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Geschichten, die um das Dorf Grindel ranken
Das Dorf
Grindel ist ein Dorf mit einem intakten alten Dorfkern. Hier reihen sich die Behausungen eng aneinander, gebaut entlang der vor Jahren einzigen Strasse des Dorfes. Diese Strasse wurde in vergangenen Jahren immer wieder ausgebaut. Im Zuge der Kanalisationsplanung wurde diese Strasse und die angrenzenden Plätze im Jahre 1986 ausgebaut. Beim Ausbau wurde stark darauf geachtet, dass Grindel seinen ländlichen Charakter nicht verliert. Im Laufe der Zeit breiteten sich neue Siedlungen in den attraktiven Wohngebieten aus.
Unter der Bezeichung „Crindil“ wurde die Siedlung im Jahre 1147 erstmals geschichtlich erwähnt. Zur damaligen Zeit gehörte die Siedlung zu den Besitzungen des Klosters Beinwil, das nach der ersten Jahrtausendwende gegründet wurde. Papst Eugen III bestätigt in seiner Urkunde aus dem Jahre 1147 diese Besitzungen. Ein wörtlicher Auszug aus dieser Urkunde lautet: „ Wir haben für gut befunden, darunter folgendes namentlich aufzuführen: Liel, Nugerol und die Kapelle dieses Ortes mit allen seinen Eigenleuten; Seewen und seine Kapelle mit all seinem Zubehör; Grindel und die Hälfte seiner Kapelle; Mühlheim; Erschwil und den vollen Zehnt unterhalt des Felsens, den die Einheimischen Lamersfluh nennen; Möschbach, Blauen, Ramiswil und Dürlinsdorf“. Die Siedlung wies damals 100 bis 200 Einwohner auf.
Wirtschaftlich war die Siedlung nie zu einer grossen Bedeutung gelangt. Die Siedler waren froh, wenn sie das aus ihrem Boden heraus holen konnten was sie zum Leben dringend brauchten. Es wird angenommen, dass der Haupthandelsweg während der Römerzeit der Birs entlang von Laufen nach Delémont führte. Es gibt aber auch Indizien, dass auch ein Weg über den Fringelipass evt. sogar über das Welschgätterli nach Montsevellier ins Val Terbi führte. In unserer Gegend wurden römische Gutshöfe zwischen Laufen und Breitenbach, in Wahlen und Vicques nachgewiesen. Wir können nun vermuten, dass eine Verbindungsstrasse zwischen diesen Gutshöfen über Grindel führte und demzufolge Grindel bereits ca. 100 n. Ch. eine Siedlung hatte.
Im Jahre 1481 wurde der Stadtstaat Solothurn in den Bund der Eidgenossenschaft aufgenommen. Der letzte Graf von Thierstein starb im Jahre 1519, so dass es im Gerangel um unsere Gegend zwischen Basel und Solothurn fast zum Krieg kam. Nach Verhandlungen mit der Eidgenossenschaft wurde Thierstein geteilt und Grindel im Jahre 1522 zu Solothurn geschlagen.
Bereits früh, kurz nach Inkrafttreten des ersten solothurnischen Baugesetzes, verfügte man in Grindel schon über einen rechtskräftigen Zonenplan. Mit geschickter Erschliessungsetappierung und rechtzeitiger Lösung der nötigen Infrastrukturaufgaben hielt man die auf Sturm drängende Entwicklung in festgelegten Grenzen.
Heute sieht die Situation so aus, dass im Jahre 2000 eine weitere umfassende Nutzungsplanung abgeschlossen werden konnte, durch welche sämtliches Baugebiet erschlossen wurde. Für die Gemeinde Grindel, welche heute bereits über 500 Einwohner zählt, bedeutet dies, dass man sich auch in den kommenden Jahren über weitere Neuzuzüger freuen darf. Vorbereitet ist man auf alle Fälle, so wurde im Jahr 2001 das Primarschulhaus entsprechend renoviert und ebenfalls wird die Wasserversorgung überarbeitet.
Das Wappen
Das heutige Wappen der Gemeinde Grindel ist nicht sehr alt, ja den Anstoss überhaupt ein Gemeindewappen zu führen kam nicht von den Einwohnern selbst, sondern von aussen. Im Hinblick auf die Eidgenösische Landesausstellung in Zürich im Jahre 1939 befand der damalige Regierunsrat, jede Gemeinde sollte mit einem geeigneten Gemeindewappen vertreten sein.
Aus Initiative des Staatsarchivs Solothurn wurde der Entwurf eines Wappens geformt. Auf Grund und in Anlehnung an die althochdeutsche Bedeutung des Namens Grindel, was soviel bedeutet wie Gatter, Pflugbaum, Schlagbaum und historisch betrachtet war Grindel früher sicherlich eine Gegend mit hauptsächlich Wald- und Weidewirtschaft. Der Hag ist somit typisch zur Kennzeichnung des Gemeindebannes, Trennung von Weidgerechtsame vom umliegenden Wald. An der Gemeindeversammlung vom 1. April 1939 wurde schlussendlich das Gemeindewappen in der abgebildeten Version genehmigt.
In der Vergangenheit sind immer wieder „falsche“ das heisst falsch dargestellt Tannen im Gemeindewappen aufgetaucht. Im Jahre 1994 wollte der Gemeinderat Klarheit und fragte beim Staatsarchiv nach was gültig ist; der Gemeindeversammlungsbeschluss anno 1939 oder das offiziell vom Kanton Solothurn dargestellte Wappen. Das Staatsarchiv gab folgenden Bescheid: „ Wir haben in Sachen Gemeindewappen Grindel eingehend recherchiert. Das Resultat liegt nun vor: Dr. Konrad Glutz von Blotzheim, hat im Jahre 1939 insofern einen Fehler begangen, als er für die erste Auflage die Skizze betreffend das Wappen der Gemeinde Grindel stilisierte. Die „Schärm“ – Tanne bekam so beidseitig vier Äste, entgegen der Vorlage, die von der Gemeindeversammlung anno 1939 angenommen worden ist. Wir bitten Sie höflich diese Angelegenheit entschuldigen zu wollen und versichern Ihnen, die entsprechende Korrektur in unseren Archivalien vorgenommen zu haben.
Das richtige Wappen
In Rot auf grünem Plan eine grüne „Schärm“ – Tanne, rechts 4 Äste, links 5 Äste, mit schwarzem Stamm vor schwarzem Haag.
Gemäss Gemeindeversammlungsbeschluss vom 1. April 1939
(als Erläuterung sollte beachtet werden, dass wenn man in der Herladik von links und rechst spricht, dies immer aus der Sicht des Schildtragenden, resp. Fahnentragenden zu verstehen ist.)