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Ein Teil des Tessiner Kehrichts wird in Zürich und Thurgau verbrannt. Das Konsortium für Abfallentsorgung der beiden Kantone vereinbarte mit den Tessiner Zweckverbänden die Übernahme und Verbrennung von täglich 230 Tonnen Abfall bis 2002.Dieser Inhalt wurde am 25. Oktober 2000 - 10:03 publiziert
Seit Anfang 2000 dürfen die Kantone keine brennbaren Abfälle mehr auf Deponien lagern, sondern müssen diese verbrennen. Weil der Kanton Tessin nach dem Debakel um den Bau einer Thermoselect-Anlage weiterhin über keine eigene Kehricht-Verbrennungsanlage (KVA) verfügt, musste der Südkanton eine andere Lösung zur Abfallentsorgung suchen.
Kein Sondermüll
In die Öfen gelangen Siedlungsabfälle, siedlungs-abfallähnliche Gewerbe- und Industrieabfälle sowie zerkleinerte Sperrgutabfälle, nicht jedoch Sonderabfälle. Der Kehricht wird per Bahn angeliefert. Weil der Kanton Tessin über zu wenig Deponieraum verfügt, können bei der Verbrennung anfallender Schlack und Asche sowie die Rückstände aus der Abwasser-Aufbereitung nicht zurückgeführt werden; sie werden ebenfalls vom Deutschschweizer Konsortium entsorgt.
Der Übernahmevertrag wurde für einen Zeitraum von zwei Jahren abgeschlossen. Es sei aber damit zu rechnen, dass länger Tessiner Kehricht in den Kantonen Zürich und Thurgau verbrannt werde, sagte Eugen Meile von den Städtischen Werken Winterthur am Mittwoch (25.10.). Der Hauptabteilungsleiter KVA rechnet nicht damit, dass im Tessin bis 2002 eine Verbrennungsanlage besteht.
Der Abfall wird vom Konsortium zum Preis von 185 Franken je Tonne verbrannt, was laut Meile einem durchschnittlichen Preis entspricht. Für den Kanton Tessin kommen die Einsammelkosten von rund 100 Franken je Tonne sowie die Transportkosten dazu.
Nur die Hälfte wird entsorgt
Die Kapazitäten in den Anlagen des Kantons Zürich und Thurgau reichten aus, um täglich die vereinbarten 230 Tonnen Abfall zu übernehmen, sagte Meile. Diese Menge entspreche aber nur rund der Hälfte des täglich im Tessin anfallenden Abfalls, die andere Hälfte werde weiterhin auf Deponien gelagert.
Dem Konsortium Abfallentsorgung der Kantone Zürich und Thurgau sind sechs Anlagen angeschlossen. Der Tessiner Abfall soll nach einem festen Schlüssel auf diese Anlagen verteilt werden.
swissinfo und Agenturen
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