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Die 190 Meter lange Allee der Campagne Oberried besteht heute aus 45 Rosskastanienbäumen. Sie ist im 18. Jahrhundert von Gottlieb Fischer in Auftrag gegeben worden. Durch die Allee führen zwei Flanierwege, welche am südlichen Ende einen Teich mit Springbrunnen umfassen. Den Abschluss der Allee bildet ein klassizistisches Tor, in welches vermutlich schon im 18. Jahrhundert eine Grottennische eingebaut worden ist. Am nördlichen Eingang der Allee wachen zwei Sandstein-Hunde.
Marquard Wocher 1777
Der der Campagne zugewandte Teil des Baumbestandes der Allee ist anfangs des 20. Jahrhunderts ersetzt worden (nördlicher Teil). Die Bäume sind in diesem Abschnitt ungefähr hundert Jahre alt und noch vital. Weil diese Bäume vom Gartenparterre aus den Eingang der Allee bilden, erweckt diese aus dem Blickwinkel der Campagne einen gesunden Eindruck. Der mittlere Abschnitt der Allee durchlebt jedoch schon seit längerer Zeit eine Zerfallsphase. Die umgestürzten oder abgestorbenen Bäume sind bis vor 20 Jahren mit jungen Pflanzen ersetzt worden. Jedes Jahr gibt es weitere Ausfälle; die Lücken werden grösser. Im südlichen Abschnitt stehen die wohl ältesten Bäume, darunter solche, welche im 18. Jahrhundert gepflanzt worden sind. Auch da hat es inzwischen Lücken gegeben.
nördlicher Teil der Allee
mittlerer Teil der Allee
südlicher Teil der Allee
Die Kastanienkronen im mittleren und südlichen Abschnitt sind durch Fäule im Holz brüchig geworden und können für die Baumpflege nicht mehr bestiegen werden.
Die Flanierwege durch die Allee werden seit längerer Zeit nicht mehr unterhalten, weil sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr begangen werden sollten. Sie sind inzwischen von Gräsern und Kräutern überwachsen. Die Wege des 18. Jahrhunderts liegen, gemäss archäologischen Untersuchungen, bereits unter einer Humusschicht von 30 cm.
Der Teich vor der Grotte, welche den Abschluss der Allee bildet, wurde unter Aufsicht der kantonalen Denkmalpflege von Herrn Jan Leimer, JAN Garten GmbH, mit Sondierschlitzen erforscht. Der Schlussbericht von Jan Leimer zu den Vorarbeiten am ovalen Teich vom März 2017 bildet die vorläufige Grundlage für die anstehende Teichrestaurierung.
Die Rosskastanien leiden seit der Jahrtausendwende unter starkem Rosskastanienminiermotten-Befall. Die ca. 5 mm langen, aus Asien stammenden Falter legen Eier auf die Blattoberseiten. Daraus schlüpfen Larven, welche Gänge durch das Blatt fressen und damit dessen Versorgung unterbinden. Die Motten bilden pro Jahr drei Generationen, welche in Schüben die Blätter letztlich gänzlich zum Absterben bringen. Eine chemische Bekämpfung der Miniermotte wäre möglich, ist aber sehr aufwändig und bedingt das jeweils sofortige Entfernen des gefallenen Laubes. Im Oberried beginnt die Herbstfärbung im August. Eine gänzliche Erneuerung der Allee bietet die Chance, auf die traditionelle Allee-Baumart Linde zu wechseln.
Das sorgfältige Freilegen der Sohle des Teiches hat wichtige Erkenntnisse über den Aufbau des Beckens ergeben. Die Teichwände sind stark von Kastanienwurzeln durchwachsen, welche für die Teichsanierung entfernt werden müssen. Sowohl eine Restaurierung der Grotte, als auch die Wiederherstellung des Teiches erfordern die Beseitigung der umliegenden Kastanienbäume, auch weil diese durch ihre Vergreisung instabil geworden sind und dadurch ein erhebliches Schadenpotenzial aufweisen. Der Teich ist wegen der Durchwurzelung und unsachgemässen Unterhaltsarbeiten nicht mehr dicht. Die Restaurierung erfordert den vollständigen Rückbau, eine neue Lehmabdichtung, den Einbau eines neuen Zu- und Abflusses , die Neupflästerung des Grundes mit den bestehenden Steinen und den Neuaufbau der Randbegrenzung mit der korrekten Formgebung. Damit der zu restaurierende Teichrand mit dem Umrandungsweg korrespondiert, müssen die Wege auf ihr ursprüngliches Niveau gesetzt werden. Deshalb muss der angewachsene Humus in der ganzen Allee entfernt werden. Das Terrain entlang der Baumreihen ist infolge der verbliebenen Stöcke und Wurzeln weggeräumter Baumleichen unregelmässig ausgestaltet und bedarf der Nivellierung. Die notwendigen Terrainanpassungen würden das Wurzelwerk der verbleibenden Bäume berühren, was deren Absterben beschleunigen würde. Der Ersatz von Bäumen durch junge Rosskastanien ist bisher nicht sehr erfolgreich verlaufen. Der Aufwuchs in einseitigem Schatten erfolgt langsam, meist schräge und unter der Beeinträchtigung durch die Miniermotte, welche Jungbäume besonders stark befällt.
Die Faktenlage führt im Einklang mit der Denkmalpflege zum Schluss: Die Sanierung der Allee erfordert das gänzliche Entfernen der Rosskastanien, eine Korrektur des Terrains und eine Neubepflanzung, vorzugsweise mit Linden. Zeitlich in erster Priorität stehen der Ersatz der Bäume und die Terrainanpassung. Gleichzeitig soll der Teich und später die Grotte restauriert werden.
Der Teich
Die Grotte
Bestehende Situation
Plan neue Allee mit 36 Sommerlinden im Abstand von jeweils 10 Metern
2019 Bauentscheid des Stiftungsrats
2019/20 Winterhalbjahr Fällen der alten Rosskastanien-Bäume
2020 Sommer Bauarbeiten
2020 Herbst Pflanzen der neuen Linden-Bäume
2021 Frühling Einweihung der neuen Allee
Es besteht die Möglichkeit, das Projekt mit einer Spende oder als Sponsor zu unterstützen.
Diese werden, sofern sie es wünschen, hier erwähnt. Zusätzlich gibt es eine Sponsorentafel vor Ort.