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In orographischer Beziehung teilt sich die östliche Hauptmasse des Landes (hinsichtlich Westbayerns s.
Pfalz) in Nord- und Südbayern, d. h. in das Land nördlich und südlich der Donau, wovon Südbayern dem alpinen Gebirgssystem,
Nordbayern dagegen dem rheinischen und mitteldeutschen System angehört. Spezieller zerfällt Südbayern wieder in eine Alpen-
und eine Flachlandszone. Bayerns Alpengebiet gehört den nördlichen Kalkalpen an, Die erst von WSW. nach
ONO., dann westöstlich streichende Hauptkette besteht aus einer Anzahl von Parallelketten, dem Hauptzug, Mittelzug und den
Voralpen, welche, durch Querthäler und tief einschneidende Alpenpässe wiederholt unterbrochen, in eine Anzahl einzelner
Gebirgsstöcke zerfallen.
Gegenüber in der Nordwestspitze des Landes steht die HoheRhön, eine vulkanisch-plutonische, an Basaltkuppen reiche Gebirgserhebung,
deren Hauptmasse mit dem ganzen Südost- und Osthang (Kreuzberg 930 m) Bayern angehört. Südlich von der Rhön
breitet sich in der westlichen Südbiegung des Mains zwischen Gemünden und Aschaffenburg
[* 25] der Spessart aus, eine waldreiche Hügellandschaft
von etwas über 400 m Durchschnittserhebung (Geiersberg 615 m), in welchem der Basalt allmählich verschwindet und Buntsandstein
an dessen Stelle tritt.
Jura und Böhmerwald, das Liasplateau der Oberpfalz längs der Nab. Zwischen beiden Plateaus liegt die Regnitzebene (Keupergebilde).
Der Gegenfluß der Tauber, die Wörnitz, bildet einen großen Thalkessel, das Ries. Wo die Nab mündet, bildet sich der Thalkessel
von Regensburg, und diese zirkelrunden Thalungen entsprechen symmetrisch den nördlich von ihnen langgedehnten
Hochplatten an Tauber und Nab.
Von den vier größern Nebenflüssen der Donau von S. her, Iller, Lech, Isar, Inn, haben wenigstens die ersten drei ihre Quellen
in den Alpen verhältnismäßig nahe bei einander, strömen aber fächerartig auseinander, so daß ihre
Mündungen je 75-110 km voneinander entfernt sind. Eigentümlich ist das Flußgebiet des Mains gegliedert, dessen Ursprung
am Osthang des Ochsenkopfes im Fichtelgebirge von seiner Mündung in den Rhein nur 250 km entfernt ist, während seine gewaltige
Stromentwickelung 490 km erreicht.
Alle tragen die in Europa
[* 31] vorherrschende Natur reiner Flußseen. Die höchstgelegenen trägt das innerste Gebirge, in den Querthälern
der Wettersteingruppe (obere und untere Blaue Gumpe des Rainthals, 1174 und 1118 m ü. M. gelegen),
und das Nordgehänge der Wettersteinwand. Die Seen des obern Lechbeckens liegen vom Steilrand der Alpen an nordwärts heraus
bis zu 7 km Entfernung vom Gebirge, fast alle in gleichem Niveau, ein Umstand, der sie deutlich als Überreste einer und derselben
großen Wasserbedeckung erscheinen läßt.
Außerdem hat auch die Rhön nicht unbeträchtliche Moorflächen.
BayernsKlima
[* 32] ist gemäßigt und gesund, wenngleich etwas kälter als das andrer deutscher Länder. Mit
Ausnahme des Rhein- und Mainthals dürfte keine Gegend Bayerns sich in der Milde des Klimas mit den nördlichen EbenenDeutschlands
[* 33] messen können, was teils von der absolut hohen Lage des Landes, teils von der mannigfaltigen Abwechselung der Gebirgszüge
und Hochebenen herrührt. Am rauhesten und durch tiefen Schneefall und lang andauernden Winter bekannt
sind die Alpen, der Böhmerwald, die Rhön und der Spessart. Das meteorologische Stationsnetz in Bayern umfaßt 34 Beobachtungsstationen
mit einer Zentralstation in München. Es beträgt die mittlere Jahreswärme von
Das Königreich Bayern umfaßt ein Gesamtareal von 75,858,40 qkm (1377,8
QM.) und hat nach der letzten Zählung vom 5,284,778 Einw.,
unter welchen sich 5,144,538 Bayern, 83,975 übrige Angehörige des DeutschenReichs und 56,265 Ausländer befanden.
Die Bevölkerung verteilt sich auf die acht Regierungsbezirke, in welche Bayern eingeteilt ist, wie folgt:
Die dichteste Bevölkerung hat demnach die Pfalz, die schwächste Oberpfalz und Oberbayern. Im allgemeinen kommen 69,7 Menschen
auf das QKilometer, so daß in Beziehung auf Volksdichtigkeit den meisten deutschen Staaten nachsteht. Die mittlere Zunahme
der Bevölkerung betrug in den Jahren von 1840 bis 1867 im Jahresdurchschnitt nur 0,38 Proz.,
weil die Zahl der Auswanderer die der Einwanderer um ein Beträchtliches überwog (in den Jahren 1834 bis 1864 um 226,703
Menschen). Die Bevölkerungszunahme ist seit jener Zeit bedeutender geworden. Nachdem sie von 1867 bis 1871 bis auf 0,202
pro Jahr weiter gesunken war, stieg sie unter dem Einfluß stärkerer Einwanderung und eines größern Geburtenüberschusses
(s. unten) von 1871 bis 1875 pro Jahr auf 0,654, in der Periode 1875-80 auf 1,049 (1,14 im DeutschenReich). Von 1818 bis 1880 ergibt
sich ein Bevölkerungszuwachs von zusammen 42,5 Proz. Die
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