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Die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) erlaubt, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Sie beruht auf der Befragung von rund 3000 Haushalten pro Jahr. Im Durchschnitt geben wir rund einen Sechstel unseres Haushaltsbudgets für Wohnen und Energie aus. Mit knapp 1500 Franken pro Monat bilden diese Ausgaben den grössten Posten im Budget der privaten Haushalte in der Schweiz.
Foto: Keystone
Bei genauerem Hinsehen unterscheidet sich der Betrag von knapp 1500 Franken, den ein Schweizer Haushalt durchschnittlich pro Monat für Wohnen und Energie aufwendet, nach Haushaltsgrösse und nach anderen Haushaltscharakteristiken. In der Grafik 1 ist beispielsweise ersichtlich, dass Einpersonenhaushalte zwar in Franken pro Monat weniger dafür ausgeben als Haushalte mit mehr als einer Person. Anteilsmässig hingegen stellen diese Ausgaben bei diesen einen grösseren Posten im Budget dar als zum Beispiel bei Paarhaushalten.
Mit steigendem Einkommen nimmt der Anteil ab
In Bezug auf die Einkommensklassen zeigt sich, dass mit höherem Einkommen die Ausgaben für das Wohnen nicht im gleichen Ausmass ansteigen wie die Einkommen, so dass der Anteil am Budget abnimmt. Bei den Paaren mit Kindern zum Beispiel entspricht deren Anteil bei der tiefsten Einkommensklasse 22% und bei der höchsten 12% des Bruttoeinkommens.Ausserdem zeigt sich, dass der Anteil der Haushalte, die Eigentümer ihrer Wohnung oder ihres Hauses sind, mit höherem Einkommen steigt. Während in der tiefsten Einkommensklasse der Paare mit Kindern 32% Besitzer ihres Eigenheims sind, ist dieser Anteil in der höchsten Klasse mit knapp 70% mehr als doppelt so hoch. Dabei sind es eher die Haushalte mit mehr als einem Kind, die Eigentümer sind.
Was alles bei den Kosten einberechnet ist…
Die genaue Beobachtung und Dokumentation der Wohnausgaben der privaten Haushalte ist eine wichtige Aufgabe der öffentlichen Statistik. Das hängt damit zusammen, dass diese Zahlen in den Warenkorb zur Bestimmung der Teuerung einfliessen und als grösster Posten einen entsprechend deutlichen Einfluss auf die Berechnung der allgemeinen Preisentwicklung haben.Bei der Betrachtung dieser Zahlen ist es unumgänglich, auch auf ein paar definitorische Aspekte einzugehen, damit klarer wird, was genau unter dem besagten Posten «Wohnen und Energie» gezählt wird. Für eine weitergehende Dokumentation wird auf die publizierten Zahlen und Begleitdokumente des BFS verwiesen.
Auf der Internetseite des Bundesamtes für Statistik können die hier präsentierten Zahlen der Haushaltsbudgeterhebung in Form von Excel-Tabellen heruntergeladen und im Detail studiert werden. Zudem stehen detaillierte Dokumentationen zur Erhebung zur Verfügung. Ein direkter Zugang erlaubt der Link http://www.habe.bfs.admin.ch.Grundsätzlich zählen zu den Ausgaben für «Wohnen und Energie» bei den Mietern die Nettomiete sowie die Nebenkosten – also vor allem die Heizkosten – und die Kosten für zusätzliche Energie wie Elektrizität, Gas und Fernwärme. Bei den Eigentümern gehören dazu vor allem die Hypothekarzinszahlungen sowie ebenfalls die Ausgaben für Energie. Zusätzlich gehören aber auch allfällige Auslagen für einen Zweitwohnsitz sowie Reparaturen und Unterhalt der Wohnung zu diesem Posten. Der Anteil für Nebenwohnsitze ist im Durchschnitt verhältnismässig klein. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass nur gerade 6% aller Haushalte hier überhaupt Ausgaben haben. Der grösste Teil der Wohnausgaben machen ohnehin die Nettomiete bzw. die Hypothekarzinszahlungen für den Hauptwohnsitz aus (siehe Grafik 2).
…und was nicht
Wichtig ist dabei zu beachten, dass die Amortisationen der Hypothek sowie allfällige grössere Renovationen und Ausbauten des Wohnsitzes bzw. der eigentliche Hauskauf nicht zu diesem Posten gerechnet werden. Gemäss internationalen Normen sind solche Auslagen nicht als Konsum, sondern als Investition zu betrachten.Andere für das Wohnen relevante Ausgaben werden anderen Hauptgruppen zugeordnet, so etwa der Kauf von Möbeln oder Haushaltsgeräten zu «Wohnungseinrichtung und laufende Haushaltsführung». Für diesen Posten geben die Haushalte im Durchschnitt immerhin rund 280 Franken pro Monat aus. Auch wohnungsspezifische Administrativkosten – wie die Liegenschaftssteuern oder Versicherungsprämien – gehören zu anderen Hauptgruppen.
Anteil der Wohnungsausgaben seit Jahrzehnten relativ stabil
Bemerkenswert ist, dass sich im geschichtlichen Verlauf der Anteil der Wohnausgaben nicht so massiv verändert hat wie andere Bereiche des Haushaltsbudgets (siehe Grafik 3). Während sich der Anteil für Wohnen und Energie beispielsweise seit 1945 in einem Band zwischen 15% und 20% des Totals der Ausgaben bewegt hat, beobachtet man beim Anteil der Nahrungsmittel und alkoholfreien Getränke einen markanten Rückgang im gleichen Zeitraum von rund 35% auf 7%. Im Gegenzug haben andere Ausgabenbereiche an Gewicht gewonnen, wie zum Beispiel der Verkehr, dessen Anteil von 2% auf 8,5% angestiegen ist.Bei Veränderungen über eine längere Zeitperiode ist zu berücksichtigen, dass bei diesen Posten die effektive Leistung (oder der Mengenkonsum) einer stärkeren Entwicklung unterworfen war, als der relativ konstante Anteil am Haushaltsbudget suggeriert. Auch wenn im Rahmen der Resultate der Haushaltsbudgeterhebung nur wenige entsprechende Zahlen vorhanden sind, so kann doch davon ausgegangen werden, dass eine Mengenausweitung beim Wohnen in dieser Zeit stattgefunden hat. Nicht zuletzt teilen sich heutzutage durchschnittlich 2,2 Personen eine Wohnung, während vor 60 Jahren noch 3,6 Personen im Durchschnitt in einer Wohnung lebten.
Grafik 1: «Ausgaben für Wohnen und Energie»
Grafik 2: «Monatliche Ausgaben für Wohnen und Energie im Detail»
Grafik 3: «Entwicklung ausgewählter Haushaltsausgaben, 1945–2011»