Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03415.jsonl.gz/428

Zusammen mit dem Kigali Institute of Science and Technology (Ruanda) und dem Institut Supérieur Pédagogique Bukavu (Kongo) hat die Eawag vom 17.-22. Januar in Kigali und Bukavu zwei Workshops organisiert zu den jüngsten Forschungsresultaten aus dem Kivusee. „Lake Kivu: Learning from the past for managing its future“ hiess das gemeinsame Forschungsprojekt der letzten drei Jahre. Die Wissenschafter fanden zahlreiche Anzeichen von Vulkanismus am Seegrund, bestimmten Lage und Eigenschaften von Unterwasser-Quellen, untersuchten Sedimentkerne und die Effekte des Fischbesatzes und entwickelten ein Wasserbilanzmodel, um die Seespiegelschwankungen erklären zu können.
Der Kivu-See im Ostafrikanischen Rift-Valley ist einzigartig. Er ist weltweit der einzige See, der derart viel gelöstes Methan enthält, dass eine kommerzielle Nutzung zur Stromproduktion in Frage kommt. Die im See gelösten Gase stellen aber auch eine ungewöhnliche Naturgefahr dar. Denn ein grosses Ereignis, wie etwa ein Vulkanausbruch am Seegrund könnte unter Umständen zu einem Gasaustritt mit katastrophalen Folgen führen. Aus Sicht der Wissenschaft ist der Kivu-See mit seinen besonderen Eigenschaften ein perfektes „Naturlabor“, um physikalische, chemische und mikrobiologische Prozesse zu studieren. In den letzten zehn Jahren – seit den Ausbruch des Vulkans Nyiragongo 2002, haben mehrere Gruppen aus der Eawag-Abteilung Oberflächengewässer (Surf) am Kivu geforscht.