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Meinungsbeitrag zur Abstimmung vom 19. Mai über die Fusion der Gemeinden Alterswil, St. Antoni und Tafers
Was wie eine gefährliche Krankheit klingt, ist für die Bewohner von Alterswil, St. Antoni und Tafers Realität. Nach dem Vorbild anderer Gemeinden sollen auch diese drei Ortschaften sich zu einer Grossgemeinde zusammentun. An der Informationsveranstaltung zur Fusion gab es kaum kritische Stimmen. Ein ehemaliger Sensler Politiker lobte das geplante Vorhaben in den höchsten Tönen. Laut seiner Vision würde sich der entstehende Hauptort Gross-Tafers endlich auf Augenhöhe mit Düdingen befinden. Diese Aussage ist absurd. Anders als Düdingen hat Tafers weder Autobahn- noch Bahnanschluss, weshalb das Wachstum von Düdingen immer grösser sein wird. Auch hätte der Syndic von Gross-Tafers sehr wahrscheinlich immer noch weniger zu sagen als jener von Düdingen, während drei Syndics bestimmt mehr Gewicht hätten.
Auch die Strasse von Tafers nach Alterswil, die sich in einem katastrophalen Zustand befindet, wurde thematisiert. So spekulierte ein Befürworter, dass die besagte Strasse schon lange saniert worden wäre, wenn die Gemeinde Gross-Tafers existieren würde, da diese beim Staatsrat mehr Gehör finden würde. Tatsache ist jedoch, dass sich die Strasse schon seit zwanzig Jahren in einem miserablen Zustand befindet, was auch unsere beiden Sensler Ex-Staatsräte nicht ändern konnten. Wir werden auch als Gross-Tafers nicht mehr Gehör finden.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Wegfall des Konkurrenzkampfs zwischen den drei Gemeinden im Falle einer Fusion. Jede Gemeinde will die besten Dienstleistungen, die beste Infrastruktur und den tiefsten Steuersatz haben, um als attraktivster Wohnort zu wirken. In Gross-Tafers würde dieser Konkurrenzkampf ausbleiben und das Streben nach Innovation und Fortschritt wäre dahin.
Auch die angebrachte Kritik an der mangelnden Professionalität der Gemeinderäte ist für mich nicht nachvollziehbar. Das angeprangerte Milizsystem der Gemeinderäte hat in meinen Augen viele Vorteile. Es garantiert die Nähe zu den Bürgern und erhält eine gewisse Bodenständigkeit. Berufspolitiker hingegen benutzen ihre politische Karriere oft zum Selbstzweck und fühlen sich nicht mehr ihren Wählern, sondern nur noch ihrer Wiederwahl verpflichtet.
Im Falle einer Fusion würde ausserdem ein Generalrat entstehen, womit die direkte Einflussnahme wie bei einer Gemeindeversammlung nicht mehr möglich sein würde.
So stellt sich die Frage an die Bürger der betroffenen Gemeinden, ob sie nicht auch einen gewissen Stolz spüren, Bürger von Alterswil, St. Antoni oder Tafers zu sein? Was ist so falsch daran, einer überschaubaren Gemeinde anzugehören? Meiner Meinung nach nichts. Deshalb lege ich am 19. Mai ein Nein zur Gemeindefusion in die Urne.