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Ein Verbot von Glyphosat würde zu einem Rückgang der Direktsaat führen
RICHTIG
Die Vorteile der Direktsaat sind zahlreich: verbesserte Bodenstruktur, Einsparung von Arbeitszeit, reduzierte Maschinendurchgänge. Aber die Direktsaat sollte nicht überbewertet werden, da sie nicht für alle Kulturen geeignet ist.
Direktsaat ist eine nützliche, jedoch nicht unersetzliche Technik
Eine Direktsaat ist unmöglich oder sehr schwierig, wenn vorher kein Totalherbizid der Gattung Glyphosat zur Vernichtung der Vorkultur und/oder des Unkrautes eingesetzt wird.
In der konventionellen Landwirtschaft ist die Direktsaat mit Glyphosat insbesondere interessant auf Böden mit verminderter Fruchtbarkeit, die durch ein vereinfachtes Produktionssystem seit vielen Jahren humusarm sind (kein Grünland und Vieh in der Fruchtfolge, wenig diversifizierte Fruchtfolge, kein organischer Dünger usw.) sowie zur Reduktion des Arbeitsaufwandes und zur Vernichtung mehrjähriger Unkräuter (Quecken, Disteln, Winden usw.).
Eine reduzierte Bodenbearbeitung (möglichst minimal, sehr flache), begleitet von einer guten Anbautechnik (siehe Punkte 2.2 und 2.4), ermöglicht es jedoch auch, die vorhandene Vegetation zu zerstören, um die nächste Kultur anzubauen. Dabei bleibt die Bodenfruchtbarkeit
Es muss unterschieden werden zwischen geschädigten Böden (wo Massnahmen zur Regenerierung des Bodens eingesetzt werden müssen, z.B. durch die vorübergehende Aufnahme von Grünland in die Fruchtfolge, wenn Glyphosat nicht verwendet werden soll) und Böden im Gleichgewicht, in denen es darum geht, die Bodenqualität zu erhalten, was mit Bodenbearbeitung und somit ohne Glyphosat erreicht werden kann.
Mit Glyphosat behandeltes Feld als Vorbereitung auf die Direktsaat einer Kulturpflanze
Bedeutung der Direktsaat in der Schweiz
Gegenwärtig praktiziert in der Schweiz nur eine Minderheit der konventionellen Landwirte die Direktsaat, aber sie gewinnt an Bedeutung.
Auch im Biolandbau wird derzeit versucht, Direktsaatkulturen einzuführen. Es ist gut möglich, dass sie in Zukunft in einigen Fällen gelingen werden.
Direktsaat von Weizen in einem Gründüngung auf einem Bio-Betrieb
Direktsaat ist keine Lösung für alle Kulturen
Die Direktsaat ist definiert durch das völlige Fehlen von Bodenbearbeitung (kein Wenden, Auflockern des Bodens und Saatbettbereitung).
Einige Kulturen, wie z. B. Kartoffeln oder Karotten, können nicht mit Direktsaat angebaut werden. Für diese Kulturen ist es notwendig, Erddämme aufzuschütten; und für Kartoffeln wird viel lockere Erde benötigt, um die Knollen zu pflanzen. Einige Feldfrüchte, wie Kartoffeln, Rüben oder Wurzelgemüse, können nicht ohne den Einsatz einer Maschine geerntet werden, die den Boden anhebt und umrührt.
Fazit: die Direktsaattechnik hat Vorteile und ist für einige Kulturarten interessant, hat aber auch ihre Grenzen.
Kartoffeln benötigen eine Bodenbearbeitung zur Dammformung. Sie können daher nicht mit der Direktsaattechnik angebaut werden