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Golo Mann, Historiker, Philosoph und Schriftsteller
1809-1994, geboren in München, gestorben in Leverkusen
1809-1994, geboren in München, gestorben in Leverkusen
Eigentlich Angelus Gottfied Mann. Drittes Kind von Thomas Mann, dem Literaturnobelpreisträger. Er erlebte eine nicht unproblematische Jugend im Haus seines berühmten Vaters in München Bogenhausen und Berlin. Golo Mann kam jung mit prominenten Menschen in Kontakt, z.B. mit Bruno Walter, dem "Hausfreund" der Manns oder Harry Graf Kessler, den er im literarischen Zirkel in Berlin traf. Mann emigrierte in die USA und kam als amerikanischer Soldat zurück nach Deutschland. Nach seiner Rückkehr liess er sich in Kilchberg bei Zürich nieder, seinem Wohnsitz bis zum Tod. 1961 kaufte er im Valle Onsernone für CHF 61'000 sein "Dreizimmerhäuschen in Berzona in der Schweiz". Es ist das auf dem Hügel "Mataruc" höchstgelegene Haus Berzonas und, wie alles dort, nur zu Fuss über Treppen erreichbar. Seine Nachbarn in Berzona waren Alfred Andersch und Max Frisch. Manns Schwester Erika hielt sich zeitweise in Ascona auf. Manns "Stimmungsbild vom Mataruc am Abend: Du liegst in deinem Arbeits- und Schlafzimmer unter dem Dach deiner Hütte hoch über dem Dorf im Tessiner Gebirge. Du horchst. Du horchst. Sind das Schritte? Nein, es ist das schwere zu Boden fallen der Kastanien. Dann, von der anderen Seite des Tobels, klagt das Käuzchen, wir kennen den Ton. Klage scheint es nur, in Wirklichkeit ist's Liebe, aber wie es klingt für uns, darauf kommt es an." – Golo Mann wirkte als literarischer Historiker und ergriff immer wieder zu politischen Themen das Wort; er stand sowohl Willy Brandt wie Franz Josef Strauss nahe. Er erhielt eine eigene Fernsehsendung: "Golo Mann im Gespräch mit ...". Der Titel der von Urs Bitterli verfassten Biografie lautet entsprechend: "Golo Mann. Instanz und Aussenseiter." Golo Mann starb unverheiratet.