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Chronik
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Zum Thema gab und gibt es verschiedene politische Aktionen, die zum Teil parallel laufen. Zur besseren Übersichtlichkeit sind zusammengehörende Schritte mit der gleichen Farbe gekennzeichnet
Januar 1997
Der Grosse Gemeinderat (GGR) setzt die Revision der Bau- und Zonenordnung fest. Damit werden in Kernzonenplänen u.a. sogenannte Fassadenbereiche festgelegt, welche die Fassadenfronten der bezeichneten Häuser in der Lage definieren. Für das Haus Usterstrasse 23 (folgend: U23) ist ein Fassadenbereich entsprechend dem bestehenden Gebäude festgelegt. Im März 1998 genehmigt der Regierungsrat die Revision.
Die planerische Festlegung „Fassadenbereich“ müsste abgeändert werden, bevor U23 abgerissen werden könnte.
Mai 1997
Der Stadtrat (SR) setzt den Quartierplan Längg Unter-Illnau fest. Darin ist ein neu gestalteter Dorfplatz mit einer Fläche von 610 m2 vorgesehen. Die Kosten dafür sind zu zwei Drittel von der Stadt zu übernehmen, die drei privaten Grundeigentümer bezahlen den restlichen Drittel. Im Februar 1998 genehmigt die kantonale Baudirektion den Quartierplan.
Der Quartierplan müsste abgeändert werden, bevor U23 abgerissen werden könnte.
September 2003
Ein Gutachten zeigt auf, dass U23 als Schutzobjekt von kommunaler Bedeutung einzustufen ist.
Oktober 2003
Das Heimatschutzleitbild für Unter-Illnau hält zum zentralen Bereich im Umfeld des Dorfplatzes fest, dass das stattliche alte VOLG-Gebäude (= U23) einen neuen Bautyp im Ortsbild darstellt, welches massiv gebaut und im frühen 20. Jahrhundert bewusst neu ins Zentrum des Dorfes gestellt wurde.
Mai 2005
Die Stadt kauft die Liegenschaften Usterstrasse 23/25 für insgesamt Fr. 600‘000, um die strategisch wichtigen Häuser mitten im Zentrum zu sichern.
März 2006
Der GGR setzt den Gestaltungsplan Dorfplatz Unter-Illnau fest. Damit wird der Dorfplatz in seinen bestehenden Abmessungen bestätigt, und die beiden Liegenschaften U23 und U25 bilden einen Baubereich. Ferner wird festgehalten: „Für das schutzwürdige Ortsbild Unter-Illnau besteht ein Heimatschutzleitbild, das darlegt, welche ortsbaulichen Qualitäten besonders zu beachten sind.“ (siehe oben: Heimatschutzleitbild vom Oktober 2003). Die Baudirektion genehmigt den Gestaltungsplan im Juni 2006.
Der Gestaltungsplan müsste abgeändert werden, bevor U23 abgerissen werden könnte.
Juli 2007
Der Stadtrat führt in einem begleiteten Verfahren einen Studienauftrag für die Neugestaltung des Dorfplatzes durch. Dabei sind die Rahmenbedingungen aus Bau- und Zonenordnung, Quartierplan, Gestaltungsplan, Ortsbildschutz und kantonalen Vorgaben zu berücksichtigen. Sieger des Studienauftrages wird das Planerteam Ryffel + Ryffel Landschaftsarchitekten, Uster, zusammen mit ASA AG, Rapperswil (Juli 2008).
September 2008
In einer Interpellation verlangen Gemeinderat Philipp Wespi (JLIE) und Mitunterzeichnende, dass der Stadtrat zu einem Abriss des Hauses Usterstrasse 23, zugunsten eines grösseren Dorfplatzes, Stellung nehme.
April 2009
Der Stadtrat beantwortet die Interpellation ablehnend, fällt einen Grundsatzentscheid für den Erhalt von U23 und genehmigt einen Projektierungskredit für die Sanierung von U23.
Mai 2009
Der Stadtrat setzt das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung fest. U23 wird als „schützenswert“ in das Inventar aufgenommen.
U23 müsste aus dem Inventar entlassen werden, bevor das Gebäude abgerissen werden könnte.
Juli 2009
In einem Dringlichen Postulat fordern Gemeinderat Philipp Wespi und Mitunterzeichnende die Vergrösserung des Dorfplatzes Illnau. Der neue vergrösserte Dorfplatz solle Kontakt- und Begegnungsraum für die Bevölkerung sein, Platz für Anlässe und Feste jeder Art bieten und genügend Parkplätze beinhalten. Ein Abriss von U23 wird nicht explizitgefordert. Der Grosse Gemeinderat überweist das Dringliche Postulat im September 2009 an den Stadtrat.
