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Publiziert: 9 April 2017
Die Colomba gehört zu Ostern wie der Panettone zu Weihnachten. Sie schmecken ähnlich und sind doch nicht gleich. Weder gastronomisch noch geschichtlich.
Tauben fliegen. Und landen. Und picken. Und brüten. Und fliegen. Sie wissen nicht, dass sie als christliches Symbol des Heiligen Geistes und des Friedens gelten. Sie wissen auch nicht, dass sie im antiken Griechenland als Liebesvogel verehrt wurden. Oder dass die Germanen sie – vorausgesetzt sie waren dunkel gefärbt – als Todesvogel ansahen. Sie leben einfach. Nicht ahnend, dass sie zur Osterzeit als Teigfladen auf dem Tisch landen. Und doch tun sie es. Jahr für Jahr wird zu Christi Auferstehung die dolce colomba – die süsse Taube – verspeist.
Es gibt verschiedene Legenden, die die Geschichte der Ostertaube erzählen. Eine handelt vom Einfall des Königs Alboin in die Stadt Pavia im 6. Jahrhundert. Dieser fand am Karfreitag statt. Des Königs Pferd hielt plötzlich am Stadteingang und nahm von einem Mann ein Stück Brot entgegen, das einer Taube glich. Der König war so überrascht, dass er die Kriegsgefangenen freiliess. Eine andere Legende erzählt wie Agilulf, ebenfalls ein lombardischer König, auf seinen Kriegszügen den irischen Kaiser Colombano treffen wollte, der gerne Tauben ass. Da am Karfreitag kein Fleisch verzehrt wird, liess er die Tauben frei. Als er diese am Himmel sah, entschied er, dass fortan an Ostern Tauben aus Brot serviert würden.
Was an diesen Geschichten dran ist, sei dahingestellt. Sicher ist aber, dass die Colomba di Pasqua aus Mailand ins Tessin kam. Vom Panettone unterscheidet sich diese dadurch, dass sie keine Rosinen und Zitronate, sondern nur kandierte Orangenschalen enthält. Zudem wird für die Colomba mehr Butter verwendet und eine aus Eiweiss, Zucker und Mandeln bestehende Glasur hergestellt. Der Kontrast zwischen dem weichen Teig und der knusprigen Glasur ist charakteristisch für das Mailänder Gebäck.