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1. Definition und Bedeutung
Die heute weltweit anerkannte Definition für die nachhaltige Entwicklung ist im Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter Leitung von Gro Harlem Brundtland enthalten. Dieser Bericht verlangt eine «Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.»1Der Begriff der «Bedürfnisse», bei dem es um die ärmsten Erdbewohner geht, und derjenige der «Begrenztheit» bei der Bedürfnisbefriedigung sind im Zentrum des Nachhaltigkeitskonzepts.2 Die Beschränktheit der natürlichen Ressourcen, die gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse zu befriedigen, ist auf den hohen Stand der Technologie und der sozialen Organisation zurück zu führen.
Bei der nachhaltigen Entwicklung wird versucht, wirtschaftliche Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Verantwortung in Einklang zu bringen. Sie hat den Anspruch, Interessen zu versöhnen, die bislang als widersprüchlich galten. So beachtet sie alle bestehenden materiellen und nicht-materiellen gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnisse und bezieht die Natur und die anderen Lebewesen ein, ohne die der Mensch gar nicht leben könnte. Sicht und Handeln der Nachhaltigkeit sind immer global, räumlich und zeitlich ausgerichtet. Auch wenn sie in der Gegenwart aktiv ist und sich um die Menschen der Gegenwart und ihre sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedürfnisse kümmert, stellt die nachhaltige Entwicklung einen langfristigen Ansatz dar, der die Interessen der künftigen Generationen wahrnimmt und versucht, die negativen Umweltfolgen, die sich aus gewissen menschlichen Tätigkeiten ergeben können, zu verhindern. Doch stellt die globale Dimension kein Hinderungsgrund dar, sich spezifisch für die verschiedenen Aktionen auf lokaler Ebene zu interessieren. So sind denn auch sowohl Produktion als auch Konsum im Norden und Süden dieser neuen Sicht der Entwicklung unterworfen. Einzelaktionen sind unabdingbar, damit nachhaltig ausgerichtete Initiativen zum Erfolg kommen.
2. Geschichtlicher Abriss
Wie kommt es, dass wir heute über nachhaltige Entwicklung sprechen und wo hat dieser Begriff seinen Ursprung?
– In den 1960er Jahren wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch ein Recht auf einen gerechten Anteil an den Ressourcen hat. Die zugrundeliegende Idee ist Entwicklung um jeden Preis.
– In den 1970er Jahren wächst das Bewusstsein, dass das Ökosystem Erde begrenzt ist und unseren Schutz braucht. Dieser Gedanke wird besonders an der Stockholm-Konferenz, der ersten UNO-Umweltkonferenz, unterstrichen. Hier wird der Umweltschutz zum unumgänglichen Begriff geprägt.
– In den 1980er Jahren entsteht das Bewusstsein, dass eine nachhaltige Entwicklung nur dann möglich ist, wenn nicht nur der Umweltschutz, sondern auch der soziale und wirtschaftliche Aspekt berücksichtigt wird. So entwirft die Brundtland-Kommission 1987 die erste Definition der Nachhaltigkeit, die später dann an der Konferenz von Rio übernommen wird.3
1987 geht die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, die als Brundtland-Kommission bekannt wurde, von der Feststellung aus, dass die natürlichen Ressourcen so rasch aufgezehrt werden, dass dadurch das menschliche Leben in Frage gestellt wird. 1992 berufen die Vereinten Nationen ein Gipfeltreffen in Rio de Janeiro ein, an dem über 180 Länder teilnehmen. An dieser Konferenz, die auch «Erdgipfel» bezeichnet wird, wurde die «Agenda 21» von Rio ausgearbeitet, die von den 180 anwesenden Ländern verabschiedet wurde. Die Agenda von Rio schlägt Massnahmen vor, die im Laufe des 20. Jahrhunderts weltweit getroffen werden sollen, damit «wirtschaftliche Leistungsfähigkeit», «gesellschaftliche Solidarität» und «ökologische Verantwortung» in Einklang gebracht und ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. An ebendiesem Gipfel wurden die Prinzipien entwickelt, welche den Staaten und Behörden als Richtlinie für ihre Aktionen zur Ausarbeitung und Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung dienen sollten. 2002 wurde ein zweites Gipfeltreffen in Südafrika organisiert, um Bilanz zu ziehen und weitere Perspektiven der nachhaltigen Entwicklung zu entwerfen.
