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Sabena-Chef Christoph Müller hielt am Freitag (09.02.) ein Scheitern der Verhandlungen für unwahrscheinlich. Die SAirGroup will grundsätzlich an der Sabena festhalten und die Qualiflyer Group ihre Allianz weiterführen.
Einen Tag nach der Fristerstreckung durch die Sabena-Aktionäre an das Sabena-Management und die Gewerkschaften, eine Einigung für den dringend notwendigen Sanierungsplan auszuarbeiten, äusserten beide Verhandlungsseiten ihre Hoffnung auf die Rettung der Airline. Es würden weiterhin alle Möglichkeiten in Betracht gezogen, sagte Sabena-Chef Christoph Müller am Freitag.
Der belgische Staat und die SAirGroup würden sich am 23. Februar für die Rekapitalisierung der Sabena entscheiden, nachdem die Gewerkschaften bisher einige Konzessionen gemacht haben, sagte Sabena-Verwaltungsratspräsident Valere Croes. Die Sozialpartner hatten am Donnerstag zugestimmt, an den Sanierungsplan von 750 Millionen Euro (nahezu 1,2 Milliarden Franken) 52 Millionen Euro (umgerechnet rund 80 Millionen Franken) beizusteuern. Die Gewerkschaften würden ihr Bestes versuchen, die zweite Hälfte der geforderten Einsparungen zu erreichen, auch wenn es sehr schwierig werde, sagte ein Gewerkschaftssprecher.
Die SAirGroup sei weiterhin grundsätzlich bereit, an der Sabena festzuhalten, sagte Sprecher Siro Barino. Der Hub in Brüssel sei geostrategisch interessant und Sabena als Markenname etabliert. Die Bedingungen hätten sich aber nicht geändert. Falls bis zum 23. Februar den Restrukturierungsmassnahmen entsprochen werde, habe die Sabena eine Zukunft, sagte Barino. "Wenn nicht, dann steckt die SAirGroup keinen Euro mehr rein". Bei keiner Einigung sei die Liquidation der Sabena das wahrscheinlichste Szenario, sagte auch Sabena-Chef Müller.
Einigen sich die Sozialpartner auf den Sanierungsplan, müsste die SAirGroup 150 Millionen Euro in die Sabena einschiessen. Analysten zweifeln allerdings, ob die Sanierung reicht, um die Airline auf Kurs zu bringen. `"Bei diesen Zahlen wäre es für die SAirGroup das Beste, sich zurückzuziehen", sagte Beat Kaeser von Darier Hentsch.
Ein Rückzug der SAirGroup aus dem Sabena-Geschäft wäre zwar auch mit Kosten verbunden, diese stünden jedoch in keiner Relation mit dem Investment, das die Sabena zu ihrem Überleben bräuchte, sagte Barino. Der grösste Posten wäre wohl die Auflösung des in der AMP (Airline Management Partnership) zusammengelegten Geschäftsbereichs von Swissair und Sabena.
Die erst im vergangenen Jahr gegründete AMP mit Hauptsitz in London beschäftigt rund 4'000 Angestellte, davon 1'000 in Zürich und 800 in Brüssel. Die SAirGroup versprach sich durch die Allianz in diesem Jahr Einsparungen von rund 150 Millionen Euro (230 Millionen Franken).
Qualiflyer Group will Allianz weiterführen
Die Präsidenten der Qualiflyer Group, die von der SAir Group angeführt wird, haben ebenfalls am Freitag an einem Treffen in Zürich ihren Willen zur Weiterführung der Allianz bekräftigt. Ausschlaggebend für den Entscheid seien die Vorteile gewesen, die sich aus der Zusammenarbeit für die Kunden und die Mitglieder ergeben, teilte die Gruppe nach dem Treffen mit.
Das von allen Partnern getragene Vielfliegerprogramm Qualiflyer, die Abstimmung der Flugpläne, die vereinfachten Reiseformalitäten und der gemeinsame Verkauf sollen weiter optimiert werden.
An dem Treffen der Qualiflyer Group nahmen die Präsidenten von LOT (Polen), TAP Air Portugal, Portugalia, Volare Group (Italien), AOM/Air Liberté/Air Littoral (Frankreich), Sabena (Belgien) sowie der Swissair und der Crossair teil.
Die Qualiflyer-Partner hätten ihren Willen zur weiteren Zusammenarbeit bekundet, obwohl die SairGroup derzeit einzelne ihrer Airline-Beteiligungen überprüft, hiess es weiter.
Die kommerzielle Zusammenarbeit und die Synergien, die durch den Verbund entstehen, sollen verstärkt werden. Zudem wurde vereinbart, dass die Mitglieder der Qualiflyer Group unter der Führung von SairAirlines-Chef Moritz Suter weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Allianz-Systemen prüfen.
swissinfo und Agentur