Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/2054

Etappen und Ergebnisse seit 2005
2005: COP11/MOP1: Montreal
Die COP11, gleichzeitig die erste Tagung (MOP1) der Vertragsparteien des Kyoto-Protokolls, verabschiedet sämtliche Modalitäten für die Umsetzung des Protokolls - insbesondere die Marrakech Accords (vgl. COP7, 2001). Damit sind alle Bedingungen für die Umsetzung des Protokolls erfüllt. Darüber hinaus werden die Regeln für den internationalen Handel mit Emissionsrechten präzisiert.
In längerfristiger Perspektive wird an der Konferenz ein Prozess in die Wege geleitet, der die Verpflichtungen der einzelnen Länder nach Ablauf des ersten Verpflichtungszeitraums des Kyoto-Protokolls (2008-2012) festlegen soll. Gleichzeitig sollen Gespräche zur Weiterentwicklung der internationalen Klimaschutzstrategie im Rahmen der Konvention aufgenommen werden.
An der Konferenz wird zudem beschlossen, das Thema der Abholzung von Wäldern in den Entwicklungsländern und der damit verbundenen Emissionen anzugehen.
2005: Erste Erfolgsbilanz zum Kyoto-Protokoll
Gemäss Artikel 3.2 des Protokolls von Kyoto müssen die Industrieländer nachweisen, dass sie bis Ende 2005 Fortschritte gemacht haben bei der Umsetzung ihrer Verpflichtungen aus dem Kyoto-Protokoll. Der entsprechende Zwischenbericht der Schweiz wurde im Dezember 2005 eingereicht. Die Länderberichte werden Gegenstand der COP12/MOP2 im November 2006 sein.
2006: COP12/MOP2: Nairobi
Bei der COP12/MOP2 einigten sich die teilnehmenden Länder auf eine Arbeitsplanung für die Festlegung der Emissionsreduktionsziele der Industriestaaten für den Zeitraum nach 2012.
Diskutiert wurden auch die Massnahmen, welche getroffen werden müssen, um sich an die Veränderungen, die durch den Klimawandel drohen, anzupassen. Insbesondere wurde beschlossen, Anpassungsprojekte, die in Entwicklungsländern durchgeführt werden, finanziell zu unterstützen. So kann Ländern geholfen werden, die selber nur kleine Mengen Treibhausgase ausstossen, aber stark unter den Folgen des Klimawandels zu leiden haben.
In seiner Rede vor der Versammlung forderte Moritz Leuenberger, Bundesrat (1995-2010), ein umfassendes Engagement der Länder zur Verringerung der Emissionen und schlug eine weltweite CO2-Abgabe zur Finanzierung der Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern vor.
2007: Vierter Lagebericht des IPCC
Gemäss den Szenarien des IPCC könnten die durchschnittlichen Temperaturen weltweit bis 2100 um 1.8 bis 4 Grad ansteigen. Der Bericht zeigt auf, dass die aktuellen Massnahmen im Rahmen der Klimapolitik nicht ausreichen, um die Treibhausgasemissionen im notwendigen Umfang zu reduzieren. Möglichkeiten und Mittel (z.B. wirtschaftliche Instrumente) zur notwendigen Reduktion der Treibhausgasemissionen sind aber laut dem Bericht weltweit vorhanden.
2007: COP13: Bali
Ziel der Gespräche an der COP13 war eine Einigung auf die Bali-Roadmap, die als Fahrplan für die Verhandlungen über das klimapolitische Regime nach 2012 (post-Kyoto) dienen soll.
Mit der in Bali verabschiedeten Roadmap haben die Staaten die Themen und den Fahrplan der künftigen Verhandlungen festgelegt. Dies soll einen nahtlosen Übergang vom jetzigen in das künftige Klimaregime sicherstellen, was von höchster Wichtigkeit für eine effiziente Bekämpfung des Klimawandels ist.
2008: COP14: Posen
In Posen verfolgten die Delegierten zwei Ziele. Erstens loteten sie Wege aus, wie die USA und die Schwellenländer China, Brasilien und Indien besser in das internationale Klimaregime eingebunden werden könnten. Zweitens wurde in Posen über die Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls verhandelt.
Die Delegierten einigten sich auf ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm, damit Ende 2009 in Kopenhagen ein neues griffiges Klimaabkommen verabschiedet werden kann.
2009: COP 15: Kopenhagen
Ziel der Konferenz war die Verabschiedung eines internationalen Klimaregimes für die Zeit nach 2012. Die folgenden Ergebnisse wurden erzielt:
- Die internationale Staatengemeinschaft bekannte sich im „Copenhagen Accord" zum Ziel, die Temperatur nicht mehr als 2 Grad ansteigen zu lassen.
- Die grossen Schwellenländer präsentierten ambitiöse Ziele zur Reduktion ihrer Emissionen, die Industriestaaten bestätigten ihre Reduktionszahlen.
- Die Verhandlungen für ein umfassenden internationales Klimaregime werden weitergeführt
- Die Industriestaaten stellen den Entwicklungsländern rund CHF 10 Mrd. zur Verfügung, damit sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen und ihre Emissionen senken können.
