Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03653.jsonl.gz/863

Die Credit Suisse untersagt ihren Mitarbeitern den Handel mit bestimmten Venezuela-Anleihen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte sich in der Vergangenheit wegen ähnlicher Geschäfte bereits scharfer Kritik ausgesetzt.
Geschäfte mit der Regierung Venezuelas und staatlichen Agenturen des südamerikanischen Landes müssten genehmigt werden. Das geht aus einem internen Schreiben der Credit Suisse hervor.
Es soll geprüft werden, ob Risiken für die Reputation des Geldhauses bestehen. Die CS will nicht in Geschäfte mit einer Regierung verwickelt sein, die Menschenrechte verletzt. Ein Sprecher bestätigte auf Anfrage den Inhalt des Schreibens.
Die zweite Schweizer Grossbank UBS äussert sich gegenüber der Nachrichtenagentur sda vage zu diesem Thema: «Die UBS hat einen global geltenden Standard definiert, wonach mindestens die jeweils aktuell erlassenen Sanktionen der Schweiz, der UN, der EU und der USA berücksichtigt und weltweit umgesetzt werden», schreibt sie lediglich.
Goldman Sachs unter Beschuss
Wegen Transaktionen mit Venezuela-Anleihen haben sich Banken in der Vergangenheit bereits scharfe Kritik gefallen lassen müssen, so etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs. Ende Mai attackierte die venezolanische Opposition die Bank für den Aufkauf von Anleihen des staatlichen Ölkonzerns PDVSA verbal.
Goldman Sachs hatte Medienberichten zufolge PDVSA-Anleihen über einen Nennwert von 2.8 Milliarden Dollar für rund 865 Millionen Dollar erworben. Die Opposition warf der Investmentbank vor, mit dem Anleihenkauf die Unterdrückung von Demonstranten mitzufinanzieren und am Leid der Venezolaner zu verdienen.
Druck aus den USA
Stärker wurde der Druck jüngst auch aus den USA: Diese Woche verhängte die US-Regierung Strafmassnahmen gegen acht venezolanische Amtsträger, die mit der Wahl der umstrittenen Verfassungsversammlung in Verbindung stehen.
Das Vermögen der Betroffenen in den Vereinigten Staaten wird eingefroren. Zudem wird es Bürgern und Unternehmern der USA untersagt, mit ihnen Geschäfte zu treiben.
Gegen Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro gibt es seit Monaten Massenproteste. Dabei wurden mehr als 120 Menschen getötet. Die Opposition wirft dem linken Präsidenten vor, mit Hilfe der umstrittenen Verfassungsversammlung das Parlament auszuhebeln und eine Diktatur zu errichten. (sda/reu)