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Erotikdrama
Thailand 2012
Alternative Titel Jandara: The Beginning; Jan Dara pathommabot; จันดารา ปฐมบท
Regie
M.L. Pundhevanop Dhewakul
Darsteller Mario Maurer, Jullian Poupart, Sakarat Lerkthamrong, Bongkot Khongmalai, Sawika Chaidej,
Ratha Phongam, Sho Nishino, Rudklao Amratisha, Nat Thephassadin Na Ayuddhaya, Chudapha Chantakett
Länge 136 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 16
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
©
Text Marco, molodezhnaja 5.5.2013
© Bilder Shamongkolfilm, Screenshots molodezhnaja
STORY
1915 wird ein Bub in einem aristokratischen Anwesen in Bangkok geboren. Dabei stirbt jedoch seine Mutter, was den Vater Luang Wisnan (Sakarat Lerkthamrong) dazu bewegt, das Baby zu verfluchen und auf den Namen Janrai zu taufen - Abschaum. Tante Wad (Bongkot Khongmalai), eine Cousine der verstorbenen Mutter, übernimmt die Pflege des Kindes, während die mächtige Grossmutter für seinen Schutz sorgt. Doch als sie nach Amerika reist, beginnt Vater Luang eine Intrige. Er bringt alle Angestellten des Anwesens mit seiner Überzeugungskraft und seiner Virilität auf seine Seite, so dass er sich ungestört Tante Wad annehmen kann. Die beiden heiraten. Jan wächst gepeinigt auf. Auch als Teenager muss Jan (Mario Maurer) die Beleidigungen seines Vaters und seiner Halbschwester Kaew (Sho Nishino) erdulden. Nur Tante Wad und der Bediensteten-Sohn Ken (Chayapol "Jullian" Poupart) halten zu ihm. Letzterer ist es auch, der Jan in die Freuden der Sexualität einführt. Bevor Jan diese bei dem Schulmädchen Hyacinth (Pinky Savika) anwenden kann, taucht die vornehme Lady Boonleung (Rhatha Phongam), die Geliebte des Vaters, im Haus auf - und sorgt für Verwirrungen aller Art.
REVIEW
Usana Plerngtham erotischer Roman "Jan Dara" wurde schon im Jahr 2001 unter dem Titel Jan Dara verfilmt, von einem namhaften Regisseur und ebensolcher Besetzung. Doch angeblich war die Umsetzung nicht nahe genug am Roman, deswegen versucht M.L. Pundhevanop Dhewakul einen Neustart mit einer zweiteiligen Verfilmung. Der Regisseur hat bereits 2010 mit "Eternity" einen Romanklassiker auf die Leinwand gebracht und ein Jahr später mit "At the Gate of the Ghost" ein Werk vorgelegt, das inspiriert war von Akira Kurosawas "Rashomon". Der Mann mag die Klassiker, keine Frage. Bei "Jan Dara: The Beginning" setzt er auf eine edle Inszenierung, der Vorlage angebracht, doch das ist nicht sein wichtigstes Ziel. Das bleibt der Sex.
Den gibts hier alle paar Minuten, Männer und Frauen komplett nackt, die weiblichen Nippel bei Bedarf noch mit einer pinken Farbe zusätzlich akzentuiert oder hervorgehoben, wenn die restlichen Bilder in Schwarzweiss wechseln. Da hat jemand klar einen Brustfetisch. Und die Schauspielerinnen um Bongkot Khongmalai und die Sexfilmschauspielerin Sho Nishino sind auch bereit, alles zu geben und sich ins rechte Licht rücken zu lassen. Spannender indes ist die Besetzung der männlichen Hauptrolle: Mit Mario Maurer (Love of Siam, A Crazy Little Thing Called Love) trat der vielleicht bekannteste Jungstar Thailands an, wohl deswegen, weil Dhewakul ihn bereits für "Eternity" gecastet hatte. Maurer ist nicht gerade bekannt dafür, die Hüllen fallen zu lassen, und er tut es auch nicht gerade oft.
Das fällt eher auf den attraktiven aber ständig etwas zu nervig grinsenden Chayapol "Jullian" Poupart, der sein Sixpack sich bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit entblösst, und viele andere Teile seines Körpers ebenso. Maurer jedoch bleibt meistens angezogen, wohl um seine weibliche Fangemeinde nicht zu sehr zu schocken. Macht aber nichts, denn vom Plot her passt es ganz gut, dass er bei dieser sexuellen Dekadenz zwar mitmischelt, aber seine Schüchternheit bewahrt. Es sind auch nicht die Schauspieler, die für die Fehler von "Jan Dara: The Beginning" verantwortlich sind. Khongmalais Erzählstimme mag einschläfernd langweilig sein, Maurer mag hier zu zurückhaltend und passiv spielen, aber insgesamt agiert das Ensemble ganz ok. Es ist eher M.L. Pundhevanop Dhewakul, der Fehlentscheidungen traf.
So ist sein Film deutlich zu lang und auf Dauer auch langweilig. Dann will der Sex nur selten prickeln, am Anfang noch mehr, später gar nicht mehr. Nackte Leiber alleine sorgen eben nicht auf Knopfdruck für Sinnlichkeit. Zumal hier die meisten Männer schon im Alltag oben ohne Herumlaufen und jede Figur ständig am Schwitzen ist. Das sorgt für eine schwüle Atmosphäre, die bereits aufgeladen ist mit Sex, und das eigentliche Entladen fast schon banal machen. Besagte Atmosphäre kommt ganz gut, wirkt in Dhewakuls Händen aber etwas steril. Viele Sepia- und Brauntöne, viele schöne Bauten, aber nur wenig richtiges Leben.
Und dann der Plot. Die Romanvorlage ist ja vielleicht gut, das kann ich nicht beurteilen, doch das Drehbuch kommt daher wie eine erotische Seifenoper, bei der man wenig Emotionen in die Figuren investiert und die Ereignisse aus der Distanz beobachtet. Mal sind die Sexszenen schön, mal ein Bild aus dem Dschungel, mal eine Strasse mit chinesischen Lichtern. Aber nie ist das ganze Konstrukt richtig fesselnd, sind die Emotionen überwältigend. "Jan Dara: The Beginning" lodert nur auf Sparflamme - und vergisst dabei etliche Nebenhandlungen, die ins Nichts laufen. Lady Boonleung und ihr Sohn? Moslem-Girl Hyacinth? Ihre Handlungsstränge verpuffen gegen Ende.
Es ist nie und nimmer ein schlechter Film,
dazu sind die Schauwerte zu gut, ist die angepeilte Edel-Erotik ja noch
sehenswert und lassen die kurzen Muay-Thai-Szenen, die immerhin Panna Rittikai
choreografiert hat, kurz aufhorchen. Aber mehr Mut, mehr Witz, mehr
Leidenschaft, mehr Energie: Irgendwas hätte noch hineinmüssen in dieses
aufgeblasene Filmchen. Hoffen wir, dass die Fortsetzung "Jan Dara: The Finale"
(die eher die im 2001er-Jan
Dara abgehandelte Story abdeckt) auch hält, was sie verspricht, denn
die Jünglinge Jan und Ken fahren am Ende von "The Beginning" mit dem Zug in die
Welt hinaus. Anzunehmen, dass sie da vor allem wieder auf schöne Frauen stossen
werden ...
MEINE
DVD
Hongkong, Code 0, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Thai 2.0 mit englischen Untertiteln.
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