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<h2>SubmittedText<h2><p>In Bezug auf die Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Wie ist das Unfallgeschehen im Gotthard-Strassentunnel seit 2003 im Vergleich zu analogen Strecken in der Schweiz zu beurteilen? Wie viele Getötete und Schwerverletzte gibt es im Gotthard-Strassentunnel im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen, und wie sieht der Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ausserhalb von Tunnels aus? Bei wie viel Prozent aller schweren Unfälle sind Lastwagen im Spiel?</p><p>2. Wie sieht die Entwicklung des Unfallgeschehens (Getötete und Schwerverletzte) für diese Strecken und für den Gotthard-Strassentunnel für die Jahre 2003 bis 2013 aus?</p><p>3. Ist der Bundesrat kurzfristig bereit, die generelle Höchstgeschwindigkeit im Tunnel von heute 80 auf 70 oder 60 Kilometer pro Stunde zu senken?</p><p>4. Ist er kurzfristig bereit, den Minimalabstand im Dosierungssystem der Lastwagen zu erhöhen?</p><p>5. Ist er kurzfristig bereit, den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke zu prüfen?</p><p>6. Ist er kurzfristig bereit, mit anderen Massnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Lastwagen, die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen?</p><p>7. Ist er bereit, auf eine Aufweichung des Verbots des Transports gefährlicher Güter generell in den grösseren Tunnels zu verzichten?</p><p>8. Ist er mittelfristig bereit, Rumble Strips oder ähnliche Vorrichtungen in der Fahrbahnmitte zur Unfallverhütung anbringen zu lassen?</p><p>9. Ist er mittelfristig bereit, für Lastwagen elektronisch unterstützte Abstands- und Spurhilfen vorzuschreiben?</p><p>10. Teilt der Bundesrat die Auffassung, wonach der Sicherheitsgewinn der zweiten Röhre aufgehoben würde, wenn im Gotthard-Strassentunnel ein Verkehrszuwachs von 3 Prozent zu verzeichnen wäre, da dieser Mehrverkehr auch auf den Zufahrtsstrecken (Basel-Chiasso) einem Unfallrisiko unterliegt?</p><p>11. Wie beurteilt er die Sicherheit auf den Kantons- und Gemeindestrassen, auf denen Gegenverkehr herrscht?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Zwischen 2003 und 2013 sind 23 Schwerverletzte und 8 Getötete im Gotthard-Strassentunnel (GST) zu beklagen. Die Schwerverunfalltenrate im GST betrug im betrachteten Zeitraum 2,74 Getötete und Schwerverletzte pro 100 Millionen Fahrzeugkilometer.</p><p>Der GST ist als Gegenverkehrstunnel von seiner Länge und von der Verkehrszusammensetzung her einzigartig. Ein Vergleich mit anderen Tunnels oder Autobahnstrecken ist für diese Fragestellung daher nicht aussagekräftig. Im GST sind bei mehr als der Hälfte der Unfälle mit Getöteten und Schwerverletzten Lastwagen beteiligt.</p><p>2. 2003 ereigneten sich 4 schwere Unfälle mit insgesamt 2 Getöteten und 10 Schwerverletzten. Seither bewegte sich die Schwerverunfalltenrate auf einem deutlich tieferen Niveau mit zwischen 0 und 5 Schwerverunfallten pro Jahr.</p><p>3. Nein. Der GST wurde so gebaut, dass er mit einer Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern sicher befahren werden kann. Die signalisierte Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern ist ein optimaler Kompromiss zwischen den Anliegen der Verkehrssicherheit und der effizienten Nutzung der Verkehrsinfrastruktur.</p><p>4. Nein. Der heutige Minimalabstand hat sich als zweckmässig erwiesen, er wird von den Fahrzeuglenkenden akzeptiert. Die Vorgabe eines höheren Sicherheitsabstands ist nicht angezeigt, zumal sich dadurch das Potenzial von Frontal- und Streifkollisionen im Tunnel kaum reduzieren liesse.</p><p>5. Der Bundesrat hat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", die Gründe für den Verzicht auf den Einbau einer beweglichen Mittelleitplanke dargelegt.</p><p>6. Siehe Antworten auf die Fragen 3 und 4.</p><p>7. Der Bundesrat ist auf diese Frage bereits bei der Beantwortung der Interpellation Chopard-Acklin 13.4046, "Sicherheitsrisiko Gefahrguttransporte im Gotthard-Strassentunnel. Lockerung bei einer zweiten Röhre", eingegangen.</p><p>8. Die Sicherheitslinie im GST ist schon heute als sogenannter Rüttelstreifen ausgeführt und ist zusätzlich mit Rückstrahlern versehen.</p><p>9. Der Bundesrat hat seine Gründe für den Verzicht auf entsprechende Vorschriften bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Böhni 13.4048, "Technische Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im Gotthard-Strassentunnel", dargelegt.</p><p>10. Der Bundesrat schlägt den Bau einer zweiten Röhre ohne Kapazitätserweiterung vor. Die im Bericht der Beratungsstelle für Unfallverhütung untersuchte Frage, wie sich ein durch höhere Kapazitäten hervorgerufener Verkehrszuwachs auswirken würde, stellt sich demnach nicht.</p><p>11. Tunnels sind annähernd geschlossene Räume; ihre Risikobilder unterscheiden sich grundlegend von denjenigen offen geführter Strecken. Im Ereignisfall erfolgt die Brand-, Hitze- und Rauchausbreitung rasch. Daher gelten in Tunnels höhere Anforderungen an die Sicherheitsvorkehrungen als auf der offenen Strecke. Ausserdem liegt die Zuständigkeit für die angesprochene Infrastruktur bei den Kantonen und Gemeinden. Die Revision des Strassenverkehrsgesetzes im Rahmen des Programms Via sicura wird auch auf diesen Strassen eine Erhöhung der Verkehrssicherheit bewirken.</p>  Antwort des Bundesrates.