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Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags sprachen mehrere Schweizer Künstlerinnen mit uns über die lokale Musikszene und die Künstlerinnen, die sie inspirieren.
Den Internationalen Weltfrauentag nutzen wir dazu, um folgende Schweizer Künstlerinnen hervorzuheben, die dieses Jahr an den Schweizer Festivals auftreten: Natascha Polké (Gurtenfestival), To Athena (Gurtenfestival), Alex Nantaya (Tension Festival), Seraina Telli (Bellarena Events) und LEILA (Gurtenfestival).
Alex Nantaya – 26. Juli 2024, Tension Festival
Was bedeutet es, eine Schweizer Künstlerin zu sein?
Meiner Meinung nach ist es sowohl ein Privileg als auch eine Herausforderung, eine Künstlerin in der Schweiz zu sein. Es ist ein Privileg, weil wir die Möglichkeit haben, in einem Land Musik zu machen, dass viele Möglichkeiten bietet und künstlerische Kreativität unterstützt, trotz der Schwierigkeiten, die ein recht kleines Gebiet mit sich bringt, um sich zu verbreiten, und trotz einiger Dynamiken, die ein kleines, in drei Sprachen geteiltes Land mit sich bringen kann.
Viele Künstlerinnen sind mit geschlechtsspezifischen Barrieren und Ungleichheiten konfrontiert, die ihre Chancen und ihre Wirkung einschränken können, insbesondere in dem prekären und hart umkämpften Umfeld der Musikindustrie.
Hat die Tatsache, dass du eine Frau bist, deine Karriere beeinflusst?
Die Art und Weise, wie ich produziere und meine Kreativität zum Ausdruck bringe, steht in direktem Zusammenhang damit, wer ich bin und was mich inspiriert. Meine Musik ist also intrinsisch mit meiner weiblichen Identität verbunden, und das spiegelt sich in meinem künstlerischen Prozess wider. Die Programmgestaltung von Clubs und Festivals entwickelt sich hin zu mehr Inklusivität und Repräsentation, es werden Anstrengungen unternommen, um eine Geschlechterparität in der Veranstaltungsplanung zu gewährleisten, wobei auch der Musikstil und die künstlerische Qualität berücksichtigt werden. Es müssen noch viele Mechanismen eingeführt werden und Bookings von Künstlerinnen, um eine «Schublade zu füllen», kann ein zweischneidiges Schwert sein.
Wir haben die Möglichkeit, unsere Stimme zu erheben und zur Musikszene beizutragen. Wir müssen uns aber auch mit den Herausforderungen und Ungleichheiten auseinandersetzen, die in der Musikindustrie nach wie vor bestehen.
Indem wir uns gegenseitig unterstützen und uns weiterhin authentisch ausdrücken, können wir eine bedeutende Wirkung erzielen und zukünftige Generationen von Künstlern Künstlerinnen und Künstlern inspirieren.
Welche Schweizer Künstlerinnen hörst du oder inspirieren dich?
To Athena – 19. Juli 2024, Gurtenfestival
Was bedeutet es, eine Schweizer Künstlerin zu sein?
Es bedeutet, nicht allein zu sein, denn es gibt sehr viele grossartige Schweizer Musikerinnen und es wird noch mehr geben. Deshalb bin ich froh, eine von vielen Schweizer Musikerinnen zu sein.
Hat die Tatsache, dass du eine Frau bist, deine Karriere beeinflusst?
Meine Karriere ist dadurch beeinflusst worden, dass ich eine Frau bin. Sehr viele haben mich dazu ermutigt, das zu machen, was ich mache und die Person zu sein, die ich bin. Dies hat mich sehr motiviert. Ich hätte mich das wahrscheinlich nicht getraut, wenn ich ein Mann gewesen wäre.
Es gibt sehr viel Wohlwollen von meinem Umfeld, welches mich dazu motiviert hat, das zu machen, was ich machen will, ohne darüber nachzudenken. Gerade weil es nicht so viele Frauen im Musikbusiness gibt oder gegeben hat, als ich begonnen habe.
Es ist schön zu sehen, dass nicht nur ich ein motivierendes Umfeld habe. Und dass es immer mehr Künstlerinnen in der Schweiz gibt, die man kennt.
Welche Schweizer Künstlerinnen hörst du oder inspirieren dich?
Eine Schweizer Künstlerin, die ich mega cool finde, ist Gina Été. Sie macht krasse Musik – auf jeder Ebene. Es tönt schön und was sie sagt, ist sehr wichtig.
Zudem liebe ich Black Sea Dahu. Ihre Musik ist wunderschön. Sophie Hunger finde ich auch mega cool. Es gibt auch noch viele weitere Schweizer Musikerinnen, die ich empfehlen würde. Hört einfach rein und lasst euch überraschen!
Natascha Polké – 19. Juli 2024, Gurtenfestival
Was bedeutet es, eine Schweizer Künstlerin zu sein?
Als Schweizer Musikerin lebt man in einem Land, wo elektronische Musik tief in der Kultur verankert ist. Dadurch spüre ich auf allen Ebenen viel Unterstützung. Zudem ist man von schöner Natur umgeben. Dies fliesst in meine Musik ein und inspiriert mich. Und zuletzt bedeutet es, dass ich pünktlich zu jedem Gig erscheine.
