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Der Tod einer Manga-Legende
Manga-Künstler Takashi Yanase hat das japanische Gebäck zu süssen Manga-Figuren stilisiert. Aus dem Anpan, ein japanisches Weissbrot mit roter Bohnenpastenfüllung, erschuf er Anpanman, eine der bis heute beliebtesten Manga-Figuren in Japan. Nun ist Takashi Yanase im hohen Alter von 94 Jahren gestorben.
Die ganze grosse Anerkennung für sein Schaffen wurde Yanase erst im hohen Alter von 70 Jahren zuteil, als aus der Kinderbuchreihe Anpanman die Erfolgs-Animeserie Sore ike! Anpanman wurde. In den letzten zwanzig Jahren wurden über 1000 Episoden produziert. Speziell in Asien fand die Serie weite Verbreitung. Es gibt heute in Japan wohl kein Kind, das den süssen Charakter nicht kennt.
Am Leben erhalten hat Yanase die Serie, indem er stets neue lebendige Backwaren neben der Hauptfigur Anpanman erschuf. Über 1700 verschiedene Figuren wurden es im Laufe der Jahre! Dafür bekam er sogar einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Keine andere einzelne Comic-Serie beinhaltet so viele verschiedene Charaktere.
Der Held, der den Kopf hinhält
Bei Anpanman steht stets der Kampf gegen die Angriffe von Baikinman (der Bakterienmann) und seiner Gefolgschaft im Zentrum der Handlung. Während die Pan-Familie allergisch gegen Schimmel und Bakterien ist, verabscheut Baikinman nichts mehr als die Seife, die ihn schrumpfen lässt.
Der süsse Held mit dem runden Gesicht und dem roten Heldenanzug setzt sich dabei für die Schwachen ein. Für sie hält er wortwörtlich seinen Kopf hin, damit auch sie etwas zu beissen haben. Sein «Vater», Bäcker Jam Ojisan, sorgt jeweils dafür, dass Anpanman einen neuen frischen «Kopf» erhält.
Das Merchandising all der Anpanman-Figuren hat sich über die Jahre zu einem Milliardengeschäft entwickelt. In Japan hat Anpanman gemäss Business Media bezüglich Produktevermarktung von Anime- und Mangafiguren gar den höchsten Marktwert und dies noch vor Hello Kitty oder Mickey Mouse.
Die Kriegsjahre
Den Anpanman erschaffen hatte Yanase in seiner Frühform bereits Ende der 1960er-Jahre. 1973 erblickte er schliesslich in seiner heutigen Gestalt das Licht der Welt. Die Idee aus Esswaren Mangafiguren zu machen, soll Yanase während des Zweiten Weltkriegs gekommen sein, als die Lebensmittelknappheit zur Tagesordnung wurde.
Yanase selbst wurde als Soldat nach China geschickt, wo er 1945 das Ende des Krieges erlebte. Im Hauptquartier tätig, war er nie an der Front. Die entbehrungsreichen Jahre und der Kriegstod seines Bruders machten Yanase schliesslich zu einem entschlossenen Pazifisten.
Bis zuletzt bei der Arbeit
Ab 1953 entschied er sich für den steinigen Weg des freischaffenden Manga-Künstlers und Texters. Schnell schuf er sich in der Branche einen Namen, erhielt gar in den 1960er-Jahren Auszeichnungen für seine Arbeiten. Auch mit Manga-Gott Osamu Tezuka arbeitete er 1969 bei der Produktion des eher unbekannten Anime Senya Ichiya Monogatari (Tausend und eine Nacht) zusammen.
In den Jahren danach begann sein allmählicher Aufstieg, der ihn selbst zu einer Manga-Legende werden liess. Am 13. Oktober 2013 starb Takashi Yanase an einem Herzversagen im Spital. Noch bis zuletzt hatte Yanase regelmässig seine Arbeit als Manga-Künstler weiterverfolgt.
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