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Der Begriff Prostataentzündung (Prostatitis) bezeichnet eine akute oder chronische Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse).
Die Prostata ist eine kastaniengrosse Drüse mit glatter Oberfläche, die sich bei Männern unterhalb der Harnblase befindet und den Anfangsteil der Harnröhre umschliesst. Sie bildet unter dem Einfluss von Hormonen ein milchiges Sekret, das sich beim Samenerguss den Spermien beimischt. Dieses Sekret sorgt dafür, dass die Spermien beweglich sind und unterstützt sie so auf ihrem Weg zur weiblichen Eizelle.
Man kann Prostataentzündungen grob in zwei Gruppen einteilen: die bakterielle Prostatitis, also die durch Bakterien verursachte Prostataentzündung, und die nicht durch Bakterien verursachte sogenannte abakterielle Prostatitis.
Bei der bakteriellen Prostataentzündung gibt es eine akute und eine chronische Form. Auslöser sind in beiden Fällen Bakterien, die in die Prostata eindringen und eine Infektion auslösen. Der Arzt behandelt die bakterielle Prostatitis in der Regel mit Antibiotika. Die Diagnose der akuten Entzündung stellt der Urologe leicht anhand des typischen Beschwerdebilds sowie des Tast- und Bakterienbefunds. Bei der chronischen Prostataentzündung ist es mitunter schwieriger, denn der Tastbefund ist nur bei wiederkehrender Infektion beziehungsweise einem akuten Schub der Entzündung auffällig. Verursachen Prostatasteine die Entzündung, zeigen sich Kalkansammlungen im Ultraschallbild.
Für eine abakterielle Prostataentzündung können Blasenentleerungsstörungen oder prostatischer Rückfluss (Reflux) verantwortlich sein: Urin gelangt hierbei in die Prostatadrüsengänge, wodurch Stoffwechselprodukte (Harnsäure, Purin- und Pyrimidinbasen) in das Prostatagewebe eindringen – es kommt zu Entzündungen und Prostatasteinen.
Bei der abakteriellen Prostatitis unterscheidet man das entzündliche vom nicht-entzündlichen chronischen Schmerzsyndrom des Beckens. Die Behandlung dieser Prostataentzündung orientiert sich an den Beschwerden und ist oft langwierig und anspruchsvoll.
Die frühzeitige ärztliche Behandlung von Harnwegsinfekten und eine gute körperliche Hygiene können einer Keimverschleppung zur Prostata und somit der Prostataentzündung (Prostatitis) vorbeugen.
Eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist eine akute oder chronische Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse), die entweder bakteriellen oder nicht-bakteriellen Ursprungs sein kann. Es lassen sich insgesamt vier verschiedene Formen der Prostataentzündung unterscheiden. Je zwei bakterielle und zwei nicht-bakterielle:
Die abakterielle Prostatitis ist die bei Weitem häufigste aller Prostatitisformen (90 Prozent).
Bei einer Prostataentzündung (Prostatitis) sind die Ursachen für die Entzündung entweder bakteriellen oder nicht-bakteriellen Ursprungs. Die Prostataentzündung kann akut oder chronisch verlaufen.
Bei der bakteriellen Prostataentzündung (bakterielle Prostatitis) sind Bakterien die Ursachen. Meist gelangen diese über die Harnröhre in die Prostata. Oft handelt es sich dabei um Darmbakterien (Escherichia coli, Enteroccocus faecalis), die in die Harnröhre aufsteigen und die Harnröhrenschleimhaut und die Prostata befallen.
Ein verengter Blasenauslass durch eine gutartige Prostatavergrösserung oder eine Harnröhrenenge können eine Infektion begünstigen. Durch die Verengung des Blasenauslasses erhöht sich beim Wasserlassen der Druck im unteren Harntrakt, wodurch die Bakterien leichter in das Prostatagewebe eindringen können. Seltener können Bakterien aus anderen infizierten Körperregionen auf dem Blutweg in die Prostata gelangen und dort eine Infektion auslösen.
