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Entstehung der Basler Strassenbahnen

Erste Strassenbahnen gab es in den 1830er Jahren, wobei es sich überwiegend um Pferdebahnen auf Schienen handelte. Die Scheinen standen dabei Pate beim heute noch gängigen Namen "Tram". Sie sollen auf die geschlitzen Holzbalken (Tram) zurückgehen, die im Bergbau als Schienen für die Wagen in den Schächten genutzt wurden. In England entstand daraus das Wort "Tramway".
Als 1862 in Genf und 1877 in Biel die ersten Pferdetrams in der Schweiz aufkamen, hatte man in Europa schon sehr vereinzelt Dampftrambahnen gesehen. In Lichterfelde bei Berlin sollte es testweise 1881 eine erste elektrische Strassenbahn geben. Im selben Jahr bekam Basel mit dem Pferdeomnibus des Unternehmers Henri Imhoff (1828-1900) seine eigenen öffentlichen Verkehrsmittel.
Nachdem 1876 eine Gesellschaft aus Frankreich bei den Basler Behörden um eine Konzession für den Betrieb einer Strassenbahn nachsuchte, holte das Baudepartement ein Gutachten ein. Dieses lag 1878 vor und führte aus, dass eine Pferdestrassenbahn vom Centralbahnhof über die Mittlere Brücke zum Badischen Bahnhof (damals am heutigen Riehenring) durchaus vielversprechend wäre.
Die Basler Regierung beschloss jedoch das Gutachten zu ignorieren. Man war mit anderen Projekten beschäftigt; wie etwa dem Bau der Wettsteinbrücke oder der Korrektion der Strassen im Stadtkern. Da die Stadt also anderweitig zu tun hatte, kam Privatunernehmer Imhoff zum Zug, der eine Konzession für seine "Tramomnibusse" löste, und ab 6. Juli 1881 die beiden Bahnhöfe verband.
Ein 1992 detailgetreu nachgebautes Basler Rösslitram, wie es bis 1895 Jahren zwischen Centralbahnhof und Badischem Bahnhof verkehrte (hier beim Aeschermittwoch der Basler Zünfte 2009)
Das Netz des "Rösslitram" wurde ausgebaut und fuhr bald auch zum Spalentor und zum St.Johannstor. Doch die Zeiten wurden hart und die Wirtschaftslage trieb Imhoff 1883 in den Konkurs. Julius Settelen (1857-1907), der später die Tocher Imhoffs heiraten sollte, ersteigert das unrentable Tramuntenrehmen. Er hielt den Betrieb mit viel Mühen und Investitionen aufrecht.
Basel beschliesst den Aufbau einer staatlichen Strassenbahn
Im Prinzip war das Rösslitram noch keine Strassenbahn, denn es verkehrte ohne Schienen. Das Thema des Schienenverkehrs in Basel wurde erst in den frühen 1890er Jahren konkret. Ein Konsortium von Fachleuten zum Strassenbahnwesen suchte im Januar 1890 beim Regierungsrat um eine Konzession für Basel nach. Der Plan war es, ein Strassenbahnnetz in der Stadt aufzubauen.
Wie schon nach der Anfrage von 1876, holt die Basler Regierung dazu ein Gutachten ein. Dieses sprach sich für die Anschaffung einer Strassenbahn aus, empfahl aber, dass ein solches Unternehmen vom Staat selbst geführt werden sollte. Damit könnten zum Beispiel Linienführung und Unterhalt besser kontrolliert werden. Dieses Mal beschloss die Regierung dem Gutachten zu folgen.
Dem entsprechend wurde das Konzessionsgesuch des Konsortiums zurückgeweisen, und in den zuständigen Amtstuben setzte emsiges Klären und Planen zu einer staatseigenen Basler Strassenbahn ein. Sehr eilig begann man im August 1892 mit den Bauarbeiten für das Schienenetz, und setzte dabei noch auf die Pferdebahn. Die stand aber gerade im Begriff, rasend schnell zu veralten.
Anfänge des elektrische Tramnetzes
Die elektrische Strassenbahn war über die ersten unbeholfenen Schritte hinaus, und begann in ihren Kinderschuhen zunehmend sicherer voranzuschreiten. In immer mehr deutschen Städten fasste sie Fuss. Sogar Basels Nachbarstadt Mühlhausen (im damals zu Deutschland gehörenden Elsass) war dabei, ein elektrisches Tram aufzubauen. Flexibel wechselte Basel das Konzept.
