Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03310.jsonl.gz/443

Der Ruf des Storches
Themen:
Unerfüllter Kinderwunsch, Schmerzen und Spannungen im Rücken, Ungelöste Traumen, Vertrauensverlust, Strukturelle Muskelbelastung durch Beruf
Alter Patient/in:
30 - 35 Jahre
Angewandte Methode:
Craniosacral Therapie
Dieser Bericht stammt von den Behandlungen einer voll berufstätigen Musikerin. Sie kam zu mir mit einerseits starken Verspannungen im Nacken und Schulterbereich, die bis hinunter zur Rückenmitte reichten und eindeutig ihrem Beruf als Querflötistin geschuldet waren, und andererseits versuchten sie und ihr Mann schon seit Jahren, ein Baby zu bekommen.
Die Behandlungen mit ihr liefen gut an, und es gab eine Menge für mich zu tun. Ihr Körper war ein fast nicht enden wollender Pool aus Verspannungen. Nach den ersten beiden Behandlungen hatte sie richtig Muskelkater im gesamten Rücken gehabt. Es gab da einen bestimmten Punkt unter dem Schulterblatt, auf den sie besonders sensibel reagierte. Wann immer ich sie dort in den ersten paar Behandlungen berührte, fing sie an zu weinen. Das überraschte nicht nur mich, sondern auch sie selbst! Die Emotionen, die sich an diesen Punkt koppelten, waren die von tiefem Misstrauen Menschen, oder präziser ausgedrückt, Männern gegenüber. Ihr System sprach diesbezüglich eine sehr deutliche Sprache. Sie war erst in ihren Zwanzigern in die Schweiz gekommen und sie erzählte mir, dass in ihrem Heimatland Belästigungen von Frauen auf offener Strasse viel häufiger vorkamen, als hier bei uns. Leider bewirkte jedoch ihre innere Haltung dem anderen Geschlecht gegenüber eine Blockade, die eine Schwangerschaft verhinderte, obwohl sie zu ihrem Ehemann uneingeschränktes Vertrauen hatte. Wir sprachen viel über dieses Thema, und ich erklärte ihr, dass sie dieses in der Kindheit und Jugend erworbene Misstrauen um ihrer Gesundheit willen wieder in ein gewisses Mass an Vertrauen umwandeln sollte. Mehr konnte ich zu dieser Zeit nicht für sie tun.
Parallel zu diesen inneren Verspannungen arbeiteten wir natürlich auch mit den äusseren, die sich aber, wie so oft, viel schneller lösten, als die tieferliegenden Glaubensmuster. Nach einer gewissen Zeit hatten sich ihre Rückenbeschwerden soweit gebessert, dass meine Patientin gut damit sein konnte, obwohl sie natürlich als Musikerin weiterhin den immer gleichen Muskelbelastungen ausgesetzt war.
Ihr Mann war jedoch so begeistert von den Veränderungen, die sich bis dahin schon ergeben hatten, dass er auch einige Male zu mir in die Cranio kam. Sein System war alles in allem viel sorgloser und verspielter unterwegs als das seiner Frau, und was es in seinem Körper zu lösen gab, das löste er, und zwar effizient. Gottlob hatte er vom Leben eine sehr gesunde Portion Urvertrauen zu allen Dingen mit auf den Weg bekommen.
Ungefähr anderthalb Jahre später erhielt ich eine rührende Geburtsanzeige. Die beiden waren glückliche Eltern eines gesunden Mädchens geworden. Im Begleitbrief dankten sie mir auf eine so tiefe Art und Weise für meinen Beitrag zum Gelungenen, dass es mich zu Tränen rührte. Bei diesem einen blieb es aber nicht, zwischenzeitlich kam noch ein Geschwisterchen dazu.
Hinzugefügt am:
23. November 2018