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Die allererste Begegnung mit dem süssen Geschmack findet bereits in der Gebärmutter über das Fruchtwasser und anschliessend die Muttermilch mit ihrem leicht süsslichen Geschmack statt. Zucker zu mögen ist daher völlig natürlich und die Nahrungsmittelindustrie profitiert davon: Zucker befindet sich in quasi all ihren Produkten, oftmals ohne unser Wissen.
Hauptaufgabe des Zuckers ist, die Zellen des menschlichen Körpers mit Energie zu versorgen (4 kcal/g). Gemäss den neuesten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), sollte die Tagesration des täglich mit der Nahrung zugeführten Zuckers 50% der Summe aller zu sich genommenen Kalorien liefern, d. h. es sollten höchstens 5% der täglichen Kalorien in Form von Zucker (Saccharose) aufgenommen werden, was ca. 25 Gramm oder 6 Teelöffel entspricht.
Allgegenwärtiger Zucker
Darüber hinaus konsumierter Zucker wird vom Organismus nicht verwertet und in Körperfett umgewandelt oder als Fett in der Leber eingelagert. Langfristig kann dies zu einer nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) führen.
Diese direkt mit dem Zuckerkonsum in Verbindung stehende Erkrankung, auch als «Softdrink-Krankheit» bekannt, stellt heute ein Problem für die öffentliche Gesundheit dar, denn seinen Zuckerkonsum unter Kontrolle zu halten, ist nicht ganz so einfach: Zucker befindet sich nicht nur in Schokolade und anderen Süssigkeiten, sondern in natürlicher Form auch in vielen anderen Nahrungsmitteln wie Cerealien und stärkehaltigen Nahrungsmitteln, Früchten und Milchprodukten.
Man findet ihn ebenfalls als Zusatz in der Mehrheit der industriell hergestellten Lebensmittel, sogar in salzigen (Wurstwaren, Konserven, Fertiggerichte usw.), da Zucker als Geschmacksverstärker und/oder Konservierungsmittel wirkt. Schlussendlich kann man im Handumdrehen sehr viel mehr Zucker pro Tag zu sich nehmen als die für unseren Organismus notwendige Menge!
Eine grosse Familie
Glukose, Fructose, Saccharose… Zucker nimmt diverse Formen an. Zunächst sind da die stärkehaltigen Nahrungsmittel oder Kohlehydrate bzw. die Stärke, ein “komplexer” Zucker. Dann haben wir den Fruchtzucker (die Fructose), Milchzucker (die Lactose) und den Zucker, der Nahrungsmitteln zugesetzt wird (die Saccharose). Diese drei Zuckerarten, die sogenannten “einfachen” Zucker, werden vom Organismus schneller assimiliert.
In industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln befinden sich ebenfalls zahlreiche Zuckerersatzstoffe (Dextrin, Maltodextrin, Oligofructose, Polyole usw.) – dies sind also die versteckten Zucker. Diese umgewandelten Zucker werden sehr schnell von unserem Körper assimiliert, wodurch der Blutzuckerspiegel rasant ansteigt und gleichzeitig das Risiko der Gewichtszunahme birgt, indem wir unsere Geschmacksnerven (oder Geschmacksknospen) und das Gehirn daran gewöhnen Zucker zu verlangen: das wird als Belohnungseffekt bezeichnet.
Keine Zuckerzusätze
Um nicht bereits in zu jungem Alter in die «Zuckerfalle», eine Spirale, zu stolpern gewöhnen Sie Kinder, insbesondere die ganz Kleinen, an kleine Mahlzeiten und Getränke ohne Zuckerzusatz. Greifen Sie einfach zu Wasser oder ungesüssten Früchte- und Kräutertees. Denken Sie daran, dass Fruchtsäfte ebenso viel Zucker enthalten wie Softdrinks (!), das heisst eine einzige ausgepresste Frucht auf einmal ist genug!
Ist man erst einmal an eine gewisse Menge Zucker gewöhnt, ist das Abgewöhnen nicht einfach. Einige Forscher betrachten Zucker sogar als eine Substanz mit Suchtfaktor. Konsumieren Sie zu viele industriell hergestellte Nahrungsmittel bzw. Fertiggerichte mit hohem Zuckeranteil, können natürliche Lebensmittel daneben fast fade wirken…
Somit ist es essenziell den Zusatz von Zucker zu reduzieren und natürlichen, nicht industriell behandelten Nahrungsmitteln den Vorzug zu geben. Verzichten Sie auch auf Zuckerersatzstoffe, auch wenn diese natürlicher Herkunft sind: Ob aus Stevia oder Agave-Sirup, Zucker bleibt Zucker!