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Krankheit der Nebenschilddrüsen
Die Nebenschilddrüse
Der Mensch besitzt normalerweise vier Nebenschilddrüsen. In Ausnahmenfällen (weniger als 5%) können es 5-6 Drüsen sein. Die Nebenschilddrüsen produzieren das Parathormon, das zusammen mit Calcitonin und Vitamin D sehr wichtig für den Kalzium-Haushalt ist. Die Nebenschilddrüsen sind so gross wie eine Linse (3x3x1mm), wiegen 30-70 Gramm und liegen an der Hinterseite der Schilddrüse.
Das Kalzium und die Parathormon
Kalzium spielt eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Funktionen im Körper: Herz- und Muskelfunktion, Blutgerinnung, Nervenfunktion, Knochenfestigkeit u.a.
Das Kalzium im Blut wird konstant durch die Produktion des Parathormons in den Nebenschilddrüsen angepasst.
Vier Organe spielen eine Rolle im Metabolismus des Kalziums: Der Darm nimmt das Kalzium aus der Nahrung auf, die Nebenschilddrüse reguliert den Kalziumhaushalt, der Knochen speichert das Kalzium und die Niere scheidet überschüssiges Kalzium aus.
Hyperparathyreoidismus (Überproduktion von Parathormon)
Hyperparathyreoidismus ist eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen.
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Arten und Symptome
Mit Hyperparathyreoidismus bezeichnet man die Überproduktion der Nebenschilddrüsen mit vermehrter Ausschüttung des Hormons Parathormon (PTH) durch eine (in 80% der Fälle) oder mehrere vergrösserte Nebenschilddrüsen (Autonomes Adenom), was meist spontan auftritt.
Symptome bei einem hohen Kalziumwert: vermehrtes Wasserlösen, Verstopfung (Obstipation), Übelkeit, Erbrechen, Muskelschwäche, Antriebslosigkeit, Depression, Desorientiertheit, Nierensteine, Knochenschmerzen, Osteoporose u.a
Es existieren 3 Klassen von Hyperparathyreoidismus:
Primärer Hyperparathyreoidismus (pHPT)
Häufigste Ursache. Eine spontane Vergrösserung einer oder mehrerer Nebenschilddrüsen führt zur Überproduktion des Parathormons (PTH) und somit zu einem erhöhten Kalziumwert im Blut.
Sekundärer Hyperparathyreoidismus (sHPT)
Bei chronischer Hypokalzämie (tiefer Kalziumwert) entsteht eine reaktive Überfunktion der Nebenschilddrüsen. Dieses Krankheitsbild tritt vor allem bei chronischer Nierenunterfunktion auf.
Tertiärer Hyperparathyreoidismus (tHPT)
Ist eine häufige Krankheit bei langjähriger Nierenunterfunktion mit Dialysetherapie des Patienten. Entsteht aus einem sekundären Hyperparathyreoidismus. Hier findet man im Gegensatz zum sekundären Hyperparathyreoidismus, eine Hyperkalzämie.
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Aufklärungen
Beim Verdacht auf einen Hyperparathyreoidismus werden in der Regel zwei Untersuchungen durchgeführt: ein Ultraschall (Bild 1) und eine Szintigrafie (Bild 2) um die vergrösserte Nebenschilddrüse zu lokalisieren und somit die Operation zur Entfernung dieser Nebenschilddrüse zu planen.
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Behandlungsmöglichkeiten
Medikamentöse Therapie
Beim primären Hyperparathyreoidismus können Calcitonin zur Senkung des Kalziumspielgels und Biphoshonate zur Verminderung des Knochenabbaus eingesetzt werden.
Beim sekundären Hyperparathyreoidismus besteht die Therapie aus verminderter Phosphatzufuhr in der Diät, Einnahme von Medikamenten, die das Phosphat binden, Vitamin D sowie Kalzium.
Sollte die medikamentöse Therapie erfolglos sein, ist eine operative Therapie mit Entfernung von mindestens der verursachenden Nebenschilddrüse indiziert.
Operative Entfernung der Nebenschilddrüse (Parathyreodektomie)
Durch die Entfernung der vergrösserten Nebenschilddrüse kann der Patient geheilt werden. Die Operation wird durch einen kleinen ca 2-3 cm grossen Schnitt durchgeführt. Bei klarer Lokalisation ist ein weniger grosser Schnitt notwendig und nur die vergrösserte Nebenschilddrüse wird minimal-invasiv entfernt. Kann diese präoperativ nicht identifiziert werden, wird durch einen kragenförmigen Schnitt quer am Hals operiert. Beide Schilddrüsenlappen werden aus der Umgebung gelöst. Falls keine klare Lokalisation vor der Operation möglich ist, werden alle vier Nebenschilddrüsen dargestellt und das vergrösserte Epithelkörperchen wird entfernt und untersucht. Sind alle Nebenschilddrüsen vergrössert, werden drei davon ganz und die letzte bis auf einen reiskorngrossen Rest entfernt.
Noch während der Operation wird die Nebenschilddrüse mikroskopisch untersucht und der Hormonspiegel im Blut bestimmt, um zu sehen, ob die kranke Nebenschilddrüse entfernt wurde.