Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03543.jsonl.gz/285

Stan Wawrinka verliert in der 2. Runde des Turniers in Wimbledon gegen den ehemaligen US-Open-Champion Juan Martin Del Potro aus Argentinien 6:3, 3:6, 6:7 (2:7), 3:6.
Der 31-jährige Lausanner suchte nicht nach Ausreden. «Ich bin natürlich nicht zufrieden», sagte er. «Nach einem guten Beginn habe ich angefangen, zu viel nachzudenken und zu zögern.» Er sei in einer Art Zwischending hängen geblieben.
«Ich war nicht aggressiv genug, wenn ich angreifen wollte und nicht klar genug über meine Ideen, wenn ich den Ball im Spiel halten wollte.» Zudem habe er sich auf Rasen noch nicht richtig wohl gefühlt, nachdem er in seinem einzigen Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club nur eine Partie bestritten hatte. «Auf Rasen ist es fatal, wenn man zu viel nachdenkt.»
Die Weltnummer 5 schied erstmals seit dem French Open 2014 bereits in der ersten Woche eines Grand-Slam-Turniers aus. Wawrinka war bei geschlossenem Dach stark in die Partie gestartet und gewann den ersten Satz dank eines frühen Breaks zum 3:1. Danach wurde der Südamerikaner, der nach drei Handgelenksoperationen wieder die Nummer 165 des ATP-Rankings ist, immer stärker, während der Schweizer keine Mittel mehr fand.
«Meine Hände zittern, ich fühle mich so richtig lebendig. Ich bin so glücklich. Das ist meine zweite oder dritte Karriere. Die letzten beiden Jahre über war ich oft traurig», so der Turm aus Tandil, der sich nach der Verletzung vielleicht doch wieder ganz zurückkämpfen kann. 1092 Tage war Del Potro nicht mehr auf dem Centre Court in Wimbledon.
Der zweite Satz war ein Spiegelbild des ersten mit dem einzigen Break von Del Potro zum 3:1. Den dritten begannen die beiden mit insgesamt vier Breaks, ehe sich das Geschehen wieder normalisierte. Das Tiebreak wurde aber eine klare Beute des Argentiniers.
Die Entscheidung fiel im vierten Durchgang. Erst wehrte der Waadtländer beim Stand von 2:3 noch zwei Breakbälle ab, bei 3:4 besiegelte aber ein Rückhandfehler den letzten Aufschlagdurchbruch. Anschliessend behielt Del Potro die Nerven und profitierte nach knapp zweidreiviertel Stunden bei seinem ersten Matchball von einem weiteren Rückhand-Fehler Wawrinkas.
In den letzten beiden Jahren hatte der Schweizer jeweils im Viertelfinal verloren, 2015 gegen Roger Federer, 2015 gegen Richard Gasquet. (fox/sda)