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Personalisierte Gesundheit verspricht eine höhere Wirksamkeit von Therapien, weil diese auf die einzelne Patientin bzw. den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Unwirksame oder sogar unnötige Behandlungen würden sich erübrigen, es müssten weniger Behandlungen als bisher durchgeführt werden, so die Hoffnung. Mehr noch: Massgeschneiderte Präventionsmassnahmen könnten den Ausbruch von gewissen Krankheiten ganz vermeiden. Behandlungen würden hinfällig, die entsprechenden Kosten eingespart.
Allein nach den Kosten einer medizinischen Behandlung zu fragen, greift allerdings zu kurz. Wünschbar ist vielmehr, einen möglichst hohen medizinischen Nutzen mit vertretbarem finanziellem Aufwand zu erreichen. Erfüllt eine Behandlung diese Anforderung, wird sie in der gesundheitspolitischen Diskussion als 'wirtschaftlich' bezeichnet. Um die Wirtschaftlichkeit einer Therapie zu beurteilen, muss der medizinische Nutzen mit dem finanziellen Aufwand in ein Verhältnis gesetzt werden. Welcher Aufwand für einen bestimmten erzielten Nutzen als vertretbar erachtet wird, ist letztlich eine Beurteilung, die die Gesellschaft vorzunehmen hat.
Ob personalisierte Gesundheit wirtschaftlich ist, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Debatte unterscheidet grundsätzlich zwei Strategien. Die Pharmakogenetik zielt auf eine optimierte Wirksamkeit und Sicherheit von Medikamenten: Jene Patienten bekommen ein Medikament, bei denen ein vorgängig durchgeführter genetischer Test gezeigt hat, dass der Patient auf das Medikament anspricht (bzw. wie dieses Medikament dosiert werden muss). Die Prävention will den Ausbruch einer Krankheit vermeiden: Das gelingt, indem eine Person auf der Grundlage eines genetischen Tests gezielte Vorsorgemassnahmen ergreift, sofern solche existieren. Die beiden Strategien werden in den folgenden Kapiteln ausgeführt.
September 2018