Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03436.jsonl.gz/931

fragles
: Kann der Kapitalismus überhaupt ewig funktoinieren
Habt Ihr euch schon mal diese Frage gestellt?
Ich behaupte nein. Aber vielleicht gibt es unter Euch welche, die mehr von der Volkswirtschaft verstehen und mich doch noch überzeugen können.
Es ist doch so, dass unsere Wirtschaft nur funktionieren kann, wenn sie steigt. Erleben wir einen Stillstand der Wirtschaft, dann reden wir von Rezession, und bei einem Rückgang sogar von einer Depression. Wir würden ja auch keine Aktien von Unternehmen kaufen, die keine positive Entwicklung in den nächsten Jahren aufweisen.
Aus diesem Grund schließen sich Firmen zusammen, decken neue Marktbereiche ab, oder erschließen neue Marktlücken. So kommen wir zu immer neuem Sche.., den eh keiner mehr braucht, doch welches durch Werbung uns dann doch wichtig erscheint (Bestes Bsp. Tamagotchi).
Jetzt meine Überlegung: Dadurch, dass immer weniger Leute immer reicher werden (die drei reichsten Menschen auf der Welt haben mehr Kapital, als die 48 ärmsten Länder der Welt), haben immer mehr Leute immer weniger Geld. Irgendwann mal hat die riesiege Menge von Sklaven äähm ich meine Menschen so wenig Geld, dass sie sich das überflüssige Zeug (Luxusgüter) nicht mehr leisten können, und sich nur auf das notwendigste zum überleben konzentrieren. Das wäre ein fataler Rückgang der Wirtschaft, welcher immer mehr Arbeitslose mit sich bringen würde. Die hohe Arbeitslosenzahl könnte dann auch nicht mehr vom Staat getragen werden, was zu weiterer verarmung führen würde usw.... Weiterer Faktor, der den Vorgang beschleunigt ist z.B. die Automatisierung.
Ich hoffe dass meine Theorie völlig falsch ist, bitte überzeugt mich davon.
... was ist Kapitalismus? M.Ea. die Möglichkeit, daß sich Geld allein ohne weitere Leistung vermehren kann. z.B., wenn Eine Deiner Aktien zufällig steigt. Weiter: Reiche hat es immer schon gegeben (Krösus) und keiner von ihnen hat mit seinem Tod real mehr mitgenommen als sich selbst; d.h., sein Reichtum blieb der Welt erhalten. Alle Reichen brauchen ärmere, um davon zu leben; damit werden die Armen reicher. Und nach 100 Jahren sind Familien reich, die zuvor arm waren und umgekehrt. Auch der Kapitalismus unterliegt einem Kreislauf wie alles in dieser Welt und auf ihr. Doch das oberste Gesetz ist das Gleichgewicht (Newton) und das Schicksal hobelt (bekanntlich) alle gleich. Den Rest erledigt der Tod. - Amen - Kritiker.
wie in der Geschichte das Gleichgewicht immer hergestellt wurde. So weit ich weiß waren die Adligen, die Kaiser oder die Zaren früher die, die am langen Hebel saßen. Und die haben es oft mit ihren Köpfen bezahlt.
gibt es kein perfektes System. Seit zigtausend Jahren wurschteln die Menschen vor sich hin. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Kapitalismus einigermaßen funktioniert. Alternativen? Gibt es keine, da man den Egoismus des Menschen für die Gemeinschaft nutzen muss. Dies klappt nur im Kapitalismus. Arm ist auch nur eine Definitionsfrage. Ich will behaupten, der Westen hat unter Gesellschaftssystemen das beste. Trotzdem muss ständig dran gefeilt werden. Außerdem haben auch arme Schweine eine Chance, keinem wird z.B. verboten, sich in die Bibliothek zu setzen und sich Hirn anzulesen.
keine vernünftigen Argumente gehört ob der Kapitalismus überleben oder sagen wir mal neutraler ob auch in Zukunft Wirtschaftswachstum möglich sein wird.
Das Problem ist nämlich nicht das wenige immer reicher und der Rest immer ärmer wird, sondern die demographische Entwicklung in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften. Die bisherigen Konjunkturtheorien von Zyklen und Zinspolitik beinhalteten nicht die Prämisse einer schrumpfenden Gesellschaft.
In einer schrumpfenden Gesellschaft wird Wachstum nur schwer möglich sein selbst wenn die Wirtschafsleistung der einzelnen Individuen zunimmt.
Dass Kernproblem wird sein, dass viele Güter und Dienstleistungen einfach immer weniger nachgefragt werden. Auch die These von Kritiker dasss der Reichtum der Reichen bei deren Tod der Gesellschaft erhalten bleibt stimmt bei genauerem hinsehen nicht. Denn der Wert von Gütern ist immer relativ. Und zwar im Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage.
Der Wert von Immobilien in München wird als sehr hoch angesehen. Weil die Nachfrage nach Wohnungen und Büros das Angebot übersteigt. Was aber nun wenn sich die Situation aufgrund sinkender Bevölkerung umdreht. Der vermeintliche Reichtum aus Immobilienbesitz wird schmelzen wie einst der Wert meiner Nemax Aktien. Und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein...
Nachfrage bestimmen den Kapitalismus (und nicht nur den). Schrumpft die Bevölkerung, wird wahrscheinlich das BIP abnehmen (auch wenn das BIP/Kopf steigt) und damit die Marktkapitalisierung sinken. Die Nachfrage nach Kapital sinkt und die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt. Ein Effekt, den sich weder Adam noch Marx vorstellen konnte.
fragles
: danke für eure interessanten Sichtweisen
vieles bleibt natürlich ungeklärt, aber manches ist klar geworden. Und wer kann es schon vorhersehen wie die Zukunft aussehen wird. Wirtschaft ist halt unvorhersehbar, bestes Beispiel sind die Wirtschaftsweisen, die jedes Jahr ihre Prognosen korregieren müssen, da kann man gleich ein paar Leute auf der Straße nach der Zukunft befragen...