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Heute treten wir das Reinheitsgebot mit Füssen – und brauen mit Brewie ein belgisches Witbier. Mit Rohfrucht, Pfeffer und Orangenmarmelade.
Reinheitsgebot
Das Reinheitsgebot wie wir es heute verstehen hatte bis ins 19. Jahrhundert eine untergeordnete Bedeutung. Der Begriff «Reinheitsgebot» wurde erst 1918 zum ersten Mal verwendet. Als Marketinginstrument der Brauwirtschaft v.a. in Bayern betonte er die Besondere Bedeutung von «Reinheit».
Damals kamen auch Trinkgefässe aus Glas auf. Und gefilterte Biere. Historisch müssen wir von einem Erlass sprechen, der lokale Vorgänger hatte in verschiedenen Regionen. Er betonte den Hopfen als Bierwürze und die höhere Qualität von Gerstenbier gegenüber Haferbier, das früher viel gebraut wurde und sicherte die Preise. Verstossen gegen das Reinheitsgebot haben ausgerechnet jene, die es verkündet haben: Die Wittelsbacher. Sie hatten ein Weissbier-Monopol (Weizen!). Im «Reinheitsgebot» fehlt übrigens die Hefe. Wieso? Die Verwendung war schon früher bekannt und die Brauer lagen hier in Konkurrenz zu den Bäckern. Als Rohstoff war die Hefe zudem nicht massgebend für die Preisgestaltung des Bieres. Im heutigen deutschen Biersteuergesetz resp. der Bierverordnung von 1993, die heute sozusagen das Reinheitsgebot ausdrücken, sind auch ganz andere Reglements aufgenommen, von denen man 1516 noch gar nichts wusste z.B. Hopfen im Wärmebereich, Unterscheidung von obergärig und untergärig, nur Malz, nur vergoren, unbedenkliche Restmengen – um nur ein paar zu nennen.