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Was sind deine sexuellen Fantasien? Wohin führt dich deine Fantasie, wenn du tagträumst, dich selbst befriedigst oder mit einem Partner zusammen bist? Vielleicht ist es ein romantisches Rendezvous mit jemandem aus deiner Vergangenheit oder eine perverse Szene mit mehreren Liebhabern. Welche Gefühle hast du nun angesichts der Tatsache, dass dein Gehirn so weit gegangen ist? Für viele sind erotische Fantasien mit Erregung und Freude verbunden. Aber für andere sind sie mit Schuldgefühlen oder Scham verbunden. Manche beginnen sogar genau aus diesem Grund eine Therapie: Was sagt diese Fantasie über mich aus? Ist das normal? Ist das Betrug? Will ich das im wirklichen Leben?
Lass uns zunächst über „normal“ sprechen, was zwei Dinge bedeuten kann: gewöhnlich und gesund.
Fantasieren ist beides. Es ist sogar so normal, dass wenige oder gar keine sexuellen Fantasien zu haben, eines der Kriterien ist, die Mediziner zur Diagnose einer geringen Libido verwenden.
Bist du zimperlich, was deine sexuellen Fantasien angeht?
Manchen Menschen wurde beigebracht, dass bestimmte Fantasien tabu, unmoralisch oder sogar sündhaft sind. Oder dass sexuelle Fantasien nur dann in Ordnung sind, wenn sie sich auf die Person beziehen, mit der man eine Beziehung hat, wenn sie heterosexuell sind, wenn sie Menschen betreffen, die auf eine bestimmte Weise aussehen, usw. Diese Art von Botschaften können die Sorge hervorrufen, dass etwas mit dir nicht stimmt, wenn dein Gehirn sich nach etwas anderem sehnt. Die Wahrheit ist jedoch, dass die meisten Fantasien nicht von der Missionarsstellung in einer Langzeitehe handeln (auch wenn es bei dir so ist, das ist normal!).
Der Sinn der Fantasie besteht darin, dass unsere Vorstellungskraft uns an Orte bringt, zu denen wir im Alltag keinen Zugang haben.
In Umfragen mit über 4.000 Amerikanern im Alter von 18 bis 87 Jahren fand man heraus, dass sich die Fantasien häufig um tabuisierte oder verbotene Handlungen drehten, oft um Dinge, die man im wirklichen Leben nicht tun wollte – sogar um Dinge, von denen man wusste, dass sie falsch oder illegal waren, wie Sex in der Öffentlichkeit.
Es ist in Ordnung, Fantasien als einen sicheren Raum zu betrachten, in dem man die Tiefen seiner sexuellen Fantasie erforschen kann. Aber was ist, wenn du beim Sex mit deinem Partner von jemand anderem träumst – ist das Betrug? Bedeutet das, dass mit deiner Beziehung etwas nicht stimmt? Die Wahrheit ist, dass Fantasien oft ein fester Bestandteil selbst der gesündesten und sexuellsten Beziehungen sind, und Fantasien beim Sex können eine gute Möglichkeit sein, sexuelle Langeweile oder Burnout oder sogar Untreue zu verhindern.
Viele Sexualtherapeuten empfehlen die Fantasie als Hilfsmittel für diejenigen, die Schwierigkeiten haben, erregt zu werden oder zu bleiben, oder die sich schwer tun, zum Orgasmus zu kommen. Schliesslich schweifen unsere Gedanken bei jeder längeren sexuellen Erfahrung (zu zweit oder allein) zwangsläufig zu allem Möglichen ab, von der Frage, was wir gerne zu Abend essen würden, bis hin zu dem Kleiderstapel in der Ecke. Wenn du deine Gedanken auf etwas Sexuelles lenken kannst, hilft dir das, in diesem Moment auf dem Boden zu bleiben. Manchmal bedeutet das, dass du deinem Partner tief in die Augen schaust, manchmal, dass du dich an die Person erinnerst, der du letzte Woche im Zug tief in die Augen geschaut hast. Beides ist eine gute Möglichkeit, die Stimmung anzuheizen.
Auch wenn die Flucht in die Fantasie ein wunderbares Werkzeug in deinem sexuellen Werkzeugkasten sein kann, hat es auch etwas für sich, sich beim Sex mit einem Partner aus dem wirklichen Leben zu verbinden.
Dennoch eröffnet die sexuelle Fantasie ohne Scham eine Welt der sexuellen Erkundung, also geniesse sie!
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