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Chelsea besiegt auswärts Manchester City und bewirbt sich mit einer defensivstarken Leistung für den Premier-League-Titel. Manchester City offenbarte hingegen Probleme in der Rückwärtsbewegung.
• Auf rechts konterte Chelseas Ramires die Vorstösse von Citys Linksverteidiger Kolarov, auf der anderen Seite verhinderte Chelsea die Zuspiele ins offensive Mittelfeld.
• Manchester City zeigte sich im Umschalten von eigenen auf gegnerischen Ballbesitz schwach, Chelsea konnte einige gefährliche Konter setzen.
Am Sonntag noch, stand die Sportwelt im Zeichen des Super Bowls. Die beste Defensive der NFL, die Seattle Seahawks, traf auf die beste Offensive, die Denver Broncos. Das Ergebnis: Ein deutlicher Sieg für die Seahawks, ihrer Defensivstärke sei Dank. Keine 24 Stunden später kam es in einer anderen (viele Europäer würden sagen: der echten) Form des Footballs zu einem ähnlichen Duell – und erneut triumphierte die Defensive.
Dabei traf am Montagabend im Etihad Stadium die stärkste Offensive der Premier League (Manchester City mit 68 Treffern) auf die beste Defensive (Chelsea mit 20 Gegentreffern). Dabei schaffte es die beste Defensive der Liga lange Zeit, die Offensivgefahr des Gegners zu minimieren. Chelsea, das Team von Starcoach Jose Mourinho, verteidigte im 4-4-2-System. Dabei liefen schon die Angreifer die gegnerischen Innenverteidiger im Spielaufbau an. Chelsea drängte City so zum Spiel über die Flügel.
Dabei griff das Team aus Manchester vor allem über die rechte Seite an. Navas hielt seine Position als Rechtsaussen, während Linksaussen Silva immer wieder in die Mitte zog. Um auf links eine Anspielstation in der Breite zu haben, schaltete sich Kolarov immer wieder in die Angriffe ein.
Das Offensivkonzept von City sah vor, auf der linken Seite von Chelsea Überzahlen zu schaffen. Auf dem gegenüberliegenden Flügel füllte Aussenverteidiger Kolarov jene Lücke, die Silva durch sein Einrücken in die Mitte hinterliess. Der defensivstarke Ramires konnte die Vorstösse von Kolarov jedoch abfangen.
Allerdings spielte sich City ein ums andere Mal auf den Flügeln fest. Chelsea achtete penibel darauf, dass Citys Spielgestalter Yaya Toure bei seinen Ausflügen ins offensive Mittelfeld gedeckt wurde. Es fehlte dadurch ein Verbindungsspieler im offensiven Mittelfeld, um schnelle Seitenwechsel spielen zu können. Oftmals blieb City nur eine hohe Flanke, welche Chelseas Verteidiger jedoch klären konnten. Am ehesten kam City zu Chancen, wenn sie ihre individuelle Klasse ausspielten und mit wenigen Kontakten sich vom Flügel in den Sechzehner kombinierte. Chelsea liess dies jedoch nur selten zu.
Im Gegenzug fand Chelsea viel Platz für Konterattacken. Durch die hohen Rollen der Aussenverteidiger und von Yaya Toure sicherten oftmals nur drei Spieler von Manchster ab. Martin Demichelis stand als einziger Sechser öfters ungünstig, sodass Chelsea ihn umspielen und zu Gleichzahlkontern ansetzen konnte.
In der 27. Minute konnte Chelsea einen Fehlpass in Richtung Demichelis abfangen. Sofort sprinteten vier Chelsea-Akteure nach vorne, Manchester City zeigte sich in der Rückwärtsbewegung jedoch träge. Nachdem Demichelis umspielt wurde, sah sich Chelsea nur noch zwei City-Verteidigern gegenüber. Am Ende vergab Ramires die grosse Chance.
Chelsea verbuchte am Ende zwar nur 35% Ballbesitz, konnte sich aber besonders zwischen der 25. und der 65. Minute hochwertige (Konter-) Chancen erarbeiten – auch weil die Stars von Manchester nicht so intensiv nach hinten arbeiteten.
In den letzten 20 Minuten konnte City noch einmal den Druck erhöhen. Mit Jovetic (57. für Negredo) kam ein Angreifer, der sich häufig ins offensive Mittelfeld zurückfallen liess. City schaffte es nun besser, ins offensive Mittelfeld vorzustossen und von dort gefährliche Pässe in den Sechzehner zu spielen.
Vor allem aber verteidigte Chelsea in der Schlussviertelstunde sehr tief. Die frühen Attacken, die sie zu Beginn der ersten und zweiten Halbzeit auszeichneten, blieben fast völlig aus. Die individuell sehr stark besetzten Citizens, lud dies zu Kombinationen und schnellem Direktpassspiel ein. Sobald sie jedoch in den Sechzehner kamen, war stets ein Fuss von Chelsea dazwischen.
Am Ende gewann mit Chelsea jenes Team, das geschlossen nach hinten arbeitete. Es war ein weiterer Beleg für eine alte Fussballweisheit: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive jedoch Meisterschaften.
Der Siegtreffer steht sinnbildlich für den Unterschied beider Teams. Während bei Chelsea alle Spieler jederzeit defensiv mitarbeiteten, gönnten sich die Angreifer von City immer wieder kleinere und grössere Pausen. Citys Linksaussen Silva trabte vor dem Tor nach hinten, sein nomineller Gegenspieler Ivanovic konnte dadurch frei zum Schuss kommen und das Siegestor erzielen.