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Normalerweise atmen Sie nicht während des Schluckens. Auch sollten Sie kurz vor und nach dem Schlucken ausatmen. Patienten, die von Kehlkopfkrebs geheilt sind, fragen sich oft weshalb sie sich verschlucken. Ein Grund könnte sein, dass sie kurz vor oder nach dem Schlucken einatmen anstelle auszuatmen.
Nach hastigem Schlucken ist es schnell passiert: ein Nahrungsbrocken rutscht in die Luftröhre und nicht in die Speiseröhre. Verschluckt hat sich jeder schon einmal. In Fachkreisen wird dies Aspiration genannt. Patienten die von Krebserkrankungen im Mund- und Rachenbereich geheilt sind klagen öfter über Schluckprobleme.
Auftreten kann dies als Operationsfolge. Wenn eine Bestrahlung zusätzlich durchgeführt wurde, kann dies das Problem noch verstärken.
Normalerweise schluckt man in einer Atempause nachdem man ausgeatmet hat. In dieser Phase sind die Stimmbänder nahe zusammen und das vollständige Verschliessen des Kehlkopfes ist erleichtert. Gemäss aktuellen Untersuchungen könnte das falsche Koordinieren der Atmung und des Schluckens ein Grund für wiederholte Aspirationen sein. (Head Neck 2010; 21 (April): 481-489)
Martin Brodsky und seine Kollegen an der Johns Hopkins University in den USA wollten mehr über die Ursache von Schluckstörungen ihrer Patienten wissen. Sie untersuchten deshalb 20 Patienten, die nach einer Therapie einer Krebserkrankung im Mund- und Rachenbereich geheilt waren. Alle hatten Schluckstörungen. 10 Patienten konnten alle Nahrung zu sich nehmen. 7 nur Flüssigkeiten oder weiche Nahrung, 3 nur pürierte Kost. 20 Freiwillige ohne Schluckstörungen wurden zum Vergleich untersucht.
Bei den Patienten wurde der Schluckreflex nicht richtig gestartet, der Kehlkopf bewegte sich zuwenig nach vorne, die Speiseröhre öffnete sich zuwenig, die Zunge bewegte sich nicht genügend nach hinten und es blieb zuviele Nahrung im Rachenbereich zurück.
Interessant waren die Untersuchung der Atmung während des Schluckens. Die Freiwilligen schluckten fast alle während einer Pause nach dem Ausatmen. Bei den Patienten war dies nur bei etwa 1/3 der Fall. Bei allen Patienten mit schlechter Koordination von Atmung und Schlucken wurde der Schluckreflex zu spät ausgelöst.
Abschliessend
Dies sind sehr interessante Resultate.
Leider ist noch nicht klar, ob diese fehlende Koordination von Atmung und Schlucken die Ursache oder die Folge des Verschluckens ist. Auch wissen wir noch nicht, ob diese Koordination wieder erlernt weden kann.
Aber es ergibt sich mit diesen Resultaten eine Hoffnung für die stark belasteten Patienten.
Mehr über Verschlucken
Gutes Video mit Schema des Schluckaktes
Und eine Röntgenaufnahme des Schluckaktes