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Der deutsche Filmregisseur und -produzent Peter Schamoni ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren in München, wie eine Freundin der Familie bestätigte. Schamoni sei einem Krebsleiden erlegen, hiess es.
"Es war eine sehr heftige und plötzliche Diagnose", sagte seine langjährige frühere Lebensgefährtin Anja Jungclaus. Erst an Ostern sei die Erkrankung festgestellt worden: "Man könnte es fast biblisch nennen - von Ostern bis Pfingsten."
Schamoni sei bis zum letzten Moment noch mit Projekten beschäftigt gewesen. Zuletzt hatte er damit begonnen, für ein Filmprojekt seine Familiengeschichte zu erforschen.
Der Regisseur soll voraussichtlich in der kommenden Woche in Seeshaupt am Starnberger See beigesetzt werden, ein Datum steht aber noch nicht fest. "Das war sein Seelenort", sagte Jungclaus.
Fast schlagartig bekannt wurde Schamoni 1968 mit der Komödie "Zur Sache Schätzchen" mit Uschi Glas in der Hauptrolle. "Es tut mir natürlich sehr leid. Er war nicht nur ein Arbeitspartner, sondern ein lieber Freund", sagte Glas am Dienstag.
Dokfilm über Niki de Saint Phalle
Insgesamt umfasst das Werk des Autors, Regisseurs und Produzenten Schamoni mehr als 30 Spiel- und Dokumentarfilme. 1996 drehte er den Dokstreifen "Wer ist das Monster, Du oder ich" über die Künstlerin Niki de Saint Phalle und deren Ehe mit Jean Tinguely.
Für viele seiner Filme erhielt Schamoni Auszeichnungen: Sechs Bundesfilmpreise, fünf Bayerische Filmpreise, einen Silbernen Bären und eine Oscar-Nominierung. Am 16. Januar 2009 bekam er beim Bayerischen Filmpreis den Ehrenpreis für sein Lebenswerk.
Gesellschaftskritik im Mittelpunkt
1962 hatte Schamoni gemeinsam mit anderen Filmschaffenden mit dem Oberhausener Manifest für einen Wendepunkt in der deutschen Filmgeschichte gesorgt.
Die Erklärung, in der die Filmemacher "Papas Kino" für tot erklärten, gilt als Geburtsstunde des Neuen Deutschen Films, der Gesellschaftskritik in den Mittelpunkt stellte und sich gegen den reinen Unterhaltungsfilm abgrenzte.
SDA-ATS