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Sollte die Transaktion beschlossen werden, würden die Anteile innerhalb von 18 Monaten nach der a.o. GV zurückgekauft. Zum Preis heisst es, dass ein Agio von maximal 20% zum Schlusskurs (an der SIX) der Aktie am Handelstag vor Veröffentlichung des Rückkaufprospektes nicht überschritten werden dürfe. Die dann erworbenen Anteile sowie solche, die bereits im Besitz des Unternehmens sind, würden später dann annuliert werden, heisst es.
Aktuell befinden sich 48,5% des Aktienkapitals im Streubesitz, 5,01% im Besitz der Ardian Holding und 5% im Besitz der Gesellschaft. Die restlichen 41,4% werden über eine Beteiligungsvereinbarung gehalten, wobei 35% davon der Kontrolle des Lastminue-CEO Fabio Cannavale unterstehen. Von diesen Aktien würden keine angedient, so dass die Gruppe um den CEO nach der eventuellen Transaktion die absolute Mehrheit innehätte.
"Die Gruppe führt derzeit eine komplette Umstrukturierung durch, um ihre Mission umzusetzen", wird Verwaltungsrats-Präsident Ottonel Popesco in der Mitteilung vom Donnerstag zitiert. "Wir vom Verwaltungsrat sind der Überzeugung, dass eine Konsolidierung der Kapitalstruktur der Gruppe eine Option ist, die es im Interesse des Unternehmens zu prüfen gilt."
DERZEIT KEINE DEKOTIERUNGSPLÄNE
Über eine mögliche Dekotierung werde derzeit allerdings nicht nachgedacht, sagten die Firmenverantwortlichen an einer Telefonkonferenz. Grund für die Prüfung des Aktienrückkaufs sei unter anderem, dass die Kapitalstruktur aktuell nicht sehr effizient sei. Zudem könnte der Cash-Bestand mit solch einem Rückkauf besser genutzt werden. Die generelle M&A-Strategie werde indes nicht von der Entscheidung tangiert.
Derweil werde das im Frühjahr neu gestartete Aktienrückkaufprogramm zunächst gestoppt, bis der Evaluierungsprozess abgeschlossen sei. Sollte die Transaktion beschlossen werden, könnten alle Minderheitsaktionäre ihre Aktien andienen und erhielten durch die gezahlte Prämie so etwas wie eine Dividende, erklärt Lastminute weiter. Man lanciere nun eine langfristige Strategie und könne daher vielleicht kurzfristig nicht die starken Resultate liefern, auf die der Markt warte.
ZAHLEN ETWAS BESSER ALS ANGEKÜNDIGT
Die Zahlen für das erste Halbjahr sind derweil etwas besser ausgefallen als zunächst angekündigt. Der Umsatz sank um 2,2% auf 130,3 Mio EUR - im Juli war das Unternehmen noch von einem Rückgang um 4,5% ausgegangen. Der bereinigte EBITDA brach um gut 45% auf 9,5 Mio ein. Im Juli hatte das Unternehmen bereits einen Rückgang im Rahmen von 45-47% in Aussicht gestellt. Während die Marketingkosten mit 55,4 Mio in etwa gleich blieben, stiegen die Personalkosten um knapp 29% auf 31,0 Mio deutlich an.
Unter dem Strich resultierte für das erste Semester noch ein knapper Reingewinn (nach Minderheiten) von 0,4 Mio nach einem Gewinn von 5,0 Mio im Vorjahr. Angekündigt war ein Verlust von 1,5 Mio bis zu einem Gewinn von 2,0 Mio.
Bei den dynamischen Angebotspaketen lag das Umsatzplus bei 22% - in Grossbritannien sei diese Kategorie das am meisten verkaufte Produkt der Gruppe. In Frankreich stiegen die Erträge aus Reiseveranstalterpaketen um 20%. Standardisierte Produkte litten aber nach wie vor. So sei das Fluggeschäft, das immerhin über 40% des Gesamtumsatzes der Gruppe ausmache, durch gesunkene Margen beeinflusst worden.
Auch das Meta-Geschäft legte weiter zu und steigerte den Umsatz um 32%. Allerdings seien weitere Verbesserungen nach dem kräftigen Umsatzplus im Vorjahr schwer vorstellbar, heisst es von CEO Fabio Cannavale im Halbjahresbericht.
ZIELE BESTÄTIGT - AKTIE STEIGT
Bereits im Juli wurde der Ausblick für 2017 bestätigt. Demzufolge will Lastminute.com bei Umsatz und EBITDA das Vorjahresniveau erreichen und zeigt sich mit Blick auf diese Guidance weiter zuversichtlich.
Für die Aktie geht es derweil nach oben, am späten Vormittag steigen die Titel in einem ansonsten eher gedämpften Marktumfeld um 4,9% auf 12,85 CHF.
dm/uh
(AWP)