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Die Schachweltmeisterschaft hat eine lange Tradition. Wenn sie losgeht, wird bei Schachfreunden auf der ganzen Welt die Leidenschaft für das königliche Spiel neu entfacht. In diesem Blogbeitrag stellen wir alle klassischen Schachweltmeister der Geschichte vor.
Die Weltmeisterschaft ist das wichtigste Einzelturnier im Schachsport. Trotz langer Tradition des Schachspiels erlangten bisher nur 16 Spieler diesen Titel im klassischen Schach. Aktueller Weltmeister ist der norwegische Shootingstar Magnus Carlsen. Neben ihm sind vor allem Garry Kasparov und Bobby Fischer der breiten Öffentlichkeit bekannt. Die Frauen haben mit Hou Yifan (Stand 2016) eine eigene Weltmeisterin.
Der Weltmeisterschaftszyklus veränderte sich im Laufe der Zeit dutzende Male. Die meisten Schachweltmeisterschaften wurden in einem Zweikampf zwischen dem Titelhalter und einem Herausforderer ausgefochten. In Ausnahmefällen musste ein Rundenturnier entscheiden. Das aktuelle Reglement sieht vor, dass der Sieger des Kandidatenturniers, den amtierenden Weltmeister herausfordert. Für die Qualifikation zum Kandidatenturnier gibt es wiederum verschiedene Kriterien, welche hier allerdings nicht aufgeführt werden.
Betrachtet man den historischen Verlauf der Schachweltmeisterschaft, ist die sowjetische Dominanz Mitte des 20. Jahrhunderts nicht zu übersehen. Nur dem Amerikaner Bobby Fischer gelang es im «Match des Jahrhunderts», die Schachkrone aus der Sowjetunion zu entführen. Weil Fischer sich daraufhin weigerte gegen Anatoly Karpov anzutreten, wanderte der Titel kampflos zurück in den Osten. Bis 2007 war er in russischer Hand. Der Inder Viswanathan Anand kürte sich damals zum Weltmeister und so durfte das vermeintliche Ursprungsland des Schachs erstmals jubeln.
Seither befindet sich das russische Schach in einer Krise, wenn auch auf hohem Niveau. Im Herbst 2016 kommt es zum Aufeinandertreffen zwischen Magnus Carlsen und Sergej Karjakin. Beide 1990 geboren, galten schon früh als Wunderkinder. Das Duell wird mit Spannung erwartet, obwohl Carlsen als Favorit ins Rennen gehen wird. Aber wer weiss, vielleicht findet die Schachkrone nach zehn Jahren Unterbruch, den Weg zurück nach Russland. Die Geschichte hat bewiesen, dass Überraschungen immer möglich sind.
Um diesen Artikel längenmässig nicht zu sprengen, verweisen wir gelegentlich mit Links auf weiterführende Seiten. Wir verzichten ausserdem auf die Vorstellung der FIDE-Weltmeister und zeigen keine Schachpartien. Interessierten empfehlen wir Fachbücher über die einzelnen Schachweltmeister. Insbesondere Kasparov hat mit seiner Reihe «Meine grossen Vorkämpfer» einen herausragenden Beitrag zu den Schacherben seiner Vorgänger geleistet.
Wilhelm Steinitz (1886–1894)
[1] Steinitz war nicht nur der erste Weltmeister. Seine pragmatische Denkweise revolutionierte das Schachspiel. Wurden vor ihm romantische Partien mit Opferkombinationen vergöttert, zog er den resultatorientierten Spielstil vor. Er entwickelte ausserdem einige strategische Konzepte.
So schätzte er als einer der ersten Spieler die Kraft des Läuferpaares. Steinitz verteidigte seinen Titel unteranderem gegen Tschigorin und Gunsberg. 1894 musste er sich jedoch dem deutlich jüngeren Deutschen Emanuel Lasker geschlagen geben.
Emanuel Lasker (1894–1921)
[2] Lasker ist für die verhältnismässig geringe Anzahl an Schachweltmeistern mitverantwortlich. So war er 27 Jahre im Besitze der Schachkrone. Im heutigen Schachsport ist dies nicht mehr denkbar. Diese lange Zeitperiode ist aber auch darauf zurückzuführen, dass er Zweikämpfen aus dem Wege ging. Er verteidigte seinen Titel erfolgreich gegen Tarrasch, Schlechter und Janowski.
