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zurück in der Abbey Road
brutzlendes Öl und Elvis' Bass
nur doofe Liebeslieder
Video
die Archive Collection oder John Bohnam zu Besuch
Rezeption
«Es war nie Paul McCartney & The Beatles, Paul McCartney & The Quarrymen, oder Paul McCartney & The Moondogs. Wings ist schneller und einfacher zu sagen, und jeder weiss, dass ich in dieser Gruppe spiele», zitiert die Beatles Bible Paul zu «Wings At The Speed Of Sound» Als im September 1975 die Aufnahmen zum noch unbetitelten Album begannen, waren die Wings tatsächlich eine Einheit. Zwar spielten sie bereits in der fünften Besetzung in vier Jahren. Doch die beiden neuen, Gitarrist Jimmy McCulloch und Schlagzeuger Geoff Britton, beide vor Jahresfrist zur Band gekommen, haben sich musikalisch und menschlich integriert. Das aktuelle Album «Venus And Mars» zeugt von dieser Einheit.
Die Aufnahmen sollten die Band in Spiellaune halten, am 9. September 1975 starteten die Wings mit Konzerten in England ihre «Wings-Over The World Tour», die sie in drei Teilen um die Welt führen sollte. In den konzertfreien Monaten spielte die Band das Album ein, damit dieses zum Auftakt der eigentlichen Europatour im März 1976 veröffentlicht werden konnte.
zurück in der Abbey Road
Als die Wings Anfang September in den Londoner Abbey Road mit ihren Sessions begannen, war es Pauls Rückkehr an den Ort, wo die meisten Beatles-Alben aufgenommen hatte. Zuletzt hatte er hier im im Herbst des Vorjahres einige Songs für das Album «Venus And Mars» aufgenommen. Als erster neuer Song wurde noch im Herbst 1975 «The Note You Never Wrote» fertiggestellt, der Rest der Zeit diente für das Perfektionieren des Bühnenprogramms.
Nach dem Warmup mit Englandkonzerten folgte die Tour in Übersee, Australien und Neuseeland. Die Konzerte in Japan mussten abgesagt werden, da Paul wegen seinen Drogenvergehen in den Sechzigerjahren kein Visum erhalten hatte. Familie McCartney verbrachte den Weihnachtsurlaub in Hawaii, wo Paul die meisten Songs für das Album schrieb. Anfang Januar kehrten die Wings in die Abbey Road Studios zurück. Die Aufnahmen für das Album dauerten sechs Wochen. Paul ist der Meinung, dass es dank der guten Vorbereitung noch schneller gegangen wäre. Doch er wollte die Songs im Studio reifen lassen.
1976 hatte Paul McCartney mit den Wings wieder Reiseflughöhe erreicht und stellte die Erfolge der Beatles in den Schatten.
Mit der aktuellen, fünften Besetzung, entsprachen die Wings Pauls Vorstellung einer Band. In der Folge begann er sich zurückzunehmen und räumte seinen Mitmusikern mehr Freiheiten ein. Inwiefern er auch durch Kritiken, dass die Band bloss aus Statisten bestehe, dazu angeregt wurde, ist offen. In seinem Katalog gibt drei Arten von Alben: Soloalben wie «McCartney», worauf Paul alle Instrumente selber spielt, Alben mit Begleitmusikern, die seine Songs nach seinen Vorgaben einspielen, beispielsweise «RAM», und die Bandalben wie «Off The Ground», die mehr oder weniger, mit Paul als Chef, demokratisch entstehen. Waren die Wings zu Beginn tatsächlich bloss Pauls Begleitband, hatte er bei «Venus And Mars» ein erstes Mal auf den Zusatz Paul McCartney & verzichtet.
