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Emissionshandel - Wie Unternehmen und Länder sich aus der Verantwortung rauskaufen wollen
Was ist Emissionshandel (in der Schweiz) und weshalb ist dieser problematisch?
Beim Emissionshandel wird mit Zertifikaten gehandelt, welche einem Land oder Unternehmen das Recht zusprechen, eine gewisse Menge an Treibhausgasen zu verursachen. Die Menge der Zertifikate, also die Menge der Treibhausgase, die ausgestossen werden dürfen, bestimmt in der Schweiz die Politik mit einer Obergrenze. Diese Menge sollte Jahr für Jahr ein wenig sinken und damit die Gesamtemissionen reduziert werden. Damit ein Unternehmen (oder ein Staat) CO2 ausstossen darf, muss es sich Zertifikate kaufen oder es bekommt eine gewisse Menge gratis zugeteilt. Dadurch sollte durch die unsichtbare Hand des Marktes CO2 möglichst dort als Erstes reduziert werden, wo es am einfachsten ist.
Die Idee, dass es ein Recht gibt, Treibhausgase zu verursachen und damit die Klimakrise weiter anzuheizen und dass dieses gekauft werden kann, ist absurd und zeugt von einem völligen Unverständnis von der Klimakrise. Es gibt auch keine Zertifikate, welche es erlauben, Gift in das Grundwasser zu kippen oder Menschen körperlich zu verletzen, die dann auch noch gekauft und verkauft werden. Das Leben auf diesem Planeten zu bedrohen, ist ein Verbrechen, kein Recht.
Doch das Emissionshandelssystem ist nicht nur moralisch fragwürdig, sondern funktioniert nicht. Die Schweiz ist hier ein ideales Beispiel. Sogar die Eidgenössische Finanzkontrolle kam 2020 zum Schluss, dass das System "praktisch keine direkten Anreize schafft, um den CO2-Ausstoss zu reduzieren". Kein Wunder – wie soll ein marktorientiertes Konzept ein Problem lösen, das aufgrund der gleichen kapitalistischen Logik entstanden ist?
Tatsächlich gibt es in der Schweiz die absurde Situation, dass gewisse Konzerne aus dem Emissionshandel gar Profit machen, ohne ihre Emissionen zu reduzieren!?
Das Magazin "Das Lamm" fand heraus, dass der Betonriese Holcim beispielsweise Zertifikate im Wert von CHF 40 Millionen hortet! Statt mit den CO2-Zertifikaten zu handeln, horten die meisten Konzerne diese an und kaufen sich – wenn notwendig – billigere Zertifikate aus dem Ausland. Denn das Recht, Emissionen auszustossen, wird in Zukunft immer teurer werden und damit steigt wohl auch der Wert der Zertifikate. Aus Angst, dass einzelne Konzerne ins Ausland gehen, sowie wegen einigen Rechnungsfehlern, vergibt die Schweiz ausserdem jedes Jahr viel zu viele Zertifikate. Dies führt dazu, dass viele Konzerne am Emissionshandel verdienen, ohne dass sie ihre Emissionen irgendwie reduzieren müssten!