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Verschiedene weitere Naturschutzprojekte, an denen sich der Zoo Zürich beteiligt oder in der Vergangenheit beteiligt hat.
Der Beutelteufel lebt auf dem australischen Festland heute nur noch in Zuchtzentren und Zoos. Foto: Australian Reptile Park
- Projekt seit: 2017
- Direkte Beiträge: CHF 240'000.–
Unser Engagement
Der Zoo Zürich engagiert sich für den Schutz des Beutelteufels, der auch Tasmanischer Teufel genannt wird. Auf dem australischen Festland lebt er heute nur noch in Zuchtzentren und Zoos. Der Zoo Zürich unterstützt die Zucht des Beutelteufels des australischen Naturschutzpartners Australian Reptile Park.
Der Beutelteufel ist ein Vertreter der Familie der Raubbeutler. Er lebt als Einzelgänger in verlassenen Erdlöchern oder Höhlen und geht nachts auf Futtersuche. Er jagt zwar auch, doch am liebsten frisst er Aas. Dabei verschlingt er das ganze Tier, sogar das Fell. Sein Nahrungsspektrum umfasst kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Mit acht Kilogramm Körpergewicht ist der Beutelteufel das grösste fleischfressende Beuteltier Australiens.
Im Rahmen des Projekts konnten bereits Tüpfelbeutelmarder ausgewildert werden. Video: Zoo Zürich
Der Zoo Zürich beteiligt sich alljährlich mit einem namhaften finanziellen Beitrag am Arterhaltungsprojekt des Beutelteufels. Neben dem Beutelteufel werden im Zuchtzentrum Australian Ark noch weitere fünf gefährdete Beuteltierarten gezüchtet: Kurznasenbeutler, Tüpfelbeutelmarder, Tasmanien-Bürstenrattenkänguru, Langschnauzen-Kaninchenkänguru und Parmawallaby. Ziel aller Zuchtbemühungen ist es, die Tiere längerfristig wieder auszuwildern.
Herausforderungen
Beutelteufel kommen heutzutage nur noch auf Tasmanien vor. Auf dem Festland Australiens sind sie ausgestorben. Seit 1941 steht der Beutelteufel unter Schutz.
Erstmals 1996 wurde eine neuartige Krebserkrankung bei einem freilebenden Beutelteufel festgestellt. Die Krankheit befällt das Gesicht der Tiere. Die Tumore wachsen und behindern die Tiere beim Fressen. Im Spätstadium der Krankheit, nach rund einem Jahr, verhungern sie. Die Krankheit breitet sich rasend schnell aus. In manchen Gegenden Tasmaniens ist die Population völlig zusammengebrochen. Man vermutet, dass die Krebszellen durch den Speichel auf andere Artgenossen übertragen werden. Dies geschieht meist bei Streitereien rund ums Futter oder bei der Paarung, wenn sich die Tiere gegenseitig beissen.
90% der wilden Beutelteufel sind verschwunden. Die Zucht ist ihre einzige Rettung. Foto: Australian Reptile Park
Zuchtstation für Beutelteufel
Australian Ark ist ein 500 Hektaren grosses Zuchtzentrum, das auf 1400 Metern über Meer in den Bergen der Barrington Tops liegt. In dieser Gegend ist der Beutelteufel vor 3000 Jahren ausgestorben. Das Klima und die Landschaft sind ideal. Seit 2011 ist diese Anlage in Betrieb und die Zucht bereits erfolgreich. Neben zwei Zuchtanlagen auf Tasmanien beteiligen sich auch verschiedene Zoos auf dem australischen Festland am Programm.
Ein Waldrapp im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Unser Engagement
Der Waldrapp ist seit dem 17. Jahrhundert aus Europa verschwunden, ausgerottet durch den Menschen. Seit einiger Zeit brütet der eigentümliche Vogel aber wieder in Teilen seines ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Auch in der Schweiz ist er wieder anzutreffen. Aktuell gibt es in Europa zwei Wiederansiedlungsprojekte für die Waldrappen. Der Zoo Zürich beteiligt sich mit der Abgabe von Vögeln an beiden Projekten.
