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Plastisch wirkende Wollstickerei bestimmt die Optik der mit Stoff bezogenen Kartonschatulle. Auf jeder ihrer Seiten setzte Eugen Hasenfratz (1872–1939) eigenwillige Einzeltiere in kubistisch anmutenden Farbschattierungen gleichberechtigt in Szene.
Der als Maler ausgebildete Eugen Hasenfratz hat die Schatulle als einfache Kartonagearbeit mit Stülpdeckel durch seine Gestaltung merklich nobilitiert. Während sie innen mit türkisfarbenem Satin bezogen wurde, hat Hasenfratz für den äusseren Baumwollbezug Hunde und Vögel vor stilisierter Vegetation platziert, wobei sich die Rottöne der Tiere deutlich in den Vordergrund drängen. Wird der verängstigt blickende Vogel vom Raubtier gejagt? Entzieht sich dieses entnervt dem Gezeter des wütenden Vogels? Wie auch immer, auf dem Deckel der Schatulle sind Hund und Vogel vereint zu sehen, doch halt, da springt der eine ja schon wieder davon … Der aus dem aargauischen Baden stammende Eugen Hasenfratz erhielt seine Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen von Zürich und Genf und übersiedelte anschliessend für ein Studium der Malerei nach Paris und Düsseldorf. 1905 bewarb er sich an der Zürcher Kunstgewerbeschule um den Lehrauftrag im Fachbereich Textilgestaltung – ohne Erfolg. Er übersiedelte nach Villich bei Bonn, wo er sich hauptsächlich der Malerei widmete. In seinen Entwürfen für Kissen, Tischdecken und Schatullen überwiegen Tier- und Pflanzenmotive. Die in Tusche ausgeführte Handskizze zu einer Stickerei zeigt, wie üppig und ornamental er die Tiere anlegte und wie gekonnt er das Dessin in die quadratische Grundfläche einpasste. Die Ausführung übertrug Hasenfratz jeweils an ortsansässige Stickerinnen. (Sabine Flaschberger)