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Das Dokfilm-Festival Visions du Réel in Nyon, das 2010 im Zuge der Vulkanasche-Turbulenzen Zuschauer einbüsste, sieht sich wieder auf Kurs. Wegen einer neuen Zählweise sind die Besucherzahlen nicht direkt vergleichbar, das Plus bei den Abos beträgt 27 Prozent.
18'000 Personen werden gemäss der neuen, landesweit einheitlichen Zählweise des Vereins der Schweizer Filmfestivals als Besucher ausgewiesen, die Zahl der Festivalgänger liegt bei 20'000.
"Entdeckergeist und Offenheit gegenüber den Kinolandschaften des Südens" habe das erste Festival unter der Leitung von Luciano Barisone geprägt, heisst es im Communiqué vom Mittwoch. Wie sein Vorgänger Jean Perret bemühte sich Barsione um Exklusivität: 95 Prozent der Beiträge waren internationale Premieren.
Der Grand Prix des Festivals in Höhe von 20'000 Franken ging an den mexikanischen Film "El lugar mas pequeño" von Tatiana Huezo. Ihr Beitrag, der auch den Preis der Interreligiösen Jury erhielt, handelt von einem kleinen Ort in El Salvador, der während des Bürgerkriegs (1980 bis 1992) fast komplett zerstört worden war.
Wahlkampf in Ghana
"Raising Resistance", eine deutsch-schweizerische Koproduktion von David Bernet und Bettina Borgfeld über kämpferische Bauern in Paraguay, wurde mit dem Preis der SRG SSR idée suisse geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10'000 Franken dotiert.
Von Frauen hinter Gittern handelt die französisch-schweizerische Koproduktion "Les lessiveuses" (etwa: die Waschkessel) von Yamina Zoutat, die den Prix Création der Urheberrechtsgesellschaften SSA und SUISSIMAGE (10'000 Franken) bekam.
Eine weitere Auszeichnung gab es in Nyon für den amerikanisch-schweizerischen Beitrag "An African Election". Dem Film des 1970 in Zürich geborenen Regisseurs Jarreth Merz, der die Wahlen im afrikanischen Ghana im Jahre 2008 begleitet, wurde der Publikumspreis der Stadt Nyon (10'000 Franken) zugesprochen.
SDA-ATS