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Mittwoch, 24. Februar 2021, 18.50 Uhr
Mutterseelenalleine sitze ich mit dem Laptop auf den Knien und der Maske vor dem Gesicht beim Leuchtturm von Maspalomas.
Ich versuche mir vorzustellen, was für ein Geräusch die Sonne beim Untergehen machen würde, wenn sie eins mieche (Sonnenaufgang ist einfach: der klänge wie ein Zapfen, der gaaaanz langsam aus einer Flasche gezogen wird, und am Schluss, wenn der unterste Millimeter der immer heller leuchtenden Kugel über den Horizont steigt, ertönt ein Plopp).
Gleichgültig schwappt eine Welle nach der anderen ans Ufer. Abgesehen davon ist kein Laut zu hören. Hinter mir steht, wie eine Ruine aus einer fernen Vergangenheit, das Restaurant, das vor gut einem Jahr noch vom mittleren Morgen bis am späten Abend bis auf den letzten Platz besetzt war. Die unzähligen Möven, die damals kreischend über den Gästen kreisten, sind weitergezogen oder verhungert. Der Taxistand, am dem rund um die Uhr Hochbetrieb herrschte, ist leer.
Der Geruch von Sand und Salz, die kaum spürbare Brise, das fast surreal wirkende Licht über der ganzen Szenerie: die Zutaten für eine stimmungsvolle Kurzgeschichte wären vorhanden; ich bräuchte sie nur zusammenzumischen.
Aber irgendwie widerstrebt es mir, diesen Zauber mit dem Geklapper meiner Tasten zu brechen.
Lieber geniesse ich die Ruhe. In wenigen Minuten wird die Sonne verschwunden sein.
Vielleicht kann ich ja hören, wie sie im Atlantik versinkt.