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Biografia
Alexej von Jawlensky, * 26.3.1864 Torshok, † 15.3.1941 Wiesbaden. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 müssen Alexej von Jawlensky, seine Familie und Marianne von Werefkin als gebürtige Russen München fluchtartig verlassen. Der Aufenthalt in der Schweiz wird für die weitere Entwicklung des Künstlers ausschlaggebend. In St-Prex am Genfersee mieten sie ein kleines Haus. Die Isolation vom internationalen Kunstgeschehen führt Jawlensky zu einem Überdenken seines Werks. Von dem Ausschnitt, den er von seinem Fenster aus erblickt – ein paar Bäume, einen Weg, den Himmel –, beginnt er, eine Serie kleinformatiger Arbeiten zu malen, die Variationen über ein landschaftliches Thema. Die starke Farbigkeit der früheren Bilder weicht nun dünn und fleckenartig aufgetragenen pastellenen Tönen. Zum ersten Mal arbeitet Jawlensky in Serien, eine Arbeitsweise, die zu seiner vorherrschenden wird. Zwischen 1914 und 1921 malt er 83 solcher Variationen. In der Schweiz trifft Jawlensky Paul Klee wieder, den er 1911 in München kennengelernt hatte. Auch mit Cuno Amiet nimmt er wieder Verbindung auf und besucht ihn oft auf der Oschwand. 1915 stellen die beiden Künstler gemeinsam im Kunstsalon Wolfsberg in Zürich aus. Bereits 1905 hatte Jawlensky in Genf Hodler kennengelernt und besucht ihn zusammen mit Marianne von Werefkin während der Jahre in St-Prex regelmässig. 1917 Umzug nach Zürich. Parallel zu weiteren Arbeiten der Variationen entstehen die Werkreihen Mystische Köpfe und Heilandsgesichte. Jawlensky löst sich vom Porträt und findet zu einer überindividuellen, an die hieratische Strenge russischer Ikonen angelehnte Formel für das menschliche Gesicht. Eine schwere Grippe macht einen Erholungsaufenthalt im Süden notwendig. Die Jahre von 1918 bis 1921 in Ascona hat Jawlensky als die «interessantesten» seines Lebens bezeichnet. Er trifft hier Klee und Arthur Segal wieder. Es entsteht die neue Reihe der Abstrakten Köpfe, streng komponiert, mit geometrischen, intarsienartig ineinandergeschobenen Flächen. Von einigen Stilleben im Spätwerk abgesehen, wird das menschliche Gesicht zu seinem ausschliesslichen Thema. Nach dem Krieg trennen sich Werefkin und Jawlensky endgültig, und er zieht mit seiner Familie 1921 nach Wiesbaden.
Werke: Öffentliche Kunstsammlung Basel, Kunstmuseum; Dortmund, Museum am Ostwall; München, Städtische Galerie im Lenbachhaus; Museum Wiesbaden; Pasadena (CA),Norton Simon Museum; Long Beach (CA),Long Beach Museum of Art.
Angelika Affentranger / Paola von Wyss-Giacosa, 1998
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