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Saane Logbuch
von Liliane Waldner
Einführung in die Saane
Die Saane ist 128 Kilometer lang. Sie entspringt auf 2‘344 m.ü.M. beim Sanetschhorn oberhalb von Gsteig und sie mündet auf 463 m.ü.M. nahe des Ortes Wileroltigen und unterhalb des Atomkraftwerkes Mühleberg in die Aare. Ihr französischer Geburtsname ist La Sarine. Sie entspringt nahe dem Sanetschpass auf Walliser Boden und fliesst durch die Kantone Bern, Waadt, Freiburg und am Schluss nochmals Bern. Die Saane bei Freiburg wird im Volksmund als Fluss des Röstigrabens bezeichnet. Dass der Röstigraben auch überschritten und die Sprachgrenzen verbunden werden können, zeigt das folgende Logbuch. Ich habe die Saane als verbindendes Element zwischen den Kulturen erlebt, fliesst sie doch in ihrem Lauf zuerst als La Sarine im französischsprachigen Gebiet, wechselt im deutschsprachigen Saaneland zur Saane, nimmt im Pays d’Enhaut und Greyerzerland bis unterhalb Fribourg wieder ihren französischen Namen La Sarine an, um als Saane in die Aare zu münden.
Mehr über die Saane auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Saane
12. März 2014: Wileroltigen - Laupen
Wileroltigen ist der nächste Ort mit öffentlicher Verkehrsverbindung bei der Mündung der Saane in die Aare. Den meisten Menschen ist das Kernkraftwerk Mühleberg besser bekannt. Es liegt etwa eine halbe Wegstunde oberhalb des Zusammenflusses der Aare mit der Saane.
Ich benötige ab der Postautohaltestelle etwa drei Viertel Stunden, um auf einem Naturweg zur Mündung zu gelangen. Dort komme ich mit einem Mann ins Gespräch, der einen von Bibern gefällten Baum betrachtet. Weiter flussabwärts liegt der Niederriedsee mit seinem ausgedehnten Naturschutzgebiet. Von meiner Aaretour ist mir bekannt, dass es dort eine Biberkolonie gibt. Offenbar haben sich die Tiere auch an die Saane ausgedehnt. Wir unterhalten uns über Schweizer Wildtiere und wir freuen uns beide, dass sie wieder zurückkehren und sich ausbreiten.
Von der Mündung schreite ich flussaufwärts der Saane entlang und wechsle beim nächsten Steg die Seite. Von dort sind es noch 2 Stunden 30 Minuten zu meinem Tagesziel Laupen. Bei der gedeckten Holzbrücke von Gümmenen wechsle ich wieder die Flussseite. Ab dieser Brücke führt der Naturpfad durch eine verträumte Landschaft. Die liebliche Landschaft regt zum Meditieren an. Nach einer Weile raste ich. Danach ist es nicht mehr weit bis nach Laupen. Bei der Brücke Laupen wechsle ich wieder das Ufer. Nach wenigen Minuten gelange ich zur Mündung des naturnahen Alpenwildflusses Sense und strebe dem Städtchen entgegen.
Es ist kurz nach Mittag, weshalb ich noch zum Schloss Laupen aufsteige. Auf den Treppenstufen zum Schloss hinauf, wurde auf vielen Steinplatten ein öffentliches Neugeborenenregister eingerichtet. Für jedes Kind, das in den letzten Jahren seit der Einrichtung dieses in Stein gemeisselten Neugeborenenregister geboren worden ist, wurde eine Steinplatte mit seinem Namen und Geburtsdatum auf der Treppe befestigt. Dies ist eine originelle Idee.
Der Schlosshof ist immer zugänglich. Am ersten Sonntagnachmittag der Monate April bis November kann das Schloss-Museum gratis besichtigt werden. Es können auch für Seminare, Tagungen und andere Anlässe Räume gemietet werden. Und da ist noch was: Die Schlacht von Laupen. 1339 siegten die Berner über die Freiburger, die von den Herren von Burgund und Habsburg unterstützt wurden. Bern dehnte damit seinen Einfluss als regionale Macht aus. Es gibt in der Stadt aber kein Schild, das auf den Bramberg als Schlachtort hinweist.
Links:
http://www.stiftung-schlosslaupen.ch
17. März 2014: Laupen - Fribourg
Der Vollmond beleuchtet die Zugfahrt nach Bern und kündigt einen perfekten Frühlingstag an. Es ist noch taufrisch mit einem Hauch Reif als ich in Laupen abmarschiere. Von der Sensemündung geht es zur Auriedbrücke. Ich wechsle zur Kleinbösiger Seite, wo sich entlang der Saane ein wertvolles Auengebiet erstreckt. Dann steige ich auf die Krone der mächtigen Staumauer des Schiffenensees. Der Stausee mit Baujahr 1963 ist noch verhältnismässig jung.
