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1848
Die Kantonsbibliothek wird am 23. September durch ein Dekret des Grossen Rates gegründet. Dies geschieht nach den Idealvorstellungen der neuen radikal-liberalen Regierung, welche als Siegerin aus dem Sonderbundskrieg hervorgegangen ist.
Nach der Vertreibung der Jesuiten und der Aufhebung der Klöster werden die Besitztümer der Kirche unter zivile Verwaltung gestellt. Die Buchbestände des Kollegiums St. Michael (das in eine Kantonsschule umgewandelt wird) und anderer geistlicher Orden und Klöster bilden den Grundbestand der neuen Kantonsbibliothek, welche über der Kapelle des alten Kollegiums eingerichtet wird.
1852
Der erste Kantonsbibliothekar, Pfarrer Meinrad Meyer, erstellt den ersten Band des Druckkatalogs der Bibliothek (weitere veröffentlichte Bände folgen in den Jahren 1855, 1859 und 1868).
1870
Der Priester und Historiker Jean Gremaud wird Direktor der Bibliothek.
1889
Gründung der Universität Freiburg und Schaffung der ersten Seminarbibliotheken (Rechtswissenschaften, Alte Sprachen, Archäologie, Geschichte und Theologie).
1897
Nach 27 Jahren als Direktor der Bibliothek übergibt Jean Gremaud die Führung an Charles Holder, einen jungen Priester aus dem Elsass.
1905
Max de Diesbach, Jurist und Freiburger Politiker (Präfekt von Romont, Nationalrat), wird neuer Direktor der KUB.
1909
Die Bibliothek wird offiziell zur „Kantons- und Universitätsbibliothek“ (KUB).
1910
Wegen ständiger Zunahme der Buchbestände muss eine neue Bibliothek gebaut werden, die bis heute das Hauptgebäude darstellt. Die neue Bibliothek befindet sich direkt neben dem Kollegium St. Michael und kann am 11. Juni 1910 eingeweiht werden.
1916
Mit dem Priester François Ducrest steht nach 11 Jahren Unterbruch wiederum ein Geistlicher an der Spitze der KUB.
1925
Der Historiker Gaston Castella, Professor an der Universität Freiburg und Verfasser mehrerer Bücher, unter anderem über die Geschichte des Kantons Freiburg, wird neuer Direktor der Bibliothek.
1941
Das Universitätsgebäude Miséricorde wird eingeweiht und bietet neue Räumlichkeiten für die Seminarbibliotheken.
1942
Das Reglement von 1942 bestimmt die Strukturen der KUB: eine zentrale Verwaltung für eine dezentrale Benutzung.
1958
Neuerlicher Wechsel an der Spitze der KUB: René de Wuilleret, Anwalt und Betreiber einer Versicherungsgesellschaft, wird neuer Direktor.
1973
Geroges Delabay, der schon seit 1948 in den Diensten der KUB steht, wird Nachfolger von Direktor René de Wuilleret.
1976
Der vorgenommene Ausbau der KUB gibt dem Bibliotheksgebäude seine heutige architektonische Form.
1982
Der erste Band der Freiburger Bibliographie erscheint.
1984
Die Bibliothek schliesst sich mit dem Verbund der Westschweizer und der Tessiner Bibliotheken (RERO) zusammen. Informatisierung des Katalogs der KUB mit dem Bibliothekssystem SIBIL.
Der neue Direktor der KUB, Martin Nicoulin, tritt seine Stelle an.
1985
Mit einer Ausstellung und einer Veröffentlichung („Das Freiburger Buch 1585-1985“) feiert die KUB das 400jährige Bestehen des Freiburger Buchdrucks.
1987
Die Bestände werden gezählt: die KUB besitzt zu diesem Zeitpunkt 1'671'589 Dokumente.
1989
Das Freiburger Medienzentrum wird in die KUB integriert.
Durch die Zusammenarbeit von der KUB und den verschiedenen Bibliotheken im Kanton Freiburg soll ein Freiburger Bibliotheksnetz aufgebaut werden.
1990
Der erste Band der laufenden Freiburger Bibliographie (1986-1987) erscheint. Der Kongress des Verbandes der Bibliotheken und Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS) findet in Freiburg statt.
