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Du hast dich vielleicht gefragt, was einen Mann dazu bringt, sich von einer Frau angezogen zu fühlen und sich zu verlieben. Du möchtest wissen wie man einen Mann wirklich verführen, eine echte Femme fatale und für ihn unwiderstehlich sein kann, damit dein Partner sich bindet.
Und du denkst vielleicht, dass das Phänomen des Verliebtseins für einen Mann oder eine Frau dasselbe ist.
Nun, das ist es nicht.
Es gibt eine Chemie der Anziehung. Die Biologin Dawn Maslar erforschte, wie das Gehirn sich verliebt und fand große Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das nennt sie die Neurowissenschaft des Datings.
Dieser Artikel fasst die Hauptpunkte ihrer Forschung zusammen. Ich habe Dawn Maslar für mein Coaching interviewt.
Das Treffen
Dass du dich von einem bestimmten Mann angezogen fühlst oder er von dir, liegt einzig und allein daran, dass dein Reptiliengehirn einen Neurotransmitter namens Noradrenalin freisetzt, der deine Furcht oder Angst verringert und dich ermutigt, auf den anderen zu zugehen. Körperlich spürst du die Wirkung dieses Neurotransmitters wenn das Herz schneller schlägt, es kann sein, dass du stärker schwitzt, die Hände feucht werden und du eine Art innere Erregung spürst.
Dein rationales Gehirn ist während dieser Phase abgeschaltet.
Was bestimmt, zu wem du dich hingezogen fühlst?
Dein Reptiliengehirn verwendet die folgenden Prinzipien, um deinen Partner auszuwählen:
- Das Prinzip der Gegensätze. Du wählst denjenigen aus, dessen Gene im stärksten Gegensatz zu den deinigen stehen, um die Chancen zu erhöhen, ein gesundes, überlebensfähiges Kind zur Welt zu bringen.
- Das Prinzip der Ähnlichkeiten. Du wirst unbewusst nach einer Person suchen, die deinen Verwandten, Vater oder Mutter oder anderen wichtigen Personen ähnlich ist, um die Angst und Unsicherheit zu besänftigen, die in dieser Phase der Verführung unvermeidlich sind. Du fühlst dich also zu der Person hingezogen, die dir die Liebe bringen kann, die du zu brauchen glaubst, die du zu verdienen glaubst und die du dir selbst zukommen lässt. Diese Überzeugungen über die Liebe, die hast du dir nicht allein ausgemalt, sie sind in deiner Kindheit, mit deinen Eltern oder in der Beziehung zu anderen Menschen entstanden.
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- Die Auswahl erfolgt über deine 5 Sinne (Sehen, Riechen, Hören, Tasten…) und den ersten Kuss. In dieser Phase ist das rationale Gehirn wie ausgeschaltet, d.h. die Vernunft greift wenig in der Anziehungsphase, was dir das Gefühl geben kann, dich von falschen Personen angezogen zu fühlen und schliesslich an ihnen zu hängen.
Gibt es Liebe auf den ersten Blick, und bedeutet es wirklich, dass man sich so schnell verliebt?
Auf die Gefahr hin, dich zu enttäuschen, lautet die Antwort nein. Es ist nur eine Reaktion auf die Freisetzung von zwei Neurotransmittern und hat nichts mit Verlieben zu tun.
Wenn du dich zu jemandem hingezogen fühlst, wird der Neurotransmitter Noradrenalin freigesetzt, der dich in einen Überlebens-, Kampf- oder Fluchtmodus versetzt und beide Partner zu Sex als Überlebensreaktion ermutigt. Es ist eine logische Sache, dass die Natur Sex als Mittel zum Stressabbau einsetzt, so dass wir uns auch in Stresssituationen fortpflanzen können (der berühmte Babyboom während Epidemien wie der Korona). Wenn Sex relativ schnell stattfindet, kommt es zu einer vaginal-zervikalen Stimulation, die einen weiteren Neurotransmitter absondert, der eine noch stärkere Abhängigkeit als Heroin erzeugt. Wir sagen nicht grundlos, dass wir an jemandem hängen ;-).
Wenn du als Frau empfindlich auf diese beiden Neurotransmitter-Sekrete reagierst, kann es sein, dass du versuchst, diese Sekrete zu reproduzieren, indem du dich von turbulenten Beziehungen angezogen fühlst (ich laufe vor dir weg, du holst mich zurück, ich lehne dich ab, du lehnst mich ab). Meine persönliche Interpretation ist, dass du, wenn du in deiner Vergangenheit ein turbulentes Umfeld hattest oder wenn du viele Höhen und Tiefen in intimen Beziehungen erlebt hast, die Neigung hast, diesen Sekreten verfallen zu sein.
Die Verführungsphase
Sobald du diese (sexuelle) Anziehungskraft spürst, kannst du oder kann der Mann, der dir gefällt, beschließen aktiv zu werden und in die berühmte Verführungsphase einzutreten.
Diese Phase der Verführung ist eine Mischung von 2 widersprüchlichen Gefühlen:
- Die Freude an der gemeinsamen Zeit erzeugt Dopamin (Dopamin ist das Belohnungshormon, das oft beim Essen, bei der Einnahme von Drogen oder beim Sex ausgeschüttet wird), das Lust auf ein Wiedersehen mit der anderen Person gibt.
