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Mit diesem Stück Mauer wird nicht nur Zement und Graffiti-Farbe ausgestellt, sondern Geschichte.
Das Fragment gehörte zu der grossen Mauer, die von 1961 bis 1997 das Entlebuch vom Rest des Kantons trennte.
Die Mauer, die nach der Sezessionsschlacht von Hasle (4. März 1961) von dreitausend Entlebucherinnen und Entlebuchern in nur sechs Wochen rund um das Amt Entlebuch gebaut worden ist, galt weltweit als flammendes Mahnmal gegen Engstirnigkeit und religiösen Eifer.
Als 1997 die Situation im Entlebuch immer prekärer wurde und dort die Jugend sich gegen die «Alten Väter» aufzulehnen begann, dauerte es gerade einmal vier Monate, bis die Mauer fiel. Von beiden Seiten hackten sich die Jugend durch das Mauerwerk und zögerten auch nach dem Beschuss durch die Landfrauen und drei toten Jugendlichen nicht, ihr Werk zu vollbringen. Der Autor war in diesen Tagen selber zugegen und hackte mit seinem Vorschlaghammer eine gut drei Meter breite Bresche. Nach den Feierlichkeiten zur «Befreiung» sammelte ich, wie alle anderen auch, einige Stücke der Mauer als Erinnerung. Das grösste Stück davon habe ich übrigens dem Entlebucher Museum und ein kleineres dem Historischen Museum Luzern geschenkt.
Da nun das eine Museum bald und das andere wohl ebenfalls bald der Vergangenheit angehören werden und niemand mehr über die Geschichte von damals berichtet, sehe ich es als Notwendigkeit, dies nun selber zu tun.