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Das Brustkrebsrisiko von Frauen, die nach den Wechseljahren regelmäßig körperlich aktiv sind, ist um etwa ein Drittel tiefer als das ihrer eher inaktiven Geschlechtsgenossinnen. Das zeigte eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
Mehrere Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Brustkrebsrisiko von Frauen vermindert. Unbekannt war aber bisher, wie viel Sport die Frauen in welcher Lebensphase treiben müssen, um von dem Schutzeffekt zu profitieren. Außerdem war wenig untersucht, welche Art von Brusttumoren durch die körperliche Aktivität beeinflusst wird.
Antworten auf diese Fragen geben nun die Resultate der MARIE-Studie: Bei dieser Untersuchung wurden 3 464 Brustkrebs-Patientinnen und 6 657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren auf Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Brustkrebsrisiko befragt. Die Teilnehmerinnen der Studie, welche Professorin Jenny Chang-Claude im Deutschen Krebsforschungszentrum und in der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf leitete, gaben Auskunft über ihre körperliche Aktivität während zweier Lebensphasen: vom 30. bis zum 49. Lebensjahr sowie vom 50. Lebensjahr an.
Der Vergleich von Kontrollen und Brustkrebspatientinnen ergab, dass die Frauen der Kontrollgruppe körperlich aktiver gewesen waren als die Patientinnen. Die Wissenschaftler ermittelten daraufhin die relativen Brustkrebsrisiken, in denen auch der Einfluss anderer Risikofaktoren berücksichtigt wurde. Dabei zeigte sich, dass das Risiko, nach den Wechseljahren an Brustkrebs zu erkranken, für die körperlich aktivsten MARIE-Teilnehmerinnen um rund ein Drittel tiefer war als für Frauen, die sich insgesamt wenig körperlich betätigten (Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 17, 2008, 3402).
Schon alltägliche Aktivitäten wie zu Fuß gehen oder Rad fahren reichen zur Risikoreduktion
Für diese Risikoreduktion musste sich niemand im Fitnessstudio quälen: Die Frauen der körperlich aktivsten Gruppe gingen beispielsweise täglich zwei Stunden zu Fuß und fuhren eine Stunde Rad, während die inaktivsten Studienteilnehmerinnen nur etwa 30 Minuten pro Tag zu Fuß unterwegs waren. Die Epidemiologinnen erkannten darüber hinaus, dass hauptsächlich die körperliche Betätigung nach den Wechseljahren dazu beiträgt, das Brustkrebsrisiko zu reduzieren.
Bei der genauen Untersuchung der Art der Brustkrebsfälle zeigte sich, dass bei den körperlich aktiven Frauen vor allem solche Tumoren seltener vorkommen, welche Rezeptoren für die beiden weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron ausbilden. Solche bösartigen Hormonrezeptor-positiven Tumoren machten rund 63 Prozent der Brustkrebsfälle unter den MARIE-Teilnehmerinnen aus. Bei anderen Tumormarkern, wie die Ausbildung des HER2-Rezeptors oder der Grad der Differenzierung der Krebszellen, fand sich kein Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität.
Der positive Effekt der körperlichen Aktivität war unabhängig von Gewichtszunahme, Gesamtenergiezufuhr oder vom Body Mass Index. Die Wissenschaftler vermuten deshalb, dass körperliche Aktivität das Krebsrisiko über hormonelle Mechanismen senkt, und nicht, wie häufig angenommen, nur durch eine Reduktion des Körperfetts oder andere Veränderungen der Körperkonstitution.
Privatdozentin Karen Steindorf aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, die leitende Wissenschaftlerin dieser Analysen, hält fest: “ Es muss ja gar nicht immer Sport sein. In unseren Berechnungen haben wir auch Aktivitäten wie Gartenarbeit, Radeln oder den Fußweg zum Einkaufen berücksichtigt.” Sie rät allen Frauen daher:
“Bleiben oder werden Sie körperlich aktiv – auch in der zweiten Lebenshälfte. Sie senken nicht nur Ihr Brustkrebsrisiko, sondern auch Knochen, Herz und Gehirn profitieren nachweislich davon.”
Quelle: Ärzte Zeitung online, 15.01.2009
Kommentar:
Wieder einmal zeigt sich der Wert von regelmässiger, unspektakulärer, in den Alltag integrierter Bewegung. Das liegt übrigens ganz auf einer naturheilkundlichen Linie. Ein Beispiel dafür ist das klassische 5-Säulen-Prinzip nach Sebastian Kneipp. Danach beruht die Naturheilkunde auf den Säulen:
Hydrotherapie (Wasseranwendungen)
Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Ernährung
Bewegung
Lebensordnung
Für die unspektakuläre, in den Alltag integrierte Bewegung gibt es keine grossen Werbekampagnen, weil damit kaum Geld zu verdienen ist. Auch ein grosser Teil der “Naturheilkunde-Szene” fährt lieber auf angeblich sensationelle Wunderprodukte ab – wie beispielsweise auf Aloe vera (eine Heilpflanze, welche im Bereich Wundheilung durchaus Qualitäten hat). Da geht dann “Bewegung” als simples Heilmittel und Prophylaktikum oft einfach unter.
Wenn nun aber mehr “Bewegung” propagiert wird, müsste auch die Frage nach deren Qualität gestellt werden.
Wirkt eine rein mechanisch ausgeführte Bewegung gleich gut wie Bewegungen, die in sinnvolle Tätigkeiten eingebettet sind?
Ich stelle diese Frage auch ein bisschen aus Eigeninteresse.
Heilkräuter-Exkursionen bewegen Körper, Geist und Seele
Heilkräuter-Exkursionen scheinen mir mit optimaler Bewegungsqualität verbunden. Sie aktivieren nicht nur isoliert die Muskeln und Gelenke. Sie vermitteln gleichzeitig Erlebnisse und Natur-Erfahrungen, welche auch der Psyche gut tun. Und sie fordern und fördern auch geistige Aktivität, wenn es um die Bestimmung der Heilpflanzen oder um ihre Wirkungen und Anwendungen geht.
Heilkräuter-Exkursionen aktivieren darum in optimaler Weise Körper, Geist und Seele zugleich.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
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