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China
ZENTRALE BEGRIFFE
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Sein ungeheuer ausgeweiteter Ideenreichtum gestattet es ihm nicht mehr, sich gedanklich abzugrenzen. Seine Vorstellungswelt wuchert unkontrolliert, er ist ein Phantast. Dadurch fehlt ihm die nötige Aufmerksamkeit, die Konzentration auf einen gedanklichen Gegenstand, die erst einen roten Faden in seine Pläne bringen könnte. Weil er die Einzelheiten seiner Luftschlösser vernachlässigt, weil er keinem dieser Details zumindest vorübergehend den höchsten Aufmerksamkeitsrang zugesteht, verlieren seine ganzen Projekte ihren Wert. Sein Tun ist ein einziger Mißerfolg.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
Hauptthemen
Die Hauptsymptomatik von China betrifft Pläne, Ideen und geistige Arbeit. Er wähnt sich schon am Ziel seiner Luftschlösser. Ein weiterer Themenkomplex dreht sich um die Beurteilung der Werte: Kleinigkeiten bekommen zu großes Gewicht, oder er verachtet und verurteilt alles. Der dritte Punkt ist das Gefühl des Mißerfolgs und der allgegenwärtigen Behinderung.
1. Verlust vitaler Flüssigkeit
Er schwitzt die Nacht, auch bei leichtem Zudecken, unaufhörlich. RAL 365
Beim Zudecken schwitzt er sogleich sehr stark über und über; so lästig ihm dies ist, so schlummerhaft ist's ihm doch dabei, dass er sich nicht besinnen und nicht aufstehen kann. RAL 366
Nasenbluten, früh zwischen 6 und 7 Uhr, nach dem Aufstehen aus dem Bette, mehre Morgen nach einander. RAL (125)
Öfteres, starkes Nasenbluten. RAL (126)
Nasenbluten nach starkem Schnauben. RAL (127)
Starke Pollution, Nachts um 3 Uhr. RAL (349)
Verwirrung beim Schweiss. Rep
Delirium nach Blutung. Rep
Delirium durch Säfteverlust. Rep
Erregung nach Blutung. Rep
Vergesslich durch Säfteverlust. Rep
Geisteskrankheit nach Blutung. Rep
2. Projekte und Luftschlösser
Projectirende Ideen in Menge. RAL 7
Er entwirft eine Menge grosser Pläne für die Zukunft. RAL (713)
Er entwirft viele Pläne, und denkt über ihre Ausführung nach; es drängen sich ihm viele Ideen auf einmal auf. RAL (714)
Er hat viele Ideen, nimmt sich allerlei vor, auszuführen, baut Luftschlösser. RAL (715)
Er hat eine Menge Pläne im Kopfe, die er gern ausführen möchte. RAL (716)
3. Ideen und Denken
Er ist von langsamer Besinnung, hat grosse Abneigung vor Bewegung, und ist mehr zum Sitzen und Liegen geneigt. RAL 3
Langsamer Ideengang. RAL 4
Er ist in Gedanken (als wenn der Ideengang still stände). RAL 5
Er kann die Ideen nicht in Ordnung halten, und begeht Fehler im Schreiben und Reden, indem er Wörter, die nachfolgen sollten, voraus setzt; das Reden Anderer stört ihn sehr. RAL 6
Eingenommenheit und Wüstheit im Kopfe und Trägheit des Körpers, wie von Nachtwachen und Schlaflosigkeit. RAL 8
Kopfweh, als wenn das Gehirn wund wäre, welches sich bei der geringsten Berührung des Kopfs und der Theile des Kopfs vermehrt, vorzüglich aber durch angestrengte Aufmerksamkeit und tiefes Nachdenken, ja selbst durch Sprechen. RAL 25
Sie kann die ganze Nacht nicht schlafen; lauter unangenehmen Gedanken, einer nach dem andern, beschäftigen sie. RAL 343
Er kann nicht einschlafen vor vielen Ideen und Betrachtungen, deren jede ihn nur kurze Zeit beschäftigt, aber immer von einer andern verdrängt wird; so kommt fast die ganze Nacht kein Schlaf in seine Augen, worüber er gegen Morgen ganz warm wird über und über, doch ohne das Aufdecken und Entblössen zu vertragen, ohne Durst. RAL 344
Schlaflosigkeit nach Mitternacht; so schläfrig er auch ist, so bleiben doch die Gedanken wach, wobei er die Augen schließt und seine Lage im Bette oft verändert. RAL 345
Er schlief spät ein; er konnte vor vielen Gedanken nicht einschlafen, schlief auch nicht fest und war früh beim Aufstehen sehr abgespannt. RAL 346
Wenn er einschlafen will, wecken ihn schreckliche Phantasieen auf. RAL 347
Früh, beim Erwachen, ängstliche Vorstellungen und Gedanken. RAL 351
Wenn er die Nacht aufwacht, kann er sich nicht besinnen. RAL 355
Beim Zudecken schwitzt er sogleich sehr stark über und über; so lästig ihm dies ist, so schlummerhaft ist's ihm doch dabei, dass er sich nicht besinnen und nicht aufstehen kann. RAL 366
Verdriesslich, doch weder traurig, noch zänkisch, aber zum Geschwind-Denken gar nicht aufgelegt. RAL 424
4. Arbeit
Keine Lust zur Arbeit, er ist unthätig. RAL 426
Lust zur Arbeit, zu lesen, zu schreiben und nachzudenken; überhaupt besondere Aufgelegtheit und Betriebsamkeit. RAL 427
Unlust zu geistigen und ernsthaften Beschäftigungen. RAL (705)
Unlust zu geistigen Arbeiten und Schläfrigkeit. RAL (711)
