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Bild
Titel:
Erinnerungen an Java
Thema: Leute
Datum: --.--.1889
Masse: 16.5 x 11 cm
Standort: Staatsarchiv Appenzell Ausserrhoden, Vorbesitz: Patrick Hallauer, Bern
Urheber/-in: Woodbury&Page, Java. Gründer des seit 1857 in Batavia bestehenden Fotoateliers war der bekannte britische Fotopionier Walter Bentley Woodbury (1834-1885).
Beschreibung:
Das ungewöhnliche „Familienporträt“ ist vermutlich 1889 im Fotoatalier Woodbury&Page entstanden. Vor einer Kulisse präsentieren sich vier Personen. Hauptfigur ist Kaufmann Johannes Altherr (1850-1900), der durch seine Grösse und seine schwarze Kleidung hervorsticht. Ihm zur Seite steht die Ehefrau Johanna Louise Marie geb. Niederer (1864-1923), die sich durch leichtere Kleidung mit Lokalkolorit vom gestrengen Ehemann abhebt. Der auf einen Stuhl gestellte Sohn Otto (1887-1923) fällt durch mädchenhafte Bekleidung auf. Unscheinbar wirkt die am Boden kniende Kindermagd, genannt Baboe, die ein traditionelles Gewand trägt.
Es ist wohl möglich, dass diese Fotografie anlässlich eines 1889 unternommenen mehrtägigen Familienausflugs ins Landesinnere entstanden ist, den Frau Altherr-Niederer in einem Schulheft ausführlich beschrieben hat.
Geschichte:
Die Familie Altherr-Niederer gehörte zur stattlichen Gruppe von Auslandschweizern und zur kleinen Schar von Appenzellern, die ab 1850 in Holländisch-Ostindien lebten und arbeiteten. Wie die meisten Landsleute wohnte die Familie in Batavia auf der Insel Java, wo die Eidgenossenschaft seit 1863 ein Konsulat unterhielt, das bis 1871 vom Ausserrhoder Konrad Sonderegger geleitet wurde.
Der Speicherer Pfarrerssohn Johannes Altherr hatte eine kaufmännische Ausbildung genossen und war bis 1890 als gut situierter Teilhaber der Textilhandelsfirma Niederer & Cie. in Batavia tätig. Seine Frau Hanna war 1864 in Batavia als Tochter des seit 1855 dort niedergelassenen Trogener Kaufmanns Johann Ulrich Niederer und der aus Schaffhausen stammenden Sophie geb. Rumpus zur Welt gekommen. Gute Schulbildung, vielseitige Sprachbegabung, robuste Gesundheit und Versiertheit in Finanzbelangen zeichneten Hanna aus. „Es war die schönste Zeit meines Lebens“ – so lautete ihr wiederholt geäussertes Urteil über die vielen in Indonesien verbrachten Jahre. Aus ihrer Feder stammen handschriftliche Aufzeichnungen über eine „Reise ins Innere Java’s“. Dieser in einem Schulheft niedergeschriebene Bericht vom Jahr 1889 beschreibt auf 60 Seiten den abenteuerlichen Ausflug der jungen Familie. Er legt Zeugnis ab von malayischen Sprachkenntnissen, volkskundlicher Beobachtungsgabe und naturkundlichem Interesse. Der mehrtägige Ausflug per Eisenbahn, Karrwagen und Tragsänfte führte ausgehend von Weltevreden über Bandung durch den Ostteil der Insel Java.
Autor: Peter Witschi, Herisau
Literatur:
StAAR, Pa.172 Privatarchiv Niederer.
Witschi, Peter: Appenzeller in aller Welt. Herisau 1998.
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