Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03218.jsonl.gz/993

Schweiz belegt beim Globalisierungs-Index Rang 5
Der stärkste Anstieg wurde im Teilbereich der ökonomischen Globalisierung gemessen. Auch die politische Globalisierung schritt voran, während der dritte Teilbereich des Index, die soziale Globalisierung, stagnierte. Gemäss KOF Globalisierungsindex sind die Niederlande weiterhin das am stärksten globalisierte Land, gefolgt von Irland und Belgien. Die Schweiz liegt auf Rang fünf.
Das Jahr 2014 war geprägt von einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft. Insbesondere die USA und das Vereinigte Königreich entwickelten sich dynamisch. Im Euroraum wurden durch wichtige politische Weichenstellung die Unsicherheiten über den Fortbestand der Währungsunion reduziert. In der Ostukraine führte die Annexion der Krim durch Russland zu politischen Spannungen und zu Wirtschaftssanktionen der westlichen Staaten gegenüber Russland. Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie in Westafrika verunsicherte die Weltgemeinschaft.
An der Spitze des Globalisierungsindex gab es 2014 wenig Bewegung. Im Jahr 2014 waren gemäss dem KOF Globalisierungsindex weiterhin die Niederlande das am stärksten globalisierte Land der Welt, vor Irland an zweiter Position. An dritter und vierter Stelle folgen Belgien und Österreich. Die Schweiz liegt auf Platz 5. Auf Platz 6 folgt Dänemark, welches einen Rang nach vorne gerückt ist, den Platz 7 belegt Schweden, welches zwei Ränge gewonnen hat. Das Vereinigte Königreich verliert zwei Plätze und liegt auf dem 8. Rang. Auf den Plätzen 9 und 10 stehen Frankreich und Ungarn.
Die grossen Volkswirtschaften der Welt sind aufgrund ihrer Marktgrösse stärker nach innen gewandt und deshalb tendenziell weiter hinten im Index der Globalisierung platziert. Die USA, die grösste Volkswirtschaft der Welt, belegen Platz 27 (-1 Rang), China liegt auf Platz 71 (+2 Ränge), Japan auf Platz 39 (unverändert) und Deutschland ist auf Platz 16 (+3 Ränge).
Auch am unteren Ende des Globalisierungsindex gab es 2014 wenig Bewegung. Das am wenigsten globalisierte Land sind die Salomonen, vor Eritrea, Äquatorialguinea, Mikronesien, den Komoren und den Palästinensergebieten (in aufsteigender Reihenfolge). Den grössten Abstieg im Index verzeichnete 2014 Samoa mit einem Verlust von 38 Plätzen auf Rang 149. Das Land fiel im Index der sozialen Globalisierung stark zurück. Surinam fiel um 33 Plätze auf Rang 143 zurück. Ost-Timor (-19 Ränge), Nigeria (-16 Ränge) und Zimbabwe (-16 Ränge) verzeichneten grosse Rückgänge. Die grossen Aufsteiger im Gesamtindex waren 2014 Liberia (+51 Ränge), Vietnam (+30 Ränge), Kongo (+26 Ränge), Vanuatu (+24 Ränge) und Gabun (+17 Ränge).
Ökonomische Globalisierung
Die ökonomische Dimension der Globalisierung beinhaltet zum einen die Stärke der grenzüberschreitenden Handels-, Investitions- und Einkommensströme in Relation zum Bruttoinlandprodukt (BIP) und zum anderen den Einfluss von Handels- und Kapitalverkehrsbeschränkungen. Die Finanzkrise von 2008 hat die starke wirtschaftliche Integration, welche seit den 1990er Jahren anhielt, gestoppt und teilweise sogar rückgängig gemacht.
Im Jahr 2014 stagnierte die weltweite Integration von Handels- und Kapitalströmen weitgehend. Einerseits stieg die Vernetzung durch Finanzflüsse weiter an, andererseits sanken die Handelsflüsse im Vergleich zum Vorjahr. Die Entwicklung zu tieferen Handels- und Kapitalverkehrsbeschränkungen setzte sich verstärkt fort. So wird für das Jahr 2014 ein weiterer Abbau von nicht tarifären Handelshemmnissen registriert.
Spitzenreiter im Teilindex der ökonomischen Globalisierung war 2014 weiterhin Singapur, vor Irland und Luxemburg. Als ökonomisch am wenigsten globalisierte Länder zählen Nepal, Äthiopien und der Sudan.
Soziale Globalisierung
Die soziale Dimension der Globalisierung wird im KOF Globalisierungsindex anhand von drei Kategorien gemessen. Zum einen geht es um grenzüberschreitende persönliche Kontakte in Form von Telefonaten und Briefen. Auch Tourismusströme und die Grösse der ausländischen Wohnbevölkerung finden sich hier wieder. Zweitens werden grenzüberschreitende Informationsflüsse, gemessen am Zugang zu Internet, Fernsehen und ausländischen Presseerzeugnissen, erfasst. Und drittens wird versucht, die kulturelle Nähe zum globalen Mainstream anhand der Anzahl von McDonald’s- und Ikea-Filialen sowie der Exporte und Importe von Büchern in Relation zum BIP zu erfassen.
2014 sank die soziale Globalisierung zum ersten Mal seit den 1970er Jahren. Allerdings wird die Substituierung von herkömmlichen Informations- und Kommunikationsmitteln durch digitale Medien im aktuellen Index wenig berücksichtigt. Die soziale Globalisierung wird somit tendenziell unterschätzt.
Im Teilindex der sozialen Dimension der Globalisierung verbesserte sich Singapur 2014 um zwei Plätze und verdrängte Österreich von der Spitze (neu auf Rang fünf). Auf Platz zwei folgt unverändert die Schweiz. An dritter Stelle folgt Irland, das einen Platz gutmachen konnte. Am unteren Ende des Teilindex rangieren die Demokratische Republik Kongo, Somalia, Tansania und die Zentralafrikanische Republik.
Politische Globalisierung
Die politische Dimension der Globalisierung wird gemessen an der Anzahl ausländischer Botschaften in einem Land, der Zahl internationaler Organisationen, denen das Land angehört, der Zahl der UN-Friedensmissionen, an denen das Land teilnahm, und der Anzahl bilateraler und multilateraler Verträge, die das Land seit 1945 abgeschlossen hat.
In diesem Teilindex rangiert 2014 Frankreich an der Spitze und hat somit im Vergleich zum Vorjahr Italien auf den zweiten Platz verwiesen. Belgien rangiert weiterhin auf Platz 3. Am Schluss des Feldes befinden sich kleine Inseln und Inselgruppen. Im Jahr 2014 ist das Mass der politischen Globalisierung gegenüber dem Vorjahr angestiegen.
«Fürs Fricktal – fricktal24.ch – die Internet-Zeitung»