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Die Netzhaut leistet als Projektionsfläche für Umgebungsbild einen zentralen Beitrag zur visuellen Wahrnehmung. Diverse Erkrankungen können die Netzhaut in ihrer Funktion mehr oder weniger stark beeinträchten. Hierzu gehören etwa Durchblutungsstörungen, die diabetische Retinopathie oder die Netzhautablösung.
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Artikelübersicht
Definition: Was ist die Netzhaut?
Die innere Augenhaut, auch Netzhaut oder Retina (lat. rete, „Netz“) genannt, umgibt zusammen mit der mittleren Aussenhaut (Regenbogenhaut, Ziliarkörper und Aderhaut) und äusseren Augenhaut (Lederhaut und Hornhaut) den Augapfel. Nachdem Licht durch die Pupille ins Auge eingefallen ist, passiert es den transparenten Glaskörper und trifft dann auf die Netzhaut. Komplexe Nervenzellen der Netzhaut wandeln das Licht in Nervenimpulse um und leiten diese über den Sehnerv weiter zum Gehirn, wo sie in Bilder uminterpretiert werden.
Die Netzhaut leistet damit als Projektionsfläche für Umgebungsbild einen zentralen Beitrag zur visuellen Wahrnehmung.
Aufbau und Funktion der Netzhaut
Die Retina kleidet den Augapfel von innen aus. Sie liegt dabei direkt auf der Aderhaut auf, die für die Nährstoffversorgung der Retina zuständig ist. Das auf die Retina einfallende Licht reizt die Sinneszellen, die diese Signale an die zuständigen Regionen im Gehirn weiterleiten.
Die Netzhaut ist mit verschiedenartigen Nervenzellen besetzt, die sich in drei Typen einteilen lassen:
- Fotorezeptoren wandeln das einfallende Licht in Nervenimpulse um
- Interneuronen verarbeiten diese Impulse in der Netzhaut
- Ganglienzellen leiten die Impulse ausserhalb der Retina weiter
Fotorezeptorzellen
Die Fotorezeptorzellen setzen sich im Wesentlichen aus zwei Typen zusammen: den Stäbchen und den Zapfen. Das Auge verfügt über etwa 120 Millionen Stäbchen, die für das Unterscheiden von hell und dunkel zuständig sind, und über rund 6 Millionen Zapfen, die das Farbsehen ermöglichen.
Es gibt drei Arten von Zapfen, die jeweils auf unterschiedliche Wellenlängen des Lichts reagieren. Diese drei Wellenlängenbereiche des Lichts erscheinen uns Menschen als Rot, Grün und Blau.
Während die Stäbchen sich im Zentrum um die Sehgrube konzentrieren, um die beste Farberkennung zu gewährleisten, gruppieren sich die hell-dunkel-sensitiven Zapfen im peripheren Bereich. Aus diesem Grund kann man im Augenwinkel besser hell und dunkel unterscheiden, dafür aber Farben nicht mehr gut wahrnehmen. Bei schlechteren Lichtverhältnissen nimmt das Farbsehen ebenfalls ab. Die Fotorezeptorzellen regenerieren sich regelmässig.
Gelber Fleck (Makula)
Im hinteren Bereich der Netzhaut, gegenüber der Pupille, befindet sich der etwa 3mm grosse „gelbe Fleck“ (Makula). Die hier eingelagerten Farbstoffe können energiereiches UV-Licht filtern und schützen so die Netzhaut vor dessen schädlichen Effekten. Im Zentrum der Makula liegt die Sehgrube (Fovea centralis) – der Augenbereich, der das schärfste Sehen, z. B. zum Lesen ermöglicht. Die restliche Netzhaut dagegen ist dagegen für das periphere Gesichtsfeld zuständig, also für den „Blick aus dem Augenwinkel“.
Papille
Die Papille liegt etwas versetzt zur Makula und bezeichnet den Punkt, an dem die Nervenfasern der Retina zum Sehnerv gebündelt werden und zusammen mit den Blutgefässen durch alle Augenhautschichten den Augapfel verlassen. An dieser Stelle befinden sich keine Lichtrezeptoren, die das einfallende Licht auffangen würden, so dass es im wahrsten Wortsinne um einen „blinden Fleck“ handelt.
