Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03214.jsonl.gz/1001

Die Therapie von Schilddrüsenerkrankungen, welche beide Lappen betrifft, ist die komplette Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie), bei einseitigen (gutartigen) Knotenbildungen wird die betroffene Seite mitsamt des beide Lappen verbindenden Mittelteils (Isthmus) entfernt (Hemithyreoidektomie).
Im Regelfall ist für den Eingriff ein lediglich 4 cm langer Hautschnitt am Hals notwendig, da dieser Zugang (nach ausgedehnter Mobilisation) über dem darunterliegenden Operationsgebiet wie ein Fenster verschoben werden kann und dadurch eine gute Uebersicht erreicht wird.
An unserem Zentrum ist es Standard, dass ein Schnellschnitt der Schilddrüse gemacht wird. Dadurch wird eine bösartige Erkrankung schon intraoperativ erkannt und es kann die Operationstaktik angepasst werden.
Wichtige Organe in Nahbeziehung zur Schilddrüse sind die 4 Nebenschilddrüsen, welche (siehe Abbildung oben.) paarweise an der Schilddrüsenkapsem im Bereich des Ober- und Unterpols angelegt sind. Aufgabe der Nebenschilddrüse ist die Aufrechterhaltung eines physiologischen Calziumspiegels. Diese reiskorngrossen Strukturen werden im Rahmen der Entfernung der Schilddrüse von dieser abpräpariert und in situ belassen. In seltenen Fällen kommt es zu einer passageren Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen, welche eine (meist kurzfristige) Substitution mit Calzium und Vitamin D nötig macht.
Eine zweiter Struktur in enger Nahbeziehung zur Schilddrüse ist der Stimmbandnerv. Dieser zieht zwischen Luftröhre und Speiseröhre aus dem Brustkorb zum Kehlkopf. Im Rahmen der Operation wird dieser Nerv dargestellt und die Funktion mittels eines Stimulators überprüft, dadurch kann eine Stimmbandschwäche nach der Operation ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen kommt es durch Manipulation im Bereich des Nerven zu einer vorübergehenden Funktionsminderung (Neurapraxie), welche sich jedoch in wenigstens 70% der Fälle wieder vollständig erholt. Diese Schwäche des Stimmbandes äussert sich subjektiv in dem Unvermögen laut zu schreien oder in bestimmten Tonlagen zu singen.