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Unter dem Strich verblieb im Berichtsquartal gemäss Mitteilung vom Freitag ein Reingewinn (nach Minderheiten) von 946 Mio CHF nach 827 Mio im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der (ausgewiesene) Vorsteuergewinn der grössten Schweizer Bank wird mit 1,22 Mrd beziffert im Vergleich zu 877 Mio CHF.
Das Ergebnis zum Vorjahr fiel besser aus, obwohl der positive Steuereffekt in diesem Quartal deutlich geringer war als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die UBS hat dieses Jahr lediglich eine Nettohöherbewertung von latenten Steueransprüchen von 174 Mio CHF verbucht, nachdem es im Vorjahr noch 424 Mio CHF gewesen waren. Die Effekte stehen im Zusammenhang mit hohen Verlusten der UBS vor allem in den USA während der Finanzkrise. Netto hat die Bank im dritten Quartal aber Steuern von 272 Mio CHF verbucht.
Etwas höher als im Vorjahr fielen die gesamten Erträge aus. So wuchs der Geschäftsertrag auf 7,15 Mrd CHF von 7,03 Mrd. Der Geschäftsaufwand erreichte 5,92 Mrd CHF nach 6,15 Mrd, womit sich eine Cost-Income-Ratio von 83,0% nach 87,5% ergibt.
CEO Sergio Ermotti zeigt sich in der Mitteilung zufrieden: "Wir erzielten erneut gute Resultate in allen Unternehmensbereichen, mit Asien/Pazifik als einem wichtigen Treiber des profitablen Wachstums."
EINIGUNG MIT PACUTAL KOSTET 245 MIO CHF
Wie meistens sind im Ergebnis auch einige Sonderposten enthalten. Im neuesten Quartalsergebnis wurden etwa Restrukturierungskosten in Höhe von 285 Mio CHF sowie zusätzliche Rückstellungen für Rechtsfälle und ähnliches von 197 Mio CHF verbucht. In einem Fall hat sich die Bank jüngst auf eine Zahlung von 245 Mio CHF geeinigt, und zwar ging es dabei um eine Entschädigung für Steuerforderungen im Fall der brasilianischen Bank Pactual aus früheren Jahren.
Mit den Zahlen des dritten Quartals wurden die Prognosen der Analysten sowohl auf der Ebene des Konzerns wie auch in den Divisionen übertroffen. Gemäss AWP-Konsens prognostizierten die Experten ein Konzernergebnis von 896 Mio, einen Vorsteuergewinn von 987 Mio sowie Erträge von 7,00 Mrd CHF.
Die globalen Vermögensverwaltungseinheiten (WM und WM Americas) verdienten zusammen rund 1,0 Mrd CHF (+4% zum VJ), sie erhielten in der Berichtsperiode zudem per Saldo Nettoneugelder in Höhe von 2,4 Mrd CHF. Das WM allein zog 4,6 Mrd CHF an. Darin enthalten sind sogenannte Crossborder-Abflüsse von 5,0 Mrd CHF, also von Kunden vor allem aus Steuergründen abgezogene Vermögen. Die Bank erwartet hier für das vierte Quartal weitere Abflüsse von 7 bis 8 Mrd CHF, dann sollte der Prozess langsam abgeschlossen sein, wie CFO Kirt Gardner gegenüber Journalisten sagte.
Im Bereich WM Americas flossen derweil aufgrund einer "bewusst geringeren Rekrutierung" 2,3 Mrd USD ab. Die verwalteten Vermögen der Bank beliefen sich per Ende September auf 3'067 Mrd CHF und lagen damit um rund 5% über dem Stand von Mitte Jahr. Die Margen in der Vermögensverwaltung bzw. dem Hauptgeschäft der Bank bleiben aber unter Druck, die Nettozinsmarge der beiden Bereiche WM und WMA zusammen blieb gegenüber dem Vorquartal bei 19 Basispunkten und damit unverändert (-1 BP geg. VJ).
Etwas stärker präsentiert sich die Kapitalposition der Bank. Die harte Kernkapitalquote (CET1, vollständig umgesetzt) erhöhte sich per Ende Quartal auf 13,7% von 13,5% per Ende zweites Quartal, die entsprechende Leverage Ratio verblieb bei 3,7%. Die sogenannten RWA (risikogewichtete Assets), die im zweiten Quartal aufgrund von Vorgaben durch Finma deutlich angestiegen waren und zu einer tieferen Kernkapitalquote geführt hatten, stiegen im dritten Quartal um 1 Mrd auf 238 Mrd CHF. Im vierten Quartal dürften laut dem Finanzchef nochmals rund 4 Mrd dazukommen, was in etwa der Guidance zum Halbjahr entspricht.
MIT KOSTENSENKUNG AUF KURS
Weiterhin auf Kurs sieht sich die Bank bezüglich ihrer Bemühungen zur Reduktion der Kosten. So wurden im dritten Quartal weitere rund 100 Mio eingespart, womit sich die annualisierten Kosteneinsparungen gegenüber dem Jahr 2013 nun auf 1,9 Mrd belaufen. Bis Ende Jahr will die UBS bekanntlich 2,1 Mrd erreichen.
Mit Blick nach vorne gibt sich die Grossbank wieder etwas zurückhaltender als noch zur Jahresmitte. So gehen die Verantwortlichen zwar von einer weiteren globalen wirtschaftlichen Erholung aus. Geopolitische Spannungen und makroökonomische Unsicherheit stellten jedoch nach wie vor ein Risiko für die Anlegerstimmung dar, heisst es. Hohe Bewertungen, Ungewissheit über die Politik der Zentralbanken, saisonale Effekte oder auch die anhaltend tiefe Volatilität könnten die Kundenaktivität weiter belasten, meint die Bank. Die UBS sieht sich aber weiter gut aufgestellt, um diesen Herausforderungen zu begegnen und von einer weiteren Erholung des Marktumfelds zu profitieren.
Vorbörslich werden die Zahlen gut aufgenommen: Die UBS-Aktie wird rund 1,3% höher gestellt. Analysten sprechen von einem soliden Ergebnis.
uh/gab
(AWP)