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Nino Schurter drückt dem Mountainbike-Weltcup auch 2022 den Stempel auf. Gelingt dem 36-jährigen Bündner am Sonntag im Heimweltcup in Lenzerheide der zweite Saisonsieg, überflügelt er seinen einstigen Rivalen Julien Absalon.
Der nächste Weltcupsieg nach jenem beim Saisonauftakt im brasilianischen Petropolis wäre Schurters 34. Der Schweizer Rekordmann hätte dann einmal mehr gewonnen als sein französischer Vorreiter Julien Absalon. “Es wäre ein Traum, den Rekord gerade in Lenzerheide zu realisieren”, sagt Schurter.
Setzt der Altmeister seine starke Performance der letzten Wochen in den Bündner Bergen fort, wird er zudem einen weiteren Schritt Richtung Gewinn des Gesamtweltcups machen. Achtmal hat Schurter die Gesamtwertung bereits für sich entschieden, Absalon kam zwischen 2003 und 2016 auf sieben Erfolge.
Gut vier Jahre nach Absalons Rücktritt befindet sich Schurter nach vier der neun Weltcup-Stationen in der Pole-Position. Knapp 200 Punkte beträgt sein Vorsprung auf den ersten Verfolger, den zwölf Jahre jüngeren Rumänen Vlad Dascalu, der in drei der vier Cross-Country-Rennen der Saison auf das Podest stieg. Dahinter folgt der letztjährige Gesamtsieger Mathias Flückiger, der nach durchwachsenem Saisonstart mit dem Doppelsieg in Leogang zur Aufholjagd angesetzt hat.
Zwei starke Gegner weniger
Schlecht stehen die Chancen auf einen Erfolg von Schurter im diesjährigen Heimweltcup nicht. Keine 20 Kilometer von seinem Zuhause in Chur entfernt hat der Lokalmatador 2016 und 2017 im Weltcup triumphiert, dazu hat er sich 2018 in Lenzerheide den siebten seiner nunmehr neun Weltmeistertitel geholt. Mit dem Olympiasieger Thomas Pidcock und Mathieu van der Poel, die beide an der Tour de France im Einsatz stehen, fehlen in diesem Jahr zwei Schwergewichte.
Bei den Frauen erging es Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand bislang wie Kate Courtney, Pauline Ferrand-Prévot und Evie Richards, den Weltmeisterinnen der letzten Jahre: Alle schafften es noch nicht (respektive nur im Short Race) auf das Podest. Dreimal setzte sich die Australierin Rebecca McConnell durch, einmal Loana Lecomte. Die weiteren Podestplätze belegten in den Hauptrennen Jenny Rissveds, Anne Terpstra, Laura Stigger und Mona Mitterwallner. Beste Schweizerin war Sina Frei als Vierte in Leogang, abermals knapp neben dem ersten Podestplatz im Weltcup auf Elite-Stufe.
Balanche das Mass der Dinge
Der Samstag steht am Heimweltcup im Zeichen der Downhill-Spezialistinnen und -Spezialisten – und damit aus Schweizer Sicht im Zeichen von Camille Balanche. Die 32-Jährige aus dem Kanton Neuenburg ist nunmehr das Mass der Dinge in der Szene. 2019 Europameisterin und 2020 Weltmeisterin, steht sie nach zwei Siegen und einem 2. Platz aus drei Rennen an der Spitze des Gesamtweltcups. Weil einige Topfahrerinnen verletzungsbedingt fehlen, zeichnet sich ein Duell zwischen Balanche und der Französin Myriam Nicole ab.