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Die in Riehen aufgewachsene Adèle Thommen-Weissenberger war die zweite Medizinstudentin an der Universität Basel und die erste Ärztin von Riehen.
Tochter des Heinrich Weissenberger (Badewirt) und der Adelheid, geborene Wenk. Heirat 1903 mit Emil Thommen (Lehrer).
Adèle Weissenberger wuchs mit ihren Schwestern Anna und Emma an der Bahnhofstrasse in Riehen auf. Bis zu ihrem 13. Lebensjahr wohnte die Familie im Haus des Riehener Badehotels, das ihr Grossvater 1844 erbaut hatte. 1878 zog ihre Familie in das vom Vater Heinrich Weissenberger neu erbaute Haus an der Bahnhofstrasse 34 um. Adèle Weissenberger besuchte sechs Jahre die Dorfschule in Riehen und anschliessend zwei Jahre die Töchterschule in Basel. Nach einen Zwischenjahr absolvierte sie zwei Fortbildungsklassen an der Töchterschule und bestand 1891 das Lehrerinnenexamen. Lehrerin zu werden, war jedoch nicht ihr Ziel; sie wollte Medizin studieren.
Deshalb machte Weissenberger im Frühling 1892 die eidgenössische Fremdenmaturität für Medizin in Zürich und nahm daraufhin das Medizinstudium an der Universität Basel auf. 1898 legte sie ihr Staatsexamen ab und begann als Volontärassistentin im Kinderspital Basel. Hier promovierte sie über ‹Intubation und Serumbehandlung der Diphterie›. Von 1899 bis 1900 arbeitete Weissenberger in Dresden als Volontärassistentin an der Königlichen Sächsischen Frauenklinik. Danach kehrte sie nach Basel zurück und eröffnete eine Kinderarztpraxis am Spalenberg 63.
Im Oktober 1903 heiratete Adèle Weissenberger in der Riehener Dorfkirche Dr. Emil Thommen, Lehrer an der Oberen Realschule in Basel. Am 22. August 1908 brachte sie ihren Sohn Georg Heinrich zur Welt.
1936 erkrankte Thommen-Weissenberger schwer an einer Grippe und reduzierte danach ihr Arbeitspensum. Sie behandelte jedoch bis kurz vor ihrem Tod einen kleinen Stamm an Patienten und Patientinnen. Adèle Thommen-Weissenberger verstarb 1965 in Basel.
Autorin / Autor: Lina Schmid | Zuletzt aktualisiert am 25.5.2022
Diphtherieserumtherapie und Intubation im Kinderspital in Basel. Dissertation. Basel 1899.
Flueler, Elisabeth und Brigitta Hauser-Schäublin: Die zweite Basler Ärztin kam aus Riehen. Adèle Thommen-Weissenberger. In: Jahrbuch z’Rieche 1986. S. 134–144.
Flueler, Elisabeth: Die Geschichte der Mädchenbildung in der Stadt Basel. Basel 1984.