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Es brauchte viel Kraft, diesen Lebensabschnitt meiner Autobiografie zu verfassen. Es handelte sich doch um die grösste Enttäuschung meines Lebens. Anfang 2015 habe ich mit der Besschreibung dieses Lebens-Abschnittes begonnen, Ende September 2018 hatte ich die Kraft, ihn zu beenden.
Jahrelang habe ich dies verschoben. Ich habe immer wieder angefangen zu schreiben, es dann aber wieder auf die Seite gelegt. Ich habe mich geschämt und erzählte diese Geschichte nicht einmal meinen Freunden. Ich wusste nicht warum es zu diesem Desaster kam. Ich zweifelte immer wieder, ob ich vielleicht doch den einen oder anderen Fehler gemacht hatte. Auch körperlich habe ich gelitten. Immer wieder rebellierte mein Körper mit Haut-Ausschläge wie der Gürtelrose.
All diese Zweifel änderten sich, als ich Ende Juli 2018 im Kosovo vernahm, dass nun auch Daniela und Katjas Mutter Doris dieselben Probleme mit Katja hatten. Die beiden konnten offen mit mir sprechen und haben mich verstehen. Endlich konnte ich diese meine "Schmach" abschliessen.
Katja hatte immer ihren eigenen Willen. Sie war zwar froh, dass sie am 6. April 1992 zu mir an die Bollwerkstrasse ziehen konnte, nachdem sie Streit mit Luciano dem Freund von Mami hatte und dabei geschlagen wurde. Sie zog dann aber am April 1995 wieder aus ins Schwesternhaus, als es ihr nicht passte, dass ich mit Sylvia eine eigene Freundin mit ihren Kindern bei mir zu Hause einquartierte. Sie vergass aber nicht, mir ihr Bankkonto mitzuteilen, damit ich ihr die Alimente von Fr. 317.-- überweisen konnte. Dies war für Katja selbstverständlich, obwohl sie bereits 20 Jahre alt war! "Ihr habt mich auf die Welt gestellt, deshalb sollt ihr auch zahlen!" lautete ihre Argumentation.
Ich hatte soeben Anfangs Juli 2007 die Scheidung von Evelyne abgeschlossen. Ich war wieder Solo. Katja zeigte damals grosses Verständnis für mich und meinte: "Sie sei froh, dass ich diese Krise "lebendig" überstanden hätte. Der Vater ihrer besten Freundin habe sich in einer ähnlichen Situation sein Leben genommen."
Einige Tage später am 23. Juli 2007 erhielt ich von Katja nachfolgendes Mail:

Hallo Papi
Habe den Koffer in die Eingangshalle gestellt. So kannst Du ihn abholen, wann Du Zeit hast.
War vorhin nochmals auf deiner Homepage. Wenn man bei Google.ch nach Lehmann Katja sucht, kommt man noch immer auf deine Seite.
Auch sind noch immer Fotos von mir auf deiner Homepage zu finden...
Noch einmal, ich möchte nicht auf deiner Homepage erscheinen. Also kein Katja auf der ganzen Seite (auch nicht auf dem Stammbaum), kein meine Tochter K (wenn jemand etwas über mich wissen will, kann er mich selbst fragen), keine "Tagebucheinträge" von mir und auch keine Fotos.
Du kannst von dir persönlich schreiben was du möchtest, aber nichts von mir. Denn dafür müsstest du mich fragen, denn ich bin erwachsen und kann selbst bestimmen, was ich möchte und was nicht.
Ich hoffe sehr, dass mit diesem Mail die Katja-Homepage-Geschichte abgeschlossen ist!!!
Gute Reise
Katja
Der erwähnte Koffer war mein Koffer. Ich hatte ihn Katja ausgeliehen. Für mich war es eine Demütigung und Zumutung, dass ich den entliehenen Koffer bei ihr in ihrem Wohnhaus abholen musste.
