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Im 19. Jahrhundert war die Bevölkerung Freiburgs arm. Freiburg erlebte keine Frühindustrialisierung wie einige andere Kantone der Schweiz. Es herrschte Arbeitslosigkeit, und die Freiburger waren schlecht ausgebildet. Als ab 1856 die Eisenbahnlinie durch den Kanton gebaut wurde, kam die Mehrheit der Arbeitskräfte von anderswo. Auch die Handwerker litten unter der ausländischen Konkurrenz. Ende der 1870er Jahre waren die Ergebnisse der Freiburger anlässlich der sogenannten pädagogischen Rekrutenprüfungen katastrophal.
Ein erstes, von Guillaume Ritter vorgeschlagenes Projekt für die Industrialisierung der Pérolles-Ebene, scheiterte aufgrund der Krise der 1870er Jahre. Zu Beginn der 1880er Jahre führte die Regierung „eine dirigistische Energie- und Bildungspolitik ein, die einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufholprozess ermöglichte“ (Francis Python, Histoire de Fribourg, 2018). Gleichzeitig mit der Gründung der Universität im Jahre 1889 wurde über die Verbesserung der Berufsausbildung nachgedacht. In der Nachfolge von Georges Python, dem Gründer der Universität, wurde Léon Genoud aktiv. Bereits 1888 stand er an der Spitze eines Industriemuseums, und seine Initiativen trugen 1896 massgeblich zur Gründung des Technikums – der Gewerbeschule – bei. Er leitete das Technikum, unsere Vorgängerinstitution, fast 30 Jahre lang, bis 1925. Er ist ein wahrer Gründervater.
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