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Geschichte
In Heimberg fand man römischen Ziegelschutt als sicheres Zeugnis einer frühen Besiedlung des Ortes. Der Dorfname Heimberg stammt aus alemannischer Zeit und ist als „Berg des Haimo“ aufzufassen. Auf der nur kleinen nutzbaren Fläche Heimbergs war auch die Besiedlung in den Jahrhunderten des frühen Mittelalters nur spärlich. Der Ort bestand aus vielleicht 3 – 5 Höfen. Im 12. Jahrhundert waren die Freiherren von Thun und Strätlingen die Mächtigsten in der Gegend. Die Herren von Thun waren auch Besitzer des Gebietes der heutigen Gemeinde Heimberg.
Im Jahre 1146 trat ein Ritter Burkhart von Heimberg in einer Urkunde als Zeuge auf; dies ist auch die erste Nennung Heimbergs überhaupt und gilt als Geburtsstunde der Gemeinde. Das Original dieser Urkunde befindet sich im Stadtarchiv Bern und ist dort das Älteste der vorhandenen Dokumente. Verschiedene Urkunden belegen, dass es eine Burg Heimberg gegeben haben muss.
Das Schicksal der Höfe zu Heimberg war im 13. Jahrhundert ungewiss. Neben dem Kloster und anderen Gotteshäusern, die viel Besitz in der Thuner Gegend hatten, traten immer auch Berner- und Thunerstadtburger als Eigentümer von Höfen auf, so auch in Heimberg.
1402 empfingen Hans Schertz, Hensli Hartschi, Jenni Thomatz und Hensli Wantfluh, alle vier zusammen, das Gut „hinderm Heimberg“ von der Kirchpflege Thun zum Erblehen. Diese Vier sind bis jetzt die ersten namentlich bekannten Heimberger Bauern.
1422 verkaufte der Freiburger Peter Ritsch dem Thuner Spitalmeister die Güter „vordrer und hindrer Heimberg“. Wenn auch die Urkunden aus den folgenden Jahrzehnten eher spärlich waren, lassen sie jedoch erkennen, dass neben dem Spital zuerst die Herren von Bubenberg, dann Heinrich Matter und nach 1540 die von Erlach und May Lehensherren in Heimberg waren. Die Lehensbauern konnten keine eigenen Entscheide fällen, sie bildeten keine Gemeinde, sondern bloss eine nutzungsberechtigte Bauernschaft.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwachte auch bei den Heimberger Lehensbauern der Drang nach Freiheit. Der entscheidende Loskauf der Heimberger erfolgte am 9. Februar 1619.
Die Reformation zwang die politische Gemeinde, auch dem Schulwesen vermehrt Bedeutung zu schenken. Die Heimberger Kinder besuchten anfänglich nur spärlich die Schule, da sie einen weiten Weg bis Steffisburg hatten. Im Herbst 1681 erhielt Heimberg seinen eigenen Schulmeister.
Kirchengenössig waren die Heimberger in Thun. Sie konnten aber ab 1447 die Kapelle des Thuner Siechenhauses an der Zulg benützen. Erst nach der Reformation, im Jahre 1536, kam Heimberg zur Kirchgemeinde Steffisburg. Die vollständige Trennung der Kirchgemeinde Steffisburg von der Einwohnergemeinde erfolgte am 14. Mai 1881. Von nun an bildete die Kirchgemeinde eine unabhängige Körperschaft mit eigener Rechnungsführung. Das Bestattungswesen ging an die politische Gemeinde über, die fortan, weil vorerst nur ein Friedhof bestand, eine zivile Kirchgemeinde gründete.
1936 errichtete Heimberg einen eigenen Friedhof und löste sich aus dem Gemeindeverband.
Am 01.01.1988 ging ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung: Die Gemeinde Heimberg bildete eine eigene Kirchgemeinde. Heimberg hat eine schöne Kirche mit einem Kirchgemeindehaus, einem modernen Pavillon sowie einem Kirchgemeindehaus im Quartier Kaliforni.
Durch ein besonderes Gewerbe, die Töpferei, entwickelte sich Heimberg im 18. Jahrhundert sehr stark. Das Töpfergewerbe erreichte seinen Höhepunkt zwischen 1800 und 1850 (ca. 80 Töpfereien). Die Hauptursache des Rückgangs lag im Aufkommen von billigerem industriellen Porzellan. Die Arbeitskräfte, die nach 1870 im Töpfergewerbe frei wurden, fanden in der aufkommenden Industrie von Thun Arbeit. Heimberg hat heute noch eine Erlebnistöpferei.
Im Jahre 1992 hat Heimberg mit der Gemeinde Horazdovice aus der Tschechischen Republik (Südböhmen) ein Freundschaftsabkommen als Partnergemeinde abgeschlossen. Seither wird der gegenseitige Kontakt auf Behörden-, Vereins- und Schulebene in freundschaftlicher und herzlicher Atmosphäre gepflegt.
1996 feierte Heimberg seinen 850. Geburtstag mit einem grossen Fest mit Umzug und verschiedenen anderen Aktivitäten. Aus diesem Anlass wurde auch ein neues Heimberger-Buch herausgegeben. Dieses kann zum Preis von Fr. 20.— bei der Gemeindeschreiberei bezogen werden.
Wir machen Sie zudem auf die Broschüre von Frau Vreni Blum mit dem Titel „Die Geschichte des Heimberger Gemeindewappens“ aufmerksam, die ebenfalls für Fr. 14.— bei der Gemeindeschreiberei bezogen werden kann. Im Buch “Vom Heimberger Geschirr zur Thuner Majolika“ von Herrn Hermann Buchs ist ein gutes Stück Dorfgeschichte beschrieben. Dieses ist in Thun bei der Buchhandlung Krebser erhältlich.