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«Es war einmal in Spanien, da lebte ein junger Stier, der hiess Ferdinand.»
Im Märchenstil beginnt die Kindergeschichte «The Story of Ferdinand», die 1936 erschienen ist. 81 Jahre später kommt sie zum zweiten Mal als Animationsfilm ins Kino.
Die Buchvorlage wurde erweitert, ohne den Kern der Geschichte zu verändern: Ferdinand ist ein grosser, kräftiger Stier, der am liebsten den ganzen Tag an Blumen schnuppert.
Er sieht gefährlich aus, kann aber keiner Fliege etwas zuleide tun. Sein friedlicher Lebensstil erinnert an den der Hippies in der Flower-Power-Zeit. Ferdinands Idylle wird zerstört, als er gezwungen wird, in der Arena gegen einen Torero um sein Leben zu kämpfen.
Das herzigste Zitat
«Ich bin kein kleines Kalb mehr?! Na und? Nur noch mehr von mir zum lieben.» Ferdinand, der ewige Optimist, sieht nicht ein, warum sich gewisse Dinge ändern sollten. Obwohl er nicht mehr das kleine, süsse Kalb ist, sondern ein grosser, kräftiger Stier, möchte er von den Leuten nicht als gefährlich wahrgenommen werden.
Der Regisseur
Der Brasilianer Carlos Saldanha hat bei einigen der bekanntesten Animationsfilmen der letzten Jahre mitgewirkt. Sein Durchbruch gelang ihm 2002 als Co-Regisseur von «Ice Age». Er war bei allen fünf Teilen als Regisseur oder Produzent dabei. Weitere Erfolge feierte er mit den Abenteuern zweier Blau-Ara-Papageien im Film «Rio» und dessen Fortsetzung.
Fakten, die man wissen sollte
Das Buch «The Story of Ferdinand» erschien 1936 – zur Zeit des spanischen Bürgerkrieges. Der amerikanische Kinderbuchillustrator Munro Leaf soll die Geschichte in weniger als einer Stunde geschrieben haben.
Das Märchen um den spanischen Stier feierte grosse Erfolge und wurde in etliche Sprachen übersetzt. Der indische Widerstandskämpfer Mahatma Gandhi soll «The Story of Ferdinand» als sein Lieblingsbuch bezeichnet haben. 1938 brachte Walt Disney den friedlichen Blumenstier auf die Leinwand. Der Film gewann einen Oscar als bester Kurzfilm.
Das Urteil
«Ferdinand» ist als bester Animationsfilm bei den Golden Globes nominiert. An den Erfolg seines ersten grossen Animationsfilms «Ice Age» wird Carlos Saldanha aber wohl nicht mehr herankommen.
«Ferdinand» hat einen kürzeren Atem. Die Dialoge sind weniger originell, die Geschichte vorhersehbarer. Trotzdem ist aber auch «Ferdinand» eine herzige Kindergeschichte mit einer schönen Message: Sei dir selbst und dem, was du bist, immer treu.
Kinostart: 14.12.2017