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Ingenieur der anglo-irischen Telegraphen-Compagnie ernannt. In dieser Eigenschaft beteiligte er sich an der Legung des submarinen
Kabels zwischen England und
Irland. In
Verbindung mit Cyrus West Field (s. d.) entwarf er 1856 den
Plan einer telegr.
Verbindung
zwischen Europa
[* 2] und
Amerika
[* 3] und wurde von der Compagnie, die sich zur Ausführung dieser Idee bildete,
zum
Chef-Ingenieur erwählt. Nach Mißglücken des ersten, 1857 angestellten Versuchs gelang es im Aug. 1858, das
Kabelzu legen.
Bright ward Ingenieur der
British-Telegraph-Company und übernahm die
Führung des
Telegraphenkabels durch den
PersischenMeerbusen
nach
Indien, die 1864 vollendet wurde, später war er besonders mit der Legung von
Kabeln in Westindien
[* 4] beschäftigt, von welchen das wichtigste, das die westind.
Inseln mit Panama
[* 5] verband, 1871 vollendet wurde. 1865‒68 saß
Bright als Mitglied für Greenwich im Parlament; er starb Von ihm erschien unter anderm: «Report
of the committee on standards of electrical resistance» (Lond. 1863).
(spr. breit),John, engl. Staatsmann, geb. als
Sohn eines Quäkers und Besitzers einer Kattunfabrik bei Rochdale. Neben seiner Thätigkeit im väterlichen
Geschäft trieb
Bright histor. und polit.
Studien und unternahm große
Reisen auf dem Festlande. Er war schon früh für die Parlamentsreform eingetreten;
seine eigentliche polit. Wirksamkeit begann aber erst 1838 mit seinem Anschluß an die
Anti-Kornzoll-Liga.
Im Parlament, wo er 1843 Durham, seit 1847 Manchester
[* 6] vertrat und mit Cobden Führer der sog.
Manchesterpartei (s. d.) wurde, focht er für Freihandelspolitik.
Nach außen vertrat er eine Politik des Friedens und der Nichteinmischung in die Angelegenheiten fremder
Staaten. Seine Opposition
gegen den
Orientkrieg 1854 machte ihn sehr unpopulär, sodaß er sich einige Jahre von der Öffentlichkeit fern hielt. 1858 von
den Liberalen
Birminghams wieder ins
Unterhaus gesandt, erstrebte er eine neue
Reform des Parlaments, die der leitende
Gedanke
seines polit. Wirkens im ganzen folgenden Jahrzehnt war. Er unterstützte die Reformpläne der Konservativen
wie der Liberalen.
Die
Bill des konservativen
Kabinetts Derby hatte B.s vollen Beifall und wurde unter seiner Mithilfe 1867 zum Gesetz erhoben.
Im ersten
KabinettGladstones 1868 erhielt er das Handelsministerium, mußte aber wieder die Zeit 1870‒72 seiner Gesundheit
wegen in der Zurückgezogenheit verbringen. Er war ein heftiger Gegner der orient. Politik Lord
Beaconsfields
und trat 1880 als Kanzler des Herzogtums Lancaster in das zweite Ministerium
Gladstone. Wegen seiner friedensfreundlichen
Anschauungen aber überwarf er sich mit
Gladstone, als dieser mit dem
Bombardement von
Alexandria (Juli 1882) seine ägypt. Politik
eröffnete.
Noch größer wurde die Kluft durch die von
Gladstone geleitete Homerule-Bewegung, die Bright auf die Seite
der liberalen
Unionisten und zur Unterstützung des konservativen Ministeriums Salisbury führte. Er starb Für
die innere
Entwicklung Englands und
die Hebung der untern
Klassen hat Bright vielfach segensreich gewirkt, jedoch nach außen hat
sein liberaler Doctrinarismus sich oft als sehr kurzsichtig bewiesen. Als Volksredner war er unübertroffen
und auch im Parlament von großer Wirkung; seine Reden sind gesammelt in: «Speeches on parliamentary reform»
(London
[* 7] 1867),
«Speeches on questions
of public policy» (hg. von Rogers, 2 Bde.,
ebd. 1869),
(spr. breit’n), ursprünglich Brighthelmstone, Stadt und Seebad in der
GrafschaftSussex an der Südküste
Englands, früher ein Fischerort, zählte 1801 nur 7300, 1891 115402, mit Hove (s. d.) 141499
E. Die Stadt breitet sich teils am Abhange eines Hügels, teils mit prächtiger Fronte von 4‒5 km Länge am Meeresufer
aus. hat viele Prachtgebäude, elegante Hotels, darunter die Riesengebäude des
Grand Hotel und des Hotel Metropole und
überhaupt zierliche Häuser, hauptsächlich an der Esplanade in King’s-Road, am
Brunswick-Square, am Old
Steine und in Queen’s-Mansions.
Die Badeanlagen sind in engl.
Weise sehr großartig ausgeführt. Zwei
Piers, besonders New- oder
West-Pier (350 m lang), bilden
den Sammelpunkt der Fremden. Ein neues
Pier im östl.
Teile B.s ist imBau. Sehenswert ist das
Aquarium mit
überaus reichhaltigen Sammlungen, und der «Royal Pavilion», ein prachtvolles
Sommerschloß in russ.-orient.
Stile, 1784‒1817 nach
Muster des
Moskauer Kremls für 250000 Pfd. St. von
Georg Ⅳ. erbaut,
mit
Ball- und Konzertsälen, Versammlungsräumen und Parkanlagen.
Das Schloß, seit 1850 städtisches Eigentum, enthält ein Museum mit geolog. und zoolog.
