Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03098.jsonl.gz/1637

Die Hausmülldeponien der Stadt Solothurn
Zwischen 1925 und 1976 entsorgte die Stadt Solothurn ihren Kehricht an drei nahe voneinander gelegenen Standorten in der Landwirtschaftszone westlich der Siedlung: den Deponien Unterhof, Oberer Einschlag und Spitelfeld. Insgesamt wurden auf dem Solothurner «Stadtmist» etwa 360'000 Kubikmeter Haushaltsabfälle entsorgt; ein grosser Teil davon besteht aus organischem Material. Der Kehricht liegt direkt auf den schlecht durchlässigen Verlandungssedimenten auf. Das Sickerwasser der Deponien verunreinigt den Brunn- und den Brühlgraben, die rund 200 Meter südlich in die Aare fliessen. Bei der Deponie Spitelfeld wird zudem das Grundwasser mit chlorierten Kohlenwasserstoffen beeinträchtigt.
Bei der Deponie Unterhof ist eine Sanierung erforderlich wegen erhöhter Kupfergehalte im Boden sowie problematischer Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen PAK und Blei im Sickerwasser, das in den Brühlgraben gelangt. Bei der Deponie Spitelfeld gilt es, unzulässige Gehalte an chlorierten Kohlenwasserstoffen im Grundwasser zu beseitigen. Die beiden Deponien Oberer Einschlag und Spitelfeld tragen zudem zu hohen Ammoniumgehalten im Brühl- und Brunngraben bei.
Für eine erste Sanierungsvariante, die einen Totalaushub der drei Deponien vorsah, wurden von den Gutachtern Kosten in einer Höhe von bis zu 290 Mio. Franken veranschlagt. Die Höhe dieses Betrags ist unverhältnismässig hoch zur Gefährdungssituation der drei Deponien. Skeptisch gegenüber den ermittelten Kosten haben Kanton und Stadt den Totalaushub ausschreiben lassen. Für den Aushub und die Entsorgung der drei Deponien gingen deutlich geringere Kosten von 120 Mio. Franken hervor, was den Kanton und die Stadt veranlassten, für alle drei Deponien den Totalaushub vorzuziehen.
Aktuelle Situation
Wie der Kanton erachtet auch der Bund bei den beiden kleineren Teildeponien «Unterhof» und «Oberer Einschlag» den Totalaushub des verunreinigten Materials als beste Lösung, weil sie erfolgversprechend und gleich teuer ist wie die ursprünglich geplante in-situ-Sanierung; hier gilt es insgesamt 90'000 Kubikmeter Material zu beseitigen. Die vom Kanton beantragten VASA-Abgeltungen wurden teilweise bereits zugesichert.
Im Hinblick auf den grössten Standort «Spitelfeld» sprach sich das BAFU vorerst für eine Lösung ohne Aushub aus. Neue Untersuchungen des Kantons zeigen indes, dass die Totaldekontamination durch Aushub wesentlich umweltverträglicher und erfolgsversprechender ist. Das BAFU ist daran, diese neuen Gutachten zu prüfen und klärt mit dem Kanton ab, inwieweit nach der Sanierung die Gewässer (Brunn- und Brühlgraben) revitalisiert werden können, um zusammen mit der Altlastensanierung einen möglichst grossen ökologischen Mehrwert zu erzielen. Im Weiteren muss nach der Entfernung der Deponie das Problem der chlorierten Kohlenwasserstoffe angegangen werden, die schon beinahe vollständig in den tieferen Untergrund versickert sind. Diese Schadstoffe wird man mit einer Reinigung vor Ort vernichten müssen.
Das BAFU wird die Sanierungsarbeiten mit Mitteln aus dem VASA-Fonds unterstützen, soweit die Verhältnismässigkeit zwischen dem Umweltnutzen und den Kosten gewahrt bleibt.