Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03518.jsonl.gz/1849

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Das Vorhaben erforscht graduelle Änderungen in der Hierarchie akustischer Reize für den Fortis/Lenis-Kontrast (Verschluss- und Aspirationsdauer, Lösungsstärke, intrinsische Grundfrequenz) zwischen verschiedenen Generationen einer Sprechergemeinschaft, unter Berücksichtigung möglicher regionaler Intonationsunterschiede.
Das Projekt verfolgt vier konkrete Ziele: (1) eine Analyse entstehender Trade-offs zwischen akustischen Reizen in diachronem Wandel; (2) eine weiterführende Untersuchung der Auswirkung von Sprachkontakt und Interaktion auf Lautwandel mithilfe Agenten-basierter Modellierung; (3) Experimente zur Verbreitung des Lautwandels im Fortschritt durch lexikalische Diffusion; und (4) die Ausweitung der Analysen auf Dialektsynthese.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext des Forschungsprojekts
Das trinationale DACH-Projekt verbindet in München entwickelte akustische, perzeptive und computergestützte Methoden zur Untersuchung der Produktions-Perzeptionsbeziehung in Sprecher*innen aller Altersgruppen mit in Wien etablierten sprachtechnologischen Methoden für Analysen österreichischer Varietäten und den in Zürich etablierten typologie-basierten Methoden zur Analyse schweizerdeutscher Varietäten. Langfristig zielt die Zusammenarbeit auf die Entwicklung eines Modells linguistischer (In-)Stabilität unter Berücksichtigung soziolinguistischer und experimentalphonetischer Daten.