Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/3711

Nahezu der Hälfte der Einelternfamilien fehlen die Mittel, um innerhalb eines Monats eine unerwartete Ausgabe von 2500 Franken zu tätigen. Dies geht aus der Erhebung des Bundesamt für Statistik (BFS) zur finanziellen Situation und zum Wohlbefinden der Haushalte hervor.
Insgesamt lebten 2016 21,5 Prozent der Bevölkerung in einem Haushalt, der eine hohe unerwartete Ausgabe nur schwer hätte begleichen können, wie das BFS am Donnerstag mitteilte. Damit verbesserte sich die Situation vom Vorjahr mit 22 Prozent nur minimal.
An wenigsten zufrieden sind die Einwohner über 16 Jahre betreffend ihres Lohnes, ihrer finanziellen Situation sowie ihrer vorhandenen Freizeit. Allerdings zeigten sich 16 bis 17 Jährige sowie über 65 Jährige generell am zufriedensten.
Am meisten nagt die Lebenssituation an den 25- bis 49-Jährigen. Keine finanziellen Mittel für eine Woche Ferien pro Jahr ausser Haus haben 8,9 Prozent der Schweizer Bevölkerung. In anderen europäischen Ländern liegen Ferien für deutlich mehr Menschen nicht drin: In Italien liegt der Anteil bei 45,2 Prozent, in Frankreich bei 23,4 Prozent und in Deutschland bei 18,4 Prozent.
Relativ gering mit 3,7 Prozent ist in der Schweiz auch der Anteil Personen, die in einem Haushalt leben, der grosse Schwierigkeiten hat über die Runden zu kommen. Griechenland verzeichnet mit 40,6 Prozent den grössten Anteil.
Noch weniger sind es aber in Dänemark (3,2 Prozent), Schweden (3,1 Prozent), Holland (3 Prozent), Deutschland (2,3 Prozent) und Norwegen (2 Prozent).
Eine dauerhaften Armutsgefährdung ausgesetzt sind laut BFS 6,9 Prozent der Schweizer Bevölkerung. Als dauerhaft armutsgefährdet gelten Personen, die während mindestens drei von vier Jahren, einschliesslich im letzten Jahr, von Armutsgefährdung betroffen sind.
Die Schweiz weise die tiefste Quote der dauerhaften Armutsgefährdung in Europa aus, so das BFS weiter. In Frankreich beträgt diese Quote 8,0 Prozent, in Österreich bei 8,1 Prozent, 10,5 Prozent in Deutschland und 14,8 Prozent in Spanien.
(SDA)