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Schweizer Illustrierte: Marcel Reif, Sie leben schon lange in der Schweiz und haben einen Schweizer Pass, Ihre Kinder sind hier geboren und aufgewachsen. Seit einiger Zeit haben Sie endlich auch einen Job in Zürich. Warum hat das so lange gedauert?
Marcel Reif: Das war bisher nie ein Thema, da ich in Deutschland so beschäftigt war. Aber ich freue mich, endlich sozusagen um die Ecke arbeiten zu können. Ich mache grundsätzlich nur das, was ich spannend finde, und Teleclub bietet mir eine neue Herausforderung.
Ihr Schweizerdeutsch ist beeindruckend. Sprechen Sie es auch mit Ihren drei Söhnen?
Ihre Mutter spricht Schweizerdeutsch mit ihnen, in der Schule reden sie Englisch, deshalb sollen sie mit mir Hochdeutsch reden. Ab und zu verfalle ich ins Schweizerdeutsch, aber dann lachen sie mich aus.
Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Ich sollte mehr darauf achten, meinen Müll zu trennen. Und ich müsste weniger Auto fahren. Viele Dinge liessen sich ja mit dem Velo oder zu Fuss erledigen.
Welches Gemüse sollte verboten werden?
Broccoli. Ich hasse Broccoli.
Und was für eine Frucht wären Sie?
Ach, chum jetzt! Ich weiss doch nicht. Eine Himbeere?
Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
In meinem Alter kann ich es mir leisten, so viel zu arbeiten, wie ich Lust habe. Wenn ich das Gefühl hätte, ich wäre nicht mehr glücklich mit meinem Pensum, würde ich sofort reduzieren.
Als Sie ein Kind waren, was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt?
«Setz dich gerade hin!»
Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Ich bin der ungeschickteste Bastler der Welt. Man verbietet mir, im Haus irgendwelche Dinge anzufassen. Waschen kommt für mich zum Beispiel einer Bastelarbeit gleich. Ich schaffe es zur «Freude» meiner Frau immer, die Wäsche rosa oder grau zu verfärben.
Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Das würd ich nie machen. Ich reise oft und gern und entdecke die Dinge dort, wo sie sind. Ich liebe London und New York, aber auch meinen Wohnort Rüschlikon.
Und Ihre Frau lebt in München.
Wir haben eine Wochenendbeziehung, treffen uns mal hier, mal dort. Das bekommt uns gut.
Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Nicht mehr. Früher habe ich meinen Teller jeweils mehr als leer gegessen und auch noch die meiner Söhne geleert. Das hat meiner Figur gar nicht gutgetan.
Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Es zeigt meine Söhne, der Sperrbildschirm meine Frau.
Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja. Das ist doch das Normalste der Welt. Wenn noch irgendwer was mit diesen Ersatzteilen anfangen kann - ich brauch sie dann nicht mehr.
Haben Sie ein Tattoo?
Nein. Mein ältester Sohn hat je eines auf jeder Schulter. Der ist ein solcher Schwachmat! Jetzt will er sie wegmachen lassen, hat aber Schiss, weil das wehtut.
Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Mir reicht, wenn man sagt: «Der war gar nicht so verkehrt.» Und wenn die, die mich lieben, sagen: «Der fehlt uns.»
Was wollen Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben?
Ich möchte, dass sie weltoffen, ehrlich und loyal sind.
Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Ich hoffe, man wird nicht sagen, dass wir alles falsch gemacht haben, zum Beispiel ökologisch oder in Sachen Flüchtlingspolitik.
Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
George Clooney, ist doch klar. Wenn schon, denn schon.
Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Enorm aufgeräumt. Ich war geradezu pedantisch, im Gegensatz zu meiner Schwester, die eine Chaotin war.
Ihr Spitzname als Kind?
Meine Omi nannte mich Matzl. Furchtbar.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ja, ja. Wir waren zwölf. Sie hiess Claudia.
Wer ist Ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin?
Meine Frau ist meine beste Freundin, mein bester Freund ist mein erwachsener Sohn.
Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Wir waren kürzlich in Prag, und meine Frau schenkte mir einfach so ein Paar Manschettenknöpfe, die mir gefielen.