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Die Geschichte der Oberen Mühle ist voller politischer Diskussionen, Brände und Kulturpessimismus; aber auch voller Erfolge, Zustimmung, Freude und Ehrgeiz. Dank dem Engagement vieler Personen ist das Kulturzentrum auch heute noch mit Leben gefüllt – es wird getanzt, Musik gespielt und gehört, gemalt und ausgestellt, gegessen, gelacht und gestaunt.
Den Quellen zufolge wird die Obere Mühle im Mittelalter 1368 zum ersten Mal erwähnt, als der edle Ritter von Breitenlandenberg ebendiese der holden Berta von Hünenberg als Erblehen verkaufte und bestimmt traurig seufzte: «Oh ich vîl armer! Verlorn ist diu müle.» Leider wurde nicht ermittelt, was sich auf dem Areal der heutigen Oberdorfstrasse 15 befand. Doch man kann davon ausgehen, dass es bereits zumindest ein grösseres Gebäude gab. Denn knapp 200 Jahre später, im Zuge der Reformation, ging die Mühle an das Siechenhaus an der Spanweid in Zürich über (Siechenhäuser waren Absonderungsstätten für Aussätzige. Lepra-Erkrankte wurden zum Schutz der Gesellschaft in solchen Institutionen untergebracht).
Bevor 1978 die Scheune in Flammen aufging, was den Gemeinderat Hans-Rudolf Baumberger und ein 7-köpfiges Komitee von Kulturschaffenden aus Dübendorf zu einer Initiative für die Nutzung der Oberen Mühle als Kultur- und Begegnungszentrum bewegte, bestand der Gebäudekomplex aus dem Haupthaus, der Senfmühle, der alten Schmitte, dem Ökonomiegebäude und der eben erwähnten Scheune.
Laut der 1985 vom Volk mit einer Zweidrittelmehrheit angenommenen Initiative „Für ein Kulturzentrum Obere Mühle“ (juhuii!) sollten diese Gebäude für das Kulturzentrum genutzt werden, doch im Laufe der Jahre brannten zusätzlich die alte Schmitte (1990) und das Ökonomiegebäude (1994) ab. Gerade letzteres hinterliess eine schmerzliche Lücke, war doch die ursprüngliche Idee, das Ökonomiegebäude in Zukunft als Mehrzweckgebäude mit grossem Saal zu nutzen.
Am 11. Mai 1990 wurde das Kultur- und Begegnungszentrum Obere Mühle mit einem stilvollen Kulturprogramm und vielen Gästen offiziell eröffnet.
Drei Leiter haben bislang das Geschehen in der Oberen Mühle massgeblich geprägt: Philippe Rey (1990 – 2002, der Projekte wie das in guitar – Festival, die Lesereihe Fünf um 5 oder die Weihnachtsausstellung in Gang setzte), Michel Good (2003 – 2007, der den Fokus vermehrt auf Eigenproduktionen legte) und Rolf Hiltebrand (2007 – heute, der der Kleinkunst und verschiedenen Projekten eine grosse Bühne im Innen- wie auch im Aussenraum bietet). Sowohl dank diesen, den Mitarbeiter, den Mitgliedern des Stiftungsrates und des Stiftungsförderungsvereins sowie dank den Künstlern und Gästen und weiteren Freunden der Oberen Mühle kann das Kultur- und Begegnungszentrum weiterhin ein vielseitiges und spannendes Programm garantieren.
Nach einem mehrjährigen Prozess stimmt die Bevölkerung an der Urnenabstimmung vom 9. Februar 2020, dem MZG-Neubau mit dem passenden Namen Speicher und einem neuen Betriebsbeitrag, zu. Der Neubau enthält einen grossen Saal für bis zu 300 Personen, eine komfortable Küche, ein Kurs- und Probelokal sowie verschiedenen Lagerräumlichkeiten und ergänzt damit das bestehende Hauptgebäude sowie die Senfmühle und komplementiert damit das Raumangebot für Kultur und Begegnung in der Oberen Mühle und der Stadt Dübendorf auf optimale Weise.
Die Eröffnung des Speichers erfolgt im Herbst 2023. Wir freuen uns auf die Eröffnung!
OBERE MÜHLE - Kultur in Dübendorf
Oberdorfstrasse 15
8600 Dübendorf
044 820 17 46
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