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Wir diskutierten gerade über die Renovierung seiner Villa, ein luxuriöses Haus im Retro-Stil, an den Ufern eines Sees, als der Kunde einen Katalog mit Whirlpools aus seiner Tasche zog. Der Katalog führte eine ziemlich grosse Auswahl an Produkten, die mittlerweile in den meisten Geschäften für Badartikel, Baubedarf oder Do-it-yourself-Märkten zu finden sind.
Der Architekt teilte uns mit, dass schon alleine das Hauptbadezimmer ein Luxusbauwerk darstellt: so gross wie ein herkömmliches Wohnzimmer, mit vier Fenstern auf drei Seiten und Blick auf den Garten und den nahe gelegenen See.
Der Hauseigentümer möchte sich eine solche Wanne aus dem Katalog in den Boden einbauen lassen. Das Badezimmer befindet sich im Erdgeschoss, direkt über dem Fundament, folglich wäre es kein Problem, ein Stück zu graben, um einen Untergrund für die Stützen zu finden.
Bis dahin alles gut. Danach zückte der Hauseigentümer ein paar Fotos hervor und zeigte sie dem Architekten; darauf zu sehen waren grosse Badewannen, die mit Mosaiken aus schwarzen und goldigen geometrischen Formen verkleidet waren. Wird der Architekt eine Möglichkeit finden, den Wunsch seines Kunden zu erfüllen?
Die Ratlosigkeit war dem jungen Architekten ins Gesicht geschrieben. Eine Badewanne aus Beton, wie auf dem Foto, und diese mit einem Mosaik verkleiden, ist eine Sache. Doch wenn es sich dabei um ein Industrieprodukt wie eine Kunststoff-Badewanne handelt, die extra mit einer spiegelglatten Oberfläche mit Antihaftbelag versehen ist, und dann darauf ein Mosaik anbringen, das ist eine komplett andere Geschichte.
Können wir dem Architekten helfen, den Ansprüchen des Kunden gerecht zu werden? Ihm seine Badewanne nach Wunsch zu gestalten? Ist es überhaupt möglich, das Innere einer Badewanne mit all ihren Kanten, Wölbungen, Schlitzen und den vielen Wasserdüsen mit einem Mosaik zu verkleiden, das auch gut und ohne Probleme haften bleibt?
So viel vorweg: Eine Lösung haben wir gefunden, auch wenn diese nicht exakt den Vorstellungen des Architekten und Hauseigentümers entsprach. Doch die Idee erwies sich als überzeugende Lösung. So sehr, dass sich der Hauseigentümer am Überlegen ist, die eigentliche Durchführung des Projekts uns zu übergeben.
In einem solchen Fall sollte man als erstes eine Aufzeichnung der Probleme erstellen.
Das Verkleiden eines einigermassen ebenflächigen Duschbodens, der auf einem Betongrund steht, ist keine grosse Sache. Es gibt einige Punkte, die man beachten muss (ein wichtiger Punkt ist das Einhalten der Neigung, damit das Wasser besser abfliessen kann), aber sonst gibt es eigentlich nichts Spezielles.
Doch hier haben wir das folgende Szenario:
Und genau bei diesem letzten Problem haben wir angefangen und versucht, eine Lösung zu finden.
Für die Anbringung eines Mosaiks auf einer glatten und wasserdichten Oberfläche wird normalerweise eine gewisse Technik angewandt, die im Italienischen „arriccio“ genannt wird. Mit dieser Technik wird die Oberfläche aufgeraut und für das Auftragen des Mörtels vorbereitet. In unserem Fall ist das ein Klebstoff auf Zementbasis mit speziellen Zusatzstoffen, die einerseits die Flexibilisierungs- und Hafteigenschaften erhöhen und anderseits die Umwelt nicht belasten.
Für die Technik „arriccio“ verwenden wir je nach Beschaffenheit der Oberfläche Spezialkleber; wenn der Kleber noch frisch ist – oder noch nicht ausgehärtet, wie wir es fachsprachlich nennen – verteilen wir darauf Bauschutt, wie zum Beispiel sehr grobkörniger Sand, sehr feiner Schotter oder Ähnliches.
