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Inhaber: Miguel de Orduna Viegas Louro
Önologe: Luís Louro
Standort: Estremoz / Alentejo
Geschichte: seit 1979 im gleichen Besitz
Produktion: Weiss- und Rotweine unter der Appellation Vinho Regional Alentejano
Rebfläche: 27 ha
Rebsorten rot: Aragonês, Alicante Bouschet, Alfrocheiro, Touriga Nacional, Trincadeira, Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Syrah, Petit Verdot.
Bodenbeschaffenheit: armer Kalkboden und eine Parzelle mit Lehm
Klima: moderates Klima, ca. 3000 Stunden Sonnenschein im Jahr.
Die Quinta diente der Familie Zagalo lange als Ferienhaus, aber die Besitzer wurden im Verlauf der Revolution von 1974, die Portugal von der rechtsgerichteten Diktatur befreite, enteignet. Das Haus verfiel, und als es nach einigen Jahren den rechtmässigen Eigentümern zurückgegeben wurde, beschlossen diese, das Gebäude zu verkaufen. Miguel Louro erkannte das Potential und er, der das Landleben liebt, kaufte die Quinta.
Die heute siebenundzwanzig Hektar Reben der Quinta do Mouro wachsen auf vorwiegend kreidigem, steinigem Boden. Hauptsorten sind Aragonês, Alicante Bouschet, Alfrocheiro, Touriga Nacional, Trincadeira und Cabernet Sauvignon, dazu etwas Merlot, Petit Syrah und Petit Verdot. Weinbau war nicht die erste Wahl – einige Jahre wurden verschiedene landwirtschaftliche Aktivitäten wie die Zucht von Schafen und andern Nutztieren erprobt, was sich aber nicht als nachhaltig erwies. So entschloss sich Miguel Louro, Reben zu pflanzen und seinen eigenen Wein zu machen. Die ersten Trauben wurden 1994 geerntet, und aus ihnen wurde ein ernsthafter und charakterstarker Wein gekeltert, der Quinta do Mouro, produziert und abgefüllt von Miguel de Orduna Viegas Louro in Estremoz.
Bis dahin galt es einige Hindernisse zu überwinden. 1989 wurden auf armem Kreideboden ohne Bewässerung die ersten sechs Hektar Reben rund um das Haus gepflanzt. Es erwies sich als ausserordentlich schwierig, die Wurzelstöcke zu setzen, da eine dreijährige Trockenperiode folgte. Das Potential für Qualitätstrauben war jedoch offensichtlich, auf alle Fälle gut genug, um den Besitzer und sein Team darin zu bestärken, ihr Projekt fortzuführen und weiter zu verfeinern. 1998 wurde mit dem ersten Casa dos Zagalos aus der gleichen Philosophie heraus ein Wein produziert, der trotz ähnlicher Charakteristik eine andere Facette der Rebberge und des Terroirs von Mouro zeigte. 2004 sah den Vinha do Mouro als Ergänzung, einen Wein von zugänglicherer Art, aber mit dem gleichen Hintergrund wie die andern Produkte von Mouro.
Aragonês, Alicante Bouschet, Trincadeira und Cabernet Sauvignon stellen die Mehrheit im Rebberg, hohe Ansprüche an die Qualität waren der Grund, weshalb die Parzellen mit Castelão auf Touriga Nacional umgepfropft wurden. Diese Touriga Nacional erwies sich als unmittelbarer Erfolg und stellt nun einen festen Bestandteil in den besten Assemblagen dar, und sie bewährt sich auch reinsortig. Im Jahre 2000 folgten weitere neun Hektar. Zuerst wurden die Wurzelstöcke versenkt und dann die sorgfältig selektionierten Aragonês, Cabernet Sauvignon und Alicante Bouschet aufgesetzt. Diese Pflanzung profitierte bereits von den Erfahrungen, die man im Rebberg und im Keller gesammelt hatte. Einige Parzellen, deren Trincadeira nicht immer die gewünschte Traubenqualität produzierte, wurden allmählich durch Petit Verdot, Alicante Bouschet und mehr Aragonês ersetzt, was sich als die erfolgreichere Kombination herausstellte.
2003 wurden sieben Hektar mit Merlot, Petit Syrah und einer neugeklonten Cabernet Sauvignon hinzugefügt. Das Terroir war sogar für diese genügsame Sorte derart extrem, dass ein Bewässerungssystem eingerichtet werden musste. Später kamen zwei Hektar Alicante Bouschet dazu, und für die schwierige Trincadeira wurde ein eigenes Pfropfsystem entwickelt. Der Kauf eines angrenzenden, damals fünfjährigen Rebbergs war die vorläufig letzte Ergänzung des Besitzes und vergrösserte ihn um weitere fünf Hektar. Es ist die einzige bewässerte Parzelle, dort wächst auf Lehmboden die Sorte Alfrocheiro. Ziel war, die Ertragsmenge im ganzen Rebberg zu steigern und daraus Weine mit besserer Eignung für den Vinha do Mouro zu keltern.
Die Produktion der Quinta do Mouro beruht auf der Einsicht, dass ein guter Wein im Rebberg beginnt – Erfahrung und Ehrgeiz haben die Weine zu dem gemacht, was sie heute sind. Die endgültige Zusammensetzung wird in einem komplexen Verfahren ermittelt. Die gleichen Verschnittproben werden in verschiedenen Holzarten gelagert und dann geprüft, ob sie den Vorstellungen vom fertigen Wein entsprechen. Oder die Sorten werden in verschiedenen Verhältnissen zusammengesetzt, im gleichen Holz gelagert und dann probiert. Die Weine, die in diesem strengen Auswahlverfahren herausragen, werden als Quinta do Mouro abgefüllt, und aus diesen Weinen wird weiter der Rotulo Dourada selektioniert. Die restlichen Weine, immer noch von sehr guter Qualität, tragen die Etikette der Casa de Zagalos. Feste Rezepte gibt es nicht, jedes Jahr stellt andere Ansprüche, und mit der Kenntnis wächst auch der Wille, die Möglichkeiten des Bodens und der Reben noch besser zu nutzen.
Luis, der älteste Sohn, kümmert sich als Önologe um alle praktischen Aspekte des Weinbaus und der Weinbereitung. Luis’ Bruder Miguel, der kürzlich sein Agrikulturstudium abgeschlossen hat, gehört nun ebenfalls zum Team. Sie alle haben ihre Aufgabe in einem Betrieb, der allen Details Beachtung schenkt, sei es der Lage der Fuchshöhlen oder welcher Typ Wurm in den einzelnen Parzellen zu finden ist. Luis Duarte bringt als Berater seine immense Erfahrung in der Weinbereitung in diese Wissenssammlung ein, von der alle Teilnehmer und nicht zuletzt die Weine ihren Nutzen haben.
Das spürt auch, wer sich mit Miguel Louro unterhält: mit sorgfältig gewählten Worten spricht er über die Eigenarten seiner Weine und Reben, als wären sie seine Kinder. Er hat sie aufgezogen, begleitet, und er hat ihnen geholfen, eine eigene Identität zu entwickeln. Er zelebriert seine Weine nicht, alles ist von ruhiger Selbstverständlichkeit: die Gastfreundschaft, das Anhören verschiedener Meinungen, die er dann sorgfältig gegeneinander abwägt, ohne dass man unbedingt das Resultat erfahren muss. Er kennt seine Weine, und ein Urteil sagt schliesslich auch etwas über den Urteilenden aus.