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Anna und Nick, ein junges Paar aus Wien, fahren für ein halbes Jahr in die Schweiz, um in einem Alpenhaus zu wohnen. Er will Rezepte der lokalen Küche sammeln, sie ihren ersten Kriminalroman schreiben. Ausserdem soll der neue Ort auch der Beziehung gut tun, denn Anna vermutet eine Affäre zwischen ihrem Mann und der Nachbarin Andrea. Unterwegs kollidiert Nicks Auto mit einem Schaf, darauf wird Anna mit einer Kopfverletzung ins Spital gebracht. Als das Paar die Fahrt kurze Zeit später fortsetzt, beginnt die Realität Risse zu bekommen. Im gleichen Verhältnis, wie die Erzählebene ins Surreale rutscht, tauchen immer mehr die titelgebenden Tiere auf. Die Zeitebenen geraten durcheinander und die räumlichen Grenzen lösen sich auf. Zwischen der Wiener Wohnung und dem Schweizer Chalet existieren irritierende Parallelen. Sieht die Eisverkäuferin im Nachbarort nicht aus wie die Nachbarin? Ist Annas Eifersucht grundlos? Soll sie die Ratschläge einer sprechenden Katze annehmen? Abwarten, denn «Tiere» spielt sein Mindgame zwischen Wien und den Schweizer Alpen äusserst raffiniert.
«Der polnischstämmige Regisseur Greg Zglinski, dessen Film ‹Tout un hiver sans feu› 2004 in Venedig lief, inszeniert seinen Psycho-Thriller im Wechsel zwischen Alpenpanorama und beklemmenden Innenräumen. (...) Man ist in ‹Tiere› permanent in Hab-Acht-Stellung und sucht nach Hinweisen, welches Spiel hier eigentlich gespielt wird, und immer, wenn man denkt, es entschlüsselt zu haben, entgleitet es durch ein neues Detail abermals. (Berlinale, Festivalkritik, Maria Wiesner, 16.02.17)
«Man fühlt sich zuweilen stark an Hitchcocks ‹Vertigo› erinnert oder auch an David Lynchs Filme ‹Lost Highway› und ‹Mulholland Drive›. Die verdrehte Möbius-Schlaufe und das Bild von M. C. Escher mit der Treppe, die immer nach oben geht und doch einen Kreis bildet, haben Pate gestanden für das Drehbuch. Verfasst hat es der 2007 verstorbene Jörg Kalt, Greg Zglinski hatte es damals in der Kommission der Zürcher Filmstiftung gelesen und nie mehr vergessen.» (Michael Sennhauser, sennhausersfilmblog.ch, 14.2.17)