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Das Constellation-Programm der USA steht vor dem Ende. Das ist gut so: Eine Ära des Weltraumzeitalters neigt sich dem Ende zu, eine neue beginnt.
Das „Constellation“ Weltraumprogramm, das als „Vision for Space Exploration“ im Jahr 2004 vom damaligen Präsidenten George W. Bush angekündigt wurde, ist praktisch am Ende. Es erhielt nie das Geld, das zu seiner Verwirklichung nötig gewesen wäre. Die NASA reagierte auf den Geldmangel, in dem sie die Präsentation von Entwicklungsschritten immer weiter nach hinten verlegte – zur Zeit ist der Erstflug der neuen „Orion“-Raumkapsel auf einer Ares-I-Rakete für 2017 geplant… frühestens. Die sehr viel grössere Ares-V-Rakete, die den grössten Teil der Mondfluginfrastruktur (wie Lander, Transferstufe, etc.) ins All hätte befördern sollen, wäre nach gegenwärtiger Rechnung sogar erst 2028 einsatzbereit. Vergleicht man diesen Zeitrahmen mit dem ursprünglichen Ziel (2018 für die erste Mondlandung), wird klar, dass das Programm gescheitert ist. Zwar wurde letztes Jahr eine „Ares-I“-Testrakete gestartet, deren Entwicklung sage und schreibe 600 Mio Doller verschlungen hatte, doch selbst diese bestand zum grössten Teil aus „Dummies“, Platzhaltern für noch nicht entwickelte Technologie. Der einzige einsatzfähige Teil der Rakete, die untersten vier Segmente des Feststoff-Boosters, wurde direkt vom Shuttle übernommen.
Constellation: Mehr vom Gleichen
Das absehbare Ende von „Constellation“ und Ares-I wird vielerorts bedauert. Dabei ist das Ende des Programms lediglich ein Anzeichen dafür, dass das bisherige Paradigma der Weltraumfahrt ausgereizt ist. Bisher war es so, dass die NASA den Auftrag hatte, bestimmte Ziele im Weltraum zu erreichen. Dafür entwickelte sie in Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen wie Boeing oder Rockwell Raumfahrzeuge nach eigenen Standards. Die beteiligten Unternehmen erhielten alle entstehenden Kosten vollumfänglich vergütet. Die zu erreichenden Ziele waren stets von Nationaler Bedeutung – weshalb Geld, am Ende, keine Rolle spielte. Zudem gab es keine privaten Unternehmen, die in der Lage waren, das Geld für die Entwicklung von Raumfahrzeugen aufzubringen, und es bestand seitens der NASA keinerlei Interesse, die „private“ bzw „kommerzielle“ Raumfahrt zu fördern. Die NASA selbst hat sogar einige potentielle „Konkurrenten“ mit staatlich subventionierten Dumpingpreisen für Raketenstarts aus dem Markt gedrängt.
Insofern war es kein Wunder, dass das Constellation-Program aussah wie „Apollo auf Steroiden“. Innerhalb des bestehenden Raumfahrtparadigmas gab es keine Alternative, wie man es hätte grundsätzlich besser machen können.
Das kommerzielle Modell
Das alles, scheint es, kommt nun zu einem Ende. Der Bau und der Betrieb von Raumkapseln, mit denen künftig Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS fliegen sollen, soll nun, wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, vollständig auf kommerzielle Anbieter übertragen werden. Dies geschieht dann – neu – auf einer fixen Kostenbasis, das heisst, die NASA würde einem Anbieter zusichern, pro Jahr eine bestimmte Anzahl Starts zu einem fixen Preis zu kaufen. Das ist durchaus vergleichbar mit den frühen Tagen der Luftfahrt: nachdem zuerst nur das Militär über Flugzeuge verfügte, sprangen bald kommerzielle Anbieter ein – finanziert vom US-Luftpost-System, das die Abnahme einer bestimmten Anzahl von Flügen garantierte. Die Passagierluftfahrt, ursprünglich nur ein kleiner Nebenzweig der staatlich eingekauften Luftpostbeförderung, entwickelte sich schliesslich zum tragenden Pfeiler der heutigen Flugzeug-Industrie. Die Pionierzeit der Luftfahrt endete, die heutige Luftfahrt begann.
Genauso könnte es in der Raumfahrt laufen. Wenn erst einmal der erste Schritt, der Flug von der Erdoberfläche in den Erdorbit, geschafft ist (SpaceX startet diesen Frühling seine erste Falcon 9), und es eine garantierte Abnahme einer bestimmten Anzahl Flüge durch die NASA gibt, werden andere Anwendungen folgen. Weltraumtourismus etwa, oder Reparaturmissionen zu Satelliten und Weltraumteleskopen. Später, wenn, wie in der Luftfahrt, stetig grössere kommerzielle Raumfahrzeuge entwickelt werden, werden der Bau von Solarsatelliten sowie der Rohstoffabbau auf erdnahen Asteroiden (und allenfalls dem Mond) folgen. Die NASA könnte sich auf den Bau einer „Ares-V“-ähnlichen Schwerlastrakete beschränken, mit der die 10000enden von Angestellten des heutigen Shuttle-Programms ihre Stellen behalten könnten, während paralell dazu langsam eine kommerzielle Industrie aufgebaut wird, die zu einem späteren Zeitpunkt diese Arbeiter übernehmen könnte.
Doch was folgt nun daraus für die unmittelbare Zukunft der NASA? Zunächst bleibt es unspektakulär. Das ISS-Programm wird bis 2020 verlängert werden. Die NASA wird sich darauf beschränken, einer kommerziellen Weltraumindustrie auf die Beine zu helfen. Darüber hinaus wird man sich aber schon auch Gedanken machen, wie man den Erdorbit verlassen und die nächsten Himmelskörper erreichen könnte.
Der Space Tug
In den nächsten Jahren wird man auch viel vom Konzept des „Space Tug“ (etwa: Weltraum-Schlepper) hören. Das ist sowas wie eine wiederverwendbare Oberstufe, die nur im Weltraum operiert. Das heisst, der Space Tug dockt im Erdorbit an ein Stück Fracht an, bekommt von diesem den nötigen Treibstoff geliefert, transferiert das Stück Fracht zum Mond, wo die Fracht sich löst und automatisch landet. Der Tug kehrt zurück zur Erde, wo er in den Erdorbit einbremst und sofort wieder für die nächste Fracht zur Verfügung steht. Ein solches Raumfahrzeug könnte etwa mit dem VASIMR-Antrieb versorgt werden, einem neuartigen Plasma-Antrieb, mit dem sich gegenüber einem chemischen Antrieb sehr viel Treibstoff sparen lässt (dafür dauert der Transfer zum Mond länger). Ein solcher Space Tug würde von grossen Solarzellen betrieben und würde sich, neben Flügen zum Mond, auch für Flüge zu den Librationspunkten (wo sich die Schwerkraft von Erde und Mond bzw. Erde und Sonne die Waage halten) oder zu erdnahen Asteroiden eignen. Ein solcher Space Tug würde eine Landung auf dem Mond prinzipiell möglich machen, sollten dafür dannzumal die nötigen Gelder gesprochen werden. Wenn dies aber nicht der Fall sein sollte, dann fällt das Programm nicht in sich zusammen – man bleibt flexibel und kann das Weltraumprogramm allen möglichen Bedürfnissen und Visionen künftiger Präsidenten anpassen.
