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«Was soll ich heute nur anziehen?» Vor dem Hintergrund, dass viele Menschen, darunter sehr viele Kinder, auf der ganzen Welt täglich verhungern, verdursten oder Opfer von Gewalt und Terror werden, klingt dieser Satz banal. Und dennoch gehört er zum Alltag der Menschen in den Industrieländern. Was ein Privileg ist,wird oft nicht als solcheswahrgenommen, sondern als selbstverständlich angesehen.
Doch was, wenn man nicht das Glück hat, in einem Industrieland geboren zu werdenund aufzuwachsen? Was, wennman inmitten von Hunger,Durst und Gewalt aufwächst? Vor allem in den Entwicklungsländern, wo Konflikte, Kriege, Dürreperioden und Hunger herrschen, geht es den Menschen zunehmend schlechter. Oft fehlen ihnen die Kraft und die Möglichkeit, sich selbst zu helfen und sich zu wehren.
Vor vielen Jahrzehnten bildeten sich die ersten Hilfsorganisationen, die durch Spenden versuchen, das Leben der Menschen in Entwicklungsländern, vor allem das der Kinder, zu verbessern. 1950 wurde die Organisation World Vision gegründet, kurze Zeit späterbildeten sich landeseigene Versionen mit den gleichen Namen. Jede dieser Organisationen ist unabhängig von der Organisation World Vision International und verfolgt daher ihre eigenen Projekte.
Schweiz ist spendabel
Die Hilfsorganisationen verfolgen das Ziel, das Leben derMenschen in Entwicklungs-,Konflikt- und Krisenländern zu verbessern und so denMenschen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Jährlich spenden Tausende in der Schweiz und auch weltweit, um den Menschen zu helfen, die einen schwierigeren Stand im Leben haben. Die Schweiz gilt als sehr spendabel, aber dennoch gibt es Vorbehalte. Immer mehr Menschen befürchten, dass ihre Spenden ihr Ziel nicht erreichen werden, und sehen deshalb von einer Spende ab. Wie kann man den Menschen diese Angst nehmen? Mathias Gehrig, Sprecher von World Vision Schweiz erklärt, dass es der Organisation sehr wichtig sei, transparent zu sein. So gibt World Vision möglichst genau an, wohin wie viel Geld fliesst und wofür es verwendet wird. Auf der Website der Organisation werden die Projekte beschrieben. Ein Jahresbericht, der für die Spender öffentlich ist, zeigt zudem auf, wie viel Geld in welchem Land wofür investiert wurde. Doch die Organisation geht noch weiter. «Mit unserem Patenschaftsmodell haben wir das transparenteste Modell in der Entwicklungszusammenarbeit.Weil die Paten die Möglichkeit haben, ihr Patenkind vor Ort zu besuchen und zu sehen, was mit dem Geld gemacht wird», so Gehrig.
Entwicklungszusammenarbeits-Organisationen solltensich intensiv mit der Bevölkerung auseinandersetzen. Dies tut auch World Vision. Die Organisation ist darauf bedacht, langfristig zu helfen. Sinn sei es nicht, denn Menschen gekochtes Essen bereitzustellen. Vielmehr steht die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung im Zentrum. Durch Hilfe zur Selbsthilfe versuchen sie, die Menschen längerfristig zu unterstützen.