Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03206.jsonl.gz/3788

Liebe, die von Platon (in seinem »Symposion«) geforderte Liebe zur Idee des Guten als dem Inbegriff aller Vollkommenheit,
insbesondere der Tugend, Wahrheit und Schönheit;
daher überhaupt die von sinnlichem Interesse freie Liebe und insbesondere die
geistige Verbindung zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts, der lediglich diese Gesinnung zu Grunde
liegt.
Vgl. Wiegand, Die wissenschaftliche Bedeutung der platonischen Liebe (Berl. 1877).
Liebe, das Verhältnis zweier Personen verschiedenen Geschlechts, die eine gegenseitige
Liebe ohne sinnliche Regungen verbindet. Man hat mit diesem seltsamen Begriff an den Namen Platos angeknüpft, der von der niedern
sinnlichen eine höhere, rein geistige Liebe (Eros) unterscheidet, die auf der gemeinsamen Erhebung zum Ewigen, Göttlichen,
der Idee beruht (s. Plato) und mit dem Verhältnis der Geschlechter zu einander nichts zu thun hat; der
Eros dient bei Plato nur als sinnbildlicher Ausdruck für die Philosophie als das gemeinsame Streben zur ewigen Wahrheit, wobei
der Lehrer dem Liebenden, der Lernende dem Geliebten entspricht. Der moderne Sinn der entstand daraus, indem man sich eine
gleiche, den sinnlichen Trieb überwindende Vergeistigung der Geschlechtsliebe dachte.