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Die Initiative "Ja zu einer guten Thurgauer Volksschule" verlangte, dass die Lehrpläne in Zukunft vom Grossen Rat genehmigt werden müssen. Die "grenzenlose Reformitis" der letzten 20 Jahre habe der Schule geschadet und müsse gestoppt werden, sagten die Initianten.
Die Kritik des überparteilichen Komitees richtete sich hauptsächlich gegen den Lehrplan 21. Mit diesem würden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in den zentralen Fächern Deutsch und Mathematik weiter sinken.
Im Lehrplan sollten konkrete Jahrgangs-Lernziele festgeschrieben werden: Lesen, Schreiben, Rechnen sowie "eine positive Arbeitshaltung". Der Lehrplan müsse dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt und dem fakultativen Referendum unterstellt werden. Bei einem Ja hätten die seit dem Jahr 2015 neu erlassenen Lehrpläne innerhalb von zwei Jahren angepasst und genehmigt werden müssen.
Kritische Stimmen gegen die Volksschule gebe es immer, argumentierten die Initiativ-Gegner. Der Lehrplan bilde nur das Grundgerüst, entscheidend seien die Lehrerinnen und Lehrer. Der Kantonsrat lehnte die Initiative deutlich ab. Die Regierung hatte sogar die Gültigkeit des Volksbegehrens in Frage gestellt, da ihr bei einer Annahme rückwirkend Kompetenzen entzogen würden.
Bei der Ausarbeitung des Lehrplans 21 liess sich die Regierung von der Initiative nicht beirren. Offen liess die SVP-Bildungsdirektorin jedoch die Sprachenfrage: Der Grosse Rat muss nochmals darüber abstimmen, ob der Französisch-Unterricht auf die Oberstufe verschoben werden soll.
(SDA)