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Stellungnahme der Robert-Grimm-Gesellschaft zu Christoph Blochers Aussagen über Robert Grimm
Alt-Bundesrat Christoph Blocher hält seit einigen Jahren jeweils am 2. Januar Vorträge über historische Persönlichkeiten. 2018 will er sich in diesem Rahmen auch mit Robert Grimm auseinandersetzen.
Die Robert-Grimm-Gesellschaft antwortet an dieser Stelle auf Aussagen, die Blocher, in einem am 15. Dezember 2017 im «Tages-Anzeiger» und im «Bund» erschienenen Artikel von Linus Schöpfer machte:
- Christoph Blocher spielt auf Robert Grimms Papier zur «Generalstreikfrage» von Februar/März 1918 an und wärmt einen alten Vorwurf wieder auf: Robert Grimm habe im November 1918 die Entfesselung eines Bürgerkriegs geplant. Dies ist historisch nicht haltbar, wie wir im Dokument "Generalstreikfrage" zeigen.
- «Grimm wollte eine Diktatur des Proletariats nach russischem Vorbild errichten», sagt Christoph Blocher im erwähnten Beitrag. Auch das ist historisch nicht nachvollziehbar: Grimm verwendete zwar zeitweise Karl Marx’ Begriff der «Diktatur des Proletariats». Die nach 1917 in Russland entstehende bolschewistische Parteidiktatur war für Robert Grimm dagegen nie ein Vorbild. Dies wird im Dokument "Diktatur-Demokratie" ausgeführt.
- Christoph Blocher unterstellt Robert Grimm, er habe sich 1940 im Nationalrat für eine Anpassung an Nazi-Deutschland ausgesprochen. Tatsächlich hat sich kaum ein anderer Politiker aus der Schweiz 1940 so konsequent gegen jede Anpassung an die faschistischen Diktaturen ausgesprochen wie Grimm. Dies zeigen wir im Dokument "Gegen Faschismus" auf.
Die Robert-Grimm-Gesellschaft erachtet es als ihre Aufgabe, die historische Forschung zum Leben und Werk Robert Grimms zu fördern. Dazu gehört es auch, dass wir ganz oder teilweise falsche Aussagen über Robert Grimm, wie sie Christoph Blocher verbreitet, korrigieren. Sollte Christoph Blocher in seinem Vortrag noch weitere korrekturbedürftige Aussagen zu Robert Grimm machen, werden wir diese Stellungnahme entsprechend aktualisieren.