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Schweizermeisterschaft 2008 in Thun
oder Kunstflieger kämpfen gegen den Hochnebel
In diesem Jahr war die SG Thun Gastgeber der Schweizermeisterschaft der Segelkunstflieger.Entsprechend dem Reglement des SFVS wurde die Meisterschaft in den Kategorien Elite und Promotion ausgetragen.
In der Elite, die nach den Bestimmungen der internationalen Unlimited-Kategorie ausgetragen wird, waren vier Schweizer und drei Deutsche davon eine weibliche Teilnehmerin am Start.
Für die Promotion hatten sich nur vier Teilnehmer, darunter zwei Damen, gemeldet, so dass der Konkurrenzleiter, Adrian Sieber, mitfliegen musste, um die Mindestanzahl von fünf Teilnehmern für eine gültige Meisterschaft zu erfüllen.
Neben der Meisterschaft war traditionell ein Einsteigerwettbewerb in der Kategorie Espoirs ausgeschrieben, an dem aber nur zwei Piloten teilnahmen.
Ab Montag, 22. September, war Training angesagt. Das Wetter spielte mit und alle Teilnehmer konnten ihre Trainingsflüge ohne Probleme absolvieren.
Bereits am Mittwochnachmittag schlug das Wetter jedoch um, und mit zunehmend feuchter Luft drückte die Bise immer tiefere Hochnebelfelder Richtung Thunersee.
Nach dem Eröffnungsbriefing am Mittwochabend und den nötigen Aufbauarbeiten am Donnerstagmorgen war alles bereit für den Beginn der Meisterschaft, nur das Wetter wollte nicht, und so verging der Donnerstag wegen zu tiefer Wolkenbasis ohne einen einzigen Wertungsflug.
Am Freitag verbesserte sich die Situation aber und so konnte zuerst die Elite und dann die Promotion ihre Bekannten Pflichten fliegen. In der Elite setzte sich, wie erwartet, der amtierende Meister, Christian Schmid gleich an die Spitze. In der Promotion legte Mirjam Rogger, die Meisterin von 2003, mit einem sehr guten Flug ein ansehnliches Punktepolster an.
Bei den Piloten der Elite änderte sich das Bild auch in der darauf folgenden Kür nicht. Christian Schmid baute seinen Vorsprung noch aus, während sich der langjährige Pechvogel Fritz Krieger mit einem weiteren fehlerfreien Flug sicher auf dem zweiten Rang etablierte. In der Promotion verschob sich die Rangfolge dagegen grundlegend. Mirjam Rogger konnte mit ihrer Kür den Spitzenplatz nicht halten, während sich der B4-Pilot Peter Stehrenberger mit einer soliden Leistung nach vorne schob.
Am Freitagabend wurden die Unbekannten Pflichten für den nächsten Durchgang bekannt gegeben, welche, wie erwartet, von Hauptschiedsrichter Philippe Küchler mit einigen besonderen Schwierigkeiten gewürzt worden waren. So mussten die Piloten in beiden Kategorien ihre erste Figur auf dem Rücken beginnen, was bedeutet, dass auch der Programmbeginn durch Flügelwackeln im Rückenflug angezeigt werden muss. Besonders den Piloten der Promotion war das unheimlich und so gab es noch manche hitzige Diskussion beim Abendessen.
Am Samstagmorgen war erst mal Warten angesagt, in der Hoffnung, dass sich der Hochnebel heben möge. Gegen Mittag war es auch so weit und der Erste der Reihenfolge in der Elite konnte sein Programm ohne Behinderung durch das Wetter fliegen. Kurz danach zogen wieder tiefe Wolken in den Kunstflugraum, so dass die nächsten beiden Piloten der Elite erst am frühen Nachmittag fliegen konnten. Dann aber war vorerst Schluss für die Elite und man vertagte die restlichen vier Flüge in dieser Kategorie auf den Sonntagmorgen.
Die Promotion ging danach mit einem verkürzten Programm und einer reduzierten Ausklinkhöhe an den Start, wobei wiederum die Favoritin Mirjam Rogger unter ihren Möglichkeiten blieb und auf den vierten Rang zurück fiel. Stefan Knecht setzte sich mit einem fehlerlosen und sehr exakten Flug endgültig an die Spitze.
Peter Stehrenberger behauptete trotz eines verunglückten "Chinese Loop", der von den Konkurrenten prompt als "Free Willie" betitelt wurde, Rang zwei in der Promotion.
Béatrice Echter dagegen gelang ihr "Chinesenloop", womit sie die zweitbeste Unbekannte geflogen hatte und sich damit vor Mirjam Rogger die Bronzemedaille sichern konnte.
Am Sonntagmorgen zeigte sich das Wetter, wie immer zum Schluss einer Meisterschaft, von seiner besten Seite. Die verbleibenden vier Flüge der Elite waren bis Mittag absolviert und die Meisterschaft damit abgeschlossen.
Schweizermeister der Elite wurde, wie nicht anders zu erwarten, Christian Schmid mit einem satten Punktevorsprung vor Fritz Krieger.
Bronze ging an die deutsche Pilotin Andrea Fenzau-Lehmann, die in allen drei Programmen den dritten Rang sicher behauptet hatte.
Auch die beiden Teilnehmer des Espoirs Wettbewerbs wurden, wie es sich gehört, gebührend ausgezeichnet.
Die Siegerehrung wurde von Konkurrenzleiter Adrian Sieber stil- und humorvoll geleitet, wobei die von den verschiedenen Sponsoren gestifteten Naturalpreise mit besondere Freude entgegengenommen wurden.
Grosses Lob gebührt den Kollegen von der SG Thun, die uns eine bestens organisierte und ohne Zwischenfälle abgelaufene Meisterschaft geboten haben, ebenso wie dem Punktrichtergremium, das weit über tausend Noten zu vergeben hatte und dem Auswerteleiter, Martin Götz, der die umfangreiche und mühsame Computerauswertung souverän meisterte.
Hier die Gesamtergebnisse der drei Kategorien
Elite:
Promotion:
Espoirs:
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