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Andere Höhlentypen
Die Karsthöhlen sind sekundäre Höhlen, die durch Auflösung des Muttergesteins (meist Kalk oder Gips) entstanden sind. Unter gewissen klimatischen Bedingungen können auch Höhlen in Silikatgesteinen (z.B. Quarzit) durch Lösung gebildet werden. z.B. das über 20 km lange Muchimuk-Höhlensystem in Venezuela. Im Gegensatz zum Kalk ist Quarz nicht in Säure sondern in alkalischen Wässern löslich. Ebenfalls sekundär sind Höhlen in Nagelfluh oder Deckenschotter, wenn z.B. Lagen von Sandstein ausgelaugt werden.
Primäre Höhlen entstehen gleichzeitig mit dem Gestein. Tuffhöhlen entstehen, wenn Kalk aus einer Quelle an der Oberfläche ausgeschieden wird. Dies sind üblicherweise einzelne Kammern, die im bekanntesten Beispiel in der Schweiz (Höllgrotten in Baar) durch künstliche Stollen miteinander verbunden wurden. In vulkanischen Gebieten gibt es Lavahöhlen, die entstehen, wenn die Oberfläche eines Lavastroms erkaltet aber darunter die Lava weiter abfliesst. Solche findet man z.B. in Hawaii, Island oder den Azoren.
Ein weiterer Typ von Höhlen sind die sogenannten tektonischen Höhlen. Sie entstehen vorwiegend durch schwerkraftbedingtes Abgleiten bzw. Rotieren (Bergzerreissung) oder selten durch tektonische Prozesse (Bewegungen der Erdkruste). Oft ist die Spaltenbildung hangparallel (Abrissspalten). Solche wurden auf dem Born von der AGS bearbeitet, z.B. das Chessiloch.
Stabilität von Höhlen
Neben den oft engräumigen erweiterten Karströhre gedacht, gibt es grossräumige Hallen, die dem Besucher das Gefühl geben, dass er nichtig und klein ist. Die Dimensionen solcher Hallen reichen von einigen 100 m3, bis zu mehreren 100’000 m3. Der Genese von solchen Hallen in Karsthöhlen wurde relativ wenig Interesse gewidmet, verglichen mit der Fülle von Artikeln, die sich mit der Höhlenentstehung durch die Korrosion und Erosion befasst. Viele Autoren begnügen sich damit, die Entstehung einer Halle durch die Inkasion (Verbruch, Versturz, oder Deckeneinsturz) zu erklären.
Durch die Einstufung von potentieller Einsturzdolinen als Naturgefahren, erhielt das Thema der Inkasion in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung. Einsturzdolinen sind schüsselförmige Senkungen an der Erdoberfläche, die durch das Verstürzen eines unterirdischen Karsthohlraums entstanden sind.
Publikationen
- Filipponi M. (2003) – Bruchmechanismen der Inkasion. AGS-Info 2/03, S. 42-49.
- Filipponi M. (2003) – Die Stabilität von Karsthohlräumen am Beispiel der A.F. Lindner-Halle im Abisso di Trebiciano (Diplomarbeit). Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, Professur für Ingenieur- und Hydrogeologie.
Weitere wissenschaftliche Aspekte
- Paläokarst: Karst und Höhlen aus frühen Zeiten, häufig überdeckt durch jüngere Gesteinsschichten und meistens gefüllt mit Sedimenten (z.B. Sandloch in der Tüfelsschlucht).
- Paläoklima: Rekonstruktion des Klimas in weit zurückliegenden Zeiten durch Analyse von Tropfsteinen.
- Einfluss von Höhleneis auf den Höhleninhalt (z.B. zerbrochene Tropfsteine).
- Einfluss von Erdbeben auf die Höhlen (z.B. Verschiebung der Decke gegenüber dem Boden).
- Qualität und Schutz von Karstwasser bezüglich Verwendung als Trinkwasser (betrifft wesentliche Teile der Schweiz).