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Endometriose
Endometriose ist eine häufig vorkommende, gutartige, aber oft schmerzhafte Erkrankung der Frau. Dabei kommt es zum Auftreten und zur Wucherung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle. Am häufigsten lokalisiert ist die Endometriose im Bereich des kleinen Beckens und dort in den Eierstöcken und Eileitern, an Bauchfell und benachbarten Organen wie Darm und Harnblase. Sie kann in seltenen Fällen auch in anderen Organen wie etwa der Lunge gefunden werden. Man geht davon aus, dass ca. 20 % aller Frauen im gebärfähigen Alter von Endometriose betroffen sind.
Ebenso wie die normale Gebärmutterschleimhaut unterliegt auch die Schleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle meistens dem normalen hormonellen Einfluss der Eierstöcke; sie schwillt an, zeigt Wachstumstendenz und kann Knötchen bilden. Blutungen (wie bei der Menstruation) verursachen eine Entzündung und Reizung des umgebenden Gewebes. Oft kommt es zur Bildung von Narbengewebe und zum Teil zu ausgedehnten Verwachsungen. Es können sich aber auch sogenannte Endometriome bilden, wenn Blut, das nicht abfliessen kann, sich in Hohlräumen ansammelt. Solche Endometriome finden sich vor allem im Bereich der Eierstöcke. Aufgrund des dunkelbraunen Inhaltes spricht man auch von „Schokoladezysten“.
Entstehung
Die genaue Ursache der Endometriose ist auch heute noch ungeklärt. Es gibt jedoch verschiedene Theorien über ihre Entstehung:
- Transplantation: Es kommt zur retrograden (rückwirkenden) Menstruation, wobei Teile des Menstruationsblutes zusammen mit Zellen der Gebärmutterschleimhaut durch die Eileiter in den Bauchraum fliessen, sich dort einnisten und wachsen. Diese Theorie gewinnt zunehmend an Bedeutung.
- Metaplasie: Zellen der Bauchhöhle wandeln sich unter bestimmten Bedingungen in Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumzellen) um. Wahrscheinlich ist diese gestörte Zellentwicklung schon im weiblichen Embryo angelegt. Die genauen Gründe für diese Umwandlung sind noch nicht bekannt.
- Auch Umweltfaktoren (Umwelthormone), Störungen des Immunsystems, erbliche Faktoren u. a. scheinen eine Rolle zu spielen.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit wirken gewöhnlich mehrere Ursachen zusammen.
Beschwerden
Manche Frauen sind völlig beschwerdefrei. Es kann jedoch eine Vielzahl an Beschwerden auftreten. Das häufigste Krankheitszeichen ist eine im Laufe des Lebens schmerzhafter werdende Monatsblutung (sekundäre Dysmenorrhoe). Darüber hinaus sind Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (sekundäre Dyspareunie) typisch. Ebenfalls können Blutungsstörungen vorkommen.
Ein weiteres häufiges Symptom ist die ungewollte Kinderlosigkeit (Sterilität). 30 - 40 % der Frauen mit Endometriose sind unfruchtbar. Tatsächlich wird bei vielen, sonst beschwerdefreien Frauen, eine Endometriose erst entdeckt, wenn sie wegen ausbleibender Schwangerschaft durch einen Arzt weitere Abklärungen vornehmen lassen.
Diagnose
Ein Endometriose-Verdacht kann nur operativ bestätigt werden, in der Regel durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Dabei wird in Vollnarkose durch einen etwa 1 cm langen Schnitt im Bauchnabelbereich ein optisches Instrument in den Bauchraum eingeführt. Mit diesem können die Bauch- und Fortpflanzungsorgane direkt betrachtet werden. Auch die Entnahme kleinerer Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung (Biopsie) ist möglich. Bei der Abklärung ungewollter Kinderlosigkeit wird zusätzlich ein blauer Farbstoff in die Gebärmutter eingespritzt, um die Eileiterdurchgängigkeit zu prüfen. Die so ermittelte Diagnose dient dann als Grundlage für den Behandlungsplan.
Behandlung
Eine Reihe von Behandlungsmethoden hat sich als wirksam für die Beseitigung von Beschwerden und die Eindämmung des Krankheitsbildes erwiesen. Eine endgültige Heilung ist jedoch nicht sicher.
Die Behandlung richtet sich nach Beschwerdebild, Lokalisation und Ausdehnung der Endometriose und nach dem Alter der Patientin.
Hier finden sie mehr zum Thema Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose.
Komplikationen
Eine der wichtigsten und häufigsten Komplikationen bei betroffenen Frauen mit Endometriose ist die ungewollte Kinderlosigkeit (Sterilität). Diese tritt auch bei Frauen auf, deren Eileiter nachweisbar offen sind. Durch gezielte Therapie und / oder Reproduktionsmedizin kann hier jedoch oft geholfen werden. Bei Kinderwunsch sollte die Schwangerschaft sofort nach Therapieende angestrebt werden; die Chancen sind zu diesem Zeitpunkt am besten.