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Das nächste Dorf, in dem wir eine Woche verbrachten, war Panga – ein Dorf, wo die Schmiede, die ebenfalls den Unterkastigen angehören, wohnen. Wir konnten uns bei einer netten Familie einquartieren und einen Raum fürs Training und den Schnitt gebrauchen. Wir zelteten auf den frisch geernteten Feldern, was besonders Bhupal, den Eseljungen, freute; jeden Abend lud er ein anderes Kind zum Schlafen in sein Einerzelt ein. Der Junge weiss eben, wie man sich beliebt macht.
Der Mann vom Haus kochte jeden Tag für uns gegen ein Entgelt. Er war früher Koch auf Trekkingexpeditionen. Nun freute er sich, dass – jetzt, wo er krank ist – das Trekking zu ihm kommt. Jugendliche aus den umliegenden Häusern bildeten die Filmcrew. Subash, ein junger, charismatischer Mann, stach als besonderes Talent hervor, er sang gern, hatte allerlei Tanzzertifikate und wollte Schauspieler werden – wie so viele in seinem Alter. Wir fragten ihn – da wir einen Dokumentarfilm über die Filmcrews und die Tour drehen – ob er einverstanden sei, wenn wir ein kleines Portrait von ihm machen. Es machte Spass, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Der Kurzfilm „Treatments“ (Behandlungen), den die lokale Filmcrew drehte, handelt von verschiedenen Ansätzen zur Heilung. Mittels zweier Portraits von Ärzten, die verschiedene Heilungsansätze verfolgen, versuchten sie, das Positive von beiden herauszustreichen. Das Thema war für sie wichtig, da viele, die an seriösen Krankheiten leiden, zum „Witchdoctor“ (trad. Naturheiler) gehen und den Gang zum Arzt scheuen. Beide Ärzte waren sehr zufrieden, dass der Film im Dorf aufgeführt wurde.
Im Dorf waren wir mit vielen Leuten konfrontiert, die an Krankheiten litten. Eine erst 24-jährige Frau hat drei Kinder, wovon eins behindert ist. Ihr Mann ist emigriert, sie muss sich um die Kinder und den Hof kümmern. Der Junge sah nicht gut aus. Die eine Hälfte des Gesichts war deformiert und entzündet. Viele klagten über chronische Bauchschmerzen bis hin zu schwerwiegenden Magen-Darm Erkrankungen. Unser Team erwischte es mit Durchfall. Das Wasser war offensichtlich nicht sauber. Das Einzugsgebiet der Brunnen bildet ein kleiner Berg oberhalb des Dorfes, der zu einem Grossteil besiedelt ist oder zur Weidewirtschaft genutzt wird. Das Sickerwasser kommt wenig gefiltert und oft braun aus den Hähnen. Ein Wasseraufbereitungssystem existiert nicht. Der Film widerspiegelt so auch eines der grössten Anliegen des Dorfes: den Erkrankungen Herr zu werden.
Das Solar Wanderkino Nepal ist bis Ende Jahr unterwegs. Maria Suhner und Jorrit Bachmann reisen mit einem lokalen Team durch abgelegene Gegenden Nepals. Bewohnerinnen und Bewohner kleiner Bergdörfer halten erstmals eine Kamera in der Hand und produzierten Kurzfilme über eigene aktuelle Themen, die abends im Dorf unter freiem Himmel vorgeführt werden. Bis Ende Jahr berichten Maria und Jorrit hier von ihren Erlebnissen.