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Von 1985 bis 1990 malte Rudolf Häsler mit akribischer Detailliebe an seinem 150 x 265 cm grossen Neptunbrunnen-Werk. Versucht man vor dem geistigen Auge die Fluchtlinien der Bildperspektive nachzuziehen, bemerkt man, dass der Künstler den Brunnen aus einer perspektivisch verzogenen Sicht wiedergibt; die Gesamtheit der monumentalen Brunnenkomposition einfassend, stellt er die Szenerie aus einer Art Weitwinkel-Perspektive dar. Dieser weite Blick integriert im rechten Bildrand das Mauerwerk der Nordwestecke des Palazzo Vecchio auf der Piazza della Signoria in Florenz und links das bronzene Reiterstandbild des Großherzoges Cosimo I. de’ Medici. Hinter dem marmornen Brunnen sind Florentinische Renaissancegebäude erkennbar.
An dem Wettbewerb zur Gestaltung des Neptunbrunnens 1559 nahmen die bedeutendsten Florentiner Künstler teil. Die Wahl fiel auf Bartolemeo Ammannati, der mit der Darstellung des Meeresgottes Neptun zugleich das passende Herrschaftssymbol für den Auftraggeber Cosimo I. de’ Medici bot. Neptun steht im Kontrapost auf einem von vier Seepferden gezogenen Wagen. Am Sockel sind Muscheln, Fische und Meeresschlangen dargestellt. Den Brunnenrand des achteckigen Marmorbeckens schmücken symmetrisch angebrachte, elegant bewegte Bronzefiguren in sehr unterschiedlichen Posen: Auf erhöhtem Sockel sitzen die Meeresgottheiten Thetis, Doris, Okeanus und Nereus, die von Nymphen, Satyrn und Faunen umgeben sind.
Häsler verzichtet in seiner Komposition den Torso der Kolossalfigur darzustellen, doch er vermag die schmückenden Brunnenfiguren in ihrer ganzen Plastizität einzufangen. Der Künstler imitiert die Maserung des weißen Carrara-Marmors und selbst die oxidierte Oberfläche der Bronzefiguren gibt er malerisch wieder.
Häslers fotorealistische Malweise lässt das Gemälde auf ersten Blick wie eine Postkarte erscheinen, doch bei genauerer Betrachtung offenbart die verzogene Perspektive zugleich ein surreales Gefüge, welches sich dem menschlichen Auge so nie präsentieren würde; die übereinandergelegten Ansichten im Bild suggerieren eine Synthese aus Wirklichkeit und Fiktion. Genau diese Diskrepanz ist es, welche die Virtuosität Häslers auszeichnet und ihn dadurch zu einem einzigartigen Vertreter der Fotorealistischen Strömung macht.
Rudolf Häsler - Ein avantgardistischer Maler des Fotorealismus
Der New Yorker Galerist Louis K. Meisel erwähnte 1969 erstmals den Begriff des Fotorealismus. Er betitelte damit eine bis zu dieser Zeit nicht dagewesene Art der Malerei, welche in den USA viele Kunstverständige ins Staunen versetze. Unwissend über die fotorealistische Bewegung in den USA, gelangte Rudolf Hälser auf seiner Ausreise aus Kuba über Mexiko in den Big Apple. Im Kontrast zum kommunistischen Inselstaat war der omnipräsente Konsum in New York frappierend für Häsler: «Ich musste den Weg in diese Realität suchen. Ich begann die optischen Erscheinungsformen zu untersuchen, so genau wie möglich zu beobachten, was sich hier zeigte.».
In Rudolf Häslers letzter Schaffensphase verschärfen sich die Konturen seiner Pinselführung, das Abgebildete scheint mehr der uns bekannten Wirklichkeit zu entsprechen als in seinen vorherigen Werken. Das Neuartige an fotorealistischen Werken ist die Verschmelzung tradierter Bildmittel der Malerei mit Stilmitteln der Fotografie. Im Gemälde "Metzgerei" von 1985 ist nur die vordere Bildebene scharf abgebildet, der Hintergrund des Gemäldes hingegen ist verschwommen dargestellt – ein Phänomen, das üblicherweise auf Fotografien zu betrachten ist. Die Kompositionen in Häslers fotorealistischen Werken sind sehr detailreich, selbst im Bildhintergrund nimmt die Dichte der dargestellten Einzelheiten nur minim ab.
