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Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) ist eine nicht-entzündliche Erkrankung, die durch eine verhärtete Muskulatur gekennzeichnet ist und als Sonderform des Weichteilrheumatismus gilt.
Fibromyalgie äussert sich durch Symptome wie anhaltende Schmerzen in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen sowie durch eine erhöhte Druckempfindlichkeit an bestimmten Schmerzdruckpunkten, den sogenannten Tender Points. Hierbei handelt es sich um insgesamt 18 schmerzhafte Stellen, die sich an den Sehnenansätzen befinden. Am ganzen Körper besteht eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit.
Die Schmerzen im Rahmen einer Fibromyalgie können unterschiedlich beschaffen sein: dumpf, scharf oder ausstrahlend. Auch die Intensität der Schmerzen ist nicht immer gleich. Sie wechselt sowohl über den Tag als auch im Krankheitsverlauf. Emotionaler Stress und Kälte können die Schmerzen verstärken.
Als Begleiterscheinungen einer Fibromyalgie können unter anderem Schlafstörungen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit und psychische Auffälligkeiten wie Depressionen auftreten.
Frauen sind häufiger von Fibromyalgie betroffen als Männer. Insgesamt sind etwa zwei bis drei Prozent der Gesamtbevölkerung vom Fibromyalgiesyndrom betroffen. Die Ursache für Fibromyalgie ist noch unbekannt. Es liegen jedoch keine organischen Störungen zugrunde und es kommt zu keiner krankhaften Veränderung in Muskeln und Sehnen. Mediziner diskutieren eine Störung bei der Verarbeitung von schmerzrelevanten Informationen im Gehirn als mögliche Ursache. Ebenso scheint emotionaler Stress eine Rolle zu spielen.
Die Diagnose der Fibromyalgie erfolgt anhand der Krankengeschichte und der Druckempfindlichkeit der Tender Points. Die Behandlung besteht aus einer Kombination von psychosomatischer Betreuung, physikalischer Therapie und Medikamenten. Die Erfolge sind umso besser, je früher Betroffene eine Therapie beginnen – es lassen sich Rückbildungen der Erkrankung beobachten, wenn sie in den ersten zwei Krankheitsjahren erkannt und behandelt wird. Besteht das Fibromyalgiesyndrom über einen längeren Zeitraum, neigt es dazu, chronisch zu werden.
Die Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) ist eine nicht-entzündliche Sonderform des Weichteilrheumatismus, bei der Muskelverhärtungen und infolgedessen Symptome wie Schmerzen in der Muskulatur und in den Sehnenansätzen auftreten. Daneben besteht eine erhöhte Druckempfindlichkeit an den sogenannten Tender Points (Schmerzdruckpunkte). Insgesamt 18 Punkte, die sich an Sehnenansätzen an Nacken, Rücken, Schultern sowie an den Hüften befinden, bilden die Tender Points.
In der Medizin spricht man von einer Fibromyalgie oder Fibromyalgiesyndrom, wenn mindestens 11 Schmerzdruckpunkte und Schmerzen in mindestens drei Körperregionen bestehen. Wörtlich übersetzt bedeutet Fibromyalgie «Faser-Muskel-Schmerz». Eine weitere Bezeichnung für Fibromyalgie ist Fibromyalgiesyndrom sowie generalisierte Tendomyopathie.
Bei Fibromyalgie kommt es begleitend zu zahlreichen Beschwerden. Dazu gehören unter anderem Schlafstörungen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit, Zittern und Depressionen.
Man unterscheidet ein primäres von einem sekundären Fibromyalgiesyndrom. Bei der primären Fibromyalgie ist eine eindeutig erfassbare Ursache nicht bekannt.
Die sekundäre Form tritt nach organischen Erkrankungen wie entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen beziehungsweise Autoimmunerkrankungen (Kollagenosen), Infektionskrankheiten und besonders nach viralen Infekten wie Hepatitis C oder auch Borreliose auf. Auch bösartige (maligne) Tumoren oder Operationen können einer Fibromyalgie vorausgehen.
Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden unter Fibromyalgie. 80 Prozent der Erkrankten sind Frauen. Meist tritt die Erkrankung zwischen dem 30. und dem 60. Lebensjahr auf. Aber auch Kinder und ältere Menschen können am Fibromyalgiesyndrom erkranken.
Für die Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) verantwortliche Ursachen sind bisher weitgehend unbekannt. Es ist eine familiäre Häufung der Fibromyalgie zu beobachten, so dass man von einer genetischen Veranlagung ausgeht. Weiterhin können der Fibromyalgie entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder virale Infekte vorausgehen. Auch nach zu starker einseitiger Belastung oder Tumorerkrankungen kann es zu einer Fibromyalgie kommen. Möglicherweise können auch Operationen und Unfälle eine Fibromyalgie auslösen, indem die damit zusammenhängenden Schmerzen weiter fortbestehen.
