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Breynii, Achillea tanacetifolia; an Kulturgewächsen noch Roggen, Kartoffeln, Flachs, verschiedene Gemüse, auch der Kirschbaum bis Fusio und der Nussbaum bis San Carlo im Val Bavona. Mit der Klamm hinter Fusio beginnt die alpine Region mit Achillea moschata, A. atrata und A. nana, Astragalus depressus, Centaurea nervosa, Dianthus carthusianorum var. atrorubens, aber auch mit Galium rubrum aus der Hügelregion (mit teilweise weissen, statt roten Blüten), Phyleuma hemisphaericum, Pedicularis tuberosa, Leontopodium alpinum und Aster alpinus, Saxifraga oppositifolia, Gentiana vulgaris, Anemone sulfurea und A. vernalis, mehrere Hauswurzarten (Sempervivum) und Alpenrosen in Menge.
Nur spärlich treten noch einige kräftige Lärchen auf, dann als Zeichen der Gotthardnähe auch einige Rottannen, schwache Reste des einst ausgebreiteteren Waldes. Noch sieht man unter der Alp Campo la Torba (Torffeld) die Ruinen der Serra, einer aus Stein und Holz gebauten Schleuse zum Stauen des Baches, die dazu diente, die schonungslos gefällten Stämme thalabwärts zu flössen, bis alles kahl geschlagen war. Die Folgen blieben nicht aus. Die Abhänge wurden durch die Regengüsse ihrer lockern Erdschicht beraubt, die untern Thalsohlen, besonders von Bignasco abwärts, von furchtbaren Ueberschwemmungen verheert und mit endlosen Sand- und Geschiebemassen bedeckt, denen jede Vegetation fehlt. An Stelle eines einst fruchtbaren und angebauten Thalgeländes ist eine förmliche Wüste, die ausgedehnteste Schuttbildung der Schweiz, entstanden. Es hat vielleicht kein anderes Thal der Schweiz soviel unter den Verheerungen seines Flusses gelitten, wie gerade das Maggiathal.
Jedes Gewitter bringt gefährliche Hochwasser, von denen die der Jahre 1509, 1786, 1834, 1868 und 1900 besonders verderblich gewesen sind. In neuester Zeit suchen Bund und Kanton den Schaden durch Aufforstung und Wasser- und Lawinenverbauung soweit wie möglich wieder gut zu machen, aber die Erfolge stehen in keinem Verhältnis zu den Anstrengungen und Kosten. Eine allmählige Landanschwemmung durch schlammreiches Wasser wie im Gebiet des Rhein ist hier bei der Klarheit und Reinheit der Maggia nicht oder nur in sehr geringem Masse möglich.
Ueber die Fauna des Thalsystemes der Maggia sind bis jetzt noch keine systematischen Untersuchungen bekannt geworden. Grössere Raubtiere wie Wolf und Bär sind heute völlig verschwunden, und auch das übrige jagdbare Wild hat in den letzten Jahren an Zahl abgenommen. Immerhin finden sich noch Rebhühner, Auerwild, Hasen und Murmeltiere (besonders in den Thälern von Campo, Bavona, Peccia und Lavizzara). Auf den 105 Alpweiden des Maggiathales sömmern im Ganzen 3910 Stück Rindvieh, 9060 Ziegen, 2150 Schafe und 573 Schweine. Der Ertrag der Alpwirtschaft beläuft sich pro Jahr durchschnittlich auf 1140 Zentner Käse und 210 Zentner Butter im Gesamtwert von rund 193700 Franken.
Die Bevölkerungszahl der Valle Maggia ist eine geringe und beträgt für das ganze grosse Thal samt den Seitenthälern (ohne Centovalli-Onsernone, das zum Bezirk Locarno gehört) nur 5200 Seelen. Diese verteilen sich auf 22 Gemeinden, wovon 12 in der eigentlichen Valle Maggia (bis Bignasco-Cavergno), 6 im Val Lavizzara-Broglio und 4 im Val di Campo-Bosco liegen. Die Zahl der Dörfer und Weiler ist aber grösser, weil oft ihrer mehrere zu einer Gemeinde gehören, so Cimalmotto, Piano und Niva zu Campo, Piano, Chiosso, Pieggi, Boschetto und Visletto zu Cevio, Riveo zu Someo etc. Die obersten ständig bewohnten Dörfer sind Fusio (1280 m) im Hauptthal, dann Cimalmotto (1400 m) und Bosco (1500 m) im Val die Campo-Bosco.
