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Selbsthilfefähigkeit von Sozialhilfebeziehenden
Eine quantitative Bestandesaufnahme und Einflussprüfung
Hilfe zur Selbsthilfe gilt als zentrale Handlungsmaxime in der Sozialen Arbeit. Diese hat zum Ziel, die unterstützten Personen dahingehend zu befähigen, dass sie genügend Selbsthilfefähigkeit entwickeln, um ihr Leben unabhängig von professioneller Fremdhilfe bewältigen zu können. Im Kontext der Sozialhilfe stellt die nachhaltige Entwicklung von Selbsthilfefähigkeit der Klientinnen und Klienten respektive deren Ablösung von der Sozialhilfe ein übergeordnetes Wirkungsziel dar. Diese Masterarbeit setzte sich einerseits zum Ziel, aufzuzeigen, aus welchen zentralen Ressourcen beziehungsweise Fähigkeiten sich die Selbsthilfefähigkeit massgeblich auszeichnet, andererseits eine Bestandsaufnahme der Selbsthilfefähigkeit von Sozialhilfebeziehenden abzubilden. Darüber hinaus wurde geprüft, ob der Gesundheitszustand, die soziale Unterstützung und die Persönlichkeitsmerkmale der «Big Five» (Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit, Neurotizismus) die Selbsthilfefähigkeit der befragten Sozialhilfebeziehenden vorhersagen können.
Die Befragung der Sozialhilfebeziehenden erfolgte einmalig und schriftlich auf Basis eines standardisierten Fragebogens.
Die Ergebnisse zeigen, dass die befragten Personen zum Erhebungszeitpunkt durchschnittlich über eine gute Selbsthilfefähigkeit verfügten. Das heisst, dass sie sich durchschnittlich als selbstwirksam und selbstbestimmt erlebten, änderungsmotiviert waren und ihre Selbstbeobachtung positiv einschätzten. Darüber hinaus wurde deutlich, dass sich Personen, die sich sozial unterstützt fühlten, selbstwirksamer erlebten, stärker ausgeprägte Selbstbeobachtungsfähigkeiten aufwiesen und in ihr Leben selbstbestimmter wahrnahmen, im Vergleich mit Personen, die über weniger soziale Unterstützung berichteten. Im Weiteren liess sich feststellen, dass Person mit weniger gesundheitlichen Belastungen und Einschränkungen eine stärker ausgeprägte Selbstwirksamkeit gegenüber Personen aufwiesen, die gesundheitlich mehr belastet waren. Letztlich konnte aufgezeigt werden, dass Personen mit höheren Werten bei der Persönlichkeitsdimension Gewissenhaftigkeit stärker ausgeprägte Selbstbeobachtungsfähigkeiten aufwiesen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die gesundheitliche Situation sowie die soziale Unterstützung eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Förderung von zentralen Dimensionen der Selbsthilfefähigkeit einnehmen. In einem ersten Schritt kann sich eine entsprechende Bestandesaufnahme dieser beiden Einflussfaktoren in die Beratung und Begleitung von Sozialhilfebeziehenden als hilfreich erweisen, um in einem zweiten Schritt gemeinsam mit den Betroffenen Ziele und Strategien zu entwickeln, wie deren persönliche Selbsthilfefähigkeit insgesamt gefördert werden kann.