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Die Überreste des Schlosses Mauensee liegen am Seeufer des Mauensee im Südwesten von Sursee. Ein Bauwerk, das an die Festung von Schwanau am Lauerzer See erinnert. Das quadratische Gebäude des Schlosses Mauensee steht auf einer Terrasse, die durch Stützmauern umgeben ist, und beherrscht die ganze Insel. Schon im Mittelalter lag an dieser Stelle ein Verteidigungsbau. Er bildet das Zentrum der Lehnsherrschaft, und kannte im Laufe der Jahrhunderte ein recht bewegtes Schicksal. Er ist nichts von dieser mittelalterlichen Festung geblieben. Sein Standort wurde radikal verändert, als gegen 1605 ein neues Gebäude gebaut wurde. Einige Ansichten, die aus dem XVII und XVIII Jahrhunderte datieren, zeigen uns eine Schlosskonstruktion. Auf dem rechteckigem Grundriss wird die Mauer, die es umgibt, an den Winkeln mit viereckigen Türmchen flankiert, die in Richtung der Aussenseite hervorragen und mit Pyramidendächer geziert sind. Die Hauskapelle befand sich innerhalb dieser Mauern in der nordöstlichen Ecke. Ein bedeckter Holzsteg führte vom Wohnungsgebäude zum hohen Turm (in dem sich die Latrinen befanden) der in der Mitte der nördlichen Mauer gebaut wurde. Die Umfriedungsmauer, die Türmchen und die Kapelle sind jetzt verschwunden; einzig bleibt das Hauptgebäude. Heute erinnern das Schloss und seine Zugänge mehr an eine französische Villa als ein mittelalterliches Schloss, ein Eindruck, der noch mehr verstärkt wird durch den kleinen barocken Garten vor dem Gebäude. Die bescheidene Konstruktion zeigt drei Stockwerke, das obere wird mit Fenstern im gotischen Stil ausgestattet und mit einem Walmdach bedeckt. Das Haupttor aus Kalkstein und in Renaissance-Form trägt das Datum von 1700 und akzentuiert die Fassade.
Im Mittelalter diente der kleine See von Mauensee mehreren Gebieten als Grenze. Somit grenzten die Lehnsherrschaften von Büron und Ruswil daran mit dem Distrikt von Sursee. Eine Hälfte des Sees gehörte den Lehnsherrschaften von Büron, die auf der kleinen Insel ein Verteidigungswerk bauen liessen, als Zentrum einer kleinen Lehnsherrschaft. Im Laufe des XIll Jahrhunderts gingen die Insel und ihr Schloss in die Hände der Habsburger über, die darüber in 1275 in einem ihrer Bauten berichten. Vermutlich wurde das Schloss gegen 1300 aufgegeben oder nicht mehr ganz bewohnt. Im XIVe Jahrhundert gehörten die Lehnsherrschaften von Mauensee, seine Besitztümer und das Einkommen, das sich daraus ergab, zu verschiedenen habsburgischen Ministern. Lange waren es die Herren von Bütikon, die es als Gebiet beanspruchten. Dann erhielt das Kloster von Beromünster die Rechte. Die Herren von Grünenberg hatten es auch als Eigentum inne; ihre Forderungen würden sogar zu Beginn des XIII Jahrhunderts aufrechterhalten. Es wurde ebenfalls festgestellt, dass gegen 1315, Rodolphe von Aarburg Pfandrechte auf Mauensee besass. Beim Sempacherkrieg scheint die Festung in 1388 durch die zornigen Konföderierten beschädigt worden zu sein, aber es ist nicht möglich, einen solchen Einfall zu bestätigen. Im Übrigen konnten die kriegerischen Schweizer gewiss keinen grossen Schäden mehr verursachen, denn das Schloss war vermutlich zu dieser Zeit nicht mehr bewohnt. In 1455 kaufte der Kanton von Luzern das Schloss von Mauensee mit der dazugehörenden Lehnsherrschaft. Aber zwei Jahre später schon verkaufte er es an den ehrenwerten Hans Ulrich Schnyder wieder, dem Bürgermeister von Sursee. Klar ist, dass später mehrere Familien des Luzerner Patriarchats - Volger und Pfyffer zum Beispiel - Eigentümer der Insel wurden. Als der Bürgermeister Michel Schnyder von Sursee Catherine Pfyffer heiratete, gelangte die Lehnsherrschaft erneut in die Hände der Familie Schnyder. Der neue Eigentümer übernahm dann den Namen von Mauensee und somit auch das Wappen der Lehnsherrschaft "Sand am fliegenden Geldfisch". In 1605 liess er an der Stelle der Ruine einen Landsitz, umgeben von einer Umfriedungsmauer, bauen. Die Elemente der mittelalterlichen Verteidigungsarchitektur - Mauer, Türen und Türme die er bewahrte, verloren natürlich ihre Militärcharakter und galten nun mehr als Dekoration. In 1607 schon überschrieb der Schlossherr den Besitz seinem Schwiegervater, aber behielt den See. Im Laufe des XVII und XVIII Jahrhunderts wechselte Mauensee wiederholt den Eigentümer. Zur Zeit gehört es der Familie Eggstein von Zofingen, die sowohl die Umfriedungsmauer und ihre Winkeltürmchen ebenso wie die Hauskapelle entfernten.
Das Eigentum befindet sich in privaten Händen, die Öffentlichkeit hat dazu keinen Zugang.
Bibliographie