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Die Weltwoche, das neue Zentralorgan der wahren Klimawissenschaft, hat wieder einmal zugeschlagen. Auf nur neun Zeitschriftenseiten belegen die beiden Weltwoche-Klimaexperten Roger Köppel und Alex Baur mit einigen weiteren Hilfskräften, dass all die Zehntausenden von Klimaforschern, die an Hunderten von Hochschulen und Forschungsinstituten arbeiten, entweder keine Ahnung haben, wie die Naturwissenschaften im allgemeinen und die Klimawissenschaften im speziellen funktionieren. Oder dass sie wider besseres Wissen den Weltuntergang beschwören, um an Milliarden von Forschungsgeldern heranzukommen.
Zu den beliebtesten Wahrheiten dieser Experten gehört die Behauptung, dass viel weniger Wissenschafter als behauptet daran glauben, dass die Klimaerwärmung durch menschliches Zutun bestimmt oder mitbestimmt werde. Die 97prozentige Sicherheit, mit der der Weltklimarat und die Klimaschützer hausieren, sei ein purer Mythos, meint Alex Baur. Und er verweist auf eine Studie des australischen Kognitionsforschers John Cook, der 12’000 wissenschaftliche Studien analysiert habe, in denen die Stichwörter „Klimawandel“ oder „Klimaerwärmung“ vorkommen. Dabei habe sich ergeben, dass zwei Drittel der Studien die These einer menschengemachten Klimaerwärmung ablehnten. Durch einen üblen Trick seien all diese negativen Studien als irrelevant aussortiert worden, wodurch aus 32,6 Prozent „Zustimmung“ plötzlich 97 Prozent geworden seien.
Wer das von Cook selber verfasste Update dieser Studie, das einige weitere Untersuchungen neu miteinbezieht, im Original liest, wird allerdings überrascht feststellen, dass Baurs vermeintlicher Kronzeuge Cook genau das Gegenteil von dem vertritt, was Baur ihm unterschiebt, und klar der Meinung ist, dass die Zustimmungsrate von 97 Prozent durchaus „robust“, also wissenschaftlich gut belegt sei. („We examine the available studies and conclude that the finding of 97% consensus in published climate research is robust and consistent with other surveys of climate scientists and peer-reviewed studies.“)
Ein grosser Teil der aussortierten Studien stamme, wie Cook erwähnt, von Wirtschaftsgeologen und Wissenschaftern anderer Sparten, selbsternannten Klimaexperten und Laien. Wichtigste Voraussetzung, dass eine Studie berücksichtigt wurde, ist allerdings, dass wenigstens die Fakten stimmen, die Datenbasis wissenschaftlichen Standards genügt.
Einen weiteren Grund, Studien auszusortieren, erwähnt Baur gleich selber: Es sind jene Studien, die gar „keine Aussage zur menschengemachten Klimaerwärmung machen“ oder aber „die Rolle des Menschen erwähnen, aber ohne daraus Schlüsse zu ziehen.“ Dass Baur diese „Studien“ zu den „ablehnenden“ hinzuzählt, obwohl sie doch gar nichts darüber aussagen, ist ein eher unredlicher Trick, die Leserinnen und Leser zu manipulieren. Das klappt allerdings nur so lange, bis diese auf die dumme Idee kommen, den behaupteten Sachverhalt bei Cook selber nachzulesen. (CR)