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Projekt
Eine vor allem in der bioethischen Debatte sehr populäre These lautet, dass der Menschenwürdebegriff ohne Verlust durch das Prinzip des Respekts vor der Autonomie von Personen ersetzt werden könne (Substitutionsthese).
Anhand der Debatten um die moralische Bewertung des (i) Organhandels und (ii) der Suizidbeihilfe wird im Forschungsprojekt untersucht, ob und inwiefern der Begriff der Menschenwürde systematisch vom Begriff der Autonomie unterschieden werden kann. Gerade in diesen Debatten wird der Begriff der Menschenwürde häufig in einer restriktiven Funktion verwendet: Menschenwürde soll den Bereich beschränken, in dem die Entscheidungen von Personen normative Autorität besitzen. Selbst wenn Personen einer Praxis autonom zustimmen, so die These, dürfen sie bestimmte Dinge nicht mit sich machen (lassen), weil sie damit ihre Menschenwürde verletzen.
Die Untersuchung dieser restriktiven Verwendungsweise des Menschenwürdebegriffs in den beiden praktischen Kontexten verspricht eine Klärung der durch die Substitutionsthese aufgeworfenen Frage nach dem Verhältnis von Menschenwürde und Autonomie und dadurch eine nähere Bestimmung des spezifischen Gehalts des Menschenwürdeprinzips. Darüber hinaus wird erwartet, dass die systematische Diskussion der Substitutionsthese zu einer Aufklärung der normativen Diskussionen in den ausgewählten praktischen Kontexten beiträgt.
Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) durch die Finanzierung von zwei Doktorandenstellen für eine Dauer von drei Jahren unterstützt.