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Drei Schuss danebenvon Susanne Leuenberger Scharf fürs Vaterland – und für die Liebste: Das Schweizer Schützenmuseum zeigt in «Lasst es krachen!» den Nexus von Studentenverbindungen und Schützenwesen im 19. Jahrhundert – und das Pistolenduell, das damals aufkam.
Veranstaltungsdaten
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts übten sich die meist liberal-radikal orientierten Studenten im Umgang mit Pistole und Gewehr, um die Schweiz auf dem Weg zum Bundestaat zu sekundieren, und, im Falle aller Fälle, zu verteidigen. Den Zusammenhang zwischen Schützenvereinen und Studentenverbindungen zeichnet das Schützenmuseum in seiner aktuellen Schau nach. Dazu trug Kurator Peter Weber Gründungsdokumente, Einträge in Jahrbüchern und Schusswaffen zusammen, die Ausstellung zeigt aber auch personelle Überschneidungen auf: so etwa am Beispiel von Henri Druey, Bundesrat der ersten Stunde. Der «Vater der Bundesverfassung» gehörte der studentischen Verbindung Helvetia an und war zugleich Zentralpräsident des Schweizerischen Schützenvereins.
Das «Knallerthema» der Schau dürfte allerdings die streng reglementierte Praxis des Pistolenduells sein, die in studentischen Kreisen zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufkam. Zum Mann-gegen-Mann-Schiessen kam es bei grösseren Ehrverletzungen, etwa wenns um Frauen ging, «den Tod eines Beteiligten galt es allerdings zu vermeiden», erklärt Weber, «drei Schüsse daneben genügten auch, um die Ehre wiederherzustellen.» Auch waren die Duellanten stets begleitet von Sekundanten, einem Schiedsrichter sowie mindestens einem Arzt. Ausgestellt sind unter anderem Duellpistolensets der Verbindungen Tigurina und Helvetia Bern. Erlaubt war das Pistolenduell allerdings nie – wer erwischt wurde, landete in Festungshaft, «einem doch eher angenehmeren Aufenthalt als Gefängnis, da man sich in der Festung frei bewegen durfte und manchmal sogar Ausgang bekam», so Weber. Schliesslich war es im wahrsten Sinne des Wortes ein Kavaliersdelikt.