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Am Freitag, dem 17. Juni, fand in Zürich ein Symposium der Organisation «HmSuisse» statt; einer Organisation, welche Homöopathie in Entwicklungsländern propagiert.
HmSuisse ist (anderen Glaubensgemeinschaften, welche «Entwicklungszusammenarbeit» zu leisten meinen, nicht unähnlich) wohl durchaus gut gemeint, hat aber potentiell katastrophale Folgen: Gerade in Staaten mit tiefen medizin-hygienischen Standards kann es gefährlich sein, Menschen mit Placebos zu versorgen, anstatt sie an richtige medizinische Behandlung heranzuführen.
Mit anderen Worten: Die Wahrhaftigkeit der Intentionen der HmSuisse-Mitglieder ist nicht das Problem, sondern der Anspruch auf Wahrheit der behaupteten Wirkung der Homöopathie.
Mit anderen Worten: Die Wahrhaftigkeit der Intentionen der HmSuisse-Mitglieder ist nicht das Problem, sondern der Anspruch auf Wahrheit der behaupteten Wirkung der Homöopathie.
Ich sass während der ersten Hälfte der Veranstaltung im Publikum und lauschte folgenden drei Vorträgen:
Alle drei Vorträge waren interessant, den Schwerpunkt dieses Blogeintrages möchte ich aber auf Stephan Baumgartner von der «KIKOM» legen: Er argumentierte, warum es «wissenschaftlich» erwiesen sei, dass Homöopathie wirke. Seine Argumente aber, so meine Kritik, zeigen dies nicht.
Als kleine Einstimmung auf den Abend habe ich folgendes Souvenir ergattert:
Als kleine Einstimmung auf den Abend habe ich folgendes Souvenir ergattert:
Dr. Stephan Baumgartner: Zurück zu Zauberei
Stephan Baumgartner ist Mitarbeiter an der «KIKOM» und weist eine naturwissenschaftliche Bildung vor, an welcher es nichts zu rütteln gibt: Studium der Physik, Mathematik und Astronomie, Doktorat in Umweltwissenschaften. Umso enttäuschter war ich ob einem Teil seiner un- und anti-wissenschaftlicher Aussagen.
Dr. Baumgartner hielt sich in seinem Vortrag verhältnismässig zurück, im Sinne, dass er die angebliche Wirksamkeit der Homöopathie mit dem Verweis auf Studien und wissenschaftliche Erkenntnis zu begründen suchte und nicht mit blosser anekdotischer Evidenz.
Seine unkritsch-unwissenschaftliche Position gab Dr. Baumgartner dennoch relativ schnell kund.
Einleitend erklärte Dr. Baumgartner, warum Homöopathie «umstritten» ist und erklärte in diesem Zusammenhang in Kürze den zentralen Punkt der Homöopathie, das «Potenzieren». Dann kam aber die Aussage, mit diesem Prinzip habe die «westliche, europäische Naturwissenschaft» ein Problem.
Wissenschaft als Methode des kritischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Erkenntnisgewinns ist weder «westlich», noch «europäisch»: Wissenschaft ist gerade das (sehr erfolgreiche) Bemühen, die verzerrende Brille des Subjektivismus abzulegen.
Dr. Baumgartner implizierte mit dieser Aussage den «special pleading»-Fehlschluss: Homöopathie ist einfach etwas, was mit der «westlichen» Wissenschaft nicht greifbar ist.
Dass Dr. Baumgartner die Position der an Homöopathie Glaubenden vertritt (woran er selber glaubt, ist unbekannt und irrelevant), wurde spätestens bei folgender Behauptung unmissverständlich:
Wissenschaft könne über den Einzelfall keine Aussagen machen - den Einzelfall könne nur der Patient beurteilen.
In diesem Moment, muss ich zugeben, wurde mir richtig heiss und ich musste den Kopf schütteln: Dass ein Berufsakademiker wie Dr. Baumgartner tatsächlich derartig anti-wissenschaftlichen Unsinn erzählte, hat mich geschockt.
