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(mittelalterl.
Aglar), zur Zeit der röm.
Kaiser große Handelsstadt am Nordende des Adriatischen
Meers in Oberitalien,
[* 3] jetzt unbedeutender
Ort von 1400 Einw. in der österreichischen
GrafschaftGradisca. Aquileja wurde 182
v. Chr. 60 Stadien
vom
Meer, mit welchem es durch die einst schiffbare, jetzt versandete
Lagune in
Verbindung stand, als römisches
Castrum angelegt
und ward bald ebenso wichtig in politischer und strategischer Beziehung wie reich und blühend durch
Handel.
Bis ins 5. Jahrh. hatte Aquileja seine
Größe behauptet, als
Attila sich nach dreimonatlicher Belagerung 452 der
Stadt bemeisterte
und sie dem Erdboden gleich machte. Die Einwohner flohen auf die Laguneninseln nach dem
HafenGradus
(Grado).
An der
Stelle des alten Aquileja entstand nach einiger Zeit ein neuer
Ort, der sich noch einmal erhob und zwar
in kirchlicher
Größe. Im 6. Jahrh. entstand das aquilejische
Patriarchat, welches in den Wirren der Zeit eine Macht erlangte,
die der des römischen
Bischofs gleichkam und ganz
Friaul nebst
Istrien umfaßte.
slaw. Voglej, mittelalterlich Aglar, Gemeindevorort in der österr.
Bezirkshauptmannschaft Gradisca, an dem bis Aquileja für kleine Seedampfer schiffbaren Natisso, die mit der Aussa an der ital. Grenze
durch Kanäle (Delle Mee, Anfore) in
¶
Die Stadt nahm unter den ersten röm. Kaisern, namentlich unter Augustus, bedeutenden Aufschwung, wurde
zugleich Station für einen großen Teil der röm. Flotte und eines der wichtigsten Handelsemporien des RömischenReichs, die
zweitgrößte Stadt Italiens nach Rom.
[* 14] Zur Zeit der größten Blüte
[* 15] unter Kaiser Hadrian soll sie 300000 - 500000 Bewohner gehabt
haben. 452 wurde die Stadt von Attila nach langer Belagerung zerstört; ihre Ruinen bilden einen der wichtigsten
Fundorte röm. Altertümer.
Obgleich wieder aufgebaut, gelangte die Stadt doch nie mehr zu ihrer frühern Bedeutung. Schon im 6. Jahrh. trat der auf dem
äußern Strande der Lagunen liegende Außenhafen Gradus (das heutige Grado, s. d.)
an die Stelle des städtischen Hafens. Die Bischöfe von Aquileja nahmen 557 den TitelPatriarchen an. Sie residierten
seit 452 abwechselnd auch in Grado, das aber seit 607 eigene Patriarchen wählte, die mit jenen lange in blutigen Fehden lebten.
Das Patriarchat von Aquileja erlangte infolge seiner Anhänglichkeit an die deutschen Kaiser seit Otto I. eine bedeutende Macht, ging
aber seit dem Untergang der Hohenstaufen wieder zurück. 1751 wurde es ganz unterdrückt. Das Patriarchat
von Grado war schon 1451 nach Venedig verlegt worden. Aquileja gehört seit 1809 zu Österreich. -
Vgl. Kenner, Fundkarte von (in
den «Mitteilungen der k. k. Centralkommission zur Erforschung der Baudenkmale», Bd.
10, Wien 1865);