Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03438.jsonl.gz/1767

Der Solvenztest prüft, ob die Versicherer genügend Reserven haben. Der Test wird zu Beginn jedes Jahres ausgefüllt. Er berücksichtigt die Risiken, denen die Kasse bis Ende Jahr ausgesetzt ist. Der Test gilt als erfüllt, wenn die vorhandenen Reserven über der Mindesthöhe liegen.
Der KVG-Solvenztest ermittelt, wie gross die Risiken der Krankenversicherer sind. Er beurteilt, in welchem Ausmass die Versicherer in der Lage sind, diese Risiken zu tragen. Der Test stellt die Anforderungen an die Mindesthöhe der Reserven so, dass ein Krankenversicherer am Ende des Jahres selbst dann noch seinen finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann, wenn das Jahr für ihn ausserordentlich schlecht ausgefallen ist. Ein solches ausserordentliches Jahr ist definiert als ein Jahr, wie es ein Versicherer durchschnittlich alle hundert Jahre erleben sollte. Anders gesagt: Die Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe ist im KVG-Solvenztest auf 1 Prozent festgelegt. Mit den geforderten Reserven (Mindesthöhe) sollte der Krankenversicherer den durchschnittlichen Verlust eines solchen ausserordentlichen Jahres gerade noch verkraften können.
Risiken der Krankenversicherer
Der KVG-Solvenztest wurde vom Swiss Solvency Test (SST) abgeleitet, welcher der Finanzmarktaufsicht (FINMA) zur Beurteilung der Solvenz der Privatversicherer dient. Wie der SST berücksichtigt er folgende Risiken:
- Das Marktrisiko umfasst die Gefahren an den Finanzmärkten, zum Beispiel das Risiko, dass die Aktienkurse fallen.
- Das Kreditrisiko beurteilt das Risiko, dass ein Schuldner seine Schulden nicht mehr bedienen kann.
- Das Versicherungsrisiko betrifft die Risiken im Versicherungsgeschäft: Der KVG-Solvenztest trägt den Besonderheiten der sozialen Krankenversicherung Rechnung. Dazu zählt der Risikoausgleich zwischen den Krankenkassen, denn die exakte Höhe der Abgaben und Beiträge wird erst nachträglich festgelegt. Ein weiteres Risiko ist damit verbunden, dass die Versicherten die Kasse jährlich wechseln können. Für den neuen Versicherer ist es nicht einfach, die Höhe der Kosten, die diese Zugänge verursachen, zu schätzen.
Im Rahmen des Solvenztests werden auch Szenarien ausgewertet. Die Szenarien beschreiben besondere Situationen, beispielsweise eine Pandemie. Im Solvenztest wird untersucht, welche Auswirkungen solche Szenarien auf das Ergebnis einer Kasse hat.
Einzureichende Unterlagen und weitere Hilfsmittel
Alle Krankenversicherer haben jährlich ein Excel-Formular auszufüllen, das deren Risiken quantifiziert und die vorhandenen Reserven detailliert erfasst. Das aktuelle Template für den KVG-Solvenztest sowie das Formular zur Ermittlung der Standardabweichung des Risikoausgleichs werden jeweils anfangs Februar unter Downloads zur Verfügung gestellt. Das Formular für den KVG-Solvenztest ist zusammen mit dem Bericht bis am 30. April einzu-reichen. Unter Downloads stehen auch eine Vorlage für den Bericht, eine Wegleitung inkl. technischem Anhang sowie FAQs zur Verfügung.
Ergebnisse des Solvenztests
Die Resultate der eingereichten KVG-Solvenztests werden jeweils im Herbst publiziert.
Dokumente
- Template für den KVG-Solvenztest (2019) (XLS, 1 MB, 05.02.2019)
- Template Risikoausgleich für den KVG-Solvenztest (2019) (XLS, 13 MB, 19.03.2019)
- Bericht zum KVG-Solvenztest (2019) (DOC, 60 kB, 05.02.2019)
- Wegleitung KVG-Solvenztest (2019) (PDF, 939 kB, 04.02.2019)
- Technischer Anhang zum KVG-Solvenztest: Versicherungsrisiko (PDF, 695 kB, 06.02.2018)
- Ergebnisse (Solvenzquoten) des Solvenztests 2018 (PDF, 219 kB, 24.09.2018)
- Faktenblatt Reserven in der OKP (PDF, 158 kB, 10.04.2019)
Gesetze
Letzte Änderung 04.02.2019