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Nach der Eroberung der Provinz Rätien durch die Römer (15 v. Chr.) vermischt sich das Volkslatein mit den ansässigen Sprachen zu einem Vulgärlatein rätischer Prägung, das sich durch lautliche Wandlung und sprachliche Differenzierung allmählich zu verschiedenen romanischen Dialekten und Schriftidiomen entwickelt.
Seit 1794 ist Graubünden offiziell dreisprachig (Deutsch/Romanisch/Italienisch). Im Grundschulunterricht dominiert in Pontresina bis 1933 das Puter, danach werden die Kinder der unteren fünf Primarklassen in einer deutschen und in einer romanischen Abteilung geschult. Bereits 1949 wird jedoch die Vereinigung der Schulabteilungen beschlossen und die romanische Grundschule wieder eingeführt. 2003 wird ein Sprachkonzept realisiert, welches die Gleichwertigkeit der romanischen und deutschen Sprache in der Schule regelt.
Als Muttersprache ist das Romanische rückläufig. Es wird jedoch von etwa 70‘000 Personen gesprochen. Seit 1919 gibt es die "Lia Rumantscha", eine Organisation zur Förderung der romanischen Sprache und Kultur. Es existieren romanische Bücher, Zeitungen, Radiosender und eine eigene Fernsehkette. Obwohl Romanisch eine Minderheitensprache ist, wird diese aktiv gelebt und ist fest in der Bevölkerung verankert.
Das Einzugsgebiet des Romanischen in Graubünden umfasst die Regionen am Vorderrhein (Surselva), Teilgebiete des Hinterrheins (Sutselva), Surses und das Albulatal (Surmeir), das Oberengadin sowie das Unterengadin und Münstertal. Jede dieser fünf Regionen besitzt ihr eigenes Idiom, welches jeweils auch als Schriftsprache gilt.
Seit 1982 existiert mit dem Rumantsch Grischun eine überregionale rätoromanische Schriftsprache, welche 1996 zur offiziellen Verwaltungs- und Gerichtssprache des Bundes und des Kantons Graubünden wurde.