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Zuerst dachte ich es sei Satire, doch Frauengold gab es wirklich:
Frauengold war ein Stärkungsmittel, wurde rezeptfrei in Drogerien, Apotheken und Reformhäusern angeboten. Es handelte sich um ein Herz-Kreislauf-Tonikum, für das gezielt mit seiner beruhigenden und Stimmungshebenden Wirkung geworben wurde.
Diese beruhte offenbar vor allem auf einem Alkoholgehalt von 16,5 Volumenprozent.
Am 19. August 1981 wurde Frauengold verboten, weil es Aristolochiasäuren enthielt. Dieser Wirkstoffe gilt als krebsfördernd und nierenschädigend.
Kritiker sahen durch die weite Verbreitung und den Erfolg von Frauengold eine Fortsetzung des „Kölnisch-Wasser-Alkoholismus“ aus dem 19. Jahrhundert, bei dem Frauen – mangels Zugang zu hochprozentigen alkoholischen Getränken – als Duftwasser oder Medizin (wie der Klosterfrau Melissengeist) deklarierte
ethanolhaltige Tinkturen tranken.
Beworben wurde das Mittel anfangs unter anderem mit dem Claim „Nimm Frauengold und Du blühst auf!“. Unterschwellig sollte wohl auch eine leichtere Erträglichkeit von Menstruationsbeschwerden suggeriert werden; dazu wurde 1955 der Claim „Frauengold schafft Wohlbehagen, wohlgemerkt – an allen Tagen.“ eingeführt.
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