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Das Hostal Huella Patagonica, in Coyhaique, war für einen Monat unser Zuhause. Hier fanden wir Unterschlupf, nachdem wir am 15.3.2018 mit Mahangu im „Huckepack“ ankamen. Im „Huckepack“ deshalb, weil ich am 8.3.2018, 45 Kilometer nach Cochrane, ein Ausweichmanöver machen musste. Um eine Frontalkollision zu vermeiden, steuerte ich an den Rand der Carretera Austral. Dort gab die vom Regen aufgeweichte Piste unter dem Gewicht Mahangus nach – mit fatalen Folgen! Wir purzelten 1 ½ Rollen seitwärts, zehn Meter die Böschung hinunter. Das stabile Dach und ein paar Schutzengel verhinderten Schlimmeres! Wir stiegen unverletzt durch das Seitenfenster ins Freie. Unser Reisefahrzeug jedoch sah ziemlich havariert aus.
Bereits zwei Tage später konnten wir Mahangu mit einem „Grader“ bergen. Die schwere Maschine zog ihn mit Ketten die Böschung hoch. Als Nächstes galt es einen LKW zu organisieren, der das Unfallfahrzeug via Cochrane nach Coyhaique bringt. Dort gibt es eine Toyota Garage und einen guten Carrossier. Beides brauchten wir.
Eine Woche nach dem Unfall fuhren wir mit Mahangu auf der Ladefläche eines LKWs nach Coyhaique, das 330 Kilometer weiter nördlich liegt. Es war eine Fahrt, die wir nicht vergessen werden. Es regnete wie am Tag des Unfalls; die Oberfläche der Carretera war aufgeweicht. Jedes Mal, wenn Cristian, der Chauffeur, nach rechts ausweichen musste und sein Lastwagen in Schräglage geriet, zogen sich unsere Magenwände zusammen.
Nach 9 Stunden nervenaufreibender Fahrt gelangten wir in Coyhaique an. Bei Toyota stellte man in den folgenden Tagen fest, dass das Chassis keinen Schaden genommen hat. (Das hätte das Ende unserer Reise bedeutet.) Nachdem 11 Liter Motorenöl eingefüllt und der Luftfilter, der sich mit dem ausgelaufenen Öl vollgesaugt hatte, ersetzt wurden, drehte ich den Zündschlüssel. Der Motor begann zu brummen, als ob nichts geschehen wäre! Toyota-Qualität!
Als Nächstes fuhren wir Mahangu, arg verbeult wie er war, zum Carrossier. Der machte uns eine Offerte und meinte, dass die Behebung des Schadens möglich sei. Das würde jedoch 15-20 Arbeitstage dauern! Geduld war angesagt! Die brachten wir gerne auf; Hauptsache war, dass wir die Reise fortsetzen können.
Am 7.4.2018, einen Monat nach dem Unfall, konnten wir Mahangu beim Carrossier abholen. Unglaublich, was Fachleute mit gutem Werkzeug alles fertigbringen! (In der Schweiz mit ihren horrenden Stundenansätzen wäre eine solche Reparatur unbezahlbar!) Unser Reisefahrzeug weist ein paar Dellen mehr auf; doch besser Mahangu hat welche als wir!
Am Freitag, 13.4.2018, setzen wir unsere Reise durch Chile fort. In Puerto Chacabuco geht es an Bord einer Fähre, die uns in 20 Stunden nach Puerto Montt trägt. Wer hätte gedacht, dass wir doch noch zu einer Schifffahrt durch die Fjorde von Chile kommen!
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