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In diesem Artikel zu der Geschichte der Schweiz springen wir kurz durch die wichtigsten Ereignisse der Geschichte hin zur heutigen Schweiz. Am Ende dieses Beitrags wirst du einen groben Überblick und zudem noch einige Schweizerdeutsche Wörter gelernt haben.
Die Anfänge der Schweiz vor Millionen Jahren
Ganz am „Ahfang“ (dt.:Anfang) stand die Kollision des afrikanischen mit dem europäischen Kontinent. In diesem Crash haben sich über mehrere Millionen Jahre die heutigen Alpen entwickelt. Diese sind ein natürliches Hindernis zwischen dem Mittelmeerraum und dem Norden Europas. Hier entspringen mitunter die größten Flüsse Europas.
„D Alpe“ (dt.: die Alpen) wurden regelmäßig durch die Römer und andere Völker überquert. Allerdings stellte schon Cäsar fest, dass bereits eine Urform der Schweizer ansässig war.
Geburt der Schweiz in der alten Eidgenossenschaft
Die Völker der Täler haben sich mit der Zeit zu Zweck- und Bedarfsgemeinschaften zusammengeschlossen. Diese Bedarfsgemeinschaften dienten dazu, die über Jahrhunderte gepflegte Autonomie, der einzelnen Täler gegen aufstrebende und machthungrige Aristokraten, wie die Grafen von Habsburg zu verteidigen. Die Gründungsurkunde von 1291, der sogenannte Bundbrief, ist bis heute erhalten. Obwohl der Rütlischwur und „d Exischtenz“ (dt.: die Existenz) des ersten Freiheitskämpfers Wilhelm Tell bis heute umstritten sind, belegen wissenschaftliche Untersuchungen, dass das Dokument wirklich über 700 Jahre alt ist. Für viele Schülergenerationen ist der von Schiller überlieferte Gründungsmythos im Unterricht harte Realität.
Mit zunehmender Gefolgschaft traten auch erste Städte, wie Zürich, Bern und Luzern dem Bündnis bei. Die starke Rivalität von Papst, Kaiser und Fürsten führte dazu, dass das Bundesterritorium in die Reichsacht gestellt wurde. Somit war der erste Sonderstatus der Schweiz erreicht.
Religiöse und Politische Krise in der Schweiz – Die Reformation
Die erste Zerreißprobe des Bundes war die Reformation durch Zwingli 1523 in Zürich und Calvin 1536 in Genf. Die unterschiedlichen weltlichen und geistlichen Ansichten führten zu Konflikten zwischen den Städten des Mittelstandes und der Zentralschweiz, die „zumene Bürgerchrieg“ (dt.: zu einem Bürgerkrieg) eskalierten. Dadurch wurde das kleinräumige Denken, welches bis heute in unserem Föderalismus spürbar ist, auf Kantonseben weiter gefördert.
Die Helvetische Revolution
Analog zur französischen Revolution gab es auch eine Schweizer Revolution mit französischer Unterstützung. Diese Helvetische Revolution führte zur Gründung einer zentralistischen Helvetischen Republik. Das Experiment Republik scheiterte an den unrealistischen „Erwartige“ (dt.: Erwartungen) von Landbevölkerung und Revolutionären. Jedoch sind einige Lehren in Form der Förderung einer Volksschule auf fruchtbaren „Bodä“ (dt.: Boden) gefallen. Unter anderem durch die freie Verfügbarkeit einer Grundbildung wurde der Grundstein dafür gelegt, dass die Schweiz eine Generation später für die Demokratie offen und bereit war.
Unter dem Titel Mediation diktierte Napoleon im Jahre 1803 der Schweiz eine föderalistische Verfassung auf, unter der die Kantone AG, SG, TG, TI, VD und GR zu gleichberechtigten Mitgliedern der Eidgenossenschaft wurden. „Glichzittig“ (dt.: Gleichzeitig) wurden die frankophonen Kantone GE, VS und JU durch Frankreich annektiert. Nach dem Sturz Napoleons und einer temporären Unabhängigkeit kamen diese annektierten Kantone als gleichberechtigte Kantone zur Schweiz.
Bundesverfassung – die moderne Schweiz
Die neuen Ideen der Demokratie setzten sich schrittweise durch. Ab 1830 kam es zu Anpassungen von einzelnen Kantonsverfassungen, was zur Einführung von mehr Volksrechten geführt hat. In der Zentralschweiz, insbesondere Luzern, gab es auch vereinzelte liberale Kräfte. Besonders einflussreiche Katholiken suchten in einem Sonderbund die Nähe zu Österreich, um einen starken Verbündeten gegen die liberalen Kantone zu bekommen.
Durch die sture Haltung „vo beidne Site“ (dt.: beider Seiten) kam es zum Sonderbundskrieg, der mit einer Niederlage der konservativen Kräfte den Weg für einen Modernen Bundesstaat ebnete. Dieser Weg endete 1848 in der nach wie vor gültigen Bundesverfassung. Diese Verfassung erfuhr in den Jahren 1874 und 1999 Totalrevisionen und über die Jahre viele Ergänzungen, aber die wesentlichen Bestimmungen von damals sind immer noch gültig.
Das 20. Jahrhundert – Friedensinsel Schweiz
In den großen Konflikten des 20. Jahrhunderts wurde die Schweiz als neutraler Kleinstaat im Herzen Europas von direkten Kriegerischen Ereignissen verschont und wurde nach dem ersten Weltkrieg mit Genf zum Sitz des Völkerbundes und zahlreicher Institutionen der Nachfolgeorganisationen der vereinten Nationen.
Die aktuelle Situation
Die aktuelle Situation der Schweiz ist vergleichbar mit dem letzten Jahrhundert. Die Schweiz ist nach wie vor neutral, steht für exzellente Qualität und hat mit dem starken Schweizer Franken zu kämpfen.
Weil die Lage in der Schweiz aber so vielversprechend und schön ist, kommen vermehrt auch Ausländer in die Schweiz, welche das Land mit „ihrem harte Ihsatz“ (dt.: ihrem harten Einsatz) zu dem machen, was es heute ist.
Unsere Vision
Wir von Schweizerdeutsch lernen möchten mit unserem Sprachkurs einen Teil dazu beitragen und die Integration unterstützen. Zahlreiche positive Rückmeldungen bestärken uns auf unserem Weg, den Schweizer Dialekt den Einwanderern zugängig zu machen.
Vokabular – Liste
|Schweizerdeutsch||Hochdeutsch|
|1||Ahfang||Anfang|
|2||D Alpe||die Alpen|
|3||D Exischtenz||die Existenz|
|4||Zumene Bürgerchrieg||zu einem Bürgerkrieg|
|5||Erwartige||Erwartungen|
|6||Bodä||Boden|
|7||Glichzittig||Gleichzeitig|
|8||Vo beidne Site||beider Seiten|
|9||Ihrem harte Ihsatz||ihrem harten Einsatz|