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Alle Jahre wieder hatten sich für die offene Clubmeisterschaft am 18. November 2023 16 Leute angemeldet, die zu weit im Voraus (strikt nach Elo-Rangliste) in vier Vierergruppen eingeteilt wurden. Alles lief perfekt, bis am Turniermorgen eine prominente Absenz verkündigt wurde, die den ganzen Modus vercheibte. Ebenso wie letztes Jahr wurden also Fünfergruppen (strikt nach Elo-Rangliste) gebildet, womit pro Runde immer eine Person Pause hatte und sich am Buffet adäquat verpflegen konnte.
Topgesetzter des Turniers war der durchs Klettern gestählte Titelverteidiger Eru, der die Gruppe 1 trotz zeitweiligen Durchhängern gegen Johann mit vier Siegen gewinnen konnte. Johann (nach Setzliste Dritter der Gruppe) schnappte sich mit einem Sieg über Präsident Michu den zweiten Platz, Michu seinerseits komplettierte das Podest. Sämu und Hussain wiederum mussten den Gang zur Buvette/in die Trostgruppe antreten.
In der Gruppe 2 gab es gegen Brünu Z. nicht viel zu diskutieren: Die Noppenendschläge schlugen immer feinjustierter auf des Gegners Spielfläche ein. Zäfu, der verlorene Sohn von der Goldküste, der mit der Familie den weiten Weg nach Langnau angetreten ist, war für das Spektakel zuständig, als wäre er nie fortgewesen. In einem hart umkämpften Spiel setzte er sich gegen den neuen Langnauer Dramatiker mit Berner Hintergrund Elias im fünften Satz knapp durch. Elias seinerseits folgte auf dem dritten Platz, gefolgt von Lutz (der als etikettenfremder Neuling gleich seine Kapitänin bezwang) und Jeannine, die ihre Kräfte für die Clubmeisterschaften der Unklassierten bis D2 an den folgenden Montagen schonte.
Sebu konnte dir 3. Gruppe ohne Niederlage gewinnen und musste maximal die eigenen Matchbälle abwehren. Gegen Dänu wurde die Ehrenrunde über den 5. Satz gedreht, ansonsten aber so stilsicher wie möglich. Dänu seinerseits sicherte sich den zweiten Platz, musste aber laut Aussage Tinus gegen ihn Matchbälle parieren; laut Dänu sei das Blödsinn, so weit hätte er es nie kommen lassen. Mit munterem Gebrätsch (mit Noppe oder Sandwich) holte sich Tinu letztlich den dritten Rang, gefolgt von Teamkollege Chäspu (der als etikettenbewusster alter Hase seinem Kapitän Tinu den Vortritt liess) sowie Brünu B., der trotz null Training und einiger Brästeli sehr anständig spielte.
Um die KO-Phase vollzukriegen, mussten die drei Drittplatzierten (Michu, Elias, Tinu) noch eine Zwischenrunde auf zwei Gewinnsätze austragen. Nach durchgehend engen Kisten krallten sich Michu und Elias die Restplätze.
In der sogenannten Trostgruppen der Ausgeschiedenen, die genug Motivation für weitere Spiele aufbrachten, lässt sich leider rückblickend keine Rangliste feststellen, da gewisse Spiele nicht durchgeführt oder die Resultate nicht eingetragen wurden. Für ein Ausrufezeichen sorgten Lutz und Jeannine, die den ansonsten souveränen Sämu besiegen konnten. Hussain wiederum revanchierte sich gegen Chäspu für die Niederlage am Ranglistenturnier in Münsingen mit einem 3:2-Triumph und holte sich gegen Jeannine mit 14:12 im fünften Durchgang ebenfalls einen bemerkenswerten Sieg.
Eine Crème de la Crème, die so cremig war, dass sie ihresgleichen suchte, spielte derweilen die Viertelfinalpartien. Michu hatte eine Heidengaudi gegen Brünu Z., musste aber letztlich trotz schönen Ballwechseln dem Gegenüber gratulieren. In derselben Tableauhälfte konnte Johann leider nicht von seinem prächtigen Movember-Schnauz profitieren und ging gegen Sebu ein. Im Nachbarspiel konnte Zafer die physischen Vorteile gegenüber Dänu nur phasenweise ausspielen und ging ebenfalls als Verlierer vom Tisch, wobei die Kommentare während des Spiels auf Gewinner-Niveau waren. Elias spielte gegen Eru im ersten Satz gross auf und konnte sich diesen mit 11:9 sichern, baute danach aber leider mental etwas ab und der Unklassiertere setzte sich durch.
Im Halbfinale begegnete sich somit das erweiterte Langnau 1: In einem legendären Spiel, welches das Publikum wunschlos zurückliess, setzte sich Eru gegen den früheren Teamkollegen Dänu durch, liess ihn aber dennoch etwas am Erfolg schnuppern. Im zweiten Halbfinale fanden Brünu und Sebu regelmässig das Rezept zum Erfolg gegen den Kontrahenten, vergassen es aber auch öfters wieder, weshalb wie im Vorjahr ein fünfter Satz entscheiden musste. Elias auf dem Bänkli, der konsequent den Noppen Anfeuerungsrufe versagte, war am Ende am Boden zerstört, als Sebu dem Meisterserveur Brünu alles Gute für das Finale wünschte.
In einem kleinen Finale, wo die beiden Athleten beide durch die Strapazen des Turniers gezeichnet waren, konnte Sebu seine letzten Kraftreserven gegen Dänu geschickt ausspielen und sich für die beiden in der Gruppenphase verlorenen Sätze revanchieren mit einem glatten 3:0-Sieg, womit ihm der Platz an der Bronze sicher war.
