Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/589

Das Wichtigste in Kürze
- Seit 50 Tagen regnet es immer irgendwo in der Schweiz. Die Wetterlage sei aussergewöhnlich, sagt der Klimaforscher Reto Knutti von der ETH Zürich.
- Es sei nicht bewiesen, dass die Wetterlage als solche eine Folge des Klimawandels sei, so Knutti. Eindeutig im Zusammenhang mit der Erderwärmung stehe aber, dass es jeweils so stark regne.
- In der Zukunft dürfte es vermehrt solche Wetterlagen geben, warnt der Experte. Es gelte, Schutzmassnahmen zu ergreifen.
«Seit 50 Tagen war es nie in der ganzen Schweiz trocken», sagt Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich. Diese Wetterlage sei aussergewöhnlich. Es sei allerdings nicht bewiesen, dass sie tatsächlich mit dem Klimawandel zusammenhänge. Zwar gebe es Theorien, wonach solche langen, stabilen Wetterlagen mit Veränderungen in den hohen Luftschichten des Jetstreams zusammenhängen könnten. Gemäss diesen Theorien brächte die Kilmaerwärmung immer längere Trockenperioden, und immer längere Perioden, in denen es nass ist. Doch das seien erst Hypothesen, sagt Reto Knutti.
Mit warmer Luft ergibt das gleiche Gewitter höhere Niederschläge.
Einen eindeutigen Zusammenhang mit der globalen Erwärmung sieht der Klimaforscher hingegen bei der Stärke, der Intensität der Niederschläge: «Mit warmer Luft ergibt das gleiche Gewitter höhere Niederschläge». Die Rechnung ist einfach: Je wärmer also die Luft, desto mehr Wasser nimmt sie auf, desto heftiger der Regen, desto höher der potentielle Schaden. «Wenn wir die gleichen Wetterlagen haben, und es ist ein paar Grad wärmer, dann ergibt das pro Grad etwa sieben Prozent mehr Feuchtigkeit, also mehr Wasser, im gleichen Gewitter», erklärt Knutti.
Schutzmassnahmen gewinnen an Bedeutung
Ein Beispiel ist der neue Niederschlagsrekord in Lausanne diese Woche. Innert 10 Minuten fielen 41 Liter Regen pro Quadratmeter. Das ist mehr als ein Drittel der monatlichen Niederschlagsmenge im Durchschnitt. In Zukunft müssten wir uns vermehrt auf solche Wetterlagen einstellen, sagt Reto Knutti. Was man tun könne, sei, den Hochwasserschutz zu verstärken oder Wetter-Warnsysteme auszubauen.