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Wussten Sie schon?
Es gibt Kochtöpfe, die beim Kochen nur halb soviel Energie verbrauchen
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- November 2011
- Zuletzt aktualisiert : Oktober 2014
Was hier auf dem Bild gezeigt wird, existiert leider noch nicht: Es gibt noch keine Energieetikette für Kochtöpfe, Kasserollen und Schmortöpfe. Trotzdem fällt die Energieeffizienz der verschiedenen Kochgeschirre sehr unterschiedlich aus. Als Beispiel sei hier der isolierte Kochtopf genannt, mit dem sich sogar mehr als 50% Strom oder Gas einsparen lässt. Aber abgesehen davon kann man sogar mit einem ganz gewöhnlichen Kochtopf energiesparend kochen, indem man ein paar wenige, sehr einfache Massnahmen berücksichtigt (siehe weiter unten).
Kochkiste
Ein Kochtopf auf der Herdplatte gleicht in gewisser Hinsicht einem Heizkörper, denn nur ein Teil der Wärme, die ihm von unten zugeführt wird, dient dazu, die Lebensmittel zu kochen. Wussten Sie, dass viel Wärme über das Metall der Kochtopfwand entweicht? Sie wird als Infrarotstrahlen in den Raum abgestrahlt. Um diesen Wärmeverlust zu verhindern, greift man auf dasselbe Verfahren wie bei Gebäuden zurück: man muss das Kochgeschirr isolieren.
Die Kochkiste war im ersten Weltkrieg weit verbreitet, damit trotz Kohlemangel gekocht werden konnte.
(nach einem Schema von 1917)
Thermokochtopf
Seit den 90er-Jahren in Asien in Gebrauch, um Suppe und Ragouts zu kochen. Dieser transportierbare Thermotopf besteht aus einem Kochtopf, der in eine doppelwandige, wärmedämmende Verkleidung gestellt wird.
(Chinesisches Modell)
Mit Warmhalteschüssel und Isolierdeckel
Nach nur wenigen Minuten Kochzeit wird dieser Kochtopf vom Herd genommen und in die Warmhalteschale gestellt. Das Kochgut gart auf dem Tisch von alleine zu Ende bis die Gäste eintreffen.
(Hotpan von Kuhn Rikon)
Die "Kochkiste" ist eine althergebrachte Kochweise, die das Wärmedämmprinzip verwendet, um Energie einzusparen. Sie wurde ursprünglich in Gegenden entwickelt, in denen grundsätzlich wenig Brennmaterial zur Verfügung steht und war während der beiden Weltkriege in Europa weit verbreitet, da Kohlemangel herrschte. Anstatt den Kochtopf bis zum Ende der Kochzeit auf dem Herd zu belassen, wird er schon nach wenigen Minuten vom Herd genommen und in ein gut isolierendes Behältnis eingepackt (eine Kiste, ein Korb oder ein Loch im Erdboden), das mit einem Futteral aus Borkenstücken, Holzwolle, Stroh oder Wolle ausgekleidet ist. Das Kochgut gart dann langsam und ohne weitere Energiezufuhr fertig. Es muss weder überwacht werden, noch kann es anbrennen – und ein zusätzlicher Vorteil ist, dass die Speisen über lange Zeit warm gehalten werden.
Wiederentdeckung des energiesparenden Garens
Seit das Bewusstsein zugenommen hat, dass Energieverschwendung zur Zerstörung unseres Lebensraums beiträgt, ist diese traditionelle Kochmethode mit herkömmlichen Kochtöpfen wieder auf dem Vormarsch. Im Internet wird auf vielen Sites erklärt, wie man sich seine eigene Kochkiste bauen kann, und es finden sich auch zahlreiche Rezepte für das Kochen in der Kochkiste.