Ich überschreite die Staumauer und gelange zum Campingplatz von Schiffenen. Von dort startet der Seeweg, der teilweise in Ufernähe liegt, aber auch immer wieder landeinwärts hoch über dem See. Kleine Bäche zerschneiden das Ufer in tiefe Tobel, so dass der Weg immer wieder über steile Treppen auf und ab geht und sich in weiten Umwegen vom Ufer entfernt. An einer Stelle ist der Weg über hunderte von Metern nur sorgfältig begehbar, weil vom Holzen äste und Baumstämme auf dem Weg liegen. Immer wieder, wenn der Weg hoch über dem See verläuft, geniesse ich das Panorama des Alpenkranzes.
Beim Bad Bonn pausiere ich. Ich lasse mich bei den Stühlen und Tischen der geschlossenen Wirtschaft nieder. Bevor der See gestaut wurde, lag unten am Grund das damals beliebte Heilbad. Von einem Aussichtspunkt wird auf den versunkenen Ort sowie auf die Schlösser Grand Vivy und Petit Vivy am anderen Ufer hingewiesen. In Ottisberg stehen habliche Gehöfte, bei denen es den Hunden, Geissen, Hühnern und Rindviechern wohl sein dürfte. In der Nähe eines Wanderwegschildes, das die Distanzen rund um die Welt angibt, raste ich nochmals. Die ungewohnte Wärme und das ständige Auf und Ab machen durstig.
Unter der Autobahnbrücke liegt die Einsiedelei St. Magdalena. Dort haben sich Eremiten Höhlen in den Molassefelsen eingerichtet. Die Stätte ist von April bis Oktober zugänglich. Ich bin jetzt richtiggehend im Röstigraben. Via die mächtige Eisenbahnbrücke Grandfey überschreite ich den Röstigraben. Unter dem Schienenstrang führt ein breiter Rad- und Fussweg durch, der dank den Deckenlampen nachts beleuchtet werden kann. Von der Brücke geniesse ich einen atemberaubenden Tiefblick in das tief eingeschnittene Saanental.
Jetzt verläuft der Weg hoch über der Saane durch Aussenquartiere Fribourgs, um danach wieder steil zu einer Hängebrücke für Fussgänger ans andere Ufer abzufallen. Hoch oben ist eine neue Hängebrücke im Bau, die sich über die Saane schwingt. Vom anderen Ufer erhalte ich einen grandiosen Blick auf die Altstadt, die sich hoch über dem felsigen Ufer erstreckt. Mein Tee ist getrunken und ich sehne mich nach einem Brunnen, um meinen Durst zu stillen. Endlich: Dort, wo die Gotteron in die Saane mündet, liegt ein romantisches Altstadtviertel samt Brunnen und Sitzbänken. Ich fülle meine Trinkflasche und raste auf einer Bank, unter der die Gotteron durchfliesst. Dies ist der Fluss, der dem Eishockey-Club seinen Namen gegeben hat. Touristen flanieren herum oder sitzen in Strassencafés. Hoch hinter mir ragt das Felsenplateau von Bourguillon mit seinem Wallfahrtsort auf.
Ich überschreite wieder die Saane und steige durch die Altstadt Richtung Bahnhof auf. Unterwegs komme ich an einer Hochzeitergasse nahe der Kathedrale vorbei. Ich stelle rasch fest, dass ich nicht die einzige bin, die dort fotografiert. Jetzt werde auch ich zur Touristin, die an den Läden und voll besetzten Strassencafés vorbeiflaniert. Die Menschen sitzen sogar in T-Shirts draussen. Es ist fast wie im Sommer. Die vielen jungen Leute deuten darauf hin, dass Freiburg eine Universitätsstadt ist. Die Universität ist wegen der Möglichkeit eines zweisprachigen Studiums beliebt.
Über die Wegzeiten will ich nichts schreiben, zumal ich am Schluss ohnehin weiter gelaufen bin als bei den ursprünglich angegebenen Schildern. Ein frühzeitiger Start ist jedenfalls empfehlenswert, denn der Weg zieht sich durch zahlreiche Biegungen samt steilem Auf und Ab.
Links:
http://www.pronatura-fr.ch/auried-119
http://www.schiffenensee.ch/de/Willkommen
http://www.fribourgtourisme.ch/de/
21. März 2014: Fribourg - La Roche
Im Bahnhof von Fribourg werde ich mit einer herrlichen Freiburger Spezialität empfangen: La Cuchaule. Es ist ein verführerisch duftendes Safranbrötchen. Ich habe zweifaches Glück. In der Bahnhofhalle verteilt ein Herr, der für Freiburger Spezialitäten wirbt, gratis Brötchen. Ich packe es als Wegzehrung in den Rucksack. Auf dem Bahnhofsvorplatz erhalte ich von einer Frau ein weiteres Brötchen. Weil es so gut riecht, beisse ich sogleich hinein. Gestärkt marschiere ich den Boulevard de Pérolles entlang und stosse beim Kreisel nahe der Universität auf den Hauptwegweiser der Wanderwege. Der Wegweiser beim Bahnhof zeigt nur den Weg nach Villars sur-Glâne auf der Seite oberhalb der Bahnlinie, nicht jenen hoch über der Saane. Dies ist ein Manko.
