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Das Vergütungssystem für die Konzernleitung soll Anreize zur Sicherstellung einer langfristigen Entwicklung schaffen. Aus diesem Grund umfasst die Vergütung eine substanzielle feste Grundvergütung und eine hoch gewichtete langfristige Erfolgsbeteiligung in Form von gebundenen Aktien. Die kurzfristige variable Vergütung ist dagegen vergleichsweise tief angesetzt.
Die Grundvergütung entschädigt die Ausübung der jeweiligen Funktion. Dabei werden die Erfahrung, die Verantwortungsbreite und -tiefe sowie der Einfluss auf den Unternehmenserfolg bei ihrer Bemessung berücksichtigt. Die Grundvergütung wird in bar ausbezahlt.
Die kurzfristige variable Vergütung trägt der Erreichung der durch den Vergütungs- und Nominationsausschuss der Konzernleitung und CEO gesetzten Ziele Rechnung. Sie ist einerseits vom erzielten finanziellen Jahresergebnis abhängig, mithin dem für die BKW Gruppe budgetierten EBIT. Da für dessen Festlegung keine Reserven eingeplant werden, handelt es sich um einen überhöhten Zielwert (sog. «stretched» EBIT). Zusätzlich beurteilt der Vergütungs- und Nominationsausschuss die Fortschritte in der Umsetzung der Strategie sowie die Erreichung weiterer quantitativer oder qualitativer Ziele. Dabei wird für jedes Konzernleitungsmitglied der persönliche Beitrag gemäss dem jeweiligen Funktions- und Einflussbereich beurteilt. Die Jahresziele werden jährlich im Dezember für das nachfolgende Geschäftsjahr festgesetzt.
Die kurzfristige variable Vergütung wird jeweils in dem auf das Beurteilungsjahr folgenden Kalenderjahr in bar ausbezahlt. Sie beträgt bei der CEO zwischen 0 und 30 Prozent der Grundvergütung und bei den Mitgliedern der Konzernleitung zwischen 0 und 20 Prozent der Grundvergütung. Sofern das budgetierte EBIT erreicht wird, ist eine maximale Zielerreichung gegeben. Selbst wenn das Ziel-EBIT deutlich übertroffen wird, führt dies nicht zu einer Überschreitung des Maximalbonus. Die maximale variable Vergütung ist folglich nach oben begrenzt. Ausserordentliche, unvorhersehbare Ereignisse wie z. B. die Aufhebung des Mindestkurses Euro / Schweizer Franken werden in den Beurteilungen der Zielerreichung ausgeschlossen. Der Vergütungs- und Nominationsausschuss erstellt eine Gesamtbeurteilung unter Berücksichtigung des ökonomischen und branchenspezifischen Gesamtumfeldes, in dem sich das Unternehmen bewegt.
In einer Ausnahmesituation kann die kurzfristige variable Vergütung trotz individueller Zielerreichung reduziert oder gestrichen werden. Eine solche Situation ist gegeben, wenn das Unternehmen existenziell gefährdet ist und aus diesem Grund auf die Ausschüttung von Dividenden und / oder allfälligen variablen Anteilen an die berechtigten Mitarbeitenden verzichtet wird. In diesem Fall besteht kein Anspruch auf die kurzfristige variable Vergütung. Allfällige Kürzungen der Dividendenausschüttung zur Finanzierung von Investitionsvorhaben sind für die Bemessung der variablen Vergütung unbeachtlich.
Die Vergütung in gebundenen Aktien zielt auf die langfristige Erfolgssicherung ab und ist direkt an die Chance und das Risiko der Aktienkursentwicklung gekoppelt. Aufgrund der positiven Entwicklung des Aktienkurses hat sie sich zu einem zentralen Element der Gesamtvergütung der Konzernleitung entwickelt. Die zugeteilten Aktien unterliegen einer Sperrfrist von drei Jahren.
Die langfristige Erfolgsbeteiligung in gebundenen Aktien beträgt – unter Vorbehalt einer Ausnahmesituation – für die Mitglieder der Konzernleitung 30 Prozent der Grundvergütung des laufenden Geschäftsjahres. Sie wird in einem ersten Schritt in Schweizer Franken berechnet und anschliessend in Form von gesperrten Aktien der BKW AG vergütet. Für die Konzernleitung erfolgte die Berechnung der Aktienzuteilung unter Zugrundelegung eines Aktienkurses von 33.00 CHF, welcher dem gemittelten Aktienkurs für die Jahre 2014 / 2015 entspricht. Demgegenüber hat der Verwaltungsrat – im Sinne der Übergangsregelung bis zum Vorliegen des neuen Vergütungssystems – für die Aktienzuteilung an die CEO nicht mehr auf den gemittelten Aktienkurs für die Jahre 2014 / 2015 abgestellt, sondern einen festen Betrag für die langfristige Erfolgsbeteiligung festgelegt, welcher anschliessend auf Basis des tagesaktuellen Kurses in Aktien zugeteilt wurde. Die Zuteilung erfolgte am 27. November 2019. Im Rahmen der Überarbeitung des Vergütungssystems wird generell eine Anpassung der Aktienzuteilung für die Konzernleitung geprüft. Diese Überprüfung ist notwendig, weil der Aktienkurs seit 2014 erfreulicherweise sehr deutlich und nachhaltig gestiegen ist.
