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Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit der musikalischen Aussenwahrnehmung der Schweiz im 19. Jahrhundert. Zahlreiche ausländische Komponistinnen und Komponisten beschäftigten sich in diesem Zeitraum implizit und/oder explizit mit der Schweiz, indem sie in ihren Werken mit der Schweiz konnotierte musikalische Wendungen und Ausdrucksformen, literarische Stoffe, politische Ideen oder auch Bezüge zur Natur aufnahmen und verarbeiteten.
Die Arbeit fragt nach den Beweggründen ausländischer Komponisten für eine künstlerisch-musikalische Auseinandersetzung mit der Schweiz und nach den «schweizerischen» Elementen, die von Komponisten verarbeitend rezipiert wurden. Das Hauptinteresse liegt jedoch nicht in einer Definition des «typisch Schweizerischen» auf musikalisch-klanglicher Ebene, sondern in der Beschreibung jener Faktoren, welche die verarbeiteten Elemente mit spezifisch schweizerischem Sinn aufladen sollten. Ob und inwiefern sich in diesem Zusammenhang der Rückgriff auf als schweizerisch verstandene Elemente in einem Prozess nationaler Identitätsbildung auswirkte, soll dadurch beleuchtet werden.
Im Fokus der Untersuchung stehen Kompositionen mit eindeutigem Schweiz-Bezug sowie Komponisten, von denen ein Aufenthalt in der Schweiz belegt ist. Das musikalische Quellenmaterial wird zusätzlich eingegrenzt, indem das Augenmerk der Studie primär auf nachweislich in der Schweiz rezipierten Werken liegt. Die Quellenauswahl soll es erlauben, die möglichen Wechselwirkungen der Wahrnehmung von «aussen» und jener von «innen» im Prozess nationaler Identitätsbildung aus musikalischer Perspektive zu beleuchten.
Das Dissertationsvorhaben ist Bestandteil des SNF-Projekts «Klingendes Selbstbild und ‚Schweizer Töne’. Musik als Mittel schweizerischer Identitätsstiftung im 19. Jahrhundert».
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