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Winterkonzert 2018Sonntag, 21. Januar 2018, 17:00 Uhr, Kirche Blumenstein
MusikerAnton Kernjak, Klavier
Yuka Oechslin, Klavier
Matthias Würsch, Schlagzeug
Michael Meinen, Schlagzeug
Programm
- Avec emportement
- Lent. Sombre
- Scherzando
- Prélude à la nuit: très modéré
- Malagueña: assez vif
- Habanera: assez lent et d'un rythme las
- Feria: assez animé
- Assai lento
- Lento
- ma non troppo
- Allegro non troppo
Debussy schrieb den grössten Teil seiner Klavierwerke in der letzten Schaffensphase seines Lebens. Zwischen 1902 und 1916 zeigte er mit den «Préludes», den «Images» und den «Études» die neuen Ausdrucksmöglichkeiten des Klaviers, in einer Weise, wie es seit den grossen Werken von Chopin nicht mehr geschehen war. In diesem Bereich konnte sich nur Ravel mit Debussy messen. So war die Einführung eines neuen Klavierstiels anfangs des 20. Jahrhunderts in mancherlei Hinsicht das gemeinsame Werk der beiden Komponisten, auch wenn ihr Instrumentalstil ganz und gar verschieden ist. Die künstlerische und persönliche Beziehung von Debussy und Ravel war komplex, geprägt vom gegenseitigen Einfluss und von Rivalität, in der manchmal auch Eifersucht mitspielte.
Als Ravel 1920 sein «Poème choréographique pour orchestre» La Valse komponiert, verwirklicht er ein lange geplantes Projekt, das eine Hommage an Johann Strauss und eine «Krönung des Wiener Walzers» werden sollte. Ein Auftrag von Djagilew für die Ballets Russes veranlasst ihn schliesslich, das Projekt in die Tat umzusetzen. Ravel beschreibt das Werk als «eine wirbelnde, beinahe halluzinatorische Ekstase im Tanz». Dieser «fantastische und fatale Wirbel» ist von einer unterschwelligen Heftigkeit geprägt – ein makabrer Tanz, ein Kampf zwischen dem Leben und dem Tod, der die in der damaligen Kriegszeit herrschende Atmosphäre deutlich macht.
Die 13 Jahre vorher komponierte Rhapsodie espagnole ist Ravels erstes Orchesterwerk. Man findet darin zwei Themen, die ihm wichtig sind, der Tanz und Spanien: Ravels Mutter, eine gebürtige Baskin, sang ihm häufig Melodien ihres Landes vor. Der spanische Einfluss zieht sich durch die gesamte Schaffensperiode des Komponisten. Ravel schrieb die Rhapsodie ursprünglich für zwei Klaviere und orchestrierte das Werk erst nachher. Die Bearbeitung von Peter Sadlo schlägt eine Brücke zwischen den beiden Versionen, indem er den Schlagzeugpart der Orchesterversion in die Version für zwei Klaviere integriert.
Obschon zahlreiche seiner Werke spanischer Inspiration sind (Iberia, Soirée dans Grenade …), hat Debussy keine direkte Verbindung zu Spanien. Seine Kenntnisse der spanischen Musik verdankt er vor allem mehr oder weniger engen Beziehungen zu spanischen Musikern wie Albéniz, Granados, de Falla, aber auch und vor allem zum Pianisten Ricardo Viñes. Debussys Interesse für Spanien kommt auch noch in einem seiner späten Werke zum Ausdruck, das im Sommer 1915, im Laufe der letzten grossen schöpferischen Phase des Komponisten, entstand. Während er En blanc et noir komponiert, rechtfertigt er sich in einem Brief an Durand für gewisse Änderungen in den Farben, die er im zweiten Stück vorgenommen habe: «Es war allzu schwarz, fast genauso tragisch wie ein Capricho von Goya». Als das Werk fertig ist, erklärt er, dass diese drei Stücke ihre Farbe und ihre Emotion ganz aus dem Klavier schöpfen, wie die «Grautöne» von Velasques.
Im Laufe der Dreissigerjahre schreibt Bartók eine Reihe von Meisterwerken, deren formale Vollendung und klanglicher Erfindungsreichtum gleichermassen faszinieren; dazu gehört die Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug. Sie bildet eine Synthese zwischen dem Einsatz des Klaviers als Schlaginstrument, wie in seinem Allegro barbaro, und einer Vorliebe für die Verbindung neuartiger Klangfarben, die sich schon in der Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von 1936 gezeigt hatte. Bartók hegte seit mehreren Jahren die Absicht, ein Werk für Klavier und Schlagzeug zu schreiben. Der Entscheid, ein zweites Klavier hinzuzufügen, war laut seinen eigenen Worten aus dem Wunsch heraus entstanden, einen Ausgleich zu dem sehr oft durchdringenden Klang der Schlaginstrumente zu schaffen. Ganz neu in Bartóks Vorgehen ist, dass er die beiden Instrumentengruppen als gleichberechtigte Partner behandelt: Zum ersten Mal im Repertoire der Kammermusik wird dem Schlagzeug eine Hauptrolle zugewiesen, auf gleicher Ebene wie die Streichinstrumente, die Blasinstrumente oder das Klavier. Aufgrund der grossen technischen Schwierigkeit des Werks hatte man bei einer der ersten Aufführungen die Anzahl der Schlagzeuger verdreifacht! Die Sonate wurde am 16. Januar 1938 durch Bartók, seine zweite Frau Ditta Pásztory und die Schlagzeuger Fritz Schiesser und Phillip Rühlig in Basel uraufgeführt.