Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/1000

19. Jahrhundert
EUROPA NACH DER REVOLUTION
Die Chronik des 19. Jahrhunderts mit den berühmten und wichtigen Persönlichkeiten, den grossen Köpfen des 19. Jahrhunderts, die in den hundert Jahren zwischen 1800 und 1899 lebten und wirkten. Zu ihnen zählen etwa Wilhelm Conrad Röntgen und Frédéric Chopin. Berühmte Frauen des 19. Jahrhunderts waren z. B. Coco Chanel und Marie Curie.
Das 19. Jahrhundert wird durch die neue Institution des Nationalstaats, die Industrialisierung und den Kolonialismus geprägt. Es beginnt mit den nach der Französischen Revolution durch Napoleon losgetretenen Koalitionskriegen 1792–1815 zwischen Frankreich und seinen Gegnern, der Säkularisation durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 und dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806. In der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 und bei Waterloo 1815 erleidet Napoleon Niederlagen und wird erst zum Rückzug, dann zur Abdankung gezwungen. Nach zwanzig Jahren Krieg wird auf dem Wiener Kongress von 1815 Europa unter der Leitung von Fürst von Metternich neu geordnet.
Unter der Vorherrschaft Preussens und Österreichs entsteht 1815 der Deutsche Bund als lockerer Zusammenschluss der deutschen Fürstentümer und vier freier Städte. In der letztendlich gescheiterten Revolution von 1848/1849 strebt das Volk nach Freiheit und Einheit. In der Frankfurter Paulskirche tritt 1848 erstmals auf deutschem Boden eine frei gewählte Nationalversammlung zusammen.
Die von England ausgehende Industrialisierung wandelt die Arbeitswelt rasant und wirft soziale Fragen auf. Ihre Hochphase erlebt die Industrialisierung in Deutschland mit der Gründung des Kaiserreichs 1871 als neuem Nationalstaat, der nach drei Einigungskriegen 1864–1871 unter Bismarck das Ende der zersplitterten deutschen Kleinstaaten bedeutet. Wilhelm I. wird 1871 in Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert, am Ende des Jahrhunderts regiert sein Enkel Wilhelm II. Das Reich erlebt eine wirtschaftliche und wissenschaftliche Blütezeit.
Nach überwundenen inneren Konflikten befeuern imperiale Weltmachtansprüche aussenpolitische Auseinandersetzungen im Wettstreit um Kolonien. England ist im Viktorianischen Zeitalter 1837–1901 die führende Welt- und Wirtschaftsmacht.
Die Epoche wird häufig als langes 19. Jahrhundert gefasst, das mit der Französischen Revolution 1789 beginnt und im Ersten Weltkrieg 1914–1918 mündet.
In den USA entbrennt in den 1860ern der Amerikanische Bürgerkrieg.