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Kantate zum 4. Sonntag nach Epiphanias, für Sopran, Tenor und Bass, Vokalensemble, Corno da caccia, Trompete, Oboe I+II, Streicher und Basso continuo
Die 1735 als Nachzügler dem Bach’schen Choraljahrgang hinzugefügte Kantate über Luthers Psalmlied «Wär Gott nicht mit uns diese Zeit» BWV 14 gehört zu Bachs spätesten Kompositionen für den Leipziger Gottesdienst. Entsprechend verknüpft insbesondere der nur von Singstimmen mit verdoppelnden Instrumenten bestrittene g-Moll-Eingangschor eine motettische Anlage von ausgeprägter fugenmässiger Komplexität mit einer empfindsam-seufzermässig rhythmisierten Linienführung der Einzelstimmen. In experimenteller Weise ist auch der Sopran in die verschlungene Kontrapunktik einbezogen, während der eigentliche Cantus firmus wortlos vom Horn und zwei Oboen vorgetragen wird. Wie unterschiedlich sich das menschliche Vertrauen auf Gottes schützende Macht äussern kann, wird in den beiden Arien offenbar, die aus der von fern hörbaren Präsenz der himmlischen Heerscharen Trost ob der eigenen Schwäche ziehen sowie aus dem eindringlichen Zuspruch zweier Oboen innerliche Kraft schöpfen.