Abneigung vor körperlichen und geistigen Anstrengungen. RAL (712)
5. Aufrichten
Beim Aufwachen die Nacht war es ihm wie schwindlig, so dass er sich nicht aufzurichten getraute. RAL 356
Bewusstlosigkeit wenn er aufrechter Haltung bleibt. Rep
6. Körperlos
Außerordentliche Leichtigkeit aller Bewegungen, als wäre er körperlos. RAL (564)
7. Hohe Orte und Fallen
Ängstigender Traum: er soll steil herab in einen Abgrund hinunter, worüber er erwacht, aber den gefährlichen Ort so lebhaft vor seiner Phantasie behält (vorzüglich wenn er die Augen zumacht), dass er noch lange Zeit in grosser Furcht darüber bleibt und sich nicht beruhigen kann. RAL 350
Unerträgliche Ängstlichkeit (um 8 Uhr Abends und um 2 Uhr nach Mitternacht): er springt aus dem Bette und will sich das Leben nehmen, und fürchtet sich doch, an das offne Fenster zu gehen oder sich dem Messer zu nähern — bei Körperhitze, ohne Durst. RAL 403
Nachts fürchterliche, schreckhafte Träume von Fallen von oben herab, mit Aufwachen voll Unruhe und Unbesinnlichkeit die ersten Augenblicke. RAL (587)
Suizidneigung, stürzt sich aus dem Fenster. Rep
8. Verachtung der Werte
Verachtung aller Dinge. RAL 415
Was ihm sonst in hellem, freundlichem Lichte erschien, zeigt sich ihm jetzt glanzlos, unwürdig und schaal. RAL (700)
9. Kleinigkeiten
Sobald sie sich am Tage niedersetzt, nickt sie gleich und schlummert; legt sie sich aber nieder, so wird sie vom geringsten Geräusche munter. RAL 342
Eine überängstliche Besorglichkeit um Kleinigkeiten. RAL 423
10. Kleine Ursache und große Wirkung
Durch etwas zu viel Genossenes, auch von der unschuldigsten Art, wird gleich der Magen verdorben, und ein fader Geschmack im Munde, eine Vollheit im Unterleibe, Verdriesslichkeit und Kopfweh kommen zum Vorschein. RAL 150
Nach jedem Schluck Getränke Gefühl von innerer Kälte im Oberbauche, welche bei jedem Athemzuge sich erneuert. RAL 153
Von geringer Zugluft Beschwerden. RAL 330
Sie verfällt von Zeit zu Zeit in eine Laune von Weinen, ohne äussere Veranlassung, durch eine sich selbst gemacht, nichtige Grille, z.B. eines eingebildeten Bedürfnisses, etwa, dass sie sich nicht satt essen könne. RAL 407
Während heiterer Gemüthsstimmung jählinges, kurzdauerndes Aufschreien und Herumwerfen, ohne sichtliche oder merkbare Veranlassung. RAL 408
11. Mißtöne
Es sitzt ihm etwas in der Kehle (dem Luftröhrkopfe), so dass die Töne der Sprache und des Gesangs tiefer und unreiner werden. RAL 228
Ein Pfeifen und Giemen in der Luftröhre beim Atemholen. RAL 229
Es liegt ihm (die Nacht) auf der Brust; es pfeift, röchelt, schnärchelt und giemt ihm in der Luftröhre, ohne dass ihn der zähe Schleim zum Husten nöthigte. RAL 230
12. Lachen
Husten vom Lachen erregt. RAL 241
13. Trinken
Etliche Stiche vom Brustbeine nach dem Rücken hindurch, bald nach dem Trinken. RAL 251
Nach jedem Schluck Getränke Gefühl von innerer Kälte im Oberbauche, welche bei jedem Athemzuge sich erneuert. RAL 153
Nach jedem Trinken ein Stich in der Herzgegend. RAL 154
Nach jedem Schluck Getränke Schauder oder Frost mit Gänsehaut. RAL 155
Nach dem Trinken Bauchweh, wie von einer Purganz. RAL 156
14. Zerschlagenheit
Unerträglicher Schmerz im Kreuze wie von Klamm, oder wie zerschlagen und zerknirscht, welcher bei der mindesten Bewegung plötzliches Schreien auspresst. RAL 259
Schmerz im Rücken bei der mindesten Bewegung, wie Zerschlagenheit. RAL 262
Schmerz in den hintern Oberschenkelmuskeln, als wenn sie zerschlagen wären, beim Sitzen. RAL 278
Schmerz im Knie bei der mindesten Bewegung, wie Zerschlagenheit. RAL 287
Zerschlagenheitsschmerz der Knochen des Unterschenkels beim Auftreten, und noch schlimmer beim Befühlen; wenn sie daran fühlte, schauderte der ganze Fuss und fror, als wenn sie ihn in kaltes Wasser gesteckt hätte. RAL 290
Schmerz in der untern Hälfte beider Unterschenkel, als wenn die Beinhaut zerschlagen und geschwollen wäre, bloss beim Stehen; beim Befühlen schründender Schmerz, wie auf einer wunden, zerschlagenen Stelle. RAL 293
Müdigkeit der Füsse, als wenn sie zerschlagen wären. RAL 294
Knochenschmerz in den Gelenken der Ribben, der Gliedmassen, der Achseln und den Schulterblättern, als wenn sie zerschlagen wären, wenn er sich nur im geringsten rührt und bewegt. RAL 298
Schmerz aller Gelenke wie zerschlagen, im Frühschlummer; je länger man sie stille liegen lässt, desto mehr schmerzen sie; — daher wird öfteres Wenden der Glieder nöthig, weil sich bei der Bewegung die Schmerzen mindern; beim vollen Erwachen vergehen sie. RAL 300