Obwohl neun der elf Songs auf «Wings At The Speed Of Sound» aus der Feder von Paul stammten, ist dank seiner musikalischen Vielfalt der Eindruck eines Bandalbums gegeben. Paul ermunterte seinen Gitarristen Jimmy McCulloch, weiter an seinem Songwriting zu arbeiten. Schlussendlich steuerte er «Wino Junko» bei, den er wie «Medicine Jar» auf «Venus and Mars» mit Collin Allen geschrieben hat. Denny Laine schrieb immer wieder Songs, die es nicht auf die endgültige Version der Alben schafften. Sein Bluesrock «Time To Hide» ist einer der Höhepunkte auf dem Album.
Erst mit dem Gesang wurde «Wings At The Speed Of Sound» zu einem Bandalbum, denn Paul überliess allen Bandmitgliedern das Mikrofon: Joe English interpretierte «Must Do Something About It», Linda McCartney war der «Cook Of The House» und Jimmy McCulloch sang «Wino Junko». Paul mochte Denny Laines Stimme, deshalb überliess er ihm bei «The Note You Never Wrote» das Mikrofon. Denny sang auch «Time To Hide». «Wings At The Speed Of Sound» ist das einzige Album, bei dem Paul den Gesang seinen Bandmitgliedern überlassen hatte. Die Intention der Demokratisierung wurde von den Kritikern lobend aufgenommen, sie erkannten aber auch, vor allem im Leadgesang von Linda, die Schwäche des Konzeptes.
brutzlendes Öl und Elvis' Bass
Paul schrieb den Text zu «Cook Of The House» als die Wings in Adealide auftraten. Da die McCartneys mit den Kindern reisten, mieteten sie jeweils ein Haus. Paul sass mit der Gitarre in der Küche und beobachtete Linda beim Kochen beobachtete, was den Text ergab. Das Knistern, das als Soundteppich unterlegt ist, ist Öl, das sich in Lindas Bratpfanne erhitzt. Am Ende des Songs, als es zischt, fügt sie Kartoffeln hinzu. Die Zeile «No matter where I serve guest / they seem to like my kitchen best» stammt von einer Plakette, die Paul und Linda in den USA gekauft hatten.
Auf «Cook Of The House» spielt Paul Bill Blacks Kontrabass, den ihm Linda zu Weihnachten geschenkt hat. Black spielte ihn auf «Heartbreack Hotel» von Elvis Presley. «Ich nahm ihn mit ins Studio und spielte schrecklich drauf, aber es gab dem Song diesen sehr interessanten, typisch 50er-Jahre Gymnasiumssound», erzählt Paul. Der Bratpfanneneffekt ist in Stereo abgemischt, der Rest des Songs in Mono, um noch authentischer nach den Fünfzigern zu klingen.
Die Bläser-Sektion der Wings, also Toney Dorsey, Thaddeus Richard, Steve Howard und Howie Casey, runden mit ihrem jazzigen Arrangement den Fünfzigerjahre-Groove ab. Die Bläsersektion kommt auch prominent bei «San Ferry Ann» zum Zug. Auf Denny Laines bluesigem «Time To Hide» verwenden die Wings ein Gizmotron, ein Instrument, das Loi Crèmo von 10cc erfunden und auf deren Hit «I'm Not In Love» verwendet hat.
Paul backstage im Community Center in Tuscon an seinem 34. Geburtstag. Er hat eine Torte im Design von Wings At The Speed Of Sound erhalten. – Foto: Linda McCartney, paulmccartney.com
«She's My Baby» ist einer der schönsten und unbekanntesten McCartneysongs. Wie «My Love» ist er ein Liebeslied für Linda, allerdings jazziger. Paul nennt den Song seine Ode an Linda: «She's My Baby, she comes out at night / She's taking me by sursprise», zitiert er noch nach ihrem Tod die erste Zeile. Beim Gedenkkonzert für Linda McCartney 1998 spielte das Loma Mar Quartett eine Kammermusikfassung des Songs ein, der 1999 auf «Working Classical» erschien. Kritiker empfanden die Lyrics streckenweise als banal. Die andere Ballade, «Warm And Beautiful» zählt Paul zu seinen Lieblingsstücken. Jimmy McCulloch war der Meinung, dass sie eine gute Hälfte für eine Doppel-A-Seiten-Single gewesen wäre. Beim Gedenkkonzert für Linda interpretierte Elvis Costello den Song.
