Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03177.jsonl.gz/2952

China gibt Gas bei seinen Plänen für Antarktika: Die französische Nachrichtenseite Intelligence Online berichtete im letzten November, sowie südamerikanische Medien aktuell, dass China Druck ausübe, einen Marinestützpunkt in Ushuaia zu errichten. Die Basis wird China näher an die Antarktis bringen und zusätzlich ermöglichen, die Passage zwischen dem Atlantik und dem Pazifik zu kontrollieren. Unabhängigen Geheimdiensten und lokalen Medienberichten zufolge versucht China, durch den Bau eines Hafens in Feuerland, der als Marinestützpunkt fungieren könnte, ein «Tor» zur Antarktis zu errichten. Ausserdem plant die Regierung den Bau einer Station für eine bessere Kommunikation mit seinen Satelliten für Ozeanbeobachtungen in Antarktika.
Shuiping Tu vertritt das staatliche Unternehmen HydroChina Corp in Südamerika. China hat große Investitionen in der Region getätigt, was es der chinesischen Regierung ermöglicht, in der Region Einfluss aufzubauen und sie in eine strategisch bedeutende Position zu bringen.
Beamte hatten zuvor betont, dass chinesische Investitionen in Argentinien die Souveränität des Landes in keiner Weise beeinträchtigen werden.
Experten vermuten, dass eine Basis in der Region China dabei helfen, die regionale Kommunikation anzuzapfen, was schwere wirtschaftliche und strategische Auswirkungen hätte und zu einer deutlichen und massiven Einmischung des Landes in internationale Angelegenheiten führen dürfte.
Wie stark diese Einmischung sein könnte, zeigt sich an den Plänen, dass dass für den Hafen vorgeschlagene Gebiet nur für chinesisches Militärpersonal zugänglich sein werde, wie gemeldet wird.
„Ein möglicher chinesischer Stützpunkt in Ushuaia würde es Peking ermöglichen, eine dauerhafte Enklave in der südlichen Hemisphäre zu haben, mit einer Projektion in Richtung Südatlantik, die je nach den mit Argentinien ausgehandelten Bedingungen den Bau von Einrichtungen ermöglichen könnte, sowie die Präsenz von Marineeinheiten und Militärkontingenten“, sagte Alberto Rojas, Direktor des International Affairs Observatory an der chilenischen Finis Terrae University, gegenüber Diálogo, einem digitalen Militärmagazin, das vom US Southern Command herausgegeben wird.
China hat derzeit drei operative Stützpunkte im Ausland. Der prominenteste befindet sich in Dschibuti in Ostafrika, Chinas erstem Marinestützpunkt in Übersee, der 2017 gegründet wurde. Dazu kommt noch der Marinestützpunkt Ream in Kambodscha und der sich im Bau befindliche Stützpunkt in Gorno-Badakhshan in Tadschikistan. Rojas sagt, dass China sowohl in der Basis als auch in der Umgebung von Ream eine hohe Autonomie genießt, da es bereits einen neuen Hafen gebaut hat.
China will Satelliten-Bodenstationen in der Antarktis bauen
Die News-Website der Raumfahrtindustrie, «China Space News» berichtete am 2. Februar, dass eine Tochtergesellschaft der China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC), den Zuschlag für den Bau eines Satellitenbodensystems zur Ozeanbeobachtung in der Antarktis erhalten hat.
Die Antennen der Bodenstationen auf der Zhongshan-Station werden die Datenerfassung von chinesischen Satelliten unterstützen, die in polaren und polarnahen Umlaufbahnen kreisen.
Die Verbreitung chinesischer Bodenstationen hat, trotz Zusicherung von offiziellen Seiten, die Stationen nur für zivile Nutzung zu nutzen, zu Bedenken geführt, insbesondere über den Bau in Südamerika und nun in der Antarktis.
Eine Projektgruppe war mit Chinas 35. Antarktis-Expeditionsteam 2018 in der Zhongshan-Station stationiert und hat 7 Wochen damit verbracht, Orte zu untersuchen, an denen Antennenbasen gebaut und Kabel verlegt werden können. Nun sollen die Baupläne konkretisiert werden.
„Der Bau einer Satelliten-Bodenstation in der Antarktis ist für uns sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung“, sagte ein Mitarbeiter des Projektteams angesichts der feindlichen Umgebung in der Antarktis und der begrenzten theoretischen Forschung und Methodik des Projekts, aus der man lernen kann.
Heiner Kubny, PolarJournal