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Unterschiedliche Quellen zur Definition von Risikoländer in Bezug auf Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung
Finanzintermediäre haben gestützt auf Art. 13 der Geldwäschereiverordnung der FINMA (GwV-FINMA) Risikoländer in Bezug auf Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung zu definieren. Die Risikoländer sind insbesondere von grosser Bedeutung im Zusammenhang mit der Erkennung von Geschäftsbeziehungen mit erhöhten Risiken (GmeR) oder Transaktionen mit erhöhten Risiken (TmeR).
Es obliegt grundsätzlich den Finanzintermediären in ihren internen Weisungen zu definieren, welche Länder als Risikoländer gelten und somit auf ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung hindeuten. Risikoländer können per se eine GmeR oder eine TmeR auslösen oder zusammen mit einem weiteren von dem Finanzintermediär definierten Risikokriterium.
Um die Risikoländer festzulegen, können die Finanzintermediäre auf unterschiedliche Quellen zurückgreifen.
Zwingende Hochrisikoländer
Die GwV-FINMA sieht für die Finanzintermediäre zwingende Hochrisikoländer vor. Dabei handelt es sich um die Länder, welche von der Financial Action Task Force (FATF) als High Risk oder nicht kooperative Staaten begutachtet werden und bei welchen die FATF zur erhöhten Sorgfalt aufruft. Diese Liste wird umgangssprachlich auch Blacklist genannt und führt zum aktuellen Zeitpunkt drei Länder.
Hochrisikoländer weisen erhebliche strategische Mängel in ihrem Dispositiv zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung auf. Entsprechend fordert die FATF sämtliche Mitgliedstaaten – darunter auch die Schweiz – auf, besondere Sorgfaltspflichten anzuwenden.
Geschäftsbeziehungen mit involvierten Personen als Vertragspartei, Kontrollinhaber, wirtschaftlich Berechtigte an den Vermögenswerten und Bevollmächtigte, welche in einem Land ansässig sind, welches von der FATF als High Risk oder nicht kooperative Staaten begutachtet werden und bei welchen die FATF zu erhöhter Sorgfalt aufruft, gelten zwingend als GmeR. Zusätzlich gelten Zahlungen aus einem oder in ein solches Land zwingend als TmeR.
Festlegung von Risikoländer
Nebst den obgenannten zwingenden Hochrisikoländer muss der Finanzintermediär Risikoländer bestimmen. Dafür stehen unterschiedliche aussagekräftige Quellen zur Verfügung:
- FATF
Die FATF publiziert nebst der Blacklist auch eine sogenannte Greylist. Die Greylist verzeichnet Länder mit strategischen Schwächen, welche eine Verbesserung in der Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung zugesichert haben und unter Beobachtung der FATF stehen. Die Greylist kann für die Festlegung der Risikoländer beigezogen werden.
- Transparency International
Transparency International veröffentlicht jährlich den Corruption Perception Index (CPI). Der CPI widerspiegelt die Korruptionswahrnehmung im öffentlichen Sektor weltweit. Basierend auf Einschätzungen von Experten werden jährlich 180 Länder und Gebiete beurteilt. Der CPI verwendet dafür eine Skala von 0 bis 100, wobei 0 für hochgradig korrupt und 100 für sehr sauber steht.
- EU-Risikoländer
Die Europäische Union resp. die Europäische Kommission definiert in den Delegierten Verordnungen die Risikoländer, welche die Mitgliedstaaten der EU zu berücksichtigen haben. Dabei stützt sie sich vorwiegend auf die Länderbekanntgabe der FATF.
Weitere Kriterien für die Festlegung von Risikoländer
Zusätzlich zu den öffentlichen Quellen kann der Finanzintermediär selbstentwickelte Kriterien für die Festlegung der Risikoländer anwenden. Diese können beispielsweise die Sanktionslisten des Bundes, oder aber auch das strategische Zielgebiet der Bank berücksichtigen