Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03565.jsonl.gz/3475

Die letztern werden nach ihrer Lebensweise als ansässige und nomadisierende Tataren unterschieden.
Ihre Zahl wird geschätzt auf 1,200,000 im europäischen Rußland, 100,000 im Kaukasus und 70,000 in Sibirien; sie sind alle
Mohammedaner. Die Kasanschen Tataren haben durch ihre Vermischung mit Finnen und Russen ihren mongolischen Typus
mehrfach eingebüßt; sie zeichnen sich durch Nüchternheit, Gastfreiheit und Arbeitsamkeit aus, sind sehr begabt, können
alle lesen und schreiben und ernähren sich vorzugsweise durch den Handel; ihre Zahl wird auf 450,000 angegeben.
Die Krimschen Tataren werden in Steppen- und Bergtataren eingeteilt, von denen die erstern den mongolischen
Typus recht rein erhalten haben. Sie beschäftigen sich vorzugsweise mit Viehzucht,
[* 7] namentlich Schafhaltung; einige unter ihnen
bauen auch Tabak,
[* 8] Arbusen und Melonen. Der Reichtum der Bergtataren besteht in Frucht- und Obstgärten. Ihr häusliches Leben ist
durch Sauberkeit und Ordnungsliebe ausgezeichnet. Ihre Zahl wird auf 250,000 geschätzt. Die stark mit
Mongolen vermischten Nogaiischen Tataren oder Nogaier wohnen, 50,000 Seelen stark, zwischen dem Schwarzen und dem KaspischenMeer an den
FlüssenKuban, Kuma, Wolga und in der Krim.
[* 9] Die Sibirischen Tataren sind zum größten Teil ansässig, nur ein kleiner Teil nomadisiert.
Ein Hauptstamm derselben sind die Tureliner, aus denen man die eigentlichen Tataren und die nach
den von ihnen bewohnten Gegenden benannten Taraischen, Tobolskischen, Tjumenschen und Tomskischen Tataren unterscheidet.
Zum Teile leben sie in Städten und
¶