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Der verfassungsmässige Grundsatz «gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit» wird noch immer nicht eingehalten, und das fast vierzig Jahre nach seiner Verankerung. Ab der Anstellung nach der Sekundarbildung ist der Lohn junger Frauen durchschnittlich 7% tiefer als der Lohn junger Männer mit gleicher Qualifikation und Bildung. Diese Situation spitzt sich mit den Jahren zu und hindert die Frauen, sich noch aktiver am Arbeitsmarkt zu beteiligen. Die Unternehmen müssen sich an das Gesetz halten und diesbezüglich Rechenschaft ablegen. Allerdings ist die Revision des Gesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann in den Jahren 2018/2019 unbefriedigend. Der ursprüngliche Entwurf des Bundesrates wurde vom Parlament beträchtlich abgeschwächt, sodass das Gesetz in der Zielerreichung unwirksam bleiben wird. Weniger als 1% der Unternehmen – 0,95 % – werden verpflichtet, die Einhaltung der Lohngleichheit zu überprüfen; folglich wird nur eine Minderheit der Arbeitnehmenden (46%) von dieser Gesetzesänderung betroffen sein. Die Politik ist nicht gewillt, das Rechtssystem zu stärken, damit das Gesetz umgesetzt werden kann. Daher hat die Zivilgesellschaft – und insbesondere die Gewerkschaften – das Recht, bei den Unternehmen entsprechend Druck zu machen.
Mehr als 70 Gemeinden haben die europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern unterzeichnet
Alle Gemeinden in der Schweiz sind eingeladen, die europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene zu unterzeichnen. Die 30 Artikel beinhalten Massnahmen zur Konkretisierung der Gleichstellung. Nach Unterzeichnung haben die Gemeinden zwei Jahre Zeit für die Ausarbeitung ihres Aktionsplans. Travail.Suisse unterstützt das Anliegen des Rats der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) und ermuntert die Gemeinden, die ja auch Arbeitgeber sind, die Charta für die Gleichstellung anzunehmen.