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Ein vergessener Vorläufer der Gletschertheorie
VON LOUIS SEYLAZ
Ich glaubte eine Entdeckung gemacht zu haben. Beim Durchblättern alter Fachzeitschriften war ich auf ein paar Zeilen gestossen, welche zeigten, dass schon 1802 ein schottischer Professor, John Playfair, die Gletscher als stärkste, ja tatsächlich als die einzige Naturkraft bezeichnete, die imstande sei, Hunderte, ja Tausende von Tonnen schwere Felsblöcke über weite Distanz zu transportieren. Hier die Übersetzung der Stelle:
« In einem andern Teil der Alpen hatte de Saussure beobachtet, dass dort, wo die Dranse von den Flanken des Mont Vélan und des Grossen St. Bernhard herabkommend im Wallis in die Rhone mündet, die Berge zu beiden Seiten des Tales aus Urschiefern bestehen, wo kein Granit getroffen wird, und trotzdem sind im untersten Talabschnitt auf beträchtlichen Strecken vereinzelte grosse Granitblöcke über den Talgrund verstreut1. Seine Kenntnis aller Gesteine dieser Berge führte ihn sofort zur Annahme, dass diese losgelösten Blöcke von der Mont Blanc-Kette herrührten, welche sich im Westen der Dranse zu viel grösserer Höhe erhebt als die dazwischenliegenden Berge. Diese 1 Voyages aux Alpes, Bd. II, 1022.
Vermutung wurde von einem seiner Freundes bestätigt, welcher feststellte, dass die Beschaffenheit der fraglichen Blöcke genau mit derjenigen der Felsen der Pointe d' Ornex, des nächstgelegenen Gipfels der Granitkette, übereinstimmte...
Das stärkste Werkzeug, welches die Natur benutzt, um schwere Felsstücke zu transportieren, sind ohne Zweifel die Gletscher, Eis-Seen oder -Flüsse, die sich in den höchsten Alpentälern gebildet haben. Diese grossen Massen ( Gletscher ), unterhöhlt durch die von der Erde ausgestrahlte Wärme, befinden sich in ständiger Bewegung und werden durch ihr ungeheures Gewicht, erhöht durch unzählige Felsstücke, mit denen sie belastet sind, über die unterliegenden Hänge talwärts getrieben. Die Gletscher transportieren diese Trümmer nach und nach bis an ihr unteres Ende, wo eine mächtige Mauer ( Moräne ) für die Grosse der wirkenden Kraft zeugt, die sie aufbaute. Die Grosse und Menge der so transportierten Blöcke, welche alle, die sie gesehen, in Staunen gesetzt haben, erklären hinlänglich, wie Felsstücke verschoben werden können, selbst auf wenig abschüssigem Gelände und bei grosser Unebenheit der Oberfläche. Es war auf diese Weise ( durch die Gletscher ), dass enorme Felstrümmer auf grosse Distanzen transportiert wurden, als die Berge noch viel höher und die Täler in ihrer heutigen Form noch nicht gegraben waren2. » John Playfair hatte, als er diese Zeilen schrieb ( vor 1802 ) die Schweiz noch nie gesehen, weder die Alpen noch einen Gletscher, und es ist nur durch deduktive Überlegung dass er, als er die Arbeit von H. B. de Saussure las, zur hier dargelegten Schlussfolgerung gelangte.
Nach dem Tode des berühmten schottischen Geologen James Hutton im Jahre 1797 wurde dessen treuer Schüler und Kollege an der Universität Edinburgh, John Playfair, beauftragt, die Ideen seines Lehrers darzulegen, was er 1802 in der zitierten Arbeit tat. Aber während die Darlegung der Theorie Huttons nur 140 Seiten beansprucht, sind 388 Seiten seinen Anmerkungen gewidmet, mit denen er jene erklärt und vervollständigt. In diesen Anmerkungen behauptet er zum erstenmal, dass die Granitblöcke, die auf den Hängen des Jura und des Salève verstreut sind, von Gletschern dahin gebracht worden sein müssen.
