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Das wortgewaltige Epos „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin befindet sich bereits in der 45. Auflage. Die Gewichtigkeit des 1929 erschienenen Romans ist einerseits darauf zurückzuführen, dass in diesem Werk erstmals nicht ein Einzelschicksal beleuchtet wird, sondern die kollektive Gefühlslage im Berlin der 20er-Jahre, andererseits auch auf die so genannte Montagetechnik. Hierbei werden Monologe und Dialoge mit Schlagertexten, Wetterberichten, Zeitungsausschnitten, Werbeslogans und Schildertexten vermischt und wie eine Collage zusammengefügt.
Marcel Reich-Ranicki urteilt: „Wenn wir ein Werk finden wollen, das alle Richtungen der Weimarer Republik (die Zeit von 1918 bis 1933, Anm. der Red.) vereint, in dem sehr viel Neue Sachlichkeit drin ist und viel Expressionismus und noch Naturalismus, ein globales, universales Werk der Weimarer Republik, dann ist wohl ein einziges zu nennen: Döblins Roman Berlin Alexanderplatz.“
Es ist die Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der aus der Strafanstalt Tegel entlassen wird und fortan als ehrlicher Mensch durchs Leben gehen möchte. Dabei wird der Moloch Berlin zum Gegenspieler des gutmütig-jähzornigen Mannes, der sich den Verlockungen der Grossstadt nicht entziehen kann und durch Begegnungen mit zweifelhaften Individuen immer wieder in unerbittliche Kämpfe gezogen wird.
„Berlin Alexanderplatz“ ist kein Roman, den man als Bettlektüre lesen kann. Zu alltäglich kommen die ersten Seiten daher, zu verwirrend wird die Erzählung zunehmends. Erst beim dritten Anlauf habe ich das Buch fertig gelesen. Und jede Seite, jeder Abschnitt, jeder Satz hat sich gelohnt.