«Beware My Love» beginnt mit einem Harmonium-Intro und einer akkustischen Gitarre, bevor Linda das Intro singt. Danach entwickelt sich der Song zu einem Rocksong, bei welchem Paul den Shouter macht. Live wurde der Song noch intensiver, in der Art des Hardrocks von Led Zeppelin, gespielt. «Beware My Love» erhielt die meisten positiven Kritiken. «Must Do Something About It» war schon fertig eingespielt mit Paul als Sänger, als er Joe English den Song singen hörte. English hat eine feine Bariton Stimme mit einem dunkeln Timbre. Paul gefiel sie so gut, dass er seinen Schlagzeuger bat, den Song zu singen. Es war die richtige Entscheidung, wie man heute auf der Bonus CD der Archive Collection nachhören kann. English verleiht dem Song das gewisse Etwas. Noch heute soll Joe English den Song mit seiner Band spielen.
Das Coverfoto wurde von Linda McCartney aufgenommen. Die Buchstaben wurden auf der Leuchtreklame des Odeon Kinos am Leicester Square in London verwendet. Das Label-Sujet der Männer, welche die Buchstaben wechseln, entlieh Linda von der London Corporation, das Originalfoto ist in der Deluxe Version der Archive Collection abgebildet. Die Porträts auf der Rückseite wurden von Clive Arrowsmith aufgenommen. Auf der Innenhülle war auf der einen Seite eine Collage von Bandfotos von Linda McCartney, auf der anderen Seite eine Zeichnung von Humphrey Ocean, der ein Foto von Robert Ellis, das die Wings auf der Bühne zeigt, umgab. Die Gestaltung des Covers übernahm einmal mehr die Agentur Hipgnosis.
nur doofe Liebeslieder
Die Türklingel am Anfang von «Let 'Em In», die das Album eröffnet, ist die Klingel von Pauls Londoner Wohnung. Die Personen im Refrain sind alle echt. Sister Suzy bezieht Paul auf Linda, die 1971 ihren Song «Seaside Woman» in Jamaica unter dem Pseudonym Suzy And The Red Stripes aufgenommen hat. Mit Brother John ist sowohl John Lennon als auch Pauls Schwager John Eastman gemeint, Auntie Gin ist Paul Tante Jane, Phil und Don sind die Everly Brothers, Martin Luther ist der Reformator, Brother Michael Pauls Bruder, kann aber auch schon eine Referenz an Michael Jackson sein, der damals mit seinen Brüdern bei den Jackson 5 sang. Uncle Ian ist Pauls gleichnamiger Cousin und Uncle Ernie bezieht sich auf Figur aus dem Who-Song «Fiddle About».
Als Paul den Song schrieb dachte er an eine Silvesterparty im Haus seiner Tante Jane und seines Cousins Ian, zu der all diese Gäste erscheinen würden. «Let'Em In» wurde am 23. Juli 1976 als zweite Single aus dem Album ausgekoppelt. Noch heute gehört der Song zur erweiterten Setliste von Paul. In Frankreich wurde eine Maxisingle mit dem Aufdruck Special Disco Mix veröffentlicht, es handelte sich aber um dieselbe Version wie im Rest der Welt. Ursprünglich hatte Paul den Song für Ringo Starr geschrieben, hatte ihm dann «Pure Gold» überlassen. Ringo coverte 2003 einen Teil von «Let'Em In» auf «English Garden» auf dem Album «Ringorama».
Die Montage des Covers beim Leicester Square Theatre in London. – Foto: Linda McCartney, paulmccartney.com
«Silly Love Songs» schrieb Paul in der entspannten Atmosphäre während den Ferien auf Hawaii 1975. Eine der Hauptkritiken, die bis heute geäussert werden, ist, dass er sich nach der Trennung der Beatles in seichte Popgefielde verabschiedet hätte, und nur noch alberne Liebeslieder aufnehmen würde. Eine Kritik, die durch das ewige Wiederholen nicht wahrer wird, weil sie schlicht nicht stimmt.
