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Wie Roche am späten Donnerstagabend bekannt gab, hat die Kombination als Erstlinientherapie in der "IMpassion131" bei den betroffenen Patienten das progressionsfreie Überleben (PFS) nicht statistisch signifikant verbessert. Dies war aber das wichtigste gesteckte Ziel in dieser Studie. Konkret wurde die Wirkung von Tecentriq (Atezolizumab) in Kombination mit Paclitaxel (Chemotherapie) im Vergleich zu Placebo plus Paclitaxel untersucht.
Als weiteres Ziel galt die Gesamtüberlebenszeit (OS). Hier war gar ein negativer Trend zu beobachten, wie Roche weiter mitteilte. Die Studie sei allerdings nicht für den sekundären Endpunkt der OS durchgeführt worden, und die Daten seien zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht reif gewesen. Es sei daher geplant, die Nachbetrachtung bis zur endgültigen Analyse fortzusetzen, so Roche weiter.
Roche zeigt sich in der Mitteilung "enttäuscht" über die Resultate der Studie. Die vollständigen Ergebnisse der Studie würden derzeit mit globalen Gesundheitsbehörden diskutiert und auf einer künftigen medizinischen Tagung vorgestellt. Die Erkenntnisse würden zudem zur Information über bestehende und zukünftige Studien in Bezug auf TNBC verwendet werden.
Bereits in anderen Kombinationen zugelassen
Die aktuellen Ergebnisse sind ein Rückschlag, nachdem Roche erst Mitte Juni Daten aus der IMpassion 031-Studie vorgelegt hatte, in der Tecentriq in Kombination mit einer bestimmten Chemotherapie bei Patienten mit dem aggressiven TNBC zu einer klaren Verbesserung führte.
Bereits 2018 hatte Roche Daten aus der IMpassion 130-Studie vorgelegt. Ein Jahr später folgte die Zulassung in den USA und danach noch in der EU. In dieser Studie wurde Tecentriq in Kombination mit der Chemotherapie Abraxane bei Patienten eingesetzt, die an metastasierendem, lokal fortgeschrittenem dreifach negativem Brustkrebs leiden, der nicht operativ entfernt werden kann.
Analysten bewerten die verfehlten Ziele der IMpassion 131-Studie als negative Nachrichten für Tecentriq, da dieses Versagen den Einsatz des Medikaments als Erstlinientherapie in dieser schwer zu behandelnden Gruppe von Brustkrebspatientinnen ausschliesst, wie es etwa bei Mirabaud in einem ersten Kommentar heisst.
Bei Vontobel meint Analyst Stefan Schneider hingegen, dass Roche auch weiterhin in der Indikation Brustkrebs gute Chancen habe, mit seinem Immuntherapeutikum Umsätze von bis zu einer Milliarde zu erzielen.
Die Roche-Bons büssten am Freitag in einem kaum veränderten Gesamtmarkt 0,3 Prozent auf 314,20 Franken ein.
(AWP)