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Carola Welcker stammte aus Köln, verbrachte jedoch seit ihrer Heirat mit Siegfried Giedion den grössten Teil ihres Lebens in Zürich. Sie war über die Kunst zur Literatur gekommen und gehörte zu den Anregern des Zürcher Kulturlebens. In München hatte sie bei Heinrich Wölfflin studiert und sich früh der zeitgenössischen Kunst zugewandt. Sie schrieb über moderne Plastik, und aus ihrer Feder stammen Monographien über Brancusi, Klee und Arp. Ihr Spürsinn für neue Impulse im Bereich der Kunst führte sie früh zur Entdeckung avantgardistischer Bewegungen in der Literatur, unter denen ihr der Surrealismus besonders nahe stand. 1946 veröffentlichte sie „Poètes à l’écart – Anthologie der Abseitigen“ und 1960 ein Buch über Alfred Jarry. Auch Apollinaire gehörte zu den Autoren, mit denen sie sich beschäftigte, und mit James Joyce war sie schon früh verbunden. Die Sammlung von Büchern und Broschüren aus dem Umkreis des Surrealismus ist aus dieser literarischen Tätigkeit von Carola Giedion-Welcker in unserer Bibliothek zu sehen.
Im August 2007 wurde die Ausstellung "Accrochage: Carola Giedion-Welcker und die Moderne" im Kunsthaus Zürich eröffnet. Sie widmete sich der Autorin, Kuratorin, Kunsthistorikerin und -kritikerin und zeigte unter anderem auch Werke aus dieser Schenkung.
Eine weitere Ausstellung mit Büchern aus dieser Sammlung fand unter dem Titel "Poètes à l'écart" vom 3. Dezember 2009 bis 31. Januar 2010 im Cabaret Voltaire statt. Diese wurde von den Studierenden des Seminars für Allgemeine und Vergleiche Literaturwissenschaft konzipiert und ging der Faszination der historischen Avantgardebewegung nach. Siehe dazu den Artikel "Stille Provokateure" in den UZH News
Für die Ausstellung "Die Krawatte. männer macht mode" im Landesmuseum Zürich vom 19. September 2014 bis 18. Januar 2015 wurde aus dieser Sammlung das Gedicht "La cravate et la montre" von Appolinaire aus seinem Werk "Calligrammes" gezeigt.
Das Musée des Beaux-Arts Le Locle hat für seine Ausstellung "L'art se livre" von November 2014 bis Februar 2015 ein Werk von André Breton aus dieser Sammlung ausgeliehen, welches zeigt, dass das Buch auch im digitalen Zeitalter seine Attraktivität für Künstler behalten hat.
Im Frühlingssemester 2016 setzten sich Studierende im Seminar „100 Jahre Dada“ von Sandro Zanetti mit der Vergangenheit und Zukunft der in Zürich entstandenen Avantgardebewegung Dada auseinander. Gleichzeitig wurde von den Mitarbeitenden der AVL unter der Leitung der Bibliothekarin Marianne Nebel im Lesesaal eine Dada-Ausstellung konzipiert. Aus der Sondersammlung Giedion-Welcker wurden dazu diverse Titel von Avantgardeautoren ausgestellt – mit einem kleinen Ableger auch im Bibliothekslesesaal des Romanischen Seminars. Ausserdem wurde der Bibliotheksraum insgesamt in eine Dada-Lounge verwandelt. Mit zahlreichen Objekten, Zitatcollagen, Broschüren, einem Mobile und einer Filminstallation wurde vom 5.2.2016. bis zum 27.9.2016 an den 100. Geburtstag von Dada erinnert.
Vom 10. Februar 2017 bis 7. Mai 2017 war in der Austellung «Schreibrausch. Faszination Inspiration» im Strauhof unter anderen Exponaten, auch Jean Cocteaus Opium: journal d'une désintoxication aus der Gideon-Welcker Sammlung der AVL Bibliothek zu sehen. Fokus der Ausstellung war, den Rausch der Kreativität in Schriftbildern, Schreibszenen und schriftstellerischen Selbstaussagen zu erkunden.