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Die beiden einflussreichsten protestantischen Zeitungen der U.S.A. vertreten jeweils den konservativen bzw. progressiven Flügel der reformierten Szene. Allerdings ist die Auflage der konservativen Zeitschrift sieben Mal höher als die der liberalen, was zeigt, dass die religiösen Bewegungen heute mehr nach rechts neigen als in den 1960er Jahren.
Christianity Today (51)
Die Publikation gehört zu den führenden evangelikalen Zeitschriften in den Vereinigten Staaten. Das 1956 von Billy Graham ins Leben gerufene Blatt richtet seine redaktionelle Linie an den Positionen des berühmten Predigers aus: theologisch konservativ, liberal in Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Die Ausgabe vom März 2020, die 250.000 Leser und Leserinnen erreichte, erwähnt angesichts der nahenden Covid-Krise einen Brief Luthers über die Pest, die Aussicht auf ein Ostern ohne Feierlichkeiten, und die Ermunterung, im Umgang mit Kranken Christus nachzueifern.
The Christian Century (52)
Die 1894 gegründete liberale Wochenzeitung (Titel zu Deutsch «Das christliche Jahrhundert») hat eine Auflage von 36.000. Von Anfang an setzte sie sich für eine historisch-kritische Lesart der Bibel, für die Verteidigung von Minderheiten und für die Bürgerrechtsbewegung ein. Eine Ausgabe vom März 2020 enthält einen Bericht über neue religöse Praktiken der amerikanischen Jugend, eine Reflexion über das Coronavirus entlang der Klagelieder des Jeremias sowie eine Kolumne, in der ein Ende der Finanzierung der Förderung fossiler Brennstoffe gefordert wird.