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Legislaturindikator: Frühzeitige Schulabgänger/innen nach Migrationsstatus
Auszug aus dem Legislaturziel 8: Der Bundesrat will den Dialog zwischen den Generationen und zwischen Stadt und Land fördern und setzt sich für eine erfolgreiche Integration der in der Schweiz wohnhaften Ausländerinnen und Ausländer ein.
Bedeutung des Indikators: Eine Erwerbsarbeit ist eine zentrale Voraussetzung, um den Lebensunterhalt selbständig bestreiten und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Die Integration in den Arbeitsmarkt wird durch eine fundierte Bildung begünstigt. Der Erwerb eines Abschlusses auf der Sekundarstufe II trägt massgeblich zur Risikominimierung auf dem Arbeitsmarkt bei. Jugendliche, die ihre Ausbildung frühzeitig abbrechen, stellen eine potentielle Risikogruppe dar, da prekäre Erwerbsarbeit oder Arbeitslosigkeit die Integration der Jugendlichen in die Gesellschaft erschweren.
Der Anteil frühzeitiger Schulabgängerinnen und Schulabgänger nach Migrationsstatus zeigt, wie viele der 18- bis 24-Jährigen gemessen an der gesamten gleichaltrigen Bevölkerung über keinen nachobligatorischen Abschluss verfügen und an keiner Aus- oder Weiterbildung teilnehmen.
Quantifizierbares Ziel: Der Anteil der frühzeitigen Schulabgängerinnen und -abgänger mit Migrationshintergrund nimmt ab.
Kommentar
Bei der 18- bis 24-jährigen Wohnbevölkerung unterscheidet sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an den frühzeitigen Schulabgängerinnen und Schulabgänger (d.h. ohne postobligatorischen Abschluss) von jenem der Personen ohne Migrationshintergrund. 2019 haben 3,6% der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund das Bildungssystem frühzeitig verlassen, bei jenen mit Migrationshintergrund belief sich dieser Anteil auf 8,3%. Im Vergleich zu 2013 hat die Quote der Jugendlichen mit Migrationshintergrund um 4,8 Prozentpunkte abgenommen, während sich jene der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund nicht signifikant verändert hat.
Wird anstatt des Migrationshintergrunds die Nationalität betrachtet, zeigt sich, dass der Anteil der ausländischen Jugendlichen, welche zu den frühzeitigen Schulabgängerinnen und Schulabgängern zählen, seit 2013 abgenommen hat. Der Anteil der schweizerischen Jugendlichen, die das Bildungssystem frühzeitig verlassen, hat sich im gleichen Zeitraum nicht signifikant verändert. 2019 brachen 3,7% der schweizerischen Jugendlichen und 10,8% der ausländischen Jugendlichen ihre Ausbildungskarriere frühzeitig ab.
Ein möglicher Grund, weshalb ausländische Jugendliche häufiger ohne postobligatorischen Abschluss das Bildungssystem verlassen, können Schwierigkeiten beim Übergang von der obligatorischen Schule in die Sekundarstufe II sein. Ausländische Lernende beginnen weniger häufig als Schweizer Lernende direkt nach der obligatorischen Schule eine zertifizierende Ausbildung der Sekundarstufe II. Zudem müssen verglichen mit Schweizern ungefähr doppelt so viele von ihnen eine Übergangsausbildung in Anspruch nehmen.
Personen ohne postobligatorischen Abschluss wiesen 2019 mit 8% eine höhere Erwerbslosenquote auf als Personen mit einem Abschluss der Sekundarstufe II (4,4%) oder einem Tertiärabschluss (3,2%). Die Erwerbslosenquote für das Total der ständigen Wohnbevölkerung lag bei 4,4%.