Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03330.jsonl.gz/1495

«Tschernobyl» war zur Zeit des Reaktorunfalls in Block 4 noch nicht fertig gebaut. Geplant waren 6 Reaktorblöcke (andere Quellen sprechen von 10 Reaktoren), womit Tschernobyl zum grössten Kraftwerk der Sowjetunion werden sollte.
AKW Tschernobyl – Block 5, angeblich zu 85% erstellt. Die Baurbeiten wurden nach dem Unfall eingestellt. Erst mal, weil die Strahlung in den ersten Wochen viel zu hoch war um sich hier aufzuhalten. Dann aber wurde der Bau gestoppt, weil hier ein Reaktor des gleichen Typs wie in den Blöcken 1 bis 4 eingebaut werden sollte. Dieser Reaktortyp (Siedewasser-Druckröhren-Reaktor) hat neben gewissen Vorteilen (u.a. dass man damit auf einfache Weise waffenfähiges Plutonium anreichern hätte können) den offensichtlichen Nachteil, dass er bei fehlerhafter Bedienung beim Herunterfahren in die Luft fliegt (was nicht erst hätte bewiesen werden müssen). Er hat zudem kein Containment, was die Explosion zwar nicht verhindert hätte aber zumindest wäre (vermutlich) der Inhalt nicht nach aussen gedrungen.
In der Bildmitte ist das Reaktorgebäude, rechts davon die Maschinenhalle. Vorne sieht man das vorbereitete Fundament von Block 6. Dieser Teil des AKW steht etwa 500m entfernt von den Blöcken 1 bis 4 und hätte 1987 und 1990 in Betrieb gehen sollen. Weil auch hier alles leicht erhöht strahlt, kann die Ruine nicht einfach zerlegt und der Stahl wiederverwertet werden. Deshalb geschieht hier erst mal nichts und das seit 32 Jahren. Das zweite Bild zeigt den fast fertigen Kühlturm von Block 5. Die Blöcke 1 bis 4 wurden mit dem Wasser aus dem künstlichen See, der von mehreren Flüssen der Umgebung gespeist wurde, gekühlt. Für die Blöcke 5 und 6 waren Kühltürme vorgesehen, weil das Wasser des Sees für die Kühlung nicht mehr gereicht hätte und zu warm geworden wäre.