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Führer für Tujetsch
Aus: Führer durch die Alpen Glacier Express; Felici Berther 1992
Die Gemeinde Tujetsch (1441-2033 m ü. M., 133,9 km2,) mit den Fraktionen Tschamut, Selva, Rueras/Dieni, Zarcuns/Camischolas, Gonda, Sedrun, Bugnei, Surrein und Cavorgia umfasst die obersten drei Stufen des Vorderrheingebietes bis zur Kantonsgrenze auf dem Oberalppass. Tujetsch, im Anschluss an die Gründung des Klosters Disentis gerodet und bevölkert, blieb lange grundherrlich dem Klosterstaat einverleibt; die Ministerialfamilie Pontaningen übte die Verwaltung aus. Die Ablösung begann im 14. und dauerte bis Ende des 19. Jh. Die Bevölkerung ist die Vermischung der einheimischen Ackerbau treibenden, geselligen und dorfliebenden Rätoromanen mit den im 12. Jahrhundert zugewanderten, Viehaufzucht treibenden, genügsamen, an hochgelegenen Halden in Höfen lebenden Walsern. Die Siedlungsform entwickelte sich im 17./18. Jahrhundert vom lockeren Hofsystem des Mittelalters zum geschlossenen Dorf.