Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/120983

<h2>SubmittedText<h2><p>70 Prozent der Pflanzenarten, mit denen die Menschen 90 Prozent ihrer Nahrung gewinnen, werden von Bienen bestäubt. Laut Umweltprogramm der Uno sind in den letzten Jahren gegen 30 Prozent der Bienenbestände Krankheiten, Umweltverschmutzung und zunehmend Entzug der Nahrungsgrundlagen zum Opfer gefallen. 20 000 Blütenpflanzen könnten ohne entsprechende Schutzmassnahmen in den kommenden Jahrzehnten verschwinden.</p><p>Treffen die Rückgänge für die Schweiz auch zu? Wenn ja, was unternimmt der Bundesrat dagegen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Winterverlust an Bienenvölkern liegt in der Schweiz im Bereich von 20 bis 30 Prozent. Gemäss einer Umfrage der "Schweizerischen Bienenzeitung" 06/2011 sind die Verluste von Bienenvölkern im Winter 2010/11 klimabedingt geringer ausgefallen als in den vorangegangenen Jahren.</p><p>Der Bundesrat nimmt die Sorgen der Imkerinnen und Imker sehr ernst. Der Bund betreibt ein Zentrum für Bienenforschung, in welchem gegenwärtig 35 Projekte zur Unterstützung der Bienen und der Imkerei laufen. Die Unterstützung durch den Bund beträgt rund 0,5 Millionen Franken für die Forschung und 300 000 Franken für die Beratung. Schwerpunkte dieser Projekte sind die Varroa-Bekämpfung, die Suche nach Lösungen für die Probleme rund um die Sauerbrut sowie Untersuchungen zum Einfluss landwirtschaftlicher Pestizide auf Bienen, Wildbienen und Hummeln.</p><p>Mit der Annahme der Motion Gadient "Förderung der Bienen in der Schweiz" vom 16. Dezember 2004 erhielt der Bund den Auftrag, die Imkerei noch vermehrt zu fördern und zu unterstützen. Unter der Leitung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) erstellte eine Arbeitsgruppe im Jahr 2008 ein Konzept für die Bienenförderung in der Schweiz. Dieses Konzept enthält Empfehlungen für die Bienenzucht, die Bienenforschung, die Bienengesundheit, den Tierverkehr mit Bienen und die Absatzförderung.</p><p>Das BLW hat 2010 Apisuisse als Bienenzuchtorganisation anerkannt und ihre züchterischen Massnahmen mit gut 60 000 Franken unterstützt.</p><p>Zur Verbesserung der Bienengesundheit wurde das Konzept Bienengesundheitsdienst (BGD) erarbeitet. Das Bundesamt für Veterinärwesen wird den entsprechenden Verordnungsentwurf mit dem Ziel der Schaffung eines BGD demnächst in die Vernehmlassung schicken. Der BGD wird zuständig sein für die Beratung, die Aus- und Weiterbildung sowie die Überwachung der Bienengesundheit in der Schweiz. Er wird eng mit den staatlichen und privaten Strukturen, welche der Seuchenbekämpfung und der Erhaltung und Verbesserung der Tiergesundheit dienen, zusammenarbeiten.</p>