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Die im letzten Januar begonnenen Vorbereitungsarbeiten für die ersten beiden Abschnitte der Höchstpannungsleitung Chamoson – Chippis zwischen Chalais und Siders sowie Sitten und Vex stehen kurz vor dem Abschluss. Ab Ende August werden in diesen Abschnitten die ersten Fundamente für die Masten gebaut, welche anfangs 2019 gestellt werden. Die Vorbereitungsarbeiten für die Abschnitte 3, 4 und 5 beginnen ebenfalls im 1. Quartal 2019.
Zur Erinnerung: Um die Leitung möglichst ohne Verzug zu bauen und den Bauplan so weit wie möglich zu optimieren, wurde das Trassee in fünf Abschnitte aufgeteilt:
- Abschnitt 1 – Gemeinden Chalais, Chippis und Siders
- Abschnitt 2 – Gemeinden Sitten und Vex
- Abschnitt 3 – Gemeinden Sitten und Grône
- Abschnitt 4 – Gemeinden Nendaz und Sitten
- Abschnitt 5 – Gemeinden Chamoson, Ardon, Vétroz, Conthey und Sitten
Kontrolliertes Bauen auch in Zonen mit Naturgefahren
Für die Fundamente werden an den vorgesehenen Positionen als erstes Schächte in den Boden gegraben. Diese werden schichtweise mit Beton gefüllt. Danach wird eine Metallbasis - der sogenannte Mastfuss - im Beton verankert. In Zonen mit Naturgefahren werden in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Geologen und geotechnischen Spezialisten besondere Bau- und Überwachungsmassnahmen getroffen. So werden zum Beispiel Neigungsmesser eingesetzt, die Bewegungen des Untergrunds in bis zu 25 Meter Tiefe messen. Die Fundamente der Masten werden verstärkt und bei Bedarf mit Metallnetzen gegen Steinschlag geschützt. Die Mastfüsse einiger Masten werden mit Stahlbetonträgern miteinander verbunden.
Swissgrid bewirtschaftet über 6700 Kilometer Übertragungsnetz und 12'000 Masten in der ganzen Schweiz. Viele Abschnitte befinden sich im Hochgebirge, auf steilem und steinigem Gelände und mit schwierigem Zugang. Swissgrid hat viel Erfahrung beim Bau und dem Unterhalt von Masten in instabilen Zonen und verfügt über ein ausgezeichnetes Know-how in diesem Bereich.
Inbetriebnahme 2021
Die Inbetriebnahme der Leitung ist für das Jahr 2021 vorgesehen. Gemäss den Auflagen aus der Plangenehmigung werden anschliessend im Rhônetal 90 km Freileitungen mit 322 Masten abgebaut. Der Wegfall dieser Leitungen entlastet die Region, die von der jetzigen 220-kV-Leitung durchquert wird. Zwischen Siders und Martigny fallen 60 km Freileitungen weg.
Eine notwendige Leitung
Der Bau der 380-kV-Freileitung Chamoson – Chippis ist für die Übertragung der in den Walliser Kraftwerken erzeugten Energie – insbesondere des Stroms aus dem Pumpspeicherkraftwerk Nant de Drance – zu den Verbrauchszentren der Genferseeregion und des Schweizer Mittellands unverzichtbar. Mit dieser Leitung kann einer der grössten Engpässe im schweizerischen Übertragungsnetz behoben werden. Die Modernisierung des Übertragungsnetzes ist ein Schlüsselfaktor für eine nachhaltige Energiepolitik, die vom Bund und der Bevölkerung durch die Energiestrategie 2050 angestrebt wird. Weitere Projekte zur Verstärkung und zum Ausbau des Höchstspannungsnetzes im Wallis sind geplant. Insbesondere die Spannungsanpassung von 220 kV auf 380 kV der Freileitung Chippis – Bickigen sowie die Leitungen Chippis – Mörel und Mörel – Ulrichen (Gommerleitung).
Initiative des Staatsrats des Kantons Wallis
Der Staatsrat des Kantons Wallis hat neue Studien veranlasst, um unter anderem einige Masten in der Region Grône neu zu platzieren. Swissgrid wird die entsprechende Fachkompetenz einbringen. Eine allfällige Versetzung von Masten ist allerdings erst möglich, wenn die vom Bundesgericht genehmigte Leitung in Betrieb genommen wird.