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Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Libanon sind traditionell sehr gut und wurden in den letzten Jahren deutlich intensiviert. Der Fokus liegt auf der Unterstützung des politischen Dialogs, der Stärkung der lokalen Behörden im Bereich der Migration und der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Libanon
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Unter französischem Protektorat wurde 1920 «Gross-Libanon» gegründet. 1943 erlangte der Libanon die Unabhängigkeit. Die Schweiz eröffnete 1934 ein Konsulat in Beirut. Es wurde 1949 in eine Gesandtschaft und 1958 in eine Botschaft umgewandelt.
Seit 1948 unterstützt der Bund über die UNO und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz die Palästinaflüchtlinge und andere Opfer von Gewalt in der Region. Obwohl die Schweizer Botschaft während des Bürgerkriegs mehrmals vorübergehend geschlossen worden war (insbesondere seit 1988 und in 1995 wiedereröffnet), bot die Schweiz ihre guten Dienste an und unterstützte aktiv die «Konferenz für einen Dialog in Libanon» (1983 in Genf, 1984 in Lausanne).
MENA-Strategie
Am 14. Oktober 2020 verabschiedete der Bundesrat eine regionale Strategie für den Mittleren Osten und Nordafrika (MENA-Strategie) für den Zeitraum 2021–2024. Darin legte er fünf thematische Schwerpunkte fest: Frieden, Sicherheit und Menschenrechte, Migration und Schutz von Menschen in Not, nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft, Finanzen und Wissenschaft sowie Digitalisierung und neue Technologien.
Diese Schwerpunkte werden auf die einzelnen Regionen und Länder abgestimmt. Im Nahen Osten konzentriert sich das Engagement der Schweiz auf die Suche nach Lösungen für die bewaffneten oder politischen Konflikte, die wirtschaftliche Entwicklung und die Gouvernanz. Zudem setzt sich die Schweiz für die junge Generation ein, indem sie die Berufsbildung fördert und dadurch den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert.
Schwerpunkte der Schweiz im Libanon
Die MENA-Strategie sieht drei Schwerpunkte für das Schweizer Engagement im Libanon vor:
- Frieden, Sicherheit und Menschenrechte
- Migration und Schutz für Menschen in Not
- Nachhaltige Entwicklung
Schutz für Menschen in Not; 3) Nachhaltige Entwicklung.
1. Frieden, Sicherheit und Menschenrechte
Die Schweiz hat einen sehr guten Zugang zu allen relevanten staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren und unterstützt Dialoge zur Lösung von Krisen und Konflikten sowie zur Vergangenheitsarbeit und Prävention von gewalttätigem Extremismus.
2. Migration und Schutz für Menschen in Not
Die Schweiz fördert einen verbesserten Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Bildung für Menschen in Not. Sie stärkt die Kapazitäten der lokalen Behörden im Migrationsmanagement sowie das lokale Aufnahmesystem, und sie unterstützt nachhaltige Lösungen, auch durch Resettlement in die Schweiz.
Das Engagement der Schweiz im Libanon basiert auf dem Regionalen Kooperationsprogramm Mittler Osten 2019–2022. Die Schweiz setzt sich für nachhaltiges Wassermanagement, eine qualitativ hochwertige Bildung und die Schaffung von Einkommensquellen für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und vulnerable Migrantinnen und Migranten ein. Zudem unterstützt sie die Aufnahmegemeinschaften im Irak, in Jordanien, im Libanon, in Syrien und in der Türkei. 2006 trat ein Rückübernahmeabkommen zwischen der Schweiz und dem Libanon in Kraft.
3. Nachhaltige Entwicklung
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und im aktiven Dialog mit Schweizer Firmen engagiert sich die Schweiz für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Im Zusammenhang mit der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und dem Libanon haben die Schweiz und der Libanon ein bilaterales Programm für wirtschaftliche Zusammenarbeit lanciert. Das Handelsvolumen belief sich 2020 auf CHF 1,4 Milliarden. Die Schweiz und der Libanon haben 2004 zudem ein Landwirtschaftsabkommen abgeschlossen.
Andere Bereiche der Zusammenarbeit
Bildung, Forschung und Innovation
Zwischen Hochschuleinrichtungen der Schweiz und des Libanons gibt es verschiedene Partnerschaften und Kooperationsabkommen in unterschiedlichen Bereichen wie etwa Ingenieurwesen, Hotelmanagement oder Spitalpflege. Die Schweiz ist eine sehr beliebte Destination für libanesische Studierende.
Forschende und Kulturschaffende aus dem Libanon können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Kulturaustausch
Die Schweiz und der Libanon pflegen einen intensiven Kulturaustausch. Die gemeinsame französische Sprache ist ein wichtiges Vehikel. Die Schweiz nimmt jedes Jahr an der französischen Buchmesse in Beirut teil. Ebenso engagiert sich die Schweiz an den Festlichkeiten für den Tag der Frankophonie und an der Woche der italienischen Sprache (Settimana della Lingua Italiana nel Mondo). Der Austausch von bildenden Künstlerinnen und Künstlern und Musikerinnen und Musikern wird ebenfalls gefördert. Zudem nimmt die Schweiz jedes Jahr am europäischen Filmfestival im Libanon teil.
Schweizerinnen und Schweizer in Libanon
Ende 2020 lebten mehr als 1500 Schweizerinnen und Schweizer im Libanon.