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Weiter überlegt man sich auch, ob ich mit 60 noch einem Teenager gewachsen bin.
Viele Frauen fühlen sich bereits in jungen Jahren unter Druck gesetzt, über Schwangerschaftspläne nachzudenken. Nach wie vor predigen Expertinnen, Ärzte oder Eltern das Credo: «Je älter die Frau, umso schwieriger ist es, schwanger zu werden und umso grösser ist die Gefahr einer Risikoschwangerschaft.»
Solche Aussagen verunsichern und lösen Stress aus. Dabei gelten sie als überholt und gehen zurück auf veraltete Daten oder falsch zitierte Fruchtbarkeitsstatistiken.
Häufig genannt wird eine Studie, die ursprünglich 2004 im Wissenschaftsjournal «Human Reproduction» veröffentlicht wurde. Diese besagt, dass eine von drei 35- bis 40-jährigen Frauen binnen Jahresfrist nicht schwanger wird. Unerwähnt bleibt dabei, dass die Daten von französischen Geburtseinträgen zwischen 1670 und 1830 stammen – einer Zeit also, zu der er es weder Antibiotika, geschweige denn Kinderwunschmedizin gab.
Neuere Studien zur weiblichen Fruchtbarkeit mit aktuellerem Datenmaterial sind wesentlich optimistischer. Eine davon ist jene von David Dunson, die 2004 im Journal «Obstetrics & Gynecology» publiziert wurde und sich auf Daten von 770 zeitgenössischen Europäerinnen stützt. Die Studie kommt zum Schluss, dass sich die Fruchtbarkeit von Frauen Mitte dreissig und Ende zwanzig nur um vier Prozentpunkte unterscheidet.
Ein Resultat, das auch von anderen Professoren und Expertinnen bestätigt wurde. Beispielsweise in einer Studie der Boston University aus dem Jahr 2013. Forscher untersuchten 2820 dänische Frauen in einer Zeitspanne, in der sie versuchten, schwanger zu werden. Von den Frauen, die während ihrer fruchtbaren Zeit Sex hatten, wurden 78 Prozent der 35- bis 40-Jährigen innerhalb eines Jahres schwanger. Von den 20- bis 34-Jährigen waren es 84 Prozent.
Die Fruchtbarkeit nimmt mit fortschreitendem Alter zwar ab, doch der negative Effekt des biologischen Alters auf die Schwangerschaft wurde lange überschätzt – und wird es auch heute noch. Naghmeh Ghaem Maghami, Oberärztin der Frauenklinik am Unispital Basel, sagt: «Viel ausschlaggebender für die Schwangerschaft als das Alter der Frau ist ihre Lebensweise.» Zudem stehe einer werdenden Mutter heute eine umfassende Geburtenmedizin und Schwangerenbetreuung zur Verfügung. Ein Risiko für ein Kind mit Trisomie oder einen Abort ist erst bei Frauen ab 35 erhöht und ab 40 Jahren deutlich erhöht, so Ghaem Maghami.
Und doch halten sich angebliche Binsenwahrheiten über schwierige oder gefährliche Schwangerschaften bei Frauen in ihren 30ern hartnäckig. Dabei sind ältere Mütter längst eine Tatsache. Das zeigt ein Blick in die Statistiken. 1975 lag das Durchschnittsalter der Erstgebärenden bei 27 Jahren. Heute ist die Frau im Schnitt 31 Jahre alt bei ihrer ersten Geburt.
Laut den aktuellen Daten vom Bundesamt für Statistik kamen im vergangenen Jahr in der Schweiz 89'600 Kinder zur Welt. Die meisten Frauen (41 Prozent) waren bei der Geburt zwischen 30 und 34 Jahre alt.
Eine Entwicklung, die sich fortsetzt, während die Zahl der Geburten bei Frauen unter 30 Jahren sinkt. 1969 waren die meisten Frauen (35 Prozent) bei der Geburt ihres Kindes zwischen 25 und 29 Jahre alt. Heute sind nur noch 20 Prozent der Mütter in dieser Alterskategorie.
Sie sind manchmal lang und spitzig, manchmal kurz und gerundet, teils glitzern sie in der Sonne, teils sind sie bunt – vor allem sind sie überall: Gelnägel. Was einst exotisch war, ist jetzt an den Händen vieler Frauen zu sehen. Nagelstudios sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Jedes Städtchen oder Shoppingcenter hat eines. Die Schweiz zählt heute gemäss dem Branchen- und Telefonverzeichnis von Swisscom rund 3400 Studios. Bloss 55 davon sind in einem Berufsverband. Wie viele Studios es noch vor ein paar Jahren waren, kann nicht gesagt werden.