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Agnes Kolly-Offner erblickte am 18. Mai 1923 als zweites von acht Kindern von Felix und Germania Offner das Licht der Welt. Die Familie bewirtschaftete ein kleines Heimwesen, wo die Kinder schon früh mit anpacken mussten. Die Schule besuchte Agnes Kolly-Offner in Plaffeien. Nach der Schulzeit arbeitet sie jeweils für eine Saison in verschiedenen Fabriken in Konolfingen und in Felsenau. Im Sommer half sie weiterhin den Eltern auf ihrem Hof. Später war sie auch in verschiedenen Hotelbetrieben, unter anderem im Du Lac in Schwarzsee, tätig. 1953 schenkte sie ihrer Tochter Doris das Leben. 1961 trat sie mit Leo Kolly vor den Traualtar. Kurz darauf kam Sohn Anton auf die Welt. Zusammen bewirtschaftete die Familie das Heimwesen im Althaus. Gerne unternahmen die beiden ab und zu eine Kaffeefahrt, blieben aber ansonsten ihrem Zuhause sehr verbunden. 1985 ging der Betrieb an den Sohn über, und das Paar zog in das obere Stockwerk um. Im Jahr 2001 erlitt Agnes einen Hirnschlag, von dem sie sich nur langsam erholte. Allmählich liessen ihre Kräfte nach und Altersbeschwerden machten sich mehr und mehr bemerkbar.
Im Winter 2002 erkrankte ihr Gatte Leo an einer Lungenentzündung. Er wurde ins Spital gebracht. Von da an liessen seine Kräfte nach. 2004 trat er nach kurzem Spitalaufenthalt ins Pflegeheim Bachmatte ein, wo er kurz darauf, am 8. Dezember 2004, starb. Das war ein harter Schlag für Agnes Kolly-Offner. Sie war dem Herrgott dankbar für jeden Tag, an dem sie noch aufstehen und einen Spaziergang machen konnte. Auf der Bank vor ihrem Heim sitzend, beobachtete sie das Gedeihen der Pflanzen und erfreute sich am Zwitschern der Vögel, denn die Natur lag ihr am Herzen. Als sie noch jünger war, pflegte sie mit Leidenschaft ihren Garten und freute sich an den vielen Blumen.
Mit der Zeit machten ihr die täglichen Hausarbeiten Mühe und auch die Gesundheit liess nach. Im Frühling 2010 zog Agnes Kolly-Offner ins Pflegeheim Bachmatte in Oberschrot. Es war ein schwerer Schritt, da sie ihr Zuhause so sehr liebte. Doch allen war klar, dass dies für sie die beste Lösung war. Das Pflegepersonal im Heim gab sein Bestes für ihr Wohlergehen, trotzdem sehnte sie sich hin und wieder nach ihrem Zuhause. Deshalb war es ein schönes Erlebnis, dass sie ihren 90. Geburtstag im ehemaligen Daheim feiern konnte. Überraschend und unfassbar war es, besonders für die Angehörigen, als der Herr sie am 25. Juli 2013 zu sich holte. Eing.