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Der Präsident und kontrollierende Aktionär des Luxusgüterkonzerns Richemont hat den Forderungen des aktivistischen Aktionärs Bluebell nach einer Änderung der Zusammensetzung des Verwaltungsrats eine Absage erteilt.
«Der Verwaltungsrat berücksichtigt die Interessen aller Aktionäre, ob sie nun kotierte A-Aktien oder nicht kotierte B-Titel besitzen», sagte Johann Rupert der Zeitung «Finanz und Wirtschaft» in einem seiner seltenen Interviews.
«Wir haben stets das Gefühl, dass die Aktionäre von allen unseren unabhängigen Verwaltungsratsmitgliedern repräsentiert werden.» Er habe sich für eine Kapitalstruktur mit Aktien unterschiedlicher Stimmkraft entschieden, weil sie Richemont erlaube, mittel- und langfristig zu planen, sagte Rupert.
Die Familie des südafrikanischen Milliardärs kontrolliert das Unternehmen mittels der nicht börsennotierten B-Aktien. Der Verwaltungsrat von Richemont hat sich gegen die Wahl eines Bluebell-Vertreters in das Gremium ausgesprochen.
Vorschlag von Richemont ist für Bluebell ein «Witz»
Bluebell will den ehemaligen Bulgari-Chef Francesco Trapani in den Verwaltungsrat von Richemont hieven. Richemont schlägt stattdessen vor, dass die südafrikanische Unternehmerin Wendy Luhabe die Interessen der A-Aktien vertreten soll. Das sei ein «Witz», sagt Bluebell-Geschäftsführer Giuseppe Bivona zur «Handelszeitung».
Luhabe sitze seit 2020 im Verwaltungsrat von Richemont. Sie sei gewählt von den Vertretern der B-Aktien. Es brauche eine andere Person, welche die A-Aktien vertrete. Entsprechende Gespräche werden dem Vernehmen nach geführt, aber nicht kommentiert.
Der Showdown findet an der Generalversammlung vom 7. September statt.
Richemont wird über seine B-Aktien vom Präsidenten Johann Rupert kontrolliert. Der südafrikanische Milliardär hält rund 10 Prozent des Aktienkapitals und 51 Prozent der Stimmrechte. Die restlichen knapp 90 Prozent der Aktien sind als A-Aktien frei handelbar, ihr Stimmengewicht ist aber entsprechend beschränkt.
Im 18-köpfigen Verwaltungsrat sitzt aktuell kein einziger Vertreter der A-Aktien. Alle Personen sind handverlesen vom Rupert-Clan. Investor Bluebell will das ändern und fordert eine paritätische Besetzung des Verwaltungsrats – mindestens drei Vertreter für die A-Aktien und drei Vertreter für die B-Aktien. Ausserdem soll sich Rupert bei der Wahl der Vertretung der A-Aktionäre raushalten.
(reuters/dob)