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Bei einem starken Erdbeben sind am Sonntag im Westen des Iran mehr als 400 Menschen verletzt worden. Berichte über Todesopfer gebe es aber nicht, berichtete der Gouverneur der Provinz Kermanscha, Hushang Baswand, im staatlichen Fernsehen weiter.
Die meisten der Verletzten seien bereits medizinisch versorgt worden. Zuvor waren Meldungen über rund 200 Verletzte um die Welt gegangen. Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 6.3.
Es folgten mindestens sieben Nachbeben, von denen das heftigste eine Stärke von 5.2 gehabt habe. Die Erschütterungen waren auch in den benachbarten Provinzen sowie im benachbarten Irak und in Kuwait zu spüren.
Eine 36-jährige Einwohnerin von Sarpol-e Sahab schilderte der Nachrichtenagentur AFP das Beben am Telefon. «Die Lichter gingen aus, Mauern sahen so aus, als ob sie einstürzen würden, und alle Nachbarn schrien», sagte die Frau namens Babayi. «Wir können nicht zu unserem normalen Leben zurückkehren», fügte sie auch mit Blick auf frühere schwere Erdbeben in der Region hinzu.
Weitere Verletzte möglich
Gouverneur Baswand sagte im Staatsfernsehen, die Lage sei «derzeit unter Kontrolle». Der Ausfall der Strom- und Wasserversorgung in den beiden betroffenen Städten habe nur wenige Minuten gedauert. Zu anderen Schäden an Infrastruktur und Gebäuden machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Der Leiter der iranischen Rettungskräfte, Pirhossein Koliwand, sagte dem Fernsehen, die meisten Betroffenen hätten sich ihre Verletzungen zugezogen, als sie wegen des Bebens in Panik aus den Häusern geflohen seien. Aus den Nachbarprovinzen seien 18 Notfallteams nach Kermanschah geschickt worden, um die Lage zu begutachten. Die Zahl der Verletzten könne daher noch steigen.
Im November 2017 waren beim schwersten Erdbeben im Iran seit mehr als einem Jahrzehnt mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen. Im Iran kommt es immer wieder zu Erdstössen. So starben bei einem Beben der Stärke 6.6 im Jahr 2003 etwa 31'000 Menschen. (sda/reu/afp)