In seiner fotorealistischen Malweise geht es ihm weniger um die exakte Umsetzung der Darstellung der Fotografie in die Malerei, als um die bewusste künstlerische Entscheidung, welche Details akzentuiert werden sollen. Nicht jede Finesse wird ausgearbeitet, einige Dinge bleiben lediglich angedeutet. Die so entstehenden Unschärfen unterscheiden Häsler von anderen Fotorealisten. Einige Elemente in seiner Malerei bleiben graphisch, wie beispielsweise das Mauerwerk und die Reflektionen auf dem Gemälde "Bar de noche, 43nd Street, New York" von 1992. In diesen Unausgearbeiteten Stellen ist der Entstehungsprozess seiner fotorealistischen Werke erkennbar. Häsler hat nicht bloß Fotografien abgemalt, sondern seinen Gemälden liegen diverse Vorstudien, Skizzen und Farbanalysen zugrunde. Es geht ihm in seinem Schaffen nicht um eine exakte Widergabe der Wirklichkeit, sondern eher um eine abstrahierte, konstruierte Realität, die seines Erachtens besser in der Lage ist, die Stimmung eines Ortes wiederzugeben.
Anleitung in VI Schritten - Wie drehe ich einen Dokumentarfilm auf Kuba
Nach zweijähriger Nachlassaufarbeitung und fundierten Recherchearbeiten begannen im Frühjahr 2016 die Dreharbeiten zum Dokumentarfilm über den Schweizer Künstler Rudolf Häsler (1927-1999) unter dem Titel «Coca-Castro». Die Filmaufnahmen wurden in der Schweiz, Spanien und Kuba realisiert, dabei erwiesen sich die Dreharbeiten im fernen Kuba als große Herausforderung.
I Antrag auf Drehbewilligung bei kubanischer Botschaft stellen:
In den Formulierungen unterstreichen, man beabsichtige weder eine Drohne noch Walkie Talkies in das Land einzuführen und immer wieder hervorheben, die Dokumentation habe keinerlei politische Dimensionen. Im autoritär regierten Karibikstaat gestaltet es sich schwierig, den strengen Behörden klar zu machen, man wolle einen Film über eine Persona non grata drehen, über ein ehemaliges Regierungsmitglied, das aus dem Land vertrieben wurde. Als Direktor im Nationalinstitut für Kunstgewerbe nahm Rudolf Häsler innerhalb der kubanischen Revolutionsregierung eine hohe Stellung ein. Der eigensinnige Schweizer Maler fiel jedoch kurzerhand bei Fidel Castro in Ungnade und wurde seines Amtes enthoben, weshalb er Kuba im Jahr 1969 Kuba fluchtartig verlassen musste.
Kreatives Vermögen ist gefragt, um dennoch eine Drehbewilligung vom kubanischem Außenministerium zu erhalten. Gemäß dem offiziellen Drehbuch wird Häsler nicht unter Berücksichtigung seines politischen Engagements porträtiert, sondern ausgehend vom Künstler eine Reportage über die kubanische Kunsthandwerktradition gedreht. Schließlich setzte sich Häsler als Direktor für Kunstgewerbe zum Ziel, die nationale Tradition der Kunsthandwerksindustrie, welche unter der Diktatur Fulgencio Batistas zum Erliegen kam, erneut aufzubauen. Zu diesem Zweck studierte Häsler ausführlich das Kunsthandwerk Kubas und ermittelte welche natürlichen Ressourcen vorhanden waren. Durch seine Arbeit trug er maßgeblich zum Aufbau einer neuen Keramikindustrie im Lande bei.
Unser Vorgehen erwies sich folglich als zielführend; nach regem Mailverkehr erhielten wir eine 14-tägige Drehbewilligung auf Kuba.
II Eine kubanische Produzentin zur Seite ist unabdingbar:
Die renommierte kubanische Dokumentarfilmregisseurin Belkis Vega vermittelte der «Coca-Castro»-Filmcrew eine Produzentin aus Kuba; Dania Illisastiguí stand uns in jeglichen Hinsichten bei. Schlichtweg an alles denkend, organisierte die gewiefte Kubanerin allerlei Kleinigkeiten, selbst das Auffüllen von Erfrischungsgetränken in unserem Crew-Bus fiel unter ihre Verantwortung.
