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Stickstoff ist ein wesentlicher Grundbaustein für Eiweisse und andere Nährstoffe, für die Photosynthese und somit für das Pflanzenwachstum. In Form von Dünger steigert das Element die landwirtschaftlichen Erträge wesentlich. Für die Nahrungsmittelproduktion ist Stickstoff unverzichtbar. Die immer grösseren Mengen an freigesetzten reaktiven Stickstoffverbindungen schädigt aber die Umwelt. Verantwortlich für die Emissionen ist neben dem Verkehr und der Industrie hauptsächlich die Landwirtschaft. Problematisch ist insbesondere der erhöhte Einsatz Kraftfutter für Nutztiere und die Verwendung von Düngemitteln. Stickstoffverbindungen in Düngemitteln setzen Lachgas frei; ein Klimagas, das für rund 10% der weltweiten Erderwärmung verantwortlich ist. Zudem gefährden die im Dünger enthaltenen Ammoniake (NH3) und Nitrate (NO3) die menschliche Gesundheit und führen zur Versauerung und Überdüngung natürlicher Ökosysteme. In Gewässern kann dies bis zu einer Eutrophierung führen.
Die Schweiz hat sich im Rahmen internationaler Abkommen, wie z.B. dem Kyoto-Protokoll, für eine Reduktion der Stickstoffemissionen bis 2020 verpflichtet. Gemäss einer neuen Analyse der Stickstoffflüsse des Bundesamts für Umwelt BAFU werden diese Ziele im entsprechenden Basisszenario nach heutigem Kenntnisstand nicht erreicht. Beim Verkehr erwarten die Autoren der Studie zwar eine deutliche Abnahme der Emissionen von 36% gegenüber 2005. Im Bereich Abwasser werden technische Verbesserungen die Emissionszunahme durch das Bevölkerungswachstum kompensieren. In der Landwirtschaft wird sich hingegen nur wenig ändern, obwohl in diesem Bereich das grösste Handlungspotential besteht.
Der Stickstoffkreislauf in der Landwirtschaft ist heute sehr ineffizient. Nur etwa zwei Drittel des mineralischen Düngerstickstoffs wird von den Pflanzen überhaupt genutzt. Der Rest gelangt in die Böden, Gewässer und in die Luft (vgl Überdüngung in der Landwirtschaft, Jan 2012). Gemäss den Reduktionszielen müssten diese Stickstoffverluste erheblich reduziert werden; beispielsweise durch sparsames Düngen und den vermehrten Einsatz von organischen statt künstlichen Düngemitteln. Auch die Wahl der Futtermittel und die Art der Tierhaltung haben einen Einfluss auf den Stickstoffkreislauf.
Laut der Studie wird der Stickstoffgehalt der Nutztier-Ausscheidungen, die in Form von Dünger auf die Felder gelangen, durch die zunehmenden Kraftfutterimporte aber weiterhin steigen. Die Autoren rechnen überdies nicht mit einer Reduzierung von stickstoffhaltigen Düngemitteln. Aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl wird die Nachfrage an Nahrungsmitteln zunehmen, wodurch die Landwirtschaft weiter intensiv produzieren wird. Dabei ist insbesondere der Konsum von tierischen Produkten (Milchprodukte, Ei, Fleisch) massgebend für die hohen Stickstoffemissionen. Wenn die Nachfrage nach diesen Produkten deutlich sinken würde, könnte das Problem längerfristig gelöst werden, betonen die Autoren der Studie. Weil tierische Produkte aber gerade in der Schweiz sehr beliebt sind, wird diese Möglichkeit vom BAFU als wenig realistisch eingestuft.
Nur etwa zwei Drittel des mineralischen Düngerstickstoffs wird von den Pflanzen überhaupt genutzt. BAFU
Der Entscheid liegt letztlich beim Konsumenten... Der Umwelt und auch der eigenen Gesundheit würde ein gemässigter Konsum von Milchprodukten, Fleisch und Eiern nur Gutes tun!
Weiterführende Infos
Medienmitteilung Bund Stickstoffausstoss: Die Schweiz wird ihre Reduktionsziele bis 2020 nicht erreichen, 11.04.2013
BAFU-Studie Stickstoffflüsse in der Schweiz 2020, 11.04.2013
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Überdüngung in der Landwirtschaft, Jan 2012