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Tinnitus
Tinnitus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Klingeln im Ohr“, ein Klingeln das den Betroffenen stark an seine Grenzen bringen kann.
Es bezeichnet ein Symptom, bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, denen keine äusseren Schallquellen zugeordnet werden können.
Die Geräusche können von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen werden, einige beschreiben es als hochfrequentes Pfeifen, während andere ein Brummen oder Summer wahrnehmen.
Ein Tinnitus kann akut oder chronisch verlaufen. Von einem chronischen Tinnitus spricht man wenn er länger als drei Monate andauert.
Man unterscheidet zwischen subjektiven und objektiven Ohrgeräuschen.
Lässt sich keine reale Schallquelle im Körper feststellen, spricht man von einem subjektiven Tinnitus.
An dieser Form leiden mehr als 99% der Betroffenen. Die Quelle dabei entsteht nicht im Ohr selber oder in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern wird durch eine veränderte Aktivität der Nervenzellen im Gehirn herbeigeführt.
Das ist vergleichbar mit einem Phantomschmerz, dafür gibt es auch keine reale Ursache die sich einfach beseitigen lässt.
Ein objektiver Tinnitus tritt sehr selten auf.
Damit wird ein Ohrgeräusch bezeichnet, das von einer tatsächlich existierenden Schallquelle ausgeht.
Meist handelt es sich dabei um Strömungsgeräusche der Gefässe oder Geräusche von Muskelzuckungen.
Die meisten Formen von Tinnitus entstehen in der Folge eines Hörverlusts, der in der Regel den Hochtonbereich betrifft.
Der Grund dafür liegt meist in der Innenohrhörschnecke und einer Minderversorgung der zentralen Anteile des Hörens im Gehirnbereich. Das Gehirn versucht dann, dies irgendwie zu kompensieren, was zu einer Neuorganisation im Bereiche des zentralen Hörgehirns führt; es
kommt zu einer Überaktivität, die auch in der Ruhe bestehen bleibt – des Tinnitus.
Was klar erwiesen ist, Stress und psychische Erkrankungen können ihn begünstigen.
Aber auch Durchblutungsstörungen, Folgen einer Mittelohrentzündung sowie Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse können Tinnitus auslösen.
Da Tinnitus mit dem Hörverlust einhergeht, sind in erster Linie Menschen mittleren und höheren Lebensalters betroffen. Interessangerweist häufiger Männer.
Viele Betroffene leiden stark unter den Ohrgeräuschen.
Nicht selten kann sich daraus eine psychische Erkrankung entwickeln, weil die Betroffenen es einfach nicht mehr aushalten, von diesem Geräusch immer und überall verfolgt zu werden.
Denn für die subjektive Art von Tinnitus gibt es keine wirklich erfolgreiche Therapie aus medizinischer Sicht. Heisst, dass es weder Medikamente noch Operationsverfahren oder apparative Techniken gibt, die diese anhaltenden Ohrgeräusche zum Verschwinden bringen können.
Es wird daher auf Entspannung und Ablenkung, sowie auf psychotherapeutische Therapiemassnahmen gesetzt.
Bei Schlafstörungen und Depressionen kommen entsprechende Medikamente zum Einsatz, welche oft indirekten Einfluss auf der psychischen Ebene haben.
Psychotherapeutische Massnahmen zielen in erster Linie darauf ab, einen besseren Umgang mit den Ohrgeräuschen zu erlernen.
Entspannungsverfahren wie Muskelrelaxation, autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen können dazu beitragen, den Fokus möglichst weit weg von den störenden Geräuschen, hin zu angenehmen Geräuschen zu lenken.
Eine gute Quelle dafür ist Musik oder Hörbücher, vor allem beim Einschlafen oder ausruhen.