Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/53

Mittwoch, 27.9.2023
Ich habe den Mittwoch geteilt, sonst wird die Seite zu umfangreich…. zur Besichtigung von Albarracín ohne die Kathedrale geht’s hier lang!
Die Catedral del Salvador de Albarracín (Kathedrale des Erlösers)…. da können wir erst um 16 Uhr rein!
Hinter der Kathedrale
Kurios: Plaza del Aseo heisst Platz der Toilette…. 😂 😂
…. es sollte eigentlich heissen Plaza de la Seo, also Platz der Kathedrale
Auch hier gibt es eine Geschichte dazu…. kein Mensch weiss, ob sie stimmt:
Eines Tages, zwischen Ende des 16. Jahrhunderts, als die Kathedrale von Albarracín gebaut wurde, und Mitte des 19. Jahrhunderts (in der historischen Presse das älteste Zeugnis der Plaza del Aseo), der Bürgermeister (mündlich, nicht schriftlich) zu dem Keramiker oder Töpfer von Albarracín sagte: Hey, Augustín, mach mir ein Schild für diesen Platz an der Kathedrale, auf dem steht Plaza de la Seo und du machst es dort hin, okay? Der Keramiker, der sehr witzig war, machte sich an die Arbeit und befestigte das Schild dort, wo der Bürgermeister es ihm gesagt hatte. Als der Bürgermeister das Ergebnis sah, fand er es so lustig, dass er nicht einmal daran dachte, das Schild durch ein richtiges Schild zu ersetzen.
So oder ähnlich könnte es gewesen sein! 😜
Türöffner an einer Seitentür der Kathedrale
Jetzt geht endlich die Führung los….
…. in der Catedral del Salvador de Albarracín (Kathedrale des Erlösers). Die Kathedrale befindet sich auf den Überresten einer ehemaligen romanischen Kirche, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Der heutige Bau wurde 1572 begonnen und wurde von den Architekten Martín de Castañeda und dem Franzosen Quinto Pierres Vedel durchgeführt. Der erste Bischof der Diözese Albarracín (erstmals unabhängig von der Diözese Segorbe-Castellón de la Plana) war Martín de Salvatierra (1578-1583).
Die Führung beginnt im geschlossenen Kreuzgang (claustro)
Die Struktur der Kathedrale besteht aus einem einzigen Mittelschiff mit gotischem Kreuzrippengewölbe, flankiert von kleinen Seitenkapellen, die sich zwischen den Strebepfeilern befinden.
In der Hauptkapelle, die eine polygonale Form hat, sticht das Hauptaltarbild im Renaissancestil (1566) hervor, ein Werk des Bildhauers Cosme Damián Bas, mit Heiligenfiguren, Szenen aus dem Leben Jesu und Marias und einem grossen zentralen Relief, das die Verklärung darstellt.
*** Die Hauptkapelle ist ein Begriff aus dem Bereich der religiösen Architektur, der sich auf den Hauptbereich einer Kirche bezieht, der an der Stirnseite den Hauptaltar und im Allgemeinen das Altarbild enthält, das dem Schutzpatron der Kirche gewidmet ist. Nach Pelayo Clairac Saénz war sie früher auch als santuario oder ábside mayor (Hauptapsis) bekannt. Derselbe Autor nennt das Äquivalent im Französischen als sanctuaire, im Englischen als sanctuary oder chancel und im Italienischen als santuario.
Die Kathedrale sieht innen recht prachtvoll aus…. unser Führer, ein junger Mann aus dem Dorf, nimmt uns schnell alle Illusionen…. an der Kathedrale ist so gut wie nichts echt…. was nach Gold aussieht, ist lediglich Blattgold und Marmorsäulen sind aus Holz, mit Gips verkleidet und so gestrichen, dass es wie Marmor aussieht. Es war halt eine recht arme Gemeinde, meint er fast entschuldigend. Uns stört das gar nicht…. im Gegenteil…. die Kathedrale gefällt uns!
Die Kapelle, die der Virgen de Pilar (Unsere Liebe Frau auf dem Pfeiler) gewidmet ist, mit ihrem prächtigen barocken Altaraufsatz, der Kuppel und den Stuckverzierungen an den Wänden und im Gewölbe, ist in Bezug auf Grösse und Dekoration die bedeutendste der Kapellen.
Hinteres Deckengewölbe der Apsis über dem Chor
Capilla de las Ánimas (Kapelle der Seelen)
Die Bilder auf dem Foto unten zeigen Mitglieder des Orden de la Merced (Mercedarier), der Orden wurde im frühen 13. Jh. im Königreich Aragón zum Zwecke des Freikaufs von Christen aus maurischer Gefangenschaft gegründet. Besonderheiten sind die Verehrung der Maria de la Merced (Maria der Barmherzigkeit, Maria vom Loskauf der Gefangenen) sowie der sogenannte Vierte Eid, mit dem sich die Ordensmitglieder seit Mitte des 16. Jh. offiziell verpflichten, notfalls in Geiselhaft zu gehen und ihr Leben zu lassen, wenn dies zur Gefangenenbefreiung nötig sein sollte. Der zunächst vor allem im spanischsprachigen Raum verbreitete Mercedarierorden betreut heute Schulen und karitative Projekte, die sich gegen neue Formen der sozialen, politischen und psychologischen Sklaverei richten.
Capilla de San Pedro
Capilla de San Antonio Abad y San Sebastián
Capilla de Santa Ana
Das Kreuzrippengewölbe an der Decke des Hauptschiffs
Die Pfeifenorgel aus dem 18. Jahrhundert
Capilla de San Juan Bautista, deutsch Johannes der Täufer….
…. da ist grosser Restaurierungsbedarf!
Antigua sala capitular (Altes Kapitelhaus)
Farbmuster für die Restaurierung
Wir sind fertig mit dem Rundgang…. eine sehr spezielle Kathedrale…. die hat uns sehr gut gefallen!
.