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Die Theologische Fakultät verleiht den Maturapreis 2020 an Raffael Born (Gymnasium Oberaargau, 20a) für seine Arbeit: «Leibniz’ Theodizee. Die Rechtfertigung des Leidens » (19 S. + 17 S. Anhang)
Begründung
Die Theodizeefrage, also die Frage warum Gott in seiner Allmacht, Allgüte und Allwissenheit das Leiden (einschliesslich der Ungerechtigkeit) nicht verhindert, ist eine der Grundfragen neuzeitlicher Religionsphilosophie. Manche Aufklärer haben einen leichten Weg gewählt und nach diesem Motto gedacht: «Die einzige Entschuldigung Gottes ist, dass er nicht existiert». Der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz ging einen anderen Weg und versuchte, in seinem Buch Theodizee, Gott gegen den Vorwurf zu verteidigen, warum er als Allmächtiger, Allgütiger und Allwissender das Leiden nicht verhindere.
Nach einer Einleitung in die Fragestellung und einigen Informationen über Leibniz’ Biographie, setzt sich Raffael Born in seiner Maturaarbeit mit dem «deduktiven» Argument, dem Argument «bestes aller Universen», dem Argument «Verteidigung Gottes Unschuld» und dem Argument «notwendiges Übel» auseinander. Dabei stellt er den Gedankengang Leibniz’ sauber dar, bevor er seine eigene Kritik und die der neuzeitlichen Philosophen festhält. Die Arbeit endet mit einem zusammenfassenden Fazit. In einem Anhang dokumentiert er wichtige Abschnitte aus der Theodizee-Schrift Leibniz’.
Wie die Betreuerin der Arbeit, Frau Dr. Juliette Gloor, in ihrer Bewertung festgehalten hat, gelingt es Raffael Born durchwegs, «den Leser durch eine sehr anspruchsvolle Thematik zu führen, indem er jeden Abschnitt sauber mit dem jeweils vorausgehenden und nachfolgenden logisch verknüpft und nie das Ziel der Arbeit aus dem Blick verliert. Die komplexe Thematik wird stets lesergerecht und trotzdem nie zu vereinfacht bzw. zu wenig präzise auf ansprechende Weise diskutiert». Kleine Mängel, die bei einer Maturaarbeit unvermeidlich sind, sind eher der Tatsache geschuldet, dass Raffael Born naturgemäss wenig Erfahrung beim Verfassen religionsphilosophischer Arbeiten hat. Besonders hervorzuheben ist, dass Raffael Born das Thema sachgerecht behandelt und in jedem Abschnitt die eigene Meinung festhält.
Freiburg, 3.02.2020 Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Mariano Delgado
(Dekan der Theologischen Fakultät)