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Brisout de Barneville, 1848
- DE: Eingedrückte Dornschrecke
- EN: Dented Groundhopper
- FR: Le Tétrix déprimé
- Syn.: Tetrix acuminata Brisout de Barneville, 1850 | Tetrix charpentieri Fieber, 1853 | Tetrix elevata Fieber, 1853 | Tettix rudis Walker, 1871 | Tetrix depressa turcica Demirsoy, 1977 | Depressotetrix depressa (Brisout de Barneville, 1848) | Uvarovitettix depressus Brisout de Barneville, 1850
Morphologie
Die Grundfarbe von Tetrix depressa variiert von grau bis braun. Oft sind zwei dunkle Flecken auf der Oberseite des Halsschilds vorhanden. Die Färbung vor und hinter diesen dunklen Flecken kann deutlich verschieden sein. Die Körperoberfläche ist runzelig. Der Verlauf des Halsschild-Mittelkiels ist für die Art charakteristisch. In der ersten Hälfte ist er bucklig erhöht und scharfkantig. Ungefähr im Bereich der Enden der Vorderflügel fällt er ab und befindet sich, seitlich betrachtet, anschliessend als feiner Kiel unterhalb der Halsschild-Seitenkiele. Bei den Larven ist diese Depression noch nicht erkennbar. Die Länge von Halsschild und Hinterflügel ist recht variabel. Bei kurzdornigen Tieren liegen die Hinterflügel vollständig unter dem Halsschild, bei langdornigen überragen sie die Spitze des Halsschilds leicht. Die Vorder- und Mittelschenkel sind auf der Unterseite auffällig stark gewellt, ein Merkmal, das bereits bei den Larven erkennbar ist.
Gesang
Wie bei den anderen Dornschrecken sind auch bei Tetrix depressa keine Gesangsorgane vorhanden. Tetrix depressa erzeugt keine akustischen Signale wie sie andere Kurzfühlerschrecken erzeugen. Inwiefern sich die Art mit Trommelsignalen verständigt, ist nicht untersucht.
Verbreitung
Tetrix depressa ist in Mittel- und Südeuropa beheimatet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Spanien bis in die Schwarzmeerregion. Die nördliche Arealgrenze wird in Mitteleuropa im Wallis erreicht. Im Mittelmeergebiet und auf dem Balkan ist die Art weit verbreitet und auch aus Griechenland und der Türkei bekannt. In der Schweiz ist Tetrix depressa nur aus dem Wallis gemeldet, wo sie vorzugsweise die Tallagen besiedelt und nur selten bis in Höhen von 2000 m beobachtet werden kann. Meldungen aus anderen Teilen Mitteleuropas sind vermutlich auf Verwechslungen mit andern Tetrix-Arten zurückzuführen.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Tetrix depressa kann fast das ganze Jahr über beobachtet werden. Die meisten Beobachtungen erfolgen zwischen April und Oktober.
Lebensraum
Tetrix depressa lebt in warmen Lebensräumen, die nicht vollständig austrocknen. Im Wallis lebt sie in warmen Hanglagen mit spärlich entwickelter Vegetation, oft in der Nähe vernässter Stellen. In Südosteuropa und Frankreich konnten wir die Art häufig an mehr oder weniger bewachsenen Ufern von Fliessgewässern oder Tümpeln finden. Manchmal sind die Lebensräume durch Ufergehölze mässig bis stark beschattet. Immer wieder findet man sie im Falllaub entlang feuchter Stellen. Besonders Larven fanden wir im Uferbereich in feuchtem Sand. Trockene, steppenartige Lebensräume werden gemieden.
Gefährdung & Schutz
Obwohl Tetrix depressa kaum gefährdet ist, sind ihre Lebensräume von Verbuschung und Verwaldung betroffen. Es sind aktuell keine speziellen Massnahmen nötig. Werden trockene Hänge beweidet oder periodisch entbuscht, können die erforderlichen Lebensräume für Tetrix depressa erhalten werden. Im Goms scheint die Art von den Lawinenverbauungen sogar zu profitieren, da vorübergehend ideale Lebensräume geschaffen werden. Die langflügeligen Individuen können gut fliegen und neu geschaffene Lebensräume kolonisieren.
- CH: VU (Verletzlich)
- DE: Abwesend
- AT: Abwesend
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Tetrix depressa ist die einzige Dornschrecke, die sich in Europa relativ einfach bestimmen lässt. Durch den abgesenkten Halsschild-Mittelkiel grenzt sie sich gut von allen anderen Dornschrecken ab. Vorsicht ist bei den Larven geboten. Auch bei älteren Larven ist der Halsschild-Mittelkiel noch nicht abgesenkt. Sie verfügen aber schon über eine stark gewellte Unterseite von Vorder- und Mittelschenkel, ein Merkmal, das sie mit Tetrix tuerki teilen.