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10.05.2010
Mineralöl rückläufig – Stahl und Container nehmen zu
Das Gesamt-Umschlagsergebnis der Schweizerischen Rheinhäfen per Ende März 2010 hat sich im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um fast 20% verschlechtert. 1'396’267 t wurden im ersten Quartal 2010 umgeschlagen, 1'726'244 t waren es in der Vergleichszeit des Vorjahres. Dies ist auf die grosse Schwankung beim Import von Mineralölerzeugnissen zurückzuführen, stark zugenommen haben die Stahl-Importe.
Im (Krisen-)Jahr 2009 war das Umschlagsergebnis im 1. Quartal trotz zum Teil sehr schwachen Spartenergebnissen noch über dem Vorjahr, weil die Gütersparte «Erdöl, Mineralerzeugnisse», die den Löwenanteil des Gesamtumschlags ausmacht, einen regelrechten «Boom» erlebt hatte. Im 1. Quartal 2010 ist nun die umgekehrte Entwicklung festzustellen: Die Zufuhr von Mineralöl verminderte sich um mehr als einen Drittel. Dies konnte durch Zuwächse in anderen Sparten nicht kompensiert werden. Erfreulich ist dafür die ansteigende Entwicklung im Containerumschlag.
Containerverkehr
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte der Containerverkehr um 4 % auf gesamthaft 22'590 TEU zulegen. Vergleicht man mit dem 4. Quartal 2009, so beträgt die Zunahme rund 29 %. Der negative Trend aus den Vormonaten scheint damit gestoppt. Allerdings befindet sich der Verkehr in dieser Sparte auf immer noch tiefem Niveau und man ist relativ weit entfernt von den Zahlen aus den Jahren 2007/2008.
Gegenüber dem Vorquartal konnte beim Import- als auch beim Exportverkehr eine deutliche Mengensteigerung erzielt werden. Einkommend waren es 6'599 volle und 3'641 leere Behälter (in TEU), ausgehend 8'371 volle und 3'979 leere.
Stark zeigte sich im ersten Quartal vor allem der Februar mit einem Total von 8'246 TEU, was einer Steigerung um 16% gegenüber Februar 2009 gleichkommt. Im Januar 2010 hatte man noch eine Verminderung um 2,9% feststellen müssen. Auch der März 2010 verzeichnete mit -0,9% ein leichtes Minus, was allerdings auf die höhere Zahl Schiffsabfahrten im Vergleichsmonat des Vorjahres zurückzuführen ist.
Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass nicht nur die Talsohle erreicht ist, sondern sich eine schrittweise Besserung am Horizont abzeichnet. Fragezeichen bleiben allerdings angesichts der aktuellen Entwicklung der Schweizer Währung gegenüber dem Euro. Ein zu harter Franken könnte die beginnenden wirtschaftliche Erholung abwürgen.
Flüssige Treib- und Brennstoffe
Im erste Quartal 2010 sind knapp 590’000 Tonnen flüssige Treib- und Brennstoffe über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert worden. Gegenüber den 925'000 Tonnen in der Vergleichszeit des Vorjahres ist dies mit -36% ein zu erwartender Einbruch. Die grosse Schwankung erklärt sich mit einer besonderen Entwicklung in der Vergleichszeit des Vorjahres. Die damals äusserst günstigen Einkaufspreise für Heizöl waren von den Konsumenten dazu benutzt worden, ihre Tanks aufzufüllen. Dazu kam ein langer und strenger Winter 2008/09. Der Winter 2009/10 war zwar ebenfalls lang, aber mit nicht ganz so tiefen Temperaturen. Ausserdem ist das Preisniveau seit Jahresbeginn wieder hoch. Dies dürfte bei vielen Kunden dazu führen, mit Bestellungen noch zuzuwarten. Die Bevorratung bei den Endverbrauchern dürfte aber auf einem relativ tiefen Stand sein, so dass in den kommenden Monaten – eine Entspannung bei den Preisen vorausgesetzt – wieder mit grösseren Importmengen gerechnet werden darf.
Im Exportbereich wurden beim Sektor flüssige Treib- und Brennstoffe 50'303 Tonnen und damit (-3,7%) leicht weniger verschifft. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit einer geringeren Produktion der Inlandraffinerien.
Feste mineralische Brennstoffe
Die Einfuhr von Kohle und verwandten mineralischen Brennstoffen liegt mit 21'394 Tonnen (-42%) noch stark unter dem ersten Quartal des das Vorjahres. Die hohen Lagerbestände, welche sich bis Ende Jahr als Folge der bevorstehenden Erhöhung der Mineralölsteuer aufgebaut haben, lassen neue Importe vorerst noch auf tiefem Niveau verharren. Aufgrund seit einiger Zeit anziehender Energiepreise auf den Weltmärkten werden jedoch entgegen früherer Annahmen auch für das Jahr 2010 grössere Mengen an festen Brennstoffen in der Höhe des schweizerischen Jahresverbrauchs von gegen 200'000 Tonnen erwartet.
Eisen und Stahl
Die über die Schweizerischen Rheinhäfen laufenden Import- Export- und Transitverkehre begannen sich im ersten Quartal zu erholen und liegen mit gegen 160'000 Tonnen um 41% über dem Vorjahreszeitraum. Mit einer weiteren Erholung wird gerechnet. Diese Gütersparte spürt Wirtschaftskrisen immer zuerst und in äusserst starkem Mass; so auch 2009, als bei den Importen und Exporten von Stahlprodukten und besonders bei den Transitmengen von und nach Italien ein massiver Einbruch konstatiert worden war. Der Aufwärtstrend spiegelt nun die wirtschaftliche Erholung wider, wobei auch hier der Vorbehalt der jüngsten Ereignisse im Euro-Raum gemacht werden muss.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse / Nahrungs- und Futtermittel
Der Mengenrückgang bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom vergangenen Jahr hat sich im 1. Quartal 2010 nicht weiter fortgesetzt. Verglichen zum gleichen Zeitraum im Vorjahr konnte die Menge mit 59'140 Tonnen um rund 12 % gesteigert werden.
Die erfreuliche Tendenz bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen findet leider bei den Nahrungs- und Futtermitteln keine Fortsetzung. Im 1. Quartal sank die Menge um fast 8 % auf 124'057 Tonnen, was einem Mengenrückgang im Vergleich zum Vorjahr von 10'658 Tonnen entspricht. Die Importe sanken bei 84'655 Tonnen um 21,6%, während die Exporte bei 39'402 Tonnen um 47,2% zunahmen.
Insgesamt sind die Schweizerischen Rheinhäfen in diesem «Doppelsektor» mit einem Rückstand von 2,3 % ins Jahr 2010 gestartet, was mit dem Urteil «verhaltener Start ins 2010» kommentiert werden muss.
Holzschliff, Zellstoff und Chemische Produkte
Bei Zellstoff und chemischen Produkten deutet sich mit einem Plus im Import von 14,7% eine Erholung der Papierproduktion in der Schweiz ab. Das Quartals-Total liegt im Bereich «chemische Produkte» bei 138'573 einkommenden (+14,7) und 20'818 ausgehenden (-48,8%) Tonnen. Im Export ist der Aufschwung also noch nicht zu spüren, die entsprechende Erholung dürfte hier mit Verzögerung eintreten.