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Als das Ticket noch ein Billett war
Die Telefonnummern waren vor 70 Jahren noch fünfstellig, die Autokennzeichen in unserem Kanton höchstens vierstellig, ein Liter Milch kostete 50 und ein Weggli 15 Rappen. Wer für den Besuch des Welttheaters nicht zu viel ausgeben wollte, kaufte 1950 für 3 Franken einen Stehplatz. Für Leute mit höheren Ansprüchen gab es Billette zu 5, 8 oder 10 Franken. Und wer sich einen noch besseren Platz leisten konnte, sass für 12 Franken auf einem Sperrsitz. So hiessen im Theater, im Zirkus oder im Kino noch lange die Stühle in der vordersten Reihe, bei denen die Sitzflächen ursprünglich hochgeklappt und abgeschlossen, also eben gesperrt werden konnten.
Die «Gesellschaft der Festspiele Einsiedeln», wie die heutige Welttheatergesellschaft damals hiess, gab gratis zum Billett noch ein Textbüchlein ab. Die «Festspiele Einsiedeln» standen in der fünften Spielperiode unter dem Patronat «Seiner Gnaden des Hochwürdigsten Herrn Fürstabtes des Stiftes Einsiedeln ». Vorsteher des Klosters war der spätere Abtprimas und Kardinal Benno Gut, der zur Aufführung von 1950 schrieb: «Nicht Kunstgenuss in erster Linie, noch weniger Befriedigung der Neugierde bildet den Zweck dieser Aufführungen, sondern die Pilger sollen hier etwas finden, was sie seelisch fördert und dem Zweck ihrer Wallfahrt auf eine besondere Art entspricht.»