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Hochgeachteter Herr & Freund!
Gestern habe ich in Vollziehung des Beschlusses des Gotthard-Ausschusses v. 23 dß. eine sehr einläßliche Zuschrift an H. v. Roggenbach von hier abgehen lassen, nachdem ich im Laufe der Woche auch mit dem Badischen Gesandten, der nach Interlaken gekommen war, um mündlich mit mir zu verhandeln, conferirt hatte.
Beiliegend beehre ich mich, Ihnen eine Mittheilung Graffenried's über die Verrichtungen der Abordnung nach Paris zukommen zu lassen. Wollen Sie mir den Briefe sammt Beilage nach gemachtem Gebrauche wieder zukommen | lassen. Ich befürchte die Angelegenheit wolle in Paris in eine schiefe Bahn geleitet werden. Graffenried wird Morgen wahrscheinlich hieher kommen, um mir noch weitere mündliche Aufschlüsse zu geben.
Ich mache Sie auf den beiliegenden Artikel der St. Galler Zeitung aufmerksam. Es scheint mir unmöglich, daß Jacini sich in solcher Weise ausgedrückt habe. Der Ausschuß muß hierüber Gewißheit erhalten. Das angemessenste dürfte sein, wenn Sie an Pioda (ich denke nach Florenz) schreiben & ihn um zuverlässige Auskunft ersuchen würden.
In freundschaftlicher Hochachtung
Ihr ganz ergebene
Dr A Escher
Interlaken Jungfraublick. 30 Juli 1865