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Dean Kukan ist in den ersten vier WM-Partien jener Schweizer Spieler mit der meisten Eiszeit. Nächste Saison wird der Verteidiger nach elf Jahren im Ausland in der National League zu sehen sein.
Der 28-jährige Kukan wechselte 2011 von der Organisation der ZSC Lions zu den Junioren von Lulea, obwohl er in den zwei Saisons zuvor hauptsächlich bei den GCK Lions in der damaligen NLB zum Einsatz gekommen war. Der auf den ersten Blick seltsam anmutende Entscheid entpuppte sich als Glücksfall.
«Ich musste etwas ändern, da die (zweite) Saison in der NLB ein Sch... war, ich will gar nicht mehr daran denken», sagt Kukan. «Das war das Beste, das ich machen konnte. Ich hatte super Trainer, die an mich glaubten, die mir aufzeigten, was ich als Spieler kann. Ich habe in den vier Jahren, in denen ich dort war, sehr viel gelernt, bin dieser Organisation immer noch dankbar.» Zudem lernte er seine jetzige Frau kennen.
Die letzten zwei Saisons in Schweden (2013 bis 2015) war er fixer Bestandteil der ersten Mannschaft von Lulea. Den Höhepunkt bildete der Gewinn der Champions Hockey League im Jahr 2015. Im Final gegen Frölunda Göteborg zeichnete er mit dem 4:2, einem Schuss ins leere Tor, für den Schlusspunkt verantwortlich und wurde er zum besten Spieler der Partie gekürt. Danach fand er in der Organisation der Columbus Blue Jackets Unterschlupf, obwohl er nie gedraftet worden war.
«Es waren coole sieben Jahre»
Insgesamt bestritt Kukan 172 Partien in der NHL, in denen er sechs Tore und 26 Assists erzielte. «Ich musste immer um meinen Platz kämpfen», bilanziert er. Zudem hatte er Verletzungspech. Anfang Januar 2020, nach einer guten Phase, verdrehte er sich aus dem Nichts das Knie, worauf der Meniskus vom Knochen riss. Im vergangenen Oktober brach er sich das Handgelenk. Dennoch: «Es waren coole sieben Jahre. Ich fand Kollegen fürs Leben und in den NHL-Playoffs zu spielen, ist etwas vom Grössten, dass ich im Eishockey erlebt habe.» Zudem gewann er 2016 mit den Lake Erie Monsters den Calder Cup, den Titel in der AHL.
Nun ist seine Zeit bei Columbus abgelaufen, die Verantwortlichen teilten ihm vor der Trade-Deadline am 21. März mit, dass er keinen neuen Vertrag erhalten werde, da sie den Plan hätten, eine neue Mannschaft mit jungen Spielern aufzubauen. Zwar hätte Kukan als Free Agent den Markt sondieren können, das wollte er aber nicht, die Unsicherheit wäre ihm zu gross gewesen. Deshalb entschied er sich, in die Schweiz zurückzukehren, wo er eine gute Rolle einnehmen kann und «das Eishockey wieder mehr Spass macht».
«Es passt alles zusammen»
Zu dem Entscheid trug auch die Familienplanung bei. Kukan wird im September zum zweiten Mal Vater. «Mit zwei Kindern ist es einfacher in Europa. Es passt alles zusammen.» Der Vertrag mit seinem neuen Verein ist bereits unterschrieben, mehr durfte er noch nicht sagen. Jedoch deuten die Zeichen ganz klar auf die ZSC Lions hin. Wie auch immer, den Sommer wird er nach wie vor in Schweden, in Pitea, verbringen.
Ohnehin gilt sein ganzer Fokus nun der WM in Finnland. In den ersten vier Partien kam er durchschnittlich während 20:19 Minuten zum Einsatz, damit ist er die Nummer 1 im Schweizer Team. Das erstaunt nicht, spielt er doch grundsolid, was er auf seine Zeit in Nordamerika zurückführt. «Wenn man nicht weiss, wie verteidigen, kann man nicht in der NHL spielen», sagt Kukan. Nationaltrainer Patrick Fischer ist beeindruckt von seiner Ruhe an der Scheibe. «Ich habe den Eindruck, er sieht alles, jedenfalls ist er nie im Stress. Man merkt, dass er lange in der NHL war, er macht seinen Part sensationell gut.»
sda