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Dominikanerinnen, Missionsdominikanerinnen von der Hl. Katharina von Siena von King Williams Town
Kontakt
Kloster der Dominikanerinnen, Albert Oeri - Str.7 , 4125 Riehen. Tel. 641 26 47
Dominikushaus, Alters- und Pflegeheim, Albert Oeri - Strasse 7, 4125 Riehen. Tel. 641 24 94. Fax 641 24 90
Geschichte
Die Dominikanerinnen gehen zurück auf die von Dominikus gegründeten Frauen- und Männergemeinschaften. Dominikus wurde um 1170 in Caleruega in Spanien geboren. Nach seinen Studien in Palencia ging er um 1196 zu den Augustinerchorherren an der Kathedrale von Osma. Von 1206 an durchzog er als armer Wanderprediger Südfrankreich. Bald schlossen sich ihm Schwestern und später auch Brüder an. Stützpunkt für sein Predigtwerk war die 1207 gegründete Frauengemeinschaft von Prouille. In der Stadt Toulouse gründete Dominikus 1215 die erste Predigerbrüdergemeinschaft. Von ihr ausgehend entstanden bald in ganz Europa viele andere Gemeinschaften. 1220 wurde in Bologna das erste Generalkapitel des Predigerordens abgehalten. Am 6. August 1221 starb Dominikus in Bologna.
In Basel gab es Predigerbrüder von 1233 bis zum Bildersturm 1529, als das Kloster aufgehoben wurde und nur die Predigerkirche übrig blieb.
Innerhalb des Dominikanerordens ist zu unterscheiden zwischen 1. dem Orden der Priester und Brüder, 2. dem Orden der kontemplativen Schwestern oder Nonnen, 3. den Dominikanerinnen in den verschiedene Kongregationen, die mehr im sozialen und karitativen Bereich tätig sind, und 4. den Laiengemeinschaften.
Die Dominikanerinnen in Riehen gehören zur Kongregation der hl. Katharina von Siena. Ihr Mutterhaus und die Zentralleitung befinden sich in Südafrika. Die ersten Schwestern und Gründerinnen der Kongregation fuhren vom Kloster St. Ursula in Augsburg 1877 nach Südafrika, um dort den Glauben zu verkünden. Im Laufe von mehr als 100 Jahren entstanden Niederlassungen in grossen Teilen Südafrikas und von dort aus auch in Europa, Zimbabwe, Bolivien und Equador. Die Schwestern waren vor allem tätig in der Erziehung und Krankenpflege.
Die Häuser in Europa, d.h. in Irland, England, Holland, Deutschland und in der Schweiz, dienten vor allem der Suche nach Nachwuchs. Die einzige Niederlassung in der Schweiz befindet sich seit 1950 in Riehen. Anfangs lebten die Schwestern im alten Pfarrhaus neben der Herz Jesu Kapelle am Chrischonaweg. Der umliegende Garten diente der Selbstversorgung. Nebst dem gaben die Schwestern zum Teil Klavier- und Sprachunterricht und sie leisteten Pflegedienst in Privathaushalten.
Dem Bedürfnis der damaligen Zeit entsprechend, entschlossen sich die Schwestern, ein Alters- und Pflegeheim zu bauen. Dieses Heim mit 80 Betten wurde im Jahre 1969 eingeweiht.
Besonders seit dem 2. Vatikanischen Konzil änderte sich viel im Verständnis von Mission, Kirche, Apostolat, Gemeinschaft und Lebensstil. Eine wichtige äussere Änderung war, dass die Schwestern heute keine Ordens- sondern zivile Kleidung tragen.
Zur gesamten Kongregation gehören 400 Frauen. Von 1950 bis 1969 wurden in Riehen über 30 Schweizerinnen eingekleidet, doch seither ist niemand mehr eingetreten. In Basel leben heute 7 Schwestern, die einzigen in der Schweiz. Ihr Alter liegt zwischen 55 und 90 Jahren.
Lehre
Die Dominikanerinnen der Kongregation der hl. Katharina von Siena sind eine Gemeinschaft von Frauen verschiedener Nationalitäten. Sie leben die Evangelischen Räte (Armut, d.h. die Befreiung von allem Überflüssigen, was dem Evangelium hinderlich ist, Ehelosigkeit und Gehorsam, d.h. Verfügbarkeit) als kontemplativ Handelnde. Die Regel ist jene des Hl. Augustinus. Das Zusammenleben geschieht nach demokratischen Prinzipien. Einzelne Gemeinschaften haben keine Oberin, Entscheide werden gemeinsam gefällt.
Die Generalkapitel (alle sechs Jahre) bestimmen die Zielsetzungen der Zeit entsprechend, wodurch die Dominikanerinnen den Bedürfnissen von Gesellschaft und Kirche in bestimmten Situationen und Gebieten besser gerecht werden können.
