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Copolymere sind chemische Verbindungen, die aus zwei oder mehreren verschiedenen Komponenten, sogenannten Monomeren zusammengesetzt sind. Typische Komponenten sind vorwiegend aus Erdöl gewonnene Stoffe wie Styrol oder Acrylnitril. In den letzten Jahren hat auch die Entwicklung von aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Copolymeren zugenommen.
Zu den bekannteren Copolymeren gehört Acrylnitril-Butadien-Styrol, das sogenannte ABS, das beispielsweise in der Automobil- oder Elektronikindustrie verwendet wird. Ein typischer ABS-Verbund besteht aus etwa 20 Prozent Butadien, 25 Prozent Acrylnitril sowie 55 Prozent Styrol. ABS wird beispielsweise bei der Herstellung von Motorradhelmen, Kinderspielzeug oder Elektrogerät-Gehäusen verwendet. Für die Herstellung alltäglicher Gegenstände spielen auch Styrol-Acrylnitril-Verbindungen (SAN-Copolymere) eine wichtige Rolle. SAN-Verbindungen sind transparent und werden beispielsweise als Lichtleiter, Verglasungsmaterial oder im Küchenbedarf (so etwa für Salatschüsseln oder Massbecher) verwendet. Ebenfalls ein bekanntes Copolymer ist Kautschuk aus Styrol und Butadien (das sogenannte SBR). SBR ist ein nach wie vor häufig verwendeter Synthesekautschuk, der insbesondere in der industriellen Herstellung von Fahrzeugreifen, Dichtungen oder Transportbändern verwendet wird.
Copolymere aus nachwachsenden Rohstoffen
Die Ausgangsstoffe vieler industriell verwendeter Copolymerverbindungen sind Nebenprodukte aus der Erdölverarbeitung. In zunehmendem Mass werden heute für die Kunststoffherstellung auch Copolymer- oder Polymer-Verbindungen verwendet, deren Komponenten aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen und mit polymeren, ebenfalls aus nachwachsenden Rohstoffen bestehenden Komponenten „geblendet“, sprich vermischt werden. Eine Möglichkeit bildet beispielsweise die Kombination polymerer Polylactide (Polymilchsäuren) mit Polymeren wie Celluloseacetat (einer Verbindung aus Cellulose und Essigsäure) oder dem Copolymer Polyhydroxybutyrat-Valerat, einem auf Basis von Zucker und Stärke oder Glycerin erzeugten Polymer (Polyhydroxybuttersäure) verbunden mit Valeriansäure. Auch in der Schmuckherstellung werden solche oder ähnliche Polymer- oder Copolymerverbindungen aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen verwendet. Im handwerklichen Bereich wird zudem beispielsweise mit polymeren Giessharzen – wie Epoxid- oder Polyurethanharzen – gearbeitet, die aus sogenannten Polyolen auf Basis nachwachsender Rohstoffe (beispielsweise Pflanzenöl) bestehen. Die Bestandteile, etwa ein Polyurethangiessharz in Verbindung mit einem chemischen Härter, werden dabei flüssig vermischt. Je nach Mischverhältnis können dabei unterschiedliche Härten und Elastizitäten erzielt werden. Darüberhinaus werden Farbpigmentgranulate beigefügt, wodurch sich grundsätzlich jede gewünschte Farbe herstellen lässt. Diese flüssige Verbindung wird anschliessend in Gips- oder Silikonformen gegossen und unter Wärmebehandlung ausgehärtet.