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Die seit 1976 vom Bundesamt für Statistik betriebene Bildungsstatistik fusst auf einem Input-Output-Modell, wobei jedoch lediglich Teilbereiche dieses Modells beschrieben werden. Hauptsächlicher Indikator für die Input-Leistung ist die Statistik der Lernenden, während der Output mit der Statistik der Diplome gemessen wird. Die vier Teilbereiche, die in der heutigen schweizerischen Bildungsstatistik voneinander unterschieden werden, betreffen die Vorschule bzw. den Kindergarten, die in Primarstufe und Sekundarstufe I untergliederte obligatorische Schule, die vorab aus Maturitätsschulen und Berufsschulen zusammengesetzte Sekundärstufe II und die Tertiärstufe, unter welcher man im wesentlichen Hochschul- und höhere Berufsausbildung versteht. Dasselbe Erfassungsraster liegt auch den vom Bundesamt für Statistik erstellten historischen Datenreihen zum Bildungswesen der Schweiz zugrunde, die allerdings nicht weiter zurück als bis ins Jahr 1976 reichen. Durchgehende Jahresreihen, die auch frühere Jahrzehnte abdecken, konnten von uns lediglich auf Stufe III generiert werden. Der Schülerbestand in den Primarschulen liess sich zwar für einen Zeitraum von fast 100 Jahren kantonsweise rekonstruieren, doch bricht diese Statistik nach 1961 unversehens ab, um erst im Jahr 1976 wieder aufgenommen zu werden. Für die an die Primarschule anschliessenden Schulen liegen für das frühe und fortgeschrittene 20. Jahrhundert überhaupt keine Zahlen vor, die uns die Konstruktion homogener Langzeitreihen erlaubt hätten. Um wenigstens einen ungefähren Überblick über die Entwicklung dieser Schulen in den Kantonen geben zu können, haben wir für ausgewählte Jahre des Zeitraums 1887–1961 die Zahlen kompiliert, die im Statistischen Jahrbuch der Schweiz ausgewiesen sind. Weil wir uns hierbei an die variierende Terminologie und Systematik der mit der Bildungsstatistik befassten amtlichen Stellen anpassen mussten, weist unsere Überblickstabelle zwischen 1911 und 1915 und zwischen 1927 und 1931 deutliche Zäsuren auf, die bei einigen der abgebildeten Reihen eine massive Beeinträchtigung der langfristigen Vergleichbarkeit zur Folge haben.
Eine weitere Tabelle informiert über den Schüler- und Lehrerbestand in der Stadt Zürich. Im Unterschied zu den kantonsweise gegliederten Übersichten enthält diese Tabelle durchgehende Jahreswerte, bei deren Interpretation aber zweierlei in Rechnung gestellt werden muss: erstens die Eingemeindungen von 1934, die eine sprunghafte Erweiterung des Schüler- und Lehrerbestandes mit sich gebracht haben, und zweitens die offensichtliche Unzuverlässigkeit der Sekundarschulstatistik im Zeitraum 1961–1990. Will man der Stadtzürcher Statistik glauben, so ist der Bestand der Sekundarschüler in diesen drei Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, während gleichzeitig ein Ausbau des Lehrerpersonals stattgefunden hat. Eine derartige Entwicklung erscheint um so unwahrscheinlicher, als in der Sekundarschule der Stadt Zürich bereits zu Beginn der 1960er Jahre bloss 14 Schüler auf einen Lehrer kamen. In der Primar- und Gewerbeschule, aber auch im Kindergarten herrschten damals weitaus ungünstigere Verhältnisse. Aufgrund des gegenläufigen Verlaufs der Schüler- und der Lehrerkurve in den 1960er, 70er und 80er Jahren errechnet sich dann für das Jahr 1990 für die Zürcher Sekundarschule eine Relation von weniger als eins zu zweieinhalb! Dies stellt auch dann ein ganz und gar unglaubwürdiges Ergebnis dar, wenn man davon ausgeht, dass bei der Sekundarschule sämtliche Fach- und Teilzeitlehrer mitgezählt worden sind und häufige Lehrerwechsel an der Tagesordnung waren.
