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Aus einem Bericht des regionalen Newsportal Il Quaderno zu schliessen, macht Repower das Pumpspeicherprojekt Campolattaro der China Power schmackhaft. Dabei ist ein Pumpspeicherkraftwerk auch in Italien unwirtschaftlich und vielleicht noch weniger erfolgsversprechend als die Produktion von Strom aus Kohle. Die Repower könnte versucht sein, auch das von ihr in Kalabrien projektierte Kohlekraftwerk chinesischen Investoren anzudrehen.
Die China Power Investment Corporation, die sich wohl für Repowers Pumpspeicherprojekt in Italien interessiert, ist gemäss Wikipedia eine der fünf grössten staatlichen Stromproduzentinnen Chinas. Sie liefert rund 10 Prozent des chinesischen Stroms. Das Unternehmen manifestierte sein Interesse am Damm in Campolattaro, der Teil von Repowers Pumpspeicherprojekt ist, anlässlich einer Konferenz, die am 30. November (2015) stattfand. Der Anlass scheint von Repower initiiert worden zu sein.
Die Repower geht zunehmend weit, um aus den vielen gescheiterten Projekten für neue Kraftwerke flüssige Mittel zu generieren, die immer dringlicher benötigt werden. Das Energieunternehmen kann das Kohlekraftwerk in Saline Joniche nicht leicht abstossen und könnte geneigt sein, ihr Projekt in Kalabrien ebenfalls chinesischen Investoren beliebt zu machen.
In China wird nach einem vermutlich letzten schrecklichen Aufbäumen bald einmal Schluss sein mit neuen Kohlekraftwerken. Chinas Kohlekraftwerke sind bereits jetzt sehr schlecht ausgelastet und die Hersteller drängen darum schon lange ins Ausland, auffällig und erfolgreich auch in die Länder des Balkans.
Die schweizerisch-britisch-zypriotisch-dänische EFT lässt in Stanari (auch Stanary), Bosnien, ein chinesisches Billig-Kohlekraftwerk bauen. EFT steht für Energy Financing Team. Es ist ein echtes aber reichlich seltsames Wirtschaftswunder mit einem sensationellen Umsatz aber nur sehr wenigen Mitarbeitern, davon die meisten in St. Gallen. EFTs Chef und oberster Eigner Vuk Hamovic hat einen zweifelhaften Hintergrund.
Das Braunkohlekraftwerk in Stanari wird elementare Emissionsvorgaben nicht einhalten. EFT schummelte sich um eine Umweltverträglichkeitsprüfung herum. Die Entscheidung für ein von Chinesen gebautes und finanziertes Kraftwerk traf ETF, nachdem die Realisierung eines saubereren Kraftwerks an der Finanzierung gescheitert war.
Interessieren sich chinesische Investoren für Repowers Projekt in Saline Joniche, sollten sie sich in Acht nehmen: So einfach wie in Bosnien lassen sich in Italien Emissionsstandards nicht umschiffen. Und so einfach wie die Bevökerung um Stanari lassen sich die Kalabresen nicht kaufen.
Für eine Gesellschaft wie China Power — oder irgendeine andere — sollte es auch nicht so einfach sein, sich mit den lokalen Mafia-Clans über den Bau des Kohlekraftwerks zu einigen, wie es für Repower war. Jedenfalls sollte jedes Unternehmen es sich rechtzeitig gut überlegen, ob es sich an Stelle der Repower mit einem Kohlekraftwerk in Kalabrien die Finger dreckig machen will.