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Ursachen der Schulterarthrose sind: der Alterungsprozess der Gelenke, Oberarmbrüche, Schulterluxationen, Stürze auf die Schulter mit Knorpelverletzung, übermässige Belastung beim Sport und bei der Arbeit, Sehnenrupturen der Schulter, genetisch.
Wir unterscheiden bei der Arthrose der Schulter zwei Typen:
1. Arthrose mit intakter Rotatorenmanschette. Durch die intakte Rotatorenmanschette wird die Kugel in der Pfanne gehalten
2. Arthrose mit gerissener Rotatorenmanschette (sogenannte cuff tear Arthropathie). Wegen der geschädigten Rotatorenmanschette wandert der Oberarmkopf nach oben aus dem Gelenk unter das Schulterdach.
Beschwerden
Die Arthrose des Schultergelenkes führt zu schmerzhafter eingeschränkter Beweglichkeit (v.a. Aussendrehung) und unangenehmen Schwellungs- und Entzündungszuständen. Mit der reduzierten Einsatzfähigkeit der Schulter sind auch der Arm und die Hand im Alltag eingeschränkt. Die Beschwerden stellen sich oft sehr langsam ein, z.T. über Jahre und werden meistens sehr lange gut toleriert, da die Schulter ein wenig belastetes Gelenk ist.
Diagnose
Die Untersuchung durch den Arzt, das Röntgenbild und die Magnetresonanzuntersuchung ergeben die Diagnose. Oft wird zusätzlich eine CT-Untersuchung zur Bestimmung des Zustandes des Knochens der Pfanne gemacht.
Behandlung ohne Operation
Bei Arthrosen können im Allgemeinen Nahrungsmittelergänzungen für den Knorpelstoffwechsel, sogenannte Chondroprotektiva, eingenommen werden. Wichtig sind die Bestandteile Chondroitinsulfat und Glukosamin. Obschon die Wirkung teilweise umstritten ist, verwenden wir diese Substanzen häufig mit gutem Erfolg. Manchmal ist zusätzlich die Einnahme von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern notwendig. Mit Kortisonspritzen ins Gelenk kann die Entzündung ebenfalls reduziert werden. Hier warnen wir aber vor rascher oder wiederholter Anwendung, wegen der Beeinträchtigung der Gewebefunktion, der Regeneration und insbesondere dem Infektionsrisiko. Mit Injektionen von «Schmieröl» (Viskosupplementiva) direkt ins Gelenk können dickflüssigere (viskösere) Flüssigkeiten ins Gelenk gebracht werden, welche die besseren Schmiereigenschaften haben. Obschon wir oftmals deutliche Verbesserungen bis zu einem Jahr und länger erreichen, werden diese Medikamente von der Krankenkasse nicht übernommen. Mit Physiotherapie ist meistens keine wesentliche Besserung zu erreichen.
Behandlung der Arthrose der Schulter mit Operation
Arthroskopische Gelenksreinigung
In den Frühstadien der Schulterarthrose kann in gewissen Fällen durch eine Gelenksreinigung eine Verbesserung erzielt werden. Dabei werden lose Knorpelteile, Entzündungsgewebe und sog. Knochensporne entfernt. Nach einer solchen Operation darf die Schulter sofort bewegt werden. Meistens kann eine Schmerzreduktion erzielt werden.
Das Kunstgelenk der Schulter; moderne Techniken: 3 D Planung
Wir unterscheiden 2 verschiedene Prothesensysteme der Schulter: Die anatomische Schulterprothese und die Umkehrprothese der Schulter. Diese haben unterschiedliche Indikationen, je nach Alter und Zustand der Rotatorenmanschette und des Pfannenknochens.
Bei der anatomischen Schulterprothese (Totalprothese, Hemiprothese) wird der erkrankte Oberarmkopf entfernt und mit einem Schaft mit Kugel im Markkanal des Oberarmknochens ersetzt. Meistens wird auch die Pfanne ersetzt, man spricht von einer anatomischen Totalprothese der Schulter. Wird die Pfanne nicht ersetzt, z. B. bei einem Oberarmbruch, liegt eine Hemiprothese vor.
