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Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft
Die von 1984 bis 1996 ausgetragene Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, kurz DTM, galt im deutschen Motorsport als die wichtigste Rennserie, womit sie die Rolle der Deutschen Rennsport-Meisterschaft übernahm. Nach der Einstellung der DTM samt der International Touring Car Championship Ende 1996 wurde die DTM im Jahre 2000 als Deutsche Tourenwagen-Masters wiederbelebt.
Gründung
In Deutschland war ab 1972 die Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) populär, bei der ursprünglich seriennahe FIA-Gruppe 2-Tourenwagen von Ford, BMW und Porsche teilnahmen, ab 1977 auch als turbogetriebene FIA-Gruppe 5-Versionen. Ab 1982 änderte die FIA die Regeln, die DRM wechselte zu den neuen Gruppe C-Sportwagen, die aber noch nicht verfügbar oder sehr teuer waren, wie der Porsche 956 C. Die Starterzahlen gingen zurück, da die Kosten immer höher stiegen.
Die damalige Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport in Deutschland (ONS) reagierte und entwickelte wieder ein Reglement für seriennahe Tourenwagen, die kostengünstiger waren. Als Basis dienten die neuen FIA-Gruppe A–Fahrzeuge aus der Tourenwagen-Europameisterschaft. In der EM wurden die Meister in drei Motorhubraumklassen (bis 1600 cm³; bis 2500 cm³; über 2500 cm³) ermittelt, während man in der DTM, die in ihren ersten beiden Jahren noch Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft (DPM) hieß, versuchte, durch unterschiedliche Fahrzeuggewichte und Reifenbreiten die Fahrleistungen auch bei unterschiedlichen Motorisierungen anzugleichen. Man sprach von der „klassenlosen Gesellschaft“. Dadurch war für den Zuschauer klar zu sehen, wer wirklich gesiegt hatte, nämlich derjenige, der als Erster die Ziellinie überfuhr – egal, ob das nun ein leichter BMW 323i war oder ein schwerer Chevrolet Camaro mit mehr als doppeltem Hubraum.
Anfänge
Die erste Saison der Deutschen Produktionswagen Meisterschaft brachte schon ein volles Starterfeld. Es gab sieben verschiedene Fahrzeuge, die einen Sieg für sich verbuchen konnten: Rover Vitesse, BMW 635 CSi, BMW 325i, Alfa Romeo GTV 6, Ford Mustang, Chevrolet Camaro und Volvo 240 Turbo – ganz zu schweigen von den weiteren Fahrzeugen, die mitfuhren, aber nicht siegten. Das allererste Rennen startete nicht in Deutschland, sondern im belgischen Zolder. Sieger in diesem historischen Rennen wurde der Essener BMW-Pilot Harald Grohs, der fünf Rennen gewinnen konnte, aber trotzdem nicht die Meisterschaft. Diese ging an den heutigen Opel-Motorsportchef Volker Strycek auf einem BMW 635 CSi, der kein einziges Rennen für sich entschieden hatte.
Aufstieg
Mit den Jahren entwickelte sich das Feld von einer Veranstaltung privater Tuner zu einer reinen Werksmeisterschaft großer Automobilhersteller wie Audi, Alfa Romeo, BMW, Mercedes-Benz, Ford und Opel. Große Beliebtheit beim Publikum erlangte die DTM vor allem durch extrem „enge“ Rennen. Anders als in der Formel 1 sind mit Tourenwagen Rad-an-Rad-Duelle möglich und die Autos der verschiedenen Hersteller waren nahezu gleichwertig.
Zudem startete die DTM bis 1993 mehrmals (1988–1990 und 1992/93) im Rahmen des 24-h-Rennens auf dem Nürburgring vor großer Kulisse und zeigte spektakuläre Szenen auf diesem Traditionskurs.
Der Einstieg der Automobilhersteller
Ein Mercedes 190E Evo II von 1992Die DTM war entstanden, um Privatteams bezahlbaren Rennsport zu ermöglichen. Der immer größer werdende Erfolg der DTM führte jedoch dazu, dass sich Automobilhersteller mit Werksmannschaften beteiligten. Die Werke investierten mehr Geld in die Weiterentwicklung der Fahrzeuge, und den Privatteams fiel es schwer, den Anschluss zu halten. Das führte dazu, dass immer mehr Privatteams ausstiegen und die Starterfelder schrumpften. Waren es 1988 beim Saisonfinale in Hockenheim noch 46 Tourenwagen, gingen 1992 beim letzten DTM-Rennen mit „Gruppe-A-Fahrzeugen“ nur noch 27 Tourenwagen an den Start. Die Hersteller brachten das „klassenlose Reglement“ aus ihrem Konzept. Um die Gleichheit auch bei verschiedenartigen Grundmodellen zu erhalten, wurde das Reglement immer wieder angepasst, was aber zu Konflikten führte.
International Touring Car Championship
Nur für eine Tourenwagen-Weltmeisterschaft schien es vertretbar, derart hohe Summen für die „Klasse-1“-Tourenwagen zu investieren. So reifte der Gedanke, die DTM zu internationalisieren. Schon 1991 wurden einige Einladungsrennen im tschechischen Brünn und im englischen Donington Park unter dem Namen ITR-Cup veranstaltet. Diese zählten aber nicht zur Meisterschaft. Auch 1992 wurde Brünn besucht, 1993 und 1994 stattdessen Donington Park.
1995 wurden dann neben sieben Rennen in Deutschland auch fünf Läufe zur International Touring Car Championship ausgetragen. Schon 1996 kam nur noch die ITC zur Austragung und die DTM verschwand. Die hohen Kosten, welche zur Gründung einer internationalen Serie führten, waren auch ihr Untergang. Ende des Jahres stiegen Alfa Romeo und Opel aus der Meisterschaft aus, was effektiv das Ende der Serie herbeiführte.
Deutsche Tourenwagen Masters
Nach dem Ende der ITC suchten die drei Hersteller ein neues Betätigungsfeld. Opel und Alfa Romeo machten mit „Klasse-2“-Tourenwagen weiter. Dort trafen sie auch auf alte DTM-Bekannte wie Ford, BMW oder Audi. Mercedes-Benz machte mit Sportwagenrennen in der FIA-GT-Meisterschaft weiter. In Deutschland fuhren auch die „Klasse-2“-Tourenwagen im Super Tourenwagen Cup. Die Serie hatte die Aufgabe, die DTM zu ersetzen. Doch dies schaffte sie nicht. Die „Klasse-2“-Tourenwagen waren zu seriennah und unspektakulär und wurden deshalb vom Publikum nicht angenommen. 1999 war man mit der STW in Deutschland an ihrem Endpunkt angelangt. Auch hier wurden die Kosten zu hoch, bedingt durch einen sehr engen Spielraum des Reglements, der aufwendig ausgenutzt werden sollte oder musste. Seit dem Jahre 2000 wird eine neue DTM ausgetragen, nun als Deutsche Tourenwagen-Masters bezeichnet.
Bild kopiert von wikipedia.org (Volvo 240 Turbo, Anders Olafsson)