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Glenn Seaborg gestorben
In den späten 30er Jahren begann Seaborg in Berkeley Verfahren zu entwickeln, um mit dem von Ernest O. Lawrence gebauten Zyklotron radioaktive Isotope gezielt künstlich herzustellen, die heute noch in der Medizin gebraucht werden. Durch den Beschuss von Uran mit Deuterium gelang es Seaborg und Mitarbeitern anfangs 1941, erstmals das theoretisch vorausgesagte Plutonium darzustellen. Emilio Segrè stiess zur Gruppe. Zusammen entdeckten sie, dass Plutonium auch durch Bombardieren von Uran mit Neutronen zu erzeugen war und dass dieses Plutonium wie Uran spaltbar war. Kurz darauf traten die USA in den Zweiten Weltkriegs ein und zogen das geheime Manhattan-Projekt auf. Es galt, der befürchteten Entwicklung von Atombomben in Nazi-Deutschland zuvorzukommen. Seaborg wurde als leitender Wissenschafter beauftragt, die chemische Verfahrenstechnik zu entwickeln, um im industriellen Massstab Plutonium aus dem Uran abzutrennen, das in den von Enrico Fermi gebauten Kernreaktoren bestrahlt worden war. Bis zum Kriegsende konnte so genug Plutonium produziert werden, um daraus zwei Atombomben herzustellen.
Mit dem Ende des Manhattan-Projekts kehrte Seaborg als Professor an die University of California in Berkeley zurück und setzte seine kernchemischen Arbeiten fort. In den folgenden Jahren erzeugten er und seine Mitarbeiter neun weitere Transurane und entwickelten die Schwerelementchemie. 1951 erhielt Seaborg für seine Forschungsarbeiten zusammen mit Edwin M. McMillan den Nobelpreis für Chemie. Im April 1997 gab die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) dem Element mit der Ordnungszahl 106 zu Ehren des Forschers den Namen Seaborgium (Sg).
Seinem Land diente Seaborg weiter in mehreren öffentlichen Ämtern. 1961 ernannte ihn Präsident Kennedy zum Vorsitzenden der mächtigen US Atomic Energy Commission, die Seaborg weiter bis 1971 unter den Präsidenten Johnson und Nixon leitete. In seine Amtszeit fielen das erste nukleare Testbannabkommen mit der Sowjetunion und der Bau einer ersten Serie von rund 70 kommerziellen Kernkraftwerken in den USA.