Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03643.jsonl.gz/824

Am Sonntagabend war in den Medien eine Nachricht zu lesen, die vielen nichts gesagt haben dürfte: Rapper Juice Wrld ist mit nur 21 Jahren verstorben. Während die Medien den Tod des Künstlers in eher bescheidenen Meldungen abhandelten, war die Bestürzung im Netz gross.
Auf Instagram, Twitter, Facebook und co. wurden innert kürzester Zeit zehntausende Beileidsbekundungen geschrieben. Selbst im Twitter-Brachland Schweiz schnellte der Hashtag #juiceworld noch am gleichen Abend auf Platz eins der Trend-Charts.
Dass Juice Wrld vielen kein Begriff ist, liegt unter anderem daran, dass der Rapper noch ganz am Anfang seiner Karriere stand. Erst im März 2018 hatte er einen Plattenvertrag über drei Millionen US-Dollar beim Label Interscope Records unterschrieben.
Ein weiterer Grund ist, dass Jarad Anthony Higgins, wie er mit bürgerlichem Namen heisst, aus den USA stammt. Wenn er selbst in den USA noch nicht im Mainstream angekommen war, wie sollte er es hier sein? Der wohl gewichtigste Grund dürfte aber sein, dass Juice Wrld ein Künstler des Internetzeitalters ist.
Während Künstler früher noch auf das Fernsehen und wortwörtliche Mundpropaganda angewiesen waren, können sie heute dank der sozialen Medien und «Shares» zu Weltruhm gelangen, ohne dass normale Internet-Nutzer das mitbekommen. So kann ein Künstler sich in der Social-Media-Bubble nach oben arbeiten und zu weltweiter Bekanntheit gelangen.
1998 in Chicago geboren, hatte Juice Wrld in der Highschool angefangen zu rappen. Seine Songs lud er dabei auf die Musik-Streaming-Plattform Soundcloud hoch, um sie so zu promoten.
2017 veröffentlichte er eine EP mit dem Titel «999», die ihm nicht nur zum Online-Durchbruch verhalft, sondern auch andere Künstler auf ihn aufmerksam machte. 2018 gingen seine beiden Songs «Lucid Dreams» und «All Girls Are the Same» schliesslich viral. Juice Wrld war nun endlich auch aussherhalb der sozialen Medien auf dem einen oder anderen Radar erschienen.
Ein Porträt im Billboard Magazin folgte und im Mai gewann er sogar bei den Billboard Music Awards in der Kategorie «Top New Artist». Seine beiden Songs «Lucid Dreams» und« All Girls Are the Same» wurden so oft angehört, dass er 2018 zum meistgehörten Künstler auf Soundcloud avancierte. Auch auf anderen Plattformen hatte er sich eine beachtliche Gefolgschaft erarbeitet. Unter anderem folgten ihm fast neun Millionen Fans auf Instagram.
Anfang 2019 veröffentlichte Juice Wrld schliesslich sein zweites Album «Death Race to Love» mit dem er Platz eins der US-Billbordcharts erreichte. Auch in Europa erreichte er mit dem Album Top-20 Platzierungen in der Schweiz, Grossbritannien und Österreich.
Noch 2018 rappte Juice Wrld in seinem Song «Legends» davon, dass alle immer nur über den 27 Club reden würden, obwohl Rapper heutzutage kaum älter als 21 Jahre würden.
Juice Wrld spielte damit auf die beiden Rapper XXXTentaction und Lil Peep an, die 2018 und 2017 verstarben. Beide haben ihren 22. Geburtstag nicht mehr erlebt. Im gleichen Song rappte Juice Wrld weiter «I been going through paranoia». Nicht unberechtigt, wie sich jetzt tragischerweise herausgestellt hat. (pls)