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Roundhouse Reverb
Jüdisches Museum Berlin, Deutschland
Geplant ist eine Aufführung der Kafka-Fragmente op. 24 von György Kurtág am 10. April 2013 im Jüdischen Museum Berlin. Das Konzert findet mit Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstiftung im Rahmen von ROUNDHOUSE REVERB statt: Als dreiteiliges Projekt angelegt, entwirft es unterschiedliche Zugänge zu den Kafka-Fragmenten. Dazu gehört die Aufführung der Kafka-Fragmente mit Videoprojektionen, eine filmische Installation, die als Sonderausstellung vom 21. März –26. April 2013 im Jüdischen Museum Berlin gezeigt wird sowie eine Webseite als Dokumentationsplattform.
Das Konzert mit Video sucht einen neuen Zugang zu dem hochkomplexen und zugleich feinstofflichen Werk von 1985–87, das entweder konzertant oder häufiger szenisch aufgeführt wird. Die in der Partitur festgelegte Ambivalenz der beiden Aufführungsmodi greift die hier gewählte Darbietung auf und stellt sie aus, indem die musikalische Interpretation von Caroline Melzer (Sopran) und Nurit Stark (Violine) durch eine filmische Ebene erweitert und ergänzt wird. Durch die hier vorgeschlagene Form der Live-Aufführung mit Video-Projektionen soll den Interpretinnen der musikalische Raum eröffnet bleiben, den eine szenische Darstellung häufig einengt und zugleich wird visuell ein Raum neu erschlossen, den die Partitur und die Kafka-Texte auftauchen lassen: in verschiedenen Figuren und Zitaten, in textlichen Verweisen und musikalischen Referenzen. Der szenische Gestus einzelner Fragmente wird in der filmischen Ebene hervorgehoben, weitergetrieben oder zugespitzt: Die Bilder zeigen die beiden Interpretinnen auf einer Reise in einen imaginären Osten. Gefilmt in Russland und Polen finden sich darin Spuren und Hinweise auf die Entstehungszeit der Kurtág-Komposition und auf die Texte Kafkas, die die Fragmente beleuchten, ohne sie zu illustrieren.
Weitere Informationen:
www.jmberlin.de