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Bier ist nicht nur ein Getränk mit geringem Alkoholgehalt, sondern auch eine kulinarische und kulturelle Leidenschaft – und das auf der ganzen Welt. In jedem köstlich sprudelnden Schluck stecken neben gegärtem Gerstenmalz, Hopfen sowie Hefe und Wasser auch grossartige Geschichten und Berichte über die Erfindung der unterschiedlichen Biersorten.
Der Bierkontinent Europa
Als ich zum ersten Mal nach Europa kam, war ich überwältigt von der Riesenauswahl an Biersorten und den fairen Preisen, zu denen Bier erhältlich ist. Jetzt bin ich stolz, von mir behaupten zu können, dass ich innerhalb eines guten Jahres, das ich nun in der Schweiz bin, bereits über 100 Sorten probiert habe, die aus verschiedenen Ländern stammen und auf unterschiedliche Art gegärt wurden. Vom bitteren, goldenen «Pilsener» aus Tschechien bis zum aromatischen «Tripel» aus Belgien. Und aus den nördlicheren Gebieten: «Ale» («Pale Ale» und «Indian Pale Ale»), «Porter» und «Stout» aus England sowie das spektakuläre Weizenbier, das Rauchbier «Märzen» und das «Lagerbier» – der deutsche Klassiker. Und natürlich wird jedes Bier in einem bestimmten Glas und zu einer bestimmten Temperatur serviert!
Das «Indian Pale Ale», das erste für den Export vorgesehene Bier, ist ein gutes Beispiel für den Versuch, dieses köstliche Getränk auch über die Grenzen hinweg zu vermarkten. Die englische Biersorte tauchte gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf, als George Hodgson von der Bow Brauerei in Ost-London dem klassischen, obergärigen «Pale Ale» mehr Hopfen beifügte. Das Ergebnis war ein bittereres Bier mit einem höheren Alkoholgehalt, der das Bier auch für lange Seereisen nach Indien haltbar machte.
Grosse Fortschritte im Gärverfahren machten Schweizer und belgische Mönche, wobei sich das Bier auch dank der industriellen Revolution und den Entdeckungen von Louis Pasteur zu einem erfolgreichen Produkt entwickelt hat, das weltweit exportiert wird.
Im 19. Jahrhundert fand in Deutschland zum ersten Mal eines der grössten und bekanntesten Feste zu Ehren des Biers statt: das Oktoberfest. Dieses dauert 16 bis 18 Tage und beginnt immer am ersten Samstag nach dem 15. September. Jedes Jahr pilgern mehr Anhänger zu diesem gigantischen Festival, um die grossartige, alte Bierkultur zu feiern.
Zweifelsohne ist mein Versuch, die Welt des Bieres in einem kurzen Blogbeitrag zu beschreiben, eine fast unmögliche Aufgabe. Jedoch hoffe ich, Ihre Neugier und Ihr Interesse zu wecken, damit vielleicht auch Sie von der Faszination des Biers gepackt werden.
Mein bisheriges Lieblingsbier?
Obwohl meine Loyalität der Schweiz, oder genauer gesagt dem Kanton Zürich, gilt, muss ich zugeben, dass meine Lieblingsbiere von den grossen Bierbaronen stammen: Belgien und Deutschland.
Wenn ich mich definitiv für ein Bier entscheiden müsste – was mir sehr schwerfiele –, wäre das deutsche Dunkel-Weiss meine erste Wahl. Meine Liebe für dunkle Biere und die süsssaure Note, die nicht-gefilterte, deutsche Weizenbiere aufweisen, sind die Hauptgründe dafür, dass dieses köstliche Gemisch mein klarer Favorit ist.
Nichtsdestotrotz möchte ich betonen, dass die Appenzeller Biere zu meinen Schweizer Favoriten gehören – nicht nur wegen ihrer interessanten und breiten Vielfalt, sondern auch wegen ihrer einwandfreien Qualität.
Bier ist gesund
Es ist bereits bewiesen, dass Bier zahlreiche gesundheitliche Vorteile mit sich bringt: z. B. stärkere Knochen, einen besseren Gemütszustand, eine blutdrucksenkende Wirkung, Vorbeugung von verschiedenen Krebsarten (dank seinen Antioxidantien), Diabetes Typ 2 und manchen neurodegenerativen Erkrankungen. Somit kann uns Bier scheinbar sogar zu einem längeren Leben verhelfen. Zudem bereichert ein gutes Bier jeden Genussmoment im Leben und beschert uns Augenblicke, in denen wir dem Alltag wirklich entfliehen können.
Natürlich kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass man stets mit Mass und Verantwortung trinken soll. Und ausserdem: niemals Auto fahren, übersetzen oder programmieren während dem Biergenuss!
Prost!
Titelbild: www.beerbikemunich.com