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Mehr als 800 Millionen mangelernährte und hungrige Menschen gibt es auf der Welt – das Recht auf Nahrung zählt damit zu den am massivsten verletzten Menschenrechten. Hungrig zu sein, bedeutet gleichzeitig, entrechtet, entwürdigt, ausgebeutet und verstossen zu sein.
Von Michael Nanz, Co-Präsident FIAN
Im globalen Süden tragen Konzerne zu Armut und Hunger bei: Agro- und Bergbaukonzerne vertreiben lokale Gemeinschaften, um Land für den Anbau von Ölpalmen, Soja, Zuckerrohr und Kautschuk oder etwa für die Anlage von Bergwerken und Tagebaugruben zu gewinnen. Arbeit und Einkommen nehmen ab, die Grundnahrungsmittelproduktion geht zurück, die Preise steigen. Schweizer Banken finanzieren solche Konzerne; Pensionskassen und Versicherungen investieren in diese Branchen.
«FIAN International for the Right to Adequate Food» ist eine Menschenrechtsorganisation, die sich der Förderung und dem Schutz des völkerrechtlich verankerten Menschenrechts auf Nahrung verschrieben hat. FIAN ist in Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien mit bald 30 Sektionen aktiv. FIAN Schweiz engagiert sich dafür, dass die Schweiz die Bevölkerung des Südens vor Beeinträchtigungen des Rechts auf Nahrung durch Schweizer Unternehmen schützt und dass der Staat bei seinen Aktivitäten mit Auslandbezug dieses Recht achtet. FIAN verhandelt mit Behörden, nimmt an Verhandlungen der UNO teil und informiert die Öffentlichkeit.
Gegenwärtig setzt sich FIAN Schweiz – zusammen mit Actares und anderen Organisationen – dafür ein, dass die Schweiz aktiv und konstruktiv an der Ausarbeitung eines neuen UN-Abkommens zu transnationalen Konzernen und Menschenrechten teilnimmt. Auf nationaler Ebene unterstützt FIAN die Konzernverantwortungsinitiative.