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Rohstoff Wasser
Der natürliche Wasserkreislauf auf der Erde wird von der Sonne in Bewegung gehalten. Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet ein Teil des Meerwassers. Es bilden sich Regenwolken, die vom Wind über das Festland getragen werden. Die Niederschläge aus diesen Wolken speisen Bäche, Flüsse und Seen. Wasserkraftwerke entnehmen diesem natürlichen Kreislauf einen kleinen Teil Wasser, der aber – in sauberem Zustand – wieder an die Flüsse zurückgegeben wird. Bei dieser Art der Energieerzeugung gibt es keinen Verbrennungsprozess – damit entstehen weder Kohlendioxid noch Stickoxide wie bei Gas-, Kohle- oder Ölkraftwerken. Die Energie des Wasserkreislaufs treibt die Turbinen in Wasserkraftwerken an; von den angekoppelten Generatoren wird mechanische in elektrische Energie umgewandelt. So entsteht umweltfreundlich erzeugter Strom.
In einem Laufkraftwerk wäre die Energieproduktion gemäss dem anfallenden Wasser über das ganze Jahr verteilt. Dank dem Saisonspeicher im Valle di Lei ist es jedoch möglich, einen grossen Teil der Produktion vom Sommer in den Winter zu verlagern. Dazu wird einerseits das Wasser der obersten Gefällstufe im Sommer im Speicher zurückbehalten und anderseits Wasser aus dem Ausgleichsbecken Ferrera oder dem Stausee Sufers hochgepumpt. So gelingt es, die Produktion weitgehend dem Verbrauch anzupassen. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wurden 45 % der Energie im Winter erzeugt. Trotz des grossen Speichers im Valle di Lei wird ein grosser Anteil Laufenergie produziert, denn das Wasser fällt im Sommer nicht gleichmässig verteilt an, und die Pumpen in Ferrera sind nicht für Hochwasser oder die Schneeschmelze dimensioniert. Im oben genannten Zeitraum wurden pro Jahr durchschnittlich 593 Millionen Kilowattstunden (kWh) Laufenergie und 696 Millionen kWh Speicherenergie abgegeben.