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Für den zweiten Schweizer Medaillen-Erfolg in Salt Lake City sorgte die Snowboarderin Fabienne Reuteler: Sie gewann Bronze in der Halfpipe.
Vor 16'000 begeisterten Zuschauern bot die amerikanische Top-Favoritin Kelly Clark im Halfpipe-Final der Frauen die beste Show und sicherte sich verdientermassen Olympia-Gold. Hinter der Französin Doriane Vidal sorgte Fabienne Reuteler als Dritte für das zweite Schweizer Highlight nach Simon Ammanns Triumph im Skispringen.
Mit leichten Anlaufschwierigkeiten - Reuteler hatte sich den Vorstoss in den Final erst im zweiten Run der Qualifikation gesichert - näherte sich Reuteler im Durchgang der Entscheidung ihrer Höchstform. Dank ihrer technisch brillanten Vorstellung sicherte die 22-jährige Schwyzerin der Schweizer Snowboard-Bewegung vier Jahre nach der erfolgreichen Premiere in Nagano die dritte Olympia-Medaille.
Die Basis zum Sprung aufs Podest legte die 21-jährige Wollerauerin mit ihrer Kombination zweier 540-Drehungen gleich zu Beginn des Kurses. Zwei perfekt vorgetragene, in beachtlicher Höhe ausgeführte Rotationen krönten die qualitativ hochstehende Darbietung Reutelers.
Wie die athletische Brettkünstlerin dem Druck der gewaltigen amerikanischen Kulisse standhielt, wie sie die Anpassungs-Schwierigkeiten, die sie im Training noch belastet hatten, meisterte, zeugte von grosser Klasse.
"Im Vergleich zu den letzten fünf Tagen habe ich sicher meine besten Runs gezeigt. Ich würde gar sagen, dass mir einer der besten Läufe meines Lebens gelungen ist", strahlte die Wirtschaftsstudentin.
Reutelers Sonderschicht
Im Vergleich zur Top-Favoritin Kelly Clark hatte Reuteler auf dem Weg ins Feld der besten zwölf eine kaum einkalkulierte Sonderschicht zu absolvieren. Als Siebte verpasste sie die direkte Qualifikation für den Final nach einem gemessen an ihren Fähigkeiten zu dosierten Run um exakt einen Rang.
Die hohen Vorgaben für den entscheidenden zweiten Durchgang waren bereits vor Reutelers zweitem Start klar: Gleich sechs Riderinnen, unter ihnen immerhin die beiden weiter vorne erwarteten US-Girls Shannon Dunn und Tricia Byrnes, erhielten Noten, welche die 30er-Marke deutlich übertrafen.
Nervenstark, im Stile einer Championne bestand die Bronze-Gewinnerin diesen Härtetest. Über die Noten ihrer Direktkonkurrentinnen war sie nicht im Bild, "um die Konzentration wahren zu können", wie sie begründete. Mit zwei herrlichen Drehungen im ersten Teil und einer doppelten Rotation zum Schluss überzeugte sie auch die Jury: Mit mehr Punkten hatten die Juroren zuvor nur die Kür Clarks bewertet.
swissinfo und Sven Schoch (Si)