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Im Schlussquartal erwirtschaftete die grösste Schweizer Bank einen Gewinn von 738 Mio CHF. Damit blieb die UBS etwas hinter den im Vorjahr erreichten 949 Mio CHF zurück - allerdings wirkten sich damals hohe Steuergutschriften positiv auf das Ergebnis aus. Vor Steuern weist die Bank im vierten Quartal 2016 einen Gewinn von 848 Mio aus, nach 234 Mio im Vorjahr und 877 im dritten Quartal.
Im Quartalsergebnis enthalten sind als Sonderfaktoren zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 162 Mio CHF, eine Nettohöherbewertung von latenten Steueransprüchen im Umfang von 166 Mio CHF sowie Restrukturierungskosten in Höhe von 372 Mio CHF, schreibt die Bank am Freitag in einer Mitteilung.
Die gesamten Erträge stiegen im Schlussquartal auf 7,1 Mrd CHF nach 6,8 Mrd im Vorjahr und 7,0 Mrd im Vorquartal. Bei einem Geschäftsaufwand von 6,2 Mrd CHF ergab sich eine Cost/Income Ratio von 87,7%. Die Zahlen des vierten Quartals lagen insgesamt deutlich über den Erwartungen der Analysten.
CEO Sergio Ermotti zeigt sich laut Mitteilung zufrieden mit dem Ergebnis: "2016 war das Marktumfeld sehr anspruchsvoll, trotzdem erzielten wir ein solides Ergebnis." Wealth Management Americas habe ein Rekordresultat und das Schweizer Personal & Corporate Banking das beste Jahresergebnis seit 2008 erreicht, so der UBS-Chef weiter.
DIVIDENDE VON 60 RAPPEN
Für das Gesamtjahr 2016 blieb der Konzerngewinn mit 3,3 Mrd CHF deutlich unter den 6,2 Mrd CHF des Vorjahres. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,60 CHF erhalten. Im Vorjahr wurden insgesamt 0,85 CHF ausgeschüttet: zur ordentlichen Dividende von 0,60 CHF kam damals noch eine Sonderdividende von 0,25 CHF im Zusammenhang mit den bedeutenden Höherbewertungen von latenten Steueransprüchen.
Kaum verändert hat sich die Kapitalposition der Bank zum Jahresende. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) reduzierte sich auf 13,8%, nach 14,0% per Ende des dritten Quartals. Die Bank will bekanntlich mit einer Quote von mindestens 13% operieren; dieses Ziel bestätigte sie am Freitag. Die CET1-Leverage Ratio verbesserte sich leicht auf 3,5% nach 3,4% per Ende September.
MIT KOSTENEINSPARUNGEN AUF KURS
Weitere Fortschritte verzeichnete die UBS in ihren Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im vierten Quartal weitere 100 Mio eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen nun auf 1,6 Mrd belaufen. Die UBS sieht sich weiter auf Kurs, das anvisierte Sparziel von 2,1 Mrd bis Ende 2017 (im Vergleich zu 2013) zu erreichen. Die Restrukturierungskosten erwartet die Bankführung bis Ende 2017 in etwa auf dem aktuellen Niveau, danach sollten sie dann abnehmen.
KUNDEN ZIEHEN GELDER AB
In den Vermögensverwaltungseinheiten sind im Schlussquartal Gelder abgezogen worden: Insgesamt verzeichnete das Wealth Management einen Nettoabfluss von 4,1 Mrd CHF (Q3: +9,4 Mrd). Dafür verantwortlich seien zur Hauptsache grenzüberschreitende Abflüsse in Höhe von 7,4 Mrd CHF vor allem in den Emerging Markets und Asien/Pazifik. Im Gesamtjahr zog das Wealth Management netto insgesamt knapp 27 Mrd CHF an. Weiter zurück ging die Bruttomarge, welche im vierten Quartal noch 73 Basispunkte erreichte nach 76 BP im Vorquartal.
Im Bereich Wealth Management Americas flossen im Schlussquartal 1,3 Mrd USD ab (Q3: +0,8 Mrd). Das US-Vermögensverwaltungsgeschäft erzielte im Gesamtjahr 2016 einen neuen Rekordgewinn.
Ebenfalls sehr gut lief es im Schweizer Personal & Corporate Banking, das das beste Vorsteuerergebnis seit 2008 erreichte.
Die Investment Bank konnte sich im vierten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode zwar deutlich steigern, auf Gesamtjahressicht resultierte jedoch ein Rückgang des Vorsteuergewinns von über 45%.
ETWAS WENIGER ZURÜCKHALTENDER AUSBLICK
Mit Blick nach vorne gibt sich die UBS weiter zurückhaltend, aber etwas weniger ausgeprägt als auch schon. Wohl seien Kundenstimmung und Transaktionsvolumen weiterhin durch makroökonomische Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und divergierende politische Stossrichtungen beeinträchtigt. Dennoch beobachte die Bank, vor allem in den USA, erste Anzeichen eines wachsenden Anlegervertrauens. Dies werde dem Wealth-Management-Geschäft möglicherweise zugutekommen.
Tiefer als erwartete und negative Zinsen, insbesondere in der Schweiz und der Eurozone, setzen die Nettozinsmarge weiterhin unter Druck. Höhere US-Dollar-Zinsen könnten möglicherweise kompensierend wirken, hofft die UBS. Weiter steigende Kapitalanforderungen und Kosten seien indes aus deren Umsetzung der neuen Bankkapitalstandards in der Schweiz sowie der angekündigten weiteren Anpassungen des internationalen regulatorischen Rahmens für Banken zu erwarten.
gab/ys
(AWP)