Ich habe auf dieses Mail hin die meisten Einträge, die Katja betraffen, gelöscht resp. ihren Namen auf "K." reduziert. Einzig Einträge, die zu mir und meinem Leben gehörten, habe ich nicht gelöscht, denn Katja ist eben immer noch aus meinem Fleisch und Blut.
Ich verstand das obige Mail und auch Katja nicht, habe ich doch nur gutes über Katja geschrieben. Ich war stolz auf ihre Leistungen. Wer macht schon solch gute Lehrabschlussprüfungen in der Spedition und als Kinderkrankenschwester?
Im Spätsommer 2007 ging das aggressive Verhalten von Katja weiter. Meine Scheidung war überwunden. Ich wollte den kommenden Winter 2007/08 nochmals mit dem Wohnwagen in Südspanien verbringen.
Das Problem war meine Abwesenheit und die anfallende Post mit etwaigen Einzahlungsscheinen und anderen Forderungen, die zu erledigen waren. So fragte ich Katja, ob ich meine Post während meines Spanien-Winteraufenthaltes an sie weiterleiten und sie ein Auge auf etwaige wichtige Dokumente (Einzahlungsscheine etc) richten könne.
Ihre Antwort war niederschmetternd, kurz und bündig: "Nein, sie hätte keine Zeit. Sie arbeite Teilzeit als Krankenschwester und bewältige nebenbei ihr Studium an der FH!"
Ich schluckte leer, musste aber ihr Desinteresse zur Kenntnis nehmen, jeden Tag ein paar Minuten für ihren Vater aufzuwenden. So blieb mir nichts anderes übrig, als zur Halbzeit kurzzeitig über Weihnachten mit dem Flugzeug von Südspanien nach Hause zu fliegen, um die Post abzuholen und durchzuschauen. Denn die Post konnte man höchstens 3 Monate zurückbehalten. Ich blieb aber gegen 6 Monate in Südspanien.
Wie es zu diesem Härte oder Aversion kam, ist mir unverständlich. Streit hatten wir keinen. Im Gegenteil. Sie zeigte unerwartet viel Verständnis bei meiner kürzlichen Scheidung von Evelyne und stärkte mein Selbstbewusstsein. Ich war stolz auf Katja. Unterstützte sie, wo ich konnte. Katja studierte neben ihrem Teilzeit-Job als Krankenschwester Betriebs-Informatik an der Fachhochschule Basel und erhielt von mir monatlich einen nicht unwesentlichen finanziellen Zustupf. Ob Ihre Stimmungsschwankung eine Nachwirkung aus der Trennung ihrer Beziehung mit Reto herrührte oder sie Aerger im Spital hatte?
Lange Zeit war Ruhe. Ich ging meinen eigenen Weg. Katja lernte Roland Weber, ihren jetzigen Mann, kennen. Ich zahlte ihr auch einen Flug in die USA, damit sie ihn besuchen konnte. Dann aus heiterem Himmel der nächste Hammer. Ein Mail mit folgendem Inhalt: "Sie möchte nicht mehr in meiner Homepage resp. Internet-Tagebuch erwähnt werden. Ich möge bitte alle Einträge mit ihrem Namen löschen".
Ich rief unverzüglich zurück und lehnte diese Forderung ab. Sie sei meine Tochter, ich sei stolz auf sie und habe kein einziges negatives Wort über sie geschrieben. Wer kann denn nicht stolz über jemanden aus der eigenen Familie sein, der mit Best-Noten die Berufslehre abschliesst? Es würden ihr also keine negativen Image-Schäden entstehen. Sie sei Teil meines Lebens, das ich nicht so einfach mit einer Federstrich streichen könne.
