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TCS MyMed
Auteur: Mediscope
Menschen mit einer Aufmerksamkeitsstörung können ihre Aufmerksamkeit nicht über eine längere Zeitdauer auf ein Objekt oder eine Aktivität richten. Sie werden sehr rasch abgelenkt oder ermüden schnell. Aufgrund dieser Aufmerksamkeitsstörung wechseln die Betroffenen häufig von einer Aktivität zur anderen. Im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsstörung wird deshalb oft auch von Hyperaktivität, also Überaktivität, gesprochen. Eine Aufmerksamkeitsstörung kann verschiedene Ursachen haben und auf psychische oder aber auch auf körperliche Leiden hindeuten.
Aufmerksamkeit bezeichnet die Fähigkeit, Informationen und Reize aus dem Umfeld wahrzunehmen, sie auszuwählen, sie aufzunehmen und angemessen zu verarbeiten.
Oft wird eine Aufmerksamkeitsstörung mit einer Konzentrationsstörung gleichgesetzt. Die Konzentrationsfähigkeit ist jedoch ein Teilbereich der Aufmerksamkeit, das heisst, die Fähigkeit seine Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes zu lenken und sich nicht ablenken zu lassen (z.B. konzentriertes Arbeiten).
Jeder kennt das Gefühl, dass die Aufmerksamkeit im Laufe eines anstrengenden Tages immer mehr abnimmt oder auch Schwankungen unterworfen ist. Ausserdem ist die Aufmerksamkeit stark vom allgemeinen Wachheitsgrad abhängig.
Man unterscheidet 4 Teilbereiche bzw. Teilfunktionen der Aufmerksamkeit:
Je nach Ursache und Ausprägung der Aufmerksamkeitsstörung können die verschiedenen Aufmerksamkeitsbereiche in unterschiedlicher Weise betroffen sein.
Aufmerksamkeitsstörungen stellen für Betroffene im Alltag ein grosses Problem dar, da für nahezu alle praktischen oder intellektuellen Tätigkeiten ein gewisses Mass an Aufmerksamkeit erforderlich ist. Eine normale Aufmerksamkeit ist wichtig für die Wahrnehmung, das Gedächtnis, das Planen und Handeln, Verstehen und Sprechen sowie die räumliche Orientierung und die gezielte Problemlösung.
An einer Aufmerksamkeitsstörung erkrankt zu sein heisst aber nicht, dass man sich überhaupt nicht mehr konzentrieren kann oder dass alle Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Sprechen oder das Gedächtnis usw. betroffen sind. Meistens sind nur einzelne der oben genannten Teilbereiche betroffen, auch wenn es oft den Anschein hat, dass alle Bereiche betroffen sind. Das hängt damit zusammen, dass sich die verschiedenen Fähigkeiten überlappen und die verschiedenen Aufmerksamkeitsleistungen eng miteinander verbunden sind.
Mögliche Begleitsymptome: Konzentrationsstörungen , Gedächtnisstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Sprachstörungen , Bewegungsdrang , Bewusstseinsstörungen , Schlafstörungen ,
Aufmerksamkeitsstörungen können verschiedenste Ursachen haben. Häufig sind sie die Folge eines Schlaganfalls, einer Verletzung des Gehirns oder einer anderen Erkrankung des Nervensystems. Auch bei psychiatrischen Erkrankungen ist die Aufmerksamkeit häufig gestört. Bekanntes Beispiel ist auch die Aufmerksamkeitsstörung ADHS bei Kindern.
Einer krankheitsbedingten Aufmerksamkeitsstörung selbst kann man nicht direkt vorbeugen. Eine generell gesunde und aktive Lebensweise kann jedoch dazu beitragen, verschiedenen Krankheiten (z.B. Schlaganfall ) entgegen zu wirken, die zu Aufmerksamkeitsstörungen führen können. Dazu gehört auch der Verzicht auf Alkohol und Nikotin in der Schwangerschaft (Risikofaktoren für ADHS bei Kindern).
Tipps im Umgang mit Angehörigen, die an einer Aufmerksamkeitsstörung leiden:
Jede unerklärliche Konzentrationsstörung , die akut auftritt, sich verschlechtert oder über Tage und Wochen anhält, sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere auch, wenn weitere Beschwerden auftreten. Kinder mit auffälligen Konzentrationsschwierigkeiten sollen immer vom Kinderarzt untersucht werden.
Welcher Arzt ist zuständig?
Um sich ein genaues Bild von den aktuellen Beschwerden und den möglichen Ursachen zu machen, erfolgt zuerst die
und eine
mit einfachen Hilfsmitteln (Betrachten, Abtasten, Abhören, Abklopfen, Funktionsprüfungen, etc.). Ausgehend davon können weitere
folgen.
Es folgt eine allgemeine Ganzkörperuntersuchung bei der unter anderem Puls und Blutdruck gemessen, Herz und Lunge abgehört und die Schilddrüse abgetastet wird. Ausserdem wird das Hör- und Sehvermögen geprüft und eine gründliche neurologische Untersuchung durchgeführt.
Mehr Informationen zur Abklärung (Diagnostik) finden Sie in den jeweiligen Krankheitsbildern
Die Therapie von Aufmerksamkeitsstörungen richtet sich nach der Ursache und den jeweils betroffenen Aufmerksamkeitsbereichen. Ergänzend sind auch allgemeine Massnahmen, wie Unterstützung bei der Organisation des Alltags und der Einbezug von Angehörigen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Sind die Aufmerksamkeitsstörungen die Folge einer behandelbaren Erkrankung, z.B. Schlaganfall, Depression, ADHS oder Kopfverletzung, wird in erster Linie diese behandelt. Damit werden auch die Aufmerksamkeitsstörungen verbessert. Die Therapie kann die Einnahme von entsprechenden Medikamenten, psychotherapeutische Massnahmen oder auch eine Operation umfassen.
Bei Aufmerksamkeitsstörungen haben sich computergestützte Therapieverfahren bewährt, welche spezifisch die betroffenen Aufmerksamkeitsleistungen in alltagsähnlichen Situationen trainieren. Dabei wird der Fortschritt regelmässig kontrolliert und der Schwierigkeitsgrad stufenweise an die Erfolge angepasst. Dies ist für den Erfolg der Behandlung besonders wichtig. Wird der Betroffene überfordert, kann es sogar zur Verschlechterung der entsprechenden Funktionen kommen.
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