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Thun und Interlaken eingepfarrt sind). Die Hauptorte der Amtsbezirke sind Meiringen, Interlaken, Frutigen, Wimmis, Zweisimmen-Blankenburg, Saanen und Thun. Die ganze Landschaft ist in 13 bernische Grossratswahlkreise eingeteilt, die zusammen 40 Abgeordnete bestellen. Es sind die Wahlkreise Oberhasle, Brienz, Unterseen, Gsteig, Zweilütschinen, Frutigen, Saanen, Ober Simmenthal, Nieder Simmenthal, Hilterfingen, Thun, Steffisburg und Thierachern. 82 politische Gemeinden und 42 Kirchgemeinden.
Mit Hinsicht auf das Volksschulwesen umfasst das Oberland 3 Inspektoratskreise und 424 Schulklassen mit 19445 Schulkindern, ausserdem 17 Sekundarschulen mit 1320 Schülern und ein Progymnasium mit 145 Schülern. Auf 1000 Ew. kommen im Oberland 61 Unterstützte (im ganzen Kanton 55). Die oberländische Armenanstalt befindet sich im ehemaligen Schloss Utzigen bei Vechigen (Amtsbezirk Bern). Jeder Amtsbezirk hat sein eigenes Bezirkskrankenhaus. Ausserdem sind zu nennen die Heilstätte für Lungenkranke (Lungensanatorium) in Heiligenschwendi und die Anstalt für Chronischkranke in Spiez (Stiftung der bernischen Landeskirche). Das Oberland ist in 6 Forstkreise eingeteilt; Thun und Interlaken sind Sitz je eines Bezirksingenieurs. Die Landschaft bildet ferner einen Schwurgerichtskreis mit Thun als Sitz der Verhandlungen und endlich einen eidgenössischen Wahlkreis, der 5 Vertreter in den Nationalrat sendet.
Die das bernische Oberland bildenden Quellgebiete der Aare, Kander, Simme und ihrer Zuflüsse weisen Spuren einer Besiedelung schon aus der prähistorischen Zeit auf. Es lassen sich von Thun aufwärts deutlich zwei Reihen von wichtigen Fundstätten aus dem Zeitalter der Bronze unterscheiden: die eine zieht längs dem rechten Ufer des Thunersees nach dem Oberhasle und gegen die Grimsel, und die andere folgt dem Lauf der Kander aufwärts gegen die Gemmi. Diese beiden genannten Pässe sind ohne Zweifel schon in dieser Epoche begangen worden, wie übrigens auch der Brünig, der Rawil und der Sanetsch.
Als hauptsächlichste Fundorte aus der Bronzezeit (1500-700 v. Chr.) sind anzuführen Ringoldswil, Sigriswil, Brünig, Meiringen, Aegerstein bei Guttannen, Strättligen, Heustrich, Zinsmadegg bei Frutigen und die S.-Seite der Gemmi. Spärlicher sind die Funde aus der Eisenzeit, doch haben sich Spuren aus der gallischen Epoche bei Uebischi am N.-Fuss der Stockhornkette gezeigt. Auch die Ueberreste römischer Kultur sind in unserem Gebiet selten, obwohl die Römer die schon erwähnten Gebirgsübergänge auf jeden Fall ebenfalls gekannt und benutzt haben.
Die hauptsächlichsten Fundorte römischer Altertümer - Allmendingen, Thierachern - liegen am Eingang ins Oberland nahe dem Mittelland. Ueber die ersten Jahrhunderte der christlichen Zeit ist die Geschichte des Oberlandes in vollständiges Dunkel gehüllt. Dass aber die Völkerwanderung ihre Wellen bis in die innern Thäler dieses Gebietes warf, beweist die unlängst erfolgte Auffindung eines alemannischen Gräberfeldes bei Unspunnen. Unsicher ist auch, zu welcher Zeit das Christentum in den Thälern des Oberlandes Eingang gefunden hat.
Die Tätigkeit des h. Beatus als Apostel der Waldstätte und des Bernerlandes schon im nachapostolischen Zeitalter ist in das Gebiet der Legende zu verweisen, nicht aber die wirkliche Existenz dieses Glaubensboten, dessen Andenken in einer starken und zähen Volkstradition und in mehreren Ortsnamen bis auf den heutigen Tag sich erhalten hat. Vom frühen Erscheinen der christlichen Kultur im Oberland zeugen die zahlreichen Gotteshäuser, die schon um die Wende des ersten Jahrtausends bestanden. Es wird zwar die Aechtheit einer die Kirchen von Spiez und Scherzligen erwähnenden Urkunde von 761 und ebenso die überlieferte Gründung von 12 Kirchen als Töchterkirchen des Gotteshauses von Einigen bestritten; doch müssen ohne Zweifel schon frühzeitig mehrere Kultstätten im Oberland vorhanden gewesen sein, so in Faulensee, Beatenberg, Spiez, Einigen, Amsoldingen, Wimmis und Scherzligen.