Ich marschiere Richtung Tagesziel La Roche via die Glâne-Brücke und die Abbaye de Hauterive. Die Glâne fliesst so tief unter der Brücke in die Saane, dass ich sie fast nicht sehen und erst recht nicht fotografieren kann. Danach ist es nicht mehr weit zur Abbaye de Hauterive. Vorher muss ich noch die Freiburger Deponie-Anlage passieren. Das Zisterzinserkloster liegt am Saane-Ufer. Es wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Der Klosterladen mit den Spezialitäten ist erst am Nachmittag geöffnet. Ich gehe in die Klosterkirche, um wieder einmal besonders innig zu beten. Der Marsch und die besondere Stimmung eines solchen Ortes regen mich dazu an. Angesichts der Volksabstimmung vom 9. Februar ersuche ich Gott, die Herzen der Menschen zu öffnen und aus aktuellem Anlass bitte ich darum, dass die Schweiz bei der Krimvermittlung helfen kann, Frieden zu stiften. Übrigens hat die Abtei im 12. Jahrhundert das Kloster Kappel am Albis gegründet, das bei der Reformation aufgehoben worden ist.
Danach überschreite ich beim Fussgängersteg die Saane, um durch das Waldreservat La Souche nach Arconciel aufzusteigen. Der Kanton Freiburg hat wertvolle Wälder als Reservate ausgeschieden. Der Buntspecht klopft. Bei Arconciel ist Zeit für meine Rast und ich geniesse das zweite Safranbrötchen. Danach geht es auf gewundenem Wanderweg durch eine liebliche Landschaft via Sènedes nach Treyvaux. Dort steht meine nächste Pause an. Ich frage einheimische Männer bei einem Kiosk über den Zustand des Weges nach La Roche. Oben bei der Krete von La Combert sehe ich noch Schnee. Sie erklären mir, dass der Weg schneefrei sei. Von ihnen erfahre ich den Namen des Berges mit dem markanten Turm: Le Gibloux.
Ich steige in regelmässigem Takt den steilen Hang bis zur Krete hinauf. Der Weg führt danach auf südlicher Seite zum höchsten Punkt, weshalb er aper ist. Ich steige den Wald bis zu einer Wegkreuzung auf, deren Fortsetzung nach La Roche hinuntergeht. Ich ahne, dass dies noch nicht der höchste Punkt von La Combert ist und steige den Weg hinauf, auf den ein gelbes Wanderwegschild ohne Ortsangabe zeigt. Es sind noch gut 70 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt von 1082 Metern zu steigen. Dort treffe ich auf einem Amateurfunker, der sich mit seinem Funkgerät installiert und ein Geviert von Drähten für den besseren Empfang gespannt hat. Ich komme mit ihm ins Gespräch. Er erklärt mir, dass er zu den Gipfelfunkern gehöre, die von Berggipfeln aus funken. Dann ist er mit einem Funker in den USA verbunden, danach mit einem auf den Lägern. Er scheint regelmässige Funkkontakte zu anderen Funkern zu pflegen. Immer wieder ertönen die typischen Morsezeichen, wie ich sie bis anhin nur in Radio- oder Fernsehsendungen mit historischem Inhalt gehört habe. Seine Frau kommt von einem Rundgang zurück, so dass ich mich von ihr fotografieren lassen kann. Die beiden erzählen mir, sie hätten ein umgehauenes Kreuz im Unterholz gefunden. Vermutlich hätte dieses den Gipfel des La Combert markieren sollen. Es ist schade, dass der höchste Punkt nicht markiert ist.
Danach steige ich nach La Roche ab. Vorher geniesse ich den Rundblick zum nahen La Berra, über das Greyerzersee-Gebiet mit dem Moléson weit hinten, den Le Gibloux mit seinem Telekommunikationsturm im Westen und weit hinten den Neuenburgersee und den Jurahöhenzug. In La Roche decke ich mich in der Käserei mit einer Auswahl von Freiburger Käsespezialitäten ein, darunter auch einem Weichkäse mit dem Namen Gibloux. Während der sechziger Jahre war ich in La Roche in einem Klassenlager. Der Ort sieht völlig anders aus; nur noch an den Blick zum tiefer gelegenen Greyerzersee kann ich mich erinnern.
Zur offiziellen Wanderwegzeit möchte ich hier nichts schreiben. Es ist empfehlenswert, früh aufzubrechen, um für die Tour und ihre Sehenswürdigkeiten genügend Zeit zu haben. Ich bin kurz nach acht Uhr gestartet und vor fünf Uhr abends in La Roche angekommen. Ich muss die Abstiege vorsichtiger angehen als die Gesunden. Dank des gezielten, täglichen Trainings meiner Fussgelenke packe ich dies auf ruppigen Wegen wieder etwas sicherer als während der letzten Jahre mit meiner MS-erkrankung (in jungen Jahren und vor der MS lief ich solche Wege wie eine Gemse).
