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Laut Immanuel Kant ist Würde etwas, das über alles erhaben ist. Man kann über sie also nicht einfach subjektiv oder im Sinne der kulturellen Pluralität in der Menschheit sprechen. Es geht vielmehr um allgemeinverbindliche Normen, die untrennbar mit dem Wesen des Menschen verbunden sind.
Im Alltag spielt die Menschenwürde genauso eine Rolle. Nicht nur Immanuel Kant hat den Wert der Menschenwürde zu schätzen gewusst. Jeder von uns schätzt die Würde des Einzelnen. In der Ethik ist die Menschenwürde ebenso ein großes Thema. Wenn man einen Blick in die Gentechnik wirft, kann man sehr gut erkennen, dass die Würde des Menschen für viele schon sehr früh beginnt. Besitzt ein Embryo schon Menschenwürde? Ist es ethisch korrekt, mit embryonalen Stammzellen zu experimentieren?
„Von einem ethischen Prinzip könne überhaupt nur die Rede sein, wenn es eine universelle Geltung beanspruchen würde und dem Menschen komme auch nur insofern Würde zu, als er in der Lage sei, sich selbst nur solchen Gesetzen zu unterwerfen, die er auch anderen zumuten würde.“, so Immanuel Kant.
Man kann diesen Begriff der Menschenwürde auch aus einer anderen Sicht begutachten. Die kantische Sicht ist sicherlich eine Version, die man gut nachvollziehen kann. Aus der christlich theologischen Sicht könnte man auch einen anderen Zusammenhang sehen.
Man kann die Menschenwürde auch auf die Gottesebenbildlichkeit des Menschen zurückführen, also auf einen zumindest sehr starken Gottesglauben.
Nimmt man einen Schöpfergott an, der alle Menschen geschaffen hat, ist ihre Gleichheit und die Gleichrangigkeit ihrer Würde zwingend. Nicht zwingend ist der Glaube an Gott selbst. Wenn Sie jetzt diese Sichtweisen von Immanuel Kant und die des katholischen Glaubens genauer betrachten, welche präferieren Sie? Welche andere Aspekte könnte man noch berücksichtigen, wenn man den Begriff Menschenwürde definiert?
Eines kann man aber sicher über die Menschenwürde sagen, sie resultiert aus der gegenseitigen Anerkennung der Gleichheit und Gleichrangigkeit der Menschen, egal wie unterschiedlich sie sind.
Über die Autorin / den Autoren
Dominic Koplenig, 23-jähriger Philosophiestudent im 4 Semester an der Universität Wien