Der polnische Schachmeister Rubinstein kam nie in den Genuss, gegen Lasker, um den Titel zu spielen. Rubinstein galt damals als einer der Besten und seine Endspieltechnik war gefürchtet. Durch die Niederlage gegen Capablanca 1921 nahm Laskers Vorherrschaft doch noch ein Ende.
José Raúl Capablanca (1921–1927)
[3] Manche Experten halten Capablanca für den talentiertesten Schachweltmeister. Es wird ihm nachgesagt, dass Schachspiel nur durch Zuschauen gelernt zu haben. Capablanca beging beinahe keine Fehler, galt dadurch als unbesiegbar und wurde mit einer Maschine verglichen. Der Kubaner war allerdings auch nicht der fleissigste Weltmeister. Als er den Titel 1927 in Buenos Aires gegen Aljechin 3:6 verlor (bei 25 Remis), bekam er bedauernswerterweise keine Chance auf einen Rückkampf.
Der Wettkampf zwischen Capablanca und Aljechin offenbarte ein typisches Muster. Capablanca galt als Stratege, der Endspiele gern mochte. Währenddem Aljechin eher ein Taktiker war, der sich in komplizierten Stellungen besser zurechtfand. Diese zwei gegensätzlichen Stile trafen beispielsweise auch in den Wettkämpfen Botwinnik-Tal oder Karpov-Kasparov aufeinander.
Alexander Aljechin (1927–1935 und 1937–1946)
[4] Aljechin hielt sich nicht an sein Versprechen und wich einem Rückkampf mit Capablanca gekonnt aus. Nichtsdestotrotz war Aljechin ein genialer Taktiker und leistete Pionierarbeit in der Eröffnungstheorie. Seinen Titel verteidigte er gegen den schwächeren Efim Bogoljubow. 1935 wurde er allerdings vor mehr als zweitausend Menschen überraschend von Max Euwe entthront.
Diese schmerzhafte Niederlage war bei allem Respekt gegenüber Euwe auch auf Aljechins Lebensstil zurückzuführen. So munkelt man, dass er in seiner Karriere mehrmals in angetrunkenem Zustand spielte. 1937 revanchierte sich Aljechin und wurde dadurch erneut Weltmeister. Bis zu seinem Tod im Jahre 1946 wurde er in keinem Zweikampf mehr besiegt.
Max Euwe (1935–1937)
[5] Der Holländer Max Euwe schockte die Schachwelt 1935 mit seinem Sieg über Aljechin und wurde fünfter Weltmeister. Den Revanchekampf verlor er allerdings chancenlos. Dank Euwe brach in den Niederlanden eine regelrechte Schacheuphorie aus, die bis heute anhält.
Er schrieb mehrere Lehrbücher und machte sich einen Namen als FIDE Präsident. Obwohl er im Vergleich zu anderen Weltmeistern nicht so viele Turniererfolge feiern durfte, bleibt seine vielseitige Arbeit für den Schachsport einzigartig.
Michail Botwinnik (1948–1957, 1958–1960 und 1961–1963)
[6] Aljechins Tod 1946 führte zu einer weltmeisterlosen Situation und somit war ein Zweikampf nicht möglich. In einem Fünferturnier mit den Schachtitanen Smyslov, Keres, Reshevsky und Euwe setzte sich Botwinnik überlegen durch. Er gewann mit drei Punkten Vorsprung und wurde sechster Weltmeister.
Botwinnik erlangte in der Sowjetunion den Spitznamen «Patriarch» und war der Einzige, welcher seinen Weltmeistertitel zwei Mal zurückgewann. Zuerst unterlag er seinem Landsmann Smyslov und anschliessend entzauberte ihn Tal. Das Ende der Ära Botwinnik als Schachweltmeister besiegelte Petrosjan. In der Folge war Botwinnik als Trainer tätig. Seine Schachschule war mitverantwortlich für die weitere Dominanz der Sowjetunion.
Vasily Smyslov (1957–1958)
[7] Smyslov war ein herausragender Stratege und seine Endspieltechnik füllt noch heute Lehrbücher. Er duellierte sich in mehreren Wettkämpfen mit Botwinnik. 1953 hielt er beim berühmten Kandidatenturnier von Zürich die Oberhand. Dieser Triumph berechtigte ihn, Botwinnik ein erstes Mal herauszufordern.
