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Der erste Zusatzartikel garantiert zum Beispiel u.a. die Religionsfreiheit sowie die Rede- und Pressefreiheit. Im zweiten Zusatzartikel wird festgehalten, dass die einzelnen Bundesstaaten Milizen aufstellen dürfen und darum jeder Bürger eine Waffe tragen darf. Die weiteren Artikel halten zum Beispiel fest, dass von staatlicher Seite keine willkürlichen Durchsuchungen gemacht werden dürfen, dass niemand zweimal für dieselbe Straftat angeklagt werden darf, und dass alle Macht, die nicht per Verfassung der Bundesregierung übertragen ist, bei den Bundesstaaten und ihren Bürgern liegt.
Während damals zur selben Zeit die Menschen in Europa nach und nach dem übermächtigen Staat Bürgerrechte abrangen, gaben die Menschen in den USA Rechte an den neugeschaffenen Staat ab. Damit dieser aber nicht zu mächtig werde, hielten sie in diesen und noch folgenden Zusatzartikeln – zum Beispiel Wahlrecht für alle, unabhängig von Rasse und Geschlecht – gewisse Rechte der Bürger explizit fest.
Die Entstehungsgeschichte der Zusatzartikel hilft mir zu verstehen, weshalb in den USA die Bürger den Staat zunächst als eine Grösse erleben, die ihnen in ihre Freiheit redet. Die Europäer dagegen kommen von der Erfahrung her, dass der Staat immer schon eine mehr oder weniger sinnvoll ordnende Kraft gewesen ist. Vielleicht werde ich das nächste Mal den Kopf etwas weniger intensiv schütteln, wenn ich sehe und höre, wie wichtig es den US-Bürgern ist, eine Waffe tragen zu dürfen.