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Von der Firmengründung bis zur Einstellung der Motorradproduktion
Gründung der Deutsche-Triumph-Fahrradwerke AG in Nürnberg
Die Deutschen Auswanderer Siegfried Bettmann und Carl Schwemmer verkauften in
England Fahrräder. Sie kauften diese ein und verkauften die Zweiräder unter
der eigenen Marke Triumph weiter. 1888 gründete Bettmann, zusammen mit dem
Ingenieur Moritz J. Schulte, die Firma Triumph Cycle Company Ltd in Coventry.
Sie bauten nun selber eine Fahrradproduktionsstätte auf. Die Fahrräder wurden
auch nach Deutschland exportiert und Triumph Cycle Company Ltd gründete mit
Hilfe weiterer Geldgeber am 15. Juli 1896 die Zweigfirma
Deutsche-Triumph-Fahrradwerke AG in Nürnberg.
Das erste motorisierte Zweirad
Sowohl die Produktions-, als auch die Belegschaftszahlen, in Nürnberg stiegen
stetig. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts erlebte der Deutsche Fahrradmarkt eine
Sättigung und es wurden daher zusätzlich auch Bettgestelle gefertigt. Die
Fahrräder begannen aber bald wieder zu boomen. Am 11. Dezember stellte Triumph
in Nürnberg ihr erstes motorisierte Zweirad her. Der Fahrradrahmen mit eingehängtem
1 ¼ PS Viertaktmotor und rechteckigen Tank brachte es auf eine Spitzengeschwindigkeit
von 30 km/h. Es wurden anschliessend weiter Modelle mit zugekauften Motoren von
Peugeot, Fafnir und Minerva gefertigt.
Umbenennung in Triumph-Werke Nürnberg AG
Im Jahre 1907 geriet der Zweiradverkauf wiederum ins Stocken und die Firma
konzentrierte sich auf die Herstellung von Fahrrädern. Durch den Zukauf einer
konkursiten Firma kamen Schreibmaschinen ins Produktsortiment. So wurde die Firma
im Jahre 1911 in Triumph-Werke Nürnberg AG umbenannt.
Das erste Motorrad
Auch nach Beendigung des ersten Weltkrieges wurde die Produktion von Fahrrädern
und Schreibmaschinen fortgesetzt. Zudem boten die Nürnberger auch ein von Triumph
England herausgebrachtes Zweitakt-Motorrad an. Sie hatten jedoch eigene Modell-
Vorstellungen. Die Motorgrundkonstruktion wurde von Coventry übernommen und in
einen neu geformten Rahmen eingebaut. Daraus entstand die Zweitaktmaschine mit
dem Namen Triumph Knirps.
Englische 4-Takter Modellpallette T (Tourer)
Bis in die Jahre 1922/1923 zeigten die Triumph-Werke Nürnberg kein Interesse an
4-Takter, welche zur damaligen Zeit einen ausgezeichneten Ruf verzeichneten. Der
Verkauf von Motorrädern zog jedoch an und die Wirtschaft sah in den motorisierten
Zweirädern einen zukunftsträchtigen Markt. Hier liessen die Deutschen ihren guten
Kontakt zu den Englischen Kollegen spielen, obwohl die Firmen seit 1913 rechtlich
getrennt und eigenständig waren. Ab 1924 kauften die Nürnberger englische Motoren
ein und bauten sie in baugleiche Rahmen ein. Auf dem Tank der Modelle T prangte
nun jedoch der deutsche Schriftzug.
Zusammenarbeit mit MAG
Der Import der englischen Motoren stoppte jedoch im Jahre 1929. Es gab Unstimmigkeiten
zwischen den Nürnberger und den Mannen in Coventry. Der Kontakt zu dem Schweizer
Motorenlieferanten MAG wurde aufgenommen und die zwei Firmen einigten sich, dass
in Nürnberg MAG 4-Taktmotoren in Lizenzproduktion gefertigt werden dürfen.
TWN - Die neue Bezeichnung fürs Ausland
Der Streit mit England weitete sich aus. Per gerichtlichen Beschluss wurde den
Nürnbergern verboten den Schriftzug Triumph ausserhalb Deutschland zu verwenden.
Die Motorräder verkauften sie im Ausland für kurze Zeit unter dem Namen Orial, was
einem gleichnamigen französischen Motorradhersteller wiederum nicht behagte, bevor
die Firmenleitung sich 1931 auf den Namen TWN (Triumph-Werke Nürnberg) festlegte.
Der Zweite Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkrieges waren nur zwei Modelle im Angebot, die B 125 und
die BD 250. Die BD 250, eine Doppelkolben-Zweitakter mit Walzendrehschieber, wurde
auch in stattlicher Anzahl für die Wehrmacht gefertigt. Ansonsten beschäftigten sich
die Triumph-Werke zusätzlich mit diversen Rüstungsaufträgen.
Nach Beendigung des Krieges nahm der Betrieb die Fertigung der B 125 und der BD 250
wieder auf, bevor die Angebotspalette mit den BDG-Modellen fortgesetzt wurde.
Einstellung der Motorradproduktion
Die Deutschen Motorradwerke meldeten Jahr für Jahr neue Rekordzahlen. Es wollte
niemand an den Untergang der Zweiradindustrie glauben, dennoch begann sie zu
stagnieren. Im Jahre 1956, nach einem markanten Absatzeinbruch, entschied sich die
Firmenleitung die Motorrad- und Fahrradproduktion einzustellen. So wurden im
darauffolgenden Jahr noch die letzten, fremdgefertigten Mopedtypen unter dem Namen
Triumph-Werke Nürnberg verkauft. Die Firma wurde 1957 vom Fürther Industriellen Max
Grundig übernommen. Die Motorradproduktion blieb für immer eingestellt.