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Max Bucherer
Lebenslauf
Max Bucherer kommt am 8. Juli 1883 als elftes Kind einer tüchtigen Kaufmannsfamilie in Basel zu Welt.
Schon in der Schule dieser Kunst- und Welt-offenen Stadt malt und zeichnet er
viel. Auf Anregung Rudolf Burkhards beginnt er in München eine künstlerische
Ausbildung.
1901 wird M.B. Schüler der Kunstschule von H. Knirr und dem
von Hans Thoma gegründeten "Künstlerbund Lithographie".
Mitarbeit an der
Zeitschrift "Die Jugend" und Buchausstattungen für deutsche Verleger. Ein
Sammelwerk seiner Holzschnitte erscheint. Er wird vielbeachteter
Holzschneider.
1902 wird M.B. Lehrer für Graphik an der H. Obrist-Schule
und an der Debschitz-Schule in München. Mithilfe bei Vorarbeiten zur Gründung
des Deutschen Museums München. Zur Eröffnung stellt er die sechs Platten seiner
Farbholzschnitte "Indische Sage" zur Verfügung.
1904 leitet M.B. die
"Zürcher Textilwerkstatt" an der Seehofstrasse 16 in Zürich.
1905 malt er
im Atelier in Gottlieben a. Bodensee und ist Zeichenlehrer am Knabeninternat
Glarisegg bei Steckborn.
Hermann Hesse, den er schon aus Basel kennt,
holt ihn nach Gaienhofen gegenüber am Bodensee, wo er von 1905 bis 1907
Kunsterzieher in dem Mädcheninternat
im Schloss von Frau von Petersenn ist.
Hier lernt M.B. Else Feustel
kennen, das älteste von elf Kindern aus einem Landgut in Langenbruck aus der
Oberpfalz. Sie ist hier Schülerin von 1902 bis 1907.
Zur Beziehung Max Bucherer, Hermann Hesse, Els Feustel: http://ead.nb.admin.ch/html/hessee_Ms-Lq-535.html#Ms-Lq-535
Schloss Langenbruck auf einer alten
Postkarte
Schloss Langenbruck von Max Bucherer
(Privatbesitz)
Hermann Hesse, Holzschnitt von Max
Bucherer
Zum Freundeskreis um Hermann Hesse gehören auch der Dichter Ludwig Finckh, Otto Blümel, Gustav Mayrink, Otmar Schoeck,
E.v.Bodman, F.K.Ginsky und Else Feustel. In diesem Kreis liest Hermann Hesse
seine neuen Dichtungen vor.
1908 wird M.B. als Graphiklehrer an die Städtische
Gewerbeschule in München berufen.
1909 Heirat mit Else Feustel, nachdem
sie in Zürich die Eidgenössische Matura s.c.l. bestanden hat. Das junge Paar
bezieht eine Wohnung mit Atelier in München in der Bauerstrasse 20.
Es
folgen Studienaufenthalte in Paris an der "Grand Académie Julien" und an der
"Grande Chaumière". Bekanntschaft mit Paul Klee, mit dem er Arbeiten austauscht
(Anm. aus 2. Lebenslauf: Holzschnitte von M.B. gegen Radierungen von
P.K.)
1911 erhält M.B. einen Auftrag der Qesterreichischen
Landesregierung für eine Studienreise mit Hauptmann Michel in die "Reichslande"
Bosnien-Herzegowina und Dalmatien. Darüber erscheint ein Buch Michels mit den
Zeichnungen von M.B.
In Zürich erscheint 1914 im Verlag Gebrüder Scholl
das Buch von M.B. "Der Originalholzschnitt", (nachdem in Wien eine Ausstellung
seiner Holzschnitte und Zeichnungen stattgefunden hatte – Anm. aus einer anderen
Biographie). 1920 erfolgt eine Neuauflage des genannten Buches, von M.B. selbst
redigiert.
1912 und 1914 werden dem Ehepaar die ersten zwei Mädchen
geboren, Gretel und Maria Else.
Nach Kriegsausbruch 1914 wird M.B. in die
Schweiz gerufen, zum Militär eingezogen und als Füsilier zum Wachedienst im
Landwehr-detachement am Gotthard eingesetzt.