Die krasse Übervertretung der Hochschulen im Tabellenteil dieses Kapitels erklärt sich daraus, dass uns sehr viel Quellenmaterial zur Verfügung stand, um die zahlenmässige Entwicklung des schweizerischen Hochschulwesens zu rekonstruieren. Es ist indessen festzuhalten, dass auf kantonaler und lokaler Ebene auch eine Vielzahl von Statistiken zum Primar- und Sekundarschulwesen existieren. Insbesondere die Regierungsratsberichte der Kantone Zürich, Bern, Basel und Genf enthalten ein ausgesprochen reichhaltiges Zahlenmaterial, das von der historischen Forschung erst teilweise ausgewertet worden ist. So orientieren etwa die bildungsstatistischen Berichte der Erziehungsdirektion des Kantons Zürich aus dem Jahr 1982 über die Entwicklung des Zürcher Volksschulwesens seit 1832 und der 1986 von Paul Bairoch und Jean-Paul Bovée veröffentlichte «Annuaire statistique retrospectif de Genève» über das Genfer Schulwesen im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Da diese Publikationen jüngeren Datums und somit leicht greifbar sind, verzichten wir darauf, ihren Inhalt zu reproduzieren.
Primarschulen 1864/65–1961/62
In einem vom Schulwesen des Kantons Solothurn handelnden Aufsatz des Demographen Wilhelm Gisi aus dem Jahr 1868 entdeckten wir eine Tabelle, die auf Kantonsebene über den Bestand der Primarschüler um die Mitte der 1860er Jahre unterrichtet. Der Vergleich zwischen den Schätzungen Hermann Kinkelins und K. Grobs zum Schülerbestand in den 1870er Jahren, der früheren Schätzung Gisis und der gegen Ende der 1880er Jahre einsetzenden amtlichen Statistik fiel aufs Ganze gesehen befriedigend aus, so dass es uns verantwortbar dünkte, die Ergebnisse dieser drei nichtoffiziellen Erhebungen in die vorliegende Publikation zu integrieren. Quer nicht nur zu den Statistiken Gisis, Kinkelins und Grobs, sondern auch zu den späteren amtlichen Erhebungen stehen hingegen die Angaben im Jahrgang 1883 der Zeitschrift für schweizerische Statistik zum Schülerbestand am 31. März 1882. Diese ohne nähere Quellenverweise und weitgehend unkommentiert veröffentlichte Tabelle ist von uns daher nicht weiter beachtet worden.
Technika und Hochschulen 1831/32–1990/91
Bei den Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) reichen die Angaben im Statistischen Jahrbuch der Schweiz über den Studentenbestand nur bis an den Anfang der 1950er Jahre zurück. Die Entwicklung im späten 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist aber gleichwohl bekannt: Mario König, Hannes Siegrist und Rudolf Vetterli haben sie minutiös untersucht und im Anhang ihres voluminösen Werks «Warten und Aufrücken. Die Angestellten in der Schweiz 1870–1950» auch tabellarisch dokumentiert. Die sowohl nach Berufsrichtungen wie auch nach Schulorten unterteilte Statistik ist von uns praktisch unverändert übernommen worden.
Eine etwas ausführlichere Kommentierung bedarf die Statistik des Hochschulwesens. Nach gründlicher Durchsicht und Auswertung sämtlicher uns zugänglicher Quellen sehen wir uns in der erfreulichen Lage, Langzeitreihen über den Studentenbestand vorlegen zu können, deren Anfangspunkte zumeist mit dem Gründungsjahr der jeweiligen Hochschule zusammenfallen. So konnten wir beispielsweise die Entwicklung des Studentenbestandes an der 1833 gegründeten Universität Zürich über einen Zeitraum von über 150 Jahren verfolgen, indem wir neben der amtlichen Statistik weitere Quellen, darunter insbesondere die mit viel Akribie betriebenen Aufzeichnungen des Hausmeisters der Universität Zürich aus den Jahren 1833–1883, einen 1896 von unbekannter Seite verfassten Nachtrag zu dieser Statistik und die Rechenschaftsberichte des Zürcher Regierungsrates, konsultiert haben. Die zuletzt genannte Quelle liess sich überdies dazu verwenden, die jährlichen Veränderungen beim Professorenbestand im Zeitraum 1878/79–1964/65 festzuhalten. Bei der bereits im Jahr 1460 gegründeten Universität Basel mussten wir uns damit begnügen, die Entwicklung von den frühen 1830er Jahren an zu skizzieren. Als Hauptquelle dienten uns hier die in den Rechenschaftsberichten des Regierungsrates und seit 1921 im Statistischen Jahrbuch des Kantons Basel-Stadt veröffentlichten Tabellen zum Studenten- und Professorenbestand. Verwertbare Daten zu der 1873 aus einer jahrhundertealten Akademie hervorgegangenen Universität Genf fanden sich für die 1870er und 80er Jahre in den kantonalen