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Filmkritik: Goldrausch in Nordmazedonien
Da kämpft sie sich durch die karge, bergige Landschaft mitten im nordmazedonischen Nirgendwo. Nur ein Feldhase springt aus dem Busch, sonst regt sich nichts. Sie balanciert entlang einer Klippe, zündet ihren Smoker an und bricht den Felsen auf. Mit blossen Händen entnimmt sie der Spalte goldgelbe Waben. Eine nach der anderen. Als gute Imkerin weiss sie: Die Hälfte kann sie mitnehmen, die andere sollte sie den wild um sie herum brummenden Bienen überlassen.
Als Hatidze Muratova von der Honigernte zurückkehrt, empfängt sie ihre Mutter. Diese, schwerhörig, halbblind und bettlägerig, bemerkt bald einmal, sie habe noch nicht vor zu sterben. Brot und Wasser seien ja da, und damit habe sie alles, was sie begehre. Doch ohne den Honig, das flüssige Gold der Region, könnte die zweiköpfige Familie Muratova ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Und wo Gold liegt, heissen die Wegelagerer Neid, Missgunst und Gier. Davor sind die beiden zwar gefeit, jedoch nicht die nomadische Grossfamilie, die bald das nachbarliche Grundstück besiedelt. Das hat auch für Hatidze Konsequenzen.