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Nach der Schulzeit beschritt der 1942 geborene Walter Brun zunächst die Beamtenlaufbahn bei der Schweizerischen Post. Tätigkeit übte er nur kurzzeitig aus. Bereits 1963 machte er sich mit dem Verleih von Spielautomaten selbständig. Später betrieb er auch eine Diskothek einen Auto- sowie einen Champagnerhandel in seiner Heimatstadt Luzern.
1966 begann Brun seine Motorsportlaufbahn als Fahrer bei verschiedenen Berg-, Sportwagen- und Tourenwagenrennen. In den 1970er-Jahren war er eng mit dem Team Schnitzer Motorsport verbunden.
1982 übernahm er das marode Unternehmen GS-Tuning und benannte es für die Saison 1983 in Brun Motorsport um.
Brun übernahm anfangs die BMW M1 und einen Sauber SHS C6 von GS-Tuning, wobei Letzterer modifiziert und später als Sehcar C6 bekannt wurden. Das neue Team behielt auch Hans-Joachim Stuck und Harald Grohs als Fahrer, während Walter Brun ebenfalls hinter dem Steuer sass.
Nach anfänglichen Problemen mit dem Sehcar erhielt Brun als einer der ersten Privatiers einen Porsche 956, welcher sowohl in der Sportwagen-Weltmeisterschaft als auch in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft zum Einsatz kam.
Mit dem neuen Fahrzeug war Brun Motorsport sofort konkurrenzfähig und Walter Brun fuhr bei einem Rennen der Interserie im tschechischen Most den ersten Sieg für sein Team ein. Auf diesen ersten Erfolg folgte ein vierter Platz beim 1000-Kilometerrennen von Spa-Francorchamps.
1984 wurde das Sehcar-Projekt eingestellt. Stattdessen kaufte das Team einen zweiten Porsche 956, der hauptsächlich von Massimo Sigala und Oscar Larrauri gefahren wurde. Mit Jägermeister und Warsteiner fand Brun auch zwei gute Sponsoren. Brun Motorsport fuhr mit den beiden Porsche 956 die erste volle Saison in der Sportwagen-Weltmeisterschaft und der Deutschen Rennsport-Meisterschaft das Team konnte sich im verlauf des Jahres stetig steigern, Das 24h rennen von Le Mans beendete das Team auf den Plätzen vier und sieben, in Spa beim 100 km Rennen fuhren die Autos auf die Platze drei und vier. Schließlich erzielte Brun Motorsport beim 1000-Kilometer-Rennen von Imola seinen zweiten Rennsieg in der Geschichte des Teams. Kurz darauf konnte ein Sieg bei einem Lauf der Deutschen Rennsport-Meisterschaft auf dem Nürburgring errungen werden, auf welchen wenig später ein Sieg bei beim Interserie Rennen ebenfalls auf dem Nürburgring folgte. Brun Motorsport gewann in diesem Jahr die Teamwertung der Deutschen Rennsport-Meisterschaft.
Für die Saison 1985 vergrösserte sich das Team, zu den zwei Porsche 956 kam noch ein neuer Porsche 962C hinzu. Das Team dominierte die Deutsche Rennsport-Meisterschaft fuhr fünf Rennsiege ein. Hans-Joachim Stuck wurde 2. In der Meisterschaft. In der Sportwagen-Weltmeisterschaft blieb das Team dennoch sieglos. Leider schied man öfter aus, einzig in Mugello als dritte und in Hockenheim als zweite konnte das Team aufs Podest Fahren.. Somit gelang in der Teamwertung nur der sechste Meisterschaftsplatz. Beim 1000-Kilometer-Rennen von Spa-Francorchamps verünglückte Stefan Bellof tödlich.
Walter Brun, baute sein Team für die Saison 1986 weiter aus. Zwei weitere Porsche 962C wurden angeschafft, wobei einer ausschließlich bei ausgewählten Rennen in der nordamerikanischen IMSA-GT-Meisterschaft zum Einsatz kam. Dort gelang Brun Motorsport bei fünf Rennteilnahmen als bestes Ergebnis ein zweiter Platz in Watkins Glen. Zurück in Europa kehrte das Team in die Sportwagen-Weltmeisterschaft zurück. beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gelang dem Team Platz zwei. Dank den Siegen in Jerez, und in Spa-Francorchamps. reichte es, die Jaguar- und Porsche-Werksteams zu schlagen und die Teamwertung in der Sportwagen-Weltmeisterschaft für sich zu entscheiden.
Das Jahr 1987 begann mit einem zweiten Platz beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. Dennoch verlor Brun seine Rolle als führendes Team in der Sportwagen-Weltmeisterschaft an das aufstrebende Jaguar-Werksteam. Auch im Supercup, der nachfolge Serie der Deutschen Rennsport-Meisterschaft, hatte Brun Schwierigkeiten. Somit musste das Team zum ersten Mal seit seinem Bestehen eine sieglose Saison hinnehmen, obwohl gelegentlich auch starke Leistungen gelangen. Konstante vordere Platzierungen in der Weltmeisterschaft reichten Brun sich auf Platz zwei als bestes Porsche-Team behaupten.
