Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03255.jsonl.gz/1533

Man kennt gegen 100 europäische Arten. Der Getreideverwüster (Hessenfliege, C. destructor Say, secalina Loew), 2,7-3,7 mm lang,
samtschwarz, am Bauch,
[* 4] zwischen den Hinterleibsringen und auf einer Mittellinie des Rückens blutrot, größtenteils schwarz,
an den Fühlern rötlich gelb behaart; die Flügel sind grau durch kurze Härchen, die Beine sehr lang.
Das viel seltenere Männchen ist 3 mm lang, weniger intensiv gefärbt und rötlichgelb, nur an den Flügeln schwarz behaart.
Das Insekt fliegt im April und Mai und legt seine braunroten, walzenförmigen, 0,3 mm langen Eier
[* 5] an die
untersten Stengelblätter von Weizen, Roggen oder Gerste;
[* 6] die bald ausschlüpfenden fußlosen, gelblichweißen Larven kriechen
bis zur Blattscheide herab, setzen sich hier zwischen Halm und Blattscheide fest und beschädigen erstern so stark, daß er
später umknickt. Im Juni verpuppt sich die Larve in der Körperhaut, und von August bis Oktober schlüpft
das Insekt aus.
2 mm lang, bleich ocker- bis orangegelb,
flaumhaarig; das viel seltenere Männchen ist kleiner und viel düsterer gefärbt.
¶
mehr
Das Weibchen fliegt von Mitte Juni bis Mitte Juli und legt seine Eier bis zu zehn Stück in je eine Weizenblüte; die bald
ausschlüpfenden lebhaft gelben Larven leben vom Blütenstaub oder dem Milchsaft des jungen Korns und bewirken ein brandiges
Aussehen der Ähren. Auch an Roggen, Gerste und andern Gramineen
[* 10] sollen sie vorkommen. Sie gehen zur Erntezeit
flach in die Erde, überwintern dort und verpuppen sich im Frühjahr; viele gelangen aber auch in die Scheuern. Zur Bekämpfung
ist der Staub nach dem Ausdrusch und der Reinigung des Getreides zu vernichten und die Stoppel tief umzupflügen.
Die Kohlgallmücke (C. brassicae Winnertz), 1 mm lang, mit dunklem Körper, stellenweise silbern schimmernder
Behaarung und fleischrotem, braun und schwarz gebändertem Hinterleib, überwintert und legt im Frühjahr ihre Eier in die Narben
der Fruchtknoten der Rübsaat; die milchweiße Larve lebt in den Schoten der Rübsaat und saugt an den jungen Samen,
[* 11] oft 50-60
Stück in einer Schote. Sie verpuppt sich in der Erde, und die bald ausschlüpfende Mücke bildet in den
Schoten andrer Kruciferen
[* 12] eine zweite Generation. Auch den Obstbäumen werden manche Gallmücken schädlich, und viele gallenerzeugende
Arten leben auf Weiden; auch die zwiebelförmigen, roten und gelben Gallen auf Buchenblättern sowie die erbsengroßen auf Zitterpappelblättern
werden von Gallmückenlarven erzeugt.