Paul nahm den Ball auf und veröffentlichte einen ironisch-trotzigen Song, der einer seiner persönlichsten wurde. «You'd think that people would have had enough of silly love songs / but I look around me and I see it isn't so / Some people want to fill the world with silly love songs / and what's wrong with that? / I'd like to know cos here I go again» lautet die erste Strophe. Danach setzt ein mehrstimmiger I Love You-Refrain ein. Denny Laine und Linda McCartney singen hier ihre besten Harmonien. Obwohl das Demo, wie auf der Bonus-Disc der Archive Collection zu hören ist, auf dem Klavier eingespielt wurde, wird der Song von Pauls treibenden Disco Beat, den er auf dem Bass spielt, und im Refrain von den Bläsern geprägt.
«Silly Love Songs» wurde am 1. April 1976 in den USA und am 30. April 1976 in England als erste Single aus dem Album ausgekoppelt. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Für das Cover flog die Band nach West-Berlin und demonstrierte mit einem Silly-Love-Songs-Transparent. Auf der Mauer steht neben Flügel, dem harfen-förmigen Wingslogo auch das Wort Freiheit und Freedom. Dahinter sieht man Stacheldrahtverhau und einen Wachturm. Wurden Pauls politischen Songs «Give Ireland Back To The Irish» (1972) und «Freedom» äusserst kritisch aufgenommen, schmunzelt man über soviel ironisch-politische Subversion, denn alberne Liebeslieder gehören zu den Freiheiten einer Demokratie.
Video
McCartney und die Beatles nutzen den Videoclip bereits im Zeitalter vor MTV. Auch während den 70er-Jahren drehte Paul immer wieder Videoclips. Den Geist der Band, die auf Tour ist, fängt das Video zu «Silly Love Songs» ein. Während des Intros wird das Album gezeigt, danach ist man mit Paul und der Band unterwegs. Man verlässt den Privatjet, wird zur Konzerthalle in Los Angeles gefahren, ist mit der Band Backstage, grüsst mit Paul die Fans und schaut den letzten Aufbauarbeiten zu. Der Mittelteil des Clips zeigt Liveaufnahmen von «Silly Love Songs». Pauls Lippenbewegungen stimmen mit dem Gesang der Studioverison überein. Nach dem Konzert ist man nochmals kurz Backstage, wo man für einen Sekundenbruchteil Elton John erkennen kann. Mit Szenen aus dem Privatjet endet der Clip.
Ein witzige Szene spielt sich während des Soundchecks ab: die jugendliche Heather, Lindas Tochter aus erster Ehe, ist Babysitterin für die siebenjährige Mary und die vierjährige Stella. Während Mary, wie immer von der Musik begeistert ist, langweilt sich Stella und rümpft die Nase darüber, dass sie still sitzen muss.
Der Hauptvorwurf der Kritiker an Paul McCartney lautet, er schreibe nur alberne Liebeslieder. In «Silly Love Songs» nahm er den Ball auf. Für das Coverfoto demonstrieren die Wings ironisch subversiv vor der Berliner Mauer gegen – oder für? – die stupiden Liebeslieder. – Foto: Robert Ellis, MPL Communications
Das Bildmaterial des Videos verwendete Paul 2001 in der Dokumentation «Wingspan». Das Video ist in der 2007 erschienenen Videosammlung «The McCartney Years» und in der Deluxe Version im Rahmen der Archive Collection Wiederveröffentlichung von «Wings At The Speed Of Sound» (2014) erhältlich.
die Archive Collection oder John Bonham zu Besuch
Die Wiederveröffentlichung von «Wings At The Speed Of Sound» innerhalb der Archive Collection ist eine der kleineren, nicht nur im Vergleich zu den Monsterboxen von «RAM» und «Wings Over America». Vom Unfang her entspricht sie der Wiederveröffentlichung von «McCartney» (2011) mit zwei CDs und einer DVD. Sie ist in verschiedenen Formaten, Doppel-CD, Doppelvinyl, Digital und Deluxe Version erhältlich. Wie immer ist auf der ersten CD das Originalalbum enthalten.
