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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Siebtes Buch
XI. Kapitel
60.
[S. 65] 1. Von dem Weltall also hat der Gnostiker eine wahre und vortreffliche Auffassung, da er ja göttliche Lehre in sich aufgenommen hat. Da er also damit begann, die Schöpfung zu bewundern,1 brachte er so von Haus aus eine Probe seiner Fähigkeit, die Erkenntnis aufzunehmen, mit und wird ein eifriger Schüler des Herrn; und sofort, nachdem er von Gott und von der Vorsehung gehört hatte, kam er auf Grund seiner Bewunderung (der Schöpfung) zum Glauben.
2. Das ist also für ihn der Ausgangspunkt, von dem aus er sich in jeder Weise bemüht, sein Lernen zu fördern, und alles tut, wodurch er die Erkenntnis jener Dinge gewinnen zu können hofft, nach deren Erkenntnis er sich sehnt (die Sehnsucht, verbunden mit der Freude am Forschen, entsteht aber entsprechend dem Fortschritt im Glauben) das bedeutet aber, jenes gewaltigen und umfassenden Schauens würdig zu werden.
3. So wird der Gnostiker den Willen Gottes zu kosten bekommen; denn nicht seine Ohren, sondern seine Seele öffnet er den durch die Verkündigung geoffenbarten Tatsachen.
4. Da er also die Kenntnis des Wesens und der Tatsachen selbst durch die Verkündigung aufgenommen hat, führt er selbstverständlich auch seine Seele zur Erfüllung ihrer Pflichten, indem er die Gebote "Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten!"2 in dem besonderen Sinn auffaßt, wie sie für den Gnostiker gemeint sind, nicht so, wie sie bei den übrigen aufgefaßt sind.
1: Vgl. Platon, Theaitetos p. 155 D; Aristoteles, Metaph. I 2,15 p. 982b 12; Strom. II 45,4.
2: Ex 20,12.15; Mt 5,27.21.