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Morbus Crohn wird durch das eigene Immunsystem verursacht
Diagnose Wir alle nehmen Nahrung zu uns, um dem Körper Nährstoffe wie Proteine und Kohlenhydrate zuzuführen. Im Magen-Darm-Trakt wird diese Nahrung verarbeitet.
Er resorbiert die benötigten Nährstoffe und scheidet Unverdauliches mit dem Stuhl aus. Der Magen-Darm-Trakt reicht vom Mund bis zum After und umfasst Speiseröhre, Magen und Darm.
«Wenn jemand an Morbus Crohn leidet, richtet sich das körpereigene Immunsystem gegen gesunde Zellen des ganzen Magen-Darm-Trakts und löst Entzündungen aus», erklärt Bruno Raffa, Präsident der Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung Schweiz (SMCCV).
Colitis ulcerosa gehört ebenfalls zur Gruppe der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Entzündung beschränkt sich jedoch auf den Dickdarm. Im Gegensatz dazu kann Morbus Crohn an jeder Stelle des Magen-Darm-Trakts auftreten, das heisst vom Mund bis zum After.
Kombination mehrerer Faktoren
Die genaue Ursache der Erkrankung ist nach wie vor unbekannt. Heute geht man davon aus, dass eine Überreaktion des Immunsystems vorliegt. Ausgelöst werden kann die Krankheit unter anderem durch physiologische Vorgänge, die im Verdauungstrakt ablaufen, oder auch durch eine erbliche Veranlagung.
«Die Krankheit hat bei vielen Patienten Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten, aber auch auf zwischenmenschliche Beziehungen.»
Meist liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor. Morbus Crohn kann grundsätzlich bei jedem Menschen, unabhängig vom Alter, auftreten. In der Regel wird die Krankheit aber zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr diagnostiziert.
Von MC können Frauen und Männer befallen sein. Die Erkrankung wird aber bei bestimmten Bevölkerungsgruppen mit weisser und schwarzer Hautfarbe häufiger festgestellt als bei Menschen asiatischer und lateinamerikanischer Herkunft. Zudem ist das Erkrankungsrisiko bei Menschen, in deren Familie MC bereits aufgetreten ist, anscheinend höher.
Zahlreiche Symptome
Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die lebenslang Beschwerden verursachen kann. Manchmal treten Remissionsphasen auf, die frei von Symptomen sind. «Die Krankheit hat bei vielen Patienten Auswirkungen auf die Ernährungsgewohnheiten, aber auch auf zwischenmenschliche Beziehungen», betont Bruno Raffa.
Um die Symptome unter Kontrolle zu halten und die Lebensqualität zu verbessern, benötigen die Patienten oft eine lebenslange Behandlung. Morbus Crohn manifestiert sich bei jedem Patienten anders. Manche leiden häufiger unter Symptomen, andere seltener. Zu den häufigsten Symptomen zählen Durchfall, Bauchschmerzen, Fieber, Blutungen aus dem Mastdarm, Abszesse oder Fisteln.
Bei knapp einem Drittel der Patienten treten im Zusammenhang mit MC weitere Komplikationen auf wie Gelenk-, Haut- oder Augenentzündungen. Morbus Crohn ist manchmal schwer zu diagnostizieren. Der Haus- oder Facharzt führt in der Regel mehrere Tests durch. Untersucht werden dabei Blut und Stuhl. Hinzu kommen endoskopische Abklärungen, Utraschall, Computertomographie und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen.
Tipps und Tricks
Ziel einer Behandlung von Morbus Crohn ist in erster Linie die Linderung der Beschwerden und die Unterdrückung von Entzündungen im Magen-Darm-Trakt. Zurzeit gibt es zwar keine Heilung. Allerdings stehen heute wirksame Medikamente und Behandlungsoptionen zur Verfügung, welche die Symptome markant minimieren.
«Bei manchen Patienten führt eine Erkrankung an Morbus Crohn aber dazu, dass sie viel Zeit zuhause verbringen, weil sie sich dort am wohlsten fühlen. Ein WC ist immer in der Nähe, und der Kühlschrank enthält Nahrungsmittel, die gut vertragen werden», weiss Bruno Raffa. Stets nur zuhause zu bleiben, sei aber unrealistisch, betont er.
«Die meisten Leute müssen arbeiten gehen oder wollen auch einmal mit Freunden zusammensitzen oder eine Reise unternehmen.» Dazu hat die SMCCV eine Vielzahl an Tipps zusammengestellt, die dazu beitragen, dass die Patienten besser mit ihrer Erkrankung zurechtkommen. Hilfreich ist auch, wenn man ein Morbus-Crohn-Tagebuch führt.
Dort sollte man alle Symptome und andere wichtige Faktoren detailliert festhalten, die den Gesundheitszustand beeinflussen. «Dadurch erkennen die Patienten Veränderungen und können diese Informationen ihrem Arzt oder ihrer Pflegeperson mitteilen», sagt Raffa.
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