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Krankheit lässt den Wert der Gesundheit erkennen. - Heraklit
Chicago – Tabakrauchen erhöht nicht nur das Lungenkrebsrisiko. Raucher erkranken und sterben auch häufiger als Nichtraucher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, nicht selten ohne Vorwarnung, wie eine Studie im Journal of the American Heart Association (2021; DOI: 10.1161/JAHA.121.021751) ermittelt hat.
Die verschiedenen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs enthalten nicht nur zahlreiche Karzinogene, die vor allem das Lungenkrebsrisiko erhöhen. Rauchen fördert auch die Entwicklung einer Atherosklerose, an deren Ende ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder ein chronisches Herzversagen stehen können.
Ein Team um Sadiya Khan von der Feinberg School of Medicine in Chicago hat hierzu die Daten aus 9 prospektiven Kohortenstudien ausgewertet, die seit dem 2. Weltkrieg in den USA durchgeführt wurden. Dort wurden die Teilnehmer in der Regel danach gefragt, ob sie Raucher sind oder nicht.
Raucher hatten in allen Altersgruppen ein erhöhtes Risiko auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Am größten war der Unterschied im mittleren Lebensalter von 40 bis 59 Jahren. In dieser Altersgruppe haben Raucher ein um etwa 10 %-Punkte höheres langfristiges Risiko auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung: Bei Frauen steigt es durch das Rauchen von 24,8 % auf 34,7 %. Bei Männern nimmt es von 35,8 % auf 46 % zu.
Nicht selten ist der Tod an Herzinfarkt oder Schlaganfall der erste Hinweis auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Männern mittleren Alters, die angaben zu rauchen, war die Wahrscheinlichkeit um 79 % höher als bei Nichtrauchern. Bei Frauen war dies zu 82 % wahrscheinlicher.
Rauchen verkürzt die Zahl der Jahre, die ein Mann mittleren Alters frei von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleibt. Männer erkranken als Raucher 5,1 Jahre früher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Frauen beträgt der Unterschied 3,8 Jahre. Rauchen verkürzt nach den Ergebnissen der Studie die Gesamtlebenserwartung im mittleren Lebensalter bei Männern um 5,5 Jahre und bei Frauen um 4,0 Jahre.