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Dieses verbale Instrument soll den Markt über die künftige Entwicklung der Geldpolitik orientieren.
Erstmals hatte die Notenbank 2013 zugesagt, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum niedrig oder niedriger bleiben sollen. Inzwischen signalisieren die Märkte eine weitere Lockerung der Geldpolitik, die die Zinsen wahrscheinlich näher an ihre Untergrenze bringen dürfte, wo immer diese auch liegt. Daher muss Draghi in dieser Woche wahrscheinlich eine stärkere Orientierung bieten, um sicherzustellen, dass ein Konjunkturpaket der EZB auch sein Ziel erreicht.
Dabei dürfte ihm der Dezember eine Lehre gewesen sein, als seine Erklärung, die damals angekündigte Zinssenkung würde ausreichend sein, zu einem Ausverkauf an den Märkten beitrug. Dieses Mal könnte eine stärkere Betonung der Laufzeit und der Tendenz der EZB ein Faktor sein, der die Investoren davon überzeugt, dass die angekündigten Massnahmen nicht unbedingt die letzten sein müssen.
Keine Wiederholung der Dezember-Enttäuschung
"Neben den spürbaren Massnahmen der EZB ist auch die Kommunikation zum Potenzial für weitere Massnahmen wichtig, um die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung der 'Enttäuschung' im Dezember zu verringern", sagt Nick Matthews, Leiter Analyse Europa bei Nomura International in London. Es würde die richtigen Signale für das Potenzial für weitere Zinssenkungen senden und unterstreichen, dass über einen langen Zeitraum die Zinsen niedrig und die Geldpolitik akkommodierend bleiben werden, führte er aus.
Das Ausmass weiterer Massnahmen spielt zwar eine mindestens so grosse Rolle wie die Forward Guidance, aber die Zentralbanker müssen den Markt auch davon überzeugen, dass sie ihr Programm durchziehen. Neben der Zusicherung für die Zinsen hat die EZB sich bisher auf den Kauf von Wertpapieren im Volumen von 60 Mrd. Euro pro Monat bis mindestens März 2017 festgelegt und angekündigt, dass sie die Erlöse aus fälligen gekauften Wertpapieren in ihrem Portfolio wieder investiert und die Bilanz ausweitet.
Eine weitere Ausweitung von QE würde implizieren, dass die Zinsen nicht steigen werden, bevor das Programm beendet ist. Draghi könnte sogar erklären, dass die Finanzierungskosten noch bis eine gewisse Zeit nach Auslauf der Anleihekäufe auf oder unter dem aktuellen Niveau bleiben werden.
Konsequenzen der verbalen Offensive
Allerdings ist es oft einfacher, eine solche Orientierung verbal zu geben als ihr dann zu folgen. So hatte Mark Carney, Gouverneur der Bank of England, seine Zinszusage im August 2013 an die Entwicklung der Arbeitslosigkeit gekoppelt. Innerhalb einiger Monate musste er zurückrudern, nachdem die Arbeitslosigkeit schneller als erwartet sank.
Die Fed musste Anfang 2014 ihre seit einem Jahr bestehende Forward Guidance ändern. Sie hatte ursprünglich eine Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent angepeilt, aber dieses Niveau wurde lange, bevor die Notenbank für eine Zinsanhebung bereit war, erreicht.
Dennoch schätzen die Währungshüter dieses Instrument weiter. Auf der Tagung der G20-Finanzminister in Schanghai im Februar betonte Carney erneut die Wirksamkeit dieses Instruments, mit dem eine Lockerung erreicht werden könne, indem die Zuversicht gestärkt würde.
Inflationsziel in weiter Ferne
Die EZB könnte sich diese Woche beispielsweise für eine Option entscheiden, die laut dem Protokoll für die Januar-Sitzung bereits von mindestens einem Zinsentscheider vorgeschlagen wurde. Sie könnte versprechen, eine Zeitlang Inflation oberhalb ihres Zielwertes von knapp unter zwei Prozent zuzulassen.
Dies dürfte noch weit entfernt sein, lag die Inflation im Februar doch bei minus 0,2 Prozent. Aber eine solche Zusicherung dürfte Bedenken zerstreuen, dass die EZB zu rasch auf steigende Preise reagiert. Als 2011 der Ölpreis die Verbraucherpreise stärker ansteigen liess als es der Notenbank angenehm war, hob sie die Zinsen am Rande einer Rezession an.
"Die EZB aus der Vergangenheit würde die Zinsen zu rasch anheben und eine milde Erholung abwürgen", sagte Christian Odendahl, Chefökonom am Centre for European Reform in London. "Die Märkte müssen wissen, dass die EZB bereit ist, eine Weile lang eine zu hohe Inflation zuzulassen, bis die Erholung abgeschlossen ist, bevor sie sich an eine Normalisierung der Zinsen macht. Wenn sie so weiter machen wie bisher bei der Forward Guidance werden sie das nicht schaffen."
(Bloomberg)