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Kilchberger: Historie Anlässe 1952 bis 1962
Walter Flach sorgte in Jahre 1952 für den zweiten Zürcher Triumph nach Fritz Hagmann bei der Premiere 1927. Dabei musste Flach im zweiten Gang gegen Erzrivale und Titelverteidiger Peter Vogt sowie im fünften Gang gegen Willi Egeter zwei Punkteteilungen hinnehmen. Trotzdem reichte es ihm dies für den Schlussgang-Einzug. Im Schlussgang der fünften Austragung des Kilchberger Schwingets reihte Flach den Berner Hans Kopp, den Vater des gleichnamigen Kilchberger Siegers von 1978, unter die Verlierer.
Späte Genugtuung
Im Anschwingen, damals üblich, traf Walter Flach gleich zweimal auf Peter Vogt. Den ersten Gang hatte der einheimische Zürcher noch gewonnen. Es war dies eine späte Genugtuung für den Zürcher. Flach und Vogt lieferten sich zwei Jahre vorher, am Eidgenössischen 1950 in Grenchen, einen denkwürdigen Schlussgang, der nach sage und schreibe 35 passiven Minuten abgebrochen wurde. Dadurch wurde damals auch der Königstitel nicht vergeben.
Der Zürcher Walter Flach reihte sich in die Liste seiner Vorgänger ein, auch ihm gelang es erst nach seinen Kilchberger Triumph, den Königstitel zu gewinnen. 1953 beim Heimspiel in Winterthur. Zudem gewann Flach 1954 auch den Ausstellungs-Schwinget in Luzern. Beim Fest das inzwischen den Namen eines Anlasses mit eidgenössischem Charakter erhielt wurde 1952 mit 6000 Besuchern ein neuer Zuschauerrekord aufgestellt.
Berner Bodenspezialist
Auch bei der sechsten Auflage 1957 konnte das ungeschriebene Gesetz nicht gebrochen werden, wonach es einem amtierenden Schwingerkönig gelingen sollte, den Kilchberger Schwinget zu gewinnen. Dies obwohl im hochkarätigen Teilnehmerfeld mit Walter Flach und Eugen Holzherr zwei Schwingerkönige figurierten.
Zum dritten Male schwangen die Berner obenaus. Dies in Person von Hans Münger. Der ausgewogene Bodentechniker profitierte dabei von den unentschieden ausgegangenen Direktkämpfen zwischen den beiden Schwingerkönigen Walter Flach und Eugen Holzherr im Anschwingen. Münger seinerseits reihte zweimal Peter Nyffenegger und Karl Oberholzer unter die Verlierer.
Wiedersehen im Schlussgang
Den grossgewachsenen Gasterländer Karl Oberholzer besiegte Münger schon im ersten Aufeinandertreffen, im vierten Gang, ehe sie im Schlussgang nochmals aufeinandertrafen. Wieder behielt der Seeländer gegen den St. Galler die Oberhand. Nach dem Namen des Berners wurde der Schwung, den er oft ansetzte, mit «Münger» benannt. Der Unterlegene des Schlussgangs, Karl Oberholzer, wurde Dritter, noch hinter seinem Verbandskameraden Walter Hauser. Erstmals tauchte auf Rang acht der Name eines gewissen Karl Meli auf.
Innerschweizer Premiere
Nicht einer der drei Schwingerkönige Walter Flach, Eugen Holzherr oder Max Widmer, sondern in Person von Hans Bühler siegte 1962 erstmals ein Innerschweizer. Dabei hatten die Innerschweizer an diesem Fest von nationaler Bedeutung zuvor stets eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Mit zwei Gestellten gegen Peter Nyffenegger und Kurt Schild sah es zu Beginn für den Käsermeister aus Beromünster noch nicht rosig aus. In der Folge legte der Luzerner aber gewaltig zu. Mit einem Langzug wurde gegen den Melser Manfred John der erste Sieg eingefahren und so die Weichen für den Triumphzug gelegt. Anschliessend bezwang er auch Hans Fankhauser und in einem turbulenten Gang Ruedi Kobelt. Den schwingkundigen Rheintaler erwischte er mit einem «Halbläng». Nun war Bühler durch nichts mehr aufzuhalten. Im Schlussgang musste ein weiterer Nordostschweizer, der Glarner Peter Jutzeler, die Stärke des Luzerners anerkennen.
Als Ersatz in den Schlussgang
Bühler setzte sich bereits beim ersten Zusammengreifen gegen Jutzeler durch. Besonders beachtlich war die Leistung des besten Glarner Schwingers aller Zeiten, wenn man die Vorgeschichte seines Auftritts auf dem Stocken-Guet betrachtet. Jutzeler war nur als Ersatz für den Kilchberger gemeldet und war am Fest von seinem Arbeitgeber am Grill eingeteilt. Da sich anderer Schwinger verletzte, wurde er am Freitagabend vor dem Fest informiert, dass er einspringen müsse. Das änderte jedoch nichts an seinem Arbeitsplan als Metzger.
Zwischen den Gängen galt es für den auch im Ringen sehr erfolgreichen Näfelser den Wurststand zu bedienen. Mit Hans Bühler und dem Urner Josef Zurfluh feierten die Innerschweizer 1962 gar einen Doppelsieg vor den Toren Zürichs. Der doppelt engagierte Peter Jutzeler wurde Dritter, punktgleich mit Peter Nyffenegger, Hansueli Gasser und Ruedi Kobelt.