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Der Transportunternehmer Max Bertschinger mietete 1988, noch zu Sulzer-Zeiten, als erster privater Mieter Flächen in der Halle 181 auf dem Lagerplatz. 2019 stellte er seinen Betrieb aus Altersgründen ein und räumte seine Mietfläche. In der "Halle Max" nimmt das Departement Bauingenieurwesen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) nun einen "Aufspannboden" in Betrieb; schweizweit existieren nur wenige weitere solcher Anlagen.
Ein Aufspannboden ist eine Versuchsanlage, an welcher Bauteilversuche vorgenommen werden, z.B. das Biege-, Bruch- und Durchstanzverhalten von Betonelementen. Ein im Boden eingelassenes Stahlgewindehülsen-Raster ermöglicht den Aufbau unterschiedlicher Stahlrahmenkonstruktionen, in welche zu prüfende Bauteile eingespannt und mit Kräften von bis zu 200 t bis zum "Bersten" belastet werden.
Die besondere Herausforderung bei der Erstellung eines Aufspannbodens liegt in der minimalen Baumasstoleranz von lediglich 1 mm auf 1.5 m (Zum Vergleich: die Rohbautoleranzen im gewöhnlichen Hochbau betragen 5 bis 30 mm).
In der Halle Max wurden insgesamt 56 Abspannpunkte à je vier 1 m lange Stahlhülsen in einem präzisen Raster von 1.50 x 1.50 m in ein 1 m tiefes Stahlbetonfundament eingebaut. Das Fundament enthält Unmengen von Bewehrungsstahl, der Beton wurde in mehreren Etappen eingebacht. Während der Bauzeit wurden die Hülsenpositionen immer wieder eingemessen und auf den Millimeter genau justiert.
Für die Produktion und den Einbau der Stahlgewindehülsen konnte die Fa. Senn AG in Oftringen gewonnen werden, nachdem das einziges Schweizer Stahlbauunternehmen, welches in der Vergangenheit bereits einen Aufspannboden erstellt hatte, die Fa. Tuschschmied in Frauenfeld, Ende 2019 Konkurs anmelden musste. Mit den Rohbauarbeiten wurde die Weilenmann AG Kempttal beauftragt.
Die Gesamtkoordination dieser nahezu einzigartigen Planungs- und Bauaufgabe lag bei Robauen AG, Winterthur. Die Schnittstellen innerhalb der Projektorganisation waren zahlreich und anspruchsvoll. Das Stahlbetonfundament wurde von der Eigentümerin bestellt, wohingegen die Stahlgewindehülsen direkt von der Mieterin für die ZHAW beauftragt wurden. In regelmässigen Baukommissionssitzungen erfolgte die sorgfältige Abstimmung zwischen PlanerInnen, Nutzerin, Mieterin und Eigentümerin.
Den letzten Messungen nach zu urteilen haben alle Beteiligten die Feuertaufe bestanden und gemeinsam eine hervorragende Leistung erbracht: Ein Stahlbetonbau in höchster Präzisionsarbeit!
Text: Tina Puffert, Projektleiterin Stiftung Abendrot
Fotografien: Robauen AG