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Aufgrund der vielen militärischen Truppenbewegungen mit ihren Musikkapellen, entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Region ein grosses Interesse an Blasmusik. Der Stadtrat von Waldshut berief darauf einen Musiklehrer. In Klingnau gebrauchte die „Gesellschaft der ledigen Knaben“ zu dieser Zeit bei Ihren Tanzanlässen noch Schwegelpfeife und Trommel. Der junge Klingnauer Joseph Xaver Heer nutzte nun die Möglichkeit, und nahm in Waldshut Klarinettenuntericht. Der talentierte Joseph Heer motivierte auch seine Kameraden zum erlernen eines Blasinstrumentes. Diese jungen Klingnauer waren es dann auch welche im Jahre 1806 die Harmoniemusik Klingnau gründeten. Der genaue Gründungszeitpunkt ist heute nicht mehr bekannt. Erster Dirigent der Stadtmusik war Joseph Heer. Die Klingnauer Musik war eine der ersten in der Region. Da sie über entsprechendes Können verfügte, wurde sie schon damals für viele Feste in der näheren und weiteren Region eingeladen.
Schellenbaum
Wann der Schellenbaum vom Kupferschmid Wengi, Vater des damaligen Dirigenten Franz Wengi, gefertigt wurde ist unklar. Um 1860/61 wurde er jedoch neu erstellt, nachdem durch ein Missgeschick des damaligen Trägers, anlässlich eines feuchtfröhlichen Ausflugs nach Brugg, der frühere Halbmond in die Brüche gegangen war. Als Vorbild dienten die damals in deutschen Regimentskapellen verwendeten Instrumente. In Klingnau wurde der Schellenbaum nie als Rasselgerät für rauschende Militärstücke, wie damals üblich, verwendet. Er galt seit jeher als Zierstück.
Erste Uniform
Um 1888 beschloss der Verein zum ersten Male eine Uniform zu kaufen. Der Uniformrock, ein abgeänderter Waffenrock kostete damals noch weniger als Fr. 15.– pro Stück. Weiter liess man Hosen fertigen und kaufte in Aarau passende Käppi.
Neuinstrumentierung 1914
Im Jahre 1914 beschloss die Stadtmusik die Neuinstrumentierung. Die Firma Bellon in Basel offerierte 30. Instrumente 1. Qualität zu Fr. 3200.–, abzüglich 10% Rabatt bei Barzahlung. Jedes Mitglied zeichnete Fr. 10.– und die Listen für den Einzug wurden bei der Bevölkerung in Zirkulation gegeben. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Schellenbaum renoviert und die grosse Trommel neu gemalt.
150 Jahre Stadtmusik
Im Jahre 1956 feierte die Stadmusik ihr 150 jähriges bestehen als einer der ältesten Musikvereine des Kantons. Im selben Jahr wurde auch ein Trommlerkorps aufgestellt, welches damals von Armin Landös, Vater von Heinz Landös, geleitet wurde. Die damalige Jubiläuskommission regte an, eine Vereinsfahne zu kaufen, da die Stadtmusik bis dato noch keine besass.
200 Jahre Stadtmusik
Beinahe hätte das 200 Jahr Jubiläum nicht stattgefunden oder wäre nur in kleinem Rahmen durchgeführt worden. Hatte man doch bis im März 2005 noch kein Fest OK zusammenstellen können. Für die Verfassung einer Chronik konnte jedoch Peter Widmer gewonnen werden.
Nachdem sich erst Andreas Obergfell als OK Chef zur Verfügung gestellt hat, beginnt die Planung des Jubiläums. Und als sich schliesslich in Form von Peter Thut doch ein erprobter OK Chef findet, wird allen klar, dass es doch ein gutes und grosses Fest geben wird.
In der oberen Städtlihälfte baute die Stadtmusik eigens ein Festbeizendorf mit offenen Sitzplätzen Richtung Stadtkirche, damit mehrere hundert Gäste Sicht auf die Showbühne geboten werden kann. Die Festbeizen wurden dann von diversen Klingnauer Vereinen betrieben, womit bereits halb Klingnau am Festbeteiligt war.
Obwohl viele Musikanten während den mehreren Tagen Aufbau vor dem Fest tristes Regenwetter befürchteten, trug auch Petrus mit schönstem Spätherbstwetter alles zu diesem grossen Fest bei. Während drei Tagen im September fand schliesslich ein wunderbares Fest mit vielen musikalischen Darbietungen mitten im schönen Städtchen Klingnau statt.