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Über mehrere Jahrhunderte hinweg gehörten Witterswil und Bättwil zusammen mit andern Dörfern des Leimentals zur Pfarrei Wisskilch-Leimen. Die Kirche stand ausserhalb des Dorfes Leimen gegen Benken.
Infolge der französischen Zustände (franz. Revolution) errichtet die Regierung von Solothurn im Jahr 1791 ein Vikariat für Witterschwil und Bettwil, die bisher nach Wisskirch pfärrig waren. Der Verkehr mit der elsässischen Nachbarschaft wurde sehr schwierig und der Plan zur Abtrennung der beiden solothurnischen Dörfer von der Gemeinde Weisskilch-Leimen trat in das entscheidende Stadium. Solothurn konnte das nur begrüssen, da ihm sehr daran gelegen war, dass seine Untertanen möglichst wenig mit den französischen Nachbarn in Berührung kamen, hatten doch die verlockenden Ideen von Freiheit und Gleichheit auch bei ihnen Eingang gefunden.
Im Jahr 1806 gelangten 51 Bürger der beiden Gemeinden mit der Bitte zur Gründung einer eigenen Pfarrei an den Rat in Solothurn. Gleichzeitig stifteten sie 1211 Pfund als Pfarreivermögen. Am 21. Mai 1808 beschliesst der grosse Rat von Solothurn die Errichtung einer Pfarrei für beide Orte. Die Stiftungsurkunde „Erectio novae parochiae in Witterschwil“ hält im Wesentlichen fest: Witterswil ist Sitz der Pfarrei mit Pfarrkirche, Friedhof und Pfarrhaus. Hier wird der eigentliche Pfarrgottesdienst abgehalten. Das Pfarrhaus soll von beiden Gemeinden erbaut und unterhalten werden. 2’000 Franken übernahm die Regierung, Witterswil 2’000 Franken und Bättwil 1’000 Franken.
Der Pfarrlohn wurde auf 600 Pfund festgesetzt, zudem darf der Pfarrer 2 Äckerlein bewirtschaften und erhält jedes Jahr 12 Klafter Holz zur Beheizung der Kirche und des Pfarrhauses. Letzteres wurde 1815 erstellt und kostete 5’000 Franken.
Im Jahre 1744 gestattet der Rat zu Solothurn den Bättwilern, ein eigenes Gotteshaus erbauen zu dürfen. Diese Zusage erfolgt vor allem deshalb, weil in der Umgebung des Dorfes häufig Rinderseuchen aufgetreten sind und man das Gebet in einer eigenen Kirche als ein mögliches Mittel dazu ansieht, „zu Abwendung aller Straf und Übel ein Bätthüslin oder sogenanntes Cappellin (……..) zu erbauen“.
Der Bau wird, wie die Jahreszahl am Eingangsportal heute bezeugt, noch im selben Jahr begonnen. 1755 wird die Kirche geweiht; sie besitzt ursprünglich drei Altäre und ist dem Herz Jesu geweiht. Erst 1791 ernennt man den heiligen Martin zum Schutzpatron. Eine Glocke stammt aus dem Jahr 1586, die jetzige zweite Glocke wird erst 1933 hinzugefügt.
Seit 1930 sind Kapelle und Friedhof Eigentum der Stiftung „Kapellenfonds der römisch-katholischen Einwohner der Gemeinde Bättwil“. Die letzte Renovation wird 1990 getätigt. Seit kürzester Zeit findet sich links vom Kapelleneingang ein Relief; das im Auftrag des Stiftungsrats der Kapelle entstandene Werk wurde vom Künstler Eugène Renggli aus Lucelle geschaffen und zeigt den heiligen Martin.
Am 3. Oktober 2004 wird die neue Orgel mit Manualklaviatur (Gehäuse aus massivem Eichenholz, Schleier aus Eiche mit roten Farbakzenten und Goldfasen, Labien der Prostpektpfeifen vergoldet) eingeweiht. Im Jahr 2008 wird die Kapelle einer Innenrenovation unterzogen und erstrahlt wieder in neuem Glanz. Bemerkenswert in Innenraum ist u.a. das Bild des Schutzpatrons, des Heiligen Martin sowie die beiden Statuen ‚Urs und Viktor‘.