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Buchtipp
Die Welt aus den Angeln
Zwischen 1570 und 1700 wurde die Welt von der Kleinen Eiszeit erfasst: Die Welt kühlte sich um vier Grad ab. Die Folgen für die Landwirtschaft waren verheerend: Das Getreide verfaulte auf den Feldern, der Wein wurde nicht mehr reif. Es kam zu Hungersnöten. Weil die Bauern den Adel nicht mehr ernähren konnte, führte die Kleine Eiszeit zu sozialen Veränderungen.
Wo Nahrungsmittel nicht mehr angebaut werden konnten, mussten sie eingekauft werden. Es entstand ein länderübergreifender Handel, der Adel verlor seine Bedeutung. Der Klimawandel setzte die Menschen unter Druck und wurde zu einem Katalysator für Veränderungen der Gesellschaft. Philipp Blom beschreibt nicht nur die Auswirkungen dieses Klimawandels in der Vergangenheit, er zieht daraus auch Schlüsse für die Gegenwart: Er warnt vor dem Klimawandel und warnt vor dem Transformationsdruck, den der Klimawandel auslöst. Die Kleine Eiszeit hatte mit dazu beigetragen, dass die Aufklärung entstand und der Mensch die Welt mit der Ratio zu erklären versuchte. Der Klimawandel der Gegenwart, warnt Blom, könnte die Aufklärung aushebeln. Erste Anzeichen sind in den USA bereits zu beobachten.
Philipp Blom: Die Welt aus den Angeln. Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart. Hanser, 304 Seiten, ISBN 978-3-446-25458-9
Buchtipp zum Wochenkommentar vom 31. März 2017: Trump will Kohle machen – doch die Welt geht unter