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Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Publiziert am: 17.07.2018
Das Kapitel Aktuelles ist entfernt worden (Fussball-Weltmeisterschaft 2018).
Reisehinweise für Russland
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Grundsätzliche Einschätzung
Auf dem Gebiet der russischen Föderation sind in den letzten Jahren wiederholt Terrorakte verübt worden (Anschläge und Geiselnahmen). Betroffen waren der Grossraum des nördlichen Kaukasus und die Grossstädte. Unter anderen kam es zu folgenden, grösseren Attentaten:
- Anschlag auf einen Supermarkt in St. Petersburg am 27.12.2017
- Anschlag auf die Untergrundbahn in St. Petersburg am 3. April 2017,
- Anschläge in Grosny, der Hauptstadt der Republik Tschetschenien, im Oktober und Dezember 2014,
- Anschläge auf Busse des öffentlichen Verkehrs sowie auf den Bahnhof in Wolgograd im Oktober und Ende Dezember 2013,
Trotz verschärfter Sicherheitsmassnahmen kann das Risiko von Terrorakten nicht ausgeschlossen werden. Die russischen Sicherheitsbehörden weisen vor allem auf eine erhöhte Gefährdung durch Anschläge gegen öffentliche Einrichtungen und grössere Menschenansammlungen hin (Untergrundbahn, Bahnhöfe und Züge, Flughäfen etc.). Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen
Besonders in Moskau und St. Petersburg kann es bei Demonstrationen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommen. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art, und befolgen Sie die Anweisungen der Sicherheitskräfte (z.B. Absperrungen).
Spezifische regionale Risiken
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Grenzregionen zur Ukraine: Bei mehreren Grenzübergängen zwischen Russland und der Ukraine bestehen Reisebeschränkungen. Informieren Sie sich direkt bei den Grenzposten oder den russischen und ukrainischen Botschaften. Der Konflikt in den ostukrainischen Krisengebieten kann sich auch auf die Sicherheitslage in den grenznahen Gebieten auswirken. Von Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu den ostukrainischen Konfliktregionen wird abgeraten.
Nordkaukasus:
Dagestan, Inguschetien, Nordossetien und Tschetschenien: Die persönliche Sicherheit von ausländischen Reisenden kann in diesen Regionen weder von den Zentralbehörden der Russischen Föderation noch von den lokalen Sicherheitsorganen gewährleistet werden. Die Interventionsmöglichkeiten der Behörden sind auch bei häuslicher Gewalt sehr beschränkt (z.B. Kindsentführungen durch einen Elternteil, Zwangsheirat oder Zwangseinlieferung in eine psychiatrische Klinik). Die Gefahr von Lösegeld-Entführungen besteht auch für Ausländer - ebenso das Risiko, in Terroranschläge oder Aufstände militanter Gruppen zu geraten. Zum Beispiel sind bei einem Anschlag in der Altstadt von Derbent im Dagestan am 30. Dezember 2015 eine Person getötet und elf verletzt worden.
Von Reisen in die Republiken Dagestan, Inguschetien, Nordossetien und Tschetschenien wird abgeraten.
Reisen in die benachbarten Republiken Kabardino-Balkarien (inklusive Elbrus) und Karatschai-Tscherkessien müssen als risikoreich eingestuft werden und sollten nur aus zwingenden Gründen und unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt werden. Von Touristenreisen wird abgeraten. Ausländischen Reisenden ist in diesen Gebieten die Bewegung nur entlang der grossen Verkehrsachsen gestattet, und ihr Aufenthalt ist auf die grösseren Städte beschränkt. Die Grenzübergänge zu den Nachbarstaaten der Russischen Föderation sind zeitweise geschlossen. Erkundigen Sie sich bei den zuständigen russischen Behörden über die aktuellen Grenzübergangsbestimmungen.
Reisen in die Region Stavropol sollten von einer ortskundigen Vertrauensperson organisiert und begleitet und so kurz wie möglich gehalten werden.
In den regionalen Konfliktgebieten hat die Schweizer Botschaft in Moskau hat nur begrenzte oder gar keine Möglichkeit zur Hilfe bei Notsituationen.
