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Inmitten des riesigen Landes Indien ist Goa eine Welt für sich. Geprägt von seiner Vergangenheit als portugiesische Kolonie bis 1961 und von den Einflüssen der vielfältigen indischen Kultur, ist Goa einzigartig.
Die fantastischen Sandstrände, gesäumt von Palmenhainen, das fruchtbare, hügelige Hinterland mit Mangoplantagen, Reisfeldern und Teakwäldern, Hunderte von weissen christlichen Kirchen und kleine Dörfer bestimmen das Bild. Die Menschen sind freundlich und fröhlich, ihr Lebensrhythmus ist gemächlich. Sie haben von ihrer portugiesischen Vergangenheit viel beibehalten. Goa ist anders als das übrige Indien, weniger fremd, und trotzdem anziehend und begeisternd.
Lage und Grösse
Goa ist mit 3702 km2 der kleinste der indischen Bundesstaaten und liegt an der Westküste des Subkontinents. Panjim ist die Hauptstadt und liegt im nördlichen Teil Goas. Die maximale Ausdehnung beträgt von Westen nach Osten 65 km und von Norden nach Süden 105 km. Im Norden grenzt der Bundesstaat Maharashtra, im Osten und Süden der Bundesstaat Karnataka an Goa.
Klima
Goa hat 3 Jahreszeiten. Ende Oktober beginnt die trockene Saison, die im März endet. Die heisse Jahreszeit erstreckt sich von Ende März bis zur ersten Junihälfte, kurz bevor die Monsunzeit beginnt. Der Südwest-Monsun, der etwa Mitte Juni einsetzt, bringt die grössten Niederschlagsmengen. Im Juni/Juli verwandelt sich das Land in einen tropischen, saftiggrünen Garten. In Goa herrscht das ganze Jahr über ein tropisch-feuchtes, aber angenehmes Klima. Die duchschnittlichen Tagestemperaturen von Oktober bis März betragen zwischen 28-32 Grad, die maximale Temperatur von 33-36 Grad im April/Mai wird nur selten überschritten. Durch die Meeresnähe hat Goa (ausgenommen zur Monsunzeit) eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit von ca. 60%. Die angenehmste Zeit für Feien in Goa ist von Oktober bis Mitte April.
Flora
In Goa werden 4 Vegetationszonen unterschieden: Die Gebiete entlang der Flussmündungen mit üppigen Mangrovenwäldern; die Küstenstreifen mit Strandvegetation; die Hochplateaugebiete mit niedrigwüchsigen Akazien- und Grasgewächsen sowie die West-Ghats mit laubwechselnden und immergrünen Waldbeständen ab einer Höhe über 500 Metern über Meer.
Die Kokospalme ist ein «Baum des Lebens» für die Goaner. Der Bestand an Kokosnussplamen wird auf weit über 2 Mio. geschätzt. Nach den Cashew-Bäumen nehmen die Kokospalmen die 2. Stelle in der Gartenbauproduktion ein. Mit dem Saft des Stammes der Kokospalme (toddy) wird der berühmte Goa-Schnaps «Feni» gebraut.
Fauna
Mehr als ein Drittel des staatlichen Waldbesitzes Goas wurde in den vergangenen Jahrzehnten zu Naturschutzparks erklärt. Es gibt 4 Parks: Bondla Wildlife Santuary nähe Ponda, Cotigao Wildlife Sanctuary 45 km von Margao, Dr. Salim Ali Bird Sanctuary nähe Panjim und Bhagvan Mahaveer Sanctuary bei Molem. 40 Säugetierarten, über 180 Vogelarten und 24 verschiedene Reptilienarten finden hier Schutz. Affen sind in allen ländlichen Gebieten von Goa heimisch. Schakale leben genauso im Dschungel wie Hyänen, Riesenhörnchen, Rennmäuse, Stachelschweine und Mungos. Kobras und Königskobras ziehen die menschenleeren Dschungelwälder vor.
Bevölkerung und Sprache
In Goa leben um die 1,5 Mio. Menschen. Die Alphabetisierungsrate ist 88% (nationaler Durchschnitt 74 %), das macht Goa zu einem der besseren alphabetisierten Unionsstaaten. Goa gehört zu den reicheren indischen Staaten, man sieht hier weniger Armut und Slums. Die Zahl der Ausland-Goaner ist im Vergleich zur Gesamtpopulation recht hoch. Viele Goaner leben in Mumbai, Moçambique und in den Golfstaaten. Die höchste Populationsdichte Goas findet man im stark industrialisierten Distrikt von Mormugao.
Der lokale Dialekt Goas heisst Konkani und ist mit vielen portugiesischen Wörtern durchsetzt. Ältere Menschen sprechen teilweise noch portugiesisch. In Goa kann man sich gut mit Englisch verständigen.
