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Es ist wieder so weit, am 10. Mai ist Muttertag. Dies haben wir zum Anlass genommen, die Bräuche anderer Länder genauer unter die Lupe zu nehmen und diese in eine hübsche Infografik für Sie zu packen. Es geht um Bestechung, Regen, Musik und rote Nelken.
Wann ist Muttertag und wo liegt sein Ursprung?
Der Ursprung des Muttertags liegt in den USA des frühen 20. Jahrhunderts. Damals berief Anna Marie Jarvis in der Kleinstadt Grafton in West Virginia am zweiten Sonntag nach dem Tod ihrer Mutter ein „Memorial Mothers Day Meeting“ ein, bei dem allen verstorbenen Müttern eine Andacht gewidmet wurde. In der Folge entwickelte sich in den USA eine Bewegung, bei der es damals vielmehr um den öffentlichen Aktivismus von Müttern ging als ihre Hingabe zur Familie. 1913 erklärte der amerikanische Kongress den zweiten Sonntag im Mai zum Muttertag.
Die Schweiz führt als erstes nicht-angelsächsisch geprägtes Land den Muttertag ein
Als eines der ersten Länder in Europa wurde auch in der Schweiz der Ruf nach der Einführung des Muttertags laut. Angetrieben sowohl von der Unions Chrétiennes de Jeunes Gens de la Suisse romande sowie von der Heilsarmee wurden nach und nach immer mehr Anhänger für die Idee gefunden. Durch die mediale Verbreitung über das Radio und Flugblätter wurde schliesslich auch die breite Öffentlichkeit von der Einführung überzeugt, die 1930 endlich offiziell wurde.
Muttertag weltweit
Heute wird fast überall auf der Welt Muttertag gefeiert. In einigen Ländern geht es dabei besonders kurios zu und haben sich spezielle Bräuche etabliert:
In Serbien „überfallen“ Kinder die Mutter
In Serbien scheint der Nachwuchs nicht ganz verstanden zu haben, dass es beim Muttertag eigentlich darum gehen sollte, die Mutter zu ehren und zu beschenken und nicht sich selbst. Dort ist es nämlich üblich, dass die Kleinen sich heimlich ins Schlafzimmer der Eltern schleichen und ihre Mutter an den Füssen fesseln, nur um dann Süssigkeiten von ihr zu ergattern, um sie wieder freizulassen.
Äthiopien – Muttertag mit den ersten Regentropfen
In Äthiopien wird der Muttertag nicht an einem festen Datum gefeiert. Dort müssen sich die Mütter gedulden, bis der erste, oft lang ersehnte Regen fällt. Dies geschieht meistens erst im Oktober oder November. Dann versammelt sich die ganze Familie im Haus und feiert gleich für mehrere Tage. Die Mütter gönnen sich zu diesem besonderen Ereignis eine pflegende Gesichtsbehandlung mit einer Creme aus Butter.
In Indonesien dient der Muttertag der Emanzipation
In Indonesien ist der Muttertag seit seiner Einführung 1959 stark politisch geprägt. Durch ihn soll vor allem die Emanzipation der Frau vorangetrieben werden. Darum gibt es neben Geschenken für die Muttis auch gleich staatlich geförderte Seminare, die die Frauen zur Ausübung eines Berufs ermutigen sollen.
Mexiko – Muttertag mit Musik
Die Mexikaner begehen den Muttertag sehr musikalisch. So ist es üblich, dass die ganze Familie der Frau des Hauses ein Ständchen hält oder gleich eine ganze Mariachi-Band engagiert wird. Es wird getanzt und gelacht.
In Japan sagen Bilder mehr als tausend Worte
Auch wenn das traditionelle Muttertagsgeschenk rote Nelken sind, lassen sich die Japaner immer wieder etwas Neues einfallen, um ihre Mütter zu ehren. Eine ganz besondere Idee war ein Zeichenwettbewerb, bei denen die Sprösslinge ihre Mütter illustrieren sollten. Anschliessend wurden die schönsten Bilder ausgezeichnet und landesweit ausgestellt.
Elterntag in Südkorea und Albanien
In Südkorea wird am 8. Mai anstatt des Muttertages der Elterntag gefeiert. Anstatt mit Geschenken werden die Eltern von den Kindern an diesem besonderen Tag mit noch grösserem Respekt als normalerweise bedacht. Auch in Albanien ist es eher ein Elterntag als ein reiner Feiertag für die Mama: Auch der Papa kommt an diesem Tag in den Genuss von den kleinen Lieblingen beschenkt zu werden.
Bild: coloures-pic/fotolia.com