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09.07.09 Erstes Säugetier mit nachgewiesener Verlängerung der Lebensspanne durch Rapamycin
Wirkstoff verlängert Lebensspanne von Mäusen
Der bei Organtransplantationen eingesetzte Wirkstoff Rapamycin, der eine Abstossung vermeiden soll, verlängert die Lebensdauer um 10%
Abb. 1: Rapamycin
Rapamycin ist ein bakterielles Produkt, das zuerst in einer Bodenprobe von der Osterinsel entdeckt wurde. Rapamycin wechselwirkt mit TOR, einer Kinase, welche die Protein-Translation, Zellwachstum und Zellmetabolismus als Reaktion auf Umwelteinflüsse reguliert. Als Effekt der Hemmung von TOR wurde bereits bei Hefen, Würmern und Fliegen eine Lebensverlängerung festgestellt, doch David Harrison (Jackson Laboratory, Bar Harbor, USA) konnte diesen Effekt nun zum ersten Mal bei Säugetieren nachweisen.
Die Arbeitsgruppe fütterte 600 Tage alten Mäusen - also bei für Mäusen hohem Lebensalter - Rapamycin und konnte eine Verlängerung der Lebensspanne um 9-14% feststellen. Abgesehen von einigen Diäten, mit denen die Lebensdauer von Nagetieren bereits verlängert werden kann, ist dies die erste Beobachtung eines positiven Effektes durch einen einzelnen pharmazeutischen Wirkstoff.
In Reaktion auf diesen Artikel bemerken Matt Kaeberlein und Brian Kennedy (Uni Washington), dass gesunde Individuen keinesfalls auf die Idee kommen sollten, Rapamycin einzunehmen, um die Alterung zu verlangsamen, da der immunsupressive Effekt des Wirkstoffes dagegen spricht. Beide hoffen aber, dass die Entdeckung womöglich zu besseren Wirkstoffen führt, welche gegen alterungsbedingte Krankheiten eingesetzt werden können.
Lynne Cox (Universität Oxford) arbeitet Details hervor: "Die Studie eines einzelnen Wirkstoffes mit bekanntem zellulären Effekt, der die Lebensspanne von Mäusen verlängert, ist insofern bemerkenswert, da sogar bei der Verabreichung an älteren Mäusen eine Wirkung festgestellt wurde. Die Mäuse sind ungefähr 60 Jahre alten Menschen gleichzusetzen. Somit können solche Wirkstoffe als Behandlung älterer Personen in Betracht gezogen werden, ohne dass eine Einnahme über das ganze Leben hindurch nötig wäre. Doch auch Cox verweist auf Gefahren von Rapamycin - waren die Mäuse doch vor Infektionen geschützt, was beim Menschen nicht ohne weiteres möglich ist. Die Studie weist den Weg zu vielfältigen molekularen Beziehungen, mit denen vielleicht spezifischere Wirkstoffe entwickelt werden können. Auch wenn es ethisch problematisch sein kann, die Lebensspanne zu erhöhen, so könnten aus der Forschung aber trotzdem Wirkstoffe resultieren, welche die Gesunderhaltung im Alter allgemein verbessern.
Quelle:
Rapamycin fed late in life extends lifespan in genetically heterogeneous mice
D. E. Harrison, et. al., Nature 2009, DOI: 10.1038/nature08221
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Erstes Säugetier mit nachgewiesener Verlängerung der
Lebensspanne durch Rapamycin
(URL: http://www.organische-chemie.ch/chemie/2009jul/rapamycin.shtm)
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