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Besenreiservarizen und Venenleiden
Definition
Unter Besenreiservarizen (= «Besenreiser») versteht man feine, vor allem auf hellerer Haut gut sichtbare, bläuliche, teilweise auch rötliche, erweiterte, oberflächlich liegende Blutgefässe im Bereiche von Ober- und Unterschenkeln. Besenreiservarizen können, müssen aber nicht auf eine Erkrankung des tieferen Venensystems (sog. Chronisch-venöse Insuffizienz, CVI) hinweisen. Meist treten sie familiär gehäuft und in Abwesenheit chronischer Venenerkrankungen auf.
Ursachen
Wie bereits erwähnt, spielen in der Entstehung solitärer Besenreiservarizen meist anlagebedingte Faktoren eine Rolle und sie treten daher familiär gehäuft auf. Wissenschaftlich konnte bis heute kein Nachweis erbracht werden, dass die Entstehung von solitären Besenreiservarizen durch das Übereinanderschlagen der Beine oder Saunabesuche begünstigt wird.
Faktoren wie langes, bewegungsarmes Stehen (oft berufsbedingt), bei Frauen: vorangehende Schwangerschaften, vorangehende Venenerkrankungen (z.B. Venenentzündungen oder Venenthrombosen), Rauchen, Übergewicht, sowie familiär-genetische Voraussetzungen können die Entstehung einer Chronisch-venösen Insuffizienz begünstigen. In der Folge dieses doch sehr häufigen Krankheitsbildes kann es ebenfalls zum Auftreten von Besenreiservarizen kommen.
Befunde und Diagnose
An Befunden finden sich die eingangs beschriebenen, oberflächlich erweiterten, kleinkaliberigen Blutgefässe. Beschwerden bestehen beim ausschliesslichen Vorliegen von Besenreiservarizen nicht. Anders kann es sich beim Vorliegen einer Chronisch-venösen Insuffizienz (CVI) verhalten. Je nach Stadium einer CVI können Besenreiservarizen, persistierende Schwellungen von Füssen, Fesseln und Unterschenkeln, Stauungsekzeme, im fortgeschrittenen Fall auch Ulcera (Geschwüre) auftreten.
Abklärungen
Bei jüngeren Menschen, die ausschliesslich unter Besenreiservarizen leiden, sind in aller Regel keine weiteren Abklärungen notwendig. Bei Personen die älter als 40 Jahre sind und/oder bei denen Risikofaktoren hinsichtlich einer CVI bestehen, können einer Therapie vorangehende Vorabklärungen der Gefässsituation mittels Ultraschall und anderer Untersuchungstechniken sinnvoll oder notwendig sein.
Behandlung
Noch heute ist die Verödungstherapie (Sklerosierungstherapie) von reinen Besenreiservarizen die Therapie der Wahl – sofern hierfür keine Gegenanzeigen bestehen. Auch wenn andere Therapieformen (wie z.B. Lasertherapien) «moderner» zu sein scheinen, kommt ihnen doch mehrheitlich die Rolle einer ergänzenden Therapie zu, insbesondere für Lokalisationen, bei denen eine alleinige Sklerosierungstherapie teilweise nicht zu den gewünschten Erfolgen führt (Füsse, Knöchelregion). Ähnlich verhält es sich mit der Elektrokoagulation (Verödung mittels stromführender Nadel) von Besenreiservarizen.
Mit der Sklerosierungstherapie werden primär Gefässe kleineren Kalibers behandelt, indem mit Hilfe einer sehr dünnen Nadel ein Verödungsmittel direkt in die Gefässe gespritzt wird. Hierdurch wird die Gefässwand in der Art reizt, dass diese verklebt und dadurch kein Blut mehr durchfliessen kann. Wie viele Behandlungen notwendig sind, um das von Ihnen gewünschte Resultat zu erzielen, hängt vor allem von der Anzahl und Beschaffenheit Ihrer Besenreiser ab. In der Regel reichen jedoch eine oder zwei Sitzungen. Die Behandlung kann ambulant in unserer Praxis durchgeführt werden. Einschränkungen im Alltag gibt es keine, ausser dass Sie sich während sechs Wochen nach der Behandlung keiner Sonnenbestrahlung (inkl. Solarium) aussetzen dürfen und während mindestens zwei, besser 4 Wochen Kompressionsstrümpfe der Klasse II tragen sollten um das Behandlungsresultat zu optimieren.
Sind bestehende Besenreiservarizen Ausdruck einer ihnen zugrunde liegenden Chronisch-venösen Insuffizienz, so sollte letztere vor einer Sklerosierungstherapie erst abgeklärt und allenfalls behandelt werden, da sonst der Erfolg einer Sklerosierungstherapie eingeschränkt oder nur von kurzer Dauer sein kann.
Kosten
Die Behandlung von Besenreiservarizen entspricht keiner Krankenkassen-Pflichtleistung, da Besenreiser als rein kosmetische und nicht krankhafte Veränderungen zu beurteilen sind. Die Kosten für die Behandlung hängen primär von der zu behandelnden Fläche der Besenreiservarizen und der Art der Therapie (Sklerosierung, Laser, Elektrokoagulation) ab.
Zusammenfassend
Welche Art von Venenleiden bei Ihnen allenfalls vorliegt und ob, bzw. wie dieses behandelt werden kann oder muss, bzw. welche Vor- und Nachteile die entsprechenden Therapien haben, werden wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen besprechen.