Erkrankungen der Netzhaut
Die Netzhaut kann durch diverse Erkrankungen in ihrer Funktion mehr oder weniger stark beeinträchtigt werden. Schmerzen treten dabei nicht auf, da sie nicht über die dafür notwendigen Sinneszellen verfügt. Aus diesem Grund sollten die Augen beziehungsweise die Retina regelmässig von einem Augenarzt kontrolliert werden.
Zum einen gibt es eine Vielzahl an Durchblutungsstörungen der Netzhaut. Als Ursache kommen hier unterschiedliche Grunderkrankungen infrage. Ohne gute Durchblutung und dementsprechend optimaler Versorgung der Nervenzellen der Retina kann diese ihre Aufgabe nicht erfüllen. Durchblutungsstörungen an den Augen können dementsprechend auch Behinderungen beim Sehen nach sich ziehen – im schlimmsten Fall kann es zur Erblindung kommen.
Als Ursache für Durchblutungsstörungen der Retina gelten eine Vielzahl von unterschiedlichen Grunderkrankungen des menschlichen Körpers. Bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung werden häufig auch die dadurch verursachten Krankheitsbilder der Sehstörung behoben. Bei einem chronischen Krankheitsbild verschlechtert sich die Sehkraft dagegen fortlaufend.
Diabetische Retinopathie als Folgeerkrankung des Diabetes mellitus
Als mögliche Ursache für eine Sehschwäche zählt beispielsweise Diabetes (Zuckerkrankheit). Man spricht dann von einer diabetischen Retinopathie. Im Sichtfeld erscheinen schwarze Flecken, die auf eine beginnende Erblindung hinweisen. Auch kann ein Aderverschluss der zentralen oder seitlichen Arterien oder Venen der Netzhaut vorliegen.
Wichtig zur Vorbeugung derartiger Sehstörungen ist die Kontrolle des Diabetes. Wird die Grunderkrankung effizient behandelt, kann die ausreichende Versorgung der Retina in der Regel sichergestellt werden.
Retinitis pigmentosa
Hierbei handelt es sich um einen Überbegriff für unterschiedliche genetisch bedingte Krankheiten der Netzhaut. Gemeinsam ist ihnen die allmähliche Verkleinerung des Gesichtsfelds. Diese Erkrankung der Augen ist fortschreitend und nicht heilbar.
Mögliche Symptome können Blindheit bei Nacht und Anpassungsschwierigkeiten an eine helle Umgebung sowie eine Blendung sein. Auf diese Weise entsteht der sogenannte Tunnelblick – es scheint, als würde man durch ein Rohr sehen, weil die Ränder des Gesichtsfeldes ausfallen. Hier verengen sich die Blutgefässe der Retina. An der Papille, entsteht eine gelbe Verfärbung. Eine Heilungsmöglichkeit dieser Erkrankung der Retina gibt es bis heute nicht. Vorbeugung ist ebenfalls nicht möglich.
Netzhautablösung
Eine ernstzunehmende und sehr plötzlich auftretende Erkrankung stellt die Netzhautablösung dar. Hier löst sich die Retina von der Aderhaut ab, wodurch die Fotorezeptorzellen nicht mehr ausreichend versorgt werden können und schliesslich absterben. Betroffene bemerken das nicht durch Schmerzen, sondern mit einem blinden Fleck im Sichtfeld.
Für diese Erkrankung gibt es verschiedene Ursachen. Meist sind genetisch bedingte Faktoren verantwortlich. Aber auch eine Verletzung der Retina, der Austritt von Flüssigkeit aus den Blutgefässen und eine Diabeteserkrankung können eine Netzhautablösung verursachen.
Das Sehen von Blitzen oder permanent flackernden Pünktchen sind Symptome für eine Netzhautablösung, und das Sichtfeld verschleiert sich. Hier muss umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden, der sofort eine Operation einleiten wird, um eine Erblindung zu vermeiden.