Das Projekt «Waldrappteam» will eine neue Waldrappen-Population in Zentraleuropa aufbauen. Von 2004 bis 2018 konnte das Projekt 289 Jungvögel aus verschiedenen Zoos auswildern.
Das zweite Wiederansiedlungsprojekt ist in Andalusien beheimatet. Dort versucht man, eine nicht-ziehende Population zu etablieren, da die Verhältnisse in Südspanien ein ganzjähriges Verbleiben der Vögel zulassen.
Jungtiere bei den Waldrappen im Zoo Zürich. Video: Zoo Zürich, Nicole Schnyder
Naturschutz konkret
Im Rahmen des Projekts «Waldrappteam» lernen die Jungvögel mithilfe vorausfliegender Ultraleichtflugzeuge die Route nach Norditalien zu ihren Winterquartieren kennen. Normalerweise würden sie diese auf dem ersten Flug nach Süden von ihren Eltern lernen. Interessierte können die Flugrouten der ausgewilderten Vögel in der Live-Tracking-App «Animal Tracker» verfolgen.
Auch für das zweite Wiederansiedlungsprojekt in Andalusien hat der Zoo Zürich schon Jungvögel zur Verfügung gestellt. Diese werden Teil einer nicht-ziehenden Population. Der Zoo Zürich leistet so seinen Teil zur Wiederansiedlung des ikonischen Vogels. Auch in der Schweiz werden dank der Auswilderungsprojekte nach 400 Jahren Absenz immer häufiger wieder Waldrappen gesichtet.
Waldrapp mit Jungtier im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Herausforderungen
Da der Waldrapp in Mitteleuropa ein Zugvogel ist, besteht eine der grossen Herausforderungen darin, den unerfahrenen Jungvögeln die Zugrouten beizubringen. Normalerweise würden sie diese von ihren Eltern lernen. Hier muss nun der Mensch Hilfestellung leisten und den Jungvögeln mittels Flugzeug den Weg weisen. Der Weg birgt jedoch viele Gefahren und die Sterblichkeitsrate der Jungvögel ist hoch.
Europäische Fischotter im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Unser Engagement
Der Zoo Zürich engagiert sich gemeinsam mit der Stiftung Pro Lutra für eine natürliche Rückkehr des Fischotters in der Schweiz. So wird die Öffentlichkeit kontinuierlich über Sichtungen und die Situation des Fischotters in der Schweiz informiert, damit dieser in der Bevölkerung nicht vergessen und seine natürliche Rückkehr wohlwollend aufgenommen wird.
Um die Rückkehr des Fischotters und die Verwandtschaft der Tiere zu dokumentieren, stellt der Zoo Zürich der Stiftung Pro Lutra wissenschaftliches Material wie Fotofallen und Videokameras zur Verfügung und beteiligt sich an DNS-Untersuchungen. Um dieses Projekt erfolgreich voranzutreiben, arbeitet die Stiftung Pro Lutra eng mit Behörden und interessierten Institutionen zusammen. Federführend dabei ist Dr. Hans Schmid, der die Leitung des Stiftungsrates bei Pro Lutra innehat.
Im Zoo Zürich werden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms erfolgreich Fischotter gezüchtet, welche in regelmässigen Abständen an Partner des Zuchtprogramms abgegeben werden.
Fischotter sind im Wasser ganz in ihrem Element. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Naturschutz konkret
Nachdem die Stiftung Pro Lutra erkannte, dass sich die Fischotterpopulation in der Steiermark (A) und in Savoyen (F) sprunghaft auch Richtung Schweiz ausbreitete, baute die Stiftung im Jahr 2007 eine systematische Überwachung der zu erwartenden natürlichen Einwanderung auf. Diese Überwachung ist sehr aufwändig, da die Tiere einzelgängerisch leben und sich ihr Territorium über ein Gewässersystem von 10 bis 40 Kilometern Länge erstreckt. Zudem leben die Tiere in deckungsreichen Lebensräumen.