Sammlung, eine
Bibliothek und Lesesäle. Außerdem besitzt Brighton eine Gemäldegalerie, eine stattliche
Pfarrkirche in got.
Stile,
ein
DenkmalGeorgs Ⅳ., drei
Theater,
[* 8]
Cirkus,
[* 9] Wettrennen auf den
South Downs und zahlreiche Einrichtungen eines vornehmen Badeortes.
Die Zahl der Fremden beträgt alljährlich etwa 50000. Die großen Vorzüge B.s als Badeort liegen in der
geringen Entfernung von
London (82 km in 1½‒2
Stunden) und in der vortrefflichen Luft. Der
Strand ist steinig. Bei dem
Mangel
eines
Hafens sind Seehandel und Fischerei
[* 10] unbedeutend; der Fremdenbesuch bildet die Haupteinnahmequelle der Bewohner. –
Wie zahlreiche Reste in der Umgebung beweisen, ist Brighton röm. Ursprungs;
es verdankt seinen großartigen Aufschwung als Seebad den alljährlichen Besuchen
Georgs Ⅳ. Seit 1867 ist die Stadt im Parlament
durch zwei
Abgeordnete vertreten.
Krankheit
(MorbusBrightii,Nephritis parenchymatosa), eine erst durch den engl. Hospitalarzt Richard
Bright (spr. breit, geb. 1788, gest. als
Leibarzt der Königin Victoria)
[* 11] 1327 bekannt gewordene, obschon sehr gewöhnliche entzündliche Nierenkrankheit,
welche eine der häufigsten
Ursachen der
Wassersucht (s. d.) abgiebt. Sie besteht darin, daß in den die feinen Harnkanälchen
der
Niere umspinnenden Haargefäßnetzen infolge entzündlicher Vorgänge anstatt der Harnabscheidung eine
Ausschwitzung der
eiweißartigen Blutbestandteile stattfindet. Diese erscheinen nun teils im
Urin alsEiweiß (daher der
NameEiweißharnen,
Albuminurie), teils setzen sie sich in das Gewebe
[* 12] der
Nieren, schwellen dieses an, gerinnen daselbst als
eigentümlich glasartig durchscheinende, faserstoffähnliche Exsudatmassen (sog.
Faserstoff- oder Fibrincylinder) und verschrumpfen
späterhin, wodurch die harnabsondernden Nierenkanälchen nach
¶
Der Verlust an Eiweißstoffen, welchen der Körper bei der Brightschen Nierenkrankheit erfährt, ist bisweilen außerordentlich
beträchtlich; bei manchen Kranken beträgt er im Durchschnitt täglich 15-20 g. Die Krankheit tötet daher häufig, oft ziemlich
schnell (akute Brightsche Krankheit), zumeist unter den Erscheinungen der Harnvergiftung (s. d.); sie kann sich aber auch jahrelang hinausziehen,
sobald noch einige Partien der Nieren zur Harnabsonderung fähig bleiben (chronische Brightsche Krankheit).
Die Brightsche Krankheit entsteht am häufigsten nach starken Erkältungen oder Durchnässungen der Haut,
[* 14] kommt aber auch häufig als Nachkrankheit
des Scharlachfiebers (Scharlachwassersucht), der asiat. Cholera, nach Typhus, im Gefolge von Krebs,
[* 15] von Herzkrankheiten, bei
Säufern, nach Quetschungen der Lendengegend, Mißbrauch starker harntreibender Mittel u. s. w. vor. Man erkennt sie durch
Kochen des Harns (s. Eiweißharnen) und andere chem. Prüfungen seines Eiweißgehalts.
Außer den Erscheinungen der Wassersucht, welche zumeist mit Anschwellungen der Augenlider und der Knöchel
beginnt, findet man bei solchen Kranken gewöhnlich eine ausfallende Blässe und Abmagerung, Verminderung, selbst Unterdrückung
der Harnabsonderung, zeitweilige Schmerzen in der Nierengegend, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Verdauungsstörungen
(Appetitlosigkeit, Erbrechen), Verminderung, ja selbst völliges Erlöschen des Sehvermögens u. s. w.
Die Behandlung ist schwierig und erfordert je nach den verschiedenen Stadien der Krankheit ein verschiedenes
Verfahren. Im allgemeinen ist außer einem streng geregelten diätetischen Verhalten, körperlicher Ruhe und dem Fernhalten
jedweder, die Nieren irritierender Schädlichkeit von einer methodischen Anregung der Hautthätigkeit durch heiße Bäder mit
nachfolgendem Einschlagen des Körpers in wollene Decken, sowie von der Darreichung harntreibender und die
Darmschleimhaut reizender Mittel das meiste zu erwarten; die drohende Blutverarmung ist durch reichlichere Zufuhr eiweißhaltiger
Nahrung, durch Eisen- und Chinapräparate zu bekämpfen.
Nierenkranke sollen sich ängstlich vor Erkältungen hüten, stets wollene Unterkleider tragen sowie bei rauhem Wetter
[* 16] und
in der Abendluft nicht ausgehen. Vielen Kranken bekommt eine methodische Milch- oder Buttermilchkur vortrefflich.
Treten Krämpfe oder andere gefahrdrohende Erscheinungen der Harnstoffvergiftung des Blutes ein, so kommen Eisumschläge auf
den Kopf, stark abführende sowie anästhetische Mittel, vorzüglich Chloralhydrat und Chloroform, in Anwendung. -
Vgl. Frerichs,
Die Brightsche Nierenkrankheit (Braunschw. 1851);