Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03540.jsonl.gz/510

Die Zahl der Asylgesuche in der Schweiz ist im letzten Jahr deutlich unter den Erwartungen geblieben. Das Staatsekretariat für Migration (SEM) rechnet jedoch mittelfristig wegen der Corona-Pandemie wieder mit steigenden Zahlen.
Im letzten Jahr seien gut 11'000 Asylgesuche in der Schweiz gestellt worden, wie Mario Gattiker, Staatssekretär im Bundesamt für Migration, in einem Interview mit dem «Blick» sagte. Das SEM war Anfang letzten Jahres von 15'000 bis 16'000 Gesuchen ausgegangen.
Dank der tieferen Zahlen habe das SEM im Asylbereich gegenüber dem Budget 2020 ungefähr 160 Millionen Franken eingespart. Es sei davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie sich weiter auf die Asylmigration auswirken werde. «Mittelfristig müssen wir von einer deutlichen Zunahme der Asylzahlen in Europa ausgehen», so Gattiker.
Wegen der Corona-Pandemie habe sich die Wirtschaft in vielen Regionen abgeschwächt. Wegen der daraus resultierenden innenpolitischen Spannungen dürfte es vermehrt zu Abwanderungen kommen, was die Asylzahlen nach oben treibe.
Das SEM sei mit dieser Einschätzung nicht allein. Zahlreiche internationale Organisationen, die im Asylbereich tätig seien, rechneten mit einer Zunahme der Zahlen nach dem Ende der Pandemie. Wie gross diese ausfallen werde, sei heute schwierig abzuschätzen. Die Schweiz müsse sich darauf gut vorbereiten. (sda)