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Biography
Johannes Aal war ein Sohn des Hans von Aal († um 1515), der seit spätestens 1485 das Bremgartener Bürgerrecht besass, und dessen aus angesehener Bremgartener Bürgerfamilie stammender Frau Katharina, geb. Füchslin († um 1527). Über sein genaues Geburtsdatum und seine frühen Jahre ist nichts bekannt. Da Johannes Aal 1529 als "junger Priester" genannt wurde, kann, unter Berücksichtigung der üblichen Studienzeit, seine Geburt auf den Beginn des 16. Jahrhunderts datiert werden.
Aal war als Geistlicher ein strikter Verfechter des Katholizismus. Als mit dem Auftreten des Ablasskrämers Samson in Bremgarten die Streitigkeiten um die Einführung der Reformation einsetzten, wurde Aal von den Katholiken 1529 zum Dekan seiner Heimatstadt gewählt, nachdem sich sein Vorgänger, Dekan Heinrich Bullinger, offen zum Protestantismus bekannt hatte. Aal war jedoch nur wenige Monate in seinem Amt tätig. Noch im selben Jahr setzte sich die Reformation in der Gemeinde endgültig durch und Heinrich Bullinger, der Sohn des abgesetzten Dekans, übernahm Aals geistliche Position. Daraufhin ging Aal als Leutpriester nach Baden bei Zürich. Dort trat er in die Verenabrüderschaft ein.
Zur Inangriffnahme eines Studiums begab sich Aal 1536 nach Freiburg im Breisgau. Am 26. August dieses Jahres immatrikulierte er sich an der dortigen Universität und nahm Unterricht beim Humanisten Glareanus, mit dem ihn in der Folge eine lebenslange Freundschaft verband. Er verfügte offenbar über eine beträchtliche musikalische Begabung, war als Orgelspieler bekannt und wirkte an der Ausarbeitung von Glareanus' Musikwerk Dodekachordon mit, in dem er an einer Stelle sehr positiv charakterisiert wird. Der gleichen Textstelle ist zu entnehmen, dass Aal sich nicht nur mit Theologie, sondern auch mit mathematischen Disziplinen und Sprachen beschäftigte. Von der Korrespondenz zwischen Aal und seinem Lehrer existieren heute noch neun in der Zentralbibliothek Solothurns aufbewahrte Briefe, die Glareanus an Aal schrieb.
Schliesslich wurde Aal im Februar 1538 als Stiftsprediger von St. Ursus nach Solothurn berufen. Ferner übte er das Amt des Rektors der Stiftsschule aus. Am 30. Juni 1544 wurde er zum Propst des Stifts gewählt und erlangte damit das Bürgerrecht in Solothurn. 1550 wurde er zum Kanonikus ernannt. Er konnte sich hohen Ansehens in Solothurn erfreuen. Vor seinem in dieser Stadt am 28. Mai 1551 erfolgten Tod hatte er in seinem auf den vorangegangenen 23. Mai datierten Testament Verfügungen über sein Erbe getroffen. Bestattet wurde er im alten Ursus-Münster Solothurns.
Johannes Aals Schwester Verena heiratete den Bremgartener Bürger Gebhard Wagner. Aus dieser Verbindung ging der Schulmeister und Dramatiker Hanns Wagner (1522–1590) hervor.