Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03557.jsonl.gz/915

Fine-Tuner hat am 16.04.2013 - 16:55 folgendes geschrieben:
QuoteIch glaube im Übrigen auch nicht, dass viele Leute Gold als Wertaufbewahrungsmittel verwenden
... oder anders formuliert: "... Gold als Geld betrachten".
Also, schaun wir mal, wie viele Leute es gibt:
Da haben wir in erster Linie mal sämtliche Asiaten. Inder (über eine Milliarde) sowie auch Chinesen etc. Die betrachten Gold seit Jahrtausenden als Geld, als Wertaufbewahrungsmittel.
In Afrika dasselbe. So wurde zum Beispiel Gold die Ersatzwährung während der Hyperinflation in Simbabwe.
In Südamerika haben die Menschen auch eine Affinität zu Gold.
In Europa ist Gold nach wie vor in jenen Ländern beliebt, die noch eine Währungsreform oder Hyperinflation in Erinnerung haben. also Russland, Ukraine und teilweise auch Deutschland.
Unter dem Strich bleiben also die USA und die grössten Teile Westeuropas, also weniger als 10% der Weltbevölkerung, denen man seit 1971 eingetrichtert hat, dass Gold kein Geld mehr sei und somit keinen Wert mehr habe.
In der Folge haben wir die "richtigen" Konsequenzen gezogen und unser Gold an die Asiaten verkauft, die es uns noch so gerne abgekauft haben.
Als die Gold-Diskussion so ab 2003 in diesem Forum aufkam, war Gold in den Augen der meisten Leser fast ein "Schimpfwort". Die meisten haben so argumentiert wie Du. Das soll kein Vorwurf sein. Du bist Schweizer Banker und somit hast Du Dein ganzen Berufsleben lang nie etwas anderes gehört
Wie dem auch sei: in den letzten Jahren ist - nach meinem subjektiven Eindruck - die Zahl der Schweizer gestiegen, die wieder zur ursprünglichen Wertvorstellung zurückkehren, die also Gold durchaus als Geld und somit als Wertaufbewahrungsmittel betrachten. Initiativen im Sinn "Holt unser Gold wieder in die Heimat zurück", wie sie derzeit in der Schweiz, Österreich und Deutschland laufen, sind ein klarer Hinweis darauf.
Mit anderen Worten: Auch wenn Du persönlich die Vorstellung von Gold=Geld absurd findest, sieht das die überragende Mehrheit der Menschheit anders.