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| Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer

21. Mâr Gîwargîs
40.
Nicht nur durch das Wort, sondern auch durch Schriften widerlegte er gemeinsam mit einem Bruder [S. 247] desselben Berges1 die gottlose Lehre der Theopaschiten und des Chaldäertums Hannânâs. Auch wenn Schüler jenes verlorenen Hannânâ, des Häretikers, Chaldäers und Origenisten, kamen und in der Disputation die einzelnen schlechten Lehrpunkte jenes Verfluchten, in dem alle Häresien des Sohnes des Verderbens zusammengetragen sind, aufgriffen, so widerlegte er ihr Gerede über den Satz ihres Lehrers Hannânâ, daß die Ursache von allem das Fatum und Schicksal sei und (dieses) sich von den Gestirnen herleite, (indem er sagte): „Wenn es so ist, so gibt es weder menschliche Freiheit noch Vorsehung. Und wie lenken es die Gestirne, daß die Menschen teils an ihr Fatum glauben, teils nicht? So widerlegt das Chaldäertum sich selbst." Und wenn sie nach der Lehre des Origenes frevelten: „Obwohl die Menschen Gottes Schöpfung sind, macht er sie seiner Natur gleich", sagte er: „Also werden auch die Mücken und Mäuse als Geschöpfe Gottes seiner Natur gleich."
1: Gemeint ist wieder Bâbai selbst, von dem wir handschriftlich ein Werk De unione (naturarum Christi) gegen die Monophysiten und einen Kommentar in die Centurien des Evagrius Ponticus gegen die Origenisten besitzen. Auszüge bei Labourt p. 280 ff. Eine für das Corpus scr. Christ. Orient, vorbereitete Ausgabe von Vaschalde befindet sich im Druck. Letzterer hsg. v. Frankenberg in Abh. Akad. Göttingen, phil. hist. Klasse, N. F. XIII, 2 (1912).