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Hergestellt von Nordmende, Bremen; Chassisnummer 864.601.00.
Als erster einer ganzen Reihe portabler Kofferradios, Urahnen der modernen „Weltempfänger“, brachte Nordmende 1964 den „Globetrotter“ auf den Markt und trat als direkter Konkurrent von Grundig mit seinen Weltempfängern der „Satellit“-Reihe auf den Plan.
Die erste Serie ist an einer grünen Bezeichnung der Bandspreizskala erkennbar, der Globetrotterschriftzug unterhalb des Lautsprechergrills an der Vorderseite ist in Schreibschrift gehalten: für das Gerät mussten 1964 ganze 695.- DM hingeblättert werden.
Beim ersten Nordmende Globetrotter handelt es sich um einen Einfachsuper, der neben dem Lang- und Mittelwellenband und UKW über 11 gespreizte Kurzwellenbänder verfügt. Die Anzeige erfolgt - dem Alter des Geräts entsprechend - nur analog, allerdings mit einer von 0 - 100 skalierten und nicht mit Eichmarken versehenen Linearskala, das Aufsuchen einer Frequenz wird so zum Rätselraten. Wenn die Position einer einmal gefundenen Frequenz auf der Logskala allerdings im Notizbuch festgehalten wird, findet sich die gewünschte Station beim nächsten Versuch einfacher.
Der Globetrotter ist ein unter der Kunstlederverkleidung in einem Holzgehäuse aufgebauter Kofferempfänger, die Frontplatte misst 31 x 10,5 cm, das Gerät ist 21 cm hoch und bringt 3,8 kg auf die Waage.
Die Bedienelemente und Skalen finden sich an der Oberseite des Empfängers, der grosse Lautsprecher auf der Frontplatte, allerdings kann der Globetrotter zum Betrieb auf dem Schreibtisch auch auf dem Tragbügel aufgestützt in liegender Position betrieben werden.
Diese erste Version des „Globetrotters“ verfügt über runde Bandtasten und grüne Markierungen der Bandspreizskala, beim 1965 erschienenen Nachfolgemodell sind die Markierungen orange.
Auf der Frontplatte finden sich links unterhalb der Teleskopantenne die Drehregler für Höhen und Bässe und der mit dem Einschalter kombinierte Lautstärkerregler. Beim Eindrücken des obersten Klangreglers zeigt das unmittelbar daneben liegende S-Meter die Batteriestärke an, beim Eindrücken des darunter gelegenen Bassreglers wird die Skalenbeleuchtung aktiviert.
Die runden Drucktasten oberhalb der Skala schalten die Bandbereiche, als Besonderheit aktiviert die Taste S den Seefunk- resp. Grenzwellenbereich von 200 - 80 m, die Taste Bands die gespreizten Kurzwellenbänder und die linke Taste aktiviert beim Eindrücken die automatische Scharfabstimmung AFC im UKW-Bereich und schaltet auf den Kurzwellenbereichen vom schmalen auf das breitere ZF-Filter.
Von den grossen Drehknöpfen schaltet der obere das gewünschte gespreizte Kurzwellenband, mit dem Aussenring wird die Abstimmung betätigt. Der untere Abstimmknopf dient zur Abstimmung auf den LW/MW/S-Bereichen, der Aussenring dieses Knopfes zur Abstimmung auf UKW.
An der Unterseite, der Deckel wird von zwei Schrauben fixiert und muss zum Batteriewechsel ganz abgenommen werden, findet sich das Fach für 5 UM-1 Batterien, es kann ein externes 7,5 V-Netzteil angeschlossen werden. Unter einer Abdeckung an der Geräteunterseite findet sich eine Reihe Steckkontakte, über einen Autoeinschub konnte der Globetrotter in Autos in eine Halterung eingesteckt und in diesem Fall mit 6 oder 12 V Bordspannung betrieben werden, ein direkter Netzanschluss fehlt.
Der praktische Betrieb bringt keine Herausforderungen mit sich: am Lautstärkeregler einschalten, mit der Taste BANDS die gespreizten KW-Bereiche anwählen, mit dem oberen Drehknopf drehen bis im Sichtfensterchen das 49 m-Band angezeigt wird, das Pausenzeichen der deutschen Welle auf 6075 suchen - fertig. Schwächen machen sich hier bemerkbar, indem man zur Stationsidentifikation ganz aufs Gehör angewiesen ist, an welcher Stelle der 0 - 100 Linearskala die deutsche Welle zu finden ist, sagt einem das Gerät nicht. Ist eine Station allerdings einmal identifiziert, kann die Position der Frequenz auf der Logskala abgelesen und in einem Notizbuch festgehalten werden, beim nächsten Mal gestaltet sich die Sendersuche einfacher.
Der Globetrotter wirkt auf mich - verglichen mit anderen Geräten aus seiner Entstehungszeit - recht empfangsstark. Abstriche müssen gemacht werden aufgrund des völligen Fehlens von Skalenmarkierungen, die eine Orientierung innerhalb eines Kurzwellenbandes erlauben würden, aufgrund der Tatsache, dass der Empfänger nicht über einen durchgehenden Kurzwellenempfang verfügt und Ausserbandstationen so aussen vor bleiben müssen und aufgrund des fehlenden SSB-Empfangs.
Zusammenfassend war der Nordmende Globetrotter in der Mitte der sechziger Jahre ein ernstzunehmender Reiseempfänger, heute ist er eher ein Liebhaber- oder Sammlergerät. Aufgrund des guten Klangs kommt beim Hören der starken internationalen Auslandsdienste Freude auf. Wer die Belegung der Kurzwellenbänder nicht im Kopf hat, wird sich mit der Sendersuche resp. Identifikation schwer tun, er sollte eher nach einem Gerät mit digitaler Frequenzanzeige Ausschau halten.
Einfachsuper mit gespreizten Kurzwellenbändern, Trommeltuner.
Das Gerät ist halbleiterbestückt.