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Seit über 70 Jahren gibt es die UNESCO, die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, oder auf Deutsch die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. Wie der Name sagt, gehören zu den Aufgabengebieten der UNESCO die Förderung von Erziehung Wissenschaft und Kultur, sowie der Kommunikation und Information. Ihr Gründungsvertrag wurde am 16. November 1945 von 37 Staaten in London unterzeichnet und trat am 4. November 1946 nach der Ratifikation durch 20 Staaten in Kraft. Aus den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges zogen die Gründungsstaaten die folgende Lehre: "Ein ausschliesslich auf politischen und wirtschaftlichen Abmachungen von Regierungen beruhender Frieden kann die einmütige, dauernde und aufrichtige Zustimmung der Völker der Welt nicht finden. Friede muss – wenn er nicht scheitern soll – in der geistigen und moralischen Solidarität der Menschheit verankert sein." Im Bereich der Erziehung setzt sich die UNESCO vor allem dafür ein, weltweit "Bildung für alle" zu erreichen. Neben Schulbildung im klassischen Sinn werden regelmässig Programme zur Gesundheitserziehung, zu Drogen- und AIDS-Prävention, sowie zum Wiederaufbau des Bildungswesens in Katastrophen- und Krisengebieten lanciert. Im wissenschaftlichen Bereich fördert die UNESCO vor allem die internationale Zusammenarbeit. Hier werden Schwerpunkte gelegt auf Ozeanographie, Hydrologie, Geologie und Umweltwissenschaften, mit dem Hauptziel des Erhalts der biologischen Arten und der Trinkwasserressourcen.
Und last but not least setzt sich die UNESCO im Bereich Kultur dafür ein, dass Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten geschützt werden und dass es keinen illegalen Handel mit Kulturgut. Das Welterbekomitee der UNESCO verwaltet ausserdem das Weltkultur- und Weltnaturerbe. Im Oktober entschied Präsident Donald Trump, dass die USA aus der UNESCO austreten soll. Ich war zu dieser Zeit in New York bei einer Freundin zu Besuch und konnte hautnah miterleben, wie dieser Entscheid bei den Amerikanerinnen und Amerikanern ankam. Eine Bekannte sagte zu mir, es werde immer peinlicher, Amerikanerin zu sein. Vor allem aber war eine riesige Wut spürbar.
Mit dem Entscheid zum Austritt aus der UNESCO verabschiedet sich Donald Trump von einer internationalen Zusammenarbeit in den Bereichen, welche zur Friedensförderung auf unserem Planeten unumgänglich sind. Nur, weil er selber nicht in der Lage ist, den Sinn von gemeinsamen Werten in den Bereichen Erziehung, Wissenschaft und Kultur zu erkennen, setzt er eine über Jahrzehnte bewährte Institution aufs Spiel. Den Amerikanerinnen und Amerikanern ist längst bewusst geworden, wie schädlich ihr Präsident für sie und den Rest der Welt ist. Und obwohl kaum jemand sich noch vorstellen kann, dass Donald Trump die gesamte Legislatur durchstehen wird, ist die Angst gross, dass er vor seinem Abgang noch mehr zerstört.
Dennoch setze ich Hoffnung in den zweiten Leitspruch der UNESCO: "Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden."
Christa Meier,
6.11.2017, 116. Jahrgang, Nr. 310.
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