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Während es in Syrien bloss fünf Jahre sind, liegen die guten alten Zeiten im benachbarten Irak schon etwas länger zurück. Der Niedergang begann mit der Machtergreifung Saddam Husseins 1979 und hält bis heute an. In den 1960er- und vor allem in den 1970er-Jahren hingegen erlebte das Zweistromland trotz gelegentlicher politischer Unruhen eine Blütezeit. Die Verstaatlichung der Erdölindustrie und der Erdölschock spülten Milliarden in die Staatskassen, die breiten Bevölkerungsschichten einen bescheidenen Wohlstand ermöglichten. Fotos aus jener Zeit zeigen denn auch einen komplett anderen Irak, als wir ihn heute kennen. Im Strassenbild Bagdads gab es auffallend wenig verschleierte Frauen.
Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.
Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.
Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden …