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Die Legende von der Zähmung des Drachen durch die heilige Martha
Tarasque, der Wasserdrache
In der französischen Stadt Nerluc lebten die Menschen in Angst und Schrecken. Denn im Fluss, im Unterlauf der Rhone, lebte ein riesiger Wasserdrache mit blau schimmernden Schuppen wie aus Stahl. Sein Name war Tarasque. Er richtete viel Zerstörung an, verschlang Vieh, Wanderer und Jungfrauen und zerstörte Land und Höfe der Bauern.
Hoffnungslose Lage für 16 tapfere Helden
Sechzehn der tapfersten Männer des Dorfes hatten sich aufgemacht, um gegen ihn zu kämpfen – ohne Erfolg. Die eine Hälfte wurde vom Drachenfeuer verbrannt, der anderen gelang die Flucht.
Vergeblich hatten die Dorfbewohner auch den König um Hilfe gebeten. Dieser hatte wichtigere Angelegenheiten, um die er sich kümmern musste. Auch die edlen Ritter hatten kein Interesse, dem Dorf zu Hilfe zu kommen.
Die heilige Martha, Martha von Bethanien
Da legte ein kleines Schiff bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer an und eine junge Frau in weissem Kleid stieg an Land. Es war die heilige Martha, die Schwester von Maria und Lazarus. Sie willigte ein, den Bewohnern zu helfen. Martha ging zum Fluss und begann zu singen.
Die Zähmung des Drachen
Von ihrem Gesang angezogen, kam der Drache aus dem Wasser und legte sich vor ihre Füsse. Martha sang weiter, bis er eingeschlafen war. Dann nahm sie ihren Gürtel und legte ihn um den Hals des Drachen. Dieser folgte ihr nun wie ein Hund.
Tötung des Drachen
Doch die Menschen vor Nerluc erschraken, als sie den Drachen an Marthas Seite sahen und bewarfen ihn mit Steinen. Bevor Martha die aufgebrachte Menge aufhalten konnte, sank Tarasque, von einem Stein getroffen, tot zu Boden.
Das Pfingstfest
In Erinnerung an dieses Ereignis wurde die Stadt in Tarascon umbenannt. Jedes Jahr zu Pfingsten feiert die Stadt das Tarasque-Fest.