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Hochbegabte sind in der Filmindustrie beliebt. Vor allem die tragischen Geschichten von Mathematik-Genies erfreuen sich in Hollywood grosser Beliebtheit. Gerne erinnern wir uns an Matt Damon als «Good Will Hunting» (1997) oder Russell Crowe in «A Beautiful Mind» (2001). Anscheinend erhält jede Dekade ihren Rechengenie-Film. Nun sind die Briten am Zug: Matthew Brown inszeniert die bewegende Geschichte des Inders Srinivasa Ramanujan, der sich mit seiner einzigartigen Art, die Mathematik zu sehen, Anfang des 20. Jahrhunderts einen Platz in der Hall of Fame der Wissenschaft sicherte. Ramanujans Theorien bilden auch heute noch die Basis zur Berechnung von Schwarzen Löchern.
Ein junges indisches Genie? Richtig, dafür kann es nur einen Darsteller geben: Dev Patel. Der aus «Slumdog Millionaire» bekannte Schauspieler ist die perfekte Besetzung für Ramanujan, der an seiner Gabe fast verzweifelt. Vergebens versucht der aus armen Verhältnissen stammende junge Mann 1913 in Südindien, mit seinen in einer ganzen Reihe von Büchern festgehaltenen Mathematik-Theorien einen Job zu ergattern. In einem Tempel schreibt er seine Formeln wie ein Besessener mit Kreide auf den Boden. Er kann nicht anders, er muss es rauslassen. Als ihm der Brite Sir Francis Spring (Stephen Fry) eine Chance in der Buchhaltung gibt, eröffnet ihm das eine Perspektive. Spring vermittelt den Kontakt zum Cambridge-Professor G.H. Hardy (Jeremy Irons), der durch seine Eigenwilligkeit im englischen Nobel-College nicht ganz unumstritten ist. Er sieht das aussergewöhnliche Talent in Ramanujan und lädt diesen nach Cambridge ein. Dort muss der von der Sehnsucht nach seiner Frau Janaki (Devika Bhise) gequälte Inder aber lernen, dass ihm nicht nur Essen und Klima nicht behagen, sondern auch die Art, mit Mathematik umzugehen.
Im Zentrum der wahren Geschichte steht weniger das Genie Ramanujans als vielmehr die Beziehung zwischen Ramanujan und Hardy, die lange brauchen, um sich anzunähern. Als sie sich schliesslich zusammenraufen, stossen sie im erzkonservativen England, das vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs gebeutelt ist, auf harten Widerstand. Irons und Patel bilden mit ihrem starken, vielschichtigen Spiel den Höhepunkt dieses Dramas. Ansonsten ist es halt auch nur ein weiterer Genie-Film, keine Meilensteine wie die eingangs genannten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
«The Man Who Knew Infinity» läuft ab 9. April 2015 im Kino Pathé Küchlin in Basel.
Weitere Kinostarts in Basel am 12. Mai: The Angry Birds Movie, A Bigger Splash, La belle saison, Heavenly Nomadic – Sutak.