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<h2>SubmittedText<h2><p>Investitionen in fossile Energieträger werden ihre Profitabilität einbüssen. Finanzdienstleister und Finanzzentren, die sich nicht früh genug anpassen, haben signifikante Risiken in ihren Portfolios, da die Investitionen in die fossile Wirtschaft zu "stranded assets" werden können. Für die Profitabilität von einzelnen Instituten kann dies gefährlich sein. "Stranded assets" können aber auch signifikanten Einfluss auf die Finanzmarktstabilität ganzer Länder haben. Das European Systemic Risk Board zeigte auf, dass die Wahrscheinlichkeit von Kohlenstoffblasen, welche zu Finanzkrisen führen können, sich massiv erhöht, wenn Länder zu spät Klimaveränderungen in ihre Modelle integrieren.</p><p>Wichtige Finanzakteure wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England sowie die chinesische Zentralbank haben begonnen, Klima-Stresstests durchzuführen sowie verschiedene Absenkungspfadszenarien zu etablieren. In der Schweiz hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) 2015 eine Studie zu den Kohlenstoffrisiken in Auftrag gegeben und kam zum Schluss, dass vor allem Pensionskassen Gefahr laufen, "stranded assets" in ihren Portfolios zu halten. Trotzdem werden bis heute weder Studien zu den Finanzmarktstabilität Auswirkungen, Stresstest-Szenarien oder mögliche Absenkungspfade in der Finanzmarktpolitik des Bundes genannt oder verlangt. Die Schweiz hat sich verpflichtet, das 2-Grad-Celsius-Ziel zu verfolgen. Die Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft hat dementsprechend begonnen. Es liegt darum im Interesse der Schweiz, dass die Finma die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Finanzmarktstabilität so schnell wie möglich analysiert und notwendige Massnahmen einleitet. Dazu möchte ich dem Bundesrat folgende Fragen stellen:</p><p>1. Wie hoch sind die finanziellen Risiken des Schweizer Finanzplatzes, die durch den Klimawandel entstehen, und wirken diese sich auf die Finanzmarktstabilität der Schweiz aus? </p><p>2. Wie gedenkt die Finma Klimarisiken zu minimieren, und erwägt sie, Klima-Stresstests durchzuführen?</p><p>3. Läuft die Schweiz Gefahr, im internationalen Wettbewerb zurückzufallen, da viele europäische Staaten angefangen haben, die Auswirkungen der Klimarisiken auf die Finanzmarktstabilität zu bemessen?</p><p>4. Ist die Finma dazu aufgerufen, zum Erreichen der Klimaziele des Pariser Abkommens beizutragen? </p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Potenzielle Risiken für den Finanzmarkt im Zusammenhang mit dem Klimawandel wurden bereits verschiedentlich in internationalen Foren wie dem Financial Stability Board (FSB) aufgezeigt. Direkt exponiert sind Versicherungen und insbesondere Rückversicherungen. Der Klimawandel ist eine zusätzliche Herausforderung bei der Prognose von künftigen Schäden und der Definition von angemessenen Prämien. Klimarisiken könnten auch die Anlageseite von Versicherungen tangieren. Die Versicherungsbranche hat seit geraumer Zeit eine Vorreiterrolle in der Analyse von Klimarisiken eingenommen - ganz ohne staatliche Anreize. Im Bankensektor bestehen mögliche Risiken insbesondere bei erhöhter Exponierung gegenüber dem Energiesektor. Das Risiko eines raschen Wertverlustes im Energiesektor ist insofern keine neue Gefahr, als Rohstoffpreise volatil sind. Die Finma hat in den letzten Jahren die Auswirkungen von Stressszenarien im Energiesektor analysiert. Für eine effektive Quantifizierung der Klimarisiken für den Finanzplatz Schweiz müssen sinnvollerweise auch anerkannte einheitliche Methoden und Standards entwickelt werden. Der Bundesrat unterstützt die laufenden internationalen Bestrebungen zur Entwicklung von Offenlegungsstandards zu Klimarisiken, die im Markt für mehr Transparenz sorgen sollen. Dabei werden marktwirtschaftliche Lösungen vom Bundesrat präferiert.</p><p>2. Aus Aufsichtsperspektive obliegt es primär den Finanzinstituten selbst, potenzielle Klimarisiken zu minimieren. Die Finma greift ein, wenn bedeutende Mängel im Risikomanagement auftauchen. Die Finma verfolgt selbst auch sämtliche Risikofaktoren für den Finanzmarkt, seien sie wirtschaftlicher, geopolitischer oder umweltbezogener Natur. Im Bankenbereich ist davon auszugehen, dass erhöhte Klimarisiken von der Aufsicht und den ordentlichen Stresstests erfasst werden. In dem Masse, wie sich das Klimarisiko erhöht, wird dies in den Risikobeurteilungen der betroffenen Unternehmen (über Ratings) und Anlagen (Volatilität) zum Ausdruck kommen und entsprechend in den Stresstests der Banken und der Finma Berücksichtigung finden. Aus Sicht der Finma besteht derzeit kein unmittelbarer Bedarf, spezifische, auf Klimarisiken beschränkte Stresstests durchzuführen.</p><p>3. Die Schweiz beteiligt sich aktiv an den entsprechenden Arbeiten der internationalen Finanzgremien (vgl. Punkt 1) und ist bestrebt, auf nationalem und internationalem Niveau eine konsistente Politik zu verfolgen. Der Bundesrat hat sich im Februar 2016 mit dem Thema Nachhaltigkeit im Finanzmarktbereich befasst und Grundsätze für eine konsistente Politik der Schweiz festgelegt. Konkret hat z. B. der Bund zwischen Mitte April und Mitte Juli 2017 allen Schweizer Pensionskassen und Versicherungen ermöglicht, freiwillig und kostenlos ihre Aktien- und Unternehmensanleihenportfolios auf deren Klimaverträglichkeit testen zu lassen. Während die 2-Grad-Celsius-Szenarioanalyse nicht direkt eine Risikobewertung ist, kann sie dazu beitragen, das Verständnis des Transitionsrisikos der Schweizer Pensionskassen und Versicherungen zu verbessern. Vor diesem Hintergrund läuft die Schweiz nach Ansicht des Bundesrates nicht Gefahr, im internationalen Wettbewerb zurückzufallen.</p><p>4. Die Umsetzung des Pariser Abkommens ist für die Finma von Interesse, weil es auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben kann (siehe Punkt 1). Entsprechend verfolgt sie auch die Entwicklungen in dieser Hinsicht. Das gesetzliche Mandat der Finma schliesst aber die Förderung von Umweltzielen nicht mit ein.</p>  Antwort des Bundesrates.