Katja hatte bereits zu jener Zeit die üble Taktik angenommen, bei Meinungsunterschieden am Telefon einfach nicht mehr zu antworten. Sie blieb zwar am Telefon, antwortete aber nicht mehr. (vielleicht legt sie das Telefon nur ab, und macht ihre Hausarbeiten weiter) Katja war keinen Millimeter von ihrer Meinung weg zu bewegen. Sie war absolut kompromiss-unfähig. Dadurch konnte ein Telefon stundenlang dauern und es blieb mir oft nichts anderes übrig, als den Hörer einfach aufzulegen. Bevor ich diesen Mal auflegte, willigte ich schlussendlich ein, ihren Namen Katja durch meine "Tochter K." zu ersetzen.
Vor und während der Prostata-Operation betreute mich Katja. Sie war auch dabei, als ich aus der Narkose aufwachte. Dann aber ging sie wiederum auf Distanz.
Bis zum heutigen Tag hat Katja sich nie bei mir erkundigt, wie es mir geht und wie sich mein PSA-Wert resp. die Krebs-Heilung verhält.
Wie aus heiterem Himmel verlangte nun auch Daniela, dass ich sie in meiner Homepage nicht mehr erwähnen möge. Ich war überrascht, denn Daniela nutzte Internet auch zum Versand und Ablage von eigenen Fotos. In der Wortwahl entdeckte ich schnell die Beeinflussung von Katja. Daniela wäre niemals auf diese Idee gekommen, denn sie wusste, was die Homepage für mich bedeutete. Zudem schrieb sie als Abschluss ihres Mails, wie als eine Art Entschuldigung: "Papi, ich hab Dich lieb !"
Darüber will ich nicht allzuviel schreiben. Sie artete in einem Desaster und in einen Bruch aus. Ich erhielt eine SMS als Einladung. Es kam kein Brief oder Telefon, noch weniger eine Einladung zum Kennenlernen ihres Rolands, oder sogar mit ihren neuen Schwiegereltern. Ich blieb ein Fremdkörper in ihrem neuen Leben. Ich fühlte mich wie ein Freund dritter Klasse.
Ein zusätzlicher Knackpunkt war ihr Hochzeits-Termin! Man muss dazu wissen, dass ich ein schwieriger Fall bin, wenn man Termine mit mir abmachen will. Deshalb veröffentlichte ich (auch heute noch) alle meine Termine mindestens 1 Jahr zum voraus in meiner Homepage. Darüber habe ich Katja zuletzt im Krankenhaus nach meiner Prostata-Operation gewarnt: "Bitte schau in meiner Homepage nach, dort findest meine Termine. Du weisst, Dein Papi ist oft weg!"
Aber Katja entschied sich zu meiner Entsetzen für einen Hochzeits-Termin, während dem ich rund 840km in Istrien weilte. Mit etwas gutem Willen hätte sie mehrere Möglichkeiten zwischen Juni und Mitte August gefunden, denn ich war in dieser Zeit mehrmals in der Schweiz.
Ich war mir jedoch bewusst, manchmal ist es schwierig, einen Termin-Wunsch abzudecken, der allen passt. Ich hätte dies akzeptiert, wenn sie sich bei mir gemeldet und über ihr Dilemna berichtet hätte. Aber es blieb bei der elektronischen SMS-Einladung.
Ich schrieb daraufhin Katja, dass ich noch nicht definitiv zusagen können, denn dies wäre meine 4. Fahrt über 1'700 km in die Schweiz und zurück innert weniger Monate gewesen. Ich habe nie eine Antwort von Katja erhalten. Ein Wort des Bedauerns hätte gereicht und ihr Vater wäre voller Freude zum 4. Mal in die Schweiz gefahren. Es kam jedoch kein Zeichen. Kein Zeichen, dass sie sich über meine Anwesenheit gefreut hätte. Dennoch überwies ich den beiden einen grösseren Betrag als mein Hochzeitsgeschenk.Ich blieb ihrer Hochzeit fern und blieb in Istrien.
Später nach der Hochzeit kam ein Dankeschön für den "grossen Geldbetrag", aber kein Wort des Bedauerns, dass man mich vermisst hätte.
