Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03165.jsonl.gz/2011

Titel
Gärtner,
1) Friedrich, Architekturmaler, geb. zu München, genoß anfangs, um sich in der Baukunst auszubilden, den Unterricht seines Vaters, des bekannten Architekten Friedrich v. G. (gest. 1847), den er 1840 und 1841 auf seinen Reisen in Italien und Griechenland begleitete. Hier fühlte er sich aber mehr von der Malerei angezogen, die er nach seiner Rückkehr in München auf der Akademie und unter dem damals dort weilenden dänischen Seeschlachtenmaler Simonsen erlernte. Nachdem er dann eine Zeitlang in Paris das Atelier des Genremalers ¶
mehr
Claudius Jacquand besucht hatte, reiste er mit dem Architekturmaler Gerhardt nach Spanien und dem nördlichen Afrika, besuchte London, ging später nochmals nach Paris und nahm zuletzt in München seinen Wohnsitz. 1870 reiste er noch einmal ins nördliche Afrika. Seine trefflich gemalten, oft in der Beleuchtung meisterhaften Architekturbilder sind großenteils aus Spanien oder Nordafrika entnommen, z. B.: aus der Alhambra, das Innere eines Hauses in Tetuan, Straße in Algier, aus der Moschee El Kebir in Algier u. a.
2) Heinrich, Landschaftsmaler, geb. 1828 zu Neustrelitz, lernte das Zeichnen unter seinem Landsmann, dem 1832 aus Rom zurückgekehrten Zeichner und Kupferstecher Ruscheweyh, und ging nach Berlin, wo er von 1845 an die Landschaftsmalerei unter F. W. Schirmer ausübte. Nachdem er noch eine Zeitlang unter Ludw. Richter in Dresden sich ausgebildet hatte, zog er nach Rom, wo das Studium der alten Meister und des Cornelius ihn sehr beeinflußte. Von dort erhielt er bei einer Konkurrenz für landschaftliche Wandmalereien im Museum zu Leipzig den zweiten Preis. In Deutschland malte er zunächst in den Villen des Herrn v. Lanna bei Prag und Gmunden umfängliche Wandbilder, desgleichen im Haus des Stadtrats Dürr in Konnewitz bei Leipzig (Scenen aus dem Leben der Psyche), beteiligte sich an dem malerischen Schmuck des neuen Hoftheaters in Dresden und führte dann sein Hauptwerk aus, jene Wandmalereien im Museum zu Leipzig, welche, vom Stadtrat Dürr gestiftet (1849 vollendet), einen Cyklus landschaftlicher Darstellungen in Wachsfarben bilden, die, im historischen Sinn behandelt und in unmittelbarem Anschluß an die Architektur mit entschiedener Betonung der Linien und Formen, aber mit einem kraftvollen, einheitlich gestimmten Kolorit, die wichtigsten Schauplätze der geschichtlichen Entwickelung der Plastik zum Inhalt haben.