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Aarau 9 Merz 1872.
Hochgeachteter Herr!
Im gestrigen Verwaltungsrathe der S.C.B. stimmten nach einer dreistündigen sehr scharfen Diskußion 13 Mitglieder für Annahme der Verträge; 4 (Jollissaint, Urs Vigier, Respinger, Nager) dagegen. 2 (Baselland) enthielten sich und der Präsident, welcher energisch dagegen gesprochen konnte nicht stimmen.
Hr Zingg hat sich nur mit Mühe für Ja entschloßen.
Bei diesem Anlaße hatte ich Unterredungen mit den HH. Siegfried und Sulger von denen ich Ihnen sofort Kenntniß geben muß.
Hr Siegfried sprach mich zuerst an um sich zu erkundigen wer als Nachfolger des Herrn Schmidlin im Verwaltungsrathe der Gotthardbahn bezeichnet sei. Ich eröffnete ihm darauf daß seine Person vorzugsweise als gleichzeitig den Aargau und die S.C.B. vertretend in Aussicht genommen worden. Nun bat er mich auf das Dringendste, man möchte doch ja von ihm absehn und die Wahl auf Herrn Sulger übertragen, der der ältere im Amte und Präsident sei. Wiewohl ich ihm erwiderte daß ich für meine Person diese Rücksichten nicht als maaßgebend anerkennen könne, so insistirte er doch in solcher Weise, daß ich mich überzeugen mußte daß von seiner Wahl Umgang genommen werden muß. Er behauptete daß die Übergehung des Herrn Sulger sein kollegialisches Verhältniß zu demselben durchaus trüben würde, & wollte Ihnen sofort schreiben, bis ich ihm versprach Sie selbst von dieser Stimmung unterrichten zu wollen und Ihnen mitzutheilen daß er dringend die Wahl des Herrn Sulger wünsche. |
Auf dieses hin sah ich mich bewogen mich an Herrn Sulger zu wenden. Diesem sagte ich nur, daß es hoffentlich gelingen werde das Direktorium der S.C.B. im Verwaltungsrathe der Gotthardbahn fort vertreten sein zu laßen, daß ich aber meine Mitwirkung zu diesem Ende an die Bedingung knüpfe daß er für die Wahl des Herrn Zahn zum Verwaltungsrathe der Centralbahn einstehe. Herr Sulger nahm dieß sofort an, ohne zu fragen welche Person des Direktoriums gemeint sei.
So liegt nun diese Angelegenheit. Hr Zingg unterrichtete mich gestern von dem Stande der Weishauptischen Unterhandlungen. Ich weiß somit daß Sie auf heute eine wichtige schriftliche Mittheilung erwarteten.
Von dem Gedanken mich in der nächsten Zeit auf größere Distanz zu entfernen, bin ich abgekommen.
Genehmigen Sie die Versicherung meiner bekannten Hochachtung und Ergebenheit
Feer Herzog