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Die Scottish Football Writers' Association (SFWA), der Verband der schottischen Fussballreporter, ehrte am Sonntagabend Sir Alex Ferguson an einer Gala. Der 81-Jährige war während Jahrzehnten ein höchst erfolgreicher Trainer, nicht nur mit Manchester United, sondern zuvor auch in der Heimat. Den FC Aberdeen führte er in den 1980er-Jahren zu drei Meistertiteln und dem Sieg im Cupsieger-Cup.
Der Hauptredner der Gala, Bill Copeland, schien gedanklich immer noch in jener Zeit zu sein. Er riss nach Aussage mehrerer Gäste «sexistische, rassistische und homophobe Witzchen». Seine genaue Wortwahl wurde nicht bekannt. Offenbar benutzte er unter anderem das Wort «Schwuchtel» und für japanische Fussballer von Celtic Glasgow den abschätzigen Ausdruck «Nip», der in etwa mit dem Schweizerdeutschen «Tschingg» für Italiener vergleichbar ist.
Für die Sport-Moderatorin Eilidh Barbour war die Rede zu viel des schlechten Geschmacks. Sie verliess den Saal im Protest. Noch nie habe sie sich in dieser Branche so unwillkommen gefühlt, twitterte Barbour. «Das ist eine grosse Erinnerung daran, dass es noch so viel zu tun gibt, um unser Spiel zu einem gleichberechtigten Ort zu machen.»
Die Gäste zweier Tische standen auf und gingen. Dazu gehörte auch Gabriella Bennett, die Co-Geschäftsführerin des Verbands «Frauen im schottischen Journalismus». Gegenüber der BBC sagte sie, sie habe an früheren Anlässen schon oft frauenfeindliche Sprüche gehört. «Aber das hier war nochmals eine andere Stufe.»
Sie habe nur etwa fünf Minuten der vielleicht zwanzig Minuten langen Rede gehört «und innerhalb dieser fünf Minuten wurde sie mit sexistischen Witzen überhäuft.» Dass nicht mehr Gäste protestierten, störe sie, sagte Bennett weiter: «In einem riesigen Raum gingen die Leute von zwei Tischen. Aber viele andere fanden es wirklich lustig.»
Zu denjenigen, die den Saal verliessen, gehörte auch die langjährige Nationalspielerin Leanne Crichton. Sie glaube nicht, dass das Geschehene die Haltung aller Anwesenden widerspiegle und es gebe viele positive Fortschritte, meinte sie. «Aber es liegt noch ein langer Weg vor uns und ich denke, dieser Abend hat uns das deutlich vor Augen geführt.»
Die veranstaltende SWFA veröffentlichte eine Stellungnahme. Man entschuldige sich «bei allen, die durch die Äusserungen von einem unserer Redner beleidigt oder verärgert wurden.» Die Agentur, die Bill Copeland vertritt, liess verlauten, dieser stehe hinter der Mitteilung der SWFA.
An der Preisverleihung erhielt nicht nur Sir Alex Ferguson die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Die Journalisten wählten Craig Gordon, den Goalie von Heart of Midlothian, zum Spieler der Saison in Schottland. Spielerin des Jahres wurde Caroline Weir von Manchester City, zum Trainer des Jahres wurde Celtics Ange Postecoglu gekürt. (ram)
«So ursprünglich der Kern des Spiels ist und bleibt, so sehr verändert sich die Rolle des Fussballs mit der Zeit.» Davon ist die neue DFL-Geschäftsführerin Donata Hopfen überzeugt. Während ihrer Eröffnungsrede an der Sport- und Technologiemesse «Sports-Innovation 2022» in Düsseldorf stellte die 46-jährige Digitalberaterin deshalb ihre Zukunftsvision für die Bundesliga und für den deutschen Fussball vor.