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Von den verschiedenen, in der Statistik aufgeführten Energieträgern legte die Kernenergie mit Abstand am meisten zu. Hauptverantwortlich dafür ist der stetige Aufwärtstrend in den USA, der letztes Jahr mit einem 8%-Anstieg einen Höhepunkt erreichte. Laut Nuclear Energy Institute, der Branchenorganisation der amerikanischen Nuklearindustrie, entspricht die Produktionssteigerung der amerikanischen Kernkraftwerke seit 1990 der Stromerzeugung von 19 zusätzlichen Blöcken der 1000-MW-Klasse.
Der gesamte Weltenergiebedarf stieg mit 0,2% deutlich weniger an als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre (0,9%). Wenn man die signifikante Abnahme des chinesischen Energieverbrauchs ausschliesst, nahm der Weltenergiebedarf um 1,4% zu. Die Zuwachsschwäche konzentrierte sich auf die Entwicklungsländer, deren Energieverbrauch während des Jahres 1999 um 2,3% sank, verglichen mit 1,4% Nachfragezuwachs im OECD-Bereich. In China fiel der Gesamtenergiebedarf um 10,7%. Allerdings vollzog sich dies ohne ersichtliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Unter Ausklammerung der sinkenden Nachfrage in China stieg der Energieverbrauch in der Asien-Pazifik-Region um 2,5%. Letztes Jahr kam es auch in den Ländern der früheren Sowjetunion erstmals seit 1990 zu einem Anstieg des Energieverbrauchs, und zwar um 1,4%.
Der Ölbedarf stieg weltweit um 1,6%. Gas gewann weiter an Marktanteil: Dieser erreichte über 24% des gesamten Energieverbrauchs. Die Nachfrage lag 1999 mit einer Steigerung von 2,4% deutlich über dem Zehn-Jahres-Trend von 1,7%. Kohle verlor wiederum an Terrain; die Nachfrage nahm um 5,1% ab. Allein in China, nach den USA der zweitgrösste Markt der Welt, sank der Kohleverbrauch um 16,8%. Diese Entwicklung resultierte aus der Politik des Staates, vorwiegend kleinere Minen und kohleverbrauchende Staatsbetriebe zu schliessen. In Europa fiel der Kohlebedarf um 5,2%, in den USA blieb er gleich und in Asien (ausser China) stieg er um 0,6%, deutlich weniger als im Zehn-Jahres-Durchschnitt von 2,8%. Die Nutzung der Wasserkraft nahm um 0,9% zu. Die Energieproduktion aus anderen erneuerbaren Energiequellen ist gemäss BP Amoco sehr klein.
Eine Person in Nordamerika verbrauchte letztes Jahr mit durchschnittlich gut sechs Tonnen Öläquivalent rund doppelt soviel Energie wie ein Einwohner Europas oder der ehemaligen Sowjetunion sowie rund achtmal soviel wie ein Einwohner der "übrigen Welt". Anzumerken ist, dass die Statistik jeweils den Primärverbrauch der verschiedenen Energieträger angibt. Bei der Kernenergie wird dieser auf Basis der erzeugten Elektrizität unter Annahme eines Wirkungsgrads von 33% berechnet. Alle Verbrauche werden in der Einheit "Tonnen Öläquivalent" ausgedrückt.
Quelle
M.S. nach BP Amoco Statistical Review of World Energy, Juni 2000, und Nuclear Energy Insight, Juli 2000