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Index für wirtschaftliche Freiheit 2012
Wirtschaftliche Freiheit reduziert die Wahrscheinlichkeit von Bankenkrisen und beschleunigt deren Überwindung.
Die Schweiz bleibt auch 2012 das Land mit der europaweit höchsten und weltweit vierthöchsten wirtschaftlichen Freiheit. Das zeigt der Jahresbericht 2012 des Index für wirtschaftliche Freiheit, der in der Schweiz vom Liberalen Institut herausgegeben wird. Weltweit erholte sich der Index leicht auf 6,83 Punkte von 6,79 im Vorjahr (auf einer Skala von 1 bis 10). Dies stellt eine moderate Trendumkehr dar, nachdem der Index seit 2007 einen erheblichen Rückgang verzeichnet hatte.
Hong Kong erweist sich erneut als das Land mit der weltweit höchsten ökonomischen Freiheit, gefolgt von Singapur und Neuseeland. Erstmals finden sich dieses Jahr Vertreter aller fünf Kontinente unter den 10 freiesten Ländern der Welt. Das Schlusslicht des diesjährigen Rankings bilden Venezuela, Myanmar und Simbabwe.
Der aktuelle Jahresbericht des Index wirtschaftlicher Freiheit untersucht erstmals den Zusammenhang von Wirtschaftsfreiheit und Bankenkrisen. Die empirischen Ergebnisse der Analyse widersprechen zahlreichen populären Reaktionen auf die jüngste Finanzkrise, welche vor allem die Deregulierung der Finanzmärkte für die Krise verantwortlich machten: Einerseits erhöht eine höhere Regulierungsdichte, insbesondere eine starke staatliche Einlagensicherung, die Wahrscheinlichkeit einer Bankenkrise. Andererseits verzögert eine hohe Regulierungsdichte sowie eine hohe Steuerbelastung die Überwindung einer Bankenkrise. Eine historische Analyse kommt zu dem Schluss: ein Zugewinn an wirtschaftlicher Freiheit in Höhe eines Indexpunktes reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Bankenkrise um drei Prozentpunkte.
Umgekehrt zeigen die historischen Daten, dass auf eine Bankenkrise regelmässig ein signifikanter Rückgang wirtschaftlicher Freiheit folgt. Dies weist auf eine systematische Fehlinterpretation von Bankenkrisen in der Öffentlichkeit hin, welche kontraproduktive politische Entscheidungen zur Folge hat. Ein Abbau wirtschaftlicher Freiheit im Nachgang einer Bankenkrise erhöht die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Bankenkrise. «Die aktuellen Analysen des Index wirtschaftlicher Freiheit zeichnen ein bedrohliches Bild. Der weltweite Ausbau der Regulierung und Besteuerung seit 2007 hat die Welt nicht sicherer, sondern unsicherer gemacht. Nötig wäre vielmehr eine Stärkung der Wirtschaftsfreiheit, auch um die Krise so schnell wie möglich zu überwinden», so Pierre Bessard, Direktor des Liberalen Instituts.
Analysen basierend auf den aktuellen Daten des Index dokumentieren einen signifikant positiven Einfluss wirtschaftlicher Freiheit auf wirtschaftliche Selbständigkeit. Länder mit geringer Regulierung und Steuerbelastung weisen einen höheren Grad unternehmerischer Initiative in der Bevölkerung auf. Ein höherer Grad an Unternehmertum steigert wiederum die Faktorproduktivität einer Volkswirtschaft und befördert so den Wohlstand. Wirtschaftliche Freiheit erweist sich somit als wirksames Instrument auch der Krisenüberwindung.
Download Bericht:
Economic Freedom of the World (322 Seiten, PDF)
September 21, 2012