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Argentinien - Fussball-News
Copa Diego Armando Maradona - 2020#CopaDiegoMaradona-Tweets
Format Copa de la Liga Profesional / Copa Diego Armando Maradona In der Gruppenphase gibt es eine Hin- und Rückrunde, die ersten beiden jeder Gruppe kommen in die Copa Principal, die anderen beiden Teams spielen die Copa Secundaria. Die Copa Principal wird in einer einfachen Runde gespielt, es gibt zwei Gruppen mit 6 Mannschaften, die beiden Gruppensieger stehen im Final. Der Sieger des Cups ist für die Copa Libertadores 2021 qualifiziert. Die Copa Secundaria hat denselben Modus wie die Copa Principal. Der Sieger spielt gegen den Finalverlierer der Copa Principal um einen Platz in der Copa Sudamericana 2022.
Mit dabei ist der Argentinien-Schweizer Kevin Gissi, er stürmt für Deportivo Morón. Er wurde rechtzeitig zum Saisonstart fit. Zuerst kämpfte er mit Muskelbeschwerden und danach war er wegen eines positiven Corona-Tests in Isolation. Der Klub belegte Platz 5 der Zona A beim Abbruch der Saison, Kevin Gissi war dabei mit 5 Treffern der beste Torschütze seiner Mannschaft. Damit ist der Verein für den oberen Teil der Aufstiegsplayoffs (Primer Fase Ascenso - Zona A) qualifiziert. Ein Aufstieg wäre eine grosse Überraschung, aber in dieser Saison ist vieles möglich und das Team ist top motiviert.
Deportivo spielt seit den 1960-er Jahren hauptsächlich in der zweithöchsten Liga, aber nur 1969 reichte es für eine Erstliga-Saison. Dazwischen musste auch immer wieder ein Abstieg in die dritte Liga hingenommen werden. Anfangs dieses Jahrhunderts wurden die Rot-Weissen in der dritten Liga (Primera B Metropolitana) heimisch, erst 2017 glückte die Rückkehr in die Primera Nacional. In der Aufstiegssaison gelang auch der grösste Erfolg der Klubgeschichte. Dabei wurden gleich vier Erstligisten nach einander eliminiert (Patronato, San Lorenzo, Unión de Santa Fe, Olimpio), erst im Halbfinal fand das Märchen gegen River Plate ein Ende.
Bei CA Estudiantes de Caseros verteidigt neu mit Santiago Zurbriggen ein Argentinier mit Schweizer Vorfahren. Im ersten Spiel gelang ihm das wichtige 1-1, zum Schluss gewann man 3-1 und führt die Tabelle nach einer Runde an. Nun träumt man vom direkten Durchmarsch. Auf dem Transfermarkt war man aktiv, darunter sind auch Leihspieler aus der ersten Liga. Mit Mauricio Giganti steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Aber der Aufstieg wäre trotzdem eine grosse Sensation.
Der Verein aus Caseros wird vielfach auch Estudiantes Buenos Aires genannt. Die Blüte des Klubs war in den Anfängen des Fussball, ab 1904 bis 1934 spielte die Mannschaft erstklassig. Danach folgte der langsame Niedergang, 1959 folgte sogar der Abstieg in die vierte Liga. Danach startete Estudiantes eine kleine Renaissance, 1977 gelang die Rückkehr in die erste Liga. Diese Hausse war nur von kurzer Dauer, nach einer Saison war wieder Schluss mit Erstliga-Fussball, 1986 landete das Team in der dritten Liga. Zweimal gelang kurzfristig die Rückkehr in die zweite Liga, ab 2001 hiess es nur noch Tercera División. 2019 folgte endlich die Promotion in die Primera Nacional.
