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Wenn die ersten Buschwindröschen zaghaft ungefähr Mitte Februar ihre ersten Blüten öffnen, ist es Zeit, die Völker auf eine Zarge einzuengen.
Die Haselsträucher sind fast alle schon verblüht und die Blüten der Schneeglöckchen zeigen auch bereits erste Falten. Dann strecken die ersten Buschwindröschen (Anemone nemorosa) im nahen Wald ihre ersten Blüten der Sonne entgegen. Es wird nicht mehr lange dauern, da werden sie gemeinsam mit den gelben Winterlingen (Eranthis hyemalis) weisse und gelbe Teppiche am Waldboden bilden.
Während das Buschwindröschen einen Nektwarwert von 0/4 und einen Pollenwert von 3/4 besitzt, trumpft der Winterling immerhin mit einem Nektarwert von 2/4 auf und besitzt ebenfalls einen Pollenwert von 3/4. An warmen Tagen wird also ein erhöhtes Pollenangebot vorhanden sein. Es ist an der Zeit, die aktuell noch zwei Zargen bewohnenden Bienen auf eine Zarge einzuengen.
Vermeidung grosser Pollenablagerungen
Ungefähr Mitte Februar erreichen die Tagestemperaturen an einzelnen, sonnigen Tagen gerne mal 15º C. Bei den Beuten herrscht an solchen Tagen reger Flugbetrieb. So früh im Jahr beschränkt sich das Trachtangebot hauptsächlich auf Pollen und die Arbeiterinnen fliegen ihn unermüdlich herbei, um die wachsende Brut mit Eiweiss zu versorgen, das nicht aus dem Fettkörper der Winterbienen stammt.
In den Beuten wird vermehrt Brut gepflegt. Die Brutnester sind aber noch relativ klein, so dass es mehrere leer gefressene Futterwaben in der Beute hat, die Dank des erhöhten Pollenangebots von den Bienen gerne mit Pollen gefüllt werden. So entstehen gerne grosse Pollenlager auf den Waben, die weit über den aktuellen Bedarf reichen. Die Bienen bevorzugen frischen Pollen und versiegeln überschüssigen Pollen, der später nicht mehr verwertet, oder ausgeräumt wird. Werden solche Waben später doch als Brutwabe genutzt, wird der versiegelte Pollen von den Bienen nicht entfernt, oder verwertet. Die Brut wird in leere Zellen gelegt und die, mit Pollenfeldern durchzogene Wabe muss unter viel höherem Energieaufwand auf Bruttemperatur erwärmt werden. Für die noch relativ kleinen Völker im Frühjahr eine unnötige und zehrende Anstrengung.
Wird der Pollen-Sammeltrieb durch vielen, leeren Wabenplatz stimuliert, arbeiten sich die Winterbienen und Arbeiterinnen der ersten Brutzyklen auch als Flugbienen ab und stehen dem Brutgeschäft nicht mehr zur Verfügung. Wenige Wochen später werden grosse, ungenutzte Pollenlager unweigerlich zu Schwarmstimmung führen.
Reduktion auf eine Zarge
Um ein Volk auf eine Zarge einzuengen, muss das Brutnest lokalisiert werden. Im besten Fall erfolgt dies anhand des Verteilung der Bienen in der Zarge.
Befindet sich das Brutnest in der unteren Zarge, dann wird diese natürlich nicht entfernt, sondern dann verbleibt diese Zarge mit der Brut auf dem Beutenboden. Das mittlere Thermoschied wird entfernt und die Zarge mit möglichst vollen Futterwaben aufgefüllt, sodass die Zarge zwischen den Thermoschieden insgesamt 7 bis 8 Waben enthält.
Schwächere Völker, die nur zwei oder weniger Waben Brut aufweisen, hätten letzten Herbst mit einem starken Volk vereinigt werden sollen, können nun aber auch auf 5 bis 6 Waben eingeengt werden.
Das Einengen erfolgt früh im Jahr in einer kritischen Zeit. Die Völker sind mit grosser Vorsicht zu behandeln. Die Lage des Brutnestes und der Zustand des Volkes muss schnell erfasst werden. Die Arbeitsabläufe müssen so schnell wie möglich und sehr ruhig erfolgen. Für eine «ausgedehnte Besichtigung» des Brutnestes und den einzelnen Maden ist jetzt noch der falsche Zeitpunkt!
Die Thermokissen am Boden und über den Waben bleiben weiterhin im Einsatz. Auch Zuckerteig wird den Völkern weiterhin angeboten. Durch das starke Einengen wird die Wärme nochmals besser in der Beute gehalten und das Brutgeschäft erfährt einen starken Schub.
Die Futtersituation muss nun sehr gut im Auge behalten werden! Der aufgelegte Futterteig muss nun ungefähr wöchentllich kontrolliert werden. Auch die Vorräte auf den Futterwaben werden mit der erhöhten Bruttätigkeit mehr abnehmen.