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Dal und Chapati für alle
Grossandrang in der Suppenküche der Sikhs
Mr. Harjee, seit wann werden Mahlzeiten umsonst abgegeben?
Harjee: Um 1483 hat der Gründer der Sikh-Religion die öffentliche Essensausgabe für Bedürftige eingeführt. Alle dürfen kommen, es gibt keine Diskriminierung. Diese Praxis gilt für alle Sikh-Tempel weltweit.
Servieren Sie Mittag- und Abendessen?
Sevadaar: Bei uns gibt es Morgen-, Mittag- und Abendessen. Die erste Essensausgabe beginnt bereits morgens um 4 Uhr.
Wie wird die Küche finanziert?
Harjee: Das Geld für den Betrieb kommt ausschliesslich von Spenden. In unserer Religion ist es ein Gebot, zehn Prozent unseres Gewinns für Bedürftige zu spenden. In der Küche arbeiten hauptsächlich Freiwillige. Sie kommen für einige Tage, um uns zu unterstützen.
Was kochen Sie?
Sevadaar: Jeden Tag servieren wir zu Dal und Chapati verschiedene saisonale Gemüse. An speziellen Tagen gibt es zusätzliche eine grosse Auswahl weiterer Speisen. Gekocht wird ausschließlich vegetarisch, nicht weil wir Sikhs Vegetarier sind, sondern weil wir niemanden vom Essen ausschliessen möchten.
«Wenn Sie Ihre tägliche Mahlzeit bekommen», sagte ein Inder, «können Sie sich entspannen. Sie können überleben.» Für viele Gäste dürfte das Essen im Langar weniger eine Frage des Überlebens sein. Sie kommen als Mitglieder der religiösen Gemeinschaft. Aber in einer schnell wachsenden Stadt mit über 20 Millionen Einwohnern ist das Angebot der Sikhs eine kostbare und kostenlose Nahrungsquelle für alle.
DOSSIER
Essen und sozialer Status