Gegen Ende seines Vortrages zitierte (oder paraphrasierte; genau kenne ich die Quelle nicht) Dr. Baumgartner Samuel Hahnemann, der gesagt habe soll, bei der Homöopathie handle es sich um eine «Geistartige Wirkung auf Lebenskraft».
Dr. Baumgartner sagte, dass sich die Frage stelle, ob Naturwissenschaft weiter komme ohne das «Geistartige», ohne «Lebenskraft».
Für einige Momente konnte ich meinen Ohren nicht trauen: Tatsächlich plädierte da ein gestandener Akademiker dafür, Wissenschaft solle zu Pseudowissenschaft werden und munter den «argument from ignorance» verwenden - alles stimmt irgendwie, weil alles irgendwie unsichtbare Energien sind. «Fluffy thinking», wie es im Buche steht.
Seinem Appell auf «Geistartiges» und «Lebensenergien» nicht unwesentlich widersprechend, stellte Dr. Baumgartner auch einige empirische Studien vor, welche seiner Einschätzung nach beweisen, dass Homöopathie wirke.
Studie 1: Patienten-Selbsteinschätzung
Die erste Studie, welche Dr. Baumgartner ansprach, ist «Outcome and costs of homoeopathic and conventional treatment strategies: a comparative cohort study in patients with chronic disorders.» (hier herunterladbar).
Diese Studie ist interessant, sagt aber nichts über die Wirksamkeit der Homöopathie aus. Untersucht wurde, ob Patientinnen und Patienten, welche sich für Homöopathie entscheiden, den Krankheitsverlauf anders beurteilen als Patientinnen und Patienten wissenschaftlicher Medizin. Das Ergebnis: Gemäss subjektiver Selbsteinschätzung fühlen sich Homöopathie-Patientinnen und -Patienten besser, und gemäss der Einschätzung der behandelnden homöopathischen «Ärzte» (im Vergleich zur Einschätzung medizinischer Ärzte) geht es Homöopathie-Patientinnen und -Patienten besser (S. 83f.):
Die Studie ist, wie gesagt, interessant, sagt aber lediglich aus, dass Menschen, welche an Homöopathie glauben, sich für subjektiv gesünder halten. Zu bemerken ist noch, dass ca. die Hälfte der Homöopathie-Patienten zusätzlich «schulmedizinisch» behandelt wurde.
Diese Studie wurde weder randomisiert, noch blind oder doppelblind durchgeführt.
Studie 2: Homöopathie und Durchfall bei Kindern
Bei der zweiten Studie, welche Dr. Baumgartner als Beweis für die Wirksamkeit der Homöopathie zitierte, handelt es sich, so weit ich das einschätzen kann, um zwei separate Studien: «Treatment of acute childhood diarrhea with homeopathic medicine: a randomized clinical trial in Nicaragua.» (hier herunterladbar) und «Homeopathic treatment of acute childhood diarrhea: results from a clinical trial in Nepal.» (hier herunterladbar).
Dr. Baumgartner hat die Studien und deren Ergebnisse folgendermassen zusammengefasst: Randomisierte Doppleblindstudien hätten gezeigt, dass Homöopathie bei Kindern wirke, und zwar sinke die Dauer der Durchfälle und deren Anzahl. Hier ist zu bemerken: In beiden Studien wurden die betroffenen Kinder mit der wissenschaftlichen Methode der «oral rehydration therapy» behandelt. Zusätzlich wurden entweder Homöopathie oder ein Placebo verabreicht; es fanden also keine grundsätzlich lebensgefährlichen Experimente statt.
Die Studie zu Nicaragua hat für die untersuchten 81 Kinder folgende Ergebnisse (S. 722):
Tatsächlich unterscheidet sich die Homöopathie-Gruppe signifikant von der Nicht-Homöopathie-Gruppe. Wie aber auf Seite 722 ebenfalls aufgeführt ist, unterscheiden sich die zwei Gruppen, obschon eine Randomisierung durchgeführt wurde:
Etwa zeigt sich, dass die Homöopathie-Gruppe deutlich öfter im Vorfeld mit wissenschaftlicher Medizin behandelt wurde («allopathic treatment»: 21 zu 11), obwohl dieser Unterschied als nicht-signifikant angegeben wird. Ebenfalls auffällig sind die Unterschiede zu Stillen («Currently breast-feeding»: 40 zu 50); Essgewohnheiten dürften eine nicht unwesentliche Rolle bei Durchfall spielen.