Was ist denn mit dem bemannten Flug zum Mars? Das grösste Problem am bemannten Flug zum Mars ist die Landung auf dem Planeten selbst, sowie die Rückkehr der Astronauten zur Erde. Da man den Treibstoff für die Rückkehr mitführen muss (oder zumindest eine Fabrik, die den Treibstoff vor Ort herstellt), gehen alle bisherigen Konzepte von einem Mars-Raumschiff mit einigen hundert bis einigen tausend Tonnen aus. Das ist, mit heutigen Budgets und heutiger Technologie, einfach nicht machbar. Es gibt aber eine Alternative, einen sinnvollen Schritt zwischen dem Besuch von erdnahen Asteroiden und der Landung auf der Marsoberfläche: ein Flug zum Marsmond Phobos.
Phobos
Phobos, mit rund 25 km Durchmesser und vernachlässigbar kleiner Gravitation einem Asteroiden sehr ähnlich, umkreist den Mars auf einer sehr engen Umlaufbahn, nur wenige 1000 km von der Planetenoberfläche entfernt. Da ein Raumschiff beim Flug zu Phobos sehr viel weniger Geschwindigkeit „vernichten“ muss als bei einer Landung auf der Marsoberfläche, und da praktisch kein Treibstoff nötig ist, um von Phobos zur Erde zurück zu kehren, bedeutet ein Flug zu Phobos praktisch denselben energetischen Aufwand wie ein Flug zum Mond oder zu einem erdnahen Asteroiden. Da man bis zu diesem Flug schon einige Erfahrung bei langen interplanetaren Reisen zu erdnahen Asteroiden gesammelt hätte, wäre eine Mission zu Phobos nicht viel anders.
Phobos ist, wissenschaftlich gesehen, ein sehr interessanter Himmelskörper in einer sehr interessanten Position. Die beiden Marsmonde Phobos und Deimos könnten, rein von ihrer Zusammensetzung her, eingefangene Asteroiden sein – gleichzeitig kreisen sie auf einer sehr äquatornahen, kreisrunden Bahn, was das Einfang-Szenario unwahrscheinlich macht. Möglicherweise handelt es sich also um Stücke des Planeten Mars, die in Folge einer Kollision mit einem grossen Asteroiden aus diesem herausgeschleudert wurden. Die Dichte von Phobos legt nahe, dass in diesem Fall grosse unterirdische Höhlen zu erwarten wären, in denen künftige Raumfahrer geschützt vor der Sonnen- und Weltraumstrahlung überleben könnten. Weiter könnte Phobos ein einzigartiges Archiv für die Geschichte des Mars sein: jedes Mal, wenn Mars von einem grossen Asteroiden getroffen wurde, wurden Oberflächengesteine ins Weltall geschleudert – einige davon wären von Phobos „aufgelesen“ worden. Dass dieses Szenario realistisch ist, bezeugen lange Kraterketten auf dem kleinen Mond, die ihren Ursprung alle auf der in Bewegungsrichtung gerichteten Seite von Phobos haben. So könnte es sein, dass der beste Beleg für Leben auf dem Mars heute auf der Oberfläche von Phobos darauf wartet, von einem Menschen aufgelesen zu werden.
Phobos könnte zu einem Vorposten zur Erforschung des Mars ausgebaut werden. Von einem Kommandozentrum auf Phobos könnte man Roboter auf der Marsoberfläche in Echtzeit steuern (wegen der Entfernung zwischen Erde und Mars existiert sonst eine Signalverzögerung von mindestens 20 Minuten). So könnten fortgeschrittene Roboter (etwa in Form von „Avataren“, anthropomorphen Robotern, die von Phobos aus gesteuert würden) all das tun, was in heutigen Plänen dem Menschen vorbehalten ist.
Weiterführende Links
NASA-Spaceflight Artikel zu einer Phobos-Studie
Phobos-Artikel auf NewScientist.com
Gerüchte über die Zukunft der NASA
Artikel über einen VASIMR-basierten Space Tug
Update: Die Details zum neuen Programm sind da: Artikel auf Universe-Today. Die Kurzfassung: Constellation wird beendet. Stattdessen erhält die NASA über die nächsten 5 Jahre 6 Milliarden Dollar, um die Entwicklung kommerzieller Raumfahrt zu fördern. Budgetseitig ist es unklar, ob eine Schwerlastrakete entwickelt wird (ich bin der Meinung, es wird aus politischen Gründen unabdingbar sein, eine Schwerlastrakete aus Shuttle-Teilen, damit die Jobs, die vom Shuttle abhängen, nicht verloren gehen). Die ISS wird bis 2020 weiter betrieben und ausgebaut – möglich wäre etwa das Zentrifugenmodul oder ein aufblasbares Weltraumhabitat. Fünf letzte Shuttle Missionen. Neue Erdbeobachtungssatelliten (etwa ein neues Orbital Carbon Observatory). Mehr Geld für die unbemannte Mond-, Sonnen- und Marsforschung sowie für die Suche nach Asteroiden, die mit der Erde kollidieren könnten.
Update 2: Es sieht sogar noch besser aus: im neuen Budget ist vorgesehen, dass die NASA unter anderem einen neuen Weltraumantrieb entwickeln soll, der es möglich machen wird, die Distanzen zu Zielen im Sonnensystem in sehr viel kürzerer Zeit zu überbrücken. Ganz allgemein wird die NASA viel stärker auf technologische Innovation statt auf bestimmte Ziele im Sonnensystem ausgerichtet. Wahrlich ein Paradigmenwechsel… Doch wie jeder Paradigmenwechsel wird es schwierig werden, diesen durchzusetzen.
In der aktuellen \“Bild der Wissenschaft\“ ist übrigens ein vierseitiger Artikel zum Thema Phobos, in dem auch ein möglicher Flug zu dem Ding angesprochen wird.
Orion ist, geht es nach dem Budgetentwurf, den Obama für die NASA im Jahr 2011 vorgelegt hat, vom Tisch, es wird aber das Orion-Rettungsboot entwickelt. ABER: Es ist natürlich nicht gesagt, dass dieses Budget im Kongress durchkommt. Da wird man wohl nochmals nachverhandeln – ich würde sagen, es ist noch alles offen.
Du hast völlig recht wenn du sagst, dass CST-100 (und Dragon) blosse LEO-Taxis sein werden – damit wird mit Sicherheit niemand zum Mond fliegen. Der begrenzte Platz in der Kapsel ist nur ein Teil des Problems (wenn man statt 7 nur 2 oder 3 Astronauten hineinpackt, ist es schon erträglich – CST-100 hat absolut mehr Innenvolumen als die Apollo-Kapsel). Ein wichtiges Problem ist die hohe Rückkehrgeschwindigkeit, die einen deutlich besseren (und damit massiveren) Hitzeschild erfordert. Dazu kommt die Versorgung der Astronauten für die Dauer einer langen Reise, die bei einer Kapsel mit so kleinem Service-Modul nicht gewährleistet ist.
Dass die Orion nur Rettungsboot sein und unbemannt starten soll, ist ja gerade das Ziel: Man will den kommerziellen Anbietern eine echte Chance geben. Wenn es nicht funktioniert, kann man dem \“Rettungsboot\“ immer noch für wenig zusätzliches Geld – wie du erwähnt hast – das Startabort-System aufpappen.
Ich dachte das Orion vom Tisch ist, bzw die NASA endlich mal dazu gelernt hätte, den Firmen eben nicht jeden Cent zu zahlen den sie fordern? Was dabei rauskommt sah man wunderbar am Shuttle. Es soll zwar ein Orion-Retttungsboot geben, dieses soll aber stets unbemannt starten, obwohl dies schwachsinnig ist, wenn dann könnte man auch bemannt damit starten, mit einem Startabort-System. Das dieses funzt wurde ja eindrucksvoll vor kurzem bewiesen.
