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Langsam lichten sich die Nebel über dem geplanten Kauf eines neuen Kampffliegers für die Schweiz. Wären es rein Schweizer Bedürfnisse, die damit hätten erfüllt werden sollen, wären der französische Dassault Rafale und der neue Europafighter Typhoon wesentlich zweckmässiger und sehr viel günstiger zu erhalten gewesen.
Der F-35, ein wegen seiner Software und anderer Schwächen unfertiges US-Spitzenprodukt, das Viola Amherd und die anderen Mitglieder des Bundesrats kaufen wollen, dient vor allem dem Wunsch der von den USA gesteuerten NATO, das Luftraumloch über der Schweiz zu schliessen.
Die wenigen F-35 der Schweiz, davon immer ein Drittel im Service, wären bald vernichtet. Im Unterschied zu anderen NATO-Staaten hätte die Schweiz dann keine Zweitschlagskapazität mehr.
Ob die NATO-Mitglieder sich in Geheimverträgen verpflichtet haben, dann dem Nicht-NATO-Mitglied Schweiz beizustehen, wissen nur die Götter in Bern.
Nachzulesen ist dies bei Mike Sutton, einem englischen Royal Airforce-Piloten, der kürzlich ein Buch über den europäischen Typhoon publiziert hat.
Darin gesteht er dem F-35 zu, für frühe und komplexe Einsätze in der Anfangsphase eines Konflikts, wo der Kampf in der Luft gegen einen sehr fortschrittlichen Gegner geführt werden müsse, die Eigenschaft „stealth“, also nahezu unsichtbar zu sein, als entscheidende aufzuweisen.
Erst wenn diese Flugzeuge im Kampf vernichtet worden seien, müssten andere Typen, so der europäische Typhoon oder der französische Rafale, zum Einsatz kommen.
Darin kommt der Respekt zum Ausdruck, den die obersten NATO-Instanzen vor den russischen Suchoi-Kampffliegern haben, die unseren Maschinen im Ernstfall gegenüberstehen würden.
Für die Schweiz heisst dies, ihre 36 F-35-Bomber würden im Rahmen eines NATO-Einsatzes gegen Russland (wen sonst?) zum Einsatz kommen.
Ist diese erste Phase des Luftkampfs vorbei – Profis rechnen mit 14 Tagen – müssten andere Kampfflugzeuge die Verteidigung der Schweiz übernehmen. Aber welche? Dazu hat sich Viola Amherd bisher nicht geäussert.
Die Walliserin schweigt ohnehin viel, wenn es nicht um Frauenförderung in der Armee geht. An ihrer Stelle tritt seit Wochen vermehrt eine Finnin auf: Pälvi Pulli.
Die wichtigste Sicherheitsberaterin der Schweiz, von der man bisher wenig wusste. Sie kellnerte in der Westschweiz. Ihre Lizentiatsarbeit an der Uni Neuenburg hat das Thema der militärischen Einsätze im Inland.
Pulli war liiert mit dem wesentlich älteren Christian Catrina, dem seinerzeit obersten Sicherheitschef der Schweiz, dessen Job sie erbte.
Sie spricht fliessend russisch und fünf weitere Sprachen. Sie lebt heute wieder mit einem hohen Schweizer Offizier zusammen.
„Eine Karriere wie im Märchen“, schreiben die Medien. Es liesse sich auch sagen, eine Karriere wie in einem James Bond-Film, der noch nicht an seinem Ende angekommen ist.
Pälvi Pulli: „Die Schweiz darf sich wegen der Neutralität nicht in die militärische Abhängigkeit eines anderen Landes begeben.“
Mit dem Kauf der F-35, mit dem Pulli nichts zu tun haben will, ist zumindest der Schweizer Luftraum, das militärische Dach über den Köpfen unserer hoffentlich tapferen Soldaten, fest in amerikanischer Hand.
Viola Amherd hat vom Stimmbürger in einer der knappsten aller Volksabstimmungen sechs Milliarden Franken erhalten, um, nach ihrem und des Bundesrats Willen, dieses US-Flugzeug zu kaufen.
Längst wissen alle: Es wird teurer werden. Erstens ist es die Inflation, die den Einkaufspreis treiben wird.
Zweitens sind es die Ausbildungskosten für die Piloten und das technische Personal.
Drittens sind es die Unterhaltskosten, die nach Angaben bisheriger Nutzer zu den höchsten aller vergleichbaren Kampfflugzeuge gehören.
Viertens müssen wir für hunderte von Millionen Franken unsere Militärflugplätze ausbauen.
Viola Amherd hat dafür im 6 Milliarden-Budget einen Risikozuschlag von 1,5% vorgesehen. Wer lacht?
Im Bundesrat niemand. Finanzminister Ueli Maurer hat das Gesicht verzogen, als von diesem Budget die Rede war.
Kein Wunder, dass der französische Rafale und der neue Eurofighter laufend frische Abnehmer gewinnen.
Damit haben die Amerikaner von Lockheed Martin nicht gerechnet, heissen doch kleinere Auslieferungen höhere Preise, sei es für die Kunden oder den amerikanischen Steuerzahler, der längst nicht mehr zu den Besten der Welt zählt.
Spanien ist vom alten F-18 Kampfflugzeug auf den Typhoon umgestiegen. Die 20 Flugzeuge kosten zwei Milliarden Euro. Lieferzeit ab 2025.
Die Vereinigten Arabischen Republiken haben Ende letzten Jahres den Kauf von 50 Exemplaren des F-35 storniert. Sie haben dafür 80 Dassault Rafale gekauft.
Das verarmte Griechenland hat bereits 24 Rafale aus Frankreich bestellt. Dazu kommen jetzt noch 20 F-35.
Wohlgemerkt, zuletzt ging Griechenland vor allem an seinem viel zu hohen Militärbudget finanziell zugrunde.
Deutschland hat insgesamt 53 Typhoons und 35 F-35 bestellt. Damit ist die Zweitschlagskapazität gesichert, ganz im Unterschied zur Schweiz.
Katar erhält, beginnend in diesem Jahr, 24 Typhoons und hat den USA signalisiert, man wolle auch den F-35 kaufen.
Zurück in die Schweiz: Wir wollen als einziges bisher bekanntes Land exklusiv auf den sündhaft teuren F-35 umsteigen.
Dieser dient der NATO als Kampfflugzeug für den Erstschlag in der Abwehr. Die neutrale Schweiz darf im Rahmen der NATO selber kein anderes Land angreifen.
Die Lobbyisten des F-35, darunter die bürgerlichen Parteien der Schweiz, haben einen ausgezeichneten Job gemacht. Vor allem für die Amerikaner.
Der nachdenkliche Schweizer Steuerzahler reibt sich die Augen.