Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03486.jsonl.gz/1502

Beginn Inhaltsbereich
Beginn Navigator
Ende Navigator
Perakut bis akut verlaufende, bakterielle Infektion der Säugetiere. Tödlicher Verlauf durch Septikämie mit unvollständigem Gerinnen des Blutes ist typisch.
Betroffen sind vor allem Rind und Schaf, seltener Pferd und Ziege. Fleischfresser und Schweine sind wenig empfänglich, Vögel sind fast resistent.
Symptome
Kennzeichnend ist eine Schwellung und braunschwarze Verfärbung der Milz. Bei Wiederkäuern ist der Milzbrand eine sehr schnell auftretende (perakut oder akut) verlaufende Gesamtinfektion des Organismus. Plötzliches Zusammenbrechen der Tiere, mit Austritt von dunklem Blut aus After, Vulva, Mund und Nase und Eintritt des Todes innerhalb weniger Minuten (perakuter Verlauf). Der Akute Verlauf wird mit Fieber, pochendem Herzschlag, beschleunigtem Atem, blutigem Kot, Blutaustritt aus Maul, Nase After, Vulva und Eintritt des Todes innerhalb von 12 - 48 Stunden beschrieben.
Beim Pferd ist der Krankheitsverlauf durch Allgemeinsymptome charakterisiert. Fleischfresser und Schweine zeigen einen eher chronischen Verlauf, bei dem vor allem der Rachen betroffen ist und sich Schwellungen am Hals (ödematöse Schwellung) bilden, aber auch eine Entzündung des Dünndarmes (Enteritis) zur Folge hat.
Ansteckung
Die Aufnahme der Sporen erfolgt fast ausschliesslich mit kontaminiertem Futter oder Trinkwasser, in das der Erreger durch Kot und Blut milzbrandkranker Tiere gelangte.
Prävention
Das Blut verendeter Tiere enthält grosse Mengen von Bakterien, die an der Luft Sporen bilden (Boden-Tier-Boden Zyklus). Verdächtige Kadaver dürfen deshalb nicht aufgeschnitten werden. Alte Wasenplätze können als Erregerreservoire von Bedeutung sein. In gefährdeten Beständen wird eine amtlich angeordnete Notimpfung durchgeführt.
Staatliche Bekämpfung
Der Milzbrand ist eine Auszurottende Seuche und meldepflichtig. Bei einem Milzbrandfall werden die betroffenen Betriebe gesperrt, die erkrankten Tiere getötet, die gefährdeten Tiere überwacht und auch der Kantonsarzt benachrichtigt.
Symptome
Je nach Eintrittspforte tritt der Milzbrand beim Menschen in verschiedenen Formen auf: Zu etwa 95 % der Fälle ist dies über Hautrisse oder sonstige Verletzungen der Körperoberfläche der Fall und wird als Hautinfektion (Hautmilzbrand) wahrgenommen. An der Eintrittsstelle des Erregers wird eine Rötung sichtbar und nach knapp einem Tag bildet sich ein eitriges oder blutig-seröses Bläschen. Im Laufe der ersten Woche entwickelt sich eine schwärzliche Schorfschicht, die sich in der Folgezeit immer weiter ausbreitet. Schmerzen treten anfänglich keine auf, erst wenn die zugehörigen Lymphbahnen entzündliche Veränderungen aufweisen, kommt es zu Schmerzen und zu Allgemeinstörungen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen und tiefem Blutdruck. Befindet sich die Eintrittspforte im Gesicht oder im Halsbereich sind die Prognosen ungünstig. Ohne Behandlung kommt es durch die Verbreitung des Erregers über die Lymphbahnen zu einer Blutvergiftung (Sepsis) und führt in 5% bis 20% zum Tod.
Nach Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln kann es zu Darmmilzbrand kommen. Dieser äussert sich anfangs mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, später mit blutigem Erbrechen, Bauchschmerzen, blutigen Durchfällen und Schock. Ohne frühzeitige Therapie führt der Darmmilzbrand zum Tod.
Das Einatmen von Sporen kann Lungenmilzbrand hervorrufen. Zu Beginn der Krankheit sind Halsschmerzen, trockener Husten und mässiges Fieber zu verzeichnen, gefolgt von hochgradiger Atemnot, pfeifender Atmung, hohem Fieber, erhöhtem Puls, blutigem Durchfall, Koma und Schock. Ohne frühzeitige Therapie führt der Lungenmilzbrand zum Tod.
Ansteckung
Beim Hautmilzbrand erfolgt die Ansteckung über Berührungskontakt mit erkrankten Tieren oder erregerhaltigen Stoffen wie Fleisch, Wolle, Tierhaare, Knochenmehl. Nach dem Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln kann es zu Darmmilzbrand kommen, Das Einatmen von Milzbrandsporen kann den Lungenmilzbrand hervorrufen. Fälle von Darm- und Lungenmilzbrand sind hauptsächlich aus Afrika und Asien bekannt. Milzbrandgefährdet sind vor allem Tierärzte, Landwirte und Personen der verarbeitenden Industrie von Fleisch, Pelzen, Haaren und Wolle also in Teppich-, Bürsten, Pinselfabriken usw.
Im Falle von Bioterrorismus werden Sporen über die Luft eingeatmet. Die infektiöse Dosis für den dadurch hervorgerufenen Lungenmilzbrand wird auf 8'000 bis 50'000 Sporen geschätzt.
Prävention
In Betrieben mit Verarbeitung von potentiell kontaminiertem Material sind angepasste Arbeitsbekleidung und strenge Hygienemassnahmen zwingend. Auch ist eine prompte Behandlung aller Hautläsionen bei Angestellten unerlässlich. Eine gezielte Information über Risiken und Übertragungsart der Arbeitnehmer wird empfohlen. Gelegentlich wird der Milzbrand mit Leder- oder Fell-Souvenirs aus Drittweltländern in die Schweiz eingeschleppt. Deshalb ist ein Verzicht auf das Einführen solcher Souvenirs angebracht.
Ende Inhaltsbereich