Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03423.jsonl.gz/2035

Jodum
ZENTRALE BEGRIFFE
Gehetzter, ruheloser, ungeduldiger Mensch. Leidet an allem, was ihn behindert, was seine Geduld strapaziert.
Will geradeaus, nach eigenen Vorstellungen voranstürmen, keine Umwege machen. Ablehnung des vernetzten, eher "weiblichen" Denkens.
Merkhilfe: Jod sublimiert direkt vom festen in den gasförmigen Zustand. Jedes Teilchen des Essens scheint sich in Luft zu verwandeln.
Gedanken rasten ein, Vergangenes bleibt lange haften, in der Zukunft scheint Unheil zu drohen. Beschäftigt sich intensiv mit der Gegenwart. Ist nicht interessiert an Dingen, die nicht auf seinem direkten Weg liegen. Wird deshalb zerstreut und vergesslich. Entwickelt fixe Ideen.
Wenn er seinen Interessen folgen kann, ist er redselig, ausgelassen, euphorisch. Ist aktiv, ständig in Bewegung, braucht kaum Schlaf.
Worauf richtet sich der Fokus der inneren Aufmerksamkeit?
Jodum befasst sich mit seinen klaren Zielvorstellungen, mit dem kürzesten Weg, der ihn dahin führen kann und mit all den Hindernissen, die ihn von seiner geraden Richtung abhalten können. Alles, was ihm quer kommt, was ihn behindert, bremst oder stört, nimmt seine Aufmerksamkeit gefangen.
Da ein weiter, offener Blick in die Zukunft unmöglich ist und unangenehme Eindrücke aus der Vergangenheit sich leicht zu fixen Ideen verfestigen, beschäftigt er sich lieber mit seinem unmittelbaren, gegenwärtigen Dasein. Th 5, 6
Lesen Sie weiter...
Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
1. Nachts, besonders beim Denken an tatsächliche oder eingebildete Fehler, klopft das Herz "wie ein Blitz", das Pulsieren wird auch in der Magengrube und in dem Felsenbein zugehörigen Teil des Schläfenbeins empfunden und wird besonders heftig an dieser Stelle; das heftige Herzklopfen und die begleitende arterielle Erregung treiben ihn aus dem Bett; von der Anwendung kalter Bäder und von Reiben erlangt er vorübergehende Linderung; zuweilen wird er von schrecklichen Gedanken ergriffen, und er wagt kaum nach Hause zu gehen aus Furcht, irgendeine schreckliche Untat zu begehen; bei einer Gelegenheit wurde er von einem fast unwiderstehlichen Impuls angetrieben, eine Frau zu ermorden, welche ihn geleitete, als er sich verirrt hatte; diese Anfälle von Wahnsinn treten zu völlig unerwarteten Zeiten auf; Beschwerden alle schlimmer von Ruhe und Grübeln; muss ständig in Tätigkeit sein, in irgendeiner mühevollen Beschäftigung. He 1.15
2. (...) zuweilen wird er von schrecklichen Gedanken ergriffen, und er wagt kaum nach Hause zu gehen aus Furcht, irgendeine schreckliche Untat zu begehen (...) He 1.15
3. (...) bei einer Gelegenheit wurde er von einem fast unwiderstehlichen Impuls angetrieben, eine Frau zu ermorden, welche ihn geleitete, als er sich verirrt hatte (...) He 1.15
4. Gefühl etwas vergessen zu haben und weiss nicht was. He 1.1
5. Angst und Niedergeschlagenheit des Geistes, die Kranken beschäftigen sich meist mit der Gegenwart. HT 10
6. Fixe Ideen
Starre, unbewegliche Gedanken. CK 37
Unangenehme und unvernünftige Eindrücke entwickeln sich leicht zu fixen Ideen. A 4
7. Interessiert sich für nichts
Vollständiger Verlust der Geisteskräfte, sie kann ein wenig lesen, mit grosser Anstrengung ein klein wenig schreiben, aber sie interessiert sich für nichts, und obwohl sie an die Arbeit der Autorschaft gewohnt war, war sie völlig unfähig, ihre Gedanken auf irgend einen Gegenstand zu fixieren, viele Tage lang. A 11
Es sah häufig so aus, als ob er eigentlich über etwas nachdenken würde, aber er wusste nicht was, er ging auf nichts ein. A 35
8. Denken erschwert, unentschlossen
Eingenommenheit des Kopfes, die das Denken erschwert. CK 38
Es ist schwierig, seine Sinne beisammen zu halten, und er ist unentschlossen. A 36
9. Abgestumpftes Empfinden
Fühlt sich stumpf, ist widersprüchlich und reizbar. A 37
Fühlt sich stumpf und nachlässig. A 38
Stimmung mild, überbedenklich und schüchtern, mit abgestumpften Empfindungen. A 8
10. Gehirn wie umgerührt
Muss Tag und Nacht in Bewegung bleiben, ein Gefühl im Gehirne wie aufgerührt, Gefühl verrückt zu werden. He 1.3
Das Gehirn fühlt sich an wie mit einem Löffel umgerührt; muss Tag und Nacht in Bewegung bleiben. He 3.7
11. Innerlicher Aufruhr
