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Ein Bericht über die Auswanderung Turkestan in "Zur Heimat" vom 21 Juli 1880, Nr. 14, S. 6
Über die Auswanderung nach Turkestan wird der „Odessaer Zeitung“ von Andreburg aus unterm 22. Mai wie folgt geschrieben:
„Trotz ergangener Warnung und daß wir es kaum glauben können, daß es soweit verblendete Leute unter den Mennoniten der Molotschna geben sollte, die zu ihrem voraussichtlichen Untergange die beabsichtigte Auswanderung nach Turkestan in Asien wirklich in Ausführung bringen würden, hören wir doch, daß über 40 Familien bereits ihre Habe veräußert haben und bereit stehen, gleich nach den Pfingstfeiertagen diese beschwerliche und gefahrvolle Auswanderungsreise durch baumlose Steppen und unwirthbare Wüsten, welche letzteren sie nur auf Kameelen passieren können, zu Land anzutreten, da dieselben einen beschwerlichen Weg von ca. 6000 Werst, und zwar immer per Achse zurücklegen haben, so werden diese Bethörten voraussichtlich diese Jahr ihren Bestimmungsort nicht erreichen, sondern unterwegs Winterquartiere beziehen müssen, um zum kommenden Frühjahre ihre Reise fortzusetzen.
Nun denke man sich unter diesen Auswanderern Familien mit zehn unmündigen Kindern und 400 Rubel in der Tasche am Anfange dieser Reise; welchem Elende werden die unglücklichen Kinder von ihren Eltern entgegengeführt! Und dieses Alles in liebevoller Absicht und schrecklicher Verblendung, um diesen Rangen den bunten Rock zu entziehen!
Da diese Familien alle den minderbemittelten, die kaum jede über 4 bis 500 Rbl. mitnehmen können, angehören, so steht nur die einzige Möglichkeit offen, um dieselben vor gänzlichem Untergange zu bewahren, wenn die Regierung ein leitendes Auge auf dieselben werfen wollte.“
N.