1915 wird er von
Genaralmajor von Höhn als Zeichner-Berichterstatter für das oesterreichische
Kriegsgebiet angefordert und vom Wehrdienst beurlaubt. Vor der Abreise empfängt
ihn Oberstdivisionär Brügger und Generalstabchef von Sprecher zur
Verabschiedung.
Am 1. März wird M.B. im K.u.K. Kriegspressequartier
Oesterreich-Ungarn Offiziersrang, Offiziersverpflegung, ein Pferd und ein
sprachenkundiger Bursche zugesprochen. Pro Woche Zuteilung von 100 Zigaretten
und 10 Zigarren.
An verschiedenen Kriegsschauplätzen in Tirol, in den
Karpaten, in Ungarn, in Russisch-Polen bis zu den Winterschlachten entstehen
Skizzen, Zeichnungen, Aquarelle. Genehmigte Arbeiten darf M.B. behalten oder an
schweizerische Zeitungen und Zeitschriften schicken.
1916 wird M.B.
entlassen. Er übersiedelt mit seiner Familie von München in die Schweiz. An der
Rämistrasse in Zürich richtet sich M.B. ein Atelier ein.
Die Eltern und
Geschwister seiner Frau wohnen nach dem Verkauf des (*Schloss)-Gutes (*Anm.) in
Deuschland an der Zürichbergstrasse.
rückseitige Beschriftung des Gemäldes,
welches Max Bucherer vom Schloss machte:
Schloss Langenbruck, Oberpfalz, Bayern
Gebaut ca. 1635
Altes fürstbischöfliches Jagdschoss und
Kammergut
Vom
Bankier Friedrich Feustel erworben ca. 1880
Seinem Sohn Christian Feustel geschenkt.
Ostern 1913 die ganze Familie nach
Zürich übersiedelt.
Auf einer Velotour mit Hermann
Hesse, auf der Anhöhe dem Zürichsee entlang, um ein Zuhause für die Familie zu
finden, besuchen sie Hesses Freunde im "Brahmshaus" auf der Höhe von Rüschlikon;
den Maler Fritz Widmann, die Malerinnen Gret Widmann und Anna Hug. Und in diesem
Haus kann eine kleine Wohnung gemietet werden.
So erweitert sich der
Freundeskreis. Mit dem Maler Hermann Gattiker, Dr. Adolf Koelsch, Albert Welti,
Dr. Hans Trog und dem Ehepaar Gottlieb und Adele Duttweiler. Sie wohnen zu
dieser Zeit im danebenliegenden Hotel „Belvoir“, und öfters wird abends dort
Schach gespielt und diskutiert, vielleicht schon über die Idee der 1925 dann
gegründeten Migros.
1917, 1919, 1922 und 1924 wird die Familie um vier
weitere Kinder grösser. Hanni, Wilhelmine, Heidi und Friedrich-Max. 1918 wird
M.B. Textilfachlehrer an der Kunstgewerbeschule in Zürich. An der Rämistrasse
gründet er seine eigene Textilwerkstatt. Für die, Familie ist die Nachricht aus
Bern, dass M. B. zum Professor für Zeichnen an das Kantonale Gymnasium für
Knaben berufen wird, eine freudige Überraschung. Seine jugendliche Art und
pädagogische Begabung wirkt sich im unkonventionellen, modernen Unterricht,
positiv aus.
Mit finanzieller Hilfe der Kantonalbank und von Verwandten
kann nun für die grosse Familie das Haus "Auf dem Hügel" gebaut werden. Zusammen
mit seiner begabten Frau (Else, m. Anm.) wird das grosse Grundstück an der
Säumerstrasse 14 mit viel Phantasie und gartenarchitektonischer Kenntnis zu
einem blüten- und obstreichen Gartenparadies für die Kinder und Freunde. *Er
setzt sich nun für die Gemeinde und die Rüschlikoner Schule ein und erhält als
Basler das Rüschlikoner Ehrenbürgerrecht. (*Anm. aus einer zweiten Biographie,
zusammengefasst von Christof Bucherer)
In seiner Freizeit arbeitet nun
M.B. in seinem grossen Atelier. Er malt, zeichnet, und die Holzschnitte für die
Mappe „Grosse Schweizer“ entsteht. *Sie findet den Weg in den Besitz von Thomas
Mann, Prinz Wilhelm von Schweden, Herman Ould und Konrad Adenauer. (*Anm. aus
einer anderen Biographie)
Mit seiner sensiblen Verspieltheit sammelt er
absonderliche Dinge. Ungewöhnliche Kakteen, Walliser Holzmasken, Exlibiris,
alte, zum Teil farbige Scherenschnitte und Spitzenbilder, über die er im
Einhorn-Verlag Dachau, München ein schönes Buch herausgibt. Auf den
verschiedensten Blasinstrumenten, Klarinette, Oboe, Querflöte und Flöte spielt
er mit grosser Musikalität seinen Kinder sonntags auf Waldspaziergängen Lieder
vor. Dazwischen locken ihn immer wieder Reisen in den Süden.
