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Kuch Kuch Hota Hai (1998)
Kuch Kuch Hota Hai (1998)
Oder: Something is happening...
Der coole Rahul (Shahrukh Khan) und die etwas schusslige Anjali (Kajol) sind die besten Freunde am College. Rahul merkt trotzdem nicht, dass Ajali heimlich in ihn verliebt ist. Der Schürzenjäger hat nur Augen für "die Neue": Tina (Rani Mukherjee), die miniberockte Tochter des Rektors. Als Rahul Anjali seine Liebe zu Tina gesteht, bricht er Anjalis Herz und sie beschliesst, das College zu verlassen, um dem Glück von Tina und Rahul nicht im Wege zu stehen.
Tina und Rahul heiraten und bekommen eine Tocher, die sie Anjali nennen. Tragischerweise stirbt die Mutter aber bei der Geburt. Rahul zieht sein Töchterchen deshalb alleine gross. Zu jedem Geburtstag bekommt die Halbwaise von der Mutter aber einen Brief, den sie vor ihrem Ableben vorbereitet hat. Im achten dieser Briefe schildert die Mutter dem Mädchen, wie Mami und Papi zusammengekommen sind. Das Mädchen ist von nun an von der Idee besessen, Anjali wieder zu finden und sie mit ihrem Vater zusammen zu bringen...
DVD-Rating
Der Dreistünder Kuch Kuch Hota Hai bietet alles, was der Bollywood-Fan sich wünscht. Gute Songs (der titelgebende ist ein regelrechter Ohrwurm), schöne Frauen (Kajol ist eine Göttin), verblödete Nebenfiguren (Herr Malhotra und Frau Breganza!) und eine Tanzchoreographie, die so einfach ist, dass man sie nachtanzen kann.
Er braucht ein bisschen bis er in die Gänge kommt. Beim melodramatischen Tod der Mutter kullern die Tränen schon literweise, bevor es richtig los geht. Der ganze College-Schwank, von der Tochter in der Retrospektive erzählt, ist so klischiert wie die amerikanischen Schulkomödien. Die Basketballszenen sind sogar lachhaft. Aber die Kostüme sind so farbenfroh, dass man nicht richtig böse werden kann. Wie lebendiges Konfetti hüpfen und blödeln die Protagonisten. Dabei habe ich gedacht in Indien gibt es Schuluniformen. Aber nicht hier. Vor allem Khan ist eine wandelnde Litfasssäule. Speedo, Gap und Polo Sport schleimen sich bei der jugendlichen Oberschicht als coole Marken ein. Mit den unzähligen Pepsiautomaten und all den weiteren Logos ist der Sponsoren-Overkill in den ersten 90 Minuten spielend erreicht.
Cool ist aber ein gutes Stichwort. Rahul wird im Film als der Coole von der Schule dargestellt. Sogar sein Halskettchen hat nicht etwa den Namen seiner Freundin eingraviert sondern "C O O L". Das auf Schweizer Pausenplätzen geschulte Auge muss dabei heftigst gerieben werden. Knieschoner über den Jeans zu tragen ist doch nicht cool?! Nein, auf meinem Pausenplatz wäre ein Typ, angezogen wie Rahul im Film, regelmässig in heftigste "Schlegi" involviert gewesen wegen seiner "Aaleggi".
Eine Pause vom farbigen Schulalltag gibt es beim Titelsong, der - Nein nicht in der Schweiz - sondern wahrscheinlich irgendwo in Schottland aufgenommen wurde. Tolle Landschaftsaufnahmen mit herumtollenden Liebespaaren. Das übliche zwar, aber hab ich schon erwähnt, dass der Song catchy ist...
