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Mit Lösungen wie dem Akkreditiv oder der Supply-Chain-Finanzierung können die finanziellen Risiken, die mit dem Import/Export-Geschäft verbunden sind, reduziert werden.
Bei internationalen Geschäften setzen der Käufer (Importeur) und der Verkäufer (Exporteur) nicht immer die gleichen Prioritäten. Während der Käufer die bestellte Ware in der erwarteten Qualität und Quantität sowie in der vereinbarten Frist erhalten möchte, geht es dem Verkäufer vor allem um die Gewissheit, fristgemäss bezahlt zu werden. Um die von beiden Seiten eingegangenen Risiken zu senken und ihre Geschäftsbeziehungen zu stärken, haben die Banken verschiedene Finanzierungslösungen entwickelt, zu denen insbesondere das Akkreditiv und die "Supply-Chain-Finanzierung" gehören.
Akkreditiv: Eine Zahlungsgarantie für den Verkäufer
Das Akkreditiv ist eine Methode zur Finanzierung von internationalen Transaktionen, die dem Käufer und dem Verkäufer zusätzliche Sicherheit bietet. Es funktioniert nach folgendem Prinzip: Die Bank des Käufers verpflichtet sich unwiderruflich, dem Verkäufer gegen den in einer angemessenen Frist ausgehändigten Nachweis, dass die Ware versandt oder die Leistung vertragskonform erbracht wurde, einen bestimmten Betrag zu zahlen. Dafür muss der Käufer bei seiner Bank über ein entsprechendes Guthaben oder einen Kredit verfügen.
Das Akkreditiv garantiert dem Käufer, dass er seine Rechnung nur bezahlen muss, wenn der Verkäufer seine vertraglichen Verpflichtungen, insbesondere die Liefertermine, erfüllt hat. Der Verkäufer wiederum profitiert von einer Zahlungsgarantie und einer Verringerung der Geschäftsrisiken (Zahlungsverzögerung, Zahlungsunfähigkeit) sowie der Risiken im Zielland.
Diese Methode hat jedoch auch einige Nachteile. Der Verkäufer muss die Produktion seiner Ware in der Regel vorfinanzieren, da er sein Geld erst erhält, nachdem diese verschickt wurde. Ausserdem bedeutet das System für beide Parteien eine administrative Belastung und zusätzliche Kosten.
Supply-Chain-Finanzierung: Verschiedene Transaktionsverfahren stehen zur Wahl
Als Reaktion auf die Nachteile des Akkreditivs haben die Banken eine weitere Finanzierungslösung mit dem Namen Supply Chain Finance entwickelt. Sie funktioniert nach folgendem Prinzip: Zum Zeitpunkt der Bestellung schickt der Käufer seiner Bank ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen. Sein Konto wird in jedem Fall bei Fälligkeit der Rechnung belastet.
Der Verkäufer hat die Möglichkeit, bei der Bank des Käufers eine vorgezogene Zahlung zu beantragen, zum Beispiel zwanzig Tage vor der Fälligkeit. In diesem Fall überweist die Bank ihm einen Betrag, der etwas geringer ausfällt als die Gesamtsumme der Rechnung. Die Differenz, die mit den entstehenden Kosten gleichzusetzen ist, wird anhand der Bonität des Käufers berechnet und nicht der des Verkäufers, wie es bei Kreditgeschäften üblich ist. Will der Verkäufer hingegen nicht vorzeitig bezahlt werden, so wird ihm das Geld ohne Abzüge zum vereinbarten Fälligkeitszeitpunkt überwiesen.
Dass der Käufer erst bei Fälligkeit der Rechnung zahlen muss, erhöht seine Liquidität (in der Zwischenzeit kann er mit seinem Geld arbeiten) und senkt die Risiken in Bezug auf die Produktqualität. Diese Lösung bietet dem Verkäufer im Rahmen anderer Transaktionen einen Zugang zu zusätzlichem Kapital zu günstigen Konditionen, wodurch er seine Zahlungsfristen verkürzen kann.