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Brustwarzenpflege
Im Laufe der ersten Wochen und Tage kann es vorkommen, dass die Brustwarzen gereizt oder wund sind. Leider führen diese Probleme oft zu vorzeitigem Abstillen. Es ist normal, dass Brustwarzen in den ersten Tagen empfindlich sind. Länger andauernde Schmerzen und Reizungen dürfen jedoch nicht sein. Risse treten oft in den ersten drei bis vier Wochen auf. Symptome sind einfache Rötungen, blutige Wunden an den Brustwarzen bis hin zu stechenden Schmerzen in der Brust. Behandeln kann man dies mit einer Korrektur der Stillposition und der Anlegetechnik (Ihre Hebamme, Stillberaterin oder Mütterberaterin hilft Ihnen da gerne weiter).
Ein Brustwarzenschutz kann lindernd wirken und erlaubt eine gute Luftzirkulation. Es verhindert auch das Verkleben der rissigen Brustwarze mit der Stillkompresse oder mit der Kleidung. Den Brustwarzenschutz jedoch nicht in der Nacht tragen. In schweren Fällen empfiehlt sich ein Brusthütchen, jedoch nur für kurze Zeiträume. Grund ist eine Abnahme der Muttermilchmenge durch geringere Stimulation und eine erhöhte Empfindlichkeit der Brustwarzen.
Wenn diese allgemeinen Massnahmen nicht ausreichen, kann man versuchen, mit Salbeitee oder Hydrogelkompressen die Heilung zu beschleunigen oder eine Creme zur Brustwarzenpflege verwenden. Das BAG und die Stiftung zur Förderung des Stillens empfehlen Produkte auf Basis von reinem, hypoallergenem Lanolin (Wollfett), das weder mineralische Paraffine noch Konservierungsstoffe enthält.
Mineralische Paraffine (Vaseline) können über die Nahrung als Lebensmittelzusatzstoff (Glasiermittel) und Verarbeitungshilfsstoffe (z.B. Schmiermittel), aber auch über Kosmetika (Hautcremen und Lippenpflegeprodukte) und medizinische Produkte (dermatologische Salben) aufgenommen werden. Es gibt bis heute keine konkreten Hinweise, dass mineralische Paraffine im menschlichen Organismus negative Effekte auslösen können. Um aber die Exposition mit solchen Stoffen zu reduzieren, gilt das Vorsorgeprinzip.
In der Stillzeit sollte deshalb auf paraffinhaltige Brustsalben verzichtet werden. Bei Bedarf können Sie Produkte mit hypoallergenem Wollfett (Lanolin) ohne Konservierungsstoffe verwenden. Hypoallergenes Lanolin kann auch bei einer herkömmlichen Lanolin-Allergie angewendet werden, da dieses sehr arm an freiem Lanolin, Alkohol und Pestiziden ist, welche für Allergien verantwortlich sind.
Ausserdem sind jodhaltige Produkte, Perubalsam, Antibiotika, Kortisonsalben und Östrogensalben zu vermeiden.
Nützen Cremen und Kompressen zu wenig, können Infrarot- oder Laserbehandlungen helfen.
Folgende in der Schweiz erhältliche Salben und Crèmes eignen sich sehr gut zur Pflege und Behandlung entzündeter Brustwarzen und können empfohlen werden:
Produkte welche ausschliesslich 100% Lanolin ohne weitere Wirk- und Hilfstoffe:
- ARDO GoldCream
- Lansinoh HPA
- PureLAN 100
- Multi Mam Lanolin
Produkte mit Salbengrundlage Lanolin mit Wirkstoff Dexpanthenol oder Pantothensäure und Konservierungsstoffen:
- Bepanthen Crème
- Bepanthen Salbe*
Mehrkomponenten-Produkte für die Brustpflege mit weiteren Zusätzen:
- AVENT Brustsalbe (reines Lanolin, Aloe Vera)
- Bellybutton Stillzart (Lanolin, Bisabolol, Vitamin E)
- Elanee Brustwarzensalbe (Lanolin, Sonnenblumenöl)
- Rafael Brustwarzenpflege-Salbe (Lanolin, div. Öle, Pflanzenextrakte, homöopath. Arnikatinktur,etc.)**
- Multi-Mam Balsam (div. pflanzliche Öle, u.a. Squalen)
Produkte für die Behandlung von Brustrhagaden:
- Bepanthen Plus Crème* (Chlorhexidin als Wirkstoff)
- Vita-Merfen (Chlorhexidin, Benzoxoniumchlorid, Vitamin A)
Gelkompressen
- Chicco "natural feeling" "leicht & sicher" (Hydrogel-Pads zum Schutz empfindlicher Brustwarzen)
- Medela Hydrogel Pads ( Hydrogel-Pads zum Schutz empfindlicher Brustwarzen)
- Multi Mam Kompressen (Kompressen mit Aloe-barbadensis-Gel)
* Empfehlung des Herstellers: vor dem Stillen wegwischen.
** Empfehlung des Herstellers: mit 2 Tropfen Muttermilch kombiniert auftragen, nicht wegwischen vor dem Stillen
Für die Brustmassage und Förderung der Milchbildung können das Stillöl und Oleum Lactogogum von Weleda angewandt werden, sie eignen sich jedoch nicht zur Heilung entzündeter Brustwarzen. Nach dem Stillen kann man vorsichtig einige Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze verteilen und die Brust dann an der Luft trocknen lassen. Muttermilch selbst wirkt heilend und entzündungshemmend und beugt dadurch schmerzhaften Brustwarzen vor.
Letzte Aktualisierung : 26-11-19, AS