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Der gute Mensch
Nach Kant

Maxime
Eine Maxime bezieht sich immer auf ein Objekt unserer Sinne, welches wir begehren. Dieses "Objekt des Begehrungsvermögens" kann entweder ein materieller Gegenstand oder eine Handlung eines anderen Menschen sein. Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass jemand die Zuneigung einer anderen Person gewinnen möchte; dann wäre diese Zuneigung ein solches Objekt. Unsere Maximen werden also von unseren Neigungen (Gefühlen) gegenüber diesem Objekt bestimmt.
Es leuchtet ein, dass niemals alle, gleichzeitig das gleiche Objekt haben können. Auch wird es nicht bei allen das gleiche Gefühl auslösen. Dies ist klar, weil die Neigung nicht eine Eigenschaften des Objektes ist, welche dieses unabhängig von uns besitzt, sondern es unsere Sinne sind, die uns eine Neigung zum Objekt empfinden lassen. Es können Gefühle wie Lust, Unlust oder Gleichgültigkeit mit diesem verbunden sein. Wenn aber jeder Mensch seine persönlichen Neigungen gegenüber einem bestimmten Objekt hat, so kann die sich darauf beziehende Maxime nur subjektiv sein. Sie ist nur für den Menschen richtig, der sie sich zum Bestimmungsgrund gemacht hat, niemals aber für alle gleichzeitig.
[Beispiel: Der Wille aller]
Alle Maximen haben ein einziges Ziel: die Förderung der eigenen Glückseligkeit, auch Selbstliebe genannt. Alle durch das begehrte Objekt entstandenen Annehmlichkeiten fördern die eigene Glückseligkeit. Und dies zu erreichen ist das triebhafte Streben eines jeden Menschen.
Weil sie nicht allgemeingültig ist, kann diese eigene Glückseligkeit niemals als Grundlage der Moral betrachtet werden. Ob etwas moralisch gut oder böse ist, kann nur durch ein objektives moralisches Gesetz bestimmt werden. Im Falle einer Maxime kann das Objekt dem einzelnen Menschen wohl oder übel bekommen.
Angenommen, eine Maxime führt zur gleichen Wirkung, wie ein moralisches Gesetz, so liegt den beiden aber nicht der gleiche Antrieb zugrunde. Nur der Gebrauch des Gesetzes wäre moralisch, der Gebrauch der Maxime wäre jedoch höchstens legal.