Der Thermokochtopf, der in Asien seit den 90er-Jahren hauptsächlich aus praktischen Gründen weit verbreitet ist, funktioniert nach dem selben Prinzip. Er besteht aus einem Kochtopf, der nach einigen Minuten Kochzeit in einen tragbaren Behälter gestellt wird, dessen Wärmedämmung durch einen dicken Deckel und ein Vakuum in der Doppelwand gewährleistet wird (genau wie eine Isolier- oder Thermosflasche). Der Vorteil ist, dass der Kochvorgang weiterläuft, während der Thermotopf von der Küche zum Arbeitsort getragen wird.
Swiss cooking
Der Kochgeschirr-Hersteller Kuhn Rikon, bekannt für seine Dampfkochtöpfe, hat Ende der 70er-Jahre in der Schweiz ein weiteres Erfolgsmodell patentieren lassen, bei welchen die Isolation integraler Bestandteil des Kochtopfes ist (Durotherm). Diese Kasserolle aus Edelstahl ist mit einer vakuumisolierenden Doppelwandverkleidung und einem ebensolchen Deckel ausgestattet. Seit 2008 hat die Zürcher Firma ihr Sortiment mit der Produktreihe Hotpan erweitert, die das Prinzip der Kochkiste wieder aufnimmt. Bei diesen Edelstahl-Kochtöpfen ist jedoch nur der Deckel doppelwandig, denn nach kurzer Kochzeit werden diese Töpfe in die zugehörige, platzsparende Warmhalteschale gestellt. Das elegante Kochgeschirr kann direkt auf den Tisch gestellt den Gästen präsentiert werden.
Mit dieser Art von Kochtöpfen können Speisen mit nur halb soviel Energie zubereitet werden: Fleisch, Fisch, Gemüse, Reis etc. Auch wenn die Kochzeit gesamthaft betrachtet rund 20% länger dauert, so muss man die Kochtöpfe nicht weiter überwachen, wenn sie einmal von der Herdplatte genommen worden sind. Hinzu kommt, dass die Lebensmittel bei niedrigen Temperaturen und mit wenig Wasser gekocht werden, weshalb kaum Nährstoffe verloren gehen. Und schliesslich sind die Töpfe auch einfach zu reinigen, da die Speisen nicht anbrennen.
Ratschläge fürs Kochen
Wenn Sie neue Kochtöpfe oder Deckel kaufen, sollten Sie sich erst gut über deren Eigenschaften und Energieeffizienz informieren, es lohnt sich wirklich. Denn oft sind preiswerte Kochtöpfe auf lange Sicht teurer, da sie deutlich mehr Energie verbrauchen. Aber Sie können Ihren Strom- oder Gasverbrauch fürs Kochen auch senken, ohne dass Sie dazu Ihr Kochgeschirr erneuern müssen. Folgende Ratschläge zeigen Ihnen wie:
- Wählen Sie einen Kochtopf, dessen Grösse der Menge der Speisen entspricht. Mit einem zu weiten oder zu hohen Kochtopf geht durch die Abstrahlung viel Wärme verloren. Aus dem selben Grund sollten die Nahrungsmittel nicht in zu viel Wasser gekocht werden.
- Benutzen Sie für Ihren Elektroherd nur Kochtöpfe mit völlig ebenen Böden. Gewölbte oder krumme Böden halten keinen guten Kontakt mit der Herdplatte, wodurch viel Energie verloren geht.
- Stellen Sie keine Kochtöpfe mit nassen Böden auf Ihren Elektroherd. Der Dampf, der sich zwischen Topfboden und Herdplatte bildet, verhindert eine gute Wärmeleitung.
- Achten Sie darauf, dass der Kochtopfboden mit der Grösse der Herdplatte (oder des Kochfeldes) übereinstimmt.
- Erhitzen Sie das Kochgut nur bis knapp unter den Siedepunkt. Dann ist nämlich die maximale Temperatur erreicht, und alle zusätzliche Energie, die man dem Kochtopf zuführt, beschleunigt nicht den Kochvorgang, sondern führt lediglich dazu, dass die Flüssigkeit verdampft (mehr dazu hier).
