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Das Übereinkommen von Paris fordert die Staaten auf, eine langfristige Klimastrategie zu erarbeiten. Die Strategie für die Schweiz zeigt auf, wie das Netto-Null-Ziel bis 2050 erreicht werden kann.
Die Schweiz plant, ihre langfristige Klimastrategie beim UNO-Klimasekretariat Anfang 2021 einzureichen. Damit kommt die Schweiz einem Auftrag aus dem Übereinkommen von Paris (Artikel 4.19) nach. Die Strategien sollen sich am Prinzip der «gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten und der jeweiligen Fähigkeiten angesichts der unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten» ausrichten.
Ziele und Inhalte der langfristigen Klimastrategie
Ausgangspunkt für die langfristige Klimastrategie ist das Netto-Null-Ziel für 2050, das der Bundesrat im August 2019 beschlossen hat. Um die wichtigsten Sektoren zielgerichtet adressieren zu können, zeigt die Strategie für die Teilbereiche Verkehr, Gebäude, Industrie, Abfall, Landwirtschaft und Ernährung sowie Finanzmarkt Emissionspfade auf. Diese stützen sich auf die Energieperspektiven des Bundesamtes für Energie, die Ende November 2020 veröffentlicht wurden. Sie illustrieren anhand verschiedener Szenarien Emissionspfade in Richtung Netto-Null, die dafür notwendigen technologischen Entwicklungen und die Rolle von Negativemissionstechnologien.
Das BAFU hat die Klimastrategie 2050 gemeinsam mit verschiedenen direkt betroffenen Bundesämtern erarbeitet.
Strategien anderer Länder
Im November 2018 hat die EU einen Entwurf ihrer langfristigen Klimastrategie vorgelegt. Darin bekräftigt sie ihre Ambition für ein klimaneutrales Europa bis 2050. Sie zeigt auf, dass eine solche Transformation sozial- und wirtschaftsverträglich erfolgen kann, und stellt erste strategische Prioritäten dar. Dazu zählen beispielsweise der vollständige Verzicht auf fossile Energieträger in der Energieversorgung und der Mobilität (Dekarbonisierung) oder der Einsatz von Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) zum Ausgleich von nicht anders vermeidbaren Emissionen. Die EU versteht den Strategieentwurf als Ausgangspunkt für eine umfassende Diskussion der europäischen Klimapolitik bis 2050.
Verschiedene Länder, unter anderem Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada und die USA, haben bereits langfristige Klimastrategien eingereicht. Die meisten Staaten bekräftigen darin die Ambition einer weitgehenden bis vollständigen Dekarbonisierung oder von Netto-Null-Emissionen bis spätestens Mitte des Jahrhunderts. Teilweise sind diese Zielsetzungen auch bereits gesetzlich verankert. Norwegen möchte beispielsweise 2030 klimaneutral sein, Schweden im Jahr 2045 und Frankreich, Grossbritannien oder Neuseeland spätestens 2050.
Viele weitere Staaten sind nun daran, langfristige Klimastrategien zu formulieren oder ihre bereits bestehenden Strategien anzupassen. Mittlerweile bestehen verschiedene Plattformen und Netzwerke, die dem Austausch von Erfahrungen und Herangehensweisen dienen sowie methodische Unterstützung anbieten. Diese sollen zu möglichst ambitionierten, fundierten und international vergleichbaren Strategien beitragen. Erwähnenswert ist insbesondere die «2050 Pathways Platform», in der mittlerweile knapp 30 Länder, darunter die Schweiz, vertreten sind.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 24.12.2020