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Wetlands International: Degradation von Feuchtgebieten in der Sahelzone zerstört Leben und treibt die Migration von Afrika nach Europa
Brüssel (ots/PRNewswire) - Wetlands International veröffentlichte einen Bericht mit dem Ziel, politischen Entscheidungsträgern die Beziehung zwischen der Gesundheit von Ökosystemen in Feuchtgebieten und der unfreiwilligen Migration von Menschen aus der afrikanischen Sahelzone zu verdeutlichen. Die Veröffentlichung mit dem Titel "Water Shocks: Wetlands and Human Migration in the Sahel" (Schlag ins Wasser: Feuchtgebiete und die Migration von Menschen in der Sahelzone) untersucht, wie unzulängliche Wasserwirtschaft zur Zerstörung von Ökosystemen führt, und wie diese eine häufig übersehene Ursache für die Abwanderung von Menschen, inklusive nach Europa, darstellt.
Konflikte und Flucht sind im Sahel an der Tagesordnung. So hat zum Beispiel Boko Haram seit Mitte 2013 mehr als 2,3 Millionen Menschen von den Ufern des Tschadsees vertrieben, darunter 1,3 Millionen Kinder. Das Tschadbecken hat aufgrund der Wasserentnahme für Bewässerungsprojekte 95 % seiner Oberfläche verloren, und Jugendliche aus dieser Region schließen sich aufgrund mangelnder Perspektiven zunehmend bewaffneten Gruppen an.
"Menschenrechtsorganisationen müssen ihre Arbeit mit Umweltschutz- und Entwicklungsgruppen koordinieren, um nachhaltige Lösungen zu finden. Wir müssen die komplexen und vielfältigen Gründe für unfreiwillige Migration, soziale Konflikte und Armut, die möglicherweise ihre Wurzeln in der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen haben, besser verstehen", folgert Juriaan Lahr, Leiter internationale Hilfeleistung, niederländisches Rotes Kreuz.
Die Europäische Union hält ein fünfjähriges 80-Millionen-Euro-Finanzierungspaket für die Unterstützung des Katastrophen-Risikomanagements in Subsahara-Afrika bereit. Die Europäische Union und der afrikanische Kontinent planen, ihre Energieeffizienz sowie die Nutzung erneuerbarer Energien bis 2020 durch den Bau von Wasserkraftwerken mit einer Kapazität von 10.000 MW zu erhöhen.
Laut der UN leiden 20 Millionen Menschen in der Sahelzone unter Ernährungsunsicherheit, in erster Linie aufgrund von Wassermangel. Wenn bei Entwicklungsplänen für Wasserkraftwerke und Bewässerungsprojekte nicht die Ökosysteme im Mittelpunkt der nationalen und regionalen Entwicklungsstrategien stehen, werden die europäischen und andere Länder ihre Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen.
"Die Förderung einer inklusiven und nachhaltigen Entwicklung in der Sahelzone ist eine dringende, globale Priorität. Diese lässt sich jedoch nur erreichen, wenn die traditionellen Entwicklungsparadigmen und harten Infrastruktur-Schemata, die die natürliche Hydrologie der Region durcheinanderbringen, aufgegeben werden. Die Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Ressourcen ist wesentlich, um Wasser- und Lebensmittelproduktivität zu erhöhen, und um Strategien für die Erhaltung von Lebensgrundlagen angesichts des Klimawandels zu liefern. In diesem Kontext sind Feuchtgebiete wie Flussauen und Seen überproportional wichtig - insbesondere für die Randgruppen in der Region," sagt Jane Madgwick, CEO von Wetlands International.
Bericht: http://www.wetlands.org/watershocks.
Kontakt:
Mira Bai Simon
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