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Der in Mittel- und Südamerika heimische Nasenbär – in Brasilien bekannt als ”Quatí” – ist ein Tier, das zur Ordnung der Fleischfresser (Carnivora) gehört, zu der auch eine große und vielfältige Gruppe von Wirbeltier-Raubtieren in terrestrischen Ökosystemen zählen, wie der Wickelbär (Potos flavus), der Waschbär (Procyon cancrivorus) und der Makibär (Bassaricyon beddardi).
Diese Tiere zeichnen sich durch ihre geringe Größe aus und sind in verschiedenen Lebensräumen zu finden. Unter den vier oben genannten Arten ist der Nasenbär derjenige mit der größten territorialen Verbreitung in Brasilien.
Typische Merkmale der Nasenbären sind die kleinen, abgerundeten Ohren, der dreieckige Kopf, die spitz zulaufende und recht bewegliche Schnauze, die Vordergliedmaßen, die kürzer sind als die Hintergliedmaßen und der lange Schwanz, der von mehreren dunklen Ringen verziert wird. Er hat ein dichtes, langes Fell, das von orange bis dunkelbraun variiert.
Seine Größe beträgt zwischen 40 bis 65 cm Länge bei den ausgewachsenen Exemplaren, wobei diese 30,5 cm Höhe erreichen können. Ihr Körpergewicht kann bis zu 10 kg betragen.
Quatis haben ein großes Verbreitungsgebiet in Südamerika, das vom südlichen Kolumbien bis zum südlichen Paraguay reicht und auch den Norden Argentiniens einbegreift. Sie sind fast im gesamten brasilianischen Territorium zu finden, mit Ausnahme einiger Regionen in Rio Grande do Sul.
Aufgrund ihrer weiten geografischen Verbreitung in natürlich erhaltenen Lebensräumen wird die Art von der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als wenig gefährdet eingestuft.
Quatis sind tagaktiv (Weibchen und Jungtiere) und nachtaktiv (Männchen) und Allesfresser, wobei der Großteil ihrer Nahrung aus Früchten besteht. Allerdings benötigt diese Art auch eine Quelle für tierisches Eiweiß, das üblicherweise durch die Aufnahme von Arthropoden und sogar kleinen Wirbeltieren aufgenommen wird. Sie sind ausgezeichnete Graber, da sie bewegliche Hände haben, die ihnen diese Fähigkeit ermöglichen.
Die Art kommt in jeder Art von tropischer Waldvegetation vor und lebt meist in Gruppen von etwa zwanzig Tieren. Was ihre soziale Organisation betrifft, so werden Nasenbären möglicherweise durch Saisonalität, Habitatnutzung und Ernährung beeinflusst.
Die Männchen bleiben in der Herde, bis sie zwei oder drei Jahre alt sind, dann werden sie von den Weibchen vertrieben. So bestehen Schwärme hauptsächlich aus erwachsenen Weibchen, jungen Männchen und Weibchen und den wenige Wochen alten Jungtieren. Einmal im Jahr, während der Fortpflanzungszeit, werden die erwachsenen Männchen zur Kopulation in die Herde aufgenommen und bald darauf wieder ausgestoßen. Aus diesem Grund kann man hin und wieder einen Quati allein, ohne Rudel, beobachten:
Dieses Tier ist ein mit Sicherheit einzelnes erwachsenes Männchen. Trächtige Weibchen entfernen sich am Ende der Trächtigkeit, genauer gesagt Ende Oktober und Anfang November, von den Gruppen und ziehen ihren Nachwuchs in Baumnestern auf. Die Nestlinge, wenn sie einen Monat alt sind, verlassen das Nest und schließen sich der Gruppe an.
Die ökologische Bedeutung der Nasenbären kann auf ihre Fähigkeit zurückgeführt werden, als Samenverbreiter zu fungieren, da in ihrem Kot die Samen von Früchten intakt ausgeschieden werden und sie so zur Erhaltung der Vegetation beitragen.
Der Quati gilt als synanthropes Tier, d.h. er lebt gerne in menschlichen Behausungen und domestischen Bereichen und nutzt dort Schutz, Nahrung und Wasser. In Schutzgebieten wie Parks werden die Tiere möglicherweise durch Essensreste angelockt, die von Besuchern zurückgelassen werden. Ihre Nähe zu Menschen und Haustieren kann aufgrund ihrer Rolle als Reservoir einiger zoonotischer Krankheitserreger, wie z. B. jenen, die Leptospirose und Trypanosomiasis (Tropenerkrankungen) verursachen, ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen.
Zu den Bedrohungen für die Nasenbären gehören in erster Linie: der Verlust ihres Habitats durch das Eindringen des Menschen in ihren natürlichen Lebensraum, von Autos bei Straßenüberquerungen überfahren zu werden, die illegal Jagd und Krankheiten, die durch den Kontakt mit Haustieren übertragen werden. Der abrupte Rückgang der Art in geschützten Gebieten kann durch Situationen der Subpopulation(Bevölkerungsgruppe) entstehen – ebenfalls eine erhebliche Bedrohung für diese Tierart.
Die Nähe der Quatis zu menschlichen Siedlungen und Haustieren ist auf die Verringerung ihres natürlichen Lebensraums infolge der städtischen, landwirtschaftlichen und industriellen Expansion zurückzuführen, verbunden mit der großen Anpassungsfähigkeit der Tiere. Es gibt keine speziellen Schutzprogramme für Quatis, da sie als wenig gefährdete Tiere gelten, aber die Wiederherstellung ihres Lebensraums und die Erhaltung natürlicher Gebiete sind wichtige Maßnahmen, die es diesen Tieren ermöglichen, auf natürliche Weise zu leben, ohne Risiken für die menschliche Gesundheit.
Kuriositäten:
Diese Art bildet Gruppen von Weibchen und Jungtieren, die täglich ihr Territorium auf der Suche nach Nahrung durchstreifen, sowohl am Boden als auch in den Baumkronen, und sich durch bestimmte Laute und Schwanzsignale verständigen. Erwachsene Männchen sind in der Regel Einzelgänger. Weltweit sind zwei Quati-Arten bekannt, “Nasua nasua”, die in Südamerika vorkommen, und die Weißgesichtsquatis (Nasua narica) im Süden der Vereinigten Staaten und in Mittelamerika.