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In Zürich sind am Mittwochmorgen sechs Fussballfunktionäre festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt worden. Sie stehen im Verdacht, Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen zu haben.
Gemäss einer Mitteilung des Bundesamtes für Justiz (BJ) hatten die USA um die Verhaftungen ersucht. Das BJ liess deshalb die Verdächtigten festnehmen. Gegen die Fussballfunktionäre wird in New York wegen Annahme von Bestechungsgeldern und verdeckten Provisionen ermittelt. Angenommen haben sollen sie diese von den Neunzigerjahren bis heute.
Fifa-Präsident Sepp Blatter, der sich auf dem Kongress am Freitag für eine fünfte Amtszeit wiederwählen lassen will, ist nicht unter den Festgenommenen, wie Fifa-Sprecher Walter de Gregorio der Nachrichtenagentur AP sagte. «Er ist überhaupt nicht beteiligt», sagte er. Blatter gilt als Favorit für eine fünfte Amtszeit an der Spitze des Verbandes.
Vertreter von Sportmedien und Sportvermarktungsunternehmen sollen gemäss BJ in Zahlungen an hochrangige Fussballfunktionäre - Delegierte des Weltfussballverbandes FIFA und andere Funktionäre von FIFA-Unterorganisationen - in Höhe von über 100 Millionen Dollar verwickelt gewesen sein.
Straftaten in den USA vorbereitet
Als Gegenleistung sollen sie an Fussballturnieren in den USA und in Lateinamerika Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechte erhalten haben, wie das BJ schrieb. Die Straftaten seien in den USA vorbereitet und abgesprochen worden, schrieb das Bundesamt unter Berufung auf das Verhaftungsersuchen. Auch seien Zahlungen über US-Banken abgewickelt worden.
Die Verdächtigten werden möglicherweise unverzüglich an die USA ausgeliefert. Voraussetzung für eine sofortige Überstellung ist, dass sich die Festgenommenen in der am Mittwoch geplanten Anhörung bei der Zürcher Kantonspolizei mit der sofortigen Auslieferung einverstanden erklären. Tun sie das nicht, will das BJ die USA auffordern, ein formelles Auslieferungsgesuch zu stellen.
Über die Festnahmen im Zürcher Hotel Baur au Lac berichteten auch zwei Reporter der «New York Times», die den Polizeieinsatz vor Ort mitverfolgten. Über Twitter verbreiteten sie erste Bilder.