Dies wird auch bestätigt durch verschiedene Kirchenbauten im romanischen Stil, die sich bis heute erhalten haben. In dem 1228 aufgestellten Kartular des Bistums Lausanne, zu welchem der links der Aare gelegene Teil des Oberlandes gehörte, werden von oberländischen Kirchen genannt Aeschi, Amsoldingen, Boltigen, Därstetten, Einigen, Erlenbach, Frutigen, Grindelwald, Gsteig, Interlaken, Saanen, Scherzligen, Spiez, Thierachern, Wimmis und Zweisimmen. Zum Bistum Konstanz gehörten um dieselbe Zeit die rechts der Aare gelegenen Parochien Steffisburg, Thun, Hilterfingen, Sigriswil, Beatenberg, Goldswil, Brienz und Meiringen.
Die klösterlichen Niederlassungen des Oberlandes, nämlich die beiden Augustinerklöster in Interlaken und die Propsteien von Amsoldingen und Därstetten, bestehen schon im 12. Jahrhundert. Das Dunkel über die staatlichen und politischen Verhältnisse des Oberlandes beginnt sich erst gegen das Ende des ersten Jahrtausends der christlichen Zeitrechnung etwas zu lichten. Bemerkenswert ist die immer noch bestehende volkstümliche Ueberlieferung von einer skandinavischen Einwanderung in das Haslethal, die der Chronist Gilg Tschudy mit dem Einfall der Cimbern (101 v. Chr.) in Verbindung bringt, während sie andere in das 4. und 6. Jahrhundert n. Chr. verlegen.
Ferner sei erwähnt der Kriegszug des Königs Arnulf in die Gebirgslande des burgundischen Reiches. Nach dem Zerfall des Karolingerreiches war das Oberland an das neu entstandene Reich Neuburgund (888-1032) gekommen, dessen O.-Grenze die Aare und ihr Quellgebiet bildeten. Aus dieser Zeit werden urkundlich die Ortschaften Wimmis und Uetendorf genannt, die die Kaiserin Adelheid, eine geborene neuburgundische Königstochter, 994 dem Kloster Sels im Elsass schenkte.
Als durch die Personalunion Burgunds mit der deutschen Krone (1032-1125) jenes dem deutschen Reich einverleibt ward, kam das Oberland unter das Zähringische Rektorat. Es hatte sich unterdessen vom Thunersee aufwärts eine ganze Reihe von meist reichsunmittelbaren Herrschaften gebildet. So begegnen wir hier den Freiherren von Strättligen, Simmenthal, Weissenburg, Kien, Brienz, Oberhofen, Thun, Heimberg u. a., die sich wohl zum grössten Teil dem Widerstand des Adels gegen den Rektor Berchtold V. anschlossen. In dem 1190 ausbrechenden sog. Baronenkrieg zog Berchtold nach dem Sieg von Payerne in das Oberland, brachte den dortigen aufständischen Dynasten am in Grindelwald eine entscheidende Niederlage bei und unternahm dann einen allerdings unglücklichen Einfall über die Grimsel ins Rhonethal. Es war wohl eine Folge dieses Krieges, dass die oberländischen Herrschaften herunterkamen und zerbröckelten, wie z. B. diejenigen der Strättligen und derer von Thun, während zugleich andere Dynasten, wie die Edeln von Brienz, sich in das Rhonethal zurückzogen und hier als Edle von Raron ein immerhin noch ausgedehntes Gebiet beherrschten.
Die im 13. und teilweise noch im 14. Jahrhundert bestehenden oberländischen Herrschaften sind: Burgistein im obern Gürbethal und mit dem ehemaligen Strättligerbesitz am N.-Fuss der Stockhornkette, die Herrschaft der Weissenburger im untern Simmenthal, die unter den Grafen von Greierz stehende Landschaft Saanen, das den Edeln von Kien gehörige Frutigland, die den Herren von Wädiswil zustehende Herrschaft Unspunnen, Oberhofen unter den Eschenbach, das kiburgische Thun und das reichsunmittelbare Haslethal.
Unterdessen hatte das 1191 gegründete Bern begonnen, seinen Einfluss und Besitz längs der Aare aufwärts zu erweitern und die oberländischen Herrschaften nach und nach seinem Gebiet anzugliedern. So erwarb es zunächst 1334 die vom Kaiser an das Haus Weissenburg verpfändete Vogtei Hasle mit dem Gericht Meiringen, das neben dem Hauptort noch die Ortschaften Gadmen, Guttannen und Hasleberg umfasste. 1384 folgte durch Pfandschaft und Kauf von den Grafen von Kiburg die Stadt Thun mit Steffisburg, Sigriswil, Uetendorf, Thierachern, Blumenstein und Amsoldingen. 1386 kam durch Eroberung im Sempacherkrieg das Städtchen Unterseen mit Beatenberg und Habkern an Bern, 1386 und 1391 durch Kauf und Eroberung das Ober Simmenthal mit Zweisimmen, St. Stephan, Lenk und Boltigen, 1400 durch Kauf von Anton von Thurn die Landschaft Frutigen mit Frutigen, Aeschi, Adelboden, Krattigen, Reichenbach, Mülinen und Spiez, 1449 durch Kauf von den Herren von Brandis und Scharnachthal das untere Simmenthal mit Weissenburg, Erlenbach, Diemtigen, Wimmis und Reutigen. Grossen Zuwachs erhielt Berns oberländischer ¶