Die Ergebnisse zur Studie in Nepal fallen für die erfassten 116 Kinder ähnlich aus (S. 136):
Im Vergleich zur Studie zu Nicaragua fällt auf: Es wird vordergründig dasselbe gemessen (Wirksamkeit von Homöopathie bei Durchfall), aber die Ergebnisse werden unterschiedlich präsentiert.
In der Studie zu Nepal ist in Abbildung 1 eine «intention to treat»-Darstellung vorhanden. Was das bedeutet, erklärt z.B. die Cochrane Colaboration: Für eine bestimmte Anzahl Untersuchungseinheiten können keine konkreten Werte erhoben werden, weil sie, in diesem Fall, für die Nachfolgeuntersuchung nicht verfügbar waren. Wie viele Einheiten in welchen Gruppen, nennen die Autoren nicht.
Andere Studien kommen zum Schluss, homöopathische Intervention habe keinen Einfluss. «Homeopathic combination remedy in the treatment of acute childhood diarrhea in Honduras.» etwa konstatiert, Homöopathie habe keine signifikante Wirkung (obschon das Fazit der Autoren ist, man müsse weitersuchen, bis homöopathische Mittel als wirskam bestätigt werden). Eine frühere Studie zu Nicaragua kommt ebenfalls zum Schluss, die Ergebnisse seien nicht-signifikant.
Eine sehr ausführliche Diskussion dieser Studien ist auf «Science-Based Medicine» zu finden:
In der Studie zu Nepal ist in Abbildung 1 eine «intention to treat»-Darstellung vorhanden. Was das bedeutet, erklärt z.B. die Cochrane Colaboration: Für eine bestimmte Anzahl Untersuchungseinheiten können keine konkreten Werte erhoben werden, weil sie, in diesem Fall, für die Nachfolgeuntersuchung nicht verfügbar waren. Wie viele Einheiten in welchen Gruppen, nennen die Autoren nicht.
Andere Studien kommen zum Schluss, homöopathische Intervention habe keinen Einfluss. «Homeopathic combination remedy in the treatment of acute childhood diarrhea in Honduras.» etwa konstatiert, Homöopathie habe keine signifikante Wirkung (obschon das Fazit der Autoren ist, man müsse weitersuchen, bis homöopathische Mittel als wirskam bestätigt werden). Eine frühere Studie zu Nicaragua kommt ebenfalls zum Schluss, die Ergebnisse seien nicht-signifikant.
Eine sehr ausführliche Diskussion dieser Studien ist auf «Science-Based Medicine» zu finden:
- Without Borders (vgl. auch den Kommentar von Jan Willem Nienhuys)
- Homeocracy
- Homeocracy II
- Homeocracy III
- Homeocracy IV
- On the ethics of clinical trials of homeopathy in Third World countries
Was bleibt, ist folgende Einsicht: Wenn mehrere methodisch fragwürdige Studien im Prinzip dasselbe auf dieselbe (bisweilen nicht valide) Art messen, die Ergebnisse aber auf teilweise völlig andere Art darstellen, ist eine bedachte Statistik-Spielerei beobachtbar, um «signifikante» Ergebnisse zu herzustellen - dem Laien-Publikum werden anschliessend eine Handvoll Grafiken präsentiert, welche die Wirksamkeit der Homöopathie «beweisen».
Studie 3: Homöopathie und Wasserlinsen
An der letzten Studie, welche Dr. Baumgartner vorstellte, ist er selber beteilitgt: «Effects of Homeopathic Arsenicum Album, Nosode, and Gibberellic Acid Preparations on the Growth Rate of Arsenic-Impaired Duckweed (Lemna gibba L.)».
