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Präpositionen mit dem Genitiv
In diesem Text geht es um Präpositionen, die mit dem Genitiv stehen: causa und gratia. Du erfährst die Definition und Herkunft von Präpositionen sowie Verwendung, Stellung und Übersetzung von causa und gratia.
Was ist eine Präposition?
Präpositionen sind Verhältniswörter. Abgeleitet vom lateinischen Verb praeponere (voranstellen) sind sie kleine Wörter, die Substantiven vorangestellt werden. Durch diese Erweiterung können sie Zeit, Ort, Art und Weise oder einen Grund angeben. Dabei wurden sie im Lateinischen teilweise durch die Kasusfunktionen abgelöst: Während wir also im Deutschen nach wie vor eine Präposition benötigen, ist sie im Lateinischen bereits im Kasus enthalten. Dies ist vor allem beim ablativus separativus und beim Akkusativ der Richtung der Fall. Hier jeweils ein Beispiel:
- Roma proficisci (von Rom aufbrechen)
- Romam proficisci (nach Rom aufbrechen)
Großenteils sind aber auch im Lateinischen noch Präpositionen vorhanden. Sie unterstützen dann die Funktion eines Kasus:
- per decem horas (zehn Stunden lang)
- in urbem ire (in die Stadt gehen)
- ad scholam venire (zur Schule kommen)
Aber nicht nur mit Substantiven, sondern auch mit Verben gehen Präpositionen eine enge Verbindung ein. Als Vorsilbe verändern sie so die ursprüngliche Wortbedeutung. Ein Beispiel:
- esse (sein)
- abesse (abwesend sein)
Präpositionen mit Genitiv
Im Lateinischen stehen zwei Präpositionen immer mit dem Genitiv:
- causa (wegen, um…willen)
und
- gratia (wegen, um…willen)
Beide Präpositionen können synonym, also bedeutungsgleich, verwendet werden. Es gibt keinen Unterschied zwischen beiden. Anders als du gerade über Präpositionen gelernt hast, stehen causa und gratia nicht vor, sondern nach dem Substantiv! Sie stehen in der Postposition. Eigentlich sind die beiden erstarrte Ablative des Grundes. Mit ihnen wird also immer ein Beweggrund oder eine Absicht wiedergegeben.
- magistri causa (wegen des Lehrers/um des Lehrers willen)
- matris gratia (wegen der Mutter/um der Mutter willen)
Das Substantiv steht jeweils im Genitiv, die Präposition dahinter. Bei der Übersetzung kannst du frei entscheiden, welche der beiden Möglichkeiten du wählst.
Es gibt auch ein paar gängige Phrasen, die in dieser Form immer wieder auftauchen:
- honoris causa/gratia (ehrenhalber)
- exempli causa/gratia (beispielshalber)
- rei publicae causa/gratia (um des Staates willen)
- mea ipsius causa (um meiner selbst willen)
Fällt dir beim letzten Ausdruck etwas auf? Ipsius steht zwar im Genitiv, mea jedoch nicht. Das ist eine Besonderheit, die du dir merken musst: Personalpronomen stehen bei causa und gratia nicht im Genitiv des Personalpronomens, sondern im Ablativ des Possessivpronomens. Entsprechend heißt es:
- mea causa/gratia (um meinetwillen)
- tua causa/gratia (um deinetwillen)
- nostra causa/gratia (um unseretwillen)
- vestra causa/gratia (um euretwillen)
Viel Erfolg beim Lernen und vale!