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Die Organisation
Billigimporte aus Indien sowie fehlende Investitionen in Infrastrukturen und moderne Technologien haben in den 1970er Jahren auf Sri Lanka unzählige Weberfamilien um ihren Lebensunterhalt gebracht. Eine der wenigen Alternativen, das Web- und Nähzentrum Selyn, entstand 1991 dank der Initiative einer einheimischen Anwältin. Hauptziel ist es, mit der Wiederbelebung der traditionellen Webkunst und mit Entwicklungsmassnahmen wie Schulung und Weiterbildung verarmten Menschen (insbesondere alleinstehenden Frauen) zu Verdienstquellen und zu eigenständigem Handeln zu verhelfen. Da Genossenschaften der staatlichen Kontrolle unterzogen sind und kein Anrecht auf eine Exportlizenz haben, ist Selyn als Privatbetrieb registriert, nimmt aber die Rechte der ProduzentInnen vorbildlich wahr: Die Arbeit ist vertraglich geregelt und Frauen steht Teilzeitarbeit zu, um für ihre Kinder sorgen zu können. Zudem bezahlt Selyn den ProduzentInnen nicht nur deutlich mehr als den Mindestlohn, sondern hält sich – anders als landesüblich – an die gesetzlich verordneten Sozialleistungen und sorgt u.a. für Ausbildung, juristische und medizinische Unterstützung, günstige Kredite und Zuschüsse zu Transportkosten bzw. für den Kauf eines Fahrrades sowie Schulprogramme und Gemeinschaftsprojekte im sozialen und ökologischen Bereich. Dank der Mitarbeit von erfahrenen Webern, deren Heimatort an der Ostküste des Landes früher als eines der Hauptwebzentren galt, der Eröffnung zweier Geschäfte in Kurunegala und in der Hauptstadt Colombo sowie der Unterstützung durch Fair-Handelsorganisationen ist die Zahl der ArbeiterInnen von 15 auf rund 700 gestiegen; infolge der Wirtschaftskrise bzw. schwindender Aufträge, können zur Zeit allerdings nur 430 HandwerkerInnen beschäftigt werden.
Das Produkt
Selyn hat sich auf die Herstellung von handgewebten und handgenähten Artikeln aus reiner Baumwolle, darunter hauptsächlich Kinderaccessoires und Spielsachen, spezialisiert. Das Garn, das aus Indien stammt, wird ebenfalls bei Selyn eingefärbt.
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Unterstützung von Entwicklungsperspektiven, insbesondere für Frauen
- Aufwertung der traditionellen Handweberei sowie Produktentwicklung
- Stärkung eines dem Fairen Handel verpflichteten Pilotbetriebs