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Bildlegende 1: Diktator Mobutu Sese Seko (2. v.l.) bei einem Treffen mit US-Präsident Richard Nixon (3. v. l.) im Jahr 1973.
Das ist eine weit verbreitete Kritik, die auch Schützenhilfe aus den eigenen Reihen erhalten hat.
Valentin Groebner, Professor für Mittelalter an der Uni Luzern, hat nicht nur grossartige Referate für die Volkshochschule Zürich gehalten. Er hat in seinem Essay «Wissenschaftssprache. Eine Gebrauchsanleitung» seinen Kolleginnen und Kollegen auch geraten, komplizierte Satzkonstruktionen, Passivsätze und Ähnliches zu vermeiden. Selbstverständlich schreiben auch viele Historiker*innen nicht unnötig kompliziert: «Es gibt grossartige Gegenbeispiele, aus allen Disziplinen» ergänzt Groebner.
Dazu zählt sicherlich der Archäologe David Van Reybrouck. Dessen Werk «Kongo – Eine Geschichte» löst alles ein, was ein grossartiges Buch ausmacht. Der Belgier hat in sechs Jahren unzählige Interviews mit Kongoles*innen geführt und deren Zeugnisse zu einer meisterhaft komponierten und erschütternden Erzählung verwoben.
Auf 650 Seiten lässt Van Reybrouck die Irrfahrten von Henry Morton Stanley aufleben. Er schildert die grausamen Zustände im «Freistaat Kongo» unter belgischer Herrschaft. Und er nimmt uns mit ins schwül-heisse Kinshasa zum «Rumble in the Jungle». Der Boxkampf von Muhammad Ali gegen George Foreman gilt vielen auch wegen seiner politischen Komponente als das grösste Sportereignis im 20. Jahrhundert. Wir sitzen am Tisch, wenn die Tochter von Präsident Mobutu Hochzeit feiert – mit 2500 Gästen, Kaviar, Hummer und französischen Weinen. Nachdem der Diktator endlich stürzt, versinkt das Land in blutigen Bürgerkriegen.