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Von Alexander Müller veröffentlicht am 5. Oktober 2014 | 2.390 mal gesehen
Bereits die alten Griechen wussten, dass die Erde eine Kugel ist. Auch im Mittelalter war das die vorherrschende Lehrmeinung im christlichen Abendland. Die Behauptung, dass die Menschen im mittelalterlichen Abendland geglaubt hätten, dass die Erde eine Scheibe sei, beruht auf einem modernen Irrglauben.
Bereits der griechische Philosoph Aristoteles überzeugte mit logischen Argumenten weshalb die Erde eine Kugel sein muss. Der griechische Mathematiker Aristarchos von Samos gelangte zudem bereits über ein Jahrtausend vor Nikolaus Kopernikus zur Ansicht, dass sich die Erde um die Sonne bewegt. Er war einer der ersten griechischen Vertreter des heliozentrischen Weltbilds. Der 1473 geborene Kopernikus hat sich mit den Schriften von Aristarchos von Samos auseinandergesetzt und gelangte anschliessend zur selben Erkenntnis.
Den Gelehrten des Mittelalters waren die Schriften von Aristoteles und weiterer bedeutender antiker Gelehrter bekannt. Auch die Werke des römischen Gelehrten Martianus Capella aus dem 5. Jahrhundert wurden im mittelalterlichen Europa noch lange studiert. In seiner Geografia legte er dar, dass die Erde weder flach noch konkav sondern rund und kugelförmig sei.
In einer um 1190 verfassten Schrift namens Lucidarius wurde die Form der Erde als Kugelförmig beschrieben. Im Buch Sidrach aus dem 13. Jahrhundert wird die Erde mit einem Apfel verglichen. In der Mainauer Naturlehre, einem um 1300 verfassten Werk, wird die Erde ebenfalls als Kugelförmig beschrieben.
Dass die Menschen im Mittelalter glaubten die Erde sei eine Scheibe, ist ein Irrglauben, der wahrscheinlich im 19. Jahrhundert in die Welt gesetzt wurde.
Von Alexander Müller veröffentlicht am 13. November 2013 | 2.876 mal gesehen
In der Sendung DIE SCHWEIZER, welche derzeit im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wird, werden viele bärtige Männer gezeigt. Mittelalterliche Chroniken wie jene von Diepold Schilling und Benedikt Tschachtlan sowie Radierungen von Urs Graf zeigen aber, dass längst nicht alle Schweizer einen Neandertalerbart trugen.
Ab dem 11. Jahrhundert erliess die katholische Kirche Edikte gegen lange Haare bei Männern und gegen das Tragen eines Schleiers bei Frauen. 1073 verbot Papst Gregor VII dem Klerus das Tragen von Bärten und Schurrbärten. Um diese Zeit begann der Klerus Männern zu raten ihre Bärte zu rasieren, um bessere Christen zu werden. Auf diese Weise sollten sie sich von anderen Kulten (z.B. der Ostkirche) unterscheiden. 1096 drohte Erzbischof Rouen Männer mit Bärten aus der Kirche zu werfen. Es ist denkbar, dass dies auch auf die Mode in der Schweiz einen Einfluss hatte.
Ausserdem dürften zu lange Haare und Barthaare auch beim Tragen von Rüstungen nachteilig gewesen sein und es gab natürlich auch hygienische Gründe für kurze Haare und rasierte Gesichter.
Aus der Chronik des Diebold Schilling:
Aus der Chronik von Tschachtlan:
Ebenfalls aus der Chronik von Tschachtlan
Bartloser Reisläufer
Schweizer waren in der Lage hochentwickelte Schwerter wie das Flammenschwert (auch Flamberg) herzustellen. Es ist daher anzunehmen, dass sie sich auch Rasiermesser anfertigen konnten.
Zumindest einige Frauen kleideten sich damals durchaus auch aufreizend, wie eine Radierung des Solothurners Urs Graf (um 1485) zeigt. Mit einem solchen Dekolleté dürfte eine Frau heute in keiner Bank und bei keiner Versicherung arbeiten. VG = Urs Graf
Radierung von Martin Schongauer (er lebte von 1445/50-1491) MS = Martin Schongauer