Schwäche und Unfestigkeit in den Hüft- und Kniegelenken, zwei Morgen nach einander, als ob er den Tag vorher eine weite Fussreise gemacht hätte; bei fortgesetzter Bewegung verliert sich dies Gefühl aus den Gelenken, und geht als Zerschlagenheitsschmerz den ersten Tag in die Oberschenkel, den zweiten Tag aber mehr in die Unterschenkel über. RAL (462)
15. Mißerfolg und Behinderung
Er kann die Ideen nicht in Ordnung halten, und begeht Fehler im Schreiben und Reden, indem er Wörter, die nachfolgen sollten, voraus setzt; das Reden Andrer stört ihn sehr. RAL 6
Unzufriedenheit; er hält sich für unglücklich und glaubt, von Jedermann gehindert und gequält zu werden. RAL 416
Verdrießliche Unentschlossenheit: sie kann nirgends zum Zweck kommen und ist unwillig dabei. RAL 421
Allzuängstliche Bedächtigkeit. RAL 422
16. Der andere
Er kann die Ideen nicht in Ordnung halten, und begeht Fehler im Schreiben und Reden, indem er Wörter, die nachfolgen sollten, voraus setzt; das Reden Andrer stört ihn sehr. RAL 6
Unzufriedenheit; er hält sich für unglücklich und glaubt, von Jedermann gehindert und gequält zu werden. RAL 416
Äusserst geneigt, sich zu ärgern, und jede Veranlassung, sich zu ärgern, herbei zu ziehen; nachgehends zänkisch und aufgelegt, Andre zu ärgern und ihnen Vorwürfe und Verdruss zu machen. RAL 420
Mangel der (gewöhnlichen) fröhlichen Laune; er ist lieber für sich allein. RAL (699)
17. Überempfindlichkeit
Übermässige, fast schmerzhafte Empfindlichkeit der Haut des ganzen Körpers, selbst der inneren Handflächen. RAL 310
Sein Gefühl des ganzen Nervensystems ist gleichsam krankhaft erhöhet, gespannt und aufgereizt. RAL 325
Allzugroße Empfindlichkeit aller Nerven, mit einem krankhaften Gefühle allgemeiner Schwäche. RAL 326
Inneres Gefühl wie von einer bevorstehenden Krankheit. RAL 327
Überreiztheit mit Kleinmüthigkeit und Unerträglichkeit jedes Geräusches. RAL 328
Schmachtender Zustand des Geistes und Körpers mit Überempfindlichkeit. RAL 329
Von geringer Zugluft Beschwerden. RAL 330
Allzugroße Zartheit und Überempfindlichkeit des Nervensystems; alle Gegenstände des Gesichts, Geruchs, Gehörs und Geschmacks sind ihm zu stark, beleidigen sein inneres Gefühl uns sind seinem Gemüth empfindlich. RAL 331
(Beim sehr gewohnten Tabakrauchen) auf- und hinterwärts ziehend reissender Zahnschmerz im Oberkiefer, mit einem ohnmachtartigen Zufalle darauf. RAL (144)
Tabakrauch däuchtet ihm ungewöhnlich scharf und beissend hinten am Gaumen. RAL (155)
18. Berührung
Jücken an der Eichel, was zum Reiben nöthigt, Abends im Bette. RAL 217
Liebkosungen vermehren seine Verdriesslichkeit. RAL 414
Hitze des Körpers und Röthe und Hitze des Gesichts, drei Stunden lang, mit starkem Hunger; die Lippen brennen, wenn man eine mit der andern berührt; auch in der Haut um die Lippen ist brennend stechender Schmerz. RAL (668)
Furcht berührt zu werden. Rep
19. Bitterkeit
Bitterer Geschmack der Speisen, besonders des Waizenkuchens. RAL 95
Ob er gleich für sich keinen bittern Geschmack im Munde hat, so schmeckt doch alles Essen bitter; nach dem Hinterschlingen der Speisen war es nicht mehr bitter im Munde. RAL 96
Beständig bitterlicher Geschmack im Munde. RAL 97
Früh bitterer Geschmack im Munde. RAL 98
Das Bier schmeckt ihm bitter und steigt in den Kopf. RAL 101
Reine Zunge mit bitterem Geschmacke. RAL (171)
Bitterer Geschmack RAL (172)
Bitterkeit des Mundes. RAL (173)
Bitterer Geschmack im Munde; auch der Tabak schmeckt beim Rauchen bitter. RAL (174)
Bitterer Geschmack im Halse, welcher macht, dass er den Speichel immer hinunterschlucken muss (sogleich). RAL (175)
Ein übler, bisweilen bitterer Geschmack, vorzüglich früh, im Munde, die Speisen hatten keinen angenehmen, doch auch keinen bittern Geschmack. RAL (176)
Bitterer Geschmack im Munde beim Kaffeetrinken. RAL (177)
Brod schmeckt beim Kauen gut, beim Hinterschlingen aber bitter. RAL (178)
Bitterlich salziger Geschmack der Semmel und Butter, mit Trockenheit im Gaumen und Durst, ausser dem Essen kein fremder Geschmack im Munde, bloss Trockenheit und Durst. RAL (179)
Alle Speisen schmeckten ungemein salzig, nachgehends bitter. RAL (180)
Nach Butterbrod bitter säuerliches Aufstossen. RAL (181)
20. Schlaf und Traum
Nachts ein schreckhafter Traum. RAL 348
Schwere Träume im Nachtschlafe, die ihn auch nach dem Aufwachen ängstigten. RAL 349
Ängstigender Traum: er soll steil herab in einen Abgrund hinunter, worüber er erwacht, aber den gefährlichen Ort so lebhaft vor seiner Phantasie behält (vorzüglich wenn er die Augen zumacht), dass er noch lange Zeit in grosser Furcht darüber bleibt und sich nicht beruhigen kann. RAL 350
So wie sie die Augen zum Schlafen schliesst, träumen ihr garstige Dinge. RAL 352
Er schreckt auf, wenn er einschlafen will. RAL 353
Unruhiger Schlaf voll Träume und Aufschreien. RAL 354
Im Schlafe ist das eine Auge offen, das andere halb geschlossen, mit zurückgedrehten Augäpfeln, wie bei Sterbenden. RAL 362
Die Nacht hindurch abwechselnd Kopfweh und aufschreckende Träume. RAL (583)
Nachts unruhiger Schlaf, aus welchem er von Zeit zu Zeit aufschreckte und dann jedesmal einige Augenblicke unbesinnlich blieb. RAL (584)
Abends, beim Einschlafen, verworrene Traumbilder, worüber er wieder erwacht. RAL (585)
Nachts, beim Erwachen aus schrecklichen Träumen, Ängstlichkeit. RAL (586)
Nachts fürchterliche, schreckhafte Träume von Fallen von oben herab, mit Aufwachen voll Unruhe und Unbesinnlichkeit die ersten Augenblicke. RAL (587)
Fürchterliche Unglücksträume, worüber er aufwacht, ohne jedoch zur Besinnung kommen zu können. RAL (588)
Ängstliche Träume die Nacht, worüber er halb unbesinnlich aufwachte und noch einige Zeit furchtsam blieb. RAL (589)
Ein durch verworrene und abgebrochene Träume gestörter Schlaf, mit mehrmaligem Erwachen; er wachte auf, kam aber nicht zur Besinnung. RAL (590)
Verworrene, unsinnige Träume nach Mitternacht, mit halb unbesinnlichem Aufwachen vermischt. RAL (591)
Verworrene, widersinnige Träume, wovon er oft aus dem Schlafe aufgeweckt wird. RAL (592)
Wollüstige Träume, mit Pollutionen RAL (593)
Nachts unruhiger Schlaf, mit verdriesslichen Träumen und Herumwerfen, wobei er jedesmal aufwacht. RAL (594)
Nachts, im Schlafe, wirft er sich hin und her, deckt sich auf und hat allerlei verdriessliche Träume von ehedem geschehenen Dingen; früh kann er sich gar nicht ermuntern vor Wüstheit und Eingenommenheit im Kopfe; er ist früh wie gerädert und durch den Schlaf gar nicht erquickt. RAL (595)
21. Wechselfieber
Innerliche Kälte, periodisch mit Schauder und Schüttelfrost über den ganzen Körper (sogleich). RAL (626)
Fieberfrost, abwechselnd kommend und vergehend, zugleich Mattigkeit der Kniee und Schienbeine im Gehen und Stehen, beim Sitzen minder. RAL (637)
Zwei Frostanfälle zu verschiedenen Zeiten vor der Fieberhitze. RAL (644)
Hitze, abwechselnd mit Frost; etwa eine halbe bis ganze Stunde nach dem Froste tritt die Hitze ein; einiger Durst nach kaltem Wasser in der Hitze. RAL (645)
Den ganzen Nachmittag Frost, abwechselnd mit Hitze, zugleich Mattigkeit in den Untergliedmassen; alles weit schlimmer beim Gehen in freier Luft. RAL (648)
Während der, den ganzen Tag über dauernden Hitzempfindung und Gesichtsröthe abwechselnd untermischte, fieberhafte Zufälle an Frost und Schweiss, bei wenigem Durste. RAL (649)
Über den ganzen Körper bald Wärme, bald Kälte, abwechselnd den ganzen Vormittag. RAL (650)
22. Bier
Das Bier schmeckt ihm bitter und steigt in den Kopf. RAL 101
Widerwille gegen Bier. RAL 102
Widerwille gegen Wasser und Neigung zu Biere. RAL 103
23. Sattheit
Es ist immer, als wenn er sich satt gegessen, satt getrunken, und bis zur Sättigung Tabak geraucht hätte und doch hat er von allen diesen Genüssen einen richtigen, guten Geschmack RAL 106
Kein Verlangen nach Speisen, bei richtigem Geschmacke. RAL 107
Das Abendessen schmeckt ihm, aber er ist gleich satt und kann daher sehr wenig essen. RAL 108
24. Tiere
Furcht vor Tieren. Rep
Furcht vor Hunden. Rep
25. Sehnsucht nach Unbekanntem
Lüsterner Appetit, er hat Verlangen, weiss aber nicht worauf. RAL 112
Er hat Appetit auf mancherlei, weiss aber nicht genau, auf was. RAL 113
Sehnsucht oft nach unbekannten Dingen. RAL 114
Früh (8 Uhr) starker Hunger und Appetit, ohne zu wissen, worauf. RAL (200)
26. Widerwille und Ekel
Schleimiger Geschmack im Munde, der ihm die Butter verekelt. RAL 88
Höchster Widerwille und Ekel gegen nicht unangenehme Genüsse, selbst wenn sie nicht zugegen sind, und er nur davon reden hört, bei Arbeitscheue, anhaltender Tagesschläfrigkeit und Gilbe der Augäpfel. RAL 117
Nach dem Essen vergeht der Ekel und die fliegende Hitze und Blutaufwallung. RAL 139
27. Zorn
Er ist ärgerlich, böse und geräth leicht in Zorn. RAL 417
Unmuth bis zum heftigsten Zorne, so dass er Jemand hätte erstechen mögen. RAL 418
Ärgerlich bei gegebener Veranlassung, ausserdem stupid, betroffen, verlegen. RAL 419
Äusserst geneigt, sich zu ärgern, und jede Veranlassung, sich zu ärgern, herbei zu ziehen; nachgehends zänkisch und aufgelegt, Andre zu ärgern und ihnen Vorwürfe und Verdruss zu machen. RAL 420
Mürrisch, zum Zanken aufgelegt. RAL (701)
Er ist so innerlich ärgerlich. RAL (702)
Unzufriedenen und empfindlichen Gemüths, zum Zanken aufgelegt. RAL (703)
28. Geistige Arbeit
Lust zur Arbeit, zu lesen, zu schreiben und nachzudenken; überhaupt besondere Aufgelegtheit und Betriebsamkeit. RAL 427
