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Paris in den Sechzigern: Jacqueline (Vanessa Paradis) ist alleinerziehende Mutter des kleinen Laurent, der am Down-Syndrom leidet. Sie überschüttet den Jungen mit Liebe und Zärtlichkeit und lässt ihn kaum eine Sekunde allein. Als er ins Schulalter kommt, schickt sie ihn anstatt in eine Sonderschule in eine normale Schule, weil sie ihn nicht als "Behinderten" abgeschoben haben will. Als Laurent in der Schule eines Tages ein Mädchen kennenlernt, das ebenfalls unter dem Down-Syndrom leidet, werden die beiden schnell unzertrennlich. Dies löst in Jacqueline eine ungeahnte Eifersucht aus.
Montreal in der Gegenwart: Der 40-jährige Antoine (Kevin Parent) ist ein erfolgreicher DJ, der kürzlich seine Ehefrau Carole (Hélène Florent) verlassen hat, mit der er zwei Kinder hat. Nun lebt er mit der hübschen und deutlich jüngeren Rose (Evelyne Brochu) zusammen. Doch für Carole, für die Antoine die grosse Liebe ihres Lebens ist, ist die Geschichte noch nicht abgeschlossen. Sie kann ihn nicht loslassen und hofft - allen Ratschlägen aus ihrem Umfeld zum Trotz - noch immer, dass er eines Tages zu ihr zurückkehrt.
Die beiden Geschichten, die in Café de flore parallel erzählt werden und zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten spielen, sind nur lose miteinander verknüpft - zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick und mit zunehmender Filmdauer zeigt sich dann, dass die Verbindung in erster Linie thematischer Natur ist: In beiden Geschichten geht es um starke Liebe, Eifersucht und das Nicht-Loslassen-Können. Sei es die junge Mutter, die ihren behinderten Jungen förmlich vor Zuneigung erdrückt, oder die Ex-Frau, die die neue Realität nicht wahrhaben will.
Gerade in der Geschichte, die in der Gegenwart spielt, ist dabei aber nie ganz klar, wer denn nun eigentlich der Protagonist ist. Als solcher eingeführt wird Antoine, allerdings übernimmt mit zunehmender Filmdauer Carole diesen Part, während Antoine ziemlich blass bleibt. Überhaupt wirkt der ganze Film recht zäh und ziellos; hat man einmal verstanden, worauf er herauswill, wird er zur Geduldsprobe: schöne Menschen, ästhetische Bilder, chilliger Soundtrack, doch irgendwie blutleer und zu durchgestylt.
Der Soundtrack verdient freilich eine spezielle Erwähnung, ist dieser doch ein dominantes Element des Filmes. Neben dem titelgebenden Stück "Café de flore" von Matthew Herbert, das in den Sechzigern in einer Jazz-Version, in der Gegenwart in einer Chillout-Techno-Version ertönt, untermalen Klänge von Pink Floyd, Sigur Ros oder The Cure die Bilder. Und auch "unsere" Sophie Hunger ist im erlesenen Soundtrack mit von der Partie. Leider vermag der Film von Jean-Marc Vallée mit der Qualität seines Soundtracks nicht ganz mitzuhalten.
Dennoch hat Café de flore auch seine berührenden Momente. Hauptdarstellerin Vanessa Paradis macht in ihrer Rolle der zu sehr liebenden Mutter einen guten Job - und dies, ohne zu singen. Auch den übrigen Darstellern kann kein Vorwurf gemacht werden, dass der Film insgesamt zu sehr in flauschig-emotionale Watte gehüllt scheint. So ist alles zwar ganz nett anzusehen, doch letzten Endes auch schnell wieder vergessen.