Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2148

In welcher Weise bemühen sich die Universitäten um Internationalisierung, und was planen sie diesbezüglich für die Zukunft? Antworten auf diese Fragen liefert eine Studie der European University Association. Sie wurde im vergangenen Jahr unter dem Titel „Internationalisation in European higher education: European policies, institutional strategies and EUA support“ veröffentlicht und fasst die Ergebnisse einer Anfang 2013 unter den EUA-Mitgliedern durchgeführten Umfrage zusammen. Die an Rektoratsdienste und International Offices versandten Fragebögen wurden von 175 Mitglieder-Universitäten aus 38 Ländern beantwortet, was etwa einem Viertel der Mitglieder entspricht.
Fast die Gesamtheit der Universitäten (99 %) bemüht sich aktiv um die Internationalisierung der eigenen Hochschule. Sie gaben entweder an, dass sie bereits eine Internationalisierungsstrategie etabliert hätten (56%), dass sie eine solche entwickeln möchten (13%), oder dass Internationalisierung in anderen strategischen Dokumenten berücksichtigt werde (30%).
Mit einer Ausnahme bestätigten die teilnehmenden Hochschulen auch, dass diese Strategien einen positiven Einfluss auf die gelebte Internationalisierung haben. Verbessert wurde die Mobilität der eigenen Studierenden und Mitarbeitenden, das Lehrangebot in Englisch, Partnerschaften mit anderen Hochschulen sowie die Attraktivität für ausländische Studierende.
Im Rahmen der Umfrage wurden ebenfalls eine Reihe offener Fragen gestellt. Aus den Antworten lässt sich laut EUA recht klar herauslesen, welche Faktoren als hilfreich angesehen werden, um die Internationalisierung der eigenen Institution weiter vorantreiben zu können: dies sind vor allem verbesserte Sprachkenntnisse der Studierenden und Mitarbeitenden und allgemein entsprechend aufgestockte Mittel.
Auf die Frage, welches die Prioritäten im Internationalisierungsprozess ihrer Universität sind, antwortete knapp ein Drittel der teilnehmenden Hochschulen „ausländische Studierende aller Stufen zu gewinnen“. An zweiter und dritter Stelle (19% bzw. 12 %) wurde die Internationalisierung der Lehre genannt bzw. verbesserte Chancen der eigenen Studierenden, einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Am wenigsten häufig als Priorität genannt wurden die Förderung wissenschaftlicher Institutionen in Entwicklungsländern und die Mobilität der eigenen Mitarbeitenden.
Die teilnehmenden Hochschulen äusserten ein deutliches Interesse daran, Unterstützung bei der Entwicklung von Internationalisierungsstrategien durch die EUA zu erhalten. Dies ist insofern interessant, als (wie oben erwähnt) die meisten der teilnehmenden Hochschulen bereits eine solche Strategie etabliert haben.
Aus einer differenzierten Betrachtung der genannten Prioritäten zieht die EUA den Schluss, dass die Internationalisierung auf Institutionsebene vielfältige Ausprägungen kennt, mit zum Teil gegenläufigen Direktiven. Das Verständnis von Internationalisierung variiert je nach Hochschule und nach Kontext. Gerade darum entstehe das Bedürfnis nach einer sorgfältig erarbeiteten Strategie, welche auf örtliche Gegebenheiten Bezug nimmt.
Die UZH befindet sich auf dem Wege, ebenfalls eine eigene Internationalisierungsstrategie zu etablieren. Die durch das International Relations Office der UZH erarbeitete Internationalisierungsstrategie wurde, nach der Vernehmlassung bei den Vorständen von Fakultäten und Ständen, am 28. November 2013 durch die Universitätsleitung genehmigt. Am 3. Dezember 2013 wurde sie auch durch die Erweiterte Universitätsleitung einstimmig angenommen.
Die dort erwähnten Ziele reflektieren die Rolle der UZH als einer international ausgerichteten Universität: Die UZH wird ihr internationales Engagement stärken, um weltweit sichtbar zu sein als attraktive und breit diversifizierte Forschungs- und Bildungsinstitution, welche strategische Allianzen schliesst und auch global Verantwortung wahrnimmt. Sie möchte eine attraktive Arbeitgeberin sein, welche international Talente in Lehre und Forschung rekrutiert, die an der Universität Zürich begrüsst und unterstützt werden – in einem weltoffenen Umfeld, in dem verstärkt auf Deutsch und Englisch kommuniziert wird. Die UZH möchte Auslandserfahrungen des wissenschaftlichen Nachwuchses fördern, beginnend bei der Mobilität der Studierenden, und unterstützt Initiativen zur interkulturellen Zusammenarbeit.