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Der heilige Florian lebte in Aelium Cetium - dem heutigen St. Pölten. Im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Diocletian wurde er im Jahre 304 bei Lauriacum (Lorch = Stadtteil von Enns) mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt.
Über dem Grab des Märtyrers Florian entstand aus einer Wallfahrtsstätte allmählich eine klosterähnliche Niederlassung.
Die Mauerreste unter der Stiftsbasilika weisen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Das im 8. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnte Kloster erlitt bei den Einfällen der Awaren und Ungarn schwere Schäden. Die Besatzer wurden 955 (Schlacht am Lechfeld) wieder zurückgedrängt. Das Kloster wurde 1071 als Augustiner-Chorherren Stift auf Veranlassung von Bischof Altmann von Passau wieder aufgebaut.
Der Sieg über die Türken bei Wien 1683 und die ein Jahr später von Kaiser Leopold I. unternommene Dankwallfahrt zum heiligen Florian gaben Anstoss zum Neubau von Kirche und Stift. Carlo Antonio Carlone (1635- 1708) und Jakob Prandtauer (1660 - 1782) schufen ein Hauptwerk des österreichischen Hochbarocks. Dem Kaiser als Landesherrn und Schirmvogt musste das Kloster auch als 'Kaiserpfalz' dienen. Daher besitzt das Kloster ausser Kirche und Konvent ein herrschaftliches Entrée, einen vornehmen Ehrenhof, eine Flucht von barocken Gästezimmern, einen prächtigen Festsaal und eine reichhaltige, stattliche Bibliothek.
Hier die eindrucksvolle, 200m lange Westfront. Wir waren mehrmals in Sankt Florian, einmal mit dem Rad als Abstecher vom Donauradweg. Davon stammen die Fotos mit strahlend blauem Himmel, einmal im Herbst 2007 mit Susi Huber. Da war der Himmel eher bedeckt. Das letzte mal waren Vreni und ich als Pilger am österreichischen Jakobsweg im August 2011 zu Besuch im Stift.
Bild vom August 2011. Links am Wirtschaftsgebäude steht über dem Eingang ein prächtiger Nepomuk . Der Jakobsweg führt an der Kirche vorbei in den Friedhof. Über die Stiegen (Eingangsportal links neben der Kirche sichtbar) kommt man zum Bruckner-Sinfonie-Weg, der gleichzeitig der Jakobsweg ist.
prachtvolles, nicht ganz winterfestes Treppenhaus
In der Mitte des inneren Klosterhofs steht ein Brunnen mit dem Floriani Adler.
Der Adler überwindet die Schlange. Der Adler setzt nicht nur seine Kräfte gegen den Feind ein, sondern auch seine List, indem er die Schlange mit seinen Klauen am Nacken faßt und ihren Kopf so zurückhält, daß diese ihre Giftzähne nicht benützen kann.
Die Brunnenfigur verkörpert das Wappentier des Stiftes und ist zugleich ein Symbol für den Ordenspatron Augustinus.
Treppenhaus und Gang
barocker Festsaal mit einem Reiterbild von Karl VI
Dieses prunkvolle Bett war für Prinz Eugen vorgesehen, er hat aber nie darin geschlafen - würde ich auch nicht, schon wegen möglicher Albträume.
Ein Blick in die Bibliothek. Das Deckenfresko stellt die Verbindung der Tugend mit der Wissenschaft dar.
In diesem Stift hat Anton Bruckner gewirkt und er hat auch hier seine letzte Ruhestätte gefunden.
Stiftskirche mit Brucknerorgel
Zuhörer
Anton Bruckner
Die Inschrift beim Eingang zur Krypta sind Worte aus dem Te Deum, das Bruckner so wunderbar vertont hat.
Hier ruht Anton Bruckner, der entsprechend seinem Testament unter 'seiner' Orgel bestattet werden wollte. - Entschuldigung für das Blitzlicht, ich wollte nicht stören.
Hinter dem Brucknersarg liegen - schön geschlichtet - Gebeine von Christen aus der Römerzeit.
Donauradweg