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Herkunft: Asien, Europa
Verbreitungsgebiet: Mittelasien und Südosteuropa. Von der nordwestlichen Mongolei, über Dsungarei, Xinjiang, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan bis Südrussland, Ukraine, Aserbaidschan und Armenien. Bis in den Norden von Afghanistan und Iran reicht ihr südliches Verbreitungsgebiet.
Der Schwerpunkt der Brutverbreitung liegt in Mittelasien. Westwärts gerichtete Bruten gehen meist mit der Massenvermehrung von Heuschrecken einher. Ein Teil der Vögel brütet dann sogar in Südosteuropa, insbesondere Rumänien, Bulgarien sowie in Ungarn. Rosenstare sind Langstreckenzieher. Den grössten Teil des Jahres, nämlich rund acht Monate, verbringen sie in den Winterquartieren, die sich hauptsächlich im nördlichen Indien befinden.
Lebensraum: Steppen-, Halbwüsten- und Wüstenlandschaften, felsige Geröllhänge sowie mediterrane Flachlandgebiete. Sie suchen gerne in losen zusammenstehenden Bäumen und Büschen Zuflucht.
Nahrung: Während der Brutzeit ernähren sich die Vögel hauptsächlich von Insekten, vorwiegend von Heuschrecken und Heupferden, und anderen schwärmenden Springschrecken. Feldheuschrecken sind etwa 40 bis 50 Tage im Sommer flugunfähig. Rosenstare nehmen ihre Beute fast ausschliesslich vom Boden auf. Beim Aufsammeln der Heuschrecken vom Boden bilden sie grosse Scharen, die sich alle in eine Richtung bewegen. Die vorderen Vögel bewegen sich dabei schneller als die hinten liegenden, welche dies durch einen kurzen Flug nach vorne ausgleichen. So entsteht eine rollierende Gruppendynamik. Nach dem Flüggewerden der Jungen besteht die Hauptnahrung überwiegend aus Trauben und Maulbeeren. Im Herbst und Winter frisst er auch Früchte, Nektar und Samen.
Größe: 19 - 22 cm, Körperbau und Körpergrösse in den Wesentlichen wie beim Star.
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Familie: Stare (Sturnidae)
Gattung: Stare (Sturnus)
Art: Rosenstar (Sturnus roseus)
Das Gefieder der Altvögel ist im Sommer, vor allem während der Paarungszeit und Brutsaison matt rosa und kontrastiert zum schwarzem Kopf, Flügel und Schwanz. Den Kopf des Männchens ziert ein lang hängender Nackenschopf, der wie eine Haube aufgerichtet werden kann, und violett metallisch schimmert. Die Flügel haben einen grünmetallischen Glanz. Das Weibchen ist etwas matter gefärbt sowie mit kürzerem Schopf und braunerem Rücken und Flügeln. Die schwarzen Partien werden im Winter oft durch weisse Federsäume teilweise verdeckt und der Körper weist ein schmutziges Rosa auf. Im Winter wirken die Altvögel im Allgemeinen glanzloser.
Zugverhalten
Mit ihrem kurzen, kräftigen Schwanz und den spitzen, dreieckig wirkenden Flügeln sind sie schnelle und gute Flieger. Ihr Flug wirkt ungezwungen und lebhaft. Rosenstare sind Langstreckenzieher und legen auf dem Zug zwischen seinem Wintergebiet im nördlichen Indien und den Brutgebieten im östlichen Eurasien mehrere tausend Kilometer zurück. Diese Strecke können sie natürlich nicht in einem ununterbrochenen Flug zurücklegen, sondern muss in kürzeren Flugphasen aufgeteilt werden, unterbrochen von Rastperioden zum Fressen und Trinken. Rosenstare ziehen in grossen Scharen und überwintern südöstlich der Brutgebiete auf dem indischen Subkontinent und den Inseln von Sri Lanka. Die westlichen Populationen ziehen erst direkt nach Osten, dann nach Südosten Richtung Indien, wo sie sich auf dem ganzen Subkontinent verteilen.
Lautäusserungen
Die Lockrufe wirken kurz und rauh. Der Gesang, ein rasselnder, aufbrausender Chor von knackenden, knirschenden und silberhellen Lauten wird oft im Chor mit zitternden Flügeln vorgetragen.
Fortpflanzungs-/Brutbiologie
Rosenstare sind Kolonienbrüter und sind in hohem Grade gesellig. Die Kolonien können mehrere Tausende Paare erreichen. Die Höhlenbrüter errichten ihr grobes Nest oft in kleinen Zwischenräumen von Stein- und Geröllhaufen, in Felsspalten, Klippen, unter Eisenbahnschwellen, Mauern oder Brücken, unter Wurzeln oder in Strohdächern, in verlassenen oder eingenommenen Löchern der Uferschwalbe und manchmal auch in Baumhöhlen alter Weiden. Das grobe Nest aus dünnen Zweigen, Wurzeln und Gräsern wird mit feinerem Gras und Federn und Moosen gepolstert. Das Nest wird oft mehrere Jahre benutzt. Das Gelege besteht aus 3 – 6 Eiern. Die Brutdauer beträgt etwa 15 Tage. Nach gut drei Wochen sind die Jungen flügge.
Quellen / Literatur:
- Vögel – Zootierhaltung / Tiere in menschlicher Obhut, W. Grummt, H. Strehlow (Hrsg.) Verlag Harri Deutsch
- Der neue Kosmos Vogelführer, Kosmos-Verlag Stuttgart, 1999
- Wikipedia.org
- Vogelwarte Sempach
Text und Foto: Nadia Breiter