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Ich finde Sie überhaupt nicht kleingeistig. Ich finde ein Überwältigungstheater, das dem Bünzli einfährt und auf den Text nicht vertraut, kleingeistig. Ich habe eine Materialschlacht erlebt, die Büchners Text und seine Figuren platt macht.
Titel stimmt überhaupt nicht. In den achtziger Jahren waren die CH-Bands sehr viel präsenter weltweit. "Eisbär" von Grauzone erreichte Platz 12 der deutschen Charts. "The Captain of her Heart" von Maloo erreichte Top 20-Status in den US-Charts, in Deutschland und der Schweiz die Top Ten. Heisst: Diese Leute erhielten viel Airplay, erreichten die breite Masse. Zudem beeinflussen und inspirieren Grauzone und ihre Leute, besonders Stephan Eicher und Marco Repetto, bis heute die europäische Musikszene.
"The Young Gods" wurden mit ihrem Debut auf einen Schlag international berühmt, der Melody Maker kürte es zum "Album des Jahres". In der Folge bezogen sich Stars wie David Bowie oder NIN auf die Band. Ebenfalls in den achtziger Jahren begannen Yello ihre Arbeit, die sie zunächst beim Label der Residents (Ralph) veröffentlichten. Spätestens ab dem dritten Album ("You gotta ...") gehörte das Duo zu den Lieblingen in den Untergrundkellern der Metropolen.
Nichts gegen ein bisschen Hype-Aufwind für diejenigen, die jetzt ihr Glück versuchen. Aber die Tawo-Redakteurs sind sich der realen Proportionen sicherlich bewusst.
Übersetzungshilfe für alle die, die hier nun wieder aus hysterischer Parteilichkeitsverkrampfung Denkangst kriegen:
- Renato Beck hat NICHT gesagt, dass er es GUT finde, wenn Wessels zurücktrete!
- Renato Beck hat NICHT gesagt, dass er die Empörungsbewirtschaftung gegen und die Demontage von Wessels GUT finde! Er findet sie SCHLECHT, und unverhältnismässig!
- Renato Beck hat aber gesagt, dass er Wessels für zwar fachlich kompetent ABER in seiner Integrität als Regierungsmensch und politische Persönlichkeit für zu angeschlagen hält, als dass er als solche wirkungsvoll weitermachen könne.
(Es ergibt sich aus dem DENKzusammenhang, dass Renato Beck das NICHT GUT findet, dass das so ist).
- Renato Beck hat es also gewagt, den vor allem auf Seiten der Linken besonders engen Rahmen hysterischer Parteilichkeitsdenkverkrampfung zu sprengen, und seinen Beruf auszuüben: den des Journalisten, und zu einer realistischen Einschätzung zu gelangen.
Für seine Einschätzung spricht aus meiner Sicht einiges. Aber ich glaube, dass Wessels sich wird halten können.
Aus einem einzigen Grund: Wen, bitte, sollten denn die Bürgerlichen in einen Wahlkampf schicken?
Zudem war Wessels Auftritt gestern inhaltlich und als Persönlichkeit absolut souverän.
Nein, ich bin nicht für die Tawo tätig.
P.S. Ich freue mich schon auf die ersten Empörungsrufe, mit der die Fans auf die ersten Publikationen der "Republik" reagieren werden, wenn sie merken, dass die ja gar nicht vorhaben, nur ein Organ für die versammelten Linksgrünmittefeminismusglobalisierungsintellektuellen herauszubringen, sondern Journalismus zu betreiben - und dem gemäss auch mal von der anderen Seite her zu fragen. Aber vielleicht bin ich ja zu optimistisch ... ?