Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/213434

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Tierschutzverordnung dahingehend anzupassen, dass die routinemässig praktizierte Tötung männlicher Küken in der Legehennenzucht unterbunden wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Schweizer Tierschutzgesetzgebung schützt die Würde und das Wohlergehen der Tiere. Das Töten von Tieren ist nicht verboten. Es gelten dafür aber strenge Bedingungen, so ist das Schreddern seit 1. Januar 2020 verboten.</p><p>Männliche Küken der Legehennenrassen werden heute unmittelbar nach dem Schlupf getötet, da ihre Aufzucht als Mastpoulets nicht rentabel ist. Grund ist, dass sie sich viel langsamer entwickeln und durchschnittlich doppelt so viel Futter benötigen wie Küken aus Mastpouletrassen.</p><p>Da die Aufzucht als Mastpoulets wirtschaftlich nicht rentabel ist, müssten die meisten Brütereien für Küken von Legehennenrassen in der Schweiz schliessen, wenn die männlichen Küken nicht mehr getötet werden dürften. Die Brütereien würden ins Ausland verlegt mit den damit verbundenen Konsequenzen. Alle Eier würden bis zum Schlupf, dem Moment der Geschlechtsbestimmung des Kükens, im Ausland ausgebrütet. Die weiblichen Eintagsküken würden sodann - mittels langer Transporte - in die Schweiz zurückgeführt, und in Geflügelställen zu Legehennen für die Produktion inländischer Eier aufgezüchtet. Die im Ausland zurückgebliebenen männlichen Küken würden auch dort getötet, und dies möglicherweise unter weniger guten Bedingungen als in der Schweiz.</p><p>Es bestehen schon heute alternative Methoden, um das Geschlecht der Küken bereits im Ei zu bestimmen und die "männlichen" Eier kurz nach der Befruchtung zu vernichten. Eine solche Methode wird in Deutschland schon eingesetzt, ist jedoch noch nicht reif für eine breite Kommerzialisierung. Derzeit wird aber viel Geld investiert, um solche Methoden zur Geschlechtsbestimmung zu kommerzialisieren. Sie dürften mittelfristig einsatzbereit sein. Die grossen Brütereien in der Schweiz haben sich schon bereit erklärt, diese neuen Technologien zu gegebener Zeit anzuwenden.</p><p>Es erscheint sinnvoll, das heutige System beizubehalten, das eine Tötung der Küken nach Schweizer Tierschutzrecht gewährleistet, bis die Geschlechtsbestimmung im Ei breit und zuverlässig einsetzbar ist.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.