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Wie Monika Kowoll-Ferger vom Kolpingwerk in Deutschland ausführt, trägt die Viehzucht wesentlich zur Stärkung der Familien auf dem Land und damit auch zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes bei.
Das Vieh (Kühe, Ziegen, Schafe und Schweine) gibt nicht nur Milch und Fleisch. Aus ihren Exkrementen entsteht auch ein hochwertiger Naturdünger, welcher dringend zur Kultivierung der meist ausgelaugten Böden gebraucht wird um die Erträge auf den kleinen Feldern zu steigern.
Der Vorschlag für das Pilotprojekt "Milchkuh" stammt von Eric Ndikumana, unserem Standortsleiter in Bujumbura. Er erlebte eine ähnliche Geschichte wie die meisten Kinder der Wohngruppe. Er wächst als ältestes Kind einer alleinerziehenden Mutter in den Bergen von Burundi auf. Im Kindesalter musste er armutsbedingt seine Familie verlassen und sich selbständig durchschlagen. Er überlebte als Strassenkind den Bürgerkrieg, bildete sich autodidaktisch weiter und arbeitete in einer belgischen Firma in Bujumbura, bevor er die Leitung der Wohngruppe FRANZISKUS übernahm.
Seit 2014 entwickelt er sich zum Erfahrungsexperten für Kinder- und Familienhilfe in Burundi. Er wird die Leitung dieses Pilotprojekts übernehmen.
Die Projektidee von Eric Ndikumana begeistert den Vereinsvorstand. Er beschliesst unverzüglich die Umsetzung eines Pilotprojekts. Im Juni 21 reist Ruth Staub wieder nach Burundi. Sie wird mit Eric den Kauf einer gesunden Mutterkuh tätigen und diese der Familie eines Kindes zur Nutzung übergeben.
Bei der Umsetzung der Projektidee zeigte sich, dass wir den Faktor "Neid" in der Bevölkerung nicht berücksichtigten.
Durch die Pandemie und die grossen Überschwemmungen nahm die Armut in Burundi nochmals stark zu. Unter den gegebenen Bedingungen bringt das "Kuhprojekt" den ausgewählten Familien keine Entspannung, sondern zusätzliche Schwierigkeiten, weil diese dem Neid der Nachbarschaft und damit einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt werden.