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Allerlei Berichtigungen
Mr. Coolidge schreibt mir zum letztjährigen Jahrbuch: 1 ) „ Herr Züblin findet in seinem Artikel « Acht Tage in All'Acqua » zu meinem Bedauern nur Tadel für meinen « Führer in den lepontinischen Alpen », welcher ihm anderseits offenbar von großem Nutzen gewesen ist. Ich meinerseits kann nur sagen, daß seine Bemerkungen über den Basodino mir sehr verwirrt scheinen; er sagt ( pag. 126 ), daß er zur Zeit seiner Besteigung mit der Litteratur über diesen Gipfel nicht recht vertraut war, und ich fürchte, daß zur Zeit, wo er seinen Artikel schrieb, seine Erinnerungen etwas verblaßt waren, so daß ich manchmal bei der Lektüre von pag. 126—127 im Zweifel war, ob die Gesellschaft überhaupt einen der Gipfel des Basodino erreicht habe; ich darf wohl hinzufügen, daß ich den Nordgipfel dreimal vom Tosafall aus erstiegen habe und daß ich ihn sehr oft, zuletzt im Juli 1896, vom Strahlgrat bei Binn gesehen habe und eine ausgezeichnete Photographie von ihm, aufgenommen von Sella, wahrscheinlich 1895 auf dem Blindenhorn, besitze. Jedenfalls, wenn Herr Züblin den Südgipfel des Basodino erstiegen haben mag, macht er in seiner Beschreibung verschiedene Irrtümer; pag. 127 sagt er, der Passo d' Antabbia sei ungefähr 300 Meter niedriger als der Basodino. Die italienische Karte giebt für den Paß 3047 Meter und für den Gipfel 3275 Meter, die Differenz ist also nur 228 Meter. Herr Züblin leugnet ferner die Existenz eines Schneerückens nördlich vom Nordgipfel des Basodino. Dieser Schneerücken ist aber deutlich zu sehen auf Sellas Photographie, nur der letzte Teil dieses Rückens erfordert Felskletterei, und nach der Photographie wie nach meinen Erinnerungen reicht der Schnee sowohl von Westen wie von Osten bis hinauf in die Lücke zwischen Basodino ( Nordgipfel ) und Pizzo di Cavergno ( 3223. Ebenso spricht Herr Gottlieb Studer 1865 ( Jahrbuch S.A.C. III, pag. 194 ) von diesem Rücken « als von einer scharfen Firnkante, die sich mit steilen Abdachungen nordwärts zieht ».
Pag. 129—130 tadelt er die « Zeiten » in meinem « Führer ». Nun bin ich nicht im stände, für jede « Zeit » eine Autorität anzugeben, weil ich seit März 1896 England verlassen habe und das handschriftliche Material zu meinem « Führer » dort zurückgeblieben ist; aber aus der Vorrede hätte Herr Züblin ersehen können, daß jeweilen die Zeit des schnellsten Gängers gemeint ist. So erklärt sich wohl leicht die Angabe von 20 Minuten für die Strecke vom Passo d' Antabbia zum Südgipfel des Basodino ( Höhendifferenz 208 Meter ), während Herr Züblin, der offenbar langsam ging, 45 Minuten angiebt. Wenn Herr Züblin sich beklagt, daß für die Strecke zwischen Nord- und Südgipfel in meinem « Führer > die Zeiten unrichtig angegeben seien, so muß ich im allgemeinen bemerken, daß Artikel aus Zeitschriften von mir nur als Belege für die Besteigung auf der bezüglichen Route citiert werden, während die darauffolgenden Beschreibungen und Zeiten sehr oft aus Notizen über nicht publizierte Besteigungen stammen, die man mir zur Verfügung gestellt hat. Hätte Herr Zilblin übrigens den Artikel im Bollettino C.A.I.r welchen er citiert, sorgfältiger gelesen, so würde er gefunden haben, daß die beiden italienischen Besteiger dem Südgipfel eine Minderhöhe von 20 Meter gegenüber dem Nordgipfel ( 3276, resp. 3275 m ) geben, und daß ich offenbar darum den Südgipfel auf 3255 Meter kotiert habe.
Was die zwei Passi di Formazzora betrifft, von denen Herr Züblin pag. 135 —136 meint, ich habe sie an falsche Orte gesetzt, so kann ich einstweilen nur bemerken, daß mich Krankheit im Sommer 1896 verhindert hat, von Binn mich in diese Gegend zu begeben, um die Sache aufzuklären; dagegen bin ich vollständig einverstanden mit der Anmerkung der Eedaktion zu pag. 137, wonach dem Punkt 2963 sein alter historischer Name Marchhorn wiedergegeben werden sollte.
