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Am 2. April 2011 hatte die Tokyo Electric Power Co. (Tepco) den Fund eines Lecks bei Reaktor 2 gemeldet, durch das verseuchtes Wasser (1000 Millisievert pro Stunde) ins Meer gelangte. Versuche, das Leck mit Beton und Wasser absorbierendem Polymer abzudichten, schlugen fehl. Am frühen Morgen des 6. Aprils (Ortszeit) gelang es, das Leck mit einem chemischen Härter abzudichten. Laut Meldungen der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) vom 3. April konnten die Pumpen, mit denen Wasser in die Reaktoren 1, 2 und 3 befördert wird, an die externe Stromversorgung angeschlossen werden. Seit dem 1. April wird anstelle von Meerwasser Süsswasser in die Lagerbecken für ausgediente Brennelemente bei den Blöcken 1, 2, 3 und 4 gepumpt.
Am 3. April bestätigte die Tepco, dass zwei seit dem Erdbeben vermisste Angestellte tot aufgefunden worden waren. Die beiden Mitarbeiter seien kurz nach dem Erdbeben ihren Verletzungen erlegen. Das Erdbeben und der anschliessende Tsunami haben somit unter der Belegschaft von Fukushima-Daiichi insgesamt drei Todesopfer gefordert. 21 Angestellte sind bisher einer Strahlung von über 100 Millisievert ausgesetzt worden.
Am 4. April begann die Tepco, leicht verseuchtes Wasser – laut dem Nachrichtensender NHK World 500 mal über dem Grenzwert – ins Meer zu pumpen. Insgesamt sollen 11500 Tonnen Wasser ins Meer abgelassen werden, um innerhalb der Anlage Platz für stärker verseuchtes Wasser zu schaffen. Die Massnahme findet mit Bewilligung der Regierung statt. Kabinettssekretär Edano drückte sein Bedauern aus. Experten der Nuklearbehörde bestätigten laut der Nachrichtenagentur Kyodo News, dass das Abpumpen des leicht verseuchten Wassers ins Meer keine wesentliche Gesundheitsgefährdung darstellt, da die radioaktiven Stoffe stark verdünnt werden. Untersuchungen des Meerwassers bei Block 2 vom 4. April ergaben laut NHK eine Jod-131-Aktivität von 200'000 Megabecquerel pro Kubikmeter, das 5-Millionenfache des Grenzwerts. Auch die Cäsium-137-Aktivität habe gut das Millionenfache des Grenzwerts betragen. Laut Tepco würden Personen, die ein Jahr lang täglich Fisch aus der näheren Umgebung des Kraftwerks essen, eine Strahlendosis von 0,6 Millisievert aufnehmen. In Fischen, die vor der Küste der Präfektur Ibaraki gefangen wurden, ist laut NHK Cäsium gefunden worden. Der Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm wurde bei Sandaalen um 26 Becquerel überschritten. Die örtlichen Fischereibetriebe haben den Fang von Sandaalen eingestellt.
Strahlenbelastung
Gemäss dem Nachrichtensender NHK gehen die Strahlungswerte an verschiedenen Orten in der Umgebung des Kernkraftwerks zurück oder bleiben stabil. Ein Team der IAEO nahm am 2. April Messungen an sieben Orten im Norden und Nordwesten der Anlage vor. Die Orte sind zwischen 36 und 62 km von Fukushima-I entfernt. Die Messwerte lagen zwischen 0,6 und 4,5 Mikrosievert pro Stunde. Messungen der Jod-131-Konzentration im Leitungswasser am 29. April ergaben laut NHK bei allen Messstationen in der Präfektur Fukushima Werte unter 100 Becquerel pro Liter und somit unterhalb des Grenzwertes für Kinder.
Die IAEO gab am 30. März Resultate ihrer eigenen Messungen bekannt. Sie hatte vom 18. bis 26. März Bodenproben in neun Gemeinden in einer Entfernung von 25 bis 58 km zu Fukushima-Daiichi genommen. Die Untersuchungen der Proben auf Jod-131 und Cäsium-137 ergaben je nach Ort sehr unterschiedliche Werte. Beim Jod-131 lag der Wert zwischen 0,2 und 25 Megabecquerel pro Quadratmeter, beim Cäsium-137 zwischen 0,02 und 3,7 Megabecquerel pro Quadratmeter. Becquerel ist die Masseinheit, die angibt, wie viele Atome eines radioaktiven Elementes pro Sekunde zerfallen (1 Becquerel = 1 Zerfall pro Sekunde). Zum Vergleich: Im menschlichen Körper misst man knapp 0,01 Megabecquerel natürlichen Ursprungs und in einem Kubikmeter Erde durchschnittlich mehrere Megabecquerel.
Quelle
M.Re.