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Das musst du wissen
- Die letzten Pestzüge erreichten Europa Ende des 19. Jahrhunderts. Sie waren aber nicht mehr so tödlich wie frühere.
- Denn die Behörden handelten damals schnell und richtig, indem sie etwa alle Krankheitsfälle registrieren liessen.
- Ausserdem liessen sie alle Schiffe kontrollieren, isolierten Patienten und verboten Versammlungen.
Die Pest oder – wissenschaftlicher – das Yersinia pestis-Bakterium hinterliess auch in Europa mehrfach eine Schneise des Todes; im 6. Jahrhundert, im Mittelalter und am Ende des 19 Jahrhunderts. Die letzte Seuche war aber weit weniger tödlich als die vorhergehenden und schliesslich konnte der Erreger sogar ganz verbannt werden.
Wie es dazu kam, hat ein Forschungsteam der Universität Oslo nun beantwortet. Dank der Digitalisierung offizieller internationaler Dokumente aus dieser Zeit konnte es zeigen, dass Europas Entscheidungsträger damals sehr rasch die richtigen Massnahmen in die Wege geleitet hatten. An einer Konferenz in Venedig wurde unter anderem beschlossen, alle Pestfälle zu registrieren. Und so weiss man heute: Zwischen 1899 und 1947 gab es in Europa durch die Pest 1692 Krankheitsfälle und 457 Tote. Küstenregionen und Städte mit Binnenhafen wurden am häufigsten vom Erreger heimgesucht.
Die Forscher konnten auch feststellen, dass den Behörden damals bewusst war, welche Rolle der Handel über den Seeweg spielte. So liessen sie systematisch ankommende Schiffe kontrollieren. Ausserdem wurden Patienten konsequent isoliert und grössere Versammlungen verboten. Unter anderem deswegen kam es bei den letzten Pestzügen in Europa nur zu kleineren Ausbrüchen.