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Die Gangart, genannt „Indian Shuffle“ ist eine weitgehend unbekannte Dimension der Vielseitigkeit des Appaloosa.
Nicht viele Leute sind sich der grossen Bandbreite der Verwendung der Rasse Appaloosa bewusst. Sie geht von appaloosafarbenen Quarterhorses, Araber, oder Vollblüter bis zu den „altstämmigen“ Foundation Appaloosa, die auch den Gangpferd-Appaloosa beinhalten.
Im Gegensatz zu anderen Rassen, ist der Appaloosa die einzige Rasse, in der so viele verschiedene Arten morphologischer Gebäudetypen für alle Pferdedisziplinen vertreten sind.
Die Rasse Appaloosa beinhaltet die genetische Basis für so manche Disziplin von Sportpferdetypen, vom Endurance-Profil über den Foundation Appaloosa, das Gangpferd, den Quarterhors-Typ etc.
Es ist allgemein bekannt, dass die Indianer, insbesondere im Nordwestlichen Territorium der „Neuen Welt“, ihre Pferde unter Anderem aus den Wildherden – verwilderte „Spanish Colonial Horse/Spanish Mustang“ – einfingen.
Einige dieser Pferde trugen das latente Gangpferde-Gen (gait), das sie weiter vererbten.
Nachdem die Nez Percé unter Chief Joseph den Kriegszug gegen die US Armee verloren hatten, wurde ein Grossteil ihrer legendären Appaloosa getötet, oder in alle Winde vertrieben.
Die übrig gebliebenen Pferde wurden vermutlich später mit anderen Typen Pferde gekreuzt, damals vor Allem mit Hengsten aus dem US Regierungs-Zucht-Programm. Die Regierungs-Pferde, die damals im ganzen Nordwesten der USA (Pacific Nordwest) gebraucht wurden, waren mehrheitlich vom Typ „Standardbred“ (auch genannt Hamiltonian, nach dem Gründerhengst), Thoroughbred und Morgan (zu notieren, dass zu dieser Zeitnoch über 80% aller Morganpferde die Gangeigenschaft zeigten).
Pedigrees/Abstammungsurkunden waren der Armee weit weniger wichtig als Funktionalität und konstante Verfügbarkeit. Sie brauchten einen Typ Pferd, das weite Strecken schnell und möglichst bequem zurücklegen konnte!
So wie der „Standardbred“-Typ sich entwickelte (siehe Rubrik „Ein Kreis schliesst sich“), hat er namhaft dazu beigetragen andere Gangpferderassen in ganz Amerika zu beeinflussen.
Bei der Gründung der Appaloosa Horse Club (ApHC USA) war es, wegen der geringen Anzahl überlebender Indianer-Appaloosa, erlaubt diese mit manch anderen Rassen zu kreuzen, unter anderem:
- Morgan
- Saddlebred
- Tennesse Walker
- Araber
- Quarterhorse
- Englisches Vollblut (Thoroughbred TB)
Dies wurde bis Mitte der 70iger Jahre so praktiziert, Zeitpunkt als das Stutbuch für alle Rassen ausser Araber, Quarterhorse und TB (bis heute noch gültig) geschlossen wurde.
Durch Einkreuzen von Gangpferde-Rassen in den Anfängen des ApHC, brachte man mutmasslich wieder die „Indian Shuffle“ Appaloosa hervor, denn der ursprüngliche, altstämmige Appaloosa besass das latente Gang-Gen in sich.

Die aktuellen Bestrebungen den Appaloosa, vor Allem den Foundation Appaloosa, mit typischen Gangpferden zu verpaaren (→Walkaloosa) hat zum Ergebnis diese „verwaschenen“, verdünnten Gangpferd-Gene wieder zum Vorschein zu bringen und zu stärken.
Gangpferde sind nicht neu (siehe „Ein Kreis schliesst sich“). Sie werden in neuester Zeit nur wieder neu entdeckt und ihre Vorzüge geschätzt. Die Leute besinnen sich zurück zur Natur und gehen mit ihren Pferden wieder vermehrt ins Gelände. Trail-Riding ist die unterdessen die Nr.1 bei den Pferde-Enthusiasten, vor Allem bei den „älteren“ Reitern, die eine bequeme Montur schätzen und brauchen. Für viele Freizeitreiter ist ein komfortables, unkompliziertes, weichgängiges, zuverlässiges und gesundes Pferd wieder von höchster Wichtigkeit.
