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Unser Sohn Bernd kam im Juni 1978 in Thun zur Welt. Er hat eine ältere Schwester. Im Alter von neun Monaten zeigten sich Anzeichen seiner Krankheit. Mit zwei Jahren wurde diese Krankheit als vermutlich "frühkindlicher Autismus" diagnostiziert. (mehr zu Bernds Kindheit)
Ab 1984 bis 1996 besuchte Bernd eine heilpädagogische Schule im Kanton Bern und lebte teilweise ab dem zehnten Altersjahr im Internat dieser Schule.
Wir wussten, mit 18 Jahren musste Bernd die Schule und das Internat verlassen. Als Bernd 14 Jahre alt war, fingen wir an ein Heim für Erwachsene zu suchen. Fast vier Jahre suchten wir erfolglos ein Heim, welches Bernd aufnehmen wollte.
Mit viel Einsatz bekamen wir die Zusage von einem Heim für Autisten. Aber ein halbes Jahr bevor Bernd die Schule verlassen musste wurde uns von der Heimleitung ein Ultimatum gestellt. Entweder Bernd macht eine Therapie bei Prof. Dr. Feuser oder er wird nicht aufgenommen.
Bernd machte 1996 bei Professor Feuser in Bremen die SDKHT Therapie. Das war das Beste, das ihm je passiert war. Innert drei Wochen lernte Bernd mehr als in zwölf Jahren Schulzeit. Er kam als lernfähiger fröhlicher jungen Mann zurück.
Danach wurde er im Heim für Autisten aufgenommen. Solange Bremerstudenten mit Bernd nach der Methode von Prof. Dr. Feuser (seit 2005 Professor am Institut für Sonderpädagogik, Universität Zürich) arbeiteten ging es Bernd gut und er lernte weiter. Kaum waren die Bremerstudenten weg, entsorgte der Heimleiter Bernd in die Psychiatrie - unter dem Vorwand, er laufe auf die Strasse. Der Arzt erklärte uns einen Tag später, Bernd war der ruhigste Patient, den er je von diesem Heim in seiner Praxis hatte. Aber er habe gemerkt, dass ihn der Heimleiter weghaben wollte. Deshalb schrieb er die Einweisung. In einem Fax wurde der Arzt vom Regierungsstatthalter zwar aufgefordert eine FFE-Einweisung ( Fürsorgerischer Freiheitsentzug) zu schreiben.
Regierungsstatthalter Zitat:
Offenbar verwendete der Arzt allerdings entgegen meiner ausdrücklichen Empfehlung nicht das übliche Verfügungsformular, sondern stellte einfach ein Arztzeugnis aus.
Wir holten Bernd aus der Psychiatrie nach Hause. Mit Hilfe von Prof. Feuser konnten wir Bremerstudenten engagieren, die mit Bernd von zu Hause aus in einem extra dafür gemieteten Raum arbeiteten. Da wir das Geld, welches in die Heime fliesst nicht bekamen mussten wir Bernd ins Heim im Berner Oberland bringen. Dieses Heim kam damals auf uns zu und versprach uns, nach der Methode von Professor Feuser zu arbeiten.
Auch in diesem Heim versuchten die Bremer-Studenten den neuen Betreuern von Bernd die Methode von Prof. Feuser beizubringen. Aber kaum waren die Bremer Studenten weg, verweigerte die Heimleitung die Arbeitsweise nach Prof. Dr. Feuser.
Wir mussten ohnmächtig zusehen, wie es Bernd ohne fachliche Betreuung von Monat zu Monat (über Jahre!) schlechter ging. Immer wieder haben wir in Gesprächen mit der Heimleitung versucht, die Situation von Bernd zu verbessern. Wir haben sogar angeboten, uns finanziell an Ausbildungen der Betreuer zu beteiligen. Aber der Heimleiter verweigerte Bernd weiterhin die dringend nötige fachliche Betreuung. Bernd ist heute wieder auf dem Niveau wie vor der Therapie.
Nun hat Bernd die Heimplatzkündigung per Ende Juli 2007erhalten. Er wird vom Heim auf die Strasse gestellt - und wie in solchen Fällen üblich in die Psychiatrie abgeschoben werden. Dabei hat schon vor 10 Jahren der Psychiatriearzt gegenüber den Fachleuten und auch gegenüber der Fürsorgedirektion immer wieder betont: behinderten Menschen wie Bernd können wir nicht helfen, diese brauchen pädagogisch/therapeutische Betreuung und das Psychiatriepersonal ist dazu nicht ausgebildet.
Dazu kommt noch, Bernd ist durch das Einsperren in der Schule und im Kinderheim traumatisiert - Bernd darf nicht eingesperrt werden.