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Alter und Krankheit treiben die Sozialausgaben in die Höhe
Die Sozialausgaben für Alter und Krankheit haben sich erhöht. Langzeiterwerbslosigkeit von Personen über 50 nahm zu. Die Sozialhilfequote blieb unverändert.
Alle vier Jahre publiziert das Bundesamt für Statistik (BFS) den Sozialbericht Schweiz. Zwischen 1996 und 2017 haben sich die Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung grundsätzlich kaum verändert. Die Erwerbslosenquote ist zwischen 2001 und 2003 sowie zwischen 2008 und 2010 stark gestiegen. Seit 2013 hat sie sich stabilisiert und lag im Jahr 2018 bei 4,7%. Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt seit einigen Jahren tendenziell zu, wobei ältere Arbeitnehmende stärker betroffen sind. Diese Entwicklungen gehen mit einem demografischen Wachstum einher. Die Einwohnerzahl der Schweiz ist von 1996 bis 2017 um 19,8% auf 8,5 Millionen gestiegen. Die Zahl der älteren Menschen steigt stetig, wobei die Alterung der Bevölkerung durch die Zunahme der mehrheitlich jüngeren ausländischen Wohnbevölkerung verlangsamt wird. 2017 kamen 37 Schweizer*innen über 65 Jahren auf 100 Schweizer*innen im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren. In der ausländischen Bevölkerung entsprach dieses Verhältnis 11 zu 100.
Jede zwölfte Person ist arm
2017 galten 8,2% der Schweizer Wohnbevölkerung und 4,3% der Erwerbstätigen als einkommensarm. Die Armutsquote ist seit 2014 angestiegen. Am stärksten von Armut betroffen sind Alleinlebende, Personen in Einelternhaushalten mit minderjährigen Kindern, Personen ohne nachobligatorische Ausbildung sowie Personen in Haushalten ohne Erwerbstätige. Gleichzeitig ist die Sozialhilfequote der Gesamtbevölkerung seit 2005 stabil geblieben und betrug 2017 3,3%. Bei den Kindern und den 46- bis 64-Jährigen verzeichnete sie hingegen einen Anstieg. Ausserdem ging der Anteil der erwerbstätigen Sozialhilfebeziehenden zwischen 2008 und 2017 zurück und die Dauer des Sozialhilfebezugs hat sich verlängert. Wirtschaftliche Wachstumsphasen oder eine rückläufige Wirtschaftsentwicklung haben kaum Auswirkungen auf die Sozialhilfequote. Das Einkommen, das den Personen für den Konsum und zum Sparen zur Verfügung steht (verfügbares Einkommen), stagniert seit 2014. 2016 belief es sich auf monatlich 4121 Franken pro Person. Die Ausgaben für die soziale Sicherheit nehmen weiter zu und beliefen sich 2017 auf 175 Milliarden Franken bzw. 26,1% des Bruttoinlandprodukts BIP. Kostentreiber sind dabei vor allem die Risiken Alter und Krankheit. 2017 entfielen auf diese beiden Bereiche 42,4% bzw. 31,7% der gesamten Sozialausgaben. Die Ausgaben für Invalidität sind seit Mitte der 2000er-Jahre stabil, jene für die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV haben hingegen zugenommen.