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Im Barock wurde nicht nur den Künstlern eine immer autonomere Rolle zuteil, auch den Texten kam eine wachsende Bedeutung zu. Durch das Hauptelement des Barock, der Antithetik, mussten sich Texte zwischen Diesseits und Jenseits, zwischen Schein und Sein, Erotik und Askese, memento mori und carpe diem bewegen. Da die Texte also eine enorme Leistung erbringen mussten, war Formvielfalt gefragt. Auch die barocke Schwäche zur Formstrenge sorgte dafür, dass eine Reihe zahlreicher Stilelemente benötigt wurde, um die inhaltliche Treffsicherheit der poetischen Mittel zu garantieren. Eine besondere Vorliebe galt hierbei der Allegorie.
Da die literarischen Strömungen des Zeitalters der Aufklärung die geistige Orientierung beeinflussten, kam der Dichtung eine besondere Bedeutung zu. So sollten dem Publikum Rücksicht, Zuvorkommenheit und Duldsamkeit moralphilosophisch vermittelt werden, auf der anderen Seite jedoch auch Lebensfreude und Lust. Vor allem war das vielseitige System der Figuren darauf bedacht, die Affekte der Menschen zum Ausdruck, und Gemütszustände in eine feste Form zu bringen. Da auch der in der Renaissance vorhandene Instrumentenreichtum im Barock abnahm, traten die poetischen Mittel stärker hervor. Zunächst noch der neulateinischen Dichtung verpflichtet, waren auch die immer populärer werdenden Künstler ein entscheidender Faktor dafür, den Gesang und somit auch den Text eine stärkere Rolle einnehmen zu lassen.
Im Kontrast zu den höfischen Inszenierungen, mussten sich die kommerziellen Opernhäuser immer öfter an dem Geschmack des Publikums orientieren, was dazu führte, dass die deutsche Sprache berücksichtigt wurde. Maßgebend für Händel und Telemann war in diesem Zusammenhang Reinhard Keiser, der die Hansestadt Hamburg zum Hauptzentrum der deutschen Oper machte. Nach und nach erreichte die Wirkungsmacht des Publikums also, dass die venezianische Oper immer mehr verblasste und sich die Oper nun auch zu einem bürgerlichem Musikgenuss formen konnte.
Wie Johann Matteson erkannten auch die Komponisten die Bedürfnisse des Publikums. Matteson war, ganz nach dem Vorbild des in Frankreich aufkommenden galanten Stils, der Auffassung, dass die Hauptaufgabe der Musik darin bestehe, zu gefallen und die Bürger zum Tanz zu bewegen. Viele Stileigentümlichkeiten, die in der Literatur bei Herder und dem jungen Goethe folgen sollten, wurden vor allem durch den deutschen Carl Philipp Emanuel Bach, als Hauptvertreter des Empfindsamen Stils vorweggenommen.
Die Aufgabe des Empfindsamen Stils die Gemütszustände und Seelenstimmungen widerzuspiegeln, wurde von Telemann durch eine erstaunliche Tonmalerei umgesetzt, bei der Textstellen mit Figuren, Koloraturen und Wortwiederholungen auf musikalischer Ebene im wahrsten Sinne des Wortes „untermalt“ wurden. Als Mitglied des Dichterverbands Teutschübende Gesellschaft fertigte Telemann seine Texte selbst oder beauftragte bekannte Schriftsteller seiner Zeit, wie Klopstock oder Hagedorn sie nach seinen Vorstellungen für ihn zu fertigen. Auch in Frankreich kann man an dem Beispiel Jean-Baptiste Lullys, der mit Dichtern wie Molière zusammenarbeitete sehen, dass Komposition und Dichtung immer mehr Hand in Hand gingen.