3. Die drei Zieldimensionen
Um die menschlichen Bedürfnisse umfassend zu decken, besteht der Ansatz der nachhaltigen Entwicklung darin, den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekt nicht mehr getrennt zu sehen. Aufgrund ihrer äusserst starken Vernetzung können diese Aspekte nur dann vollumfänglich zum Wohlergehen der Allgemeinheit beitragen, wenn sie auf dieselbe Ebene gestellt werden. So wird die nachhaltige Entwicklung zu einer soliden Grundlage für die Lösung der Probleme dar, mit denen sich eine Gesellschaft bei ihrem Kampf gegen Fehlentwicklungen konfrontiert sieht. Zu diesem Zweck können drei Kernbegriffe festgehalten werden, welche die Grundaspekte des täglichen Lebens aller Menschen umfassen und die Zieldimensionen der nachhaltigen Entwicklung darstellen:
Quelle: www.are.admin.ch (2008)
· Umwelt: die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen;
· Wirtschaft: die Bewahrung der materiellen Lebensgrundlagen;
· Gesellschaft: die Bewahrung der nicht-materiellen Lebensgrundlagen.4
a. Wirtschaft
Man könnte versucht sein, den wirtschaftlichen Aspekt beiseite zu schieben, da er uns in einer globalisierten Welt oft an grosse Multis und börsenkotierte Unternehmen erinnert. Doch aus Sicht der Nachhaltigkeit betrifft die Wirtschaft uns alle: Gross und Klein, Reich und weniger Reich ? in unterschiedlichem Grad. Natürlich kommt dabei den produzierenden Wirtschaftsakteuren oberste Priorität zu. Sie müssen alles daran setzen und ihre Innovationskraft spielen lassen, um zu einer immer energie- und umweltschonenderen Produktion zu finden und nicht nur an die Kapitalvermehrung und Gewinnmaximierung der Aktionäre zu denken. Die Entwicklung neuer Technologien soll dabei insbesondere zu einer verschmutzungs- und abfallärmeren Produktion führen.
Am anderen Ende der Produktkette wird von uns allen erwartet, dass wir «gute» Konsumenten sind, d. h. weniger Abfall erzeugen. Damit die Wirtschaftsmaschine weiterläuft muss ja auch konsumiert werden. So befindet sich der Konsum im Zentrum der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesse. Manchmal wird der Konsum sogar als Indikator für das Wohlbefinden der Bevölkerung verwendet, ganz nach dem Motto: «Grosse Kauffreude: Alles steht zum Besten!» Doch kommt es oft vor, dass der Konsum bis auf ein Niveau zunimmt, das Michel Bosquet «opulenten Konsum» nennt. Laut diesem französischen Sozialphilosophen gewährleistet dieser Konsum «das Wachstum des Kapitals, nicht aber der Zufriedenheit» 5. In diesem Konsumrausch ruft uns ein Wort der Weisheit zur Besinnung: «Findest du Honig, so iss davon nur, soviel du bedarfst, dass du nicht zu satt wirst und speist ihn aus.» (Sprüche 25,16).
Es muss herausgestrichen werden, dass wir in einer konsumorientierten Gesellschaft als Konsumenten Macht ausüben können. Wie bei jeder Art der Macht gilt es auch hier, unsere Verantwortung wahrzunehmen, wie wir diese Macht intelligent einsetzen können. In diesem Zusammenhang sind folgende Überlegungen von Bedeutung:
– Wir konsumieren ein Produkt, das aus der natürlichen Umwelt stammt (natürliches Kapital).
– Das natürliche Kapital wird in Zeiträumen von geologischer Dauer regeneriert (nach menschlichem Massstab extrem langsam).
