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Elternzeit im Vergleich zwischen Deutschland und der Schweiz im Kontext einer feministisch reflektierten Sozialen Arbeit
Wie wirkt sich die Elternzeit auf die familiale Arbeitsteilung in der postpartalen Zeit aus?
Die vorliegende Arbeit liefert einen Vergleich zwischen den Ländern Schweiz und Deutschland in Bezug auf die rechtliche Lage, historische Aspekte, Nutzung von Elternzeit sowie der Arbeitsteilung in Familien. Die Fragestellung „Wie wirkt sich die Elternzeit auf die familiale Arbeitsteilung in der postpartalen Zeit aus?“ wird im Kontext einer feministisch reflektierten Sozialen Arbeit beantwortet. Feministisch reflektierte Soziale Arbeit ist in diesem Kontext wichtig, da anfänglich vermutet wurde, dass das hierzulande verankerte Rechtssystem zur Regelung von Elternzeit strukturkonservierend wirkt und eine Benachteiligung der Frau* fördert, sowie wichtige Errungenschaften der Frauenbewegung – wie mehr bezahlte Care Arbeit – angreift. Zur Beantwortung der Fragestellung wurde die faktisch vorherrschende Lage im jeweiligen Land im Vergleich zum anderen gesetzt. Da bei der Erarbeitung des Forschungsstandes ähnliche Fragestellungen und Ländervergleiche von Elternzeit auftauchten, wurde bei der Beantwortung der Fragestellung auf Ergebnisse dieser Studien zurückgegriffen. Die Resultate der Studien wurden zueinander in Verbindung gebracht, damit Korrelationen erarbeitet werden konnten. Die Antwort auf die Fragestellung lautet, dass Elternzeit tendenziell eine Auswirkung auf die familiale Arbeitsteilung hat. In der Schweiz eher strukturkonservierend, in Deutschland fördert sie eher eine Egalität der Geschlechter. Jedoch sind landespezifische Rahmenbedingungen für eine egalitäre oder nicht- egalitäre Rollenverteilung ebenso massgebend. Ein väterfreundliches System wäre nötig, damit die Hauptverantwortung für die Kinderbetreuung und den Haushalt nicht mehr nur bei der Mutter liegt und diese nicht mehr auf diversen Ebenen benachteiligt wird. Die Benachteiligung der Frau* zieht ebenso Benachteiligung des Mannes* und des Kindes nach sich. D.h. zum Beispiel, wenn die Frau die Hauptverantwortung trägt für den Haushalt, trägt der Mann die Hauptverantwortung mit einer sicheren Vollzeitstelle die Familie zu ernähren, was für beide vom System her eine vorgesehene und nicht frei wählbare Rolle auferlegt. Durch diese Rollenzuteilungen, ist das Kind in dem Sinne benachteiligt, insofern es nicht zu beiden Elternteilen eine gleich enge Bindung aufbauen kann.