Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03155.jsonl.gz/1452

Wenn immer ein US-Präsident ein Memo, einen Brief, ein Mail oder sonstiges Dokument in den Händen gehalten hat, wird dieses danach in das Nationalarchiv geschickt, wo es für die Nachwelt aufbewahrt wird. So verlangt es der sogenannte Presidential Records Act.
Nur ist dieser Presidential Records Act irgendwie nicht mit den Angewohnheiten Donald Trumps vereinbar. Der Präsident zerreisst jedes Papier, wenn er es als erledigt ansieht. Und wirft es danach auf den Boden oder in einen Abfalleimer.
Zwei ehemalige Angestellte des Büros, das für die Archivierung zuständig ist, beschreiben nun gegenüber «Politico», was das für eine Zusatzarbeit für sie bedeutet: «Es war wie ein Puzzle. Wir mussten alle Papierschnipsel mühsam wieder zusammenkleben», sagt Solomon Lartey.
Rund 30 Jahre arbeitete er unter verschiedenen Präsidenten und habe das so noch nie erlebt. Sein Kollege Reginald Young Jr. sagt, dass er zuerst an einen schlechten Scherz glaubte: «Ich fragte meinen Vorgesetzten, ob das ihr ernst sei. Wir verdienen immerhin mehr als 60'000 Dollar im Jahr (rund 59'000 Franken) und sollten uns vielleicht um wichtigere Dinge kümmern.»
Diese kuriose Geschichte kommt nun ans Licht, nachdem Lartey und Young Jr. vom Weissen Haus entlassen worden sind. Allerdings wollten sie mit «Politico» nur über die - ihrer Ansicht nach skandalösen - Umstände der Entlassung sprechen und hätten nicht vorgehabt, Trump irgendwie lächerlich zu machen. Als jedoch beide unabhängig voneinander diese Geschichte erzählten, wurde dies für das US-Magazin zum grossen Thema.