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Joseph Haydn (1732-1809)
Joseph Haydn gilt als Erfinder des Streichquartetts. Er schuf davon 83 Werke, die so bahnbrechend neu und vorbildlich waren, dass Mozart's und Beethoven's Quartette ohne sie nicht möglich gewesen wären. Mozart widmete seinem bewunderten Vorbild ("al mio caro amico Haydn") seine berühmten "6 Haydn-Quartette, die einen Höhepunkt seines Schaffens bilden. Vom über-aus vielseitigen Werk Haydns seien vermerkt: 107 Sinfonien, 52 Klaviersonaten, 41 Klaviertrios, diverse Instru-mentalkonzerte, 4 Oratorien, 24 Opern, geistliche Musik, Gesänge, Märsche, Divertimenti und eine grosse Anzahl von Werken für die verschiedensten Besetzungen.
Haydn war ein eigenwilliger Tüftler und Experimentator, wozu er in seiner 30-jährigen Amtszeit am Hofe des kunstsinnigen Fürst Nikolaus Estherhàzy in Fertöd und Eisenstadt, weit weg und isoliert von Wien, auch genügend Zeit hatte. Die Distanz zum musikalischen Zentrum ersparte ihm eine mühevolle und zeitraubende Selbstinszenierung in den dort massgebenden Musikkreisen und erhöhte überdies seine Originalität. Gegenüber seinem Biografen Griesinger bemerkte er: "Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irre machen und quälen, und so musste ich original werden."
Von den über 900 Werken Haydns werden im Konzertrepertoire nur eine beschränkte und einseitige Auswahl gespielt. Seine Originalität zeigt sich aber besonders exemplarisch in den wenig bekannten Werken, wie den Baryton-Trios, den Duetten und Divertimenti und den frühen Opern.