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Suhre Logbuch
von Liliane Waldner
Einführung in die Suhre
Die Suhre ist 34 Kilometer lang. Sie entspringt dem Sempachersee auf 504 m.ü.M. und sie mündet auf 362 m.ü.M. beim Suhrespitz unterhalb von Aarau in die Aare. Sie fliesst durch die Kantone Luzern und Aargau.
Mehr über die Suhre auf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Suhre
Biberkraftwerk Hirschthal
19. Dezember 2015: Aarau - Schöftland
Trotz starkem Kribbeln im unteren Rumpf und in den Beinen und wackligem Gefühl mache ich mich ans Suhre-Projekt. Im Kopf ruft es laufen, nicht ruhen.
Beim Abmarsch entdecke ich in der Unterführung des Bahnhofplatzes von Aarau eine Gedenktafel für den berühmtesten Kantonsschüler von Aarau: Albert Einstein. Ich erreiche den Suhrespitz bzw. die Suhremündung in die Aare auf dem Uferweg flussaufwärts. Zweimal bin ich von der Europabrücke Zürich bis nach Aarau gelaufen und auf dem letzten Abschnitt von Wildegg die Aare flussaufwärts nach Aarau gelaufen. Damals habe ich die Suhremündung nicht beachtet, sondern bin froh gewesen, es bald geschafft zu haben.
Ein schöner Uferweg führt entlang der Suhre nach Suhr. Dafür sind knapp zwei Stunden Wanderzeit zu rechnen. Unterhalb von Suhr fliesst die Wyna in die Suhre. In Suhr hört der Ufer-Wanderweg auf. Ich behelfe mich mit dem Radweg nach Schöftland. Als ich nach einem Abschnitt mit ehemaligen Suhrer Industriebauten wieder an die Suhre gelange, überschreite ich nicht die Brücke, sondern folge dem Radweg Richtung Schöftland, dessen Strässchen vor der Brücke nach rechts abzweigt. Bald entdecke ich das Haus, indem die ärztin Anna Heer ihre Kindheit erlebte. Sie war eine der ersten ärztinnen der Schweiz und Mitgründerin der Schweizerischen Pflegerinnenschule.
Der Radweg führt entlang des Suhre-Ufers nach Unter- und Oberentfelden. Vor dem Ort mündet die ürke in die Suhre. Ich raste bei der Station Brücke Uerkenbach, weil die geschützte Sitzbank dort trocken ist. Danach folge ich der Bahnlinie Richtung Schöftland und zweige bei der ersten Kreuzung nach der Brücke über die Suhre in das kleine Strässchen nach rechts ab. Es zieht zuerst einen Bogen und führt mich fast geradewegs bis nach Schöftland. Der Radweg mündet nach der ersten oder zweiten Kreuzung wieder in das Strässchen, das verkehrsarm ist. Ich streife Muhen und Hirschthal. Die Suhre fliesst etwa 100 bis 200 Meter in meiner Blickrichtung nach Süden links parallel zum Strässchen. Als der Radweg nach links abzweigt, gehe ich weiter geradeaus, bis ich zu einer belebten Strasse mit Trottoir gelange. Dort zweige ich nach links ab und überquere die Suhre bei einer Brücke. Deshalb komme ich am speziellen Wirbelwasserkraftwerk von Hirschthal vorbei, das wie eine archimedische Schraube funktioniert. Das Kraftwerk mit dem Namen Biberkraftwerk weist eine Fischtreppe auf. Die Hersteller bezeichnen es als besonders naturschonend. Trotzdem ist es in Umweltkreisen umstritten. Es versorgt 107 Haushalte mit Strom.
Nach dem überqueren der Brücke biege ich beim nächsten Strässchen, durch das auch der Radweg entlangführt, nach rechts ab. Danach ist es nicht mehr weit nach Schöftland. Via Ortszentrum gelange ich zum Bahnhof. Vor vielen Jahren bin ich vom Albisriederdörfli bis nach Schöftland marschiert. Auf dieser Go-West-Route via Bremgarten, Wohlen, Villmergen, Schloss Hallwyl, Unterkulm bin ich nach über 11 Stunden völlig ausgehungert in Schöftland angekommen.
Für diese flussnahe Route von Aarau nach Suhr muss mit etwa sechs Stunden Gehzeit gerechnet werden.
Links:
http://suhr.educanet2.ch/gemeindesuhr/.ws_gen/11/Anna_Heer_eine_beruehmte_Suhrerin.pdf
http://www.badenertagblatt.ch/aargau/aarau/sechs-kleinwasserkraftwerke-in-der-suhre-125360786
http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/wyna-suhre/umweltverbaende-bekaempfen-neues-kleinwasser-kraftwerk-128408418
24. Dezember 2015: Schöftland - Suhre-Anfang Sempachersee
Wasserwirbelkraftwerk Schöftland
Zuerst gehe ich vom Bahnhof einige hundert Meter den Suhrelauf hinab, um das Wasserwirbelkraftwerk von Schöftland zu sehen. Es versorgt 25 Haushalte mit Strom und wird mit seiner Bauweise und Fischtreppe als gut durchlässig für Fische bezeichnet. Es wird von einer Genossenschaft betrieben, die diese Art naturschonende Kleinwasserkraftwerke propagiert.
Danach laufe ich auf dem Veloweg weiter nach Staffelbach. Der Name erinnert mich an den früheren Flughafendirektor Staffelbach. In seinem Büro fanden sogar kantonsrätliche Kommissions-Sitzungen statt und ich habe die Aussicht auf die grossen Vögel während der Sitzungen genossen.
Ab Staffelbach führt der Suhrewanderweg in drei Stunden 35 Minuten nach Sursee. Von Schöftland bis Staffelbach dauert es etwa 50 Minuten. Ausgangs Staffelbach fotografiere ich ein grosses Dach, das mit seinen vielen Solarzellen als Kraftwerk dient. Es passt in das Thema der Kleinkraftwerke. Was wäre, wenn alle diese Dächer der Schweiz mit Solarzellen versehen wären?
Danach laufe ich flott der Suhre entlang. In meiner Blickrichtung erheben sich der Pilatus sowie die weiteren Berge des Alpenkranzes. Die Suhre fliesst durch ein breites, ebenes Tal und ist durch eine Baumallee und einen Schilfrand gesäumt. Die Ortschaften reihen sich beidseitig an den Hängen auf. Ich raste beim Flugplatz von Triengen und erblicke dort die Fabrik der Bürstenfabrik Trisa. Ich raste erst wieder im Industriegebiet von Sursee.
Die Suhre durchquert kanalisiert die sehenswerte Altstadt. Sie unterquert sogar Altstadthäuser bzw. die Häuser überbrücken die Suhre. Danach benötige ich noch mehr als eine halbe Stunde bis zum Abfluss der Suhre vom Sempachersee bei Oberkirch. Ich geniesse die Nachmittagsstimmung mit dem See und dem Alpenkranz dahinter. Noch habe ich den Weg zum Bahnhof Oberkirch zu absolvieren.
Links:
http://igsolar.ch/?q=node/38
http://gwwk.ch
http://www.zeit.de/2013/15/wasserwirbelkraftwerke
http://www.sursee.ch/de/portrait/fotoalbum/welcome.php?action=showgallery&galid=4327