Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03612.jsonl.gz/3531

«Die Situation ist prekär. Wir haben per 1. Oktober nur gerade zehn Wohnungen zu vermieten», so beschrieb Jakob Blum, Leiter des amtlichen Wohnungsnachweises der Stadt Zürich, die Wohnungsnot zu Beginn der 1960er. Die Konsequenzen waren dramatisch: «Ausländer müssen zu Bekannten oder Verwandten ziehen oder die Familie auflösen.» Schweizer konnten sich immerhin ans Büro für Notwohnungen wenden.
Die Lösung war damals dieselbe wie heute: Verdichten. Im Lochergut entstanden knapp 350 Wohnungen auf engstem Raum. Eine Strassenumfrage zeigte: Die Meinungen waren sehr unterschiedlich, von «toll» und «modern» bis «schrecklich» und viel zu dominant.
Fernsehen DRS drehte eine Reportage und sprach vom «Wohnhabitus der Grossstadt im Atomzeitalter». Das Staunen war gross: Wie nur leben Kinder ohne Garten und Wald in der Nähe, fragte sich der Reporter. Und was macht die Hausfrau, wenn ihr Kind im Innenhof spielt und sie im 17. Stock zu tun hat?
Auch die Müllabfuhr galt es neu zu organisieren. Statt die «Ochsnerkübel» auf die Strasse zu stellen, galt es die Abfallsäcke in Container zu werfen.
43 Millionen Franken kostete der Bau der Hochhäuser damals. Eine subventionierte Einzimmer-Wohnung gab es für 150 Franken im Monat. Eine nicht subventionierte Dreizimmerwohnung für knapp 450 Franken.
(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)