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1955
Peter Wildeblood
... ein Angeklagter klagt an
Der Kreis brachte nach einem Bericht von James Fugaté / James Barr über die englischen Prozesse eine Passage aus einem Brief Peter Wildeblood's an seine Mutter1:
"The jury are out now. But whatever they decide I do not want you to be ashamed of anything I have done. Be glad, rather, that at least a little light has been cast on this dark territory in which, through no fault of their own, many thousands of other men are condemned to live in loneliness and fear."
Ein Jahr später veröffentlichte Peter Wildeblood sein Buch über den Prozess, dem er den Titel "Against the Law" gab. Die deutsche Ausgabe "Vor dem Gesetz geächtet" erschien 1961 und wurde von Karl Meier / Rolf im Kreis besprochen2. Er nahm den ersten Satz des Buches zum Anfang:
"Mein Fall ist in die englische Rechtsgeschichte eingegangen, denn einer meiner Mitangeklagten war Mitglied des Britischen Oberhauses, weshalb die Öffentlichkeit regen Anteil daran nahm."
Die Prozesse und dieses Buch führten 1956 zum katholischen Griffin Report, benannt nach Bernard W. Griffin, Kardinal, Erzbischof von Westminster, und ein Jahr später zum Wolfenden Report, beides vom Kinsey-Report angeregte Untersuchungen, die bewirkten, dass eine Regierungskommission eingesetzt wurde mit demselben Ziel: die Homosexualität in England zu untersuchen. Sollten ähnliche Ergebnisse wie jene Kinseys gefunden werden, wäre der Regierung eine Entkriminalisierung homosexueller Handlungen unter Volljährigen im Privatbereich zu empfehlen. Der Wolfenden Report wurde später die wichtigste Grundlage für die Debatte im Unterhaus 1958.
Ernst Ostertag, März 2005
Quellenverweise
- 1
Der Kreis: Nr. 5/1954, Seite 31
- 2
Der Kreis: Nr. 4/1961, S.1