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Das schlechteste aller Verfahren
Bad Ragaz will eine Schule erweitern und bastelt sich dazu ein seltsames Verfahren, um den Architekten zu finden. Ein Beispiel, das hoffentlich nicht Schule macht.
Die Gemeinde Bad Ragaz schreibt keinen Projektwettbewerb aus, sondern ein «selektives Verfahren». Darunter versteht sie die Wahl eines Architekturbüros. Nicht wie üblich wird eine Anzahl Büros selektioniert, die an einem Wettbewerb teilnehmen dürfen, sondern es wird über Referenzen und Honorar ein Architekt gesucht, der zusammen mit der Gemeinde ein Projekt entwirft. Und die Gemeinde liefert gleich eine Projektskizze mit, die der Jurist und Gemeindepräsident Guido Germann selbst zeichnet. Die Skizzen seien nur das Raumprogramm, beschwichtigt Germann auf Anfrage. Um zu beweisen, wie gut das Verfahren ist, weist er auf den Neubau des Giessenparkbads hin, das nach gleichem Verfahren ausgeschrieben war. Gebaut hat es für 8.2 Millionen Franken der Architekt Urs Köpfli. Es ist zwar ein anständiges Projekt, das aber den Charme der alten Anlage vollständig zerstört hat, wie die Bilder zeigen.