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Das Wichtigste in Kürze
- Die spanische Schriftstellerin Almudena Grandes («Lulú») ist tot.
Das teilte ihr Verlag Tusquets Editores auf Twitter mit.
Die 61-Jährige hatte im Oktober in der Zeitung «El País» selbst bekanntgegeben, dass sie seit einem Jahr an Krebs leide. Am Samstag sei sie in Madrid gestorben, schrieb die Zeitung. Grandes war eine der wichtigsten spanischen Autorinnen der Gegenwart.
Weltbekannt wurde sie 1989 mit ihrem ersten Erstlingswerk, dem Roman «Las edeades de Lulú». Es reagierte auf den erotischen Nachholbedarf der spanischen Gesellschaft nach der Prüderie der Franco-Diktatur. 1990 erschien das Buch auch auf Deutsch «Lulú - Die Geschichte einer Frau». Der Roman wurde unter der Regie von Bigas Luna auch verfilmt.
In Spanien bekam sie für «Lulú» den Preis für erotische Literatur «Das vertikale Lächeln». Das Kreisjugendamt Mainz/Bingen beantragte damals sogar, das Buch als jugendgefährdend einzustufen, zog den Antrag aber wegen Chancenlosigkeit zurück.
Es bestand kein Zweifel am Kunstanspruch des Werks. Sie habe einen «Liebesroman» geschrieben, zu dem «Erotik und Sexualität ganz einfach dazugehören», sagte die Autorin 1990 der Deutschen Presse-Agentur.
Spanischer Bürgerkrieg und Franco-Diktatur
In späteren Jahren setzte sie sich in ihren Büchern dann mit dem spanischen Bürgerkrieg und der anschliessenden Franco-Diktatur auseinander («Der Feind meines Vaters», «Das gefrorene Herz», «Episodios de una guerra interminable», «Los pacientes del doctor García»).
Dabei ging es ihr um die «besiegten Spanier» des 20. Jahrhunderts, wie «El País» schrieb, die Linken und Republikaner, die den Bürgerkrieg verloren hatten. «Grandes verfügte über die Neugier des Historikers und die Macht des Romanciers», schrieb die Zeitung. Sie selbst bezeichnete sich als «republikanisch, links und anti-kirchlich».
Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. «Wir verlieren eine der wichtigsten Schriftstellerinnen unserer Zeit. Engagiert und mutig hat sie unsere jüngere Geschichte aus einer fortschrittlichen Perspektive erzählt», schrieb Spaniens linker Regierungschef Pedro Sánchez auf Twitter.
Kulturminister Miquel Iceta sprach von einem «unersetzlichen Verlust», der die Gesellschaft «sehr traurig und einsamer» mache.