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Ursprung der Theatergruppe Dreifaltigkeit
Anstelle einer Neuankündigung – ein Rückblick
Vielleicht mag es jemand interessieren, warum es die Theatergruppe Dreifaltigkeit gibt. Hier eine kleine Chronik über deren Herkunft und Entstehung.
Der 1867 gegründete katholische Gesellenverein feierte jährlich an einem Sonntag im November sein Stiftungsfest. An der Abendveranstaltung wurden neben Liedervorträgen, Ansprachen und Musik auch von Gesellen selbst mit Begeisterung gespielte Theaterstücke aufgeführt. Sie pflegten einen Deklamationszirkel aus dem sich später der dramatische Club entwickelte. Am Stiftungsfest 1885 führten sie, umrahmt von der eigenen Blasmusikkapelle, das Schauspiel in fünf Akten «Christian in der Fremde» auf.
Nach Jahrzehnten voller Wirren war im Jahr 1920 der dramatische Club mit dem neuen Namen «Thalia» neu erwacht. Die Thalia vereinigte die theaterbegeisterten Vereinsmitglieder um gegenseitig ihre schauspielerischen und rednerischen Begabungen zu schulen. Die Tradition der Stiftungsfeste des Gesellenvereins wurde wie früher im «Hotel National», im Bierhübeli und später im «Schweizerbund» fortgeführt. Am 64. Stiftungsfest 1931 führte man das Stück «Der Geizige» von Moliere auf. Nach den schlimmen Kriegsjahren kamen erneut viele wandernde Jungmänner von überall her nach Bern und der Gesellenverein feierte wie gewohnt sein Stiftungsfest. Dazu trug die sagenhafte «Thalia» erneut und erheblich zur Unterhaltung bei.
In den Jahren nach 1960 verlor der Gesellenverein aufgrund der allgemeinen Umstände immer mehr an Bedeutung und litt an Mitgliederschwund. Man öffnete den Verein nun auch für Frauen und benannte ihn nach dem Gründer auf Kolping-Familie um.
Ein Neuanfang unter neuem Namen
Nach etwa zwanzig Jahren Pause erinnerten sich Leute von der Dreifaltigkeitspfarrei an die damals aktive Theatergruppe und beschlossen einen Neuanfang. Da müsste es doch pensionierte Leute geben, die genügend Zeit hätten und Lust auf eine neue Karriere im «Showbusiness». Man fand mit Margrit Eggli und Urs P. Zumbrunnen erfahrene Theaterleute für die Regie und auch ein paar willige Schauspielerinnen und -Spieler und damit begann unter dem neuen Namen «Theatergruppe Dreifaltigkeit» eine neue Ära. Kulissen waren noch vom Kolpingtheater vorhanden, ein Stück wurde einstudiert und am Samstag, 4. Februar 2006 wurde das Stück «Der Tuusigfüessler» von E.J.Sorson im Rahmen des Kolping-Stiftungsfestes in der Rotonda gegeben.
«Der turbulente Einakter sorgte bei Jung und Alt für gute Stimmung und liess die früher in der Pfarrei Dreifaltigkeit gepflegte Theatertradition aufleben.» ...so schrieb Urs Zumbrunnen damals auf der neu geschaffenen Website.
Drei Aufführungen im Stammhaus und fünf Auswärtsgastspiele konnten sie geben in diesem ersten Jahr und im nächsten Jahr folgte der nächste Streich mit zusätzlichen Spielern.
Der dramatische Club des Gesellenvereins im Jahr 1911.
Nach seiner Neugründung im Jahr 1920 legte er sich den Namen der Muse der Komödie, «Thalia», zu. Seine Versammlungen wurden mit den Worten eröffnet: «Thalia blüh!»
Bild Vereinsarchiv
Das Stiftungsfest fand weiter in der neugebauten Rotonda statt und es wurde weiter Theater gespielt, bis auch dazu nicht genügend Mitwirkende zu finden waren. Das Kolpingtheater hörte nach hundert Jahren auf zu existieren.
