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Dialyse - Lebensrettung für Nierenkranke
- Montag, 22. August 2011, 10:55 Uhr
Die Nieren entgiften unseren Körper. Funktionieren sie nicht mehr oder nicht mehr ausreichend, bleiben die giftigen Stoffe im Organismus, was unweigerlich zum Tode führt. Damit ein Leben trotz Niereninsuffizienz möglich ist, übernimmt die Dialyse die Arbeit.
«Dialyse» stammt aus dem Griechischen und bedeutet Auflösung. Sehr kleine Teilchen können mit diesem Prozess aus einer Lösung entfernt werden. Klassischerweise braucht man eine Membran (eine sehr dünne Haut oder Trennschicht) durch welche die giftigen Stoffe von der einen Seite auf die andere gelangen. Die künstliche Niere, die Dialyse, filtert also die giftigen Stoffe durch eine Membran aus dem Blut heraus, damit sie dann aus dem Körper ausgeschieden werden können.
Nierenversagen schon im alten Rom
Schon im alten Rom und auch im Mittelalter war das Auftreten von Giftstoffen im Blut bekannt. Mit heissen Bädern, Schwitzkuren, Aderlässen oder Einläufen versuchte man damals meist erfolglos, die Nierenkrankheiten zu behandeln. Die Blutwäsche wurde jedoch erst viel später als Behandlungsform entdeckt und erforscht.
Die erste künstliche Niere
Anfangs des 20. Jahrhunderts hatte der Amerikaner John Abel aus Baltimore die Vision einer künstlichen Niere. Er entwickelte einen Apparat, mit dem er Dialyseexperimente an Tieren durchführte. Schon diese erste Dialyse-Maschine weist verblüffende Ähnlichkeiten mit heutigen Hämodialyse-Geräten auf.
Den weltweit ersten Einsatz eines Dialysegeräts am Menschen wagte einige Jahre später Georg Haas aus Deutschland. Er nannte sein Verfahren «Blutauswaschung». Vermutlich im Jahre 1924 schloss er den ersten Patienten mit Nierenversagen an die Dialyse an. Weder dieser Patient, noch die sechs weiteren, die er in den darauffolgenden Jahren behandelte, überlebten. Bis fast zur Mitte des letzten Jahrhunderts blieb die Idee einer Maschine, die die Funktionen der Nieren künstlich übernehmen soll, eine Vision ohne Erfolg.
Die erste Patientin, die dank der Dialyse überlebte, wurde 1945 mit einem akuten Nierenversagen ins Spital eingeliefert. Der holländische Arzt Willem Kolff schloss sie an die von ihm entwickelte Apparatur an und dialysierte sie eine Woche lang. Die Rettung dieser Patientin war der wichtige Durchbruch in der Behandlung von nierenkranken Patienten: Mit der Dialyse konnte erstmals ein Leben gerettet werden, und die grosse Maschine hatte ihre Bewährungsprobe bestanden.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gelangte die künstliche Niere nach Amerika, wo das Modell einer erheblichen technischen Verbesserung unterzogen wurde und von dort aus an 22 Krankenhäuser weltweit verschifft wurde.
Erster Erfolg bei chronischem Nierenversagen
Trotz dieser umfangreichen technischen Entwicklungen stellte es in den Anfangsjahren der Dialyse ein erhebliches Problem dar, die für die Behandlung benötigten Blutmengen vom Patienten bereitzustellen. Somit war es nach wie vor unmöglich, chronisch Nierenkranke, deren Behandlung eine ständige Dialyse voraussetzte, entsprechend zu versorgen und am Leben zu erhalten.
Erst 1960 gelang es zum ersten Mal einen Patienten mit einem chronischen Nierenversagen zu behandeln. Er überlebte die folgenden elf Jahre dank der Dialyse und starb 1971 an einer kardiologischen Erkrankung.
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