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Die hoch aufgetürmten Sanddünen bieten einen spektakulären Anblick. Sie können bis zu 300 Meter hoch werden. Eine besondere Form stellen die sogenannten Sterndünen dar. Mehrere Arme einer Düne laufen in einer gemeinsamen Spitze zusammen. Von oben ähneln sie der Form eines Sterns. Diese wurden bisher von der Forschung vernachlässigt, obwohl sie zu den grössten und höchsten Dünenarten gehören.
Britische Forschende haben nun die Düne Lala Lallia in Marokko untersucht – und sie konnten sie zurückdatieren. Die Forschung der Wissenschaftler der Universitäten Aberystwyth, Birkbeck und UCL zeigt, dass die ältesten Teile der Basis der marokkanischen Düne 13’000 Jahre alt sind – und damit deutlich jünger als bisher angenommen.
Zudem ist die Sandpyramide in den letzten 1000 Jahren schnell gewachsen. In dieser Zeit erreichte sie den Forschenden zufolge ihre heutige Höhe von 100 Metern und die Breite von 700 Metern. Auch zeigen die neuen Erkenntnisse, dass sich die Düne Richtung Westen bewegt.
Bisher wurde angenommen, dass sich die Sterndünen nicht bewegen. «Diese Sterndünen im Südosten Marokkos bewegen sich ungefähr einen halben Meter pro Jahr», erklärt Manuel Herzog. Er arbeitet am Geografischen Institut der Universität Heidelberg.
Die höheren Bewegungsraten sind von Relevanz: «Der Standort der Düne ist direkt neben einer kleinen Oase, die auch landwirtschaftlich genutzt wird. Über die Jahre kann es nun passieren, dass diese Oase verschüttet wird. Dadurch wird die Lebensgrundlage der Menschen zerstört.» Dieses Risiko besteht auch an allen anderen Standorten mit Sterndünen, «nicht nur für Oasen, sondern auch für Strassen oder insgesamt menschliche Infrastruktur», sagt Herzog.
Die Einzelfallstudie zu Marokko bezieht sich auf ein spezielles Relief mit einer bestimmten Topografie und einem bestimmten Windfeld. Sie gilt nicht für alle Sterndünen weltweit. Diese Sandpyramiden, die von oben betrachtet wie Sterne aussehen, kommen häufig in Afrika, Arabien, China und Nordamerika vor.
«Jede einzelne Sterndüne hat andere Gegebenheiten, die es zu untersuchen gilt. Wir brauchen deswegen mehr Fallstudien und mehr zeitliche Datierung», sagt Herzog. Nun gehe es darum, die Prozesse zu erforschen und zu quantifizieren: «Welche Prozesse sind genau beteiligt? Wie bewegt der Wind den Sand auf diesen Grossformen? Wie schnell bewegt es sich?»
Neue Technik entlüftet Geheimnisse um Sterndünen
Möglich wurde die neue Forschung aufgrund neuer Technologien. Das Alter der Düne wurde mithilfe von Lumineszenz-Datierungstechniken bestimmt. Die Forscherinnen und Forscher konnten so erkennen, wann die Mineralien im Sand das letzte Mal dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. So konnten sie das Alter der einzelnen Schichten bestimmen.