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Treibhausgasemissionen
In der Schweiz sind die menschenverursachten Auswirkungen auf das Klima zum grossen Teil auf den energiebedingten Ausstoss von Kohlendioxid zurückzuführen. Die bedeutendste Quelle für CO2-Emissionen ist derzeit der Verkehr, gefolgt von den Gebäuden und der Industrie. Der Hauptanteil der Lachgas-und der Methanemissionen stammt aus der Land- und Abfallwirtschaft.
Die Treibhausgasemissionen sind zwischen 1990 und 2017 um 12 % gesunken (die grossen jährlichen Schwankungen sind auf die Witterung zurückzuführen). Das im CO2-Gesetz festgelegte Ziel für das Jahr 2020, nämlich eine Senkung um 20 % gegenüber 1990, wird möglicherweise nicht erreicht. Deshalb wird die Entwicklung als unbefriedigend beurteilt.
Die Entwicklung verlief nicht in allen Sektoren gleich. Im Jahr 2017 hat der Verkehr mit 32 % den höchsten Anteil an den Gesamtemissionen von Treibhausgasen, und diese gehen erst seit wenigen Jahren leicht zurück. Sie lagen 2017 immer noch 1 % über dem Niveau von 1990. Die Emissionen im Gebäudesektor konnten bis 2017 um 26 % gegenüber 1990 gesenkt werden, diejenigen der Industrie um 18 %.
Für das Jahr 2020 wurden indikative sektorielle Ziele festgelegt. Das Ziel von –10 % für den Verkehrssektor wird wahrscheinlich verfehlt. Unter normalen Witterungsbedingungen dürfte auch der Gebäudesektor sein Ziel von –40 % nicht erreichen. Nur die Industrie wird ihr Ziel von
–15 % wahrscheinlich erreichen. Bei den übrigen Emissionen (insbesondere Landwirtschaft und synthetische Gase) dürfte die Erreichung des sektoriellen Ziels von –10 % ebenfalls schwierig sein.
Das CO2-Gesetz sieht verschiedene Massnahmen zur Senkung der Emissionen in den verschiedenen Sektoren vor. Dazu zählen unter anderem die Erhöhung der CO2-Lenkungsabgabe auf Brennstoffen verbunden mit einer Erhöhung der Beiträge an das nationale Gebäudeprogramm, Emissionsvorschriften für Neufahrzeuge, das Emissionshandelssystem für energieintensive Industriebetriebe und eine teilweise Kompensationspflicht der Emissionen aus Treibstoffen durch die Importeure.
Im Rahmen der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und des Kyoto Protokolls werden die THG-Emissionen aller Industriestaaten nach detaillierten Vorgaben berechnet. Die Einhaltung der Richtlinien wird von Expertengremien überprüft. Die THG-Inventare der UNFCCC werden von verschiedenen internationalen Organisationen verwendet (z. B. von der Europäischen Umweltagentur EUA, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD oder der Comission of Sustainable Development CSD).
Die Daten stammen aus dem THG-Inventar der Schweiz, welches jedes Jahr vom BAFU nach den Richtlinien der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) erstellt wird. Die Methoden sind ausführlich im National Inventory Report dokumentiert und entsprechen den technischen Handbüchern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Dieser Indikator zeigt die Summe aller Treibhausgasemissionen seit 1990 in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten, d. h. die verschiedenen Treibhausgase werden entsprechend ihrer Klimawirksamkeit skaliert und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Methodische Änderungen oder die Verfügbarkeit neuer Daten erfordern eine Neuberechnung der kompletten Zeitreihen seit 1990.
Die Bewertung erfolgt auf der linearen Tendenz für die Zeit von 2008 – dem Jahr der Einführung der CO2-Abgabe – bis 2017. Mit der Einführung der CO2-Abgabe scheint bei den Emissionen eine Trendwende eingesetzt zu haben. Um witterungsbedingte jährliche Schwankungen auszugleichen, wird die Tendenz anhand von klimanormierten Werten berechnet. Setzt sich die bisherige Tendenz fort, so dürften die Emissionen im Jahr 2020 45,9 Mio. t CO2-Äq. betragen. Das Zwischenziel für 2020 (42,9 Mio. t CO2-Äq.) wird somit wahrscheinlich verfehlt.
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