Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03163.jsonl.gz/2519

Das zweite von Louise Zepf aufbewahrte Band mit der Musik zu einer 2-teiligen Vortragsreihe von Johnny Simmen über den berühmten Posaunisten wird heute vor- geführt. Jetzt befinden wir uns schon in der Zeit nach 1944, aber es fehlt uns nach wie vor Auskunft darüber, welche Stücke mit welchen Mitspielern zu hören sind. Also veranstalten wir noch ein Quiz für Teagarden-Kenner. Der heutige Referent spielt die von Simmen ausgewählten Beispiele vor, und das Publikum soll, wo mög- lich, dazu Titel und Besatzung beisteuern. Sollte jemand eine Titelübersicht von da- mals gefunden haben, wäre sie oder er natürlich im wesentlichen Vorteil.
Es ist wahrscheinlich schwierig für die meisten Jazz "Aficionados" Harry James als einen wichtigen Jazzmusiker zu betrachten. Zu Unrecht, denn wenn man seine ganze Musikerlaufbahn berücksichtigt, und nicht nur die Zeit seiner grössten Popularität (anfangs der Vierzigerjahre), stellt man fest, dass er die meiste Zeit seiner Karriere dem Jazz widmete, vor allem in den frühen Jahren mit Ben Pollack und Benny Goodman, aber auch später, als er weniger im Rampenlicht stand, während fast 35 Jahren als Leader seines eigenen Orchesters. Er beschäftigte auch immer erstklassige Jazzsolisten.
Vor allem die Big Bands brauchten nebst einem präzisen Klangkörper und fähigen Solisten auch gute Arrangeure. Häufig wenig beachtet, trugen sie viel zur Reputation eines Orchesters bei. Einer, der sich schon früh einen Namen geschaffen hatte, war Jimmy Mundy. Er war Tenorsaxophonist und Bandleader, vor allem aber Arrangeur. Seine ersten Spuren findet man 1932 bei Claude Hopkins. Wir verfolgen sein Schaf- fen von den Anfängen bis in die fünfziger Jahre und hören uns Beispiele mit über zehn Bands an, für die er tätig war.
Leider musste dieser Vortrag vom 20. Nov. 2006 wegen einer Werkstatt-Probe des Zürich Jazz Orchestras auf das heutige Datum verschoben werden. Jetzt kommt aber der sechsten Abend über Earl Hines, womit der Referent seine Vortragsreihe über diesen stilbildenden Ausnahme-Musiker abschliesst. Es werden seine letzten Jahre ab 1974 behandelt.
Wäre am 1. September 1939 nicht der Zweite Weltkrieg ausgebrochen, hätte das Jimmie Lunceford Orchestra am 9. Oktober (vor Basel, Bern, Genf und Lausanne) auch in Zürich ein Konzert gegeben. Hans Philippi wusste sogar zu erzählen, dass diese amerikanische Bigband für Auftritte an der „Landi“ vorgesehen war, doch Teddy Stauffer kam zum Zug. Nach einer kurzen Tournee in Skandinavien im Februar 1937 hätte die Konzertreise 1939 durch Europa vom 9. September in Belgien („BELGIUM STOMP“) über Holland, Dänemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz und Frankreich bis am 16. Oktober in Paris gedauert. Zum Glück existiert genügend Material auf Schallplatten, damit diese Zeit wenigstens musikalisch nach- vollzogen werden kann.
Von Radio DRS hat der Referent Aufnahmen von Konzerten der beiden Jazz Festivals in Bern 1979 und 1980. Dadurch erleben wir sozusagen "live" die Pianisten Sammy Price, Dick Wellstood, Jay McShann, Teddy Wilson und Ray Bryant.
Ein grosser Altsaxophonist mit einem unverkennbaren Ton, der mit Schärfe und grosser Intensität gespielt wurde. Als Teenager war er mit Nachbarjungen wie Bud Powell, Thelonious Monk und Sonny Rollins befreundet. Auf Empfehlung vom Powell wurde er 1951 von Miles Davis engagiert und erlebte mit ihm seine erste Plattenaufnahme. Den Rest der Dekade kann man als seine Lehrjahre betrachten. Seine Diskographie unter eigenem Namen umfasst mindestens 49 Sessions und dazu kommen eine Menge Teilnahmen teils als fest angestellter Musiker bei George Wallington, Charles Mingus und Art Blakey’s Jazz Messengers (1956-58), teils als begehrter Sideman. Nicht ohne Grund hiess eines seiner letzten Alben „Jackie Mac Attack Live“.
