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Am 19. September 1946 hielt der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill in Zürich eine Ansprache, in der er die "Vereinigten Staaten von Europa" verlangte. Genau 50 Jahre nach seinem Tod schaut swissinfo.ch mit einigen aussergewöhnlichen Bildern zurück auf seinen damaligen Urlaub in der Schweiz.
Churchill, im Jahr zuvor vom britischen Stimmvolk abgewählt und danach Oppositionsführer, kam mit seiner Frau und einer seiner Töchter Ende August in der Schweiz an. Sie erwarteten einen dreiwöchigen Erholungsurlaub, während dem er an seinen Memoiren schreiben sollte.
Tatsächlich aber verbrachte der energische 71-Jährige einen Grossteil der Zeit damit, an seinen Reden und dem neuen Manifest der Konservativen zu feilen. Zudem schrieb er unzählige Briefe an Freunde in der ganzen Welt und warnte sie vor seinem Angstgegner, dem Kommunismus, und der Bedrohung durch Russland.
Doch wenn er nicht diktierte oder malte, unternahm Churchill zahlreiche Autofahrten durch Genf, Bern und Zürich. Überall wo er hinkam, erwarteten ihn begeisterte Menschenmengen.
In seiner Ansprache an der Universität Zürich legte er den Schwerpunkt auf ein "Heilmittel", das nach der Einnahme "in ein paar Jahren Europa, oder den grössten Teil davon, so frei und glücklich machen könnte, wie es heute die Schweiz ist". Seine Lösung – "wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa bauen" – kam in der Schweiz viel besser an als in seiner Heimat Grossbritannien.
(Bilder: Keystone and RDB; Text: Thomas Stephens, swissinfo.ch)