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Lawinen-Stützverbauungen haben in der Schweiz eine lange Tradition. Erste Verbauungen wurden bereits im 19. Jahrhundert als gemauerte Terrassen erstellt. Die zurzeit am häufigsten verwendete Art von baulichen Lawinenschutzmassnahmen sind Schneebrücken aus Stahl oder flexible Schneenetze aus Drahtseilen. Mittlerweile sind in den Schweizer Alpen ca. 500 km Stützwerke eingebaut.
Funktion
Stützverbauungen kommen vorwiegend in Anrissgebieten von Lawinen zum Einsatz. Dort sollen sie das Abgleiten der Schneedecke verhindern oder zumindest dafür sorgen, dass nur kleinere Schneevolumen ins Rutschen kommen. Letzen Endes führen Stützverbauungen also dazu, dass sowohl Anrissvolumen als auch Wahrscheinlichkeit eines Rutsches verringert werden. Sie bieten so einen flächenhaften Schutz für darunterliegende Siedlungen.
Integraler Ansatz
Stützverbauungen sind relativ teuer. Die Sicherung einer Fläche von einer Hektare kostet durchschnittlich ca. eine Million Schweizer Franken. Führt man sich vor Augen, dass eine Schneebrücke im Frühling (wenn der Schnee nass und schwer ist) einer Belastung von bis zu 40 Tonnen standhalten muss und die entsprechenden Materialen per Helikopter herangeflogen werden müssen, ist dies nicht verwunderlich.
Aus Kostengründen, und natürlich auch aus Gründen der besseren Sicherung, werden Stützverbauungen deshalb häufig durch andere Lawinenschutzmassnahmen ergänzt. Sofern das Anrissgebiet unter der Baumgrenze liegt ist die gezielte Aufforstung ein wirksames Mittel. Die Pflege des Schutzwaldes kostet 5 bis 10 Mal weniger als dessen technische Alternative.