III Kein Misstrauen aufkommen lassen:
Als Ausländer erweckt man grundsätzlich die Aufmerksamkeit der Cubanos, schleppt man zusätzlich eine Filmkamera herum, wird man mit misstrauischen Blicken gemustert. Beim Umgang mit Beamten und der Polizei ist Vorsicht geboten, am besten lässt man die Produzentin sprechen und die Drehbewilligung vorweisen. Es ist verboten Schulhäuser, Krankenhäuser und Regierungsgebäude zu filmen - Kubas profane Heiligtümer. Mit subtilem Taktgefühl haben wir es dennoch geschafft, eine Aufnahme der Universidad de la Habana zu realisieren.
IV Jose Martí „Mit Feder und Machete“ lesen:
Kubas antiimperialistischer und unabhängigkeitsdenkender Nationaldichter Jose Martí (1853-1895) stellt eine allgegenwärtige Persönlichkeit im kubanischen Selbstverständnis dar. Seine Büste schmückt ausnahmslos jede Bildungsstätte, seine Verse zieren Propagandaplakate und die Kubaner schmücken ihre Redewendungen mit seinen Weisheiten.
V Über die Kubanische Kulinarik hinwegschauen:
Besser man versucht eine kulinarische Vorliebe für die nicht sonderlich abwechslungsreiche kubanische Küche zu entwickeln: „Arroz moro y ropa vieja“. Ansonsten besteht die Alternative auf jeder Speisekarte Cordon Bleu, Club-sandwich oder Pizza (natürlich jeweils die karibische Ausführung der uns allbekannten Speisen) zu bestellen.
VI „Chocolate Suizo“ gegen Ausblick eintauschen:
Eine Tafel Schweizer Schokolade verschenken und im Gegenzug Filmaufnahmen von Havannas schönsten Dachterrassen aus machen.
2016 neigt sich nun dem Ende zu und die bromer kunst blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück, das mit der Eröffnung der bisher größten Retrospektivausstellung über den Schweizer Künstler Rudolf Häsler und der Premiere des Dokumentarfilmes «Coca-Castro», seinen Höhepunkt fand.
Die Ausstellung in der bromer kunst, die bis am 19. März 2017 andauert, beleuchtet anhand von Gemälden, Zeichnungen, Fotografien und Graphiken das umfassende künstlerische Werk des vielgereisten Weltbürgers. An dieser Stelle möchten wir noch auf zwei besondere Werke der Ausstellung eingehen:
Die dominierende rote Farbgebung fällt in Häslers Acrylgemälde Bar in Haarlem besonders auf: Die Ziegelmauer, die lackierte Eingangstüre und das Vordach aus Plachen-Stoff sind alle im exakt selben roten Farbton gehalten. Dennoch vermag Häsler durch gezielte Licht- und Schattensetzung die unterschiedlichen Materialitäten in ihrer charakteristischen Oberflächenbeschaffenheit nuanciert voneinander abzuheben. Sein gekonnter Umgang mit dem Licht wird auch in den Leuchtschriften und den subtilen Spiegelungen im Glasfenster erkennbar.
Die erste Überseedestination führte Rudolf Häsler in das karibische Meeresbecken nach Kuba. Dort versuchte er sich zum ersten Mal in der wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe in seiner Malerei. Das Ölgemälde Kubanischer Fischer ("Kubanischer Fischer" 1958 - 1969, Öl auf Leinwand, 135 x 90 cm) veranschaulicht Häslers Ansätze, die vielfachen Eindrücke der tropischen Karibikinsel in einer bunten Farbwiedergabe malerisch zu interpretieren. Die Vogelperspektive verleiht dem Gemälde die Dynamik einer Momentaufnahme, so scheint das Fischerboot im kristallinen Meer davonzugleiten.
Häsler verbrachte zwölf Jahre seines Lebens auf Kuba, wo er gemeinsam mit seiner kubanischen Ehefrau und seinen Kindern etliche Weihnachtsfeste feierte. Unausweichlich bediente sich damals auch Kuba tradierter amerikanischer Weihnachtsbilder; der grüne Tannenbaum wird eigens für das besinnliche Fest importiert. Doch ist “Besinnlich” nicht sonderlich trefflich für die Beschreibung der weihnachtlichen Stimmung auf der Karibikinsel.
Wie auf dem kubanischen Weihnachtslieder-CD-Cover ersichtlich wird, schlagen die Trommeln, rasseln Maracas und ertönen Trompeten anlässlich des Festes; die Cubanos lieben das Feiern, so lassen sie es sich auch am Heilligabend nicht entgehen, das Tanzbein festlich zu schwingen.
