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Zürich, den 18. Februar 1875.
Hochverehrter Herr Geheimrath! 1
Herr R. Gerwig hat wegen Meinungsverschiedenheiten, die zwischen ihm und der Direktion der Gotthardbahn bezüglich der Organisation des technischen Dienstes entstanden sind, sich veranlaßt gesehen, seine Entlassung von der Stelle eines Oberingenieurs der Gotthardbahn zu verlangen.
Da während der ganzen Baucampagne der Gotthardbahn der gegenwärtige Augenblick gerade derjenige sein dürfte, welcher die größten und zugleich dringlichsten Anforderungen an die Bauleitung stellt, so ist eine möglichst beförderliche Wiederbesetzung der erledigten Stelle mit einem hervorragenden Techniker eine gebieterische Nothwendigkeit.
Die Direktion der Gotthardbahn erachtet es in ihrer Pflicht, keine Anstrengung zu scheuen, damit dieses Ziel erreicht werde. Es wird ihr das aber nur dann gelingen, wenn sie sich des freundlichen Rathes vorab derjenigen Männer zu erfreuen hat, welche durch ihre Stellung zu der Unternehmung, durch ihre Einsicht und durch die vielen ihnen zu Gebote stehenden Verbindungen ganz besonders dazu berufen sind, solchen Rath | zu ertheilen. Durch diese Erwägung geleitet, erlaube ich mir, an Sie, Hochverehrter Herr Geheimrath! mit dem ergebenen Ansuchen zu gelangen, falls Ihnen Techniker bekannt wären, die Sie zu der Bekleidung der Stelle eines Oberingenieurs der Gotthardbahn für befähigt erachten und welche auch im Falle wären, diese Stelle beförderlich anzutreten, mir dieselben gefälligst benennen und mich im Weitern durch Uebermittlung möglichst eingehender Notizen über ihre Befähigung und ihren Charakter beehren zu wollen. Ich würde Ihnen für eine solche freundliche Handbietung sehr verbunden und in Hinblicke auf die außerordentliche Dringlichkeit der Sache noch zu besonderm Danke verpflichtet sein, wenn Sie die Gewogenheit hätten, mich durch eine baldige Antwort zu erfreuen.
Entschuldigen Sie gefälligst die Bemühung, die ich Ihnen verursache und genehmigen Sie, Hochverehrter Herr Geheimrath 2! die erneuerte Versicherung ausgezeichneter Hochachtung
Ihres ergebenen
Dr. A. Escher 3