2 ) In seinem sehr interessanten Bericht über die Sardonagruppe berichtigt Herr F. W. Sprecher pag. 194, daß das Saurenjoch zwischen der Hinteren Scheibe und dem Saurenstock liege, während der Sardonapaß zwischen Saurenstock und Piz Segnes hindurchführe. Beide Namen sind an sich vollkommen passend, aber in meinem « Tödiführer », pag. 130—132, wird Herr Sprecher den Nachweis finden, daß historisch der Name Saurenjoch zu dem Paß zwischen Saurenstock und Piz Segnes gehört, während Sardonapaß der breite Schneesattel zwischen Piz Segnes und Trinserhorn genannt wird. Es wäre schade, wenn man die sehr konfuse Nomenklatur dieser Gruppe durch Verpflanzung bekannter Namen von einem Paß auf den andern vermehrenwollte. Ich kann hinzufügen, daß es topographisch und nach meinen Erinnerungen von 1893 auch praktisch unmöglich ist, vom Paß zwischen Saurenstock und Piz Segnes direkt zum Segnespaß zu gelangen, wie Herr Sprecher pag. 194 sagt, man gehe denn über den Piz Segnes selber. Natürlich ist es nicht schwierig, wie wir es 1893 thaten, vom Saurenjoch ( zwischen Saurenstock und Piz Segnes ) direkt westlich auf die Falzüberalp abzusteigen; aber diese Route vereinigt sich mit derjenigen vom Segnespaß erst etwas oberhalb Elm.
3 ) Dr. Jörger scheint pag. 149 anzunehmen, ich mache den Anspruch, der Erste gewesen zu sein, der über den Südwestkamm auf das Güferhorn stieg, aber in meinem « Führer in den Adulaalpen », pag. 114—-115, habe ich ausdrücklich konstatiert, daß sich in der alpinen Litteratur Spuren gelegentlicher Besteigungen auf dieser Route finden, aber daß keine « publizierte Besteigung » vor der meinigen von 1893 zu finden sei; ich will ferner hinzufügen, daß Mr. Holzmann in seinen Notizen über Besteigungen in den Adulaalpen mir nie etwas davon gesagt hat, daß er über den Südwestgrat auf das Güferhorn gestiegen 2 ) sei. Persönlich bin ich geneigt, zu glauben, daß P. Placidus a Spescha gerade diesen Weg, den er vom Rheinwaldhorn aus studieren konnte, eingeschlagen habe; aber leider läßt sich das nicht beweisen. "
Auch in Beziehung auf die Brigelserhörner müssen noch einmal Korrekturen angebracht werden, und zwar sowohl zu der Darstellung in Jahrbuch XXIX als zu der in Jahrbuch XXXI. In ersterem muß auf dem Bild zu pag. 318 die Nomenklatur verbessert werden. Der mit Piz Dadens bezeichnete Punkt am weitesten links, östlich, ist vielmehr der Piz Dado, der nächstfolgende namenlose ist der Piz Dadens; zwischen dem Piz Tumbif und dem Cavestrau pign des Bildes und näher an letzterem erscheint als kleine Spitze der Nordgipfel des Piz Tumbif ( cirka 3100 m ). Dies ist der Punkt, der in allen publizierten Besteigungen, auch wo ihm die Höhenzahl 3060 Meter beigelegt wird, gemeint ist, während offenbar der Punkt 3060 der Karte nicht dieser Gipfel, sondern der von Brigels aus sichtbare Südgipfel ist. Beide Gipfel sind sichtbar in den Beilagen zu Jahrbuch III, Nr. 7, und XIV, Nr. 8. C. Hauser bestieg 1865 den Nordgipfel, ebenso Prof. Theobald 1866, A. Heim 1872 und Mr. Coolidge 1894 und 1895. Es bleibt also immer noch zu untersuchen, wer zuerst den Slidgipfel ( 3060 m ) erreicht hat, wahrscheinlich war es der Landrichter P. Anton de Latour, der erste Ersteiger der Nordspitze. Herr A. Cajacob in Brigels erstieg einmal mit Pfarrer Corai und dessen Sohn den Südgipfel ( 3060 m ) direkt von Osten über die Felsen hinauf und ging von da über die Firnflrst nach dem Nordgipfel ( Dreimännerspitze, cirka 3100 m ) hinüber, und von diesem auf den Kleinen Gletscher hinunter ( nach Mitteilungen von H. Löhnert und Prof. Gasser in Marburg. Red. ).
In dem Aufsatz von Mr. Coolidge bitte ich den Leser eine sonderbare, aber konsequent durchgeführte Verwechslung von Nord und Süd zu korrigieren, die der Aufmerksamkeit sowohl des Verfassers als des Übersetzers und Redaktors entgangen ist. Es muß also pag. 376, Zeile 11 von unten, heissen Nord- statt Südseite, „ 376, „ 6Nord- statt Südseite, „ 377, „ 4 „ oben, „ Nord- statt Südseite, „ 378, „ 12 „ unten, „ Nord- statt Südseite, „ 381, „ 21 „ oben, „ nördlichen statt südlichen, „ 381, „ 23südliche statt nördliche.
In Jahrbuch XXXI, pag. 22, muß der Titel lauten: Über das Tinzenhorn von Nord nach Ost ( nicht Süd ). Endlich hat mich Herr Stokar ( nach dem Druck des betreffenden Bogens ) gebeten, seine Bemerkung ( Jahrbuch XXXII, pag. 8, Zeile 5 von unten ) „ und vor ihnen schon am 25. August 1893 von Herrn Quartiermeister J. P. Schmid aus Filisur mit seinem Knecht Ardüser " als irrig zu streichen. Ebenso ist auf pag. 200 hiervor die Bemerkung über Weilenmanns Zeichnungen zu korrigieren. Er hat nur Skizzen hinterlassen; die größern Panoramen, so auch das vom Languard sind Kopien nach G. Studer. Auf pag. 349, Zeile 12 von unten, muß es statt „ nebenstehende " heißen „ in den Beilagen ".
Redaktion.