Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/255187

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, bei der Swissgrid Folgendes anzufordern: </p><p>- eine Analyse der bestehenden und der künftigen nationalen Stromproduktionskapazitäten;</p><p>- eine Analyse der notwendigen bestehenden und künftigen Stromübertragungskapazitäten;</p><p>- ein Projekt für eine unterirdische Gleichstromleitung in Mikrotunnelbauweise zwischen Bickigen BE und Pallazeno IT (bewilligungs- und baureif);</p><p>- eine Beurteilung des Potenzials dieses Projekts zur Verringerung von Energieverlusten im Vergleich zu einer oberirdischen Hochspannungsleitung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Netzbetreiber sind gemäss dem Stromversorgungsgesetz vom 23. März 2007 (SR 734.7) für die Gewährleistung eines sicheren, leistungsfähigen und effizienten Netzes verantwortlich und damit auch bezüglich Fragen der Technik und Technologie der Übertragung. Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid aktualisiert derzeit ihren Mehrjahresplan für die langfristige Netzplanung (Strategisches Netz 2040), der gegen Ende 2024 publiziert werden soll. Swissgrid erstellt dabei keine eigenen Szenarien über die künftigen energiewirtschaftlichen Entwicklungen, sondern stützt sich auf den Szenariorahmen, den der Bundesrat Ende November 2022 genehmigt hat. Dieser orientiert sich an den Energieperspektiven 2050+ des Bundes für die Annahmen zur Schweiz und auf die Szenarien der europäischen Übertragungsnetzbetreiber für Strom und Gas (ENTSO-E und ENTSO-G) für die Annahmen zum Ausland. Der Szenariorahmen beinhaltet keine konkreten Leitungsprojekte, sondern schafft eine einheitliche Grundlage für die Netzbetreiber, den nötigen Netzausbaubedarf abzuleiten. Auf Basis des von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) bestätigten Mehrjahresplans entwickelt Swissgrid dann die konkreten Netzvorhaben. Sie durchlaufen ein nationales Sachplanverfahren für Übertragungsleitungen (SÜL) beim Bundesamt für Energie (BFE) und ein Plangenehmigungsverfahren (PGV) beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI). Im SÜL-Verfahren legt der Bundesrat das Planungsgebiet, den Planungskorridor und die Technologie fest. Dabei werden technische Aspekte, Raumentwicklung, Umwelt und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Der Bundesrat macht jedoch keine konkreten Vorschläge für Leitungsprojekte.</p><p>Das im Postulat skizzierte Projekt erscheint aus mehreren Gründen schwierig zu realisieren. Eine Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) ist erst ab grossen Distanzen wirtschaftlich und effizient. Zudem erfordert die Integration in das bestehende Stromnetz mit 50-Hz Wechselstrom Konverterstationen mit grossem Platzbedarf und erheblichen Lärmemissionen. Die vorgeschlagene Stromleitung zwischen Bickigen BE und Pallanzeno IT wäre insgesamt nur etwa 150 km lang. Aufgrund der Unterbrechungen in Chippis, Ackersand und Mörel wären zudem zusätzliche Konverterstationen erforderlich, was die Wirtschaftlichkeit und Effizienz weiter verschlechtern würde.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.