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Die rasante technologische Entwicklung der vergangenen Jahre hat vor dem interkulturellen Dolmetschen nicht haltgemacht. Insbesondere das Dolmetschen per Video eröffnet den Vermittlungsstellen, ihren Kundinnen und Kunden aber auch den Dolmetschenden neue Möglichkeiten. Um diese auszuloten, hat INTERPRET, die Schweizerische Interessengemeinschaft für interkulturelles Dolmetschen und Vermitteln, gemeinsam mit vier Vermittlungsstellen, ein Pilotprojekt ins Leben gerufen.
Im Pilotprojekt wurden deutlich weniger Videodolmetsch-Einsätze realisiert, als zu Beginn des Projekts angenommen. Einerseits erwies sich die Praxistauglichkeit des Videodolmetschens im Pilotprojekt als ungenügend. Andererseits ist die Qualität des Dolmetschens vor Ort klar höher zu beurteilen als beim Videodolmetschen, weshalb die am Pilotprojekt beteiligten Kunden das gut etablierte Angebot des Dolmetschens vor Ort bevorzugten. Der Mehrwert des Videodolmetschens wird in erster Linie in einem potentiell flexibleren Zugang und in potentiell neuen Einsatzfelder erkannt.
Um das Videodolmetschen in der Schweiz zu etablieren, müssten folgende Schlüsselfragen durch weitere Analysen geklärt werden:
In welchen Einsatzfeldern besteht Bedarf nach Videodolmetschen und wie ist dieser zu quantifizieren?
Gelingt es, einen technisch niederschwelligen Zugang zum Videodolmetschen zu gewährleisten?
Kann das Videodolmetschen zu einem attraktiven Preis angeboten werden?
Eine weitere Herausforderung für das Videodolmetschen stellen die regionalen Strukturen des interkulturellen Dolmetschens dar. Die regionalen Vermittlungsstellen kamen am Ende des Pilotprojekts zum Schluss, keine gemeinsame Strategie des Videodolmetschens zu verfolgen.
Im Auftrag von INTERPRET
2019