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Upgrading - nicht Polarisierung
Der technologische Wandel führt zu einer höheren Nachfrage nach Hochqualifizierten. Jobs mit tiefer Qualifikation und entsprechend tiefem Lohn nehmen ab. Das zeigen die Ökonomen Daniel Oesch und Giorgio Piccitto für Westeuropa im Zeitraum zwischen 1992 und 2015. Sie widerlegen damit die These von der Polarisierung (Gleichzeitiges Wachstum von tief- und hochqualifizeirter Arbeit). Die angebliche Erosion der Mittelklasse erweist sich als Mythos. Einen Stellenzuwachs gab es vor allem in der oberen Mittelklasse (ManagerInnen, JuristInnen, InformatikerInnen, IngenieurInnen, ÄrztInnen, LehrerInnen). Im Gegensatz dazu erodiert die traditionelle Arbeiterklasse: tief qualifizierte Büroangestellte und Produktionsarbeitskräfte. Fazit: In den vergangenen beiden Jahrzehnten schufen Wirtschaft und Staat eine wachsende Zahl von Arbeitsstellen, welche eine höhere Bildung erfordern. In Westeuropa wachsen die Ansprüche durch Automatisierung. Tief qualifizierte Arbeit wird in Billiglohn-Länder verlagert.
Oesch, Daniel / Piccitto, Giorgio: Der Mythos der Job-Polarisierung: Westeuropas Berufsstruktur wurde aufgewertet. Oekonomenstimme. 17.2.2020