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Zum letzten Spiel der Saison 2017 reisten die Tigers nach Chur, um dort im Finale gegen die Erzrivalen Luzern Lions anzutreten. Die beiden Teams standen bereits im Vorjahr gegeneinander im Endspiel, welches bekanntlich die Lions für sich entscheiden konnten. So waren die Tigers als Qualifikationssieger doppelt motiviert in der fünften aufeinanderfolgenden Finalteilnahme den Titel wieder ins Berner Oberland zu hohlen. Da das Finale als Vorspiel des Swissbowls ausgetragen wurde, konnte keines der beiden Teams vom Heimvorteil profitieren. Aber glücklicherweise konnten beide Mannschaften ihre Fans mobilisieren, so dass trotz der langen Anreise tolle Stimmung im Stadion herrschte. Dies dankten die Teams auf dem Feld mit einem Football-Spiel, welches an Spannung und Action kaum zu überbieten war.
Die Tigers starteten mit der Offense in Spiel, mussten das Feld aber ohne First-Down wieder verlassen. Der hervorragende Punt kullerte bis tief in die Redzone der Lions, so dass diese mit schlechter Feldposition in Ballbesitzt kamen. Beim Anschliessenden Run fumbelte der Lions Runningback und der Ball konnte von einem Tigers Spieler gesichert werden. Diese hervorragende Chance nutzte die Thuner Offense und erzielte mit einem Pass auf WR Thomas Gfeller die ersten Punkte des Spiel (TT 07:00 LL; PAT good). Die Lions antworteten allerdings postwendend mit einem Pass von der Mittellinie, welcher der Lions WR Enrico Tesan nach dem Catch bis in die Endzone tragen konnte (TT 07:07 LL; PAT good). Nach jeweils einem erfolglosen Angriffsversuch beider Teams wurden beim anschliessenden Tigers-Drive zum ersten Mal die Seiten gewechselt. Der Perspektivenwechsel schien der Thuner Offense nicht gut zu bekommen. Nach drei unvollständigen Pässen kurz vor der Redzone der Lions entschlossen sich die Coaches, aus 30 Yard ein Fieldgoal zu wagen. Der Kicker Edwin Burri, welcher einen hervorragenden Tag hatte, verwandelte souverän und brachte sein Team so wieder in Führung (TT 10:07 LL). Der anschliessende Kickoff Return gelang den Lions sehr gut, denn der Returner konnte erst an 21-Yard-Linie der Tigers gestoppt werden. Mit zwei weiteren Spielzügen klopften die Luzerner bereits an die Endzone und hatten noch weniger als 10 Yards zu überbrücken. Nun wehrte sich allerdings die Defense der Tigers nach Kräften. Zuerst stoppte Linebacker Yann Belanga einen Runversuch auf der Line of Scrimmage und nach einem unvollständigen Pass war es Edwin Burri, welcher einen weiteren Pass der Luzerner interception und gleich noch über 30 Yards aus der Redzone der Thuner tragen konnte. Somit blieben die Lions punktelos und die Tigers behielten die knappe Führung. Allerdings konnte der Vorsprung nicht ausgebaut werden, denn bereits beim zweiten Play konnte der Luzerner Michael Hofmeister einen Pass von QB Robert Harvey abfangen. Doch in dieser Spielphase zeigten nun beide Angriffsformationen einige Konzentrationsschwächen. Nach anfänglichem Raumgewinn der Lions konnte Tigers-DB Noah Belanga einen Pass intercepten und bis tief in das Territorium der Löwen tragen. Dort fumbelte allerdings der Thuner Runningback und die Lions konnten den Ball wieder für sich erobern. Glücklicherweise war das Turnover Schaulaufen noch nicht beendet, denn zum zweiten Mal war es Noah Belanga, welchem eine Interception gelang. Diesmal konnte er alle Luzerner hinter sich lassen und den Ball bis in die Endzone tragen (TT 17:07 LL; PAT good). Da sich die erste Halbzeit langsam dem Ende näherte, setzten die Lions nun voll aufs Passspiel und konnten damit die Tigers Defense überrumpeln. Schliesslich war es erneut WR Enrico Tesan, welcher nach einem gefangenen Pass den Weg in die Endzone fand und seine Mannschaft damit wieder an die Tigers heranbrachte (TT 17:14 LL; PAT good). Mit diesem knappen Punktestand gingen die Teams in die Pause.
