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Antúnez erklärte gegenüber der argentinischen Zeitung Perfil, im Rahmen des Neustarts der Partnerschaft mit China werde zunächst eine Hualong-One-Einheit gebaut. Dafür müssten zuerst die Vertragsverhandlungen abgeschlossen werden. Der Bau könnte in der zweiten Hälfte 2022 beginnen, meinte Antúnez. Seiner Ansicht nach werde der Bau der vierten Kernkraftwerkseinheit des Landes acht Jahre in Anspruch nehmen. Dies gerechnet ab Abschluss der Vereinbarungen und der notwendigen Verfahren für ein chinesischen Finanzpaket.
Die Verhandlungen sind in zwei Phasen unterteilt: Phase 1 sieht vor, dass sich die NA-SA und die Comisión Nacional de Energía Atómica (CNEA) mit China über einen Vertrag einigen, der auch den Technologietransfer für die Brennstoffherstellung umfasst, der die Hualong-One-Einheit versorgen wird. «Wir gehen davon aus, dass die Gespräche bis November oder Dezember andauern», sagte Antúnez.
In Phase 2 soll das Projekt im Rahmen des 2014 unterzeichneten bilateralen Abkommens verankert werden. Parallel dazu wird das Energieministerium die Gespräche über das «Finanzpaket» führen, das neu verhandelt werden muss, weil gemäss Antúnez «die Angebote inzwischen abgelaufen» sind. «Sobald wir damit vorankommen, werden die Behörden beider Länder den Vertrag unterzeichnen können, erklärte er. Danach könne der Bau lanciert werden. «Wir hoffen, dass dies Mitte nächsten Jahres erfolgen wird», meinte er.
Unterdessen, so Antúnez, «werden wir die Vorbereitungen vor Ort vorantreiben; wir werden die Bodenuntersuchungen durchführen sowie den Untergrund nivellieren und die Zufahrtsstrassen bauen.
Kanadische Unterstützung für fünfte Einheit
Frühere Pläne sahen vor, dass China die NA-SA beim Bau eines neuen Druckschwerwasserblock in Atucha unterstützt, aber Antúnez sagte, an diesem Standort sei nun eine Hualong One-Einheit geplant.
Der Druckschwerwasserblock werde als «nationales» Projekt betrachtet, das von Kanada unterstützt werde, betonte Antúnez. Auf diese Weise würden die bilateralen Beziehungen im Energiebereich, die vor vier Jahrzehnten beim Bau der Candu-Einheit Embalse begannen, noch mindestens 40 Jahre fortgesetzt. Der Standort für diese Einheit ist noch nicht festgelegt worden.
Die allgemeinen Leitlinien für dieses Projekt stehen gemäss Antúnez jedoch bereits fest: Ein Druckschwerwasserreaktor des Typs Candu, der mit eigenen Mitteln und einer «eigenständigen Planung» realisiert wird. «Wir werden auf Techniker und Fachleute aus dem Embalse-Gebiet zurückgreifen, um die zahlreichen Komponenten herzustellen, und wir werden die Ressourcen, die wir aus der Fertigungsbranche und der metallverarbeitenden Industrie haben, dort konzentrieren», erklärte er.
Im gleichen Sinne plant Argentinien, seine Schwerwasserproduktionsanlage Arroyito wieder in Betrieb zu nehmen, um die neue Einheit sowie den bestehenden Reaktorpark zu versorgen. Die Anlage befindet sich im gemeinsamen Besitz der CNEA und der Regionalregierung, wurde jedoch von der vorherigen nationalen Regierung ausser Betrieb gesetzt, sodass die NA-SA ihren Bedarf von jährlich 25 t importieren muss.
In Argentinien stehen drei Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb: Atucha-1 und -2 sowie Embalse. Alle drei sind Druckschwerwasser-Reaktoren (PHWR) mit einer Gesamterzeugungskapazität von 1641 MW. Insgesamt bedeuten die von Antúnez vorgestellten Pläne eine Verdoppelung dieser Stromerzeugungskapazität.
Atucha ist auch der Standort des argentinischen Reaktorprototyps Carem-25, das sich im Besitz von CNEA befindet und von der NA-SA gebaut wird.
Quelle
M.A. nach der argentinischen Wochenzeitung Perfil, 17. August 2021