Links:
http://www.terroir-fribourg.ch/modules/recettes/detail.asp?ID=68&Language=DE
http://www.abbaye-hauterive.ch
https://www.fr.ch/sff/de/pub/wald/biodiversitaet_wald/waldreservate.htm
30. März 2014: La Roches - Gruyères
Bei der Einfahrt des Busses in La Roche erblicke ich links eine Bäckerei. Ist dies die Bäckerei, deren Bäckersfrau ich mit zwei Klassenkameradinnen auf Französisch interviewten? In La Roche steige ich erst einmal eine halbe Stunde zum See hinab, wo der Seeweg Richtung Corbières beginnt. Nach einer Weile steigt der Weg zur Strasse hinauf und ich verliere das Wanderwegschild. Deshalb laufe ich links der Landstrasse nach Hauteville und frage dort die Leute nach dem Wanderweg. Angesichts meines „Français Federal“ versuchen sie, mir auf Deutsch zu antworten. Ich bitte sie, mit mir französisch zu reden, damit ich die Sprache etwas üben kann.
Der Wanderweg ist rasch gefunden und Corbières bald erreicht. Nach der Brücke auf die westliche Seite des Lac de la Gruyère beginnt ein Wanderweg entlang des Sees, der fast bis zur Fabrique Broc wie eine Achterbahn dauernd steil auf und ab verläuft. Die Auf- und Abstiege sind so steil, dass sie oft mit Treppen versehen sind. Der Weg ist zudem ruppig mit vielen Steinen und Wurzelwerk. Durch eine Vielzahl kleiner Tobel fliessen Bäche in den See. Dank meinem täglichen Training der Fussgelenke und des Gleichgewichts kann ich solche sportlichen Wege sicher meistern. Ich raste etwas nach Corbières und danach unter Botterens nochmals. Bei Botterens ärgere ich mich über Abfälle entlang des Wanderweges und fotografiere sie. Der Wasserstand des Sees ist sehr tief, so dass die Sedimentlinien, die bei guter Füllung unter der Wasserlinie liegen, gut sichtbar sind. Grosse Flächen des Seegrundes liegen im Trockenen und einzelne Personen gehen darüber. Broc kommt immer näher und dahinter sehe ich bereits das auf einem felsigen Hügel thronende Schloss Gruyères. Ich überschreite den Steg über die Jogne (deutsch Jaun), die Richtung See fliesst. Ein Wasserkraftwerk mit eindrücklichem Gebäude liegt dort. Schliesslich braucht die Schokoladefabrik Cailler Strom. Das Maison Cailler mit Museum, Laden und reichlich Degustationsmöglichkeit ist ein Publikumsmagnet und offenbar auch am Sonntag geöffnet. Ich war während des Klassenlagers dort und vor etwa zwei Jahren dank einer Aktion der SBB.
Ich steige nach Broc auf und blicke nochmals zur unter mir liegenden Fabrik hinunter, als zwei ältere Damen von oben her kommen und grüssen. Spontan sticht mir durch den Kopf und zum Mund hinaus: C’est le pays du frommage et du chocolat. C’est comme le pays du lait et du miel. Die Frauen blicken zuerst erstaunt und ich präzisiere: l‘ancien Israel, le pays du lait et du miel. Dann verstehen sie, lachen erfreut ob des Vergleichs und wünschen „bonne journée“ beim Abschied.
Von Broc zieht sich der Weg noch fast anderthalb Stunden bis ins Städtchen Gruyères. Er verläuft in einem erfrischend-kühlen Wäldchen entlang der Saane. Es ist mittlerweile sommerlich warm. Die Lust auf Meringue und Double Creme treibt mich voran. Nach der gedeckten Holzbrücke steigt der Weg steil zum Städtchen hinauf. Dieses bietet Attraktionen wie das Schloss, das Museum H.R. Giger, ein Tibetermuseum. Viel Volk belebt die von Restaurants und Kaffeehäusern gesäumte Hauptgasse, aus deren Lokalen es nach Fondue riecht. Ich steige jedoch zum Bahnhof hinab, neben dem das Maison de Gruyères samt Schaukäserei, Laden und Restaurant liegt. Der Moléson türmt sich hinter dem Städtchen auf. Jetzt ist Zeit für das ersehnte Meringue Double Creme sowie das Shopping im Käseladen. Auch diese Käserei bietet einen Käse mit dem Namen Gibloux an: Es ist ein ganz feines Schafkäschen. Mmh!
Die Wanderzeit von La Roche nach Corbières dauert etwa zwei Stunden, von dort nach Broc nochmals etwa drei Stunden und der Rest bis Gruyères anderthalb Stunden. Danach geht es noch 15 bis 20 Minuten zum Bahnhof.
Links:
http://cailler.ch/de/maison-cailler/attraktionen/informationen/
http://www.la-gruyere.ch/fr/Destinations/Gruyeres.html
http://www.chateau-gruyeres.ch/d/index3.html
http://www.gruyere.com/de/secnav/schaukaserei/
11. April 2014: Gruyère - Montbovon
Während der Zugfahrt lese ich, dass Basel in Valencia 0:5 untergegangen ist. Dies bestätigt mir erneut, dass nur die eigene Leistung zählt. Es lohnt sich nicht, als Fan auf den Erfolg irgendwelcher Lieblinge zu hoffen. Ich will mich mit meiner eigenen Leistung bestätigen und zufrieden stellen. Dann bin ich emotional nicht vom Glück eines Clubs oder Einzelstars abhängig.
