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Die Textilindustrie ist eine der grössten auf der Welt. Im Kleidungs- und Schuhsektor arbeiten weltweit zwischen 60 und 75 Millionen Menschen (Daten aus 2014). Die Branche hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem vergrössert. In 2000 arbeiteten in der Textilindustrie «nur» 20 Millionen Menschen. Das entspricht einem Anstieg an Arbeitskräften von 300 bis 375%.
Um den grösstmöglichen Gewinn zu erwirtschaften, werden die Kleider und Schuhe in Ländern produziert, in welchen die Löhne sehr tief sind. Deshalb sind asiatische Länder bei den Unternehmen sehr beliebt. Der weltweit grösste Exporteur ist China. Das Land exportierte in 2016 Textilien im Wert von 104.7 Milliarden US-Dollar. Indien, Bangladesch und Pakistan sind in der Textilbranche auch stark vertreten.
Primark
Der irische Textilgigant Primark bietet seinen Kunden Kleider, Schuhe und Schmuck. Das Unternehmen verfügt über mehr als 300 Läden und beschäftigt über 48000 Mitarbeiter. Es ist nicht nur in der UK tätig, sondern auch in ganz Europa und den USA. Primark ist bekannt, dass es eine grosse Palette von Waren zu sehr tiefen Preisen anbietet.
Primark hat in seinen Verhaltensregeln deutlich aufgelistet, dass es ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Unternehmen ist. Die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Arbeiter seien auf gutem Niveau und es gäbe keine Kinderarbeit. Leider entspricht das nicht der Wirklichkeit. Eine durchschnittliche Hilfskraft bekommt täglich etwa 2 Euro. Dabei wäre der durchschnittliche Mindestlohn etwa bei 2.60 Euro pro Tag. Der zurzeit bezahlte Lohn reicht nicht aus, um das lebensnotwendige Minimum zu decken. Deshalb müssen viele der Arbeiter in Armut leben. Sie werden zu diesen Arbeitsbedingungen gezwungen und wenn sie sich zu wehren versuchen, werden sie entweder entlassen. Danach wieder Arbeit zu finden ist praktisch unmöglich.
In der Textilbranche arbeiten weltweit 168 Millionen Kinder. Etwa die Hälfte davon müssen ausserdem unter gefährliche Bedingungen arbeiten. In Bangladesch beispielsweise sind etwa 10% aller Kinder von 5 bis 14 Jahren in den Textilfabriken tätig, in denen auch unter anderem Primark-Waren hergestellt werden.
Das irische Unternehmen verfügt über 100 Experten, die für das ethische Handeln und die ökologische Nachhaltigkeit in den Produktionsländern zuständig sind. Diese Experten sollen jede der Fabriken, in denen Primark-Waren hergestellt werden, mindestens einmal pro Jahr kontrollieren, um solche Situationen zu verhindern. In Wirklichkeit gibt es jedoch noch viele Fabriken, in denen weiterhin Probleme existieren, welche das Leben und die Gesundheit der Arbeiter gefährden. Das berühmteste Beispiel stammt aus dem Jahr 2013. Am 24. April stürzte eine Textilfabrik ein, in welcher unter anderem auch Primark-Waren hergestellt wurden. Dabei kamen 1138 Menschen ums Leben und weitere 2000 wurden verletzt. Das war die bisher grösste Tragödie in Bezug auf die Textilbranche.
Bild: Einsturz des Rana Plaza-Gebäude in Bangladesch, 2013
Nach dieser Tragödie musste Primark handeln. Das Unternehmen hat bis heute mehr als 14 Millionen US-Dollar and die Betroffenen als Entschädigungen bezahlt und war der erste Textilproduzent, der das Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit unterzeichnet hat.
Ein sehr grosses Risiko, das mit der Herstellung von Kleidern und Schuhen verbunden ist, sind die bei der Färbung entstehenden Giftstoffe. Diese Giftstoffe sind nicht nur in der Luft, sondern gelangen auch in Flüsse und Böden. Fische und Pflanzen nehmen diese Stoffe auf. Wenn sie dann von den Menschen in Form von Nahrung aufgenommen werden, können diese Stoffe zu Erkrankungen führen.
Primark hat sich im Juli 2011 der «Detox my Fashion-Kampagne» angeschlossen, mit dem Ziel, eine giftfreie Produktion von Textilien bis 2020 zu erreichen. Zurzeit steht das Unternehmen nach der Analyse von Greenpeace «im Wandel». Dies bedeutet, dass das Unternehmen auf gutem Weg steht, das Ziel der Kampagne bis zur Deadline zu erreichen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass Primark nicht das getan hat, was es angegeben hat. Das hat zum schlechten Image der Firma in den letzten Jahren geführt. Dennoch versucht sich das Unternehmen zu verbessern und seine Nachhaltigkeit für die Zukunft zu fördern.
Quellen:
http://www.detoxcatwalk.de/. (Zugriff am 29.05.2018)
http://bonsum.de/magazin/produktionslaender-wo-kommt-unsere-kleidung-her. (Zugriff am 29.05.2018)
https://fashionunited.de/v1/leads/textilindustrie-kinderarbeit-noch-verbreitet/201310083672. (Zugriff am 29.05.2018)