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Einnahmen des Linsebühlamtes
Neben dem Spital war das Siechenhaus im Linsebühl die bedeutendste städtische Institution, die über Güterbesitz im städtischen Umland verfügte. Neben dem Besitz von Eigengütern standen dem Siechenhaus etliche Zinsabgaben aus Höfen im St.Galler Umland zu. Diese Besitz- und Abgabenrechte waren im Laufe der Zeit durch Stiftungen und Erwerbungen an das Siechenhaus gekommen.
Hinweise zur Transkription
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Item ain gelt usß vych erlößt fl k h
Item uf 25. junii hat herr zunftmaister Uoli in dem höwet ain zeitt
kalbeln gmetzget, ist gar schön und guot gsin, hat aber nit
bhaben wellen, hab im hut umb 2 fl geben 2.
Item so hatt er von ain kalb das gstell, kröß und feel,
das flaisch habend wir in dem höwet brucht, thuott 28.
Item uf 9. tag augst herr zunftmaister Uolin ain große kuo sampt
den grossen stier und ain vierwüchig kalb umb 39 fl
gebenn 39.
Die Einnahmen des Siechenhauses im 16. Jahrhundert stammten aus den Geldzinsen aus dem Güter- und Rentenbesitz (21%), dem Milchverkauf (21 %), dem Weinverkauf (17%), den Pfrundgeldern und Spenden (12 %) sowie dem Viehverkauf (10 %). Der Rest der Einnahmen setzte sich zusammen aus den Korn- und diversen anderen Einnahmen.
Bemerkenswert ist, dass die abgabepflichtigen Bauern, welche die Güter des Siechenhauses bewirtschafteten, ihre Zinsen hauptsächlich in Form von Bargeld bezahlten und nicht mit Naturalien. Auch verdeutlicht die Zusammenstellung der Einnahmen, welch grosse Bedeutung die Viehwirtschaft für das Siechenhaus hatte.
Erklärungen
höwet: Heuernte; Zeit der Heuernte
bhaben: haben
gstell: Innereien (Lunge, Herz, Milz, Kutteln)
kröss: Eingeweide
feel: Fell
Item uf 6. septemb hab ich frow Marein Salome,
doctori vonn Liebingen, ongefar ain stund von Dett-
lang, 2 schöne enttwente kelber, ains 8 wüchig, dz ander
10 wüchig, umb 11 fl, und zuvor och ains, ist 7 wüchig
gsin, umb 7 fl thuott 18.
Item uf 30. october habend wir ain kuo in baide hüser
gmetzgett und die hut zunftmaister Uolin Altheren umb 2 fl gen
und dz unschlicht in baide hüsser verbrucht 2.
Kühe und Kälber lieferten nicht nur Fleisch und Milch. Ihr Mist wurde als Dünger verwendet, die Haut wurde zu Lederprodukten weiterverarbeitet, und aus dem Fett der geschlachteten Tiere wurde Unschlitt gewonnen. Unschlitt wurde zur Beleuchtung mit Lampen und zur Herstellung von Kerzen verwendet, aber auch als Schuhcrème oder Karrenschmiere.
Erklärungen
enttwent: entwöhnt
unschlicht: Unschlitt, Talg