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Vom 30. Oktober bis 04. November kämpfte die fünfköpfige Schweizer Delegation an der Para-Badminton Europameisterschaft im französischen Rodez um Medaillen. Karin Suter-Erath und Cynthia Mathez haben dieses Ziel erreicht. Christian Hamböck, Cynthia Mathez und Luca Olgiati schieden erst im Viertelfinal in der Kategorie Einzel aus. Sonja Häsler scheiterte bereits in der Gruppenphase, nachdem sie am vorhergehenden Tag krankheitsbedingt im Bett lag.
Karin Suter-Erath holt Silber im Einzel
Im Einzel startete Karin fulminant ins Turnier. Im ersten Spiel gegen die Finnin Mirka Seuina Rautakoski wurde sie kaum gefordert und gewann klar innert 17 Minuten. Auch die Deutsche Elke Rongen konnte Karin nicht herausfordern. Mit 21:6 und 21:9 machte Karin kurzen Prozess. Im Viertelfinal traf sie auf die finnische Gegnerin Heidi Manninen. Auch dort war offensichtlich, dass Karin in Form war. Nach 20 Minuten stand sie bereits im Halbfinal, wo sie auf die Belgierin Man-Kei To traf. Im Final wartete Valeska Knoblauch aus Deutschland. Das Finalspiel war bis zum Schluss äusserst spannend. Karin startete gut und gewann den ersten Satz. Doch je länger das Spiel dauerte, umso besser fand Valeska ins Spiel, sodass Karin den zweiten Satz abgeben musste. Am Schluss des dritten Satzes sah es nach einem klaren Sieg für Valeska aus. Karin machte aber keine Fehler mehr und konnte durch präzise Schläge auf 20:20 aufholen. Es war ein enges Spiel mit vielen Schlägen auf die Linie. Am Schluss musste sich Karin unglücklich mit einer knappen Niederlage von 28:26 geschlagen geben.
Cynthia Mathez im Einzel überzeugend
Auch Cynthia zeigte in Rodez, dass sie über sich hinauswachsen kann. Im Einzel gewann sie das erste Match gegen die Französin Audrey Bellia-Sauvage mit 21:11 und 21:15. Spiel Nummer zwei, gegen die 3./4. gesetzte Spielerin aus Israel, Nina Gorodetzky, wurde zu ihrem «Spiel der Spiele», kommentierte der Nationaltrainer Michael Adamer. Cynthia gewann nach einem starken Auftritt mit 21:12 und 21:18 und kam somit als Gruppenerste weiter. Im Viertelfinal blieb die EM-Medaille ein Traum. Die Schweizerin verlor knapp gegen die Dänin Henriett Koosz in zwei Sätzen: 18:21 und 19:21. Cynthia konnte zwar die Ballwechsel meist dominieren und kämpfte bis zum Schluss um jeden Punkt, der Abschluss gelang ihr jedoch nicht. Das Turnier in Frankreich war für die Oltnerin allerdings noch nicht vorbei. Das Doppel mit Karin Suter-Erath stand auf dem Programm.
Gold für das Frauen-Doppel Karin Suter-Erath und Cynthia Mathez
Im Doppel beendeten die zwei Schweizerinnen die Gruppenphase als zweite und trafen am Samstag im Halbfinal direkt auf die deutschen Gegnerinnen Valeska Knoblauch und Elke Rongen, welche sie zweimal mit 21:16 bezwingen konnten. Im Final warteten die Türkin Emine Seckin und die Belgierin Man-Kei To, gegen die sie im Gruppenspiel in zwei Sätzen verloren hatten. Durch ein ausgeklügeltes Spiel und mit eisernem Willem gewannen die beiden Schweizerinnen das entscheidende Spiel in zwei Sätzen und holten Gold für das Damendoppel mit 21:16 und 21:14.
