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Wie kann man sich die Funktion vorstellen? Der menschliche Organismus lernt am Erfolg. Das Gehrin merkt sich, welche Körperaktivitäten erfolgreich sind und welche nicht zum Ziel führen. Es versucht den förderlichen Zustand wieder herzustellen und passt seine Aktivität mit jedem positiven Feedback leicht an. Am Ende dieses langwierigen Prozesses hat das Zentralnervensystem gelernt, sein Verhalten so zu optimieren, dass ihm Erfolg beschert ist.Ähnlich wie beim Erlernen des Radfahrens.
Wer sich erinnert, wie er das Radfahren erlernt hat, hat genau dies erlebt. Anfangs gibt es viele Stürze und Rückschläge. Der Wille, es zu können, motiviert dann zum nächsten Versuch. Nach vielen Stürzen wàchst allmählich ein Feeling für das Gefährt und die Bewegungskordination. Immer besser gelingt das Fahren. Bemerkenswert ist, dass die meisten dieser Lernschritte völlig unbewusst ablaufen.
Was sollen all die Apparaturen? Im NFB soll hauptsächlich unbewusstes körperliches Verhalten trainiert werden. Durch die Technik kann dieses Körperverhalten in einer Form dargestellt werden, dass es der Patient bewusst wahrnimmt. Erst so kann er auch damit trainieren. Deshalb spielt bei NFB die Technik eine wichtige Rolle. Das Elektroenzephalogramm (EEG) gehört zu den in der Medizin bewährten Verfahren, um Hirnströme zu messen. Dabei wird dem Patienten/der Patientin an 19 Referenzpunkten eine Elektrode an der Kopfhaut angebracht. Diese empfangen die winzigen Hirnströme und leiten sie weiter an einen Amplifier, der sie verstärkt. Der Computer wandelt die elektrischen Ströme um und stellt sie bildlich dar. Im Neurofeedback-Training wird meist nur mit wenigen Elektroden gearbeitet. Alle 19 Messpunkte verwendet man vorwiegend zu Diagnosezwecken. Man spricht dann vom quantitativen EEG (qEEG).
Wie kommt das Feedback zu Stande?
Herz des Verfahrens ist eine spezielle Software, die die einströmenden elektrischen Signale in die einzelnen Frequenzbänder aufteilt und auf dem Bildschirm sichtbar macht. Die Therapeutin kann nun den Rechner mit den Daten füttern und eine Art Filtermaske programmieren. In der Folge wird der Computer ein von der Kopfhaut des Patienten ageleitetes Signal nur dann weiter leiten, wenn das Wellenbild im für den Patienten förderlichen Bereich liegt. In diesem Falle erhält die behandelte Person ein visuelles Feedback über den Bildschirm oder ein auditives über den Kopfhörer. Das Gehirn versucht dieses angenehme Feedback erneut auszulösen, was ihm zunehmend gelingt. Es lernt am Erfolg.
Die Therapeutin kann nun laufend die Bandbreiten für ein Feedback für den Patienten auf ihrem PC anpassen. So kann sichergestellt werden, dass die Lernintensität für den Patienten optimal eingestellt ist und der Therapieprozess weiterhin effizient und erfolgreich bleibt.
Man kann davon ausgehen, dass dadurch innerhalb von 20 und mehr Therapiestunden eine bedeutende dauerhafte Linderung der Beschwerden erfolgt.