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Wie es im 13. Jahrhundert bei Stadtgründungen üblich war, erhielt auch Meienberg einen festen Turm und eine Ringmauer. Es muss sich wohl um einen Wohnturm für einen adeligen Dienstmann gehandelt haben, da die übrigen Wohnungen der Bürger meistens aus Holzhäusern bestanden, die ja 1385 bei der Zerstörung durch die Eidgenossen in den Flammen vernichtet wurden. Ein Teil der Ringmauer ist heute noch sichtbar, während vom Wohnturm nur noch Reste im Fundament des Amtshauses vorhanden sind. Das heute unter Denkmalschutz stehende Amtshaus ist ein Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert (1575) und diente einst dem von den Eidgenossen bestellten Amtmann während der Besetzung des Freiamtes als Wohnsitz.
Die Habsburger wussten um die Bedeutung des Städtchens Meienberg. Dies ist in einer Urkunde aus Wien um 1278 festgehalten, in der König Rudolf von Habsburg der Braut seines Sohnes Hartmann ein Frauengut mit einträchtlichen Einkünften zuweist, aber die drei bevorzugten Städte Meienberg, Bremgarten und Brugg weiterhin in seiner Hand behält.
Im 14. Jahrhundert besass die Stadt Meienberg einen Schultheissen Ulrich Eschibach, der 1342 mit Walther Gessler, der ebenfalls aus dem gleichen Ort stammte, in den Gerichtsschranken zu Rotenburg amtete. Das Geschlecht Gessler lässt sich vom 13. bis 16. Jahrhundert als Ministerialen (Dienstmannen) der Habsburger von Meienberg und Brunegg nachweisen. Als erster wird Ulrich I. Gessilerius de Meginberc 1251 in Urkunden erwähnt, dessen Sohn Johannes I. 1315 bei Morgarten sein Leben für die Habsburger opferte. Als herzöglich-österreichischer Hof- und Kammermeister wurde Heinrich Gessler II. 1375 in den Ritterstand erhoben und Herr zu Brunegg. Dass die Gessler und mit ihnen Meienberg von den Habsburgern gebührend geschätzt wurden, beweist ein Pfandbrief, datiert in Wien am 5. Oktober 1359, in dem die Herzöge Rudolf IV. und seine Brüder Friedrich, Albrecht und Leopold verbrieften: "unser stat Meyenberg im Ergö mit allen lüten und gütern, mit gerichten, twingen, bennen und gemeinlich aller zuogehörung" zu Gunsten ihres getreuen Dienstmanns Heinrich Gessler.
Die Stammburg der Habsburger-Dynastie in der Nähe von Brugg (AG) ist jetzt nur noch als westliche Hälfte übriggeblieben, der Bergfried stammt noch aus der Gründungszeit um 1020, der Palas stammt etwa aus dem 12. oder 13. Jahrhundert und ist ein kahler starker Bau, ohne jede bei Burgen üblichen Befestigungsbauten. Die ersten Bewohner der Habichtsburg oder Habsburg legten wenig Wert auf Ringmauern und ähnliche Befestigungswerke, weil sie der Ansicht waren, sie brauchten sich vor Feinden nicht zu fürchten, da sie sich auf den Schutz durch ihre Freunde, Vasallen und getreuen Dienstleute verlassen könnten. So nahmen die selbstbewussten Habsburger Wohnsitz in einem vornehmen Gebäude in der Bürgerschaft von Brugg, wo sie aus politischen Gründen gute Beziehungen mit ihren Gästen und Freunden pflegten. Dabei legten sie Wert darauf, dass ihre Vasallen und Dienstleute gut bewaffnet waren und Kriegsknechte zur Verfügung stellen konnten und auf befestigten Burgen ihren Wohnsitz hatten, die als habsburgische Stützpunkte im Land strategisch verteilt waren.
Das Verhältnis zwischen dem Haus Habsburg und den Eidgenossen war seit der Schlacht am Morgarten gespannt, und immer wieder drohten kriegerische Auseinandersetzungen. Da die herzöglichen Lande vielfach von den alteidgenössischen Acht Orten angegriffen werden konnten, spielte Meienberg eine wichtige Rolle. Darum wurde das Städtchen ausgebaut und befestigt, wie der von den Herzogen ihren getreuen Dienstleuten Ulrich dem Gezzler und Heinrich, seinem Sohn, ausgestellte Pfandbrief von 1372 bestätigt, mit dem sie 300 Florentiner Gulden überwiesen, "die si an der egenannten unser stat zu Mayenberg verpuwen (verbauen) sullen, an welichem puw (Bau) da das aller notdurftigest ist". Der Name Gessler spielt in der Geschichte der alten Eidgenossenschaft noch öfters eine Rolle, nicht nur in Schillers "Tell", so dass dieses Geschlecht im Zusammenhang mit dem Städtchen Meienberg nicht ausser acht gelassen werden konnte.
Doch ein anderes Geschlecht aus Meienberg weckt unser Interesse, weil es wie der Ort den gleichen Namen trägt: Meienberg. Die Schreibweise dieses Namens ist nicht nur durch sprachliche Änderungen, die im Laufe der Zeit und Kultur zu Variationen führte, begründet, sondern vor allem durch die mehr oder mindere Begabung der oft wenig gebildeten Schreiber, die oft gesprochene Worte, wie schwierige Eigennamen, in Buchstaben und deren Reihenfolge festlegen sollten. So lässt sich die Schreibweise des Ortes Meienberg in den Urkunden, wie bereits erwähnt, erklären. Nicht anders ist es beim Familiennamen Meienberg, der offenbar vom Ortsnamen abgeleitet wird.
Wenn in habsburgischen Urkunden das Amt Meienberg 1247
Meigenberch, 1251 Meginberc, 1258 Megenberch geschrieben wurde, so soll
man sich nicht wundern, wenn Rudolf von Habsburg, der spätere König,
im Pergament seinem hörigen Walther von Meginberc, genannt "usser
dem Mose", einen Zehnten zu Knonau ZH zuspricht. In einem zweiten
Dokument von 1258, das den gleichen Zehnten betrifft, ihn jedoch einen
Bürger von Megenberg nennt, dessen Wohnstätte im Burgflecken
liegt, der 1255 und 1266 ausdrücklich verbürgt wird. Diese Urkunde
dürfte als Beweisstück gelten, dass der Name des Ortes Meienberg
auch zum Familiennamen wurde und schon im 13. Jahrhundert üblich
war. Es ist naheliegend, dass sich der Name mit der Zeit durch sprachliche
Entwicklung zur heutigen Form festigte.