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Brechdurchfälle durch Norovirus-Infektion
Noroviren sind weltweit verbreitet, treten bei uns aber vor allem in den Wintermonaten auf. Sie sind für einen Grossteil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern (ca. 30 %) und bei Erwachsenen (bis zu 50%) verantwortlich. Bei Säuglingen und Kleinkindern stellen sie nach den Rotaviren die zweithäufigste Ursache einer akuten Gastroenteritis dar. Kinder unter 5 Jahren und ältere Personen über 70 Jahre sind besonders häufig betroffen. Deshalb sind Norovirus-Erkrankungen die überwiegende Ursache von akuten Brechdurchfällen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen.
Noroviren verursachen ganz plötzlich nach einer Inkubationszeit von ca. 10–50 Stunden eine akute Magen-Darm-Erkrankung, die durch starke Durchfälle und – vor allem bei Kindern - schwallartiges, heftiges Erbrechen gekennzeichnet ist. Beides führt in kurzer Zeit zu einem erheblichen Flüssigkeitsverlust. In der Regel besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Mattigkeit. Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber. Die Beschwerden dauern etwa 12–48 Stunden.
Die wichtigste Massnahme ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. In der Apotheke gibt es spezielle Elektrolyt-Ersatzlösungen. Insbesondere bei betroffenen Kleinkindern kann ein kurzzeitiger Spitalaufenthalt notwendig sein. Spezielle Medikamente gegen das Erbrechen (Antiemetika) können erwogen werden. Gegen die Viren selbst steht weder ein Medikament noch eine Impfung zur Verfügung.
Die Viren werden über den Stuhl des Menschen ausgeschieden. Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch (fäkal-oral, als sog. Schmierinfektion) oder durch Bildung hochinfektiöser virushaltiger Tröpfchen während des Erbrechens. Das erklärt die sehr rasche Infektionsausbreitung innerhalb von Gemeinschaftseinrichtungen. Infektionen können aber auch von Speisen (Salate, Krabben, Muscheln u.a.) oder Getränken (verunreinigtes Wasser und Säfte!) ausgehen. Ebenso ist eine Übertragung durch kontaminierte Gegenstände wie Türgriffe und Armaturen möglich.
Personen sind insbesondere während der akuten Erkrankung und mindestens bis zu 48 Stunden nach Ende der Beschwerden ansteckend. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Virus in der Regel 7–14 Tage, in Ausnahmefällen aber auch über Wochen nach einer akuten Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden werden kann. Die sorgfältige Beachtung üblicher Hygieneregeln (Hände-Desinfektion, Desinfektion von Gegenständen mit Javel-Wasser 0,1% usw.) ist somit auch nach überstandener Erkrankung sehr wichtig. Falls Ihr Kind in einer Kindertagesstätte oder in einem Kindergarten ist, dürfen Sie es erst wieder 48 Stunden nach Abklingen der Symptome dorthin schicken.
Newsticker
Norovirus-Infektionen haben im Winter Hochsaison: „Winterbrechdurchfall“ sagt man auch dazu, und meist sind kleine Kinder unter fünf Jahren betroffen. Die Noro-Viren sind sehr ansteckend und verbreiten sich rasend schnell. Nach ca. 24 Stunden bekommt das Kind heftige Bauchschmerzen mit Krämpfen, Durchfall und Erbrechen, nach 42 Stunden ist alles wieder gut. Das Virus kann aber noch etwa zwei Wochen nach der Infektion ausgeschieden werden. Vorbeugend hilft nur Sauberkeit, d.h. immer wieder gründlich Händwaschen mit Seife. (Newsticker 29.11.2012)
Letzte Aktualisierung: 01.2018, BH