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Südsudan
Im Februar 2018 fragten die Schweizerische Vereinigung der Freunde von Schwester Emmanuelle (ASASE) und ihr sudanesischer Partner, die Gesellschaft St. Vincent de Paul (SSVP), Apotheker ohne Grenzen für eine Zusammenarbeit an. Das Projekt sollte das lokale Personal im Gesundheitszentrum St. Vincent (CSSV) in Nyarjwa, eine Dreiviertelstunde von Juba (Südsudan) entfernt, unterstützen und die Versorgung mit Medikamenten durch die Apotheke verbessern. Die von Christophe Berger im Oktober 2018 durchgeführte Evaluation der Situation vor Ort hat die Notwendigkeit einer Intervention aufgezeigt, mit der das humanitäre Projekt eingeleitet wurde, das an die heikle und instabile Situation im Land angepasst ist.
Eine katastrophale humanitäre Situation
Der Südsudan, der seit seiner Gründung im Jahr 2011 von jahrelangen Konflikten mit dem heutigen Sudan und Bürgerkriegen heimgesucht wird, hat große politische Krisen erlebt, die sich letztlich auf seine menschliche Entwicklung, insbesondere im Gesundheitsbereich, ausgewirkt haben. Die Gesundheitsindizes des Landes sind extrem niedrig, und die Sterblichkeitsrate bei der Geburt ist besonders hoch (1 von 48 Frauen stirbt bei der Geburt, 200-mal höher als in der Schweiz). Der Mangel an qualifiziertem Personal, Medikamenten und Materialien macht den Südsudan zu einem Land mit einem praktisch nicht vorhandenen Gesundheitssystem, welches von internationaler Unterstützung abhängig ist.
Ein mehrjähriges Projekt, das an die Komplexität des Standortes angepasst ist
Nach zahlreichen Austauschen mit Partnern vor Ort und einer Evaluation vor Ort entschied sich AoG Schweiz für die Unterstützung der CSSV. Die Komplexität und Gefährlichkeit der Situation vor Ort veranlassten AoG Schweiz, die Form des Projekts anzupassen. Die Arbeitsbereiche sind aber die gleichen wie bei den Projekten in Tansania und Madagaskar:
► Unterstützung des Gesundheitszentrums beim Einkauf von Medikamenten: AoG Schweiz unterstützt die Apotheke des Gesundheitszentrums durch den Kauf von Qualitätsarzneimitteln und die Förderung ihrer rationellen Anwendung. Insbesondere wird für die Entbindungsstation des Zentrums gynäkologisch-geburtshilfliches Material zur Verfügung gestellt, um Todesfälle bei der Geburt zu verringern. All dies wird von Christophe Berger, dem Projektleiter, durchgeführt, der die Entwicklungen anhand von Berichten unserer lokalen Partner, koordiniert von Betram Gordon Kuol, und durch zweimal jährlich stattfindende Reisen vor Ort verfolgt. Die gegenwärtige Sicherheitslage im Land erlaubt es uns nicht, die langfristige Anwesenheit eines Apothekers vor Ort zu verantworten.
► Stärkung der Fähigkeiten des lokalen Personals: Der Aufbau von Kapazitäten wird auch durch E-Learning-Kurse zum Austausch von Richtlinien zum Arzneimtteleinsatz und zur Beratung lokaler Mitarbeiter gefördert. Weitere globale Kurse werden auch über Pharm-Ed angeboten, eine Bildungsplattform, die ein Partner der PSF Schweiz ist und vom Apothekendienst der Universitätsspitäler von Genf geschaffen wurde.
Wie war das erste Jahr?
Beim Projektbeginn im September 2019 konnten mit dem damals überwiesenen Geld die ersten Medikamente im Wert von über 10’000 Franken gekauft werden.
Im Oktober 2019 reiste Christophe Berger in den Südsudan, um seine erste Evaluationsmission seit Beginn der Zusammenarbeit durchzuführen. Begleitet wurde er von Laurence Schumarer, Doktorandin an der Universität Genf, deren Aufgabe es war, die Auswirkungen und den Erfolg von E-Learning, insbesondere im Zusammenhang mit humanitären Missionen, zu analysieren.
Die Anfänge des Projekts litten leider unter einer Verlangsamung aufgrund des raschen Fortschreitens der Covid-19-Pandemie. Insbesondere die zweite Evaluierungsmission von Christophe Berger, die ursprünglich für Juni 2020 geplant war, musste abgesagt werden.
Die Bewältigung von Covid-19
Die Ausbildung des lokalen Personals hat sich nicht wesentlich verändert, da das Projekt bereits von Anfang an mit Telearbeit aus der Distanz aufgebaut wurde. Um unseren Partner konkreter zu unterstützen, das lokale Personal zu schützen und die Ausbreitung des Virus einzudämmen, wurden verschiedene Unterlagen zu Hygiene- und Präventivmaßnahmen und der sozialen Distanzierung verchickt.
Darüber hinaus hat das Gesundheitszentrum Gesundheitskurse für die Gemeinden in der Umgebung des Gesundheitszentrums und für seine Patienten durchgeführt mit dem Ziel, sie über die richtigen Schutzmassnahmen und Verhaltensweisen in diesen turbulenten Pandemiezeiten zu informieren.
Im September 2020 wurden dem Zentrum weitere Mittel in Höhe von 13.000 Franken für den Kauf von Medikamenten überwiesen.
Vielen Dank an unsere Partner: