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Vor drei Jahren erteilte das Kantonsparlament der Regierung den Auftrag, eine Steuerstrategie zu erarbeiten. Das Ziel besteht darin, eine Gesamtschau darzulegen.
Am Donnerstag kommender Woche wird Finanzdirektorin Beatrice Simon diese Strategie vorstellen. Dessen ungeachtet setzte gestern der Grosse Rat seine Stückwerkpolitik fort und beschloss höhere Steuerabzüge für Fahrtkosten und für Betreuungskosten. Besser wäre es gewesen, die Steuerstrategie abzuwarten, statt Beschlüsse zu fassen, die unter Umständen diametral zur Stossrichtung der vom Regierungsrat ausgearbeiteten Vorhaben stehen.
Der gestern beschlossene Steuerabzug von 8000 Franken für die externe Kinderbetreuung ist stets auch im Lichte der anderen Kinderabzüge zu betrachten. So könnte man sich zum Beispiel die Frage stellen, ob man stattdessen nicht die Kinderabzüge generell anheben soll, um nicht ein bestimmtes Familienmodell zu favorisieren. Die Steuerstrategie könnte darauf eine Antwort liefern.
Das Steuergesetz kennt allein für das Kind zehn verschiedene Abzüge. Weniger wäre mehr. Die Flut der Steuerabzüge macht das Steuerwesen noch komplizierter, als es bereits schon ist. Statt laufend Abzüge zu erhöhen und neue einzuführen, sollten eher die Steuern für natürliche Personen gesenkt und das Steuersystem vereinfacht werden. Damit wäre allen gedient – ausser den Steuerberatern.
Erschienen in der BZ am 10. September 2015
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