Mit dem ihm
als Basler eigenen Humor gestaltet er viele Jahre die Dekorationen der Säle für
die Künstler-Maskenbälle in der alten Tonhalle (jetzt Kongresshaus), was dann
von jüngeren Künstlern fortgeführt wurde, z.B. von seinem Schwiegersohn Fritz
Butz, Eugen Häfelfinger, Leo Leupi, Ferdinand Grosshard und Alois Carigiet. Für
die Basler Fasnacht malt er Masken, die zum Teil von seiner Frau modelliert
werden.
1931 wird die Ehe geschieden. M.B. zieht nach Zürich. 1934
heiratet er die um dreissig Jahre jüngere Käti Bosshard. 1945 lässt er sich
frühzeit pensionieren, und das Paar zieht in den Tessin, wo sich sein Traum von
Süden, Sonne und Ruhe verwirklicht.
In Ronco s. Ascona baut er als sein
eigener Architekt ein originelles Haus. Neben der Kirche entsteht aus einem
alten Stall sein Atelier. Hier kann er sich jetzt intensiv der Malerei
widmen.
1947 wird sein letztes Kind, geboren, Rosmarie.
„Mabu“,
wie er sich jetzt nennt, ist voller Schaffensdrang und –Freude. Mit seinem
handwerklichen Geschick und Kunstverständnis entdeckt er neue Materialien und
Maltechniken für seinen Werke. Holz, Stoff, Nägel, Wurzeln aus der Maggia. Es
entstehen u.a. Bilder, die von Blinden abtastend erfasst werden können. Eine
Ausstellung in Düsseldorf dieser Bilder für Blinde findet grosse
Beachtung.
Ab 1963 wird die reiche Arbeitsperiode in Ausstellungen
sichtbar. Mailand, Essen, Zürich, Ascona, Lahr, Dätzingen, München, Toronto und
Paris.
Oft sitzt er in der Sonne auf seiner Terrasse mit dem Blick auf
den Lago Maggiore und die Brisago-Inseln, füttert aus der Hand die zutraulichen
Vögel und seinen Papagei.
Am 3. Januar 1974 stirbt Max Bucherer
91-jährig, treu gepflegt von seiner Frau Käti.
Geschrieben möglicherweise von seiner ältesten Tochter Gretel (anhand
der Schrift der handschriflichen Korrekturen erkennbar, ein weiterer Lebenslauf,
darin verarbeitet, stammt möglicherweise von Maria, Johanna oder
Wilhelmine)
Red. Christof Bucherer (Sohn der 4. Tochter Wilhelmine), 12.
Nov. 2006
Aktuell:
Kunstsammlung
Das Bild war ein Geschenk von Max Bucherer und seiner Frau Else zur Hochzeit von Jutta von Petersenn (mit Hermann Lietz), der Tochter von Bertha von Petersenn, in deren Internatschule in Gaienhofen Max Bucherer von 1905-1907 als Kunsterzieher tätig war."
Bruderliebe
„MaBu“ wird er liebevoll genannt, der jüngere Bruder von Carl F. Bucherer. Ihm, Max Bucherer, ist die neue Manero Tribute to MaBu gewidmet.
Die Vintage-Uhr zeichnet sich aus durch ihr komplett restauriertes Originalwerk und einem Valjoux 92 aus den frühen Fünfzigern. Der Saphirglasboden im eleganten Rotgoldgehäuse gibt den Blick frei auf das aufwändig veredelte Werk. Kein Wunder, schlägt beim Anblick der auf 100 Stück limitierten Manero Tribute to MaBu jedes Sammlerherz höher.
Quelle: www.carl-f-bucherer.com
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