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die Aufspeicherung elektrischer Energie zu erlangen und namentlich das Gewicht der Akkumulatoren für eine bestimmte Energieaufnahme zu verringern, stehen zur Zeit die Blei-Akkumulatoren noch immer obenan. Die Leistungsfähigkeit ist zwar in hohem Grade ausgebildet (man kann bis zu 85 Proz. der eingeleiteten Energie wiedererlangen, auch ist ihre Haltbarkeit eine angemessene), die Fabriken übernehmen gegen einen mäßigen Prozentsatz (7 - 10 Proz.) die vollkommene Instandhaltung und eventuelle Erneuerung, allein ihr Gewicht ist noch ein ganz erhebliches.
Die bekanntesten und verbreitetsten Akkumulatoren sind die nach Tudors System gebauten, bei denen eine Kombination des Plantéschen und Faureschen Verfahrens zur Ausführung gelangt. Nach Faure werden die positiven Platten dadurch hergestellt, daß man eine passende Bleiplatte mit Bleisuperoxyd überzieht, und durch geeignete Konstruktion der Bleiplatte (Rippen, Höhlungen etc.) sucht man das Bleisuperoxyd möglichst fest und innig mit ihr zu verbinden und das Herausfallen des Superoxyds zu vermeiden.
Die Zahl der dahin zielenden Verfahren und Patente ist sehr groß. Immerhin ist es unter alleiniger Anwendung dieses Verfahrens nicht ganz leicht, dauerhafte positive Platten herzustellen. Es bildet sich nämlich auf der Oberfläche der Bleiplatte, also zwischen dem Blei [* 1] und dem künstlich aufgetragenen Superoxyd, durch die Schwefelsäure [* 2] verursacht, eine Schicht von Bleisulfat, welches die Superoxydschicht allmählich vom Blei loslöst. Um dies zu vermeiden und die Superoxydschicht mit der Bleiplatte innigst zu verbinden, werden die positiven Platten Tudorschen Systems zunächst als reine Bleiplatten 3 Monate nach dem Plantéschen Verfahren behandelt, bis sich eine genügend starke und tiefe natürliche Superoxydschicht gebildet hat. Auf diese wird dann das künstliche Bleisuperoxyd aufgetragen. Hierdurch wird die Bildung von Bleisulfat auf der Bleioberfläche vereitelt und die Haltbarkeit ungemein vergrößert. Die in Deutschland [* 3] neuerdings auftretenden Correnz-Akkumulatoren sind lediglich nach dem Faure-Verfahren hergestellt. Als besondere Eigentümlichkeit sehen wir hier das Bleisuperoxyd durch Bleigitterrahmen zusammengehalten. Auch Gottfried Hagen [* 4] fertigt ähnliche Akkumulatoren.
Wenn einigermaßen sachgemäß gefertigt, ist der Nutzeffekt der Blei-Akkumulatoren bei sämtlichen Systemen so ziemlich der gleiche, und sie unterscheiden sich im wesentlichen nur durch ihre Haltbarkeit. Wie bereits erwähnt, kann der Nutzeffekt bis zu 85 Proz. betragen. Im großen praktischen Betrieb, wo die Akkumulatoren nicht so sorgsam behandelt werden können wie etwa in einem wissenschaftlichen Laboratorium, [* 5] werden im allgemeinen 75 Proz. Nutzeffekt garantiert, jedoch je nach der Behandlung nicht immer erreicht, allerdings aber auch manchmal überschritten.
Das Gewicht der Akkumulatoren spielt eine Hauptrolle, wenn sie zu Transportzwecken (elektrische Eisenbahnen, Schiffe [* 6] etc.) verwendet werden sollen; man ist gezwungen, sie möglichst leicht zu machen. Anderseits werden an diese Akkumulatoren zeitweise gerade die außerordentlichsten Anforderungen gestellt, so z. B. eine erhöhte Energieabgabe beim Anfahren elektrischer Wagen. Nun sind aber um so leistungsfähiger und haltbarer, je weniger eine bestimmte Energie-Entnahme pro Sekunde überschritten wird, da bei einer erhöhten Stromabgabe durch die starke Gasentwickelung zu leicht das Bleisuperoxyd losgelöst wird, und so sehen wir die Forderung hoher Entladung und großer Energie-Aufnahmefähigkeit mit der Forderung eines möglichst geringen Gewichts im geraden Gegensatz; kein Wunder daher, daß die Konstruktion von Akkumulatoren zum Betrieb elektrischer Bahnen, Boote etc. mit ganz erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.
In der That kann man bis heute noch nicht behaupten, daß sich die Akkumulatoren bei diesen Betrieben in hervorragendem Maße bewährt hätten. Ein zweiter Mißstand bei Akkumulatoren für Transportzwecke liegt darin, daß die Elemente sehr geschüttelt werden und die Säure leicht überschießt. Man hat dies durch sehr hohe Kasten zu vermeiden gesucht. Eine bemerkenswerte Neuerung aber nach dieser Richtung hat sich die Firma Örlikon patentieren lassen. Es wird die verdünnte Schwefelsäure durch Zusatz von Wasserglas in geringer Menge in einen gallertartigen Zustand übergeführt. Man nennt die so hergestellten Akkumulatoren Gelatine-Akkumulatoren.