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Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung durch die Schweizer Armee
Seit mehr als einem Jahr herrscht Krieg in der Ukraine. Die Schweizer Armee leistet einen Beitrag zu den Massnahmen der humanitären Hilfe der Schweiz vor Ort.
Bis am 15. Mai 2023 hat sie mehrmals lebensnotwendige Güter geliefert, deren Wert sich auf insgesamt 29,5 Millionen Franken belief. Die Armee setzt sich auch im Bereich der humanitären Minenräumung ein, indem sie ukrainische Fachkräfte ausbildet.
Seit Anfang des Krieges hat die Schweiz eine Reihe von Massnahmen zur Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung getroffen. Diese leidet sehr unter den Folgen des Krieges, denn die russischen Angriffe richten sich auch gegen die zivile Infrastruktur, insbesondere die Energieversorgung. Im Rahmen der humanitären Hilfe unterstützt die Schweizer Armee auch die ukrainische Bevölkerung. Mehrere humanitäre Konvois haben die Menschen im Kriegsgebiet bisher mit Material aus Armeebeständen versorgt. Bis am 15. Mai 2023 wurden Material und Ausrüstung mit einem Wert von insgesamt 29,5 Millionen Franken geliefert (siehe Abbildung). Organisiert und finanziert wurden die Transporte von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.
Riesige Mengen an Winterkleidung
Die ersten Hilfslieferungen fanden im März 2022 statt. Ein Konvoi mit sechs Lastwagen transportierte lebensnotwendige Güter und medizinisches Material aus der Armeeapotheke nach Polen. Dazu gehörten Defibrillatoren, Hygienemasken, Arztkittel, Medikamente, aber auch 2000 Decken und 21’975 Schlafsäcke.Weitere Lieferungen folgten im Herbst. Damals lieferte die Armee hauptsächlich Ausrüstung für die Brandbekämpfung und die Trümmerbeseitigung sowie Material für die Aufbereitung von verunreinigtem Wasser. Zu Winterbeginn machte sich ein weiterer Konvoi auf den Weg, mit 360 Paletten mit Winterausrüstung, insbesondere 60’100 Paar Handschuhe, 40’000 Paar Socken und 2000 Decken. Für September 2023 ist eine weitere Winterkleidungslieferung vorgesehen.Das Material wurde jeweils von der Logistikbasis der Armee in ihren Logistikcentren zum Versand bereit gemacht. Die DEZA übernahm danach den Transport bis in die Ukraine, wo das Material lokalen Partnern übergeben wurde, hauptsächlich dem staatlichen Notdienst der Ukraine und den ukrainischen Spitälern. Die Transporte wurden von der DEZA finanziert.
Hilfe bei der humanitären Minenräumung
Die Hilfeleistung der Armee beschränkt sich nicht auf Materiallieferungen. Die Armee stellt den ukrainischen Behörden zudem ihre Kompetenz im Bereich der humanitären Minenräumung zur Verfügung, indem sie ukrainische Spezialistinnen und Spezialisten ausbildet. Seit Kriegsbeginn haben die mit Antipersonenminen und Blindgängern belasteten Flächen beträchtlich zugenommen. Das bedeutet eine dauerhafte Bedrohung für die Zivilbevölkerung. Deshalb sind Minenräumungen erforderlich. Letztes Jahr lud die Armee daher zehn zivile Expertinnen und Experten aus der Ukraine zu drei Kursen zur Minenräumung in die Schweiz ein. Diese Kurse werden in Zusammenarbeit mit dem Genfer Zentrum für Humanitäre Minenräumung (GICHD) durchgeführt. 2023 sind acht ähnliche Kurse geplant. Ukrainische Fachkräfte sind zur Teilnahme eingeladen. Die Reise- und Aufenthaltskosten werden von der Armee übernommen. Nach ihrer Rückkehr in die Ukraine können diese Fachkräfte ihrerseits weitere Minenräumerinnen und -räumer anleiten und ausbilden.
Parallel dazu hat das GICHD ein Ausbildungsprogramm im Westen der Ukraine auf die Beine gestellt. Dabei werden Expertinnen und Experten in verschiedenen Bereichen der humanitären Minenräumung in ukrainischer Sprache ausgebildet und im Rahmen eines Mentorings begleitet. Die Armee unterstützt dieses Programm finanziell mit 500’000 Franken. Damit trägt sie dazu bei, die humanitäre Minenräumung in der Ukraine sicherer und effizienter zu machen und die Zahl der Opfer zu reduzieren.
Quelle: Schweizer Armee
Bildquelle: ©VBS/DDPS