Jahrelang habe ich aus Scham über mein Problem mit Katja geschwiegen und niemandem etwas darüber erzählt. Dann sah ich im 2013 am Schweizer Fernsehen eine "Club-Diskussion" über genau dieses Thema und der anwesende Psychiater/Psychologe meinte, dass dieses Phänomen gar nicht so selten sei. Diskussions-Teilnehmer und Betroffene berichteten über ähnliche Erfahrungen in ihrer Familie. Auf einmal fühlte ich mich nicht mehr alleine.
Ich begann offen darüber zu erzählen, wenn mich jemand nach meinen Kindern fragte. Und mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass dies in meinem Freundes- und Bekanntenkreis mehr vorkam, als man meinen würde. Und in jedem Fall war es für die betroffenen Väter oder Mütter unbegreiflich. Es scheint jedoch weiterhin ein Tabu-Thema zu sein.
Die Lage war verfahren, bis ich im Herbst 2013 innert einem Monat Katja 3x traf:
Auf den 31. Aug. 2013 lud Daniela alle ihre Freunde zu einem Familienfest ein. Ihre Einladung war unheimlich nett und ansprechend. Dagegen konnte ich mich nicht wehren, auch wenn Katja sowie Doris und Luciano ebenfalls eingeladen waren.
Am 7. Sept. 2013 traf ich an der Hochzeit von Stephanie auf der Insel Mainau auch Katja mit Amelie. Ich war Gast an der Hochzeit, Katja kam nur zur Begrüssung. Wir vereinbarten, dass ich bald möglichst, bevor ich nach Thailand abfliegen werde, Katja und ihre Familie zu Hause in Bonstetten besuchen werde.
Am 6. Oktober war es soweit. Ich sprang über meinen Schatten und besuchte Katja, Roland, Amelie und den kleinen Luc zu Hause in Bonstetten. Amelie brachte ich ihre erste Barbie-Puppe mit. Es war ein netter Tag, obwohl die Spannung nicht von der Hand zu weisen war. Das Thema Hochzeit und die Entfremdung kam nicht auf den Tisch. Nach ein paar Stunden ging ich wieder nach Hause, froh meinen Teil zur Normalisierung geleistet zu haben. Ein paar Tage später flog ich zu meinem nächsten 5-monatigen Aufenthalt nach Thailand.
Eine gute Woche war ich zurück aus Thailand, als ich Daniela in Wil besuchte. Sie hatte mich eingeladen und mit den gefüllten Paprikas geködert. Ich brachte den Kindern je ein Kuvert mit einem Batzen und Daniela Lindor Kugeln. Es war eine nette ungezwungene Stimmung, bis sie mir ihr neuestes Foto-Album zeigte: Darin entdeckte ich ein Foto "14. Jan. 2014: Taufe von Luc" sah. Es war ein Schock, eine Ohrfeige. Ich musste mich zusammenreissen, mir so wenig wie möglich anmerken zu lassen. Ich hätte weinen können. Ich war am Boden zerstört.
Wie konnte mir das Katja antun, die Taufe so zu legen, dass ich, ihr Vater, in Thailand weilte. Es wäre ja wirklich kein Problem gewesen, dieses Datum auf März oder April zu verschieben. Sie hat mich nicht einmal davon informiert, dass Luc getauft wird. Und dies, nachdem ich letzten Herbst einmal mehr ihr die Hand zum Frieden gereicht hatte.
Ich fuhr anschliessend von Daniela noch zu Christina, wo ich mit ihr auch darüber sprach. Auch sie war schockiert, eine Taufe vorsätzlich ohne Grossvater abzuhalten.
In einem ersten Schritt wollte ihr Katja einen bösen Brief schreiben. Ich redigierte tagelang am Text, bis er einigermassen moderat war. Schlussendlich entschied ich aber, diesen Brief nicht wegzuschicken. Ich wollte nicht alles abbrechen, was ich mühsam letzten Herbst noch gekittet hatte. So wanderte mein nachstehender Brief in die Ablage, während ich nach Istrien in meinen Sommeraufenthalt fuhr.
