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Die kleine Kirche Santa Maria gehört zum ältesten Kern von Mendrisio. Der Weg zur Kirche ist mit Kieselsteinen gepflastert, einer erhaltenen und damit wertvollen Spur des ursprünglichen Gehweges. Die kleine Kirche riecht so alt wie die Gassen, in denen man sie erreicht. Von dem ersten Gebäude romanischen Ursprungs, das später restauriert wurde, blieb nur der Glockenturm aus dem 17. Jahrhundert und vielleicht das Kirchenschiff erhalten. Das Innere besteht aus einem einzigen kleinen Mittelschiff, dessen Gewölbe mit Fresken von Angelo Sala bedeckt ist, die Engel im Flug darstellen. Auf der rechten Seite des Schiffes befindet sich die kleine Kapelle, die dem heiligen Karl geweiht ist und von großem künstlerischen Wert ist: Außergewöhnlich sind die elliptische statt kreisförmige Kuppel nach Tradition und die kostbaren Stuckarbeiten barocker Inspiration mit den typischen Motiven von Muscheln, Füllhörnern und Früchten. In der Nische des Altars zeigt die schöne Statue von Agostino Silva in einem lebendigen und belebten Bild den Segen des heiligen Karl Borromäus, gekleidet in feierliche zeremonielle Gewänder, zwischen zwei Cherubim, die von einer solchen autoritativen Heiligkeit fast eingeschüchtert sind. In der Nische der linken Wand verdient die tragische und fast expressionistische Madonna del pianto Aufmerksamkeit, deren Gesicht von einer erbärmlichen Grimasse verformt wird: Es ist ein ungewöhnliches Bild der Jungfrau, die meist auch unter Schmerzen komponiert erscheint. Auf dem Hauptaltar, in weißem Stuck und Blattgold, ein Altarbild, das die Geburt der Jungfrau darstellt. Neben der Kirche wurden dank archäologischer Ausgrabungen im Jahr 2002 wichtige Reste von Mosaikböden gefunden, die zu einer großen römischen Villa aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert n. Chr. gehören.