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Jeder Mensch wird gerne mit seinem richtigen Namen angesprochen. Wenn ich meinen Mitstudenten Martin in der fünften Semesterwoche immer noch Markus nenne, dann ist das für mich peinlich und für Martin unter Umständen verletzend.
Ganz ähnlich ist’s bei den Pronomen. Manche Menschen wollen, dass man er zu ihnen sagt, andere sie, und für manche trifft weder das eine noch das andere zu: Sie verwenden dann zum Beispiel es, keine Pronomen oder ein neu geschaffenes Pronomen.
Damit trans Menschen chancengleichen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben, müssen ihre Namen und Pronomen respektiert werden.
Forderungen
- Pronomenrunden: Überall dort, wo wir miteinander ins Gespräch kommen, sollte in der Vorstellungsrunde nebst dem Namen auch das Pronomen jeder Person erfragt werden. Alle Menschen, egal ob trans oder cis, nennen ihren Namen und ihr Pronomen. Diese Angaben werden respektiert.
- Informationsangebot: Die Universität sorgt dafür, dass Namen- und Pronomenrunden flächendeckend zum Standard werden. Sie informiert und unterstützt Lehrpersonen und Studierende bei Bedarf.
Aus dem Leitfaden
Jeder trans Mensch hat das Recht, mit seinem gewählten Namen und mit gewählten Pronomen angesprochen zu werden, unabhängig davon, ob er eine amtliche Namensänderung erwirkt hat oder nicht, und auch unabhängig von seiner Kleidung, von äusseren Merkmalen und davon, ob er eine medizinische Transition durchlaufen hat oder nicht.
Das präferierte Pronomen einer Person sollte respektiert und von allen verwendet werden, auch in Abwesenheit der betreffenden Person. Manche Leute verwenden neue Pronomen oder keine Pronomen. Auch dies ist zu respektieren.
Man sieht keiner Person ihr Geschlecht an. Deshalb ist die einzige Möglichkeit, das Geschlecht einer Person zu wissen, deren Selbstdeklaration. Zu diesem Zweck sollte bei jeder Gelegenheit, bei der ein Name erfragt wird, auch das Pronomen erfragt werden. Seminare beispielsweise beginnen mit einer Vorstellungsrunde. Hier sollte jede Person neben ihrem Namen auch ihr Pronomen nennen. Das gilt gleichermassen für trans- und cis-Personen und sollte unbedingt auch dann geschehen, wenn keine trans Studierende anwesend sind.
Wenn nur trans Studierende ihre Pronomen nennen müssen, ist das stigmatisierend. Wenn nur Menschen, die trans aussehen, nach ihren Pronomen gefragt werden, werden diese Personen unter Umständen gezwungen, sich unfreiwillig zu outen. Wenn umgekehrt alle dazu angehalten werden, nebst ihrem Namen ihr präferiertes Pronomen zu nennen, wird das Erfragen des Pronomens normalisiert. Lehrpersonen stehen als Vorbilder in der Pflicht, hier ein positives Beispiel zu sein.Leitfaden für Hochschulen zum inklusiven Umgang mit allen Geschlechtern, s.3: Diskriminierungsfreie Lernstrukturen.
Ressourcen
- Mein Name, mein Pronomen ist eine Ressource, die Pronomen und Namen einfach erklärt.