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Eine neue Studie lässt aufhorchen. Anders als bislang vermutet, haben kleine Kinder, die bei einer vermuteten Zöliakie dennoch Nahrungsmittel mit Gluten bekommen, ein höheres Risiko, die Krankheit tatsächlich zu entwickeln. Bisher glaubte man, mit der frühzeitigen Gabe von Gluten den Kindern eine Verträglichkeit „anerziehen zu können“.
Wie wird die Zöliakie-Entwicklung bei Kleinkindern beeinflusst?
Werden Babys und Kleinkinder mit hohem Risiko für eine bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeit mit kleinen Mengen dieses Nahrungsmittels gefüttert, dann schützt das nicht vor der Krankheit. Der Volksmund glaubt seit langem etwas anderes und viele Mediziner stellen sich auf diese Seite. Doch die Ergebnisse der neuen europäischen Studie mit 944 Kindern ergibt ein vollkommen anderes Bild.
Zöliakie ist eine Unverträglichkeit des Dünndarms gegen Gluten. Frühere Untersuchungen zu dem Thema hatten eine positive Wirkung auf das Immunsystem propagiert.
Die Prevent Coeliac Disease-Studie untersuchte Babys, die einen nahen Verwandten mit Zöliakie hatten und bei denen im Erbgut eine bekannte Risikokonstellation nachweisbar war. Die Hälfte der Kinder bekam zwischen dem vierten und sechsten Monat zusätzlich zum Stillen 100 Milligramm Gluten, die anderen ein Placebo. Nach drei Jahren hatten 80 Kinder eine Zöliakie entwickelt: 44 in der Gluten- und 36 in der Placebo-Gruppe. Die frühe Gluten-Gabe bot demnach keinen Schutz, sondern erhöhte das Erkrankungsrisiko sogar um 23 Prozent – wobei diese Risikoerhöhung statistisch nicht relevant ist.