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Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sprach vor 500 Studierenden der Universität Bern über nachhaltige Entwicklung. Dieses Jahrhundert müsse dem Frieden gehören, sagte er. Dafür könne man beten, aber man solle die Verantwortung nicht einem Gott abgeben, sondern sie selber übernehmen. So solle man zum Beispiel das Geld besser in Solaranlagen und andere nachhaltige Technologien investieren als in Waffen.
Der Dalai Lama betonte, wie wichtig die Bildung sei. Und diese müsse auch Ethik vermitteln. Und ein Bewusstsein für Zusammenhänge: Man müsse die Menschheit als Ganzes sehen, nicht die einzelnen Länder.
Das etwa 40minütige Referat verlangte von den Zuhörenden einiges an Konzentration, um das zuweilen eher undeutliche Englisch des Dalai Lama zu verstehen. Anschliessend konnten ausgewählte Studierende Fragen stellen. Einer wollte die Meinung des Dalai Lama zur Frage hören, ob an der Uni-Mensa weniger Fleisch angeboten werden solle. «Ganz klar», sagte dieser. Er erklärte, warum es besser sei, kein Fleisch zu essen. Aber es gebe bei ihm da einen Widerspruch: «Ich sage den Leuten, sie sollen sich vegetarisch ernähren, tue es selber aber nicht.»
Öfters lachte der 77Jährige während seinen Ausführungen, mehrmals hielt er dabei die Hand von Uni-Rektor Martin Täuber, der auf ausdrücklichen Wunsch des Dalai Lama neben ihm sass. Und er brachte den Saal auch mit Humor zum Lachen, etwa mit dem Satz: «Ich gehe morgen wieder, diese Probleme bleiben bei euch.»