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Die Schwierigkeit des Argumentierens besteht nicht darin, das Richtige, sondern darin, das relativ Falsche relativ plausibel zu sagen. Das Richtige zu sagen wäre dagegen einfach, bloss fällt’s einem nie ein, weil es in einer aus den Fugen geratenden Welt ausserhalb der diskutablen Vernünftigkeit liegt.
(10.10.1994; 28.11.2017)
Hat es je eine Welt – soweit von der sozialen die Rede ist – gegeben, die nicht aus den Fugen gewesen wäre? Waren die Fugen der Welt nicht zu allen Zeiten Hilfskonstruktionen, um sie vorübergehend beherrschbar, um ihr Chaos erklärbar zu machen?
Abgesehen davon, scheint mir heute, sagt man nicht deshalb das relativ Falsche, weil einem das Richtige nicht einfällt, sondern weil es das Richtige nicht gibt. Und wenn es das Richtige gäbe, könnte man es als solches bestenfalls im Nachhinein erkennen als das, was – aufgrund des Wissens, wie es weiterging – damals dort das Richtige gewesen wäre. Das Problem ist also nicht der fehlende Einfall, sondern die Nicht-Erkennbarkeit.
(25.08.2005; 28.11.+4.12.2017)