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Patanjalis Yogasutra und der achtgliedrige Pfad des Yogaweges.
Das Yoga Sutra
Das Yogasutra ist der Leitfaden zum Yoga von Patanjali, einem indischen Weisen. Es beschreibt, was Yoga ist und wie man mit Yoga die Erleuchtung (Einheit) erlangen kann. Die Kernaussage von Patanjali’s Yoga Sutra ist das Aufzeigen des achtgliedrigen Pfades zum Ziel des Yogas. Es ist eine Anleitung, wie wir den Yogaweg beschreiten und dem Weg folgen können. Das Yogasutra begleitet Praktizierende und hilft uns bewusst zu leben. Es zeigt uns auf, welche Hürden sich uns in den Weg stellen können und wie wir diese überwinden.
Es gibt 195 Sutras in vier Kapiteln. Es ist eine philosophische Schrift, die sehr stichwortartig formuliert ist und viel Raum für Interpretation zulässt. Die ursprüngliche Überlieferung war mündlich. Heute lesen wir in der Regel kommentierte Versionen.
Die vier Kapitel des Yogasutra behandeln folgende Themen:
Samadhi: Patanjali definiert was Yoga ist (citta vritti nirodha). Er zeigt auf, wie unser Geist funktioniert, was ihn beeinflusst, was Hindernisse sind und wie wir ihn beeinflussen können, um mit einem ruhigen, ausgeglichenen Geist Erkenntnis zu erlangen.
Sadhana: Dieses Kapitel zeigt Prinzipien, die wir auf dem Yogaweg brauchen (Yamas und Niyamas), fünf Ursachen, die für unser Leid verantwortlich sind (Kleshas) und beschreibt die ersten fünf Glieder des achtgliedrigen Yogawegs.
Vibhutipada: Hier werden die letzten drei Glieder des achtgliedrigen Yogawegs erklärt. Ausserdem zeigt Patanjali auf, welche Fähigkeiten und Möglichkeiten sich uns eröffnen, wenn wir unseren Geist ruhigstellen können, warnt aber davor, auch hier Anhaftung zu vermeiden.
Kaivalyapada: Patanjali beschreibt, was es bedeutet, einen klaren und ruhigen Geist zu haben und erklärt, wie dieser Zustand von vollkommener Freiheit aussehen würde.
Der achtgliedrige Pfad
Der achtgliedrige Pfad (Ashtanga heisst achtgliedriger Weg) lehrt uns die acht Stufen des Yoga, die wir meistern müssen, um das Ziel des Yoga zu erreichen. Es sind aber nicht acht Stufen, die wir eine nach der andern «abhandeln» können wie eine Checkliste, sondern wir bewegen uns zwischen diesen Stufen hin und her und können auch gleichzeitig auf mehreren Stufen praktizieren.
Die acht Stufen sind:
1) Yama - Umgang mit der Umwelt: Die Yamas sind nach aussen gerichtet und geben uns Handlungsempfehlungen, wie wir mit unserer Umwelt umgehen können.
2) Niyama - Umgang mit uns selbst: Die Niyamas sind eher nach innen gerichtet. Sie geben uns Handlungsempfehlungen, wie wir mit uns selbst umgehen können.
3) Asana - Umgang mit dem Körper: Asanas sind die Körperhaltungen/Posen des Yogas.
4) Pranayama - Umgang mit Atem: Pranayama zeigt uns wie wir unseren Atem kontrollieren oder manipulieren können.
5) Pratyahara - Umgang mit den Sinnen: Pratyahara bedeutet der Rückzug der Sinne. Dass wir unsere Sinne entspannen und nach innen richten, um so vollständige Konzentration zu erhalten.
6) Dharana - Umgang mit Konzentrationsfähigkeit: Dharana ist Fokus, d.h. wir richten unseren konzentrierten Geist auf etwas aus. Wir haben die Aufmerksamkeit fokussiert, um tiefer einzudringen, um tiefer zu verstehen.
7) Dhyana - Meditation: Meditation bedeutet Verinnerlichung, Versenkung und Verbundenheit. Wir erkennen die wahre Natur eines Objekts und echtes Verstehen wird so möglich.
8) Samadhi - Erleuchtung: Samadhi ist tiefes Verständnis und vollkommene Loslösung. Wir verschmelzen vollständig. Sind eins mit der Welt und in einem Zustand der inneren Freiheit. Dies ist das Ziel des Yoga.
Die Schritte sechs bis acht können folgendermassen abgebildet werden: Wir haben konzentrierten Kontakt zu einem Objekt (Dharana - Kontakt), verbinden uns anschliessend damit (Dhyana - Verbindung) und verschmelzen im letzten Schritt damit (Samasdhi - Verschmelzung).
Quelle:
Buch: The Heart of Yoga - Desikachar