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Wie vor vier Jahren kommt es im Viertelfinal des French Open zum Schweizer Duell. Federer setzt sich gegen Leonardo Mayer sicher durch, Wawrinka schlägt Tsitsipas nach einem langen Kampf.
Viel unterschiedlicher hätten die Achtelfinals der beiden Schweizer nicht sein können. Auf der einen Seite - auf dem Court Philippe Chatrier - Federer, der auch bei seinem vierten Auftritt in diesem Jahr ungefährdet blieb und ein weiteres Mal ohne Satzverlust mit 6:2, 6:3, 6:3 gewann. Auf der anderen Seite - im zweitgrössten Stadion Suzanne-Lenglen – Wawrinka, der sich fünf Stunden und elf Minuten abmühen und unzählige heikle Situation überstehen musste, bevor das 7:6 (8:6), 5:7, 6:4, 3:6, 8:6 gegen den Weltranglisten-Sechsten feststand.
Wawrinka hat wieder einmal Grosses vollbracht. Fast zwei Jahre Jahre nach seinen Knieoperationen steht er bei einem Grand Slam wieder im Viertelfinal und hat sich dank seinen Leistungen in der ersten Pariser Woche wieder in den Kreis der Siegesanwärter gespielt. Der Weg zu einem allfälligen vierten Major-Titel ist allerdings noch sehr weit. Der 34-Jährige müsste Federer schlagen und dann – nach Papierform – Rafael Nadal und Novak Djokovic.
Auszuschliessen ist nach den jüngsten Leistungen aber nichts mehr. Wawrinka zeigte in einem Kampf der Superlative gegen Tsitsipas alles, was man braucht, um die grössten Turniere zu gewinnen: die spielerischen Qualitäten, der starke Service, den Kampfgeist und die nervliche Belastbarkeit. Im ersten Satz gewann er zum vierten Mal in Folge einen Tiebreak. Bis er später seinen ersten Umgang abgab, wehrte er sieben Satzbälle ab. Schon gegen Grigor Dimitrov hatte er in den wichtigsten Moment am stärksten gespielt.
Trotz der Hitze und der Müdigkeit war er auch im Entscheidungssatz bereit, als es am meisten zählte. Obwohl er spielerisch nicht mehr ganz mit Tsitsipas mithalten konnte und bei eigenem Service regelmässig unter Druck geriet, triumphierte er am Ende. Er wehrte acht Breakbälle ab, drei davon bei 5:5, bevor er seinen zweiten Matchball nutzte und den längsten Match seiner Karriere zu einem glücklichen Ende brachte.
Roger Federer zieht beim French Open weiterhin im Eiltempo durch die Runden. In 102 Minuten schaffte er mit 6:2, 6:3, 6:3 gegen den Argentinier Leonardo Mayer den Einzug in seinen 54. Grand-Slam-Viertelfinal.
Auch Mayer, die Nummer 68 der Welt, konnte Federer nicht ernsthaft fordern. Bislang hat der Basler seit seiner Rückkehr nach Roland Garros einen umstrittenen Satz gespielt, den dritten in der Runde zuvor gegen den Norweger Casper Ruud. Ansonsten dominierte er das Geschehen gegen die ausserhalb der Top 50 klassierten und oftmals auch etwas überforderten Gegner klar.
Der 31-jährige Mayer kam nie wie gewünscht in die Partie. In den ersten beiden Sätzen gab er jeweils gleich sein erstes Aufschlagsspiel ab, im dritten fiel die Entscheidung mit dem 4:2. Federer hatte die Sache von der ersten bis zur letzten Minute fest im Griff. Der 37-Jährige zeigte eine makellose Leistung.
Ob der Vorteil, ohne grossen Kraftaufwand die ersten Runden überstanden zu haben, oder der Nachteil, bislang nicht gefordert worden zu sein, stärker ins Gewicht fällt, wird sich am Dienstag im Viertelfinal zeigen. Gegen Wawrinka hat er 22 von 25 Begegnungen gewonnen, allerdings alle drei Niederlagen auf Sand bezogen, die letzte vor vier Jahren im Viertelfinal des French Open als Wawrinka später den Titel gewann. (zap/sda)