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Dass Staatschefs hie und da „ausgeschaltet“ werden, worunter man auch „beschleunigtes Abschalten“ verstehen könnte, bestätigt Divisionär Peter Regli, kenntnisreicher alt-Geheimdienstchef der Schweiz. Bei Muammar al Ghaddafi sei dies allerdings schwierig, weil dann „die Söhne und die ganze Nomenklatura noch da wären“, bestätigt Regli in der „Berner Zeitung“. Benedikt Rüttimann fordert im „Bund“: „Der Westen muss helfen.“ Weil wir alle Gutmenschen sind? Sicher nicht. Eine Million Nordafrikaner, die willens sind, den Alpenwall zu überklettern, sind ohnehin eine schlimme Vorstellung. Den Vorort Tessin und Teile des Bündnerlandes müssten wir dann wohl vorzeitig aufgeben. Schuld an allem ist ohnehin „Condi“ Rice, die ehemalige US-Aussenministerin, die von sich behauptet, sie habe den „Samen der Revolution“ in Nordafrika gesät. Das war nun wirklich nicht nötig. Merke: Wer die „Orange Revolution“ in Osteuropa miterlebte, die von US-Stiftungen massgeblich gesteuert wurde, wundert sich auch nicht über die „Jasmin Revolution“, weil in Nordafrika die Voraussetzungen noch besser waren. Immerhin wollte Wladimir Lenin, der Zürcher Revolutionär, auch nie eine Revolution im zaristischen Russland, sondern vorzugsweise in Deutschland. Man kann sich irren.
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Monatsarchiv für Februar 2011
Die Land- und Bergkantone haben soeben wieder die städtischen Kantone an die Wand gedrückt: Der nationale Finanzausgleich wird nicht gedeckelt, denn der Kanton Bern will seine annualisierten 945 Mio. von den reichen Städten, wie andere Bergkantone bis 2015 auch. Im Topf sind CHF 1,5 Mia. In Zürich sind es die beiden Städte Zürich und Winterthur, deren Kantonsräte im kantonalen Finanzausgleich eine Regelung durchsetzen, welche die Steuerzahler der reichen Goldküstengemeinden zu Zwangszahlungen verpflichten. Wer in Zumikon, Küsnacht und Zollikon wohnt, könnte zwei Drittel weniger Steuern zahlen, würde er nicht aus dem Kanton und national ausgesaugt. Das Gegenargument, nur so sei die Schweiz ohne militärischen Druck zusammen zu halten und könnten extreme Steuerbegehren kontrahiert werden, gilt natürlich auch. Es ist nur schade, wenn man sieht, wie das sauer verdiente Geld vertan wird und beginnt davon zu träumen, als jurassischer Bauer jährlich CHF 500 000.— an Subventionen für die Landwirtschaft und die Pferdezucht zu erhalten.
Alle reden von Samih Sawiris, der auf dem ihm fast verschenkten Andermatter Boden ein grosses Feriendorf bauen will. Während ein Ägypter Andermatt retten will, haben das die Deutschen in der Ostschweizer Stadt Rorschach längst getan. Der schwäbische Multimillionär Jörg Korecki hat das ansehnliche Seerestaurant in Rorschach umgebaut und gerettet. Der schwäbische Grossindustrielle Reinhold Würth hat am See ein 150 Mio. Franken teures Verwaltungsgebäude mit Ausbildungs- und Trainingszentrum gebaut. Im Mittelwallis nimmt in Crans Montana das Immobilien-Grossprojekt eines russischen Milliardärs Formen an. Offensichtlich sind wir nicht mehr in der Lage oder willens, unsere Randregionen neu aufzubauen. Die Credit Suisse wird auch von einem Saudi und dem Sheik von Qatar saniert, die sechs Milliarden Franken zu 9,5 % Zins zur Verfügung stellen, und damit preiswerter anbieten als die Familie Lee aus Singapur, die mit ihrem Staatsfonds bei der UBS viel Geld verlor, aber immer noch 12 % Zins verlangte und erhielt.
Ich sehe seine Artikel und Kommentare überall. Wer ist Rolf Dobelli? Ich nehme einige Zeilen von ihm auf wie ein Kaugummi. Dann spucke ich sie wieder aus. Habe ich den falschen Geschmack?
Wo sollen wir künftig investieren? Worauf müssen wir achten, wenn wir reich werden oder reich bleiben wollen? Was heisst es, in der heutigen Zeit unternehmerisch zu denken? Einer, der es weiss, ist Mathias Morgenthaler, Journalist und Autor des Buches „Beruf und Berufung“. Er moderiert am 5. März das Podiumsgespräch mit Antoinette Hunziker-Ebneter, Robin Cornelius und Heinz Kaegi am 1. Geld- und Investment-Symposium im KKL Luzern zum Thema „Geld verstehen, Zyklen nutzen, inspiriert sein“. Anmeldungen zum Sonderpreis jetzt auf:
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Mirjam Belz
In den USA laufen die grossen Banken gegen das „databoard“ Sturm, das die Aufsichtsbehörden gerne einrichten würden, um zu wissen, was im Fall Lehman nicht der Fall war, wer mit wem wieviele Deals abwickelt. Den Grossbanken gelingt es grossartig, ihre Geschäfte im Dunkel der grossen Computernetzwerke abzuwickeln: 583 Milliarden USD sind an Derivat-Kontrakten in den USA ausstehend. Über Europa wissen wir noch viel weniger: Verpflichtungen von 7 Mia. Euro, was immer dies heissen mag.
