Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03517.jsonl.gz/752

Acht Folgen lang schaut man atemlos der Geschichte von Nessa Stein, Erbin eines Riesenvermögens, zu. Doch ist sie tatsächlich „The Honourable Woman»? Nachdem ihr Vater, ein israelisch-britischer Waffenhändler, von der Hand eines palästinensischen Attentäters ermordet wird, kommt ein Stein ins Rollen, der unaufhaltsam auch die nächste Generation zu zermalmen droht. Der englische wie der amerikanische Geheimdienst beugen sich über die Sache. Obwohl Nessa Stein die Firma in eine Stiftung umwandelt, die das Westjordanland ans Glasfasernetz anschliessen und damit dessen Bevölkerung an den Segnungen der modernen Technik teilhaben lassen will, sind die politischen und menschlichen Verstrickungen aller Protagonisten zu tief, als dass es einfache Lösungen auf komplexe Fragen gäbe. Und eben: Wem kann man eigentlich trauen?
Im Gespräch und mit Filmausschnitten beleuchten Anglistikprofessorin Elisabeth Bronfen und Nahostexperte Richard C. Schneider den intelligenten englischen Politthriller „The Honourable Woman» mit einer glänzenden Maggie Gyllenhall in der Hauptrolle.
Elisabeth Bronfen ist Professorin am Englischen Seminar der Universität Zürich. Sie promovierte und habilitierte an der Universität München und hat zahlreiche vielbeachtete Werke in den Bereichen gender studies, Psychoanalyse, Film- und Kulturwissenschaften verfasst, zuletzt Hollywoods Kriege. Geschichte einer Heimsuchung, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013.
Richard Chaim Schneider wurde als Sohn ungarischer Shoa-Überlebender in München geboren. Nach seinem Studium war er mehrere Jahre an Theatern in Amsterdam, Bonn, München und Wien tätig. Nach einem längeren Forschungsaufenthalt in Jerusalem begann er ab 1989 für die ARD zu arbeiten und berichtete seitdem regelmäßig aus dem Nahen Osten. 2006 wurde er Leiter des ARD-Fernsehstudios in Tel Aviv.