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Der Kanton Genf startet ein Programm, das illegalen Einwanderern zu Aufenthaltsbewilligungen verhelfen soll. Ziel ist es, gesetzeswidrige Anstellungsverhältnisse zu bekämpfen.
Profitieren von der Amnestie können einige Tausend Personen, die bereits während mindestens zehn Jahren in Genf gelebt haben. Bei Familien mit Kindern im Schulalter reichen sogar fünf Jahre. Dies sagte Pierre Maudet, Vorsteher des kantonalen Genfer Departements für Sicherheit und Wirtschaft. Die Aufenthaltsbewilligung, ein so genannter B-Ausweis, ist während fünf Jahren gültig und kann verlängert werden.
"Die Bewilligung ist auf illegale Einwanderer ausgerichtet, die ein normales Leben führen" sagte der freisinnige Politiker an einer Pressekonferenz weiter.
Es wird geschätzt, dass in der ganzen Schweiz etwa 73'000 so genannte Sans-Papiers leben, davon etwa 13'000 in Genf. Viele von ihnen stammen aus Südost-Europa oder den Philippinen und sind illegal als Hausangestellte beschäftigt.
Das Programm, das von den nationalen Einwanderungsbehörden unterstützt wird, ist das erste dieser Art in der Schweiz. Zuvor hatten in einer Testphase 600 Personen während zwölf Monaten eine Aufenthaltsbewilligung erhalten.
Gewerkschaften, kirchliche Gruppen und Nichtregierungs-Organisationen begrüssten das Programm. Sie betonen, es ermögliche illegal Eingewanderten, aus dem Schatten zu treten und eine gewisse Anerkennung zu erhalten.
Sie warnen aber auch davor, dass es für viele Sans-Papiers schwierig sei, genügend Beweise über einen längeren Aufenthalt in der Schweiz und ihre finanzielle Unabhängigkeit zu liefern.
swissinfo.ch/urs