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Der Tessiner starb nach Angaben des IKRK am Sonntag. Die Organisation würdigte ihren früheren Präsidenten als Reformer, der unter anderem die Bedingung aufhob, dass Delegierte auch Schweizer Staatsbürger sein müssen.
Sommaruga studierte in Rom, Paris und Zürich und schloss sein Studium 1957 mit einem Doktorat der Rechtswissenschaften der Universität Zürich ab.
Bis Ende 1968 hatte er diplomatische Posten in Den Haag, Bonn und Rom inne. Sommaruga arbeitete als stellvertretender Generalsekretär der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) in Genf, war Mitglied der Direktion des Bundesamtes für Aussenwirtschaft, der Vorgängerin des heutigen Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco). Danach arbeitete er dort von 1984 bis 1986 als Staatssekretär, bevor er dieses Amt 1987 kündigte, um IKRK-Präsident zu werden.
In seinen zwölf Amtsjahren erlebte Sommaruga mit dem IKRK grosse historische Umbrüche wie den Fall der Berliner Mauer und den damit verbundenen Zusammenbruch der Sowjetunion, der wiederum die Auflösung des Ostblocks zur Folge hatte. Wenige Jahre später kam es zum Völkermord in Ruanda. Die Zahl der IKRK-Missionen stieg deutlich an, und es wurden auch mehrere IKRK-Delegierte bei Einsätzen getötet.
Zu den Erfolgen seiner Amtszeit zählte Sommaruga selber den wieder aufgenommen Dialog mit der jüdischen Gemeinschaft. Bei einer Gedenkveranstaltung im ehemaligen nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz hatte der IKRK-Präsident 1995 die «Fehler und Auslassungen» des IKRK während der Ermordung von Millionen Juden im Holocaust bedauert.
Jakob Kellenberger löste Cornelio Sommaruga am 1. Januar 2000 als IKRK-Präsident ab. Sommaruga, der für sein diplomatisches und humanitäres Wirken mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet wurde, darunter auch mehrere Ehrendoktortitel, ist der Vater des Genfer SP-Ständerates Carlo Sommaruga.