Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3494

Death of a Butterfly
Die Galerie Bob Gysin freut sich mit der Ausstellung ,Death of a Butterfly’ die fünfte Einzelausstellung von Teresa Chen zu präsentieren.
Die Künstlerin setzt sich in ihrem Werk vorwiegend mit dem menschlichen Körper – zumeist mit ihrem eigenen – und mit Ambivalenz auseinander, welche sie nicht selten mit Stilmitteln der Vergänglichkeit veranschaulicht. Teresa Chen hält in ihren früheren Fotoserien ‚Withering’ und in ‚Captured’ verwelkende Pflanzen und Spinnennetze mit verendeten Insekten fest: morbide, abstossende Situationen morphieren in ästhetisch anmutende Gegebenheiten. In den neusten Arbeiten thematisiert Teresa Chen ihre eigene Herkunft, wie dies beispielsweise auch bei der Serie ,Dream of a Non-Blonde’ und ‚The Yellow Peril’ der Fall ist.
Als sogenannte ABC (American Born Chinese), nun Schweizerin und in der Schweiz lebend, hat sie Giacomo Puccinis Oper ‚Madama Butterfly’ als Ausgangspunkt zur neuen Serie ‚Death of a Butterfly’ genommen. Ihr Interesse gilt dabei der Darstellung der asiatischen Frau in der europäischen Gesellschaft und Geschichte. Mit ‚Madama Butterfly’ folgte Puccini einer am Ende des 19. Jahrhunderts in Europa populären Strömung des Exotismus: Madama Butterfly, die Junge Geisha, die in ihrer Heimat Japan, den dort stationierten amerikanischen Marineoffizier kennenlernt und von ihm ein Kind bekommt, wartet nach der beruflich bedingten Abreise des Offiziers vergeblich auf dessen Rückkehr. Er kehrt zwar nach Nagasaki zurück, aber nicht ihretwegen, sondern um das gemeinsame Kind nach Amerika mitzunehmen. Aus Verzweiflung und Schmerz über den doppelten Verlust erdolcht sich Madama Butterfly. 'Madama Butterfly' ist eine der meist inszenierten Opern der Welt. Am Opernhaus Zürich, wird sie regelmässig gezeigt und ist auch jetzt im aktuellen Programm.
Diverse schwarz-weiss Fotografien, die von Inszenierungen der Puccini Oper in der Scala in Mailand (1904), in der MET New York (1907) und am Opernhaus Zürich (1937, 1954) stammen, finden in den neuen Arbeiten von Teresa Chen Verwendung. Die Künstlerin platziert mit Stecknadeln - wie wir dies von Kasten mit Trockenpräparaten von Insekten gewohnt sind - an prominenten Stellen der Aufnahmen tote Schmetterlinge und schafft so eine Verbindung zu ihren Selbstporträts. Die Aufnahmen von ‚blutenden’ Schmetterlingen bilden wiederum den Bezug zum Zitat von Madama Butterfly ‚Dicon ch’oltre mare se cade in man dell’uom, ogni farfalla da uno spillo è trafitta ed in tavola infinita!’ (Man sagt, wer in Eurem Land einen Schmetterling erjagt, sticht eine Nadel durch sein zierliches Leibchen, um ihn auf einem Brett festzunageln!).
Mit der Ausstellung ‚Death of a Butterfly’ gelingt es Teresa Chen ihre körperorientierte Arbeit sowohl mit dem Gegenstand ihrer Herkunft wie auch mit der Fotografie innewohnenden Vergänglichkeitsthematik zu verschränken.