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Der Wespenbussard hat 2019 erfolgreich in den Thurauen gebrütet. Mit etwas Glück lässt sich der heimliche Greifvogel noch bis Ende August oder Anfang September beobachten. Oft steigt er bei guter Thermik vor der Mittagszeit zur Nahrungssuche auf.
Der Wespenbussard ähnelt stark dem Mäusebussarden und wird mit ihm oft verwechselt, obwohl er nicht näher verwandt ist. Der Wespenbussard ist etwas grösser und langflügeliger und streckt seinen Kopf taubenähnlich vor. Das sicherste Merkmal ist aber sein langer Schwanz, der zwei zusätzliche dunkle Binden aufweist. Zudem zeigt er nie den hellem „Brustgurt“ des Mäusebussarden. Die Iris der Altvögel ist gelb.
Der Wespenbussard liebt warme Südlagen in niederschlagsarmen, reich strukturierten Gebieten. Er brütet in ungestörten, lichten Wäldern. Bei uns besiedelt er vor allem die südexponierten Halden entlang der Thur.
Für einen Greifvogel hat er eine ungewöhnliche Nahrung: Er nimmt am Boden Wespennester aus. Als Anpassungen an seine Nahrung besitzt er ein schlitzförmiges Nasenloch, ein dichtes Gefieder am Kopf und Grabfüsse zum Ausscharren der Nester. Der Wespenbussard steht auf der Roten Liste. Die Gründe für seine Bedrohung liegen einerseits am Verlust an strukturreichen, extensiv genutzten Landwirtschaftsflächen, anderseits am illegalen Abschuss auf den Zugrouten nach Afrika. Dabei wird ausgenutzt, dass die Vögel entlang der Meerengen konzentriert auftreten. Über die Hälfte des Bestands zieht jeweils innerhalb einer Woche durch.
Meist ist der Wespenbussard stumm. Im Spätsommer sind kreisende Familien stimmfreudiger. Dann ist gelegentlich ein lang gezogenes, hohes, etwas wehmütig klingendes „wijeh“ zu hören, das an den Bettelruf eines Habichts erinnert.