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In der WOZ vom 21. August 2008 erschien ein «Nachruf» auf die deutsche Zeitschrift «Kursbuch». Als 1965 die erste Nummer herauskam, erklärte der Herausgeber und Begründer, Hans Magnus Enzensberger, dass er der Zeitschrift keine Richtung vorgeben wolle, sondern nach Verbindungen suche – tatsächlich entstand eine einzigartige Verbindung von politischen und kulturellen Themen. An den ersten Nummern beteiligten sich Samuel Beckett, Peter Weiss und Uwe Johnson, aber auch Texte von Fidel Castro, Joan Robinson und Frantz Fanon waren zu lesen.
Enzensberger wandte sich 1975 anderen Projekten zu. Es folgte eine ganze Reihe von neuen Herausgebern, und das «Kursbuch» wurde von Verlag zu Verlag weitergereicht. Auf Suhrkamp folgte kurz Wagenbach, Rotbuch, dann bis 2004 Rowohlt. Einige Nummern wurden von der «Zeit» herausgegeben, aber nach 169 Ausgaben – mit dem Band «Der gläserne Mensch» – war dann im Sommer 2008 Schluss.
Nun wagt der Hamburger Murmann-Verlag einen Neustart. Als Herausgeber zeichnet der Münchner Soziologieprofessor Armin Nassehi. Die Nummer 170 erscheint am 14. Februar in alter Aufmachung mit dem verheissungsvollen Titel «Krisen lieben».
Fredi Bosshard