Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03524.jsonl.gz/721

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie man den Nachweis erbringt, woran ein Mensch – oder in meinem beruflichen Fall ein Tier – gestorben ist? In meiner Tätigkeit als Veterinärpathologin war es eine meiner Hauptaufgaben, Tiere zu sezieren und die Todesursache festzustellen.
Alle Abweichungen vom Normalzustand und Auffälligkeiten, sowohl äusserlich wie auch an sämtlichen inneren Organen inklusive dem Gehirn, werden genaustens beschrieben. Anhand dieser pathologisch-anatomischen Befunde schreibt man eine makroskopische Diagnose zu jedem Organ, welches eine Veränderung aufweist. Von verändertem Gewebe werden Proben entnommen, um sie histologisch zu untersuchen. Um mögliche Krankheitserreger nachzuweisen oder auszuschliessen, werden weiterführende Untersuchungen wie beispielsweise eine Immunhistologie oder eine Bakteriologie durchgeführt. Der Zusammenzug aller Untersuchungsergebnisse lässt dann eine Schlussdiagnose zu, aber die entsprechende Ursache ist damit nicht in jedem Fall gesichert. Konkret heisst das, dass eine Lungenentzündung die Schlussdiagnose sein kann, die zum Tod geführt hat, aber es im Unklaren bleibt, was der Auslöser dieser Lungenentzündugung war. Daher ist es die Aufgabe jedes Pathologen, für den Arzt relevante Ursachen (mögliche Erreger, mechanische oder chemische Einflüsse etc.) im Kommentar des Berichtes der Wahrscheinlichkeit nach aufzuzählen, oder wie bereits erwähnt, mittels weiterführenden Methoden nach einem möglichen Erreger zu suchen.
Stirbt nun jemand, der mittels eines Rachenabstriches SARS-CoV-2 positiv getestet wurde, müsste diese Person einer sorgfältigen Obduktion unterzogen und sämtliche Organsysteme mit pathologischen Veränderungen müssten histologisch untersucht werden. Die für SARS-CoV-2 typischen histologischen Läsionen in der Lunge müssten vorhanden sein und dies in einem Ausmass, welches zum Versagen der Lungenfunktion und somit zum Tod des Patienten führen würde. Andere Befunde, beispielsweise am Herz-Kreislauf-System, dürften zudem keine pathologischen Befunde aufweisen bzw. müssten als sicher weniger gravierend eingestuft werden als die Lungenläsionen. Wird dies unterlassen, kann man nicht von wissenschaftlich bewiesenen «Corona-Toten» sprechen und sie dürften in keiner «Corona-Toten-Statistik» erscheinen.
Mich würde brennend interessieren, bei wie vielen der laut offiziellen Zahlen positiven SARS-CoV-2 Verstorbenen eine sorgfältige pathologische Untersuchung durchgeführt wurde. Bei wie vielen wurden die für SARS-CoV-2 typischen Lungenläsionen histologisch nachgewiesen? Diese Zahlen und Fakten wären für eine fundierte wissenschaftliche und panikbefreite Betrachtung der aktuellen Vorgänge zentral. Aber zugegeben, ich bin Veterinär- und keine Humanpathologin.
Maria Wegelin, Dr. med. vet.; Veterinärpathologin dipl. ECVP