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«Links und rechts an der Strasse standen tausende Menschen», erzählt Clint Hill. «Das sind Momente der höchsten Anspannung für die Leibgarde des Präsidenten». Die Fahrt durch die Innenstadt von Dallas war fast zu Ende, da fiel ein Schuss. Hill sah JFK – und wusste sofort: «Da stimmt was nicht. Ich rannte so schnell ich konnte hinter der Limousine her.»
Zwei weitere Schüsse. Der letzte trifft den Kopf des Präsidenten. Hill, der sich jetzt an den Kofferraum des Autos klammert, muss mitansehen wie JFK vor seinen Augen stirbt. «Die First Lady stand unter Schock. Sie sagte: 'Was haben sie Dir angetan?' und dann 'Ich liebe Dich'. Danach sagte sie nichts mehr.» Leibwächter Hill tat sein Bestes, um die Kennedys abzuschirmen – niemand wusste, ob noch weitere Schüsse fallen würden.
«Hätte ich mehr tun können?»
Im Spital dann vergehen bange Minuten, bis die Ärzte aussprechen, was Hill schon bewusst war: Präsident John F. Kennedy ist tot. «Ich habe lange gebraucht, um mit den Ereignissen von Dallas leben zu können. Ich fragte mich jahrzehntelang: Hätte ich mehr tun können in diesem Moment?» Die traumatischen Minuten lassen Clint Hill nicht los. Er greift zur Flasche, zieht sich nach seiner Pensionierung völlig zurück. «Mein Arzt sagte mir: Wenn Du so weiter machst, stirbst Du bald.»
Erst 1990 findet der ehemalige Leibwächter den Mut, nach Dallas zurückzukehren, den Tatort wieder zu besuchen. Clint Hill rafft sich auf, verarbeitet sein Trauma im Buch «Mrs. Kennedy und ich». Dieses Jahr erschien sein Augenzeugenbericht «Fünf Tage im November». Heute ist Clint Hill 81 Jahre alt. Der Kennedy-Mord lastet zwar nicht mehr auf seiner Seele, loslassen wird das Attentat ihn jedoch nie.
(stric)