Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03479.jsonl.gz/1375

Eptingen scheint auf den ersten Blick kleiner als es ist. Der Gemeindebann ist tatsächlich um ein vielfaches grösser als die überbaute Fläche. Das Dorf an der Grenze zum Kanton Solothurn ist bergig, die Siedlung liegt im Tal und an einem Osthang. Bezeichnend für das Dorf ist die Autobahn A2. Das massive Strassenviadukt zieht sich quer durch die Landschaft und ist von überall zu sehen – und zu hören. Die meisten Gebäude dagegen sprechen eine wesentlich entspanntere Sprache. Der Dorfkern ist übersichtlich, liegt zu grossen Teilen an der Haupt- und Läufelfingerstrasse. Folgt man letzterer nach Südosten entlang des Diegterbaches, vorbei an Einfamilienhäuser neueren Datums, verlässt man das Dorf. An einem nördlichen Ausläufer der Läufelfingerstrasse, kurz vor Beginn des Waldes, liegt ein kleines Heuschürli am Fusse einer ansteigenden Wiese.
Das Schürli ist leicht abgedreht zum Weg. Das Sockelgeschoss ist mit Bruchsteinen gemauert und vermutlich verschlämmt, das Obergeschoss mit Holz verschalt. Das ungleichmässige Satteldach – zum Hang hin bis ins Sockelgeschoss hinunter gezogen – ist mit klassischen unverfälzten, nach unten hin abgerundeten Flachziegeln gedeckt. Vermutlich zugunsten etwas mehr Raumhöhe im Kniestock geht die Dachfläche in leicht angewinkelte Aufschieblinge über. Eine Dachrinne fehlt. Traufseitig ist das Obergeschoss geschlossen, das Sockelgeschoss wird über ein Fenster mit hölzerner Leibung zum Weg hin belichtet. Ortseitig befindet sich im Obergeschoss eine Öffnung mit Flügeltüren. Das Erdgeschoss besteht aus einem Stall und einem Nebenraum, beide über zwei grosse holzverschalte Tore erschlossen.
Das «Wannenschürli» gehörte vermutlich zu einem Bauernhof im Dorf. Ein genaues Errichtungsdatum fehlt. Vergleichbare Schürli im Baselbiet sind im 19. Jahrhundert entstanden. Interessanterweise wurden diese Schürli nicht immer legal erstellt, in manchen Fällen – so zumindest berichtet die Denkmalpflege, dienten diese Gebäude als illegale Scheunen für Tagelöhner. Aufgrund der prägenden Lage ausserhalb des Dorfkerns auf einer Wiese stellt das Wannenschürli ein Zeitzeuge dar und wurde in das kantonale Inventar für geschützte Kulturgüter aufgenommen. Aus diesem Grund wurde es auch renoviert. Die verstärkte Sockelmauer dürfte die Folge dieser Arbeiten sein.
Text: Simon Heiniger / Architektur Basel
Wannenschürli
Adresse: Läufelfingerstrasse, 4458 Eptingen
Architektur: unbekannt
Baujahr: unbekannt, vermutlich 19. Jhd.
Funktion: Landwirtschaft
Fotos:
– © Simon Heiniger / Architektur Basel
Karten/Luftbild:
– Bundesamt für Landestopografie swisstopo
Quellen:
– Kantonales Inventar der geschützten Kulturdenkmäler Basel-Landschaft