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Schiffshygieine,
die Gesundheitspflege auf Schiffen, ein Zweig der Hygieine der Verkehrsmittel, der mit dem Aufschwung der Schiffahrt und durch die Möglichkeit der Verschleppung von Seuchen durch den Schiffsverkehr große Bedeutung gewonnen hat. Da die Schiffe [* 2] für eine große Anzahl Menschen vorübergehend oder auf längere Zeit als Wohnungen dienen, so gelten die Forderungen, die vom gesundheitlichen Standpunkt an Bau und Einrichtungen von Wohnungen zu stellen sind, in gleicher Weise auch für die Schiffe. So verlangt man für Wohnräume auf Schiffen genügenden Rauminhalt (für Passagierschiffe mindestens 3 cbm pro Kopf), ausreichende Lüftungsanlagen, regulierbare Heizanlagen, entsprechende Beleuchtung [* 3] u. s. w. Eine besondere Sorgfalt ist auf die Abortanlagen, auf die Reinlichkeit der Wohn- und Schlafräume, auf die Einrichtung und den Betrieb der Schiffsküchen und auf die Versorgung mit gutem Trinkwasser zu verwenden.
Bei großen Passagierschiffen müssen Räume und Personal für Krankenpflege, ferner die Möglichkeit ärztlicher Hilfe vorgesehen sein. Zur Überwachung der sanitären Verhältnisse auf Schiffen, zur Beseitigung von Mißständen sind die Hafenbehörden zuständig, doch reichen zu Epidemiezeiten die Kräfte dieser oft nicht aus, so daß eigene Behörden für die Überwachung der Gesundheitspflege auf Schiffen in den größern Hafenorten stationiert werden müssen. Solcher Art ist z. B. der Conseil sanitaire maritime et quarantenaire zu Alexandria. Die sanitären Verhältnisse sind jedoch auf den meisten Schiffen, namentlich aber auf den Fahrzeugen der Binnenschiffahrt noch recht bedenklich.