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Der unvergessene Luiz Gonzaga do Nascimento wird am 13. Dezember 1912 in Exu, im tiefsten “Sertão“ des Bundesstaates Pernambuco geboren. Er ist das zweite von neun Kindern des Januário José dos Santos, der auf dem Feld der Fazenda Caiçara seinen Lebensunterhalt bestreitet und in seiner Freizeit kaputte Ziehharmonikas repariert, und seiner Frau Ana Batista de Jesus, die man nur unter ihrem Spitznamen “Santana“ kennt. Den Namen des Sohnes hat man nach dem Tag der Heiligen Luzia gewählt, an dem er das Licht der Welt erblickte.
Der kleine Luiz erlernt Lesen und Schreiben bei der Familie von Manuel Aires de Alencar, dem Präfekten des Dörfchens Exu, der ihn anstellt, um sich um sein Pferd zu kümmern. Als er zwölf ist, geht er zum ersten Mal in eine Schule – aber nur für kurze Zeit, weil er den Eltern bei der Feldarbeit helfen muss. Durch den Einfluss seines Vaters lernt er ab seinem zehnten Lebensjahr die Ziehharmonika zu spielen und präsentiert sich hie und da auf Festen seiner Region. Im Alter von 18 Jahren, zum Ausdruck seiner Freiheitserklärung, flieht er von zuhause, um sich beim Militär in der Hauptstadt Fortaleza einzuschreiben. Später wird er von einem Oberst Raimundo Diolindo verfolgt, der den Absichten Gonzagas mit seiner Tochter Nazarena, der “Nazinha“, ablehnend gegenüber steht, und von seinen Eltern erfährt er prompt ebenso eine Abfuhr, die es auch nicht schätzten, dass ihr Sohn sich in Schwierigkeiten brachte. “Meine Mutter wusste es, erzählte es meinem Vater, und der gab mir eine Tracht Prügel und schloss mich in der Abstellkammer ein“, erzählt Gonzaga später in einem Kapitel des Buches “Gonzaguinha & Gonzagão“.
Als Rekrut Nummer 122 reist er zehn Jahre lang in Brasilien herum. 1938 ist er in Rio de Janeiro, bereit, sich vom Militär zu verabschieden, da erliegt er einem Betrug und wird vom Militär bestraft – seine Karriere ist befleckt, die niemals besonders brillant gewesen war – anlässlich eines Wiedersehens mit seinem Vater verspricht der Sohn, dass er niemals jemanden verletzen würde und hält dieses Versprechen. Der besagte Betrug geschieht in São Paulo, als er dort hinter einem “deutschen Akkordeon mit 80 Bässen“ her ist, das von einem Händler in einer Zeitungsanzeige angeboten wurde. Als er in der Stadt ankommt, stellt er fest, dass das Geschäft nicht existiert. Der Besitzer des Hotels, in dem er abgestiegen ist, hat Mitleid mit ihm und überredet seinen Sohn, ihm sein Akkordeon zu verkaufen – ebenfalls ein deutsches Instrument mit 80 Bässen. Der Preis ist allerdings hoch: mehr als 700.000 Réis bezahlt Gonzaga dem Jungen. Als er nach Rio de Janeiro zurückkehrt, wird er vier Tage lang eingesperrt, wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe. Und so nimmt er seinen unehrenhaften Abschied vom Militär.
In Rio de Janeiro, damals noch die Hauptstadt Brasiliens, wartet er auf ein Schiff, das ihn nach Recife (Bundesstaat Pernambuco) bringen soll, und von dort will er mit der Eisenbahn weiter nach seinem Geburtsort Exu reisen – ein Freund vom Militär zeigt ihm währenddessen den Stadtteil “Bairro do Mangue“, zwischen dem Stadtzentrum und der Nordzone. Hier treffen sich Matrosen und Prostituierte – die vielen Bars begeistern Gonzaga, und er entschliesst sich, dort sein Glück zu versuchen, indem er die Gäste mit seinem Akkordeon unterhält. In der “Bar des Spaniers“ lernt er den Baihianer Henrique Xavier Pinheiro kennen, ein Geiger, der ein Freund und Beschützer des Pernambukaners wird.
