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Oekumenische Kampagne "Brot für alle" und "Fastenopfer"
Kampagne 2020
Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.
www.sehen-und-handeln.ch
Andreas Lüdi-Räth,
Das Kind auf dem Kampagnenplakat
Wissen Sie, wie das Kind auf dem Kampagnenplakat heisst, wo es lebt und was es mit dem Maiskolben auf sich hat, den es uns zeigt? Das ist Miguel. Weil er noch klein ist, nennen ihn alle Miguelito. Er wohnt im Hochland von Guatemala und hat zum ersten Mal eigenen Mais gezogen. Für die indigene Bevölkerung Guatemalas hat der Mais, mit dem Schöpfungsmythos der Maya, eine wichtige spirituelle Bedeutung.
Die Parallelen zum biblischen Schöpfungsbericht und zur Urgeschichte (Sintflut) sind offensichtlich. Die Geschichte: «Ganz früher gab es nur den Himmel und das Meer. Aber die Götter vermissten jemanden, der sie anbetete. Deshalb beschlossen sie, Lebewesen zu erschaffen, und errichteten für sie zwischen Himmel und Meer einen trockenen Platz: die Erde.
Zu Beginn erschufen die Götter Tiere. Doch bald bemerkten sie, dass diese sie nicht anbeteten: Schliesslich konnten sie nicht sprechen.
Deshalb formten sie aus Schlamm einen Menschen. Der konnte zwar sprechen, aber er sprach nur zusammenhangslose Worte. Die Götter versuchten es mit Menschen aus Holz. Diese sprachen zwar und vermehrten sich. Aber sie vergassen, den Göttern zu danken. Die Götter schickten eine Flut, um die Holzmenschen loszuwerden. Doch diese konnten sich auf Bäume retten. Als die Flut endlich sank, vergassen die Holzmenschen, wieder hinunterzuklettern. Noch heute leben sie dort – als Affen.
Noch einen letzten Versuch wollten die Götter wagen: Sie sammelten Maiskörner, mahlten diese zu Mehl und mischten es mit Wasser. Daraus formten sie vier Menschen. Und da der Mais verschiedene Farben haben kann – z.B. Weiss, Gelb, Rot oder Braun –, entstanden Menschen mit verschiedenen Hautfarben.
Mit den Maismenschen waren die Götter nun zufrieden, denn sie lernten schnell, dass sie die Götter verehren und ihnen danken sollten.»
Aus dem Popol Vuh, dem heiligen Buch der Maya.
Saatgut ist wichtig, weil es die Grundlage unserer Ernährung ist. Es ist unglaublich anpassungsfähig, was unser Überleben auch in Zeiten des Klimawandels mit all seinen
Stürmen, Fluten und Dürren ermöglicht. Traditionelles und regionales Saatgut sichert die Ernährung der Menschheit. Das gilt aber nur, wenn es frei getauscht werden kann. «Brot für alle», «Fastenopfer» und «Partner sein» setzen sich deshalb mit ihrer Projektarbeit, ihrer Sensibilisierungsarbeit und auf entwicklungspolitischer Ebene dafür ein, dass dieser Angriff auf das Recht auf Nahrung abgewehrt werden kann. Saatgut heisst Leben und Leben darf
nicht zum monopolisierten Gut werden.
Denn Agrar- und Handelspolitiken setzen weltweit auf Wachstum und damit auf die industrielle Produktion von Agrarrohstoffen wie Palmöl oder Soja und High-Tech-Saatgut. Mit Sorten- und Patentschutz versuchen sie, den traditionell üblichen Tausch der Sorten zu verbieten. Förderung der industriellen Landwirtschaft, Sortenschutzgesetze, gewisse internationale Freihandelsabkommen begünstigen in Ländern des Südens einseitig das industrielle
Saatgut, welches in den Händen von vier Grosskonzernen liegt. Dadurch verlieren Kleinbauernfamilien und Indigene zusehends ihre Lebensgrundlagen. Aktuell produzieren Kleinbauern und -bäuerinnen rund 70 Prozent der Nahrung weltweit. Dieser Anteil sinkt: Konzerne, Banken, Versicherungen und Staaten haben sich auf der ganzen Welt 47,7 Mio. Hektaren Land für Grossprojekte angeeignet, welche nicht weiter für den Anbau von Nahrungsmitteln benutzt werden, sondern für Tierfutter und Palmöl für Fertigprodukte oder Kosmetika. Von diesem Land-Grabbing besonders betroffen sind Frauen, welche
vielerorts für die Ernährung ihrer Familien verantwortlich sind. Bauern und Bäuerinnen dürfen ihr selbst gezogenes Saatgut nicht mehr verwenden, sondern müssen jedes Jahr teures Saatgut kaufen. Wenn sie sich nicht an das Gesetz halten, werden sie verfolgt und ihr Saatgut wird konfisziert, wie es bereits in Kolumbien und Guatemala geschieht. 2018 wurde von der UNO die Bauernrechtsdeklaration unterzeichnet. Sie setzt sich unter anderem ein für bäuerliches Saatgut, für die Umwelt und Artenvielfalt und die Rechte der Produzentinnen und Produzenten unserer Nahrung.
