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US-Bankenaufseher: Alle große Banken sind bankrott!
Hoenig dagegen wendet international anerkannte Maßstäbe für das verfügbare Eigenkapital („tangible capital“) an - und demzufolge beträgt der Eigenkapitalanteil der größten US-Banken nur 4,97%. D.h., von jedem Dollar nominellen Wertbesitzes der Banken sind 95 Cent geliehen. Bei mehreren Großbanken der Eurozone ist das Verhältnis sogar noch schlechter. So beträgt der reale Eigenkapitalanteil der Deutschen Bank nur 3,05%. Kaum besser sind Banco Santander aus Spanien mit 3,06%, BNP Paribas mit 3,55%, UBS aus der Schweiz mit 3,50% und die italienische Unicredit mit 3,83%. Dies liegt weit unter dem Mindestanteil von 10,5%, den die EZB bzw. die europäische Bankenaufsicht EBA als Puffer gegen eine Systemkrise vorschreiben.
Offiziell erfüllen jedoch alle genannten Banken diese Maßgabe, weil sie mit Rückendeckung von EZB/EBA die Bilanz falsch berechnen. Der Betrug liegt darin, nur sog. „risikobewertete“ Geschäfte einzubeziehen und außerbilanzliche Geschäfte, wie die meisten Derivate, auszuschließen. Wenn man alle außerbilanzlichen Verpflichtungen einbezieht, ist der Umfang der Bankgeschäfte in der Eurozone dreimal größer als bei den Zahlen von EZB/EBA. Somit beträgt der reale Kapitalanteil 96:4 oder 97:3, d.h. jeder Euro in den Büchern der Banken ist mit 96-97 Cent fremdfinanziert.
Hoenig schreibt dazu treffend in seinem Bericht: „Der Sektor der Finanzbranche mit der größten Konzentration an Vermögenswerten ist derjenige, der am schlechtesten mit Eigenkapital ausgestattet ist. Rundheraus gesagt, er arbeitet mit der höchsten Summe geliehenen Geldes oder wie wir sagen, gehebelter Finanzierung, und ist damit am schlechtesten darauf vorbereitet, Verluste zu schlucken... Die Realität ist: da individuelle Firmen sich mit zuwenig Eigenbesitz finanzieren, ist auch die Branche als ganze unterkapitalisiert, und falls eine Firma bankrott geht, bleibt die Branche anfällig für Ansteckung und Systemkrise.“ Das ist einmal mehr ein schlagendes Argument für eine strikte Glass-Steagall-Bankentrennung zwischen Geschäfts- und Investmentgeschäft, wofür sich auch Hoenig intensiv einsetzt.
Caroline Hartmann redigiert den wöchentlichen Newsletter des Schiller-Instituts e.V., aus dem dieser Text entnommen ist. Das Schiller-Institut mit Sitz in Laatzen bei Hannover wurde 1984 gegründet und wendet sich «gegen die trotzigen Anmassungen der Fürstengewalt» (Schiller).
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