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Details
|Study title||

Political conflict lines in the Federal State: an empirical investigation based on voting results from 1848 to 1997
|Ref study||7790|
|Study language||German|
|Contributing institutions||

|Authors||

|Keywords||

|Disciplines||

|Period||

1848 bis 2003
|Geographical space||

Schweiz
|Country||

|Abstract||

With the project "Conflict Lines in the Federal State" we investigated the controversial but little explored question of the extent to which political structures dampen conflicts, or whether concordance only contributes to a balance once the conflicts in society have already peaked. The case study Switzerland was used to investigate:
- the evolution and development of the lines of conflict;
- the clashes of interests as they emerged at the level of the political elite as well as possible connections between the behaviour of political parties in the voting struggle and the voting behaviour of the population;
- the forerunning or following up of political integration in relation to institutional change towards concordance;
- the political practice of the Swiss governing parties over time and how strongly this practice corresponds to the model of concordance.
The central thesis of concordance theory was that political stability can be achieved in socio-structurally heterogeneous societies if, firstly, the political elites behave cooperatively and, secondly, they are able to convince their respective social basis of the compromises achieved. The four cleavages identified by Lipset and Rokkan in 1967 and the "new" lines of conflict identified by various researchers who have further developed the Cleavage concept are regarded as structural opposites that have led to ongoing conflicts of interest and ultimately to the formation of different parties in Western Europe. For Switzerland, seven normative lines of conflict have emerged over a longer period of time, namely the opposites church-state, federalism-centralism, the conflict between the various language groups, the conflict dimensions urban-rural, labour-capital, "materialism-post-materialism" and "modernisation-tradition".
|Results||

Durch die konzeptionell neuartige Kombination qualitativer und quantitativer Methoden und den grossen Untersuchungszeitraum konnten erstmals integral die Entwicklungen der verschiedenen Ebenen der Konfliktlinien über eine längere Periode hinweg dargestellt werden. Das Ermitteln von Zusammenhängen zwischen dem Elite- und Basisverhalten sowie die Identifizierung von konfliktuellen und friedlichen Phasen haben schliesslich Aussagen dazu ermöglicht, ob eine allfällige Abnahme der Konflikte auf das Konkordanzsystem zurückzuführen ist oder nicht.
Die empirischen Erkenntnisse, die durch die qualitativen und quantitativen Analysen gewonnen werden konnten, sind umfangreich und vielschichtig. Für Informationen zu den einzelnen behandelten Cleavages und verfolgten Unteranalysen sei auf die zwei im Rahmen des Projekts entstandenen Dissertationen (siehe Publikationen).
Zur zentralen Forschungsfrage, ob Konkordanz als Institution dazu beiträgt, Konfliktlinien innerhalb einer Bevölkerung einzudämmen, kann Folgendes zusammengefasst werden: Gestützt auf die Erkenntnisse zum Verlauf der Konfliktlinien und der Entwicklungsgeschichte der Konkordanz in der Schweiz wurde festgestellt, dass die Konkordanz - verstanden als Kooperation der vier grossen Parteien anlässlich von eidgenössischen Volksabstimmungen - direkt wenig zur Beilegung der Konflikte beigetragen hat. Die politischen Eliten zeigten sich erstens in den Abstimmungskämpfen weniger auf Kompromiss bedacht als gemäss Konkordanztheorie zum Verhalten der politischen Akteure angenommen wird.
Zweitens hatten die Eliten zwar einen gewissen Einfluss auf das Abstimmungsverhalten der Basis, doch "kontrollierten" sie diese nicht, wie es die Konkordanztheorie voraussetzt. Manchmal folgte die Basis der Elite, manchmal nicht. Besonders frappierend ist drittens der Befund, dass Kooperation unter den Parteien nicht als Ursache von politischer Stabilität gelten kann, sondern vielmehr Folge einer bereits stattgefundenen Annäherung war. Die institutionelle Einbindung von Oppositionsparteien war in der Schweiz nicht ein Mittel, um diese zu integrieren, sondern Ausdruck davon, dass bereits ein gemeinsamer Nenner gefunden worden war. Die jüngere Vergangenheit zeigt zudem deutliche Anzeichen eines Niedergangs der Konkordanz. Trotz formeller Einbindung aller vier dominanten Schweizer Parteien in die Regierung schwindet ihr gemeinsamer Nenner. Damit einher geht eine Verschärfung der strukturellen Konflikte zwischen Land und Stadt sowie zwischen der deutschen und der französischsprachigen Schweiz.
|Methods (description)||

Um die Entwicklung von Konfliktlinien und Konkordanz anhand der eidgenössischen Volksabstimmungen im Laufe der Zeit untersuchen zu können, wurden zunächst alle Volksabstimmungen mittels Unteranalysen der Elite sowie der Basis einzeln betrachtet. Anschliessend wurden die Ergebnisse zu den einzelnen Fällen auf die Zeitachse gelegt, was Aussagen über die zeitliche Entwicklung der Konflikte auf organisatorischer sowie auf struktureller Ebene ermöglichte. Schliesslich gestattete der Vergleich der beiden Ebenen Aussagen über Zusammenhänge von Konkordanz und Konfliktlinien. Die Interessenkonflikte zwischen den politischen Akteuren (Elite) liessen sich durch die Stimmempfehlungen und Argumente erschliessen, wie sie in den Abstimmungskämpfen artikuliert wurden. Zur Erfassung der Elite-Ebene sind mit einer systematischen heuristisch-hermeneutischen Analyse aller Abstimmungskämpfe qualitative Methoden zum Zuge gekommen. Zur Erfassung der Basisebene (Stimmverhalten der Bevölkerung) ist quantitativ mittels multivariaten Regressionen nach Zusammenhängen zwischen fünf soziodemografischen Variablen und den Resultaten der eidgenössischen Volksabstimmungen auf Bezirksebene gesucht worden.
Erhebungsverfahren:
- Qualitativ: Inhaltsanalyse von amtlichen Quellen und Publikationen der Parteien/Verbände, Sekundärliteratur.
- Quantitativ: Multivariate Regressionen
Erhebungseinheiten:
- Qualitativ: Stimmempfehlungen der Parteien, Argumente im Abstimmungskampf.
- Quantitativ: aggregierte Abstimmungsresultate (Bezirk), soziodemographische Zusammensetzung der Bevölkerung in den Bezirken (gemäss Volkszählungen 1870 bis 2000).
Auswahlverfahren: Vollerhebung (Bezirke und Volksabstimmungen)
Anzahl Untersuchungseinheiten: ca. 180 Bezirke, 500 Volksabstimmungen
Untersuchungsdesign:Längsschnitt 1848 - 2003
|Methods (instruments)|
|Publications||

|Unpublished documents||

|Financed by||
||Study type||

|Data availability|
|Source (Updates)||Web|
|Date created||04.05.2018|
|Date modified||04.05.2018|
|Start - End date||01.10.2002 - 28.06.2006|