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Im Rahmen eines gemeinsamen Vortrags des Vereins der Eisenbahnfreunde (VEF) und der Photographischen Gesellschaft, Sektion STEREO, wurde am 21.10.2008 über die Geschichte der Straßenbahn in St. Pölten, München und Bestrebungen über einen Neubau in Wien berichtet.
In St. Pölten hat der Postbus den Personenverkehr nach Harland und damit der rhemaligen Straßenbahn übernommen. Seit kurzen wird in St. Pölten der
Stadtverkehr mit Erdgasbussen abgewickelt. Für die Wiedereinführung der
Straßenbahn in St. Pölten nach dem Modell Karlsruhe gab es ein Gutachten.
Für die Realisierung fehlt der politische Wille!
In St. Pölten wurde um ca. 1910 zur besseren Erschließung der großen Firmen Glanzstoff, Harlander und Salzer eine Anschlussbahn gebaut, die für den Güterverkehr diente. Später wurde auch ein Personenverkehr eingeführt, der aber niemals die Bedeutung des Vollbahngütervekehrs erreichte. Durch einen folgeschweren Unfall musste der desolate Oberbau erneuert werden. Es wurde mit Unterstützung des Landes mit 8.000.000 ATS investiert. Die Straßenbahn war daher in den 70er Jahren in einem so guten Zustand wie nie. Diese Investition brachte die Betriebs-Gesellschaft jedoch aus dem finanziellen Gleichgewicht. Sie bat die Gemeinde um finanzielle Unterstützung für die Betriebskosten, was aber abgelehnt wurde. Auf Grund einer nicht bezahlten Energierechnung der NEWAG von 30 000 ATS, wurde damals dann die Stromzufuhr abgeschaltet. Am nächsten Morgen warteten die Fahrgäste vergeblich auf ihren Wagen. Dies war das Ende der St. Pöltner Straßenbahn.
Der Güterverkehr zur Salzer wurde vom Straßenroller übernommen. Bei der Glanzstoff war dies nicht möglich, weil übelriechende Chemikallien nicht auf der Straße transportiert werden durften. Der Güterverkehr in der Herzogenburger Straße wurde von der ÖBB mit Diesellokomotiven übernommen.
Über eine neue Straßenbahn wurde in den letzten Jahren oft debattiert - eine rasche Realisierung scheint jedoch unwahrscheinlich.
In München wurde die Straßenbahn durch den U-Bahnbau stark reduziert. Dies erzeugte Widerstand in der Bevölkerung. Es wurde ein Gutachten erstellt, in dem verschiedene Städte mit Straßenbahn und U-Bahn verglichen wurden. Dadurch kam es zum Umdenken. Die Straßenbahn wurde wieder ausgebaut. Von Effnerplatz bis St. Emmeram wird die nächste Neubaustrecke gebaut. Der VCD schlägt neue Straßenbahnen für den Nahbereich um München vor. Der Wagenpark ist bis auf ein paar wenige P-Wagen fast komplett auf Niederflurwagen umgestellt.
Situation Wien
Ganz anders ist die Situation bei der Linie 26A, die zwischen Zentrum Kagran und Groß Enzersdorf verkehrt. Diese Linie ist extrem überlastet. Eine Verlängerung
der Straßenbahnline 26 nach Eßling ist seit 25 Jahren geplant und passiert leider nicht. Statt dessen wurde vor einigen Jahren die Straße sogar rückgebaut und es kommt durch Verkehrsinseln, bei denen der Bus stoppt, immer wieder zu Staus.
Die alte Straßenbahnlinie war eingleisig. Ein zweigleisiger Ausbau wäre politisch leicht möglich gewesen. Ein neue Straßenbahn zu bauen ist politisch 100 mal schwerer. Es war daher ein großer Fehler, die Straßenbahn 1970 in einem Stadterweiterungsgebiet einzustellen.
Nächstes Jahr soll mit dem Bau der Rekonstruktion einer Straßenbahn vom Kagraner Platz nach Hirschstetten begonnen werden.
Artikel Online geschalten von: / holler /