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Johann Jakob Kägi war von 1880 bis 1918 Vorsteher der Diakonissengemeinschaft Riehen. Während seiner Amtszeit war er beteiligt an der Eröffnung der Psychiatrischen Heilanstalt Sonnenhalde, am Umzug des Diakonissenspitals in den Neubau am Spitalweg 20 und am Bau der Pflegeanstalt Moosrain. Kägi war der Verfasser der Publikation ‹Eben Ezer›, der ersten Darstellung der Geschichte der Riehener Diakonissengemeinschaft.
Sohn des Johann Jakob Kägi (Lehrer) und der Elisabetha, geborene Kündig. Erste Heirat 1871 mit Anna Elise Stiefel aus Russikon (1840–1907). Sechs Kinder, davon erreichten drei das Erwachsenenalter. Zweite Heirat 1908 mit Anna Lina Walder aus Männedorf (* 1864).
Johann Jakob Kägi wurde am 27. Februar 1847 in Bauma (ZH) geboren. Hier wuchs er zusammen mit einem jüngeren Bruder auf und besuchte die Schulen. Während der Gymnasialzeit in Zürich lebte er in einem Pensionat der Evangelischen Gesellschaft. Nach der Matura 1866 studierte er Theologie in Zürich und Leipzig.
Bereits während seiner Studienzeit hielt er Predigten und wurde im Herbst 1870, einige Monate vor seiner Graduierung, Halbvikar in Fehraltorf (ZH).
Am 11. April 1871 heiratete er Elise Stiefel aus Russikon (ZH) und zog noch am selben Tag mit ihr nach Baar (ZG). Dort trat er die Stelle des evangelischen Pfarrers an. In dieser Funktion eröffnete er eine Krankenstube für die Arbeiterinnen und Arbeiter der Spinnerei an der Lorze, eine Kleinkinderschule und eine evangelische Primarschule. 1876 zog er nach Oetwil am See (ZH), wo er bis Februar 1880 Gemeindepfarrer war.
Anfang 1880 suchte die Diakonissengemeinschaft Riehen einen Pfarrer. Kägi bewarb sich und wurde am 29. Februar 1880 ins Amt gewählt. Bis 1918 blieb er Pfarrer und Vorsteher der Diakonissengemeinschaft Riehen.
Kägi publizierte 1902 unter dem Titel ‹Eben Ezer› die erste Darstellung der Entstehung und Entwicklung der Diakonissengemeinschaft Riehen. Zudem veröffentlichte er verschiedene Vorträge, Festreden und Predigten.
1907 starb seine Ehefrau Elise Stiefel. Kägi heiratete ein Jahr später Anna Lina Walder aus Männedorf (ZH).
Während seinen 38 Jahren im Amt als Hausgeistlicher und Vorsteher war er an wichtigen Entwicklungen der Riehener Diakonissengemeinschaft beteiligt, beispielsweise an der Gründung der Psychiatrischen Heilanstalt Sonnenhalde in den Jahren 1899 und 1900, am Bezug des neu gebauten Diakonissenspitals am Spitalweg 20 im Jahr 1907 und ab 1917 am Bau der Pflegeanstalt Moosrain, deren Fertigstellung er nicht mehr erlebte.
Johann Jakob Kägi verstarb im Amt am 30. Mai 1918 in Riehen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 11.5.2022
Einige Bedenken gegen den Diakonissen-Beruf. Ein Vortrag. Basel 1883.
Von der christlichen Barmherzigkeit und vom Diakonissenberuf. Eine Predigt. Basel 1884.
Der Herr hat Alles wohlgemacht. Festrede zum Jubiläum der Taubstummenanstalt in Riehen an Himmelfahrt 1889. Zürich 1889.
Die Diakonissensache der Gegenwart. Referat für den ersten schweizerischen Instruktionskurs für innere Mission in Bern. Bern 1891.
Eben Ezer. Das Diakonissenhaus Riehen 1852–1902. Mitteilungen aus der Geschichte seines Werdens und Wirkens. Riehen 1902.
Nekrolog von Johann Jakob Kägi-Walder.
Diverse Referate, Predigten und Nachrufe auf Diakonissen: PA 182a B 44, B 477 und PA 594a X I 3.24.
Sammlung biographischer Zeitungsausschnitte: 1 Zeitungsartikel.
Schulze, August Sigmund: Zur Erinnerung an Herrn Pfarrer J. J. Kaegi-Walder, Vorsteher der Diakonissenanstalt in Riehen, geboren den 27. Februar 1847, gestorben den 30. Mai 1918, beerdigt den 2. Juni 1918.