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Von Lisa Heyl
Eine unkomplizierte Blasenentzündung verläuft zumeist harmlos und lässt sich häufig auch ohne Antibiotika kurieren. Sie kann selten zu einer Nierenbeckenentzündung führen. Dann ist dringender Handlungsbedarf angesagt.
Rund 50 Prozent aller Frauen sind einmal in ihrem Leben von einer Blasenentzündung betroffen. Dieser schmerzhaften aber zumeist harmlosen Entzündung kann mit Naturheilmitteln entgegengewirkt werden und sie klingt zumeist schnell wieder ab. Anders verhält es sich bei der viel selteneren Nierenbeckenentzündung, die aus einer Blasenentzündung hervorgehen kann. Die Symptome beinhalten starke Schmerzen und Fieber. Es sollte dann unbedingt ein Arzt konsultiert werden.
So entsteht die Blasenentzündung
«Häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlösen, Krampfartige Schmerzen und trüber Urin sind klassische Anzeichen einer Blasenentzündung», sagt Ursula Schilliger, Drogistin HF. Die Blasenentzündung wird in rund 75 Prozent aller Fälle durch das Darmbakterium Escherichia coli (E. Coli) ausgelöst. Dieses gelangt via Harnröhre in die Blase und verursacht die eigentliche Entzündung. Faktoren, die eine Blasenentzündung begünstigen sind Unterkühlung, Störungen der Vaginalflora, falsche Genitalhygiene oder eine geschwächte Immunabwehr.
Häufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlösen, Krampfartige Schmerzen und trüber Urin sind klassische Anzeichen einer Blasenentzündung.
«Frauen sind von einer Blasenentzündung deutlich häufiger betroffen als Männer», sagt Schilliger: «Dies ist anatomisch bedingt, denn Frauen haben eine kürzere Harnröhre, deren Eingang näher am After liegt.» Darmbakterien können deshalb leichter in die Blase gelangen und dort die Entzündung verursachen.
Symptome einer Blasen- und Nierenbeckenentzündung
Blasenentzündung
- Häufiger Harndrang, oftmals aber nur eine kleine Menge Urin
- Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen
- Schmerzen im Unterleib
- Trüber oder übelriechender Urin
Nierenbeckenentzündung:
Auslöser zumeist bakterielle Infektion
«Bleibt die Blasenentzündung unbehandelt, kann sie in seltenen Fällen (unter 5%) zu einer Nierenbeckenentzündung führen», sagt Schilliger: «Die Bakterien gelangen über die Harnröhre, die Harnblase und den Harnleiter bis in das Nierenbecken.» Somit ist auch bei der Nierenbeckenentzündung die aufsteigende Infektion mit dem Darmbakterium E. coli der häufigste Krankheitserreger.
Risikofaktoren begünstigen Nierenbeckenentzündung
Das Nierenbecken ist der Sammelort für den in der Niere gebildeten Urin. «Kann dieser wegen Harnabflussstörungen nicht abfliessen und staut sich, begünstigt dies das Bakterienwachstum und somit das Risiko einer Nierenbeckenentzündung», sagt Schilliger. Zudem gilt die Zeit der Schwangerschaft als erhöhtes Risiko, da die vergrösserte Gebärmutter auf die Harnleiter drückt und zu einer gewissen Harnstauung führen kann.
Nieren- und Blasentee
Tipp von Ursula Schilliger, Drogistin HF
Wer an einer Blasenentzündung leidet, sollte über den ganzen Tag verteilt bis zu drei Liter Tee trinken. Am besten brühen Sie Nieren- und Blasentee-Mischungen auf. Diese wirken desinfizierend, harntreibend und krampflösend. Pflanzen, die der Blase besonders gut tun, sind:
- Riesengoldrutenkraut
- Bärentraubenblätter
- Brennnesselblätter
- Birkenblätter
- Hauhechelwurzel
- Kraut des Ackerschachtelhalms
Behandlung einer Nierenbeckenentzündung
Bei einem Arztbesuch muss abgeklärt werden, ob es sich um eine akute oder chronische Nierenbeckenentzündung handelt. Eine akute Entzündung klingt meist nach einer resistenzgerechten Behandlung mit Antibiotika wieder ab. Eine chronische, immer wiederkehrende Nierenbeckenentzündung kann durch nicht richtig ausgeheilte Blasenentzündungen entstehen.
Eine chronische, immer wiederkehrende Nierenbeckenentzündung kann durch nicht richtig ausgeheilte Blasenentzündungen entstehen.
Erst im längeren Verlauf treten unspezifische Symptome wie Magenschmerzen, Probleme beim Wasserlassen, Müdigkeit oder Kopfschmerzen auf. Der Arzt sucht nach ursächlichen Harnabflussstörungen wie beispielsweise Nierensteinen und behandelt resistenzgerecht mit Antibiotika.
Im Zweifel zum Arzt
«Wenn Symptome wie Fieber oder Blut im Urin auftreten, verweisen wir unsere Kundschaft direkt zu einem Arzt», sagt Schilliger. Dieser stellt eine korrekte Diagnose und entscheidet, ob ein Antibiotikum angebracht ist. Häufig lässt sich eine Nierenbeckenentzündung auch an Schmerzen in der Nierengegend, Schüttelfrost, Erbrechen und Übelkeit erkennen. «Handelt es sich um eine Nierenbeckenentzündung ist eine Behandlung mit Antibiotika notwendig», sagt Schilliger: «Denn eine Nierenbeckenentzündung kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung oder einem Nierenversagen führen.»
Quellen & weiterführende Literatur:
- Akute Blasenentzündung – Behandlung ohne Antibiotika
- Wichtige Fakten zur Blasenentzündung
- Blasenentzündung natürlich heilen
- MSD Manual
- Doccheck Flexikon
- Schaenzler, U. Riker: Medizinische Fachbegriffe, GU, 2006.
Bilder: Shutterstock, Pixabay
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