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Hergestellt von Trio-Kenwood.
Drei Jahre nach Einführung des ersten mit digitaler Frequenzanzeige ausgestatteten Kurzwellenempfängers R-1000 brachte die Firma Trio - Kenwood zwei Nachfolgegeräte auf den Markt, den luxuriöser ausgestatteten R-2000 und den einfacheren R-600, wobei im Gegensatz zu vielen anderen Allwellenempfängern bei der einfacheren Variante an vielem gespart wurde, was das Empfangsverhalten unbeeinflusst lässt, und hochwertige Technik eingesetzt wurde, wo sie für ein gutes Empfangsergebnis notwendig ist. Im Klartext: die Dreifachsuperschaltung und die ZF-Filter sind gut, unnötiger Schnickschnack (wie programmiere ich nur schon wieder den Einschlaftimer..) wurde weggelassen. Was blieb, ist ein alltags-DX-tauglicher kompakter R-600.
Der Kenwood R-600 ist ein PLL-gesteuerter SSB-tauglicher Dreifachsuper-Empfänger der nur die Frequenzen unter 30 MHz abdeckt. Er kann an unterschiedlichen Netzspannungen oder auch an 13 V Gleichstrom betrieben werden und verlangt nach einer Aussenantenne, gehört also eindeutig in den Bereich der Stationsempfänger.
Der ähnlich dem R-1000 querformatige Empfänger misst 30 x 11 x 20 cm (bxhxt) und bringt 4,5 kg auf die Waage, um ihn zum Ferienhaus zu schleppen, ist an der rechten Schmalseite ein Handgriff angebracht.
Das linke Drittel der Frontplatte nimmt der nach vorn abstrahlende Lautsprecher ein, darunter die Kopfhörer und Tonbandaufnahmebuchsen.
In der Mitte finden sich oben die Anzeigeelemente, das analog ausgeführte in S-Stufen und SINPO-Schritten 1 - 5 geeichte Feldstärkemessinstrument und daneben die gelbgrün leuchtende LED-Frequenzanzeige, die die Empfangsfrequenz auf 1 kHz genau ausgibt.
Links unter dem S-Meter finden sich drei Drucktasten, der Netzschalter, der Schalter für den Störaustaster und für den 20 dB-Abschwächer. Darunter liegen zwei Drehregler, der mit AF (audio frequency) Gain bezeichnete Lautstärkeregler und ein Tonregler.
Rechts neben der Frequenzanzeige und dem mit einer Fingermulde versehenen grossen Abstimmknopf findet sich oben rechts der Betriebartenschalter, in AM sind zwei ZF-Filterbreiten wählbar, in USB und LSB wird automatisch das schmale ZF-Filter geschaltet. Darunter liegt der Bandschalter, mit dem der gewünschte MHz-Bereich eingestellt wird - that's it, mehr Bedienelemente gibt's nicht.
Auf der Rückseite des Empfängers liegt neben der Netzbuchse der Spannungs- Wahlschalter, das Gerät verkraftet Spannungen zwischen 100 und 240 V, daneben eine Buchse zur 13,8V-Gleichstromspeisung. Neben einer PL / SO-239 Antennenbuchse, Klemmanschlüssen für Langdrahtantenne, Erdung und Muting des Empfängers findet sich nur noch eine Klinkenbuchse zum Anschluss eines externen Lautsprechers.
Die Inbetriebnahme des R-600 gestaltet sich für einen ausgewachsenen DX-Empfänger erfreulich einfach: eine Langdrahtantenne - ich arbeite mit ca. 25 m LW angepasst über einen FRT 7700, zur Not tun's aber auch ein paar Meter Klingeldraht in der Antennenbuchse - angeklemmt, den Power-Schalter gedrückt und am Lautstärkeregler AF-Gain auf ein leises Rauschen aufgedreht, mit dem Drehschalter die MHz-Stelle auf 6 eingestellt, mit dem Abstimmknopf gedreht, bis die Anzeige auf 6.155 steht - und die Nachrichten aus Wien werden hörbar. Wenn's irgendwie pfeift ist wohl noch der Einseitenbandmodus aktiviert, der Betriebsartenschalter sollte zum Empfang von Rundfunkstationen auf AM-Wide, evtl. AM-Narrow stehen.
Viel mehr Bedienelemente sind gar nicht mehr zu berücksichtigen, bei Prassel- Störungen durch schlecht entstörte Motoren kann der Noise Blanker aktiviert werden, (hier gibt es weder Strassenbahn noch das russische Überhorizontradar, welches den Empfang so trüben würde, dass der Noise Blanker zum Einsatz kommen könnte). Wenn eine in der Nähe sendende Station das S-Meter an den rechten Anschlag bringt und als „Geisterstation“ auf mehreren Frequenzen durchschlägt, auf denen sie eigentlich nichts zu suchen hat, oder wenn abends im 49 m-Band ein Mischmasch-Brei aus Mischprodukten zahlreicher starker europäischer Stationen den Empfang vergällt, kann das Einschalten des Abschwächers RF ATT versucht werden.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.