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Die Ursachen von Naturkatastrophen müssen aus einem ganzheitlichen Blickwinkel betrachtet werden. Caritas Schweiz arbeitet in diesem Projekt mit einem systemischen Ansatz des Risikomanagements, der vom Ressourcenmanagement über Präventionsarbeit bis hin zum Schutz der Bevölkerung vor Schäden und Verlusten reicht. Bei diesem sogenannten Eco-DRR-Ansatz muss sich der Mensch als Teil und Akteur des Ökosystems verstehen, um die Naturrisiken nachhaltig eindämmen zu können.
In einem ersten Schritt erarbeiten sich die lokalen Gemeinschaften im Projektgebiet von Khatlon ein verschärftes Bewusstsein darüber, welche Risiken in ihrem Gebiet konkret bestehen und wie diese durch ihre eigenen Tätigkeiten beeinflusst werden.
Auf der breiten und regional vernetzten Expertise von Caritas Schweiz aufbauend, lernen die lokalen Behörden und Akteure in einem zweiten Schritt, die Verantwortung für die Erstellung eigener Katastrophenschutzpläne zu übernehmen. Diese Pläne werden gemeinsam mit der betroffenen Bevölkerung erarbeitet und beinhalten eine Liste von Vorschlägen für einfache, ökologische Schutz- und Präventionsmassnahmen, wie zum Beispiel natürliche Schutzvorrichtungen zur Stabilisierung von Hängen und Bachläufen oder die Einführung eines Weidemanagements, das besser auf die ökologischen Verhältnisse abgestimmt ist. Diese Techniken wurden bereits in anderen Projekten von Caritas Schweiz in Tadschikistan entwickelt und erfolgreich eingeführt.
In einem dritten Schritt begleitet Caritas Schweiz die dörflichen Gemeinschaften bei der Umsetzung der geplanten Massnahmen mit eigenen Mitteln. Eine Reihe von Kursen vermittelt die entsprechenden Techniken und Arbeitsweisen. Nachhaltige Lösungen zeichnen sich immer dadurch aus, dass dank ihnen auch ein zusätzliches Einkommen erwirtschaftet werden kann. So liefern gewisse Baumarten, die als Erosionsschutz gepflanzt werden, auch Tierfutter und Brennholz, das auf dem Markt verkauft werden kann.
Die Zusammenarbeit erfolgt mit über 31 dörflichen Organisationen und 160 Lehrerinnen und Lehrern mit rund 8000 Schulkindern. Auf regionaler Ebene sind über 22 Institutionen involviert. Rund 9100 Bewohnerinnen und Bewohner der ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen in 20 Bergdörfern der Distrikte Muminobod and Shurobod werden von einem besseren Schutz profitieren.
Die gemeinsame Entwicklung des lokalen Monitoring- und Frühwarnsystems, das eng in das nationale Netz für Katastrophenprävention in Tadschikistan eingebunden sein wird, vermittelt dem Projekt die langfristige Perspektive, die nötig ist, um den Kreislauf von Übernutzung der natürlichen Ressourcen und Katastrophen zu durchbrechen.