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<h2>SubmittedText<h2><p>2011 lancierten Ärztinnen und Ärzte in den USA die Choosing-Wisely-Initiative. Ziel dieser Initiative ist es, nicht nur "kluge Entscheidungen" herbeizuführen, sondern auch die offene Diskussion zwischen Ärzteschaft, den Patientinnen und Patienten und der Öffentlichkeit zu fördern. Diese Initiative wurde in der Schweiz mit Smarter Medicine aufgenommen. Kernstück von Choosing Wisely/Smarter Medicine sind sogenannte Top-5-Listen aus jeder klinischen Fachdisziplin. Diese Top-5-Listen enthalten je fünf medizinische Massnahmen, die in der Regel unnötig sind. In der Schweiz beteiligen sich aktuell neun medizinische Fachgesellschaften an dieser Initiative, sodass 10 Top-5-Listen bereits veröffentlicht werden konnten. </p><p>Das Bundesamt für Gesundheit soll die medizinischen Fachgesellschaften und die nichtärztlichen Berufsverbände, welche die entsprechenden Leistungen nach KVG abrechnen könnten und noch keine Top-5-Liste (Empfehlungen von zu vermeidenden medizinischen Interventionen) publiziert haben, in geeigneter Form fördern und unterstützen. </p><p>In diesem Zusammenhang bitte ich um Beantwortung nachfolgender Fragen:</p><p>1. Wie stellt sich der Bundesrat grundsätzlich zu Choosing Wisely/Smarter Medicine?</p><p>2. Welche Unterstützungsmöglichkeiten sieht er für die Erstellung von Top-5-Listen und die Förderung der Veröffentlichung von Top-5-Listen?</p><p>3. Welchen Status sieht er für die Top-5-Listen vor?</p><p>4. Welche Möglichkeiten sieht er, bei der Umsetzung der Empfehlungen der Top-5-Listen Unterstützung zu bieten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat erachtet die internationale Choosing-Wisely-Initative sowie die Umsetzung im Rahmen von Smarter Medicine in der Schweiz als wichtigen Bottom-up-Ansatz zur Stärkung einer angemessenen medizinischen Versorgung. Ziel dieses Ansatzes ist, die Ärzteschaft, Patientinnen und Patienten sowie auch die Bevölkerung hinsichtlich angemessener Anwendung von Leistungen respektive des Themas der Überversorgung ("weniger ist mehr") zu sensibilisieren sowie eine Diskussion bei Therapieentscheiden zwischen Ärzten und Patienten in Gang zu setzen. Ein zentraler Erfolgsfaktor dieses Ansatzes ist, dass es sich um eine Initiative von Fachkreisen für Fachkreise handelt.</p><p>2./4. Primär ist es Aufgabe der Fachgesellschaften, klinische Leitlinien zu erstellen und eine gute, angemessene medizinische Versorgung zu fördern. Neben der Erarbeitung der Top-5-Listen beinhaltet Choosing Wisely auch Kampagnen und eine öffentliche Diskussion. Der Bund unterstützt Smarter Medicine ideell.</p><p>3. Die sogenannten Top-5-Listen zeigen auf, in welchen Fällen bestimmte Leistungen keinen Nutzen bringen respektive "nichts tun" für die Betroffenen besser sein kann als "etwas machen". Sie sind Empfehlungen, um im Einzelfall gute Entscheidungen hinsichtlich Wahl der Leistung zu treffen. Im Einzelfall ist jeweils die Gesamtsituation aller vorhandenen Krankheiten und Lebensumstände zu berücksichtigen, was auch zu Therapieentscheidungen führen kann, die von der auf eine einzelne Krankheitssituation bezogene Empfehlung abweichen, um in der individuellen Situation die geeignetste Behandlungsstrategie zu finden.</p>  Antwort des Bundesrates.