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Farbe bekennen ist eine deutsche Redensart und bedeutet so viel wie: sich zu einer Sache bekennen oder seine Meinung offen sagen. (Wikipedia)
Der Ausdruck kommt aus dem Bereich des Kartenspiels: In verschiedenen Kartenspielen müssen beim Anspielen einer Karte die Mitspieler eine Karte der gleichen Farbe spielen. Die Mitspieler müssen bekennen, dass sie diese Farbe auf der Hand hatten.
Farbe bekennen bedeutet also auch, sich in die Karten schauen zu lassen. Und davor fürchten sich viele Menschen. Sie geben dies nicht freiwillig zu, denn sie wollen ja offen und transparent erscheinen, haben sich nichts zu Schulden kommen lassen und daher auch nichts zu verbergen. Diese Menschen halten sich nicht aus böser Absicht verdeckt, sondern haben Schwierigkeiten damit, sich zu „zeigen“. Man möchte nichts falsch machen. Man möchte keine Rechenschaft ablegen müssen, weshalb man so ist oder sich so verhält.
Wenn ich Farbe bekenne, zeige ich mich mit all meinen Vorlieben und Abneigungen (auch das Vermeiden einer Farbe ist eine Bekenntnis!…), ich werde dadurch greifbar und somit angreifbar.
Im abgebildeten Wohnzimmer stellen wir fest, dass keine einzige Farbe verwendet wurde, sondern die ganze Einrichtung aus unbunten Farben besteht. Es entsteht der Eindruck, dass sich die Einrichterin nicht auf eine Farbe festlegen wollte, womöglich konnte sie dies nicht (aufgrund innerer Un-Einigkeit, inneren Widersprüchen oder Widerständen), oder sie wollte keine Fehler machen, indem sie bunte Farben „falsch“ hätte einsetzen oder kombinieren können (Unsicherheit).
Auch wenn die Einrichterin keine Farbe bekennen will, liefert uns Feng Shui Einsichten. Was sagt dieses Wohnzimmer über die Einrichterin aus?
– Die Einrichterin bevorzugt sehr harte Kontraste. Es gibt keine weichen Zwischentöne. Die Einrichterin negiert die Buntheit und die Vielfalt im Leben, was allenfalls auf eine psychische Belastungs schliessen lässt.
– Die Härte, die in diesem Raum vorherrscht (sichtbar durch unbunte Farben, harte Kontraste und harte Linien) lässt auf Strenge schliessen. Die Einrichterin ist streng mit sich selbst (sie gönnt sich nichts, sieht sich selbst „schwarz-weiss“, darf keine Fehler machen, muss perfekt sein) und mit ihren Mitmenschen (sie gönnt ihnen nichts, ist unnachsichtig und hat überhöhte Erwartungen an andere). Für die Einrichterin gibt es kein Dazwischen (verschiedene Sichtweisen, die alle ihre Gültigkeit haben), sondern nur Entweder – Oder, Richtig – Falsch. Diese Haltung führt zu harten Urteilen und Verurteilungen (von sich selbst und den Mitmenschen). Wirkliche Beziehungen sind demnach für die Einrichterin vermutlich schwierig.
– Zusätzlich verdeutlicht sich die konfliktgeladene Atmosphäre durch das Feuer: Das Cheminee ist rund und weiss, symbolisiert (wie auch das viele weitere Weiss und Hellgrau im Raum) das Element Metall. Feuer und Metall stehen im Konflikt: Feuer zerstört (schmilzt) Metall.
Ausserdem wird Feuer von Wasser (symbolisiert durch die Farbe Schwarz) gelöscht: Ein weiterer sichtbarer Konflikt, der höchstens durch das Holz, das aus dem Fenster sichtbar ist, etwas besänftigt wird.
– Das schwarze Regal im Hintergrund besteht aus lauter schwarzen Kästchen, die ein Raster-Denken anzeigen. Alles muss in eine Schublade passen, es gibt keinen Spielraum, keine Toleranz (dies wird auch daran sichtbar, dass der Raum perfekt aufgeräumt ist, als wäre er unbewohnt).
– Der hellgraue Boden bietet kein sicheres Fundament, er ist metallisch, was im Westen dem Element Luft entspricht. Auf Luft kann nichts Stabiles ent- oder bestehen. Luft als Fundament macht unsicher. Wir haben es mit einer unsicheren Einrichterin zu tun, die nicht weiss, was sie will (sonst könnte sie ja auch Farbe bekennen ;-)). Der Glanz reflektiert das Licht, weist es ab. Auf einem abweisenden Fundament kann man keine Wurzeln schlagen. Durch die fehlende Erdung und Verwurzelung entsteht bei der Einrichterin ein Gefühl der Heimatlosigkeit.
– Licht hat einerseits die Funktion, zu beleuchten, andererseits wird es dazu verwendet, um ein Ambiente zu erschaffen. „Licht ins Dunkel“ zu bringen, bedeutet auch, die Wirkung von Wärme und Liebe zu erzeugen. Die Ständerlampe mit dem schwarzen Lampenschirm wird kaum ein warmes, liebevolles Licht abgeben. Der schwarze Schirm verdeckt die Wärme des Lichts. Statt einer liebevollen Stimmung zeigt diese Beleuchtung Trostlosigkeit an. Auch wenn es Licht gibt, sieht es die Einrichterin nicht, da es von ihrer dunkel gefärbten Wahrnehmungsweise (symbolisiert durch den schwarzen Lampenschirm) verdeckt wird.
– Bestimmt auch aus Prestige-Gründen wohnt die Einrichterin in einem modernen Designer-Wohnzimmer und vergisst dabei, dass sie für die dafür erhoffte Anerkennung (die sie – selbst wenn sie diese erhalten würde – nicht annehmen könnte, denn sie gönnt sich ja nichts) einen hohen Preis bezahlt: Lebt die Einrichterin langfristig in der (von ihr selbst erschaffenen) unbunten und kalten Umgebung, wird sie das Leben mehr und mehr als streng und lieblos empfinden.
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Durch das Bewusstmachen dieser Themen und durch Zugabe von sanften, vermittelnden Farbtönen (am besten Ton in Ton, denn laute Kontraste wirken unruhig und können Konflikte schüren) kann der Einrichterin geholfen werden, die Lebensfreude wiederzufinden.
Jemand, der das Leben liebt, wird sich von selbst mit Farben umgeben. Jemand, der im Leben gefestigt und geerdet ist, wird stabil genug sein, um Farbe zu bekennen und braucht sich nicht von der Meinung anderer abhängig zu machen.
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Indem Sie sich zeigen, werden Sie fassbarer für andere. Zeigen Sie viel Herz, aber auch Ihre Ecken und Kanten: Sie werden es ohnehin nie allen Recht machen können, und auf Menschen, die ebenfalls herzlich, offen und authentisch sind, wirken Sie auf diese Weise umso liebenswürdiger und sympathischer.