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Im Zuge der jahrhundertelangen Verehrung des Schutzpatrons San Gennaro hat Neapel die reichste Schatzkammer der Welt zusammengetragen. Zum ersten Mal wird der Schatz jetzt ausserhalb der Vesuvstadt gezeigt.
Die Sammlung ist ab 1. November im Palazzo Sciarra in Rom zu sehen. Etwa 70 der schönsten Stücke werden bis zum 14. Februar 2014 dem Publikum gezeigt. Zu bewundern sind unter anderem Monstranzen, mit Gold und Silber durchwirkte Gewänder, zahllose Büsten mit Juwelen und Tiaren aus purem Gold sowie Bilder von europäischen Monarchen.
Edelsteine sicher bewacht
Zu den wertvollsten Stücken zählt die Halskette des Heiligen Gennaro aus Gold, Silber und Edelsteinen, die 1679 vom Künstler Michele Dato entworfen wurde. Eine Attraktion ist auch die Mitra aus vergoldetem Silber mit 3326 Diamanten, 164 Rubinen und 198 Smaragden, die 1713 vom Künstler Matteo Treglia kreiert wurde.
Wegen des grossen materiellen Werts der reich verzierten Objekte wurden in dem Römer Museum schärfste Sicherheitsvorkehrungen veranlasst. Die offizielle Geburtsstunde des Kirchenschatzes Neapels reicht auf das Jahr 1527 zurück. In Neapel wütete die Pest und französische sowie spanische Heere bedrohten die Stadt.
Man rief den Heiligen Gennaro an und versprach eine eigene Votivkapelle mit Kirchenschatz. Die Pest klang ab, die feindlichen Heere verschwanden und schnell flossen enorme Spenden für den versprochenen Kirchenschatz. Seit dem Mittelalter war der Heilige weit über Neapel und Italien hinaus berühmt.
Könige und Kaiser, Fürsten und Päpste beschenkten seine Sammlung. Verwaltet wird der Schatz von einer Bruderschaft, die sich aus Mitgliedern des neapolitanischen Adels zusammensetzt.
Der frühchristliche Märtyrer Gennaro wird seit Jahrhunderten als Schutzheiliger von Neapel verehrt. Im Mittelpunkt des Kultes steht das alljährlich auftretende «Blutwunder», bei dem sich Kristalle in einem Reliquienbehälter verflüssigen.
(sda/ama/vst)