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Weg-Wort vom 21. Juni 2021
Die Nacht war schwül. Unsere Fenster standen weit auf und doch gab es keinen Durchzug. Wir haben uns mit dünnen Decken zugedeckt und trotzdem war ich morgens verklebt von Schweiss. Nach dieser Nacht war die morgendliche Dusche ein besonderer Genuss. Das Wasser nicht kalt, aber kühl, habe ich über meinen Körper rinnen lassen, Gesicht und Haare in den Strahl gehalten, bis ich mich frisch und wach gefühlt habe.
Am gleichen Tag mittags in der S-Bahn. Die Menschen sitzen dicht an dicht. Es ist wie ein Dampfbad. Der Schweiss verklebt die Haare auf meiner Stirn, er rinnt unter der Maske über mein Gesicht, übers Kinn den Hals entlang, das Hemd ist am Rücken nass, die Hose pappt an den Oberschenkeln. Ich werde müde und schwer. Daheim entledige ich mich sofort meiner Kleider und zum zweiten Mal an diesem Tag stehe ich unter der Dusche. Diesmal ist das Wasser kalt. Von unten nach oben führe ich den kalten Schwall und es ist herrlich. Das kalte Wasser weckt mich, ich fühle mich wieder ganz lebendig.
Am Abend, stehe ich nach der Gartenarbeit ein drittes Mal am gleichen Tag unter der Dusche. Die Gartenerde fliesst von meinen Füssen. An diesem heissen Tag hat mir eine kühle Dusche nicht gereicht. Die dritte Dusche die an einem Tag notwendig wurde, hat mich an die Brunnen in der Wüste denken lassen und daran, dass Jesus sich einer Frau, die immer wieder zum Brunnen in der Wüste laufen musste, quasi als eine innere Dauerdusche angeboten hat, eine Quelle von lebendigem Wasser hat, die immer in ihr fliessen wird.