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2.12.2014
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KURZNEWS 2. Dezember 2014
Hohe Beanstandungsrate bei Saucen-Deklarationen /
Hygieneprobleme beim Warmhalten von Speisen /
Oft falsche Angst vor Gluten
Hohe Beanstandungsrate bei Saucen-Deklarationen
Das Kantonale Labor Basel-Stadt hat in einer Untersuchungskampagne Saucen bezüglich Fett- und Proteingehalt, Allergene, Knoblauch, Zwiebeln, Konservierungsmittel, Farbstoffe, GVO und Kennzeichnung untersucht. Von 30 untersuchten Proben mussten elf Proben beanstandet werden. Häufigste Gründe waren Kennzeichnungsmängel sowie falsch deklarierte Protein- und Fettgehalte.
In zehn Basler Geschäften - vom kleinen Familienbetrieb bis zum Grossverteiler - wurden 30 Saucen erhoben. Die Produkte stammten aus 19 verschiedenen Ländern. Bei drei Produkten stimmten die deklarierten Fettgehalte nicht. Fünf weitere Proben mussten beanstandet werden, da die gemessenen Proteingehalte nicht der Deklaration entsprachen. In einer Sauce aus den Philippinen konnte Soja nachgewiesen werden, ohne dass die Zutat in der deutschen Zutatenliste aufgeführt war.
Ebenso war Soja auch in einer Sauce aus Taiwan nur in der englischen Zutatenliste aufgeführt. Die Produkte wurden beanstandet, der Weiterverkauf ohne Hinweis auf Soja in einer Amtssprache ab sofort untersagt. In einem Produkt aus der Dominikanischen Republik, bei welchem auch die Nährwerte nicht korrekt deklariert wurden, fehlte in der deutschen Zutatenliste zudem die Deklaration der Sorbinsäure.
Wegen Deklarationsmängeln mussten insgesamt sieben Proben beanstandet werden. Mängel waren die fehlende Angabe des Datierungstextes, die Aufführung einer zusammengesetzten Zutat ohne Angabe der Zutaten, die fehlende Amtssprache, die falsche Angabe eines Geschmackverstärkers und fehlende Angabe des Produktionslandes.
Nachdem in den Jahren 2004, 2007 und 2011 im Schnitt ein Viertel der Proben beanstandet werden mussten, lag die Beanstandungsquote in diesem Jahr bei fast 40 Prozent. Saucen werden somit auch in Zukunft regelmässig kontrolliert werden müssen. (KLBS 28.11.2014)
Russland misstraut Schweizer Obst- und Gemüseimporten
27.11.2014 - (lid) – Der russische Aufsichtsdienst für Tier- und Pflanzengesundheit Rosselkhoznadzor ist nicht überzeugt davon, dass sämtliches aus der Schweiz importierte Obst und Gemüse tatsächlich aus der Schweiz stammt. Allenfalls droht ein Importstopp.
Massnahmen würden ergriffen, falls die Schweiz nicht bis zum 5. Dezember Russland darüber informiere, wie viele Früchte und Gemüse im Land produziert werden und die phytosanitären Zertifikate verifiziere, die den Exporten jeweils beigelegt sind, schreibt die Nachrichtenagentur Itar-Tass auf ihrer Website. Offenbar hegt Russland den Verdacht, dass über die Schweiz EU-Ware nach Russland exportiert wird. Für die EU gilt aber wegen der Ukraine-Krise ein Importverbot.
Hochdorf übernimmt deutsche Ölmühle
27.11.2014 - (lid) – Der Schweizer Milchpulverspezialist Hochdorf kauft die Marbacher Ölmühle GmbH. Dadurch soll der Bereich Cereals & Ingredients weiterentwickelt werden.
Mit der Übernahme könne der Cerealien-Bereich vergrössert werden, insbesondere auch im Bio-Bereich, schreibt Hochdorf in einer Mitteilung. Der Erwerb ermögliche zudem eine einfachere Marktbearbeitung in der EU und international. Vollzogen werden soll die Übernahme per 1. Dezember. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Ölmühle mit Sitz im deutschen Marbach erzielte letztes Jahr einen Umsatz von rund 10 Millionen Euro. Das Unternehmen stellt unter anderem Öle und Koppelprodukte aus Weizenkeimen, Raps, Sonnenblumen und Nüssen her. Beschäftigt werden 15 Mitarbeitende.
