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Es gebe durchaus eine Chance
Gespräch mit dem Arzt. Nachdem ich ihm sage, dass es mir seit gestern nicht mehr gut geht, da ich lediglich eine palliative Therapie erhalte, nimmt er sich viel Zeit, die Ausgangslage zu schildern.
Er erklärt, dass er bei der OP alles Tumorartige entfernen und im Bauchraum „abbrennen“ konnte, was er gesehen hat. Dass sechs von über dreissig Lymphknoten Tumormarker enthielten. Dass es durchaus auch eine Chance gebe. Er kenne sehr erfreuliche Verläufe aber halt auch andere. Voraussagen könne man das nie. Man müsse einfach Schritt für Schritt weitergehen.
Er empfiehlt mir, bei der Studie mitzumachen. Zwei Drittel erhalten das Medikament, ein Drittel ein Placebo. Auch er wisse nicht, was ich bekommen würde. Ich stimme zu, weil ich darin eine weitere Chance sehe.
In der Reha hab ich mich nicht um die Diagnose gekümmert, obwohl ich sie nach dem Spitalaustritt schriftlich erhalten habe. Eigentlich wollte ich gar nicht wissen, um welche Krebsart in welchem Stadium es sich handelt. Ich hab die Papiere mal flüchtig überflogen und bei den Wörtern „high grade“ wieder weggelegt. Ich wollte mich aufbauen, zu Kräften kommen, an Gewicht zulegen, beweglicher werden, Sicherheit gewinnen, um genügend fit für die Chemo zu sein. Vielleicht habe ich verdrängt, wobei ich auch immer alle Varianten im Kopf durchgegangen bin, vom Szenario einer kurzen Lebenszeit hin bis zur vollständigen Heilung.