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Dies stellt die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) in einer Medienmitteilung fest. Wie die IAEO präzisiert, sind von den Millionen radioaktiven Strahlenquellen, die in den letzten Jahrzehnten hergestellt und verteilt worden sind, noch Hunderttausende bei weit über 20'000 Anwendern in Gebrauch. Immerhin hat von diesen Quellen nur ein kleiner Prozentsatz das Potenzial, schwerwiegende Strahlenschäden zu verursachen. Starke Quellen kommen hauptsächlich in der industriellen Radiografie, der kommerziellen Materialbestrahlung und der Radiotherapie sowie der thermoelektrischen Stromerzeugung (Isotopenbatterien) zum Einsatz und enthalten beträchtliche Mengen langlebiger Isotope wie Kobalt-60, Stron-tium-90, Caesium-137 und Iridium-192. Solche Quellen müssten "von der Wiege bis zur Bahre" überwacht werden, um sie gegen Entwendung und terroristischen Missbrauch zu schützen. Die IAEO verfüge über die nötigen Kenntnisse und werde alle Staaten bei der Erfüllung dieser Aufgaben unterstützen.
Besondere Sorgen bereiten der IAEO die "verwaisten" Quellen, das heisst die Quellen, die nicht oder nicht mehr einer offiziellen Überwachung unterstehen. Davon gibt es besonders viele in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Doch selbst die amerikanische Aufsichtsbehörde NRC meldet, sie habe allein seit 1996 in den USA die Spur von fast 1500 Quellen verloren und in über der Hälfte der Fälle nicht mehr wieder gefunden. Laut Euratom gehen in der EU jährlich trotz offizieller Überwachung rund 70 Strahlenquellen verloren und bei rund 30'000 nicht mehr benützten Quellen bestehe ein Verlustrisiko.
Die IAEO führt zusammen mit rund 70 Staaten eine Datenbank über Quellen, die durch absichtliche Entwendung oder andere nicht genehmigte Bewegungen - zum Beispiel Diebstahl eines Fahrzeugs, das die Quelle transportierte - verloren gehen. Seit 1993 sind der IAEO 284 solche Fälle gemeldet worden. Sie betreffen nur radioaktive Stoffe, kein Kernmaterial. Meistens handelte es sich um geschlossene Quellen, aber in einigen Fällen wurde das radioaktive Material in der Umwelt verstreut. Erst in einem Fall wurde eine solche Quelle für terroristische Zwecke missbraucht, glücklicherweise ohne Folgen. Doch kamen in mehreren weiteren Fällen Menschen unbeabsichtigt zu Schaden, so 1987 in Brasilien, wo 240 Personen unzulässigen Strahlendosen ausgesetzt waren, nachdem eine aus einer verlassenen Klinik entwendete Caesium-137-Kapsel aufgebrochen worden war.
Um das Risiko besonders des terroristischen Missbrauchs entwendeter Quellen zu begrenzen, hat die IAEO zusammen mit dem amerikanischen Department of Energy und dem russischen Atomenergieministerium Minatom eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine proaktive Strategie zum Auffinden und Einsammeln verwaister Quellen in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion entwickeln soll. Als weitere konkrete Massnahme hat die IAEO Sicherheitsnormen und Richtlinien zum Umgang mit starken Quellen ausgearbeitet. Auf Anforderung von Mitgliedstaaten kann sie Expertenteams entsenden, welche die praktische Umsetzung unterstützen.
Quelle
P.B. nach IAEO-Medienmitteilung, 24. Juni 2002