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Vokalformung
Beiträge der Interviewpartner
- Fraçois Benda
- James Campbell
- Steve Hartman
- Seunghee Lee
- Harri Mäki
- Heinrich Mätzener
- John Moses
- Thomas Piercy
- Frédéric Rapin
- Ernst Schlader
- David Shifrin
- Richard Stoltzman
- Michel Westphal
Wie beim Gesang ist die Vokalformung (englisch voicing[1]) auch auf Blasinstrumenten ein wichtiger klangrelevanter Parameter (siehe auch Tonbildung). Die Kontrolle über Position und Form der Zunge bestimmen die Qualität der Klangfarbe, Artikulation und Ansprache. Das durch unterschiedliche Vokalformung variable Volumen der Mundhöhle erfordert eine adäquate Luftführung und bestimmt schliesslich die Geschwindigkeit des Luftstromes, der das Blatt in Schwingung versetzt.
Beim Sprechen werden die Vokale durch Aktivitäten von Zunge, Lippen, Gesichtsmimik und Unterkiefers gebildet. Das Klarinettenspiel erfordert eine Vokalformung der Zunge unabhängig von übrigen Faktoren. Nehmen Lippen und Unterkiefer eine dem Vokal "o" oder "u" ähnlich Position ein, ist eine Zungenstellung ähnlich den Vokalen "i" oder "y" zu empfehlen. Klangrelevant sind ausserdem die Aktivierungen der Mundbodenmuskulatur (siehe auch Musculus mylohyoideus) und ein Heben des weichen Gaumens.
Studien von Claudia Fritz und Joe Wolfe (2005) [2] weisen auch eine Aktivierung der Stimmritze bei der Tonbildung nach.
Historische Entwicklung - Vergleich mit der Gesangspädagogik
Die historische Betrachtung der Klarinettendidaktik lässt einen Zusammenhang zwischen der Vokalformung und den traditionellen Ansatzformen des Übersichblasens und des Doppellippenansatzes erkennen. Diese Ansatzarten beeinflussen die Ausformung der Mundhöhle, was sich günstig auf die Tonbildung auswirkt. Die oben genannten Interviewpartner empfehlen mehrheitlich, die Vokalformung so wie sie sich zwangsläufig beim Doppellippenansatz einstellt, auf den einfachen Ansatz zu übertragen.
Analog zur Spieltechnik auf Blasinstrumenten ist auch in der Gesangspädagogik die Vokalformung, hier als Vokalbehandlung bezeichnet, ein wichtiger Faktor beim Ausgleich von verschiedenen Tonlagen. In Kombination mit der Zungenartikulation trainiert sie die Spannkraft der Zunge und spielt eine wichtige Rolle bei der Strukturierung des Klangqualität.
Einzelnachweise
- Bret Pimentel • bretpimentel.com [1]eingesehen am 9. Mai 2020
- C. Fritz, J. Wolfe: How do clarinet players adjust the resonances of their vocal tracts for different playing effects J. Acoust. Soc. Am., vol. 5, n° 118, Novembre, 2005 [2]
Claudia Fritz, René Caussé, Joe Wolfe, and Jean Kergomard: La clarinette et le clarinettiste influence du conduit vocal sur la production du son. New South Wales, 2004. pdf eingesehen am 8. Sept. 2018