Wie kann eine Gesellschaft auf Dauer damit leben, dass eine zentrale Dienstleistungsbranche, wie die Grossbanken es sind, sich mehr oder weniger weigert, ihre Risiken offen zu legen? Lösen die beiden Grossbanken UBS und CS-Group eine neue Finanzkrise aus, wie dies im Falle des Teams „Ospel & Co.“ der Fall gewesen ist, werden sich die Verantwortlichen vielleicht entschuldigen, aber zahlen muss der Mittelstand, denn „das Volk“ hat kaum Geld. Dies ist ein Grund, weshalb Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand zurecht eine stärkere Rolle für die Nationalbanken fordert.
Oswald J. Grübel von der UBS hat sich zu riskanten Geschäften bekannt, denn er will einen ROE von über 20 %, was mit normalen Hypothekarkrediten kaum zu schaffen ist. Merke: Selbständig ist nur, wer den Durchblick hat; im Falle der beiden Grossbanken haben wir ihn nicht. Die von dort ausgehenden Gefahren sind bedeutender als die von Kernkraftwerken.
Ein alternder Milliardär, einer der reichsten Männer Europas, der sich kleine Mädchen zuführen lässt, wie einst Mao Tse Tung nach seinen grossen Reden (ganz auch wie Mussolini, der darob sehr stolz war), das ist für viele degoutant. Für die kleine Marokkanerin Ruby war es die Chance ihres Lebens, nicht wahr?
Es liegt mir fern, Silvio Berlusconi zu verteidigen, denn ausser sich selber kannte er niemand; seine befreundeten Anwälte sitzen bereits im Gefängnis – für ihn.
Doch Italien, das er seit 1994 führt, schneidet so schlecht nicht ab. Die Verschuldung der Privatpersonen und der privaten Firmen ist eine der niedrigsten in Europa. „Die industrielle Struktur ist sehr diversifiziert und dadurch widerstandsfähig“, sagt Mario Draghi, der Präsident der EZB werden möchte. Das Defizit der italienischen Leistungsbilanz ist begrenzt, das Haushaltsdefizit nicht ausser Kontrolle. Die laufenden Staatsschulden sind erst in gut sieben Jahren zurück zu bezahlen.
Ist dies Silvios Werk? Ein wenig schon. Er hat bewiesen, was schon Ludwig Erhard wusste, je weniger der Staat regiert, desto besser für die Wirtschaft. Nur die Mädchen, das ist sein sehr italienisches Problem. Nun werden drei wenig attraktive Frauen über ihn richten; das sieht nicht gut aus.
Henry Kissinger, ein Europäer, der Amerikaner wurde, hat viel Mist gebaut, aber ein genialer National Security Adviser war er doch. Er hatte eine Strategie in Asien, im Mittleren Osten und in Lateinamerika, zynisch und blutig des Öfteren. Sein heutiges Pendant, Gen. James L. Jones, hat Barack Obama in Nordafrika eine seiner schlimmsten Niederlagen bereitet. Sind geborene Nordamerikaner überhaupt geeignet, die Welt zu verstehen; ich zweifle daran. Nur eine Kombination zwischen Europäern (Griechen) und Amerikanern (Römern) kann die Herrschaft des Westens auf einige Zeit sichern. Die Amerikaner alleine sind blind wie Mäuse bei der Geburt; sie begreifen nicht, wie die Welt tickt.
Die Fusion der beiden Basel, Stadt und Land, ist prüfenswert, sagt Daniel Müller-Jentsch von der Avenir Suisse. Viele Basler werden dem Revolutionär der Avenir Suisse darin nicht folgen, aber Recht hat er. Die beiden Basel prüfen derzeit wieder einmal die Option eines Vollkantons, aber keiner will dabei verlieren; eine Malik’sche SuperSyntegration könnte sicher dabei behilflich sein.
Während Müller-Jentsch die Schweiz verändern will, stellt sich die Frage, wohin sich die Avenir Suisse verändert. Dr. Gerhard Schwarz, deren neuer Chef, beweist sich dort als Ober-Chefredaktor, den er bei der „NZZ“ nicht werden durfte. Er redigiert, aber ganz ohne Vision.
Die moderne, global bewunderte, aber wenig verstandene Schweiz hätte es nicht gegeben ohne Turner und Schützen. Von daher ist es verständlich, dass die Schützen sich nicht entwaffnen lassen wollten. „Amokläufe mit Armeewaffen gab es wenige“, sagt der Historiker Thomas Maissen. Wir sollten deshalb die Selbständigkeit des Einzelnen schützen.