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Literarische Lesungen 2017
Diktatur
In diesem Jahr widmen sich die Literarischen Lesungen einem Thema, das unerwartet aktuell geworden ist: der Diktatur. Welchen Beitrag leistet die Literatur zum Verständnis undemokratischer Gesellschaftsformen – sei es zu deren erinnernder Aufarbeitung oder zur kritischen Diagnose ihrer gegenwärtigen Entwicklung? Wie stellt sie die Emotionen von Tätern, Opfern und Mitläufern oder auch von ausländischen Zeugen dar, die Wirkung von Terror und Überwachung, aber auch die Faszination autoritärer Sprache, Architektur und Veranstaltungen?
Vorab findet ausnahmsweise bereits im Frühjahrssemester, am 23. Mai 2017, eine Lesung mit dem US-amerikanischen Schriftsteller Adam Johnson statt.
Die Literarischen Lesungen des Collegium generale sind öffentlich. Der Eintritt ist frei. Programmänderungen bleiben vorbehalten.
Leitung: Prof. Dr. Oliver Lubrich
Dienstag, 18.15 bis 19.30 Uhr
Hochschulstrasse 4, 3012 Bern
Hauptgebäude der Universität, Hörsaal 220
Dienstag, 23. Mai 2017, 18.15 - 19.30 Uhr, Hauptgebäude der Universität, Hochschulstrasse 4, Hörsaal 201
Lesung mit dem US-amerikanischen Schriftsteller Adam Johnson, Stanford University, der für seinen Nordkorea-Roman, den Bestseller The Orphan Master’s Son (dt. Das geraubte Leben des Waisen Jun Do), mit dem Pulitzer Prize for Fiction ausgezeichnet wurde.
Adam Johnson (*1967) verbrachte seine Kindheit in Arizona. Nach der Highschool studierte er Journalismus, kreatives Schreiben und Englische Literaturwissenschaft. Erste Veröffentlichungen wurden in Zeitschriften wie Esquire oder Harper’s Magazine publiziert, 2003 erschien sein erster Roman Parasites Like Us. Sein zweiter, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneter Roman The Orphan Master’s Son spielt im diktatorisch regierten Nordkorea. Adam Johnson lebt in San Francisco und lehrt Creative Writing an der Stanford University.
Das Thema Diktatur wird in den Literarischen Lesungen im Herbstsemester 2017 wieder aufgenommen.
Wir haben verschiedene Autoren eingeladen, uns ihre neueren Werke zu diesem Thema vorzustellen. Nach dem Start im Frühlingssemester mit Adam Johnson berichtet im Herbst Serhjj Zhadan aus der zerfallenen Sowjetunion und vom ukrainischen Bürgerkrieg, Durs Grünbein erinnert sich an die DDR, Lutz Seiler an deren Untergang, und Ilija Trojanow setzt sich auseinander mit seinem Geburtsland Bulgarien.