– Das natürliche Kapital muss auch den künftigen Generationen noch zur Verfügung stehen.
b. Gesellschaft
«Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.» (Amos 5,24)
Wachsender Reichtum und wirtschaftliche Leistungskraft sollen allen zu Gute kommen. Darum ist es eine besondere Herausforderung für die nachhaltige Entwicklung, die Grundbedürfnisse der Ärmsten zu befriedigen. Daneben soll sie auch die Solidarität zwischen den Generationen und den armen und reichen Ländern fördern. Doch statt von Armut sollten wir von Elend sprechen, nämlich dort, wo nicht einmal das Existenzminimum gesichert ist. Die nachhaltige Entwicklung sollte auch dazu dienen, die Schwierigkeiten in den Bereichen des Gesundheitswesens, der Bildung und der Arbeit besser zu berücksichtigen und zu lösen, damit die Ungleichheiten in und zwischen den Ländern beseitigt werden können. Die Ausgrenzung soll unter Berücksichtigung der kulturellen Differenzen ausgemerzt werden. Dazu ist die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen erforderlich.
c. Umwelt
«Euch aber will ich unter die Völker zerstreuen und mit gezücktem Schwert hinter euch her sein, dass euer Land soll wüst sein und eure Städte zerstört. Alsdann wird das Land seine Sabbate nachholen, solange es wüst liegt und ihr in der Feinde Land seid; ja, dann wird das Land ruhen und seine Sabbate nachholen. Solange es wüst liegt, wird es ruhen, weil es nicht ruhen konnte, als ihr es solltet ruhen lassen, während ihr darin wohntet.» (3. Mose 26,33-35)
Der Herr ist offenbar nicht zufrieden, wie Israel das Land bewirtschaftet, das Er gegeben hat. Interessant: Die Ruhezeit, die dem Menschen vorgeschrieben ist, gilt auch für die Natur. Dieser Abschnitt, wie übrigens auch die Noah-Geschichte als anderes alttestamentliches Beispiel, zeigt, dass sich der Schöpfer um die Natur sorgt. Doch lässt der Herr die Natur nicht soweit wachsen, dass Urwald und wilde Tiere dem Menschen seinen Lebensraum streitig machen. Gott weiss, dass der Mensch die Natur braucht, um ein harmonisches Leben zu führen. Aber der Schöpfer fordert auch vom Menschen, seine Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen. Als Christen sind wir in doppelter Hinsicht gefordert:
– Wir wissen, dass die Natur Gottes Werk ist und die Schöpfung auf Gottes Heil wartet. In diesem Sinne sollte unser Umgang mit der Natur von unserer Achtung für den Schöpfer gezeichnet sein.
– Als «Mitarbeiter Gottes» sollte unser Verhalten der Schöpfung gegenüber vorbildhaft sein, sind wir Christen doch die Nachahmer Christi.
4. Indikatoren für die Entwicklung
Seit die nachhaltige Entwicklung in die Staats- und Unternehmenspolitik einfliesst, wurden verschiedene Arten von Indikatoren entwickelt. Wir berücksichtigen hier zwei Indikatoren, die eine breite Anwendung finden und für eine Gesamtbeurteilung der Umweltprobleme, sowie der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung erforderlich sind.
a. Der ökologische Fussabdruck
Der ökologische Fussabdruck ist ein ökologischer «synthetischer» Indikator, mit dem die Umweltbelastung einer Gesellschaft anhand ihres Ressourcenverbrauchs und ihrer Umweltverschmutzung gemessen wird. Die dabei verwendete Grösse ist die biologisch produktive Erdoberfläche in «globalen Hektaren»6. Mathis Wackernagel und William Rees beschreiben diese Methode wie folgt:
Wir müssen die Wirtschaft wie einen Verdauungsapparat sehen, wie z. B. eine Kuh auf der Weide. Die Wirtschaft frisst Ressourcen, deren Verzehr schliesslich zu Abfall wird und den Organismus, eben die Wirtschaft, verlassen muss. Dabei stellt sich die Frage, wie viel Boden es braucht, um den Lebensstandard einer bestimmten Gesellschaft erhalten zu können.7 Die so berechnete Gesamtfläche wird dann auf jeden Einwohner heruntergebrochen (ha pro Kopf).8
Quelle: Living Planet Report 2006. WWF International, Gland.
