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altes fränkisches, jetzt fürstliches
Geschlecht, ursprünglich Seinsheim genannt, 1429 in den Reichsfreiherrenstand
erhoben, teilte sich nach dem
TodMichaels II. in die Stephansbergsche (später niederländische oder rheinische)
und in die Hohenlandsbergsche
Linie, welch letztere sich 1528 wieder in eine fränkische (erloschen 1588) und eine bayrische
Linie (erloschen 1646) spaltete. Hierauf fielen die Stammbesitzungen in
Franken an die rheinische
Linie. (Über diese vgl. Mörath,
Beiträge zur Geschichte der rheinischen
Linie des
Hauses S., Düsseld. 1877.) Zu
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Nach Unterdrückung des Oktoberaufstandes zu Wien wurde er an die Spitze des Ministeriums gerufen.
Das Ideal, welches ihm für seine Thätigkeit in dieser Stellung vorschwebte, war ein militärisch-absolutistisch regierter
österreichischer Einheitsstaat, im Innern durch zweckdienliche Reformen gekräftigt und in Deutschland
[* 36] und ganz Mitteleuropa
zur herrschenden Macht erhoben. Rücksichtslos, energisch und nicht wählerisch in seinen Mitteln, erlangte er auch
rasch bedeutende Erfolge.
altes frank., jetzt in Österreich blühendes fürstl. Geschlecht. Erkinger von Seinsheim (gest. 1437)
erwarb 1405-20 die Herrschaft Schwarzenberg, trug sie dem Reiche als Lehnauf und wurde 1429 in den Freiherrenstand erhoben,
wodurch er und seine Nachkommen die Reichsstandschaft erlangten. 1435 erwarb er Hohenlandsberg. Seine
beiden Söhne teilten das Haus in die stefansbergische (später rheinische) und in die hohenlandsbergische Linie. Letztere,
welcher der FreiherrJohann zu S. (s. d.) angehörte, erlosch 1646 und ihre Besitzungen fielen
an die rheinische Linie. - Zu letzterer gehörte AdolfFreiherr von S., der wegen seiner im Türkenkriege
als kaiserl. General bewiesenen Tapferkeit und besonders wegen der Eroberung Raabs 1599 die reichsgräfl. Würde erhielt, aber
schon 1600 bei Papa blieb. - Sein Sohn war GrafAdam von S. (s. d.). - Dessen Sohn, JohannAdolf von S., wurde 1670 für sich
und den jedesmaligen Erstgeborenen des Hauses in den Reichsfürstenstand und seine Grafschaft Schwarzenberg 1671 zur gefürsteten
Reichsgrafschaft erhoben, worauf er 1674 Sitz und Stimme im Fürstenkollegium erhielt. - Sein Enkel, AdamFranz von S., ererbte 1698 von
seiner Mutter, einer geborenen Gräfin zu Sulz, die 1689 gefürstete Landgrafschaft Kleggau in Schwaben
und wurde 1723 Herzog zu
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forlaufend
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Krumau in Böhmen. Von KaiserKarl VI. wurde er 1732 auf der Jagd aus Versehen erschossen. KaiserFranz I. erstreckte 1746 den
Reichsfürstenstand auf alle Mitglieder des Hauses. Durch die Rheinbunds- akte wurden Schwarzenberg und die Landgrafschaft
Kleggaumediatisiert, welch letztere Fürst Iosepb 1812 an Baden verkaufte. 1703 stiftete Fürst Ferdinand
zu Eckwarzenberg zwei Majorate. Zu dem erstern Majorat gehören die Standesberrschaft Schwarzcn- berg (bestehend aus der
Grafschaft Schwarzenderg und der Reichsherrfchaft Seinsheim) unter bavr.
Oberhoheit; ferner in Österreich außer dem Herzog- tum Krumau (mit Goldenkron und St. Clara) zahl- reiche andere Besitzungen,
besonders in Vöbmen und Steiermark. Standesherr ist Fürst Adolf Ioier von S., geb. erbliches
Mitglied des Herrenhauses des österr. Reichsrats. Seine Oheime waren der Prinz Felix zu S. (s. d.)
und Prinz Fried- rich z u S. (geb. gest. der 1835 Fürst-Erzbischof
von Salzburg, 1812 Kar- dinalpriester und 1849 Fürst-Erzbischof von Prag wurde, Mitglied des österr.
Herrenhauses war und sich als eifriger Vertreter der kirchlichen Interessen und großer Wohlthäter der Armen bekannt machte.
Das zweite Majorat wurde von dem Fürsten Joseph zu S. 1802 auf die Herrfchaft Worlik in Böhmen übertragen und an seinen
Bruder, den Feldmarschall Karl Philipp, Fürsten von S. (s. d.), ab- getreten.
Der jetzige Majoratsherr ist Fürst Karl von S., geb. erbliches Mitglied des Herrenhauses des österr. Neichsrats
und 1880 erster Präsident des böhm. Landcskulturrats. -
Vgl. Ber- ger, Fürstenhaus E. (in der «Österr. Revue», 1866);
Die Archive des fürstl.
