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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

6. Homilie.
1.
[S. 61] Die Gott gefallen wollen, müssen ihre Gebete in Frieden und Ruhe, Gelassenheit und Weisheit verrichten, um nicht durch Schreien allen Ärgernis zu geben. Es enthält die Homilie auch zwei Fragen: Sind die Throne und Kronen geschöpfliche Wesen? Was bedeuten die zwölf Throne Israels?
Die dem Herrn sich nahen, sollen in großer Ruhe, Frieden und Stille, nicht mit unziemendem und verworrenem Geschrei ihre Gebete verrichten und mit angestrengtem Herzen und nüchternem Verstande ihre Aufmerksamkeit dem Herrn schenken. So mancher Kranke, der mit glühendem Eisen gebrannt und operiert wird, erträgt mannhaft und geduldig, ohne Geschrei und Lärm den ihm zugefügten Schmerz, er beherrscht sich. Es gibt jedoch andere, die die gleiche Krankheit haben, aber während des Brennens oder der Operation unziemendes Geschrei erheben. Und doch hat der Schreiende denselben Schmerz wie der nicht Schreiende, der Lärmende den gleichen wie der nicht Lärmende. Ebenso gibt es solche, die Trübsal und Krankheit haben und sie gelassen, ohne Lärm ertragen; sie sind Herr über die Gedanken ihres Verstandes. Es gibt aber andere, die die gleiche Drangsal haben und sie mit Ungeduld ertragen, unter Geschrei und Lärm zum Ärgernis der Zuhörer ihre Gebete verrichten. Es gibt ferner solche, die, ohne krank zu sein, in der Sucht aufzufallen oder mangels Bildung in ungezügeltes Geschrei ausbrechen, gleich als könnten sie dadurch Gott gefallen.