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Der Religionsphilosoph Daniel von Wachter hat einen Beitrag zur Preisfrage der Gesellschaft für Analytische Philosophie „Welche und wie viele Flüchtlinge sollen wir aufnehmen?“ unter dem Titel "Die Öffnung der Grenzen ist unmoralisch" geschrieben. Sein Rat vorab ist zu beherzigen:
Dies ist ein philosophischer Aufsatz, d. h. sein Ziel ist nicht, den Sachverhalt detailliert zu schildern, sondern das Ziel ist, die relevanten Sachverhalte zu nennen und die ethische Bewertung durchzuführen, so daß sichtbar wird, welche Pflichten durch welche nicht-moralischen Sachverhalte entstehen.
Das Ziel der These beschreibt von Wachter so:
Die These dieses Aufsatzes ist eine moralische These in dem Sinne, daß sie sagt, was wer in der betreffenden Situation aufgrund aller relevanter Faktoren zu tun die Pflicht hat.
Nicht nur die Inhalte zu bedenken ist erhellend, sondern auch das Vorgehen. In drei Abschnitten stellt von Wachter Sachverhalte, gesetzliche Regelungen und mögliche Motive nebeneinander, um dann eine moralische Bewertung vorzunehmen.
Er unterscheidet beispielsweise zwischen Recht und Pflicht (5.2):
Es ist eine gute Tat, jemandem zu helfen oder jemandem etwas zu schenken. Zumindest meistens ist das eine supererogatorische Handlung, d. h. eine, die gut, aber keine Pflicht ist, sie geht über die Pflicht hinaus. Hat manchmal jemand die Pflicht, jemandem zu helfen? Das kann man meinen, aber die Pflicht, ein Versprechen oder einen Vertrag zu erfüllen oder jemandem sein Eigentum zurückzugeben, ist stets in einem engeren Sinne eine Pflicht als eine Handlung des Helfens. Der Eigentümer hat ein Recht auf sein Eigentum, der Hilfsbedürftige hat aber wohl kein Recht auf die Hilfe. Jedenfalls gibt es Helfenshandlungen, die gut, aber keine Pflicht sind.
Die Schlussfolgerung ist eindeutig:
Derzeit verletzen mehrere europäische Regierungen die Abkommen von Schengen und Dublin, und die Bundesregierung handelt durch die Öffnung der Grenzen unmoralisch und verstößt, … gegen das geltende Recht und gegen das Grundgesetz.
Es würde uns gut tun, (auch abweichende) Standpunkte mit einer solchen Vorgehensweise herzuleiten.
VD: HL