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Mutterkühe und ihre Kälber dürfen heutzutage das Leben geniessen. Von Mai bis Oktober sind sie täglich auf der Weide. (Foto: zVg)
In mehreren Portraits der Fleischrinderrassen war von der früheren Nutzung als Zugtiere die Rede. In Frankreich in der Region des Morvan, wo unter anderem die Rasse Charolais ihren Ursprung hat, entwickelte sich ab dem 16 Jahrhundert sozusagen ein eigener Beruf: «Les Galvachers». Nach dem Pflanzen der Kartoffeln im Frühling machten sich die Männer, les Galvachers, mit Ochsengespannen auf den Weg, um in anderen Regionen ihre Dienste anzubieten. Zu Sankt Martin oder teilweise auch erst Anfang Dezember (la foire d'Anost, le 1er décembre) kehrten sie zu ihren Familien zurück. Während ihrer Abwesenheit schauten Frauen und Kinder zum Bauernhof daheim. Oftmals hielten sie ein, zwei Schweine und ebenso viele Kühe. Abschied und Ankunft der Galvachers wurden jeweils mit grossen Festen gefeiert.
Ochsengespanne wurden insbesondere vom 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre für den Transport von Baumstämmen, Steinen, Getreide und Fisch genutzt. Die Galvachers motivierten ihre Tiere mit Gesängen, die sogenannten «Tiaulage». Wer Lust hat, hört hier rein, wie die «boeufs blancs», die weissen Ochsen, besungen werden. (Foto: www.patrimoinedumorvan.org)
Das Leben der Galvachers und ihrer Tiere war hart. Die Tage waren lang, die Unterkunft meist nur ein Schober. Die Ochsengespanne wurden unter anderem dort eingesetzt, wo Pferde im unwegsamen Gelände nicht mehr zurechtkamen. Die Ochsen schleppten riesige Baumstämme aus den bergigen Wäldern zu den Flüssen hinunter, wo die Stämme dann beispielsweise nach Paris geflösst und dort zum Heizen verwendet wurden. Später wurden sie auch für den Transport von Gütern auf Wegen und Strassen eingesetzt. In den 1950er Jahren wurden die «Galvachers» durch Traktoren, Eisenbahn, Lastwagen etc. endgültig verdrängt.
Ein solches Leben ist in der Schweizer Mutterkuhhaltung heute nicht mehr denkbar. Natura-Beef und Natura-Veal wachsen unbeschwert im Herdenverbund auf. Im Stall liegen sie bequem auf sauber eingestreuten Strohflächen. Sie können sich frei bewegen, im Laufhof die Sonnenstrahlen geniessen oder sich den Wind um die Nase wehen lassen. Natura-Beef und Natura-Veal ernähren sich von bester Muttermilch und später von Gras und Heu. Von Mai bis Oktober dürfen sie täglich auf die Weide, fressen dort frische Kräuter und springen nach Herzenslust herum. Kein Vergleich mit der Haltung der Mehrnutzungstiere (Milch, Fleisch, Arbeit) von früher!
Natura-Beef und Natura-Veal dürfen sich frei im Stall bewegen. Jedem Tier steht ein eingestreuter, trockener Liegeplatz zur Verfügung. (Foto: zVg)