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Weil der junge Napoleon III., als er mit seiner Mutter noch auf Schloss Arenenberg im Thurgau wohnte, ein ziemlicher Frauenheld war, ist mit grosser Sicherheit anzunehmen, dass mancher Thurgauer aus dem Blut des französischen Kaisers stammt. Der Prinz sprach ziemlich gut den Thurgauer Dialekt, kannte jedes Wirtshaus und galt als erstklassiger Schürzenjäger. Er sorgte für seine unehelichen Thurgauer Kinder, indem er ihnen eine Schulausbildung zahlte und für ihren Unterhalt sorgte. Ob nun ex Nationalrat Ernst Mühlemann oder SVP-Nationalrat Peter Spuhler Napoleonsblut in sich tragen, muss die Analyse zeigen. Weil Spuhler eigentlich ein Zürcher ist, würde ich eher auf andere Seebuben tippen.
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Tagesarchiv für 7. April 2008
Nun haben wir ihn, vertreten durch Micheline Calmy-Rey, anerkannt. Er hat uns schon Dutzende von Millionen gekostet, wobei ich gerne eine Gesamtrechnung sehen würde, was Bund und Hilfswerke bisher an die balkanische Minirepublik überwiesen haben. Jedoch, wenn er einen kosovarischen Täter ausliefern soll, der von der Schweiz gesucht wird, dann gibt es keine Hilfe. Soeben wurde Ex-Regierungschef Lahi Brahimey in den Haag freigesprochen, aber in erster Linie wohl deshalb, weil es keinen Zeugen gab, der gegen ihn aussagen wollte. Die Kosovaren tanzen der Welt auf der Nase herum. Wir zahlen, sie zeigen uns, was Sache ist. Regierungschef Thaci, der in Zürich auf Steuerzahlers Kosten ausgebildet wurde, ist uns noch einigen Dank schuldig.
Der Dalai Lama, obwohl im eigenen Land Tibet kaum noch ein Faktor, weil dort die Fraktionen der Ureinwohner untereinander zerstritten sind, ist immerhin in der Lage, die bevorstehende Olympiade in Peking ernsthaft zu stören. In einem zermürbenden Guerilla-Strassenkampf, den seine Anhänger der Pekinger Regierung liefern, laufen die Chinesen Gefahr, ihr Gesicht zu verlieren. Sie suchen daher international PR-Hilfe, um ihren eigenen Standpunkt global verständlicher zu machen. De facto gibt es kein Land mehr, das nicht PR-Instrumente einsetzt, um sich in der Welt verständlich zu machen. Dabei gibt es verschiedene Ansatzpunkte:
- Italien lebt von seiner grossen Vergangenheit; weder Berlusconi noch Veltroni können dem viel hinzufügen.
- Frankreich lebt von seinem Prestige und – zunehmend – von den Eskapaden seines Regierungschefs und seiner neuen Frau Carla.
- Die Engländer haben noch das Königshaus; jeder Skandal erhöht die Faszination.
- Die Deutschen haben ihr “Chrampfer”-Image und sonst nicht viel mehr, denn die Regierung Merkel löst zunehmend Verwirrung aus.
- Die Russen sind im Begriff, sich aus ihrem Jelzin-Tief zu lösen, weil Wladimir Putin wieder Ordnung hergestellt hat. Natürlich tun die westlichen Geheimdienste fast alles, um dies infrage zu stellen.
- Die Schweiz hat Johannes Matyassy, der sich seit Jahren müht, uns im Ausland mehr Glamour zu verleihen. Schweiz Tourismus liegt gobal gut im Wind, indem er unsere Clichés wie jungen Wilden vermarktet.
- Sogar das Fürstentum Liechtenstein hat mit Frau Dr. Manz-Christ eine Imagepflegerin, die erfolgreich gegen das Geldwäscherei-Image des Landes vorgeht
Ergo, warum die Chinesen nicht? Der Kapitalismus verlangt immer einen guten Verkauf. Wer dies nicht begreift, bleibt zweitklassig.
