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Neue Details zum Computervirus Stuxnet, der vor knapp zwei Jahren Irans Atomprogramm sabotiert hatte, wurden veröffentlicht. Laut David Sanger, 'New York Times'-Chefkorrespondent, soll Stuxnet Teil eines geheimen Cyberwar-Programm gewesen sein, das von US-Präsident Barack Obama persönlich angeordnet worden sei. Auch als der Wurm im Sommer 2010 an die Öffentlichkeit gelangte, habe Obama die Geheimaktion mit dem Codename "Olympic Games" noch weiter beschleunigt.
Stuxnet war ein hochentwickelter Computerwurm, der ausschliesslich Siemens-Industriesysteme in der für Atomzentrifugen typischen Konfiguration angriff. Ziel war das Siemens-System Simatic S7, das in Industrieanlagen zur Überwachung und Steuerung technischer Prozesse verwendet wird.
Amerika und Israel
Laut Sanger, der sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen beruft, liess die Konfiguration von Stuxnet Experten von Anfang an vermuteten, dass der Iran das Ziel gewesen sei. Ausserdem sei die Software so komplex und aufwendig geschrieben, dass es nur westliche Geheimdienste gewesen sein konnten. Wie bereits vermutet, schreibt auch Sanger, dass amerikanische und israelische Computerexperten die Finger im Spiel hatten. Um den Wurm zu testen, sei eine "virtuelle Kopie" der Natanz-Anlage, eine iranische Atomfabrik, in den USA eingerichtet worden.
Entdeckt worden sei Stuxnet als Folge eines Software-Fehlers. Der Computerschädling, so Sanger, der die Anlage in Natanz nie verlassen sollte, pflanzte sich aber auf dem Computer eines Ingenieurs ein. Als er später das Gerät ans Internet anschloss, begann sich Stuxnet auszubreiten. Der Fehler soll in einer Stuxnet-Modifizierung der israelischen Partner gesteckt haben. (lvb)