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Ein findiger Kaufmann namens Abraham Euler hatte direkt neben dem imposanten neuen Bahnhof gerade noch rechtzeitig ein grosses Grundstück erworben, um dort ein komfortables Grandhotel zu erbauen. Für die damals stattliche Summe von 8'000 Franken erhielt er das Tavernen-Recht und konnte so seine neue Nobelherberge vor 151 Jahren prunkvoll eröffnen. Für damalige Zeiten war der Komfort einzigartig, sogar eine neue amerikanische Erfindung, der Personen-Lift, wurde im «Euler» errichtet. Zu den Gästen zählten bereit ab Betriebsbeginn viele, meist adelige Reisende aus Russland, die auf dem Weg an die Côte d’Azur - im schnell über die Landesgrenzen hinaus berühmten - Grandhotel einen Zwischenstopp einlegten.
Der Hotelgründer
Abraham Euler war eine markante Persönlichkeit, der nicht nur als innovativer Unternehmer galt, sondern dem auch das Talent zugeschrieben wurde, inkognito reisende Hoheiten und andere VIPs trotz ihres einfachen Auftretens, um anonym zu bleiben, sofort zu erkennen. Ohne es zu realisieren erhielten sie so die besten Zimmer. Nur gut ein Jahr nach Hoteleröffnung zog sich der Initiant und Gründer ins Privatleben zurück und übergab die Leitung des Hotels seinem Sohn Albert und dessen Gattin Elise Barth.
Weil das Ehepaar Euler keine männlichen Nachkommen hatte, ging das Hotel in die Hände des berühmten Hotel-Pioniers Franz-Josef Bucher, der bereits die Hotels «Palace» in Luzern und Mailand sowie das «Quirinal» in Rom und das «Semiramis» in Kairo besass. Von 1907 bis 1975 gelangte das Haus in den Besitz der Familie Michel, die aus Thüringen eingewandert war und das Prunkstück für 1,1 Millionen Goldfranken erwarb.
Zwei Weltkriegen getrotzt, Könige und Staatsmänner beherbergt
Mit dem neuen Patron wurde auch die erste grosse Renovation fällig. Der ungeheure Luxus einer Zentralheizung wurde realisiert, Etagenbäder eingerichtet. Doch der Erste Weltkrieg bremste die Reiselust- und -möglichkeit, die Gäste blieben aus. Das blieb auch nach dem Kriegsende im November 1918 zunächst weiter so. Doch in den 1920er Jahren gehörte das Euler rasch wieder zu den Topadressen Europas. Weitere sensationelle Renovationen, die unter anderem Wasseranschlüsse und zum Teil sogar Einzelbäder bis in die Gästezimmer brachten, sollten folgen. Das Basler Euler war für Europas Obrigkeiten und den Adel den «place to be». Bis der Zweite Weltkrieg das Hotel erneut hart traf. Auch diesmal fand das Hotel erst in der Friedenszeit wieder zu altem Glanz zurück.
Die Gästeliste liest sich wie das Who is Who der Prominenz aus Politik und Kultur. Neben gekrönten Häuptern wie König Albert und Königin Elisabeth von Belgien, Königin Alexandrine mit Kronprinz Friedrich von Dänemark und her Royal Highness Prinzessin Victoria von England, waren auch viele Künstler zu Gast im Grandhotel. Darunter Komponist Igor Strawinsky, Pianist Artur Rubinstein, Dirigent Wilhelm Furtwängler, die Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal und Thomas Mann, Opernsänger Leo Slezak und Richard Tauber. Später stiegen auch Stars wie Paul Simon oder Politiker wie Deutschlands Nachkriegspräsident Theodor Heuss hier ab.
Zwei Michelin-Sterne
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel um eine vierte Etage erweitert. Legendär waren die regelmässig durchgeführten «Semaines Gastronomiques». Berühmte Köche wie Haeberlin, La mère Brasier und Lapérouse gastierten während jeweils vier Wochen im Euler. Das hohe gastronomische Niveau der Eulerküche trug ihr zeitweilig sogar zwei Michelin-Sterne ein.
Seit 1981 in den Händen der CEM-Gruppe
Die Geburt seiner Zwillingssöhne Alexander und Michael 1980 veranlasste Caspar E. Manz, den Grandseigneur der schweizerischen Hotellerie, zum Kauf des Euler. Neben dem Hotel St. Gotthard bei der Bahnhofstrasse Zürich, dem Continental Lausanne und dem 5-Sterne Hotel de la Paix Genf sein viertes Hotel in der Schweiz. Zusammen mit seiner Gattin Ljuba führte er das Grandhotel noch einmal zu neuem Glanz. Heute gehört das Hotel zur Manz Privacy Group, deren VR-Präsidentin Ljuba Manz ist. Verantwortlich für den operativen Bereich der Gruppe zeichnet bereits die nächste Generation.
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