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Sitzordnung: So integrierst du Aussenseiter
Wusstest du, dass du mit Hilfe der Sitzordnung die Gruppendynamik deiner Klasse massgeblich beeinflussen kannst?
Das ist tatsächlich so!
Wenn du es geschickt anstellst, kannst du durch die Art der Platzwahl die Zusammenarbeit in der Klasse gezielt steuern und fördern. Du kannst Mobbing vorbeugen, Aussenseiter integrieren und den Klassengeist nachhaltig positiv unterstützen.
Die Platzwahl hat einen Einfluss auf das Klassenklima. Damit die Kinder klare Vorgaben haben, ist es sinnvoll, wenn du am Anfang die Plätze vorgibst. Durch eine gut überlegte Sitzordnung gibst du ihnen Sicherheit und Orientierung.
Je länger das Schuljahr dauert, umso mehr Freiraum kannst du den Kindern geben. Wobei du auch während des Schuljahres die Dynamik in der Klasse beobachten und durch eine Anpassung der Sitzordnung entsprechend darauf reagieren wirst.
Die Sitzordnung beeinflusst die Gruppendynamik
Das mag vielleicht etwas seltsam klingen. Als Lehrerin habe ich dieses "Phänomen" immer wieder beobachtet. Wenn du weisst, worauf du schauen musst, kannst du dies erkennen.
Durch eine Reihen-Bestuhlung, wie z.B. drei Reihen mit je vier Pulten nebeneinander, entstehen am Rand Aussen-Positionen. Aussenseiter, die "am Rand" sitzen, verstärken dadurch ihre Rolle und Position in der Klasse. Gut integrierte Kinder finden gruppendynamisch trotzdem Anschluss, auch wenn sie am Rand sitzen.
Kinder, welche hinten sitzen, werden weniger beachtet. Kinder in der vordersten Reihe lassen sich am besten auf den Lernstoff ein, können aber die Klasse am einfachsten ablenken und beeinflussen, weil sie von den Hinten-Sitzenden immer gesehen werden.
Kinder, welche die Klasse zu fest "im Griff" haben, setzt du besser an einen Ort, von dem sie weniger beobachten und Blickkontakt halten können. Hinten, an einer Wand oder in einer Ecke haben sie weniger Einfluss während des Unterrichts.
Kinder, von denen du gerne hättest, dass sie mehr Einfluss auf das Klassenklima nehmen, weil sie beispielsweise förderliche soziale Kompetenzen zeigen, setzt du am besten dort hin, wo sie alles überblicken und von allen gesehen werden.
Ob ein Kind ein "durchlässiges" Fenster oder eine "stärkende Wand" im Rücken hat, stärkt oder schwächt seinen Einfluss auf die Klasse.
In einer Klasse, die eine starke Führung durch die Lehrperson braucht, kann es sinnvoll sein, die Pulte zum Lehrer-Pult auszurichten. Dann ist jedem Kind jederzeit klar, wer der Chef im Schulzimmer ist.
Schulstart: Fixe Lern-Partnerschaften bilden
Die Kinder sollen merken, wie wichtig es dir ist, dass sie etwas lernen. Indem du am Anfang des Schuljahres Lern-Partnerschaften einführst, unterstützt du diese Wichtigkeit. Somit ist der Fokus nicht nur darauf ausgerichtet Freunde zu treffen, sondern gemeinsam etwas zu lernen.
Zwischen Sommer- und Herbstferien arbeiten diese beiden Kinder intensiv zusammen. Sie sitzen nebeneinander und erledigen bei Partner-Arbeit Lernaufträge gemeinsam. Sie unterstützen sich gegenseitig und sind füreinander da, wenn es schwierig wird.
Das wirkt nachhaltig team-bildend!
Kinder, welche eine Lern-Partnerschaft bilden, sollten schulisch etwa gleich stark sein und sich in ihren Stärken und Schwächen gegenseitig ergänzen. Achte darauf, dass sie sich im Lernen unterstützen können, ohne sich zu stark abzulenken.
Am Besuchsmorgen hast du die Klasse in der neuen Konstellation bereits kennen gelernt und im besten Fall gesehen, wer mit wem zusammenarbeiten kann. Falls nicht, fragst du die abgebende Lehrperson, wer am besten mit wem arbeiten kann und wer nicht.
Wenn du die Lern-Partnerschaften für das erste Quartal festlegst, hat es zusätzlich den Vorteil, dass ihr für die Gruppenbildung weniger Zeit verliert.
