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Meteoritenforschung
Meteoritenforschung – Meteoritensuche in der Antarktis: Der erste Meteorit in der Antarktis wurde vom australischen Polarforcher Mawson 1912 in der Antarktis entdeckt. Danach hörte man nichts mehr von Meteoritenfunden bis 1969 japanische Wissenschaftler 9 schwarze Meteoriten im Königin Fabiola Fell fanden. Nachdem festgestellt wurde, dass die Meteoriten zu verschiedenen Klassen gehörten, war auch anzunehmen, dass diese nicht alle dort aufschlugen, sondern durch das Eis dorthin befördert wurden. Dies war auch ein Aufbruch zu einer intensiveren Meteoritensuche , denn man konnte ausgehen, Meteoriten zu finden, die vor Tausenden Jahren oder gar Millionen von Jahren auf den Eisschild der Antarktis fielen. Durch die Bewegung des Eises erreichen die Meteoriten deshalb eines Tages die Küste, sie brechen mit einem Eisberg ab und verschwinden im Ozean. An manchen Stellen gibt es aber auch natürliche Barrieren, wo sie aufgehalten werden. Das Eis gibt dann irgendwann durch Erosion diese Meteoriten frei – diese Situation tritt besonders im Bereich der Trockentäler auf. Bis 1982 wurden so über 5000 Meteoriten gefunden, was 25% der weltweiten Funde entspricht.
Meteoritenforschung
Warum sucht man gerade in der Antarktis nach Meteoriten? Es ist keinesfalls so, dass in der Antarktis mehr Meteoriten auf die Erde gefallen sind als in anderen Regionen. Aber aufgrund der klimatischen Verhältnisse bleiben die Meteoriten dort länger „frisch“. Der Zerfallsprozess wird auf natürliche Art und Weise stark verlangsamt. Man kann Meteoriten finden, die zwischen hunderttausend und einer Million Jahre alt sind. Warum sucht man eigentlich Meteoriten? Diese geben uns Aufschlüsse über die Vorgänge während der Entstehung des Sonnensystems und der Entwicklung seiner Bestandteile. Sie stellen einen wesentlichen Beitrag zur Weltraumforschung und der Erdwissenschaften dar. Der erste Meteorit in der Antarktis wurde bereits im Jahre 1912 gefunden. Eine Gruppe der von Sir Douglas Mawson geleiteten Expedition fand einen etwa 1 kg schweren Meteoriten etwa 35 km vom am Cape Denison befindl ichen Hauptlager.
Erst 1961 wurden von einer sowjetischen Expedition wieder zwei Meteoriten in den Humbold Mountains und von einer amerikanischen Expedition zwei Meteoriten bei den Thiel Mountains gefunden. Bis zum Jahre 1973 wurden von japanischen Expeditionen noch einundzwanzig und von einer US-Expedition noch ein Meteorit entdeckt.
Ab 1974 begann nun das systematische Suchen nach Meteoriten. Die Japaner waren auf diesem Gebiet die Ersten und stellten eigene Expeditionen. Die Amerikaner interessierten sich nunmehr auch für die Meteoritenforschung und entsandten in der Saison 1976/77 die erste eigene Expedition. Die ersten drei Expeditionen wurden noch zusammen mit den Japanern durchgeführt. Unabhängige Expeditionen erst ab der Saison 1979/80. Alle bisher durchgeführten US-Expeditionen standen unter der Leitung von Prof. William Cassidy von der Universität Pittsburgh. Der Name der Expedition lautet immer ANSMET (Antarctic Search of Meteorites) ein Teil von USARP (U.S. Antarctic Research Program). Bis Mitte der 8oer Jahre des letzten Jahrhunderts wurden über 8.000 Meteoriten in der Antarktis gefunden. Davon entfallen auf Japan über 5.100, USA über 3.000, Australien 1, UdSSR 2, Neuseeland 6 und Bundesrepublik Deutschland 42 Stück. Bei den von bundesdeutschen Forschern gefundenen Meteoriten handelt es sich um Funde während der GANOVEX-Expedition 1984/85. Die bisher