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Unter großem Krieg versteht man das Verwenden der möglichst versammelten Hauptstreitkräfte zur unmittelbaren Erreichung
des Kriegszwecks, der Vernichtung des Gegners; unter kleinem Krieg (Detachements- und Parteigänger- oder
Partisanenkrieg) das Auftreten kleiner Truppenabteilungen (fliegender Korps etc.), welche, getrennt vom Hauptheer, in Flanke
und Rücken des Feindes, auch in den Pausen der großen kriegerischen Thätigkeit dem Feinde durch Wegnahme von Transporten,
Kolonnen etc. möglichsten Abbruch thun sollen.
Guerillakrieg nennt man den kleinen (Volks-) Krieg, welchen ein Volk (nach Vorbild der Spanier) führt, um
einzeln oder in Banden dem eingedrungenen Feind unaufhörlich Schaden zuzufügen. Nach dem Ort, wo der Krieg geführt wird, dem
Kriegsschauplatz oder Kriegstheater, und den Objekten, um deren Besitz es sich dabei handelt, ist der Krieg entweder Land- oder
Seekrieg, Gebirgskrieg, Küstenkrieg, Festungskrieg oder offener Feldkrieg. Der allgemeine Kriegszweck ist
stets: eine derartige Vernichtung des Feindes, daß er keinen Widerstand mehr leisten kann, durch den Sieg über seine Streitkräfte
und durch Eroberung des Landes.
Die Kriegführung selbst ist dann Sache des Feldherrn. Derselbe muß zugleich Staatsmann sein, denn die diplomatische Thätigkeit
geht mit der kriegerischen Hand
[* 4] in Hand und muß an die Erfolge der letztern stets anknüpfen oder auf
sie wieder einwirken; die größten Erfolge werden daher da errungen, wo der erste Feldherr zugleich erster Staatsmann ist
(Friedrich II., Napoleon I.). Für den Feldherrn und die höhern Führer ist die Kriegführung eine Kunst zu nennen (die Kriegskunst
[s. d.] oder Feldherrnkunst), zu deren Ausübung sie unter
anderm das Studium der Kriegswissenschaften (s. d.) befähigen muß; für die einzelnen Glieder
[* 5] des Heers wird, je ferner sie
dem Feldherrn stehen, die Aufgabe der Kriegführung immer mehr handwerksmäßig (Kriegshandwerk).