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Fast zehntausend Jahre lang ruhten die Überreste des Bisons im Permafrostboden Sibiriens. Dann, im Sommer 2011, fanden Angehörige des Jukagir-Stammes die Eismumie am Ufer eines auftauenden Sees. Sie brachten das gut erhaltene Tier zur Jakutischen Akademie der Wissenschaften, wo Forscher eine Autopsie vorbereiteten.
Es ist nicht die erste Mumie eines Steppenbisons (Bison priscus), die gefunden wurde. Mittlerweile kenne man vier Mumien dieser ausgestorbenen Art, davon seien zwei von erwachsenen Tieren, sagte Olga Potapova, Kuratorin am Mammut-Museum in Hot Springs im US-Bundesstaat South Dakota, die bei der Untersuchung der Mumie mitarbeitete. Doch bisher sei noch kein Exemplar so vollständig erhalten wie der sogenannte Jukagir-Bison, hiess es in einer Medienmitteilung der Society of Vertebrate Paleontology (SVP).
Die Nekropsie des Tieres zeigte, dass die inneren Organe des Bisons nahezu vollständig intakt sind. Das Hirn ist vollkommen erhalten und auch Herz, Verdauungssystem und Blutgefässe sind vorhanden. Allerdings sind einige Organe während der langen Dauer im Eis deutlich geschrumpft.
Als Todesursache vermuten die Forscher, der Bison sei verhungert, da er am Unterleib kaum Fett hatte. Eine offensichtliche Todesursache ergab die Nekropsie jedoch nicht.
Der gute Zustand der Mumie erlaubt detaillierte anatomische Vergleiche mit heute lebenden Bisons (Bison bison) und Rindern, aber auch mit anderen ausgestorbenen Bison-Arten, die etwa beim Übergang vom Pleistozän zum Holozän verschwanden.
Steppenbisons dominierten während der letzten Kaltzeit im Pleistozän die eisfreien Gebiete Europas, Asiens und Nordamerikas. Sie unterscheiden sich von heutigen Bisons vor allem durch ihre längeren Hörner, aber auch durch ihre allgemein grössere Statur.
Die grossen Wildrinder erscheinen häufig auf Höhlenmalereien, doch es ist nicht sicher, ob sie vom Menschen tatsächlich gejagt wurden. Auf jeden Fall überlebte der Steppenbison die Quartäre Aussterbewelle am Ende des Pleistozäns vor rund 10'000 Jahren nicht, für die manche Forscher menschlichen Einfluss verantwortlich machen. (dhr)