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Der Cagliostro-Pavillion ist ein 1762 vom Basler Seidenbandfabrikanten Johann Jakob Bischoff-Roschet, dem Besitzer des Glögglihofs, im Rokoko-Stil erbauter Gartenpavillon, benannt nach dem sizilianischen Abenteurer Alessandro Cagliostro.
Der Cagliostro-Pavillon liegt am südlichen Dorfeingang an der Äusseren Baselstrasse und gehört zum Landsitz Glögglihof. Charakteristisch für den Pavillon mit seinem dreiseitig zum Garten hin sich öffnenden Saal sind das haubenförmige Mansardwalmdach und die fliessend geformten Scheitelsteine der Stichbogenfenster. Bauherr war mit grosser Wahrscheinlichkeit der Basler Seidenbandfabrikant Johann Jakob Bischoff-Roschet, der ab 1766 als Besitzer des Glöcklihofs urkundlich erwähnt wird. Der Architekt ist unbekannt. Stilistisch könnte man den Pavillon Samuel Werenfels zuordnen.
Ursprünglich für sommerliche Feste geplant, liess Bischoff-Roschet den Pavillon 1782 umbauen, damit er der von Giuseppe Balsamo alias Graf Alessandro Cagliostro (1743–1795) gegründeten Ägyptischen Loge als Sitzungszimmer dienen konnte. Damals wurde das Dachgeschoss in drei Zimmer aufgeteilt und von aussen mit einem neuen Treppenturm erschlossen.
1847 liess der damalige Besitzer Emanuel Burckhardt-Werthemann den Pavillon umbauen: Den Gartensaal liess er in drei Räume unterteilen und den Salon mit einer prächtigen Panoramatapete aus der Manufaktur Zuber in Rixheim ausstatten.
Autorin / Autor: Franziska Schürch | Zuletzt aktualisiert am 5.1.2023
Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft III. Riehen 2017. S. 83–92.
F. K. M.: Der Cagliostro-Pavillon in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1969. S. 41–44.
Huber, Katharina: Anmerkungen zum Cagliostro-Pavillon. In: Jahrbuch z’Rieche 1994. S. 33–35.
Jaggi, Bernard: Ein Landgut und sein Gartensaal. Der Cagliostro-Pavillon im Glögglihof. In: Jahrbuch z’Rieche 1994. S. 13–32.
Nagel, Anne und Klaus Spechtenhauser: Riehen. Kanton Basel-Stadt. Hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2014. S. 36f.