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Das Wichtigste in Kürze
- «Ich danke der Scala, dass sie nicht auf die Aufführung dieser russischen Oper verzichtet hat, im Gegensatz zu anderen Theatern.
In einer Zeit wie dieser brauchen wir mehr und nicht weniger Kunst«, sagte Abdrazakow im Interview mit der Mailänder Tageszeitung »Corriere della Sera« (Mittwochausgabe). Dabei zitierte er den russischen Autor Fjodor Dostojewski, wonach Schönheit die Welt retten werde.
Abdrazakow war bereits Protagonist von Verdis Oper Attila bei der Scala-Saisoneröffnung im Dezember 2018. «In Boris Godunow singe ich in meiner eigenen Sprache, ich bin der glücklichste Sänger der Welt», erklärte der Bass.
Das Dirigat übernimmt Scala-Musikdirektor Riccardo Chailly. «Die italienischen Dirigenten sind Perfektionisten. Sie haben mir erlaubt, meine Musikalität zu verfeinern», erklärte Abdrazakow.
In seiner russischen Heimat hat Abdrazakow 2018 eine Stiftung gegründet. «Die Stiftung organisiert kleine Festivals, um junge Menschen auf einer grossen Bühne singen zu lassen. Ich versuche, ihren Stil zu verbessern», erklärte der Russe.
Den Entscheid, die Saison 2022-2023 mit «Boris Godunow» zu eröffnen, hatte die Scala bereits vor drei Jahren getroffen. «Es ist unmöglich, ein solches Projekt abzubrechen, und warum sollten wir das auch tun. Wir betreiben keine Propaganda für Putin, denn wir unterscheiden zwischen der aktuellen politischen Situation in Russland und einem grossen Meisterwerk der Kunstgeschichte», so Scala-Intendant Dominique Meyer.
«Boris Godunow» wurde 1909 an der Scala erstmals in Italien aufgeführt und war auch in den folgenden Spielzeiten oft präsent, insbesondere dank Arturo Toscanini, der es zwischen 1922 und 1927 vier Spielzeiten lang dirigierte. Die Scala feiert traditionsgemäss am 7. Dezember, Tag des Heiligen Ambrosius, dem Schutzpatron der Stadt Mailand, den Beginn der neuen Saison.