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Mit seinem surrealistischen Theaterkrimi präsentiert Philipp Boë eine eigenwillige, visuelle Parabel über das Leben. Zu einer musikalischen Komposition voller hypnotischer Schönheit kreiert er poetische und mysteriöse Bilder, durchaus so, wie ein lebendiges Gemälde von Magritte aussehen könnte.
Aus der Stille der Nacht taucht ein kahlköpfiger Mann auf, gekleidet in einen dunklen, schweren Regenmantel. Der Detektiv wird durch einen mysteriösen Auftrag in die Abgründe seiner Erinnerungen gezogen, die ihn immer tiefer ins Herz des Mörders vordringen lassen. Woher kommt der Blutfleck auf dem Taschentuch, wer hört den fernen Schrei aus dem Herbstwald, und weshalb verlieren die Dinge ihre Namen? In diesem surrealistischen Theaterkrimi, der ein lebendiges Gemälde von René Magritte sein könnte, verwischt Philipp Boë die Grenzen zwischen Theater, Artistik und Magie. Die ganz und gar unberechenbare Geschichte ist durchsetzt mit absurdem Humor, einer rasanten Verfolgungsjagd, ziehenden Wolken und einigen Momenten der Panik. Eine überbordende Phantasie, Choreographien in schwarz-weiss und himmelblau und eine hypnotische Musik machen «Mémoire de la nuit» zu einem Erlebnis des Unheimlichen und Absurden. Die poetisch-gruslige Atmosphäre des Abends lässt die frappierende Technik des Magiers vollends vergessen.
Seit 1989 bewegt sich Philipp Boë als Artist, Bewegungsschauspieler und Regisseur durch die Welt des Bühnenschaffens, immerfort bestrebt, die verschiedenen Genres zu revolutionieren. Aus- und Weiterbildungen u.a. bei «Fool Time -Centre for Circus Skills and Physical Theatre» in GB-Bristol, am «Laban Centre for Movement and Dance» (London), an der «Ecole Philippe Gaulier» (London) und am «Centre National des Arts du Cirque» (F-Châlons-sur-Marne). 1993 war er in England Mitbegründer der mit internationalem Kritikerlob bedachten Gruppe Peepolykus, mit welchen er zwei Theaterstücke kreierte. 2005 gewinnt Philipp Boë mit seinem surrealistischen Theaterkrimi «Mémoire de la nuit» den Zentraleuropäischen Kleinkunstpreis.
Idee und Spiel: Philipp Boë. Regie: Matthias Rüttimann. Musik: Markus Gfeller und Christian Müller.