Stimmen von Saatguthüterinnen und Saatguthütern
Saatguthüterin Carmen Lozano, Ecuador
«Wenn wir über Saatgut sprechen, sprechen wir über Lebewesen. Damit meine ich nicht
nur das Leben des Saatguts, sondern das Leben unserer indigenen Völker und der Tiere. Alles ist miteinander verbunden. Saatgut zu patentieren, bedeutet Diebstahl. Diebstahl am Wissen unserer Vorfahren, die dieses Saatgut entwickelt haben.»
Saatguthüter Nicolas Velasquez, Guatemala
«Das Saatgut ist Teil unseres traditionellen Wissens, Basis unserer Existenz, die unserer
Familien und Völker. Die Freihandelsverträge sind eine ungeheure Bedrohung für uns. Sie zwingen uns die Privatisierung des Saatguts durch Patente und Sortenschutz auf. Mit den Freihandelsverträgen kommt nicht nur Gentech-Saatgut ins Land. Wir werden auch mit Lebensmitteln überschwemmt, die unsere Ernährung vollkommen verändern.»
Saatguthüterin Dona Juana Vasquez, Guatemala
«Saatgut ist Leben. Das Saatgut, das wir von unseren Vorfahren erhalten und weiterentwickelt
haben, ist in einem umfassenden und tiefen Sinn nahrhaft. Es kommt aus der Mutter Erde und wird in diese Erde mit unserem Wissen und mit Ehrfurcht gesät. Die Früchte daraus
ernähren nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch die Erde und alle Elemente der Natur.»
Saatguthüter Eutimio Díaz, Mexico
«Wir haben in unseren Ländern eine ungeheure Vielfalt an Maissorten. Unser Austausch hier zeigt, dass das für unser Überleben als Indigene und Bauern zentral ist. In Mexico haben wir ein Netzwerk zur «Verteidigung des Mais» aufgebaut, um das Saatgut vor der Privatisierung durch Agrarkonzerne und der Verunreinigung mit Gentech-Sorten zu schützen.»
Für die Kommission OeME (Ökumene Mission Entwicklungszusammenarbeit)
Therese Bigler
Veranstaltungen zur oekumenischen Kampagne BFA FO
Suppentag Trimstein
Samstag, 15. Februar 2020, ab 11.15 Uhr, Schulhaus Trimstein
Gottesdienst zur oek. Kampagne BFA FO
Sonntag, 1. März 2020, 10.00 Uhr, ref. Kirche Münsingen
Suppentag Tägertschi
Samstag, 7. März 2020, ab 11 Uhr, Schulhaus Tägertschi
Fastenwoche
Dienstag, 4. Februar 2020, 19 Uhr, kath. Pfarreizentrum Münsingen (Infoabend)
Freitag, 13. März 2020 - Freitag, 20. März 2020, täglich um 19 Uhr, Chappeli Münsingen
Gottesdienst mit SuppenSonntag Rubigen/Allmendingen
Sonntag, 15. März 2020, 10 Uhr und ab 11.15 Uhr, Kirche und Schärme Kleinhöchstetten
Bibliodrama
Mittwoch, 18. März 2020, 19.30 Uhr, kath. Pfarreizentrum Münsingen
Rosenverkauf
Samstag, 21. März 2020, 9 -12 Uhr, Münsingen
Suppentag Münsingen
Samstag, 21. März 2020, ab 11 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus Münsingen
Filmabend
Mittwoch, 25. März 2020, 19.30 Uhr, kath. Pfarreizentrum Münsingen