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Schweizer Geschichte
Erstes Ferngespräch
„Mr. Watson, kommen Sie her. Ich möchte Sie sehen.“ Dieser Satz – gesprochen am 10. März 1876 – stammt von Alexander Graham Bell, dem es als erster gelang, mit Hilfe eines Apparates einen zu Ton übertragen. Rund ein halbes Jahrhundert später wurden auch Telefonate über den Atlantik möglich: 1927 startet AT&T per Funk-Übertragung den Telefonverkehr zwischen New York und London.
Das erste Telefon in der Schweiz hat im Jahre 1880 in Zürich geläutet
1877 machte der Telegrafeninspektor Michele Patocchi in Bellinzona auf der Telegrafenleitung Bellinzona – Luzern die ersten Sprechversuche.
Anfangs 1900 gab es Gesamtschweizerisch 56 öffentliche Sprechstationen.
1901 gab es 620 Fernleitungen mit einer Gesamtlänge von 16’385 km – 1933 waren es bereits 9’760 Leitungen mit einer Gesamtlänge von 424’580 km.
Die ersten Telefonkabinen ohne Bedienung (Telefonmünzautomaten) wurden 1904 in Basel, Luzern und Zürich in Betrieb genommen.
Bis 1917 mussten alle Gespräche von einem „Fräulein im Amt“ von Hand vermittelt werden. Die letzte Zentrale mit Handvermittlung wurde 1959 (Scuol/Schuls) auf Automatik umgestellt.
1919 verzeichnete die Schweiz bereits den 100’000sten Telefonabonnenten. Heute sind rund 5 Millionen Telefon-Anschlüsse und zum Jahrtausendwechsel waren ca. 3 Millionen Handys in Betrieb (Swisscom, diAx und Orange).
Der erste Kommunikationssatellit, Telstar 1, wurde 1962 von den USA in die Erdumlaufbahn geschickt. Von nun an konnten Amerikaner und Europäer Telefonate via Satellit führen. Telstar 1 konnte 600 Telefongespräche gleichzeitig übertragen. Die jüngsten Satelliten können 30’000 Telefongespräche gleichzeitig bewältigen.
Im Herbst 1993 wurde das erste weltweit mobile Satellitentelefon eingeführt. Die Geräte arbeiten digital, ermöglichen also nicht nur Gespräche, sondern auch die Übertragung von Daten oder Faxmeldungen.
Der 1. Januar 1998 war für den Telekommunikations-Konsumenten ein wichtiges Datum. Es war der Tag der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes. Bereits wenige Tage nach dem Fall des Monopols spürte die Swisscom den Wettbewerb. Am 6. Januar trat Sunrise in den Markt. Seitdem können Telefonnutzer unter mehr als einem Anbieter auswählen. Die Gesprächs-Gebühren sanken daraufhin rapide. Diax startete ihren Service am 11. Mai. Heute sind über 160 Anbieter im Markt.
Telefonbeantworter
Ipsophon hiess der erste vollautomatische Telefonbeantworter, der im Jahre 1942 in Bern geprüft und für den Anschluss an das eidgenössische Netz als gut befunden wurde. Erfinder war der deutsche Willy Müller. Obwohl das Gerät mit einer Aufnahmedauer von einer halben Stunde ganze 164 Kilo wog und mit bis zu 2000 m langen Stahldrähten als Speichermedien arbeitet, waren alle heute gewohnten Features bereits verfügbar: Fernabfrage und Löschen mit Geheimcode, automatisches Überspringen nicht besprochener Stellen, automatische Antwort mit Sprechtext und das während 24 Stunden. Vom Ipsophon existieren weltweit nur noch drei Exemplare. Zwei davon stehen im Telefonmuseum im Greuterhof in Islikon TG. Das eine Gerät stammt aus dem Besitz des schwerreichen Aga Khan, der es in seinem Ferienhaus in Gstaad betrieb. Das dritte Gerät steht im Deutschen Museum in München.