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Das Management bei Alligator Records gibt bekannt: Nach guten fünfzehn Jahren Zusammenarbeit lösen der Gitarrist Aaron Moreland, der Sänger und Harmonikaspieler Dustin Arbuckle und der Schlagzeuger Kendall Newby ihre Band Moreland & Arbuckle auf. Eben noch wurde ihr Album Promised Land Or Bust als «Rock Blues Album Of The Year» für einen Blues Music Award nominiert. Sie werden ihre bestehenden Verpflichtungen erfüllen und alle anstehenden Konzerte spielen. Damit dürfte ihre Zusammenarbeit im Herbst 2017 enden. Die Auflösung erfolgt in freundschaftlicher Atmosphäre. Laut Pressemitteilung möchte Aaron Moreland mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die beiden anderen Mitglieder werden ihre musikalische Karriere weiterverfolgen.
Mit Lonnie Brooks ist ein weiterer Künstler der Chicagoer Bluesszene seiner Generation gestorben. Als Lee Baker Jr. kam er am 18. Dezember 1933 in Dubuisson (Louisiana) zur Welt. Er lernte erst Banjo, wechselte dann aber zur Gitarre, spielte R&B, Country und Rock’n’Roll unter dem Künstlernamen «Guitar Junior» und dabei gelangen ihm einige Hits. Er spielte auch kurze Zeit in Clifton Cheniers Red Hot Louisiana Band. Während einer Tour mit Sam Cooke kam wer nach Chicago und liess sich dort nieder. Weil es in Chicago mit Luther Johnson bereits einen Musiker mit dem Pseudonym «Guitar Junior» gab, änderte er seinen Namen in Lonnie Brooks.
Am 18. Oktober 2016 konnte er seinen neunzigsten Geburtstag nicht bloss bei anständiger Gesundheit feiern, er hatte sogar, zum ersten Mal nach fast vierzig Jahren, ein neues Album angekündigt, das 2017 erscheinen sollte. «Chuck» sollte es heissen und er hat es seiner Frau Themetta gewidmet, mit der er seit 1948 verheiratet gewesen war. Wir haben Chuck Berry zu dessen 90. Geburtstag in diesem Artikel gewürdigt, den wir nun leider um seinen Tod am 18. März 2017 ergänzen müssen.
James Henry Cotton gehörte noch zu der Generation der schwarzen Musiker, die in den Baumwollfeldern aufgewachsen ist. Am 1. Juli 1935 kam er als jüngster von acht Brüdern in Tunica (Mississippi) zur Welt. Als Kind erhielt er zu Weihnachten eine Harmonika, die er bald beherrschte. Etwas später hörte er in der King Biscuit Show den damaligen Star Sonny Boy Williamson II (Rice Miller) und eignete sich dessen Repertoire an. Als Neunjähriger verliess er mit einem Onkel Tunica und zog nach West Helena (Arkansas) und traf dort Williamson. Er erzählte ihm, er sei Waise und Williamson zog ihn auf. In späteren Jahren gab er zu, diese Geschichte erfunden zu haben. Williamson war aber tatsächlich sein Mentor und überliess ihm seine Band, als er von West Helena nach Milwaukee umzog. Cotton war allerdings zu jung, um die Band, die aus erfahrenen Musikern bestand, zusammen zu halten.
«Die sensationellste und schillerndste Musikerbiographie des Jahrzehnts. Bewegend, ergreifend, kontroversiell und streckenweise sarkastisch provokant. Kompromisslos und polarisierend wie er selbst. Die gesellschaftskritische Abrechnung eines unbequemen Individualisten mit dem Zeitgeist.»
So beginnt der Werbetext für die kürzlich erschienene Biographie des Doyens der österreichischen Bluesszene, Al Cook. Es ist mit fast 800 Seiten ein grosses Werk geworden, etwa vom gleichen Kaliber, wie die Biographie von Keith Richards. Wo diese sich aber zu einem viel zu grossen Teil in Eigenlob und Prahlereien über exzessiven Drogenkonsum und Sex, pubertären Schwanzvergleichen und Beschimpfungen erschöpft und spätestens nach einem Drittel langweilt, zeichnet Cook ein abwechslungsreiches Bild seines Lebens, mit all seinen Hoffnungen und Enttäuschungen, Siegen und Niederlagen und schildert darüber hinaus sehr farbig die gesellschaftliche Entwicklung im Allgemeinen und der österreichischen im Besonderen. Damit bleibt die Biographie bis zur letzten Seite interessant und spannend.
Man kennt die Zahl der Elvis Imitatoren nicht mal annähernd, es dürften aber mehrere Zehntausend sein. Sie sind in TV-Sendungen zu sehen, treten in Filmen auf, es gibt sogar eigene Radiosender. Manche sehen dem King äusserlich verblüffend ähnlich, andere haben seine Bewegungen perfekt drauf, einige können sogar ähnlich singen wie ihr Vorbild, kaum einer vereint alle drei Fähigkeiten. Eine besonders schräge Ausgabe in diesem Klon-Pool kommt aus Schweden. Er heisst Eilert Dahlberg und nennt sich Eilert Pilarm. So stimmt wenigstens eines mit dem Original überein: die Initialen.