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Unterfunktion der Geschlechtsdrüsen beim Mann
Hypogonadismus
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- St.Gallen
Die Auswirkungen des Testosteronmangels sind davon abhängig, in welchem Lebensalter sie eintreten. Bei einem Funktionsausfall der Hoden vor Beginn der Pubertät kommt es zu Hochwuchs, hoher Stimme und fehlender oder geringer Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale. Fällt die Hodenfunktion erst nach der Pubertät aus, so werden die nach der Pubertät entwickelten sekundären Geschlechtsmerkmale (z.B. Bartwuchs) zurückgebildet. Es treten Störungen des Sexuallebens auf. Das sexuelle Verlangen (Libido) nimmt ebenso ab wie die Erektionsfähigkeit. Besonders typisch für Testosteronmangel ist das Ausbleiben spontaner morgendlicher Erektionen. Testosteronmangel äußert sich auch in der Abnahme von Muskelmasse und führt so zu Muskelschwäche. Gleichzeitig nimmt der Fettanteil am Körper (vor allem im Bauchbereich) zu. Unbehandelter Testosteronmangel führt auch zu Knochenschwund.
Testosteron ist der wichtigste Vertreter der männlichen Sexualhormone (Androgene). Testosteron bedingt die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale. Zudem spielt Testosteron eine wichtige Rolle beim Knochen- und Muskelaufbau. Die Bildung des Testosterons unterliegt einem sehr fein abgestimmten Regulationsmechanismus. Die Ausschüttung von Testosteron wird von den Hormonen LH (luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) reguliert. Die beiden Hormone werden in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und als Gonadotropine bezeichnet, weil sie auf die Keimdrüsen (Gonaden) wirken. LH fördert die Freisetzung von Testosteron aus den Leydig-Zellen des Hodens. FSH stimuliert die Sertoli-Zellen in den Hodenkanälchen und damit die Samenreifung.
Es werden zwei Formen von Hypogonadismus unterschieden, die sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen lassen.
Primärer (hypergonadotroper) Hypogonadismus
Bei dieser Form liegt die Ursache der Störung in den Hoden selbst. Es wird zu wenig Testosteron in den Hoden gebildet. Die niedrigen Testosteronwerte stimulieren die Hirnanhangdrüse, die durch eine erhöhte LH- und FSH-Ausschüttung versucht die Hodenfunktion zu stimulieren.
Die primäre Hodenunterfunktion kann durch angeborene Fehlbildungen oder erworbene Schädigungen bedingt sein. Eine typische angeborene Erkrankung ist das Klinefelter-Syndrom. Gründe für erworbene Schädigungen sind beispielsweise Verletzungen (z.B. Hodendrehung) oder verschiedene Erkrankungen (z.B. Hodenentzündung bei Mumps). Auch Älterwerden hat einen niedrigeren Testosteronspiegel zur Folge.
Sekundärer (hypogonadotroper) Hypogonadismus
Bei dieser Erkrankungsform schüttet die Hirnanhangsdrüse zu wenig FSH und LH aus. Mögliche Gründe sind beispielsweise Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, des Hypothalamus (z.B. Kallmann-Syndrom) oder andere Erkrankungen (z.B. Unterernährung, Schilddrüsenunterfunktion, etc.). Auch die verstärkte zusätzliche Einnahme von Sexualhormonen (dies ist beispielsweise der Fall, wenn so genannte Anabolika zum Muskelaufbau eingenommen werden) bringt die Hirnanhangsdrüse so aus dem Gleichgewicht, dass sie weniger Gonadotropine ausschüttet und die Testosteronbildung beeinträchtigt ist.