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Bleioxyd unter Zusatz von Wasser mit Fetten, so entstehen sog. Pflaster, d. h. ölsäure Metalloxydverbindungen;
wäscht man diese mit Wasser aus, so findet sich auch hierin das Glycerin.
Aus diesen Verhältnissen geht hervor, dass die Fette Verbindungen von verschiedenen Fettsäuren mit einer gemeinsamen Base sind, und zwar, mit alleiniger Ausnahme von Walrath und Wachs, ist es immer dieselbe Base, das eben genannte Glycerin oder Lippyloxyd.
Wir können die Fette, wie schon anfangs gesagt, betrachten als fettsäure Aether.
Die hauptsächlichsten in den Fetten vorkommenden Säuren sind die Olein- oder Elainsäure und die Palmitin-, Margarin- und Stearinsäure.
Die letzten 3 herrschen in den festen, die erstere in den flüssigen Fetten vor.
Auch die festen Fette werden bei höherer Temperatur flüssig;
der Punkt, bei welchem dies eintritt, heisst Schmelzpunkt und dient häufig zur Erkennung ihrer Reinheit.
Umgekehrt scheiden die flüssigen Fette bei niederer als der mittleren Temperatur feste Fette ab und werden dadurch mehr oder weniger starr;
nur einige, z. B. das Leinöl, vertragen Temperaturen bis zu -15 ° C. ohne zu erstarren.
Der Erstarrungspunkt der einzelnen Oele schwankt nach Alter und Bereitungsweise derselben sehr bedeutend.
Geruch und Geschmack sind bei frischen Fetten fast immer schwach und milde;
angefeuchtetes Lackmuspapier zeigt bei ihnen keine saure Reaktion.
Kommen Fette mit Luft und Feuchtigkeit, namentlich bei Gegenwart von Sonnenlicht in Berührung, so werden sie, wie der Ausdruck lautet, ranzig;
sie reagiren dann sauer, der Geruch wird streng und der Geschmack meist kratzend. Es ist dies die Folge einer theilweisen Zersetzung;
Fettsäuren werden frei, und da diese z. Th. flüchtig sind, verleihen sie dem Fett ihren eigenthümlichen Geruch und Geschmack.
Derartig ranzig gewordene Fette lassen sich durch Auswaschen mit einer ganz dünnen Natriumbicarbonatlösung bedeutend aufbessern.
Alle fetten Oele werden durch die Einwirkung der Luft allmälig etwas dickflüssiger;
einzelne von ihnen erhärten in dünnen Schichten zu einer durchsichtigen, festen Masse, andere bleiben selbst in den dünnsten Lagen schmierig.
Nach diesen Eigenschaften theilt man sie in trocknende (Leinöl, Mohnöl etc.) und nicht trocknende (Mandelöl, Provenceröl etc.) Oele.
Die trocknenden Oele enthalten eine besondere Oelsäure, die sog. Linolsäure.
Einzelne, z. B. das Sesamöl, stehen zwischen diesen beiden Gruppen, sie heissen unbestimmte Oele.
Aus all' dem Vorhergesagten geht hervor, dass wir die sämmtlichen Fette möglichst vor Licht und Luft geschützt am kühlen Ort aufzubewahren haben.
Bei der grossen äusseren Aehnlichkeit der einzelnen Fette unter einander und bei dem Mangel von wirklich scharfen, charakteristischen Reaktionen gehört die Prüfung auf ihre Reinheit resp. Verfälschung zu den schwierigsten Aufgaben.
Der praktische erfahrene Geschäftsmann wird vor Allem durch Geschmack und Geruch prüfen.
Eine schlechte Beschaffenheit ¶
der Fette ist hierdurch leicht zu erkennen, weit schwieriger die Vermischung mit anderen billigeren Fetten;
denn es möchte selbst dem erfahrensten Kenner schwer werden, durch Geruch oder Geschmack absolut reines und frisches Sesam- oder Erdnussöl im Provenceröl zu erkennen.
Hier muss die chemische Untersuchung zu Hülfe kommen und wirklich gelingt es durch diese einige der hauptsächlichsten Verfälschungen zu erkennen.
Man hat für die Prüfung der Fette eine ganze Reihe verschiedener Methoden vorgeschlagen, doch führen sie selten in ihrer Gesammtheit zu einem scharfen Resultat.
Die erste Frage bei einer Untersuchung muss immer die sein, welche Fette können in einem gegebenen Falle überhaupt zur Verfälschung benutzt sein? Preis und äussere Beschaffenheit ziehen hierbei schon ziemlich enge Grenzen.
Die verschiedenen Methoden, welche sich ohne grosse Schwierigkeiten von Jedermann zur Prüfung benutzen lassen, sind etwa folgende:
1. Die Elaidinprobe.
Sie beruht darauf, dass, wenn man gleiche Volumina Oel und mäßig starke Salpetersäure zusammenmischt, dann ein Stückchen Kupferblech oder Draht hinzufügt und die Mischung der Ruhe überlässt, die nicht trocknenden Oele innerhalb 2-24 Stunden sich in eine feste, verschiedenartig gefärbte Masse verwandeln.
Die unbestimmten Oele werden hierbei nur zum Theil fest, die trocknenden dagegen bleiben gänzlich flüssig.
Durch die Zeit des Erstarrens, die bei den einzelnen Oelen sehr verschieden ist, und durch die Färbung lassen sich häufig schon Beimengungen erkennen, ebenso die Verfälschung trocknender Oele mit nicht trocknenden.
2. Die Prüfung mit konzentrirter Schwefelsäure von 1, 800 spez.
Gewicht. Hierbei verfährt man folgendermaßen. In ein kleines Porzellanschälchen (sehr gut sind hierzu die Farbenäpfchen aus dem Tuschkasten zu benutzen) giebt man 10-15 Trpf. des zu untersuchenden Oeles, lässt dann vorsichtig 1 Trpf.
Schwefelsäure in die Mitte desselben fallen und beobachtet nun die Farbenveränderungen, welche um den Schwefelsäuretropfen stattfinden.
Einige Oele zeigen hierbei charakteristische Färbungen;
z. B. Hanföl grasgrün, Sesamöl gelbgrün, Baumwollsamenöl gelb bis bräunlich, Leberthran kirschroth, nach dem Umrühren violett, gewöhnlicher Thran blutroth, nach dem Umrühren dunkelroth etc. etc.
3. Zu etwa 5 g Oel bringt man 8-10 Trpf. einer erkalteten Mischung aus 1 Th. Schwefelsäure und 2 Th. Salpetersäure und schüttelt damit stark durch.
Man beobachtet die eintretenden Farbenveränderungen, die auch hier charakteristisch sind;
z. B. lässt sich im Provenceröl die Gegenwart von Sesam- oder Baumwollöl konstatiren.
Beide zeigen, während die Mischung bei reinem Provenceröl eine weissgrünliche Färbung annimmt, eine röthliche resp. bräunliche Färbung.
Das Sesamöl ist wiederum vom Baumwollsamenöl durch die später anzuführende Salzsäureprobe zu unterscheiden.
Ausser den hier angeführten einfachen Prüfungsmethoden sind in den ¶