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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

16. Buch
20. Abrahams und Loths Trennung voneinander, über die sie sich freundschaftlich verständigten.
Nachdem1 nun Abraham aus Ägypten an seinen vorigen Wohnort zurückgekehrt war, trennte sich Loth, sein Brudersohn, von ihm in aller Freundschaft und zog in das Land der Sodomiter. Sie waren eben reich geworden und hatten allmählich zahlreiche Hirten angenommen, die untereinander in Streit gerieten, so daß man durch die Trennung Kampf und Zwietracht der beiderseitigen Familien vermied. Es konnte ja daraus, wie es nun einmal bei Menschen geht, zwischen den Häuptern selbst Streit erwachsen. Diesem Übel wollte Abraham vorbeugen und richtete darum an Loth die Worte: „Kein Streit soll herrschen zwischen mir und dir und zwischen meinen Hirten und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. Ist nicht das ganze Land vor dir? Scheide von mir! Gehst du nach links, so ich nach rechts, oder gehst du nach rechts, so ich nach links“. Vielleicht bildete sich von daher bei den Menschen die friedenerhaltende Gewohnheit heraus, daß bei Zerteilung von irdischem Gut der Ältere die Teilung vornimmt, der Jüngere die Wahl hat.
1: Gen. 13.