Hygieneprobleme beim Warmhalten von Speisen
Ob beim Umgang mit Lebensmitteln die richtige Temperatur eingehalten wird, ist für die Sicherheit der Verbraucher entscheidend. Wird die Kühlkette unterbrochen oder werden Speisen nicht ausreichend erhitzt, können sich krankmachende Keime vermehren. Leider wird der Blick aufs Thermometer nicht von allen Verantwortlichen ernst genommen, wie die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung 2013 zeigen, die das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am 26.11.14 in Berlin vorstellte.
„Der richtige Umgang mit Lebensmitteln ist für Verbraucher essentiell“, betonte der Präsident des BVL, Dr. Helmut Tschiersky. „Die Ergebnisse der unterschiedlichen Überwachungsprogramme zeigen, dass nicht überall die erforderliche technische Ausstattung oder die entsprechende Fachkenntnis vorhanden ist. Ich rufe daher alle an der Lebensmittelproduktion und -verteilung Beteiligten auf, ihrer Verantwortung in diesem wichtigen Punkt gerecht zu werden.“
Insbesondere bei Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung ist es wichtig, bei der Speisenausgabe auf die richtige Temperatur zu achten. 2013 haben die Überwachungsbehörden der Bundesländer im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans (BÜp) 1.701 Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegungen überprüft und Heisshaltetemperaturen kontrolliert. Essensausgabestellen in Kindertagesstätten und Schulen machten dabei mit nahezu 80 Prozent den grössten Anteil aus.
Speisen müssen bei mindestens 65 °C heissgehalten werden, damit Bakterien und Viren abgetötet bzw. inaktiviert werden. Bei 13 Prozent der Kontrollen wurde diese Temperatur nicht erreicht. Manchmal fehlten dafür auch die technischen Möglichkeiten. 7 Prozent der Betriebstätten konnten die Speisen nicht warm halten, weil Warmhaltebecken fehlten. Bei weiteren 7 Prozent gab es weder Herd noch Mikrowelle, um Speisen aufzuwärmen. Oft wissen die Betreiber auch nicht, wie warm ihre Speisen sind. So wurde in 17 Prozent der untersuchten Kindertagesstätten und Schulen die Temperatur gar nicht oder nur unregelmässig gemessen.
„Besonders besorgniserregend an all diesen Mängeln ist, dass sie hauptsächlich Einrichtungen betreffen, die Essen an Kinder und Jugendliche abgeben“, fasste die diesjährige Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz, Dr. Maria Dayen vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern, die Ergebnisse des Programms zusammen. „Bei einer solch empfindlichen Konsumentengruppe müssen Hygienevorschriften besonders penibel eingehalten werden. Als Resümee aus dem Überwachungsprogramm ist eine verstärkte amtliche Kontrolle angezeigt.“ (BVL 26.11.2014)
Bündner Bauernverband über Fleischskandal entsetzt
26.11.2014 - (lid) – Der Bündner Bauernverband zeigt sich über den Skandal beim Fleischhandelsunternehmen Carna Grischa entsetzt und verurteilt das Verhalten in aller Deutlichkeit.
Auch wenn die Bündner Landwirtschaft in keiner Art und Weise in den Skandal um Falschdeklaration involviert sei, sei der Imageschaden für die Fleischwirtschaft und die Landwirtschaft gross, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. Der Skandal zeigt nach Ansicht des Bündner Bauernverbandes, dass die vorhandenen Schlupflöcher in Verarbeitung und Handel mit Fleisch nur mit besseren Kontrollen und harten Sanktionen gestopft werden können. Gefordert werden deshalb deutlich höhere Bussen.
Nationalrat will bei Landwirtschaft weniger sparen
26.11.2014 - (lid) – Der Nationalrat hat heute beschlossen, der Landwirtschaft im Rahmen des Budgets 2015 mehr Geld zuzusprechen, als der Bundesrat vorgeschlagen hatte. Der Bundesrat hatte beim Agrarbudget Kürzungen vorgeschlagen.
Insgesamt flössen mit dem Beschluss des Nationalrats der Landwirtschaft 116 Millionen Franken mehr zu, als dies der Bundesrat vorgeschlagen hatte, wie die Nachrichtenagentur SDA schreibt.
