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Basel, um 1936/39
Walzeisen
L. 17,4 cm, Dm. 15,1 cm
Inv. 2008.31.
Die alte Wettsteinbrücke wurde von 1877 bis 1879 nach einem Entwurf der Ingenieure W. Lanter (Frankfurt) und B. Bilfinger (Pforzheim) erbaut. Die Bauleitung lag bei Kantonsingenieur Johannes Merian. Die beiden Fundamente wurden aus eisernen Senkkästen (für die Bauarbeiten unter Wasser) und Beton erstellt; die Aufmauerung der Pfeiler bestand aus Laufener Kalksteinquadern. Die Brücke mit drei Bögen und je fünf doppelwangigen Zweigelenksbogenträgern, Versteifungsgurten und Diagonalstäben war wegen der unterschiedlichen Uferhöhe leicht schräg geführt. Seitliche Gusseisengitter verkleideten die Fachwerk-konstruktion. Gusseiserne Gesimse, Geländer und Kandelaber verschönerten das Bauwerk. Der Kultur-historiker Jacob Burckhardt lehnte die Schrägführung der Brücke aus ästhetischen Gründen ab.
An der Weltausstellung von Paris 1878 wurde das Werk mit dem Goldenen Diplom ausgezeichnet. Im Jahre 1880 erhielten die beiden Brückenköpfe je zwei gusseiserne Basilisken von Ferdinand Schlöth. Sie standen wie die Kandelaber auf massiven steinernen Pfeileraufsätzen. Zusätzlich schmückten je zwei allegorische Reiterplastiken von Richard Kissling die Brückenköpfe. Wegen der Verkehrszunahme wurde die Brücke von 1936 bis 1939 von 12,60 m auf 21,50 m verbreitert und mit Trottoirs versehen. Die Rollen stammen von den Lagern dieser Trottoirs.
Damals wurden leider die Basilisken, die Kande-laber und viele Zierelemente entfernt. Rund fünfzig Jahre später begannen kontroverse Diskussionen über die Brücke. Nach langen politischen Auseinan-dersetzungen um Renovation oder Neubau beschloss der Grosse Rat 1986 zunächst, die Brücke zu sanieren. Eine Expertengruppe lehnte die Sanierung ab und empfahl eine neue Brücke (Projekt Bischoff+Rüegg).
Als 1988 eine private Gruppe eine elegante Stahlbrücke des in Zürich tätigen Ingenieur-Architekten Santiago Calatrava vorstellte, löste dieses Projekt einerseits viel Begeisterung, andererseits aber auch Befürchtungen wegen der Statik und Ängste um mögliche Kostenüberschreitungen aus. Der Grosse Rat sprach sich mehrheitlich für das Projekt Bischoff+Rüegg aus. Bei der Volksabstimmung vom 20. Mai 1990 entschied sich das Basler Stimmvolk für das Projekt Bischoff+Rüegg und verzichtete auf das Projekt von Calatrava. Für Verwirrung hatten noch zusätzliche Projektvorschläge von Privaten gesorgt, so dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wohl einen Schlussstrich unter die Diskussion setzen wollten. Die alte Wettsteinbrücke wurde abgebrochen. Bischoff+Rüegg erbauten von 1991 bis 1995 eine neue Brücke. Statt der veranschlagten 37 kostete sie mit 69 Millionen Franken beinahe das Doppelte.