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Wir haben sehr spärliche Informationen über Riays erhalten, die Prüfungsresultate würden erst Anfang August bekannt, es ginge ihm soweit gut. Bei unserem Treffen mit Roy in Colombo erfuhren wir dann, dass er die Prüfung nicht geschafft hatte, von den Mädchen hätte er gar keine Informationen.
Wir haben dann in Hambantota versucht, Kontakt aufzunehmen, und Riyas war der Einzige, der überhaupt erschien. Er kam zusammen mit dem Vater seines Schulfreundes, bei dessen Familie er wohnt, ein sehr netter, zurückhaltender Mann.
Es war ein Riesenauflauf im Haus von Roys Schwägerin Zariya und wir konnten uns nicht gross mit ihm unterhalten. Riyas ist furchtbar schüchtern (geworden?), aber er schien sich ehrlich zu freuen, uns zu sehen. Er erzählte, dass er das Jahr wiederholen und zusätzlich noch im knapp 50 Kilometer entfernten Tangalle Kurse besuchen würde, da sie dort die bessere Schule hätten.
Wir verabredeten uns am nächsten Tag zum Mittagessen und er fühlte sich nicht gerade wohl in der Gesellschaft von uns und unseren Freunden Faye und Humaid. Wir haben ein bisschen geplaudert und als er ein wenig auftaute, fing Humaid mit dem Fragenkatalog an. Weshalb er nicht Kontakt gehalten hätte, warum er uns nicht die Details der Schule habe zukommen lassen, damit wir wie versprochen die Kosten übernehmen würden und und und...........
Faye hat dem in singhalesisch immer lebhafter werdenden Gespräch erst schweigend zugehört und fing dann leise für uns zu übersetzen an: Es war beschämend.
Er sei beim Tsunami so schwer am Bein verletzt worden, dass er bis Ende Februar im Spital gelegen sei und er sei auch sonst in schlechter Verfassung gewesen, als die Prüfungen im April begonnen hätten.
Wir hatten angenommen, dass er gar nicht zuhause gewesen war, weil er als einziger der Familie überlebt hatte, und hätten auch nie gewagt nach Details zu fragen. Er wisse nicht, wie es passiert sei, aber als er aus dem Wasser gekommen sei, hätte er am rechten Knie seine Knochen sehen können; man habe ihm dann Haut vom anderen Oberschenkel eingepflanzt und er hätte mittlerweile auch fast keine Schmerzen mehr. Er hat das Hosenbein hochgekrempelt und Humaid die Narben gezeigt; es sah schrecklich aus.
In der Folge sei er, wie die anderen Vollwaisen auch, von mehreren Hilfsorganisationen vorgeladen worden, seine Daten seien aufgenommen worden, Fotos wurden gemacht und er habe nie wieder etwas von ihnen gehört. Er habe auch nicht angenommen, von uns wieder zu hören, zumal er ja auch noch durch die Prüfungen gefallen sei.
Aber er habe doch unseren monatlichen Patenschaftsbetrag von 50 CHF erhalten? Mit grossen Augen gestand er, dass er nach dem Abschluss des Schuljahres im Juni nicht auf die Idee gekommen sei, mit seinem Büchlein nochmals zur Bank zu gehen! Er habe das Geld für seine Ausgaben von der Abfindung für seine Eltern vom Konto seines Vaters genommen.
Bildung kann dir niemand nehmen, das Vertrauen schon!
Humaid hatte uns im Vorfeld die 22 000 Rupien für das Mädchen zurückgegeben, dessen Schule wir noch für 2 Jahre hatten bezahlen wollen, und er sah nicht ganz ein, weshalb ich darauf bestand, nochmals mit Riyas zu reden. Nach dem Gespräch war auch er beschämt.
Riyas geht einen Tag in Hambantota zur Schule und steht viermal in der Woche um fünf Uhr morgens auf, um nach Tangalle zur Schule zu fahren. Er wird uns die Unterlagen über Humaid zukommen lassen und wir werden die Kosten von 3000 Rupien im Monat übernehmen und hoffen, dass er schlussendlich doch noch Vertrauen zu uns fasst.
Roy hat uns drei weitere Schüler, die zwei Jahre vor der Matur stehen, vorgestellt. Da wir aber keine Rückmeldung von dem Seliyant Institute über die Mädchen erhalten haben und die drei dort gleich sieben Kurse für jeweils 5500 Rupien im Monat belegt haben, haben wir abgelehnt.
Und dann sind wir in Kontakt mit Sithy Sameenas Mutter gekommen.