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Der Untere Guflwaal
wird auf 1470 Metern am Schnalser Bach gefasst und hat eine Länge von etwa 3.5 Kilometern. Er verläuft durch Wiesen und Lärchenwälder am Schmiedhof und am Weghof vorbei bis zum Weiler Pifrail. Auch hier handelte es sich um einen Erdkanal, der im mittleren Teil durch Holzkanäle unterbrochen war. Der Waal wurde zusammen mit dem Oberen Guflwaal um 1960 aufgelassen und durch eine Rohrleitung ersetzt. Reste des Waales sind teilweise noch erhalten.
Der Schnalser Klammwaal oder Grafwaal oder Forcherwaal
wird auf 2520 Metern Höhe unter dem Similaun am Grafbach, der ins Pfossental abfliesst, gefasst. Er führt zuerst durch die westlichen Steilhänge und überquert bei der Klamm, einer Senke zwischen dem Atzboden und der Schröfwand, in 2425 Metern Höhe den Kamm. Etwas weiter unten steht eine Waalhütte
, die aus Steinmauern besteht. Früher gab es hier auch noch eine Waalschelle. Von hier aus verläuft der Waal auf der Südwestseite des Kammes teilweise steil durch Lärchenwälder. Dann teilt er sich in 2 Äste, der westliche Arm führt zum Gfallhof auf 1930 Metern, der nördliche zum Gurschlhof auf 1659 Metern. Der erste Teil bis zur Klamm verlief über teils mannshohe Trockenmauern in Kandl, teils auch als Bodenkanal, ab der Waalerhütte in Kandln oder als steingefasster Kanal. Erste Erwähnung findet der Waal in einem Brief aus dem Jahre 1647. 1982 wurde der Waal durch eine Rohrleitung ersetzt, nach dem der Waaler, der 30 Sommer hier oben verbracht hatte, gestorben war und sich kein Nachfolger finden liess. Die Rohre wurden teils im Waal, teils daneben verlegt, die Stützmauern sind aber noch zu sehen, ebenso wie die Steinplatten, unter denen die Rohre eingegraben sind. An der Verzweigung der beiden Arme fliesst der Waal noch ein kurzes Stück offen. Dem Waal kann bis zur Fassung am Grafbach nachgewandert werden.
Der Penauder Waal
wird auf etwa 1630 Metern am Penaudbach gefasst und führt bis zu Oberrand der Wiesen und Felder von Karthaus, wo er auf 1240 Metern endet. Da der 2.5 Kilometer lange Waal über steinigen Waldboden führte, wurde er grösstenteils in Holzkandln geführt. Es waren ungefähr 500 Holkandln nötig. Der Waal wurde im 18. Jahrhundert von den Kartäusermönchen des Klosters Allerengelberg zur Bewässerung der Kulturflächen gebaut. Er wurde 1981 durch eine unterirdische Rohrleitung ersetzt.
Der Penauder Schwenzwaal
ist schon lange aufgelassen, er wurde gebaut, um mit Hilfe von Bachwasser Almmist und Jauche von der alten Penauder Alm zum Penauder Waal zu transportieren. Er hatte eine Länge von etwa einem Kilometer und heute vollständig verschwunden. Der Waal bestand gänzlich aus Holzkandln.
Der Breitenspitzwaal
wurde 1865 grösstenteils aus Holzkandln erstellt, soll aber schon wenige Wochen nach Inbetriebnahme wegen Erdrutschen wieder aufgelassen worden sein. Die Fassung soll auf 3000 Metern am Texelferner gelegen haben, wahrscheinlicher ist allerdings eine Höhe von 2700 Metern. Das Ende des Waales war beim Hof Weithal oberhalb von Katharinaberg auf 1595 Metern.
Der Betaller Waal
wird am Montfertner Bach auf etwas über 1750 Metern gefasst und durchquert auf etwa 1730 Metern die Hänge oberhalb der Höfe Montfert und Weithal. Er wird bereits um 1437 urkundlich erwähnt. Er hat eine Länge von etwa 1.5 Kilometern.
Der Katharinaberger Waal
hatte eine Länge von 1.2 Kilometern und wurde am Montfertner Bach auf 1420 Metern Höhe gefasst. Er führte durch Wald und Wiesen bis oberhalb von Katharinaberg auf etwa 1250 Meter Höhe. Er diente zur Bewässerung der Wiesen und dem Betrieb von 2 Mühlen. Der Waal ist heute verschwunden.
Der Unterwasanter Waal
ist längst aufgelassen, er hatte eine Länge von einem Kilometer. Er führte vom Perflbach durch steile Wände zum Hof Unterwasant auf 1091 Metern. Der Bauer musste sich jeweils über eine Felswand abseilen, um eine defekte Holzkandl zu ersetzen.
Der Ladurnerwaal
ist heute ebenfalls verschwunden. Er hatte eine Länge von etwa 2 Kilometern. Er wurde auf 825 Metern am Schnalser Bach beim Platthaus in der Nähe von Altrateis gefasst. Er führte durch die Steilhänge auf der Ostseite talauswärts und endete auf den Feldern des Ladunerhofes auf 816 Metern. Er ist seit dem Stollenbau der Etschwerke um 1910 aufgelassen.
Weiter findet man den Juvaler Schlosswaal, den Tscharser Schnalswaal und den Stabener Waal
im unteren Schnalstal auf der Westseite,. Diese Waale werden aber unter Waale um Tschars, Staben und Juval
besprochen. Auf der gegenüberliegenden Talseite im unteren Schnalstal fliessen der Gingglwaal und der Naturnser Schnalswaal
, die unter Waale und Wanderungen um Naturns
aufgeführt sind.
Unsere Wanderungen im Schnalstal:
Nockenspitze:
07.10.2007
Aufstieg von Unser Frau im Schnalstal auf den Nockenkopf und Abstieg über die Mastaunalm
ca 10 Km, Höhendifferenz ca. 1200 Hm Auf- und Abstieg
Empfohlene Wanderungen im Schnalstal:
Die Wanderung bei sentres.com
, Wanderung zur Penauder Alm, (pdf
).
Die Wanderung bei sentres.com
, Dickeralm und Mairalm am Fuchsberg (pdf
).
Die Wanderung bei sentres.com
, der Penauder Höhenweg (pdf
).
Quelle: Südtiroler Waalwege 40 schöne Wanderungen von Hanspaul Menara ISBN 978-88-8266-829-7