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Écart – Der Raum dazwischen oder Es gibt keine kulturelle Identität
Die Fortsetzung der Installation «Flüchtlinge» von 2018 als freie Interpretation der Philosophie von François Jullien.
Kultur sollte als Ressource, die prinzipiell allen zur Verfügung steht, verstanden werden, und nicht als Identität. Die Vorstellung, es gäbe so etwas wie eine kulturelle Identität, geht davon aus, dass in der Logik des Unterschieds über Kulturen nachgedacht wird: hier die eigene Kultur, dort die fremde, hier die eine Lebensweise, dort die andere.
Anstatt die Verschiedenheit der Kulturen als Differenz zu beschreiben, sollten wir uns ihr mit Hilfe des Konzepts des Abstands nähern. «Écart», der Raum dazwischen, beschreibt nicht eine Unterscheidung oder eine Differenz, sondern alles, was «dazwischen» liegt und dabei nichts ausschliesst. Es ist dieser Zwischenraum und nicht das «Ähnliche» (semblable), der letztendlich eine produktive Spannung ermöglicht, aus welcher Neues und Fruchtbares entstehen kann. Ist also Transformation der Ursprung des Kulturellen, so ist es nicht möglich, kulturelle Eigenschaften zu fixieren.
(Jullien, F., 2019, «es gibt keine kulturelle Identität», 5. Auflage, Edition Suhrkamp)
Vor 2000 Jahren begann der chinesische Kaiser mit dem Bau einer Grenzmauer, die sich über eine Länge von 21’000 km erstreckte.
2016 waren 65 mio Menschen weltweit auf der Flucht.
1’200 km seiner Grenzen hat Europa bereits mit einem Zaun gesichert.
Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder, davon sind etwa 300’000 unbegleitet.
Für den NATO-Stacheldraht für Europas Grenzzäune wurden 500 mio Euro ausgegeben.
10’000 der flüchtenden Kinder galten im Jahr 2016 als vermisst.
155 km lang war die Mauer zwischen Ost- und Westberlin.
84% aller Flüchtlinge leben in Entwicklungsländer.
Eine 759 km lange Absperrung entlang der Grenzlinie trennt Israel vom Westjordanland.
2016 gelangten 178’900 Menschen über das Mittelmeer nach Europa.
Die Mauer zwischen Mexico und den USA soll 3’200 km lang und 9 m hoch werden.
5’143 Menschen starben 2016 beim überqueren des Mittelmeeres.
Die «line of control» ist eine 550 km lange und drei Meter hohe Barriere, die Indien in der Region Kaschmir von Pakistan trennt.
Ende 2016 galten 45’804 Menschen in der Schweiz als anerkannte Flüchtlinge.
Die 4 km breite Zone zwischen Nord- und Südkorea ist der am stärksten militärisch gesicherte Grenzstreifen der Welt.
Beim Versuch über die Grenze in die USA zu gelangen, starben zwischen 2000 und 2014 etwa 6’000 Menschen.
Heute trennen weltweit fast 70 Sperranlagen Staaten und Städte voneinander.