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Die Tagung Kompetenzorientiert unterrichten – Lehrplan 21: Weiterbildner/innen bilden sich weiter wurde mit einem Referat (oder „Keynote“) eröffnet. Wie das meistens an einer Tagung der Fall ist. Was tut man während einem Referat? Was bleibt am Schluss? Schliesslich muss es sich irgendwie lohnen, wenn man rund eine Stunde zuhört. Schlimm wird es, wenn auf die „Keynote“ „Workshops“ folgen, die dann ebenfalls aus Referaten bestehen (dann hat sich die Reisezeit nicht gelohnt). Das war an der PHLU-Tagung zum Glück nicht der Fall.
Ich sass in der hintersten Reihe und habe ich ab und zu darauf geachtet, was die anderen Zuhörer tun:
- ruhig da sitzen (und vielleicht zuhören, kann man ja nicht wissen)
- schriftliche Notizen von Hand auf Papier machen
- von Hand irgendetwas kritzeln
- Notizen am Computer machen (meistens in Word)
- Sketchnotes (visuelle Notizen) auf Papier, selten gesehen
- sich mit dem Sitznachbarn unterhalten
- Notizen auf der ausgedruckten PowerPoint-Präsentation machen
- die PowerPoint-Präsentation auf dem eigenen Computer mitlesen
- irgendetwas mit dem Smartphone tun
- irgendetwas am Computer tun (das offensichtlich nichts mit dem Vortrag zu tun hat)
- am Computer zum Vortrag recherchieren (z.B. über den Referenten oder ein Buch das erwähnt wurde)
- schlafen (das hat mein Sitznachbar tatsächlich getan)
Da ich Zeit für diese Beobachtungen hatte, habe ich offensichtlich auch nicht immer zugehört.
Ich möchte kurz beschreiben, was ich meistens während einem Vortrag tue. Dieses Vorgehen hat sich für mich bewährt:
- Ich bereite vorgängig eine Mindmap in Mindmeister vor. Im Zentrum das Thema und der Name des Referenten. Wenn die Präsentation digital vorhanden ist, lade ich das Dokument in die Mindmap hoch. Zwei Äste sind fix: Fragen und take home. Mindestens eine Frage versuche ich schon vor dem Referat zu notieren. Der Ast take home fasst am Ende zusammen: Was nehme ich mit nach hause? Was ist mir wichtig?
- Während dem Vortrag erweitere ich meine Mindmap. Das hilft mir, den Vortrag statt in einer linearen Struktur in seiner Sinnstruktur zu erfassen. Ich will nicht den kompletten Vortrag erfassen, sondern filtere laufend: Was sind die Kernaussagen? Was ist mir wichtig?.
- Direkt im Anschluss an den Vortrag (und nicht erst zuhause): sicherstellen, dass der Ast take home mindestens eine Notiz enthält
- Einige Maps verarbeite ich später weiter (strukturieren, Bilder, Links und Dokumente einfügen…), andere schaue ich nie mehr an.
Weiterentwicklung:
- Ich habe noch kein klares System für die Verwendung von Farben und Icons entwickelt. Das stört mich zur Zeit aber auch nicht.
- Aus einigen Maps entsteht ein Blog-Beitrag. Das hilft mir, Inhalte zu vertiefen und mit meinen Tätigkeiten zu verbinden. Mache ich jedoch selten, möchte ich öfter tun.
- Sketchnotes (visuelle Notizen) und visuelles Denken faszinieren mich. Zum Beispiel mit den Ideen von Dan Roam oder Mike Rohde. Das passt aber nicht richtig zu den Mindmaps und auch nicht zu meiner digitalen Arbeitsweise. Ich habe nichts gegen Papier, es verschwindet einfach schnell und lässt sich nicht sofort digital weiter verarbeiten.
- Da Vorträge (oder „Keynotes“) an Tagungen von Experten gehalten werden, würde sich ein Ratschlag von Rolf Dobelli (aus: Die Kunst des klaren Denkens) sicher lohnen: „Wann immer ich einen Experten treffe, versuche ich, ihn herauszufordern. Tun Sie das auch. Je kritischer Sie Autoritäten gegenüber eingestellt sind, desto freier sind sie.“