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Da ich Gotthelfs Zeiten erlebt habe, brauche ich gerne Bilder aus seiner Zeit. Sie sind mir noch präsent. Im Schrifttum von damals begegnet man oft dem Begriff „mingeri Lüt“. Gotthelf bezeichnete damit jene bedürftigen Menschen, die in ihrer Not auf den Goodwill der „Besseren“ angewiesen waren, oder die einem Beruf nachgingen, der den Charakter einer Gelegenheitsarbeit hatte. Mit dem Ausdruck „mingeri Lüt“ bezeichnete er und seine Zeitgenossen abwertend eine ganze Bevölkerungsschicht.
Hier erzähle ich eine weitere Geschichte von Freddy Röthlisberger, der zu jeder Erzählung eine Bronzefigur schaffte oder umgekehrt. Heute ist es
Dr Fäudmuser
Als ich 1950 in Baggwil Verdingbub war, lehrte mich „Vater Gehrig“ das Musen (d.h. das Mäusefangen). Damals gab es in den Dörfern noch die „Fäudmuser“, die für kargen Lohn den gefrässigen Nagern mit ihren Fallen zu Leibe rückten. Musen wurde als minderwertigen Beruf angesehen. Da man von den Erträgen nicht leben konnte, gingen die Männer meist noch einer anderen Beschäftigung nach, wobei vor allem das Korben beliebt war. Wir Kinder machten allerdings immer einen grossen Bogen um die Behausung der Korber, so als wohnten dort nicht Mäusefänger sondern Kindlifresser. Für mich aber wurde in Baggwil das Mäusefangen zu einer höchst interessanten Beschäftigung, die ich mit Akribie – ähnlich dem heutigen Pilzesuchen – betrieb.
Eine Frage: Gewinnt man nicht im zähen Sich-Bewähren bei einer unangenehmen Arbeit jene Kraft, die nötig ist, um danach auch in anderen Bereichen erfolgreich zu sein?
Bis zum nächsten Mal
Euer Chefeli