Regierungsratsberichten. Wie die Entwicklung des Studentenbestandes an der Genfer Akademie in den Jahren 1831–1872 verlaufen war, liess sich einer zeitgenössischen Publikation aus dem Jahr 1878 entnehmen. Auf eine die Jahre 1836–1906 abdekkende Übersicht über die Zahl der Studenten und Professoren an der 1834 gegründeten Universität Bern stiessen wir in der mit «Statistik des Unterrichtswesens im Kanton Bern» überschriebenen ersten Lieferung des Jahrgangs 1906 der Mitteilungen des kantonalbernischen statistischen Bureaus. Ergänzende Informationen insbesondere zum Bestand der an dieser Universität lehrenden Professoren lieferten die Rechenschaftsberichte des Berner Regierungsrates. Erfolglos blieb demgegenüber unsere Suche nach einer Statistik des Studenten- und Professorenbestandes an der Akademie Lausanne im frühen und fortgeschrittenen 19. Jahrhundert. Eine durchgehende Jahresstatistik setzt bei dieser Hochschule erst 1887 ein, drei Jahre vor der Umwandlung der Akademie in eine Universität. Gleiches gilt für die Hochschule Neuenburg, nur dass hier die Akademie noch bis ins Jahr 1908 fortbestanden hat. Am wenigsten Schwierigkeiten bereitete uns die Dokumentation der Studentenzahlen an der Universität Freiburg, die 1889 aus der Taufe gehoben wurde, ohne eine Vorgeschichte zu besitzen.
Bei der amtlichen Statistik sind verschiedene Zäsuren auszumachen, die jeweils einen Wechsel in der Darstellungsform implizieren. Ein erster, auf die Universitäten Zürich, Basel, Genf und Bern begrenzter Überblick über den Bestand der Studenten und Studentinnen und der nicht immatrikulierten Hörer und Hörerinnen an den einzelnen Fakultäten umfasst die Jahre 1876–1886. Zwischen 1887 und 1913 ist ausserdem für jede Fakultät die Zahl der immatrikulierten Ausländer und Ausländerinnen überliefert. Darüber hinaus orientieren die in der Zeitschrift für schweizerische Statistik abgedruckten Übersichten auch fakultätsweise über die Herkunftsländer der ausländischen Studenten und Studentinnen. Die zeitweise überaus extensive Berichterstattung über den Studenten- und Auditorenbestand an den schweizerischen Hochschulen hört jedoch in dieser Quelle nach 1913 auf. An den nicht ganz so detaillierten, aber gleichwohl recht informativen Übersichten im Statistischen Jahrbuch der Schweiz sind mehrfach Veränderungen vorgenommen worden, was zur Konsequenz hat, dass einige der von uns kompilierten Reihen Unterbrüche aufweisen.
Die Hauptproblem der amtlichen Statistik liegt darin, dass das 1853 gegründete Eidgenössische Polytechnikum in Lausanne (ETH Lausanne) bis 1962 der Philosophischen Fakultät II der Universität Lausanne zugeordnet worden ist. Bei der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH Zürich) ist nie eine solche Zuteilung vorgenommen worden; die bis ins Gründungsjahr 1855 zurück reichende Studenten- und Dozentenstatistik dieser Hochschule wurde stets unabhängig von der Universitätsstatistik geführt. Nun sind die Hochschultabellen des Statistischen Jahrbuchs der Schweiz im Zeitraum 1932–1962 zwar Jahr für Jahr mit einer kleingedruckten Zusatzstatistik ausgestattet worden, die unter anderem auch über die Zahl der Studenten und Studentinnen an der ETH Lausanne unterrichtet. Diese Daten reichen indessen nicht aus, um einen separaten Überblick über die Entwicklung der ETH Lausanne zu ermöglichen; was wir zu diesem Zweck noch benötigen würden, sind Auskünfte über den Studentenbestand vor 1932, den Bestand der studierenden Ausländer vor 1950 und den Professorenbestand vor 1966. Da solche Statistiken nicht erhältlich waren, blieb uns nichts anderes übrig, als die ETH Lausanne auch nach 1962 wie eine Fakultät der Universität Lausanne oder dann wie eine von der Universität Lausanne abgespaltene Fakultät zu behandeln. Demgegenüber haben wir die ETH Zürich zusammen mit der 1899 gegründeten Handelshochschule St. Gallen, die später in Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umbenannt worden ist, und der 1878 gegründeten Theologischen Fakultät Luzern zu den nichtuniversitären Hochschulen gerechnet. Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir betonen, dass wir diese Klassifizierung nur vorgenommen haben, um auf der Ebene der Universitäten homogene, die Bildung von Gesamtaggregaten ermöglichende Langzeitreihen zu erhalten. Soweit für die ETH Lausanne separate Zeitreihen vorliegen, drucken wir diese selbstverständlich ab.
