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Geboren und heimatberechtigt ist Gottfried Amatter in Grindelwald. Nach einem Umzug 1936 nach Oberried am Brienzersee besuchte er dort die Primarschule. Während der Schulzeit war er in den Frühlings- und Herbstferien jeweils als Ziegenhirt tätig. In der Sommerzeit von 1937 bis 1942 arbeitete er immer während dreieinhalb Monaten als „Hüeterbueb“ auf der Riedernalp nördlich vom Brienzergrat.
Ob auf der Alp, zu Hause oder in der Schule, das Jutzen und Singen war für ihn immer etwas Schönes und wurde ein wichtiger Teil in seinem Leben.
Nach dem Schulaustritt absolvierte er ein Welschlandjahr bei einem Bauer in Romanel-sur-Morges. Danach begann er eine Lehre als Huf-, Wagen- und Werkzeugschmied in Matten bei Interlaken. Ihn faszinierte an der Schmiedearbeit das Hämmern und Bearbeiten vom glühenden Eisen. Die Lehrzeit dauerte dreieinhalb Jahre. Gearbeitet wurde sechzig Stunden in der Woche mit zwei Wochen Ferien im Jahr. Mit Erfolg hat er diese Lehre abgeschlossen. Im Militär absolvierte er zusätzlich den Militärhufschmied.
Beruflich, gesanglich, wie auch privat begann nun ein neuer Lebensabschnitt. Seine erste Stelle war im Eisenwerk der Von Roll in der Klus bei Balsthal SO. Durch einen Arbeitskamerad fand er 1949 den Anschluss zum Jodlerklub Egerkingen, der damals vom Dirigenten Robert Lämmli geleitet wurde. Bereits in der zweiten Probe durfte er die erste Jodlerstimme übernehmen. Dies sollte so bleiben als aktiver Jodler bis im Jahre 2002.
1957 heiratete er Marianne. Zusammen zogen sie drei Kinder auf, Gottfried (1957), Renate (1958) und Stefan (1960). Seit 1963 wohnt er in Matten bei Interlaken. Bis zur Pensionierung 1992 arbeitete er mit viel Freude als Lokomotivführer bei den Berner-Oberland-Bahnen.
Durch verschiedene Arbeits- und Wohnortswechsel ergaben sich während all der Jahre auch folgende Jodlerklubwechsel nach dem Jodlerklub Egerkingen. Es folgten der Jodlerklub Rothorn Brienz, unter der Leitung von Dirigent Edwin Schild, der Jodlerklub Innertkirchen, dirigiert von Walter Lüthold, das Jodlersextett „Alte Sektion“ Zürich, unter der Leitung von Hans-Walter Schneller (hier erhielt er den Beinamen „Chrigel“), und schliesslich der Jodlerklub Interlaken, dirigierte von Hans-Peter Seiler und Walter Lüthi. Von 1963 bis 2002 war er Aktivmitglied des Jodlerklubs Interlaken.
Ein grosses Vorbild als Naturjodler war und ist immer noch Werner Scheller, der leider schon länger verstorben ist.
„Das Jutzen hat mir viele schöne Stunden in meinem Leben geschenkt. Als Klub- und Einzeljodler habe ich manch schönes Jodlerfest erlebt und bin dem Naturjutz stets treu geblieben“.
In den Jahren 1999 bis 2005 durfte er zusammen mit einem „Handörgeler“ und einem Alphornbläser einige Male in Japan und ein Mal in Dubai auf Einladung von Schweizerischen Gesandtschaften und Hotels auftreten.
Gottfried Amatter hatte keine Notenkenntnisse. Seine über 10 Naturjodel und zwei Jodellieder entstanden vor allem während der Arbeit auf dem Lokomotivführerstand und bei den Bergwanderungen. Die Melodien wurden später von Fachleuten aufgeschrieben.
In seinem Naturjodelbüchlein „Mier jutze no eis!“, welches im Dezember 1997 herausgegeben wurde, stehen folgende Hinweise:
„In meiner Schulzeit während fünf Sommer als Hieterbueb habe ich Ziegen gehütet. Auch Zuhause hat man gesungen, so habe ich viel Freude zum Singen und Jutzen gefunden. Wenn ich etwas Schönes gesehen oder gehört habe, habe ich halt probiert und dies zurückgegeben, aber auf eine andere Art. Ich habe einen Jutz klingen lassen, zuletzt habe ich einen Teil oder einen ganzen Jodel gehabt. Als Komponist sehe ich mich eigentlich nicht, ich bin zu wenig bewandert in dieser Materie.
Ein Naturjutz soll im Chor frei gejodelt werden. Wir haben aber einen Begleitsatz vermerkt, als Stütze für die Chöre, die vielleicht weniger Erfahrung haben für Naturjodel. Ein Naturjodel hat viele Vorteile, aber die Jodlerinnen und Jodler müssen einen sauberen und reinen Kehlkopfschlag und eine natürliche Vokalisation üben, und man muss viel Seele mitbringen. Für den Chor bringt es, dass man lehren hören muss und exakt begleiten. Da kann es halt Mal passieren, dass ein Zuhörer kommt und sagt, dass er bei diesem Vortrag Hühnerhaut bekommen habe. Dies wäre dann der Lohn für euch!
Quelle: Eigenbiographie, Stand 25.03.2021 IA