Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/629

Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem
Bergbau, der zu Ende des 15. Jahrh. in der dortigen Gegend, namentlich am
Schrecken-
und Schottenberg, sehr ergiebig war, und wurde 1496 durch
HerzogAlbrecht den Beherzten gegründet. Sie hieß anfangs die
»Neue
Stadt am Schreckenberg«, den
Namen Annaberg gab ihr
KaiserMaximilian. Der
Bergbau erreichte seine höchste
Blüte
[* 5] im 16. Jahrh., wo sich die anfahrende
Mannschaft zuweilen auf 2000 belief; seit dem Dreißigjährigen
Kriegist er sehr zurückgegangen.
Im J. 1561 führte
BarbaraUttmann (die 1575 in Annaberg starb und seit 1834 ein Denkmal daselbst hat) die Spitzenklöppelei
ein, und 1590 ließen sich zahlreiche aus
Belgien
[* 6] vertriebene
Posamentiere in Annaberg nieder; beide wurden die Begründer der industriellen
Bedeutung der Stadt. Annaberg ist Geburtsort des Jugendschriftstellers
Chr.
FelixWeiße, zu dessen Andenken 1826 eine Waisenanstalt
gegründet wurde; der bekannte Rechenmeister
AdamRiese (gest. 1559) lebte als Bergschreiber daselbst.
(lat.
Approximation), mathematischer
Ausdruck für solche Größenangaben, welche nicht ganz genau sind,
sondern dem wahren Wert mehr oder weniger nahekommen. So ist 0,33 ein angenäherter für ⅓,
0,141 ein solcher für ^ 2 etc.GemeineBrüche mit großem
Zähler und
Nenner lassen sich mittels der
Kettenbrüche
(s. d.) angenähert durch einfachere
Brüche darstellen.
(Jahrbücher, Annales libri),
Bücher, worin die merkwürdigsten Begebenheiten in chronologischer
Folge, nach
Jahren abgeteilt, verzeichnet werden.
Alle Geschichtschreibung hat mit solchen Annalen angefangen; die alten
Ägypter, Assyrer und
Perser und noch früher die
Chinesen hatten ihre Annalen. Die ältesten der
Römer sind die von den
Priestern
abgefaßten Annales pontificum oder Annalen maximi, welche meist nur auf
Religion und
Kultus Bezügliches enthielten und bei der
Eroberung der Stadt durch die
Gallier zu
Grunde gingen.
Später, vorzüglich nach dem zweiten
Punischen Kriege,
gab es außer den neuen Priesterannalen auch sogen.
Familien- (Annales
gentium) und Konsularannalen (Annalen consulares), worin teils die Thaten ausgezeichneter
Männer, teils wichtige Veränderungen
in den innern und äußern Verhältnissen des
Staats kurz aufgezeichnet waren. Die Konsularannalen wurden
auf hölzerne, mit geleimter
Leinwand überzogene Tafeln geschrieben und erhielten davon auch den
NamenLibri lintei (Leinwandbücher).
An der
Spitze dieser römischen Annalenschreiber (Annalisten) erscheint
QuintusFabiusPictor (220
v. Chr.). Als sich im Augusteischen
Zeitalter die Geschichtschreibung mehr ausbildete, ging nach und nach der
Name Annalen auch auf solche geschichtliche
Werke über, in welchen zwar die Berücksichtigung der
Chronologie nach den einzelnen
Jahren vorherrschte, sonst aber in Behandlung
und
Anordnung des
Stoffs das höhere
Prinzip der Geschichtschreibung vorwaltete; so die Annalen des
Tacitus u. a.
Vgl.
Nitzsch, Die
römische Annalistik (Berl. 1873).