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Der Softwareriese nimmt den Business-Intelligence-Bereich ins Visier.
Wie das 'Wall Street Journal' aufgrund der Aussagen anscheinend gut informierter Quellen berichtet, will Oracle den kalifornischen Softwarehersteller Hyperion Solutions übernehmen. Das Übernahmeangebot soll noch heute offiziell bekannt gegeben werden. Gemäss 'WSJ' will Oracle den Hyperion-Aktionären 52 Dollar in Bar pro Anteil anbieten, was einem Aufpreis von rund 20 Prozent auf den gestrigen Abschlusskurs bedeuten würde. Falls die Aktionäre anbeissen und kein Übernahmekampf mit einem Drittanbieter entsteht, würde Oracle damit insgesamt rund 3,3 Milliarden Dollar für den Hersteller von Business Intelligence-Software ausgeben.
Oracle hat anscheinend schon seit längerem eine grössere Übernahme im BI-Markt ins Auge gefasst. Der Softwareriese, so die Quellen, habe dabei nach dem Hersteller gesucht, dessen Portfolio die beste Ergänzung zu den eigenen Produkten auf diesem Gebiet darstellen. Die Gespräche mit Hyperion seien seit mehreren Monaten im Gang, Oracle habe aber auch mit anderen Vorreitern auf dem Gebiet wie Cognos oder Business Objects verhandelt.
Neben der Ergänzung des BI-Portfolios von Oracle dürfte die Übernahme aber noch einen anderen Aspekt haben: Viele der Kunden von Hyperion sind gleichzeitig Kunden von SAP, des grossen Oracle-Rivalen auf dem Gebiet der Business-Software-Applikationen. Durch die Übernahme von Hyperion hätte Oracle bei diesen Kunden automatisch einen Fuss in der Tür, um sie möglicherweise von SAP wegzulocken.
Oracle hat in den letzten zwei Jahren bereits rund zwei Dutzend Softwareunternehmen übernommen, darunter die grossen Brocken PeopleSoft und Siebel, und dafür insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar ausgegeben. (Hans Jörg Maron)