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Seit über dreissig Jahren besteht eine Longo maï-Kooperative mit zwei Höfen in Transkarpatien, im Westen der Ukraine. Die Region grenzt an die Slowakei, Ungarn und Rumänien und ist bis heute noch vom Krieg verschont.
Es kommen Hunderttausende flüchtende Menschen aus den umkämpften Gebieten hierher. Diese befinden sich entweder auf der Durchreise nach Westeuropa, vor allem Frauen und Kinder, oder sie suchen hier vorübergehend Zuflucht in der Hoffnung, schnellstmöglich in ihre Heimat zurückkehren zu können. Diese Situation stellt eine enorme Herausforderung für die Region dar. Das Gebiet ist auch eine bevorzugte Durchgangsstation für humanitäre Hilfe aus dem Ausland für die gesamte Ukraine geworden.
Die Kooperateur:innen von Zeleny Hay sind aktiv in der Betreuung von Flüchtlingen tätig und werden zusätzlich von anderen Longo maï-Kooperativen in Europa verstärkt.
Die Hilfe von Longo maï, ausgehend vom Dorf Nischnje Selischtsche, umfasst vier Bereiche:
1. Transport und Koordination humanitärer Hilfe innerhalb des Landes
2. Evakuierung von Menschen aus Kriegsgebieten
3. Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten im Dorf
4. Gewährleistung der lokalen Lebensmittelversorgung
Longo maï betreibt nicht nur die oben erwähnte Kooperative im ukrainischen Transkarpatien, sondern auch einen Hof im Dorf Hosman, nahe von Sibiu, in Rumänien. Dieser dient jetzt als logistische Plattform für die humanitäre Hilfe in Richtung Ukraine. Die Kooperateur*innen in Nischnje Selischtsche stellen regelmässig Listen über das am dringendst Benötigte zusammen (medizinisches Material, haltbare Nahrungsmittel, Babynahrung, Hygieneartikel, Generatoren, Matratzen etc.). Die geringe Entfernung zwischen Rumänien und Transkarpatien ermöglicht es, sehr schnell auf die Bedürfnisse zu reagieren sowie die Transportwege zu verkürzen. Die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine ist derzeit noch offen und die behördlichen Bestimmungen für humanitäre Hilfe sind erleichtert worden.
Mitglieder der Longo maï-Kooperativen sowie Freund*innen aus der Schweiz, Frankreich, Rumänien und Deutschland fahren regelmässig nach Transkarpatien, um beim Sortieren und Verteilen zu helfen und um die Koordination zwischen West und Ost aufrecht zu erhalten. mehr dazu im Dossier "Direkthilfe in der Ukraine"
Longo maï war am Aufbau einer Käserei, einer Herberge und der Wiederbelebung des Kulturzentrums in Nischnje Selischtsche beteiligt. Die Longo maï-Gruppe besteht heute aus rund 10 Personen. Sie geben Theaterkurse und haben die traditionelle Musikgruppe «Hudaki» gegründet. In der Kooperative produzieren sie Käse- und Fleischwaren sowie Apfelsaft für den Verkauf und setzen sich in einem regionalen Netzwerk für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft ein.