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Nachdem um 1920 der Slow Foxtrot in seinen Grundfiguren "beherrscht" wurde, suchten die Paare nach neuen Herausforderungen in diesem Tanz, die sie in Form von massiv gesteigertem Tempo zu finden hofften. Diesem Wunsche folgend, spielten die Orchester nach und nach immer schnellere Musik, sodass sie am Ende von den ursprünglichen und auch heute noch gültigen 30 Takten pro Minute bei 50 Takten angelangt waren. Dass dieses Tempo eine schöne Ausführung der grossen, offenen Slow Foxtrot-Figuren verunmöglichte, versteht sich von selbst. Führende englische Tanzlehrer empfahlen deshalb 1924, anstelle des Dreierschrittes einen einfachen Gehschritt auszuführen und die schnellere Version des Slow Foxtrot Quickstep zu nennen.
Bevor sich dieser "neue" Tanz jedoch durchsetzen konnte, brach 1925, sehr zum Unwillen der Engländer, der Charlestonrausch aus. Unwillen deshalb, weil der englische Stil ein schwungvolles Sich-im-Raum-Fortbewegen anstrebte, der Charleston hingegen stationär getanzt wurde. Doch für fast alles gibt es eine Lösung, und die englischen Tanzlehrer veränderten den stationären Charleston in einen progressiven ohne Kicks. Dann wurde das Ganze mit dem schnellen Foxtrot vermischt und kurze Zeit "Quicktime Foxtrot and Charleston" genannt.
1927 fielen die Charleston-Bewegungen allmählich ganz weg, und bei der grossen Tanzlehrerkonferenz 1929 in England wurden der Slow Foxtrot und der Quickstep in zwei eigenständige Tänze getrennt. Zu den anfänglich getanzten Quarter Turns (Vierteldrehungen) und Chasses kamen bereits anfangs der 30er-Jahre u.a. Natural Pivot Turn, Natural Spin Turn, Double Reverse Spin und Fish-Tail hinzu.
Zeitzeugen schrieben über den Slow Foxtrot und den Quickstep:
"Der Foxtrot sieht sehr einfach aus, ist aber in Wirklichkeit sehr schwer zu tanzen. 'Jeder weiss', sagt Alex Moore, 'dass ein wirklich freifliessender Federschritt, Dreierschritt und eine Rechtsdrehung schwerer zu tanzen sind als eine der raffiniertesten modernsten Variationen'. Nur die wirklichen Kenner wissen die königliche Eleganz, die noble Schönheit des Foxtrots zu schätzen. Das Publikum spendet ihm im allgemeinen weniger Beifall als etwa dem Quickstep. Der Foxtrot drängt sich nicht auf, er kennt keine raffinierten Tricks. Er ist vornehm und lässig wie ein englischer Gentleman. Das Understatement, das Nicht-Auffallen, gehört zu seiner Eigenart.
Der Quickstep hat nichts von Würde an sich, er ist leicht, übermütig und voll prächtiger Laune. Er ist daher auch der Liebling des Publikums. Wendiger als der Foxtrot, ist er viel eher bereit, Anregungen von allen Seiten aufzunehmen. Im Gegensatz zum vornehmen Foxtrot kleidet sich der Quickstep gern modisch, ohne allerdings sein Wesen wirklich zu wandeln. Der Grundschritt ist und bleibt das Chasse, die geschlossenen Füsse in der Bewegung. Das gleichmässige Gleiten fehlt, und manchmal gibt es ganz ausgesprochen lustige, perlende, hüpfende Schritte. Dennoch muss auch der Quickstep stets flüssig getanzt werden. Er kennt keine Pausen und wirkt daher niemals abgehackt oder ruckartig. Auch die Quicks, etwa in den Chasses, müssen fast etwas zögernd und lässig gebracht werden, ohne dass der Quickstep dabei seine kecke, sprühende Lebendigkeit verliert.
Der Quickstep verzaubert, berauscht und beschwingt, aber er verliert nie seinen Fluss, seine Form. Der Quickstep lockert und befreit, aber er entfesselt nicht. Er ist heiter und lustig, aber niemals vulgär. Der Slow Foxtrot ist konservativ, der Quickstep liebt den new look. Die Named Variations haben durchaus modische Figuren, die das Publikum zur Begeisterung hinreissen. Die Orthodoxen haben um 1948 diese Figuren als unvereinbar mit dem Englischen Stil abgelehnt. Es gibt etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, die raffinierte Verbindung von Checked Lock (Abgefangener Kreuzschritt) und Tipsy (tipsy heisst beschwipst; die Figur Tipsy besteht aus ganz schnellen Quicks zu je einem Achtel des Taktes anstatt der normalen Quicks zu je einem Viertel). Der Gegensatz von Checked Lock und Tipsy - langsam und schnell - wirkt ausgesprochen lustig. Derartige Figuren sind wie das lachende Leben selbst, das der Quickstep verkörpert."
Mit freundlicher Genehmigung von Michael Scherer, www.emsbs.ch