Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/148562

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, das duale System der Berufsbildung auch für die öffentliche Verwaltung auf Tertiärstufe B sicherzustellen. Er sorgt dafür, dass sich die Bundesverwaltung für die Entwicklung eines eidgenössischen Fachausweises "Fachfrau/Fachmann öffentliche Verwaltung" engagiert, auch in ihrer Rolle als Arbeitgeberin. Er sorgt dafür, dass die Bundesverwaltung Mitglied wird im Verein Schweizerische Prüfungsorganisation höhere Berufsbildung öffentliche Verwaltung (Verein HBB öV) und sich dort gemeinsam mit Vertretern der Kantone und Gemeinden mit angemessenen Personal- und finanziellen Ressourcen engagiert.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Meinung der Motionärin, wonach die Berufsbildung eine grosse Stärke der Schweiz und ein Erfolgsmodell ist. Die höhere Berufsbildung ist ein wichtiger Teil davon. Sie ermöglicht es Personen mit Berufsabschluss, auch ohne Maturität, einen Abschluss im Bereich der Tertiärbildung zu erwerben.</p><p>Um den Bereich der höheren Berufsbildung zu fördern und ihn national und international gut zu positionieren, hat der Bundesrat ein Massnahmenpaket genehmigt. Dieses sieht vor, im Bereich der höheren Berufsbildung die Absolvierenden von eidgenössischen Prüfungen finanziell zu entlasten, Marketing- und Kommunikationsaktivitäten zu verstärken und die Durchlässigkeit zum Hochschulbereich zu erhöhen. Zudem hat der Bundesrat die neue Verordnung über den nationalen Qualifikationsrahmen für Abschlüsse der Berufsbildung verabschiedet, welche am 1. Oktober 2014 in Kraft getreten ist und eine bessere nationale und internationale Positionierung der Schweizer Abschlüsse bezweckt.</p><p>Der 2012 gegründete Verein HBB öV verfolgt das Ziel, eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen für das Personal öffentlicher Verwaltungen bereitzustellen. Er will damit Lehrabgängerinnen und Lehrabgängern mit einer kaufmännischen Grundbildung in der Branche öffentliche Verwaltung eine Möglichkeit bieten, auf Tertiärstufe B einen eidgenössischen Berufsabschluss zu erwerben. Das Projekt wird vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziell unterstützt.</p><p>Die neue Ausbildung, die der Bund gemäss Motion fördern soll, richtet sich in erster Linie an Absolventinnen und Absolventen der Branche öffentliche Verwaltung, die eine berufliche Laufbahn in Gemeinde- und Kantonsverwaltungen anstreben. Die Bundesverwaltung hingegen betreibt im kaufmännischen Beruf eine vom SBFI anerkannte eigenständige Ausbildungs- und Prüfungsbranche. Der Bildungsplan ist auf den Bedarf der Bundesverwaltung ausgerichtet und unterscheidet sich daher von jenem der Branche öffentliche Verwaltung. Aus diesem Grund verfügen die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger der Branche Bundesverwaltung über andere Kenntnisse als jene der Branche öffentliche Verwaltung.</p><p>Die kaufmännischen Lehrabgänger/innen der Branche Bundesverwaltung nutzen bereits heute die bestehenden Möglichkeiten des Ausbildungsmarktes. Dieser bietet eine Fülle von generalistischen und spezialisierten Bildungsangeboten mit Abschlüssen auf der Ebene der höheren Berufsbildung (z. B. Dipl. Personalleiter/in HF, Dipl. Betriebswirtschafter/in HF). Die bundesverwaltungsspezifischen Kompetenzen können sie on the Job und über das breite Angebot des Ausbildungszentrums der Bundesverwaltung im Eidgenössischen Personalamt erwerben bzw. vertiefen.</p><p>Gegen ein Engagement des Bundes im Verein HBB öV spricht weiter, dass es ihm seine Rolle als Arbeitgeber im Bereich der höheren Berufsbildung nicht erlaubt, neue Ausbildungsgänge zu fördern, da für eine solche Subventionierung die Rechtsgrundlage fehlt. Stattdessen unterstützt er seine Angestellten, die Ausbildungen mit einem dienstlichen Interesse absolvieren, mit finanziellen und anderen Beiträgen. Schliesslich hat der Bund bereits Erfahrungen gesammelt mit einer eigenen "Höheren Fachprüfung für dipl. Verwaltungswirtschafter/innen", einem Angebot für Personen mit einem kaufmännischen Lehrabschluss. Trotz erheblicher Bemühungen ist es ihm nicht gelungen, das Bildungsangebot zu etablieren. Mangels Interesse wurde die Prüfungsordnung durch das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) per 31. Dezember 2011 ausser Kraft gesetzt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.