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Schall- und Brandschutzmassnahmen zwischen den Geschossen
Um die drei übereinander liegenden Wohneinheiten den heutigen Bedürfnissen der Bewohner und den Anforderungen der Gemeinde anzupassen, mussten einige Massnahmen bezüglich Schall- und Brandschutz getroffen werden. Die Bedürfnisse der Bewohner beziehen sich dabei primär auf den Schallschutz, wobei auch der Brandschutz zum Schallschutz beiträgt. Aufgrund feuerpolizeilicher Vorschriften muss zwischen den einzelnen Wohnungen ein Brandschutz eingebracht werden. Zur Bauzeit wurden einige Massnahmen bezüglich Schallschutz getroffen, primär dienten diese Einbauten damals aber als Wärmedämmung. Auf diese Weise konnte die mittels des Kachelofens erzeugte Wärme weniger rasch in das darüber liegende Stockwerk entweichen.
Befund
Die Konstruktionsweise der Decken und Böden ist eine in alten Bauten sehr häufig anzutreffende. Balken, die quer durchs Haus führen und auf den Aussenmauern sowie auf einer Innenmauer, welche parallel zur Aussenmauer verläuft, aufliegen, bilden das Trägergerüst der weiteren Konstruktion. In diesen Balken befinden sich seitlich Nuten, in welche eine Bretterlage eingeschoben ist. Im südlichen Teil sind diese eingeschobenen Bretter als Blindboden verbaut worden, d.h. sie übernehmen eine rein konstruktive Aufgabe. Als im unteren Stockwerk sichtbare Decke ist jeweils ein Täfer montiert. Im nördlichen Teil sind die eingeschobenen Bretter zum Teil von unten sichtbar. Hier sind auch die Balken mit einem einfachen Profil verziert, d.h. Balken und Einschieblinge bilden also die fertige Decke. Im Dachgeschoss haben die Balkenlagen sowie die Blindböden aufgrund eindringenden Wasser Teils stark gelitten und es waren einige faule Stellen vorzufinden.
Massnahmen
Aufgrund der unterschiedlichen Konstruktionsdetails und deren Zustand konnten nicht überall dieselben Massnahmen getroffen werden. Im südlichen Teil, wo die Konstruktion zusätzlich mit einem Deckentäfer ergänzt wird, bleibt mehr Platz für eine schalldämmende Schicht. Unterschiedlich präsentierte sich auch der Zustand der Konstruktion im Dachgeschoss und demjenigen im Obergeschoss. Während im Dachgeschoss die Balkenlage zusätzlich verstärkt werden musste und aufgrund dessen die teilweise ohnehin schon sehr maroden Blindböden entfernt wurden, konnten im Obergeschoss sämtliche Blindböden erhalten werden. Im nördlichen Teil des Hauses musste die Konstruktion wesentlich schlanker gewählt werden, da hier die Einschubbretter jeweils von der unteren Seite her sichtbar sind.
Es gibt also drei unterschiedliche Aufbauten, die sich aber im Wesentlichen nicht gross voneinander unterscheiden. Allesamt haben sie zum Ziel, die bestmögliche Schalldämmung und einen optimalen Brandschutz zu erhalten, ohne dabei wertvolle Bausubstanz zu verlieren. Zudem sind die Höhen der Bodenaufbauten zu beachten. Im Dachgeschoss sind die Decken im Vergleich zu den unteren Räumen etwas tiefer; zu viel Bodenaufbau würde daher die Wohnqualität beeinträchtigen. In der darunterliegenden Etage müssten mit einem höheren Bodenaufbau zu viele andere Bauteile angepasst werden. Nachfolgend werde ich die zwei angewendeten Lösungen im südlichen Teil des Hauses näher erläutern:
Bodenaufbau im Dachgeschoss
Da hier die Balken verstärkt und die Blindböden entfernt wurden, konnte eine optimierte Lösung gefunden werden. Die Balken, die oberflächlich teils Wasserschäden aufweisen, wurden je mit zwei Brettern verstärkt. Diese Bretterverstärkung dient sogleich als Nivellierschicht und bildet die Auflage des weiteren Bodenaufbaus. Auf die Bretter haben wir den Schall abkoppelnde Trennstreifen, ein Produkt der Firma HBT-ISOL aus Bremgarten, montiert. Die Zwischenräume wurden mit einer Korkschüttung gefüllt; darauf folgt eine zementgebundene Holzfaserplatte, die einerseits eine Brandschutzfunktion übernimmt und anderseits als Auflage für den Sand dient. Sand wird eingebaut, um Masse in die Konstruktion zu bringen, was die gesamte Konstruktion beruhigt und weniger Schwingungen übertragbar macht. Zudem ist das Gewicht des Sandes in Kombination mit einer weichen Dämmschicht ein optimaler Luftschallschutz.
