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Diskontierung künftiger Dividenden
Grundidee der Bewertung nach dem Dividend Discount Model
Bei der Grundidee der Bewertung nach dem Dividend Discount Model wird unterstellt, dass der Wert der Aktien dem Barwert der künftigen Dividenden entspricht. Als Dividendenzahlungen wiederum werden ordentliche Dividenden, Jubiläumsdividenden, Superdividenden, Aktienrückkäufe, Rückzahlung des Nennwerts oder eine Liquidationsdividende verstanden.
Das Dividend Discount Model war früher angesichts ihrer einfachen Anwendung sehr beliebt, wird heute allerdings wenig verwendet. Kritisiert wird primär, dass nicht die Dividenden, sondern die Erträge eines Unternehmens die relevanten und damit zu diskontierenden Werte darstellen sollten.
Da der Zusammenhang zwischen den Entscheidungen der Unternehmensleitung bzw. dem daraus resultierenden Erfolg und, so gesehen, den Dividendenzahlungen eher indirekter Natur ist, ist zudem kein belastbarer Rückschluss über die Qualität der Führung möglich.
Berechnung
Der Wert eines Unternehmens entspricht grundsätzlich dem Present Value des künftigen Cash Flows. Somit lässt sich der Wert einer Aktie schätzen, indem man die erwarteten Dividendenzahlungen pro Aktie prognostiziert und auf den Zeitpunkt der Bewertung abdiskontiert.
Das Multiplizieren dieses geschätzten Werts mit der Anzahl an ausstehenden Aktien ergibt somit eine schätzungsweise Annäherung an den Wert des Eigenkapitals des Unternehmens.
Der Wert des Eigenkapitals über das Dividend Discount Model errechnet sich also aus der Summe der diskontierten künftigen Dividendenzahlungen. Dabei kann man entweder die Annahme konstant bleibender Dividenden, konstant wachsender Dividenden oder eines Mehrphasenmodells mit verschiedenen Wachstumsphasen zugrunde legen.
Das Dividend Discount Model ist in der Praxis weit verbreitet. Die vorgestellte Vorgehensweise bildet eine Alternative zum bekannten DCF-Ansatz, bei der das Eigenkapital über die Diskontierung prognostizierter Residual Cash Flows bestimmt werden kann.
Vorteile
- Das Dividend Discount Model ist einfach und intuitiv verständlich
- Dividenden sind über kurze Zeithorizonte gut prognostizierbar und relativ konstant
- Grundsätzlich geeignet für Unternehmen mit stabilem Wachstum
Nachteile
- Die Dividenden widerspiegeln lediglich die Verteilung von Wert, nicht jedoch dessen Generierung
- Diese Berechnungsart ist wenig geeignet bei sehr unterschiedlichem Wachstum, stark wechselnder Dividendenpolitik und geringer Ausschüttungsquote
- Es ist schwierig, die Höhe von Dividenden langfristig zu prognostizieren