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Mona Clavadetscher vom Kanuclub Nidwalden konnte ihr Glück am ersten Wettkampftag der Junior:innen und U23 Weltmeisterschaft im Wildwasserrennsport in Roudnice nad Labem kaum fassen. Soeben hatte sie mit einer Parforceleistung die fast zehnjährige Durststrecke der Schweizer Juniorinnen beendet und den Weltmeistertitel in dieser Kategorie zurück in die Schweiz geholt. Nach Melanie Mathys (2009, 2011) und Selina Zimmermann (2013) ist Mona Clavadetscher nun die dritte Schweizerin, die sich bei den Juniorinnen über die klassische Distanz über die Goldmedaille freuen darf. Komplettiert wurde das Ergebnis bei den Juniorinnen durch den starken 9. Rang von Glenys Ettlin.
Bei der U23 klassierte sich Hannah Müller (K1 Damen) auf dem 7. Rang, Jonah Müller (C1 Herren) beendete das Rennen als 9.
Nach dem erfolgreichen Vormittag aus 27 Nationen zunächst in Geduld üben. Wegen ernsten Gewitterwarnungen wurden die Rennen um 12 Uhr mittags unterbrochen und konnten erst nach 17 Uhr fortgesetzt werden. Dem Schweizer Team schien die Unterbrechung nicht viel ausgemacht zu haben. Samuel Peter fuhr bei seinem ersten Junioren-Grossanlass auf den respektablen 26. Rang und Cornel Bretscher gelang mit Rang 10 bei der U23 der Vorstoss in die Top 10. Auch die weiteren Schweizer Robin Häfeli, Luis Clavadetscher und Janis Amstad klassierten sich in den besten 25.
Für einen fulminanten Tagesabschluss sorgte aber wiederum Mona Clavadetscher. Trotz später Startzeit (20.33 Uhr!) gelang ihr zusammen mit ihrer Partnerin Hannah Müller im C2 wiederum ein starkes Rennen und die beiden sicherten sich den Vizeweltmeistertitel.
Am nächsten Tag beruhigte sich das Wetter zum Glück wieder und einem spannenden zweiten Wettkampftag stand nichts mehr im Wege. Die Teamrennen sind traditionellerweise eine Stärke des Swiss Canoe Teams. Nach der erfolgreichen EM im letzten Jahr sollte das Palmares an der WM um mindestens eine Team-Medaille erweitert werden. Bereits im ersten Rennen des Tages mit Schweizer Beteiligung konnte dieses Ziel abgehakt werden. Beflügelt vom WM-Titel des Vortags wuchsen die Juniorinnen Mona Clavadetscher und Glenys Ettlin zusammen mit Hannah Müller in der U23 Kategorie über sich hinaus und wurden Vizeweltmeisterinnen. Die Herren beendeten das Rennen auf dem 5. Rang.
Nach zwei Tagen auf der klassischen Distanz wechselte die WM für den dritten Wettkampftag auf die Sprintstrecke. Der künstliche Kanal in Roudnice erwies sich als schwieriger als gedacht und so durfte mit einigen Überraschungen gerechnet werden. Überraschungen negativer Art blieben für das Schweizer Team zum Glück aus und 8 von 12 Booten qualifizierten sich souverän für die Finalläufe.
Der finale Wettkampftag begann dann mit einem kleinen Dämpfer aus Schweizer Sicht. Für einmal war dem Team das Wettkampfglück nicht ganz hold und Mona Clavadetscher und Jonah Müller mussten sich mit 4. Plätzen zufrieden geben. Einen klaren Aufwärtstrend zeigten die U23 Herren. Nachdem an der letztjährigen EM der Sprintfinal noch ohne Schweizer Beteiligung stattgefunden hatte, klassierten mit sich Luis Clavadetscher als 9. und Cornel Bretscher als 11. in diesem Jahr gleich zwei Schweizer auf guten Rängen.
Auf die ersehnte Sprintmedaille musste die Schweiz aber bis zum letzten Einzelrennen des Tages warten. Dann waren es wiederum Mona Clavadetscher und Hannah Müller im C2, die die helvetische Delegation erlösten. Trotz einer unsauberen Fahrt notierten sie am Ende die schnellste Zeit und wurden U23-Weltmeisterinnen im C2.
Zum Abschluss der WM standen noch die Teamsprintrennen auf dem Programm. Sowohl das Damen- wie auch das Herrenteam liebäugelten mit einem Topresultat. Die Herren legten auch gleich vor und zauberten einen nahezu perfekten Lauf in die Wellen der Elbe. Ihre Zeit hielt allen nach ihn gestarteten Teams stand, nur die Tschechen vermochten sie mit einem Traumlauf noch zu unterbieten. Damit haben die Schweizer U23 Herren mit Robin Häfeli, Luis Clavadetscher und Cornel Bretscher ihre Silbermedaille aus dem letzten Jahr auch auf Weltniveau gehalten! Bei den Damen kam es leider zum Drama, als eine Paddlerin auf der Ziellinie kenterte und das Team disqualifiziert wurde.
Das Swiss Canoe Team hat an dieser Junior:innen und U23 Weltmeisterschaft wiederum gezeigt, dass es zur Weltspitze der traditionellen Kanudisziplin gehört. Die Resultate lassen die Vorfreude auf die Junior:innen und U23 Europameisterschaft 2024 im eigenen Land bereits jetzt aufkommen und sind eine grosse Motivation für kommende Generationen.
Bericht: Annalena Kuttenberger