Ausnahmsweise kehre ich zu Beginn beim Maison de la Gruyères neben dem Bahnhof Pringy-Gruyères ein. Die Aussicht auf ein Znüni mit Meringue Double Crème ist zu verlockend. Mit dieser Kalorienbombe im Bauch geht es auf den Marsch. Ich umgehe das Altstädtchen auf dem Hügel grossräumig und fädle bei der Holzbrücke über die Saane wieder auf den Flusswanderweg ein.
Der Weg verläuft durch einen Waldsaum entlang der Saane. Er zweigt später vom Fluss ab und steigt nach Grandvilard auf. Schilder entlang des Weges vermitteln Wissenswertes. Angeblich erhalten Landwirte für konventionell hergestelltes Getreide nur 25% bis 35% des Ladenpreises bei Coop oder Migros. Wer saisonal geerntetes Gemüse aus der Region konsumiert, spart viel Energie. Die Produktion von 1 Kilo Import-Gurke verbraucht 1,1 Liter Erdöl, von Schweizer Gurken 0,1 Liter Erdöl. Noch krasser ist das Verhältnis bei grünen Bohnen: Import mit 4,5 Liter Erdöl und schweizerische mit 0,1 Liter Erdöl. In Grandvilard hängt an einem Haus eine Gedenktafel für einen Kriegsgefallenen Einwohner aus dem Ersten Weltkrieg. Der Mann namens Henri Decrind kämpfte in einer Einheit von Marschall Pètain. Er wurde nur 25 Jahre alt.
Nach Grandvilard geht es zu einem Wasserfall hoch. Dort liegt für Wandersleute ein aussichtsreicher Rastplatz samt Feuerstelle. Ich strebe nach Lessoc weiter. Der Weg führt nach waldigem Anstieg über Alpweiden oberhalb der Saane. Der Weg bietet einen schönen Ausblick auf Haute Gruyères, die Dörfer entlang des Talbodens sowie die verschneiten Berghöhen. Vor Lessoc lädt eine Sitzbank zu einer Teerast ein. Die Kalorienbombe hat lange angehalten und ich brauche heute keinen Traubenzucker dazwischen. Vor Lessoc komme ich an einem Rehgehege vorbei. Beim besonders schönen Dorfbrunnen finde ich endlich eine Einheimische, die mir die Berggipfel erklären kann. Die Frau erzählt mir, dass sie Luzernerin sei. Sie spricht aber kein Wort Schweizerdeutsch. Vom Brunnen aus sind der Moléson und Dent de Lys sichtbar, die anderen Gipfel sind durch Häuser verdeckt. Die Online-Karte zeigt mir, dass dort manche Berge den Namen Vanil tragen, wie Vanil Noir, Vanil Carré, Vanil des Artses. Hinten, wo Fluss und Tal Richtung Pays d’Enhaut abzweigen, ragt der Dent de Corjon empor. Es wird mir bewusst, wie ich erst jetzt eine mir bis anhin völlig fremde Schweizer Gegend kennenlerne.
Schilder am Weg weisen darauf hin, dass ich mich im Parc naturelle régional Gruyère Pays d’Enhaut befinde. Eine Website informiert über diesen regionalen Park und seine Sehenswürdigkeiten.
Nach Lessoc steigt der Weg via den wild-romantischen Montbovon-See nach Montbovon ab. Ich schreite über eine Brücke, unter der der Bach L’Hongrin der Saane entgegenfliesst. Auf dem Weg zum Bahnhof, kaufe ich in der Laiterie Delacombaz Käse ein. Die Verkäuferin gibt mir sogar Kostproben der dort gekästen Käsespezialitäten. Der Laden ist empfehlenswert. Montbovon ist ein Eisenbahnkreuz. Eine Linie führt nach Bulle ins Greyerzerland, sowie die Golden Pass-Linie entweder ins Pays d’Enhaut und Saaneland oder via Tunnel des Col de Jaman nach Montreux.
Die Wanderzeit nach Montbovon ist ab der Holzbrücke unterhalb von Gruyères mit 4 Stunden 20 Minuten angegeben. Dazu muss eine Anmarschzeit ab dem Bahnhof von gut einer halben Stunde gerechnet werden.
Links:
http://www.pnr-gp.ch
http://www.gate24.ch/de/delacombaz-montbovon-81
13. April 2014: Montbovon - Chateaux d’Oex
Wegen einem Personenunfall zwischen Bern und Fribourg komme ich mit einer Stunde Verspätung in Montbovon an. Kurz nach meinem Abmarsch reissen die Wolken auf und bricht die Sonne durch. Ich steige nach dem Wasserkraftwerk Richtung Chia auf, steige danach bei der Wegabzweigung aber via eine steile Waldfluh zum Fluss ab. Der obere Weg würde über einen weglosen Grashang aufsteigen und ich scheue diese einsame, zumindest am Anfang weglose Route. Nach einer Wegbrücke gelange ich via Eisenbahnübergang auf die Kantonsstrasse Richtung Chateaux d’Oex. Dieser folge ich wenige Minuten auf einem Kiesstreifen, bis ich vor einer Brücke auf den ruhigen Radweg nach La Tine abzweigen kann, der sich in La Tine wieder mit dem Wanderweg vereint.
