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Geschichte
Der Chemnitzer Textilunternehmer Herbert Eugen Esche (1874 – 1962) führte zu Beginn des 20. Jahrhunderts zusammen mit seinem Bruder Fritz Eugen eine der erfolgreichsten Strumpffabriken Deutschlands.
Im Jahr 1902 beauftragte Herbert Esche den damals noch wenig bekannten belgischen Architekten Henry van de Velde mit dem Bau einer Villa am Rande der Stadt Chemnitz. Van de Velde maß dem Haus Esche innerhalb seines Schaffens, insbesondere auf seiner Suche nach dem „neuen Stil“, herausragende Bedeutung bei. Henry van de Velde gestaltete alle Teile dieser künstlerisch dominierten Welt: Speiseservice, Essbesteck und Gartenmöbel, Wandverkleidungen und Leuchten, selbstverständlich auch sämtliche Möbel und schließlich die Signets der Familie stammten aus seinem Atelier.
Ein Höhepunkt des Lebens im „Haus Esche“, war der Besuch im Jahr 1905 des norwegischen Malers und Grafikers Edvard Munch. Durch Vermittlung van de Veldes sahen Herbert Esche und seine Frau Hanni wohl bei Dr. Max Linde in Lübeck Arbeiten des damals in Deutschland noch nicht etablierten Edvard Munch. Dies veranlasste Hanni Esche, den Künstler nach Chemnitz einzuladen. Dabei entstanden sieben Portraits und ein Landschaftsbild.
Fünf dieser Bilder wurden nun 1997 in das Anfangsvermögen der Herbert Eugen Esche – Stiftung eingebracht, später gingen auch die Van de Velde – Möbel des Esszimmers der Tochter Herbert Esches in Küsnacht in den Besitz der Stiftung über. Das Portrait von Johanna (Hanni) Esche konnte im August 2015 gleichfalls in den Bestand aufgenommen werden.
Die „Villa Esche“ an der Parkstraße in Chemnitz wurde nach der Wende aufwändig saniert und kann seit 2001 mit einigen Teilen der Originalausstattung besichtigt werden.