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So manche Schulbücher werden wohl bald umgeschrieben werden müssen und auch viele Skigebiete werden Investitionen überdenken müssen: Denn was heute noch ein schneebedeckter Gletscher ist, kann schon sehr bald nur eine Geröllhalde sein. Große wie kleine Gletscher schmelzen in bedrohlicher Geschwindigkeit. Begonnen hat der Gletscherschwund bereits Mitte des 19. Jahrhundert. In den Alpen haben die Gletscher in den vergangenen 150 Jahren ein Drittel ihrer Fläche verloren.
Ursache ist das Ansteigen der Temperatur weltweit und deshalb sind auch alle Regionen betroffen, auch die Polkappen. Während man davon ausgeht, dass das Abschmelzen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch natürlich Ursachen hatte, weiß man, dass seit etwa 1970 die Hauptursache der raschen Erwärmung der Mensch ist.
Wärme lässt die Gletscher schmelzen, Niederschlag lässt sie wachsen. In manchen Regionen ist durchaus ein Anstieg an Schneefälle zu vermelden, vor allem in Kanada und Europa sowie Teile Australiens. Dagegen sanken sie in Teilen Afrika und Lateinamerikas um bis zu 50 Prozent.
Sonnenlicht und Staub
Dass Gletscher mal wachsen und mal schrumpfen ist normal. Die Schneeschmelze lässt sie zum Beispiel natürlich kleiner werden, aber bislang nur zu einem bestimmten Maß. Das Problem ist, dass die Gletscher insgesamt an Masse verlieren. Hinzu kommt auch, dass Staubpartikel an den Oberflächen die Reflexion des Sonnenlichts verringern und damit ebenfalls zum schnelleren Schmelzen beitragen. Umso wichtiger ist Schneefall, weil die weißen Flocken eine schützende Schicht bilden. Ist der Schnee weg, knallt die Sonne direkt aufs schmutzige Eis und schmilzt es.
Fotoserien belegen, dass der Rückgang sehr schnell passiert. So war der Morteratschgletscher im Jahr 2000 noch schneebedeckt, im Jahr 2013 hatte er bereits keinen Schnee mehr. Ebenfalls fast verschwunden ist der Rhonegletscher, der 2005 noch voller Eis war und in 2015 noch ein kleines Wasserloch davon zeugte, dass hier einst eine meterdicke Eisschicht vorhanden war.
Neue Seen entstehen
In Bayern befürchtet man, dass in spätestens 30 Jahren vier der fünf Gletscher verschwunden sind. Das Abschmelzen der Gletscher hat auch noch einen anderen Effekt: Es entstehen neue Seen. In der Schweiz werden pro Jahr drei neue Seen entdeckt, die durch Schmelzwasser geschaffen wurden. das Verschwinden des Eises birgt noch eine andere Gefahr: Es hat bislang die Steine zusammengehalten. Nun liegen in einigen tausend Meter Millionen Kubikmeter loses Geröll herum. Es wird befürchtet, dass schon in den nächsten Jahren mit schweren Geröll- und Schlammlawinen in den Alpen zu rechnen ist.
In der Schweiz war das Jahr 2017 eines der schmelzintensivsten Jahre. Nur 2003 ist bislang der Spitzenreiter. Ein weiteres Problem ist die Luft in der Höhe: Sie erwärmt sich schneller als im Tal.