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Basel, 1755
Johann Ulrich III. Fechter (Meisterzeichen)
(die Justitiafigur nicht von Fechter)
Silber gegossen, vergoldet, ziseliert, Ebenholz
L. gesamt 151 cm, L. Bekrönung 40 cm
Inv. 1870.1151.
Die Obrigkeit liess diesen Stab für Oberstknecht Isaak Merian (1700-1762, im Amt 1755-1762) beim Basler Goldschmied Johann Ulrich III. Fechter (1709-1765, zünftig 1741) anfertigen. Den Stab bekrönte einst ein silberner Engel, der ein Wappenschild mit dem Baselstab in den Händen hielt. Dieser Engel missfiel Merian; er ersetzte ihn durch die Justitia-Figur, die er selbst bezahlte. Den Engel setzte Merian einem anderen Stab auf, der sich in der Staatskanzlei erhalten hat. Die römische Göttin Justitia war seit der Renaissance als Personifikation der Tugend und der Gerechtigkeit und als Allegorie des Rechtswesens und der Jurisprudenz in der Staats- und Rechtssymbolik ein sehr verbreitetes Motiv. Dem zusammengesetzten Gerichtsstab fehlt die stilistische Einheit. Griff, Manschette und unterer Teil der Bekrönung mit gewundenem Baluster weisen mit ihren Stilformen in die Mitte des 18. Jahrhunderts; die überlängte Standfigur mit dem kleinen Kopf erinnert an den Spätmanierismus des 16. Jahrhunderts, obwohl auch sie aus dem 18. Jahrhundert stammt. Die Göttin der Gerechtigkeit trägt die üblichen Attribute: die Waage als Zeichen der Grenzfindung zwischen Recht und Unrecht; das Schwert als Symbol der strafenden Gerechtigkeit, während die Augenbinde als Zeichen der Unparteilichkeit hier fehlt.