Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/1289

Nikolaus Beutler
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 25. November 1736
Priesterweihe: 11. Juni 1740
Primiz: 29. Juni 1738
Präzeptor der Stiftsschule: 1741–1743
Kustos: 1741–1747
Direktorist: 1741–1747
Zeremoniar: 1741–1747
Unterpfarrer in Engelberg: 1746–1747
Spiritual in Altstätten: 1747–1775
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Heinrich Beutler, Pfleger und Statthalter, und der Verena Utiger.
Paten: Landvogt Josef Anton Utiger und M. Barbara Twerenbold.
Lebensbeschreibung[1]
Die Beutler sind ein Geschlecht der Stadt Zug. Hier wurde P. Nikolaus den Eltern Heinrich Beutler, Pfleger und Statthalter, und der Verena Utiger geboren. Er erhielt in der Taufe am 16. Januar 1717 den Namen Johann Heinrich Anton. Die Paten waren Landvogt Josef Anton Utiger und M. Barbara Twerenbold. Der Taufschein trägt die Unterschrift von Pfr. Beat Wickerd Dekan. Der Vater zahlte an Aussteuer in drei Raten 525 gld. Der Sohn besuchte das Gymnasium in Zug, da nach dem Klosterbrand alle Schüler nach Hause geschickt wurden, weil es an Lehrern und Unterrichtsräumen fehlte.
1735 kam er mit dem späteren Abt Maurus Zingg ins Noviziat nach Engelberg und legte am 25. November 1736 die Profess ab. Den Subdiakonat empfing er am 1. März 1738 in Luzern durch den Nuntius Giovanni Battista Barni in seiner Hauskapelle, den Diakonat am 14. März 1739 durch den Nuntius ebendort. Den Presbyterat erteilte ihm Nuntius Carlo Francesco Durini. Weil er noch zu jung für die Priesterweihe war, hatte er durch den Nuntiatursekretär J.B. Castoreo Dispens erhalten und dafür 14 Taler bezahlt.
P. Nikolaus wurde schon als Frater am 7. November 1738 zum zweiten Kapellmeister ernannt und besorgte den Gesangsunterricht bei den Novizen. Bei der Primiz am Fest der Apostelfürsten am 29. Juni 1738, in der Holzhütte, die als Notkirche während der Bauzeit diente, war der Propst von Bischofszell, zugleich Dekan und Pfarrer in Zug, Festprediger und geistlicher Vater: Beat Karl Wickert. Von ihm erwähnt das Verkündbuch bei Ankündigung der Primiz ausdrücklich, er sei vor 35 Jahren in Engelberg Klosterschüler gewesen.
1741 wurde P. Nikolaus Präzeptor der Schule, zudem Kustos und Rubrizist. 1746 war er Unterpfarrer in Engelberg und erster Zeremoniar. Als junger Pater war er dem kränklichen P. Ildephons Straumeyer bei der Niederschrift seiner Annalen behilflich, indem er die Ereignisse unter Abt Jakob Benedikt Sigerist aus den Annalen des Abtes Plazidus Knüttel kopierte.[2] Am 21. August 1747 erfolgt seine Ernennung zum Spiritual des Frauenklosters Maria Hilf in Altstätten, wo er bis 1775, also volle 28 Jahre tätig war, sodass ihn bei seiner Rückkehr ins Kloster manche jüngere Mitbrüder nicht mehr kannten.[3] Am 15. Februar 1770 erhielt er von der Kurie in Konstanz die Erlaubnis zur Ausübung der Seelsorge, wohl als Erneuerung einer früheren Erlaubnis.
In seinen letzten Klosterjahren besuchte er regelmässig den Chor bei Tag und Nacht mit grösster Pünktlichkeit, wie er überhaupt ein Muster klösterlicher Ordnung war. Die letzten 14 Monate war er wegen Altersschwäche ans Bett gebunden. Er starb am 6. Oktober 1788 an Wassersucht.
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- Straumeyer, Annales 7, StiArEbg cod. 227, S. 95ff.
- Ibidem. Dazu von Roosen, Wilhelm, Denkwürdigkeiten von Altstätten 1922, S. 77, der die Beichtigerzeit auf 30 Jahre aufrundet.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 128.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.