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Sometimes a cliché is the best way to make one’s point.
Kaum ist im Weissen Haus wieder ein demokratisch gewählter Präsident an der Macht, kehrt auch Woody Allen an seine übliche Wirkungsstätte zurück. Nach seinem Exil in Europa, in dem so meisterhafte Werke wie «Vicky Cristina Barcelona» und «Cassandra’s Dream» entstanden sind, erklärt der neurotische Regisseur in «Whatever Works» die Welt aus der Perspektive eines New Yorker Griesgrams. Die Hauptfigur des zynischen Besserwissers wird von Larry David gespielt, dem Schöpfer und Produzenten der Fernsehserien «Curb Your Enthusiasm» und «Seinfeld».
Boris Yellnikoff (Larry David) hat es nicht einfach im Leben. Er erkennt als einziger die wahren Zusammenhänge («the big picture») und wendet sich nach einem Streit mit seinen Kollegen, die seine pessimistische Weltsicht nicht teilen wollen, gleich einmal ans Publikum. Mit wem er spreche, wollen die Kollegen wissen. Na, mit den Menschen im dunklen Saal natürlich. Denen erzählt er nun aus seinem Leben, obschon er sich wundert: «Why would you wanna hear my story?!» Das ist selbstverständlich mehr eine rhetorische Frage.
Von seiner ersten Frau, die perfekt zu ihm gepasst hat, trennte sich Boris nach einem Selbtsmordversuch. Jetzt lebt er alleine in einer heruntergekommenen Wohnung und jammert bei jeder Gelegenheit über die Dummheit der Menschen: «We’re a failed species.» Da begegnet ihm eines Tages die junge Melodie St. Ann Celestine (Evan Rachel Wood, «The Wrestler»), eine naive Ausreisserin aus den Südstaaten, die unbedingt ein Dach über dem Kopf benötigt. Widerwillig lässt Boris die so entgegengesetzt eingestellte Melodie bei sich übernachten.
Eigentlich ist es eher unwahrscheinlich, dass diese beiden unterschiedlichen Personen heiraten werden. Aber so kommt es heraus: «The chance factor in life is mind-boggling.» Der Einfluss des Zufalls im Leben sei unglaublich. Dann tauchen auch noch die fromme Mutter (Patricia Clarkson) und später der konservative Vater (Ed Begley Jr.) von Melodie in New York auf. Auch ihr Leben wird tüchtig auf den Kopf gestellt. Wie es der Zufall will tritt am Schluss auch noch eine Hellseherin (Jessica Hecht) in das Leben von Boris.
«Whatever Works» ist eine Komödie. Auch wenn die Hauptfigur fast nur die negativen Seiten des Lebens sieht und sich über seine Mitmenschen hauptsächlich ärgert. Das führt auch dazu, dass er die Kinder, denen er Schach beibringt, bei Gelegenheit ziemlich heftig zurechtweist oder ihnen die Figuren auf den Kopf prasseln lässt. Boris Yellnikoff ist zwar ein Misanthrop, aber auch ein Klischee. Er weiss alles besser und ist dennoch nicht glücklich – obschon sein Lebensmotto «Whatever works» eigentlich gerine Ansprüche stellt. Aus diesen Widersprüchen generiert Regisseur und Drehbuchautor Woody Allen den schonungslos bissigen Humor.
Während seine europäischen Filme auch von einer gewissen visuellen Opulenz lebten, so konzentriert sich Allen nun wieder voll auf den Wortwitz. Obschon Kameramann Harris Savides durchaus auch einige auf der Bildebene anspruchsvolle Filme drehte, wie «Zodiac» und mehrere Filme von Gus van Sant, so steht sein Werkzeug hier ganz im Dienst der Figuren und Dialoge. Das Drehbuch ist eine unerschöpfliche Fundgrube für düstere Weisheiten, bittere Monologe und spitze Anworten. Ein potenzieller Freund von Melodie verrät Boris, dass sie ihm seine Theorie über die Bedeutungslosigkeit des Lebens erklärt habe. «Don’t let it spoil your evening,» erwidert Boris nur.
Fazit: «Whatever Works» ist eine formal bescheidene, inhaltlich aber mit unübertrefflichem Humor vollgestopfte Komödie.
Bewertung:
(Bilder: ©Frenetic Films AG)
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