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Rückblick
In den Jahren 1974/75 wurde der Vadianplatz zwischen dem neuen Geschäfts- und Einkaufskomplex „Neumarkt“ angelegt. Er erhielt mit dem umliegenden Einkaufszentrum und der damit verbundenen Zunahme der Fussgängerströme und Verkehrsveränderungen eine völlig neue Funktion. Der frühere Platz mit seiner damaligen Dreiecksform wurde durch die neue Zentrumsüberbauung gewissermassen aufgelöst. Eine künstlerische Aufwertung des Platzes erfolgt durch die bemalte Eisenplastik mit den drei eingebauten Trinkbrunnen des Bilderhauers Max Oertli.
In den Achtziger- und Neunzigerjahren wurde die Vadianstrasse zwischen dem Oberen Graben und der Kornhausstrasse schrittweise in eine attraktive Fussgängerverbindung umgestaltet. Diese Aufwertung sollte eines Tages bis zum Vadianplatz fortgesetzt werden.
Neugestaltung
Im Zentrum der Neugestaltung stehen die Belebung und die Aufenthaltsqualität für den sehr stark von Fussgängerinnen und Fussgängern frequentierten Platz. Insbesondere am Mittag verweilen viele Leute an diesem zentralen Ort.
Durch die Angliederung der Gutenbergstrasse und Speerstrasse an den beiden Schmalseiten des Vadianplatzes werden diese in einem gewissen Sinne räumlich integriert. Mit der Neugestaltung des dazwischen zentral gelegenen Vadianplatzes und der angrenzenden Strassenabschnitte, insbesondere der Vadianstrasse und der Übergang über die Kornhausstrasse, werden die Voraussetzungen für eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität geschaffen.
Aus gestalterischen und auch aus konstruktiven Gründen wurde Beton als Oberflächenmaterial im Zentrum des Platzes gewählt.
Die östlich und westlich angeordneten zwei neu gepflanzten Lederhülsenbäume flankieren den Platz. Sie schaffen zusammen mit dem attraktiven Raum für ein Aussencafé und diversen Sitzelementen sowie Pflanztrögen ein angenehmes Klima.
Quer zum Platz verbindet die Gutenbergstrasse den Bahnhofbereich mit dem Gebiet der Neumärkte und darüber hinaus mit dem Quartier entlang von Davidstrasse und Teufener Strasse. Die neue rund fünf Meter breite Treppe längs der Fassade des Neumarktes 1 ergänzt die bestehende Rampe zum angrenzenden sichtbaren Podest beim Südosteingang. Der Durchgang wird wesentlich breiter und attraktiver für Fussgängerinnen und Fussgänger.
Ein alter Brunnen in jungem Sprayer-Glanz
Bis Ende Januar 2017 konnten junge Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler im Rahmen eines vom Jugendsekretariat ausgeschriebenen Wettbewerbs ihre Vorschläge für die Neugestaltung des Oertli-Brunnens einreichen. Eine sechsköpfige Jury, unter anderem vertreten durch die Stadträtin Maria Pappa und Peo Oertli, entschied sich am Freitag, 3.3.2017 unter den eingereichten Vorschlägen für zwei Konzepte. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Experten Domenic Lang und den beiden Wettbewerbsgewinnern Janine Lorenz und Tino Jud zu einem neuen Konzept aufbereitet. Die Umsetzung findet während den Frühlingsferien – bei trockener Witterung – zwischen dem 8. und 23. April statt.
Bereits 2002 restaurierte Max Oertli sein Kunstwerk in Zusammenarbeit mit Spraykünstlern.
Zeichentrickfilm mit Werken von Max Oertli
Schülerinnen und Schüler des Gestalterischen Vorkurses Jugendliche am GBS St.Gallen erarbeiteten zusammen mit Maja Gehrig während ihrer Projektwoche einen kurzen Zeichentrickfilm mit Werken von Max Oertli. Die in Kohle gezeichneten Portraits des Künstlers erzählen im Animationsfilm neue überraschende Geschichten. Diese werden der breiten Öffentlichkeit zwischen dem 8. und 23. April auf zwei Bildschirmen, welche sich in den Schaukästen zwischen dem Eingang Neumarkt 3 und dem Café Kuhn befinden, während der gesamten Spray-Aktion gezeigt.
Verkehr
Das Verkehrsregime wurde im Zuge der Neugestaltung angepasst und eine Begegnungszone eingeführt. Einerseits wird die Durchfahrt über den Platzbereich für den motorisierten Individualverkehr von Ost nach West unterbunden. Die Zufahrt zur Neumarkt-Tiefgarage von Westen via Sperr- oder Vadianstrasse bleibt möglich. Andererseits erfolgt die Wegfahrt aus der Tiefgarage nur noch Richtung Westen. Der Bereich zwischen Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage steht somit überwiegend dem Langsamverkehr zur Verfügung.
Der Abschnitt zwischen der Kornhausstrasse bis zur Gutenbergstrasse wird neu zur Einbahnstrasse in Fahrtrichtung Westen, ausgenommen für Radfahrende.
Die wichtige Ost-West-Veloroute über die Vadianstrasse bleibt erhalten und wird durch die Massnahmen beim motorisierten Individualverkehr sowie den zusätzlichen Fahrradabstellanlagen massgebend gestärkt.