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Vitamin-D für Schwangere statt für Säuglinge?
Muttermilch ist die beste Nahrung für das Baby. Sie liefert dem Kind alle Nährstoffe und Vitamine, die es braucht. Lediglich die Vitamine K und D sollten – nach bisheriger Meinung der Experten – zusätzlich als Prophylaxe in Form von Tabletten oder Tropfen gegeben werden. Während das Vitamin K für die Blutgerinnung des Kindes unerlässlich ist, sorgt Vitamin D dafür, dass die beiden Mineralstoffe Kalzium und Phosphat resorbiert und in die Knochensubstanz des Kindes für ein gesundes Wachstum eingelagert werden. Bei einem Vitamin-D-Mangel kann es deshalb zu Knochenerweichungen, Verformungen des Skeletts und generellen Wachstumsstörungen, der sogenannten Rachitis oder der „Vitamin-D-Mangel-Erkrankung“, kommen. Schwangere sollten daher ausreichend mit Vitamin D versorgt sein.
Die Vitamin-D-Vorsorge bei Säuglingen ist vor allem auf das erste Lebensjahr des Kindes ausgerichtet. In der Schweiz wird gewöhnlich eine Kombination aus Rachitis- und Karies-Prophylaxe ab der dritten Lebenswoche des Säuglings in einer täglichen Dosierung von mindestens 10 μg (400 IE) Vitamin D und 0,25 mg Fluorid verabreicht. Spätester Beginn für die Vitamin-D-Prophylaxe sollte der zweite Lebensmonat des Kindes sein.
Eine Studie an der Universität von British Columbia (UBC) will nun prüfen, ob eine Erhöhung der empfohlenen Dosis von Vitamin D für schwangere Frauen eventuell dazu führen kann, dass in der Stillzeit auch ihre Babys durch die Muttermilch ausreichend mit dem Vitamin versorgt sind und zusätzliche Gaben an die Kinder reduziert werden können.
Dr. Tim Green von der UBC-Abteilung Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit vermutet, dass Schwangere, wenn sie sowieso zusätzlich Vitaminpräparate zu sich nehmen, ausreichend genug Vitamin D an ihre Babys weitergeben und die Empfehlung für Säuglinge möglicherweise zu hoch ist. Die UBC Studie, die in diesem Herbst beginnt, wird in Vancouver/Kanada 220 Frauen untersuchen, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 18 und 22 Wochen schwanger sind. Bis zu sechs Monaten nach der Stillzeit werden die Frauen verschiedene Dosen von Vitamin D erhalten. Die Wissenschaftler wollen dann messen, wie viel davon in der Muttermilch vorhanden ist und die Säuglinge tatsächlich erhalten haben.
Woo J, Green TJ et al.: Very high rates of vitamin D insufficiency in women of child- bearing age livingin Beijing and Hong Kong. Br J Nutr. Br J Nutr. 2008:1-5. 2008:1-5, www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17961293
Stand: 10/09, BH