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Anabole Steroide sind ein heikles Thema.
Einige nehmen Anabole Steroide bereits in jungen Jahren zu sich, andere fürchten sich vor dem Konsum. Leider kursieren auch zu diesem Thema viele Lügen und Halbwissen. Wir möchten dich daher aufklären und fundierte Fakten liefern.
Die Mythen zum Thema anabole Steroide.
Mythos Nr. 1: Werden anabole Steroide abgesetzt, verschwinden die Nebenwirkungen wieder. Wenn man im richtigen Moment absetzt, können sogar auftretende Nebenwirkungen vermieden werden.
Werden anabole Steroide abgesetzt, verschwinden die Nebenwirkungen nicht sofort.
Folgende Nebenwirkungen müssen erwartet werden mit dem Konsum (nicht abschliessend):
- Brustwachstum bei Männern: Das zugeführte Testosteron wird teilweise in das weibliche Sexualhormon Östrogen umgewandelt. Das Östrogen führt beim Mann zur Vergrösserung der Brustdrüsen und zur Entstehung einer weiblichen Brust.
- Vermännlichung bei Frauen: Bei Frauen können anabole Steroide zu einer Vermännlichung führen (z. b. Bartwuchs oder tiefe Stimme). Auch kann sich die Klitoris vergrössern.
- Herabsetzung der Fruchtbarkeit: Anabole Steroide führen zum Schrumpfen der Hoden. Dabei nimmt die Spermienanzahl und Spermienqualität ab. Bei längerem Einsatz von anabolen Steroiden kann dies bis zur Unfruchtbarkeit führen.
Mythos Nr. 2: Ist die Muskelmasse durch anabole Steroide und Krafttraining aufgebaut worden, so bleibt sie somit für lange Zeit erhalten.
Die Muskelmasse steigt mit der Einnahme von anabolen Steroiden schnell an. Der Erhalt der Muskelmasse ist jedoch zeitlich begrenzt. Nach dem Absetzen der anabolen Steroide geht daher die gewonnene Muskelmasse innerhalb von 6 bis 12 Wochen wieder zurück. Wird beispielsweise Testosteron von aussen zugeführt, hemmt der Körper somit seine eigene Produktion. Sie ist also auf die negative Rückkopplung zurückzuführen. Wird viel Testosteron gebildet (oder eben von aussen zugeführt) so wird die körpereigene Produktion stark gehemmt. Wird wenig produziert, ist die Hemmung nur gering. So entsteht also ein sich selbst regulierendes System. Die körpereigene Produktion an Testosteron ist während dem Einsatz von anabolen Steroiden also stark reduziert. Wenn die Muskelmasse über Jahre hinweg aufrechterhalten werden soll, so müssen daher immer wieder anabole Steroide zum Einsatz kommen.
Mythos Nr. 3: Mit anderen Medikamente können alle Nebenwirkungen von anabolen Steroiden gehemmt werden. Es ist also nur eine Frage der Planung und Einnahme der Medikamente.
Es ist nicht möglich die Nebenwirkungen von anabolen Steroiden zu kontrollieren. Durch Medikamenteneinsatz können einzelne Nebenwirkungen (z. B. Haarausfall bei Männern) verhindert werden. Sämtliche Nebenwirkungen zu unterdrücken, ist nicht möglich. Zudem musst du dir bewusst sein, dass die eingesetzten Medikamente wiederum Nebenwirkungen mit sich bringen. Das ist ein Teufelskreis!
Mythos Nr. 4: Die Inhaltsstoffe der Anabolen Steroide welche im Internet oder von einem Bekannten verkauft werden, haben die gleichen Inhaltsstoffe.
Also, Lass die Finger von anabolen Steroiden!
Quellen:
– Piacentino D, Kotzalidis GD, del Casale A, et al. Anabolic-androgenic Steroid use and Psychopathology in Athletes. A Systematic Review. Current Neuropharmacology. 2015;13(1):101-121.
– Van Amsterdam J, Opperhuizen A, Hartgens F. Adverse health effect of anabolic-androgenic steroids. Regul Toxicol Pharmacol. 2010 Jun;57(1):117-23
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