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Erste Ergebnisse aus einem Citizen Science Projekt rund um die eingeschleppte Asiatische Mörtelbiene (Megachile sculpturalis).
Die Asiatische Mörtelbiene ist die erste eingeschleppte Wildbiene Europas. Ursprünglich aus Ost-Asien, wurde sie 2008 zum ersten Mal in Südfrankreich gefunden und breitet sich seitdem über den Kontinent aus. Höchstwahrscheinlich kam die Wildbiene als blinder Passagier in Handelsgütern aus Holz auf dem Seeweg von Asien nach Europa, wo sie noch in ihrer Heimat ein oder sogar mehrere Nester anlegte. In Südfrankreich passten die Umweltbedingungen und aus den Nestern schlüpften Männchen und Weibchen der Asiatischen Mörtelbiene.
Neben Frankreich als vermutlichem Ankunftsort, gab es in der Vergangenheit auch in der Schweiz und in Österreich vereinzelte Beobachtungen. Um die effektive Verbreitung in den Alpenländern aufzudecken, wurde im Jahr 2018 von der Entomologin Julia Lanner ein internationales Citizen Science Projekt ins Leben gerufen. Dabei wurde die Bevölkerung aufgerufen, der Projektleitung Fotos von Beobachtungen der Asiatischen Mörtelbiene zu schicken. Interessierte nahmen so aktiv an einem Forschungsprojekt teil. Die Asiatische Mörtelbiene eignet sich besonders gut für Citizen Science Projekte, denn durch ihr charismatisches Aussehen und ihre Grösse ist diese Wildbiene auch für Laien relativ leicht von allen anderen heimischen Bienen unterscheidbar.
Das Vorhaben war sehr erfolgreich, denn nach nur zwei Jahren zählte das Projekt Asiatische Mörtelbiene 111 neue Fundorte der Biene. Seit 2016 wurde die Asiatische Mörtelbiene in 67 verschiedenen Orten in der Schweiz und einmal in Liechtenstein gefunden. Die Wildbiene hat die Schweiz in den Tieflagen und entlang der grossen Täler des Rheins und der Rhone besiedelt, fühlt sich aber offenbar in den höheren Lagen der Alpen und des Juras nicht wohl. In Österreich wurde sie erst einige Jahre später am häufigsten an der westlichen Staatsgrenze in Vorarlberg gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass sich Österreich im Vergleich zur Schweiz in einem frühen Invasionsstadium befindet.
Rasante Ausbreitung der Asiatischen Mörtelbiene
Das Forscherteam unter der Projektleitung von Julia Lanner konnte anhand der ermittelten Daten feststellen, dass die Ausbreitung der Asiatischen Mörtelbiene in den drei Alpenländern ausserordentlich rasch vonstatten geht. Auffällig dabei war, dass grosse Distanzen zwischen den Fundorten lagen und Hauptverkehrsachsen die Orte verband. Aus diesem Grund können die Forscher nicht ausschliessen, dass der Mensch weiter zur Verbreitung der Wildbiene innerhalb von Europa beiträgt.
Nun könnte man annehmen, dass eine zusätzliche Wildbiene doch höchst willkommen ist in Zeiten des Insektensterbe Biodiversitätskrise. Jedoch sind eingeschleppte Arten, Neobiota genannt, nicht immer ganz unproblematisch. Invasive Wildbienen können mögliche Probleme verursachen, indem sie Krankheitserreger mitbringen und in ihrer neuen Heimat verbreiten, oder als Bestäuber die einheimische Flora verändern. Aber auch eine Konkurrenz zwischen den eingeschleppten und heimischen Bienen erscheint möglich basierend auf den Ergebnissen dieser und einer französischen Studie. Um die zukünftige Verbreitung, dessen Ursache und die Konsequenzen weiterhin erforschen zu können, wird das Projekt Asiatische Mörtelbiene weitergeführt.
Weitere Meldungen willkommen
Meldungen über die Asiatische Mörtelbiene werden mit Foto oder Video und Fundort (Adresse oder Koordinaten) unter folgender E-mail Adresse oder via Instagram gerne entgegengenommen:
Weitere Informationen: Publikation Lanner et al, PLoS ONE, 2020: Dispersal patterns of an introduced wild bee, Megachile sculpturalis Smith, 1853 (Hymenoptera: Megachilidae) in European alpine countries Beitrag zur Asiatischen Mörtelbiene im Jahre 2019
Beitragsbild: (c) Bila Dubiac, Oommen