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Die eev feiert in diesem Jahr das Jubiläum zu ihrem hundertjährigen Bestehen. In der Artikelserie «100 Prozent elektrisierend» schauen wir zurück auf die bewegte Geschichte unserer Genossenschaft – und werfen ebenso einen Blick in die Zukunft. In dieser Ausgabe tauchen wir in die Gründungsphase ein und beleuchten die kontinuierliche Entwicklung der eev bis zum Ende des 2. Weltkriegs.
Im Januar 1921 schliessen sich in der Stadt Bern fünf selbstständige Installationsfirmen zu einem Einkaufsverband zusammen und gründen den Verband stadtbernischer Elektro-Installationsfirmen. Sie beabsichtigen, durch den gemeinsamen Einkauf von Elektro- und Installationsmaterial Synergien zu nutzen, die ihnen wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Sie bilden dazu eine Kommission, die den Zentraleinkauf regelt und organisiert. Bei einer gemeinsamen Besichtigung von zwei elektrotechnischen Unternehmen in der Schweiz im Juni 1921 fällt ihnen die geringe Auslastung der Produktionsbetriebe auf, da die Schweiz zu dieser Zeit von billigem ausländischen Draht- und Installationsmaterial überschwemmt wird.
Dieser Umstand führt zur Idee, den gemeinsamen Einkauf auf die schweizerische Elektroindustrie und die Elektrogrossisten zu konzentrieren, um diese vor ausländischer Konkurrenz zu schützen und nachhaltig zu fördern. Im Juli 1921 erfolgt die Gründung der Einkaufs-Vereinigung des Verbandes stadtbernischer Elektro-Installationsfirmen. Die Idee der EV Stadt Bern stösst bei interessierten Installationsfirmen im Kanton Bern auf Anklang. Im März 1922 erfolgt die Gründung der Einkaufs-Vereinigung kantonal-bernischer Elektro-Installationsfirmen. Die EV Kanton Bern zählt rasch 30 Mitglieder, das Einkaufsvolumen 1922/1923 beläuft sich bereits auf CHF 334'000. Am 22. September 1923 findet in Zürich eine Interessenten-Versammlung zur Gründung einer schweizerischen Einkaufs-Vereinigung statt. Vertreter aus verschiedenen Kantonen beschliessen, das erfolgreiche Konzept der Berner EV auf die ganze Schweiz auszudehnen.
Am 13. Oktober 1923 findet in Bern die Gründungsversammlung der Schweizerischen Elektro-Einkaufs-Vereinigung eev mit Sitz in Bern statt. Die Gemeinschaft der Gründungsmitglieder umfasst insgesamt 69 Firmen aus 10 Kantonen. Die Geschäftsleitung der eev wird Ed. Meyer-v. Bergen als Präsident übertragen, Fritz Meichle amtiert als Sekretär. Am 1. Juli 1925 wird die eev als Genossenschaft im Handelsregister eingetragen – die Gründungsphase ist abgeschlossen.
Zu Beginn der 1920er Jahre erlebt die Schweizer Wirtschaft eine bis dahin noch nie gekannte Wirtschaftskrise. Der allgemeine Verfall der ausländischen Währungen in Relation zum starken Franken führt zu einer Überschwemmung der Schweiz mit preiswerten Konsumgütern aus dem Ausland. Ein neu eingeführter Zolltarif sichert die Versorgung der Schweiz mit den dringend benötigten Rohstoffen und blockt die billigen Importe aus dem Ausland ab. Diese Politik ist erfolgreich, das Preisniveau sinkt und die Arbeitslosenquote geht drastisch zurück. Die Schweiz erlebt von 1924 bis 1928 eine fast überschäumende Konjunktur.
Mit dem Börsencrash an der Wall Street im Oktober 1929 jedoch wird eine weitere Weltwirtschaftskrise eingeleitet, von der auch die Schweiz betroffen ist. Damit wird deutlich, wie stark die Schweiz mit ihrer Industrie, dem Handel und den Banken mit dem internationalen Beziehungsnetz verflochten ist. Die laufenden Arbeiten an den Kraftwerken und der Elektrifizierung der Bahnen verzögern in der Schweiz den Eintritt der Depression. Aber die Krise ist nicht aufzuhalten. Erst mit der fortschreitenden Elektrifizierung erholt sich die Schweiz wieder.
Diese Zeit ist geprägt von der Kriegswirtschaft, die 1939 eingeführt wird. Sie ist verbunden mit der Generalmobilmachung, der auch zahlreiche eev-Mitglieder und Lieferanten Folge leisten müssen. Politisch werden Verordnungen und Restriktionen eingeführt. Vor allem die für die Elektroindustrie wichtigen Rohstoffe Kupfer und Gummi fehlen. Angesichts dieser Lage wächst die Solidarität innerhalb der Branche. Die Lieferanten reduzieren die Belieferung des Nichtfachhandels, der Warenhäuser und der anderen Konkurrenten und stellen die Versorgung der eev so gut wie möglich sicher.
Die Gemeinschaft meistert die harte Zeit – und die eev steht nach dem 2. Weltkrieg wirtschaftlich stärker da. Per Ende 1947 zählt sie 613 Mitglieder. Das Einkaufsvolumen ist auf CHF 34 Mio. angewachsen, die Rückvergütungen betragen rund CHF 1,6 Mio. Die Zahl der Vertragspartner ist auf 120 gestiegen. Aus der Berner Einkaufsvereinigung ist endgültig die Schweizerische Elektro-Einkaufs-Vereinigung eev erwachsen.
Die Leistungen der eev umfassen bereits kurz nach der Gründung wesentlich mehr als ausschliesslich den zentralen Einkauf von Material und elektrischen Geräten. Ein Auszug aus den Aktivitäten:
Amrhein-Stalder AG, Solothurn
Bolliger Söhne AG, Bern
Ehrenberg Elektro AG, Luzern
Elektro Gerteis AG, Winterthur
Elektro Peter Willisau AG, Willisau
Elektro W. Siegrist AG, Langenthal
F. Hänni SA, Porrentruy
H. Stutz Elektro, Steckborn
Koller Elektro AG, St. Moritz
Möschinger AG, Weinfelden
Nyffeler-Kästli Elektro AG, Bern
Vogt Elektroinstallationen AG, Oberdiessbach
Volta Elektro und Telecom AG, Winterthur
Electrolux AG
Elektro-Material AG
Feller AG
* basierend auf der Auswertung uns verfügbarer Quellen. Partiell Namensänderungen aufgrund Wechsel der Inhaber/innen. Ohne Gewähr.
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