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Wissen Sie, woher der Ausdruck im Titel kommt? Der Begriff basiert auf der Terminologie des Astronomen J. Allen Hynek, der jahrzehntelang wissenschaftlicher Berater bei UFO-Forschungsprojekten war. Die erste Art der Begegnung ist die Sichtung eines UFOs, die zweite Art setzt das Vorhandensein physischer Beweise voraus (also Menschen oder Objekte, die mit dem Objekt Kontakt haben) und die dritte Art heisst, dass man selbst direkten Kontakt mit einem UFO hat und dies unser Leben beeinflusst.
Krimis in Echtzeit
Warum erzähle ich Ihnen das? Ersetzen Sie das UFO mit dem Wort Übersetzung. Dann sind wir bei der Einleitung von «Found in Translation» von Nataly Kelly und Jost Zetzsche (erschien im Oktober dieses Jahres), in der beschrieben wird, dass die meisten Menschen Begegnungen der ersten und zweiten Art mit Übersetzungen haben, die wenigsten aber bis zur dritten Art vorstossen. Das Buch setzt sich mit der Relevanz des Übersetzens auseinander; mit dem (hohen) Stellenwert, den es in allen möglichen Bereichen des Lebens einnimmt. Zum Beispiel, wenn es darum geht, einen Notruf zu dolmetschen, der plötzlich zu einem tragischen Krimi in Echtzeit wird oder, wenn im Krankenhaus über die Sprachgrenzen hinweg die richtige Diagnose gestellt werden muss.
Identität durch Sprache
Sprache hat nicht nur eine Kommunikationsaufgabe inne, sondern stiftet auch Identität und ist daher wichtig für die Entwicklung des Bewusstseins. Vermeintlich triviale Dinge wie Filme oder Bücher, die uns geprägt haben, können, je nach Sprache, anders aufgefasst werden. Wenn wir als Kind ein Buch besonders gern hatten, und dieses uns prägte: Wem gebührt der Dank? Der Autorin oder dem Übersetzer? Übersetzen ist mehr als nur das Übertragen von Wörtern in eine andere Sprache, es geht darum, Bedeutungen, Geschichten, Gefühle in einer anderen Sprache neu zu verfassen. Und dieser Leistung wird nun Tribut gezollt.