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Gründungsdatum: November 1986
Fläche: 34.400 Hektar
Ökosystem: Restinga
Relief: Küstenebene mit Dünen und Restingas
Aktivitäten: Wanderungen, Birdwatching, Foto-Trekking und Umwelterziehung.
Ort: Bundesstaat Rio Grande do Sul – Munizipien Mostardas, Tavares und São José do Norte
Stellen Sie sich vor, zum Himmel aufzuschauen und ein Ballett der Natur zu geniessen, das von verschiedenen Vogelschwärmen inszeniert wird, die über Ihnen kreisen. Vögel, die aus allen Winkeln des amerikanischen Kontinents hergekommen sind – vom Nordpol bis zur Antarktis. Dies ist der Nationalpark “Lagoa do Peixe“, ein Sanktuarium der Zugvögel, die sich hier in Schwärmen einfinden, angelockt vom Wasser, das reich an Plankton, Krustentieren und Fischen ist.
Der Park selbst beschützt einen Streifen “Restinga“ in seinem Urzustand, der sich aus Lagunen, nativem Wald, Campos und Dünen zusammensetzt – hier gibt es Meeres- und Lagunenstrände, welche die « Lagoa dos Patos » vom Atlantischen Ozean trennen. Diese Diversifikation an Habitats und der Überfluss an Nahrung erlauben eine harmonische Koexistenz vieler Tiere. In diesem Paradies kann man 182 Arten von Vögeln beobachten, Dutzende von Säugetieren und Reptilien.
Der Park wurde im November 1986 geschaffen, er erfasst Teile der Munizipien von Mostardas, Tavares und São José do Norte im Bundesstaat Rio Grande do Sul, dem südlichsten Bundesstaat Brasiliens. Er beschützt in erster Linie eine der wenigen Salzwasserlagunen an der brasilianischen Küste, mit einer Ausdehnung von 40km und 1,5km Breite. Seine internationale Bedeutung wurde 1991 anerkannt, indem man ihn ins “Hemisphärische Netz der Reservate für Zugvögel“ integrierte, innerhalb des “Biospherical Reserve“ der UNESCO. 1993 trat Brasilien der “Ramsar-Convention“ bei und stellte diesen Park als ein Reservat von Weltbedeutung zum Schutz von Feuchtgebieten und repräsentativen Beispielen eines Küsten-Ökosystems, vor.
Das Gebiet, das seit zirka 400 Jahren von den Tupi-Indianern bewohnt wurde, ist heute von einigen Fischerkommunen besiedelt, die von den portugiesischen Azoren-Inseln eingewandert sind. Sie leben in kleinen Kommunen rund um die Lagoa do Peixe und die Lagoa dos Patos – eigentlich ist ihr Einwanderungsstatus bis heute nicht offiziell geregelt. Zirka dreissig Fischerfamilien leben innerhalb der Parkgrenzen, wo sie mit Genehmigung der IBAMA (Umweltschutz-Behörde) fischen dürfen, denn ihre Art zu fischen ist kaum abträglich für den Naturschutz.
Die Lagoa do Peixe steht mit dem Meer in Verbindung, und ihr Wasser von geringer Tiefe lockt vor allem die Wasservogelarten an. 150 Arten leben hier das ganze Jahr über, 26 Arten sind Zugvögel, welche die Lagune als Zwischenaufenthalt nutzen und aus dem Norden kommen – 6 Arten sind Zugvögel aus dem Süden, besonders aus Patagonien. Die verschiedenen Ambiente der Lagune präsentieren charakteristische Pflanzen und Tiere, die an die entsprechenden Bedingungen perfekt angepasst sind. Die Maçaricos (als Beispiel: Tringa semipalmata), die Batuíras (Charadrius modestus) und die Andorinhas-do-norte verbringen hier den ganzen Sommer, dann reisen sie ab April zurück in ihre nordische Heimat. Aus der südlichen Hemisphäre ist der Flamingo einer der auffälligsten Besucher – nach der Fortpflanzung flüchtet er vor der Winterkälte in Chile und Argentinien, und er bringt seine eben flügge gewordenen Jungen mit. Der Park ist der einzige Ort in Brasilien, an dem man Flamingos in Schwärmen beobachten kann – das ganze Jahr über.
Der Park ist ein Rückzugsgebiet für Pflanzenarten, die charakteristisch für sandige, starksalzhaltige Böden sind – unter ihnen sind die Kakteen und Bromelien von besonderer Bedeutung. Auf den periodisch überschwemmten Abschnitten kommt den Araçazeiros (Psidium cattleianum) und den Jerivás-Palmen (Syagrus romanzoffiana) besondere Bedeutung zu. In den ständigen Feuchtgebieten blühen die Juncos (J. acutus), das Grama-branca und die Rainha-dos-lagos (Eichornia crassipes) unter anderen. Im zentralen Teil der Restinga bemerkt man typische Spezies des Atlantischen Regenwaldes, die sich der Austrocknung und den starken Winden angepasst haben –
wie zum Beispiel die Figueiras (Ficus carica).