Gangpferde Linien bei den Appaloosa
Wir können hauptsächlich den Einflüssen von drei verschiedenen Rassen mit Gangeigenschaften nachgehen:
- „gaited“ Morgan (um die Jahrhundertwende zeigten noch immer ca 80% der Morgan Gangeigenschaft)
- „gaited“ Araber
- Saddlebred Einfluss
Einige Beispiele dafür, manche davon finden sich in unserem Foundation Appaloosa Zucht-Bestand:
Morgan Einfluss
Morgan-Hengst Omar Sheriff AMHA-17275, bekannter Nachkomme von Flyhawk AMHA-7256 und ein „Stellar“ Sohn
Don Ulrich Appaloosa verwendeten Morgan; z.B. Sikani Chief und Queen hatten Morgan Vorfahren
- „gaited“ Morgan in der Appaloosazucht waren Flyhawk, Jubilee King AMHA-7570
- May’s Surprise, T3, stammt ab von einer „gaited“ Morgan Stute namens SOX und hat namhafte „gaited“ Nachzucht hervorgebracht, wie Wigwam, Casper Squanto
- die KAW LIGA F1725 Linie aus May’s Surprise hat ausgeprägte Gangeigenschaft
- EL Cortez AMHA-8076, Verpaarung von Morganlinien mit Appaloosa
- Gay Lady F384, Nachzucht aus EL Cortez, Querido AMHA-7370 und dessen Sohn Red Wings AMHA-7965 à Bonny B. F1024 und Bunny F521
- Flying Sargeant F2098 von der Coffee Cup Ranch in Montana war zu ¼ Morgan ; „gaited“ Nachzucht z.B. Sun Spot J #10766
Araber mit Gangeigenschaft
- Raseyn, Ronek, Ralet, Rissletta waren alles berühmte Araber mit Gangeigenschaft, die Einzug in die Appalooszucht fanden; gehen alle auf Mesaoud zurück
- RED EAGLE F209 hat Gangpferd-Gene getragen und weiter gegeben à DREA Appaloosa (Deckers Red Eagle Appaloosa), aus dessen bekannten Zucht viele unserer Stamm-Zucht-Appaloosa herkommen
- Riley’s Purple Doll F3156, Nachzucht von „gaited“ Pferden
- „gaited“ Araber finden sich auch häufig in den Georg Webb Leopard Appaloosa
Saddlebred Einfluss
- Lee Manes verpaarte um die 1930, also vor Gründung des ApHC, Appaloosa mit anderen Gangpferde-Rassen (Standardbred, auch bekannte als die Hambletonians), wie auch mit Appaloosa mit Gangeigenschaft. Er schrieb einen Artikel in den Appaloosa News (Dezember 1978) über den „Indian Shuffle“, die Pferde, die er „traveling horses“ nannte. Viele der „gaited Indian Shuffler“ stammen aus seinen Herden.
Old Silver, ½ Saddlebred mit Aussehen eines Appaloosa.
Anmerkung: Palmer Wagner (Autor des Referenzwerkes „the America Appaloosa Anthology“) sagte mal: ich glaube, dass die Gangpferde Veranlagung von ausserhalb des Appaloosa-Genpools kommt. In den 1920ern gab es eine Rasse von Saddlehorses, die sich ebenso fortbewegten, von dunkler Farbe und bekannt als Hambletonians…
- einige bekannte Herdbuch Appaloosa aus den „Manes“ Herden waren, Buck F404, Stewart‘s Shiek F385, Ollikut T87, Manes Blue Eagle F1874, Easter Lad’s Lady F1043, Mane‘s Stewart‘s Shiek Jr. T5368…
- EL Morocco F18, ½ Saddlebred war ein bekannter schwarzfarbener Leopard Shuffler
- Die „Tobys“, Toby I F203, Toby II F113 waren „gaited“ Shuffler. Georg Webb glaubte, dass ihre Gangeigenschaft von REX in ihrem Stammbaum weitervererbt wurde. Ihre Gangart, ein Viertakt Foxtrott, legte eine Saddlebred Abstammung nahe.
- der „gaited“ Hengst Chief Joseph Rex F688 kam vor Allem in der Zucht des Nordwestens der USA viel zum Einsatz
- Ponderay’s Fancy Pants T887, aus einer Saddlebred Stute und Toby I
- Thunder Bird F466 by Toby I
- W-M’s Copper Dollar F3187
- Chocolate Sunday F485 by King Cambuscan ASHBA-22559, einem Saddlebred, ebenfalls auf Mutterseite Saddlebred (out of Pride Of California F486)
und mehr…