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«Superman», «Star Wars», «Rambo», «Zorro», «Star Trek» – klingende Namen von Hollywood-Blockbustern. Aber nicht nur. Von allen gibt es auch eine türkische Version. In den 1960er- und 70er-Jahren gehörte die Türkei zu den grössten Filmproduzenten der Welt.
Weil das Geld fehlte und es kein Urheberrechtsgesetz gab, wurde hemmungslos kopiert, was die weltweite Filmwirtschaft hergab. Der Horrorfilm «Der Exorzist» etwa war damals verboten in der Türkei. Also reisten die Produzenten nach England, schrieben im Kino den ganzen Text mit und nahmen, zurück in der Heimat, eine familientaugliche Variante auf.
Der deutsch-türkische Regisseur Cem Kaya (40) schaute während sieben Jahren Tausende solcher Streifen und zeigt in seinem grossartigen Film «Remake, Remix, Rip-off», wie damals gebastelt und gedreht wurde. Der türkische «Superman» fliegt durch ein Weltall aus Christbaumkugeln, «Spider-Man» klebte man eine schwarze Spinne aufs grüne Pyjama.
Die Kopierkönig-Kinos sind verschwunden
Oder wenn Spezialeffekte zu aufwendig waren, verwendeten die findigen Filmschaffenden der Einfachheit halber gleich das Originalmaterial. Wie im Fall von «Star Wars», als sich die Crew das Filmmaterial mit einem nächtlichen Überfall auf ein Kino beschaffte – und vor Morgengrauen wieder retournierte.
Seit den 1980er-Jahren verschwanden immer mehr jener Kinos, die türkische Filme zeigten – und mit ihnen die unverfrorenen Kopierkönige. Den endgültigen Niedergang markiert der Abbruch des 1924 erbauten Emek-Kinosaals kurz vor dem Beginn der Gezi-Proteste 2013. Jetzt steht dort ein Einkaufszentrum.Publiziert am 14.10.2016 | Aktualisiert am 14.10.2016