Einer der besonderen Gründe für die Schaffung des Nationalparks war seine lebensrettende Bedeutung für die Zugvogelarten, welche das Gebiet in ihren Jahreszyklus aufgenommen haben. Unter den Arten aus der nördlichen Hemisphäre machen besonders die Maçaricos-de-peito-vermelho (Zonibyx modestus oder Weissbrauen-Regenpfeifer) enorme Wanderungen. Ihre Nistplätze findet man in der Nähe des Nordpols, zwischen Juni und Juli, wenn der Schnee in der polaren Tundra schmilzt. Mit Einsetzen des Winters fliehen Erwachsene und Jungtiere vor der Kälte bis hinunter zur Lagoa do Peixe. Hier erfährt das Federkleid der ausgewachsenen Vögel eine Auffrischung der Farben, welche der Paarung förderlich ist – und hier legen sie auch an Gewicht zu, für die Heimreise in den hohen Norden. Die wirbellosen Tiere, von denen sie sich ernähren, sind kräftigende Energiequellen. Eine Etappe ihrer Reise kann bis zu fünf Tagen dauern – ohne Pausen – wenn die klimatischen Bedingungen günstig sind. Diese Vögel erreichen innerhalb eines Jahres bis zu 20.000 Flugkilometer!
Der Park schützt auch verschiedene andere Spezies, wie zum Beispiel Möven, die Marrecas-caneleiras (Dendrocygna bicolor), die Trinta-reis-grandes (Phaetusa simplex), die Talhamares (Rynchops niger), die Colhereiros (Ajaia ajaja Ajaia ajaja) und die Irerês (Enten). Ausserdem Caranguejos (Ucides cordatus – Mangrovenkrabbe), Caramujos (Schnecken) und Camarões-rosa (Penaeus brasiliensis). Viele Spezies sind direkt von den Feuchtgebieten abhängig, wie zum Beispiel das Capivara, dessen gesamter Zyklus sich darin abspielt. Das Auftrocknen dieser Ambientes schädigt typische Arten wie den Jacaré-de-papo-amarelo (Caiman latirostris), der vom Aussterben bedroht ist.
Das Klima
Angenehm, ohne Trockenperiode, mit mittleren Jahrestemperaturen zwischen 18 und 20oC – Der Januar ist der wärmste Monat und Juni/Juli sind die kältesten Monate. Starke Winde treiben das Wasser der Lagune nach Norden und nach Süden und hinterlassen breite Trockenflächen. Das flache Wasser fördert einen immensen Reichtum an Mikroorganismen, welche für die grosse Zahl von Vögeln die Grundlagen ihrer Ernährung schaffen.
Barra da Lagoa do Peixe
Ist ein wahrhaftes Heiligtum unter freiem Himmel und einer der bedeutendsten Orte, die man dort besuchen sollte ! Denn hier kann man die grösste Konzentration von Zugvögeln in dieser Region beobachten.
Farol de Mostardas
Dieser Leuchtturm wurde 1940 errichtet, er ist vollkommen mit Kacheln bedeckt. Von dort aus kann man Vögel wie die Maçaricos (Watvögel, Garças-mouras (Reiher) und Flamingos beobachten.
Trilha das Dunas
Mit etwas 12km Länge durchquert dieser Weg den Park. Er führt durch Feuchtgebiete, Restinga-Vegetation und Dünen, bis er am Meeresstrand endet. Man kennt ihn auch unter dem Namen “Estrada do Balneário Mostardense“.
Lagoa dos Patos
Die grösste Lagune des Landes, mit einer Fläche von 9.000 Quadratkilometern. Sie produziert eine grosse Menge von Shrimps und anderen Wirbellosen, deshalb lockt sie viele Vögel an, die sich von ihnen ernähren.
- Bitte keine Angelei oder Jagd innerhalb des Parks – diese Aktivitäten sind dort verboten!
- Nicht über die “Restingas“ laufen, um die native Vegetation zu erhalten!
- Jedwede Spezies von Tier oder Pflanze einzusammeln oder zu verfolgen ist strafbar!
- Wenn Sie fotografieren oder sich in der Natur ausruhen, vermeiden Sie die Belästigung der Tierwelt!
- Suchen Sie sich lokale Guides mit IBAMA-Lizenz, um aus Ihrem Besuch das Beste zu machen!
- Während der 50km von Mostardas nach Barra da Lagoa fahren Sie bitte besonders vorsichtig, um nicht im losen Sand stecken zu bleiben!
- Und denken Sie daran: Der Park steht in seiner Gesamtheit unter Naturschutz, deshalb ist es unumgänglich, dass Sie Ihren gesamten Müll wieder mit zurück bringen!