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Ein Determinismus wird von den meisten Menschen intuitiv deshalb abgelehnt, da er keinen Platz für Freiheit zu lassen scheint. Ein regelmässiger Indeterminismus, der auf Wahrscheinlichkeiten basiert, macht die Sache aber nicht besser.
Die Vorstellung herrscht hier vor, dass eine 80 prozentige Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass zwar viel dafür spricht, sich für diese Möglichkeit zu entscheiden, dass man sich aber bei einem starken Willen auch gegen die Möglichkeit aussprechen und die 20 prozentige Wahrscheinlichkeit wählen könnte. Handelte es sich bei der Wahrscheinlichkeit aber um ein Gesetz wie die Welt funktioniert, wären wir gezwungen uns gemäss der Wahrscheinlichkeit zu verhalten. Wir müssten uns also in zehn Fällen zehn Mal der Wahrscheinlichkeit gemäss verhalten, das heisst uns achtmal für und zweimal gegen etwas entscheiden. Handelte es sich um eine festgelegte, berechenbare Wahrscheinlichkeit, wäre diese genauso determinierend, wie wenn die Wahrscheinlichkeit (wie in einem Determinismus) stets hundert oder null Prozent betragen würde. Die Vorstellung, dass man sich "aus freiem Willen" auch gegen die Wahrscheinlichkeit entscheiden könnte und es einfach einer grösseren "Anstrengung" bedürfte lässt sich deshalb kaum halten. Würden wir uns aus freiem Willen in einer Situation gegen alle Wahrscheinlichkeit verhalten, wären wir gezwungen, in einer anderen Situation uns gemäss der Wahrscheinlichkeit zu verhalten, Freiheit wäre damit kaum gewonnen.
Eine alternative Vorstellung lautet, dass der Mensch zwar gezwungen ist sich gemäss der Wahrscheinlichkeit zu verhalten, er jedoch die Möglichkeit hat, sich innerhalb dieser Wahrscheinlichkeit frei zu entscheiden. Bei einer Wahrscheinlichkeit von achtzig Prozent würde das bedeuten, dass ein Mensch sich zwar in acht von zehn Fällen für etwas entscheiden müsste, dass er aber frei darin wäre, bei welchen zwei dieser zehn Möglichkeiten er sich dagegen entscheiden würde. Würde sich die Realität allerdings so verhalten, müsste es immer mal wieder geschehen, dass wir unser "Wahrscheinlichkeitskonto" aufgebraucht hätten und deshalb gezwungen würden, uns entgegen unserem Willen so und nicht anders zu verhalten. Mit Freiheit hätte auch diese Version genauso wenig zu tun wie mit der Welt, wie wir sie erfahren.
Vorstellungen dieser Art scheitern aber auch daran, dass sich die Wahrscheinlichkeiten permanent ändern müssten: entschiede ich mich in einem solchen System für eine Möglichkeit, entstünden automatisch neue Möglichkeiten, deren Erfüllung oder Nichterfüllung wiederum neue Wahrscheinlichkeiten zur Folge hätten. Entschiede ich mich aber gegen eine Möglichkeit, würden alle Möglichkeiten, die auf diese Möglichkeit folgten zu hundert Prozent unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeiten müssten also permanent neu festgelegt werden. Würden sie aber permanent neu festgelegt, gäbe es nicht zehn Möglichkeiten oder Chancen, wo sich die Wahrscheinlichkeit darauf beziehen könnte, sondern jeweils genau eine, da sich unser Leben nie zu hundert Prozent wiederholt. Damit aber ist diese Vorstellung zumindest nicht unproblematisch, wenn nicht sogar zwingend falsch.