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Kap Hoorn – Australis Kreuzfahrten
Der Besuch des legendären Kap Hoorn – dem südlichsten Punkt der Erde, auch „Ende der Welt genannt“ – ist einer der Höhepunkte der Australis Kreuzfahrten in Patagonien.
1616 – 2016 : 400 Jahre Kap Hoorn
Vor über 400 Jahren kontrollierte die niederländische Ostindien-Kompanie den Seeverkehr auf den damals gängigen Routen – nämlich der Ostroute über Kapstadt rund um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika – sowie der Westroute durch die Magellanstrasse kurz vor der Südspitze Südamerikas. Im Juni 1614 beschlossen Jakob Le Maire und Willem Schouten mit Unterstützung der Händler der Stadt Hoorn sowie einiger Redereien eine Expedition durchzuführen um der Ostindien-Kompanie das Handelsmonopol auf diesen Strecken streitig zu machen. Für die Expedition machten Sie zwei Schiffe startklar – die Hoorn, benannt nach der Geburtsstadt der Entdecker und die Eendracht. Sie brachen im Juni 1615 von Texel aus auf eine Reise ins Unbekannte auf. Leider verbrannte die Hoorn bei der Überfahrt. Die erschöpfte Expeditionsmannschaft setzte die Reise jedoch an Bord der Eendracht fort und erreichte am 29.Januar 1616 nach Wochen mit widrigsten Wetterbedingungen ein einsames und verschneites Kap, welches sie nach der Geburtsstadt der Seefahrer Kap Hoorn nannten. Schouten und Le Maire eröffneten so durch die heute als Drakepassage bezeichnete Durchfahrt einen neuen Seeweg nach Indien.
Eine Umsegelung oder Umfahrung des Kap Hoorn ist aufgrund der geographischen Abgeschiedenheit und der damit verbundenen Gefahren für Seefahrer, was der Mount Everest für Bergsteiger ist: eine extreme Herausforderung.
Der einsame Leuchtturmwärter von Kap Hoorn
Auf Kap Hoorn lebt jeweils von Dezember bis Dezember für ein Jahr ein Leuchtturmwärter der chilenischen Marine mit seiner Familie ganz allein und ununterbrochen. Die chilenische Marine betreibt an diesem strategisch wichtigem Ort eine Station. Unteroffiziere der Marine haben die Möglichkeit, sich für ein Jahr um den Posten des Leuchtturmwärters zu bewerben. Dessen Aufgabe besteht darin, den Schiffsverkehr zu beobachten, die Schiffe gemäß den Winden und den meteorologischen Bedingungen zu leiten, den Leuchtturm zu hüten und zwischen September und April auf der Insel Hoorn die Reisenden zu empfangen. Von Mitte April bis Ende September sehen Sie keine Menschenseele mehr. Die Familie verbringt den Winter isoliert unter widrigen meteorologischen Bedingungen. Die Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Artikeln des täglichen Bedarfs erfolgt nur sporadisch. Aber sie haben sich freiwillig gemeldet – mit zwei Kindern von 6 und 10 Jahren. Gerade die Kinder wollten das, weil ihr Vater vorher viel auf See unterwegs war und sie ihn endlich mal für sich haben wollten. Die Kinder werden mit Hilfe des Internets anhand spezieller Lehrprogramme der chilenischen Marine von der Mutter unterrichtet. Als wir sie im Anfang April auf einer Australis Kreuzfahrt besuchten waren noch alle guten Mutes – aber dann kam der kalte lange einsame Winter… Wie es Ihnen wohl derweil ergehen mag?
Das Kap Hoorn Denkmal
Am 5. Dezember 1992 wurde das „Denkmal für die Kaphoorniers“ feierlich eingeweiht. Es wurde auf Initiative der chilenischen Fraktion des Internationalen Freundeskreises der Kapitäne auf großer Fahrt – den sog. Kaphoorniers – errichtet zum Gedächtnis an die Seeleute aller Nationen, die im Kampf gegen widrige Witterungsbedingungen unweit des legendären Kaps ihr Leben verloren hatten. Dieses 7m hohe Denkmal, Werk des chilenischen Künstlers José Balcells Eyquem, besteht aus zwei unabhängigen Körpern, die sich jeweils aus fünf hintereinander liegenden Stahlplatten zusammensetzen. Die Pläne und die Konstruktion an sich wurden von der chilenischen Marine entworfen und erbaut. Das Denkmal ist ausgelegt, Stürmen bis zu 200 km/h zu trotzen. Die Bauarbeiten dauerten über einen Monat und wurden zwischen Oktober und November 1992 durchgeführt.