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Schaffhausen: Grösster Kreuzgang der Schweiz wird saniert
Der Kreuzgang der ehemaligen Benediktiner-Abtei Allerheiligen in Schaffhausen wird etappenweise renoviert. Die Arbeiten an dem Bauwerk, von dem Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen und das heute zum Museum Allerheiligen gehört, werden von der kantonalen Denkmalpflegerin und einem Team der Berner Münsterarchitekten begleitet.
Der grösste Kreuzgang der Schweiz liegt mitten in der Altstadt Schaffhausens und ist Teil der ehemaligen Benediktiner-Abtei, deren Gründung auf das Jahr 1050 zurückgeht. Zum Komplex gehört das Münster, dessen wesentliche Bereiche um 1100 errichtet worden sind. Überragt wird die Anlage vom Münsterturm aus dem 12. Jahrhundert. Auf der Südseite des Münsters befindet sich schliesslich Kreuzgang mit seinen teils romanischen Bogengruppen. Der Kreuzgang umschliesst den Kreuzganggarten, den sogenannten "Junkerfriedhof". Hier wurden zwischen 1582 bis 1874 hohe Schaffhauser Magistraten wie Bürgermeister, Ratsherren, Pfarrer und andere verdiente Bürger und Bürgerinnen beigesetzt.
Wie viele jahrhundertealte Gebäudekomplexen erfuhr die Benediktiner-Abtei immer wieder bauliche Veränderungen. So auch der von der Münstervorhalle aus zugängliche Kreuzgang und der östliche Klostervorhof mit der St. Anna-Kapelle. Ein erster Eingriff erfolgte bereits im 15. Jahrhundert und mehrere spätere Renovationen und Veränderungen trugen zur Reduzierung der ursprünglichen Bausubstanzen aus dem 12. Jahrhundert bei. Die letzten grossen Restaurationen wurden um 1910, von 1962 bis 1966 sowie um 1980 durchgeführt.
Eine Sanierung zur rechten Zeit
Rund 35 Jahre nach diesen letzten Sanierungsarbeiten zeigt es sich, dass die durch Verwitterung, aber auch durch Abnützungen und Beschädigungen angegriffenen Oberflächen einer gründlichen Konservierung und Restauration bedürfen. Der Verputz weist zudem im Sockelbereich Schäden auf, die auf Salzeinwirkungen sowohl aus dem Baumaterial selbst wie auch aus dem Erdreich des ehemaligen Friedhofsbereich herrühren. Um die Salzschäden zu minimieren und deren Fortschreiten zu bremsen, wird auch die Wasserableitung generell verbessert. Zudem werden die elektrischen Installationen den heutigen Bedürfnissen angepasst.
Geleitet und begleitet werden die Sanierungsarbeiten von der kantonalen Denkmalpflegerin in Zusammenarbeit mit einem Team der Berner Münsterarchitekten, das bereits die Grundlagen zum künftigen Monitoring des Kreuzgangs erstellt hat. Wie verlautet, kann so die nun anstehende Sanierung angemessen dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten werden. Zudem kann eine sorgfältige Bestandesaufnahme auch für sich hoffentlich erst in Jahrzehnten wieder als notwendig erweisende Sanierungsarbeiten von grossem Nutzen sein.
Sanierungsdauer nur fünf Monate
Die ersten Arbeiten beginnen Ende April, Ende August sind die Arbeiten am Verputz geplant. Die Sanierung wird bis im September 2016 abgeschlossen. Die Kosten sind auf maximal 400'000 Franken veranschlagt. Das Geld hat der Grosse Stadtrat mit dem Budget 2016 bewilligt. (mai/mgt)