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LONDON (awp international) - Die Bankenreform in Grossbritannien könnte weit weniger streng ausfallen als erwartet. Statt die grossen Geldhäuser zu zerschlagen und in Investmentbanking und Privatkundengeschäft aufzuteilen, rät eine unabhängige Kommission lediglich dazu, die beiden Felder voneinander abzuschirmen. Das Privatkundengeschäft solle geschützt werden, um Sparkonten und private Anleger Risiken zu nehmen. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass bei einer erneuten Bankenkrise wieder Steuergelder zur Rettung der Institute aufgebracht werden müssten.
Eine völlige Trennung von Privatkunden- und Investmentgeschäft sei nicht nötig, hiess es in dem Zwischenbericht der unabhängigen Bankenkommission, der am Montag vorgelegt wurde. Stattdessen müssten die Banken unter anderem mehr Geldreserven haben, um für Krisen gewappnet zu sein. "Das britische Privatkundengeschäft kann mit seinem eigenen Kapital-Polster geschützt werden", sagte der Kommissions-Vorsitzende John Vickers. Die Banken warnen, dass eine vollständige Trennung der Geschäftsfelder die Kosten für Kredite und Bankgeschäfte in die Höhe treiben könnte.
Die Kommission war im vergangenen Juni eingesetzt worden, um den Bankensektor des Landes auf den Prüfstand zu stellen. Der endgültige Bericht soll im September veröffentlicht werden. Das Gremium hat keinen gesetzlichen Einfluss, sondern berät das Finanzministerium.
Der Zwischenreport stellt fest, dass sowohl Kreditgeber als auch -nehmer vor der Bankenkrise "masslose und schlecht-verstandene Risiken" eingegangen seien. Die Aussicht auf Unterstützung durch den Steuerzahler ermutige die Banker nur darin, zu hoch zu pokern./gür/DP/chs
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