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Nach seinem Ausstieg als Johnny Rotten bei den Sex Pistols (1978) machte John Lydon (Bürgerlicher Name) zusammen mit Richard Branson (Boss von Virgin Records) in Jamacia Ferien. Branson flog dabei die Band Devo aus Amerika ein. Er wollte John bei der Band als Sänger unterbringen, diese lehnten jedoch ab.
Im selben Jahr wurde Public Image Ltd., kurz PiL, von John Lydon, Keith Levene (Gründungsmitglied von The Clash) und Jah Wobble ins Leben gerufen. Public Image Ltd. wird in einigen Publikationen als erste Band des Postpunk (Ära nach dem Punk ca. 1978 bis 1984) bezeichnet. Die Band widmete sich dem Dub und experimenteller Musik. 1979 erschien die “Metal Box” auf 3 12“ Platten, die in einer Blechbox verpackt waren. Es war der zweite Longplayer von PiL. Offenbar war es schwierig den richtigen Drummer für das Album zu finden, deshalb waren gleich vier(!) Drummer an den Aufnahmen beteiligt.
30 Jahre später wurde das ganze Material komplett remastert. Die Idee der Box wurde beibehalten und die Songs nun auf drei CDs verteilt.
Der erste Song “Albatross” wird von einer markanten Gitarre dominiert. Der schräge, melancholische Gesang von John Lydon wirkt leicht unmotiviert. Der Song dauert über 10 Minuten, ich vermute, es war die Reaktion von John auf die kurzen Punksongs. Er wollte damit vielleicht zeigen, dass für ihn die Punkzeit vorbei war und PiL für ihn ein Neuanfang darstellte.
“Memories” ist nach dem gleichen Schema wie der erste Song aufgebaut. Nur noch halb so lange, dafür schneller gespielt.
Auf der zweiten CD sticht für mich “Careering” heraus. Die Keyboardline verleiht dem Song etwas mystisches fast schon apokalyptisches. Den Song könnte ich mir gut als Soundtrack in “Blade Runner” vorstellen.
“No Birds” hat für mich anleihen zum späteren Batcave, vor allem von der Stimme her. Die Gitarre ist etwas in den Hintergrund gemischt, Bass und Schlagzeug bilden ein satten Boden.
“Socialist” von der dritten CD ist ein Instrumental Stück. Ein punkiges Drum/Bass Set wird mit blubberndem Synthie Sound überzogen.
4 Sterne hat das Album auf jeden Fall verdient. “Metal Box” ist ein Stück Musikgeschichte und stellte den Anfang einer neuen Ära dar.
Fast gleichzeitig wurde von PiL “Plastic Box” wieder veröffentlicht. Auf 4 CDs sind die gesammelten Werk der Band gepresst. Darunter auch ein paar seltene Aufnahmen aus den BBC Sessions und 12″ Remixe.
Wer mehr über Postpunk erfahren möchte, dem kann ich das Buch Rip It Up And Start Again: Schmeiss alles hin und fang neu an: – Postpunk 1978-1984 von Simon Reynolds empfehlen.
Tracklist:
CD 1
1. Albatross
2. Memories
3. Swanlake
CD 2
1. Poptones
2. Careering
3. No Birds
4. Graveyard
CD 3
1. The Suit
2. Bad Baby
3. Socialist
4. Chant
5. Radio 4
Mitwirkende Musiker:
John Lydon – vocals and miscellaneous
Keith Levene – guitars, keyboards and miscellaneous
Jah Wobble – bass
David Humphrey – drums
Richard Dudanski – drums
Karl Burns – drums
Martin Atkins – drums
Gründungsjahr:
1978