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Saigon in den 20er Jahren: Am Ende der Schulferien kehrt das junge Mädchen, sie ist noch nicht sechzehn, aus ihrem Dorf in Indochina nach Saigon zurück, wo sie ein Gymnasium besucht und in einem Pensionat wohnt. Auf der Fähre über den Mekong begegnet die junge Weisse mit dem Männerhut zum ersten Mal dem doppelt so alten und wohlhabenden Chinesen. Obwohl die Beziehung gesellschaftlich nicht tragbar ist, entwickelt sich eine leidenschaftliche Affaire zwischen den beiden. Das Mädchen sieht sich konfrontiert mit dem eigenen Begehren, aber auch mit sozialen Schranken und der wachsenden Scham ihres Liebhabers... Jean-Jacques Annauds Verfilmung des authentischen Romans von Marguerite Duras besticht nicht zuletzt durch eine äusserst sorgfältige Ausstattung, den exotischen Schauplatz und die Suggestivkraft der Bilder.
Portrait
Marguerite Duras, eigtl. M. Donnadieu, geb. in Giadinh (Vietnam) am 4.4.1914 geboren. Sie studierte Jura, Staatswisssenschaften und Mathematik. Im Zweiten Weltkrieg war sie Mitglied der Resistance, ihr Ehemann Robert Antelme, wurde in ein deutsches Konzentrationslager deportiert. Das Bangen um ihren Mann, dessen Rettung und Rückkehr nach Frankreich beschreibt Marguerite Duras in ihrem (Tage-)Buch. Nach dem Krieg arbeitete sie als Journalistin. Die Schriftstellerin und Regisseurin gilt als eine der Hauptvertreterinnen des Nouveau roman. Jean-Jacques Annaud, geboren 1943 in Frankreich, erlangte mit Filmen wie 'Der Name der Rose', 'Der Bär' oder 'Sieben Jahre in Tibet' Weltruhm. Mit 'Zwei Brüder' hat er wieder eine bezwingende Synthese aus Naturfilm und spannendem Leinwandabenteuer geschaffen.
Wenn ich mich dafür entscheiden müsste, den erotischsten Film zu benennen, den ich je gesehen habe, "Der Liebhaber" würde auf jeden Fall auf den vorderen Plätzen landen, wenn nicht ohnehin auf dem ersten, und das, obwohl der Hauptdarsteller überhaupt nicht mein Typ ist. Doch diese wunderbar reizvolle, traurige und...Wenn ich mich dafür entscheiden müsste, den erotischsten Film zu benennen, den ich je gesehen habe, "Der Liebhaber" würde auf jeden Fall auf den vorderen Plätzen landen, wenn nicht ohnehin auf dem ersten, und das, obwohl der Hauptdarsteller überhaupt nicht mein Typ ist. Doch diese wunderbar reizvolle, traurige und tragische Geschichte - er sucht Liebe, sie Sex -, der Altersunterschied, die sozialen Barrieren, der latente bis offene Rassismus, die exotische Umgebung, die herrlichen Bilder und dann auch noch die sehr erotischen Bettszenen, die ich in normalen Film selten so authentisch und gelungen zu sehen bekam, all das kann einen schon sehr in den Bann ziehen. Und die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache ohnehin sehr gut. Ich kann den Film jedenfalls immer wieder sehen, so gut gefällt er mir. Eine klare Kaufempfehlung.