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Am Montag um 14 Uhr hat das Locarno Film Festival im Cinema GranRex in Locarno zu einer Medienkonferenz geladen. Wie der Klein Report bereits um 10.30 Uhr aus gut unterrichteter Quelle berichten konnte, wurde dort die neue Präsidentin vorgestellt.
Nach 23 Jahren wird Marco Solari, der dem Locarno Film Festival seit dem Jahr 2000 als Präsident vorsteht, am 12. August auf der Piazza verabschiedet. Als seine designierte Nachfolgerin hat Maja Hoffmann das Rennen gemacht. Ihre Wahl durch den Verwaltungsrat erfolgte einstimmig.
Ihre Kandidatur als Mitglied des Verwaltungsrates und Präsidentin wird einer nächsten ausserordentlichen Generalversammlung im September 2023 vorgelegt. Maja Hoffmann wird die erste Frau im Präsidium des Festivals sein. Dieses findet sich unter den zehn wichtigsten Filmfestivals der Welt.
Bei der anstehenden Generalversammlung sollen neue Statuten beschlossen werden, wonach der Verwaltungsrat von 27 auf 7 Mitglieder verringert wird. Dafür ist die Einsetzung zweier Advisory Boards geplant. Das Policy Advisory Board einerseits und das Industry Advisory Board andererseits sollen den Verwaltungsrat mit ihren spezifischen Kompetenzen bei strategischen Entscheidungen unterstützen.
Maja Hoffmann bedankte sich bei der Findungskommission und beim Verwaltungsrat des Locarno Film Festivals für ihre Designation: «Nachdem ich viele Jahre mit der Ausarbeitung und Produktion zahlreicher Projekte in der Schweiz und im Ausland verbracht habe, freue ich mich nun, meine Erfahrung und mein Wissen für die Zukunft dieses prestigeträchtigen Festivals einzusetzen und zur Entwicklung der Kultur in der Schweiz beizutragen. Locarno hatte stets eine starke Identität. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung für die Stärkung der Positionierung des Festivals auf internationaler Ebene.»
Die 67-jährige Maja Hoffmann gehört zur Basler Hoffmann-Dynastie. Sie ist Teil des Aktionärspools der Roche Holding AG, die das Schweizer Unternehmen Hoffmann-La Roche kontrolliert. Sie ist die Enkelin des Industriellen Emanuel Hoffmann und hat drei Geschwister. Schon ihre Grossmutter Maja Hoffmann-Stehlin sammelte Werke von Pablo Picasso, Jean Arp, Fernand Léger, Jean Tinguely und Georges Braque und gründete 1933 die Emanuel-Hoffmann-Stiftung, deren Sammlung den Kern des Schaulagers bildet. Maja Hoffmann hat in den 80er-Jahren in New York angefangen, zeitgenössische Kunst zu sammeln.
Neben der bildenden Kunst war auch Film schon früh ein Thema im Leben von Maja Hoffmann. In den 80er-Jahren studierte sie Film an der The New School und an der New York University in New York City. Als Filmproduzentin ist sie bekannt für ihre Dokumentarfilme, zum Beispiel 2007 über Lou Reed, 2012 über Marina Abramović oder 2015 über Peggy Guggenheim.
Maja Hoffmann ist Präsidentin des Vereins der Kunsthalle Zürich und Vizepräsidentin des Rates der Emanuel Hoffmann-Stiftung in Basel, deren Kunstsammlung von ihren Grosseltern gegründet wurde und heute zum Kunstmuseum Basel Gegenwart gehört. Hoffmann ist Vorstandsmitglied der Stiftung Vincent van Gogh Arles in Arles, des New Yorker New Museum of Contemporary Art, der Londoner Serpentine Gallery und des Tate International Councils.
2004 gründete sie die Schweizer Luma Stiftung, benannt nach ihren Kindern Lukas und Marina. Die Stiftung unterstützt Aktivitäten von freien Künstlern und Pionieren sowie Institutionen, die in den Bereichen bildender und darstellender Kunst, Fotografie, Publizistik, Dokumentarfilm und Multimedia tätig sind.