Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03484.jsonl.gz/1716

Kohlenhydrate werden immer wieder ins schlechte Licht gerückt. Dabei ist sehr einfach zu verstehen warum die Industrie Kohlenhydrate als den Bösen hinstellen möchte. Kohlenhydrate sind nicht lebensnotwendig, anders als bei Fetten oder auch Proteinen. Für einen Leistungssportler sind Kohlenhydrate allerdings ein leistungsorientierter Energielieferant, der vielerlei Vorteile bieten kann. Wir empfehlen immer wieder den Verzehr von Kohlenhydraten, allerdings nur bei einem sinnvollen Umgang. Im Folgenden möchten wir dir typische Fehler aufzeigen, die leider immer wieder bei dem Umgang mit Kohlenhydraten gemacht werden.
1. Der Einsatz der „falschen“ Kohlenhydrate!
Kohlenhydrat ist nicht gleich Kohlenhydrat. Bei einem Kohlenhydrat kommt es auf die Komplexität und die Möglichkeit der Verdauung an - demnach lassen sie sich auch sozusagen in „gut“ oder „schlecht“ einteilen. Schnelle Kohlenhydrate, sogenannte Einfachzucker (Monosaccharide) werden sehr schnell über den Darm aufgenommen und lassen den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen. Die Folge ist eine hohe Synthese an Insulin. Diese Insulin- und Blutzuckerpeaks führen dauerhaft zu hormonellen und Stoffwechseltechnischen Störungen, bis hin zu Krankheiten. Schnelle Kohlenhydrate sind allerdings natürlich nicht giftig und werden im Leistungssport gezielt eingesetzt - beispielsweise direkt vor oder nach Training, um die Trainingsleistung zu steigern oder die Regeneration zu beschleunigen. Wer Kohlenhydrate „gezielt“ einsetzt, braucht keine Unterscheidung in „gut“ oder „schlecht“ zu tätigen, trotzdem ist es gut diese Aussage im Hinterkopf zu behalten, um das Grundverständnis zu stärken. Verzehrt sollten, wenn möglich komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Diese werden langsam verdaut und nur häppchenweise an den Blutkreislauf weitergegeben. Ballaststoffe können teilweise gar nicht verdaut werden und sind für die Darmgesundheit von großem Vorteil. Der Blutzuckerspiegel ist beim Verzehr von Ballaststoffen und anderen komplexen Kohlenhydraten viel stabiler, als bei einfach strukturierten Kohlenhydraten. Achte darauf möglichst komplexe Kohlenhydrate wie beispielsweise Vollkornprodukte zu verzehren und einfache bzw. schnelle Zucker nur gezielt einzusetzen.
2. Schlechte Zeiten für den Verzehr!
Kohlenhydrate sollten zeitlich gezielt eingesetzt werden. Das angesprochene Blutzucker- und Insulinproblem wird ebenfalls durch die Verzehrzeit beeinflusst. Nicht nur häufiger Verzehr über den Tag ist schlecht für den Organismus, sondern auch gewisse Mengen zu unterschiedlichen Zeiten, wie beispielsweise zum Frühstück oder vor dem Schlafgehen – aber dazu im nächsten Punkt mehr. Auch hier kommt es auf die Kohlenhydratform an.
3. Zu große Mengen an Kohlenhydraten!
Große Mengen an Kohlenhydraten können den Körper sozusagen lahm legen, indem sie den Blutzuckerspiegel erst extrem in die Höhe schnellen lassen und durch die zeitverzögerte Gegenregulierung der Blutzuckerspiegel danach sogar unter die Norm fällt. Die Folgen sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit und eine physische sowie psychische verminderte Leistungsfähigkeit. Auch hier sind Einfachzucker meist die Übeltäter. Aber auch große Mengen an Mehrfachzuckern (Oligo- und Polysacchariden) können den Körper durch ihre lange Verdauungsphase belasten. Kohlenhydrate sollten gezielt und in sinnvollen Mengen eingesetzt werden.
Fazit!
Kohlenhydrate werden leider häufig falsch eingeplant. Neben den „falschen“ Kohlenhydraten, kommen oft auch unnötig große Mengen zum Einsatz. Gerne werden Kohlenhydrate auch zu häufig oder aber zur falschen Uhrzeit konsumiert, sodass du als Leistungssportler Nachteile davon trägst. Wenn du spezifische Tipps zum Umgang mit Kohlenhydraten suchst, dann wirst du in unserem Artikelarchiv sehr viele Artikel zur Thematik finden können. Viel Erfolg!