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Tektonische Prozesse kurbelten Artenvielfalt der Regenwälder an
Über hundert Millionen Jahre Erdgeschichte haben sich auf die heutige geografische Verteilung der Artenvielfalt in tropischen Regenwäldern niedergeschlagen, wie eine am Montag im Fachmagazin «PNAS» erschienene Studie unter Federführung der ETH Zürich zeigt.
Nirgends ist die Artenvielfalt so hoch wie in den tropischen Regenwäldern. Allerdings: In den feuchten Tropenwäldern Afrikas ist die Artenzahl kleiner als in den Regenwäldern Südamerikas und Südostasiens. Als Beispiel nennen die Forschenden die Palmen: Von weltweit etwa 2500 Arten kommen rund 1200 in Südostasien und 800 in den Tropenwäldern Südamerikas vor, aber nur 66 in afrikanischen Regenwäldern.
Biodiversitätsforschende rätseln, was diesem Muster zugrunde liegt - das heutige Klima oder die Jahrmillionen alte Umweltgeschichte?
Ein Team um Loïc Pellissier, ETH-Professor für Landschaftsökologie, kam nun mithilfe eines Computermodells zum Schluss: «Geologische Prozesse sowie globale Temperaturflüsse bestimmen, wo und wann Arten entstehen oder aussterben», sagte der Forscher gemäss einer Mitteilung der ETH Zürich. Das gegenwärtige Klima hingegen ist demnach nicht der Hauptgrund, weshalb die Regenwälder Afrikas vergleichsweise weniger Arten beherbergen.
Tektonisch inaktiver Regenwaldgürtel
Die Forschenden verglichen die heutige Verteilung von über 150’000 Pflanzen- und Tierarten mit einem räumlichen Modell der Diversifizierung in Kombination mit Rekonstruktionen der Plattentektonik und der Klimabedingungen.
So liess die Plattentektonik etwa die Anden in Südamerika wachsen oder Insel-Archipele in Südostasien entstehen. Daraus gingen neue ökologische Nischen hervor, was der Bildung neuer Arten Auftrieb verlieh.
Anders die Regenwaldgürtel in Afrika: In dieser Region war die Erde in den vergangenen 110 Millionen Jahren vergleichsweise ruhig. Zudem war dieser Tropenwald verhältnismässig klein und von Trockengebieten umgeben: «Arten aus Regenwäldern können sich kaum an die Verhältnisse der umgebenden Trockengebiete anpassen», so Pellissier.
Die Forschenden um Pellissier arbeiten nun an einer Verfeinerung ihres Computermodells. So möchten sie mithilfe weiterer Simulationen verstehen, wie Biodiversität in anderen artenreichen Regionen entstanden ist, etwa in den Gebirgen Westchinas, wie die ETH Zürich schrieb.
https://doi.org/10.1073/pnas.2026347118
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