Unaufgelegtheit zum Denken; abwechselndes Heiter- und Düsterseyn, drei Stunden lang. RAL (704)
Unlust zu geistigen und ernsthaften Beschäftigungen. RAL (705)
Unlust zu geistigen Arbeiten und Schläfrigkeit. RAL (711)
Abneigung vor körperlichen und geistigen Anstrengungen. RAL (712)
29. Schwäche
Schmerz der Gelenke im Sitzen und Liegen; die Glieder vertragen nicht, dass man sie auf einer Stelle ruhig liegen lässt, wie nach einer übermässigen Ermüdung auf einer grossen Reise, oder wie nach einer grossen Entkräftung durch übermässiges Blutlassen oder allzuhäufigen Samenverlust; man muss die Glieder bald hiehin, bald dorthin legen, und sie bald biegen, bald aber wieder ausstrecken. RAL 299
Die vormaligen Schmerzen sind wie verhalten und wie gezwungen unterdrückt, und dabei eine grosse Schwere im ganzen Körper. RAL 332
Zitternde Kraftlosigkeit der Gliedmassen, bei erweiterten Pupillen. RAL 334
In den Augen Gefühl, wie bei allgemeiner Schwäche, als wären sie sehr eingefallen, was sie doch nicht sind. RAL (101)
30. Bett und Liegen
Er ist von langsamer Besinnung, hat große Abneigung vor Bewegung, und ist mehr zum Sitzen und Liegen geneigt. RAL 3
Unerträgliche Ängstlichkeit (um 8 Uhr Abends und um 2 Uhr nach Mitternacht): er springt aus dem Bette und will sich das Leben nehmen, und fürchtet sich doch, an das offne Fenster zu gehen oder sich dem Messer zu nähern — bei Körperhitze, ohne Durst. RAL 403
Ganz ausser sich und verzweifelt wirft er sich im Bette herum. RAL 404
31. Gleichgültigkeit
Hippokratisches Gesicht (zugespitzte Nase, hohle Augen mit blauen Ringen), Gleichgültigkeit, Unempfindlichkeit; er mag nichts von den Umgebungen, nichts von den ihm sonst liebsten Gegenständen wissen. RAL 33
Gleichgültigkeit gegen alle Eindrücke von aussen und Unlust zu sprechen. RAL (707)
32. Salz
Drückend beissender Schmerz in den Augen, wie von Salz; sie muss sie immer reiben. RAL 38
Salziger Geschmack im Munde. RAL 90
33. Leiche
Er glaubt einen Leichengeruch zu riechen. RAL 55
Der psorische China-Mensch wirkt kompliziert und dabei gehemmt. Kompliziert darum, weil er alle Projekte, Vorgänge und Handlungen in jeder Einzelheit erfassen will; gehemmt, weil er dem unbedeutendsten Detail zuviel Aufmerksamkeit schenkt.
Man kann leicht den Eindruck bekommen, China kämpfe gegen die Befürchtung, selbst als Einheit zu zerfallen, da er mit seinen Analysen sich und alles andere in die Bestandteile zergliedert.
Sein Mitteilungsdrang kann stark ausgeprägt sein. Seine Rede, seine Art Sätze zu bauen, wird dabei gekennzeichnet von einem verwickelten Strudel von "wenn" und "aber", immer weitere Nebensätze werden eingeflochten, damit kein Aspekt ausgelassen werde. China kann diesen Gedankenstrom nicht kontrollieren. Unglaublich viel wird dabei gedanklich bewegt, aber der Zuhörer hat das Gefühl, letztlich werde nichts bewirkt. Je mehr und je genauer er sich einer Sache bemächtigen will, desto größer werden seine Zweifel, daß ihm das Wesentliche entgehe. Darum bewundert er alle fest entschlossenen Mitmenschen. Selbst jedoch fühlt er sich unstabil und schwach.
Die großen Themen von China sind Zweifel, Einwände, Hindernisse und Mißerfolg. Er ist unfähig zu handeln. Dazu ein Zitat von F. Kafka, dessen Selbstzeugnisse einen guten Einblick in das Gemüt eines China-Menschen geben: "Ich kann nicht eigentlich erzählen, ja fast nicht einmal reden. Wenn ich erzähle, habe ich meistens das Gefühl, wie kleine Kinder es haben könnten, die die ersten Gehversuche machen." Man hat das Gefühl, Schwierigkeiten würden von Kafka deswegen so beleuchtet, weil er ihre Unüberwindlichkeit demonstrieren wolle. Eine Lesung vor Publikum nannte er einmal "einen großartigen Mißerfolg", denn er fühlte dadurch seine Haltung, seine Mißerfolgserwartung, bestätigt.
Die Beschwerden beim Verlust der vitalen Flüssigkeiten, z. B. Blut, liefern ihm die Bestätigung seiner Schwäche und die willkommene Begründung für sein Scheitern. In der Nacht vom 9. auf den 10. August 1917 erleidet Kafka seinen ersten Blutsturz, es ist der Beginn der Tuberkulose, an der er sterben wird. Sein Kommentar dazu: (...) "jedenfalls verhalte ich mich zu der Tuberkulose wie ein Kind zu den Rockfalten der Mutter, an die es sich hält (...) Manchmal scheint es mir, Gehirn und Lunge hätten sich ohne mein Wissen verständigt, 'so geht es nicht weiter', hat das Gehirn gesagt, und nach fünf Jahren hat sich die Lunge bereit erklärt, zu helfen. Ich halte nämlich diese Krankheit im geheimen gar nicht für eine Tuberkulose, oder wenigstens zunächst nicht für eine Tuberkulose, sondern für meinen allgemeinen Bankrott."
