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Peter Lombard’s Sentences : the 15th century
Prof. Dr. Maarten J.F.M. Hoenen
Commentaries on Peter Lombard’s Sentences : the 15th century
Die Sentenzen des Petrus Lombardus (1157 verfasst) werden bis in die frühe Neuzeit hinein als grundlegendes Handbuch von Theologen verwendet und kommentiert. Heute noch sind rund 1500 Sentenzen-Kommentare bekannt, in denen auf der Grundlage des Sentenzentexts die brennenden theologischen und philosophischen Fragen der jeweiligen Epoche erörtert werden. Die Société Internationale pour l'Étude de la Philosophie Médiévale (SIEPM) hat sich zum Ziel gesetzt, ein in die Jahre gekommenes Repertorium dieser Sentenzenkommentare zu erneuern. Das vorliegende Teilprojekt kümmert sich um die Kommentartradition des 15. Jahrhunderts.
Entgegen der verbreiteten Meinung, gegen Ende des Mittelalters sei auch das Interesse an den Sentenzen des Petrus Lombardus verloren gegangen, lässt sich im 15. Jahrhundert eine Vielfalt sowohl in der Ausgestaltung als auch in der inhaltlichen Prägung von Sentenzenkommentaren feststellen, die von der bleibenden grossen Bedeutung der Gattung zeugt. Zahlenmässig sind zudem aus keiner anderen Epoche so viele Kommentare überliefert wie aus dem 15. Jahrhundert. Doch weil diese Tradition bisher kaum erforscht worden ist und das alte Repertorium von Friedrich Stegmüller (Wiesbaden 1947) entsprechend grosse Mängel aufweist, gilt es für das vorliegende Teilprojekt, einen Überblick über die Sentenzentradition des 15. Jahrhunderts grundlegend neu zu erarbeiten. Diese Erarbeitung erfolgt auf drei Ebenen:
1. Überarbeitung des bestehenden Materials: Ausgangspunkt bildet weiterhin das von Stegmüller zusammengetragene Material, das grundlegend gesichtet, überarbeitet und ergänzt werden muss. Für das Gesamtprojekt sind die Stegmüller-Daten hierfür in eine Datenbank übertragen worden, deren Inhalt über eine Web-Platform modifiziert und umstrukturiert werden kann.
2. Ergänzung durch noch nicht erfasste Kommentare: Ergänzt werden muss dieses Material durch zahlreiche neue, Stegmüller noch nicht bekannte Kommentarschriften des 15. Jahrhunderts. Eine ganze Reihe dieser Kommentare sind in den letzten 50 Jahren in der Literatur diskutiert worden; im Rahmen des Möglichen wird aber auch durch Katalog-Recherchen und gezielte Bibliotheksbesuche nach bisher unbekannten Kommentaren gesucht.
3. Erweiterung der Datensätze: Sowohl bestehende als auch neue Datensätze sind über die grundlegenden Informationen zu Umständen und Kontext der Abfassung und zu bekannten Textzeugen hinaus mit weiteren relevanten Angaben etwa zu Form und Inhalt oder zu intertextuellen Bezügen zwischen den einzelnen Kommentaren zu ergänzen und mit einer aktuellen Bibliographie zu versehen.