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Mahindras Geschichte
Mahindra ist 16 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Sein Bein musste amputiert werden. Er leidet unter offenen Wunden und stark deformierten Händen. Traumatisiert und ausgestossen kam er ins Lepra-Spital.
«Ich war sechs Jahre alt, als ich weisse Flecken auf meinem Arm entdeckte. Die Haut darunter war gefühllos. Ich wusste, etwas stimmt nicht. Ich ignorierte mein Problem, bis ich meine Finger nicht mehr strecken konnte. Zwei Jahre später suchte ich einen Arzt auf. Er sagte «Du hast Lepra» und verschrieb Medikamente, die ich ein Jahr lang nehmen musste.»
Lepra-Reaktionen
Die Krankheit war gestoppt, doch das tote Lepra-Bazillus wütete weiter. Bis dahin war Mahindra ein ganz normaler 10-jähriger Junge, der gerne Fussball spielte und Zeit mit Freunden verbrachte. Er liebte die Schule, lernte fleissig und wollte so lange wie möglich weiter zur Schule gehen. Mahindra beschreibt die Lepra-Reaktionen: «Langsam wurden meine Hände gefühllos, meine Finger zogen sich zu Krallen zusammen. Ich konnte weder einen Stift halten, noch einen Ball fangen. Mit meinen Füssen passierte dasselbe. Ich spürte keine Verletzungen mehr. Die Wunden heilten nicht, eiterten und wurden immer schlimmer. Sie stanken. Ich versuchte sie zu verstecken, aber das ging nicht mehr.»
Verstossen
Wegen Lepra verlor Mahindra zuerst seine Freunde, dann sagte sein Vater: «Du hast Lepra – du bist es nicht wert zu Leben.» Seine Familie warf ihn aus dem Haus und wollte ihn verhungern lassen. Mahindra zog in eine Hütte im Feld. Sein Zustand verschlimmerte sich. Er brauchte dringend medizinische Hilfe und verfiel in Depressionen, verlor jede Hoffnung.
Hilfe im Lepra-Spital
«Endlich kam ich ins Lepra-Spital Anandaban. Hier erhielt ich die notwendige Behandlung, die ich schon vorher gebraucht hätte. Meine gesunden Finger bekomme ich nicht mehr zurück – dafür ist es zu spät. Meine Geschwulst am Fuss wurde so schlimm, dass man mir vor drei Monaten mein linkes Bein amputieren musste. Jetzt bin ich 14 Wochen hier. Meine Familie besuchte mich kein einziges Mal, das macht mich traurig. Ich vermisse sie.» Mahindra erhielt Seelsorge und psychologische Betreuung, um sein Trauma zu verarbeiten. Unsere Not-Helfer im Spital zeigen ihm Liebe und Annahme.
Rettungsanker
Ein schweres Erdbeben erschütterte Anandaban. «Ich wollte von meinem Bett aufstehen und fliehen, aber ich konnte nicht gehen. Da betete ich zu Gott und fiel auf meine Knie: Bitte rette mich! Es gibt niemanden, der mir hilft – was auch immer passiert, hängt von dir ab!» Und Gott beschützte ihn, Mahindra überlebte!
Hoffnungsvoller Ausblick
Mahindras Stumpf wird für eine Beinprothese ausgemessen. Sechs Wochen dauert die Herstellung und ebenso lang bis seine Wunde verheilt ist. Es braucht viel Zeit, Geduld und Physiotherapie bevor er wieder gehen kann. Inzwischen kommt ein Lehrer zweimal die Woche ins Spital und unterrichtet Mahindra. Er hat nun viele Freunde im Spital, die an sein Bett sitzen und Zeit mit ihm verbringen.
Eine Zukunft in Selbständigkeit
«Wenn es mir besser geht, möchte ich einen kleinen Laden eröffnen. Damit werde ich meine Familie stolz machen. Ich bin so froh, dass ich ins Spital gekommen bin. Jeder ist so nett und man behandelt mich liebevoll.» Mahindras Lachen lässt uns hoffen: Er wird aus dem Rollstuhl steigen und wieder gehen können – um später ein stolzer Ladenbesitzer zu werden!
Mit Ihrer Hilfe können wir Menschen wie Mahindra finden, behandeln und Lepra jetzt und für immer stoppen.