Ein sehr unangenehmer Zustand des Nervensystems, welchen die Person kaum beschreiben kann; es ist ein innerlicher Aufruhr, ähnlich dem wie er durch schlechte Nachrichten verursacht wird, oder durch reumütige Gefühle nach einem Streit; zusammen mit der Unfähigkeit, beim Schreiben oder Zeichnen die Aufmerksamkeit auf etwas zu richten; Weinen und Untoleranz gegen den leichtesten Widerspruch. A 749
Das Nervensystem ist sehr durcheinander; vollkommen aus dem Häuschen. A 751
12. Unruhe
Allgemeines Gefühl von Unruhe, das den Körper in beständiger Thätigkeit erhält. HT 11
Widerwille gegen still Sitzen. CK 20
Ausserordentliche Ungeduld, sie läuft die ganze Zeit umher und setzt sich niemals, noch schläft sie nachts. He 1.13
Unruhig, neigt zum Umhergehen, was ihr nicht gestattet, zu sitzen oder zu schlafen; so dass sie alles in Stücke reissen könnte. He 1.4
Unruhige Beweglichkeit; sie läuft unaufhörlich herum und kommt nicht zum Sitzen, schläft auch nicht die Nacht, so dass man sie für verrückt halten muss. CK 17
He 1.3, 15, 3.7
13. Eigensinn mit übermässig nervöser Erregbarkeit. He 1.12
14. Ärgerlich, verdrüsslich: man kann ihr nichts recht machen. HT 23
15. Furcht vor Unheil
Er befürchtet bei jeder Kleinigkeit, dass dieses oder jenes Übel daraus entstehen könne. CK 21
Furcht vor Unheil mit übertriebener Vorsicht. He 1.8
Stimmung mild, überbedenklich und schüchtern mit abgestumpften Empfindungen. A 8
He 1.9, 15
16. Angst und Furcht, scheut sogar den Arzt. He 1.9
17. Gefühl von Muthlosigkeit und Verzagtheit, was besonders niederdrückend war; dieses dauerte auch während den Schmerzen fort. HT 21
18. Er fühlt sich zu Allem unfähig. CK 25
19. Arbeit
Bangigkeit, nach einer Handarbeit, die im Sitzen vergeht. CK 10
Widerwille gegen Arbeit. CK 24
Eine feine Nähterei kann sie nicht verfertigen, weil ihr die Stiche blinzeln. HT 70
Eingenommenheit des Kopfes mit grosser Abneigung gegen ernsthafte Beschäftigung. CK 39
Reissender Schmerz in beiden Armen, nach geringer Handarbeit. CK 521
Trägheit des Geistes, er ist geneigt zu mechanischer Tätigkeit. A 32
Das Hand-Gelenk rechter Seite schmerzt beim Zugreifen und Heben stichartig. CK 526
(...) Beschwerden alle schlimmer von Ruhe und Grübeln; muss ständig in Tätigkeit sein, in irgendeiner mühevollen Beschäftigung. He 1.15
Chronischer Kopfschmerz; Schwindel, wie benommen bei aktiver Anstrengung; unbedacht geschwätzig; matt, unpässlich und von wechselhafter Stimmung. He 3.10
20. Ängstliche Träume von Todten. HT 478
21. Sehr lebhafte Träume, aus denen er gern erwachen möchte, aber nicht kann; mit Mattigkeits-Gefühl nach dem Erwachen. CK 693
22. Träumt alle Nächte: von Schwimmen im Wasser; von Gehen im Kothe; dass ihre Tochter in den Brunnen gefallen sei. HT 480
23. Schlief schlecht mit Alptraum und Schock, wie von Elektrizität, was sie aufweckte und auffahren liess. A 852
24. Verkehr mit Männern
Träume von erfolglosem Verkehr mit Männern, keine Emissionen. A 859
Traum, dass er dabei ist Verkehr mit einem Mann zu haben, aber aus einem unbekannten Grund änderte sich der Traum bevor der Akt vollzogen war, keine Emission. A 860
25. Folgen von Verliebtheit. He 1.14
26. Bricht leicht in Tränen aus
Bald Neigung zum Frohsein, bald Neigung zum Weinen. HT 17
Beständige Neigung zu weinen. HT 18
Krankhafte Empfindlichkeit, er bricht leicht und häufig in Tränen aus. A 29
Sehr verstimmt und empfindlich, die ganze Verdauungszeit hindurch, von Mittag bis Abend, mit dem beklemmenden Gefühle im Halse und der Brust, als wenn einem das Weinen nahe ist. CK 6
27. Munter, Ausgelassen
Embonpoint und Munterkeit kehren wieder. HT 435
Wohl-Beleibtheit und Munterkeit kehren wieder (Heilwirkung). CK 675
Das phlegmatische Temperament hat sich verloren: sie ist blühend, stärker und lebhafter geworden. HT 22
Ausgelassen lustig und redselig, lässt sie Niemanden zu Worte kommen. CK 34
28. Sprechen
Beim starken Sprechen wird der Hals gleich dicker. HT 96
Beim Sprechen bricht ihr der Schweiss aus, so matt fühlt sie sich. HT 392
Tiefere und ganz tiefe Stimme. CK 412
Stimme: nasal, heiser; hat einen tiefen, heiseren, rauhen Klang, wird ständig tiefer. He 25.1
Chronischer Kopfschmerz; Schwindel, wie benommen bei aktiver Anstrengung; unbedacht geschwätzig; matt, unpässlich und von wechselhafter Stimmung. He 3.10
Sass den ganzen Tag den Kopf in die Hand gestützt und antwortete mit Mühe, wenn man sie ansprach. A 7
