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Die SQHA Futurity ist ein Zuchtförderungsprogramm, das seit 1996 besteht. Es wurde ein System erschaffen, das zum einen für die Hengsthalter, aber auch für die Pferdebesitzer Anreize gab und die Zucht von Quarter Horses förderte. Anfänglich wurden Decksprünge versteigert, deren Erlöse in einen Futurity Fond einbezahlt wurden, um in Form von Preisgeldern an der Futurity wieder ausgeschüttet zu werden. Die Fohlen die im darauf folgenden Jahr zur Welt kamen, waren berechtigt an der SQHA Futurity-Veranstaltung (Futurity = Zukunft) teilzunehmen.
Die Ersteigerung der Decksprünge gestaltete sich mit den Jahren aber als zu aufwendig. Die SQHA beschloss den Modus zu ändern. Die Hengsthalter hatten neu die Möglichkeit ihren Hengst direkt in den Futurity Fond einzuzahlen. Der darauf folgende Fohlenjahrgang war automatisch bis zum 5. Lebensjahr Futurity berechtigt.
Anfänglich bewährte sich diese Änderung. 2001 wurden 15, 2004 bereits 19 Hengste in das Programm einbezahlt. 2006 waren noch 9 auf der Liste der einbezahlten Hengste. Danach pendelte sich die Anzahl der Einzahlungen bis 2011 bei sechs Hengsten ein. 2012 kam dann der Einbruch mit nur noch zwei einbezahlten Hengsten; I am Shotgunner von Gerber Quarter Horses und OT Taris Dun It von HWS Reining Horses, beides Reining gezogene Pferde.
Der Handlungsbedarf war akut. Die SQHA Futurity überlebte nur dank der inzwischen eingeführten Direkteinzahlungen. Das heisst, dass Pferdebesitzer ihre Pferde vom Fohlen bis zum 5-jährigen Pferd direkt in das Programm einzahlen konnten. Um Schweizer Züchter zu fördern, wurde ein niedrigerer Tarif für Pferde aus einheimischer Zucht festgelegt. Es war jedoch möglich jedes Quarter Horse, unabhängig seiner Provenienz, in das SQHA Futurity Programm einzuzahlen.
An der Generalversammlung 2014 fasste die frisch konstituierte Futurity Kommission, bestehend aus Hanspeter Reiss, Martina Wolf, Christine Höltschi, Karin Fischbacher und Melanie Gasser den Auftrag, das bestehende Reglement zu überarbeiten. An der diesjährigen Versammlung wurde das neue Regelwerk vorgestellt und den anwesenden Mitgliedern zur Abstimmung überlassen.
Ein erneuter Richtungswechsel wird zukünftig entscheiden, wie es mit der SQHA Futurity weiter geht. Das neue Reglement ist einfacher, klarer und weist einige wichtige Änderungen auf.
Die wichtigste Anpassung betrifft die Hengstbesitzer. 2004 musste ein Hengsthalter 900 Franken für eine Einzahlung in das SQHA Futurity Programm hinblättern, nach dem 31.3. sogar 1200 Franken. Zur Erinnerung: 2004 waren trotzdem 19 Hengste einbezahlt! Dieser Betrag wurde irgendwann auf 550 Franken reduziert. Künftig kostet es die Hengsthalter keinen Rappen mehr, sie stellen gratis einen Decksprung zur Verfügung. Dieser Sprung kann zum halben Preis des regulären Decksprungs, zu Gunsten der SQHA Futurity gekauft werden. Die Liste der zur Verfügung gestellten Hengste wird auf der SQHA Website veröffentlicht. Wird der Sprung eines Hengstes gekauft, sind alle im Folgejahr geborenen Nachkommen Futurity startberechtigt. Für die gekauften Sprünge gilt generell eine Lebendfohlengarantie. Somit wäre ein Fohlen aus einer Nachbelegung im Folgejahr startberechtigt.
Eine weitere Anpassung erfuhr die Direkteinzahlung
Neu wurden die Tarife für Direkteinzahlungen vereinheitlicht. Während bis anhin Pferde aus Schweizer Zucht bevorteilt wurden, gelten nun für alle dieselben Preise. Für Pferde bis 2-jährig 200 Franken, für 3-jährige und älter 350 Franken.
