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Die Harfe gehört zu den am häufigsten abgebildeten Instrumenten des Mittelalters. Die Bauweise dieses Instrumentes veränderte sich wie bei vielen anderen im Verlaufe der Zeit stark. Ursprünglich war die Harfe ein leichtes, handliches Instrument mit kleinem Resonanzkasten, einer geraden oder schwach gebogenen Vorderstange und ungefähr zwölf Saiten (2 Oktaven). Um 1250 erschien ein neuer, massiverer Harfentyp: der war stark erweitert, der Hals kräftig gebogen und die Vorderstange schwang weit aus. Die Zahl der Selten hatte auf 17 bis 25 zugenommen.
Die Harfe ist das wohl »königlichste« aller mittelalterlichen Instrumente, ist sie doch in der mitterlalterlichen Symbolbedeutung eng mit König David verknüpft. Zahlreiche Abbildungen zeigen den König inmitten von vielerlei Spielleuten, eine Harfe zupfend. Durch diese Verknüpfung mit König David ist die Harfe auch eines der wenigen Instrumente, welches nicht von der kirchlichen Obrigkeit gescholten wurde. Man verwendete sie gleichsam in allen Gesellschaftsschichten, vom Adligen bis zum gemeinsten Spielmann.
Der Ursprung der Harfe liegt ausnahmsweise mal nicht im Orient, sondern im fernen Westen, in Irland. Keltische Abbildungen belegen die Irische Harfe, mit dem typischen, breiten, eckigen Korpus, bereits im 8. und 9. Jahrhundert. Irische Spielleute führten die Harfe dann im 9. Jahrhundert über England nach Europa ein.
Ein ähnliches, kleineres Instrument, die so genannte »Sängerharfe« erfreute sich bald bei den Troubadors und Minnesängern, welche sie zur Gesangs-begleitung verwandten, großer Beliebtheit. Bekannt sind auch die »gotischen« Harfen, die kaum den Kopf des sitzenden Harfners überragten. Heutzutage gibt es moderne Konzertharfen, die ein Vielfaches größer und raffinierter sind und über einen bei Weitem größeren Tonumfang verfügen, aber den Charme und die Anmut der mittelalterlichen Harfen erreichen die modernen Instrumente nicht. [Literatur: Handbuch der Musikinstrumente, Alexander Buchner, 1985 Verlag Werner Dausien]