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Otis Mooney - kurzes GlückAls Alex Mooneys letzter Corgi, Sweet William (Willy), vor rund 3 Jahren starb, wollte sie keinen neuen Hund bis ihr Sohn aufs College ging. Und so stellte sie sich darauf ein, dass sie für die nächsten drei bis vier Jahre ohne Hund leben würde.
Vor anderthalb Jahren geschah jedoch etwas Trauriges. Eine Frau in Nord-Kalifornien hatte sich das Leben genommen und ihre zwei Corgis hinterlassen. Alex' Mutter, die in der Nähe wohnt, fragte, ob sie die beiden adoptieren möchte. Alex schreibt: "Beide hatten schwere gesundheitliche Probleme und brauchten entsprechende Pflege und Betreuung. Ich war nicht imstande, zwei pflegebedürftige Hunde aufzunehmen".
"Indem ich es mir überlegte, stellte ich fest, dass ich für einen neuen Hund bereit wäre, falls mir der Rechte über den Weg laufen sollte. Durch einen glücklichen Zufall kam ich auf die Website des Camarillo Tierheims, ein Tierheim im Ventura Bezirk, wo unerwünschte oder herrenlose Hunde sehr schnell getötet werden, und da war dieser hinreissende Corgi. Anscheinend war er in der Nähe von Los Angeles aufgefunden worden. Er trug immer noch ein Halsband mit Hundemarke, aber niemand hatte ihn vermisst. Auf Grund der Marke behielten sie ihn im Heim in LA, dann schickten sie ihn nach Simi Valley und von dort nach Camarillo. Er war also schon seit längerer Zeit in einem Tierheim, als ich ihn sah. (Die auf der Marke angegebene Telefonnummer verblieb unbeantwortet, und ich denke, dass der oder die Betreffende gestorben ist).
Es war Liebe auf den ersten Blick, er wurde jedoch erst in fünf Tagen zur Adoption freigegeben, also musste ich warten. Ich besuchte ihn jeden Tag und brachte ihm einen Greenie (Kauknochen für gesunde Zähne) und sprach mit ihm. Am ersten Tag stand er auf seinen Hinterbeinen, um mich zu begrüssen, und ich verliebte mich in ihn. Er war stark übergewichtig und hatte eine Menge Haare verloren, aber obwohl ich ihn nicht berühren oder mit ihm zusammen sein durfte, weil die Wartefrist noch nicht abgelaufen war, setzte er sich auf mein Kommando "Sitz".
Endlich war es Freitag und ich traf beim Tierheim ein drei Stunden bevor sie für Adoptionen öffneten. Ich war die Erste in der Warteschlange. Genau genommen war ich die Einzige während 2½ Stunden!
Schliesslich stellte sich eine Frau hinter mich und wir kamen ins Gespräch. Sie sagte, sie sei hier wegen des Corgis. Noch eine Frau kam dazu und auch sie war wegen des Corgis gekommen. Mir wurde bange ums Herz. Nun würde es zu einer Auslosung kommen und ich riskierte mit leeren Händen nach Hause zu gehen (mit Ausnahme des neuen Halsbands und der Leine, die ich mitgebracht hatte).
Im Laufe des Gesprächs mit der Frau hinter mir stellte es sich heraus, dass sie Jane Zweig vom Bark Rettungsdienst war, wo ich Willy vor acht Jahren adoptiert hatte. Sie war bereit zu warten und falls sie gewinnen sollte, würde sie mir den Hund überlassen. Nun konkurrierte ich also nur noch mit der dritten Frau in der Warteschlange.
Ich redete mir ein, dass ich das Resultat der Auslosung akzeptieren würde und dass ungeachtet was passierte, ich mich damit abfinden würde.
Was für eine Lüge!!
Gewinner der Auslosung war die dritte Frau, Jane war Zweite und ich Dritte. Alles, was ich mir vorgenommen hatte, der Verzicht und die Akzeptanz verflogen, und ich brach in Tränen aus. Wir wurden alle drei eingeladen, den Corgi persönlich zu treffen, und so trotteten wir zurück zur Grasfläche. Ich setzte mich zu ihm auf die Erde, machte Fotos und begann eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Ich schwankte zwischen Überredungsversuchen und Weinen, bis die arme Frau schliesslich nachgab und sagte: "Ich glaube, Sie brauchen diesen Hund wirklich."
Ich erwiderte, "Sie haben recht, ich brauche diesen Hund wirklich." So viel zu meinem Verzicht Aufgabe und Akzeptanz!
Ich brachte ihn nach Hause ohne etwas über ihn zu wissen, nur dass er für mich bestimmt war, und wir haben seither kaum Zeit getrennt verbracht.