- Verwenden Sie einen gut sitzenden Deckel, damit keine Wärme aus dem Topf entweichen kann. Dies ist eine bewährte und effiziente Methode, und bleibt man unter dem Siedepunkt, kocht auch nichts über.
- Bei einem Elektroherd lohnt es sich immer, die Herdplatten einige Minuten vor Ende der Kochzeit auszuschalten : Mit der Restwärme kann der Kochvorgang ohne Energieverbrauch eine Zeit lang fortgesetzt werden. Das funktioniert auch bei Gasherden, vorausgesetzt man benutzt Kochtöpfe aus Gusseisen (diese erwärmen sich zwar langsamer, speichern aber dafür die Wärme besser als Edelstahl).
Da gegenwärtig viel von erneuerbarer Energie die Rede ist, mit welcher die Stromerzeugung in den Atomkraftwerken ersetzt werden soll, ist es wichtig zu wissen, dass man mit weniger Energie kochen kann. Dies umso mehr, da die Kochherde dann benutzt werden, wenn die Stromnachfrage am grössten ist, nämlich gegen 12h mittags und 20h abends. Die Verringerung des Stromverbrauchs während der Spitzenbezugszeiten ist Teil der Hauptzielsetzung hinsichtlich der Reduktion des gesamthaften Elektrizitätsverbrauchs.
Fotos der Kochkiste auf Google.
Kochen ohne Übersprudeln, auf dieser Site.
Kochen mit den Hotpan-Kochtöpfen (siehe Video) -www.kuhnrikon.ch
Mikroverunreinigungen: Wir alle können sparsamer dosieren – zum Schutz unserer Gewässer
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- September 2011
- Zuletzt aktualisiert : Oktober 2014
Bei der Körperpflege, beim Geschirrspülen und Wäschewaschen, beim Basteln sowie bei diversen Arbeiten im Haushalt und Garten… kurz, bei vielen täglichen Verrichtungen haben wir immer ein Produkt zur Hand. Schaut man die Etiketten auf den verschiedenen Mittel genauer an, sieht man, dass die Liste der in diesen Produkten enthaltenen Substanzen oft sehr lang ist – sogar bei einem ganz kleinen Stück Seife.
Synthetische Substanzen
Die meisten dieser Substanzen kommen in der Natur nicht vor: sie sind künstlich und durch chemische Synthese sowie meistens auf der Basis von Erdöl hergestellt worden. Dies ist der Grund, weshalb die Mikroorganismen, die natürlicherweise im Boden und in den Gewässern vorkommen, solche Stoffe oft nicht so leicht und vollständig abbauen können, wie ihnen das mit Substanzen natürlicher Herkunft gelingt. Nun sind es aber gerade hauptsächlich die Mikroorganismen, welche die Schmutzstoffe in den Abwasserreinigungsanlagen (ARA) abbauen – also dort, wo das von uns benutzte Wasser zusammenfliesst, wenn es im Abfluss des Spülbeckens, der Badewanne oder des WCs verschwindet. Wir sollten uns deshalb bewusst werden, dass die meisten Produkte, die im Haushalt verwendet werden, letztlich im Wasser landen. Dies stimmt natürlich zunächst einmal für alle Mittel, die zum Geschirrspülen und Wäschewaschen sowie für die Reinigung der Küche, des Badezimmers, des WCs, zum Aufwischen der Böden und zur Möbelpflege verwendet werden.
Wussten Sie aber, das dies auch auf diejenigen Produkte zutrifft, die wir zur Körperpflege benutzen? Denn ein Teil der Pflegemittel, Kosmetika und Parfüme, die wir auf unsere Haut auftragen, gelangt ins Wasser, wenn wir uns waschen. Und nicht zu vergessen sind auch die Duftspender, Raumsprays, Lufterfrischer und Mückenvertreiber, da sich die in ihnen enthaltenen Duftstoffe schliesslich auf dem Boden absetzen und von dort mit dem Wischlappen aufgenommen werden…
Synthetische Substanzen, welche die Abwasserreinigungsanlagen durchlaufen und nicht (oder nicht vollständig) abgebaut worden sind, finden sich auf diese Weise in den Flüssen, Seen und im Grundwasser wieder – woraus ein grosser Teil unseres Trinkwasser stammt. Man nennt sie Mikroverunreinigungen, denn jede einzelne dieser Substanzen ist nur in sehr schwacher Konzentration im Wasser vorhanden – entweder in der Grössenordnung von Mikro- oder von Nanogrammen pro Liter. Auf einen grossen See wie zum Beispiel den Genfersee bezogen bedeutet dies allerdings, dass sich die Menge jeder einzelner Substanz dieser Mikroverunreinigungen auf Tonnen beläuft!
