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Hintergrund: Die Dauer der Ruhigstellung des Armes nach einem Oberarmkopfbruch ist unklar. Dieser Frage sind spanische Aerzte nachgegangen bei Patienten, die keinen operativen Eingriff benötigten und deren Arm ruhig gestellt wurde.
Methode: 143 Patienten, die eine nicht-operative Nachbehandlung wegen einer Oberarmkopffraktur benötigten, wurden untersucht. In diesem spanischen Spital wurden 50% dieser Patienten während einer Woche mit einer Armschlinge am gebrochenen Arm ruhig gestellt, die anderen 50% trugen die Armschlinge während 3 Wochen. Während dieser Phase führten die Patienten lediglich passive Ellbogenübungen und aktive Handübungen durch. Danach folgte ein standardisiertes Mobilisationsprogramm in beiden Gruppen. Die Patienten wurden über 2 Jahre beobachtet mit Röntgen und standardisiertem Assessment.
Resultate: Von total 143 Patienten beendeten 111 die 1-Jahreskontrolle. (Durchschnittsalter 70 Jahre, 80% Frauen). Während der Nachbeobachtungsphase gab es zwischen den 2 Gruppen keine Unterschiede bezüglich Schmerz und Funktion. Auch waren die Komplikationen nicht unterschiedlich. 10% der Studienteilnehmer entwickelten Komplikationen (z.B Osteonekrosen, Pseudarthrosen). Jedoch musste nur 1 Patientin im Verlauf operiert werden. Alle Patienten erreichten die volle Funktion innerhalb einer Jahres.
Schlussfolgerung: Diese Studie unterstützt die Hypothese für eine möglichst kurze Ruhigstellung des Armes nach einem Oberarmkopfbruch. Dies auch um einer Schulterversteifung vorzubeugen. Diese Einsicht ist auch für Hausärzte wichtig. Insbesondere unterstreicht sie die Wichtigkeit nach übrigen Risikofaktoren wie Osteoporosen und Gleichgewichtsstörungen zu suchen – und diese wenn möglich optimal zu behandeln. (1)
- Martinez R et al. One versus 3 week immobilization period for non-operatively treated proximal humerus fractures: a prospective randomized trial. J Bone Joint Surg Am 2021 Aug 18; 103:1491