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Vor vielen Jahren lebten ein Mann und eine Frau, die hatten drei Söhne. Sie alle lebten in grösster Armut und hatten nur wenige, bescheidene Mittel sich durchzuschlagen. Sie zogen nur etwas Gewinn aus dem wunderbaren Apfelbaum, der in ihrem Garten wuchs.
Einmal, als der Hunger an alle Türen klopfte, erkrankte die Tochter des Königs. viele Ärzte und Heilkünstler kamen zu ihr, ohne dass jemand ihre Krankheit erkennen konnte, bis eine alte Frau schliesslich meinte, die Prinzessin könne nur gesund werden, wenn sie den Apfel der Gesundheit esse, der an einem wunderbaren Baum wachse. Und sie müsse schliesslich jenen Jüngling heiraten, der ihr den Apfel bringe.
Als der König dies hörte, schickte er Herolde durch sein Königreich und liess sein Volk wissen, dass er bereit sei, die Hand seiner Tochter demjenigen zu geben, der ihr den Apfel der Gesundheit bringe und sie von der sonderbaren Krankheit befreie.
Als nun die armen Leute mit ihren drei Söhnen die Botschaft des Königs vernahmen, da beschlosen sie, dass der älteste Sohn ein Körbchen Äpfel von ihrem kostbaren Apfelbaum pflücken und zum König bringen solle, um sie der Prinzessin anzubieten.
So machte sich der Älteste früh am Morgen mit dem Körbchen voller Äpfel auf den Weg. Er wanderte einen ganzen Tag lang und einen zweiten und noch einen dritten Tag. Da sah er in einer dichten Hecke am Rande des weges ein ganz altes verhutzeltes Mütterchen stehen, das am ganzen Leibe zitterte und fragte: "LieberJüngling, gibst du mir ein wenig von deinem Abendbrot, denn ich sterbe fast vor Hunger?"
"Ich hab keins, liebe Frau."
"Und wohin gehst du, Junge?"
"Was geht das Euch an?"
"Dann sag mir doch wenigstens, was du in deinem Körbchen trägst!"
"Da trag ich Steine."
"Dann soll es so sein!"
Der Jüngling setzte seinen Weg fort. Als er zum Palast des Königs kam und sagte was er bringe, wurde er sofort eingelassen. Aber als er triumphierend die Äpfel vorzeigen wollte, da sah er mit Entsetzen, dass er nur Steine in seinem Korb trug. Die Diener des Königs dachten, dass er sich über sie lustig machen wolle. Sie prügelten ihn zur Strafe durch, so dass er kaum genug Kraft hatte, um sich nach Hause zu schleppen.
Als der mittlere Bruder erfuhr, wie es dem Ältesten ergangen war, erschrak er nicht vor dessen Beispiel, sondern ging in den Garten, um ebenfalls einen Korb Äpfel zu pflücken. Er glabuete, alle Äpfel gesammelt zu haben, damit, wenn er nicht der Glückliche sei, auch sein jüngster Bruder es nicht werden könne.
Der mittlere Bruder machte sich auf den Weg und als er zu dem dichten Gehölz kam, da traf er ebenfalls auf das alte verhutzelte Mütterchen, das wegen seiner vielen Jahre am ganzen Leib zitterte, und sie sprach zu ihme: "Lieber Jüngling gibst du mir etwas von deinem Abendbrot, denn ich sterbe fast vor Hunger?"
"Ich hab keines, gute Frau!"
"Und wohin gehst du, Junge?"
"Was geht das Euch an?"
"Dann sag mir wenigstens was du in deinem Korb trägst!"
"Da trag ich Frösche."
"Dann soll es so sein."
Der Jüngling setzte seinen Weg fort, und als er beim Palast des Königs ankam, sagte er, was er bringe und worde sofort eingelassen. Aber als er triumphierend die Äpfel vorzeigen wollte, da sah er mit Entsetzen, dass er nur Frösche in seinem Korb trug. Die Frösche sprangen aus seinem Korb.
Ebenso wie es beim ältesten Bruder geschehen war, so glaubten die Diener des Königs, verhöhnt zu werden und verprügelten den Jüngling ohne Mitleid.
Da nun der jüngste Bruder an der Reihe war, ging er in den Garten zu dem apfelbaum. Aber er sah zu seinem Verdruss, dass der wunderbare Baum nur noch Blätter trug. Da er nicht glauben konnte, was er sah, untersuchte er ruhig einen Zweig nach dem anderen und fand endlich in einem Winkel halb versteckt einen sehr kleinen, aber schön aussehenden Apfel. Er pflückte diesen Apfel sorgfältig und machte sich auf den Weg zum Palast des Königs.
Als er auf seinem Wege das Gehölz durchschritt, traf auch er das alte verhutzelte, zitternde Mütterchen an und sie sagte zu ihm: "Lieber Jüngling, gibst du mir ein wenig von deinem Abendbrot, denn ich sterbe fast vor Hunger?"
"Das kann ich nicht, liebe Frau, denn ich habe kein Abendbrot. Aber wenn ich eines hätte, wüdre ich Euch alles geben!"
"Gut, gut, ich sehe dass du wohlerzogen bist. Nun sag mir, wohin bist du unterwergs?"
"Ich gehe zum König, dessen Tochter ist krank und sie wird nur Gesund, wenn sie den Apfel der Gesundheit isst. Ich habe bei uns zuhause den letzten Apfel vom Baum geholt und hoffe, dass dieser sie heilen kann."
"Dann soll es so geschehen, Junge!"
Der Jüngling setzte seinen Weg fort. Bald kam er zum Palast des Königs, wo man sich sehr freute, als man den Apfel sah. man gab ihn der Prinzessin, und während sie die wunderbare Frucht ass, kehrte ihre Gesundheit in ihren Körper und die Farbe in ihr Gesicht zurück. Der König hielt sich ehrlich an sein Versprechen und gab dem jüngsten Sohn die Prinzessin zur Frau und man sagt, dass sie ihr Leben lang immer sehr glücklich gewesen sind.
Äpfel sind im Herbst allgegenwärtig. Und in der Schweiz sowieso.
Spannend ist, in wie vielen Geschichten Äpfel vorkommen und wie viele Sprichwörter wir dazu kennen:
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
In den sauren Apfel beissen.
Der glänzedste Apfel beinhaltet den grössten Wurm.
Äpfel und Birnen vergleichen.
Ein Apfel am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.
Ein Apfel am Tag und der Doktor bleibt, wo er mag.
Der Apfel galt schon als jeher als ganz besonderes Symbol. Vom Apfel der Isaac Newton auf den Kopf viel, über die Bibel, über griechische, nordische und keltische Mythologie bis hin zu vielen Märchen.
Deshalb würde ich euch nach der Geschichte empfehlen:
- Apfelstern finden und Äpfel schmausen (in welcher Variante auch immer)
- Oder ein Apfelsuchspiel erfinden
Ein einzelner Apfel muss gesucht und gefunden werden.
Unter verschiedenen Körben liegen verschiedene Dinge, wer rät richtig und findet den Apfel?