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Das achte Mal wird nun die «Morocco Royal Tour» ausgetragen. Von Anfang an dabei war Nadja Peter Steiner. Auch Pius Schwizer und seine Frau Florence Schwizer Seydoux waren schon mehrmals dabei und jedes Jahr kommen weitere Springreiter dazu. Die Tour soll den Springsport in Marokko sowie die marokkanischen Springreiter weltweit bekannter machen. So führt die Tour über drei Stationen – Tetouan, Rabat und El Jadida. Es werden dabei ein Nationenpreis und drei Grands Prix ausgetragen, wobei die Schweizer schon mehrere Erfolge verzeichnen konnten. Die «Morocco Royal Tour» basiert auf der Zahl Drei: drei Städte, Dreitagesturniere, drei internationale Starts, drei Pferde und drei verschiedenartige Arenen. Zum achten Mal wird die Tour in Afrika dieses Jahr ausgetragen. Ins Leben gerufen wurde der Reitsportanlass von König Mohammed VI. Organisiert wird er von drei Pferdesportinstitutionen in Marokko – der «Garde Royale», der «Fédéradtion Royale Maroccaine des Sports Equestres» und «El Jadida Horse Fair Association». Die Turniere beinhalten insgesamt 13 Prüfungen, die für die Weltrangliste zählen, inklusive drei Grands Prix auf Dreisternniveau, welche für den Weltcup zählen. Dieses Jahr wird zudem zum zweiten Mal ein Nationencup in Rabat ausgetragen.
Die Marktstände in der Medina von Tetouan bieten viele interessante und handgemachte Dinge.
Badre Fakir schaut vor Ort nach dem Rechten.
Die drei Arenen
Der Start der Tour ist in Tetouan, eine kulturelle Stadt im Norden Marokkos. Der Sandspringplatz befindet sich im Park der «Garde Royale». Er ist umgeben von Palmen und zwei Tribünen auf beiden Seiten. Ein Teil der Boxen befindet sich in festen Stallungen, die in marokkanischem Stil erbaut sind. Zudem stehen weitere mobile Boxen zur Verfügung. Der Park der «Garde Royale» befindet sich im Stadtzentrum von Tetouan, was man in dessen Innern aber nicht bemerkt. Auch an der zweiten Station, in Rabat, wird unter freiem Himmel gestartet. Die Hauptstadt von Marokko befindet sich knapp 300 Kilometer von Tanger entfernt und liegt am Alantischen Ozean. Sie wurde im Jahr 1150 von den Almohads erbaut und seit fünf Jahren gelten mehrere Plätze in der Stadt als Unesco-Kulturerbe. Dieses Jahr wird in Rabat zum zweiten Mal ein Nationenpreis ausgetragen. Die dritte und letzte Station findet in El Jadida statt. Dort starten die Reiter in einer Halle des «Mohammed VI exhibition park». El Jadida liegt an der Atlantikküste, südlich von Casablanca. Die Stadt ist geprägt von Portugiesen, was man auch an der Architektur sieht. Der marokkanische Reiter Abdelkebir Quaddar findet die letzte Station in El Jadida die schwierigste der drei Stationen. «Da kommt man direkt von den Turnieren draussen in ein Hallenturnier, deshalb sind die Pferde da etwas unruhig.»
Die Stallungen in Tetouan bieten einigen Komfort.
Nadja Peter Steiner (l.) und Pius Schwizer in Tetouan.
Marokko und Reitsport
Gegründet wurde die «Morocco Royal Tour» 2010 von den drei Verbänden mit der Idee, den Reitsport in Marokko und die marokkanischen Reiter weltweit bekannter zu machen. «Ich denke, wir sind auf einem guten Weg, die Turniere sind jeweils bei der Bevölkerung und den Reitern sehr beliebt», sagt Badre Fakir von der «Fédéradtion Royale Maroccaine des Sports Equestres» (FRMSE). Für die Menschen in Tetouan sei der Anlass ein grosses Fest und viele kommen, um ihre Reiter anzufeuern. «Es ist uns wichtig, dass wir zeigen können, dass Marokko gute Reiter hat.» Mit dabei ist auch immer der persönliche Reiter des Königs, Abdelkebir Quaddar. Natürlich sei auch der Austausch mit anderen internationalen Reitern sehr wertvoll. Nach sieben Jahren sieht Fakir bereits eine Veränderung. Vor allem in der Bevölkerung, welche nun sieht, dass Marokko gute Springreiter hat, welche international antreten. Auch für die Reiter gab es Veränderungen, denn sie haben einen grösseren Austausch mit anderen Reitern erlangt.
