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Ein heimtückischer Handelskrieg mit verhängnisvollen Auswirkungen
Wie die Kraftprobe zwischen den USA und China zeigt, sind Handelsstreitigkeiten und Strafzölle ein äusserst aktuelles Wirtschaftsthema. Ein Handelskrieg ist heimtückisch, da er nicht unbedingt die erhofften Auswirkungen zeitigt und äusserst verhängnisvolle Folgen für die gesamte Weltwirtschaft haben könnte.
Strafzölle zu erheben ist keine neue Idee. Den Ländern, die auf diese Methode zurückgreifen, geht es darum, ihre einheimische Industrie wettbewerbsfähiger zu machen. Dabei werden jedoch in vielen Fällen Branchen unterstützt, die auf den internationalen Märkten ineffizient sind. Strafzölle dienen auch dazu, die Konsumenten vom Kauf ausländischer Produkte abzuhalten.
Aufgrund des grösseren Protektionismus kommt dieses Instrument in den USA häufiger als in Europa zum Einsatz. In den 1980er Jahren war es Japan, welches die Kosten dieses Krieges tragen musste. 2009 holte US-Präsident Barack Obama den «Buy American Act» aus dem Jahre 1933 aus der Versenkung, was ihm den Titel des protektionistischsten Präsidenten der Geschichte einbrachte.
China im Fokus
Heute hat US-Präsident Donald Trump einen wirtschaftlichen Krieg angezettelt, der sich vor allem gegen China richtet. Damit versucht er sein Wahlversprechen, den Abbau des riesigen US-Handelsdefizits, durch eine Verringerung der Importe zu erfüllen. Mit dieser Politik dürfte er in der Gunst der traditionell demokratischen Wähler aus den industriellen Bundesstaaten im Norden des Landes stehen. Dabei kommt dem Präsidenten zugute, dass er diese Strafzölle ohne die Zustimmung der beiden Kammern auferlegen kann.
Der Aufbau des neuen Zollregimes erfolgte in Etappen. Zuerst wurde Stahl aus bestimmten Regionen der Welt ins Visier genommen. Danach folgten der Rückzug aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA und die Erhebung von Zöllen auf Importen aus bestimmten Ländern. Zurzeit steht China im Fokus. Indem die USA bilaterale Abkommen gegenüber globalen Abkommen bevorzugen, vollziehen sie eine Kehrtwende gegenüber der in den vergangenen Jahrzehnten verfolgten Praxis.
Eine Quelle der Unsicherheit
Diese Politik hat verschiedene Folgen. Wie uns die Geschichte gelehrt hat, ist sie nicht wirklich überzeugend, da sie sich nur kurzfristig auszahlt, langfristig aber keinen Erfolg verspricht. Als der englische König 1689 den Import von französischem Wein mit hohen Zöllen belegte, liessen die Inselbewohner vom Wein ab und wandten sich dem Gin zu. Die 1930 von den USA ergriffenen Massnahmen zum Schutz der Landwirtschaft führten zu Vergeltungen und einem drastischen Einbruch des Welthandels, welcher der amerikanischen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügte.
Da diese Strategie Unsicherheit erzeugt, hat sie einen Rückgang der Investitionen und eine Abschwächung des Wachstums zur Folge. Die Auswirkungen können für einige Unternehmen positiv, für andere negativ sein. Wenn China Zölle auf dem Import von Lachs aus Alaska beschliesst, werden die Konsumenten norwegischen oder schottischen Lachs kaufen... Im Weiteren gibt es Konsequenzen wie Auslagerungen, die schwierig zu erfassen sind. So könnten die Chinesen die für die USA bestimmte Produktion nach Vietnam auslagern. Auch die Konsumenten werden zu den Verlierern gehören. Da sie vom Kauf von Importprodukten abgehalten werden, was ja ursprünglich mit dieser Politik auch bezweckt wird, werden sie für bestimmte Produkte, die nicht leicht ersetzt werden können, einen höheren Preis bezahlen, was wiederum den Kauf von anderen lokalen Produkten benachteiligen könnte. Im Weiteren werden zahlreiche Waren, die mit Zöllen belegt wurden, von den US-Unternehmen als Zwischenprodukte für ihre Eigenproduktion verwendet.
