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Dirrell wird Sieg zugesprochen
Disqualifikation beendet Abrahams Hoffnungen auf einen K.o.-Sieg
27.03.2010 - Für Arthur Abraham endet die Reise in die USA mit einer Enttäuschung. In der zweiten Runde des Super Six World Boxing Classic-Turniers musste sich der 30-Jährige in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Joe Louis Arena in Detroit aufgrund einer Disqualifikationsniederlage nach einer Minute und 13 Sekunden der elften Runde geschlagen geben. Im 32. Profifight verließ der Wegner-Schützling den Ring somit erstmals nicht als Sieger.
"Meine Taktik sah vor, dass ich langsam anfange", sagte der 30-jährige Abraham hinterher. "Mit einem solchen Ende hätte ich nie gerechnet." Der Super-Six-Tabellenführer hatte sich in den Tagen vor dem Kampf durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Und auch beim Einmarsch in die Arena wirkte er eiskalt. Doch gegen den sehr aktiv agierenden Lokalmatador aus dem US-Bundesstaat Michigan hatte er zunächst Mühe, in den Kampf zu finden.
Der Amerikaner, der meistens in der Rechtsauslage boxte, kam zunächst häufiger mit seinen linken Händen durch. "Es war sehr schwer, die Distanz zu überbrücken und ihn zu stellen. Doch nachdem ich die Anfangsphase ein wenig verschlafen hatte, fand ich immer besser in den Kampf", so Abraham. Richtig gefährlich wurde es für Dirrell erstmals in der dritten Runde: Mit einer Linken und einer Rechten zum Kopf landete King Arthur harte Treffer.
Auch in Durchgang vier traf er mit seiner Rechten. Direkt im Gegenzug kam aber eine Linke seines US-Kontrahenten zum Kopf durch, so dass Abraham zu Boden ging und angezählt wurde. Andre Dirrell blieb auch in der Folge aktiver. Dafür verbuchte Abraham aber immer wieder die härteren Treffer für sich. Ein starker Cut über dem rechten Auge hinderte den Berliner jedoch daran, in der Folge ungehindert zu Werke gehen zu können.
Dirrell legte auch in den späteren Runden ein hohes Tempo vor. Abraham erhöhte trotzdem den Druck und wurde immer gefährlicher. In der zehnten Runde schickte er den 26-jährigen Widersacher sogar zu Boden, doch Ringrichter Laurence Cole wertete die Situation nicht als Niederschlag. Aus seiner Sicht wurde der Bodenkontakt nicht nur durch den Schlag von King Arthur, sondern auch durch einen Stolperer verursacht.
Obwohl Andre Dirrell auf den Wertungszetteln der Punktrichter in Führung lag, schien Arthur Abraham immer noch einen K.o. in seinen Fäusten zu haben. Doch dazu kam es am Ende leider nicht. Denn im elften Durchgang rutschte sein Gegner in der blauen Ecke des Seilgevierts aus. Abraham erkannte die Situation zu spät und traf den inzwischen im Ringstaub knieenden Amerikaner mit einem fulminanten rechten Haken am Kopf.
"Ab der achten Runde habe ich ihn immer besser getroffen. Ich glaubte, dass ich den Kampf noch gewinne", beschrieb Abraham seine Eindrücke nach dem Fight. Bei der Situation, die zum Abbruch führte, habe er nur auf den Kopf seines Gegners geschaut. "Der Ringrichter ging nicht dazwischen. Ich habe auch kein Kommando vernommen." Da Dirrell danach nicht in der Lage war, den Kampf fortzusetzen, wurde Abraham disqualifiziert.
"Es war ein packender Kampf. Ich bin mir sicher, dass Arthur noch durch K.o. gewonnen hätte. Wir müssen uns die entscheidende Situation noch einmal in Ruhe angucken und werden dann gegebenenfalls reagieren", erklärte Manager Wilfried Sauerland auf der Pressekonferenz. Zu dieser war Dirrell übrigens gar nicht erst erschienen. Er ließ sich in ein Krankenhaus einliefern. Im Eifer des Gefechtes verpasste er sogar die unter den Super-Six-Promotern vereinbarte Dopingprobe. – boxen.com
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