Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03353.jsonl.gz/186

Eine bisher nicht veröffentlichte frühere Aussage-Mitschrift bleibt nach richterlicher Anordnung weiter unter Verschluss, wie «Deadline.com» am Dienstag berichtete.
Zwei US-Journalisten hatten gefordert, dass eine frühere Aussage des damaligen US-Staatsanwalts Roger Gunson, der das Missbrauchsverfahren gegen Polanski im Jahr 1977 geleitet hatte, veröffentlicht werde.
Gunson soll 2010 wichtige Äusserungen gemacht haben, die Polanskis Gesuch untermauern könnten, dass er seine Strafe in den USA bereits abgesessen habe. Schon 2017 hatte ein Richter gegen die Offenlegung der Dokumente gestimmt.
Polanski geht in Berufung
Die neuerliche Absage des Gerichts habe ihn nicht überrascht, teilte Polanskis Anwalt, Harland Braun, am Dienstag in einer Stellungnahme der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Richter stünden unter Druck, das jahrzehntelange Fehlverhalten früherer Kollegen zu decken. Er werde Berufung gegen den Entscheid einlegen, betonte Braun.
Polanski hatte 1977 zugegeben, Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben, den Vorwurf einer Vergewaltigung aber zurückgewiesen. Er verbrachte mehrere Wochen in einer Haftanstalt unter psychiatrischer Beobachtung.
Im Gegenzug für sein Geständnis wollte der damalige Richter von einer längeren Haftstrafe absehen. Unmittelbar vor der Strafmassverkündung gab es aber Zweifel an dieser Zusage, Polanski floh nach Frankreich und betrat die USA seitdem nie wieder.
Das Gericht in den USA hat wiederholt die Auslieferung des Starregisseurs verlangt. Polanskis Anwälte setzen sich dagegen für ein Ende der Strafverfolgung ein. Auch Polanskis Opfer, eine heute 58 Jahre alte Amerikanerin, hat mehrmals öffentlich bekundet, dass sie nicht gegen den Regisseur vorgehen wolle.
Festnahme in der Schweiz
Polanksi war am 26. September 2009 bei seiner Einreise in die Schweiz am Flughafen Zürich festgenommen worden - genau dann, als er auf dem Weg zum Zurich Film Festival war. Bis im Juli 2010 stand er in seinem Chalet «Milky Way» in Gstaad unter Hausarrest. Dann entschieden die Schweizer Behörden, den Star-Regisseur nicht an die USA auszuliefern, sondern freizulassen.