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Alberto Savinio (geboren 1891 in Athen, gestorben 1952 in Rom), der hierzulande vor allem durch seine Neue Enzyklopädie und sein g...
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Beschreibung
Alberto Savinio (geboren 1891 in Athen, gestorben 1952 in Rom), der hierzulande vor allem durch seine Neue Enzyklopädie und sein großes Mailand-Buch Stadt, ich lausche deinem Herzen bekannt geworden ist, erzählt in seinem geistvoll unterhaltenden, kritisch funkelndem autobiographischen Roman von der Kindheit eines Italieners um die Jahrhundertwende in Griechenland. Leseprobe Am Tag, als Nivasio Dolcemare den mütterlichen Schoß verließ, hämmerte die Sonne auf die Stadt der Eule. Fünf auf der einen, fünf auf der anderen Seite, standen die langen farbigen Stearinkerzen auf dem Sims des Kamins, bogen sich in den Bronzekandelabern und weinten lange dicke Tränen. In einer Ecke wartete überschäumend weiß die Wiege. Schnelles Wasserrauschen verästelte sich immer aufs neue in den Wänden und lief über die Fenster, die ihre, geschlossenen Läden dem Ansturm der gewaltigen Hitze entgegenstemmten. Dieses schnelle Rauschen hörte sich an wie ein Regen, ein ungleichmäßiger, ein müder, ein Spuk von einem Regen. Es war jedoch das Werk eines Dutzends gedungener Männer, die, von Kopf bis Fuß mit Wolle bekleidet, im Auftrag von Commendatore Visanio kübelweise Wasser auf das Dach schütteten, um die Not der Gebärenden unten im Haus zu lindern. Das Wasser auf dem Dach und vor allem die Kerzen, die sich von selbst verzehrten, versorgten das Haus Dolcemare für lange Zeit mit Gesprächsstoff. Signora Trigliona pflegte dienstags zu empfangen. Die Freunde der Dolcemares standen jedesmal Ängste aus. Immer war einer unachtsam oder unbedarft genug, daß ihm plötzlich die Bemerkung entschlüpfte: "Was für eine Hitze heute! " "Ich bitte Sie!" fuhr dann Signora Trigliona auf. "Sie wissen nicht, was Hitze ist! Als ich meinen kleinen Nivasio bekam...