Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/60573

<h2>SubmittedText<h2><p>Informationen und Daten zur Arbeitsgesundheit sind ausgesprochen wichtig. Sie ermöglichen eine Gesamtschau der Probleme, denen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oft alleine gegenüber sehen, die Risiken können erkannt und Präventionsmassnahmen ergriffen werden. In diesem Bereich gibt es in der Schweiz zurzeit aber noch einige Lücken, wie auch das Bundesamt für Statistik im Bericht "Arbeit und Gesundheit. Mortalität und Invalidität. Zusammenhänge mit der Berufstätigkeit. Unter Bezugnahme auf das Postulat von Franziska Teuscher" aus dem Jahr 2003 einräumt. Der Bericht hält Folgendes fest: "In Anbetracht .... der Tatsache, dass es nicht möglich scheint, in den nächsten Jahren wiederholt und über einen längeren Zeitraum hinweg eine grosse Bevölkerungserhebung spezifisch zum Thema 'Arbeit und Gesundheit' durchzuführen, wird vorgeschlagen, die bestehenden nationalen Datenquellen schrittweise zu harmonisieren und zu integrieren." Die Hauptdatenquellen müssen also verbessert und harmonisiert und die administrativen Daten eingebaut werden, damit mittelfristig ein einheitliches Monitoringsystem zum Thema Arbeit und Gesundheit in der Schweiz aufgebaut werden kann.</p><p>Was ist aus diesem Vorschlag geworden? Beabsichtigt der Bundesrat, dem Bericht Folge zu geben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In dem in der Anfrage erwähnten Bericht ging es darum, eine Bestandesaufnahme der bestehenden und potenziellen Datenquellen zu erstellen, mit denen sich die Auswirkungen der Arbeitsbedingungen auf die Gesundheit laufend beobachten lassen. Der im Rahmen eines Mandates des Bundesamtes für Statistik (BFS) durch eine universitäre Forschungsstelle erstellte Bericht enthält einige Vorschläge zu einer besseren Koordination der statistischen Quellen und zur Bereitstellung ergänzender Informationen, die das BFS unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichtes 2003 geprüft hat. Die Möglichkeiten, diese Vorschläge zu verwirklichen, sind mehrere Male mit den wichtigsten Akteuren, die sich mit der Gesundheit am Arbeitsplatz befassen, insbesondere dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), der Suva, den Sozialpartnern und der Gesundheitsförderung Schweiz, diskutiert worden.</p><p>Die Anfrage verlangt explizit die Harmonisierung der Daten aus bestehenden nationalen Quellen. Das BFS hat bereits Massnahmen in dieser Richtung getroffen. So sind die Erhebungen bei der Wohnbevölkerung, die Fragen zur beruflichen Situation und zum Gesundheitszustand enthalten, koordiniert worden. Konkret handelt es sich um die Schweizerische Gesundheitsbefragung und um die beiden Erhebungen zu Einkommen und Lebensbedingungen: das Schweizer Haushalt-Panel und die "Statistics of Income and Living Conditions". Dadurch wird die Komplementarität der Informationen aus den verschiedenen Quellen gewährleistet, und die Situation in der Schweiz kann mit der in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verglichen werden, da die Harmonisierung der Fragen auch die von Eurostat koordinierten Erhebungen einbezieht.</p><p>Bereits jetzt ist das Fundament für ein System des regelmässigen Monitorings, wie in der Anfrage gefordert, gelegt: Dazu haben das EDI und das Seco zusammen ein Konzept erarbeiten und einen ersten Bericht erstellen lassen, der demnächst vom BFS veröffentlicht wird und auf der Website des Gesundheitsobservatoriums eingesehen werden kann. Dieser Bericht soll aktualisiert und ergänzt werden, sobald neue Quellen und Daten zur Verfügung stehen. Dies wird übrigens demnächst der Fall sein, da das Seco sich in diesem Jahr an der europäischen Erhebung über die Arbeitsbedingungen (European Survey on Working Conditions) beteiligt.</p><p>Allerdings sind die Aufgaben der Statistik im Bereich der Gesundheit heute sowohl zahlreicher als auch komplexer geworden - und dies in einem Kontext, wo die finanziellen und personellen Ressourcen immer knapper werden.</p>  Antwort des Bundesrates.