Andernfalls sollten sie Orion ganz fallen lassen und lieber die CST-100 von Boing bauen lassen. Diese soll sehr preisgünstig sein und mit einer Vielzahl von bewährten Trägern gestartet werden können. Män läge preislich wohl im Bereich 200-300 Mio pro Flug, da die Preise der Raketen unbemannt 110-150 Mio sind. Das hört sich schon ganz anders als beim Shuttle (800 Mio- 1Mrd), geschweige denn Ares 1 (1,2 Mrd). Das Boing Erfahrung im Bau bemannter Transport-Systeme hat, haben sie mit dem Shuttle ja bewiesen. Aber man muss sich auch bewusst sein, das die CST-100 ein reines LEO-Taxi sein wird, anders als Ares1. Aber dies sehe ich eher als großen Vorteil, die Zeiten des \“einen Vehikels für alles\“ sollten mit dem Shuttle vorbei sein. CST-100 würde erstmal eine sehr wichtige Lücke schliessen, die Versorgung der ISS. Denn würde Ares1 nur zur ISS fliegen, verursacht es ungemein hohe Kosten, da es als CEV ausgelegt wurde für Mond, Asteroiden und Mars. Auf der anderen Seite kann ich mir dies aber auch nicht vernünftig damit vorstellen, Astronauten in so einem engen Ding wochenlang auf Reisen zu schicken ist einfach menschenunwürdig. Einzig Mondflüge gingen damit, Asteroiden wären schon zu weit entfernt, da man aus Spritgründen sicher nur wieder Hohmantransfers fliegen würde.
Auch die Wiederverwendbarkeit, die nun viele mit Kapseln anstreben, sehe ich eher kritisch, das muss eine Kapsel erstmal beweisen, bisher gibt es nicht eine einzige weltweit. Der Eintrittswinkel ist viel steiler wodurch die Belastungen wesentlich höher sind, bei Orion wurden daher auch nur ca 10 Wiederverwendungen angestrebt. Auch ist Wiederverwendbarkeit ein heikles Thema bei der NASA, die haben erstmal genug davon. Sowas lohnt sich nur bei einer hohen Startrate, die es bisher aber nie gegeben hat. Man muss das Wartungspersonal aber rund um die Uhr bezahlen. Oder man baut wartungsarme Systeme oder solche die mit einem kleinen Personalbestand gewartet werden können.
Ansonsten Wegwerfflieger ordern, benutzen, wegwerfen, sich keine Sorgen machen.
Für interplanetare Reisen durch das All ist es dann besser spezialisierte Flieger zu bauen, die vernünftig Platz und Sicherheit bieten. Dies könnte man dann auch noch unterteilen, für Mond eher schubstärkere Systeme, für Mars lieber welche mit höherem Isp, dafür schubschwächer möglich. Bei den Asteroiden muss man abwägen, je nachdem wie weit er entfernt ist. Wie du sagtest könnte man in den meisten Fällen mit dem kompletten interplanetaren Pendler auf denen Landen.
Boeing würde, wenn es ein echtes kommerzielles Rennen um die Vergabe eines Transportauftags von Fracht (COTS) und Crew (CCDev) zur ISS gäbe, mit der CST-100 an den Start gehen.
Boeing behält sich aber vor, dies nicht zu tun, so lange parallel eine Kapsel (in diesem Fall: Orion von Lockheed Martin) mit Steuergeldern auf \“Cost-plus\“ (=alle Entwicklungskosten stets gedeckt) Basis entwickelt wird. Die Gefahr wäre nämlich, dass Boeing am Ende auf den Entwicklungskosten für die CST-100 sitzen bleibt (was vertretbar wäre, wenn sie eine echte Chance hätten, den Auftrag zu bekommen), während die NASA lieber die Cost-plus-entwickelte Kapsel benutzt, um ihre Astronauten zur ISS zu bringen.
Sprich: Boeing will, dass die NASA erst verbindlich zusagt, dass eine bestimmte Anzahl Flüge / Astronauten pro Jahr von privaten Anbietern geleistet werden sollen, bevor sie sich definitiv auf das Rennen einlassen.
@Bynaus
Wie meinst du das mit der CST-100, das Boing die nur baut, wenn klar ist das es keine Cost-plus Alternative dazu gibt?
Bezieht sich dies nur auf das Verhältnis zwischen Boing und NASA oder auch auf andere Firmen, wie Lockheed Martin? Und warten die auf ein COST-plus-Angebot nun erstmal, wenn nicht dann bauen sie die? Firmenpolitisch wäre dies sicher ratsam, nur wären dann wieder beim leidigen Thema Geld, was die Raumfahrt von Anfang an nur bremste.
@Wahlperioden/Weltraumprogramme: Dass die USA da die Innovationskraft und den Willen haben, im All aktiv zu sein, da stelle ich mir gar keine Fragen. Das würden sie sogar unter einer dezidiert abgekühlten Administration noch sein; in Florida gibt es durchaus eine Lobby für die Raumfahrttechnologie. Es hängen /indirekt/ viele Arbeitsplätze daran, dass die NASA ihre Projekte auch nur plant. Hier finde ich den Primat der Wirtschaft über die Politik ganz angenehm. 😉
Aber was gibt es in Europa? Nur ein Beispiel.
Was die USA angeht: Bei einer bemannten Mission würde die Bereitschaft viele Gelder zu mobilisieren auch erhöht werden.
Nachtrag: CST-100, nicht CSP-100, sorry. Boeing macht damit rasche Fortschritte: http://www.space.com/businesstechnology/boeing-new-capsule-concept-100625.html
@heraklit: Langfristig wird Mars denselben Stellenwert für die Menschheit haben wie die Antarktis: Interessant nur für Wissenschaftler und Touristen (wobei der Verzicht auf Rohstoffabbau in der Antarktis auf Freiwilligkeit beruht, auf dem Mars – wie du sagst – auf wirtschaftlichem Zwang).
@Ares (aus dem Sea Dragon Kommentarstrang): Das HLV war schon im Budgetentwurf (der übrigens am 1. Februar veröffentlicht wurde) vorgesehen. Das Orion-Rettungsboot hingegen ist wohl tatsächlich so zu erklären, dass nochmals nachverhandelt wurde.
Constellation war ursprünglich keine so schlechte Idee – bloss etwas fantasielos und innovationsarm. Eben wirklich einfach nur \“Apollo on Steroids\“. Aber dann wurde klar, dass das ganze so nicht funktionieren konnte: man brauchte eine 5-Segment Feststoffrakete, was eine völlige Neuentwicklung dieser bedeutete. Man brauchte andere Triebwerke für die Oberstufen, was teure Neuentwicklungen erforderte. Ares V musste verbreitert werden, so dass man nicht mehr den ursprünglichen ET als Ausgangspunkt nehmen konnte. Sprich, statt reinen Tisch zu machen, statt bestehende Teile wiederzuverwenden, war man nun gezwungen, zwei komplett neue Raketen mit bestehender Infrastruktur zu entwickeln. Das konnte nicht gut gehen. Zudem hat der Kongress Constellation zu keinem Zeitpunkt in den letzten 6 Jahren ausreichend finanziert. Deshalb gab es Verzögerungen, und wegen den Fixkosten (Ingenieure muss man bezahlen, selbst wenn sie nichts entwickeln dürfen, um das Budget nicht zu überschreiten) und den oben genannten \“vererbten\“ Strukturen und Zwängen schossen alsbald die Kosten in die Höhe. 40 Milliarden Entwicklungskosten für Ares I, das ist ganz einfach viel zu viel: SpaceX hat mit knapp 300 Mio Dollar aus dem Nichts die Falcon 9 entwickelt – und die ist, im Gegensatz zur Ares I, sogar schon erfolgreich in den Orbit geflogen. Deshalb ist das Ende von Constellation das einzig Vernünftige. Die günstige und sichere Alternative dazu gibt es längst: sie heisst Atlas V (oder vielleicht Delta IV).
