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Auf Anfrage der polnischen Regierung fand zwischen dem 18. und 22. März 2013 eine Inir-Mission statt, die das Programm Polens zur Einführung der Kernenergie prüfte. Die internationalen Experten der IAEO stellten gute Praktiken fest und sprachen Empfehlungen für weitere Verbesserungen aus.
«Diese Mission ist eine grosse Motivation für verstärkte Anstrengungen und vermehrte Aktivitäten in der Vorbereitung unseres Kernenergieprogramms», erklärte Hannah Trojanowska, Generalbevollmächtigte für Kernenergie und Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Die Lage sei dynamisch und Polen werde weiterhin IAEO-Know-how und -Wissen nutzen, um die Aktivitäten zu verbessern.
Die Inir-Missionen haben zum Ziel, IAEO-Mitgliedstaaten bei der Beurteilung ihrer nationalen Infrastruktur für die Einführung oder den Ausbau der Kernenergie zu unterstützen. Die IAEO unterscheidet drei Entwicklungsphasen bei der Einführung der Kernenergie. Der Abschluss jeder dieser Phasen ist mit einem spezifischen Zwischenziel gekennzeichnet, bei dessen Erreichen der Fortschritt überprüft wird. Zwischenziel 1 zeigt das sachkundige Bekenntnis eines Landes zu einem Nuklearprogramm. Zwischenziel 2 ist erreicht, wenn das Land bereit ist, Bauangebote einzufordern, und Zwischenziel 3, wenn es bereit ist, das erste Kernkraftwerk in Betrieb zu nehmen und zu betreiben. Laut Inir-Missionsleiter Juan Carlos Lentijo hat Polen die meisten der vorgeschlagenen Tätigkeiten der Phase 1 abgeschlossen. Es schreite jetzt mit Phase 2 fort. So sei die Polska Grupa Energetyczna SA (PGE) als zukünftige Besitzerin und Betreiberin des ersten Kernkraftwerks des Landes bereits bestimmt. Die PGE sei schon daran, die Ausschreibungsmodalitäten auszuarbeiten. Ende März 2012 habe die polnische Regierung zusammen mit der PGE zudem eine Informationskampagne zu ihrem Kernenergieprogramm begonnen.
Polens Kernenergiepläne
2009 beschloss die polnische Regierung, wieder in die Nutzung der Kernenergie einzusteigen, um die Stromerzeugungsquellen des Landes zu diversifizieren, die langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die CO2-Reduktionsziele der EU zu erfüllen. Die PGE plant, 3000 MW nukleare Kapazitäten bereitzustellen. Drei potenzielle Standorte wurden bereits in die engere Wahl gezogen. Derzeit ist Polen stark von der Kohle abhängig, die etwa 90% der zur Stromerzeugung benötigten Energie liefert.
Quelle
M.A. nach IAEO, Medienmitteilung, 26. März 2013
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