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SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern
[…] [Es] bestehen weiterhin Ungleichheiten und grosse Unterschiede beim Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und bei anderen Produktionsfaktoren. Ausserdem konnten die Einkommensunterschiede zwischen den Ländern zwar reduziert werden, die internen Ungleichheiten haben aber zugenommen. […]
Schweizer Unterziel 10.4: Ungleichheiten und Unterschiede, welche aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr gerechtfertigt sind, werden bei künftigen Gesetzesrevisionen progressiv beseitigt.
Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt die Verteilung der verfügbaren Äquivalenzeinkommen, also der Einkommen nach staatlichen Transfers, z.B. Steuern und Sozialleistungen. Er zeigt den Faktor, um den der Einkommensanteil der obersten 20% der Bevölkerung den Einkommensanteil der untersten 20% der Bevölkerung übersteigt. Der Indikator bildet somit die Einkommensungleichheit ab, die trotz Steuern und Sozialtransfers bestehen bleibt. Je grösser der Indikatorwert, desto ungleicher sind die verfügbaren Einkommen verteilt. Zur Gewährleistung von Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit wird im Sinne der nachhaltigen Entwicklung eine Abnahme des Indikators angestrebt.
Lesehilfe
Für das Jahr 2015 war der Anteil der verfügbaren Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung beispielsweise rund 5-mal grösser als derjenige der untersten 20% der Bevölkerung.
Zur Illustration der Umverteilung, die durch staatliche Transfers erreicht wird, kann der vorliegende Indikator gemeinsam mit dem Indikator “Verteilung der primären Äquivalenzeinkommen“, der für das Monitoring des Schweizer Unterziels 10.1 verwendet wird, betrachtet werden.
Internationaler Vergleich
Das Quintilverhältnis S80/S20 ist ein international gebräuchliches Mass der Einkommensverteilung. Aufgrund der Datenverfügbarkeit ist der Indikator international aber nicht vergleichbar.
Bemerkung: Die beobachtete Entwicklung, die sich innerhalb des Vertrauensintervalls befindet, ist statistisch nicht signifikant und die Beurteilung daher unverändert.
Tabellen
Methodologie
Der Indikator zeigt das Quintilverhältnis S80/S20 der verfügbaren Äquivalenzeinkommen. Als verfügbares Einkommen wird das Einkommen nach staatlichen Transfers betrachtet. Als Transferleistungen/-einkommen gelten staatliche oder staatlich geregelte Renten und Sozialleistungen sowie regelmässige Überweisungen von anderen Haushalten, als Transferausgaben alle staatlichen oder staatlich geregelten Ausgaben wie z.B. Sozialversicherungsbeiträge, Steuern, Krankenkassen-Grundversicherungsprämien sowie regelmässige Unterstützungsbeiträge an andere Haushalte.
Das Quintilverhältnis S80/S20 setzt die Einkommen der obersten 20% der Bevölkerung in Beziehung zu jenen der untersten 20%. Je stärker dieser Quotient von 1 abweicht, desto ungleicher sind die Einkommen zwischen diesen Bevölkerungsgruppen verteilt.
Die Daten stammen aus der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des Bundesamts für Statistik, die detaillierte Angaben über die Einkommen und den Verbrauch der Haushalte erfasst.
Definitionen
(Primär-, Brutto- oder verfügbares) Äquivalenzeinkommen
Das (Primär-, Brutto- oder verfügbare) Äquivalenzeinkommen wird ausgehend vom (Primär-, Brutto- oder verfügbaren) Haushaltseinkommen berechnet. Dabei wird die Haushaltsgrösse über die Äquivalenzskala des Haushalts einberechnet. Um die Skaleneffekte zu berücksichtigen (eine vierköpfige Familie muss nicht vier Mal so viel ausgeben wie eine Einzelperson, um denselben Lebensstandard zu erreichen), werden die Personen im Haushalt gewichtet: die älteste Person mit 1,0, jede weitere Person ab 14 Jahren mit 0,5 und jedes Kind unter 14 Jahren mit 0,3 (Werte entsprechen der «modifizierten» OECD-Äquivalenzskala). Die äquivalente Haushaltsgrösse entspricht der Summe der Personengewichte.
Verfügbares Einkommen
Das verfügbare Einkommen wird berechnet, indem man vom Bruttoeinkommen die obligatorischen Ausgaben abzieht. Dabei handelt es sich um Auslagen wie die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV-Beiträge, berufliche Vorsorge usw.), die Steuern, die Krankenkassenprämien (Grundversicherung) und die regelmässigen Transferzahlungen an andere Haushalte (z.B. Alimente).
Quellen
Unterziele
Schweizer Unterziel 10.4: Ungleichheiten und Unterschiede, welche aufgrund von gesellschaftlichen Entwicklungen nicht mehr gerechtfertigt sind, werden bei künftigen Gesetzesrevisionen progressiv beseitigt.
Internationales Unterziel 10.4: Politische Massnahmen beschliessen, insbesondere fiskalische, lohnpolitische und den Sozialschutz betreffende Massnahmen, und schrittweise grössere Gleichheit erzielen.