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«Liebesleben: Trieb? Romantik? Struktur?»
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Was geht da vor sich: Ein Mann ersehnt einen sexueller Kontakt, den er mit seiner Frau seit langem vermisst und sagt in dem Moment, als eine sexuelle Begegnung mit einer Frau möglich wäre, er könne keine Doppelleben führen, denn er liebe seine Frau? Wo ist die Liebe, bei der Ehefrau, wie er sagt oder scheut er die Liebe, sobald sie am Horizont aufscheint?
Worum geht es, wenn ein Mann sagt, er liebe zwei Frauen, nämlich seine Ehefrau und die Frau, mit der er eine sexuelle Beziehung eingegangen war, die jedoch etwas mehr geworden ist und die er nicht aufgeben will? Liebt er wirklich beide Frauen, ist es dieselbe Liebe oder eine andere?
Nun, die Liebe ist ein Dauerthema. Schon Platon hat sie im Gastmahl von allen Seiten beleuchten lassen und es war Sokrates, der es als Einziger auf den Punkt brachte: Die Liebe ist eine Ersetzung und weil er es weiss, liebt er nicht. Ob sie mit dem leidenschaftlichen Begehren überhaupt etwas zu tun hat, dem möchte ich nachgehen.
Christine Borer, lic phil, Psychoanalytikerin in freier Praxis in Zürich, Veröffentlichungen zu verschiedenen psychoanalytischen Themen und Lehrtätigkeit.