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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Finanzierung der höheren Berufsbildung ist Sache der Kantone. Die Kantone haben eine interkantonale Fachschulvereinbarung abgeschlossen, welche u. a. die Beitragszahlungen für Studierende aus anderen Kantonen regelt.</p><p>Idee dieser Vereinbarung war es, den Berufsleuten einen möglichst freien Zugang zu Ausbildungen anzubieten (analog den Hochschulen und Fachhochschulen). Die Berufsleute sollten ihr Angebot nach ihren zeitlichen Möglichkeiten und den Kursprogrammen wählen können.</p><p>Die Fachschulvereinbarung bzw. die Liste, welche die Zahlungsbereitschaft der Kantone anzeigt, ist aber leider zu einer Liste der Ausnahmen und Spezialbewilligungen verkommen.</p><p>Der Zugang zu geeigneten Ausbildungen wird durch administrative Hürden stark erschwert. Die weiterbildungswilligen Personen werden gezwungen, Angebote im Wohnkanton unabhängig von der Eignung zu belegen oder einen hohen Zusatzbetrag für ein Angebot in einem anderen Kanton aus der eigenen Tasche zu bezahlen.</p><p>Ich bitte daher den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Wie fördert er die in Artikel 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes vorgesehene Zusammenarbeit zwischen den Kantonen?</p><p>2. Was kann er dazu beitragen, dass ähnliche Zugangsbedingungen entstehen wie bei den Hochschulen und Fachhochschulen?</p><p>3. Wie will er die Bereitschaft zur permanenten beruflichen Weiterbildung fördern, wenn die Kantone gegenseitig grosse administrative Hürden einbauen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Berufsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Alle Beteiligten tragen zur Finanzierung bei. Das gilt insbesondere für die höhere Berufsbildung, während in der Grundbildung die Kantone den aufseiten der öffentlichen Hand bedeutendsten Anteil übernehmen.</p><p>Gemäss den jährlichen Erhebungen des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie gibt die öffentliche Hand für die Berufsbildung zurzeit 3 Milliarden Franken aus. Vier Fünftel werden von den Kantonen getragen. Der durchschnittliche Anteil der höheren Berufsbildung entspricht zurzeit knapp 15,3 Prozent oder 480 Millionen Franken.</p><p>Die höhere Berufsbildung wird sehr unterschiedlich subventioniert. Viele Angebote sind selbsttragend. Bei den Subventionen variiert der Beitrag der öffentlichen Hand zwischen 10 Prozent für Vorbereitungskurse für eidgenössische Berufs- und Fachprüfungen bis zu 100 Prozent bei den Angeboten der höheren Fachschulen in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft.</p><p>Die Angebote der höheren Berufsbildung und der berufsorientierten Weiterbildung zeichnen sich dadurch aus, dass sie äusserst arbeitsmarktbezogen und gleichzeitig in hohem Masse regionalisiert sind. Die Nähe zum Wohnort oder Arbeitsplatz ist gemäss neusten Untersuchungen neben der Möglichkeit, die Ausbildung berufsbegleitend zu absolvieren, einer der Hauptgründe für die Angebotswahl.</p><p>Die interkantonale Fachschulvereinbarung (FSV) aus dem Jahr 1998 steht gegenwärtig in Revision. Angestrebt ist eine Vereinbarung über die interkantonale Finanzierung der ganzen höheren Berufsbildung.</p><p>Die FSV hat zum Ziel, den interkantonalen Austausch zu erleichtern. Es handelt sich um eine Positivliste, die in den letzten Jahren ständig ergänzt wurde. Es ist aber in der Tat so, dass die Kantone entscheiden, an welche ausserkantonalen Angebote sie Beiträge leisten ("A-la-carte-Prinzip").</p><p>1. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt sind daran, die historisch gewachsene und entsprechend unterschiedlich subventionierte höhere Berufsbildung auf neue Grundlagen zu stellen. Sie haben dazu die Arbeitsgruppe Masterplan höhere Berufsbildung gebildet. Ziel ist eine neue interkantonale Vereinbarung über die höhere Berufsbildung, durch die höchstmögliche Freizügigkeit sowie bestmögliche Transparenz über die Angebote geschaffen werden.</p><p>2. Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie hat zuhanden der Arbeitsgruppe Masterplan Studien in Auftrag gegeben, um die Motivationen der Studierenden und die Finanzflüsse zu klären. Diese Studien werden demnächst abgeschlossen. Voraussichtlich bis Ende Jahr werden die Grundlagen so weit geklärt sein, dass ein ausgewogenes und in seinen Konsequenzen absehbares Finanzierungssystem ins Auge gefasst werden kann. Über die Finanzierung soll auch eine sinnvolle Koordination der Angebote und der Anbieter gefördert werden.</p><p>3. Die erwähnten Massnahmen zur Positionierung und Finanzierung der höheren Berufsbildung zielen auf eine Stärkung dieses wichtigen Teils der Berufsbildung. Dazu dienen neben einer neuen, transparenten und chancengleichen Finanzierung und dem Abbau administrativer Hürden auch die laufenden inhaltlichen und strukturellen Reformen der höheren Fachschulen sowie der eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen.</p><p>Mit der höheren Berufsbildung verfügen wir über ein äusserst kostengünstiges, praxisnahes und arbeitsmarktbezogenes Bildungsangebot. Es leistet einen substanziellen Beitrag zur Deckung des Bedarfs an Fachkräften der Schweizer Wirtschaft. Mehr als die Hälfte aller jährlichen Tertiärabschlüsse der Schweiz erfolgen in diesem Bereich.</p>  Antwort des Bundesrates.