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Der Mitgründer und Verwaltungsratschef des chinesischen HNA-Konzerns, Wang Jian, ist tot. Der 57-jährige sei nach einem Sturz in Frankreich am Dienstag seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte der hoch verschuldete HNA-Konzern am Mittwoch mit.
Es sehe nach einem Unfall aus, erklärte die französische Polizei. Wang habe sich auf eine Mauer gestellt, damit seine Familie ein Foto von ihm machen könne. Er sei dann 15 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Todesursache solle eine Autopsie klären.
Wang, der knapp 15 Prozent an HNA hielt, verantwortete als Verwaltungsratschef die Strategie und das Tagesgeschäft, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten. «Wir beklagen den Verlust eines aussergewöhnlich talentierten Anführers und Vorbilds, dessen Vision und Werte weiterhin ein Leuchtfeuer für alle sein werden, die das Glück hatten, ihn zu kennen», schrieb der Konzern in der Mitteilung über Wangs Tod.
HNA gehören unter anderem die früheren Swissair-Firmen Gategroup, Swissport und SR Technics. Zudem ist der Konzern Grossaktionär der Deutschen Bank. Die Chinesen hatten in den vergangenen Jahren massiv Firmen und Immobilien zugekauft. Im Zuge der Einkaufstour hat sich allerdings ein grösserer Schuldenberg angehäuft. Der Konzern arbeitet nun daran, die Geldnöte über milliardenschwere Immobilien- und Anteilsverkäufe zu lindern. Die geplanten Börsengänge von Gategroup und Swissport, mit denen HNA Geld in die klammen Kasse bringen wollte, scheiterten vor einigen Monaten.
Wang hatte vor einigen Monaten in einer E-Mail an die Mitarbeiter eine «Verschwörung» gegen die Kommunistische Partei und Chinas Staatspräsidenten Xi Jinping für die Probleme des Konzerns verantwortlich gemacht. Zuletzt erhielt der Konzern Medienberichten zufolge Rückendeckung vom Staat. Bei einem Treffen mit der chinesischen Zentralbank seien Kreditgeber angewiesen worden, die Anleihen von HNA zu «unterstützen», hatten die Nachrichtenagentur Bloomberg und die «Financial Times» vergangenen Monat berichtet.