Mikroverunreinigungen stammen aus vielen Quellen
Mikroverunreinigungen stammen nicht nur aus Tätigkeiten in den Haushalten, sondern auch aus solchen in der Landwirtschaft, im Gewerbe, in der Industrie, in Spitälern etc. Aber auch Luftverschmutzung führt zu Mikroverunreinigungen (motorisierter Verkehr, Gebäudeheizung, Abgase aus Fabriken und der Kehrichtverbrennung…), denn mit dem Regen gelangen die in der Luft enthaltenen Schadstoffe auf den Boden und werden von dort in die Gewässer eingetragen.
Was die Mikroverunreinigen so problematisch macht, ist, dass es von ihnen viele tausend verschiedene Arten gibt – allein in der Schweiz sind mehr als 30'000 synthetische Substanzen in Gebrauch – , und dass für die meisten von ihnen die langfristigen Auswirkungen auf Lebewesen nicht bekannt sind.
Es ist aber bereits erwiesen, dass Mikroverunreinigungen der Fortpflanzung und Entwicklung von Fischen schaden. Wissenschaftler befürchten, dass sie sich eines Tages störend auf die Wasserökosysteme und auf die Gesundheit von uns Menschen auswirken können.
Glücklicherweise können wir alle dazu beitragen, die Menge der Mikroverunreinigungen, die aus den Haushalten stammen, zu verringern. Die Handlungsweisen für den Alltag lassen sich in drei Ratschlägen zusammenfassen:
- verwenden Sie umweltschonende Produkte
- dosieren Sie äusserst sparsam
- vermeiden Sie überflüssige Substanzen
Gemeinden, Vereine, Lehrkräfte sowie alle anderen Personen, die ihre Mitmenschen für die Problematik der Mikroverunreinigungen sensibilisieren möchten, finden mit einem Mausklick auf nachstehenden Link Informationsmaterialien (Poster, Kleinplakat, Faltprospekt, Symbolbilder und Merkblätter).
Der Wasserkreislauf
Dieses Schema zeigt das Trinkwassernetz (blau), das Sauberwassernetz (grau) und das Abwassernetz (orange), das in die Abwasserreinigungsanlage (ARA) führt. All diese Wassernetze sind über den Wasserkreislauf miteinander verbunden. Das Modell illustriert, dass die Qualität unseres Wassers vom sorgfältigen Verhalten jedes Einzelnen von uns abhängt.
Die Scheibenfarbe hat einen grösseren Einfluss auf die Hitze im Auto als die Farbe der Karosserie
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- August 2011
- Zuletzt aktualisiert : August 2018
Die Farbe von Gegenständen bestimmt die Lichtmenge, die sie reflektieren. Ein total schwarzer und matter Gegenstand speichert das gesamte Licht, das auf ihn fällt, und wandelt es in Wärme um. Ein Gegenstand hingegen, der überhaupt kein Licht sammelt, kann zwei Erscheinungsformen aufweisen. Entweder ist er metallisch wie ein Spiegel, dann strahlt er das Licht in dieselbe Richtung zurück, aus der es auf ihn einfällt, oder er ist absolut weiss, in diesem Fall verstreut er die Strahlen in alle Richtungen.