In diesem Sinne wünscht Ihnen auch die bromer kunst ein “besinnliches Weihnachtsfest” und das Beste für das kommende Jahr!
Medienspiegel - 14 Tage nach dem Tod Fidel Castros
Am Morgen des 26. Novembers erreicht mich eine Email aus Kuba: „Desafortunadamente acaba de dar la noticia MUERTE DE NUESTRO LIDER FIDEL CASTRO EJEMPLO DE DIGNIDAD PARA TODA AMERICA“. In der lapidaren Nachricht beteuert meine kubanische Freundin den Tod Fidel Castros, ihres würdigen Führers und Vorbildes für ganz Amerika.
Kubas legendärer Revolutionsführer und ehemaliger Präsident Fidel Castro hat die Karibikinsel Kuba fast 50 Jahre lang regiert und aus ihr eine der heute letzten Bastionen des Sozialismus im 20. Jahrhundert gemacht. Am 25. November starb Fidel Castro im Alter von 90 Jahren. Letzten Sonntag wurde er auf dem Friedhof Santa Ifigenia in Santiago de Cuba beigesetzt, somit sind die Zeremonien nach seinem Hinschied beendet – nicht aber die Aufmerksamkeit der Medien, die weiterhin emsig über den kultischen Comandante und den Mythos um seine Person berichten. Doch nicht alle Stimmen folgen dem Lobsang meiner kubanischen Freundin. Die NZZ beispielsweise schrieb Fidel Castro sei „schon vor seinem Tod zum Gespenst geworden“ und von „narzisstischen Größenphantasien“ getrieben worden. Ungeachtet der unterschiedlichen Ansichten drängt sich allen die selbe Frage auf: Wie sieht die Zukunft Kubas aus?
Der Anfangspunkt des modernen Kubas begann vor nunmehr 58 Jahren und fast niemand weiß, dass ein Schweizer Teil davon war. Inmitten der Umwälzung lernte Fidel Castro 1958 einen jungen Schweizer Künstler kennen: Rudolf Häsler. Der Berner Oberländer war auf Hochzeitsreise und beabsichtigte lediglich während einer zweiwöchigen Tour das Land zu erkunden. Über die Cousins seiner kubanischen Ehefrau, die als Guerillakämpfer auf der Sierra Maestra waren, gelangte Häsler in Kontakt mit der sozialistischen Bewegung. Hingerissen von den revolutionären Idealen, beschloss Häsler kurzentschlossen Teil der Bewegung zu werden und auf Kuba zu verweilen. So kam es, dass sich ein Berner Oberländer inmitten des bedeutendsten Ereignisses von Kuba des 20. Jahrhunderts wiederfand, und mit den Galionsfiguren der Revolution Freundschaft schloss. Nach dem Triumph über den diktatorisch regierenden Staatspräsidenten Fulgencio Batista nahm Häsler, als Teil der Revolutionsregierung, das Amt eines Kulturministers ein und setzte sich für die Verwirklichung der sozialistischen Ideale ein. Die Kubanische Revolution erzielte große Triumphe und Errungenschaften, so sind beispielsweise Bildung und Gesundheitsversorgung für alle frei zugänglich. Unzulänglichkeiten sind allerdings weiterhin Kubas gewichtigstes Problem. In dem nach wie vor planwirtschaftlichen Umfeld kämpfen viele Kleinunternehmen angesichts schwerfälliger Bürokratie und strengen Auflagen. Defizite bestehen auch in der Landwirtschaft, riesige Agrarflächen liegen brach und die Mehrheit der Nahrungsmittel werden importiert.
Fidel Castro mag zehn US-Präsidenten politisch überlebt haben, dennoch hinterlässt er als Lebenswerk ein verarmtes Land und eine gespaltene Nation. Nicht alle bedauern den Tod des Comandante. Vor allem junge Kubaner sind zunehmend unzufrieden und geben alles daran auszuwandern. Sie sind in einer Zeit der Mangelwirtschaft aufgewachsen und identifizieren sich nicht mit der Revolution. Die Diskrepanz zwischen Realität und ideologischer Propaganda kennen sie von klein auf. Sie wünschen sich einen höheren Lebensstandard und Raum für politische Partizipation. Der Weltkapitalismus hat das Land bereits infiltriert und verführt die Landsleute von der süßen Frucht des Übermaßes zu kosten.
