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Wer sein Leben der Technik anvertraut, will sichergehen, dass diese zu 100 Prozent zuverlässig ist. Wer also mit Klauseln im Kleingedruckten argumentiert, verunsichert im Zweifel die Konsumenten. Es wäre naheliegend, hätte auch Tesla diese Schlussfolgerung gezogen. Der US-Autobauer hat zwei strittige Begriffe von seiner Webseite in China entfernt: «Autopilot» und «selbstfahrend».
Das Unternehmen allerdings betont, es handele sich dabei um eine lange geplante Aktualisierung. «Bei Tesla arbeiten wir kontinuierlich an Verbesserungen», sagte eine Sprecherin gegenüber Reuters. «Wir arbeiten seit Wochen daran, sprachliche Diskrepanzen auszugleichen. Das Timing hatte keinen Zusammenhang mit aktuellen Vorkommnissen oder Berichten.»
Unfall mit Selbstfahrer-Funktion
Tesla war in der Vorwoche in China in die Kritik geraten, nachdem ein Kunde einen Unfall im Selbstfahrer-Modus gebaut hatte. Der Betroffene und weitere Tesla-Käufer sahen sich getäuscht. «Sie vermitteln bei Tesla jedem den Eindruck, es handele sich um ein selbstfahrendes Auto und nicht um ein Fahrerassistenz-System», sagte Luo Zhen, der mit seinem Fahrzeug einen parkenden Wagen gerammt hatte, während er den Autopiloten eingeschaltet hatte.
Die Kritik steht vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls eines Tesla-Fahrers in den USA, der im Autopiloten-Modus auf einen fahrenden Lastwagen geprallt war. Nach der Kritik aus China sagten Tesla-Sprecher, der Autopilot sei kein Selbstfahrer-Modus, sondern ein Fahrassistenzsystem. Das sei auch offizielle Firmenpolitik, die Fahrer müssten die Hände stets am Lenkrad halten. Auch die Verkäufer sollten dies so vermitteln.
Tesla-Käufer in China hatten andere Erfahrungen berichtet: Ihnen zufolge hätten Verkäufer bei Demonstrationen die Hände vom Steuer genommen und den Eindruck vermittelt, das Fahren ohne Steuerung sei machbar.
4000 Dollar extra für den «Autopiloten»
Der chinesische Begriff «zidong jiashi», der wörtlich übersetzt sowohl «Autopilot» als auch «selbstfahrend» heisst, wurde laut Reuters am späten Sonntagabend von der Webseite des Model S genommen. Beide Begriffe tauchten zuvor mehrmals in der Produktbeschreibung auf.
Autoverkäufer seien ausserdem nochmal darauf trainiert worden, beide Hände am Steuer zu behalten, wenn sie das Fahrassistenzsystem vorführten.
Der chinesische Markt ist für Tesla wichtig, gleichzeitig herrscht hier Skepsis gegenüber E-Autos. Die Autopiloten-Funktion kostet den Käufer 4000 Dollar (3900 Franken).
(me)