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Seit März 2017 ist es in Deutschland möglich, Cannabis ohne Ausnahmegenehmigung in der Apotheke zu erhalten. Wenn eine positive Wirkung auf den Krankheitsverlauf oder Symptome erwartet wird, darf jeder zugelassene Arzt Cannabis verschreiben. Bei schwerkranken Patienten übernehmen die Krankenkassen die Behandlungskosten. Der Deutsche Bundestag verabschiedete am 19. Januar 2017 ein entsprechendes Gesetz.
Cannabis scheint hier eine Ausnahme zu bilden und kann somit als gesünderer Ersatz für andere Drogen und Medikamente in Frage kommen und die Entzugserscheinungen, wie beispielsweise das stressende Gefühl, lindern. Durch Cannabis ist bis heute noch kein einziger Todesfall aufgrund eines Überkonsums bekannt. Es wurde schon sehr früh als Substitutions-Mittel für Drogen wie Alkohol oder Opiate beschrieben. Es wirkt vor allem therapeutisch, da es die Wiederherstellung der psychophysischen Normalität fördert. Cannabis ist somit, entgegen der allgemeinen Meinung, keine Einstiegs-, sondern eher eine Ausstiegsdroge.
Suchterkrankungen aufgrund einer Abhängigkeit sind in unserer heutigen Gesellschaft nicht selten. Nach aktuellen Studien stehen in Deutschland die Tabak-Raucher noch immer an erster Stelle (ca. 16 Mio), gefolgt von Alkoholabhängigen (ca. 1.7 Mio) und Medikamentenabhängigen (ca. 1.5 Mio). Die Abhängigkeit zu ‘harten Drogen’ wie Heroin wird auf 150.000 geschätzt. Auch Coffein und Cannabis kann zu einer Abhängigkeit führen.
Bei einer Suchterkrankung sollte zwischen ‘körperlicher Abhängigkeit’ (z.B. die Abhängigkeit zu einem Medikament wie Morphium bei Schmerzen) und psychischer Abhängigkeit (z.B. nach Heroin) unterschieden werden. Jedoch kann im allgemeinen jedes Medikament, welches Schmerzen lindert, Euphorie erzeugt oder Ängste löst, eine Abhängigkeit erzeugen.
‘Harte Drogen’ und Alkohol werden zumeist zur Stimmungsaufheiterung eingesetzt, sind aber im Allgemeinen, wie auch viele Medikamente, schädlich für den Körper. Auch die Rückfälle mit stressreichen Erlebnissen sind bei täglichen Drogen zu erkennen.
Bei einem Entzug von Alkohol treten die Erscheinungen nach 6-8 Stunden nach dem letzten Alkoholkunsum ein und können bis zu sieben Tage dauern. Zu den allgemeinen Symptomen gehören zitternde Hände, Schwitzen, Übelkeit, Angstzustände, Krämpfe sowie Erbrechen. Schwerwiegendere Symptome wie Delirium-Anfälle, Verwirrtheit und Halluzinationen können ebenfalls auftreten. Der Entzug kann dabei Angsterregend werden und enden häufig mit dem Fortsetzens des Trinkens. Viele Alkoholabhängige trinken daher schon morgens ihr erstes alkoholisches Getränk, um den Symptomen vorzubeugen.
Rauchen von Tabak, speziell von Nikotin, führt bei einer Abhängigkeit spätestens nach 48 Stunden zu den einhergehenden Symptomen. Das Verlangen nach einer Zigarette wird dabei mit fortschreitender Zeit kontinuierlich stärker. Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Frustrationen und Rastlosigkeit gehen mit dem Entzug einher.
Entzugserscheinungen bei Heroin- oder Morphinsüchtigen beginnen 8-12 Stunden nach der letzten Dosis und können bis zu zehn Tagen dauern. Die stärkste Erscheinung zu Beginn ist dabei das erneute Verlangen nach der Droge, begleitet von Unruhe, Schweißausbrüchen, tränenden Augen, laufender Nase und Gähnen. Bei fortschreitendem Entzug kommen zusätzlich Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Pupillenerweiterung, Appetitverlust, Gänsehaut, Reizbarkeit, Zittern, Schwächeanfälle sowie Depressionen hinzu.
Andere Betäubungsmittel wie Kodein oder rezeptpflichtige Analgetika (Schmerzmittel) können nach längerer und regelmäßiger Einnahme zu ähnlichen Erscheinungen führen.
Der Entzug von Amphetaminen oder Kokain hat Lethargie, extreme Müdigkeit und Benommenheit zur Folge. Kokainentzug kann zu schweren Depressionen, zittern und Schweißausbrüchen führen.
Auch bei Koffein treten oftmals Entzugserscheinungen auf. So werden nicht selten Kopfschmerzen, Müdigkeit und Reizbarkeit beobachtet.Von Marihuanaabhängigen wird teilweise über Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Reizbarkeit, Durchfall und Schlafstörungen berichtet. Im Vergleich zu anderen Drogen oder Medikamenten sind diese Abhängigkeitssymptome jedoch sehr gering und unbedenklich. Auch stört Cannabis keine vegetativen Funktionen, wie es bei Alkohol, Opiaten, Kokain oder Amphetamine der Fall ist.