Der China-Mensch schildert seine Welt absolut detailgetreu, phantastisch und beklemmend. Er kann von enervierender Pingeligkeit in Bagatellen sein. Emotional nimmt er am liebsten eine kühle Beobachterrolle ein. Er geht ungern intime Beziehungen ein, die durch ihre unberechenbare Emotionalität diesen distanzierten Standpunkt gefährden. Alles Körperliche, auch der körperliche Genuß, ist etwas Fremdes und Unreines, er vermeidet die körperliche Berührung und die Nähe, weil er nicht angerührt werden will. Körperliche Lust beschreibt er mit angeekelter Genauigkeit und erlebt sich dabei "kalt wie ein Ofenrohr". Seine emotionale Unfähigkeit, seinen Mangel an Liebe und Empathie, seine Hilflosigkeit im sozialen Standardsituationen, all das wird er übergenau und dabei unbeteiligt, sogar gleichgültig schildern.
Sein Körper ist mager und ohne Kraft.
Ihn umgibt eine gläserne Wand. China zieht sich in die Einsamkeit zurück. Seine Überempfindlichkeit zwingt ihn in die Klausur. Die Ehe ist ein "Schafott", so Kafka. Der andere Mensch ist eine Fessel für seine subjektive Freiheit.
Der Schlaf ist gestört, weil China auch des Nachts seine Wachsamkeit nicht einstellen kann, um Maßnahmen gegen die allgegenwärtige Bedrohung durch eine übermächtige Welt zu erfinden.
Egotrophie
Ein Mensch, der von fast körperloser Leichtigkeit ist. Er nimmt sein Leben ganz in die eigene Hand, führt alle Vorhaben aus, auch gegen jeden Widerstand. Geschickt weicht er jeder Verpflichtung an andere aus, er läßt sich nicht behindern. Er ist geistig sehr rege, seine Pläne berücksichtigen jedes Detail, er läßt keine Zufälle geschehen. Ein perfekter Planer und Organisator. Er ist entschlußfreudig und handelt sehr schnell. Die Raschheit seiner Handlungen ist der Versuch, alle Dinge auf einmal zu erledigen. China arbeitet deshalb immer am Stück und unter Bedingungen, die Ungestörtheit garantieren. Pausen muß er vermeiden, er ist von großer Zähigkeit und Ausdauer, verausgabt sich aber dabei.
China weiß sofort von allem, was es wert ist, er beurteilt mit großer Sicherheit selbst komplexe Umstände, dabei entgeht ihm keine Kleinigkeit.
Gegen Widerstände geht er im Kommandoton vor, er spielt sich als Verkünder des Gesetzes auf. Er ist sehr empfindlich gegen Vorschriften, fühlt sich leicht dadurch gedemütigt. Er ist ein Egozentriker, alles kreist um sein Ich. Gegen das Empfinden anderer ist er gleichgültig.
Seinem Körper zwingt er allerhand Maßnahmen auf, um ihn leistungsfähig und ausdauernd zu halten. Er ist ein Gesundheitsapostel, der nicht raucht oder trinkt, dafür im Winter lange Spaziergänge macht, weil die Frischluft so gesund ist.
Die anderen Menschen macht er zu den Knechten seiner Pläne, so wie er sich in der Psora als Knecht der göttlichen Schöpfung fühlt.
Er braucht wenig Schlaf, sein Geist ist zu rastlos, um sich Erholung zu gönnen.
Egolyse
Der egolytische China-Mensch erlebt all sein Handeln als Mißerfolg. Vor allem Kleinigkeiten vereiteln seine Pläne, und er vermag nichts auszurichten. Er fühlt sich wie gefesselt. Die Welt ist eine Bedrohung, und Hilfe durch Freunde nicht in Sicht. Er fühlt sich winzig, kraftlos und impotent.
Alterolyse
Seine Mitmenschen behindern ihn, wogegen er sich wehrt. Er wertet ihre Leistungen ab und beleidigt ihre Verdienste. Gern versucht er, die Projekte anderer zu sabotieren und zu verhindern. Er will eben die erste Ursache aller guten Werke sein.
China verspürt die Regung, gleichzeitig viele Dinge zu tun oder zu denken. Er kann sich nicht gegen seine Gedankenflut wehren, die Kontrolle über das Vorstellungsvermögen fehlt. All seine Pläne sollen unmittelbar ausgeführt sein; all seine Projekte und all seine Beobachtungsperspektiven haben den gleich hohen Rang für ihn. In seinem Kopf gehen viele Dinge herum, dieser Sturm an Ideen führt am Ende dazu, daß er das Interesse am Standpunkt mit dem klarsten Verständnis verliert. Da er keinen Betrachtungsstandpunkt einnehmen will, der ihm ein zumindest vorläufiges Verständnis erlaubt, verfällt er dem Unverständnis.
Transzendenter Wert
Gott versteht alles auf einmal. Unsere Auffassungsgabe kann hingegen nicht unendlich viele Dinge zugleich bewältigen, wir denken in Schritten, indem wir etwas Ganzes in seine Teilprobleme portionieren. Durch die Bewältigung der Einzelheiten wird am Ende das ganze Problem gelöst.
Das göttliche Attribut, das China beansprucht, ist der schöpfende Gedanke, sich nämlich zu jedem Zeitpunkt allem in Gedanken und Tat zuwenden zu können. Er beneidet die Besonderheit des göttlichen Gedankens, in dem Handlung und Plan unmittelbar in eins fallen.
Menschliche Daseinsbedingung
China verachtet die menschliche Weise der Reflexion, nämlich das Denken in Schritten. Ein Gedankenschritt reiht sich beim Menschen an den anderen, so entsteht in einer zeitlichen Abfolge ein komplexes Gedankengebäude.
