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*** for English version see below ***
Der folgende Artikel hat die Form eines Dialoges zwischen Ida Taavitsainen, finnische Fotografin und Autorin des Buches The Memory of My Wardrobe (2014), und Swantje Martach, deutsche PhD-Kandidatin der Philosophie. Drei Fragen stellte Swantje Martach (im Folgenden: SM), Ida Taavitsainen (IT) antwortete auf künstlerisch-photographische Weise, und Swantje Martach wagte den Versuch, sowohl Fragen als auch Antworten philosophisch einzubetten.
Das Thema dieses Dialoges, welcher in Form eines Emailaustausches stattfand und in englischer Originalfassung im Anschluss an die deutsche Übersetzung (von SM) zu lesen ist, ist die Handlungsfähigkeit des Kleides. Handlungsfähigkeit, das ist mehr die Übersetzung der Definition als des eigentlichen englischen Kernwortes, nämlich der sogenannten agency. Agency hat nichts mit der „Agentur“ zu tun, auch wenn diese Übersetzung leider in zahlreichen Wörterbüchern zu finden ist, sondern wird hier im weitesten Sinne als Fähigkeit zu Handeln verstanden. Die Philosophen nun schon seit einiger Zeit beschäftigende Frage ist, ob Handlungsfähigkeit allein uns Menschen zukommt, oder ob auch Dinge handeln können.
Dies möchte Swantje Martach in Hinsicht auf das Kleid herausfinden. In ihrem letzten Artikel “Kleidet Sich der Mensch?“, erschienen am 25.07. auf www.philosophie.ch, erklärte sie bereits, dass das Kleiden nicht allein vom Menschen initiiert und kontrolliert wird, sondern hier eine Mensch-Kleid Interaktion vorliegt, die beide Akteure zu gleichen Teilen beeinflussen. In dem vorliegenden Artikel soll nun der Frage nachgegangen werden, inwiefern das Kleid sowohl das Kleiden als auch uns als Kleidende steuert, wie es dazu ermächtigt wird, und wohin es uns lenkt.
(1) SM: Gehen wir davon aus, dass das Kleid nicht definiert werden kann anhand äußerer Charakteristika wie etwa einem Knopf (der auch bei einem Kissen zu finden ist) oder einer Tasche (z.B. auch bei einem Necessaire), sondern jenes Ding ist, mit dem wir auf eine kleidende Weise interagieren, bzw. uns zumindest theoretisch eine kleidende Interaktion vorstellen können. Können wir uns darauf einigen zu sagen, das Kleid sei zu einer gewissen Art von Handlung fähig durch, und allein im Rahmen von Mensch-Kleid Interaktionen? Wenn ja, was für eine Art der Handlungsfähigkeit ist es, die das Kleid besitzt?
IT: Ich sehe es auch so, dass ein Kleid [A.d.Ü.: im Sinne von „Kleidungsstück“], sobald es aus der Interaktion mit uns Menschen tritt, seine ursprüngliche und hauptsächliche Funktion verliert. Kleider sind dazu da getragen zu werden, und fast all unsere Taten im Leben beinhalten das Tragen von Kleidern, d.h. das Leben findet „im Kleid“ statt, und wir Menschen sind es, die den Kleidern Leben einhauchen. Nicht nur jeder Mensch sondern auch jedes Kleid hat eine Geschichte, die entweder versteckt oder offen liegen kann. Ein zerrissenes Kleid erzählt vielleicht von einem Unfall, ebenso wie ein wunderschönes, makelloses Kleid von einem besonderen Moment im Leben erzählen kann, wie etwa vom Bedürfnis sich attraktiv zu fühlen wenn man frisch verliebt ist.