Theatergruppe Dreifaltigkeit 2006, "Der Tuusifüessler"
Nun besteht die «Theatergruppe Dreifaltigkeit» bereits seit vierzehn Jahren. Die ersten Schauspielerinnen haben sich zurückgezogen – neue kamen und gingen – mit wechselnder Rollenbesetzung lebt das Dreiftheater weiter.
Aktuell
Luis Martinez-Mendez: Schlussbild an der Premiere 2020
Das Komödiantenlied
Mich brennt´s in meinen Reiseschuh´n,
Fort mit der Zeit zu schreiten -
Was wollen wir agieren nun
Vor soviel klugen Leuten?
Es hebt das Dach sich von dem Haus
Und die Kulissen rühren
Und strecken sich zum Himmel 'raus,
Strom, Wälder musizieren!
Da gehn die einen müde fort,
Die andern nahn behende,
Das alte Stück man spielt's so fort
Und kriegt es nie zu Ende.
Und keiner kennt den letzten Akt
Von allen, die da spielen,
Nur der da droben schlägt den Takt,
Weiß, wo das hin will zielen.
Auf Youtube anhören: Mich brennts in meinen...
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Bericht vom 25. Februar 2020
Nun liegt ein ereignisreiches Wochenende hinter uns. Die Tage zuvor waren von intensiver Probetätigkeit geprägt. Mit letzten Anpassungen an der Bühne und ein wenig Ausschleifen der Texte mit den Auftritten und dem Einpendeln der Ton- und Lichttechnik waren die Vorbereitungen beendet. Das grosse Spiel konnte beginnen.
Zur Premiere gab es erstmals eine Theaterbar. Vor Beginn der Vorstellung konnten die Besucher die Wartezeit mit einem Apero verkürzen. Nach dem Gongschlag begrüsste Hans Fretz das erwartungsvolle Publikum und gab die Bühne frei für die "Damenjassgruppe in Feierlaune".
Nach etwa 50 Minuten konnten die "im Wald Erholung-Suchenden, Verirrten und Verwirrten" beim freundlichen Förster Unterschlupf finden. Das Stück war zu ende, das Publikum dankte mit anhaltendem Applaus und konnte an der Bar noch die eine oder andere Meinung besprechen.
Die vielen Besucher am Sonntagnachmittag fanden erst nach dem Aufstellen von weiteren Stuhlreihen Platz. Und wieder war die Vorstellung ein grosser Erfolg. Es gab Kaffee und Kuchen im Anschluss. Genau so lief es auch am Montagnachmittag als verschiedene Stadtberner Kirchgemeinden zum Altersnachmittag eingeladen hatten. Wir durften wiederum für eine lustige Abwechslung im Alltag sorgen.
Jetzt steht das Bühnenmaterial bis zu den kommenden Gastspielen im Depot und die Spielerinnen und Akteure können durchatmen.
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Wegen der Corona-Pandemie mussten zu unserem grössten Bedauern alle Vorstellungen nach dem 7. März 2020 abgesagt werden.
Tröstlich: Wir konnten immerhin sechs Vorstellungen geben.
Die kommende Saison wird leider ausfallen müssen, wir können mit den vorgeschriebenen Schutzmassnahmen und Regeln keinen normalen Probebetrieb durchführen. Theatervorstellungen im gewohnten Rahmen sind nicht machbar.
Für die unumgänglichen Massnahmen bitten wir um Verständnis.
Porträt der Theatergruppe Dreifaltigkeit
Unsere Theatergruppe studiert gute, fröhliche Theaterstücke ein und bringt sie zur Aufführung. Bei der Stückwahl achten wir als Theatergruppe einer Kirchgemeinde auf vertretbare moralische Standards. Für jede Produktion formiert sich ein Ausschuss ad hoc, der von der verantwortlichen Regisseurin / dem verantwortlichen Regisseur geleitet wird.
Wir würden uns freuen, wenn sie uns nicht vergessen und vielleicht sehen wir uns an einer unserer Vorstellungen in hoffentlich nicht allzuferner Zukunft!
(alle unsere bisherigen Produktionen s. Seite Produktionen)
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