Den nachstehenden Brief habe ich nicht wggeschickt.Er soll an dieser Stelle meine damalige Stimmung darstellen:

Entwurf des Briefes an Katja vom 12. April 2014, den ich aber nicht abgeschickt habe
Liebe Katja und Roland
Erstmals vielen Dank für das Mail von Katja mit den schönen Fotos von Amelie und Luc. Ich schreibe Euch meine Antwort nicht elektronisch, sondern per Post, damit ihr beide meine Zeilen in Ruhe lesen könnt.
Am vergangenen Wochenende war ich zu Besuch bei Daniela, Eshref und den Kindern. Dabei haben sie mir ganz begeistert ihr Foto-Buch über ihr Waldfest vom vergangenen Spätsommer gezeigt. Ja, es war eine schöner Anlass. Ich habe mich dort wohl gefühlt.
Dann sah ich auf der zweitletzten Seite etwas, was wie ein Hammerschlag auf mich wirkte..Es waren Fotos von einem Familienfest, nämlich der Taufe Eueres Luc vom Jan. 2014.
Unsagbare Enttäuschung überkam mich. Alles wiederholt sich laufend seit meiner Prostata-Operation im Okt. 2009: Das Desinteresse an meinem Leben, meinen Erlebnissen und meiner Gesundheit; Euere Hochzeit, die beiden Taufen von Amelie und Luc, meine bis heute unbeantworteten Briefe.
Im vergangenen Herbst kurz vor meiner Abreise nach Thailand sprang ich über meinen eigenen Schatten und habe Euch besucht. Ich machte einen ersten Schritt zur Normalisierung unserer Beziehung. Und was kam von Euerer Seite zurück? Nichts! Die Taufe von Luc wäre eine derartige freudige Gelegenheit gewesen.
Ich habe Dir Katja bereits im vergangenen Sommer gesagt und auch geschrieben, Grossvater zu sein, ist schön und macht einem auch stolz, aber nicht aus Alibi-Gründen, um kritischen Fragen Euerer Kinder vorzubeugen: "Hat denn Mami keinen Papi?"
Die Frust auf meiner Seite ist gross. Ich ziehe nun einen Schlussstrich, denn ich habe genügend Demütigungen erlitten. So werde ich mich jetzt zurückziehen, denn als "Gschänggli-Grossvater" fühle ich mich zu schade. Dennoch werden Luc und Amèlie auch in Zukunft ihren Geburtstags- und Weihnachtsbatzen auf ein eigenes Bankbüchli erhalten. Und in wenigen Jahren werden Euere Kinder auch ohne Euch neue Wege suchen und ihr gerechtfertigtes Interesse über Internet befriedigen.
Mit besten Grüssen
In der Zwischenzeit weilte ich in Istrien und genoss meine Ruhe. Ich vergass meine Probleme mit Katja.......
Ich sass in Solaris im Wohnwagen. Mit nachfolgendem Mail habe ich von dem freudigen Ereignis erfahren, dass ich bald zum 5. Mal Grossvater werden sollte. Es war das erste Lebenszeichen seit ich hier unten in Istrien bin. Ich bin mir bewusst, dass Katja an meinen Aktivitäten hier in Europa und im Fernen Osten nicht interessiert ist. Sie gehört nicht zu den Lesern meiner Tagebücher und Reiseberichte.

Lieber Papi
Wie geht es dir?
Uns allen geht es sehr gut.Luc feiert nächste Wo seinen 1. Geburtstag u Amelie wird im Oktober bereits 4!
Ich bin schwanger.
Wenn alles gut geht, sind wir im Januar/Februar zu fünft!
Wir freuen uns sehr!