CK 34, 51
29. Gesteigerte Sensibilität. HT 24
Angegriffene Gemüthsstimmung. HT 26
Erhöhte Empfindlichkeit des Nervensystems gegen äussere Eindrücke. HT 27
Ungemeine Aufregung des Nervensystems, von mässigen Gaben der Jodine gegen Kropf bei jungen Menschen von 17 Jahren. HT 28
HT 25, A 29
30. Täuschungen des Gefühls. HT 29
31. Auffallende Reizbarkeit; ausserordentlich eigensinnig, schrie vor Ärger wenn nur angesehen, angesprochen oder berührt; grosser, vorstehender, teigiger Bauch; Appetitverlust; Abmagerung; Diarrhoe mit reichlichen, schleimigen, stinkenden Stühlen. He 19.6
32. Marasmus mit unerträglicher Reizbarkeit, das Kind will nicht, dass sich ihm irgendjemand nähert. He 44.3
33. Kopfschmerz bei warmer Luft, bei längerem Fahren oder stark Gehen. CK 50
34. Trübheit des Gesichtes. HT 64
Das Licht erscheint ihr matter, nicht so deutlich. HT 62
Die Gegenstände erscheinen ihr wie durch einen Flor. HT 63
Verdunkelung des Gesichtes. HT 65
HT 66, 68
35. Gesichtsveränderungen
Funken vor den Augen. HT 71
Feurige, krumme Strahlen fahren seitwärts der Sehe-Richtung häufig herab und auch, in kleiner Entfernung vom Gesichts-Punkte, rings um das Auge herum, doch mehr aufwärts. CK 109
Dunkle Ringe schweben vor den Augen nieder, seitwärts und nahe bei der Sehe-Richtung. CK 105
Zuweilen sieht sie die Sachen vervielfältigt und kann sie nicht deutlich erkennen. HT 68
Scharlach: Geschwüre im Halse; Drüsen geschwollen, eitrig; alles erscheint ihm hellblau in der Entfernung. He 46.4
36. Im rechten Ohre oft ein Getöse, wie in einer Mühle. HT 73
37. "Krächzen" in den Nasenlöchern, wie die Schwingungen einer Saite. He 7.2
38. Fremdkörpergefühl
Es ist ihm, als läge etwas im Kehlkopfe, was er durch Räuspern herauswerfen will, den ganzen Tag und Abend. HT 320
Zäher Schleimauswurf mit gelindem Drucke rechts in der Kehle, weshalb er oft schlucken muss, als sei etwas da im Wege, früh. HT 327
Gefühl beim Athmen, als müsse er ein grosses Hinderniss überwinden, um die Brust zu erweitern. HT 351
Hartnäckige, lästige, aber nicht sehr heftige Kopfschmerzen; Kopf fühlt sich schwer an, als ob ein Fremdkörper innen im Gehirn sei, schlimmer von Müdigkeit; beklemmendes, dumpfes Gefühl, neigt den Kopf, um eine Stütze zu suchen. He 3.9
39. Kropf
Vermehrung der Schmerzhaftigkeit, der Pulsationen und der Geschwulst in einem Falle von Struma aneurysmatica. HT 92
Schnelle Verminderung oder ein mehr oder minder vollständiges Verschwinden eines harten, grossen und alten Kropfes, während der Dauer der angegebenen Zufälle. HT 103
Bei Vielen wird auf den Gebrauch der Jodine der Kropf in den ersten Tagen grösser und härter, und nimmt dann nach einiger Zeit an Umfang ab. HT 98
Abnahme des Kropfes, bei Entstehung schmerzhafter Beschwerden im Magen – bei einer Frau. HT 101
Eine teigige, schmerzlose Geschwulst der Schilddrüse verschwand binnen vier Wochen gänzlich – nach dem Gebrauche der Jodine bei einem sehr lebhaften, blutreichen Mädchen von 14 Jahren. HT 106
Geschwächte Sehkraft, die des Mittags während des Essens so weit steigt, dass er keinen Gegenstand mehr unterscheiden kann – bei einem Manne, der Jodine und Liquor natri hydriodati gegen Kropf in grossen Gaben und lange Zeit brauchte. HT 66
Der Kropf wird während des Fiebers zusehends kleiner. HT 104
HT 28, 90, 93-97, 99, 102, 105, 107-109, 111,
40. Zusammenschnüren
Beständiges Gefühl von Zusammenschnüren des Halses. HT 113
Lästige Empfindung von Strangulation am Halse. HT 114
Gefühl von Zusammenschnürung im Schlunde. HT 129
Zusammenziehen und Hitze an der Gurgel, eine Viertelstunde lang. HT 311
Verhinderung des Schlingens, beim (Wasser-) Trinken, als wäre der Schlund zusammengeschnürt und zu kraftlos, das Getränk herabzudrücken. CK 164
HT 112, 312
41. Husten, Krupp
Der Husten ist eigenartig, weil er seinen metallischen Klang, der so charakteristisch ist bei Krupp, verloren hat und gedämpft und undeutlich geworden ist; je stärker die Exudatbildung, umso mehr ist Jodum angezeigt. He 25.21
Luftröhren- und Bronchialkrupp mit Neigung zu Torpor; ausgedehnte Membran; ruckartige Atmung. He 25.20
Chronischer Husten ausgelöst von Druck im Halse, schlimmer nachts, bei einer sehr nervösen, grossen, dünnen und abgehärmten alten Dame. He 27.14