Auf die Schalldämmstreifen, welche auf den Balkenaufdoppelungen montiert sind, haben wir nach dem Füllen der Hohlräume nun eine sogenannte 3-Schichtplatte aus Fichtenholz gelegt. Diese liegt sprichwörtlich nur darauf, sie ist also schwimmend verlegt. Um mit der Konstruktion möglichst weit unten zu bleiben, ist der beschriebene Aufbau vollumfänglich zwischen den Balkenlagen montiert. Die 3-Schichtplatte ragt nur an den Stellen über die bestehenden Balken hinaus, wo sich diese durchbiegen oder gesenkt haben. Das gesamte Gewicht des weiteren Bodenaufbaus wird über die schwimmende Verlegung auf den Schalldämmstreifen von diesen getragen. So wird die Übertragung von Körperschall stark reduziert. Köperschall besteht aus Schallwellen die in diesem Fall, über ein Bauteil weitergeleitet werden.
Im Dachgeschoss ist der Bodenaufbau grösstenteils bis und mit der 3-Schichtplatte fertig eingebaut. Was noch fehlt, ist der Einbau der des Fussbodenheizsystems sowie des Parketts. Als Fussbodenheizung haben wir ein System der Firma Fermacell gewählt. Dieses nennt sich Therm25 und bringt einerseits noch einmal etwas Gewicht in die Konstruktion, was sich positiv auf den Schalldämmwert auswirkt, und vervollständigt anderseits den Brandschutz.
Bodenaufbau im Obergeschoss
Die Balkenlagen sowie die Blindböden befinden sich in einem sehr guten Zustand und wurden so angetroffen, wie sie zur Bauzeit eingebaut worden waren. Hier haben wir im Vergleich zum Dachgeschoss einen weiteren Aspekt berücksichtigt, nämlich die Erhaltung und Konservierung der Konstruktion. Auch hier ist die Decke im darunterliegenden Geschoss getäfert; somit konnte der erste Teil des Aufbaus vom Dachgeschoss übernommen werden. Direkt auf das Täfer kam wiederum die Korkschüttung zum Einsatz. Als nächstes wurde sodann der Brandschutz eingebracht. Anders als im Dachgeschoss musste dieser Einbau den Brandschutz vollständig übernehmen. Aus diesem Grund kam hier eine 15mm dicke Gipsfaserplatte zum Einsatz, die vor dem Einbau mit einem Brandschutz-Dichtungsband versehen wurde. Die Gipsfaserplatten wurden mittels Holzleisten unterhalb der Nut für die Blindböden eingebaut, sodass diese im Anschluss wieder in die Nuten geschoben werden konnten.
Um bei dieser Konstruktion dennoch gewisse Senkungen und Unebenheiten im Boden ausgleichen zu können, wurde auf die bestehenden Balkenlagen eine Holzschiftung montiert. Soweit die Ausführungen zum aktuellen Stand. Die Blindböden sind für weitere Arbeiten bereits jetzt begehbar. Später werden die Zwischenräume dann mit Sand gefüllt, um wiederum einen Schallschutz zu erhalten. Auf den Sand werden anschliessend, sobald dieser ausgetrocknet ist, Weichfaserplatten verlegt. Diese dienen als Unterlage für den Massivholzboden, der dereinst darauf verlegt werden soll.
Abschliessend kann gesagt werden: Aus den verschiedenen Gegebenheiten haben wir jeweils die für uns beste Lösung gefunden und realisiert. Wie sich Schallschutzangaben von Herstellern auf unseren Aufbau auswirken, kann erst bei der späteren Benutzung beurteilt werden, wenn sämtliche Details abgeschlossen sind. Es ist unmöglich, Prognosen zu stellen, da an diversen Stellen Kompromisse eingegangen werden mussten. Es musste zudem auch auf die bestehende Substanz eingegangen und diese jeweils in den Aufbau integriert werden. Ich bin gespannt, wie sich die unterschiedlichen Aufbauvarianten später bewähren und werde dazu bestimmt einen Erfahrungsbericht schreiben.