Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03271.jsonl.gz/2943

Michail Gorbatschow wird in Russland ganz anders beurteilt als im Westen. Er war von März 1985 bis August 1991 Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und von März 1990 bis Dezember 1991 Staatspräsident der Sowjetunion. Er ist für seine Politik der Glasnost (Offenheit) und der Perestroika (Umbau) bekannt.
Im Westen wird Gorbatschow hoch geschätzt, weil er die Sowjetunion als „Feind“ verschwinden lies, den Kalten Krieg beendete, massgeblich am Gelingen der deutschen Einheit beteiligt war und den Abzug der sowjetischen Besatzungstruppe aus Ostdeutschland eingeleitet hat. Deswegen ist er ein Held für den Westen, der über die Sowjetunion mit seiner Hilfe siegte und triumphierte.
In Russland ist andererseits Gorbatschows Ruf sehr schlecht, weil er nach verbreiteter Meinung den Zusammenbruch der Sowjetunion und die darauf folgende Phase wirtschaftliches und politisches Chaos verursacht hat. Ihm wird vorgeworfen, Land und Volk verraten zu haben. Für viele Russen hat er das Land absichtlich in den Abgrund geführt. Er hat den Ausverkauf Russlands eingeleitet, den sein Nachfolger Boris Jelzin konsequent fortsetzte.