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Deutschland, um 1920-25
Weissblech, geprägt und gestanzt, z. T. lackiert
H. 13,3 cm, B. 9,5 cm; B. 19,7 cm (mit seitlichen Ablageflächen); T. 10,5 cm
Inv. 2002.239.
Auch wenn man es im Puppenhaus und in der Puppenküche gemütlich und etwas altmodisch liebte, so machte die Modernisierung doch nicht völlig Halt davor: In den 1920er Jahren ersetzen kleine Kochherde wie dieser den traditionellen Typus des "Kohleherdes". Dieser Spielzeugherd stellt einen Gasherd dar, wie er auch in den wirklichen Küchen jener Zeit zum Standard gehörte. Trotz seines kleinen Formates konnte mit ihm wirklich gekocht werden; ermöglicht wurde das durch einen mit Spiritus betriebenen Brenner. Die weisse Lackierung des Blechs entspricht den Vorlieben für die "weisse Küche", wie sie seit ca. 1900 üblich war und Helligkeit, Klarheit und den Eindruck von Hygiene in die Küchen brachte. Einzelmöbel wie dieses bestimmten noch lange die Einrichtung der Puppenküchen. Die funktional konzipierte Einbauküche, wie sie erstmals 1926 in der berühmt gewordenen "Frankfurter Küche" von Grete Schütte-Lihotzky vorgestellt worden war, brauchte noch viel Zeit, bis sie schliesslich in den 50er Jahren den Weg in die Spielzeugwelt fand.