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Im Ringen um die Zukunft der Social-Media-App Tiktok in den USA zeichnet sich ein Deal mit Beteiligung des Software-Konzerns Oracle ab. Allerdings gehe es dabei nun nicht mehr um einen Verkauf des US-Geschäfts, sondern um eine Rolle für Oracle als "Technologie-Partner" im amerikanischen Markt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.
Die Tiktok-Muttergesellschaft Bytedance werde den Algorithmus hinter der App bei keinem Deal verkaufen oder übertragen, sagt eine Quelle zur 'South China Morning Post' ('SCMP'). "Das Auto kann verkauft werden, aber nicht der Motor." Die Tiktok-Mutter werde den Quellcode an keinen US-Käufer weitergeben, zitiert die Zeitung die Quelle weiter, aber das Technologie-Team von Tiktok in den USA könne einen neuen Algorithmus entwickeln.
Die "Kein-Algorithmus"-Bedingung sei auf die Einführung neuer Exportkontrollen der chinesischen Regierung zurückzuführen, schreibt die 'SCMP'.
Das chinesische Handelsministerium hat vor rund zwei Wochen neue Exportbedingungen eingeführt
, die den Verkauf von "IT-Technologien mit Personalisierung auf Basis von Datenanalysen" ins Ausland nur mit einer Erlaubnis der Regierung ermöglichen. Darunter fällt der Tiktok-Algorithmus.
Der 'SCMP' zufolge habe Bytedance die US-Behörden und potenzielle Bieter über den Entscheid informiert. US-Präsident Donald Trump hat Bytedance mit Verweis auf die Datensicherheit ursprünglich eine Frist bis Mitte September gegeben, um entweder das Tiktok-US-Geschäft zu verkaufen oder in den Vereinigten Staaten geschlossen zu werden. Wie US-Medien in der Nacht zum 14. September berichteten, bleibt unklar, ob die Lösung der "Technologie-Partnerschaft" den US-Präsidenten Donald Trump zufriedenstellt.
Was ist die Rolle von Oracle?
Auch Microsoft hatte in den vergangenen Wochen über den Kauf des Tiktok-Geschäfts in den USA sowie in Kanada, Neuseeland und Australien verhandelt. Das Unternehmen teilt nun mit, dass sein Angebot für Tiktok abgelehnt worden sei.
Laut der 'Washington Post' hat Tiktok der US-Regierung den Vorschlag unterbreitet, der ermöglichen würde, dass die chinesische Mutter Eigentümerin bleibt, und gleichzeitig das Cloud-Management der Daten ausgelagert wird. Oracle sei nicht ein Käufer des Tiktok-Business, sondern ein "Technologie"-Partner, heisst es weiter. Konkrete Details, was diese Partnerschaft umfasst, sind nicht bekannt.
Oracle hat sich auf Anfrage der 'Post' nicht dazu geäussert und auch Tiktok lehnte einen Kommentar ab. Eine mögliche Rolle für Oracle könnte sein, die Daten amerikanischer Tiktok-Nutzer zu speichern.
Trump betont vor wenigen Tagen, die Frist werde nicht verlängert. Sie läuft gemäss der Anordnung bis zum 20. September, während Trump mehrfach den 15. September als Stichtag nannte.
Mitte November soll zudem ein weiterer Trump-Erlass in Kraft treten, laut dem sich Bytedance von allen Daten von Nutzern in den Vereinigten Staaten trennen müsse. Auch darf Bytedance in den USA danach kein Eigentum mehr besitzen, das für den Betrieb von Tiktok genutzt werde.
Tiktok weist die Vorwürfe der US-Regierung zurück und betont unter anderem, dass Daten amerikanischer Nutzer nicht nach China übermittelt würden.
Update (16.51 Uhr):Nach Publikation des Artikels bestätigt Oracle in einem kurzen Statement, dass man sich mit der Tiktok-Mutter geeinigt habe. Oracle sei Teil eines Vorschlags, den Bytedance dem US-Finanzministerium am Wochenende vorgelegt habe, und in dem Oracle als "vertrauensvoller Technologie-Anbieter" fungieren werde, so das Unternehmen.