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Wie war es früher in der Schule?
Etwa zu Beginn 1900 gab es in einer Schulklasse bis zu 100 Schüler und die meisten Schulen waren in einem äusserst schlechten Zustand.
Die Räume waren zu klein um genügend Bänke für so viele Schüler aufstellen und die einen Schüler mussten während dem Unterricht stehen. Stellen sie sich einmal vor, sie müssten währen dem Unterricht stehen und dann noch schreiben! Die Schulbänke waren auch sehr klein. Die Ärzte und Pädagogen fanden es aber nicht gut, dass manche Schüler stehen mussten, und so wurden neue Schulbänke gebaut.
Es gab etwa 200 verschiedene Schulbänke. Sie hatten genau die geeignete Schreibfläche und man konnte sie an die Gössen der Kinder anpassen.
Der Lehrer bekam neben Möbel für die richtige Einrichtung fürs Schulzimmer auch noch die richtigen Lehr- und Übungsmittel.
In den meisten Klassenzimmer waren: Lehrerpult mit Podium, Wanddoppelschiebetafel, Lehrmittelschrank, Kanonenofen, Waschgarnitur, Spucknapf und Schulbänke. Meistens hatte es auch schon einen Tafelständer für die Landkarten und neben der Tafel stand ein Wasserkrug für den Schwamm. Fliessendes Wasser gab es im Schulhaus nicht.
Schultag früher
Im Winter begann der Schultag am Morgen um 8.00 Uhr bis um 12.00 Uhr. Mittagspause war von 12.00 Uhr bis 13.00 Uhr. Am Nachmittag war von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr Schule und Hausaufgaben hatten sie dann auch noch.
Im Unterricht hatte der Lehrer ein Buch, in dem der ganze Stoff des Jahres drinstand. Nur für Mathematik hatten die Schüler ein eigenes Buch. In einem alten Buch mit dem Stoff der 5. Klasse steht darin, dass der Biber sich hauptsächlich von Fischen ernährt! Aber früher waren die Leute halt mit der Forschung noch nicht so weit wie wir heute.
Ferien hatte man natürlich auch: Weihnachts-, Oster-, Sommer-, und Herbstferien. Diese hiessen damals aber Kartoffelferien, weil man um diese Zeit die Kartoffeln erntete. Die Kinder mussten beim Ernten auch helfen. Ausflüge waren damals meistens Wanderungen. Auch Noten gab es schon. Die Noten wurden halbjährlich in das Zeugnis eingetragen und das Zeugnis musste von den Eltern unterschrieben werden.
Strafen als Erziehungsmittel
Prügelstrafen waren früher etwas Normales und Alltägliches. Die Kinder wurden mit der Rute oder dem Stock geschlagen und meistens auf den nackten Hintern.
Bei Leistungen, die ungenügend waren oder wenn dem Lehrer etwas missfiel, hatte er das Recht jemanden körperlich zu strafen. Oft kam es in Stadt- und Landschulen zu brutalen Prügelstrafen. Mit dem Beginn einer gelehrten Lehrerausbildung hiess es, dass die Prügelstrafe nur angewendet werden darf bei frechem Widerstand, Rohheit oder Unsittlichkeit. Aber viele Lehrer hielten sich dennoch nicht daran und bestraften die Kinder weiterhin in unangemessener Weise. Um die Prügelstrafe so weit wie möglich auszuschliessen, kam am 19. Januar 1900 ein Ministerialerlass. Es wurde ein sogenanntes Strafverzeichnis entwickelt und da musste der Lehrer oder die Lehrerin jede Strafe vom Kind und ihre Begründung eintragen. Das „Nachsitzen“ und das „In der Ecke stehen müssen“ waren weitere Strafen. Aber das Nachsitzen hatte noch seinen Nachteil, denn man konnte es nicht vor den Eltern geheim halten. Und meistens gab es dann wenn sie es erfahren hatten noch von den Eltern Prügel! Die Schüler gingen oft sehr verängstigt in die Schule, denn sie hatten Angst vor der Lehrperson.
Es ist heute verboten Kinder zu schlagen durch die Eltern und Lehrer.
Worauf schrieb man?
Die Hausaufaufgaben gibt es schon seit dem Jahre 1484, denn die Kinder sollten auch zu Hause lernen. Sie schrieben ins Schreibheft mit Schreibfedern und Tinte. Sie schrieben in der Sütterlinschrift. Für die Armen war das viel zu teuer. Sie schrieben auch auf Holztafeln, später auf Schiefertafeln.
Die Schiefertafel war praktisch, weil man die Arbeit dann immer wieder wegwischen konnte. Schreibhefte wurden erst in höheren Klassen verwendet. Die Schulhefte müssen von den Schülern sorgfältig behandelt werden. Das kann man bei diesem Rechnungsbuch von Johann Frielinghausen deutlich erkennen. Es ist kunstvoll und kalligraphisch gemacht. Heute kann man es noch im Westfälischen Schulmuseum Dorfmunde bewundern.