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Die Ritterorden (Templer wie Johanniter) erhielten im 12. und 13. Jh. viele Schenkungen. Dies konnten Eigentumsrechte von Ländereien, Gebäude oder bloss deren Erträge sein. Desgleichen Erträge aus Zöllen und Nutzungsrechten (Bergbau, Salzabbau, etc. und Handel).
Nicht jede Landschenkung oder Erwerbung wurde zu einer Komturei. Eine Komturei war das Zentrum vielerlei, verstreuten Grundeigentums. So hatte Bubikon z.B. grosse Rebberge in Küsnacht-Goldbach am Zürichsee, eine Kirche und deren Rechte im heutigen Kanton Aargau und natürlich auch viele teilweise zusammenhängende Ländereien hier in nächster Umgebung.
Um die Sache nutz-, gewinnbringend zu verwalten waren Managementwissen und vielerlei Kontrollen und Anleitungen durch den Komtur selbst, oder dessen Stellvertreter notwendig.
Die Erträge wurden auf eher schlechten Strassen oder wo möglich über den Wasserweg in Richtung Komturei transportiert. Hier erfolgte die sachgerechte Einlagerung, um den sogenannten Nachernteverlust möglichst gering zu halten. Dies bedeutete aber für eine Komturei, dass sie über mehrere, verschieden gebaute grosse Gebäude verfügen musste. Damit all die Ware kurzfristig sachgerecht eingelagert werden konnte.
Verschiedene Gebäude und Räume deshalb, weil z.B. Apfel und Birnen nur in kühlen, feuchten Räumen, Korn in gut durchlüfteten, trockenen Räumen gelagert werden kann, Pferde sich nicht mit Kühen vertragen usw..
Bis zur nächsten, hoffentlich guten Ernte, gab es kaum Möglichkeiten weitere Vorräte zu erwerben.
Es wurde immer weit über den Eigenbedarf produziert, so dass grosse Vorräte angelegt werden konnten. Die einerseits in schlechten Jahren zur Deckung des Eigenbedarfs genutzt, andererseits als überschüssige Produkte in „mageren Jahren“ mit hohem Gewinn auf den Markt gebracht werden konnten.
Eine Komturei, so wie Bubikon hatte noch andere Zwecke:
- Sie war z.B. Erholungs- und Rastort für durchreisende Ordensmitglieder und ihre Gefolgschaft.
- Eine Komturei galt oftmals als kleines Spital, wobei eine eigentliche Spitaltätigkeit kaum nachzuweisen und auch aus medizinischer/hygienischer Sicht kaum anzunehmen ist. Was bei den alten internen Visitationsberichten aber immer ausgewiesen wird, sind Leintücher und Betten als ständiges Materiallager.
- Je nach Standort einer Komturei war das Almosenwesen, das heisst Abgabe von Nahrung und teilweise Kleider oder Stoffen an Bedürftige wichtig. In Bubikon mit seinem eher abgelegenen Standort wird dies kaum eine Rolle gespielt haben.
- Junge Ordensmitglieder verbrachten oft ihre ersten Jahre zur Ausbildung auf einer Komturei, desgleichen ältere, nicht mehr Kriegstaugliche Johanniter als eine art Ruhesitz.
Eine Komturei war gleichzeitig exterritoriales Gebiet, vergleichbar wie ein Botschaftsgebäude eines fremden Staates.
Da die Johanniter direkt dem Papst unterstellt waren, genossen sie weitgehende Rechte ohne dem lokalen Bischof oder etwaigen Landesherren verpflichtet zu sein.
Eine Komturei wurde sicherlich immer wieder ausgebaut und die Gebäude verbessert. Aber im Gegensatz zu einer Klostergründung, wo Zelle für Zelle sozusagen dazuwächst, war man von Beginn einer Komturei an, bestrebt ein funktionales Verwaltungszentrum mit den dazu notwendigen Gebäuden und Infrastruktur zu errichten.
Die über die Jahrhunderte erweiternde Gebäude unserer Komturei, dokumentieren daher nur den allmählichen Wechsel von Holz- und Fachwerkgebäuden zu den wesentlich stabileren Steingebäuden.
Eine Komturei war üblicherweise keine stark befestigte Burg, noch ist der Vergleich zu einem Klosterbau möglich.