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Goldene Palme (Darstellerpreis, Jurypreis) Filmfestival Cannes 1995
Die englische Malerin Dora Carrington (gespielt von Emma Thompson) ist eine der aussergewöhnlichsten Frauen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Ihr Leben widmete sie bedingungslos der Kunst, obwohl sie zu Lebzeiten in Künstlerkreisen oft nicht ernst genommen wurde. Carrington war eine Rebellin. Sie wehrte sich stets gegen die einschränkenden Konventionen der viktorianischen Zeit. Sie liess sich auch jeweils nur bei ihrem Nachnamen nennen.
Carrington hatte zahlreiche Affären, aber nur einem Mann war sie wirklich treu: Im Alter von 22 Jahren verliebte sich in den viel älteren homosexuellen Schriftsteller Lytton Strachey (Jonathan Pryce). Strachey, der zynische Intellektuelle aus dem Bloomsbury Circle und die häusliche Carrington waren wohl das eingenartigste Paar ihrer Zeit. Die Geschichte ihre gemeinsamen Lebens ist die Geschichte einer wahnsinnigen platonischen Liebe, aus der heraus Carrington sogar einen anderen heiratete, um zu verhindern, dass Strachey seinen Liebhaber verlor.
Carrington wurde an den Filmfestspielen von Cannes gleich zweimal ausgezeichnet: Mit dem Sonderpreis der Jury und dem Preis für den besten Darsteller (Jonathan Pryce). Doch auch die vielseitige Emma Thompson (Oscargewinnerin für "Howard's End") glänzt in der Hauptrolle. Christopher Hampton, bekannt für sein Oscar-prämiertes Drehbuch zu "Dangerous Liasons", gibt bei Carrington sein gelungenes Regiedebut.
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