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Auf La Réunion ist Französisch die offizielle Amtssprache. Gesprochen wird aber vor allem Kreolisch. Ein kurzer historischer Abriss über die Sprache der Einheimischen (in der Hoffnung, ich habe im Unterricht gut aufgepasst): Kreolisch entstand während der Kolonial- und Sklavereizeit La Réunions im 17. Jahrhundert. Die Sklaven/Untertanen entwickelten eine eigene Sprache, um sich unter ihresgleichen zu verständigen, ohne dass ihre Herren/Meister etwas davon verstehen könnten. Die Sklaverei ist längst abgeschafft worden, die kreolische Sprache aber ist geblieben.
Ich war gespannt auf den Kurs « Langue créole », der Erasmus-Studenten empfohlen wird. Zwei Veranstaltungen später stand mein Entschluss fest: Nein, danke. Erwartet hatte ich eine angenehm melodiöse Sprache wie etwa Spanisch. Stattdessen klingt Kreolisch so, als würde das Französisch durch den Sprachwolf gedreht. Als würde ein Säugling seine ersten Wortfetzen Französisch herausspucken. Alles andere als melodiös, alles andere als angenehm.
Dem grossen Kauderwelsch zum Trotz habe ich einige Ähnlichkeiten zu meiner eigenen Sprache feststellen können: Genau wie das Schweizerdeutsch entstammt Kreolisch aus einer anderen Sprache. Genau wie das Schweizerdeutsch hat Kreolisch keine standardisierte Rechtschreibung. Genau wie das Schweizerdeutsch wird Kreolisch von den meisten Ausländern nicht verstanden. Vorsicht also, ich sitze im Glashaus.
Kreolisch ist natürlich auch in der hiesigen Musik verankert. Gefühlte 10 Mal hat die Dozentin in der letzten Sitzung das Lied « L’assassin » von Jean-Paul Volnay abgespielt. Aber hört selbst:
Einen Kreolisch-Crashkurs findet ihr hier:
Weitere, auch positive Erlebnisse, gibts auf meinem persönlichen Blog: https://fabiansblogbuch.wordpress.com