Mittels des Forschungsprojekts Lutra alpina untersucht die Stiftung Pro Lutra, ob und wie sich die Lebensraumbedingungen für den Fischotter in unserem Land verändert haben. Sie dokumentiert zudem alle gesicherten Hinweise von Fischottern in der Schweiz und im grenznahen Ausland. Aufgrund des so gewonnenen Wissenstands wird geprüft, wie und wo Massnahmen ergriffen werden können, um eine Rückkehr des Fischotters zu ermöglichen.
Fischotter sind geschickte Jäger. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Herausforderungen
Der Europäische Fischotter ist eine von dreizehn Otterarten, die einst in ganz Europa verbreitet war. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts galt der Fischotter in der Schweiz als ausgestorben. Trotz aufwendiger Forschung konnten die Ursachen des Aussterbens bis heute wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt werden. Diskutiert werden die gezielte Ausrottungsjagd, Giftstoffe in den Gewässern und ein Rückgang der Fischbestände. Heute mehren sich die Hinweise, dass der Fischotter natürlich in die Schweiz zurückkehrt. Den Lebensraum dieser Tiere bildet die dichte Ufervegetation entlang von Flüssen und Bächen, wo sie sich von Fischen, Kleinsäugern und Vögel ernähren. Um die Rückkehr des Fischotters positiv zu beeinflussen, müssen ihre Lebensräume wie Auenwälder, Fluss- und Seeufer, ökologisch aufgewertet werden.
Fischotter haben fast kein Fett, dafür ein extrem dichtes Fell. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Rückkehr in die Schweiz
Heute leben wieder Fischotter in Flüssen der der Steiermark. Jedoch ist dieser Lebensraum von intensiver Kulturlandschaft mit Mehrfachnutzung durch den Menschen geprägt. Typische Beispiele dafür sind vielfältige Industrie und alle Formen der Wassernutzung bis hin zu Wasserkraftwerken. Dennoch hat es der Fischotter geschafft, sich anzusiedeln.
Diese Beobachtungen aus Österreich sind für die Schweiz besonders wichtig, da die natürliche Rückkehr dieser Gebiete in den vergangenen zehn Jahren darauf hindeutet, dass Fischotter in intensiv genutzten subalpinen und alpinen Tälern leben können. Wie die Fischotter in solchen Lebensräumen zurechtkommen, welche Ansprüche sie an ihren Lebensraum und ihre Rückzugsorte haben und wie sie die unvermeidbaren Barrieren überwinden, ist weitgehend unklar. Das Forschungsprojekt Lutra alpina soll hier Aufschluss geben. Die Resultate wie Fischotter leben und überleben, bildet für die Rückkehr des Fischotters in die Schweiz die wichtigste Basis.
Ein Europäischer Weissstorch fliegt über dem Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich, Samuel Furrer
Unser Engagement
Der Zoo Zürich unterstützt das Projekt «SOS Storch – Storchenzug im Wandel», das klärende Hinweise zum Zugverhalten der Störche liefert. Im Zoo Zürich wurden einige Jungstörche mit einem GPS-Datenlogger versehen, um Daten zu den individuellen Wanderrouten der Tiere zu sammeln. Seither sind ihre Bewegungen metergenau im Internet abrufbar.
Zudem werden im Zoo Zürich alle Jungstörche beringt und über jeden Zuchterfolg wird Buch geführt. Die gewonnen Daten werden an die Vogelwarte Sempach weitergegeben. Der Zoo Zürich ist kontinuierlich darum bemüht, neue Horste auf dem Zoogelände zu errichten.