Da für die Single-B-Seiten mit «Cook Of The House» bzw. «Beware My Love» Albumtracks verwendet worden sind, entfallen die B-Seiten auf der Bonus-CD. Sie enthält dafür die Demoversionen von «Silly Love Songs», eingesungen von Paul und Linda und «She's My Baby», bei beiden begleitet sich Paul am Klavier. Das Snippet «Message for Joe» ist eine durch den Synthesizer verfremdete Stimme, wie man sie aus Science Fiction Filmen kennt. Die eigentliche Sensation ist Alternativ Version von «Beware My Love», bei der John Bohnham, der Schlagzeuger von Led Zeppelin, an den Drums sitzt. Diese Version basiert auf dem Klavierspiel und dem Schlagzeug, gegen Ende duellieren sich Jimmy McCulloch und Denny Laine an der Gitarre. Während Paul auf der Albumversion den Shouter macht, singt er hier mit zarter Stimme. Die Demos zu «Let 'em In» und «Warm And Beautiful» schliessen die CD ab.
Das Back-Cover vom Original-Album. Paul und Linda McCartney, Denny Laine, Jimmy McCulloch und Joe English.
Ähnlich mager wie die Bonus-CD fällt auch die DVD aus, worauf der Videoclip zu «Silly Love Songs» finden ist. Daneben finden sich zwei kurze Dokumentationen, «Wings Over Wembley» und «Wings Over Venice», die thematisch auch gut in die Dokumentation von «Wings Over America» gepasst hätten. Das Wembley-Stadion ist nicht nur im Fussball, sondern auch in der englischen Rockmusik die Heimstätte. Am 25. September 1976 spielten die Wings auf dem Markusplatz in Venedig ein Benefizkonzert zur Rettung der vom Versinken bedrohten Stadt.
Zu überzeugen vermag die Deluxe Version, die ihren Vorgängern in der Archive Collection in nichts nachsteht. Ein 112-seitiges Buch enthält neben vielen Fotos die Songtexte, Abbildungen der verschiedenen internationalen Singlecovers und geht Track für Track auf die einzelnen Songs ein. Die Klangqualität ist hervorragend, die damals gut abgemischten Songs haben durch das digitale Remastering profitiert, die Instrumente und Gesangsspuren sind klar und einzeln hörbar, als ob man in der Band wäre. In der Box findet sich eine Downloadkarte für den Hi-Res-Download des Albums. Darüber hinaus enthält die Box ein Poster, ein Nachdruck eines Konzert-Tickets und Aufkleber zum Wembleykonzert.
Rezeption und Billboard-Auszeichnungen
Musikalisch umfasst «Wings At The Speed Of Sound» das musikalische Spektrum von Mitte der 70er-Jahre, von Blues über Hard- und Progrock bis hin zu Disco. Dennoch erhielt das Album lauwarme Kritiken. Stephen Holden vom Rolling Stone meint eine Art Konzeptalbum zu erkennen, das ein Tag bei den McCartneys zum Thema hat. Er anerkennt die spektakulär guten Arrangements und die gute Produktion, bemängelt aber die textliche Qualität einiger Songs. Ein Dilemma, das viele Kritiker mit ihm geteilt haben.
Nichts desto trotz verkaufte sich «Wings At The Speed Of Sound» 3,5 Millionen Mal, rund eine halbe Million Mal weniger als «Venus And Mars» im Vorjahr. Das Album erhielt in den USA Platin, in England und Frankreich Gold. In Kanada, Frankreich und den USA erreichte «Wings At The Speed Of Sound» die Chartspitze, in England, Neuseeland und Norwegen Rang zwei, in Holland Rang drei. Eine weitere Top 5 Platzierung gab es in Japan mit Platz 4. In Schweden (Rang 7) und Italien (Rang 8) schlossen die Topten-Platzierungen ab. Rang 15 erreichte «Wings At The Speed Of Sound» in Spanien. In Deutschland vermochte sich das Album lediglich auf Rang 32, in der Schweiz gar nicht, platzieren.
