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Christoph Blocher (Schweizer Politiker und Unternehmer) wurde am 11. Oktober 1940 in Schaffhausen geboren. Blocher wuchs in einer Pfarrersfamilie auf und war das siebte von insgesamt 11 Kindern. Er ist mit Silvia Blocher verheiratet und hat vier Kinder gezeugt. Blocher war Partei-Präsident der Schweizerischen Volkspartei (SVP), Alt-Bundesrat, zurückgetretener Nationalrat, erfolgloser Ständerat-Kandidat, Milliardär, Gründer der ASA (welche mit dem Apartsheid-Regime in Südafrika kooperierte) und war jahrelang Präsident der AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz). Nach wie vor ist Blocher der einflussreichste Parteistratege der ehemals wählerstärksten Partei. Dazu wirkt er als Zeitungsverleger (BaZ), als TV-Sprachrohr auf seinem Haussender Teleblocher und als finanzfreudiger Mäzen der SVP.
Sein sehnlichster Wunsch ist jedoch, endlich ein nationales Presseorgan auf die Beine zu stellen, mit schweizweiter resp. deutschschweizer Reichweite. Da die Übernahme der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) knapp am Widerstand der Aktionäre gescheitert ist, macht sich Blocher nun selbst daran, unter dem Codenamen «60 Minuten» ein neues Propaganda-Medium zu gründen.
REICH: Christoph Blocher zählt mit einem Vermögen von 4,2 Milliarden Franken zum 27. reichsten Bewohner der Schweiz (inklusive reicher, hier wohnhaften Ausländer).
Der Einzug in den Schweizer Ständerat blieb ihm verwehrt. Partei intern wuchs die Kritik an Blochers Stil und Vorgehensweise. Seine absolute Macht in der SVP schien langsam zu bröckeln. Zuletzt machte er mit kruden Nazivergleichen von sich Reden.
Milliardär Christoph Blocher brachte sich kürzlich mit umstrittenen Äusserungen ins Gespräch.
«Statt 'Kauft nicht bei Juden' heisst es heute 'Stellt keine SVPler als Uni-Professoren ein'.» (Blocher im Blick, 18.04.2016)
«Der Kampf gegen die SVP vonseiten der Staatsmedien und von Blick bis zur NZZ hat mich in ihrer Radikalität an die Methoden der Nationalsozialisten den Juden gegenüber erinnert.» (Blocher in Zürichsee-Zeitung und Berner Zeitung, 16.04.2016)
Mit seinem Satz habe er nicht «Konzentrationslager und solchen Mist» gemeint. (Blocher in Schawinski, 25.04.2016)
Der Schweiz winkt ein neuer grosser politischer Showdown - wie gemacht für Blocher: Die geplante Abstimmung der Schweiz über die Personenfreizügigkeit und Neulancierung des Bilateralen Weges. Für Blocher sei diese Abstimmung schlimmer als der EWR.
Der Schweizer Rechtspopulist und Nationalist ist im Grunde gekommen kein waschechter Schweizer. In Blochers Adern fliesst deutsches Blut.
Sein Ururgrossvater Johann Georg Blocher stammte aus dem Königreich Württemberg und wanderte 1833 in die Schweiz ins Haslital aus. Auch Blochers Urgrossvater war Deutscher.
Würde Christoph Blocher heute von der erleichterten Einbürgerung profitieren?
Im Beuggen, in Süddeutschland, genoss Johann Georg Blocher eine pädagogische Ausbildung nach den Lehren und Grundsätzen Pestalozzis. Nach erfolgter Ausbildung sandte das Institut seine Abgänger jeweils in Dörfer aus, die sich keine ausgebildeten Lehrer leisten konnten. Eine ausländische Fachkraft also.
Am 21. Oktober 1861 beantragte Johann Georg Blocher in der Schweizer Gemeinde Schattenhalb (Kanton BE) das Bürgerrecht für sich, seine Ehefrau und seine Kinder. Ein Gesuch um Einbürgerung in die Schweiz. Der Schattenhalber Gemeinderat akzeptierte Blochers Einbürgerungsgesuch zwar mehrheitlich, allerdings nicht einstimmig.
Für die Gemeinde war dieses Geld tatsächlich ein wahrer Segen. Um damit auswanderungswillige Bürger sponsern zu können. Dank Blochers Eintrittsgebühr konnte die Austrittsprämie von rund sechs Familien finanziert werden. Solche Austrittsbeiträge gingen aber oftmals mit dem Verlust des Bürgerrechts einher. Geld bekam nur, wer sich nie wieder blicken liess. Die eingewanderten Blochers aber blieben in der Schweiz.
