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Strecke: Münchensteinerstrasse - Neuewelt (1902)
Die Bauarbeiten für die Tramstrecke nach Dornach begannen am 27.02.1902, am 6. Oktober des gleichen Jahres wurde bereits der Betrieb aufgenommen. Die enge Münchensteinerbrücke war zunächst einspurig. Nach diesem Engpass zweigte die Dornacherlinie in die Münchensteinerstrasse ab. 1912 wurde übrigens dieser Abschnitt bis zur Einmündung Reinacherstrasse auf einen eigenen Bahnkörper von der Stasse weg verlegt. Die weitere Strecke war bis zur Bahnkreuzung (Industriegeleise Dreispitz) doppelspurig. Ab Dreispitz, nun auf Landschäftler Boden, verlief die Strecke zum Ruchfeld bis 1906 einspurig. Hier entstand im folgenden Jahr die Verzweigung Richtung Reinach - Aesch. Ab Ruchfeld verlief die Einspurstrecke dem Abhang des Birstals entlang zum Talboden hinunter, unterquerte in einem engen Durchlass die Jurabahn und erreichte die Haltestelle Neue Welt. Die Bahnunterführung wurde 1922 stark verbreitert und die ganze Strecke bis zur Neuen Welt doppelspurig. Am 19.03.1941 ereignete sich im Bereich der Weiche 285 ein schweres Tramunglück: Ein vorausfahrender Depotzug hatte es vorschriftswidrig unterlassen, die Weiche manuell zurückzustellen. Der stadtauswärts fahrende Tramzug der Linie 11 mit dem schweren Vierachser 450 (heute historisches Fahrzeug) mit B4 451 gelangte daudurch ins abzweigende Gleis. Ein mit relativ hoher Geschwindigkeit entgegenkommender stadtwärts fahrender Eilzug der BEB (mit Be 2/3 3 und B3 23) prallte ungebremst frontal gegen den schweren BVB-Motorwagen. Die heftige Frontalkollision kostete einem Banklehrling aus Dornach das Leben, vier Personen wurden schwer verletzt, gegen 40 leicht. Der BEB-Motorwagen erlitt Totalschaden.
1980 wurde der gesamte Streckenabschnitt zwischen Ruchfeld und Neuewelt auf eine Stahlbetonbrücke entlang der SBB-Linie verlegt, die Eröffnung war am 26.8.1980.
Zwischen der Reinacherstrasse und dem Wolfgottesacker ist im Haltestellenplan von 1902 eine zusätzliche Haltestelle "Wolf" eingezeichnte, 1911 ist sie bereits wieder verschwunden. Die Haltestelle "Reinacherstrasse" existierte etwa bis 1930.
Depot Dreispitz
Nach der 1914 erfolgten Erwerbung eines der Christoph Merian Stiftung gehörenden Landkomplexes bewilligte der Grosse Rat den Kredit zum Bau des neuen Depots beim Wolfgottesacker. Architekt war der bekannte Hans Bernoulli (1867 - 1959). Die hölzerne, elegante Dachkonstruktion im Innern des 1916 eröffneten Depots gilt als Sehenswürdigkeit und steht unter Denkmalschutz. Die Wagenhalle blieb bis heute weitgehend unverändert. Die Geleiseanlagen vor dem Depot wurden 1931 und 1948 erweitert. Hinter dem Depot wurde 1950 die Oberbauwerkstätte erstellt.
Im Dezember 1969 erwarben die BVB von den Erben des Alt-Kreiskommandanten Albert Wellauer die Parzelle V/1477 (986 m2) mitsamt dem Einfamilienhaus Münchensteinerstrasse 91 zum Preis von Fr. 150‘000.-. Im Laufe des Jahres 1970 wurden auf dem Areal 200 m Abstellgleise gebaut und die Villa später saniert. Darin sind heute die Büros der Oberbauabteilung untergebracht. "Der Wellauer" wurde nicht zuletzt im Hinblick auf eine vorgesehene Unterkellerung des Depots Dreispitz (zur Gewinnung von 1500 m zusätzlichen Abstellgleisen) erworben. Im Frühjahr 2000 wurde die Weiche 7, welche die drei Abstellgeleise mit der Stammstrecke verband, ausgebaut, die Fahrleitung entfernt und die Abstellanlage somit stillgelegt (Info D. Madörin).
Dieses Foto entstand vermutlich 1916 und zeigt das im gleichen Jahr eröffnete Depot Dreispitz. Besonders interessant ist ein auf dem Originalbild gut sichtbares Balkensignal (projiziert in den Dachbereich über dem ersten Depotgleis). Bild aus Fotoarchiv BVB.

||Die Verzweigung Ruchfeld in einer Aufnahme von 1910: Von Basel her kommend ist die Tramstrecke doppelspurig und verweigt sich hier nach links Richtung Dornach und geradeaus Richtung Aesch. Im Vordergrund die Weiche 403 des rechsläufigen Gleiswechsels. Die Strasse ist ungepflastert, und die Kinder auf dem Bid machen einen eher ärmlichen Eindruck (Foto aus der Heimatkunde Münchenstein, 1995).