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Alfred Hartmann
Hartmannforschung
Mitwirkende: Dr. Jesko Reiling, Eveline Wermelinger, Dr. Patricia Zihlmann-Märki, PD Dr. Christian von Zimmermann
Projekt: Ausgewählte Editionen und kleinere Studien
Bisher realisiert:
- Alfred Hartmann: "Meister Putsch und seine Gesellen. Ein helvetischer Roman in sechs Büchern". Hg. und mit einem Nachwort von Patrivcia Zihlmann-Märki und Christian von Zimmermann in Zusammenarbeit mit Eveline Wermelinger. Zürich: Chronos 2017 (Schweizer Texte 48).
- Christian von Zimmermann u. Patricia Zihlmann: Literatur im bürgerlichen Bundesstaat: Alfred Hartmanns Roman "Meister Putsch und seine Gesellen". Solothurn: Zentralbibliothek Solothurn 2019 (Kleine Reihe 6).
Der in Solothurn augewachsene Schriftsteller, Historiker und Publizist Alfred Hartmann (1814–1897) gehört in der Geschichte der Schweizer Literatur heute zu den grossen Unbekannten. Zwischen den Werken von Jeremias Gotthelf und Gottfried Keller geriet sein einst weit über die Landesgrenzen hinaus zur Kenntnis genommenes literarisches Werk rasch in Vergessenheit. In kleineren Studien und Editionen lenkt die Forschungsstelle nun einen neuen Blick auf einen Autor, der sein literarisches Schreiben in den Fussstapfen von Gotthelfs Dorfgeschichten, Publizistik und Zeitromanen erlernte, und später als Herausgeber Texte von Gottfried Keller in seiner Zeitschrift publizierte. Nicht nur zu diesen beiden Autoren pflegte Hartmann Beziehungen; auch mit dem österreichisch-amerikanisch-schweizerischen Schriftsteller Charles Sealsfield war er bekannt, und Hartmann verdanken sich manche biographischen Beobachtungen aus dessen späten Lebensjahren. Und schliesslich bewegte sich Hartmann auch in einem Kreis künstlerisch und publizistisch engagierter Persönlichkeiten wie Martin Disteli, Peter Felber u.a.
Hartmanns eigenes Werk nahm seinen Anfang in kurzlebigen publizistischen Versuchen und verstreut publizierten Dorfgeschichten und Novellen. Der Durchbruch kam in den 50er-Jahren mit den "Kiltabend-Geschichten", dem Zeitroman "Meister Putsch und seine Gesellen". Schon zuvor hatte er sein langlebigstes Zeitschriftenprojekt, den "Postheiri", gegründet, und er war für einige Monate der erste Leiter eines Schweizer Tageszeitungsfeuilletons beim Berner "Bund". Als Korrespondent aus der Schweiz arbeitete Hartmann für die renommiertesten deutschsprachigen Zeitungen.
Sein Interesse galt insbesondere historischen Charakterbildern, und aus seiner Feder stammen zahlreiche biographische Sizzen, Charakteristiken oder auch literarische Lebensbilder.