Der Referent hat einige Videoausschnitte von den Montreux Jazz Festival Konzerten um 1982 geschenkt bekommen, und zwar: - Charlie Hadens Liberation Orchestra u. a. mit Tom Harrell (tp), Ken McIntyre, John Stubblefield (ts), Amina Myers (p) und Paul Motian (dm) etc. - Miles Davis mit der Gil Evans Ghost-Band und dem George Gruntz Orchester. - Don Grolnick mit Randy Brecker und Joe Henderson. Dazu eine ca. ½-stündige Dokumentation über Miles Davis.
In der letzten Zeit sind weitere amerkanische Jazz CD’s sowie einige neue Schweizer Produktionen ins Archiv eingegangen. Heute Abend hören wir eine spannende Aus- wahl davon. Die Sammlung ist inzwischen so angewachsen, dass die Verwaltung jetzt im eigenen Plattengeschäft des Uster-Jazz-Museums Dubletten verkaufen kann.
(Die Programmredaktion bedauert im letzten Programm das Wortspiel im Titel von Theo’s Filmabend nicht begriffen bzw. missverstanden und es mit einer sprachlichen Korrektur versehen zu haben. Im unwahrscheinlichen Falle, dass ein Leser es noch nicht weiss, wird auf dem Bond-Film „From Moscow With Love“ hingewiesen.)Der Film, auch der Zeichentrickfilm, sowie die Jazzmusik entstanden an der Schwelle des 20.Jahrhunderts. Da sich der Jazz, mindesten der frühe, selbst oft nicht ganz so ernst genommen hat, eignete er sich ausgezeichnet für die Untermalung von Animationsfilmen. So entwickelte sich schon früh ein mal loses, mal inniges Ver- hältnis zwischen Cartoon und Jazz. Auch entsprach die Jazz-Rhythmik der meist rasch wechselnden Dynamik der Cartoons. Der Abend bringt eine weitere Folge aus- gewählter Animationsfilme, die diesmal zwischen 1932 und 1956 entstanden sind. Mit Mickey Mouse, Willie Whopper, Nicodemus dem Tunichtgut, König King Size, Uncle Tom, dem lüsternen Wolf, Tom & Jerry. Und andere. Begegnungen aber auch mit Bennie Moten's K.C.Orchestra, Meade 'Lux' Lewis, Loumell Morgan Trio, 'Fats' Waller, Eddie Beal Orchestra, Shorty Rogers Combo mit Shelly Manne. Und anderen mehr. Kurz: Jazztoons -- schmissig und bissig. Wiederum 80 Minuten Spass!
Nach längerer Zeit, wieder ein “Groovin’ High”, bei dem Themen eines einzigen Komponisten vorgestellt werden. Der Mann ist Vincent Youmans und „Tea For Two“ wahrscheinlich sein bekanntestes Lied. Weiter sind 3-6 Versionen von „I Want To Be Happy“, „Time On My Hands“, „Halleluja“, I Know That You Know” und “More Than You Know” auf dem Programm.
J.J. Johnson war der erste Posaunist, dem es möglich war, die komplexen Ansprüche des Bop auf diesem Instrument zu spielen. Er war eine der wichtigsten Stimmen der Jazzentwicklung der Vierziger- und Fünfzigerjahre und hatte einen enormen Einfluss auf alle späteren Posaunisten. Dieser erste Teil berücksichtigt seine frühe Karriere als Sideman und Leader his Mitte der Fünfzigerjahre, als zusammen mit Kai Winding das berühmte Jay & Kai Quintett entstand.
Im Chevy Impala sitzen Joachim Ernst Berendt und William Claxton. Die Reise führt quer durch Amerika. Welche Orte haben Spuren - geben Zeugnis über die Aus gangspunkte und der Kunstform des Jazz? J.E.B. machte mit dem Tonband seine so genannten Uraufzeichnugen. Claxton fotografierte seine Jazzhelden, es entstehen da bei die „Bilder mit Seele“ wie sie Berendt bezeichnet. 2005 erschien im Taschen verlag - JAZZ LIVE - ein 7.5 Kilo schwerer Fotoband und beiliegender CD. Mit Bil dern und Musik aus diesem Schwergewicht möchte ich den heutigen Abend gestal- ten.