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Shoppst du dich lieber glücklich?
Oder kennst du deine inneren Bedürfnisse? Und getraust du dich, sie auszusprechen und einzufordern?
Auch du hast Bedürfnisse. Das Bedürfnis zu Essen, wenn dein Magen knurrt. Zu Trinken, wenn du durstig bist. Zu schlafen, wenn du müde bist. Dich warm anzuziehen, wenn du kalt hast. Einen Schirm aufzuspannen, wenn es regnet. Wasser zu lassen, wenn deine Blase voll ist. Bei den Grundbedürfnissen fällt die Befriedigung leicht.
Du überlegst dir nicht, ob du das für dich jetzt einforderst oder nicht. Du tust es einfach. Ja, weil es beim einen oder anderen Bedürfnis sonst auch ein unangenehmes "Pfützchen" geben kann. Das wäre dann wohl superpeinlich. Und auch bei den materiellen Bedürfnissen ist das Verlangen meist sonnenklar. Aber wie steht es um deine inneren Bedürfnisse?
Kürzlich wurde mir das Bedürfnis eines hinter mir fahrenden Autofahrers auf der Autobahn sehr bewusst. Er klebte förmlich am Hintern meines Autos. Sein Bedürfnis nach Überholen drückte er sonnenklar aus. Ich spürte regelrecht seine pulsierende, ungeduldige Energie in meinem Nacken. Vermutlich wetterte er noch lautstark dazu. Doch alles nützte nichts. Denn auch ich konnte nicht schneller fahren und nahm es mit Gelassenheit. Denn wenn nix geht, geht nix. Ob ich nun dabei schäume oder lächle, spielt der Kolonne vor mir keine Rolle. Er blieb aber in seiner Rolle und forderte sein Bedürfnis nach Überholen bis zur Auflösung der Kolonne ein. Ich möchte jetzt hier nicht darauf hinweisen, ob man sich besser mit einem «Schäumen» oder «Lächeln» der Position in der Kolonne bewusst wird, sondern möchte nur das glasklare Bild des Einforderns eines Bedürfnisses vermitteln. Und ich bin mir sicher, jeder weiss jetzt auf was ich hinauswill.
Aus meiner Praxistätigkeit weiss ich, dass die Klarheit über die inneren Bedürfnisse, geschweige denn das Aussprechen dieser, weit zurück über den Bergen bei den sieben Zwergen liegt. Oh ja, auch ich stand mal hinter diesen Bergen. Ich habe mich sogar regelrecht hinter ihnen versteckt. Das geht erstaunlich gut und es gibt dadurch auch keine Unbequemlichkeiten wie Konflikte, Konsequenzen oder mögliche Veränderungen. Nur ich bleibe wieder mal auf der Strecke, aber das ist ja nicht so schlimm «gäll»?
Und da sind wir genau wieder mal beim Punkt. Du stellst dich schon wieder hinten an. Alle anderen schön vor dich auf den Podest stellen, nur dich selbst nicht. Und dadurch sprichst du deine Bedürfnisse dann lieber nicht aus. Oder du machst dir schon gar nicht erst Gedanken darüber, welche das sein könnten. Weil es von dir vielleicht nicht erwartet wird? Du nicht als egoistisch abgestempelt werden willst? Du dich nicht getraust diesen Raum einzunehmen? Du doch nicht so klar und direkt sein kannst? Was denkt den bitte schön das Gegenüber! Du könntest noch als unfreundlich durchgehen!!
Nimm dir bitte als Erstes Zeit, dir Klarheit über deine Bedürfnisse zu verschaffen, wenn du es nicht schon getan hast.
Welche Bedürfnisse hast du:
- In Bezug auf dich selbst?
- In deinem Beruf?
- In deiner Partnerschaf?
- In deiner Familie?
- In deinem Freundeskreis?
- An dein Leben?
Richtig hier geht ein grandioses «Wunschkonzert» auf. Je klarer du da bist, desto klarer kannst du deine Bedürfnisse aussprechen. Und gerade in Form einer Beziehung sei es nun in der Familie, Partnerschaft, im Geschäft oder Freundeskreis ist das enorm wichtig. Nur so kannst du in Beziehung gehen. Bist du dir darüber vollkommen im Klaren? Es lohnt sich. Das kann ich dir jetzt schon versprechen.
Und dann kommen wir vermutlich zu dem Teil, wo es schwieriger wird. Diese Bedürfnisse auszusprechen und einzufordern. Wie sage ich das meinem Partner, damit er mich nicht falsch versteht? Damit er sich nicht zurückgewiesen fühlt? Oder was ist, wenn er darauf gar nicht eingeht? Was passiert dann? Ach nein, ich lass es doch lieber sein. Das kann sonst nur Verwirrung, Schmerz oder Frust verursachen. Und für was? Nur damit ich auf meine Kosten komme? Das ist doch wirklich zu viel verlangt! Purer Egoismus. Was fällt mir da überhaupt ein. Echt jetzt.
Natürlich sollst du sie kommunizieren. Oh ja, ich möchte dich geradezu ermutigen deine Bedürfnisse auszusprechen. Zuerst mal, dir ganz klar zu werden, welche Bedürfnisse du überhaupt hast. Was tut dir gut? Was magst du? Was ist dir wichtig? Wofür brennst du? Ohne schon darüber nachzudenken, wie es beim Gegenüber ankommt. Sonst gibst du dem von vornherein schon mehr Gewicht. Nimm dich ernst in deinen Bedürfnissen. Und hab den Mut für sie einzustehen. Wenn du es nicht tust, wer dann?
Und wenn nicht, kannst du dich auch weiterhin glücklich shoppen. Sofern du lieber zu den Menschen gehörst, die Kompensieren und Verdrängen, anstatt in Bewegung zu bleiben und eine Veränderung zu riskieren.
Für die Letzteren: «Deine Zeit ist JETZT». Viel Freude und Mut beim Ausprobieren und Umsetzen.