In diesem Fall werden wir zuerst einen geeigneten „arriccio“ für die Oberfläche schaffen, noch bevor wir an die Anbringung des Mosaiks denken. Doch die Badewanne, die dem Kunden gefällt – wie übrigens alle gleichartigen Produkte – besteht aus einem sehr glatten Kunststoff und ist mit einem starken Antihaftbelag beschichtet.
Also stellt sich folgende Frage: Wo soll das Mosaik angebracht werden?
Die vorgeschlagene Lösung wird durch eine besonders günstige Voraussetzung ermöglicht.
Dieser Kunde ist nicht eine Person wie jede andere. Auf der einen Seite ist er höchst motiviert, das zu erreichen, was er will, auf der anderen Seite verfügt er über die nötigen finanziellen Mittel. Aus Datenschutzgründen geben wir natürlich keinerlei Details bekannt, die zur Identifizierung der Person beitragen könnten. Wir können aber sagen, dass das Geld für die Realisierung dieses Projekts nie eine Rolle gespielt hat. Im Gegenteil.
In Absprache mit dem Architekten haben wir uns dann entschieden, nicht mit der ursprünglichen Badewanne zu arbeiten, sondern eine Nachbildung aus Fiberglas anzufertigen.
Zusammen mit dem Architekten haben wir nach einem Unternehmen gesucht, das Manufakte aus Fiberglas herstellt. Nach dem Treffen mit der verantwortlichen Person, haben wir uns dann über die technischen Einzelheiten ausgetauscht. Unsere Aufgabe ist es nun, die Oberfläche mit unserem Mosaik zu verkleiden.
Greifen wir nochmals die drei oben beschriebenen Punkte auf. Den dritten Punkt haben wir gelöst, konzentrieren wir uns also auf den ersten: „Die Oberfläche ist sehr unregelmässig“.
Das Manufakt aus Fiberglas ist nichts anderes, als eine Quadratzentimeter um Quadratzentimeter genaue Nachbildung der Originaloberfläche. Und diese, wie wir bereits gesagt haben, hat eine sehr unregelmässige Beschaffenheit.
Ausserdem sind Unregelmässigkeiten in Bezug auf das Mosaik eine interessante Herausforderung: Aussparungen, Schlitze, Wölbungen, fliessende Kurven und schmale Kanten. Man könnte sie fast mit den Hautfalten eines prähistorischen Tieres vergleichen.
Folglich haben wir diese Herausforderung von zwei verschiedenen Gesichtspunkten angepackt:
Die Technik des Mosaiks blieb bis in die Hälfte des 19. Jahrhunderts grundsätzlich unverändert und wurde erst in den letzten 150 Jahren mit unterschiedlichen Varianten ergänzt.
Bei diesem Projekt haben wir fast alle davon angewandt.
Einige Stellen der Wanne, vor allem die Sitz- und Liegeflächen, eignen sich gut für die Realisierung mit der indirekten Methode. So können mit einigen technischen Massnahmen Mosaikteile realisiert werden, die vor Ort wie eine Art Puzzle eingesetzt werden können.
Bei anderen Stellen wird die direkte Methode, also die älteste Methode, angewandt; Oberflächen, die Kanten und Schlitze aufweisen, können nicht am Tisch simuliert werden, folglich müssen die Mosaiksteinchen direkt auf das Fiberglas der Wanne angebracht werden. Gleichzeitig muss der Verlauf der Arbeiten sowie die dekorativen Muster kontinuierlich überprüft werden.
Wie bereits erwähnt, darf das Mosaik nicht die kleinste Unebenheit aufweisen, andernfalls besteht das Risiko, dass sich der Badegast schneiden oder verletzen könnte oder dass er das unangenehme Gefühl von vorstehenden oder spitzigen Teilen auf seiner Haut verspürt.
Natürlich ist es nicht möglich, mit dem Mosaik dieselbe körperliche Wahrnehmung der totalen Glätte wie beim Original in Kunststoff zu erzeugen. Dies haben wir sowohl dem Architekten als auch seinem Kunden deutlich gemacht.
Doch dank der gekonnten Verwendung der „richtigen“ Materialien, die wir von unseren ausgewählten Lieferanten auf dem Markt ausgesucht haben und durch die Endbearbeitung des finalen Produkts mit einem speziellen Stuck gegen Wassererosion, erweist sich das Endprodukt angenehm bei Hautkontakt und garantiert zudem jahrelange Freude sowohl in Bezug auf den ästhetischen als auf den funktionellen Aspekt.
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