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Taiwans Baseball-Wunder von 1931
Sie waren eine bunt zusammen gewürfelte Truppe, die Schüler der Kano-Oberschule im taiwanischen Chiayi. Neben Taiwanern chinesischer Abstammung und taiwanischen Ureinwohnern, spielten auch japanische Schüler mit. Trotz der damaligen Skepsis gegenüber den jungen Baseball-Spielern, schafften sie es bis fast an die Spitze.
Die Geschichte des Kano-Teams, das sich bis ins Finale der legendären Koshien-Meisterschaft spielte, ist jetzt in einem Film zu sehen. Kano erzählt während drei Stunden wie die Oberschüler rigoros auf das Turnier hin trainieren und schliesslich nach Japan reisen können. Die Mannschaft erreicht das Finale des Turniers. Zwar verloren sie in dieses Spiel, die Anerkennung der japanischen Fans war ihnen aber gewiss. Ihr Erfolg trug dazu bei, dass Baseball in Taiwan zu einem Nationalsport wurde.
Auch über 80 Jahre später messen sich im Koshien-Stadion bei Kobe noch immer die besten High School-Mannschaften miteinander. Jeweils 50’000 Zuschauer und noch einige Millionen mehr am Fernsehen verfolgen das Turnier in der Hoffnung, die Geburt des nächsten japanischen Superstars zu erleben (Asienspiegel berichtete).
Produziert vom taiwanischen Erfolgsfilmemacher Wei Te-sheng hat der Film bereits vor seiner Fertigstellung hohe Erwartungen geweckt. Wei wurde als Regisseur des Blockbusters Cape No 7 erstmals einem grossen Publikum bekannt. Auch der nachfolgende Film Seediq Bale – Warriors of the Rainbow wurde zu einem Kassenschlager (Asienspiegel berichtete).
Die japanische Vergangenheit
Bereits in diesen zwei Filmen spielt Japan als Kolonialmacht eine zentrale Rolle. In Cape No. 7 in Form einer Rückblende einer Liebesbeziehung und Seediq Bale handelt von der brutalen Unterdrückung der taiwanischen Ureinwohner während der Kolonialzeit. Taiwan war während 50 Jahren eine japanische Kolonie – von 1895 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Während dieser Zeit kam nicht nur das Baseball-Fieber nach Taiwan, auch die japanische Sprache wurde eingeführt. Gegenüber der Taipei Times sagte Wei Te-sheng, dass die Taiwaner einen Identitätskonflikt hätten. Unter japanischer Herrschaft mussten sie sich mit Japan identifizieren, und mit den chinesischen Nationalisten schliesslich mit China. Weshalb könnten die Taiwaner denn nicht selbst entscheiden, wer sie seien, so Wei gegenüber der Taipei Times.
Zehntausende gehen für Film auf die Strasse
Vor der Filmpremiere gingen in der Stadt Chiayi – woher die Baseball-Mannschaft stammt – mehrere zehntausend Menschen auf die Strasse, berichtet die Nachrichtenagentur CNA. Zusammen mit der Filmcrew und den Hauptdarstellern wollten die Bewohner der Stadt nachempfinden, wie sich die Einwohner damals fühlten, als sie 1931 das Team zurück in der Heimat empfingen.
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