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Sonntag, 22.5.2022
Das Wetter ist regnerisch…. kein Grund für uns, sich länger in Ferrol aufzuhalten. Es gibt ein paar Sehenswürdigkeiten, in erster Linie ist Ferrol Hafen-, Werft- und Industriestadt, sowie Standort des Arsenal de Ferrol, eines grossen Marinestützpunktes.
Die Werften, die in der Herrschaft von Philipp V. gegründet wurden, sind seit vielen Jahren der Motor von Ferrol und seiner Region. Derzeit ist es ein Sektor in der Krise, aber die Region ist nach wie vor einer der Schwerpunkte mit der grössten industriellen Kapazität (Schwerindustrie) in ganz Galicien.
Auch der ehemalige spanische Flugzeugträger Príncipe de Asturias wurde in Ferrol gebaut.
Ferrol ist der Geburtsort des spanischen Diktators Francisco Franco, der, neben anderen, den Titel El Caudillo (dt. Führer) trug. In Anlehnung daran trug Ferrol von 1938 – 1982 den Namen El Ferrol del Caudillo.
Der Palacio Municipal (Ayuntamiento), das Rathaus von Ferrol an der Plaza de Armas.
Wir fahren durch Ferrol, vorbei an kilometerlangen Militäranlagen, in Richtung A Coruña, unser heutiges Ziel.
A Coruña [a koˈɾuɲa] (offiziell und in galicischer Sprache, inoffiziell spanisch und ehemals amtlich La Coruña) hat ca. 250’000 Einwohner und ist Hauptstadt der zur Autonomen Gemeinschaft Galicien gehörenden Provinz A Coruña.
Die Formulierung sempre aberta ist galicisch, auf spanisch heisst das siempre abierta…. auf deutsch immer offen!
Wir nehmen den Stellplatz Parking Caravanas Marina Coruña, ein nicht ganz billiger, aber sehr gut ausgestatteter Stellplatz, der durch das eingezäunte und bewachte Gelände auch sehr viel Sicherheit bietet.
Wir gehen los Richtung Altstadt…. das graue Wetter stört uns nicht…. wenn es regnen sollte, gibt es garantiert genug Bars, Cafés oder Restaurants, wo wir im Trocknen sitzen können.
Der Torre de control marítimo (Maritimer Kontrollturm) auf dem Dique de Abrigo (Schutzdeich, Küstenmole)
Colexiata de Santa María do Campo (span. Colegiada de Santa Maria do Campo)
Kirche im romanisch-ogivalischem Stil (Ogive = Spitzbogen), erbaut zwischen dem 12. und 14. Jh. Sie befand sich ausserhalb der alten Stadtmauern, daher ihr Name (Campo = dt. Feld). Sie ist auch unter dem Namen Santa María del Mar bekannt, da es sich um die ehemalige Kirche der Seefahrergilde handelt. Lange Zeit war es unter den Seeleuten und Seefahrern üblich, diese Kirche als Zeichen der Dankbarkeit für die glückliche Ankunft im Hafen als erstes zu besuchen, sobald sie von der See zurückkehrten.
Das Tiovivo (Karussell) am Paseo del Parrote…. im Hintergrund das Kreuzfahrtschiff….
Wunderschön und sehenswert…. die Galeriehäuser an der Avenida Marina und Avenida Montoto
Gegenüber dem Hafenbecken erheben sich in geschlossener Front die fast schneeweissen bis acht Stockwerke hohen Häuser mit den für Galicien typischen, verglasten Holzbalkonen. Ursprünglich entstammt diese Architektur alten Fischerhäusern, deren Vorbauten im Winter die Wärme der Sonne speicherten und im Sommer der Kühlung dienten.
Wenn die Galerías im Licht der Sonne funkeln, wird verständlich, warum A Coruña den Beinamen Stadt aus Glas trägt. Zahnlücke wird das einzige braune Gebäude in der geschlossenen Häuserfront liebevoll genannt – ein kleiner Makel in dem sonst strahlend «weissen Gebiss».
Die Praza de María Pita (Plaza) mit dem Concello da Coruña (span. Ayuntamiento, dt. Rathaus)
Erst ist jetzt mal ist eine Pause fällig, immerhin ist es 14 Uhr…. und wir kommen zufällig an der Pulpeira María Pita vorbei…. und dort gibt’s etwas, auf das wir uns schon die ganze Reise gefreut haben:
Pulpo a la gallega (galicisch Polbo á feira)…. Tintenfisch auf galicische Art…. lecker!
