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1846 gab es in Thun 30 Landwirte und 8 Küher, die zahlreiche Hilfskräfte beschäftigten. In den damals selbständigen Gemeinden Strättligen und Goldiwil war der Anteil der bäuerlichen Bevölkerung sicher höher. Daneben besassen auch Handwerker und Gewerbetreibende Land und Vieh, das sie im Nebenerwerb bebauten und pflegten. 1801 existierten in der Altstadt inklusive Bälliz 50 und ausserhalb der Stadt weitere 100 Scheunen. Dies zeigt die enge Verzahnung der Landwirtschaft mit anderen Tätigkeiten in der Stadt. Im Umland pflegten die Thunerinnen und Thuner ihr Pflanzland sowie Baum- und Gemüsegärten. Auf der Allmend graste das Vieh. Die Stadt konnte ihren Milchbedarf um 1800 mit dem eigenen Viehbestand decken. An den Hängen östlich der Altstadt befanden sich seit dem Mittelalter einige Rebberge, die Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben wurden. Nach dem Eisenbahnanschluss war der Thuner Weinbau nicht mehr konkurrenzfähig. Zudem beschleunigten Rebkrankheiten den Niedergang des Anbaus.9
Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Arbeitsplätze in Thun zu, gleichzeitig stagnierte die Landwirtschaft und verlor damit an Bedeutung. 1905 beschäftigte sie nur noch vier Prozent der Arbeitskräfte in Thun, ab 1975 waren es weniger als ein Prozent.10
Heuen in der Blümlimatt oberhalb des Hofstettenquartiers, um 1900. Zwei Männer mähen mit Sensen das Gras, eine Frau verteilt es zum Trocknen.
Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gab es in Thun grosse Landwirtschaftsflächen. Wirtschaftlich war diese Branche allerdings unbedeutend.