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Laternengeschichte
Eine ganz besondere Stellung nimmt die Laternenmalerei in der Fasnacht ein. Sie wurde recht eigentlich zur Tradition der Spezi, die das Glück hatte, mit Charles Hindelang gleich einen der wichtigsten Laternenmaler zu gewinnen.
Es erscheint gerechtfertigt, dass wir uns hier zunächste ganz grundsätzlich mit der für die Basler Fasnacht so sehr bedeutungsvollen Laternenmalerei befassen.
Die Laternenmalerei ist nämlich dafür verantwortlich gewesen, dass sich die Fasnacht in Basel ganz anders entwickelt hat, als die Fasnachtsbräuche im übrigen alemannischen Raum oder in den rheinischen Karnelvalszentren.
Noch in den Dreissiger Jahren des vorletzten Jahrhunderts haben sich die Basler Fasnachtszüge kaum von jenen anderer europäischer Städte uneterscheiden lassen. Es waren hier wie dort durchwegs kulturhistorische Festumzüge.
Ein Verbot der Polizei aus dem Jahre 1845 hat die Wende eingeleitet. Polizeidirektor Landerer erstattete dem Bürgermeister Bericht über die erhebliche Feuergefahr beim damals üblichen Tragen von offenen Fackeln am Morgestraich. Er empfahl, „das Tragen von Facken zu jener Zeit zu untersagen; den betreffenden überlassend sich Behelfs der Beleuchtung verschlossener Laternen zu bedienen.
So sind also, als Folge dieses polizeilichen Verbots, nach 1845 grosse weisse Leuchtkörper am Morgestraich aufgetaucht. Kaum verwunderlich, dass Basler Karikaturisten diese grossen Lichtkörper als ideale Bildflächen für ihre Spott-Darstellungen entdeckten.
Bei den Fasnachtumzügen waren bis 1863 am Morgestraich jeweils Laternen mit aktuellen Sujets zu sehen, die aber in den Nachmittagszügen nicht mirgeführt wurden. Erst 1864 ist zum ersten Mal eine Laternen auch als Mittelpunkt eines Nachmittagsumzuges erschienen.
Von den Malern der ersten grossen Laternen wissen wir wenig. Einzig von Karl Jauslin (1842-1904), dem Historienmaler aus Muttenz wissen wir, dass er 1886 für das Quodlibet einen Zug über die politischen Auseinandersetzungen um die Carolinen-Inseln gestaltet hat. Auch hier zeigt sich, wie auch auf den nachfolgenden Lithobogen, immer deutlicher, Laterne und Kostüme des Zuges sind auf das Sujet ausgerichtet und bilden eine Einheit.
Dorothea Christ stellte fest, dass in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg eine für die Basler Fasnacht und die Laternenmalerei bedeutungsvolle Zeit anbrach. Seit 1921 wurden die Laternen zuerst im Hof des Steinenschulhauses, später in der Mustermesse und schliesslich auf dem Münsterplatz zur eigentlichen Nahbetrachtung ausgestellt.
1924 bezeichnet sie als ein „Laternenjahr, das sich in vorher nie da gewesener Vielfalt verschiedenster Art zeigt“.
In diesem Jahr malte Charles Hindelang die erste Laternen für die Spezi.