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Seit Jahrzehnten lebt die ländliche Bevölkerung in der Projektregion um Mopti mit wiederkehrenden Dürren und begrenzten natürlichen Ressourcen. Eine schlechte Ernte in der letzten Saison erlaubte es den Menschen erneut nicht, überlebenswichtige Getreidereserven zu bilden. Gleichzeitig verschärft der wachsende Konflikt durch verbreitete Gewalt und Unsicherheit die bereits angespannte Situation zusätzlich. Zusammen mit den Verlusten an Getreide und Vieh führt dies zu einer ständig wachsenden Zahl intern Vertriebener. In diesem Kontext setzt Caritas Schweiz deshalb auf einen Nexus-Ansatz, der kurz- und langfristig wirkende Massnahmen verbindet. Sie unterstützt landwirtschaftliche Kooperativen und Gemeindekomitees, die Lebensmittel verteilen, sich für die Friedensförderung und die Aufnahme von intern Vertriebenen einsetzen, oder die Bewachung der gemeinsam bestellten Felder und Speicher organisieren. Das Projekt leistet so zeitgleich Entwicklungshilfe, humanitäre Hilfe und Friedensförderung.
Caritas Schweiz unterstützt die Bäuerinnen und Bauern im Umgang mit Notlagen und bereitet sie bestmöglich darauf vor, diese zu überstehen. Dies beinhaltet einerseits die Unterstützung etablierter und anerkannter Komitees zur Verhinderung und Schlichtung von gesellschaftlichen und politischen lokalen Konflikten. Diese Komitees suchen friedliche Lösungen, sorgen sich um den sozialen Zusammenhalt und koordinieren im Krisenfall die Nothilfe, wobei die Komitees das Bindeglied zwischen der notleidenden Bevölkerung und den politischen Institutionen sowie Nichtregierungsorganisationen darstellen.
Um die Ernährungssicherheit zu verbessern und die landwirtschaftliche Getreideproduktion zu erhöhen, erhalten die Kleinbäuerinnen und -bauern andererseits besseren Zugang zu Finanzierungshilfen und hochwertigem Saatgut und werden in Produktionsmethoden geschult, die an die klimatischen Veränderungen angepasst sind. Dafür zuständig sind die bestehenden sowie neu gegründeten landwirtschaftlichen Kooperativen, die durch den Zusammenschluss von kleinbäuerlichen Betrieben entstehen. Durch die Kooperativen befinden sich die Kleinproduzenten zudem gegenüber Lieferanten und Händlern in einer besseren Verhandlungsposition, erhalten einen besseren Zugang zum Markt und erzielen höhere Verkaufspreise. Des Weiteren werden die verbreiteten Produktionsmethoden auf ihre ökologische Verträglichkeit geprüft und an die Umwelt angepasst. Durch die Realisierung von modernen Bodenschutz- und Bewässerungstechniken wie die Produktion und der Einsatz von natürlichem Dünger sowie die Förderung des Gartenbaus werden die lokal vorhandenen Ressourcen schonend und nachhaltig genutzt.
Eine gute Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte ist für deren Weiterverarbeitung sowie den Verkauf der Ernte zu einem späteren Zeitpunkt, etwa wenn die Preise steigen, unabdingbar. Deshalb werden die Bäuerinnen und Bauern im Bau, der Einrichtung und Verwaltung von Lagerhallen unterstützt, um Ernteverluste durch unsachgemässe Lagerung zu verhindern. In der vorliegenden Projektphase werden die Kooperativen auch in der besseren Vermarktung ihrer Produkte gestärkt. Im Zentrum steht dabei die Vernetzung mit wichtigen Marktakteuren wie Händlern und Exporteuren und die Abstimmung der Produktion an deren Qualitätsanforderungen.
Das vorliegende Projekt wird in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation Caritas Mopti durchgeführt. Dieser Partner verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Durchführung von Ernährungssicherungs- sowie humanitären Projekten im Interventionsgebiet, ist durch sein starkes lokales Netzwerk tief verankert und geniesst grosses Vertrauen der Bevölkerung.