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Einspruch abgelehnt: Michel Platini bleibt gesperrt
- Freitag, 11. Dezember 2015, 10:14 Uhr, aktualisiert um 14:04 Uhr
Der Internationale Sportgerichtshof TAS hat die Fifa-Suspendierung des Uefa-Präsidenten gestützt. Ein Einspruch Platinis wurde abgewiesen. Die 90-Tage-Sperre gegen den Franzosen bleibt somit bestehen. Damit verpasst er auch die morgige EM-Gruppenauslosung in Paris.
Uefa-Präsident Michel Platini bleibt gesperrt. Der Internationale Sportgerichtshof TAS lehnt den Einspruch des Franzosen gegen seine 90-tägige Suspendierung im Zuge des Fifa-Korruptionsskandals ab.
Die TAS-Richter stellten fest, dass die «Aufrechterhaltung der provisorischen Suspendierung für die verbleibende Zeit der 90 Tage zu diesem Zeitpunkt keinen irreparablen Schaden für Michel Platini» bewirke. Allerdings wies der Gerichtshof den Weltverband Fifa an, Platinis Suspendierung nach Ablauf der 90 Tage (am 5. Januar) nicht noch um 45 Tage zu verlängern, was gemäß Fifa-Ethik-Statuten möglich wäre. Dazu wäre es aber sehr wahrscheinlich ohnehin nicht gekommen – bis Weihnachten will die FIFA-Ethikkommission ein endgültiges Urteil fällen.
Platini bleibe trotz des TAS-Urteils «zuversichtlich», teilte dessen Anwalt Thibaud d'Alès der Nachrichtenagentur AFP mit. Seine Beweisführung sei sehr «solide», Platini sei überzeugt, «am Ende entlastet» zu werden.
Fifa sieht sich bestätigt
Die Fifa nahm das TAS-Urteil am Freitag «zur Kenntnis». Mit der Entscheidung habe der TAS die «Vorgehensweise der unabhängigen Ethikkommission bestätigt», teilte der Weltverband mit.
Die Fifa-Ethikkommission hatte Platini am 7. Oktober für drei Monate für alle Fussball-Aktivitäten gesperrt. Hintergrund ist eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken im Jahr 2011 durch den inzwischen ebenfalls suspendierten Fifa-Präsidenten Sepp Blatter an Platini.
Der Kampf um den Fifa-Thron
Platini wollte mit der Aufhebung seiner Sperre erreichen, dass er als Kandidat für die Fifa-Präsidentschaftswahl am 26. Februar 2016 zugelassen werden kann. Dann will der Weltverband einen Nachfolger für Blatter küren. Das Funktionärs-Duo behauptet, es habe sich bei der Überweisung um eine Begleichung ausstehender Honorare für Platini als Fifa-Berater aus den Jahren 1998 bis 2002 gehandelt.
Das endgültige Urteil der Fifa-Ethikkommission in der Causa wird noch in diesem Jahr erwartet. Blatter und Platini sollen am 17. bzw. 18. Dezember aussagen. Danach will die Ethikkommission ihre Entscheidung treffen.
Wie der Fifa-Skandal das Jahr 2015 prägte:
- 27. Mai: Zürcher Polizeibeamte nehmen mehrere Fifa-Funktionäre fest. Die Staatsanwaltschaft eröffnet ein Strafverfahren wegen der umstrittenen WM-Vergaben 2018 und 2022.
- 29. Mai: Der Fifa-Kongress tagt im Zürcher Hallenstadion. Sepp Blatter wird als Fifa-Präsident bestätigt. Es ist seine fünfte Amtsperiode.
- 7. Oktober: Die Ethikkommission sperrt Blatter und Platini für 90 Tage. Es geht um eine Zahlung von zwei Millionen Franken an Platini. Schmiergeld? Platini und Blatter sagen: eine verspätete Honorarzahlung.
- 18. November: Eine Berufungskommission lehnt die Einsprüche von Blatter und Platini gegen ihre Suspendierung ab.
- 23. November: Jetzt dohen den beiden sogar lebenslange Sperren: Fifa-Ethikrichter Hans-Joachim Eckert eröffnet ein Verfahren gegen Blatter und Platini.
- 11. Dezember: Der Sportgerichtshof TAS bestätigt die provisorische Sperre für Platini.
Wie die Fifa funktioniert, zeigt die Infografik:
Sendungsbeitrag zu diesem Artikel
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Fifa-Reformen - mehr Transparenz und bessere Zusammenarbeit
Aus Echo der Zeit vom 3.12.2015
Das Exekutivkomitee des Weltfussballverbands schlägt umfassende Reformen vor: So soll der FIFA-Präsident nur noch höchstens drei Amtszeiten oder 12 Jahre an der Spitze des Verbands stehen dürfen. Ausserdem will die Fifa-Führung eine Frauenquote und Integritäts-Prüfung für hohe Funktionäre.
Die Vorschläge werden am 26. Februar diskutiert.
Ueli Reist
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