Dieser Indikator hat den Vorteil, dass er sowohl synthetisch als auch pädagogisch ist. Er teilt jedem Konsumenten mit, welcher sein persönlicher Umwelteinfluss ist, und gibt ihm so die Gelegenheit, über seinen Lebensstil nachzudenken.
b. Index der menschlichen Entwicklung (HDI)
Die Spezialisten des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) haben festgestellt, dass der in den 1990er Jahren verwendete Entwicklungsindikator, das Bruttoinlandprodukt (BIP), an seine Grenzen stösst. Darum haben sie einen neuen, qualitativen Indikator vorgeschlagen, den «Index der menschlichen Entwicklung» (Human Development Index ? HDI). Es handelt sich dabei um einen zusammengesetzten Indikator, der die Entwicklung eines Landes anhand von drei Grundkriterien der menschlichen Entwicklung misst:
– Gesundheit und Sterblichkeit (gemessen als Lebenserwartung bei der Geburt);
– Bildungsgrad (gemessen als Alphabetenquote der Erwachsenen und Brutto-Einschulungsrate auf Primar-, Sekundar- und Hochschulstufe);
– angemessener Lebensstand (gemessen als BIP pro Kopf, kaufkraftbereinigt, in US-Dollar)9.
5. Grundsätze fürs Handeln
Nach dem Gipfel von Rio wurden von Behörden und Firmen allenthalben Prinzipien, Verpflichtungen und Verhaltenskodexe erarbeitet. Doch der Referenztext par excellence ist und bleibt, aufgrund seiner politischen Tragweite, die Rio-Deklaration von 1992. Hier wurden 27 Prinzipien erarbeitet, auf die sich die nachhaltige Entwicklung stützen soll:10
– Das Solidaritätsprinzip: Dieser Grundsatz umfasst die Solidarität zwischen Generationen (zeitlich) und Völkern (räumlich), um das Erbe der Menschheit zu bewahren und den Graben zwischen Arm und Reich, Nord und Süd zu verringern (Prinzipien 3 und 5).
– Das Partizipationsprinzip: Dieser Grundsatz bedeutet, dass sich alle gesellschaftlichen Akteure (Firmen, NGOs, Behörden, Private usw.) an den Entscheidungsprozessen beteiligen. Der Erfolg nachhaltiger Projekten hängt in erster Linie von diesem Grundsatz ab (Prinzipien 10 und 20).
– Das Vorsorgeprinzip: Dieser Grundsatz treibt zur Vorsicht an, wenn die Umwelt aufgrund der menschlichen Tätigkeit bleibende Schäden davon tragen könnte (Prinzip 15).
Andere Grundsätze wie das Verursacherprinzip und das Gleichheitsprinzip können in der Rio-Deklaration nachgelesen werden.11
6. Die Akteure
Die UN-Konferenz hat verschiedene Gruppen betroffener Gesellschaftspartner festgehalten. Wir gehen hier auf die fünf Hauptakteure und ihre Rollen ein:
a. Die Staaten
– schaffen einen Gesetzesrahmen, der die Einrichtung nationaler und lokaler Agendas fördert;
– richten eine Entwicklungspolitik ein, die den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung entspricht;
– schaffen eine gute Koordination zwischen den verschiedenen Ministerien bzw. Departementen;
– richten in der Verwaltung vorbildliche Handlungsweisen ein.
b. Die Zivilgesellschaft
– bringt sich aktiv zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Themen ein;
– unterstützt die öffentliche Hand und hinterfragt sie bei Entscheiden, die nicht mit der nachhaltigen Entwicklung kompatibel sind;
– sensibilisiert die öffentliche Meinung und regt die Debatte zur nachhaltigen Entwicklung an.
