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Wörterbuch
der Sozialpolitik
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Etatismus

Etatismus (von französisch État, Staat) bezeichnet eine politische Haltung, die gesellschaftliche Probleme hauptsächlich durch staatliche Regelungen zu lösen versucht. Der Begriff ist in Frankreich um 1880 entstanden: Zur Aufgabe des Staates gehört auch die Lenkung der Wirtschaft, weshalb die Arbeiterklasse durch Wahlen (und nicht durch Revolution) das Eigentum an den Produktionsmitteln erreichen soll.
Dieser auf demokratischem Weg verwirklichte Staatssozialismus kann als Gegenmodell zum Nachtwächterstaat und Variante des Reformismus begriffen werden. In der Debatte über die Rolle des Staates in der (schweizerischen) Sozialdemokratie vertreten die "Traditionalisten" (mehrheitlich aus der Romandie) den etatistischen Standpunkt gegenüber den "Modernisten/Reformern" (mehrheitlich aus der deutschen Schweiz), die bestimmte gesellschaftliche Probleme auch mithilfe des Marktes lösen wollen. Von konservativer und liberaler Seite wird der Begriff häufig verwendet gegen Versuche der Linken, sozialstaatliche Regelungen auf Bundesebene durchzusetzen.
Literatur: