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Das Farmteam EVZ Academy ist das jüngste und unerfahrenste Team der Swiss League. Bei den Lehrmeistern Roger Hansson und Corsin Camichel ist deshalb auch Geduld gefragt.
Roger Hansson, als Spieler Weltmeister (1992) und Olympiasieger (1994) mit Schweden, hat schon jüngere Mannschaften trainiert als das EVZ Farmteam. Von 2014 bis 2017 coachte er die U18-Junioren des schwedischen Klubs Rögle BK und amtierte gleichzeitig als „General Manager Juniors“, bevor er bei der ersten Mannschaft in der Elitserien als Assistant Coach an der Bande stand.
Der 53-jährige Schwede, in der zweiten Saison Head Coach des Teams EVZ Academy, kennt sich aus in der Ausbildungsarbeit. Dennoch ist die Ausgangslage in Zug nicht mit derjenigen in Rögle zu vergleichen, wie er betont: „In Schweden haben 18-Jährige gegen 18-Jährige gespielt. Unsere jungen Athleten müssen sich in der Swiss League gegen Spieler behaupten, die durchschnittlich viel älter sind als sie!“ Zum Vergleich: Das Durchschnittalter beim EVZ Farmteam, dem jüngsten Team der Liga, beträgt 20,1 Jahre, das von Liga-Favorit Kloten, dem ältesten, 26,72 Jahre!
Jünger heisst logischerweise auch weniger Erfahrung, was sich in verschiedener Hinsicht bemerkbar macht. Roger Hansson nennt ein paar Beispiele: „Erfahrung hilft dir bei allen Entscheidungen, die du auf dem Eis treffen musst. Erfahrung lehrt dich, wie du am besten in einen Zweikampf gehst und wie du die Scheibe am besten abdeckst. Erfahrung gibt dir die nötige Sicherheit im Abschluss und so weiter.“ Was noch dazukommt: Die meisten Academy-Spieler kommen direkt von den Junioren und stehen in der Swiss League plötzlich Torhütern gegenüber, die zum Teil über mehrjährige National League-Erfahrung verfügen. Mit dem durchschnittlichen Gewicht von 78,68 kg sind die jungen Zuger zudem auch die Leichtesten der Liga und weniger weit in der körperlichen Entwicklung.
Dafür besitzt das Team EVZ Academy das grössere Entwicklungs- und Steigerungspotenzial als der Grossteil der Konkurrenz. Darin sieht Roger Hansson auch den Reiz seiner Aufgabe: „Es gibt doch nichts Schöneres, als junge Spieler auf ihrem Weg zu begleiten und ein paar Jahre später festzustellen, dass die Ausbildung etwas gebracht hat und sie den Sprung auf die nächsthöhere Stufe geschafft haben!“ Eine Aufgabe, die von den Coaches auch Geduld verlangt. „Leistung und Einsatz kann man immer verlangen, aber wenn aufgrund fehlender Erfahrung etwas noch nicht gelingt, muss man Verständnis haben“, erklärt Roger Hansson. „Dennoch sind für das Team und für uns Coaches natürlich auch positive Resultate wichtig, um vorwärts zu kommen.“
In der laufenden Meisterschaft liegt das EVZ Farmteam zwar immer noch auf dem letzten Platz, konnte aber in fünf der letzten zehn Partien punkten und den Rückstand auf die Konkurrenz verkleinern. Das verlorene Auswärtsspiel am Sonntag bei den GCK Lions (1:4) bezeichnet Roger Hansson als kleinen Rückschlag, ansonsten ist er mit den Leistungen in den letzten Spielen durchaus zufrieden. „Die Jungs sind bald dort, wo wir sie haben wollen!“ Morgen Mittwoch im Heimspiel gegen Visp (19.15 Uhr, Academy Arena) erwartet er von seinem Team eine positive Reaktion.
Das Durchschnittsalter der Swiss League-Vereine: 1. Kloten 26,72 Jahre. 2. Olten 26,18. 3. Visp 25,65. 4. Ajoie 25,64. 5. Sierre 24,66. 6. Thurgau 24,60. 7.Langenthal 24,41. 8. Chaux-de-Fonds 24,38. 9. Winterthur 22,52. 10. GCK Lions 22,00. 11. Ticino Rockets 21,48. 12. EVZ Academy 20,10.