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Wo sein vorheriger Film die Frage des Bauerntums noch über den Umweg des Rinderwahnsinn, der grössten Gesundheitskrise des 20. Jahrhunderts, und in Form einer Fiktion (Bloody Milk, César des besten ersten Films 2018) beleuchtete, erzählt Hubert Charuel hier die Veränderungen, die der Beruf durchlaufen hat, aus einer sehr persönlichen Perspektive. Als sein Vater in den Ruhestand geht, muss seine Mutter ihre Arbeitsweise und die Bedingungen der Bewirtschaftung ihrer Viehherde neu ausrichten. Sie muss sie in einem hochmodernen Massentierhaltungsbetrieb unterbringen. Und Hubert filmt. Cows With No Name ist beinahe ein Tag für Tag fortgesetztes filmisches Tagebuch, das jeden Schritt dieses Prozesses aufzeichnet und mit einem kritischen Humor, der es auf den Punkt bringt, das Funktionieren des Betriebs dokumentiert. Gleichzeitig ist er eine sehr private Dokumentation. Szenen aus dem Alltag des Familienbetriebs – Essen am Küchentisch, oder der Abend vor dem Fernseher, wenn alle auf der Couch einschlafen – stellen persönlichere Fragen: die Verbindung des Bauern zu seiner Herde oder die Nachfolge, die Hubert nicht antreten will.