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Ausgangslage
Definitionen
Hochstamm-Obstbaum: Nussbäume, Kernobstbäume (Apfel, Birne etc.) mit einer Mindeststammhöhe von 1,6 m und Steinobstbäume (Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen, Pflaumen etc.) mit einer Mindeststammhöhe von 1,2 m.
Halbstamm-Obstbaum: Kernobstbäume mit einer Stammhöhe von 1,0 bis 1,5 m, Steinobstbäume mit einer Stammhöhe von 1,0 bis 1,2 m.
Niederstamm-Obstbaum: Stein- oder Kernobstbäume mit einer maximalen Stammhöhe von 1 m.
Produzentenseite
Die Produktion von Obst lohnt sich nur, wenn es auch an die Konsumenten verkauft werden kann. Daher müssen sowohl Ansätze bei den Produzenten wie auch bei den Konsumenten gesucht werden. Die Erhaltung der Obstbestände ist nur sinnvoll, wenn die Produkte auch den Weg zu den Konsumenten finden. Die Einnahmen vom Verkauf der Produkte stehen jedoch oft in keinem Verhältnis zu den Ausgaben der Landwirte für Pflanzung, Pflege und Ernte der Feldobstbäume. Oft sind die Bewirtschafter aber nicht in der Lage, die Pflege und Aberntung der Bestände selber sicherzustellen (Einmannbetrieb, Überalterung, Desinteresse).
Naturinventar
Basis des Projekts bildet unter anderem das Naturinventar der Gemeinde Titterten, welches der Gemeinde als Grundlage für eine weiterführende Zonenplanung Landschaft diente. In diesem Dokument wurden die ökologisch wertvollen Lebensräume erfasst, beschrieben, bewertet und Vorschläge zu Schutzzielen sowie Massnahmen formuliert. Im Naturinventar unter Punkt 2. «Voraussetzungen» wird folgendes aufgeführt:
Landschaft
„Die Gemeinde Titterten liegt zwischen 600 und 800 m ü. M. auf einem kleinen Plateau, von dem aus immer wieder ein weiter Blick auf die vorgelagerten Tafeljuraberge wie Gempen, Schauenburgerfluh bis in den Schwarzwald ermöglicht wird. Das Gebiet wird durchzogen von einzelnen Kalkrippen, die meist bewaldet sind. Dazwischen liegen die bewirtschafteten Flächen.[…] Im nördlichen Gemeindegebiet liegen schöne ausgedehnte Hochstammobstgärten, wie sie in der Nordwestschweiz selten geworden sind. […] Schutzwürdige erhaltenswerte Landschaftsbilder sind sicher die Schluchtwälder, die Hochstammobstgärten sowie die offenen Ackerflächen, die zwischen den bewaldeten Hügeln eingebettet sind. […]Bedingt durch die Nähe zur Stadt ist die Gemeinde ein attraktives Wohngebiet und dient auch der ansässigen sowie der Stadtbevölkerung als Erholungsgebiet für landschaftsorientierte Sport und Freizeitaktivitäten, wie z.B. Wander, Biken und Walken.“
Landwirtschaft
„Die Gemeinde weist eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 213 ha auf. Die Siedlungsfläche beträgt 18 ha, der Wald beansprucht 139 ha. […] Die Anzahl ökologischer Ausgleichflächen liegt in der Gemeinde bei 9 %. […] Gemäss Statistik des Ebenrains weist die Gemeinde 2378 Hochstämme (Stand 2005) auf. Dies entspricht ca. 10 Hochstämmen pro Hektare. Vergleicht man dies mit anderen Gemeinden im Kanton Baselland, liegt Titterten hier im Mittelfeld. Es ist jedoch augenfällig, dass Titterten im Gebiet Simmelsfeld, Rosenmatt und Lohnsberg noch sehr schöne grossflächige Hochstammobstgärten aufweist, die zusammen mit den Flächen von Arboldswil wohl kantonale Bedeutung haben dürften. Doch ist aufgrund veränderter Marktbedingungen der Absatz für Hochstammkirschen immer schwieriger und die Pflege der Hochstämme lohnt sich nicht mehr. Dadurch verschwinden jedes Jahr immer mehr Hochstämme.“
Landschaftsbild und sanfter Tourismus
Das obere Baselbiet ist in der ganzen Schweiz für seine blühenden Obstbäume (v.a. Kirschen) bekannt. Wie würde die Titterter Landschaft ohne diese blühenden Obstbäume aussehen? Die Hochstammobstbäume prägen das Landschaftsbild der Gemeinde sehr stark und sorgen für eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft.
Schon heute werden Carfahrten organisiert, die Besucher aus der ganzen Schweiz in unsere Region führen, um die wunderschön blühenden Obstbäume zu bestaunen. In der Blütezeit sind auch viele Wandernde mit Fotoapparaten in unserer Gegend zu beobachten. Selbst die Medien bilden unsere schönen Kirschbäume immer wieder gerne ab. Der Erhalt und die Förderung der Hoch- und Halbstammobstbäume tragen zum Erhalt dieses schönen Landschaftsbildes bei und erhöhen die Attraktivität für Ausflüge nach Titterten.