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Holz war während Jahrtausenden einer der wichtigsten Werk-, Bau- und Brennstoffe des Menschen. Die wahre Bedeutung des Werkstoffs Holz für unsere Vorfahren ist nur deshalb nicht so offensichtlich, weil im Gegensatz zu Steingeräten, Tonscherben und Bronzewerkzeugen Holzgegenstände nur unter besonderen Bedingungen die Jahrtausende überdauert haben – zum Beispiel eingelagert unter Luftabschluss in den durchnässten Schichten der Pfahlbausiedlungen der Alpenrandseen.
Der Werkstoff Holz wurde in vorgeschichtlicher Zeit vielfältig genutzt. Die Holzgegenstände aus den Pfahlbausiedlungen zeugen von hohem handwerklichem Können und grosser Materialkenntnis: Aus Holz wurden Teller und grosse Schalen, Schüsseln und Tassen, Schöpfer und Löffel produziert. An Werkzeugen findet man häufig Holme für Beile, Keile und Schlägel, Messergriffe mit eingepasster Feuersteinklinge. Für die Feldarbeit wurden aus Holz Grabstöcke und Hacken angefertigt. Pfeilbogen dienten der Jagd – und wahrscheinlich auch dem Kampf.
Holz war natürlich auch die erste Wahl beim Baumaterial. Es wurden Pfähle in den Boden getrieben, Pfosten gestellt oder Schwellbalken verlegt. Die Wände bestanden aus Rutengeflecht, welches mit Lehm verstrichen worden war. Die Dächer könnten mit Schindeln oder Rindenbahnen gedeckt gewesen sein. In den Pfahlbausiedlungen hat man auf dem Boden eine Isolationsschicht aus grossen und kleinen Ästen, Holzspänen und Rindenstückchen ausgebracht.
Bild: Kantonsarchäologie Zürich, Dübendorf