Einen \“Augustin\“ gibt es nicht, aber Norm Augustine war der Vorsitzende einer – von Obama eingesetzten – Komission, die die obigen Probleme untersucht und Lösungswege inner- und ausserhalb des bestehenden Budgets gesucht hat. Norm Augustine ist keineswegs ein \“Feind der bemannten Raumfahrt\“. Es ist bloss so, dass die NASA ein sehr erfolgreiches unbemanntes Programm hat, das zusehends unter den illusorischen bemannten Plänen (Ares I Entwicklung, z.B.) zu leiden hatte. So wurden unter Bush alle Klimasatelliten gestrichen, das unbemannte Programm zusammengekürzt. Wenn ein erfolgloses, überteuertes Programm erfolgreiche Programme gefährdet, dann ist offensichtlich etwas falsch.
Für die Asteroiden-Landung braucht es, im Gegensatz zur Mondlandung, gar keinen Lander (denn unter der mikroskopisch kleinen Gravitation kann man auch einfach am Asteroiden \“andocken\“), man braucht lediglich ein Raumschiff, um dorthin zu kommen, und für ebendieses muss erst die notwendige Technologie (Antrieb, Lebenserhaltung, Strahlenschutz) entwickelt werden – wir wissen heute eben nicht, wie man das genau tun soll – entsprechend kann man auch kein solches Raumschiff schon mal ankündigen.
Es gibt durchaus einen potenziellen Markt für die kommerziellen Anbieter, aber der allein ist nicht gross genug, um die Entwicklung der Technologie zu ermöglichen. Es braucht einen Starthelfer, und da ist die Versorgung der ISS mit Fracht, Treibstoff und Astronauten sehr gut geeignet. Wenn, sagen wir, die Dragon-Kapsel von Space-X oder die CSP-100-Kapsel von Boeing erst einmal existieren, wird es dafür Abnehmer geben. Zunächst einmal andere Staaten, die damit ihr Weltraumprogramm betreiben könnten. Private Weltraumtouristen – die Warteliste der Russen war ja stets voll und zuletzt konnten sie über 30 Mio pro Start verlangen, Robert Bigelow mit seinen Weltraumhotels und viele mehr. Die NASA wird stets auf mehrere Dienstleister setzen, so dass sie auch mal einen ausschliessen kann, der ihren Sicherheitsanforderungen nicht genügt. Das \“Know-How\“, das sie in 40 Jahren erworben hat, wird die NASA gerne den kommerziellen Anbietern zur Verfügung stellen. Im Übrigen ist es eine Illusion, dass \“die NASA\“ bisher Raumschiffe und Raketen gebaut hätte – die wurden stets von privaten Firmen gebaut, jedoch auf \“Cost-plus\“-Verträgen basierend, das heisst, jeglicher Aufwand, den diese Firmen hatten, wurde ihnen ausbezahlt. Diese Verträge waren deshalb äusserst lukrativ – und für die NASA teuer. Damit soll nun Schluss sein: von nun an wird Fracht zu einem (mehr oder weniger) fixen Preis zur ISS befördert.
SpaceX ist durch Elon Musks Scheidung sicher nicht \“in ihrer Existenz bedroht\“. SpaceX hat volle Auftragsbücher, und wenn sie es schaffen, tatsächlich Fracht zur ISS zu befördern, stehen ihren Ausgaben Einnahmen von mehreren Milliarden gegenüber. Elon Musk hat viel eigenes Geld in die Firma eingeschossen, aber sie hängt sicher nicht direkt von ihm ab.
Boeing – Teil der ULA – sagt übrigens selbst, dass sie eine Kapsel (die CSP-100) entwickeln würden, wenn klar ist, dass es keine \“Cost-Plus\“-Alternative dazu gibt: eine von Steuergeldern subventionierte Kapsel kann man nicht vernünftig konkurrenzieren.
Nach einer Reise zu Phobos ist der nächste logische Schritt die Trojaner-Asteroiden, um Experimente durchzuführen, die Lebenserhaltungssysteme mit vor Ort gefundenem Material zu ergänzen und vielleicht sogar Treibstoff herzustellen.
Was sollen wir auf die Dauer am Boden von Schwerkraftschächten, ob Mond, Mars oder Europa.Was immer man auf dem Mars herstellen könnte, es könnte nur an Marsianer verkauft werden, nichts wäre so wertvoll, dass sich ein Transport zu anderen Kolonien oder der Erde lohnen könnte.
Nun, die Rückkehrkapsel muss auf jeden Fall auf der Oberfläche starten. Allerdings kann man sich in diesem Schema den Luxus erlauben, nur bemannt zu starten, nachdem wiederholt bewiesen wurde, dass die Fabrik den Treibstoff über die notwendige Zeit und ohne Leck halten kann.
Die Positionierung im Marsorbit ist sicher auch eine Option, man könnte darüber nachdenken, den Treibstoff in Form von Wasser zu lagern und erst bei Bedarf per Elektrolyse zu spalten. Oder aber, sollte sich herausstellen, dass man gar keine chemischen Raketen, sondern einen nuklear-elektrischen Antrieb verwendet, dann speichert man gleich Argon (oder Xenon).
Ich kenne mich nicht aus, aber angesichts des scharfen und korrosiven Staubs und der Temperaturunterschiede sollte man Material nicht länger auf dem Marsstehen lassen als nötig.
Und wenn der Treibstoff kryogen wäre, hätte das kleinste Leck dramatische Folgen für den Missionsablauf. Vielleicht könnte man aber ein Treibstoffdepot im hohen Marsorbit anlegen und das Rückreiseschiff dort betanken, aber statt mit Wasserstoff mit etwas weniger Flüchtigem zB Ammoniak.
… \“Da man den Treibstoff für die Rückkehr mitführen muss (oder zumindest eine Fabrik, die den Treibstoff vor Ort herstellt), gehen alle bisherigen Konzepte von einem Mars-Raumschiff mit einigen hundert bis einigen tausend Tonnen aus.“ …
Die „Fabrik“ oder den Treibstoff könnte man schon zuvor, unbemannt und dadurch auch kostengünstiger und ohne zeitlichen Druck (einer unbemannten Sonde ist es egal wie lange sie für den Weg braucht), zum Mars befördern …
FG Thanathos
Znächst einmal, die langen Reisezeiten zum Mars bzw Phobos hat man nur, wenn man die minimalenergetischen Hohmann-Transfer-Bahnen benutzt. Jegliche Form von fortgeschrittenem Weltraumantrieb (Nuklear-Elektrisch, zB in der Variante VASIMR) kann diese Reisezeiten stark kürzen. Mit einem 10-20 MW starken Antrieb käme man mit VASIMR in rund 39 Tagen zum Mars bzw. Phobos. Das entspricht zwar einer höheren Geschwindigkeitsänderung: aber damit kommt man gerade NICHT zur Marsoberfläche, denn dafür eignet sich der allein Weltraumbasierte Antrieb nicht. Das Problem ist und bleibt der Treibstoff für den Rückstart von der Oberfläche (vor Ort produzieren ist gut und recht, aber wir sind noch sehr weit davon entfernt, das auch nur zu demonstrieren).
