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Still Martina Jung
In der Ausstellung
Reaktive Installation: Aus einem Schrank dringen seltsame Geräusche in den Raum. Angelockt durch den mechanisch-monotonen Klang, öffnet eine Besucherin neugierig die Türen. Das Geräusch verstummt, die Maschine bleibt stehen. Auf Augenhöhe steht sie einem lebensgrossen Kopf aus Wachs gegenüber, dem die Maschine eben noch in die geschlossenen Augenlider gekratzt haben muss. Die seltsame Maschinenkonstruktion fasziniert und irritiert zugleich. Warum wurde sie gebaut, wie funktioniert sie, weshalb kratzt sie dem Wachskopf die Augen aus? Nur das Schliessen des Schrankes bringt die Maschine wieder in Gang; jeder Versuch sie in Funktion zu sehen, stoppt die Mechanik und zeigt lediglich die fortgeschrittenen Spuren ihres unheimlichen Werkes. Die Besucherin muss sich entscheiden: Soll sie die Türe offen lassen und somit die Zerstörung des Kopfes stoppen oder beim Verlassen des Raumes den Schrank schliessen und die Maschine im Verborgenen ihre Arbeit fortführen lassen?
Technik
Im Schrank befindet sich ein Scheibenwischermotor, der eine Stange dreht, die sich von unten nach oben windet. Die Stange treibt die ganze Maschine an. Auf dem obersten Tablar dreht eine Keilrillenscheibe, die über einen Rundriemen eine zweite Scheibe antreibt. An diesen zwei Scheiben sind je ein Kurbelgetriebe befestigt, die in ihren Endungen dem Wachskopf die Augen auskratzen. Eine Spannfeder sorgt dafür, dass das Kratzinstrument permanent Wachs wegschabt. Ein 12 Volt Netzteil ist am untersten Tablar befestigt und versorgt den Motor mit Strom. Die Lüftung des Netzteils ist gegen den Motor gerichtet, der sich bei langer Laufzeit erwärmt.