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Der Schriftsteller Colson Whitehead hat in einem Interview einmal den Satz gesagt: "Normalerweise schreiben Sieger Geschichte, aber manchmal bekommen auch jene, die nicht gewonnen haben, eine Chance, ihre Sicht der Dinge darzustellen."
In seinem neuen Roman geht es um Rassismus in den USA in den 60ern, und ein Junge namens Elwood Curtis erhält eine Stimme.
Der ruhige und pflichtbewusste Elwood lebt zusammen mit seiner Grossmutter Hattie in ärmlichen Verhältnissen. Er ist ein sehr guter Schüler, arbeitet nach der Schule im Tabakladen und verehrt Martin Luther King. Er liest und träumt von der Bürgerrechtsbewegung, ist aber zu jung, um daran teilzunehmen.
Als begabter Schüler erhält er die Chance, kostenlose College-Seminare südlich von Tallahassee zu besuchen. An seinem grossen Tag trampt er also nach Süden und wird von einem schwarzen Plymouth-Fahrer mitgenommen. Bald schon rotiert im Rückspiegel das Rotlicht eines Streifenwagens. Elwood wird wegen Autodiebstahl verhaftet, verurteilt und in die schlimmste Besserungsanstalt des Staates Florida gesteckt. Zum Glück ist da wenigstens ein Freund wie Turner ...
Amerika hat viele finstere Seiten und Colson Whitehead leuchtet sie schonungslos aus. Dieser Roman ist fiktiv, inspiriert wurde er jedoch durch eine wahre Geschichte. Ein erschütterndes und faszinierendes Buch.
Susanne Bühler