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Kraniotomie oder Kraniektomie beim akuten Subduralhämatom?
Ob und wie gut sich Patienten nach der notfallmässigen operativen Ausräumung eines akuten Subduralhämatoms erholen, hängt offenbar nicht davon ab, ob eine dekompressive Kraniektomie oder eine Kraniotomie durchgeführt wird. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam in einer Untersuchung, die an 40 Zentren in elf Ländern durchgeführt wurde.
Für eine Kraniektomie wird der Schädelknochen nach der Hämatomevakuierung vorübergehend entfernt. Der Defekt wird danach zu einem späteren Zeitpunkt wieder gedeckt. Zu einem solchen Vorgehen würden sich Operateure vor allem dann entscheiden, wenn bereits intraoperativ eine Hirnschwellung auffällt. Ein weiterer Grund dafür wäre, wenn sie aufgrund ihrer klinischen Erfahrung erwarten, dass in den Tagen nach der OP eine solche auftritt. Das erläutern britische Forscher in einer Übersichtsarbeit (1).
Allerdings wird bei dieser Strategie später ein erneuter Eingriff, eine Kranioplastie, erforderlich, die ebenfalls nicht ohne Risiko ist. Die Vor- und Nachteile der beiden Methoden beleuchteten die Forscher bei 450 Erwachsenen, die sich nach einem Schädel-Hirn-Trauma der Evakuierung eines Subduralhämatoms unterziehen mussten.
Patienten erholen sich gleich gut von Kraniotomie und Kraniektomie
Der Durchmesser des entfernten Kalottenfragments betrug im Median 13 cm. In etwa der Hälfte der Fälle erfolgte eine Kraniotomie, bei der das Knochenfragment gleich wieder eingesetzt wird, bzw. eine Kraniektomie.
Bezüglich der Erholung innerhalb des ersten Jahres nach dem Eingriff, gemessen mit der Extended Glasgow Outcome Scale (GOSE), unterschieden sich die beiden Studienarme nicht. Gleiches galt für den Anteil der nach einem Jahr gestorbenen oder an einem apallischen Syndrom leidenden Personen. Und auch hinsichtlich der Lebensqualität gab es keine Unterschiede.
Rund 15 Prozent der kraniotomierten, aber nur sieben Prozent der kraniektomierten Personen mussten sich innerhalb von zwei Wochen einem weiteren Eingriff unterziehen. Wundkomplikationen traten dagegen nach Kraniektomie häufiger auf (12 vs. 4%).
Die Kraniektomie spare Zeit und beuge Hirndruckkomplikationen sowie Reinterventionen vor. Das kommentiert Professor Dr. Shankar Gopinath, Abteilung für Neurochirurgie, Baylor College of Medicine, Houston, in einem begleitenden Editorial (2). Diese Vorteile wiegen seiner Ansicht nach die Nachteile auf, nämlich das erhöhte Risiko für Wundkomplikationen – zumal diese sich meist gut beherrschen liessen.