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Eine Woche nach dem Verschwinden der sechsjährigen Zwillinge gibt es eine erste Spur: Die Mädchen sollen mit dem Vater nach Korsika gefahren sein. Der 43-Jährige hatte sich am Donnerstag in Süditalien vor den Zug geworfen. Sein Testament machte er erst Ende Januar.
Die beiden Mädchen aus St-Sulpice VD sind eine Woche nach ihrem Verschwinden noch immer nicht gefunden. Allerdings gibt es seit Sonntag eine Spur: Der Vater sei mit den Zwillingen vermutlich am Montag nach Korsika gereist, teilte die Waadtländer Polizei mit. Alle drei wurden in Marseille gesehen, als der Vater in einem Reisebüro Fahrkarten nach Korsika reservierte.
Aller Wahrscheinlichkeit nach seien Vater und Töchter an Bord eines Schiffs gewesen, das Marseille am Montag um 18.35 Uhr verlassen habe und am nächsten Morgen um 6.30 Uhr in Propriano auf der französischen Insel angekommen sei. Die Ermittlungen werden nun auf dem französischen Festland und insbesondere auf Korsika fortgesetzt.
Der 43-jährige Vater warf sich am Donnerstagabend im süditalienischen Cerignola vor den Zug.
Testament Ende Januar aufgesetzt
Am Sonntag wurde zudem bekannt, dass das Testament des Mannes am Sonntag seines Verschwindens, am 30. Januar, gefunden wurde. Er hatte es am 27. Januar verfasst. Der Text enthält laut Waadtländer Polizei keinen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Zwillinge.
Das ganze Wochenende über suchten Ermittler in Italien, Frankreich und in der Schweiz nach den Mädchen.
Letzter Postkartengruss aus Marseille
Die Eltern der vermissten Zwillinge waren laut Polizei in einer schwierigen Trennungssituation. Die sechsjährigen Mädchen lebten bei der Mutter in St-Sulpice VD. Der Vater wohnte im gleichen Dorf und nahm sein Besuchsrecht jeweils am Wochenende wahr.
Am vergangenen Sonntag brachte er die Kinder nicht mehr zurück und fuhr sie am Montag auch nicht zur Schule. Stattdessen verschwand er mit ihnen per Auto.
In den folgenden Tagen wurde der Vater in den französischen Städten Annecy, Marseille und Toulon geortet. Von Marseille aus schickte er seiner Frau eine Postkarte. Die Frau - sie stammt ursprünglich aus Italien - reiste daraufhin nach Marseille und kontaktierte dort am Freitag die Polizei.
Agenturberichten zufolge soll der Mann in Marseille über 7000 Euro abgehoben haben. Bei der Leiche wurden später nur 100 Euro gefunden.
SDA-ATS