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Klärgrube?
Was ist eine Klärgrube?
Eine Klärgrube ist ein unterirdischer Behälter aus Beton oder Kunststoff, welcher der Absetzung von Feststoffen des häuslichen Abwassers dient. Das Abwasser wird in den Klärbehälter geleitet und dort von festen Bestandteilen gereinigt. Der Grossteil der Schweizer Haushalte ist an eine zentrale Abwasserreinigungsanlage angeschlossen. Dennoch gibt es abgelegene Grundstücke und Ortschaften, die nicht auf einen Anschluss an die Kanalisation zugreifen können. Hiervon sind beispielsweise schwer erreichbare Berghütten, Hotels, Bauernhöfe oder Campinganlagen betroffen. Diese Objekte sind auf eine Sammelgrube angewiesen, um das Schwarzwasser zu reinigen.
Bezeichnen die Begriffe Klärgrube, Sickergrube und Jauchegrube dieselbe Tank-Art?
Die Klärgrube stellt die älteste Form der Abwasserreinigung dar. Daher haben sich im Sprachgebrauch zahlreiche Synonyme für diese Tankbehälter etabliert.
Die folgenden Bezeichnungen werden synonym zum Begriff Klärgrube genutzt:
- Faulgrube
- Faultank
- Abortgrube
- Versitzgrube
- Faulbecken
- Faulbehälter
Diese Begriffe stehen damit repräsentativ für die Abwasserreinigung in einem unterirdischen Klärbehälter.
Die Bezeichnung Sickergrube steht für eine besondere Form der Klärgrube: Als abflusslose Sammelgrube besitzt sie einen durchlässigen Boden und Wände. Sickergruben gelten im Hinblick auf den Schutz von Gewässern als bedenklich. Allerdings ist die Klärgrube nicht mit einer Gülle- oder Jauchegrube zu verwechseln. Diese Behälter gehören zu einer anderen Kategorie von Sammelanlagen.
Wie funktioniert eine Klärgrube?
In einer Klärgrube kommt es zur schrittweisen und weitgehenden Entschlammung des Abwassers. Dabei werden die flüssigen Wasserbestandteile in mehreren Kammern von den Grobstoffen getrennt. Aus diesem mehrstufigen Prozess resultiert ein Schlamm, der als Fäkalschlamm bezeichnet wird. Dieser Klärschlamm verbleibt bis zur Entleerung in der Sammelgrube. Das entschlammte Wasser wird abgeleitet oder abgepumpt.
Klärgruben nutzen mechanische und biologische Verfahren zur Reinigung
Eine Klärgrube im einfachsten Sinne arbeitet mit einer mechanischen Abwasserreinigung. Das bedeutet, feste Schmutzstoffe und gelöste Feststoffe im Abwasser werden in der Sammelgrube durch Sedimentation separiert. Im Hinblick auf den Umweltschutz reicht eine mechanische Aufbereitung des Abwassers in Gruben allerdings nicht aus, da ein Teil der Grobstoffe im gereinigten Schwarzwasser verbleibt und die Gewässer gefährdet. In vielen Fällen empfiehlt sich daher die Nachrüstung des Klärbehälters durch ein biologisches Reinigungsverfahren. Moderne Klärgruben bestehen aus einem Dreikammer-System, das aerobe Bakterien in den Prozess der Zersetzung der Grobstoffe integriert.
Welche biologischen Verfahren gibt es, um Abwasser zu reinigen?
Biologische Klärbehälter nutzen Mikroorganismen, um das Abwasser von groben Feststoffen zu entschlammen. In diesem Sinne ist zwischen vollbiologischen und teilbiologischen Kläranlagen zu unterscheiden. Anders als einfache Klärgruben, die das Schwarzwasser ausschliesslich mechanisch reinigen, wandeln vollbiologische Sammelgruben diese Bestandteile komplett um. Teilbiologische Klärbehälter kombinieren Sedimentation und Mikroben, um Feststoffe aus dem Abwasser abzusetzen.
Biologische Kläranlagen verwenden die folgenden Reinigungssysteme:
- Biofilmverfahren
- Belebtschlammverfahren
- Abwasserteiche
- Pflanzenkläranlagen
Was ist der Unterschied zwischen einer Dreikammer-Klärgrube und einer SBR Kläranlage?