c. Die Unternehmen
– fördern eine saubere und energiesparende Produktion;
– nehmen ihre soziale Verantwortung wahr;
– ermutigen ihre Mitarbeiter zu einem nachhaltigen Verhalten (z. B. Mobilität).
d. Die Gemeinden
– handeln für ihre Bevölkerung beispielhaft;
– informieren und sensibilisieren ihre Mitarbeiter und die Bevölkerung zu Fragen der nachhaltigen Entwicklung;
– stellen den Konsumenten Informationen zur Verfügung, die ein verantwortungsvolles Handeln ermöglichen;
– arbeiten eine lokale Agenda 21 aus;
– fördern die nachhaltige Entwicklung, indem sie im öffentlichen Beschaffungswesen und bei der Subventionierung von Projekten ökologische Kriterien einführen.
e. Der Einzelne
– ehrt den Schöpfer;
– nimmt eine verantwortungsvolle Haltung ein (bewusstes Konsumverhalten, Verschmutzung und Verschwendung der natürlichen Ressourcen vermeiden);
– teilt mit seinem Umfeld sein Glück und seinen Glauben;
– übt u. a. Gerechtigkeit, Gleichheit und Solidarität.
7. Nachhaltige Entwicklung: Ein neuer Wert?
Wegen der Mediatisierung der nachhaltigen Entwicklung meinen gewisse Leute, es sei eine neue Religion entstanden. In einer Gesellschaft, die dauernd nach Neuheiten und neuen Bezügen sucht, scheint alles möglich. Doch kann das Konzept der nachhaltigen Entwicklung, auch wenn es innovativ und interessant ist, nie den Anspruch erheben, einen bisherigen Mangel in der Kirche zu ersetzen oder zu ergänzen. Die christliche Gemeinschaft besitzt seit ihrer Gründung unveränderliche Werte und Grundsätze, die den Aspekten Solidarität und Bewahrung der Natur, die Gottes Schöpfung ist, einen grossen Platz einräumt. «Gewisse biblische Empfehlungen werden vorgeschrieben, um die Bedürfnisse des gemeinschaftlichen Lebens zu befriedigen.»12 Unter Ethik verstehen wir «die Berücksichtigung beim Handeln von sozialen, moralischen und geistlichen Grundwerten, die einer Gesellschaft eigen sind»13. In diesem Sinn gibt uns das Evangelium wesentliche Elemente, damit wir Menschen unseren Aufenthalt auf der Erde in Harmonie mit uns selbst, unserem Nächsten, unserer Umwelt und vor allem unserem Schöpfer gestalten können.
Jean Hategekimana, Spezialist Umwelt & Entwicklung
1. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Volker Hauff (Hsg.), 1987.
2. Nach Christian Brodhag (französischer Minister für Umwelt und nachhaltige Entwicklung).
3. a. a. O.
4. Häberli et al.: Vision Lebensqualität Nachhaltige Entwicklung: ökologisch notwendig, wirtschaftlich klug, gesellschaftlich möglich. (eigene Übersetzung).
5. Ecologie et liberté. S. 44 (Eigene Übersetzung).
6. Eine globale Hektare ist eine Hektare Boden, dessen Ertrag dem weltweiten Mittel entspricht.
7. Nach: Wackernagel, Mathis und Rees, William: Unser ökologischer Fussabdruck. Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin: 1997
8. Brodhag, C. et al, Développement durable : leçons et perspectives, In «Actes du colloque scientifique de Ouagadougou». S. 113-120.
10. Siehe http://www.agenda21.nrw.de/download/rio_deklaration_umwelt_entwicklung.pdf, Rio-Erklärung zu Umwelt und Entwicklung: www.nachhaltigkeit.info/artikel/rio-deklaration_950.htm
11. a. a. O.
12. Jakubec Joel, Le développement durable, approche scientifique, sociale et éthique, S. 32 (eigene Übersetzung).