Auffallenderweise ist das tiefeingeschnittene Val Bavona schwächer bevölkert als die übrigen Thäler ähnlicher Grösse des Maggiagebietes. Es enthält nur kleine Weiler, die zu Cavergno gehören. (S. den Art. Bavona, Val). Ein Gang durch das Hauptthal erweckt den Eindruck, als wäre es dicht bevölkert; bis Bignasco hinauf kann dies wohl auch gelten, weil da in einem langen schmalen Streifen wirklich Dorf an Dorf, Weiler an Weiler sich reiht. Hier berechnet sich die Volksdichte auf etwa 150 Ew. per km2, während sie für den ganzen Bezirk Valle Maggia nur etwa 10 Ew. per km2 beträgt.
Natürlich leben die Leute hauptsächlich von Viehzucht und Landbau. Auch der Fischfang wird ziemlich eifrig betrieben, hat aber allmählig an Einträglichkeit verloren. Zwei Fischanstalten (in Bignasco und Prato) sollen dem Abgang wieder aufhelfen. Mehr noch als die übrigen Tessiner wandern die Bewohner der Valle Maggia aus und scheuen dabei keine Entfernung. Sie gehen bis nach Kalifornien und Australien. Viele bleiben für immer fern - die Einwohnerzahl hat sich seit 1880 um fast 1200 Seelen vermindert -, andere kehren nach Jahren als vermögliche Leute zurück.
Man findet ihre hübschen Häuser, hie und da eigentliche Villen, fast in jedem Dorf. Auch sonst sind die Dörfer schmuck und echt italienisch in Bauart und Farbe, die Häuser oft mit Skulpturen und bunter Bemalung geschmückt und meist einen säulengetragenen Cortile (Hof) umschliessend, die Kirchen reich ausgestattet und meist mit freistehendem, schlankem Campanile. Doch trifft man überall auch manche zerfallenen und verlassenen Hütten und die im Süden herrschende malerische Regellosigkeit. Natürlich sind alle diese Dörfer nur klein. Der Bezirkshauptort Cevio hat mit allen seinen Fraktionen kaum 400 Ew., Cavergno 388, Someo 368, Maggia 340, Avegno 322; alle andern Gemeinden bleiben unter 300, zum Teil unter 200 Ew. zurück. Als Sommerstation erfreut sich Bignasco mit seinem «Hôtel du Glacier» eines guten Rufs. Sonst aber ist der Fremdenverkehr noch gering, obwohl eine gute Strasse das ganze Thal bis nach Fusio hinauf durchzieht.
Neben den Uferschutzbauten an der Maggia bei Cevio und Moghegno sind als bedeutendste Arbeiten dieser Art die Verbauungen von 1,2 km oberhalb bis 2,3 km unterhalb der Brücke von Ascona zu nennen. Diese sollen die Stadt Locarno vor den Ausbrüchen des Flusses schützen, das Delta von der Brücke bis zum See dem Anbau erschliessen und diesen ganzen wichtigen Landstrich überhaupt sichern. An das 50 m breite, gepflasterte Flussbett schliessen sich jederseits noch eine je ebenfalls 50 m breite Abböschung und endlich mächtige Längsdämme, die auch beim höchsten Wasserstand nicht überflutet werden können. Das berechnete Maximum des in der Sekunde durchgehenden Wassers beträgt 1718 m3; davon ¶
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vermag das gepflasterte innere Flussbett für sich allein 680 m3 zu fassen. Die Arbeiten sind jetzt nahezu vollendet, es wäre aber zu wünschen, dass sie nach oben bis zur Einmündung der Melezza fortgeführt würden.
Bibliographie.
Franscini, Stefano. La Svizzera italiana. 2 vol. Lugano 1837 und 1840; Franscini, Stephan. Der Kanton Tessin. (Gemälde der Schweiz. 18). St. Gallen und Bern 1835; Lavizzari, Luigi. Escursioni nel Cantone Ticino. Lugano 1859; Hardmeyer, J. Locarno und seine Thäler. (Europ. Wanderbilder. 89-91). Zürich 1885; Rolle, Fr. Das südwestl. Graubünden und nordöstl. Tessin. (Beiträge zur geolog. Karte der Schweiz. 23). Bern 1881; Rütimeyer, L. Die Tessiner Alpen. (Itinerarium für den S. A. C. 1873). Basel 1873; Bernoulli, W. Streifzüge im Gotthard-, Adula- und Tessingebiet. (Jahrbuch des S. A. C. VII). Bern 1870.
[Dr. Ed. Imhof.]