne diese Situation nicht mehr länger aushalten und wünsche lieber, dass alle AKWs in Japan explodieren.
Ausserdem haben auch viele Mädchen im Norden Angst, dass sie diskriminiert werden, nie heiraten und Kinder bekommen können.
„Lächeln für Japan“ ist gesammelt. Herr Hirokazu Tsunoda ruft Fussballfans aller Welt an, ihr lächelndes Gesicht zu fotografieren und an Betroffene der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe zu senden. Neben dem „Smile for Nippon“ laufen heute anscheinend verschiedene ähnliche Projekte in Japan .
http://ameblo.jp/smilingkiwi/entry-10846137444.html
Rechts im Foto mit einer Samurai-Perücke steht Hirokazu Tsunoda.
Sie brauchen nicht unbedingt ein Fussballfan zu sein.
Die Stadt Kesennuma in der Präfektur Miyagi erlitt einen grossen Schaden durch den Tsunami. Das Stadtviertel Shishiori besteht zwei Monate später immer noch aus Trümmern. http://www.youtube.com/watch?v=r493aVvIN0k
Der Tanker im Video wurde am 11. März vom Meer aufs Land geschoben. Die Bewohner wissen nicht, wie sie ihn beseitigen können.
Kennen Sie die Erdbeben-Krankheit? Viele Japaner leiden momentan unter dieser Krankheit.
Wenn Sie auf einem Schiff eine gewisse Zeit verbracht haben, fühlen Sie manchmal auch nach dem Ausstieg, als ob Sie sich immer noch auf dem Wasser befänden. Ihr Körper schwankt nach wie vor, meinen Sie. Aber das ist natürlich bloss eine Sinnestäuschung.
Bei der Erdbeben-Krankheit fühlt man sich genau gleich. Seit dem riesigen Erdbeben vom 11. März erleben Japaner, die in der Ostseite des Landes wohnen, mehrmals pro Tag Nachbeben. Am 27. Mai zum Beispiel meldete der japanische Erdbebendienst per Twitter 57 Erdbeben, das stärker als M3 ist. Das betroffene Gebiet reicht vom Nord- bis Zentraljapan.
Die unter der Krankheit leidenden Menschen fühlen, dass die Erde sich schüttert, obwohl in der Tat kein Erdbeben gemessen wird. Sie leiden teilweise an Übelkeit und Schwindel. Fachleute empfehlen, bei solcher Situation tief einzuatmen und Tee oder Wasser zu trinken. Auch an Schlaflosigkeit leiden viele, weil sie Angst vor einem Erdbeben haben.
Jeden Tag kommt eine neue Tatsache ans Tageslicht. Seit gestern berichten auch die europäischen Medien über die Kernschmelze von Fukushima. Die Art und Weise, wie Tepco darüber kommuniziert, ist immer noch gleich wie vor zwei Monaten. Der Strombetreiber pflegt sich zu sagen, „Es besteht eine Möglichkeit…“. Er klammert sich ständig an eine optimistische Version, aber die Realität ist viel brutaler.
Dieses Szenario vermuteten europäische Spezialisten schon in der Frühphase des Unfalls. Es verunsicherte und ängstigte viele Japaner in Europa. Ihre Angehörige oder Freunde in Japan hingegen waren oft sehr ruhig. Diese Kluft war irritierend für die in Europa lebenden Japaner, aber hinter ihrer Gelassenheit versteckte doch Ängste.
Die Ängste vor dem unsichtbaren Gift waren schon da, aber was sollten sie tun? Ich habe Stimme gehört, „ich habe keine Verwandtschaft ausserhalb Tokyo. Ich kann nirgendwo hingehen.“, „Alle andere arbeiten, ich kann nicht alleine weggehen. Sonst verliere ich die Stelle.“
Die Nikkei-Zeitung vermutet, dass Tepco von Anfang an wusste, was sich im Reaktor abspielte. Es war erst am 15. Mai, als Tepco die Kernschmelz im Reaktor 1 zugab.
Das grösste Problem in Fukushima I zur Zeit ist das kontaminierte Wasser in AKW-Gebäuden. Laut Asahi-Zeitung vom 24. Mai werden in die Reaktoren 1, 2 und 3 insgesamt 744 Tonnen Wasser pro Tag eingeflössen und der grosse Teil davon wird durch eine hohe Radioaktivität verseucht. Tepco verlegt das Wasser in andere Anlagen, aber sie werden in einigen Tagen voll sein.
Der Reaktor 2 hat total 25’000 Tonnen Wasser im Gebäude und Schacht, 500 Tonnen mit 4700 Billion Bq Radioaktivität sind im April ins Meer gelangt. 22’000 Tonnen lagert momentan der Reaktor 3, 250 Tonnen sind auch ins Meer geflossen, auch mit einer hohen Radioaktivität von 20 Billion Bq.
Tepco will ein Kühlsystem aufbauen, das das von Radioaktivität gereinigte Wasser zum Kühlen verwenden kann. Aber die Reinigungsanlage wird erst Mitte Juni fertig sein und das verseuchtes Wasser bleibt bis dann in Gebäude.