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Betrachtet man vorgeschichtliche Völker, fallen einem zum Stichwort Machtsymbol intuitiv deren megalithische Strukturen ein, die monumentaler Ausdruck ihrer Gemeinschaften sind. Die Stadt Sitten (VS) bietet hierfür besonders interessantes Anschauungsmaterial. Einerseits gibt es eine Reihe von Menhiren, die beim Chemin des Collines entdeckt wurde, andererseits die berühmte Fundstätte von Petit-Chasseur mit ihren Dolmen und ihren anthropomorphen, behauenen Stelen.
Im Jahr 1964 wurde eine Steinreihe von neun Menhiren noch in ihrer ursprünglichen Anordnung entdeckt. Die Anlage dieser «Installation» mit einer Länge von 28 m wird in die Zeit um 4500?4000 v. Chr. datiert. Die behauenen Blöcke, der grösste hat eine Höhe von 4 m, ist 1,90 m breit und 0,70 m dick, haben unterschiedliche Grössen und Formen. Die Bedeutung dieser aufgerichteten Steine ist indes schwierig zu ermitteln.
Ganz in der Nähe errichtete man ungefähr ein Jahrtausend später die Dolmen-Grabstätte von Petit-Chasseur, von der bislang ein Dutzend Bauten entdeckt wurde. Die Gesamtanlage ist umgeben von einem imposanten dreieckigen Podium aus Trockenmauerwerk, das von sorgfältig aufgeschichteten Mäuerchen begrenzt wird. Der monumentale Charakter dieses Bauwerks dürfte noch verstärkt worden sein durch grosse, anthropomorphe Stelen vor dem Podium.
Ein Ausdruck von Macht wird in den Bauten von vor- und frühgeschichtlichen Zivilisationen nur wenig deutlich. Zumindest aber zeigt sich die Existenz von Macht in der Fähigkeit solche Bauwerke zu realisieren, in der Fähigkeit die notwendigen Elemente zu beschaffen (Handwerk, Material und Zeit), die für die Ausführung unabdingbar waren. Und das ist eine Feststellung, die noch immer gilt, unabhängig von politischen Systemen.