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Der Konzernchef der Swatch Group, Nicolas G. Hayek, hat sein Interesse an den Uhrenmarken des Mannesmann-Konzerns bekräftigt. In einem Interview gab Hayek zudem Pläne für eine Kotierung seines Unternehmens an der New Yorker Börse bekannt.Dieser Inhalt wurde am 18. März 2000 - 10:22 publiziert
Der Konzernchef der Swatch Group, Nicolas G. Hayek, hat sein Interesse an den Uhrenmarken des Mannesmann-Konzerns bekräftigt. In einem am Samstag (18.03.) veröffentlichten Interview der "Finanz und Wirtschaft" gab Hayek zudem Pläne für eine Kotierung seines Unternehmens an der New Yorker Börse bekannt.
Hayek geht davon aus, dass die neue Mannesman-Besitzerin Vodafone den Uhrensektor über eine Auktion abstossen wird, falls es wirklich zu einem Verkauf kommen sollte. Unter einer Milliarde Franken würden die Uhrenmarken wahrscheinlich nicht zu kaufen sein, sagte er.
Interessant wären für die Swatch Group vor allem die Luxusuhren IWC, Jaeger LeCoultre und Lange & Söhne. Hayek geht davon aus, dass sich auch andere Unternehmen wie der französische Luxusgüterkonzern LVMH, Richemont, die Sandoz-Familienstiftung, Gucci sowie das Management des Uhrensektors von Mannesmann für einen Kauf interessieren. Die Swatch Group dürfte nach den Worten Hayeks aber über die besseren Karten verfügen, weil nicht nur die Finanzen eine Rolle spielten, sondern auch das Vertrauen des Managements und der Personen in den Schlüsselpositionen in den Bieter.
Der Swatch-Chef gab weiter bekannt, dass er kürzlich vom Direktor der New Yorker Börse wegen einer Kotierung kontaktiert worden sei. Die Vorschläge würden nun vom Verwaltungsrat und der Konzernleitung geprüft. Die Sache sei aber nicht prioritär. Fachleute seien der Auffassung, dass die Aktien der Swatch Group im Falle einer Kotierung an der New York Stock Exchange dreimal höher notieren würden. Grobe interne Berechnungen hätten ergeben, dass das Markenportefeuilles der Swatch Group einen Wert von 21 bis 25 Milliarden Franken darstellten.
Hayek will Schweizer Identität von Swatch wahren
Eine höhere Marktkapitalisierung wäre auch hilfreich im Falle von unfreundlichen Übernahmeversuchen. Gegen solche Versuche glaubt sich Hayek aber "immun". Er selber besitze zur Zeit 31 Prozent der Stimmrechte. Der Aktionärspool kontrolliere zusammen mit Freunden über 51 Prozent der Stimmen. "Ich werde wegen des Geldes nicht schwach und werde nie verkaufen", sagte Hayek.
Das bedeute aber nicht, dass er jeder Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen a priori abgeneigt sei. Nur müsse ein Partner wirklich etwas bringen, und der schweizerische Charakter des Unternehmens müsse unter allen Umständen erhalten bleiben. Denn für einen Uhrenhersteller sei die schweizerische Identität ein wichtiges Kapital.
swissinfo und Agenturen
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