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Weibliche Genitalbeschneidung
Hintergrund:
2007 Hand in Hand mit der Proklamation des Verbotes der weiblichen Genitalbeschneidung (FGC) in Eritrea startete mit der finanziellen Unterstützung des SUKE und in Zusammenarbeit mit der eritreischen Frauenunion (NUEW) und den Gesundheitsbehörden ein erstes Sensibilisierungsprojekt zur Bekämpfung von FGC in der nördlichen Region am Roten Meer. Zunächst wurden MultiplikatorInnen aus der Region ausgebildet, deren Aufgabe es war, Männer und Frauen für die Sensibilisierungs-Veranstaltungen zu mobilisieren. Die Sensibilisierung der Bevölkerung erfolgte über kurze Vorträge von geschultem Gesundheitspersonal und durch Video -Vorführungen. Als besonders wirksam haben sich die "Drama Shows" erwiesen - Szenenspiele, die im Anschluss mit dem Publikum diskutiert wurden. Das Projekt wurde Ende 2010 mit folgenden Resultaten abgeschlossen:
- “The role of religious leaders is critical and should be fully supported and encouraged to be mainstreamed in regular community religious and other meetings and celebrations. Speeches from religious leaders help people separate wrong traditions from religious beliefs.
- There is a clear positive impact of the project in the ground and many families are starting to believe that FGC is a wrong practice and should be stopped
- The project has brought real change in the ground that the knowledge, attitude and practice of the communities towards FGC before and during the project have positively changed. FGC practice has reduced significantly especially in the project sites and the big towns in particular.
- Finally all participants concluded that the project has done a lot in the reproductive health and FGC and met its objectives too, however many communities in the remote areas of both sub zones are not get such actions therefore we cannot say FGC practices were eliminated from the communities completely. Still a lot remains to be done and the project should plan to expand to remote villages and even further to the kebabi administrations to encompass the whole 2 sub zones” (Zitiert aus dem Projektschlussbericht)
2011/2012 wurde in einer zweiten Phase die eritreische Frauenunion (NUEW) beim Bau eines Ausbildungszentrums mit Schwerpunkt FGC in Tessenei unterstützt. Die dritte Phase basierte weitgehend auf den Erfahrungen und Resultaten der ersten Phase, wurde aber in einer neuen Region (Tekombia/Gash Barka) mit sehr hoher FGC Rate ausgeführt. Die Erfahrungen in Tekombia waren ermutigend, andererseits ist klar, dass eine nachhaltige Änderung von traditionellen Denk- und Verhaltensweisen in dieser ländlichen Region noch weiterer Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit bedarf.
Aktivitäten:
Derzeit unterstützt SUKE das Projekt nicht finanziell. Die Frauen von Tokombia "bleiben aber am Thema dran". Am Schulschlusstag, dem 1. Juli 2017, wurde in der Sekundarschule in Tokombia eine "Drama Show" zum Thema FGM dargeboten.
Aktuellster Bericht: Eritrea Info 79 S.3
Frauenzentrum in Tessenei: Eritrea Info 77 S. 4
SUKE Kompetenz:
Seit 2011 ist Dr. Fana Asefaw Mitglied des SUKE Vorstandes. Sie hat zum Thema "Weibliche Genitalbeschneidung" promoviert. Von ihr erschien das Buch "Weibliche Genitalbeschneidung: Hintergründe, gesundheitliche Folgen und nachhaltige Prävention", Verlag U. Helmer, ISBN: 978-3897412682.
Dr. Fana Asefaw ist engagierte Gegnerin der Beschneidung, fordert in diesem Buch jedoch einen Kurswechsel in der öffentlichen Debatte: Es ist notwendig, die je eigenen kulturellen Hintergründe miteinzubeziehen und die Würde der Betroffenen zu wahren. In ihrem Buch liefert sie unentbehrliches Hintergrundwissen für alle, die in medizinischen und psychosozialen Berufen mit dieser Thematik konfrontiert sind.