Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03307.jsonl.gz/1895

Eine Schachpartie endet spätestens mit «Schachmatt». Für Anfänger ist es nicht einfach, Mattbilder zu kreieren. Es ist wie in der Kunst: Man nimmt nicht einfach Farbe und Pinsel in die Hand und wird zum Picasso. Ich zeige dir mehrere Beispiele, wie du deinen Gegner Schachmatt stellst.
Keine Sorge, deinen Gegner schachmatt zu setzen, ist nicht so schwierig, wie ein kunstvolles Gemälde anzufertigen. Aber etwas Übung und Erfahrung ist schon nötig. Mit einem Schachmatt ist eine Schachpartie sofort beendet. Die Partei, welche «Matt» gesetzt wurde, hat verloren.
Was ist schachmatt?
Der König ist schachmatt, wenn er von einer gegnerischen Figur angegriffen wird (Schachgebot) und er sich diesem nicht mehr entziehen kann. Im vorherigen Kapitel habe ich drei Methoden vorgestellt, um ein «Schachgebot» zu entschärfen. Es wird dir helfen, wenn du diesen Artikel zuerst studierst.
Sollte ein König bedroht sein, also im Schach stehen, ist die Grundbedingung für ein Schachmatt erfüllt. Damit es sich aber nicht um ein gewöhnliches «Schach» sondern um «Schachmatt» handelt, müssen drei weitere Merkmale erfüllt sein:
- Der König hat kein sicheres Feld zum Wegziehen.
- Die schachbietende Figur kann weder vom König, noch von einer anderen Figur geschlagen werden.
- Es kann keine Figur zwischen den König und der schachbietenden Figur gezogen werden.
Merke dir, dass der König beim Schachspiel nie geschlagen wird. Wenn du das in Filmen schon gesehen hast, vergiss es. Es ist falsch. Das Wort «Schachmatt» stammt ursprünglich aus dem persischen «schāh māt» und bedeutet frei übersetzt «Der König ist hilflos».
Schachmatt signalisiert also, dass der Monarch im nächsten Zug automatisch geschlagen werden würde. Diese Demütigung bleibt dem König aber erspart. Wenn du in hoffnungsloser Lage bist, darfst du beim Schachspiel aufgeben. Bei Profis endet fast keine Partie mit dem Schachmatt.
Ein Sportsmann reicht beim Aufgeben seinem Gegner immer die Hand und gratuliert ihm zu Sieg. Japaner machen es so: Sie nehmen ihren König, stellen ihn vor den Gegnerischen und verneigen ihn. Ich finde diese Geste wunderschön. Das scheint aber nur in Japan verbreitet zu sein. Zurück zum Schachmatt.
Wie setzt man Schachmatt?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Prinzipiell steigt die Wahrscheinlichkeit eines «Schachmatts», wenn der König am Rande steht. Dort hat er weniger Fluchtmöglichkeiten. Trotzdem sucht sich der König oftmals Schutz in der Nähe einer Ecke. Warum?
Es ist oftmals entscheidend, wie viele Figuren am Angriff teilnehmen. Ist der König in einer Ecke, dauert es für den Angreifer wesentlich länger, um die Einheiten zu mobilisieren.
Viele Mattbilder geschehen, wenn eine Seite im Partieverlauf Figuren gewonnen hat. Ist man figurenmässig in der Überzahl, kann man in der Regel den Sieg erzwingen. Die Analogie zum Krieg ist in diesem Fall nicht übersehbar. Bei Topspielern reicht oftmals schon ein Mehrbauer aus, um zu obsiegen.
Es würde den Umfang dieses Anfängerkurses übersteigen, konkrete Mattführungen zu demonstrieren. Einige Beispiele (siehe unten) reichen für den Einstieg aus. Falls du tiefer in die Materie eintauchen willst, solltest du mit geeigneten Lehrmitteln arbeiten.
„Das Schachbuch für Einsteiger“ wurde vom renommierten Schachgrossmeister Klaus...
Mit der Stappenmethode Stufe 1 können die Schachregeln ohne Vorkenntnisse gelernt...
Praktische Beispiele
Ein klassisches Beispiel: Eine Situation mit Dame + König gegen den nackten König ist bei korrektem Spiel gewonnen und endet mit Schachmatt.
Der schwarze König steht am Rand und kann nicht auf ein sicheres Feld fliehen. Zudem darf der schwarze König die weisse Dame nicht fressen, da diese vom weissen Monarchen gedeckt ist. Ein typisches Beispiel in Endspielbüchern ist das Mattsetzen mit zwei Läufern:
Viele Mattbilder entstehen, indem man den gegnerischen König in eine Ecke drängt. Der weisse König verhindert, dass Schwarz mit dem König auf das Feld h7 ziehen kann. Im obigen Fall hat Schwarz keine Figuren mehr. Deshalb getraut sich der weisse König in den Angriff.
Das solltest du nur im Endspiel machen. Ist die gegnerische Dame noch auf dem Brett, lässt du den König besser in Sicherheit. Wird der König bereits Anfang einer Partie aktiv, ist er eine leichte Beute für die gegnerischen Streitmächte. Die gegnerische Dame ist im Königreich gefürchtet:
Die Dame bietet Schach und wird gleichzeitig vom Läufer auf d3 gedeckt. Somit darf der schwarze König die weisse Dame nicht schlagen. Ein Dazwischenziehen einer anderen Figur ist hier offensichtlich nicht möglich, da die Dame direkt vor dem König positioniert wurde.
Der schwarze Läufer auf f8 und der Bauer auf f7 erweisen ihrem Chef in dieser Stellung einen Bärendienst. Ihre Anwesenheit sorgt dafür, dass der König nicht fliehen kann. Zum Abschluss zeige ich dir eine hübsche Mattkombination von Schachweltmeister Magnus Carlsen:
Magnus Carlsen setzt Matt
Mit dem folgenden Quiz kannst du dein Wissen testen! Zudem lernst du neue Schachmatt Techniken kennen. Aber mach dir keine Sorge, falls es am Anfang noch nicht richtig klappt. Schachmatt zu setzen, ist eine Frage der Übung bzw. Erfahrung.