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Im Rotsee konnten im September 2011 gallertartige Klumpen beobachtet werden. Sie schwimmen teils frei, teils haften sie an Ästen oder Steinen im Uferbereich. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 30 cm und sind halbdurchsichtig oder braun.
Es handelt sich dabei um Kolonien des Schwammartigen Moostierchens (Pectinatella magnifica). Wie Korallen bilden Moostierchen Kolonien von Tausenden kleiner Einzeltierchen (Polypiden). Sie bauen aber kein Kalkskelett, sondern leben zusammen in gallertartigen Gebilden. Die einzelnen Polypiden sind knapp ein Millimeter gross und ernähren sich von Plankton.
Im Frühsommer (bei Temperaturen ab 20 °C) beginnen die Tierchen zu wachsen und Kolonien zu entwickeln. Im Spätsommer sterben sie wieder ab. Dabei bilden sie Dauerformen, sog. Statoblasten. Diese überdauern Kälte und Trockenheit. Sie schwimmen frei, bis sie sich mit ihren "Ankern" an Ästen oder Treibgut festhaken können. Im nächsten Jahr, bei guten Bedingungen, spriessen sie wieder aus und bilden neue Kolonien.
Bei den im Rotsee beobachteten Gallertklumpen handelt es sich um bereits abgestorbene Kolonien. Lebende Polypiden wurden keine gefunden. Meist können noch einzelne knapp 1 mm grosse Statoblasten an den Klumpen von blossem Auge erkannt werden.
Das schwammartige Moostierchen Pectinatella magnifica stammt aus Nordamerika und wurde bereits 1883 nach Norddeutschland verschleppt . Neuerdings mehren sich Funde in Frankreich und Deutschland. In der Schweiz ist das schwammartige Moostierchen erstmals im August 2010 im Étang de la Gruère beobachtet worden. Es ist zu erwarten, dass es sich weiter ausbreiten wird.
Für den Rotsee und seine Lebensgemeinschaft ist das Vorkommen des Moostierchens nach momentanem Wissensstand nicht problematisch. Es kann aber für Badende oder Spaziergänger am Ufer lästig werden, wenn die grossen Klumpen gegen Ende des Sommers verwesen (Geruchsbelästigung).