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Die junge Nella wird mit dem Amsterdamer Handelsmann Johannes Brandt verheiratet. Als sie sein herrschaftliches Haus an der Herengracht zum ersten Mal betritt, schlägt ihr kalte Abneigung von Seiten ihrer neuen Familie entgegen. Nur das Hochzeitsgeschenk spendet ihr Trost: ein Puppenhaus, das eine exakte Nachbildung ihres neuen Zuhauses ist. Doch bald werden Nella mysteriöse kleine Nachbildungen ihrer neuen Familienmitglieder geschickt - und Hinweise auf das, was diese verbergen. Nella beginnt zu ahnen, dass sich hinter der perfekten Fassade der Brandts tiefe Abgründe verbergen - und Geheimnisse, die sie alle in ihren Sog ziehen werden ...
Rezension
"Burtons Spiel mit den Doppelleben [hat] mich so gewaltig gefesselt, dass ich gar nicht mehr raus wollte aus dem Puppenhaus."
Portrait
Jessie Burton, geboren 1982, studierte an der Oxford University sowie an der Central School of Speech and Drama. Sie arbeitet unter anderem als Schauspielerin und lebt in London. Mit ihrem Debütroman "Die Magie der kleinen Dinge" begeisterte sie Verlage in aller Welt - die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In ihrer Heimat England eroberte sie sofort die Bestsellerliste und wurde von der Presse hochgelobt.
historischer oder Schauerroman-entscheiden Sie selbst...
von einer Kundin/einem Kunden am 13.02.2019
Bewertet: Einband: Klappenbroschur
Dieser Erstling erzählt wie ein langer, ruhiger Fluss die Wandlung der 18jährigen naiven Nella Oortman vom Lande in eine geschickt und selbstbewusst agierende Persönlichkeit/Städterin.
Als sie in einer arrangierten Ehe mit einem etliche Jahre älteren ,vermögenden Kaufmann fast verzweifelt, schenkt ihr ihr Ehemann ein Puppenhau...
Dieser Erstling erzählt wie ein langer, ruhiger Fluss die Wandlung der 18jährigen naiven Nella Oortman vom Lande in eine geschickt und selbstbewusst agierende Persönlichkeit/Städterin.
Als sie in einer arrangierten Ehe mit einem etliche Jahre älteren ,vermögenden Kaufmann fast verzweifelt, schenkt ihr ihr Ehemann ein Puppenhaus : ein noch uneingerichtetes fast(!) komplett identisches Abbild ihres neuen Zuhauses.Und Nella beginnt nach einer Anzeige bei einem Miniaturisten Einrichtungsgegenstände dafür zu bestellen - will heißen: der Zauber der Geschichte beginnt.
Langsam, aber sicher lüftet sich für die unerfahrene junge Frau der Schleier der komplizierten Beziehungen nicht nur ihrer neuen"Familie", sondern auch der Amsterdamer Kaufmannselite untereinander, die als wenige Menschen den größten Reichtum ihrer Stadt auf sich vereinen und in Neid und Gier, Hass und Bigotterie miteinander konkurrieren...
"Die Magie der kleinen Dinge" ist kein Roman zum einfach neben her schmökern und längst nicht alle Rätsel werden gelöst, aber wer mag, kann eintauchen in eine besondere historische Welt mit phantastischem Unterton.
Düster, geheimnisvoll & sehr intensiv
von NiWa aus Euratsfeld am 20.10.2018
17. Jahrhundert in Amsterdam. Als frisch gebackene Ehefrau kommt die junge Nella nach Amsterdam. Hier erwartet sie das herrschaftliche Haus ihres Ehemanns Johannes Brandt, wo sie ab sofort leben soll. Doch ihre neue Familie beschert ihr einen eisigen Empfang und ihr Mann zeigt kein Interesse an ihr. Nur ein Puppenhaus bleibt ihr...
17. Jahrhundert in Amsterdam. Als frisch gebackene Ehefrau kommt die junge Nella nach Amsterdam. Hier erwartet sie das herrschaftliche Haus ihres Ehemanns Johannes Brandt, wo sie ab sofort leben soll. Doch ihre neue Familie beschert ihr einen eisigen Empfang und ihr Mann zeigt kein Interesse an ihr. Nur ein Puppenhaus bleibt ihr als Trost, das haargenau ihrem neuen Zuhause entspricht.
Mitten im Oktober 1686 betritt man mit Nella ihr neues Daheim. Genauso wie die Protagonistin reibt man sich fröstelnd über die Arme, weil der Empfang gar so eisig ist. Ihre Schwägerin kommt lediglich ein zurückhaltender Willkommensgruß über die zusammengepressten Lippen. Das Hauspersonal ist vom ersten Augenblick an sonderbar. Der Hausherr und Ehemann selbst, wähnt sich auf Reisen, weil das Handeln mit Waren im Amsterdam vom 17. Jahrhundert vor der Begegnung mit der Gemahlin steht.
Schnell werden Nella die Schranken gewiesen. Der Hausstand ist für sie nicht von Belang, weil die Schwägerin den Haushalt führt. Das Personal nimmt sie nicht ernst, und ihr Mann hat keinen Blick für sie übrig. Bis sie ihr Hochzeitsgeschenk - ein Puppenhaus erhält, das detailliert ihr Zuhause zeigt.