Legt man seine Hand auf ein schwarzes, stehendes Auto, merkt man, dass seine Karosserie eine bis zu 25°C höhere Temperatur hat als diejenige eines weissen Autos. Für die Innentemperatur ist die Karosseriefarbe jedoch weit weniger von Bedeutung als man gemeinhin annehmen könnte. Es stimmt natürlich, dass die Fahrgastzelle eines schwarzen Wagens schneller erwärmt wird als diejenige eines weissen Gefährts – vor allem wenn die Sitze ebenfalls dunkel sind -, aber letzten Endes wird der Temperaturunterschied trotzdem "nur" wenige Grad mehr betragen als im hellen Auto. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zunächst einmal sind die meisten dunklen Lackfarben nicht matt: sie glänzen und schimmern oft metallisch. Dann muss man wissen, dass auch die hellsten Karosserien Sonnenenergie absorbieren, wovon etwa die Hälfte aus nicht sichtbaren Strahlen besteht (Ultraviolett und Infrarot). Und letztlich sind die Karosserien isoliert, damit der Innenraum im Sommer nicht kochend heiss wird und im Winter nicht gefriert.
Getönte oder "athermische" Windschutzscheibe
Die Transparenz der Verglasung hat einen viel grösseren Einfluss auf die Wärme im Autoinneren als die Lackfarbe der Karosserie. Denn es sind in der Tat die Fahrzeugscheiben, die einen grossen Teil der Sonnenenergie in den Innenraum des Fahrzeugs eintreten lassen, und da Scheiben auch gleichzeitig undurchlässig für langwellige Infrarotstrahlung sind, bedeutet dies, dass sie die Wärme – die unser Körper genauso wie jeder andere warme Gegenstand ausstrahlt – nicht mehr aus dem Fahrzeuginnern entweichen lassen. Das ist das sogenannte Treibhausprinzip – es hilft den Gärtnern, die Tomaten zur Reife zu bringen.
Ungefähr die Hälfte der Energie des Solarspektrums besteht aus Ultraviolett- (UV) und nahen Infrarotwellen, die beide für uns Menschen nicht sichtbar sind (vgl. Schema). Aus diesem Grund sind die meisten der modernen Windschutzscheiben aus getöntem Glas gefertigt, das die Strahlen aus diesen beiden Wellenlängenbereichen aufhält, indem es auf der einen Seite UV-Strahlen und ein bisschen des violettwelligen Lichts und auf der anderen Seite einen Teil der nahen Infrarotwellen sowie ein bisschen des rotwelligen Lichts filtert – und deshalb nehmen wir diese Scheiben als leicht bläulich oder grünlich war. Eine solche Windschutzscheibe lässt nur noch ungefähr 70% der Strahlung durch (5% werden reflektiert und 25% werden vom Glas selbst absorbiert). Je dunkler die Tönung, umso grösser ist die Absorption, und umso höher ist auch die Temperatur der Scheibe
Seit einigen Jahren gibt es eine noch effizientere Lösung: die athermische (d.h. wärmeisolierte) Windschutzscheibe, die nur 60% der Strahlung durchlässt und dank einer Metalloxidschicht aus Titan-, Silber- oder Platin-Partikeln ungefähr 30% reflektiert. Solche reflektierenden Windschutzscheiben erwärmen sich weniger unter der Sonne, denn nur 10% der Strahlen werden vom Scheibenglas absorbiert. Sie sind allerdings teurer und weniger gut durchlässig für die Mikrowellen der Mobiltelefone und die Infrarotstrahlen der Garagenfernbedienung. Aus diesem Grund haben die Hersteller auf der Höhe des zentralen Rückspiegels einen etwas transparenteren Bereich vorgesehen, insbesondere auch deshalb, damit die Badges der elektronischen Mautsysteme auf den Autobahnen gut funktionieren können.
