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Vorhofflimmern
Vorhofflimmern ist die häufigste Art einer Herzrhythmusstörung und betrifft in der Schweiz rund ein Prozent, was circa 100.000 Menschen ausmacht. Oft bleibt es unbemerkt, denn nur ca. jeder Zweite verspürt Symptome.
Vorhofflimmern ist die häufigste Art einer Herzrhythmusstörung und betrifft in der Schweiz rund ein Prozent, was circa 100.000 Menschen ausmacht. Nicht immer werden sie dabei von Symptomen begleitet und können von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen.
Bei einem Vorhofflimmern schlägt das Herz zu schnell oder in unregelmässigen Abständen. Bildlich beschrieben, geraten die Vorhöfe in eine Art elektrische Gewitter. Ein abnormaler elektrischer Impuls im linken Vorhof wird ausgelöst. Dies lässt sie zu schnell oder unkoordiniert schlagen. Dies hat Auswirkungen auf die Kammern. Sie schlagen ebenfalls zu schnell und chaotisch. Der Prozess der Pumpe der Vorhöfe und die der Kammern sind nicht mehr in einem gemeinsamen Takt. Dies hat zur Folge, dass die Leistung des Herzens sich verringert.
Die unterschiedlichen Arten des Auftretens können in drei Formen gegliedert werden. Dabei hängt es davon ab, wie häufig und wie lange ein Vorhofflimmern bei dem Betroffenen auftritt.
Paroxysmales Vorhofflimmern
Es beschreibt ein anfallsartiges Auftreten und bleibt meistens nicht länger als eine Woche. Es hört ohne Ankündigung zu einem unbestimmten Zeitpunkt wieder auf.
Persistierendes Vorhofflimmern
Um das Vorhofflimmern zum Stoppen zu bringen, muss nachgeholfen werden. Durch eine bestimmte Therapie kann es wieder in einen normalen Rhythmus gebracht werden.
Permanentes Vorhofflimmern
Wie das Wort schon beschreibt, ist das Vorhofflimmern zu einer permanenten Situation geworden, in dem der Rhythmus auch durch eine Behandlung nicht wieder erreicht werden kann.
Wie kann ein Vorhofflimmern bemerkt werden?
Oft wird ein Vorhofflimmern gar nicht bemerkt oder erst zufällig bei anderen Untersuchungen, denn nicht tritt es mit Beschwerden auf. Die häufigsten Symptome allerdings sind Herzrasen und Herzklopfen, welche über einen längeren Zeitraum hinweg wahrgenommen werden können. Auch können Beschwerden wie Atemnot, Müdigkeit, Schwindel, Unruhe- und Schwächegefühl oder ein Gefühl von Druck auf der Brust auf ein Vorhofflimmern hinweisen.
Wann kann ein Vorhofflimmern gefährlich werden?
Zunächst ist ein Vorhofflimmern nicht lebensbedrohlich. Aufgrund der unregelmäßigen Funktion der Pumpen der Vorhöfe können sich Blutgerinnsel im Herzmuskel bilden.
Gefährlich wird es also dann, wenn ein solches Blutgerinnsel sich löst und in den Kreislauf gelangt. Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass das Blutgerinnsel eine Hirnarterie verstopft. Diese Verstopfung führt zu einem Hirnschlag. Ebenfalls kann ein Vorhofflimmern zu einer langfristigen Herzinsuffizienz.
Wie wird ein Vorhofflimmern diagnostiziert?
Oft kann aufgrund der Symptome schon eine Vermutung auf Vorhofflimmern angestellt werden. Um genauere und messbare Werte zu erhalten, wird im Anschluss ein Ruhe-EKG und gegebenenfalls auch ein Langzeit-EKG durchgeführt. Die unregelmässigen elektrischen Impulse, die bei einem Vorhofflimmern auftauchen, können in einem EKG durch Verluste der P-Wellen und unregelmässigen Abständen zwischen den QRSKomplexen ersichtlich werden.
Wie sieht eine Behandlung bei Vorhofflimmern aus?
Zunächst wird der Betroffene mit Medikamenten zur Blutverdünnung behandelt. Dies verhindert, dass sich ein Blutgerinnsel bilden kann und aus einem Vorhofflimmern ein Hirnschlag entsteht.
Ebenfalls werden Medikamente zur Senkung des Pulses verschrieben. Zeigen diese keine Wirkung, kann eine Katheter-Ablation eingesetzt werden. Hier werden die AV-Knoten verödet.
Ist die Befürchtung, dass sich durch ein Vorhofflimmern eine Herzinsuffizienz entwickelt, muss der Rhythmus anders kontrolliert werden. Mit Medikamenten (Antiarrhythmika), einer Kardioversion oder einer Katheter-Ablation soll das Vorhofflimmern in einen Sinusrhythmus gebracht werden.