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Der Hüfinger Hergottstag
Seit der Einführung des Festes im 13. Jahrhundert wird Fronleichnam auch in Hüfingen festlich begangen. Eine besondere Note erhält dieser Tag ab dem Jahr 1842: Der Hüfinger Künstler, Franz Xaver Reich (1815-1881), weilte zu Studienzwecken in Italien und besuchte dort die Städte Portici und Resina, wo er von den farbenprächtigen Blumenteppichen begeistert war. In seine Heimat zurückgekehrt, legte er vor seinem Elternhaus, Hauptstraße 5, einen Blumenteppich aus Blüten, die auf den Wiesen der Baar wuchsen. Seine Nachbarn waren von der Idee so angetan, dass sie vor ihren Häusern ebenfalls Blumenteppiche legten. Nach kurzer Zeit entwickelte sich der durchgehende Teppich auf dem ganzen Prozessionsweg: von der Kirche zum oberen Tor beim Fürstlich Fürstenbergischen Altenpflegeheim und auf der anderen Seite der Straße zurück bis zur Kirche. Der Teppich hat eine Länge von rund 450 Metern und ist 1,80m breit. Mit der Zeit wurden die Hüfinger Blumenteppiche auch über die Grenzen der Stadt bekannt, so dass der Besucherstrom von Jahr zu Jahr wuchs. Die Medien taten das Ihre, um dieses Ereignis praktisch in der ganzen Welt bekannt zu machen. Die Motorisierung ermöglichte es, dass aus ganz Deutschland, aber auch aus den Nachbarländern viele Besucher kommen.
So werden die Blumenteppiche gelegt:
Nicht in jedem Jahr ist es möglich "zu streuen", wie die Hüfinger sagen, ausschlaggebend ist der Stand der Vegetation (zu früh / zu spät). Sechs Tage vor dem Herrgottstag herrscht Gewißheit, ob der durchgehende Blumenteppich gelegt werden kann, oder ob man die kleine Lösung durchführt, die Teppiche nur an den vier Stationsaltären zu legen. Welche Blumenarten, welche Motive verwendet werden, ob eine Schablone benützt wird oder ob man ein Bild gestaltet, entscheiden die Anlieger bzw. die Vereine und sonstige Gemeinschaften selbst. Wochen vor dem Fest zeichnet man Vorlagen, Symbole und Muster für den Teppich. Vier Tage vor dem Fest werden die Blumen gepflückt und in kühlen Kellerräumen oder Garagen aufbewahrt. Die Bilder werden auf Packpapier aufgeklebt, die Ornamente mit Hilfe von Schablonen direkt auf die Straße gelegt. So entsteht ein durchgehender Blumenteppich, der in seiner ganzen Länge mit Farn umrandet wird. Am Fronleichnamstag morgens um 4.00 Uhr sind die Hüfinger auf der Straße und legen ihre kleinen und großen Kunstwerke auf den Prozessionsweg. Ab 8.00 Uhr kann dann die ganze Pracht besichtigt werden. Wenn um 8.30 Uhr die Prozession beginnt, ist die ganze Innenstadt Gottesdienstraum. Die Prozessionsteilnehmer und zuschauenden Gäste erleben einen Triumphzug Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie.
Folgende Pfanzen, Blätter, Samen und Blüten werden verwendet:
Margeriten, Kastanienblüten, Wiesenkerbel (Bochele), Ginster, Ackersenf, Klee, Rotdorn, Disteln, Wiesenknöterich (Zahnbürstle), Lupinen, Wiesensalbei, Teufelskrallen, Skabiose (Ästerle), Sauerampfer, Bachnelkwurz (Jakobisbollen), Wiesenknopf (Blutströpfle), Kiefernsamen, Tannenschössle, Pappelblätter, Fuchsschwanzgras und Farn.
In kleinen Mengen werden auch noch andere Pflanzen, je nach Farbe verwendet, jedoch verzichtet man weitgehend auf Gartenblumen.
Quelle: https://www.kath-aufderbaar.de/fronleichnam/