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Reto Berra kommt bis Weihnachten zu uns!
<b>HC Davos, SCL Tigers und nun EV Zug: So wie Reto Berra (21) ist noch kein Torhüter durch die Liga hin- und her geschoben worden. Doch wer ist dieser Reto Berra?</b>
Der Bülacher gilt als nächstes grosses Schweizer Goalietalent. Die professionellen Talentsucher haben ihm NHL-Potenzial zugesprochen (NHL-Draft Nr. 106, St. Louis, 2006). Er ist ein «Butterfly-Goalie» mit grosser Abwehrfläche, der sich sehr gut seitwärts verschiebt und mit dem Stock mitspielt. Ein moderner Stilist also.
<b>Erste NLA-Erfahrungen mit den ZSC Lions</b>
Am «Samichlaustag» 2005 spielt Berra erstmals in der NLA - im Dress der ZSC Lions. Er wird im Hallenstadion gegen die Lakers beim Stande von 1:5 nach 30 Minuten eingewechselt und lässt kein Tor mehr zu(das 3:6 fällt ins verlassene Gehäuse). Im Spiel der letzten Playoffchance wird er am 5. März 2006 in Davos von Trainer Juhani Tamminen ins kalte Wasser geworfen - und geht unter. Bei der 2:5-Niederlage lässt er das wegweisende 1:3 auf der Fanghandseite passieren. Die Lions müssen ins Playout.
Hätte er die ZSC Lions zum Sieg und in die Playoffs gehext, wäre er vielleicht heute die Nummer eins im Hallenstadion.
Zu diesem Zeitpunkt scheint er seinen gleichaltrigen Freund, Weggefährte und Konkurrent Leonardo Genoni klar distanziert zu haben.
Im Frühjahr 2007 bekommt Berra erneut seine Chance. Er kommt ab dem vierten Spiel in der Viertelfinalserie gegen Davos für den leicht verletzten Ari Sulander zum Zuge. Er verliert die restlichen drei Spiele, die ZSC Lions scheiden aus.
Aber da steht sein Wechsel zum HC Davos schon fest.
<b>Als Nummer 1 geglaubt</b>
Berra ist sich seiner Sache zu sicher, als er zusammen mit Leonardo Genoni im Sommer 2007 den Torhüterjob beim HC Davos antritt um Jonas Hiller (in die NHL) zu ersetzen. Er hatte gegen den fast acht Monate jüngeren Kilchberger sowohl in der U20-Nationalmannschaft als auch in der Organisation der ZSC Lions die Nase immer vorne gehabt. Berra kommt mit der festen Überzeugung nach Davos, sich gegen Genoni als klare Nummer eins durchzusetzen und spätestens in zwei Jahren nach Nordamerika zu wechseln.
Doch Berra unterschätzt die Entwicklung, die Genoni durch Spielpraxis in der NLB bei den GCK Lions machte, während er selber als Nummer zwei bei den ZSC Lions hinter Ari Sulander kaum zum Zug kam. Im Rotationsprizip hinterlässt Genoni schon in der Saisonvorbereitung im Herbst 2007 den besseren Eindruck. Berra beginnt den Druck zu spüren, setzt sich selbst unter Druck und macht Fehler.
Spätestens nach groben Fehlgriffen beim Spengler Cup 2007 ist der Entscheid zu Gunsten von Genoni gefallen. Das Verrückte dabei: Hättet es keinen Genoni gegeben, wäre Berra eine starke Saison attestiert worden: Er hatte neun seiner 16 Spiele gewonnen und mehr als 90 Prozent der Schüsse abgewehrt.
<b>In Davos gescheitert</b>
Genoni ist die Nummer eins beim HCD und hat auch bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft überzeugt. Berra ist in Davos gescheitert. Deshalb hat ihn Arno del Curto erst für die SCL Tigers freigegeben, dann wieder zurückgenommen und nun zum EV Zug transferiert.
Ist diese NLA-Karriere vorüber, bevor sie richtig begonnen hat?
Nein. In Zug muss Berra ausgerechnet Lars Weibel ersetzen - bis ein ausländischer Torhüter gefunden ist. Weibel debütierte am 6. Oktober 1992 bei Biel in der NLA. Er war, wie Berra, Stammgast bei allen Junioren-Nationalmannschaften und 1994 kam auch er in den NHL-Draft (Nr. 248 Chicago). Aber er galt in Lugano jahrelang als zu sensibel und zu unkonstant - gewisse Parallelen zum jungen Berra sind nicht zu übersehen. Zum Meistergoalie reifte Weibel erst ein Jahrzehnt nach seinem NLA-Debüt im Frühjahr 2002 im Alter von 28 Jahren in Davos.
Geht es Berra wie Weibel, dann ist er im Frühjahr 2015 ein Meistergoalie.
(www.20min.ch
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