Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03380.jsonl.gz/194

21. Dezember, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Akihi (aus Hawaii) bedeutet, das man zuerst der Wegbeschreibung zuhört und sobald man los gelaufen ist vergisst man prompt die Beschreibung.
Es scheint ja gerade Saison zu sein. Auch Barack Obama hat der Presse “Mele kalikimaka” gewünscht und ist dann in die Weihnachten geflogen. Er wird solange er Präsident ist, sicher nicht Akihi gehen, weil er zu viele Leute um sich hat, die den Weg hoffentlich kennen.
Akihi könnte auch der Begriff für Strategie-Entwicklung sein. Man einigt sich auf einen neuen Weg und bleibt dann trotzdem in der eigenen Komfortzone stehen, unabhängig davon ob man es einfach vergessen hat oder nicht. Selbstverständlich gilt der Begriff auch für einige meiner Freude, die erst dank Google Maps und anderen Tools den Weg auch wirklich finden.
Und wenn man Akihi zum Opfer gefallen ist, dann sollte man die Chance darin nutzen. Wer weiss schon, ob der neue Weg, nicht besser war als der Geplante. Und wer will schon das sehen, was andere schon gesehen haben.
Ich wünsche Euch Akihi und mele kalikimaka!
7. Dezember, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Morphem ist ein Fachausdruck der Sprachwissenschaft für die kleinste Spracheinheit, der eine Bedeutung oder grammatikalische Funktion zugeordnet ist, und damit der „Zentralbegriff“ der Morphologie (von griechisch μορφή morphé “Gestalt” und λόγος lógos “Wort”). Die Morphologie befasst sich mit der inneren Struktur von Wörtern und widmet sich der Erforschung der kleinsten funktionstragenden Elemente einer Sprache.
Ein Wort kann ein Morphem repräsentieren oder aus mehreren Morphemen zusammengesetzt sein. In der funktionellen Betrachtung unterscheidet man zwischen lexikalischen und grammatischen Morphemen:
- Mit dem Begriff des lexikalischen Morphems erfasst man Wortwurzeln; diese stellen das Inventar dar, das die Grundlage für die Bildung abgeleiteter Wörter in einer Sprache ist.
- Demgegenüber sind grammatische Morpheme solche, die in Verbindung mit Wurzeln oder grösseren Wortstämmen grammatische Information wiedergeben. Grammatische Morpheme unterteilen sich wiederum in derivative und flexivische Morpheme: Derivative Morpheme leiten neue Wörter ab und bestimmen dabei für sie die Wortart, und flexive fügen grammatische Merkmale hinzu. Da auch unzerlegbare Wörter als Morpheme gelten, können gegebenenfalls auch Artikel, Konjunktionen und ähnliches unter die grammatischen Morpheme fallen.
Und das lernen sie jetzt in der Schule in Nidwalden. Spannenderweise haben die meisten Erwachsenen davon keinen Plan. Aber wenn jetzt jemanden mal Morphem will, dann wissen wir, dass dies nichts unanständiges ist, sondern Wissenschaft.
30. November, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Normopathen (vom lateinischen Norma ursprünglich “Winkelmass”, aber auch “Massstab”, “Regel” oder “Vorschrift”) werden jene Menschen genannt, die einerseits bruchlos und bestens an ihre Umgebung angepasst zu funktionieren scheinen, dazu aber eine grössere Anpassungleistung liefern müssen.
Im Zusammenhang mit Selfies taucht auch der Begriff Normopathen regelmässig auf. Normopathen müssen eine grössere Anpassungleistung liefern, damit sie ihr Ziel: Dem Entsprechen der Normalität liefern können. Wie Freud schon sagte: “Man wird sich nicht zum Ziel setzen, alle menschlichen Eigenarten zugunsten einer schematischen Normalität abzuschleifen oder gar zu fordern, das der ‘gründliche Analysierte’ keine Leidenschaften verspüren und keine inneren Konflikte entwickeln dürfe”.
