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Constantin Herings Kurzgefasste Arzneimittellehre ist einer der großen Klassiker der homöopathischen Literatur mit zeitloser Gültigkeit und diente Generationen von Homöopathen als Grundlage ihrer Mittelkenntnisse. Hering war einer der herausragendsten Homöopathen seiner Zeit. Er verhalf der Homöopathie in Amerika zu einer bis dahin nicht gekannten Blüte.
An dem von ihm gegründeten Hahnemann Medical College unterrichteten bis zu 70 Professoren 300 Studenten pro Jahr. Landesweit gab es mehr als 140 homöopathische Krankenhäuser. Dies ermöglichte die Sichtung einer hohen Zahl von geprüften Mitteln mit ihren Hunderttausenden von Symptomen durch die klinische Anwendung. Daraus entstand eine der verlässlichsten Arzneimittellehren:
„Klinische Erfahrung allein kann die Symptome, welche man durch Prüfungen erhielt, bestätigen ... Durch diese Erfahrungen sind wir in der Lage, Weizen von Spreu zu trennen.“
Die Kurzgefasste Arzneimittellehre enthält die wesentlichen Symptome aus Herings zehnbändigem Werk Leitsymptome unserer Materia Medica. Sie ist die ideale Arzneimittellehre, um in Kürze die wesentlichen und absolut verlässlichen Charakteristika von über 200 Arzneimitteln zu erlernen.
Die vorliegende Neuausgabe basiert auf der Übersetzung von Bruno Gisevius von 1898. Sie wurde gründlich bearbeitet und zahlreiche Übersetzungsfehler wurden behoben. Z.B. wurde der Begriff „gangrene“ in der ursprünglichen Übersetzung statt korrekt mit „Gangrän” mit „graugrün“ übertragen. An einigen Stellen war die Lokalisation vertauscht worden, z.B. „rechts“ anstelle von „links“, „Painful to touch“ wurde mit „schmerzhaft bei Anstrengung“ wiedergegeben (korrekt: „bei Berührung“).
Die Ausdrucksweise sowie die Rechtschreibung wurden ebenfalls modernisiert. Außerdem wurden Ergänzungen aus der 4. Auflage, die wahrscheinlich von E. A. Farrington stammen, mit aufgenommen und als solche gekennzeichnet.
Constantin Hering (1800-1880)
wurde 1800 in Oschatz, Sachsen, geboren. Bei seinem Medizinstudium in Leipzig war er Assistent des vehementen Homöopathie-Gegners Dr. Robbi. Dieser bat Hering, den “Irrweg” der Homöopathie zu dokumentieren. Hering wurde dabei selbst zu einem überzeugten Anhänger. 1826 promovierte er mit “de Medicina futura” (Über die Medizin der Zukunft).
1827–1833 war er auf Reisen und wurde in Surinam Leibarzt des Gouverneurs. Hier entdeckte er u.a. Lachesis. 1833 ging er nach Philadelphia, USA. Dort war er beteiligt an der Gründung verschiedener homöopathischer Institute. Hering war einer der führenden Homöopathen seiner Zeit und hat durch sein charismatisches und energisches Erscheinen die Homöopathie bis in unsere Tage wesentlich geprägt.