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Was ist Amblyopie? Alles über die Schwachsichtigkeit bei Kindern
Jedes 20. Kind hat es und doch ist die Amblyopie für viele Eltern kein Begriff. In diesem Beitrag erfahren Sie, was Schwachsichtigkeit ist, welche Ursachen sie haben kann und an welchen Amblyopie Symptomen Sie erkennen, dass es Zeit für eine Untersuchungen beim Augenarzt ist. Und wir verraten Ihnen, was Sie tun können, um die Amblyopie dauerhaft zu heilen.
Schwachsichtigkeit – Was ist eigentlich Amblyopie?
Amblyopie – das ist der wissenschaftliche Fachbegriff für Schwachsichtigkeit – tritt zumeist bei Kindern auf. Je nach Region sind bis zu fünf Prozent aller Kinder von dieser Sehschwäche betroffen. Schon während des Entwicklungsprozess des Auges kommt es dazu, dass sich ein Auge nur bedingt entwickelt, sodass sich das Gehirn vermehrt auf das “starke” bzw. gesunde Auge verlässt. In der Folge hat das schwächere Auge nicht die Möglichkeit, sich vollumfänglich auszubilden und für die optimale Sehkraft zu sorgen.
Welche Formen von Amblyopie gibt es?
Schwachsichtigkeit, auch als Amblyopie bezeichnet, kann verschiedene Formen annehmen. Hier sind einige der häufigsten Formen der Schwachsichtigkeit:
- Anisometropische Amblyopie:
Diese Form tritt auf, wenn die Sehstärke (Refraktionsfehler) in beiden Augen signifikant unterschiedlich ist. Das Gehirn bevorzugt das Auge mit der klareren Sicht, während das andere Auge schwächer wird.
- Strabismus-Amblyopie:
Wenn eine Augenmuskelschwäche dazu führt, dass die Augen nicht ausgerichtet sind und in unterschiedliche Richtungen schauen, kann dies zu Amblyopie führen. Das Gehirn unterdrückt das Bild des schielenden Auges, um Doppelbilder zu vermeiden.
- Deprivations-Amblyopie:
Diese Form tritt auf, wenn der visuelle Input eines Auges aufgrund von Blockaden oder Trübungen reduziert ist. Dies kann durch einen Katarakt (grauer Star) oder andere obstruktive Bedingungen verursacht werden.
- Refraktionsamblyopie:
Hier ist die Ursache ein unkorrigierter hoher Refraktionsfehler in einem oder beiden Augen. Fehlsichtigkeiten wie Weit- oder Kurzsichtigkeit (Hyperopie / Myopie), wenn sie nicht korrigiert werden, können zu Schwachsichtigkeit führen.
- Isoametropische Amblyopie:
Dies tritt auf, wenn beide Augen einen ähnlichen Refraktionsfehler haben, der jedoch nicht korrigiert wird. Auch wenn der Fehler in jedem Auge für sich genommen mild sein kann, kann die Kombination zu einer Schwächung führen, wenn sie nicht behandelt wird.
Amblyopie Ursachen: Woher kommt die Sehschwäche bei Kindern?
Die eben vorgestellten unterschiedlichen Formen der Schwachsichtigkeit hängen direkt damit zusammen, was die Ursache für die Amblyopie ist. Teilweise reicht schon eine Ursache aus, um zu einer Schwachsichtigkeit zu führen. Manchmal liegen jedoch mehrere Ursache kumulativ vor, die dann zu einer noch stärker ausgeprägten Amblyopie führen können:
- Schielen: Strabismus liegt vor, wenn die Augen nicht richtig bewegt bzw. koordiniert werden können.
- Trübung des Auges: Beispielsweise durch einen Katarakt (Grauer Star) oder anderweitige Eintrübungen der Linse.
- Sehfehler wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) oder Astigmatismus können ebenfalls zum Sehfehler führen. Insbesondere eine stark ausgeprägte Hornhautverkrümmung macht das Auge anfällig.
- Genetische Disposition: Manchmal ist eine Schwachsichtigkeit schon genetisch angelegt, sodass sie wahrscheinlicher auftritt.
Hat sich einmal eine Amblyopie entwickelt, so schreitet diese weiter fort. Das schwächere Auge wird deutlich weniger genutzt und dadurch wird die Entwicklung weiter gehemmt.
Schwachsichtigkeit Diagnose: Was der Arzt macht
Kinder haben häufig ein ungutes Gefühl, wenn es zum Arzt geht. Man denkt an Spritzen und schmerzhafte Untersuchungen. Dahingehend können Sie Ihre Kinder jedoch beruhigen. Die Diagnose von Schwachsichtigkeit ist völlig schmerzfrei, geht vergleichsweise schnell und wird spielerisch vorgenommen. Typische Untersuchungen sind:
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- Sehtest: mit Sehtafeln oder anderen Tests, um zu schauen, ob die Augen unterschiedlich gut sehen können.
- Refraktionsmessung: Bestimmung von vorliegenden Brechungsfehlern wie Myopie, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus.
