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Wappen
Geteilt von Blau mit goldenem Bienenkorb, umschwärmt von drei goldenen Bienen, rechts eine, links zwei, und von Silber mit drei roten Schrägbalken.
Flaggenfarben:
Gelb und Rot
Beleg:
Ausgangspunkt ist ein Siegelwappen des Gerichtes Niederbüren von 1795, das seinerseits eine Abwandlung des Wappens der Dienstmannen von Lindenberg mit Stammsitz in Niederbüren von 1210 bis 1398 war. An die Stelle des goldenen Adlers trat ein Bienenkorb mit drei fliegenden Bienen; an die Stelle der geschachten Heroldsfigur wurden drei Schrägbalken gesetzt.
Gemeinderatsbeschluss vom November 1946.
Gemeinderatsbeschluss vom 10. Juni 1986.
Erklärung zum Wappen der Politischen Gemeinde Niederbüren
Der Schild ist geteilt von Blau und Silber. Der obere, blaue Teil ist belegt mit einem goldenen Bienenstock, von dem drei Bienen ausfliegen. Der untere Teil des Schildes ist sechsmal geteilt, schrägrechts, von Silber und Rot, womit sich für den Beschauer drei rote Schrägbalken ergeben.
Was die Schildteilung und die Farben anbelangt, könnte man glauben, das alte Edelleutegeschlecht derer von Lindenberg bei Niederbüren, hätte durch sein Familienwappen die Vorlagen zum Gemeindewappen gegeben. Die Edeln von Lindenberg waren schon längst ausgestorben, als sich die Gemeinde Niederbüren ihr Wappen schuf. Die Schildteilung, namentlich aber die Farben der Edelleute, führen im Gemeindewappen ein Dasein stillschweigender Anerkennung. Statt des quergestellten Adlers wurde ein Bienenkorb in die obere blaue Schildhälfte hineingestellt, begleitet von drei goldenen Bienen. Das ist eine Wappenfigur, welche dem schaffenden Landammann verständlicher ist, als der Adler. An Stelle der rot-silber geschachten unteren Schildhälfte, ziehen sich silberne und rote Streifen über das Feld hin, eine Darstellung, welche dem Landammann besser erklärlich wird, wenn man ihn dadurch an das landwirtschaftliche Betriebssystem der Dreifelderwirtschaft erinnert, deren einzelne Teile unter den Namen Felder, Fluren oder Zelgen noch bekannt sind.
Bei der Dreifelderwirtschaft findet man das seit dem Mittelalter bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts verbreitetste, vielfach ausschliesslich übliche Betriebssystem, einen regelmässigen Turnus, das heisst, eine regelmässige Abwechslung, z. B. blieb 1/3 des Ackerlandes Brachfeld, 1/3 mit Wintergetreide (Winterfeld), und 1/3 mit Sommergetreide (Gerste, Hafer etc.) (Sommerfeld) bebaut. Das Silber können wir als Winter, silberigen Schnee, Frost, deuten, während durch das Rot sommerliche, warme Gefühle geweckt werden.
Der Bienenstock respektiv der Korb mit seinen Bienen, ist ein uraltes Sinnbild einer frommen und einigen Gemeinde, daher der heilige Ambrosius die Kirche mit einem Bienenkorbe verglich und den Christen mit einer dem Stocke stets treuen und fleissig darin arbeitenden Biene, die den bösen Rauch der Hoffart, Schmeichelei usw. hasse und, die Blumen prüfend, von allem nur das beste, den Honig, behalte.
Wenn wir die Bienen, drei an der Zahl, sehen, so müssen wir wissen, dass die Dreizahl (Trias) die erste Zahl ist, mit der die Vorstellung einer wirklichen Menge verknüpft ist. Die Zahl Drei galt daher von jeher für eine vorzugsweise heilige Zahl, der man in der körperlichen und künstlerischen, wie in der geistigen Welt eine hohe Bedeutung und auch eine geheime Zauberkraft beilegte.
Die Zahl Drei besteht bekanntlich aus Eins und Zwei, oder Einheit und Zweiheit. Die Dreizahl ist somit die erste Verbindung der angenommenen Grundprinzipien aller Dinge – Grundprinzipien aller Dinge sind gewiss auch die folgenden drei Tugenden: Arbeitsamkeit, der Ordnungssinn und der emsige Fleiss, mit denen die Bienen in ihrer verständigen Lebensart uns vorleuchten.
Die Farbe blau war seit den ältesten Zeiten die Verehrteste, die Farbe des Himmels, das Symbol der Treue und Beständigkeit. Zu ihr fügen sich der Bienenkorb und die Bienen sehr sinnreich, da selbe ein Symbol der Hoffnung darstellen. Fassen wir das Ganze zu einem lehrreichen Spruch, so muss er also lauten:
Hoffnung, die zum Himmel g'rich,
lässt zu Schanden werden nicht.
(Diese Erklärung befindet sich im Gemeinde-Archiv von Niederbüren. Der Verfasser ist unbekannt, wahrscheinlich Signer, Appenzell, der den Entwurf des Wappens erstellte.)
Auszug aus "Die Gemeindewappen des Kantons St. Gallen"
Bearbeitet von der Gemeindewappenkommission des Kantons St. Gallen Verlag der Fehr'schen Buchhandlung St. Gallen
1947 Buchdruckerei H. Tschudy und Co., am Burggraben, St. Gallen:
51. Niederbüren
Siegelwappen des Gerichts Niederbüren lt. Dossier Hilber, Wil. Entwurf Signer, Appenzell: oben in Blau goldener Bienenkorb mit schwarzer Öffnung und drei goldenen Bienen, unten drei rote Schrägrechtsbalken in Silber. Vorschlag der Gemeindewappenkommission:
Wappen der Herren von Lindenberg (ZWR), wird von Gemeinde abgelehnt, unter Festhalten am Stempelwappen (in Rahmen). Im Dezember 1943 Kopie danach für das Staatsarchiv.
Blason: geteilt, oben in Blau goldener Bienenkorb mit drei fliegenden goldenen Bienen, unten in Silber drei rote Rechtsschrägbalken.
Flaggenfarben: gelb/rot. GRA vom Nov. 1946.