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Überstunden kommen in der Arbeitswelt immer wieder vor. Doch wie steht es um die rechtlichen Aspekte dieser Mehrarbeit? Frank Linhart vom Arbeitgeberverband Basel klärt für uns die drängendsten Fragen.
Ist der Arbeitnehmer verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn sehr viel Arbeit ansteht?
Nach dem Gesetz ist der Arbeitnehmer verpflichtet, Überstunden zu leisten, wenn diese notwendig sind, der Arbeitnehmer sie zu leisten vermag und sie ihm zugemutet werden können. Notwendig sind Überstunden, wenn deren Anordnung objektiv gerechtfertigt ist. Dies kann beispielsweise durch einen grossen Arbeitsanfall, dringliche Arbeiten, Ausfälle anderer Arbeitnehmer oder nach einem Schadenfall gegeben sein.
Nicht zumutbar sind sie beispielsweise, wenn sie auf eine schlechte Betriebsorganisation des Arbeitgebers zurückzuführen sind oder wenn der Arbeitnehmer in seiner Freizeit wichtige persönliche Dinge zu erledigen hat. Dazu zählen etwa die Betreuung von Kindern oder der Besuch von Fortbildungskursen.
Wenn über längere Zeit Überstunden zu leisten sind, nimmt die Zumutbarkeit ab. Dies einerseits wegen der andauernden Belastung des Arbeitnehmers, andererseits weil der Arbeitgeber in diesem Fall andere organisatorische Massnahmen treffen sollte (beispielsweise zusätzliche Mitarbeiter einstellen).
Wo liegt der Unterschied zwischen Überstunden und Überzeit?
Überstunden sind die Zeit zwischen der vertraglich festgelegten Wochenarbeitszeit (beispielsweise 41 Stunden) und der gesetzlich vorgegebenen Höchstarbeitszeit in der jeweiligen Branche (z.B. 45 Stunden). Alles, was dann darüber geleistet wird, gilt als Überzeit.
Was gilt bei der Entschädigung für Überstunden? Kann diese auch im Lohn inbegriffen sein?
Nach dem Gesetz sind Überstunden im Einverständnis mit dem Arbeitnehmer innert einem angemessenen Zeitraum durch Freizeit von gleicher Dauer auszugleichen. Wenn Überstunden nicht vertraglich wegbedungen wurden und nicht durch Freizeit ausgeglichen werden, hat der Arbeitgeber die Überstunden samt einem Zuschlag von 25 Prozent zu vergüten.
Dieser Zuschlag wird in der Praxis aber gelegentlich vertraglich wegbedungen. Die Parteien können im Arbeitsvertrag auch vereinbaren, dass Überstunden bis zur Überzeit im Lohn inbegriffen sind. Diese Regelung wird oft bei Kaderangestellten getroffen. In diesem Fall werden Überstunden weder kompensiert noch vergütet.