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Legislaturindikator: Entbehrungen von Pflegeleistungen aus finanziellen Gründen
Auszug aus dem Legislaturziel 13: [D]er Zugang der gesamten Bevölkerung zu umfassender und qualitativ hochstehender medizinischer Betreuung [soll] gewährleistet sein.
Bedeutung des Indikators: Der Zugang zur Gesundheitsversorgung soll für alle Bevölkerungsgruppen gewährleistet sein. Bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen können insbesondere finanzielle Faktoren, wie eine hohe Kostenbeteiligung von Patientenseite, einen limitierenden Einfluss darstellen und zur Entbehrung führen. Die Entbehrung von zahnärztlichen Behandlungen spielt hierbei insofern eine besondere Rolle, als deren Kosten im Gegensatz zur medizinischen Grundversorgung in der Regel nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden.
Der Indikator zeigt den Anteil der ständigen Bevölkerung ab 16 Jahren, der aus finanziellen Gründen keinen Zugang zu ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchungen hat. Berücksichtigt werden Personen, deren verfügbares Äquivalenzeinkommen in den untersten 20% liegt, das heisst im 1. Quintil der Einkommensverteilung.
Quantifizierbares Ziel: Der Zugang zur Gesundheitsversorgung steht allen offen. Der Anteil der Personen, der aus finanziellen Gründen der Gesundheitsversorgung fernbleibt, verringert sich.
Kommentar
Der Anteil der Wohnbevölkerung in der untersten Einkommensklasse, der aus finanziellen Gründen auf einen Besuch beim Arzt oder Zahnarzt verzichtet, ist zwischen 2007 und 2013 von 8,3% auf 11,5% gestiegen. Im Jahr 2014, nach einer Revision der Erhebung, belief er sich auf 11,2%. Nach einer weiteren Revision im Jahr 2015 betrug dieser Anteil 6,1% und stieg zuletzt auf 7,8% im Jahr 2016.
Demgegenüber fällt der Anteil der Gesamtbevölkerung, die auf ärztliche oder zahnärztliche Untersuchungen verzichtet, geringer aus: Er bewegte sich zwischen 2007 und 2014 um 5%, nach der zweiten Revision im Jahr 2015 lag er bei 3% und erreichte im Folgejahr 3,6%.
Allgemein werden vor allem zahnärztliche Untersuchungen nicht in Anspruch genommen: Der Anteil der Bevölkerung in der untersten Einkommensklasse, der auf den Besuch bei einem Zahnarzt verzichtet, lag 2016 bei 7,8%. Dagegen belief sich dieser Anteil bei den ärztlichen Leistungen auf 0,6%. Dieser Unterschied besteht auch bei der Gesamtbevölkerung (2016: 3,4% bei zahnärztlichen, 0,5% bei ärztlichen Leistungen). Er erklärt sich unter anderem dadurch, dass zahnärztliche Leistungen üblicherweise nicht durch die obligatorische Krankenversicherung gedeckt sind.
Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund verzichtet ebenfalls öfter auf zahnärztliche als auf ärztliche Leistungen. Im Jahr 2016 nahmen 5,4% der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zahnärztliche Leistungen aus finanziellen Gründen trotz deren Notwendigkeit nicht in Anspruch. Damit liegt dieser Anteil mehr als doppelt so hoch wie jener der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (2,2%). Beim Verzicht auf ärztliche Leistungen fällt dieser Unterschied geringer aus: Hier verzichten 0,5% der Bevölkerung mit und 0,4% ohne Migrationsstatus aus finanziellen Gründen auf notwendige Pflegeleistungen. Die Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund erklären sich unter anderem durch die Einkommensunterschiede zwischen den beiden Gruppen.