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Sharing Economy wird seit Jahren fast täglich thematisiert. Dabei werden unterschiedliche Begriffe erwähnt, was manchmal etwas Verwirrung schafft, haben sie doch nicht immer eine identische Bedeutung. Vielfach wird Sharing Economy ausschliesslich aus einer etwas idealisierten, sozialen Perspektive beschrieben. Dabei muss man mittlerweile zur Kenntnis nehmen, dass «Teilen anstatt Besitzen» mehr sein kann als das, nämlich ein durchaus lukratives Geschäftsmodell.
In diesem Beitrag möchte ich dem Leser die unterschiedlichen Begriffe etwas näher erläutern und dabei aufzeigen, dass die mit Sharing Economy bezeichneten Lösungen durchaus auch im Kontext der laufenden, digitalen Transformation betrachtet werden können.
Bei der Collaborative Consumption oder Collaborative Economy handelt es sich um verteilte Netzwerke von verbundenen Personen und Communities, im Gegensatz zu zentralen Institutionen, welche die Art und Weise wie wir produzieren, konsumieren und lernen verändert/transformiert. Das Modell ermöglicht mittels Teilen, Austausch, Handel oder Mieten von Produkten und Dienstleistungen den Zugang an Stelle des Eigentums. Es erfindet nicht nur was wir konsumieren, sondern wie wir konsumieren.
Nicht-Produkt Güter wie z.B. Raum, Skills und Geld werden auf neue Art und Weise ausgetauscht. Nicht mehr gewollte oder zu wenig genutzte Güter werden weiterverteilt. Zahlung für den Zugang zum Nutzen eines Produkts vs es selber besitzen.
Das zwischen Privatpersonen praktizierte Sharing wird Peer-to-Peer („P2P“) Sharing genannt. Privatpersonen treten dabei entweder als Anbieter („peer provider“) oder als Nachfrager („peer consumer“) einer Ressource auf. Peer-to-Peer Marktplätze werden häufig als Kern der neuen Sharing Ökonomie betrachtet, weil sie, anders als Sharing-Konzepte gewerblicher Anbieter, Märkte dort etablieren, wo bislang keine marktbezogenen Austauschbeziehungen existierten.
Es handelt sich also um ein Synonym für den Begriff Sharing Economy.
Access Economy ist ein Begriff, welcher vor allem von Jeremy Rifkin durch sein Buch «The Age of Access» geprägt wurde. Es handelt sich hier um ein Geschäftsmodell , wo Waren und Dienstleistungen auf der Grundlage des Zugangs gehandelt werden und nicht Eigentümer: es bezieht sich auf die Möglichkeit Dinge vorübergehend zu mieten, anstatt sie dauerhaft zu verkaufen. Der Begriff entstand als eine Korrektur auf den Begriff Sharing-Wirtschaft, weil wichtige Akteure in der Sharing Economy, wie Airbnb und Uber, kommerzielle Unternehmen sind, deren Geschäftsmodell kein Sharing beinhalten.
Obwohl es ebenfalls als Synonym zum Begriff Sharing Economy verstanden werden kann, hat dieser Begriff den Vorteil, dass er hier das Geschäftsmodell in den Vordergrund stellt und somit nicht nur den Peer-to-Peer-Aspekt berücksichtigt, sondern auch eine darauf basierende unternehmerische Tätigkeit.
Merkmale und Gemeinsamkeiten
„We define Digital Transformation as the use of new digital technologies (social media, mobile, analytics or embedded devices) to enable major business improvements (such as enhancing customer experience, streamlining operations or creating new business models“.
MIT Center for Digital Business, 2014
Wenn man nun die laufende digitale Transformation berücksichtig – vor allem auf der Basis der hier aufgeführten Definition – kann man folgende Merkmale und Gemeinsamkeiten zwischen den aufgeführten Begriffen feststellen:
- Es handelt sich um einen massiven Paradigmenwechsel in Bezug auf wie wir leben, arbeiten, spielen, reisen, kreieren, lernen, mit Geld umgehen und verbrauchen.
- Technologische Innovationen, Wertewandel, ökonomische Realitäten und die Umweltthematik sind Motivation genug neue Geschäftsmodelle zu suchen.
- Die Macht («distributed power») verlagert sich von den großen, zentralisierten Institutionen hin zu verteilten Netzwerken von Unternehmen, Individuen und Gemeinschaften.
- Es verändert die Rolle, welche wir in der Wirtschaft und Gesellschaft einnehmen können d.h. vom passiven Konsumenten hin zum creator, collaborator, financier, producer oder provider.
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