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Jedes seiner bisher sieben Alben erreichte in den USA mindestens Goldstatus. Von Nas bis Justin Bieber hat er für jeden und seine Mutti einen punktgenauen Sechzehner abgeliefert. Mit Disturbing Tha Peace betreibt er ein Label, das sich bereits seit zehn Jahren im Haifischbecken namens Musikindustrie zu behaupten mag. Auch in der Filmindustrie konnte er sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Rappern mit Schauspielambitionen, etablieren. Auf der Liste der bestverdienendsten Rappern landete er 2009 mit 16 Millionen auf Platz 6. Dieses nette Sümmchen kam auch zustande, da er mit Conjure einen eigenen Cognac besitzt, in Atlanta ein Restaurant führt und sonst noch einige Werbedeals eingetütet hat. Kurz gesagt ist Luda das, was man gemeinhin als Entrepreneur bezeichnet. Mit ihm ein Interview führen zu wollen soll dann auch ungefähr so schwierig sein, wie sich mit dem CEO eines Grosskonzerns kurz zu Kaffee und Kuchen zu treffen. Bei seinem zweiten Besuch in der Schweiz anlässlich des Konzerts am Royal Arena Festival machte der 32-Jährige jedoch eine Ausnahme. Kurz bevor er die Bühne betrat, um sich quer durch seinen Hitkatalog zu spielen, wurden wir für die Audienz in den mit seiner Entourage gefüllten Container geholt. Nachdem Luda mit seiner Crew noch die Setliste durchdiskutiert und sein Manager sich vergewissert hatte, dass sich auf dem Frageblatt auch nichts Unangenehmes befindet, konnte es losgehen. Das Warten wurde dann leider nur mit einigen sehr kurzen, teils aus dem Marketinglehrbuch übernommenen, Antworten belohnt.
Wie kam es, dass „Battle of the Sexes“ von einem Collabo-Album mit Shawnna zu einer Soloplatte wurde?
Es war von Beginn weg geplant, dass „Battle of the Sexes“ ein Album von mir und diversen Females aus der Musikindustrie wird und genau das ist es auch geworden.
Du sollst auch einen Song mit Lauryn Hill für die Platte geplant haben.
Ich versuche immer noch diesen Song auf die Beine zu stellen, also drückt die Daumen!
Was kannst du uns schon über dein kommendes Album „Ludaverseal“ verraten, für das du bereits mit den Neptunes im Studio warst?
Ich habe erst mit der neuen Platte begonnen, es gibt also eigentlich noch nicht all zu viel darüber zu berichten. Wie du erwähnt hast, war ich mit Pharrell im Studio, ich möchte aber darauf hinweisen, dass nicht die ganze Platte von The Neptunes produziert sein wird.
Du sollst deine Stimme versichert haben. Du hältst es also mit Guru und bist auch der Meinung, dass es „mostly the voice“ ist?
Definitiv, meine Stimme ist eines meiner wichtigsten Instrumente. Sollte ich diese eines Tages verlieren, will ich abgesichert sein, dass ich mein Leben weiterhin so leben kann, wie ich es mir vorstelle.
Neben der Musik bist du noch in verschiedenste andere Geschäfte involviert, du verkaufst etwa deinen eigenen Cognac. Wie bringst du alles unter einen Hut?
Ich versuche einfach eines nach dem anderen anzupacken. So trage ich zwar viele verschiedene Hüte, kann aber alles trotzdem irgendwie miteinander vereinbaren, was grossartig ist. Ich trinke schon lange Cognac und wollte deshalb ein Qualitätsprodukt für all die verantwortungsbewussten Trinker abliefern.
Du hast Ende der Neunziger eine Music Management-Schule absolviert. Wusstest du also schon seit jeher, dass du Entrepreneur und Künstler gleichzeitig sein musst?
Absolut, denn seit ich mich erinnern kann heisst es, dass in dieser Industrie 90 Prozent Business und 10 Prozent Musik sind. Deshalb wollte ich soviel wie irgendwie möglich über das Business erfahren.
Würdest du sogar soweit gehen, Ludacris als ein Produkt und nicht unbedingt nur einen Künstler zu bezeichnen?
Ludacris ist ein Brand. Es ist definitiv ein Produkt und mehr als nur ein Name.
Du sagst Atlanta sei für die Musikindustrie, was Hollywood für das Filmgeschäft ist. Woran liegt es deiner Meinung nach, dass es so lange gedauert hat bis Atlanta aus dem Schatten von New York oder L.A. treten konnte?
Atlanta war schon immer so gross, nur hat der Rest der Welt keine Kenntnis davon genommen. In Atlanta gibt es sehr viele Leute mit Talent plus viele kluge Köpfe, die etwas vom Geschäftlichen verstehen.
Dein Label Disturbing Tha Peace feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Einige Künstler verliessen in letzter Zeit das Label, gleichzeitig hast du einige neue Namen ins Boot geholt. Was können wir in naher Zukunft erwarten?
Das liegt in der Natur einer Plattenfirma; einige Künstler verlängern, andere verlassen die Firma und neue kommen hinzu. Das ist die Entwicklung, die jede Firma durchmacht und wir sind diesbezüglich nicht anders, als jedes andere Label.
Wie würdest du denn deine neuen Künstler wie B.X.C oder T.K.-N-Ca$h umschreiben?
Sie bringen einen neuen Sound, mit dem sie ihre eigene Nische in der Musikindustrie finden werden.
Die letzten beiden Veröffentlichungen bei DTP, Willy Northpole und Playaz Circle, blieben hinter den Erwartungen zurück. Wo siehst du die Gründe?
Die Definition von Erfolg liegt immer im Auge des Betrachters. Ein gutes Album bleibt auch ein gutes Album, wenn es nicht so viel verkauft hat. Meiner Meinung nach waren das zwei super Platten und ich bleibe bei dieser Meinung.
Im Vergleich zu den meisten Rappern hast du es geschafft, dich auch im Filmgeschäft zu etablieren und nicht nur in B- und C-Movies aufzutreten. Was hast du besser gemacht?
Ich habe ein gutes Team um mich, ich lese viele Drehbücher und bin grundsätzlich sehr fokussiert darauf, sicherzustellen, dass ich die richtigen Rollen auswähle. Daran arbeite ich meiner Meinung nach sehr hart.
Wo können wir dich auf der Leinwand sehen?
Als nächstes steht „The Fast and The Furious 5“ an, der nächstes Jahr in die Kinos kommen wird.
Nach weniger als 10 Minuten Interview, von denen Luda die gefühlte Hälfte weiter mit seinen Homies über sein Set sprach, befand der Manager, dass wir die Zeit seines Schützlings genügend in Anspruch genommen hätten.