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Nino Schurter und Jolanda Neff gehören an den olympischen Mountainbike-Rennen am Wochenende zu den Topfavoriten auf die Goldmedaille. Sie scheinen bereit für ihre wichtigsten Rennen der Saison.
Wenn Neff und Schurter zu einem Cross-Country-Rennen starten, dann gehören sie stets zu den Kandidaten auf den Sieg. Das wird auch am Samstag (Neff) respektive am Sonntag (Schurter) so ein. Am Dienstag zogen sie nach einer Trainingswoche in den Bergen ausserhalb von Rio de Janeiro in das olympische Dorf ein. Für die Mission Gold hätten sie im Vorfeld alles getan, was möglich sei, betonten sie beim Medientermin am Mittwoch unisono.
Schurter machte kein Geheimnis daraus, was am Sonntag sein Ziel ist. "Eine zweite silberne oder bronzene Medaille brauche ich nicht", so Schurter. "Ich will Gold und geh ganz klar mit dem Ziel in das Rennen, dieses auch zu gewinnen." 2008 hatte Schurter in Peking Bronze und 2012 in London Silber gewonnen.
Die goldenen Auszeichnungen damals gingen an den Franzosen Julien Absalon respektive den Tschechen Jaroslav Kulhavy. Kulhavy übersprintete Schurter vor vier Jahren auf den letzten paar hundert Metern. Selbiges soll in Rio nicht mehr geschehen - auch wenn Absalon, der ewige Rivale von Schurter, und Kulhavy erneut seine stärksten Widersacher im Kampf um Gold sein dürften.
Etwas weniger deutlich drückte sich Neff über ihre Ziele aus. Zu präsent sind die Erinnerungen an die letzten beiden Weltmeisterschaften, als die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin wegen einer Infektion (2015) respektive Rückenproblemen (2016) jeweils nicht in Topform antrat und mit den Plätzen 9 und 8 Vorlieb nehmen musste.
"Mein Ziel ist es, am Samstag gesund in das Rennen zu starten. Diesbezüglich bin ich auf Kurs", so Neff, deren Rücken zumindest bei den letzten Bike-Rennen keine Probleme mehr machte. Danach werde man sehen, was drin liegen würde. Auch Neff weiss: Tritt sie ohne irgendwelche Beschwerden an, dann ist sie nur sehr schwer zu schlagen.
Neff, für die es nach dem Strassenrennen (8.) der zweite Einsatz in Rio ist, gab sich beim Medientreffen betont gelöst, sorgte mit lockeren Sprüchen für Gelächter im Saal. Gefragt, wie denn das Profil der Gewinnerin auf dieser Strecke aussehen müsse, antwortete sie: "Ich hoffe, sie hat blonde Locken." Oder als sie Auskunft darüber geben musste, wie sie denn mit dem Druck der Favoritin umgehe, meinte sie, das sei kein Problem: "Den Druck bringe ich ohnehin am Liebsten auf die Pedale."
Nebst Neff und Schurter haben die Schweizer Mountainbiker drei weitere heisse Eisen im Feuer, die mindestens für ein Diplom in Frage kommen. Vom im Weltcup so dominanten Schweizer Männerteam stehen Mathias Flückiger und Lars Forster in Rio am Start, bei den Frauen fährt Linda Indergand mit.
sda-ats