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Es ist nichts Neues, dass US-Präsident Donald Trump ein eher kompliziertes Verhältnis zur Wahrheit hat. Doch nach der möglicherweise verlorenen US-Wahl erreichte er in seinem Bemühen, falsche Informationen zu verbreiten, einen neuen, traurigen Höhepunkt.
In mehreren Tweets versuchte Trump, den Eindruck zu erwecken, finstere Kräfte (also die Demokraten) versuchten, ihm seinen angeblich überwältigenden Wahlsieg zu stehlen. Doch dafür gibt es keinerlei Hinweise. Allein, dass dies extra betont werden muss, zeigt, dass seine Methode tatsächlich verfängt.
Schauen wir uns drei seiner Tweets mal genauer an.
Falsch. Die Wahlhelfer haben einfach nur die Stimmen gezählt. In einigen Bundesstaaten wie Pennsylvania wurden die Briefwahl-Stimmen – die bei dieser Wahl tendenziell den Demokraten zugutekommen – erst nach dem Wahltag ausgezählt. Das liegt daran, dass die republikanische Parlamentsmehrheit in diesen Staaten nicht zulassen wollte, dass die Stimmen schon früher ausgezählt werden – also sobald sie eingetroffen sind.
Falsch. Es gab gar keine «Überraschung». Die Stimmen wurden einfach ausgezählt – sie sind nicht «magisch aufgetaucht». Vielleicht hat Trump das falsch verstanden: Wenn politische Beobachter über «Ballot-Dumps» sprechen, dann meinen sie nicht, dass Stimmzettel weggeworfen wurden. Vielmehr beziehen sie sich auf Momente, in denen eine grosse Menge neu ausgezählter Stimmen in die öffentliche Gesamtzahl eingegeben oder eben «abgeworfen» (dumped) wird.
Falsch. Niemand hat versucht, etwas zu stehlen; es gab bislang keine Beweise für Wahlbetrug. Die Stimmen wurden einfach nur gezählt, nicht abgegeben, nachdem die Wahllokale geschlossen waren. (watson.de/om)