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DIE IDEE
Laiensängerinnen und Laiensänger erarbeiten gemeinsam mit einem Orchester aus Profimusiker die Psalmensinfonie von Igor Strawinsky. Charakteristisch für dieses Werk in drei Sätze sind Merkmale, welches kaum noch der Traditions der klassisch-romantische Vokalsinfonie entsprechen. Fehlen doch die Solisten, die Klarinetten und die hohe Streicher. Das Werk soll mit reduzierter Instrumentalbesetzung an mehrere Orte in der Nordwestschweiz aufgeführt werden.
Besetzung:
16 bis 24 köpfigen Chor
10 Instrumentalisten (Flöte, Oboe, Fagotte, Horn, Trompete, Posaune, Akkordeon, Klavier, Violencelli und Kontrabass)
DATEN
Probenstart ist Oktober 2021.
Aufführungen am Wochenende von 19. - 21. November 2021
PSALMENSINFONIE
Igor Strawinsky
MITSINGEN
Modalitäten werden anfangs Juli bekanntgegeben.
ADMINISTATIVES
Infos inhaltlich-künstlerisch:
Roberto Vacca
077 46 53 708 (ab Juni 2021)
Anmeldung, Bestätigung und Infos formal:
Jo Peeters
076 58 32 177
ROBERTO VACCA
Roberto Vacca stammt aus Neapel und wohnt in Rheinfelden. Er studierte am Conservatorio "Sant Pietro a Majella" in Neapel (mit Klavierdiplom). Er arbeitet als Akkordionist/Pianist, ist Teil des Trios AMAL, leitet das kleine Frauenensemble Movene und weitere Chöre. Er gibt Privatunterricht für Klavier und Akkordeon und studiert Chorleitung an der Musik-Akademie Basel.
Roberto Vacca arrangierte Strawinsky's Psalemensinfonie für Klein-Orchester (10 Instrumente) in 2020.
PSALMENSINFONIE - DAS WERK
Igor Strawinsky's Psalmensinfonie für vierstimmigen gemischten Chor (Sopran, Alt, Tenor, Bass) und Orchester entstand in 1930 in Nizza und Charavines. Die Uraufführung fand am 13. Dezember 1930 im Palais des Beaux Arts in Brüssel durch die Philharmonische Gesellschaft unter Leitung von Ernes Ansermet, statt. Revision 1948.
Das Orchester ist ungewöhnlich besetzt: Es gibt nur tiefe Streicher (Cello, Kontroabass) neben einer grossen Holz- und Blechbläserbesetzung, Schlaginstrumenten und zwei Klavieren, die dem Werk seinen unverwechselbaren Klang verleihen.
Der Aufführungsdauer beträgt ingesamt etwa 23 Minuten. Der erste Satz is der kürzeste, der zweite beginnt mit einer Holzbläzer-Füge, ein Beispiel für Strawinsky's Orientieurng an barocken und klassischen Formen im Rahmen des Neoklassizismus. Das Werk hat einen eindringlichen und individuellen Charakter, der auch auf Strawinsky's Kenntnisse geistlicher Musik der Orthodoxen Kirche zurückgehen dürfte.
IGOR STRAWINSKY
Igor Strawinsky (1882/1971) wurde in Oranienbaum in der Nähe von St. Petersburg in Russland geboren. Er studierte zuerst Rechtswissenschaft mit Abschluss in 1905. Im 1902 startete er unter fortwährender Mentorschaft und Anleitung von Rimskij-Korsakow seine musikalischen Studien. Die politischen Ereignisse wie die Oktoberrevolution und der Erste Weltkrieg veranlassten Stravinsky zu einem Leben im Exil. So verbrachte er die Zeit zwischen 1915 bis 1920 in der Schweiz
1910 reiste er erstmals nach Paris. Dort wurden die Ballette "Der Feuervogel" (1910) und die Nachfolgewerke "Petruschka" (1911) und "Le sacre du printemps" (1913) aufgeführt. Seit 1920 lebte Strawinsky vorwiegend in Frankreich; 1934 wurde er französischer Staatsbürger.
Er unternahm drei Amerikareisen: 1925, 1935 und 1937. Kriegsbedingt verliess er Frankreich und begab sich 1940 endgültig nach Amerika. Mit 58 Jahren nach Amerika auszuwandern war für ihn schwierig, auch wenn er bereits 1946 die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten erworben hatte. Eine Zeit lang unterhielt er einen Freundeskreis ausgewanderter Russen.
Als er mit W. H. Auden eine Oper plante, traf Strawinsky – mit der englischsprechenden Welt noch unvertraut – mit dem Komponisten und Musiker Robert Craft zusammen, der bis zu dessen Tod bei Strawinsky blieb und als sein Übersetzer, Chronist, assistierender Dirigent und Faktotum für unzählbare musikalische und gesellschaftliche Aufgaben fungierte.
Mit Ernest Ansermet verband Strawinsky eine intensive Arbeit an seinem Werk: Der schweizerische Dirigent leitete zwischen 1918 und 1930 sieben Uraufführungen für Strawinsky.
Igor Strawinsky starb am 6. April 1971 in New York; Totenmesse und Beisetzung erfolgten auf Wunsch des Komponisten in Venedig.
Strawinsky schrieb zunächst Werke in spätromantisch-impressionistischer Tradition (Der Feuervogel), danach wandte er sich einer völlig neuen Tonsprache zu (dominante Rhythmik, Melodienarmut, revolutionär neue Akkorde: Le Sacre du Printemps, Histoire du soldat), und danach schrieb er im neoklassizistischen Stil. Wichtige Stilmittel seiner Musik waren bis zum Zweiten Weltkrieg die Polytonalität und eine ausgeprägte Rhythmik, mitunter auch Zitate der Unterhaltungsmusik. Strawinsky komponierte in den 1950er Jahren auch serielle Werke. In seiner Musik sind viele verschiedene Einflüsse zu finden, die er zu einem unverwechselbaren Stil verschmolz.
Seine bekanntesten Werke entstammen seiner frühen russischen Periode: Der Feuervogel, Petruschka und Le sacre du printemps. Diese Ballette führten praktisch zu einer Renaissance des Genres. Strawinsky schrieb auch für ein breites Spektrum von Ensemble-Kombinationen und klassischen Formen. Sein Werk reicht von Symphonien und Opern bis hin zu Klavier-Miniaturen.
Weiterhin erlangte Strawinsky Berühmtheit als Pianist und Dirigent, oft mit Uraufführungen seiner eigenen Werke. Außerdem war er als Autor tätig. Ein Gutteil des Nachlasses von Strawinsky befindet sich heute in der Paul-Sacher-Stiftung.