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Patientenverfügung
Was genau ist eine Patientenverfügung?
Die Patientenverfügung (auch Bestimmungen für das Lebensende oder Vorausplanung der Pflegemassnahmen genannt) ist ein vom Patienten selbst abgefasstes Dokument.
Es enthält die Wünsche des Patienten (zum Beispiel bezüglich der akzeptierten oder abgelehnten medikamentösen und therapeutischen Pflege) im Fall eines plötzlichen Verlusts der Urteilsfähigkeit als Folge einer Krankheit oder eines Unfalls. Eine Art “Wunschliste” für den schlimmsten Fall.
Dabei sind folgende sechs Etappen zu beachten:
- Überdenken
der gewünschten Art der Pflege sowie der persönlichen Überzeugungen und Werte (spirituelle und andere).
- Sich informieren
über die Vor- und Nachteile der verschiedenen medizinischen Pflegemassnahmen.
- Entscheiden
über die gewünschte Pflege.
- Bezeichnen
einer Vertrauensperson als therapeutischen Stellvertreter.
- Diskutieren
mit seinem Arzt, seinem therapeutischen Stellvertreter und seinen Angehörigen.
- Aufbewahren
des Dokuments an einem sicheren Ort, der auf einer Karte (idealerweise im Portemonnaie) genau bezeichnet ist, ergänzt durch Anweisungen an den Hausarzt.
Jedermann hofft, dass diese Anweisungen niemals notwendig werden. Aber falls es trotzdem dazu kommt, haben sowohl der Patient wie seine Angehörigen die Gewissheit, auf dieses Dokument zählen zu können.
Inhalt
Durch die Abfassung einer Patientenverfügung sorgen Sie vor, dass Ihr Wille respektiert wird, falls Sie bei einem Unglück nicht mehr mitteilungsfähig sein sollten (als Krankheits- oder Unfallfolge, wie Infarkt, Hirnschlag oder anderen). Diese Anweisungen betreffen die medizinischen und therapeutischen Massnahmen, die Sie zu erhalten wünschen, zum Beispiel:
- Wünschen Sie, dass Ihr Leben um jeden Preis verlängert wird?
- Wünschen Sie im Gegenteil, dass die Pflege in erster Linie dazu dient, das Leiden zu erleichtern?
- Akzeptieren Sie einen momentanen Bewusstseinsverlust, um Ihre Schmerzen oder Ihre Angst zu vermindern?
- Möchten Sie das Bewusstsein behalten, auch wenn das Leiden dadurch eher wahrnehmbar bleibt.
In der Patientenverfügung können Sie auch Ihre Lebenseinstellung, Ihre Ängste betreffend Krankheit und Tod sowie Ihre persönlichen und religiösen Überzeugungen usw. zum Ausdruck bringen.
Sie können auch eine Vertrauensperson bezeichnen, die Ihren Willen gegenüber dem Pflegeteam geltend macht. Diese Person kann eine Familienangehörige sein oder nicht.
Diese Anweisungen ermöglichen mehr Ruhe und Gelassenheit im Fall eines plötzlichen Verlusts der Urteilsfähigkeit. Bei einem schweren Schlag werden dadurch auch die Ärzte und Angehörigen entlastet: Sie können heikle Entscheidungen so leichter treffen.
Wie vorgehen?
Sie brauchen nur ein Formular für die Patientenverfügung auszufüllen (oder die Antworten zu diktieren). Der Inhalt ist streng persönlich und kann nur vom Unterzeichner selbst formuliert werden.
Das Formular kann ab der Website der FMH ausgedruckt werden:
http://www.fmh.ch/services/patientenverfuegung.html, oder bei der nachstehenden Adresse bestellt werden:
Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH)
« Patientenverfügung »
Postfach 300
3000 Bern 15
Je klarer Ihre Anweisungen formuliert sind und Ihrer aktuellen medizinischen Situation entsprechen, umso höher ist ihr Gewicht im Entscheidungsprozess.
Die wesentlichen Regeln
Wer kann eine Patientenverfügung verfassen?
Jede urteilsfähige Person kann dies tun. Es ist jedoch untersagt, sie für eine andere Person zu erstellen: Die Abfassung einer Patientenverfügung ist streng persönlich.
Wo ist die Patientenverfügung aufzubewahren?
Übergeben Sie eine Kopie Ihrem Hausarzt, und verwahren Sie in Ihrem Portemonnaie eine Karte, worauf neben dem Ort, an dem sich das Original befindet, auch der Name der von Ihnen bezeichneten Vertrauensperson (therapeutischer Stellvertreter) vermerkt ist.
Welche Gültigkeit hat die Patientenverfügung?
- Die Patientenverfügung muss zwingend das Datum der Unterschrift tragen.
- Die Geltungsdauer ist im Prinzip unbeschränkt. Es ist jedoch empfehlenswert, sie alle zwei Jahre unter Anfügung des neuen Datums erneut zu unterschreiben. Selbstverständlich ist es jederzeit möglich, den Inhalt durch die Abfassung einer neuen Verfügung zu aktualisieren.