Und trotzdem gerade in der neuen Welt, von Selfies und Digitalisierung bleibt uns fast nichts übrig, aber wie der Autor Manfred Lütz in seinem Buch “Irre!” sagt: “Normopathen nennt man mit leichter Ironie Menschen, die so wahnsinnig normal sind, dass es wehtut. Wenigstens der Umgebung. […] Bei solchen Menschen, denen es wichtig ist, alles immer richtig zu machen, und die nie falsch parken, kommt einfach keine Stimmung auf …”
Manfred Lütz muss es wissen, denn er ist Psychiater und kennt die Stimmungen derjenigen, die sich anders fühlen als andere. Es bleibt immer die Frage, was gerade Normal ist. Wie die Frage, was Richtig und was Falsch ist.
Ich wünsche Euch viel Spass, im Advent, wo Normal und Abnormal ganz nahe zusammen sind.
23. November, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Luftmensch ist ein Yiddisches Wort. Es kommt aus dem Deutschen Luft und Mensch. Es beschreibt im jüdischen jemanden der eher ein Träumer ist. Diese buchstäblich von der Hand in den Mund leben von frommen und aufdringlichen Illusionären, deren Hoffnung auf Ertrag sich im Element Luft auflöste, wird gerne mit diesem Wort beschrieben.
Es ist übrigens auch der Titel eines Buchs von Nicolas Berg, welches in verschiedenen Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur über den Luftmenschen berichtet. In der Alltagssprache verweist “Luft” auf das Unsichtbare, Unstete, Irreal-Phantastische. Historisch fand die Vorstellung vom “Luftmenschen” in einem überraschend breiten, wenig erforschten Diskurs um 1900 Resonanz. Vor allem die Wahrnehmung jüdischer Existenz in der Moderne wurde derart bebildert. Dafür schien die diasporische Lebensrealität der Juden ebenso zu sprechen wie die notorisch kritisierte soziale Verortung, bestimmte Berufsmuster oder andere als “typisch jüdisch” wahrgenommene Gemeinsamkeiten. Aber auch ganz allgemeine Phänomene der Zeit wie Migration und Verstädterung wurden mit der Metapher vom “Luftmenschen” kritisch von vermeintlich natürlicher Verwurzelung abgerückt.
Da ich dieses Jahr etwas regelmässiger mit dem Flugzeug unterwegs bin, komme ich mir ab und zu auch wie ein Luftmensch vor. Ich bewundere, wie wir die Fracht ins Flugzeug kommt, wie meine Lieblingsfluggesellschaft es schafft, die Flugzeuge bis auf den letzten Platz zu füllen. Ein kleines Wunder. Und meistens kommen sie sogar in nützlicher Frist an, im Vergleich mit der DB schlagen sie sich auf jeden Fall sehr gut.
16. November, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Suffizienz (aus dem Lateinischen, übersetzt als Genügsamkeit) Bewegung. Der Grundgedanke der Bewegung beruht auf dem Überdenken von Lebensformen und Bedürfnissen in Richtung stärkere Befriedigung von immateriellen Bedürfnissen, mehr Zeit und mehr sozialen Beziehungen. Im Gegenzug soll der materielle Konsum reduziert werden. Ziel ist die Optimierung von Lebensqualität und Zufriedenheit.
Mit Suffizienz ist die Frage aufgeworfen: “Wie viel ist genug?” Im Deutschen ist Suffizienz ein Holperwort und bis heute in der Alltagssprache nicht recht angekommen. In anderen Sprachen wird der Begriff selbstverständlicher gebraucht, wenn auch eher als Verb – etwa das französische Ça suffit! – oder als Adjektiv – meist negativ wie die englische Aussage, etwas sei not sufficient. Was dann nicht genügend bedeutet.