Zunächst besuchte Blocher die Primarschule und Sekundarschule und beendete im Jahr 1958 eine landwirtschaftliche Lehre. Im Jahr 1963 wurde ihm die Matura Typus C (Matura an einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium) verliehen. Im Jahr 1969 schloss Blocher sein Studium der Rechtswissenschaften mit dem Lizenziat (eine akademische Lehrerlaubnis) ab. Im Jahr 1971 legte er dann seine Promotion ab.
VOM TELLERWÄSCHER ZUM MILLIARDÄR: 1969 begann Blocher seine Tätigkeit in der Rechtsabteilung der Ems-Chemie AG. Hier übernahm er im Jahr 1972 den Posten des Direktionsvorsitzenden.
Bis 1998 hatte er ausserdem auch die Präsidentschaft des Verwaltungsrates der Pharma Vision 2000 AG inne. Im Jahr 2003 brach Blocher als amtierender und gewählter Bundesrat seine offiziellen Bindungen zum Unternehmen ab. Die Firmenleitung wurde von seiner Tochter Magdalena Martullo-Blocher übernommen, die im Jahr 2015 in den Nationalrat gewählt worden ist.
Magdalena Martullo-Blocher - the seven thinking steps! [VIDEO]
Die bewegte politische Karriere von Alt-Bundesrat, Alt-Nationalrat und SVP-Chef Christoph Blocher.
Während seiner Studienzeiten zählte Christoph Blocher zu den Mitbegründern der Studentengruppe 'Studentenring'. Ausserdem hatte er während dem Studium die Präsidentschaft der juristischen Fachschaft inne.
Ab 1974 war Blocher für vier Jahre Mitglied des Gemeinderats Meilen. 1977 bis 2003 folgte die Präsidentschaft der Schweizerischen Volkspartei (SVP) des Kantons Zürich. Hier setzte sich Blocher unter anderem für eine Neupositionierung der Partei ein: Vormals war die SVP eine gewerbliche, bäuerliche Partei, die unter dem Einsatz von Blocher eine schweizweite, rechtsbürgerliche Ausbreitung erfuhr. Im Jahr 2007 erhielt die SVP den grössten Stimmenanteil aller Bundesratsparteien (im Jahr 1975 galt die SVP noch als die kleinste dieser Parteien). Des Weiteren war Blocher über 26 Jahre lang Mitglied im Schweizer Nationalrat.
Im Jahr 1982 wurde von Blocher die ASA gegründet - die 'Arbeitsgruppe Südliches Afrika'. Während des Apartheidsregimes in Südafrika verstand sich die ASA als Lobbygruppe der dortigen Wirtschaft.
Während der Jahre 1986 bis 2003 übernahm Christoph Blocher die Präsidentschaft der AUNS (Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz). Gegründet wurde die AUNS unter anderem, um sich gegen den UNO-Beitritt der Schweiz auszusprechen.
Im Jahr 1992 spielte Blocher eine wichtige Rolle in den Debatten um den Schweizer Beitritt in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Im Rahmen der Volksabstimmung erfolgte schliesslich eine Ablehnung des Beitritts. Die ablehnende Haltung Blochers den Beitritt in den EWR betreffend war ein Grund dafür, warum die Schweizerische Bankgesellschaft ihn im Jahr 1991 nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat aufnahm.
Am 10. Dezember 2003 erfolgte ein knapper Einzug Blochers in den Bundesrat, was der SVP zu einem zweiten Bundesratssitz verhalf. Am 1. Januar 2004 kam es dann zur Übernahme des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartment (EJPD) durch Christoph Blocher
Zum 31. Dezember 2007 schied Blocher aus dem Bundesrat aus. An seiner Stelle wurde Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf gewählt, welche die Wahl sehr zum Ärger Blochers annahm. Daraufhin wurde Widmer-Schlumpf aus der SVP ausgeschlossen. Es kam zur Spaltung und Gründung der BDP-Partei. Blocher wurde nach der Abwahl am 1. März 2008 Vizepräsident der SVP.
EINE SELTENHEIT: Es ist fast schon eine hohe Kunst, als amtierender Bundesrat wieder abgewählt zu werden. Von insgesamt 116 Bundesrätinnen und Bundesräten in der Schweizer Geschichte sind gerademal 4 Bundesräte abgewählt worden. Christoph Blocher ist das prominenteste Beispiel.
Blocher verarbeitet seine Niederlage singend [VIDEO]
Im Rahmen der Parlamentswahlen 2011 wurde Blocher schliesslich wieder in den Nationalrat gewählt, während ihm ein Einzug in den Ständerat verwehrt blieb.
Am 9. Mai 2014 erklärt SVP-Nationalrat Christoph Blocher seinen Rücktritt per 31. Mai 2014. Und verschreibt sich seither voll und ganz der Anti-EU Kampagne.
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Autor: Schweiz - Redaktion
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(Last updated: 01.03.2017, 16:12 Uhr)