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Jahresbericht des Präsidenten
Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Mitglieder,
Freunde und Freundinnen der insieme Basel
Beim Ordnen des Nachlasses meiner Eltern bin ich auf die Unterlagen zu einer Studienreise der «Schweizerischen Hilfsgesellschaft für Geistesschwache» gestossen, die 1933 nach Wien führte. Womöglich hatte mein Grossvater mütterlicherseits daran teilgenommen. Er war damals Sonderschullehrer im Kleinbasel.
«Geistesschwach». Erachten wir diesen Begriff heute als abschätzig? Sucht man in den Quellen, findet man auch Bezeichnungen wie «schwachsinnig» oder «blödsinnig». Die vorgenannte «Hilfsgesellschaft» trug bei ihrer Gründung im Jahr 1889 den Namen «Konferenz für das Idiotenwesen» (!). 1841 entfachte der Hilferuf des Zürcher Arztes Guggenbühl «zur Bekämpfung des schrecklichen Kretinismus» offenbar lebhafte Diskussionen.
Aus heutiger Sicht sind die damals verwendeten Begriffe schlicht «daneben». Das täuscht indessen darüber hinweg, dass die Sprache dem Wandel unterliegt. Die Begriffe sind nicht entscheidend, sondern die Haltung, die dahinter steht. So führten die Aktivitäten des besagten Dr. Guggenbühl bereits 1857 in Riehen zur Schaffung der Anstalt «zur Hoffnung», die bekanntlich noch heute existiert. 1905 formulierte die «Schweizerischen Hilfsgesellschaft für Geistesschwache» als Hauptaufgabe, «den geistesschwachen Kindern unseres Volkes zu einer angepassten Erziehung und Ausbildung zu verhelfen und sie dadurch zu einem menschenwürdigen Dasein zu befähigen.» Sie forderte unter anderen «Massnahmen zum Schutze der Geistesschwachen, insbesondere gegen Misshandlung und Ausbeutung».