Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03594.jsonl.gz/1100

Zwischen Talmud und Bibel besteht eine direkte Verbindung. In Markus 7 und in der Parallelstelle in Matthäus 15 weist der Herr Jesus auf das Problem der Überlieferung der Ältesten hin. Der Talmud beinhaltet genau diese Überlieferung der Ältesten. Der Herr Jesus greift sie an, weil diese Überlieferung das prophetische Wort aus Jesaja 29,13 genau erfüllt. In Markus 7,6 wird diese Jesaja-Stelle zitiert: „Trefflich hat Jesajas über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie Menschengebote lehren.“ Im Anschluss daran zeigt der Herr Jesus ein Beispiel, wie mit einer solchen Überlieferung das Wort Gottes ausgehebelt wurde, oder wie man das versuchte. Es wurde behauptet, man könne durch einen Schwur verhindern, dass den alten Eltern Unterstützung zukomme. Ein praktisches Beispiel: Da ist ein junger Mensch, der besitzt Geld, und nun sagt er als Schwur (siehe Markus 7,11): „Korban [= eine Opfergabe] sei das, was irgend dir von mir zukommen könnte.“ Damit erklärt er diese Geldmenge gewissermassen zu einer Gabe für Gott, und sie darf daher von den Eltern nicht angetastet werden. Genau diese absolut heuchlerische Regelung findet man im Talmud, Traktat Nedarim 8,7. Diese Gesetzesregelung war sogar noch schlimmer, weil damit nicht die Verpflichtung bestand, dass man das Geld dem Tempel abgeben musste. Man konnte es für sich selbst einsetzen, nur nicht für die Eltern. So sagt der Herr Jesus, dass damit das Gebot, Vater und Mutter zu ehren (2. Mose 20,12), aufgehoben wurde und die menschliche Regelung gegen das Wort Gottes verstiess. Denn das Ehren der Eltern kann auch bedeuten, den Eltern da, wo es nötig ist, finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.
Der Talmud ist eine unvorstellbar grosse Sammlung von Diskussionen, Lehrentscheidungen und Meinungsäusserungen, im Lauf von Jahrhunderten zusammengesammelt wurden. Er ist daher ein Fundgrube für Hintergrundinformationen zur Zeit des NT und den Jahrhunderten davor. Die Verurteilung des Herrn Jesus bezieht sich nicht gesamthaft auf alle hilfreichen Informationen, sondern auf alle diese Lehrentscheidungen, die sich in Tat und Wahrheit gegen das Wort Gottes richten. Man muss den Talmud kritisch im Licht des AT und NT studieren. Das ist Sache des Spezialisten auf diesem Gebiet, und eignet sich nicht für jeden Gläubigen. Man kann sich in der Fülle des Materials völlig verlieren.