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Nachdem auf dem Gemeindegebiet ums 17. Jahrhundert schon einige stattliche Einzelhöfe standen – das Bauernhaus auf der Dachsegg von 1606 und in der Zulghalten von 1629 sowie der noch ältere Speicher in Hinterzünen von 1583 bezeugen dies – entstanden um die Kirche herum einige wichtige Bauten, so das Pfarrhaus 1695, der alte „Bären“ von 1705 und später das so genannte Salzhaus von 1755. (Der „Bären“ von 1705 ist auch das Geburtshaus des ersten (streitbaren) bernischen Bundesrates Ulrich Ochsenbein 1811 – 1890.) Auch in der westlichen Ebene wurden im 1. Drittel des 18. Jahrhunderts noch einige Bauernhäuser gebaut (Hinterzünen, 1728; Bach/Jaberg, 1729 und Aebniten, 1732.)
Die stärkste Besiedlungstätigkeit geschah dann aber zwischen dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts bis zum 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. So wurden zum Beispiel fast alle Bauernhäuser der Baugruppe Hinterzünen zwischen 1773 und 1800 erstellt. Auf die neuen Bauernhäuser folgten einige Speicher (z. B. der Speicher am Kreuzweg von 1821) und einige Stöckli (Kreuzweg/Dachsegg von 1823, Schwarzenegg von 1828). Auch ein Schulhaus wurde 1828 gebaut. Um 1850 erreichte Unterlangenegg die höchste Bevölkerungszahl von 1250 Personen – deshalb wurde 1852 ein neues Schulhaus nötig.
Ab 1871 kam nochmals Bewegung in die Gemeinde, da die neu errichtete Strasse über die Süderen stellenweise vom Verlauf des alten Weges abwich. Sie führte nun unterhalb Bach direkt zum Kreuzweg und Schwarzenegg wurde auf der Südseite des Hügelsporns umfahren. Das führte dazu, dass der Gasthof „Bären“ an dieser Strasse neu errichtet wurde. Auch wurde ein Kirchturm anstelle eines Dachreiters erstellt.
Um 1900 reagierte die nächste Generation nochmals auf den neuen Strassenverlauf. Es entstand der „Bären“-Saal, die Schmiede bei der Abzweigung unterhalb Schwarzenegg, ein Wohnhaus mit Laden nahe beim Kreuzweg sowie das Restaurant „Kreuzweg“. Nebst Landwirtschaft wurde im Moos Torf gestochen und in der Allmit wurde nach Lehm gegraben, den man nach Heimberg transportierte. Ein paar Torf- und Lehmhütten blieben als Zeugen dieser verschwundenen Tätigkeit stehen.
Die Hauslandschaft mit den landwirtschaftlichen Bauten ist durch die Gebäudeformen des oberen Emmentals geprägt. Es handelt sich durchwegs um Ständerbauten mit Viertelwalmdach, im Gegensatz zu Oberlangenegg kommt die Mischform von Ständer- und Blockbau nur bei den älteren Bauten um 1600 vor. Die Gemeinde besitzt sehr viele qualitätsvolle Bauernhäuser aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit barockem Stileinfluss. Etwa die Hälfte sind mit Ründi ausgestattet. Das Salzhaus von 1755 zählt zu den frühen Bauernhäusern mit Ründi. Immer fallen die meist gedrehten Mittelpfosten auf der Bühnislaube und die seitlich konstruierten Gadenlaubenpfosten auf. Einige Bauten haben Giebelschildverschalungen (wie sie auch häufig in Oberlangenegg anzutreffen sind) und Speicherkammern im Gadengeschoss. Bei vielen Bauernhäusern sind dank Inschriften nicht nur das Baujahr, sondern auch der damalige Bauherr und der Zimmermann bekannt.
Auf dem Gemeindegebiet gibt es nur wenige Stöckli und Speicher. Dass der Speicher in Hinterzünen mit der Jahrzahl 1583 erhalten blieb, ist aus Sicht der Denkmalpflege ein Glücksfall. Es handelt sich um einen Hälblingsblockbau, der originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Er stellt heute in unserer Gegend eine Rarität dar (ein ähnlicher Speicher steht noch im Stäg in Oberlangenegg). Auch Riegbauten sind selten (Schilt, Bachgraben, Kreuzweg und Schwarzenegg). Beim Bären inkl. Saal, beim Krämerhaus und bei der ehemaligen Schmiede fallen filigran ausgesägte Dekorelemente im Schweizer Holzstil auf. Diese Bauten bilden auf Gemeindegebiet eher eine Ausnahme, da die meisten Gebäude (nebst neueren Einfamilienhäusern im Ried) bäuerlichen Zwecken dienen und dies mit einer traditionellen Bauweise ausgedrückt wird.
Alle oben aufgeführten Bauten bis auf den Bärensaal bestehen noch heute und können in unveränderter Form besichtigt werden.