Trotz der Tatsache, oder vielleicht gerade weil Kleider einen Körper benötigen um belebt zu werden und handeln zu können habe ich mich für mein Buch dazu entschieden, die darin abgebildeten Kleider ohne eine Person in ihnen zu photographieren. Hätte ich meine Kleider an mir selbst gezeigt, so wäre im Mittelpunkt des Projekts mein eigener Körper gestanden. Aber diese Kleider sind geteiltes Eigentum, und wurden schon an anderen Körpern vor meinem eigenen getragen. Das Ausschließen eines menschlichen Körpers lässt das Kleid geistesgleich wirken und lenkt den Fokus auf das Gefühl des Verlusts, um welches es in diesem Projekt geht. Insgesamt denke ich, dass unsere Kleider viel über uns aussagen, sogar in Situationen in denen sie auf sich allein gestellt sprechen müssen, wie ich es in meinem Buch zu zeigen versuche.
SM: In der Theorie des Kleides, zumeist eine Untersparte der Kulturwissenschaften, ist es eine weitverbreitete Überzeugung, dass das Kleid nur am Körper lebendig wird. Dies ist auch der Grund, weshalb Kleider in Schränken sterben und in Museen schon lange tot sind. An Ida’s Arbeit ist so interessant, dass es ihr in ihrer Photographie gelingt, ihre Kleider nicht als Museumsexponate zu präsentieren, sondern sie als lebendig zu erhalten. Um es philosophisch korrekt auszudrücken erzählen die Kleider bei Ida weder nur ihre eigene Geschichte (die Geschichte des Kleides), noch die Geschichte des/r Menschen die sie häufig bekleideten, sondern sie geben Einblicke in den Verlauf von spezifischen Mensch-Kleid Interaktionen.
In solchen Interaktionen müssen sich Mensch und Kleid aneinander anpassen damit ihr Zusammenspiel funktionieren kann. Eine Bluse, die bzw. ein Hemd, das dem sie tragenden Menschen nicht gestattet seinen Arm komplett zu heben, verführt den Menschen dazu sich auf die Zehenspitzen zu stellen um über ihm liegende Dinge greifen zu können. Und ein enger Bleistiftrock lässt unsere Schritte kleiner werden und an Frequenz zunehmen. Anders herum passt sich auch das Kleid in Form und Bewegung jenem menschlichen Körper an, mit dem es interagiert. Ein Oberteil entwickelt Falten genau dort, wo die Silhouette des Oberkörpers Kurven schlägt; und Jeansknöpfe weiten sich durch die Spannung, die sie durch sich im Laufe des Tages oder nach einer stattlichen Mahlzeit vergrößernde Bauchpartien erfahren.
Interessanterweise ist der einzige für uns zugängliche Körper-im-Kleid unser eigener. Wie ein anderer sich in seinen Kleidern fühlt, wie die Kleider eines anderen sich für ihn anfühlen, und wie sie ihn sich fühlen lassen, das werden wir niemals wissen. Auch Merleau-Ponty schreibt: „Ich habe kein anderes Mittel den menschlichen Körper zu erfahren als ihn zu leben“ (2005: 231). Wann immer wir ein Kleid sehen, können wir nicht anders als uns vorzustellen wie es sich anfühlen würde wenn wir es tragen. Daraus folgt nicht nur, dass wir andere Mensch-Kleid Interaktionen anhand unserer eigenen bewerten, sondern auch, dass keine Wahrnehmung eines Kleides als solches möglich ist. Anders formuliert: Es gibt kein autonomes Kleid. Und genau das ist es, was Ida’s Photographien so beeindruckend macht. Sie lassen uns die gezeigten Kleider am eigenen Körper spüren, doch in ihnen erhält auch die dem Kleid eigene Biographie (seiner vorangegangenen Kleidensinteraktionen) Raum.
(2) SM: Was macht das Kleid mit uns während des Kleidens? Wo führt es uns hin? Was will es erreichen? Und welche Möglichkeiten haben wir ihm entgegenzusteuern, falls wir mit seiner Richtung nicht einverstanden sind?