August /
Dezember 2010
Der Stadtrat legt eine Vorlage zur Vergrösserung des Dorfplatzes vor: Die 580 m2 des bestehenden Dorfplatzes sollen um 320 m2 (+55%) der Umgebungsfläche U23 ergänzt werden, sodass neu ein Dorfplatz von 900 m2 entstehen soll. Darin integriert sind 10 Parkplätze. Es wird mit Kosten von total Fr. 890’000 bei einer Ausführung in Schweizer Naturstein gerechnet.
Gleichzeitig unterbreitet der Stadtrat einen Objektkredit zum Umbau und zur Sanierung von U23 in der Höhe von 2.18 Mio. Franken. Vorgesehen ist eine öffentliche Nutzung im Erdgeschoss (Bibliothek), um das Zentrum zu beleben. In den oberen Geschossen sollen weiterhin Wohnungen bestehen.
Juni 2011
Der Grosse Gemeinderat weist die Dorfplatz-Vorlage mit 18:16 zurück, und in der Folge auch den Objektkredit zum Umbau U23, weil ein Umbau ohne Dorfplatz nicht sinnvoll ist.
August 2011
Nach einer Grundsatzdiskussion über das weitere Vorgehen gibt der Stadtrat der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften ZHAW den Auftrag, eine Konzeptstudie mit verschiedenen Lösungsansätzen auszuarbeiten.
Im Sommer 2012 erarbeiten Architektur-Studierende verschiedene Varianten für eine neue Gestaltung des Dorfzentrums Illnau.
April 2013
Der Stadtrat unterbreitet dem Grossen Gemeinderat die durch die ZHAW ausgearbeiteten Konzeptstudien und beantragte einen Planungskredit von Fr. 350‘000 für die Weiterbearbeitung.
Januar 2014
Der Grosse Gemeinderat weist die Vorlage an den Stadtrat zurück mit dem Auftrag: „Der Stadtrat wird ersucht, vorläufig die aktuelle Nutzung der Liegenschaften Usterstrasse 23 und 25 unter Einhalten der sicherheitstechnischen Vorgaben beizubehalten.“
Februar 2014
Der Stadtrat beantragt aufgrund des GGR-Entscheids vom Januar die Abschreibung des Dringlichen Postulats von 2009.
Der GGR folgt dem Antrag im September 2014.
Mai 2014
Stefan Eichenberger (JLIE), René Truninger (SVP) und Mitunterzeichnende fordern in einer Dringlichen Motion einen Gestaltungsplan, der den Abriss von U23 und einen Neubau des Gebäudes Usterstrasse 25 verlangt.
Im Juni 2014 überweist der Grosse Gemeinderat die Dringliche Motion an den Stadtrat.
Juli 2014
Gemeinderat Andreas Hasler (GLP) fragt in einer Interpellation, ob der Stadtrat zuerst in einen Gestaltungsplan investieren und dann eine Inventarentlassung von U23 verfügen wolle oder umgekehrt. Der Stadtrat wählt den zweiten Weg (September 2014).
Oktober 2014
Der Stadtrat entlässt U23 aus dem Inventar der kunst- und kulturhistorischen Objekte von kommunaler Bedeutung. Der Zürcher Heimatschutz reicht dagegen einen Rekurs ein.
Mai 2016
Das Verwaltungsgericht lehnt die Beschwerde ab. Zwei Fachgutachten würden U23 einen hohen Eigen- und Situationswert beimessen; dagegen fehle zurzeit der Nachweis des öffentlichen Interesses an einem Abbruch. Es brauche ein konkretes Projekt, wobei auf jeden Fall auch eine Variante vorzulegen sei, die den Erhalt von U23 vorsehe. Der Stadtrat verzichtet auf einen Weiterzug an das Bundesgericht.
Die Kosten für das Verfahren belaufen sich auf Fr. 34’000 exkl. der stadtinternen Kosten (v.a. Arbeitsleistung).
In einer Fraktionserklärung fordern Grünliberale, Grüne und EVP den Stadtrat auf, nun eine Vorlage für die Haussanierung und eine Vorlage für die Dorfplatzgestaltung zu erarbeiten.
September 2016
JLIE, FDP, SVP und BDP lancieren eine kommunale Volksinitiative „Attraktives Dorfzentrum Illnau“. Der Initiativtext entspricht dem Text der Dringlichen Motion vom Mai 2014.
Dezember 2016
Der Stadtrat stellt für U23, U25 und Dorfplatz die Varianten Erhalt/Sanierung (Fr. 5.08 Mio.) und Abbruch/Neubau (Fr. 6.1 Mio.) gegenüber. Er beantragt einen Projektierungkredit für Variante 1 und die Abschreibung der Dringlichen Motion.