Kriminalität
Die häufigsten Delikte sind Taschen-, Entreiss- und Autodiebstähle. Vereinzelt kann es zu Raubüberfällen und Aggressionen kommen, auch im Zentrum von Moskau. Eine besondere Gefährdung besteht jedoch in Flughäfen, Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen, Fussgänger-Unterführungen und offenen Märkten. Es besteht eine gewisse Gefahr, Opfer eines rassistisch motivierten Übergriffs zu werden: An folgenden Feier- und Gedenktagen ist dieses Risiko erhöht: 23. Februar, 20. April, 2. August, 4. November. Homosexualität ist nicht allgemein toleriert. Übergriffe auf Personen, die sich in der Öffentlichkeit als homosexuell zu erkennen geben, kommen vor.
Es werden unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
- Lassen Sie bei grösseren Menschenansammlungen besondere Vorsicht walten (z.B. auf Märkten, in Bahnhöfen etc.).
- Schenken Sie bei der Wahl der Unterkunft dem Sicherheitsaspekt besondere Aufmerksamkeit; zu grosse Sparsamkeit kann Ihre Sicherheit beeinträchtigen.
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) auf sich und deponieren Sie Ihre Wertsachen im Hotelsafe.
- Lassen Sie Gruppen von Bettlern (meist Frauen mit Kindern) gegenüber Vorsicht walten. Diese halten sich häufig bei Bahnhöfen, an Strassenkreuzungen und in der Umgebung von Touristenattraktionen auf.
- Bei Zufallsbekanntschaften in Bars, Nachtklubs usw. ist Zurückhaltung geboten. Es kommt vor, dass Getränke mit Betäubungsmitteln versetzt werden, um das Opfer zu berauben.
- Teilen Sie Taxis nicht mit Fremden.
- Wechseln Sie Geld nur bei offiziellen Finanzinstitutionen (Banken und Wechselstuben). Dabei muss ein Pass mit gültigem Visum vorgewiesen werden. Der Rubel ist die offizielle Währung. Mit dieser müssen alle Güter und Dienstleistungen bezahlt werden, selbst wenn die Preise manchmal in anderen Währungen angegeben sind.
Verkehr und Infrastruktur
Die Qualität der Strassen verschlechtert sich mit zunehmender Entfernung von den Städten. Als Folge der risikoreichen Fahrweise ist die Wahrscheinlichkeit von Verkehrsunfällen relativ hoch. Von nächtlichen Überlandfahrten wird aus Sicherheitsgründen abgeraten (grosse Distanzen, lückenhaftes Nothilfenetz, vereinzelte Überfälle). Bei Verkehrsunfällen muss das Eintreffen der Polizei an der Unfallstelle abgewartet werden. Die Fahrzeuge dürfen nicht bewegt werden.
Die Sicherheitsvorkehrungen der Flugzeuge von regionalen Fluggesellschaften entsprechen nicht immer europäischen resp. internationalen Standards. 2011 sind mehrere ältere Flugzeuge abgestürzt.
Besondere rechtliche Bestimmungen
Alkohol am Steuer ist verboten (0 Promille!). Es ist nicht gestattet, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei kleinsten Mengen und bei jeder Art von Drogen mit langjährigen Haftstrafen geahndet. "Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen" ist strafbar. Dazu gehören zum Beispiel auch sichtbar gelebte gleichgeschlechtliche Beziehungen. Das Blasphemiegesetz verbietet Äusserungen, die Gläubige als beleidigend empfinden.
Die russischen Behörden betrachten russisch-schweizerische Doppelbürgerinnen und Doppelbürger ausschliesslich als russische Staatsangehörige und lassen die Gewährung von konsularischem Schutz durch die Schweiz nicht in jedem Fall zu.
In islamisch geprägten Teilrepubliken herrschen oftmals Traditionsgesetze vor und die Durchsetzung der föderalen Gesetze Russlands ist daher nur beschränkt möglich.
Die Haftbedingungen sind prekär.
Naturbedingte Risiken
Aufgrund seiner Ausdehnung gibt es in Russland sehr unterschiedliche Klimazonen (Polar-, Kontinental-, Mittelmeerklima). Tragen Sie insbesondere im Winter den von Kälte geprägten klimatischen Bedingungen Rechnung und beachten Sie regelmässig die Wettervorhersagen. Lassen Sie sich auf Wanderungen, beim Trekking und bei der Ausübung von Risikosportarten zu jeder Jahreszeit von ortskundigen Führern begleiten.
