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Die IEA unterzieht die Energiepolitik ihrer Mitgliedsländer alle fünf Jahre einer Tiefenprüfung. Zu diesem Zweck besuchte ein 11-köpfiges internationales Review-Team die Schweiz vom 21. bis 25. November 2011, um eingehende Gespräche mit Fachpersonen aus Behörden von Bund und Kantonen, Energieunternehmen, Verbänden und 35 anderen Organisationen zu führen. Die IEA-Experten halten nach ihrer Überprüfung fest, dass der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie die Schweiz vor grosse Herausforderungen stellt, insbesondere in den Bereichen Erreichung der Klimaziele und Stabilisierung des Stromverbrauchs nach 2020.
Die Schweiz sei heute in der komfortablen Lage einer weitgehend kohlendioxidfreien Stromversorgung. Der Atomausstieg sei ein «ehrgeiziges Ziel» und die vom Bundesrat bisher skizzierten Massnahmen würden nicht ausreichen, sondern es müsse eine detailliertere Planung betrieben werden, so die IEA in ihrem Schlussbericht. Zudem seien die Investitionsbedingungen in den Strommarkt klarer zu definieren und die Bewilligungsverfahren zu straffen – eine Empfehlung, die die IEA bereits bei ihrer Überprüfung im Jahr 2007 ausgesprochen hatte. Lob erhält die Schweiz für die hohe Versorgungssicherheit bei Erdöl und Erdgas sowie für die Fortschritte bei der Strommarktliberalisierung. Die auf 2015 angesetzte Öffnung des Strommarktes stuft die IEA zudem als dringlich ein.
Quelle
D.S. nach IEA, Medienmitteilung, 3. Juli 2012