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Der Fall von Hischier und Siegenthaler war der einfachst mögliche. Die Organisation der New Jersey Devils erteilte nach dem Ausscheiden am vergangenen Donnerstag in den Playoff-Viertelfinals zügig die Freigabe. Dennoch braucht es ganz schön viel, bis ein NHL-Spieler auf dem WM-Eis steht, wie der Schweizer Teammanager Ricardo Schödler gegenüber Keystone-SDA erläutert.
Der erste Schritt erfolgt während der Saison, wenn Nationalcoach Patrick Fischer und der Nationalmannschaftsdirektor Lars Weibel die Teams mit Schweizer Spielern besuchen und ausloten, ob diese für die WM zur Verfügung stehen. Danach heisst es warten. Warten, ob sich das entsprechende Team für die Playoffs qualifiziert. Und wenn ja, wann es ausscheidet. Vorher wäre eine Anfrage bei einer Organisation ein Affront.
Ist die Saison für ein Team beendet, gibt es einen klar festgelegten Ablauf. Weibel schickt dem General Manager der Organisation ein Mail und beantragt die offizielle Freigabe eines Spielers (GM release). Bevor diese erteilt wird, gibt es einen obligaten Medizincheck und das Austrittsmeeting des Spielers mit dem General Director.
Im Fall von Kevin Fiala, der erst kurz vor Saisonende von einer Verletzung zurückgekehrt war und der bei den Los Angeles Kings einen hochdotierten Vertrag bis 2029 hat, war es komplizierter. Er musste erst eine vorgeschriebene Rehabilitation absolvieren. Der Verband wusste immer, bis wann diese dauert und konnte nur Abwarten, ob danach ein Ja oder ein Nein aus Kalifornien kommt. Wenn dann alles passt, wird der Spieler freigegeben und der Teammanager kann sich an die Arbeit machen.
Als erstes muss er für den Spieler eine Versicherung abschliessen. Dabei muss er nicht bei null beginnen. Schödler hat bereits Anfang Jahr für jeden potenziellen NHL-Spieler angefragt, um eine ungefähre Ahnung zu haben, was es kosten würde, wenn alle Spieler aus Nordamerika an die WM kommen.
In den Wochen vor und zu Beginn der WM besteht praktisch eine Standleitung zwischen dem Verband und der Versicherung. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Verträge zu beachten. Ein bestehender Vertrag ist einfach, die Zahlen sind öffentlich einsehbar und die Versicherung wird anhand dieser Zahlen abgeschlossen. Komplizierter ist es bei Spielern ohne weiterlaufenden Vertrag. Hier müsste im Prinzip das Potenzial, also was ein Spieler im Lauf seiner Karriere noch verdienen könnte, versichert werden, und das kann je nachdem horrend teuer werden.
In der Folge organisiert der Teammanager die Flüge für die Spieler, im Fall von Riga, das nur wenige internationale Verbindungen hat, ist das etwas komplizierter als für andere Destinationen. Gemäss Gesamtarbeitsvertrag der Spielergewerkschaft (NHLPA) haben die Sportler Anspruch auf einen Flug in der Business Class.
Wenn alles geklappt hat, landen die Verstärkungen im WM-Ort und müssen noch ein paar Formulare für den internationalen Verband IIHF unterschreiben. Erst dann können sie für das WM-Kader eingeschrieben werden.
(sda)