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Eigentlich hiess Beny Moré Bartalomé Moré, geb. am 24. August 1919 in Santa Isabel de la Lajas, gest. am 9. Februar 1963 in Havanna.
Moré wuchs als ältestes von 18 Kindern in Santa Isabel de las Lajas in der früheren Provinz Las Villas auf. Bereits mit 6 Jahren lernte Moré Gitarre spielen, seit seinem 20. Lebensjahr trat er regelmässig in Bars und Café in Havanna auf. Während dieser Zeit benutzte Moré noch seinen eigenen Namen.
Moré war ein Musiker und Sänger, welcher insbesondere Sonmontuno, Mambo und Bolero interpretierte.
Während einer seiner Auftritte lernte Moré das Trio Matamoros kennen, dessen Sänger er später wurde. Im Jahre 1945 ging Moré mit dem Conjunto Matamoros nach Mexiko, wo er dann im Laufe der Zeit als einziges Bandmitglied blieb. Dort nahm er dann auch seinen Künstlernamen Beny Moré an.
In Mexiko Stadt freundete er sich mit dem Pianisten Perez Prado an, zusammen traten sie auch öfter auf.
Ende 1950 kehrte Beny Moré wieder zurück nach Kuba, dort schloss er sich 1952 dem Orchester „Orquesta Aragon“ an. Mit der Band „Banda Gigante“ gründete Moré ein Ensemble von bis zu 40 Musikern, denen er ihre Stimme vorsang, weil Moré keine Noten aufschreiben konnte. In den Jahren 1956 und 1957 spielten sie in einigen lateinamerikanischen Ländern.
Nach derKubanischen Revolutionblieb Moré auf Kuba und verstarb im Alter von nur 43 Jahren an einer schweren Krankheit. Laut Schätzungen zufolge nahmen über 100‘000 Fans an seinem Begräbnis teil.
Jedes Jahr im September findet zu seinem Gedenken auf Kuba ein Festival statt, welches zu seinen Ehren seinen Namen trägt. Auf der Hauptstrasse in Cienfuegos erinnert eine lebensgrosse Bronze-Statue an den grossen Musiker und Künstler Beny Moré.
Ibrahim Ferrer Planas, geb. am 20.Februar 1927 in San Luis bei Santiago de Cuba, gest. am 6. August 2005 in Havanna. Ferrer war ein kubanischerMusiker, der vor allem als Sänger bekannt war. In seiner Heimat werde er auch “Superabuelo „ (=Super- Opa) genannt.
Am 20. Februar wurde Ferrer bei Santiago de Cuba in einem Nachtclub als uneheliches Kind geboren. Seine Mutter hiess Aurelia Ferrer und starb, als Ibrahim Ferrer 12 Jahre alt war. Zu diesem Zeitpunkt war sein Vater ebenfalls tot, so wuchs er als Waise und ohne Geschwister auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt musste er als Zeitungsverkäufer oder Schuhputzer seinen Unterhalt verdienen, nebenbei verdiente er auch sein Geld als Strassenmusiker. Bereits ein Jahr danach gründete er zusammen mit seinem Cousin die Formation „Jovenes de Son“.
In den folgenden Jahren spielte Ferrer in vielen verschiedenen Gruppen, dadurch wurde er schnell in ganz Kuba bekannt. Ab 1953 spielte Ferrer in Pacho Alosnsos Orchester und zog mit diesem 1953 nach Havanna. Im Jahre 1991 beendete Ferrer zunächst mal seine musikalische Karriere.
Erst im Jahr 1996, als Ry Cooder Ferrer und andere kubanische Musiker wie Compay Segundo und Rubén Gonzales bat, mit ihm eine Platte aufzunehmen, kehrte er wieder zur Musik zurück. So soll Juan de Marcos plötzlich vor seiner Tür gestanden haben und, so dreckig er vom Schuhputzen war, ins Studio nahm wo Rubéns Gonzales auf dem Klavier den Song „Candela“ spielte, genau dieser Song, welcher Ferrer auf Kuba populär gemacht hatte. Ferrer begann dazu zu singen, Ry Cooder hatte Ferrer gebeten, diesen Song aufnehmen zu dürfen.
