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Botanik: Urtica dioica, Urticaceae
Verwendeter Pflanzenteil: Wurzel oder Blatt
Die grosse Brennnessel ist eurasischen Ursprungs und ist heute auf der ganzen Welt verbreitet. Die Pflanze ist bis über 1 m hoch, mehrjährig, dunkelgrün. Stängel und Blätter sind mit Brennhaaren versehen, die Blätter sind länglichherzförmig, meist über 5 cm lang, grob gezähnt. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen, die weiblichen Blütenstände hängend,länger als die Blattstiele, die männlichen Blütenstände stehen aufrecht.
Schon die Griechen und Römer kannten die Brennnessel sehr gut. Erstere nannten sie Alkalyphe und verwendeten sie gegen Husten, Tuberkulose, Arthritis und als Haarwuchsmittel.
In Europa wird die grosse Nessel als Gemüse und für Suppen verwendet und eine Zeitlang wurde der Brennnesseltee in den mondänen Salons serviert.
In der ayurvedischen Medizin wird die grosse Brennnessel mit anderen Pflanzen kombiniert bei Uterusblutungen, Nasenbluten, Hautausschlägen und Ekzemen verwendet.
Traditionell werden in der Phytotherapie die oberirdischen Pflanzenteile verwendet. Der Einsatz der Wurzel bei benigner Prostatahypertrophie hat erst in den Jahren 1980 eingesetzt.
In den letzten Jahren wurden zahlreiche Studien mit der Brennnesselwurzel unternommen um deren Wirkung auf das Prostataadenom zu untersuchen. Diese Beschwerden sind bei Männern über 50 Jahren sehr häufig und unangenehm für die Betroffenen. Die Wirkung der Brennnesselwurzel beruht auf den enthaltenen Sterolen, speziell Beta-Sitosterol. Sie vermindern das Grösserwerden der Prostata und somit alle Begleiterscheinungen. Die ausgeschiedene Urinmenge wird erhöht, der Urinstrahl verstärkt, die Anzahl der Miktionen ist sowohl am Tag als auch in der Nacht vermindert, ebenso die postmiktionäre Menge an Resturin welche für das Gefühl der nicht völlig entleerten Blase verantwortlich ist.