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– 04.05. 2020 –
Christophe Keckeis, ehemaliger Chef der Schweizer Armee, ist im Alter von 75 Jahren gestorben, wie aus einem Eintrag in den sozialen Medien seiner ehemaligen Militärpilotenkollegen hervorgeht. Der Neuenburger hatte die Armee von Januar 2004 bis Dezember 2007 befehligt. Christophe Keckeis war verheiratet und Vater zweier Töchter und eines Sohnes
Am 18. April 1945 wurde Christophe Keckeis in Neuenburg geboren. Nach der ordentlichen Ausbildung zum Militärpiloten trat er 1966 in das Überwachungsgeschwader ein und wurde 1968 Berufsmilitärpilot in der Fliegerstaffel 17. Keckeis flog unter anderem auf dem Mirage IIIS. 1976 schloss er sein Studium in Politikwissenschaften ab. Im Frühling 1977 überlebte er eine Flugunglück in der Nähe des Flugplatzs Payerne. Im selben Jahr begann die Ausbildung zum Generalstabsoffizier. Anschliessend wurde er zu Beginn der 1980er Jahren Kommandant eines Geschwaders. Im Grad eines Obersten übernahm er 1989 die Leitung des Luftverteidigungsregiments. In der Zeit von 1995 bis 1992 war Keckeis überdies als Evaluationspilot für ein neues Kampfflugzeug eingesetzt. 1991 übernahm er das Überwachungsgeschwader. Die Fliegerbrigade übernahm er 1993 nach der Beförderung zum Brigadier und kommandierte sie bis 1997. Darauf hin war Keckeis für zwei Jahre Chef des Stabes des Kommandanten Luftwaffe. In den letzten beiden Jahren der Armee 95 übte er als Divisionär die Funktion des Chefs Untergruppe Operationen der Luftwaffe und Stellvertreter des Kommandanten der Luftwaffe aus.
Mit der Armeereform Armee XXI wurde die Funktion des Chefs der Armee -CdA – im Grad eines Korpskommandanten geschaffen. Christophe Keckeis war 2004 der erste Inhaber diese Funktion. Davor wurde er 2002 vom Bundesrat mit Beförderung zum Korpskommandanten auf 2003 als Generalstabschef eingesetzt. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als CdA war die Umsetzung der Armee XXI, insbesondere die drastische Verkleinerung der Bestände. Am 31. Dezember 2007 übergab er sein Kommando seinem Nachfolger Roland Näf. Danach trat Christophe Keckeis in den Ruhestand.
Damit war sein Tun zu Gunsten unserer Armee und Gesellschaft auf keinen Fall beendet. 2008 war Keckeis Präsident des Genfer Zentrums für die demokratische Kontrolle der Streitkräfte (Geneva Centre for the Democratic Control of Armed Forces, DCAF). Von 2008 bis 2011 war er im International Advisory Board of the Center of Security, Economics and Technology der Universität St Gallen. Im 2009 war er Militärischer Experte in der Independent International Fact-Finding Mission on the Conflict in Georgia (IIFFMCG). Ab 2009 war er Stiftungsrat des Musée de l’aviation militaire de Payerne. Bis 2012 war er Fluglehrer CPL (A) im Club Neuchâtelois d’Aviation. Er kumulierte mehr als 5’380 Flugstunden.
Persönlich durfte ich Pilo, wie er auch genannt wurde, 2013 im Rahmen der Vorbereitung der 100-Jahre-Jubiläumsfeier der Luftwaffe «Air 14» kennenlernen. Das geschichtliche Andenken an unsere Luftwaffe war ihm stets ein Anliegen. Dies bezeugen seine Tätigkeit im Rahmen der «Air 14» wie auch sein Einsitz im Stiftungsrates des Museums Clin d’Ailes in Payerne. Er wurde als Leiter des Unterprojekts «Cent Ans» von der Projektleitung eingesetzt. Als Vertreter des VFL und unseres Flieger Flab Museums in Dübendorf durfte ich im Projekt «Cent Ans» mitwirken. Zielsetzung dieses Unterprojekts war es in einer Flugzeughalle auf dem Flugplatz Payerns mittels zeitgenössischer Ausrüstung und Bildern die bewegte Geschichte der Luftwaffe von 1914 bis 2014 aufzuzeigen. Ich war damals 36 Jahre alt und hatte im Grad eines Hauptmans die Funktion eines Radaroffiziers im Stab einer M Flab Abt inne. Der erste Auftritt von Pilo in seiner Funktion als Leiter dieses Unterprojekts werde ich nie vergessen. Mit wenigen klaren und prägnanten Worten machte er klar was von uns erwartet wurde. Hier durfte ich einen durch und durch gewachsenen Chef erleben, der sich wo nötig durchsetzte. Effizienz und das Handeln im Sinne des Auftrages war ihm wichtig. Er führte uns mit Erfolg zum Ziel. Es war für mich immer faszinierend, wenn Pilo in einer Arbietspausen aus seinem bewegten Leben erzählte. Insbesondere seine Erfahrungen als Miragepilot haben mich sehr beeindruckt. Pilo war nicht nur einfach Chef er war auch ein Kamerad, der sich stets zum Wohle der Armee und seinen Soldaten einsetzte.
So möchte ich Ihn – Pilo den Piloten – in Erinnerung halten.
Beat Benz, 2. Mai 2020