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Die staatliche Entwicklung der Schweiz schlug sich seit jeher in ihren Bauten nieder, die ihrerseits Spiegel der Differenziertheit der jeweiligen Staatsgebilde sind. Im Mittelalter traten die Regierenden in Rathäusern zusammen. Hier wurden auch die Versammlungen der Tagsatzung der jungen Eidgenossenschaft abgehalten.
Das Bundeshaus wurde 1894 bis 1902 vom St. Galler Architekten Hans Wilhelm Auer erbaut. Was das Bundeshaus heute zum Sonderfall macht, ist der Umstand, dass kaum ein anderes europäisches Parlamentsgebäude den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat. Zusammen mit der originalen, vom Architekten entworfenen, Innenausstattung besitzt die Schweiz damit ein national sowie europaweit einmaliges Gesamtkunstwerk.
Parlamentsgebäude gehören zu jenen Bauwerken, die Identifikation stiften sollen. Betrachtet man die Rathäuser und Parlamente in Europa, so lassen sich zwei Modelle erkennen. Das erste Modell hat seine Wurzeln in der gotischen Westminster Hall. Das zweite Modell nimmt die Formensprache des klassischen Altertums auf.
Das Zuger Regierungsgebäude wurde 1871 fertig gestellt. Architekt war Johann Kaspar Wolff, der beim Bau des Zürcher Polytechnikums Mitarbeiter von Gottfried Semper gewesen war. Der Innenausbau, ebenfalls von Wolff entworfen, war 1873 abgeschlossen. In den Jahren 1938, 1952, 1985 und 2004 erlebte der Kantonsratssaal Umbauten.
Das barocke Regierungs- und Parlamentsgebäude des Kantons Obwalden in Sarnen ist das repräsentativste Bauwerk im Eigentum des Kantons. Es steht seit 1978 unter Bundesdenkmalschutz. 1418 erstmals erbaut, fiel es bereits 50 Jahre später einem Dorfbrand zum Opfer. Der daraufhin errichtete Neubau erlebte viele Veränderungen. Eine Generalsanierung wurde von 1977 bis 1978 vorgenommen.
Seit 1416 beherbergte das Rathaus von Baden regelmässig die Tagsatzung der Eidgenossenschaft. Im Jahr 1500, der neue, eigene Tagsatzungssaal war gerade vollendet, beschloss der Badener Stadtrat zusammen mit der Eidgenossenschaft, den Raum mit Wappenscheiben aller zehn Stände sowie von Baden auszustatten.
Genfs internationaler Charakter entstand nach dem ersten Weltkrieg, als Genf zum Sitz des Völkerbundes bestimmt wurde. Ehemalige Landsitze sind als Sitz für internationale Organisationen sehr begehrt. Moderne Erweiterungen dieser repräsentativen Bauwerke vereinigen modernste Architektur mit dem Ausdruck von Tradition.