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Der Bundesrat will die Ausbildung von muslimischen Geistlichen in der Schweiz fördern, und die Universität Freiburg bietet Hand dazu (FN vom 23.11.). Diese Ankündigung hat die SVP-Grossräte Nicolas Kolly (Essert) und Roland Mesot (Châtel-St-Denis) bewogen, mittels einer Anfrage mehr Informationen beim Staatsrat einzuholen.
Mehrere der 14 Fragen drehen sich um die Rolle des Staatsrates. Die beiden Grossräte wollen etwa wissen, ob die Regierung in die Diskussionen um die Gründung eines solchen Ausbildungszentrums involviert war, ob er das Projekt unterstützt und wer überhaupt die Kompetenz hat, über die Eröffnung eines solchen Zentrums zu entscheiden.
Weiter möchten Kolly und Mesot wissen, wie viel das neue Angebot kostet, wie viel der Kanton Freiburg daran bezahlt und ob die Imam- Ausbildung angesichts der knappen finanziellen Mittel nicht zulasten anderer Uni-Ausbildungsgänge geht. Weiter weisen die beiden Grossräte darauf hin, dass es verschiedene muslimische Strömungen gibt, und sie wollen wissen, nach welcher dieser Strömungen in Freiburg unterrichtet würde.
Fünf Fragen beziehen sich auf eine Vereinbarung, welche seit 1949 zwischen den Schweizerischen Bischöfen und dem Staatsrat besteht. Diese Vereinbarung spricht der Freiburger Universität einen katholischen Charakter zu. Sie regelt auch, dass die Bischöfe jährlich mindestens 400 000 bis 500 000 Franken an die Universität beitragen, unter der Bedingung, dass diese ihren katholischen Charakter behält.
Die beiden Grossräte wollen nun wissen, ob die Imam-Ausbildung die Vereinbarung mit den Schweizer Bischöfen nicht verletze und somit gefährde. «Betrachtet der Staatsrat die Universität Freiburg immer noch als katholisch oder zumindest christlich inspiriert», fragen Kolly und Mesot. uh