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Immer öfter wird von Psychiatern und Ärzten besonders Shiatsu als Methode der Komplementärtherapie zusätzlich zu einer traditionellen Therapie verschrieben.Denn Shiatsu unterstützt wie ein Wegweiser Burnout-Betroffene dabei, dem Körper zu vertrauen und nach und nach wieder in eine gute innere Energiebilanz sowie in eine psychische Ausgeglichenheit zurückzufinden.
Der Job-Stress-Index der Gesundheitsförderung Schweiz aus dem vergangenen Jahr geht davon aus, dass 22,6 Prozent der Schweizer mehr Belastungen ausgesetzt sind als sie an Ressourcen aufbringen können. Insbesondere leistungsstarke und engagierte Menschen zeigen ein erhöhtes Risiko, an einem Burnout zu erkranken.
Die Bezeichnung Burnout stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt “durchbrennen.” Ursprünglich war der Begriff in der Technikersprache gebräuchlich, etwa wenn eine Glühbirne plötzlich durchbrannte. Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger übertrug den Begriff „Burnout“ in den 70er Jahren in die Psychologie. Auch wenn Burnout eigentlich ein schleichender und über einen längeren Zeitraum gehender Prozess ist, umschreibt der Begriff ganz gut den Gemütszustand aller Burnout-Patienten: Sie fühlen sich antriebs- und energielos. Bei Burnout ist das Körper-Geist-Seele-System nicht mehr in der Lage, die äusseren und inneren Herausforderungen des Lebens zu bewältigen.
Rückzug und Selbstentfremdung: Wenn die Energiereserven aufgebraucht sind
Als Ursache eines Burnouts wird häufig langanhaltender und starker Stress vermutet. Damit ist nicht nur der Druck im Arbeitsumfeld gemeint, sondern auch seelische Belastungen wie Existenzängste, Beziehungsprobleme oder Engagement für nebenberufliche oder private Aufgaben. Während sich Burnout-Betroffene anfangs viel leisten, starken Enthusiasmus verspüren und Druck sowie Leistungsanspruch standzuhalten versuchen, verfallen sie mit fortschreitendem Verbrauch der Energiereserven in Demotivation und Energielosigkeit. Verstärkt wird das Problem, indem eigene Bedürfnisse vernachlässigt werden. Um noch genug Energie für seine Aufgaben aufzubringen, zieht man sich aus anderen Lebensbereichen immer mehr zurück, streicht den Sport, die sozialen Aktivitäten, die Erholung und die Selbstfürsorge, bis man am Ende in der Selbstentfremdung angekommen ist und sich nicht mehr spürt. Dieser Rückzug hat schwere Auswirkungen auf den psychischen Zustand und auf das physische Wohlbefinden.
Folgen von Burnout
Meist sind das Burnout-Geschehen und sein Verlauf so komplex, dass sich die Symptome von Burnout und Erkrankungen wie einer Depression nicht klar voneinander abgrenzen lassen. Zudem leiden Burnout-Betroffene meist unter einer grossen Anzahl körperlicher und psychischer Beschwerden: Appetitlosigkeit, Kreislaufprobleme, Schmerzen, Leistungsabfall, Sinnkrisen (oft mit Flucht- und Ausstiegsgedanken), Bedrücktheit und Depression, Ängste und Panikstörungen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten, sind weit verbreitet und nur einige der Beschwerden.
Info: Wie das Schweizer Expertennetzwerk für Burnout berichtet, entstehen durch die Behandlung von Burnout-Folgen jährlich Kosten von rund 4,2 Milliarden Schweizer Franken.
Shiatsu ist eine ursprünglich aus Japan stammende, sanfte und effektive Therapiemethode und bedeutet so viel wie „Fingerdruck“. Behandelt wird meist auf einem Futon am Boden, seltener auf einer Behandlungsliege. Die Klienten tragen dabei bequeme Kleidung. Die Ganzkörperbehandlung aktiviert, harmonisiert und fördert den Fluss von Lebensenergie im Körper. Gezieltes und achtsames Berühren der Energieleitbahnen (Meridiane) hat einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem und fördert tiefe Entspannung.
Shiatsu vermittelt als ganzheitliche Therapieform die Erfahrung, dass Körper, Geist und Seele eng verbunden sind. Klienten werden in ihrer Einzigartigkeit gesehen, respektiert und mit dem Wissen um ihre Selbstkompetenz und ihr innewohnendes Potenzial unterstützt. Die Selbstwahrnehmung und die Selbstregulation des Körpers werden gefördert und der eigenverantwortliche Umgang mit Beschwerden und Krankheiten wird unterstützt. In jeder Behandlung werden wir Zeuge eines Geschehens, in dem nicht wir regulieren und kontrollieren, sondern sich das System selbst reguliert und organisiert. Durch die tiefe und respektvolle Berührung kann dieses heilsame Geschehen einsetzen, natürlich und aus sich selbst heraus.
Info: Zentral im Shiatsu ist unter anderem das begleitende Gespräch, durch welches die körperlich ausgelösten Wahrnehmungen reflektiert und in Verbindung mit den Ressourcen der Klienten gebracht werden, sodass sie nachhaltig auf gesundheitsfördernde Veränderungsprozesse wirken.
