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|Abt Wolfleoz (812-816)

Abt Wolfleoz
Wolfleoz, 812-816. Wolfleoz war Mönch in St. Gallen. In einer Urkunde aus dem Jahre 800 ist er als Zeuge erstmals faßbar. Nach dem Tode des Bischofs Egino wurde er im Jahre 811 Bischof von Konstanz. Die Abhängigkeit des Klosters St.Gallen von Konstanz war so groß, daß Wolfleoz nach dem Tode des Abtes Werdo am 30.3.812 keinen Nachfolger ernannte, sondern die Leitung des Klosters selbst übernahm. Ratpert schließt an den Tod Werdos gleich die Wahl Gozberts an, doch die Äbteliste und die Urkunden zeigen, daß Wolfleoz für kurze Zeit dem Kloster vorgestanden hat. Als erster hat er Klosterämter an Laien vergeben, die ihm ergeben waren und seinen Interessen eher dienten als die ihm feindlich gesinnten Mönche. Für das Kloster hatte dies aber schlimme wirtschaftliche Folgen. Wolfleoz überschritt damit die Kompetenzen, die ihm der Vertrag von 759/6o zwischen Bistum und Kloster erlaubte. Daher wandten sich die Mönche klagend an Kaiser Ludwig den Frommen, der den früheren Vertrag am 27.1.816 bestätigte. Kurze Zeit danach gestand Bischof Wolfleoz St. Gallen die freie Abtswahl zu, denn bereits im Mai 816 tritt ein neuer, von den Mönchen frei gewählter Abt auf, zudem bestätigte König Ludwig am 19.10.833 unter anderm die freie Abtwahl, was nur aufgrund eines Vertrages zwischen Bischof und Kloster geschehen konnte. Wolfleoz starb als Bischof von Konstanz am 15.3.838 oder 839.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)