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Fin de chantier: Neubau mit zwei Leben
Während der Sanierung des Hauptgebäudes der Universität St. Gallen nahm der Neubau provisorische Seminarräume auf. Anschliessend wurde das gleiche Haus zum Sportzentrum.
Eine Dreifachsporthalle mit Fitnessräumen und Garderoben, das war das eine Programm. Rund ein Dutzend Seminarräume das andere — fürs gleiche Volumen. Gefragt war jedoch nicht das Neben-, sondern das Nacheinander: Während der Sanierung des Hauptgebäudes der Universität St. Gallen nahm der Neubau provisorische Seminarräume auf, anschliessend wurde das gleiche Haus zum Sportzentrum der Hochschule.
Der Bauplatz lag am Rand des Campus, wo eine Hügelkuppe den Übergang von der bebauten Talflanke der Stadt zur grünen Kulturlandschaft bildet. Um das grosse Volumen zu brechen, gruben die Architekten das Gebäude mit einem Geschoss in den Boden ein und treppten das oberirdische Bauvolumen ab. Die drei Dachflächen kennzeichnen Zonen im Innern: den Foyerbereich im Erdgeschoss, die abgesenkte Turnhalle und die höher gelegenen Nebenräume. Die Primärtragstruktur aus vorgefertigten Betonstützen und -trägern unterstreicht diese Staffelung im Schnitt und verbindet im Innern die drei Bereiche miteinander. Vom Foyer her geht der Blick quer durchs ganze Gebäude bis an die Rückwand der Räume im Obergeschoss; die Oblichtbänder erhellen das Haus in seiner ganzen Tiefe.
Als Referenz an die Hauptgebäude der Universität, einem Meilenstein der Schweizer Nachkriegsarchitektur der Architekten Förderer, Otto und Zwimpfer, ist auch die Sporthalle aus Beton konstruiert. Dazu gesellen sich wenige weitere Materialien, etwa der Holzboden der Halle oder die in Holzlamellen aufgelösten Hallenwände. Die Betonfassade des Gebäudes ist mit dem Relief eines Lorbeerkranzes überzogen, das die Themen Sport und Natur miteinander verbindet. Für die Zwischennutzung stellte man in die Halle zweigeschossige Raumzellen aus Profilitglas, in denen voll ausgerüstete Seminarräume eingerichtet wurden. Diese dienten knapp drei Jahre ihrem Zweck, dann wurden sie entfernt und die grosse Halle zur Turnhalle umgebaut. Ein Teil der provisorischen Installationen, etwa Lüftungsgeräte oder Leuchten, wurde anschliessend an anderer Stelle des Universitätscampus eingebaut. An die kurzzeitige Seminarraumvergangenheit der Sporthalle erinnern heute nur noch die beiden nach wie vor provisorischen Unterrichtsräume im oberen Geschoss — und die Fitnessgeräte, die im Foyer darauf warten, an ihren definitiven Platz umziehen zu können.
Sporthalle Universität St. Gallen, 2007 / 2011
Höhenweg 14, St. Gallen
– Bauherrschaft: Kanton St. Gallen, Hochbauamt
– Nutzerin: Universität St. Gallen
– Architektur: Lauener Baer Architekten, Frauenfeld
– Kosten (BKP 1–9): CHF 11,8 Mio.