Der anschliessende Zweikampf verlief aufgrund Smyslovs Moral ausgeglichen (12-12), was damals allerdings eine Titelverteidigung Botwinniks zur Folge hatte. Schliesslich gelang es ihm 1957, Botwinnik zu schlagen. Nur zwei Jahre später wurde Smyslov vom Patriachen erneut bezwungen und somit war seine Vorherrschaft als Weltmeister kurz. Insgesamt haben die beiden über 100 hochklassige Partien gegeneinander gespielt.
Michail Tal (1960–1961)
[8] Tal gilt als kreativster Schachspieler aller Zeiten. Es gelang ihm, aus harmlos erscheinenden Stellungen ein taktisches Feuerwerk zu zünden. Einem Tal in Bestform war nicht einmal Botwinnik gewachsen. So entschied Tal den ersten Wettkampf diskussionslos mit 12,5 – 8,5 für sich.
Botwinnik zog aus dieser Niederlage seine Lehren. Mit einer akribischen Vorbereitung hielt er den Magier aus Riga im Schach. Tal erging es wie Smyslov. Er musste somit nur zwei Jahre nach dem Erlangen des Titels die Krone abtreten. Der Lette war exzessiver Raucher und kämpfte schon bald mit gesundheitlichen Problemen. Seine attraktive Spielweise haben ihn zu einem der beliebtesten Schachweltmeister überhaupt gemacht. So versammelt sich jährlich die Weltelite zu seinen Ehren beim Tal-Memorial.
Tigran Petrosjan (1963–1969)
[9] Der Armenier Tigran Petrosjan stiess Botwinnik endgültig vom Weltmeisterthron. Petrosjans Spielstil ist einzigartig und nur schwer in Worte zu fassen. Er war ein genialer Verteidigungskünstler, bekannt für Qualitätsopfer und seine Königsmarsche sind legendär. In geschlossenen bzw. verzahnten Stellungen fühlte er sich besonders wohl.
In Armenien ist Petrosjan auch nach seinem Tod ein grosser Nationalheld geblieben. Beinahe unglaublich ist seine Bilanz an Olympiaden. Er verlor in 130 Partien nur einmal(!) und zwar gegen den deutschen Robert Hübner. Petrosjan litt unter Schwerhörigkeit, was ihm beim Schachspiel aber eher geholfen haben dürfte, um die Konzentration aufrechtzuerhalten.
Boris Spassky (1969–1972)
[10] Im ersten Weltmeisterschaftskampf gegen Petrosjan musste sich Spassky noch knapp geschlagen geben. Im Zweiten setzte er sich trotz Weissniederlage zum Auftakt eindrücklich durch. Die Partien waren von vielen Remisen geprägt. Dies ist nicht überraschend, sass ihm mit Petrosjan doch ein Genie der Verteidigung gegenüber. Spassky war hingegen brillant, wenn er die Initiative an sich reissen konnte.
Seine Meisterwerke sind verhältnismässig unbekannt. Dies hat zwei Gründe. Einerseits hat Spassky keine Biografie zu seinen Partien verfasst und andererseits haftet Spassky das Verliererimage vom Wettkampf gegen Fischer an. Als kleiner Trost ist immerhin seine Partie gegen Bronstein im James Bond Film «From Russia with love» zu bestaunen. In späteren Interviews offenbarte Spassky, dass er sich mit seinem extrovertierten Rivalen Fischer ausserordentlich gut verstand.
Bobby (Robert James) Fischer (1972–1975)
[11] Kein Weltmeister spaltet die Schachgemeinschaft so stark wie Bobby Fischer. Für manche ist er einfach der beste Schachspieler aller Zeiten, andere sehen in ihm ein durchgeknalltes Schachgenie, welches durch antisemitischen Äusserungen negativ auffiel. Aufgrund des Kalten Krieges war der Wettkampf zwischen Fischer und Spassky eine Staatsangelegenheit. Diese Geschichte wird im Hollywood Streifen «Pawn Sacrifice» thematisiert.
Fischers Dominanz im Kandidatenturnier versetzte die Sowjetunion in einen Schockzustand. Er bezwang zuerst Taimanov 6:0 und anschliessend Larsen 6:0. Beide Spieler gehörten damals zur absoluten Weltspitze. Auch Ex-Weltmeister Petrosjan wurde im Finale mit 6,5-2,5 überrannt. Im anschliessenden Kampf des Jahrhunderts arbeitete Fischer auch mit psychologischen Mitteln.