Bei einer abakteriellen Prostataentzündung (abakterielle Prostatitis) lassen sich keine Bakterien als Ursachen nachweisen, jedoch finden sich häufig weisse Blutkörperchen in der Prostataflüssigkeit und im Sperma. Als Ursachen der abakteriellen Prostataentzündung gelten Blasenentleerungsstörungen und prostatischer Rückfluss (Reflux). Dabei gelangt Urin in die Prostatadrüsengänge, wodurch sich Stoffwechselprodukte (Harnsäure, Purin- und Pyrimidinbasen) im Prostatagewebe ablagern und zu Entzündungen und Prostatasteinen führen.
Beim nicht-entzündlichen chronischen Schmerzsyndrom des Beckens sind keine organischen Ursachen für die Schmerzen nachweisbar. Daher vermutet man, dass die Erkrankung psychosomatischer Natur ist. Insbesondere werden Stress, Ängste, Enttäuschung, Wut sowie länger bestehende Partnerschafts- beziehungsweise Sexualprobleme für unbewusste Muskelspannungen in der Beckenregion verantwortlich gemacht, die dann zu den Symptomen einer Prostataentzündung führen können.
Eine akute bakterielle Prostataentzündung (Prostatitis) löst als typische Symptome Brennen beim Wasserlassen, häufiges Wasserlassen mit abgeschwächtem Harnstrahl und Schmerzen in der Blasenregion und im Dammbereich aus. Zusätzlich kommt es zu Fieber und Schüttelfrost.
Bei der chronischen bakteriellen Prostataentzündung (Prostatitis) bestehen neben dem schmerzhaften und erschwerten Harnlassen weitere Symptome:
Das Krankheitsbild der abakteriellen Prostataentzündung verursacht im Wesentlichen ähnliche Symptome wie eine chronische bakterielle Prostatitis.
Bei akuter bakterieller Prostataentzündung (Prostatitis) ist die Diagnose leicht anhand des typischen Beschwerdebilds sowie des Tast- und Bakterienbefunds zu stellen. Der Urologe ertastet bei der Untersuchung mit dem Finger durch den Enddarm die Prostata. Liegt eine Prostataentzündung vor, schmerzt die Prostata unter dem Druck. Der Urin ist entzündlich verändert, er enthält weisse Blutkörperchen (Leukozyten) und Bakterien.
Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) mit einer speziellen Enddarmsonde klärt der untersuchende Arzt ab, ob sich Eiter in der Prostata (Prostataabszess) angesammelt hat.
Bei der chronischen Prostataentzündung ist die Diagnose mitunter schwieriger, denn der Tastbefund ist nur bei wiederkehrender Infektion beziehungsweise einem akuten Schub der Entzündung auffällig. Verursachen Prostatasteine die Entzündung, zeigen sich Kalkansammlungen im Ultraschallbild. Die Prostataflüssigkeit, die man durch Ausmassieren der Prostata durch den Enddarm gewinnen kann, und das Sperma können Hinweise auf Bakterien als Krankheitserreger liefern. Gleichzeitig finden sich Entzündungszeichen (Leukozyten) in Prostataflüssigkeit oder Sperma.
Fehlt der Nachweis von Erregern und Entzündungszeichen in Sperma und Prostatasekret, bedarf es einer sorgfältigen organischen Abklärung, bevor der Arzt ein chronisches Schmerzsyndrom des Beckens diagnostizieren kann. Es können auch Erkrankungen aus angrenzenden Körperregionen für die Prostatabeschwerden verantwortlich sein, zum Beispiel:
Bei der Prostataentzündung (Prostatitis) wählt der Arzt die Therapie nach dem Ursprung der Erkrankung. Dieser ist entweder bakteriell oder abakteriell.
