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Das Ensemble des Schulinternats Ringlikon besteht aus einem Schul- und Sportgebäude sowie einem terrassierten Wohn- und Verwaltungstrakt mit Innenhof; ein frühes und seltenes Beispiel eines Schülerheims in Form eines Terrassenhauses. Beide Gebäude sind durch unterschiedlich hohe horizontale Fenster- und Brüstungsbänder gegliedert. Der Terrassenbau der zwischen 1963 und 1966 nach den Plänen des Architekten Jakob Frei erstellten Anlage am nordöstlichen Siedlungsrand von Ringlikon schmiegt sich harmonisch an den steilen Südhang und weist wegen seiner inneren Geschlossenheit einen klösterlichen Charakter auf. Es verzahnt sich mit den Kammzinken-Anbauten mit der Umgebung und enthält im Innern einen terrassierten Garten. Das im Südosten durch ein Vordach angebundene Schul- und Sportgebäude übernimmt die Formensprache des Haupttraktes und hält durch seine niedrige Gebäudehöhe den Blick auf das Terrassenhaus frei.
Das Ensemble ist im Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und archäologischen Denkmäler von überkommunaler Bedeutung aufgeführt. Dies bedeutet, dass Veränderungen, Umbauten oder Neubauten im Nahbereich des Schutzobjektes auf dieses Rücksicht zu nehmen haben und es in seinem Schutzcharakter nicht beeinträchtigen dürfen. Nicht nur das Ensemble und seine äussere Erscheinung sondern auch die noch vorhandene Bausubstanz und Materialisierung im Innern sollen weitestgehend erhalten bleiben. Änderungen in der Grundrissstruktur der Wohntrakte sollen dem Schutzobjekt angemessen umgesetzt und möglichst minimal gehalten werden. Aus diesem Grund wird auf einen zusätzlichen Neubautrakt im Bereich der markanten Eingangsfront zugunsten des Ensembles verzichtet, damit der Blick auf die Anlage unverbaut bleibt. Die Erweiterung wird so ausgestaltet, dass die Gebäudetypologie des Wohn- und Verwaltungstrakts als Terrassenhaus erhalten bleibt. Die Gestaltung der neuen Bauteile folgt dem vorhandenen Konzept, indem die unterschiedlich hohen horizontalen Fenster- und Brüstungsbänder übernommen werden. Das Gebäude wird so erweitert, dass möglichst viel der geschützten Orginalsubstanz erhalten bleiben kann.
Die bestehende Anlage wird unter Wahrung der ursprünglichen Setzung durch gezielte Eingriffe und Anbauten den Nutzungsanforderungen entsprechend erweitert. Gleichzeitig gelingt es im Innern neben der Struktur auch die noch vorhandenen Oberflächen, insbesondere die Klinkerböden und die Schrankfronten, mehrheitlich zu erhalten. Die Grenze zwischen alt und neu soll dabei bewusst gezeigt werden, z. B. durch einen Wechsel der Verlegerichtung der zu ergänzenden Bodenbeläge. Im Gegensatz dazu treten die Auf- und Anbauten aussen bewusst nicht als eigenständige, additive Elemente in Erscheinung. Dadurch gelingt es ein einheitliches neues Ganzes zu schaffen, in welchem der Geist und die Qualitäten des Bestandes erhalten bleiben.