1815-1816 kam er zu einem langen Aufenthalt auf den Kontinent und besuchte vor allem die Schweiz, die er bei Les Verrières betrat. Die Notizen, die Playfair im Verlauf dieser Reise machte, sind von seinem Neffen für die biographische Skizze in der Einleitung zu den 1822 veröffentlichten Oeuvres de Playfair benützt worden 3:
« Beim Eintritt ins Val-de-Travers im Jura konnte er ( Playfair ) ein eigenartiges Phänomen beobachten, das schon lange seine Aufmerksamkeit erregt hatte, nämlich die Anwesenheit von losgelösten Blöcken von Granit, Gneis und Glimmerschiefer auf der Oberfläche einer ganz aus Kalk aufgebauten Bergkette. Eine Anzahl solcher Bruchstücke ist auf dem ganzen Weg durch die Engpässe, die nach Neuenburg führen, verstreut. Der grösste und erstaunlichste dieser Blöcke ist der Pierre Abot ( P. à Bot ), so benannt nach dem benachbarten Bauernhof '. Er befindet sich in einem Wald an der Bergflanke mindestens 700 Fuss ( 200 m ) oberhalb der Stadt Neuenburg und ist 64 Fuss lang, 32 Fuss breit und 16 Fuss hoch, misst also 32 768 Quadratfuss ( 927 m2 ), was einem Gewicht von ungefähr 2600 Tonnen entspricht. » Wenn man in Betracht zieht, dass der nächste Punkt, wo man anstehenden Kalk trifft, 70 Meilen ( 112 km ) entfernt liegt, ist es nicht leicht, sich das Transportmittel vorzustellen, das imstande war, 1 Vielleicht der Domherr L.J. Murith. Wir wissen aus seinem Brief an de Saussure, dass er 1785 nach Orny hinaufgestiegen ist, um Natur und Herkunft dieser Granitblöcke im Vallée de Bagnes festzustellen.
2 John Playfair, Illustration of the Huttonian Theory, Bemerkung XVIII, S. 387, Edinburgh, 1802.
3 Collected Works and Biographical Account of Late Prof. Play fair, Edinburgh, 1822.
4 Es ist eher umgekehrt: der Bauernhof hat den Namen vom Block.
diesen Block über Hügel und dazwischenliegende Täler an seinen jetzigen Standort zu bringen, ohne ihn zu beschädigen. Ein Wasserlauf, so mächtig man ihn sich vorstellen mag, hätte ihn niemals auf einen Hang hinaufheben können, sondern hätte ihn in der ersten erreichten Niederung abgelegt, und er hätte schon auf geringere Distanz dessen Kanten abgerundet. Ein Gletscher, der in seinem Lauf die Täler ausfüllt und die Felsen auf seiner Oberfläche mit sich führt, ohne sie durch Reibung abzunützen, ist das einzige Mittel, diese Massen über solche Distanzen zu transportieren, ohne die scharfen Kanten abzustumpfen \ » So hat also Playfair schon 1802 von seinem weit entfernten Schottland aus, ohne je einen Gletscher gesehen zu haben als auf den Abbildungen im Buche von Saussure, vor jedem anderen behauptet, dass als einzig mögliche Erklärung für das Vorhandensein von Granitblöcken weit entfernt von ihrem ursprünglichen Platz in den Alpen, nur deren Transport durch die Gletscher in Betracht komme. Wenn man an die Mannigfaltigkeit und die Phantasie der über diesen Punkt aufgestellten Hypothesen der grossen Wissenschafter jener Epoche denkt - darunter H. de Saussure und der berühmte Darwin -, welche dieses Problem beschäftigte und die sich den Kopf zerbrachen über die rätselhaften Blöcke, kann man nur staunen, dass diese Idee kein verständnisvolleres Echo gefunden hat. Wenn irren menschlich ist, so ist doch das Beharren auf einem Irrtum unverzeihlich. Jeder hatte seine eigene Anschauung und hielt steif daran fest. Es ist heute erheiternd, die verschiedenen Theorien über das Thema der Deponierung erratischer Blöcke zu rekapitulieren. Keine Hypothese war zu absurd, um in den Mutmassungen der Geologen über diesen schwierigen Gegenstand ihren Platz zu finden. Die einen stellten sich eine an die Alpen gelehnte schiefe Ebene vor, auf welcher die Fragmente bis auf die Hänge des Jura gerollt oder gerutscht wären. Andere legten zwischen Alpen und Jura einen grossen See, auf welchem schwimmende Eisflosse die Trümmer an ihren gegenwärtigen Platz getragen hätten. Oder dann war es eine fürchterliche Explosion - ähnlich einem Vulkanausbruch - die einst die Bruchstücke von den Alpen über die Hochebene hinausschleuderte.Von allgemeinster Geltung war die Annahme enormer Wasserläufe von den Alpen her, welche Felsmassen von Tausenden von Tonnen mitschleppten. Alle diese Erklärungen verstiessen gegen den gesunden Menschenverstand und gegen die physikalischen Gesetze.
