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Warum wird das Erdöl knapp?
Die Entstehung von Erdöl dauert etwa 150 Millionen Jahre. Die Erdölvorräte der Erde könnten jedoch wegen seiner vielseitigen Verwendbarkeit innerhalb von 150 Jahren aufgebraucht sein.
Die Welt verbraucht so viel Erdöl wie nie zuvor (ca. 4,8 Billionen Liter pro Jahr). Ein Zürichsee voll mit Erdöl (ca. 3,36 Billionen Liter) würde den jährlichen Bedarf nicht decken können. Das schwarze Gold wird nicht nur für Auto- oder Flugzeugtreibstoffe verwendet. Aus Erdöl werden wichtige chemische Rohstoffe gewonnen, die Ausgangsstoffe für fast alle Gebrauchsgegenstände sind. Erdöl steckt in unserer Kleidung, in Möbeln, Computern, Autos und sogar in Medikamenten oder Kosmetika.
Weniger und weniger
Grosse Erdölvorkommen gibt es nicht in allen Ländern dieser Welt. Die Gemeinschaft der erdölexportierenden Staaten, genannt OPEC, vertritt viele Länder des mittleren Ostens wie den Iran, den Irak, Kuwait oder Saudi-Arabien. Denn dort liegen auch die grössten Reserven (siehe Bild). Aber auch afrikanische Länder wie Algerien und Nigeria oder die südamerikanischen Länder Venezuela und Ecuador gehören dazu. In anderen Ländern wie Norwegen, die nicht zu dieser Gemeinschaft gehören, wird auch viel Öl gefördert.
Die Erdölreserven dieser und anderer Länder sind nicht genau bekannt, aber es gibt Schätzungen. Werden in den nächsten Jahren nicht noch neue grosse Erdölvorkommen entdeckt oder bessere Erdölfördermethoden entwickelt, dann wird das Erdöl knapp. Wahrscheinlich haben wir schon mehr als die Hälfte des weltweit verfügbaren Erdöls verbraucht. Da die Erdöl exportierenden Staaten selbst immer mehr Erdöl verbrauchen, wird auf dem Weltmarkt noch früher eine Knappheit entstehen. Dass der Preis fürs Erdöl steigen wird, ist unumstritten.
Die Förderung verlangsamt sich
Wird ein Barrel Öl – das ist die Masseinheit für Erdöl (1 Barrel = 159 Liter) – teurer und teurer, lohnt es sich, in Gebieten nach Öl zu bohren, in denen die Förderung aufwändiger ist (weil z. B. das Erdöl besonders tief im Boden liegt). Dennoch wird das den Durst der Welt nach Erdöl nicht stillen, denn die Fördertechniken sind begrenzt. Wenn an einem Punkt mehr als die Hälfte des Erdöls entnommen wurde, sinkt die Geschwindigkeit, mit welcher man weiterhin fördern kann. Es wird also in Zukunft länger dauern, bis man gleichviel Erdöl gefördert hat wie in den letzten Jahren.
Und die Schweiz?
Die Schweiz ist übrigens sehr abhängig vom Erdöl: Sie deckt ihren Gesamtenergiebedarf zu 57 Prozent mit diesem Rohstoff. Somit werden in der Schweiz pro Tag 38 Millionen Liter Erdöl allein für die Energieversorgung verbraucht. Erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Wasserkraft decken nur einen geringen Teil unseres Verbrauchs. In Zukunft muss dieser Anteil gesteigert werden, damit wir trotz Erdölknappheit ähnlich bequem leben können.
Wie ist Erdöl entstanden?
Erdöl ist ein Gemisch aus sogenannten Kohlenwasserstoffen – also Verbindungen, die hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen und sehr energiereich sind. Es entsteht durch die Zersetzung von pflanzlichen oder tierischen Lebewesen. Pflanzliche und tierische Lebewesen, die nach ihrem Tod auf den See- oder Meeresboden sanken, wurden innerhalb von Millionen von Jahren durch Gärung, Druck und Wärme zersetzt. Neues Erdöl entsteht also nicht über Nacht (Wie entsteht Erdöl?).
Übrigens bohrte man 1856 das erste Mal nach Öl. Man suchte nach einer preiswerten Alternative zu Wal-Öl als Brennstoff für Lampen. 1910 wurden bereits etwa 58 Milliarden Liter pro Jahr gefördert. 1945 waren es ca. 350 Milliarden Liter pro Jahr, und bis heute wurde der Verbrauch nochmals um das 13-fache vergrössert.