Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03294.jsonl.gz/279

Bei den Wahlen in Japan behielt die Regierungspartei die Mehrheit im Parlament. Zusammen mit dem billigen Yen schafft dies gemäss Daryl Liew, CIO Reyl Singapur, eine günstige Einstiegsgelegenheit in den japanischen Aktienmarkt.
17.11.2021, 14:00 Uhr
Redaktion: cwe
Der neue japanische Premierminister Fumio Kishida führte seine regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) zu einem unerwartet hohen Sieg bei den Unterhauswahlen: Die LDP gewann 261 Sitze und behielt damit ihre Mehrheit im Parlament. Premierminister Kishida hatte Anfang Oktober vor den Wahlen die Nachfolge von Yoshihide Suga angetreten, der für Japans Missmanagement bei der Covid-19-Pandemie und die daraus resultierenden schlechten Umfragewerte verantwortlich gemacht wurde.
Die LDP verlor zwar mehr als ein Dutzend Sitze von den 276, die sie vor den Wahlen innehatte. Doch die parlamentarische Mehrheit gibt Premierminister Kishida ein klares Mandat für die Verabschiedung eines Konjunkturpakets noch in diesem Monat, um den von der Pandemie am stärksten betroffenen Haushalten und Unternehmen zu helfen. Weitere unterstützende fiskalische Massnahmen werden für den Haushalt des nächsten Jahres erwartet, bevor im Juli die Wahlen zum Oberhaus anstehen.
Konjunkturentwicklung blieb zurück
Diese fiskalischen Anreize sind für Daryl Liew, CIO Reyl Singapur, dringend erforderlich, da Japans wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr aufgrund der Konjunkturabschwächung in China und der langsameren Verbreitung der Covid-19-Impfung hinter der anderer westlicher Länder zurückgeblieben ist. Im Juli senkte der IWF Japans BIP-Wachstumsprognose für 2021 auf 2,4% und damit auf eine der schlechtesten Raten unter den Industrieländern. Die anhaltenden Unterbrechungen der Lieferkette haben die Probleme noch verschärft - japanische Autohersteller waren gezwungen, ihre Produktion aufgrund von Engpässen bei Halbleiterchips und anderen in China hergestellten Komponenten zu drosseln.
"Neben dem Versuch, das Wachstum zu stützen, muss sich Premierminister Kishida auch mit dem Deflationsproblem Japans auseinandersetzen", sagt Liew: "Im Gegensatz zu vielen anderen Teilen der Welt, die derzeit mit einer rekordverdächtigen Inflation zu kämpfen haben, ist die Verbraucherpreisinflation in Japan nur lau oder gar nicht vorhanden". Tatsächlich hat die Bank of Japan ihre Inflationsprognose für das Jahr bis März 2022 von 0,6% auf 0% gesenkt. "Einige führen dieses Phänomen auf die tief verwurzelte deflationäre Mentalität zurück, die durch jahrzehntelang sinkende Verbraucherpreise verursacht wurde. Vielleicht könnten die fiskalischen Unterstützungsmassnahmen von Premierminister Kishida in Verbindung mit der Verknappung von Gütern aufgrund von Unterbrechungen in der Lieferkette in den nächsten Quartalen einen Anstieg des Verbraucherpreisindexes auslösen und diese Denkweise ändern".
Günstige Bewertung
"Wie dem auch sei, sowohl die Finanz- als auch die Geldpolitik in Japan werden das Wachstum weiterhin unterstützen. Der fehlende Inflationsdruck erlaubt es der Zentralbank, eine gemässigte Haltung beizubehalten und die derzeitige Renditekurve auf absehbare Zeit unter Kontrolle zu halten, wodurch die Zinssätze verankert bleiben werden", ist Liew überzeugt. Dies steht im Gegensatz zu anderen Zentralbanken, die bereits mit einer Straffung der Geldpolitik begonnen haben oder diese in Angriff nehmen. Diese Divergenz in der Geldpolitik ist gemäss Liew einer der Gründe, warum der Yen in diesem Jahr an Wert verloren hat: Die Währung, die bereits zu Beginn des Jahres recht billig war, ist auf Basis der Kaufkraftparität noch günstiger geworden.
