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Bereits vor der Auszählung aller Stimmen stand fest, dass die Volksinitiative der Lehrerverbände "Mehr Qualität - eine Fremdsprache an der Primarschule" Schiffbruch erleidet. Gemäss dem Verantwortlichen für die Hochrechnungen im Kanton Zürich, Peter Moser, wird die Initiative abgelehnt.
Mit diesem Entscheid bestätigte das Zürcher Stimmvolk seine Haltung. 2008 hatte es sich deutlich für das Harmos-Konkordat ausgesprochen, welches die Einführung von zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe regelt. Und bereits 2006 war die Beibehaltung der zweiten Fremdsprache in der Primarstufe an der Urne klar angenommen worden.
Anders als vor elf Jahren standen diesmal aber verschiedene Lehrerverbände hinter der Initiative. Angeführt vom Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) machten sie sich für einen Systemwechsel stark. Mit dem heutigen System seien die Schüler überfordert und die Lernziele würden nicht erreicht.
Heute beginnen die Zürcher Volksschüler mit der ersten Fremdsprache - Englisch - in der zweiten Klasse. Französisch kommt als zweite Fremdsprache ab der fünften Klasse dazu. Die Initianten verlangten, dass die zweite Fremdsprache in der Zürcher Volksschule erst in der Oberstufe eingeführt wird - dafür mit mehr Lektionen.
Sie waren der Ansicht, dass die Kinder so nach neun Jahren Schulzeit trotzdem auf dem gleichen Wissensstand seien wie mit dem heutigen System. Regierungsrat und Kantonsrat lehnten die Initiative ab. Das Zürcher Bildungssystem würde nach unten nivelliert. Sie befürchteten, dass das "beliebte" Frühenglisch und nicht Französisch geopfert würde.
Welcher der beiden Fremdsprachen hätte verschoben werden sollen, liessen die Initianten offen. Diese politisch heikle Frage hätte der Zürcher Bildungsrat lösen müssen. Der Regierungsrat hatte aber bereits früh klar gemacht, dass Französisch als erste Fremdsprache in der Primarschule unterrichtet werden sollte.
Das Thema ist derzeit hoch aktuell: Erst Anfang Monat hatte das Thurgauer Kantonsparlament entschieden, den Französischunterricht in die Sekundarschulstufe zu verschieben. Zudem bestätigte das Bundesgericht die Gültigkeit einer Bündner Volksinitiative, die nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule fordert.
Die Nidwaldner Stimmbevölkerung hatte sich bereits im März 2015 mit 61,7 Prozent Stimmenanteil für das Beibehalten der zwei Fremdsprachen an der Primarschule ausgesprochen. Und im Kanton Luzern wird im September über eine ähnliche Initiative wie jene in Zürch abgestimmt.
(SDA)