Ich komme jetzt rassig voran und blicke immer wieder in die Anhöhen rund um mir hinauf. Bald nach La Tine taucht der Lac Vernex auf, ein Stausee mit kleinem Wasserkraftwerk. Hinter mir sind Dent des Artres und der Corjon. Einmal erhasche ich am Weg steil über mir einen Blick auf den Rochers de Naye. Vor mir liegt ein Berg namens Rubli. Ich frage immer wieder Einheimische nach den Namen der Berge. Irgendwann habe ich Strassenabschnitt die Kantonsgrenze in den Kanton Waadt überschritten.
Nach Montbovon biegt das Tal ostwärts in das Pays d’Enhaut. Anders ausgedrückt wendet sich der Flusslauf dort vom Pays d’Enthaut nach Norden ins Greyerzerland, weil ihm der Col de Jaman und der Dent de Artres den Weg westwärts versperren.
Nach Rossinière folgt die Brücke von La Chaudanne. Das Tal ist dort stark verengt. Ist es bis dahin praktisch windstill gewesen, weht jetzt ein heftiger Wind und ich fürchte, dass mir meine Sachen verweht werden, als ich auf der Brücke die Karte aus dem Rucksack ziehe. Der Fluss fliesst dort wie über eine kleine Stromschnelle durch eine Verengung. Diese Talverengung scheint wie ein Siphon zu sein, durch den Wasser wie Luft rassig ziehen. Auch danach windet es etwas stärker, aber nirgends mehr so heftig wie bei der Brücke von La Chaudanne.
Der Weg geht über die Brücke und steigt auf der anderen Strassenseite etwas hoch, um danach bis nach Chateaux d’Oex oft über Weiden zu führen. Bei der letzten Sitzbank vor dem Weidenweg raste ich und geniesse die Aussicht. Es tut meinen Fussgelenken ausserordentlich gut, wenn ich über Wiesen und Weiden gehe. Sie werden gefordert, so dass sich meine Koordinationsfähigkeiten verbessern. Zuerst gelange ich nach La Frasse und danach nach Chateaux d’Oex. Angesichts des riesigen, einigermassen ebenen Wieslandes unter dem Ort kann ich mir gut vorstellen, dass dort in grosser Zahl Heissluftballone starten können. Es gibt in Chateaux d’Oex neben anderen Museen auch eines über Heissluftballone. Heute kann ich mit einem historischen Salonwaggon des Golden Passes hinunter nach Zweisimmen fahren.
Die Marschzeit beträgt gut dreieinhalb Stunden.
Links:
http://www.chateau-doex.ch/de/index.cfm
27. April 2014: Chateaux d’Oex - Gsteig
Vom Bahnhof aus folge ich dem Weg Richtung Les Granges, Gérignox. Er verläuft anfänglich entlang der Bahnlinie und fällt bei Les Granges zur Saanebrücke nach Gérignox ab. Die Saane hat sich dort wieder tief durch die engen Felsen gegraben. Von jetzt an bleibe ich bis Saanen immer auf der südlichen Seite der Saane. Auf dieser Route schaffe ich den Weg nach Saanen ungefähr in drei Stunden im Vergleich zur Höhenroute via Rougemont.
Heute ist ein gemütlicher Tag, denke ich mir. Es rollt rund auf diesem breiten Weg und ich komme rasch voran. Ich geniesse meinen forschen Gang sowie die Landschaft mit dem wechselnden Spiel von Sonne und Wolken. Nahe von Rougemont werfen zwei Fischer ihre Angelruten aus. Sie waten in hohen Stiefeln im Flussbett. Dies ist nicht ohne, angesichts des Zuges, den der Wasserstrom hat.
Dann beherrscht die Piste des Flugplatzes Saanen das Landschaftsbild. Ein Helikopter landet und ich kann eine kleine Propellermaschine vor dem Start fotografieren. Dies gehört zum Image, den Gstaad als Ort der Reichen und Schönen hat. Ich raste beim Campingplatz zwischen Flugfeld und Gstaad. Danach geht es nach Gstaad hinein. Wegschilder weisen auf den Yehudi Menuhin Philosophenweg hin. Bei jeder Station wird ein Zitat des weltberühmten Violin-Virtuosen und Humanisten Yehudi Menuhin hingewiesen. Auf einem Schild steht, dass jeder Mensch etwas Schöpferisches leisten soll, was immer es auch sei. Berühmt ist auch das von ihm ins Leben gerufene Yehudi Menuhin Festival in Gstaad. Gstaad ist ferner für sein internationales Tennisturnier bekannt.