Die Sitzordnung planen
Damit du viele Sitzmöglichkeiten austesten kannst, nimmst du ein weisses A3-Papier und kleine Post-it-Zettel in der Grösse 38x51mm.
Jeder Post-it-Zettel entspricht einem Einzelplatz. Je nach Pult-Grösse, die du im Schulzimmer hast, schiebst du die Zettel etwas näher zusammen. Die Grössenverhältnisse sollten am Ende ungefähr stimmen.
Zeichne auf das A3-Blatt Auffälligkeiten aus deinem Schulzimmer ein. Die Wandtafel, Fenster, Eingangstür, Schränke, Ablageflächen, Lavabo und andere Einschränkungen sollten erkennbar sein.
Kennzeichne die Ränder des Schulzimmers. So weisst du, wie viel Platz dir zur Verfügung steht.
Wenn du willst, kannst du dein Schulzimmer ausmessen und jedes Möbelstück genau einzeichnen. Ich habe das jahrelange so gemacht. Inzwischen gibt es sogar tolle Zeichenprogramme dafür.
Ich nutzte Sweet Home 3D, welches für Wohnungen gedacht ist. Es lässt sich leicht auf ein Schulzimmer anwenden. Das lohnt sich vor allem dann, wenn du ein kleines Zimmer hast und Platz sparen musst.
Grundüberlegung: Kreis- oder Reihen-Bestuhlung?
Überlege dir, wie die Sitzordnung grundsätzlich sein soll. Ein Pult-Kreis hat den Vorteil, dass sich alle anschauen können. Der Klassengeist und die Zusammenarbeit kann dadurch gestärkt werden. Ein Kreis kann aber auch von der Arbeit ablenken.
Durch die Ausrichtung der Pulte wird der Fokus festgelegt. Sind die Pulte auf die Wandtafel ausgerichtet, liegt der Fokus auf dem "Lernen". Zeigen alle Schüler-Pulte in Richtung des Lehrer-Pultes, hat die Lehrperson am meisten Autorität.
Wenn die Pulte in einem Halbkreis stehen, sind alle Kinder beim Arbeiten in eine bestimmte Richtung fokussiert. Dadurch lenkst du ihre Blicke und Energie als Gruppe.
Einer unruhigen Klassen hilft es, wenn die Pult nach aussen, sprich, gegen die Wand gerichtet sind. So haben sie weniger Ablenkung. Ausserdem können sie schnell einen Sitzkreis bilden, indem jeder seinen Stuhl umdreht.
Gruppentische haben den grossen Vorteil, dass du Platz sparst. Der Nachteil besteht in der gegenseitigen Ablenkung.
Zu all diesen Varianten gibt es noch relativ neue und offenere Formen der Sitzordnung, wie beispielsweise das Churermodell. Dabei wählt jedes Kind täglich aufs Neue seinen Sitzplatz aus.
Hast du Aussenseiter in deiner Klasse? Handle!
Ich befasse mich schon mein ganzes Leben mit der Gruppendynamik. Bereits als Kind habe ich Gruppenverhalten beobachtet und analysiert. Als Erwachsene las ich Sachbücher und verknüpfte das daraus gewonnene Wissen mit meinen praktischen Erfahrungen als Lehrerin.
Es hat mich einfach immer interessiert.
Dadurch habe ich meine ganz eigene Herangehensweise in der Klassenführung entwickelt. Im Schulzimmer löse ich Mobbing systematisch auf.
Ich zeige dir gerne, wie auch du
- deine Klasse klar und konsequent führst - denn du bist der Chef in deinem Schulzimmer
- Mobbing und Aussenseiter erkennen kannst
- einen positiven Klassengeist förderst
Das kannst du von mir lernen!
Im (Zoom-)Gespräch beschreibst du mir deine Klasse. Wir analysieren gemeinsam das Gruppen-Geschehen und planen eine mögliche Vorgehensweise.
Ich zeige dir, worauf du achten und wie du auf bestimmte Verhaltensmuster der Klasse reagieren kannst.
Du probierst aus, setzt um und lässt dich über einige Wochen durch mich coachen. Wir tauschen uns über deine Erfahrungen aus und du lernst deine Klasse gruppendynamisch steuern, sodass am Ende ein vertrauensvolles Klima entsteht.
Mobbing tut weh! Ausgestossen-Sein löst im Gehirn die gleichen Symptome aus, wie wenn jemand körperlichen Schmerz empfindet. Und es kann zu Selbstmord führen.
Dagegen will ich etwas tun! Du auch?
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