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Fritz Zwicky, 1898 im bulgarischen Varna geboren und 1974 in Pasadena verstorben, wuchs in Glarus auf. Die Grabstätte befindet sich in Mollis. Seine Vielseitigkeit; das geniale und beharrliche Forschen; das Ausformulieren von Visionen, die einen markant hohen Wahrheitsgehalt hatten; seine Genialität; die immensen Kenntnisse auf dem Gebiete der Astrophysik und Morphologie; die internationale Anerkennung und seine bemerkenswerte Eigenwilligkeit samt zuweilen unverblümtem Charakterisieren des Gegenübers, werden mit dieser Ausstellung auf eine Art vermittelt, die auch Laien beeindruckt, zum Innehalten veranlasst.
Fritz Zwicky ist als Alpinist, Raketenforscher, Astrophysiker, Morphologe und Erfinder charakterisiert; umfassender kann ein Menschenleben kaum sein. In Fachkreisen gilt er als «Vater der dunklen Materie». Er entdeckte, dass eine Supernova als Neutronenstern endet. Er beobachte – wieder laut Angaben im geschickt ausgestalteten Faltprospekt zur Ausstellung – 123 Supernovae. Die publizierten Galaxienkataloge bedeuten eine epochale Leistung. Zwicky war wissenschaftlicher Direktor der Aerojet Engineering Corporation. Er war an Versuchen mit der V2-Rakete mitbeteiligt und entwickelte neue Raketenantriebe, für die er mehrere US-Patente erhielt. Er ist Entwickler der Morphologie (die äussere Gestalt betreffend) und Verfasser vieler Publikationen mit Titeln wie «Jeder ein Genie», «Entdecken, Erfinden, Forschen im morphologischen Weltbild»; «Morphology of Populsive Power». Eine Biografie verfassten Alfred Stöckli und Roland Müller unter dem Titel: «Fritz Zwicky, Astrophysiker, Genie mit Ecken und Kanten».
Zwicky war zudem ein hervorragender Alpinist. Er war mit Tadeus Reichstein im Jahre 1932 Erstbesteiger der Ruchen-Glärnisch-Nordwand; es schlossen viele Bergfahrten in Europa und den USA an. 1937 entdeckte er die ersten drei Supernovae mithilfe eine 18-Zoll-Teleskops. 1945 erhielt er die offizielle Mission zur Auswertung der beiden Atombombenabwürfe in Japan. 1948 zeichnete er für die Hilfsaktion für kriegsgeschädigte Bibliotheken verantwortlich. 1957 folgte der Abschuss eines künstlichen Objekts ins Weltall. Erwähnt sind zudem die Zusammenarbeit mit der Migros-Klubschule aus dem Jahr 1958 und die Gründung der Fritz-Zwicky-Stiftung (1973 in Glarus).
Zwicky wurde von seinen Eltern als Sechsjähriger zu den Grosseltern nach Glarus geschickt. Er besuchte dort die Höhere Stadtschule und bestand 1916 in der Industrieschule Zürich die Maturitätsprüfung. Dann schrieb er sich an der ETH Zürich ein und erhielt 1920 das Diplom
«Fachlehrer in math.-physik. Richtg». Im Sommer 1925 reiste er nach Pasadena, in die USA. Er fand seine Lebensstelle am California Institute of Technology, CALTECH. Er lebte mit seiner Familie in Pasadena, besuchte auch häufig die Schweiz. Mit Literaten, Industriellen und Forschern (ua. Edwinn Hubble, Paul Scherrer, Friedrich Dürrenmatt, Niels Bohr, Albert Einstein, Gottlieb Duttweiler) pflegte er verschiedenste Kontakte.
Die Ausstellung ist nach dieser Thematik gegliedert und bis Februar 2019 in Mollis zugänglich. Titel, knappe Erläuterungen, Fotos, persönliche Gegenstände, Notizen, zahlreiches, fürs Forschen und Lehren erforderliches Material werden gezeigt, nach verschiedenen Stationen dieses bewegenden Lebens gegliedert. Da sind beispielsweise Jugend- und Schulzeit; Kinderjahre in Varna; Methodologisches Denken in den Bergen; Friedrich Dürrenmatt trifft Fritz Zwicky; Offizielle Mission in Deutschland; Die Arbeit mit Gottlieb Duttweiler; Auswertung der Atombomben - Abwürfe; Militärischer Berater für die USA; Schuss ins Weltall; Wissenschaftliche Vision; Dunkle Materie; Katalogisieren von Galaxien-Haufen; Beiträge zur Astrophysik und zur beobachtenden Astronomie; Arbeit und Leben in Pasadena; Mount Palomar und «Das grosse Auge» (Teleskop); Kreativer Vordenken und Visionär; Die Zwicky-Box; Die Morphologie ist eine Ganzheitsbetrachtung; Fritz Zwickys geniales Vermächtnis; Fachartikel; sein Büro; Auszeichnungen, Medaillen und Ehrungen; Erhalt der durch den amerikanischen Präsidenten verliehenen Freiheitsmedaille, die Zwicky als erster Ausländer im September 1949 erhielt. Zwickys Fachartikel liegen in zehn grossformatigen Lederbänden in der Stiftung, der Schweizerischen Nationalbibliothek Bern und der ETH-Bibliothek Zürich vor. In Dürrenmatts «Physiker» (1961) war Zwicky Vorbild für die Figur des Möbius.
Dass sich zu Grossartigem, absolut Genialem auch Tragisches gesellte, kommt in der Ausstellung knapp vor, Zwicky fühlte sich nicht immer verstanden. Die Kompaktheit ist in einer Biografie enthalten, die erworben werden kann.