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Menschen auf der Flucht «bewegen» Gesellschaften, stellen sie in Frage, ordnen sie neu. Sind Migrationsbewegungen lesbar als Kultur-Evolution? Was hat die Philosophie zur Flüchtlingsfrage zu sagen? In der Philosophie sind der oder das «Fremde» eminent wichtige Begriffe, konstituieren sie doch «das Andere» oder lassen ein «Wir» erst erfahrbar werden. Julia Kristeva etwa hat in «Fremde sind wir uns selbst» (1990) darüber nachgedacht, das Fremde weder zu integrieren noch zu verfolgen, und weist auf die Verbindung des Eigenen und des Fremden in uns selbst hin. Hannah Arendt setzt sich in «We Refugees» (1943) für einen neuen Selbstentwurf der Flüchtlinge ein. Der Philosoph Joseph H. Carens wiederum denkt in seinem Text «Fremde und Bürger: Weshalb Grenzen offen sein sollten» über Grenzen, Zulass und Ausschluss nach. Im Café Philo werden Auszüge aus Texten gelesen und diskutiert.
Christine Abbt ist Philosophin und hat eine SNF-Förderprofessur für Philosophie an der Universität Luzern inne.
Michael Pfister ist Philosoph und freier Autor. Zu seinen Publikationen gehören u.a. die zehnbändige Übersetzung Sades «Justine und Juliette» zusammen mit Stefan Zweifel oder «Das Kind in der Philosophie» (Zytglogge 2011).