Xavier und dessen Frau Dina helfen ihm, sich in Rio zu etablieren, in einer Favela am Morro de São Carlos. Gonzaga verbringt die 1940er Jahre mit seinem Akkordeonspiel – in Kabaretts des historischen Stadtteils Lapa, mit einem Repertoire, das seine Herkunft aus Brasiliens Nordosten verbirgt: Er spielt argentinische Tangos, wie zum Beispiel „El Dia que me Quieras“, von Carlos Gardel, spielt Walzer, Polkas, Boleros und andere Rhythmen, die zu jener Zeit Mode waren.
Regina Echeverria, die Autorin des Buches “Gonzaguinha & Gonzagão“, schildert, dass Luiz Gonzaga sich zu Beginn seiner Karriere nicht als “Cangaceiro“ gekleidet hat – in jener Lederkleidung der “Vaqueiros des Sertão“, die ihn später charakterisiert – sondern “er spielt sein Akkordeon stets im Anzug, weil er das als schick empfindet. Erst als er den Akkordeonspieler Pedro Raimundo in seinem typischen Gaúcho-Look aus Südbrasilien sieht, denkt er: Was der kann, kann ich auch“. Anfangs setzt er sich lediglich den typischen Lederhut des “Cangaço“ auf – 1953 schliesslich unterwirft er sich ganz dem Nordosten und dem dortigen Bekleidungsstil, inspiriert von Virgulino Ferreira da Silva, dem Cangaceiro (Räuber) “Lampião“ – auch sein musikalisches Repertoire hat er dem nordöstlichen Stil inzwischen angepasst: mit “Baião – Forró – Xote – und Xaxado“ begeistert er sein Publikum in Rio de Janeiro.
Mit seinem Tango- und Bolero-Repertoire tritt er in verschiedenen Radioprogrammen für Laienmusiker auf, ohne grossen Erfolg und mit Benotungen, die man als “normal“ bezeichnen könnte – zwischen 2,5 und 3, bei einer Höchstnote von 5. In einer Sendung mit Silvino Neto, vom “Rádio Nacional“, geniert sich Gonzaga, als er zum ersten Mal vor einem grossen Publikum einen Song in pernambukanischem Dialekt singen soll.
“Das Publikum begegnete ihm mit Vorurteilen wegen seines Dialekts. Erst später wird er akzeptiert und erhält viele Briefe von Fans – er wird populär“, sagt Regina in einem Interview. Der Anfang mag schwer gewesen sein, aber als er dann endlich akzeptiert worden war, wurde seine Stimme zu einem Markenzeichen – so schreibt Carlos Marcelo in seinem Buch “O Fole Roncou – Uma História do Forró“. “Er bekam eine unvergleichliche Macht über sein Publikum mit einer leicht zu erkennenden Stimme“!
Der Moment des Aufstiegs seiner Karriere beginnt, als Gonzaga, auf Wunsch von Studenten aus dem Nordoststaat Ceará, in einer Bar typische Rhythmen aus seiner Heimat intoniert, die er als Kind gelernt hat. Es war ein Riesenerfolg in den Bars, als er zum ersten Mal die Kompositionen “Pé de Serra“ und “Vira e Mexe“ hören liess – die er dann auch im Programm “Calouros em Desfile“, mit Ari Barroso, präsentierte und dafür die Höchstnote plus 15.000 Réis einheimste – ausser dem grossen Applaus des Publikums.
Luis Gonzaga bekommt Erfahrung durch seine Auftritte in Tanzpalästen, wie dem “Belas Artes“, dem “Farolito“ und dem “Samba Dancing“, wo er ab 1941 länger als ein Jahr unter Vertrag steht. Es erscheinen seine ersten Instrumental-Platten – bespielt mit seiner neuesten Errungenschaft, einem Akkordeon mit 120 Bässen der Marke Scandalli – im Verlag RCA-Victor. Die erste Scheibe enthält die Kompositionen “Vespera de São João“, unter Mitarbeit von Francisco Reis und “Numa Serenata“ – die zweite präsentiert die Kompositionen “Saudades de São João del Rei“, von Simão Jandi, bekannt als “Turquinho“, und “Vira e Mexe“. Wie das Buch “Gonzaguinha & Gonzagão“ berichtet, macht Luiz in den folgenden fünf Jahren zirka 70 Plattenaufnahmen, fast alle von ihm selbst komponiert.
