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Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kasachstan sind sehr gut und sollen weiter ausgebaut werden. Kasachstan trat im September 2010 der Schweizer Stimmrechtsgruppe in den Bretton-Woods-Institutionen bei. Das Land ist ein wichtiger Partner in verschiedenen bilateralen und multilateralen Initiativen im Bereich Wasserdiplomatie. Die Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen hat sich in den vergangenen Jahren intensiviert.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Kasachstan
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Seit 2005 finden regelmässige politische Konsultationen mit Kasachstan statt, die seit 2016 auch Menschenrechtsfragen erfassen.
Kasachstan gehört zu den Schweizer Stimmrechtsgruppen bei der Weltbank, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie bei der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF).
Mit der Initiative «Blue Peace Central Asia» fördert die Schweiz die regionale Wasserzusammenarbeit unter den fünf zentralasiatischen Ländern und unterstützt grenzüberschreitende Initiativen im Wassermanagement. Ein Berater mit Sitz in Almaty (Kasachstan) koordiniert die regionalen Aktivitäten. Kasachstan war zudem ein wichtiger Partner im High Level Panel on Water and Peace. Dieser Prozess will die Bedeutung von Wasser als Mittel der friedlichen Konfliktbeilegung und -prävention stärken.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Von den fünf zentralasiatischen Republiken (Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan) ist Kasachstan der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten haben sich intensiviert und es besteht bedeutendes Potenzial. Mit einem bilateralen Gesamthandelsumsatz von fast 2,8 Mrd. US$ belegt die Schweiz in der kasachischen Statistik den fünften Rang der wichtigsten Handelspartner. Ebenso figuriert die Schweiz gemäss Statistik der Nationalbank Kasachstans als drittwichtigster ausländischer Investor (nach den Niederlanden und den USA). Rund 40 Schweizer Unternehmen haben sich in Kasachstan niedergelassen.
Seit 1999 finden regelmässige Treffen im Rahmen der gemischten Wirtschaftskommission statt. Die Schweiz exportiert vor allem Chemie-, Pharmaprodukte und Präzisionsinstrumente. Sie importiert mehrheitlich Erdöl und Erdgas.
Im Rahmen der Schweizer Bemühungen gegen den Missbrauch ihres Finanzplatzes führt die Schweiz über einen Treuhandfonds der Weltbank 48 Mio. USD an Kasachstan zurück. Die Gelder sollen der Bevölkerung Kasachstans zugutekommen. Die DEZA und die Weltbank haben am 20. Dezember 2012 eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Forschende aus Kasachstan können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Schweizerinnen und Schweizer in Kasachstan
Ende 2017 lebten gemäss Auslandschweizerstatistik 31 Schweizerinnen und Schweizer in Kasachstan.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte die unabhängige Republik Kasachstan am 23. Dezember 1991. Anfänglich war die Schweizer Botschaft in Moskau für die politischen und diplomatischen Beziehungen zuständig. 1994 wurde in der damaligen kasachischen Hauptstadt Almaty ein Konsulat eröffnet und 1998 zum Generalkonsulat umgewandelt.
Die Schweiz eröffnete im März 2009 in der kasachischen Hauptstadt Astana eine Botschaft. Im Zuge der Eröffnung wurde das Generalkonsulat in Almaty zu einem Honorarkonsulat umgewandelt.