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1. Information zum Zwergtaucher
Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) ist in der Region Schaffhausen ganzjährig anzutreffen und ein regelmässiger Brutvogel. In allen drei Kantonsteilen brütet die Art in Schilfbeständen entlang des Rheins und in Weihern mit genügend dichter Ufervegetation, wie dem Morgetshofweiher bei Thayngen oder dem Eschheimerweiher, Stadt Schaffhausen. Für das Jahr 2002 wurde für den Kanton Schaffhausen zwischen 11 und 50 Brutpaare angegeben (Nabulon, T. et al. 2003).
Der Zwergtaucher wird in der Schweiz nach der Roten Liste als potentiell gefährdet (NT) eingestuft. Betroffen ist die Art vor allem durch den Verlust oder die negative Beeinträchtigung seines Lebensraums. Dazu zählen u.a. das Trockenlegen und Auffüllen von Feuchtgebieten, die Belastung der Gewässer durch Umweltgifte, den Eintrag von Nährstoffen (Überdüngung), die Verkürzung der Wasser-Land-Kontaktbiotope durch Uferverbauung und -befestigung sowie die Störungen durch Sport- und Erholungsaktivitäten, seit einiger Zeit auch während den Wintermonaten.
Der Verein für Avifaunistik und Feldornithologie nimmt die Wahl des Zwergtauchers zum Vogel des Jahres 2024 als Anlass, die Brutbestände des Zwergtauchers in der Region Schaffhausen zu erfassen, um herauszufinden, in welchen Feuchtgebieten der Zwergtaucher brütet und wie hoch der Brutbestand aktuell ist. Weitere Infos zum Vogel des Jahres 2024 finden Sie unter dem Link: https://www.birdlife.ch/de/content/vogel-des-jahres-2024-zwergtaucher.
2. Instruktionen zur Erfassung der Brutbestände
Nachfolgend finden Sie die Informationen zur Teilnahme an dem Projekt und zur Erfassung der Zwergtaucher in den potentiellen Brutgebieten.
2.1. Bearbeitungsgebiet
Die Basis für das Erfassen der Brutplätze des Zwergtauchers (ZWT) ist der Kanton Schaffhausen (rote Symbole) und das Grenzgebiet zu Deutschland (orange Symbole). Unter dem Link: https://s.geo.admin.ch/wgfsvrty1t1y sind in einer Übersichtskarte natürliche und künstliche Feuchtgebiete markiert, die als potentielle Brutplätze für den Zwergtaucher in Frage kommen könnten, wobei die Karte keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Für die Koordination der Mitarbeitenden wurden die potentiellen Brutplätze in 21 Raster zusammengefasst.
2.2. Teilnahme am Projekt
Alle naturkundlich und ornithologisch interessierten Personen sind zur Mitarbeit an diesem Projekt herzlich eingeladen. Eine Anmeldung findet per E-Mail bei der Projektleitung statt. Bitte teilen Sie bei der Anmeldung mit, im welchem Raster Sie die Feuchtgebiete begehen möchten. Eine Anmeldung für die Teilnahme an dem Projekt sollte bis zum 10. April 2024 erfolgen.
2.3. Zeitpunkt des Projekts
Die Bestandserfassung in den übernommenen Rastern kann mit einer einzigen Zählung/Erfas-sung zwischen dem 15. April und dem 15. Juni 2024 erfolgen.
Hinweis: Ab Ende Juni bis Anfang September machen ZWT häufig Zweit- und Drittbruten, so dass sich die Brutperiode bis in den beginnenden Herbst hinziehen kann. Zweit- und Drittbruten in einem bereits gezählten Gebiet sollten deshalb nicht mehr erfasst werden!
2.4. Brutplätze
ZWT brüten an unterschiedlichen Feuchtgebieten, dazu zählen grössere Seen, künstlich geschaffene oder natürliche Kleingewässer sowie an langsam fliessenden Flussabschnitten oder Altarmen. ZWT bauen auf der offenen Wasserfläche oder versteckt in der Verlandungsvegetation Schwimmnester. Diese können entweder auf dem Untergrund aufsitzen oder schwimmend an der Vegetation verankert sein. Beide Partner beteiligen sich am Nestbau, das aus verschiedenen Wasserpflanzen besteht. Es wird während der gesamten Brutzeit ständig erweitert, dies kann bei steigendem Wasserspiegel zum Vorteil werden, da die Gelege nicht so schnell untergehen. Vor dem eigentlichen Nestbau werden sog. Paarungsnester angelegt auf den die Kopulation erfolgt. In der Umgebung des Brutnestes werden häufig Ruhenester angelegt, welche vom Partner und später von den Jungen genutzt werden. Die in einer saisonalen Monogamie lebenden Paare brüten, führen und füttern die Jungen gemeinsam. In der Regel besteht ein Gelege aus 5 bis 6 Eiern.