So stand der Wettkampf gegen Spassky mehrmals vor dem Abbruch. Unter anderem weil der Amerikaner zur zweiten Partie gar nicht antrat. Schliesslich gewann er 12,5 – 8,5. Fischer zerstritt sich daraufhin mit dem Weltschachverband FIDE und weigerte sich, gegen Karpov seinen Titel zu verteidigen. Dementsprechend verlor er ihn kampflos, was Bobby allerdings nicht daran hinderte, sich bis zum Ende seines Lebens als rechtmässigen Titelinhaber zu bezeichnen.
Anatoly Karpov (1975–1985)
[12] Anatoly Karpov lautete die sowjetische Antwort auf den Fischer-Schock. Karpov war ein junger aufstrebender Spieler, der unter anderem von Botwinnik trainiert wurde. Sein strategisches Spielverständnis übertraf wohl alles davorgesehene, ob er Fischer allerdings bezwungen hätte, steht in den Sternen. Wie bereits erwähnt, gab ihm Fischer nicht die Möglichkeit, sich zu beweisen.
Karpov wollte allerdings seinen Anspruch als weltbester Spieler untermauern und nahm dementsprechend an zahlreichen Turnieren teil. Er konnte unzählige Erfolge feiern und nahm dadurch auch den letzten Zweiflern den Wind aus den Segeln. Seine Wettkämpfe mit Kortschnoj darf man heute als episch bezeichnen.
Karpov galt in der Sowjetunion als linientreu und profitierte von vielen Vorzügen, während dem Kortschnoj später in die Schweiz emigrierte. Karpov konnte sich mehrmals als Schachweltmeister behaupten. 1994 gewann er das Topturnier von Linares überlegen mit 11 Punkten aus 13 Partien. Diese Leistung gilt bis heute als eine der Besten im Turnierschach. In den berüchtigten Marathonmatches fand Karpov seinen Meister im jungen und dynamischen Kasparov.
Garry Kasparov (1985–2000)
[13] Garry Kasparov brachte die Konkurrenz zur Verzweiflung. Seinen unbändigen Siegeswillen und den kompromisslosen Angriffsstil konnten selbst die besten Verteidiger nicht entschärfen. Im Wettkampf gegen Karpov mussten sechs Partien gewonnen werden. Der stürmische Kasparov wurde zu Beginn erfolgreich von Karpov neutralisiert. Schnell lag der junge Kasparov mit vier Partien in Rückstand. Dann wechselte er seine Taktik und begnügte sich mit Remis. Insbesondere die topsolide Damengambit-Eröffnung kam von nun an zum Einsatz.
In der Folge konnte Karpov nach mehreren Unentschieden sogar noch eine fünfte Partie gewinnen. Dann verliessen ihn aber definitiv die Kräfte. Er musste mehrmals ins Spital eingeliefert werden. Diese Gelegenheit nutze Kasparov aus und verkürzte den Vorsprung. Der schlechte gesundheitliche Zustand Karpovs führte zum umstrittenen Abbruch des Wettkampfes. In einem verkürzten Wettkampf konnte sich Kasparov doch noch zum 13. Weltmeister küren. Mittlerweile ist Kasparov vom Profischach zurückgetreten, lässt sich aber als Kommentator bzw. Ehrengast regelmässig bei Topevents blicken.
Vladimir Kramnik (2000–2007)
[14] Auf den begnadeten Taktiker Kasparov folgte mit Kramnik wieder ein Stratege. Die Vorgeschichte zum Wettkampf zwischen den beiden Russen warf einige Fragen auf. So hätte eigentlich Alexei Shirov das Recht gehabt, gegen Kasparov anzutreten. Shirovs Bilanz gegen den Weltmeister war allerdings so schlecht, dass sich angeblich keine Sponsoren finden liessen. So kam Kramnik zum Handkuss und besiegte Kasparov auch gleich. Damit hatten im Vorfeld die Wenigsten gerechnet.
Kramnik verlor keine einzige Partie und erwischte Kasparov mit seiner Eröffnungswahl auf dem falschen Fuss. Er wählte die Berliner-Verteidigung, welcher zu jenem Zeitpunkt einen zweifelhaften Ruf anhaftete. In dieser Eröffnung findet ein Damentausch statt und das daraus entstehende Endspiel ist auf Kramniks Stärken zugeschnitten. Die taktischen Fähigkeiten von Kasparov kamen in dieser Eröffnungsvariante hingegen nicht voll zur Geltung. Heute wird die «Berliner Mauer» von dutzenden Weltklassespielern angewandt.
