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Strange Places
Mehrzweckhalle Löhrenacker, Aesch Sa 18. Februar 2017, 19.30 UHR
Silvestre Revueltas 1899-1940
Itinerarios
John Adams *1947 Schweizer Erstaufführung
Guide To Strange Places
Rolf Wallin *1957 Schweizer Erstaufführung
Strange News
Baldur Brönnimann Dirigent
Baldur Brönnimann ist einer der führenden Dirigenten für zeitgenössische Musik. In Basel geboren und in Pratteln aufgewachsen, wurde er an der Musikakademie der Stadt Basel und dem Royal Northern College of Music in Manchester ausgebildet. Nach seinem Studium war er dort als Lehrbeauftragter für Dirigieren tätig.
Mit seiner grossen Offenheit ist Brönnimann im Opernhaus wie im Konzertsaal viel gefragt. Zu den Höhepunkten seiner Karriere zählen die Zusammenarbeit mit La Fura dels Baus an György Ligetis «Le Grand Macabre» an der English National Opera und dem Teatro Colón, Buenos Aires; John Adams' «The Death of Klinghoffer» an der English National Opera; Kaija Saariahos «L'amour de loin» an der Norwegian Opera und dem internationalen Festival in Bergen sowie Fausto Romitellis «Index of Metals» mit Barbara Hannigan am Theater an der Wien. Am Teatro Colón dirigierte er auch Arnold Schönbergs «Erwartung», Karol Szymanowskis «Hagith» und Helmut Lachenmanns «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» mit dem Komponisten als Sprecher.
Brönnimann arbeitet eng mit Komponisten wie John Adams, Kaija Saariaho, Harrison Britwistle, Unsuk Chin und Thomas Adès zusammen und wird sehr häufig für Ur- und Erstaufführungen angefragt.
Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Baldur Brönnimann mit dem Teatro Colón in Buenos Aires, für welches er regelmässig Neuproduktionen zeitgenössischer Opern erarbeitet. Seit Januar 2015 ist er zudem Chefdirigent des Orquestra Sinfónica in Porto. Dort etablierte er Konzertprogramme, die eine Verbindung zwischen dem Standardrepertoire und unbekannten und zeitgenössischen Werken herstellen.
Bekannt für seine aussergewöhnlichen Konzertprogramme, arbeitet Brönnimann regelmässig mit Orchestern wie dem Oslo Philharmonic, dem Royal Stockholm Philharmonic, der Britten Sinfonia, dem Philharmonia Orchestra, dem BBC Symphony, dem Copenhagen Philharmonic und dem Seoul Philharmonic. Brönnimann wurde wiederholt von den führenden Ensembles für Neue Musik wie dem Ensemble interconterporain, dem Klangforum Wien und dem norwegischen BIT20, welches er bis 2015 geleitet hat, eingeladen.
Ab dieser Spielzeit 2016/17 ist Baldur Brönnimann Principal Conductor der Basel Sinfonietta und damit der erste Dirigent, der von dem selbstverwalteten Orchester in seiner 35-jährigen Geschichte für eine regelmässige Zusammenarbeit engagiert wurde. Sein Debut mit der Basel Sinfonietta gab er im Januar 2016.
Arthur Kisenyi Sprecher
Arthur Kisenyi, 1990 in Uganda geboren, ist ein Schauspieler, Regisseur und Produzent. Seine Schauspielkarriere begann 2007 mit «Strange News», einem Projekt des Norwegischen Komponisten Rolf Wallin und des Belgischen Regisseurs Josse De Pauw über Kindersoldaten in Afrika.
Kisenyi spielt in Wallins und De Pauw’s Werk, ein gross angelegtes Multimedia-Werk für Symphonieorchester, Video und Surround-Sound, einen ehemaligen Kindersoldaten. Obwohl er selbst glücklicherweise nie Kindersoldat war, ist der grausame Konflikt in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo und die eigene Geschichte Ugandas in seinen Augen sehr nah beieinander. In der Ugandischen Hauptstadt geboren und aufgewachsen, konnte Kisenyi mit 16 Jahren die Rolle an einem Casting für sich sichern. Kurz danach erarbeitete er in Oslo mit Josse De Pauw die Rolle, die vom Regisseur speziell für ihn geschrieben wurde. Seit der Premiere 2007 mit dem Oslo Philharmonic Orchestra hat Kisenyi «Strange News» in einer Vielzahl von Städten aufgeführt, unter anderem in Porto, Chicago, Toronto, Brüssel, Amsterdam, Stavanger, Birmingham und London.
Kisenyi hat Schauspiel am Departement für Performing Arts and Film der Makerere University studiert. Dort forschte er, mit Fokus auf die Theatergruppe Bakayimbira Dramactors, über die Rezeption von Theaterschaffenden in der Öffentlichkeit. In seinem Abschlussjahr wurde seine Arbeit an Nikolai Gogols «Die Heirat» als beste Regie ausgezeichnet. 2012 war er im Auftrag der «Gesellschaft der Missionare von Afrika» beim Sharing Youth Centre Nsambya unter Vertrag um dort das Schauspiel «Loud Silence» zu inszenieren, welches Themen wie Kinderarbeit, Menschenhandel und sexuelle Versklavung thematisiert. Er präsentierte später dasselbe Stück an der Mbarara University of Science & Technology und an der Maryhill High School Mbarara auf.
Er leitete und spielte unter anderem in Inszenierungen von Shakespeares «König Lear», Gogols «Der Revisor» und afrikanischen Stücken wie «Like Amanita»,«Betrayal in the City», «Voice of the People» und «Echoes of Silence» mit.
Turnhallen: Orte der Kurzweil aber auch Anlaufpunkte für die Gesellschaft, Notunterkünfte.
Das Ungewisse, Vertreibung und Flucht stehen daher im Zentrum dieses Konzerts, gespielt in einer Sporthalle.
«Itinerarios» und «Guide to Strange Places» sind Wegweiser in die Fremde. Revueltas verarbeitet in seinem Werk den spanischen Bürgerkrieg. Und in «Strange News» setzten sich Wallin und Regisseur De Pauw schliesslich mit den Auswirkungen des Krieges in Zentralafrika auseinander.
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