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Herpangina – Schmerzhafte Halsentzündung, die von selbst ausheilt
Rund ein Prozent der Halsentzündungen wird von Coxsackieviren der Gruppe A ausgelöst. Betroffene – meist Kinder unter vier Jahren – leiden dann unter Herpangina. Diese ist zwar sehr unangenehm, heilt jedoch innerhalb weniger Tage von selbst ab.
Der Beginn einer Herpangina (auch Zahorsky-Krankeit, vesikuläre Pharyngitis oder Angina herpetica) ist meist unspezifisch. Dabei leiden die Betroffenen unter hohem Fieber und Allgemeinbeschwerden, dazu kommen ein geröteter Rachen und starke Halsschmerzen. Seltener tritt auch Erbrechen auf.
Ab dem zweiten Krankheitstag erscheinen schliesslich im Rachenbereich bis zu 20 gräulich gefüllte Bläschen im Bereich der Tonsillen, der Uvula oder der Zunge (siehe Bild). Die Bläschen, die im Gegensatz zur Hand-Fuss-Mund-Krankheit nur auf der Schleimhaut im Mund- und Rachenraum auftreten, sind etwa zwei bis drei Millimeter gross. Im Verlauf platzen diese auf, und hinterlassen gelbliche kreisrunde Ulzera mit rotem Hof (1).
Meist Kinder unter sieben Jahren betroffen
Die Herpangina betrifft vorwiegend Kleinkinder und Kinder im Grundschulalter, seltener auch Erwachsene. Sie tritt hauptsächlich im Sommer auf.
Obwohl der Lokalbefund der Herpangina in akuten Halsschmerzen besteht, handelt es sich beim Erreger um einen Picornavirus aus der Gruppe der Enteroviren. Diese vermehren sich im Intestinaltrakt. Die Herpangina wird meist durch den Typ 24 der Coxsackie-A-Viren ausgelöst (1). Eine Infektion mit diesem Typ kann sich neben der Herpangina auch in einer Konjunktivitis äussern.
Andere Coxsackie-A-Viren (hauptsächlich Typ 5, 7, 10, 16) verursachen hingegen die Hand-, Fuss-, Mund-Erkrankung. Seltener kommt es bei einer Infektion mit Coxsackie-A-Viren zu meningitischen Symptomen, Exanthemen und urogenitalen Beschwerden.
Infektion meist durch den fäkal-oralen Weg
Das Virus wird meist über den fäkal-oralen Übertragungsweg weitergegeben. Infizierte scheiden dabei Viren mit dem Stuhl aus – zur Infektion kann es dann entweder direkt von Mensch zu Mensch kommen, oder indirekt über berührte Gegenstände, Lebensmittel oder Wasser. Durch Speicheltröpfchen kann die Infektion in einem frühen Erkrankungsstadium zudem auch durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden.
Bei einer Konjunktivitis mit Coxsackie-A-Viren besteht zudem die Möglichkeit einer Übertragung durch Schmierinfektion.
Bei Herpangina beträgt die Inkubationszeit zwei bis neun Tage. Ansteckend sind infizierte Personen bereits zwei bis drei Tage bevor die ersten Symptome eintreten, und während der Dauer des klinischen Beschwerdebildes (1,2).
Da das Virus bis zum Abheilen der Bläschen über den Stuhl ausgeschieden wird, ist eine gründliche Toiletten- und Händehygiene kritisch, um die Infektionsausbreitung einzudämmen. Infizierte Kinder sollten zudem keine Einrichtungen wie Schule oder Kindergarten besuchen, bis alle Bläschen abgeheilt und alle anderen Symptome abgeklungen sind.
Diagnosestellung erfolgt meist klinisch
Die Diagnose wird durch die Anamnese und Beurteilung der sichtbaren Läsionen im Bereich des hinteren Gaumens gestellt. Weitere Massnahmen, wie der Erregernachweis im Stuhl, Rachenspülwasser oder Konjunktivalabstrich mittels Polymerase Chain Reaction (PCR), können die Diagnose bestätigen, sind aber meist nicht notwendig.
Benötigt die Herpangina eine Therapie?
In der Regel heilt die Infektion Innerhalb rund einer Woche auch ohne Therapie ab. Sie hinterlässt eine lebenslängliche Immunität. Nur sehr selten kommt es zu Komplikationen
Die Behandlung der Herpangina erfolgt ausschliesslich symptomatisch mit Antipyretika und Analgetika. Um die Wundheilung zu fördern, helfen pflanzliche Tinkturen aus Kamille oder Salbei. Zur topischen Behandlung des Mund- und Rachenraums können antiseptische oder salzhaltige Mundspülungen verwendet werden, die auch schmerzlindernde Inhaltsstoffe enthalten können. Da die Bläschen im Mund gerade bei Kontakt mit säure- und salzhaltigen Lebensmitteln sehr schmerzhaft sein können, sollte zudem auf eine entsprechend milde Diät geachtet werden.