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Ein Uhrmacher ist ein Handwerker, der Uhren herstellt und repariert. Da heutzutage fast alle Uhren in einer Fabrik hergestellt werden, reparieren die meisten Uhrmacher die Uhren nur. Die heutigen Uhrmacher werden oft von Juwelieren, Antiquitätenläden und anderen Läden angestellt, die sich vor allem der Reparatur von Uhren und Armbanduhren widmen. Uhrmacher müssen Baupläne und Anleitungen für zahlreiche Arten von Uhren und Zeitmessern verstehen können, die von antiken Uhren bis zu modernen Zeitmessern variieren. Bei diesem Gewerbe benötigt man vor allem feinmotorische Koordination, da Uhrmacher häufig mit Geräten arbeiten, die aus kleinen Zahnrädern und feiner Mechanik bestehen.
Inhaltsverzeichnis:
- 0.1 Geschichte
- 0.2 Herkünfte und Fachgebiete
- 0.3 Zünfte
- 0.4 Werkzeuge
- 1 Armbanduhrmacher
Geschichte
Ursprünglich waren Uhrmacher Handwerksmeister, die Uhren von Hand entworfen und gebaut haben. Da moderne Uhrmacher antike und handgefertigte Uhren reparieren müssen, für welche keine Ersatzteile verfügbar sind, benötigen sie die Fertigungsfähigkeiten der ursprünglichen Handwerker. Ein qualifizierter Uhrmacher kann normalerweise ein fehlendes Teil entwerfen und herstellen, ohne zum Originalteil Zugang zu haben.
Uhrmacher arbeiten in der Regel nicht an Armbanduhren; die benötigten Fähigkeiten und Werkzeuge sind so unterschiedlich, dass die Armbanduhrmacherei ein separates Arbeitsgebiet darstellt und von einem anderen Fachmann ausgeübt wird, nämlich dem Armbanduhrmacher (ausführlicher Text unten zu finden).
Herkünfte und Fachgebiete
Die früheste Verwendung des Begriffs „clokkemaker“ (Uhrmacher) stammt vermutlich aus den 1390er Jahren, etwa ein Jahrhundert nachdem die ersten mechanischen Uhren erschienen.[1] Von Anfang des 15. Jahrhunderts bis zum 17. Jahrhundert galt die Uhrmacherei als das technisch am fortgeschrittenste Handwerk. Historisch gesehen bauten die besten Uhrmacher oft auch wissenschaftliche Instrumente, da diese schon seit langem die einzigen Handwerker waren, die in der Herstellung von mechanischen Präzisionsgeräten ausgebildet wurden. Zum Beispiel wurde die Mundharmonika von einem jungen deutschen Uhrmacher erfunden, die dann vom Uhrmacher Matthias Hohner in der Massenproduktion hergestellt wurde.
Vor 1800 wurden Uhren einschließlich all ihrer Einzelteile in einem einzigen Geschäft und von einem Uhrmachermeister ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Im 19. Jahrhundert begann man Uhrenteile in kleinen Fabriken herzustellen, aber die Facharbeit der Gestaltung, Montage und Einstellung der Uhr wurde immer noch in Uhrmachergeschäften gemacht. Bis zum 20. Jahrhundert ermöglichten es schließlich austauschbare Teile und standardisierte Designs die gesamte Uhr in Fabriken zusammenzubauen, sodass die Uhrmacher sich dann schließlich auf die Reparatur und Wartung von Uhren spezialisierten.
Zünfte
Mit der kontinuierlichen Verbreitung der Kunst der Herstellung von Uhren wurden im 16. Jahrhundert Zünfte speziell für dieses Gewerbe gegründet. Eine der ersten Zünfte entstand in London, England, welche als „Worshipful Company of Clockmakers“ (Ehrenswerte Gesellschaft der Uhrenmacher) bekannt war; die Gruppe formte sich nachdem einige im Ausland ausgebildete Uhrmacher ihre Zeit in London verbrachten.[2] Eine Anforderung für die Aufnahme in die Zunft war es, das Handwerk auszuüben, so viel Erfahrung wie möglich zu erlangen und auch dem Beitritt in eine der vielen anderen Zünfte, wie z.B. die Schmiede, Schreibwarenhändler oder Tuchhändler. Es gab viele Zünfte, in denen sich Uhrmacher trafen, um Uhren von Kunden zu kaufen, zu verkaufen und zu reparieren. Die IWJG ist eine der berühmtesten der Welt.
Werkzeuge
Die ersten Uhrmacher stellten alle komplizierten Teile und das Räderwerk der Uhren von Hand mit der Hilfe von Handwerkzeugen her. Sie entwickelten Spezialwerkzeuge, um diese Arbeit zu vereinfachen.[3]
Balance-Zentrierständer
Dieses Gerät wurde bei der Gestaltung der Räder und des Räderwerks der Uhr verwendet, um sicherzustellen, dass das Rad, insbesondere das Unruh, ausgewogen und rund war. Die Drehzapfen des Rads wurden in den Zentrierständer montiert. Ein Index-Arm wurde neben dem Rand bewegt und das Rad wurde gedreht, um festzustellen, ob der Rand genau war.
