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Seit Ende des 18. Jahrhunderts begab sich eine wachsende Zahl (männlicher) Angehöriger eines frühen, vermögenden Bürgertums auf Reisen zu Bildungszwecken oder zum Vergnügen, was einen Bedarf an ersten Reisekarten auslöste. Das Gelände dieser Karten wurde bewusst einfach dargestellt, im Zentrum des Interesses standen vielmehr Informationen zu religiösen Stätten, Sehenswürdigkeiten und zum Wegnetz.
Panorama vom Gottschalkenberg, 1886 Reisekarte von Graubünden, 1944
USA, 1964/65 Alpen, ca. 2002
Mit dem Aufschwung des Alpinismus Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Ruf nach Karten in einem grösseren Massstab und einer detaillierteren Geländedarstellung. Reliefkarten mit Höhenlinien, farbigen Höhenschichten und Reliefschattierung deckten diese Bedürfnisse zunehmend ab.
Eine Vielfalt an Exkursionskarten und Panoramen, die als Souvenirs verkauft wurden, zeugen von der Blütezeit des Tourismus in der Schweiz vor dem ersten Weltkrieg.
In der Nachkriegszeit setzte der Massentourismus ein, begünstigt durch die rasche Entwicklung des Strassennetzes und der Erschwinglichkeit von Autos. Strassenkarten, wie wir sie bis heute kennen, wurden zu wichtigen Reisekarten.
Reisekarten dokumentieren kartographische und kulturelle Entwicklungen gleichermassen. Sie geben zum Beispiel Auskunft über den Ausbau des Verkehrsnetzes, bevorzugte Ausflugsziele und Sportarten im Laufe der Zeit.
An der Abendführung der Kartensammlung der ETH-Bibliothek wird eine Auswahl an Reisekarten der letzten 200 Jahre gezeigt.
Abendführung: 22. März 2011, 18.15 – 19.15 Uhr, Lesesaal Spezialsammlungen