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Proteasehemmer und kardiovaskuläre Risikofaktoren
Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) hat zum enormen Rückgang der Mortalität von HIV-Patienten beigetragen. Leider bewirken diese Medikamente, insbesondere Proteasehemmer(PI), eine Erhöhung von Blutfetten. Eine Metaanlayse von DC Rhew et al. bringt eine systematische Uebersicht zu diesem Thema.
Die Erhöhung der Blutfette durch verschiedene Antivirale Medikamente und insbesondere die Auswirkung auf das kardiovaskuläre Risiko wird kontrovers beurteilt. Diese Literaturübersicht imuntersucht systematisch Publikationen und Kongressbeiträge zur Hyperlipidämie unter HAART.
Von über 70″000 Arbeiten erfüllten 71 die Kriterien der Autoren. In 7/12 randomisierten Studien wurde ein Anstieg der Triglyceride (TG) unter PI-Therapie oder eine Besserung der TG nach PI-Stopp (im Vgl. zur Weiterführung) gefunden. In 9/13 randomisierten Studien fand man Erhöhungen der Cholesterinspiegel unter PI-Behandlung oder eine Verbesserung, wenn die PI gestoppt wurden. Interessanterweise wurde in einer Studie eine Verbesserung der Cholesterinwerte und TG gefunden, wenn die PI durch Nevirapine, nicht aber durch Efavirenz ersetzt wurden. In 2 randomisierten Studien wurde eine verbesserte Insulinsensibilität gefunden, wenn Pis gestoppt wurden. Keine randomisierte Studie untersuchte kardiovaskuläre Ereignissse, Hypertonie oder Arteriosklerose. In 1 grossen Beobachtungsstudie konnte bei PI-Patienten im Vergleich zu Patienten ohne PIs ein erhöhtes Vorkommen von Myokardinfarkten, nicht aber von Angina pectoris oder cerebrovaskulären Insulten festgestellt werden. Ähnlich sieht es aus, wenn Studien untersucht wurden, in denen entweder 2 Gruppen nicht-randomisiert verglichen wurden oder PI-Patienten (ohne Vergleichsgruppe) auf eine Nicht-PI-Therapie umgestellt wurden. Am schlimmsten von allen untersuchten PIs scheint Ritonavir zu sein, während Saquinavir vergleichsweise gut wegkommt. Nur am Rande sei bemerkt, dass ein Autor von Bristol Myers Squibb stammt, jener Firma, die Atazanavir hervorgebracht hat, welcher als besonders günstig in Bezug auf kardiovaskuläre Risikofaktoren gilt.
Fazit: Einige Proteasehemmer haben einen ungünstigen Einfluss auf das Lipidprofil. Ob das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse dabei erhöht wird, kann noch nicht schlüssig beurteilt werden. Bei Patienten mit zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren sollen deshalb die Lipide mittels medikamentösen oder nicht medikamentösen Massnahmen gesenkt werden oder auf eine lipidneutrale Therapie gewechselt werden.
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