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Mit dem Begriff Durchfall – oder Diarrhöe – bezeichnet man zu häufigen und zu dünnen Stuhlgang. Besteht gleichzeitig Erbrechen, spricht man von Brechdurchfall (Magen-Darm-Grippe oder Gastroenteritis). Begleitsymptome sind oft Fieber und wenig Appetit.
Ursachen von Durchfall
Darmentzündungen werden bei Kindern meist durch Viren (Rotaviren, Noroviren), seltener durch Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder bestimmte Coli-Bakterien verursacht. Blutiger Durchfall deutet auf Bakterien hin.
Gerade Noro- oder Rotaviren sind typische Erreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern. Sie sind sehr ansteckend, verbreiten sich durch Schmierinfektionen und können darum in Betreuungseinrichtungen kleine Epidemien auslösen. Ein an Durchfall erkranktes Kind sollte also mindestens 24 Stunden symptomfrei sein, bevor es wieder mit anderen Kindern zusammenkommt.
Durchfall kann aber auch ein Hinweis auf eine Kuhmilchunverträglichkeit oder andere seltene Stoffwechselkrankheiten sein. Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können ebenfalls Durchfall verursachen. Diese chronischen Darmentzündungen beginnen typischerweise im Schulalter.
Muss Durchfall behandelt werden?
Die meisten akuten Durchfallerkrankungen, vor allem die virusbedingten, heilen von allein. Auch die häufigsten bakteriellen Diarrhöen zeigen ohne Antibiotika rascher eine Besserung als mit. Ausnahme bilden die Infektion mit Salmonellen oder andere Infektionen, die schwer verlaufen und dringend und konsequent behandelt werden müssen.
Konsultieren Sie Ihre Kinderärztin, wenn der Durchfall blutig ist oder sich nicht innerhalb einer Woche bessert. Ausserdem sollten Sie ärztlichen Rat suchen, wenn Ihr Kind nicht ausreichend trinkt und zu wenig Urin ausscheidet oder grundsätzlich krank, elend und teilnahmslos wirkt.
Empfehlung der Kinderärzte
Bei Kindern mit mittlerem oder grossem Flüssigkeitsverlust (z. Bsp. bei einer Magen-Darm-Grippe mit Erbrechen und/oder Durchfall) sollte die fehlende Flüssigkeit durch den Mund und nicht als Infusion zugeführt werden. MEHR DAZU
So können Sie den Flüssigkeitsverlust ausgleichen
Wichtig ist, den Salz- und Wasserverlust auszugleichen, damit das Kind nicht austrocknet. Es sollte täglich 150 - 200 ml Flüssigkeit pro kg Körpergewicht zu sich nehmen. Elektrolytlösungen oder Tabletten zum Auflösen in Wasser gibt es in jeder Apotheke. Ideal und schnell zur Hand ist mit Traubenzucker gesüsster Schwarztee mit einer Prise Salz (1/2 TL auf 1/2 l Tee). Mit Apfel- oder Orangensaft können Sie diesen etwas verfeinern. Die bewährte "Drittellösung" besteht aus 1/3 stillem Mineralwasser, 1/3 dünnen Schwarztee und 1/3 Saft, dazu 1 EL Traubenzucker und eine Prise Salz.
Wenn Ihr Kind die Elektrolytlösung nicht trinken mag, muss eine pragmatische Lösung her: Trinkt es gerne Cola, dann schütteln Sie die Kohlensäure heraus, denn grundsätzlich ist jedes Getränk gut, wenn es das Kind nur akzeptiert. Süssgetränke geben Sie am besten verdünnt.
Ernährung bei Durchfall
Eine fettfreie oder -arme sowie milchzuckerfreie Diät ist zumindest in der Anfangsphase zu empfehlen. Ausserdem haben sich folgende Nahrungsmittel bei Durchfall von Kindern bewährt:
Salzstangen oder Salzbrezeln
Eine leichte Bouillon versorgt das Kind mit Salz und Flüssigkeit und entlastet den Darm.
Geriebener Apfel, schaumig geschlagene Banane, Zwieback, schwarze Schokolade und gekochte Rüebli wirken stopfend.
Bei gleichzeitigem Erbrechen lindert das Lutschen an einer Zitronenscheibe den Brechreiz.
Der Magen kann mit Haferschleim (20 g Haferflocken in einem Viertelliter Wasser aufgekocht) beruhigt werden.