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Das Wichtigste in Kürze
- Australische Forscher haben eine Genmutation in Ostasiaten entdeckt.
- Diese deuten darauf hin, dass es schon vor 25'000 Jahren eine Corona-Epidemie gab.
- Diese dauerte mehrere Generationen und veränderte so das Erbgut.
Eine Gruppe von Forschern hat Hinweise gefunden, die darauf hindeuten, dass es in der Steinzeit schon einmal eine Corona-Epidemie gab. Anhand von Genveränderungen bei Ostasiaten können sie schliessen, dass vor 25'000 Jahren eine langanhaltende Epidemie in Ostasien stattgefunden hat. Dies berichtet «Scinexx».
Die Forscher der Australian National University untersuchten das Erbgut von 2500 Menschen aus 26 verschiedenen Populationen weltweit. Dabei fiel ihnen eine Genveränderung bei den Menschen aus Ostasien auf. Diese Mutation führte zu einer erhöhten Produktion von Proteinen, welche mit der Abwehr von Coronaviren verbunden sind.
Selektion begünstigt Virus-abwehrende Proteine
«Im Verlauf der evolutionären Geschichte unserer Spezies hat die natürliche Selektion häufig Proteine begünstigt, die mit Viren interagieren. Für Coronaviren, darunter SARS-CoV-2, kennt man 420 dieser Virus-interagierenden Proteine, sogenannte VIP», erklären die Forscher. Die Gene mit solchen Proteinen werden während einer Epidemie bevorzugt weitergegeben und prägen das Erbgut. Am Auftreten dieser Gene lässt sich ablesen, ob und wann eine Population dem Selektionsdruck durch Coronaviren ausgesetzt war.
«Unsere Analysen von Coronaviren-VIPs finden ein starkes Anreicherungssignal solcher Proteine in mehreren ostasiatischen Populationen», berichten die Forscher weiter. In anderen Populationen habe es kein starkes Anreicherungssignal gegeben. Zudem waren nur die Proteine betroffen, die mit Coronaviren in Zusammenhang stehen. Das heisst, dass es irgendwann in der Vergangenheit eine schwerwiegendere und länger anhaltende Coronavirus-Epidemie in Ostasien gegeben haben muss.
Zeitpunkt konnte an den Genen erkannt werden
Um den Zeitpunkt zu bestimmen, untersuchten die Forscher 42 dieser Gene genauer. Sie fanden heraus, dass die Selektion vor rund 25'000 Jahren begann, da zu diesem Zeitpunkt die Mutationen stark erhöht auftreten. Aus dem Muster ist auch erkennbar, dass diese Epidemie vermutlich mehrere Generationen lang anhielt. Die Mutation liess nach, als die Bevölkerung immunisiert war und die Epidemie wieder abflaute.
Das Team schliesst aus diesen Daten, dass Coronaviren schon früher den Sprung vom Tier auf den Menschen schafften. Dass diese Epidemie genau in Ostasien ausbrach, sehen sie nicht als Zufall. Denn diese Region war schon damals das Hauptverbreitungsgebiet potenziell zoonotischer Coronaviren.
«Indem wir mehr über unsere urzeitlichen viralen Feinde lernen, bekommen wir evolutionäre Informationen. Diese könnten uns auch bei der Vorhersage künftiger Pandemien helfen», so die Forscher über ihre Entdeckung.