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21.06.2018 14:26:12

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Forstwirtschaft
Seit dem Mittelalter gehörte den Gemeindegenossen von Richterswil eine ausgedehnte Waldung am Nordhang der Hohen Rohne, die Langenegg, später einfach Egg genannt. 1523 einigten sich die Dorfgenossen von Richterswil mit den Hofbesitzern südlich der Sihl über die Haus- und Nutzungsrechte und über die in Frage kommenden Fahrwege für den Holztransport. Eichen zu fällen, war allen Nutzungsberechtigten verboten. Diese Bäume waren „gebannt“, das heisst für den Unterhalt des Sihlstegs bei Hütten reserviert. Da der erste Vertrag keine Bestimmungen enthielt über den Umfang des Holzbezuges, wurde Raubbau betrieben. Holzbriefe von 1555 und 1570 schränkten das Nutzungsrecht des einzelnen auf zwei Buchen und eine Tanne ein. Von 1657 an besorgte eine Kommission von fünf Mitgliedern – ihr gehörten die Bannmeister vom Dorf und Berg an – die Aufsicht über die Eggwaldung.
1675 klagten die Richterswiler beim Zürcher Rat, die Leute ob der Sihl liessen in der Eggwaldung Ziegen weiden, wodurch der Jungwald Schaden nehme. Die Behörde verbot den Weidegang der Ziegen im Wald, gestand aber den Hofbauern weiterhin die Nebennutzung zu (Gewinnung von Streu, Futterlaub, Sammeln von wilden und zahmen Baumfrüchten).
Während der Helvetik, 1799, löste sich Hütten politisch von Richterswil und wurde eine selbständige Gemeinde. Die Langenegg-Waldungen blieben zunächst gemeinsamer Besitz der beiden Gemeinwesen; 1808 erfolgte die Teilung. Hütten erhielt den ihm zustehenden fünften Teil oder 65 Jucharten und 1505 Quadratfuss Wald und Boden auf der westlichen Seite der bisher gemeinsamen Wälder; Richterswil erhielt den Rest von 260 Jucharten.
Nachdem im Hoch- und Spätmittelalter im Raume Hütten verschiedene Waldpartien zur Anlage von Neuhöfen gerodet worden waren – Flurnamen wie Tannenhof, Oerischwand, Gschwändboden, Brand und Cholfass erinnern noch an diesen menschlichen Eingriff in die Naturlandschaft – änderte sich die Waldverteilung zwischen Mitte des 17. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr wesentlich. Dann vergrösserten sowohl Richterswil als auch Hütten ihre Waldareale. 1837 kaufte die Gemeinde Richterswil von Heinrich Scherrer den Kuhnhof samt der grossen Kuhnweide und liess das Gebiet aufforsten. Nach 1900 wurden auch die Leemannsweide und die Weide im Brand ob Schönau mit Jungholz bestockt.
Zwischen 1860 und 1900 kaufte Hütten von privaten Eigentümern rund 20 Hektaren Wiesland und Waldboden auf. Auch das in den 1890er Jahren abgebrannte Gehöf Huber in der Hinteren Schönau ging in den Besitz der Gemeinde Hütten über, welche diese Fläche ebenfalls bewalden liess.
Vom 729 Hektaren grossen Gemeindegebiet von Hütten sind heute 242 Hektaren oder rund 32 Prozent bewaldet. Der Gemeindewald Richterswil, dem Arnold Kasper 1978 eine ausführliche Monographie gewidmet hat, umfasst 136 Hektaren Waldboden in der Gemeinde Hütten teilen sich 59 private Besitzer.
Quelle: Prof. Peter Ziegler, Wädenswil
letzte Nachführung: 1987
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