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In den Bergen des Kantons Neuenburg begann man einmal Uhren zu machen. Immer grössere Teile der Bevölkerung arbeiteten deshalb, vor allem im Winter, an Uhrenteilen – schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Bald wurde die Uhrmacherei eine Ganzjahresbeschäftigung. Der Weiler La Chaux-de-Fonds wuchs. Es wurde ein gleichmässiges, rechtwinkliges Strassenraster angelegt: Geordnet und wohl organisiert – wie ein Uhrwerk.
Der Wohlstand blühte, er brachte 1860 die Eisenbahn und 1887 eine damals sehr fortschrittliche Wasserversorgung. Damit wurden in den meist drei- bis viergeschossigen Wohnhäusern auch die ersten WCs installiert. Die Gebäude sind hangparallel, von Südwesten nach Nordosten ausgerichtet und besitzen pro Etage zwei Wohnungen. Unter dem Sattel- oder Krüppelwalmdach befanden sich die Werkstätten der freischaffenden Uhrenmacher und Heimarbeiter, von aussen erkennbar an den zahlreichen Fenstern. Allmählich entstanden grössere Unternehmen, die sich in die Bauweise der Stadt einfügten: Ein langer Fabrikationstrakt mit grossen Fenstern wird an den Enden abgeschlossen mit einem Büro- oder Angestelltenwohnhaus auf der einen Seite und der Villa des Patrons auf der anderen.
Der Bau der Infrastruktur im 19. Jahrhundert widerspiegelt die damalige wirtschaftliche Bedeutung der Stadt. Sie erlebte aber auch immer wieder Schicksalsschläge. Diesen verdankt sie, dass viele der heute als Kostbarkeiten betrachteten Bauten überhaupt noch stehen. In Zeiten der Hochkonjunktur entstanden Hochhäuser, die heute keine besondere Augenweide im Stadtbild darstellen. La Chaux-de-Fonds ist heute eine Stadt, die einen zunächst «kühl» lässt, dann aber die Aufmerksamkeit packt und zu Entdeckungen einlädt.
Bild: Ville de La-Chaux-de-Fonds, A. Henchoz