Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03509.jsonl.gz/1987

Verband
Das Olympiaden-Jahr 2019/2020 – Ein Rückblick in Zahlen
3'858 Jugendliche begeistern sich für die Wissenschafts-Olympiade und nehmen an einer ersten Runde der neun Disziplinen teil. Welcher Kanton, welche Schule schickte am meisten Talente?
25.03.2020
Spontaner Videochat mit den Teilnehmenden. (Screenshot: Lara Gafner)
Manuel Beckert (Bild: Manuel Beckert)
Bronzemedaille für Nadine Jabornegg (Kantonsschule Wil, SG) und Conradin Schindler (Kantonsschule Zürcher Oberland, ZH). (Bilder: Nadine Jabornegg, Conradin Schindler)
12 Finalistinnen und Finalisten aus der ganzen Schweiz, die sich gegenüber insgesamt 122 Teilnehmenden durchgesetzt haben, treffen sich für ein verlängertes Wochenende in Bern. Sie lernen einander kennen, diskutieren und schreiben ein Essay. So war das Finale der Philosophie-Olympiade geplant. Doch dann kam die Coronavirus-Pandemie, und der Anlass musste abgesagt werden. Um den Teilnehmenden dennoch die Chance auf eine Medaille zu geben, wurde der Essaywettbewerb am letzten Samstag virtuell durchgeführt.
Um 08:00 erhielten die Teilnehmenden per Email vier Themenvorschläge. Die Essays konnten zuhause verfasst und bis 13:00 eingeschickt werden. "Die Grenzen, die dem Willen durch die Welt gezogen werden, sind kein Hindernis für die Freiheit, sondern deren Voraussetzung" – dieses Zitat von Peter Bieri war das meistgewählte Thema. "Ich sehe schon, Freiheit ist im Trend", bemerkte ein Jury-Mitglied. Auch die beiden Gewinner schrieben ihre Essays über dieses Zitat. Der erstplatzierte Manuel Beckert (hier geht's zum Essay) kam zum Schluss, dass wir uns in Widersprüche verstricken, wenn wir Peter Bieris These zu Ende denken. Dafür argumentierte er unter anderem mit einem eigenen Gedankenexperiment.
Nach getaner Arbeit trafen sich einige der jungen Philosophinnen und Philosophen spontan in einem Videochat. Das Gespräch drehte sich erstmal um die Essays. Irgendwann wandte es sich der Frage zu, ob man eine Vorstellung von einem Konzept haben kann, ohne ein Wort dafür zu wissen. Zum Beispiel, ob man das Gefühl namens "Schadenfreude" versteht, wenn man es nicht benennen kann. Auch die Umstellung auf Fernunterricht, die nicht nur ausserschulische Angebote wie die Philosophie-Olympiade, sondern auch die Schule selbst betrifft, war Thema. Manche der Teilnehmenden kannten sich bereits von anderen Wissenschafts-Olympiaden. Der zweitplatzierte Severin Rohrer war zwar noch an keiner anderen Wissenschafts-Olympiade, ist aber auch vielseitig interessiert: Letztes Jahr gewann er einen Latein-Wettbewerb.
Normalerweise würden sich die beiden Sieger jetzt auf ihre Reise an die Internationale Philosophie-Olympiade vorbereiten. Doch die für Ende Mai geplante Veranstaltung in Lissabon wurde erstmal auf 2021 verschoben. Ob es auch auf internationaler Ebene eine digitale Alternative geben wird, steht im Moment noch zur Debatte. Für die Finalistinnen und Finalisten des diesjährigen Schweizer Finals soll auf jeden Fall auch noch ein persönliches Treffen stattfinden, sobald es die Umstände erlauben.
Die Wissenschafts-Olympiade fördert Jugendliche, weckt wissenschaftliche Begabungen und Kreativität und beweist: Wissenschaft ist spannend. Neun Olympiaden finden jedes Jahr statt: Workshops, Lager, Prüfungen sowie Wettbewerbe für über 4'000 Talente in Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft. Die Organisatoren sind junge Forschende, Studierende oder Lehrpersonen, die freiwillig viele Stunden und Herzblut in das nationale Programm investieren.
Zur freien Verwendung mit Quellenangabe. Download am Ende des Beitrags via Button.
Lara Gafner
Stv. Kommunikationsbeauftragte
Wissenschafts-Olympiade
Universität Bern
Hochschulstrasse 6
3012 Bern
+41 31 631 51 87
Verband
3'858 Jugendliche begeistern sich für die Wissenschafts-Olympiade und nehmen an einer ersten Runde der neun Disziplinen teil. Welcher Kanton, welche Schule schickte am meisten Talente?
Robotik
Die Robotik-Olympiade lief dieses Jahr anders als erwartet: Die ursprünglich im Mai geplanten Wettbewerbe wurden wegen der Pandemie am 7., 14., und 21. November virtuell durchgeführt. Auch an der internationalen Robotik-Olympiade konnten Schweizer Teams überzeugen.
Physik
Dieses Jahr nahmen 707 Schülerinnen und Schüler an der 1. Runde der Physik-Olympiade teil. Davon konnten 130 eine Einladung fürs Herbsttraining und die 2. Runde ergattern. Für die definitive Qualifikation waren 8.4 von maximal 22 Punkten nötig.
Mathematik
Bei der Internationalen Mathematik-Olympiade (kurz IMO) die vom 18. bis 28. September stattfand, gewannen die Teilnehmenden aus der Schweiz gleich vier Medaillen – und verbrachten eine unvergessliche Woche in Slowenien.
Informatik
Vom 13. bis 19. September fand die Internationale Informatik-Olympiade (IOI) statt. Jugendliche aus über 80 Ländern programmierten um die Wette. Mit dabei waren vier Schüler aus der Schweiz, von denen zwei auf dem Siegerpodest landeten.