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Schon im Alten Testament finden wir, dass Gott als Haupt vorgestellt wird. David beschreibt den HERRN in 1. Chronika 29,11 als Den, der als Haupt über alles erhaben ist. Wird im Alten Testament in dieser Weise von Ihm gesprochen, dann kommt die Oberhoheit Gottes, seine Erhabenheit und Autorität über alles, vor uns. Doch wenn Christus im Neuen Testament als Haupt vorgestellt wird, dann ist seine Grösse und Erhabenheit als Mensch gemeint.
Als der verherrlichte Mensch ist Er
- zum Haupt jedes Mannes,
- zum Haupt über alles und
- zum Haupt seines Leibes
gemacht.
Wie gross ist unser Heiland und Herr, der Mensch wurde, um das Werk am Kreuz zu vollbringen! Er wird niemals aufhören, Mensch zu sein! Er ist seit seiner Menschwerdung Gott und Mensch in einer Person und als verherrlichter Mensch im Himmel jetzt das Haupt.
Christus, das Haupt jedes Mannes
Der Herr Jesus war der einzige Mensch auf der Erde, der Gott völlig zufriedengestellt hat. In allem Denken, Empfinden, Reden und Tun war Er zur Ehre und zum Wohlgefallen Gottes. Er ist der einzige Mensch, der der Bestimmung des Schöpfer-Gottes entsprochen hat. Deshalb ist Er in Gottes Schöpfungsordnung als verherrlichter Mensch das Haupt jedes Mannes (1. Kor 11,3). Er selbst hat ein Haupt über sich, und das ist Gott. Das unterstreicht, dass der Herr Jesus als Mensch der Christus und das Haupt ist, denn nur als Mensch ist Er Gott untergeordnet. Er ist das Haupt jedes Mannes und der Mann ist das Haupt der Frau. Das gilt ganz allgemein in der Ordnung, die Gott in seiner Schöpfung eingerichtet hat: Gott – der Christus – der Mann – die Frau.
Um dieser Ordnung zu entsprechen, unterordnet sich der Mann der Autorität seines Hauptes, also Christus. Die Frau unterordnet sich der Autorität ihres Hauptes, also dem Mann. Geschieht dies im praktischen Alltagsleben, dann wird sichtbar, dass Christus das Haupt ist. Der gottesfürchtige Mann, der sich der Autorität von Christus unterordnet, wird bereit sein, als Haupt der Frau die ihm übertragene Verantwortung wahrzunehmen. Die gottesfürchtige Frau wird sich dem Mann unterordnen, da sie weiss, dass er diese Autorität von Gott bekommen hat und dass er selbst die Autorität von Christus über sich hat.
In 1. Korinther 11 nennt Paulus als praktische Konsequenz davon das Bedecken der Frau beim Beten und beim Weissagen. Dass es hier um ein hörbares Gebet vor anderen geht, wird daraus deutlich, dass das Gebet zusammen mit Weissagen genannt wird. Letzteres ist das Reden aus der Gegenwart Gottes heraus zu Menschen, die zuhören, und kann also nicht «im Verborgenen» geschehen. Wenn eine Frau hörbar vor oder mit anderen betet, wenn kein gläubiger Mann anwesend ist, der das Gebet sprechen könnte, dann soll sie ihr Haupt bedecken. Dadurch zeigt sie, dass sie die nach Gottes Schöpfungsordnung über ihr stehende Autorität anerkennt. Sie anerkennt diese Ordnung auch durch ihr frei wachsendes Haar, was in den weiteren Versen von 1. Korinther 11 gezeigt wird. – Der Mann hingegen betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, was seiner Stellung in der Schöpfungsordnung entspricht.
Dabei gilt diese Ordnung nicht nur für verheiratete Männer und Frauen, sondern ganz allgemein für Mann und Frau. Wir wollen neu darüber nachdenken, welche Ordnung Gott in seine Schöpfung gelegt hat und in den praktischen Fragen gerne und bereitwillig zeigen, dass wir die mit dieser Ordnung verbundenen Autoritäten anerkennen, auch wenn unter unseren Mitmenschen kaum mehr etwas davon zu sehen ist. Dann ist unser Christenleben ein deutliches Zeugnis davon, dass Christus das Haupt jedes Mannes und der Mann das Haupt der Frau ist!
