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Metabolisches Syndrom
In unserer Wohlstandsgesellschaft haben sich einige Krankheiten entwickelt, die es früher, als noch vermehrt körperlich gearbeitet wurde seltener gab.So beschert uns, die leider schon zur Volkskrankheit gewordene Krankheit „Übergewicht“, eine Vielzahl von Beschwerden. Herzprobleme, Organverfettung, Gelenkprobleme, Stoffwechselprobleme um nur einige zu nennen. Ähnlich ergeht es der Pferdepopulation. In früheren Zeiten waren Pferde den ganzen Tag im Einsatz. Sie erhielten eine gute Futterration, die aber nicht ausreichend war, um dick zu machen. So waren dicke Pferde auf den Pferdemärkten auch eher die Ladenhüter, welche mit Skepsis betrachtet wurden. Dicke Pferde schienen zu wenig Arbeit zu haben, sei es weil sie nicht umgänglich, lahm oder sonst ungeeignet waren.
Insulin-Resistenz als Hauptursache:
Beim metabolischen Syndrom liegt eine Insulinresistenz vor, welche als Fehlfunktion des Stoffwechsels beim Verdauen von Futtermitteln, welche zu Glukose oder Zuckermolekülen abgebaut werden, definiert wird. Da in den meisten Futtermitteln (Getreide) für Pferde reichlich vorhanden, führt die Aufnahme von Glukose zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels (Hyperglycemie). Ein erhöhter Blutzuckerspiegel bewirkt die Ausschüttung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse. Dies wiederum signalisiert, dass Zucker in die Fettgewebe und Muskelzellen aufgenommen werden soll. Ist die Glukose dort angelangt, wird sie entweder von den Muskelzellen sofort als Energie für Arbeit oder Wachstum eingesetzt oder in Form von Glycogen oder Fett bis zum späteren Verbrauch eingelagert. Insulin-Resistenz bedeutet, dass entweder die Leber oder die peripheren Gewebe (Muskel- oder Fettzellen) unsensibel auf das Insulin reagieren und die Glukose nicht verarbeiten oder, dass die Bauchspeicheldrüse eine zu kleine Menge Insulin in die Blutbahn entlässt. Folge davon – die Bauchspeicheldrüse macht munter weiter mit der Herausgabe, was zu einer überhöhten Menge Insulin im Blut führt. Die Neigung zu diesen Problemen kann genetische, zyklische oder umweltbedingte Gründe haben. Besser erforscht ist das Problem beim Menschen und Faktoren wie Alter, Schwangerschaft, Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht sind vielfach dokumentiert. So werden auch gewisse Formen der Diabetes in diesem Zusammenhang erwähnt.
Beim Pferd wird vor allem das Übergewicht angesprochen. Fettzellen produzieren Cortisol. Dieses „stört“ das Insulin seine Botschaft an die Glukose, nämlich in die Muskel- und Fettzellen aufgenommen zu werden, erfolgreich mitzuteilen. Dicke Pferde haben mehr Fettzellen und produzieren deshalb auch mehr Cortisol, weshalb sich eine Gewichtsabnahme positiv auf die Insulinempfindlichkeit auszuwirken scheint.
Das Alter und die Fütterung könnten ebenfalls in direkten Zusammenhang mit dem Auftreten des metabolischen Syndroms stehen. Im Alter sinkt die Insulinempfindlichkeit. Grosse, Getreidereiche Rationen, die den Glukose und Insulinspiegel immer wieder in die Höhe treiben, können nach Jahren für diese Insulinunempfindlichkeit verantwortlich sein.
Eine weitere traurige Tatsache ist, dass mit dem metabolischen Syndrom in den meisten Fällen eine Hufrehe einhergeht. Diese kann bei übergewichtigen Pferden 1.) hormonelle Auslöser haben, 2.) die Folge oder ein Wiederausbruch einer früheren stoffwechselbedingten Hufrehe (z.B. Überfressen an jungem Gras oder Getreide) sein oder 3.) die Folge der dauernden Fehl- und Überbelastung durch das zu hohe Körpergewicht sein.
EMS kann sich bei Pferden jeder Rasse und jeden Alters entwickeln. Allen gemeinsam ist eine ungewöhnliche Art der Verteilung des Körperfetts. Es kommt zu einer Fettansammlung beim Hufkamm, über die Schultern, über die Kruppe und am Schweifansatz. Bei Wallachen kann auch der Schlauch betroffen sein. Stuten haben einen abnormalen Zyklus, der es fast unmöglich macht sie
trächtig zu bekommen.
Wie wird ein EMS Pferd gefüttert?
In erster Linie wird Heu eingesetzt und da das Pferd abnehmen soll auf Kraftfutter verzichtet. Um den Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen zu decken empfehlen wir Ihnen den Einsatz des Konzentrates Atlanta. Dies kann in sehr wenig Optibeets versteckt werden, was die Aufnahme erleichtert. Ein weiterer Vorteil dieser Verabreichung ist, dass diese Pferde so auch eine Mahlzeit bekommen, wenn die Stallnachbarn ihre Kraftfutterrationen erhalten und durch das hohe Quellvermögen der Optibeets etwas in der Futterkrippe haben.
Sofern das Pferd nicht infolge einer Hufrehe lahm ist, sollte es sich bewegen und das Training langsam gesteigert werden, damit es Gewicht verlieren kann.