Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03596.jsonl.gz/177

Lugano holt den letzten Titel fürs Tessin
In der Saison 1948/49 ging der Meistertitel in der National-Liga A an den FC Lugano. Nach der AC Bellinzona im Vorjahr gewann das Tessin zum ersten Mal in der Geschichte des Schweizer Fussballs zwei Titel in Folge – aber gleichzeitig auch bis heute den letzten. In der gleichen Saison mussten die Zürcher Grasshoppers die NLA zum ersten Mal verlassen.
Im Spielbetrieb der National-Liga gab es in der zweiten Hälfte der Vierzigerjahre mehrfach Überraschungen, so dass von einem eigentlichen «Aufstand der Kleinen» gesprochen werden kann. Zudem war dies eine Phase ausserordentlicher Dominanz der lateinischen Schweiz im Allgemeinen und des Tessins im Besonderen. Neben 5 Westschweizer Vereinen (Biel, Lausanne, La Chaux-de-Fonds, Servette, Urania Genf) und 4 Klubs aus dem Tessin (Lugano, Bellinzona, Locarno, Chiasso) spielten in der Saison 1948/49 nur 5 Vertreter der Deutschschweiz in der National-Liga A.
Der Meistertitel ging dabei zum zweiten Mal in Folge (nach dem einzigen Titelgewinn der AC Bellinzona 1948) ins Tessin – bis heute zum letzten Mal. Der FC Lugano konnte nach 1937/38 und 1940/41 unter dem ungarischen Trainer Béla Volentik, der den Klub von 1947-1950 und nochmals 1952/53 trainierte, den dritten Meistertitel in der Klubgeschichte feiern. Den sicheren Rückhalt der Meistermannschaft, die noch auf dem Campo Marzio spielte (das Stadio Cornaredo wurde 1951 eingeweiht), bildete der 12-fache Schweizer Nati-Goalie Eugenio Corrodi, der sich auf eine starke Abwehr verlassen konnte und in 26 Runden nur gerade 18 Gegentore kassierte.
«Mit 40 Punkten bei 18 Siegen, 4 unentschiedenen Spielen und 4 Niederlagen wurde der FC Lugano zum drittenmal Schweizerischer Fussballmeister. Der Titel fiel ohne Zweifel der stärksten Fussballmannschaft der abgelaufenen Saison zu. In welch überlegener Weise der grosse Tessiner Verein die Meisterschaft gewann, geht daraus hervor, dass der zweite in der Meisterschaft (FC Basel) 7 Punkte weniger aufzuweisen hat. Am 29. Mai übergab Vizepräsident Dr. Koch der Meistermannschaft den wertvollen Wanderbecher unserer obersten Spielklasse.»
Aus dem Jahresbericht des Schweizerischen Fussball- und Athletikverbandes (SFAV) der Saison 1948/49.
Grasshoppers steigen erstmals ab
Dramatisch gestaltete sich der Kampf am Strich. Nach der 26. und letzten Runde befand sich Rekordmeister GC auf dem undankbaren 13. Platz und musste die National-Liga A zum ersten Mal verlassen, während sich Stadtrivale Young Fellows mit einem Punkt Vorsprung auf den Stadtrivalen halten konnte.