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Die stets aufs neue publizierte Behauptung von der erstmaligen Erwähnung des Dorfes „Wida“ um 1140 ist falsch. 1140 verstarb Landgraf Adelbert II. von Habsburg, Schirmvogt des damaligen Doppelklosters Muri. Dieser Mann habe dem Kloster Muri Eggenwil mit der Kirche und benachbarten Güterbesitz, der sich vom Flussbett der Reuss bis zur (Heiters-Bergkuppe) erstreckte, vergabt. So lesen wir in mittelalterlichem Latein auf Blatt 28 der berühmten „Acta Murensia“, einer Handschrift des 14. Jahrhunderts, die als Kopie des verschwundenen Originals, das um 1160 geschrieben worden sein muss, heute im Staatsarchiv in Aarau liegt. Nun beinhaltete diese Schenkung kein zusammenhängendes Gebiet, und es wird mit keinem Wort Widen erwähnt, wenn auch angenommen werden kann, dass sich darunter Güterbesitz befand, der im heutigen Gemeindebann lag.
Doch Ende des 12. Jahrhunderts verzeichnet das sogenannte Necrologium (Totenbuch) von Hermetschwil, dass eine Uticha de Premagartorn (Bremgarten) ein Landgut, „quod dicitur in Wida“ (d. h. das man in Wida nennt), unter der Bedingung besitze, dass nach ihrem Tode keiner ihrer Erben ein Besitzrecht habe, sondern das Landgut mit allen Einkünften, Mobilien und Immobilien an dieses Kloster übergeben werden soll.
Dies ist nicht nur der älteste urkundlich erwähnte Besitz des Hermetschwiler Nonnenklosters überhaupt, sondern hier finden wir zum ersten Mal die Erwähnung jenes Flurnamens, der mit Wandlungen zum späteren Ortsnamen Widen wird. Der Nominativ dieses Flurnamens lautete nicht Wida, sondern Widun oder Widon, wie er in zeitlich nachfolgenden Urkunden zu lesen ist. Von etwa der Mitte des 14. Jahrhunderts an lesen wir dann bereits die Form Widen oder Wyden, wobei die Schreibweise bis ins 19. Jahrhundert dem Willen des jeweiligen Schreibers anheimgestellt war. Die offizielle Benennung im 19. Jahrhundert war Wyden, da damals allgemein ein gedehnt gesprochenes -i- als -y- geschrieben werden konnte.
Da unser Gebiet im Mittelalter lange Zeit zum habsburgischen Reich gehörte, lagen Hoch- (Blut-) und Niedergericht bis 1415 in den Händen der Habsburger bzw. ihrer Beamten. Nach der eidgenössischen Eroberung des Aargaus war die richterliche Gewalt beim Landvogteiamt Baden bzw. beim Amt Rohrdorf, und dieser Zustand blieb bis 1798. Eine Ausnahme im heutigen Gemeindebann bildete der Hof Heinrüti (Heinenrüti, Hennenrüti usw.), der sicher zur Schenkung Adalberts gehörte und mit Eggenwil (infolge der Verlegung des Frauenkonvents von Muri nach Hermetschwil) zum Frauenklosterbesitz wurde, da aus dem Stiftungsgut des Klosters Muri nebst anderem die Grundherrschaft Hermetschwil und Eggenwil als Wirtschaftszentrum den Nonnen übergeben wurde.
Damit verbunden war nun auch die niedere Gerichtsbarkeit.
Es ist eine höchst fragwürdige Sache, Ortsgeschichte in gerafftem Überblick darbieten zu wollen, zumal von einer langen Zeit doch recht kleinen Bauerngemeinde wenig und nur verborgenes Quellenmaterial zur Verfügung steht. So ist in unserem Gemeindearchiv aus der Zeit von 1803 fast nichts vorhanden; auch die Gemeinderatsprotokolle beginnen erst um 1836. Und doch steckt auch hinter unserer Gemeinde eine Entwicklung, die ebenso interessant sein kann wie die einer grösseren Ortschaft.
Eine erste amtliche Zählung der helvetischen Behörde im Jahre 1798 für Wyden und Höfe ergab bei 26 Wohnhäusern 270 Einwohner.
Während die Bevölkerung in den 70 Jahren zwischen 1880 und 1950 praktisch konstant blieb, setzte in den 50er Jahren der erste Wachstumsschub ein. Zwischen 1950 und 1960 und zwischen 1960 und 1970 hat sich die Bevölkerungszahl je annähernd verdoppelt. Seit 1970 bis 1990 hat sich die Einwohnerzahl nochmals verdreifacht. Der Zuzug erfolgte zu mehr als 50% aus dem Kanton Zürich.