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Lieber Freund!
Von meinen Kollegen weiß keiner gleich wie auch ich nicht etwas Thatsächliches über Th., das ihn zu kompromittiren geeignet wäre. Die Herren Adam & Vischer haben nur in gewissen Kreisen dahier, in Frankfurt & in Wien vernommen, daß derselbe mit Personen & in Geschäften verbunden sei, welche eine unbescholtene Haltung zweifelhaft erscheinen lassen. Auch lebe er in Wien auf einem Fusse, welcher ebenfalls Zweifel über die Quelle seines Vermögens zu erweken geeignet sei.
Herr Adam äusserte mir im | Besonderen, daß Herr Friedlin von hier, gewesener Beamter der C.B., nunmehriger Direktor der Kalenbergbahn bei Pesth im Falle sein dürfte, über die Gründer dieser Unternehmung, mit denen Herr Th. ebenfalls verbunden gewesen sei, Angaben zu machen, welche dieselben bloszustellen geeignet sein könnten. Herr Friedlin habe eine solche Aeusserung gethan, als er wegen Uebernahme der Direktion der Arther Rigibahn in der Schweiz | gewesen sei. Seither hat derselbe freilich sich durch Aufbesserung seines Gehalts bestimmen lassen, in Pesth zu bleiben & wird er in dieser Stellung eher zu daherigem Schweigen, als zu Eröffnungen sich veranlaßt sehen.
Mehr kann ich Dir nicht mittheilen & theile ich im Uebrigen die von Herrn Sulger geäusserte Ansicht, daß wenn die Gottharddirektion einen neuen Oberingenieur dem | Verwaltungsrath vorzuschlagen sich veranlaßt sehe, es wohl Niemanden einfallen werde, Herrn Th. zur Sprache zu bringen.
Von Herzen wünschend, daß es Dir gelinge, den rechten Mann für die grosse Aufgabe zu finden, grüsse ich Dich in alter freundschaftlicher Ergebenheit
Siegfried.
Basel
11 Merz
1875.