Bei Gstaad und Saanen biegt die nach Norden fliessende Saane nach Westen ab. Dieser Fluss gräbt sich immer wieder tief in die Landschaft ein, aber bei Gstaad ist das Hindernis nach Norden zu hoch, weshalb sie sich nach Westen gearbeitet hat. Hätte sie sich weiter nach Norden gebohrt, hätte sie die Wasserscheide zum Simmental durchbrochen. Diese Wasserscheide liegt ungefähr bei Saanenmöser. Anhand der Saane erlebe ich, wie ein Fluss kämpft und seinen Weg gegen Widerstände suchen muss. Ich liebe La Sarine, weil ihr urtümlicher Kampf mit Widerständen sowie das Nutzen von Opportunitäten bei ihrer Wegsuche als Muster für unsere Lebenseinstellung dienen kann.
Ich besuche die Bahnhoftoilette und stelle fest, dass die offizielle Wanderzeit nach Gsteig noch 2 Stunden 30 Minuten beträgt. Unterwegs zeigt bei Feuteroey ein Schild nach Gstaad 1 Stunden 50 und nach Gsteig 1 Stunde, was 2 Stunden 50 Minuten macht. Ein weiteres Beispiel der Unstimmigkeit der Wanderzeitangaben.
Der Laden der Molkerei Gstaad mit dem bekannten Gstaader Bergkäse hat noch Mittagspause. Ich zähle auf das Glück der Tüchtigen, als ich meine Schritte energisch Richtung Gsteig beschleunige. Der Weg folgt bis Gsteig derselben Route wie der alpine Berglauf Glacier 3000, der jedes Jahr zahlreiche, wagemutige Läuferinnen und Läufer in kurzen Hosen und T-Shirts in die Gletscherwelt führt. Ich raste vor der Brücke von Grund noch einmal und geniesse die Aussicht auf die verschneiten Berge am Ende des Tales. Weit hinten müssen die Berge sowie die Gletscherwelt von Les Diablerets sein.
Der Weg Richtung Feuteroey liegt auf der östlichen Flussseite. Auf der östlichen Flussseite fallen steile Hänge hinunter. Von dort münden immer wieder Bäche in die Saane. Stellenweise fliesst das Wasser einfach so den Abhang hinunter. Der Waldboden entlang des Weges leuchtet entsprechend moosgrün. Vor Gsteig steigt der Weg nochmals weit an. Die junge Saane arbeitet sich dort durch ihre erste Schlucht-artige Vertiefung. Der Weg über die Alpweiden erlaubt einen prächtigen Rundblick zu den Bergen. Die Krokusse sind bereits am verblühen. Ich komme bei zwei Gehöften vorbei, wo ich feinen Alpkäse kaufen kann. Beim Biohof treffe ich auf Grossmutter, Mutter und Enkelin derselben Familie. Die Grossmutter lädt mich ein, mich neben sie auf die Bank zu setzen, während ihre Tochter den Alpkäse für mich herrichtet. Vor uns erhebt sich das Spitzhorn und weiter hinten ist der Sanetschfall sichtbar. Der Bergweg verläuft steil auf die felsige Höhe hinauf, wo vorne ein Mast sichtbar ist. Von dort oben kommt die Saane her. Bis zum Sanetschpass, in dessen Nähe die Saane entspringt, geht es von Gsteig in Vier Stunden 15 Minuten und bis nach Sion in insgesamt mehr als neun Stunden. Die Frauen empfehlen, im Hotel beim Sanetschsee zu übernachten. Sie meinen, man könne auch die Bergbahn vom Sanetschsee hinunter nehmen, denn der Abstieg zurück sowie auch nach Sion sei sehr steil. Nach dem Schwatz mit den Frauen habe ich bis zur Postautohaltestelle noch 10 bis 15 Minuten zu gehen. Ich kehre im Hochsommer für das Finale zurück.
Links:
http://www.menuhinfestivalgstaad.ch/site/de/lord-menuhin-und-das-menuhin-festival-gstaad.html
http://glacier3000run.ch
18. und 19. Oktober 2014: Gsteig - Sanetschpass und Saanequelle
Ich bin glücklich, dass mich meine frühere Kantonsrats- und Bankratskollegin Lilo Illi und ihr Partner Erhard Mäzener für das Finale zur Saanequelle begleiten. Nach langer Bahn- und Postautofahrt kommen wir wegen eines Vorfalles vor dem Bahnhof Bern mit einer Stunde Verspätung in Gsteig an. Dort stärken wir uns mit einem kleinen Imbiss im traditionellen Hotel Bären für den Aufstieg zum Sanetschsee.
Abmarsch ist kurz nach Mittag. Wir geniessen am ganzen Wochenende prächtiges Postkartenwetter. Ein Strässchen führt zur Talstation der Luftseilbahn zum Sanetschsee. Dort beginnt der steile Wanderweg. Wir sehen vom Wanderweg aus nur den unteren Teil des Sanetschfalles. Wir erfahren anderntags von einer Frau, die seit Jahrzehnten regelmässig nach Gsteig fährt, dass der Sanetschfall vor dem Kraftwerkbau viel mächtiger gewesen sei. Dieses Beispiel sollte eine Warnung sein für jene, welche das Kraftwerk am Rheinfall bei Schaffhausen ausbauen wollen.