Weiter brauch eine Phobos-Mission natürlich keinen Lander. Es reicht, wenn die Astronauten mobile Anzüge verwenden (etwa wie jener, den die NASA im Weltall auch schon ausprobiert hat). Solche \“Jet-Pack\“-Anzüge gehören zu den notwendigen Entwicklungen, die ich anspreche, wenn ich von \“Lernen, in der Asteroidenumgebung zu leben und zu arbeiten\“ rede. Das ist natürlich viel billiger als ein spezialisierter Lander, wie man ihn für die Oberflächen von Mars und Mond braucht. Man kann ein, sagen wir, neues Labormodul, das man der Phobos-Wissenschaftsstation hinzufügen will, einfach \“andocken\“, wie bei der ISS.
Bei 39 Tagen Hinflug musst du natürlich auch kein Jahr warten, bevor du zur Erde zurückstartest. Am Anfang reicht das für kurze Tripps, bei jeder Erde-Mars-Opposition könnte sogar eine ganze Reihe neuer Labore für die Phobos-Station gestartet werden. Irgendwann ist die Station dann bereit, dass sie auch in der Zwischenzeit bemannt bleiben kann (ob man das mit einem Zentrifugenmodul löst, oder einer separaten kleinen Station, in der künstliche Gravitation herrscht, sei mal dahingestellt).
@Bynaus
Naja also das Distanzen keine Rolle spielen, muß ich bestreiten. Im Hinblick auf Energie sicherlich nicht, aber in Bezug auf lange Reisezeiten. Es blieben immernoch 2,5 Jahre in Schwerelosigkeit, außer man setzt auf künstliche Schwerkraft per Zentrifuge. Man müsste dann auch bei Phobos sich hautpsächlich in solchen Rotations-Modulen aufhalten, dann sich für Bodenmissionen immer mit dem Lagekontrollsystem eines Landers \“runterstupsen\“. Einfach die Resiegeschwindigkeit zwischen Erde und Phobos zu erhöhen mit chemischen Antrieben, ist zu aufwendig, muß man das Extra an Reisegeschwindigkeit ja am Ziel wieder abbauen. Würde man sie zb nur beim Hinflug verdoppeln (Rückflug mal ganz aussen vor), wobei man immernoch 4 Monate nur für Hinflug bräuchte, dann könnte man auch gleich auf Mars landen, denn dies erfordert insgesamt ca 10km/s, wenn man zum Einschuß in den Orbit auch noch Aerobreaking nutzt. Es gab aber auchmal ein Mars-Szenario, mit verkürtzen Aufenthalt, da blieben die glaube nur 2 Wochen, da sie durch eine leicht höhere dV beim Hinflug praktisch 2 Wochen vor dem Rückstartfenster zur Erde ankamen (können auch 40 Tage geweseb sein aber viel mehr nicht). Mit dem von dir und mir angesprochenen VASIMR-Antrieb wäre das kein Problem, er kann den Hinflug in der Grundkonfig in 4 Monaten schaffen, wenn man einen 12 Mw-Kernreaktor nutzt. Es bliebe aber immernoch 1 Jahr im All mit all seinen möglichen Folgen. Das sowas möglich ist haben Russen bewiesen, aber 6 Monate für die gesamte Dauer einer Mission sind wesentlich günstiger und am weitesten erforscht (typische ISS-Dauer und unter Constallation geplante Mondverweildauer). Dies würde allerdings einen sehr starken weltraumtauglichen Kernreaktor erfordern, im Bereich über 100 MW, von dem sind wir aber noch sehr weit weg.
Natürlich ist Phobos nur ein Zwischenschritt zur Marsoberfläche (bzw, man kann das so sehen, wenn man zur Marsoberfläche will). Später kann man von Phobos aus immer noch auf dem Mars landen, bzw. Phobos als Ausgangsbasis für einen Mars-Weltraumlift benutzen.
Es ist aber ein notwendiger Zwischenschritt – für einen Direktflug zur Marsoberfläche fehlt den Raumfahrtprogrammen schlicht und einfach das Geld. Je mehr Menschen und Material man mitnehmen will, je schneller man fliegen will, je sicherer die Mission sein soll, und man am Ende auch noch zur Erde zurückkehren will… desto teurer wird das ganze Unterfangen.
Eine Mission zu Phobos unterscheidet sich aber praktisch nicht zu einer Mission zu einem erdnahen Asteroiden. Wir gehen eben immer noch mit dem völlig falschen \“geistigen Bild\“, das wir von der Erdoberfläche her kennen, an die Weltraumfahrt heran. Distanzen spielen im Weltall KEINE Rolle, weil es keine Reibung gibt (hingegen ist jede Bewegung auf der Erdoberfläche, sei es von Menschen, Autos, Flugzeugen oder Schiffen reibungsdominiert). Grosse Distanzen können in kürzerer Zeit einfach durch höhere Geschwindigkeit überwunden werden. Nur Geschwindigkeitsänderungen sind wichtig. So mag man vielleicht sagen, \“hallo, warum den ganzen Weg bis Phobos gehen, aber dann nicht runter auf den Mars?\“ – in den Einheiten, die im Weltraum relevant sind (nämlich die erwähnten Geschwindigkeitsveränderungen, \“Delta v\“), ist Phobos nur halb so weit von der Erde entfernt wie die Marsoberfläche. Einige erdnahe Asteroiden sind in diesen Einheiten sogar näher als der Mond. Wenn wir, wie ich im Artikel \“Ein Weltraumprogramm für das 21. Jahrhhundert\“ geschrieben habe, den Flug zu erdnahen Asteroiden meistern (Stichworte Antrieb, Strahlenschutz, Verhalten in der Asteroidenumgebung), dann können wir mit vergleichsweise kleinem Aufwand auf Phobos landen – ohne neue Hardware zu entwickeln, ohne Dinge zu tun, die wir bis dahin nicht bereits können!
Deshalb wird Phobos zum neuen Fernziel der bemannten Raumfahrt werden. Er ist das möglicherweise interessanteste Ziel unter dem neuen Explorations-Paradigma, das sich die NASA nun zugelegt hat.
HI Axel
natürlich meine ich auch bei Punkt 1 Mars (Was habe ich nur mit dem Mond?)
Und natürlich kenne ich Mars Direct. Hätte es aber für einen Fehler gehalten. Wieso jetzt schon mit Menschen dort hin wenn wir heutzutage Roboter haben die uns schon viel Vorarbeit abnehmen können. Dazu würde ich versuchen die erste Station für Menschen möglichst in einer Höhle zu bauen und auch ganz wichtig finde ich die Orbitstation in der 1G herrscht und in der gegen zahlreiche \“Schwerkraftskrankheiten\“ geholfen werden kann.
Mars Direkt wäre vielleicht für die erste Erforschung günstiger, aber mittel- und langfristig wäre meine Variante in meinen Augen um einiges besser (und natürlich auch teurer)
Aber zu den Kosten muss man sagen, dass ein Weltraumprojekt ein viel besseres Konjunkturpaket ist als Krieg (Nur das bei ersterem kurzfristig nicht wirklich strategische Vorteile erarbeitet werden – weder Rohstoffsicherung noch Truppen an strategisch wichtigen Orten).
Und 2.5Jahre Schwerelosigkeit deswegen, weil mit heutigen Antrieben eine Reise zum Mars ca einhalbes Jahr dauert. Da wir ja auf Phobos landen wollen, dessen Gravitation vernachlässigbar ist und erst in 2 Jahren wieder ein Startfenster zurück offen ist beträgt die ganze Reise+Aufenthalt 2.5Jahre.
