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Christianisierung des Nordens
Die Christianisierung des Nordens setzte um 800 ein und eine der dabei massgebenden Personen war Ansgar, welcher verschiedenen Werken zur Unterstützung der Katholiken im Norden den Namen gab.
801 in Corbie in der Piccardie geboren
(nach Lehrtätigkeit in Corvey bei Paderborn, Reisen nach Ostdeutschland, Dänemark, Schweden)
Ansgar kam 801 in Corbie in der Piccardie zur Welt und wurde als 5-jähriger Halbwaise der dortigen Klostergemeinschaft anvertraut. Eine Begegnung mit Karl dem Grossen und eine Lichterscheinung als Dreizehnjähriger bestimmten seinen Lebensweg, sich für die Christianisierung Europas einzusetzen. Er zog mit 21 Jahren aus seiner Heimat fort, um die Botschaft Christi zu verkünden und durch das eigene Lebenszeugnis zu bestätigen. Auf seinen ersten Reisen nach einer vierjährigen Lehrtätigkeit im Kloster Corvey bei Paderborn ging es nach Ostdeutschland, Dänemark und nach Schweden. Auf der Fahrt dorthin wird sein Schiff von Wikingern überfallen und ausgeraubt. Mit knapper Not gelangten er und seine Gefährten an Land auf der Insel Birka bei Stockholm, wo sie in der dortigen Handelsstadt missionierten.
Ansgar, Bischof von Hamburg
865 in Bremen gestorben
Im Herbst 831 beschloss die Reichssynode in Thionville die Errichtung eines Bischofssitzes in Hamburg und Ansgar wird zum ersten Bischof gewählt. Vorerst reist er nach Rom, um beim Papst seine Amtsbestätigung einzuholen. Dabei wurde er zum Erzbischof und zum päpstlichen Legaten für die Völker des Nordens ernannt. Dann versuchte er in seinem Bistum Hamburg, kirchliche Strukturen aufzubauen: Klöster, Kirchen und Schulen. Er kaufte junge dänische und slawische Sklaven und Gefangene frei und erzog sie zum Dienste Gottes. 845 überfallen Wikinger Hamburg und liessen es in Flammen aufgehen. Ansgar konnte wiederum nur sein nacktes Leben retten und einige Reliquien. Seine Kutte blieb in den Flammen. Ansgar resignierte aber nicht und führte von Bremen aus seinen Aufbau- und Seelsorgeauftrag weiter. Auch die Schweden- und Dänenmission wird erneut aufgegriffen und er gelangte wiederum nach Birka, nach Ribe, der ältesten dänischen Stadt, und nach Schlesien. 865 stirbt er 64-jährig in Bremen nach einer schweren Krankheit – enttäuscht, dass er keinen Märtyrertod erleiden durfte. Er ist in Bremen begraben worden.
Gebet und Arbeit
Ansgar hatte streng nach der Ordensregel des hl. Benedikt gelebt. Sein harter und entbehrungsreicher Lebensstil mit Gebet und viel – auch handwerklicher – Arbeit erscheint uns heute als Zumutung. Stets bemühte er sich um die Armen und Kranken. An seinem Tisch erhielten täglich Arme Speise und Trank. Häufig kaufte er Sklaven frei.
Reisen
Auf seinen Reisen legte Ansgar gut und gerne 13000 km zu Fuss oder zu Pferd und nur ausnahmsweise per Schiff zurücklegte. Bei den damaligen Reisegeschwindigkeiten war er somit über 2 Jahre seines Lebens unterwegs. Heute könnten diese Strecken, die durch das Flugnetz der Swiss weitgehend abgedeckt sind, in 20 Stunden zurückgelegt werden.
Schutzpatron des Nordens
Ueber das Leben Ansgars gibt es auch zeitgenössische Biographien. Er selbst hat aber nur selbstverfasste Gebete hinterlassen, die er „pigmenta„ (Würze) nannte, die so persönlich sind, dass er sie zu Lebzeiten nicht weitergab. Ansgar wurde kurze Zeit nach seinem Tod durch Papst Nikolaus I heilig gesprochen und wird als Schutzpatron des Nordens verehrt.