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Als Filmschauspieler und Musiker Keanu Reeves kürzlich ankündigte, im März bei einem Benefizkonzert für Tibet aufzutreten, waren die Reaktionen aus der Volksrepublik China kritisch. Wie «The Hollywood Reporter» berichtet, wurden in den sozialen Medien Chinas Boykottaufrufe gegen den «Matrix»-Star geäussert, dessen Grossmutter väterlicherseits aus China stammt. Nun riskiere Reeves sogar, in China eine Persona non grata zu werden, weil er politische Anliegen unterstützt, die der Kommunistischen Partei Chinas missfallen.
Diese Erfahrung bereits gemacht hat Richard Gere, ein praktizierender Buddhist, der sich schon länger für die Anliegen der Tibeter einsetzt. Gere spielte 1997 im Film «Red Corner – Labyrinth ohne Ausweg» einen amerikanischen Geschäftsmann, der in die Mühlen des chinesischen Justizsystems gerät. Nach dem Film und verschiedenen Interviews wurde Gere kaum noch für grössere Hollywood-Produktionen verpflichtet, weil sein Name in China in Verruf geraten war. Dies berichtet der Journalist Erich Schwartzel vom «Wall Street Journal» im neuen Buch «Red Carpet: Hollywood, China, and the Global Battle for Cultural Supremacy». Es beleuchtet noch viele weitere Fälle, wo sich der Einfluss Chinas auf die amerikanische Filmindustrie zeigt. «Red Corner» wurde in China übrigens verboten und gilt als letzter grosser Hollywoodfilm mit fundamentaler Kritik gegenüber der Volksrepublik. (dj.)