2.5. Erfassung der Brutstandorte
Je nach Grösse des Rasters und der Entfernung der potentiellen Brutplätze kann das Gebiet mit dem Auto oder dem Velo abgefahren oder zu Fuss begangen werden.
Von März bis Juni werden ZWT hauptsächlich durch das Balztrillern bzw. dem Duettgesang akustisch erfasst. Von Mai bis September können Zählungen der Neststandorte der Altvögel oder Jungvögel führende Paare durch Beobachtung stattfinden. Während dieser Zeit ist auch auf die Bettelrufe der Jungvögel zu achten. Die günstige Tageszeit ZWT zu erfassen sind die frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung. Bei Gewässern, die einer starken Freizeitnutzung unterliegen, sollte die Kontrolle in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden.
2.6. Eingabe der Beobachtungen
Die ZWT-Beobachtungen können direkt im Gelände mit Hilfe der «Naturalist» in das Smartphone eingegebeben und abgespeichert werden. Wer sich Notizen im Feld macht, gibt diese Daten dann zu Hause am PC über ornitho.ch ein. Dies erfordert jedoch gute Kartenkenntnisse, damit die Brutstandorte punktgenau eingetragen werden können. Jede ZWT-Beobachtung ist unbedingt ein Atlascode (AC) hinzuzufügen, mindestens einen AC 3 «Singendes Männchen während der Brutzeit anwesend, Balzrufe/Trommeln gehört oder balzendes Männchen gesehen». Informationen welcher Atlascode zur einer Beobachtung zu vergeben ist, sind unter folgendem Link zu finden:
Werden an Feuchtstandorten keine ZWT gesichtet, sind das sog. «negative» Fundmeldungen. Diese sind ebenfalls wertvoll und werden als sog. Nullmeldung in den oben erwähnten Meldeplattformen eingegeben. Die Fundmeldung wird mit einem AC 99 versehen.
Hinweis: Es ist empfehlenswert, die Karte des Bearbeitungsgebiets in «NaturaList» vor der Kartierung herunterzuladen («Bevorzugte Einstellungen» > «Offline-Karte» >»Ort hinzu-fügen»), damit sie «offline» zur Verfügung steht. Die Eingaben können somit bei fehlendem Funkempfang trotzdem eingegeben und zu Hause übertragen werden. Informationen sind unter folgenden Link zu finden: Art zur Brutzeit in einem möglichen Brutbiotop festgestellt: https://www.ornitho.ch/index.php?m_id=1020&item=6
2.7. Fotografieren und Verhalten im Feld
Zur Dokumentation und Veranschaulichung sind Fotografien von den Brutstandorten oft hilfreich. Dabei ist darauf zu achten, die Vögel und andere Lebewesen nicht zu beunruhigen.
Private und öffentliche Betretungsverbote sind bitte zu beachten, z.B. Betriebsgelände, Privatgrundstücke, Schutzgebiete, etc.. Vor dem Betreten immer das Einverständnis des Eigentümers einholen:
2.8. Allgemeiner Hinweis zu Erfassung der Vogelgemeinschaften
Feuchtgebiete mit ihren Ufern sind mit unterschiedlichen terrestrischen Lebensräumen vernetzt und bieten somit einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Dieses Projekt bietet daher die Gelegenheit, neben dem ZWT auch noch die anderen Vogelarten zu erfassen, die in der Nähe von Gewässern vorkommen, z.B. Teichrohrsänger, Rohrammern, Meisen, Grasmücken, Drosseln, Bläss-und Teichhühner, etc. Deshalb wäre es toll, wenn möglichst viele Teilnehmenden dieses Projekts, neben dem Erfassen der ZWT, auch noch Listen der anderen vorkommenden Vogelarten des besuchten Standortes erstellen könnten und diese entweder über NaturaList erfassen oder in ornitho.ch eingeben. Der Zeitaufwand dafür sind zusätzliche fünf Minuten.
2.9. Webseite
Informationen über den Verlauf des Projekts und die Ergebnisse der Auswertung werden auf der Webseite des Vereins für Avifaunistik & Feldornithologie der Region Schaffhausen präsentiert: www.avifaunistik.ch.