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Wenn die Schwingungen so stark wären wie im Bericht Jeanneret beschrieben, würden sie die Windenergieanlagen zum Einsturz bringen. ©Bild: Ruppert Käppeli
Aufgrund dieser Studie forderte die Lobby der Windenergiegegner ein Moratorium für Windenergie mit dem Verweis, dass der Bund die Gefahr von Infraschall, der im Untergrund weitergeleitet wird, ignoriere. Der Verband wandte sich an Nationalrat Jean-Pierre Grin und beantragte die Aufnahme der neuen Elemente des Berichts in die Gesetzgebung. Diese für unsere Energieversorgung katastrophale Forderung wurde in den Medien gross aufgegriffen.
BAFU weist die Theorien kategorisch zurück
Das BAFU hat eine Expertengruppe beauftragt, die Behauptungen in der Stuide von Jeanneret zu analysieren. In seiner Studie von 2022 mit dem Titel „Erschütterungsausbreitung in der Umgebung des Windkraftwerks“ weist das BAFU die falschen Theorien des Berichts kategorisch zurück.
Diese Analyse stützt sich auf eine beauftragte Expertengruppe und auf Messungen, die im Windpark Saint-Brais im Kanton Jura durchgeführt wurden. Die Ergebnisse sind eindeutig:
- Die im Bericht von Freie Landschaft Schweiz beschriebenen Mechanismen haben keine Auswirkungen auf die Erschütterungen. Die angebliche Zunahme der Erschütterungsamplituden konnte nicht festgestellt werden; im Gegenteil, es wurde eine kontinuierliche Abnahme gemessen, wie theoretisch zu erwarten war.
- Die beanstandeten Erschütterungen und Schallwellen sind nicht vorhanden oder zu schwach, um Emissionen generieren zu können, die sich möglicherweise negativ auf die Gesundheit der Anwohnenden von Windparks auswirken.
Der Bericht von Freie Landschaft Schweiz stützte sich grösstenteils auf fehlerhafte Daten. Die wichtigsten Grunddaten der Studie von Herrn Jeanneret stammen aus einer Publikation der deutschen Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR). In einer Korrektur der BGR wurde jedoch darauf hingewiesen, dass diese Daten mit einem Fehler bei der Umrechnung der Einheiten von 36 dB behaftet waren. Zusätzlich zu dieser bedeutenden Korrektur zeigt das Gutachten des BAFU, dass eine weitere Korrektur von 10 dB vorgenommen werden muss.
Physikalisch unmöglich
Die in der Studie publizierten Schallstärken sind also um 46 dB zu hoch ausgewiesen. Wenn die Schwingungen so stark wären wie im Bericht Jeanneret beschrieben, würden sie die Windenergieanlagen zum Einsturz bringen. 46 dB mehr bedeutet 40‘000 Mal mehr Schallkraft, das sind physikalisch unmögliche Grössenordnungen, die jedoch im Zentrum der Behauptungen von Freie Landschaft Schweiz stehen.
Demokratische Debatte und seriöse Studien
Die demokratische Debatte verdient seriöse Studien und einen differenzierten Umgang der Politik und der Medien mit ungeprüften Behauptungen. Die Energiewende verdient eine objektive und konstruktive Debatte. Trotz seines Namens ist Freie Landschaft Schweiz kein anerkannter Umweltschutzverband. Sein Ziel ist es, den Bau von Windkraftanlagen zu bekämpfen, wie in seinem Manifest vom März 2018 zu lesen ist: „Freie Landschaft Schweiz ist in unserem Land kein Standort bekannt, an dem die Vorteile von grossen industriellen Windkraftanlagen die Nachteile überwiegen würden.“ Dieser Verband blockiert heute in der Schweiz die Mehrzahl der Windenergieprojekte mit falschen Argumenten, wie denjenigen in seinem Bericht, die von den Gerichten nach endlosen Verfahren abgewiesen wurden.
Die Lobby der Solarenergie- und Windenergiegegner
In den letzten Tagen hat der Präsident dieses dogmatischn Verbands gegen die Energiewende auch das Gesetz zur Beschleunigung der Solarenergie angegriffen. In der Schweiz müssen dringend Lösungen gefunden werden, damit eine Handvoll Bürger, die sich auf falsche Studien stützen, unsere Energiewende nicht weiter verzögern, indem sie Zweifel und Zwietracht innerhalb der Bevölkerung, der Medien und sogar des Parlaments schüren. Suisse Éole weist darauf hin, dass die anerkannten Umweltverbände, die in der Umweltallianz zusammengefasst sind, einen massiven Ausbau der Solar- und Windenergie fordern, um die unumgängliche Energie- und Klimawende erfolgreich zu vollziehen.