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Die Mutter von Sameena haben wir kennen gelernt, als wir in Sifayas Flüchtlingscamp vor ver-schlossenen Türen standen. Sie gab uns Auskunft, dass die Leute alle zu den neuen Häusern ge-gangen seien, weil die Strom-anschlüsse auf diesen Tag versprochen worden waren. Müssig zu erwähnen, dass sie umsonst hingegangen sind.
Sie stellte uns vier Plastikstühle in den Schatten und wir haben uns mit ihr unterhalten.
Sie hätten sehr viel Glück gehabt, ihr Mann und ihre drei Kinder hätten überlebt. Ihr Mann sei pensionierter Lehrer und habe jetzt Arbeit bei einer Hilfsorganisation (die Leute reinigen mit blossen Händen unter sengender Hitze die Salzlagunen und bekommen pro Arbeitstag 400 Rupien, mit Glück dürfen sie 2 – 3 Tage pro Woche arbeiten) Sie selber trocknet Chili, mahlt ihn und verkauft ihn dann an Läden. Der älteste Sohn sei zur Zeit in Colombo und würde versuchen, eine Stelle in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu bekommen; sie hätten vor dem Tsunami viel Geld an eine Agentur bezahlt, aber er hätte immer noch keine Zusage.
Der jüngere Sohn hat in der 16 qm grossen Hütte eine Fernsehreparatur -Werkstätte eingerichtet (die Familie wohnt dort!), und die 16 jährige Tochter sei in Kandy in der Schule.
Wir wollten wissen, wo und weshalb.
Sie sei ausgezeichnet in Mathematik und wolle eines Tages Ingenieurin werden. In der Folge zeigte sie uns ein Schreiben des Schuldirektors, dass für das Mädchen keine Möglichkeit besteht, in Hambantota eine Schule zu besuchen, die ihren Fähigkeiten entsprechen würde, das O-Level Zeugnis, das zwei Jahre vor der Matur abgelegt wird, und ein Schreiben der Mädchenschule in Kandy.
Mit der Notengebung in Sri Lanka nicht vertraut, gab Faye seufzend Auskunft, dass sie sich mehr als glücklich geschätzt hätte, wenn ihr Jüngster mit nur einem annähernd so guten Zeugnis im Sommer von der O-Level Prüfung nach Hause gekommen wäre.
Uns hat tief beeindruckt, dass ein Vater, der durch den Tsunami alles verloren hat und eine Pension von 6000 Rupien im Monat erhält, seine Tochter trotzdem nicht von einem Internat nimmt, das 7000 Rupien im Monat kostet, und die ganze Familie alles Erdenkliche tut, um zusätzliches Einkommen zu erzielen.
Wir waren der Ansicht, dass das Geld, das wir für Schulgelder vorgesehen hatten, hier am richtigen Ort sei und haben die Übernahme der Kosten vorerst für ein Jahr zugesagt. Die ersten 7000 Rupien haben wir vor Ort übergeben und die monatlichen Zahlungen werden auf ein Konto der Mutter bezahlt.
Ich (Michel muss arbeiten) werde das Mädchen nächsten Frühling auf jeden Fall persönlich kennen lernen, entweder in Hambantota oder in Kandy.
Die Mutter wird über Faye und Humaid mit uns in Kontakt bleiben.