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Das Anrechnungs- oder Vergleichsprinzip wird vom Bundesgericht wie folgt definiert (Urteil 9C 687/2009 vom 19.3.2010, Erwägung 3):
Eine umhüllende Vorsorgeeinrichtung hat die gesetzlichen Leistungen auszurichten, falls diese höher sind als der aufgrund des Reglementes berechnete Anspruch. Andernfalls bleibt es bei der reglementarisch vorgesehenen Leistung.
In der sogenannten “weitergehenden Vorsorge” können umhüllende Pensionskassen damit in ihren Reglementen Regeln festlegen, welche dem Gesetz widersprechen, also zum Beispiel auch einen Umwandlungssatz festlegen, der niedriger ist, als der Minimalsatz nach BVG.
„… hat die gesetzlichen Leistungen auszurichten“ heisst, es wird dabei nur das nach dem Gesetz (BVG) angesammelte Kapital berücksichtigt, d.h. es wird nur ein – unter Umständen sehr kleiner – Teil des Pensionskassenkapitals berücksichtigt. Nämlich nur der Teil, der nach den Minimalregeln des Gesetzes unbedingt angespart werden musste. Beiträge, die auf höheren Lohnbestandteilen erhoben wurden oder vor Inkrafttreten des BVG (1.1.1985) einbezahlt wurden, können dabei von der Pensionskasse bei der Berechnung der Renten ignoriert werden. Dazu gehören auch freiwillige Pensionskasseneinkäufe oder Kapital, das dem Empfänger anlässlich einer Scheidung übertragen wurde.
Lücken im obligatorischen BVG-Kapital können dann zu überraschend niedrigen und unverständlichen Renten führen. Dies betrifft die Invalidenrenten, Kinderrenten sowie die Hinterlassenenrenten (Witwen-/Witwer- und Waisenrenten).
Überall, wo das Gesetz für diese Renten Regeln aufstellt, gelten diese dann einfach nicht.
Gemäss derzeit geltendem Recht sind Lücken im obligatorischen Kapital irreparabel. Vorsorgeeinrichtungen können freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse reglementarisch ermöglichen, diese dürfen aber dem überobligatorischen Kapital zugerechnet werden, aus welchem nach Gesetz keine Risikoleistungen gezahlt werden müssen. Vorbestehende Löcher im obligatorischen Kapital können auch nicht mit bereits vorhandenem über- oder vorobligatorischem Kapital kompensiert werden.