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Runder Tisch für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen
Integras engagiert sich am Runden Tisch des Delegierten für fürsorgerische Zwangsmassnahmen, der – bereits 2010 in einem Brief von Integras an Frau BR Sommaruga vorgeschlagen – im Juni 2013 seine Arbeit aufnahm.
Am Gedenkanlass für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen im April 2013 entschuldigte sich Bundesrätin Sommaruga im Namen der Landesregierung für das geschehene Unrecht an Verding- und Heimkindern und anderen Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen. Ihrem Engagement in dieser Sache ist es zu verdanken, dass daraufhin ein Runder Tisch eingeführt wurde, an dem sich Opfer und Vertreter/innen der Nachfolgeorganisationen der ehemaligen Verantwortlichen am gleichen Tisch gegenüber sitzen. Die Bilanz des Runden Tisches in den zwei Jahren Aktivität lässt sich sehen.
- Eine Anlaufstelle für Betroffene wurde geschaffen,
- der Zugang zu den Archiven geregelt und erleichtert,
- ein Soforthilfefond wurde eingerichtet, der in Zusammenarbeit mit den Kantonen und unter Einbezug von Organisationen bereits 923 von insgesamt 1'348 Gesuchen behandeln konnte (bisher wurden CHF 4,914 Mio. ausgeschüttet, durchschnittlich CHF 8'000 pro Person),
- die wissenschaftliche Aufarbeitung durch eine unabhängige Expertenkommission wurde in die Wege geleitet,
- ein Massnahmenkatalog wurde erstellt, um das geschehene Unrecht anzuerkennen.
- Auf der Grundlage dieses Katalogs wurde ein Gesetzesentwurf für eine finanzielle Entschädigung der Opfer erarbeitet.
Das Bundesgesetz für die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981
Das Gesetz für eine finanzielle Entschädigung der Opfer, wurde als indirekter Gegenvorschlag zur Volksinitiative für die Wiedergutmachung erarbeitet und Ende 2016 im Parlament verabschiedet. Es tritt zusammen mit der Verordnung am 1. April 2017 in Kraft. Gesuche um einen Solidaritätsbeitrag müssen bis spätestens am 31. März 2018 beim BJ eingereicht werden.
Wer ist am Runden Tisch vertreten
Neben Betroffenen und dem Bund waren am Runden Tisch die Kantone, Städte, Gemeinden, Institutionen, Organisationen, Kirchen und die Wissenschaft vertreten. Integras wird durch die Geschäftsführerin Gabriele E. Rauser vertreten.
Der Transfer der Diskussionen in die Praxis
Um das Geschehen am Runden Tisch in der Praxis zu verankern hat Integras in Zusammenarbeit mit Curaviva die Resonanzgruppe Runder Tisch gebildet. Dort werden die Themen des Runden Tisches diskutiert und weiterbearbeitet und eine Vernetzung in die Institutionen geschaffen.