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Wenn Reporter zu diesem Zeitpunkt im amerikanischen Wahlkampf beginnen, ausführlich über mögliche Kandidaten für das Vizepräsidentschaftsamt zu schreiben, dann deutet das nicht auf eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung hin. Vielmehr signalisiert das Palaver die Not der Kollegen, etwas aus dem Rennen um das Weiße Haus zu berichten. Tatsächlich gibt es noch keinen Anlass, nervös zu werden.
Eine Entscheidung über das “Running Mate” Mitt Romneys dürfte noch einige Wochen weit entfernt sein. . Die Kandidaten halten ihr Pulver in der Regel bis kurz vor dem Parteitag (Ende August) trocken. Schließlich will der Präsidentschaftskandidat den maximalen PR-Effekt aus seiner Entscheidung mit auf die Zielgerade des Wahlkampfs nehmen.
Nirgendwo ist dieses Kalkül besser beschrieben als in dem Film “Game Change”, der die Dramatik um die Aufstellung Sarah Palins als Vizepräsidentschafts-Kandidatin John McCains thematisiert.
Die negativen Erfahrungen McCains mit der unerfahrenen Gouverneurin aus Alaska lässt keine zweite “Palin” erwarten. Vielleicht eher das Gegenteil. Doch das ist schon Spekulation. Für alle, die es trotzdem nicht lassen können, anbei die Liste der bekannten Anwärter in der Reihenfolge, die “Spangs Spin” für die aussichtsreichste hält:
1. Marco Rubio – US-Senator aus Florida, spricht Latinos an, kann Wechselwählerstaat gewinnen
2. Bob McDonnell – Gouverneur Virginia, spricht Evangelikale an, kann Wechselwählerstaat gewinnen, hat bald nichts mehr zu tun
3. Chris Christie – Gouverneur New Jersey, regiert “demokratischen” Staat, beliebt wegen seiner Direktheit
4. Rob Portman – Senator aus Ohio, früherer Haushaltsdirektor im Weißen Haus, erfolgreich in ultimativen Wechselwählerstaat
5. Suzana Martinez – Gouverneurin New Mexiko – spricht Latinos und Frauen an, regiert in Swingstate
Die Liste lässt sich um Namen wie den ehemaligen Gouverneur von Minnesota Tim Pawlenty, den Herausforderer bei den Vorwahlen Rick Santorum, Gouverneurin Nikki Haley aus South Carolina oder den Chef-Haushälter im Repräsentantenhaus Paul Ryan fortsetzen.
Am Ende wird Romney ganz nüchtern entscheiden, wer ihm im November am meisten hilft. Dies zum jetzigen Zeitpunkt zu tun, wäre mehr als töricht.
So gesehen darf man getrost vergessen, was in diesen oder anderen Foren spekuliert wird. Niemand bis auf den Kandidaten weiß, wer die “Veepstakes” am Ende gewinnt. Ein Segen, sonst gäbe es an flauen Wahlkampftagen nichts zu schreiben.