Beringung der Weissstörche im Zoo Zürich 2022. Video: Zoo Zürich
Naturschutz konkret
Mit der Begründung der Storchensiedlung Altreu 1948 durch Max Bloesch und den damit verbundenen Wiederansiedlungen konnte sich der Storch ab1970 wieder etablieren. In den letzten 20 Jahren hat sich die Anzahl der Brutpaare in der Schweiz verdoppelt und liegt heute bei über 350. Dank der Schaffung von Extensivwiesen, dem Erhalt von Feuchtflächen wie Riedlandschaften und der Revitalisierung von Fliessgewässern kann auf eine weitere Verbesserung der Brutpaarsituation in den kommenden Jahren gehofft werden.
Junge Störche mit Elterntier auf einem Horst im Zoo Zürich. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini
Herausforderungen
Störche waren ursprünglich in weiten Teilen des bewaldeten Europas nicht heimisch. Erst dank offener Landflächen, die während der Römerzeit und im Mittelalter durch Waldrodungen entstanden waren, konnte der aus Afrika oder Asien stammende Steppenvogel in unsere Gegend einwandern. Er breitete sich schnell aus und war bald sehr häufig – auch in der Schweiz. Durch die fortschreitende Industrialisierung und dem damit verbundenen Verlust des natürlichen Lebensraumes und von Nahrungsgrundlagen sowie wegen neuer Gefahren wie Stromleitungen, Verkehr, Jagd und Umweltgifte ging der Storchenbestand rapide zurück. Um 1900 waren im schweizerischen Mittelland noch rund 140 Nester bekannt, in denen regelmässig gebrütet wurde.1950 blieben alle Horste verwaist.
Um die Jungstörche zu Beringen, ist jährlich die Unterstützung von Schutz & Rettung mit einer Drehleiter nötig. Foto: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler
Förderung der Störche im Zoo Zürich
Seit 1957 sind Störche im Zoo Zürich präsent. Hielt man die Vögel bis in die 1980-er Jahre flugunfähig auf den Wasservogelanlagen, leben sie heute freiwillig hier. In den letzten zehn Jahren sind über 260 Störche geschlüpft. Davon sind 150 ausgeflogen und Richtung Süden gezogen. Einige kommen im geschlechtsreifen Alter von drei bis vier Jahren wieder zurück und wählen die Umgebung oder den Zoo Zürich selbst als Brutstätte aus. Dafür werden auch Bodenhorste in unmittelbarer Besuchernähe besetzt, die ungeachtet der Besucher intensiv bebrütet werden. Sogar Verpaarungen zwischen freifliegenden und flugunfähigen Störchen können beobachtet werden. Jedes Jahr hofft der Zoo Zürich, dass möglichst viele Jungstörche die heikle Zeit der Aufzucht und später der Wanderschaft heil überstehen.
Einige Naturschutzorganisationen geniessen im Zoo Zürich Gastrecht. Mit der unentgeltlichen Bereitstellung von Infrastruktur für seine Partner leistet der Zoo Zürich so einen weiteren wichtigen Beitrag zum Naturschutz.
Verein Freunde Masoalas
Der Verein Freunde Masoalas, mit Geschäftssitz im Zoo Zürich, sammelt Mittel, um zusammen mit der Direktion des Masoala Nationalparks und der weltweit anerkannten Wildlife Conservation Society WCS Projekte zu realisieren. Sie haben zum Ziel, die Zerstörung des Regenwalds auf der Halbinsel Masoala in Madagaskar zu stoppen.
Verein Freunde der Galapagos Inseln Schweiz
Der Verein Freunde der Galapagos Inseln Schweiz, mit Geschäftssitz im Zoo Zürich, unterstützt massgeblich die Arbeit der Charles Darwin Forschungsstation in Puerto Ayora zum Schutz der Galapagos Riesenschildkröten und ihres einzigartigen Lebensraums.