Im gleichen Jahr, in dem er seine ersten Platten herausbringt, wird er zum Berufsmusiker. Zuerst erhält er eine Einladung des “Rádio Clube“, um einen Akkordeonspieler zu ersetzen, der verreisen muss, und dann unterzeichnet er einen Vertrag mit dem Kanal “Tamoio“ (früher “Tupi“). Nun steht er also unter Vertrag, hat aber immer noch Hemmungen, auch zu singen. Seine Stimme – und sein Akzent – werden erneut mit Befremden aufgenommen, diesmal vom Direktor des Radiosenders, Fernando Lobo, der ihn anweist, lediglich zu spielen, nachdem er seine Interpretation des Songs “Dezessete e Setecentos“ gehört hat (“Eu lhe dei vinte mil réis / Pra pagar três e trezentos / Você tem que me voltar / Dezesseis e setecentos/ Dezessete e setecentos!”) – ein Hit von Manezinho Araújo, bekannt als “König der Embolada“, und des Texters Miguel Lima.
Dickköpfig, wie er nun mal ist, missachtet Gonzaga das Verbot und singt im Programm von Átila Nunes – prompt wird er gefeuert. Jedoch kann diese Episode ihn nicht aus der Bahn werfen, denn inzwischen hat er bereits ein breites Fan-Publikum. 1944 nimmt er die Mazurka “Cortando o Pano“ auf (“Errei no corte, seu Zé Mariano / Peço desculpas pelo meu engano / Sou alfaiate do primeiro ano / Pego na tesoura e vou cortando o pano”), die in den Hitparaden ganz nach oben gelangt – Resultat seiner Partnerschaft mit den Komponisten Miguel Lima Matos und Jeová Portella.
Im gleichen Jahr lernt er Odaleia Guedes dos Santos kennen, die in einem Chor singt. Die Carioca und der Pernambukaner verlieben sich und ziehen zusammen in eine gemeinsame Wohnung – bis kurz nach der Geburt von Luiz Gonzaga do Nascimento Júnior, am 22. September 1945, einem Sohn, dessen Vaterschaft Luiz Gonzaga für den Rest seines Lebens angezweifelt hat, weil er den Verdacht hatte, dass Odaleia auch mit anderen Männern ausging.
Im April 1945 nimmt er seine erste Platte als Sänger auf, mit “Dança Mariquinha“ (“Dança, dança, Mariquinha / Para o povo apreciar / Essa boa mazurquinha / Que pra você vou cantar / Ouça, meu bem, / A sanfona tocar”), seine eigene Komposition, unter Mitarbeit von Miguel Lima, auf der A-Seite, und das Instrumental-Stück “Impertinente“, allein von ihm, auf der B-Seite. Mit dem Sender “Rádio Nacional“ unterschreibt er im gleichen Jahr einen Vertrag und spielt in verschiedenen Programmen des Senders, zum Beispiel “Arco-da-Velha“, von Floriano Faissal, und “Nada Além de Dois Minutos“, von Paulo Roberto. Mit den Platten, die er pro Monat herausbringt, dem Radiosender und den Shows, geht es ihm so gut, dass er den “Bairro do Mangue“ endlich verlassen kann und in die Avenida Mem de Sá, im Zentrum von Rio, umzieht.
Auf der Suche nach einem neuen Partner, findet er Lauro Maia, der Arrangements und Melodien für “Xotes“ (nordöstlicher Tanz) für die Gruppe “Quatro Asas e um Curinga“ produziert. Aber Maia interessiert sich nicht für Gonzagas Anliegen und stellt ihn seinem Schwager Humberto Teixeira vor, einem Rechtsanwalt aus Ceará, der sich mit Gonzaga das Komponieren von einigen seiner bekanntesten Lieder teilt: “Asa Branca“, aus dem Jahr 1947 (“Quando olhei a terra ardendo / Qual a fogueira de São João / Eu perguntei a Deus do céu, ai, / Por que tamanha judiação”), “Baião“, aus dem Jahr 1949, “Que nem Jiló” und viele andere.
Für Carlos Marcelo ist dies der entscheidende Moment von Gonzagas Karriere, denn das Duo ist verantwortlich für die Präsentation des Baião im brasilianischen Süden. “Sie kreierten Klassiker, fundamentale Bausteine des Genres für den brasilianischen Stadtbewohner“, schreibt er.
