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Der Mittelwesten ist eine Mittelgebirgslandschaft im Zentrum des Bundesstaates mit kleinen und mittleren Kommunen, die sich aus den Nachfahren von italienischen, deutschen, österreichischen und japanischen Einwanderern zusammensetzen. Sie leben von der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Apfel-Produktion. Es gibt, darüber hinaus, einige Industrien des Metall-mechanischen Sektors. Die bedeutendsten Städte sind Joaçaba, Videira, Caçador, Treze Tílias, Curitibanos, Fraiburgo und Campos Novos.
Treze Tilias (6.599 Einwohner, Stand 11/2007)
Dreizehnlinden, ist das brasilianische Tirol: 436 km westlich von Florianópolis – eine besonders erlebenswerte Anfahrt. Auf einer Höhe von rund 800 Metern über dem Tal des Rio Peixe gelegen, wurde es erst 1933 durch eine Gruppe von eingewanderten Tirolern – unter der Leitung des damaligen österreichischen Landwirtschaftsministers Andreas Thaler – gegründet.
Während des 2.Weltkrieges hatten die ersten Siedler sehr unter der allgemeinen Diskriminierung in Brasilien zu leiden – sie widmeten sich vornehmlich der Landwirtschaft – und heute haben einige Männer die Kunst des Holzschnitzens ihrer Väter übernommen und sich daraus eine zusätzliche Einnahmequelle geschaffen. Die Folklore, die Architektur der Häuser, das Kunsthandwerk und die Tiroler Gastfreundschaft machen jeden Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Ein grosser Teil der Bürger hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und wählt bei österreichischen Wahlen über ein Vize-Konsulat, welches sich im Ort befindet. Ein Stück Heimat inmitten des tropischen Brasiliens. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass es in Treze Tilias weder Analphabeten noch Arbeitslose gibt!!
Das brasilianische Apfelparadies liegt in derselben Gegend, etwa 50 km von Treze Tilias, auf einer Höhe von 1.100 Meter über dem Meer und bietet durch dieses relativ kühle Klima ideale Voraussetzungen für den Anbau dieser eher europäische Temperaturen liebenden Frucht. Von der Schweizer Familie Frey 1938 gegründet und zunächst nichts als ein paar Häuschen um das familieneigene Sägewerk geschart, kam die kleine Kolonie erst durch die Verlegung der Siedler auf den Apfelanbau voran.
Heute stammen fast 50% dieser, für die Brasilianer exotischen Früchte, aus dem Gebiet um Fraiburgo – das sind über 250.000 Tonnen pro Jahr! Die Obstbauern benutzen inzwischen sogar ein Radar und in der Sowjetunion (1988) gekaufte Raketen, um Hagelstürme rechtzeitig zu erkennen und abzulenken! Wenn bei uns die letzten Äpfel geerntet werden – im Oktober – kommt man hier gerade zur zweiten (!) Apfelblütezeit zu Recht. Übrigens: versteht sich von selbst, dass man hier einen exzellenten Apfelstrudel serviert bekommt!
Neben den Europäern leben im Mittleren Westen Santa Catarinas aber auch Asiaten – und zwar die Nachfahren japanischer Emigranten. In der Kolonie Frei Rogério bearbeitet eine entschlossene japanische Gemeinschaft den Boden, der dort Gemüse, Früchte und viele bunte Blumen hervorbringt. Mit ihrer sprichwörtlichen Ausdauer dekorieren sie die Region mit Nelken und Chrysanthemen. Viele von ihnen sprechen kein Portugiesisch. Sie leben sich selbst zur Genüge und kultivieren schweigend die Erde und die Traditionen ihrer Vorfahren. Aber einmal im Jahr gehen sie aus sich heraus – zu ihrem Kirschblütenfest.