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wertvoll, anderes habe ich bayrischen, neuburgischen oder auch bischöflich augsburgischen Akten entnommen. Verbunden mit der schon vorhandenen Litteratur mag dieser Stoff für die Kenntnis der offiziellen Reichstagsverhandlungen genügen; dagegen wird über die privaten Besprechungen, die hinter der Scene erfolgten, aus weiteren Akten noch mancher Aufschluss zu gewinnen sein. Da die Reichstagsberichte in der Regel die zur Debatte stehenden Entwürfe als bekannt voraussetzen, habe ich mir in der Weise geholfen, dass ich die beiden Hauptentwürfe des Religionsfriedens vom 24. April aufnahm, bei den übrigen aber nur die Abweichungen von ihren Vorgängern oder aber die Korrekturen zu den Drucken bei Lehenmann angab.
Wenn ich nun bei diesem Verfahren zu einem fast vollständigen Bilde des Reichstags gelangt bin, so fürchte ich den Vorwurf, meine Aufgabe überschritten zu haben, nicht. Eine historische Landeskommission wendet sich mit ihren Arbeiten nicht bloss an die Fachgelehrten, sondern wünscht auch weitere Kreise von Geschichtsfreunden zu interessieren; für diese aber ist eine gewisse Abrundung des Stoffs unerlässlich. Auf Wunsch der Kommission habe ich deshalb auch dem vorliegenden Band wieder eine kurze Einleitung vorangeschickt, die an die Einleitung des ersten Bandes anknüpft; wenn es auch nicht unbedenklich ist, für die kurzen Zeiträume, die ein einzelner Band umfasst, solche Darstellungen zu geben, so werden diese Bedenken doch wohl durch den Vorteil, den die Benützer haben, überwogen. Ihrem Interesse dient auch die Übersicht über die Reichstagsverhandlungen sowie die Zusammenstellung der Religionsfriedensentwürfe, welche ich als Beilagen gebe, während das Inhaltsverzeichnis, welches diesmal auch die in den Noten verwerteten Stücke enthält, vor allem für den Arbeiter auf benachbarten Gebieten zur Orientierung nützlich sein wird.
Wer an der Bewältigung eines so schwierigen Stoffes arbeitet, wie es die Geschichte des Reichstags von 1555 ist, wird auch derer dankbar gedenken müssen, welche schon früher derselben Aufgabe ihre Kräfte gewidmet haben. Auch ältere Vorarbeiten wie Schmidt und Bucholtz sind keineswegs ohne Nutzen ; Rankes Darstellung, obwohl in manchen Punkten nicht ganz zutreffend, überrascht doch immer aufs neue durch die Fülle feinsinniger Bemerkungen, während Moriz Ritter durch das scharfe Anfassen wichtiger Probleme selbst dann anregend wirkt, wenn man ihm nicht ohne Vorbehalt zustimmen kann. Die Arbeit Schwabes im Neuen Archiv für sächsische Geschichte ist nicht bloss wegen der gründlichen Benützung der Dresdener Akten wertvoll, wogegen der Dissertation von Adolf Lent doch nur einige Stellen aus den brandenburger Berichten entnommen werden können. Alle diese Arbeiten aber leiden mehr oder weniger stark unter der Einseitigkeit des Materials, hauptsächlich zum Nachteil des Fürstenrats. Der erste und der einzige, welcher die Geschichte des Religionsfriedens auf Grund zureichender Quellen dargestellt hat, ist Gustav Wolf, dessen Monographie von 1890 ich viel zu verdanken habe. Über die Reichstagsakten in Druffel IV hat schon der Herausgeber selbst in der Vorrede seine Nichtbefriedigung ausgesprochen; ich kann ihm nur beistimmen; einzelne Nummern sind von ganz unglaublicher Schlechtigkeit. Da ich jedoch schon in der Historischen Vierteljahrsschrift (1902 S. 310 ff.) einige Proben gegeben und inzwischen auch in den Württ. Vierteljahrsheften N. F. XI mein Urteil näher begründet habe, da ferner auch sonst Klagen über das Buch laut geworden sind, habe ich nur an wenigen Stellen auf die Fehler aufmerksam gemacht und verweise im übrigen auf die Vorrede zum zweiten Bande.
Ganz besonderen Dank schulde ich diesmal einigen Archivverwaltungen, die meine Arbeit unterstützten. Die dicken Bände, welche als Niederschlag der langen Verhandlungen jetzt in den Archiven ruhen, lassen sich in der kurzen Zeit einer Archivreise nur ungenügend erledigen. Es war mir deshalb eine sehr wesentliche Erleichterung, dass mir die Direktion des kgl. geh. Haus- und Staatsarchivs in Stuttgart einige Bände der wirtembergischen Reichstagsakten bis zum Abschluss meiner Arbeit zur Benutzung auf der hiesigen Universitätsbibliothek überlassen hat; ebendaselbst durfte ich dank dem freundlichen Entgegenkommen seitens der Direktion des k. k. Haus-, Hofund Staatsarchivs in Wien die Mainzer Reichstagsakten ein volles Jahr benützen und ausserdem wurde mir das Passauer Protokoll für längere Zeit vom kgl. bayr. allgemeinen Reichsarchiv übersandt.
Der Druck des vorliegenden Bandes hat im Februar begonnen und ist von der W. Kohlhammerschen Buchdruckerei mit grosser Sorgfalt durchgeführt worden. Bei der Korrektur erfreute ich mich wieder der freundlichen Unterstützung des Herrn Oberstudienrats Dr. von Hartmann, ausserdem war mir Herr stud. theol. Rauscher behilflich.
Im Interesse des Fortgangs meines Werkes musste ich, meiner früheren Absicht entgegen, auf die Aufnahme der Protokolle des Heidelberger Vereins verzichten, so dass der Band an Umfang den früheren nachsteht. Da in den späteren Jahren die Korrespondenzen Christophs nicht mehr so dicht zu sein scheinen, hoffe ich, in drei weiteren Bänden meine Arbeit zum Abschluss bringen zu können.
Tübingen, im Oktober 1902.
Viktor Ernst.
Inhalt.
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Nachträge .
420
1555.
12 1.4
18. Chr. an Kf. Friedrich
11
7. A. von Hoheneck an Hz. Ottheinrich
nr. 26 n. 22 40 n. 6
8. Instruktion Chrs. zum Heidelb. Vereinstag.
27
16. Räte in Augsburg an Chr.
29 n. 1
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