Wer sich von einem «homo consumens» zu einem «homo sufficiens» entwickelt, der wird sein Leben entrümpelt von Produkten (Coffee-to-go), Mobilität (dank Billig Airlines) oder Kommunikationstechnologien (Smartphone), die er nicht zwingend zum Leben benötigt. Oder wie nachfolgende Definition so so schön beschreibt:
Suffizienz verbindet sich für mich mit Wohlbefinden, Zufriedenheit, einem neuen Wohlstandsverständnis, mit Mass und Masshalten, mit der Übereinstimmung von Überzeugung und Handeln, von Zielen und Mitteln, von der Beziehung zwischen dem, was benötigt und dem, was produziert wird, mit der Bevorzugung des Optimums vor dem Maximum, mit dem Verhältnis von materiellen Gütern und immateriellen Bedürfnissen, mit aufgeklärtem Eigennutz und mit Solidarität.
(Linz, M.: “Von nichts zu viel – Suffizienz gehört zur Zukunftsfähigkeit”, Wuppertal Institut, Wuppertal, 2002, S.12 f. aus “Das suffizienzorientierte Leben des Individuums”)
Suffizienz wird uns in den Themenfeldern: Energie, Mobilität, Ernährung und Konsum begegnen. Vor allem wird die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Konsum und Suffizienz notwendig sein. Ein Beispiel: Im Suffizienzbericht der Stadt Zürich steht unter Ernährungs-Suffizienz: “Einschränkung des Fleischkonsums sowie Kaufen von regionalen und saisonalen Produkten”. Hier haben wir wieder den Ansatz mit dem Verbot. Warum soll ich verzichten, wenn ich nicht muss? So einfach wird die Lösung nicht sein.
Also viel Spass bei der suffizienten Verwendung von Ressourcen.
9. November, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Silverpreneurs ist ein englisches Kunstwort aus Silver (deutsch Silber) und Entrepreneurs (deutsch Unternehmer). Es beschreibt erfolgreiche Alte, welche auf ein langes und erfolgreiches Berufsleben zurückblicken. Ihnen ist wichtig, dass sie etwas Substanzielles tun.
Sie machen sowieso weiter wie bisher, weil sie Arbeit nicht als täglichen Frondienst erleben. Sie sind sehr aktiv und unterscheiden sich kaum von den „normalen“ Erwerbstätigen – mit dem kleinen Unterschied, dass Silverpreneure ihre Arbeit mit Erfahrung und Gelassenheit machen. Ihre gestiegene Zeitsouveränität ermöglicht ihnen einen umfassenderen Blick auf die Welt und die Auseinandersetzung mit Themen rund um Gesellschaft, Politik und Technik.
Daneben gibt es auch noch die Greyhopper sind der vitale Beweis dafür, dass Alter und körperlich-geistige Abenteuerlust keine Gegensätze sein müssen. Im Unterschied zu den Silverpreneuren gehen dem Greyhopper-Lifestyle jedoch radikale(re) Brüche voraus: Die Greyhopper lösen sich bewusst von lange gelebten Gewissheiten. Sie möchten noch einmal ein neues Leben beginnen. Zweiter Aufbruch heisst: Unsicherheit, Tabula rasa, Ressourcen aktivieren, die geistige Festplatte neu booten.
Super-Grannys sind erfahrene und selbstbewusste Frauen jenseits des 55. Lebensjahres, die den so genannten 3. Lebensabschnitt aktiv und selbstbestimmt gestalten möchten.
Mit dem steigenden Alter der Gesellschaft, werden all diese Rollen wichtiger und tragender. Sie geben uns Älteren auch die Möglichkeiten noch einmal viel zu tun. Erfahrung einzubringen und umzusetzen. Vor allem wenn wir an Dinge, wie Rentenalter, Fachkräftemangel und so weiter denken.