Und auch dafür ist noch Platz: Tarta de Santiago, ein köstlicher Mandelkuchen
Frisch gestärkt geht’s weiter mit dem Sightseeing!
Auf der Praza de María Pita steht das Denkmal der Stadtheldin María Mayor Fernández de Cámara y Pita, bekannt als María Pita. Sie steht hier mit erhobenem Speer auf einer Säule. Mit einer Hand hält sie den Arm des getöteten Feindes, der zu ihren Füssen liegt.
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Die Darstellung beruht auf einem dramatischen historischen Ereignis. Im Jahre 1589 belagerten englische Schiffe unter dem Kommando von Francis Drake die Stadt. María Pita unterstützte ihren Ehemann Gregorio de Rocamunde bei der Verteidigung, als dieser tödlich getroffen wurde. Daraufhin soll María Pita den englischen Fähnrich, der den Angriff leitete, getötet haben. Es war der Bruder von Admiral Francis Drake.
Es heisst, sie erschien selbst auf der Mauer und rief: Quen teña honra, que me siga! (galizisch…. deutsch: Wer Ehre hat, folge mir!). Daraufhin konnte der englische Angriff zurückgedrängt werden, nicht zuletzt durch die Beteiligung weiterer Frauen. Dokumentiert ist dies durch Inés de Ben, die wegen zweier bei der Belagerung erhaltener Schüsse behandelt wurde. Die Engländer gaben die Belagerung später auf und zogen sich auf ihre Schiffe zurück. María Pita wurde vom spanischen König Philipp II. geehrt und belohnt, indem er ihr die Rente eines Militäroffiziers für ihren in der Schlacht getöteten Mann gewährte.
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Eine Metallschiene markiert auf der Praza de María Pita, was bisher nur auf einigen Landkarten zu sehen war: auf dem silbern glänzenden Stahl wurden die Inschrift Meridiano de La Coruña und die Längenkoordinaten 8° 23′ 39» W in semigotischem Buchstaben eingraviert. Mit der Installation der Metallschiene fügt das Rathaus dem zentralen Platz ein neues symbolisches Element hinzu, der nun sogar einen eigenen Meridian hat.
Die vom Praza de María Pita wegführende Rúa Franja gehört mit der Rúa Barrera und der Rúa Olmos zu einem «Bermuda-Dreieck», in dem sich Feinschmecker wohlfühlen. Das Angebot an fangfrischen Meeresfrüchten der Extraklasse ist riesig: Garnelen, Hummer, Austern, Krebse, Mies-, Schneider-, Herz-, Venus-, Jakobs- und Entenmuscheln warten in den Vitrinen auf Käufer. Ganz oben thront meist der brombeerfarbene Gewöhnliche Krake. Pulpo a la gallega gilt als Delikatesse.
Bei El Rey de Jamón, dem Schinkenkönig, verstopfen Kreuzfahrttouristen den Eingang, primär, um ein Foto von Dutzenden von der Decke hängenden Schinken zu machen.
So langsam machen wir uns auf den Heimweg
Eine Ausstellung am Hafen über die Entwicklung der Stadt. Barrio Bajo a pescaria, das frühere Elendsviertel der Fischer, ist heute ein modernes Stadtviertel.
Das Terminal de Cruceiros (Kreuzfahrtterminal)
Immer mehr Kreuzfahrtunternehmen bieten in A Coruña einen Zwischenstopp an.
Nochmal die Costa Diadema
Emma! 😀
Escultura pulpo de hierro (Skulptur eines eisernen Oktopus)
Das Monumento a la Marina mit der Inschrift A la Virgen del Carmen, patrona de la gente del mar…. Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel, der Schutzpatronin der Seeleute.
Das Castelo de Santo Antón (span. Castillo de San Antón)
Das Schloss San Antón ist aus dem 16. Jh. und gehörte, zusammen mit dem Castillo de Santa Cruz und dem Castillo de San Diego, zu einem strategischen Netzwerk von Schlössern und Batterien zur Verteidigung der Stadt A Coruña. Seit 1968 ist hier das Museo Arqueológico e Histórico del Castillo de San Antón zuhause. Das Gebäude ist als Bien de Interés Cultural (geschütztes Kulturgut) eingestuft.
Der Hinweis für die Pilger auf dem Jakobsweg….
…. 73 km und 750 m nach Santiago de Compostela
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