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Vielen Jugendlichen fällt es schwer, mit jemandem über die Gewalt zu Hause zu sprechen. Vielleicht gilt das auch für dich.
Vielleicht hast du Angst, dass es zu Hause nur noch schlimmer wird, wenn du was sagst. Vielleicht hast du deinen Eltern auch versprochen, dass es ein Geheimnis bleibt; versprochen, dass du niemandem erzählen wirst, was bei euch zu Hause los ist. Vielleicht haben dein Vater oder deine Mutter dir gedroht, dass Schlimmes passieren wird, wenn du über die Gewalt zu Hause sprichst, z.B. dass sie ins Gefängnis kommen und du und deine Geschwister ins Heim.
Du liebst deine Eltern, trotz der Gewalt und dem Leid, das du zu Hause erlebst. Du möchtest nicht, dass sie wegen dir (noch mehr) Probleme kriegen. Und du willst nicht, dass deine Familie zerbricht, trotz allem.
Aber: Auch wenn du deine Eltern liebst, ist es wichtig, dass du nicht nur an sie denkst, sondern auch an dich. Auch du bist wichtig!
Weil es so wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche möglichst ohne Gewalt aufwachsen können, wurde das Recht auf Schutz vor Gewalt als Schweizer Grundrecht in die Bundesverfassung geschrieben (Art. 11). Und auch in der Kinderrechtskonvention der UNO, welche von der Schweiz unterzeichnet wurde, steht, dass Kinder ein Recht auf Schutz und auf ein Aufwachsen ohne Gewalt haben. Dort steht sogar, dass Gewalt zwischen den Eltern immer auch Gewalt an den Kindern ist!
Ob du selber misshandelt wirst oder ob die Gewalt zwischen deinen Eltern oder andern Familienmitgliedern stattfindet; es ist dein Recht, Hilfe zu holen! Gewalt, die bei euch zu Hause herrscht, ist kein gutes Geheimnis, das du für dich behalten sollst. Es ist ein schlechtes Geheiminis. Schlechte Geheimnisse, die einen belasten und Bauchweh machen, müssen weitererzählt werden, immer, ganz egal, was versprochen wurde!
Gibt es jemanden, den du kennst, von dem du denkst, dass er/sie Verständnis haben könnte? Falls ja, sprich mit dieser Person über deine Situation und darüber, was du tun kannst, um dein Leben zu verbessern!
An wen du dich sonst noch wenden kannst, wie du am besten vorgehst und wie du das Thema ansprechen könntest, das ist Thema des Artikels «Fachpersonen kontaktieren: Und dann?».