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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Verwendung von Anglizismen in der französischen und erst recht in der deutschen Sprache ist keine neue Erscheinung. Seit Beginn der diesjährigen Schweizer Fussballmeisterschaft ist man diesbezüglich noch einen Schritt weitergegangen, indem man diese in "Swiss Football League" umgetauft hat. Die bisherige Nationalliga A heisst neu "Super League", und die Nationalliga B musste der "Challenge League" weichen.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat dazu folgende Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat angesichts der Tatsache, dass Fussball eine der beliebtesten Sportarten der Schweiz ist, nicht auch der Meinung, dass eine solche Entwicklung zur Abwertung unserer Nationalsprachen führen könnte?</p><p>2. Was wird der Bundesrat unternehmen, insbesondere im Zusammenhang mit dem zukünftigen Sprachengesetz, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?</p><p>3. Ist der Bundesrat nicht auch der Meinung, dass Französisch, aber auch die anderen Landessprachen allmählich aus dem öffentlichen Leben verschwinden und nur noch privat gesprochen werden, wenn nichts dagegen unternommen wird?</p><p>4. Im Übrigen: Ist der Bundesrat vielleicht der Ansicht, mit einem vermehrten Gebrauch von Anglizismen könne das Niveau des Schweizer Fussballs gehoben werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Von der Verwendung von Anglizismen in der schriftlichen und mündlichen Kommunikation sind alle Kulturen stark betroffen. In der Schweiz als mehrsprachigem Land ist man bei der Suche nach einheitlichen und treffenden Wortschöpfungen und plakativen Logogrammen eher noch mehr als anderswo versucht, auf das Englische auszuweichen. Im Sport ist diese Entwicklung sehr ausgeprägt. Die weltweite Austragung der sportlichen Anlässe sowie der Konsum solcher Ereignisse, insbesondere über die elektronischen Medien, verstärken diese Sprachentwicklung zusätzlich. Es ist auch für den Bundesrat ein grosses Anliegen, auf diese das Sprachempfinden der Bürgerinnen und Bürger störende Praxis hinzuweisen. Auch wenn er für die Belange der Mehrsprachigkeit in unserem Lande einsteht, kann und will er jedoch in diesem sensiblen Bereich nicht auf dirigistische Massnahmen setzen.</p><p>1. Die in der vorliegenden Anfrage erwähnten Beispiele sind die Fortsetzung einer seit Jahren andauernden Entwicklung in der Fussballsprache. Viele Anglizismen haben sich im allgemeinen Sprachgebrauch und je nach Sprache in unterschiedlichem Ausmasse etabliert, ohne dass daran Anstoss genommen wird. Allerdings ist es bedauerlich, wenn der sich rasch verbreitende sprachliche Modernismus zur Umgehung bzw. Überwindung der Mehrsprachigkeit benutzt wird, wodurch viele Möglichkeiten der kreativen Wortschöpfung in den Landessprachen unbenutzt bleiben. In diesem Sinne kann man durchaus von einer gewissen Vernachlässigung bzw. einer fehlenden Wertschätzung und Sensibilität in Bezug auf die Landessprachen sprechen.</p><p>Fussball wird mittlerweile auf der ganzen Welt gespielt und interessiert insbesondere die Jugendlichen. Daraus erklärt sich auch die Bedeutung des Englischen und der Anglizismen.</p><p>2. Im Sprachengesetz ist die Regelung der Anwendung der Amtssprachen durch die Bundesbehörden sowie durch Dritte, soweit diese Bundesaufgaben erfüllen, vorgesehen. Gestützt auf das Grundrecht der Sprachenfreiheit (Art. 18 der Bundesverfassung) sind aus verfassungsrechtlicher Sicht Vorschriften des Bundes für den Sprachgebrauch im privaten Bereich kaum denkbar. Das Sprachengesetz soll jedoch ermöglichen, durch gezielte Massnahmen zur Sensibilisierung sowie zur Förderung des Verständnisses für die Mehrsprachigkeit in der Bevölkerung beizutragen.</p><p>3. Aus der Sicht des Bundesrates ist der mittlerweile sehr stark verbreitete Gebrauch von Anglizismen nicht als Indikator für den Gebrauch des Englischen als Verkehrssprache zwischen den verschiedenen Sprachgemeinschaften in unserem Land zu werten, ohne die Realitäten in einzelnen Bereichen, namentlich in der Wirtschaft und der Wissenschaft, ausser Acht lassen zu wollen. Um verbindlichere Aussagen zur Rolle des Englischen in der Schweiz machen zu können, genügen die vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht. Der Bundesrat hat dem Schweizerischen Nationalfonds den Auftrag gegeben, ein Nationales Forschungsprogramm zum Thema "Sprachenvielfalt und Sprachenkompetenz in der Schweiz" (NFP 56) durchzuführen. Der Bundesrat erwartet von diesem Forschungsprogramm auch wissenschaftliche Grundlagen, die über die Rolle des Englischen als Verkehrssprache im öffentlichen Leben näher Aufschluss geben.</p><p>4. Der Schweizer Fussball hat in den letzten Jahren ein respektables Niveau erreicht. Einzelne Fussballvereine haben im nationalen wie internationalen Bereich viel beachtete Leistungen erbracht. Diese konnten in jüngster Zeit zur Freude weiter Kreise der Bevölkerung auch von der Schweizer Fussballnationalmannschaft erreicht werden. Beflügelt durch diese Erfolge sowie mit dem Zuschlag für die Durchführung der Europameisterschaften im Jahre 2008 in der Schweiz und in Österreich gelten auch aus Schweizer Optik die im internationalen Bereich gesetzten Massstäbe.</p>  Antwort des Bundesrates.