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Cock? Sicher. Bull? Ebenfalls. Aber wird hier wirklich eine Story erzählt? Nicht wirklich. In einer ersten Hälfte erleben wir (nach einer Einstiegsimprovisation der beiden Hauptdarsteller Steve Coogan und Rob Brydon über die Farbe ihrer jeweiligen Gebisse), wie die Hauptfigur Tristram Shandy (Steve Coogan) seine Zuschauer in die Verfilmung seines Lebens im 18. Jahrhundert einführt. Er wird die losen Handlungsstränge dieser Verfilmung mehrmals persönlich unterbrechen (notabene um dem Knaben, der seine Rolle in Kinderjahren spielt, zu erklären, wie er seine Beschneidung mit einem Fensterrahmen gespielt haben will).
Gleich zu Beginn werden die narrativen Ebenen des Projekts durcheinandergewürfelt, und nach etlichen Flashbacks und Digressionen, die sich hauptsächlich um die Ahnen und um die Umstände der Geburt Tristram Shandys drehen, wird das Ganze in der zweiten Hälfte zu einem Pseudodokumentarfilm über die anscheinend höchst chaotischen Umstände ebendieser Literaturverfilmung - ausgehend von einem Roman von Laurence Sterne, erschienen zwischen 1759 und 1767, in welchem der Erzähler mit seiner Biographie ebensowenig auf den Punkt kommt wie Tristram Shandy in diesem Film - auch er schafft es kaum über seine Geburt hinweg.
Steve Coogan ist in der zweiten Hälfte also nicht mehr Tristram Shandy, sondern ein Pseudo-Steve-Coogan, in dessen Privatleben wir nun einzelne, nicht immer sehr relevante Einblicke erhalten. Es folgen witzige Momentaufnahmen von den vorgetäuschten Dreharbeiten - in einer besonders denkwürdigen Sequenz wird der nicht besonders begeisterte Coogan von der Filmcrew kopfüber in einen übergrossen Uterus aus Kunststoff gehievt, aus dem heraus er Teile der Narration sprechen soll. Tja, und so dauert das und dauert - bis die letzte Klappe gefallen ist. [juz/OutNow]