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Update: FTX-Gründer Bankman-Fried muss 25 Jahre in Haft
Die Geschworenen haben Sam Bankman-Fried in sämtlichen sieben Anklagepunkten für schuldig befunden. Unter anderem wurde er des Anlagebetruges und des Betruges an FTX- und Alameda-Research-Kunden für schuldig befunden. Bankman-Fried muss voraussichtlich für 25 Jahre in Haft.
Update vom 3. April 2024: 25 Jahre Haft. So lautet das Strafmass für den FTX-Gründer Sam Bankman-Fried. US-Bezirksrichter Lewis Kaplan verkündete das Urteil am 28. März im Rahmen einer Anhörung in Manhattan, wie "Reuters" berichtet.
Bankman-Fried habe keine Reue für seine Handlungen gezeigt, wird der Richter zitiert. "Er wusste, dass es falsch war", sagte Kaplan laut "Reuters". "Er wusste, dass es kriminell war. Er bedauert, dass er eine sehr schlechte Wette über die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, abgeschlossen hat. Aber er wird nichts zugeben, das ist sein gutes Recht."
Der FTX-Gründer entschuldigte sich indes bei den Kunden der Börse und seinen Mitarbeitenden, ohne jedoch ein strafrechtliches Vergehen zuzugeben. Er kündigte an, gegen seine Schuldigsprechung und das Urteil in Berufung zu gehen, wie "Reuters" schreibt.
"Jeder, der glaubt, dass er seine Finanzverbrechen hinter Reichtum und Macht oder hinter einer glänzenden neuen Sache verstecken kann, von der er behauptet, dass niemand sonst schlau genug ist, sie zu verstehen, sollte zweimal nachdenken", zitiert die Nachrichtenagentur ausserdem ein Statement des US-Staatsanwalts Merrick Garland.
Update vom 3. November 2023:
Geschworene befinden FTX-Gründer Sam Bankman-Fried für schuldig
Im Strafverfahren USA vs. Samuel Bankman-Fried haben die Geschworenen am US-Bundesbezirksgericht für das südliche New York den Angeklagten FTX-Mitgründer in allen sieben zur Verhandlung stehenden Anklagepunkten für schuldig befunden. Die Geschworenen, neun Frauen und drei Männer, benötigten nach einem Monat Verhandlung nur vier Stunden für ihre Entscheidung gebraucht, wie "Heise.de" berichtet.
Bankman-Fried wurde in folgenden Anklagepunkten schuldig gesprochen:
- Betrugs an FTX.com-Kunden mit Einsatz von Telekommunikationsmitteln
- Betrug an Kreditgebern von Alameda Research mit Einsatz von Telekommunikationsmitteln
- Verschwörung zu Betrug an FTX.com-Kunden mit Einsatz von Telekommunikationsmitteln
- Verschwörung zu Betrug an Kreditgebern Alameda Researchs mit Einsatz von Telekommunikationsmitteln
- Verschwörung zu Geldwäsche
- Verschwörung zu Anlagebetrug an FTX-Investoren
- Verschwörung zu Anlagebetrug an FTX-Kunden
Sechs Anklagepunkte verbleiben, für die sich Bankman-Fried ebenfalls verantworten könnte. Seine Komplizen haben sich indes in allen Anklagepunkten für schuldig bekannt. Bankman-Fried wurde im Dezember 2022 verhaftet und hat sich freiwillig in die USA ausliefern lassen.
Mit allen sieben Schuldsprüchen kommt er auf 110 Jahre Haft. So viel wird es wahrscheinlich nicht werden, da Bankman-Fried nicht vorbestraft ist und freiwillig in die USA zurückkehrte. Während ihrer kurzen Beratung baten die Geschworenen um die Vorlage bestimmter Aussageprotokolle. Daraus lässt sich laut "Heise.de" herleiten, dass sie zu den beiden letzten Anklagepunkten Diskussionsbedarf hatten. Die dennoch schnelle Entscheidung zeige die Schwere der Zeugenaussagen und Beweise.
Für den Angeklagten sei das Verfahren von Anfang an nicht gut gelaufen. Seine Komplizen verbündeten sich mit der Anklage und die Verteidigung fiel mit unzulässigen und sich wiederholenden Fragestellungen beim Richter negativ auf, wie es weiter heisst. Die Verteidigung wollte darüber hinaus der Ex-Freundin von Bankman-Fried die Schuld zuweisen, da diese mit der Leitung von Alameda Research betraut war.
In der Hoffnung, sich zu entlasten, machte Bankman-Fried eine eigene Zeugenaussage - ohne Erfolg. Da er unter Wahrheitszwang stand, konnte er die Fragen der Anklage kaum beantworten, ohne sich selbst zu belasten, wie "Heise.de" schreibt. 140 Mal konnte oder wollte er sich nicht erinnern. Auch das sei bei den Geschworenen nicht gut angekommen.