Ich entdeckte bald, dass Otis der schnellste Hund ist, den ich je gekannt habe. Er kann es fast mit jedem grösseren Hund aufnehmen, wenn es darum geht, einem quietschenden Tennisball nachzurennen.
Er liebte auch die Trainingsstunden mit Sannon Coyner und eine Lektion mit Kimberlee Esler, wo er und Stuart (ihr Corgi) lernten, auf einem Surfbrett stehen zu bleiben. Auch Versuche mit Agility machten ihm Spass und wir hofften, im nächsten Herbst damit zu beginnen, wenn mein Sohn aufs College ging.
Otis ist bei weitem der klügste Hund, den ich je hatte. Er hatte herausgefunden, wie er mich am Morgen wecken konnte, indem er ganz einfach das Kissen unter meinem Kopf wegzog.
Er hatte immer grossen Spass im Wasser. Ich hatte Retriever, die nicht so gerne ins Wasser gingen wie Otis. Er rennt davon, um einen Ball zu holen und nimmt ihn mit in die Brandung am Strand. Manchmal nur um im Wasser herum zu waten, andere Male, um zuzusehen wie der Ball vom Sog hinausgetragen wird und wieder zurückkommt. (Letzten Sommer half er auch, eine Surf-Konkurrenz zu richten).
Otis hat einen eigenen, ganz komischen Laut, den ich noch nie von einem anderen Hund gehört habe. Es ist kein Jaulen, eher ein tiefer knurrender Laut, den er von sich gibt, wenn er etwas nicht erreichen kann; dann geht er hin und zeigt, was er versucht, zu erreichen. Ich merke, dass er versucht, weder zu jaulen noch zu bellen, aber was herauskommt ist dieser komische, tiefe Laut, ähnlich dem Meckern einer Ziege. Jedenfalls ein äusserst ungewöhnlicher Laut für einen Hund!
Er war immer ein grossartiger Kommunikator. Er rennt mit der Leine zur Wand und schlägt sie gegen die Wand, dann setzt er sich hin und schaut mich an. Besser kann er es mir nicht mitteilen. Einmal, als wir an meinem Arbeitsplatz waren, liess er mich wissen, dass er hinaus musste. Normalerweise macht er das sehr diskret, aber an diesem Tag rannte er zur Tür, stellte sich auf die Hinterbeine und kratzte an der Glasscheibe und schaute mich an. Das war nicht typisch und so stand ich auf und öffnete die Tür. Er rannte hinaus und übergab sich. Ich vermute, er wollte sich nicht auf dem Teppich übergeben.
Otis begleitet mich jeden Tag zur Arbeit und sitzt in meinem Büro und schläft bei mir während der Nacht. An den Tagen, an denen er ausnahmsweise zuhause bleibt, bin ich deprimiert, sein Anblick heitert mich immer auf.
Ich habe oft und zu vielen Leuten gesagt, dass er der liebste Hund ist, den ich je hatte und wie froh ich bin, dass er erst drei oder vier Jahr alt ist, weil wir so noch 10+ Jahre zusammen haben, und was wir alles machen wollen.
Die Tatsache, dass Otis nur gerade vor einer Woche mit einem aggressiven Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wurde, war ein enormer Schock. Ich ging mit ihm zum Tierarzt, weil ich glaubte, er habe Fettknoten in den Achselhöhlen. Ich dachte mir nichts dabei, höchstens dass sie vielleicht nicht schön aussehen würden, jedenfalls nichts Ernstes. Wie hatte ich mich getäuscht. Die Art des Lymphdrüsenkrebs, die er hat, ist unheilbar und laut Tierarzt "bösartig". Er gab ihm noch 4-8 Wochen.
Er wird einen Riesenkrater in meinem Herzen und Leben hinterlassen. Otis war nur anderthalb Jahre in unserem Leben, aber er hat den grössten Eindruck von beinahe allen Tieren hinterlassen, die ich jemals gekannt habe oder die Freude hatte zu besitzen.
Während des Tages kann ich es aushalten, aber am Abend, wenn wir zusammen fernsehen und ich mir vorstelle, ohne ihn zu schlafen, bricht mein Herz in tausend Stücke. Es wird eine sehr schwere Umstellung werden, aber ich weiss auch, dass er bei der Regenbogenbrücke so viele Corgis und andere Hunde treffen und dort viel Spass haben wird. In meinem Herzen wird er für immer weiter leben.
Die kurze Zeit, die mir als sein Frauchen beschieden war, werde ich immer in liebevoller Erinnerung behalten."
Aus The Daily Corgi, 3. Februar 2012 Übersetzung ANo mit freundlicher Genehmigung.