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«Vully» gehört zu den ältesten Ortsnamen im Kanton. Ortsnamen, die auf der Endung «-y» auslauten, entstanden laut dem Freiburger Volkskundler Jean-Pierre Anderegg bis ins erste Jahrhundert, in Deutsch enden solche Namen meistens auf «-ach». So heisst Vully Wistenlach, Misery Miserach, Marly Mertenlach oder Salvagny Salvenach. Diese Namensgruppe ist im Kontakt zwischen den Römern und den Kelten entstanden.
Schon früh besiedelt
Die Bezeichnung Vully/Wistenlach geht zurück auf das lateinische Vistiliacum. Solche «-acum»-Namen sind laut Anderegg im Seeland oder im sogenannten Altsiedelland verbreitet. Dieses Gebiet wurde am frühesten ständig besiedelt. Vistiliacum ist laut dem Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen auf den Personennamen Vistilius zurückzuführen. Vistilius ist gemäss Anderegg der Name eines Grossgrundbesitzers oder eines Sippenoberen. Es wird angenommen, dass dieser Mann entweder Römer oder Kelte war. Die Ortsnamenforschung geht davon aus, dass ein wichtiger Teil des Hügels im Besitz des Vistilius war.
Der «V» wurde oft zum «W»
Die Abänderung des Anfangsbuchstabens V zu W (Vully/Wistenlach) ist nicht erstaunlich, schreibt Jean-François Chenaux in «Petite histoire du Vully fribourgeois»: Bei Orten, die wie der Vully auf der Sprachgrenze liegen, sei das lateinische V von den Germanen oftmals durch den Buchstaben W ersetzt worden.
Die frühen Bewohner haben auf dem Mont Vully ihre Spuren hinterlassen: Auf dem Hügel haben die Helvetier eine keltische Festung–ein sogenanntes Oppidum–erbaut. Eine Befestigungsmauer diente ihnen zum Schutz. Heute steht eine Rekonstruktion dieser Befestigungsmauer auf dem Mont Vully; sie wurde dank der Hilfe der Schweizer Armee gebaut. hs/Bild ca
In einerlosen Seriegehen die FN den verschiedenen Ortsnamen in Deutschfreiburg auf den Grund.