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Wahrscheinlich war Ian Brackenbury Channell (88) der einzige offiziell angestellte Zauberer der Welt. Der gebürtige Engländer kam 1976 nach Neuseeland und begann auf öffentlichen Plätzen in Christchurch, seine Zaubertricks zu zeigen. Der Stadtrat wollte ihm das verbieten, worauf es zu einem Aufschrei in der Bevölkerung kam.
Die Stadt gab nicht nur nach, sie stellte Brackenbury Channell gleich offiziell an. 1982 ernannte ihn die New Zealand Art Gallery Directors Association zu einem «lebendigen Kunststück», 1990 fragte der damalige Premierminister Mike Moore ihn an, ob er nicht offizieller Zauberer von Neuseeland werden wolle.
Moore schrieb: «Ich mache mir Sorgen, dass eure Zauberei nicht der ganzen Nation zur Verfügung steht. Ich schlage deshalb vor, dass sie Zauberer von Neuseeland werden. Ich bin mir sicher, dass es viele Bereiche gibt, die ausserhalb der Kompetenz eines einfachen Premierministers liegen.»
Auftritte auch in Australien
Der Zauberer «wirkte» danach nicht mehr nur in Christchurch. Er führte während Dürreperioden Regentänze in Neuseeland und auch Australien durch, 2009 wurde er mit der Dienstmedaille der Königin ausgezeichnet. Für seine Arbeit bekam er jährlich 16'000 Dollar von der Stadt Christchurch.
Jetzt werden Brackenbury Channell abschätzige Äusserungen gegen Frauen zum Verhängnis. In einer Talkshow sagte er: «Ich liebe Frauen, ich vergebe ihnen immer, ich habe noch nie eine geschlagen. Man sollte sie auch nicht schlagen, denn sie bekommen unglaublich rasch blaue Flecken. Und sie erzählen es dann auch noch den Nachbarn und ihren Freundinnen. Das kann schnell zu Problemen führen.»
Neue Wege im Tourismus
Die Stadt hat sich in einem Brief beim Zauberer für die langjährige Zusammenarbeit bedankt und ihm mitgeteilt, dass diese jetzt beendet sei. Stadt-Sprecherin Lynn McClelland sagte gegenüber dem Guardian: «Die Stadt geht neue Wege im Tourismus und will zeigen, wie modern sie ist. Wir sind attraktiv als Wohnort, für nationale und internationale Besucherinnen und Besucher, neue Geschäfte und auch für spezialisierte Gastarbeiter.»
Der Zauberer selbst meinte, dass er nicht mehr «auf den gleichen Schwingungen mit der Stadt» sei. Er sei dem Stadtrat wohl zu provokativ. «Die Begründung der Stadt impliziert, dass ich langweilig und alt bin. Dabei gibt es niemanden wie mich in dieser Stadt. Der Stadtrat besteht aus langweiligen, alten Bürokraten und alle lieben mich und niemand liebt sie.»
Schon länger nicht mehr auf einer Linie
Brackenbury Channell war in den letzten Jahren immer weniger zu sehen, laut seinen Aussagen sei das darauf zurückzuführen, dass der Stadtrat ihn ausgrenze und nicht auf seine Ideen eingehe. Der Zauberer ist sich sicher, dass der Stadtrat mit der Kündigung «in ein Wespennest gestochen hat». Er meint: «Die nächsten paar Monate werden sicher lustig.»
Natürlich wurde der Zauberer auch gefragt, ob er jetzt den Stadtrat mit einem Fluch belege. «Ich bevorzuge Segnungen. Ich schaue, dass Kinder glückliche Träume haben, dass alle gesund sind und dass Bürokraten ein bisschen menschlicher werden.»