Jede Betrachtung ist unumgänglich auf das Einnehmen einer Perspektive angewiesen, welche gewisse Dinge sichtbar, andere unsichtbar macht. Sich in eine Perspektive begeben zu müssen, schließt gleichzeitig aus, alles auf einmal überschauen und verstehen zu können.
China vernachlässigt die methodische Reflexion. Reflektieren heißt, sich in eine Gegenposition zum reflektierten Gedanken zu begeben, den Gedanken damit in einen Abstand zu bringen, um sich nicht von ihm beherrschen zu lassen. Denken wie auch Sprechen haben diesen objektivierenden Charakter. Dieser Abstand macht es möglich, dem Gedanken von einer distanzierten Warte aus den ihm gebührenden Wert beizumessen. Diese Beurteilung ist unabdingbare Voraussetzung, um eine Ordnung in ein Gedankengefüge zu bringen, welche jedem Gedanken seinen Platz im Ganzen einräumt. Nur so können sich viele getrennte Gedanken am Ende zu einem Ganzen fügen, ohne diese reflexive Ordnungsleistung bleibt das Gedankenkarussell ein Chaos.
China verachtet den Umstand, in seinen Handlungen und Plänen nur von einer überzeitlichen, höheren Macht abhängig zu sein. Diese Instanz, nämlich Gott, ist somit die Erstursache für das menschliche Handeln. Darüber hinaus verweigert China jede weitere Hilfe an seinen Projekten.
Kerne
Schuld
Er will sich nicht der Mühe unterziehen, eins nach dem anderen tun zu müssen. Darum vernachlässigt er die Entfaltung und Ausführung seiner Projekte.
Verlust
Er verliert das Beurteilungskriterium für eine Sache, wird unentschlossen. Er trifft den wesentlichen Punkt nicht, alles wird unendlich kompliziert und undurchschaubar. Er handelt nur erfolglos, weil er sich behindert fühlt.
China verliert die Fähigkeit der methodischen Reflexion. Seine Vorstellungskraft entzieht sich einer Denkordnung und der Logik. Diese Ordnungsprinzipien erst erheben eine Vorstellung in den Rang eines vernünftigen Gedankens, der sinnvolles Planen ermöglicht.
Strafe
Da er sich nicht aufs Wesentliche beschränken, sondern alles berücksichtigen will, haben die kleinsten Dinge allergrößte Bedeutung für ihn. Er ist unfähig, einen Wert zu erkennen, ein Urteil über eine Sache zu fällen. Er will allem Aufmerksamkeit schenken, darum bedrohen ihn Bagatellen. Sie werden so bedeutend für ihn, daß er von ihnen beherrscht und bestraft wird. Er fällt tief, sein Mißerfolg ist so groß, weil er den erhabensten Standpunkt einnehmen will.
Tiere (Thema 24)
China mißachtet den Rang des menschlichen Denkens. Dieser Rang erhebt nach traditioneller Auffassung den Menschen über das Tier. Tiere symbolisieren die versteckten Aspekte des Unbewußten, des Instinkts und der Schaffenskraft auf körperlichem Niveau. Als Haustiere sind sie Mitarbeiter des Menschen. China weist sowohl die Mitarbeit des Körpers, als auch die Hilfe durch andere zurück. Er will sein Ziel lieber allein erreichen, sein gedanklicher Reichtum soll dafür genügen.
Bett (Thema 30)
Das Bett hat mit der Zeugung zu tun, mit Schöpfung, mit Geburt und Tod. Damit ist es ein Symbol für Überleitung und Wandel. China kann den Gedanken nicht in die Tat überführen.
Fieber (Thema 21)
Die Macht der Wärme läßt aus einem Ei Leben entstehen.
Messer (vgl. Thema 7)
Das Messer gibt die Form. Es symbolisiert die Überlegenheit des Geistes über die Materie. Alle Medikamente, welche Gottes Eigenschaft als Prima Causa beneiden, leiden unter dieser Messerangst.
Berührung und die anderen (Themen 16 und 18)
China leidet an den kleinen Dingen, der leichten Berührung und der Nähe. Er ist einverstanden mit großen Werten, dem erhabenen Standpunkt der einsamen Größe. Durch festen Druck ist China frei von der Überempfindlichkeit gegen Kleinigkeiten. Auch die Zärtlichkeit ist leichter Druck, Ausdruck der Abhängigkeit vom Glück durch den anderen. Die anderen fesseln ihn. Wenn er nicht erfolgreich ist, haben die anderen ihn behindert.
ANDERE HYPOTHESEN
Die vorliegende Ausarbeitung folgt den Ausführungen von Masi im Oktober 1990.
Die Kali-Salze gehören in die Gruppe der Vergleichsmittel, weil sie alle gemeinsam den Leib als Partner des Geistes ablehnen:
Kalium nitricum
Will durch den Geist handeln, nicht durch seine Zusammengesetztheit aus Körper und Seele.
Oxalicum acidum
Beneidet den schöpfenden Gedanken. Was er denkt, verwirklicht sich oder verschlimmert ihn.
Coffea
Ist botanisch ein China-Verwandter. Wie China kann er sich nicht mit der Rolle der Zweitursache begnügen. Er ist der zweite Schaffergott, welcher aus dem Rohmaterial der ursprünglichen Schöpfung die Realität erstellt.
Eine weitere Gruppe von Medikamenten hat mit China das Problem des Scheiterns gemeinsam:
Digitalis
Seine Projekte verkümmern, weil er die Liebe Gottes darin nicht sehen will.
Angustura
Seine Projekte sind gefährdet, weil er sich seine Ziele und sein Glück selbst erschaffen will.
Naja
Leidet an der Möglichkeit des Mißerfolgs, er glaubt, ihm gelinge nichts.
