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Der Freiburger Arbeitgeberverband (UPCF) ist ein Privatunternehmen im Dienst der gewerblichen Betriebe und Berufsverbände
Er wurde am 1. März 1999, aus der Fusion des zwischenberuflichen Arbeitgeberverbandes (UIP) und des Freiburgischen Gewerbeverbandes (UCAM), gegründet. Aus historischer Sicht wurde entschieden, den Arbeitgeberverband im Anschluss an die UIP zu gründen, welche von Herrn Ferdinand Masset (Gründer des UPCF, Gemeinderat, Staatsrat) mit dem Impuls von Herrn Renaud Barde (Vorstandsmitglied in kantonalen und eidgenössischen Kommissionen in Bezug auf das Arbeitsrecht, Sozial- und Berufsvorsorgeversicherungen, Generalsekretär der Fédération des syndicats patronaux, Vizepräsident des SGV), im Jahr 1947 gegründet wurde.
Gaston Mauron war von 1969 – 2015 Präsident der Union Cantonale des Arts et Métiers, beziehungsweise des UPCF. Als überzeugter Verfechter der Gewerbetreibenden und der Berufsbildung, war er während vielen Jahren die treibende Kraft bei der Weiterentwicklung dieser Bereiche.
Somit hat der UPCF im Laufe des Jahrhunderts mit Veränderungen Schritt gehalten und es verstanden, seine Dienstleistungspalette der Entwicklung der Wirtschafsstruktur und den Bedürfnissen der Unternehmer anzupassen. Die Dienstleistungen zugunsten der Mitgliedsunternehmen werden individuell gestaltet und im Einklang mit den sich wandelnden wirtschaftlichen und politischen Bedürfnissen laufend angepasst und erweitert.
Der UPCF ist in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt; die Verwaltung der Berufsverbände, die Arbeitgeberpolitik und die Sozialversicherungen FER-CIFA 106.2. Tag für Tag stehen die Mitarbeiter des UPCF im Dienst von über 7500 Mitgliedern.
Vom Kantonalen Gewerbeverband zum Arbeitgeberverband
Der Kantonale Gewerbeverband (UCAM) nimmt die Nachkriegszeit nach 1944 mit einer Statutenrevision in Angriff, die an seine Prioritäten erinnern soll; die Unterstützung der Berufsbildung, des Handwerks und der Kleinindustrie. Allerdings werden erst drei Jahre später wichtige Entscheide gefällt. Als 1947 das Schweizervolk die Einführung der AHV annimmt, entscheiden sich die Freiburger und Westschweizer Arbeitgeberkreise für eigene soziale Einrichtungen. Noch im selben Jahr wird der Berufsübergreifende Arbeitgeberverband (UIP) des Kantons Freiburg gegründet. Der Entscheid wird am Abend des 30. November 1946 von einer Gruppe von Unternehmensleitern gefällt, die sich im Café Continental, am Anfang des Boulevard de Pérolles, versammelt hat. Zu diesen Persönlichkeiten gehören Paul Hertig, Direktor der Paulusdruckerei, Walther Scheim, Unternehmer, Josef Brügger, Schreinermeister und Alfons Mauron. Der UIP, der Ferdinand Masset, einem seiner Hauptinitianten anvertraut wird, will allen Arbeitgebervereinigungen und ihren Mitgliedern eine ganze Palette nützlicher Dienste anbieten: Organisation und Führung ihrer Sekretariate, Schaffung und Verwaltung sozialer Institutionen, Beratung und Weiterbildung. Zahn Jahre später übernimmt der BAV das Sekretariat des UCAM, der in der Folge an der politischen Front aktiv bleibt. Immer noch im Jahre 1947, diesmal auf Westschweizer Ebene, fährt ein Genfer Vorschlag in Murten zur Gründung des Bundes der Westschweizer Arbeitgeberverbände, der ein Westschweizer Sozialversicherungsnetz errichten will – die konstituierende Versammlung habt gleichentags die Berufsübergreifende Westschweizer Alters- und Hinterlassenenversicherungskasse aus der Taufe - und ausserdem eine Relaisfunktion zu übernehmen gedenkt zwischen den Unternahmen, den Sozialpartnern, der öffentlichen Hand und der Bevölkerung. Das Organ des neuen Bundes heisst „L’ordre professionnel“, das ab 1983 Fédération des Entreprises Romandes (FER) genannt wird.
In Freiburg sind der UCAM und der UIP zugleich Begründer und Zeugen der wirtschaftlichen Veränderungen, die der Kanton während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchlebt. Als Folge davon passen sie die Palette ihrer Dienstleistungen den immer mehr sich öffnenden und wandelnden Perspektiven dieser Entwicklung an. Ab den 50er-Jahren schliessen sich auch die Dachverbände und ihre Sektionen der freien Marktwirtschaft an und lösen sich gleichzeitig aus den mehr oder weniger engen Beziehungen zu Staat, der fortan als unerlässlicher Partner betrachtet wird, falls er bereit ist, seinen Interventionismus zugunsten der Handels- und Gewerbefreiheit zu mässigen. Diese Entwicklung wird auf fast natürliche Weise begleitet von einer politischen Sensibilität, die sich allmählich vom Konservativismus zum Liberal-Radikalismus verlagert. Davon zeugen unter anderem die vielen Verbandsverantwortlichen, die je länger je mehr aus diesem politischen und wirtschaftlichen Lager stammen, dies nach einem halber Jahrhundert, das von den Verbindungen mit dem Konservativismus gekennzeichnet war, der während dieser Zeit im Kanton eine Vormachtstellung eingenommen hatte.
Am Ende einer hundertjährigen Geschichte ist im Jahre 1999 aus dem UCAM der Freiburger Arbeitgeberverband geworden, nach der Fusion des UCAM und der UIP. Der Verband vertraut den politischen Teil seiner Aktivitäten der Arbeitgeberkammer an, während er selbst seine administrativen und finanziellen Aktivitäten fortsetzt. Er behält – um mit seinen eigenen Worten zu sprechen – als oberstes Ziel jenes, das er seit einem Jahrhundert verkündet: „die Vertretung der Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen“ in einem Umfeld, das dem der Gründungszeit nicht ganz unähnlich ist.
Text : Michel Charrière