Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/2829

«Hey World» war Caroline Chevins grosser Hit. Jetzt sagte der Mann der Weggiser Sängerin «Bye bye, Welt»: Der bekannte TV-Moderator Greg Boyed nahm sich nach einem Depressionsschub in der Schweiz das Leben. Sogar die neuseeländische Premierministerin trauert mit Chevin.
«Ich bin so traurig, das Ableben von Greg Boyed vernehmen zu müssen», twitterte Jacinda Ardern. Die 37-jährige Premierministerin Neuseelands bedauerte den Tod des «tiefsinnigen Interviewers, der auch gerne lachte».
So saddened to hear of the passing of Greg Boyed. I’ll be one of many who will have sat opposite him over the years – such a thoughtful interviewer who was quick to share a laugh. My thoughts are with his family, friends and colleagues.
— Jacinda Ardern (@jacindaardern) 22. August 2018
Sie sandte der Familie, den Freunden und Kollegen des neuseeländischen TV-Mannes ihre Anteilnahme. Letzte Woche war bekannt geworden, dass Boyed ums Leben kam, doch die Umstände blieben vorerst unklar (zentralplus berichtete).
Caroline Chevin wird 1974 in Weggis geboren. Sie arbeitet teilzeit auf der Bank und setzt 2002 voll auf die Musik. Mit dem Album «Feel Real» begann sie 2008 ihre Solokarriere. «Back In The Days» hiess das zweite Album, die gleichnamige Single blieb rund 80 Wochen in den Schweizer Airplay-Charts. Im März 2011 gewann sie den Swiss Music Award in der Kategorie «Best Breaking Act National». 2013 brachte Chevin ihr drittes Soloalbum «Hey World» heraus, sie heizte in Basel für Eric Clapton ein, sang am Berner Gurten und am Montreux Jazz Festival.
2014 reiste Chevin durch Neuseeland und lernte den TV-Moderator Greg Boyed kennen. Sie heiratete den News-Moderator, der Schlagzeug spielte und Marathon lief. 2015 kam Sohn Kian Iraia Cassidy auf die Welt.
Caroline Chevin beschrieb er als «schöne europäische Popstar-Frau», mit der Boyed einen Sohn hat (siehe Box). Boyed habe zwar nicht immer Zeit für die Liebe gefunden, erinnert sich Phil Vine, aber wenn, dann «mit der Wildheit eines Löwen».
Vine liebt in seinem Nekrolog Vergleiche aus dem Tierreich, wenn er über seinen Freund schreibt. Er verglich den berühmten TV-Mann mit einem «liebevollen Bullenhai, der die seichten Mediengewässer Neuseelands patroullierte».
Nüchterner beschrieben andere den Tod des Fernsehmoderators: Wie der Australien-Korrespondent der britischen Zeitung «Daily Mail» berichtet, hat sich der 48-jährige Moderator Greg Boyed letzte Woche das Leben genommen. Die Selbsttötung erfolgte nach einem Depressionsschub in der Schweiz: Mit Sohn Kian reiste das Paar durch Europa, und laut «Daily Mail» habe die Familie die Selbsttötung bestätigt. Ansonsten bleibt das Wort «Suizid», ausser im Zeitungstitel, tabu.
Konzert in Eschenbach
Caroline Chevin gab am 9. August, wenige Tage vor dem Schicksalsschlag, in Eschenbach ein kleines Solokonzert und arbeitete an neuen Songs.
«Hey World» ist Caroline Chevins grösster Hit von 2013:
Aus Anlass eines Firmenjubiläums wurde zum Charity-Event eingeladen und nach dem erfolgreichen Abend mit Caroline Chevin der Luzerner Stiftung Rodtegg für Menschen mit Behinderung 2000 Franken überwiesen.
In einem Abschiedsvideo sagten Greg Boyeds TV-Arbeitskollegen: «Es ist so unglaublich schade, dass eine solch wundervolle Person so viel Zeit im Dunkeln verbracht hat.» Trotz seiner Depressionen habe er «immer die Welt von allen Menschen um ihn herum erleuchtet».
Caroline Chevin, die auf Anfragen von zentralplus nicht reagierte, braucht Kraft, Zeit und Distanz. Ob sie ihren Wohnsitz von Neuseeland wieder zurück in die Schweiz verlegt, steht in den Sternen.
Vor drei Jahren antwortete sie in einem grossen Interview mit zentralplus auf die Frage, was die Schweizer denn von den Neuseeländern lernen könnten: «Vielleicht die Gelassenheit.» Dass Caroline Chevin diese wiederfindet, ist ihr sehr zu wünschen.
In diesem Video von 2011 gibt Caroline Chevin ein Interview:
|Angst vor Depressionen|

Die Depressionskrankheit ist immer noch tabuisiert, obwohl es fast jeden treffen kann: 20 bis 25 Prozent der Menschen erleben mindestens einmal eine behandlungsbedürftige Depression. Laien sehen darin gerne Selbstverschulden, dabei entsteht die Krankheit meist aus einer Wechselwirkung von psychischen, körperlichen und äusseren Faktoren. Vererbung spielt auch eine grosse Rolle. Medikamente und ein gesunder Lebensstil führen Kranke oft zur gesunden Version ihrer selbst zurück. Mehr Infos: Gesellschaft für Angst und Depression, www.sgad.ch