Als mögliche Ursache wird eine Störung des Schmerzgedächtnisses im Gehirn diskutiert, welche die Schmerzen auslöst. Wenn das Gehirn dauerhaft einen Schmerzreiz an eine Nervenzelle signalisiert, kann sich deren Empfindlichkeit so erhöhen, dass sie auch ohne ein Signal aktiv bleibt. Das hat zur Folge, dass der Betroffene dauerhaft Schmerzen verspürt, die aber nicht in den betroffenen Körperbereichen selbst entstehen, sondern aus der gestörten Schmerzverarbeitung im Gehirn resultieren. Das Fehlen von krankhaften Veränderungen oder Entzündungen an den Schmerzpunkten bestärkt diese Vermutung.
Die Fibromyalgie kann sich aufgrund verschiedener Ursachen verschlimmern:
Auch eine von den Betroffenen eingenommene Schonhaltung kann die Schmerzen verstärken. Dadurch nimmt die körperliche Kondition ab, so dass der Körper schneller müde wird. Die daraus resultierende Inaktivität führt dazu, dass Betroffene sich intensiver auf die Schmerzen konzentrieren und sich diese verstärken.
Eine immer wieder zu beobachtende Beziehung besteht zwischen dem Nachtschlaf und der Fibromyalgie. Personen mit Fibromyalgie schlafen meist schlecht, oder aber sie wachen morgens auf und fühlen sich wie «gerädert». Darüber hinaus kann man umgekehrt eine Fibromyalgie bei Probanden durch Schlafentzug hervorrufen.
Es wird angenommen, dass der Fibromyalgie (Fibomyalgiesyndrom) psychosomatische Ursachen zugrunde liegen können. Das vegetative Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen zum Beispiel zu erhöhtem Herzschlag und gesteigerter Durchblutung kommen. Dauert die Überbelastung zu lange an, können psychosomatische (somatoforme) Störungen auftreten. Äussern sich diese in dauerhaften Schmerzen, entsteht wiederum eine Stresssituation und der Teufelskreis schliesst sich.
Bei der Fibromyalgie bestehen häufig psychische Symptome wie Depressionen – der Betroffene fühlt sich krank. Es ist bekannt, dass sich bei Fibromyalgie die Regelsysteme der Schmerzempfindung im Gehirn ändern. Manche Botenstoffe des Gehirns, wie etwa Serotonin, regulieren sich runter. Dahingegen lassen sich andere, wie die Substanz P (ein bestimmter Schmerzbotenstoff, der den Schmerz an das Gehirn «meldet»), vermehrt nachweisen. Trotz dieser organischen, das heisst körperlichen Veränderungen des Gehirns, ist aber immer noch nicht klar, ob das Fibromyalgiesyndrom letztendlich eine psychosomatische Erkrankung ist, bei der die Veränderungen der Botenstoffe des Gehirns erst sekundär entstehen oder ob es sich um eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns mit der Folge von Schmerzen und psychosomatischen Störungen handelt.
Sicher ist aber, dass die schmerzhaften Stellen des Bewegungssystems bei Fibromyalgie nicht verändert oder gar entzündet sind, sondern erst die veränderte Schmerzempfindung im Gehirn dazu führt, dass Betroffene den Schmerz des Bewegungssystems empfinden. Dennoch handelt es sich aber um echte und nicht etwa eingebildete Schmerzen.
Bei der Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) treten vorrangig Symptome wie starke Schmerzen vor allem der Muskulatur und der Sehnenansätze auf. Dabei sind nicht nur die Extremitäten sondern auch der Rumpf betroffen. Oft kommt es beim Fibromyalgiesyndrom zu Schmerzen im Rücken, in Armen und Beinen und verstärkt nach körperlicher Belastung. Häufig beschreiben Betroffene den Schmerz als grossflächig und fliessend, in vielen Fällen auch als dumpf, brennend, schneidend oder bohrend. Viele Betroffene haben das Gefühl, die schmerzhaften Weichteile seien diffus geschwollen.
Die Schmerzen halten über lange Zeit, meist über Jahre an und können sich durch körperliche Aktivitäten oder auch Krankengymnastik oder Massage verstärken. In einigen Fällen wiederum verbessern sich die Beschwerden durch Bewegung und Massage.
Darüber hinaus kann es bei Fibromyalgie zu Begleitsymptomen kommen. Dazu gehören:
Bei einer Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) erfolgt die Diagnose anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung. Bestehen die Schmerzen in mindestens drei Körperregionen länger als drei Monate, kann dies ein Hinweis auf eine Fibromyalgie sein.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Tender Points, den Schmerzdruckpunkten an Nacken, Rücken, Schultern und Hüften. Für die endgültige Diagnose einer Fibromyalgie müssen mindestens 11 der insgesamt 18 Druckpunkte schmerzhaft auf Druck reagieren und die Beschwerden länger als drei Monate bestehen.
Bei der Fibromyalgie lassen sich keine organischen Veränderungen beobachten. Der behandelnde Arzt diagnostiziert die Erkrankung vorrangig, indem er organisch fassbare Erkrankungen wie rheumatisch-entzündliche Erkrankungen, Wirbelsäulenprozesse mit radikulärer (die Nervenwurzel betreffend) Symptomatik, muskuläre Systemerkrankungen, Entzündungen der Skelettmuskulatur (Myositiden) oder Autoimmunerkrankungen ausschließt (Ausschlussdiagnostik).
