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Postfinance: sgv lehnt die widersprüchliche Privatisierung ab
Optimistisch, pessimistisch oder realistisch?
WELTWIRTSCHAFT – Die Corona-Krise hat die ganze Welt getroffen. Wie stark sich dies wirtschaftlich auswirken wird, weiss noch niemand. Aber wie immer gibt es diverse Annahmen.
Hier sind drei Szenarien, wie sich die Corona-Krise wirtschaftlich auswirken könnte:
Optimistisches Szenario
Dieses Szenario hat eine Eintretenswahrscheinlichkeit von weniger als zwanzig Prozent. Es basiert weitgehend auf der Sars-Infektionswelle in den Jahren 2003/2004. Kurzfristig gab es eine globale Ausbreitung mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft. Doch die Volkswirtschaften brauchten maximal zehn Monate, um sich zu erholen.
Das optimistische Szenario stützt sich auf eine beträchtliche Zunahme der wirtschaftlichen Aktivität in Asien im zweiten Halbjahr 2020. Diese ist beispielsweise in China, Südkorea und Japan im Gange. Es sieht auch ein verstärktes Onshoring der Lieferketten in Europa und Nordamerika vor. Unternehmen, die ihre Lieferketten widerstandsfähiger machen wollen, werden einige Teile der Wertschöpfungskette zurückbringen – und digitalisieren. Dies wiederum wird neue Investitionen freisetzen und Arbeitsplätze schaffen, die durch die Stimulierung der Nachfrage weiter in die Wirtschaft diffundieren werden.
Das optimistische Szenario sieht ein globales Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent im Jahr 2020 vor. Wo Covid-19 schneller abgeklungen ist, wie in Asien, könnten die Volkswirtschaften sogar um 4 bis 5 Prozent wachsen. Dort, wo die Krankheit langsamer abklingt – wie in Europa –, werden die Volkswirtschaften leicht schrumpfen, um etwa –0,8 Prozent.
Pessimistisches Szenario
Dieses Szenario hat eine Eintretenswahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent. Es ist der Spanischen Grippe mit drei epidemiologischen Wellen zwischen 1918 und 1920 nachempfunden. Zudem stützt sich dieses Szenario auf die Ansteckungsmuster der Finanzkrise 2008/2009.
Es sieht wie folgt aus: Staatliche Interventionen und eine lockere Geldpolitik haben eine Blase angeheizt. Es werden Unternehmen aufrechterhalten, die von einem stetigen Zufluss an Billiggeld leben. Diese Firmen produzieren keinen Mehrwert und sind auch nicht stabil genug, einer Krise zu widerstehen. Sie können weder die verlorenen Arbeitsplätze noch das verlorene Kapital zurückgewinnen. Hinzu kommt, dass globale Lieferketten nicht widerstandsfähig sind. Die Kosten für die Herstellung von Produkten werden daher steigen. Um diese Steigerungen aufzufangen, werden die Unternehmen digitalisieren. Die Digitalisierung führt zu weniger Arbeitsplätzen und damit zu steigender Arbeitslosigkeit und sinkendem Konsum.
In diesem Szenario fällt die Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 in eine L-förmige Rezession, gefolgt von einer anhaltenden Krise, die mindestens bis Ende 2021 andauert. Die Prognose lautet hier auf eine Schrumpfung der Weltwirtschaft um –1 bis 0 Prozent im Jahr 2020. Aufgrund entwicklungspolitischer Effekte dürfte das Wachstum in Asien etwa 3 Prozent betragen, in Europa –3 bis –2 Prozent und in Nordamerika –1 Prozent. Die Regierungen werden versuchen, mit Stimuli zu reagieren, aber dies wird zu einer höheren Staatsverschuldung beitragen.
Realistisches Szenario
Dieses Szenario hat eine Eintretenswahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent. Es nimmt keine Rücksicht auf historische Daten, sondern stützt sich nur auf tagesaktuelle Indikatoren, wie Energie-Futures, Rohstoffeinkäufe, Bestandsveränderungen und so weiter. Weil sich das Szenario auf aktuelle Daten und Erwartungen bezieht, ist es auch realistischer als die anderen.
Auf globaler Ebene sieht dieses Szenario eine U-förmige Erholung vor. Ein ähnliches Muster gilt für China, Europa und Nordamerika, wobei die Wirtschaftsleistung im März bis Mai zwischen 10 und 20 Prozent zurückging und im zweiten Quartal wieder ein Wachstum zu verzeichnen war. Das Produktionsniveau von Ende 2019 wird frühestens Ende 2020 erreicht. Realistischer ist es jedoch, davon auszugehen, dass das Produktionsniveau von Dezember 2019 erst Ende 2021 erreicht wird (vgl. Artikel oben).
Diesem Szenario zufolge sind die negativen Auswirkungen von Covid-19 in Europa stärker, mit einem Wirtschaftswachstum von –2 bis –1,5 Prozent für das Jahr 2020. Die USA hingegen würden um etwa 1 bis 2 Prozent wachsen; Asien sogar um 4 Prozent. Insgesamt bedeutet das: Die Weltwirtschaft wächst um 1 Prozent.Sc
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