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Kapellbrücke-Katastrophe: Vor 25 Jahren stand die älteste Holzbrücke Europas in Flammen
In der Nacht auf morgen Samstag jährt sich das Ereignis nun schon zum 25. Mal. Damals, in der Nacht vom 17. auf den 18. August 1993, fiel die älteste Holzbrücke Europas fast komplett den Flammen zum Opfer .
Von dem 1365 (erste Erwähnung) als Wehrgang errichteten Bauwerk blieben nach dem Feuer nur noch beide Pfeiler, die Grundkonstruktion und der Wasserturm intakt. 86 der 111 dreieckigen Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, die in den Giebel hingen, wurden zerstört. Die genaue Brandursache ist bis heute nicht restlos geklärt.
Als Brandherd wird ein durch eine weggeworfene Zigarette ausgelöster Schwelbrand in einem unter dem Steg angelegten Boot vermutet. Die zahlreichen Spinnweben auf der historischen Brücke wirkten danach wie ein Brandbeschleuniger.
Auf ihre Brücke und ihren Touristenmagneten wollten die Luzerner nicht verzichten, also beschloss man noch am Tag nach dem Brand, die Brücke wieder aufzubauen. Auch mit der Begründung, an der Holzbrücke stamme sowieso kein Balken mehr aus der Bauzeit. Sie war über die Jahrhunderte schon mehrfach erneuert, verkürzt und verändert worden. Der letzte komplette Abbau fand 1969 statt.
3,4 Millionen Franken kostete der Wiederaufbau in Rekordzeit: Das Wahrzeichen wurde am 14. April 1994 wiedereröffnet. Und auch 25 restaurierte Bildtafeln fanden 2003 ihren Weg zurück an das Wahrzeichen, sie hängen heute an den Brückenköpfen und sorgten danach noch für Diskussionen (siehe Box).
Die historischen Bildtafeln
Unter dem Dach der (bis 1835 um 76 Meter längeren) Holzbrücke hatten ursprünglich 158 Bilder aus dem 17. Jahrhundert gehangen (bis 1993 waren 146 erhalten geblieben). Das Feuer zerstörte mehr als die Hälfte der 111 ausgehängten Bildtafeln. Gerettet werden konnten 43, allerdings liessen sich nur 25 wieder soweit herstellen, dass sie erneut ausgestellt werden konnten. Diese 25 Bilder hängen heute an den Brückenköpfen. In der Mitte sind die 26 Tafeln zu sehen, die beim Brand in einem Depot waren. Dazu kommen vier verkohlte Tafeln, die an das Feuer erinnern sollen. Diese denkmalpflegerisch begründete Hängeordnung wurde 2008 in Frage gestellt, nachdem der Luzerner Anwalt Jost Schumacher auf seine Kosten von allen ursprünglich 146 Bildtafeln Kopien hatte anfertigen lassen. Doch der Stadtrat wollte die Kopien nicht. Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) gab der Stadt Recht: die Kopien waren handwerklich, maltechnisch und künstlerisch ungenügend.