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Drei Novellen, die eines gemeinsam haben: Sie beschreiben die Suche nach Glück über dem Abgrund des Endlichen.
Im Jahr 1948 wurde in der Nähe einer Berliner Gartenlaubenkolonie ein junger Mann ermordet, der Täter nie gefasst. Der Bruder des Ermordeten, mittlerweile sechzig Jahre älter, hat ihn nahezu vergessen – bis eines Tages ein Mann auftaucht, der hartnäckig behauptet, der Mörder zu sein. Er müsse die Tat sühnen, und der Bruder seines Opfers solle ihm dabei helfen (›Der Abgrund des Endlichen‹). Ein Historiker ist fasziniert von der Mystikerin Hildegard von Bingen, vor allem ihren Antiphonen. Als er schwer erkrankt, muss er sich entscheiden, wohin er gehört: ins Reich der Vergangenheit oder aber zu seiner Partnerin, einer Kardiologin, die es gewohnt ist, Leben um jeden Preis zu verlängern (›Hinter der Brücke‹). Der geschiedene Studienrat mit Neigung zum eigenen Geschlecht scheint nicht weniger verloren als die schöne Mathilde aus der Belle Époque, die unbeachtet und vermauert auf ihrem Sockel über einer Autowerkstatt zurückblieb. Um diese Frauenfigur aus Gips kreist seine tiefe Sehnsucht (›Mathilde oder der Lichtwechsel‹).
»Hartmut Lange lässt seine Figuren nicht an psychischen Defekten laborieren. Vielmehr diagnostiziert er als Ursache ihrer Störung einen Mangel an Metaphysik. Darum sind seine Bücher in einer Zeit, in der die Seinsfragen auch deshalb so drängend geworden sind, weil sie so lange verdrängt wurden, so unerhört aktuell.«Der Spiegel
»Für Hartmut Langes Novellen von Geschichtsversessenheit und Geschichtsvergessenheit, Schuld und Sühne gibt es nur ein Wort: meisterhaft.«Rheinischer Merkur