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Soeben meldet die Financial Times, dass die CS der UBS ein grosses Mexiko-Team mit bis zu 30 Leuten ausgespannt hat.
Die CS-Aktie hat sich vom Rekordtief vor 2 Monaten von 12 Franken auf 15 Franken erholt.
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Die Amerikaner bezeichnen sich als Value-Investoren. Damit meinen sie, dass sie sich an Firmen beteiligen, mit deren Aktie es bald aufwärts gehen könnte.
Der Anlagechef von Harris, David Herro, ist ein bekennender Fan von CS-Chef Tidjane Thiam. Herro stärkte Thiam in dessen kurzer Regentschaft seit letztem Sommer bereits mehrfach den Rücken.
Hingegen kritisierte Herro die unklare Strategie von CS-Präsident Urs Rohner und dessen Verwaltungsrat. Trotzdem scheint Rohners Wiederwahl in zwei Tagen an der CS-Generalversammlung gesichert.
Rohner hat sich laut Insidern den Rückhalt bei den Grossinvestoren in den letzten Wochen in reger Reisetätigkeit gesichert.
Herro äusserte sich in letzter Zeit in verschiedenen Schweizer und angelsächsischen Medien prominent zur CS. Die Bank befände sich unter Thiam auf dem richtigen Weg in eine gute Zukunft.
Damit gibt der US-Grossinvestor zu verstehen, dass er die CS langfristig als Erfolgsstory sieht.
Eine solche Einschätzung mit entsprechendem Langfrist-Investment – man nennt dies buy and hold – würde zum eigenen Anspruch passen.
Meinen es also David Herro und seine Harris Associates, alles reiche und einflussreiche Persönlichkeiten, gut mit der Schweizer Credit Suisse?
Nicht unbedingt. Harris Associates und Herro sind jedenfalls nicht einfach lieb und nett. Sie können brutal werden, wenn eine Firma nicht spurt.
Beim bekannten weltweiten Werbeunternehmen Saatchi & Saatchi führten sie eine Aktionärsrevolte gegen die Gründerväter an.
Herro und Harris kauften Aktien des Unternehmens und drückten dann im Verbund mit anderen „Activist investors“ die beiden Gründer aus der Firma hinaus.
Danach zerlegten sie das Unternehmen in zwei Teile. Dort installierten sie ein neues Management. Später verkauften sie beide neue Unternehmen an grosse Konkurrenten.
Beim Werbeunternehmen hatte sich Harris mit seinem Superstar David Herro schnell eingekauft. Bei der CS besitzen die Amerikaner nach eigener Aussage schon fast 9 Prozent. Es könnten auch mehr sein.
Was also führen Harris Associates und David Herro im Schild? Droht der CS ein Paukenschlag?
Ein solcher wäre die grosse Zerlegung und dann der Verkauf in Einzelteilen. Bei einem CS-Aktienkurs von aktuell 15 Franken kann Harris weiter zukaufen. Der innere Wert der CS könnte deutlich höher sein.
Analysten schätzten jüngst den Gewinn im 2018 auf 3,8 Milliarden Franken. Nimmt man nur das zukünftige Kerngeschäft, dann ist es fast das Doppelte.
Bei einer aktuellen Börsenbewertung der CS von 29 Milliarden entspricht das einem Kurs-Gewinnverhältnis von 7, bezogen aufs neue Kerngeschäft sogar weniger als 5.
Eine CS zum Schnäppchenpreis?
Der US-Raider sieht das so. Dieser könnte mit einer von ihm forcierten Aufteilung der Grossbank in 3 Baby-CS diese Werte ans Tageslicht befördern.
Es gäbe dann eine eigenständige CS Asien, eine eigenständige CS International und eine separate CS Schweiz.
CS-CEO Thiam ist diese neue Struktur bereits am Umsetzen. Intern herrscht zwar Chaos zwischen den 3 Einheiten. Dass daneben oder darüber 2 globale Investmentbank-Divisionen gepackt wurden, macht die Sache nicht einfacher.
Doch aus Sicht von Harris Associates ist das alles Pipifax. Der Value-Investor sieht das grosse Potenzial. Die Marke CS ist immer noch weltweit eine der besten im Banking.
Und mit rund 1’000 Milliarden Kundenassets zählt die Bank zu den grössten Vermögensverwaltern der Welt.
Eine Zerlegung könnte somit die CS-Aktie massiv im Wert steigern. Der Asien-Teil der CS könnte für ein Zusammengehen mit der englischen Standard Chartered passen, die in Fernost eine Macht ist.
Das International-Geschäft hätte wohl einen hohen Preis als Verkaufsobjekt.
Die grosse Frage wäre, was aus der CS Schweiz würde.
Wie das Beispiel der Winterthur zeigt, die für die Börse geschmückt wurde, dann aber von der Mutter CS im letzten Moment der französischen Axa für einen Rekordpreis verkauft wurde, wäre alles offen.
Die CS Schweiz könnte wie geplant als eigenständiges Unternehmen an der Börse landen. Sie könnte aber ebensogut von der Konkurrenz einverleibt werden.
Das CS-Management unter Tidjane Thiam wird derweil bei Laune gehalten. In den letzten Wochen erhielten die obersten Köpfe der Bank fast 27 Millionen Franken in Form von CS-Aktien.
Es handelt sich um die Umwandlung von Coco-Bonusansprüchen. Cocos sind Wandelanleihen für den Krisenfall.
Die hohen Aktiengeschenke an die operativen Spitzenmanager könnten helfen, diese selbst für einschneidende Pläne wie die grosse Zerlegung und den Verkauf in Einzelteilen zu gewinnen.
Würde die Rechnung aufgehen und die CS-Aktie zulegen, dann hätten auch die Spitzenmanager dank den vielen Aktien einen nächsten Superbonus auf sicher.