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Gleichgewichtsstörungen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche und eingeschränktes Sehvermögen können auf eine beginnende MS-Erkrankung hinweisen. Ein internationales Forscherteam hat in einer elf Jahre umfassenden Langzeitsstudie untersucht, wie sich der Zeitpunkt des Therapiebeginns langfristig auf die Krankheit auswirkt, wie das Universitätsspital Basel am Mittwoch mitteilte.
An der Studie nahmen zu Beginn 468 Personen teil, die erste Symptome einer MS zeigten und bei denen andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Während ein Teil - nach dem Zufallsprinzip gewählt - direkt das prophylaktische Medikament Interferon beta-1b erhielt, bekam der andere Teil zunächst ein Placebo. Nach einem zweiten Schub und der definitiven Diagnose wechselte auch die Placebo-Gruppe auf den Wirkstoff.
Länger bis zum ersten Rückfall
Elf Jahre später konnten die Forschenden 278 der Studienteilnehmenden nachuntersuchen, davon gehörten 167 zur Gruppe mit frühem Therapiebeginn. Bei diesen verstrich durchschnittlich rund doppelt so viel Zeit (1888 Tage) bis zum ersten Rückfall wie bei jenen, die erst später mit der richtigen Therapie begonnen hatten (931 Tage). Ausserdem senkte der frühe Therapiebeginn das Risiko für den Ausbruch der Krankheit um 33 Prozent.
Die Gruppe mit früher Therapie litt zudem während der gesamten Zeitspanne von elf Jahren um 19 Prozent seltener an Schüben als die Placebo-Gruppe. Und das in der Regel auch in den Jahren, in denen beide Gruppen den prophylaktischen Wirkstoff einnahmen.
In früheren Studien wurden nur nach relativ kurzen Zeiträumen von wenigen Jahren untersucht, welchen Effekt es hat, die Therapie schon bei ersten Anzeichen zu beginnen oder erst nach der definitiven Diagnose. Da die Krankheit aber über Jahrzehnte hinweg fortschreitet, sei es wichtig, die längerfristige Wirkung zu untersuchen, hiess es in der Mitteilung.
An der Studie, die im Fachblatt "Neurology" erscheint, waren Spitäler und Universitäten aus 20 Ländern inklusive der Schweiz beteiligt.