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Riskant – zu viel Schreibtischarbeit ohne Bewegung
Sehr viele Berufstätige arbeiten heute ganz überwiegend am Schreibtisch. Das mag körperlich nicht unbedingt anstrengend sein, doch gesund ist das einseitige Sitzen auch nicht. Der Körper braucht Bewegung. Schon mit einer Stunde flotter körperlicher Aktivität am Tag kann das Risiko eines frühen Todes durch intensive Schreibtischarbeit nachhaltig reduziert werden.
Das ist das Ergebnis einer Studie unter der Leitung von Ulf Ekelund von der Norwegian School of Sports Sciences und der University of Cambridge. Die Forscher analysierten dabei Daten von mehr als einer Million Menschen. Die Untersuchung ist Teil einer in „The Lancet“ veröffentlichten Studie, deren Erscheinen zeitlich mit den Olympischen Sommerspielen in Rio zusammenfällt.
Nur langes Fernsehen ist schlimmer
Noch schlimmer, als stundenlang am Schreibtisch zu sitzen, ist nur langes Fernsehen. Dafür sind wahrscheinlich die damit verbundenen „schlechten“ Gewohnheiten wie das Essen von Kleinigkeiten verantwortlich. Sie können sich zusätzlich negativ auf den Stoffwechsel auswirken und ein Hinweis auf einen ungesunden Lebensstil sein.
In Grossbritannien empfiehlt das National Health Service (NHS) derzeit 150 Minuten moderater sportlicher Aktivität pro Woche. Bewegungsmangel wird mit einem erhöhten Risiko bei Krankheiten wie Herzleiden, Diabetes und einigen Formen von Krebs in Zusammenhang gebracht. Weltweit steht er laut BBC mit 5,3 Millionen Todesfällen in Verbindung. Im Vergleich dazu sterben 5,1 Mio. Menschen durch die Folgen des Rauchens. Die Forscher gehen davon aus, dass durch den Bewegungsmangel pro Jahr Kosten in Höhe von 67,5 Mrd. US-Dollar entstehen.
13 Studien ausgewertet
Für die aktuelle Studie baten die Wissenschaftler die Verfasser von 13 früheren Studien, ihre Daten erneut zu analysieren. Personen wurden im Hinblick auf ihre Aktivitäten in Gruppen aufgeteilt. Die Bandbreite reichte von jenen, die am wenigsten – also weniger als fünf Minuten pro Tag – aktiv waren, bis zu jenen, die 60 bis 75 Minuten pro Tag Sport betrieben. Das Team überprüfte in der Folge, wie viele Teilnehmer während der Nachbeobachtungszeit, die zwischen zwei und 14 Jahren betrug, verstarben.
Personen, die acht Stunden am Tag sassen, aber sportlich aktiv waren, verfügten über ein deutlich geringeres frühes Todesrisiko als Teilnehmer, die weniger Zeit hinter dem Schreibtisch verbrachten, aber dafür kaum aktive Bewegung haben. Langes Sitzen und Bewegungsmangel wurden damit in Zusammenhang gebracht.
Eine Stunde Bewegung am Tag
Ekelund erklärt, dass es für viele Menschen, die zur Arbeit pendeln und in einem Büro arbeiten, keine Alternative zum langen Sitzen gebe. „Gerade bei diesen Menschen kann nicht oft genug betont werden, wie wichtig es ist, körperlich aktiv zu sein. Dabei kann es sich um einen Spaziergang in der Mittagspause, Joggen in der Früh oder die Radfahrt zur Arbeit handeln.“
„Eine Stunde körperliche Aktivität pro Tag ist ideal. Ist das nicht möglich, dann hilft schon etwas Sport, das Risiko zu verringern“, so der Experte. Er räumte allerdings auch ein, dass eine Stunde moderater körperlicher Aktivität pro Tag deutlich mehr sei als die derzeitigen Empfehlungen. Mehr als drei Stunden Fernsehen wurde bei allen Studienteilnehmern, mit Ausnahme der sportlichsten, mit dem erhöhten Risiko eines frühen Todes in Zusammenhang gebracht.
Artikel von: pressetext.redaktion
Artikelbild: © Undrey – shutterstock.com