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Otto Erich Heynau
Die Otto Erich Heynau-Stiftung geht zurück auf Otto Erich Heynau (1911 - 1971), der in den 1930-er Jahren als Braumeister die grossväterliche Malzfabrik Ed. Hamburger & Sohn in Olo-mouc, Tschechien, leitete. Die Firma war in der Schweiz durch Lanz, Jost & Cie vertreten, wobei es zu häufigen Kontakten zwischen der Familie Lanz und Otto Erich Heynau kam.
Als Hitler 1939 Mähren und Böhmen annektierte, war Otto Erich Heynau auf Geschäftsreise in Westeuropa. Eine Rückkehr war für ihn, mütterlicherseits jüdischer Abstammung, ausgeschlossen. Der Kanton Bern erteilte ihm darauf wohl eine Aufenthalts-, aber keine Arbeitsbewilligung. Die Familie Lanz, weitere Freunde und einige Brauereikunden unterstützten ihn in der Folge moralisch und finanziell. Als 1941 Vater Lanz starb, musste Mutter Elly Lanz ohne Kenntnisse des Malzhandels die Geschäfte übernehmen. Otto Erich Heynau unterstützte sie, soweit es die Behörden erlaubten. Nach Kriegsende übernahm Otto Erich Heynau die Generalvertretung des tschechischen Mälzereiverbunds Tschecomalt in der Schweiz. 1953 wurde ihm das Schweizer Bürgerrecht gewährt. Am 6. Juni 1971 erlitt Otto Erich Heynau einen tödlichen Unfall: Bei der Inspektion eines Malzgüterwagens kam er mit der Fahrleitung in Berührung.
Otto Erich Heynau-Stiftung
Die Otto Erich Heynau-Stiftung konstituierte sich im Oktober 1971. Eingedenk seiner eigenen Biographie als Flüchtling und seiner finanziellen Notlage während des zweiten Weltkriegs, hatte Otto Erich Heynau in seinem Testament festgelegt, der Stiftungsertrag sei für die Unterstützung von Flüchtlingen und Menschen in finanzieller Notlage einzusetzen. Dr. Jürg Lanz, Sohn der Familie Lanz, solle sowohl die genauen Unterstützungsschwerpunkte sowie den Stiftungsrat bestimmen.
Dem letzten Willen des Stifters entsprechend engagiert sich die Stiftung heute für die Förderung von Flüchtlingen und die Unterstützung von bedürftigen Menschen in der Schweiz, unabhängig ihrer Nationalität. Zudem finanziert die Stiftung den Primarschulbesuch von 400 südsudanesischen Flüchtlingskindern in Uganda. Diese Beiträge werden seit Mitte 2012 vom Elly Lanz Fonds getragen.
Elly Lanz Fonds (ELF)
Im Juni 2002 tätigte Dr. Jürg Lanz im Andenken an seine Mutter Elly Lanz eine Schenkung zu Gunsten der Otto Erich Heynau-Stiftung. Dieses Vermögen wird bei der Heynau-Stiftung als unselbständige Stiftung mit der Bezeichnung Elly Lands Fonds bewirtschaftet. Mit dem Ertrag wird in erster Linie der Besuch von weiterführenden Schulen und Ausbildungen von 45 jugendlichen südsudanesichen Flüchtlingen in Uganda unterstützt.
Im Jahr 2011 erfolgte eine erneute Schenkung von Dr. Jürg Lanz zum 100. Geburtstag von Otto Erich Heynau sowie gleichzeitig zum 40-jährigen Bestehen der Stiftung zu Gunsten des Fonds. Dieser Beitrag konnte schliesslich Anfang 2015 dem Wunsch gemäss für Betroffene der Syrienkrise eingesetzt werden. Der Stiftungsrat wählte drei Partnerorganisationen mit spezifischem Fokus im Ausland aus. Diese sind: «SyridAid», «HEKS - Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz» und «Save the children». Für detaillierte Informationen zu den unterstützten Projekten sichten Sie bitte den Jahresbericht 2015.
Stiftungsrat
Seit dem 1. Januar 2002 wird der Stiftungsrat von Francisca Schiess präsidiert. Als weitere Stiftungsräte fungieren Françoise Conrad-Lanz und Fleur Jaccard.