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In der Schweiz gibt es etwa 100 Waldbrände pro Jahr. Sie sind sehr unterschiedlich im Land verteilt und treten hauptsächlich in den Monaten von Februar bis April, sowie im Juli und August auf.
Brände sind neben Stürmen die bedeutendsten Naturgefahren im Wald, weil sie sich schnell ausbreiten können. Ob und wie sie entstehen, hängt vom Wetter, vom Brennmaterial am Waldboden, vom Gelände, aber auch von unserem eigenen Verhalten im Wald ab.
Die wärmere Alpensüdseite ist am stärksten von Waldbränden betroffen. Im Tessin, im Wallis und in den südlich ausgerichteten Bündnertälern stehen schweizweit am häufigsten Wälder in Flammen. Das sind die Gebiete, die in der Übersichtskarte rot eingefärbt sind. In den Südalpen werden einige Wälder nicht mehr genutzt. Dadurch sammelt sich viel brennbares Totholz an. Auf der Alpennordseite sind Waldbrände seltener und treten vermehrt im Berner Oberland auf.
Typischerweise ereignen sich die Brände auf der Alpensüdseite inzwischen Februar und April. In dieser Zeit ist die Trockenheit am grössten. Die Sonne und häufiger Nordföhn trocknen die Streuschicht in den unbelaubten Kastanienwäldern aus. Am Waldboden befindet sich dann eine dicke Schicht von leicht entzündlichem Material. In den trockenen Perioden reicht ein kleiner Funke und die Flammen breiten sich schnell und unkontrolliert aus.
Im Tessin, wo die Waldbrandgefahr am grössten ist, gibt es einen anderen Standort der WSL. Dort untersuchen Marco Conedera und Boris Pezzatti, was die Brände auslöst. Gemeinsam mit anderen Forschenden haben sie herausgefunden, dass die Feuer je nach Region und Jahreszeit unterschiedliche Ursachen haben.
Die meisten Waldbrände werden von Menschen entweder durch Unachtsamkeit oder Brandstiftung ausgelöst. Dazu gehören nicht ausreichend gelöschte Feuerstellen oder weggeworfene, noch heisse Zündhölzer. Im Sommer haben Waldbrände oft natürliche Ursachen, wie zum Beispiel Gewitterblitze.
Wie kannst du den Wald schützen?
Während eines Besuchs im Wald kannst auch du deinen Teil dazu beitragen, Brände zu verhindern. Feuer in der Natur solltest du nur in den dafür vorgesehenen Plätzen machen. Dort muss es laufend überwacht werden, damit es nicht ausser Kontrolle gerät. Grill- und Feuerstellen dürfen nur verlassen werden, wenn sie komplett gelöscht sind. Es ist noch nicht sicher geklärt, ob Glasscherben wie Brenngläser wirken können. Trotzdem solltest du im Wald nie Abfall hinterlassen, da andere Menschen oder Wildtiere sich daran verletzen könnten.
An der WSL in Cadenazzo untersuchen Forschende, welche Faktoren das Waldbrandrisiko erhöhen. Sie haben auch Waldbrand-Frühwarnsysteme entwickelt. Mit Messfühlern, sogenannten Sensoren, überprüfen sie die Feuchtigkeit in der Streu- und Humusschicht im Wald. Mit den Messwerten können sie die Waldbrandgefahr in der Schweiz vorhersagen.