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Nimatullahi Sufi Orden
anderer Name: Ni’matullahiyya
Der Nimatullahi Sufi Orden wurde Ende des 14. Jhdt.s von Shah Ni’matullah gegründet. Bis in die 70er Jahre des 20. Jhdt.s war der Orden nur in Iran verbreitet. Seither haben Amerikaner und Europäer, die in Iran in den Orden eintraten, nach der Rückkehr in ihr Heimatland begonnen, Versammlungsorte des Ordens einzurichten. Das erste Versammlungshaus ausserhalb Irans wurde 1975 in San Francisco eröffnet.
Shah Ni’matullah (1330–1431) wurde als Sohn eines Sufi-Meisters (dessen Stammbaum bis zum Propheten zurückreicht) in Aleppo/Syrien geboren. Er reiste viele Jahre durch die islamische Welt, traf zahlreiche Meister und diente sieben Jahre Scheikh Abdollah Yafei, bevor er selber Meister wurde.
Von 1953 – 2008 war der Iraner Dr. Javad Nurbakhsh Meister des Ordens. Bis zu seinem Ruhestand war er Professor an der Psychiatrischen Abteilung der Universität Teheran. Er schrieb zahlreiche Bücher über den Sufismus, die auch auf deutsch übersetzt wurden. Ab 1991 lebte er in London.
Nach Javad Nurbakhsh Tod im Jahr 2008 übernahm sein Sohn Dr. Alireza Nurbakhsh (*1955) die Leitung des Ordens. Alireza Nurbakhsh lebte bis 1977 in Teheran, zog dann in die USA, wo er 1988 an der University of Wisconsin in Philosophie promovierte. Danach unterstützte er in London seinen Vater in der Leitung des Ordens, indem er das Masgazin SUFI herausgab, und studierte parallel dazu Jurisprudenz.
Die fünf grundlegenden Disziplinen des Nimatullahi Sufi Ordens sind: Dhikr (Gedenken an Gott im Herzen), Fekr (Versenkung und Kontemplation), Moraqebe (Meditation), Mohasebe (Selbstprüfung) und Verd (Anrufung). Ein grundlegendes Prinzip dieser Tariqa (sufischer Pfad, geistiger Weg) ist die «Abgeschiedenheit in Gesellschaft anderer»: Die Mitglieder lernen inmitten des öffentlichen Lebens den mystischen Pfad zu gehen. Der Dienst an anderen Menschen ist eine Gelegenheit der spirituellen Weiterentwicklung. Untätigkeit wird grundsätzlich abgelehnt.
Die Sufis treffen sich zweimal wöchentlich zur gemeinsamen Meditation.
Sufi (englischsprachig)
Mittlerweile gibt es 17 Zentren in Nordamerika, 21 in Europa, 4 in Afrika und eines in Australien, dazu zahlreiche Gruppen, die sich zur Meditation treffen.
In der Schweiz existiert eine Gruppe in Grand-Lancy.