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Genre: Historiendrama / Romance
Literatur: Hou Hou Gong Ru Yi Zhuan von Liu Lienzi
Regie: Wang Jun
Episoden: 87 à 45 Minuten
Cast:
Zhou Xun (Ula Nara Ruyi)
Wallace Huo (Asin Gioro Hongli / Emperor)
Janine Han (Keliyete Hailan)
Dong Jie (Fuca Langhua / Empress)
Joan Chen (Ula Nara Yixiu / Frühere Kaiserin / Ruyis Tante)
Vivian Wu (Niohura Zhenhuan / Empress Dowager)
Jing Chao (Ling Yuche)
Li Chun (Wei Yanwan)
(Quelle: Wikipedia)
Handlung:
Ruyi besucht ihre Tante, die Kaiserin, als Teenager oft in der Verbotenen Stadt. Dort freundet sie sich mit dem Kronprinzen an. Er erklärt sie, dass er sie heiraten wird, sobald seine Zeit gekommen wird. Unterdessen fällt Ruyis Tante im Ungnade und wird in ihren Palast verbannt.
Auf Geheiss seiner Stiefmutter, der offiziellen Empress Dowager, hält Aisin Gioro Hongli eine Zeremonie zur Wahl seiner Frau – der künftigen Kaiserin ab. Ruyi weigert sich, an dieser Zeremonie teilzunehmen, sie kann erst in letzter Sekunde zur Teilnahme überredet werden. Hongli möchte sie zur Kaiserin küren, aber auf Druck seiner Stiefmutter wählt er eine Frau, die aus einem mächtigen Clan stammt. Ruyi flieht gekränkt zu ihrer Familie. Unterdessen kann Hongli durchsetzen, dass er Ruyi wenigstens zur Zweitfrau nehmen kann.
Ruyi überlebt im Harem des Kaisers mehrere Plots. Sie fällt in Ungnade, wird für drei Jahre in den sogenannten Cold Palace verbannt. Dort trifft sie auf Ling Yuche (Ling Daren), der ihr einige Male aus der Patsche hilft. Als Dank für seine Unterstützung wird er nach ihrer Rückkehr in den Harem zum kaiserlichen Wächter ernannt.
Nach dem Tod der Kaiserin (verursacht durch eine Intrige) steigt sie zur Stief-Kaiserin auf. Im Unterschied zu allen anderen Konkubinen liebt sie den Kaiser aufrichtig. Allerdings wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt, wenn Wei Yanwan zur Favoritin des Kaisers aufsteigt und heftig gegen Ruyi intrigiert. Ihren Intrigen fällt sogar ihr einstiger Verlobter, Ling Yuche, zum Opfer. Wei Yanwan überzeugt den Kaiser, dass Ling Yuche eine Affäre mit Ruyi hat. Ausser sich vor Eifersucht, wird Ling Yuche zum Eunuchen degradiert (mit allen Konsequenzen) und schlussendlich gefoltert und ermordet.
Ruyis Liebe zum Kaiser erlöscht. Die ständigen Intrigen von Wei Yanwan gegen sie zeigen ihre Wirkung: Sie muss die Kaiserinnenkrone abgeben, bleibt aber formell Kaiserin. Ruyi ist todkrank, doch sie lässt sich nicht behandeln. Irgendwann werden die Intrigen von Wei Yanwan aufgedeckt und der Kaiser entschuldigt sich bei Ruyi für sein Verhalten. Aber ihre Beziehung kann nicht mehr repariert werden, die Liebe ist erloschen.
Kurz darauf stirbt sie und wird – wie ihre Tante – ohne den ihr als Kaiserin zustehendes Begräbnis – formlos in einem Grab einer Konkubine zur letzten Ruhe gebettet.
Kritik:
Das Drama wurde von der chinesischen Oeffentlichkeit mit Ungeduld erwartet, dementsprechend war die Enttäuschung gross.
Der Hype um die im Vorfeld ausgestrahlte Serie „The Story of Yanzi Palace“ war so gross, dass „Ruyis Royal Love in the Palace“ fast verblasste. Zudem konnte Ruyis Royal Love die Erwartungen schlicht nicht erfüllen, obwohl die Produzenten fast alles „richtig“ gemacht haben.
