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Am Do 10.1. frühmorgens legten wir endgültig vom Werft- Ponton in Deseado ab. Es war ein wunderbarer Segeltag, schöner Westwind, Am-Wind-Segeln mit Delfinbegleitung, getoppt mit nächtlichem Sternenhimmel!
Wegen dem angesagten SW Wind am Samstag, gingen wir gegen Freitag- Mittag nördlich von Punta Curiosa in der Nähe von San Julian vor Anker. Die hohe Klippe im Süden bot einen guten Schutz. In San Julian überwinterten die fünf Schiffe der magellanschen Flotte im Jahr 1520. Drei Kapitäne meuterten und wollten zurück, aber es gelang Magellan, ohne Blut zu vergiessen, die Anstifter festzunehmen.
Am Samstag, während dem starken SW Wind, slippte/ rutschte der Anker, während Dani zufällig auf den Plotter schaute. Wir liessen zusätzlich 10 m Kette runter. Das genügte, er hielt wieder.
(Wer befürchtet, wir wären gestrandet, braucht sich keine Sorgen zu machen, die Navionics-Karte stimmt nur nicht).
Commerson-Delfine spielten um MARAMALDA
Für die restlichen 382 sm bis zur Thetisbucht brauchten wir knapp 72 Std. und mussten wegen den schwachen Winden mehr als die Hälfte davon motoren, manchmal auch motorsegeln…
In der zweiten Nacht passierten wir den Eingang der Magellanstrasse in einem Abstand von ca. 20 sm und der folgende Tag war Wolkenverhangen und oft regnete es. Gegen Abend frischte der Wind auf, wir segelten mit achterlichen Winden in einem Abstand von 5-6 sm der Küste entlang und merkten, wie sich die Topografie stark verändert hat. Bewaldete Hügel- und Bergzüge bestimmen jetzt das Küstenbild, in der Ferne konnten wir Schneefelder an den Bergflanken ausmachen. Wir befanden uns an der Küste Feuerlands.
Magellan nannte so dieses Land südlich der (später) nach ihm benannten "Strasse" , weil er die Feuer der dortigen Urbewohner vom Schiff her entdeckte. Ich las irgendwo, dass es auch wegen der spektakulären Sonnenauf- und -untergänge so benannt wurde.
Am Morgen des 4. Tages rundeten wir das Cap Vicente in einem sicheren Abstand und ankerten in der Bahia Thetis. Rund um uns schwamm Kelp, rechts war ein schmaler Strand, vor uns Wald bis zum Wasser, links auf den Klippen eine grosse Kolonie weisser Vögel. Ab und zu ging ein Graupelschauer nieder, die Temperatur war deutlich gesunken und selten liess sich die Sonne blicken.