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Der Schweizer Fussball Verband (SFV) hat beschlossen, dass ab der Saison 2023/2024 im Kinderfussball (G-Junioren/F-Junioren/E-Junioren) neue Spielformen eingeführt werden. Dieses Produkt nennt sich „play more football“. Der Glarner Kantonal Fussball Verband (GKFV) prüft aktuell die Einführung von „play more football“ ab diesem Frühling (ab Mai 2022). Ein Entscheid soll an der Präsidenten/Juniorenobmänner-Tagung im März 2022 fallen.
Bisher haben die F-Junioren den sogenannten 5er Fussball gespielt (ein Torwart und vier Feldspieler). Neu werden die Spiele an den F-Junioren-Turnieren in zwei Spielformen ausgetragen. Zum einem auf ein Grossfeld (analog dem aktuellen F-Junioren-Spielfeld) und zum anderen auf einem Kleinfeld (mit Kleintoren). Ebenfalls wird die Anzahl Spieler auf dem Grossfeld von fünf auf vier Spieler pro Team („vier gegen vier“ bedeutet ein Torwart und drei Feldspieler) reduziert. Bei den Spielen auf die Kleinfelder spielt man „drei gegen drei“ (ohne Torwart).
Auch bei den E-Junioren-Turnieren werden in Zukunft die Turniere mit zwei verschiedenen Spielformen ausgetragen. Auch bei den E-Junioren wird auf die Kleinfelder „drei gegen drei“ gespielt. Auf dem Grossfeld (analog dem aktuellen E-Junioren-Spielfeld) wird die Anzahl an Spielern im Vergleich zu den aktuellen Turnieren ebenfalls um einen Akteur pro Team reduziert. Neu werden die E-Junioren auf die Grossfelder dann „sechs gegen sechs“ (ein Torwart und fünf Feldspieler) spielen.
Hier die neuen Ausführungs-Bestimmungen des SFV für den Kinderfussball:
Der Deutsche Fussball Bund (DFB) geht einen ähnlichen Weg im Kinderfussball wie der SFV. Am 22. Januar 2022 hat sich der DFB-Bundesjugendtag einstimmig für die verbindliche Umsetzung der neuen Spielformen im Kinderfußball ausgesprochen. Die neuen Spielformen im Kinderfussball beim DFB sehen ähnlich aus, wie diejenigen des SFV. Die Regelung soll beim DFB mit Beginn der Saison 2024/2025 bundesweit in Kraft treten – also ein Jahr später als beim SFV. Ab diesem Zeitpunkt sollen die veränderten Spielformen, die im Kern kleinere Mannschaftsgrößen auf kleineren Spielfeldern vorsehen, die bisherigen Wettbewerbsangebote in der G-, F- und E-Jugend als feste Formate ablösen.
Gerne schauen wir an dieser Stelle über den „Tellerrand“, wie der DFB die Einführung der neuen Spielformen plant:
In der G-Jugend wird dann verbindlich im Zwei-gegen-Zwei oder Drei-gegen-Drei auf vier Minitore gespielt. In der F-Jugend wird ebenfalls das Drei-gegen-Drei empfohlen, alternativ ist auch ein Vier-gegen-Vier oder Fünf-gegen-Fünf möglich. In der E-Jugend wird fest zum Fünf-gegen-Fünf bis maximal Sieben-gegen-Sieben übergegangen, in dieser Altersklasse erfolgt auch der stufenweise Übergang zum Einsatz von Kleinfeldtoren und Torhüter*innen. Um den Leistungsdruck zu minimieren und die sportliche Entwicklung der Kinder stärker in den Vordergrund zu rücken, wird in der G- und F-Jugend keine Meisterschaftsrunde ausgetragen. Stattdessen sind Spielenachmittage und Festivals mit mehreren Mannschaften und Spielfeldern vorgesehen.
Integriert in die Spielformen ist ein Rotationsprinzip mit festen Wechseln der Spieler*innen, um allen Kindern Einsatzzeiten zu ermöglichen. Wichtigstes Ziel der Reform in den Altersklassen U 6 bis U 11 ist es, mit einer kindgerechten Art des Fußballs den Spaß am Spiel nachhaltig zu fördern. Den Spieler*innen werden mehr Aktionen und persönliche Erfolgserlebnisse ermöglicht.
Die neuen Wettbewerbsformen sorgen darüber hinaus dafür, dass Kopfbälle nahezu ausgeschlossen werden. Denn: Die Spielfeldgröße ist deutlich kleiner, Einwurf und Abstoß werden durch das Eindribbeln ersetzt, ein Abschlag durch den Torwart findet kaum statt. Somit gehen der DFB und seine Landesverbände altersgerecht mit dem Kopfballspiel im jungen Alter um, ohne Verbote oder Reglementierungen vorgeben zu müssen, wie es zum Teil andere Nationalverbände praktizieren.
Die Ansätze beim SFV und beim DFB sind die gleichen. Die Unterschiede liegen in den Details. Während beim SFV die F-Junioren auf die Grossfelder nur noch „vier gegen vier“ (ein Torwart und drei Feldspieler) spielen werden, wird ennet der Grenze beim DFB auf die Grossfelder „fünf gegen fünf“ (ein Torwart und vier Feldspieler) gespielt.
Bei den E-Junioren wird beim SFV auf die Kleinfelder „drei gegen drei“ (ohne Torwart) und auf die Grossfelder „sechs gegen sechs“ (ein Torwart und fünf Feldspieler) gespielt, während im DFB auf die Kleinfelder bei den E-Junioren „fünf gegen fünf“ und auf die Grossfelder „sieben gegen sieben“ (ein Torwart und sechs Feldspieler) gespielt wird.
Die Ideen und Überlegungen sind in beiden Verbänden dieselben. Durch die kleinen Teams werden die Junioren mehr Ballkontakte haben und müssen oder dürfen dadurch mehr Entscheide fällen.