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Sie sind allgegenwärtig–Online-Umfragen. Beim Versuch, den Leser miteinzubeziehen und damit stärker an das Produkt zu binden, setzen mittlerweile fast alle Zeitungen auf dieses Instrument. Ganz klar die unterhaltsamsten Umfragen macht «Blick online». Sich für eine der jeweils zwei vorgegebenen Antworten zu entscheiden ist ungefähr so, als hätte man auf einem Wahlzettel nur die Wahl zwischen den Schweizer Demokraten und der Partei der Arbeit. Zu den aktuellen French Open in Paris klingt das dann beispielsweise so: «Hat Wawrinka gegen Nadal eine Chance? Ja, er ist nun nicht mehr zu stoppen. Nein, der Spanier ist unschlagbar in Paris.» Oder aber «Kann Roger Federer in Paris gewinnen? Ja, er wird alle Skeptiker Lügen strafen. Nein, spätestens im Halbfinal heisst es ‹au revoir›.»
Selbstverständlich macht «Blick online» nicht bloss Umfragen im Bereich Tennis. Als Reto Ziegler beim letzten WM-Qualifikationsspiel auf Zypern Teamkollegen Ricardo Rodriguez kritisierte, wurde der Leser gefragt: «Gefällt Ihnen die Kritik von Reto Ziegler? Ja, den Mutigen gehört die Welt. Nein, er soll die Klappe halten.» Und als der SCB Gottéron im Playoff-Final schlug, hatte man auf die Frage, ob der SC Bern ein verdienter Meister sei, die Wahl zwischen «Ja, der SCB ist klar das beste Schweizer Team» und «Nein! Die Berner hatten einfach Glück.»
Höchste Zeit, sich den Blick als Vorbild zu nehmen. Meine abschliessende Frage lautet deshalb: Wie hat Ihnen diese Kolumne gefallen? A) Das war das Beste, das ich je in meinem Leben gelesen habe. Der Fasel sollte dafür den Literaturnobelpreis erhalten. B) Die Lektüre war todlangweilig und ein einziges Ärgernis. Ich hoffe, dass der Verwaltungsrat der FN sofort reagiert und den Fasel fristlos entlässt.