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Medikamente bei Angststörungen
Die Hauptursachen für ausgeprägte Ängste sind Angsterkrankungen. Sie zeigen sich in unterschiedlichen Formen, als Phobien, Panikstörungen oder generalisierte Angststörungen. Ausserdem gibt es gemischte Angststörungen. Hier treten krankhafte Ängste zum Beispiel gemeinsam mit einer Depression auf. Ein Weg aus der Angst kann die Therapie mit Medikamenten sein.
Die medikamentöse Behandlung zielt auf die Normalisierung gestörter Funktionen im Gehirn, die auf eine Verschiebung der Botenstoffe (Neurotransmitter) zurückzuführen sind. Ein wichtiger Botenstoff ist z. B. das Serotonin. Dazu stehen hauptsächlich die Medikamentengruppen Antidepressiva (umfasst die Gruppe der Trizyklischen Antidepressiva und selektive Wiederaufnahme Hemmer), spezielle Anxiolytika (Angstlöser) sowie die Benzodiazepine zur Verfügung.
Viele Menschen haben bezüglich der Psychopharmaka grosse Vorurteile, diese sind aber nicht berechtigt. Psychopharmaka regulieren die Biochemie ausser Kontrolle geratener chemischer Vorgänge im zentralen Nervensystem. Sie führen nicht zu Persönlichkeitsveränderungen und nicht generell zur Abhängigkeit. Nur die Gruppe der Benzodiazepine führt bei längerer Anwendung zur Abhängigkeit, daher werden diese nur zur kurzfristigen Behandlung akuter Zustände eingesetzt.
Die besten Therapieerfolge werden bei Ängsten mit der Kombinationsbehandlung "Medikament plus Verhaltenstherapie" erreicht. Die Medikamente entspannen den Betroffenen und machen ihn zugänglich für die Verhaltenstherapie, die Verhaltenstherapie wiederum erhöht die Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme. Besonders bewährt haben sich für die Langzeittherapie Antidepressiva.
Text: Helga Grafe 03/2016