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MF Missouri Foxtrotter
Der Rolls Roys unter den Gangpferden
Geschichte
Frühe Siedler der USA brauchten ein vielseitig einsetzbares Pferd für die Arbeit unter dem Sattel, im Geschirr und für den Sonntagsausflug.
Narragansett-Pacer, Morgan’s und Plantation Horses wurden mit America Saddler und Tennessee Walker eingekreuzt. So entstand aus den Arbeitspferden von Tennessee, Kentucky und Virginia zum Anfang des 19. Jahrhunderts in den Ozarks ein sicheres, bequemes einfach zu reitendes Fortbewegungsmittel für unwegsame lange Strecken.
Die Fähigkeit, weite Strecken mit 10 - 15 km/h auf angenehme Art zurückzulegen, machte den Foxtrotter zum äusserst beliebten, komfortablen und sicheren Reitpferd der Viehzüchter, Kaufleute, Doc’s und Sheriff’s, der sogenannte „Cowboy Rolls Royce“.
Mitte des letzten Jahrhunderts wurde ein Zuchtverband gegründet und das Zuchtbuch geschlossen. Weltweit sind etwa 90‘000 Missouri Foxtrotter registriert, davon etwa 500 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo sich mehrere Züchter etabliert haben.
Zucht
Die uneinheitliche aber proportionierte Erscheinung richtet sich nach der entsprechenden Abstammung und entspricht dem Typ eines ausdrucksvollen, belastbaren und ausdauernden Gangpferdes.
Grösse
- etwa 145 bis 162 Zentimeter
Farbe
- alle Farben, vorwiegend Füchse
Kopf
- trockener feiner Kopf, kleine Ohren, wache große Augen
Gebäude
- Quadratisch, Hals günstig angesetzt mit ausreichende Länge
- kurzer starker Rücken, lange schräge ca. 45° Winkel Schulter, viel Brusttiefe
Gliedmasse
- nicht zu lange Beine wegen Gewichtsträger
Gangarten / Reiteigenschaften
Walk / Schritt
Ein flachfussender gelaufener Schritt im Viertakt.
Flat Foot Walk / schneller Schritt
Flacher Schritt mit typischem Kopfnicken (Nodding Head / Head Shake) wird in den meisten Prüfungen gefordert und ist ein Zuchtziel.
- Fussfolge hi-li / vo-li / hi-re / vo-re
- Phasenfolge Dreibeinstütze / Zweibeinstütze diagonal / Dreibeinstütze / Zweibeinstütze lateral
- flache, raumgreifende, kräfteschonende Gangmechanik
- weicher, gleitender, taktreiner Gang über weite Strecken
Running Walk / Rennschritt
Wie Flat Foot Walk aber mit höherer Geschwindigkeit mit bodennahem Übertreten und Kopfnicken wo auch die Ohren den Gang reflektieren, kein Rasseziel.
Foxtrott / gebrochener Trab / Viertakttrab
Der namensgebende Foxtrott ist nicht mit dem Tölt vergleichbar. Er ist ein diagonal gebrochener Viertaktgang bei dem die Vorhand im Schritt und die Hinterhand in gleitenden Bewegungen im Trab geht. Die Bewegungen gehen dabei über Schweif (bobbing tail), Rücken, Widerrist und endet im rythmischen deutlichen Kopfnicken (nodding head).
- Fussfolge hi-li / vo-re / hi-re / vo-li
- der vordere Huf der Diagonalen setzt kurz vor dem hinteren Huf auf
- stark übertretend
- wird in den meisten Prüfungen gefordert, gehört zum Zuchtziel
Single Foot / Tölt
Eine Gangvariante bei der viele Foxtrotter sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen können
- kein Zuchtziel, eher verpönt.
Canter / Lope / Galopp
Ein ruhiger, leicht rollender, Dreitakt-Galopp mit Schaukelstuhlbewegung.
- wenig Flugphase
- leicht gebrochene Diagonale erlaubt
- ist Zuchtziel.
Hand Galopp / Renngalopp
Gestreckter Vierschlag Galopp
Verwendungszweck / Reitweise
Äusserst umgängliches, genügsames Pferd mit hohem Arbeitswillen. Wegen seiner extremen Geländegängigkeit ist es ein ideales sicheres Freizeit- und Wanderreitpferd das problemlos western und klassisch geritten werden kann, also ein Gangpferd mit Westernqualitäten.
Sport
In Amerika auch sehr extremes Showpferd. Es findet seit 1959 auch die jährliche Weltmeisterschaft der Missouri Foxtrotter statt.
- Im europäischen Sport wird nach IGV gerichtet
- Gaited Working Equitation Spezialist
Ausrüstung
Meist mit Westernausrüstung geritten, ab und zu auch klassisch.
Kontakt
Foto: Aurelia Reiser MF Stute "Lucy in the Sky" mit Aurelia Reiser