Eine Schwere, die sich vom Halse bis in die Brust erstreckte: dadurch wurde das Athmen schwer und endete mit Husten, wobei Schleim ausgeworfen wurde. HT 343
He 25.15, 18-24, 26.1, 27.1-24, 28.7-10, 14, 19, 20
42. Eiserne Hand ums Herz
Zusammenquetschen des Herzens. HT 362
Gefühl, als würde das Herz von einer eisernen Hand gepackt. He 29.6
43. Herzklopfen
Das Herzklopfen ist krampfhaft: sie fühlt es bis zum Nabel herunter, am stärksten in der Herzgrube. HT 366
Starkes Herzklopfen, welches man deutlich sah und hörte, trotz der dicken Bekleidung der Kranken, selbst in der Entfernung von einigen Schritten. HT 368
Jede Muskelanstrengung vermehrte dieses Pulsieren und Herzklopfen so sehr, dass die Kranke nicht mehr im Stande war, eine Minute lang zu stehen; wagte sie es dennoch, so bekam sie bald das Gefühl einer herannahenden Ohnmacht; die meiste Linderung gewährte eine ruhige und horizontale Lage. HT 369
HT 281, 282, 363-365, 367, 370, He 1.15
44. Bei oder nach den Menses
Hypertrophie beider Schilddrüsenlappen; Tumor schwillt stärker an und wird schmerzhafter bei jeder Wiederkehr der Menstruation, die unregelmässig und schmerzhaft ist. He 31.10
Die weibliche Periode kam acht Tage zu spät (mit Schwindel und Herzklopfen). HT 281
Vor der Reinigung, Herzklopfen, eben so Spannen am Halse, der dicker wurde, und zum Herzklopfen, nach der Periode. HT 365
Kopfe aufsteigende Hitze. HT 282
45. Hautfarbe
Bleiches, geisterähnliches Aussehen. HT 79
Die gelbliche Gesichtsfarbe nimmt ab und wird weisser – Heilwirkung. HT 84
Plötzliches Braunwerden des schon früher gelben Teints, so dass in wenig Tagen die Haut einer 28jährigen Dame wie geräuchert aussah. HT 86
Gelbe Flecken am Hals. HT 467
Röthe am Halse und auf der Brust, wie mit Blut unterlaufen. CK 512
Braune Verfärbung der Handrücken. He 32.12
HT 80-82, 83, 85
46. Drüsensystem
Wirkt erregend auf das Drüsensystem, auf die verschiedenen Drüsen der Mundhöhle, auf den Magen, die Leber, Bauchspeicheldrüse, vermehrt in diesen Theilen die Absonderung der Säfte. HT 136
Anschwellungen der Drüsen am Hals, unter den Achseln verschwinden für immer. HT 116
Anschwellungen der Hals- und Nackendrüsen verschwinden. HT 117
Die inneren Backendrüsen sind so affiziert, als wenn man scharfen Essig im Munde hätte. HT 124
HT 115, 118, 135, 137-139, 470, He 19.5, 9, 46.4
47. Bitterer Geschmack, des Nachmittags: die süssen Pflaumen schmecken ihr ganz bitter. HT 142
48. Esslust und Verdauung
Gänzlicher Mangel der Esslust und des Schlafes. HT 152
Der Appetit und die Darmentleerung sind sehr wechselnd: bald Heisshunger, bald keine Esslust, bald Durchfall, bald Verstopfung. HT 159
Der Appetit vermehrt sich fortwährend auf eine ganz besondere Weise. HT 164
Die ganze Verdauung geht rascher und regelmässiger, bei völlig normaler Darmausleerung. HT 158
Eine Art Heisshunger: als sie gegessen hat, möchte sie wieder essen; auch befindet sie sich besser, wenn sie sich recht sattgegessen hat. HT 170
Heisshunger; sie ist nicht satt zu machen. CK 203
HT 149-151, 153-157, 160-163, 165-169, 171, 172
49. Nach dem Essen
Drücken in der Magengegend, das nach jedem Genusse von Speisen sich vermehrte. HT 202
Die Unterleibsbeschwerden kehren besonders nach dem Genuss von Nahrungsmitteln zurück. HT 221
Die Unterleibs-Zufälle erneuern sich mehrere Tage, selbst Wochen, ja Monate lang, auf den Genuss von Nahrungsmitteln. CK 282
HT 170, 222
50. Abmagerung
Trotz des ungewohnt starken Appetites magerte die Kranke zur Unkenntlichkeit ab, und noch nach Jahresfrist blieb die allgemeine Muskelschwäche und Magerkeit sich gleich. HT 426
HT 419-425, 427-434, 438
51. Sehnenhüpfen an Händen und Füssen; grosse Schläfrigkeit und andauernde Träume von Essen mit grosser Erschöpfung beim Aufstehen aus dem Bett; Zupfen am Bettzeug und kurzer, trockener Husten. He 34.6
52. Abgespannt und abgeschlagen
Ungewöhnlich abgespannt, verdrossen und träge zu allen Bewegungen. HT 398
Grosse Abgeschlagenheit der Kräfte. HT 397
HT 393-396, 399-405
53. Männliches Geschlecht
Öfteres Drängen und Pressen nach den Hoden hinab. HT 269
Starke Herangezogenheit des einen Hoden an den Bauch. CK 353
Unter Ausbruch eines übelriechenden Schweisses und unerträglichem Jucken und Brennen im kranken Hoden zertheilt sich die schmerzlose Geschwulst des rechten Hoden – nach dem Gebrauche der Jodine bei einem 60jährigen Manne. HT 270