Eine Dreikammer-Klärgrube und SBR Kläranlage unterscheiden sich durch den funktionellen Ablauf ihres Reinigungssystems.
Die SBR Kläranlage zählt zu den biologischen Kleinkläranlagen. Das Kürzel SBR steht hierbei für sequenzielle biologische Reinigung. Diese Klärtechnik reinigt das zufliessende Abwasser demnach in mehreren Zyklen in mehreren Kammern. Hierfür nutzt sie zunächst einen mechanischen Rückhalt. Anschliessend gelangt das Wasser in das Belebens- und Nachklärbecken, in welchem die Reinigung unter Zusatz von Mikroorganismen abläuft.
Der Reinigungsprozess einer SBR Kleinkläranlage umfasst dabei die folgenden Schritte:
- Beschickungsphase
- Belüftungsphase
- Ruhephase
- Klarwasserabzug
In einer Dreikammer-Klärgrube lagern sich Schmutzstoffe hingegen via Sedimentation ab. Über die Zeit hinweg setzen sich diese Grobstoffe als Faulschlamm in einer ersten Kammer ab. In einer zweiten Kammer werden weitere Feststoffe aus dem entstandenen Klarwasser geklärt. In der Nachklärkammer wird das zweifach gereinigte Wasser aufbewahrt. Danach erfolgt das Abpumpen oder Abfliessen.
Sollte sich eine klassische Dreikammer-Klärgrube nicht durch ein biologisches Verfahren nachrüsten lassen, empfiehlt sich der Ersatz durch eine SBR Kleinkläranlage.
Gibt es Stoffe, die nicht in eine Klärgrube gelangen dürfen?
Klärgruben sind ausschliesslich für häusliches Schmutzwasser vorgesehen, das biologisch abbaubar ist. Der Klärbehälter nimmt somit das Grauwasser des Haushaltes auf. Hierzu gehören das Wasser aus der Toilette einschliesslich Fetten, Seifen und Toilettenabfällen.
Was nicht in Sammelgruben zur Abwasserreinigung gelangen sollte, sind:
- Hygieneartikel
- Medikamente
- Pflanzenschutzmittel
- Teer
- Farben
- Lacke
- Rasierklingen
- Inhalte von Chemietoiletten
Diese Stoffe können Verstopfungen hervorrufen oder Gewässer vergiften und bedürfen daher einer gesonderten Entsorgung.
Wer darf Klärgruben leeren?
Das Entfernen des Klärschlamms aus einer Klärgrube muss in der Schweiz durch einen zertifizierten Betrieb erfolgen. Während der Leerung der Grube pumpt der Fachmann vor Ort die Rückstände aus dem Behälter ab und leitet diese zur Entsorgung an eine kommunale Abwasserreinigung weiter.
Wann muss eine Klärgrube geleert werden?
Wohnungen, die ihr Abwasser in der Schweiz unter Rückgriff auf eine Klärgrube reinigen, sind dazu verpflichtet, eine jährliche Entleerung der Sammelgrube durchführen zu lassen. Dabei muss zusätzlich sichergestellt werden, dass der Schlamm aus der Anlage vorschriftsgemäss in einer zentralen Abwasserreinigungsanlage untergebracht wird.
Welche Arten von Klärgruben gibt es?
Sammelgruben für Abwasser lassen sich nicht nur nach dem Reinigungsverfahren unterscheiden.
Entscheidend ist zudem, ob das von Grobstoffen gereinigte Wasser abgeleitet oder abgepumpt wird:
Abflusslose Klärgruben
Klärbehälter ohne Abfluss verwahren sowohl das gereinigte Wasser als auch den entstandenen Klärschlamm bis zur Entleerung in einer Sammelgrube. Sie sind optimal für den Einsatz in Wasserschutzgebieten oder in Objekten, die nur sehr selten genutzt werden.
Kleinleiter Klärgruben
Die groben Schmutzstoffe in diesen Anlagen werden aus dem Schwarzwasser gefiltert und verbleiben in der Grube. Die flüssigen Bestandteile werden aus dem Behälter abgeleitet.
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