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Extrem tiefer Luftdruck
Mit dem Durchzug eines Teiltiefs sank der Luftdruck über der Schweiz während der vergangenen Nacht sehr stark ab. Der tiefste Wert wurde von 00:40 bis 01:30 Lokalzeit gemessen. Reduziert man den gemessen Stationsdruck mit der vorhandenen Luftmasse auf Meereshöhe, so erhält man einen Wert von 978.4 hPa (QFF).
Im Bereich labiler Kaltluft
Gestern Abend und während der vergangenen Nacht überquerte ein markantes Teiltief mit einem dazugehörenden Frontensystem die Schweiz. Zu Beginn der Nacht wurde vorerst etwas wärmere Luft zu uns geschoben (Warmfront). Im Laufe der Nacht wurde aber immer kältere Luft advehiert. In den frühen Morgenstunden, mit dem Durchgang der Trogachse, überquerte dann die eigentliche Kaltfront unser Land.
Auf der Rückseite dieser Front stellte sich - wie der Name sagt - sogenanntes Rückseitenwetter ein. Mit Hilfe der Höhenkaltluft bildeten sich insbesondere am Vormittag Schauer. Während es in der Nacht in den tiefen Lagen zeitweise noch regnete, kam spätestens ab den Morgenstunden sämtlicher Niederschlag auch in den tiefsten Lagen des Mittellandes als Schnee an.
Tagsüber zeigten sich im Mittelland Aufhellungen, bevor im Laufe des Nachmittages die nächste Niederschlagsstaffel die Westschweiz erreichte.
Markante Druckveränderungen
Mit der Annäherung des oben erwähnten Teiltiefs setzte gestern Abend auf der Alpennordseite ein deutlicher Druckfall ein. Nach Mitternacht wurde vielerorts ein historisch tiefer Luftdruck gemessen: Am Flughafen Zürich/Kloten wurde ein Stationsdruck (QFE) von 928.1 hPa gemessen. Dabei handelt es sich um den sechsttiefsten, seit 1949 gemessenen Luftdruck an dieser Station.
Ein tieferer Stationsdruck wurde letztmals am 28.12.1999 anlässlich des Sturms „Martin“ (Nachfolger von „Lothar“) gemessen.
Im Laufe des Tages setzte – im Vorfeld des nächsten Störungssystems – erneut Druckfall ein.
Stürmische Winde in der Höhe
Mit solch starken Druckschwankungen müssen zwangsweise starke Winde auftreten. Dies war auch heute so: Auf dem Chasseral registrierte der Windmast um 03:40 Uhr 160.6 km/h. Auch auf dem Moléson blies der Wind zur selben Zeit stürmisch, nämlich mit 112 km/h. Und auf dem Gütsch ob Andermatt konnten in den frühen Morgenstunden über 110 km/h gemessen werden. Bei der im Tagesverlauf auch in der Grundschicht immer labileren Luftschichtung griffen die starken Winde gut ins Flachland durch. Verbreitet blies der Wind im Mittelland mit 60 bis 70 km/h.