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Was sind die Eisheiligen?
Die drei bis fünf Tage der Eisheiligen zwischen dem 11. bis 15. Mai 2020 sind Gedenktage von Heiligen im Frühling. In der Meteorologie stellen die Eisheiligen eine sogenannte Singularität dar - ähnlich wie die Schafskälte im Juni oder der Altweibersommer im September: Aus jahrhundertealten Erfahrungen in der Landwirtschaft mit hartnäckigen Frosttagen im Frühling entstand die Überlieferung der Eisheiligen.
Laut altem Volksglaube wird das milde Frühlingswetter erst nach der „kalten Sophie“ am 15. Mai richtig stabil. Ab dann sollte definitiv kein Bodenfrost mehr auftreten, der den Pflanzen und somit der Landwirtschaft gefährlich werden könnte.
Die Eisheiligen sind nicht nur in der Schweiz, Deutschland oder Österreich bekannt; auch in anderen Ländern in Europa und selbst an der Ostküste der USA sind diese Tage gefürchtet.
Die meteorologische Erklärung für diesen Kälteeinbruch ist folgender: Ab Anfang Mai sind die Temperaturen auf dem europäischen Festland meistens recht hoch. Der Kontinent erwärmt sich rasch, während sich das Meer nur langsamer erwärmt. Dies führt zu Temperaturdifferenzen zwischen Festland und Ozean: Es entstehen Tiefdruckgebiete. Die Luftmassen verschieben sich, die warmen Luftströmungen des Festlandes ziehen nach Norden. Dadurch werden wiederum eiskalte Luftströmungen aus den Polargebieten nach Mitteleuropa gedrückt. Sind die Nächte zudem sternenklar, kann es teilweise sogar zu Nachtfrost kommen.
Aber Achtung: Statistisch betrachtet ist eher der Zeitraum vom 21. Mai bis 23. Mai anfällig für Frost, also neun Tage später als die eigentlichen Eisheiligen. Diese Wetterstatistik deutet auf die Entstehung der Wetterregel im 13. oder 14. Jahrhundert hin, also 2 bis 3 Jahrhunderte vor der Umstellung auf die gregorianischen Kalenderform.