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Herzinfarkt
Der akute Verschluss eines Herzkranzgefässes führt zum Absterben von Herzmuskelzellen in einem Areal, welches von diesem Herzkranzgefäss mit Blut versorgt wird.
Später werden die abgestorbenen Herzmuskelzellen durch Narbengewebe ersetzt. Kontrastmittel (s.o) reichert sich im Narbengewebe an. So lässt sich das Ausmass eines Herzinfarktes beurteilen und eine geeignete Therapie wählen.
Da die Blutversorgung des Herzmuskels von aussen nach innen erfolgt, sterben zunächst die Zellen an der Innenseite des Herzmuskels ab, was zu einer charakteristischen länglichen Narbe an der Innenseite führt (siehe Abb. 4).
Das betroffene Herzmuskelareal pumpt häufig weniger gut als ein gesunder Herzmuskel, was sich ebenfalls mit der Herz-MRT untersuchen lässt.
Abb. 4: Narbe nach Herzinfarkt im 4- (A) und 2-Kammerblick (B): Hyperintense (helle) Veränderungen der Innenseite des Herzmuskels bzw. der gesamten Dicke des Herzmuskels (Pfeile) im Vergleich zum normalen hypointensen (schwarzen) Herzmuskel.
Durchblutung des Herzmuskels
Durch Verengung der Herzkranzgefässe kommt es zu einer geringeren Durchblutung des versorgten Herzmuskels. Mittels der MRT können solche geringer durchbluteten Areale identifiziert werden (siehe Abb. 5).
Abb. 5: Aufnahme zur Durchblutung des Herzmuskels. Hypointense (dunkle) Veränderung des Herzmuskels (Pfeil) im Vergleich zum übrigen Herzmuskel, einer verminderten Durchblutung entsprechend.
Herzmuskelentzündung
Während der akuten Entzündung des Herzmuskels kommt es zur Einlagerung von Flüssigkeit im entzündeten Gewebe (Ödem) und zum Absterben von Herzmuskelzellen. Wie beim Infarkt werden die Herzmuskelzellen später durch Narbengewebe ersetzt. Die Kontrastmittelaufnahme des Herzmuskels ist bei einer Herzmuskelentzündung typischerweise fleckig in der Mitte des Herzmuskels oder an der Aussenseite (siehe Abb. 6).
Abb. 6: In A fleckige hyperintense (helle) Veränderungen des Herzmuskels (Pfeil) als Zeichen eines Ödems (Flüssigkeit im Gewebe). In B und C zeigt sich an dieser Stelle eine Kontrastmittelaufnahme (Pfeile) in einem für eine Herzmuskelentzündung typischen Muster.
Andere Erkrankungen des Herzmuskels sogenannte Kardiomyopathien
Es gibt mehrere verschiedene Kardiomyopathien, welche verschiedene Abschnitte des Herzens, z.B. nur die linke oder rechte Hauptkammer oder auch die Vorhöfe betreffen können. Dabei kann es z.B. zu einer übermässigen Verdickung des Herzmuskels (sog. Hypertrophe Kardiomyopathie), zu einer Vergrösserung der linken Hauptkammer (sog. Dilatative Kardiomyopathie) oder zu einer Störung von Aufbau und Funktion des Herzmuskels der rechten Hauptkammer (Arrhythmogene Rechtsventrikuläre Kardiomyopathie) kommen (siehe Abb. 7).
Die Herz-MRT ist hilfreich bei der Diagnose dieser Erkrankungen sowie bei der Beurteilung des Ausmasses und der Entwicklung im Verlauf.
Abb. 7: Vergrösserte linke Herzkammer bei dilatativer Kardiomyopathie (B). Verdickter Herzmuskel der linken Kammer bei hypertropher Kardiomyopathie (C). Zum Vergleich normales Herz (A).
Raumforderungen / Tumor des Herzens
Die häufigste Raumforderung des Herzens ist der Thrombus (Blutgerinnsel), welcher sich z.B. bilden kann, wenn das Herz weniger kräftig pumpt. Solche Thromben können sich lösen und Gefässe verschliessen, welche das Gehirn mit Blut versorgen. Dies führt zu einem Schlaganfall. Mit der MRT können solche Thromben identifiziert werden. Tumoren des Herzens kommen im Vergleich zu anderen Organen eher selten vor. Die Herz-MRT ist in diesen Fällen hilfreich bei der Beurteilung der Art des Tumors, der Ausdehnung sowie der Beeinträchtigung der Funktion des Herzens.
Angeborene Fehlbildungen des Herzens
Auch bei der Beurteilung angeborener Fehlbildungen des Herzens und des Verlaufs nach Operation ist die Herz-MRT sehr hilfreich. Die Beschreibung der Art des Herzfehlers sowie die Beurteilung der Funktion des Herzens und Identifikation von Komplikationen nach einer Operation ermöglicht die Herz-MRT.