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Seit bald 30 Jahren bewegt sich die Temperatur des Sommerhalbjahrs in der Schweiz auf sehr hohem Niveau. Was früher als extrem galt, ist heute zur Normalität geworden. Wirklich kühle Sommerhalbjahre sind aus dem Schweizer Klima längst verschwunden.
In der aktuell laufenden Normperiode 1991‒2020 erreicht ein durchschnittliches Schweizer Sommerhalbjahr rund 11 Grad. Das tönt für Sommerverhältnisse nicht weltbewegend. Vor dem Jahr 2000 bedeutete 11 Grad für das Sommerhalbjahr jedoch etwas ganz Ausserordentliches. In der langen Messperiode von 1864 bis 2000 lagen die wärmsten Sommerhalbjahre zwischen 10 und 11 Grad. Nur das Sommerhalbjahr 1947 lieferte mehr Wärme. Seither ist der frühere Extremwert von 11 Grad zum Durchschnitt geworden. Die früheren Extremwerte zwischen 10 und 11 Grad gelten im aktuellen Klima als unterdurchschnittlich. Vergleichsweise kühle Sommerhalbjahre unter 9 Grad, früher eine häufige Erscheinung, sind aus dem Klima der Schweiz seit mehr als 30 Jahren verschwunden.
Seit der vorindustriellen Periode Ende des 19. Jahrhunderts hat sich das Schweizer Sommerhalbjahr um 2 Grad erwärmt. Ab Messbeginn 1864 zeigte die Temperatur des Sommerhalbjahrs zunächst über längere Zeit keine erhebliche Änderung. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts ist eine massive Erwärmung zu beobachten. Von der Normperiode 1961‒1990 zur laufenden Normperiode 1991‒2020 ist das Sommerhalbjahr im landesweiten Mittel sprungartig um 1.5 Grad wärmer geworden. Ab Mitte der 1990-er Jahre lagen alle Sommerhalbjahre in einem Temperaturbereich, der früher als sehr warm beurteilt wurde. Ein eindrückliches Signal der laufenden Klimaänderung. Die Schweiz erlebte in den letzten zwei Jahrzehnten ein deutlich wärmeres Sommerklima als in der ganzen Messperiode zuvor.