Sollten keine weiteren Strafprozesse oder Anfechtungen folgen, gibt der zuständige Richter am 28. März 2024 bekannt, wie lange Bankman-Fried hinter Gitter muss.
Originalmeldung vom 13.12.2022:
FTX-Gründer Bankman-Fried auf den Bahamas verhaftet
Je steiler der Aufstieg, desto tiefer der Fall: Am 11. November gab der Gründer der Krypto-Börse FTX, Sam Bankman-Fried, seinen Rücktritt bekannt und meldete im US-Bundesstaat Delaware Insolvenz an. Nun sitzt der einstmalige Krypto-Guru auf den Bahamas in Untersuchungshaft - auf Antrag der US-Regierung, wie "Watson" schreibt.
Was die US-Behörden dem oft einfach "SBF" genannten Krypto-Unternehmer genau vorwerfen, sei nicht bekannt; die entsprechende Anklageschrift soll im Verlauf des Dienstagmorgens (Lokalzeit) entsiegelt werden. Klar ist allerdings, dass die US-Regierung die Auslieferung von Bankman-Fried an die USA beantragt hat.
Ein Firmengeflecht namens FTX
Lange Zeit galt SBF als Wunderkind und Hoffnungsträger der gesamten Krypto-Branche. Die von ihm gegründete Krypto-Börse "FTX.com" - Teil der FTX-Gruppe, einem Geflecht aus über 130 Unternehmen - wuchs zu einer der grössten Krypto-Börsen der Welt heran und erreichte gemäss "Cnbc" im Januar dieses Jahres eine Marktbewertung von rund 32 Milliarden US-Dollar.
Zwischen Ende Oktober und Anfang November kollabierte dann das gesamte Konstrukt innerhalb weniger Wochen. Am 2. November veröffentlichte das Online-Magazin "Coindesk" die angebliche Bilanz eines Unternehmens der FTX-Gruppe namens Alameda Research. Die 2017 gegründete Handelsfirma agierte als Private-Equity-Gesellschaft und investierte Milliardenbeträge in Krypto-Start-ups, wie "Reuters" berichtet. Die Bilanz von Alameda hätte allerdings gezeigt, dass rund 40 Prozent der Vermögenswerte des Unternehmens in FTT, ein von FTX geschaffener Token, und nicht in einer Fiat- oder einer unabhängigen Kryptowährung lagen - Spekulationen um die finanzielle Stabilität beider Firmen verbreiteten sich wie ein Lauffeuer.
Nach der Veröffentlichung der Alameda-Bilanz dauerte es nur wenige Tage, bis ein regelrechter Krypto-Banken-Sturm losbrach. Binance - ebenfalls eine Krypto-Börse - verkaufte gemäss "Reuters" seine gesamte FTT-Position im Wert von 580 Millionen US-Dollar. Daraufhin sei der Kurs der Kryptowährung um 80 Prozent eingebrochen, Anlegerinnen und Anleger versuchten zu retten, was noch zu retten war und FTX war innert kürzester Zeit zahlungsunfähig.
Der Schaden geht in die Milliarden, wie "Heise" schreibt. Der FTX-Crash habe aber nicht nur die Einlagen von Krypto-Zockern vernichtet: Diverse Unternehmen in der Branche seien in Konkurs gegangen oder illiquide geworden, da ihre "Guthaben'' bei FTX weg sind.
Tauziehen der Justiz
Seit dem Crash streiten sich die Justizbehörden verschiedener Länder - allen voran der Bahamas und den USA - darum, wer für welches Insolvenzverfahren verantwortlich sei. Die Ermittlungen dauern aber überall noch an. Welche Anklagen gegen Sam Bankmann-Fried nach seiner Verhaftung erhoben werden, bleibt unklar.
Nahe liegt allerdings eine Anklage wegen der Veruntreuung von Kundengeldern: Wie bekannt wurde, vergab FTX entgegen der eigenen Geschäftsbedingungen Kundeneinlagen als Kredit an die Krypto-Handelsfirma und Schwesterfirma Alameda Research, wie "Heise" berichtet. Alameda soll sich mit Kryptowährungen und Investitionen verspekuliert haben - die offenen Forderungen habe das Unternehmen dann mit den FTX-Kundeneinlagen gedeckt und versucht, die Verluste durch weitere riskante Wetten wieder auszugleichen.
Übrigens: Die Finma schränkt den Handel mit virtuellen Währungen weiter ein. Ab einem bestimmten Betrag müsse beim Devisenhandel mit besagten Währungen nun die Identität der Kunden überprüft werden. Mehr dazu lesen Sie hier.