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Der Kampf der Superlative steht: Conor McGregor holt Floyd Mayweather aus dem Ruhestand. Aber kann der irische MMA-Fighter in einem Boxkampf gegen den früheren Weltmeister bestehen?
Kann der schnellste 100-m-Sprinter nach zwei Monaten Training auch über 110 m Hürden triumphieren? Wohl kaum.
Kann der Formel-1-Weltmeister nach zwei Monaten Training in der Rallye-WM gewinnen? Wohl kaum.
Kann einer der besten MMA-Fighter einen früheren Box-Weltmeister schlagen, wenn er zum ersten Mal nach dessen Regeln kämpft? Wir werden es bald wissen.
Am 26. August steigt in Las Vegas ein Boxkampf der Superlative, der – wieder einmal – zu einem «Kampf des Jahrhunderts» gemacht wird. Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor erhält die Chance, sich gegen Ex-Box-Weltmeister Floyd Mayweather junior zu beweisen.
Die beiden Kämpfer werden richtig fett absahnen. Mayweather soll 100 Millionen Dollar erhalten, McGregors Kampfbörse beläuft sich auf 75 Millionen Dollar. Das Geld ist die Hauptmotivation dafür, dass dieser Fight zustande kommt.
Mayweather galt bei seinem Rücktritt 2015 als einer der besten Boxer aller Zeiten. Der Amerikaner bestritt 49 Profikämpfe, die er allesamt gewann, 26 durch K.o. Mayweather war mehrfacher Weltmeister verschiedener Verbände und Gewichtsklassen. Mit seinen Fäusten verdiente er rund 700 Millionen Dollar.
Entsprechend ist einer seiner Kampfnamen: Als Floyd «Money» Mayweather wird er vom Ringrichter vorgestellt. Selber nennt er sich auch gerne «TBE»: The Best Ever, der Beste aller Zeiten.
Doch Mayweather wird nicht das einzige Grossmaul im Ring sein. Der zwölf Jahre jüngere McGregor spuckt ebenfalls gerne und oft grosse Töne. Der Ire, der in seiner Heimat ein Volksheld ist, gehört zu den bestbezahlten Sportlern der Gegenwart. In diesem Jahr schaffte er es auf Rang 24 der entsprechenden Liste des «Forbes Magazine», mit Einkünften von 34 Millionen Dollar. McGregor ist aktuell Leichtgewichts-Weltmeister bei der UFC.
Conor McGregor gilt als MMA-Fighter, dessen grösste Stärke das Boxen ist. Als 12-Jähriger begann er mit diesem Sport. Früh machte das Talent Fortschritte, gewann noch als Schüler erste Titel.
Doch dann entdeckte McGregor, dass es noch andere Kampfsportarten gibt. «Er war 15 oder 16 Jahre alt, als er mir sagte, dass er nicht mehr immer ins Training kommen könne, weil er noch anderes mache», erinnerte sich sein damaliger Trainer Phil Sutcliffe. «Ich hielt es für sehr barbarisch, dass es dir erlaubt war, einen am Boden liegenden Gegner mit Knien und Ellbogen zu traktieren.»
Der junge McGregor fand immer mehr Gefallen am MMA. Schliesslich wurde er Profi und kämpfte 2013 erstmals unter dem Label der UFC, der wichtigsten Organisation. Von bislang 24 Kämpfen gewann er 21, davon 18 Mal durch Knockout. Nur drei Mal musste McGregor den Käfig als Verlierer verlassen.
Doch nun gegen Floyd Mayweather steht kein MMA-Fight an. Zur Anwendung kommen die Standard-Boxregeln, es geht über 12 Runden im Super Weltergewicht (bis 70 kg). Das spricht gegen Conor McGregor, dessen wohl einziger Vorteil das jüngere Alter ist. Seine Taktik wird es sein, so schnell wie möglich einen Knockout zu schaffen; das ist vermutlich seine einzige Chance. Wobei das einfacher gesagt als getan ist, gegen einen, der selbst in Kämpfen um den WM-Titel noch nie ausgeknockt wurde.
«Conor ist zu hundert Prozent überzeugt, dass er diesen Kampf gewinnt», sagte UFC-Präsident Dana White zu ESPN. «Wenn zwei Männer in einen Ring steigen, ist alles möglich», machte er seinem Schützling Mut.
Für die Buchmacher in Las Vegas ist der Fall sonnenklar. Setzt man 10 Dollar auf einen Sieg Mayweathers, erhält man bloss 11 Dollar zurück. Die Quote des Aussenseiters ist 7:1. Das heisst, dass der siebenfache Einsatz ausbezahlt wird, sollte McGregor gewinnen.
Damit ist klar, dass ein Triumph des MMA-Stars eine grosse Überraschung wäre. Im Faustkampf ist Mayweather seinem Gegner trotz dessen boxerischen Qualitäten überlegen. Als PR-Stunt ist der «Kampf des Jahrhunderts» jetzt schon gelungen. Ob er auch sportlich überzeugen kann, ist hingegen fraglich.