Bei den Direktzahlungen hatte der Bundesrat 2,725 Milliarden Franken beantragt. Der Nationalrat folgte aber mit 119 zu 63 Stimmen bei 10 Enthaltungen seiner Finanzkommission, die 84 Millionen Franken mehr gefordert hatte. Beim Schoggi-Gesetz wurde der Bundesratsantrag von der Mehrheit des Nationalrats um 12 Millionen auf 82 Millionen Franken aufgestockt. Auch in weiteren Punkten wurden die Kürzungsvorhaben des Bundesrates abgelehnt. Der Ständerat wird am Montag über das Budget beraten.
Der Schweizer Bauernverband (SBV) hatte sich im Vorfeld gegen die geplante Kürzung um 128 Millionen Franken gewehrt. Der SBV hielt diese für einen Verstoss gegen Treu und Glauben, da der Bund während der Diskussionen um die AP 14-17 betont hatte, den Rahmenkredit für die Landwirtschaft auf bisheriger Höhe zu belassen. Im Rahmen der der Delegiertenversammlung von letzter Woche hatte der Verband einstimmig eine Resolution gegen die Sparmassnahmen verabschiedet.
Mehr ungesättigte Fettsäuren und Vitamine in Weidemilch-Käse
Käse aus Weidemilch hat eine bessere Fettqualität und einen höheren Gehalt an fettlöslichen Vitaminen als „marktüblicher“ Käse. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analysestudie von Professor Dr. Gerhard Jahreis von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Untersucht wurden elf verschiedene Käsesorten des Typs Maasdamer, für den die grossen Löcher und die cremige Konsistenz charakteristisch sind. Die besten Ergebnisse hat der aus irischer Weidemilch hergestellte Kerrygold Kildery-Käse. Dieser ist besonders reich an konjugierten Linolsäuren, Omega-3-Fettsäuren sowie b-Carotin.
Eines der wichtigsten Kriterien bei der Analyse der Käsesorten war die Qualität der Fettsäuren. Überzeugt hat hier der aus Weidemilch hergestellte Kerrygold Kildery. Im Vergleich zu anderen Käsemustern enthält Weidemilchkäse den geringsten Anteil an der gesättigten Fettsäure „Palmitinsäure“ und den höchsten an der einfach ungesättigten Ölsäure.
Im Laufe des Untersuchungszeitraumes von April bis Juni 2014 nahmen bei Weidemilchkäse der Gehalt an Palmitinsäure ab und der Gehalt an Ölsäure zu. Dieses günstige Fettsäuren-Verhältnis ist typisch für Weidemilch und beeinflusst die Fetthärte. Bei den anderen getesteten Käsen blieben die Werte hingegen nahezu unverändert.
Weidemilchkäse weist zudem einen 3–4-mal so hohen Gehalt an der gesundheitsfördernden konjugierten Linolsäure auf als die Vergleichsmuster. Ebenso enthält der Kerrygold Kildery etwa ein Drittel mehr Omega-3-Fettsäuren. Diese schützen das Herz und beugen Entzündungen vor. „Jede Konservierung des Futters, besonders die Silierung, aber auch ein hoher Anteil an Kraftfutter bei der Milchkuhfütterung trägt zu einer Verminderung des Gehaltes der beiden Säuren bei“, sagt Prof. Dr. Jahreis.
(Kerrygold 17.11.2014)
PRESSESCHAU
Oft falsche Angst vor Gluten
Für Sie gelesen im Beobachter: Der Trend zu glutenfreien Nahrungsmitteln hat die Schweiz erreicht. Diese Diät bringt den meisten allerdings mehr Schaden als Nutzen. Stars aus Hollywood trugen mit ihrer Diätvorliebe dazu bei, in den USA einen neuen Ernährungstrend zu etablieren. Und die Glutenfrei-Welle ist auch über den Atlantik geschwappt. Sogar bei Schweizer Grossverteilern stehen heute zahlreiche Produkte mit dem Label «glutenfrei» im Regal.