Ry Cooder war es, welcher das berühmte Album „Buena Vista Social Club“ 1997 aufgenommen hatte, welches dann 1998 mit dem Grammy ausgezeichnet wurde. Der ganz grosse Durchbruch gelang dann mit dem Dokumentarfilm Buena Vista Social Club von Wim Wenders im Jahre 1999 über die Musiker und deren Erfolge. Weitere Grammys folgten, so u.a. für sein Album „Buenos Hermanos“ in der Kategorie „Best Traditional Tropical Latin Album“, in Jahr 2000 folgte dann der Latino Grammy in der Kategorie „Bester Nachwuchskünstler“.
Doch Ferrer verstarb kurz nach seiner Rückkehr aus Europa am 6. August 2005 in einer Klinik in Havanna. Beerdigt wurde Ferrer 2 Tage später auf dem Friedhof „Cementerio Cristobal Colon“.
Am 1. Dezember 2010 gab „Buena Vista Social Club“ unter Führung von Ry Cooder zu Ehren von Ibrahim Ferrer ein Gedenkkonzert . Rund 1‘500 Gäste waren dazu eingeladen worden, diese sahen zum letzten Mal „Buena Vista Social Club“
Compay Segundo heisst eigentlich Maximo Francisco Repilado Munoz, geb. 18.November 1907 in Siboney bei Santiago de Cuba, gest. 14.Juli 2003 inHavannawar ein kubanischer Musiker.
Schon als Junge lernte Segundo Bongos, Klarinette und Gitarre spielen. Im Jahre 1934 wurde er von Nico Saquito engagiert und trat danach in Havanna auf. 1948 gründete er zusammen mit Lorenzo Hierrezueo das Duo Los Compadres, dadurch wurden sie innert wenigen Jahren berühmt, allerdings zunächst auf Kuba beschränkt. Während der Zusammenarbeit mit Hierrezuelo bekam er seinen Künstlername Compay (vom Spanischen compadre) Segundo (Zweiter), weile er im Duo die 2. Stimmen gesungen hatte.
Im Jahre 1955 trennte sich CompaySegundo im Streit von Hierrezuelo, danach arbeitete Segundo bei einem Zigarrenhersteller und kehrt so der Musik vorerst den Rücken. Dann im Jahre 1970 widmete er sich wieder der Musik und begann er erneut auf seiner erfundenen 7-saitigen Gitarre, dem Armonico zu spielen. 1989 reiste er in die USA und stellte dabei sein neues Lied Chan Chan vor. Dabei wurde eine Plattenfirma auf Compay Segundo aufmerksam und nahm in dann später unter Vertrag.
Dann im Jahre 1997 kam der grosse Durchbruch zum weltweiten Star durch die von Ry Cooder ins Leben gerufene Aufnahme der CD Buena Vista Social Club. 1998 drehte Wim Wenders den gleichnamigen Film, in dessen Compay Segundo als Partner von Ry Cooder zum Hauptdarsteller empor stieg. Die Erfolge waren gross im hohen Alter von 90 Jahren wurde Segundo zum Star. In der Aufnahme von Chan Chan spielte Segundo auch die Congas.
Am 14. Juli 2003 starb Compay Segundo in Havanna, beigesetzt wurde Segundo auf dem Friedhof Cementerio Santa Ifigenia in Santiago de Cuba.
Buena Vista Social Club, die berühmteste Gruppe von Musiker in Kuba und weltweit
Buena Vista Social Club (ursprünglich Social Club de Buenavista) ist die Bezeichnung eines Danzon von Israel Lopez, welcher 1996 von Ry Cooder u.A. bei einem Projekt mit kubanischenMusikern aufgenommen wurde. Der Name wurde für das ganze Projekt verwendet, es diente letztlich nicht nur als Titel der CD sondern bezeichnete als Marke des Labels World Circuit eine ganze Reihe von Tonträgern und Tourneen sowie einen Film und auch für weitere Produktionen. 1996 reiste Ry Cooder wegen eines Projektes mit afrikanischen Musikern nach Kuba, doch dieses kam nicht zustande.
