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,,Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie – auf ihnen – über sie hinausgestiegen ist.“[1]
Wortwahl, Satzbau und so verraten einiges über die Schreiberin bzw. den Schreiber. So stammt obiges Zitat von einem katholisch erzogenen, homo-sexuellen Philosophen des letzten Jahrhunderts, der über den Zusammenhang von Sprache, Wirklichkeit und Psyche schrieb, ursprünglich aber einmal Flugzeugingenieur werden wollte.
Sprache und wie sie sich verändert, verrät auch einiges über die Gesellschaft. Kulturelle Errungenschaften, die Art des Denkens, Politik etc. Die diachrone Linguistik bzw. Ngram von Google [2] hilft diesen Wandel zu untersuchen. Ngram zeigt, wie oft ein bestimmtes Wort in allen, von Google gescannten Büchern vorkommt. Nehmen wir einen geläufigen und vielseitig verwendbaren Begriff des englischen Sprachraums (auf Grafik klicken):
Ursprünglich ein Begriff aus dem Leder-Handwerk, war ‚fuck‘ während des 17. und 18. Jahrhunderts weit verbreitetet. Immerhin ein Anteil von 0.0012% aller geschriebenen Wörter der englischen Literatur. Später verschwand er und erlebt seit einigen Jahrzehnten ein Revival. Mit etwas Theorie oder Phantasie zeigt die Grafik also den Niedergang des Leder-Handwerks, die Sexualisierung der Sprache, die Umdeutung eines Begriffs usw.
Interessant auch ein Blick auf die Weltanschauungen während der Aufklärung…
oder die Geschlechter im englischen und deutschen Sprachraum.
Ngram ist einfach zu handeln und die Rohdaten können runtergeladen werden. Gute Unterhaltung!
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[1] Ludwig Wittgenstein, 1921 Tractatus logico-philosophicus: 6.54.
[2] http://books.google.com/ngrams