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Nach der jüngsten Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer mit Hunderten von Toten sind am Montag weitere Schiffe in Seenot geraten. Vor einem Strand der griechischen Insel Rhodos zerschellte ein Schiff mit Dutzenden Flüchtlingen an Felsen, wobei drei Menschen starben.
Unter den Toten war auch ein vierjähriges Kind, wie die Küstenwache mitteilte. Weitere 93 Personen wurden demnach aus dem Wasser gerettet, 30 von ihnen kamen ins Spital. Taucher entdeckten im Wrack keine weiteren Menschen, wie es hiess.
Nach ersten Erkenntnissen der Küstenwache kam das Schiff offenbar aus der Türkei. Das Boot lief rund 100 Meter vor dem beliebten Badestrand Zefyros der Stadt Rhodos auf Felsen auf und zerschellte. Augenzeugen gaben an, die Flüchtlinge klammerten sich an Teile des Schiffes, um auf diesen die Küste zu erreichen. Medienberichten zufolge beteiligten sich auch Inselbewohner an der Rettung.
Über die Nationalität der Menschen wurde zunächst offiziell nichts bekannt. Augenzeugen sagten im örtlichen Rundfunksender, viele von ihnen seien aus Syrien. Es seien aber auch Menschen aus Eritrea und Somalia unter den Flüchtlingen.
Auf einem weiteren Schiff, das im Mittelmeer am Sinken sei, befänden sich 300 Menschen, 20 von ihnen seien gestorben, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Montag unter Berufung auf einen sich angeblich auf einem der Boote befindenden Anrufer.
In der Nacht zum Sonntag war rund 110 Kilometer vor der Küste Libyens ein Flüchtlingsschiff gekentert. Wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat (UNHCR) unter Berufung auf Überlebende mitteilte, waren rund 700 Menschen an Bord, gesicherte Berichte zur Anzahl der Opfer gab es bisher jedoch nicht.
Ein Überlebender aus Bangladesch berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass sich an Bord des am Sonntag gekenterten Fischerbootes 950 Menschen befunden hätten, darunter auch 40 bis 50 Kinder und etwa 200 Frauen. Die Schlepper hätten viele von ihnen im Frachtraum eingesperrt.
Die Suche nach Überlebenden des Flüchtlingsdramas im Mittelmeer führte in der Nacht auf Montag zu keinerlei Resultaten. Nach Angaben der Küstenwache konnten nach dem Unglück 28 Menschen gerettet und 24 Leichen geborgen werden, letztere wurden zur Obduktion nach Malta gebracht. Hunderte Flüchtlinge werden noch vermisst.
Nach der Katastrophe von der Nacht zum Sonntag ist die Kritik an der EU gross. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen fordern, die 2014 von Italien eingestellte Rettungsoperation «Mare Nostrum» gemeinsam neu zu starten. Unterdessen rief die EU ein Krisentreffen ein. An diesem Montag beraten die EU-Aussenminister über Konsequenzen der Flüchtlingskatastrophe.
(whr/sda/afp)