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Braucht die Filmwelt weitere Superhelden-Spielzeug-Filme? Nein. Braucht die Filmwelt weitere Star Wars-Verfilmungen, die nur den Zweck erfüllen, die Kassen Disneys weiter zu stopfen? Nein. Braucht die Welt wieder ein Stirb Langsam-Rip-off, welches dazu noch in einem Fussballstadion spielt? Bloody hell, ja!
Inhalt:
Das legendäre Boleyn Ground ist restlos ausverkauft. Im Heimspiel tritt West Ham United gegen den Erzrivalen an. Die Ultras sind ausser Rand und Band, die Stimmung gleicht einem Hexenkessel. Im Glauben sein abtrünniger Bruder Dimitri (Pierce Brosnan) hält sich im Stadion auf, macht der russische Rebellenführer Arkady (Ray Stevenson) mit Hilfe seiner Gefolgsleute 35000 Fussballfans zu seinen Geiseln. Unter diesen befindet sich auch Veteran Michael Knox (Dave Bautista), der bei einem traumatischen Einsatz in Afghanistan seinen besten Freund verloren hat. Ohne auf Hilfe von aussen hoffen zu können, versucht Michael die Geiselnehmer auszuschalten, um die Geiseln im Stadion retten zu können. Einem Vexierspiel gleich, in dem nichts ist, wie es scheint, beginnt ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit.
Da das Stirb Langsam-Franchise, nach dem ultraschwachen fünften Teil, verdientermassen am ruhen ist, tut es gut, mit Final Score mal wieder einen Actionfilm zu sehen, der sich derselben Formel bedient.
Ein Sportstadion als Spielort sahen wir zwar bereits in Jean-Claude van Dammes Sudden Death. Dieser liegt über zwanzig Jahre zurück, von einem Abklatsch kann kaum die Rede sein. Und zudem, welche Locations wurden noch nicht für einen klaustrophobisch anmutenden Streifen verwendet? Hochhaus (Stirb langsam), Flughafen (Stirb langsam 2), Kriegsschiff (Alarmstufe: Rot), Zug (Alarmstufe: Rot 2, Derailed), Flugzeug (Einsame Entscheidung, Passagier 57), Gefängnis (The Rock, Half Past Dead), Gefangenentransport (Con Air), Bus (Speed), Kreuzfahrtschiff (Speed 2), Wald (Die Rote Flut), Schulhaus, (Detention) etc. Irgendwann hast du alle möglichen Locations durch und du bist als Produzent dazu gezwungen, die Gefahr einzugehen, dass du vermeintlich „remakest“.
Dave Bautista kann nicht mit dem Charisma unserer legendären Actionstars wie Schwarzenegger oder Stallone in Konkurrenzkampf gehen, aber in Final Score wirkt er doch wie ein respektabler Lead. Der ehemalige Wrestler, der in vergangenen Jahren doch viele Erfahrungen im Fach Schauspiel hat sammeln können, trägt diesen Film stabil auf seinen massiven Schultern. Ray Stevenson macht als Antagonist eine ebenso gute Figur. Sehr hassenswert. Amit Shah gibt den witzigen Sidekick und Pierce Brosnan ist in seiner eher kleinen Nebenrolle eine nette Ergänzung zu diesem funktionierenden Cast. Bemerkenswert, dass Final Score den erst dritten Thriller von Regisseur Scott Mann darstellt. Vor zehn Jahren hat er mit The Tournament einen guten Killer-Thriller auf die Beine gestellt und auch sein Heist aus dem Jahr 2015 war ein gelungenes Werk. Final Score wirkt wie die logische Fortsetzung seines Schaffens. Alles wirkt hier grösser – und ausgeklügelter.
Final Score wirkt in seiner vollen Laufzeit mehr als unterhaltsam. Der Film hat eigentlich keine wirklichen Längen, nimmt sich aber genug Zeit um die Figuren einzuführen und gibt somit dem Zuschauer die Gelegenheit, sich auf die Charaktere einzulassen. So zittert man von Anfang an mit Dave Bautistas Figur mit, im Wissen, dass der erfahrene Zuschauer die meisten Wirrungen und Wendungen in Final Score bereits erahnen kann. Nein, dieser Film macht eigentlich nicht viel Neues. Aber die Art der Umsetzung macht Spass.
Fazit: Final Score ist eine längst überfällige Addition in der Liste der Stirb Langsam-Ripoffs. Einer der besseren Actionstreifen der vergangenen Jahre.
https://www.youtube.com/watch?v=bxl0XV89dE0