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Mit dem Sieg der Ukraine in Turin gingen die Spekulationen los: Wird der ESC 2023 in dem von Russland angegriffenen Land stattfinden können? Nein! Dies hat die EBU am 17. Juni entschieden. Und sucht nun nach einem Austragungsort im Vereinigten Königreich.
1980 fand der Eurovision Song Contest letztmals nicht in dem Land statt, das es gewann. Und 2023 dürfte es wieder erneut so sein. Obwohl das Gewinnerland Ukraine wiederholt bekräftigte, dass es den grössten Musikwettbewerb der Welt austragen wolle, entschied nun die European Broadcast Union, dass sie für die Planung einen sicheren Weg wählen wolle. Das Statement wurde so veröffentlicht:
Das Statement auf Deutsch:
Nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai hat die EBU Möglichkeiten für die Ausrichtung des Wettbewerbs im nächsten Jahr mit dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Sender UA:PBC geprüft, der die Veranstaltung bereits 2017 und 2005 ausgerichtet hatte.
Es ist zu einer bekannten Tradition geworden, dass der Gewinner des Eurovision Song Contest den Wettbewerb im folgenden Jahr ausrichtet und bestimmte Kriterien erfüllt, darunter die Gewährleistung der Durchführbarkeit der Veranstaltung und die Sicherheit aller Beteiligten, einschließlich der Öffentlichkeit.
Angesichts des andauernden Krieges seit der russischen Invasion des diesjährigen Siegerlandes hat sich die EBU die Zeit genommen, eine vollständige Bewertung und Machbarkeitsstudie sowohl mit UA:PBC als auch mit Spezialisten von Drittanbietern durchzuführen, einschließlich zu Sicherheitsfragen.
Der Eurovision Song Contest ist eine der komplexesten TV-Produktionen der Welt, mit Tausenden, die an der Veranstaltung arbeiten, daran teilnehmen und zwölf Monate Vorbereitungszeit benötigen.
Nach einer objektiven Analyse ist die Referenzgruppe, das Entscheidungsgremium für den ESC, mit tiefem Bedauern zu dem Schluss gekommen, dass angesichts der aktuellen Umstände die Sicherheits- und Betriebsgarantien, die für einen Sender zur Ausrichtung, Organisation und Produktion des Eurovision Song Contest gemäß den ESC-Regeln erforderlich sind, nicht von UA:PBC erfüllt werden können.
Die EBU möchte UA:PBC für die uneingeschränkte Zusammenarbeit und das Engagement bei der Prüfung aller Szenarien in den Wochen seit dem Sieg des Kalush Orchestra am 14. Mai in Turin danken und die Traurigkeit und Enttäuschung darüber teilen, dass der Wettbewerb im nächsten Jahr nicht in der Ukraine stattfinden kann.
Seit der Invasion unterstützt die EBU UA:PBC in einer ganzen Reihe von Bereichen. Wir werden sicherstellen, dass diese Unterstützung fortgesetzt wird, damit UA:PBC den unverzichtbaren Service, den sie den Ukrainer*innen bieten, aufrechterhalten kann.
Als Ergebnis dieser Entscheidung wird die EBU gemäß den Regeln und um die Kontinuität der Veranstaltung zu gewährleisten, nun Gespräche mit der BBC als dem diesjährigen Zweitplatzierten aufnehmen, um den Eurovision Song Contest 2023 möglicherweise im Vereinigten Königreich auszurichten.
Es ist unsere volle Absicht, dass sich der Sieg der Ukraine in den Shows des nächsten Jahres widerspiegelt. Dies wird für uns in unseren Gesprächen mit den späteren Gastgebern Priorität haben.
Enttäuschter ukrainischer Fernsehsender
Der ukrainische Fernsehsender UA:PBC zeigte sich enttäuscht über den Entscheid:
Wir sind enttäuscht von dieser Entscheidung der EBU. In diesem Monat haben viele Menschen in der Ukraine alle Anstrengungen unternommen, um die Bedingungen für die Durchführung der Eurovision in unserem Land zu erfüllen. Sicherheit steht bei uns natürlich an erster Stelle. Das Team von UA: PBC, staatlichen und lokalen Behörden hat gründliche Arbeit geleistet und verschiedene Optionen angeboten. Es ist schade, eine so unanfechtbare Aussage zu sehen, deshalb bitten wir unsere Partner, weitere Verhandlungen zu führen.
Aktuell spekulieren Fans, dass sich der ESC 2023 in Glasgow abspielen könnte. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.