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Bereits im Gründungsprotokoll der Bernischen Trachtenvereinigung unter dem Protektorat des Bernischen Heimatschutzes, welche am 6. Mai 1929 im Gasthof Kreuz in Biglen gegründet wurde, ist der Trachtenausschuss in der Person von Frau Bühler-Hostettler, Bern und dem Zeichnungslehrer P. Wyss, Bern erwähnt.
Auszug aus den 1. Statuten: „Die Bernische Trachtenvereinigung stellt sich die Aufgabe, die verschiedenen Volkstrachten im Kanton Bern zu erhalten und neu zu beleben, für ihre Verwendung bei schicklicher Gelegenheit zu wirken. Anregungen unter den Landschaften und die Verbindung mit der Schweizerischen Trachtenvereinigung zu vermitteln. Sitten und Gebräuche zu respektieren.“
30-er Jahre
1933 wurde in Bern eine Trachtenstube eröffnet. Diese wurde durch Frau Bühler-Hostettler mit Sachkenntnis und Fachwissen betreut. Standort: im Gebäude der Gewerbeschule, Kornhaus in Bern.
Im selben Jahr wurde die Trachtenberatungsstelle mit Frau Schneider (Waldhof), Frau Bütikofer (Frutigen) und Herrn Wanzenried (Lützelflüh) ergänzt. In den 30-er Jahren musste sich die «Beratungsstelle» (oft so genannt) immer und immer wieder gegen Auswüchse in der Neuschaffung von Trachten vehement zur Wehr setzen.
Eine grosse Anforderung an die Kommission war die Landi 1939 in Zürich. Nach langwierigen Diskussionen wurden 23 Berner Trachten an der Landi präsentiert.
1936 zog die Trachtenstube vorübergehend ins Schloss Spiez, bis ein neuer Standort gefunden war.
Neue Trachten
In den späten 20er und 30er /40er Jahren entstanden neue Trachten: die Landfrauentracht (für die Bernfeste), die wollene farbige Ausgangstracht, Müngertracht und die Gotthelftracht. Die Gotthelftracht erhielt ihren Namen durch die Malerei von Albert Anker.
40-er und 50-er Jahre
1943 verlässt Frau Bühler-Hostettler die Kommission, Sie war eine Kämpferin für die Förderung, Anpassung und Erweiterung des überlieferten Trachtengutes.
1945 fand nach dem Bott eine Besprechung mit den Trachtenschneiderinnen statt. An diesem Bott wurden die ersten sieben Trachtenberaterinnen gewählt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Landesteile bereits konstituiert.
Anfang der 50er Jahre war die Trachtenkommission in Sachen Servicepersonal gefordert. Sie gab den Ratschlag, zu beraten und so zu bewirken, dass sich die Serviertöchter mit guten Arbeitstrachten kleiden, um eine Verschandelung unserer Trachten zu verhindern.
Die Herstellung des Trachtensamts beschäftigte die Kommission, eine Lösung wurde gefunden und der Samt war wieder lieferbar.
Im Jahre 1957 zog Trachtenstube ins Schloss Landshut um.
60-er und 70-er Jahre
Den Statuten von 1960 liegt bereits ein Reglement der Trachtenberatungskommission und der Trachtenberaterinnen bei.
In den Jahren 1973/1974 fanden die ersten Kontakte mit der Frauenschule Bern statt, mit dem Ziel die Ausbildung von TrachtenschneiderInnen zu prüfen. Dieser Beruf sollte auf dem Fundament der Berufslehre der DamenschneiderIn basieren. Die erste Prüfung fand 1977 mit 4 TeilnehmerInnen statt.
Das Prüfungsreglement wurde in Zusammenarbeit mit der Frauenschule Bern erstellt. In den folgenden Jahren wurde das Reglement den bestehenden Verhältnissen angepasst..
Bis heute konnten über 50 TrachtenschneiderInnen das Diplom der Bernischen Trachtenvereinigung entgegen nehmen.
Richtlinien der Berner Trachten
In den Jahren 1978 bis 1988 wurden in Zusammenarbeit mit den örtlichen TrachtenschneiderInnen die Richtlinien der Berner Trachten erstellt. Eine Arbeit, die Zeit, Feingefühl und Sachkenntnis höchster Ebene erforderte. In den Zeichnungen von Ernst Oppliger sind die Trachten hervorragend dargestellt.
Dies ist Dokumentation, die einen bleibenden Wert darstellt.
Die Richtlinien befinden sich im Besitz aller Landesteilobleute; die TrachtenträgerInnen können sich bei Ungewissheit, dort informieren. Für Auskünfte steht auch die Präsidentin der Trachtenberatungskommission gerne zur Verfügung.
Anträge für Neuschaffungen oder Wiederbelebungen von Trachten, sind immer wieder eine Herausforderung für die Trachtenberatungskommission. Dabei gilt das Erscheinungsbild möglichst nicht zu verändern, Stoffe und Schnitte der heutigen Zeit anpassen, dabei die örtlichen Bedürfnisse mit zu berücksichtigen.
Die Vielfalt der Bernertrachten ist eines unserer Kulturgüter. Dieses Kulturgut wollen wir in die künftigen Generationen weitertragen und dabei offen sein für Neues.