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Anahuac
(mexik., «am Wasser»),
altmexik.
Name für die heißen, mit tropischer
Vegetation erfüllten Küstenstriche,
die im O. und W. die höher gelegenen Binnenlandgebiete umsäumten. Die unterrichteten ältern
Autoren gebrauchen das Wort
ebenfalls ausschließlich in dieser Bedeutung und unterscheiden das atlantische und das pacifische Küstenland
durch die
Namen
Anahuac Xicalanco und Anahuac Ayotlan. Der einzige der ältern
Autoren, der das Wort anders gebraucht, ist der
Franziskaner
Motolinia (Ende des 16. Jahrh.), der über Neuspanien schrieb. Er nimmt
Anahuac als
Bezeichnung für «Neuspanien», d. h. das
Land Mexiko.
[* 3]
Das ist aber ein Mißverständnis, vermutlich daher rührend, daß die Mexikaner das Wort cem-
anahuac, «Ganz
Anahuac», d. h. «das ganze Land, die
beiden Küstenstriche mit einbegriffen», im
Sinne von «alles Land», «die
ganze Welt» gebrauchten. Von Motolinia haben dann die spätern diesen Gebrauch des Wortes übernommen.
Da man diese Bedeutung
mit dem
Sinne des Wortes nicht zusammenreimen konnte, so nahm man weiter an, daß ursprünglich mit dem Worte das an den beiden
Seen gelegene Land, d. h. das eigentliche Hochthal von Mexiko gemeint gewesen sei. Infolge
dieser irrigen
Auffassung wird noch jetzt in geogr. Werken und auf Karten
Anahuac als Bezeichnung
des südl.
Teils des Hochlandes von Mexiko (s. d.) gebraucht.