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Vor gut einem Jahr fuhr ein dreissigjähriger Autolenker kurz vor 19 Uhr über die Perollesbrücke Richtung Marly, ebenso ein Velofahrer. Der Radfahrer wollte gegen Ende der Brücke von der Radspur auf die Autofahrbahn einspuren, um nach links abzubiegen – die beiden Fahrzeuge berührten sich. Der Autofahrer bog daraufhin auch nach links ab und parkte sein Auto, um mit dem Velofahrer zu diskutieren. Dieser hielt an und hatte beim animierten Wortwechsel das Fahrrad zwischen den Beinen. Der Autolenker stiess den Velofahrer stark vor die Brust, dieser fiel hin und verlor kurz das Bewusstsein. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung. Laut dem universitären Zentrum für Rechtsmedizin der Westschweiz war er in Lebensgefahr; die Verletzung hätte schwere Auswirkungen haben können, wäre er nicht sehr rasch behandelt worden.
Bedingte Geldstrafe
Die Freiburger Staatsanwaltschaft verurteilt den Autofahrer deshalb wegen schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen, dies mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren. Dazu kommen eine Busse von 3600 Franken und Verfahrenskosten von knapp 5000 Franken. Im Strafbefehl schreibt Staatsanwalt Marc Bugnon, der Autolenker habe gewusst, dass die Möglichkeit gross sei, dass der Velofahrer bei einem Stoss umfalle: Erstens habe er sein Rad zwischen den Beinen gehalten und daher nicht ausweichen können. Zweitens sei der Autofahrer klar grösser und stärker als sein Opfer.
Wer verhielt sich falsch?
Die Untersuchungen konnten übrigens nicht eruieren, wer sich beim Verkehrsmanöver Ende der Brücke falsch verhalten hatte; in dieser Frage hat die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen eingestellt.