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Die EM-Endrunde 2020 wird vor allem logistisch kompliziert. Das Turnier wird nämlich in 13 Ländern durchgeführt. Viele Details sind noch unklar – aber erneut werden Fussballzwerge die Qualifikation schaffen.
Wie der Spielplan aussehen soll, will die UEFA ab Dezember diskutieren. Erschwerend für den terminlichen Überblick kommt hinzu, dass vor der nächsten EM auch noch die erste Ausgabe der Nations League über die Bühne geht. Diese Testspiel-Serie soll im Herbst 2018 und im Juni 2019 stattfinden. Die wichtigsten Fragen zu den beiden Anlässen:
Die UEFA hat 13 Spielorte in 13 Ländern ausgewählt. Die Gruppenspiele sowie Achtel- und Viertelfinals finden über den ganzen Kontinent verteilt statt: In Amsterdam, Baku, Bilbao, Brüssel, Budapest, Bukarest, Dublin, Glasgow, Kopenhagen, München, Rom und St.Petersburg. Die Halbfinals und der Final werden im Wembley in London ausgetragen.
Wenn sich ein Team aus einem der zwölf Länder (ausser England/London) für die Endrunde qualifiziert, kann es zwei Gruppenspiele sowie allenfalls einen Achtel- oder Viertelfinal vor eigenem Publikum absolvieren. Pro Gruppe gibt es zwei Spielorte. Die beiden Städte dürften jeweils nach geografischen Gesichtspunkten zusammengeführt werden. Denkbar ist beispielsweise, dass eine Gruppe in Dublin und Glasgow spielen wird, eine andere in Brüssel und Amsterdam.
Es werden sich wieder 24 Teams für die EM qualifizieren. Der Modus bleibt gleich. Dass vier der sechs Gruppendritten in die Achtelfinals kommen, wird also auch in vier Jahren so sein. Womöglich nimmt die UEFA Anpassungen am Spielplan vor, damit keiner der Gruppendritten sportlich benachteiligt wird. Giorgio Marchetti, der Turnierdirektor der EM 2016, sagte zumindest: «Es gibt Dinge, die wir verbessern können.»
Die Qualifikation sieht zehn Gruppen vor (5 x 5 Teams; 5 x 6 Teams). Die zehn Gruppensieger und die zehn Zweiten sind qualifiziert; sie stehen im November 2019 als EM-Teilnehmer fest. Die restlichen vier Plätze werden in Barrage-Spielen im März 2020 ausgespielt. Die insgesamt 16 Teilnehmer an dieser Barrage werden über die Nations League (siehe Punkt 5) ermittelt. Wegen ihr beginnt die EM-Qualifikation nicht im Herbst 2018, sondern erst im Frühling 2019.
Die Idee kommt vom suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini. Er will mit diesem Wettbewerb die Testspiele aufwerten. Die 55 Verbände werden aufgrund des UEFA-Rankings in vier Divisionen eingeteilt. In der Division A und B sind jeweils 12 Teams, die pro Kategorie in vier Gruppen à drei Teams eingeteilt werden. Die Division C besteht aus 14 oder 15 Teams, die Division D aus 16 oder 17 Mannschaften (zum Zeitpunkt der Einführung der Nations League war der Kosovo noch nicht UEFA-Mitglied; deshalb ging die UEFA von 54 Mannschaften aus).
Erstmals kommt diese Serie aufgewerteter Testspiele zwischen September und November 2018 zur Austragung. Jede Mannschaft spielt zweimal gegen jeden Gegner (4 oder 6 Spiele). Die Gruppenletzten steigen ab, die Gruppensieger steigen in die höhere Division auf. Die vier Gruppensieger der Division A bestreiten im Juni 2019 ein Turnier mit Halbfinals und Final um den Titel in der Nations League.
Die besten vier Teams jeder Division, die sich nicht über die reguläre Qualifikation für die EM 2020 qualifizieren, spielen im März 2020 innerhalb ihrer Division einen EM-Platz aus. Das bedeutet, dass auch von Europas schlechtesten Nationen mindestens eines an der EM-Endrunde 2020 dabei ist: Liechtenstein, Andorra oder Gibraltar vielleicht.
Vorerst wird die Nations League zwei Mal stattfinden. Die zweite Austragung ist für Herbst 2020 und Juni 2021 (Final-Turnier) vorgesehen.
Nun steht die Qualifikation für die WM 2018 auf dem Programm. Sie beginnt für die Schweiz gleich mit einem Knaller: In Basel empfängt die Nati am Dienstag, 6. September den frischgebackenen Europameister Portugal. Tickets sind ab Donnerstag, 14. Juli erhältlich.
(ram/sda)