Liebe Grüsse
Von meinem iPhone gesendet
Als Antwort schickte ich ihr nach reiflichem Ueberlegens, mit möglichst wenigen Emotionen ohne einen Abbruch zu forcieren, das nachstehende Mail am 30. Juli um 08:33 Uhr:

Liebe Katja u. Familie
Meine Stimmung ist gemischt Mir geht es eigentlich gut hier unten in Istrien. Zur Zeit ist das Wetter zwar nur mittelmässig, mal Sonne, mal Wolken, aber ich kann jeden Tag draussen an der Sonne verbringen.
Weniger gut geht es mir, wenn ich mich erinnere und realisiere, dass ich scheinbar immer noch ein Fremdkörper bin und nicht zu Euerer Familie gehöre. Dies musste ich erkennen, als ich dieses Frühjahr eben zurück aus Thailand bei Daniela in Wil in ihrem neuesten Fotoalbum entdecken musste, dass Luc wenige Wochen vorher im Januar 2014 getauft wurde.
Dir Katja wünsche ich eine gute Schwangerschaft und vorallem ein gesundes Kind. Wenigstens weisst Du schon, wie es geht. Alles Gute.
Euch allen wünsche ich eine gute Zeit und hoffentlich bald besseres Wetter in der Schweiz
Liebe Grüsse
In ihrer Antwort begründet Katja, warum sie mich nicht zur Taufe von Luc eingeladen hat: "... nehme nicht an ihrem Familienleben teil". Man beachte ihren Schreib-Stil gegenüber ihrem Vater!

Lieber Papi
Danke für deine guten Wünsche.
Wir haben Lucs Taufe ohne dich gefeiert, da du dich entschieden hast, nicht an unserem Familienleben teilhaben zu wollen.
Wir haben dich mehrfach konkret zu uns eingeladen u dir mitgeteilt, dass du dich nach deinen Auslandsaufenthalten melden und/oder vorbeikommen sollst.
Amelie wird im Oktober 4 Jahre alt. Sie hat dich bis heute 3x gesehen, davon einmal als Baby u einmal an der Hochzeit von Steffi.
Sie hat dich im Oktober mit sehr offenen Armen empfangen - du hast dich seither nie mehr bei ihr gemeldet. Du bist ein fremder Mann für sie u gibst ihr keine Chance, dich kennen zu lernen.
Es tut mir leid, dass deine Stimmung gemischt ist.
Ich fühle mich aber nicht für deine Entscheidungen verantwortlich.
Ich wünsche dir alles Gute
Deine Katja
Von meinem iPhone gesendet
Ich kam eben vom "Carnival of Solaris" zurück, als ich in meinem Postfach dieses Mail von Katja vorfand. Dieses Mail hat mich erschüttert. Es ist eine typische emotionale Antwort, auf die man als Mann keine Chance hat. Denn sie ist so falsch und voller Verdrängung der Realität. Katja lebt in einer anderen Welt, aber in welcher? Ich war mir klar, jetzt musste ich sachlich bleiben und alles weglassen, was nicht mit Lucs-Taufe zu tun hatte. Ich musste kurz und bündig bleiben.
Ich versuchte mich in die Gründe von Katja hineinzufühlen: Katja konnte mich nicht zur Taufe von Luc einladen. Sie hätte im Beisein ihres Mannes Roland und ihrer Schwiegereltern das "Warum" erklären müssen und dann wäre herausgekommen, dass sie sich nicht einmal mit dem Vater über ihre Hochzeit unterhalten hat, weder in einem Gespräch, einem Telefon, noch mit einem Brief. Es wäre herausgekommen, dass sie ihrem Mann Roland alle meine Briefe unterschlagen hat. Dies wäre für alle eine Katastrophe gewesen. Deshalb musste Katja froh sein, dass ich an der Taufe nicht dabei sein konnte.
So ist ihr Brief, oder noch besser, die vorgezogene Taufe von Luc ohne michals Grossvater, zu erklären.
