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Esther Magdalena Rüdin wurde am 16. Juli 1943 als erstes Kind von Hans und Theresia Rüdin-Ging in Zürich geboren und wuchs in Zürich-Höngg auf. Nach der Konfirmation in der evangelischen Kirchgemeinde Höngg besuchte sie auf Wunsch ihrer Mutter auch noch den Unterweisungs-Kurs des Evangelischen Brüdervereins, der sie ebenfalls stark mitprägte. Ihre grosse sprachliche Begabung, die schon in ihrer Schulzeit zu Tage getreten war, führte zu einem ersten Sprachaufenthalt in die Suisse Romande. Nach einer Erkrankung und einer KV-Lehre erweiterte sie ihre Sprachkenntnisse in England, wo sie ein Sprach-Diplom erwarb. Während ihrer Arbeit als Fremdsprachen-Sekretärin in einer Handelsgesellschaft in Zürich absolvierte sie in Abendkursen die Dolmetscher-Schule und arbeitete nach deren Abschluss in Lugano, um von hier aus während Urlaubs- und Ferienwochen auch noch eine Sprach-Diplomschule in Florenz zu besuchen. Am Goldberg-Institut in Madrid erwarb sie schliesslich auch noch das Diplom in Spanischer Sprache.
In die Schweiz zurückgekehrt, entschloss sie sich, die eidgenössische Maturität zu erlangen, um anschliessend Theologie studieren zu können. Neben dem Studium an der evangelikalen „Freien Evangelisch-theologischen Akademie“ FETA in Basel besuchte sie immer wieder auch Vorlesungen an der Theologischen Fakultät der Universität in Basel. Nach einem Semester an der Universität Zürich erlaubte ihr der Zürcher Kirchenrat, das begleitete Praktikum in der schaffhausischen Gemeinde Osterfingen zu absolvieren, wo sie von der Schaffhauser Kirche als Provisorin angestellt wurde.
Am 15. März 1987 wurde Esther Rüdin in Meilen ZH ordiniert und konnte nun in Osterfingen als Pfarrerin gewählt werden. Hier wirkte sie bis 1991, um dann in eine grössere Gemeinde zu wechseln. Diese fand sie im St.Galler Rheintal, in Salez-Haag SG, wo sie mit Freude und Engagement ihre Aufgabe als Pfarrerin ausübte. Ihre gehaltvollen und gut verständlichen Predigten wurden von zahlreichen Gemeindegliedern positiv aufgenommen. Es gab auch eine Gegnerschaft, die leider zur Beendigung des Dienstes in dieser Gemeinde führte.
In ihrem vorzeitigen Ruhestand im neuen Zuhause in Sennwald, von wo aus sie noch manche Stellvertretungen in Gottesdiensten in der Region übernehmen konnte, machte sich jedoch ab Mitte der 90er Jahre ein hartnäckiges Asthma-Leiden bemerkbar, später auch noch ein heimtückisches Krebsleiden. Trotz aller Hoffnungen wurde sie schwächer, und am 2. September 2007 wurde sie – erst 64 jährig – von ihrem Schöpfer und Erlöser heimgerufen. Der Trauer- und Dankgottesdienst und das Begräbnis fand in ihrer ursprünglichen Heimat Zürich-Höngg statt, wo sich somit der bewegte und vielseitige Lebenskreis schloss.
Markus Rüdin