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Veranstalter: Professur Tönnesmann
Dozierende : Prof. Dr. Andreas Tönnesmann / Gregory Grämiger / Niklas Nährig
Zeit : Donnerstag, 12.45 h - 14.45 h
Ort : HIL E 6
Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde Chicago zum Anziehungspunkt einer ganzen Generation amerikanischer Architekten: William Le Baron Jenney, Louis Sullivan und Frank Lloyd Wright prägten ausgehend von Chicago das Bild der amerikanischen Grossstadt im 20. Jahrhundert.
1893 war Chicago Schauplatz der World's Columbian Exposition zur Feier der 400 Jahre zurückliegenden Entdeckung Amerikas. Damit hatte sich die Stadt im mittleren Westen im Wettstreit um dieses Jahrhundertereignis gegen so namhafte Konkurrenz wie New York, Cincinnati und Washington D.C durchgesetzt. In der historischen Rückschau ist dieser Umstand alles andere als selbstverständlich, denn noch 25 Jahre zuvor hatte Chicago kaum 220 000 Einwohner. Mit dem Anschluss der Stadt an das Eisenbahnnetz und der darauffolgenden Ansiedlung der Fleischverarbeitungsindustrie begann jedoch ein kometenhafter Aufstieg, den selbst der grosse Brand von 1871 nicht aufhalten konnte. Im Schatten des technischen- und industriellen Fortschritts entstanden soziale Verhältnisse, die bereits um die Jahrhundertwende heftig kritisiert wurden.
Das Seminar untersucht die Rolle Chicagos als Modell für die amerikanische Grossstadt im 20. Jahrhundert. Dabei wird der Einfluss von Immobilienspekulation und technischem Fortschritt, die zu beinahe unbegrenztem Wachstum der Stadt - vor allem in die Höhe - führten, einer kritischen Analyse unterzogen. Zugleich wollen wir den Umgang der Architekten mit den neuen technischen Möglichkeiten, aber auch mit damit verbundenen gesellschaftlichen Fragen untersuchen, wie es Louis Sullivan in «The tall office building artistically considered» (1896) beispielhaft getan hat.
KontaktGregory Grämiger
Niklas Naehrig