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Ist ein Mensch erst an Influenza erkrankt, wird er zu einer «Virenschleuder auf zwei Beinen» umfunktioniert: Die Viren nutzen die Maschinerie der Wirtszelle und zwingen sie dazu, nur noch neue Viren zusammenzubauen. Also vervielfältigt die Zelle virale RNA-Stränge und produziert virale Proteine. Sobald alle Virusteile hergestellt sind, knospen an der Zelloberfläche neue Virusbläschen, die sich mit Hilfe der NA von der Wirtszelle befreien.
Dieser Schritt kann mit Hilfe von Medikamenten verhindert werden. Wenn dies nicht geschieht, können aus einer einzelnen, versklavten Zelle, innerhalb von Stunden bis zu 10 000 funktionstüchtige neue Viren ausbrechen. Sie befallen weitere Körperzellen und dem Patienten drohen die bekannten Grippe-Symptome: hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen.
Mit jedem Husten, mit jedem Niesen verteilt die infizierte Person nun Millionen neuer Viren in der Luft (Tröpfchen), auf Tastaturen, Telefonen, Türgriffen. Viren, die nur darauf warten, neue Wirtszellen zu befallen. Die Epidemie beginnt.