Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/176111

<h2>SubmittedText<h2><p>2013 hat der Bundesrat seinen Aktionsplan "Mehr Organe für Transplantationen" lanciert. Das Ziel des Plans ist, die Anzahl verstorbener Spenderinnen und Spender auf 20 pro Million Einwohnerinnen und Einwohner zu erhöhen (2013 waren es 13,7) und mindestens 500 Organe verstorbener Spenderinnen und Spender pro Jahr zu transplantieren (2013 waren es 110). Anfang 2014 wurde der Bericht des Bundesrates von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren genehmigt.</p><p>Dem Jahresbericht 2016 von Swisstransplant zufolge lag die Anzahl verstorbener Spenderinnen und Spender pro Million Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz letztes Jahr bei 13,3, nachdem sie 2015 17,4 erreicht hatte. 111 Organe verstorbener Spenderinnen und Spender konnten 2016 transplantiert werden (2015 waren es 143). Letztes Jahr befanden sich 1480 Patientinnen und Patienten auf der Warteliste (2015 waren es 1348, 2014 waren es 1370).</p><p>In diesem Kontext bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>1. Kann der Bundesrat die obengenannten Zahlen bestätigen?</p><p>2. Welche erste Bilanz zieht der Bundesrat aus seinem 2013 gestarteten Aktionsplan "Mehr Organe für Transplantationen"?</p><p>3. Denkt der Bundesrat, dass es notwendig ist, neue Massnahmen zu treffen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Dem Bundesrat liegen die gleichen Angaben zur Spenderate und zur Anzahl Patientinnen und Patienten in der Warteliste vor. Mit einer Ausnahme: Im Jahr 2016 wurden von 111 Spenderinnen und Spendern 397 postmortal gespendete Organe entnommen und transplantiert.</p><p>2. Die rückläufige Entwicklung der Anzahl von Organspenden im Jahr 2016 resultierte daraus, dass insbesondere im ersten Halbjahr nur sehr wenige spendende Personen gemeldet wurden. Im zweiten Halbjahr stiegen die Zahlen wieder. Da es sich bei der Organspende - gemessen an der Anzahl der vorgenommenen Transplantationen - immer um ein seltenes Ereignis handelt, sind grössere Schwankungen zwischen einzelnen Jahren zu erwarten. Daher ist der Bundesrat der Ansicht, dass bei der Interpretation dieser Schwankungen Vorsicht geboten ist.</p><p>Der Bundesrat ist nach wie vor überzeugt, dass der Aktionsplan der richtige Weg ist, um die Anzahl von Organspenden langfristig zu erhöhen. Er war sich aber auch bewusst, dass sich die Effekte der getroffenen Massnahmen nicht sofort einstellen werden. Aus diesem Grund wurde der Zielwert des Aktionsplans, eine Spenderate von 20 Spenderinnen und Spendern pro Million Einwohnerinnen und Einwohner, auch erst auf 2018 festgelegt.</p><p>3. Deshalb sieht der Bundesrat aktuell keinen Bedarf für weitere Massnahmen. Nichtsdestotrotz verfolgt er mit einiger Besorgnis, dass die Ablehnungsrate trotz Transplantationskampagne seit dem Jahr 2012 von 54,6 auf 62 Prozent im ersten Halbjahr 2016 gestiegen ist. Vorerst will er die Entwicklung der Spendezahlen abwarten. Erst kurz vor Ablauf des Aktionsplans, Ende 2018, wird sich zeigen, ob weitere Massnahmen notwendig sind. Das Eidgenössische Departement des Innern wird dem Bundesrat über die Ergebnisse des Aktionsplans Bericht erstatten und Vorgehensvorschläge unterbreiten. Darauf gestützt wird der Bundesrat das weitere Vorgehen beschliessen.</p>  Antwort des Bundesrates.