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DMZ - KULTUR ¦
Marco Perroulaz ¦
#mittellaendische ¦
Hoch über dem Schiffenensee und quasi vor den Toren Freiburgs wurde unterhalb dem Autobahnviadukt der A12 vor Jahrhunderten schon der senkrechten Felswand aus Sandstein eine einmalige Einsiedelei abgetrotzt. Diese besteht aus Gängen, Treppen und zahlreichen Räumen auf verschiedenen Niveaus, ist rund 120 Meter lang und 20 Meter breit und besitzt vorgelagert eine wunderschöne Parkanlage mit Sicht auf den Stausee. Die darin integrierte Kapelle mit Glockenturm wurde bereits 1691 geweiht. Die zahlreichen Gewölbe und die herausgeputzte Parkanlage laden ein zum Innehalten und zur Besinnung. Jedes Jahr findet Ende Juni eine Messfeier im grossen Raum, der Kapelle, statt.
Auch wenn die wundervolle Anlage seit 1825 im Besitz der Pfarrei Düdingen ist, geschaffen wurde sie bereits im 17. Jahrhundert von Einsiedlern, die wohl während fast dreissig Jahren schweigend und betend daran gearbeitet haben. Die Einsiedelei in der Nähe des Düdinger Weilers Räsch wurde in der Folge über Jahrhunderte von Einsiedlern bewohnt. Als erster soll 1609 der „Waldbruder zu Sant Marien Magdalenen“ aktenkundig sein. Der letzte verliess den Ort in den 1930-er Jahren, zu einer Zeit also, als dort noch die nun gestaute Saane floss und Fährleute ihren Taglohn verdienten. Ab 1941 bis 1967 lebte der „letzte Einsiedler“, Camille Egger, in der Einsiedelei, welche in der Folge gänzlich unbewohnt blieb, jedoch noch während Jahrzehnten liebevoll von ihm gepflegt wurde.
Die Einsiedelei zeugt mit seinem wellenartig geformten Sandsteinboden von einem Urmeer in der Region, wurde deswegen zu einem so genannten Geotop erklärt und ist erdgeschichtlich schützenswert. Geotope sind Gebilde der unbelebten Natur, die Einblicke in die Erdgeschichte, einschliesslich der Entstehung und Entwicklung der Landschaft, des Klimas und des Lebens auf der Erde, gewähren.
Den Schriften der Pfarrei ist zu entnehmen, dass die Magdalena Einsiedelei einst zu den Sehenswürdigkeiten Freiburgs gehörte und während Jahrhunderten auch als Pilgerort bekannt war. Noch um 1920 soll sie an schönen Sonntagen mehrere hundert Personen angelockt haben. Heute noch wird die europaweit einzigartige Einsiedelei in Tourismusführern erwähnt und während der Sommermonate von nicht wenigen besucht. Die sehenswerte und aufwändig gepflegte Anlage mit zahlreichen Nischen und Räumen kann von April bis Oktober kostenlos besichtigt werden, ist jedoch aufgrund von Treppen und Unebenheiten nicht rollstuhlgängig und nicht leicht begehbar. Die Zufahrt, etwa 3.5 Kilometer ab Dorfzentrum, ist ab Kreisel Ochsen/Pfarrkirche gut signalisiert und auch mit dem Zweirad leicht erreichbar. Parkplätze sind zur Genüge vorhanden.