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Beim Hüftgelenk sitzt der kugelförmige Oberschenkelkopf in einer passgenauen Hüftpfanne im Beckenknochen. Als Gleitschicht dient der Gelenkknorpel. Bei einer Maschine würde man vom «Lager» sprechen.
Im Röntgenbild ist der Gelenkknorpel nicht sichtbar. Dadurch ist zwischen Pfanne und Kopf ein deutlicher Abstand, der Gelenkspalt, zu erkennen. Bei der Arthrose ist dieser Spalt verschmälert oder fehlt ganz. Für die Diagnose der Arthrose stellt somit das Röntgenbild noch immer die beste Untersuchung dar.
Bei der fortgeschrittenen Arthrose ist der Knorpel beschädigt oder vollständig verschwunden, und im Gelenk läuft Knochen auf Knochen. Am Gelenkrand kann sich der Abrieb wie das Mehl um einen Mühlstein sammeln und verknöchern. Dadurch entstandene Knochensporne schränken die Gelenkbeweglichkeit ein. Neben Schmerzen stellt sich ein zunehmender Bewegungsverlust ein. Die Muskeln verkürzen sich oder verkümmern. Schmerzen treten beim Anlaufen und unter Belastung auf, oft aber auch bereits in Ruhe. Eine eigentliche Ursache für die Entwicklung einer Hüftarthrose (Coxarthrose) kann in der Mehrheit der Fälle nicht gefunden werden. Meist ist die Arthrose altersbedingt. Andere Ursachen für eine Coxarthrose sind erbliche Komponenten, übermässige Belastung des Hüftgelenks (durch Sport, Arbeit oder Übergewicht), rheumatische Erkrankungen und anatomische Spielereien der Natur.
Manchmal führt auch eine Durchblutungsstörung zum Absterben des Hüftkopfes, der sogenannten Hüftkopfnekrose. Diese ist gekennzeichnet durch starke Hüftschmerzen und eine Zerstörung des Gelenkes in kurzer Zeit, d.h. innerhalb weniger Wochen.
Konservative Therapien
Solange die Beschwerden erträglich sind, drängen sich keine zwingenden Massnahmen auf. Eine abwartende Haltung ist oft vernünftig. Eine Reduktion der Belastung durch Gewichtsabnahme und die Anpassung sportlicher oder beruflicher Aktivitäten können zu einer raschen Linderung führen. Physiotherapie kann helfen, verkürzte Muskeln wieder geschmeidiger zu machen. Eine nachhaltige Besserung bleibt meist leider aus.
Knorpelaufbaupräparate halten kaum, was ihr Name verspricht. Eine relevante Wirkung kann wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, was leider auch für alternativmedizinische Therapien zutrifft. Die gelegentliche Einnahme von Schmerzmitteln hat durchaus ihre Berechtigung. Wenn Paracetamol und sogenannte Entzündungshemmer («Voltaren- Verwandte») nur noch ungenügend helfen oder tagtäglich zur Meisterung des Alltages eingesetzt werden müssen, muss das mechanische Problem der Hüftarthrose auch mechanisch gelöst werden. Bei entsprechendem Leidensdruck darf dann die Indikation zum Gelenkersatz, der Hüft-Totalprothese, gestellt werden.
Die Coxarthrose ist keine schwere Erkrankung, welche die Lebenserwartung beeinträchtigt. Wenn der Patient aber nachts nicht mehr schlafen kann, die ersten Schritte am Morgen bereits qualvoll sind, Spaziergänge kaum mehr möglich sind oder wegen Bewegungseinbusse auf bedeutende Aktivitäten verzichtet werden muss, dann wird der Leidensdruck sehr hoch und eine Therapie unumgänglich. Bezüglich des Alters gibt es für einen Hüftgelenksersatz weder nach oben noch nach unten eine klare Grenze. Entscheidend ist, dass die konservativen (nicht-operativen) Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.