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Sprichwörtlich trifft da «The men’s world» auf eine weibliche Existenz. Während er, Haroon Mirza (*1977, London), mit Audiogeräten, LEDs und Solarpanels arbeitet, Apparate verfremdet und transformiert, thematisiert seine Partnerin, Gaia Fugazza (*1985, Mailand), das Frausein, ihre Fruchtbarkeit und ihre Verhütungsmethoden, auch mit einem Blick in die Geschichte. Während sie mit zarten Strichen bald japanisierende Naturmotive, bald an Höhlenmalereien gemahnende Darstellungen erfasst, zeichnen sich seine Klang-, Licht- und Medieninstallationen durch formale Präzision und Experimentierfreude aus. Im Foyer wird der Betrachtende von einer raumgreifenden Sound-Farben-Installationen mit zwei schwarzen Boxen auf einem Steinplattenboden von Haroon Mirza empfangen. Vereinzelt kragen Peyote-Kaktusse aus Kalksplitt-Bodengevierten, die als Hauptwirkstoff Mescalin enthalten. Andernorts leuchten LED-Lichtarbeiten in Rot, Blau und Grün, die die Essenz dieses Farbraums bestimmen. Treffen die unterschiedlich getönten Lichter auf der gegenüberliegenden Wand zusammen, erzeugen sie einen weissen Schein, der die Werke der italienischen Künstlerin beleuchtet. Die Art wie die Frauenfiguren in der Vierer-Serie <The Necklace> mit den Stühlen verwachsen sind, erinnert an <Tokyo!>, einen aus drei Episoden bestehenden, surrealen Film von 2008. In einer Episode, <Interior Design>, unter der Regie von Michel Gondry wird das Schicksal eines jungen Paares erzählt, das sich auf die Suche nach einer Zukunft in Tokyo aufmacht. Während ehrgeizige Pläne den jungen Mann antreiben, fühlt sich die Frau zunehmend verloren. Ihre depressive Verstimmung manifestiert sich in ihrer sukzessiven Transformation in einen Stuhl, auf dem es sich zu guter Letzt ihr Partner bequem macht, während sie zur Rolle einer stummen Zeugin verdammt ist. Dies kann allerdings Gaia Fugazza nicht zustossen, denn abgesehen von ihrem eigenständigen Werk eröffnet sie mit der Wahl von aussergewöhnlichen Materialien wie Hasenhautleim, Stachelschwein Nadeln, alte handgefertigte Nägel, Eisen-, Kupferoxyd. Sie geht einen vielschichtigen Dialog mit ihren Werken wie auch mit denjenigen von Haroon Mirza ein. Der Künstler zeigt hier Kupferwerke, die mit Kirschkernsäure oder mit Ingwerwurzel geätzt sind und dann unter Strom gesetzt wurden. Es resultieren filigrane Konfigurationen auf Kupfer-Leiterplatten von poetischer Ausdruckskraft, die mit den Zeichnungen von Gaia Fugazza in Einklang stehen.
Häusler Contemporary Zürich, bis 17.1.2020