Wer Zürich nicht nur erleben, sondern auch richtig verstehen will, muss ab sofort auf ein ausgezeichnet gestaltetes und gut lesbares Buch zurückgreifen, das die Limmatmetropole besser als andere Hochglanz-Publikationen darstellt. “Stille Winkel in Zürich” heisst das Liebhaberwerk, erschienen im Ellert & Richter Verlag, das der Zürcher Hektik die liebenswerten Seiten der Stadt näher bringt. In 20 Stationen wird ein Zürich vorgestellt, das dem eiligen Besucher der Bahnhofstrasse und des Rennwegs entgeht. Enthüllt werden die Geheimnisse der Trittligasse bis hin zum Belvoirpark. Besuche im C.G. Jung-Institut schliessen sich an solche des Burghölzli-Hügels an. Den Verdienst an diesem attraktiven Buch haben Dagmar und Richard Bhend zusammen mit Bernd Zocher, die sich die Mühe gemacht haben, die Seele der Limmatmetropole zu suchen und zu beschreiben. Wer sich drei Tage von diesem Buch durch die Stadt geleiten lässt, kennt das wirkliche und zauberhafte Zürich, das mit dem oberflächlich-touristischen “Zürich leben” nichts gemeinsam hat.
Müssen wir vor den Islamisten wirklich Angst haben? Weil ich die internationale Diskussion intensiv verfolge, empfehle ich ein gut lesbares 120seitiges Buch des Berner Juristen Dr. Hermann Janson. Bereits 1955 promovierte er an der Uni Bern zum Thema “Die rechtlichen und idologischen Beziehungen des islamischen Staatenkreises zum abendländischen Völkerrecht”. Er war damit, wie der Verlag schreibt, seiner Zeit um ein halbes Jahrhundert voraus. Als Unternehmer lebte er einige Jahre im Sudan und bereiste intensiv den Nahen und Mittleren Osten. In seinem neuesten Werk, “Der Islam als Staatsutopie. Djihad im Wandel der Geschichte.” führt uns der Autor in einem eleganten und gut lesbaren Stil durch die Beziehungen der arabischen Welt zur europäischen. Das bei der “Books on demand GmbH” publizierte Werk ist eine Pflichtlektüre für alle, die sich kompetent zu Fragen des Islam und des Islamismus äussern wollen und müssen. Hermann Janson, der bereits eine Reihe von Büchern über den Islam publiziert hat, macht deutlich, dass wir uns vor dem radikalen Islam schützen müssen, aber damit nicht den ganzen Islam in Geiselhaft nehmen müssen. Merke: unbedingt lesen.
Das Dorftheater Zumikon hat uns das Vergnügen gemacht (noch sieben Aufführungen bis Ende April), Paul Burkhard’s “Schwarzen Hecht” wieder auf die Bühne zu bringen. Diese für ein Dorftheater nicht ganz leichte Aufgabe wurde gemeistert mit professionellem Einsatz und Unterstützung: Jeannot Hunziker als Regisseur, Raimund Wiederkehr als musikalischer Leiter und am 1. Klavier, und Werner Huber, dem langjährigen technischen Leiter des Zürcher Opernhauses, als Bühnenbildner. Für Huber war dies eine Rückkehr in seine Jugend, wollte er doch zuerst Bühnenbildner werden.
Für mich die grosse Überraschung an diesem Abend im Zumiker Gemeindesaal, wo Gemeindepräsident Hermann Zangger den Jubilar spielte und Elisabeth Kopp mit Ehemann im Publikum sass, war die Tatsache, dass die ehrbaren Zürcherinnen schon damals (1948) Angst hatten vor den attraktiven Polinnen, die ihnen die Aufmerksamkeit der Männer stahlen. Dieser damals auf Polinnen, später auch auf Ungarinnen und heute auf Osteuropäerinnen allgemein ausgedehnte Konflikt wurde von den beiden Autoren Emil Sautter und Jürg Amstein weise antizipiert. An die Abwanderung unserer Kinder haben wir uns, nicht erst seit Annemarie Schwarzenbach, gewöhnt, die Zuwanderung konkurrierender Ausländer/innen macht uns weiterhin Sorge.