Hauses S. ä. L. Veitrüge zur Geschichte und Statistik desselben (Wien 1873)'
Mö- rath, Die rhcin. Schwarzenbcrgc (in der «Ieiisckrift des Vergifchen Geschichtsvereins»,
Bd. 12 u. 16).
Schwarzenberg, Adam, Graf zu, Berater des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg, geb. 1583, schloß sich als jülichscher Landstand
nach dem Tode des letzten Herzogs von Iülich und Cleve,
[* 44] Johann Wilhelm (gest. 1609), dem Hause Branden- burg
an und wirkte im jülich-cleveschen Erbfolge- streite so eifrig für die brandenb. Anfprücke,
daß er von Kaifer Rudolf II. in die Reichsackt erklärt wurde. 1610 trat er in die Dienste des Kurfürsten Iodann Sigismund
und wurde 1613 dem die Lande als Statt- halter verwaltenden brandenb. Kurprinzen Georg Wilhelm beigegeben.
Als dieser 1619 Kurfürst wurde, behielt S. auf ihn einen beherrschenden Einfluß. Auf seinen Rat schloß sich der Kurfürst 1627 enger
an den Kaiser an' auch war S. als Katholik ein Gegner des Bündnisses mit den Schweden
[* 45] und suckte den Kur- fürsten
mit eigennützigen Absichten so lange als möglich vom Anschlüsse an die prot. Union abzuhal- ten. Den Beitritt Brandenburgs
zum Prager Frie- den (1635) hat er eifrig gefördert und dadurch die entsetzlichsten Drangsale durch die schwed.
Kriegs- danden über das Land gebracht; aber der Kurfürst wurde doch nicht allein durch ihn, sondern
auch durch die Hoffnung auf die Erwerbung Pommerns und durch die Furcht, der Kaiser werde sonst die Ansprücke Sachsens auf Iülich
auerkennen, zum Frieden de- wogen. Während der Kurfürst sich 1638 nach Preußen zurückzog, ließ er E. mit den größten
Befugnissen als Statthalter in den Marken sckalten. Georg Wilhelms Nachfolger, der Große Kurfürst, fchränkte
S.s Macht stark ein, doch starb dieser vor
dem unver- meidlichen Koi?M)4. März 1641 zu Spandau.
[* 46] -
Vgl. Cosmar, Veitrüge zur
Untersuchung der gegen den kurbrandenb.
Schwarzenberg, Felir Ludw. Joh.
Friedr., Fürst zu, österr. Staatsmann, geb. in Krumau
(Böhmen), trat 1818 in ein Kürassierregi- ment ein, avancierte dis zum Rittmeister und ging 1824 als Gesandtschaftsattachs
nach Petersburg. Zwei Jahre später wurde er nach London geschickt und schloß sich dort 1827 der außerordentlichen
Mission nach Brasilien an. Nach seiner Rückkehr nack Europa
[* 47] war er bei verschiedenen österr. Ge- sandtschaften, namentlich
in Paris und Berlin thätig und wurde 1838 zum Gesandten bei den Höfen von Turin und Parma, 1844 zum Gesandten in Neapel ernannt.
Als bei einem Volksauflaufe sein Palast insultiert ward, verließ er Neapel und übernabm als
Generalmajor eine Brigade unter Nugent in Oberitalien, zeichnete sich in den Scklackten bei Curtatone und Goito aus und ward
noch vor dem Entscheidungskampfe bei Custozza
[* 48] zum Feldmarschalllieutenant ernannt. Nach Be- wältigung des Wiener Oktoberaufstandes
von 1848 ward S. 1. Nov. an die Spitze des neuen Mini- steriums berufen und nahm sogleich den Kampf gegen
den in Frankfurt
[* 49] projektierten deutschen Bun- desstaat und gegen die preuß.-deutsche Union auf.
Vgl. Verger, Leben des
Fürsten Felix zu S. (Lpz. 1853: neue Ausg., Wien 1881) und den Artikel S. von Zeihberg in der «Allgemeinen DeutschenBiographie»,
Bd. 33 (Lpz. 1891).'
Echwarzenberg, Joh., Freiherr zu, Humanist, geb. ging mit Friedrich dem Weisen von Sachsen
[* 52] ins
Heilige Land, wohnte den Heeres- zügen Maximilians I. dei und wurde 1501 Landhof- meister der Bischöfe von Vamberg. Am bekanntesten
bat er sich gemacht als Verfasser der «Vambergischen Halsgcrichtsordnung»
(s. d.). Seine sonstige schrift- stellemcke Tbätigkcit war
besonders der Verbreitung der Sittlichkeit (z. B. sein «Memorial
der Tugend») und der klassischen Schätze des Altertums unter das Volk gewidmet, wie seine volkstümliche Übersetzung von Ciceros«De olticii3». Er war Mitglied des unter Karl V. eingesetzten Reichsregimcnts, trug aber seit 1522 besonders als Rat Kasimirs
und Georgs von Brandenburg zur Durchführung der Reformation in deren Landen bei. Auch in feiner
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