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Von der Musikgesellschaft «Frohsinn« zur «Stadtmusik» Dübendorf
Text von Ueli Zumstein
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hegten einige musikbeflissene junge Männer den Wunsch nach einem eigenen Musikverein. Gemäss mündlicher Überlieferung (es sind keine schriftlichen Aufzeichnungen mehr vorhanden weil sie einem Brand zum Opfer fielen) erfolgte die Gründung der Musikgesellschaft «Frohsinn» Dübendorf 1899.
Für die Anschaffung von Instrumenten erhielt der Verein von der Rosenbaum-Wirtin 100 Franken vorgeschossen, die er später mit Tanzmusik in ihrer Gartenwirtschaft abverdiente. Ob die Gründer bereits Bläserpraxis hatten, oder ob sie durch den Dirigenten erst mühsam eine Ausbildung erhielten, weiss man nicht. In den ersten Jahren waren die Musiker vor allem bei Tanzanlässen im Einsatz oder spielten in Gartenwirtschaften.
Im Frühsommer 1903 wütete eine Pockenepidemie im Dorf. Der Ansteckungsherd war das Restaurant «Adler», das Probelokal der Musiker. Die Mitglieder der Musikgesellschaft und des Turnvereins mussten sich unter ärztliche Kontrolle stellen. Es war ihnen wegen weiterer Ansteckungsgefahr verboten, öffentliche Lokale und Einrichtungen wie Bahnen, Fabriken usw. zu besuchen. Ende Juni konnte die Gesundheitskommission die Epidemie als beendet erklären.
1904 beschloss der Verein, eine Uniform anzuschaffen. Im «Wochenblatt» warb eine Einsendung für «klingende» Anerkennung bei der Sammlung. Anfang Mai betätigte sich die Musikgesellschaft Frohsinn als Festmusik am Kavallerie-Schützenfest. Sie trug erstmals ihre schmucke neue Montur in stolzer Würde zur Schau.
Wie ein roter Faden zieht sich durch alle Versammlungen im Lauf der Jahre die Ermahnung der Präsidenten pünktlich und regelmässig zu den Proben zu erscheinen. Unentschuldigtes Fernbleiben an Vereinsanlässen kostete eine Busse.
An der Generalversammlung 1913 erhielt der Vorstand den Auftrag, den Eintritt in den Zürcher Kantonal-Musikverein in die Wege zu leiten. Im Hinblick auf die Teilnahme am Luzerner Kantonalmusikfest in Kriens von 1914 wurde die Äufnung der Reisekasse mit einem Wochenbeitrag von 20 Rappen für obligatorisch erklärt. Dübendorf kehrte mit einem Lorbeerkranz für den 1. Rang in der II. Stärkeklasse zurück. Am 1. August brach der Weltkrieg aus. Wegen allgemeiner Wehrpflicht musste die Vereinstätigkeit vorläufig eingestellt werden.
Anfangs 1918 wurde das Restaurant «Adler» durch einen Brand vollständig zerstört. Dabei verlor die Musikgesellschaft Uniformen, Instrumente, Notenmaterial und ein Grossteil der archivierten Akten!
Zu Beginn des Jahres 1919 wurde festgestellt, dass der Kassier mit dem Barvermögen von 1828 Franken das Weite gesucht hatte. Er wurde wenig später in Uster arretiert. Sein Vater zahlte den Verlust in monatlichen Raten zurück.
An der GV 1920 erfolgte die erste Namensänderung von Musikgesellschaft «Frohsinn» zu Musikverein «Harmonie» und an der GV 1982 wurde der Name ein zweites Mal gewechselt – von Musikverein «Harmonie» in die heutige «Stadtmusik Dübendorf“.
Im Jahre 1999 feierte die Stadtmusik mit zwei Konzerten im gleichen Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.