Risiken einer Eskalation
Dazu kommen die Risiken einer Eskalation. China finanziert die USA mit über 1000 Milliarden US-Treasuries. Das Land könnte in China tätige US-Unternehmen (wie McDonald’s oder KFC) trotz der von ihnen geschaffenen Arbeitsplätze boykottieren. Im Weiteren könnte der Export von seltenen Erden, die vor allem in der Elektronik eingesetzt werden, einschränkt werden. Die USA könnten wiederum die Strafzölle auf chinesischen Importen von 40% auf 100% erhöhen. Und wer garantiert uns, dass Donald Trump danach nicht Europa ins Visier nimmt?
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass dieser Handelskrieg kurzfristig keine grösseren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Hält er jedoch an, könnte das Wachstum durch die aufkommende Unsicherheit abgebremst werden. Ein offener, globaler Handelskrieg wäre äusserst negativ. Er hätte nur Verlierer und könnte die Finanzmärkte massiv unter Druck setzen. Da eine rasche Lösung des Problems nicht sehr wahrscheinlich ist, bleibt das Risiko bestehen, dass sich die Handelsstreitigkeiten in die Länge ziehen. Abgesehen von den Auswirkungen auf China wird der Handelskrieg über die internationalen Lieferketten auch die asiatischen Volkswirtschaften in Mitleidenschaft ziehen und steigende Kosten könnte den stärksten Aufschwung der Weltwirtschaft seit Jahren zum Entgleisen bringen.
Abb. 1 US-Handelsdefizit nach Ländern im Jahr 2017 (in Mrd. USD)
Abb. 2 Performancedifferenz zwischen den USA und China weitet sich aus
News der Bonhôte-Gruppe
Carla Del Ponte ist Gastreferentin am Forum Bonhôte
Wir haben die Ehre, die ehemalige Bundesanwältin Carla Del Ponte anlässlich der 22. Ausgabe des Westschweizer Forum Bonhôte begrüssen zu dürfen. Dieser ausserordentliche Anlass mit einem der wenigen öffentlichen Auftritte von Frau del Ponte in der Schweiz findet am 4. Dezember im Théâtre du Passage in Neuchâtel statt. Angesichts der beschränkten Platzzahl empfehlen wir Ihnen eine Anmeldung unter folgender Adresse www.bonhote.ch/forum.
Das Deutschschweizer Forum Bonhôte findet am 22. November im Zentrum Paul Klee in Bern statt. Dort ist Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen / Top of Europe – dem Unternehmen, das die beliebteste Schweizer Tourismusdestination bedient und an der Schweizer Börse zu den Top-Performern zählt, unser Gast.
Trends und Herausforderung in der Vorsorge
Die sechste Ausgabe dieser Veranstaltung für unsere institutionellen Kunden wird dieses Jahr in den ultramodernen Anlagen des brandneuen Agora-Gebäudes neben dem CHUV in Lausanne stattfinden.
In dem von der ISREC-Stiftung gegründeten Krebsforschungscluster Agora werden rund 300 Wissenschaftler und Ärzte in der Krebsforschung zusammenarbeiten. Wir freuen uns auf Professor Francis-Luc Perret, Direktor der ISREC-Stiftung und Roland Dominicé, CEO von Symbiotics.
Bonhôte kehrt an die rue Pury 1 zurück!
Die Bonhôte Gruppe setzt ihre Expansion fort und kehrt an die rue Pury 1 zurück, wo die Bank von 1929 bis 1999 ihren Geschäftssitz hatte. In den vollständig renovierten Büros wird sich die Tochtergesellschaft Bonhôte Services SA niederlassen, die auf die Bereiche Rechts- und Steuerberatung sowie die Verwaltung von Unternehmen und Kunstwerken spezialisiert ist. Die Eröffnungsfeier fand am 4. Oktober 2018 mit etwa rund hundert Gästen statt. Weiter.