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Wiederkehrender Marktkommentar zu den Geschehnissen an den Kryptomärkten, zusammengefasst vom Crypto Broker Team der Crypto Finance AG.
Marktkommentar
Guten Tag!
Momentan wird Bitcoin (BTC) bei 30'300 USD (+3.68% in 7 Tagen) gehandelt, Ether (ETH) bei 2'030 USD (+1.24% in 7 Tagen), und der Spread ETH/BTC liegt bei 0.067 (-2.32% in 7 Tagen).
Auch die Aktienmärkte litten in dieser Woche: Der Nasdaq schloss 3.5% niedriger als am vergangenen Freitag. Die Volatilität ist nach wie vor hoch, da der VIX nahe bei 30 notiert und sich das vordere Ende der Terminstruktur im Contango befindet, was bedeutet, dass Anleger nach wie vor eine Risikoprämie zahlen müssen, wenn sie über Futures auf Volatilität setzen wollen.
Hohe Inflation bremst weiterhin die Märkte
Die Wirtschaftsdaten waren diese Woche gemischt. Am Montag (und schlechter als erwartet) wurden die Aprilzahlen aus China veröffentlicht: Die Industrieproduktion (YoY) lag bei -2.9% gegenüber den erwarteten +0.7% und die Einzelhandelsumsätze (YoY) bei -11.1% gegenüber den erwarteten -6%, was die Auswirkungen der anhaltenden Nullzins-Politik zeigt. Am Dienstag wurden die vorläufigen BIP-Zahlen aus der Europäischen Union und die US-Einzelhandelsumsätze veröffentlicht: Sie waren etwas besser als erwartet. Das makroökonomische Umfeld bleibt jedoch schwierig, und solange wir keine wirklichen Erfolge im weltweiten Kampf gegen die Inflation sehen, werden die Märkte unruhig bleiben.
Die brennende Frage ist, ob die hohe Inflation, die wir derzeit erleben, hauptsächlich angebotsbedingt ist. Denn die Lieferketten werden durch den strengen Lockdown in China unterbrochen und der Krieg in der Ukraine treibt die Energie- und Lebensmittelkosten in die Höhe. Wenn dies der Fall ist, könnte sich die Inflation abflachen, solange sich die Lage nicht weiter verschlechtert. Dies ohne sehr aggressive Erhöhungen seitens der Zentralbanken.
Ist die Inflation jedoch eher nachfragebedingt, weil die Volkswirtschaften überhitzt sind, es an Arbeitskräften mangelt und die Zentralbanken zu zurückhaltend sind, dann ist die Preis-/Lohnspirale aus dem Lehrbuch ein mögliches Szenario. Dabei fordern die Arbeitnehmer höhere Löhne und die Unternehmen erhöhen im Gegenzug die Preise weiter. In diesem Fall müssten die Zentralbanken die Wirtschaft abbremsen und im schlimmsten Fall eine Rezession riskieren. Jede neue Information in dieser Hinsicht wird einen grossen Einfluss auf künftige Preisaktionen haben.
Krypto leidet unter dem Zusammenbruch von Terra
Im Kryptobereich legt sich langsam der Staub des Luna-Debakels von letzter Woche. Viele Kleinanleger und Kryptofirmen wurden schwer getroffen, und in Südkorea fordert das Parlament Antworten: Es wird höchstwahrscheinlich zu Gerichtsverfahren kommen. Aber die Sache hat auch eine positive Seite. Obwohl Luna und UST zu den führenden Kryptowährungen gehörten, hatte ihr Scheitern abgesehen von den offensichtlichen Kursausschlägen nur sehr begrenzte Auswirkungen. Der Markt funktionierte trotz der Ängste der Anleger jederzeit gut.
Tether, der grösste (durch Fiat gedeckte) Stablecoin, wurde unter einem USD gehandelt, und es kam zu umfangreichen Rücknahmen, aber letztendlich erholte er sich und wird jetzt bei 0.999 gehandelt. Wenn die letzte Woche also ein Stresstest für die Kryptowelt war, würde das Urteil lauten: Bestanden.
Weitere Neuigkeiten: Ein weiteres ETH 2.0 Update wurde veröffentlicht. Die Zusammenführung des ETH Ropsten Testnet wird für den 8. Juni erwartet. Der Wechsel von einem Konsensmechanismus zu einem anderen ist eine komplexe Änderung, die mehrere Tests erfordert. Die letzte Schätzung für den Start des Mainnets liegt nun im letzten Quartal des Jahres.
Frohes Handeln!
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