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Im letzten “Wort zum Tag” schrieb ich, dass alle Gottesbilder mangelhaft sind. Das ist sicher so und ist auch gar nicht schlimm, sondern einfach unvermeidlich. Nun gibt es aber Verhaltensvorbilder, die uns etwas von Gottes Wesen erahnen lassen – wie in einer Geschichte, die Mahatma Gandhi als prägendes Erlebnis mit seinem Vater erzählt hat:
Ich war 15 Jahre alt, als ich einen Diebstahl beging. Weil ich Schulden hatte, stahl ich meinem Vater ein goldenes Armband, damit ich meine Schulden bezahlen konnte. Danach aber ertrug ich die Last meiner Schuld nicht. Als ich vor meinem Vater stand, um meinen Diebstahl zu gestehen, brachte ich aus Scham den Mund nicht auf. So schrieb ich alles auf. Ich überreichte ihm den Zettel, zitterte dabei am ganzen Körper. Mein Vater las den Zettel, schloss die Augen und dann – zerriss er ihn. “Es ist gut”, sagte er noch. Dann nahm er mich in die Arme.
Das ist einfach nur wunderschön. Und beeindruckend.
Pfr. Harald Ratheiser