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Das ostasiatische Porzellan, das sich im Besitz des Musée Ariana befindet, besteht hauptsächlich aus Stücken, die spezifisch für den Export angefertigt wurden. Da Europa bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts nicht in der Lage war, selbst hartes Porzellan herzustellen, musste das «weisse Gold» hauptsächlich aus China und zu einem geringen Teil auch aus Japan eingeführt werden.
Anfang des 16. Jahrhunderts wurde der Seeweg nach Indien durch Vasco da Gama erschlossen. Zunächst stand dabei die Beschaffung von Seide und Gewürzen im Vordergrund, doch schon bald fand auch das blau dekorierte Porzellan, das in den Karavellen mitgeführt wurde, Gefallen an den europäischen Höfen. Die Gründung der Niederländischen Ostindien-Kompanie 1602 führte zu einem exponentiellen Wachstum des Porzellanhandels.
Die Hersteller boten der europäischen Kundschaft verschiedene Porzellanstile an: Aus China kamen «Blau-Weiss», «Famille-verte», «Imari» und «Famille-rose», während die Japaner mit «Imari» und «Kakiemon» handelten. Die westliche Keramikproduktion übernahm die entsprechenden Einflüsse in unterschiedlichem Masse – von der originalgetreuen Kopie bis hin zur vollkommen freien Interpretation.
Die chinesischen Fabrikanten passten sich den besonderen Wünschen ihrer Kundschaft im fernen Ausland an und bildeten Formen anhand von Vorlagen aus Holz oder Keramik nach, die sie von den holländischen Händlern erhielten. Anschliessend imitierten sie ausgehend von Zeichnungen oder Gravuren, die ihnen aus Europa übermittelt wurden, ein Dekor, das ihrer Tradition völlig fremd war. Dieses Auftragsporzellan ist unter der Bezeichnung «Chine de commande» bekannt.