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Denkt man an die Royal Navy in der Arktis in der Neuzeit, so kommt einem die Nordflanke Europas in den Sinn. Sie setzt dort seit Jahren Kriegsschiffe ein, und ihre Royal Marines und Piloten werden jeden Winter zum Kältetraining nach Nordnorwegen geschickt. Die Unsicherheit über den russischen Expansionsdrang hat zu einer Intensivierung dieser Aktivitäten geführt. 3.000 Seeleute der Royal Navy nahmen in diesem Winter an einer riesigen Nato-Übung in Norwegen teil.
Seit 2020 arbeitet die Royal Navy mit der kanadischen und amerikanischen Küstenwache zusammen, um ihre Fähigkeiten zur Navigation im Eis zu verbessern, indem sie Offiziere – und ihr einziges Eispatrouillenschiff – in die nordamerikanische Arktis schickt, um die Navigation im Eis zu trainieren.
Nun scheint die Royal Navy bereit zu sein, mehr Übungen in eisbedeckten Gewässern durchzuführen, nachdem sie letzte Woche ein Abkommen mit der Küstenwache der Vereinigten Staaten unterzeichnet hat, das einem Abkommen mit der kanadischen Küstenwache aus dem Jahr 2021 ähnelt. Nach Angaben der Royal Navy werden die Vereinbarungen ihr helfen, sich auf erweiterte Operationen im Norden vorzubereiten und gleichzeitig ihre Fähigkeit zu verbessern, im Südpolarmeer zu operieren.
Die Vereinbarung wurde getroffen, nachdem zwei Offiziere des Eispatrouillenschiffs Protector der Royal Navy im Winter 2021 mit dem US-amerikanischen schweren Eisbrecher Polar Star unterwegs waren. Im Herbst fuhren zwei weitere Protector-Offiziere an Bord des Eisbrechers der US-Küstenwache, der Healy, durch die Nordwestpassagen.
Die Protector wird in erster Linie zur Unterstützung der wissenschaftlichen Aktivitäten Großbritanniens in der Antarktis eingesetzt, und die Ausbildung dient vor allem dazu, die Royal Navy bei der Erfüllung ihrer Aufgaben im Südpolarmeer zu unterstützen. Im Juni 2021 führte die Protector jedoch mit Unterstützung eines Eislotsen der US-Küstenwache ein Training in der Arktis durch. Laut Kapitän Michael Wood, dem damaligen Kommandanten der Protector , sollte die Besatzung mit dem Segeln in der Region vertraut gemacht werden, und die Royal Navy selbst sollte ihre Fähigkeit, dies zu tun, „wiederherstellen“.
Kevin McGwin, PolarJournal
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