Ein wichtiges Element ist die Evangelisation überall dort wo Menschen in Not sind, was existentielle Not (Armut, soziale Krisen) umfasst, ebenso wie seelische Not und religiöse Unwissenheit. Dies bedeutet auch eine Mission in Grenzsituationen, d.h. sich einzusetzen für soziale Gerechtigkeit, für Menschenrechte und Menschenwürde, die Befreiung der Frau und die Erhaltung der Schöpfung, sich auseinanderzusetzen mit den verschiedenen Ideologien und den Dialog mit allen Religionen zu suchen.
Ein weiteres wichtiges Element ist das Studium, das zu einer grösseren Vertrautheit mit Gott, aber auch mit den Sorgen der Menschen unserer Zeit führen soll. Weiter hilft es, die Lage der Zeit zu verstehen und Abhilfe für die Probleme zu suchen. Wichtig ist auch die Fähigkeit, ihre Erfahrungen mit Gott und den Menschen anderen mitzuteilen, zu predigen. Auch die Beschäftigung mit fremden Sprachen und Kulturen gehört zum Studium.
Die gemeinsame Feier der Liturgie und die Kontemplation im persönlichen Gebet verwurzeln die Schwestern in Gott, geben ihnen Kraft für ihre Aufgaben, bewahren sie aber auch für oberflächlichem Aktivismus. Ebenso fördert die Kontemplation die Offenheit und das Mitgefühl anderen gegenüber.
Das Altersheim war von Anfang an ökumenisch, d.h. es werden auch ev.-ref. Gottesdienste angeboten. Die Schwestern arbeiten auch bei ökumenischen Gottesdiensten mit. Das Personal stammt aus verschiedenen Kulturen und Religionen. Sowohl bei ihrer Arbeit in Südafrika wie bei Versuchen mit der Zen-Meditation und Yoga machten die Schwestern Erfahrungen mit anderen Religionen, daher haben sie auch keine Berührungsängste.
Organisation, Finanzen
Kongregation mit Generalrat in Südafrika; daneben regionale Räte, darunter die einzelnen Gemeischaften. Alle sechs Jahre tritt das Generalkapitel (die ‚Legislative‘ der Kongregation) zusammen und bestimmt die Richtung für die nächsten sechs Jahre. Die Kongregation gehört zum Dominikanerorden. Die Gemeinschaft in Basel hat keine Oberin, die Schwestern sind einander gleichgestellt.
Das Dominikushaus gehört der Kongregation, aber der Betrieb wird vom Dominikusverein getragen. Diese juristische Form war bei der Gründung nötig, da damals die katholische Kongregation nicht direkt Trägerin sein konnte. Das Heim ist selbsttragend. Es gibt ein Budget, eine Jahresabrechung etc. Die Schwestern haben kein eigenes Geld, ihr Geld fliesst in die Kasse der Gemeinschaft/Kongregation.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Zum Gebäudekomplex der Dominikanerinnen in Riehen gehören ein Alters- und Pflegeheim und die Räumlichkeiten der Schwestern mit einzelnen kleinen Zimmern und einer Kapelle.
Generell umfasst der Aufgabenkreis der Dominikanerinnen Missionsarbeit und Evangelisation, Erziehung und Schule, Betreuung von Behinderten, Erwachsenenbildung, Seelsorgearbeit und Katechese, Jugendarbeit, soziale Fürsorge, Kranken- und Altenpflege. Bevorzugt werden Bereiche, die von der ordentlichen Seelsorge nicht oder kaum berücksichtigt werden können.
Die Dominikanerinnen in Basel betreuen Betagte im Alters- und Pflegeheim «Dominikushaus».
Der Tagesablauf wird durch das Stundengebet bzw. liturgische Gebet und gemeinsame Meditationen strukturiert. Es gibt Gottesdienste für die Menschen im Heim und von auswärts.
Die Betreuung und Begleitung alter Menschen im Heim ist ihr Hauptapostolat.
Die Seelsorge im Heim wird durch Pater Birrer wahrgenommen. Alle zwei Wochen kommt eine Psychologin für die "Supervision" (Traumanalyse). Jedes Mitglied besucht Kurse, Exerzitien in- oder ausserhalb der Gemeinschaft, die ihr entsprechen.
Es gibt je eine Bibliothek im Heim und im Kloster.
Im Kloster der Dominikanerinnen ist für Interessierte auch ein zeitlich begrenzter Aufenthalt ("Kloster auf Zeit") möglich.
Früher waren die Schwestern an ihrer Ordenstracht zu erkennen. Heute will ihr Lebensstil Zeugnis sein. Sie sind in Kontakt mit verschiedenen anderen Missionsgesellschaften durch die Arbeitsgemeinschaft der Missionsinstitute AGMI. Sie sind Mitglied der Familia Dominicana, d.h. der Vereinigung der Dominikanerinnen in der Schweiz.
[int.Nr.: 1128]
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