Bei der akuten bakteriellen Prostataentzündung lindert die Einnahme von Antibiotika die Beschwerden in der Regel schnell. Allgemeine Therapie-Massnahmen wie Bettruhe, vermehrte Flüssigkeitszufuhr, Alkoholverzicht und sexuelle Abstinenz beeinflussen in der ersten Woche den Heilungsprozess positiv.
Die chronische bakterielle Prostataentzündung macht eine über einen längeren Zeitraum andauernde Antibiotika-Therapie (ein bis drei Monate) notwendig. Die mit Bakterien befallenen Prostataregionen und Prostataverkalkungen sind mit Antibiotika schwer erreichbar – das erschwert die Therapie. Kehren die Entzündungen immer wieder, ist eine Ausschälung der Prostata mittels einer Operation unumgänglich. Hierbei entfernt der Operateur das gesamte entzündlich veränderte Gewebe.
Die bei Weitem häufigste aller Prostatitisformen (90 Prozent) ist die abakterielle Prostataentzündung (abakterielle Prostatitis). Eine Standard-Therapie gibt es hier aufgrund der immer noch nicht ausreichend bekannten Ursachen nicht.
Pflanzliche Medikamente wie zum Beispiel Roggenpollenextrakt und Kürbiskerne kommen sehr häufig bei der entzündlichen abakteriellen Prostatitis zum Einsatz und können die Beschwerden oft dauerhaft lindern. Die Verbesserung des Urinflusses durch Medikamente (Alphablocker) vermindert meist ebenfalls die Symptome – insbesondere lässt sich so der häufige Harndrang besser beherrschen.
Eine weitere Möglichkeit, um die abakterielle Prostataentzündung zu behandeln, ist eine sogenannte Thermotherapie. Diese stellt auch eine Alternativmethode zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung dar. Der Betroffene nimmt hierbei Allopurinol ein – dieser Wirkstoff soll die Harnstoffabbauprodukte im Urin und damit die Prostatabeschwerden vermindern. Auch entzündungshemmende Medikamente (Antiphlogistika) kommen zum Einsatz.
Die regelmässige Ejakulation, die Betroffene bei Prostataentzündung häufig aufgrund der Schmerzen vermeiden, soll hilfreich sein, ebenso wie die Prostatamassage. Den Hintergrund für diese Behandlung bildet die Vorstellung, dass der Spüleffekt durch die austretende Prostataflüssigkeit den Heilungsprozessbegünstigt. Wissenschaftliche Untersuchungen hierzu gibt es jedoch nicht.
Behandlungsempfehlungen beim nicht-entzündlichen chronischen Schmerzsyndrom des Beckens sind eingehende therapeutische Gespräche, die den seelischen Hintergrund der Beschwerden aufdecken sollen sowie eine physikalische Therapie:
Die akute Prostataentzündung (Prostatitis) nimmt oft einen guten Verlauf und die Heilungschancen sind sehr hoch. In den meisten Fällen klingt die Entzündung nach etwa zwei Wochen ab. Mögliche Komplikationen sind Harnverhaltung und ein Prostataabszess. Bei der Harnverhaltung ist der Betroffene nicht in der Lage, die Blase spontan zu entleeren – ein Katheter ist erforderlich, um den Urin abzuleiten. Ein Prostataabszess (Eiteransammlung in der Prostata) erfordert eine Behandlung mit hoch dosierten Antibiotika und chirurgischen Massnahmen (Öffnen und Ableiten des Abszesses).
Bei der chronischen bakteriellen Prostataentzündung bildet sich aus einer akuten bakteriellen Prostataentzündung eine wiederkehrende (chronische) Entzündung. Bleiben nach der Behandlung trotz intensiver Antibiotika-Therapie in den Drüsenarealen der Prostata Bakterien zurück, können diese in unregelmässigen Abständen erneute Infektionen verursachen. Die chronische Prostatitis kann sehr langwierig und hartnäckig sein.