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Wir verlassen unser charmantes Hotel in Barranco und zirkeln uns durch den Morgenverkehr. Dies stellt für unseren Fahrer Carlos eine mittlere Herausforderung dar, denn das Navigationssystem in seinem tollen neuen Auto will gerade nicht so richtig. Mit wiederholter Hilfe von Passanten und Polizisten finden wir schliesslich die Panamericana. Diese Strasse führt der Länge nach durch den ganzen amerikanischen Kontinent, von Alaska bis nach Feuerland. Die Strecke, die wir heute darauf zurücklegen bringt uns durch lange Wüstenstreifen, die immer dann durch saftig grüne Oasen unterbrochen sind, wenn ein Fluss aus den Anden Richtung Pazifik fliesst. Am Ende einer Gaspipeline, die aus dem Amazonas-Tiefland hier an die Küste reicht, befindet sich ein grösseres Industriegebiet, in dem auch ein stattliches Stahlwerk steht. In den ländlichen Gebieten wachsen Mais, Kartoffeln, Wein, Spargeln, Zwiebeln und vieles anderes Grünzeug und in riesigen Unterständen werden hunderttausende von Hühnern gezüchtet. Glücklich dürfte dieses Federvieh allerdings kaum sein.
Nach etwa 3.5 Stunden erreichen wir Paracas, wo wir gleich in das Naturreservat auf die Halbinsel hinausfahren. Hier weht ein zügiger Wind und die Suche nach einer windgeschützten Stelle erweist sich als hoffnungslos. So müssen wir darauf achten, dass uns unsere Holzlöffel und -Gabeln nicht um die Ohren fliegen, teilweise ist das sogar mit Erfolg gekrönt. Die verschiedenen Aussichtspunkte bieten tolle Einblicke in die eindrückliche Küstenlandschaft, nur werden dabei Fotograf und Ausrüstung gründlich sandgestrahlt. An einem Strandabschnitt schauen wir einer Gruppe von Arbeitern zu, die Seetang aus dem Meer fischen und diesen über den Strand zu einem Lastwagen schleppen: echte Schwerarbeit. Der Seetang wird später zu einem beliebten Dünger verarbeitet, der dann mit einer offensichtlich interessanten Marge an die Bauern verkauft wird.