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„’La Danseuse nègre’ [‚La Négresse’] ist eine Erscheinung. Sie ist ebenso hoch wie die rückwärtige Wand, und ihre Füsse erwecken sogar den Anschein, über das Parkett zu schreiten; sie schreiten über das Parkett. Ja, diese prachtvolle Negerin bewegt sich auf uns zu, mit der ganzen rhythmischen Kraft ihres Tanzes, mit der ganzen verrenkten und zugleich harmonischen Leidenschaft ihres Körpers; Vögel umschwirren sie und bilden einen Kranz um sie. Hier wie anderswo hat Matisse, wie man deutlich sieht, alle Teile des tanzenden Körpers, von dem er nur das Verhältnis übernahm, mit seinen Händen erfühlt.“
André Verdet, Besuch bei Henri Matisse, 1952
In Washington, von New York für amerikanische Verhältnisse nicht weit entfernt, besitzt die National Gallery of Art wichtige grossformatige papiers découpés. Diese Werke sind alleine schon wegen ihrer Dimensionen eine Herausforderung. So misst „Grande décoration aux masques“ (1953) 3,54 x 10 m und „La Négresse“ (1953) sogar 4,53 x 6,24 m. Bei „La Négresse“ war selbst das Atelier von Matisse nicht hoch genug, so dass die ihre Füsse bildenden Papiere dort auf dem Boden lagen.
Aussergewöhnlich ist die Präsentation dieser beiden Werke ohne eine Verglasung. Dadurch können die papier découpés unmittelbar erlebt werden. Doch auf der anderen Seite ergibt diese Art der Präsentation auch Gefahren für die empfindliche Oberfläche. Mit den Kollegen vor Ort konnten die Restauratoren die sich ergebenden Probleme diskutieren.
Weiter führte die Reise der Restauratoren nach Merion, einen Vorort von Philadelphia, um „La Danse“, 1933 zu erleben. Dieses Werk gab Albert Barnes für seine Stiftung bei Matisse in Auftrag. Bei der Erstellung dieser monumentalen „décoration“ griff Matisse zunächst nur als Hilfsmittel auf farbig bemalte Papiere zurück. Dadurch mussten Kompositionsänderungen nicht immer neu gemalt werden. Erst zehn Jahre später wandeln sich farbig bemalte Papiere von einem rein technischen Hilfsmedium zu einem eigenständigen künstlerischen Ausdrucksmittel.