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Papier wird durch Entwässerung einer Faseraufschwemmung (Pulper und Sieb) als Faserfilz hergestellt. Der Name kommt von der Papyrusstaude, die sich bei rudimentärer Technik gut geeignet hat.
Papier ist auch bezeichnungslogisch interessant. Ursprünglich wohl als Textträger entwickelt, hat es ganz andere Funktionen wie:
Verpacken (Pappe, Karton)
Hygienepapiere wie Toilettenpapier oder Haushaltstücher
Filterpapiere, Dekorpapiere oder Tapeten
die in der Bezeichnung aufgehoben sind
Konventionell (also auf Wikipedia-Niveau) wird die Geschichte des Papiers als Geschichte von Textträgern geschrieben, also eine Entwicklungsgeschichte bis zum Papier und eine Entwicklungsgeschichte des Papiers
Höhlenzeichnungen mit Pigmentfarbe, Keilschrift auf weiche Tontafeln, Speckstein, Tierhäute, Pergament
Papyrus leitet eine technische Entwicklung zu Papier ein, womit der Textträger parallel zum Textwerkzeug entwickelt wird.
Cai Lun war um 105 n. Chr. ein Beamter der Behörde für Fertigung von Instrumenten und Waffen am chinesischen Kaiserhof und beschrieb erstmals das heute bekannte Verfahren, Papier herzustellen. Zu seiner Zeit gab es einen papierartigen Beschreibstoff, welcher aus Seidenabfällen hergestellt wurde (Chi). Diesen mischten die frühen Papiermacher vornehmlich aus Hanf, alten Lumpen und Fischnetz, ergänzten es mit Baumrinde oder Bast des Maulbeerbaumes. Die chinesische Erfindung bestand vor allem in der neuartigen Zubereitung: Die gesäuberten Fasern und Fasernreste wurden zerstampft, gekocht und gewässert. Anschließend wurden einzelne Lagen mit einem Sieb abgeschöpft, getrocknet, gepresst und geglättet. Beim Schöpfen entstand an dem Papier eine „Schönseite“ die oberhalb des Siebes lag, und eine „Siebseite“, die an dem Sieb lag. Der entstehende Brei aus Pflanzenfasern lagerte sich als Vlies ab und bildete ein relativ homogenes Papierblatt.
Die Araber - die das Papier nach Europa brachten - verwndeten Flachs und Hanf.
"Die maschinelle Massenproduktion von Papier begann im mittelalterlichen Europa; europäischen Papiermachern gelang es in kurzer Zeit, den Arbeitsprozess durch die Einführung zahlreicher – den Chinesen und Arabern unbekannter – Innovationen zu optimieren: Der Betrieb wassergetriebener Papiermühlen mechanisierte den bis dato nur in Handarbeit oder mit Tieren im Kollergang praktizierten Zerkleinerungsvorgang. Derartige Wassermühlen, eisenbewehrte Lumpen-Stampfwerke, sind erstmals ab 1282 bezeugt. Das Reißen der Lumpen mit einem Sensenblatt löste die umständliche Praxis des Reißens von Hand oder Schneidens mit Messer oder Schere ab. Papierpressen, konstruiert in Anlehnung an antike Kelter, trockneten das Papier durch Schraubpressdruck" (wikipedia).
Die für das Papier notwendigen Ausgangsstoffe kann man in vier Gruppen einteilen.
1.Faserstoffe (Holzschliff, Halbzellstoffe, Zellstoffe, Altpapier, andere Fasern)
2.Leimung und Imprägnierung (tierische Leime, Harze, Paraffine, Wachse)
3.Füllstoffe (Kaolin, Talkum, Gips, Bariumsulfat, Kreide, Titanweiß)
4.Hilfsstoffe (Farbstoffe, Entschäumer, Dispergiermittel, Retentionsmittel, Flockungsmittel, Netzmittel)