Das viel erwartete grosse Finale liess denn auch nicht viel zu wünschen übrig: Lange Ballwechsel hüben wie drüben und die Händchen der kämpfenden Athleten zeugten von enormem Ballgefühl. Letztlich fiel aber Eru wohl ein mal zu oft auf die Schnittwechsel herein und Brünu Z. konnte mit 3:1 in glorreicher Manier obenaus schwingen. Nach dem Handshake runzelte das fachkundige Publikum geeint die Stirn, kam es doch zu Erus erstem dokumentierten Schlägerwurf der Karriere (ungefährlich in Richtung Tasche, es wurde gar von einem „aktiven Ablegen“ geraunt). Brünu Z. konnte damit endlich mal wieder den begehrten Clubpokal in die Höhe stemmen.
Ein strahlender Brünu mit dem Pokal (Sockel: Bald zu erweitern für die Namen der künftigen Gewinner)
„Das Podest“ (Stillleben mit Medaille)
Auf die Einzelkonkurrenz folgte der beinahe wichtigere Teil des ruhmreichen Samstags: Das Doppelturnier. In einem über alle Zweifel erhabenen Losverfahren durch zwei unparteiische Subjekte konnten diverse Paarungen gebildet werden, die danach am Wettbewerb mit Repechage (Repêchage? Hoffnungslauf?) teilnahmen. Etliche Doppel wurden gespielt, die Zeit rückte vorwärts und das Buffet wurde immer karger, allerdings waren einige Eiferer mit Medaillenabsichten angetreten und kaum von der Platte zu bewegen. Letzten Endes sicherte sich ein überlegt agierender Elias mit einer kongenialen Jeannine Bronze, die Taktikfüchse Brünu Z. und Sämu landeten auf dem zweiten Platz, nachdem sie in der Revanche gegen das abgezockte Paar Johann und Tinu letztlich knapp den Kürzeren zogen.
Ob Moustache oder Medaille, der Fotogenität sind keine Grenzen gesetzt. (Leider abwesend: Elias und Sämu)
Nachdem auch dieser Teil des Turniers abgeschlossen war, wurde ohne viel Hin und Her beschlossen, die Siegerehrung in der Sonne Bärau zu vollziehen. Schnell waren Spiel- und Buffetbereich aufgeräumt und gereinigt und Fahrgemeinschaften gebildet. Zahlreiche Menschen widmeten sich dem Fondue Chinoise, einige dem Kegeln und etliche dem Konsum von isotonischen Getränken.
An den nächsten beiden Montagen fand die Clubmeisterschaft Unklassierte bis D2 statt. Die Spitze war breit und es schien jeder jeden schlagen zu können, letztlich setzten sich in der Vorausscheidung am ersten Montag jedoch die Topgesetzten Jeannine und Chäspu als Gruppenerste durch, Lutz und Hussain folgten als Gruppenzweite ebenfalls in den Halbfinal. Die weiteren Teilnehmer (Volker, Kilian, Tim, Noel und Cyrill) schieden aus, konnten sich aber eine Woche später natürlich noch in einer Trostrunde beweisen. Eifrig wurden die letzten Buffetreste verzehrt und zahlreiche Ansagen gemacht, welche die nächste Woche betrafen.
In der Trostrunde am Folgemontag kam es dann zu einer Überraschung, als dass Kilian den besser gesetzten Tim mit 3:2 bezwang und sich somit den ersten Platz sicherte. Cyrill seinerseits rächte sich für die Niederlage in der Vorwoche und schlug Noel mit 3:0.
Was die Halbfinalspiele anging, so sei hiermit unterstrichen, dass über vier Gewinnsätze gespielt wurde. Grosse Kritikerin des Modus war Jeannine, die jeweils ein paar Sätze brauchte, um den Schock dieser Spielform zu verdauen. Sie konnte sich aber denn mit 4:3 gegen Lutz durchsetzen und sich somit für den Final qualifizieren; ob das bei drei Gewinnsätzen geklappt hätte, sei dahingestellt. Chäspu wiederum liess sich nicht durch den neuen Modus irritieren und gewann gleich mit 4:0 gegen Hussain.
Im Spiel um Bronze zog dann Hussain sein Spiel konsequent durch und drängte Lutz wiederholt weit hinter den Tisch. Mit einem 4:0-Sieg konnte er sich Bronze herausspielen.
Im Grande Finale, dem Abschluss der Clubmeisterschaften, trafen denn zwei erfahrene Profis aufeinander, die beide bereits (mehrfach?) Goldmedaillen in dieser Kategorie abstauben konnten. Das Spiel wogte Hin und Her, sicherlich waren auch beeindruckende Ballwechsel und Netzroller dabei. In einer hauchdünnen Entscheidung konnte sich erneut Jeannine mit 4:3 (und 11:9 im Entscheidungsdurchgang) durchkämpfen und sich damit nach einem Jahr Pause erneut Gold holen.
Die drei Phasen der Clubmeisterschaft, nicht chronologisch: Akzeptanz, Triumph, Besinnung.
Herzliche Gratulation allen Leuten mit und ohne Medaillen und ein grosses Merci an alle, die zur gelungenen Durchführung beigetragen haben, sei dies mit leckeren Beiträgen für das Buffet, Unterstützung beim Auf- und Abbau oder organisatorischen Hinweisen. Bis nächstes Jahr!