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Eine Frage, die sich die meisten Menschen irgendwann im Leben stellen. Sei es, dass sie selbst einen besten Freund, eine beste Freundin haben oder dass der Partner oder Partnerin eine solche Freundschaft pflegt, was sich durchaus beunruhigend anfühlen kann.
Können ein Mann und eine Frau sich gut verstehen und sogar befreundet sein, ohne dass daraus eine Liebe entsteht? Schliesslich fühlen sich beide zueinander hingezogen. Hier hilft der Blick auf eine Studie, in der 737 Deutschschweizer Singles zu ihren Erfahrungen befragt wurden. Teilnehmer waren Männer und Frauen, die jüngsten waren 18, die ältesten 69 Jahre alt.
Wie stehen Deutschschweizer Singles zur Freundschaft mit dem anderen Geschlecht?
Drei Viertel der Befragten erklärten, dass sie schon einmal eine enge Freundschaft mit einer Person des anderen Geschlechts hatten oder haben. Bei den Männern waren es 70%, bei den Frauen 72%. Etwas mehr als die Hälfte erklärte, dass sie eine solche Freundschaft auch für machbar halten, also gute Erfahrungen vorweisen können. Etwa ein Viertel erklärte, dass eine solche Freundschaft Bestand haben kann, unter der Voraussetzung, dass beide in einer Beziehung sind. Ein weiteres Viertel hält das hingegen für ausgeschlossen und ist überzeugt, dass sich auf Dauer stärkere Gefühle entwickeln.
Welche Erfahrungen haben Deutschschweizer Singles gemacht?
Bei der Frage nach den gemachten Erfahrungen zur Freundschaft mit dem anderen Geschlecht erklärten 50% der Männer, dass sie sich durchaus von der besten Freundin auch angezogen gefühlt haben. Bei den Frauen war es nur ein Viertel. Aber nur 7% der Männer und 5% der Frauen haben es wirklich darauf ankommen lassen und gingen eine Beziehung mit der vertrauten Person ein. Ein Drittel schloss eine Beziehung schon deshalb aus, weil man sich gar nicht anziehend gefunden hätte. 12% der Frauen erklärten ausserdem, dass eine Beziehung gar nicht möglich gewesen wäre, weil der gute Freund homosexuell war. Bei den Männern gab es den umgekehrten Fall gar nicht. Gleichzeitig gab die Hälfte der Frauen an, dass sie ihren besten Freund sehr nett finden, aber eine Beziehung nicht infrage kommen würde. Nur 27% der Männer sahen das ebenso. Bei der Frage zu den Übereinstimmungen sagten 39% der Männer, dass sie sich vor allem mit Frauen anfreunden, die ähnlich denken wie sie. Bei Frauen traf das auf 28% der Befragten zu.
Welche Übereinstimmungen sind für eine Freundschaft wichtig?
Damit eine Freundschaft zwischen Mann und Frau bestehen kann, müssen sie nicht in allen Dingen einer Meinung sein, das ergab die Umfrage ebenfalls. Es zeigte sich auch, dass es Tabuthemen gibt, die dann doch lieber mit Vertrauten des gleichen Geschlechts besprochen werden. Frauen gaben an, mit männlichen Freunden vor allem über persönliche Probleme zu sprechen. Bei den Männern spielen auch Hobbys und Freizeitaktivitäten als Themen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus fragen Männer die beste Freundin auch in Liebesdingen um Rat, was Frauen ihrerseits eher nicht tun. Tabuthemen hingegen sind das Aussehen, Geld und Sex.
Warum entstehen so selten Beziehungen aus Freundschaften?
Die Umfrage zeigt, dass viele Menschen Freundschaften zwischen Mann und Frau mit Argwohn betrachten. Das ist nur natürlich, denn Vertrauen, Verständnis und Sympathie machen zwar eine gute Freundschaft aus, sind aber auch die Voraussetzung für eine Beziehung. Allerdings zeigt die Umfrage auch verblüffend deutlich, dass die Mehrheit der Frauen gar nicht daran denkt, mit dem besten Freund eine Beziehung einzugehen. Auch die ungewöhnlich hohe Zahl der Freundschaft zu homosexuellen Männern lässt den Verdacht zu, dass Frauen möglicherweise genau darauf achten, sich mit Männern anzufreunden, die für eine Beziehung gar nicht zur Verfügung stehen. Männer sehen das offensichtlich deutlich entspannter. Viele berichteten von Phasen der Anziehung, die von der besten Freundin ausging.
Freundschaft oder Liebe?
Beides ist wichtig. Eine gute Freundschaft ist wertvoll und sollte erhalten werden. Ein Grund, warum sich aus einer Freundschaft zwischen Mann und Frau nur selten eine Beziehung entwickelt, wird vor allem in der Befürchtung des Scheiterns vermutet. Zwei Menschen, die als Freunde gut funktionieren, müssen als Paar längst nicht die selben Erfahrungen machen. Eine solche Veränderung kann schiefgehen. Das führt dazu, dass nicht nur der Partner oder die Partnerin verlorengeht, sondern auch die Freundschaft am Ende ist. Es ist davon auszugehen, dass diese Befürchtung in vielen Fällen das wichtigste Hindernis ist, warum aus einer Freundschaft so selten eine Beziehung wird.