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Donnerstag 10-September-2015
Schwerhörigkeit nimmt bei der Bevölkerung seit Jahren zu. Dies ist unter anderem auf laute Musik aus MP3-Playern, im Auto und in Diskotheken zurückzuführen. Mit gesundem Menschenverstand und geeignetem Schutz gegen Lärm kann hier viel erreicht werden, aber auch Nahrungsergänzungen können zu einem guten Gehör beitragen.
- Fischöl
Gutes Hören ist nicht das bekannteste Anwendungsgebiet von Fischöl. Doch eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie zeigt, dass Omega-3 das Risiko von Gehörschäden um 14 Prozent verringert. „Ernährungsinterventionen mit mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren können altersbedingten Gehörverlust verhindern oder verzögern“, erklären die Forscher. Wenn man über 50 ist, kann die Einnahme von Omega-3 das Risiko von Hörverlust sogar um 42 Prozent verringern.
- Folsäure
Eine Studie an 728 Männern und Frauen hat gezeigt, dass höhere Dosen von Folsäure den altersbedingten Hörverlust bei tiefen Frequenzen verlangsamen können. Eine weitere Studie bestätigt, dass niedrige Serumfolatwerte (<11 nmol/l) das Risiko eines leichten Hörverlustes sogar erhöhen. In einer weiteren Studie zeigt sich, dass Männer über 60 das Risiko von Gehörverlust verringern können, wenn sie mehr Folsäure einnehmen. Folsäure sollte daher in der Ernährung des (älteren) Mannes nicht fehlen!
- Vitamin B3
Vitamin B3 eignet sich besonders, um den Frequenzumfang des Gehörs zu optimieren. Dies zeigte sich in einer epidemiologischen Studie an 1910 Koreanern zwischen 50 und 80 Jahren. In dieser Studie wurden Hinweise auf eine Korrelation zwischen der Unter- und Obergrenze des Hörvermögens und der selbst berichteten Einnahme von Vitamin B3 gefunden. Weiterhin zeigte sich in dieser Studie auch eine Korrelation zwischen Vitamin C, Vitamin A und Vitamin B2 und einem besseren Gehör.
- Vitamin A
Studien zeigen, dass mehr Beta-Carotin in der Ernährung hilft, vorzeitigem Hörverlust vorzubeugen. Auch scheint ein guter Vitamin-A-Status wichtig zu sein, um das Risiko dauerhafter Hörschäden durch Ohrinfektionen in jungen Jahren zu minimieren. Schließlich ist es wichtig, dass schwangere Frauen ausreichend Vitamin-A-haltige Lebensmittel zu sich nehmen, da Vitamin A von Belang für die Entwicklung der Hörorgane des ungeborenen Kindes ist. Trotz der bei einigen Frauen bestehenden Bedenken gegenüber der Einnahme von Vitamin A während der Schwangerschaft sind Dosen bis zu 3000 mcg pro Tag normalerweise unbedenklich und es ist mit Sicherheit nicht erforderlich, Vitamin A gänzlich zu meiden.
- Magnesium
Wofür ist Magnesium eigentlich nicht gut? Auch für das Gehör scheint Magnesium nützlich zu sein. In den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde entdeckt, dass Magnesium sehr gut eingesetzt werden kann, um präventiv gegen permanente Lärmtaubheit zu schützen. An der Studie nahmen 300 Soldaten teil, die während ihrer zweimonatigen Ausbildung häufig dem Lärm von Maschinengewehrfeuer ausgesetzt waren. Die eine Hälfte nahm täglich ein Getränk mit 167 mg Magnesium zu sich, die andere Hälfte ein Placebo. Nach Ablauf der Studie erwies sich der Grad des dauerhaften Hörverlustes bei der Placebogruppe als schwerer. Andere Untersuchungen zeigen, dass Magnesium auch schützend gegen altersbedingte Schwerhörigkeit wirken kann, ein Effekt, den die Forscher seiner gefäßerweiternden Wirkung zuschreiben.
- Coenzym Q10
Laute Geräusche und bestimmte Antibiotika schädigen die Flimmerhärchen im Innenohr. Der daraus resultierende Hörverlust wird in beiden Fällen durch oxidativen Stress und die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) hervorgerufen. Als Reaktion wird im Ohr Apoptose (programmierter Zelltod) aktiviert. Mäuse, die mit einem Antibiotikum behandelt wurden, erlitten einen Hörverlust bei höheren Frequenzen durch den Verlust von Flimmerhärchen im Innenohr. Eine Behandlung mit einer Coenzym-Q10-Lösung verlangsamte und stabilisierte den Hörverlust. In dieser Gruppe wurde auch kein signifikanter Verlust von Flimmerhärchen festgestellt. Studien am Menschen haben ebenfalls gezeigt, dass die orale Einnahme von Q10 (in Kombination mit Alpha-Liponsäure) den Zelltod im Innenohr begrenzt und so vor altersbedingtem Hörverlust schützt.
- Antioxidantien
Antioxidantien wie N-Acetyl-L-Cystein und die Vitamine A, C und E können nach Aussage von Wissenschaftlern das Innenohr gegen Lärmschwerhörigkeit schützen. Auch bei altersbedingtem Hörverlust scheinen Antioxidantien Wirkung zu zeigen, hier allerdings insbesondere in Kombination mit Magnesium. Der Grund, warum Antioxidantien in diesem Zusammenhang nützlich sind, ähnelt möglicherweise dem Wirkmechanismus bei Q10: Antioxidantien beseitigen die reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), die die Flimmerhärchen im Innenohr zur Apoptose stimulieren können.
- Bewegung
Bei der Nummer acht, körperlicher Bewegung, handelt es sich natürlich um keine Nahrungsergänzung, aber auch sie ist wichtig für die Bewahrung eines guten Gehörs. Ein höherer BMI und ein größerer Taillenumfang stehen offenbar im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Hörverlust. Weiterhin ist ein höheres Maß an körperlicher Aktivität bei Frauen mit einem geringeren Risiko für Gehörschäden verbunden. Daraus ziehen die Forscher den Schluss, dass bereits zweimal in der Woche ausgeübte sportliche Betätigung ausreicht, um das Risiko von Gehörschäden deutlich zu verringern.
Literatur
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- Attias J, Weisz G, Almog S, Shahar A, Wiener M, Joachims Z, Netzer A, Ising H, Rebentisch E, Guenther T, Oral magnesium intake reduces permanent hearing loss induced by noise exposure, BMJ. 2012; 344: d7962.
- Chao-Hui Yang, Thomas Schrepfer, and Jochen Schacht, Age-related hearing impairment and the triad of acquired hearing loss, Otolaryngol Head Neck Surg. 2010 Feb; 142(2): 231–236.
- Jane Schmitz, et al., Vitamin A supplementation in preschool children and risk of hearing loss as adolescents and young adults in rural Nepal: randomised trial cohort follow-up study, Am J Med. 2013 Dec; 126(12): 10.1016
- Josef Shargorodsky, A prospective study of vitamin intake and the risk of hearing loss in men, Proc Natl Acad Sci U S A. 2009 Nov 17; 106(46): 19432–19437.
- Sharon G. Curhan, MD, MSc, Roland Eavey, MD, SM, Molin Wang, PhD, Meir Stampfer, MD, DrPH, and Gary C. Curhan, MD, Body Mass Index, Waist Circumference, Physical Activity and Risk of Hearing Loss in Women, Front Cell Neurosci. 2015; 9: 276.
- Shinichi Someya, Age-related hearing loss in C57BL/6J mice is mediated by Bak-dependent mitochondrial apoptosis, Genetics