Im dritten Quarter waren die Verteidigungslinien beider Mannschaften klar dominant. Die Offense der Lions konnte zwar jeweils etwas mehr Raumgewinn erzielten aber die Special Teams der Tigers machten das mit sehr guten Punts wieder wett, so dass kein Team im Ringen um eine gute Feldposition die Oberhand gewinnen konnte. So endete dieser Spielabschnitt punktelos und die Tigers blieben mit knappem Vorsprung in Führung. Nach dem letzten Seitenwechsel setzte sich das Hin und Her anfänglich noch fort, bis schliesslich ein weiterer langer Pass des Luzerner Quarterbacks nach dem Catch bis an die Tigers 4-Yard-Linie getragen werden konnte. Die kurze Distanz bis in die Endzone konnten die Lions im anschliessenden Spielzug mit einem weiteren Pass überbrücken und gingen damit erstmals in dieser Partie in Führung (TT 17:LL 21; PAT good). Wer gehofft hatte, dass das nun der Weckruf für die Offense der Tigers war, blieb leider enttäuscht. Ohne ein First Down erzielt zu haben, mussten die Thuner das Feld wieder räumen und überliessen den Luzernern tief in der eigenen Platzhälfte den Ball. Manch einer mochte vermuten, dass das das endgültige Aus für die Tigers bedeutete, doch die Defense gab sich noch nicht geschlagen. Zwar konnten die Lions mit drei Runversuchen wertvolle Zeit von der Uhr nehmen, allerdings gegen die hochmotivierte Thuner Verteidigung keinen Raumgewinn erzielen. Nach einem kurzen Punt kamen die Tigers also mit ungefähr einer Minute verbleibender Spielzeit an der eigenen 17-Yard-Linie in Ballbesitzt. Beim ersten Versuch war kein Passempfänger frei, so dass der Thuner QB improvisieren musste. In Extremis konnte er einen Sack vermeiden und zumindest noch 4 Yards erlaufen. Mit einem Timeout stoppten die Coaches die Uhr und hatten Zeit für letzte taktische Feinjustierungen. Diese schienen Früchte zu tragen denn endlich gelang das Big Play. Thomas Gfeller fing einen langen Pass von Robert Harvey und trug den Ball schliesslich noch bis in die Redzone der Lions. Mit einem weiteren Pass konnten nur drei Yards Raumgewinn erzielt werden und die Tigers mussten das letzte Timeout nehmen. Es blieben 15 Sekunden zu Spielen und die Spannung war auf beiden Seiten deutlich spürbar. Snap, Pass, Catch, Run, Touchdown! Es war William Harvey, welcher den Pass seines Bruders Robert fing und zum siegbringenden Touchdown in die Endzone trug (TT 24:21 LL; PAT good). Mit sechs Sekunden blieb den Lions lediglich der Kickoff-Return als letzter Hoffnungsfunke und so versuchten sie denn auch mit wiederholten Rückwärtspässen die Thuner zu übertölpeln, was glücklicherweise misslang. Damit war der Sieg in trockenen Tüchern und die Tigers erneut Champions.
Dass den Tigers in diesem Jahr der Titelgewinn gelungen ist, ist alles andere als selbstverständlich. Mit Luzern und Zürich waren zwei sehr starke Teams in der Liga vertreten. Zudem mussten sich Tigers nach dem Rücktritt des langjährigen Headcoaches Stephan Pulver neu organisieren. So übernahm der bisherige Assistenztrainer Arne Denecke den Lead und baute sich aus bestehenden und neuen Kräften eine grosse Crew zusammen, welche dieses Jahr die Jungs trainierte und voranbrachte. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Saison hat sich gezeigt, dass diese Transition erfolgreich geglückt ist und die Juniorenabteilung der Tigers auch in Zukunft für Furore sorgen kann. Zudem ist auch erfreulich, dass die Junioren bei den Spielen von Eltern, Freunden und Fans unterstütz wird. Die Tigers-Family ist stark und wächst von Jahr zu Jahr – danke dafür!
Go Tigers!
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