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Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
Herr Alois wollte seinen Namenstag, den 21 Juni, mit einer Flasche Wein feiern. Er stellte die Flasche Rotwein auf den Tisch und den Zapfenzieher einsatzbereit daneben. Ein Telefonanruf lenkte ihn von seinem Vorhaben ab.
“Dir geht es an den Kragen”, wandte sich Zapfenzieher an den Kork.
“Dass ich nicht lache”, entgegnete der Kork hoch oben im Flaschenhals. “Ich will in der Flasche bleiben.”
“Ich werde dir den Meister zeigen”, drohte der Zapfenzieher. “Mein Gebieter wird mich mitten in dein Kork tief schrauben. Und mit einem einzigen Ruck verlierst du den Flaschenhals.”
“Ich bin kein altmodischer Kork, sondern bin aus zähem Kunststoff geschaffen”, sagte der Kork hämisch grinsend. “Somit bin ich der Schutzheilige des Weins. Mir scheint, dass Herr Alois jeden Tag seinen Namenstag feiert ...”
Endlich erschien Herr Alois wieder. “Wie dumm von mir, ich brauche ein Glas”, fiel ihm ein und holte es aus dem Küchenschrank. Die Abendnachrichten hatten begonnen. Im Nu versenkte er den Zapfenzieher im Flaschenhals. Der erste Ruck versagte, der zweite und dritte ebenfalls. Herr Alois kriegte einen roten Kopf. Sein Handgelenk schmerzte. Er klemmte die Flasche zwischen die Beine. Allein, der Kork blieb stecken.
Herr Alois war ein Mensch, der Widerspruch und Widerstand schlecht ertrug. Wutentbrannt von Tücken des Objekts ging er mit Hammer und Flasche in den Garten und legte die Flasche schräg über einen Backstein. Sein Hammerschlag traf den Flaschenhals und mehr. Die Flasche war geborsten und der Wein zerfloss in der Erde.
Der Kork blieb, wo er war. Der Zapfenzieher lag weiterhin auf dem Tisch, diesmal neben dem Glas. Der Verlierer war eindeutig Herr Alois.
Fortan kaufte Herr Alois den Wein mit abschraubbarem Deckelverschluss.