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Universität Bern • FS 2019
Von der Hilfe zur Zusammenarbeit. Schweizerische Entwicklungspolitik 1950–1978
Quellenkurs (2-Stündig)
Nach dem Zweiten Weltkrieg schuf die UNO 1949 das «Erweiterte Programm für Technische Zusammenarbeit», welches die Schweiz in den ersten Jahren mit 1 Million CHF unterstützte. Erste kleine Kredite für bilaterale Projekte folgten, die Entwicklungsgelder der Schweiz flossen in den 1950er Jahren indes vorwiegend über multilaterale Kanäle. Insgesamt dominierten vorerst noch die Initiativen der privaten schweizerischen Hilfswerke.
Im Zuge der Dekolonisierung von Afrika lancierte die UNO im Januar 1961 die «Erste Entwicklungsdekade». Auch die Schweiz reagierte mit der Ernennung eines Delegierten des Bundesrats für technische Hilfe und der Einrichtung eines entsprechenden Dienstes (DftZ) im Politischen Departement (EPD, heute EDA), aus welchem sich schliesslich im Laufe der Jahre die heutige Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) entwickelte.
Das Gewicht der Hilfe verschob sich in der Folge auf die bilaterale Ebene, wofür die Schweiz in den 1960er Jahren erstmals mehrere Staaten der Dritten Welt zu sog. «Schwerpunktländern» auserkoren hatte. Während dem DftZ die rein technische Zusammenarbeit oblag, wurden andere Formen wie Finanzhilfe oder handelspolitische Massnahmen unter Federführung der Handelsabteilung des Eidg. Volkswirtschaftsdepartement (später BAWI, heute SECO) durchgeführt. Das in den frühen 1970er Jahren unter dem Eindruck der zunehmend dynamischen globalen Wirtschaftsbeziehungen, des veränderten «Nord-Süd-Verhältnisses» und des sich wandelnden Entwicklungsdiskurses ausgearbeitete und 1976 verabschiedete Bundesgesetz über die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe bildet bis heute die rechtliche Grundlage für das Engagement der Schweiz im Rahmen der Entwicklungspolitik. Diese wurde schon in den 1970er Jahren von der Schweizer Diplomatie als «integraler Bestandteil der schweizerischen Aussenpolitik» deklariert. Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz diente seither auf konzeptioneller und diskursiver Ebene zur Umsetzung der aussenpolitischen Maximen der «Solidarität», «Neutralität» und «Universalität» in den Aussenbeziehungen der Schweiz, liess sich jedoch in vielen Fällen genauso mit handfesten aussenwirtschaftlichen Interessen erklären.
Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende, die sich für die Geschichte der Aussenbeziehungen der Schweiz interessieren und in diesem Bereich quellenbasiert arbeiten möchten. Der Kurs beinhaltet eine gezielte Einführung in die Funktionen und Dokumente der Datenbank Dodis (www.dodis.ch). Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie mit Hilfe von Dodis selbstständig zu einem bestimmten Thema Quellen suchen, analysieren und quellenkritisch diskutieren können.
Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende, die quellenbasiert arbeiten möchten. Der Kurs beinhaltet eine gezielte Einführung in die Funktionen und Dokumente der Datenbank Dodis. Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie mit Hilfe von Dodis selbstständig zu einem bestimmten Thema Quellen suchen, analysieren und quellenkritisch diskutieren können. Im Zentrum steht dabei der kritische Umgang mit Quellen als Grundlage der historischen Forschung.