Sowohl 1802 wie 1822 blieben die revolutionären Anschauungen von Playfair vollständig unbeachtet, übersehen oder abgelehnt. In England war es erst im Jahre 1843 der berühmte Glaziologe J. D. Forbes, welcher sie ins rechte Licht stellte und Playfair in seinem Buche Travels through the Alps of Savoy ( 1843 ) Gerechtigkeit widerfahren liess, indem er den Text von 1822 anführte. In der Schweiz findet sich die erste Erwähnung von Playfair in der Schrift Essay sur les glaciers von J. de Charpentier, 1841 in Lausanne erschienen. Es ist der zweite Abschnitt der englischen Zitierung, deren Übersetzung wir oben wiedergegeben haben2. Der Name von Playfair war also in der Schweiz schon seit 1840 bekannt wie auch seine Theorie über den Transport der erratischen Blöcke. ( Ich hatte also nichts Neues entdeckt, sondern einfach nichts von der Sache gewusst. ) Zu dieser Zeit hatten die Schweizer J. J. Perraudin, Ignace Venetz und J.de Charpentier das Rätsel ihrerseits gelöst.
Ein halbes Jahrhundert später hat der waadtländische Professor F. A. Forel seinen beiden Vorläufern in den Eclogae geologicae helveticae ( 1899 ) eine Studie gewidmet.
1 Biographical Account of the Late Prof. Playfair, Collected Works, I, S. 28.
2 Im August oder September 1839 hatte Prof. Charles Lyell aus London den Inhalt dieser Stelle an Bernhard Studer in Bern übermittelt, welcher sie sofort an Charpentier weitergab, der eben seinen Essay sur les glaciers ausarbeitete.
Wenn uns Heutigen die Geschichte der Gletscher wohlbekannt ist, so kennen wir weniger die Persönlichkeit, die in der Schweiz am Anfang ihrer Entdeckung stand. Hören wir zuerst, was Charpentier darüber schreibt:
« Die Persönlichkeit, die ich zum erstenmal diese Ansicht - über die Verbreitung der Gletscher in vorgeschichtlicher Zeit - äussern hörte, ist ein intelligenter Bergbewohner namens Pierre Perraudin, ein leidenschaftlicher Gemsjäger, der jetzt noch im Weiler Lourtier im Vallée de Bagnes lebt. 1815, auf der Rückkehr von einer Fahrt nach Ottemma... verbrachte ich die Nacht in seiner Hütte. Im Lauf des Abends kamen wir auf die Besonderheiten seiner Gegend zu sprechen und insbesondere auf die Gletscher, die er oft besucht hatte und sehr gut kannte „ Die Gletscher unserer Berge hatten einst eine viel grössere Ausdehnung als heute ", sagte er. „ Unser ganzes Tal war bis auf grosse Höhe über der Dranse von einem unermesslich grossen Gletscher bedeckt, der sich bis nach Martigny hinzog, was die Felsblöcke bezeugen, die man in der Umgebung dieser Stadt findet und die zu gross sind, als dass sie das Wasser hätte dorthin tragen können. "
Obwohl der gute Perraudin seinen Gletscher nur bis Martigny gehen liess, wahrscheinlich weil er selbst nie weiter gekommen war, und obwohl ich seine Ansicht bezüglich der Unmöglichkeit des Transportes erratischer Blöcke durch das Wasser teilte, erschien mir doch seine Hypothese so unglaublich, ja überspannt, dass ich sie nicht der Mühe wert fand, überdacht und in Erwägung gezogen zu werden. Ich hatte dieses Gespräch fast vergessen, als im Frühjahr 1829 M. Venetz mir ebenfalls davon sprach, dass er auf Grund seiner Beobachtungen glaube, dass nicht nur das Vallée d' Entremont, sondern das ganze Wallis einst von einem Gletscher bedeckt gewesen sei, welcher sich bis zum Jura hinzog und welcher die Ursache für den Transport der erratischen Felstrümmer gewesen sei.
