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Die vorliegende Publikation kann als eine Bestandesaufnahme der aktuellen interdisziplinären Diskussion um Fragen der Frauen- und Geschlechtergeschichte gelesen werden. Die Bandbreite der Themen reicht von der frühen Neuzeit über das 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Allen gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit der Kategorie Geschlecht und den Geschlechterverhältnissen. Obrigkeitliche Verschleierungsgebote, höfische Tänze, Haarzöpfe, Prinzessinnenfarben, Geschlechterrollen in der Ehe, Berufszölibate, Männermagazine in Radioprogrammen, Geschlechterimplikationen in Fotoreportagen und Abstimmungsfilmen zur AHV — diese Stichworte verweisen auf die inhaltliche und methodische Vielfalt der Beiträge und der untersuchten Quellenbestände.
Noch vor dreissig Jahren konnte Regina Wecker konstatieren, dass die Wirtschaftsgeschichte des 19. Jahrhunderts so geschrieben worden sei, «als habe es die Frauen nicht gegeben, oder als haben sie zumindest im Wirtschaftsleben keine Rolle gespielt». Dass sich dies mit der Etablierung und Institutionalisierung der Geschlechtergeschichte und der Gender Studies an den Universitäten inzwischen geändert hat, ist nicht zuletzt dem unermüdlichen Engagement der Basler Professorin zu verdanken.