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Was bedeutet TPMS?
Welche Fahrzeuge sind von der EU-Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen betroffen?
Was bezweckt die Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen?
Wie funktioniert das Reifendruckkontrollsystem?
Wie weiss ich, ob mein Fahrzeug ein Reifendruckkontrollsystem hat, das den Anforderungen der EU-Verordnung entspricht?
Wie viel kostet ein Reifendruckkontrollsystem?
Kann ich meine Räder in Zukunft immer noch selbst wechseln?
Wie wird die Einhaltung der Verordnung gewährleistet?
Was bedeutet TPMS?
TPMS ist die Abkürzung für Tyre Pressure Monitoring System, zu Deutsch Reifendruckkontrollsystem - RDKS.
Welche Fahrzeuge sind von der EU-Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen betroffen?
Gemäss EU-Verordnung 661/2009 müssen alle Fahrzeuge der Klasse M1 (Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit höchstens acht Sitzplätzen ausser dem Fahrersitz: Pkw und Wohnmobile), die die EG-Typgenehmigung nach November 2012 erhalten haben, wie auch alle neuen Fahrzeuge, die nach November 2014 verkauft werden, ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) haben. Von der Verordnung nicht betroffen sind ältere Fahrzeuge. Wenn ein Fahrzeug bei Erteilung der Betriebserlaubnis kein RDKS hatte, so muss der Besitzer ein solches auch nicht nachträglich einbauen.
Was bezweckt die Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen?
Diese Verordnung hat zum Zweck, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Kraftstoffverbrauch zu optimieren, da der Reifendruck einen beträchtlichen Einfluss auf das Fahrverhalten des Fahrzeugs wie auch auf die Lebensdauer der Reifen hat.
Wie funktioniert das Reifendruckkontrollsystem?
Wie der Name schon sagt, kontrolliert das System den Reifendruck. So wird der Schadstoffausstoss eines Fahrzeugs reduziert und die Fahrsicherheit erhöht. Das System signalisiert dem Fahrer, wenn der Reifendruck 20% unter dem standardmässigen Betriebsdruck (Pwarm) oder unter 1.5 bar liegt. So kann der Fahrer sein Fahrzeug rechtzeitig anhalten und eine potentielle Unfallsituation vermeiden.
Die EU-Verordnung schreibt nicht vor, ob das Reifendruckkontrollsystem ein sogenanntes direktes RDKS mit Überwachungssensoren in jedem Reifen oder ein indirektes RDKS mit Ermittlung des Reifendrucks über ABS und Reifendrehzahl sein muss. Wichtig ist, dass das System alle Anforderungen der EU-Verordnung erfüllt. Die Entscheidung, welches System benutzt wird, liegt beim Fahrzeughersteller.
Wie weiss ich, ob mein Fahrzeug ein Reifendruckkontrollsystem hat, das den Anforderungen der EU-Verordnung entspricht?
Am einfachsten ist es, zu überprüfen, wann das Fahrzeug hergestellt wurde (siehe Frage: Welche Fahrzeuge sind von der EU-Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen betroffen?) und auf entsprechende Warnanzeigen in den Armaturen zu achten. Wenn beim Anlassen des Fahrzeugs im Display ein spezielles RDKS-Symbol aufleuchtet, so ist das Fahrzeug aller Wahrscheinlichkeit nach mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgerüstet, das den Anforderungen der EU-Verordnung entspricht. Bei jedem Anlassen des Fahrzeugs überprüft eine elektronische Zentraleinheit, ob alle Systeme funktionieren. Stimmt der Reifendruck und funktioniert das RDKS einwandfrei, so erlischt das RDKS-Symbol einige Sekunden nach Anlassen des Fahrzeugs. Das RDKS-Symbol im Display sieht so aus:
Wie viel kostet ein Reifendruckkontrollsystem?
Fahrzeuge, die in Übereinstimmung mit der neuen EU-Verordnung hergestellt wurden, haben das Kontrollsystem schon eingebaut. Der Kaufpreis versteht sich also inklusive RDKS. Verfügt das Fahrzeug über ein direktes RDKS (einzelne Sensoren in jedem Reifen), so muss der Fahrzeughalter separate Sensoren für jeden Winterreifen kaufen, um ein einwandfreies Funktionieren des RDKS im Winter zu garantieren.
Qualität und Preise der auf dem Markt erhältlichen Sensoren variieren stark. Die grössten Hersteller von Sensoren sind gegenwärtig in Amerika, Europa und Asien, und ihre Produktepalette umfasst sowohl Originalersatzteile wie auch Aftermarket-Sensoren. Die Preise für Sensoren variieren zurzeit zwischen € 50 – € 250 (CHF 60.- – 300.-) pro Sensor.
Kann ich meine Räder in Zukunft immer noch selbst wechseln?
Sie können Ihre Winter- oder Sommerräder immer noch selbst montieren, da dadurch am Reifen selbst keine Veränderung entsteht und somit die Passform des Reifens nicht beeinflusst wird.
Es ist jedoch möglich, dass bei einem Reifendruckkontrollsystem (direktes RDKS, d.h. separate Sensoren in jedem Reifen) die RDKS-Warnanzeige nach einem Radwechsel nicht mehr erlischt. Dies könnte beispielsweise geschehen, weil die elektronische Zentraleinheit des Fahrzeugs aufgrund einer neuen Sensor-ID oder durch die Veränderung von Radpositionen ein neues ‘Anlernen’ der Sensoren an das Fahrzeug verlangt. In diesem Fall empfiehlt es sich, eine Autowerkstatt oder eine Werkstatt für Reifenservice aufzusuchen, so dass das RDKS wieder einwandfrei funktioniert.
Nach letzten Erkenntnissen erkennen die meisten neuen Fahrzeuge neue Sensoren jedoch selbst, und die elektronische Zentraleinheit korrigiert die Fehlermeldung nach etwa 15 – 20 Fahrminuten automatisch.
Wie wird die Einhaltung der Verordnung gewährleistet?
Gegenwärtig führt ein fehlerhaftes Reifendruckkontrollsystem (d.h. eine leuchtende RDKS-Anzeige im Display) dazu, dass der Fehler beim jährlichen Service behoben werden muss oder das Fahrzeug bei der nächsten Motorfahrzeugkontrolle zurückgewiesen wird.