Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/644

Shiro Kuramata wurde an der Städtischen Polytechnischen Hochschule in Tokio bis 1953 im Fach Architektur ausgebildet und arbeitete anschließend ein Jahr lang für den Möbelhersteller Teikokukizai. Er studierte außerdem in der Abteilung für Wohndesign am Kuwazawa Institut für Design in Tokio und machte 1956 seinen Abschluss. Die nächsten sieben Jahre arbeitete er im Designbüro San-Ai des Warenhauses Maysuya in Tokio, wo er sich auf das Verkaufsdesign konzentrierte. 1965 gründete er sein eigenes Büro in Tokio, das Kuramata Design Studio, gestaltete Interieurs für über 300 Bars und Restaurants. So auch für den Judd Club (1969), sowie Möbel, die den japanischen Minimalismus durch einen westlichen Sinn für Ironie abmilderten. Im Jahr 1972 erhielt er einen Mainichi-Design-Preis und wurde drei Jahre später Berater des Mainichi-Vorstandes.
Erste internationale Anerkennung erhielt er für sein ungewöhnliches Möbeldesign Drawers in an Irregular form (1977). In den 1980er Jahren verwendete Kuramata ungewöhnliche Materialien wie Streckmetall und Acrylharz, mit denen er höchst originelle und poetische Möbelstücke mit aufsehenerregenden Raumeigenschaften schuf, insbesondere die Stühle How High The Moon (1986) und Miss Blanche (1988). Die Titel dieser Designs bezogen sich auf die westliche Kultur, auf den Titel eine Jazzliedes von Duke Ellington einerseits und eine Figur in Tennessee Williams Stück A Streetcar Named Desire andererseits.
1981 bekam Kuramata den japanischen Kulturpreis für Design und entwarf die nächsten sechs Jahre lang mehrere Designs für die italienische Gruppe Memphis, darunter den Tisch aus Zement und Glas Kyoto (1983) und den Tisch aus Metall und zerbrochenem Glas Sally (1987), die raffinierter und ästhetisch zurückhaltender waren als andere Entwürfe der Gruppe. Die 80er Jahre hindurch gestaltete er minimalistische Möbel und Ausstattungen für die Boutiquen von Issey Miyake in Tokio (1986), Paris (1984) und New York (1987) sowie Interieurs für den Laden Seibu in Tokio (1987). Er kaufte 1988 ein Haus in Paris, das ursprünglich von Robert Mallet-Stevens für Jöel und Jan Martell entworfen worden war und errichtete sein eigenes Designbüro in der Rue Royale in Paris.
Internetseite von Shiro Kuramata