Noch im Jahr 1945, nur zwei Monate nach der Geburt des Sohnes, erkrankt Odaleia an Tuberkulose und wird von Gonzaga in ein Sanatorium in Petrópolis gebracht – aus diesem Grund wird der neugeborene “Gonzaguinha“ bei Freunden des Vaters, Dina und Xavier, untergebracht. Luiz Gonzaga und seine Lebensgefährtin Odaleia sind grundverschieden – er ist hart und unflexibel, er duldet ihren Wunsch nach Unabhängigkeit nicht – und nach zahlreichen Trennungen und Wiedervereinigungen entscheiden sie sich schliesslich, getrennte Wege einzuschlagen. Kurz danach erkrankt sie und stirbt an Tuberkulose – ihr Sohn “Gonzaguinha“ bleibt als Waise zurück.
Luiz Gonzaga, den seine Fans inzwischen nur noch “Gonzagão“ nennen (im Unterschied zur Verniedlichung seines Sohnes “Gonzaguinha“) bleibt nicht lange allein: Schon 1947 lernt er die Pernambukanerin Helena das Neves Cavalcanti kennen und nimmt sie als seine Sekretärin unter Vertrag – sie soll die viele Fan-Post beantworten, die er über den Radiokanal erhält. Weniger als ein Jahr später, ohne dass er sich mit ihr näher eingelassen hätte, bittet er sie, ihn zu heiraten. Trotz des Erschreckens ob dieses plötzlichen Angebots, nimmt Helena den Antrag an. Sie heiraten im Juni 1948, aber sein Sohn wird zu einem Hindernis. Helena akzeptiert den Kleinen nicht und will ihn nicht grossziehen, sie dringt darauf, ihn bei Gonzagas Freunden zu lassen. So betrachtet der kleine “Gonzaguinha“ Dina als seine Mutter und verbringt einen Teil seiner Kindheit und Jugend in Internaten, weit weg vom Vater, der nun verheiratet ist und seine Shows präsentiert.
Luiz Gonzaga reist nach Pernambuco und lernt seinen zukünftigen Partner Zé Dantas kennen (1949), im gleichen Jahr bringt er seine Familie nach Rio de Janeiro. 1950 erleben Luiz Gonzaga und sein “Baião“ den Höhepunkt der Karriere. Er nimmt zwanzig Kompositionen auf, und viele landen in den Hitparaden, wie zum Beispiel “Baião de Dois“ (mit Humberto Teixeira, “Ai, ai, ai, ó baião que bom tu sois / Se o baião é bom sozinho, que dirá baião de dois”), und „Cintura Fina“ (mit Zé Dantas). 1952 adoptiert er mit seiner Frau Helena ein Mädchen – Rosa Maria.
In dieser Zeit reist der Musiker im Land herum und besucht viele brasilianische Städte, um sich zu präsentieren, und als “König des Baião“ beginnt er sein Reich aufzubauen. 1956 präsentiert er die Sängerin Marinês, von seinem Trio “Patrulha de Choque“ als Königin des “Xaxado“. Helena ist eifersüchtig und feindet Marinês an. Die Partnerschaft zwischen ihrem Mann und dem Trio währt nicht länger als wenige Monate. Trotzdem trägt sie für die Sängerin Früchte: Marinês war die erste nordöstliche Stimme, die in ganz Brasilien Erfolge feierte.
Nach dem Gipfel kommt der Abstieg. Gonzagas Berühmtheit erleidet die ersten Einbussen in den 1960er Jahren, als die Mittel- und Oberklasse sich dem Bossa Nova zuwenden, der Musik des Moments. Der “Baião“ wird weiter im Interior gehört, vom einfachen Volk, so erzählt Regina Echeverria in “Gonzagão & Gonzaguinha“. Er tritt in Shows im Nordosten auf und singt in Werbesendungen für Geschäfte, Wein, Medikamente und andere Produkte. Helena sieht die Reisen ihres Mannes nicht gern, denn dadurch ist er Monate weg von zuhause – die Beiden erleben eine schwierige Phase ihrer Ehe, mit Höhen und Tiefen.