Das Titelstück für die CD Buena Vista Social Club ist benannt nach einem Veranstaltungsort – dem Social Club in Buena Vista, einem Stadtteil von Havanna, welcher in den 1940er und 1950er Jahren sehr populär war.
Das Projekt Buena Vista Social Club war sehr erfolgreich, insbesondere in der westlichen Welt wurden von der CD weit mehr verkauft als von vielen erwartet wurde. So erstaunt es nicht, dass es Pläne für ein Nachfolgeprojekt gab.
1998 reiste Ry Cooder erneut nach Kuba, da er ein Solo-Album mit Ibrahim Ferrer einspielen wollte. Während den Dreharbeiten entstanden Aufnahmen und auf Konzerten, welche dem Dokumentarfilm schlussendlich den Namen gab.
Pianist Rubén Gonzales, Legende der Kubanischen Musik
Rubén Gonzales, geb. am 26.Mai 1919 in Santa Clara, gest. am 8.Dezember 2003 in Havanna war ein der ganz grossen kubanischen Pianisten.
Er galt als bedeutendster Pianist des kubanischen Musikstils Son und als eigentliche Legende der kubanischen Musik.
Ausgebildet wurde Rubén Gonzales im Konservatorium in Santa Clara, daneben begann er Medizin zu studieren. Wegen Geldproblemen musste er sein Studium abbrechen, dafür widmete er sich wieder ganz der Pianisten-Laufbahn, diesmal aber nicht im klassischen Fach sondern mit traditioneller kubanischer Folklore. 1943 spielte er zusammen mit Arsenio Rodriguez seine erste Schallplatte ein. Schon bald wurde über die Grenzen Kubas bekannt, schliesslich dann in ganz Lateinamerika.
In den 1980er Jahren war seine Karriere eigentlich schon beendet, gelang ihm zusammen mit dem von Ry Cooder produzierten Album Buena Vista Social Club und dem gleichnamigen Film ein Comback, das ihn in Europa und in den USA bekannt machte. Zusammen mit Ry Cooder, Compay Segundo, Ibrahim Ferrer, Eliades Ochoa und Omara Portuondo trat Rubén Gonzales noch einige Male weltweit auf.
Sein letztes Konzert gab er 2002 in Mexiko und Kuba. Schon bald zwangen ihn schwere Krankheiten zum endgültigen Ende seiner Pianisten-Laufbahn. Nach langen und schweren Leiden verstarb Rubén Gonzales am 8. Dezember in Havanna.
Carlos Puebla, geb. am 11 September 1917 in Manzanillo, Kuba, gest. am 12.Juli 1989 in Havanna war ein kubanischer Sänger und Songschreiber.
In fast allen seiner klassischen Gitarrenlieder mit politischen Texten erzählte Carlos Puebla vom Leben der Menschen auf Kuba.
Im Jahre 1953 gründete er die bekannte Gruppe Los Tradicionales (= „Die Traditionellen“), jene Gruppe, mit der er grosse Bekanntheit erlangte. Sein mit Abstand erfolgreichstes Lied aus dem Jahr 1965 ist „Hasta siempre commandante“, ein Tribute für Che, einer der berühmten Revolutionäre auf Kuba. Dieser Song wurde in vielen Sprachen übersetzt, so auch auf Deutsch von Wolf Biermann. Dadurch wurde Carlos Puebla auch auf der Weltbühne bekannt.
Carlos Puebla gehörte einerseits zur Tradition der Trova Cubana, andererseits legten seine Lieder auch die Grundsteine für die Nueva Trova, welche er als „Lied vom neuen Leben, über schöpferische Arbeit, Lied der Hoffnung“ bezeichnete.