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Ortseinleitung Altwis
Die Gemeinde Altwis liegt im Seetal zwischen Baldegger- und Hallwilersee, am westlichen Fuss des Lindenberges. Die Gemeinde grenzt im Osten und Süden an Hitzkirch und Ermensee, gegen Westen und Norden an Mosen und Aesch.
Bis in die frühe Neuzeit prägten der Ackerbau und auch der Weinbau die dörfliche Wirtschaft, später zusehends die Mich- und Viehwirtschaft sowie der Obstbau. Auch heute ist die Gemeinde noch stark landwirtschaftlich ausgerichtet. In 17 Landwirtschaftsbetrieben arbeiteten 2008 noch rund ein Drittel der Erwerbstätigen, im industriell-gewerblichen Sektor waren gleichzeitig nur gerade 12% der Beschäftigten tätig, während 55% im 3. Sektor tätig waren. Die Kleingemeinde Altwis verzeichnete vor allem im ausgehenden 20. Jahrhundert ein stärkeres Bevölkerungswachstum, entsprechend war in den letzten Jahrzehnten eine kontinuierliche Wohnbautätigkeit vor allem im Bereich von Einfamilienhäusern zu beobachten.
Die Siedlung entwickelte sich hauptsächlich entlang des ins frühe Mittelalter zurückreichenden überregionalen Verkehrswegs von Luzern durchs Seetal in den Raum Brugg. In den 1830er Jahren wurde die alte Landstrasse durch die neue Kunststrasse überformt. Bis heute prägt die Durchgangsstrasse das innere Siedlungsbild der Gemeinde. Ein feines Wegnetz bildet östlich und westlich der Kantonsstrasse das Erschliessungssystem des kleinmasstäblichen Ortskerns zwischen dem Haus "Breite" im Norden und dem Bauernhaus an der Alten Landstrasse 2 im Süden. Charakteristisch ist die lockere Bebauung mit frei angeordneten Bauernhäusern und grosszügigen Zwischenzonen. Entlang der Hauptstrasse dominieren mehrere grossvolumige historische Bauten den Strassenraum, u.a. das Wohnhaus des Rütlilieddichters Johann Georg Krauer, das repräsentative Bauernhaus an der Hauptstrasse 17 oder das Gasthaus Rössli. Der älteste Dorfteil befindet sich östlich der Durchgangsstrasse am Hangfuss des Lindenbergs, mit dem Haus Schulhausstrasse 6, dem wohl ältesten erhaltenen Bauernhaus der Gemeinde. Von der bäuerlich-ländlichen Hauslandschaft hat sich jedoch nur wenig historische Bausubstanz erhalten. Viele Bauernhäuser sind durch jüngere Umbauten stark überformt oder durch Neubauten ersetzt worden. Aufgrund des geringen Bestandes lässt sich kein charakteristischer Haustypus feststellen. Es gibt sowohl Vielzweckbauten, die Wohnteil und Ökonomietrakt unter demselben First vereinen, wie das Haus Schulhausstrasse 6, aber auch Bauernhäuser mit einem Ökonomietrakt quer zur Firstrichtung, wie das Haus an der Alten Landstrasse 2. Aus bautypologischer Sicht besonders erwähnenswert ist das Bauernhaus an der Hauptstrasse 17, ein repräsentativer stattlicher Bau mit Putzfassade und barockisierenden Stichbogenfenstern.
Neben den Bauernhäusern haben sich im Dorfkern auch einige bäuerliche Nebengebäude erhalten, die nicht nur Bauzeugen der ländlichen Produktions- und Lebensweise sind, sondern innerhalb der Bebauungsstruktur räumlich eine wichtige Stellung einnehmen und die innere Körnung massgeblich mitbestimmen, wie beispielsweise die beiden Waschhäuser an der Schulhausstrasse und an der Hauptstrasse. Von überregionaler kulturgeschichtlicher Bedeutung ist schliesslich das Alte Schulhaus, ein im Kanton Luzern selten erhaltener Vertreter der Schulbauten der ersten Generation.
An Sakralbauten sind neben der Andachtskapelle auch einige kleinere Wegheiligtümer wie Bildstöcke oder Wegkreuze zu erwähnen, besonders der grosse barocke Bildstock aus Muschelkalk im Rebacher. Ein Zeugnis des Kunststrassenbaus im 19. Jahrhundert ist schliesslich der Kilometerstein, einer von insgesamt 22 Kilometersteinen, die sich im Kanton Luzern erhalten haben.
(Auszug aus der Ortseinleitung des Bauinventars der Gemeinde Altwis, Mathias Steinmann, Mai 2012)