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|Die San-Andreas-Verwerfung rückte erstmals ins Licht der Öffentlichkeit, nachdem die Geologen sie als Ursache des grossen Erdbebens von San Francisco 1906 erkannt hatten. Den Namen "San Andreas" hatte der Geologe A.C. Lawson neun Jahre früher das erste Mal verwendet, allerdings nur, um einen kleinen Verwerfungsabschnitt auf der Halbinsel von San Francisco zu beschreiben. Lawson erwähnte eine "San-Andreas-Verwerfung" nebenbei in einer geologischen Erörterung. In dieser wies er auf eine vertikale Verschiebung der Verwerfung hin, war aber anscheinend nicht davon überzeugt, da er laut seinem Bericht weder die Verwerfung noch in mehreren Querschnitten - mit einer Ausnahme - verschobene Schichten aufzeigen konnte. Zur Zeit Lawsons war man sich also weder der Grösse der Verschiebung der Verwerfung noch deren regionaler und tektonischer Bedeutung bewusst.

In einem der ersten Berichte über das Erdbeben von 1906 beschrieb der Geologe G.K. Gilbert genau die Verwerfung und dessen charakteristische Verschiebung, den Namen "San Andreas" gebrauchte er aber nicht. In seinen Notizen hielt Gilbert fest, dass an gewissen Stellen die Verschiebung über sechs Meter betragen habe. Als 1908 der definitive Bericht der staatlichen Erdbeben-Untersuchungskomission veröffentlicht wurde, waren die Merkmale der San-Andreas-Verwerfung und deren Rolle als Ursache des Erdbebens klar. Dieser Bericht, welcher eine bemerkenswert umfassende und genaue Darstellung enthält, stellte einen Meilenstein im Verstehen der San-Andreas-Verwerfung und der Translationsgrenzen im Allgemeinen dar.