Mehrere Tage habe ich mir diesen Schritt überlegt. Ich entschied für mich, dass ich dieses Thema endgültig lösen und abschliessen will. Ich muss mich vor Katja schützen. Ich habe in den letzten Jahren genügend körperlich durch Ausschläge am Körper und auch Emotional durch schlechtes Schlafen gelitten. Dennoch wollte ich Katja zeigen, und das kam aus vollem Herzen, dass ich ihr eine gute Schwangerchaft wünsche und vorlallem ein gesundes Kind.

Liebe Katja
Ich möchte nicht nochmals aufrollen, was in den letzten Jahres alles passiert ist, jedoch:
Du verdrehst schon alles nach Deinem Belieben. Letztes Jahr haben wir uns 3x getroffen (Daniela Fest, Steffanie-Hochzeit) und 1 Woche vor meiner Abreise nach Thailand habe ich Euch in Bonstetten besucht. 3 Monate später, während ich in Thailand weilte, habt ihr die Taufe von Luc abgehalten.
Ich habe Dir meine Hand hingestreckt, Du hast sie weggeschlagen. Deine Argumentation, ihr habt mich nicht zur Taufe eingeladen, weil ich kein Interesse an Euerem Familienleben habe, ist bösartig und zerstörerisch und widerspricht der Realität.
Ich werde mich nun wirklich aus Deinem Familienleben zurückziehen und Dich bitten, von weiteren Mails, SMS oder anderweitigen Kontakten abzusehen. Ich will mir dies nicht weiter antun.
Ich wünsche Dir trotzdem nicht dasselbe, was Du mir angetan hast. Ich hoffe aber, dass Dir Deine Kinder einmal verzeihen werden, denn sie werden grösser und sich nach dem Opa erkundigen und sie werden mich finden. Meine Tür und mein Herzen wird für sie immer offen sein.
Ich wünsche Dir aber von Herzen eine gute Schwangerschaft und ein gesundes Kind
Nachdem ich nun den Kontakt mit Katja endgültig abgeschlossen hatte, habe ich mich am 5. Augsut 2014 entschlossen, in meiner ganzen Homepage überall wieder den Namen "Katja" einzufügen. Ich werde jedoch den Google-Roboter auf dieser "Problem-Seite" stoppen.
Im Facebook von Daniela las ich am 23. Jan. 2015 eine kurze Notiz "Ich bin Tante geworden am 22.1.15 ein kleines Mädchen!". Ich wusste, dass Katja wieder schwanger war. Ich war mir auch bewusst, dass sie ihre Ablehnung mir gegenüber eisern duchziehen wird, weil ich sie in meinem Mail klar dazu aufforderte. Aber es schmerzte schon.
Juliette Michelle hiess das Mädchen. Ich habe es mir nicht nehman lassen, nach meiner Rückkehr aus Thailand unverzüglich ein Kindersparheft zu eröffnen und die erste Zahlung zu tätigen. Juliette ist auch eine Enkelin von mir, auch wenn ich sie nie kennen lernen werde.
Während meines Kosovo-Aufenthaltes im Juli 2018, an dem auch meine Ex-Frau Doris und Mutter von Katja und Daniela teilnahm, musste ich zu meiner Ueberraschung erfahren, dass Katja sich nun auch seit Anfang 2018 mit ihrer Mutter und sogar Daniela total zerstritten hat. Ich wusste, dass beide sich stark um Katja bemühten. Doris war oft bei ihr zu Hause, hütete die Kinder und kochte. Daniela war Patin des kleinen Luc. Umso überraschter war ich ob dieser Nachricht und vorallem der Frustration beider.
Ich gebe zu, für mich war diese Neuigkeit eine Art Erleichterung. Ich war nicht mehr der einzige Böse. Es war doch nicht mein alleiniger Fehler! Nun kann ich diese Geschichte einstweilen abschliessen. Aber gelöst ist das Problem von Katja keineswegs. Katja ist krank! Darin sind wir drei uns einig.

Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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