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Christus verherrlicht in den Heiligen
Das erste und ganz besondere Verlangen des Herzens Christi ist, für die Verherrlichung des Vaters zu sorgen. Das ist das grosse Thema im ersten Teil des Gebets. Der zweite Herzenswunsch Christi ist, dass Er selbst in seinen Heiligen verherrlicht werde, so dass Er sagen kann: «Ich bin in ihnen verherrlicht» (V.10). Offenbar liegt dieser Wunsch den Bitten in diesem neuen Abschnitt des Gebets zugrunde.
Der Herr hatte auf seinem Weg auf der Erde den Vater im Himmel verherrlicht. Jetzt, da Er seinen Platz im Himmel einnimmt, möchte Er, dass seine Jünger Ihn auf ihrem Weg auf der Erde verherrlichen. Um diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen, setzt Er die Füsse seiner Jünger in gesegneter Weise auf den Pfad, den seine Füsse vor dem Vater gegangen sind.
Verse 6-8
In den einleitenden Versen dieses Teils des Gebets beschreibt der Herr jene, für die Er betet, und zeigt die Merkmale auf, warum sie Ihm so teuer sind und Ihn veranlassen, für sie zu beten.
- Erstens sind sie eine Gemeinschaft von Leuten, die aus der Welt herausgenommen und vom Vater Christus gegeben worden sind, und daher werden sie von Christus als eine Gabe vom Vater geliebt.
- Zweitens sind sie eine Gemeinschaft von Menschen, denen der Herr den Namen des Vaters offenbart hat. In der Bibel sagt ein Name alles aus, was eine Person ist. Als Moses von dem HERRN zu Israel gesandt wurde, sagte er: Sie werden fragen: «Was ist sein Name?» Das bedeutet so viel wie: «Wenn ich ihnen deinen Namen sage, werden sie wissen, wer du bist.» So ist die Offenbarung des Namens des Vaters die Erklärung alles dessen, was der Vater ist.
- Drittens hatte der Herr nicht nur den Vater verkündet, sondern Er hatte seinen Jüngern auch die «Worte» gegeben, die Ihm der Vater gegeben hatte. Er teilte die Mitteilungen, die Er vom Vater empfangen hatte, mit ihnen, so dass sie nicht nur erfahren, wer der Vater in all seiner Liebe und Heiligkeit ist, sondern durch die «Worte» auch die Gedanken des Vaters kennenlernen. Wenn das «Wort» offenbart, wer Er ist, offenbaren die «Worte» seine Gesinnung und seine Gedanken.
- Ferner sind sie eine Gemeinschaft, die durch Gnade auf diese Offenbarungen geantwortet hatte, und so kann der Herr von ihnen sagen: «Sie haben dein Wort gehalten»; «sie haben erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist»; «sie haben die Worte angenommen»; sie haben «wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin»; und schliesslich sie «haben geglaubt, dass du mich gesandt hast».
Verse 9-10
Nachdem der Herr auf diese Weise jene bezeichnet hat, für die Er betet, gibt Er in gesegneter Weise zu verstehen, warum Er für sie betet. Indem Er immer an den Vater denkt, bringt der Herr als ersten Grund vor, um für sie zu beten: «Sie sind dein.» Der Herr hat schon gesagt: «Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben», aber Er kann immer noch sagen; «Sie sind dein.» Sie hörten nicht auf, des Vaters zu sein, weil der Vater sie dem Sohn gab; denn der Herr fügt hinzu: «Alles, was mein ist, ist dein, und alles, was dein ist, ist mein.» Diese Doppelaussage ist von tiefer Bedeutung, denn, wie Luther gesagt haben soll: «Jeder könnte mit Recht zu Gott sagen: ‹Alles, was mein ist, ist dein.› Aber kein geschaffenes Wesen könnte fortfahren und sagen: ‹Und alles was dein ist, ist mein.› Das ist ein Wort für Christus allein.»
Dann, als zweiten wichtigen Grund für sein Gebet für die Jünger, fügt der Herr hinzu: «Ich bin in ihnen verherrlicht.» Wir sind in dieser Welt zurückgelassen worden, um den darzustellen, der in die Herrlichkeit gegangen ist; und in dem Mass, wie Christus in seinem Volk gesehen wird, wird Er vor der Welt verherrlicht.
