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In 95% der Fälle, in denen ich im Hafengelände fotografieren ging, war der Pfosten gar nicht besetzt. Glücklicherweise sind Kormorane nicht die einzigen Arten, welche im Hafen überwintern. So fotografierte ich statt den Kormoranen meistens die überwinternden Enten. Dazu gehört z.B. die Kolbenente, die Tafelente oder die Reiherente. Falls der Pfosten mal besetzt war, flogen die Kormorane meist schnell davon.
Als ich an diesem bewölkten Tag am Pfosten vorbeifuhr war, nach langer Zeit wieder einmal ein Kormoran auf dem Pfosten. Meine Hoffnungen, dass ich endlich mein lang ersehntes Foto vom Kormoran machen konnte, stiegen signifikant, als ich mit dem Feldstecher erkennen konnte, dass es sich wohl dabei um ein Jungtier handeln musste. Junge Vögel sind meistens noch etwas unerschrockener und unerfahren. Vor dem Menschen haben sie tendenziell noch etwas weniger Angst als adulte Vögel.
Tatsächlich schien sich der Kormoran überhaupt nicht ab mir zu stören. Nur ab und zu warf mir der Vogel einen flüchtigen Blick zu. Dann widmete er sich wieder der Federpflege.
Nach guten 20 Minuten stand ich dem Kormoran gegenüber und uns trennte nur noch wenige Meter zwischen der Hafenmauer und Pfosten. Weil ich nicht unter einem Tarnzelt versteckt war, konnte ich mich so bewegen, dass ich einen schönen Hintergrund erhielt.
Ich entschied mich langsam in die Hocke zu gehen, damit ich im Hintergrund einen weit entfernten Berg bekam. Dieser war bei den herrschenden Lichtverhältnissen sehr dunkel, und mir kam die Idee für ein sehr dunkles Foto, in dem nur die Details des Kormorans hervortreten würden.