Bei der inversen Schulterprothese oder Umkehrprothese wird am
Ort der alten Pfanne eine Kugel eingesetzt und der Oberarmkopf erhält eine
Pfanne, daher der Name Umkehrprothese. Dadurch erfolgt eine
Verlagerung des Drehpunktes mit Verlängerung des Hebelarmes. Der Deltamuskel
ist somit der hauptsächliche Motor für die Beweglichkeit und weniger die
Rotatorenmanschette (siehe auch Kapitel 2.3).
Moderne Prothesensysteme mittels 3D-Planung
Die Materialien der modernen Kunstgelenke haben verbesserte Oberflächenbeschaffenheiten und werden häufig zementfrei implantiert. Auch werden weniger Abriebpartikel, die zur Lockerung der Prothese führen können, beobachtet. Bei modernen Schulterprothesensystemen lässt sich mit relativ einfachen Massnahmen eine anatomische Schulterprothese in eine inverse Prothese wechseln, ohne dass der Schaft oder die Basisplatte der Pfanne gewechselt werden muss. Dies kann z.B. bei zunehmender Schädigung der Rotatorenmanschette bei einer anatomischen Schulterprothese notwendig sein.
Moderne Prothesensysteme lassen sich mittels 3D-Rekonstruktion exakt am Computer planen, insbesondere bei schwerer Zerstörung der Pfanne. Vor der Operation wird eine Computertomographie durchgeführt.
Behandlung nach der Operation
Die Operation dauert in der Regel 60-120 Minuten. Bei Patienten ohne wesentliche Nebenerkrankungen erfolgt der Spitaleintritt am Operationstag.
Die Hospitalisationsdauer beträgt in der Regel 4 bis 8 Tage. Die Nachbehandlung erfolgt bei allen Prothesen mit einer Armtragschlinge für 6 Wochen.
Es erfolgt eine Nachkontrolle postoperativ beim Operateur nach 6-7 Wochen mit Durchführung eines Röntgenbildes. Die Fadenentfernung erfolgt nach zwei Wochen beim Hausarzt (bei versenkten Nähten braucht es keine Fadenentfernung). Um Blutgerinnsel zu vermeiden, erfolgt eine sogenannte Thromboembolieprophylaxe während der Hospitalisationszeit mit Spritzen.
Für die nachfolgende Physiotherapie sowie den Bewegungs- und Belastungsaufbau gelten individuell angepasste Regeln. Die Arbeitsaufnahme erfolgt bei sitzender Tätigkeit ohne körperliche Anstrengung in der Regel nach 3-6 Wochen. Bei schwerer Arbeit kann es bis zur vollständigen Arbeitsaufnahme in der Regel bis zu 16 Wochen dauern.
Komplikationen nach Schulterprothesenimplantation
Infektionen
Wie bei allen Kunstgelenken kann eine Infektion auftreten. Die 2.-häufigsten Erreger sind Bakterien, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen.
Die Häufigkeit von Infektionen ist 1-4%. Man unterscheidet 2 Arten von Infektionen in Abhängigkeit des zeitlichen Auftretens nach der Operation:
Behandlung
Frühinfekt: Das Gelenk muss gespült und gereinigt werden, mit anschliessender Antibiotikatherapie für 12 Wochen.
Spätinfekt: Meistens muss das Gelenk entfernt werden und während 2-6 Wochen ein Platzhalter eingesetzt werden. Anschliessend erfolgt die erneute Implantation eines Kunstgelenkes und eine langdauernde Antibiotikatherapie (12 Wochen).
Verletzungen/Zerrungen von Nerven
Während der Operation kann es zu Zerrungen von Nerven kommen, was unter Umständen zu einer Schwäche von Muskeln und/oder Gefühls-störungen an der Hand oder an der Schulter führen kann. Diese Symptome erholen sich meistens zwischen 1 und 12 Wochen.
Luxation (=Auskugeln)
In der Frühphase nach der Operation kann es zu einem Auskugeln des Gelenkes kommen, dies ist jedoch selten. Die Behandlung ist oft mit einer Ruhigstellung möglich. Dadurch kann sich wieder eine Bindegewebshülle bilden. Genügt dies nicht, muss ev. eine operative Revision gemacht werden.