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Was ist Eistee?
Ist Eistee einfach kalter Tee? Irgendwie schon, aber hinter dem Begriff Eistee steckt mehr als du denkst. Seine Geschichte und die Art wie er rund um den Globus serviert wird, geben Aufschluss über dieses facettenreiche Getränk.
Wo fing alles an?
Die Menschen trinken schon seit Jahrtausenden Tee, aber der Legende nach gibt es Eistee erst, seit wir Eis haltbar machen können.
Als Eis begann zu einer Handelsware zu werden, dauerte es vermutlich nicht lange, bis man damit zu experimentieren begann – und in der Mitte des 19. Jahrhunderts erschien das erste bekannte Rezept für Eistee in einem Gemeindekochbuch mit dem Titel Housekeeping in Old Virginia (Hauswirtschaft in Old Virginia).
Seinen ersten grossen Auftritt hatte Eistee angeblich bei der Weltausstellung in St. Louis im Jahr 1904. Der Teehändler Richard Blechynden verteilte Proben seines indischen Tees, aber niemand wollte diesen an so einem heissen Tag trinken. So beschloss Blechynden, sein Getränk zu kühlen, indem er es durch gekühlte Rohre laufen liess. Diese Erfindung – eiskalter, frisch gebrühter Tee war sofort der Renner.
Blechynden verliess die Ausstellung mit seiner Idee und kam schliesslich nach New York City, wo er weitere Proben an durstige Einkäufer verteilte. Es dauerte nicht lange bis sich die Geschichten über Eistee in den ganzen USA verbreiteten…
Was passierte dann?
Während der Prohibition war Eistee besonders beliebt – wohl weil es sich um ein leicht und schnell herstellbares alkoholfreies Erfrischungsgetränk handelte. Mit der Zeit wurden dem Eistee verschiedene Kombinationen frischer Früchte (besonders beliebt war Zitrone) und Zucker hinzugefügt, um ihn süsser zu machen. Mrs. Dull, schreibt 1928 in ihrem Kochbuch Southern Cooking(Südstaaten-Kochbuch): «Eistee sollte mit oder ohne Zitrone mit einem Zweig Minze, einer Erdbeere, einer Kirsche und einer Orangen- oder Ananasscheibe serviert werden.»
Also besteht er aus Eis, Tee und Obst – und das war’s?
Nicht immer. Eigentlich fangen wir jetzt erst an…
Es gibt eine ganze Welt von Eistee da draussen
Eine der faszinierendsten Eigenschaften von Eistee ist, dass er nirgendwo auf der Welt gleich ist und sich über die Jahre an verschiedene Trinkgewohnheiten angepasst hat. Auch den beliebten NESTEA, der Tee-Extrakt enthält, gibt es weltweit in mehr als 20 Geschmacksrichtungen. Eistee an sich gibt es aber in noch viel mehr Variationen. Ein paar besondere Highlights haben wir für euch zusammengefasst:
China
China gilt zwar als Geburtsort des Tees, aber Eistee ist in China erst jetzt im Kommen. Da die Chinesen Zugang zu sehr vollmundigen Tees und köstlichen Kräutern haben, neigen sie dazu, ihre kalten Tees nicht zu süssen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, die natürlichen Aromen aus den Blättern und Kräutern zu extrahieren. Neben schwarzem und grünem Tee verwenden die Chinesen auch Oolong Tee und Kräuteraromen in ihrem Tee.
Hong Kong
Yuanyang wird mit zwei Drittel Eistee und einem Drittel Eiskaffee gemacht und ist eine Institution in Hong Kong. Jeder, der ihn herstellt, behauptet, sein eigenes Rezept zu haben. Dieses milchige Gebräu kann sehr kalt auf Eis oder warm als Frühstücksgetränk serviert werden.
Japan
Die Japaner nehmen Eistee sehr ernst. Die Mini-Märkte in Japan verkaufen Eistee in fast jeder vorstellbaren Geschmacksrichtung, aber die ungesüssten Varianten aus Grüntee und Oolong Tee ohne Aromen sind am Beliebtesten. Für Eistee-Fans ist Japan mit Sicherheit eines der Top-Reiseziele.
Südkorea
In Südkorea gibt es so viele Teesorten, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Zu den beliebtesten Sorten gehören Mais- (oksus cha) und Gerste- (bori cha) Tee, die einen bitteren Geschmack haben und sehr nahrhaft sind. Auch wird Eistee gekühlt oder bei Zimmertemperatur serviert, aber selten auf Eis.
Thailand
Thailand hat eine unkonventionelle Vorgehensweise in Bezug auf Eistee. Cha Yen, oder Thai Tee wird mit ceylonesischem Tee und Milch zubereitet (Kondensmilch, Kokosnussmilch oder Vollmilch). Zusätzlichen Geschmack erhält der Eistee von Gewürzen wie Zimt, Sternanis, Vanille, gemahlener Tamarinde und Kardamom. Diese verleihen dem thailändischen Eistee seine charakteristische orangene Farbe.
Indien
Man kann nicht über indischen Tee sprechen, ohne Masala Chai zu nennen. Diese Mischung aus schwarzem Tee und aromatischen Kräutern und Gewürzen ist in Indien schon seit Jahrhunderten beliebt und daher natürlich auch der bevorzugte Eistee. Die Inder würzen ihren Tee sehr stark mit viel Zucker und Aromen wie Zimt, Kardamom, Ingwer und bereiten ihn mit einem Schuss Milch zu.
Schweiz
Die Schweizer sind Europameister im Eisteekonsum. Nirgendwo sonst trinkt eine Person im Durchschnitt so viel Eistee wie hier. Wie auch überall sonst in Europa wird hier für Eistee nicht nur schwarzer, sondern auch grüner Tee verwendet.
Südamerika
Dieser Kontinent hat seine ganz eigene separate Teekultur abseits der restlichen Welt entwickelt. Yerba mate – eine Pflanze, die im Amazonasgebiet beheimatet ist, bildet die Grundlage eines beliebten Tee-Getränks: Mate Cocido. Dieser kann auch wie Eistee kalt und mit Früchten gesüsst als erfrischendes Getränk serviert werden - perfekt für das warme Klima Südamerikas.
USA
Die Welt liebt Eistee, aber die Amerikaner heben diese Liebe auf eine ganz neue Ebene. Es gibt dort sogar einen «National Iced Tea Day» (10. Juni - Nationaler Eistee-Tag). Die Amerikaner trinken durchschnittlich drei Milliarden Gallonen Eistee (=454.609.000 Liter) im Jahr. Und: amerikanischer Eistee ist einfach und klassisch – schwarzer Tee auf Eis, ein paar Löffel Zucker und ausgesuchte Früchte, serviert in einem Longdrink Glas (in den USA nennt man es sogar eher «Eisteeglas»).
Was genau ist denn eigentlich so gut an Tee?
Abgesehen davon, dass er gut schmeckt und die wichtigste Zutat im Eistee ist, hat er eine facettenreiche und faszinierende Geschichte. Erfahre hier mehr über Tee.
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