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Der ehemalige französische Staatspräsident Jacques Chirac muss sich im September wegen Korruption vor Gericht verantworten. Das Gericht in Paris erklärte, der Prozess wegen erfundener öffentlicher Arbeitsverträge werde vom 5. bis zum 23. September geführt.
Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass ein ehemaliger französischer Staatspräsident vor Gericht gestellt wird. Die Vorwürfe gegen den 78-Jährigen gehen auf seine Zeit als Bürgermeister von Paris von 1977 bis 1995 zurück.
Chirac soll Arbeitsverträge an Verwandte und Familienmitglieder von Freunden vergeben habe, die aber nie eine Arbeit aufnahmen oder ausschliesslich mit dem Wahlkampf für Chiracs Partei RPR beschäftigt waren.
Chirac, der von 1995 bis 2007 Staatspräsident war, hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Verurteilung drohen ihm zehn Jahre Haft und 150'000 Euro Geldstrafe. Ein erster Prozess war im März kurz nach Eröffnung wegen eines Einspruchs der Verteidigung ausgesetzt worden.
SDA-ATS