Übermässiger Verbrauch in den ersten Minuten
Scheiben, die verhindern, dass zu viel Sonnenlicht ins Fahrzeuginnere eintritt, helfen mit, einige wertvolle Wärmegrade einzusparen, und das kommt der Klimaanlage zugute. Es stimmt zwar, dass der Treibstoffverbrauch bei eingeschalteter Klimaanlage grösser ist, aber wie viel dieser Mehrverbrauch tatsächlich ausmacht, ist unterschiedlich. Am grössten ist der Verbrauch beim Starten, wenn die Klimaanlage auf vollen Touren läuft, um den überhitzten Innenraum schnell abzukühlen. Hier kann der zusätzliche Verbrauch leicht auf über 30% steigen – das ist enorm! Ist das Wageninnere hingegen bereits ausreichend abgekühlt, und will man diese Temperatur beispielsweise bei der Fahrt auf der Autobahn einfach beibehalten, sieht es schon anders aus: Jetzt beträgt der zusätzliche Verbrauch nur noch zwischen 5 und 10%. Ab einer Geschwindigkeit von 100 km/h verbraucht die Klimaanlage sogar weniger Treibstoff, als wenn man die Fenster zum Kühlen öffnen würde. Denn geöffnete Fenster verursachen Luftwirbel, welche ungünstig auf die Aerodynamik des Fahrzeuges einwirken. Um die Geschwindigkeit beizubehalten verbraucht der Motor dann mehr Treibstoff.
Den Energieverbrauch senken: beim Kauf ebenso wie im Betrieb
Zusammengefasst gesagt: Will man den Energieverbrauch der Klimaanlage begrenzen, wählt man von Vorteil einen Wagen mit heller Lackierung (weiss, hellgrau metallisé etc.), mit hellen Polstern und Scheiben, die den Eintritt des Sonnenlichts so stark wie möglich begrenzen (falls diese Option besteht). Im Betrieb immer daran denken, dass die Klimaanlage den Treibstoffverbrauch (und den Schadstoffausstoss!) erhöht, hauptsächlich in den ersten Minuten nach dem Anfahren. Folgende Massnahmen basieren auf gesunder Vernunft und sind einfach zu befolgen: Werden die Fenster beim Parken leicht offen gelassen, entsteht im Wageninnern keine Stauhitze (natürlich nur, falls weder Einbruch und noch Regen befürchtet werden muss); schalten Sie die Klimaanlage für kurze Fahrten nicht ein – hier reichen geöffnete Fenster meist aus; ist es sehr heiss im Wageninnern, öffnen Sie zuerst alle Fenster und schalten Sie die Klimaanlage erst dann ein, wenn sich die Hitze etwas verflüchtigt hat. Sehr nützlich sind auch silber- oder goldfarbene Sonnenschutzblenden, die hinter der Windschutzscheibe aufgestellt werden, damit Armaturenbrett, Lenkrad, Schaltknauf und Sitze nicht glühend heiss werden.
Einige neue Fahrzeuge besitzen einen Solarventilator mit Kollektoren auf dem Dach: Ein effizientes Helferlein, das beim Parken in der Sonne die frische Luft von draussen ins Wageninnere und die heisse Innenluft nach draussen befördert – ohne die Autobatterie zu beanspruchen. Kleine Solarventilatoren hingegen, die mit Saugnäpfen an der Frontscheibe angebracht werden, bringen kaum nennenswerte Kühlung, denn sie wälzen nur die Luft um.
Andere Faktoren, die hinsichtlich des Treibstoffverbrauchs viel stärker ins Gewicht fallen als die Klimaanlage, sind selbstverständlich ebenfalls zu berücksichtigen. Beim Kauf zum Beispiel ist das Gewicht des Fahrzeugs massgebend. Im Alltag hingegen kann die Fahrweise erhebliche Unterschiede ausmachen: flüssiges Fahren im Stadtverkehr und Geschwindigkeiten unterhalb der Tempolimite auf der Autobahn können den Treibstoffverbrauch um bis zu einen Drittel senken. Und nicht zu vergessen ist auch die umweltfreundlichste aller Massnahmen, die allzu oft in den Katalogen der Autohersteller fehlt: für kurze Strecken, die man zu Fuss, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist es immer noch am besten, aufs Auto zu verzichten.