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Aktualisiert: 23. Aug 2020
Hunde gehören wie ihre Vorfahren die Wölfe zur Ordnung der Karnivoren, bzw. Fleischfresser. Aber auch Wölfe sind keine reine Fleischfresser, sondern fressen auch Obst, Beeren, Gräser, Wurzeln und Kräuter. Ihr Gebiss und Verdauungs-system ist auf den Verzehr von Beutetiere (Muskelfleisch, Innereien, Knochen, Magen) ausgelegt, womit auch alle lebenswichtige Nährstoffe abgedeckt sind (Eiweiss, Fett, Vitamine, Mineralien, Enzyme und Ballaststoffe). Hunde sind also nicht auf Kohlenhydrate als Energiequelle angewiesen solange Sie genug Fett und Proteine aufnehmen. In erster Linie sollten tierische Fette die Hauptenergiequelle für den Hund sein, insofern er diese gut verträgt. Glukose kann der Hund ausserdem selber aus Aminosäuren herstellen und braucht dazu keine Kohlenhydrate.
Leider enthalten viele Fertigfutter oder auch von Tierärzten verordnete Rohfütterungspläne einen Grossteil an Getreide oder Kartoffeln, wobei sich die Deckung des Energiebedarfs nicht am Beutetierkonzept orientiert und anstatt über Fett über Kohlenhydrate gedeckt wird.
Eine auf Getreide basierende Ernährung hat einige gesundheitliche Nachteile. Es werden nicht genügend Magensäfte gebildet, da diese mit dem fehlenden Schlüsselreiz Fleisch stimuliert werden. Folglich werden Bakterien nicht abgetötet, es kommt oft zu Fehlgährungen, Durchfall, Magenumdrehungen und Parasitenbefall. Ausserdem wird die Bauchspeicheldrüse mit der Produktion von Enzymen, welche für die Verdauung von Kohlenhydraten benötigt werden, überfordert. Dies weil die Verdauung des Hundes nicht auf grosse Menge pflanzliche Nahrung ausgerichtet ist und ausserdem das hocherhitze Fertigfutter selber kaum noch Enzyme enthält.
Kohlenhydrate sind im Normalfall nicht nur unnötig, sondern sie verdrängen als nährstoffarmes Futtermittel die nährstoffreichen Futtermittel aus dem Futterplan (Fleisch, Innereien, Knochen). Ausserdem enthält Getreide Phytat, welches die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen beeinträchtigt. Dies einer der Gründe warum die Bedarfswerte an Nährstoffen bei Fertigfutter höher sind als wenn der Hund gebarft wird (Mehr dazu im BLOG-Artikel: Ist BARF bedarfsdeckend?)
Da grosse Mengen Kohlenhydrate schwer verdaulich sind, verschiebt es die Eiweissverdauung teilweise vom Dünndarm in den Dickdarm, was dazu führt, dass zelltoxisches Ammoniak durch bakterielle Fermentation im Dickdarm ausgeschüttet wird. Nicht zuletzt erhöhen Kohlenhydrate den Insulinspiegel was entzündungsfördernd ist.
Fazit: Kohlenhydrate sind für Hunde grundsätzlich nicht nötig und sollten in grossen Mengen nicht gefüttert werden. Kohlenhydrate können in kleinen Mengen, müssen aber nicht gefüttert werden. Verträgt der Hund Fett, sollte dies unbedingt die Hauptenergiequelle darstellen. Bei Katzen haben Kohlenhydrate ausserdem im Futterplan nichts verloren, da diese reine Fleischfresser (obligate Karnivoren) sind.