Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03159.jsonl.gz/857

(11. Oktober 1945 - 9. Februar 2019)
Irene M. Staehelin wurde erstmals 1991 auf einer Reise nach Südafrika auf die Felsmalereien der San/Buschmänner aufmerksam. Die Frage nach den Ursprüngen dieser Kunst führte unweigerlich zur Geschichte und zur desolaten Lage der Nachfahren dieser ursprünglichen Bewohner des Südlichen Afrikas.
Ab1993 arbeitete Irene Staehelin als Fotografin im südlichen Afrika und suchte den Kontakt zu Gruppen, welche die Menschenrechte und die Entwicklung der San unterstützten. Angeregt durch die Philosophie von Cultural Survival, der von Prof. David Maybury-Lewis ins Leben gerufenen Indigenen-Organisation in Cambridge (USA), studierte sie an der Boston University und schloss ihr Studium mit dem Master in Anthropologie ab.
Gleichzeitig arbeitete sie am Aufbau des Kultur- und Ausbildungszentrums für San, !Khwa ttu, nördlich von Kapstadt > www.khwattu.org. Der Besuch zahlreicher indigener Kulturzentren in Kanada und den westlichen USA, sowie das unmittelbare Erleben von erfolgreichen und gescheiterten Entwicklungsprojekten im südlichen Afrika vermittelten wertvolle Richtlinien zum Aufbau von !Khwa ttu. Auch gewann Irene Staehelin ein internationales Netz von Akademikern und Entwicklungsexperten als Ratgeber. Bereits gezeichnet von ihrer schweren Krankheit war es der Stifterin vergönnt, am 25. September 2018 die Eröffnung des neuen Museums zu feiern. Am 9. Februar 2019 starb Irene M. Staehelin nach langer Krankheit.
Rechtsanwalt, Partner Wenger & Vieli AG
Ordentliche Professorin für Verhaltensbiologie, Universität Zürich
Leiter des Zentrums für Afrikastudien, Universität Basel
Kurator für afrikanische Kunst am Museum Rietberg (im Ruhestand)
UBUNTU ist ein traditionelles ethisches Konzept der Ngunisprechenden Völker (Zulu, Xhosa) im südlichen Afrika. Es definiert gegenseitige Menschlichkeit und bedeutet, dass eine Person nur durch andere Menschen wirklich Mensch sein kann.
Erzbischof Tutu hat UBUNTU wie folgt umschrieben: "Du weißt genau, wenn es vorhanden ist, und es ist offensichtlich, wenn es fehlt. Es hat mit wahrer Menschlichkeit zu tun, es verweist auf Sanftmut, auf Mitgefühl, auf Gastfreundschaft, auf Offenheit andern gegenüber, auf Verletzlichkeit, für andere da zu sein und immer zu wissen, dass du mit den andern verknüpft bist auf deinem Lebensweg, denn ein Mensch ist nur ein Mensch durch andere Menschen" (Rainbow Nation of God, 1994).
Im Gegensatz zur vorherrschenden westlichen Vorstellung von einem grosszügig Gebenden auf der einen und einem demütig Empfangenden auf der andern Seite bedeutet UBUNTU, dass sich beide Parteien als gleichwertig erleben. Denn nur gemeinsam können sie ihre Menschlichkeit verwirklichen.
Für die Entwicklungsarbeit der schweizerischen UBUNTU Foundation mit den San-Völkern bedeutet dies, dass in dieser Begegnung beide Seiten bereichert werden. Die San, ebenso wie andere marginalisierte indigene Minderheiten weltweit, haben der Menschheit auch heute viel zu bieten: ihr traditionelles Wissen, ihre Überlebensstrategien, die Felsmalereien ihrer Vorfahren, die auch heute noch produzierten handwerklichen Arbeiten und Kunstwerke und - allen Widrigkeiten zum Trotz - ihr Sinn für Humor.
UBUNTU Foundation wurde im Dezember 2001 von der Schweizer Anthropologin Irene Staehelin gegründet. In einem ersten Schritt sollten Aufbau und Betrieb des San Culture & Education Centre !Khwa ttu bei Kapstadt, finanziell und operativ abgesichert werden.
Die Rechtsform als Stiftung ermöglicht die Steuerbefreiung, den Beizug von Experten, die buchhalterisch genaue Prüfung aller Ausgaben und die Führung eines Schweizer Sammelkontos für Donationen.
Postcheck: 85 - 702 616 - 8 UBUNTU Stiftung Bischofszell
(IBAN: <iban-pii>)
Bankverbindung: Pictet & Cie, 8022 Zürich Konto T-500164
(IBAN <iban-pii>)