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20 Reisen führten mich seit 2004 in verschiedenste Gegenden Griechenlands. Europaweit hat Griechenland den grössten Artenreichtum an Reptilien, hauptsächlich bedingt durch seine geographische Lage und die reiche Gliederung des Landes in unterschiedliche Naturräume.
Ípiros, die nordwestlichste Region Griechenlands, ist verglichen mit anderen Landesgegenden recht feucht. An der Küste finden sich vor allem mediterrane Amphibien- und Reptilienarten, während in den Gebirgen (Pindos) auch Faunenelemente aus den gemässigten Klimazonen Europas vorkommen.
In der Umgebung Thessalonikis und auf der Halbinsel Chalkidikí findet sich eine hauptsächlich mediterrane Herpetofauna. Eine häufige Erscheinung in den Hügeln östlich von Thessaloniki ist der Hardun (Stellagama stellio daani), welcher hier vermutlich durch den Menschen eingeschleppt wurde.
Thrakien im Nordosten Griechenlands ist touristisch wenig erschlossen. In den ausgedehnten Wäldern der Rhodopen leben noch Bären und Wölfe. Das Evrosdelta an der türkischen Grenze ist ein Paradies für Ornithologen. Aber auch herpetologisch interessierte Besucher kommen auf ihre Rechnung. Im Küstengebiet von Thrakien lebt die bis 150 cm lang werdende Bergotter (Montivipera xanthina), die grösste Giftschlange Europas.
Messene an der Westküste des Peloponnes zeichnet sich durch ausgedehnte Dünenlandschaften und wunderschöne Meeresbuchten aus. Nur hier findet man das Basiliskenchamäleon, welches vermutlich in der Antike aus Ägypten eingeschleppt wurde. Heute zählt dieses Chamäleon zu den bedrohtesten Reptilienarten Europas.
Die Mesa Mani im Süden des Peloponnes ist eine karge, trockene Gegend mit einer äusserst interessanten Reptilienfauna, die auch einige für den Peloponnes endemische Arten aufweist. Nachts heulen in den wilden Bergen der Mani die Goldschakale, tagsüber hört man im Frühling überall den Wiedehopf rufen.
Samos vor der Küste der Türkei wartet mit einigen Amphibien- und Reptilienarten aus Kleinasien auf, die nur hier europäisches Gebiet erreichen. Hardun, Bergotter und das europäische Chamäleon sind typische Vertreter der samiotischen Herpetofauna.
Auf Milos leben nur gerade zehn Reptilien- und eine einzige Amphibienart. Durch die lange erdgeschichtliche Isolation des Milos-Archipels konnten sich hier einige Endemiten wie die Milos-Mauereidechse und die Milosotter entwickeln. Milos ist vulkanischen Ursprungs, was man auch heute noch auf Schritt und Tritt anhand der Farbenpracht der Felsen und Steine feststellen kann.
Unten geht es zu weiteren Fotos der griechischen Amphibien- und Reptilienfauna.