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Misophonie – Hyperakusis – Hypervigilanz - Phonophobie,
sind noch recht unbekannte Belastungsstörungen, deren Symptome noch viel zu selten ernst genommen werden. Betroffene fühlen sich oft unverstanden
und allein gelassen, ja meist stellen sie selbst nach einem langen Leidensweg ihre eigene Diagnose.
Die Grenzen von Misophonie – Hyperakusis – Hypervigilanz – Phonophobie - sind oft verschwommen und häufiger scheint es auch eine Mischung der einzelnen Krankheitsbilder bei den Betroffenen zu geben. Hier eine grobe Unterscheidung:
Misophonie,
äussert sich durch eine starke Intoleranz gegenüber bestimmten Geräuschen, die beim Betroffenen Wut und Hass auslösen. Der Betroffene fühlt sich vollkommen den Geräuschen, aber auch bestimmten visuellen Triggern(Auslöser) ausgesetzt und ist nicht mehr in der Lage, das eigene Verhalten zu steuern. Misophonie ist von der Lautstärke des auslösenden Triggers völlig unabhängig. Die jeweiligen Trigger sind vorwiegend an bestimmte Personen geknüpft.
Meist startet es in der Herkunftsfamilie mit einem Familienmitglied. Später kann es sich auch auf andere Personen ausweiten. Eher selten dreht es sich um das Geräusch selber, losgelöst von Personen. Erste Symptome zeigen sich vorwiegend in der Kindheit und jugendlichem Alter, eher selten erst bei Erwachsenen. Betroffene versuchen ihren Triggern zu entfliehen, zeigen starkes Vermeidungsverhalten und ziehen sich im Verlaufe der Misophonie immer weiter aus dem gesellschaftlichen Leben zurück.
Hyperakusis,
ist eine starke Überempfindlichkeit bestimmter Geräusche. Betroffene nehmen Geräusche bereits dann wahr, wenn jeder Andere diese nicht einmal hört. Hyperakusis kann medizinisch diagnostiziert werden und ist häufig mit einer Schädigung im Innenohr verbunden. Der Schallpegel kann vom Ohr nicht mehr richtig gesteuert werden, sodass selbst leiseste Geräusche als schmerzhalft empfunden werden.
Bei Hyperakusis sind die auslösenden Geräusche nicht an bestimmte Personen geknüpft, sondern das Geräusch selber ist belastend.
Bei Misophonie starten die Trigger i.d.R. mit einer Person, vorwiegend in der Ursprungsfamilie. Im Verlauf weiten sie sich auf andere Personen aus, sind aber vorwiegend immer an Personen als Auslöser geknüpft.
Hyperakusis tritt häufig in Verbindung mit anderen Krankheiten auf, z.B. Tinnitus, Borrelieninfektion, PTS, Depressionen usw. Bei ersten Anzeichen empfiehlt es sich ein s.g. Unbehaglichkeitsschwellen-Diagramm beim Ohrenarzt zu erstellen.
Phonophobie,
bezeichnet die Angst vor dem Auftreten bestimmter Geräusche. Es ist in den Bereich der Angststörungen einzuordnen und kann ent-sprechend behandelt werden. Plötzlich auftretende Geräusche lösen bei Betroffenen Angstzustände aus und manifestieren sich durch entsprechendes Vermeidungsverhalten. Nicht das Geräusch selber, sondern dass ein Geräusch auftreten könnte, löst bereits die Angst
aus.
Sieht ein Betroffener z.B. dass ein Luftballon aufgeblasen wird, treten bereits angstbesetzte Symptome auf, dass der Ballon platzen
könnte. Symptome von Phonophobie sind Herzrasen, erhöhter Pulsschlag, Schwindelgefühle, Schweissausbrüche, Panikattacken. Phonophobie ist nicht vordergründig an auslösende Personen geknüpft, sondern es handelt sich um Angst, dass ein Geräusch entstehen könnte.
Hypervigilanz,
ist die erhöhte Wachsamkeit und geht einher mit der besonderen Fokussierung auf einen Auslöser. Tritt diese Fokussierung auf, ist der Betroffene kaum noch in der Lage, seine Aufmerksamkeit auf einen anderen seiner 5 Sinne zu richten. Hypervigilanz geht meist mit einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer Zwangsstörung einher. Es ist zu beobachten, dass Hypervigilanz häufig mit Schlafentzug, Halluzinationen, Drogenkonsum oder Bewusstseinsstörungen einhergeht.
Misophonie-Therapie kann Ihnen also helfen, wenn Sie tatsächlich Misophoniker sind.