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Wer sich den Traum von einer eigenen Immobilie erfüllen will, muss eine grosse Summe an Eigenkapital aufbringen. 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises verlangt eine Bank an Eigenmitteln, damit die Finanzierung sicher genehmigt wird. Eine wenig bekannte Variante für den Immobilienkauf ist der Mietkauf. Unter bestimmten Umständen kann er sich lohnen.
Wer ein Haus auf Mietkauf erwerben will, profitiert von dem einfachen Konstrukt: Die Immobilie wird zuerst gemietet und zu einem späteren Zeitpunkt gekauft. Der Kaufpreis wird mit dem Abschluss des Mietvertrags festgelegt. Ein Anteil der Miete fungiert als Anzahlung auf den Kaufpreis. Sie wird beim eigentlichen Kauf mit dem Kaufpreis verrechnet. Einen Teil der Monatsrate erhält der Vermieter als Mietzins. Der Käufer und der Verkäufer vereinbaren untereinander, das Haus auf Mietkauf zu erwerben. Es ist also keine Bank oder eine Bausparkasse beteiligt.
Für den Mietkauf in der Schweiz stehen zwei Wege zur Auswahl. Wer ein Haus auf Mietkauf im klassischen Stil erwerben will, verpflichtet sich als Mieter, die Immobilie nach dem Ablauf einer vereinbarten Frist zu einem zuvor festgelegten Preis zu erwerben. Der Besitzer der Immobilie stundet dem Käufer dann den Kaufpreis einschliesslich der Zinsen. Sofern der Mietkauf in der Schweiz als Optionskauf ausgeführt wird, mietet der Käufer das Objekt von einer Genossenschaft oder von einem Bauträger. Er hat dann die Option, die Immobilie später zu erwerben. Er ist allerdings nicht verpflichtet, diese Option auszuüben.
Der Erwerb des Hauses auf Mietkauf ist durch einen Mietkaufvertrag geregelt. In diesem Mietkaufvertrag sind alle Rechte und Pflichten für beide Vertragspartner festgeschrieben. Der Vertrag besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil ist die Miete geregelt, im zweiten Teil geht es um den späteren Erwerb. Der Vertrag für den Mietkauf Schweiz muss von einem Notar beurkundet werden. Vor der Beurkundung des Mietkaufvertrages wird eine einmalige Anzahlung in Höhe von bis zu 20 Prozent des vereinbarten Kaufpreises geleistet. Diese Höhe entspricht dem Eigenkapital bei einer klassischen Immobilienfinanzierung. Eine monatliche Ratenzahlung kann vereinbart werden, wenn das Eigenkapital nicht vorhanden ist.
Wenn das Haus auf Mietkauf mit dem Optionskauf erworben wird, ist der Vertrag über den Erwerb nicht erforderlich. Ob die Immobilie wirklich gekauft wird, entscheidet der Mieter zu einem späteren Zeitpunkt. Zur Absicherung des Mieters wird im Grundbuch ein Optionsrecht zu seinen Gunsten eingetragen. Damit hat er das Recht, das Haus auf Mietkauf zu erwerben. Der Zeitraum wird ebenso im Grundbuch festgehalten wie der vereinbarte Preis. Die Miete ist beim Optionskauf meist höher als eine ortsübliche Vergleichsmiete. Damit möchte man den Mieter motivieren, von seiner Kaufoption Gebrauch zu machen.
Der Mietkauf in der Schweiz ist nicht für jeden Käufer eine vernünftige Variante. Er bietet sich vor allem für Personen an, die nur schwer eine Bankfinanzierung erhalten. Junge Familien, die noch nicht das nötige Eigenkapital angespart haben, kommen mit dem Erwerb eines Hauses auf Mietkauf leichter in die eigenen vier Wände. Auch Selbständige können sich dadurch leichter den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Diese Berufsgruppe wird von den Banken genau überprüft. Wenn die Kreditwürdigkeit nicht als ausreichend beurteilt wird, droht die Finanzierung zu scheitern. Mit einem Mietkauf umgeht man dieses Risiko.
Der Optionskauf ist dagegen für Käufer interessant, die auf ein bestimmtes Objekt fixiert sind und keinen Kredit erhalten. Das gewünschte Haus wird praktisch reserviert und zu einem späteren Zeitpunkt erworben, wenn die finanziellen Rücklagen gebildet sind. Sofern man diese Rücklagen nicht aufbauen kann, ist man nicht zum Kauf verpflichtet. Allerdings muss man wissen, dass Immobilienexperten oft vor dem Mietkauf warnen. Auch der Mieterbund rät davon ab. Nach seiner Auffassung ist der Kaufpreis oft überteuert, oder es handelt sich um Objekte, die auf anderem Weg nicht zu verkaufen sind.
Auf jeden Fall sollten sich Interessenten genau informieren und sich beraten lassen, bevor sie ein Haus auf Mietkauf erwerben. So lassen sich böse Überraschungen und hohe Kosten vermeiden, so dass der Traum von der eigenen Immobilie am Ende doch noch wahr wird.
Wenn Ihnen das nötige Eigenkapital für einen Hauskauf fehlt und Sie über handwerkliches Geschick verfügen bietet sich eine sog. Muskelhypothek an. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikle Eigenleistung beim Hausbau.
Vielleicht haben Sie aber auch noch nicht alle Möglichkeiten Ausgeschöpft um das notwendige Eigenkapital für den Hauskauf aufzubringen. Einige Ideen finden sich im Artikel Finanzierungstipps für junge Familien – vielleicht ist da ja etwas für Sie dabei?