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Einführung: Daniela Tschacher (FZB)
Cesar hat alles, was sich ein Mann wünschen kann: Er ist reich, charmant und beliebt und geniesst das Leben und die Frauen. In Sofia glaubt er seine Traumfrau gefunden zu haben. Doch sein Leben ändert sich schlagartig, als er einen Autounfall nur schwer verletzt und mit entstelltem Gesicht überlebt. Cesar hat fortan Mühe, zwischen Realität, Traum und Illusion zu unterscheiden. Amenabars Meisterwerk ist psychologische Studie, Science Fiction und Thriller zugleich.
André Green: Souvenirs de trente années d’amitié et de désaccords.
André Green: Erinnerungen an dreissig Jahre der Freundschaft und der Meinungsverschiedenheiten.
Tout en étant le récit d’une étroite amitié qui dura presque trente ans, mon exposé se concentrera sur le parallélisme des situations intellectuelles dans lesquelles nous nous trouvions, André Green et moi : lui, face à la réinterprétation structuralisante de la psychanalyse opérée en France par Lacan, moi, face à la vague structuraliste et poststructuraliste des sciences humaines dans les années 1960-1970. Pour lui comme pour moi, le structuralisme, tout en fixant utilement l’attention sur des constantes impossibles à négliger, échouait radicalement à rendre compte de la complexité du sujet, qu’il s’agisse du sujet en analyse ou du sujet écrivant. Notre dialogue se trouvait enrichi par l’intérêt que nous portions chacun à la discipline de l’autre : lui à la critique littéraire, moi à l’interprétation psychanalytique. Le fait que nous fussions rarement d’accord ne fit paradoxalement que contribuer à renforcer une amitié qui reposait sur le respect que nous avions chacun pour la pensée de l’autre.
Mein Vortrag, der zugleich die Geschichte einer engen, fast 30-jährigen Freundschaft ist, wird sich auf die Parallelen zwischen den jeweiligen intellektuellen Situationen konzentrieren, in welchen André Green und ich uns befanden: er gegenüber der strukturalistischen Neuinterpretation der Psychoanalyse in Frankreich durch Lacan, ich gegenüber der strukturalistischen und poststrukturalistischen Welle der Humanwissenschaften in den Jahren zw. 1960 und 1970. Für ihn wie für mich war der Strukturalismus nützlich, indem er auf Konstanten aufmerksam machte, die unumgänglich waren, scheiterte aber radikal im Unterfangen, die Komplexität des Subjekts, sei es des analytischen oder des schreibenden Subjekts, wiederzugeben. Unser Dialog wurde durch das Interesse, das jeder von uns dem Fach des anderen entgegenbrachte — er der literarischen Kritik, ich der psychoanalytischen Interpretation — bereichert. Die Tatsache, dass wir selten miteinander einverstanden waren, verstärkte paradoxerweise noch unsere Freundschaft, die auf dem Respekt, den jeder dem Denken des anderen entgegenbrachte, beruhte.
(Übersetzung von Christine Kupferschmied)
Angaben zum Referenten: Prof. ém. Dr. John E. Jackson war Professor für französische Sprache und Literatur an der Universität Bern und lebt nach der Emeritierung in Genf und Paris. Er ist Verfasser zahlreicher Bücher und Artikel. So sind es Werke über Yves Bonnefoy und Charles Baudelaire. Er beschäftigte sich mit der Modernität der europäischen Poëtik, aber auch mit den Formen des Tragischen im Theater.
Insbesondere hat er mit „Passions du sujet. Essais sur les rapports entre litteréture et psychoanalyse“, sein Interesse an der Beziehung zwischen Literatur und Psychanalyse bekundet.
Mit „De l’affect à la pensée“ hat er eine Einführung in das Werk von André Green vorgelegt. Er war auch einer der Referenten am Kolloquium zu Ehren von André Green 2012 in Paris, welches auch in Buchform vorliegt.
Ort: Sigmund Freud-Zentrum, Gerechtigkeitsgasse 53, 3011 Bern
Kosten: Fr. 20.-, Studierende Fr. 10.-
Die Veranstaltung ist von der SGPP und den PSY-Verbänden mit 2 Credits anerkannt
Donnerstag von 13.30 bis 15.30 Uhr oder nach Vereinbarung mit dem Bibliothekar des FZB. Tel: 031 312 23 33