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Jährlich am dritten November wird in den christlich geprägten Gegenden ebenjenes Hubertus' gedacht, des Heiligen Hubertus von Lüttich, der auch Schutzpatron der Jagd ist. Früher – inwieweit diese Bräuche heute noch verbreitet sind, entzieht sich meiner Kenntnis – fanden Gesellschaftsjagden statt. Im Anschluß daran ging es zur Hubertusmesse, einem Gottesdienst, bei dem auch ein frisch erlegter Bock (Rehbock, mit Gehörn) in der Kirche lag. Das mit Tannenzweigen geschmückte Tier sollte sicher an die früher üblichen Opfergaben erinnern, wie es das auch heute noch die reichlichen Gaben zum Erntedankfest tun. Und nach der Messe traf sich die ganze Jägerschaft der Umgebung, oft sogar mit den gesamten Familien, zum Hubertusessen, auf dem natürlich Wildbret serviert wurde. Soviel zum (heute wahrscheinlich kaum noch anzutreffenden) Brauchtum.
Hubertus selbst hatte ein bemerkenswertes Leben, wenn man den Überlieferungen und Legenden glauben möchte. Hubertus von Lüttich (∗ 656 oder 658 in Toulouse, Frankreich – † 727 in der Nähe von Brüssel, Belgien) war der älteste Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse. Er lebte als Pfalzgraf am Hofe Theoderich III. in Paris und später am Hofe Pippins des Mittleren in Metz. Nach kurzer Ehe – seine Ehefrau Floribana von Löwen verstarb bei oder kurz nach der Geburt des ersten Kindes – stürzte er sich in viele weltliche Vergnügen, deren eines die Jagd in den Wäldern der Ardennen war. Nach der Erscheinung, die ihm laut der Hirschlegende zuteil wurde, lebte er zunächst als Einsiedler in den Ardennenwäldern, nachdem er allen Besitz unter den Armen verteilt hatte und auf alle Ämter verzichtete. Später ließ Hubertus sich vom Bischof Lambert von Maastricht zum Priester weihen. Einige Jahre später, als Lambert verstarb, wurde Hubertus von Papst Sergius der Titel des Ermordeten angetragen. Er aber weigerte sich, das Amt anzunehmen, woraufhin der Legende nach ein Engel des Herrn erschienen sein soll und dem Hubertus die Bischöfliche Stola umlegte. Von diesem Tage an waltete Hubertus, Bischof von Tongern-Maastricht, lange Jahre zum Wohle des Landes. Im Jahre 1716 verlegte der Bischof seinen Amtssitz nach Lüttich, wo er die Lambertuskathedrale erbauen lies und bis zu seinem Tode elf Jahre später als fürsorglicher Wohltäter galt.
Hubertus wurde wohl schon 743 zum Heiligen “befördert” (Erhebung der Reliquien). Als Schutzpatron der Jagd löste er den seit langer Zeit verehrten Heiligen Eustachius ab (von dem auch die Hirschlegende bekannt war). Weiterhin ist Hubertus der Patron der Hunde und der Schützen und Schützenbruderschaften, der Büchsenmacher und Metallbearbeiter, der Metzger und Kürschner, der Optiker, Mathematiker und Hersteller von mathematischen Geräten, und er wird als Helfer gegen die Tollwut angerufen.
Selbst in Evangelischen Gemeinden wurden (und werden), obwohl Hubertus nicht im Evangelischen Namenskalender aufgeführt ist, immer wieder Gottesdienste zu seinen Ehren und in seinem Namen gefeiert. Der Heilige Hubertus gehört in einigen Gegenden zu den Vierzehn Nothelfern und ist neben den Heiligen Antonius, Cornelius und Quirinius einer der sogenannten “vier Marschälle Gottes”.
Hubertus. Woher ich das alles weiß? Nun, da Teile der Hirschlegende auch bei Harry Potter auftauchten (ähm: welche wohl?), interessierte ich mich einstmals etwas mehr dafür, was dieser Jagdheilige (wie ich ihn für mich nannte) eigentlich für eine Geschichte hatte. Und heute, heute habe ich nur für die Jahreszahlen und die genauen Ortsbezeichnungen nochmal in den Heiligenlexika (und bei Wikipedia) nachgelesen. Was ich aber seit meiner ersten Beschäftigung mit ihm nie vergaß: St. Hubertus ist der Schutzpatron der Hunde. Und Lenny gab den Anstoß zu diesen Erinnerungen und diesem Artikel.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 03.11.2019 waren positiv ein spätes Frühstück, äußerst freundliches Zugbegleitpersonal, das Schaumbad.
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Kelche (erscheint sonderbar passend).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).