"Dies macht japanische Vermögenswerte für internationale Anleger recht interessant", sagt Liew. "Der MSCI Japan wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 15 gehandelt und ist damit der billigste der drei entwickelten Regionen (S&P500: 20,8x; Eurostoxx600: 16x), aber mit dem höchsten Gewinnwachstum der drei Regionen, das für 2022 erwartet wird. Die Sterne könnten sich so ausrichten, dass japanische Aktien im Jahr 2022 eine überdurchschnittliche Performance erzielen".
Schwellenländer haben mehr Spielraum bei Inflationsbewältigung
29.06.2022, 16:51 Uhr
Die Inflation steigt zwar weltweit, die Reaktionen darauf unterscheiden sich allerdings stark zwischen den Industrie- und den Schwellenländern. Unter anderem dank proaktiver Zinserhöhungen seien letztere in einer...
Während der brisante Mix von geopolitischen Risiken, hohen Inflationsraten und auseinanderlaufender Geldpolitik die Märkte weiterhin in Atem hält, prognostizieren die Ökonomen und Anlagestrategen von Invesco in...
Mit flexiblen Lösungen und Covered Bonds gegen die Volatilität
28.06.2022, 17:10 Uhr
Die wirtschaftlichen Aussichten und damit auch das Marktumfeld bleiben ungewiss. Sébastien Galy von Nordea Asset Management ordnet die Konjunkturaussichten der verschiedenen Regionen ein und erklärt, welche...
"Die Selbstkorrektur der Zentralbanken wird kommen"
28.06.2022, 12:16 Uhr
Um der Inflation Einhalt zu gebieten und ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen, stehen die Währungshüter unter erheblichem Druck, ihren markigen Worten Taten folgen zu lassen, sagt Steve Ellis von Fidelity. Aber...
Die wirtschaftlichen Unwägbarkeiten belasten den Schweizer M&A-Markt. In den kommenden zwölf Monaten werden deutlich weniger Transaktionen erwartet. Zudem zeichnet sich eine Trendwende bei den Kaufpreisen ab. Das...
"ESG ist wichtig, aber es wird die Welt nicht verändern"
27.06.2022, 16:12 Uhr
Bei ESG geht es um Verhaltensweisen. Und laut Nick Parsons von Thomas Lloyd haben die am besten geführten Unternehmen der Welt schon gute Verhaltensweisen an den Tag gelegt, lange bevor der Begriff ESG überhaupt...
Der neue Rohstoff-Superzyklus: Grüne Welle für die Emerging Markets
27.06.2022, 11:45 Uhr
Um bis 2050 CO2-neutral zu werden, müssen etwa 56 Bio. USD in Infrastruktur investiert werden. Metalle wie Kupfer, Lithium und Kobalt spielen hier eine zentrale Rolle. Der Klimaschutz befeuert somit die Nachfrage und...
Eine Korrektur bedeutet nicht, dass die Märkte billig sind
27.06.2022, 05:00 Uhr
Die Märkte haben korrigiert. Dennoch seien sie immer noch überbewertet, sagen Daniel Morgan und Marc Abrahams von Ninety One. Die Strategen erklären, in welchen Aktien- und Anleihensegmenten sie jetzt Chancen sehen.
Impact rückt in den Mittelpunkt des Investoreninteresses
26.06.2022, 06:00 Uhr
Globale Ziele wie die Sustainable Development Goals und das Pariser Abkommen sind für Investoren wichtiger denn je, wie der jüngste Bericht von NN Investment Partners über die Wirkung der Impact-Strategien für...
Kreislauflösungen – nicht nur dreifache Bedrohung für Lieferkettenprobleme
24.06.2022, 13:39 Uhr
Die Gewissheit des Klimawandels in Kombination mit der Ungewissheit geopolitischer Entwicklungen bedeuten, dass die Risiken für die Lieferketten grösser denn je sind. Natalie Falkman von Robeco erläutert, wie...