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Geschichte
Die Gründungsgeschichte des Familiengärtnervereins Kriens geht auf den ersten Weltkrieg zurück. In dieser Zeit ging vom Bundesrat die Weisung an Behörden und Bevölkerung: «Wer essen will, muss pflanzen». In Kriens wurde zur Beschaffung und Bereitstellung des notwendigen Pflanzlandes vom Gemeinderat im Jahre 1915 eine Ortskommission bestellt. Über 400 Bürger beteiligten sich damals am Pflanzanbau. Von diesen wurde bald der Wunsch geäussert, sich selber zu organisieren. 1919 fand eine erste Versammlung der Pflanzer statt.
Dies war der eigentliche Start des Vereins. Der Gemeinderat stimmte der Auflösung der Ortskommission und der selbständigen Übernahme des Pachtlandes zu, mit dem Vorbehalt, zwei Vertreter des Gemeinderates an den Beratungen des Vorstandes teilnehmen zu lassen. Am 30. Juni 1920 fand die Gründerversammlung der Pflanzergenossenschaft Kriens im Restaurant Krienserhalle statt. In den ersten Jahren wurden die vier Areale Brunnmatt, Anderallmend, Konsumhof und Arsenal bewirtschaftet.
Bereits in der damaligen Zeit gab es ein Problem, welches heute für viele Familiengärtnervereine sehr aktuell ist: Landentzug! In Kriens musste im Jahr 1926 ein erster Teil des Areals Brunnmatt für Bauplätze zur Verfügung gestellt werden. 1927 trat die Pflanzergenossenschaft Kriens dem Schweizerischen Kleingärtnerverband bei. Drei Jahre später wurde die Zeitschrift «Gartenfreund» für alle Pflanzer als Sektionsorgan als obligatorisch erklärt. Mitte der dreissiger Jahre beschäftigte sich der Vorstand vornehmlich mit Landabtretungen und der Suche nach Ersatzland. Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges erlangte die Pflanzergenossenschaft eine wichtige Bedeutung. Wegen der von Bund verordneten Anbauschlacht wurden viele weitere Areale in Kriens als Pflanzland genutzt. 1944 zählte die Pflanzergenossenschaft Kriens zwölf Areale. In den Jahren nach Kriegsende bis 2004 veränderte sich der Bestand an Pflanzfläche stark: Viele Areale wurden wieder aufgehoben, nur teilweise wurde Ersatzland zur Verfügung gestellt.
Mittlerweise hat der FGV Kriens noch zwei Areale: Meiersmatt (seit 1942) und Oberstudenhofweid (seit 1972) mit rund 145 Parzellen. Ab 1947 hiess der Verein «Pflanzverein Kriens» bis er dann 1972 in den «Familiengärtnerverein Kriens» umgewandelt wurde.
Der FGV Kriens hat sich seit seiner Gründung enorm verändert. Stand früher der Anbau von Lebensmittel im Vordergrund, zählt heute vermehrt der Freizeitgedanke. Die Familiengärten bieten dazu das ideale Umfeld für alle Bewohner in urbanen Gebieten. Die Herausforderungen für den Vereinsvorstand haben sich ebenfalls verändert. Zwar ist immer noch der Erhalt der Fläche für Gartenareale eine Daueraufgabe geblieben, dazu gesellen sich Zeichen der heutigen Zeit: Es wird immer schwerer Vereinsmitglieder für die Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen, die Integration von Menschen mit verschiedenster Herkunft in das Vereinsleben ist spannend, das naturnahe Gärtnern mit dem Verzicht auf Pestizide und der Förderung des Kompostierens im eigenen Garten ist noch nicht für alle Gärtner und Gärtnerinnen eine Selbstverständlichkeit.
Eine Besonderheit des FGV Kriens ist die Lage der beiden Areale. Meiersmatt liegt typisch für Familiengartenareale mitten im Siedlungsgebiet. Oberstudenhofweid hingegen ist ein Areal im Grünen, umgeben von Wald und Wiese, direkt am Hang des Pilatus mit toller Aussicht auf Kriens und Luzern.