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Ein paar Worte zur Geschichte
In allen Kulturen und über alle Zeiträume hinweg finden sich Hinweise, dass man das Ohr benutzte, um Krankheiten zu behandeln.
Der französische Arzt Nogier erforschte seit 1950 systematisch die Ohrakupunktur. Ihm waren arabische Patienten aufgefallen mit Narben an der Ohrmuschel. Bei diesen waren Kauterisation durchgeführt worden wegen Lumbalgie und Ischialgie mit sofortigem Nachlassen der Schmerzen. Nogier versuchte zuerst selber zu Brennen, ersetzte dann die Methode durch Nadeln. Er erzielte trotzdem positive Wirkungen, ohne bleibende Narben zu hinterlassen. Er dauerte aber noch drei Jahre bis er den Zusammenhang zwischen Wirbelsäule und ihrer umgekehrten Projektion auf die Anthelix des Ohrs erkannte. In der Folgezeit entdeckte Nogier, dass alle Organe des Körpers am Ohr repräsentiert sind.
Die Ohrakupunktur beruht auf der Vorstellung, dass die Ohrmuschel einen auf dem Kopf liegenden Fetus widerspiegelt. Anhand dieses Bildes ergibt sich eine Repräsentation der Körperregionen und -organe in bestimmten Bereichen des Ohrs, so finden sich beispielsweise am Ohrläppchen die Reflexzonen der Kopforgane, am Rand der Ohrmuschel diejenigen der Wirbelsäule usw. In der oberen Ohrhälfte sind im vorderen Bereich die Beine lokalisiert, im hinteren die Arme.
Die Ohrakupunktur und Ohrakupressur kann bei sehr vielen Beschwerden eingesetzt werden. Sie eignet sich sehr gut in der Schmerztherapie (akut und chronisch). Die Therapie kann auch bei Allergien, hormonellen Problemen, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten genutzt werden.
Nicht immer ist die Ohrbehandlung die richtige Wahl der Therapie. Bei starker Schmerzempfindlichkeit am Ohr ist es nicht ratsam. Genauso wie bei Ekzemen, Geschwüren, frischen Verletzungen und Entzündungen der Ohrmuschel. Ansonsten gelten die allgemeinen Kontraindikationen, die bei allen Therapiemethoden zur Anwendung kommen.