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Kürzlich lag in meinem Briefkasten eine Karte, auf der das Wort "Zweisiedlerliebe" stand. Weil mir dieses Wort so gut gefiel, legte ich die Karte nicht zum Altpapier, sondern auf den Stapel neben dem Telefon. (Dieser Stapel enthält lauter Karten und Zeitungsausschnitte, auf denen Worte und Sätze stehen, die ich nicht vergessen will.) Beim Aufräumen habe ich auf dieser Karte noch einmal etwas entdeckt, das mir total gefallen hat:
" ... Wie überhaupt das richtige Dienen, wie ich es mir denke, nicht nur darin besteht, da zu sein, wenn einen der andere braucht, sondern vor allem darin: Nicht da zu sein, wenn einen der andere nicht braucht!"
Der Satz, den ich abgeschrieben habe, stamme aus einem Brief von Ninon Hesse, der dritten Ehefrau von Hermann Hesse. Und: Zweisiedlerliebe ist der Titel einer Inszenierung vom "sogar theater", einem Kleintheater in Zürich. Das Stück handle von Ninon und Hermann Hesse, die sich viele Briefe geschrieben und auf ganz unkonventionelle Art und Weise zusammen gelebt hätten.