Diese Probleme spitzen sich zu, als “Gonzaguinha“ ins Haus seines Vaters umzieht. Nachdem er 16 Jahre alt geworden ist, entscheidet er sich, der Stiefmutter die Stirn zu bieten und mit jenem zusammenzuleben, dessen Namen er trägt, obwohl es, wie gesagt, immer noch Zweifel über dessen Vaterschaft gibt, die niemals ausgeräumt wurden. Auch das Verhältnis vom Vater zum Sohn ist schwierig, denn der ist in allem das Gegenteil seines Vaters – angefangen im musikalischen Dialog. Während Gonzagas Freunde den Jungen zum Akkordeonspiel ermuntert haben, stellt sich sein Vater dieser Karriere entgegen und kritisiert seinen Sohn wegen seinem Hang zur Politik der Linken – der Sohn seinerseits beschuldigt ihn, Anhänger der Militärs zu sein. 1964 nimmt der Vater eine Komposition des Sohnes auf “Lembranças da Primavera“ – ist aber noch weit davon entfernt, ihm seinen Segen zu geben.
1962 stirbt Zé Dantas und Gonzaga lernt João Silva kennen, einen weiteren grossartigen Partner. Carlos Marcelo erinnert in seinem Buch, dass Silva, obwohl weniger bekannt, der Komponist war, den Gonzaga am meisten auf seinen Platten verewigt hat. In den 1970er Jahren geht Gonzaga an der Seite von Dominguinhos auf Tournee, den er eines Tages als seinen musikalischen Erben bezeichnet hat, und nimmt mit ihm die Platte “O Canto Jovem de Luiz Gonzaga“ auf – zusammen mit grossen Namen, wie Gilberto Gil, Caetano Veloso und Edu Lobo.
Die Distanz zwischen dem Musiker und seiner Frau Helena wird zunehmend grösser, besonders ab 1975, als Gonzaga sich mit der ebenfalls aus Pernambuco stammenden Maria Edelzuita Rabelo einlässt. Diese Beziehung währt vierzehn Jahre, und die letzten Jahren seines Lebens verbringt er allein mit Edelzuita. Als sein Leben an der Seite seiner Ehefrau immer schwieriger wird, bessert sich dagegen sein Verhältnis zum Sohn zur selben Zeit. Zu Beginn der 1980er Jahre entscheidet sich der junge Bursche dazu, die Karriere seines Vaters in die Hand zu nehmen und schlägt ihm vor, eine gemeinsame Tournee durch Brasilien zu unternehmen. Zusammen – Gonzaguinha und Gonzagão – präsentieren sie sich in mehr als 100 Shows, die dem Leben von Vater und Sohn neue Impulse geben und ihre Musik erneut in die Charts bringen. Und die Zwistigkeiten zwischen Vater und Sohn sind endlich beigelegt.
1984 erhält Luiz Gonzaga seine erste Goldene Schallplatte für “Danado de Bom“, wird geehrt mit dem Shell-Preis und erhält die Trophäe Iracema in Fortaleza. Selbst als er dann zum Rentner wird, kann er die Musik nicht einfach so aufgeben – und bringt es während der folgenden Jahre zu weiteren Goldenen und sogar Platin-Schallplatten. Ab 1985 kehrt er zurück in seinen Geburtsort Exu und verringert den Rhythmus seiner Präsentationen. Seine Erinnerung beginnt Lücken aufzuweisen, und er hat starke Schmerzen in den Beinen. 1987 ergeben Untersuchungen einen Krebs in der Prostata und Metastasen in den Knochen.
Wegen seiner Gehprobleme absolviert er seine gelegentlichen Shows nun im Rollstuhl – er will sich nicht aufgeben. Im Juni 1989 wird er ins Hospital Santa Joana, in Recife, eingeliefert – mit einer Harninfektion infolge von Osteoporose – und im Hospital bekommt er eine Lungenentzündung. Luiz Gonzaga stirbt am 02. August 1989 an einem Herzstillstand.
Diskografie Luiz Gonzaga
- Volta pra Curtir: ao Vivo (2006)
- Brasil Popular: Luiz Gonzaga & Flávio José (2006)
- Maxximum: Luiz Gonzaga (2005)
- Samarica Parteira (2005)
- Série Bis: Luiz Gonzaga (2005)
- Espetáculo das Seis e Meia (2005)
- Espetáculo das Seis e Meia: Gravado ao Vivo (2004)
- Eu e Meu Pai (2004)
- Despedida (2003)
- 90 Aninhos (2003)
- Raízes Nordestinas: Luiz Gonzaga (2002)
- Luiz Gonzaga 50 Anos de Chão 1941-1987 (2002)
- Para Sempre: Luiz Gonzaga (2002)
- Gonzaguinha (2001)
- Testamento De Caboclo (2001)