"Die Magie der kleinen Dinge" ist ein düsterer, geheimnisvoller historischer Roman, der in die Zeit der Gilden im 17. Jahrhundert nach Amsterdam entführt. Dabei kann der Titel auf zweierlei Weise verstanden werden. Einerseits sind es die winzig kleinen Möbel, die Nella als Trost in ihr Puppenhaus setzt und die für erheblichen Wirbel im Hause Brandt sorgen. Andererseits sind es die kleinen Gesten der Wertschätzung, des Respekts und Zusammenhalts, die Nella nach und nach in ihrer Ehe und Familie entdeckt.
Nella ist eine junge Frau, die an den reichen Handelsmann Johannes Brandt verheiratet wurde. Sie setzt viel Hoffnung in diese Ehe und genießt es, dass sie vom Land in die große Stadt gekommen ist. Allerdings geht sie mit reichlich Naivität in die Situation, und merkt erst mit der Zeit, dass ihre Ehe etwas ganz Besonderes ist.
Diese Erkenntnisse sind die Haupthandlung des Romans, der den Leser in seine düstere Atmosphäre zieht. Das Haus und die Familie Brandt wirken zunächst abweisend, bedrohlich und gefährlich, doch Nella behauptet sich. Sie bringt Nähe, Zuversicht und Geborgenheit mit, was ein wärmendes Feuer im Hause Brandt entfacht.
Gleichzeitig werden die Gepflogenheiten in der Handelsstadt Amsterdam thematisiert, was äußerst faszinierend und fesselnd zu lesen ist. Man wird mit der übergreifenden Macht der Gilden konfrontiert, lernt gemeinsam mit Nella mehr über die wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt, und bekommt sehr viel vom Amsterdamer Ambiente mit.
Ich habe diesen Roman als besonders düster und intensiv empfunden. Jessie Burton hat eine ergreifende Atmosphäre geschaffen, die sich dunkel über Nellas junge Ehe legt. Geschickt hat die Autorin die damaligen Gepflogenheiten, Gefahren und Gebote mit der Handlung verwoben, was ein finsteres Bild mit sich bringt.
Einzig, mit dem Part um das Puppenhaus, der sogar leitgebend für den Roman ist, konnte ich mich nicht anfreunden. Auch jetzt - nach der Lektüre - ist mir nicht klar, wozu dieses Geschenk gedient hat, und warum dieser mysteriöse Aspekt überhaupt im Roman vorgekommen ist. Denn auch ohne diese rätselhafte Miniaturversion wäre die Handlung beachtlich gewesen.
Ich bin gern mit Nella zu ihrem Ehemann nach Amsterdam gezogen, habe ihre neue Familie kennengelernt und die angespannte Atmosphäre regelrecht genossen. Gerade für Leser, die gern in düsterer Stimmung Geheimnisse aufdecken und hinter familiäre Kulissen blicken, ist es der richtige Roman - vor allem dann, wenn man sich für Amsterdam im 17. Jahrhundert interessiert.
Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen und als dann noch der Klappentext stimmig war stand für mich fest das Buch muss ich lesen.
von Sabine aus Wien am 24.09.2018
Bewertet: Einband: Klappenbroschur
Lange Rede kurzer Sinn, nach dem ich einmal in die Geschichte eingestiegen bin, konnte ich mich kaum, oder nur ungern von ihr lösen.
Wir begleiten die 17, jährige Nella, aus einfachen Verhältnissen, die im 17. Jahrhundert mit einem holländischen Kaufmann zwangsverheiratet wird. Nella wird von Seiten der einzigen Verwandten ihre...
Lange Rede kurzer Sinn, nach dem ich einmal in die Geschichte eingestiegen bin, konnte ich mich kaum, oder nur ungern von ihr lösen.
Wir begleiten die 17, jährige Nella, aus einfachen Verhältnissen, die im 17. Jahrhundert mit einem holländischen Kaufmann zwangsverheiratet wird. Nella wird von Seiten der einzigen Verwandten ihres Mannes, seiner Schwester, nicht gerade freundlich angenommen. Auch Johannes ihr Mann entspricht nicht den romantischen Vorstellungen eines jungen Mädchens.
Bis dahin war die Story für mich nicht neu, sondern schon hundertfach dagewesen. Doch dann kommt eine völlig neue Wende für mich. Nella bekommt zu Hochzeit, von ihrem Mann Johannes, eine riesige Puppenstube, das Abbild des Hauses. Und plötzlich schlägt die Handlung eine neue Richtung ein. Es werden ihr von einer Miniaturistin Puppen und Möbel geschickt, die entweder etwas vorhersagen oder etwas geschehenes darstellen. Das Puppenhaus scheint ein Eigenleben zu entwickeln. Die Autorin hat hier eine für mich neue Idee entwickelt, die mich richtig fesseln konnte. Einmal in der Story angekommen, möchte man nicht mehr aufhören zu lesen, denn das Buch ist wirklich spannend und kann den Leser mit seinem besonderen Charme überzeugen. Schade das es keine Fortsetzung gibt, hätte gerne mehr davon gelesen. Mich nahm die Geschichte mit am Ende.