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Im 2008 besuchte ich (ich hatte im Januar 2008 von meinen Ärzten
die Diagnose einer "sensiblen
Polyneuropathie" erhalten, und haderte ziemlich mit
meinem Leben und meiner Zukunft, da ich damals bereits seit git einem
Jahr wegen brutaler Schmerzen in den Füssen auch nicht mehr voll
arbeiten konnte) auf Einladung erstmals verschiedene mir inzwischen
durch Internetanfragen bekannte Menschen / Familien in Georgien.
Natürlich traf ich dort dann auch verschiedene Menschen - GeorgierInnen, AserbeidschanerInnen, etc. - welche in ärmlichsten Ghettos lebten, und sich trotzdem - unter teilweise brutalsten Bedingungen - täglich bemühten, ihren Lebensunterhalt und den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern.
Ihre Kraft, ihre Kreativität und vor allem auch ihren Optimismus in ihrer real sehr brutalen Lebenssituation empfand ich als sehr erstaunlich, bewundernswert und ansteckend.
Ich war völlig entsetzt über Druck und Stress (1) (2) (3), welchen diese Menschen / Familien in diesem Land ausgesetzt sind, und so entschloss ich mich, mich mal umzusehen, wie es möglich wäre, diese Menschen in ihrem täglichen Leben / Lebensbedarf zu unterstützen.
Bei weiteren Besuchen in Tbilisi und Region in Georgien im Oktober 2008 und Dezember 2008 sowie im 2009 brachte ich Kleider, Lebensmittel, Heftpflaster, Wundsalben und weitere Hilfsgüter (Farbstifte, Malfarben, Mal- und Zeichenblöcke, etc.), welche ich hier in der Schweiz von Privatpersonen und Firmen (--> SpenderInnen) erhalten oder selbst finanziert hatte, zu diesen verschiedenen mir bereits bekannten Familien.
Als nachhaltigen Eindruck blieb mir anlässlich meines Besuches in
Georgien im 2008, kurz nach kriegerischen Handlungen und Bombardierungen
zwischen Russland und Georgien (--> hier)
, als ich in Tbilisi die Hilfsgüter
aus der Schweiz und aus dem restlichen Europa, etc. (Lebensmittel,
Kleider, etc., teilweise noch nach Herkunftsland angeschrieben und als
Spendengut markiert...) zum Verkauf in den Läden / Shops,
anstatt bei den bedürftigen armen Menschen vorfand...
Ich schwor mir damals, dass ich selbst weiterhin Spendengut jeweils - in Zusammenarbeit mit mir bekannten und vertrauten Kontaktpersonen in Georgien - nur direkt an die Betroffenen abgeben werde, und nicht in Kauf nehmen wolle, dass sie gegen Geld an die die sowieso schon haben, verkauft würden...
Da mir in der Zwischenzeit die Erstdiagnose "sensible Polyneuropathie" bestätigt wurde, die Schmerzen zunahmen, und ich schlicht Angst und Panik hatte, wie das wohl weitergehen würde, schloss ich Ende 2008 meine Praxis und "haute mal für einige Monate" (im wahrsten Sinne des Wortes...) ab...
So reiste ich dann also - nach einigen Monaten in Mexico, wo ich alte
Freunde besuchte, welche ich etwa 25 Jahre nicht mehr gesehen hatte -
erstmals nach Kambodscha, denn von diesem Land und den
Menschen dort hatte ich schon viel spannendes gehört und gelesen.
Und meine Erlebnisse und Erfahrungen in Kambodscha motivierten mich, nebst meiner nun doch sehr eingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der Praxis (still sitzen mit Schmerzen ist Horror...), andere Fähigkeiten, Erfahrungen (z.B. aus Gemeinwesenarbeit, früheren Organisationsaufgaben, etc.) sowie Zeit zu investieren, um so wenigstens etwas sinnvolles für die Menschen in Kambodscha zu tun.
Nach meinem ersten Aufenthalt und intensiven, berührenden Erlebnissen in Kambodscha habe ich hier in der Schweiz den gemeinnützigen Verein für "Hilfe, Unterstützung, Förderung und Motivation von Menschen" gegründet.
Denn, in der Praxis kann ich wegen Schmerzen nicht mal mehr die Hälfte meines bisherigen Arbeitspensums leisten, aber Briefe schreiben, Verhandlungen führen, Sammelgut beschaffen, mit Firmen verhandeln, anpacken, Container beladen und entladen kann ich ja alleweil noch...
Und so mache ich wenigstens etwas sinnvolles mit meinen Fähigkeiten und meiner Erfahrung.
Denn: Im Kambodscha herrscht - nebst Unterdrückung der Menschen - vor allem grosse Armut. Und wir in der Schweiz und Europe leben - zumindest materiell - in grossem Luxus.
Bis heute habe ich diesen Einsatz es nicht bereut. Es macht mir fast täglich Freude und Mut...
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