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Moritz Tscheinen
Inhaltsverzeichnis
Geburts- und Todesjahr
1808-1889
Biografie
Moritz Tscheinen wurde am 23. November 1808 als Sohn des Johann Anton und der Anna Maria in Naters geboren. Als ältestes Kind musste Tscheinen schon früh Verantwortung übernehmen und sich um die Geschwister kümmern, während die Eltern in der Landwirtschaft beschäftigt waren.
Nach der Matura am Kollegium Spiritus Sanctus in Brig trat Tscheinen in der Priesterseminar in Sitten ein. Hier absolvierte er von 1834 bis 1837 sein Theologiestudium und wurde zum Priester geweiht.
Seine erste Stelle trat er als Kaplan von Turtmann an. In den Wintermonanten unterrichtete er als Lehrer in der Dorfschule; die Seelsorge teilte er sich mit einem anderen Geistlichen, was ihm Zeit für sein persönliches Studium einbrachte. Nach zwei Jahren in Turtmann zog Tscheinen 1839 in die Pfarrei Zermatt und von hier 1845 weiter nach Raron. Als Pfarrer in Raron sah er sich schwierigen Zeiten gegenüber: Nach grossen Überschwemmungen litten viele Familien im Winter 1846/47 an Hungern. Weiter setzte er sich für eine Erneuerung der Schulverordnung ein. Nach zwei turbulenten Jahren in Raron wurde er zum Kaplan von St. Niklaus ernannt.
Dem engagierten Lehrer wurde schliesslich der Posten des Rektors am Kollegium Spiritus Sanctus angeboten, was er jedoch ablehnte. Und so wurde er Präfekt und Professor am Gymnasium. Nach Anfragen aus verschiedenen Gemeinden entschied sich Tscheinen 1856 dazu nach Grächen zu gehen, wo er sich dem Wiederaufbau und der Renovation der Pfarrkirche widmete, die durch das Erbeben im Jahre 1855 in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Moritz Tscheinen ist am 9. Juli 1889 in Grächen verstorben.
Bibliografie
- Walliser-Sagen, gesammelt und hrsg. von Sagenfreunden Moriz Tscheinen und Peter Joseph Ruppen, Sitten : Buchdruckerei Schmid, 1872.
Quellen
- Adolf Fux, Oberwalliser Literatur im letzten Jahrhundert, in: Blätter aus der Walliser Geschichte, Brig, Bd. 14, Jg. 1(1965/66), S. 195-216.
- Marianne-Franziska Imhasly, Moritz Tscheinen (1808-1889), in: Blätter aus der Walliser Geschichte, Brig, Bd. 20, 1988, S. 243-251.