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|Abt Ulrich von Tegerfeld (1167-1199)

Abt Ulrich von Tegerfeld
Ulrich von Tegerfeld, 1167-1199. Ulrich von Tegerfeld wurde kurz nach dem Tode Werinhers, dem 6.7.1167, zum Abt gewählt. Aus dem gleichen Geschlecht stammte Bischof Konrad von Konstanz (1208-1233). Vor seiner Abtswahl war er Propst in St. Gallen. Er war bestrebt, entfremdete Klostergüter wieder zurückzugewinnen und die Rechte des Klosters zu sichern, verbesserte die Einkünfte und den Unterhalt der Brüder, sorgte für die Armen, Witwen und Waisen und kümmerte sich um verschiedene Siedlungen from-mer Frauen. Im weitern gelang es ihm, einen bedeutenden Schatz anzulegen, den er einigen zuverlässigen Mönchen zur Verwaltung übergab. Nachdem Ulrich gut drei Jahre in St. Gallen regiert hatte, wurde er etwa 117o von der päpstlichen Partei gegen den kaiserlich gesinnten Egino zum Bischofvon Chur ernannt; er blieb bis zu seiner Abdankung "electus", denn sein Gegenspieler Egino konnte sich besonders im östlichen Teil des Bistums stets in Anerkennung halten. In Chur begann Bischof Ulrich mit dem Neubau der Domkirche; der vollendete Chor wurde am 2.6.1 178 durch den Zisterzienserbischof Berno geweiht. Als das dritte Laterankonzil (1179), an welchem Ulrich teilnahm, die Kumulierung mehrerer Ämter streng untersagte, verzichtete er auf Chur. Unter Abt Ulrich wurde 1187 die Gebetsverbrüderung mit dem Erzstift Mainz erneuert. Als Abt tritt Ulrich in den Urkunden erstmals 1170 auf. Die letzte Urkunde aus seiner Regierungszeit ist der Befehl Papst Coelestins III. vom 6.12.1 192 an ihn, einem gewissen Kleriker Werner die Kirche St. Leonhard zu übertragen. Am 4.2.1199 legte Ulrich die Abtswürde nieder. Er starb am 12. April, nach dem 17.1.1200, dem Amtsantritt seines zweiten Nachfolgers, den er noch erlebte, aber vor dem 27.6.1204, da unter diesem Datum eine Jahrzeitstiftung für ihn durch den Dompropst und späteren Bischof von Konstanz, Konrad von Tegerfeld, erhalten ist.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)