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Seit dem Bergsturz von Bondo wurden im Gebiet rund um den Piz Cengalo sehr viele Daten gesammelt. Anhand von Luftbildern und Geländemessungen lässt sich nun sagen, wie viel Material tatsächlich bewegt wurde und was wo liegen geblieben ist. Roderick Kühne arbeitet beim Bündner Amt für Wald und Naturgefahren. Er ist zuständig für die Auswertung der Luftbilder und der Daten des Geländes rund um den Piz Cengalo.
SRF News: Roderick Kühne vom Bündner Amt für Wald und Naturgefahren, was ist die wichtigste Erkenntnis aus den Daten?
Die ersten groben Auswertungen bestätigen uns nun die Kubatur, diese zirka drei Millionen Kubikmeter Fels, die am Piz Cengalo ausgebrochen sind.
Eine Hypothese ist, dass das Gletschereis ein Faktor hätte sein können.
Es war immer die Frage, von wo das Wasser kam, das nach dem Bergsturz zum grossen Murgang führte, ist man da weiter?
Eine Hypothese ist, dass das Gletschereis ein Faktor hätte sein können. Wir haben das nun in dieser ersten Analyse untersucht und haben gesehen, dass rund 600'000 Kubikmeter Gletschereis mobilisiert wurden durch den Felssturz.
Das heisst, der Sturz hat einen Teil des Gletschers am Fuss des Cengalo mitgerissen. Wäre das eine mögliche Erklärung für den Murgang?
600'000 Kubikmeter Eis ist eine beträchtliche Menge. Es ist ein möglicher Faktor, es sind noch andere Faktoren, die wir untersuchen. Ziel ist es sagen zu können, was die Relevanz der einzelnen möglichen Auslöser war.
Welche Fährte verfolgen sie sonst noch?
Der Gletscher ist ein möglicher Faktor, es ist aber auch so, dass im Fels selbst, in den Kluftstystemen, immer Wasser drin ist. Das ist auch zu untersuchen.
Das Gespräch führte Silvio Liechti