Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03437.jsonl.gz/779

| Cassian († 430/35) - Von den Einrichtungen der Klöster (De institutis coenobiorum et de octo principalium vitiorum remediis)

Drittes Buch: Von dem vorgeschriebenen Officium des Tages.
10. Ursprung der Samstagsfasten in der Stadt Rom.
[Forts. v. [S. 56] ] Unbekannt mit dem Grund dieser Milderung glauben Manche in einigen abendländischen Städten und besonders in der Stadt Rom, man dürfe deßbalb das Einstellen des Fastens am Samstage nicht gebieten, weil, wie sie sagen, der Apostel Petrus gerade an diesem Tage vor seinem Streite mit Simon (Magus) gefastet habe. Hieraus erhellt noch deutlicher, daß er Dieß nicht nach der herkömmlichen Gewohnheit, sondern vielmehr gezwungen durch den gegenwärtigen Streit gethan habe. Es scheint nämlich auch hier Petrus eben für diese Angelegenheit seine Jünger nicht zu einem allgemeinen, sondern zu einem besonderen Fasten eingeladen zu haben. Dieß hätte er sicher nicht gethan, wenn er gewußt hätte, daß man nach herkömmlicher Gewohnheit das Fasten zu beobachten pflege. Ja, ohne Zweifel wäre er bereit gewesen, auch am Sonntage dazu aufzufordern, wenn die Gelegenheit eines Kampfes ihn gedrängt hätte. Keineswegs aber brauchte diese Aufforderung als eine bindende Fastenregel verkündet zu werden; denn nicht ein allgemein beobachteter Brauch hatte sie festgestellt, sondern das Gebot der Noth für einmal dringend gefordert.