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Wenn genügend Bäume gepflanzt würden, um 30 Prozent eines Stadtviertels zu beschatten, könnte die Zahl der Todesfälle während einer Hitzewelle um ein Drittel gesenkt werden, so eine neue Studie. Bis 2050 wird erwartet, dass Hitzewellen heisser und länger werden und mehr Menschen regelmäßig davon betroffen sind. Ein UN-Bericht sagt voraus, dass bis dahin zwei von drei Menschen in Städten leben werden, was darauf hindeutet, dass Bäume ein entscheidender Schutz gegen extreme Temperaturen in einer zunehmend feindlichen Welt sein werden.
«Urbane Wälder regulieren das Mikroklima einer Stadt effektiv», sagen Meelan Thondoo (Universität Cambridge), Mark Nieuwenhuijsen (Australian Catholic University) und Tamara Iungman (Barcelona Institute for Global Health), die die Studie leiteten. Die Forschenden fanden heraus, dass städtische Wälder die Durchschnittstemperatur der untersuchten 600 europäischen Städte um 1,1 Grad bis 2,9 Grad abkühlten.
Aber auch wenn die Temperaturen angenehm sind, kann das Leben in der Stadt einen Tribut an die Gesundheit fordern. Die Exposition gegenüber Luftschadstoffen aus Autoabgasen, Schornsteinen und anderen Quellen kann das Risiko von Herz- und Lungenkrankheiten erhöhen. Auch hier können Bäume helfen, so Rob McKenzie, Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Universität von Birmingham. «Wenn die Luft durch die Stadt verwirbelt wird, können sich mikroskopisch kleine Schadstoffe auf Oberflächen ablagern. Bäume können Partikel aufgrund ihrer grossen, porösen Oberfläche besonders gut abfangen.»
Forschungen aus Australien legen nahe, dass Bäume sogar unsere geistige Gesundheit fördern können. Thomas Astell-Burt ist Professor für Bevölkerungsgesundheit und Umweltdatenwissenschaft an der University of Wollongong, wo er mit Xiaoqi Feng, einem ausserordentlichen Professor für Epidemiologie, zusammenarbeitet. Sie untersuchten die Gesundheit von rund 46 000 Erwachsenen im Alter von 45 Jahren oder älter, die in Sydney, Newcastle oder Wollongong lebten, und verglichen ihre Ergebnisse mit verschiedenen Arten von Grünflächen, die in einem Umkreis von 1,6 Kilometern (1 Meile) von der Wohnung entfernt zur Verfügung stehen.
«Erwachsene, in deren Wohngegend 30 Prozent oder mehr der Fläche von Bäumen bedeckt war, hatten eine um 31 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, psychische Probleme zu entwickeln», so die Forscher. Dieser Baumbestand war zudem mit einer um 33 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, einen mittelmässigen bis schlechten allgemeinen Gesundheitszustand zu entwickeln.
Die Gesundheitsvorteile, die Bäume zu bieten scheinen, sind so tiefgreifend, dass Astell-Burt und Feng sie als «Superfood» für die psychische Gesundheit der Bevölkerung bezeichnen. Es ist leicht nachzuvollziehen, wie eine kühle, von Bäumen gesäumte Allee die Stimmung an einem heissen Tag verbessern kann. Die anderen Wirkungen seien subtiler, argumentieren sie.
Aus: Jack Marley, Redakteur für Umweltfragen, IMAGINE, THE PLANET WITH CLIMATE ACTION