Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/1448

1995 als Quintet gestartet, ergänzte bald ein zweites Schlagzeug das Line-Up der Band, deren Übungsraum das Zimmer einer ehemaligen Schule war, in welchem die an die Wand gepinselten Worte Do, Make, Say, Think die kleinen Kinder durch den Tag begleitet hatten.
Es mag eher der Umstand gewesen sein, dass sie diese Wörter beim kreieren ihrer instrumentalen epischen Spaziergänge immer wieder sahen, als dass sie der Welt mit ihrer Musik die Botschaft der Schulbehörde von Toronto vermitteln wollten, als sie diese Wörter zum Namen ihrer Band machten.
Allenfalls hat das etwas damit zu tun, dass sie eine Musik machen, deren Genuss sich erst durch das Mit-Denken und -Fühlen entfaltet, durch das Wahrnehmen der Bilder, die mit der Musik unmittelbar verbunden scheinen.
Oft in der Schublade des Post-Rock abgelegt, mit ebensovielen Bezügen zu Jazz, Metal, psychedelischem Krautrock, Soundtrack-Musik und Minimal Music, machen sie vor allem eines: Schönen, nicht anbiedernden, komplexen Sound, der aus sanft gewobenen Rhythmus und Melodie-Strukturen, aus dem Minimalen mitunter ins Monumentale gesteigerte Sound-Epen entfaltet.
Es wird nicht erstaunen, dass sich in ihrem Repertoire ein, laut einem deutschen Kritiker, «ominös» mit «Reitschule» betiteltes Stück findet, doch ist dies nicht der einzige Grund, dass sie selbst an einem Mittwoch hier halt machen müssen, wenn sie ihr neues Album «Winter Hymn Country Hymn Secret Hymn» in Europa vorstellen! Kommt und hört.