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Mehmet Sander hat seine türkische Heimat verlassen und ist nach Amerika ausgewandert, um in seinem Werk seiner Homosexualität freien Ausdruck geben zu können. Ironischerweise gewinnt er heute, noch seinem Erfolg im Westen, auch in seiner Heimat immer mehr Anerkennung.
Die beiden Solostücke, die in Europa erstmals im Rahmen des New Moves Festival in Glasgow vorgestellt wurden, wenden sich der Bewegung als einer Momentaktion zu. Sander verzichtet darauf, seine choreographischen Arbeiten in Dekor, Kostüm und Musik zu verpacken und beschränkt sich auf die Muskulär -Geometrie des Körpers in ihrer Beziehung zu Boden und Wand. Er spricht vom "Zusammenwirken der Schwerkraft", wenn er in einer Folge gymnastischer Bewegungsabläufe den Körper hörbar um Boden aufprallen lässt. Er fordert das Publikum zu unmittelbaren, nicht durch intellektuelle Analyse filtrierten Rektionen heraus und führt einen kraftvollen menschlichen Körper in seiner Verletzlichkeit vor.
Im einen Stück, "The Fuck", wird dennoch Ton eingesetzt, und zwar die Aufnahme des Zwiegesprächs, oder eher Monologs, eines amerikanischen Polizisten, der einen Mann vergewaltigt. In "Single Space" wird Sander's dynamische Bewegung durch einen rechtwinkligen Rahmen eingegrenzt, der von der Decke horizontal noch unten fällt. Innerhalb einer ausgetüftelten Struktur wird in kurzer Zeit eine intensive, von Gefahr und Risiko gefüllte Spannung aufgebaut. (Mory Brennan, Dance Theatre Journal)
Chorégraphie/danse: Mehmet Memo Sonder