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Papaver somniferum
Papaveraceae
Weitere Namen
Schlafmohn, Gartenmohn, Ölmohn
Droge
Capsula – Kapsel
Beschreibung
Die einjährige Pflanze besitzt eine Pfahlwurzel mit aufrechtem, blaugrauem, rundem, bis 175 cm hohen Stengel. Die grau-bläulichen Blätter sind länglich-eiförmig mit gesägtem Rand und unregelmässiger Lappung. Am Ende des Stiels sitzt eine einzige Blüte mit vier Kronblättern, von weiss über rosa und dunkelrot bis schwarz gefärbt. Der herausragende Stempel sieht der Fruchtkapsel (0 bis 6cm) ähnlich. Eine Kapsel trägt bis zu 2000 kleine, beige bis schwarze Samen. Vor der Trocknung enthält sie den weissen Milchsaft, im getrockneten Zustand Opium genannt.
Vorkommen
Die Kulturpflanze hat sich in alle Teile der Welt verbreitet. In der Schweiz verwildert. Grosse Anbaugebiete – entweder für die pharmazeutische Industrie oder die illegale Heroinproduktion – liegen im goldenen Dreieck, in Nordthailand. Zentralasien, Türkei, Mexiko, Tasmanien und Österreich.
Garten
Vermehrung nach Kapselöffnung durch die Samen. Mohn gedeiht gut auf nährstoffreichen Böden mit viel Humus. Blütezeit zwischen Juni und Juli. Zur Gewinnung des bitteren Milchsafts (Opium) werden die unreifen Fruchtkapseln angeritzt.
Zubereitung
Der Schlafmohn darf zu medizinischen Zwecken nicht gehandelt werden. Opium unterliegt weltweit dem Betäubungsmittelgesetz und darf nur mit Spezialrezepten verschrieben werden. Der eigenwillige Gebrauch dieser Pflanze macht süchtig und ist strafbar.
Wirkstoffe
Latex (=weisser Milchsaft): qpiumalkaloide: 2-23% Morphin, 0.1-2% Papaverin, 0.1-4% Codein, 1-11% Narcotin und 0.1-4% Thebain, Samen: fette Öle, Kalzium, Aminosäuren und Proteine
Wirkung und Anwendung
Pharmazeutisch werden aus Opium die Alkaloide Morphin zur Schmerzstillung, als Narkotikum, als starkes Schlafmittel und gegen Durchfall eingesetzt. Codein ist das am besten bekannte Hustenmittel bei Reizhusten und Papaverin wirkt krampflösend. Opiumtinktur ist das stärkste Mittel gegen Durchfall.
Phytopharmaka
Die speziell verschreibungspflichtigen Fertigpräparate (Opiate) sind heute vor allem in der Krebstherapie zur Linderung der Schmerzen nicht mehr wegzudenken.
Geschichte/Volksmedizin
„Opium löst die Seele aus der Verflechtung mit den Dingen des Alltags und der Aussenwelt. Opium macht still und sanft. Es inspiriert und beflügelt die Phantasie, auch die erotische, steigert die Sensibilität und das Zärtlichkeitsempfinden, während gleichzeitig Bewegungsdrang, Betätigungstrieb, Mitteilungsbedürfnis, Ehrgeiz, sexuelle Potenz, Affekte und Aggressivität ganz allgemein verringert werden.“ (Gelbke).
Goethe nannte es den „Inbegriff aller Schlummersäfte“. Dichter des 19. Jahrhunderts machten das Opium berühmt. Die getrockneten Blätter wurden in Mischungen geraucht, das braun getrocknete Opium in Salben verpackt (Hexensalben) oder mit Wein und anderen Kräutern zu Getränken verarbeitet. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts nahm der Gebrauch von Opium gesellschaftliche Formen an, die als Bedrohung erschienen, weshalb es weltweit verboten wurde. Heute wird Heroin illegal aus dem Opium hergestellt.
Die Heimat des Schlafmohns liegt nicht wie fälschlicherweise angenommen wird in Asien, sondern in Mittel- und Südeuropa. In Pfahlbauerzeiten wurde der Mohn als Nutz- und Rauschpflanze in der Schweiz genutzt. Die früheste Erwähnung findet sich auf einer sumerischen Schreibtafel ca. 3000 v. Chr.
1805 wurde aus dem Opium das Morphin isoliert, was die Pharmazie- und Medizingeschichte revolutionierte, weil erstmals ein reiner Wirkstoff vorlag. Erst seit damals sind aber auch die ersten Suchtwirkungen beschrieben worden.
Weitere Links
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Literatur
15, 20