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Tradition der naiven Bauernmalerei in Appenzell im Appenzellerland
Es wird angenommen, dass Möbelmaler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Sennenmotive verwendeten und gleichzeitig eigentliche Senntumsmalereien herstellten. Die Ursprunglieh einfache Darstellung von Alpfahrten nahm zusehends reichhaltigere und buntere Formen an. Die Alpfahrten der Sennen mit der prächtigsten Kuh oder mit den schönsten Tieren wurden erweitert durch Bäume, Alphütten und - wenigstens andeutungsweise - durch die Landschaft. Nebst den Fahreimerbödeli entstanden die Sennenstreifen: Die langen, schmalen, auf Papier oder Holz gemalten Alpfahrten mit hintereinander angeordneten Sennen und Tieren stellten oft den gesamten Viehbesitz oder die Fahrhabe eines Bauern dar.
Zu dieser Zeit dürften auch die Sennenporträts, die an den Aussenseiten der Gaden angebracht wurden, entstanden sein. Um die Jahrhundertmitte beschritt Bartholomäus Lämmler (1809 bis 1865) mit dem Tafelbild einen neuen Weg. Jetzt konnte der Themenbereich der Senntumsmalerei ausgeweitet werden. Zwar blieb die Alpfahrt weiterhin dominierendes Motiv, aber es wurden auch die Landschaft, die weitere Umgebung, die «Heemed» (das heimatliche landwirtschaftliche Gut) md deren Bewohner wie auch der Alltag der Bauern miteinbezogen. Die Bauernmalerei fand rmehrt Einlass in die Bauernhäuser, und zwar im herkömmlichen Sinn «als Kunst für die Bauern, mit Bauern und Sennen als Auftraggeber» (P. Rainald Fischer).
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Tafelmalerei mit den Sennenmotiven eine eigentliche Blütezeit. Johannes Zülle (1841 bis 1938) und Johann Baptist Zeller (1877 bis 1959) setzten diese Tradition fort. Mit der 1941 in Basel durchgeführten Ausstellung «Schweizer Volkskunst» wurde die Bauernmalerei weiteren Kreisen bewusst, die Interesse bekundeten für diese bis anhin vor allem in der engeren Heimat bekannten Malerei. weiter....