Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03293.jsonl.gz/878

Ivan Ludlow
Ivan Ludlow wurde in London geboren und studierte an der Guildhall School of Music and Drama, wo er mit dem renommierten Preis Rose Bowl ausgezeichnet wurde, und am National Opera Studio. Bereits während seines Studiums debütierte er beim italienischen Battignano Festival und mit der Titelpartie von Tschaikowskis Eugen Onegin beim Buxton Festival.
Ivan Ludlow verfügt über ein großes Repertoire an Fachpartien, die den Bariton an zahlreiche renommierte Opernhäuser Europas geführt haben. Mit der Opéra National du Rhin in Strasbourg verbindet ihn eine langjährige enge Zusammenarbeit; dort war er u.a. in Webers Der Freischütz, Bizets Carmen, Poulencs Dialogues des Carmélites, Haydns Lo Speziale (Der Apotheker) und Gounods Roméo et Juliette zu erleben. Die Partie des Claudio in Berlioz' Beatrice et Benedict führte den Bariton an die Welsh National Opera, das Théatre de Lausanne, die Opéra National du Rhin und die Opéra National de Bordeaux, wo er auch als Escamillo in Peter Brooks La Tragédie de Carmennach Bizets Oper zu Gast war. Bizets Carmen führte Ivan Ludlow an die Opernhäuser in Marseille, Toulouse, Antwerpen und Lausanne; die Titelpartie in Mozarts Don Giovanni gestaltete er beim Ponte di Lima Festival in Portugal und dem Bitel Festival in Belgrad. An der Seite von June Anderson debütierte er als Graf in Richard Strauss' Cappriccio am Teatro San Carlo in Neapel. Er sang mit großem Erfolg die Partie des Grafen Danilo in Lehárs Die lustige Witwe an der Pariser Opéra Comique und in Macha Makîeffs Neuinszenierung an der Opéra de Lyon, wo er auch als Demetrius in Brittens A Midsummer Night's Dream gastierte.
Unter der musikalischen Leitung von Christophe Rousset sang er in Monteverdis L'incoronazione di Poppea am Théâtre du Capitole de Toulouse sowie die Partie des Iarba in Cavallis La Didone in Lausanne, in Laurence Dales Inszenierung von Haydns L'incontro improvviso war Ivan Ludlow beim Haydn-Festival in Eisenstadt und den Festspielen in Hannover-Herrenhausen zu erleben und gestaltete Uberto in Pergolesis La serva padrona mit dem Ensemble Divino Sospiro in Portugal.
Einen besonderen Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens bilden Partien aus dem Musiktheaterrepertoire des 20. Jahrhunderts: er verkörperte Nick Shadow in Strawinskys The Rake's Progress in Portugal und in Paris, gastierte mit der Kammeroper A Little Madness in Spring von António Pinho Vargas in der Casa da Música in Porto und in Benedict Masons Chaplin Operas in Baden-Baden, Strasbourg und Salzburg.
Ivan Ludlow sang die Partien des Wotan und Wanderer in der von Jonathan Dove und Graham Vick kreierten Bearbeitung von Wagners Ring in Porto, Paris, Nîmes und Luxemburg. Die Uraufführung von Isidora Zebeljans Oper Due teste e una ragazza führte Ivan Ludlow nach Belgrad und Siena, mit der Partie des Agravain in Harrison Birtwistles Oper Gawain debütierte er bei den Salzburger Festspielen. Als Reisender in Brittens Curlew River war er in Amsterdam und an der Opéra de Lyon zu erleben, dort sang er auch den Eheman in Macha Makîeffs Neuinszenierung von Poulencs Les mamelles de Tirésias. Diese Inszenierung wurde auch am Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie gezeigt. Mit diesem Haus verbindet Ivan Ludlow eine enge Zusammenarbeit, die in den letzten Jahren zu einigen Partiendebüts führte, darunter Athlet und Tierbändiger in Lulu, Dr. Falke in Die Fledermaus, Stárek in Jenůfa und die Titelpartie in Howard Moodys Kinderoper Sindbad.
Ivan Ludlow ist ein gefragter Konzert- und Oratoriensänger, der in Europa und in Übersee auftritt. Zuletzt sang er Brittens War Requiem mit dem Seattle Symphony Orchestra und der Auckland Philharmonia, Mendelssohns Paulus in Estland, Mahler-Lieder mit den Duisburger Philharmonikern und dem Oxford Philharmonic Orchestra, die Titelpartie in Händels Hercules in Moskau und Kantaten von Webern und Bartók beim Lucerne Festival. Sein Repertoire umspannt Werke von der englischen Renaissance bis zu zeitgenössischen Auftragswerken und enthält neben den Hauptwerken der Oratorienliteratur auch selten zu hörende Kompositionen.
Ivan Ludlow ist Gründungsmitglied des London Bridge Ensemble und hat mit Daniel Tong, dem Pianisten des Ensembles, bereits vier CD-Einspielungen veröffentlicht. Zuletzt erschienen Werke von Gabriel Fauré, darunter dessen Zyklus La Bonne Chanson. Bei seinem von Antoine Grindt inszenierten szenischen Liederabend, der unter dem Titel Wanderer, post scriptum Werke von Rihm, Pesson, Eissler und Wagner in Beziehung zueinander stellt, wird Ivan Ludlow von seiner Ehefrau, der Pianistin Kalina Georgieva, begleitet.
Im Herbst 2015 wirkte Ivan Ludlow in der Uraufführungsproduktion von Francesco Filideis Oper Giordano Bruno mit, die nach der Premiere in der Casa da Música in Porto beim Festival Musica Strasbourg, im Mailänder Piccolo Teatro Strehler und im Teatro Valli in Reggio Emilia gezeigt wurde. 2016 folgten weitere Aufführungen des Werkes am Pariser Théâtre de Gennevilliers und am Théâtre de Caën sowie ein Gastspiel in der von silent opera erarbeiteten Don Giovanni-Produktion beim Peking Music Festival. Mit Heinz Holligers Liederzyklus Lunea war er erneut an der Casa da Música in Porto zu hören. Sein Debüt an der Hamburgischen Staatsoper gibt Ivan Ludlow im Februar 2017 als Athlet und Tierbändiger in Christoph Marthalers Neuinszenierung von Lulu, im März 2017 singt er die Solopartie in Brahms' Ein deutsches Requiem im Auditorio Nacional Madrid.