- Die Angst, nicht zu wissen, ob es die richtige Wahl ist, ob es nur eine sexuelle Anziehung oder ob es mehr ist oder ob die Liebe auf Gegenseitigkeit beruht.
In dieser Phase haben Männer und Frauen grundlegende hormonelle und zerebrale Unterschiede, die den Mann zum Jagen und die Frau zur Wahl zwingen:
- Der Mann hat einen höheren Testosteronspiegel, wodurch er besser jagen kann. In seinem Hypothalamus hat er einen, wie Wissenschaftler es nennen, „Pursuit Spot“, der ihn ermutigt, auf eine Frau zu zugehen, für die er sich interessiert, und das Risiko der Initiative zu übernehmen. Sein Hippocampus macht es ihm leichter, „seine Beute“ in der Ferne zu erkennen. Man kann es in freier Wildbahn mit männlichen Tieren sehen, die ein schönes Gefieder haben oder besonders darauf achten, ihre Partner anzuziehen und zu verführen.
- Die Frau ist von Natur aus wahlfreudiger, da sie letztlich diejenige ist, die beim Sex die meisten Risiken eingeht (sie kann schwanger werden). Sie muss also den sichersten und genetisch geeignetsten Partner auswählen und daher die potenziellen Partner aussortieren und denjenigen finden, der es wert ist. Ihr Gehirn ist besser in der Lage, nach mehreren Kriterien auszuwählen, und ihr Hippocampus verfügt dank der Östrogenausschüttung über ein besseres Gedächtnis, um sich an die Eigenschaften jedes Partners zu erinnern.
Sich verlieben
Männer und Frauen verlieben sich unterschiedlich, mit unterschiedlicher Hormonerhöhung bzw. unterschiedlichem Rezeptorwachstum:
- Frauen verlieben sich, wenn ihre Dopamin- und Oxytocinspiegel ein bestimmtes Niveau erreichen.
- Männer brauchen ein bestimmtes Niveau an Dopamin, Vasopressin und Testosteron, um sich zu verlieben, aber sie müssen auch neue Rezeptoren schaffen, die dieses neue Niveau aufnehmen können, was bedeutet, dass es Zeit braucht.
Diese Unterschiede zwischen Männern und Frauen regeln, wie sich ein Mann oder eine Frau verhalten muss, damit sich der andere verlieben kann:
- Der Mann muss wissen, dass er jagen kann, was bedeutet, dass die Frau ihm grünes Licht gibt: ein Lächeln oder das Berühren der Haare wenn sie ihn ansieht sind grüne Lichter.
- Der Mann muss jagen. Wenn sich die Frau einem Mann nähert, löst dies ein biologisches Phänomen aus, den sogenannten „Opossum-Effekt“, der den Mann misstrauisch macht („es ist zu schön, um wahr zu sein, da muss etwas faul sein“). Dadurch verringert sich seine Testosteronsekretion und er wird automatisch weniger verliebt sein. Damit sein Testosteron bestmöglich stimuliert wird, muss er darum kämpfen, um mit dir zusammen zu sein, ein wenig Konkurrenz schadet ihm nicht und vor allem muss er auf Sex warten.
- Die Frau muss wählen und sich die Zeit nehmen, um zu prüfen, ob ihr Freier die Kriterien erfüllt, die sie an einen Mann oder an eine Beziehung stellt, bevor sie eine emotionale oder sexuelle Bindung mit ihm eingeht. Warum sollte sie das tun? Sex und Zärtlichkeit produzieren eine hohe Dosis Oxytocin, so dass eine Frau sich an jemanden binden kann, obwohl er nicht das ist, was sie sucht. Dazu muss sie eine klare Vorstellung davon haben, was sie in einem Mann sucht. Die Definition des idealen Partners ist ein ganzes Modul meines 4-wöchigen Online-Programms Sich für die Liebe öffnen.
- Warten mit Sex. Dadurch kann der Mann seinen Vasopressin- und Dopaminspiegel sowie die entsprechenden Rezeptoren erhöhen, die es ausmachen, dass er sich verliebt und nicht nur sexuell angezogen wird.
Die große Frage ist: Wie lange? Und woher wissen wir, ob sich ein Mann verliebt?
Laut Dawn Maslar verliebt sich ein Mann binnen zwei Monaten bis zu einem Jahr nach der Begegnung und man weiss, dass er sich verliebt hat, wenn er sich an seine Partnerin bindet. Deshalb rät sie zu einer Wartezeit von 90 Tagen (OMG!). Ich werde mich nicht dazu äussern, wie lange man warten soll, ich denke, es ist eine persönliche Entscheidung. Was meines Erachtens den Unterschied ausmacht, wie lange ein Mann braucht um sich zu verlieben, sind seine früheren Erfahrungen mit der Bindung, entweder in der Beziehung zu seiner Mutter oder in seinen ersten Liebesgeschichten.
Ich hoffe, dass dir dieser Artikel etwas Licht in die Chemie der Anziehung gebracht hat. Teile ihn mit deinen Freunden, die ihn vielleicht brauchen, ich verlinke weiter unten auch auf Dawn Maslar’s TEDx-Vortrag und den Link zu ihrem Buch bei Amazon; beide sind auf Englisch, aber sie sind die Mühe wert.