Gluten ist der Kleber, der dafür sorgt, dass sich Getreidemehl mit Wasser zu einem elastischen Teig verbindet. Der Begriff kommt vom lateinischen «gluten» für Leim. Etwa jeder 100. Mensch sollte Lebensmittel meiden, die Gluten enthalten. Präzisere Schätzungen über die Zahl Betroffener sind schwierig, denn die meisten wissen gar nicht, dass sie Gluten nicht vertragen; ihr Darm kann es nicht aufspalten. Die Folge: Er entzündet sich, Betroffene leiden an Bauchweh, Blähungen, Durchfall, Wachstumsstörungen, Eisenmangel – medizinisch: Zöliakie. Für Abhilfe sorgt nur die lebenslange glutenfreie Diät. Für alle anderen gibt es keinen Grund, dem Glutenfrei-Trend zu folgen.
Ärzte sehen ihn sogar sehr kritisch: «Es ist ein Riesenmist», sagt Raoul Furlano, Magen-Darm-Spezialist am Universitäts-Kinderspital beider Basel. «Und es behindert unsere Arbeit.» Furlano behandelt Kinder mit Verdacht auf Zöliakie. Wer glutenfrei isst, bei dem lässt sich die Krankheit aber nicht mehr feststellen. Denn der Nachweis erfolgt über Antikörper gegen Gluten – und die bilden sich nur, wenn Betroffene sich normal ernähren, also glutenhaltig. Die Umstellung im Körper kann mehrere Monate dauern.
Wem Gluten nicht schadet, der sollte die Finger von glutenfreiem Essen lassen: «Glutenfreie Produkte haben tendenziell einen höheren glykämischen Index», sagt Furlano. Dieser gibt an, wie stark ein Produkt den Blutzucker in die Höhe schnellen lässt. Nahrung mit einem hohen glykämischen Index sorgt dafür, dass man schneller wieder Hunger hat, sobald der Blutzucker absackt. Der Hintergrund: Bei glutenfreien Produkten ersetzen Hersteller den Weizen mit Reis- oder kalorienhaltigerem Maismehl.
«Für Leute, die nicht an Zöliakie leiden, bringt die glutenfreie Ernährung nur Zusatzkosten und Umstände», sagt Christoph Gubler, Gastroenterologe am Universitätsspital Zürich. Die glutenfreien Produkte sind teurer als vergleichbare mit Gluten. Und sie sind meist krümeliger und trockener, weil das Klebereiweiss fehlt. Die glutenfreie Diät für Nichtbetroffene sei eine «Mode ohne medizinischen Grund», sagt Gubler. Profitieren können allenfalls Zöliakiekranke: Grossverteiler produzieren Pizza, Baguette, Früchtemüesli oder Schokoladeguetsli ohne Gluten.
Die Migros baute ihre Aha!-Linie seit Ende 2011 von 20 glutenfreien Produkten auf 34 aus; die Umsätze stiegen um 20 Prozent. Bei Coop heisst die Linie Free From und wurde seit 2010 von 55 auf 80 glutenfreie Produkte aufgestockt – der Umsatz verdoppelte sich in dieser Zeit. Auch das Reformhaus Egli verdreifachte seinen Umsatz mit glutenfreien Produkten in den letzten fünf Jahren. Über diese neue Vielfalt freuen sich die Betroffenen zwar. Trotzdem sind sie nicht begeistert darüber, dass sich plötzlich so viele glutenfrei ernähren möchten.
«Die Glutenfrei-Mode wirft ein falsches Licht auf die Zöliakiebetroffenen», sagt Ernährungsberaterin Diana Studerus. Sie sitzt im Vorstand der IG Zöliakie und leidet selbst an der Krankheit. «Viele fühlen sich zu Recht angegriffen, wenn man ihre Krankheit als Modeerscheinung abtut.» Bei ihr wurde Zöliakie erst im Erwachsenenalter festgestellt, sie litt aber schon als Kind an Verdauungsproblemen, Entzündungen und Wachstumsverzögerungen. Auch ihre Mutter ist von Zöliakie betroffen.
An Glutenallergie leiden immer mehr Schweizer. «Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung könnten betroffen sein», vermutet Gastroenterologe Furlano. «Wieso die Zahl zunimmt, wissen wir nicht.» Zudem gibt es Leute, die zwar nicht an Zöliakie leiden, aber empfindlicher auf Gluten reagieren als die Mehrheit. Glutensensitivität nennen die Ärzte das Störungsbild meistens. (Beobachter 14.11.2014, Volltext www.beobachter.ch)
(gb)
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