Erfahrene Shiatsu-Therapeuten fördern bei Burnout-Klienten die Entspannung, lösen Blockaden, steigern die Lebensenergie Qi, die in den Leitbahnen des Körpers zirkuliert und vermitteln eine Erfahrung, in der bewusst erlebt werden kann, dass andere Werte wichtiger sind als Leistung und Erfolg. Das Erleben der Betroffenen und dass diese langsam selbst wieder lernen, positiven Einfluss darauf zu nehmen, steht im Fokus. Die Behandlung ist eine Hilfe, sich in jeder Berührung, in jedem Punkt und in jeder Behandlungslinie zu spüren. Durch gezieltes Rückfragen und durch das Mitteilen der Erfahrungen wird die Selbstwahrnehmung gefördert und gestärkt und individuelle Ressourcen werden zurückerobert
Info: In der Regel bietet jede Shiatsu-Behandlung mit Empfehlungen und kleinen Achtsamkeitsübungen, Klienten die Möglichkeit, auch zu Hause zu üben und so langsam die Fähigkeit zu entwickeln, sich aus eigener Kraft in den Zustand der Ruhe, Entspannung und des „Bei-sich-Seins“ zu bringen.
Oft wird die Erfahrung, durch ein Burnout an Leistung und Erfolg nicht mehr teilnehmen zu können, von Betroffenen als traumatisch erlebt. Diese Verletzungen können heilen, nicht aber, wenn man lediglich die Energie stärkt und der Betroffene dann gleich weitermacht wie bisher. Wer mit seinem krankmachenden Muster zur Arbeit zurückkehrt, wird nur erneut zusammenbrechen und sich noch tiefer seelisch verletzen. Leider ist die Rückfallquote bei Burnout-Betroffenen erschreckend hoch. Es muss also darum gehen, Burnout-Patienten in ihrem Menschsein zu bestärken, sodass das natürliche Selbstheilungssystem das entstandene Ungleichgewicht von Körper, Geist und Seele wieder ausgleichen kann. Das Wertesystem, welches vor allem auf Leistung und Erfolg setzt, muss vervollständigt werden. Denn es fehlt ihm die Erfahrung, dass das Sein im Mittelpunkt des Lebens und Erlebens steht und nicht das Tun. Und es fehlt ihm die Erfahrung, dass der Körper und die Lebensenergie nicht durch Kontrolle zu beherrschen sind. Nur das Wahrnehmen der eigenen Körpersignale und Bedürfnisse sowie das entsprechende Handeln führt nachhaltig zu einem erfüllten und zufriedenen Sein, zu Energie und Leistungsfähigkeit. Auch bei der Nachsorge oder zur Prävention kann Shiatsu helfen. Indem die Selbsterfahrungsebene gestärkt und der Selbstentfremdung entgegenwirkt wird.
Shiatsu wirkt nachhaltig durch Neuausrichtung
Gesundheitsfördernde Eigenprozesse werden beim Shiatsu ganz besonders unterstützt und Körperempfindung, Selbstwertgefühl und Neuausrichtung gestärkt. Dabei hilft Shiatsu, die zum Teil erheblichen bestehenden Beschwerden zu lösen, Nebenwirkungen von Medikamenten zu lindern und führt die Klienten in ein lebendiges und erfülltes Selbsterleben zurück. Der dem Burnout zugrundeliegende Entfremdungsprozess wird langsam rückgängig gemacht. Die Erfahrung im Shiatsu führt in ein Erleben des Selbst, das die Klienten an Klarheit gewinnen lässt und am Gefühl, wieder im Einklang mit sich selbst zu leben. Die Shiatsu-Therapie wirkt dann nachhaltig, wenn dieses Erleben nicht nur ein schöner Traum ist, an den wir uns kurz nach dem Aufwachen nicht mehr erinnern, sondern wenn dieses Erleben erinnert und verankert wird. So wird auch klar, dass es in schweren Fällen mehrmonatige Therapien braucht, mit ein bis zwei Sitzungen wöchentlich, bis diese Lernerfahrung tief genug verankert ist. Bei leichteren Fällen wiederum reichen ein paar wenige Behandlungen.
Info: Das Ziel der Shiatsu-Therapie ist dann erreicht, wenn das Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem eigenen inneren Geschehen einem tieferen und vollständigeren Lebendigsein Platz macht, ein neues Vertrauen in die Selbstregulationskräfte und eine gestärkte Selbstkompetenz entstanden ist, wenn die Klienten in Stresssituationen eigene Lösungsansätze entdecken und aus blockierten Denkmustern hinausgefunden haben.
Shiatsu: Wichtiger Bestandteil im Gesundheitssektor
Shiatsu hat als natürliche Therapieform keine Nebenwirkungen und ist mit anderen Therapien gut kombinierbar. Denn Shiatsu versteht sich als eine ergänzende und partnerschaftliche Methode in Bezug zu anderen Berufen des Gesundheitswesens, da Genesung immer von verschiedenen Faktoren abhängig ist. Viele Burnout-Kliniken haben den Nutzen der Steigerung der Selbstwahrnehmung durch Shiatsu erkannt und die Shiatsu-Therapie in das therapeutische Klinikangebot aufgenommen. Aber auch ambulant verordnen immer mehr Psychiater und Ärzte Shiatsu, da es den Betroffenen einen positiven Selbstbezug anbietet. Die Behandlung kann ausserdem die teilweise erheblichen Nebenwirkungen von Medikamenten und von Psychopharmaka lindern.
Info: Eine wissenschaftliche Studie der „School of Healthcare“ an der englischen „University of Leeds“ fand heraus, dass eine Therapie mit Shiatsu Burnout-Patienten vor allem helfen kann, um entspannter zu werden und Schlafstörungen zu bekämpfen. Bei etwa 90 Prozent der getesteten österreichischen Probanden konnte das vegetative Nervensystem beruhigt werden. Circa 54 Prozent der Burnout-Betroffenen hatten weniger schwere Einschlafprobleme als noch vor der Shiatsu-Therapie.
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