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Als Herzfehler bezeichnet man Abweichungen von der normalen Struktur des Herzens.
Zum Beispiel können
- die Trennwände des Herzens Löcher verschiedener Grösse haben,
- Herzklappen zu eng oder undicht sein,
- Herzkammern zu gross oder zu klein sein oder gänzlich fehlen,
- abnorme Gefässverbindungen vorhanden sein.
Ungefähr 1% aller Neugeborenen haben eine angeborene Fehlbildung des Herzens, davon sind 1/10 schwerwiegender Natur. Herzfehler sind meist angeboren, d.h. durch genetische Ursachen oder durch Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft entstanden, oder sie sind erworben, meist durch Entzündungen des Herzens.
Nach der Geburt eines Kindes mit einem Herzfehler besteht bei zukünftigen Schwangerschaften ein Wiederholungsrisiko von ungefähr 3%. Mütter und auch Väter, die selbst einen Herzfehler hatten, tragen ein erhöhtes Risiko, Kinder mit Herzfehlern zu bekommen. Die fetale Echokardiographie ermöglicht schon in der Schwangerschaft, den Aufbau und auch den Rhythmus des kindlichen Herzens zu beurteilen.
Entzündliche Herzerkrankungen können den Herzmuskel, die Herzinnenhaut (das Endokard) oder den Herzbeutel betreffen. In der Folge können Klappenfehler oder eine Überdehnung einer oder beider Herzkammern mit einer Pumpschwäche bestehen bleiben.
Die Endokarditis-Prophylaxe dient der Verhinderung von Bakterienansiedlungen an Klappen, am Rand von Löchern oder an künstlichem Material im Herzen, wenn bei bestimmten Operationen oder bei zahnärztlichen Eingriffen Bakterien in die Blutbahn gelangen. Im Endokarditis-Ausweis wird für die kinderkardiologischen Patienten die gezielte Antibiotikagabe vorgegeben.
Bei den Herzrhythmusstörungen gibt es solche mit zu schneller Frequenz, die meist medikamentös behandelt werden, und jene mit zu langsamer Frequenz, bei denen die Implantation eines Schrittmachers notwendig werden kann. Extraschläge oder Blockaden der Impulsweiterleitung werden genau analysiert, um eine gezielte Therapie einzuleiten.
Die Belastbarkeit von herzkranken oder herzoperierten Kindern ist im Einzelfall sehr unterschiedlich. Für die meisten Kinder gilt, dass sie am Freizeit- und Schulsport durchaus teilnehmen können, dass aber von Leistungssport und extremen Belastungen abgesehen werden muss. Babys mit Herzfehlern belasten sich in Regel nicht stärker, als sie gut verkraften können.