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- geboren 1963, von Lentigny (La Brillaz)
- Dipl. Ing.-Agr. ETHZ
- wohnhaft in Corserey
- im Amt seit 2005
- verheiratet mit Bernard Gagnaux, 3 Kinder
- frühere Tätigkeit: Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft (Agroscope Liebefeld-Posieux)
Geboren am 4. Juni 1963 in Freiburg. Katholisch, von La Brillaz (Lentigny), Freiburg und Murist. Ihre Eltern sind Bernard Morel, Landwirt in Lentigny, und Marie-Madeleine geb. Roulin, von Lentigny, geboren in Treyvaux. Ihre beiden Grossväter waren Grossräte : Robert Morel (1936–1946, Konservativer) und Pacifique Roulin (1951–1971, Konservativer). 1989 heiratet sie Bernard Gagnaux (geb. 1. Dezember 1961), Käser, dann Hausmann und augenblicklich Tierhüter. Das Paar hat einen Sohn (geb. 1990) und zwei Töchter (geb. 1992 und 2003). Ihr Schwiegervater war Flachmaler, ihre Schwiegermutter führte das Lebensmittelgeschäft in Boulens (VD).
Nach der Primarschule in Lentigny-Corserey (fünf Jahre) besucht Danielle Gagnaux das Kollegium Heilig Kreuz (sieben Jahre), das sie mit der Matura Typ A (Latein-Griechisch) abschliesst. Sie studiert an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und macht 1987 ihr Agroingenieur-Diplom. Ihre Ausbildung vervollständigt sie durch verschiedene Kurse. Während sie arbeitet, bildet sie sich am Centre romand de formation des journalistes in Lausanne zur Journalistin aus (1989–1990). 1993–1994 nimmt sie an einem speziell für Frauen konzipierten Intensivkurs in Unternehmensführung teil. Zudem besucht sie einen Kurs für Coaching und Team Building in Lausanne (2000), einen Kurs über « professionelles Verhandeln » in Lausanne (2002) und einen Mediationskurs in Bern (2006).
Danielle Gagnaux beginnt ihre berufliche Laufbahn 1988–1989 als Redaktorin des Agri-Journal, des offiziellen Organs des Freiburgischen Bauernverbands. Daneben arbeitet sie in der Freiburgischen Landwirtschaftskammer. Von 1989 bis 1993 ist sie Westschweizer Sekretärin des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) und zudem für die Kontakte mit den Westschweizer Sektionen des SBV und den Westschweizer Medien sowie für die PR-Arbeit zuständig (Schule auf dem Bauernhof, 1.-August-Brunch). Sie vertritt den SBV in mehreren eidgenössischen Kommissionen (Nationalfonds, Forschungsstationen, Konsumentenfragen). Von 1993 bis 1994 ist sie persönliche Mitarbeiterin des Leiters der Abteilung « Nutztiere » des Bundesamts für Landwirtschaft. 1994 ist sie die erste Frau, die der Bundesrat an die Spitze einer eidgenössischen Forschungsanstalt für Landwirtschaft (Forschungsanstalt für Tierproduktion Posieux) beruft. Von 1994 bis 2005 leitet sie diese Forschungsanstalt und anschliessend die Eidgenössische Forschungsanstalt für Tierproduktion und Milchwirtschaft, die aus der Fusion zwischen der Freiburger Anstalt und der Forschungsanstalt für Milchwirtschaft in Liebefeld (BE) hervorgeht. Diese Tätigkeit übt sie bis zu ihrer Wahl zur Staatskanzlerin aus.
Daneben ist Danielle Gagnaux im politischen, schulischen und juristischen Bereich tätig. Von 1991 bis 1994 ist sie Gemeinderätin in Corserey und Mitglied der von der Gemeindeversammlung dieser Ortschaft ernannten Finanzkommission. Sie präsidiert die Schulkommission des durch die Ortschaften Lentigny, Corserey, Onnens, Lovens und Corjolens gebildeten Schulkreises. Zudem ist sie stellvertretende Richterin am Bezirksgericht Saane. Als aktive Reiterin ist sie Gründungsmitglied und Präsidentin des Reitvereins Equivia, der sich darum bemüht, Waldreitwege im Einvernehmen mit anderen Waldbenutzern zu schaffen.
