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Phantasie und Intuition in der Intervention
Leider gibt es keine Rezepte, wie und warum die Therapeutin, der Therapeut auf Situationen innerhalb der Kunsttherapie reagiert, antwortet und interveniert. Die Methodenfreiheit ermöglicht jedoch die Aktivierung der menschlichen Phantasie und Intuitionsfähigkeit im Augenblick. Zum Beispiel:
Ich bemerke im Gespräch mit der Klientin dass die Klientin
- ausweichen will
- lügen könnte
- Abwehr aufbaut
- Manipuliert mit Erwartungen und Ansprüchen.
Nun suche ich als Therapeutin innerlich ein Verständnis für diese Situation zu entwickeln. Auf meiner Suche könnte es sich darum handeln:
- Es könnte ein Dramadreieck mit Opfer, Retter und Verfolger aufgebaut werden, weil ein Nicht-O.K.-Gefühl bei der Klientin besteht.
- Es könnte Angst vorhanden sein, die nicht wahrgenommen wird.
- Es könnte sich um einen Denkfehler der Klientin oder des Therapeuten handeln. Dieser Denkfehler kann ein Vorurteil, eine Fixierung oder eine traumatisierte Situation in der Biographie bedeuten.
Nach dieser Auswahl versuche ich meine Hypothese abzuklären:
Zum Beispiel:
- Ich suche ein Bild, das der Situation gleicht. So setze ich mich ins Bild und kann meine Hypothese stärken oder verwerfen.
- Oder ich entwickle Fakten durch Fragen.
- Oder ich suche Bildbeispiele für die möglichen Konsequenzen eines eventuellen Denkfehlers.
1. Beispiel anhand einer Klientin
Die Klientin fragt mich, ob sie nach längerer Krankheit und Erholungszeit in einer Klinik wieder zur Arbeit gehen soll.
Sie unterbreitet mir gleichzeitig eine Palette von eigenen Gedanken zu dieser Frage:
- Soll ich das Arztzeugnis verlängern?
- Soll ich die Situationsklärung, das case management im Geschäft abwarten?
- Soll ich mich anpassen, schweigen und arbeiten gehen?
Auf alle diese Fragen stelle ich aus meiner Phantasie und Intuition die Gegenfrage:
- „Was will Ihr Rebell?“
- Die Klientin lacht.
2.Beispiel anhand einer Klientin
Die Klientin sagt: Am liebsten würde ich alleine leben, unsere ehe ist erkaltet. Ich stelle mir die Frage:
- Soll ich alles aushalten?
- Wie soll ich mich verändern?
- Oder soll ich meinen Willen durchziehen?
Meine Phantasie und Intuition antwortet der Klienten:
- Welches Tier wären sie in Situation 1,2 oder 3?
- Die Klientin antwortet: 1 eine Schildkröte, 2 ein Schmetterling und 3 ein Löwe!
- Ich frage weiter: Welches Tier denkt am Klügsten?
- Klientin antwortet: keines, sie reagieren nur.
3.Beispiel anhand einer Klientin
Die Klientin plastiziert in Windeseile eine Kugel und stellt sich mit dem Wort fertig vor mich hin:
Ich evaluiere innerlich meine Interventionsmöglichkeiten:
- Soll ich eine Frage stellen ?
- Soll ich warten bis sie etwas sagt, fragt oder fordert ?
- Soll ich schweigend selbst etwas tun?
- Soll ich ihre Arbeit sachlich beurteilen?
- Soll ich ihr eine neue Aufgabe geben?
Ich wähle aus zwischen drei Interventions Möglichkeiten:
- «Erleben»: ich sage zur Klientin: Identifizieren sie sich mit der Kugel und korrigieren sie diese Kugel aus ihrem Empfinden heraus.
- «Konfrontieren»: Wir tauschen die Objekte die jedes plastiziert hat und arbeiten am Objekt des andern weiter.
- «Ueben»: Bitte vergrössern sie ihre Kugel bis sie spüren was mit ihnen vorgeht und wie sie sich entscheiden das Wort „fertig“ zu benutzen.
Was würdet Ihr in diesen «Fällen» tun?
Dieses Thema kann in einer Arbeitsgruppe, alleine zu Hause oder in diesem Plenum hier mit einer Rückantwort bearbeitet werden.
Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen, Fragen und Gedanken zum Thema Phantasie, Intuition und Intervention.