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Der verheerende Hurrikan «Matthew» hat in Haiti mindestens 283 Menschen getötet. Diese Zahl nannten Katastrophenhelfer in dem Karibikstaat am Donnerstag. Besonders stark betroffen vom Sturm ist das Department Sud.
«Der gesamte Westen der südlichen Halbinsel ist schwer getroffen worden», sagte Holly Frew von der Hilfsorganisation Care im US-Fernsehsender CNN. «Wahrscheinlich wird die Zahl der Opferzahl noch weiter steigen.»
Der Wirbelsturm der Kategorie 4 hatte den Karibikstaat am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde getroffen. Häuser wurden zerstört, Bäume knickten um, und Strassen wurden überschwemmt.
Die besonders stark betroffenen Regionen Sud und Grand'Anse im Südwesten wurde vom Rest des Landes abgeschnitten. Das Ausmass der Katastrophe ist deswegen noch immer schwer abschätzbar. Dutzende Tote gab es nach Aussagen von Helfern allein im Küstenort Les Anglais, den die ersten Helfer erst Tage nach dem Sturm erreichten.
350'000 Menschen benötigen Soforthilfe
Die Hauptstadt der Region Grand'Anse, Jérémie, sei zu weiten Teilen zerstört, sagte der Länderdirektor der Hilfsorganisation Care, Jean-Michel Vigreux. Alle Telefonverbindungen und die Stromversorgung seien zusammengebrochen. «80 Prozent der Häuser liegen in Trümmern. Die einzige Verbindungsstrasse ist unpassierbar, und den Menschen gehen langsam Nahrung und Geld aus.»
Die UNO-Blauhelmmission Minustah veröffentlichte Fotos aus Jérémie, die Strassen voller Schlamm und Schutt sowie eingestürzte Mauern zeigen. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren 1.5 Millionen Menschen in Haiti von dem Hurrikan «Matthew» betroffen, 350'000 benötigten Soforthilfe.
Im völlig verarmten Karibikstaat leben sechs Jahre nach dem verheerenden Erdbeben mit mehr als 200'000 Toten immer noch Zehntausende in Zelten und Notunterkünften.
Millionen in den USA wappnen sich
Der Sturm bewegte sich in der Nacht zum Freitag über den Nordwesten der Bahamas auf den US-Bundesstaat Florida zu. Dort und den angrenzenden Bundesstaaten wurden rund drei Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.
Floridas Gouverneur Rick Scott warnte, wer sich der Anordnung widersetze, riskiere den Tod. «Geht nicht surfen, geht nicht an den Strand. Ihr werdet sterben», sagte Scott. Sein Evakuierungsbefehl galt für 1.5 Millionen Menschen.
Die Regierung in South Carolina ordnete die Evakuierung von mehr als einer Million Bürgern an. US-Präsident Barack Obama erklärte für mehrere Staaten den Notstand, was die unmittelbare Freigabe von Bundesmitteln für Notmassnahmen ermöglichte. In Florida, Georgia und den Carolinas waren die Strassen verstopft, Tankstellen und Supermärkte wurden leergekauft.
«Matthew» ist mit Windgeschwindigkeiten der stärkste Wirbelsturm seit fast einem Jahrzehnt. (sda/dpa/afp)