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Datum: 17. August 2016 Süsswaren sind keine Ursache für Übergewicht Eine Auswertung von zwischen 1990 und 2015 erhobenen wissenschaftlichen Publikationen zeigt, dass Süsswaren nicht ursächlich sind für ein erhöhtes Körpergewicht. von Urs Furrer, Co-Geschäftsführer Föderation schweizerischer Nahrungsmittel-Industrien fial Teilen Newsletter Input group with success Ihre E-Mail-Adresse Δ Um die Fettleibigkeit insbesondere im Kindesalter zu bekämpfen, fordert die Weltgesundheitsorganisation WHO verschiedene Massnahmen wie zum Beispiel die Einschränkung des Marketings von an Kinder gerichteten Lebensmitteln. Häufig stehen dabei Süsswaren auf der Anklagebank. Deshalb gibt es verschiedene Reformulierungs-Bestrebungen mit dem Ziel der Senkung des Zuckergehalts in Lebensmitteln. In einigen Ländern – und inzwischen auch bei uns auf kantonaler Ebene – wird mittlerweile sogar über die Notwendigkeit von Zuckersteuern diskutiert. Süsswaren keine Ursache für erhöhtes Übergewicht Hinter die gängige Annahme, dass Süsswaren bei Kindern und Jugendlichen zu Übergewicht führen, muss nach einer Auswertung vorhandener Daten ein Fragezeichen gesetzt werden. Eine kürzlich publizierte, von der Universität Melbourne zusammen mit dem Royal Children’s Hospital Melbourne durchgeführte systematische Auswertung von zwischen 1990 und 2015 erschienenen Publikationen zeigt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem Süsswarenkonsum und dem Übergewicht oder Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Entgegen der Arbeitshypothese nehmen adipöse und übergewichtige Kinder sogar weniger Süsswaren zu sich als normalgewichtige. Als mögliche Erklärung für das geringere Körpergewicht bei einem höheren Verzehr von Süssigkeiten wird angeführt, dass der relativ hohe Zuckeranteil in diesen Lebensmitteln zu einer geringeren Fettzufuhr führt. Denkbar wäre aber auch, dass übergewichtige Kinder deshalb weniger Süsswaren konsumieren, weil sie oder ihre Eltern denken, dass Süssigkeiten der Grund für die Gewichtsprobleme sind. Es gibt keine «guten» und «schlechten» Lebensmittel Übergewicht und starkes Übergewicht (Adipositas) sind neben genetischen und soziodemographischen Faktoren zur Hauptsache auf eine unausgewogene Ernährung und auf zu geringe körperliche Betätigung zurückzuführen. Der Bewegungsmangel gilt als eine der wichtigsten Ursachen für Übergewicht und Adipositas. Lebensmittel in «gut» und «schlecht» einzuteilen, wäre deshalb ein falscher Ansatz. Es gibt keine guten oder schlechten Lebensmittel, sondern nur eine gute oder schlechte Ernährungsweise respektive einen mehr oder weniger gesunden Lebensstil mit einem besseren oder schlechteren Bewegungsverhalten. Industrie nimmt Verantwortung wahr Die Schweizer Nahrungsmittel-Industrie ist sich ihrer Verantwortung gegenüber Kindern, an deren Fähigkeit zur Wahrnehmung der Selbstverantwortung nicht der für Erwachsene geltende Massstab gelegt werden kann, bewusst. Wie in der EU haben sich auch in der Schweiz Lebensmittelhersteller und -verteiler zu einer «Swiss Pledge» Gruppe zusammengeschlossen und Richtlinien für einen freiwilligen Verzicht auf an Kinder gerichtete Werbung definiert. Ferner setzt sich die Schweizer Nahrungsmittel-Industrie für die Ernährungserziehung ein. Die Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial) unterstrich dies durch ihr langjähriges Engagement bei der Erstellung der NUTRIKID-Unterrichtsmodule. Diese erlauben es Schülerinnen und Schülern, auf spielerische Weise ein Bewusstsein für Zusammenhänge rund um die Ernährung zu entwickeln. Die Module sind seit Anfang dieses Jahres für interessierte Fach- und Lehrpersonen auf Deutsch, Französisch und Italienisch kostenlos auf der Website der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE erhältlich. Mit der Veröffentlichung der Module konnte das Engagement der fial für dieses Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Mit gutem Beispiel vorangehen Die Schweizer Nahrungsmittel-Industrie nimmt ihre Verantwortung wahr. Sie appelliert aber an Eltern, Lehrkräfte und Betreuende, auch ihre Verantwortung verstärkt wahrzunehmen und in ihrem Einflussbereich alles zu tun, um Kindern und Jugendlichen vorzuleben, dass eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung Voraussetzungen für eine gute Gesundheit sind.