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Das Centro Svizzero ist der grösste Bundesbau im Ausland. Eine Ausstellung dokumentiert die Entwicklungsgeschichte des 80 Meter hohen Turms.
"Die Visionen eines künftigen modernen Mailand fanden unmittelbar nach dem Krieg an der Piazza Covour einen aktuellen Kristallisationspunkt: das Centro Svizzero di Milano", erklärt Philippe Carrard, der Leiter der Ausstellungen am ETH-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur in Zürich.
Zumindest die Grösse des Gebäudes gibt Carrard Recht, ist es doch 20 Stockwerke hoch. Bis zum Bau des Pirelli-Gebäudes (1955-60) ragte das nach Plänen der Architekten Armin Meili und Giovanni Romano 1949 bis 1952 erstellte Centro am weitesten in den Himmel der norditalienischen Metropole. In der Schweiz löste das Werk eine eigentliche Hochhaus-Debatte aus.
Populärer Landi-"Architekt"
Bekannt geworden war Meili durch das Kunst- und Kongresshaus in Luzern (1930-33), das mittlerweile der Variante von Jean Nouvel Platz gemacht hat. Armin Meili (1892-1981) erreichte insbesondere als Direktor der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 in Zürich grosse Popularität.
In den 50er Jahren realisierte Meili neben dem Centro Svizzero weitere Grossbauten: Ein Gemeinschaftshaus für die BBC in Baden etwa oder eine Grossdruckerei für den Verlag Mondadori in Verona.
Obwohl das Centro Svizzero zur Bauzeit das höchste Gebäude in Mailand war, standen zentrale Fragen zur Baugeschichte bisher offen. Wie kam ausgerechnet die Schweiz und wie der Architekt Meili zu einem derartigen Bauvorhaben inmitten der Metropole Mailand? Und weshalb sollte ein Centro Svizzero ausgerechnet die Form eines Hochhauses erhalten, wenn es in der Schweiz keine Vorbilder gab?
Ein spannendes Stück Schweizer Wirtschaftsgeschichte
Die von der Zürcher Kunsthistorikerin Karin Gimmi in Zusammenarbeit mit dem Architekten Michael Burckhardt konzipierte Ausstellung zeigt die massgebenden städtebaulichen, wirtschaftlichen und politischen Hintergründe auf, die zum Bau des Centros geführt haben.
swissinfo und Agenturen