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Der Aktionärsantrag, der von einer Koalition internationaler Investoren mit Unterstützung der Ethos Stiftung eingereicht wurde, fordert mehr Transparenz von dem in Zug ansässigen Unternehmen Insbesondere in Bezug auf die Vereinbarkeit seiner Kohleproduktion und -investitionen mit dem Ziel die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C zu begrenzen.
Für die Generalversammlung 2023 von Glencore vom 26. Mai empfiehlt Ethos, einem Aktionärsantrag zuzustimmen, der vom Unternehmen mehr Transparenz bezüglich seiner Klimastrategie verlangt (Traktandum 19). Umgekehrt empfiehlt Ethos, die vom Verwaltungsrat vorgeschlagene Abstimmung über den Klimabericht («Say on Climate», Traktandum 13) abzulehnen. Tatsächlich ist Ethos der Ansicht, dass die Klimastrategie von Glencore ungenügend ist. Das Unternehmen hat kein wissenschaftlich validiertes Reduktionsziel und ist derzeit zu stark in fossile Brennstoffe involviert.
Der von Ethos unterstützte Aktionärsantrag verlangt eine Erklärung von Glencore, wie die Kohleproduktion und -investitionen mit den Zielen des Pariser Abkommens (Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1.5°C) sowie mit den eigenen Klimazielen vereinbar sind. Zur Erinnerung: Das in Zug ansässige und in London kotierte Unternehmen hat sich 2021 das Ziel gesetzt, seine Netto-Treibhausgasemissionen bis 2050 auf null zu reduzieren («Net Zero 2050»).
Laut der Investoren-Koalition, die den Aktionärsantrag initiiert hat, gibt es derzeit noch keine ausreichenden Beweise dafür, dass die geplanten Projekte und Investitionen von Glencore im Kohlesektor die Emissionen des Konzerns mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang bringen werden.
0,6% der weltweiten Treibhausgasemissionen
Der Klima-Aktionärsantrag wurde Ende 2022 von einer Koalition institutioneller Investoren eingereicht, die von der australischen Organisation ACCR und der britischen Organisation ShareAction angeführt wird und über USD 2'000 Milliarden an verwalteten Vermögen repräsentiert. Ethos war zwar nicht direkt Teil dieser Koalition - ihre Anlagerichtlinien schliessen Unternehmen aus, die im Kohlesektor tätig sind -, half aber mit, einige ihrer Mitglieder zu mobilisieren, darunter die Bernische Pensionskasse (BPK) und die Pensionskasse Post, um die für die Einreichung des Antrags notwendige Anzahl Glencore-Aktien zu vereinigen.
Dies ist das erste Mal, dass Investoren einen Klima-Aktionärsantrag einreichen, der sich speziell auf die thermische Kohleproduktion von Glencore bezieht. Diese Intensivierung der Engagement-Massnahmen folgt insbesondere auf die Ablehnung der Klimastrategie des Unternehmens durch 24% der Aktionäre auf der GV 2022, die vollständige Übernahme der Kohlemine Cerrejon in Kolumbien sowie die Erschliessung neuer Kohleminen in Australien.
In einem am 5. Mai veröffentlichten Dokument erinnert ACCR daran, dass die jährlichen Emissionen von Glencore 280 Millionen Tonnen CO2e betragen, was etwa 0,6% der weltweiten jährlichen Gesamtemissionen entspricht, und dass Kohle 90% dieser Emissionen ausmacht.
«Während einige Geschäftsbereiche von Glencore gut positioniert sind, um von der Energiewende zu profitieren, stellen andere ein erhebliches Klimarisiko, insbesondere in finanzieller Hinsicht für das Aktionariat dar, betont Vincent Kaufmann, Direktor von Ethos. Die vom Klima-Aktionärsantrag geforderte Transparenz wird es den Aktionärinnen und Aktionären ermöglichen, zu überprüfen, ob die Investitionen von Glencore mit den Zusagen des Unternehmens in Einklang stehen. Diese Transparenz ist unerlässlich, um die langfristigen Interessen aller Anspruchsgruppen des Unternehmens zu schützen.»