Matrizen-/ Schraubplatte
Die Schraubplatte wurde verwendet, um Windungen auf kleine Schrauben zu schneiden. Es hatte verschiedene Matrizenlöcher, um verschiedene Größen von Gewinden zu machen. Ein Stück Draht wurde in ein Loch gesteckt und gedreht, um am Ende ein Gewinde abzuschneiden. Dann formte man einen Kopf am anderen Ende des Drahtes, um eine Schraube zu machen.
Feile
Gehärtete Stahlfeilen wurden verwendet, um das Metall zu formen, bevor es verwendet wurde, um Räder oder Platten herzustellen und anzupassen. Es gab viele Varianten von Feilen.
Nietenzange
Die aus Messing oder Stahl hergestellten Nietenzangen wurden verwendet, um Nieten aus verschiedenen Uhrteilen zu entfernen.
Juwelier-Piercingsäge
Die Klinge der Säge wurde durch Lösen der Flügelschraube neben dem Handgriff freigegeben. Um einen inneren Schnitt zu beginnen, wurde ein Loch gebohrt und die Klinge wurde eingesetzt und wieder mit der Säge verbunden. Dieses Gerät wurde von den Uhrmachern gerne verwendet, um die Enden der Uhrzeiger zu reparieren.
Nietwerkzeug
Ein vertikaler Eisenkolben wurde mit einer Reihe von Einsätzen zum Platzieren von Walzen und Rädern eingesetzt.
Drehbank
Die Drehbank war eine kleine Bogen-betriebene Drehmaschine zum Polieren der Teile und zum Anpassen der Größe von Zahnradrohlingen. Während des Einsatzes wurde das Gerät in einem Schraubstock eingespannt und der Arbeiter hielt ein Schneid- oder Polierwerkzeug auf einem T-förmigen Werkzeughalter mit einer Hand und bewegte den Bogen hin und her, um das Teil zu drehen.
Querpräger Niethammer
Das flache Ende des Werkzeugs war für den allgemeinen Gebrauch, doch das gebogene Ende des Prägers wurde zum Abflachen der Nietenköpfe verwendet. Dieses Werkzeug wurde zum Schmieden und Nieten, für Stahlmarkierungen und mehr verwendet.
Armbanduhrmacher
Ein Armbanduhrmacher, wie der Name schon sagt, arbeitet vor allem an Armbanduhren und nicht an Uhren; letzterer wird als Uhrmacher bezeichnet (s. Artikel oben).
Ein Armbanduhrmacher ist ein Handwerker, der Armbanduhren herstellt und repariert. Da heutzutage fast alle Armbanduhren in einer Fabrik hergestellt werden, reparieren die meisten Armbanduhrmacher die Armbanduhren nur. Ursprünglich waren Armbanduhrmacher Handwerksmeister, die Armbanduhren von Hand entworfen und gebaut haben. Da moderne Armbanduhrmacher auch antike, handgefertigte oder einzigartige Armbanduhren reparieren müssen, für welche keine Ersatzteile verfügbar sind, benötigen sie bestimmte Fähigkeiten und können normalerweise Ersatzteile für viele Teile einer Armbanduhr herstellen.
Die meisten ausübenden professionellen Armbanduhrmacher warten die neuesten Armbanduhren der Produktionen. Nur selten stellen sie Ersatzteile her. Anstelle dessen erhalten sie Fabriksersatzteile für die entsprechende Armbanduhrenmarke und passen diese an.
Die meisten modernen Armbanduhrenmacher der Welt, insbesondere in der Schweiz und Europa, arbeiten direkt für die Armbanduhrenindustrie und könnten auch einen formalen Abschluss einer Fachschule für Armbanduhren haben. Sie erhalten auch eine Kaliber-spezifische Ausbildung im Werk oder Dienstleistungszentrum der Armbanduhrenmarke, bei der sie beschäftigt sind. Allerdings haben einige Fabrik-Service-Center ein Konzept, bei dem sie Leute („opérateurs“) einstellen, die nur einen Aspekt des Reparaturvorgangs durchführen. Diese hoch qualifizierten Arbeiter haben kein Armbanduhrmacher-Diplom oder -Zertifikat, sondern werden speziell als „Hauseigene Techniker“ geschult, um nur eine oder mehrere Komponenten der Armbanduhr in einem „Fließband“-Stil zu warten, (z.B. ein Arbeiter demontiert das Uhrwerk aus dem Gehäuse, ein anderer poliert das Gehäuse und Armband, ein weiterer installiert das Zifferblatt und Zeiger, usw.). Wenn echte Armbanduhrmacher in solchen Fabriken eingesetzt werden, wird ihr Können meist nur für die Wartung des Uhrwerks verwendet.
