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Zunächst einmal lässt sich konstatieren: Es ist allzu bequem, wenn gesagt wird: Die «Ehe für alle» nimmt niemandem etwas. Sie gibt nur Menschen Rechte, die man ihnen bislang vorenthalten hat. Das ist offensichtlich falsch. Die «Ehe für alle» nimmt per Gesetz Kindern das Recht, bei dem Vater und bei der Mutter aufzuwachsen, denen sie ihr Leben verdanken. Und sie nimmt verwaisten Kindern die Möglichkeit, von einem Mann und einer Frau adoptiert zu werden, wenn gleichzeitig ein gleichgeschlechtliches Paar das tun möchte, das nach anderen Kriterien als ebenso gut qualifiziert erscheint. Die «Ehe für alle» verpflichtet die staatlichen Behörden dazu, dass sie Pflegeplätze vergeben und Adoptiveltern bestimmen, ohne auch nur im Geringsten darauf zu achten, ob es ein Mann und eine Frau oder ob es zwei Männer sind, denen sie das Kind anvertrauen. Beim Gewichten der Argumente, die für oder gegen ein bestimmtes Paar sprechen, darf es gemäss der «Ehe für alle» keine Rolle spielen, ob dieses Paar zwei Geschlechter vereint oder nicht. Kein Kind, das fremdbetreut werden muss, soll zukünftig mehr ein grundsätzliches Recht haben, wenn möglich einen Mann und eine Frau im alltäglich vertrauten Umgang kennenzulernen.
Kein Mensch stellt in Frage, dass es besser ist, von liebenden Menschen umsorgt zu werden, als von solchen, die freudlos hadern. Doch darum geht es nicht. Sondern es geht um die Frage, was geschieht, wenn ein Mann und eine Frau, die sich lieben, einem Kind einen guten Pflegeplatz anbieten können, und gleichzeitig zwei Männer, die sich auch lieben, das auch tun möchten. Was geschieht, wenn beide Paare für diese Aufgabe qualifiziert sind? Darf da für die Behörde die Tatsache den Ausschlag geben, dass das Kind im alltäglich vertrauten Umgang bei dem einen Paar beide eschlechter, bei dem andern nur ein Geschlecht kennenlernt? Nach den Bestimmungen des neuen Eherechts darf dieser Unterschied für die verantwortlichen Behörden auch nicht das geringste Gewicht haben. Sie sind in der Tendenz eher dazu angehalten, das gleichgeschlechtliche Paar zu bevorzugen, um den Anschein der Diskriminierung zu vermeiden.
Wer die «Ehe für alle» bejaht, übernimmt Mitverantwortung dafür, dass in Zukunft Kinder bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen, auch wenn ein Mann und eine Frau ebenso gute Adoptiveltern hätten sein können.
Die «Ehe für alle» nimmt den Kindern das Recht, wenn möglich bei ihren leiblichen Eltern – oder sonst – wenn möglich – bei einem Mann und einer Frau als Pflegeeltern aufzuwachsen