Es vermehrt den Begattungstrieb auf eine auffallende Weise, ohne Urinbeschwerden zu veranlassen. HT 274
Hoden geschwollen und hart, so gross wie Hühnereier, drückend und spannend, was sich in den Bauch erstreckt; am Hodensack einige geschwollene und entzündete Öffnungen, aus denen ständig eine trübe, wässrige Absonderung ausfliesst; einige dieser Öffnungen dringen durch den Hodensack, andere bilden Gänge, die in verschiedenen Richtungen durch die Haut laufen. He 22.5
Vollständiger Verlust der Sexualkraft; Hoden atrophiert. He 22.1
Wehtun, Drücken oder überwältigende Schmerzen in den Samensträngen und Hoden, nach sexuellem Spiel. He 22.3
Erektionen erfolgen langsam. CK 360
Hoden hypertrophiert mit sexueller Erregung. He 22.4
HT 271-273, He 22.2
54. Weibliches Geschlecht
Vermehrung des Geschlechtstriebes. HT 275
Eierstockswassersucht verschwand schnell nach dem Gebrauche der Jodine. HT 276
Die Härte des Uterus vermindert sich. HT 277
Schneller Übergang des Scirrhus uteri in Carcinoma – bei Frauen, die an ersterem Übel litten. HT 278
Hysterische Zufälle – bei mannbaren Mädchen. HT 280
Erregt die Thätigkeit der Gebärmutter und veranlasst leicht Blutungen beim weiblichen Geschlechte. HT 288
Der Weissfluss verliert seine fressende Eigenschaft und wird immer geringer. HT 297
Chronischer Fluor am allermeisten während der Zeit der Menses, macht die Oberschenkel wund und verätzt die Wäsche. He 23.25
Nachtheilige Folgen des Stillungsgeschäftes. HT 379
Schwere der Brüste, als würden sie abfallen. He 23.26
Die Brüste hingen schlaff, allen Fettes beraubt, herab. HT 374
Bläulichrote Knoten von der Grösse einer Haselnuss; in beiden Brüsten; trockene, schwarze Punkte an den Spitzen. He 23.29
Bei Frauenzimmern vermehrte sich bei Abnahme des Kropfes das Volumen der Brüste. HT 376
Atrophie der Eierstöcke und Brustdrüsen mit Sterilität. He 23.1
Verhärtung und Schwellung der Gebärmutter und Eierstöcke. He 23.2
Dumpfer, drückender, zerspaltender Schmerz, als ob ein stumpfer Pflock vom rechten Eierstock zur Gebärmutter hineingetrieben worden sei. He 23.6
Chronische Amenorrhoe seit langer Zeit. He 23.20
HT 279, 283-287, 289-296, 298, 372, 373, 375, 377, 378
55. Heraustreiben, nach der Peripherie drängen
Völle und Auftreibung des Magens, Beben in der Bauchhöhle, vermehrte Wärme daselbst und Treiben von da aus nach der Peripherie des Körpers, als wenn Schweiss ausbrechen sollte. HT 203
Er fühlt sich im ganzen Körper angegriffen: ein eignes Beben lief von der Magengegend nach der gesammten Peripherie hin und erregte die Empfindung, als sollte er anfangen zu zittern oder allgemein zu schwitzen, zugleich mit erhöhter Wärme über den ganzen Körper, die jedoch von der Magengegend auszugehen schien. Einige Minuten darauf Drücken in der Herzgegend und Schwere auf der Brust, wodurch das Athmen belästigt wurde, und Beschleunigung des Pulses um sieben bis acht Schläge. HT 407
Leeres Aufstossen von morgens bis abends, als würde sich jedes Teilchen des Essens in Luft verwandeln. He 16.2
HT 228, A 810
56. Der Körper fühlt sich überall wund an; kränkliches Gefühl, als ob die Knochen durch das Fleisch schneiden wollten. A 810
57. Blut-Bewegung
Pulsieren in allen Adern, bei jeder Muskel-Anstrengung. CK 594
Höchst lästiges Pulsieren in allen grössern Gefäss-Stämmen. CK 595
Leicht erregbare und beschleunigte Blut-Bewegung. CK 597
Pulsieren im Bauch; Pochen der Bauchaorta. He 19.2
CK 598-600
58. Verschlechterung: Wärme; Kopf einhüllen; kann keinen Hut auf dem Kopf vertragen. He 39.1
Jodum leidet an allem, was ihm in den Weg kommt, ihn behindert oder seine Geduld über Gebühr beansprucht. Es begegnet uns ein gehetzter, nervöser, ruheloser, ausgezehrter Mensch Th 12, 50. Unangenehme Eindrücke bleiben ihm lange haften, seine Gedanken werden starr und unbeweglich Th 6. Er bricht leicht in Tränen aus Th 26.
Er spürt, dass er seinem geradlinigen Konzept nicht immer folgen kann und fürchtet sich dadurch vor Fehlern, die er machen könnte Th 1. Diese würden ihn aufhalten und im wahrsten Sinne ablenken.
Weil ihm der Weitblick abgeht, beunruhigt ihn das Gefühl, etwas vergessen zu haben, er weiss aber nicht, was dies sein könnte Th 4, 15.
Kinder wirken in diesem Stadium nicht nur nervös und ruhelos, sie können auch schüchtern und sehr bemüht sein, alles richtig zu machen.
