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Die Chancen der Elektromobile im Automobilmarkt
von Bill Dubé
Als ehemaliger Mitarbeiter einer Volkswagen-Vertretung bin ich
überzeugt, dass die Händler den grossen Teil ihres Geldes am Verkauf verdienen und nicht
an der Reparatur der Fahrzeuge. Auch wenn die Reparaturabteilung kostendeckend arbeitet,
ist sie nicht der Goldesel, so wie der Verkauf von neuen und gebrauchten Wagen.
Autohersteller sind daran interessiert, Geld zu verdienen. - Sie wollen
eigentlich Jahr für Jahr dieselben Wagen verkaufen. Aber der Wettbewerb treibt sie an,
dass sie jedes Jahr "bessere" Autos herstellen, um den eigenen Marktanteil zu
halten. Falls die Leute Elektromobile wollen, werden die Autohersteller Elektromobile
verkaufen.
Einige Autohersteller testen jetzt den Markt für Elektrofahrzeuge. Zum
Beispiel schaut Toyota speziell auf den Markt der elektrischen und alternativen Antriebe.
Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und merken, dass der Automarkt längerfristig dahin
tendiert. Es ist nur eine Frage der Zeit. Sie sind so weitsichtig, dass sie das
realisieren. Für jeden Prius, der den Verkaufsraum verlässt, legen sie 10'000 Dollars
drauf. Sie nehmen das in Kauf, um Erfahrungen zu sammeln und Kunden im Segment der
alternativen Fahrzeuge zu finden. In Japan gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für
einen Minimalanteil von Elektrofahrzeugen, so wie in einigen Staaten der USA. Die
japanischen Hersteller werden nicht darauf gestossen. Sie machen es trotzdem, weil es
ökonomisch sinnvoll ist, die längerfristige Marktentwicklung im Auge zu behalten.
Der Prius, das Hybridfahrzeug von Toyota
Neue Technologien wie Brennstoffzellen, Hybridantriebe und Schwungräder
muss man ausprobieren, um zu sehen, ob sie funktionieren. Wenn man es nicht ausprobiert,
weiss man nicht, ob es geht oder nicht. Elektromobile sind ein Zweig dieses Prozesses von
Forschung und Entwicklung. Sie funktionieren bereits einigermassen gut. Wenn man noch
etwas damit herumprobiert, werden sie immer besser. So läuft der Hase in der Industrie.
Würde man sich bei den Forschungsinvestitionen immer nur auf die
"richtigen" Gebiete beschränken, gäbe es keine Elektromobile. Man verliesse
sich auf die klassischen Technologien, wie zum Beispiel Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.
Es ist daher nicht schlecht, wenn man Geld auch in andere Bereiche steckt. Man zeigt, dass
man dem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist.
Dabei sollte man die Probleme eines nach dem anderen angehen. In den
Wissenschaften beginnt man mit einem Experiment, dessen Resultat man schon
"kennt". Wenn das Experiment richtig herauskommt (was selten der Fall ist), geht
man weiter und untersucht etwas, das schwieriger und schon weniger klar ist. Der erste,
wichtige Schritt wird von Anfängern oft weggelassen. Sie denken: "Nun, wir haben das
zwar noch nicht gemacht, aber es scheint ein Kinderspiel zu sein. Wir machen lieber einen
rechten Sprung und ersparen uns das langweilige Zeug." - Es ist wichtig, dass die
Sache bereits auf einem Niveau läuft, das einem vertraut ist, bevor man sich auf die
schwierigen Probleme stürzt. Man merkt mit der Zeit, dass man nicht alles so gut
versteht, wie man zuerst gedacht hat, und dass es schlau ist, bedächtig anzufangen.
Die grossen Hersteller suchen sich die Märkte sorgfältig aus, bevor
sie sich mit neuen Produkten aufs Glatteis wagen. Wenn die Sache rund läuft, erschliessen
sie auch schwierigere Gebiete und Märkte.
Chuck Yeager, der Pionier des Überschallfluges, bezwang die Schallmauer
nicht gleich bei seinem ersten Flug mit der Bell X-1. Er gewöhnte sich zuerst an das
Flugzeug bei langsamen Geschwindigkeiten. Hätte er beim ersten Flug voll Schub gegeben,
hätte die Maschine ausser Kontrolle geraten können. Er wäre tot und man hätte nichts
gewonnen. Er begann die X-1 so zu fliegen, dass er annahm, es würde gut gehen. Dabei
erkannte er einige kleine Schwierigkeiten (bei diesen Geschwindigkeiten), liess sie
beheben und flog dann ein wenig schneller. Bei jedem Schritt gab es neue Probleme, um die
man sich kümmerte, bevor man die Geschwindigkeit wieder erhöhte. Das Ergebnis war, dass
er die Schallmauer erfolgreich durchbrochen hat.
General "Chuck" Yeager an der Schallgrenze (1947)
So funktioniert erfolgreiche Forschung und Entwicklung. Man springt
nicht rein und gibt Vollgas. Der Tod (oder Bankrott) ist keine Lernerfahrung. Der Weg
führt nur über einzelne Schritte, von denen jeder auf eine bestimmte Weise
erfolgversprechend ist.