Wenn ich schon die Annahme eines Gletschers, der sich aus der Tiefe des Vallée de Bagnes bis nach Martigny erstreckte, für aussergewöhnlich und unwahrscheinlich gehalten hatte, empfand ich die Idee von einem mehr als 60 Meilen langen Gletscher, der nicht nur das Wallis, sondern den ganzen Raum zwischen Alpen und Jura ausgefüllt hätte, als wahrhaft verrückt und extravagant. » Wer war dieser Pierre Perraudin?
In Lourtier am 25. April 1767 geboren, hatte er keine andere Ausbildung genossen als die, welche die Schule seines Dörfchens vermittelte. Ein echter Bergbauer, aber ein intelligenter Bauer, ein scharfsinniger Beobachter. Seine ausserordentlichen Geistesgaben, vereint mit gesundem Menschenverstand, und seine Ehrbarkeit erlaubten ihm, eine hervorragende Rolle in seinem Tal zu spielen und grosse Autorität zu erlangen. Er war eine der respektiertesten Persönlichkeiten der Gegend. Zuerst Feldhüter, wählten ihn seine Mitbürger als Gemeinderat, dann als Abgeordneten in den Grand Conseil. Als Leutnant der Walliser Miliz nahm er 1799 am Befreiungskampf gegen die Oberwalliser bei Finnwald teil. Im Oktober 1818 nach dem grossen Unglück von Mauvoisin wurde er beauftragt, die Arbeiten zur Verhinderung einer neuen Katastrophe, die Ingenieur Venetz projektiert hatte, zu leiten. Viele Jahre lang war er der unerlässliche Führer für Touristen, welche das Tal und die Gletscher aufsuchen wollten.
Zimmermann von Beruf, hatte er sein Haus in Lourtier selbst gebaut und sich auf einem Deckenbalken dargestellt, wie er hinter einem Felsen hervor mit seinem Karabiner auf eine Gemse zielt. Denn er war vor allem Jäger wie man es damals noch sein konnte, frei und das ganze Jahr hindurch. Auf seinen unzähligen Streifen in die Berge und auf die Gletscher von Bagnes beobachtete er mit leidenschaftlichem Eifer die Natur. So kam er dazu, sich die Frage über die Herkunft gewisser an den Talhängen aufsitzender Blöcke zu stellen, die nicht von den Wildbächen hergetragen, noch von einem Bergrutsch herrühren konnten. Wie weiter oben gesagt, hatte er schon 1815 seine Schlussfolgerungen J. de Charpentier mitgeteilt und nur ein ungläubiges Achselzucken als Antwort erhalten. Aber er liess sich nicht beirren und forschte weiter. Abgesehen von den erratischen Blöcken hatte er in der Nähe der Gletscher die Rillen beobachtet, die das Eis in den nackten Felsen schleift. Dass er die gleichen Schliffspuren an Felsen ganz unten im Tal fand, war für ihn ein neuer Beweis für die einstige Ausdehnung des Gletschers, wie dies eine im Reisebericht: Voyage à Entremont en 1818 des Pastors Henri Gilliéron ( das Manuskript ist gegenwärtig in der Kantonsbibliothek Lausanne deponiert ) eingeschobene Notiz aus seiner Hand zeigt. Gilliéron hat 1818 zwei Fahrten ins Vallée de Bagnes gemacht, die erste im Mai vor der Katastrophe von Mauvoisin und die zweite im August, welche ihn bis nach Ollomont führte und ins Aostatal. Seinen Bericht über die zweite Exkursion, ein dickes Heft, schickte er Perraudin, der ihm wahrscheinlich als Führer gedient hatte. Dieser fügte viele berichtigende Randbemerkungen über die Nomenklatur und die Topographie des Bezirks und ein Kroki vom Glacier de Corbassière hinzu und auf einem beigehefteten Blatt die erwähnte Notiz folgenden Inhalts:
