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Die NZZ hat in ihrer Wochenendausgabe den programmatischen, differenziert argumentierenden Artikel eines Historikers über den zeitgenössischen politischen Inhalt des Liberalismus abgedruckt. Im wesentlichen betrachtet der Autor den Liberalismus in seiner politischen (bzw. polemischen?) Qualität als buchstäblich überholt, weil er seine Ziele im wesentlichen erreicht habe.
Meines Erachtens kann man diese Analyse ohne weiteres teilen, insbesondere als freiheitlich orientierter, alteuropäischer Liberaler im Sinne eines F.A. von Hayek oder eines Anthony de Jasay. Meine Konklusion ist aber keinesfalls die gleiche! Die Ziele mögen wohl z.T. erreicht sein, aber es wäre naiv zu übersehen, wie sehr sie in der konkreten Tagespolitik von der reaktionären Erosion sogar durch sicher wohlmeinende FDP-Politiker z.B. vom Schlag eines Kurt Wasserfallen bedroht sind (ich hacke auf ihm herum weil er einer der Exponenten der Kehrtwendung meiner Partei in der Frage der Liberalisierung des Cannabis-Konsums ist). Wachsamkeit, ja sogar Radikalität ist somit umso mehr gefordert!