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Schulhaus Maihof
Als um 1900 die Einwohnerzahlen in der Stadt stiegen und die Stadt in Richtung Schlossberg wuchs, beschlossen die Luzerner den Bau eines Schulhauses auf dem Gebiet Weggismatte. Das entsprach der damals neuen Strategie der Stadt, Schulhäuser rund um den Stadtkern zu bauen. Damit sollte das Zentrum entlastet werden.
Der gewählte Standort war für ein Gebäude dieser Grössenordnung und Funktion besonders, weil die Weggismatte damals ein gutes Stück ausserhalb der dichter bebauten Stadtfläche lag. Das Maihofquartier war zu dieser Zeit noch weitgehend unbebaut. Doch die neue Trambahn und die anlaufende Besiedelung der Maihofstrasse deuteten das zu erwartende Wachstum an. Ausserdem konnten mit der Trambahn auch Kinder aus entfernteren Quartieren im Maihof zur Schule gehen.
Der bekannte Luzerner Architekt Othmar Schnyder war für die Erbauung der Schulanlage Maihof verantwortlich. Sie sollte im Stil eines französischen Schlosses gebaut werden. Schnyder baute übrigens auch die Christuskirche, das Pestalozzischulhaus und das Hotel Gütsch. Er wählte eine moderne Konstruktion, die sich hinter historischen Fassaden verbirgt. Das war für diese Zeit richtungsweisend.
Die Maihofschule befindet sich auf der Kuppe des Schlossbergs und ist heute gemeinsam mit der denkmalgeschützten Kirche St. Josef der Mittelpunkt des Maihofquartiers. Das Schulhaus, die Pausenhalle und die Turnhalle stehen nebeneinander und prägen das Bild der Anlage.
Maihofschulhaus, Jahr unbekannt (Bild: Schule Maihof)
Am 17. September 1906 nahm die Schule den Betrieb mit 12 Klassen auf. Im Jahr 1956 – zum fünfzigjährigen Jubiläum – war die Schülerzahl auf mehr als 900 Kinder angewachsen, heute sind es rund 250.
1939 beim Ausbruch des Weltkrieges wurden drei Schulhäuser der Stadt von der Armee beschlagnahmt, darunter das Maihofschulhaus. In den Schulhäusern sollten im Falle eines Kriegseintritts Militär-Sanitätsanstalten untergebracht werden. Die Schulhäuser wurden dem Schulbetrieb erst im Dezember 1941 zurückgegeben. In der Zwischenzeit wurden die Klassen in anderen Schulhäusern oder privat untergebracht und zum Teil nur halbtags unterrichtet.
Von 1957 bis 1980 fanden in sieben Bauetappen Modernisierungen statt. Der Pausenhof musste umfassend saniert werden, er bestand zum damaligen Zeitpunkt hauptsächlich aus Asphalt und bot kaum kindgerechte Spielmöglichkeiten. Mit einer Umgestaltung und Begrünung wurde den Kindern eine Freifläche zum Spielen und Toben zur Verfügung gestellt.
Das Schulhaus wurde 2013 ein weiteres Mal renoviert. Im Hof der Schulanlage wurde im Zuge der Renovierung ein Neubau errichtet, in dem Gruppenräume, die Bibliothek und die Aula untergebracht sind. Alle Innenräume erhielten ein umfassende sanfte Rennovation. Das Schulhaus Maihof zeigt sich heute von aussen in seinem ursprünglichen repräsentativen Zustand.