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Die HeiratDie Heirat
Eine vollkommen unwahrscheinliche Begebenheit nach Nikolaj Gogol
mit Lilian Naef, Maria Thorgevsky & Dan Wiener
Austattung: Vesna Suljic Karaus; Regie Hansjörg Betschart
Er würde gerne heiraten und will gleichwohl nichts davon wissen. Er beansprucht die Dienste einer Heiratsvermittlerin, schlägt deren Angebot freilich in der letzten Minute aus: Podkoljessijn würde gerne und kann doch nicht, er ist ein Zweifler und Zauderer. Er, der als Hofrat eine gute Partie abgäbe, kann sich nicht entscheiden: für die Ehe. Für die Ehe mit der Kaufmannstochter Agafia. Auch für sie wäre es längst Zeit zu heiraten, auch sie wäre eine gute Partie und durchaus heiratswillig. Sie hat sich in den letzten Monaten (und Jahren?) für keinen der unzähligen Freier entscheiden können. Weshalb nun also Podkoljessijn, wozu heiraten?
Eine Frau, ein Mann - und ein seltsames Subjekt, das die beiden unwilligen Willigen zusammenzuführt. Doch wer ist dieses Subjekt, diese Heiratsvermittlerin? Ist es das Glück, das hilft die Angst zu überwinden? Ist es ein Teufel, aus reiner Bosheit? Weshalb sonst sollte es sich sonst so sehr um das Gelingen dieser so unromantischen Heirat bemühen?
Fragen über Fragen. "Die Heirat" von Nikolaj Gogol, als zweite grosse Komödie nach dem "Revisor" 1842 uraufgeführt, ist ein Klassiker der komödiantischen Theaterliteratur; ein Stück das ebenso heiter ist, wie verwinkelt, dunkel und grotesk. In der Fassung von Hansjörg Betschart, der die personenreiche Komödie mit nur gerade drei Figuren besetzt - mit einer Frau, einem Mann und einem Teufel -, in dieser Fassung wird die zwielichtige Rolle der Heiratsvermittlerin besonders deutlich. Gogols teuflische Angst vor Frauen, aber auch seine Vorliebe für das Heidnisch-Mystische, das Groteske und, schon damals, für das Absurde Theater.
Betschart hat "Die Heirat" auf ihren Kern reduziert, sie mit Klavierkompositionen von Dmitri Schostakowitsch verflochten und die Handlung gleichsam erweitert: um die Ebene der Magie, auf welcher das Unfassbare zumindest erkennbar scheint, das Böse im Guten und umgekehrt. Das teuflische Subjekt spielt auf dem Flügel, zieht die Fäden, schafft Stimmungen. Hie und da setzen sich die Melodien Schostakowitschs a capella fort. Die Musik ist immer eine szenische.
"Die Heirat" als Klassiker im besten Sinne: der Schatzkiste des Theaters entstiegen, ohne auch nur ein Körnchen Staub angesetzt zu haben, dramatisch inszeniert und ebenso überzeugend umgesetzt vom Ensemble um Maria Thorgevsky & Dan Wiener, diesmal mit der Berner Schauspielerin Lilian Naef. "Diese Inszenierung", schrieb die Basler Zeitung, "begeistert durch Situationskomik und hervorragende schauspielerische Leistungen".