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Im Zeitraum vom 24.03.2016 bis 29.04.2016 führten Reto Huber und Philipp Mühlebach eine Kurzumfrage zum Einsatz von quantitativen Methoden sowie der Balanced Scorecard bei Controllern der 80 grössten Zentralschweizer Nicht-Finanz-Unternehmen durch. Aus der Umfrage konnten 53 Antworten verwendet werden. Die folgenden drei Grafiken geben einen Überblick über die Einordnung der 53 Unternehmen. Ziel der Umfrage ist ein Realitäts-Check über den tatsächlichen Einsatz dieser Instrumente in der Praxis als Anknüpfungspunkt für künftige Forschungsprojekte.
43% der Befragten antworteten, in ihrem Unternehmen würden quantitative Methoden in mindestens einem Bereich der Wertschöpfungskette eingesetzt. Offenbar spielt die Grösse des Unternehmens dabei keine Rolle. Dies hat uns überrascht, da wir bisher glaubten, sie würden primär entweder von Grosskonzernen oder Start-Ups genutzt. Auffallend ist jedoch die niedrige Einsatzquote bei Industrie & Technologie im Vergleich zu den übrigen Kategorien. Diese Teilprobe wird nicht von einer Unternehmensgrösse dominiert (die Jahresumsätze der mit ja antwortenden Unternehmen variieren zwischen CHF 70 Mio. und fast CHF 10 Mrd.).
Teilweise entstand zu Recht die Frage, was überhaupt mit „quantitativen Methoden“ gemeint sei. Darunter verstehen wir computergestützte Methoden der induktiven und explorativen Statistik. Methoden, um Zusammenhänge zwischen Daten zu entdecken, damit die Erkenntnisse beispielsweise für Prognosen, Klassifizierungen oder Optimierungen genutzt werden können. Diese Methoden können helfen, den Absatz, die Zahlungsbereitschaft, die Stückkosten-Entwicklung, das Wiederverkaufs-Potential für einen bestimmten Kunden oder Störungen hervorzusagen. Sie können helfen, die Frage zu klären, ob es einen Zusammenhang zwischen einer Marketing-Aktion und der Umsatzentwicklung in einer Filiale oder dem Wartungsaufwand und der Funktionszuverlässigkeit gibt. Sie können auch zur Optimierung des Personaleinsatzplanes, der Logistik oder der Produktion eingesetzt werden, etc. Werden quantitative Methoden in der Unternehmenssteuerung eingesetzt, spricht man oft auch von Business Analytics.
34% der Befragten nutzen aktuell eine Balanced Scorecard und weitere 8% nutzen gemäss Angaben etwas recht ähnliches. Diverse Unternehmen führten einmal eine BSC ein und nutzen sie heute nicht mehr, während wenige sie erst kürzlich eingeführt haben (siehe Ausführungen im Fazit). Weitere erwägen sie (wieder) einzuführen. Ein leitender Controller berichtete sogar von der Möglichkeit, Szenarien für die Balanced Scorecard simulieren zu können.
Ausserdem stellten wir einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Nutzung einer Balanced Scorecard sowie dem Einsatz von quantitativen Methoden bei den gewinnorientierten befragten Unternehmen fest (d.h., gewinnstrebende Unternehmen, die quantitative Methoden nutzen, setzen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auch die Balanced Scorecard ein).
Noch viel wertvoller als die Statistik sind die zahlreichen Diskussionen, die während der Umfrage entstanden sind. Gerade die Beispiele der nicht mehr weiter- oder wieder eingeführten Balanced Scorecards zeigen, dass solche Instrumente in den Organisationen „gelebt“ werden müssen, um nützlich zu sein. „Gelebt“ bedeutet, sie dienen unter anderem als Diskussionsgrundlage für Entscheidungen. Damit dies funktioniert, braucht es bei den Involvierten die Akzeptanz für und ein gewisses Wissen über das Instrument.
Wir vermuten, dass es sich genauso mit den quantitativen Methoden verhält. Die Software-Anbieter vereinfachen den Umgang mit diesen heute zwar deutlich, so dass auch Nicht-Statistiker damit umgehen können. Dennoch ist ein gewisses technisches Grundverständnis notwendig, damit das Instrument „gelebt“ werden kann. Wir bieten deshalb entsprechende Einführungsseminare mit dem vertrauen Excel® speziell für Controller und Mitarbeiter in Ihrem Umfeld an:
Seminar: Business Forecasting with Time Series Methods: 4. Oktober 2016
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