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Michael Stauffer wurde am 20. Juli 1972 in Winterthur geboren. In Bern und Lausanne studierte er Deutsch, Französisch und Bildnerisches Gestalten und schloss diese Studien mit dem Lehramt ab. Seit 1999 ist er ausschliesslich künstlerisch tätig. Er hat sechs Romane und über 20 Hörspiele veröffentlicht, macht Performances, Theaterstücke, Lyrik singt und improvisiert. Er lehrt am Schweizerischen Literaturinstitut der Hochschule der Künste Bern. Im Mentorat sucht Michael Stauffer das Wo des Schreibenden. Sein eigenes Wo stellt er komplett hinten an. Je besser das gelingt, desto eher wird der/die Schreibende einen Schritt vorwärts machen können in Richtung eines eigenen Ortes, von wo aus er/sie arbeiten möchte.
Sarah Elena Müller, geboren 1990, wuchs in Amden (St.Gallen) auf. Seit ihrem Bachelor-Abschluss in Fine Arts 2014 an der Hochschule der Künste Bern (HKB) arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Literatur, Musik und Audiovisuelle Gestaltung. Ihre Arbeiten basieren meist auf Texten, die übersetzt, umgedeutet, live improvisiert oder in fremde Gefässe eingespeist werden. 2016 stellte sie in Zusammenarbeit mit Roger Fähndrich ihren ersten Kurzfilm, den Essaythriller The Drollinger Solution fertig. Sie spielt mit dem Alleinunterhalterinnen Duo Cruiseship Misery Mundartlieder über den Graus und macht solo als Darkini Popmusik, arbeitet bei Theaterproduktionen als technische Assistenz und schreibt an ihrem Romanprojekt Jungbürgerhölle. 2016 bekam sie den Werkbeitrag des Kantons St.Gallen für das Hörstück Tat und Wahrheit, welches sie nun realisiert. Sie arbeitet und wohnt je nach Projekt in Amden, Elm, Basel oder Bern.
Projekt
Das Romanprojekt Jungbürgerhölle ist ein Mitschnitt aus dem Leben einer jungen Frau, die sich vermehrt mit physischen und psychischen Kontrollverlusten konfrontiert sieht. Sie führt zwanghaft Listen, da sie vermutet, dass eine ihr unbekannte Leerstelle in diesen Listen der Auslöser für ihre nachlassende Konzentration sein könnte. Auf der Suche nach dieser Leerstelle, fährt sie in ihr Heimatdorf zurück. Dort trifft sie auf den Medienwissenschaftler und Philosophen Erre, der in ihrer Kindheit als geistiger Vater fungierte. Nach wenigen Treffen beschleicht die Protagonistin die Vermutung, das Erre diese Position missbraucht haben könnte, aber weder der inzwischen schwer kranke Erre noch sonst jemand kann sich mit absoluter Sicherheit erinnern, ob und was vorgefallen ist.
Strukturell wechselt der Text zwischen Listen, Erinnerungsfetzen und Alltagsereignissen. Diese Elemente verschränken sich im Verlauf der Entwicklung zunehmend zu einem verfahrenen Gedankenkonstrukt, in das sich die Protagonistin hineinmanövriert. Blockiert durch ihre Unentschlossenheit und Skrupel bezüglich der Figur Erre, flüchtet sie sich in übersteigerte Vorstellungen, die sich aus Fantasien, Spekulationen, Aufzählungen und Inhalten aus dem Internet zusammensetzen und entfernt sich so immer weiter von ihrer eigentlichen Geschichte.
Für den Abschluss des Projektes hat Sarah Müller mit Friederike Kretzen gearbeitet.