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2. Viertel 19. Jh.
Herstellungsort unbekannt
Weide geflochten, schwarz und rot gefärbt
Stoff aufgezogen auf Karton, schilffarben lackiert Glas
Keramik; verzinntes Eisenblech
Stahl; dunkelbraun gefärbtes Horn
Birnbaumholz, schwarz lackiert
Leinendamast; Papier; Kork; Messing versilbert
Dm. 24 cm, H. 18 cm (Korb); L. 20 cm (Messer)
L. 17 cm (Gabel); Dm. 13 cm (Teller)
H. 8,8 cm (Glas)
H. 11,4 cm, B. 18,2 cm, T. 5,3 cm (Kasten)
Inv. 2005.262.
Dieser Picknickkorb aus Weidengeflecht weist ein reiches Innenleben auf. Sein Inhalt gestattete es, alle wichtigen Utensilien für ein Picknick gut verstaut dabei zu haben. Er enthält einen kleinen Teller, einen geflochtenen Untersatz, Gabel und Messer, ein Trinkglas, einen Glasflakon mit Korken und eine Blechbüchse, worin wohl Brot aufbewahrt werden konnte. Im Deckel können ausserdem durch angenähte Schlaufen die Servietten und der hölzerne Gewürzstreuer befestigt werden. Zwei Tragegriffe erlauben es, den Korb bequem zu tragen.
Die Herkunft des Begriffs Picknick ist ungewiss. Er scheint erstmals im Werk «Les Caractères» des französischen Schriftstellers Jean de La Bruyère (1645-1696), geschrieben zwischen 1687 und 1688, aufzutauchen. Das französische «piquenique» ist ab 1748 auch im Englischen («picnic») und seit 1753 im Deutschen nachweisbar. Allerdings bedeutete das Wort damals eine Mahlzeit, zu dem jeder etwas beisteuerte und die nicht zwingend draussen stattfand. Auf die gleiche Weise erläutert auch das Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm 1889 ein Picknick als «ein gesellschaftlicher schmaus, wozu jeder theilnehmer einen beitrag an speisen oder getränken mitbringt».
Im französischen Sprachgebrauch haftete dem Wort jedoch lange etwas Verwerfliches an. Im «Almanach des Gourmands» von 1806 wird Picknick erklärt als eine Zusammenkunft einer beschränkten Anzahl von Männern und gleich vielen Frauen. Bei der Beschreibung wird deutlich, dass es nicht um das Essen allein ging; solche Anlässe waren oft Vorwand für amouröse Eskapaden. Vielleicht deshalb wurde dieses Wort lange Zeit in Zusammenhang gebracht mit einem unmoralischen Lebenswandel und man riet jungen Frauen aus gutem Hause von diesen frivolen Banketten ab. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde Picknick dann im heutigen Sinne verwendet, nämlich als einen im Freien eingenommenen Imbiss.
Mit dem Aufkommen des Tourismus, der grösseren individuellen Mobilität und vermehrter Freizeit erfreute sich das Picknick in der freien Natur ab dem 19. Jahrhundert bei allen sozialen Schichten immer grösserer Beliebtheit. Sich draussen zu verköstigen, fern aller städtischer Hektik wurde zum unverzichtbaren Bestandteil eines Ausflugs.