Die Vorsorgeleistungen beinhalten die Arbeitgeberbeiträge an die Pensionskasse. Die Pensionskasse BKW führt seit dem Jahr 2019 einen Vorsorgeplan nach dem Beitragsprimat nach den Vorschriften des Gesetzes über die berufliche Vorsorge (BVG). Die angeführten Vorsorgeleistungen beinhalten zusätzlich die Arbeitgeberbeiträge an die AHV / IV / ALV / EO, welche auf die Gesamtvergütungen fällig werden.
Die an die Konzernleitung ausgerichteten Vergütungen werden in dem Geschäftsjahr ausgewiesen, in dem sie in der Jahresrechnung erfasst werden.
Die Vergütungen sämtlicher Mitglieder der Konzernleitung stiegen im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 um fünf Prozent. Dies hängt vor allem mit der Wiedererhöhung auf fünf Konzernleitungsmitglieder durch die Ernennung von Dr. Antje Kanngiesser als Leiterin des Geschäftsbereichs Group Markets & Services zusammen. Daneben wurde die Vergütung einzelner Mitglieder der Konzernleitung plangemäss ihrer Erfahrung angepasst und somit durch diese Erhöhung dem Marktmedian angenähert. Die Bemessung der kurzfristigen variablen Vergütung und der langfristigen Erfolgsbeteiligung in Aktien blieb gleich. Der Konzernleitung wurden im Geschäftsjahr 2019 insgesamt 25 608 (2018: 24 796) Aktien übertragen.
Die Gesamtvergütung der CEO im Jahr 2019 fällt im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent tiefer aus. Dies ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Da das Leistungsprimat per Ende 2018 abgeschafft worden ist, entfallen auch auf allfällige Vergütungserhöhungen anfallende Nachzahlungen. Entsprechend fallen die Vorsorgeleistungen tiefer aus als im Vorjahr. Daneben führte auch die vorstehend beschriebene Übergangslösung bezüglich des Vergütungssystems zu einer deutlichen Senkung. Die durch den Verwaltungsrat festgelegte langfristige Vergütung in Form gebundener Aktien führte zu einer Reduktion der Anzahl zugeteilter Aktien: 7 008 Aktien im Vergleich zu 9 455 Aktien im Jahr 2018. Im Gegenzug wurde die feste Grundvergütung leicht angehoben und damit auch die Basis für die Ermittlung der kurzfristigen variablen Vergütung. Die kurzfristige variable Vergütung betrug wie 2018 für die CEO 30 Prozent und wurde aufgrund der wiederum ausgezeichneten Entwicklung der BKW vollumfänglich ausbezahlt.
Die BKW hat die kurzfristigen finanziellen Ziele, welche angesichts der sehr tiefen Forwardpreise auf dem Grosshandelsmarkt für das Jahr 2019 besonders anspruchsvoll waren, deutlich übertroffen. Die negativen Effekte aus dem Ertrag der Stromproduktion konnten dabei einerseits dank einem sehr guten operativen Geschäftsgang und andererseits einem herausragenden Ergebnis im Energiehandel mehr als kompensiert werden. Eine grosse Herausforderung stellt jedoch weiterhin das unklare Verhältnis rund um die Integration der Schweiz in den europäischen Strommarkt dar. Das Wachstum im Dienstleistungsnetzwerk wurde dieses Jahr weiterhin rasch vorangetrieben, insbesondere auch durch die Akquisition von grossen Unternehmen wie der swisspro-Gruppe im Bereich der Gebäudetechnik in der Schweiz, der LTB Leitungsbau GmbH im Bereich Infra Services sowie der ingenhoven architects GmbH im Bereich Engineering in Deutschland. Aus diesen Gründen wurde der CEO eine kurzfristige variable Vergütung von 30 Prozent und den weiteren Konzernleitungsmitgliedern von 20 Prozent des jeweiligen festen Basissalärs zugesprochen.
Dr. Suzanne Thoma CEO
Konzernleitung 1 (inkl. CEO)
TCHF
2019
2019
Feste Grundvergütungen
858
2 882
Kurzfristige variable Vergütung
257
746
Langfristige Erfolgsbeteiligung (aktienbasierte Vergütungen)2
410
1 498
Vorsorgeleistungen
239
837
Total
1 764
5 963
1 Die Konzernleitung bestand während des gesamten Geschäftsjahres aus fünf Mitgliedern.
2 Die aktienbasierte Vergütung ist mit dem Steuerwert ausgewiesen.
Dr. Suzanne Thoma CEO
Konzernleitung 1 (inkl. CEO)
TCHF
2018
2018
Feste Grundvergütungen
780
2 520
Kurzfristige variable Vergütung
234
563
Langfristige Erfolgsbeteiligung (aktienbasierte Vergütungen)2
568
1 491
Vorsorgeleistungen
449
1 097
Total
2 031
5 671
1 Mit Aufhebung des Geschäftsbereichs Erneuerbar und Effizienz infolge der Zusammenführung des Windgeschäfts mit dem konventionellen Energiegeschäft schied ein Mitglied per 31. Mai 2018 aus der Konzernleitung aus.
2 Die aktienbasierte Vergütung ist mit dem Steuerwert ausgewiesen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die geleisteten Vergütungen den von der Generalversammlung 2018 genehmigten maximalen Gesamtbetrag von 8 800 TCHF für Vergütungen an die Konzernleitung für das Geschäftsjahr 2019 vollumfänglich einhalten.