Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/55

Die Süsskartoffel ist sehr empfindlich gegen Kälte aber widerstandsfähig gegen Hitze. Ihr Temperaturoptimum liegt zwischen 21 und 29°C, sie verkraftet jedoch Temperaturen unter 10°C nur schlecht. Deshalb ist der Anbau im Feld in unseren Breitengraden eine grosse Herausforderung. Mit dem Ziel, diese Hürde zu bewältigen, hat Agroscope eine Reihe von Versuchen zur «Akklimatisation» der Süsskartoffel an unsere Produktionsbedingungen lanciert. In diesen Versuchen werden verschiedene Anbautechniken verglichen, mit denen die Risiken von Ernteverlusten im Zusammenhang mit tiefen Temperaturen im Frühling begrenzt und sowohl quantitativ als auch qualitativ optimale Erträge sichergestellt werden sollen. Diese Versuche, die gezeigt haben, dass es möglich ist, Süsskartoffeln in der Schweiz im freien Feld anzubauen, werden nun weitergeführt, um die Wirkung der Techniken weiter zu verbessern. In den Versuchen werden zwei Anbausysteme verglichen: die Vermehrung mit Stecklingen und Knollen. Dabei wird geprüft, ob die Vegetationszeit verkürzt werden kann, um das Risiko von kältebedingten Verlusten zu reduzieren.
Bisher blieb der Schweizer Süsskartoffelanbau von Krankheiten verschont, wodurch die Kultur für die biologische Landwirtschaft interessant ist, weil auf Behandlungen während der Vegetationsperiode verzichtet werden kann. Dagegen ist die Unkrautbekämpfung eine grosse Herausforderung. So hat die Kultur wegen der noch frischen Nächte im Frühling Mühe, sich gegen die Konkurrenz durch Unkraut durchzusetzen. Gegenwärtig wird die Zulassung von Herbiziden für den konventionellen Anbau geprüft, für den biologischen Landbau steht jedoch noch keine Lösung zur Verfügung. Um eine biologisch verträgliche Lösung zu finden, führt Agroscope Versuche mit verschiedenen (künstlichen und natürlichen) Bodenbedeckungen durch, mit denen die Entwicklung von Unkräutern eingeschränkt werden kann.