Vom Staatsrat zur Staatskanzlerin ernannt, übt Danielle Gagnaux dieses Amt seit dem 1. Juni 2005 aus. Als erste weibliche Kanzlerin der Schweiz beginnt sie ihre Tätigkeit mit der Umsetzung von Projekten, die ihr Vorgänger René Aebischer aufgegleist hat : Kodifizierung des Protokolls des Staatsrats, Vademecum der Regierung, Verordnung über die Information, Einrichtung des Büros für Information, Erarbeitung des neuen Informationsgesetzes und Vereinheitlichung des Internetauftritts aller Staatsstellen. Sie konsolidiert die vom Staatsrat 2003 geschaffene Einheit für Aussenbeziehungen und baut die Online-Publikation der Abstimmungs- und Wahlergebnisse aus. Sie lanciert neue Projekte, welche die Staatskanzlei mit einschliessen : visuelles Erscheinungsbild des Staats, Konzept für Krisenmanagement, Förderung des Image des Kantons und elektronische Datenverwaltung.
Die Staatskanzlerin ist die Sekretärin des Regierungskollegiums und präsidiert die Konferenz der Generalsekretäre der Direktionen. Sie ist die Generalstabschefin der Regierung, welche die Arbeit vorbereitet und der Regierung bei der Umsetzung der Entscheide zur Seite steht. In den Versammlungsraum des Staatsrats ist die Informatik (PC) eingezogen, um das Sitzungsprotokoll und die Sammlung der Staatsratsbeschlüsse online abzufassen. Die Digitalisierung der Staatskanzlei nimmt an Bedeutung und Ausmass immer mehr zu.
Mit dem Amtsantritt von Danielle Gagnaux ist die von der neuen Kantonsverfassung vom 16. Mai 2004 vorgesehene Trennung von Staatsrats- und Grossrats-Sekretariat wirksam geworden. Dies bedeutet insofern eine grosse Veränderung, als die Aufgaben der Staatskanzlei, die nur noch vom Staatsrat allein abhängt, neu zu definieren sind. Da sich die Staatskanzlerin nicht mehr um die Organisation der Parlamentssessionen kümmern muss, kann sie mehr Zeit in transversale Projekte investieren, die mehrere Direktionen des Staatsrats einbeziehen.
Die Information über die Tätigkeit des Staatsrats hat sich intensiviert : Es gibt mehr Medienmitteilungen, die Regeln über die Information sind systematisiert, die Websites füllen sich mit Inhalten, das Gruppenfoto des Staatsrats und die Broschüre über seine Tätigkeiten werden jedes Jahr neu herausgegeben. Die Staatskanzlerin ist für die Organisation der Staatsratssitzungen verantwortlich, die sie mit der Präsidentin oder dem Präsidenten vorbereitet. Abgesehen von den jeder Direktion eigenen Aktivitäten, kommt das Regierungskollegium jeden Dienstag zusammen und trifft in jeder seiner Sitzungen zwischen 30 und 110 Beschlüsse. Diese Beschlüsse betreffen :
- die Einladungen (5 bis 30 pro Sitzung), da die Repräsentationsarbeit wichtig ist, um den Puls des Kantons zu fühlen;
- die Geschäfte des Grossen Rats (Gesetze, Dekrete, parlamentarische Vorstösse);
- die Beschlussentwürfe, die in zwei Kategorien unterteilt sind : Entwürfe zur Gesamtverabschiedung und zu verhandelnde Geschäfte, die entweder sofort verabschiedet werden können, wenn nach der Vorstellung durch die betroffene Direktion kein Regierungsmitglied das Wort verlangt, oder zu einer Reihumdiskussion und einem Entscheid per Konsens oder gegebenenfalls per Abstimmung führen. Seit 2006 stehen der Regierung systematisch Unterlagen mit dem Beschlussentwurf zur Verfügung.
Gespräch mit Danielle Gagnaux am 30. Oktober 2009