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Actionfilm. Indien. Hindi
Alternativer Titel -
Regie T.L.V. Prasad
Produktion K.C. Bokadia
Songs Dilip Sen, Samir Sen
Kamera Navkant
Darsteller Mithun Chakraborty, Manik Bedi, Shilpa Shirodkar, Mohnish Bahl,
Saddiya Siddiqui, Dipti Bhatnagar, Satyen Kappu, Johnny Lever, Hemant Birje
Länge 138 Min.
Kinostart 15.5.1998
Box office classification Flop
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 16
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.||.|
© Text Marco,
molodezhnaja 1.5.07
© Bilder Eagle, Screenshots molodezhnaja
STORY
Der Gefängnisdirektor Siddhanth Kumar Sharma (Mithun Chakraborty) wird von seinen Gefangenen furchtvoll Hitler genannt und hat noch jeden Ausbrecher wieder zurück geholt - tot oder lebendig. Doch während er bei der Arbeit respektiert wird, sieht es daheim anders aus: Seine Schwestern stellen das Haus auf den Kopf, wenn er nicht daheim ist, seine Frau, die Juristin Sheila (Shilpa Shirodkar), toleriert die Eskapaden der Familienmitglieder und Siddhants Bruder Amar lebt gar als arbeitsloser Herumtreiber. Was Siddharth nicht weiss: Amar mag ein Rebell sein, aber er hat grossen Respekt für seinen Bruder, was ihn auch immer wieder in Streitereien verwickelt. Als der reiche Daulatram (Satyen Kappu) Siddhanth beleidigt und die Beziehung zwischen Amar und seiner Tochter Priya (Saddiya Siddiqui) verbietet, stattet ihm Amar einen Besuch ab, bei dem er ihm die Leviten liest. Dies nutzen Siddhanths Feinde aus, indem sie daraufhin Daulatram töten und Amar als Täter hinstellen. Dem wackeren Gefängnisdirektor bleibt nichts anderes übrig, als den eigenen Bruder einzusperren.
REVIEW
Ich habe in der Kritik von Stalin gewitzelt, als nächstes würde in Indien wohl ein Film über einen Helden namens Hitler gedreht. Dabei hätte ich wissen sollen, dass dies längst passiert ist, wie ich im Forum freundlich aufgeklärt worden bin. Das Machwerk stammt aus dem Jahr 1998 und zeigt Mithun Chakraborty als harten, aber gerechten Gefängnisdirektor, der von den Häftlingen Hitler genannt wird. Der Übername kam von den Knastis, also schwingt auch Aversion mit - doch es bleibt trotzdem der Eindruck, hier werde ein Held porträtiert, der hart, brutal, aber doch gerecht ist. Wie, ähm, Hitler? Das passt zum Bild des Diktators, das oft auch in Bollywood-Filmen zum Zug kommt: Der unter dem Banner der zwecksentfremdeten Swastika kämpfende arische Mitstreiter im Krieg gegen die verhassten Engländer scheint auf dem Subkontinent nicht halb so stigmatisiert zu sein wie bei uns und dient bestenfalls mal als filmische Witzfigur oder eben als Bild für einen ganz ganz harten oder bösen Mann.
Dem Regisseur ist denn auch nicht viel mehr Intelligenz zuzutrauen: Es ist T.L.V. Prasad, Macher von viel Actionstuss in den 80ern und 90ern, der im neuen Jahrtausend auf billigen Erotik-Trash wie den Schmuddelsex-Kinderfilm Mazaa Mazaa umstieg. Einer seiner letzten Flops hiess Naughty Boy. Man kann sich richtig gut vorstellen, wie er ein Sequel namens "Naughty Adolf" ins Auge fasst. Dem Kerl ist alles zuzutrauen. Aber mal zurück zu "Hitler": Der absurde Titel ist eigentlich das Interessanteste an dem Schmarrn. Der Rest ist Actiongülle aus vorsintflutlicher Zeit, dem man das Ursprungsjahr 1998 zu keiner Sekunde ansieht. Ausser vielleicht, weil Johnny Lever dabei ist und die Zuschauer mal wieder in Grund und Boden nervt - doch sonst könnte der Reisser auch genauso gut 1985 entstanden sein. Das gilt für den abgestandenen Look ebenso wie für die scheussliche Musik.
Im Zentrum steht unser harter, aber gerechter Hitler alias Mithun Charkaborty. Ich darf mich hier dann mal outen als jemand, bei dem Mithun meistens spontanen Hautausschlag hervorruft. Ich weiss, er hat ein paar Filmfare-Awards im Sack und drehte mal gute Filme, doch ich kann mit ihm schlicht nichts anfangen. Sobald ich ihn sehe, reagiert meine Galle und zwingt mich, dem Film automatisch 20% mehr Trash-Gehalt und 10% Qualitätsabfall zuzuordnen. Das gilt umso stärker für den Mithun nach seiner Blütephase - und die war 1998 längst vorbei. Er sieht gelangweilt und abgewrackt aus, als Actionheld völlig unglaubwürdig. Wenn sie ihm wenigstens ein Hitler-Schnurrbart verpasst hätten, man würde mit heruntergefallenem Unterkiefer zuschauen. Aber so? Der Kerl lässt kalt, sein Geschrei lässt kalt, seine Mission lässt kalt.
Doch Mithun schultert das Missraten des Films keinesfalls alleine: Seine leblosen Co-Stars von Kajol-Cousin Mohnish Bahl bis Mr. Ich-bin-mir-für-nichts-zu-schade Lever sind öde, die Actionszenen werden ohne Kraft und Eleganz abgespult, die Musik der Sen-Brüder klaut allerorts und überzeugt trotzdem nicht, die Story ist ein lahmes Gut-gegen-Böse-Szenario aus der Mottenkiste und das technische Level des Films überschreitet nie jenes einer Heimproduktion von Onkel Gustav an seinem Windows-98-Schnittprogramm. "Billig" ist das Wort, das man einfach nicht aus dem Kopf bekommt.
Vielleicht war das alles also doch ein Coup von T.L.V. Prasad: Er wollte den Mythos Hitler zertrümmern, indem er seinen Film billig, unappetitlich, langweilig und sturzdumm machte - wie Hitler. In dem Fall habe ich den werten Herrn Regisseur natürlich missverstanden und lobe seinen Sinn für Doppelbödigkeit und Satire. Aber ich bleibe wohl doch beim Standpunkt, dass hier ein erloschener Star für einen talentfreien Regisseur die Fäuste schwingt und das Resultat ein Actiondebakel darstellt, an dem das einzig Aufregende halt eben doch der unpassend gewählte Titel ist.
MEINE DVD
Eagle (IND), Code 0, NTSC
Bild: Letterboxed Widescreen
Ton: Hindi 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * (Viele Artefakte, schlechter Kontrast, unscharfes und mattes Bild).
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