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Carola Welcker stammte aus Köln, verbrachte jedoch seit ihrer Heirat mit Siegfried Giedion den grössten Teil ihres Lebens in Zürich. Sie war über die Kunst zur Literatur gekommen und gehörte zu den Anregern des Zürcher Kulturlebens. In München hatte sie bei Heinrich Wölfflin studiert und sich früh der zeitgenössischen Kunst zugewandt. Sie schrieb über moderne Plastik, und aus ihrer Feder stammen Monographien über Brancusi, Klee und Arp. Ihr Spürsinn für neue Impulse im Bereich der Kunst führte sie früh zur Entdeckung avantgardistischer Bewegungen in der Literatur, unter denen ihr der Surrealismus besonders nahe stand. 1946 veröffentlichte sie „Poètes à l’écart – Anthologie der Abseitigen“ und 1960 ein Buch über Alfred Jarry. Auch Apollinaire gehörte zu den Autoren, mit denen sie sich beschäftigte, und mit James Joyce war sie schon früh verbunden. Die Sammlung von Büchern und Broschüren aus dem Umkreis des Surrealismus ist aus dieser literarischen Tätigkeit von Carola Giedion-Welcker in unserer Bibliothek zu sehen.
"100 Jahre Dada"
Im Frühlingssemester 2016 setzten sich Studierende im Seminar „100 Jahre Dada“ von Sandro Zanetti mit der Vergangenheit und Zukunft der in Zürich entstandenen Avantgardebewegung Dada auseinander. Gleichzeitig wurde von den Mitarbeitenden der AVL unter der Leitung der Bibliothekarin Marianne Nebel im Lesesaal eine Dada-Ausstellung konzipiert. Aus der Sammlung Giedion-Welcker wurden dazu diverse Titel von Avantgardeautoren ausgestellt – mit einem kleinen Ableger auch im Bibliothekslesesaal des Romanischen Seminars. Ausserdem wurde der Bibliotheksraum insgesamt in eine Dada-Lounge verwandelt. Mit zahlreichen Objekten, Zitatcollagen, Broschüren, einem Mobile und einer Filminstallation wurde vom 5.2.2016. bis zum 27.9.2016 an den 100. Geburtstag von Dada erinnert.