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Hamilton gewinnt in Saudi-Arabien und schliesst zu Verstappen auf
Lewis Hamilton gewinnt den ersten Grand Prix von Saudi-Arabien. Der Engländer verweist Max Verstappen nach einem verrückten Duell auf Platz 2 und schliesst in der WM-Wertung zum Niederländer auf.
Die Formel 1 bekommt ihr grosses Saisonfinale. Vor dem 22. und letzten Grand Prix von nächster Woche in Abu Dhabi werden die Zähler im Titelkampf wieder auf Null gestellt - ausser es werden in der Nachbearbeitung des GP noch Strafen ausgesprochen.
Nach zahlreichen Unfällen, Safety-Car-Phasen und zwei Rennunterbrechungen hat es Hamilton bei der Premiere in Dschidda geschafft, die vorzeitige Krönung von Max Verstappen zum Weltmeister zu verhindern. Der Niederländer musste sich nach einer Fünfsekunden-Strafe und ein paar (über-)hart geführten Duellen im zweitletzten Rennen dem Titelhalter geschlagen geben.
Mit seinem achten Sieg in dieser Saison, dem dritten in Folge und dem 103. insgesamt in der Formel 1, darf Hamilton weiter von seinem achten WM-Titel träumen - womit er zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen würde. Dank dem Zusatzpunkt für die schnellste Runde liegt der Engländer im Duell mit Verstappen nun gleich auf. Nach 21 Rennen kommen beide auf 369,5 Punkte. Verstappen bleibt nur noch wegen der grösseren Anzahl an Siegen vorne.
Bremsmanöver mit Folgen
Die beiden WM-Rivalen waren auch bei der Premiere auf dem schnellen Stadtkurs in Dschidda eine Klasse für sich. Entscheidend war ein Duell in der 36. Runde, als sich Hamilton an Verstappen vorbeischob, der Niederländer dann aber so spät bremste, dass er in der darauffolgenden Kurve die Strecke verlassen musste, um sich an der Spitze zu behaupten. Daraufhin erhielt Verstappen die Anweisung, er soll seinen Gegner vorbeiziehen lassen. Verstappen verlangsamte daraufhin in einem Hochgeschwindigkeitssektor so ungestüm, dass ihm Hamilton ins Heck krachte und sich dabei den Frontflügel beschädigte.
Später liess Verstappen Hamilton doch noch passieren, um ihn nur Sekunden darauf wieder zu überholen. Nach einer neuerlichen Aufforderung, Hamilton den 1. Platz zu überlassen, gab Verstappen klein bei. Danach musste er, auch im Wissen, dass er noch eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekommt, den Briten endgültig ziehen lassen.
Kuriose Verhandlung
Das Nachtrennen am Roten Meer bot schon früh Spektakel und Unterhaltung. Mick Schumacher schlug in der 10. Runde mit seinem Haas seitlich so heftig in die Streckenbegrenzung ein, dass eine Safety-Car-Phase unausweichlich war. In dieser pokerte Verstappen hoch, verzichtete im Gegensatz zu Hamilton und Valtteri Bottas auf einen Reifenwechsel, und zog damit an den beiden Mercedes vorbei. Weil danach das Rennen kurze Zeit später wegen den Reparaturarbeiten sogar unterbrochen werden musste, profitierte Verstappen von einem Boxenstopp ohne Zeit- und Positionsverlust.
Beim Neustart nach 13 Runden kam Verstappen dann allerdings nicht wunschgemäss weg und musste sich in der ersten Schikane mit unlauteren Mitteln gegen Hamilton wehren. Er verteidigte zwar die Führung, aber nur, weil er in der Kurve abgekürzt hat. Prompt meldete sich die Rennleitung und zwar bei Red Bull und Mercedes. Die FIA machte das Angebot, dass Verstappen hinter Esteban Ocon und Hamilton von Platz 3 weiterfahren könne, um den Gang zu den Rennkommissaren zu umgehen. Alle Beteiligten akzeptierten.
Beim zweiten Neustart zog Verstappen in der ersten Kurve innen an Hamilton vorbei und hatten den Vorteil wieder auf seiner Seite. Doch die Freude währte nur bis zur 36. Minute, ehe er mit seiner fragwürdigen Brems-Aktion nicht nur seinen Ruf, sondern womöglich auch die WM aufs Spiel gesetzt hat.
Zwei WM-Punkte für Alfa Romeo
Im Chaos von Dschidda behielt Antonio Giovinazzi die Übersicht. Der Italiener bescherte dem Team Alfa Romeo im zweitletzten Rennen der Saison als Neunter zwei WM-Punkte. In der Konstrukteurswertung bleibt der Zürcher Rennstall jedoch deutlich hinter Williams (10 Punkte Rückstand) auf Platz 9.
Nach seinem 10. Platz in Monaco war es für Giovinazzi, der Alfa Romeo nach dem Ende der laufenden Saison verlassen muss, erst das zweite Top-10-Ergebnis in diesem Jahr. Von Startplatz 10 losgefahren stiess der 27-Jährige bald einmal auf Position 7 vor und konnte sich lange im vorderen Mittelfeld behaupten. Letztlich musste er nur noch die beiden Ferraris vorbeiziehen lassen.
Kimi Räikkönen im zweiten Hinwiler Auto wird sein zweitletztes Formel-1-Rennen nicht in besonderer Erinnerung behalten. Der Finne kollidierte bei Rennhälfte mit Sebastian Vettel im Aston Martin und wurde schliesslich Fünfzehnter.