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Ein Bilderbuch zum Philosophieren: «Der Dachs hat heute schlechte Laune!» von Moritz Petz und Amélie Jackowski
Inhalt
Der Dachs wacht mit einer richtig schlechten Laune auf. Lange überlegt er sich, ob er wohl besser zuhause bleiben soll, entscheidet sich dann aber doch dafür, nach draussen zu gehen. Auf seinem morgendlichen Spaziergang trifft er viele Waldtiere, an denen er seine schlechte Laune auslässt. Das tut der Dachs so lange, bis es ihm wieder gut geht, woraufhin er sich fröhlich pfeifend an seine Gartenarbeit macht. Als er sich am Abend ganz zufrieden auf seinen Waldrundgang begibt, ist er überrascht, dass die anderen Tiere keine Lust haben, mit ihm zu reden; sie haben jetzt nämlich alle selbst schlechte Laune. Er merkt, dass das an seinem morgendlichen Verhalten liegen muss, und plant mit der Amsel eine Entschuldigungsparty, an welche man nur mit schlechter Laune kommen darf. Es gibt einen Schlechte-Laune-Wettbewerb, bei welchem sie so lange schlechte Laune üben, bis sie alle wieder heiter sind.
Sprache
- einfache, relativ kurze Sätze, die gut verständlich sind und keiner grossen Klärung bedürfen
- viel Gedankenrede des Dachses, aber auch direkte Rede in kurzen Dialogen zwischen den verschiedenen Tieren
Bilder
- sehr sprechende Bilder in leuchtenden Farben
- Illustrationen fokussieren auf die Mimik und Gestik der Tiere und machen deren Gefühlslage deutlich.
- In den Schlüsselmomenten sind die Bilder sehr eng verzahnt mit dem Text und ohne ihn nicht verständlich.
Themen
- Gefühle: Was sind Gefühle? Wie fühlen sich die verschiedenen Gefühle an?
- schlechte Laune: Was bedeutet es, schlechte Laune zu haben? Ist schlechte Laune immer schlecht? Darf man seine schlechte Laune an anderen auslassen?
- Interaktion: Wie gehen wir mit unseren Gefühlen um, wenn wir mit anderen zusammen sind? Wie gehen wir mit den Gefühlen anderer um? Wie können wir die Gefühle anderer verstehen?
- Streit und Versöhnung: Was ist Streit? Was sind Gründe für Streit? Versöhnung: Wie können wir uns mit unseren Freund*innen, mit denen wir gestritten haben, wieder versöhnen?
Sätze zum Nachdenken
- «Heute bin ich aber schlecht gelaunt. So etwas von schlecht gelaunt, ich bin ja richtig gefährlich. Und wenn man so gefährlich ist und so schlecht gelaunt ist, darf man eigentlich gar nicht unter die Leute gehen.»
- «Was habe ich davon, schlecht gelaunt zu sein, wenn niemand es merkt?»
- «Was ist denn mit dem Dachs los?» dachte der Hirsch missmutig. «Na, aber das kriegt er wieder!»
- «Der Dachs polterte weiter seinen Weg entlang, und inzwischen fühlte er sich fast wieder gut.»
- «Jeder von uns hat wirklich schlechte Laune, und ich glaube – ich bin wohl schuld daran!»
- «Schlechte Laune haben ist ja nicht schlimm, schlechte Laune machen aber wohl!»
- «Vielleicht hätte ich heute morgen wirklich zuhause bleiben sollen», überlegte er. «Oder wenigstens nicht so unfreundlich sein sollen. Jedenfalls sind alle Tiere böse auf mich. Was mache ich jetzt nur?»
Mögliche Aufgaben
- die Geschichte verstehen: Warum geht es dem Dachs besser, wenn er im Wald herumpoltert? Warum geht es den anderen Tieren nachher schlechter?
- etwas genau wahrnehmen: Wie fühlt sich schlechte Laune an (Körperempfindung, Stimmung etc.)? Wie zeige ich jemandem, dass ich schlechte Laune habe?
- Perspektive von anderen einnehmen: Wie fühlt sich schlechte Laune für andere an?
- verstehen: Was gibt es für Gründe für schlechte Laune? Wie ist das bei mir, wie ist das bei anderen? Wie erkenne ich, wenn jemand schlechte Laune hat? Wofür ist schlechte Laune gut?
- Begriffe klären: Was ist eine Laune? Was ist der Unterschied von guter und schlechter Laune? Gibt es Regelmässigkeiten von schlechter Laune, die bei allen gleich sind (Dauer, Ausdruck etc.)?
- Begriffe klären: Was sind Gefühle allgemein? Was für Gefühle kennt ihr? Wie fühlen sich die verschiedenen Gefühle an? Was sind ihre Gründe, worauf beziehen sie sich? Ist man ihnen ausgeliefert, kann man sie steuern?
- Pro und Contra abwägen: Soll man mit schlechter Laune zuhause bleiben? Oder soll man lieber mit der schlechten Laune nach draussen gehen?
- über Interaktion nachdenken: Welche Gefühle kann man gut mit anderen teilen, welche sollte man besser für sich behalten? Welche Gefühle werden im Zusammensein mit anderen schöner/besser/grösser, welche nicht?
- über Freundschaft und Streit nachdenken: Wie verhält man sich in einer Freundschaft? Was kann man tun, wenn man sich nicht so verhalten hat, wie man es richtig findet?
- einen schlechte Laune-Wettbewerb veranstalten: Wie sagt man am unfreundlichsten „Guten Morgen“? Wie kann man besonders böse gucken? Wer sieht am meisten beleidigt aus?
- spekulieren und fantasieren: Wie wäre es, wenn man nie schlechte Laune hätte? Was würde das bedeuten?
Hinweis
Die Moral: «Schlechte Laune haben ist ja nicht schlimm, schlechte Laune machen aber wohl», die das Bilderbuch zum Schluss bereithält, kann mit den Schüler*innen diskutiert und hinterfragt werden.
Artikelnachweis
Koch, Tamara (2022). Ein Bilderbuch zum Philosophieren: «Der Dachs hat heute schlechte Laune!» von Moritz Petz und Amélie Jackowski, in: erg.ch – Materialien für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (Online-Publikation), https://www.ethik-religionen-gemeinschaft.ch/ein-bilderbuch-zum-philosophieren-der-dachs-hat-heute-schlechte-laune