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Sankt
Katharinenthal (Kt. Thurgau,
Bez. und Gem. Diessenhofen).
410 m. Ehemaliges
Frauenkloster und heutiges kantonales Altersasyl mit grossem
Landgut, am linken Ufer des
Rhein 1 km w.
Diessenhofen. Telephon. Mitten in Gärten,
Wald,
Wiesen, Feldern und Weinreben reizend
gelegen. 5
Häuser, 367 Ew. 320 reform. und kathol. Insassen. Acker- und Weinbau. Die noch arbeitsfähigen
Greise (Männer und Frauen) beschäftigen sich mit Landarbeiten, mit
Stricken, Nähen, Strohflechten, Papierarbeiten etc.
St.
Katharinenthal war ursprünglich ein Jagdhaus der
Grafen von
Kiburg und wurde vom
Grafen Hartmann 1245 der Williberge von
Hünikon geschenkt, die 1230 in
Diessenhofen eine Schwesterngemeinschaft gestiftet hatte und nun das Jagdhaus
in ein
Frauenkloster umwandelte.
Die Nonnen befolgten zuerst die Regel des h. Augustin und gingen 1245 zu derjenigen des h. Dominikus über. Das Kloster erhielt
der Uebung der damaligen Zeit entsprechend vom Papst, von Fürsten und Adeligen zahlreiche Vorrechte und
Vergabungen. Als Beichtvater amtete hier eine zeitlang der berühmte Kanzelredner Heinrich Suso (geb. 1295). Als die
Eidgenossen 1460
Diessenhofen
eroberten und plünderten, verschonten sie auf die Bitten von Niklaus von der
Flüe hin das Kloster St.
Katharinenthal. Dieses
gehörte zur Zeit der Reformation zu den wenigen
Klöstern im Thurgau,
die sich zu erhalten vermochten, obwohl
sich die Aebtissin, Priorin und Verwalterin für einige Zeit nach Villingen in Sicherheit gebracht hatten.
Der auf die Schlacht von
Kappel (1531) folgende zweite Landfrieden gab dann dem Kloster seine Sicherheit wieder zurück. Eine
grosse Zahl der Nonnen gehörte adeligen
Hegauer Geschlechtern an. Kirche und Kloster wurden 1715 vollständig
neu erbaut. Bis 1798 stand dem Kloster der Kirchensatz der paritätischen Pfarrei
Basadingen zu, für die es sowohl den katholischen
als auch den reformierten Pfarrer ernannte. St.
Katharinenthal erhielt sich weit länger als die übrigen Thurgauischen
Klöster
und wurde erst 1875 aufgehoben, worauf sich seine Nonnen in das adelige Damenstift zu
Schännis (im Kanton St. Gallen)
zurückzogen. In den Klostergebäuden wurde 1871 ein Teil der Soldaten der internierten französischen Ostarmee (Bourbaki)
untergebracht und einige Monate später ein Asyl für unheilbare Irre eingerichtet. Die von den internierten Franzosen erbaute
Strasse von
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Diessenhofen bis zum Asyl heisst in der Gegend heute noch die Franzosenstrasse.