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Denis Shapovalov beschuldigte vor laufenden Kameras die Referees, «alle korrupt» zu sein. Später doppelte der 22-Jährige nach und beschwerte sich, die Topspieler – und nicht nur Nadal – würden von den Schiedsrichtern bevorteilt.
Shapovalov forderte beim brasilianischen Stuhlschiedsrichter Carlos Bernardes zu Beginn des 2. Satzes eine Verwarnung Nadals, weil dieser sich zu viel Zeit beim Seitenwechsel nehme. Die Antwort des Referees: «Du bist auch nicht bereit, du kommst ja zu mir, um zu sprechen.» Daraufhin liess der Kanadier noch mehr Dampf ab: «Willst du mich verarschen? Ihr seid alle korrupt!»
Nach der Partie wiegelte Nadal die Kritik Shapovalovs an der Medienkonferenz ab: «Ich wurde nicht bevorteilt, heute sicher nicht. Viele Leute denken, die Topspieler könnten sich mehr erlauben. Aber das darf nicht sein. Das will ich auch nicht. Und ich habe nicht das Gefühl, dass ich bevorteilt werde. Seit ein paar Jahren haben wir die Uhr, die das Tempo vorgibt.» Schon auf dem Platz hatten sich die beiden Kontrahenten nach der Episode am Netz ausgesprochen und sich fair die Hand gegeben.
Nadal und Bernardes: keine Liebesgeschichte
Shapovalov hatte sich von seinem Vorpreschen beim Schiedsrichter gewiss mehr versprochen. Schliesslich gilt Umpire Bernardes nicht als Freund Nadals. Vor Jahren in Rio verwarnte Bernardes den Spanier einmal schon vor dem ersten Ballwechsel wegen Zeitüberschreitung – und später verweigerte er ihm den Gang in die Garderobe, sodass Nadal die verschwitzten Hosen auf dem Centre Court in aller Öffentlichkeit wechseln musste.
Wegen dieser «Respektlosigkeit» erkundigte sich Nadal jahrelang, ob nicht ein anderer Referee zur Verfügung stehe, wenn Bernardes auf eines seiner Spiele angesetzt wurde.