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Kleinbasel ist ein sehr belebtes, multikulturelles und multireligiöses Quartier mit internationalem Flair: Neben zahlreichen Shops befindet sich hier auch die Messe Basel, in der jährlich weltbekannte Messen wie die Schmuck- und Uhrenmesse stattfinden. Eine weitere Besonderheit dieses Quartiers bildet die sogenannte "Toleranzzone", ein für die Ausübung der Prostitution definierter Strassenraum. Die „Toleranzzone“ ist 2016 entstanden, um dem Anliegen der Bevölkerung, eine klar erkennbare Begrenzung des Raumes, wo Prostitution ausgeübt werden darf, gerecht zu werden und um Übertretungen einfacher zu ahnden. Dies wurde nach Diskussionen des Basler Justiz- und Sicherheitsdepartements sowie des Bau- und Verkehrsdepartements in einer Verordnung festgehalten.
In der Geschichte von Basel gab es immer wieder solche Aushandlungen, was moralisch erwünscht und was unerwünscht war. Etwa war Basel bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts hinein stark protestantisch geprägt, was zur Schliessung der Bordellbetriebe in der Stadt führte. Heute stellen sich mit der Herkunfts- sowie kultureller und religiöser Vielfalt der Bevölkerung in Basel wiederum neue Fragen rund um den Umgang mit Sexualität und entsprechenden Normensetzungen. Dem soll im Rundgang nachgegangen werden.
Nach einem interaktiven Workshop der Fachstelle Zwangsheirat zu Zwang und Selbstbestimmung rund um Beziehung, Heirat und Sexualität führt die Route durch das Kleinbasel, der Clarastrasse entlang und vorbei an der Messe, der "Toleranzzone" und dem Kasernenareal. Diese Orte werden zu Diskussionsräumen über Selbstdarstellung, Sexualität und Prostitution. Diese Themen sind mit persönlichen Kriterien, aber auch oft mit religiösen Normen, sowie kulturspezifischen und kulturübergreifenden Konzepten von PartnerInnenwahl, Geschlecht und sozialer Rolle verbunden.
Viele Menschen orientieren sich an solchen Normen, Geboten und Vorschriften, wenn es um ihre Partner- oder Partnerinnenwahl, Sexualität oder Heirat geht. Wie positionieren sich dabei Jugendliche? An welchen Normen und Werten orientieren sie sich oder wie grenzen sie sich von ihnen ab? Auch eigene Gedanken über die Sexualität sind in verschiedener Weise beeinflusst. Was finde ich richtig, was falsch, und weshalb?
Die Fachstelle Zwangsheirat ist eine Nichtregierungs- und Nonprofitorganisation, die auf die Problematik von Zwangsheiraten und Zwangsbeziehungen spezialisiert ist. Sie berät Betroffene sowie Berufs- und Fachpersonen und leistet Vernetzungs-, Informations- und Sensibilisierungsarbeit. . Die Fachstelle Zwangsheirat ist als Kompetenzzentrum des Bundes gesamtschweizerisch tätig und auch international gut vernetzt.
Um das Phänomen Zwangsheirat zu verstehen und dagegen vorzugehen, sind mehrnationale Vernetzungen sowie länder- und kulturspezifische Kenntnisse unabdingbar.
BARFI.CH: Nach der Reformation wurden die Basler Dirnen hart angepackt: http://barfi.ch/Titelgeschichten/Nach-der-Reformation-wurden-die-Basler-Dirnen-hart-angepackt [15.9.2018].
BDM.BS.CH: Prostitution in Basel-Stadt: Vernetztes und lösungsorientiertes Vorgehen bei Problemen – Begrenzung der Kleinbasler Toleranzzone wird markiert: http://www.bdm.bs.ch/nm/2016-06-27-Prostitution-in-Basel-Stadt--Vernetztes-und-l-sungsorientiertes-Vorgehen-bei-Problemen---Begrenzung-der-Kleinbasler-Toleranzzone-wird-markiert.html [14.9.2018].
JSD.BS.CH: Prostitution: http://www.jsd.bs.ch/themen/prostitution.html [14.9.2018].
ZWANGSHEIRAT.CH: Organisation: http://www.zwangsheirat.ch/de/ueber-uns/organisation/ [14.9.2018].