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Der italienische Motorradrennfahrer Valentino Rossi, von der Presse und seinen Fans oft mit dem Beinamen „Das Phänomen“ bedacht, zählt zu den erfolgreichsten Motorradrennfahrern der Geschichte. Mit insgesamt neun Meistertiteln ist es für viele Konkurrenten schwer, ihm das Wasser zu reichen.
Wir haben uns auch mal Marc Marquez, dem Held des Moto GP, gewidmet.
Valentino Rossi und sein Beinamen „Der Doktor“
Neben seinen sportlichen Erfolgen trug auch sein extravagantes Verhalten auf und neben der Rennstrecke zu seiner grossen Beliebtheit bei Presse und Publikum bei. Valentino Rossis Beinamen „Der Doktor/ Il Dottore“ verliehen ihm die titelverliebten Italiener aus Respekt vor seiner meisterhaften Leistung und seine Fähigkeit, seine Maschinen präzise wie ein Chirurg zu bedienen.
Mittlerweile ist der Rennfahrer sogar tatsächlich ein Doktor: Seine Heimatstadt Urbino verlieh ihm den Ehrendoktortitel (Honoris Causa) im Fach Kommunikation.
Von der Kartbahn auf die Motorradrennstrecken
Wie viele bekannte Motorsportler begann auch der junge Valentino Rossi seine Karriere auf der Kartbahn.
Valentino Rossi wurde am 16. Februar 1979 in Urbino in den italienischen Marken geboren. Seine Mutter Stefania wollte ihm den Fussball näher bringen. Doch sein Vater Graziano Rossi war in seiner Jugend selbst erfolgreicher Rennfahrer mit drei Grand-Prix-Siegen und brachte ihn schon früh zum Rennsport.
Als neunjähriger feierte er erste Erfolge im Kartbereich, doch da wurde es ihm bald schon zu eng. Mit elf Jahren sattelte er auf Minibikes um, drei Jahre später auf Strassenrennmaschinen. Im selben Jahr wurde er bei der italienischen Sport-Produktionsmeisterschaft dritter, ein Jahr darauf belegte er in der italienischen Strassenmeisterschaft im 125er-Bereich den ersten Meistertitel seiner Karriere.
Sein Vater Graziano berichtete einmal in einem Interview von einer Begebenheit, als sein Sohn elf Jahre alt war: Demnach konnte er bei einem seiner ersten Minibike-Rennen im italienischen Gabicce Mare von der Pole-Position starten. Er durfte sich die Startseite aussuchen und sein Vater sei davon überzeugt gewesen, dass die linke Seite erfolgversprechender sei. Sein Sohn wählte jedoch die rechte Seite, sagte seinem Vater, dass er ihm vertrauen solle und gewann das Rennen souverän. Seit diesem Tag vertraue der Vater auf das Gespür seines Sohnes.
Liebling der Medien
Besonders in seiner italienischen Heimat erfreut sich der Rennfahrer grosser medialer Beliebtheit. Dies liegt zum Teil an seinen Erfolgen, jedoch auch an seinem humorvollen Charakter.
Valentino Rossi trägt zahlreiche Beinamen wie „Das Phänomen“ „GOAT“ (Greatest of all Times) oder „Der Doktor“, die seine beachtlichen sportlichen Leistungen würdigen.
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Darüber hinaus bedenken seine Fans ihn mit liebevollen Beinamen, die seine Nahbarkeit und Offenheit im Umgang mit den Medien bezeugen. So gaben sie Valentino Rossi schon die geradezu freundschaftlich anmutenden Beinamen „Vale“ oder „Rossifumi“. Er ist immer wieder für Spässe zu haben. So trat er neben der Rennstrecke bereits in verschiedenen Verkleidungen und während der Rennen mit gewagten Helmdesigns auf. Auch in Interviews hat der Italiener häufig einen lustigen Spruch auf den Lippen.
Immer zu Spässen aufgelegt
Als Scherzkeks und Medienliebling berühmt wurde er aber durch seine ausgefallenen Siegesfeiern nach den Rennen.
Sein Sieg in Mugello im Jahre 2002, als er plötzlich an der Ziellinie von zwei unechten Polizisten mit Radarpistolen angehalten wurde, verwirrte Zuschauer und Konkurrenten und gilt bis heute als legendär.
1998 liess er unter allen Sponsoren, die auf seiner 250ccm-Aprilia aufgedruckt waren, auch den Namen der „Osvaldo Hühnerfarm“ anbringen. Dies war eigentlich scherzhaft gemeint, doch als die Presse immer wieder nach dem ungewöhnlichen Sponsor fragte, erfand Valentino Rossi eine kleine Geschichte dazu und machte sich einen Spass daraus.
Irgendwann drehte der italienische Fernsehsender RAI eine Dokumentation über die berühmte Farm und Rossi stellte auf einem alten Bauernhof kurzerhand die Kulisse eines Hühnerhofes dar. Den Bauern spielte ein alter Herr aus seinem Heimatort und erst nach Drehschluss wurde dem Fernsehteam offenbart, dass sie einem großen Scherz aufgesessen waren. Der Sender nahm es mit Humor und strahlte die Dokumentation aus.
