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Klima Schweiz - Wohl kaum ein anderes Land in Europa kann eine so vielfältige Klimastruktur aufweisen wie die Schweiz. Dieser Umstand ist den Alpen zu verdanken, die als Wetterscheide vom Südwesten nach Nordosten das Land durchziehen und die Geografie der Schweiz zu gut zwei Dritteln beherrschen. Dadurch treten enorme Höhenunterschiede auf, die natürlich gleichermassen das Klima der Schweiz beeinflussen. Doch die gravierendsten Unterschiede ergeben sich aus den südlichen und nördlichen Alpenseiten und den dazugehörigen Grosswetterlagen.
Inhalt:
Um ein Verständnis für diese klimatische Vielfalt zu erhalten, ist es wichtig, die geografische Einteilung der Schweiz zu kennen.
Im Norden ragt die Schweiz etwas in den Schwarzwald und die schwäbische Alb hinein. Darunter liegt das Hochrheingebiet und das Mittelland, das sich in einem Streifen vom Bodensee bis hinunter zum Genfersee zieht. Im Nordwesten begrenzt vom Jura und im Südosten dominiert von der mächtigen Alpenkette. Die Alpen als Gebirgszug sind bekannt, doch zum Jura muss hier noch erklärt werden, das es sich um einen Höhenzug handelt, der sich in das Französische und das schweizerische Jura aufteilt.
Klimatisch gesehen ist dieses Tal gleichzeitig ein Kanal, der warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum bis in den Nordosten der Schweiz und darüber hinaus transportiert. So profitiert beispielsweise auch das Weinanbaugebiet um den Kaiserstuhl bei Freiburg im Breisgau von diesen Klimaströmungen. Auf der Südseite der Schweizer Alpen sind es die Kantone Wallis (VS), Tessin (TI) und Graubünden (GR), die direkt vom Mittelmeerklima beeinflusst werden.
Der Einfluss von Gebirgen auf die klimatische Struktur besteht sowohl in deren Funktion als Wetterscheide wie auch in der Veränderung der Temperaturen durch die Höhenlage. In der Schweiz sind die Höhenunterschiede sehr gross. So liegt das Hochrheingebiet im Norden der Schweiz etwa auf 300 m ü. M. Im Süden, am Lago Maggiore im Tessin befindet sich der tiefste Punkt der Schweiz mit 196 m ü. M. Diesen tief gelegenen Punkten stehen die Gipfel der Schweizer Alpen gegenüber mit dem höchsten Punkt der Schweiz, der Dufourspitze mit 4634 m ü. M. im Monte-Rosa-Massiv.
Allein 3350 Berge in der Schweiz erreichen eine Höhe von über 2000 m ü. M.
Auf der nördlichen Seite der Alpen besteht ein überwiegend gemässigtes Klima, das hauptsächlich durch die ozeanischen Winde des Atlantiks beeinflusst wird, aber zu bestimmten Wetterlagen auch von den warmen Mittelmeerwinden profitiert. Südlich der Alpen ist der Einfluss des Mittelmeeres natürlich wesentlich stärker. In den Alpen selbst kann sich das Wetter aufgrund der Geografie sehr schnell ändern. Die durchschnittlichen Temperaturen sind von der jeweiligen Höhenlage abhängig. Durch die relativ kurzen Wege in der Schweiz kann dies bedeuten, das ein Reisender am Vormittag in Ascona am Lago Maggiore im T-Shirt an der Seepromenade sitzt und die Sonne geniesst und später auf dem Weg in den Norden den Wintermantel benötigt. Wohlgemerkt alles am selben Tag.
Das Jahresmittel in Bezug auf die Temperaturen ist abhängig von der Höhenlage. Eine allgemeingültige Durchschnittstemperatur kann für die gesamte Schweiz nicht gegeben werden. In den niedrigen Lagen beträgt die Temperatur im Januar etwa Minus 1 bis Plus 1 Grad Celsius. Im Sommermonat Juli steigt die Temperatur im Mittel auf 16 bis 19 Grad. Im Kanton Graubünden (GR) befindet sich der im Durchschnitt wärmste Ort der Schweiz. In Grono, so der Name der Ortschaft, beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur 11,7 Grad.
Eine klimatische Besonderheit darf bei der Betrachtung der allgemeinen Wetterlage in der Schweiz nicht ausser Acht gelassen werden. Dabei handelt es sich um den Föhn, einen alpenquerenden Wind, der hauptsächlich im Herbst oder im Frühling auftritt. Dabei ist es vorwiegend der von Süden kommende Fön, der auf der Alpensüdseite Niederschläge mit sich bringt und auf der Alpennordseite sehr milde und trockene Bedingungen erzeugt. Viele Menschen im Mittellandgebiet machen den Föhn für Beschwerden wie plötzlich auftretende Kopfschmerzen verantwortlich.
Die Veränderung des weltweiten Klimas macht auch vor der Schweiz nicht halt (siehe: Globale Erwärmung). Um den damit einhergehenden Veränderungen gerecht zu werden, erstellte das schweizerische Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (EDI) neue Klimanormwerte aus den Daten des Zeitraums von 1981 bis 2010. Diese Klimanormwerte stellen eine wichtige Basis für Entscheidungen im Tourismus oder im Bauwesen dar. Bisher umfasste der Erfassungszeitraum für die Normwerte 20 Jahre. Die WMO, die World Meteorological Organization, machte den Vorschlag, den Zeitraum auf dreissig Jahre auszudehnen und die Daten alle zehn Jahre zu aktualisieren. Die Schweiz setzte diesen Vorschlag im Jahr 2013 erstmals um. Die neu erstellten Normwerte zeigen klar, das sich das Klima langsam, aber sicher erwärmt. So ist die Periode 1981 bis 2010 im Jahresmittel um 0,5 bis 1 Grad wärmer als die zuletzt festgelegte Periode 1961 bis 1990.
Dabei sind es vor allem die Sommermonate mit vermehrten Hochdruck-Wetterlagen in den Niederungen, die den Temperaturanstieg verursachen. In den Höhenlagen sind die Veränderungen hingegen nur minimal. Bezüglich des Niederschlags wie Regen oder Schnee treten im Mittel wenige Veränderungen auf. Dafür hat sich die Niederschlagsmenge während der verschiedenen Jahreszeiten verändert, so zeigen sich die Herbstmonate im Durchschnitt wesentlich feuchter. Für Sonnenanbeter eine sicherlich erfreuliche Nachricht ergibt sich aus der gemessenen Sonnenscheindauer, die im Schweizer Mittelland um 5 bis 10 % zugenommen hat.
(Last updated: 04.11.2014, 04:07 Uhr)