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Bei einer akuten Aortendissektion kommt es zu einem Einriss der inneren Schicht der Hauptschlagader, der Aorta. Dadurch dringt Blut in die Wandschichten ein und spalten diese auf (lat. dissecare = zerschneiden). Es steht eine Membran im Gefäss, die dieses in ein ursprüngliches, sog. «wahres Lumen» und ein neues sog. «falsches Lumen» aufteilt.
In der Mehrzahl der Fälle ist die Brustaorta betroffen, wobei man grob unterscheidet, ob der Einriss Herznah (Typ A nach Stanford) oder erst nach Abgang der linken Schulterarterie (A. subclavia; Typ B nach Stanford) erfolgt ist. Die akute Aortendissektion ist ein Notfall, der eine sofortige Behandlung nötig macht. Zuerst verabreichen Notärzte Schmerzmittel und Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Anschliessend wird die Patientin oder der Patient zur weiterführenden Abklärung und Behandlung in ein Spital gebracht.
Im Spital erfolgt so schnell wie möglich eine Computertomographie Untersuchung in welcher die Aorta und die Lokalisation des Einrisses dargestellt wird. Handelt es sich um eine Typ A Dissektionen erfolgt die Behandlung durch die Kolleginnen und Kollegen der Herzchirurgie, im Falle einer Typ B Dissektion durch uns in der Klinik für Gefässchirurgie.
Bei der akuten Aortendissektion Typ B braucht es in der Regel keine Operation, jedoch vorerst intensivmedizinische Überwachung, Blutdruckeinstellung und eine adäquate Schmerztherapie. Dies erfolgt über mindestens 7 Tage auf einer Überwachungsstation. Regelmässig (alle 3-4 Tage) erfolgen neue Computertomographische Untersuchungen, die zeigen, ob sich an der Aorta etwas verändert hat. Sollte der Blutdruck und die Schmerzen gut auf die verabreichten Medikamente anschlagen, kann eine Verlegung bzw. der Spitalaustritt geplant werden.
In seltenen komplizierteren Fällen kommt eine chirurgische (meist minimalinvasive Katheterbasierte) Behandlung bei Komplikationen der Typ-B-Aortendissektion in Frage. Diese wird notwendig, wenn ein lebensbedrohlicher Durchriss der Aortenwand («Aortenruptur») oder eine Verlegung von Gefässabgängen durch die Membran mit drohender Organminderdurchblutung auftritt.
In den meisten Fällen kann dies minimalinvasiv mittels Stentprothesen-Implantation erfolgen. Bei der sog. «Endovaskulären Stent-Graft-Implantation» wird eine ummantelte Gefässstützte (Stentgraft) implantiert. Hierdurch soll der Einriss abgedichtet werden und der normale Blutfluss im «wahren Kanal» wiederhergestellt werden. Der geschwächte Wandanteil kann hierdurch überbrückt werden.
Selten sind weitere offen chirurgische Operationen notwendig, bei welchem Gefässe durch Bypässe umgelegt oder Blutgerinnsel entfernt werden müssen.
Ob mit oder ohne Operation: Wichtig ist, dass sich Patientinnen und Patienten regelmässigen Kontrolluntersuchungen bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt unterziehen. Er kontrolliert zum Beispiel den allgemeinen Gesundheitszustand, die Einstellung des Blutdruckes und Veränderungen der Aortendissektion selber. Hierfür sind mindestens einmal pro Jahr eine neue Bildgebung notwendig, damit mögliche Komplikationen und Folgen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Bei 20% der Patientinnen und Patienten bilden sich nämlich nach einigen Jahren durch die geschwächten Wandanteil Gefässerweiterungen, sog. Aneurysmen, die falls nicht behandelt platzen und zu starken Blutungen führen können. Rechtzeitig erkannt kann dies in der Regel jedoch auch wieder durch eine Stentgraftimplantation minimalinvasiv behandelt werden.
Am USZ werden jährlich weit über 100 Aortendissektionen behandelt. Das USZ ist damit eines der führenden Zentren in der Schweiz und Europa in der Behandlung auf diesem Gebiet. Es besteht eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Herz- und Gefässchirurgie, sowie eine eingespielte herz- und gefässmedizinisches Narkosemedizin (Anästhesie) sowie Intensivmedizin, die zu herausragenden Ergebnissen in der Behandlung der Aortendissektionen geführt hat.
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Universitätsspital Zürich
Klinik für Gefässchirurgie
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