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Camden Lock war einst so etwas die Londoner Hochburg der Ginproduktion. Zwischen 1869 und 1964 nahmen Brennereien einen Grossteil der Steingebäude, Fabrikhallen und Lagerflächen ein, während Schiffe und Züge mit den flüssigen Waren beladen wurden. Heutige Besucher dürften von diesem Abschnitt der Londoner Geschichte nur wenig mitbekommen, da die Gebäude mittlerweile ganz andere Nutzungen aufweisen. Nur ein paar Strassennamen wie etwa "Juniper Crescent" (Wacholder-Halbmond) und "Gilbeys Yard" (Gilbeys Hof) verweisen auf die damals von Gilbey's losgetretene Gin-Manie. Mark Holdsworth wusste, von der historischen Location zu profitieren, als er 2014 sein Gin-Business in einem verlassenen Gemäuer aus der viktorianischen Zeit etablierte. Um das Dock von Camden in Ehren zu halten, wählte man für das Branding eine Seilknoten-Symbolik: Der halbe Schlag ("half hitch") wurde traditionell dazu verwendet, um die Boote am Dock von Camden zu befestigen. Ein Neuling in Sachen Spirituosenmarketing war Mark gewiss nicht, denn der ehemalige Bacardi-Angestellte kann auf eine 15-jährige Vorgeschichte in der Branche zurückblicken. Ausserdem wuchs Mark in Londons Norden, ganz in der Nähe des szenischen Marktgeländes von Camden, auf und jobbte dort sogar während seiner Jugendzeit. Anfangs verwendete Mark als Grundlage für sein Produkt einen Gin von der Langley's Distillery, der sich mit Wacholder, Kassia, Angelika, Koriander, Süssholz, Zitrone, Orange und Iriswurzel aromatisiert sah. Doch schon wenige Monate nach dem Launch arbeitete Mark daran, den gesamten Produktionsprozess nach Camden zu verlagern und auch den Basis-Gin selbst herzustellen. In seiner 2015 eröffneten Mikrodestillerie, die auch einen Ginladen und eine kleine Verkostungsbar für die breite Öffentlichkeit besitzt, blendet Mark nun seinen Gin aus drei Komponenten. Dafür kommen die Wacholderbasis, ein Heu-Destillat sowie Tinkturen von Bergamotte, Schwarztee, Holz und Pfeffer zum Einsatz. Mit den Key-Botanicals, dem Schwarztee und der Bergamotte, möchte man das Aroma des ikonenhaften Earl Grey Teas nachahmen. Neugierige Marktgänger sind dazu eingeladen, einen Blick auf die kupferne Pot Still zu werfen und die Produktion des Half Hitch Gins aus erster Hand mitzuerleben. Nur die Abfüllung findet noch ausserhalb der kleinen, fotogenen Räumlichkeit statt - schliesslich kann man als Mikro-Craft-Destillateur nicht alles selbst in die Hand nehmen!
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