Christus, das Haupt über alles
Christus ist als der verherrlichte Mensch auch das Haupt über alles. In Kolosser 2,10 heisst es, dass Er das Haupt über jedes Fürstentum und jede Gewalt ist. Das ist Er heute schon, obwohl noch nicht sichtbar (Heb 2,8.9). In der Zukunft – in der Zeit des Tausendjährigen Reiches – wird dies für alle Menschen sichtbar sein. Dann wird Jesus Christus als Herr der Herren und König der Könige seine Autorität ausüben. Es wird eine wunderbare Segenszeit für die Erde, ja, für die gesamte Schöpfung sein. Dann wird das, was Gott sich für die Verwaltung der Fülle der Zeiten (für die Zeit des Tausendjährigen Reiches) vorgesetzt hat, in Erfüllung gehen. Er wird alles unter ein Haupt zusammenbringen. Dieses Haupt ist Christus (Eph 1,9.10).
Er wird diese Stellung jedoch zusammen mit seiner Versammlung einnehmen (Eph 1,22.23). Das ist eine herrliche Tatsache, die uns unendlich glücklich macht. Schon im Alten Testament war offenbart, dass der Christus einmal in Macht und Herrlichkeit regieren wird. Aber dass Er diese Herrschaft gemeinsam mit seiner Versammlung antreten wird, war nicht bekannt. Deshalb wird diese erst im Neuen Testament offenbarte Wahrheit das Geheimnis des Willens Gottes genannt (Eph 1,9).
Wie unendlich dankbar und glücklich dürfen wir sein, dass Christus die Herrschaft nicht allein, sondern verbunden mit den Seinen antreten wird. Heute teilen wir seine Verwerfung, denn Er ist hier immer noch der Verworfene. Aber einmal werden wir seine Herrlichkeit teilen und mit Ihm herrschen. Was für eine Zukunftsaussicht!
Doch in Epheser 1,22 finden wir noch eine weitere Tatsache, die wir im Glauben dankbar annehmen dürfen. In dieser nicht zu übertreffenden Stellung als Haupt über alles ist Er der Versammlung gegeben. Wie die Glaubenden vom Vater dem Sohn gegeben sind (Joh 17,6.7), so ist der Herr Jesus als Haupt über alles der Versammlung gegeben. Welch eine Gabe, welch ein Geschenk für die Versammlung, die Er geliebt und für die Er sich selbst hingegeben hat! Sie ist nicht nur reich beschenkt, sondern sie wird «seine Fülle» genannt. Er wird die Herrschaft nicht ohne sie, sondern mit ihr zusammen antreten. Alle werden in der Versammlung die Herrlichkeit seiner Liebe und Güte erkennen, in der Er sich für sie hingegeben hat. In seiner Regierung wird die Herrlichkeit seiner Gerechtigkeit deutlich werden. Dann wird Er in Gerechtigkeit und Frieden herrschen. Doch in denen, mit denen Er verbunden ist, wird die Herrlichkeit seiner Gnade und sein Herz voller Liebe deutlich werden.
Wie gross ist der Herr Jesus als Haupt über alles! Und wie unfassbar, dass seiner Versammlung, zu der jeder Glaubende der Gnadenzeit gehört, eine solche Gabe geschenkt ist! Das Nachdenken darüber führt uns zu Dankbarkeit und Anbetung!
Christus, das Haupt seines Leibes
Christus ist auch das Haupt seines Leibes, der Versammlung. Wir haben Ihn als das Haupt jedes Mannes und als das Haupt über alles gesehen. Das macht die überragende Grösse seiner Person und seiner Stellung deutlich. Doch wenn Er als Haupt seines Leibes vor uns steht, kommt die Innigkeit der Beziehung zwischen Ihm und der Versammlung zum Aspekt der Erhabenheit und der Autorität seiner Person hinzu. Auch in der Versammlung hat Er die alleinige und absolute Autorität. Doch Er ist auch eine innige Beziehung zu ihr eingegangen. Er ist das Haupt im Himmel und die Versammlung ist heute sein Leib auf der Erde. Wie beim natürlichen Menschen Kopf und Körper nicht getrennt werden können – oder es wird den Tod zur Folge haben –, so ist die Versammlung untrennbar mit Christus verbunden.
