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Humor-Bücher und Netflix-Komödien hatten während der Pandemie eine grosse Nachfrage. Denn Lächeln und Lachen heben das Wohlbefinden. Wenn man Lacher in sein Leben einbaut, kann man sich aber auch optimistischer, selbstbewusster und vitaler fühlen.
von Anton Ladner
Wenn man lacht, fühlt man sich einfach besser. Das liegt daran, dass Lachen im Hypothalamus das Hormon Oxytocin freisetzt und gleichzeitig die Ausschüttung von Cortisol im Gehirn unterdrückt. Diese Prozesse können das Gefühl der Entspannung und des Vertrauens hervorrufen. Naomi Bagdonas, Dozentin an der Stanford Graduate School of Business und Mitverfasserin des kürzlich erschienenen Buches «Humor, Seriously», ist überzeugt, dass Lachen deshalb die geistige Gesundheit verbessere. Aber noch mehr: «Studien zeigen, dass Humor uns kompetenter und selbstbewusster erscheinen lässt, Beziehungen stärkt, Kreativität freisetzt und unsere Widerstandskraft in schwierigen Zeiten stärkt.» Diesem Prinzip hatte sich der einstige US-Präsident Dwight David Eisenhower bereits verschrieben: «Ein Sinn für Humor ist Teil der Kunst des Führens, des Umgangs mit Menschen, des Erreichens von Zielen.» Doch viele leben im Irrglauben, dass man ernst sein müsse, um ernst genommen zu werden.
Wie kommt man aktiv und passiv zu Humor? Der Humor Styles Questionnaire ist ein Test, der vor fast 20 Jahren von Forschern der University of Western Ontario entwickelt wurde, um herauszufinden, wie ein Humorstil bestimmte Aspekte der psychischen Gesundheit beeinflusst.
Die Befragten werden gebeten, 32 Aussagen zu bewerten. Die Antworten ergeben Bewertungen in vier allgemein anerkannten Kategorien von Heiterkeit: aggressiv (Sarkasmus und Sticheleien), selbstzerstörerisch (sich zur Belustigung anderer über sich selbst lustig machen), zugehörig (Witze erzählen und mit anderen scherzen) und selbstverstärkend (eine allgemeine humorvolle Einstellung, die in Situationen die Komik betont).
Am giftigsten ist aggressiver Humor, der von sanften Sticheleien in Feindseligkeit oder rassistische und sexistische Witze umschlagen kann, während selbstzerstörerischer Humor mit Bedürftigkeit und Ängstlichkeit verbunden ist. Witze-Humor baut auf Beziehungen auf, ist aber auch von anderen Menschen abhängig. Der bei Weitem beste Humor ist der selbstverstärkende Humor, weil man damit die Stimmung auch ohne die Hilfe anderer verbessern kann. Der selbstverstärkende Humor wird von den Forschern mit geistigen Fähigkeiten wie Optimismus, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen in Verbindung gebracht. Man amüsiert sich mit sich und über sich, was auch allein gut funktioniert.