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Transit
Regie: Christian Petzold
Darst.: Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt, Sebastian Hülk, Emilie de Preissac, Antoine Oppenheim u.a.
Der Flüchtling Georg entgeht im von den Deutschen besetzten Paris der Verhaftung. Durch Zufall gelangt er in den Besitz der Papiere und eines Manuskripts des Schriftstellers Weidel, der sich in einem Hotelzimmer umgebracht hat. Georg flüchtet mit dem verletzten Kameraden Heinz im Güterzug nach Marseille; dieser stirbt auf der Reise. In Marseille überbringt Georg die Nachricht von Heinz’ Tod dessen gehörloser Frau Melissa und ihrem Sohn Driss, die wie viele andere illegal in der Hafenstadt leben. Georg freundet sich mit dem Jungen an und verbringt Zeit mit ihm. Als Georg die Papiere des verstorbenen Schriftstellers abgeben will, wird er vom mexikanischen Konsul für Weidel gehalten und erhält zwei Transitvisa, die für den Autor und seine Frau Marie bestimmt waren. Marie hatte sich von Weidel getrennt, will sich aber mit ihm versöhnen und Europa verlassen. Sie weiss nicht, dass er tot ist und wartet seit Wochen auf ihn. Mehrfach begegnen sich Georg und Marie flüchtig in der Stadt und irgendwann kommen sie sich näher … «Transit» – das ist der Titel von Anna Seghers 1944 erschienenem Roman über ihre Flucht vor den Nazis aus Paris 1941 nach dem Brückenkopf Marseille, wo sich alle treffen und hoffen, noch rechtzeitig eine Passage nach Übersee zu bekommen. «Transit» war das Lieblingsbuch von Christian Petzolds bestem Freund, dem 2014 verstorbenen Filmemacher Harun Farocki. Ihm hat er diese in eine seltsam unbestimmte Gegenwart verlegte Romanverfilmung gewidmet. An der diesjährigen Berlinale war er einer von vier deutschen Beiträgen im Hauptwettbewerb – der meist erwartete und von vielen favorisierte. Elmar Krekeler schrieb in Die Welt: «Dies ist kein Flüchtlingsfilm. Dies ist kein Heimatfilm. Ist es alles doch. Und natürlich mehr: Liebesfilm, Entwicklungsroman, Exkursion in ein tiefes Loch in der Geschichte. (…) Petzold bricht die Chronologien immer wieder. Gibt keine absoluten Sicherheiten. Menschen wissen Dinge, die sie nicht wissen dürften. Der Raum, den Petzold in Breitwand auf die Leinwand bringt, um den Figuren ganz nah zu kommen, ist ein vorsätzlich offener. (…) Stimmen aus dem Off befördern Filme gern ins Aus. Petzolds Off-Erzählung, die spät einsetzt, schiebt sich aber als zusätzliche Folie fabelhaft über alles, macht sie noch menschlicher, tiefer, gibt ihr Halt, hält sie aber auch auf Distanz, nimmt ihr den Anflug von Kitsch.»
Regisseur Christian Petzold musste seinen Besuch am 31. Mai zu unserem grossen Bedauern leider absagen.