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Sernf
oder
Sernft (Kt. Glarus).
2100-516 m.
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Rechtsseitiger Nebenfluss der Linth und deren grösster Zufluss im Gebiete der Glarneralpen. Er durchzieht das Sernfthal zuerst in nö., dann in n., hierauf in nw. und zuletzt in w. Richtung und beschreibt so einen grossen halbkreisförmigen Bogen um den O.-Fuss der Freibergkette herum. Sein Sammelgebiet wird im W. von der Freibergkette, im S. von der Hausstock Vorab- und Sardonakette, sowie im O., und N. von der Kette begrenzt, die sich von der Sardona nordwärts bis zum Magereu und von letzterem westwärts bis zum Gufelstock erstreckt.
Der
Sernf entspringt einem kleinen Gletscher, der über dem obersten Stafel der Wichlenalp an die NO.-Wand
des Hausstocks sich anlehnt, durchfliesst dann unter dem Namen Wichlenbach in ö. Richtung die den Hintergrund des Sernfthales
bedeckende Wichlenalp und wird hier durch mehrere Bäche verstärkt, deren wichtigste von der S.-Seite des Kärpfstocks herkommen.
Auf dem untern Stafel der Wichlenalp, bei etwa 1200 m, nimmt er auf der rechten Seite den vom Panixerpass
kommenden, aus dem malerischen Felsentor des Jätzschlund hervorbrechenden Jätzbach auf und heisst von dieser Stelle an
Sernf.
Als wasserreicher Bach fliesst er nun in nö. Richtung bis nach Elm in einer stellenweise ziemlich kräftig in den Thalboden
eingeschnittenen Rinne und erhält unterwegs viele kleinere Zuflüsse, die teils von der N. Abdachung
des Vorab, teils aus dem Kärpfgebiete kommen. Unter den letztern sind der Bischofbach und der Steinibach die wichtigsten. Zwischen
Elm und Engi durchfliesst der
Sernf nun den mittleren Abschnitt des Sernfthales, zuerst in rein n. und dann in nw. Richtung.
Auf dieser Strecke nimmt er von links her aus der Freibergkette nur kleinere Bäche auf, darunter die Kühbodenruns, die Benzigenruns, den Berglibach und die Engiruns; von rechts her eilen ihm dagegen mehrere wasserreiche Bäche zu, nämlich der Kaminbach mit dem Tschingelbach, der Krauchbach und der Mühlebach. Nachdem er in ruhigem Laufe die Wiesenflächen des mittleren Sernfthales durchflossen hat, tritt er n. Engi mit verstärktem Gefälle in den untersten Thalabschnitt ein.
Schäumend und brausend durcheilt er
das schluchtartig verengte, von bewaldeten Steilhängen eingefasste Thal und empfängt
von rechts noch einige Bäche, deren wichtigster der von der Fessisalp herkommende und kurz vor der Einmündung noch
einen prächtigen Wasserfall bildende Hellbach ist. Der
Sernf biegt im untern Teil dieses Thalabschnittes zu rein w. Richtung
um, nimmt beim Eintritt ins Linththal noch seinen bedeutendsten Zufluss, den von links her aus der Freiberggruppe kommenden
Niederenbach auf und vereinigt sich unmittelbar nachher, am N.-Ende des Dorfes Schwanden, in 516 m mit
der Linth, der er an Wassermenge fast ebenbürtig ist.
Seine Gesamtlänge von der Einmündung des Jätzbaches an misst 18,2 km; sein Gefälle beträgt von jener Stelle bis nach
Elm 5,3%, von Elm bis zur Engibrücke 2,2%, von dieser bis zum Eintritt in die Linth 4,9%, das durchschnittliche Gefälle
3,8%. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts floss der
Sernf in ungeregeltem Bette über den Thalboden zwischen Elm und Engi
und richtete dort, namentlich im 18. Jahrhundert, bei Hochwassern öfters arge Verheerungen an. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts
wurde die Flussstrecke zwischen der Einmündung des Berglibaches bei Matt und dem Dorf Engi nach einem fachmännischen
Plane korrigiert.
Die Kosten beliefen sich auf rund 200000 Fr. und wurden fast ganz von den beiden Gemeinden Matt und Engi getragen. Die Anwohner
der Linth, namentlich die Gemeinde Schwanden, machten diesem Werke heftige Opposition, da sie befürchteten, der korrigierte
Sernf werde der Linth grössere Geschiebemassen zuführen. Allein diese Befürchtungen haben sich als
grundlos erwiesen. In den Jahren 1874-1877 wurde der Fluss zwischen Teufenboden (2 km n. Elm) und dem Dorf Matt in der Weise
korrigiert, dass die frühern scharfen Kurven abgeschnitten und dem Fluss ein möglichst geradliniges Bett gegeben wurde.
Durch den Bergsturz von Elm wurde der
Sernf eine Strecke weit verschüttet, so dass ihm von
der Säge in Elm bis ans untere Ende des Trümmerfeldes ein neues Bett gegraben werden musste, bei welchem Anlass man das Flussbett
nordwärts bis zur Brücke beim Weiler
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Schwändi korrigierte. Die Wasserkraft des
Sernf ist lange nicht in dem Masse in den Dienst der Industrie gestellt wie
diejenige der obern Linth. Zwei einzige Etablissemente benutzen dieselbe, nämlich das mit einer Säge verbundene kleine Elektrizitätswerk
in Elm und die Weberei Engi. Die Triebkraft für die Spinnerei in Matt, die Weberei Sernfthal in Engi und die
Sernfthalbahn wird durch die grossen Seitenbäche des Sernf, den Krauchbach und den Mühlebach, geliefert. Ueber den Sernf
führen ausser einer Anzahl hölzerner Stege und Brücken zwei steinerne Brücken, die alte malerische Engibrücke und die
bei Anlass des Baues der Sernfthalbahn neu erstellte Brummbachbrücke s. Matt.