Vers 11
Ferner ist da noch ein weiterer Grund, der das Gebet des Herrn hervorruft. Christus ist nicht mehr in der Welt, um die Seinen wie bisher durch seine Gegenwart zu schützen. Er wird zum Vater gehen, während die Seinen in einer bösen und Christus hassenden Welt zurückbleiben. Wie sehr haben sie daher das Gebet des Herrn für sie nötig.
In der zweiten Hälfte von Vers 11 werden wir von den Gründen für das Gebet des Herrn weitergeführt. Wir hören nun die bestimmten Anliegen, die der Herr an den Vater richtet. Diese Bitten sind vierfach:
- Erstens, dass seine Jünger in Heiligkeit bewahrt werden möchten;
- zweitens, dass sie eins seien;
- drittens, dass sie vor dem Bösen bewahrt;
- schliesslich, dass sie geheiligt werden möchten.
Wir erkennen sofort, wie notwendig diese Bitten sind, denn wenn Christus in den Seinen verherrlicht werden soll, wie nötig ist es dann, dass sie heilig in ihrer Natur, im Herzen vereint, abgesondert vom Bösen und geheiligt sind, damit der Herr sie gebrauchen kann.
Die erste Bitte ist, dass die Jünger in Übereinstimmung mit dem Namen des heiligen Vaters bewahrt werden möchten. Das schliesst unsere Bewahrung in der Heiligkeit ein, die seine Natur erfordert. Petrus mag in seinem Brief an diese Bitte gedacht haben, wenn er jene, die den Vater anrufen, ermahnt, heilig zu sein in allem Wandel (1. Pet 1,15).
Der zweite Wunsch des Herrn äussert sich in den Worten: «damit sie eins seien wie wir». Es ist wichtig, daran zu denken, dass die Heiligkeit vor dem «Einssein» kommt, denn es besteht die Gefahr, die Einheit auf Kosten der Heiligkeit zu suchen. Dies ist die erste der drei «Einheiten», auf die der Herr im Verlauf des Gebets Bezug nimmt. Es ist in erster Linie die Einheit der Apostel. Der Herr bittet, dass sie «eins seien wie wir». Das ist eine Einheit bezüglich des Ziels, des Denkens und der Absicht, wie sie zwischen dem Vater und dem Sohn bestand.
Verse 12-14
Zwischen der zweiten und dritten Bitte dürfen wir hören, wie der Herr dem Vater die Gründe für seine Fürbitte nennt. Während Er in der Welt war, hatte Er seine Jünger im Namen des Vaters bewahrt und sie vor der ganzen Macht des Feindes geschützt. Jetzt, da der Herr im Begriff steht, zum Vater zu gehen, erlaubt Er uns, seine Worte zu hören, damit wir wissen möchten, dass sein Schutz nicht aufhört, wenn sich auch die Art und Weise ändert. Ehe Er zum Vater geht, will Er uns wissen lassen, dass wir der liebevollen Fürsorge des Vaters anbefohlen sind. Das führt dazu, dass die Freude Christi in den Jüngern vollendet wird. Wie der Herr im ungetrübten Genuss der Liebe des Vaters gewandelt ist, so möchte Er, dass auch wir in der Freude der Gewissheit wandeln, dass wir unter der Fürsorge des Vaters stehen, der uns mit der ewigen unwandelbaren Liebe liebt, mit der Er den Sohn liebt.
Ausserdem hat der Herr seinen Jüngern das Wort des Vaters gegeben. Das «Wort» des Vaters ist die Offenbarung der ewigen Ratschlüsse des Vaters. Wenn wir in diese Ratschlüsse eingehen, trinken wir aus dem Strom seines Wohlgefallens – ein Strom, der in seinem Lauf immer breiter wird, und uns durch die Zeit des Tausendjährigen Reiches in den Ozean der Ewigkeit trägt. Demnach sollten die Jünger, ebenso wie der Sohn, nicht nur die Freude haben zu wissen, dass sie unter der schützenden Liebe des Vaters leben, sondern sie würden auch den Segen kennenlernen, den die Liebe ihnen zu geben beabsichtigte.
Ferner, wenn sie sich des Teils des Sohnes vor dem Vater erfreuten, würden sie auch sein Los in Beziehung zur Welt mit Ihm teilen. Die Welt hasste Christus, weil Er nicht von ihr war. Es gab nichts Gemeinsames zwischen Christus und der Welt. Er war nur ein Fremdling hier, von Motiven bewegt und von Absichten geleitet, die der Welt ganz und gar fremd sind. Wenn Er missverstanden und gehasst wurde, werden auch wir, wenn wir seinem Weg folgen, von der Welt gehasst werden.
