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Die Schweizer Armee will das Sturmgewehr bis 2040 benutzen. Das Vintage-Teil ist dann ein halbes Jahrhundert alt. Auch am antiken Bajonett soll festgehalten werden.
Das Sturmgewehr 90 (Stgw 90) der Schweizer Armee hat schon vieles erlebt: Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten, die 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft und die legendäre Fussball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA.
Der Vorgänger zum Stgw 90 war das schwere Sturmgewehr 57: 6,1 Kilogramm schwer. Soldaten weinten, wenn sie zum 50-Kilometer-Marsch antraten und das Gewehr schulterten. Wie angenehm war dann der Wechsel zum leichteren Stgw 90, das zwei Kilogramm weniger wog.
In einem Jahr ist das aktuelle Sturmgewehr so lange im Dienst wie dessen Vorgänger, nämlich 33 Jahre. Doch die Wachablösung zieht sich hin. «Die Ablösung des Stgw 90 ist für die erste Hälfte der 2040er Jahre geplant.», heisst es von der Armee. Also noch etwa 20 Jahre.
Auch in den anderen Heeren setzt man auf Beständigkeit. Das österreichische Bundesheer benutzt das Sturmgewehr 77, das seit 1978 produziert wird und die deutsche Bundeswehr setzt auf das Sturmgewehr G36, das seit 1997 hergestellt wird.
Wenn das aktuelle Sturmgewehr der Schweizer Armee in 20 Jahren ausgemustert wird, ist es ein halbes Jahrhundert alt. Die Anforderungen sind aber immer noch die gleichen wie vor 100 Jahren: ein normalbegabter Soldat soll die Schiess-Scheibe in 300 Meter treffen können. Ziemlich in der Mitte.
In den nächsten zwei Jahren erhält das Stgw 90 immerhin ein Facelifting. «Um für die verbleibenden rund 20 Jahre gerüstet zu sein», so die Armee auf Anfrage, «soll Mitte dieses Jahrzehnts eine Optimierung von einzelnen Komponenten erfolgen.» Welche das sind, wird nicht mitgeteilt.
Auch am Bajonett will die Armee festhalten. 40 Franken beträgt der Einkaufspreis für das Messer, das am Gewehrende befestigt wird. Das Bajonett zählt zu den grössten Rätsel im Militär. Die Armeeangehörigen dürfen es für nichts benutzen, also weder als Brieföffner noch als Brotmesser.Den Soldaten wird in jeder Rekrutenschule eingeschärft, das Messer nie zu benutzen. Nie.
Die ursprüngliche Idee des Bajonetts ist der Nahkampf. Mit dem Messer verwandelt sich das Gewehr in einen schweren Säbel. Zuerst muss der Schweizer Soldat aber noch die Plastikscheide entfernen. Erst dann kann er sich auf den Gegner stürzen.
Die Vorstellung wirkt wie 19. Jahrhundert. An dem Anhängsel will die Armeeführung aber nicht loslassen. «Aktuell ist der Verzicht auf die Abgabe des Bajonetts kein Thema.» Erst beim Nachfolger wolle man sich Gedanken darüber machen.