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Die Geschichte des Bieres im Überblick:
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Bier kennen die Menschen seit tausenden von Jahren. Die Sumerer gingen nicht nur als Entwickler der Keilschrift und Begründer der Monumentalarchitektur in die Geschichte der Menschheit ein. In Mesopotamien, am Unterlauf der Flüsse Euphrat und Tigris wurde auch das erste Bier gebraut. Eine erste Darstellung des Bierbrauens stammt aus dem Jahre 4'000 vor Christus (das "Monument bleu", das im Louvre in Paris zu sehen ist). Das sumerische Werk zeigt in Bildern die Enthülsung der Getreidekörner zur Bierbereitung, die Verarbeitung des Getreidemalzes zu Broten, das Aufweichen in Wasser und den Gärungsprozess. Bier wurde aber schon mehrere tausend Jahre vor der Erfindung der Keilschrift "gebraut"!
In Babylon wurde schon 7'000 Jahre vor Christus Bier gebraut. Die Babylonier verarbeiteten gemälztes Getreide zu Broten. Diese legten sie ins Wasser, wo sie sich langsam auflösten und die Gärung veranlassten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der als Begründer des "positiven Rechts" in die Geschichte eingegangene König "Hammurabi" auch ein Gesetz für das Gast- und Gaststättengewerbe mit insgesamt 320 Paragraphen erliess. In diesem Gesetz waren u.a. Vorschriften über das Brauwesen, über den Besuch der Wirtschaften und die Gestaltung der Bierpreise enthalten. Für Hersteller von wässrigem Bier sah Hammurabi den Tod durch Ersäufen im eigenen Gebräu vor!
Sowohl die Griechen als auch die Römer kamen mit dem Gebräu in Berührung. So richtig begeistern konnten sie sich jedoch nicht dafür. Die Römer zogen den Wein vor - das Bier war für sie das Getränk der Fremden und Ungebildeten. Damit waren die Germanen, also unsere Vorfahren, angesprochen. Diese benutzten zur Bierherstellung gemälztes und ungemälztes Getreide, z.B. Hirse, Gerste, Weizen, Hafer und Roggen. Als Zugaben wurden auch Honig, Pilze und Baumrinde verwendet, seltsamerweise aber kein Hopfen. Dieser wurde im Gebiet des heutigen Deutschlands erstmals im Jahre 736 - wie könnte es anders sein - in Bayern angepflanzt. Das Mittelalter kannte gehopftes und ungehopftes Bier. Nachgewiesen ist, dass der veredelte Gerstensaft bei den Germanen sogar bei religiösen Zeremonien eingesetzt wurde.
Anders war dies bei den Galliern: Die Vorfahren der Franzosen wollten sich vom Eroberer Cäsar ihr Bier um keinen Preis verbieten lassen.
Seit dem neunten Jahrhundert stellten auch die Klöster Bier her. In Germanien, Gallien, Britannien und bei verwandten Völkern verbesserten die Klosterbrauereien dessen Qualität so sehr, dass Ihnen die Brauwissenschaft wichtige Erkenntnisse verdankt. Dazu gehört unter anderem das Beifügen von Hopfen als Gewürzmittel. Berühmt ist der Plan des Klosters St. Gallen aus dem Jahre 820, der gleich drei Brauereien aufzeigt. Eine Brauerei war für die Mönche, eine zweite für die Pilger und eine dritte für Gäste vorgesehen!
In den Klöstern stellte Bier eine wichtige Ergänzung zu den Mahlzeiten dar. In der Fastenzeit galt die Regel, dass alles, was flüssig ist, auch während des Fastens genossen werden darf. Die Klöster brauten zunächst für den Eigenbedarf und zur Versorgung der vielen Besucher, die an die Pforte klopften, um Hunger und Durst zu stillen. Erst später begannen die Klöster mit dem gewerblichen Vertrieb des Bieres; die Klosterschenken (diese waren zu vergleichen mit heutigen Gaststätten) begannen wie Pilze aus dem Boden zu schiessen. Die Qualität der Klosterbiere galt als hervorragend und der Preis dafür war günstig.
Die bürgerlichen Brauereien und Gaststätten vermochten diesbezüglich nicht mitzuhalten und sahen in der Klosterbiererzeugung eine existenzbedrohende Konkurrenz. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begannen viele Landesfürsten damit, den Klöstern den öffentlichen Verkauf ihres köstlichen Getränkes zu verbieten.
Aus den Schulbüchern ist sicherlich noch bekannt, wie der Missionar Gallus um das Jahr 610 ein Bierfass, das dem heidnischen Gott Wotan geopfert werden sollte, durch einen Hauch aus seinem Munde zum Bersten brachte. Die Bregenzer vertrieben später den Heiligen.
In St. Gallen entstand dennoch die wohl erste Bierbrauerei unserer Region. Gallus liess sich um das Jahr 613 an der Steinach nieder. Weitere Einsiedler folgten. 720 wandelte Othmar die Einsiedelei in ein Benediktinerkloster um und unter Abt Gozbert (816-837) entstand, wie erwähnt, der berühmte Klosterplan. In der Stiftsbibliothek von St. Gallen kann man ihn noch heute bewundern. Nach Kapitel 40 der Benediktinerregel durfte nämlich jeder Mönch täglich eine Hemina, also ¼ Liter Wein trinken. In unserer Gegend wurde nun aber kein, oder nur ganz wenig Wein angebaut. Man wich deshalb auf das Bier aus.
Quelle:
Schweizerischer Bierbrauerverein. 100 Jahre Schweizerischer Bierbrauerverein. 1977.
Bischofberger, Hermann. 100 Jahre Locher Bräu Appenzell. Appenzell: Druckerei Jacober, 1986