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Heute wollen wir einen Blick zurück in die Geschichte werfen: claro ist eine Pionierin, wenn es um den fairen Handel geht. Seit 1977 setzen wir uns für gerechtere Handelsbeziehungen im Weltsüden ein. Begonnen hat alles mit einem Jute-Sack in Bangladesh. Die Kampagne «Jute statt Plastik», der Erklärung von Bern (heute «Public Eye»), brachte nicht nur die Geschichte der weltweiten Ökobewegung, sondern auch die von claro ins Rollen. «Jute statt Plastik» traf in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Nerv der Zeit und wurde europaweit zum Slogan einer ganzen Generation engagierter politischer Jugendlicher. Bereits Jahre zuvor gab es vereinzelte Initiativen für einen fairen und alternativen Handel und die ersten Weltläden, die eine Politik via Einkaufskorb propagierten, entstanden. Aus dieser Bewegung heraus wurde 1977 die Genossenschaft OS3 gegründet, Import- und Informationsstelle für Waren aus Entwicklungsgebieten (ein heute veralteter Begriff), heute claro fair trade AG.
Eine 40-jährige Erfolgsgeschichte
65 Säcke Indio-Kaffee, 2010 Kilogramm Honig, 600 Kilogramm Simba-Tee, 1000 Meter Baumwolle und etwas Kunsthandwerk: damit startete claro 1977 ins erste Geschäftsjahr. Heute werden jährlich rund 13 Millionen Schweizer Franken erwirtschaftet. Vom Verkauf der fair gehandelten Produkte profitieren rund 200 Handelspartner*innen im Weltsüden und damit mehr als 100'000 Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Einer der Meilensteine war die im Jahr 1991 lancierte Mascao-Schokolade zusammen mit dem bolivianischen Partner El Ceibo. Mit dem Kakao von El Ceibo und dem Vollrohrzucker der philippinischen Kooperative Alter Trade wurde mit der Mascao-Schoggi die weltweit erste Fair Trade Schokolade überhaupt geschaffen.
Partner*innen
Unsere Handelspartner*innen sind mehrheitlich wirtschaftlich und sozial benachteiligte Kleinproduzent*innen. Die Zusammenarbeit ermöglicht eine sozial verantwortliche, ökologische Produktion qualitativ hochwertiger Erzeugnisse und verschafft langfristig Zugang zu den Märkten im Norden. Dank dem von claro ins Leben gerufenen Produzent*innen-Förderfonds können Aufträge vorfinanziert und Fair Trade-Prämien ausbezahlt werden. Über die Handelsaktivitäten hinaus beteiligt sich der Förderfonds an langfristigen Investitionen und leistet Beratungen, beispielsweise bei der Umstellung auf biologischen Anbau. Nach Umweltkatastrophen fliessen Beiträge an Partnerprojekte zum Wiederaufbau von Arbeitsinfrastrukturen. Die Geldmittel stammen primär aus dem claro-Unternehmensgewinn sowie aus Zuwendungen von privaten Personen und Organisationen.
Partnerschaft geht bei claro fair trade weit über die ökonomische Dimension hinaus. Das langfristige Engagement von claro für Kleinproduzent*innen, Bauernfamilien und Organisationen umspannt Ökologie, Frauenförderung, Wertschätzung von jahrtausendalten Kulturen, Solidarität, Entwicklung und eine möglichst hohe Wertschöpfung direkt vor Ort. claro verpflichtet sich, ihren Partner*innen Chancen zu schaffen, faire Preise zu bezahlen und sozialverträgliche Arbeitsbedingungen zu garantieren. Die Gleichberechtigung von Frauen, der Aufbau von Know-how, um die Produzent*innenkooperativen und Handwerksgruppen unabhängiger zu machen, Transparenz, Umweltschutz, langfristige Beziehungen, hohe Qualität und Glaubwürdigkeit sind seit der Gründung wichtige Werte der Unternehmensphilosophie.
Der Handel mit claro bietet den Produzent*innenfamilien die Grundlage zur Verbesserung ihrer Lebenssituation. An ihrem Hauptsitz in Orpund bei Biel beschäftigt claro 23 Mitarbeitende (Stand 2021). Fair produzierte und gehandelte Produkte wie Lebensmittel, Mode, Textilien und Kunsthandwerk gibt es schweizweit in mehr als 250 Verkaufsstellen.