Jodum kann Widerwillen gegen Arbeit empfinden. Er will sich nicht lange an einem Thema aufhalten, er kann nicht an etwas dranbleiben, wenn es sich nicht geradlinig und direkt verwirklichen lässt Th 7, 19.
In der zwischenmenschlichen Beziehung ist Jodum bekannt für die Folgen von Verliebtheit Th 25. Dieser Aggregatszustand der "Verflüssigung" und Zerstreutheit jagt seinem geradlinigen, ungeduldigen Wesen einen wahren Schrecken ein.
Egotrophie
Solange Jodum in einer ungehinderten Art genau das verfolgen kann, was er ins Auge gefasst hat Th 13, fühlt er sich seiner Idee von Vollkommenheit des Daseins am nächsten. Er ist dann ausgelassen, lustig, redselig und euphorisch. Er lässt niemanden zu Worte kommen und gestattet auch auf diese Weise keine Unterbrechung Th 27.
Im klassischen Bild wird oft der Fluglotse als typischer Jodum-Beruf erwähnt. Hier kann er jemandem in einem sehr abstrakten, wenig erdbezogenen Medium den direktesten Weg zeigen.
Wenn er anfängt, seine Verlusterlebnisse zu kompensieren, geht er in einer ruhelosen und gehetzten Art mal diesem, mal jenem nach. Wichtig ist dabei, dass er ständig etwas tut und immer in Bewegung ist. So kann nicht passieren, dass er sich unwillkürlich auf etwas fixiert und dadurch seine Bewegungsfreiheit verliert.
Seine innere Ruhelosigkeit, sein Getriebensein rechtfertigt er z.B. durch das Postulat, der Mensch brauche eigentlich nur vier Stunden Schlaf Th 12.
Egolyse
Wenn Jodum resigniert vor lauter Hindernissen, die seinen Vorwärtsdrang ständig blockieren, verfällt er letztendlich in Trägheit und Bewegungslosigkeit Th 52. Er wird zerstreut, sein Empfinden stumpft ab Th 9. Er interessiert sich für nichts mehr Th 7 und kann sich zu nichts entschliessen. Es fällt ihm schwer, seine Sinne beisammen zu halten Th 8. Er wird mutlos und verzagt Th 17 und fühlt sich zu allem unfähig Th 18.
Alterolyse
Wenn Jodum dazu übergeht, die Mitwelt für sein Leiden verantwortlich zu machen, wird er äusserst gereizt und ärgerlich, er könnte alles in Stücke reissen vor Ungeduld Th 12. Man kann ihm nichts recht machen Th 14. Schon wenn er nur angesehen oder berührt wird, schreit er vor Ärger Th 31, 32, weil er jede Kontaktaufnahme als mögliche Behinderung erlebt.
Besonders interessant ist sein fast unwiderstehlicher Impuls, eine Frau zu ermorden, die ihn geleitete, als er sich verirrt hatte Th 3: Sein Anspruch, den direktesten geradlinigen Weg zu gehen, wird sehr in Frage gestellt, wenn er die Orientierung verliert.
Welche „Conditio humana“ lehnt er ab? Wo wünscht er sich Vollkommenheit?
Jodum lehnt Umwege, Abschweifung, Hindernisse auf dem Weg zu einem Ziel ab. Das menschliche Dasein ist aber gerade geprägt von diesem suchenden, tastenden Vorankommen, von Fehlschlägen, aus denen wir lernen, von gebremsten, verzögerten Energien, die uns durchaus vorwärts bringen, indem sie unsere Lernfähigkeit fördern.
Jodum wünscht sich stattdessen ein geradliniges, eigensinniges Voranstürmen Th 13, 31, er ist mit einem gewissen "Röhrenblick" unterwegs. Sein Anspruch ist Geradlinigkeit, Hindernisfreiheit, die "Direttissima".
Ein Bild dafür finden wir in der Substanz: Jod sublimiert direkt vom festen in den gasförmigen Zustand, ohne den üblichen Schritt über die Verflüssigung zu machen.
Wo erlebt er deshalb ein Nichtgenügen, einen Verlust?
Jodum verliert aufgrund seiner Neigung zum "Röhrenblick" die Beweglichkeit des Denkens. Seine Gedanken rasten unwillkürlich ein und fixieren sich z.B. auf unangenehme oder unvernünftige Eindrücke Th 6. Er interessiert sich für nichts, was ausserhalb seines Blickwinkels liegt. Wenn er nicht seinen eigenen Weg verfolgen kann, ist er unfähig, sich für etwas anderes zu erwärmen Th 7. Er ist dann auch zerstreut und vergesslich Th 4.
Dadurch erleidet er einen Verlust im Bereich des Kreativen, Vielseitigen – dieses setzt nämlich die Fähigkeit zum Schweifen und einen offenen Weitblick voraus. Was ihm bleibt, ist eine Neigung zu mechanischer Tätigkeit Th 19.
Da Jodum wahrnimmt, dass ihm ein ganzer Bereich möglicher Aktivität fehlt, reagiert er mit Mutlosigkeit und Verzagtheit Th 17, er fühlt sich zu allem unfähig Th 18.
Körperlich verliert er die Ruhe Th 12, alles erlebt er als Behinderung und Einengung Th 38, 40, 42. Auf diese wiederum reagiert er mit einem inneren Aufruhr Th 11, mit Ungeduld und Nervosität die ihresgleichen sucht.
Was empfindet er infolge der Ablehnung als Bedrohung oder als Strafe?
