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Vom 3. bis zum 26. Juni findet in Pasadena (Kalifornien, USA) die Jubiläumsausgabe der Copa América statt. Für Brasilien wird sie ein wichtiges Barometer im Hinblick auf die bevorstehende Olympiade in Rio de Janeiro sein. Trainer Dunga will bei ihr sein neues Team testen, das neben wenigen Stars mit etlichen Nachwuchsspielern aufwartet.
Seinen Auftakt wird Brasilien am Samstag (4.) im Rose-Bowl-Stadium gegen das erstarkte Ecuador geben. Am 8. Juni tritt die Seleção gegen das Leichtgewicht Haiti an und am 12. gegen die verjüngte Mannschaft von Peru. In der Gruppe B gilt Brasilien als großer Favorit.
Brasilien erhofft sich von der Copa América neben einem möglichst erfolgreichen Ausgang vor allem ein Training für die bevorstehende Olympiade in Rio de Janeiro. Auch wenn das südamerikanische Land fünffacher Weltmeister ist, hat es bisher noch nie die Goldmedaille bei den olympischen Spielen erreicht. Umso mehr wird diese nun bei den Spielen in ihrer Heimat angestrebt.
In Hinsicht auf die Olympiade hat Trainer Dunga bei der Zusammensetzung seines Teams für die Copa América auf Jugend und Erneuerung gesetzt. Von den “Überlebenden“ der 7:1-Schmach gegen Deutschland bei den Weltmeisterschaften 2014 sind lediglich zwei in den USA mit dabei. Neymar wurde von seinem Club (Barcelona) für die Olympiade, nicht aber für die Copa América freigegeben. Während dieser trägt der 25-jährige Lucas Lima die Nummer 10.
Dass die Canarinhos nicht unbedingt auf Star Neymar angewiesen sind, haben sie am Sonntag (29.) bei ihrem Freundschaftsspiel in Denver gegen Panama gezeigt, das als Training für die Meisterschaft in Pasadena angesehen wurde. Bei dem haben die Canarinhos zwar nicht geglänzt, aber mit einem 2:0 gegen ein schwaches Panama gewonnen und erstmals wieder statt auf Individualismus auf Teamgeist gesetzt.
Panamas bester Spieler war an diesem Tag Torwart Penedo. Der hat seine Mannschaft vor einigen möglichen Toren der Brasilianer gerettet, nur nicht vor dem von Jonas in der zweiten Minute der ersten Halbzeit und dem des 19-jährigen Gabriel Barbosa, der schon jetzt den Spitznamen “Gabigol“ (Gabi-Tor) trägt. Er hat zum ersten Mal in der brasilianischen Nationalmannschaft gespielt, neben Idolen wie Kaká, Hulk und Daniel Alves.
Um bei der Copa América zu einem guten Ergebnis zu kommen, hat Dunga bei den Trainings in den kommenden Tagen jedoch noch einiges zu tun.
Die Copa América ist die älteste Meisterschaft zwischen Fußballmannschaften verschiedener Länder, die auch heute noch ausgetragen wird. Die erste offzielle Ausgabe hat im Juli 1916 in Argentinien stattgefunden. Damals hieß sie noch “Campeonato Sul-Americano“ und war auf südamerikanische Länder beschränkt. Seit 1993 werden auch andere Länder zur Beteiligung eingeladen.
Von Brasilien wurde die Meisterschaft Amerikas insgesamt achtmal gewonnen, während Argentinien sich vierzehnmal den Pokal holte und Uruguay fünfzehnmal. Bisher haben die Meisterschaften des Kontinents ausschließlich in südamerikanischen Ländern stattgefunden.
Erstmals wird nun jedoch die USA und damit ein Land außerhalb Südamerikas Gastgeber der Copa América sein. Gefeiert wird damit ihr hundertes Jubiläum. Getroffen wurde dazu ein Abkommen zwischen dem Fußballverband Südamerikas (CONMEBOL) und dem Fußballverband Nord-, Zentralamerikas und der Karibik (CONCACAF).
Die Jubiläumsausgabe war jedoch kurzzeitig auch von dem 2015 aufgedeckten Korruptionsskandal um die FIFA überschattet. Wie es heißt, sollen zur Wahl der USA als Gastgeber der Copa Américana 110 Millionen Dollar über den Tisch geflossen sein. Beinahe sah es sogar so aus, als würde die Jubiläumsausgabe angesichts verschiedener Vorwürfe nicht stattfinden, bis im August seine Austragung endgültig bestätigt worden ist.