- Augenbindehaut Reflex-Test mit Licht
- Okklusionstest: Dabei wird ein Auge abgedeckt, um die Sehkraft des vermeintlich schlechteren Auges zu überprüfen.
- Allgemeine Augenuntersuchung
- Koordinationstest: Test der Funktionsfähigkeit der Augenmuskeln, um Strabismus oder andere motorische Probleme zu erkennen.
7 Zeichen, die auf eine Amblyopie hindeuten
Es gibt Anzeichen, die von Eltern und dem näheren Umfeld im Alltag relativ leicht bemerkt werden können, wenn man aufmerksam darauf achtet. Bitte bedenken Sie jedoch, dass nur weil Sie die folgenden Anzeichen beobachten, keine Selbstdiagnose möglich ist. Es ist in jedem Fall nötig, dass Sie das Kind bei einem Augenarzt professionell untersuchen lassen. Zeit für einen Termin beim Augenarzt ist es, wenn:
- Sich das Kind über unklares oder unscharfes Sehen beklagt.
- Ein Auge offensichtlich vernachlässigt wird – z.B. beim Spielen.
- Das Kind im Alltag auffällig schielt.
- Es zu unkontrollierten Augenzittern (Nystagmus) kommt.
- Schwierigkeiten beim räumlichen Sehen auffallen.
- Sich eine Kopfschiefhaltung zeigt.
- Regelmässig Kopfschmerzen und/oder Müdigkeit auftritt.
Je früher behandelt wird, desto höher sind die Heilungschancen
Wird die Schwachsichtigkeit früh im Kindesalter entdeckt und entsprechend behandelt, stehen die Chancen für eine Heilung in den meisten Fällen ausgesprochen gut. Das hat mehrere Gründe: Insbesondere ist das Gehirn bei Kindern noch plastisch. Das bedeutet, dass es leicht fällt, neue Verknüpfungen zu bilden, zu lernen und sich den Umständen anzupassen. Diese Fähigkeit lässt mit steigendem Alter nach und es wird schwieriger, der Sehschwäche gegenzusteuern.
Dadurch verhindern Sie auch, dass es zu bleibenden Schäden in Form von Beeinträchtigungen kommt. Aber auch schon unmittelbar sofort stellt sich eine Verbesserung der Lebensqualität von betroffenen Kindern ein.
Amblyopie Behandlung: Von Okklusionstherapie bis visuelles Training
Mittlerweile gibt es für fast jede Ursache der Amblyopie die geeignete und wirksame Behandlungsmethode, die Kindern ein besseres, unbeschwertes Leben schenken kann. Neben der “klassischen Okklusionstherapie” gibt es weitere Ansätze, die entweder alternativ oder ergänzend eingesetzt werden können.
Refraktionsfehler können mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen werden. Atropin Tropfen schwächen das stärkere Augen vorübergehend so, dass das Kind sich auch auf das schwächere Auge verlassen muss. Aber auch spezielle Übungen, die auf die Verbesserung der Wahrnehmung und Koordination abzielen, können in Erwägung gezogen werden. Mittlerweile gibt es diese Spiele und Übungen sogar in Form von Computerprogrammen auf dem PC oder Smartphone.
In Ausnahmefällen, wenn die Schwachsichtigkeit durch starkes Schielen bedingt ist, kann auch eine chirurgische Intervention erfolgversprechend sein. Das ist jedoch das letzte Mittel.
Höchste Erfolgswahrscheinlichkeit: Okklusionstherapie
Die Okklusionstherapie, auch als Patches-Therapie bekannt, ist eine gängige Methode zur Behandlung von Amblyopie, insbesondere wenn diese durch Strabismus oder Anisometropie verursacht wird. Das Hauptziel der Okklusionstherapie ist es, das stärkere Auge zu „okkludieren“ oder abzudecken, um das schwächere Auge zu stimulieren und dessen Sehkraft zu verbessern.
- Diagnose und Refraktionsbestimmung für die Planung der Therapie
- Auswahl des Okklusions-Materials (meist Augenpflaster)
- Dauer der Therapie: Zwischen mehreren Wochen und Monaten für mehrere Stunden pro Tag.
- Kontrolle in regelmässigen Abständen beim Augenarzt
Nebenbei können spielerische Trainings das Kind zusätzlich animieren, das schwächere Auge zu “trainieren” und zu nutzen. Die Okklusionstherapie funktioniert aufgrund der Plastizität des kindlichen Gehirns, insbesondere in den ersten Lebensjahren. Das Gehirn ist in der Lage, sich an verschiedene visuelle Reize anzupassen und neue Verbindungen zu bilden. Indem das stärkere Auge vorübergehend abgedeckt wird, wird das Gehirn dazu angeregt, verstärkt auf die visuellen Signale des schwächeren Auges zu reagieren. Dies trägt dazu bei, die neuronale Aktivität im visuellen Cortex zu verbessern und die Sehkraft des schwächeren Auges zu fördern.
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