@123C
In Punkt 1 meinst du sicher auch Mars? Die Idee ist jedenfalls nicht schlecht, aber wird es aus Kostengründen in absehbarer Zeit nicht geben. Es ist technisch alles viel zu anspruchsvoll. Nur wie kommst du auf 2,5 Jahre Schwerelosigkeit? Das Grundprinzip gibt es zudem seit Jahren in Form des Mars-Direct-Projects. Dort schickt man ebenfalls ein Basishabitat unbemannt zum Mars, welches Sprit für den Rückflug produziert. Erst wenn dieses erfolgreich war, folgen die Menschen mit einem weiteren. Sie haben dann ein Backup-Habitat, falls mit einem was schief läuft. Läuft alles glatt dann dient das 2. als Backup-Habitat für die nächste bemannte Mission, die ihrerseits wieder ein neues Habitat mitbringt usw. Jedes verfügt über eine Rückkehr-Einheit, so daß immer eine vollgetankt und startbereit ist und eine mitgebrachte Leere dabei ist, Treibstoff zu produzieren. Versagt plötzlich die zuvor zum Mars gebrachte, ist es kein Problem für die Crew im neu mitgebrachten Habitat die Zeit zu verbringen, bis der Treibstoff dort für den Rückflug produziert ist. Jedes Habitat wird mit einem Shuttle-C gestartet (vom Shuttle abgeleiteter Schwerlastträger) und vollführt am Mars ein Aerobreaking. Kosten pro Start wären 2,1 Mrd, für einen Marsflug beinahe ein Schnäppchen da fast nichts neues entwickelt müsste. Auf dem Hinflug wird zudem das Habitat mit der ausgebrannten Marstransferstufe verbunden durch ein Seil in Rotation versetzt – künstliche Schwerkraft. Und mit jedem Flug würde die Marsbasis größer werden, da immer ein neus Habitat dem Komplex angefügt werden würde, da nur die Rückkehreinheit zurückfliegt. Aber auch Mars-Direct haben wir heute nicht. Es sieht derzeit so aus, als würden zuerst leistungsfähigere reine Weltraumantriebe entwickelt werden, die die Reisezeit auf wenige Wochen verkürzen und auch Startfenster erübrigen, bzw einen Flugabbruch zu jederzeit ermöglichen. Sicherheit geht eben vor. Trotzdem wird man auch damit auf eine Treibstoffproduktion vor Ort nicht verzichten können, da es für einen Start von der Marsoberfläche in den Orbit nach wie vor schubstarke chemische Antrieb notwendig sind.
Ob man Phobos in eine künftige Marsmission einbezieht,
will ich keine Vermutungen machen. Es wäre alles in allem nur ein weiterer teurer Zwichenschritt, den man eigentlich nicht braucht. Wie ein Kredit, der einem zwar schneller sein Ziel ermöglicht, aber eben mit Zinsen.
Opps noch ein kleiner Fehler. Bei Punkt 4 sollte es natürlich nicht Mond sondern Mars heissen!
4. Weitere Roboter, auch mit feineren Werkzeugen auf den _Mars_ bringen.
Na aber wenn wir zum roten Planeten fliegen und dann nur auf Phobos landen werden wir ganz schön Probleme mit Knochenabbau bekommen.
2,5Jahre in der Schwerelosigkeit würde die Knochen wohl soweit zerstören dass man, wieder auf der Erde angekommen, sich nur noch im Rollstuhl bewegen kann.
Deshalb hier mein Plan für die Erforschung des Mars:
1. Es wird eine \“Basis\“ auf dem Mond geschickt die grundsätzlich autonom arbeitet und einfach grobe Aufgaben zugeteilt bekommen kann. Diese Basis beinhaltet grosse Solarzellen (Oder Atomkraft?), welche die Energie für die Kommunikation zur Erde bereit stellen und Treibstoff herstellt. Mit dieser Basis werden verschiedene Roboter mitgeschickt, welche bei der Basis mit Treibstoff betankt werden. Verschiedene Roboter für verschiedene Jobs Erkundung (Kartografie, geologische Untersuchungen->Bohren, etc), Bauen (Eventuell Strassen? Solarzellen aufstellen, Eventuell vorhandene Höhlen erweitern).
Roboter müssen nur noch mit der Basis kommunizieren. Die Roboter sind reine Werkzeuge und bekommen alle Befehle von der Basis.
2. Station mit künstlicher Schwerkraft (mittels Rotation) in einem Erdorbit bringen. Damit kann einerseits die Technik an sich ausprobiert werden andererseits kann ausprobiert werden wie sich ein 2Jahre Aufenthalt bei 1/3G auf den menschlichen Körper auswirkt.
3. Diese Station in den Marsorbit bringen.
4. Weitere Roboter, auch mit feineren Werkzeugen auf den Mond bringen. Nun können auch heiklere Arbeiten verrichtet werden, da die Roboter von der Marsorbitstation in Echtzeit ferngesteuert werden können. Z.B. können die Höhlen weiter ausgebaut und für eine Menschenbasis vorbereitet werden.
Zusätzlich weitere Basen, eventuell an anderen Orten. So das mehr Energie/Treibstoff für die Roboter vorhanden ist.
5. Einen Lander für den Mars bauen, der den Treibstoff von einer Basis benutzen kann um wieder auf zu steigen (und so eine erste Möglichkeit gegeben ist von der Orbitstation auf den Mars und wieder zurück zu gelangen).
6. Angenommen der Test 2Jahre bei 1/3G wäre prositiv ausgefallen hätte man nun schon eine gut funktionierende Basis auf dem Mars und könnte beginnen eine kleine Forschungstation dauerhaft in der vorbereiteten Höhle zu installieren.
Ich finde die neue Vorgehensweise der NASA als absolut richtig. Das Constellation-Programm wäre nur ein Milliardengrab geworden, dessen Nutzen dazu in keinem Verhältnis gestanden hätte. Selbst ehemalige Mondflieger meinten, wozu solle man etwas anstreben was man bereits vor 40 Jahren schon erreicht hatte. Constellation war für mich eh immer nur ein Symbol der Bush-Ära, ein Prestige-Projekt der USA. Klar wäre es irgendwo toll gewesen, wenn wieder Astronauten über den Mond spazieren würden. Aber das auch nur die ersten paar Flüge für echte Raumfahrtfans wie uns. In der allgemeinen Öffentlichkeit wäre sicher nur der erste Flug ein großes Ding geworden, aber nichtmal annähernd so groß wie Apollo. Die meisten die sich nicht so mit Raumfahrt beschäftigen glauben nämlich, das wir seit 69 regelmässig zum Mond fliegen und wissen nicht um den großen technischen Aufwand, andere wieder würden sich nur wundern warum wir das nicht schon längst gemacht haben. Schnell wäre Ernüchterung eingetreten, die vielen Milliarden der Entwicklung wären aber weiterhin weg.
Daher ist es jetzt genau der richtige Schritt, erstmal Technologien zu entwickeln, sprich Antriebe, Strahlenschutz, weitgehend geschlossene Lebenserhaltung als alte Apollo-Hardware extrem teuer wiederzubeleben. Zum Beispiel der angesprochene VASIMR-Space-Tug, würde eine Schwerlastrakete alla Ares5 sogar vollständig erübrigen !!! Denn diese wäre eigentlich nur beim Constallation-Mondszenario erforderlich, um die sehr schwere chemische Mond-Transferstufe in einen LEO zu befördern. Um 34 t zum Mond zu bringen, bedarf es mit chemischem Antrieb nämlich satte 60 t, VASIMR begnügt sich anstelle dessen nur mit ganzen 9 t, wobei es dabei noch nichtmal besonders effizient brennen würde, Isp wäre ca 5000, möglich sind aber 30000. Es ginge also noch 6x sparsamer, was aber die Flugzeit stark verlängern würde. Auf der Seite des Entwicklers AdAstra gibt es dazu gute Animationen, dort werden sämtliche Komponenten mit heutigen Raketen separat gestartet. Denn keines der Teile wiegt mehr als 30 t, sei es nun Orion, Altair oder der Sprit für Hin- UND Rückflug.
