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Eltern-Kind-Beziehungen: «Entschuldige, Schatz. Ich muss da kurz rangehen!»
Auf kurzfristiger Basis frustriert dieses Verhalten die Kinder. Im Gegensatz dazu was viele Erwachsene glauben, fühlen sich die Kinder aber nicht zurückgewiesen. Ein solches Gefühl gibt es nicht. Wenn Erwachsene sagen, dass sie sich zurückgewiesen fühlen, passiert dies, weil sie etwas fühlen, was sie in den Glauben versetzt, zurückgewiesen worden zu sein. Kinder verarbeiten ihre Emotionen nicht auf diese intellektuelle Weise. Wenn ihre Eltern sie zurückweisen, fühlen sie sich einfach traurig, enttäuscht oder wütend. Was Kinder aber immer tun, ist, sie fangen an, sich an dieVerhaltensweise des Erwachsenen anzupassen. Zuerst treten sie zurück und hoffen, und letztendlich geben sie auf und hören auf, es zu probieren. Mit etwa drei Jahren fangen die Kinder dann an, die Verhaltensweise der Erwachsenen zu kopieren und fokussieren sich auf Ihre eigenen Bildschirme – z.B. Tablets, TV und später eigene Smartphones.
Ich fühle mich hilflos!
Ich bin verwirrt!
Jedes Mal, wenn ein Elternteil den Kontakt zum Kind abbricht, sei es auch nur für eine oder zwei Minuten, schweifen die Köpfe der Kinder ab, und der Fluss des Bewusstseins wird gestört. Das Resultat: Das offenbar schlechte Kurzzeitgedächtnis der Kinder frustriert die Eltern oft, und sie schliessen daraus, dass es von Anfang an nicht wichtig war, was diese sagen wollten. «Sich verwirrt fühlen» entwickelt sich so zu «sich dumm fühlen».
Ich kann Dir nicht vertrauen!
Das Kind macht die sehr präzise Beobachtung: «Etwas Anderes ist meinen Eltern wichtiger ist als ich.» Das nimmt dem Kind sein wachsendes und verletzliches Selbstwertgefühl und ganz entscheidend und gefährlich, das Gefühl wertvoll für das Leben der Eltern zu sein. Ganz gleich wie oft ein Elternteil wiederholt «Ich liebe Dich», sich entschuldigt und romantische Versprechungen für die Zukunft macht (wie: ich mache es wieder gut): Der Schaden ist schon entstanden. In den frühen Jahren entscheiden sich Kinder dafür, den Worten ihrer Eltern zu glauben. Dies führt sie irgendwann zu einem Punkt, an welchem sie beginnen, ihre eigenen Gefühle anzuzweifeln. Ein weiterer grosser Teil ihres Selbstwertgefühls geht damit verloren.
Ich bin einsam!
In ihrem zehn- oder zwölfjährigen Lernprozess fühlen sich Kinder jedesmal einsam, wenn Eltern sich dafür entschieden, ihre Smartphones zu priorisieren und für viele Kinder definiert diese Einsamkeit ihre Existenz auch in anderen sozialen Kontexten. Die meistverbreitete Auswirkung für Kinder vor der Pubertät ist ein genereller Verlust von Vertrauen und die Hoffnung, dass irgendein Erwachsener sich Zeit nehmen wird, um ihnen zuzuhören und ihnen hilft, zu formulieren wie es ihnen geht und wer sie sind. Sobald die Pubertät einsetzt, werden sich diese Kinder generell vom Familienleben zurückziehen und sich Nähe, Wertschätzung und Verständnis anderswo suchen, was sehr oft auf und Internet-Plattformen passiert. Wir wissen von Hotlines für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren, dass viele Kinder zum Schluss gekommen sind, dass ihre Eltern keine Zeit haben, um sich mit ihnen hinzusetzen. Dies ist nicht unbedingt die objektive Wahrheit, aber die Erfahrung und Schlussfolgerung der Kinder.
Junge Erwachsene: Fehldiagnose Depression
Diesen jungen Leuten Antidepressiva zu verschreiben ist kontraindiziert und kontraproduktiv. Einsamkeit und Trauer mögen aussehen und sich anfühlen wie eine Depression, aber sie sind es nicht. Antidepressiva tun nichts anderes als das Unbehagen auszugleichen und sie verhindern, dass der Patient die Situation auf eine gesunde Weise bewältigen kann. Kinder und junge Erwachsene berichten, dass sie sich durch die Medikamente besser fühlen, aber das beweist in keiner Weise, dass es Ihnen auch besser geht. Medikamente sind ein mangelhaftes Substitut für Beziehungen und Beziehungen welche unter dem Einfluss von Antidepressiva gebildet werden sind oberflächlich und kurzlebig.