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Wir Eltern sind taub. Wir reden Gebärdensprache mit unseren hörenden Kindern. Sie wachsen mehrsprachig auf. Im Umfeld reden alle berndeutsch. In der Spielgruppe, die Nachbarskinder, usw. Und in der Familie zuhause Gebärdensprache.
Dies ist ein Thema, das mit dieser Website nur am Rande etwas zu tun hat. Trotzdem machen wir hier auf die spezielle Situation aufmerksam. Es ist ein Anders Sein. Wir vergleichen dieses Anders Sein mit Kindern fremdsprachiger Familien. Mit Kindern von Eltern aus dem Tessin zum Beispiel. Sie lernen zuhause italienisch und den tessinerisch-lombardischen Dialekt.
Es gibt in den USA eine spezifische Bezeichnung: Coda (Child Of Deaf Adult). Codas als Hörende gehören zur Gebärdensprachkultur. Gehörlose freuen sich über Codas, weil sie sich mit ihnen ohne weiteres austauschen können. So, als wären die Codas gehörlos. Manche Codas werden später Gebärdensprachdolmetscher. Dies wird aber nicht erwartet. Codas haben wie alle anderen Kinder die Freiheit, ihren Beruf zu wählen.
Trotzdem geraten Codas als Kinder in einer Sandwichsituation. Wir Eltern achten darauf, dass unsere Kinder nicht für uns übersetzen müssen. Wenn am Schalter unser Kind angesprochen wird, und nicht wir, greifen wir ein. Wir übernehmen die Kommunikation selber so gut wir können.
Stellt euch vor, am Elternabend übersetzt der Schüler seinen Eltern, dass der Lehrer mit ihm unzufrieden ist. Ist das eine gute Idee?
Bei uns kommt noch dazu, dass die Mutter körperbehindert ist. Wir sagen, dass unsere Kinder Coda-Plus sind. Das Plus steht für die zusätzliche, die doppelte Behinderung der Mutter.
Hier einige Links zu diesem Thema: