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Historisches Fechten beinhaltet Kampftechniken, die in Europa bis zum 17. Jahrhundert verbreitet waren. Sie gerieten danach lange Zeit in Vergessenheit und wurden lediglich noch in Form von alten Fechtbüchern überliefert. Bedeutende zeitgenössische Fechtbücher aus dem deutschen Sprachraum sind die Handschrift 3227a sowie die Fechtbücher Danzigs, Ringecks, Lews, Speyers, Talhoffers, Kals, Leckküchners und Meyers.
In den 1990er Jahren entstand unter dem Begriff Historical European Martial Arts (HEMA) eine Bewegung, welche sich der Rekonstruktion und Wiederbelebung des historischen Fechtens widmete. Daraus entstand neben dem modernen heute weit verbreiteten Sportfechten eine neue Fechtsport-Disziplin.
Das heutige historische Fechten mit dem Langschwert hat sich weitgehend aus den in alten Fechtbüchern überlieferten Kampftechniken entwickelt. Quellen für den Kampf mit dem Langschwert sind vor allem deutsche und italienische Fechtbücher. Die prägende Person der Deutschen Fechtschule war Johannes Liechtenauer. Er erforschte und systematisierte im 14. Jahrhundert verschiedene Kampftechniken mit dem langen Schwert. Die späteren deutschsprachigen Fechtmeister und Quellen zur Handhabung des Langschwerts bezogen sich bis ins frühe 17. Jahrhundert auf Liechtenauer und seine Lehre. Deshalb spricht man auch von der Liechtenauer-Tradition.
Im Unterschied zum modernen Sportfechten mit Degen, Florett und Säbel werden im Historischen Fechten Waffen des Mittelalters und der Renaissance verwendet. Die im Historischen Fechten angewendeten Kampftechniken lassen sich im Wesentlichen nach den folgenden Epochen einteilen:
- vor 1300: Kampf mit Spatha und Schild
- Spätmittelalter und Renaissance (14. Jht.-16. Jht.): Kampf mit Zweihänder-Langschwert, Kampf mit Schwert und Buckler, Kampf mit Stangenwaffen, Kampf mit Dolch, langem Messer und Dussack
- Frühmoderne (17. Jht.-18. Jht.): Kampf mit Rapier, Säbel und Stossdegen
Der folgende Film zeigt zwei Historische Fechter beim Sparring mit Fechtfedern.