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Wegwort vom 10. August 2018
Mahatma Gandhi erzählte seinem Enkel Arun folgende Geschichte: Ein junger Mann, sehr unordentlich und chaotisch, lernte eine junge Frau kennen. Sie verabreden sich öfters, aber er nimmt sie nie nach Hause.
Eines Tages pflückt sie eine schöne rote Rose und schenkt sie ihm. Es war ein Geschenk der Liebe. Der junge Mann trug die Rose nach Hause, stöberte in seinem dreckigen Geschirr und fand eine Vase. Er wusch diese, räumte den Esstisch auf und stellte die Rose in der sauberen Vase auf den aufgeräumten Esstisch.
Die Rose machte sich gut dort, aber noch besser sähe es aus, wenn auch das restliche Zimmer ebenso ordentlich wäre. Also räumte er das Zimmer auf, putzte sogar den Boden und spülte das Geschirr. Alles sollte so schön sein wie die Rose.
Mit der kleinen Geste der Liebe veränderte sich sein ganzes Leben. Kleine Ursache – grosse Wirkung, könnte man sagen.
Aber Gandhi erklärte seinem Enkel eine weitere Bedeutung der romantischen Geschichte: Wir sollen die Rosen dieser Welt sein. Jede und Jeder von uns kann ein bisschen Hoffnung und Heiterkeit ins Leben der Mitmenschen bringen und damit Anstoss zur Veränderung sein.
Und weiter: der schlampige Junggeselle brauchte niemanden, der ihm sagte was er falsch machte, er wusste es ja. Hätte ein Aussenstehender ihn vorwurfsvoll auf seinen Saustall hingewiesen, hätte er sich wohl nicht geändert. Es brauchte nur diesen Impuls, dieses Zeichen der Liebe, diese eine Rose und schon machte das Spülen glücklich.