Zu einem Revanchekampf mit Kasparov ist es leider nie gekommen. Kramnik verteidigte seinen Titel unter dramatischen Umständen gegen Peter Leko. Ebenfalls erfolgreich und zugleich skandalös war sein Wettkampf gegen den Bulgaren Veselin Topalov. Schlussendlich verlor der Russe den Titel gegen Vishy Anand. Bis heute gehört Kramnik zur Weltelite und hat die Schachkrone noch nicht abgeschrieben.
Viswanathan Anand (2007-2013)
[15] Der Inder Vishy Anand ist als «Tiger von Madras» bekannt. In jungen Jahren spielte Anand extrem schnell und taktisch. Er ist zwar auch heute selten in Zeitnot, nutzt die Bedenkzeit aber wesentlich besser aus. Anand gewann seinen Weltmeistertitel in einem Rundenturnier. Damit löste er Weltmeister Kramnik ab, welcher mit dem zweiten Platz vorliebnehmen musste.
Kramnik genoss aber das Recht auf einen Zweikampf. In diesem galt der Russe aufgrund seiner Matcherfahrung als leichter Favorit. Kramnik war nur sehr schwer zu bezwingen und bereitete sich minutiös auf seine Gegner vor. Umso überraschender war es, dass das Match einseitig verlief. Anand ging früh in Führung und kam nie wirklich unter Druck.
Der Inder verteidigte seinen Titel später gegen Topalov und Gelfand. Im Duell der Generationen musste er sich jedoch in seiner Heimat 2013 dem Norweger Magnus Carlsen geschlagen geben. Anand wirkte gegen Carlsen etwas hilflos, was einige Journalisten veranlasste, ihn abzuschreiben. Der Inder zeigte aber unheimlich Moral und gewann das Kandidatenturnier 2014 total überlegen.
Im anschliessenden Wettkampf gegen Carlsen machte er zwar eine bessere Figur als im ersten Duell, verpasste aber im entscheidenden Moment seine Chancen. Trotz ansehnlichem Spiel wollte Anand ein erneuter Sieg am Kandidatenturnier 2016 nicht gelingen. Insbesondere in seinen Schwarzpartien zeigte er Schwächen. Ob er nochmals um die Krone kämpfen darf, bleibt somit abzuwarten. Totgesagte leben bekanntlich länger!
Magnus Carlsen (seit 2013)
[16] Magnus Carlsen ist zurzeit DER Star im Schachsport. Er dominiert die meisten Turniere nach Belieben und wird trotz seines noch jungen Alters bereits auf die Stufe von Kasparov und Fischer gestellt. In Norwegen wurde das Schachspiel dank Carlsen populär und so wird er oft von TV-Kameras begleitet. Das ehemalige Wunderkind hat es mit seiner kühlen skandinavischen Art geschafft, die westlichen Medien für den Schachsport zu begeistern.
Unter Experten gilt er als komplettester Spieler aller Zeiten. Man sagt, er hätte das strategische Verständnis von Karpov und die taktischen Fähigkeiten von Kasparov. Eindrücklich ist seine Vielfältigkeit, die er mit seinem breiten Eröffnungsrepetoire demonstriert. Dies macht ihn für seine Gegner unberechenbar und verhindert lange Computervorbereitungen. Zudem gelingt es ihm, aus scheinbar ungefährlichen Stellungen heraus, seine Kontrahenten zu überspielen.
Als grösster Konkurrent für Carlsen wird der zwei Jahre jüngere Fabiano Caruana gehandelt, welcher ihn mehrmals in Turnierpartien besiegte. Am Kandidatenturnier 2016 verlor Caruana allerdings die entscheidende letzte Runde gegen den Russen Sergey Karjakin. Karjakin spielte daraufhin im November 2016 gegen Carlsen um die Krone. Der Superstar aus Norwegen gewann im TieBreak und verteidigte dadurch seinen Titel.
Welchen Weltmeister bevorzugen Sie? Über einen Kommentar würden wir uns freuen!
Fotoquellen:
[1] wikimedia.org
[3] GettyImages
[4] wikimedia.org
[9] wikimedia.org
[10] Gerhard Hund
[12] Frank Hoppe
[13] Owen Williams
[14] Barnos
[15] Stefan64
[16] Sergey Rassokha