So werden die Jünger in sehr gesegneter Weise vor den Vater gestellt, in die gleiche Stellung, die der Sohn als Mensch auf der Erde vor dem Vater eingenommen hatte. Der Name des Vaters ist ihnen offenbart; das Wort des Vaters ist ihnen gegeben; sie sind der väterlichen Fürsorge gewiss; die Freude Christi ist ihre Freude; die Schmach Christi und seine Fremdlingschaft ist ihr Teil in dieser Welt.
Verse 15,16
Nun nimmt der Herr seine Bitten wieder auf. Bei den ersten beiden Bitten ging es um Dinge, in denen der Herr seine Jünger bewahrt zu wissen wünscht – Heiligkeit und Einheit. Die beiden letzten Bitten stehen mehr in Verbindung mit Dingen, vor denen Er sie bewahrt wissen möchte. So betet der Herr, dass die Jünger bewahrt werden mögen vor dem Bösen in der Welt. Er betet nicht, dass sie herausgenommen werden sollten – die Zeit dafür war noch nicht gekommen –; denn Er hatte Arbeit für sie zu tun in der Welt. Da die Welt aber böse ist, bleibt sie eine stets gegenwärtige Gefahr für die Seinen, darum betet Er: «Bewahre sie vor dem Bösen.»
Vers 17
Trennung von tatsächlich Bösem ist nicht genug, daher betet der Herr auch für unsere Heiligung. Die besondere Bedeutung der Heiligung ist nicht einfach Absonderung vom Bösen, sondern vielmehr Hingabe und Nützlichkeit für Gott. Die Heiligung, um die der Herr betet, ist nicht die absolute Heiligung, die durch seinen Tod gesichert ist, wie sie uns im Brief an die Hebräer vorgestellt wird, wo wir lesen: «Durch diesen Willen sind wir geheiligt durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi» (Heb 10,10). In dem Gebet geht es um die praktische Heiligung, durch die wir von allem entblösst werden, das in unseren Gedanken, Gewohnheiten und praktischen Wegen unpassend für Gott ist, damit wir «geheiligt, nützlich dem Hausherrn» seien (2. Tim 2,21).
Aus den Worten des Herrn entnehmen wir, dass es zwei Möglichkeiten gibt, in der diese praktische Heiligung bewirkt werden kann. Erstens durch die Wahrheit. Der Herr spricht von der Wahrheit als von «deinem Wort», das ist das Wort des Vaters. Alle Schrift ist tatsächlich das Wort Gottes, aber beim Wort des Vaters geht es vermutlich mehr um das Neue Testament, das den Namen des Vaters, seine Gedanken und seinen Ratschluss offenbart. Jede Erklärung des Namens Gottes erfordert eine entsprechende Trennung von der Welt und Heiligung für Gott. Zu Abraham sagte Gott: «Ich bin Gott, der Allmächtige», und fügt sofort hinzu, «wandle vor meinem Angesicht und sei vollkommen» (1. Mo 17,1). Dem Volk Israel offenbarte Gott sich als HERR, und Gott sah darauf, dass die Wege Israels seinem Namen entsprächen. Sie sollten «diesen herrlichen und furchtbaren Namen» fürchten (5. Mo 28,58). Wie viel mehr sollte bei uns eine Heiligung sein, die der vollen Offenbarung Gottes als Vater entspricht.
Vers 18
Diese Absonderung vom Bösen und die Heiligung für Gott geschieht im Blick auf den Dienst der Jünger – damit sie moralisch tüchtig seien, ihren Auftrag zu erfüllen. Das können wir den Worten des Herrn entnehmen, die nun folgen: «Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.» Der Herr hat die Jünger bereits in seiner Stellung vor dem Vater gesehen; nun sieht Er sie auch an seinem Platz vor der Welt.
