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Asien: Bekämpfung von Kinderausbeutung in der Baumwollindustrie
In globalen Wertschöpfungsketten arbeitende Kinder sind grössten Risiken ausgesetzt. Diese Ketten, sei es in der Landwirtschaft oder in Produktionsbetrieben, im Bergbau oder Dienstleistungssektor, gehen uns als Konsumenten des Endprodukts alle etwas an. Deshalb unterstützt Terre des hommes (Tdh) von Kinderausbeutung betroffene oder dafür gefährdete Kinder, verteidigt ihre Rechte und setzt sich für angemessene Arbeitsbedingungen für junge Menschen ein.
152 Millionen Kinder weltweit sind von Kinderausbeutung betroffen, 72 Millionen von ihnen führen gefährliche Arbeiten aus (Global Estimates 2017, ILO). In Indien verdient ein Kind, das auf einer Baumwollfarm arbeitet, weniger als 1.50 Dollar pro Tag für bis zu 12 Stunden Arbeit unter extremen Bedingungen. „Kinder aus ärmeren Verhältnissen haben oft keine andere Wahl, als für den Unterhalt der Familie zu arbeiten. Dadurch fallen sie aus dem Schulsystem und können keine Freizeitaktivitäten mehr machen“, erklärt Anna Lazar, Tdh-Delegierte in Indien. „Kinder arbeiten oft unter unsicheren Bedingungen, während langer Stunden, unter der Sonne, oder kommen mit Chemikalien in Kontakt, die ihr Wohlbefinden und ihre Entwicklung gefährden.“ Darüber hinaus sind Kinder, die auf der Suche nach Arbeit migrieren, häufig Gefahren wie Kinderarbeit oder sexueller Ausbeutung ausgesetzt, insbesondere Mädchen.
Alternativen fördern
Kinder und ihre Familien stehen im Zentrum der Aktivitäten von Tdh. Neben der Bereitstellung von Grundleistungen ermutigt Tdh von Kinderarbeit betroffene oder dafür gefährdete Kinder und ihre Familien massgeschneiderte Alternativen wie zum Beispiel Berufs- oder Schulbildung in Betracht zu ziehen.
Mit dieser Vision beginnt Tdh, in der gesamten Baumwoll-Lieferkette in Asien zu arbeiten, da wir in diesem Sektor Beweise für Arbeitsbedingungen gesammelt haben, die das Wohl, den Schutz und die Entwicklung von Kindern, jungen Menschen und Familien beeinträchtigen. Unser Ansatz betrifft einige Schritte der Baumwoll-Lieferkette auf dem asiatischen Kontinent. In Indien wird zum Beispiel die Baumwollproduktion im Fokus stehen. In Bangladesch sind Spinnereien und Zulieferer der Textilindustrie problematische Bereiche, während in Myanmar die schnell wachsende Bekleidungsbranche eine verstärkte Überprüfung der Kinderrechte verlangt.
Gemeinsam eine Änderung bewirken
„Unternehmen, die unsere Vision teilen, sind wichtige Verbündete, um das Risiko der Kinderausbeutung in Lieferketten zu verringern, indem wir mit lokalen Akteuren und Gemeinschaften zusammenarbeiten, um Geschäftslösungen zu entwickeln, die dieses globale Problem angehen“, erklärt Peggy Herrmann Ljubicic, Leiterin des Tdh-Programms zur Bekämpfung von Kinderausbeutung. Die Zusammenarbeit sowohl mit der Angebots- als auch der Nachfrageseite in der Baumwoll-Lieferkette wird dauerhafte Änderung bewirken. Dank massgeschneiderter Aktivitäten für Kinder und ihre Familien werden einerseits ihre Lebensgrundlagen verbessert, Berufsbildung bereitgestellt und die Gemeinschaften unterstützt. Andererseits werden notwendige Grundlagen in Unternehmen geschaffen wie Transparenzregeln und Verhaltenskodexe, um Kinderausbeutung zu bekämpfen.
Wir sind der Überzeugung, dass gemeinsame Anstrengungen wesentlich sind, um Kinderausbeutung in globalen Wertschöpfungsketten zu bekämpfen. Wir möchten eine Brücke schlagen zwischen den Konsumenten und den Produzenten am anderen Ende der Wertschöpfungskette, eine Distanz, die sich mit innovativen und situationsgerechten Lösungen verringern lässt. Anlässlich des internationalen Tages gegen Kinderarbeit wollen wir der Kinder gedenken, die weltweit von Kinderausbeutung betroffen sind, im Bewusstsein, dass wir gemeinsam einen Unterschied machen können.
Bildernachweis: ©Tdh/Christian Brun und François Struzik