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Von Christina Sarich
Immer mehr Menschen wird bewusst, für was für üble Taten Monsanto verantwortlich ist. Das betrifft ganz besonders Roundup, ein kommerziell ausgesprochen erfolgreiches Pflanzenschutzmittel, das Glyphosat enthält, einen Krebserreger (RoundUp wurde im Vietnamkrieg verwendet, um die Bäume zu entlauben). Relativ neu dagegen sind unsere Erkenntnisse über die Folgen, die besagte Chemikalien in Form genmanipulierter Feldfrüchte auf Antibiotika haben. Und wir beginnen gerade erst zu verstehen, wie sich diese Chemikalien auf die Antibiotikaresistenz auswirken, ein Thema, das immer stärker an Brisanz gewinnt.
Auf Propagandaseiten wie GMO Answers will man uns weismachen, Superbazillen seien einzig auf die übermäßige Nutzung von Antibiotika zurückzuführen. Glyphosat hat angeblich überhaupt nichts damit zu tun.
»Die übermäßige Antibiotikagabe bei Menschen und die intensive Nutzung im Krankenhausumfeld sind ein ernstes Problem, aber die Nutzung von Antibiotika in der Landwirtschaft kann manchmal zur Entstehung antibiotikaresistenter Organismen führen. Diese Organismen können dann in Form resistenter Infektionen beim Menschen Probleme auslösen.
Von Relevanz ist das nur, wenn eine Chemikalie (oder ein enger Verwandter mit Kreuzresistenz) sowohl in der klinischen Medizin als auch in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt. Da Glyphosat nicht in der klinischen Medizin verwendet wird (und auch keine in der Medizin genutzten Verwandten hat), hat die Nutzung von Glyphosat in der Landwirtschaft überhaupt nichts mit der Resistenz gegenüber Antibiotika zu tun, die in der Humanmedizin eingesetzt werden.«
Bevor ich diese lächerliche Aussage widerlege, will ich zunächst einmal darauf hinweisen, dass über 80 Prozent der als Nutzvieh (also für die Ernährung, für Milch, Eier oder ihr Fleisch) gezüchteten Tiere mit Antibiotika in Berührung kommen sowie mit genetisch verändertem Soja und Mais. Die industrielle Landwirtschaft hat definitiv mit dem Phänomen der Superbazillen zu tun, aber das ging einher mit Hilfe von der Biotechindustrie.
Wie Forscher aus Neuseeland und Mexiko herausgefunden haben, spielen Glyphosat (das Monsanto als Roundup vertreibt), Dicamba und 2,4-D (2,4-Dichlorphenoxyessigsäure) alle eine zentrale Rolle bei der Antibiotikaresistenz. In der in der Zeitschrift mBIO der American Society for Microbiology veröffentlichten Arbeit heißt es:
»Die verstärkt in der Landwirtschaft, in der Gartenpflege und an öffentlichen Plätzen verwendeten Chemikalien können in potenziellen Pathogenen einen gegen mehrere Antibiotika resistenten Phänotypus auslösen. Der Effekt tritt bei simultanem Kontakt mit Antibiotika auf und greift rascher als der letale Effekt der Antibiotika.
Die Größenordnung der ausgelösten Reaktion könnte die Behandlung mit Antibiotika untergraben und die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen, dass eine spontane Mutation zu einem höheren Grad an Resistenz erfolgt.
Werden Pflanzenschutzmittel und Antibiotika im näheren Umfeld von Nutztieren und wichtigen Insekten wie etwa Honigbienen in großen Mengen eingesetzt, kann dies die therapeutische Wirkung schmälern und eine stärkere Nutzung von Antibiotika nach sich ziehen. Um das Problem der Antibiotikaresistenz in den Griff zu bekommen, müssen wir unseren Blickwinkel erweitern, was Umweltfaktoren als Mitverantwortliche für die Entwicklung von Resistenzen anbelangt.«
Mit allen drei eingetragenen Warenzeichen-Chemikalien Monsantos wurden Tests mit E.coli (kaum ein anderes Bakterium löst derart viele Infektionen aus) und Salmonellen durchgeführt. Dabei kam eines von fünf häufig verschriebenen Antibiotika zum Einsatz: Ciprofloxacin, Chloramphenicol, Ampicillin, Kanamycin und Tetrazyklin.
Selbst sehr geringe Mengen an Pflanzenschutzmitteln führten bei diesen Bakterien zu einer Resistenz gegen Antibiotika – und zwar noch bevor die Antibiotika überhaupt Zeit hatten, die Bakterien abzutöten.
In einigen Fällen, bei denen man zwei Pflanzenschutzmittel kombinierte, wurden die Bakterien noch anfälliger für das Antibiotikum, in anderen Fällen gab es keine Folgen. In der überwältigenden Zahl der Fälle jedoch lösten Monsantos Chemikalien eine Antibiotikaresistenz aus, so das Ergebnis der Studie.
Was von diesen Chemikalien an Spuren in der Nahrung nachgewiesen wurde, reichte nicht aus, eine Antibiotikaresistenz herbeizuführen. Eines muss man dennoch begreifen: Es beginnt auf dem Bauernhof und es endet bei uns im Magen! Die Autoren der Studie schreiben:
»Die festgestellten Auswirkungen sind überall dort relevant, wo Menschen oder Tiere Pflanzenschutzmitteln in solchen Konzentrationen ausgesetzt sind, wie sie bei der Anwendung auftreten.
Das kann unter anderem Nutztiere und Bestäuber in ländlichen Gebieten betreffen, möglicherweise auch Kinder und Haustiere in städtischen Gebieten. Die Auswirkungen waren nur in Pflanzenschutzmittelkonzentrationen nachweisbar, die oberhalb der derzeit für Nahrungsmittel erlaubten Rückstandsgehalte liegen.«
Hauptwirkstoff in Monsantos Roundup ist ein Mittel, das als Antibiotikum patentiert ist und die Darmflora völlig umkrempelt. Und wir sollen glauben, dass dieser Wirkstoff keinerlei Folgen hat? Lachhaft.
Als Nächstes muss man sich die Frage stellen, inwieweit das Ganze mit dem medizinischen System zu tun hat – und zwar unabhängig davon, dass einem Websites wie GMO Answers einreden wollen, es gebe keinerlei Verbindung. Ich würde meinen, dass Impfstoffe als Antwort auf Superbazillen beworben werden, spricht für einen direkten Zusammenhang. Ich überlasse es Ihnen, eins und eins zusammenzuzählen.