2010: COP 16: Cancùn
Die mittlerweile 194 Vertragsstaaten der UNO-Klimakonferenz einigten sich darauf, die Anstrengungen zur Vermeidung von Treibhausgasen zu verstärken durch die Etablierung eines Pledge and Review-Systems, wobei alle Länder aufgefordert wurden freiwillige, unverbindliche Emissionsreduktionsziele einzureichen und diese einem verbesserten Berichterstattungs- und Überprüfungsprozesses zu unterziehen. Zudem wurde die Anerkennung des 2-Grad-Ziels bestätigt. Die Vertragsstaaten wollen verhindern, dass es nach Ablauf des Kyoto-Protokolls (d.h. ab 2013) zu einer Lücke kommt. Zudem beschloss die COP 16 die Schaffung eines Klimafonds und Mechanismen gegen die Klima schädigende Nutzung - insbesondere Brandrodungen - von Wäldern in Entwicklungsländern.
2011: COP 17: Durban
Die 194 Mitglieder der UNO-Klimakonvention einigten sich darauf, bis ins Jahr 2015 einen neuen, für alle Vertragsstaaten bindenden Vertrag zu erarbeiten. Spätestens 2020 soll der neue Vertrag in Kraft treten. Gleichzeitig wurde eine zweite Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll beschlossen, welche die Lücke zwischen 2013 und 2020 schliessen soll.
2012: COP 18: Doha
Die 18. UNO-Klimakonferenz beschloss, das Kyoto-Protokoll bis 2020 weiterzuführen. Allerdings verpflichten sich im Rahmen von Kyoto 2 bei weitem nicht alle Industriestaaten zu einer Emissionsbegrenzung. Dabei sind die EU, Australien, Norwegen, die Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Kroatien und Island. Abseits stehen grosse Emittenten wie die USA, China, Japan, Brasilien, Südafrika, Indien oder Kanada.
Immerhin bekräftigten alle Staaten den 2011 an der Klimakonferenz von Durban gefällten Entscheid, bis 2015 ein Klimaabkommen zu verabschieden, das alle Staaten und nicht nur die Industrieländer in die Pflicht nimmt. Zudem wurde den Entwicklungsländern die Weiterführung von Finanzhilfen zugesagt für die Bewältigung des Klimawandels.
2013: COP 19: Warschau
Seit in Durban 2011 beschlossen wurde, bis 2015 ein neues Abkommen für die Zeit nach 2020 zu verhandeln, konzentrieren sich die Verhandlungen einerseits auf die konkreten Massnahmen bis 2020 sowie auf die Ausgestaltung eines neuen Klimaregimes für die Zeit nach 2020. Die Resultate der Konferenz bezüglich des Regimes bis 2020 sind Beschlüsse zu Regeln zur Operationalisierung der zweiten Kyoto-Periode, ein Systems zur Berichterstattung und Überprüfung (MRV) der freiwilligen Engagements der Entwicklungsländer (Cancun Pledges) sowie Methoden für die Berechnung der Emissionen und der Senkenwirkung des Waldsektors in Entwicklungsländer. Zudem wurden weitere Voraussetzungen für die Kapitalisierung des Green Climate Funds (GCF) geschaffen und ein Mechanismus für Risikomanagement und Anpassung an die Folgen des Klimawandels (Warsaw Mechanism for Loss and Damage) beschlossen.
Für das ab 2020 geltende Klimaabkommen wurden alle Länder eingeladen, die nationalen Vorbereitungsarbeiten für die Beiträge an das neue Abkommen einzuleiten und diese möglichst im ersten Quartal 2015 international klar, transparent und verständlich zu kommunizieren. Offen geblieben ist, ob diese Beiträge freiwilliger oder verbindlicher Natur sind und ob sie sich auf Emissionsreduktionen konzentrieren oder auch Massnahmen im Bereich der Anpassung an den Klimawandel umfassen können.
2014: COP 20: Lima
An der Klimakonferenz in Lima konnte geklärt werden, welche Informationen die Länder nächstes Jahr ausweisen müssen, wenn sie ihre auf nationaler Ebene festgelegten Beiträge (Intended Nationally Determined Contributions INDCs) an das Klimaregime nach 2020 beim Klimasekretariat einreichen. Diese Information erhöht die Transparenz und dient dem besseren Verständnis der jeweiligen Beiträge. Namentlich sollen die Staaten insbesondere das Basisjahr für die Berechnung der Emissionsreduktionen, den Umsetzungszeitraum sowie den Umfang der unternommenen Bemühungen angeben und darlegen, inwiefern ihre Ziele einen fairen und ambitionierten Beitrag zur Erreichung des 2-Grad-Ziels darstellen.
In Lima konnten zudem die Arbeiten am Entwurf des im nächsten Jahr in Paris zu verabschiedenden neuen Klimaabkommens weitergeführt werden.
2015: COP 21: Paris
An der Klimakonferenz in Paris Ende 2015 konnte für die Zeit nach 2020 ein neues Klimaabkommen verabschiedet werden, welches erstmals alle Staaten zur Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet. Damit wird die bisherige Unterscheidung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern weitestgehend aufgehoben.
Das Übereinkommen von Paris ist ein rechtlich verbindliches Instrument unter der Klimakonvention. Es enthält Elemente zur sukzessiven Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen und basiert erstmals auf gemeinsamen Grundsätzen für alle Staaten: