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SRF News: Auf dem Weg von Zürich nach Los Angeles ist bei der Swiss Maschine das linke Triebwerk ausgefallen. Wie gefährlich ist das?
Viktor Strausak: Das ist überhaupt nicht gefährlich. Die Flugzeuge sind so ausgelegt, dass sie auch mit nur einem Triebwerk sicher weiterfliegen können. Dass sich der Kapitän dennoch zu einer Landung in Iqaluit entschieden hat, war wohl eine Vorsichtsmassnahme. Man kann also vielmehr von einer Sicherheitslandung als von einer Notlandung sprechen.
Wie heikel ist eine solche Sicherheitslandung?
Wenn ein Treibwerk aussteigt, sind die Piloten unter Entscheidungsdruck. Entscheiden sie sich für eine Landung an einem solchen abgelegenen Ort wie Iqaluit, hat das weitreichende Folgen: Wann und wie können die Passagiere weiter transportiert werden? Was geschieht mit der defekten Maschine? Die Landung selber bedeutet für die Piloten aber keinen Stress, sondern ist reine Routine. Die Piloten üben solche unplanmässigen Landungen immer wieder im Flugsimulator – auch jene am Flughafen in Iqaluit.
In Iqaluit herrschen Schneefall und Temperaturen von minus 23 Grad. Wie schwierig ist es, bei solchen Bedingungen sicher zu landen?
Das Entscheidende ist die Länge der Piste. Denn: Ist die Piste schneebedeckt, hat das Flugzeug bei der Landung einen längeren Bremsweg. Die Piste in Iqaluit ist aber genügend lang, der Flughafen ist für Sicherheits- und Notlandungen entlang der Polarroute ausgelegt. Eine sichere Landung ist hier also kein Problem.
Das Interview führte Romana Kayser.
Viktor Strausak ist ein pensionierter Linienpilot. Er ist 35 Jahre für die Swissair geflogen, davon 25 Jahre als Kapitän. Heute fliegt er noch immer Privatflugzeuge.