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(Mit Aussagen aus der Telefonkonferenz, Analystenstimmen und Aktienkurs)
Zug (awp) - Der Ölbohrkonzern Transocean hat im dritten Quartal 2010 bei rückläufigem Umsatz einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Dividendenfrage ist weiter ungeklärt und Untersuchungen zum Unglück im Golf von Mexiko dauern an. Im Geschäftsjahr 2010 rechnet das Unternehmen mit leicht höheren Ausgaben und einem Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. 2011 soll der Umsatz aber wieder zulegen.
Transocean erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 2'309 (VJ 2'823) Mio USD. Der operative Gewinn (EBIT) belief sich auf 645 (957) Mio USD. Unter dem Strich resultierte ein fast halbierter Reingewinn nach Minderheiten von 368 (710) Mio USD, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte.
Das Ergebnis sei durch gestiegene Kosten im Zusammenhang mit dem Unglück der "Deepwater Horizon" von 27 Mio USD oder 22 Mio USD nach Steuern geprägt, hiess es. Dies schliesse Ausgaben für interne Untersuchungen, Rechtskosten und höhere Versicherungsprämien ein. Weitere negative Effekte von 43 Mio USD nach Steuern kamen unter anderem wegen eines Teil-Rückkaufs vorrangiger Wandelanleihen und ausserordentlicher Steuerposten zustande.
UNTERSUCHUNG BALD ABGESCHLOSSEN
Die Untersuchung des Unternehmens zur Explosion der Anlage "Deepwater Horizon" im April und der anschliessenden Ölkatastrophe sollte zu Beginn des Jahres 2011 abgeschlossen sein, erklärte CEO Steven Newman am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. Die finanziellen Auswirkungen des Unglücks seien derzeit noch nicht genau abzuschätzen.
Die US-Regierung hatte kurz nach dem Unglück auf der Plattform ein Moratorium für Öl-Tiefseebohrungen verhängt. Dieses wurde Mitte Oktober aufgehoben.
AUFTRAGSBESTAND SINKT
Der Auftragsbestand sank per Mitte Oktober auf 26,1 Mrd USD nach 27,6 Mrd USD per Mitte Juli. Zusammen mit der Plattform "Deepwater Horizon" gingen Aufträge im Wert von 590 Mio USD verloren. Die durchschnittliche Tagesrate der Anlagen belief sich auf 271'200 USD nach 283'800 USD im Vorjahresquartal. Die Auslastung betrug 64% per Ende September nach 75% im Vorjahr.
Noch ungeklärt ist die Dividendenfrage. Das Zuger Handelsregisteramt trug eine Nennwertwertreduktion des Ölbohrkonzerns nicht ein. Grund sind hängige Klagen wegen der Ölpest. Transocean kann darum die erste Rate der Nennwertreduktion nicht ausschütten und geht dagegen rechtlich vor.
2011 MIT UMSATZPLUS ERWARTET
Zum Ausblick hiess es, der Umsatz dürfte 2010 gegenüber 2009 zurückgehen, unter anderem wegen der niedrigeren Auslastung der Anlagen und des zeitweisen Bohrstopps. Für 2011 wird aber wieder mit einem Umsatzplus gerechnet. Von den steigenden Ölpreisen verspricht sich Transocean eine bessere Auftragslage für das eigene Geschäft.
Für das Jahr 2010 bezifferte das Unternehmen die zusätzlichen operativen Kosten auf rund 170 Mio USD und damit 10 Mio USD weniger als bei der letzten Zahlenvorlage. Die möglichen Folgen auf die Kostenstruktur im Jahr 2011 will der Konzern bei der nächsten Zahlenvorlage bekannt geben.
ANALYSTEN ERLEICHTERT
Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten nur beim operativen Gewinn getroffen. Sie zeigten sich jedoch erleichtert, dass die Kosten im Zusammenhang mit dem Unglück bisher nicht höher waren. Aufgrund von hunderten ausstehenden Klagen und Prozessen gegen das Unternehmen bei US-Gerichten herrscht aber noch Vorsicht.
An der Börse startete die Aktie freundlich, zu stärkeren Ausschlägen in beide Richtungen kam es mit dem Eintritt der US-Investoren in den Handel am Nachmittag. Kurz vor Börsenschluss in der Schweiz notierte das Papier in einem freundlichen Gesamtmarkt um 0,3% fester auf 61,85 CHF.
cc/sig
(Mit Aussagen aus der Telefonkonferenz, Analystenstimmen und Aktienkurs)