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Herkunftsländer
Mit der Beschreibung von Herkunftsländen, Anbaugebieten und Plantagen liessen sich Enzyklopädien füllen. Deshalb beschränkt sich die folgende Zusammenstellung auf die wichtigsten Kaffee-Herkunftsländer. Jeder kann jedoch ermuntert werden, selbständig kulinarische Entdeckungsreisen
in die Welt des Kaffees zu unternehmen.
Im Zusammenhang mit Kaffee denkt man unweigerlich an Brasilien oder
Kolumbien. Es existiert kein «brasilianischer» Kaffee. Würde man die Arbeit tausender brasilianischer Kleinbauern auf einen Geschmack reduzieren, dürften sich diese zu Recht über eine undifferenzierte Bewertung beklagen. Wenn man jedoch zwei allgemeine Bezeichnungen anführen darf, so sind dies «mild» und «feine Säuren». Für Kolumbiens Kleinbauern gilt dieselbe Zurückhaltung, aber auch hier sind zwei Verallgemeinerungen erlaubt: «fruchtig» und «weiche Aromen».
Auch aus Zentralamerika und der Karibik stammen einige hervorragende Kaffeeerzeugnisse.
Guatemala, Costa Rica, Puerto Rico und El Salvador müssen sicherlich genannt werden. Im Gegensatz zu Brasilien entwickelt Kaffee aus Guatemala kräftigere Säuren und bietet so ein kräftigeres Geschmackserlebnis. Beim Genuss von Kaffee aus Puerto Rico fühlt man sich unweigerlich an den Geschmack von Schokolade erinnert.
Im Pazifik befinden sich zwei Inseln, die man zunächst nicht mit
Kaffee verbindet: Hawaii und die Galapagos-Inseln. Das Kaffeeland Hawaii betört mit erfrischendem, blumigen Kaffee, dessen Aromen aus besonders grossen Bohnen gewonnen werden. Wie auf Hawaii findet man auch auf den Galapagos-Inseln einen speziellen, sehr fruchtbaren Vulkanboden. Der Kaffee, der auf den Galapagos-Inseln kultiviert wird, erhält dadurch ein würziges, erdiges Aroma.

Afrika steht erst seit kurzem im Fokus einer grösseren Kaffeegemeinde. Ohne die Leistung der zahlreichen Plantagenbesitzer zu schmälern, darf man feststellen, dass Afrika noch am Anfang einer viel versprechenden Entwicklung als Erzeugerregion für Spitzenkaffee steht. Geschmacklich und qualitativ sind die Kaffees verschiedenster afrikanischer Herkunftsländer und Anbaugebiete den grossen brasilianischen und kolumbischen Namen in jeder Hinsicht ebenbürtig. Auf jeden Fall stellen stellen sie eine grosse Bereicherung der Aromenvielfalt dar.
Aus Indien stammt ein Kaffee, der sich von anderen in vielerlei Hinsicht unterscheidet. Die Bohnen weisen einen gelblichen Farbton auf - eine Folge des Kontaktes der Kaffeebohnen mit dem Monsun-Regen. Das Rösten dieser Bohnen setzt spezifische Kenntnisse voraus. Wer damit aber vertraut ist, entlockt diesen Bohnen ein einmalig würziges und kräftiges Aroma, den typischen Malabar-Geschmack.