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HPV-Infektion
Impfstoffe gegen verschiedene HPV-Typen
Zur Zeit sind auf dem Markt zwei HPV-Impfstoffe erhältlich. Einer davon ist Gardasil®, der von Merck hergestellt wird und bereits zugelassen ist. Es handelt sich um einen tetravalenten Impfstoff, der speziell gegen die HPV-Stämme 16 und 18 – die zusammen für ca. 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind – und gegen HPV 6 und 11 gerichtet ist, die ca. 90% der Genitalwarzen hervorrufen. Der andere Impfstoff (Cervarix®) wird von GlaxoSmithKline hergestellt. Es handelt sich um einen bivalenten Impfstoff, der sich primär gegen HPV16 und 18 richtet. Es liegen jedoch Hinweise dafür vor, dass er zudem einen gewissen Schutz gegen die HPV-Stämme 31 und 45 bieten kann. Seine Zulassung steht unmittelbar bevor.
Sicher und effektiv
Die Impfstoffe scheinen sicher und sehr effektiv zu sein. Sie wurden an rund 25’000 Mädchen und Frauen zwischen 9 und 26 Jahren getestet. Die Impfung bietet einen nahezu 100-prozentigen Schutz gegen Krebsvorstufen der Zervix, Vulva und Vagina im Zusammenhang mit Neuinfektionen durch HPV-Typen, gegen die der Impfstoff gerichtet war. Der Schutz ist aber nur so hoch, wenn vor der Impfung keine HPV-Infektion erfolgt. „Der optimale Zeitpunkt für die Impfung liegt deshalb vor der sexuellen Aktivität“, sagte Prof. Lowy.
Der tetravalente Impfstoff hat ebenfalls einen hohen Schutz vor Entstehung von Warzen durch HPV-Stämme erzielt, gegen die er gerichtet ist. Es wurde nur über leichte Nebenwirkungen berichtet.
Vorsorge und Früherkennung weiterhin wichtig
Die Impfung bedeutet zwar einen grossen Fortschritt im Kampf gegen das Zervixkarzinom; sie ersetzt jedoch die Früherkennung nicht (regelmässige Abstrich-Untersuchungen oder Tests auf HPV-DNS).
Infektionen mit den beiden Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18 werden für ca. 70% aller Neuerkrankungen verantwortlich gemacht. Für die übrigen 30% sind Ansteckungen mit anderen HPV-Typen ausschlaggebend, von denen die meisten durch den Impfstoff nicht verhindert werden.
Noch keine einheitliche Regelung
In Europa wird der Impfstoff in einigen Ländern bereits von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt; eine einheitliche Regelung, um die auch auf politischer Ebene gerungen wird, steht jedoch noch aus. Grund hierfür sind zum Teil die hohen Kosten der Impfung, die z.B. in Deutschland mit 465 Euro, in den USA immerhin noch mit 360 Dollar zu Buche schlagen.
In den Entwicklungsländern (z.B. in Afrika und Asien), in denen 80% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs registriert werden, ist wegen des hohen Preises in absehbarer Zeit nicht mit flächendeckenden Impfungen zu rechnen. Um die Krebsgefahr zu bannen, müssten hier rasch tragfähige Lösungen angestrebt werden.

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|20.06.2007 - dde|