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Hier stehen wir am Eingang zum Burgplatz: Seit dem 9. Jahrhundert lag hier der Fürstensitz der Brunonen. Herzog Heinrich der Löwe hat den Burgplatz im 12. Jahrhundert zum Zentrum der welfischen Macht ausgebaut. Der Burgplatz, umgrenzt von der Burg, dem Dom, dem klassizistischen "Vieweghaus" und schönen Fachwerkbauten, zeigt noch heute den mittelalterlichen Grundriss. Im Mittelpunkt des Platzes steht das Löwenstandbild.
Braunschweig, am Burgplatz
Die Burg Dankwarderode war die Residenz Heinrichs des Löwen. Der jetzige Bau wurde auf dem Grundriss des im Jahre 1175 entstandenen Saalbaues des Herzogs ab 1887 auf der Grundlage archäologischer Untersuchungen rekonstruiert und wieder errichtet.
Im nördlichen Teil des Burgplatzes steht das Huneborstelsche Haus, heute Gildehaus. Es wurde 1901 unter Verwendung der Originalbauteile des Hauses Sack 5 (um 1530) errichtet.
Figuren am Rathaus
Ganz in der Nähe des Burgplatzes liegt das Rathaus der Stadt Braunschweig. Das Rathaus ist urkundlich schon vor 1253 belegt. Der neugotische Bau wurde 1894 bis 1900 errichtet.
Im Stadtbild fällt das Rathaus durch den 61 m hohen Turm auf, der nach flandrischen Vorbildern angelegt wurde.
Das Gewandhaus am Altstadtmarkt in Braunschweig diente ursprünglich als Lager-, Verkaufs- und Gildehaus der Gilde der Gewandschneider.
Der Ostgiebel aus dem 16. Jh. im Stil der Renaissance zählt zu den bedeutendsten Werken der Renaissancebaukunst in Niedersachsen.
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Die Kollegiatsstiftskirche St. Blasii, heute evangelisch-lutherischer Dom.
1172 begibt sich Heinrich der Löwe auf eine Pilgerreise in das heilige Land.
1173 ist der Baubeginn des Braunschweiger Doms nach der glücklichen Rückkehr Heinrichs des Löwen.
1173 bis 1195 wird der Dom als dreischiffige Gewölbebasilika anstelle einer älteren Anlage errichtet. Der Dom ist der erste voll gewölbte Bau Niedersachsens. Heinrich der Löwe bestimmt diese Kirche als seine Grabstätte, wo er 1195 auch neben seiner Gemahlin Mathilde bestattet wird. Die zunächst als dreischiffige Basilika errichtete Anlage wurde bis heute mehrfach umgebaut, erweitert und rekonstruiert. Zu den wichtigsten Ausstattungsstücken gehören der Marienaltar (1188), der siebenarmige Leuchter (um 1170/80) und das aus Holz geschnitzte Kruzifix des Meisters Imervard (2. Hälfte 12. Jahrhundert), sowie das Grabmal von Heinrich dem Löwen und Mathilde. Dieses um 1250 aus Muschelkalk geschaffene Grabmal im Mittelschiff des Doms gilt als ein Hauptwerk mittelalterlicher Steinplastik.
Das Evangeliar ist eines der großen Schöpfungen der romanischen Buchkunst. Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den dynastischen Anspruch und das hohe Selbstbewußtsein des Herzogs Heinrich des Löwen. Das Buch, von ihm in Auftrag für den Marienaltar gegeben, ist die einzige als Stiftung eines Herrschers ausgewiesene liturgische Evangelienhandschrift des 12. Jahrhunderts, die aus staufischer Zeit erhalten geblieben ist. Herzog Heinrich der Löwe hat sie, gemeinsam mit seiner Gemahlin Mathilde, dem ab 1173 errichteten Braunschweiger Dom anläßlich der Weihe des Marienaltars im Jahr 1188 gewidmet. Wie aus der Bezeichnung der Handschrift, Evangeliar, hervorgeht, enthält sie die Worte des Evangeliums.
In der unteren Hälfte des Krönungsbildes kniet in der Mitte links Herzog Heinrich der Löwe, ihm gegenüber befindet sich seine zweite Gemahlin Mathilde von England. Heinrich und Mathilde sind in kostbare Gewänder gekleidet und halten jeder ein goldenes Kreuz in der Hand. Hinter Heinrich dem Löwen steht sein Vater Heinrich der Stolze und seine Mutter Gertrud, dann deren Vater Kaiser Lothar III. und dessen Frau Richenza, also die Großeltern Heinrichs des Löwen. Hinter Mathilde stehen ihr Vater König Heinrich II. von England, dessen Mutter Königin Mathilde und eine unbekannte Person. Die Kronen die Christus aus dem Himmel reicht, sind eher als die Kronen des ewigen Lebens zu deuten, als die der weltlichen Herrschaft. Auf die Kronen des ewigen Lebens beziehen sich die Texte auf den Spruchbändern der Halbfiguren in den Eckfeldern der Darstellung. Im Widmungsgedicht des Evangeliars heißt es, dass Herzog Heinrich und Mathilde "dieses goldglänzende Buch" in der Hoffnung auf das ewige Leben Christus gewidmet haben.
Das Grabmal Heinrichs des Löwen und von Herzogin Mathilde:
Im zweiten Langhausjoch liegen die lebensgroßen Skulpturen des Herzogspaares, die nach Osten, dem Ort des Jüngsten Gerichtes und der Auferstehung blicken, wie es für mittelalterliche Gräber üblich ist. Das Grabmal hat Pfalzgraf Heinrich (um 1173/1227) für seinen Vater in Auftrag gegeben. Es ist anzunehmen, dass es zur Domweihe 1226 fertig gestellt war.
Während bei den meisten Grabmälern dieser Zeit eine stehend aufgefasste Figur auf eine Platte gelegt ist, wird hier versucht, liegende Menschen darzustellen. So folgt der Stoff hier in vielen Details der Schwerkraft, sehr schön an den Gewändern des Paares zu sehen. Sehr liebevoll behandelt sind auch verschiedene Details, wie die scheinbar aus weichem Material bestehenden Kissen unter den Köpfen oder die mit Blattwerk verzierten Konsolen zu Füßen des Paares.
Der Künstler hat mit den Skulpturen das Idealbild eines Fürstenpaares geschaffen, denn er hatte Heinrich und Mathilde wohl kaum persönlich gekannt; sie waren rund dreißig Jahre tot. Heinrich wird als junger Herrscher dargestellt und trägt das Zeichen seiner Herrschaft, das Schwert, in seiner Linken, das Modell des Braunschweiger Domes in seiner Rechten.