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Der Absturz eines Militärtransporters vom Typ Airbus A400M am Samstag in Spanien hat offenbar weniger Menschenleben gefordert, als zunächst befürchtet worden war. Vier Menschen starben, wie der Präfekt von Andalusien, Antonio Sanz, bekanntgab. Die Rettungsdienste bargen aus den Trümmern der Maschine in der Nähe des Flughafens von Sevilla ausserdem zwei schwer verletzte Überlebende.
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hatte zunächst von acht bis zehn Toten gesprochen. Die Opfer seien höchstwahrscheinlich alles spanische Mitarbeiter von Airbus, sagte Rajoy. Die Überlebenden wurden laut lokalen Medien schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Einer der Verletzten musste künstlich beatmet werden, so die Nachrichtenagentur Efe. Der andere Verletzte habe Knochenbrüche und Verbrennungen erlitten.
Pilot setzte Notruf ab
Der Absturz ereignete sich in der Nähe des Flughafens von Sevilla in Südspanien. Dort werden die Transportflugzeuge montiert und getestet, ehe sie an die Luftstreitkräfte diverser Staaten übergeben werden. Die Maschine sei zu einem Testflug gestartet, hiess es. Sie stürzte unmittelbar nach dem Start aus noch unbekannter Ursache ab und zerschellte am Boden. Der Pilot soll kurz vor dem Aufprall einen Notruf abgesetzt haben.
Der Flugbetrieb in Sevilla wurde für mehrere Stunden eingestellt, berichtete die Agentur Efe. Die Feuerwehr des Flughafens eilte zu der Unglücksstelle, über der eine dicke schwarze Rauchwolke stand.
Flugzeug für türkische Luftwaffe
Das Flugzeug war für das türkische Militär bestimmt. Dies teilte der Hersteller Airbus Defense & Space mit. Es hatte sich noch in der Testphase befunden und war noch nicht an die Streitkräfte des Landes ausgeliefert worden.
Der Hersteller bestätigte damit die Informationen, bei dem abgestürzten Flugzeug handle es sich nicht um eine der von der deutschen Bundeswehr bestellten Maschinen. Die Bundeswehr hatte die erste und bislang einzige A400M im vergangenen Dezember erhalten. Insgesamt hat Deutschland 53 Maschinen bestellt.
Für die Bundeswehr ein Sorgenkind
Der A400M zählt zu den Pannen-Projekten der Bundeswehr. Die Entwicklung der Militärmaschine hatte sich um Jahre verzögert. Ausserdem ist das Flugzeug teurer geworden als zunächst geplant. Ein Schutzsystem für Einsätze in gefährlichen Gebieten lässt noch auf sich warten.
Der Airbus A400M
Der Militärtransporter Airbus A400M «Grizzly» soll veraltete Transportmaschinen verschiedener Luftstreitkräfte ersetzen. Der Prototyp wurde 2009 erprobt. 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst. Der A400M kann über längere Strecken im Tiefflug und zum Absetzen von Lasten oder Fallschirmspringern eingesetzt werden.