Christian Hamböck erreichte sein persönliches Ziel
Ursprünglich wollte Christian in allen drei Bewerben Einzel, Doppel und Mixed-Doppel an den Start gehen. Für das Doppel suchte er einen internationalen Mitspieler, was leider nicht gelang. Im Mixed-Doppel wäre ein Spiel mit Sonja Häsler geplant gewesen, Sonja war jedoch krankheitshalber angeschlagen und konnte nur im Einzel antreten. Christian Hamböck liess sich trotz allem nicht beirren und freute sich auf das Turnier. Mit seinem ersten Gegner, dem Franzosen Bruno Cat, begann ein spannendes Spiel. Sie hielten sich gegenseitig auf Trab, Christian dominierte und gewann schlussendlich in drei Sätzen (15:21, 21:16, 21:13). Sein nächster Gegner war die Nummer zwei, Martin Rooke aus Dänemark, was Christian vor eine grosse Herausforderung stellte. Der Basler konnte einige Ballwechsel mitbestimmen, musste sich aber letztlich mit 7:21 und 3:21 klar geschlagen geben. Im Achtelfinal schlug Christian dann den Italiener Piero Rosario Suma in drei Sätzen und erreichte verdient den Viertelfinal. Sein Ziel, das vordere Mittelfeld zu erreichen, war damit erreicht. Ausruhen konnte und wollte er sich aber noch lange nicht, denn die Nummer eins, Amir Levi aus Israel, stand auf dem Spielplan. Dieses Match wurde zu Christians letzter grossen Herausforderung. Er verlor mit 7:21 und 6:21.
Luca Olgiati erreichte zweimal das Viertelfinal
Luca ging an der EM in Rodez im Einzel und Mixed-Doppel mit Karin Suter-Erath an den Start. Der Mixed-Bewerb mit Karin startete verheissungsvoll. Sie gewannen beide Gruppenspiele und erreichten als Gruppenerste das Achtelfinal. Sie sprangen somit direkt in den Viertelfinal. Ihr nächstes Gegnerpaar, bestehend aus dem Russen Konstantin Afinogenov und der Türkin Emine Seckin, forderte die zwei Schweizer. Nach umkämpften Ballwechseln und einigen verheissungsvollen Schlägen gelang es Luca und Karin nicht, die Gegner in Schach zu halten. Sie verloren in zwei Sätzen mit 15:21 und 18:21. Trotz allem waren sie mit ihrem Spiel zufrieden. In der Gruppenphase vom Einzel-Bewerb stiess Luca auf Rick Cornel Hellmann aus Deutschland und Ilya Pargeev aus Polen. Mit dem Deutschen Hellmann trug Luca ein umkämpftes Match aus, welches er mit 22:20 und 21:18 nach 33 Minuten verlor. Nach der ersten Enttäuschung liess sich der Aargauer nicht aus der Ruhe bringen. Er startete stark in das Spiel und schlug den Polen klar in zwei Sätzen. Luca erreichte somit auch im Einzel den Viertelfinal, bei dem er erneut auf den Deutschen Rick Cornel Hellmann traf, der die Gruppenphase gewonnen hatte. In diesem Match gelang es Luca nicht mehr, den Deutschen herauszufordern. Er verlor klar mit 6:21 und 9:21.
Sonja Häsler nach Verletzungspech auch noch krank
Kurz nach der Ankunft im verschneiten Rodez wurde die Baslerin krank. Sie verbrachte die ersten Tage im Bett, entschied sich aber trotzdem, im Einzel anzutreten. Leider kam sie nicht über die Gruppenphase hinaus. Mit Christian Hamböck wäre ursprünglich ein Mixed-Team geplant gewesen, doch dies war für Sonja in diesem Zustand nicht möglich. Sie hoffte, dass Christian eine internationale Partnerin finden würde. Leider war niemand für ein Spiel verfügbar.
Resultate Rodez (FRA). Para-Badminton. EM (30. Oktober – 04. November).
Männer. Einzel.WH2. Viertelfinal: Luca Olgiati (SUI) s. Rick Cornell Hellmann (GER) 6-21, 9-21. Christian Hamböck (SUI) s. Amir Levi (ISR) 7:21, 6:21.
Frauen. Einzel. WH1. Final: Karin Suter-Erath (SUI) s. Valeska Knoblauch (GER) 21:12, 19:21, 26:28. Cynthia Mathez im Viertelfinal ausgeschieden. Sonja Häsler als Gruppendritte der Gruppe B ausgeschieden.
Mixed Doppel. WH1-2. WH1-2. Viertelfinal: Emine Seckin (TUR)/Konstantin Afinogenov (RUS) s. Karin Suter-Erath/Luca Olgiati 21:15, 21:18 – Christian Hamböck und Sonja Häsler nicht angetreten.
Frauen-Doppel. WH1-Final: Cynthia Mathez/Karin Suter-Erath (SUI) s. Emine Seckin (TUR)/Man-Kei To (BEL) 21:16, 21:14. Halbfinal: Cynthia Mathez/Karin Suter-Erath (SUI) s. Valeska Knoblauch/Elke Rongen (GER) 21:16, 21:16.