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außerordentlich fruchtbar ist und im obern und mittlern Teil vorwiegend Ackerland, im untern dagegen größtenteils vortreffliche
Wiesen umschließt (vgl. Christiani, Das Oderbruch, 2. Aufl., Freienw. 1872; Hilliges, Der Oderbruch, Wriezen 1874). In dem nördlichen
Teil desselben machte ehemals die Oder eine große Krümmung, die aber durch den 1747-53 angelegten Oderkanal
oder die Neue Oder beseitigt ward, indem dadurch nach und nach der Alten Oder das Wasser gänzlich entzogen wurde, so daß diese 1832 bei
Güstebiese vollständig abgedämmt werden konnte.
Das Flußgebiet der Oder umfaßt 112,000 qkm (2034 QM.), wird durch die Sudeten vom Donau- und Elbegebiet
getrennt und in das obere, mittlere und untere geteilt. Ihr Lauf beträgt 905 km, wovon 769 km schiffbar. Die Nebenflüsse
der Oder sind rechts: außer den schon genannten Flüssen Ostrawiza und Olsa die Ruda, Birawka, Klodnitz, Malapane, Brinitze, Stober,
Weida, Bartsch, die Warthe (der bedeutendste Nebenfluß, mit der Netze), die Miezel, Schlibbe, Rörike, Thue,
Plöne und Ihna;
Der Strom wird auf
seinem Lauf zuerst bei seinem Eintritt in das preußische Gebiet auf beiden Ufern von sanften Höhen begleitet, die meist
sehr waldig sind. Auf seinem übrigen Laufe fließt er größernteils zwischen flachen, zum Teil sumpfigen
Ufern, und nur stellenweise
treten Höhen an ihn heran, wie z. B. in der Gegend von Krappitz, wo sich der Annaberg
[* 25] erhebt, bei Krossen, wo einige mit Wein
bebaute Hügel sich dem Ufer nahen, weiter unten, wo zahlreiche Sandhügelreihen den Strom bis Frankfurt
begleiten, und endlich zwischen Hohensathen und Stettin im Durchbruch durch den uralisch-badischen Landrücken.
Die Tiefe der Oder ist im ganzen gering und beträgt bei niedrigem Wasserstand oberhalb Glogau nur 0,9, von Glogau bis Schwedt 1 m,
die Breite bei Ratibor über 30, bei Oppeln 78, bei Brieg 132, bei Breslau 176 und im Oderbruch 250 m. Das
Gefälle des Stroms ist bedeutend, besonders in Schlesien, wo es oberhalb Brieg auf 10 km mehr als 4, unterhalb bis zur brandenburgischen
Grenze 3-4 m beträgt; bei Schwedt liegt der Wasserspiegel der Oder nur noch 0,2 m ü. M.
Das starke Gefälle und der Umstand, daß dem Strome mehrere reißende Gebirgsflüsse zufließen, welche ihm beim Abgang des
Schnees im Gebirge oder bei starkem Regen bedeutende Wassermassen öfters plötzlich zuführen und dadurch große Anschwellungen
und gefährliche Überschwemmungen veranlassen, bewirken, daß derselbe nur mit bedeutendem Kostenaufwand als ein schiffbarer
Hauptstrom erhalten werden kann; trotzdem ruht im Hochsommer die Schiffahrt wegen Wassermangels oft eine
Zeitlang.
Die Regulierung der Oder von der Neißemündung bis Kosel ist mit einem Kostenaufwand von über 23 Mill. Mk. beschlossen. Unterhalb
Breslau ist die Arbeit seit 1886 beendet. Auch unterhalb Küstrin werden ähnliche Verbesserungen ausgeführt und so
die Schiffahrt auf dem ganzen Strom bedeutend gebessert. Die Fischerei
[* 26] ist an der Oder bedeutend, namentlich in der Gegend von
Stettin. Von Stettin hinab kann der Strom von Seeschiffen befahren werden. Der Haupthafen desselben, der zugleich der Handelshafen
für Stettin ist, befindet sich bei Swinemünde auf der InselUsedom.