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Der Wetterverauf im Oktober war abwechslungsreich und die Temperatur verglichen mit dem langjährigen Mittelwert um 1 Grad zu kalt (Quelle: MeteoSchweiz). Das Wallis und der Alpensüdhang profitierten von mehr Sonne als die übrigen Gebiete im Norden. Wiederholte Schneefälle im Hochgebirge sorgten dort für frühwinterliche Verhältnisse und auf Gletschern für „Pulver gut“.
Zum Monatsbeginn sanken die Temperaturen nach dem Durchzug einer Kaltfront deutlich und die Schneefallgrenze fiel gegen 2000 m (vgl. Abbildung 2). Bis am Montagmorgen, 03.10. schneite es in hohen Lagen des nördlichen Alpenkammes, aber auch im Unterwallis und in Graubünden 5 bis 10, vom Schreckhorn bis zum Titlis und im Rheinwald bis rund 20 cm. Am Montag wurde es aus Westen zunehmend sonnig, am Alpensüdhang war es bereits am Sonntag mit Nordwind freundlicher und wärmer.
Bis am Samstag, 08.10. folgte eine mehrere Tage anhaltende, überwiegend sonnige Periode – zumindest über dem Hochnebel und im Süden (vgl. Abbildung 3). Mit Bise blieb es im Norden kühl, im Süden war es mit Nordwind milder.
Bereits ab Samstag nahmen die Temperaturen noch weiter ab und erreichten am Dienstag, 11.10. die tiefsten Werte des Monats mit einer Nullgradgrenze um 1300 m (vgl. Abbildung 2). Der Wettercharakter war geprägt von Höhenkaltluft (vgl. Blog MeteoCH). Damit war es wechselhaft mit Schauern vor allem im Norden, aber auch sonnigen Phasen. Schnee fiel wiederholt bis in mittlere Lagen, die Mengen blieben aber meist bescheiden. Am meisten schneite es am Sonntag, 09.10. (vgl. Abbildung 4 oben) in den östlichen Teilen Graubündens und am Montag, 10.10. (vgl. Abbildung 4 unten) vom Binntal bis in die Maggiatäler.
Am Mittwoch, 12.10. leiteten ein Zwischenhoch mit viel Sonne und allmählich auf Südwest drehende Winde eine Erwärmung ein (vgl. Abbildung 2).
Diese Erwärmung setzte sich vom Donnerstag, 13.10. bis Samstag, 15.10. mit einer starken Südwestlage fort. Im Norden war es zeitweise föhnig aufgehellt, am Alpensüdhang stauten sich die Luftmassen. Vor allem am Freitag, 14.10. und in der Nacht auf Samstag fielen am Alpenhauptkamm und südlich davon zum Teil intensive Niederschläge (vgl. Abbildung 5). Diese griffen zeitweise auch über den Alpenhauptkamm nach Norden über. Die Schneefallgrenze stieg am Freitag rasch und markant an und lag zwischen 2500 und 3000 m. Am Samstagmittag endeten die Niederschläge auch im Tessin. Die Schneefallgrenze lag bei rund 2500 m. Aus Westen hellte es allmählich auf.
Oberhalb von 3000 m schneite es
Der Sonntag, 16.10. war in den Bergen ein prächtiger Hersttag. Die Nullgradgrenze kletterte auf rund 3300 m. Am Nachmittag zogen allerdings aus Westen bereits neue, hohe Wolken auf.
Am Montag, 17.10. war das Wetter von einer Kaltfront bestimmt und trüb. Aus Westen zogen Niederschläge auf. Dann wurde erneut ein Höhentief wetterbestimmend (wie schon vom 3. bis 12.10.) und die Temperaturen sanken bis am Freitag, 21.10. deutlich (vgl. Abbildung 2). Bei allmählich sinkender Schneefallgrenze gab es in dieser Periode wiederholt schauerartige, wenig ergiebige Niederschläge. Am meisten Niederschlag fiel den Voralpen entlang mit 15 bis 30 mm, wobei es in diesen Höhenlagen nur wenig schneite. In den höheren Lagen des Alpennordhanges schneite es oberhalb von 2500 m meist 5 bis 15 cm, sonst weniger. Am zentralen und östlichen Alpennordhang lag am Donnerstag, 20.10. bis auf 2000 m ein "Schümli Schnee", bis auf rund 1600 m ein "Zückerli". Wetterbegünstigt mit deutlich mehr Sonne waren die inneralpinen Gebiete und der Süden.
