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Sie ist bekannt für ihr Pianospiel und ihre Balladen. Abseits der Bühne jedoch bevorzugt Musikerin Eliane Müller ein schnelleres Tempo. Sobald sie wenig um die Ohren hat, wird sie unruhig.
Eliane Müller, was haben Sie heute vor?
Ich besuche eine Kollegin in Zürich. Danach hole ich meine Schwester Noemi von der Arbeit ab und fahre mit ihr nach Hause. Später treffe ich meinen Onkel zum Znacht, und dann schaue ich mit meinen Grosseltern im Open-Air-Kino den «Schellenursli».
Haben Sie immer so viel vor?
Ich mache im Tessin meinen Master in Kommunikationswissenschaften und bin daher nur ein bis zwei Tage pro Woche in der Deutschschweiz. Dann ist meine Agenda jeweils ziemlich voll, da ich möglichst viele Menschen treffen möchte.
In der ersten Jahreshälfte studierten Sie nicht im Tessin, sondern in den USA. Was haben Sie erlebt?
Ich war vorwiegend an der Universität in Blacksburg. Auch die Wochenenden verbrachte ich oft lernend in der Bibliothek. Es war eine extrem strenge Zeit.
Gleichzeitig arbeiteten Sie an Ihrem vierten Album, das 2017 erscheint. Ein zusätzlicher Stress?
Im Gegenteil. Konnte ich mich mit der Musik beschäftigen, empfand ich das als Erholung. In meiner Wohnung hatte ich leider kein Klavier. Darum freute ich mich stets darauf, mich mit anderen Musikern zu treffen, Songs zu schreiben, ans Klavier zu sitzen und zu singen.
Welchen Einfluss hat der Aufenthalt in Amerika auf Ihre Musik?
Früher spielte ich ausschliesslich Balladen, hatte aber schon vor Amerika Lust auf eine Veränderung. Als ich einige Tage in Nashville – dem Country-Mekka – verbrachte, entdeckte ich dieses Genre für mich. Einige Elemente daraus, sowie weitere neue Einflüsse, werden auf meinem neuen Album zu hören sein.
Mögen Sie keine Balladen mehr?
Doch, sehr sogar. Sie bleiben die Songs, mit denen ich mich am besten ausdrücken kann.
Bevorzugen Sie auch abseits der Bühne ein langsames Tempo?
Ich denke mir oft, im Grunde würde ich gerne alles etwas gemächlicher angehen. Aber kaum habe ich wenig um die Ohren, werde ich unruhig. Ich überlege hin und her, was ich erledigen könnte oder wie sich der Tag doch noch füllen lässt.
Haben Sie Mühe, abzuschalten?
Ich bin gerne produktiv und möchte möglichst viel erleben. Aber ich kann schon abschalten. Während meiner letzten Ferien verzichtete ich sogar drei Wochen aufs Handy und trug keine Uhr. Das war sehr befreiend.
Im September beginnt das letzte Semester Ihres Studiums. Werden Sie danach in der Kommunikationsbranche arbeiten oder voll auf die Musik setzen?
Ich möchte das Gelernte schon gerne in der Praxis anwenden – sonst hätte ich keinen Master machen müssen. Am liebsten würde ich Teilzeit arbeiten und mich ansonsten der Musik widmen.
Dann ist es also nicht Ihr Traum, einzig von der Musik zu leben?
Sollte mein neues Album ein Hit werden, sollten alle Konzertsäle ausverkauft sein und sollte ich die Möglichkeit erhalten, international durchzustarten, würde ich meine Pläne natürlich überdenken. Aber ich bin gerne auf der sicheren Seite und träume nicht allzu gross – vielleicht bin ich einfach etwas bünzlig.
Ihnen wird Zeit geschenkt. Was tun Sie?
Ich verbringe sie mit meiner Familie. In den USA hatte ich starkes Heimweh. Da wurde mir bewusst, wie wertvoll die Familie ist. Zudem starb mein Grossvater im Januar. Für ihn war es schön, dass er gehen konnte. Ich hätte aber gerne noch das eine oder andere mit ihm erlebt.