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Philip Tagg [D]: Analysing Popular Music: Theory, Method and Practice
Das ist ein grundlegender Aufsatz von einem britischen Musikologen, der in Göteborg lebte und lehrte, dann in Liverpool und schliesslich in Montréal. Sein Aufsatz ist zu einer Zeit geschrieben, als sich die Wissenschaft gerade mit dem Phänomen der Populären Musik auseinanderzusetzen beginnt. Vorher war das Feld weitestgehend in den Händen der Fach- und Tagespresse. So beginnt der Aufsatz damit, dass ebendiese Presse befremdete Artikel über die erste internationale Konferenz über Populäre Musik (1981 in Amsterdam) druckte. Tagg zählt dann neun Gründe auf, warum die Wissenschaft nicht umher kommt, sich mit Populärer Musik zu befassen. Zum Beispiel sind genannt: Bürger in den Industrienationen geben einen wesentlichen Betrag für Pop-Musik aus, Popmusik spielt eine wesentliche Rolle bei der Identitätsbildung jugendlicher Menschen, die Aufnahme-Technologie ermöglicht die Massendistribution von nicht geschriebener (d.i. oral tradierter Musik) oder in ästhetischer Hinsicht die Existenz einer lingua franca europäisch und afroamerikanisch geprägter Musik in vielen Kontexten der industrialisierten Welt (p.39). Der Artikel hält fest, dass das wissenschaftliche Studium der Populären Musik eine interdisziplinäre Angelegenheit ist und dass speziell die Musikologie eine wenig entwickelte Wissenschaft mit wesentlichen methodischen Desideraten ist.
Dann folgt die oft zitierte Trichonomie von «folk», «art» und «popular music». Diese drei musikalischen Grundformen werden anhand von charakteristischen Merkmalen gegeneinander abgegrenzt.
Der Rest des Aufsatzes setzt sich dann mit der strukturalistischen Musikanalyse auseinander, wobei der Autor sowohl von einem sterilen Formalismus als auch von einem unwissenschaftlicher hermeneutischer Spekulation Abstand nimmt.
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