Bei den Dreharbeiten zu The Fast and The Furious im letzten Frühjahr kreiste ein schwarz schimmernder sehr moderner Helikopter am Himmel Havannas. Er bewegte sich ruckartig und flog dicht über die alten Ziegeldächer der Stadt. Der Flugkörper erschien sehr lächerlich, er vermochte sich nicht in die Kulissen der Kolonialstadt einzufügen und wirkte fast schon wie ein außerirdischer Gast. Ein Kubaner stand in einer engen Gasse der historischen Altstadt und beobachtete das spektakuläre Geschehnis: Er reckte seine Arme gegen den Himmel und schrie mit heißerer Stimme in die schwüle Nachmittagshitze: „¡Por Dios lleveme de aqui!“. Um Gotteswillen bringt mich fort von hier!
Der Máximo Líder vermochte in der postkolonialen Gesellschaft Kubas über lange Zeit ein hybrides Nationalgefühl zu schaffen, doch wer soll den Staat nun nach seinem Tod zusammenhalten? Braucht das sozialistische Regime ohne den ewigen Revolutionär eine neue Legitimationsgrundlage, um vor dem ideologischen Zerfall bewahrt zu werden?
Solange Ungewissheit über die Zukunft des karibischen Inselstaates herrscht, wird das Land in aller Munde sein; die Zeitungen werden weiterhin berichten, Reportagen werden gedreht und der Tourismus wird umso mehr boomen.
¡Hasta siempre Comandante! Das 20. Jahrhundert neigt sich wohl nunmehr auch in Kuba dem Ende zu, doch ungeachtet dessen, bleibt Fidel Castro eine Ikone und Kuba ein Faszinosum.
Der Dokumentarfilm «Coca-Castro» beleuchtet das aussergewöhnliche Leben und das eigenständige Kunstschaffen Rudolf Häslers (1927-1999). Ein Film von Christian Herren und Daniel Bleuer, unter anderem mit Marcus Signer, Irene Godel und Luc Chessex. Der Dokumentarfilm «Coca-Castro» ist bis am 16. Juli 2017 im Auditorium der bromer kunst, im Rahmen der Retrospektivausstellung zu Rudolf Häsler, zu sehen.
Rudolf Häsler gehört zu den eigenständigsten Schweizer Kunstschaffenden des 20. Jahrhunderts. In der kubanischen Revolutionsregierung nahm der Maler die höchste Stellung als Ausländer nach Che Guevara ein. In den 1970er-Jahren entwickelte Häsler einen akribischen Realismus, welcher der Schule der Hyperrealisten zugeordnet werden kann und mit dem Schaffen von Franz Gertsch, Ralph Goings oder Antonio López García verglichen wird.
Die künstlerische Ausbildung des jungen Amiet begann 1886 in München, wo er ein Jahr später auch den gleichaltrigen Giovanni Giacometti kennenlernte. Daraus sollte sich im Laufe der Zeit eine lebenslange Freundschaft entwickeln. Einen bedeutsamen Entschluss fassten die beiden, nachdem sie die Internationale Kunstausstellung im Münchner Glaspalast gesehen hatten: Fasziniert von den französischen Meistern, verliessen die beiden 1888 Deutschland und begannen an der Académie Julian in Paris zu studieren. Dort teilten sie sich eine gemeinsame Unterkunft mit Atelier und kamen auch schon bald mit dem Schweizer Künstlerkreis um Max Leu und Hans Emmenegger in Kontakt. Im Laufe des Studiums an der Académie Julian merkte Amiet jedoch mehr und mehr, dass er «in eine Sackgasse geraten war», wie er es selbst beschreibt. «[...] als ich im vierten Pariser Studienjahr, da es so gar nicht mit mir vorwärtsgehen wollte, verloren durch die Strassen lungerte, gab mir der Ungar Poll den Rat: Geh zu Marie-Jeanne nach Pont-Aven...». Frustriert vom starren akademischen Unterricht beschloss Amiet den Rat des Malers Hugo Poll zu befolgen und von Paris in die Bretagne, nach Pont-Aven zu reisen.