IT: Es ist schon komisch, dass die Wichtigkeit von Kleidern so häufig unbeachtet bleibt. Vielleicht ist es wegen ihrer Alltäglichkeit oder wegen der Oberflächlichkeit, die Fashion Trends oft zugeschrieben wird. Doch in Wahrheit sind Kleider bedeutsam. Wir alle tragen sie und ob wir es mögen oder nicht, sie sagen viel über uns aus. Natürlich ist die Aussagekraft von Kleidern auch abhängig von der Interpretation ihres Lesers. Mir ist sehr wohl bewusst, dass nicht jeder so ist wie ich, der es gefällt, das Kleiden eines Menschen von Kopf bis Fuß zu analysieren. Aber niemand kann umgehen, mit dem Was und dem Wie des eigenen Kleidens ein (konstantes) Statement zu setzen. Kleider berichten viel über Zugehörigkeit, Berufsstand, Schicht und auch Geschmack, aber können auch viel verbergen. Dieser zweite Fragenblock ist für mich sehr interessant, denn ich wundere mich schon lange, ob wir es sind, die unsere Kleider tragen, oder ob nicht unsere Kleider uns tragen. Definieren wir unser Kleiden, oder definiert das Kleiden uns?
SM: In erster Linie ist es wichtig eine Trennlinie zu ziehen zwischen der Frage, wie das Kleid uns beeinflusst, und der Frage, was (wir denken dass) es über uns aussagt. Die Mensch-Kleid Interaktion, in die man momentan involviert ist, kann direkt gefühlt, wahrgenommen und bewertet werden. Währenddessen ist die Meinung und Einschätzung anderer über das eigene Kleiden eher schwierig zu erfassen (aufgrund von Höflichkeit und zwischenmenschlicher Nähe) und zu berücksichtigen (aufgrund von Unterschieden im Geschmack). Eine Alter-Wahrnehmung als solche, d.h. die Wahrnehmung eines (oft gar imaginierten) Anderen, kann unterteilt werden in folgende Aspekte: Was denken wir sagen unsere Kleider über uns aus? Wie meinen wir erfahren andere unser Kleiden? Und wie erfahren andere unser Kleiden tatsächlich?
Nichtsdestotrotz sind sowohl unsere Mensch-Kleid Interaktionen als auch unsere Mensch-Mensch Interaktionen über das Kleid(en) Momente des Kleidens, und stehen daher in Bezug zu einander. Um es nochmals zu betonen: Das Kleid allein spricht nie, sondern besitzt nur die Fähigkeit zu sprechen. Das gleiche Kleid an unterschiedlichen Körpern in Kombination mit anderen Kleidern erzählt gänzlich diverse Geschichten. Man denke nur an ein Kleid, das von einem jungen Mädchen mit Converse All Stars getragen wird, im Gegensatz zum gleichen Kleid, von einer reiferen Frau mit High Heels kombiniert. Die vom Kleiden eingeschlagene Richtung hängt ab von der spezifischen Interaktion, zu welcher sowohl der Mensch als auch das Kleid beitragen. Dasselbe gilt natürlich auch für Steuerungen des Kleidens in Richtungen gegensätzlich zu der momentanen. Weder Mensch noch Kleid allein können das Kleiden gänzlich bestimmen, denn beide spielen nur eine partielle Rolle hierin — eben so, wie auch der einzelne Agent nicht gänzlich die Alter-Wahrnehmung des eigenen Kleidens bestimmen kann.
(3) SM: Was passiert dann mit dem Kleid, das aus dem Rahmen der kleidenden Umgangsweise, der Mensch-Kleid Beziehung, der Kleidensinteraktion fällt? Und wie fällt ein Kleid dort hinaus? Welche Dauer hat das Kleid, und welche die Interaktion?
