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Die moderne Architektur von St. Marien könnte den Eindruck erwecken, dass ihre Pfarrei erst vor wenigen Jahrzehnten entstanden ist. Tatsächlich aber wurde in Langnau eine der frühesten katholischen Missionsstationen im ganzen Kanton Zürich geschaffen.
|Patrozinium||Muttergottes|
|Baujahr||1969|
|Architekt||Eduard Ladner|
|Pfarreigrösse||2'200|
|Politische Gemeinde
||Langnau a.A.|
Geschichte
Die Niederlassungs- und Religionsfreiheit im Schweizer Bundesstaat von 1848 ermöglichten den Katholiken aus der Zentral- und Ostschweiz in den traditionell reformierten Kanton Zürich einzuwandern. Um die zugezogenen Katholiken seelsorgerlich zu betreuen, liess Bischof Nikolaus Franz Florentini 1863 in Langnau-Gattikon eine Missionsstation aufbauen. Die Seelsorge sollte durch Geistliche aus dem nahe gelegenen Kanton Zug und von der katholischen Pfarrei der Stadt Zürich erfolgen.
Der katholische Baumeister Giovanni Danieli, der das Langnauer Bürgerrecht gegen die Verpflichtung erhalten hatte, seine Kinder reformiert taufen zu lassen, stellte auf seinem Land einen Bauplatz für eine katholische Kirche in Aussicht. 1876 erfolgte der Baubeginn der schlichten Liebfrauenkirche nach den Plänen des Luzerner Baumeisters Wilhelm Keller, und am 24. Juni 1877 wurde in der neu errichteten Kirche der erste Gottesdienst gefeiert. Am 5. Oktober 1880 erhob Bischof Franz Konstantin Rampa Langnau zu einer selbständigen Pfarrei.
Als nach dem 2. Weltkrieg immer mehr Katholiken nach Langnau zogen, fehlten die nötigen Räumlichkeiten für das Pfarreileben. Als sich dann auch noch herausstellte, dass die Bausubstanz in einem ziemlich schlechten Zustand war, drängte sich ein Neubau auf. 1963 wurde ein Architekturwettbewerb durchgeführt, den Eduard Ladner gewann. Am 27. Mai 1967 fand in der alten Kirche der letzte Gottesdienst statt. Danach begann der Bau der heutigen Kirche St. Marien, die am 16. November 1969 durch Bischof Johannes Vonderach eingeweiht wurde.
Architektur & Kunst
Die Kirche St. Marien wurde in kubischen Formen erbaut. Der Kirchturm erweckt zunächst den Eindruck eines Rundturms, ist aber auf der Form eines Halbkreissegments aufgebaut. Das Geläut ist auf die Tonfolge des Salve Regina gestimmt und verweist damit auf die Muttergottes, der die Kirche geweiht ist. Unter einem Vordach hindurch gelangt der Besucher in das Innere des Gotteshauses. Tageslicht dringt durch die leicht getönten, mundgeblasenen Antikglasfenster dezent in den Raum. Altar und Ambo sind aus dem gleichen Holz geschaffen wie die Stühle der Gläubigen, wodurch der Gemeinschaftsgedanke der nachvatikanischen Kirche betont wird. Ein Wandteppich von Silvia Magnin-D’Altri mit dem Titel Arche Christi hängt seit 1983 an der Chorwand. Die Künstlerin schuf auch die Medaillons auf dem Tabernakel.
Anders als üblich ist die Orgel nicht auf einer Empore aufgestellt, sondern rechts des Altarraums, wodurch das Zueinander von Liturgie und Musik räumlichen Ausdruck findet. Links des Altarraums ist eine Werktagskapelle eingerichtet. Im Sockel des Kirchturms befindet sich die Taufkapelle, in der neben dem Taufbecken auch eine Holzfigur der Kirchenpatronin angebracht ist. Als Besonderheit besitzt die Kirche St. Marien eine Krypta, die eine Art Zeitkapsel bildet, birgt sie doch die schönsten Kunstwerke aus der Vorgängerkirche.