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Step Up Revolution (2012)
Step Up - Miami Heat
Step Up Revolution (2012) Step Up - Miami Heat
Oder: Occupy-BEWEGUNG
Auf den Strassen des sonnigen Miamis stellen zwei Lenker an einer Ampel ihre Fahrzeuge plötzlich schräg, sodass es kein Weiterkommen mehr gibt. Nicht unweit davon entfernt wird eine Soundanlage ausgepackt und die Gegend mit massiven Beats beschallt. Was danach folgt, sind die Frauen und Männer der Tanzgruppe "The Mob", die über Autos hinweg und auf der Strasse ihr "Ding durchziehen". Gefilmt wird das Spektakel natürlich auch, sodass die Crew mit dem Clip später das Internet erobert. Der Kopf der Bande ist der charismatische Sean (Ryan Guzman), der nie um ein cooles Konzept verlegen ist.
Auch gar nicht verlegen ist er, als er die Bekanntschaft mit Emily (Kathryn McCormick) macht. Das hübsche Mädel tanzt ebenfalls für ihr Leben gerne, aber weniger Streetdance, sondern mehr Ballett. Als ihre Trainerin in der Company ihr mitteilt, dass sie zwar perfekt tanze, aber es ihr an Originalität fehle, nimmt Sean sie bei "The Mob" auf. Was zu dem Zeitpunkt noch keiner der beiden weiss: Emilys Vater, der Hotelbauer Anderson (Peter Gallagher), plant, die Heimat von Sean und seiner Gang abzureissen, um neue Hotels zu bauen. Das kommt natürlich nicht in die Tüte, und so protestieren die Tänzer - mit ihren Moves, versteht sich.
Film-Rating
Ein ungeschriebenes Gesetz in der Filmbranche besagt, dass alle paar Jahre zwei ähnliche Filme in die Kinos kommen müssen. Anhand des Einspielergebnisses wird dann herausgefunden, welches Produkt letztendlich das bessere war. Man denke nur an den Kometenzweikampf von Armageddon und Deep Impact im Jahre 1998. Auch dieses Jahr gab es schon ein Kräftemessen zwischen zwei Studios, die beide die Geschichte von Schneewittchen (Huntsman und Mirror, Mirror) auf die Leinwände brachten. Im Duell der Tanzfilme 2012 heissen die Konkurrenten nun Streetdance 2 3D und Step Up: Miami Heat 3D. Rein von der filmischen Qualität her, ist Letzterer seinem "Gegner" aber deutlich überlegen.
Dies beginnt schon bei der Story, die dramaturgisch sehr viel richtig macht. Es wird hier nicht einfach nur ein bisschen getanzt, sondern eine ansprechende Geschichte erzählt - das wilde Herumgehüpfe gibt es da als Zückerchen obendrauf. Diese Zückerchen sind aber zweifelsohne die Highlights des Filmes, und das, was letzten Endes in Erinnerung bleiben wird. Wie schon bei den vorherigen Teilen zeichnen sich die Szenen durch einen wunderbaren Ideenreichtum aus. Eine Sequenz in einem Museum mit Lichteffekten und der Verwendung von Bodypainting ist grossartig und wird dank der tollen Kameraarbeit zu etwas ganz Besonderem.
Dem Werk kommt weiterhin zu Gute, dass es wie ein Heist Movie angelegt wird. Die Auftritte auf öffentlichen Plätzen sind nämlich illegal und die Gang könnte jederzeit geschnappt werden. So sehen die Vorbereitungen eher danach aus, als würden Ethan Hunt und Co. eine neue Mission planen.
Genretypisch darf natürlich auch keine Lovestory fehlen. Diese kommt zu Stande, weil die Miss wie Natalie Portman in Black Swan zwar perfekt Ballett tanzen kann, aber ihr das Herausragende fehlt. Doch anstatt mit Mila Kunis ins Bett zu steigen und sich in einen Schwan zu verwandeln, werden hier Nachhilfestunden beim süssen Jungen genommen. So weit, so normal. Dass es dann irgenwann zu Streit in der Gruppe kommt, ist klar, doch dies hat eine wirklich dumme Reaktion zur Folge, die so überhaupt keinen Sinn macht und den Film massiv herunterzieht. Die gute Laune ist plötzlich verflogen, was dann auch nicht im grossen Finale kompensiert werden kann, in dem noch ein paar Figuren unglaubwürdige 180-Grad-Wendungen durchmachen. Das grösste Ärgernis ist jedoch, dass die Gruppe als eine Art Occupy-Bewegung etabliert wird und dann am Ende sofort ohne zu zögern einen Vertrag bei einer bekannten Sportsmarke unterschreibt. Hier merkt man dann schon, dass das Drehbuch nicht ganz bis ins letzte Detail durchdacht ist.
Fazit: Auch Step Up: Miami Heat 3D glänzt mit innovatien Tanzsequenzen. Mehr überraschend ist jedoch, dass die Geschichte über weite Strecken funktioniert und diese nicht einfach dazu da ist, Tanzszenen zu verbinden. Das letzte Drittel ist dann aber wirklich sehr schwach und schiesst sich mit der letzten Szene selbst ins Bein. Schade, denn sonst wäre mehr dringewesen, als nur das Duell zwischen den Tanzfilmen zu gewinnen.
OutNow.CH:
13.08.2012 / crs
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