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In einem Interview las ich spannende Zeilen zur passiven Beeinflussung von Regierungsprogrammen über Parteifinanzierung. Transparenz bei der Finanzierung von Parteien und politischen Kampagnen würden das aus meiner Sicht nicht verhindern, aber immerhin transparent machen.
Auch interessant in dem Zusammenhang Wikipedia «Parteienfinanzierung in der Schweiz»
Untersuchungen etwa aus den USA, Deutschland und Frankreich zeigen, dass Reiche einen stärkeren Einfluss auf den politischen Prozess haben. Zum einen wählen sie öfter als arme Menschen. Zum anderen – und dies ist weit wichtiger – sind Reiche in der Lage, politische Parteien und Kandidaten zu finanzieren. Über die Finanzierung gewinnen sie überproportionalen Einfluss auf die Politik. Ich will nicht behaupten, dass auf diese Weise die Politiker «gekauft» werden. Durchaus wahrscheinlich ist aber, dass Kandidaten ihre Meinung den Präferenzen der reichen Elite anpassen, um ihre Finanzierung sicherzustellen.
In den USA hat man unlängst die verschiedenen Einkommensgruppen nach ihren grössten Sorgen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Sorgen der Reichen in zirka 90% der Fälle ins amerikanische Parlament getragen wurden. Die wichtigsten Sorgen der Mittelklasse schafften es demgegenüber nur in den politischen Prozess, wenn sie deckungsgleich waren mit den Sorgen der Reichen. Wenn sie sich von den Problemen der Reichen unterschieden, lag die Wahrscheinlichkeit nur bei zirka 30%. Mit anderen Worten: Die Sorgen der Reichen werden von der Politik mit einer deutlich grösseren Wahrscheinlichkeit angegangen.https://www.nzz.ch/wirtschaft/branko-milanovic-migranten-sollten-nur-begrenzte-buergerrechte-ld.1455540