Vers 19
Nun erfahren wir, dass es noch einen zweiten Weg gibt, auf dem der Herr unsere praktische Heiligung erreicht. Vers 17 hat uns von der heiligenden Wirkung der Wahrheit berichtet. Hier spricht der Herr davon, sich selbst zu heiligen, damit wir durch die Wahrheit geheiligt werden. Der Herr sondert sich ab in der Herrlichkeit, um eine Person für uns zu werden, die unsere Herzen ausserhalb dieser gegenwärtigen Welt anzieht. Wir haben nicht nur die Wahrheit, um unseren Sinn zu erleuchten, unser Gewissen zu erforschen und uns auf dem Weg zu ermutigen, sondern wir haben in Christus in der Herrlichkeit eine lebendige Person, um machtvoll auf unsere Herzen einzuwirken. Angezogen von seinen Vortrefflichkeiten und gehalten von seiner Liebe, finden wir uns zunehmend geheiligt durch die Wahrheit, die sich lebendig in Ihm zeigt.
Verse 20,21
An dieser Stelle in seinem Gebet denkt der Herr liebevoll an alle jene, die durch das Wort der Apostel an Ihn glauben werden. Er sieht durch all die Jahrhunderte hindurch und schliesst in den Bereich seiner Bitte alle jene ein, die seine Versammlung bilden werden. In Verbindung mit diesem grösseren Kreis fügt der Herr eine zweite Bitte um Einheit an, die sich jedoch etwas von der ersten Bitte unterscheidet. Dort war die Einheit auf die Apostel beschränkt, und es war eine Bitte, dass sie «eins seien, wie wir». Hier, wo ein grösserer Kreis einbezogen wird, ist es die Bitte, dass sie «in uns eins seien». Das ist gewiss eine Einheit, die gebildet wird durch ihr gemeinsames Interesse an dem Vater und dem Sohn. In der sozialen Stellung, den intellektuellen Fähigkeiten oder dem materiellen Wohlstand mag und wird es grosse Unterschiede geben, aber der Herr betet, dass sie «in uns» – dem Vater und dem Sohn – eins seien. Diese Einheit sollte ein Zeugnis vor der Welt sein – ein sichtbarer Beweis dafür, dass der Vater den Sohn senden musste, um ein solches Ergebnis zu bewirken. Wurde dieses Gebet nicht an Pfingsten teilweise erhört, als «die Menge derer, die gläubig geworden waren, ein Herz und eine Seele war»?
Die Heiligen mit Christus verherrlicht
Der Herr hat im einleitenden Teil des Gebets für die Verherrlichung des Vaters gebetet. Im zweiten Teil denkt Er an die Seinen und betet, dass sie während seiner Abwesenheit bewahrt werden mögen zu seiner Verherrlichung – damit Er verherrlicht werde in den Heiligen. In diesem abschliessenden Teil des Gebets geht der Herr in Gedanken in die kommende Herrlichkeit ein und betet, dass die Seinen mit Ihm verherrlicht werden möchten.
Vers 22
Mit diesem grossen Ziel vor sich kann der Herr sagen: «Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben.» Die Herrlichkeit, die Christus als Mensch bekommen hat, sichert Er für uns und teilt Er mit den Seinen. Diese Herrlichkeit hat Er den Seinen gegeben, damit sie eins seien. Diese Einheit ist so vollkommen, dass nichts weniger als die Einheit zwischen dem Vater und dem Sohn zu ihrem Vorbild dienen kann; denn der Herr kann sagen: «Damit sie eins seien, wie wir eins sind.»
Vers 23
Die Worte, die folgen, sagen uns, wie die Heiligen «in eins vollendet» werden, und auch das grosse Ziel, wofür sie eins gemacht werden. Der Herr deutet an, wie die Einheit zustande gebracht wird, wenn Er sagt: «Ich in ihnen und du in mir.» Das führt uns weiter zu der Herrlichkeit, wenn Christus vollkommen in den Heiligen gesehen werden wird, wie der Vater vollkommen in dem Sohn offenbart ist. Aber was hat die Einheit verdorben und die Heiligen Gottes auf der Erde zerstreut und getrennt? Ist es nicht die Duldung von so vielem in unserem Leben, das nicht von Christus kommt? Doch auch wenn alle Heiligen auf der Erde in einem bestimmten Augenblick nur Christus zum Ausdruck gebracht hätten, wäre dadurch kaum die Einheit gezeigt worden, von der der Herr in diesen abschliessenden Versen spricht. Es wird nichts weniger als die ganze Menge der Heiligen in Herrlichkeit erfordern, um die Fülle des Christus hinreichend darzustellen (Eph 1,22.23). Dann wird wirklich Christus – und nichts als Christus – sichtbar werden in seinem Volk. Wir alle werden «hingelangen zu der Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Mann, zu dem Mass des vollen Wuchses der Fülle des Christus» (Eph 4,13). Die Heiligen, die so lange zerstreut und getrennt waren auf der Erde, werden «in eins vollendet» sein in Herrlichkeit. «Sie erheben die Stimme, sie jubeln insgesamt; denn Auge in Auge sehen sie …» (Jes 52,8).
