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Programm
Carl Maria von Weber (1786 – 1826 ) – Sonate e-moll op. 70 (1822)
Moderato
Menuetto – Trio: Presto vivace ed energico
Andante – Quasi allegretto
Finale: Prestissimo
Felix Mendelssohn (1809 -1847) – Variations sérieuses d-moll op. 54 (1841)
*****
Sergej Prokofieff (1891 – 1953) – 6. Sonate A-dur op. 82 (1940)
Allegro moderato
Allegretto
Tempo di valzer lentissimo
Vivace
Gabriel Fauré (1845 – 1924) – Ballade Fis-dur op. 19 (1879)
KLAVIERISSIMO PLUS: Oliver Schnyder unterrichtet am Mittwoch 30. Januar 2019 von 17.15 – 18.45 Uhr
Der Unterricht findet im Saal der Musikschule Zürcher Oberland, Bahnhofstr. 36 in Wetzikon statt und ist öffentlich bei freiem Eintritt.
Biografie
Oliver Schnyder studierte in der Schweiz bei Emmy Henz-Diémand und Homero Francesch sowie in den USA bei Leon Fleisher. Seit dem Gewinn des Grossen Preises beim Pembaur-Wettbewerb in Bern (1999) und seinen erfolgreichen Debüts im Kennedy Center of the Performing Arts in Washington D.C. (2000) tritt er in den bedeutendsten Konzertsälen Europas, Nordamerikas und Asiens auf, sowie bei den Festivals in Luzern, Gstaad, Frankfurt, Schwetzingen u.v.a.
Regelmässig arbeitet er mit renommierten Dirigenten wie Ivor Bolton, Sir Roger Norrington, Mario Venzago, David Zinman, James Gaffigan u.v.a.
Mit dem Oliver Schnyder Trio (Andreas Janke, Violine und Benjamin Nyffenegger, Cello) ist er ebenfalls international präsent, so wie auch als Duopartner von Daniel Behle, Veronika Eberle, Julia Fischer oder Sol Gabetta. Mit dem Musikkollegium Winterthur hat er sämtliche Klavierkonzerte von Mendelssohn und mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von James Gaffigan Beethovens Klavierkonzerte eingespielt.
Zum Programm
Oliver Schnyder stellt in seinem Rezital die im Konzertsaal selten gehörte vierte Klaviersonate von Carl Maria von Weber vor.
Schon als Siebzehnjähriger konnte Carl Maria von Weber Erfahrungen am Theater in Breslau sammeln. Als Kapellmeister erwarb er sich durch seine ernsthafte Probenarbeit grosse Anerkennung. Wegen den damals politisch unruhigen Zeiten verweilte Weber nie lange am gleichen Hof. In Dresden, zur Zeit der Entstehung des „Freischütz“ beschäftigte er sich noch einmal intensiv mit Klaviersonaten. Selber ein hervorragender Pianist, schrieb er zwischen 1819-1822 vier Klaviersonaten, in einer schönen Mischung aus Eleganz, Virtuosität und Romantik.
Felix Mendelssohn schuf mit den Variations sérieuses eines seiner bedeutendsten und beliebtesten Klavierwerke. Ein guter Freund, Komponist und Pianist Ignaz Moscheles meinte „Ich spiele die Variations sérieuses immer wieder, jedes Mal geniesse ich die Schönheiten aufs Neue“.
Über 40 Jahre beschäftigte sich als grossartige Pianist und Komponist Sergej Prokofiev mit der Gattung Klaviersonate. In seiner sechsten Sonate entstanden 1939/1940 bricht er mit den romantischen Idealen und beginnt mit schreienden Dissonanzen, Clustern und Glissando-Effekten. Das marschartige Thema wirkt wie eine Mahnung an eine nahende Bedrohung. Im folgenden Allegretto gewähren gesangliche Melodien und jazzige Harmonien eine kurze Entspannung, aber auf dem Höhepunkt des dritten Satzes wird die Idylle eines langsamen Walzers jäh durch einen dramatischen Ausbruch zerstört. Im abschliessenden Finale kehrt mit dem Marschthema aus dem ersten Satz wieder eine beklemmende Stimmung zurück. Eine kühne Komposition, die den Pulsschlag dieser Zeit eingefangen hat.
Ursula Koelner