Nach der Intermission wird dann die von Kajol gespielte Anjali zur Hauptfigur. Zuerst ist sie fast nicht wieder zu erkennen. Aus dem Trampel vom College wurde eine atemberaubende Schönheit und es ist vor allem ihr Verdienst, dass die zweite Hälfte des Films mitten ins Herz trifft. Eine einfache und sehr effektive Darbietung. Doof in der einen Minute, raubt sie die Dir in der nächsten den Atem. Da kann Rani Mukherjee als Tina, obwohl auch wunderschön, nicht ganz mithalten. Mukherejees Stimme erinnert übrigens entfernt an das Organ der ehemalige TV-Ansagerin Regina Kempf. Khan ist wie immer Khan und nicht unerwähnt dürfen natürlich die Kinder sein. Allen voran Sana Saeed, welche die 8-jährige Anjali spielt und dann der stumme Sikh-Junge aus dem Ferienlager, der öfter mal die Show stiehlt.
Kuch Kuch Hota Hai ist ein Spass für die ganze Familie. Spassiges, lüpfiges und nicht zu vergessen sexy Bollywood at its best!
Die DVD
Bollywood Filme auf DVD zu kaufen, ist kein leichtes Unterfangen. Es gibt immer noch wenig DVD-Player in Indien und Software ist für indische Verhältnisse recht teuer. Wie überall im Süden Asiens ist die Video-CD allgegenwärtig und die meisten Filme sind so für einen Bruchteil des Kaufpreises einer richtigen DVD zu kaufen. Empfehlenswerte DVDs von indischen Filmen bringt die Firma Eros heraus. Ausserdem gibt es für die Non Resident Indians in Grossbritannien eine stetig wachsenden Anzahl an Filmen als Code2 - PAL-DVDs. Diese können meist auch über Schweizer Online-Händler bezogen werden.
Die hier rezensierte DVD wurde vom Major Sony Music für den indischen Markt herausgebracht und es überrascht deshalb nicht, dass es sich um ein qualitativ recht hochwertiges Produkt handelt. Die All-Region NTSC-Disk bietet eine anamorphes Bild im Format 2.35:1. Das Originalbild im Kino dürfte noch ein bisschen breiter gewesen sein, denn es kommt während dem Film vor, dass links und rechts Teile des Bildes fehlen. Woran das genau liegt, ist mir nicht ganz klar. Es sollte auch nicht weiter stören.
Der verwendete Print für die Abtastung war nicht in optimalen Zustand. Filmartefakte und Staubpartikel kommen häufig vor und fallen auch dem ungeübten Auge leicht auf. Die Farben kommen aber sehr gut. Pixelisierungen und andere digitale Fehler gibt es keine. Der Layerwechsel hätte ein bisschen geschickter gesetzt werden können. Er befindet sich etwa fünf Minuten nach der Intermission. Ein kleine Versetzung nach vorne hätte deshalb sicher möglich sein sollen.
Nach der Visionierung von der Kuch Kuch kann ich stolz verkünden, dass mein DVD-Player auch in der Lage ist Tamil, Telegu, Bengali, Marathi, Malayalam, Gujarati und Kannada anzuzeigen. Natürlich fehlen auch die englischen Untertitel nicht. Sogar die Songs sind untertitelt. Was leider selten ist und deshalb lobend erwähnt wird.
Aber richtig überrascht war ich vom Surround-Sound. Der Dolby Trailer dröhnte schon ganz gut und die Donner während den Schicksalsschlägen und der Regen im Summercamp geben auch dem Rear-Speakern etwas zu tun. Das ist nichts weltbewegendes und es tönt auch ein bisschen künstlich aber es passt hervorragend zum Film.
Alles in allem eine den Umständen entsprechend hervorragende DVD, die durch die zur Erstehung benötige Flugreise nach Indien ein bisschen teuer wird.
5.3 Sterne (25 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: 1,85:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Hindi Dolby 5.1
- Untertitel: Englisch, Tamil, Telegu, Bengali, Marathi, Malayalam, Gujarati, Kannada
- Extras: Making-of, Trailer, Fotogalerie