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Das Wetter scheint sich in der kommenden Woche recht genau an den Singularitätenkalender halten zu wollen. Jedenfalls steht uns mit einem steuernden Zentraltief über dem Nordmeer eine (un)beständige Westlage bevor, die den Höhepunkt der diesjährigen Schafskälte bringt. Oder anders gesagt: Aprilwetter auf Juni-Niveau – für Abwechslung ist gesorgt, jedoch kaum für Sommergefühle.
Doch zunächst einen kurzen Rückblick auf die Gewitter vom Donnerstag, 7. Juni: Ein Tief mit Zentrum über Wales steuerte bereits am Mittwoch eine Warmfront über die Schweiz hinweg. Den weit offenen Warmsektor schloss die Kaltfront am Donnerstagmittag erst über Westfrankreich ab. Über den Alpen stellte sich allmählich eine Föhnströmung ein, diese sorgte allerdings auch erst um die Mittagszeit für entsprechende Aufhellungen auf der Alpennordseite. Mit einer vorlaufenden Konvergenzzone entstand eine erste Gewitterlinie über dem Burgund, die sich am frühen Nachmittag allmählich dem Jura näherte. Ihre am Boden vorauseilende Böenfront sorgte um 16:30 Uhr für die extrem rasche Entwicklung einer ersten isolierten Gewitterzelle über dem Sundgau, welche in der Folge knapp nördlich von Basel in Richtung Schwarzwald zog. Zwischen 17:00 und 17:30 Uhr erreichte der bereits erwähnte Outflow den Jurabogen, worauf sich dort auf einen Schlag eine Gewitterlinie ausbildete. Diese wiederum produzierte einen Outflow nach Südosten, der sich mit 60 bis 90 km/h (Cressier) den Jurasüdfuss hinunter stürzte und sich ins Mittelland ergoss. Die Folge war zunächst, dass die Gewitterline über dem Raum Solothurn/Aargau nach Süden anbaute und in der Folge auf dem Weg nach Osten die gesamte Nordschweiz erfasste. Um 19:00 Uhr erreichte der Outflow die Voralpen und verstärkte das dort bisher harmlose Gebrodel schlagartig. In kurzer Zeit entstand eine zweite Gewitterline von den Waadländer bis zu den Luzerner Voralpen. Dass es sich hierbei nicht um die klassische Bildung von Einzelzellen handelte, welche auf der Voralpenschiene nach Nordosten zogen, sondern um eine vom Outflow getriggerte Linie, kann im nachfolgenden Film gut nachvollzogen werden. Sehr schön ist auch zu erkennen, dass jede neu entstandene Linie mit ihrem Outflow im weiteren Verlauf des Abends neue Zellen und Linien auslöste – eine ständig fortlaufende Kettenreaktion im nach wie vor warm-feuchten Sektor des Tiefs. Die eigentliche Kaltfront ist zum Schluss des Films um Mitternacht über Frankreich zu erkennen. Diese wird uns in den nächsten Tagen noch längere Zeit beschäftigen.
Wie geht es nun weiter? Besagte Kaltfront überquert am Freitagmittag das Mittelland und stösst am Nachmittag zu den Alpen vor, wo sie die schauerartigen Niederschläge noch einmal verstärkt, während es von Nordwesten her rasch trocken wird und aufklart. Die Front bleibt in der Folge in den Ostalpen hängen und sorgt dort bis Sonntag für anhaltenden und teils ergiebigen Niederschlag. Nur noch vereinzelt können Gewitter eingebunden sein, auf der Alpensüdseite bleiben sie allerdings die ganze Zeit über ein Thema.
Ein neues Randtief nähert sich in der Nacht auf Sonntag von Westen her der Schweiz und steuert in rascher Folge Warm- und Kaltfront über die Alpennordseite hinweg. Dabei kommt es vor allem in der zweiten Tageshälfte wieder zu gewittrigen Schauern. Die beteiligten Luftmassen sind aber bereits deutlich kühler als bei der Kaltfront vom Donnerstag/Freitag, sodass nicht mehr mit heftigen Entwicklungen zu rechnen ist. Die sich aufkumulierenden Niederschläge können allerdings regional problematisch werden.
In der sich dahinter einstellenden Westlage vom Montag bis Donnerstag sind kaum noch markante Tiefs und Fronten auszumachen. Kleine Wellen und Tröge ziehen in rascher Abfolge durch und sorgen für einen sehr unbeständigen Wettercharakter. Es ist mit ausgeprägtem Tagesgangwetter zu rechnen: Sonnige Abschnitte sind jeweils von eher kurzer Dauer und in der zweiten Tageshälfte häufen sich Schauer und Gewitter. Dabei handelt es sich jedoch um den Typ unorganisierte Kaltluftschauer, welche allerdings durch die kräftige Junisonne durchaus energiegeladen sein können.