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ks. Das Thema «Hexen» wurde nach den Frühlingsferien begonnen, bis zum Schuljahresende weitergeführt und mit einem Hexen-Theater abgeschlossen.
Die Eltern wurden vor den Frühlingsferien in einem Brief gebeten, den Kindern ein Buch und einen Rock mitzugeben, die dann verarbeitet und zerschnitten werden könnten. Aus dem Buch sollte ein Schatz- und Zauberbuch werden.
Eine Kindergärtnerin empfing ihre Kinder als Hexe verkleidet. Einige Kinder hatten Angst. Sie wussten nicht, was mit ihrer «alten» Kindergartenlehrerin passiert war. Sie waren erst wieder beruhigt, als diese sich zu erkennen gab. Der Kindergarten war mit Spinnennetzen und Spinnen «geschmückt», die Babyecke war ausgeräumt, es gab keine Puppen mehr zum Spielen, in einer Ecke lagen Röcke und Tücher zum Verkleiden. Die Kinder sollten laut Aussage der Kindergartenlehrerinnen «ganz in das Thema eintauchen». Alles wurde auf dieses Thema ausgerichtet. Die Arbeitsblätter, die Bastelarbeiten (Hexenbesen und Hexenhut), die Geschichte zum Vorlesen («Die kleine Hexe» von Ottfried Preussler). Die Kinder nannten sich nur noch rückwärts beim Namen (Peter – Retep, Simon – Nomis, …), lernten Nonsens-Sprüche (zur Silbentrennungsübung) und Zaubersprüche auswendig. Zum Geburtstag wurde gespielt, dass man dem Geburtstagskind eine Hexenpizza macht (mit Schlangen und Froschaugen belegt). Wenn beim Basteln ein Kind die Kindergartenlehrerin um eine Schere bittet, ist die Antwort: «Abrakadabra, hier ist die Schere!»
Nach den Ferien kam eine der Kindergartenlehrerinnen mit strohblonden (vorher dunkelbraunen) Haaren. Sie erzählte den Kindern: «In den Ferien war ich so im Stress, aber ich musste eigentlich unbedingt zum Coiffeur, Haare schneiden. Da traf ich die kleine Hexe und erzählte ihr von meinem Problem. Die kleine Hexe antwortetet: ‹Kein Problem, ich kann doch zaubern. Ich sage einen Zauberspruch, und schon sind deine Haare geschnitten.› Das hat sie dann auch gemacht. Da aber die kleine Hexe noch nicht so viel Übung beim Zaubern hat, hat sie sich vertan, und jetzt habe ich halt blonde Haare.» Statt des neuen Haarschnittes hat die Lehrerin nun blonde Haare. Das hat die Kinder sehr beschäftigt.
Der Kindergartenausflug wurde angekündigt als ein Besuch in einer «geheimnisvollen Hütte im Wald». Die Kinder wanderten in den Wald zu einer Hütte und fanden dort einen Zettel von der kleinen Hexe, dass sie eigentlich dort wohne, aber heute leider ausser Hause sei.
Für den Jahresabschluss übten die Kinder ein Hexen-Theater ein. Die kleine Hexe war unerlaubt auf die Walpurgisnacht gekommen, und jetzt überlegte der oberste Zauberer mit den anderen Hexen, wie sie sie dafür bestrafen könnten. Die Hexen hatten so einige Ideen:
Die Kräuterhexe: «Ich mache ihr einen ganz furchtbar grusigen Tee, den sie dann trinken muss.» Die Brennesselhexe: «Ich lasse sie barfuss durch die Brennesseln laufen.»
Andere Hexen: «Ich schlage ihr einen Stein auf den Kopf.» «Wir können die freche Kröte zur Strafe ein bisschen ins Feuer werfen.» «Gebt sie mir, und ich stecke sie bis an den Hals in ein Schlammloch.»
Die Kinder spielten einen Hexentanz mit Hexentrommeln, und es gab grüne Getränke und eingefärbte Lebensmittel.
Auswirkungen:
1. Die Kinder sollen einen inneren natürlichen Widerstand «durchbrechen», etwas kaputtzumachen, ein Buch oder ein Kleidungsstück zu zerschneiden.
2. Sie sollen «Schätze», besondere Dinge, in dem Buch verstecken (vor den Erwachsenen).
3. Die Kinder werden in eine irreale Welt eingeführt, die sie mit Zauber- und Hexensprüchen beeinflussen können sollen. Wenn sie vor ein Problem gestellt werden, wünschen sie sich plötzlich einen Zauberspruch.
4. Hexereien werden im kindlichen Erleben mit göttlichem Wirken auf eine Stufe gestellt: «Das mit der Hexe ist wie mit dem lieben Gott. Der kann einfach zaubern.»
5. Nach dem Vormittag mit der «Hexenpizza» waren die Kinder vollkommen durcheinander. Mütter schilderten, dass die Kinder völlig aufgedreht und «durch den Wind» nach Hause kamen.
6. Frauen, die irgendwie den Bildern von Hexen (markante Nasen, ältere Frauen, gebeugte Haltung) gleichen, werden als «Hexe» bezeichnet.
7. Frauen, die sich besonders mit Kräutern, Heilmitteln und Naturkunde auskennen, werden irgendwie im Gefühl mit Hexen gleichgestellt. Eine solche Diskriminierung wird schon im Kindergarten im Gefühl der Kinder gelegt. Später haben sie keinen inneren Widerstand, wenn Krieg gegen Naturvölker oder Völker mit Frauen mit besonderen Heilpraktiken geführt werden soll. •
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