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Die Larven häuten sich in zwei Wochen mehrmals, dann spinnen die männlichen Larven einen Kokon, ruhen darin
acht Tage als Puppe, schlüpfen aus, begatten sich und sterben sofort, während die Weibchen noch 14 Tage lang Eier legen und
dann von der Pflanze abfallen und gleichfalls sterben. Vor derRegenzeit bringt man die Pflanze mit den Tieren,
welche zur Zucht fortleben sollen, in Sicherheit, um sie nach den Regen wieder auszusetzen. Die Kochenille wird sowohl in den Pflanzungen
als auch an wild wachsenden Fackeldisteln (wilde Kochenille, vielleicht eine andre Art?) kurz vor dem Ausschlüpfen der Brut gesammelt,
auf heißen Blechen getrocknet und (seit 1526) in den Handel gebracht.
Sie bildet halbrunde Körperchen von der Größe einer kleinen halben Erbse mit runzeliger Oberfläche, ist schwarzbraun, mehr
oder weniger weiß bestäubt, innen dunkel purpurrot, schmeckt bitterlich, etwas zusammenziehend und färbt den Speichel rot.
Die gezüchtete Kochenille ist größer und reicher an Farbstoff als die wilde oder Waldkochenille (Grana silvestra
oder Caspesiana). Die erste Ernte
[* 10] im Jahr liefert ein wertvolleres Produkt (Zakkadille) als die folgende, und von allen Sorten
ist die aus Honduras
[* 11] (Grana fina oder Mestica von Mesteque) die beste, dann folgt die mexikanische.
Teigform oder in Täfelchen in den Handel kommt und Violett, Amarantrot und Malvenfarbe liefert. Früher wurde sie auch medizinisch
benutzt. Die Kochenille wurde schon vor EntdeckungAmerikas von den Mexikanern gezüchtet, Lopez de Gomara gab 1525 die erste Beschreibung
der Kochenille; aber man hielt die Drogue trotzdem für vegetabilischen Ursprungs, bis der Streit durch die Erkundigungen
des HolländersRuyscher 1725 entschieden wurde. Als Mexiko noch allein Kochenille erzeugte, wurden jährlich 440,000 kg im Wert von
nahezu 7,5 Mill. holländ. Gulden nach Europa
[* 16] ausgeführt.
Von 1 Hektar Nopalpflanzung erntete man ca. 300 kg Kochenille, und auf 1 kg kommen etwa 140,000 Tierchen. In frühern
Zeiten sammelte man namentlich in Polen um Johannis eine rote Schildlaus, PorphyrophorapolonicaL. (polnische Kochenille, Johannisblut),
welche an den Wurzeln mehrerer Pflanzen, namentlich des Scleranthus perennis, in Nordostdeutschland, Polen, Rußland, Schweden,
[* 17] Ungarn
[* 18] lebt. Das Insekt bildete einen nicht unwichtigen Handelsartikel, ist aber durch die viel ausgiebigere
mexikanische Kochenille längst verdrängt.