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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Viertes Buch
XIII. Kapitel
94.
1. Die Sünder heißen aber Feinde Gottes,1 da sie Feinde seiner Gebote, denen sie nicht gehorcht haben, geworden sind, so wie Freunde die heißen, die den Geboten gehorcht haben, wobei die einen ihren Namen deswegen erhalten haben, weil sie durch ihr vorsätzliches Tun Gott nahe gekommen sind, die anderen, weil sie sich ebenso ihm entfremdet haben.
2. Denn die Feindschaft und die Sünde ist nichts ohne den Feind und den Sünder. Und das Gebot, daß man nichts begehren soll,2 lehrt nicht deswegen kein Verlangen zu haben, weil die begehrten Dinge etwas uns Fremdes wären, wie diejenigen angenommen haben, die die Lehre aufstellten, daß der Schöpfer ein anderer sei als der erste Gott, und auch nicht, weil die Schöpfung verabscheuenswert und schlecht wäre; denn solche Anschauungen sind gottlos.
3. "Fremd" nennen aber wir die Dinge dieser Welt, nicht weil sie keine Stätte in dieser Welt hätten, und auch nicht, weil sie nicht Gottes, des Herrn aller Dinge, wären, sondern weil wir in ihnen nicht alle Zeit bleiben, da sie dem dauernden Besitz nach fremd sind und zu dem gehören, was aus der Hand des einen in die des anderen übergeht, und jedem einzelnen von uns nur zu vorübergehendem Gebrauch zu eigen sind, wie sie auch für uns geschaffen worden sind, freilich nur für so lange, als wir notwendig mit ihnen beisammen sein müssen.
4. Entsprechend unserem natürlichen Bedürfnis müssen wir also [S. 66] die Dinge in richtiger Weise verwenden, die uns nicht verwehrt sind; dagegen müssen wir jedes Übermaß und alles leidenschaftliche Daranhängen vermeiden.3
1: Vgl. Röm 8,7; Jak 4,4.
2: Vgl. Ex 20,17; Dtn 5,21; Röm 7,7; 13,9.
3: Sacra Par. 243 Holl.