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Um 8.15 Uhr (Ortszeit), dem Zeitpunkt, als der US-Bomber Enola Gay die erste im Krieg eingesetzte Atombombe mit dem Namen Little Boy über Hiroshima abgeworfen hatte, legten die Menschen in Hiroshima eine Schweigeminute ein. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Gedenkzeremonie diesmal kleiner abgehalten. Die Teilnehmer trugen überwiegend Masken und mussten Abstand von einander halten.
Zehntausende Bewohner von Hiroshima waren beim Abwurf der amerikanischen Atombombe damals sofort ums Leben gekommen, insgesamt starben bis Ende 1945 schätzungsweise 140 000 Menschen. Drei Tage nach Hiroshima warfen die USA eine zweite Atombombe über Nagasaki ab. Kurz danach kapitulierte das japanische Kaiserreich. Hiroshima ist heute ein weltweites Symbol für Krieg - und für Frieden.
Bundesaussenminister Heiko Maas warnte anlässlich des 75. Jahrestags des Atombomben-Abwurfs auf Hiroshima vor einer neuen Runde atomaren Wettrüstens. Die nukleare Abrüstung stagniert. Neue Technologien lassen gefährliche Ungleichgewichte entstehen, erklärte der SPD-Politiker am Mittwochabend in Berlin. Nordkorea fordere mit seinem Griff nach Atomwaffen die ganze Weltgemeinschaft heraus. Deshalb müsse 75 Jahre nach der Katastrophe von Hiroshima ein neuer Impuls für Rüstungskontrolle und nukleare Abrüstung ausgehen.
(sda)