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Montag, 6. Juli
Gschicht vom Tag
Warum die Giraffe und der Madenhacker Freunde sind
(Märchen aus Afrika)
In Afrika wüten oft Buschfeuer. Der Blitz zündet sie an, und der Wind treibt sie übers Land.
Als wieder einmal ein Feuer über die Steppe fegte, floh, wer konnte. Drei junge Madenhackervögel aber konnten nicht weg. Sie waren gerade aus den Eiern geschlüpft und lagen nackt im Nest auf einem hohen Baum. Das Feuer kam immer näher, und die alten Madenhackervögel wurden immer unruhiger und baten alle Tiere, die vorbeirannten, um Hilfe. Aber keines blieb stehen. Alle dachten nur an ihr eigenes Leben und rannten weiter, ausser der Giraffe.
Sie hielt an, überlegte nicht lange und nahm das Nest ins Maul. Damit rannte sie in ein sicheres Gebiet und setzte es wieder auf einen Baum. Die alten Madenhacker waren den ganzen Weg mitgeflogen und jubelten vor Freude und sagten am Ende: «Danke! Vielen Dank, liebe Giraffe! Wie können wir deine Hilfe vergelten?» – «Das ist nicht schwer», sagte die Giraffe, «ihr könntet mir einen grossen Dienst erweisen. In meinem Fell sitzen viele Zecken und Maden. Die beissen und zwicken mich. Könntet ihr nicht auf meinem Rücken reiten und sie wegpicken?» Und die Madenhacker setzten sich sofort auf die Giraffe und begannen mit der Arbeit.
Und bis heute klettern sie an den Giraffen herum und kriechen ihnen sogar in die Ohren auf der Suche nach den lästigen Zecken.