Bei der Fibromyalgie finden sich keine typischen Laborwerte oder Veränderungen im Röntgenbild. Selten können Hormonstörungen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, ein Fibromyalgiesyndrom verstärken. Dies kann man durch eine Bestimmung der Schilddrüsenhormone feststellen.
Bei Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) zielt die Therapie vorrangig darauf ab, die Symptome zu lindern. Fibromylagie zeichnet sich durch langanhaltende starke Schmerzen vor allem der Muskulatur und der Sehnenansätze aus. Ausserdem kann es zu einer Reihe von Begleitsymptomen wie zum Beispiel Schlafstörungen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit oder Kopfschmerzen kommen. Die Behandlung des Fibromyalgiesyndroms erfolgt in drei Schritten:
Die Basistherapie umfasst Patientenschulungsprogramme, verhaltenstherapeutische Schmerztherapie, an die Belastbarkeit des Betroffenen angepasstes Herz-Kreislauf-Training (Ausdauertraining z.B. Schwimmen, Wandern, Aquajogging), eventuell die Einnahme von Antidepressiva (Wirkstoff Amitriptylin) sowie die Diagnostik und Behandlung weiterer körperlicher Erkrankungen und seelischer Störungen. Diese Verfahren kommen einzeln oder in Kombination zum Einsatz.
Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend und entspannend – sie können die Beschwerden bei Fibromyalgie kurzzeitig bessern. Dabei ist vor allem eine Einnahme vor dem Schlafengehen, möglicherweise durch die Verbesserung des Nachtschlafs, wirkungsvoll und nebenwirkungsarm.
Die weiterführende Behandlung setzt im Wesentlichen auf Bewegungstherapie in Kombination mit psychotherapeutischen Verfahren. Da die Behandlung aus verschiedenen Bausteinen besteht, heisst sie auch multimodale Therapie. Sie empfiehlt sich, wenn sechs Monate nach Beginn der Basistherapie weiterhin Beschwerden bestehen, die den Alltag des Betroffenen stark einschränken.
Wenn der Alltag mit dem Fibromyalgiesyndrom nach sechsmonatiger weiterführender Behandlung immer noch stark beeinträchtigt ist, schliesst sich eine Langzeitbetreuung an. Sie zielt darauf ab, die Selbstverantwortung und Eigenaktivität der Betroffenen zu stärken. Dabei sollte das Behandlungsprogramm speziell auf den Betroffenen abgestimmt sein – in jedem Fall empfiehlt sich eine genaue Absprache mit dem Arzt. Mögliche Bausteine der Langzeitbetreuung sind:
Eine Therapie mit muskelentspannenden Mitteln (sog. Muskelrelaxantien) und Antirheumatika ist bei Fibromyalgie nicht empfohlen.
Seit einiger Zeit gibt es Möglichkeiten, Verdickungen und Verklebungen an den Tender Points chirurgisch zu entfernen. Dieser Behandlung liegt die Annahme zugrunde, dass die Druckpunkte identisch mit bestimmten Akupunkturpunkten sind und daher bei Schädigungen Schmerzen in den Körper ausstrahlen. Da die Wirkung einer solchen Therapie nicht ausreichend belegt ist, sind solche Ansätze nicht zu empfehlen.
Die Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) zerstört im Verlauf weder Gelenke noch andere Strukturen des Bewegungssystems und setzt auch die Lebenserwartung nicht herab. Die Symptome können mittels verschiedener Behandlungen gelindert werden – meistens bleiben sie jedoch fortan bestehen.
Viele Betroffene stellen sich mit der Zeit allerdings gut auf die Beschwerden und Beeinträchtigungen ein, sodass sie besser damit zurechtkommen. Ist die Fibromyalgie erst einmal chronisch geworden, haben nach 10 bis 15 Jahren viele Betroffene die gleiche Schmerzsymptomatik wie zu Beginn. Daher ist es wichtig, einen langfristigen Verlauf unbedingt zu vermeiden. Eine spontane Besserung im Alter ist dennoch nicht selten.
Da die Ursachen von Fibromyalgie (Fibromyalgiesyndrom) bisher weitgehend unbekannt sind, kann man der Erkrankung nicht direkt vorbeugen. Es ist eine familiäre Häufung von Fibromyalgie zu beobachten – deshalb geht man von einer genetischen Veranlagung aus. Häufig gehen der Fibromylagie bestimmte Vorerkrankungen (wie z.B. entzündlich-rheumatische Systemerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, virale Infekte, Tumorerkrankungen) oder Operationen oder Unfälle voraus. Auch psychosomatische Ursachen werden als Auslöser des Fibromyalgiesyndroms diskutiert.
Wichtig ist es, bestehende starke Schmerzen zum Beispiel nach Operationen oder Verletzungen angemessen zu behandeln, damit sie nicht im «Schmerzgedächtnis» des Gehirns verankert bleiben und chronisch werden.