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"Das Ausmass von Managementfehlern bei Italcementi war bei weitem höher als wir dies bei der Akquisition gedacht hätten", erläuterte Scheifele. Vor allem in den USA gebe es erhebliches Verbesserungspotenzial. Während HeidelbergCement in Übersee hochprofitabel sei, habe Italcementi jahrelang Verluste geschrieben. Scheifele führte dies vor allem auf Missmanagement zurück. So hätten italienische Manager die US-Werke geleitet, die sich aber nicht mit den Gepflogenheiten vor Ort ausgekannt hätten. Dies habe unter anderem zu einer hohen Fluktuation bei den Mitarbeitern geführt. "Es müssen die richtigen Leute auf die richtigen Jobs", sagte er. Dabei verwies er darauf, dass das Baustoffgeschäft ein lokales Geschäft sei. HeidelbergCement habe deshalb den überwiegenden Teil seines Managements mit einheimischen Führungskräften besetzt.
Auf die Frage, ob HeidelbergCement zu viel für Italcementi bezahlt habe, antwortete Scheifele: "Es sind die Synergien, die den Kaufpreis rechtfertigen." Bereits 2016 sparte HeidelbergCement bei dem übernommenen Unternehmen rund 155 Millionen Euro ein etwa mit Schliessungen von Hauptverwaltungen und anderen Stellenstreichungen. Insgesamt sollen bei Italcementi 3500 Stellen weltweit wegfallen. Davon seien bereits 2400 Arbeitsplätze unter anderem in Italien und den USA abgebaut, sagte der HeidelbergCement-Chef. Die noch fehlenden 1100 Stellen sollen überwiegend in Ägypten gestrichen werden.
Die Übernahme des italienischen Konkurrenten ist für HeidelbergCement die grösste Transaktion seit dem milliardenschweren Kauf des britischen Baustoffproduzenten Hanson 2007. Mit dem Zukauf verkürzten die Heidelberger mit ihren rund 60 000 Mitarbeiter den Abstand zum Marktführer LafargeHolcim. Bei Zuschlagsstoffen, Zement und Transportbeton belegt HeidelbergCement weltweit die Plätze eins, zwei und drei. Im vergangenen Jahr setzte das Unternehmen inklusive Italcementi gut 17 Milliarden Euro um./mne/das
(AWP)