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Die Sojabohne steht unlängst in Verruf. Ihr Anbau führt unter anderem zu Regenwaldrodungen und Monokulturen. Mittlerweile ist die Mehrheit der Pflanzen gentechnisch verändert. Doch die Nachfrage steigt kontinuierlich. Laut WWF ist die weltweite Sojaproduktion seit den 1950er-Jahren um das 15-fache gestiegen.
Brasilien gehört nebst Nordamerika zu den wichtigsten Soja-Lieferanten. Immer mehr Ackerflächen kamen in den vergangenen Jahrzehnten hinzu – auf Kosten von Regenwald und Savannen. Auch die Schweiz bezieht Soja aus Brasilien, laut einer Studie des Bundesamts für Umwelt ist es «das wichtigste Herkunftsland».
Soja wird in der Regel indirekt konsumiert. Denn ungefähr 80% der weltweiten Ernte wird zu Soja-Schrot und anschliessend zu Futtermitteln für Tiere verarbeitet. Der hohe Eiweissgehalt von Soja macht die Pflanze für die industrielle Tiermast besonders attraktiv.
Deep Branch, ein englisches Start-Up, will dort ansetzen und proteinreiches Tierfutter ohne Soja herstellen. Stattdessen soll mit industriell verursachtem Kohlenstoffdioxid Futter gewonnen werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen: Kein Soja-Verbrauch mehr plus die Weiterverarbeitung von CO2.
Laut Deep Branch soll Proton, wie das Produkt heisst, im Vergleich mit anderen Futtermitteln zu einem 90% kleineren Kohlenstoff-Fussabdruck führen und ein konkurrenzfähiges Nährwertprofil aufweisen. Das stösst auf offene Ohren: Jüngst konnte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 8 Millionen Euro generieren. Im Sommer sollen erste kommerzielle Versuche an Hühnern und Lachsen beginnen.