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Die Schweiz trifft an der EM auf Wales, Italien und die Türkei
Das Schweizer A-Nationalteam trifft an der Endrunde der UEFA EURO 2020 in der Gruppe A der Reihe nach auf Wales, Italien und die Türkei.
Die Schweizer Partien finden wie folgt statt:
Samstag, 13.06.2020 (15.00 Uhr): Wales - Schweiz in Baku
Mittwoch, 17.06.2020 (21.00 Uhr): Italien - Schweiz in Rom
Sonntag, 21.06.2020 (18.00 Uhr): Schweiz - Türkei in Baku
Die sechs Gruppen der EM-Endrunde 2020:
Gruppe A (Rom/Baku): Italien, Schweiz, Türkei, Wales
Gruppe B (St. Petersburg/Kopenhagen): Belgien, Russland, Dänemark, Finnland
Gruppe C (Amsterdam/Bukarest): Ukraine, Niederlande, Österreich, Playoff-Sieger D (oder A)
Gruppe D (London/Glasgow): England, Kroatien, Tschechien, Playoff-Sieger C
Gruppe E (Bilbao/Dublin): Spanien, Polen, Schweden, Playoff-Sieger B
Gruppe F (München/Budapest): Deutschland, Frankreich, Portugal, Playoff-Sieger A (oder D)
Damit ist die Schweiz in eine nicht nur sportlich, sondern auch logistisch anspruchsvolle Gruppe gelost worden. Die Spielorte Rom und Baku liegen rund 3000 Kilometer und drei Zeitzonen auseinander.
Italien, der Gruppenkopf mit Heimrecht in allen drei Spielen der Vorrunde, hat sich nach der Schmach der verpassten WM 2018 unter Nationaltrainer Roberto Mancini erholt und in der EM-Qualifikation alle zehn Spiele gewonnen. Die Squadra Azzurra hat sich vom berechnenden Resultatfussball gelöst und in der Qualifikation 37 Tore erzielt. Zum Abschluss wurde Armenien 9:1 deklassiert. Das junge Ensemble der Italiener um die Mittelfeld-Regisseure Marco Verratti und Jorginho gehört an der EM durchaus zum erweiterten Favoritenkreis.
Die Türkei hatte die WM in Russland ebenfalls nicht erreicht, sich aber in den letzten Monaten auch enorm gesteigert. Wie Italien, dank einer Reihe von vielversprechenden jungen Spielern, die - wie etwa der Flügel Cengiz Ünder bei der AS Roma - in grossen Ligen Fuss gefasst haben. In der EM-Ausscheidung schlugen die Türken Weltmeister Frankreich, holten gegen den Favoriten vier von sechs Punkten und hielten Island problemlos auf Distanz. Trainer Senol Günes weiss, wie man bei einem Turnier als Aussenseiter startet und als Held zurückkommt: 2002 führte er die Türkei an der WM in Japan und Südkorea bis in die Halbfinals.
Beim ersten Schweizer EM-Gegner Wales liegt ein solcher Coup erst etwas mehr als drei Jahre zurück. An der EM in Frankreich stürmten die Briten unter die letzten vier. Danach konnte das Team um Real Madrids Superstar Gareth Bale den Erfolg von 2016 nicht bestätigen. Die WM-Endrunde wurde verpasst und auch die Ausscheidung zur EM 2020 lief mit zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen schlecht an. Lange kämpfte Wales mit den Formschwankungen und Verletzungen von Bale, in den letzten drei Spielen holten sich die Waliser dank einem Unentschieden gegen den WM-Zweiten Kroatien sowie Siegen gegen Aserbaidschan und Ungarn den 2. Platz in ihrer Qualifikationsgruppe
Infos zu den Stadien:
Baku. Olympic Stadium. - Kapazität: 68'700 Plätze. - Eröffnung: 6. März 2015. - Kosten: ca. 700 Mio Dollar. - Wichtige Fussballspiele bisher: Europa-League-Final 2019. - Wichtige Sportevents bisher: European Games 2015 (Leichtathletik).
Rom. Olympiastadion. - Kapazität: 72'000 Plätze. - Eröffnung: 1937. - Renovierung: 1990. - Kosten: unbekannt. - Wichtige Fussballspiele bisher: EM-Final 1968, Meistercupfinal 1977, EM-Final 1980, Meistercupfinal 1984, WM-Final 1990, Champions-League-Final 1996, Champions-League-Final 2009. - Wichtige Sportevents bisher: Olympische Sommerspiele 1960 (Leichtathletik), Leichtathletik-WM 1987
Stimmen zur EM-Auslosung:
Vladimir Petkovic (Trainer A-Nationalteam): "Unsere Gruppe ist hart, aber machbar. Italien sehe ich als klaren Favoriten. Sie haben nicht nur eine perfekte Qualifikation mit zehn Siegen aus zehn Spielen absolviert, sondern haben auch den Vorteil, drei Partien in Rom bestreiten zu dürfen. Roberto Mancini hat eine gute, junge Mannschaft mit einer starken Mentalität geformt. Die Türkei hat einen Generationenwechsel hinter sich und ein Team mit viel Charakter und Leidenschaft. Wales war einer der stärksten Gegner aus Topf 4, einer mit viel Temperament und Spielern, die in grossen Clubs wie Juventus Turin (Aaron Ramsey) tätig sind. Die langen Reisen zwischen Baku und Rom sind eine grosse logistische Herausforderung. Das soll aber nicht als Ausrede herhalten. Ein Sieg im Auftaktspiel würde uns für die Moral und für den weiteren Turnierverlauf weiterhelfen."
Pierluigi Tami (Direktor Nationalteams): "Wir wussten, dass wir auf ein grosses Team treffen werden. Die Gruppe F wäre richtig kompliziert gewesen. Italien ist der Favorit in unserer Gruppe, die anderen Teams begegnen sich auf Augenhöhe. Voraussagen zu machen, ist sieben Monate vor Turnierbeginn noch zu früh. Wir wollen natürlich so weit als möglich kommen. Unser erstes Ziel ist, die Vorrunde zu überstehen."
Dominique Blanc (SFV-Präsident): "Wir wurden in eine interessante Gruppe gelost. Es sind 'historische Gegner', gegen Italien und Wales haben wir an einer EM-Endrunde noch nie gespielt. Als Haupt-Herausforderung sehen wir in unserer Gruppe die langen Flugzeiten und die Zeitverschiebung."
Stephan Lichtsteiner (Captain A-Nationalteam): "Mit Italien bekommen wir es mit einem 'Kracher' zu tun. In diesem Spiel werde ich viele meiner ehemaligen Teamkollegen bei Juventus Turin wiedersehen. Die Türkei und Wales sind gute Gegner, die Gruppe ist für uns machbar."
Granit Xhaka (Vize-Captain A-Nationalteam): "Ich bin happy mit der Auslosung. Italien ist ein Gegner auf Top-Niveau, Wales erbrachte bei seiner EM-Teilnahme 2016 sehr starke Leistungen, die Türkei hat einen Umbruch hinter sich und hat zurück zu alter Stärke gefunden. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich in dieser speziellen Gruppe keinen absoluten Top-Favoriten, deswegen heisst unser Motto Vollgas."
(Keystone -SDA/UEFA)