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Seit Wochen kursieren Gerüchte im Internet und in den Medien, dass Forschende des Gravitationswellen-Observatoriums LIGO die von Albert Einstein vorhergesagten Kräuselungen des Raum-Zeit-Kontinuums gemessen haben. Es wäre der erste direkte Beweis für ihre Existenz nach fast exakt 100 Jahren.
Im Juni 1916, ein halbes Jahr nach Vorlage seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, postulierte Einstein, dass beschleunigte Massen Vibrationen in der Raumzeit erzeugen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit in Form einer Welle ausbreiten. Kosmische Grossereignisse wie Sternenexplosionen müssten demnach solche Wellen aussenden. Direkt nachweisen liessen sie sich jedoch bisher nicht.
Wäre es den Wissenschaftlern nun tatsächlich geglückt ihre Existenz zu belegen, öffnet sich damit ein neues Kapitel in der Erforschung des Universums. Astronominnen und Astronomen hätten damit eine völlig neue Möglichkeit, ins Universum “hineinzulauschen”, wie Davide Catelvecchi kürzlich im Fachjournal “Nature” erklärte.
Könnte man künftig eine Supernova oder das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher nicht nur mit Radio- und Gammastrahlenteleskopen einfangen, sondern auch die dadurch ausgelösten Gravitationswellen messen, erhielte man eine Vielzahl zusätzlicher Informationen.
Ein ebensolches Ereignis soll den Gravitationswellen-Jägern der LIGO-Kollaboration nun Gerüchten zufolge das lang ersehnte Signal beschert haben: Das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher. Dabei werden sehr energiereiche Gravitationswellen freigesetzt, die sich eventuell haben messen lassen.
Noch ist unklar, was die Wissenschaftler tatsächlich verkünden werden. Die Einladung der LIGO-Kollaboration zur Pressekonferenz in Washington spricht vorsichtig über ein Update über die Bemühungen, den direkten Beweis für Gravitationswellen zu erbringen. Offiziell wird das 100-jährige Jubiliäum der Allgemeinen Relativitätstheorie als Grund für das Update genannt.
Die Spekulationen über die tatsächliche Entdeckung von Gravitationswellen wurden seitens der LIGO-Beteiligten weder bestätigt noch dementiert. Es werden jedoch zeitgleich mindestens vier Pressekonferenzen in Washington, London, Paris und in Italien stattfinden. Das lässt zumindest erahnen, dass da ein ziemlich grosses “Update” ansteht.
(SDA)