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Wieder mal eine Trauernachricht für Gadget-Nostalgiker: Sony wird im März die Produktion von Minidisc-basierten Stereogeräten endgültig aufgeben. Damit verabschiedet sich der japanische Elektronikriese fast vollständig vom Datenträgerformat, dass er 1992 selbst lanciert hatte. Allerdings scheinen die Minidiscs auch jetzt noch ein Gnadenbrot zu erhalten, da es immer noch Anhänger gibt. Sony will noch kleine Mengen von Minidiscs herstellen, und kleinere Gerätehersteller wie Onkyo auch noch Recorder und Player anbieten.
Sony wollte mit der Minidisc - wie schon mit dem einige Jahre vorher lancierten neuen Kassettenformat "Digital Audio Tape" DAT - einen eigenen Nachfolger für die Audiokassette lancieren und damit den globalen Massenmarkt erobern. Wie schon bei DAT ging das gründlich schief. Die Geräte und die Datenträger waren zu teuer, und statt DAT und Minidiscs eroberten wiederbeschreibbare CDs und später MP3-Player den Consumermarkt.
Wie die DAT-Kassetten überlebten die Minidiscs aber in einer speziellen Nische. DAT wurden zur Datenspeicherung "zweckentfremdet" und im IT-Bereich zum Backup-Format der Wahl für KMU. Die Minidiscs konnten in Japan, wo CDs deutlich teurer verkauft wurden als in westlichen Industrieländern, einen Teil des Marktes erobern. Und in westlichen Ländern waren die Minidiscs lange Jahre lang ein beliebtes Werkzeug für Toningenieure und Journalisten, da sich Aufnahmen damit wesentlich einfacher bearbeiten liessen, als mit Tapes oder auch CDs. (hjm)