Am Samstag, 22.10. zog das Höhentief ab und in den Bergen war es meist sonnig (vgl. Abbildung 7). Aus Süden schwappte Kaltluft über die Pässe und war als unangenehmer, ungewöhnlich kalter Südwind zu spüren. Mehr zu diesem „seichten Föhn“ ist hier (Blog MeteoCH) nachzulesen.
Eine weitere Phase mit Niederschlägen folgte bis am Mittwoch, 26.10. Bis am Montag, 24.10. waren die Alpen davon allerdings kaum betroffen, abgesehen vom Alpenhauptkamm im Tessin und Oberengadin. Eine kräftige Südwestströmung führte zu Stau im Süden und föhnigen Aufhellungen im Norden. Zudem stieg die Schneefallgrenze gegen 3000 m (vgl. Abbildung 2). Trüb und nass war es dann vor allem am Dienstag, 25.10. und Mittwoch, 26.10. Die Schneefallgrenze lag zunächst auf 2700 bis 3000 m, am Mittwoch zwischen 2400 bis 2700 m. Im Hochgebirge schneite es im Gebiet Grand St-Bernard – Val Ferret 30 bis 50 cm, vom Grand Combin bis zur Dent Blanche sowie vom Jungfrau- bis ins Sustengebiet und in der Bernina 20 bis 40 cm, im Monte Rosa und Mischabel sowie in den Glarner Alpen 10 bis 20 cm.
Vom Donnerstag, 27.10. bis zum Monatsende gab es über dem Hochnebel nochmals prächtige Herbsttage mit viel Sonne und milden Temperaturen bei einer Nullgradgrenze um 3500 m (vgl. Abbildung 8).
Der bis zum 11. Oktober in meist kleinen Häppchen gefallene Schnee in hohen Lagen und im Hochgebirge wandelte sich infolge der tiefen Temperaturen und durch zusätzliche Abkühlung während klaren Nächten an Nordhängen in kantige Formen um. Besonders auf Gletschern oder bei sonst geringer Bodenrauhigkeit bildete sich damit bereits eine veritable Schwachschicht. Südseitig wurde der Schnee durch die Sonne krustig. Der Neuschnee vom Freitag, 14.10. und Samstag, 15.10. wurde auf diesen lockeren Schnee abgelagert, mindestens dort, wo dieser nicht schon durch den starken Südwind verfrachtet wurde. Bei hoher Schneefallgrenze wurde dieser lockere Schnee aber auch bis auf rund 2500 m durchnässt oder geschmolzen. Die überlebenden Schneereste gefroren anschliessend bei klarer Nacht pickelhart.
In hohen Lagen und im Hochgebirge war die Auslösebereitschaft von Schneebrettlawinen hoch. Bei künstlicher Lawinenauslösung z.B. in Saas Fee konnte am Samstag, 15.10. fast mit jedem Schuss eine Lawine ausgelöst werden. Einige spontane, aber auch durch Personen ausgelöste Schneebrettlawinen wurden gemeldet (vgl. Abb. 9). Glücklicherweise verliefen diese Auslösungen glimpflich.
Weil die Kriterien für ein Lawinenbulletin erfüllt waren und um auf die heikle Situation aufmerksam zu machen, publizierte der Lawinenwarndienst am Donnerstag, 13.10. und Samstag, 15.10. je ein Lawinenbulletin.
Durch die erneut kalten Temperaturen blieb der Schnee in hohen Lagen und im Hochgebirge vor allem nordseitig pulvrig. Der starke Südwind vom Samstag, 22.10. bis Mittwoch, 26.10. verfrachtete diesen lockeren Schnee gebietsweise. Sonst gab es aber bis zum Monatsende nochmals meist schöne Tourenverhältnisse – auf Gletschern auch immer wieder mit Ski (vgl. Abb. 10).
Am Donnerstag, 13.10. und Samstag, 15.10. wurde ein Lawinenbulletin publiziert.
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