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Damit werden 1450 MW elektrische Leistung ins Netz abgegeben. Die Bewilligung zum Hochfahren auf 100% ist von der Aufsichstbehörde in Anerkennung der verschiedenen Versuchs- und Inspektionsergebnisse erteilt worden. Die Anlagenbetreiberin Electricité de France (EDF) wird nun auf dem neuen Leistungsniveau weitere vorgesehene Tests durchführen.
Civaux-1 ist eine der vier leistungsstärksten französischen Druckwasserreaktor-Anlagen vom Typ N4 und war bereits im letzten Jahr in der Inbetriebnahmephase. Diese hatte sich aber nach einem Kühlmittelverluststörfall am 12. Mai 1998 um mehr als ein Jahr verlängert, weil am betroffenen Nachwärmeabfuhrsystem eine Auslegungsänderung vorgenommen werden musste. Der Störfall war die Folge eines Leitungslecks infolge thermischer Ermüdung. Sie trat auf, weil am betroffenen Punkt der Leitung ein kalter und ein warmer Flüssigkeitsstrom schlecht gemischt waren und so zu grossen Temperaturschwankungen und thermischer Ermüdung führten. Erste Überlegungen machten die ungenügende Mischstrecke nach dem Mischpunkt dafür verantwortlich, und die eingeleiteten Modifikationen an allen vier N4-Anlagen umfassten hauptsächlich die Verlängerung dieser Strecke. Vermutungen, wonach der Hersteller Auslegungsfehler begangen hätte, haben sich nach Angaben von EDF-Verantwortlichen nicht bestätigt. Der Grund liege vielmehr in der gewählten unzulässigen Betriebsweise: Wegen Problemen mit der Arabelle-Turbine war im Frühjahr 1998 die Anlage wochenlang im Stillstand, und der Reaktorkern wurde über längere Perioden mit dem Nachwärmeabfuhrsystem gekühlt. Dieses ist nicht für den wochenlangen Betrieb, sondern nur für kürzere betriebliche Übergangsphasen ausgelegt. Entsprechend ereigneten sich viel mehr Lastzyklen, als für die Systemauslegung angenommen wurde. Als Konsequenz daraus wird die EDF ihre Werke anweisen, im Falle von längeren Stillständen falls notwendig den Reaktorkern zu entladen anstatt das Nachwärmeabfuhrsystem zu benützen.
Der nächste Stillstand von Civaux-1 ist für den Frühling 2000 vorgesehen und soll für Modifikationen an der Arabelle-Turbine genutzt werden. Von den vier N4-Anlagen ist gegenwärtig (Redaktionsschluss) auch noch Chooz-B2 am Netz. Bei Chooz-B1 werden Brennelemente ausgetauscht, und Civaux-2 wird erst in Betrieb genommen.
Quelle
H.K.