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Landsgemeindeplatz 2 1803–05 Das 1803–05 vom Gaiser Baumeister Konrad Langenegger erbaute Wohn- und Geschäftshaus für Jakob und Anna Barbara Zellweger-Zuberbühler ist der jüngste Steinpalast am Landsgemeindeplatz.
Sein Vorgängerbau wurde an die Halden versetzt (Hinterdorf 2).
Im dritten Obergeschoss beherbergt das Haus einen prunkvollen Bibliotheks- und Festsaal (heute Obergerichtssaal), der mit der Galerie zwei Geschosse hoch ist. Im ganzen Haus finden sich Empire-Stuckaturen, die den Gebrüdern Moosbrugger zugeschrieben werden. 1841 bot einer der Söhne des Bauherrn, Landammann Jakob Zellweger-Hünerwadel, den Palast dem Kanton zum Kauf an. Damit wollte er im Wettstreit mit Teufen Trogen den Status des Hauptortes sichern. Die Landsgemeinde von 1841 stimmte dem Kauf zu, und das Gebäude wurde 1842 neues Rathaus. Mit der Kantonsverfassung 1876 wurden der Tagungsort der Räte und der Sitz der Verwaltung nach Herisau verlegt. 2012 verliess auch die Polizei Trogen und nahm Quartier im Zeughaus Ebnet in Herisau. Das Untersuchungsgefängnis im Dachgeschoss des Rathauses war schon 2007 in die Strafanstalt Gmünden verlegt worden. Seit Abschluss der Renovation 2013 ist das Haus Sitz des Kantonsgerichts, seit 2016 beherbergt es zusätzlich das Migrationsamt. Gerichtsverhandlungen des Kantons- und des Obergerichts finden im Obergerichtssaal statt.
Der Bauherr Jakob Zellweger-Zuberbühler (1770–1821) war der jüngste Sohn von Johannes Zellweger-Hirzel, Bauherr Landsgemeindeplatz 6, und Bruder von Johann Caspar Zellweger-Gessner, Bauherr Landsgemeindeplatz 7. Als junger Kaufmann weilte Jakob in Lyon, Barcelona und Genua und wurde 1792 Teilhaber im väterlichen Geschäft. Bereits 1790 wurde er Ratsherr, später Landammann. Seine Frau Anna Barbara (1775–1815), Arzttochter von Speicher, war hochgebildet. Sie starb im Alter von 40 Jahren im Kindbett des 17. Kindes.