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B: Claudia Nickler ist ausgebildete Krankenpflegerin und arbeitet zurzeit als Pflegefachfrau in einem Pflegezentrum in Zürich.
Claudia, mit welchen Menschen arbeitest du?
C: Mit älteren Menschen, die in der letzten Phase ihres Lebens stehen.
B: In ihrer letzten Phase? Gibt es den mehrere Phasen bis ein Mensch stirbt?
C: Ja, man sagt dem auch Sterbeprozess. Auch die Angehörigen stehen darin, der Sterbende selbst, aber auch wir als Pflegepersonal. Es ist das Abschiednehmen von einem Menschen.
B: Diese letzte Phase, hast du die auch schon miterlebt?
C: Ja, das habe ich schon oft miterlebt.
B: Wie war das für dich? War das ein gutes oder gar ein schlechtes Erlebnis?
C: Ich möchte zuerst ein schlechtes Erlebnis erzählen. Eine Bewohnerin, die in der letzten Phase des Lebens stand und nicht mehr lange zu leben hatte, hat geklingelt. Ich kam herein und sie sagte: "Schwester, es stehen grosse schwarze Gestalten im Zimmer. Ich habe Angst." Ich habe sie ernst genommen und gefragt, ob ich mit ihr beten solle. Nach dem Gebet sagte sie: "Schwester, die Gestalten sind kleiner geworden." Ich sah, wie sie erleichtert war.Ich ging raus und etwa eine Viertel Stunde später hat sie wieder geklingelt und sagte: "Schwester, die schwarzen Gestalten sind wieder da." Ich habe begriffen, dass es die geistige Welt wirklich gibt und als die Frau gestorben war, hatte ich die Angst in ihrem Gesicht noch gesehen. Das gab mir zu denken.
Eine andere Begebenheit war mit einer gläubigen Person. Die war sehr krank, hatte Schmerzen, aber bei ihr sah ich einen Frieden, ich würde sagen: der Gottes Frieden. Sie ist auch ruhig eingeschlafen, weil sie diesen Frieden von Gott in sich hatte und das hat mich sehr beeindruckt.
B: Claudia, wenn du mal in die letzte Phase deines Lebens kommst, wirst du dann Angst haben? Was denkst du?
C: Angst ? vielleicht vor Schmerzen, vor dem Sterben, ja. Aber vor dem Tod habe ich keine Angst, denn ich weiss, wohin ich komme, nämlich zu meinem himmlischen Vater. Da sind keine Angst und kein Schmerz und keine Tränen, da ist nur Freude und darauf freue ich mich.
B: Danke für das Gespräch.