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Eine Studie der EPFL und des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF hat einen stetigen Temperaturanstieg der Schweizer Fliessgewässer festgestellt, der die Ökosysteme unter Stress setzt und die Nutzung der Gewässer, etwa in der Kernkraftindustrie, einschränken könnte.
Das Schmelzwasser von Schnee und Gletschern kühlt das Wasser in Bächen. Dadurch blieb bislang bei hohen Lufttemperaturen die Wassertemperatur in Schweizer Fliessgewässern meist niedrig genug, um Wasserlebewesen vor Schaden zu bewahren. Doch durch die Klimaerwärmung wird das Gleichgewicht gestört: Seit 1979 ist die Durchschnittstemperatur in Schweizer Wasserläufen alle zehn Jahre um etwa 0,3 Grad Celsius gestiegen. Damit erwärmen sie sich fast genauso schnell wie die Atmosphäre.
Das ergab eine Studie, welche das Cryosphere Sciences Laboratory (CRYOS) der EPFL, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und weitere Forschungsinstitute durchgeführt haben. In dieser analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten von Messstationen an 52 Bächen und Flüssen in der Schweiz.
Die Erwärmung kommt einerseits durch höhere Lufttemperaturen zustande, insbesondere im Sommer. 2018 mussten beispielsweise Fische in höher gelegene Flüsse umgesiedelt werden, um zu verhindern, dass sie an Überhitzung, Wassermangel und sich ausbreitenden Krankheiten sterben. Zur Erwärmung der Gewässer trägt auch bei, dass der Wasserdurchfluss in den letzten zwanzig Jahren um 10 Prozent gesunken ist.
Der Effekt der Schnee- und Gletscherschmelze kann diese Erwärmung schon heute nicht mehr ausgleichen. Und der Trend könnte sich künftig verstärken, wenn Gletscher weiter schwinden und im Winter weniger Schnee fällt. Dadurch nimmt die Menge des entstehenden Schmelzwassers ab, was zu einem weiteren Temperaturanstieg führen könnte, besonders in Bergbächen. Höhere Wassertemperaturen bedrohen nicht nur die Ökosysteme, sondern können beispielsweise auch für Atomkraftwerke zum Problem werden, die ihr Kühlwasser aus Flüssen beziehen.