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Der Weg nach Oobliadooh
Roman. Mit einem Essay über Werk und Autor v. Helmut Böttiger
Beschreibung
'I knew a wonderful princess in the land of Oo-bla-dee.'
Einer lautmalerisch verfremdeten und verspielten Songzeile des Bebop-Jazzers Dizzy Gillespie entstammt das Sehnsuchtsmotiv der jugendlichen Rebellen Arlecq und Paasch: Die Aussenseiter träumen von 'dekadenter' Musik und von Westlektüre, von einem Land, das nicht die DDR der Jahre 1957/58 ist. Phantasie ohne Grenzen; Arlecchino und Pasquariello.
Der Weg nach Oobliadooh, das fulminante literarische Debüt des damals 31-jährigen Fritz Rudolf Fries, spanisch aufgewachsener polyglotter und phantastisch verspielter Einzelgänger in der Leipziger Provinz, führte nicht auf den Weg nach Bitterfeld – in die sozialistische Literatur, vielmehr in die sprachartistische Moderne der Weltliteratur. Das virtuose Romanschelmenstück von Fritz Rudolf Fries kam – natürlich – nicht durch die Zensur, es erschien auf Vermittlung Uwe Johnsons in Frankfurt am Main.
Der Autor Fritz Rudolf Fries, geboren 1935 im spanischen Bilbao, kommt mit seiner Familie 1942 nach Leipzig, wo er als Hispanist seine Studien beschliesst; als Übersetzer, Dolmetscher und Assistent an der Akademie der Wissenschaften tätig, verliert er 1966 nach der Veröffentlichung seines Debütromans seine Anstellung – ihm bleibt die freie Autorschaft: Der Umfang seines Erzähl- und Romanwerks wird noch überboten durch die Vielzahl der Übersetzungen grosser Autoren der spanischen und lateinamerikanischen Literatur; dazu gehört das Jahrhundertwerk 'Rayuela' von Julio Cortázar. 1996 wurde bekannt, dass Fritz Rudolf Fries 1976 seine Unterschrift als IM für die Stasi gegeben hatte, nachdem er zehn Jahre lang, seit der Veröffentlichung von Oobliadooh, bearbeitet und observiert worden war. Das gilt bis heute als Skandalon. Fritz Rudolf Fries lebt zurückgezogen in Petershagen, vor den Toren von Berlin.