Jodum fürchtet sich vor jeder Störung und Ablenkung, die seinen geraden, eng fokussierten, direkten Weg kreuzen könnte. Seine Stimmung ist angegriffen, sein Nervensystem ist überempfindlich gegen äussere Eindrücke Th 29, 31. Er will nicht, dass sich ihm irgendjemand nähert Th 32. Auch eigene Fehler oder schon die Möglichkeit, etwas falsch zu machen, bringen ihn völlig durcheinander Th 1.
Er fürchtet, dass aus jeder Kleinigkeit ein Unheil entstehen könnte Th 2, 15. Er scheut sogar den Arzt Th 16, da letztlich jede Krankheit ihn vom einmal eingeschlagenen direkten Weg abhalten könnte.
Wie könnte sich ein bewusster Umgang mit der Grundproblematik darstellen?
Wohlbeleibtheit und Munterkeit kehren wieder (Heilwirkung) Th 27. Das Bild eines Menschen, der sich ein wenig gemütlicher in seiner Materie niederlässt, kann dann für Jodum Realität werden, wenn er akzeptiert, dass Umwege für eine Entwicklung nötig sein können. Dann ist er vielleicht auch bereit, Hilfe anzunehmen und mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. Das Ziel ist nicht mehr die möglichst rasche Sublimierung, vielmehr kann er seine Fähigkeit, den direkten Weg zu erkennen, Gewinn bringend für sich und andere Menschen einsetzen.
Das Gehirn fühlt sich an wie mit einem Löffel umgerührt Th 10. Um auf schnellstem Weg zu einem vorgefassten Ziel zu kommen, setzt Jodum den so genannten Röhrenblick auf. Er mag keine Verwirrung. Die Empfindung eines mit dem Löffel umgerührten Gehirns legt aber gerade die Assoziation an Unordnung im Kopf nahe, die seinen übermässigen Anspruch an Geradlinigkeit verhindert.
Bei jeder Störung auf seinem direkten Weg reagiert Jodum mit innerlichem Aufruhr Th 11. Schlechte Nachrichten, Widerspruch oder reumütige Gefühle nach einem Streit bringen ihn aus dem Häuschen – weil sie ihn zwingen, zurück zu schauen und eine Sache nochmals zu überdenken. Dies lehnt er als "Umweg" und "Behinderung" grundsätzlich ab.
Feurige, krumme Strahlen fahren seitwärts der Sehrichtung häufig herab (...) Th 35. Ein Symptom, welches den Röhrenblick bildhaft darstellt. Die krummen Strahlen erscheinen wie eine Reflexion der Röhrenwände, welche die Sicht in dieser Form einengen.
Andererseits sieht er die Sachen vervielfältigt und kann sie nicht deutlich erkennen. Hier scheint das Fokussieren unmöglich.
Alles erscheint ihm hellblau in der Entfernung: die Materie löst sich in Dunst auf, irdische Hindernisse verschwinden – der direkte Weg "in den Himmel" scheint frei.
Leeres Aufstossen von morgens bis abends, als würde sich jedes Teilchen des Essens in Luft verwandeln. Th 55. Die Jod-Sublimation zeigt sich ganz physisch – selbst die Nahrung geht direkt vom festen in den gasförmigen Zustand über. Auch der Verdauungskanal wird somit zu "Direttissima", nichts kann verwertet werden, weshalb die Kranke trotz des ungewohnt starken Appetits zur Unkenntlichkeit abmagert, Th 50.
Sehr lebhafte Träume, aus denen er gern erwachen möchte, aber nicht kann Th 21. Vorstellbar ist, dass es sich um vielschichtige, ausschweifende Träume handelt, denen Jodum entfliehen möchte. Er begegnet der abgelehnten Lebhaftigkeit im Traum.
Träume von Schwimmen im Wasser; von Gehen im Kothe; dass ihre Tochter in den Brunnen gefallen sei Th 22. In dieser Aufzählung von Trauminhalten kommt zweimal das Wasser vor. Jod, welches nicht vernetzt, sondern linear denken will, muss sich im Schlaf mit diesem verbindenden Element auseinandersetzen. Dass die Tochter ins Wasser fällt, weist darauf hin, dass gerade das Hüten von Kindern ein umsichtiges Denken fordert.
Der Kot ist die amorphe Prima Materia, das Chaos, der Urgrund, auf dem alles Leben wächst – ein Gedanke, der für Jodum mit seinem Anspruch an eine klare Zielrichtung sehr unbehaglich sein dürfte.
Der "Nestbau" ist eine Angelegenheit, die Jodum meidet oder der er in hektischer Aktivität zu entfliehen versucht, da sie die oben erwähnte Umsicht verlangt.
Die homosexuelle Liebe kann für ihn deshalb eine Alternative darstellen. Im Traum versucht er erfolglos, sie zu erleben Th 24.
Der Verkehr zwischen Männern kann auch darauf hinweisen, dass er sich nicht mit dem weiblichen, eher vernetzt denkenden Aspekt des Menschen vereinigen will.
Dass die Weiblichkeit abgelehnt wird, zeigt sich auch in der Atrophie der Eierstöcke und Brustdrüsen mit Sterilität, in chronischer Amenorrhoe und nachteiligen Folgen des Stillungsgeschäftes Th 54.
