Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/109207

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, umgehend dafür besorgt zu sein, dass Kaderstellen des Bundes im Bereich der Rechtspflege (Bundesanwaltschaft, eidgenössische Gerichte) ausschliesslich mit Personen besetzt werden, die das Schweizer Bürgerrecht besitzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In Bezug auf die Gerichte ist die Forderung der Motion bereits heute erfüllt: Alle an eidgenössischen Gerichten tätigen Richterinnen und Richter müssen das Schweizer Bürgerrecht besitzen. Für die Mitglieder des Bundesgerichts regelt dies Artikel 5 Absatz 2 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110), für jene des Bundesstrafgerichts Artikel 42 Absatz 2 des Strafbehördenorganisationsgesetzes vom 19. März 2010 (StBOG; SR 173.71), für jene des Bundesverwaltungsgerichts Artikel 5 Absatz 2 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG; SR 173.32) und für jene des Bundespatentgerichtes Artikel 9 Absatz 2 des Patentgerichtsgesetzes vom 20. März 2009 (PatGG; SR 173.41). </p><p>Mit Blick auf die Bundesanwaltschaft ist festzuhalten, dass der Bundesanwalt bzw. die Bundesanwältin und ihre beiden Stellvertreterinnen oder Stellvertreter ebenfalls von Gesetzes wegen das Schweizer Bürgerrecht besitzen müssen (Art. 20 Abs. 1bis StBOG). Das Parlament hat erst am 1. Oktober 2010 in Artikel 20 Absatz 2 StBOG auch festgelegt, dass es neu in der Kompetenz des Bundesanwaltes oder der Bundesanwältin liegt, die Wählbarkeit der übrigen Staatsanwältinnen und Staatsanwälte des Bundes auf Personen zu beschränken, welche in eidgenössischen Angelegenheiten stimmberechtigt sind. </p><p>Auch wenn der Bundesrat Verständnis für das Anliegen der Motion hat, erscheint es ihm vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte dieser Bestimmung nicht angezeigt, die Regelung nur wenige Monate nach ihrer Verabschiedung wieder zu ändern. </p><p>Der Bundesrat geht vielmehr davon aus, der Bundesanwalt werde von seinem ihm vom Parlament zuerkannten Spielraum mit Vernunft Gebrauch machen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.