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Warnung vor der Flut und Hitze
Der meteorologische Hintergrund der Hundstage reicht bis zu den Griechen und Ägypter zurück.
von Felix Blumer
Die Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August nennen die Meteorologen Hundstage. Dieser Begriff hat aber gar nichts mit unseren vierbeinigen Lieblingen zu tun. Die Herkunft des Begriffs stammt von den alten Ägyptern und orientieren sich am Stern Sirius im Sternbild des Grossen Hundes.
Für die alten Ägypter begannen die Hundstage an jenem Tag, an dem jeweils zum ersten Mal der Stern Sirius am Morgenhimmel zu sehen war. Sirius ist Teil des Sternbildes Grosser Hund. Das Ende der sogenannten Hundstage wurde auf den Tag festgelegt, an dem das erste Mal das ganze Sternbild zu erkennen war. Das war genau einen Monat nach dem erstmaligen Auftauchen von Sirius.
Warnung vor der grossen Flut
Die Hundstage hatten für die alten Ägypter grosse wirtschaftliche Bedeutung, da mit dem Erscheinen von Sirius in der Regel die grosse Nilflut begann. Zu diesem Zeitpunkt begannen am Oberlauf des Nils, in Zentralafrika, die jährlichen grossen Regenfälle.
In Ägypten konnte man davon aber keine Kenntnis nehmen, da es in Ägypten während des ganzen Jahres trocken ist und dort der Sommer unverändert weiterging. Einzig Sirius zeigte den Bauern an, dass sie höhere Gegenden aufsuchen sollten, um der Nilflut zu entgehen. Diese wurde allerdings mit grosser Freude erwartet, da sie das notwendige Wasser nach Ägypten brachte.
Termin ändert sich
Für die alten Ägypter begannen die Hundstage noch Anfang Juli. Da die Erdachse aber innerhalb von 26 000 Jahren eine Kreisrotation durchführt, sieht man die Sternbilder heute nicht mehr zur gleichen Zeit.
Die Römer sahen Sirius erst Ende Juli aufgehen, und so geht das Datum 23. Juli, als Beginn der Hundstage, vermutlich auf die Römerzeit zurück. Heute ist Sirius sogar erst Ende August am Morgenhimmel zu sehen. Der Termin der Hundstage hat sich aber aus der Zeit der Römer erhalten.
Hitze stammt von Griechen
War bei den alten Ägyptern Sirius noch ein Wasserzeiger, so wurde er bei den Griechen zum Zeichen grosser Hitze. Nach griechischem Mythos soll die Verschmelzung des Sonnenlichtes mit dem gleissenden Feuer des Sterns Sirius Ursache der Hitze sein.
Auch heute noch treten die wärmsten Tage im Mittelmeerraum oft während der Hundstage auf und sind im Volksmund zu einem Witterungsregelfall, einer sogenannten Singularität, geworden. Die Bezeichnung Hundstage findet heute aber auch irrtümlich Verwendung. Zum Beispiel, wenn ausserhalb der genannten Periode eine sommerliche Hitzewelle auftritt.