Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/240461

<h2>SubmittedText<h2><p>In den letzten Jahren konnte in der Öffentlichkeit ein gewisses Bewusstsein für das Problem der Lebensmittelverschwendung, des "Food Waste", erzielt werden, auch wenn nach wie vor rund 30 Prozent und damit viel zu viele Lebensmittel weggeworfen werden. Es gibt immerhin eine wachsende Zahl erfolgreicher Projekte, die Gegensteuer geben, z.B. mit Weiterverteilung oder Kreislaufbewirtschaftung.</p><p>In einem anderen Feld der Güter des täglichen Bedarfs scheint bisher ein entsprechendes Bewusstsein noch gänzlich zu fehlen: Bei den Körperpflege- und den "Beauty"-Produkten. Es ist zu vermuten, dass von dieser Konsumgütergruppe ein ähnlich grosser Anteil wie bei den Lebensmitteln, wenn nicht gar ein noch grösserer, ungenutzt weggeworfen wird. In zahlreichen Kontexten werden Körperpflegeprodukte - wenn überhaupt - nur angebrochen; der grosse Rest landet im Abfall. Dies wiederum ist nicht nur eine Geld- und Energieverschwendung; es führt auch zu einer vermeidbaren Belastung von Gewässern und Böden. </p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Verfügt der Bundesrat über statistische Daten oder zumindest Schätzungen, wie viele der in der Schweiz verkauften Kosmetika (Körperpflege-, Beauty-Produkte) ungenutzt weggeworfen werden?</p><p>2. Sind dem Bundesrat Projekte bekannt, die zum Ziel haben, das Wegwerfen von Kosmetika zu vermeiden, z.B. durch gezieltes Einsammeln und Weiterverteilen an Bedürftige?</p><p>3. Sind dem Bundesrat Verfahren und Projekte bekannt, die im Sinne des Kreislaufgedankens möglich machen, Kosmetika oder ein Teil ihrer Bestandteile getrennt zu sammeln und wiederzuverwerten? Wenn ja, welche öffentliche Förderung erfahren diese Projekte?</p><p>4. Gibt es entsprechende vom Bund geförderte Forschungsprojekte?</p><p>5. Sind dem Bundesrat Branchenregelungen und -vereinbarungen bekannt, z.B. von Kliniken, Hotelketten, Reinigungsunternehmen etc., die zum Ziel haben, das Wegwerfen angebrochener Kosmetikprodukte zu verringern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Nein, der Bundesrat verfügt über keine statistischen Daten oder Schätzungen zur Entsorgung ungenutzter Kosmetik-Artikel.</p><p>2. und 5. Auf privater Ebene nimmt die Anzahl an Programmen und Projekten zu, welche die Kreislaufwirtschaft fördern und das Wegwerfen von noch gebrauchsfähigen Produkten verringern wollen. Beispielsweise ist eine Zunahme von Börsen für gebrauchte Produkte sowie von Verleihstationen zu beobachten, auch nimmt die Beliebtheit von Repair-Cafés zu. Die nachhaltige Entwicklung hat auch für die Tourismuspolitik des Bundes an Bedeutung gewonnen.</p><p>In Hotels wird beispielsweise immer häufiger auf die kleinen Shampoo- und Conditionerflaschen verzichtet und stattdessen auf nachfüllbare Wandspender gesetzt. Stiftungen wie SapoCycle oder Clean the world sammeln gebrauchte Seifen aus Hotels ein und verarbeiten sie zu neuen Seifen, die wiederum in ärmeren Ländern verteilt werden. Das Engagement der einzelnen Hotels ist freiwillig. Branchenvereinbarungen und -regelungen zu diesem Thema sind dem Bundesrat bisher nicht bekannt.</p><p>3. und 4. Der Bund unterstützt beispielsweise das Netzwerk Ressourceneffizienz Schweiz (Reffnet.ch) und fördert Technologien, Anlagen, Verfahren sowie Produkte, mit denen die Umweltbelastung im öffentlichen Interesse vermindert werden kann (Umwelttechnologieförderung). Bisher sind jedoch keine konkreten Projekte zur Getrenntsammlung und Wiederverwendung von Kosmetika eingereicht worden.</p>  Antwort des Bundesrates.