Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03621.jsonl.gz/153

Hauptmenü:
Entstehung des Märchler-Rölli
Es war Regina Spiess-Mächler (1827 – 1911), die Ende der 1860er und Anfangs der 1870er Jahre vier einheitliche Narrengewänder aus grauem Stoff anfertigte, auf denen Fransen angebracht wurden. Um 1875 schuf Alois Bamert, genannt der „ Melchli-Wisi “, damals 40 Jahre alt und von Beruf Mühlemacher, wohnhaft am Krebsbach in Tuggen, die erste eigentliche Röllimaske, die noch heute das Fasnachtsleben der Schwyzer March mitbestimmt und den Schwyzer Bezirk zur Fasnachtszeit ausserhalb der Gemarken mitpräsentiert. Der Maskenschöpfer Bamert, der die ersten, damals offenbar als modern
empfundenen Röllilarven selbst schnitzte und bemalte, verdichtete die vorgegebenen Einzelmuster, die auf verschiedenen Vorläufermasken schon vorhanden waren, zu einem neuen Gesamtbild und gab der
Rölli-Holzmaske als Glattlarve eine starre, typische Grundform mit folgenden Charakteristika:
* Die drei schwarzen und ornamental geschwungenen, eingekerbten Stirnfurchen
* Die gold- und dunkelfarben aufgemalte Biedermeierbrille als dekorative Zutat und modisches Attribut, angeblich den intellektuellen Industriellen oder einen Lehrer verspottend
* Die dreieckige Nase
* Der Schnauz, in stilisierter Makaroniform modelliert und seitlich nach unten gezogen, ursprünglich aufgemalt,später in Holz geschnitzt und zur stilisierten Vereinfachung und Erstarrung wesentlich beitragend
* Der stark stilisierte, seitlich unnatürlich hochgezogene, leicht geöffnete, mit sichtbaren, regelmässigen Zahnreihen geschmückte Mund, der ehemals natürlicher geformt war
* Das Grübchen auf dem rundlichen, ebenmässigen Kinn
* Die breite, ovale Form
* Der warme, in Ocker/Zinnoberton gehaltene Ölanstrich
Die neue Einheitsform führte zu einer zunehmenden Erstarrung, Stilisierung und Stereotypisierung des menschlichen Gesichts in Maskenform, was offenbar dem Geschmacksempfinden des Zeitstiles entsprach. Tuggen wurde durch diese moderne Kombination von neuer Kostümart (ganzes Kleid
aus einheitlichem, grauem Stoff) und neuartiger Rölli-Holz-Larve zum Ort der Erfindung.
Aber kommerziell grössere Orte wie Siebnen und Lachen mit ihren zahlreichen Garderobiers sorgten für die Ausbreitung der Neuerung.
Die typischen Merkmale des Röllis sind und waren:
* die Holzmaske
* der Schellen- oder Rollengurt
* das Blätzlikleid mit der Kapuze
* Stielbürste und „Pritsche“, ein Lärminstrument
Die Geschichte der Rölligruppe Wangen
Die Geschichte der Rölligruppe Wangen geht eigentlich bis ins Jahre 1978 zurück. Damals waren in Wangen bereits die ersten Röllis und Foslis zu sehen. Als der Kostümverleih von Robert Züger verbrannte, sind sehr viele Masken und Kostüme zerstört worden. Einige Foslis, die den Brand überstanden, wurden von der Gemeinde Wangen gekauft. Viele Jahre sah man aber leider keinen einzigen Rölli mehr bei uns. Einige Wanger Fasnächtler haben dies bemerkt und Zeit und Geld investiert, um sich ihren eigenen Rölli herzustellen. Mit der Vorlage des alten garnierten Siebner-Rölli, entstand ein neues, farbenfrohes Kostüm, umgekrempelt zum jetzigen Wangner Rölli. So sah man von 1992 an auch wieder Röllis in unserem Dorf. Jedes Jahr kamen wieder zwei, drei Idealisten dazu. Die Rölligruppe
Wangen besteht seit 1992 als Fasnachtsgruppe ohne Vereinscharakter. Von 1992 bis 1998 durfte die Rölligruppe Wangen die Umzüge zusammen mit den Ryffe-Lüt bestreiten.
Vereinsgründung am 16. April 1998
Um die Rölligruppe Wangen auf ein solides Fundament zu stellen, fanden sich am 16. April 1998 viele Röllis, Fosslis und Dominos bei Ruth und Urs Vogt-Hüberli in der Schürwiesstrasse in Wangen zusammen. Einstimmig und mit jubelndem Applaus und „Juchzern“ wurde der damals jüngste
Wangner Verein aus der Taufe gehoben.
Der Vorstand setzt sich zusammen aus: dem Röllivater, dem Schreiberling dem Batzensammler sowie ab GV 2004 dem Pilgermeister und Web-Steinmetz.
Aktivitäten der Rölligruppe
Die Rölligruppe Wangen ist ein Fasnachtsverein, der während der „Uzyt“ (vom 6. Januar bis zum Aschermittwoch) an verschiedenen Umzügen und Fasnachtsanlässen teil nimmt. An jedem Umzug verteilen wir durchschnittlich 1’000 Rölliringli. Um eine solch hohe Zahl an Ringli zu backen reicht eine normale Küche natürlich nicht aus. Daher durfte die Rölligruppe Wangen ihre Ringli bis ins Jahr 2006 bei der Bäckerei Janser in Tuggen fertigen. Als Rosmarie und Hermann Janser die Backstube verkauften,
waren sie sehr bemüht, wieder eine adäquate Lösung zu finden. Ihr langjähriger Freund und Mitbewerber Hirter Herbert von Schübelbach erklärte sich bereit, in Zukunft der Rölligrupe Wangen seine Backstube zur Verfügung zu stellen.
Nachdem Herbert Hirter im Frühjahr 2011 pensioniert wurde, mussten wir uns nach einer neuen Backstube umsehen. Spontan erklärte sich Beat Marty, Wollerau, bereit, seine grosszügig eingerichtete Backstube der Rölligruppe Wangen zur Verfügung zu stellen.
Ab der Fasnacht 2015 dürfen wir neu unsere Rölliringli beim Tor Beck in Jona herstellen. Wir bedanken uns bei Beat Philipp und Guido Romer, dass Sie uns ihre Bäckerei zur Verfügung stellen. Ohne Ihre Unterstützung wäre es nicht möglich unsere Rölliringli in so grossen Mengen herzustellen.
Unser Haupttag an der Wangner Fasnacht
Der Güdelmontag ist der Haupttag der Rölligruppe. Um 10.00 Uhr beginnt der Tag mit dem Rölli Kaffee ausschank und Ringli verteilen auf dem Schulhausplatz.
Nach dem Besuch in den Restaurants treffen wir uns jedes Jahr zum Essen im Behinderten Wohnheim „Höfli“. Am Nachmittag ist dann der Einzug aller Fasnachtsvereine von Wangen zum Wurst und Brot verteilen.
Mit dem Aschermittwoch kommt dann für uns, etwas die ruhigere Zeit. Aber auch unter dem Jahr bleibt die Rölligruppe aktiv, sei es beim Curling, Sommerwanderung oder beim Skitag.