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Dass sich jede Stimme auf der Welt etwas von der anderen unterscheidet, ist nicht bloss auf biologische Ursachen zurückzuführen. Wie eine Studie der San Diego State University zeigt, verändert auch Macht haben – oder nicht haben –, was wir mit unseren Stimmbändern anstellen.
Die Forscher liessen zwei Studentengruppen imaginäre Verhandlungen führen. Während die eine Gruppe mit viel Hintergrundwissen und einem «Plan B» ausgestattet wurde, stieg die andere Gruppe nur rudimentär vorbereitet in die Diskussion.
Das Ergebnis: Die Studenten mit der besseren Ausgangslage traten entsprechend selbstbewusster auf, sprachen mit einer höheren Stimme und variierten ihre Lautstärke stark, während sich die schwache Verhandlungsposition der «Underdogs» auch in deren Artikulation ausdrückte: Sie spielten mit ihrer Stimme deutlich weniger, klangen flach und blieben in einer eher tiefen Stimmlage.
Machtposition und Selbstvertrauen wirken sich also nachvollziehbar auf die Stimme aus. Wie Mächtige klingen, hängt allerdings auch stark vom Zeitgeist ab. Während ein Hitler seinerzeit mit hoher, lauter und schneidender Stimme Wirkung erzielte, entspringt der Auftritt eines Obama dem Ideal der 1960er Jahre, als eher tiefere, sonore Stimmen in Mode kamen.
Aktuell kommt am besten an, wer unaufgeregt, aber bestimmt spricht. Musterbeispiel: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihre Stimme ist weder besonders hoch, noch besonders laut – und doch hängt ihr die ganze Welt an den Lippen.