Mit Marcos Gelabert ist ein alter Bekannter neu bei Gimnasia y Esgrima Mendoza unter Vertrag. Der 39-jährige spielte zu seinen besten Zeiten in der Schweiz beim FC St.Gallen, FC Basel (u.a. Double 2010) und bei Xamax Neuchâtel. Nach sechs Jahren bei San Martín de San Juan bekam er keinen neuen Vertrag mehr. Nun versucht er sein Glück in der Weinstadt Mendoza.
Der wohl bekannteste Namen spielt bei Aufsteiger Club Agropecuario Argentino, Stürmer Valentín Viola wurde von Nueva Chicago geholt. Er war ein grosses Talent und wechselte 2012 für ca. 4 Mio. Euro von Racing Club zu Sporting nach Lissabon. Der Durchbruch gelang nicht, nach diversen Leihgeschäften in Europa ist er seit 2017 wieder in Südamerika - seit 2019 in der zweiten Liga. Agropecuario ist eine Besonderheit, der Klub wurde 2011 von Bernardo Grobocopatel gegründet. In Argentinien sind Fusionen selten und die Klubs entsprechend alt. Nun sieht es nach dem ersten Retortenklub aus. Dahinter steht die gesamte Familie Grobocopatel mit der Firmengruppe Los Grobo (u.a. Los Grobo Agropecuaria). Die Gruppe gehört zu den grössten Weizen- und Soja-Produzenten des Landes.
Das Schweizer Bruderpaar Dylan und Kevin Gissi sind wieder mitdabei. Beim Verteidiger Dylan wurde zwar der Vertrag bei CA Tucumán nicht verlängert und lange sah es schlecht für ihn aus, doch schlussendlich unterschrieb er bei CA Patronata einen Kontrakt. Beim Klub aus Paraná stand er bereits in der Saison 2018/2019 unter Vertrag, damals konnte der Klassenerhalt knapp geschafft werden. Nun gibt es bis 2022 keinen Absteiger mehr, der Verein wird froh sein und dürfte sich im Niemandsland der Tabelle wieder finden. Gissi soll mit Leandro Marín die Innenverteidigung bilden. Sein Partner hat ebenfalls eine Schweizer Vergangenheit. Er spielte eine Saison bei Lausanne-Sport. Kevin Gissi ist dagegen Stürmer, er versuchte sich in jungen Jahren kurz bei Servette. Nun spielt er seit gut einem Jahr bei CD Morón in der Primera Nacional. Ein Aufstieg wäre eine grosse Überraschung, doch das Team aus der Provinz Buenos Aires wird es sicherlich versuchen. Bessere Chancen dürfte Santiago Zurbriggen haben, der Spieler aus Santa Fé hat unverkennbar Schweizer bzw. Walliser Vorfahren. Er wechselte von Mittelfeldklub CA Alvarado zu CA Estudiantes de Caseros. Der Klub stand beim Unterbruch auf Platz drei seiner Gruppe, in den Aufstiegsplayoff ist aber alles möglich. Ein weiterer Schweiz-Argentinier spielt bei CA Unión - Nicolás Andereggen. Er versuchte sich knapp zwei Jahre beim FC Zürich, vorwiegend spielte er dort in der Promotion League. Nun versucht er bei seinem Jugendklub durchzustarten. Beim Auftaktmatch der Copa de Liga Profesional stand er bereits in der Startaufstellung, vielleicht gelingt ihm nun der Durchbruch.
Viele Vereine der Superliga bzw. der Liga Profesional haben auslaufende Verträge, nicht verlängert um Geld zu sparen. Ein Grossteil der Klubs hatte bereits vor der Corona-Pandemie finanzielle Probleme, dies hat sich noch deutlich verstärkt, trotz der staatlichen Unterstützungen. Erschwerend für erfahrene Spieler kommt hinzu, dass für die nächsten beiden Saisons der Abstieg ausgesetzt wird. Somit kann gespart werden, ohne dass die Vereine in den Abstiegsstrudel geraten. Die FAA und die Spieler waren deshalb mehrheitlich gegen die Aussetzung der Relegation.
