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Heidelberger Appell
Inhaltsverzeichnis
Grundsätzliches
Der Heidelberger Appell[1] ist eine Initiative des deutschen Literaturwissenschaftlers Roland Reuß.[2] Am 22. März 2009 wird der Appell in der FAZ veröffentlicht. Die Veröffentlichung steht im Zusammenhang mit den Artikeln „Autor darf Freiheit über sein Werk nicht verlieren “.[3] und „con crema. Open Access als Enteignung"[4] Bis jetzt (Dez. 2009) hat der Appell über 2500 Unterzeichnende. Dazu zählen Verlage, Herausgebende und vor allem Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Vorgeschichte
Google Books
2004 beginnt Google mit dem Einscannen von Büchern, mit dem Ziel: " die Informationen dieser Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.“[5] Google möchte bis 2015 15 Millionen Bücher einscannen.
Open-Access
Das Konzept von Open-Access[6] besteht in der freien Verfügbarkeit von wissenschaftlicher Literatur. Open-Access kommt auch einem vermehrten Bedürfnis nach schnelleren Publikationsmöglichkeiten nach. Gerade ForscherInnen mit einem beschränkten Zugang zu teurer Infrastruktur gelangen so an die neuste und relevante Literatur. Dabei durchlaufen die Erzeugnisse einen gleichwertigen Qualitätssicherungsstandard wie gedruckte Texte. Die Open-Access-Bewegung versteht sich somit auch als Beitrag zu einem demokratischen Prozess.
Kritik der Initianten
Die Kritik richtet sich in erster Linie gegen Google Book Search und Open-Access. Folgende Punkte werden von Roland Reuß genannt
Auf internationaler Ebene
Die Bedrohung der Grundrechte von Urhebern durch die „illegale“ Veröffentlichung auf Plattformen wie GoogleBooks[siehe hier[7]] und You Tube.
Auf nationaler Ebene
Im Zusammenhang mit der Kritik an Open-Access wird auch die „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“ genannt.[8] Diese würde, durch das Bewerben der Veröffentlichungsplattform Open-Access, der Entwicklung in Richtung weniger Presse- und Publikationsfreiheit, Vorschub leisten. Der Heidelberger Appell richtet sich an die Bundesregierung und an die Regierungen der Länder. Diese sollen die verfassungsmäßig garantierten, individualrechtlichen, Ansprüche der Urheber garantieren.
Kritik am Appell
Die Kritiker weisen darauf hin, dass das gleichzeitige Kritisieren von GoogleBooks und Open-Access wenig miteinander zu tun hat. Ebenfalls wird auf die öffentliche Finanzierung von wissenschaftlichen Arbeiten verwiesen. Verlegt würden diese aber meist in privaten Verlagen. Ebenfalls sind die Kosten für die Autoren bei einer Verlagsveröffentlichung um ein Vielfaches höher, als ein Veröffentlichen bei Open-Access. Befürworter von Open-Access sehen im freien Publizieren auch die Chance zu einer breiteren Verbreitung ihrer Werke. Open-Access führe auch zu einer verbesserten Rechtesituation für die Autoren, indem diese nicht mehr nur an Verlage gebunden seien.
Fazit
Der Heidelberger Appell stellt auch einen grundsätzlichen Disput dar. Wie sollen die Urheberrechte zwischen Autoren, Verlagen, GoogleBooks und Open-Access neu aufgeteilt werden? Dabei wird der Heidelberger Appell primär als Manifest der Verlage angesehen. Die Kritiker sehen den Appell als „Heidelberger Postkartenidylle“ oder als Blick aus dem „Butzenglasfenster“. Dabei sehen sie das Manifest als Ausdruck eines „generation gap“, als Angst einer Generation, welche die „Sozialisation des Internets“, nicht mehr aktiv erlebt hat.Telepolis
- Der Heidelberger Appell (Stand: 13.12.2009)
- Artikel aus der FAZ(Stand: 13.12.2009)
- Artikel aus Textkritik (Stand: 13.12.2009)
- Link zum GoogleBooks Settlement (Stand: 13.12.2009)
- „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen" (Stand: 13.12.2009)
- Informationsseite zu Open-access mit deutschem Bezug (Stand: 13.12.2009)
- kritsche Betrachtung in Telepolis (Stand: 13.12.2009)