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Locarno–Ponte Brolla–Bignasco
|Kürzel||LPB|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1907-09-02|
|Mutiert||Ab 1949-01-01 Ferrovie regionali ticinesi|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1907 eröffnete, von Anfang an elektrifizierte LPB war eine Aktiengesellschaft und erschloss das Maggia-Tal. Es handelte sich um eine der ersten Bahnen in der Schweiz, die ein Wechselstromsystem einsetzten. 1949 fusionierte die LPB mit der Società tramvie elettriche locarnesi (STL) zu den Ferrovie regionali ticinesi (FRT). 1965 wurde der Betrieb auf der Teilstrecke Ponte Brolla–Bignasco aufgehoben (Busersatz).
1912 wandelte die LPB schwebende Schulden in feste Anleihen um. Ihre Haupteinnahmequelle bildete der Personenverkehr. Lediglich 1920 überwogen die Erträge aus dem Warentransport, gingen danach aber wieder stark zurück. Dass die in der Statistik ausgewiesenen Zinsen in vollem Umfang bezahlt wurden, ist mit Blick auf die Betriebsergebnisse unwahrscheinlich. Mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 geriet die LPB rasch in finanzielle Bedrängnis. Der Passivsaldo und die schwebenden Schulden stiegen an. Für Letztere bezahlte die LPB bemerkenswerterweise (fast) keine Zinsen. Unklar ist, woher angesichts der übrigen Finanzzahlen die Mittel zur Reservenbildung im Jahr 1918 stammten. Die Defizite liefen aber nicht aus dem Ruder, weil die Einnahmen insbesondere aus dem Güterverkehr ab 1917 kräftig zunahmen. Im Weiteren betrieb die LPB als «Nebengeschäft» eine «elektrische Beleuchtungsanlage», die mit einem Anlagewert von 45'000 Franken in der Bilanz stand und um 1920 einen jährlichen Rohertrag von rund 7000 Franken abwarf.
1919 erzielte die LPB trotz stark steigender Ausgaben ihr bislang bestes Betriebsergebnis, aber die Freude darüber war nur von kurzer Dauer. Aufgrund sinkender Erträge resultierten 1921 aus dem Transportgeschäft erstmals rote Zahlen, was die LPB 1922 und wiederum 1926 zu Kapitalschnitten zwang (Reduktion des Aktienkapitalwerts um insgesamt zirka 40 Prozent).
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: