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d'Austria (spr. chhuan, Johann von Österreich), natürlicher Sohn des Kaisers Karl V. und der Barbara Blomberg aus
Regensburg, geb. zu Regensburg, erhielt seine Erziehung in Spanien anfangs von dem Vertrauten des Kaisers, Don Luis Quijada,
später, nach seines Vaters Tod, am Hof seines Bruders Philipp II. Hier lebte er in Gemeinschaft mit Philipps
Sohn Don Karlos. Dann widmete er sich dem Waffendienst; 1569 und 1570 führte er den Oberbefehl über die in Granada mit den
Mauren kämpfenden Truppen. J. schlug die Feinde in mehreren Treffen, eroberte einige feste Plätze und unterwarf die Aufständischen
vollständig.
Darauf wurde er an die Spitze der Flotte gestellt, die von der Heiligen Liga gegen die Türken geschickt wurde.
Er lieferte diesen bei Lepanto eine Schlacht, in welcher er einen großen Sieg erfocht. Doch war es nicht möglich,
den Sieg vollständig auszunutzen, da die Verbündeten über den weitern Feldzugsplan sehr geteilter
Ansicht waren. J. wendete sich 1573 gegen Tunis, von dem Wunsch erfüllt, ein christliches Königreich für sich dort zu gründen. 1574 hatte
er als Schiedsrichter den Zwist der Parteien in Genua zu schlichten. 1575 wurde er spanischer
mehr
Generalvikar über alle italienischen Provinzen, 1576 aber übertrug ihm Philipp die Statthalterschaft über die Niederlande.
Durch Milde und Nachgiebigkeit wußte er anfangs die rebellisch gesinnten Niederländer zu gewinnen, allein bald brachen wieder
neue Zwistigkeiten und Unruhen aus, und er konnte gegen das überwiegende Ansehen Oraniens nicht aufkommen. J. ließ sich
auch für ein Projekt gewinnen, durch Befreiung der gefangenen Maria Stuart die Kronen von Schottland und England sich zu erringen.
Er starb im Lager bei Namur an der Pest, nach mancher Annahme an Gift, welches ihm Philipp II. hätte beibringen lassen;
doch läßt sich für diese Annahme kein haltbarer Beweis beibringen.
Vgl. Havemann, Leben des Don J. (Gotha
1865);
Stirling-Maxwell, Don John of Austria (Lond. 1883, 2 Bde.).