Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03452.jsonl.gz/952

26. Oktober 2017 bis 14. Januar 2018
Vernissage: 25. Oktober, 18 Uhr
Das Museum Haus Konstruktiv widmet der französischen Künstlerin Aurélie Nemours (1910–2005) eine Einzelausstellung, die – dank Leihgaben aus privaten Sammlungen – die unterschiedlichen Schaffensphasen dieser Grand Dame der geometrisch-abstrakten Kunst vorstellt.
Nemours, die erst nach dem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie eine künstlerische Ausbildung aufnahm (u.a. bei André Lhote und Fernand Léger), fand in den 1950er Jahren zu einer konsequent geometrischen Bildsprache. An ihrem streng reduzierten Formenvokabular, bestehend aus Horizontale, Vertikale, Rechteck, Quadrat und Linie, hielt sie bis zu ihrem Tod fest. Obschon das Œuvre Aurélie Nemours’ der konkreten Kunst zugeordnet werden kann, unterscheidet es sich doch deutlich von Arbeiten der etwa gleichalten Zürcher Konkreten Max Bill oder Richard Paul Lohse: Ausgangspunkt ihrer geometrischen Kompositionen ist – ganz ähnlich wie bei Piet Mondrian – vielmehr die künstlerische Intuition als das mathematisch streng kalkulierte System. Dass ihr feines Gespür für Form, Farbe und Rhythmus sich dennoch mit logischen Gestaltungsprinzipien verbinden liess, beweisen insbesondere die seriellen Arbeiten, die Nemours in den 1970er Jahren vermehrt entwickelte. Zu ihren bekanntesten Werkserien gehört etwa das über ein Jahrzehnt hinweg erarbeitete Konvolut «Rythme du millimètre», aus dem exemplarische Werke im Museum Haus Konstruktiv gezeigt werden.