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Prozent der Schweizer vertrauen den meisten Menschen. Das geht aus der aktuellen Version des European Value Survey hervor, für das von 2017 bis 2019 Daten zu den Werten von Bürgern erhoben wurden. Die Frage «Würden Sie ganz allgemein sagen, dass man den meisten Menschen vertrauen kann oder dass man da nicht vorsichtig genug sein kann?» misst auch im World Value Survey soziales Vertrauen.
Die Unterschiede zwischen den knapp 80 in beiden Surveys berücksichtigten Ländern sind mitunter massiv. In den skandinavischen Ländern geben über 67 Prozent der Befragten an, man könne den meisten Menschen vertrauen. In Kolumbien, Nicaragua, Albanien und Zimbabwe teilen diese Einschätzung weniger als 5 Prozent. Während Island, China und die Niederlande vor der Schweiz liegen, kommen Neuseeland und Australien noch auf über 50 Prozent. Es folgen Österreich (48 Prozent) und Deutschland (45 Prozent). In Frankreich auf Platz 29 sind nur noch 28 Prozent der Befragten der Ansicht, man könne den meisten Menschen vertrauen.
In einem Land zu leben, in dem sich Menschen grundsätzlich über den Weg trauen, ist per se wertvoll. Hinzu kommt ein instrumenteller Wert sozialen Vertrauens. Von einem hohen Mass an Vertrauen geprägte Länder weisen tendenziell ein stärkeres Wirtschaftswachstum und eine höhere Produktivität auf.
Die wissenschaftliche Literatur liefert überzeugende empirische Hinweise, dass ein stärkeres soziales Vertrauen Investitionen in physisches Kapital und Bildung befördert und die wirtschaftliche Entwicklung über diese Kanäle positiv beeinflusst. Soziales Vertrauen stärkt zudem die Rechtsstaatlichkeit. Umgekehrt beeinflusst die Qualität staatlicher Institutionen das soziale Vertrauen. Während ein verlässlicher Rechtsstaat vertrauensbildend wirkt, zerstören Unrechtsstaaten soziales Vertrauen. Der engagierte Einsatz für einen liberalen Rechtsstaat verspricht also nicht nur Schutz vor Übergriffen des Staates und von Privaten, sondern auch ein vertrauensvolles Miteinander – mit all seinen positiven Konsequenzen.