Natrium sulfuricum
Will den Erfolg und kann sich nicht mit dem Zufall abfinden. Er will unabhängig von der Vorsehung sein.
THOMAS VON AQUIN
ST 14.8 "Ist Gottes Wissen Ursache der Dinge?"
"Gottes Wissen ist Ursache der Dinge. Denn Gottes Wissen verhält sich zu den geschaffenen Dingen wie das Wissen des Künstlers zu den Kunstwerken. Nun ist das Wissen des Künstlers Ursache der Kunstwerke, weil der Künstler durch seinen Verstand schafft. Also muß auch die Form des Verstandes Grund des Kunstschaffens sein, wie die Wärme Grund der Erwärmung ist. (...) Es ist aber offensichtlich, daß Gott durch seinen Verstand die Dinge verursacht; denn Sein und Erkennen ist bei Ihm dasselbe. Also ist sein Wissen notwendig Ursache der Dinge, insofern ein Willensentschluß damit verbunden ist. Deshalb pflegt Gottes Wissen, sofern es Ursache der Dinge ist, bestimmendes Wissen genannt zu werden. (...) Die natürlichen Dinge stehen in der Mitte zwischen Gottes und unserem Wissen. Wir gewinnen nämlich unser Wissen aus den natürlichen Dingen, deren Ursache Gott durch Sein Wissen ist. Wie daher der natürliche Erkenntnisgegenstand früher als unsere Erkenntnis und ihr Maß ist, so ist Gottes Wissen früher als die natürlichen Dinge und ist so ihr Maß. So wie ein Haus Mittelglied ist zwischen dem Wissen des Baumeisters, der es gebaut hat, und dem Wissen dessen, der seine Erkenntnis vom fertigen Hause hat."
ST 45.5 "Kommt Gott es allein zu, zu erschaffen?"
"Es wird schon beim ersten Anblick genügend klar, daß (...) das Erschaffen nur eine Gott allein zukommende Tätigkeit sein kann. Man muß nämlich die umfassenderen Wirkungen auch auf die umfassenderen und früheren Ursachen zurückführen. (...) die werkzeugliche Zweitursache nimmt an der Tätigkeit der höheren Ursache nur teil, insoweit sie durch ihr eigenes Vermögen zubereitend wirkt zur Wirkung der Hauptursache."
Gottes Wissen steht also zeitlich und gedanklich immer vor den Dingen als deren Ursache; es ist nie von ihnen abhängig. Das menschliche Wissen ist hingegen aus den Dingen erworben, setzt sie voraus und ist von ihnen abhängig. Das Ursache-Sein gilt für das göttliche Wissen jedoch nicht schlechthin. Damit tatsächlich ein Sein entsteht, muß der Wille zum Erkennen hinzutreten. Schöpferisch wird Gottes Wissen erst durch den Willensentschluß, das Erkannte nun auch in die Wirklichkeit umzusetzen, sonst bleiben die Dinge in der reinen Möglichkeit. Das schöpferische Wissen nennt Thomas daher "bestimmendes Erkennen". Sachlich gesehen ist das bestimmende Erkennen also ein göttliches Dekret. Diese Form des dekretierenden Erkennens beneidet China.
SgH I.55 "Gott erkennt alles zugleich":
"(...) Unser Verstand kann nämlich nicht vieles in einem einzigen Akt erkennen. Denn da 'der Verstand im Akt identisch mit dem Erkannten im Akt ist', so würde, wenn der Verstand mehreres in einem Akt erkennen würde, folgen, dass er eine gleichzeitige Identität mit mehrerem in ein und derselben Gattung hätte. Das aber ist unmöglich. (...) Alles aber, was im Wissen Gottes ist, fällt notwendig unter eine einzige Blickrichtung. Denn Gott ist darauf gerichtet, sein Wesen auf vollkommene Weise zu schauen, und das heisst: es in seiner ganzen Möglichkeit zu schauen, in der alles einbeschlossen ist. Gott schaut also, indem er sein Wesen betrachtet, zugleich alles. (...) Nicht nacheinander also, sondern zugleich betrachtet er alles, was er erkennt. (...)
Aufeinanderfolge kann nicht ohne Zeit begriffen werden, und Zeit nicht ohne Bewegung. (...) In Gott aber kann unmöglich irgendeine Bewegung sein, wie sich aus oben Gesagtem ergibt. Im Denken Gottes gibt es also keine Aufeinanderfolge. (...) Also hat auch das Denken Gottes kein Früher und Später, sondern es erkennt alles zugleich. (...) Der Verstand Gottes aber ist niemals in Potenz, sondern stets im Akt erkennend. Er erkennt also die Dinge nicht nacheinander, sondern alles zugleich."
ZUR SUBSTANZ
Die Prüfung mit China ist die erste Arzneiprüfung, die Hahnemann vorgenommen hat, und diejenige, welche ihn zur Entdeckung der Ähnlichkeitsregel führte. Aus dieser Anekdote bestätigt sich scheinbar der erkenntnismäßige Anspruch der Arznei China.
In der Schulmedizin wird es bis heute in der Malaria-Prophylaxe eingesetzt.
QUELLEN
Autor: Christoph Weihe, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
|RAL||Hahnemann Samuel, Reine Arzneimittellehre, 4. Nachdruck, Heidelberg 1989, Band 3, Symptomnummern in Klammer stammen aus dem Kapitel "Beobachtungen Andrer"|
|ST||Thomas von Aquin, Die Deutsche Thomas-Ausgabe, 2. Band, Salzburg 1934, und 4. Band, Salzburg 1936|
|SgH||Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden, Band I , Darmstadt 1987, Canetti Elias, Der andere Prozeß, Kafkas Briefe an Felice, Carl Hanser, München, 1969|
|Bild||Keines|