Welcher Link?
Guter Artikel, nur der Link geht nicht mehr!
Die Kommentare auf den Seiten die du hier verlinkt zeigen das die Amis die da gepostet haben doch etwas anderer meinung sind.
Ich würde mich dermassen freuen wenn das was du beschrieben hast auch nur teilweise eintritt. Doch hab ich Angst das eben NIX passieren wird. Was haben wir bisher erreicht ? Ich red jetzt nicht von Satelitten und landern was hat der mensch persönlich im Weltall erreicht ? Er war ein paar mal auf dem Mond und hat sich ne röhre gebaut die knapp über dem erdboden fliegt. Wir haben noch GARNIX gesehen. Wir waren noch nirgends. Die Leute werden einen anderen Zugang zum Weltall haben wenn sie endlich begreiffen das das was da oben so ist wirklich REAL existiert.
Ich fürchte das das mit Phobos nicht eintretten wird. Die Bevölkerung kommt immer wieder mit dem Spruch warum sollen wir Milliarden ausgeben um dort ein paar Steine mitzunehmen wenn wir hier auf der Erde doch Millionen von Kindern haben die verhungern. Dabei vergessen sie eins. Wenn das geld nicht für raumfahrt ausgegeben wird dann wird es anderweitig noch tausendmal sinnloser verschleudert. Die Raumfahrt ist garnicht so teuer. Wenn man das mit anderen Sachen vergleicht. Man könnte energie erzeugen und sie per mikrowellen auf die erde schicken.
Was ist eigentlich mit dem HE3 da wird immer gross geredet wie wertvoll das wäre etc. Aber dennoch kümmert sich niemanan darum. Wenn man jetzt sofort ein Kilo HE3 hätte wer würde das kaufen ? Man hat zwar keinen Fusions reaktor der gesceheit energie erzeugt aber wäre es den nicht nützlich das HE3 zu haben um zu testen ob es denn tatsächlich funktioniert ?
Ich hoffe das China die USA Bald überholt wirtschaftlich und das diese dann die Sache in die Hand nehmen und zwar richtig und nicht das was wir bisher gesehen haben. Dann werden die USA schnell folgen damit sie nicht ins hintertreffen geraten wir brauchen eine Konkurrenzsituation wie im Kalten krieg um das ganze anzutreiben China und USA werden sich in Zukunft messen und dabei wird die Menschheit weiter vorrangebracht als in den letzten 2 jahrzehnten.
Phobos wäe ein Super Ziel es wäre zum ersten mal eine Möglichkeit den Menschen und seine überlebensfähigkeiten im Weltall zu testen. Phobos könnte ein echter raumhafen werden und wir könnten endlich sehen das es möglich ist das menschen auf einem fremden Himmelsköper leben. Darum gehts doch das Sonnensystem zu erobern. neuen lebensraum zu erschliessen neue technologien zu entwickeln der Mensch wird dann unabhängig von seinem Planten das wäre ein schritt von unglaublicher tragweite. Ich weiss das das noch jahrhunderte dauern wird aber wir unsere generation sollte einen entscheidenden beitrag leisten.
Ich wünschte es gäbe einen gewissen Prozentsatz an Steuern bei der der Bürger selbst entscheiden kann wohin das Geld geht ich wette die deutsche raumfahrt würde davon profitieren. Dann könnten sie auch endlich mal etwas eigenes auf die Beine stellen.
Nun habe ich mir die Kommentare durchgelesen. Was mich etwas überrascht:
Wieso wändet niemand ein, dass eine Privatisierung unter Umständen nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil die Patente und Technologien dann unter Umständen bei privaten Unternehmen liegen?
Spätestes ab einem gewisse Zeitraum wird es sich dann ergeben, dass die bisherigen Zulieferer der NASA festverträge bei anderen \“Nachfragern\“ haben und die NASA ist dann nur noch eine nachgestellte Behörde, während die eigentlichen Herausforderungen wo anders bestanden werden (müssen).
Wenn ich hier etwas Einwänden könnte:
Ich denke nicht, dass die Änderungen in der Planungstruktur der NASA etwas über einen Paradigmenwechsel im Inneren der Raumfahrtbehörde aussagen, sondern vielmehr etwas über den US-Haushalt in den letzten beiden Administrationen (und zwar die aktuelle, wie die vorherige). Der \“Krieg gegen den Terror\“ und die Verschuldung hat schon in der Zeit der Bush-Administration Abstriche gefordert und diese beiden Faktoren spielen auch heute noch eine Rolle.
Dazu kommt die aktuelle Wirtschaftskrise, die den Einsatz großer Finanzieller Mitteln erfordert hat und daher Haushaltskürzungen erforderlich macht. Deshalb konnte das Projekt nicht in Angriff genommen werden.
Dazu scheinen viele Leute Raumfahrt usw. schlicht als Geldverschwendung zu sehen.
Da die NASA ein großer Arbeitgeber für Industrie und Forschung in Florida darstellt, treten aber die meisten Präsidenten mit dem Programm an, auch die Raumfahrt vorantreiben zu wollen (Der Punkt fand sich sowohl bei McCain als auch Obama!). Das Resultat ist dann eine solche Politik, die Privatisierung.
Das heißt natürlich nicht, dass kein Paradigmenwechsel stattfindet, wenn die NASA-Leute die Situation so für sich nutzen ist das sicher in Ordnung. Aber ich irgendwie halte ich meine Darstellung irgendwie für wahrscheinlicher.
Mit der Sojus fliegt man ja auch nur zur ISS…
Geräumiger als eine Sojus ist Dragon auf jeden Fall…
Na dann müssen wirs wohl abwarten.
@Kritiker
Ja, das dauert 1-2 Tage da hast du schon recht.
Aber länger in dieser Dragon Kapsel zu sein kann ich mir nicht vorstellen wenn ich mir das Ding so ansehe.
@ Der Beobachter:
\“Und selbst wenn die das Ding so schnell bauen taugt es nur um die ISS zu erreichen, an einen mehrtägigen Aufenthalt ist in dem Ding nicht zu denken.\“
Zur ISS ist man in der Regel mehrtägig unterwegs, denn du kannst nicht einfach auf geradliniger Strecke dorthin fliegen, sondern must dich über deinen Orbit langsam annähern.
@Der Beobachter: Gemäss SpaceX wurde Dragon von Anfang an für den bemannten Raumflug geplant. Die Frachtversion ist einfacher zu verkaufen, aber es ging immer schon um den bemannten Raumflug – der Laderaum der Kapsel steht z.B. unter Druck, hat ein eigenes Lebenserhaltungssystem und wird von ISS-Astronauten begehbar sein, natürlich auch über längere Zeit. Gemäss den Angaben der Firma wäre der grösste Entwicklungsaufwand für eine bemannte Kapsel das Fluchtsystem, das bei einem Unfall die Kapsel von der explodierenden Rakete wegsteuert.
Der Unterschied zur Orion liegt zunächst bei der Grösse, dann aber auch bei der Widerstandsfähigkeit des Hitzeschilds: Die Orion muss aus dem interplanetaren Raum (mindestens 11.2 km/s) zur Erde zurückkehren können, Dragon nur aus dem Orbit (8 km/s). Ob Orion nun beibehalten wird oder nicht, konnte ich nicht herausfinden – möglicherweise steht es auch noch nicht fest. Siehe sonst das Ende des oberen Artikels für ein Update zum neuen NASA-Budget.