Alt ist nur unser Altersbild. Die hier vorgestellten Alten-Lebensstile zeigen, dass eine lange Lebensspanne nicht zwangsläufig langes Siechtum bedeutet, wie es uns in den öffentlichen Angstbildern zu oft suggeriert wird.
6. November, 2014
von ltcmdrdata
1 Kommentar
Die folgende Wortspielerei hat meinen Donnerstag gerettet:
Weisst Du was?
Was weisst Du?
Und es ist trotzdem wie immer. Ich weiss nichts, sag nichts und mach nichts!
3. November, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Ungoogleable ist ein englisches Kunstwort, das ein Wort, einen Namen, eine Person, einen Platz oder sonst etwas beschreibt, das man auf Google nicht findet.
Ein gutes Beispiel für ein Ungooleable ist das beste Thai-Restaurant am Ort wo ich arbeite. Ich kenne den Weg und finde es. Auf Google Map ist nichts verzeichnet, das macht die Aufgabe schon etwas schwieriger. Es ist auch faszinierend zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit man heute davon aus geht, dass Google alles weiss. Sei es bei Übersetzungen, wie “default on payment”. Heisst übrigens Zahlungsverzug.
Auch sonst greift die Digitale Demenz
immer weiter um sich. Das ist man schon froh, wenn man ab und zu einem ungooglable begegnet. Das Gegenteil ist übrigens “Googlable”. Also viel Spass, wenn ihr etwas wieder mal ohne Google findet.
26. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
Chuppies ist ein englisches Kunstwort, welches für “Chinese Yuppies” steht, es bedeutet auch “Kleine Könige”. Es beschreibt die junge, urbane, mobile Mittelklasse, welche in China das grösste Wachstum hat.
Die Chuppies leben in den grossen Städten an der Küste und weil sie mit ihren Eltern wohnen, können sie fast ihr gesamtes Vermögen für Konsum einsetzen. Sie bevorzugen westliche Dinge. Wenn als Ein-Kind-Familie leben, dann haben sie noch immer genügend Einkommen für den Konsum. Diese Gruppe Menschen, ist bereits heute entscheidend für die Entwicklung der Weltwirtschaft. Ihr Einkommen wuchs um 17.6% in den letzten 12 Monaten.
Für Chuppies ist Selbstentfaltung sehr wichtig. Bald werden sie auch die wichtigsten Zahler für Versicherungen sein und eines Tages auch für den Dienstleistungssektor nicht mehr zu vernachlässigen sein.
Man sollte aber die Chuppies nicht mit den Chubbies verwechseln. Weil das Themengebiet ist dann ein ganz anderes, wie folgender Link zeigt.
19. Oktober, 2014
von ltcmdrdata
Keine Kommentare
tår steht für eine Tasse Kaffee und patår bedeutet das Nachfüllen. Somit steht Tretår für das zweite oder mehrmalige Nachfüllen des Kaffee auf Schwedisch
Nachdem es nun schon zu einer neuen Kaffee-Tasse gereicht hat, war es doch auch mal notwendig, einen Begriff für den steigenden Kaffee-Konsum zu haben. Ich hätte noch gerne einen Tretår hört sich also wirklich schön an. Und man weiss mit einem Wort was ich haben will. Selbstverständlich gehört ein Bitte und ein Danke immer auch dazu. Das Wort gehört mit anderen Worten aus dem Buch: Lost in Translation: An Illustrated Compendium of Untranslatable Words from Around the World zu vielen neuen Worten, die mir sehr gefallen. Die Tatsache, dass sie keine Gegenstück im Englischen haben und die schönen Bilder machen sie zu einer wunderbaren kleinen Sammlung von Geschichten.
Wir Schweizer könnten mit unserem Idiom könnten da noch einige weitere Worte mitliefern. Aber es wäre ja schade, wenn sich unsere Worte plötzlich über die ganze Welt verbreiten würden. Darum geniessen wir anderer Leute Worte am liebsten beim zweiten oder dritten Kaffee.