Im gleichen Zusammenhang wird nun auch verständlicher, warum der Jodum-Prüfer die Frau, die ihn geleitete, als er sich verirrt hatte Th 3, am liebsten ermorden möchte: Dass ausgerechnet eine Frau mit ihrem weitschweifigen, komplexen Denken sich besser orientieren kann als er mit seiner ganzen Geradlinigkeit, ärgert ihn zutiefst.
Beim starken Sprechen wird der Hals gleich dicker Th 28. Die Sprache ist ein Werkzeug der Verbindung. Sich mitteilen heisst, sich einer oder mehreren Personen zuwenden, was für Jodum einen unnötigen Umweg auf der Direttissima darstellt. Er fühlt sich dadurch aufgehalten – es sei denn, der Redefluss werde durch ihn bestimmt, so dass niemand zu Worte kommt Th 28.
Da er anstehenden Fragen oder Gefühlen nicht auf dem Weg der Mitteilung Ausdruck geben will, entsteht ein Fremdkörpergefühl im Kehlkopf, oder das Gefühl, als müsse der Atem ein grosses Hindernis überwinden Th 38. Die Redewendung "sprich dich aus, sonst wächst dir ein Kropf" Th 39 ist für Jodum sehr zutreffend.
In den gleichen Zusammenhang stellen wir das Gefühl, als würde das Herz von einer eisernen Hand gepackt Th 42. Dies beschreibt einen Menschen, der seinen Gefühlen sehr wenig Raum geben kann.
Im rechten Ohr oft ein Getöse, wie in einer Mühle Th 36. Die Mühle bzw. der Mühlstein ist der Verwandler. Die Weltmühle, die durch ihr Mahlen die Schöpfung hervorbringt, hat zwei Mühlsteine; den feststehenden unteren, der die Erde symbolisiert, und den oberen, der sich dreht wie das Himmelsgewölbe (...) Mühlsteine sind zudem Sinnbilder für Strafe; eine schwere Last; Zermahlen; Härte; Martyrium. LdtS
Diese Symbolik lässt den Schluss zu, dass Jodum hier dem langsamen Wandel der irdischen Materie zuhören muss, was für ihn, der die direkte Verflüchtigung wollte, ein schreckliches Getöse sein muss.
Auch Viola odorata beansprucht männliches, "linkshirniges", geradliniges Denken und lehnt die assoziative, schweifende Bilder- und Traumwelt ab. Von der Klinik her sind die beiden Mittel aber kaum zu vergleichen. s. Kapitel Viola odorata
Das Einrasten, das unwillkürliche Fixieren der Gedanken auf einen Gegenstand, findet sich auch bei Nitricum acidum. Dort geschieht dies allerdings als Folge der abgelehnten Auseinandersetzung mit seinen Fehlern. s. Kapitel Nitricum acidum
ZUR SUBSTANZ
Jodum, Jode, Jodine
Sie wird aus verschiedenen Arten Tang (fucus Meer-Grass) dadurch erhalten, dass man die Asche derselben auslaugt, die krystallisirbaren Salze darin zum Anschiessen bringt, die übrig bleibende, unkrystallisirbare, aus Jod-Natrum bestehende Lauge aber abdampft und mit starker Schwefelsäure gemischt in Wärme stehen lässt, um alle Kochsalzsäure daraus zu verflüchtigen, dann Braunstein zusetzt und die Masse in einem Kolben stärker erhitzt, wodurch sich die Jode abscheidet, sich als violettblauer Dampf erhebt und oben an den Wänden des Geschirrs zu gedachten, bläulich-braunen Schuppen oder Blättchen verdichtet. CK
ANMERKUNGEN
Reines Jod ist schwarz-grau mit einem metallischen Glanz und geht bereits bei Raumtemperatur in den gasförmigen Zustand über (Sublimation). Beim Erhitzen bilden sich violette Dämpfe, die eine starke Reizung auf die Augen und die Schleimhäute des Atemtrakts ausüben. Sein Name leitet sich von dem griechischen Wort "ioeides" = violett, veilchenartig ab. In der Natur kommt es in geringer Konzentration im Boden, in bestimmten Gesteinen, in Seen, dem Meer und sogar in der Luft vor.
Jod ist ein essentielles Spurenelement. In der Medizin findet es Anwendung als Desinfektionsmittel, als Schilddrüsenmedikament und als Röntgenkontrastmittel. Als Nahrungsergänzung wird es in Form von Natrium-Kaliumiodat Speisesalzen zugesetzt. Für den Fall einer radioaktiven Verseuchung der Umwelt, wie z.B. nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl, steht es in staatlichen Lagern als Kaliumiodid zur Verfügung, damit es einige Tage lang in einer erhöhten Menge eingenommen werden kann. Hierdurch wird die Schilddrüse mit ungefährlichem Jod "abgesättigt" und der Einbau von radioaktiv verseuchtem Jod vermindert. Eine Überfunktion der Schilddrüse oder ein Schilddrüsenkrebs werden hingegen mit radioaktivem Jod behandelt. www.m-ww.de
QUELLEN
Überarbeitung im Rahmen der Arzneimittelstudiengruppe Basel II, September 2003
|HT

CK
He
A
LdtS
Bild
|Hartlaub und Trinks, Reine Arzneimittellehre, Neuauflage Hamburg 1991|
Hahnemann Samuel, Die Chronischen Krankheiten, 4. Nachdruck der 2. Auflage, Heidelberg 1988
Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 6
Allen T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 5
Cooper, J.C., Illustriertes Lexikon der traditionellen Symbole, Wiesbaden 1986
Esther Ostermünchner