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Heute ist bekanntlich der Dreikönigstag. Wieder einmal ein Feiertag, doch was genau feiern wir eigentlich heute?
Geschichte
Die katholische Tradition bezeichnet mit dem Begriff „Heilige drei Könige“ die in der Weihnachtsgeschichte des Matthäus-Evangeliums erwähnten Weisen aus dem Morgenland. In den ersten Jahrhunderten schwankt die Anzahl der Weisen noch, man ging also nicht immer von drei Königen aus. Origenes (185-254) nennt als erster die drei Könige. Diese Meinung hat sich bis heute klar durchgesetzt.
In der lateinischen Tradition kommen ab dem 6.Jahrhundert die Vornamen Caspar – Melchio – Balthasar vor. Bei den syrischen Christen heissen die drei Könige jedoch Larvandad – Hormisdas – Gushnasaph. Während die Armenier nach wie vor von zwei Königen ausgehen (Kagba und Badadilma), gehen die Äthioper sogar von sechs Königen aus (Tanisuram, Mika, Sisisba, Awnison, Libtar, Kasäd).
Warum glauben wir an 3 Könige?
Im 12.Jahrhundert glaubte man im christlichen Abendland, die Welt bestehe aus drei Kontinenten (Europa, Asien, Afrika). So wurden aus den drei Weisen, die drei Könige. Afrika wurde in dieser Zeit als schwarzes Land bezeichnet, weshalb der Vertreter Afrikas dunkelhäutig dargestellt wird. Allerdings wird erst ab dieser Zeit ein König dunkelhäutig dargestellt, vorher ging man von drei weissen Königen aus. Meistens wird der jüngste König – Caspar – als dunkelhäutig bezeichnet.
Der Bohnenkönig
In den 1950er Jahren wurde der Brauch des Bohnenkönigs vorallem in der Schweiz, Holland, Frankreich, England und Spanien wiederbelebt. Der Bohnenkönig bezeichnet den seit dem späten Mittelalter bekannten Brauch, am Dreikönigstag oder an dessen Vorabend einen König zu wählen und gemeinschaftlich sein Königreich zu begehen.
Dieser König wurde meist in einem Losverfahren auserkoren. Das meist verbreitete Losverfahren bestand in der Verteilung eines Kuchens, in den eine Bohne eingebacken war. Derjenige, der die Bohne in seinem Kuchenstück vorfand, dem fiel das Königsamt zu, deswegen auch der Name „Bohnenkönig“.
In der Schweiz ist dieser Brauch dank den Bemühungen des Kulturhistorikers Max Währen wieder populär geworden. Mit Hilfe des Schweizerischen Bäcker- und Konditorenverbandes wiederbelebte er diesen Brauch erfolgreich. Im übrigen Europa ist der Bohnenkönig eher eine lokale Erscheinung, während in Deutschland der Brauch vor allem von einzelnen Korporationen, wie Karnevalsvereine, gelebt wird.
Dann wünsche ich viel Glück beim König aus dem Brot graben und „en Guete“. 🙂