«Silly Love Songs», einer der populärsten Songs der Wings, eroberte sowohl in England als auch in Amerika die Chartspitze. Es ist die einzige Single der Wings, die das transatlantische Double schaffte. In den USA gab es eine goldene Schallplatte für über eine Million verkaufter Exemplare, in England reichte es für Silber. Ferner erreichte «Silly Love Songs» in Neuseeland Platz 8, in Norwegen Platz 9. Knapp verpasste die Single die Topten in Holland auf dem 11 Rang und in Deutschland gab es einen 14 Platz. Mit «Silly Love Songs» hatte McCartney seine 27. Nummer 1 Single in nur 13 Jahren als Songwriter. Damit war er bis heute zum erfolgreichsten Hitschreiber avanciert.
Das amerikanische Branchenblatt Billboard wählte «Silly Love Songs» als besten Song des Jahres, womit Paul der erste Songschreiber war, der mit zwei verschiedenen Gruppen eine Jahresend-Nummer 1 hatte. Bereits mit «I Want To Hold Your Hand» 1964 und «Hey Jude», beide mit den Beatles, hatte er diese Auszeichnung erhalten. 2008, zum 50 Jahr Jubiläum der Billboard Charts, wählte das Magazin «Silly Love Songs» auf den 31. Rang der besten Songs aller Zeiten, 2013 zeichnete es «Silly Love Songs» als McCartneys erfolgreichsten Song nach den Beatles aus.
«Let' Em In» verpasste in sowohl in England (Platz 2) als auch in den USA und Kanada (je Platz 3) die Chartspitze nur knapp. In den USA gab es eine goldene Schallplatte, in England Silber. «Let' Em In» erreichte in Neuseeland Rang 13, in Holland 25 und in Deutschland Platz 29. Obwohl «Silly Love Songs» heute neben «Another Day» und «Say Say Say» wohl das meistgespielte Stück McCartneys in den Schweizer Radios ist, konnte sich keine der beiden Singles in den Schweizer Charts platzieren.
Die Wings posieren während einer Aufnahmepause im Januar oder Februar 1976 vor dem Abbey Road Studio in London. Denny Laine, Paul und Linda McCartney, Jimmy McCulloch, Joe English (vlnr). – Foto: paulmccartney.com

Originalalbum, 1976
Let'em In
The Note You Never Wrote
She's My Baby
Beware My Love
Wino Junko
Silly Love Songs
Cook Of The House
Time To Hide
Must Do Something About It
San Ferry
Warm And Beautiful
CD 2, Archive Collection 2014
Silly Love Songs (Demo)
She's My Baby (Demo)
Message To Joe
Beware My Love (John Bonham Version)
Must Do Something About It (Paul's Version)
Let'Em In (Demo)
Warm And Beautiful (Instrumental Demo)
DVD, Archive Collection 2014
Silly Love Songs (Video)
Wings Over Wembley
Wings In Vernice
Bonus Tracks,
CD 1987/1993
Walking In The Park With Eloise
Bridge Over The River Suite
Sally G.
Singles von 1976
Silly Love Songs
Silly Love Songs
Cook Of The House
Let'Em In
Let'Em In
Beware My Love
Archive Collection Box, 2014
Werbung und Merchandising, 1976
Inserat aus dem Billboard Magazine (USA) vom 6. Mai 1976 für das Album (oben) und die Single «Let'em In», ebenfalls aus dem Billboard Magazine. Unten der Aufdruck eines T-Shirts, das damals der Wings Fun Club, der offizielle Fanclub, vertrieb, ebenfalls 1976.
Songbook, 1976