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Schneebrettlawinen haben einen linienförmigen Anriss. Sie sind nur möglich, wenn eine gebundene Schneeschicht (das „Schneebrett“) auf einer Schwachschicht liegt. Bei der Auslösung entsteht zuerst ein kleiner Bruch in der Schwachschicht (Initialbruch), der sich dann entlang der Schwachschicht schnell ausbreitet. Wie gut diese Bruchausbreitung funktioniert, hängt von den Eigenschaften der Schwachschicht und von den Eigenschaften des Schneebrettes ab. In der Folge gleitet das ganze Schneebrett grossflächig ab.
Schneebrettlawinen können im trockenen oder nassen Schnee abgehen, auch lange nach einem Schneefall. Sie können spontan anreissen (ohne menschliches Dazutun), oder von einem beliebigen Punkt inner- oder sogar ausserhalb (Fernauslösung) der Anrissfläche ausgelöst werden.
Schneebrettlawinen sind die gefährlichsten Lawinen und fordern über 90% der Lawinenopfer. Sie erreichen schnell eine hohe Geschwindigkeit. Wer eine Schneebrettlawine auslöst, steht oft mitten drin und wird häufig erfasst.
Lockerschneelawinen haben einen punktförmigen Anriss und breiten sich vom Auslösepunkt nach unten aus, indem der abrutschende Schnee immer mehr Schnee mitreisst. Lockerschneelawinen gehen oft während oder kurz nach einem Schneefall oder bei starker Erwärmung ab. Bei trockenem (Pulver)Schnee ist im Auslösepunkt meistens eine Neigung von 40° erforderlich. Vor allem bei nassem Schnee können sie in anhaltend steilem Gelände beachtliche Grössen erreichen.
Lockerschneelawinen lösen sich oft spontan. Sie fordern weniger als 10% der Lawinenopfer und diese oft im Sommer, wenn Bergsteiger im steilen Gelände mitgerissen werden und abstürzen. Löst ein Schneesportler eine Lockerschneelawine aus, so wird er normalerweise nicht verschüttet, weil sie unter ihm abgeht.