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Friedrich Ludwig Imhoof-Hotze, 1807-1893, Kaufmann
Der erfolgreiche Unternehmer Friedrich Ludwig Imhoof-Hotze baute den „Bühlhof“, Steinberggasse 52, zum Sitz seines auf die Levante ausgerichteten Tuchexport-Geschäfts aus. Als Wohnsitz hat er sich die Villa Büel zusammen mit dem für heutige Verhältnisse riesigen Büelpark geschaffen.
Friedrich Imhoof kam in Winterthur am 11. August 1807 als Sohn des Friedrich Samuel Imhoof-Fäsi zur Welt. Ab 1823 machte er eine kaufmännische Lehre im väterlichen. Spezereigeschäft, das seine Mutter in die Ehe gebracht hatte, an der Obergasse 17. Sein Vater schloss sich mit seinem Nachbar Gottlieb Andreas Hirzel zusammen und begann den Handel mit Baumwolltüchern. Er spezialisierte sich auf die Ausfuhr von fertig ausgerüsteten Geweben.
Als Chef des Gewebeexporthauses Imhoof & Cie. spielte er eine bahnbrechende Rolle im schweizerischen Exportgeschäft mit der Türkei und der Levante.
Er brachte auch eine eigene Spinnerei und eine Weiss- und Buntweberei in Gange.1833 heiratete er Sophie Louise Hotze (21.02.1813-06.01.1867). Am 11. Mai 1838 bekamen sie einen Sohn, später eine Tochter. Der Sohn, Friedrich Imhoof-Blumer, übernahm vorerst das väterliche Unternehmen, um sich aber später ganz der Numismatik zu widmen.
1852-1874 war Imhoof senior Eigentümer des Klosters Fischingen. Dort richtete er Wohnungen, Büros und eine Buntweberei ein. Imhoof expandierte weiter. Er beteiligte sich an der Spinnerei Freienstein und deren Filialbetrieben in Flach und Bülach. Die Textilfabrik ergänzte Imhoof mit einer mechanischen Werkstätte zur Herstellung von Spinnerei- und Webereimaschinen.
Durch seine exzellenten Beziehungen im Auslandhandel gedieh sein Unternehmen vorzüglich. Er förderte gemeinnützige Werke und unterstützte zahlreiche Künstler (z.B. Stiftung dreier Glasgemälde von Max Emanuel Ainmiller für die Stadtkirche Winterthur). Nachdem sein Sohn aus der Firma ausgetreten war und sich ganz der Numismatik widmete, begann sich Imhoof Vater aus dem Unternehmen zurückzuziehen.
Auch machte ihm das stark nachlassende Augenlicht, das schliesslich zur Erblindung führte, immer mehr zu schaffen. In den frühen 1870er-Jahren wurde die Firma Imhoof & Co. schrittweise zurückgefahren. Nach über 40 Jahren intensiver Arbeit und Erfolg musste der nun erblindete Friedrich Imhoof vom Geschäftsleben mit Wehmut Abschied nehmen. Am 21. Dezember 1893 starb er hochbetagt.
Wohnsitz Büel
Im Jahre 1843 bezog Imhoof-Blumer seine neu erworbene Villa Büel, die nur ein paar hundert Meter neben bzw. über seinem Geschäftssitz an der Steinberggasse 52 stand. Frau Karr, die vorige Besitzerin, trennte sich nur ungern von ihrem Haus. Sie hatte dieses Heim von ihrem ersten Gatten, Joseph Philippe de Claiville (1742-1830), Mediziner und Botaniker vermacht bekommen.
Dieser hatte es 1785 erworben. 1846 wurden eine Scheune und ein Pächterhaus gebaut. 1949 wurde das alte Haus abgerissen. Es musste einem Neubau weichen.
Im September 1850 konnte der Neubau bezogen werden. Nach dem zuvor durch einen Landabtausch mit der Stadt das Areal erweitert werden konnte, folgte 1852 der Ankauf von nochmals elf Jucharten (Ein Juchart bezeichnete in der Regel die Grösse eines in einem Tag gepflügten Stücks Ackerland.) Wies- und Ackerland. 1862 gestaltete der Landschaftgärner Conrad Löwe (der auch die Parkanlagen des Brühlgut, der Villa Bühler und der Villa Sonnenberg eingerichtet hat) das grosse Areal um die Villa Büel.
Die weltoffene Art und das vielseitiges Interesse des Villenbesitzers machten seinen Wohnsitz zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Stadt.
Sonnenberg
1860 kaufte Imhoof-Hotze den Sonnenberg und schenkte das Gut seinem Schwiegersohn Professor Dr. Adolf Biedermann-Imhoof, 1829-1900 (Lehrer für Chemie an der damaligen Knabenschule und Mitgründer der Bank von Winterthur-der heutigen UBS) zur Hochzeit mit seiner Tochter. Von ihm erbte der Kaufmann Robert Biedermann-Mantel (1869-1954) den ruhigen Sitz hinterm Heiligberg. Biedermann-Mantel war Fabrikdirektor in der Baumwollspinnerei, Zwirnerei und Eisengiesserei Blumer & Söhne in Rorbas-Freienstein.
1901 liess er das erste Haus zum Sonnenberg abreissen, um darauf den heutigen Neubau durch den Architektur-Professor der ETH Zürich Gustav Gull erbauen zu lassen. Er vermachte den Sonnenberg nach seinem Ableben gemäss dem Wunsch seiner früher verstorbenen Ehefrau der Stadt Winterthur.