Beim Punkt 1478 m.ü.M. mit dem Flurnamen Rotegrabe liegt ein Felsbrocken, der wegen des Erdbebens 1946 im Wallis dorthin gestürzt ist. Dieses Erdbeben hatte eine Magnitude von mehr als 5 auf der Richterskala, führte zu Schäden und Todesopfern im Wallis. Ich fotografiere Lilo und Erhard vor dem Felsbrocken.
Von diesem Punkt an beginnt der Bergweg, der in immer engeren Kehren steil aufsteigt. Wir rasten in einer längeren, felsigen Hangtraverse, bevor wir einen Bach überqueren müssen, nach dem der Weg extrem steil aufsteigt. Die Bachüberquerung ist wegen des vielen Wassers heikel und ich bin froh, dass Lilo und Erhard da sind und ich für einmal nicht auf mich allein gestellt bin. Moralischer Beistand macht die Sache mental leichter. Danach ist der Weg auf einem Stück so steil, dass ich nur ganz kleine Schritte wage. Danach geht er wieder in angenehme, kleine Kehren über. Wir steigen aus dem Schatten in das Licht der wärmenden und blendenden Sonne. Dann erreichen wir fast die Höhe des Sanetschsees und spazieren gemütlich auf einem breiten Wanderweg bis zur Auberge Sanetsch, erblicken den See und die Berge darum herum im milden Licht des späten Nachmittags im Oktober.
Es zeugt von grossem Geschick und intelligenter Planung, wie der Bergweg durch eine so steile Wand von Gsteig zum Sanetschsee angelegt worden ist. Auch die harte Arbeit der handwerklichen Wegbauer und jener Kräfte, die ihn unterhalten, gilt es zu würdigen.
Wir beschliessen, am nächsten Tag zum Pass und zur Quelle zu marschieren. Wir melden uns bei der Hotel-Reception an und beziehen unser Zimmer im Dormitorium. Die Auberge Sanetsch besteht aus einer kleinen Siedlung mit Holzhütten. Alle Doppelzimmer sind besetzt. Wir haben Glück, dass wir nur zu Dritt in einem Abteil des Dormitoriums sind und dort unsere eigene Dusche samt WC haben: Massenlager mit Privatcharakter. Wir schauen uns vor dem Duschen noch etwas in der Umgebung um.
Die Auberge Sanetsch bietet eine Küche auf Gault Millau Niveau. Sie ist im Besitz der Familie Luyet, der im Wallis auch ein Weingut gehört. Monsieur Luyet ist mit seinem riesigen Schnauz und dem Kopftuch ein Walliser Original. Erhard gibt ihm den übernamen Cortez, weil er ihn an den spanischen Eroberer erinnert. Wir begnügen uns trotz Grand Cuisine mit einer Käseschnitte. Wir profitieren davon, dass der Chef in einer Show vor den Gästen frisches Sorbet anrichtet und wir zwischen zwei Käseschnitten ein Sorbet zu uns nehmen dürfen. Das Sorbet ist Bestandteil des mehrgängigen Gault Millau Menüs, das die Mehrzahl der Gäste nimmt.
Nach dem Essen bestaunen wir das Sternenmeer am dunklen Nachthimmel. Über uns zieht sich das Band der Milchstrasse.
In einem Gault Millau Hotel gibt es erst ab 08.30 Uhr Frühstück. Wir können einen Teil des Gepäcks im Hotel lassen. Bis zum Sanetschpass kann ich gemütlich auf dem Strässchen marschieren, während Lilo und Erhard teils längere Stücke auf den praktisch parallel verlaufenden Bergweg gehen. Wir treffen gleichzeitig auf dem Sanetschpass ein. Dieser bietet eine grandiose Aussicht zu den Walliser Viertausender, darunter auch dem berühmten Matterhorn sowie zu den Les Diablerets mit dem Tsanfleuron-Gletscher und dem Saanequellgebiet, dem Sanetschhorn und dem markanten Arpelistock. Vom Pass laufen wir auf einem Bergweg Richtung Saanequelle und dem weiter oben gleissenden Gletscher. Wir betrachten den Anfang der Saane, fotografieren, trinken noch etwas aus den Flaschen und marschieren wieder zurück zum Hotel.
Wir beschliessen, sogleich mit der Bergbahn hinunterzufahren. Bereits vor drei Uhr gibt es eine wartende Kolonne und entsprechende Wartezeit. Es reicht uns im Hotel Bären für einen währschaften Zabig, bevor uns das Postauto via Col de Pillon nach Les Diablerets nimmt. Von dort gelangen wir mit der Bahn via Aigle und Lausanne nach Hause. Wir haben uns diese Sonntagsabend Rundfahrt als Abschluss der Saane-Quellen- und Sanetsch-Tour verdient.
Links:
http://irv.ch/getmedia/fa18785c-3a34-4f35-8f1f-21252c1c00b4/Ereignisse-1946_2011-02-23_V0-0.pdf.aspx
http://www.bkw.ch/kraftwerk-sanetsch-ag.html
http://www.sanetsch.ch/?ln=de