Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/419

Herr Glinz, soeben wurde bekannt, dass Ihnen im Mai der renommierte ACM SIGSOFT Distinguished Service Award verliehen wird. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Ich fühle mich ausserordentlich geehrt und konnte die Nachricht des Preiskomitees zunächst kaum glauben. Die Liste der bisherigen Preisträger enthält lauter bekannte und berühmte Leute im Software Engineering – wie zum Beispiel Alexander Wolf vom Imperial College London, der derzeit Präsident der Association for Computing Machinery ist.
Für welche Leistungen wurde Ihnen der Award verliehen?
Der ACM SIGSOFT Distinguished Service Award wird, wie der Name schon sagt, nicht für ein herausragendes Forschungsergebnis, sondern für besondere Leistungen für die Scientific Community im Gebiet Software Engineering verliehen. Die Liste der bisherigen Preisträger macht allerdings deutlich, dass das Preiskomitee auf eine Kombination von herausragenden Serviceleistungen und erstklassiger Forschung achtet. Insofern bedeutet der Preis nicht nur eine Anerkennung meiner Leistungen für die Community, sondern würdigt auch meine wissenschaftlichen Leistungen.
Sie sprechen von Serviceleistungen für die Scientific Community . Um was für Aufgaben handelt es sich?
Ich habe wesentliche Beiträge zur Organisation der international führenden Konferenzen in meinem Fachgebiet geleistet, sei es als Organisator, als Vorsitzender oder Mitglied des Programmkomitees oder als General Chair. Konferenzen spielen in der Informatik eine erheblich grössere Rolle als in anderen Wissenschaftsdisziplinen: Was die Auswahl der vorgestellten Papers anbelangt, so gelten bei den besten Konferenzen teilweise strengere Kriterien als bei A-Zeitschriften. Entsprechend gross ist die Verantwortung, die man bei der Leitung und Organisation einer solcher Konferenzen für die Scientific Community übernimmt.
Wissen Sie schon, was Sie mit dem Preisgeld tun?
Ich habe 2012 enorm viel Zeit aufgewendet, um die International Conference on Software Engineering in Zürich zu organisieren. Diese Konferenz war ein ausserordentlicher Erfolg und hat vermutlich wesentlich dazu beigetragen, dass ich diesen Preis gewonnen habe. Meine Frau hat in dieser Zeit auf vieles verzichten müssen, weil ich praktisch Tag und Nacht gearbeitet habe. Ich habe daher entschieden, als kleine Entschädigung das Preisgeld – 1000 US-Dollar – für eine gemeinsame Unternehmung mit meiner Frau zu verwenden, wahrscheinlich für eine Städtereise.
Martin Glinz Martin Glinz ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Oberrohrdorf im Kanton Aargau. Er ist seit 1993 Professor für Informatik an der UZH und leitete das Institut für Informatik von 2007 bis 31. Januar 2016.
Kommentar schreiben
Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.