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Nun ist das ja nicht ganz falsch. Um ungerechte Verhältnisse zu verbessern oder gar abzuschaffen, braucht es Zeit und Geduld. Nur muss man auch verstehen, dass die Schwarzen in den USA sich dann fragen, wie lange sie denn noch Geduld haben müssen. Sie betonen dann gerne, dass sie bereits seit 400 Jahren auf dem nordamerikanischen Kontinent zu Hause sind, was nicht selten bedeutend länger ist als die meisten Weissen, die in den USA leben. Denn heute vor 402 Jahren ist das erste Schiff mit zwanzig Sklaven in einem Hafen von Virginia eingetroffen. Der Tabakfarmer John Rolfe notierte damals: «Gegen den 20. des Monats August kam zu uns ein niederländisches Kriegsschiff, von dem wir 20 Neger kauften.»
Die Sklaven erwiesen sich als willkommene Arbeitskräfte und der Handel mit Sklaven aus Afrika wurde ein florierendes Geschäft. Wenn man Dokumente über die Bedingungen liest, die auf den Schiffen herrschten, oder wenn man auf Darstellungen sieht, wie die Sklaven «gelagert» wurden, und wenn man ein bisschen weiss, wie die Sklaven dann bei ihren Herren behandelt wurden, dann kann man nur davon ausgehen, dass diese schwarzen, belebten Wesen nicht als Menschen angesehen wurden.
Nach und nach änderte sich die Sichtweise auf Seiten der Mächtigen. Schrittweise wurde der Handel und schliesslich die Sklaverei als solche verboten. Aber noch bis in die Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts verfügten die Schwarzen nicht über die vollen Bürgerrechte. Und selbst heute wird man den Eindruck nicht los, dass schwarze Leben noch immer nicht denselben Stellenwert haben wie die der Weissen. Ja, es stimmt: Ungerechte Verhältnisse kann man nicht von heute auf morgen ändern. Aber ich denke, 400 Jahre Geduld sind genug.