IT: Ein altes, rot geblümtes Kleid, das einst meiner Großmutter gehörte, ist heute nicht mehr tragbar. Es ist jenseits jeder Reparatur, doch ich denke, es hatte ein langes und erfülltes Leben in all seinen diversen Versionen und Verwendungen. Zuerst gehörte es wie gesagt meiner Großmutter, für die es von einer Schneiderin gefertigt wurde. Nach einiger Zeit lies sie es zu einem Hosenanzug umändern, und so bekam es einen ganz neuen Look. Dann geriet es in Vergessenheit, und wir Kinder bekamen es um Verkleiden damit zu spielen. Als Jugendliche erkannte ich, mit was für einem Juwel wir jahrelang gespielt hatten, und ich lies es von einer Schneiderin zurück in ein Kleid verwandeln, das ich dann bei der Hochzeit des Cousins meiner Mutter trug. Ich denke nicht, dass ich es danach noch einmal getragen habe, denn der Stoff des Kleides wurde brüchig. Doch wenn du mich fragst, war das ein ziemlich schönes Leben für ein Kleid! Ich besitze es noch immer, denn ich würde es nicht übers Herz bringen es wegzuwerfen. Und gerade frage ich mich, ob nicht noch Teile seines Stoffes sich für etwas anderes, etwas neues verwenden ließen. Falls nicht, muss ich es wohl aufgeben und mich mit den Photographien begnügen, die ich von diesem Kleid besitze.
Im Übrigen ist es das, was ich an der Photographie so schätze: Ihre Fähigkeit Dinge zu erhalten. So sehr ich auch an diesem Kleid hänge und wünschte es würde ewig bestehen, vielleicht sogar mich überleben, so glaube ich auch, dass Kleider dazu gemacht sind getragen zu werden. Und schlussendlich führt das Getragen-Werden zu ihrem unausweichlichen Schwinden. Durch meine Photographien versuche ich zumindest einen Teil der Kleider für mich zu bewahren, auch wenn ich sie nicht mehr länger tragen kann.
SM: Das von Ida gewählte Beispiel ist sehr schön, jedoch alles andere als die Norm. Die Norm ist, ein Kleid wegzuwerfen lange bevor sein Stoff die Chance hatte, Spuren der Abnutzung zu zeigen, geschweige denn brüchig zu werden. DIY (do-it-yourself) hat sich in den letzten Jahren zwar als Trend etabliert, doch den meisten fehlt es an Zeit und zugegebenermaßen auch an Fertigkeiten um ihre Kleider zu reparieren oder gar zu recyclen. Zudem ist es leider meist nicht der emotionale, sondern der finanzielle Wert eines Kleides, der darüber bestimmt, ob wir ihm ein zweites (drittes, viertes, …) Leben bereiten, oder ob wir es einfach wegwerfen bzw. spenden. Wir können uns so verbunden wie irgend möglich mit einem H&M-Kleid fühlen, geht es kaputt, so zögern wir weitaus weniger es auszusortieren als im Falle eines Prada-Kleids.
Ein interessanter Aspekt für die Philosophie ist, wie der Zeitpunkt bestimmt wird, an dem eine Mensch-Kleid Interaktion sich verändert bzw. endet. Die am weitesten verbreitete Überzeugung hiervon ist, dass wir Menschen es sind, die die Interaktionen mit ihren Kleidern beginnen, bestimmen und beenden. Schaut man allerdings genauer hin, so ist es in Wahrheit die Summe aller vorherig durchlebten Mensch-Kleid Interaktionen (ihre Frequenz und auch ihr Vergnügen), die das Finale einer Interaktion festlegen. Es ist also das Kleiden als solches, welches die Macht innehat, das Kleid kein Kleid (für mich) mehr sein zu lassen, sondern es in etwas anderes umzuwandeln, vielleicht ein Kleid für jemand anderen, oder etwas anderes für mich, wie etwa ein Putzlappen oder die Lumpen einer Vogelscheuche.
The Agency of the Cloth
A Dialogue between Ida Taavitsainen and Swantje Martach
The following article states a dialogue between Ida Taavitsainen, Finnish photographer and author of the book The Memory of My Wardrobe (2014), and Swantje Martach, German PhD-candidate in Philosophy. Three questions were posed by Swantje Martach (in the following: SM), Ida Taavitsainen (IT) answered from her artistic-photographic viewpoint, and Swantje Martach attempted to philosophically embed both question and answer.
