Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03530.jsonl.gz/973

Herrn Präsidenten
Alfred Escher
Hochwohlgeboren
Zürich1
Berlin , den 4. Novbr. 1871.
Hochgeehrter Herr Präsident!
Ich bin im Besitz Ihrer geehrten Schreiben vom 28. October und 1. d. M. und erkläre mich ganz einverstanden mit dem Verfahren, nach welchem die Mitglieder der schweizerischen und italienischen Gruppe den Eintritt in den Syndikatsvertrag vollziehen sollen.
Die deutsche Gruppe kann Herrn von Sybel unmöglich in den Verwaltungsrath wählen, da die erste der zur Verfügung stehenden Stellen von Herrn Geheimen Rath Mevissen und Dr Parcus als Stellvertreter, die zwei te von Baron A. von Oppenheim und einen seiner Neffen als Stellvertreter, die dritte von Herrn V. Wendelstadt und einem andern Direktor des A. Schaaffhausen'schen Bankver eins als Stellvertreter, und endlich die vierte, wie ich nicht anders erwarte, von Baron Carl von Rothschild und Herrn Geheimen Rath Bleichröder als Stellvertreter eingenommen wird. |
Übrigens ist Herr von Sybel , wie ich höre, im Elsass als Regierungs-Beamter angestellt worden, so daß er gar keinen Urlaub zum Eintritt in den Verwaltungsrath zu erwarten hat.
An den deutschen Börsen wird man den Aktien der Gotthardbahn eine sehr gute Auf nahme bereiten; alle Stimmen sprechen sich aber dahin aus, daß es sehr zweckmäßig sein dürfte, von dem Recht an den Erspar nissen des großen Tunnels die Hälfte auf die Aktien zu übertragen.
Mit Vergnügen ersehe ich, daß Sie mit diesem Verfahren einverstanden sein werden.
Ich beklage, daß man Luzern zum Sitze der Gotthardbahn-Gesellschaft gemacht hat und verbleibe
Mit freundschaftlicher Hochachtung
A Hansemann
P. S. Es ist sehr wünschenswerth, diese außerordentlich günstige Stimmung der deutschen Börsen für die Emission der Gotthard-Aktien zu benutzen und hoffe ich, daß zu diesem Zwecke die Constituirung der Gesellschaft nicht lange mehr auf sich warten lässt.
A H