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DMZ – WISSENSCHAFT / FORSCHUNG ¦
Chinesischen Wissenschaftlern zufolge ist SARS-CoV-2 bereits mutiert: Sie konnten feststellen, dass sich mittlerweile zwei unterschiedliche Stränge des Virus verbreiten und nachweisen lassen – ein sogenannter „L-Typ“ und ein „S-Typ“. Demnach sei der L-Typ der aggressivere von beiden: Etwa 70 Prozent der Infizierten weltweit seien von diesem Typ betroffen. Dieser hat sich vermutlich aus dem harmloseren S-Typ gebildet und weiterentwickelt. Diese Mutation sei vermutlich auch für die schnellere Verbreitung verantwortlich.
Chinesische Wissenschaftler haben die molekulare Struktur des Sars-CoV-2-Virus untersucht und sie mit anderen Coronaviren verglichen. Dabei fanden sie heraus, dass das aktuelle Virus zwei unterschiedliche Stränge aufweist: einen L-Typ und einen S-Typ. Die Forscher analysierten dafür 103 komplette Genomsequenzen.
Aktuell sei der L-Typ derjenige, der bei den meisten Infizierten vorzufinden ist – er treffe auf 70 Prozent zu. Nur 30 Prozent der Infizierten leiden hingegen am S-Typ, obwohl dieser laut den Wissenschaftlern der ältere ist und aus Wuhan kommt.
Der L-Typ hat sich offenbar aus dem S-Typ heraus entwickelt. Da der L-Typ sich wohl schneller verbreitet, schließen die Wissenschaftler, dass er der aggressivere sein könnte, wie sie es vorsichtig in ihrer Studie formulieren.
Mutationen sind bei einem Virus normal
Weil er eine Mutation des S-Typs darstellt, fürchten die Wissenschaftler, dass dies zu Problemen führen kann, was zum Beispiel die Entwicklung eines Impfstoffs angeht, da dieser immer nur für einen Typen entwickelt wird.
Der britische Forscher Stephen Griffin sieht das jedoch entspannt. Gegenüber dem „Telegraph“ erklärt er, dass eine solche Mutation normal sei – schließlich müsse das Virus, das sich ursprünglich offenbar in Tieren vermehrt hatte, sich erst einmal an seine neuen Wirte, die Menschen, anpassen. Dabei handle es sich um einen normalen Prozess.
Mutationen nicht zwingend gefährlich
Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) merken jedoch an, dass die Mutation eines Virus normal sei und nicht zwangsläufig bedeutet, dass das mutierte Virus eine größere Gefahr für Menschen darstellt und neue Eigenschaften entwickelt. Auch der britische Forscher Stephen Griffin stimmt dem zu: Gegenüber dem „Telegraph“ erklärt er, dass sich das Virus erst einmal an den Menschen als neuen Wirt anpassen müsse.
Einfluss auf die Impfstoffentwicklung möglich
Mutationen erschweren grundsätzlich die Suche nach Therapieoptionen, da die neu entstehenden Stränge anders reagieren können als die ursprünglichen. Vor allem in Hinblick auf die Entwicklung eines Impfstoffes könnte es jedoch problematisch werden: Denn dieser könnte nur für einen der beiden Typen entwickelt werden.
Quelle: focus ¦ Spiegel ¦ apotheke-adhoc.de
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