Im Mai 1892 erreichte der 24-jährige Amiet das kleine Fischerdorf Pont-Aven. Wie viele andere Künstler damals wohnte auch er in der Pension von Marie-Jeanne Gloanec, einer bodenständigen, fröhlichen Bretonin um die fünfzig, die «ihre» Künstler wie eine Mutter bewirtschaftete und verpflegte. Obwohl es nur einige Monate waren, erwies sich für Amiet die Zeit in Pont-Aven als sehr fruchtbar. Durch das anregende Klima entwickelte er in dieser Zeit auch seine eigene Charakteristik. Er wandte sich von der akademischen Tonmalerei ab und begann mit reinen Farben zu malen, die er in betont konturierten Flächen oder in dicht nebeneinander gesetzten Strichen auf den Bildträger auftrug. «Dreizehn Monate konnte ich im schönen Pont-Aven verweilen und dann musste ich Frankreich verlassen, mein Frankreich, das ich herzlich liebte, das mich beherbergt hatte wie einen seiner Söhne, das mir freiwillig seine schöne Seele offenbarte durch die Kunst. Wenn auch mit leeren Taschen, so doch reich beschenkt mit Gütern höherer Art, kam ich jetzt in meine Heimat zurück».
Die «Prozession in Pont-Aven» gehört zu dem schmalen Werk, das während Amiets Aufenthalt in der Bretagne entstanden ist. Die interessante Darstellung einer traditionellen «Pardon», einem religiösen Umzug zu Ehren lokaler Heiliger, ist ohne seine Auseinandersetzung mit dem Werk seiner bretonischen Vorbilder, vorab Gauguin und Van Gogh, undenkbar. Die Farbe in dicken Strichen aufgetragen, das leuchtende Weiss der Trachtenhauben bewusst hingetupft, den Bildinhalt auf seine elementarsten Formen reduziert – so drückt Amiet seine ganz eigene und überraschend neue malerische Freiheit aus.
Die Ansprüche eines Restaurators an einen gut restaurierten Bilderrahmen sind sehr hoch. Thomas Dutoit, Vergolder und Restaurator ist der Meinung, ein optimaler Bilderrahmen sollte das Bild in dessen Aussage und Wirkung untermauern. Besonders bei moderneren Bildern dürfe der Rahmen nicht zu dominant wirken. Ein Rahmen müsse mit dem Bild, das er einfasst harmonisieren und den Eindruck erzeugen, er sei vom Künstler selbst für sein Werk mitgestaltet worden.
Thomas Dutoit ist ein langjähriger Partner der Bromer Kunst. Gemeinsam mit seinem Restauratoren-Team betreut er sämtliche Restaurationen von Gemälden und Bilderrahmen der Galerie. Hat sich auf einem Gemälde eine Patina gebildet, die es leblos und matt erscheinen lassen, wendet sich die Galerie an Dutoit. Durch eine sorgfältige Reinigung der Oberfläche oder eine Firnisabnahme kann das Gemälde eine ungeahnte Lebendigkeit zurückgewinnen. Dutoit sorgt sich auch um das Ergänzen von fehlenden Farbstellen und das Schliessen von Rissen auf Leinwänden. Zudem beherrscht Dutoit auch das alte Handwerk des Vergoldens. Die Vergoldung eines Bilderrahmens besteht aus durchschnittlich 24 verschiedenen Arbeitsschritten und ist je nach Ausführung sehr zeitaufwendig. Die Bearbeitungszeit kann von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen variieren. Weist ein vergoldeter Bilderrahmen Fehlstellen auf, ist es Dutoits Aufgabe den beschädigten Rahmen möglichst originalgetreu nachzuvergolden, damit die Beschaffenheit des Rahmens in seiner Ursprünglichkeit erhalten bleibt.
Jede Restauration stellt eine neue Herausforderung dar. Thomas Dutoit besteht darauf, dass Arbeiten, die viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung brauchen, ausschliesslich von ihm selbst ausgeführt werden. In seinem Betrieb in Unterentfelden im Kanton Aargau arbeiten zurzeit 4-5 Mitarbeiterinnen. Für den Beruf Vergolder/Einrahmer gibt es seit August 2010 eine 4-jährige Ausbildung, davor waren es drei Jahre. In Dutoits Betrieb wurden in den letzten 25 Jahren bereits 16 Lehrlinge ausgebildet. «Das Handwerk des Vergolders sowie das Restaurieren, habe ich von bei meinem Vater gelernt. Und meine Frau . . . nun, sie war mein erster und bester Lehrling. », sagt Thomas Dutoit mit einem Augenzwinkern.