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«Fast Food macht dümmer»: Fast möchte man diese plumpe Schlagzeile dazu schreiben – als Zusammenfassung über ein Paper, das jüngst vom National Bureau of Economic Research der USA veröffentlicht wurde.
Die Studie untersuchte nämlich Zusammenhänge zwischen Fast-Food-Restaurants in gewissen Gegenden sowie dem Übergewicht dort. Und ferner mit der Entwicklung der Intelligenz bei der Bevölkerung.
Heraus kam: Dort, wo sich Schnellimbiss-Ketten ausbreiteten, verschlechterten sich die Werte. Die Menschen nahmen zu – die kognitiven Fähigkeiten nahmen ab.
Erarbeitet wurde die Studie mit Daten aus Norwegen. Denn die Statistiken des skandinavischen Landes erlauben es, den Wohnort einerseits und die Eröffnung von Fast-Food-Restaurants andererseits zu verbinden; ferner lassen sie Aussagen über den BMI sowie den IQ bei der Bevölkerung zu.
Drei Forscher des Norwegian Institute of Public Health, der Norwegian School of Economics sowie der Emory University in Atlanta stellten sich also die Frage: Könnte eine leichtere Erhältlichkeit von Fast Food zu schlechteren Gesundheits- und kognitiven Werten bei jungen männlichen Erwachsenen führen?
Und so besagt die statistische Auswertung konkret: Bei der Generation, die in den 1980er Jahren geboren wurde, könnte ein grösseres Angebot an Fast Food Restaurants für bis zu 35 Prozent des Anstiegs beim durchschnittlichen BMI verantwortlich sein. Und ferner für 27 Prozent der Rückgänge beim IQ.
Die Grundlagen sind klar: Seit den 1980ern stieg die Zahl der Fast-Food-Anbieter (auch) in Norwegen dramatisch. Auf der anderen Seite kletterte der durchschnittliche BMI der nach 1980 geborenen Kinder im Vergleich zu früheren Kohorten um 4 Prozent nach oben; derweil sanken die kognitiven Fähigkeiten (oder plumper: die Intelligenz) im Schnitt um 5 Prozentpunkte.
Andere Faktoren tauchen nicht auf…
Die Auswertung nach Wohnvierteln ergab nun einerseits, dass der durchschnittliche BMI der 18- und 19-Jährigen um 1,4 Prozent über dem üblichen Gewichts-Zuwachs lag, wenn in der Kindheit und Jugend der Menschen ein Fastfood-Restaurant im Quartier eröffnet worden war. Zugleich war die Standard-Abweichung beim gemessenen IQ mit jedem Jahr der «Fast Food Exposure» um 0,56 Prozent tiefer.
Interessanterweise finden sich sonst keine grossen Unterschiede: Ob die Gesundheit bei der Geburt, ob der BMI der Eltern oder ob der sozioökonomische Status der Familie – die «Fast Food»-Effekte sind immer ähnlich.
…oder doch?
Was genau die Zusammenhänge sind zwischen Restaurant-Angebot und Intelligenz – darüber spekulieren die Autoren nicht. Sie deuten lediglich an, dass dieses Ergebnis «helfen könnte, die Verringerung der kognitiven Fähigkeiten in verschiedenen Ländern in den letzten Dekaden zu verstehen.»
Und: «Ohne dass es Gegensteuer gibt, könnte sich die Voraussage bewahrheiten, dass innerhalb eines Jahrzehnts mehr als 30 Prozent der erwachsenen männlichen Bevölkerung übergewichtig sein wird.»
Allerdings könnten auch andere Faktoren das Bild verfälschen. Zu berücksichtigen wäre womöglich auch, dass die Restaurantketten ja ihrerseits neue Filialen mit Vorliebe dort eröffnen, wo ein Publikum wohnt, das Gefallen an ihnen findet. Und inzwischen müsste man vielleicht auch noch stärker differenzieren als in den 1980er oder 1990er Jahren: Fast Food und Schnellimbiss – das bedeutet 2013 längst nicht mehr dasselbe wie damals.
Siehe auch die Debatte/Kommentare hier:
- «Wissenschaftlicher Nonsens»: Werbeverbote sind Glaubenssache. Die deutsche Lebensmittelindustrie suchte nach seriösen Studien zur Wirkung von Werbung aufs Ernährungs-Verhalten. Und fand: nichts.