In dieser Studie wurde der Effekt bestimmter homöopathischer Präparate auf arsen-vergiftete Wasserlinsen getestet. Das Vorgehen ist relativ kompliziert (S. 2114f.):
Bei den zwei Abbildungen ist ein typischer Trick in der Darstellung von Daten angewandt: Die Y-Achsen sind nicht vollständig dargestellt (bei 0 beginnend), sondern nur in einem Ausschnitt, welcher die Unterschiede der dargestellten Werte drastisch erscheinen lässt. Wird eine Achse unvollständig angezeigt, ist dies eindeutig und explizit zu kennzeichnen, was hier fehlt.
Ob die präsentierten signifikanten Ergebnisse relevant sind, kann ich nicht beurteilen: Von den Wachstumsraten arsenvergifteter Wasserlinsen weiss ich nichts; es fehlt mir schlicht die Kenntnis der Materie. So gesehen habe ich keinen unmittelbaren Anlass, diese Studie zu kritisieren.
Ich muss aber betonen, dass ich nicht unvoreingenommen bin: Auch wenn diese Studie tadellos durchgeführt sein sollte, fällt es mir schwer, sie ernst zu nehmen. Der Grund dafür ist ein Text Dr. Baumgartners aus dem Jahre 2005: «Reproductions and Reproducibility in Homeopathy: Dogma or Tool?».
Als Fazit dieses Textes schreibt Dr. Baumgartner allen Ernstes:
Wir können zudem dank Dr. Baumgartners Einsicht alle öffentlichen Universitäten schliessen und viel Geld sparen: Wozu Milliarden von Franken in Ausbildung und Forschung stecken, wenn doch alles irgendwie stimmen kann - keine Hypothese zu hanebüchen, um nicht in die Denkkategorie des Dr. Baumgartner zu passen. Was nicht in unsere westliche, europäische Wissenschaft passt - ist ja auch nur eine Sichtweise! - wirdgerade dadurch bestätigt.
Ob dieser pseudowissenschaftlichen Logik bin ich voreingenommen: Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Studie zu Wasserlinsen ausfallen müsste, damit Dr. Baumgartner Homöopathie nicht in irgendeiner Form bestätigt sähe.
Aba Eklu: Homöopathie in Afrika
Der «Heiler» und Homöopath Aba Eklu referrierte über die Notwendigkeit, Homöopathie in das bestehende System der «médecine Africaine» zu integrieren.
Gemäss Eklus Ausführungen besteht das gegenwärtige Gesundheitssystem Afrikas zu 80% aus traditioneller afrikanischer Medizin, 15% aus «konventioneller» (wissenschaftlicher) Medizin und zu 5% aus restlichen Praktiken, inkl. Homöopathie.
Ob diese Angaben eine Grundlage in empirischen Erhebungen haben, ist unklar - während des ganzen Vortrages differenzierte Eklu nicht nach Staaten, sondern sprach pauschal von «Afrika». Man müsste meinen, dass die über 50 Staaten Afrikas einer Differenzierung bedürfen.
Eklus Vortrag wurde als «kritisch» angekündigt: Kritik im homöopathischen Sinne meint aber nicht, die Wirkung der Homöopathie in Frage zu stellen, sondern scheinbar nur, zu kritisieren, dass Homöopathie nicht gut genug implementiert werde. Eklu fordert, afrikanische Medizin als Grundlage zu nutzen, weil diese den bekannten Traditionen der Menschen entspreche, und davon ausgehend auch Homöopathie einzufügen.
Als einige der Herausforderungen für die erfolgreiche Integration der Homöopathie in Afrika nannte Eklu die Konkurrenz und Attacken der pharmazeutischen Lobby und - dies entbehrt nicht der Ironie - den Einfluss von Sekten und Geheimorganisationen.
Felix Morgenthaler: Homöopathie und Medien
Felix Morgenthaler, Co-Präsident des Homöopathieverbandes Schweiz, hielt einen Vortrag, in welchem er den anwesenden Homöopathinnen und Homöopathen Regeln zum Umgang mit Medien vorstellte.
Als «elementare Medienregeln» nannte Morgenthaler folgende (gekürzt bzw. leicht paraphrasiert):
- Im Voraus alle Einzelheiten präzise klären.
- Referate und Diskussionsbeiträge immer mit praktischen Beispielen, am besten aus eigenem Erfahrungsschatz, versehen.
