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Die 24-jährige Japanerin hatte in der kalifornischen Wüstenstadt beim 0:6, 4:6 gegen die Russin Veronika Kudermetowa Mühe, einen Zwischenruf aus dem Publikum wegzustecken. Zu Beginn der Partie hatte ihr eine Zuschauerin zugerufen: «Naomi, du nervst». Kurz nach dem Vorfall sprach eine Offizielle längere Zeit mit Osaka, die immer wieder den Kopf in den Nacken legte und feuchte Augen hatte.
Nach dem Match stellte sich Osaka ans Platzmikrofon und berichtete, erneut mit den Tränen kämpfend, frühere Zwischenrufe hätten ihr nichts ausgemacht. «Aber hier?», fragte sie und erzählte schluchzend, dass die Williams-Schwestern Serena und Venus in Indian Wells Rufe ertragen mussten und man solle sich das Video dazu ansehen. «Ich weiss nicht warum, aber es ist in meinem Kopf und wurde da oft wiederholt», sagte sie.
Erinnerungen an 2001
2001 waren die Williams-Schwestern in Indian Wells heftig angefeindet worden, weil Venus vor dem Halbfinal gegen ihre Schwester Forfait erklärt hatte. Die beiden hatten rassistische Motive als Grund für die schlechte Behandlung suggeriert und waren danach 14 respektive 15 Jahre lang nicht mehr beim Turnier angetreten. Osaka wurde vom Publikum vor dem Match gegen Kudermetowa allerdings freundlich empfangen.
Die dunkelhäutige Osaka hatte nach ihrem Forfait beim French Open im letzten Jahr von ihren depressiven Phasen seit dem Sieg beim US Open 2018 gesprochen und auch von der Mühe, ihre Angst in der Öffentlichkeit zu kontrollieren. Nach der Niederlage gegen Kudermetowa erschien sie nicht zur obligatorischen Medienkonferenz.