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Am 22. Dezember 1988 wurde der Kautschuk-Sammler, Syndikats-Vorstand und Umweltschützer Francisco Alves Mendes Filho – besser bekannt unter dem Namen Chico Mendes – in Xapuri, am Rio Acre, erschossen.
Chico Mendes hatte innerhalb der “Fundação Nacional dos Seringueiros” ein wichtiges Amt inne und formulierte gerade, mit seinen Gleichgesinnten, einen Vorschlag zum Schutz der “Reservas Extrativistas” (Latex-Sammler-Reservate), die der Regierung in Brasília vorgelegt werden sollte. Im Jahr 1987 war er von der UNO mit dem “Global 500” geehrt worden, und im gleichen Jahr hatte er von der “Better World Society” die Umwelt-Medaille verliehen bekommen.
Nach dem Mord an Chico Mendes vereinigten sich mehr als 30 verschiedene Syndikats-Einheiten, religiöse und politische Gruppierungen, Menschenrechtsverteidiger und Umweltschützer und gründeten das “Kommitée Chico Mendes”. Sie verlangten Massnahmen zur Ergreifung der Mörder und mit nationalem und internationalem Druck gelang ihnen eine entsprechende Reaktion der Regierung:
1990 wurde den Fazendeiros (Plantagenbesitzern) Darly und Darcy Alves da Silva der Prozess gemacht. Sie wurden zu 19 Jahren Zuchthaus verurteilt. 1993 konnten die beiden Mörder fliehen; 1996 hat man sie wieder eingefangen.
Der Fall Chico Mendes hat zum ersten Mal das internationale Gewissen auf die Probleme der Kautschuk-Sammler aufmerksam werden lassen. Durch seinen Tod ist Chico Mendes erneut zum unsterblichen Repräsentanten der vielen, im Lauf der Geschichte ermordeten, enteigneten und bedrohten Waldbewohner ganz Amazoniens geworden.