Der Abreitplatz in Tetouan vor den Stallungen.
Ziele und Zukunft
Wie Badre Fakir sagt, soll die Tour stetig verbessert werden. «Seit letztem Jahr haben wir auch einen Nationenpreis, welchen wir weiterhin organisieren wollen. Wir machen das nun mal weiter so und werden dann schauen.» Wie auch die Reiter sagen, werden die marokkanischen Turniere immer bekannter, was auch an der immer stärkeren Konkurrenz zu sehen ist.
Springplatz in Tetouan.
Die Schweizer in Marokko
Dieses Jahr nehmen einige Schweizer die Marokko-Tour in Angriff. Nadja Peter Steiner war seit Beginn fast jedes Jahr dabei und will es auch weiterhin sein. «Die Turniere in Marokko sind einfach super. Obwohl es anspruchsvolle Parcours sind, ist es für mich immer ein bisschen wie Ferien», sagt Nadja Peter Steiner. Nach einer strengen Saison sei die «Morocco Royal Tour» immer sehr schön, auch für die Pferde. Auch Pius Schwizer kam mit seinen Pferden nach Marokko. Er sei in Lyon angesprochen worden, ob er an der «Morocco Royal Tour» teilnehmen wolle und werde seit dann vom König Mohammed VI persönlich eingeladen, erzählt der Oensinger. «Das ist wirklich super, ich habe immer den gleichen Fahrer, der meine Pferde nach Marokko bringt, er ist sehr zuverlässig.» Die Pferde seien drei Tage mit dem Lastwagen unterwegs und werden dabei zweimal eingestallt. Pius Schwizer sagt, er komme sehr gern nach Marokko. «Es ist sehr schön, an allen drei Stationen. Und man kann viel springen.» So konnte der Schweizer auch schon einige Erfolge auf dem afrikanischen Kontinent verbuchen, unter anderem einen GP-Sieg 2016 in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Zum achten Mal wird die «Morocco Royal Tour» nun ausgetragen, die Verbesserungen seien deutlich zu spüren, meint Schwizer. Die Organisation werde von Jahr zu Jahr besser und die fixen Boxen für die Pferde seien ein Traum: «Die Pferde haben hier schöne Boxen, anders als in anderen Zeltboxen.» Aber auch die Konkurrenz wird stärker. So sind dieses Jahr internationale Reiter wie Simon Delestre, Emanuele Gaudiano und Jérôme Guery auf den Startlisten zu finden. «Mein Ziel ist es, so viel wie möglich zu gewinnen», sagt der 55-Jährige bestimmt. Sein Ehrgeiz ist deutlich zu spüren, doch er ist auch immer für einen Spass mit anderen Reitern zu haben. Und reitet seine Frau Florence Schwizer-Seydoux in den Parcours ein, ist er stets zur Stelle und beobachtet ihren Ritt. Auch ein paar Tipps hat er für sie immer auf Lager. Dieses Jahr waren mit Nadja Peter Steiner, Pius Schwizer, Florence Schwizer-Seydoux, Coralie Maître, Aurelia Loser, Jessy Putalaz und der GP-Sieger von Tetouan Alain Jufer dabei. Speziell an den Turnieren in Marokko sei das Publikum, erzählt Schwizer. Sie fiebern voll mit und sind dementsprechend laut. Was für die Stimmung super ist, ist für die Pferde nicht ganz einfach. Aber ansonsten haben alle Reiter nur positive Worte für die Tour im Norden Afrikas bereit. Auch Alain Jufer kommt gerne nach Marokko. «Für mich stimmt alles, das Turnier ist gut organisiert und man kann viel springen», sagt der Jurassier. Mit seinem Grand-Prix-Sieg 2016 in Tetouan und GP-Rang zwei in der Hauptstadt Rabat vor zwei Wochen hat er auch schon einige gute Erfahrungen gesammelt.
Springplatz in Rabat.
Springstadion in El Jadida.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 42/2017)
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