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Nach Informationen der Wochenzeitung The Algemeiner legt die belgische Regierung sämtliche Bau- und Ausstattungsarbeiten an palästinensischen Schulen auf Eis, nachdem eine mit Hilfsgeldern aus Brüssel gebaute Schule zu Ehren einer massenmordenden Terroristin umbenannt wird.
Der umstrittene Name der Schule im Süden des Westjordanlands ist eine Verbeugung vor Dalal Mughrabi, der Anführerin eines Massakers, bei dem 1978 in Tel Aviv 38 Menschen – darunter 13 Kinder – zu Tode kamen. Das Logo der Schule enthält ausserdem eine Landkarte, auf der Israel ausgelöscht ist, und auf ihrer Facebook-Seite sind Bilder gepostet, auf denen palästinensische Attentäter verherrlicht werden.
Auf einem an der Schule angebrachten Schild, das zuvor von Palestinian Media Watch identifiziert wurde, ist vermerkt, dass sie mit belgischer Unterstützung erbaut wurde.
Didier Vanderhasselt, ein Sprecher des belgischen Aussenministeriums, bestätigte gegenüber The Algemeiner, dass der Bau der Schule in den Jahren 2012 und 2013 von der belgischen Regierung unterstützt wurde.
„Als das Schulgebäude 2013 an die lokale Gemeinschaft übergeben wurde, trug sie den Namen ‚Beit Awwa Basic Girls School‘. Später wurde sie dann in ‚Dalal Mughrabi Elementary School‘ umbenannt, erklärte Vanderhasselt. „Die belgische Regierung war über diese Namensänderung nicht informiert.“
Weiter fügte er hinzu, dass Belgien „die Verherrlichung von Terroranschlägen unmissverständlich verurteilt“ und „nicht zulassen wird, in irgendeiner Weise mit den Namen von Terroristen assoziiert zu werden.“
„Belgien hat dieses Thema umgehend gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde angesprochen und erwartet eine offizielle Stellungnahme“, so Vanderhasselt. „Bis dahin wird Belgien alle Projekte im Zusammenhang mit dem Bau oder der Ausstattung palästinensischer Schulen auf Eis legen.“
„Der Name Dalals ist in unsere Herzen eingeprägt“
Die Schule gab am Freitag auf ihrer Facebook-Seite an, sie bespreche die Aussichten auf eine Namensänderung mit Eltern und Mitgliedern der Gemeinschaft. Allerdings schrieb die Schule noch am Mittwoch in einem Post: „Der Name Dalals ist in unsere Herzen eingeprägt und wird auch in unserem Gedächtnis eingeprägt bleiben.“
Ausserdem teilte die Schule ein Gedicht, in dem die „Traurigkeit“ des „Lehrkörpers und der Schüler“ ausgedrückt wurde wegen „der Enteignung und dem Raub des Rechtes und des Willens des palästinensischen Volkes auf die Benennung ihrer Institutionen.“
„Es ist möglich, den Namen in den offiziellen Papieren zu ändern“ äusserte sich die Schule in einem weiteren Post, „aber es ist sehr schwierig, das zu ändern, was sich im Herzen und im Bewusstsein befindet … und es ist sehr schwierig, sich dieser intellektuellen Besetzung zu unterwerfen.“
Die Belgische Entwicklungsagentur (BTC) hat seit 2001 23 Schulen im Westjordanland gebaut und plant laut ihrer Internetseite bis 2020 den Bau weiterer zehn Schulen zu unterstützen.
Als „ein wichtiger Partner des Strategieplans für Bildung der Palästinensischen Autonomiebehörde ist [Belgien] bestrebt, eine Kultur der Achtung der Menschenrechte, der Menschenwürde und der Toleranz zu fördern“, sagte Vanderhasselt. „Dies sollte nicht nur in den Lehrplänen der Schulen, die im Ausland mit den Beiträgen der belgischen Steuerzahler gefördert werden, zum Ausdruck kommen, sondern auch in den Namen und Logos dieser Schulen.“