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Auf den nördlichen Inseln der Bahamas sind inzwischen Dutzende Leichen geborgen worden. Zudem wurden 3500 notleidende Personen auf die bevölkerungsreichste Insel New Providence evakuiert. Da ein Grossteil der Infrastruktur zerstört ist, konnte in den ersten Tagen Hilfe nur per Kleinflugzeug oder Helikopter in die betroffenen Gebiete gebracht werden. Beteiligt an dieser Luftbrücke waren auch Freizeitpiloten mit ihren privaten Flugzeugen. Einer von ihnen ist Tobias Mühlhofer.
Tobias Mühlhofer
Ökonom und Pilot
Der Österreicher Tobias Mühlhofer ist Pilot und Professor an der Miami University.
SRF News: Welche Hilfsgüter hatten Sie dabei?
Tobias Mühlhofer: Unverderbliche Esswaren wie Konservendosen, getrocknete Nudeln und ähnliches. Ansonsten Hygieneartikel wie Zahnpasta, Toiletten- und Küchenpapier.
Sie haben diese Güter im Auftrag der Organisation Aerobridge ins Krisengebiet geflogen, bei der sie auch Mitglied sind. Welche Hilfe leistet Aerobridge derzeit auf den Bahamas?
Wir können schneller reagieren als grosse Hilfsorganisationen. Sie können später zwar viel mehr Güter transportieren, sie brauchen aber viel länger bis alles angelaufen ist. In den ersten paar Tagen kann man sehr viel ausrichten, wenn lokale Flugzeugbesitzer und Piloten ihre Flieger bis zum Dach mit Hilfsgütern auffüllen. Ich selbst konnte etwa 200 Kilogramm Hilfsgüter mitnehmen.
In welchem Zustand haben Sie den Flughafen in Marsh Harbour angetroffen?
Die Piste und Rollfelder waren in einwandfreiem Zustand. Man muss sich aber vor Augen halten, dass der Flughafen zwei, drei Tage vorher noch unter Wasser stand. Es dürfte jede Menge Schlamm auf der Piste gewesen sein. Es wurde offensichtlich viel gearbeitet, um sie wieder frei zu machen. Die Gebäude am Flugplatz waren sehr mitgenommen. Die Metallträger am Hangar waren verbogen wie ein Lötdraht. Der Hurrikan hat deutliche Spuren hinterlassen.
Wie war die Organisation auf dem Flugplatz?
Auf dem Rollfeld gab es einen Mann, der an sich für die Sicherheit zuständig war – interessanterweise ein Polizist aus dem US-Bundesstaat Arkansas. Er kümmerte sich quasi um alles; er wies die Flieger auf die Parkpositionen ein und versuchte, die Piloten vor Ort mit den Hilfsorganisationen in Verbindung zu bringen, damit die Güter dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden. Dann gab es nur noch einen lokalen Zöllner. Dazu kamen Mitarbeiter der Hilfsorganisationen. Das war sozusagen das Personal vor Ort.
Das Gespräch führte Matthias Kündig.