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traverse erscheint seit 1994.
Die Zeitschrift versteht sich als Forum der Geschichtsforschenden in der Schweiz mit einem Landes- und Fachgrenzen überschreitenden Horizont.
Die Abtei Saint-Maurice im Wallis fristet trotz ihrer 1500-jährigen Geschichte voller transkontinentaler Verflechtungen ein – in postkolonialer Perspektive – kaum beachtetes Dasein in der Schweizer Geschichte (Artikel im HLS). Es könnte jedoch für die aktuelle Forschung äusserst aufschlussreich sein, sich mit der Abtei und der Geschichte des Hl. Mauritius auseinanderzusetzen.
Der Legende nach stammt Mauritius aus Theben im heutigen Ägypten. Als Anführer der Thebäischen Legion soll er bei Agaunum am Ende des 3. Jahrhunderts CE das Martyrium erlitten haben. In den folgenden 200 Jahren entwickelte sich um das Grab und die Reliquien des Hl. Mauritius ein zentraler früher christlicher Wallfahrtsort und 515 initiierte der Burgunder Königssohn Sigismund den Bau des Klosters: Der Heilige aus Theben erwies sich als lokaler Erfolgsgarant. Nach einer 600-jährigen transkulturellen Geschichte, die in St-Maurice Personen, Objekte und Ideen von Byzanz bis Burgund zusammenführte, läutete die 961 durch Otto I. initiierte Überführung der Reliquien des «afrikanischen» Mauritius in den Magdeburger Dom die Provinzialisierung St-Maurices ein. Während der Sigismundschrein im Domschatz von St-Maurice aus dem 12. Jahrhundert den Heiligen als «westeuropäischen» Ritter adaptierte, zeugt die gut sichtbar platzierte Skulptur des Heiligen in Magdeburg von seiner kulturell-visuellen Stereotypisierung im 13. Jahrhundert als Heiligem aus «Afrika» (Abb.).
Zum Beispiel: Debatte
In der Rubrik «Debatte» sollen Denkanstösse geliefert werden zu historischen Themen innerhalb und ausserhalb der akademischen Welt. Es sind sowohl Beiträge erwünscht, die sich mit aktuellen Themen auseinandersetzen als auch solche, die strukturelle Fragen diskutieren.