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Solidar Suisse setzt sich in Pakistan für die Rechte arbeitender Kinder ein. Dank neuen Gesetzen, einer Schule für arbeitende Kinder und besseren Einkommen für die Eltern können Kinder vermehrt eine reguläre Schulbildung absolvieren, statt schon im Primarschulalter zu arbeiten.
In Pakistan arbeiten viele Kinder, statt zur Schule zu gehen. Am Arbeitsplatz sind sie gesundheitsgefährdenden Bedingungen und Gewalt ausgesetzt. Das Problem ist komplex. Kinderarbeit ist in Pakistan zwar verboten, aber viele sehen darin kein Problem: Eltern glauben, dass Kinder wertvolle Fertigkeiten erwerben und mehr lernen als in der Schule. Die Arbeitgeber wiederum wollen billige Arbeitskräfte. Sie sind der Meinung, nichts Unrechtes zu tun, und sehen sich als Lehrmeister, die es den Kindern ermöglichen, Fähigkeiten zu erwerben. Zudem gibt es in den Slums zu wenig Schulen, und diese sind nicht auf Kinder ausgerichtet, die arbeiten müssen.
Deshalb bringt Solidar im Projekt gegen Kinderarbeit in einem Slum von Lahore alle Beteiligten – Eltern, ArbeitgeberInnen, Kinder, die Gemeinschaft – zusammen. Dies war nicht einfach, denn zum Beispiel die Arbeitgebenden weigerten sich zu Beginn rundweg, mit den ProjektmitarbeiterInnen zu sprechen, da sie auch Sanktionen befürchteten. Sensibilisierungsarbeit und Beharrlichkeit waren jedoch erfolgreich: Etliche Arbeitgebende änderten ihre Haltung, verbesserten die Arbeissicherheit und reduzierten die Arbeitsstunden der Kinder, ohne ihren Lohn zu kürzen. Die Eltern arbeitender Kinder verbesserten dank Schulungen ihre Geschäftspraktiken und fanden zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten für ihre Produkte. Die höheren Einkommen erlaubten es ihnen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. So konnten 538 Kinder in eine von Solidar mitfinanzierte Schule integriert werden. 102 Mädchen und 83 Knaben wurden ganz von der Kinderarbeit befreit.
Lobbying für einen besseren Schutz der Kinder
Auch auf politischer Ebene haben wir in den letzten Jahren einiges erreicht: So wurde im Bundestaat Punjab ein Gesetz erlassen, dass Kinderarbeit weiter erschwert (Punjab Restriction of Children’s Employment Act 2016) und der Missbrauch von Kindern wird konsequenter geahndet. Als Mitglied der Bewegung für Kinderrechte, hat Solidar zusammen mit den Partnerorganisationen Labour Education Foundation (LEF) und Group Development Einfluss auf die Ausarbeitung, Ratifizierung und Implementierung von wichtigen neuen Gesetze gegen Kinderarbeit und gegen den Missbrauch von Kindern nehmen können.
Group Development setzt sich mit Unterstützung von Solidar Suisse weiterhin auf lokaler und nationaler Ebene für Gesetzesänderungen ein, welche die schulische Ausbildung für alle Kinder garantieren sollen. Ausserdem wird die Sensibilisierungsarbeit fortgesetzt und die fortschrittlichen Unterrichtsmethoden der Solidar-Schulen sollen in den staatlichen Vorschulen verankert werden.