Aufgrund der Erfolge schloss sich Brun 1988 mit dem Formel 1 Team von Euroracing zu EuroBrun zusammen. Obwohl Walter Brun die Finanzierung des Unternehmens sicherstellte, traf Euroracing zum größeren Teil die Entscheidungen des Teams. Das Team debütierte beim Grossen Preis von Brasilien mit Stefano Modena und Oscar Larrauri, konnte sich auch mit beiden Autos fürs rennen Qualifizieren. Larrauri konnte jedoch nicht zum Rennen antreten, und Stefano Modena schied in der 20. Runde aus. Die erste Zielankunft erreichte das Team beim Rennen in Mexico als Larrauri 13. wurde. In Kanada fuhr Modena auf platz 12 Das beste Ergebnis fuhr Modena mit Platz 11 in Ungarn ein.
Trotz des Formel 1 Engagements führte Brun sein Sportwagenteam weiter, dieses litt aber stark unter der Doppelbelastung so blieben auch die Erfolge aus.
Als Walter Brun 1989 sein Engagement für EuroBrun reduzierte, und nur noch ein Fahrzeug mit Gregor Foitek einsetzte versuchte er, sein Sportwagenteam umzustrukturieren. Nach dem 24-Stunden-Rennen von Daytona, welches das Team auf dem dritten Platz beendete, zog Brun sich aus der IMSA-GT-Meisterschaft zurück und stieg stattdessen in die Japanische Sportprototypen-Meisterschaft ein, in der das Team bei seinem Debütrennen Platz drei erreichte. In der Sportwagen-Weltmeisterschaft gelangen Brun Motorsport nur zwei Podiumsplatzierungen, kam aber dank konstantem Gewinn von Punkten auf den dritten Meisterschaftsplatz. Dabei wurde sowohl Jaguar als auch die Neueinsteiger Nissan, Toyota und Aston Martin geschlagen.
In der Formel 1 hingegen es EuroBrun nie die Vorqualifikation zu überstehen.
Walter Brun investierte weiterhin Geld in das EuroBrun Formel 1 Team, Claudio Langes und Roberto Moreno waren aber auch im 90er Auto ähnlich erfolglos. Zwar gelang es Moreno zweimal sich zu Qualifizieren, mehr als ein 13. Platz schaute aber nicht raus.
Das Sportwagenteam konzentrierte ausschließlich auf die Sportwagen-Weltmeisterschaft. Trotz hohem Einsatz blieben Punkte eine Seltenheit, ein fünfter Platz in Spa-Francorchamps war das beste Ergebnis der Saison. In der Teamwertung wurde Brun auf Platz sieben gewertet.
Nach der Saison 1990 wurde das erfolglose Formel-1-Team EuroBrun aufgelöst. Brun soll damals angeblich die Rechnungen des Formel 1 Teams mit Falschgeld bezahlt haben.
Zur selben Zeit wurde bekannt das in der Sportwagen-Weltmeisterschaft ein neues Reglement eingeführt werden würde, nach welchem die Porsche 962C von Brun ab 1992 nicht mehr zugelassen sein würden.
Da Porsche keinen Nachfolger entwickelte, entschloss sich Brun, mithilfe der aus der Formel 1 gewonnenen Erfahrung ein eigenes Fahrzeug zu entwickeln. Mit dem Brun C91 wollte das Team die Sportwagen-Weltmeisterschaft bestreiten.
In der Saison 1991 setzte Brun zunächst noch seine beiden Porsche 962C ein. Das Team konnte sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern und es gelangen wieder regelmässig Punkteplatzierungen. Nach der Hälfte der Saison wurde ein Porsche 962C durch die Eigenkonstruktion ersetzt. Dieses Fahrzeug überstand bei allen Rennen nur wenige Runden. Brun Motorsport schloss die Saison schließlich auf dem neunten Platz in der Teamwertung ab.
Brun war zwar von seinem Projekt c91 überzeugt, konnte aber keine Sponsoren für die neue Saison finden und so löste er Brun Motorsport noch vor Beginn der Saison 1992 auf.
Walter Brun war bis 2003 noch regelmässig als Fahrer aktiv, er bestritt 2009 sein letztes Rennen als aktiver Rennfahrer als Gaststarter im ADAC GT Masters für das Team Callaway Competition auf dem Lausitzring.
Heute betreibt Brun in Stans ein Restaurant und ist Pianist und Saxophonist der Musikgruppe Swinging Boys, mit der er nach eigenen Angaben etwa 100 Live-Auftritte pro Jahr absolviert.