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Mit seiner Twitter-Nachricht am späten Sonntagabend liess Romain Grosjean die Sportwelt endgültig aufatmen. «Mir geht es gut. Na ja, ziemlich gut!», meldete der Genfer aus dem Spital in Sakhir. «Vor ein paar Jahren war ich nicht für den Heiligenschein. Aber er ist das Beste, was wir in der Formel 1 eingeführt haben», schrieb Grosjean.
Der 34-jährige Westschweizer, der mit einer französischen Lizenz für das Team Haas fährt, ist sich nach seinem fürchterlichen Unfall in der ersten Runde des Grand Prix von Bahrain bewusst: «Ohne dies wäre ich heute nicht in der Lage, mit euch zu sprechen.»
Ohne Zweifel: Der Cockpitschutz, den sie «Halo» («Heiligenschein») nennen, hat Grosjean das Leben gerettet. Ohne ihn hätte der Haas-Pilot wohl nicht lebend aus dem brennenden Boliden steigen können.
Fittipaldi ersetzt Grosjean in Bahrain
Nach seinem Unfall in Bahrain wird Romain Grosjean nicht beim nächsten Formel-1-Rennen starten. Wie der US-Rennstall Haas am Montag mitteilte, wird der Brasilianer Pietro Fittipaldi, Enkel von Weltmeister Emerson, sein Debüt in der Motorsport-Königsklasse für den verletzten Franzosen geben. Grosjean wird das Spital am Dienstag verlassen können, muss aber noch mindestens 1 Rennen aussetzen. Der nächste GP am kommenden Wochenende findet ebenfalls in Bahrain statt, ehe das Saisonfinale in Abu Dhabi steigt.
Doch auch der feuerfeste Overall bestand den Härtetest mit Bravour. Es gibt verschiedene Testreihen, die Anzug, Handschuhe, Schuhe und Unterwäsche bestehen müssen. Bei diesen Proben auf den Ernstfall wird untersucht, wie sich die Materialien bei direkter Flamme und wie bei der Hitzeübertragung verhalten.
Im direkten Feuer, bei geschätzten 600 bis 800 Grad Celsius, darf die Ausrüstung frühestens nach 10 Sekunden Blasen oder Löcher aufweisen. Bei Grosjean dauerte es fast 30 Sekunden, ehe ihm die Flucht aus dem Flammenmeer gelang.
Der «Halo» hingegen ist ein Cockpitschutz, der seit 2018 in der Formel 1 Pflicht ist. Es handelt sich dabei um einen Titanbügel von etwa sieben Kilogramm, der ringförmig über den Kopf des Fahrers im Cockpit gespannt und in der Mitte mit einer Strebe befestigt ist.
Der «Heiligenschein», wie er aus dem Englischen übersetzt heisst, soll die Fahrer vor herumfliegenden grösseren Teilen schützen. Seine Einführung war vom Weltverband FIA gegen Kritik beschlossen worden. Grosjean selbst gehörte nicht zu den Befürwortern.
Halo schützt auch Stroll
Die Fahrer mussten damals bei einem Test beweisen, dass sie trotz der Konstruktion in der Lage sind, in 7 Sekunden den Wagen zu verlassen. Dass dies ein realistisches Szenario ist, zeigte der Sonntag. Obwohl es deutlich länger dauerte, entkam Grosjean den Flammen ohne fremde Hilfe.
Auch Lance Stroll profitierte kurz darauf vom Halo. Kurz nachdem das Rennen in Bahrain neu gestartet war, überschlug sich der Racing Point des Kanadiers und kam kopfüber zum Stillstand. Stroll entstieg dem Wrack unverletzt.