The topic of this dialogue, realized as an email-conversation, is the agency of the cloth. Agency is understood here in its broadest sense as the capacity to act. For quite a long time already, philosophers are concerned with the question whether agency is an exclusively human characteristic, or if also things can act.
To investigate this topic with regard to the cloth is the intention of Swantje Martach. In her last article “Kleidet Sich der Mensch?“ (Does Man Cloth Himself?), published on www.philosophie.ch (25.07.2018), she explained that the clothing is not initiated and controlled by the human alone, but states a human-cloth interaction to which both agents equally contribute. In the present article, it shall be dealt with the question to what extent the cloth steers both the clothing and us as “clothers“, how it is empowered to do so, and where it leads us to.
(1) SM: Let us assume that the cloth cannot be defined by external characteristics, such as a button (which is sewed as well on a pillow) or a pocket (e.g. also in a toiletries bag), but is that kind of thing with which we interact in a clothing manner, or which we at least theoretically could imagine to cloth (to dress, wear, and undress). Do we agree upon saying that the cloth owns an agency via, and only in the frame of human-thing interactions? If so, what kind of agency is possessed by the cloth?
IT: Yes, I agree that garments that do not interact with humans lose their original function. Clothes are meant to be worn and almost all the things we do in life involve wearing clothes, so life happens in clothes, and we grant clothes with a life. Just like humans, clothes have stories to tell, that can be either hidden or visible. A torn piece can tell about an accident, and a beautiful dress — without any visible marks — can tell about a special moment in life, like wanting to feel beautiful when newly in love.
Even though, or maybe precisely because clothes need a body to become alive and be able to act, for my book I decided to photograph the clothes without a person in them, because had the clothes been on me, the project would have become too much about my own body. But these clothes are shared and have been on other bodies before mine. The exclusion of a human body also makes the clothes look more ghostlike and emphasizes the feeling of loss that this project speaks about. In sum, I think that your clothes tell a lot about yourself, even in situations in which they have to speak for themselves, that I tried to capture for my book.
SM: It is a commonly held notion in dress theory that clothes are alive only on the body, which is why they fade away in wardrobes, and are long dead in museum exhibitions. What is so interesting about Ida’s work is that in her photography she manages to not present her clothes as exhibits, but holds them alive. To put it philosophically correct, here the clothes do not tell their own story alone, neither do they depict the story of the human(s) they frequently dressed, but they reveal the course of specific human-cloth interactions.
In such interactions, both human and cloth need to adjust to each other in order to make their interplay function smoothly. A blouse/shirt that does not allow the human to raise her arm completely leads her to stand tipi-toed in order to reach things lying above her. And a tight pencil skirt makes our steps become smaller and higher in frequency. The other way around, the cloth aligns itself to both form and movement of the human body it finds itself interacting with. A blouse develops creases where the upper body’s silhouette takes a curve; and the button of a jeans widens because of the tension created by bellies that become bigger during the course of the day, or after a big meal.
Interestingly, the only body-in-clothes we can access is our own. We will never know, but can only imagine how others feel in their clothes, how other’s clothes feel for them, and how other’s clothes make them feel. Also Merleau-Ponty writes “I have no means of knowing the human body other than that of living it“ (2005: 231), which implies that whenever we see a cloth, we cannot help but imagine us wearing it. Therefrom we can deduce two issues. Firstly, that we judge other human-cloth interactions alongside our own; and secondly, that there is no perception of a cloth as such, an autonomous cloth. And this is what makes Ida’s photographies so astonishing. They almost make us sense the pictured clothes on our body, but simultaneously grant the cloth’s own biography (of its prior clothing interactions) room to speak.
(2) SM: What does the cloth do to and with us in the clothing? Where does it lead us to? What does it want to achieve? And what opportunities do we have to counteract, in case we disagree with its direction?
