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Eine Schlucht überwinden mit einfachsten Materialien: Aufgabe erfassen, sich einbringen, Ideen äussern, Fantasien entwickeln, genau hinschauen und kopieren – dann verwirklichen. Vielerlei Fähigkeiten werden hier den Teams abverlangt. Nur gemeinsames Planen und Arbeiten führt zum Ziel. Und am Ende natürlich der Test: Wer getraut sich, die Schlucht unter fachkundiger Anleitung zu überqueren und die Konstruktion zu testen?
Die Teilnehmer werden in mehreren Schritten an die Aufgaben herangeführt. Wir beginnen mit dem genialen Konzept der „Leonardo-Brücke“. Geistiger Vater dieser verblüffenden Konstruktion ist kein geringerer als Leonardo Da Vinci, der bereits um 1480 die Idee hatte, eine transportable Brücke zu entwerfen, welche ohne Werkzeug aufgebaut werden kann.
In einem zweiten Schritt machen wir uns an weitere spannende Konstruktionen: Die einfachste Seilbrücke ist ein einfaches gespanntes Seil, an welchem man das Hindernis hängend an Füssen und Händen überqueren kann. Eine Weiterentwicklung ist das Doppelseil, bestehend aus einem unteren Tragseil und einem oberen Halteseil. Diese Konstruktion dient der Schulung des Gleichgewichtssinnes und kann durch Holzsprossen oder einen Holzbelag verbunden werden.
Eine besondere geeignete Form ist die Dreiseilbrücke in V-Form, auch als Nepalbrücke bekannt. Diese Form wird oft in Entwicklungsländern über grosse Spannweiten zur Überquerung von Schluchten und Flüssen eingesetzt. Im Gebirge wird sie in Klettersteigen gebraucht. Dabei ist das untere Seil das Tragseil, die beiden oberen Seile dienen als Halteseil. Seitlich sind die Seile stabilisierend miteinander verbunden, so dass Schwingungen und Verwindungen stark gedämpft werden. Bei der Burma-Brücke werden die drei Seile mit kurzen Verbindungsseilen fest miteinander verbunden und im Abstand einer Schrittweite angebracht, so dass man beim Überqueren drauftreten kann.