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Gemäss A.T. Still „Jede Materie ist lebendige Substanz“
Der lebendige Körper (Soma in Griechisch) ist eine materielle (mechanische) Struktur vom Leben geschaffen und belebt, sodass das Wesen mit anderen Wesen und der Umgebung Kommunizieren kann. Es ist eine Schnittstelle zwischen dem Wesen (spiritueller Natur) und der Materie (physischer Natur).
Während der Geschichte, und je nach geographischer Lokalisation, wurde die Medizin öfters in zwei Ströme geteilt:
Die MECHANISTEN (Auf die Materie Zentriert) –
die VITALISTEN (auf das Bewusstsein oder den Geist zentriert).
Die Mechanisten beschränken sich auf den physischen, materiellen Teil. Es sind eher rationelle Leute die Objektivität und Nachvollziehbarkeit suchen, hauptsächlich die Kartesischen. Sie sind von „Descartes“ und „Newton“ beeinflusst. Sie identifizieren sich mit der so genannten „klassischen Physik“. Für sie drückt sich die Energie in Joules aus und unsere materielle Welt ist solid und besteht aus Partikeln.
Die Vitalisten interessieren sich eher dem immateriellen, spirituellen und subjektiven Teil der Lebewesen. Ihr Einflüsse stammt oft aus dem Osten, obwohl auch westliche Ströme existiert haben oder noch existieren. Die Vitalisten sind oft Religions-
Kein Wunder dass sich diese beide ströme nicht verstanden haben. Weil jeder nur sieht, was er sehen will!
Es scheint so zu sein, dass heute in der Westlichen Welt die Mechanisten dominieren.
Stammt diese Tendenz aus der Trennung der Mächte zwischen Religion und Wissenschaft (dessen Ursprung wir hauptsächlich der katholischen Kirche verdanken)?
Nun entspricht die Realität nicht dem einten oder dem anderen Strom, sondern beiden miteinander. Es ist übrigens dasselbe mit dem berühmten Paradox auf welchen die Physiker stolperten als sie das Licht, und später die Elementarpartikel studierten. „Welle oder Partikel“ sollte nicht mehr die Frage sein. Auch in diesem Bereich handelt es sich nicht um den einten oder den anderen Aspekt des Lichtes oder der Elementarpartikel, sondern um beide miteinander. Die Quantenphysik lernt uns dass ein Partikel soeben eine Welle sein kann, solange sie nicht beobachtet oder gemessen wird. In diesem Moment (Beobachtung oder Messung) stürzen die experimentalen Möglichkeiten ein in ein festgefahrenes Wesen. Es bestimmt das Bewusstsein des Beobachters was man finden wird. Weil jeder nur sieht was er sehen will!
Das entspricht dem ersten Grundprinzip der Osteopathie … EINHEIT!
Dieses Grundprinzip kann noch viel weiter führen, weil es auf die Anspielung zur Einheit weist die sich hinter jedem Gegenstand, jedem Wesen verbergt und dass man, je nach Umfeld, als „Nullpunktfeld“, „Absolutes Wesen“, oder Gott bezeichnen könnte.
Die moderne Physik scheint diese beiden Denkströme zu vereinbaren. Sei es auf der Quantenphysik Ebene (siehe „Das Tao der Physik“ von F. Capra“) oder auf der Astrophysik Ebene: „Die breiteste Beschreibung unseres Universum stellt es durch eine mathematische Gleichung der Energie und der Masse dar. Die Energie wäre die dynamische Form, während die Masse die kondensierte Form währe. Es sind zwei verschiedene Aspekte eines einzigen und gleichen Universums. Jeder Aspekt wandelt sich in den Anderen in einem ständigen Austausch.“
Man kann auch Thomas Hanna (Gründer der „somatics“) zitieren: „die lebendigen Körper gleichen dem Universum. Es sind einheitliche Masse-
Im lebendigen Körper heisst diese materielle Masse, „Struktur“, und diese Energie in Bewegung, „Funktion“. Das entspricht dem zweiten Grundprinzip der Osteopathie.
In den folgenden Zeilen wollen wir eine den Mechanisten verständliche Sprache anwenden, vorausgesetzt dass sie die Existenz dieser anderen Seite der Realität gelten lassen.
Nun bildet sich der lebendige Körper aus zwei Teilen (wie man es lesen kann, stehen da „Körper“ und „lebendig“):
1) Ein physischer oder materieller Körper, (von den Mechanisten beschrieben), der ist, oder scheint zumindest „objektiv“. Man nimmt mit ihm Kontakt auf dank der objektiven Palpationsparameter. (Druck oder Dichte / Spannung / Geschwindigkeit).
2) Der lebendige Teil oder das Leben, immaterieller Natur, (von den Vitalisten beschrieben), der ist oder scheint „subjektiv“. Mit den Leben nimmt man dank der subjektiven Palpationsparameter Kontakt (Präsenz und Zentrierung / Aufmerksamkeit / Absicht).
