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Final solutions are within many a reach. We can remember Auschwitz and beware of listening to the siren song of expediency, beware of abrogating mercy, of setting aside the law. Beware of being sheep.
Sybille Bedford, The Worst That Ever Happened, in: As It Was, London 1990
Mit diesen Worten endet der Bericht der Sybille Bedford über den Frankfurter Auschwitz-Prozess 1965. Irritierend erscheint, dass die drei Faktoren, die sie als Gefahren identifiziert (das verführerische Lied der Zweckmässigkeit, die Abschaffung der Barmherzigkeit und das Ignorieren des Rechts) gegenwärtig täglich zunehmen. Und dabei haben wir den letzten Punkt, sich nicht wie Schafe zu benehmen, der geradezu floriert in diesen viralen Zeiten, noch nicht einmal erwähnt. Alles in allem, kein gutes Zeichen.
Einen Drachen muss man dort suchen, wo noch nie einer gesehen wurde, weil für den Drakontologen Drachen definiert sind als Wesen, die sich gut verstecken, und wenn man ihn dann nicht findet, dann hat man gewissermassen bewiesen, dass einer da ist.
Daniel Kehlmann, Der unsichtbare Drache, Ein Gespräch mit Heinrich Detering, Zürich 2019, 19
Ich glaube tatsächlich, dass wir eine Summe von Widersprüchen sind, und hinter den Widersprüchen ist nichts.
Daniel Kehlmann, Der unsichtbare Drache, Ein Gespräch mit Heinrich Detering, Zürich 2019, 10
Als er einmal gefragt wurde, unter welchen Gesichtspunkten er seine Offiziere beurteile, sagte er: «Ich unterscheide vier Arten. Es gibt kluge, fleissige, dumme und faule Offiziere. Meist treffen zwei Eigenschaften zusammen. Die einen sind klug und fleissig, die müssen in den Generalstab. Die nächsten sind dumm und faul, sie machen in jeder Armee 90% aus und sind für Routineaufgaben geeignet. Wer klug ist und gleichzeitig faul, qualifiziert sich für die höchsten Führungsaufgaben, denn er bingt die geistige Klarheit und die Nervenstärke für schwere Entscheidungen mit. Hüten muss man sich vor dem, der dumm und fleissig ist, dem darf man keine Verantwortung übertragen, denn er wird immer nur Unheil anrichten.»
H. M. Enzensberger, Hammerstein oder der Eigensinn, Frankfurt 2008, 77 f.
Angst ist keine Weltanschauung.
H. M. Enzensberger, Hammerstein oder der Eigensinn, Frankfurt 2008, 137