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Tatort «Skills Park», eine grosse Halle voller Trampoline. Links von mir hüpft mein Sohn, rechts steht meine Tochter und schaut einem Mädchen zu, krampfhaft bemüht um einen möglichst gelangweilten Gesichtsausdruck. Sie würde sich nie auf das «besetzte» Trampolin wagen - geschweige denn das Mädchen ansprechen. Links springt ein Bub auf das Trampolin meines Sohnes. Der geht zur Seite, schaut eine Weile zu und fragt dann: «Kannst du Backflip?» - «Nicht wirklich», gesteht der andere. «Ist ganz leicht, komm ich zeigs dir», meint mein Junior. Sie springen abwechselnd und führen einander vor, was sie alles beherrschen. Rechts steht meine Tochter immer noch am Trampolinrand, aus den Augenwinkeln von dem Trampolin-springenden Mädchen beobachtet.
Das erinnert mich ein bisschen an die Sommerferien. Wir hatten im Hotel eine englische Familie mit einem Mädchen und einem Jungen im gleichen Alter wie meine Kinder kennengelernt. Während die Boys sich gegenseitig ihre Stunts am Pool vorführten, einen Ball rumkickten oder sich mit Händen und Füssen zu unterhalten versuchten, sassen die Girls nebeneinander auf Liegestühlen in der Sonne und schwiegen sich an - obwohl meine Tochter schon recht gut Englisch spricht.
Im «Skills Park» hingegen fasst sich das Trampolin-Mädchen ein Herz und spricht das Mädchen mit dem gelangweilten Blick an: «Cooles Shirt.» - «Danke.» - «Willst du auch mal springen?» - «Klar. Wie heisst du?» Und so hüpfen sie und schwatzen und schwatzen und hüpfen und schwatzen und schwatzen und schwatzen. Während sich auf dem linken Trampolin immer mal wieder andere Buben zwecks Kunststück-Vorführungen dazugeselllen und sich wieder verabschieden. Schiesslich gehen mein Sohn und sein neuer Freund zum Scooter-Parcours und ich gehe einen Kaffee trinken.
Eine Stunde später sammle ich meine Kinder wieder beim Trampolin ein. Meine Tochter verabschiedet sich wortreich von ihrer neuen Freundin, mit dem Versprechen, sich wieder mal zu sehen. Schliesslich weiss man jetzt, dass man die gleichen Youtuber mag und die gleichen Schulfächer blöd findet. Und Trampolinspringen eigentlich auch, wenn man ehrlich ist. Und selbstverständlich hat man auch Handynummern getauscht. «Tschüss, du», sagt mein Sohn zu seiner neuen Bekanntschaft. «Ich muss gehen.» - «Schade. Tschüss.» - «Echt jetzt?», fragt meine Tochter ihren Bruder beim Rauslaufen. «Du hast grad zwei Stunden mit ihm verbracht und weisst nicht mal, wie er heisst?» Mein Sohn zuckt mit den Schultern. «Ist doch egal wie er heisst. Er kann jetzt Backflip. Dank mir. Cool oder?»