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Einlagerungs-Betrieb 1978-1985
Am 16. Mai 1978 wurde die Sondermülldeponie Kölliken in einer ehemaligen Tongrube eröffnet.
Das Konzept, das Pflichtenheft sowie die Einlagerungsbedingungen entsprachen dem damaligen Stand des Wissens und der Technik und konnten, im Vergleich zu damaligen Sondermülldeponien im Ausland (BRD, F), als vorbildlich bezeichnet werden. Aufgrund einer relativ grosszügigen Bewilligungspraxis wurde zum Teil jedoch völlig ungeeignetes Deponiegut abgelagert. Des weiteren erfolgte die Ablagerung ohne die Einrichtung von Unterteilungen für unterschiedliche Abfallarten, ohne Basisabdichtung und ohne Entgasungssystem.
Bis zur Schliessung der Sondermülldeponie Kölliken wurden in den drei Etappen I bis III insgesamt rund 457 000 Tonnen Abfall abgelagert. Die Schadstoffbelastung des Abfalls variert sehr stark. Neben dem eigentlichen, industriellen und gewerblichen Sonderabfall wurden auch über 200 000 Tonnen schwach oder nicht kontaminiertes Aushubmaterial und Schlacken aus Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA-Schlacke) eingelagert. Diese Materialien wurden als Zwischenschichten oder für Fahrrampen eingebaut. Für die Deponie wurde eine Fläche von 38 000 m2 verwendet.
Gründe für die Deponieschliessung
Die aus der praktizierten Ablagerungsart entstehenden Langzeitprobleme wurden damals nicht erkannt bzw. unterschätzt.
Überlegungsfehler und zu grosszügige Auslegung der - auch aus heutiger Sicht - sehr strengen Einlagerungsbedingungen durch die zuständigen Verantwortlichen führten dazu, dass völlig ungeeignetes Deponiegut wie z.B. leicht lösliche Salze eingelagert wurde. Dies manifestierte sich im Anstieg der Schmutzwasserfrachten des Abwassers und führte schlussendlich auch zu einem Fischsterben im Dorfbach. Es war nicht bedacht bzw. ignoriert worden, dass in einer Sondermülldeponie biologische Abbauprozesse aktiv werden oder durch eindringendes Regenwasser chemische Zersetzungsreaktionen ausgelöst werden können. Geruchsbelastete Abfälle wurden nur ungenügend abgedeckt, was zu Geruchsbelästigungen der Anwohner führte. Den Reklamationen über Staub- und Geruchsimmissionen schenkte damals das für die Betriebsleitung der Deponie verantwortliche Gewässerschutzamt des Kantons Aargau keine Beachtung. Nachdem trotz anhaltender Reklamationen von Seiten des Konsortiums keine Verbesserung der Missstände erfolgte, verfügte der Gemeinderat Kölliken im April 1985 die Schliessung der Deponie.
Die SMDK stellte zu diesem Zeitpunkt für die Schweizer Industrie aber bereits einen bedeutenden Entsorgungsweg dar. Die Deponieschliessung sorgte deshalb für einigen Aufruhr. Für die Industrie und die Medien war das Thema "Sondermüll" über Nacht zu einem nationalen Problem geworden. In der Schweiz wurde sich die breite Öffentlichkeit erstmals der herrschenden Zustände im Entsorgungswesen bewusst.
Erstellung der Oberflächenabdichtung
Als Massnahme gegen Geruchs- und Staubemissionen wurde die gesamte Deponieoberfläche abgedichtet:
Abb. 1: Abdichtungsetappen und Anordnung der Lehmriegel (Quelle: Sanierung 1987 - 98 / 12-Jahresbericht; SMDK)