Zum Vergleich: Alte Tarife für Direkteinzahlungen für Pferde aus Schweizer Zucht, in Klammern für ausländischer Herkunft:
Fohlen 200.00 (300.00)
Jährlinge 250.00 (350.00)
Zweijährige 300.00 (400.00)
Dreijährige 400.00 (500.00)
Vierjährige 350.00 ( 450.00)
Fünfjährige 300.00 (400.00)
Grösseres Disziplinen-Angebot und einen Payback von 50%
Die offiziellen Futurity Disziplinen wurden um zwei Klassen erweitert. Neu wird die Longe-Line und der In Hand Trail (Trail bei dem das Pferd an der Hand vorgestellt wird), beide für 2 bis 3-jährige Pferde, angeboten. Diese Disziplinen decken einen Trend ab, welcher in den letzten Jahren entstand. Besonders die Klasse In Hand Trail, die ursprünglich von der Swiss Paint Horse Association in der Schweiz eingeführt wurde und sich unterdessen fast an jedem Turnier etabliert hat, ist ein grosses Bedürfnis.
Zusätzlich zu den Preisgeldern die aus dem Futurity Fond ausbezahlt werden, dürfen sich die Futurityteilnehmer über einen 50% Payback freuen. Das heisst, dass das neue Startgeld um 10 Franken, von 50 auf 60 Franken angehoben wird. Dabei gehen 50% an den Veranstalter zur Deckung der Kosten, die anderen 50% werden in der entsprechenden Klasse als zusätzliches Preisgeld ausbezahlt.
Mehr Flexibilität für die Veranstaltung
Seit einigen Jahren ist die SQHA Futurity unter dem Namen Swiss Futurity, in einem Anlass mit den fast identischen Zuchtförderungsprogrammen der Swiss Paint Horse Association und des Appaloosa Horse Club of Switzerland, zusammengefasst. Traditionell findet die Veranstaltung Mitte September in Matzendorf statt. Das neue Reglement bietet zusätzlich die Möglichkeit, die SQHA Futurity Klassen im Rahmen einer offiziellen AQHA Show durchzuführen. Die Futurity Klassen dürfen dabei Class in Class mit regulären AQHA Junior Klassen laufen. Die Reining Klasse darf auch während eines vor der SQHA Futurity stattfindenden NRHA Turniers durchgeführt werden. Mit dieser Klausel sind, egal wie sich die Swiss Futurity in Zukunft entwickelt, alle Möglichkeiten einer Durchführung der SQHA Futurity abgedeckt.
Fazit des neuen «Futurity-Looks»
Mit dem neuen Reglement ist der Futurity Kommission ein eleganter Wurf gelungen. Sie haben es geschafft, das Programm zu modernisieren und den heutigen Bedürfnissen und dem Markt anzupassen. Dabei wurde eine Win-win-Situation erschaffen. Zum einen für die Hengsthalter die Ihren Hengst gratis promoten können, zum anderen für die Besitzer und Besitzerinnen junger Quarter Horses denen die Möglichkeit geboten wird, ihren «Jungster» im Rahmen des Futurity Programms zu günstigen Bedingungen vorzustellen. Dabei dürfen Sie schöne Preisgelder erwarten.
Es ist jedoch zu hoffen, dass die Swiss Futurity als eigenständige Veranstaltung weiterhin eine Zukunft hat. Eine Futurity besteht nicht einfach «nur» aus Futurity-Klassen. Es sind oft andere, eher unerfahrene Teilnehmer wie die an den regulären AQHA Turnieren, die an eine Zuchtveranstaltung wie die Futurity kommen. Gerade mit jungen Pferden ist es ein Segen nicht unter Zeitdruck zu stehen, und Zeit ist an grossen AQHA Shows immer ein Thema. An einer Futurity-Veranstaltung kann mit dem Faktor Zeit grosszügiger umgegangen werden. Sei es mit Pausen zwischen den Klassen um auch Neuankömmlinge mit der Arena vertraut zu machen, oder mit «Warm-Up-Fenstern» für die einzelnen Disziplinen. Denken wir daran, für viele Futurity-Pferde ist die Turnierteilnahme eine Premiere. Eine gute Erfahrung beim ersten Turnierstart, ist eine Investition in die Zukunft.
Nachtrag: die neue SQHA Futurity Kommission setzt sich aus Hanspeter Reiss, Melanie Gasser, Karin Fischbacher, Martina Huggler und Markus Häberlin zusammen.
Download neues SQHA Futurity Reglement 2015, das von der SQHA Generalversammlung vom 21. Februar genehmigt wurde
Titelfoto: 2015 Sieger SQHA Futurity Halter 3 Year Old Geldings und «Champions of the Champions» HOW BLUE CAN YOU GET (AINT IT THE BLUES x PLEASURE MARY ), im Besitz von Marco Barmettler, vorgestellt von Manuela Witt.
Quelle: Verbandsbroschüren und HSP Publikationen 2001-2014