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Am Dienstag 4. August 2020 erschütterte eine grosse Explosion die Hauptstadt des Libanon, Beirut, welche, nach heutigem Wissensstand, mehr als 180 Tote und über 6000 Verletzte forderte.
Der Direktor von Islamic Relief Libanon, Nidal Ali, berichtet:
« Wir alle hier in Beirut stehen nach dieser Explosion noch immer unter Schock. Ich war zu dem Zeitpunkt bei mir Zuhause und die Glastüren des Balkons sind zerborsten. Wir dachten erst, dass es sich um ein Erdbeben handelt. Das ist noch eine weitere Tragödie für das krisengeschüttelte Land.
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist die schlimmste seit Jahrzehnten. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze und 35% der Menschen sind arbeitslos. Ein Grossteil der libanesischen Bevölkerung besteht aus Flüchtlingen, die schon viel zu lange leiden. Aber jetzt sind auch Familien der Mittelklasse betroffen und müssen dafür kämpfen eine Mahlzeit auf dem Tisch zu haben. Seit fast einem Jahr, fragt sich jeder « was werde ich morgen essen ?»
Im vergangenen Oktober mussten wir unsere Entwicklungsprogramme aussetzen und der Verteilung von Lebensmittelpaketen Priorität einräumen. Die wirtschaftliche Krise wurde zu einem humanitären Notfall.
Das war noch bevor die Corona-Pandemie Anfang dieses Jahres alles zum Stillstand brachte. Der Libanon hat in den letzten Wochen einen Anstieg der Fälle verzeichnet und die Krankenhäuser sind bereits überfüllt.
Islamic Relief hat bereits vor Ort begonnen zu handeln. Wir versuchen Trinkwasser und Lebensmittel an Menschen zu liefern, die ihr Zuhause verloren haben.
In wenigen Tagen werden bei der Räumung der Strassen helfen, welche durch die Explosion voll von Trümmern ist. Langfristig müssen wir mit der Verteilung von Lebensmittelpaketen weitermachen, denn der Hafen von Beirut ist zerstört, was bedeutet, dass die Einfuhr von Lebensmitteln erheblich eingeschränkt ist, und das in einem Land, das bereits sehr geschwächt ist. »