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Eigentum
Damit das Zellenprinzip funktioniert, müssen die Eigentumsverhältnisse geregelt werden. Eine Unterteilung von Bauflächen macht nur dann Sinn, wenn die Grundstücke von verschiedenen Eigentümern besessen werden.
(… vorher) Der freie Handel von Grundstücken in einer Zellenstruktur, ist der Anfang ihres Endes. Es liegt auf der Hand, dass ein Landbesitzer von zwei benachbarten Parzellen über kurz oder lang versuchen wird, aus der Zusammenlegung der Baufelder Synergieeffekte zu generieren. Doch dies ist scheinbar nicht schon immer der Fall gewesen. Es ist anzunehmen, dass auch zu Beginn der Stadtgründung ein freiheitliches Wirtschaftsumfeld existiert hat. Es wurde wohl kaum aus städtebaulichen Gründen von oben herab verordnet, wer welche Grundstücke erwerben darf.
Der Unterschied zur heutigen Situation liegt darin, dass es im Mittelalter lukrativer war, die Grundstücke aufzuteilen anstatt sie zusammen zu legen. In der Stadt Bern gab es ja zunächst keine Parzellen, sondern lediglich die grossen Hofstätte. Diese wurden dann von ihren Grundbesitzern an die Bürger abgegeben. Es muss also wirtschaftliche Gründe gegeben haben, warum dies der bessere Weg war. Vielleicht liessen sich die Synergien, nach denen man heute strebt, damals nicht umsetzen. Im Falle der Zähringerstädte ist das Zellenprinzip also etwas, dass sich erst in einem zweiten Schritt, nach der eigentlichen Gründung, vollzogen hatte (obschon es bei der Gründung wohl schon so vorgesehen war).
Heute haben sich die Grundlagen in baulicher und wirtschaftlicher Hinsicht ins Gegenteil verkehrt. Eine Struktur mit kleinteiligen Zellen ist aus der Sicht von grossen Investoren nicht mehr gewinnbringend zu erstellen und zu betreiben. Gesucht werden grosse Baufelder die in einem Mal entwickelt werden können. Ein Zellenprinzip kann nur noch bestehen, wenn die Trennungen aus rechtlichen Gründen nicht aufgehoben werden können. Damit schränkt der Erhalt der kleinteiligen Stadtstruktur die Rechte einer freiheitlich organisierten Gesellschaft stark ein.
Eine Zellenstruktur funktioniert dann am besten, wenn alle Akteure gleichberechtigt sind. Sie ist weniger auf eine globalisierte Marktwirtschaft, als auf gleichwertige Bürger ausgerichtet. Zellen benötigen eigenständige Eigentümer, ansonsten bleiben sie etwas von oben verordnetes, dessen Auflösung per Gesetzt verhindert werden muss. Auch die Flexibilität des Systems, die Anpassungs- und Entwicklungsfähigkeit ist eine direkte Folge von Besitzverhältnissen auf Augenhöhe. In der heutigen Zeit geraten solche Konzepte aus wirtschaftlichen Gründen immer stärker unter Druck. Das liegt auch daran, dass heute das Wohnen selbst zu einem Wirtschaftsfaktor geworden ist, wogegen es im Mittelalter in weitaus höherem Masse dazu gedient hat, die Funktion des Marktes aufrecht zu erhalten. Soll also eine Kleinteiligkeit langfristig erhalten werden, muss es gelingen den wirtschaftlichen Druck des Immobilienhandels auszuhebeln. (Weiter bei …)