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Franz Xaver Schnüriger
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 26. August 1674
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des ? Schnüriger und der ? Frischherz.
Bruder: Johann Josef Schnüriger.
Lebensbeschreibung[1]
Die Heimat dieses jung verstorbenen Mönchs war Schwyz, wo er am 7. September 1669 geboren und von Herrn Jodoc Hickli, Pfarrhelfer, in der Pfarrkirche von Schwyz auf den Namen Johannes Kaspar Anton getauft wurde.[2] Zum ersten Mal ist er im Gästebuch des P. Athanas a Castanea vermerkt.[3]
Beim Eintritt dieses jungen Schnüriger handelt es sich allerdings nicht um Kaspar Anton, sondern um seinen ältern Bruder Johann Josef, der die Schule am 2. November 1665 wieder in Begleitung des Herrn Vetters Gilg Dominik Betschart, des Bruders des Abtes, wieder verliess, der offenbar an der Professfeier des P. Ignaz Burnott, des späteren Abtes, teilnahm. Auch Vater Schnüriger war als Gast an der Profess feien, neben mehreren Gästen aus Uri. Die Mutter war ebenfalls Urnerin, eine geborene Frischherz. Johann Kaspar, war am 10. Juni 1671 mit Statthalter Gilg Dominik Betschart, des Bruders von Abt Ignaz Betschart und seinem Vater Hans Kaspar, des Abtes Schwager, an die Schule gekommen.
Als Tischgeld für den Trockentisch zahlte der Vater "per Hans Melchior", den Bruder des Abtes, der diesem als Kammerdiener viele Dienste leistete, "so dieser von Schwyz mir inbracht 17 Philipptaler, ist 40 gld 15. Den 21. Januar 1674 ist dieser Knabe mit P. Gabriel (Bircher) und P. Ignatio (Burnott) nach Schwyz gangen und nicht mehr zurückkmomen, sondern von den Eltern daheim behalten worden. Den 26. Jenner hat P. Eugenius (Wirz) mi Rechnung vorgewiesen, dass dieser Knabe in vestiario und schneiderei verbrucht 42b, ist 3 gld 6 b."
Daneben bezahlte Vater Schüriger auch die Rechnung für den anderen Sohn Johann Josef am 15. Mai 1676 mit Philipptalern, Genuesen und Louistalern, eine komplizierte Rechnung in verschiedenen Währungen. In der Rechnung für den jungen Kaspar Schnüriger stehen Posten für einen Dr. Mahler, sowie am 4. Juni 1674 von Dr. G. Huber in Luzern für die Pflaster, also Arzneien. Am 11. Oktober 1668 war auch die Schwester von Abt Ignaz Betschart, Frau Anna Schnüriger-Betschart an der Zahlung der Rechnung beteiligt: "Sie zahlt mir erstlich an das Vieh, so sie oder der Schwager mir kauft wegen lichtes geld 3 gld 30 (zu leichtes Geld, darum Nachzahlung)." Den Rest verspricht sie förderlich an Geld und Waren zu bezahlen. Die Rechnung für den jüngeren Sohn beglich Vater Schnüriger am 7. Februar 1675, blieb aber noch 222 gld schuldig allmählich abzahlt.[4] Die endgültige Abrechnung erfolgte durch die Schwester des Abtes, als sie zum Dreissigsten für ihren Sohn nach Engelberg kam, mit 114 gld.[5] Inzwischen war nämlich Kaspar Anton Schnüriger am 6. Januar 1675 gestorben und hatte noch auf dem Todbett in die Hand seines Abtes die Profess abgelegt und den Namen Fr. Xaver erhalten. Die Professurkunde liegt vor, hat aber von Seiten des P. Ignaz Hess starke Kritik gefunden, nach Auffassung von P. Gall Heer geschah dies jedoch zu unrecht.[6]