Im April 2017 weist der GGR die Vorlage mit 18:16 Stimmen an den Stadtrat zurück.
Januar 2017
Die Volksinitiative wird mit 591 Unterschriften eingereicht.
Im Februar 2017 beschliesst der Stadtrat formell, dass die Initiative zustande gekommen ist.
Mai 2017
Der Stadtrat beantragt dem GGR, die Initiative für gültig zu erklären und sowohl eine ausformulierte Umsetzungsvorlage als auch einen Gegenvorschlag auszuarbeiten.
Der GGR folgt dem Stadtrat im September 2017.
Juli 2018
Der Stadtrat stellt im Hotzehuus der Bevölkerung und der Presse das Ergebnis des Studienauftrags vor. Die zwei Varianten Ersatzneubau und Erneuerung wurden ausgiebig kommentiert. Über die Kosten gab es noch keine verlässlichen Informationen. Die beiden Siegerprojekte sollen nun zu einer Vorlage für den Grossen Gemeinderat und die anschliessende Volksabstimmung ausgearbeitet werden.
August 2018
Der Stadtrat gibt die Abstimmungsvorlage mit den beiden Varianten in den Gemeinderat, wobei er sich klar für die Variante ‚Umbau‘ ausspricht. Die Geschäftsprüfungskommission erhält den Auftrag das Geschäft für den Rat vorzubereiten.
Mai 2019
Der Grosse Gemeinderat beschliesst das Geschäft an den Stadtratzur Überarbeitung zurückzuweisen. Er fordert eine Neubauvariante, die sich stärker am Wortlaut des Initiativtextes orientiert.
Juli 2019
Die Umsetzungsvorlage zur Initiative wird überarbeitet. Vor allem soll der Dorfplatz um die ganze Fläche der Liegenschaft Usterstrasse 23 vergrössert werden. Für die Projektüberarbeitung bewilligt der Stadtrat einen Kredit von 52‘000 Franken als gebundene Ausgabe.
Das neue Projekt soll im Oktober 2019 vorliegen. Anschliessend wird der Stadtrat das Geschäft erneut dem Grossen Gemeinderat unterbreiten. Bei der Volksabstimmung werden die vom Gesetzgeber angesetzten Fristen nicht eingehalten werden können.
Januar 2020
Der Stadtrat hat noch vor dem Jahreswechsel die neue Vorlage an den Gemeinderat weitergegeben. (Geschäft Nr, 2017/134) Für die Umsetzung der Initiative wurde ein neues Projekt als Grundlage verwendet, der Gegenvorschlag des Stadtrats fusst weiterhin auf dem Renovationsprojekt für die beiden bestehenden Häuser inklusive Platzgestaltung. Die Vorlage wird von der Geschäftsprüfungskommission des GGR bearbeitet.
März 2020
Die GPK veröffentlicht ihren Abschied, in welchem sie dem GGR beantragt, sowohl der Umsetzungsvorlage zur Initiative wie dem Gegenvorschlag des Stadtrats zuzustimmen. Sie empfiehlt ihm zudem, auf eine Abstimmungsempfehlung bei der Stichfrage zu verzichten. Wegen der Corona-Pause verzögert sich die Behandlung der Vorlage im Parlament. Am 11. Juni soll es jedoch so weit sein.
Juni 2020
Der Grosse Gemeinderat macht am 11. Juni den Weg frei für die Volksabstimmung über die beiden Projektideen. Die Mehrheit unterstützt das Projekt Erneuerung, welches vom Stadtrat empfohlen wird. Es ist rasch realisierbar, günstiger und bewahrt das traditionelle Gesicht von Illnau.
Juli 2020
Gemeinderätin Denise Tschamper (GP) erkundigt sich mit einem Vorstoss über die bisher der Stadt angefallenen Kosten für die Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Haus Usterstrasse 23.
Juli 2020
Gemeinderat Urs Gut, Grüne, und Kilian Meier, CVP, erkundigen sich in Form einer Anfrage nach Kenntnissen von Baumängeln, Altlasten und dem Zustand der Bausubstanz der Gebäude an der Usterstrasse 23/25.
Oktober 2020
Die Antwort auf Guts Anfrage ist eingetroffen. Es sind keine Hinweise auf versteckte Mängel oder Schadstoffe vorhanden. Die beiden Gebäude Usterstrasse 23 und 25 sind zwar äusserlich vernachlässigt, aber in der Substanz, insbesondere was die Tragkonstruktionen betrifft, gesund.
Oktober 2020
Die Antwort auf D. Tschampers Anfrage ist eingetroffen. Die bisherigen Planung- und Verfahrenskosten betragen ca. Fr. 1’375’000. Die bei einem Abriss von Usterstrasse 23 zu erwartenden Verfahrenskosten werden auf Fr. 250’000-450’000. geschätzt.