Grösste sportliche Erfolge
Valentino Rossi verbuchte in seiner fast dreissigjährigen Karriere im Motorsportbereich von Anfang an zahlreiche aufsehenerregende Siege. Bereits als elf Jahre alter Junge gewann er 1990 mit neun Siegen die regionale Kartmeisterschaft. 1997 gewann er die erste Motorrad-Weltmeisterschaft in der 125er-Klasse mit einem Sieg in 11 von 15 Rennen. Im Jahr darauf wechselte der damals 19 Jahre alte Rossi in die 250er Klasse und verbuchte seinen ersten WM-Titel 1999 mit einer Aprilia RSW 250.
Wiederum ein Jahr darauf wechselte er in die 500er-Königsklasse und startete für Honda in Großbritannien, wo er seinen ersten Sieg in dieser Klasse errang. 2001 wurde er Weltmeister in der 500er-Zweitakter-Klasse.
2002 und 2003 folgten die Weltmeistertitel in der neuen MotoGP-Klasse, diesmal mit einer Viertakter-Honda RC211V. Auch 2004 und 2005 konnte er seinen Weltmeistertitel verteidigen, diesmal für Yamaha.
Valentino Rossi erkämpft sich den Beinamen „Das Phänomen“
Nachdem die Saisons 2005 und 2006 von technischen Problemen und Unfällen überschattet waren, erkämpfte sich „Das Phänomen“ 2007 seinen achten Weltmeistertitel, der neunte WM-Titel folgte im Jahr darauf.
Nachdem auch die Jahre 2010 bis 2012, während derer er für Ducati an den Start ging, von Stürzen und schweren Verletzungen überschattet waren, kämpfte sich der ehrgeizige Sportler, ab 2013 erneut für Yamaha, zurück ins Rennen. 2014 erreichte er hinter Marc Marquez den zweiten Platz der WM.
Neben zahlreichen Weltmeistertiteln brach der „alte Hase“ des Motorradsports bereits mehrere Rekorde. So gilt er seit 2015 als Fahrer mit den meisten bestrittenen Grandprix-Rennen und bereits im Jahr davor erreichte er als erster Fahrer die 4.000-Pumkte-Grenze der Königsklasse des Motorradsports.
Grösste Niederlagen
Die erste seiner beiden grossen Pechsträhnen begann in der Saison 2006, als er nach einer Kollision mit Toni Elias schwer stürzte und anschliessend mit verschiedensten technischen Problemen seiner Maschine zu kämpfen hatte, die sich auch im darauf folgenden Jahr weiter durch die Rennen zogen. Während er es zum Ende der Saison geschafft hatte, sich wieder auf die vorderen Plätze um das Rennen um den WM-Titel zu kämpfen, vereitelte ihm ein Sturz im letzten Rennen den Sieg.
Seine wohl bisher schwierigsten Saisons waren die Jahre 2010 bis 2012, die von Tragödien überschattet wurden.
2010 stürzte er während des Trainings in Mugello, zog sich einen offenen Schienbeinbruch zu und musste noch am selben Tag operiert werden.
Er arbeitete sich zurück auf den vierten Platz, unterschrieb schliesslich einen Vertrag mit Ducati und startete hoffnungsvoll in die neue Saison.
Doch beim GP von Malaysia wurde er unverschuldet in einen schweren Unfall verwickelt, in dem Marco Simoncelli starb.
Diese Schicksalsschläge waren sicherlich nicht leicht zu verwinden. Doch wie fast alle Spitzensportler besitzt auch Valentino Rossi einen eisernen Willen und einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst. Und so gelang es ihm, wieder nach vorne zu schauen und seiner Leidenschaft für den Motorradsport weiter nachzugehen.
Valentino Rossi mit seinen Beinamen und einer beispiellosen Karriere
Valentino Rossi gilt nicht von ungefähr als Urgestein der Motorradsport-Szene. Seit fast drei Jahrzehnten ist sein Name mit dem Sport eng verknüpft. Er errang mehr WM-Titel als irgend ein anderer Fahrer vor ihm, brach unzählige Rekorde und mischt auch mit über 40 Jahren noch immer im Rennzirkus mit. Hier seine Statistiken.
Auch schwere Niederlagen schreckten ihn nicht ab, seiner Leidenschaft weiter zu folgen.
Wenngleich es in den letzten Jahren ruhiger um ihn geworden ist, seine legendären Scherze blieben seinen Fans im Gedächtnis. Im modernen Zeitalter von Social Media und ständiger Erreichbarkeit versucht Valentino Rossi mit seinen vielfältigen Beinamen, seine Privatsphäre zu wahren und das Leben mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Francesca Sofia Novello so ruhig wie möglich zu gestalten.