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Der Softwareriese will Untersee-RZs zur Einsatzreife bringen.
In der im Rahmen des "Project Natick"
entwickelten Testkapsel wurde ein nur leicht angepasstes Rack und ansonsten normales IT-Equipment verwendet, das die Zeit unter Wasser anscheinend problemlos überstanden hat. Auch das Kühlkonzept hat funktioniert. Die internen Kühlelemente waren mit Wärmetauschern an der Aussenseite der Kapsel verbunden. Eine der Befürchtungen war, dass diese Aussenelemente sehr schnell von Meeresorganismen wie Muscheln oder Seepocken verkrustet und damit ausser Gefecht gesetzt werden könnten. Dies, so Cutler sei aber nicht eingetroffen.
Microsoft möchte nun grössere Kapseln bauen, die mehr Racks aufnehmen und in wesentlich grösseren Tiefen eingesetzt werden sollen. Der erste Test fand in neun Metern Tiefe, nahe der kalifornischen Küste statt. Der nächste Test soll laut Cutler wahrscheinlich in etwa 200 Meter Tiefe durchgeführt werden. Künftige Generationen für den produktiven Einsatz könnten aus Einheiten mit je acht Kapseln, die insgesamt rund hundert Racks fassen, bestehen. Die Einheiten würden jeweils etwa zwei Jahre lang automatisiert ihren Dienst verrichten. Danach sollen sie geborgen, mit neuer Ausrüstung versehen und danach wieder versenkt werden.
Das Bestreben, den Einsatz in grösseren Tiefen zu ermöglichen, hat unter anderem einen rechtlichen Hintergrund: Die Snowden-Affäre und die Enthüllungen über die NSA-Schnüffelei seien einer der Gründe gewesen, die Idee zu entwickeln. Wenn die Kapseln auch in grosser Tiefe funktionieren, könnte man sie in internationalen Gewässern einsetzen und damit der Jurisdiktion eines Nationalstaates entziehen.
Generell, so Cutler weiter, sei es in manchen Aspekten einfacher, ein Rechenzentrum im Meer zu bauen, als auf dem Land. Einerseits seien die physikalischen Gegebenheiten konstanter: Die Temperatur am Meeresboden schwanke, vor allem in grösserer Tiefe, nur leicht und liege selten über 15 Grad, auch in südlichen Gewässern. Das Wasser schütze vor vielen Umwelteinflüssen, beispielsweise elektromagnetischen Impulsen, un zudem seien auch die rechtlichen Bedingungen imn Ozean viel einheitlicher als an Land. (Hans Jörg Maron)