IT: I find it strange that the importance of clothes is often overlooked — maybe because of their everydayness or fashion’s association with vanity. But the truth is, clothes are important. We all wear them and whether we like it or not, they tell a lot about us. Of course, what they say is also down to the reader. I understand that everyone is not like me who likes to analyze people’s clothing from top to bottom, but nobody can avoid making a (constant) statement by the clothes she wears, and how she wears her clothes. Clothes tell a lot about belonging, profession, class, and also about one’s taste; but clothes can also conceal. Your question is very interesting for me because sometimes I do wonder if it is us wearing our clothes or whether it might also be our clothes wearing us. Is it us who define our clothing, or does our clothing define us?
SM: In the first place, it is important to distinguish between how our clothes influence us, and what we think they tell (to others about us). The human-cloth interaction one is currently engaged in can be sensed, perceived, and judged directly; whilst the estimation and opinion of others about our own clothing is something rather difficult to find out about (for reasons of politeness and interhuman proximity) and consider (because of taste). As such, an alter-perception of our own clothing can be divided into the aspects of what we think our clothes send, what we think others receive, and what others actually receive.
Nevertheless, both our human-cloth interactions as well as our human-human interactions via clothes are but momenti in the clothing and therefore surely influence each other. To stress this fact again, the cloth alone never speaks, but only owns the disposition to speak. The same cloth on different bodies together with other clothes tells completely different stories, e.g. when thinking about a dress worn by a young girl with Converse All Stars, or by a grown-up woman with high heels. Coming back to the question I posed, what course the clothing takes is dependent on the peculiar interaction as such, to which both the human and the cloth merely contribute. This is also valid in case of a counteraction. Neither human nor cloth alone can determine alone the clothing course, because they only play a partial role in it — just like the singular agent cannot fully determine the alter-perception of the own clothing.
(3) SM: What happens, then, with the cloth that falls out of the frame of the clothing interaction, of the human-cloth relation, of the clothing manner of dealing and being dealt with? How does it happen that a cloth falls out of a clothing interaction? How long lasts a cloth, and what marks the duration of a clothing interaction?
IT: An old, red flower printed dress, that once was my grandmother’s, today is no longer wearable. It is beyond repair, but I think it has done its duty in all its different lives and forms. First it belonged to my grandmother, and it was tailor-made for her. After a while, she had it made into a pantsuit and gave it a completely new look. Then it was forgotten about for a while, and given to us kids to play dress-up. When I became a teenager, I realized what a gem we had been playing with, and had a seamstress make it back into a dress that I wore at my mother’s cousin’s wedding. I do not think I wore that dress again after that, because the fabric started to break, but if you ask me, that is a pretty good life for one dress! I still have it though, as I have not dared to throw it away, and I am still wondering if I could use parts of the fabric for something else, something new. If not, maybe I just have to give up on it and settle with the photograph I have taken of the dress.
By the way, this is what I like so much about photography: its ability to preserve. As much as I hold on to that dress and wish it could last forever, even outlive me maybe, I do believe that clothes are meant to be worn. And eventually, being worn leads to their inevitable disappearance. Through my photographies I try to keep a part of the clothes with me, even though I cannot wear them any longer.
SM: This example given by Ida is beautiful, yet it sadly does not depict the norm. The norm is to throw away a cloth way before its fabric has the chance to show traces of wear, not to think about breaking. DIY (do-it-yourself) in the last years established itself as a trend, yet many lack time and skills to repair or even recycle their clothes. And interestingly, most of us do not decide by emotional, but by financial aspects whether a cloth is worth to be granted with a second (and third, fourth, …) life, or if we just throw it into the bin, or donate it. We can feel attached to a dress from H&M as much as we probably do, when it is busting we will hesitate less to give it away than we do with regard to a Prada dress.
An interesting aspect for philosophy is how the point in time is set in which the human-cloth interaction is altered or ended. The basic idea most people are convinced about is that they end their interaction with a cloth. Yet, when taking a closer look at this issue, it mostly is the sum of former lived-through human-cloth interactions (their frequency, and also their delight) that determine the interaction’s final. So it is the clothing as such that owns the power to let the cloth cease to be a cloth (for me), but mutates it into something else, maybe someone else’s cloth, or something else for me, such as a cleaning rag or the tatters of a scarecrow.