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Das Museum Herisau deckt die Sparte eines Historischen Museums für den 1597
gegründeten Kanton Appenzell Ausserrhoden ab. Eröffnet wurde es 1947. Es
vermittelt unterschiedlichste Einblicke in Appenzeller Lebenswelten vom
Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Zudem
ist es die „feste Adresse“ von Schriftsteller Robert Walser (1878–1956). Das
Museum Herisau unterhält zwei Aussenstellen ausserhalb des Stammhauses,
bietet Begleitveranstaltungen,
Vorträge und Führungen an, ermöglicht Forschungen zu landeskundlichen
Themen, organisiert die Herisauer Robert Walser-Sommer und unterhält den
Robert Walser-Pfad.
Das Stammhaus befindet sich gegenüber der Reformierten Kirche im ehemaligen Rathaus des Kantons Appenzell Ausserrhoden und der Gemeinde Herisau. Das Gebäude wurde 1827/28 anstelle eines älteren Rathauses nach Plänen von Architekt Stadler aus Zürich erbaut. Die streng symmetrische, klassizistische Fassadengestaltung blieb erhalten. In Dachgeschoss und Turmzimmer befanden sich bis 1868 Gefängniszellen, in 2. und 3. Geschoss bis 1913 eine Pfarrwohnung und ein Zimmer für Konfirmandenunterricht, danach die Wohnung des Mesmers und das Physikzimmer der Realschule. Der 1. Stock war bis 1877 Tagungsort für Gemeinderat und Grossrat, 1881–1902 Hauptsitz der Appenzell-Ausserrhodischen Kantonalbank, 1902–50 Chemiezimmer der Realschule. In der Halle wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein der Butter- und Käsemarkt abgehalten, von dem sich der noch immer gebräuchliche Name „Chäshalle“ ableitet. Seit 1967 befindet sich im Haus das Museum Herisau mit wertvollen Exponaten aus dem ganzen Kanton.