Hat die Tatsache, dass du eine Frau bist, deine Karriere beeinflusst?
Das ich eine Frau bin, hat meine Karriere definitiv beeinflusst. Hauptsächlich im Positiven. Ich finde, dass Frauen im Moment sehr gefördert werden, was sehr schön ist. Es ist mir wichtig, ein gutes Vorbild für ganz viele andere Frauen zu sein, sie zu inspirieren, zu motivieren und sie darin zu ermutigen, an ihre Träume zu glauben.
Welche Schweizer Künstlerinnen hörst du oder inspirieren dich?
To Athena ist eine meiner liebsten Schweizer Künstlerinnen. Sie hat eine absolute Engelsstimme und schreibt unglaublich schöne Texte und Melodien.
Jemand, der ein bisschen unbekannter ist, die ich rauf und runter höre, ist Nebno. Sie macht isländisch inspirierte Musik.
Eine Künstlerin, die mit ihrer Stimme Herzen zerbrechen kann, ist Joya Marleen. Sie hat eine unglaublich schöne Stimme und ist eine ganz grossartige Künstlerin.
LEILA – 20. Juli 2024, Gurtenfestival
Was bedeutet es, eine weibliche Künstlerin in der Schweiz zu sein?
Es ist sehr schön, eine Künstlerin in der Schweiz zu sein, weil man schnell Kontakte knüpft und neue Leute kennenlernt. Als Künstlerin, die auf Englisch singt, möchte ich auch im Ausland präsent sein und meine Musik zeigen. À la: «Hey, ich komme aus der Schweiz und kann auch auf Englisch Musik machen.
Hat die Tatsache, dass du eine Frau bist, deine Karriere beeinflusst?
Ja, natürlich hat die Tatsache, dass ich eine Frau bin, meine Karriere beeinflusst. Ich denke, dass man sich als Frau immer zweimal beweisen muss. Das gilt auch für das Musikbusiness. Die Tatsache, dass ich in meiner Kindheit keine Vorbilder hatte, gibt mir den Wunsch, diese Lücke zu füllen. Dass diese Lücke bereits gefüllt wird, ist eine schöne Entwicklung..
Das macht mich stärker und ehrgeiziger, denn wir haben es nicht immer leichter im Leben.
Welche Schweizer Künstlerinnen hörst du oder inspirieren dich?
Sophie Hunger kommt mir sofort in den Sinn. Sie ist eine beeindruckende und einflussreiche Künstlerin in der Musikszene. Priya Ragu finde ich als Person, aber auch als Künstlerin interessant. Sie macht sehr schöne Musik. Die Tatsache, dass sie beide auf der internationalen Bühne Fuss gefasst haben, inspiriert und motiviert mich sehr.
Seraina Telli – 25. Mai 2024, Bellarena Events
Was bedeutet es, eine Schweizer Künstlerin zu sein?
In der Schweiz gibt es nicht so viele Frauen, die Musik machen. Es gibt wenige, die das machen, was ich mache: «New Face Rock» und «Wild Rock n Roll on stage». Ich denke, es ist ein Vorteil für mich, in der Schweiz zu sein. Ich bin alles in Allem sehr gerne hier. Mit der Musik, die ich mache, bin ich aber auch sehr international orientiert. Gerade bin ich überall unterwegs. Aber ich komme auch immer wieder gerne zurück nach Hause.
Hat die Tatsache, dass du eine Frau bist, deine Karriere beeinflusst?
Ja, die Tatsache, dass ich eine Frau bin, hat meine Karriere beeinflusst. Zum Teil wird man unterschätzt oder auch nicht ernst genommen. Gerade wenn man selbst Ideen hat und Bandleader ist. Ein Vorteil ist, dass es nicht so viele Frauen im Musikbusiness gibt. Gerade im Rockbereich gibt es noch nicht viele Frauen, dadurch sticht man eher heraus.
Alles in Allem ist diese Genderfrage gar nicht so ein Riesending in der Musik. Ich möchte Frauen ermutigen, auf die Bühne zu gehen, ihr Ding zu machen und keine Angst zu haben. Auch wenn es nicht viele Vorbilder gibt. Am Ende ist es mir egal, ob ich mit einem Mann oder einer Frau auf der Bühne stehe, denn wir machen Musik und es geht darum, gemeinsam etwas zu kreieren und da spielt das Geschlecht nicht so eine grosse Rolle.
Welche Schweizer Künstlerinnen hörst du oder inspirieren dich?
Da kommt mir als erstes Mia Aegerter in den Sinn, da ich sie schon kenne, seit ich ein Kind bin. Den Wandel, den sie gemacht hat, finde ich interessant. Sie macht einfach ihr Ding. Total unterschiedliche Sachen, auch in unterschiedlichen Sprachen und Stilrichtungen. Dies finde ich sehr inspirierend.
Last but not least: Natasche Polké, eine Freundin von mir. Ich finde es inspirierend, wie lange sie bereits im Geschäft ist und dass sie ihr Ding durchzieht und dabei sehr authentisch ist.
Eine junge Künstlerin, die ich neu für mich entdeckt habe, ist Joya Marleen. Sie ist gerade am Durchstarten. was ich sehr gut finde. Es ist sehr authentisch, was sie macht. Ich finde es mega, dass wir solche inspirierenden Frauen in der Schweiz haben.