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Die Vergabe von Krediten ist bei den Banken eine der wichtigsten Gewinnquellen. Die Kredite werden dabei sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen vergeben. Dabei erteilen die Banken auch einige Kredite zwischen einander. Unterschiedliche Situationen können verursachen, dass die Kreditrückzahlungen gefährdet sein können. In solchen Fällen taucht der Begriff von „faulen Krediten".
Was sind die faulen Kredite?
Als faule Kredite werden Kredite genannt, deren Rückzahlung ungewiss bleibt. „Faule Kredite" ist dabei ein umgangssprachlicher Begriff. Im Finanz- und Rechtswesen werden solche Kredite als Notleidende Kredite genannt. Toxische Kredite, Non-performing Loans (NPL) sowie Problemkredite sind weitere Bezeichnungen solcher Fälligkeiten. Dem Internationalen Währungsfonds zufolge werden als faule Kredite solche Kredite genannt, bei den ein Verzug von Tilgungs- oder Zinszahlungen seit mindestens 90 Tagen vorliegt. Laut dieser Finanzinstitution gehören zu dieser Gruppe auch solche Kredite, die einen Zahlungsverzug von weniger als 90 Tagen gute Gründe haben und bei denen man eine Nichtzahlung befürchten kann. Eine Bank kann den notleidenden Kredit an andere Finanzinstitution verkaufen. In solchem Fall werden die Fälligkeiten unter ihrem tatsächlichen Wert verkauft.
Faule Kredite in Europa
Die faulen Kredite sind nicht nur das Problem der US-amerikanischen Banken. Nach der Studie von Ernst & Young beläuft sich der Wert von faulen Krediten der europäischen Banken auf beinahe 940 Mrd. Euro. Diese Zahl entspricht 7,8 Prozent der gesamten Kreditsumme. Die Studie umfasst jedoch nicht die Situation von österreichischen Banken sowie Banken von vielen kleineren EU-Ländern. Am meisten betroffen von toxischen Krediten sind die spanischen und italienischen Banken, bei denen faule Kredite entsprechend 12 und 11,5 Prozent allgemeiner Kreditsumme bilden. Die europäischen Banken haben jedoch vor, diese Quoten zu senken. Beispielhaft bis 2017 sollen die NPL in Deutschland nur 2,8 der allgemeinen Kreditsumme betragen.
Faule Kredite in Österreich
Was sich auf die Situation der österreichischen Banken bezieht, dann werden faule Kredite vor allem durch Tochterunternehmen in Zentral- und Osteuropa generiert. Ein Beispiel dafür ist die aktuelle Lage der Ukraine-Bank (Ukrsotsbank), einer defizitären Tochtergesellschaft der Bank-Austria. Im Jahre 2008 kaufte die Bank Austria die Ukrsotsbank für 1,5 Mrd. Euro. Dann brach die Finanzkrise aus, was sich auch auf Zahlungsfähigkeit mehrerer Personen und Firmen auswirkte. Fast 30% aller ukrainischen Kredite sind faule Kredite. Zu weiteren Problemmärkten gehören Ungarn, Kroatien, Rumänien und Kasachstan. Hypo Kärnten, ÖVAG, Raiffeisen Bank International, Bank Austria und Erste und BAWAG sind österreichische Banken, die von den faulen Krediten besonders betroffen sind.