Im Statistischen Jahrbuch der Schweiz werden auch auf der Ebene der Fakultäten Gesamtaggregate ausgewiesen. Wir haben diese Langzeitreihen aber nicht übernommen, weil wir sie, von einer Ausnahme abgesehen, für inhomogene Grössen halten. Die Ausnahme orten wir bei der Theologischen Fakultät; in allen anderen Fällen ist es unmöglich, für einen längeren Zeitraum die Zahl der an einer bestimmten Fakultät eingeschriebenen Studenten dadurch zu berechnen, dass man die Angaben für die einzelnen Universitäten zusammenzählt. Dem Unterfangen steht zunächst im Wege, dass die Studentenstatistik des Eidgenössischen Statistischen Amtes erst seit 1917 die philosophische Fakultät I und die philosophische Fakultät II auseinanderhält. Dazu kommt, dass die Faculté des Sciences économiques et sociales in Genf und die Ecole des Hautes études in Lausanne bis 1916 zur Philosophischen Fakultät, danach jedoch zur Juristischen Fakultät gezählt worden sind. Nach 1916 hat man die Staats-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die wir nachfolgend unter dem Oberbegriff «Wirtschaft» subsumieren, im allgemeinen der Juristischen Fakultät zugeteilt; einzig an der Universität Basel bildeten sie eine Abteilung der Philosophischen Fakultät I. Angaben über die Zahl der Studenten und Professoren, die in Basel Wirtschaftswissenschaft lernten oder lehrten, sind bis 1966 nicht veröffentlicht worden. Weiter fällt ins Gewicht, dass in Freiburg und Neuenburg an der Philosophischen Fakultät II während Jahrzehnten das Grundstudium in Medizin absolviert werden konnte. Und schliesslich verdient an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben zu werden, dass die amtliche Statistik vor 1963 keinen Unterschied zwischen der Philosophischen Fakultät II der Universität Lausanne und der ETH Lausanne machen zu müssen glaubte.
1968 wurden dann endlich auch die Wirtschaftswissenschaften von der amtlichen Statistik als eigenständige Studienrichtung anerkannt. Gleichzeitig führte das Eidgenössische Statistische Amt eine mit «Verschiedenes» überschriebene Kolonne ein, in der bisherige und neu geschaffene Fachdisziplinen an den Universitäten Genf, Bern, Lausanne und Neuenburg untergebracht wurden. Mit Hilfe kantonaler Jahrbücher ist es uns gelungen, die in dieser Kolonne versammelten Restposten auf die fünf Fakultäten und die wirtschaftswissenschaftliche Abteilung zu verteilen. Von 1978 an musste ohnehin auf die Statistischen Jahrbücher einzelner Kantone und auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Studenten- und Lehrkörperstatistik zurückgegriffen werden, um die Immatrikulationen und die Lehrtätigkeit an den Fakultäten weiterverfolgen zu können. Auch die Herkunftsländer der an den einzelnen Universitäten studierenden Ausländer, über die in den Jahren 1916–1932 und dann wieder ab 1963 mehr oder weniger detailliert Buch geführt wurde, sind im Statistischen Jahrbuch der Schweiz nach 1977 nicht mehr aufgeführt. Eingangs ist darauf hingewiesen worden, dass die Hochschulen im Tabellenteil dieses Kapitels im Vergleich zu den übrigen Schulen markant übervertreten sind. Gleichwohl besitzt die von uns angefertigte Hochschulstatistik nicht die Eigenschaft der Vollständigkeit. Ein solcher Anspruch muss ihr allein schon deswegen abgesprochen werden, weil in unserer Darstellung die gesamte Sommersemesterstatistik – die von der Fachwelt für weniger aussagekräftig als die Wintersemesterstatistik gehalten wird – ausgeklammert bleibt. Doch auch die Wintersemesterstatistik könnte streckenweise noch ausgebaut werden, etwa indem bei den Schweizern nach Geschlecht und Herkunftskanton und bei den Ausländerinnen nach Fakultät und Herkunftsland differenziert würde. Bei der Auditoren- und bei der Lehrkörperstatistik wären ebenfalls Ergänzungen denkbar. Gänzlich unberücksichtigt gelassen haben wir eine auf der Auswertung von Zählkarten basierende Untersuchung über die Basler Studentenschaft in den Jahren 1919–1928 und die drei grossen Sondererhebungen des Eidgenössischen Statistischen Amtes von 1935/36, 1945/46 und 1959/60, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann.