Das grosse Ziel dieser vollkommenen Einheit ist die Offenbarung der Herrlichkeit Christi vor der Welt, als des vom Vater Gesandten, und der Liebe des Vaters zu den Jüngern. Wenn die Welt Christus sieht, offenbart in Herrlichkeit, in seinem Volk, werden die Menschen erkennen, dass der Eine, den sie verachteten und hassten, wirklich der Gesandte vom Vater war, und sie werden erkennen, dass die an Christus Gläubigen, die sie hinauswarfen und verfolgten, vom Vater mit der gleichen Liebe geliebt sind, die Er zu Christus hat.
Vers 24,25
Überdies gibt es eine Herrlichkeit, die weit über jene Herrlichkeit, die vor der Welt offenbart werden wird, und über den Segen des Tausendjährigen Reiches auf der Erde hinausgeht. Es gibt einen inneren Kreis himmlischen Segens. An diesem inneren Ort des Segens werden die Heiligen ihren Anteil haben; denn der Herr kann sagen: «Vater, ich will, dass die, die du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin.» Schon ganz am Anfang seiner Reden hatte der Herr den grossen Wunsch seines Herzens offenbart, uns bei sich zu haben, damit wo Er ist, auch wir sein möchten. Jetzt, da sich das Gebet seinem Ende nähert, werden wir noch einmal an diesen Wunsch seines Herzens erinnert, wenn wir den Herrn sagen hören: «Ich will, dass sie … auch bei mir seien, wo ich bin.»
Während es jedoch unser hohes Vorrecht sein wird, bei Ihm zu sein, wo Er ist, wird es doch immer eine persönliche Herrlichkeit geben, die Christus gehört, die wir zwar sehen werden, die aber niemand mit Ihm teilen kann. Christus als der Sohn wird für immer seinen einzigartigen Platz beim Vater haben. Es gibt eine Herrlichkeit, die ganz besonders für Christus da ist; es gibt eine Liebe, die ganz besonders für Christus ist – die Liebe, die Er genoss vor Grundlegung der Welt; und es gibt eine Erkenntnis, die ganz besonders ist; denn der Herr kann sagen: «Gerechter Vater! – Und die Welt hat dich nicht erkannt; ich aber habe dich erkannt.»
Die Heiligen werden erkennen, dass der Eine, dem diese besondere Herrlichkeit gehört – diese besondere Liebe, diese besondere Erkenntnis – der Eine ist, der vom Vater gesandt wurde, um den Vater zu offenbaren. Dadurch unterscheiden sie sich von der Welt, die nicht erkannt hat, dass der Sohn der Gesandte vom Vater war.
Vers 26
Der Herr hat den Seinen den Namen des Vaters kundgetan, und die Mitteilung dieses Namens offenbart die Liebe des Vaters, damit das Bewusstsein der Liebe des Vaters, vom Herrn auf seinem Erdenweg immer gekannt und genossen, auch von seinen Jüngern gekannt und genossen werden möchte. Ausserdem, wenn diese Liebe in ihnen ist, wird Christus – der Eine, den der Vater liebt – einen Platz in ihren Zuneigungen haben. Er wird in ihnen sein. Wenn wir so auf seine letzten Worte hören, werden wir mit dem grossen Wunsch seines Herzens zurückgelassen, der unsere Gedanken erfüllt, dass Christus in seinem Volk sein möchte – «Ich in ihnen».
Ganz gewiss wird dieser Wunsch seines Herzens in der kommenden Herrlichkeit erfüllt werden; aber dürfen wir nicht sagen, dass der grosse Gedanke der letzten Reden wie auch des letzten Gebets der ist, dass Christus jetzt schon lebendig sichtbar werden sollte in seinem Volk? Zu diesem Zweck werden unsere Füsse gewaschen, unsere Herzen getröstet, unsere Leben fruchtbringend gemacht, und unser Geist und unsere Seele belehrt. Im Blick auf dieses Ziel erlaubt uns der Herr, sein letztes Gebet zu hören, das mit den Worten schliesst: «Ich in ihnen.»