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Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003)
Der Fluch der Karibik
Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (2003) Der Fluch der Karibik
Es gibt verschiedene Wege um an diesen Soundtrack heranzugehen. Entweder der nüchterne Weg, in dem man die Musik für sich analysiert und dementsprechend bewertet. Man kann sich aber auch zuerst über den Werdegang des Scores informieren und dann anhand von diesem sich eine Meinung bilden. Oder man konsumiert die Musik gleich zusammen mit den Bildern und schaut den Film. Je nach dem wie der erste Kontakt zu diesem recht zwiespältigen Werk zustande kommt, kann die daraus resultierende Meinung sehr unterschiedlich ausfallen. Beginnen wir für den Anfang nüchtern: Der Score hält den enormen Erwartungen der Fans, die einen grossen, farbigen und vor allem orchestralen Soundtrack erwartet hatten, keinesfalls stand. Statt einem Orchester kriegt man die sterilen und bereits bekannten Media Ventures Samples um die Ohren geworfen. Die Themen sind bescheiden und können ihre Herkunft nicht verleugnen. Die Actionpassagen sind laut, schwammig, oft ein einziges Getöse und wenn es doch mal etwas zu erkennen gibt, dann kann man sich nicht entscheiden, ob man das nun schon aus Gladiator oder anderen Filmen kennt.
Jetzt widmen wir uns der Vorgeschichte: Nach dem Jerry Bruckheimer Alan Silvestri (den Hauskomponisten von Regisseur Gore Verbinski) rausgeschmissen hat (angeblich weil er u.a. Flöten in den Score integrieren wollte. Silvestri wurde übrigens nach der Fertigstellung der halben Partitur gefeuert) wollte der Produzent erst Hans Zimmer für das Projekt gewinnen. Dieser konnte aber so kurzfristig dem Projekt keine Zeit mehr einräumen, so dass Klaus Badelt ins Rennen geschickte wurde, um Pirates Of The Caribbean akkustisch doch noch flott zu kriegen. Der damalige Newcomer hatte nun die undankbare Aufgabe eine Filmmusik gemäss den Vorgaben von Bruckheimer (Temptracks von The Rock und Gladiator lassen grüssen) zu basteln und dies noch innerhalb der vorgegeben Zeit (Gerüchte munkeln was zwischen 6 und 12 Tagen). Da dies aber zeitlich gesehen unmöglich gewesen wäre, wurden zehn weitere Komponisten aus dem eigenen Haus zu Hilfe genommen. Unter diesen Voraussetzungen wurden selbst die grössten Kritiker (nämlich die eingefleischten Filmmusikhörer) etwas versöhnlicher gestimmt...zumindest war es bei mir so.
Natürlich bleibt die Enttäuschung, dass eine Chance auf eine filmmusikalische Perle vertan wurde. Denn wie grossartig hätte eine traditionelle Partitur aus der Feder von Silvestri werden können. Eine Prise Sea Hawk, eine grosse Portion Cutthroat Island und alles gemischt mit Silvestris eigenem Abenteuerstil den man nicht zuletzt seit den Filmen von Stephen Sommers kennt. Für all diejenigen, die durch den Film auf den Soundtrack aufmerksam geworden sind, können sich glücklich schätzen. Denn es scheint, als ob auf diesem Weg die Mehrheit der Leute die Filmmusik positiver aufnehmen.
Fazit: Je nach Erwartungshaltung und filmmusikalischer Bildung ein zwiespältiges Vergnügen. Im Film ganz hörfällig, hält der Score der genaueren Betrachtung aber nicht stand.
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