Zwar hatte man mit dem Bau des Schienenstranges für das Pferdetram begonnen, beschloss nun aber 1893 den Umstieg auf Elektrobetrieb mit Oberleitung. Nach erlangter Bundeskonzession gab der Grosse Rat 1894 seine Zustimmung zum Projekt. Die eingestellten Bauarbeiten wurden mit entsprechenden Veränderungen fortgesetzt, und zwölf elektrische Trams bei Siemens & Halske bestellt.
Für das neue Tram baute man am Claragraben ein Kraftwerk mit Dampfmaschinen der Firma Sulzer aus Winterthur, während die elektrischen Installationen der Münchensteiner Firma Alioth übertragen wurden. An der Hammerstrasse 32 wurde das erste Tramdepot der Basler Strassenbahnen (B.St.B) erstellt. Im heute noch existierenden Gebäude hatten die zwölf Motorwagen Ce 2/2 Platz.
Das erste Basler Tramdepot an der Hammerstrasse 32. Mit dem Ausbau des Tramnetzes und der Eröffnung der Depots Klybeck (1897) und Morgartenring (1900) veraltet, und seit 1909 von der Basler Eichstätte genutzt.
Unter grossem öffentlichem Interesse fanden am 8. April 1895 erste Probefahrten mit Trams von Siemens & Halske statt. Schliesslich konnte am 6. Mai des selben Jahres der Betrieb aufgenommen werden. Die erste Linie der 1946 in BVB (Basler Verkehrsbetriebe) umbenannten B.St.B. verband nun fahrplanmässig via Marktplatz den Centralbahnhof mit dem Badischen Bahnhof.
Zusammenfassung
In den späten 1870er Jahren wies die Basler Regierung das Vorhaben einer französischen Gesellschaft zurück, in Basel eine Pferdestrassenbahn wie in anderen Städten aufzubauen. Während die Stadt anderen Projekten den Vorrang gab, gestattete sie einem lokalen Privatunternehmer die Einrichtung eines nicht schienengeführten Pferdeomnibus, in Basel bekannt als "Rösslitram".
Die 1881 eröffnete Linie verband den Centralbahnhof mit dem Badischen Bahnhof in Kleinbasel. Das mit weiteren Linien ausgebaute Netz war gut genutzt aber unrentabel. Als 1890 weitere private Bestrebungen zur Einrichtungen einer neuen Strassenbahn einsetzten, übernahm die Stadt selbst die Initiative, und beschloss den Aufbau eines staatlichen Trambetriebs von Bahnhof zu Bahnhof.
Während man begann ein Pferdetram auf Schienen einzurichten, wurde deutlich dass ein elektrisches Tram zukunfstweisender war. Nachdem 1893 eine Konzession des Bundes eingeholt wurde, begann der Aufbau einer modernen Strassenbahn, mit Kraftwerk am Claragraben und Depot an der Hammerstrasse. Mit 12 Motorwagen konnten die Basler Strassenbahnen am 6. Mai 1895 ihren Betrieb aufnehmen.
Beitrag erstellt 17.01.18
Quellen:
Othmar Birkner / Hanspeter Rebsamen, Inventar der neueren Schweizer Architektur 1850-1920 - Basel, von der Christoph Merian Stiftung ermöglichter Seperatdruck aus Band 2 der Gesamtreihe, herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Zürich, 1986, Seite 161 (Hammerstrasse 32)
Dominik Madörin, Das Rollmaterial der Basler Verkehrsbetriebe, EK-Verlag, Freiburg/D, 2003, ISBN 3-88255-843-1, Seiten 7 bis 8 und 13
Rudolf Pleuler, 75 Jahre Basler Verkehrsbetriebe, 148. Neujahrsblatt der GGG, Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1970, Seiten 7 bis 11
Paul Speiser, Beitrag "Die Anfänge der öffentlichen Betriebe des Stadt Basel", publiziert in Basler Jahrbuch 1933, herausgegeben von August Huber und Ernst Jenny, Verlag von Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1932, Seiten 21 bis 22
Website der Firma Settelen, Beiträge zur Firmengeschichte unter "Historisches", http://www.settelen.ch, Stand 17.01.2018