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Die Aktivität der Amphibien im Frühjahr ist abhängig von der Witterung (Temperatur und Niederschlag) und variert deshalb von Jahr zu Jahr. Grasfrösche und Erdkröten gehören neben den Springfröschen zu den ersten Amphibien, die zum Laichgewässer wandern.
Das ideale Amphibienwetter
Sobald die Temperaturen im Frühjahr über etwa 5 °C steigen und es regnet, beginnen die Amphibien an ihre Laichgewässer zu wandern. Nachfolgende Grafik zeigt die Wanderaktivität von Grasfrosch, Erdkröte und Molchen auf der Alpennordseite im Jahr 2022 in Zusammenhang mit der Temperatur und den Niederschlägen. Die Grafik verdeutlicht, dass die Tiere bei feuchter Witterung und bei milden Temperaturen wandern, und dass bei trockener Witterung und kalten Temperaturen die Wanderungen unterbrochen werden.
Wieviele Amphibien werden pro Jahr gerettet?
Die Beratungsstelle Amphibien (karch) erfasst die Zugstellen von Amphibien sowie Statistiken über die Anzahl der Tiere, die von etwa 200 bis 250 Helfergruppen in der ganzen Schweiz gefangen wurden. Im Juni 2023 waren 1'967 bekannte Konfliktstandorte zwischen Amphibien und dem Strassenverkehr bekannt. An 43% davon werden oder wurden in der Vergangenheit Schutzmassnahmen ergriffen. An einem Drittel der Konfliktstandorte wurden temporäre Massnahmen (temporäre Amphibienzäune, Einsammeln von Hand, Strassensperrungen) durchgeführt. An 13 % der ermittelten Standorte wurden dauerhafte Schutzmassnahmen ergriffen, wie z. B. der Bau von Amphibientunnel. In den letzten 15 Jahren wurden jährlich zwischen 150'000 und 320’000 Amphibien von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern über die Strasse sicher ans Laichgewässer getragen.
Die Fangstatistiken nach Standort und Jahr werden in der Datenbank Amphibienwanderung berechnet und sind unter folgendem Link einsehbar:
Ausführlichere Erklärungen zu den Wanderungen finden Sie in den Jahresberichten in der Rubrik "Dokumente und Publikationen".
Populationstrends von Erdkröte und Grasfrosch
S.O. Petrovan und B.R. Schmidt analysierten die Populationstrends an Amphibienzugstellen in der Schweiz am Beispiel der häufigen Arten Erdkröte und Grasfrosch. Anhand der Daten, welche durch die freiwilligen Helferinnen und Helfer seit den 1970er Jahren erhoben wurden, konnte festgestellt werden, dass die Erdkröte seit den 1980er Jahren kontinuierliche Bestandesabnahmen aufweist. Die Populationen des Grasfrosches waren relativ stabil, seit 2003 zeichnen sich allerdings ebenfalls Anzeichen von Bestandeseinbrüchen ab.