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In kaum einem anderen Roman der Weltliteratur wird so viel gemordet, geplündert und zerstört wie in Flauberts historischem Karthago-Roman. Mit ungeheurem sprachlichen Aufwand werden große Heere, Kampfelefanten, Tempel und Paläste, schöne Landschaften, exotische Frauen und Männer aufgefahren, nur um diese ganze Welt grandios untergehen zu lassen. Madame Bovary warf man Pornographie, Salambo Sadismus vor. Doch beide Vorwürfe waren haltlos bei einem Autor, dem es schlicht um Genauigkeit ging eine Genauigkeit, die uns heute den Religionswahn und die Barbarei dieses Romans so nah erscheinen lässt.
Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
Autorentext
Gustave Flaubert wurde 1821 in Rouen (Normandie) geboren; sein Vater war Chefarzt des städtischen Krankenhauses. Schon seit seiner Jugend schrieb Flaubert unermüdlich. Aufgrund seiner hohen Ansprüche an sich selbst veröffentlichte er jedoch keines seiner Manuskripte. Sein erstes publiziertes Werk wurde der Roman Madame Bovary, der 1856 im Feuilleton der Revue de Paris erschien und der ihm einen Prozess wegen Verstoßes gegen die Sitten eintrug. Weniger erfolgreich, aber noch einflussreicher auf die Entwicklung des europäischen Romans war Flaubert mit Die Erziehung der Gefühle, erschienen 1869. Gustave Flaubert ist einer der besten Stilisten der französischen Literatur und ein Klassiker des Romans; zusammen mit Stendhal und Balzac bildet er das Dreigestirn der großen Erzähler Frankreichs. Er starb 1880 im Alter von 59 Jahren in Croisset.