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Vom Heiligen Meinrad zur Klosterkirche
Die Geschichte der Benediktinerabtei Einsiedeln beginnt mit dem heiligen Meinrad.
Von ihm besitzt das Kloster seine wertvollste Reliquie: das Haupt. Es ruht in einer silbernen Kapsel im Hochaltar der Abteikirche. Der Schädel ist zertrümmert, da Meinrad erschlagen wurde.
Meinrad kam um 800 in der Gegend Tübingen und Rottenburg zur Welt. Seine Eltern schickten den Jungen an die weltberühmte Klosterschule auf der Reichenau. Dort trat er später ins Kloster ein.
Doch es drängte ihn in die Stille. Mit Hilfe einer Gönnerin und mit Erlaubnis des Abts durfte er seinen Traum vom Eremitentum wahr machen. Rund sieben Jahre lebte er in der Stille. Betend und arbeitend zog er sich in den dichten Urwald am Etzel zurück. Dort wo heute die Benediktiner Abtei steht, liess er sich 835 nieder. Meinrad baute eine Kapelle und Wohnräume.
861 suchten zwei Räuber den Einsiedler auf und erschlugen ihn. Sie fanden bei ihm nichts mit Wert, denn alles was er hatte, hatte er verschenkt.
Der Tod von Meinrad ist geschichtlich gut belegt. Aber um ihn ranken viele Legenden. Die bekannteste ist die Legende von den beiden Raben. Meinrad soll sie als junge Vögel vor einem Raubtier gerettet haben. Im Gegenzug verfolgten die Vögel die zwei Mörder bis ins Tal. Dort erkannte man sie und verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen.
Bis heute sind die Raben präsent geblieben. Sie sind das Wappentier von Einsiedeln, auf gelben Grund für das Kloster und auf rotem für das Dorf.
Am 16. September 934 kam Dompropst Eberhard aus Strassburg zur Meinradszelle. Er fasste die Einsiedler im Wald zu einer benediktinischen Gemeinschaft zusammen und wurde der erste Abt. Die erste Bevölkerung des Hochtals waren „Die Gotteshausleute“. Abt Eberhard baute das erste Kloster. Am 24. August 948 wurde die Klosterkirche zu Ehren der heiligen Gottesmutter Maria geweiht und damit die Gründung des Marienklosters der Einsiedler vollendet.
Anlass zur Wallfahrt war zunächst die dem Erlöser geweihte Kapelle, die über der Zelle Meinrads errichtet worden war, sehr bald dann auch die Verehrung der Muttergottes in den verschiedensten Anliegen wie auch die Verehrung des hl. Meinrad, des ersten Eremiten im Einsiedler Hochtal. Heute ist die Gnadenkapelle in der Klosterkirche der wichtigste Anziehungspunkt.
Im 13. Jahrhundert wurde die Wallfahrt zur heiligen Kapelle erklärt und gedeutet durch die sogenannte "Engelweih-Legende". Diese berichtet, Christus sei in der Nacht vom 13. auf den 14. September 948 vom Himmel herabgestiegen und habe die Kapelle selber geweiht; damit wurde der Glaube zum Ausdruck gebracht, dass Einsiedeln ein spezieller Gnadenort sei. Die "Engelweih-Überlieferung" wurde im ausgehenden Mittelalter zum tragenden Grund der Wallfahrt nach Einsiedeln.
Im Mai 1226 fielen das Kloster und die Kirche einem Brand zum Opfer. Einen noch grösseren Schaden richtete das Feuer im April 1456 an. Als es im März 1509 abermals brannte, blieben die Marienkapelle und die Abtwohnung unversehrt.
Das Kloster zeigt eine unregelmässige Anlage, die vom Doppelmünster im Osten beherrscht ist. Die beiden Mitteltürme der Kirche bergen zehn Glocken, zwei weiter in den Dachreitern vervollständigen das Dutzend.