Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/1606

Die Schweiz nahm gleich nach der Unabhängigkeit des Landes regelmässige Beziehungen zur Republik Nordmazedonien auf und integrierte das Land in ihr Transitionsprogramm. Heute konzentriert sich die Strategie der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit auf die Unterstützung der Reformprozesse in den Bereichen demokratische Regierungsführung, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung sowie Infrastruktur und Umwelt. Die grosse Gemeinschaft aus der Republik Nordmazedonien in der Schweiz trägt dazu bei, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu festigen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Nordmazedonien
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte die Republik Nordmazedonien am 12. Mai 1993. Die Beziehungen sind gut und geprägt von Fragen im Zusammenhang mit der grossen Gemeinschaft in der Schweiz von Bürgern aus Nordmazedonien (Familiennachzug, polizeiliche Zusammenarbeit) und dem bedeutenden Schweizer Programm der Entwicklungszusammenarbeit.
Wirtschaftliche Beziehungen
Der wirtschaftliche Austausch zwischen den beiden Ländern ist bescheiden. Wachstumspotenzial besteht beim Handel und bei den Schweizer Direktinvestitionen in der Republik Nordmazedonien. Bislang sind es vor allem Schweizer Staatsangehörige mit Herkunft aus Nordmazedonien – oft haben sie in der Schweiz studiert oder gearbeitet –, die nach und nach die Attraktivität und das Geschäftspotenzial ihres Herkunftslandes entdecken. So haben einige erfolgreich in ihrem Land ein KMU aufgebaut, mit eigenen Mitteln oder in Partnerschaft mit einem Schweizer Unternehmen.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende und Kulturschaffende aus der Republik Nordmazedonien können sich um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben. Seit seiner Beteiligung im Jahr 1964 hat Nordmazedonien 48 Stipendien erhalten.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
Die Schweiz unterhält in Nordmazedonien seit 1992 bilaterale Kooperationsprojekte und leistet Beiträge an regionale und internationale Programme. Die heutige Kooperationsstrategie mit der Republik Nordmazedonien (2017–2020) konzentriert sich auf die Unterstützung der Reformprozesse in den Bereichen demokratische Regierungsführung, Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt.
Die Republik Nordmazedonien, dessen Geschichte als unabhängiger Staat noch jung ist, befindet sich in einer Phase der Entwicklung und Stärkung der nationalen Identität. Zwar verfügt das Land über relative Stabilität und erlebt einen gewissen Aufschwung, doch wird es auf dem Weg zur europäischen Integration noch zahlreiche Herausforderungen zu meistern haben. Der Rahmenvertrag von Ohrid (2001), der den gewaltsamen Konflikt um die Rechte der albanischen Minderheit beendete, bildet die Basis der politischen Agenda der Landesregierung, insbesondere was die Rechte der Minderheiten und den Dezentralisierungsprozess betrifft. In diesen Rahmen reiht sich auch das Programm der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ein.
Kulturaustausch
Die Schweiz ist punktuell an Veranstaltungen präsent, insbesondere im Rahmen der Frankophonie und der Woche der italienischen Sprache.
Schweizerinnen und Schweizer in der Republik Nordmazedonien
Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 321 Schweizerinnen und Schweizer in der Republik Nordmazedonien.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
1994, ein Jahr nach der Unabhängigkeit der Republik Nordmazedoniens, liess die Schweiz ihren Botschafter in Sofia durch die Regierung Nordmazedoniens akkreditieren und beteiligte sich an diplomatischen Missionen zur Stabilisierung des Landes. Sie stellte sechs Polizeibeamte zur Verfügung, die sich im Rahmen der UNO an friedenserhaltenden Massnahmen beteiligten, und unterstützte die Volkszählung 1994. Die Schweiz half 1995 in Skopje bei der Gründung eines Lokalradios für Minderheiten.
Seit 1996 ist Nordmazedonien ein Schwerpunktland der Schweizer Ostzusammenarbeit. Im Jahr 2000 eröffnete die Schweiz eine Botschaft in Skopje, was die wachsende Bedeutung des Schweizer Engagements widerspiegelt. Die Bedeutung der zur Verfügung gestellten Mittel, die einzigartigen Kompetenzen der Schweiz in bestimmten Bereichen, aber auch die Tatsache, dass das Schweizer Hilfsprogramm die EU-Programme ergänzt, macht die Schweiz heute zu einer geschätzten Partnerin Nordmazedoniens.