Als das Haupt leitet, führt und lenkt Er seinen Leib und gibt die Impulse. Alles geht von Ihm aus. Wie wichtig ist es daher, dass wir in allem nach seinem Willen fragen und uns von Ihm leiten lassen. Das gilt für die Fragen unseres persönlichen und gemeinsamen Alltags und für die Fragen über den gemeinsamen Weg. Das gilt für jeden Tag und für die Stunden des Zusammenkommens. Er ist das Haupt und Er hat die alleinige Autorität.
Als das Haupt nährt Er aber auch die Versammlung. Jede Versorgung geht vom Haupt aus. Er hat als der verherrlichte Mensch im Himmel seiner Versammlung Gaben gegeben (Eph 4). Er nährt und pflegt sie (Eph 5,29). Er bewirkt, dass der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, das Wachstum Gottes wächst (Eph 4,15.16; Kol 2,19). Auch dabei geht alles von Ihm aus. Wie gut, dass Er in so vollkommener Weise für sie sorgt. Er hat sich vor 2000 Jahren für seine Versammlung hingegeben, jetzt in der Gegenwart nährt und pflegt Er sie und einmal wird Er sie sich selbst verherrlicht ohne Flecken (Beschmutzung) und ohne Runzeln (Alterserscheinungen) oder etwas dergleichen verherrlicht darstellen. Wie umfassend und genügend ist seine Fürsorge! Nutzen wir diese Versorgung durch das Haupt und lassen wir uns von Ihm gebrauchen, um am Wachstum des Leibes mitzuwirken!
Das Bild des einen Leibes, der untrennbar mit dem Haupt verbunden ist, beinhaltet auch den Aspekt der Einheit der Glieder untereinander. Jedes Glied am Leib des Christus hat eine persönliche Verbindung zum Haupt. Doch die Glieder sind auch untereinander verbunden. Diese Einheit bewahrt Der, der sie geschaffen hat – der Herr Jesus selbst. Er ist gestorben, um die zerstreuten Kinder Gottes in eins zu versammeln (Joh 11,52). Er hat die Glaubenden aus den Juden und die Glaubenden aus den Nationen in einem Leib mit Gott versöhnt (Eph 2,16). Er kennt, die sein sind (2. Tim 2,19), und Er wird sie einmal alle um sich scharen. An uns liegt es, im Wissen um die Wahrheit von dem einen Leib die Einheit des Geistes im Band des Friedens zu bewahren. Das ist die Einheit, die der Heilige Geist in denen bewirkt, die hier auf der Erde leben und die Wahrheit des einen Leibes ausleben möchten. Er wird sie leiten und führen, dass sie grundsätzlich gemeinsam mit allen Glaubenden den Weg gehen möchten, sich dabei aber von allem Bösen trennen.
Auf diesem Weg kann bis heute die Einheit des Geistes bewahrt und sichtbar dargestellt werden – wenn Glaubende unter der Autorität des Herrn und unter der Leitung des Geistes nach den Anweisungen der Bibel zusammenkommen und das Brot mit denen brechen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen, abgesondert von denen, die sich als Gefässe zur Unehre des Hausherrn erweisen (2. Tim 2,19-21). Diese Einheit ist die einzige biblische Grundlage für das Zusammenkommen der Glaubenden. Auch das wollen wir wieder neu und bewusst ins Herz fassen, um auch diese Wahrheit vom Herrn Jesus als dem Haupt seines Leibes auf der Erde darzustellen.
Seine herrliche Grösse
Im Nachdenken über Christus als das Haupt haben wir etwas von der herrlichen Grösse seiner Person gesehen. Heute schon dürfen wir Ihn darüber bewundern und anbeten und aus Dankbarkeit und aus Achtung vor seiner Autorität seinem Willen entsprechend leben. Einmal werden wir Ihn sehen, wie Er ist. Dann wird es uns wie der Königin von Scheba gehen, als sie Salomo und seine Herrlichkeit sah. Wir werden vor Ihm niederfallen und staunend feststellen, dass wir nicht die Hälfte von dem erkannt haben, was Ihn auszeichnet. Wie klein werden wir vor seiner Grösse, doch wie gross wird uns seine Liebe und Gnade! Er hat uns so reich beschenkt. Als Haupt über alles ist Er der Versammlung, zu der wir gehören dürfen, gegeben. Und Er besitzt sie als seine Fülle. Welch ein Ratschluss Gottes!