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Herz Jesu-Kirche
Innenraum (Nord)
Herz Jesu-Kirche
Innenraum (Westwand)
Herz Jesu-Kirche
Innenraum (Orgel)
Herz Jesu-Kirche
Adresse
6162 Finsterwald bei Entlebuch
LU
Architektur
Kunst am Bau
Angelehnt an die kurz zuvor erbauten Kirchen St. Karl in Luzern, Maria Lourdes in Zürich und Mariä Himmelfahrt im aargauischen Schönenwerd gilt die Herz Jesu-Kirche in Finsterwald als eine der ersten modernen Sakralbauten der Innerschweiz. Der reduzierte Baukörper besitzt eine hohe Raumqualität und fügt sich sehr gut in die ländliche Umgebung ein. Gisbert Meyer, der ein halbes Jahr für Le Corbusier in Paris gearbeitet hatte, komponierte in der heimischen Innerschweiz traditionelle und innovative Elemente zu einer moderat-modernen Formensprache.
Chronologie
Die Pfarrkirche Herz Jesu wurde vom Luzerner Architekten Gisbert Meyer in den Jahren 1938 bis 1939 im Anschluss an die 1938 erfolgte Kirchenstiftung erbaut. Der Sakralbau konnte am 5. November 1939 eingeweiht werden. 1942 und 1943 folgte die Ausmalung des Innenraumes mit einem Wandbild im Chor und mit Kreuzwegstationen nach Entwürfen von Alfred Schmidiger, einem Luzerner Künstler mit Entlebucher Abstammung. Zeitgleich mit dem Kirchenbau wurde auch ein Pfarrhaus erstellt, das mit einem Verbindungsgang an die Kirche anschliesst.
Lage
Die Pfarrkirche Herz Jesu befindet sich im Westen des Weilers Finsterwald, exponiert auf einer kleinen Anhöhe. Der Sakralbau ist Nord-Süd-orientiert. Der Friedhof liegt auf einer tieferliegenden Fläche und grenzt im Süden an die Glaubenbergstrasse. Das Pfarrhaus steht östlich der Kirche.
Beschreibung
Die katholische Kirche ist als schlichter Saalbau konzipiert und mit einem Satteldach gedeckt. Die südwestliche Ecke ist mit einem Turm besetzt an den ein flach gedecktes Vorzeichen anschliesst. Der Baukörper wie auch das auskragende Dach ragen etwas über das Schiff hinaus: Die Eingangssituation ist wohl komponiert. Der Chor ist als leicht auskragender und erhöhter Pultdachbau gegen das Schiff gesetzt. Die Seitenwände der Saalkirche sind mit je fünf Okuli bestückt, der Chor verfügt über zwei weitere, höher positionierte Rundfenster. Zur indirekten Chorbelichtung sind ausserdem zwei Oberlichtbänder gegen Süden angeordnet. Der sich über einem längsrechteckigen Grundriss erhebende Kirchturm besitzt ein flaches Satteldach, das gegenüber dem Kirchenfirst um 90 Grad gedreht ist. Die Schallarkaden öffnen sich auf drei Seiten und lösen damit den Baukörper weitgehend auf. An der Ost- und an der Westseite des Turms befindet sich jeweils eine schlichte Uhr.
Auch der Innenraum ist zurückhaltend gestaltet. Im Unterschied zum hell verputzen Aussenbau wurde hier der Beton als Konstruktionsmaterial sichtbar belassen. Der nach Osten ausgerichtete Chorbereich ist um fünf Treppenstufen erhöht. Darauf befindet sich ein nach dem Konzil erstellter Zelebrationsaltar aus Naturstein. Weitere drei Stufen führen zum ursprünglichen Altar aus Marmor. Der kubische Altartisch findet in einem monumentalen Wandgemälde Ergänzung. Es zeigt den Auferstandenen in einer farbenfrohen Huldigungsszene. Kreuzwegstationen in einem grafisch gestalteten Band an den Seitenwänden vervollständigen die Ausstattung. Der Eingangsbereich wird mit einer aus Holz konstruierten Empore überdeckt, die mit der flachen Holzleistendecke korrespondiert.
Literatur