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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VII.
13.
Wenn die Hörer die Ansichten der Häretiker kennen lernen, die einem von gewaltigem Sturme aufgepeitschten Meere gleichen, so sollten sie vorbeisegeln [S. 194] und den ruhigen Hafen aufsuchen. Denn ein solches Meer ist voll wilder Tiere und unpassierbar, wie zum Beispiel das sizilische, von dem die Sage geht, daß der Zyklop und die Charybdis und die Scylla und der Sirenenberg sich dort finden; Odysseus hat es nach den griechischen Dichtern durchsegelt, indem er die grausamen, bösen Bestien gar schlau behandelte; die Sirenen waren nämlich von ausnehmender Wildheit gegen die Vorüberfahrenden. Sie pflegten aber gar süß und lieblich zu singen, täuschten so die Vorübersegelnden und verlockten sie durch ihre liebliche Stimme, heranzufahren. Da er dies inne geworden, verstopfte Odysseus seinen Gefährten die Ohren mit Wachs; er selbst aber ließ sich an den Mast binden, fuhr so ungefährdet an den Sirenen vorbei und hörte ihren Gesang. Mein Rat für die, welche sich mit derlei beschäftigen, geht dahin, entweder wegen ihrer Schwachheit mit zugeklebten Ohren die Ansichten der Häresien zu durchsegeln und auch nicht auf das zu hören, was, wie der liebliche Gesang der Sirenen, leicht zur Wollust anreizen kann, oder aber sich an das Holz Christi zu binden und in Treuen zu lauschen und sich nicht verwirren zu lassen, sondern aufrecht stehen zu bleiben, im Vertrauen auf das, an das man gebunden ist.