1) Der physische oder materielle Körper gehört zum physischen Universum der aus den drei folgenden Teilen besteht:
DER RAUM
Begriff der Distanz, der Dimension, der Unterscheidung. Der Unterschied im Bewusstsein zwischen „ICH“ und „NICHT ICH“ bringt den Raum hervor.
DIE ZEIT
Begriff der Dauer, des Anhalten, der nebeneinander gesetzten Ausdruckszyklen. Der Existenzzyklus des Raumes bringt die Zeit hervor.
DIE ENERGIE
Es Handelt sich um Kraft in Wirkung oder Information in Bewegung. Die Energie kann unter potentieller oder manifestierter Form existieren. Die Kommunikation zwischen „ICH“ und „NICHT ICH“ drückt sich durch energetische Austausche aus.
Der physische Körper besteht aus Materie. Wenn man sich auf die oben genannten Definitionen stützt, kann man die Materie als konzentrierte Energie verstehen. Diese Letztere ist im Raum und in der Zeit stabilisiert und organisiert
Für Andrew Taylor Still: „Die Osteopathie ist das Gesetz des Geistes, der Materie und der Bewegung“
Die Relationen des Physischen Universum:
Energie / Raum <=> (energetische) Dichte
Man kann es auch als die Relation „Materie / Raum“ (materielle Dichte) verstehen. Diese drückt sich wie eine kompakte Masse aus. Sie zeigt die in sich aufgenommene Energie. Dieses Phänomen ist bei einem Trauma gut palpabel.
Energie / Zeit <=> Leistung aber auch Spannung auf der Ebene der Palpation
Die Spannung drückt sich wie eine Flächenspannung aus. Sie weist auf Stress im Gewebe.
Raum / Zeit <=> Geschwindigkeit
Die Geschwindigkeit drückt die Fähigkeit zur Bewegung (oder Anpassungsfähigkeit) aus. Sie ist ein Messpunkt der Vitalität der Gewebe. Gewebliche Trägheit weist auf Vergiftung.
PALPIEREN IN DER OSTEOPATHIE könnte also wie folgt definiert werden:
Präsent und zentriert zu sein, seine Aufmerksamkeit auf einen spezifischen Raum setzen, sich mit den objektiven Parameter (Dichte / Spannung / Geschwindigkeit) synchronisieren, in Hinsicht blockierte Energie zu befreien.
2) Der zweite oder immaterielle Aspekt des lebendigen Körpers ist das Leben. Darin sind zwei fundamentale Elemente zu finden:
Die KOMMUNICATION (der Wechsel) ist die erste Manifestation des Lebens. Man kann mit dem Leben kommunizieren in dem man die drei subjektiven Parameter einsetzt: Präsenz und Zentrierung, Aufmerksamkeit und Absicht. Das Leben reagiert auf die Absicht.
Die BEWEGUNG (die Rhythmen) ist die zweite Manifestation des Lebens. Die Bewegung entsteht durch die Kommunikation. Der Bewegung entspricht Materie die sich im Raum, dank der Energie während einer gewissen Zeit verschiebt. Man kann mit der Bewegung oder mit den Rhythmen in Kontakt treten indem man die anderen drei (objektiven) Parameter einsetzt: Dichte, Spannung und Geschwindigkeit.
Die einzelne Zelle wandelt die Kommunikation in Bewegung um. Die wiederholten Bewegungen erstellen sich nach Abwechslung in einen Rhythmus.
Eine harmonische Rhythmizität unterzeichnet die Physiologie.
Jede einzelne Zelle des lebendigen Körpers hat eine Philosophie und ein Ziel. Ihre Philosophie ist universell und unspezifisch: sein (pulsieren, rhythmischer Wechsel). Ihr Ziel ist eine bestimmte, spezifische Funktion, im Organismus zu dem sie gehört, zu erfüllen. "Als praktizierende Osteopathen, akzeptieren wir die Spezifizität ihres Zieles und arbeiten mit ihrer Universalität“ (Rollin E. Becker D.O.) Für den gleichen Autor gibt es bei einer osteopathischen Konsultation drei Meinungen: die Meinung des Patienten, die Meinung des Praktizierenden und die Meinung des Gewebes. „Nur die Gewebe beinhalten das Wissen.“ (R. E. Becker D.O.).
Die Freisetzung einer blockierten Energie drückt sich oft durch eine Bewegung aus.
Gemäss dem oben Genanten nimmt der zweite Grundprinzip der Osteopathie seine ganze Bedeutung: „Die Struktur leitet die Funktion, und die Funktion unterhält die Struktur“.
Die STRUKTUR
In der lebendigen Welt ist die Struktur eine materielle Organisation dessen Zwecks es ist, den unspezifischen Trieb des Lebens auf spezifische Manifestationen (welche man Funktionen nennen kann) zu leiten, sodass die spezifischen Bedürfnisse, mit dem Überleben des Organismus verbunden, erfüllt werden können.
Die FUNKTION
Die Funktion entspricht dem vitalen Puls, dem unspezifischen Trieb der durch eine Struktur kanalisiert wird um spezifisch zu werden. Diese Spezifizität hilft um das eine oder andere Problem zu lösen welches mit dem Überleben des Organismus verbunden ist.