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Positiv ist, dass sich die trotz des Einbruchs beim Erdölpreis fortgesetzten Sparbemühungen auszuzahlen beginnen: Während das Bruttosozialprodukt 1998 um 3,2% zunahm, stieg der Energieverbrauch nur um 1,5%. Negativ hingegen ist die Entwicklung beim Energieträger-Mix: Den stärksten Zuwachs hatte die Kohle zu verzeichnen, zugenommen hat aber auch der Konsum von Erdöl- und Erdölprodukten sowie Erdgas. Zurückgefallen sind hingegen die Anteile der erneuerbaren Energien und der Kernenergie. Wegen grosser Trockenheit erbrachten die Wasserkraftwerke eine geringere Produktion, der Holzverbrauch fiel zurück und die Kernkraftwerke erzeugten wegen des lange dauernden Ausfalls der neuen N4-Blöcke deutlich weniger Strom als im Vorjahr. Als Ergebnis dieser ungünstigen Entwicklung ist der Unabhängigkeitsgrad der französischen Energieversorgung erneut zurückgegangen und erreicht nur noch 48,5%. Anlass zur Sorge gibt laut einem Kommentar des für die Energieversorgung zuständigen Staatssekretärs für Industrie, Christian Pierret, der ungebremste Anstieg der CO2-Emissionen. Sie sind 1998 auf 108 Mio. t gestiegen, weil einerseits mehr fossile Treibstoffe im Transportsektor verbraucht und andererseits die Minderproduktionen der Wasser-und Kernkraftwerke mit fossilen Brennstoffen kompensiert wurden. Um die in Kyoto eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten, wird Frankreich die CO2-Emissionen wieder auf 105 Mio. Jahrestonnen zurückführen müssen. Dazu will die Regierung die Versorgung weiter diversifizieren, wobei "die Wahl der Kernenergie unumgänglich scheint, um auf die Herausforderungen dieser Energiebilanz zu antworten". Die Regierung sieht sich in ihrer Haltung durch eine Bevölkerungsmehrheit gestärkt. Laut einer anfangs 1999 durchgeführten Umfrage halten es 51,4% der Franzosen für vorteilhaft, dass drei Viertel der elektrischen Energie in Kernkraftwerken erzeugt werden.
Quelle
P.B. nach Correspondance nucléaire de la SFEN, 6. April 1999