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In der Schweiz fallen jährlich rund 40,000 t Fleischmehl und rund 100,000 t Schlachtabfälle an, die zu Fleischsuppe verarbeitet werden. Wenn diese Eiweissträger in den Futtermitteln fehlen, muss auf pflanzliches Eiweiss ausgewichen werden. Das fehlende Eiweiss könnte aber wohl kaum in der Schweiz alleine produziert werden.
Geringe Schweizer Soja-Produktion
Allein als Ersatz für das bisher verwendete Fleischmehl wären 60,000 t Sojaschrot erforderlich. In der Schweiz fallen heute jährlich aber maximal 4000 t Sojaschrot und 30,000 t Rapsschrot an. Raps wird auf rund 17,600 Hektaren angebaut, aus Gründen der Fruchtfolge sollte diese Fläche höchstens verdoppelt werden. Nach Berechnungen des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) fehlt aber auch dann noch Soja von etwa 25,000 ha Fläche. Dieses Land wäre zwar laut SBV vorhanden, es fehlen aber dem schweizerischen Klima angepasste Sojasorten. In unserem Land ist der Sojaanbau mit den heute erhältlichen Sorten nur in den mildesten Lagen, zum Beispiel im Tessin, erfolgreich. Ins Hühner- und Schweinefutter käme also höchstwahrscheinlich importiertes Soja. Der Bauernverband hat berechnet, dass sich dies in einer 12 Mio. Fr. teuren Futterrechnung für die Schweizer Bauern niederschlagen würde.
Den Teufel mit dem Belzebub austreiben?
Die von der Schweiz zurzeit importierten Mengen an Sojabohnen und Sojaschrot - 1995 beliefen sich die Importe auf rund 90,000 t - stammen je zur Hälfte aus Brasi-lien und den USA. Brasilien produziert das meiste Soja auf gerodetem Urwald. In den USA werden neue, gentechnisch veränderte Sojasorten angebaut. So hätten dann die Schweizer Hühner und Schweine die Wahl zwischen Soja aus einem Drittweltland und gentechnisch verändertem Soja. Zwar wäre das ethische Problem der Fleischmehlverfütterung gelöst, gleichzeitig würde aber ein neues, vielleicht noch brisanteres Imageproblem für Schweizer Fleisch geschaffen. LID