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Holdener knapp neben dem Podest - Brignone und Vlhova teilen Sieg
Wendy Holdener verpasst ihren zweiten Weltcup-Podestplatz im Riesenslalom knapp. Die Schwyzerin wird in Sestriere Vierte, 37 Hundertstel hinter der drittklassierten Mikaela Shiffrin.
Holdener griff die Podestplätze am Nachmittag von der 5. Stelle aus an. Am Ende stand ein 4. Platz, über den sie sich durchaus freuen konnte. Dank der zweitbesten Laufzeit schaffte sie einen Monat nach dem 3. Rang in Courchevel ihr zweitbestes Resultat in dieser Disziplin. «Schön zu sehen, dass ich mit den Besten mithalten kann. Ich bin sehr zufrieden», befand sie im Interview mit dem SRF.
Nicht ganz vier Zehntel fehlten Holdener zum Podest. Das war nicht viel, angesichts der minimalen Abstände vor ihr aber durchaus einiges. Der Kampf um den Sieg verkam nämlich zu einer seltenen Hundertstel-Angelegenheit: Federica Brignone und Petra Vlhova, die beiden derzeit formstärksten Fahrerinnen, standen zeitgleich zuoberst auf dem Podest, die Winzigkeit von einer Hundertstelsekunde vor Shiffrin.
Knapper ging bislang im Weltcup der Frauen erst ein Riesenslalom aus: 2002 teilten sich Tina Maze, Andrine Flemmen und Nicole Hosp in Sölden zu dritt den Sieg. Noch enger war es 2006 im Super-G von Hafjell, als sich mit Nadia Styger, Lindsey Vonn und Michaela Dorfmeister gar ein Trio den 1. Rang teilte und die Kanadierin Kelly Vanderbeek das Podest um eine Hundertstelsekunde verpasste.
Für Vlhova war es der zweite geteilte Riesenslalom-Sieg nach jenem 2019 in Maribor mit Shiffrin. Die Slowakin triumphierte bereits zum dritten Mal seit dem Jahreswechsel. Auch Brignone, die für den ersten italienischen Heimsieg in Sestriere in einem Riesenslalom sorgte, hat 2020 mit der Kombination von Zauchensee schon ein Rennen gewonnen.
Michelle Gisins Lernphase
Wie sämtliche Österreicherinnen - Katharina Liensberger war als 17. die beste - konnten auch die übrigen Schweizerinnen nicht mit den Schnellsten mithalten. Michelle Gisin büsste im zweiten Durchgang vier Positionen ein und wurde 16., Andrea Ellenberger und Lara Gut-Behrami belegten die Plätze 21 und 23.
Gisin, die schon in den beiden vorangegangenen Riesenslaloms Mühe hatte, zeigte sich im TV-Interview vor allem mit dem 2. Lauf unzufrieden. «Ich stand von oben bis unten zu hart auf den Ski. Ausserdem stimmte das Timing teilweise überhaupt nicht.» Sie müsse die momentane Situation im Riesenslalom als Lernphase anschauen, so Gisin.
Der Frauen-Weltcup macht heuer zum ersten Mal seit drei Jahren in Sestriere halt. Weiter geht es im Skiort in den piemontesischen Alpen am Sonntag mit einem Parallel-Riesenslalom (Finals ab 11.45 Uhr).