Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/561

Anlagekapital,
im weitern, wesentlich privatwirtschaftlichen
Sinne die gesamte
Summe von Vermögensteilen, die ein Unternehmer
in seinem Geschäft anlegt oder, wie man zu sagen pflegt, «in
das Geschäft steckt», und von denen er einen entsprechenden Ertrag erwartet (s. Unternehmer).
Eine scharfe Abgrenzung dieses privatwirtschaftlichen von dem sonstigen Vermögen des Unternehmers ist übrigens oft nicht
möglich, da manche Anschaffungen, wie Wagen,
Pferde,
[* 2]
Gebäude nicht ausschließlich für geschäftliche Zwecke, sondern auch
für den privaten Gebrauch bestimmt sind. Im engern
Sinne ist
Anlagekapital gleichbedeutend mit stehendem
Kapital.
Man versteht darunter eine Summe von solchen Hilfsmitteln der Produktion, die im Gegensatz zu dem umlaufenden Kapital (s. Betriebskapital) nicht bei der Produktion unmittelbar verbraucht werden oder in das Produkt eingehen, sondern längere Zeit hindurch ihrem Zwecke gemäß gebraucht werden können und nur einer allmählichen Abnutzung unterworfen sind. Auch der Grund und Boden ist dem stehenden Kapital zuzurechnen, wenn man ihn auch zuweilen von dem aus menschlichen Produkten bestehenden Kapital zu unterscheiden Pflegt.
Das stehende Kapital ist nicht etwa dem unbeweglichen gleichzusetzen, denn zu dem erstern gehören z. B. auch die beweglichen Maschinen und Werkzeuge [* 3] des Fabrikanten sowie das Zug- und Zuchtvieh des Landwirts. Übrigens kann ein und derselbe Gegenstand unter verschiedenen Umständen einmal dem stehenden und das andere Mal dem umlaufenden Kapital angehören. Zu der letztern Gruppe gehört z. B. eine Maschine, [* 4] die noch auf dem Lager [* 5] des Fabrikanten oder Händlers zum Verkaufe aussteht; wird sie aber in einer Werkstatt wirklich in Betrieb gesetzt, so gehört sie zum stehenden Kapital.
Das letztere kann sowohl aus dem volkswirtschaftlichen wie aus dem privatwirtschaftlichen
Gesichtspunkte betrachtet werden;
im erstern Falle gehört die Gesamtheit der im
Lande vorhandenen für dauernden Gebrauch bestimmten Produktionsmittel
hierher, privatwirtschaftlich aufgefaßt aber schließt das
stehende Kapital nur diejenigen Hilfsmittel dieser Gattung ein,
die der wirtschaftende Einzelne bei seiner Produktionsthätigkeit und im Hinblick auf den Erwerb verwendet. Die allmähliche
Abnutzung des stehenden
Anlagekapital ist in dem Inventar der Privatwirtschaft durch
Abschreibung (s. d.) zu berücksichtigen, und zugleich
muß für eine angemessene Erneuerung desselben gesorgt werden. Der Preis der hergestellten Waren muß
auch diesen Ersatz als
Teil der Herstellungskosten
eindringen.