- Honorar und mysteriöse Versprechungen klären.
- Die freundlichsten Medienpartnerinnen sind die gefährlichsten.
- Nicht zu viele Botschaften in einem Referat einbringen, Zuhörer nicht mit Details überfordern.
Wohl aus diesen Gründen wurde mir nicht gestattet, an der Veranstaltung zu filmen oder zu fotografieren.
Weiter kommentierte Morgenthaler die, wie er sie nannte, «Kampagne» gegen Homöopathie, welche es in letzter Zeit gebe. Als einen möglichen Grund nennt er den politischen Entscheid rund um die Aufnahme bestimmter «alternativmedizinischer» Verfahren in die Krankenkassen-Grundversicherung (vgl. z.B. hier).
Weiter erklärte Morgenthaler, die Kampagne sei von dem Verlagshaus Tamedia ausgegangen. Als einen der Gründe nennt er, dass bei Tamedia-Medien «junge Redakteure» arbeiteten, und es «cool» sei, kritisch und skeptisch zu sein. Dass kritsicher und skeptisch-hinterfragender Journalismus vielleicht schlicht Qualitätsjournalismus bedeutet, ist für Morgenthaler wohl keine Option.
Im Detail beschrieb Morgenthaler die Auseinandersetzung mit dem «Magazin», welches sich vermehrt kritisch gegenüber der Homöopathie äusserte. Morgenthaler durfte im Magazin N.39 vom 8. Oktober 2010 einen Gegenartikel veröffentlichen:
Wie Morgenthaler selber erklärte, brachte er in diesem Artikel keine Argumente, sondern erzählte eine «Geschichte». Entsprechend lohnt es sich nicht, den Artikel im Detail zu kritisieren.
Gegen Ende des Artikels wendet Morgenthaler den «Galileo gambit» an - und das ist, lässt sich etwas hämisch bemerken, fast ein bisschen peinlich.
Fazit
Was bleibt nach diesem Eintauchen in die Welt der Homöopathie?
Zu denken gibt sicherlich, dass mit Dr. Baumgartner ein Repräsentant einer Schar an Akademikerinnen und Akademikern zugegen war, welche ziemlich unverblümt Pseudowissenschaft betreiben - Homöopathie wirkt, und alles, was die Wissenschaft zu Homöopathie zu sagen hat, bestätigt diesen Glaubenssatz.
Dass Auftrags-Forschung betrieben wird, welche nur zum Ziel hat, vordefinierte «Ergebnisse» so gut wie möglich a posteriori zu beforschen, ist kein an sich neues Phänomen - man Blicke nur in den US-amerikanischen «think tank»-Dschungel, in welchem teilweise auch heute noch «wissenschaftlich» demonstriert wird, dass kein Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und dem Rauchen von Zigaretten besteht.
Das Problem mit pseudowissenschaftlichen Institutionen wie der «KIKOM» ist aber offensichtlich die Finanzierung durch Steuergelder.
Ansonsten bleibt aber mein Eindruck, dass die am Symposium Anwesenden im Rahmen ihres Glaubenssystems wohl durchaus helfen wollen: Ich wurde freundlich empfangen (von Anfang an gab ich bekannt, wer ich bin und was ich will), und verliess die Veranstaltung händeschüttelnd.
Wie ich aber in anderen Blogeinträgen zu Homöopathie-Einsatz von Eltern für ihre Kinder kritisiert habe: Wäre das einzige Ziel nur, für die Schutzbedürftigen bestmögliche Hilfe anzubieten, würden Homöopathinnen und Homöopathen ihren Glauben an Homöopathie kritisch hinterfragen und die Argumente für Homöopathie mit den Argumenten gegen Homöopathie abwägen.
Von einer solchen Reflexionsbereitschaft habe ich am Symposium nichts bemerkt: Die Frage, welche sich HmSuisse stellt, ist nicht, wie man den betroffenen Menschen am besten helfen kann - ob also Homöopathie wirklich ein nützliches Mittel ist - , sondern, wie die unantastbare Praktik der Homöopathie bestmöglich verbreitet werden kann.