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Die Winterspiele in Nagano 1998 waren rund 1 Milliarde Franken teuer, jene in Vancouver 2010 kosteten mindestens 5 Milliarden Franken. Für den Sportanlass in Sotschi, der am 7. Februar 2014 beginnt, rechnet man mit etwa 50 Milliarden Franken. Die Spiele in Russland werden teurer als alle bisherigen Winterspiele zusammen.
Russische Konzerne mit direktem Zugang zum Machtzirkel Wladimir Putins haben es offenbar geschafft, Aufträge mit überhöhten Budgets an Land zu ziehen. Einen Teil des Geldes sollen sie verbaut, den Rest in die eigene Tasche gesteckt haben.
Insider-Gruppen haben das Sagen
Das behauptet der junge Ökonom Alexander Sokolow. Beim Bau der Sportanlagen in Sotschi – so sein Fazit – hätten schlecht kontrollierte Insider-Gruppen das Sagen.
«Nach meinen Berechnungen haben die Insider bei der Realisierung der Olympischen Objekte zwischen 25 und 50 Prozent des Budgets abgezweigt», sagt Alexander Sokolow am Rande der Verteidigung seiner Doktorarbeit vor dem Wissenschaftsrat, bei der das Wirtschaftsmagazin «ECO» anwesend war.
Bauprojekte zweieinhalb Mal teurer
Im Durchschnitt sind die Bauprojekte laut Alexander Sokolow zweieinhalb Mal teurer, als sie sein müssten. Die Gründe: Schmiergeld-Zahlungen, überhöhte Rechnungen und gefälschte Expertisen. Es versickern Milliarden am Schwarzen Meer.
Ein Beispiel: Der Präsident der Russischen Eisenbahnen, Wladimir Jakunin, ist ein Vertrauter Putins. Jakunin hat den Auftrag erhalten, eine Schnellstrasse und eine Eisenbahn-Strecke bis ins Skigebiet zu bauen. Kosten: gut 8 Milliarden Franken – der teuerste Auftrag in Sotschi. «Diese Verkehrsverbindung wurde ohne Ausschreibung vergeben», sagt der Oppositionspolitiker Boris Nemzow. Er war unter Boris Jelzin Vize-Premierminister. «Man sagte mir zwar, es habe Ausschreibungen gegeben, aber man konnte mir keine Papiere zeigen», so Nemzow.
Ökonom Alexander Sokolow hat den Auftrag mit ähnlichen Projekten in anderen Ländern verglichen. Laut ihm hätte die Verkehrsverbindung nicht mehr als 5,5 Milliarden Franken kosten dürfen. Die Russischen Eisenbahnen machen Zeitdruck und schwierige geologische Verhältnisse verantwortlich für die hohen Kosten. Sie betonen, den Auftrag gesetzeskonform erhalten zu haben.
Der Wissenschaftsrat hat übrigens die Doktorarbeit Alexander Sokolows angenommen.