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«Schulhaus 65»
Adresse
6218 Ettiswil
LU
Architektur
Kunst am Bau
Die Formensprache von Hans Zwimpfer und Walter M. Förderer verdeutlicht eindrucksvoll die skulpturalen Möglichkeiten des Sichtbetons. Die Verflechtung von Aussenraum und Architektur, die «Betonlandschaft» ist eine massgebliche Qualität der Ettiswiler Schulanlage. Das «Schulhaus 65» gehört zur grossen Gruppe brutalistischer öffentlicher Bauwerke, die den Kanton Luzern prägen.
Chronologie
Die Gemeinde Ettiswil wollte Anfang der 1960er-Jahre neue Räumlichkeiten für einen zeitgemässen Unterricht schaffen. Inzwischen umfasst die Schulanlage vier Bauetappen. Den Kern der Anlage lieferten die Basler Architekten Hans Zwimpfer und Walter M. Förderer in den Jahren 1963 bis 1965. Die erste Erweiterung basiert noch auf derselben Formensprache und erfolgte durch Walter Imbach in den Jahren 1971 bis 1973. Die zweite Erweiterung von 1996 und der anschliessende der Bau des Mehrzweckgebäudes Büelacher sowie des Feuerwehrdepots im Jahr 1998 basieren auf Entwürfen von Hubert Stocker. Stocker löste sich vom bestehenden Gestaltungskonzept. Die letzte Bauetappe konzipierte Beat Hodel im Jahr 2003. Der Pausenbereich mit einem Treppen-, einem Sitz- und einem Flugkörper wurde vom Künstler Roland Heini gestaltet.
Lage
Der an einem leichten Südhang gelegene Schulkomplex bildet zusammen mit der Pfarrkirche und der Gemeindeverwaltung den Mittelpunkt von Ettiswil. Die allesamt nach ihrem Entstehungsjahr bezeichneten Schulgebäude sind über den Hang verteilt, das «Schulhaus 65» bildet den Mittelpunkt der Anlage. Im Nordwesten folgen die Turnhalle und die Büelacherhalle, im Nordosten das Schulhaus 73 und im Südosten die Schulhäuser 94 und 03. Die Räume zwischen den nutzungsdifferenten Gebäuden formen Pausenplätze. Eine massive Sichtbeton-Passerelle auf bunten Stützen verbindet die Bauten und bildet zusammen mit einem gestuften Brunnen ein wesentliches Gestaltelement des Freibereichs. Die Höhenunterschiede werden mit Freitreppen überwunden.
Beschreibung
Das «Schulhaus 65» umfasst talseitig vier, bergseitig drei und hofseitig zwei Geschosse. Der Eingangsbereich auf der Südwestseite ist zurückversetzt und mit einem Bandfenster vom überhohen Obergeschoss abgesetzt. Gefasst von einer Sichtbetonbrüstung und einer ebenso massiv ausgeformten Attika präsentiert sich hier die Aula hinter einer mit Betonlamellen vertikal akzentuierten Fensterfront. Die Schulzimmer sind in Richtung Tal orientiert. Der Baukörper ist hier gestaffelt konzipiert, die Fassadenpartien sind mit jeweils vier Fenstern versehen. Diese werden – wie auch schon die Bandfenster an der Eingangsseite – von einem Betongesims übereck zusammengefasst. Ein solches Gesims akzentuiert auch die abgetreppt ausgebildeten Bandfenster vor den Nebenräumen. Die Sichtbetonattika des Schulhauses korrespondiert in ihrer Materialisierung mit den Wandscheiben und Fensterpfeilern im Sockelgeschoss. In der Fläche kontrastieren die markanten Betonelemente mit einem beigen Verputz.
Literatur