Die Besetzung war ausgezeichnet, mit Zhou Xun (Ruyi) und Wallace Huo (Asin Gioro Hongli) wurden die Hauptrollen mit zwei Stars des chinesischen Films besetzt. Die Ausstattung war opulent – obwohl die Farben etwas verwaschen waren. Man fühlte sich fast in die Schwarz-Weiss-Aera zurückversetzt. Und trotzdem konnte die Serie nicht überzeugen.
Kritisiert wurde vor allem, dass die beiden Hauptdarsteller sich selber als Teenager darstellten – die beiden waren zum Zeitpunkt des Drehs 44 respektive 39 Jahre alt. Zudem irritierte die Stimme von Zhou Xuan – Sie hat eine ziemlich raue Stimme. Man kann der Produktion nun zugute halten, dass sie Zhou Xuan nicht synchronisiert hat, aber die Irritation bleibt.
Die einzigen Darsteller, die mich wirklich überzeugt haben, waren Zhou Xuan als Ruyi und Jing Chao als Ling Yuche. Der Rest des Cast blieb Staffage.
Wallace Huo enttäuschte in seiner Rolle als Kaiser. Er kam als kalt, desinterressiert und hölzern herüber. Allerdings muss hier angefügt werden, dass die Darsteller des Kaisers in diesen Serien keinen grossen Spielraum – im wahrsten Sinne des Wortes – haben. Eigentlich sind sie nur Staffage für die Intrigen der PalastbewohnerInnen (Konkubinen, Prinzen, Eunuchen, DienerInnen etc. pp.). Alles was sie zu tun haben, ist, ernst dreinzuschauen, Autorität auszuüben und zu richten, die Gespielin für die Nacht auszuwählen und – sehr viel – Tee zu trinken. Man kann sie mit Fug und Recht als wandelnde Sprechpuppen bezeichnen.
Ansonsten unterscheidet sich „Ruyis Royal Love in the Palace“ nicht gross von anderen Palastdramen. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass – vor allem zu Beginn der Beziehung von Ruyi und Hongli – tatsächlich Liebe im Spiel ist. Der rote Faden des Dramas ist das Auf und Ab ihrer Liebe, bis sich Ruyi vom Kaiser völlig enttäuscht abwendet. Sie versucht so gut es geht, sich aus den Intrigen des Harems rauszuhalten, was ihr dank ihrer Stellung als Stief-Kaiserin meistens auch gelingt. Die Plots sind teilweise nicht auszuhalten – von brutal bis grausamst ist alles dabei – die Grenze zur Uebertreibung wird nur knapp nicht überschritten.
Wie üblich hätte man die Serie um mindestens 15 – 20 Episoden straffen können – irgendwann hat man die Plots gesehen. Mich konnte diese Serie überhaupt nicht überzeugen – obwohl man merkte, dass sie mit allen Mitteln auf Erfolg getrimmt wurde. Schlussendlich ging es doch um das immer gleiche Thema des Haremsfrauen – das Ringen um die Gunst des Kaisers und der Versuch, den eigenen Sohn in die beste Position im Kampf um den Posten des Kronprinzen und zukünftigen Kaisers zu bringen. Auch da hat sich Ruyi rausgehalten und zum Erstaunen aller versucht, ihren Kindern ein möglichst sorgenfreies Leben zu ermöglichen, sofern sie nicht vorher einem Mordkomplott zum Opfer gefallen sind.
Und doch wurde sie überschattet von einer Serie, die niemand erwartet hatte – „the Story of Yanzi Palace“. Im Gegensatz zu „Ruyis Royal Love in the Palace“ wurden die Produktionskosten nicht in die SchauspielerInnen investiert, sondern in die Ausstattung und eine mehr oder weniger überzeugende Geschichte. Aber eben: Einmal mehr hat sich gezeigt, dass man Erfolg nicht kaufen kann.
Gesehen auf youtube mit englischen Untertiteln. (Da dort nicht alle Episoden untertitelt waren, den Rest der Episoden gestreamt auf einer halblegalen Streamingsite).
Trailer:
Copyright Corinne Mathieu 2020