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Bei der beruflichen Vorsorge (BVG), deren Ziel es ist, die Weiterführung der gewohnten Lebenshaltung nach der Pensionierung zu ermöglichen, sind obligatorisch nur Arbeitnehmende versichert, deren Lohn den Betrag von drei Vierteln der maximalen Vollrente der AHV übersteigt. Andere Arbeitnehmende und Selbständigerwerbende können sich freiwillig der beruflichen Vorsorge anschliessen; Nichterwerbstätigen bleibt dies verwehrt. Die Finanzierung der beruflichen Vorsorge erfolgt im Kapitaldeckungsverfahren. Das heisst, dass jede versicherte Person individuell ihr eigenes Alterskapital anspart, das im Leistungsfall für die Rentenzahlung verwendet wird.
Arbeitnehmende, die einen Jahreslohn von mehr als CHF 21'150 (für das Jahr 2015) beziehen, unterstehen der obligatorischen Versicherung. Dies ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres für die Risiken Tod und Invalidität, und ab dem 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres auch für das Alterssparen. Ist der Arbeitnehmende weniger als ein Jahr lang bei einem Arbeitgeber beschäftigt, so gilt als Jahreslohn derjenige Lohn, den er oder sie bei ganzjähriger Beschäftigung erzielen würde.
Versichert ist der Jahreslohn zwischen 24‘675 und 84‘600 Franken. Dieser sogenannte versicherte Lohn beträgt maximal 59‘925 Franken. Für Arbeitnehmende mit einem Jahreslohn zwischen 21‘150 und 28‘200 Franken wird ein Lohn von 3‘525 Franken versichert. Selbstverständlich steht es dem Arbeitgeber frei, seine Mitarbeitenden überobligatorisch zu versichern. In diesem Fall fallen der Koordinationsabzug und/oder die BVG-Lohn-Obergrenze weg.
Spätestens ab dem 1. Januar nach dem 24. Geburtstag wird das Kapital für die Altersleistungen aufgebaut. Die gesetzliche Sparskala steigt altersabhängig und stufenweise an. Selbstverständlich ist der Arbeitgeber frei, seine Mitarbeitenden überobligatorisch zu versichern. Das bedeutet, dass die Sparskala höhere als die gesetzlichen Leistungen aufweist, oder dass Schranken wie Koordinationsabzug und BVG-Lohn-Obergrenze nicht berücksichtigt werden.
Die Altersleistungen werden mit dem vom Bundesrat festgelegten Satz von zurzeit 1.75 Prozent p.a. verzinst. Das Altersguthaben erhöht sich um die Altersgutschriften, die eingebrachten Freizügigkeitsleistungen, Einkäufe, Zinsen und Überschussanteile der Stiftung. Vermindert wird das Alterskapital durch Vorbezüge im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF) oder aufgrund von Teilauszahlungen infolge Scheidung oder infolge teilweiser Pensionierung.
Bei Pensionierung im Alter 65 (Männer) bzw. 64 (Frauen) wird das vorhandene Altersguthaben mit dem Umwandlungssatz von 6.8 Prozent in eine lebenslängliche Rente umgewandelt. Das bedeutet, dass ein Altersguthaben von 100‘000 Franken einer jährlichen Rente von 6‘800 Franken entspricht.
Eine Invalidität liegt vor, wenn die versicherte Person durch ärztlichen Befund objektiv nachweisbar wegen Krankheit oder unabsichtlicher Körperverletzung ganz oder teilweise ihren Beruf oder eine andere ihrer Lebensstellung, ihren Kenntnissen und Fähigkeiten angemessene Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben kann, d.h. im Sinne der eidgenössichen IV invalid ist. Die Invalidenrente wird nach einer Wartefrist von 12 Monaten ausbezahlt. Besteht eine kollektive Krankenversicherung wird die Wartefrist auf 24 Monate ausgedehnt. Die Höhe der vollen Invalidenrente entspricht der Summe des vorhandenen Altersguthaben und der zukünftigen Altersgutschriften (ohne Zins), multipliziert mit dem gültigen Umwandlungssatz. Da sich das vorhandene Altersguthaben vermindern kann, versichern viele Arbeitgeber ihre Arbeitnehmenden mit einer fixen Quote des versicherten oder effektiven Lohns.
Wer eine Invalidenrente bezieht und Kinder hat, welche jünger als 18 oder in Ausbildung sind, hat Anspruch auf eine Invaliden-Kinderrente. Der Anspruch erlischt jedoch spätestens mit dem 25. Altersjahr des Kindes. Die Höhe der gesetzlichen Invaliden-Kinderrente beträgt pro anspruchsberechtigtes Kind 20 Prozent der gesetzlichen Invalidenrente. Den Arbeitgebern ist es freigestellt, eine höhere Invaliden-Kinderrente zu versichern.
Bei Arbeitsunfähigkeit ab einer Wartefrist von 3 Monaten sind keine Beiträge mehr zu bezahlen. Der Vorsorgeschutz bleibt erhalten.
Stirbt eine versicherte Person, so hat der überlebende Ehegatte im Minimum Anspruch auf eine Ehegattenrente in der Höhe von 60 Prozent der gesetzlichen Invaliden- oder Altersrente. Der geschiedene Ehegatte ist unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls anspruchsberechtigt. Der Arbeitgeber kann höhere Renten versichern.
Eine Waisenrente wird in der Regel fällig, wenn eine versicherte Person stirbt und Kinder hinterlässt, die jünger als 18 sind. Wenn die Kinder noch in Ausbildung sind, erhöht sich das mögliche Bezugsalter für eine Waisenrente auf 25 Jahre. Der minimale Anspruch liegt bei 20 Prozent der gesetzlichen Invaliden- oder Altersrente pro Kind. Der Arbeitgeber kann höhere Leistungen versichern.
Ein Todesfallkapital wird fällig, wenn keine Ehegatten- oder Partnerrente ausbezahlt werden muss oder ein zusätzliches Todesfallkapital versichert wird.
Der Gesamtbeitrag setzt sich aus den Beiträgen für die Altersgutschriften, den Kosten für die Risiken Invalidität und Tod sowie einem Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Im Verwaltungskostenbeitrag sind die Beiträge an den Sicherheitsfonds BVG und jene zur Anpassung der gesetzlichen Hinterlassenen- und Invalidenrenten an die Teuerung enthalten. Die Beiträge des Arbeitgebers müssen mindestens gleich hoch sein wie die Aufwendungen aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zusammen.
Die vorliegenden, standardisierten Vorsorgepläne geben Ihnen einen Überblick über die vielfältigen Vorsorgemöglichkeiten bei der Pensinvest. Selbstverständlich bieten wir Ihnen auch massgeschneiderte, auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmte Vorsorgelösungen an.
Jedes Jahr erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber Ihren persönlichen Vorsorgeausweis. Dieser enthält wichtige Informationen über Ihre persönliche Absicherung bei Erreichen des Pensionsalters und im Falle von Invalidität und Tod. Nutzen Sie unsere Erläuterungen, um mehr über Ihre persönliche Vorsorgesituation zu erfahren.Vorsorgeausweis (PDF)