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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Zug, vor Ihnen auf dem Tisch steht eine Tasse heißer Tee, daneben Zucker, Milch und zwei Rührstäbchen.
Anhand dieser Situation entführt Charlie Whinney seine Leserinnen und Leser in die faszinierende Welt des Holzbiegens. Was er aus dieser Ausgangslage kreiert, erzählt er in seinem Buch «Holz & Dampf».
Als ob ich meinen Zucker verrühren würde, tauche ich die Rührstäbchen in den heißen Tee, warte etwa eine Minute und biege dann eines um eine der Haltestangen, an denen man sich festhalten kann, wenn der Zug plötzlich bremst. Ich halte das Stäbchen für 10 Sekunden fest um die Stange gepresst. Nun wandert das Ende, das zuvor aus dem Tee ragte, in den Tee hinein und erhält die gleiche Behandlung; ebenso wie das zweite Stäbchen. Um den gebogenen Zustand zu bewahren, klemme ich die Stäbchen in den Becherboden; sie dehnen sich so weit aus, wie es ihnen der Becherrand erlaubt. Dann verbrenne ich mir die Finger beim Ausdrücken des Teebeutels, kehre an meinen Sitz zurück und fühle mich etwas albern. Als ich meinen Tee ausgetrunken habe, sind die gebogenen Rührstäbchen getrocknet und fallen heraus. Gegenüber sitzt eine Frau, die auf ihr Telefon schaut, Kopfhörer im Ohr. Ich glaube dennoch, sie hat die Holzstücke bemerkt. Ich klebe beide kreuzweise mit Sekundenkleber zusammen, sodass eine Halterung für ein Telefon daraus wird, und reiche sie ihr. Das bricht das Eis. Sie findet mich seltsam, mag aber den Telefonständer.
Charlie Whinney hat sich dem Handwerk des Holzbiegens verschrieben. Durch Erhitzen des Holzes wird es biegsam und kann in jede erdenkliche Form gebracht werden. Das Holzbiegen eröffnet damit neue Möglichkeiten des Gestaltens.
Passend zur Jahreszeit zeigen wir eine Anleitung, wie man aus Holz ein Stern biegen kann.