Religion
65% der Goaner sind Hindus. Ausserdem gibt es Christen (27%), Muslime (7%), Sikhs, Jain und Buddhisten (1%). Der grosse Anteil an katholischen Christen in Goa geht auf die Vergangenheit als portugiesische Kolonie zurück.
Wirtschaft
Die Goaner gehören zu den reicheren Indern. Gut 36% der Fläche Goas werden landwirtschaftlich genutzt. Das wichtigste Agrarprodukt ist Reis; auch die Früchte des Cashew-Baumes und der Gemüse-/Obstanbau sind bedeutend, u.a. Kokosnuss, Mango, Ananas, Bananen. Fisch gehört neben dem Reis zu den Hauptnahrungsmitteln der Einheimischen. Vor 1961 war die Industrie auf einige Seifen- und Konservenfabriken, Reismühlen sowie der Mangalore-Dachziegelfabrik beschränkt. Heute verfügt Goa neben einer Gummi und Plastik verarbeitenden Industrie über Filialen grösserer Chemie-Konzerne, die Pharmazeutika, und Düngemittel herstellen. Auch eine Computerindustrie hat sich etabliert, weitere Branchen sind Elektronik, Biotechnologie und Informationstechnologie. Einen grossen Anteil des staatlichen Nettoeinkommens ist der Tourismusindustrie zu verdanken.
Strandparadies Goa
Mehr als 100 km Sandstrand bietet diese kleine, ehemalige portugiesische Kolonie und ist somit ein ideales Ziel für Badeferien in Indien. Gerne kombiniert man auch Rundreisen in Nord- oder Südindien mit einigen Tagen Badeferien in Goa.
Lange, etwas belebtere Strände findet man im Norden; traumhafte, breite, weniger frequentierte Strände im Süden. Fast alle Strände sind öffentlich. Oft findet man gemütliche Strandrestaurants, sogenannte Beach Shacks, die an den Strandabschnitten bei den Hotels Sonnenschirme und Liegestühle vermieten und Essen und Getränke anbieten. Ausserdem gibt es zahlreiche Strandverkäufer, die gerne plaudern wollen und von frischen Früchten über Tücher, Schmuck, Hennapaintings bis Massagen alles Mögliche anbieten.
Nord-Goa: Im Norden sind die Strände meist gut besucht und betriebsam. In der Nähe der Hotels befinden sich auch die Dörfer des Einheimischen. Das Angebot an Restaurants und Beach Shacks ist sehr gross. Auch gibt es diverse Möglichkeiten, am Abend etwas zu unternehmen. Nach einem Drink zum Sonnenuntergang am Strand locken Musikbars und einige Discos. Unzählige Einkaufsmöglichkeiten findet man in den Orten Candolim und Calangute.
Süd-Goa: Im Süden sind die Strände ruhiger und weitläufiger. Die Hotels liegen verteilt der Küste entlang, meist etwas entfernt von den Dörfern. Die Auswahl an Restaurants ist etwas weniger gross, meist gibt es einige Beach Shacks an den Strandabschnitten bei den Hotels. In Cavelossim und Colva findet man einige Restaurants mit indischen und goanischen Spezialitäten, dazu Lokale mit Musik und einige Einkaufsmöglichkeiten.
Kulinarisches
Die goanische Küche ist von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Fisch gehört in den küsten- und flussreichen Gegenden Goas zum Grundnahrungsmittel. Die beliebteste Speise ist «fish curry rice», das man unter Beimischung von Chili, Kokosnussraspeln sowie Gewürzen aus praktisch jeder Fischsorte zubereiten kann. Ein bekannter Fisch ist auch der Pomfret, ein Plattfisch, am ehesten als Mischung zwischen Scholle und Butt zu beschreiben. In Goa gehört auch Schweinefleisch auf die Speisekarte, was auf den Einfluss der Portugiesen zurückzuführen ist. Eine der berühmtesten Süssigkeiten ist Bebinca, eine Komposition aus Kokosnussmilch, Mehl, Eiern, Butter und Zucker. Überhaupt sind die Goaner «berüchtigt» für ihren Hang zu Süssigkeiten, so besitzen viele Konditoreien, Konfiserien und Bäckereien einen sehr guten Ruf im Lande.
Gewöhnungsbedürftig ist sicher die Schärfe der Speisen, für die Dutzende von Gewürzen verantwortlich sind. Zur Milderung der Schärfe kann man Yoghurt essen, entweder nature (Curd) oder als Raita mit Gemüsestückchen drin. Hilfreich ist auch die Bitte «not spicy, not too hot please» - nicht zu scharf bitte. Das Kulinarische ist auf jeden Fall eine Bereicherung auf Ihren Reisen nach Indien!