Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/89223

<h2>SubmittedText<h2><p>Im Schwerverkehr am Simplon kam es in den vergangenen Monaten zu einem starken Anstieg der Unfallzahlen. Diese Situation ist äusserst problematisch, denn sie stellt sowohl für die verschiedenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer als auch für die Anwohnenden eine Gefahr dar.</p><p>- Wie beurteilt das UVEK diese Situation?</p><p>- Welche Massnahmen zur Verbesserung der Situation hat es ergriffen oder wird es ergreifen?</p><p>- Wird es am Simplon eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene durchsetzen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat kennt die Risiken des Lastwagenverkehrs auf Passstrecken. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Risiken zu begegnen. Intensivere Kontrollen gehören dazu. Für die Kontrolle von Führer und Fahrzeug ist allein die Kantonspolizei zuständig. Sie bestimmt, wann, wo und wie Lastwagen kontrolliert werden. Der Bund finanziert jedoch die Intensivierung der Schwerverkehrskontrollen. Mit dem Kanton Wallis besteht eine entsprechende Leistungsvereinbarung. Der Bundesrat ist bereit, zusätzliche Kontrollen des Schwerverkehrs am Simplon finanziell zu unterstützen, muss aber den Entscheid darüber der Kantonspolizei überlassen.</p><p>Indessen sind die wenigsten Unfälle auf Fahrzeugmängel zurückzuführen, sondern auf ein Fehlverhalten der Chauffeure. Sie fahren auf Passstrassen vielfach zu schnell, mit zu hohem Gang und bremsen fast ständig. Trotz entsprechenden Informationstafeln überbeanspruchen unkundige Chauffeure die Bremsen, sodass deren Wirkung allmählich nachlässt und gar ausfällt.</p><p>So stellt sich die Frage: Wie kann der ungeübte Chauffeur vor Ort dazu gebracht werden, das Fahrzeug und die Bremsen bei der Bergabfahrt richtig zu bedienen? In Zusammenarbeit mit dem Kanton kann geprüft werden, ob auf der Passhöhe ein Platz geschaffen werden könnte, auf dem jeder LKW stoppen muss und wo dem Chauffeur mit Flugblatt oder mündlich die richtige Technik des Abwärtsfahrens vermittelt werden kann. Allerdings muss man auch festhalten, dass die meisten Chauffeure die richtige Technik der Bergabfahrt beherrschen.</p><p>Infrastrukturseitig sind an zahlreichen Orten absturzsichere Leitplanken montiert. Das Bundesamt für Strassen wird u. a. auch den Bau von einzelnen Nothaltestrecken (Kiesbett als Auslaufzone für Lastwagen mit wirkungslosen Bremsen) prüfen, so, wie es eine auf der A12 oberhalb von Vevey gibt.</p><p>Um eine Verlagerung des Schwerverkehrs u. a. zur Entlastung des Simplon zu erreichen, bestellt der Bund bereits heute auf der Lötschberg-Simplon-Achse ein Angebot der Rollenden Landstrasse mit jährlich 110 000 Stellplätzen. Für das Angebot einer sogenannten Kurz-Rola (z. B. Brig-Domodossola) steht zurzeit nur eine beschränkte Zahl an Trassen zur Verfügung, wobei die LKW grössenmässig auch in den Tunnel passen müssen. Dafür ist ein besonderes Lichtraumprofil erforderlich. Des Weiteren fehlen vor Ort Anlagen für das Be- und Entladen der Züge. Auf italienischer Seite steht für die Simplon-Achse allein in Novara ein Verladeort zur Verfügung.</p>