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Serrière
(La) (Kt. und Bez. Neuenburg).
470 bis 430 m. 600 m langer linksseitiger Zufluss zum
Neuenburgersee.
Die Stromquelle der
Serrière entspringt in 470 m, d. h. 40 m über dem
Spiegel des
Neuenburgersees, wird aber trotz des geringen
Höhenunterschiedes und der Kürze des Wasserlaufes von nicht weniger als sechs verschiedenen Fabrikbetrieben industriell
ausgenutzt. Sie entquillt dem
Hintergrund einer Halbklus oder engen und tiefen
Schlucht an der Basis des
gelben Neuenburgersteines (oder obern Hauterivien) und tritt somit an der Oberfläche der Hauterivemergel zu tage, die gegenüber
dem unterirdischen
Lauf ihres Wassers die
Rolle eines Staudammes spielen.
Die
Schlucht selbst ist in den gelben Neuenburgerstein und das untere Urgon eingeschnitten und öffnet
sich gegen den
See im obern Urgon, welche Schichten sämtlich um 8-15% gegen SO. einfallen. Das
Wasser der
Serrière hat eine
Temperatur von 8,5° C. und eine
Härte von 20°; doch können diese Ziffern zugleich mit der Wasserführung der Quelle im
Laufe des Jahres schwanken. Die Schwankungen im Wasserstand bewegten sich während der Jahre 1894-1900
zwischen dem Minimum von 0,3 m3 und dem Maximum von 11 m3 in der Sekunde.
Die durchschnittliche Wasserführung beträgt 2,2 m3 in der Sekunde. Mit andern Stromquellen verglichen, sind die Schwankungen
der
Serrière gering, indem das Verhältnis zwischen den beobachteten Extremen bloss 1:37 (gegenüber
z. B. 1:500 für die Quelle der Doux oder
Areuse) und das durchschnittliche Verhältnis bloss 1:20 (Areusequelle 1:130) betragen.
Dieses Verhalten lässt im Verein mit dem relativ schwachen Anschwellen der Wasseroberfläche zur Zeit von Hochwasser vermuten,
dass die
Serrière den
¶
mehr
Abfluss einer grossen Wassermasse bildet, die zahlreiche im obern Jurakalk ausgewaschene Höhlen und Klüfte erfüllt. Ein
Blick auf die Karte lässt die Quelle der
Serrière als die Fortsetzung des Seyonlaufes (s. den Art. Seyon) erscheinen. Und
in der Tat liegt ihr Sammelgebiet in der nämlichen Gegend wie dasjenige des Seyon, d. h. an den felsigen
Bändern der Mulde des Val de Ruz. Während aber der Seyon die Oberflächenwasser der tertiären und glazialen Decke, welche
dem Boden dieser Mulde aufgelagert ist, sammelt, umrahmt das Einzugsgebiet der
Serrière dasjenige des Seyon gleich wie die
Augenhöhle das Auge umzieht und setzt sich unterhalb desselben in die Tiefe fort. Es liegt somit die
mit einem schwer durchlässigen Boden ausgestattete Mulde, in der sich die Wasser des Seyon sammeln, über einer zweiten, um
vieles grösseren Mulde, die das Einzugsgebiet der
Serrière darstellt.
Diese zweite Mulde umfasst in ihren nicht von derjenigen des Seyon überdeckten Teilen 90 km2, die
Mulde des Seyon dagegen bloss 30 km2, sodass die Gesamtfläche 120 km2 beträgt. Sicherlich gab es eine Zeit, da die
Quelle der
Serrière noch nicht vorhanden war und alles Wasser durch die Rinne des Seyon abfloss. Damals schnitt sich die von
diesem Bach durchzogene Schlucht zwischen Valangin und dem Vauseyon in das Felsgewölbe des Chaumont ein.
Später hat die
Serrière nach und nach einen Teil der dem Seyon zufliessenden Wasser für sich selbst abgezapft und an Ort
und Stelle des oberflächlichen Sammelgebietes ein solches in der Tiefe geschaffen. Da dieses Netz von unterirdischen Kanälen
und Abflussrinnen bis in die Kalkschichten des Malm oder obern Jura hinabgedrungen ist, muss das Wasser
der
Serrière vor seinem an der Oberfläche der Hauterivienmergel erfolgenden Austritt auch über die Argovienmergel hinüberfliessen,
die ihren Scheitelpunkt unter dem Gewölbe der Forêt de Peseux und der Serroue in etwa der heutigen Höhenlage der Quelle besitzen.
Vergl. auch den Art. Seyon samt begleitender Karte und geologischem Profil.