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Ballaststoff ist kein "Ballast" sondern extrem wichtig
Faserstoffe
Dies sind die Bestandteile von pflanzlichen Lebensmitteln, die von den Verdauungssäften nicht abgebaut werden. Man findet sie auch unter dem Begriff
Ballaststoffe
Wie hoch sollte der tägliche Verbrauch sein?
Der tägliche Verbrauch sollte bei 30-60 g liegen. Die Hälfte davon sollte aus Obst und Gemüse kommen.
Was bewirken Faserstoffe?
- eine intensive Einspeichelung durch gründliches Kauen wirkt sich positiv auf den Zahnerhalt und die Verdauung der Speisen aus.
- sie haben einen höheren Sättigungswert bei niegrigem Brennwert und verringern so Heißhungeranfälle
- sie verzögern den Anstieg des Blutzuckerspiegels
- durch Quell- und Gleitfähigkeit steigern sie die Peristaltik im Darm
- sie binden Gallensäure, Fette, Cholesterin und giftige Substanzen
sie erhöhen die Mineralstoffzufuhr.
Die Darmzotten werden durch Faserstoffe gereinigt. Unsere heutige Nahrung enthält aber nur noch ca. 50% davon.
Die Faserstoffe haben auch die Funktion unseren übersäuerten Darm wieder basisch zu machen.
Definition nach Dr. med. O. Bruker:
Im anglo-amerikansichen Sprachraum wird die Stoffgruppe fibre = Faserstoffe bezeichnet, im deutschen Sprachraum mit dem unglücklichen, wenig brauchbaren und eigentlich falschen Begriff «Ballaststoffe».
Denn auf der einen Seite werden sie als unverdauliche hochmolekulare Kohlehydrate angesehen, wenn sie mit Zellulose und Hemizellulose gleichgesetzt werden. Andererseites werden ihnen wichtige Eigenschaften zugeschrieben. Diese widersprechenden Aussagen erklären sich damit, dass dieser unwissenschaftliche Begriff «Ballaststoffe» nicht einheitlich definiert ist.
Wird nur die Zellulose darunter verstanden, so werden die Faserstoffe als unverdaulich angesehen, obwohl sich herausgestellt hat, dass sie nicht ganz unverdaulich sind, sondern durch die speziifischen Enzyme Zellulase und Hemizellulase aufgespalten werden können. Im Widerspruch dazu setzen manche Vertreter der chemisch-analytischen Ernährungsphysiologie die sogenannten Ballaststoffe mit Kleie gleich. Sie kommen damit zu ganz anderen Aussagen.
Vom exakt wissenschaftlichen Standpunkt ist die Gleichsetzung der Kleie mit Ballaststoffen keineswegs berechtigt; die Kleie, die aus den Randschrichten und dem Keim besteht, enthält eine grosse Zahl lebenswichtiger Vitalstoffe.
Durch diese irreführende Gleichsetzung von Kleie und Ballaststoffen werden diesen Eigenschaften zugeschrieben, die anderen Vitalstoffen zukommen. So wird neuerdings in falscher Weise statt «vitalstoffreicher» Vollwertkost von «ballaststoffreicher» Ernährung gesprochen.
Dr. med. Karl J. Pflugbeil, Chefarzt und Leitender Arzt am Schwarzwald Sanatorium Obertal:
Mit dem Wort "Unverdauliches" sind unverdauliche Faserstoffe gemeint, die dem Darm nur mit pflanzlichen Lebensmitteln zugeführt werden. Sie bilden das Gerüst aus Stütz- und Füllgewebe, das Pflanzen den Halt und die Form gibt. Weil diese von den Enzymen des Dünndarms nicht so abgebaut werden, daß sie als Nährstoffe zu gebrauchen sind, wurden sie einst für überflüssig gehalten und deshalb Ballaststoffe genannt.
Heute weiß man aber, daß sie unverzichtbar für eine geregelte Verdauung, für die Funktion des Darmes und damit eben für die Gesundheit des Menschen sind. Sie binden nämlich Wasser an sich, was letztlich zu einer verstärkten Darmbewegung führt und Darmträgheit entgegenwirkt.
Sie sind selbst lebensnotwendige Nährstoffe für die nützlichen Bakterien im Dickdarm, binden schädliche Substanzen aus den Nahrungsmitteln und vom Stoffwechsel an sich und senken die erhöhten Blutfettwerte, indem sie dem Körper Gallensäure entziehen, die die Leber aus Cholesterin dann neu bilden muß. Mindestens 30 g pro Tag wären gut für die Gesundheit. Reichlich unverdauliche Faserstoffe enthalten Getreideprodukte, Gemüse und Salate, Obst, Hülsenfrüchte sowie Nüsse.