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Es heisst, die Goldmine von Gondo soll die älteste im Wallis sein. Möglich. Klar ist, Gondo ist ein Ort für Goldsuchende und Goldschürfer. Noch immer befinden sich hier unentdeckte Goldschätze, die darauf warten gefunden zu werden. Wann aber fand in Gondo der Goldrausch statt? Wer waren die ersten Menschen, die in Gondo Gold schürften? Und was hat der grosse Kaspar von Stockalper damit zu tun? Fragen über Fragen, auf die du hier eine Antwort findest.
Die Geschichte des Goldes in Gondo geht weit zurück. Sehr wahrscheinlich bis in die römische Zeit. Um 1550 soll eine Familie Clausen von Ernen in Gondo nach Gold gegraben haben. Genaueres ist aber erst ab 1660 bekannt. Damals kaufte der grosse Kaspar Stockalper das Grundstück, auf dem heute das ehemalige Goldbergwerk Gondo steht. Er liess die nötigen Einrichtungen für die Goldgewinnung bauen und liess das gewonnene Erz von Bergmännern abtransportieren. Die erfolgreichsten Goldgräber unter Kaspar von Stockalper waren die Kollegen Burgener und Wegener und die Familie Maffiola. Bis zum Jahre 1842 blieb die Familie Stockalper im Besitz der Konzession.
Nachdem das Wallis 1810 seine Unabhängigkeit verlor und zum Departement du Simplon zu Frankreich kam interessierten sich die Franzosen für das Goldbergwerk in Gondo. Die Konzession ging 1852 an den Italiener Baglioni über. Unter ihm verfiel der Bergbau im Wallis nach und nach. Ingenieur Heinrich Gerlach wurde von der Regierung beauftrag nach den Gründen zu forschen. Schuld war angeblich das neue Bergbaugesetz. 1892 wurde die «Société des Mines d’or d’Helvétie» gegründet und umfangreiche Erschliessungsarbeiten vorgenommen. Chefingineur war Alcide Froment aus Paris. Durch ihn erlebten die Goldminen von Gondo einen regelrechten Goldrausch. Denn Froment bezeichnete die Goldminen von Gondo 1893 als die bedeutendsten in Europa. Ob Froment wirklich davon überzeugt war oder so versuchte Aktionäre zu gewinnen ist unklar. Wieviel Gold unter Froment gefunden wurde ist auch nicht bekannt. Klar hingegen ist, dass vom Gondo-Gold 1893 25 Stück 20 Franken-Münzen geprägt wurden.
Froment verkaufte den Betrieb 1894 an die «Société des Mines d’or de Gondo», die bereits zwei Jahre später am 17. Mai 1897 in Konkurs geriet. Noch im Jahr 1895 wurden 19 Stück und 1897 29 Stück 20 Franken-Goldvreneli geprägt, bevor die Arbeiten im Mai 1897 jäh gestoppt wurden. 1916 wurden die Anlagen demontiert und nach Italien verkauft, wo sie zu Rüstungszwecken verwendet wurden.