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Subaru: Fakten und Hintergründe
Der japanische Autobauer Subaru ist der weltgrösste Hersteller von allradgetriebenen Personenfahrzeugen. Verglichen mit Mitbewerbern wie Toyota oder Ford ist der Marktanteil eher bescheiden. Auf der Liste der profitabelsten Unternehmen ist Subaru jedoch seit Jahren auf den vorderen Rängen zu finden.
Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro (ca. 1,13 Milliarden CHF) erzielt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies einen Anstieg um 174 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich auf ca. 18 Milliarden Euro (rund 18,5 Milliarden CHF). Den wichtigsten Absatzmarkt stellen die Vereinigten Staaten dar: Hier wurden alleine in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 über 165.000 Wagen verkauft.
Subaru ist Teil des Konzerns Fuji Heavy Industries (FHI). Mit der Automobilsparte werden rund 85 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Der Markenname „Subaru“ wurde vom ersten FHI-Präsidenten erfunden und bedeutet so viel wie „sich vereinen“ oder „sich zusammentun“. Interessanterweise ist „Subaru“ gleichzeitig die japanische Bezeichnung für die Plejaden, eine Sternengruppe, die im Sternbild Stier zu finden ist. Die sechs hellsten Sterne der Konstellation sind bis heute Bestandteil des Subaru-Emblems.
Geschichte
Ihren Anfang nahm die Geschichte Subarus im Jahr 1954, als die Ingenieure von FHI den ersten Automobil-Prototypen „P1“ bauten. Es dauerte weitere vier Jahre, bis mit dem Subaru 360 das erste Serienfahrzeug vorgestellt wurde. Der hinterradgetriebene Wagen verfügte über einen Zweizylinder-Zweitaktmotor und ähnelte von der Form her dem VW Käfer, der nach dem Golf das erfolgreichste Automobil aller Zeiten ist. Im Volksmund wurde der nur 385 kg schwere Subaru 360 treffenderweise „Marienkäfer“ genannt. Das Modell wurde elf Jahre lang ununterbrochen gebaut und im Mai 1970 eingestellt. Bis dahin waren fast 400.000 Exemplare vom Band gelaufen.
Zu Beginn der 60er-Jahre führte Subaru in Japan mit dem „1000“ das erste Serienfahrzeug mit Frontantrieb ein. 1968 folgte die Gründung der US-Tochter „Subaru of America“. Mit den Kleinlastern „Sambar“ und der abgespeckten Version „Sambar Light Van“ hatte Subaru ausserdem zwei kleinere Nutzfahrzeuge im Programm.
Das Jahr 1972 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte Subarus. Die japanische Elektrizitätsgesellschaft Tohoku Electric Su schrieb einen Auftrag für die Entwicklung eines allradgetriebenen Wagens aus, mit dem die Arbeiter sicher die Berge hinauffahren konnten, um dort Wartungsarbeiten an Stromleitungen durchzuführen. Subaru bewarb sich mit dem Kombi Leone Station Wagon 4WD, einer Weiterentwicklung des frontgetriebenen Coupés Leone. Das Unternehmen erhielt den Zuschlag und exportierte das Modell ab 1973 in die USA.
Im Jahr 1987 führte Subaru den permanenten Allradantrieb (Symmetrical AWD) ein. Namensgebend ist die symmetrische Anordnung des Antriebsstrangs. Das Getriebe, die Kardanwelle, sämtliche Differenziale sowie die Kurbelwelle des Motors sind auf der Längsachse angeordnet. Im Unterschied zu anderen Herstellern bot Subaru den Vierradantrieb von Beginn an nicht als Option an, sondern machte die Technik zu einem integralen Bestandteil des Fahrzeugkonzepts.
Über Jahrzehnte war Subaru neben Land Rover und Jeep die einzige Automarke, deren Fahrzeuge in der Schweiz ausschließlich mit Vierradantrieb ausgeliefert wurden. Diese Modellpolitik wurde erst in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre beendet, als der Kleinwagen „Justy“ auf den Markt kam.
Im Jahr 2008 machte Subaru mit dem weltweit ersten Boxer-Dieselmotor von sich reden. Das Aggregat verfügt über 2,0 Liter Hubraum und eine Common-Rail-Einspritzung. Bis dato ist Subaru der einzige Hersteller, dem es gelungen ist, einen Diesel in Boxer-Bauweise zu konstruieren.
Technische Innovationen
In seiner rund 60-jährigen Geschichte ist es Subaru immer wieder gelungen, durch technische Innovationen neue Käufergruppen zu erschliessen. Neben dem oben erwähnten Allradantrieb und dem Diesel-Boxermotor zählen dazu auch die charakteristischen rahmenlosen Seitenfenster, die bis zum Jahr 2009 in etlichen Modellen verbaut wurden.
Wegweisend war auch die „Ecomatic“-Technologie, mit der sich alle Fahrzeuge auf den Betrieb mit Autogas umrüsten liessen. Teilweise bot Subaru diesen Service sogar kostenlos an. Aufgrund von Homologationsproblemen im Zusammenhang mit der Abgasnorm Euro 5 werden derzeit keine Umrüstungen mehr durchgeführt.
Das stufenlose Automatikgetriebe „Lineartronic“ wurde in Kooperation mit dem Zulieferer Schaeffler entwickelt. Theoretisch sind mit dem System unendlich viele Gangstufen und Übersetzungen realisierbar. Im Subaru Outback 2.5i werden mithilfe von Lineartronic sechs Schaltstufen simuliert, im 2.0D sieben. Das CVT-Getriebe minimiert die Zugkraftunterbrechung, was vor allem im Anhängerbetrieb und bei Bergauffahrten von Vorteil ist. Beim Outback Diesel kann der Fahrer das Lineartronic-Getriebe über das Lenkrad aktivieren oder manuell sieben Gänge schalten.
Wichtige Modelle
Das Modellangebot von Subaru ist weniger umfangreich als bei den meisten anderen Herstellern. Die aktuelle Fahrzeugpalette besteht aus sieben verschiedenen Typen:
• Forester (SUV)
• Outback (Crossover-SUV)
• XV (Kompakt-SUV)
• BRZ (Sportwagen)
• WRX STI (Sportwagen)
• Legacy (Mittelklasse)
• Impreza (Kompaktklasse)
Daneben gibt es verschiedene Sondermodelle, von denen momentan jedoch keines in der Schweiz vertrieben wird. In Deutschland wird seit einiger Zeit der „Forester Edition 35“ angeboten, der über einen leistungsoptimierten Boxermotor und eine verbesserte Ausstattung verfügt.
Ausblick
Auf dem Genfer Salon 2013 stellte Subaru das Konzeptauto VIZIV („Vision for Innovation“) vor. Der Geländewagen soll einen Eindruck davon vermitteln, wie sich die Marke in den nächsten Jahren entwickeln wird. Auffällig sind der lange Radstand sowie die markanten Radhäuser, in denen Räder mit bis zu 20 Zoll Platz finden.
Als Antrieb dient ein Plugin-Hybridmotor, welcher sich aus drei Elektromotoren und einem Zweiliter-Turbodiesel zusammensetzt. Auf der Autobahn übernehmen das Lineartronic-Getriebe und der Dieselmotor den Vortrieb, im Stadtverkehr und beim Anfahren schalten sich die Elektromotoren ein. Der Energievorrat der Lithium-Ionen-Batterien wird auf drei verschiedene Weisen aufgefüllt: per Steckdose, durch Energierückgewinnung beim Bremsen sowie durch den Verbrennungsmotor, der bei Bedarf als Generator dient.