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Eine frühe Diagnose und Behandlung von HIV kann das Risiko an Krebs zu erkranken reduzieren. Das ist das Resultat der grossen internationalen Beobachtungsstudie D:A:D (Data Collection on Adverse Events of Anti-HIV Drugs). Dabei wurde anhand von Daten das Risiko eine Krebserkrankung bei HIV-positiven, unbehandelten Menschen aus Europa, den USA und Australien untersucht. Und zwar sowohl bei solchen, die eine antiretrovirale Therapie früh begannen, als auch bei solchen, die damit verspätet anfingen. Die Studienteilnehmenden waren überwiegend männlich und jung (Durchschnittsalter 36 Jahre).
Die Resultate, die von der Gruppe unter Leitung von Prof. Heiner C. Bucher (Leiter klinische Epidemiologie und Biostatistik am USB) erarbeitet wurden, wurden nun in den «Annals of Internal Medicine» publiziert. Sie zeigen auf, dass ein verzögerter Beginn einer antiretroviralen Therapie gegen das HI-Virus das Risiko erhöht an sogenannten «AIDS definierenden» aber auch an «nicht AIDS definierenden» Tumoren zu erkranken. Letztere Kategorie von Tumoren ist die häufigste Todesursache bei behandelten HIV-Positiven.
In statistischen Modellen, welche für Rauchen und weitere Krebs fördernde Risikofaktoren adjustierten betrug das Risiko über 10 Jahre an AIDS definierenden Tumoren zu erkranken rund 3% und an einem AIDS definierenden Tumor zu erkranken 2.5%. Dieses Risiko ist höher als bei gleichaltrigen HIV-negativen Individuen.
Besonders wichtig für die klinische Anwendung ist aber die Erkenntnis, dass ein möglichst früher Therapiebeginn gegen HIV auch einen positiven Effekt auf das Tumor-Risiko zeitigt. Ein verzögerter Therapiebeginn erhöhte dagegen das Risiko einer Tumorerkrankung. Der sofortige Therapiebeginn mit antiretroviralen Medikamenten ist heute der Therapiestandard. Studien zeigen aber, dass die Hälfte der Individuen die antiretrovirale Therapie erst bei einer ausgeprägten Immunschwäche beginnen, weil die Diagnose zu spät erfolgt.