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Halbmond über der Rhone
Die erste umfassende Geschichte der Alpensarazenen, vom Beginn der arabischen Westoffensive 632 n. Chr. bis zum Rückzug der Muslime um 980 aus Fraxinetum, ihrer Zitadelle über dem Golf von Saint-Tropez.
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Seit der Mitte des 7. Jahrhunderts hatten die Muslime - in Europa auch Sarazenen genannt - Nordafrika, Spanien sowie die Küsten Siziliens und Süditaliens überfallen. Die islamische Welt steuerte ihrem kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt entgegen. Zwischen Ost und West war eine tiefe Konfrontation im Gang: Macht und Reichtum im Morgenland, Ohnmacht und Armut im Abendland. Ab etwa 900 schnitten Sarazenen von der Provence herauf einen Keil bis ins Piemont und Burgund und besetzten Alpenpässe. Das westliche Mittelmeer war für Ostrom verloren gegangen.
Doch der Islam war nicht nur gekommen, um zu herrschen. Er brachte dem Abendland das Wissen des Orients und öffnete ihm neue Märkte. Der Osten lieferte dem Westen Kostbarkeiten wie Gewürze, Seide, Papyrus oder Medizin und zahlte mit Gold für Sklaven aus Europa. Im 10. Jahrhundert wurde die Rhone zur Handelsstrasse sarazenischer Verbände zwischen dem Reich der Franken und jenem der omayyadischen Kalifen im islamischen Spanien. Die Muslime verdrängten den Handel der Christen auf die gefährlichen Wege über die Alpen. Ihr Umschlagplatz wurde Venedig als neues Tor zum Orient.
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Dr. Urs Gösken, Institut für Islamwissenschaft und Neuere Orientalische Philologie der Universität Bern: «Der Autor hat sich mit staunenswertem Fleiss in eine Quellenliteratur von beeindruckender Breite eingelesen. Auch ist er sich bewusst, dass man es bei Gegenständen historischer Forschung nicht mit objektiven Tatsachen 'an sich', sondern mit subjektiven Darstellungen und Vorstellungen zu tun hat. Diese Einsicht und sein ständiges Bemühen, die Geschichte der 'Rhonesarazenen' als Teil grösserer geschichtlicher Zusammenhänge zu begreifen, lässt Imseng so manches Ost-West-Klischee vermeiden.»
Raoul Imseng
Raoul Imseng (1930 in Brig geboren, Bürger von Saas-Fee, Dr. iur.) war bis 1995 in Zürich als Wirtschaftsjurist tätig, seit 1980 in der Unternehmungsleitung der Ringier AG. Von 1980 bis 1996 war er Herausgeber des «Schneehasen», der traditionsreichen Editionsreihe des Schweizerischen Akademischen Skiclubs. 2001 verfasste er das Buch zum 100-Jahr-Jubiläum des Alten Skiclubs Zürich 1901. 2010 erschien seine geschichtliche Studie «Mittelalterliche Ferntransporte: Simplon oder Antrona?», die 2012 auch auf Italienisch herauskam. Zu Imsengs weiteren Veröffentlichungen gehören Beiträge in Anthologien (u.a. «Das Visper Zendenbanner» in «Aroleit: Berg- und Talgeschichten»), eine Co-Produktion mit Otto Supersaxo («Saas-Fee: Zwiegespräch mit Dorf und Bergwelt») sowie Laudatio-Schriften für die Verleihung des Saas-Feer Kulturpreises an Otto Supersaxo, Werner Imseng und Kilian Bumann.