Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/2369

Mitten im geschlossenen Dorfkern von Törbel liegt das 1676 erbaute Wohnhaus, das sogenannte Polykarp-Haus. Die Wohnung im obersten Stock wurde zuletzt von Polykarp Karlen bewohnt. Er war der letzte Walker, der die Walke am Törbelbach betrieben hat. Wie die meisten typischen Walliser Wohnungen besteht auch diese aus einer Küche, einer Stube mit Giltsteinofen (Walliserdeutsch für Specksteinofen) und einer Schlafkammer. Auf zwei Seiten sind Lauben angebaut. Zu der Wohnung gehört heute auch ein Keller, der sich im Erdgeschoss des Stadels oberhalb des Hauses befindet.
Nach dem Tod von Polykarp ging das Wohnhaus in den Besitz seines Sohnes über, von welchem es der Verein Urchigs Terbil erwarb. In der Wohnung kann die Einrichtung besichtigt werden, wie sie seit dem Tod des Walkers nicht verändert worden ist. Zudem ist ein Webstuhl zu sehen, auf welchem der Drilch (Link Walke), ein grobes Tuch aus Schafwolle, gewoben worden ist. Nach einer Renovation im Jahr 2014 verfügt die Wohnung nun über sanitäre Einrichtungen und kann für Vereinsanlässe genutzt werden.
Die Stube der Wohnung bietet Platz für eine kleine Ausstellung über die Nutzung des Wassers im Bergdorf. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Bewässerung, welche im Fall von Törbel eine grosse Bedeutung hat: Direkt unterhalb von Törbel, im Ackersand (Gemeinde Stalden) liegt der trockenste Ort der Schweiz!