Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/1899

in der griech. Mythologie ein riesenhaftes, wildes, den Göttern verhaßtes und von ihnen vertilgtes Geschlecht.
Wie viele andre Sagen des hellenischen Mythenkreises, hat sich auch die von den Giganten durch lokale Sagen ausgebildet, so daß
man zwischen den Giganten des Homer und Hesiod und den Himmelsstürmern der jenen Sagen folgenden Mythographen
wohl zu unterscheiden hat. Von dem vielbesungenen Kampf der Giganten gegen die Götter wissen die beiden Urväter der hellenischen
Dichtkunst und Götterlehre nichts, obschon ihre beiderseitige Anschauung von den Giganten eine ganz verschiedene ist.
Statt dieses Ursprungs leiten andre ihre Abstammung vom Tartaros und von der Gäa her und teilen ihnen eine ähnliche Rolle
zu wie den Titanen. Wie letztere den Uranos bekämpften, so erdichtete man einen Kampf der Giganten gegen die
Götterdynastie des Zeus (Gigantomachie). Als Schauplatz dieses Kampfes wird ihr Geburtsland Phlegra genannt, worunter man brennende
Gefilde oder von vulkanischen Ausbrüchen heimgesuchte Gegenden zu verstehen hat, die die Dichter bald im äußersten Westen
der Erde, am Okeanos in der Nähe von Tartessos, bald in den vulkanischen Gegenden Italiens,
[* 5] bald in Thrakien
oder auf der makedonischen Halbinsel Pallene suchten.