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Was ist Verkehrsmanagement (VM) überhaupt?
Verkehrsmanagement setzt auf zeitnahe Interventionen im Verkehr. Der Verkehr wird dabei nicht nur als planbare, sondern in erster Linie als steuerbare Grösse betrachtet. Es ist Aufgabe des Verkehrsmanagements, den Verkehrsfluss kurzfristig und adaptiv zu optimieren, während das Mobilitätsmanagement die grossräumigen Verkehrsbewegungen und die Verkehrsnachfrage langfristig und nachhaltig beeinflussen soll.
Welche Massnahmen beinhaltet VM?
Das Verkehrsmanagement umfasst die Bereiche Verkehrslenkung, Verkehrsleitung, Verkehrssteuerung und Verkehrsinformation. Verkehrsleitzentralen und adaptive Steuerungen von Lichtsignalanlagen sind Beispiele für Verkehrsmanagementanlagen seitens Strassenbetreiber. In städtischen Gebieten sind Parkleitsysteme, welche das Auffinden freier Parkplätze erleichtern sollen, typische Umsetzungen. Bei den öffentlichen Verkehrsbetrieben (städtische Bus- und Tramnetze) gehören u.a. die rechnergestützten Betriebsleitsysteme zu den Verkehrsmanagement-Massnahmen.
Als Begleitmassnahme zu VM sind neben Anpassungen und Ausbau der Lichtsignalanlagen v.a. Massnahmen zur Buspriorisierung im Bereich der Verkehrsmanagementanlagen vorgesehen.
Wie bekämpft VM die Verkehrsüberlastung?
Verkehrsmanagement in den Zentren und Agglomerationen kann die Verkehrsüberlastung nicht beseitigen. Anstelle der zufälligen Beanspruchung wird mit Verkehrsmanagement jedoch die knappe Verkehrsfläche effizienter genutzt. Im Sinne einer grösstmöglichen Bewältigung der Strassenverkehrsnachfrage stösst die Infrastruktur zeitweilig an ihre Kapazitätsgrenze. Mit Verkehrsmanagement lässt sich das Verkehrsaufkommen (in einem begrenzten Rahmen) dennoch kontrolliert und stabil betreiben. Ab einer gewissen Verkehrsnachfrage kann auch das Verkehrsmanagement die Überlastung einzelner Streckenabschnitte oder Knoten nicht mehr vermeiden. Verkehrsüberlastung in Form von Stau wird dort in Kauf genommen, wo erforderlicher Stauraum für die Aufnahme der Fahrzeuge vorhanden ist und die nachteiligen Auswirkungen auf die übrigen Verkehrsteilnehmer und Drittbetroffene möglichst gering gehalten werden können.
Was nützt das VM mir als Einwohner der Stadt St.Gallen?
VM bringt eine Optimierung für alle Verkehrsteilnehmer in der Region, da der Verkehr gesamtheitlich gesteuert wird. Erhöhtes Verkehrsaufkommen an Engpässen führt mit dem Verkehrsmanagement nicht mehr zu Blockaden im gesamten Verkehrsfluss in und um St.Gallen. Die Summe der Zeitverluste aller Verkehrsteilnehmer in der Stadt fällt mit VM geringer aus als ohne Beeinflussung.
Werden Leute, die nach St.Gallen pendeln, durch das VM benachteiligt?
Die Massnahmen sollen niemanden bestrafen oder bevorteilen. Es geht um eine gesamtheitliche Steuerung, damit das gesamte Verkehrssystem in und um St.Gallen überhaupt funktioniert. Wartezeiten in den Abschnitten, die als Stauraum zur Verfügung stehen, werden durch den verbesserten Verkehrsfluss innerhalb der Stadt kompensiert.
Soll das VM ein Ersatz für bereits geplante bauliche Massnahmen sein?
VM ist unumgänglich, damit in St.Gallen auch künftig ein funktionierender Verkehrsbetrieb gewährleistet werden kann. Es ersetzt aber nicht bauliche Massnahmen wie Spange oder dritte Röhre.
Wie viel wird das VM kosten und wer bezahlt es?
Die Gesamtkosten für das Projekt betragen – gemäss Kostenschätzung im Massnahmenbericht zum Agglomerationsprogramm im Jahre 2012 - rund CHF 15 Mio. Neben den Beiträgen vom Bund (ca. 40%) übernehmen der Kanton und die Stadt St.Gallen den grössten Teil der Kosten. Weiter wird für an die VM-Anlage in der Liebegg auch der Kanton AR mitzahlen.
An welchen Orten sollen Massnahmen getroffen werden?
Werden Rückstaus durch Dosierungsanlagen nicht sogar zunehmen?
Mit VM wird der Verkehr gesamtheitlich optimiert, sodass die Summe der Zeitverluste geringer ist als ohne Beeinflussung.
Wann werden welche Massnahmen umgesetzt?
Die Massnahmen werden etappenweise im Zeitraum von 2017 bis 2030 umgesetzt. Details können Sie der Massnahmenliste entnehmen.
Agglo St.Gallen - Bodensee
Geschäftsstelle
Blumenbergplatz 1
9000 St. Gallen
Tobias Winiger
Projektleiter Aggloprogramm
071 227 40 73
tobias.winiger@ regio-stgallen.ch
Nach dem Geographie-Studium an der Universität Zürich war Tobias Winiger beim Kanton Bern in den Bereichen Verkehrsplanung und Mobilitätsmanagement tätig, daraufhin arbeitete er in einem privaten Raumplanungsbüro in den Bereichen Richt- und Sondernutzungsplanung.