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Rachmaninow verbrachte von 1932 bis 1939 den Sommer in dem bei Weggis gelegenen Hertenstein am Vierwaldstättersee. Das in seinem Auftrag erbaute Gebäude befindet sich in einem 20'000 Quadratmeter grossen Park und ist ein Pionierbau des modernen Bauens in der Zentralschweiz. Gebäude und Inneneinrichtung, zu der auch Rachmaninows übergrosser Flügel gehört, befinden sich weitgehend im Originalzustand. Die Anlage ist seit 2018 denkmalgeschützt.
In der Villa Senar wohnte bis zu seinem Tod 2012 ein Enkel des Komponisten. Er schuf eine Stiftung, welche die Villa als kulturelles Erbe erhalten und auch erben soll. Die gesetzlichen Erben wurden auf den Pflichtteil gesetzt. Das Testament des Rachmaninow-Neffen sieht aber auch den Kanton Luzern als Erben vor für den nun eingetretenen Fall, dass die Stiftung die gesetzlichen Erben nicht auszahlen kann.
Unklares Testament
Allerdings sei das Testament unklar abgefasst, schreibt die Regierung in ihrer Botschaft an das Kantonsparlament. Die darin vorgesehene Erbenstellung des Kantons sei umstritten und mit Auflagen verbunden.
Statt sich auf juristische Auseinandersetzungen einzulassen, will die Kantonsregierung die Angelegenheit vor einem Erbschaftsentscheid regeln. Er schlage vor, die Villa den gesetzlichen Erben abzukaufen.
Mit den gesetzlichen Erben hat sich der Kanton auf einen Kaufbetrag von 8 Millionen Franken geeinigt. Inklusive Kaufgebühren, Sanierung sowie Unterhaltskosten während zehn Jahren beantragt die Kantonsregierung dem Parlament einen Kredit von 15,45 Millionen Franken.
Kulturzentrum geplant
Die Regierung weiss auch bereits, was sie mit der Villa machen will. Die Anlage solle zu einem Kulturzentrum werden, das mit einem vielfältigen Programm unterschiedliche Zielgruppen anspreche. Das kulturelle Erbe bleibe so erhalten, und der Musikstandort Luzern werde um ein neues Element reicher.
An der Villa war nach dem Tod von Rachmaninows Neffen offenbar auch der russische Staat interessiert.