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Das Pferd wirkt im Kontrast zu seinem dürren, langgezogenen Reiter geradezu massig und klein. Mit erhobenem Kopf scheint es der Spannung seines Reiters zu folgen und auf dessen Reaktion zu warten. Neben den menschlichen Figuren gehören Pferde mit ihren Reitern zu Gottfried Kellers beliebtesten Sujets. Die Motive des Thuner Bildhauers nehmen ab den 1950er-Jahren zunehmend stilisierte Formen an. Die anatomische Genauigkeit weicht einer freien Ausdrucksform. Keller hebt besondere Merkmale hervor: Typisch sind bei den Darstellungen von Reiter und Pferd jeweils, dass die Pferde schwer und klobig wirken. Die Reiter hingegen sind grazil, ihre Form ist langgezogen und sie wirken idolhaft. Geometrische Züge finden sich immer stärker in seinem Schaffen. Dabei arbeitet Keller bevorzugt mit feuchtem, formbarem Material wie Gips oder Terracotta. Ein Vorbild für Keller ist der italienische Künstler Marino Marini, der sich auch intensiv mit der Figurenkonstellation Reiter und Pferd beschäftigt. Diese Figur gehört zu Kellers Hauptwerk, welches in den Jahren 1945 bis 1960 entsteht. Später greift er vermehrt seine früheren Themen auf und vertieft sich in sie, anstatt Neues zu erschaffen.
Anja Seiler
Terra-cotta ist Ton aus Erde.
Daraus formt Gottfried Keller seine Figuren.
Das Pferd ist massig mit kurzen Beinen.
Der Reiter wirkt als Kontrast dazu.
Er ist dünn und lang-gezogen.
Beide strecken sich in die Höhe.
Das Pferd reagiert auf seinen Reiter.
Der Künstler wählt häufig diese Motive:
Köpfe, Pferde, Reiter.
Sara Smidt