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Was heute als Product Placement bekannt ist, gab es früher auch schon. So etwa heute vor 161 Jahren. An diesem Tag nämlich heiratete die britische Prinzessin Viktoria den preussischen Kronprinzen Friedrich, den späteren Kaiser Friedrich III. Die Hochzeit sah sich vielen kritischen Stimmen ausgesetzt. In den Augen der britischen Presse waren die Preussen zu konservativ. Zudem nahm man ihnen ihre neutrale Haltung während des Krimkrieges übel.
Die Hohenzollern andererseits hätten viel lieber eine Verbindung ihres Kronprinzen mit dem russischen Zarenhaus gesehen. Aber die Liebe der beiden war echt, und sie hatten die volle Unterstützung von Königin Viktoria und ihrem Gatten Albert. Als man schliesslich daran ging, den Ort der Trauung festzulegen, gab es noch einmal Spannungen zwischen Berlin und London. Aber die britische Königin konnte sich durchsetzen, und so wurde die Vermählung auf der Insel begangen. Damit bestimmten die Briten auch über weite Teile die Zeremonie. Und weil Queen Victoria und ihr Gatte ein kunstsinniges Ehepaar waren und Felix Mendelssohn persönlich gekannt hatten, bestimmten sie den Hochzeitsmarsch aus dessen «Sommernachtstraum» als Ausgangsspiel. Das machte dieses Stück so populär, dass es seither zum Standard für kirchliche Trauungen geworden ist.
So fand an der Hochzeit dieses jungen Paares des europäischen Hochadels eine Art Product Placement statt, das die Verkaufszahlen von Mendelssohns Hochzeitsmarsch in die Höhe schnellen liess.