Ich denke tatsächlich, dass die kommerzielle Erschliessung der Ressourcen des Weltraums eine ganz neue Ära der Raumfahrt einläuten wird – in einer solchen Ära ist auch eine Marslandung früher denkbar, als man heute vielleicht meinen würde.
@Mawe: Ja, 20 Jahre sind für eine Raumstation eine recht lange Zeit. Aber es ist schon denkbar, dass man einfach die alten Module nach und nach auswechselt und neue hinzufügt, so dass die Station noch deutlich älter werden könnte. Mit dem neuen Budget ist diesbezüglich alles wieder offen.
Irgendwie empfinde ich die neuen Pläne/Plan wesentlich interessanter, sinnvoller und spannender als einen erneuten Mondbesuch. Und erst, dass das, wie du schon beschrieben, ein wirklich neues Zeitalter in der Raumfahrt wird/bedeuten kann.
Zur ISS: ist sie 2020 wirklich schon bereit in den Ruhestand zu gehen? Also muss dann ernsthaft über einen Nachfolger nachgedacht werden? Bzw. wie lang ist die Lebensdauer einer Raumstation?
Die bemannte Dragon Kapsel in 2-3 Jahren glaub ich erst wenn ich sie sehe. Ein Crew Vehicle ist doch was anderes als ein Frachter. Und selbst wenn die das Ding so schnell bauen taugt es nur um die ISS zu erreichen, an einen mehrtägigen Aufenthalt ist in dem Ding nicht zu denken.
Also wie du schon sagst, es kann höchsten die Lücke der eigenständigen Erreichbarkeit der ISS für die Amis füllen.
Etwas mit der Orion vergleichbares ist weit und breit nicht zu sehen, das Russen-Teil gibts ja bislang auch nur am Papier. Das man auf die Ares 1 und 5 pfeift könnt ich mir schon vorstellen, ein neues Trägersystem braucht kein Mensch, davon haben wir genug.
Den für Orion bereits getätigten Entwicklungsaufwand einfach über Board zu werfen um selbigen dann einem Privaten zu bezahlen ( und mehr, den der will ja was verdienen ) wäre unklug. Ich könnte mir allerdings vorstellen das man die Fertigentwicklung einem Privaten überlässt.
Wie auch immer, wir werden sehen.
Bitte poste was die Nasa verkündet hat.
Mit bedauern muss ich zur Kenntnis nehmen das wir uns von einer Mondlandung in diesem Jahrzehnt wohl verabschieden müssen, und vielleicht sogar im Nächsten auch.
Und das ich noch eine Marslandung erlebe glaub ich auch schon bald nichtmehr. Zeit meines Lebens sag man mir: \“noch 20 Jahre\“. Diese First ist allerdings bald mehrfach verstrichen 🙁
Sieh mal hier für eine Einführung: http://www.final-frontier.ch/Asteroidenbergbau
\“sowie der Rohstoffabbau auf erdnahen Asteroiden\“ – Dieses Thema interessiert mich besonders. Welche Rohstoffe finden sich in Asteroiden? Wie wird der Abbau funktionieren? Kann so ein Unterfangen jemals wirtschaftlich sein? Wie werden die Stoffe zur Erde übertragen? Ist die Zukunft der Raumfahrt Rohstoff-Abbau oder Tourismus? Gibt es dazu irgendwo genaue Informationen?
Die Entwicklung der Ares I wird, da bin ich mir ziemlich sicher, abgebrochen. Es wird vielleicht schon eine Orion-Kapsel geben (v.a weil \“privat\“ entwickelte Raumkapseln nicht die benötigten Fähigkeiten für lange interplanetare Flüge haben), aber diese wird dann wohl auf einer Atlas 5, einer Delta 4, einer weiterentwickelten Taurus 2 oder einer Falcon 9 Heavy gestartet (oder auch auf mehreren aus dieser Auswahl). Das Spaceship Two von Virgin Atlantic ist auch gar nicht für einen Orbitalflug gedacht, das ist schon klar, an dieses Fahrzeug habe deshalb ich gar nicht erst gedacht.
Was die Einsatzbereitschaft angeht, kann ich dir leider überhaupt nicht zustimmen: SpaceX wird noch in diesem Frühling eine voll einsatzbereite Falcon 9 starten – während der erste Start einer Ares I noch mindestens fünf Jahre weg ist. Die Frachtversion der Dragon-Kapsel soll ebenfalls in diesem Jahr zum ersten Mal gestartet werden (wohl in der zweiten Jahreshälfte), während die erste (unbemannte) Orion auf 2016 angesetzt ist. Eine bemannte Version der Dragon-Kapsel könnte gemäss SpaceX in etwa zwei bis drei Jahren einsatzbereit sein. Selbst wenn man hier Verzögerungen einkalkuliert, kommt man bei den Privaten immer besser weg als bei der NASA (wobei, wie gesagt, die Orion-Kapsel technisch anspruchsvoller ist – aber wenn es darum geht, die Lücke nach dem Shuttle zu schliessen, ist man mit den Privaten besser bedient).
Ich glaube, irgend eine Form von Schwerlastrakete wird ohnehin entwickelt werden, sei das von der NASA (= nach dem bisherigen Modell) oder von den Privaten (= nach dem neuen Modell). Ohne diese kann man alle Pläne (inklusive NEOs) jenseits des Erdorbits ohnehin vergessen. Ich vermute, dass man die NASA diese bauen lassen wird, um all die Shuttle-Jobs zu \“retten\“ und damit die betreffenden Senatoren und Kongressabgeordneten zu \“kaufen\“ bzw mit an Bord zu holen.
Aber wir werden sehen: heute Abend (ca 18:30 unsere Zeit) ist die Pressekonferenz.
Dein Szenario klingt durchaus plausibel. Was die nächsten Jahre bis Jahrzehnte angeht glaub ich aber dennoch dass die ersten Astronauten nach dem Shuttle in einer Orion Kapsel auf einer Ares I von amerikanischem Boden in den Orbit fliegen werden.
Die Private Raumfahrt ist zwar nett aber von bemannten Orbitalflügen oder gar darüber hinaus noch viel weiter entfernt als die NASA.
Die Falcon 9 kann zwar einige Tonnen in den Orbit heben, aber einige Tonnen ist halt etwas wenig. Das Virgin Atlantic Spaceship kann zwar Personen auf einen Suborbitalflug mitnehmen, es fehlt ihm jedoch an so ziemlich allem was für einen vernünftigen Orbitalflug nötig wäre (Lagekontrolle, Docking Vorichtung, Hitzeschild).
Das heißt auch in der privaten Raumfahrt müsste etwas grundsätzlich Neues gebaut werden, und ich glaube nicht das das schneller als in 10-15 Jahren möglich ist. Da wird die NASA ihre Gelder doch lieber dazu verwenden um selbst die Orion Kapsel fertig zu bauen bevor das beschränkte Geld in private gesteckt wird.
Aus der Ares 5 und einer Landefähre wird ohnehin nichts so wies aussieht, es sei denn die Chinesen oder Inder präsentieren etwas das anspornt doch mehr Geld in die Hand zunehmen.
Aber ich wäre hier ohnehin dafür die Anstrengungen zusammenzulegen, es ist doch egal welche Nation jetzt fliegt, Hauptsache wir fliegen. Mehr als 2 Systeme ( zwecks Redundanz ) weltweit sollten wir uns nicht leisten müssen. Aber so einfach ist das eben nicht.
Auf lange Sicht wird die Raumfahrt bestimmt privat. Zuerst für Satellitenstarts, denn da gehts inzwischen ja hauptsächlich um Geld. Bei der bemannten Raumfahrt wirds wohl noch solange dauern bis auch dort die wirtschaftlichen Interessen die rein wissenschaftlichen überwiegen.