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Vom 19.-22. Januar 2023 findet die 91. Ausgabe der Rallye Monte Carlo statt. Mit dabei sind auch zwei Schweizer: Altmeister Olivier Burri sowie der amtierende Champion Jonathan Hirschi.
Olivier Burri (59) und Jonathan Hirschi (36) haben einen Altersunterschied von 23 Jahren. Genauso gross ist die Differenz bei den Anzahl Starts bei der legendären Rallye Monte Carlo. 24:1 steht es dort zwischen den beiden vor der diesjährigen Ausgabe. Das heisst: Würde Burri nach der diesjährigen «Monte» aufhören, dürfte Hirschi die nächsten 23 Jahre keine einzige Ausgabe verpassen, um dann mit knapp 60 ebenfalls auf 25 Teilnahmen zurückschauen zu können!
Burri ist 2023 mit seiner 25. Teilnahme zusammen mit François Delecour, der bei der diesjährigen Ausgabe eine Position vor ihm startet, der dienstälteste Fahrer an der «Monte». Um der dienstälteste Monte-Teilnehmer aller Zeiten zu werden, müsste aber auch Burri noch einige Jahre fahren. Der Norweger Leif Vold-Johansen hält mit 38 Starts womöglich den Rekord für die Ewigkeit.
Bei seinem Jubiläumseinsatz sitzt Burri am Steuer eines Hyundai i20 N Rally2, mit welchem er im Vorjahr zwei Rallyes in Belgien und eine Rallye in Italien absolviert hat. Navigiert wird der Routinier aus Belprahon vom Franzosen Anderson Levratti, der als Beifahrer von Burris Sohn Michaël bei der Rallye du Valais schon im Hyundai gesessen hat. Burri hat die Rallye Monte Carlo im Vorjahr unter den Top 20 beendet. Ein Ziel, das auch bei der diesjährigen Ausgabe realistisch sein sollte, für Burri aber nur an dritter Stelle steht: «Ankommen und Spass haben, ist mir wichtiger!»
Das gilt auch für Hirschi. Der Schweizer Rallye-Meister von 2022 vertraut bei seinem zweiten Start in den Bergen hinter dem Fürstentum auf die Ansagen von Co-Pilot Michaël Volluz, der zum ersten Mal bei einer solch bedeutenden Rallye auf dem Beifahrersitz Platz nimmt. Seinen ersten Start absolvierte Hirschi 2015 auf einem Peugeot 208 T16. Damals wurde er 19. Auf seinen Co-Piloten von einst, Vincent Landais, wird er wieder treffen. Dieser navigiert bei der «Monte» zum zweiten Mal in seiner Karriere den achtmaligen Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier.
Die Erfahrung, die Hirschi vor sieben Jahren bei der Rallye Monte Carlo sammelte, wird ihm nicht viel nützen. «90 Prozent der Strecke haben sich geändert», meint der VW-Polo-Pilot. Immerhin: Am berühmten Col de Turini kennt der Neuenburger die Abfahrt. Ein wichtiger Faktor spiele laut Hirschi die Reifenwahl. «Hast du bei Schnee, falls es welchen gibt, die falschen Reifen aufgezogen, bist du chancenlos.»
Wichtig ist für Hirschi neben dem Spassfaktor das Erreichen des Ziels. Wie weit er unter günstigen Voraussetzungen vorstossen und ob er Routinier Burri vielleicht sogar hinter sich lassen kann, wird sich zeigen. Bei 40 Rally2-Fahrzeugen, die sich für die Teilnahme an der 91. Ausgabe eingeschrieben haben, ist der Konkurrenzdruck jedenfalls enorm.