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Es ist neben «Dirty Dancing» und «Footloose» der wohl bekannteste Tanzfilm der 1980er: «Flashdance» (1983) katapultierte die damals 19-jährige Jennifer Beals über Nacht in die Starliga der Schauspielerriege.
Um die Rolle der Alex Owen bemühte sie sich aber bloss, weil sie sich erhoffte, mit der Gage ihr Studium für Amerikanistik und Amerikanische Literatur an der Yale-Universität zu finanzieren. Grosse Chancen errechnete sich Beals neben den etwa 4000 Mitbewerberinnen, unter denen sich auch der spätere Megastar Demi Moore befand, ohnehin nicht. Doch siehe da: Sie tanzte alle ihre Mitstreiterinnen an die Wand, krallte sich die Rolle und wurde berühmt.
Nach dem Riesenerfolg mit «Flashdance» blieben grosse Rollenangebote eine Weile aus. Erst 2004 machte sie wieder auf sich aufmerksam: Mit der Serie «The L Word – Wenn Frauen Frauen lieben» sprengte Beals im sonst so prüden Amerika sämtliche Konventionen. Das Thema Homosexualität wurde hier offen und unverkrampft enttabuisiert. Seit 2019 ist sie auch in der Fortsetzung «The L Word: Generation Q» (auf Sky Show) zu sehen.
Über ihr Privatleben verrät Beals so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Sie ist die Tochter eines afroamerikanischen Supermarktbesitzers und einer Lehrerin irisch-amerikanischer Abstammung. Ihr Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Selber ist sie in zweiter Ehe mit einem Filmtechniker verheiratet, mit dem sie eine 16-jährige Tochter hat.
Einer ihrer Kommilitonen in Yale war David Duchovny, der sie 1993 für die Rolle der Dana Scully in «Akte X» vorschlug. Den Zuschlag bekam dann aber Gillian Anderson.
Zu ihren Freunden darf Jennifer Beals den Star-Regisseur Quentin Tarantino zählen, mit dem sie 1995 im Episodenfilm «Four Rooms» zu sehen war. Darüber hinaus pflegt sie seit über 30 Jahren eine enge Freundschaft mit der gehörlosen Oscar-Preisträgerin Marlee Matlin («Gottes vergessene Kinder»), für die sie die Gebärdensprache erlernte.
Dass man aus einer musikalischen Familie stammen kann, dieses Talent aber nicht zwangsläufig auch in einem selber schlummert, demonstrierte Beals unlängst in der Ellen-Show, indem sie auf einer Nasenflöte «Row, Row, Row Your Boat» vortrillerte. Die sichtlich beeindruckte Ellen DeGeneres kommentierte die Darbietung lapidar mit dem Vorschlag, wohl besser auf die Ausübung dieses Hobbys zu verzichten.
Das Tanzen gab die heute 57-Jährige entgegen aller Erwartungen längst auf. Dafür hat es ihr das Schwimmen angetan – und zwar im offenen Wasser. Sie kann kaum an einem See vorbeigehen, ohne ihn schwimmend zu überqueren. Ist dieser mehr als zwei Kilometer breit, lässt sie sich von ihrem Mann im Ruderboot begleiten.
Ihr Studium in Yale schloss Beals übrigens trotz ihres frühen Durchbruchs 1987 ab. Mit Auszeichnung.
Steckbrief
Geboren: 19. Dezember 1963 in Chicago, Illinois
Hobbys: Schwimmen im offenen Wasser, Nasenflöten
Familie: 2 Brüder und (mindestens) 4 Halbgeschwister. Verheiratet mit dem kanadischen Filmtechniker Ken Dixon. Eine gemeinsame Tochter (2005), 2 Stieftöchter