Der Nordkaukasus und Teile von Süd-Sibirien liegen in einem Erdbebengebiet. Sollte sich während Ihres Aufenthalts ein grösseres Erdbeben ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizerische Botschaft in Moskau.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist nicht in jedem Fall gewährleistet. Krankenhäuser verlangen in der Regel eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (Kreditkarte oder Vorschusszahlung). Bei ernsthaften Erkrankungen oder Unfällen kann sich die Rückkehr in die Schweiz als vorteilhaft erweisen.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Besondere Hinweise
Für Informationen über die Einschätzung der Sicherheitslage auf der Krim siehe
Reisehinweise für die Ukraine
Für die Überquerung der Grenze zwischen Russland und Belarus (Landweg) gelten für Angehörige von Drittstaaten besondere Vorschriften. Auskunft über die aktuellen Bestimmungen erteilen die Botschaften von Russland und Belarus in Bern.
Informieren Sie sich bei der Einholung des Visums bei der russischen Botschaft in Bern ausserdem über die zum Zeitpunkt Ihrer Reise gültigen Einreise- und Meldevorschriften: Notwendigkeit eines Ausreisevisums, einer Krankenversicherung, Registrierung beim zuständigen lokalen Amt, usw. Die russischen Behörden prüfen die Einhaltung der Aufenthaltsdauer sehr genau. Selbst wer die Ausreisefrist nur um wenige Minuten überschreitet (zum Beispiel bei Nachtflügen), muss mit einer Busse, langwierigen administrativen Prozeduren, der Vorführung vor den Haftrichter und allenfalls einer Gefängnisstrafe rechnen.
Schenken Sie der Zolldeklaration und speziell der Erklärung über die mitgeführten Devisen die gebührende Aufmerksamkeit. Das Gesetz über die Devisenkontrolle sieht vor, dass Personen, die nicht in Russland wohnhaft sind, das russische Hoheitsgebiet nicht mit mehr Devisen verlassen dürfen, als sie bei ihrer Einreise mitführten. Achten Sie darauf, dass die Deklarationen sowohl bei der Ein- als auch bei der Ausreise durch die Zollbehörde visiert und abgestempelt werden und bewahren Sie diese Formulare bis zur Rückkehr in die Schweiz auf. Damit die Deklaration abgestempelt werden kann, müssen in den Flughäfen die roten Ausgänge (Waren zu deklarieren) benutzt werden. Jede (auch unabsichtliche) Unregelmässigkeit wird streng geahndet. Gewisse Mitglieder der Ordnungskräfte nutzen diesen Tatbestand aus, um Reisende zu erpressen.
Einige Städte in Russland können nur mit Spezialbewilligungen besucht werden, die vor Reisebeginn eingeholt werden müssen. Diese Ortschaften werden „Geschlossene administrative Territorien“ genannt (auf russisch : закрытые административно-территориальные образования, ЗАТО, zakrytye administrativno-territorialnye obrazovaniïa, ZATO). Falls Sie planen, abseits der üblichen Touristenrouten zu reisen, erkundigen Sie sich bei der russischen Botschaft in Bern, ob die geplanten Städte bereist werden können. Zuwiderhandlungen werden mit Inhaftierung, Bussen und Ausweisung aus Russland bestraft.
Sie müssen sich jederzeit ausweisen können. Wenn Sie den Pass im Hotel oder bei der Polizei zur Registrierung hinterlegt haben, tragen Sie eine Fotokopie (inklusive der Seite mit dem Visum) auf sich. Aus Moskau und St. Petersburg sind wiederholt Schikanen durch die Polizei (Milizia) gemeldet worden (Forderung von kleineren Beträgen anlässlich von Personenkontrollen). Sollte Ihnen solches widerfahren, wird empfohlen, sich die Polizeinummer auf der Weste des Beamten zu merken und allenfalls die Angelegenheit mithilfe eines Anwaltes anzuzeigen.
Nützliche Adressen
Notruf Polizei: 102 (vom Mobiltelefon) / 02 (vom Festnetz)
Notruf Ambulanz: 103 (vom Mobiltelefon) / 03 (vom Festnetz)
Notruf allgemein: 112 (vom Mobiltelefon)
Russische Zollvorschriften: Federal Custom Service
Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Vertretungen in Russland
Helpline EDA
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.