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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Viertes Buch
25. Kapitel: Verhältnis der beiden Testamente zueinander
1.
So nämlich mußten die Söhne Abrahams, die ihm Gott aus den Steinen erweckt1 und geschaffen hat, ihm, dem Urheber und Verkündiger unseres Glaubens, beistehen. Er empfing auch den Bund der Beschneidung nach der Rechtfertigung, die in der Vorhaut des Glaubens gewesen war, damit in ihm beide Testamente im voraus abgebildet würden, und er der Vater aller würde, die dem Worte folgen und die Pilgerschaft auf dieser Erde aushalten sollten, d. h. der Gläubigen aus der Beschneidung und derer aus der Vorhaut. So ist auch „Christus der Haupteckstein“2 , der alles trägt und in dem Glauben Abrahams die sammelt, die aus beiden Testamenten zum Bau Gottes geeignet sind. Doch der Glauben in der Vorhaut ist zum ersten und letzten geworden, wie er ja auch das Ende mit dem Anfang verbindet. Vor der Beschneidung nämlich war er in Abraham und den anderen Gerechten, die Gott gefielen, wie wir gezeigt haben. Und wiederum ist er in den letzten Zeiten in dem Menschengeschlechte durch die Ankunft des Herrn aufgegangen. Die Beschneidung aber und das Zeremonialgesetz nahmen die mittleren Zeiten ein.
1: Mt. 3,9
2: Eph. 2,20