Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03250.jsonl.gz/984

Im Jahr 1981 – aus Anlass des UNO-Jahres des Behinderten – begann im japanischen Oita eine spezielle Geschichte mit der Organisation und Einladung zu einem reinen Rollstuhl-Marathon. Bereits zwei Jahre danach nahm ich mit Kollege Peter Gilomen zum ersten Mal daran teil. Die abenteuerliche Reise nach Japan führte damals noch mit Flugzeug über die Nordpol-Route via Anchorage (Alaska) ins Land der aufgehenden Sonne. Heute, 2015 – und in meinem persönlichen Fall zum 28. Mal – dauerte der Direktflug nach Tokio gerade noch zwölf Stunden. Von dort in den Süden zur Insel Kyuschu, wo Oita liegt, dauert es allerdings alles in allem nochmals fünf bis sechs Stunden, bis man am Ziel angelangt ist…
Mein Resultat, in diesem Jahr der 6. Rang, stellte mich ausserordentlich zufrieden, weil ich mit 57 Jahren der mit Abstand älteste Teilnehmer war, der noch locker in die Top 10 fahren konnte. Kommt dazu, dass die Zeit von 1h 29Min. derart gut ist, dass ich damit die Anforderungen erfülle, um in Rio an den Paralympics 2016 im Marathon am Start sein zu dürfen. Meine Geschichte Oita ist aber weit umfangreicher als es dieses Kapitel 2015 zu schreiben vermag:
Ich gewann dieses Rennen in der Vergangenheit insgesamt vierzehn Mal, erstmals 1990, letztmals 2009. Speziell der heute noch gültige Weltrekord, über die Marathondistanz von 42’195 Kilometer, von 1h 20min. 14sec. aus dem Jahre 1999 geht in die Geschichte ein. An diesem Rennen wurde mir bei der Siegerehrung die Ehrenbürgerurkunde dieser Stadt und Region Oita verliehen, was auch im 2015 seine Auswirkung hatte: Einladung zum Rennen, Business-Class-Ticket und das spezielle Zimmer im Hotel. In der Hierarchie des japanischen Volkes etwas aufgestiegen, darf ich ein paar Privilegien geniessen.
Gerne werde ich dieses Ereignis miteinbauen in mein Wintertraining, das ich als Motivation und Energie verwende, um mich nochmals optimal auf meine neun paralympischen Spiele im Sommer 2016 in Rio vorzubereiten!
Herzlich grüsst,
Heinz Frei