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Am 11.3.08 kam Frau Walser in unsere Schule in Pfyn. Frau Walser wurde von Raffael Müller und Sven Ferstl interviewt, wir fragten sie über ihre Vergangenheit aus. Die meisten ihrer Fragen handelten von ihrer Schulzeit. Jedoch auch vom Zweiten Weltkrieg.
Frau Walser, wir würden gerne zu Ihrer Jugend ein paar Fragen stellen:
Frau Walser, wie lange wohnen Sie schon in Pfyn?
Ich wohne schon seit dem Jahre 1925 in Pfyn, ich bin hier geboren und wohne immer noch da, also habe ich mein ganzes Leben in Pfyn verbracht.
Hatten Sie ihre Schulzeit auch in Pfyn verbracht?
Ja, selbstverständlich habe ich meine Schulzeit in Pfyn verbracht. Ich ging von der ersten bis zur achten Klasse in die Schule. Dazumals konnte man wählen, ob man in die Sek wollte oder ob man einfach eine siebte und achte Klasse besuchte. Es gab früher noch nicht viele Kinder, die in die Sek wollten. Wir gingen nicht in die Sekundarschule, weil wir zuhause viel zu arbeiten hatten.
Gab es damals schon Noten?
Ja sicher gab es früher schon Noten, wie heute.
Mit was arbeiteten Sie damals in der Schule?
Von der ersten bis zur dritten Klasse schrieben wir mit den Griffel. Griffel waren weisse Kreiden in der Form von einem Bleistift. Das hatte den Vorteil, dass man ihn auf der Tafel wieder auswischen konnte. Doch später durften wir mit Federn arbeiten.
Was für einen Beruf lernten sie als sie aus der Schule kamen?
Ich konnte keinen Beruf lernen, weil im Jahre 1939 der Krieg ausbrach, ich musste darum zu Hause bei meinen Eltern auf dem Bauernhof arbeiten.
Was gefiel Ihnen an der Schule besonders?
Mir hat vor allem das Rechnen und das Turnen in der Schule gefallen. Das Turnen hatten wir meistens draussen, weil die Jungen den Turnkeller, der mit Sägemehl überhäuft war, besetzt hatten.
Frau Walser in ihrer Wohnung
Wie viele Kinder besuchten damals die gleiche Klasse wie Sie?
In der ersten Klasse waren es 24 Kinder, die die gleiche Klasse wie ich besuchten.
Hatten Sie in Ihrer Klasse ein Mehrklassensystem, so wie in unserer Schule?
Ja wir hatten die erste und die zweite, die dritte, die fünfte, die siebte und die achte und die sechste mit der vierten zusammen. Die Sekundarschule war in Müllheim.
Hatten Sie auch am Samstag Schule?
Ja, samstagvormittags mussten wir in die Schule. Die Mädchen mussten sogar noch am Freitag oder am Mittwochnachmittag zur Schule gehen um den täglichen Haushalt zu lernen.
Gingen Sie gerne in die Schule?
Ja die meisten Kinder gingen gerne in die Schule. Ausser, die die in der Schule hinten nach waren, die hassten die Schule. Manchmal wurden sie deshalb auch ausgelacht, obwohl der Lehrer dies verboten hatte.
Mit was gingen Sie zur Schule?
Wir durften nicht mit dem Fahrrad kommen, darum liefen wir immer zu Fuss.
Wie lange hatten sie für ihren Schulweg?
Wenn ich mit meinen Kolleginnen schnell gelaufen wäre, hätten wir ca. 12 Minuten gebraucht.
Wie erlebten Sie in ihrer Jugend den 2 Weltkrieg?
Fürs Einkaufen brauchten wir Marken, die man nicht vergeuden sollte, weil man nur eine gewisse Anzahl davon besass. Und man konnte auch nicht mehr in den Ausgang gehen, weil es dann stockfinster war. Denn alle Strassenlampen wurden zum Schutz ausgeschaltet. Doch eines Tages wurde die Thurbrücke von den Amerikanern bombardiert.
Waren Sie in ihrem Leben verheiratet?
Ja, ich war verheiratet, jedoch ist mein Mann schon gestorben.
Wie viele Geschwister hatten sie?
Ich hatte einen Bruder, der aber schon nach 6 Wochen wieder Abschied von uns nahm.
Besten Dank, Frau Walser, für das Interview.
Geschrieben von: Raffael Müller, Sven Ferstl und Tobias Schmid