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| Cyrillus von Alexandrien († 444) - Über Den Rechten Glauben an den Kaiser (De recta fide ad imperatorem)

7.
Wollte jemand über eine jede dieser Lehren eine lange Untersuchung anstellen und eine erschöpfende Prüfung vornehmen, so würde er nicht geringe Zeit aufwenden müssen und lästigen und peinlichen Schweiß zu ertragen haben und doch nichts Ersprießliches zustande bringen. Wir wollen deshalb auf lange und breite Auseinandersetzungen verzichten und eine jede Lehre einer kleinen und kurzen Prüfung unterziehen. Und zuvörderst wollen wir den Doketen sagen: „Ihr irrt, weil ihr die Schriften nicht kennt",1noch auch „das große Geheimnis der Gottesfurcht", nämlich Christus, der geoffenbart worden im Fleische, gerechtfertigt durch den Geist, erschienen den Engeln, verkündet bei den Völ- kern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in Herrlichkeit".2Die Gegner aber müssen entweder den Alten ein Schandmal aufdrücken und die Lehrer des Erdkreises, denen Christus selbst gesagt hat: „Geht hin und lehret alle Völker“,3Lügner schelten, oder aber, wenn sie dies zu tun zurückschrecken, die rechte Lehre über Christus annehmen, den eigenen Torheiten Lebewohl sagen und sich fest an die heiligen Schriften halten, um den Pfad der Heiligen zu wandeln, der zur Wahrheit selbst führt.
1: Matth. 22, 29.
2: 1 Tim. 3, 16.
3: Matth. 28, 19.