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Nach der Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden im Bundesstaat Arizona ist der amtierende US-Präsident Donald Trump den Gouverneur des Bundesstaates, Doug Ducey, auf Twitter angegangen.
Arizona und Wisconsin haben als weitere umkämpfte US-Bundesstaat das Ergebnis der Präsidentenwahl mit dem Sieg von Joe Biden offiziell bestätigt. Damit erlitt Amtsinhaber Donald Trump einen weiteren Rückschlag bei seinen Versuchen, den Ausgang der Wahl am 3. November mit juristischen Attacken zu kippen. Biden gewann in Arizona mit einem Vorsprung von fast 10'500 Stimmen, in Wisconsin waren es nach einer Neuauszählung rund 20'700 Stimmen. Trumps Anwälte scheiterten vor Gericht mit Klagen gegen die Wahlergebnisse.
Zuvor hatten bereits unter anderem wichtige Bundesstaaten wie Georgia und Pennsylvania das Ergebnis der Wahl mit Bidens Sieg bestätigt. In Iowa wurde am Montag dagegen wie erwartet Trump offiziell zum Sieger erklärt.
Der amtierende Präsident nahm kein Blatt vor den Mund und griff den republikanischen Gouverneur von Arizona an: «Warum überstürzt er es, einen Demokraten ins Amt zu bringen?», schrieb Trump am Montagabend auf Twitter und beklagte erneut angeblichen Betrug bei der Wahl, für den es keine Beweise gibt.
«Was ist los mit Doug Ducey? Die Republikaner werden sich lange daran erinnern!», schrieb Trump. Nebenbei ätzte er erneut gegen seinen (ehemaligen?) Lieblingssender «Fox News», da diese nichts über den angeblichen Wahlbetrug berichteten. Stattdessen lobte er den rechten Verschwörungssender OAN (One America News Network) für deren Beiträge.
Er verbreitete anschliessend Tweets anderer Nutzer weiter, darunter eine Nachricht, wonach Republikaner Ducey die Menschen in Arizona «betrogen» habe. Trump schrieb in Grossbuchstaben dazu: «Stimmt!»
Wenige Minuten später sprach Trump von «totaler Korruption». Das ganze sei «so sad» für das Land.
Bevor Trump über Ducey twitterte, hatte sich auf der Plattform eine Szene der Beglaubigung der Wahlergebnisse am Montag verbreitet: Ducey holt sein Handy aus dem Jackett, bei genauem Hinhören ist kurz das Lied zu Ehren des amerikanischen Präsidenten «Hail to the Chief» zu erkennen. Wenige Minuten später vibriert ein Handy etwa 20 Sekunden lang, bis Ducey nach seinem greift und es ruhig wird.
Ducey hatte im Juli bei einer Pressekonferenz über seine guten Beziehungen ins Weisse Haus gesprochen und gesagt, er habe einen so direkten Austausch mit Trump und dessen Stellvertreter Mike Pence, dass er sich «Hail to the Chief» als Klingelton eingerichtet habe, «weil ich keinen weiteren Anruf direkt aus dem Weissen Haus verpassen wollte». Es gab keine offizielle Bestätigung dafür, dass es Duceys Handy war, das während der Beglaubigung mit «Hail to the Chief» klingelte – und dass es sich wirklich um Anrufe aus dem Weissen Haus handelte.
Trump versucht bislang ohne Erfolg, das Ergebnis der Wahl zu kippen, aus der er als Verlierer hervorgegangen ist. Vor Arizona hatten auch schon andere Bundesstaaten wie Georgia die Ergebnisse der Wahl mit Bidens Sieg bestätigt. Den dortigen Gouverneur, den Republikaner Brian Kemp, hatte Trump in der Folge auch attackiert. Er schäme sich, ihn unterstützt zu haben, sagte Trump etwa am Sonntag bei Fox News. (jaw/sda/dpa)