Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/2073

Die vergangenen drei Monate hätten SAP Demut gelehrt, die Firma bitte Südafrika "von ganzem Herzen" um Entschuldigung, sagte SAP-Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin bei einer Pressekonferenz in Johannesburg. SAP wird vorgeworfen, eine unüblich hohe Kommission an eine politisch vernetze Firma gezahlt zu haben, um sich Aufträge mit staatlichen Unternehmen in Südafrika zu sichern.
SAP teilte mit, in Folge der Vorwürfe seien mit sofortiger Wirkung Veränderungen der weltweiten Verkaufspraktiken beschlossen worden. Künftig werde SAP keine Verkaufsprovisionen mehr zahlen bei Geschäften mit staatlichen Unternehmen in Ländern, die auf dem Korruptionsindex von Transparency International mit einem Wert von unter 50 abschnitten, hiess es. Davon sei auch Südafrika betroffen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 43. Zudem werde SAP die Afrika-Rechtsabteilung stärken, so das Unternehmen.
Der Kommissionsempfänger in Südafrika war eine obskure Firma für 3D-Printer, hinter der die politisch bestens vernetzte Unternehmerfamilie Gupta stand. Die Brüder gelten als enge Freunde von Präsident Jacob Zuma und stehen im Zentrum eines Korruptionsskandals, der seit Monaten das Land erschüttert.
Unter Hinweis auf die andauernde Untersuchung durch eine internationale Anwaltskanzlei wollte SAP keine Angaben dazu machen, welche Dienstleistung der Kommissionsempfänger tatsächlich erbracht hat. Die Untersuchung habe aber bislang keine Hinweise ergeben, dass SAP-Mitarbeiter direkt Schmiergeld bezahlt hätten. Die fragwürdigen Zahlungen waren im Juli von einem südafrikanischen Team investigativer Reporter namens "amaBhungane" aufgedeckt worden. SAP suspendierte daraufhin Topmanager und leitete eine Untersuchung ein.
Dem Unternehmen zufolge brachten die Verträge mit zwei staatlichen Firmen, dem Energieversorger Eskom und dem Logistikunternehmen Transnet, einen Umsatz von 660 Millionen Rand (heute rund 40 Millionen Euro), dafür sei eine Kommission von 107 Millionen Rand (rund 6,5 Millionen Euro) gezahlt worden./jbz/DP/men
(AWP)