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Nicht Gold, sondern Silber: Indische Schmuckindustrie glänzt
Einfuhrzölle für Gold und eine schwächere Nachfrage nach Hochglanz-Diamanten in globalen Schlüsselmärkten beeinflussen den Export von Goldjuwelen in Indien weiterhin negativ. Der Export von Silbergeschmeide hingegen erlebt einen Aufschwung auf dem Subkontinent.
Ausfuhren auf dem inländischen Zollgebiet (Domestic Tariff Area) von Goldpreziosen und diamantbesetzten Juwelen stürzten zwischen April 2015 und Februar 2016 um sage und schreibe 40 Prozent ab. Silberexporte dagegen legten um beachtliche 60 Prozent zu. Das belegen die Daten des indischen Juwelenexportrates (GJEPC).
An Goldjuwelen wurden im genannten Zeitraum 3,4 Milliarden US-Dollar exportiert. Zum Vergleich waren es in der Vorperiode noch 5,5 Milliarden US-Dollar. Der Gesamtexport von Goldpreziosen betrug 7,7 Milliarden US-Dollar, im Vergleich zu 9,9 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor. Die schwächelnde Goldnachfrage führte auch zu einem Importrückgang des Edelmetalls von 27 Prozent. Auch bei Hochglanzdiamanten fiel der Rückgang drastisch aus, und zwar um 15 Prozent auf 18 Milliarden US-Dollar gegenüber 21 Milliarden US-Dollar in der Vorperiode.
Dagegen erfreut sich das Geschäft mit Silber eines grossen Aufschwungs. Die GJEPC zeigt, dass der Silberexport in Indien in der Periode von April 2015 bis Februar 2016 auf 2,7 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. In der Vorperiode waren es nur 1,7 Milliarden US-Dollar.
Nicht alles glänzt in der Schmuckindustrie
Nachdem Narendra Modi 2014 die indischen Parlamentswahlen gewonnen hatte, hoffte insbesondere die Schmuckbranche des Landes auf eine Lockerung der bestehenden Importrestriktionen für Gold. Diese Hoffnungen wurden enttäuscht. Für die Experten ist klar: Die indischen Produzenten von Goldjuwelen sind aufgrund der Einfuhrzölle von zehn Prozent am Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig. „Indische Produzenten müssen das Gold zu viel höheren Preisen kaufen als ihre Mitbewerber in anderen Ländern“, meint der Goldanalyst Aniruddha Lidbide, gegenüber „Indiatimes.com“.
Die Silberjuwelenproduktion hingegen hat aufgrund der höheren ausländischen Nachfrage einen grossen Aufschwung erlebt. Die Juwelenhersteller in Mumbai, Delhi oder Surat haben in den letzten Jahren sehr in Technologie investiert und auch die Qualität der Juwelendesigner hat merklich zugelegt, erklärt Dinesh Navadiya, Sprecher des GJEPC. Viele Aufträge, die früher in Italien oder anderen Ländern landeten, werden daher heute von indischen Produzenten ausgeführt. Nicht ohne Grund: Die Herstellungskosten liegen rund 40 Prozent niedriger als in Europa.
Artikel von: pressetext.com
Artikelbild: © Pabkov – Shutterstock.com