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Der Sozialdemokratischen Partei (SP) des Kantons Freiburg ist die Entwicklung rund um die zukünftige Ausrichtung des Freiburger Spitals zu schnell gegangen. An einer Pressekonferenz kritisierten Fraktionschef Pierre Mauron und Vize-Präsident Raoul Girard (beide Bulle), dass die angekündigten kurz- und längerfristigen Massnahmen nicht auf erwiesenen Fakten basierten. «Wir wissen immer noch nicht, ob und wie gross das Defizit für dieses Jahr sein wird», meinte Mauron. Und Girard ergänzte: «Es gibt keinen Beweis, dass ein Akutstandort billiger sein sollte als zwei.»
Die SP verlangt deshalb in einem «Strategische Vision» benannten Dossier eine unabhängige Studie, die keine Massnahmen vorwegnimmt. Die Kantonalpartei beruft sich auf zwei nationale Studien, gemäss denen die Schweizer Spitaldichte zwischen 0,6 und 0,8 pro 100 000 Einwohner betragen sollte.
Auf den Kanton Freiburg bezogen und hochgerechnet bräuchte es deshalb gemäss SP zwischen 1,9 und drei Akutspitäler. «Die SP verteidigt deshalb die Vision von mindestens zwei Akutstandorten in Riaz und in Freiburg», so Mauron. Die Konzentration nur auf einen Standort sei heute keine Notwendigkeit, um ein qualitativ hochklassiges Angebot für die ganze Freiburger Bevölkerung sicherzustellen.
Auch erachtet es die SP als gerechtfertigt, dass beide Sprachgruppen eine medizinische Versorgung in ihrer Sprache vorfinden. Für Mauron und Girard bedeutet dies nicht automatisch, dass der Akutstandort Tafers erhalten werden sollte. Sie könnten sich eine deutschsprachige Abteilung im Kantonsspital vorstellen.
Kommt es zur Motion?
«Falls der Verwaltungsrat des Freiburger Spitals auf seiner Linie weiterfährt, erwägt die SP das Einreichen einer Motion, welche dem Staatsrat die Kompetenz vom Verwaltungsrat zurückgibt, Spitälern ihre Aufgaben zuzuteilen.» Gemäss Mauron wird die SP-Grossratsfraktion das Thema diskutieren und entscheiden, ob sie eine solche Motion einreicht, und ob dies allenfalls schon bei der Session nächste Woche der Fall sein wird.
Während die SP in ihrem Positionspapier den Verwaltungsrat hart kritisiert und ihm etwa «Unfähigkeit in der Bestimmung des Schicksals unseres Spitals» vorwirft, nimmt er die eigene Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre davon explizit aus. Zusammen mit zwei anderen SP-Vertretern sei sie im Verwaltungsrat in der Minderheit und an die Kollegialität gebunden.