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Sepsis ist eine schwere Erkrankung und eine häufige Todesursache. Krankheitserreger oder deren Toxine werden mit dem Blut im Organismus verbreitet und der Körperabwehr gelingt es nicht, die Ansiedlung von Erregern in Gewebe und Organen zu verhindern.
Der Begriff Sepsis umfasst drei Aspekte einer schweren Infektion.
Ausgehend von einem Sepsisherd gelangen die Erreger dauernd oder schubweise in die Blutbahn, werden so in andere Organe eingeschleppt, vermehren sich weiter und verursachen sekundäre Schädigungen. Die Bildung von derartigen „infektiösen Ablegern“ signalisiert ein Missverhältnis zwischen den Abwehrkräften des Körpers und den Mikroorganismen. Die infektiösen Ableger sind durchaus vergleichbar mit Metastasen und man verwendet daher auch den Begriff „septische Metastasen“.
Die Sterblichkeit ist auch in Industrieländern hoch, bis zu 40%, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, vom Lebensalter und von vorbestehenden Krankheiten. Der septische Schock verläuft in bis zu 70% tödlich.
Das Vorkommen von vermehrungsfähigen Bakterien im Blut. Bei ausreichender Abwehrlage werden in die Blutbahn eingedrungene Keime erkannt und zerstört. Eine vom Körper beherrschte Infektion unterscheidet sich wesentlich von einer Sepsis.
Unterdrückung der körpereigenen Abwehrreaktionen, die körpereigene Abwehr wird eingedämmt. Davon abgeleitet: immunsuppressiv, immunsupprimierend. Entsprechende Medikamente heissen Immunsuppressiva.
Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit zur Diagnose von Krankheiten, die das zentrale Nervensystem mit betreffen. Bei Verdacht auf Sepsis wird der Liquor auf Krankheitserreger, Entzündungszeichen usw. untersucht.
Erhebliche Funktionseinschränkung oder Versagen von zwei oder mehr lebenswichtigen Organen; kann zum Tod führen.
einzellige Organismen. Sie können als Parasiten in Menschen leben, sich vermehren und Krankheiten auslösen. Beispiele für Protozoen: Trichomonaden, Toxoplasmen, Amöben.
Widerstandsfähigkeit eines Krankheitserregers gegenüber Medikamenten, Umwelteinflüssen, chemischen Substanzen oder Flüssigkeiten. Adjektiv: resistent.
Das altgriechische Wort σήψις (sepsis) entspricht dem deutschen Fäulnis, Verwesen. In der Medizin hat es eine abgewandelte und erweiterte Bedeutung erlangt, s. Einleitung oben.
Ort der ursprünglichen Infektion, der zur Quelle der Aussaat von Krankheitserregern wird.
Giftige Substanz, die von Krankheitserregern, Pflanzen oder Tieren gebildet wird. Adjektiv: toxisch.
Wenn eine durch Viren oder Parasiten ausgelöste Infektion mit den Symptomen einer Sepsis einhergeht, wird mitunter der Begriff „Virämie“ bzw. „Parasitämie“ anstelle von Sepsis verwendet.
Ausgangspunkt ist eine lokalisierte Infektion (Sepsisherd), von der aus Bakterien, seltener Viren, Pilze oder Protozoen in die Blutbahn gestreut und in andere Organe und Gewebe verschleppt werden.
Potenzielle Sepsisherde sind:
Hohe Aggressivität (Virulenz) der Krankheitserreger und ebenso deren Resistenz gegenüber Antibiotika begünstigen das Auftreten einer Sepsis. Vergleichbares gilt für alle Vorgänge, welche die körpereigene Immunabwehr direkt oder indirekt schwächen wie:
Verschiedene Symptome können auf eine Sepsis hinweisen. Von den nachfolgend genannten müssen indessen nicht alle gleichzeitig vorhanden sein.
Organe und Organsysteme können bei einem bedrohlichen Verlauf durch Krankheitserreger, ihre Toxine (Giftstoffe) oder durch Eiterbildung geschädigt werden. Es entstehen spezifische Komplikationen:
Ärztliche Behandlung ist unerlässlich. Entscheidend für den Therapieerfolg ist eine frühe Diagnose, doch das Erkennen des infektiösen Primärherds gestaltet sich nicht immer einfach.
Sie ergibt sich aufgrund der Symptome und wird gesichert durch Labortests sowie mikrobiologische Blutuntersuchungen auf Bakterien, Viren, andere Krankheitserreger. Fallweise erfolgen Analysen von Urin, Auswurf, Stuhl.
Dem Nachweis von Sepsisherden dienen verschiedene bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanz-Tomographie (MRI), Computer-Tomographie (CT), im Weiteren spezielle Untersuchungen wie Augenhintergrundspiegelung und Lumbal- bzw. Liquorpunktion (Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit zur Untersuchung).
Die Behandlung erfolgt im Spital. Septischer Schock und Multiorganversagen erfordern die kontinuierliche Überwachung auf einer Intensivstation.