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Isolationswiderstand
Die Isolationswiderstandsmessung ist eine sehr wirkungsvolle Messung. Daher ist sie die weltweit verbreitetste und am häufigsten angewandte Schutzmassnahmenprüfung überhaupt.
Die Prüfung der Isolierung ist nicht nur für neue Betriebsmittel sinnvoll, sie ermöglicht auch bei älteren Geräten die frühzeitige Erkennung von schadhaften Teilen noch bevor es zum Überschlag, zur Beschädigung oder zu einem Unfall kommt.
GrundlagenDas Funktionsprinzip der Isolationsmessgeräte entspricht dem Ohmschen Gesetz, also: R = U / I. Das Prüfgerät erzeugt eine vom Bediener gewählte Gleichspannung (typischerweise 500V), und misst den Ableitstrom, der vom Leiter durch die Isolierung fliesst. Aus diesen Werten wird dann der Widerstand berechnet. Je besser die Isolierung ist, desto niedriger ist der Ableitstrom, und desto grösser ist der Widerstand.
Beispiel: Wenn 500V angelegt werden und 1mA fliesst, wird: R = 500 kΩ.
Wenn nur ein Hundertstel des dieses Ableitstroms (10 µA) fliesst, wird: R = 50 MΩ
Die Isolationsmessung wird ohne Netzspannung durchgeführt. Die Prüfspannung wird an die aktiven Leiter (L und N) angelegt und gegen Erde (Schutzleiter) gemessen. Bei Geräten der Schutzklasse II (ohne Schutzleiter), wird gegen berührbare, leitfähige Teile gemessen (z.B. Gehäuseteile).
Problematisch ist die Isolationsmessung bei modernen Betriebsmitteln, welche über einen elektronischen Schalter (Relais, Schütz, Diac, Triac, Sanftstarter etc.) verfügen. Hier können die relevanten inneren Komponenten nicht erfasst werden, weil die Eingangsbeschaltung mit der Prüfspannung nicht überwunden werden kann (Schalter ist "offen"). Zudem zeigt das Messgerät einen vermeintlich "guten" Messwert an (einen hohen Isolationswiderstand).
Zweck
- Überprüfung auf mögliche falsche Verkabelung, eingeklemmte Leiter und beschädigte Isolierungen.
- Vorbeugende Wartung in regelmässigen Zeitabständen.
MessgeräteDer Prüfstrom ist auf einige mA begrenzt. Gute Messgeräte zeichnen sich durch nachfolgende Funktionen aus:
- Isolationswiderstand kann übersprungen werden oder
- Prüfspannung lässt sich reduzieren
Prüfspannung und Grenzwert (EN 62353)
- Prüfspannung mind. 500V DC
- Grenzwert SK I: >2MΩ
Grenzwert SK II: >7MΩ
Grenzwert BF Geräte: >7MΩ Grenzwert CF Geräte: >70MΩ*
Vorgehen
- Betriebsmittel am Tester anstecken
- Alle Schalter am Betriebsmittel schliessen: Hauptschalter, Thermostaten etc.
- Messung starten
- L+N gegen PE
- L+N gegen berührbare, leitfähige Teile die nicht mit dem Schutzleiter verbunden sind
- L+N+PE gegen Anwenderteile BF/CF
- Während der Messung berührbare, leitfähige Teilen mit der Sonde abtasten.
- Den schlechtesten Wert ins Protokoll übernehmen.
Sonderfälle
- Bei Geräten, welche durch diese Prüfung Schaden nehmen könnten, darf die Prüfung weggelassen werden. Vorgaben des Herstellers sind zu berücksichtigen.