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Was ist eine Schilddrüsenoperation?
Liegen Kröpfe, Knotenbildungen mit Über- oder Unterfunktionszeichen oder bösartige Geschwülste, die beim Schlucken oder Atmen behindern vor, wird die Schilddrüse meist operativ behandelt. Eine Schilddrüsenoperation ist ein Eingriff, der dazu dient, einen Teil oder die komplette Schilddrüse zu entfernen. Liegt ein Knoten in der Schilddrüse vor, der nicht sicher als unverdächtig eingestuft werden kann, wird die Operation durchgeführt, damit eine endgültige feingewebliche Untersuchung Klarheit über den Knoten verschafft. Der Eingriff wird in Spitälern vorgenommen und in Narkose durchgeführt. Bei der Operation wird meistens der Lappen der Schilddrüse, der den Knoten und eventuell auch den Isthmus enthält entfernt. Nach der Operation könnten Sie eine Drainage, ein kleines Plastikrohr, haben, dass Flüssigkeitsansammlungen in der Wunde verhindert. Diese wird entfernt, sobald die Ansammlung an Flüssigkeit gering ist.
Was versteht man unter Nervenstimulation der Schilddrüsennerven?
Der Schilddrüsennerv wird auch als Recurrensnerv bezeichnet. Er liegt an der Hinterfläche seitlich der Schilddrüse an und hat meist nur einen Durchmesser von 1 mm. Bei der Operation besteht das Risiko, dass der Stimmlippennerv verletzt wird. Tritt dieses ein, können die Betroffenen nicht mehr laut und ausdauernd sprechen. Die Literaturangaben beschreiben ein Verletzungsrisiko von ein bis zwei Patienten bei hundert mit herkömmlichen Verfahren operierten Patienten. Damit das Verletzungsrisiko verringert wird, setzen wir bei der Operation einen Nervenstimulator (Neuromonitoring) ein. Während der Operation wird dann der etwa ein Millimeter starke Stimmlippennerv mit der Lupenbrille (Vergrösserung 2,5 fach) aufgesucht und die Funktion mit dem Nervenstimulator überprüft. Bei Berührung des Nerven mit einem Stimulationsstab gibt das Gerät ein deutlich hörbares Signal ab. Dann ist die Funktion des Nervs intakt und der Chirurg kann sorgfältig weiteroperieren. So kann der Operateur den Stimmlippennerv besser schützen. Durch diese Vorgehensweise wird das Risiko einer bleibenden Schädigung des Stimmbandnerven erheblich verringert.
Welche Komplikationen sind typisch?
Die meisten Patienten werden bereits wenige Tage nach der Operation entlassen. Komplikationen nach Schilddrüsenoperationen sind selten. Zu diesen zählen Blutungen beispielsweise eine raue Stimme, Schluckprobleme, Taubheit der Haut oder des Halses und Calciummangel. Die meisten Komplikationen gehen nach wenigen Wochen vorbei. Patienten, bei denen die gesamte Schilddrüse entfernt wurde, haben ein höheres Risiko an Calciummangel nach der Operation. Einige Patienten müssen Calciumersatz zu sich nehmen wenn ihr Calciumhaushalt zu niedrig ist. Nach der Operation müssen die Patienten oft Schilddrüsenmedikamente nehmen, um die Schilddrüsenhormone zu ersetzen.