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Der Stadtrat wird beauftragt, die folgenden Massnahmen umzusetzen, um die dauerhafte Existenz des Museums «Schauplatz Brunngasse» zu sichern und deren Ausbau zu fördern
1. Mit Liegenschaften Zürich sind zeitnah Vereinbarungen zu treffen, dass die Trägerschaft des Museums die für den Museumsbetrieb benötigten Objekte in der dem Verwaltungsvermögen zugeordneten Liegenschaft Brunngasse 8 dauerhaft nutzen und angemessen umgestalten kann. Es soll abgeklärt werden, wie weitere (heute noch anderweitig vermietete) Objekte für das Museum genutzt werden können.
2. Mit der Trägerschaft ist ein wiederkehrender Beitrag für den Betrieb des Museums zu vereinbaren.
Dem Gemeinderat sind die Mittel (Investitions- und Betriebsbeitrag) zur Beschlussfassung zu unterbreiten.
Begründung: Es ist erwiesen, dass es in der Stadt Zürich schon seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Jüdische Gemeinschaft gab. Die komplette Jüdische Gemeinde inklusive ihres prominenten Rabbiners Moses Ben Menachem (in Talmudischen Kreisen bekannt als Smak Mi'Zürich), wurde im Jahre 1349 bei einem während der damaligen Pestepidemie erfolgten Pogrom vertrieben und/oder auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Im Jahre 1436 belegten Bürgermeister und Räte die Zürcher Jüdinnen und Juden mit einem endgültigen Niederlassungsverbot. Bis ins Jahr 1862 durften Personen jüdischen Glaubens keinen festen Wohnsitz in der Stadt Zürich haben. Trotz dieser langen Geschichte gibt es in dieser Stadt bisher kein einziges Museum oder eine besondere Institution, die diese Geschichte erforscht, lehrt und öffentlich zugänglich macht.
1996 wurden bei der Renovation der städtischen Liegenschaft «Zum Brunnenhof» an der Brunngasse 8 mittelalterliche Wandmalereien entdeckt, welche Rabbiner Moses Ben Menachem, seine Mutter Frau Minne und sein Bruder Mordechai in Auftrag gegeben haben. Die Wandmalereien sind kulturgeschichtlich ausserordentlich bedeutsam. Sie ermöglichen einen Einblick in die Lebensweise einer jüdischen Familie aus der Zeit um 1330. Nach ihrer Entdeckung wurden die Fragmente restauriert und zum Teil mit privaten Geldern sichtbar gemacht. Ein Fragment befindet sich im Treppenhaus und ist relativ einfach zugänglich. Weitere Malereien befinden sich in einer Wohnung und waren bis 2020 nur eingeschränkt zu besichtigen.
Nach dem altersbedingten Auszug der Wohnungsmieterin hat sich der Verein Brunngasse 8 konstituiert. Der Verein betreibt seither den unter dem Titel «Kleinmuseum für jüdische Malereien» ins Kulturleitbild der Stadt Zürich aufgenommenen «Schauplatz Brunngasse». Gemäss Kulturleitbild 2020-2023 wird der innerstädtische Mietzinsausfall durch eine Subvention aus dem Budget der Kulturabteilung von jährlich höchstens 30’000 Franken gedeckt. Für die Betriebskosten kommt der Verein über private Spenden auf.
Die langfristige Existenz des Museums ist bisher leider nicht gesichert. Mit der Umsetzung dieser Motion wird sich dies ändern und die Geschichte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinschaft, ihre Leistungen und ihre Auslöschung im Jahr 1349 der breiten Öffentlichkeit sichtbar gemacht. Es ist zu erwarten, dass dafür ein Investitionskredit gesprochen werden muss. Die einmaligen und wiederkehrenden Ausgaben übersteigen die Kompetenz des Stadtrats und sind dem Gemeinderat zur Beschlussfassung zu unterbreiten.