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Südafrikanischen Bauernfamilien wurde während Kolonialzeit und Apartheid viel Land geraubt - und weiteres ist auch heute noch in Gefahr, weggenommen zu werden.
Die südafrikanische Landwirtschaft ist auch über 20 Jahre nach der Apartheid geprägt durch ein duales System: Einerseits gibt es landwirtschaftliche Grossbetriebe in den Händen einer weissen Minderheit und einer kleinen schwarzen Elite. Sie produzieren Mais, Wein und Früchte in Monokulturen, welche mehrheitlich exportiert werden.
Die Landarbeiter und Landarbeiterinnen auf diesen Betrieben erhalten Löhne unter dem Existenzminimum und leben in armseligen Behausungen ohne Strom und Wasser. Andererseits gibt es Millionen von Kleinbauernfamilien, welche entweder von der Landreform übergangen wurden oder von Vertreibungen durch Minen oder landwirtschaftliche Grossbetriebe bedroht sind.
Die Landreform gilt als gescheitert und in der Landwirtschaftspolitik wird die Bedeutung der Kleinbauernfamilien für die nationale Ernährungssicherheit vernachlässigt. Somit werden Kleinbauernfamilien kaum gefördert. Wehren sich Gemeinden gegen Landraub durch internationale Minen- und Energiekonzerne, werden sie von diesen bedroht.
Justice and Peace der Südafrikanischen Bischofskonferenz setzt sich gegen Landraub und für eine gerechte Landreform ein, damit sich die Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung in vier Provinzen des Landes verbessert.
Das Projekt unterstützt Rückforderungen von Gemeinschaftsland, welches der Bevölkerung während der Kolonialzeit und der Apartheid geraubt wurde. Dazu arbeitet es eng mit dem südafrikanischen Menschenrechtsrat zusammen. Landarbeiterfamilien erhalten Rechtsberatung zu Arbeits- und Wohnrechten und Rechtsbeistand bei Vertreibungen und Gesetzesverstössen durch Grossbetriebe.
In der Provinz Kwa-Zulu Natal unterstützt Justitia und Pax ländliche Gemeinden, Widerstand gegen den Raub ihres Landes zu organisieren. Zudem werden Kleinbauern- und Landarbeiterbewegungen beraten, wie sie mit Lobbyarbeit Einfluss auf den Landreformprozess nehmen können. Sie erhalten auch Beratung in agrarökologischer Landwirtschaft zu Themen wie Mischkulturen, Lebendhecken und Kompostierung.
Auf nationaler Ebene greift Justitia und Pax die bearbeiteten Fälle und Themen in ihrer Medienarbeit auf.