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Gedicht von Paul Celan
(Paul Celan, jüdischer Dichter, kannte den Schmerz, vertrieben zu sein aus seiner Heimat, gefangen und gefoltert zu sein im Konzentrationslager, alle seine Verwandten verloren zu haben. Er versuchte den Schmerz mit Worten greifbar und erträglich zu machen.)
Ein Knirschen von eisernen Schuhen im Kirschbaum.
Der schwärzliche Kuckuck
malt mit demantenem Sporn sein Bild an die Tore des Himmels.
Barhaupt ragt das Blattwerk der Reiter.
Im Schild trägt der dämmernde dein Lächeln,
genagelt ans stählerne Schweisstuch des Feindes.
Es ward ihm verheissen der Garten der Träumer
und Speere hält er bereit, dass die Rose sich ranke…
Unbeschuht aber kam durch die Luft, der am meisten dir gleichet,
eiserne Schuhe geschnallt an die schmächtigen Hände,
verschläft er die Schacht und den Sommer. Die Kirsche
blutet für ihn.
Paul Celan. Mohn und Gedächtnis
Johannes 17, 9
Ich bitte für sie. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein. Und mein göttlicher Glanz strahlt in ihnen.