erfolgreichste Expedition war die des JARE-Teams der Saison 1979/80 mit sage und schreibe 3.681 Meteoriten in einer Saison. Von amerikanischer Seite aus werden immer wieder Gastwissenschaftler anderer Nationen zur Teilnahme an ANSMET eingeladen. Die kontinentale Eisdecke, die drei Kilometer dick auf Dome C in der Ostantarktika liegt, bewegt sich nach allen Richtungen langsam auf die Küste zu, wobei sie Meteoriten mit sich führt, die in Tausenden oder möglicherweise in Millionen Jahren auf die weite Fläche gefallen sind und dort eingefroren waren. Viele dieser Stücke erreichen wahrscheinlich den Rand des Kontinents und treiben mit Eisbergen davon, die allmählich schmelzen und ihre Meteoriten auf den Meeresboden sinken lassen. Es scheint jedoch. dass dann, wenn sich die Bewegung des Eises verlangsamt oder vorübergehend durch eine Barriere angehalten wird, durch die trockenen Winde, die dauernd um die Eisdekke wehen, der Schnee weggetrieben wird. Die Meteoriten kommen an die Oberfläche und konzentrieren sich durch das Zusammenwirken von Windablation und Aufwärtsschub des Eises auf verhältnismässig kleine Gebiete. Die Bewegung des Eises bewirkt Konzentration von Meteoriten in gleicher Weise wie Bergflüsse eine Konzentration von Goldlagerstätten herbeiführen. Bereits früher durchgeführte Messungen ergaben, dass in den Erdzeitaltern oder in den Zeitabschnitten, seit die Meteoriten auf die Erde fielen, ein signifikanter Unterschied besteht zwischen den antarktischen und den in anderen Kontinenten gefundenen Meteoriten. Die auf antarktischen Chondriten (so heissen die auf der ganzen Erde am häufigsten vorkommenden Meteoriten) bestimmten Erdzeitalter bewegen sich ungefähr zwischen 1000 und 700.000 Jahren (mit einer gewissen Häufung im Bereich zwischen 300.000 und 600.000 Jahren).
Die meisten sonst auf der Erde aufgefundenen Meteoriten sind in den letzten 200 Jahren gefallen. Zweifellos bewahrt die Eisdecke Proben, die in anderen Gegenden rascher verwittern. Die älteren antarktischen Proben bieten den Meteoritforschern die Möglichkeit. die Arten von Planetentrümmern, die vor einer halben Million Jahren um die Sonne kreisten und die Erdbahn kreuzten, mit jenen zu vergleichen, die heute auf die Erde fallen. Der hier gezeigte antarktische Meteorit. von dem angenommen wird, dass er vom Mond stammt wurde im Jahr 1982 im Gebiet der Allan Hills, weit westlich des Raumes der grössten Häufungen von Meteoriten, gefunden. Eine dünne Schnittprobe, die vom Stein zur mikroskopischen Untersuchung abgeschnitten worden war, zeigte verblüffende Aehnlichkeit mit den Brekzien der Mondhochflächen („verschmolzene Böden“). Die Probe Ist ein Aggregat von Fels- und Mineralfragmenten und Glaskügelchen, welches durch gestreiftes braunes Glas zusammengehalten wird. Bei den auffallenden weissen Klasten handelt es sich um Änorthositfragmente (kalzium- und aluminiumreiches Gestein, aus dem die Kruste der Mondhochflächen hauptsächlich besteht und welches ihr die helle Farbe gibt, die man von der Erde aus sieht). Anorthosite kommen auf der Erde und auch auf dem Mond vor, wurden jedoch nur selten in Meteoriten gefunden. Nimmt man an, dass eine Probe vom Mond stammt, ergeben sich daraus verblüffende dynamische Probleme. Und wenn trotz aller derzeit vorhandenen Anzeichen künftige Untersuchungen ergeben sollten dass dieses Stück nicht vom Mond stammt, dann wäre das für uns sogar noch interessanter. In diesem Fall hätte uns die antarktische Eisdecke ein Stück eines . Planeten geliefert, von welchem wir noch nie ein Stück gesehen haben.