Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/30

Brunstphasen
Unterschiedliche Brunstphasen
Über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen verändern sich das Verhalten und die Geschlechtsorgane Deiner Kuh, wenn der Gehalt an Brunsthormon Östrogen in ihrem Blut ansteigt. Dieses Hormon wird vom heranreifenden Brunstbläschen (Eibläschen / Follikel) auf dem Eierstock gebildet. Es löst die typischen Brunstanzeichen der Kuh aus. Im Verlauf der Brunst werden diese Zeichen immer stärker oder ändern sich in ihrer Ausprägung.
Man unterscheidet deshalb unterschiedliche Phasen der Brunst:
Unruhe in der Vorbrunst
Bereits zwei bis drei Tage vor der Hauptbrunst fällt die stierig werdende Kuh dadurch auf, dass sie mehr läuft, unruhiger ist und kleine Grüppchen mit anderen Herdengenossinnen bildet. Sie riecht an der Schamregion der anderen Kühe, zieht die Oberlippe nach oben und flehmt. Über Duftstoffe kann sie dabei den Zyklusstand der anderen wahrnehmen. Bei vielen Tieren geht die Milchleistung zurück. Die Scham schwillt an und rötet sich, da sie besser durchblutet wird. Der Brunstschleim ist zunächst wässrig und dünnflüssig. Noch wäre es für eine Besamung zu früh.
Beratungsartikel (PDF)
Bevor sie steht (04/2015)
Diese Kuhsignale sind typische Anzeichen für eine Kuh in der Vorbrunst:
Duldungsreflex in der Hauptbrunst
Je grösser das Eibläschen in der fortschreitenden Brunst auf dem Eierstock wird, desto mehr Östrogen produziert es und umso deutlicher werden die Brunstzeichen. Über das Blut verteilt sich das Brunsthormon im ganzen Körper und ruft entsprechende Veränderungen hervor. Die Kuh bekommt einen stieren Blick, stellt die Ohren und drückt den Rücken durch. Sie bespringt die anderen Tiere von hinten und am Kopf. Das wichtigste Anzeichen für eine stierige Kuh in der Hauptbrunst ist der Duldungsreflex, der den Beginn der Hauptbrunst signalisiert. Zu diesem Zeitpunkt wehrt sich die Kuh nicht dagegen, wenn andere Tiere aufreiten. Sie „steht“.
Diese Kuhsignale sind typische Anzeichen für eine Kuh in der Hauptbrunst:
Nach dem Eisprung folgt die Nachbrunst
In der dritten Brunstphase, der „Nachbrunst" bleibt die Kuh nicht mehr stehen, wenn sie besprungen wird. Der Duldungsreflex ist vorbei. Auch ihr restliches Verhalten normalisiert sich, die Brunstzeichen klingen ab und die Kuh beruhigt sich. Bei einigen Tieren sieht man zu diesem Zeitpunkt blutigen Schleim an der und um die Scham oder am Schwanz. Diese Tiere „bluten ab".