1993
Das Reglement vom 2. März, welches auf dem 1991 erlassenen Gesetz über die kulturellen Institutionen des Staates basiert, bestimmt Aufgabe und Arbeitsweise der KUB.
Verwaltung, Ausleihe und Erwerbungen der KUB werden informatisiert.
1995
Die KUB präsentiert sich erstmals im Internet: Die erste Webseite der Bibliothek ist erstellt.
1997
Zusammen mit den Bibliotheken des Westschweizer Verbundes (RERO) übernimmt die KUB das Datensystem für Bibliotheken VTLS.
1998
Die KUB feiert ihr 150jähriges Bestehen und präsentiert eine neue Webseite.
Die dezentralen Bibliotheken und ihre Beziehungen zur Zentrale sind Gegenstand einer Evaluation.
1999
Über die Webseite der KUB werden verscheidene elektronische Ressourcen zugänglich gemacht: elektronische Zeitschriften, Freiburger Fotografien, Datenbanken, von der KUB verfasste elektronische Veröffentlichungen, usw.
2000
Der Staatsrat stellt ein Projekt zur Erweiterung der KUB in drei Schritten vor: die Einrichtung eines Bücherdepots in Beauregard, die Erneuerung der Räumlichkeiten der Zentralbibliothek und ihre Ausdehnung in die Rue St. Michel.
Eröffnung von DOKPE, der Bibliothek der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät.
2001
Wechsel vom Datensystem VTLS zu VIRTUA: über 1 Million Dokumente, also rund 50% des Bestandes der KUB, sind im informatisierten Katalog verzeichnet.
Die Freiburger Bibliographie ist online zugänglich. Sie umfasst 17'500 Katalogeinträge und ersetzt 5 gedruckte Bände, welche die Jahre 1986-1995 abdecken.
2002
Wechsel in der Direktion der KUB: Martin Nicoulin überlässt seinen Platz Martin Good.
Ein Teil des Bestandes der KUB/Zentrale wird nach Beauregard verlegt.
2007
Der Staatsrat erhält den Bericht über das Ausbauprojekt (am ursprünglichen Standort) und eine Machbarkeitsstudie.
2009
Der Staatsrat genehmigt das Raumprogramm und beschliesst die Durchführung eines Architekturwettbewerbs.
Ausschreibung eines internationalen Wettbewerbs für den Aus- und Umbau der Zentrale der Kantons- und Universitätsbibliothek.
2010
Die Wettbewerbsjury verleiht den ersten Preis an das Projekt "Jardins cultivés" des Architekturbüros Butikofer de Oliveira Vernay sàrl.
Hunderjähriges Jubiläum des Gebäudes der Kantons- und Universitätsbibliothek (eingeweiht am 11. Juni 1910).
2013
Der Staatsrat beschliesst auf den Erwerb des Gartens des Albertinums zu verzichten und erteilt den Auftrag, das Siegerprojekt "Jardins cultivés" wie folgt zu modifizieren: Die Erweiterung wird auf das Grundstück in staatlichem Besitz beschränkt und es wird die Einrichtung eines externen Lagerortes geprüft.
2014
Einführung von FReBOOKS: Das digitale Angebot der KUB für die Bevölkerung des Kantons Freiburg umfasst E-Books, E-Audios und Musik-Streaming.
2017
15 Schweizer Institutionen, darunter die Universität Freiburg, gründen die "SLSP - Swiss Library Service Platform SA". SLSP ist eine nationale Plattform für die wissenschaftlichen Bibliotheken der ganzen Schweiz, die auf einem neuartigen zentralisierten Bibliothekssystem, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sind.
2018
Am 10.06.2018 geben 81.01% der Wählerinnen und Wähler grünes Licht für das Aus- und Umbauprojekt der KUB; die Wahlbeteiligung beträgt 28.49%.
2019
Der Staatsrat beschliesst, die alten Magazine der KUB für die kommenden fünf Jahre in Romont unterzubringen. Der Staatsrat entscheidet sich auch für eine Parzelle in Givisiez für die Errichtung des interinstitutionellen kantonalen Lagers für Kulturgüter (SIC).