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Moderne Städte sehen in vielerlei Hinsicht ähnlich aus. Probleme in der Energie- und Wasserversorgung oder im Transportwesen werden weltweit sehr ähnlich gelöst. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Variationen der lokalen materiellen und kulturellen Bedingungen, in die die verschiedenen Städte eingebettet sind. Im Projekt GLORIWA untersuchen wir diesen Kontrast am Beispiel der urbanen Wasserwirtschaft.Die Idee globaler soziotechnischer Regime liefert einen Hinweis darauf, warum Städte in trockenen Regionen der Welt (z.B. Peking) sehr ähnliche wasserwirtschaftliche Strategien verfolgen wie die viel wasserreichere Stadt Zürich. Ein soziotechnisches Regime ist die Konstellation von Technologien und sozialen Strukturen, die sich um diese Technologien herum etabliert haben. Im Wassersektor ist das Kanalisationssystem eine Visualisierung des sozio-technischen Regimebegriffs.In der Kanalisation wird Wasser unter anderem als Transportmittel für verschiedene Schadstoffe genutzt, was zu spezifischen Nutzgewohnheiten und anderen sozialen Strukturen führt. In den Weltstädten ist die soziotechnische Lösung der Nutzung von Wasser durch ein Abwassersystem als Transportmittel für verschiedene Schadstoffarten so dominant, dass nicht einmal die visionärsten Unternehmer einen Durchbruch zu nachhaltigeren und lokal angepassten Lösungen erzielen können.Diese globale Dominanz der soziotechnischen Konstellationen lässt sich unter dem wissenschaftlichen Konzept der soziotechnischen Systeme zusammenfassen. In GLORIWA verfolgen wir die weltweit dominierendsten soziotechnischen Systeme in der städtischen Wasserversorgung und untersuchen sie, um herauszufinden, wie sie sich gegen potenziell nachhaltigere, lokal angepasste Lösungen durchsetzen können.