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Infektionen mit Fuchsbandwurm sind selten, können aber schwerwiegende Folgen haben. Früh erkannt, ist die Krankheit behandelbar. Gründliches Waschen der Hände und von gesammeltem Obst und Beeren kann schützen.
Fälle von Fuchsbandwurm sind glücklicherweise selten. In der Schweiz werden pro Jahr zehn bis zwanzig Fälle diagnostiziert. Eine Meldepflicht besteht für die Infektion nicht, bekannt ist jedoch, dass seit dem Jahr 2000 in Europa wieder mehr Fälle von Fuchsbandwurm auftreten. Ein Grund dafür ist die stark gewachsene Fuchspopulation.
Füchse als Endwirte sind an den Fuchsbandwurm angepasst und können mit dem Schmarotzer leben. Die beiden Spezies bilden eine Symbiose. Über die im Fuchskot ausgeschiedenen Eier kann der Fuchsbandwurm aber kleine Nager als Zwischenwirt infizieren, sodass sich in deren Lebern Fuchsbandwurmlarven vermehren. Die kleinen Nager werden dadurch krank und somit leichtere Beute für den Fuchs. In dessen Darm wachsen in der Folge die Larven wiederum zu Würmern heran, welche Eier produzieren. So kann sich der Fuchsbandwurm in der Fuchspopulation vermehren. Menschen sind eigentlich Fehlwirte; dennoch kann ein Befall mit Fuchsbandwurm schwerwiegende Folgen haben.
Übertragen wird die Alveolare Echinokokkose, wie die Krankheit medizinisch heisst, durch die Aufnahme der vom Wirt ausgeschiedenen Bandwurmeier, etwa über den Verzehr von mit Eiern verunreinigten Beeren und Fallobst oder im Wald gepflücktem Bärlauch. Auch über direkten Kontakt mit einem infizierten Tier oder indirekt über einen Hund, der sich in Kot gewälzt hat, können die Fuchsbandwurmeier übertragen werden. Gründliches Waschen der Hände und von gesammelten Früchten und Beeren ist deshalb der beste Schutz.
Gelangen Eier des Fuchsbandwurms in den Dünndarm einer infizierten Person, können sich dort Larven entwickeln, die über das Blut in die Leber, selten in andere Organe gelangen, wo sie Zysten bilden. Diese wachsen tumorähnlich in das umgebende Gewebe und beeinträchtigen zunehmend die Funktion des befallenen Organs.
Die Symptome der Infektion sind in der Regel unspezifisch. Deshalb wird die Infektion häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt oder manifestiert sich erst nach Monaten oder gar Jahren, wenn sich Folgen der Organschädigung bemerkbar machen mit Oberbauchbeschwerden oder einer Gelbsucht. Eindeutig feststellen lässt sich die Infektion durch einen Bluttest auf Antikörper.
Früh erkannt, kann der Parasit operativ entfernt und der Patient somit geheilt werden. Leider ist dies nicht bei allen Patienten möglich. Für alle nicht-operablen Patienten ist eine lebenslange medikamentöse Therapie notwendig. Mit dieser kann die weitere Ausbreitung verhindert werden, eine eigentliche Heilung der Infektion wird jedoch nicht erreicht.
Beat Müllhaupt, welche Daten werden gesammelt?
Alle Patienten mit alveolärer Echinococcose werden bezüglich der freiwilligen Teilnahme an der Zürcher Echinococcose Kohortenstudie angefragt. In der Datenbank werden Daten zu Alter, Geschlecht, Wohnkanton etc. sowie Krankheits-spezifische Daten wie Krankheitsstadium, allfällige Operation, Medikamentendosierung, Blutbild und Labor sowie Begleiterkrankungen erfasst. Zudem wird in einer Biobank am Institut für Parasitologie der Universität Zürich Blut aufbewahrt.
Welches Ziel verfolgen Sie mit der Kohortenstudie?
Unser Ziel ist es, ein besseres Bild der Erkrankung zu erhalten. Wir wollen u.a. herausfinden, warum sich die Krankheitsfälle seit der Jahrtausendwende häufen und welche Faktoren den Menschen für die Infektion empfänglich machen. Zudem wollen wir neue Methoden zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung sowie Behandlungsstrategien erforschen.
Beat Müllhaupt, Leitender Arzt in der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am Universitätsspital Zürich, hat schon einige Patienten mit einer Fuchsbandwurminfektion behandelt. Er ist am Aufbau der Zürcher Datenbank zu Fällen Alveolarer Echinokokkose beteiligt.