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| Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Ps. 52
Abhandlung über den Psalm
10.
Erstens gestattet uns der Sinn der obigen Worte nicht, zu glauben, daß dieser Ausspruch gleichsam als ein allgemeines Urtheil auch diese Männer treffe, welche wir oben angeführt haben, und die nach dem Urtheile Gottes vollkommen bewährt sind. Denn die ganze Rede begann von den Thoren, Verderbten und Abscheulichen zu handeln; und da Gott vom Himmel schaut, um zu sehen, ob Jemand mit Verstand nach ihm frage, sind alle, nachdem sie untüchtig zu seyn angefangen haben, abgewichen, und Niemand wird gefunden, welcher Gutes thut, „auch nicht Einer,“ das ist, aus denen, welche thöricht, verderbt und abscheulich wurden, und nachdem sie untüchtig geworden waren, abzuweichen angefangen hatten; indem der Ausspruch des göttlichen Urtheiles diejenigen trifft, von welchen die Rede zu handeln begonnen hat. Dadurch aber, daß er sagt: „Auch nicht Einer,“ nahm er auch nicht Einen unter Allen aus; sondern schied, da Alle untüchtig geworden und abgewichen sind, weil Niemand, auch nicht Einer Gutes thut, nicht einmal Einen unter Allen aus. Denn er sagt nicht: Ausser Einem, sondern: Auch nicht Einer. Durch den Ausdruck ausser Einem wird die Ausnahme eines Einzigen angedeutet; in dem Ausdrucke aber auch nicht Einer wird eine allgemeine Gesammtheit durch die Genauigkeit [S. 105] dessen, welcher vom Himmel herabschaut und Alles weiß, unter der besondern und persönlichen Zahl umfaßt.