Aufgrund der Einschränkungen durch Fabrik/Original-Ersatzteile, arbeitet eine zunehmende Minderheit der Armbanduhrmacher in den USA „unabhängig“, was bedeutet, dass diese nicht direkt für eine Firma oder ein Fabrik-Service-Center arbeiten.
Eine bedeutende Schweizer Uhrenmarke (Rolex ) vorqualifiziert jetzt unabhängige Armbanduhrmacher, bevor sie diese mit Ersatzteilen versorgen. Die Marke Omega hat die gleichen Voraussetzungen. Allerdings verkauft die überwiegende Mehrheit der modernen Schweizer Marken keine Teile an unabhängige Armbanduhrmacher, ungeachtet der Kompetenz, Schulung oder Anmeldeinformation der Armbanduhrmacher. Durch diese Industriepolitik möchten die Schweizer Hersteller eine strengere Qualitätskontrolle bei der Wartung ihrer Armbanduhrenmarken erhalten, hohe Margen auf Wartungsdienste erreichen (2-4 mal mehr als ein unabhängiger Armbanduhrmacher verlangen würde) und um Second-hand Armbanduhrenteile des Gebraucht- und Fälschungsmarktes zu veringern.
Ausbildung
Historisch gesehen mussten Armbanduhrmacher in England eine siebenjährige Ausbildung durchlaufen und dann einer Zunft beitreten, wie z.B. die Worshipful Company of Clockmakers in London, bevor sie ihre erste Armbanduhr verkaufen konnten. Heutzutage unterziehen sich Armbanduhrmacher Schulungen, die nach dem WOSTEP Lehrplanstil unterrichten. Manche Armbanduhrmacherschulen in den USA unterrichten nicht nur den WOSTEP-Stil, einschließlich der ETA-Bewegungsabläufe, sondern konzentrieren sich auch auf ältere Armbanduhren, die moderne Uhrmacher heutzutage noch vorfinden können.
In Dänemark dauert die Ausbildung 4 Jahre, mit 6 Semestern an der dänischen Uhrmacherschule in Ringsted. Die Ausbildung umfasst sowohl Uhren als auch Armbanduhren, da ein Armbanduhrmacher in Dänemark auch ein Uhrmacher ist. In Frankreich gibt es drei Diplome: das niedrigste ist das fr:Certificat d’aptitude professionnelle (CAP) en fr:Horologerie (in 2 Jahren), dann das fr: Brevet des Métiers d’Art/BMA Horlogerie für einen Kurs über weitere 2 Jahre. Und optionell, das fr:Diplôme des métiers d’art/DMA Horlogerie (2 Jahre).
Uhrmacher als Metapher
William Paley und andere verwendeten den Uhrmacher in seiner berühmten Analogie, um auf die Existenz Gottes (das teleologische Argument) zu schließen.
Richard Dawkins wandte später diese Analogie in seinem Buch „Der blinde Uhrmacher“ an, mit dem Argument, dass die Evolution blind sei, da sie die Zukunft nicht vorhersehen kann. Die Evolution, sagt Dawkins, wird nicht von Gott (Göttern) gelenkt. Statt dessen stammen alle komplizierten Verbesserungen der Mechanismen in der Natur aus dem Verlangen nach Überleben.
Alan Moore verwendet in seinem grafischen Roman „Watchmen“ die Metapher des Arbanduhrmachers als zentralen Teil der Hintergrundgeschichte seines heroischen Charakters Dr. Manhattan.
In der NBC-Fernsehserie „Heroes“ ist der Bösewicht Sylar vom Beruf ein Uhrmacher. Seine Fähigkeit zu wissen, wie Uhren funktionieren, entspricht seiner Fähigkeit neue Superkräfte durch die Untersuchung der Gehirne der Menschen zu gewinnen, die er umgebracht hat.
Im Scifi-Roman „Der Splitter im Auge Gottes“ von Larry Niven sind Uhrmacher eine kleine technisch-intelligente Unterart der Moties, die Dinge reparieren/verbessern, die für sie übrig gelassen wurden (begleitet von Essen als Bezahlung).
Personalisierung
Eine hergestellte Uhr vom Uhrmacher kann ganz nach den Wünschen des Kunden hergestellt werden. Diese Uhr kann personalisiert und einzigartig sein.
Quellen[1] „Clock“. Encyclopedia of Antiques. Old and Sold Antique Marketplace. Retrieved 2008-04-20.
[2] Mones, Richard Ann; George White (2012). „Worshipful Company of Clockmakers“. Antiques and Fine Art magazine. AntiquesAndFineArt.com website. Retrieved August 2, 2012.
[3] Carla, Ojha (2002). „Tools of the Clockmaker“. Highlights of Past Exhibits. Museum of Early Trades and Crafts website. Retrieved August 2, 2012.