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Sicherheit von zellfreien Hämoglobinlösungen
Zellfreie Hämoglobinlösungen mit künstlichen Sauerstoffträgern (HBBS) erlauben eine Transfusion ohne Kenntnisse der Blutgruppe und können über lange Zeit bei Raumtemperatur gelagert werden. Angesichts der Knappheit an Blutprodukten scheinen sie sich daher ideal als Blutersatz bei Patienten mit hämorrhagischem Schock zu eignen. Doch in den letzten Jahren gaben einige Studien Anlass zu Sicherheitsbedenken.
Die Autoren dieser Metaanalyse suchten in PubMed, Embase und Cochrane Library nach Studien (1980 bis März 2008), welche die Vor- und Nachteile eines Blutersatzes mit hämologischen und zellfreien Hämoglobinlösungen untersuchten. Weiters kamen Reviews der amerikanischen FDA und im Internet veröffentlichte Presseberichte von Herstellern zur Durchsicht. Primäre Endpunkte waren Todesfälle und Myokardinfarkte.
16 Studien (13 randomisierte, kontrollierte Studien, ein Review der FDA und 2 Presseberichte von Herstellern) mit insgesamt 3'711 Patienten (mindestens 19 Jahre alt) und 5 verschiedenen Produkten wurden eingeschlossen. Gegenüber der Vergleichsgruppe zeigte sich in der HBBS-Gruppe eine signifikant höhere Mortalitätsrate (164 vs. 123 Todesfälle, RR 1.30) und auch die Myokardinfarktrate war deutlich höher (59 vs. 16 Ereignisse, RR 2.71). Die Subgruppenanalysen ergaben keinen Hinweis darauf, dass das erhöhte Risiko unter HBBS auf bestimmte Produkte oder auf bestimmte Indikationen beschränkt sei.
Konklusion der Autoren: Der Blutersatz mit HBBS ist mit einem signifikant höheren Mortilitäts- und Myokardinfarktrisiko assoziiert.
Link zur Studie
JAMA 2008;299:2304-2312 - Natanson C et al
22.05.2008 - gem