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und Rosenau gelten als die reinsten. Japan lieferte eine Zeit lang grosse Mengen von Schwefelantimon, doch sollen die Lager jetzt erschöpft sein. Anwendung findet das Antimonmetall zur Darstellung der verschiedenen Antimonpräparate und verschiedener Legirungen: Britanniametall, Letternmetall.
Von den Verbindungen des Antimons mit Sauerstoff kommt für uns nur das Antimonoxyd, Sb2O3 , zuweilen auch antimonige Säure genannt, in Betracht, jedoch nicht für sich, sondern in seinen Verbindungen (siehe Tartarus stibiatus).
Von den Verbindungen des Antimons mit Chlor nur das Antimonchlorid, SbCl5 .
Von den Verbindungen des Antimons mit Schwefel dagegen sowohl Sb2S3 , wie Sb2S5 .
Stíbium chlorátum, Butýrum antimónii. +
Chlorantimon, Antimontrichlorid, Antimonbutter.
Sb2Cl3 .
Kommt in doppelter Form vor, entweder als festes, d. h. butterartiges Präparat von weisslicher oder schwach gelblicher Farbe, oder in Lösung als Liquor stibii chlorati; beide Präparate sind sehr ätzend und giftig. Das butterartige krystallinische Präparat raucht an der Luft, zerfliesst alsbald, weil es mit Begierde Feuchtigkeit aufsaugt, löst sich mit Leichtigkeit auch in Weingeist; mit viel Wasser vermengt zersetzt sich die Lösung zum Theil und es fällt ein weisses Pulver aus, welches je nach der Menge des angewandten Wassers verschieden zusammengesetzt ist. Es ist eine Doppelverbindung von Antimonoxyd und Antimontrichlorid, welche früher unter dem Namen Pulvis Algaróthii medizinische Verwendung fand. Der Schmelzpunkt des Antimontrichlorids liegt bei 73°, der Siedepunkt bei 225°. Es ist vollständig flüchtig.
Wird bereitet durch Auflösen von Schwefelantimon in Salzsäure unter Vermeidung eines Ueberschusses der Letzteren. Die Lösung wird, wenn das Präparat krystallinisch dargestellt werden soll, nach dem Klären in eine gläserne Retorte gebracht und der Destillation unterworfen. Man beobachtet das übergehende Produkt, indem man von Zeit zu Zeit einen Tropfen des Destillates auf eine kalte Porzellanplatte fallen lässt. Erstarrt dieser, so wird eine neue Vorlage vorgelegt, während das zuerst Uebergegangene, welches alles im Schwefelantimon etwa vorhanden gewesene Arsen als Chlorarsen enthält, fortgegossen wird.
Anwendung. Die Antimonbutter findet als eines der schärfsten Aetzmittel zuweilen medizinische Anwendung bei brandigen und krebsartigen Geschwüren, namentlich in der Veterinärpraxis. Technisch dient sie zum sog. Bruniren des Stahls, sowie zur Darstellung des Antimonoxyds.
Ist mit grosser Vorsicht zu behandeln! ¶
Stíbium sulfurátum nigrum (crudum), Antimónium crudum.
Schwarzes oder graues Schwefelantimon, Spiessglanz.
Sb2S3 .
Der Spiessglanz des Handels bildet meist derbe, häufig schaalenförmige, sehr schwere Stücke von grauschwarzer, metallisch glänzender Farbe und strahlig krystallinischem Gefüge. Er ist unlöslich in Wasser, in Salzsäure gekocht muss sich der Spiessglanz mit Hinterlassung eines sehr geringen Rückstandes, unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff, auflösen. Er schmilzt bei 450° und giebt ein fast schwarzes, abfärbendes Pulver. Die meisten Handelssorten enthalten Spuren von Arsen.
Ueber das Vorkommen des Spiessglanzes in der Natur s. Artikel Stibium metallicum. Da es aber gewöhnlich mit anderen Gesteinen gemengt gebrochen wird, trennt man es von diesen durch sog. Aussaigern, indem man durch Ausschmelzen auf Heerden mit schräger Grundfläche den Spiessglanz von der Gangart sondert. Er fliesst in untergestellte Gefässe ab und erstarrt dort zu den schaalenförmigen Stücken des Handels.
Anwendung. In der Veterinärpraxis in ähnlicher Weise wie der Goldschwefel, sowie auch bei mangelnder Fresslust, namentlich bei Schweinen. Die Gaben dürfen des Arsengehalts wegen nicht zu gross genommen werden; für Schweine 1-3 g, Rindvieh 6-10 g, Pferde 10 bis 15 g. Ferner dient das schwarze Schwefelantimon zur Bereitung anderer Antimonpräparate und als Zusatz bei bengalischen, namentlich weissen Flammen. Eine Mischung mit chlorsaurem Kali zu diesem Zweck darf nie durch Reiben im Mörser, sondern muss stets mit der Hand vorgenommen werden.
Stíbium sulfurátum aurantíacum, Sulfur stibiátum aurántíacum.
Fünffach Schwefelantimon, rothes Schwefelantimon, Goldschwefel.
Sb2S5 .
Feines, orangerothes, geruch- und geschmackloses Pulver; unlöslich in Wasser und Weingeist, löslich in Aetzkalilauge und Schwefelammonflüssigkeit; in Salzsäure löst es sich unter Abscheidung von Schwefel und Entwickelung von Schwefelwasserstoff zu Chlorantimon. Wird es im Glasröhrchen erhitzt, so sublimirt Schwefel und graues 3 fach Schwefelantimon bleibt zurück.
100 ccm Wasser werden mit 1 g Goldschwefel auf 10 ccm eingekocht, nach dem Erkalten filtrirt und das Filtrat auf 1 ccm eingedampft. Wird diese Flüssigkeit mit 3 ccm Zinnchlorürlösung vermischt, so darf im Laufe einer Stunde eine Färbung nicht eintreten. Abwesenheit von Arsen.
1 g Goldschwefel mit 20 ccm Wasser geschüttelt giebt ein Filtrat, welches durch Silbernitratlösung schwach opalisirend getrübt, aber nicht gebräunt werden darf; Baryumnitratlösung darf das Filtrat nicht sofort trüben. Abwesenheit von Chlor und Schwefelsäure. ¶