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Wu Ming-Yi: Der Mann mit den Facettenaugen
Der taiwanische Autor Wu Ming-Yi ist Literaturprofessor und Umweltaktivist.
Vor kurzem ist die deutsche Übersetzung seines im wahrsten Sinne des Wortes phantastischen Romans «Der Mann mit den Facettenaugen» erschienen. Im Zentrum steht eine schwimmende Insel im pazifischen Ozean, die sich aus einem Meeresstrudel von Abfall unserer Zivilisation gebildet hat. Ein Tsunami, mit dem diese Müllinsel an die Ostküste Taiwans geschleudert wird, ist der Auslöser für das Aufeinandertreffen von Menschen aus verschiedenen Kulturen mit ihren je eigenen Geschichten: Atile’i, der Jüngling eines Naturvolkes, der seine Heimatinsel Wayowayo verlassen musste; Alice, die taiwanische Dozentin, die ihren dänischen Mann und ihren Sohn verloren hat; die Indigene Hafay, die eine Herberge führt, wo der Tsunami auf das Land trifft; der Bergführer Daho, ebenfalls aus einem indigenen Volk; ein deutscher Tunnelbauer und eine norwegische Meeresbiologin und weitere. Ein besonderer Reiz des Buches besteht darin, wie der Autor reale und surreale Ereignisse nebeneinander schildert und sie geheimnisvoll miteinander verwebt.
Wu Ming-Yi: Der Mann mit den Facettenaugen
Aus dem Chinesischen von Johannes Fiederling.
Matthes & Seitz, 2022, 317 Seiten