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Die Problematik der vermissten Personen auf Migrationsrouten stellt die Staatengemeinschaft vor grosse Herausforderungen. Die Internationale Organisation für Migration IOM hat seit 2014 weltweit fast 60'000 vermisste und gestorbene Migrantinnen und Migranten registriert, wobei man von einer grossen Dunkelziffer ausgehen muss. An der Ministerkonferenz in Cádiz im Dezember 2022 wurde mit der Verabschiedung des Aktionsplans 2023-2027 ein neuer strategischer Rahmen für den Rabat-Prozess geschaffen. Auf Initiative der Schweiz enthält der neue Aktionsplan erstmals Massnahmen in Bezug auf das Verschwinden von Migrantinnen und Migranten und der Trennung von Familienangehörigen.
Das thematische Treffen in Genf befasst sich demnach mit der Prävention, der Suche und der Identifizierung von vermissten Migrantinnen und Migranten sowie der Zusammenführung von Familien. Ziel des Treffens ist es, den Wissensaustausch zwischen den mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter von nationalen Behörden und internationalen Organisationen zu fördern, nützliche Instrumente und «Good Practices» zu ermitteln und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.
Die Schweiz befasst sich seit mehreren Jahren mit der Thematik von vermissten Personen und hat in diesem Zusammenhang am 21. Mai 2021 zusammen mit dem IKRK die Global Alliance For the Missing lanciert. Heute sind 12 Staaten Mitglieder dieser Allianz, deren Vorsitz die Schweiz zusammen mit Mexiko innehat. Das thematische Treffen in Genf versteht sich als Teil dieses Engagements und wird vom Staatssekretariat für Migration und der Abteilung Frieden und Menschenrechte des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Zusammenarbeit mit ICMPD, dem Sekretariat des Rabat-Prozesses, organisiert. Zahlreiche Organisationen, wie das IKRK, UNHCR, IOM, Unicef, Argentine Forensic Anthropology Team sowie nationale Rotkreuz- und Rothalbmond Gesellschaften leisten durch ihre Expertise einen wichtigen Beitrag zum Treffen.
Der Rabat-Prozess dient seit 2006 als Plattform für einen zwischenstaatlichen Migrationsdialog für mehr als 50 Länder aus Nord-, West und Zentralafrika sowie Europa, die Europäische Union, die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und ausgewählte internationale Organisationen. Die Schweiz ist seit 2006 aktives Mitglied im Rabat-Prozess und seit Dezember 2022 im Steuerungsausschuss vertreten. Der Rabat-Prozess ermöglicht es der Schweiz, den Migrationsdialog mit europäischen und afrikanischen Staaten zu verstärken. Als Referenzland für die Bereiche «Schutz und Asyl» ist die Schweiz Gaststaat für thematische Konferenzen und trägt zur Weiterentwicklung dieser strategischen Komponente des Dialogs bei. Die Präsidentschaft des Rabat-Prozesses hat in diesem Jahr Marokko inne.
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