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Ähnlichen Zersetzungen unterliegt die organische Substanz bei jenem Prozeß, dessen erste ProdukteTorf und Braunkohle und dessen
Endglieder Steinkohle und Anthracit (vielleicht auch Graphit) sind. Auch hier wird ein kohlenstoffreiches,
wasser- und sauerstoffarmes Produkt, die fossile Kohle, gebildet; aber der Prozeß schreitet nicht so weit fort, daß nicht durch
Erhitzung noch flüchtige wasserstoffhaltige Verbindungen ausgetrieben werden könnten. Der kohlenstoffreichere Rückstand
solcher Operation sind die Koks (s. d.). Die bei jedem Verkohlungsprozeß sich entwickelnden flüchtigen
Zersetzungsprodukte, welche hauptsächlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen, sind zum Teil wieder
bei höherer als ihrer Entstehungstemperatur zersetzbar, wobei sie einen Teil ihres Kohlenstoffs abscheiden.
Unter dieser Decke leitet man die Verbrennung bei sorgsam geregeltem Luftzutritt in der Weise, daß womöglich
nicht mehr Holz verbrennt, als durchaus erforderlich ist, um die gesamte Holzmasse auf die Verkohlungstemperatur zu erhitzen.
Im wesentlichen sollen nur die aus dem erhitzten Holze sich entwickelnden Gase oder Dämpfe verbrennen. Ist die Verkohlung vollendet,
was man an der Farbe des entweichenden Rauchs erkennt, so läßt man den Meiler abkühlen und nimmt ihn
auseinander (Kohlenziehen, Kohlenlangen). In Haufen oder liegenden Werken verkohlt man das Holz besonders in Süddeutschland,
Rußland und Schweden.
[* 9]
Auch hierbei wird das Holz in Haufen geschichtet; aber die Verkohlung erfolgt nur allmählich von einem Ende des länglichen
Haufens zum andern, und die verkohlten Stücke werden sogleich gezogen. Ganz ähnlich wie in Meilern oder
Haufen verläuft die Verkohlung in runden oder eckigen gemauerten Meileröfen, welche eine leichtere, vollständigere
Gewinnung der Nebenprodukte (Teer, Holzessig, die beim Meilerbetrieb in der Regel verloren gehen) gestatten, aber eine geringere
Ausbeute und weniger gute Kohle liefern.
Eine solche sorgfältige Verkohlung ist besonders zur Gewinnung von Kohle für die Schießpulverfabrikation erforderlich.
In Spandau
[* 12] benutzt man große eiserne Cylinder, welche außerhalb des Ofens gefüllt, mit einem Deckel verschlossen
und in den Ofen geschoben werden. Ein großer beweglicher Deckel schließt den Raum, in welchem der Cylinder sich befindet.
Die aus dem Holze sich entwickelnden Gase leitet man in die Feuerung. Die Temperatur wird mittels eines Pyrometers bestimmt. Rotkohle
für Jagdpulver wird mit überhitztem Wasserdampf dargestellt. Als Nebenprodukt erhält man Holzkohle¶
Vergleicht man das scheinbare Volumen (ohne Abzug der Zwischenräume) des Holzes mit dem der Kohle, so liefern
Eichenholz 71,8-74,3, Rotbuchenholz 73, Birkenholz 68,5,
Hainbuchenholz 57,3, Föhrenholz 63,6 Proz.
Kohle. Dem wirklichen Volumen nach beträgt die Kohlenausbeute im Durchschnitt 47,6 Proz. Wird das Holz bei 150° getrocknet und
bei 300° verkohlt, so erhält man Gewichtsprozente Kohle: aus Eichenholz 46, aus Fichtenholz 40,75, Rüster
[* 17] 34,7, Hainbuche 34,6,
Birke 34,17, Faulbaum 33,6, Esche 33,3, Linde 31,85, Pappel 31,1, Roßkastanie 30,9. Harzfreies, nicht saftreiches
Holz gibt glanzlose, höchst poröse Kohle; die aus harzigem, saftreichem Holz erhaltene Kohle enthält im Innern der Zellen die aus
den Saftbestandteilen gebildete Glanzkohle.