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Produktionszeitraum: 1955–1963
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet Motoren: Ottomotor 1,9 Liter (77 kW) Länge: 4290 mm
Breite: 1740 mm
Höhe: 1560 mm
Radstand: 2400 mm
Leergewicht: 1180 - 1200 kg Vorgängermodell: lKeines Nachfolgemodell: Mercedes-Benz W 112
Im September 1953 trug der US-Importeur von Daimler-Benz, Max Hoffman, dem Unternehmensvorstand seine Ideen zur Steigerung des US-Geschäfts vor. Er wünschte sich zwei unterschiedlich konzipierte Sportwagenmodelle als Ergänzung für die bis dahin eher konservative Mercedes-Modellpalette. Für die Konzeption eines echten Sportwagens bot sich als Basis das Rennsport-Coupé 300 SL von 1952 an, das in den USA durch den Sieg bei der Carrera Panamericana Aufmerksamkeit erzielt hatte. Neben diesem sollte auch ein sportlicher Reisewagen mit hoher Alltagstauglichkeit angeboten werden.
Hoffman erhielt die Zusage, dass vom 6. bis 14. Februar 1954 jeweils eine Studie dieser Fahrzeuge in New York auf der «International Motor Sports Show» ausgestellt werden könne. An der New Yorker Ausführung des 190 SL nahm das Karosserie-Konstruktionsteam von Walther Häcker im Laufe des Jahres 1954 noch mehrere optische Retuschen vor, um dieses Fahrzeug näher der von Friedrich Geiger entworfenen Form des 300 SL anzugleichen Der erste überarbeitete 190 SL wurde im März 1955 beim Genfer Automobilsalon gezeigt. Die ursprünglich anvisierte Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h ließ sich nicht realisieren. In der Praxis war oft bereits bei ca. 170 km/h das Maximum erreicht.
Zur IAA 1955 in Frankfurt am Main lag der Grundpreis der teuersten Variante «Coupé mit Hardtopaufsatz und Stoffverdeck» bei 17.650 DM, was nach heutiger Kaufkraft und inflationsbereinigt gegen 50’000 Franken entspricht. Mit 25.881 gebauten Fahrzeugen erwies sich das Konzept eines Reisesportwagens mit Anlehnung an die Großserientechnik als erfolgreich. Der 190 SL verkörperte in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland der Wirtschaftswunderzeit das «Wir-sind-wieder-wer-Gefühl» und war ein beliebtes Requisit in vielen deutschen Spielfilmen dieser Ära.
Frank Sinatra und Grace Kelly, spätere Fürstin von Monaco, in ihrem Mercedes 190 SL (1956).
Vor allem Frauen liebten den sanften Roadster. Davon zeugen Fotos mit den Leinwandstars der frühen Nachkriegsära wie Gina Lollobrigida und Grace Kelly. Die spätere Fürstin Gracia Patricia von Monaco chauffierte sogar Frank Sinatra im 190 SL. Aber auch die Skandal-Schriftstellerin Francoise Sagan liess sich nur zu gern am weißen Lenkrad ihres Roadsters ablichten.
Ein ganz besonders famoses Gespann bildeten die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt und ihr schwarzer 190 SL mit den roten Sitzen. Die aus armen Verhältnissen stammende Nitribitt liess sich von Männerbekanntschaften ihren teuren Lebensstil finanzieren und sorgte gemeinsam mit ihrem Cabrio für jede Menge Aufsehen. Die bis heute ungeklärte Tat eskalierte zum grossen Gesellschaftsskandal. Schliesslich standen in Nitribitts Adressverzeichnis die Namen einiger Industriekapitäne. Als Ende 1958 der Kinofilm «Das Mädchen Rosemarie» anlief, fuhr Hauptdarstellerin Nadja Tiller einen roten Roadster, während dasschwarze Original bereits als Gebrauchtwagen verkauft worden ist.
Entgegen vieler Spekulationen wurde die Produktionskurve des 190 SL von diesen Schlagzeilen nicht beeinflusst. Noch 1960, also schon im sechsten Verkaufsjahr, verfehlte der offene Mercedes mit 3.977 Einheiten das Allzeithoch aus dem ersten vollen Produktionsjahr gerade einmal um 55 Cabrios.
Die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt stammt aus ärmlichen Verhältnissen . Ihre Kunden sind meist wichtige Unternehmer. Rosemarie entlockt ihnen neben einer fürstlichen Bezahlung immer wieder Betriebsgeheimnisse, die sie zu ihrem Vorteil zu nutzen weiß. Ihr Ziel ist die Anerkennung in der Gesellschaft. Doch eines Tages überspannt sie den Bogen und findet einen gewaltsamen Tod