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Auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes […] ist die von der Kultusministerkonferenz verfügte "Rechtschreibreform" äußerst umstritten. Aus linguistischer Sicht ist sie eher als die Karikatur einer Reform zu bezeichnen, geeignet, jeden Gedanken an eine Reformierung der deutschen Orthographie, die auch diesen Namen verdient, für Jahrzehnte zu diskreditieren. Die Orthographie sollte für jeden leicht erlernbar sein, der die zu schreibende Sprache beherrscht oder erlernt.
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Lötzsch, Ronald
Die vorgeschlagene Neuregelung stellt keine wirkliche, von wissenschaftlichen Kriterien ausgehende Rechtschreibreform dar, sondern beinhaltet lediglich eine Reihe solchen Prinzipien zumeist diametral zuwiderlaufender partieller Änderungen an den bisher geltenden Regeln. […] Die Chancen einer echten Rechtschreibreform hängen also in hohem Maße von der fachlichen Qualifikation der für ihre Vorbereitung und Durchführung Verantwortlichen ab, seien es nun Sprachwissenschaftler, Pädagogen oder Politiker. […] Dies bedeutet, daß einer echten Reform nur das phonologische und, hinsichtlich Zusammen- und Getrenntschreibung, das grammatische Prinzip zugrunde liegen kann. Zu berücksichtigen sind dabei unbedingt auch der ökonomisch-ökologische und der internationale Aspekt. Das semantische Prinzip – in ideographischen oder Hieroglyphenschriften unvermeidlich – hat in einer Buchstaben verwendenden Rechtschreibung nichts zu suchen.
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