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Bauhaus und Exil: Die Architekten des Neuen Tel Aviv
Nach ihrer Machtergreifung 1933 schlossen die Nazis das Bauhaus, doch die Schule war stilprägend für eine ganze Architektengeneration. Viele von ihnen waren traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekommen, enttäuscht vom alten Bürgertum und von der Aristokratie. Sie begeisterten sich für sozialistische Ideen und wollten diese auch in der Architektur umsetzen. Mit der zunehmenden Repression in Europa wanderten immer mehr jüdische Architekten ins britische Mandatsgebiet Palästina aus und brachten ihre Ideen von Architektur und Gesellschaft mit. Hier planten die Briten ab 1909 eine neue «Gartenstadt am Meer», das heutige Tel Aviv. Die Stadt hat deshalb bis heute die grösste Sammlung an Bauhaus-Architektur, mit einer gigantischen Vielfalt in über 4000 Gebäuden.
In derselben Zeit wie in Tel Aviv entstand in Biel das Bahnhofquartier. 1921 wurde der Sozialdemokrat Guido Müller Stadtpräsident. Als 1923 der Bahnhof an seinen heutigen Standort Richtung See verlegt wurde, ergab sich die einmalige Chance, ein zentrales Stadtquartier komplett neu bauen zu können. Müller und sein Team förderten den neuen Stil mit seinem modernen Denkansatz nach Kräften. Kleinere Wohnhäuser, aber auch ganze Strassenzüge und markante Gebäude wie das Volkshaus, das Hotel Elite, aber auch das ehemalige Automontagewerk von General Motors zeigen diesen Stil. Biel ist damit zum Geheimtipp unter Architekturfans geworden.
parcours-bielbienne.ch