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Das musst du wissen
- Ob eine Eigenschaft mit einem Adjektiv oder einem Nomen beschrieben wird, beeinflusst unsere Meinung über eine Person.
- Das betrifft auch Minderheiten. Wird ihre Ethnizität mit einem Nomen beschrieben, neigen wir eher zu Vorurteilen.
- Dies zeigte eine Untersuchung der Uni Bern zu Vorurteilen gegenüber Kosovo-Albanern, Roma und Italienern.
Je nachdem, wie uns eine Person beschrieben wird, denken wir anders über sie. Dabei machen kleine Details bereits einen grossen Unterschied. So glauben Menschen, dass ein Katholik öfter in die Kirche geht, als eine katholische Person. Im ersten Beispiel wurde die Person direkt mit einem Nomen beschrieben, im zweiten mit einem Adjektiv. Das Nomen beeinflusst unsere Meinung über die Religion der Person stärker als das Adjektiv.
Solche winzigen Unterschiede in der Sprache beeinflussen unsere Vorurteile gegenüber Minderheiten deutlich, haben zwei Psychologinnen der Universität Bern nun herausgefunden. In drei Studien untersuchten die Forscherinnen Vorurteile gegenüber drei Minoritäten: Roma, Kosovo-Albanern und Italienern. Eine Studie wurde mit 445 Teilnehmenden in Tschechien und zwei Studien wurden mit je 362 und 220 Teilnehmenden in der Schweiz durchgeführt.
Vorurteile messen
Die Probanden lasen fiktive Zeitungsartikel, in denen entweder positiv, negativ oder gemischt über die verschiedenen Minderheiten berichtet wurde und in denen deren Ethnizität entweder mit einem Adjektiv oder einem Nomen angegeben wurde. Dann wurden die Vorurteile der Studienteilnehmer gemessen: Dazu mussten sie ihre Gefühle gegenüber den betreffenden Minderheiten auf einem «Gefühlsthermometer» mit einer Skala von 0 (kalt) bis 100 (warm) angeben. Zudem schätzten sie ein, wie zufrieden sie wären, wenn die Menschen aus der betroffenen Minderheit ihre Kollegen, Nachbarn, Freunde, Familienmitglieder oder Partner wären. Die Antworten variierten auf einer Skala der «Sozialen Distanz» von 1 (gar nicht) bis 5 (sehr).
Nach Auswertung dieser Vorurteilsindikatoren stellte sich heraus: Die Studienteilnehmer hatten gegenüber einem rettenden Kosovo-Albaner ausgeprägtere Vorurteile als gegenüber einem kosovo-albanischem Retter. Eine Medienmitteilung der Uni Bern zitiert die Studienautorin Sylvie Graf: «Nomen fördern vorhandene Vorurteile stärker als Adjektive – selbst wenn über positive Ereignisse berichtet wird».