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Karl Ludwig von Haller war der Enkel von Albrecht von Haller. Er wandte sich gegen das Prinzip des Gesellschaftsvertrags von Rousseaus. Gemäss von Haller war die naturgegebene Ungleichheit lediglich eine Illusion. Stattdessen stellte er die Herrschaft des Stärkeren über den Schwächeren als gottgewollt dar. 1818 verfasste er sein Werk „Restauration der Staatswissenschaft“ in welchem er u.a auf Kritiken am Sklavenhandel reagiert. Darin stellte er Sklavenhandel als „beständige Dienstbarkeit“ im Gegenzug zu „beständigem Lebensunterhalt“ dar. Deswegen sah er im Sklavenhandel nichts allzu unmenschlich oder hartes. Er ging soweit, dass er die Sklaverei als etwas Menschliches darstellte, wodurch Feinde nicht getötet, sondern ihnen die Möglichkeit gegeben wurde „beständige Dienste“ zu verrichten. Nach ihm verkaufte man nicht Sklaven an sich, sondern lediglich das Recht auf Arbeit.
Dieses Werk wurde am preussischen Königshof regelmässig konsultiert und zudem ins Französisch, Italienische und Lateinisch übersetzt. Es beeinflusste u.a Thomas Carlyle in dessen Schrift „Occasional Discours on the Nigger-Question“.
Ronald Roggen, Schweizer Beitrag zur Sklaverei. NZZ 11.9.2003. Nr.210 S.55