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Da die Sonne durch die gebundene Rotation immer am selben Punkt im Himmel steht, bewegen sich die Schatten nie. So gäbe es etwa hinter Gebirgen oder auch nur grösseren Pflanzen Gebiete, die in ewigem Schatten liegen. Irdische Pflanzen verwenden das Licht der Sonne zur Energiegewinnung durch Photosynthese. Dabei werden mittels der Photonen des Lichts die Bindungen von Kohlenstoffdioxid und Wasser aufgebrochen und die Teilchen werden in Glukose und Sauerstoff umgewandelt. Diese Abhängigkeit vom Sonnenlicht würde jedoch bedeuten, dass diese Gebiete keinen pflanzlichen Bewuchs aufweisen könnten. Es wären schattige Wüsten ohne jedmögliches Leben. Jedoch ist die Photosynthese nicht die einzige Möglichkeit, wie Organismen aus ihrer Umgebung Energie gewinnen können. Eine weitere Option, wie sie auch auf der Erde zu finden ist, ist die Chemotrophie/Chemosynthese. Wie der Name das schon erahnen lässt, wird hierbei nicht Licht zur Energiegewinnung für den Stoffwechsel verwendet, sondern die chemischen Stoffe ihrer Umgebung. Chemotrophe Organismen sind hauptsächlich in der Tiefsee zu finden, wo keine Sonnenstrahlen hinreichen. Sie sammeln sich um die hydrothermalen Quellen am Grunde des Meeres und wandeln dort die Schwefelverbindungen im heissen Wasser in organische Nahrungsstoffe um. Dies wäre also eine Möglichkeit, wie Pflanzen oder pflanzenartige Organismen die schattigen Gebiete der Planetenoberfläche bevölkern könnten. Da dies jedoch auf vulkanische/ thermische Aktivitäten angewiesen wäre, ist es auch nicht die wahrscheinlichste Option.
Eine Form der Energiegewinnung, die zwar der Mensch entwickelt hat, auf der Erde aber nicht in natürlicher Form vorkommt, ist die der kinetischen Energie. Auf einem Planeten, auf welchem die Winde nie nachlassen, ist es vorstellbar, dass dies von manchen Organismen zur Energiegewinnung genutzt werden könnte. Diese spekulativen, «kinetosynthetischen» Pflanzen könnten einen flexiblen Körper haben, welcher durch die Wechselwirkung mit den aerodynamischen Kräften des Windes in Schwingung gebracht werden. Dieses als «Aeroelastizität» bekanntes Phänomen kennt man etwa von den Flügeln von Flugzeugen, wo es jedoch eher schädlich ist.
Dies könnte dazu führen, dass auf TRAPPIST-1e zwei verschiedene Biosphären existieren, eine, die sich auf das Leben im Sonnenlicht angepasst hat, und eine mit Spezialisierung auf die schattigen Gebiete.
Die grüne Färbung irdischer Pflanzen entsteht dadurch, dass sie die Photonen des roten und blauen Lichts absorbieren und die des grünen reflektieren, da diese weder zahlreich genug sind, noch genügend Energie tragen, um zur Photosynthese genutzt werden zu können. Diese Photonen werden verwendet, da unsere Sonne hauptsächlich Licht im bläulich-grünen Bereich des Spektrums aussendet. Die roten Photonen werden dabei bevorzugt, weil die Sonne mehr davon aussendet.
Fremde Sterne strahlen jedoch nicht unbedingt Licht im selben Spektrum aus, wodurch sich auch die Pflanzen anders anpassen müssten. Sterne der Spektralklassen F, A, B und O strahlen beispielsweise noch mehr blaues und grünes Licht aus. Die Pflanzen würden rötlich erscheinen, um dieses Spektrum zu absorbieren oder das blaue Licht reflektieren, da es im Überfluss vorhanden ist und zu Sonnenbränden führen könnte.
M Sterne (rote Zwerge) – wie auch TRAPPIST-1 einer ist – strahlen nur sehr wenig Licht im sichtbaren Spektrum aus. Das von ihnen ausgestrahlte Licht befindet sich grösstenteils im Infrarotbereich. Um das gesamte Spektrum des Lichtes nutzen zu können, würden sie nur sehr wenig davon reflektieren und dadurch sehr dunkel oder gar schwarz gefärbt erscheinen.