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Der Glockenturm der Kirche von St. Peter wird für einen alten Feudalturm gehalten. Mauerwerk aus ungleichmässigen Bruchsteinen. Ecksteine ohne Bossen. Die Mauerdicke verjüngt sich von 2,20 m im Erdgeschoss bis auf 1 m im obersten Stock.
Die Einsprünge richten sich nicht nach der Stockwerkseinteilung, sondern folgen in der Zone des 3. Geschosses sehr nah aufeinander (1 m und 2 m Höhenabstand). Der Turm hatte anscheinend fünf Geschosse. Nur (aussen bündige) Schmalscharten als Belichtung, deren Leibungen in der inneren Hälfte stichbogig und in der äusseren gerade abgeschlossen sind. Die Glockenstube später aufgesetzt. Eingang ebenerdig in der Ostwand. In der Höhe des 5. Geschosses gegen Norden ein eingemauerter Schwellenstein. Ursprünglich Öffnung? Keine Anzeichen der Bewohnbarkeit. Wenn auch an einen oben angesetzten Blockgaden gedacht werden kann, so ist hier doch zweifelhaft, ob es sich überhaupt um einen Feudalsitz handelt oder nicht vielmehr um einen zu Wehrzwecken stärker ausgebauten Kirchturm.
Die ebenerdige Türe, das völlige Fehlen irgendwelcher Anzeichen dafür, dass früher ein Hocheingang bestand, die irreguläre Stockwerkseinteilung und die unregelmässigen Abstände der Mauereinsprünge, endlich der wenig sorgfältige Eckverband vom Mauerwerk sind Dinge, die - wenn auch keines für sich allein, so doch alle zusammengenommen - Bedenken aufkommen lassen. Nirgends auch ein Kamin oder Schüttstein oder ähnliches. In unruhigen Zeiten wurden Kirchen und Kirchhöfe auch als Bollwerke benützt. Siehe darüber im allgemeinen Teil. Die Existenz eines lokalen Edelgeschlechtes bedingt noch nicht die eines Burgsitzes. Zudem ist es nicht gesichert, dass die in Urkunden vorkommenden Chuno und Egino 1139 und Conradus de Sancto Petro 1274 (C.D.I.S. 161, 164, 165, 409) ins Schanfigg gehören. Es besteht die Möglichkeit, dass sie mit dem Kloster St. Peterin Wapitinis (bei Alvaschein) zusammenzubringen sind, um so mehr, als wir noch 1157 erfahren, dass Güter dieser mehrmals vorkommenden Kirche St. Peter an milites ausgetan waren. Sie könnten Vizdume des Klosters gewesen sein (später waren es die Rietberg und Marmels).
In Urkunden wird der Turm nicht genannt, auch von den Chronisten nicht.
Voir aussi le site du village de St-Peter
Bibliographie