Bei Atlético Tucumán wurden deshalb die Verträge von Ariel Rojas, José Luis Fernandez und des Schweizers Dylan Gissi nicht verlängert. Der Genfer war bereits Ende 2018 ein halbes Jahr vereinslos. Vielleicht erinnert sich ein Schweizer Klub an ihn, ansonsten muss er auf die neue Saison ab Januar 2021 hoffen. Central Córdoba aus Santiago del Estero hat den Abgang von 14 Spielern bekannt gegeben. Sicherlich hätte der Trainer Alfredo Berti den einen oder anderen Spieler sowieso ausgemustert, aber diese Anzahl ist natürlich ebenfalls den Finanzen geschuldet. Die meisten Klubs handhaben dies so, für den Grossteil der Spieler stehen schwierige Zeiten bevor. Einzig die wenigen Topstars, welche in Dollar bezahlt werden, sind abgesichert.
Doch nicht nur die kleineren Mannschaften haben Probleme - in grossen wirtschaftlichen Nöten stecken zwei der Cinco Grandes - Independiente und San Lorenzo. Mittels Anwälten verhandelt Independiente mit Torwart Martín Campaña und Verteidiger Gastón Silva, beide haben beträchtliche Forderungen offen. Dies bereits aus der Zeit vor Corona. Mit dem Uruguayaner Gastón Silva versucht man sich gütlich zu einigen, damit der Klub noch eine Transfersumme herausholen kann - bei einem Abgang in diesem Sommer. San Lorenzo hat bereits eine FIFA-Sperre für die nächsten drei Transferperioden aufgebrummt bekommen. Dies wegen der Nichtzahlung der Transfersumme für Paulo Diaz an CD Palestino, er spielt bereits seit 2018 nicht mehr beim El Ciclon. Der Liga Profesional-Chef und San Lorenzo Präsident Marcelo Tinelli legt beim TAS Berufung ein. Immerhin steht mit Adolfo Gaich ein Youngster unter Vertrag, er dürfte diesen Sommer verkauft werden und die leere Kasse etwas füllen.
Die gesundheitliche Lage in Buenos Aires und Umgebung ist Besorgnis erregend, während dem in einigen Provinzen keine oder fast keine Corona-Fälle mehr auftreten. In Mendoza ist die Lage sehr ruhig, die Antonio Tomba aus Godoy Cruz könnte deshalb wieder trainieren. Dies unterbindet aber die Liga, damit alle Klubs dieselben Voraussetzungen haben. Bereits haben einzelne Regionen angeboten ein Turnier bzw. eine Meisterschaft bei ihnen durchzuführen. Dies ist bis jetzt nicht auf Gegenliebe bei der AFA gestossen. Die Führung hofft weiterhin ab September oder Oktober ein Übergangsturnier durchführen zu können.
Für die Klubs und die Spieler wird ein Übergangsturnier die Probleme nur marginal entschärfen. Erstens bringen Geisterspiele kein Geld und zweitens ist die argentinische Wirtschaft als Ganzes am Boden. Die Fans haben kein Geld für den Fussball und die Sponsoren werden ihre Ausgaben ebenfalls anderweitig einsetzen. Die einzige Linderung kann der Transfermarkt bringen. Der eine oder andere Hoffnungsträger wird nach Europa verkauft werden können. Der Fussball und die argentinische Gesellschaft steht vor sehr schwierigen Zeiten.
#LigaProfesionalDe - #SuperligaArgentina ist nach 3 Saisons bereits wieder Geschichte - Lange lebe die #LigaProfesional - das Chaos dahinter ist dasselbe - die AFA übernimmt - der Name und der Sloagen sind neu - #EstoEsPasión #ElfFutArgentina #Argifutbol https://t.co/Z3RmLF8myX pic.twitter.com/6c14nuFqAT— Elfsport.ch (@ElfsportCH) May 23, 2020