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Probiotika wird eine präventive und therapeutische Wirkung für viele verschiedene Krankheitsbilder zugeschrieben. Die Autoren einer Review haben evaluiert, für welche Indikationen eine gute Evidenz gemäss aktueller Literatur vorliegt.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Review sind folgende:
Probiotika (vor allem S boulardii and L rhamnosus GG) können einer Antibiotika-assoziierten Diarrhoe vorbeugen (Risikoreduktion um 52%). Der Benefit ist am grössten, wenn innerhalb von 3 Tagen nach Beginn der Antibiose mit Probiotika begonnen wird.
Bei infektiöser Diarrhoe können Probiotika die Dauer und die Schwere der Symptome mindern und sind damit eine attraktive Zusatztherapie zur Rehydratation.
Bei Reizdarmsyndrom scheinen Probiotika gemäss einiger kleinerer Studien das Ausmass von Schmerzen und Blähungen zu reduzieren.
Probiotika wirken bei Risikokindern präventiv bezüglich der Entwicklung einer Atopischen Dermatitis, evtl. haben sie auch einen günstigen Effekt auf die Symptome (noch zu bestätigende Erkenntnisse).
Bei vaginaler Candidiasis, H. pylori Infektion des Magens, entzündlichen Darmerkrankungen und Infektionen der oberen Luftwege besteht keine Evidenz für eine Indikation für Probiotika.
Die übliche Dosis Probiotika beträgt für Kinder zwischen 5 und 10 Millionen und für Erwachsene zwischen 10 und 20 Millionen Einheiten pro Tag.
Nebenwirkungen sind meist milder Ausprägung (Flatulenz, abdominales Unwohlsein). Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.
Vorsicht bei der Gabe von Probiotika ist bei Patienten mit Kurzdarmsyndrom geboten. Bei schwerer Kompromittierung des Immunsystems sollten Probiotika nicht verabreicht werden.
Kligler B et al Am Fam Physician 2008;78:1073-1078