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Mehr als doppelt so viele Zweiverdiener-Ehepaare profitieren durch ihre Heirat gegenüber Konkubinatspaaren bei den Steuern, als dass bestraft werden. Der Grossteil der Ehepaare, bei welchen beide Ehegatten Geld verdienen, ist den Konkubinatspaaren bei der Steuerbelastung gleichgestellt; Einverdiener-Ehepaare haben gar immer einen Vorteil.
Dies zeigt eine Schätzung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) zur Frage, wie viele Ehepaare bei den direkten Bundessteuern einen Heiratsvorteil haben. Die Schätzung wurde im Auftrag der «Neuen Zürcher Zeitung» gemacht und basiert auf der Steuerstatistik aus dem Jahr 2012. Erfasst waren damals 1,1 Millionen Ehepaare, wovon 300'000 Einverdiener- und 800'000 Zweiverdiener-Ehepaare waren.
Minderheit mit «Heiratsstrafe»
Von diesen Zweiverdiener-Ehepaaren musste ein Zehntel – 80'000 Ehepaare – wegen der Heirat eine steuerliche Mehrbelastung von 10 Prozent gegenüber Konkubinatspaaren auf sich nehmen. Etwas mehr als doppelt so viele profitierten jedoch von einer Minderbelastung von ebenfalls 10 Prozent.
Der Grossteil – 550'000 Zweiverdiener-Ehepaare – sind den Konkubinatspaaren gleichgestellt.
Einkommensaufteilung 30/70
Die Schätzung basiert auf der Annahme, dass der eine Partner bei Konkubinatspaaren oder Zweiverdiener-Ehepaaren 70 Prozent des Einkommens verdient und der andere 30 Prozent des Einkommens einbringt.
Einverdiener-Ehepaare profitieren gemäss den Ausführungen der ESTV gegenüber Konkubinatspaaren immer von einer steuerlichen Minderbelastung.
Keine Bundessteuer
Zu beachten ist laut der Steuerverwaltung, dass rund ein Viertel der Ehepaare keine direkten Bundessteuern bezahlen. Zudem enthielten die Schätzungen zur direkten Bundessteuer nur einen Teil der Information, welche zur Ermittlung der Anzahl der von einem Heiratsvorteil beziehungsweise Heiratsnachteil Betroffenen benötigt werden.
Wegen der unsicheren Datenlage weist die ESTV weiter keine Schätzung zur Zahl der Rentner-Ehepaare mit Heiratsvorteil oder -nachteil aus.
(sda/ise)