Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03495.jsonl.gz/1712

Pandemische Grippe H1N1 2009 und Impfen während der ( frühen) Schwangerschaft: Wann und wie?
Zunehmend sind wir mit Frage konfrontiert, wann und wie schwangere Frauen gegen die pandemische Grippe geimpft werden sollen. Hier unsere Stellungsnahme:
<l<l<sIn den Empfehlungen des BAGs und der Eidgenössischen Kommission für Impffragen* heisst es in der Prioritätenliste der Impfindikationen, dass Schwangere geimpft werden sollen mit der Klammerbemerkung, vorzugsweise ab dem 2. Trimenon.
<l<l<s
Der Grund, dass erst ab dem 2. Drittel der SS geimpft werden soll, ist nicht wegen erhöhter Nebenwirkung oder Komplikationen, sondern ein anderer: „Eine Verabreichung der Impfung gegen Influenza (H1N1) 2009 soll im 1. Trimenon einer Schwangerschaft vermieden werden, um ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen mit Spontanaborten, die in diesem Zeitraum häufig sind, zu vermeiden“.
Unser Kommentar:
Grundsätzlich geht es bei einer Impfung immer darum, Nutzen und potentielle Schäden gegeneinander abzuwägen.
Bei einer schwangeren Frau bestehen folgende Gründe, sich gegen die Pandemie impfen zu lassen:
-
Schutz vor einem komplizierten Verlauf der pandemischen Grippe während der Schwangerschaft (dieses Risiko steigt mit der Dauer der Schwangerschaft und ist v.a. ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel hoch)
-
Schutz der Personen im beruflichen Umfeld (berufliche Kontakte mit Risikopatienten, z.B. Neugeborene, Tätigkeit im Spital, andere medizinische Institutionen) vor einer Ansteckung
-
Schutz der Personen im privaten Umfeld mit Risikofaktoren (Kleinkinder, etc)
Andererseits gibt es keine konklusive Literatur über mögliche Nebenwirkungen im ersten Drittel der Schwangerschaft, die gegen eine Impfung spricht und die Empfehlung, nicht zu impfen, ist wie oben erwähnt, begründet „um ein zufälliges zeitliches Zusammentreffen mit Spontanaborten, die in diesem Zeitraum häufig sind, zu vermeiden“.
Eine Impfung für schwangere Personen mit dem in der Schweiz dafür zugelassenen Impfstoff Focetria ist aus unserer Sicht daher möglich und je nach Situation sinnvoll, muss aber mit jeder schwangeren Frau in einer persönlichen Beratung besprochen werden, damit Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden können.
Hingegen können sich Angehörige von schwangeren Frauen, die im gleichen Haushalt leben, ohne Risiko impfen, dadurch verringert sich das Risiko der schwangeren Frau sich anzustecken.
*siehe Unterkapitel Impfungen: „Empfehlungen zur Impfung gegen die pandemische Grippe (H1N1) 2009
(ausführliche Version)“