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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Viertes Buch
10. Des Sohnes Vorzug schmälert in keiner Weise den Vater.
[Forts. v. [S. 179] ] Wenn wir jetzt darangehen, von der ganz einzigen Erhabenheit und der vollgültigen Göttlichkeit des Gottessohnes zu sprechen, so wird, wie wir glauben, niemand der Meinung sein, jede einzelne Sprechweise, deren wir uns bedienen, ziele auf eine Schmähung des Vaters ab, als ob seine Erhabenheit Verlust erleide, wenn etwas davon auf den Sohn bezogen wird, da doch vielmehr des Sohnes Vorzug seines Vaters Erhabenheit bedeutet, und derjenige ruhmreicher Urheber ist, aus dem derjenige Dasein gewonnen hat, der eines solchen Ruhmes würdig ist. Denn gar nichts hat der Sohn in Besitz, es sei denn durch seine Geburt; und die Bewunderung des Vorzuges dessen, der geboren wurde, wird zugleich zum Vorzug dessen, der zeugte.
Es verflüchtigt sich also die schmachvolle Meinung; denn was immer an Erhabenheit als dem Sohn eigen gelehrt wird, das trägt überreich zur Mehrung der Macht dessen bei, der auf solche Weise eine Zeugung wirkte.