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Hat jemand Asthma sind die Bronchien verengt. Bronchien sind die Leitungen zu den Lungen für die Atemluft. Oft sind Allergene schuld an diesen Verengungen, beispielsweise Pollen von Gräsern und Bäumen, Tierhaare, Schimmelpilzsporen oder der Kot der Hausstaubmilben. Allerdings ist nicht jedes Asthma allergisch bedingt. Es gibt verschiedene Ursachen, welche die Bronchien zusätzlich überempfindlich machen. Dazu gehören Zigarettenrauch, Luftverschmutzung, Infektionen der Atemwege (Erkältungen), Stress, kalte Winterluft oder auch Sport.
In der Schweiz sind in einer Schulklasse von 20 Kindern im Durchschnitt zwei Kinder von Asthma betroffen. Bei den Erwachsenen leidet etwa jede 14. Person an dieser Lungenerkrankung.
Symptome
Typischerweise leidet der Asthmatiker im Rahmen von Asthmaanfällen an akuter, starker Atemnot. Chronisch kann immer eine gewisse Atemnot verspürt werden. Oft beschreibt ein Asthmatiker auch Symptome wie Husten, ein Engegefühl in der Brust, ein Pfeifen beim Atmen oder Kurzatmigkeit beim Sport. Nächtlich auftretender Husten ist ebenfalls ein typisches Symptom.
Diagnose
Beim Arzt wird zur Diagnosestellung ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Dieser muss nicht immer auffällig sein. Typisch für das Asthma ist im Gegensatz zur COPD, der Lungenerkrankung bei Rauchern, dass die Bronchien nicht immer verengt sind. Ausserhalb des Asthmaanfalles kann der Lungenfunktionstest ganz normal sein. Beim Lungenspezialisten werden darum auch Provokationstests durchgeführt, bei welchen die Lungenfunktion nach Inhalation eines Medikaments, welches die Bronchien reizt und so die Verengung provoziert, geprüft wird. Zur weiteren Abklärung wird dann eine Allergietestung gemacht, um allfällige Auslöser (Pollen, Tiere) zu erkennen.
Therapie
Bei allergischer Ursache des Asthmas sollten die auslösenden Allergene gemieden werden. Einfache Massnahmen sind Pollenfilter in Lüftungen und Klimaanlagen. Die Bettwäsche sollte nicht gelüftet und die Haare am Abend gewaschen werden, um die Pollenkonzentration im Schlafzimmer und auf dem Kissen zu reduzieren. Auf Haustiere sollte verzichtet oder zumindest darauf geachtet werden, dass diese sich nicht im Schlafzimmer befinden. Bei Hausstaubmilbenallergie sind spezielle Kissenbezüge äusserst effektiv.
Ausserdem können Allergien in gewissen Fällen desensibilisiert werden. Bei der Desensibilisierung werden die Allergene in kleinsten Dosen verabreicht, so dass sich das Immunsystem mit der Zeit an das Allergen gewöhnt und schlussendlich nicht mehr mit einer überschiessenden Reaktion reagiert.
An erster Stelle steht beim Asthma jedoch die Inhalation. Primär ist dies die Inhalation von niedrig dosiertem Kortison, welches die Entzündung in den Bronchien bekämpft. Das Kortison ist in der Basistherapie sehr wichtig. Oft ist beim Patienten die Furcht vor dem in der Volksmeinung extrem negativ behafteten Medikamentes gross. Die Art der Verabreichung und die Dosierung sind bei der Anwendung von Kortison zu beachten. Die Nebenwirkungen können unterschiedlich ernsthaft sein. Beim Inhalieren kommen höchstens kleinste Dosen in den Blutkreislauf und sind darum kaum gravierend. Ernsthafte Nebenwirkungen sind nur bei langfristiger Einnahme von Tabletten oder Infusionen zu erwarten. Diese Therapien kommen gelegentlich im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten oder Tumorbehandlungen zur Anwendung. Wichtig im Zusammenhang mit der Inhalation von Kortison, ist das Ausspülen des Mundes nach Gebrauch des Inhalators, damit das Kortison, welches sich in der Mundhöhle und somit nicht in den Bronchien befindet, entfernt wird. Kortison kann auf den Mund- und Rachenschleimhäuten eine erhöhte Anfälligkeit für Pilzinfektionen bewirken.
Zur Inhalation stehen zudem Medikamente zur Verfügung, welche die Muskulatur der Bronchien entspannen, so dass sich diese weniger verengen. Diese Medikamente nützen sehr rasch und kommen darum auch im Rahmen von Notfällen zur Anwendung. Als kurzwirksamer Öffner der Bronchien ist Ventolin gut bekannt. Der Einsatz von Ventolin wird ergänzend während eines Anfalls angewendet. Als Basis sollte trotzdem ein Kortison inhaliert werden, oft in Kombination mit einem langwirksamen Öffner der Bronchien.
Nicht nur die Medikamente sind bei der Asthmatherapie wichtig, sondern auch die eigentliche Inhalationstechnik. Leider nutzen sehr viele Asthmatiker ihr Medikament falsch. Wir zeigen darum in der Praxis gerne die Inhalationstechnik wiederholt vor. Gerne darf bei Unsicherheit auch beim Praxispersonal nachgefragt werden. Mit einem gut kontrollierten Asthma ist heute für die meisten Patienten ein weitgehend beschwerdefreies Leben möglich.
Im Internet sind in der heutigen Zeit viele, gut verständliche Informationen zu finden. Auch zur richtigen Inhalationstechnik finden sich Texte und Videos im Internet. Empfehlenswert sind sicher die Homepages der Lungenliga Schweiz oder Lunge Zürich.
Asthma im Sport
Asthma ist im Sport ein bekanntes Problem. Sportmedizinisch wird ganz genau unterschieden zwischen eigentlichem Asthma, welches sich beim Sport verstärkt und einer Verengung der Bronchien, die durch den Sport verursacht wird, ohne dass der Patient grundsätzliches Asthma hat. An den olympischen Spielen in Vancouver 2010 wurde jede 10. Medaille von einem Sportler gewonnen, welcher ein Asthmamedikament verschrieben hatte. Sicher ein Beweis dafür, dass trotz Asthmasymptomen bei guter Therapie Höchstleistungen möglich sind. Sehr häufig sind Sportler mit Asthmasymptomen beim Radfahren, Eishockey, Eisschnelllauf, Schwimmen, Langlauf oder überhaupt bei Ausdauersportarten. Starke sportliche Belastungen, oft zusammen mit trockener, kalter Luft, können bei Sportlern zur Verengung der Bronchien führen, auch wenn sie im normalen Alltag keine Asthmasymptome haben. Meist werden die Symptome erst nach einigen Minuten spürbar, halten nach der Leistung eine kurze Zeit an und verschwinden dann wieder. Zur Diagnose braucht es oft einen Provokationstest oder einen Leistungstest. Sportler müssen vor allem aufgrund des Dopingreglements die Art der Therapie beachten. Nicht alle Asthmamedikamente sind zugelassen.
Nützliches:
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