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Ziel dieses Forschungsprojektes ist es traditionelle epidemiologische Daten und Analysen in eine Analyse des Transmissionsnetzwerks von HIV zu integrieren. Die Epidemiologie untersucht die Verteilung und Ursachen von Gesundheits-relevanten Zuständen (z.B. Krankheiten, Expositionen). Dabei werden normalerweise verschiedene Individuen als unabhängig betrachtet. Diese Annahme ist aber gerade bei Infektionskrankheiten problematisch, da sie die Ausbreitung eines Erregers nur ungenügend erfassen kann. Diese Ausbreitung ist durch das Transmissionsnetzwerk des Erregers gegeben, welches allerdings sehr schwierig zu bestimmen ist, aber dennoch eine zentrale Bedeutung für eine erfolgreiche Prävention hat z.B. zur Identifikation von Transmissionsrouten oder von transmissionsfördernden Faktoren. Zuletzt können auch die Ursachen von Komorbiditäten (d.h. Krankheiten die zusammen mit einer Infektion auftreten) besser erforscht werden wenn sie im Lichte des Transmissionsnetzwerks betrachtet werden können--- z.B. kann ein gehäuftes Auftreten in bestimmten Regionen des Transmissionsnetzwerks ein Hinweis auf besonders anfällige Populationen liefern. HIV und insbesondere die Schweizerische-HIV-Kohorten-Studie (SHKS) bieten ein ideales Fallbeispiel für die Kombination von Transmissionsnetzwerken und traditionellen epidemiologischen Daten und Analysen. Einerseits verfügt die SHKS sowohl über ausgezeichnete Virale Sequenzdaten mit welchen sich das Transmissionsnetzwerk beschreiben lässt als auch über einen einmaligen Reichtum an klinischen, demographischen und immunologischen Daten (inkl. Bio-Bank). Andererseits, ist ein besseres Verständnis der HIV Transmission von zentraler Relevanz für die Eindämmung von Neu-Infektionen und deshalb von hoher aktueller Relevanz.