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Bei der Aloe-Pflanze gibt es immer wieder Unklarheiten darüber, welche Pflanzenteile genutzt werden.
Unterschieden werden müssen zwei verschiedene Produkte:
1. Eingetrockneter „Aloesaft“
„Der Gattungsname Aloe, lateinisch und griechisch belegt, wird mit „berühmt für Ihre Bitterkeit“ übersetzt. Die Bitterkeit ist auf den gelben „Aloesaft“ zurückzuführen, der aus den fleischigen Blättern ausläuft, wenn man sie am Blattgrund abschneidet und schräg lagert. Pro Blatt fließen 5 bis 10 g Saft ab. Dieser erstarrt beim Trocknen zu einer harten, tiefbraunen, undurchsichtigen Masse, die, als ‚Aloe’ bezeichnet, arzneilich verwendet wird.“
Für die Gewinnung dieses Produktes werden zwei Aloe-Arten genutzt, die Echte Aloe (Aloe vera, Syn. Aloe barbadensis) und die Kap-Aloe (Aloe ferox).
Der eingetrocknete Aloe-Saft kommt als Arzneimittel in den Handel und zeigt eine drastische Wirkung als Abführmittel bei Verstopfung.
Dabei kann Aloe auch unerwünschte Nebenwirkungen auslösen. Deshalb wird sie kaum mehr als Abfühmittel eingesetzt, ist aber Bestandteil von Schwedenkräutern / Schwedenbitter.
Für die abführende Wirkung des eingetrockneten Aloe-Saftes sind Anthranoide (Aloin) zuständig.
2. Aloe-Gel
„Genutzt wird auch das Wasserspeichergewebe der Blätter der Echten Aloe. Es besteht aus dünnwandigen Zellen, in denen das Wasser in Form eines Schleims gehalten wird. Dieses schleimige Parenchym, als Aloe-vera-Gel bezeichnet, wird durch „Filetieren“ der Blätter gewonnen. Dabei wird zunächst das Blatt an der Basis und an der Spitze quer abgeschnitten und dann das Gel wie ein Filet herausgeschnitten. Die Filets werden gewaschen, um sie von Resten des bitteren Blattsafts zu befreien, und dann zu einem naturtrüben Saft verarbeitet. Gehandelt werden auch aufkonzentrierte Saftprodukte in Form von Trockenkonzentraten oder auch die frischen Filets selbst, zerkleinert als Würfel. Die Aloe-vera-Gel-Produkte werden sowohl als Saft innerlich eingenommen als auch zur äußeren Anwendung in Kosmetika eingearbeitet. Volkstümlich umgibt das Aloe-vera-Gel die Aura eines Allerheilmittels.“
Aloe-Gel ist nicht als Arzneimittel im Handel. Diese Produkte sind als Kosmetika zugelassen, was zu sehr grossen Qualitätsunterschieden führt. Aloe-Gel wird eingesetzt zur Wundheilung und gegen Hautentzündungen, zum Beispiel bei Sonnenbrand.
Quelle der Zitate:
http://www.koop-phyto.org/arzneipflanzenlexikon/aloe.php
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
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