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Curitibas Herausforderung für die WM 2014
Der Event trägt dazu bei, mehr Touristen in die Stadt zu bringen und die Hotelstruktur zu vergrössern.
Curitiba wird heute die beste Lebensqualität des Landes zugeschrieben, und die Stadt wird von der UNESCO als Modell für die perfekte Rekonstruktion von Städten empfohlen, welche unter einer militärischen Intervention gelitten haben. Die Hauptstadt von Paraná tut sich vor allem durch ihr vorbildliches öffentliches Transportsystem hervor, ausserdem sind ihre Erziehungsprojekte, das Gesundheitswesen und die allgemeinen Bemühungen um den Umweltschutz beispielhaft. Nach jüngsten Schätzungen kommen auf jeden Bürger 51,5 Quadratmeter Grünfläche – das entspricht fast der dreifachen der von der UNO als Minimum festgelegten Fläche und gehört zu den höchsten Ergebnissen im Land. Der Industriekomplex Curitibas hat die Wirtschaft der Stadt auf den vierthöchsten Rang im Land angehoben.
Mit dem Namen „Estadio Joaquim Américo Guimarães“ gehört dem privaten Club „Atlético Paranaense“ und ist bereits als Stätte für vielseitige Nutzung angelegt worden: 1924 gebaut und nach einer Reform 1997 wiedereröffnet – unter dem volkstümlichen Namen „Arena da Baixada“.
Die „Arena“ ist mit Umkleideräumen, Künstlerkabinen für Shows und einem Sicherheitssystem mit mehr als 200 Kameras ausgestattet. Kürzlich wurde sie erneut renoviert, im Juli 2009 erhielt ihr innerer Ring 5.000 neue Sitzplätze, welche ihre Gesamtzahl auf 31.000 aufgestockt hat. Bis 2012 erwartet man eine zusätzliche Erweiterung der Kapazität auf 42.000 Plätze. Obwohl dieses Stadion nicht in der Lage sein wird, die Eröffnungs- oder die Endpartien der Copa aufzunehmen, werden die besagten Reformen dazu beitragen, in Zukunft für andere Veranstaltungen an Interesse zu gewinnen.
Verbesserungen sind in der VIP-Lounge, den Presseräumen und auf den Parkplätzen vorgesehen. Das Projekt Curitibas für 2014 greift in allen seinen Reformen und Erweiterungen auf private Investments zurück – die Unterhaltung des Stadions kann dagegen aus den Einnahmen von Fussballspielen und Shows bestritten werden.
Den bedeutendsten Vorteil ihrer Copa-Teilnahme rechnet sich die Stadt für den Tourismus aus: Sie möchte sich endlich einen Platz auf der kosmopolitischen Bühne der Weltstädte erobern. Bisher hat sie lediglich einen Platz im Business-Tourismus inne – als dritte Stadt Brasiliens für Ausländer, die geschäftliche Interessen haben – nur der Reise- und Freizeit-Tourismus hat noch nicht so recht angebissen, obwohl Curitiba durchaus mit ein paar interessanten Sehenswürdigkeiten und Entertainments aufwarten kann – wie zum Beispiel die „Rua 24 Horas“ (eine Strasse mit offenen Geschäften rund um die Uhr), die „Ópera de Arama“ (die Drahtoper), das Museum Oscar Niemeyer, das steinerne Amphitheater „Paulo Leminsky“ neben einer expressiven Kulturszene und einem Stadtteil (Santa Felicidade), der einzig und allein der Gastronomie gewidmet ist!
Man möchte die Zahl der die Stadt Besuchenden erhöhen – sie liegt heute bei 2.240.500 pro Jahr – und vor allem auch die Zeit ihres Aufenthalts. Man beabsichtigt, solche Besucher auch für andere touristische Destinationen in Paraná zu interessieren, wie zum Beispiel für Foz do Iguaçu, einem der wenigen in aller Welt bekannten Postkartenmotive, oder für die Eisenbahnstrecke zwischen Curitiba und Paranaguá, die über schwindelerregende Brücken die steile Serra do Mar hinabklettert und zu den interessantesten Eisenbahnstrecken der Welt gehört.
Curitiba besitzt heutzutage 160 Hotels und 13.000 Zimmer – so hat es die „Associação Brasileira da Indústria de Hotéis (ABIH)“ ermittelt. Dieselbe Institution sieht voraus, dass diese Zahlen bis 2014 auf 184 Hotels und 14.950 Zimmer geklettert sein werden. Ausserdem erlauben die Regeln der FIFA, dass man Hotels in einem Umkreis bis zu 120km in das Angebot einbeziehen darf. Im Fall Curitiba reicht das, um die Unterkünfte von der Küste Paranás bis zur Stadt Ponta Grossa belegen zu können.
Die Stadt plant noch viele weitere Verbesserungen ihres Strassensystems, das bereits als Modellbeispiel gilt. Sie hat Investitionen in einer Grössenordnung von 400 Millionen Reais für den zentralen Stadtkern vorgesehen. Ausserdem soll mit 53,6km Länge ein exklusiver Korridor für Stadtbusse angelegt werden.
Man arbeitet ebenfalls daran, die Verbindungen mit anderen Städten des Interiors und den benachbarten Hauptstädten zu verbessern. Die Implantierung einer Hochbahn, mit 13km in der ersten Phase, soll die An- und Abfahrt von 183.000 Personen/pro Tag erleichtern. Die Stadt besitzt bereits zahlreiche Radwege, welche die Parks und Grünanlagen miteinander verbinden. Ausserdem können Besucher sich mittels einer exklusiven Tourismus-Buslinie zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten chauffieren lassen.
Der internationale Airport „Afonso Pena“ in São José dos Pinhais besitzt ein Passagier-Terminal, welches auf drei Stockwerken funktioniert, mit einer Kapazität zur Abfertigung von 4 Millionen Reisenden pro Jahr, was den Flughafen von Curitiba an die achte Stelle in Brasilien setzt. Auch er wird einer Reform unterzogen werden, die bis 2014 eine Erweiterung seiner Kapazität auf 6 Millionen Passagiere vorsieht. Die erste Phase dieser Reform besteht aus einer Erweiterung des Abstellplatzes für Flugzeuge und dem Passagier-Terminal.
Rund 180 Personen erschienen zum Seminar „Herausforderungen Paranás zur Unterbringung der Copa 2014“ am 05. Februar 2009 im Auditorium der SINDUSCON/PR.