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Geschichte
Die Luftseilbahn nach Niederrickenbach
Schon kurz nach der Jahrhundertwende standen für Niederrickenbach der Bau einer Seilanlage oder einer Strasse zur Diskussion.
1911
Bau der ersten Seilanlage für den Gütertransport. Der Bau dieser Bahn kostete Fr. 7000.– und verkehrte nur einspurig. Diese Windenbahn wurde von einem alten Schiffsmotor (Benzin) betrieben. Eine einzelne Fahrt dauerte 20 Minuten, und es konnten höchstens 50kg Last befördert werden. Oft gab es Ärger, denn das Zugseil schleifte am Boden und verhängte sich zeitweise, so dass gelegentlich Güter zerbrachen, Milchkannen ausgeleert wurden und Teile von Lasten vollständig verloren gingen. Das Tragseil bestand aus 12mm Stahldraht, der auf der ganzen Länge zusammengelötet wurde. Für den Transport und den Einzug dieses Tragseiles benötigte es 45 Mann als Träger.
Erbauer dieser Bahn, und der folgenden Um- und Neubauten bis zum Jahr 1965 war Remigi Niederberger von Dallenwil. Die erste Fahrt war am 1. Juli 1911.
1918
Ersatz der Tragseile. Umbau auf eine zweispurige Pendelbahn mit 200kg Nutzlast.
1921
Ersatz der Tragseile, Litzenkonstruktion 18 mm. Über 60 Mann trugen die Seile zur Bergstation. Von diesem Zeitpunkt an vertraute auch die Post ihre Briefe und Pakete dem neuen Verkehrsmittel an. Umrüstung der Antriebsmaschine auf Elektro-Motor.
1923
ca. ab diesem Jahr wurden erstmals Personen transportiert. Nutzlast waren 2 Personen oder 200 kg Güter.
Vorher wurde der beschwerliche Aufstieg aus dem Engelbergertal zu Fuss bewältigt. Nur wer über das nötige Geld verfügte, konnte sich eine Sänfte oder ein Reittier leisten. Alte Rickenbacher wussten noch zu berichten, dass bis ins Jahr 1932 noch „gesesselt“ wurde. Zwei starke Männer trugen auf einem hölzernen Tragstuhl „bessere“ Leute hinauf bis vor das Pilgerhaus. Trägerlohn pro Mann betrug Fr. 4.-.
1929
Einbau der Stütze „Chollertobel“ Höhe 35 m.
1933
Erneuerung der Bahn auf Nutzlast 4 Personen oder 400 kg. Ersatz der Tragseile durch vollverschlossene Konstruktion 21 mm. Zugseil Litzenkonstruktion 12 mm. Neue Antriebsmaschine mit Elektromotor und mit Hilfsantrieb (Explosionsmotor). Neue Fahrzeuge mit je zwei zweirolligen Laufwerken. Noch heute erzählen viele Leute von der luftigen Fahrt mit dem Segeltuch bespannten Bähnli. Doch auch schon bei geringem Andrang, wie bei Wallfahrten oder schönen Sonntagen, musste mit langen Wartezeiten gerechnet werden.
1964
In diesem Jahr wurde eine neue und für die damalige Zeit moderne Seilbahn parallel zur alten Bahn erstellt. Fassungsvermögen 25 Personen. Gleichzeitig erbaute man auf den Haldigrat eine neue zweier Sesselbahn.
1981
Einbau einer neuen elektrischen Steuerung und der Sicherheitsanlage (FUA, Fern-Überwachungs-Anlage).
1989
Erneuerung der Seilbahn. Neue Kabinen für 25 Personen, neuer Hänger, Antriebsmotoren und Getriebe. Einbau von einem leistungsfähigen, hydrostatischen Notantrieb. Bei den Stationseinfahrten wurden neue Einfahrtssättel montiert.
Weil der oberste Streckenabschnitt am Boden sehr schwer begehbar ist, und damit ein Abseilen der Passagiere im Störungsfall, insbesondere im Winter nicht sinnvoll wäre, wurde für diesen Streckenabschnitt eine komplett neue, netzunabhängig angetriebene Bergungsbahn installiert.
1992
Montage eines Lichtwellenleiter-Kabels an das bestehende Telefonseil für eine Video-Ueberwachung und Gegensprech-Anlage. Dadurch konnte in der Bergstation Personal eingespart werden.
2001
Ersatz von Tragseil A, 40 mm.
2005
Geplant ist der Einbau einer neuen elektrischen Steuerung und der Sicherheits-Anlage.
2007
Startschuss zum Projekt Bahn 08 am 15. Mai 2007: Totalsanierung der Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach und Erneuerung und Erweiterung der Talstation.
2008
Feierliche Inbetriebnahme der rundum erneuerten Luftseilbahn am 10. Mai 2008. Erneuerung der Betriebsbewilligung und Konzession. Dauer der Konzession Nr. 3278, bis 31. Dezember 2032.