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Die Zunft Höngg ist stark auf das Quartier bezogen
24. April 2014 von Malini Gloor
Online seit
24. April 2014
Printausgabe vom
24. April 2014
Der «Höngger» präsentiert in einer losen Folge die Höngger Vereine. Heute ist die Zunft Höngg an der Reihe.
Hat die Zunft Höngg verschiedene Abteilungen, wenn ja, welche?
Ja, das «Bott», unsere Bezeichnung für die Mitgliederversammlung, die Vorsteherschaft, unsere Bezeichnung für den Vorstand, sowie den Rechnungsprüfer, die Revision. Die Vorsteherschaft besteht aus sieben bis neun Mitgliedern und ihren Ämtern: Zunftmeister, Statthalter, Zunftschreiber, Säckelmeister, Stubenmeister, Zeugwart, Protokollführer und ein bis zwei Beisitzer. Nebst den drei genannten Organen unterhält die Zunft Höngg folgende Gruppen, Chargen und Kommissionen: Archivar, Berichterstatter, Chronist, Gesellenobmann, Kostümbetreuung, Kulturkommission, Rebbaugruppe, Reitergruppe, Seniorengruppe, Stammvater, Wappenkommission, Webmaster und Zugführer.
Wie lange gibt es die Zunft Höngg schon, wie ist ihre Geschichte?
Die Geschichte der Zunft Höngg ist mit der Geschichte des Zürcher Zunftwesens verbunden. Diese Zunftgeschichte begann im 14. Jahrhundert. Angeführt von Rudolf Brun stürmte die Bevölkerung am 7. Juni 1336 das Zürcher Rathaus. Mit dem Erlass der ersten Zunftverfassung entstand eine völlig neue Gesellschaftsordnung. Die Gründung der Zunft Höngg erfolgte am 22. Januar 1934; im gleichen Jahr wie die Eingemeindung der Gemeinde Höngg in die Stadt Zürich. Die Aufnahme in den Kreis der Zürcher Zünfte, kurz ZZZ, erfolgte am 1. März 1934. Am 16. April 1934 war die Zunft Höngg erstmals am Sechseläuten dabei.
Wie viele Mitglieder hat die Zunft Höngg?
Aktuell zählt die Zunft Höngg folgende Mitglieder: 121 Zünfter, 15 Zunftgesellen und zwei Küfergesellen.
Was ist der Sinn und Zweck des Vereins?
Gemäss Zweckumschreibung in den Satzungen, also den Statuten, hält sich die Zunft Höngg einem liberal-demokratischen Bürgersinn verpflichtet, wozu auch die Pflege zürcherischer Tradition und Kultur gehört. Nach aussen steht dabei die Beteiligung am Zürcher Sechseläuten und anderen «interzöiftigen» Anlässen im Vordergrund.
Einen ganz besonderen Sinn und Zweck sieht die Zunft Höngg aber in ihrem Verhältnis zum Quartier Höngg. Diese Quartierbezogenheit zeigt sich sehr vielfältig: Die Mehrzahl der Zünfter wohnt oder arbeitet in Höngg. Viele Zünfter sind aktive Mitglieder in anderen Höngger Vereinen und Institutionen. Jeder Zünfter ist zahlendes Passiv-Mitglied im Musikverein Höngg. Die Zunft Höngg ist Teil des Wümmetfäschts und des Umzugs. Sie pflegt in Höngg eigene Reben mit eigenem Zunftwein. Die Zunft Höngg lädt traditionsgemäss Vertreter von Höngger Vereinen und Institutionen als Ehrengäste an ihr Rechenmahl ein; es gibt regelmässige Berichterstattungen über Zunftanlässe im «Höngger».
Was ist der Beweggrund, mitzumachen, was bietet Ihr Verein den Mitgliedern und der Gesellschaft in Höngg?
Nebst familiären oder verwandtschaftlichen Beweggründen schätzen wohl alle Zünfter den freundschaftlich-geselligen Austausch und die Pflege bürgerlich-kultureller Werte und Traditionen. Dank des ausgeprägten Quartiercharakters der Zunft Höngg nimmt jeder Zünfter auch ganz selbstverständlich und unmittelbar am Quartierleben teil.
Wie werden neue Mitglieder geworben, wen will man ansprechen?
Gemäss den Satzungen können Söhne und Schwiegersöhne von Zünftern aufgenommen werden. Es geht aber auch ohne familiären Hintergrund: Die Zunft Höngg ist offen für männliche Höngger, die in Höngg wohnen und sich mit ihrem Engagement für das Quartier besonders verdient gemacht haben. Kriterien für die Zunftaufnahme sind Lebensjahre in Höngg und Engagement für das Quartier. Die Mitgliedschaft eignet sich für Bürger mit Interesse an zünftigen Werten und einer aktiven Verbundenheit zum Quartier Höngg.
Gibt es Nachwuchsprobleme?
Nein. Einerseits kommen laufend neue Zunft- und Küfergesellen dazu, andererseits werden regelmässig mit Höngg verbundene Interessenten in unseren Aufnahmeprozess aufgenommen. Die Mitgliederzahl ist allerdings beschränkt, was insbesondere mit der Grösse unseres Zunftsaales «Mülihalde» zusammenhängt.
Wie hoch sind die Kosten für Mitglieder?
Beim Eintritt in die Zunft Höngg zahlt der Zünfter ein Eintrittsgeld, dann regelmässige Jahresbeiträge sowie Kosten für die Teilnahme an den Zunftanlässen. Für Zunft- und Küfergesellen gelten deutlich reduzierte Ansätze.
Weitere Angaben, die Ihnen in Bezug auf Ihren Verein wichtig sind?
Unter allen Quartierzünften der Stadt Zürich weist die Zunft Höngg den mit Abstand grössten Quartiercharakter auf. Das ist kein Zufall, sondern Programm. Die Zunft Höngg lebt mit, im und für das Quartier Höngg. Das war seit ihrer Gründung im Jahre 1934 so und so bleibt es auch in Zukunft.
Kontaktangaben für Interessierte:
Zunftmeister Daniel Fontolliet,
Imbisbühlstrasse 16, 8049 Zürich,
E-Mail: <email-pii>.
Zunftschreiber Bruno Dohner, Im Maas 16a, 8049 Zürich, E-Mail: <email-pii>.
Website: www.zunfthoengg.ch.