Diplome 1833–1984
Der Output der schweizerischen Bildungsinstitute scheint weniger gründlich erfasst worden zu sein als die Zahl der an diesen Instituten eingeschriebenen Schüler und Studenten. Eine von uns im Anhang der Festschrift zur Jahrhundertfeier der Universität Zürich entdeckte und der vorliegenden Publikation einverleibte Tabelle belegt indessen, dass sich das Eidgenössische Statistische Amt seinerzeit bloss eines Teils des insgesamt vorhandenen Zahlenmaterials angenommen hat. Zweifellos wäre es lohnenswert, die kantonalen Regierungsratsberichte systematisch nach Angaben über Hochschuldiplome und andere Fähigkeitszeugnisse zu durchforsten. Auch die Reihe der ausgestellten Maturazeugnisse könnte auf diese Weise wohl noch um einige Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zurück verlängert werden. Die amtliche Maturitätsstatistik, die um die Jahrhundertwende einsetzt – die Zahl der Prüflinge weist das Statistische Jahrbuch der Schweiz auf Kantonsebene bereits in den 1890er Jahren aus – unterscheidet bis 1931 nur zwischen Abschlüssen mit und ohne Latein. Im darauffolgenden Jahr werden erstmals drei verschiedene Typen von Maturitäten aufgeführt, nämlich das Literar- und das Realgymnasium (Typus A und B) und die mathematisch-naturwissenschaftliche Richtung (Typus C). In den 1970er Jahren wurde aus dieser Troika ein Quintett, indem das Neusprachen- und das Wirtschaftsgymnasium (Typus D und E) hinzukamen. Eine vom Bundesamt für Statistik und der Schweizerischen Dokumentationsstelle für Schul- und Bildungsfragen CESDOC durchgeführte retrospektive Erhebung orientiert über die Zahl der in den Jahren 1970–1985 an diesen fünf Mittelschulen ausgestellten Maturazeugnisse. Unsere Darstellung stützt sich ab 1970 vollumfänglich auf diese qualitativ hochwertige Quelle ab, deren Angaben mitunter signifikant von den im Statistischen Jahrbuch der Schweiz veröffentlichten laufenden Übersichten abweichen. Nach Fakultäten gegliederte Angaben zu den an den Universitäten erteilten Lizentiaten liegen seit den späten 1960er Jahren vor. Doch bricht diese Statistik bereits nach wenigen Jahren wieder ab, weswegen wir uns darauf beschränken, für jede Universität die zwischen 1931 und 1977 im Statistischen Jahrbuch der Schweiz ausgewiesene Gesamtzahl der Lizentiate anzugeben. Umfassender dokumentiert sind in der amtlichen Statistik die von den Fakultäten vergebenen Doktortitel. Wir haben uns diesen Umstand zunutze gemacht und eine nach Universitäten und Fakultäten unterteilte Doktoratstabelle angefertigt, die sich über die Jahre 1916–1977 erstreckt. Analog zur Statistik der Studenten- und Professorenbestände sind in diesem Überblick auch die Abschlüsse an der ETH Lausanne enthalten, nicht aber diejenigen an den «ausseruniversitären» Hochschulen. Da die amtliche Statistik schon früh bei sämtlichen Universitäten konsequent zwischen «Dr. iur.», «Dr. oec.» und «Dr. phil.» unterscheidet und an den philosophisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten von Neuenburg und Freiburg zu keinem Zeitpunkt ein «Dr. med.» verliehen worden ist, eröffnete sich uns sogar die Möglichkeit, für einen mehrere Jahrzehnte umfassenden Zeitraum das gesamtschweizerische Total der an den einzelnen Fakultäten vergebenen Doktortitel zu ermitteln. Wir haben diese Aggregate berechnet und weisen sie nachfolgend aus, informieren in einer anderen Tabelle aber auch über die an der ETH Zürich, an der Handelshochschule St. Gallen und an der Theologischen Fakultät Luzern ausgestellten Diplome. Mit Angaben für die Theologische Fakultät Luzern wartet die amtliche Statistik allerdings erst seit 1974 auf.
QUELLE: «Bildung und Wissenschaft» in Ritzmann/Siegenthaler, Historische Statistik der Schweiz, Zürich: Chronos, 1996, 1151-1158