« Beobachtungen eines Bauern von Lourtier Nachdem ich schon lange auf dem kompakten Fels Male oder Narben* beobachtet habe, deren Ursache ich nicht kannte, bin ich nach vielem Nachdenken, indem ich die Gletscher aufsuchte, zum Schluss gekommen, dass sie durch den Druck oder die Gegenwart dieser genannten Massen entstanden sind, von denen ich Spuren mindestens bis nach Champsec finde. Dies lässt mich glauben, dass ehemals die grosse Eismasse das ganze Vallée de Bagnes ausfüllte, und ich biete mich an, es den Wissbegierigen durch den Augenschein zu beweisen, indem sie sich den genannten Spuren nähern, die der Gletscher gegenwärtig sichtbar werden lässt.
Vom Beobachter Jean Pierre Perraudin * Sie sind alle in der Richtung der Täler. » Während des ganzen tragischen Jahres 1818, vor und nach der Katastrophe, nahm Ingenieur Venetz immer wieder Aufenthalt im Vallée de Bagnes und war in ständigem Kontakt mit Perraudin, bei welchem er gewöhnlich wohnte. Er hatte dessen scharfe Intelligenz, seine bemerkenswerte Beobachtungsgabe und seine vollkommene Kenntnis der Örtlichkeiten kennen und schätzen gelernt. Er selbst war zu dieser Zeit damit beschäftigt, eine Abhandlung über Temperaturschwankungen in den Alpen zu verfassen und hatte seinerseits bestimmte Beobachtungen gesammelt und Vergleiche angestellt. Perraudin, welcher ihm die Spuren der einstigen Gletscher im Gelände zeigte, hatte keine Mühe, ihn von deren ehemaligen Ausdehnung zu überzeugen. Von dieser Erkenntnis ausgehend - indem er das Feld seiner eigenen Beobachtungen über das ganze Rhonetal und darüber hinaus ausdehnte - stellte er die Theorie über die Eiszeit auf, deren Wert und Exaktheit Charpentier trotz innerem Widerstreben gezwungen war anzuerkennen. Etwa zehn Jahre später legte er sie in seinem berühmten Buch Essay sur les glaciers ( Lausanne 1841 ) wissenschaftlich dar.
Wie dem auch sei, der Zusammenhang steht eindeutig fest: Wenn es Charpentier ist, der seine Zeitgenossen mit der Vergletscherungszeit bekanntgemacht und eine unwiderlegliche Erklärung für die Herkunft der erratischen Blöcke an den Abhängen des Jura gegeben hat, so ist es für uns doch der Jäger und Führer Perraudin, dem die Ehre zufällt, den ersten schöpferischen Gedanken zu dieser Theorie gegeben zu haben. Ignace Venetz, welcher der Hypothese das Gewicht seiner eigenen Beobachtungen hinzufügte, war es, der Charpentier von der Richtigkeit derselben überzeugte. Er bildete die Verbindungslinie zwischen dem Bergbauern aus Lourtier und dem gelehrten Geologen.
Perraudin starb in Lourtier im Alter von 91 Jahren.Übers.: F. Oe.