Der Frater hatte diese Urkunde am 26. August 1674 geschrieben, denn auf diesen Tag ist sie datiert. Er muss sich aber danach nochmals etwas von seiner Krankheit erholt haben. Denn er starb erst am folgenden 6. Januar und wurde am Tag zuvor vom Abt als Konventuale aufgenommen und erhielt den Namen Franz Xaver. Dafür ist das Pfarrbuch von Engelberg eindeutiges Zeugnis: "Anno 1675, Dominica Epiphaniae circa Tertium quadrantem in Nonam de mane, omnibus sacramentis munitus, obiit pius adolescens scholaris noster, nepos ex sorore Reverendissimi nostri Johannes Casparus antonius Schnüeriger, qui in morbo non pridem exantlato et pridie mortis Vota religionis in manus Reverendissimi emisit, in privato, dictus Fr. Franciscus Xaverius. Requiescat in pace, pro nobis oret. Susceptus et agnitus ab omnibus pro pio fratre nostro vero."[7] Das Begräbnis und die üblichen Gottesdienste wurden vom 7. Januar bis Februar für ihn gehalten.[8] Die Mutter des Fr. Xaver überlebte den Sohn nicht lange. Sie starb schon am 20. März.[9]
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- Jodok Hickli, vgl. Dettling Chronik, S. 163.
- StiBiEbg. Der Eintrag lautet: "1663, 13. Mai, su completorio nuntius e Suitio II portans vestes Josepho Schnueriger scholari. Coenam cum haustu in Aula. 13. Mai: Advenit dominus Casparus Schnueriger de sero cum filio sum. Tractati cum Rmo et Fr. Athanasio in Aula, bene, bene! Familus in Aula, cum haustu. 14. Mai: Tractatus in conventu. 15. Mai: Mane sumpta collatione Dns hospes abiit." Zu deutsch: "Zuerst kommt ein Bote von Schwyz mit den Kleidern des Studenten Josef Schnüriger. Er wird entsprechend bewirtet. Am 13. kommt Vater Schnüriger mit dem Sohn. Der Abt und P. Athanas speisen mit dem Gast zu Nacht. 14. Nach dem Frühstück verreist der Gast wieder." Die Stelle zeigt, dass P. Athanas offenbar ein gutes Mahl und einnen Becher vom "Bessern" nicht verschmähte.
- StiArEbg cod. 42, S. 133.
- StiArEbg cod. 42, S. 138.
- P. Ignaz meinte, Schnüriger könne unmöglich die Professurkunde selber geschrieben haben, es sei nicht die Schrift eines jungen, sondern die eines reifen Mannes. Auch die Anrufung der drei Namen Jesus, Maria, Josef, sei in Engelberg nicht üblich und lasse eher darauf schliessen, dass die Urkunde in Schwyz geschrieben wurde, etwa bei den Kapuzinern. Doch sind diese Anrufungen bei der Profess ebenfalls in Engelberg üblich, wenn auch selten. Aber entscheidend dürfte doch sein, dass der Frater ausdrücklich sagt: "Zum Zeugnis dessen habe ich diesen Zeddel in meiner letzten Krankheit mit eigener Hand geschrieben." Und am Schluss fügte der Abt eigenhändig Geburt und Taufe des Fraters bei, ein Zeichen dafür, dass die Urkunde in Ordnung war.
- Zu deutsch: Am 6. Januar 1675 morgens viertel vor neun starb mit allen Sakramenten versehen der fromme Jüngling, unser Schüler und Neffe unseres Abtes durch seine Mutter, Johann Kaspar Anton Schnüriger, der in einer noch nicht überwundenen Krankheit am Tag vor seinem Tode die Ordensgelübde privat in die Hände seines Abtes ablegte und den Namen Fr. Franz Xaver erhielt. Er ruhe im Frieden und bete für uns. Er wurde von allen als unser wahrer Mitbruder angenommen und anerkannt".
- Verkündbuch VI, S. 162 und 183.
- Rot. par. VI, S. 167.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 117.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.