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Steckt das Kind zu lange im Geburtskanal fest, wird die Blutversorgung durch den Druck unterbrochen und das Gewebe zwischen Vagina und Blase oder zwischen Vagina und Darm stirbt langsam ab. Das Kind wird in den meisten Fällen tot geboren. Zurück bleibt eine unnatürliche Verbindung zwischen den beteiligten Organen. Betroffen sind vor allem Mädchen und junge Frauen, deren Becken noch sehr schmal ist. Ist das Gewebe einmal abgestorben, leiden die Frauen unter schwerster Inkontinenz. Viele werden vom Ehemann verlassen, von der Familie verstossen oder sogar aus dem Dorf vertrieben. Sie leben isoliert, arm und voller Scham. Gesundheitliche Folgeerscheinungen wie Niereninfektionen, Hautgeschwüre und psychische Erkrankungen begleiten sie ein Leben lang.
Die WHO schätzt, dass weltweit jedes Jahr 50'000 bis 100'000 Frauen Komplikationen bei der Geburt erleiden, die Fisteln zur Folge haben. Die genaue Zahl der Frauen ist jedoch schwer zu ermitteln. Oftmals leben sie in entlegenen Gebieten, wo es keine Krankheitsstatistiken gibt. Es existiert kaum Wissen über dieses Phänomen.
Der Internationale Tag zur Eliminierung von Geburtsfisteln am 23. Mai www.endfistula.org soll dieses Thema bekannt machen und mehr Hilfsmöglichkeiten schaffen. Denn bereits eine kleine Operation lindert körperliches Leiden und führt zur sozialen Reintegration der betroffenen Frauen.
IAMANEH Schweiz ermöglicht Frauen eine Fistel-Operation und sorgt auch über die Nachbetreuung dafür, dass ausgegrenzte Frauen wieder in ihre Familien zurückkehren können. Darüber hinaus wird durch Sensibilisierung der Dorfgemeinschaft versucht, auf das Thema aufmerksam zu machen und zu einer Enttabuisierung beizutragen.