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- Eliud Kipchoge wiederholt im Olympia-Marathon erstaunlich leichtfüssig mit 1:20 Minuten Vorsprung seinen Sieg von Rio 2016.
- Hinter dem Kenianer gehen dank Abdi Nageeye (NED) und Bashir Abdi (BEL) erstmals seit 2008 wieder Medaillen nach Europa.
- Der Genfer Tadesse Abraham muss das Rennen rund 15 km vor dem Ziel aufgeben.
Mit einer Endzeit von 2:08:38 Stunden überflügelte ein unangefochtener Eliud Kipchoge seine Marke, die ihm vor 5 Jahren Gold eingetragen hatte, sogar noch um 6 Sekunden. Waren es bei seinem 1. Olympia-Triumph am Zuckerhut 1:10 Minuten Reserve, die er herausgelaufen hatte, so distanzierte der Kenianer diesmal seinen ersten Verfolger um 80 Sekunden.
Favorit Kipchoge übernahm zu einem frühen Zeitpunkt im Rennen das Zepter und schuf spätestens ab Kilometer 32 eine Zäsur zwischen sich und dem Rest des Spitzenfelds. Sein lang gezogener Finish war eine beeindruckende Solo-Vorstellung. Dabei liegt hinter dem Weltrekordhalter ein schwieriges Jahr, wie so oft in der Vergangenheit war der 36-Jährige aber auf den Punkt bereit.
Einer von Drei – und nun mit 4 Olympia-Medaillen
Das Kunststück eines Olympia-Marathon-Doubles schaffte Kipchoge als erst 3. Mann überhaupt (nach dem Äthiopier Abebe Bikila, 1960/1964 und dem Deutschen Waldemar Cierpinski 1976/1980). Sein Palmarès ist aber weitaus reicher dekoriert. So hatte er vor 18 Jahren an der WM seinen 1. Titel errungen – damals in Paris noch im Stadionrund über 5000 m.
Ebenfalls über 5000 m war Kipchoge vor seinem Umstieg auf die Marathon-Distanz bei Sommerspielen schon erfolgreich. So gehören Bronze von 2004 sowie Silber von 2008 zu seinem bemerkenswerten Leistungsausweis.
Die Europäer im Vormarsch
Hinter Kipchoge wurden auf der nordjapanischen Insel Hokkaido die weiteren Podestplätze im Sprint ausgefochten. Abdi Nageeye aus den Niederlanden und Bashir Abdi aus Belgien (+ 1:22 Minuten) sicherten sich die weiteren Medaillen – und schlugen all den anderen afrikanischen Mitanwärtern ein Schnippchen.
Die beiden sorgten zudem für eine Art europäisches Auferstehen in einem Olympia-Rennen über die 42,195-km-Distanz. Denn seit 2008 und dem Goldgewinner Stefano Baldini aus Italien hatte es kein europäischer Läufer mehr in die Top 3 geschafft.
Abraham einer von 30 Ausfällen
Der einzige Schweizer am Start, Tadesse Abraham, brachte seinen 2. Olympia-Marathon (nach Platz 7 in Rio vor 5 Jahren) nicht ins Ziel. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung (inkl. Corona-Erkrankung) war der Wahl-Genfer anfänglich flott unterwegs und ging das Anfangstempo mit der Spitze mit. Es schien, als könnte er sich 4 Tage vor seinem 39. Geburtstag mit einer Top-Klassierung selbst beschenken.
Doch spätestens ab Rennhälfte war der Halbmarathon-Europameister von 2016 mit zunehmend schweren Schritten unterwegs. Er musste abreissen lassen, fiel schnell weit zurück und stieg noch vor der 30-km-Marke aus dem Rennen aus. Seinen letzten Marathon brachte Abraham im Herbst 2019 bei der WM in Katar (9. Schlussrang) ins Ziel.
Hinterher machte der Schweizer Atemprobleme, die sich hartnäckig hielten, für seine Aufgabe verantwortlich. «Auf der ersten Streckenhälfte fühlte ich mich gut, doch dann wurde es schwierig. Ich konnte mich auch nicht mehr verpflegen. Deswegen versuchte ich kurz anzuhalten. Doch es ging nicht mehr weiter.»
Abraham war in Sapporo in guter Gesellschaft. Gesamthaft hatten bei drückenden Temperaturen (rund 30 Grad Celsius) 106 Teilnehmer die 42,195 km unter die Füsse genommen. Im Schlussklassement fanden 76 Läufer Aufnahme.