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Der Legende nach war es Jerzy Franciszek Kulczycki, ein Pole, 1640 in der heute ukrainischen Stadt Sambir geboren, der den Kaffee nach Wien brachte. Als Emissär der Wiener sollte er 1683 den Belagerungsring der osmanischen Truppen durchbrechen und die polnische Armee dazu bringen, schneller auf Wien zu zu marschieren, um die Hauptstadt vor den Türken zu retten. Als letzteres gelang, blieben von diesen einige Säcke mit seltsamen Bohnen zurück, die Kulczycki als Kaffee erkannte. Und als Dank für seine Heldentat durfte er das erste Kaffeehaus der Stadt eröffnen.
Wie der Kaffee nach Wien kam
In Europa um 1600
Eine hübsche Legende zwar, aber nichtsdestoweniger falsch. Tatsächlich kam die Kaffeebohne mit dem Eroberungszug der Osmanen von Kleinasien nach Südosteuropa (die Osmanen wiederum hatten die bitter schmeckende Frucht wohl Jahrhunderte zuvor aus Äthiopien importiert). Doch wahrscheinlich erreichte der Kaffee Österreich auf dem Umweg über Italien. Dort wurde die Pflanze bereits Ende des 16. Jahrhunderts vom Botaniker Prospero Alpino in Text und Bild beschrieben. Allerdings dauerte es noch eineinhalb Jahrhunderte, bis das erste Kaffeehaus Europas eröffnet wurde – 1645 in Venedig. Und weitere 40 Jahre später gründete der Armenier Johannes Deodat das erste Café in Wien. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kaffeegenuss übrigens längst England erreicht.
Die Kaffee-Gegner
Kaffee war bei den Europäern zunächst wenig beliebt, da man seine Bitterkeit noch nicht mit Zucker oder Milch besänftigte. Zudem waren dem «Türkentrank», wie Karl Gottlieb Hering den Kaffee in seinem Kinderlied nannte, Gegner erwachsen, ähnlich wie dem Tabak. Es wurden gesundheitliche, politische und religiöse Argumente vorgeschoben, um die Ausbreitung in Europa zu verhindern. Kaffee mache krank, wiegle wegen seiner Wirkung das Volk auf und sei des Teufels, da er ja von den «Muselmännern» stammte.
Heute konsumieren die Österreicher übrigens 8 kg Kaffee pro Kopf – gleich viel wie die Schweizer. An der Spitze stehen die Finnen mit 11 kg. Die Italiener, die wohl als erste Europäer in den Genuss der afrikanischen Frucht kamen, kommen heute nur gerade auf 6 kg.