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Christrose - Helleborus niger
Helleborus niger; Christrose (syn. Schneerose, Schwarze Nieswurz)
VORKOMMEN
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Christrose oder Schneerose sind die Wälder Mittel- und Südeuropas, insbesondere in den Alpen, im Apennin, in Frankreich und Russland. Die Pflanze wächst stellenweise an steinigen, buschigen Abhängen und wird häufig auch in Gärten und auf Friedhöfen kultiviert.
MERKMALE
Die Christrose ist eine immergrüne, mehrjährige krautige Pflanze von 15 bis 25 cm Höhe, mit kräftigem Wurzelstock aus zahlreichen, fleischigen Wurzeln. Es sind winterharte, grundständige Laubblätter vorhanden, sie sind lang gestielt, ledrig, glänzend bis matt, dunkelgrün, fussförmig und 7- bis 9teilig. Die Blütenstiele sind aufrecht, dick, kahl, oben mit ein bis drei hellgrünen schuppenförmigen, ganzrandigen Hochblättern. Diese tragen eine, selten zwei bis drei endständige Blüten von 3 bis 6 cm Durchmesser. Die Christrose bzw. Schneerose blüht von Dezember bis April in schöner weisser Farbe.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Hellebori nigri rhizoma (syn. Radix Hellebori nigri, Radix Hippocratis, Radix Melampodii, Rhizoma Hellebori, Rhizoma Hellebori nigri);
Nieswurzwurzelstock (syn. Christrosenwurzel, Schneerosenwurzel, Schwarze Christwurzel, Schwarzer Nieswurzwurzelstock), der getrocknete Wurzelstock.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Alkaloide: Celliamin, Sprintillamin, Sprintillin.
Saponine: Ca. 0,1 % Helleborin (ein Steroidsaponin) und Weitere.
Ferner: Aconitsäure, das Bufadienolid Hellebrin ist nicht enthalten.
Protoanemonin ist nur in den frischen Blättern vorhanden.
ANWENDUNG
Verwendet wird die Schneerose nur noch selten in der Volksheilkunde.
Früher wurde die Droge bei Verstopfung, Übelkeit,
Menstruationsbeschwerden und Wurmbefall angewendet.
Es gibt keinen Wirksamkeitsnachweise für diese Anwendungen.
Infolge der fehlenden Wirksamkeitsnachweise und der mit der Anwendung verbundenen Risiken ist diese generell abzulehnen.
STATUS
HOMÖOPATHIE
Helleborus niger (Helleborus) HAB34; Nieswurz, der getrocknete Wurzelstock mit den daranhängenden Wurzeln.
Anwendungsgebiet: Hirnhautentzündung, Verwirrtheitszustände, Gemütsleiden, Nierenentzündung, akute Durchfallerkrankungen und Weitere.
CHRISTROSE IM GARTEN
Die Christrose hat es gerne hell, verzichtet aber gerne auf die volle Sonne. Ein Platz unter einem Gehölz ist also ideal. Gerne haben sie einen kalkhaltigen und durchlässigen Boden - Staunässe mag die Pflanze nicht. Christrosen werden sehr alt. Lassen sie die Pflanze, die sie in jeder guten Gärtnerei bekommen, ungestört wachsen. So breitet sich die Christrose zu grossen Pflanzengruppen aus. Christrosen sorgen im Garten mittels der Samen selbst für ihre Vermehrung. Die Christrose ist also recht pflegeleicht und wird sie schon in Februar mit ihren schönen weissen Blüten erfreuen.
SONSTIGES
Seit Plautus ist die Bezeichnung elleborum, elleborus (mittellateinisch helle-) gebräuchlich und bezeichnet zwei als Nieswurz gebräuchliche Giftpflanzen: Einerseits den Weissen Germer (Veratrum album) wie auch die Nieswurz (Helleborus), die jeweils als ellebrus albus/candidus bzw. als elleborus niger bekannt waren.
Die Pflanzen wurden vor allem als Mittel gegen Wahnsinn und Epilepsie geschätzt, da nach der antiken Humoralpathologie psychische Erkrankungen durch einen Überschuss an schwarzer, bitterer Galle erklärt wurden und Niesen als beste Abhilfe galt. Die deutsche Bezeichnung Schneerose bzw. Christrose bezieht sich auf die Blütezeit im Winter.
Letzte Änderung: 23.12.2016 / © W. Arnold