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Acetyl-L-Carnitin ist eine vor allem neuroaktive Version des L-Carnitin. ALCAR wurde in einigen klinischen Studien bei Depressionen, leichter Demenz, Müdigkeit und Erschöpfungszuständen erforscht.
Fettverbrennung und Gewichtsreduktion – L-Carnitin wirksamer bei stark kalorienreduzierten Diäten
L-Carnitin hat durch die starke Präsenz als Nahrungsergänzungsmittel in Sportstudios an Bekanntheit gewonnen und gilt als ein klassischer Fatburner. Obwohl mehrere klinische Untersuchungen zeigen konnten, dass eine L-Carnitin Einnahme die Fettverbrennung messbar erhöht, konnte man dies nicht so eindeutig für die Gewichtsabnahme zeigen. Ein Problem in den vorhandenen Studien ist, dass eine Vergleichbarkeit zwischen den Arbeiten nicht gegeben ist und viele widersprüchliche Ergebnisse vorliegen. Leider wurden die Teilnehmer nicht auf eine kalorienreduzierte Diät gesetzt, sondern konnten nach Belieben essen.
Dem gegenüber steht eine ältere deutsche Studie, bei der die Teilnehmer auf eine Diät gesetzt wurden und L-Carnitin oder ein Placebo bekamen. In einer placebokontrollierten Studie mit übergewichtigen Teilnehmern, wurden diese auf eine 5-tägige Fastenphase ohne Essen und eine darauf folgende 2-tägige, stark kalorienreduzierte Diätphase gesetzt. In den 7 Tagen verzehrten die Teilnehmer also nur sehr wenig Kalorien. Diejenigen, die zum Fasten 4 g L-Carnitin täglich erhielten, empfanden weniger Hunger, weniger Müdigkeit und fühlten sich insgesamt körperlich fitter, als jene die lediglich auf die strenge Diät gesetzt wurden.
Die Einnahme führte zum höheren Gewichtsverlust und einer stärkeren Reduktion des Hüftumfangs. Eventuell erhöhte die drastische Diät den L-Carnitin Bedarf, so dass die Einnahme von L-Carnitin diesen wieder ausgleichen konnte. Demzufolge würde sich die Einnahme von L-Carnitin Kapseln oder Pulver zum Fasten, wie dem Intermittierenden Fasten, anbieten oder bei generell stark kalorienreduzierten Diäten. Ältere Menschen scheinen besser auf das Carnitin anzusprechen und verloren in einer Doppelblindstudie -3 kg mehr als die Kontrollgruppe.
Es ist unklar ist ob das verabreichte L-Carnitin die Fettverbrennung direkt stimulieren konnte oder nicht eher der altersbedingten Müdigkeit entgegenwirkte und die körperliche Betätigung und dadurch die Kalorienverbrennung anregen konnte. In einer weiteren doppelblind placebokontrollierten Studie verloren Frauen mit dem Polyzystischen Ovar Syndrom -2,7 kg und -2 cm Bauch-, sowie -2,5 cm Hüftumfang mehr, wenn sie über 12 Wochen lediglich 250 mg L-Carnitin einnahmen. Die Aufnahme kann durch die begleitende Einnahme von Kohlenhydraten signifikant verstärkt werden. Dabei darf die Menge der Kohlenhydrate jedoch nicht die gewünschte Kalorienreduktion beeinträchtigen, schließlich kann ohne eine Diät auch das L-Carnitin keine Gewichtsabnahme verursachen oder unterstützen.
L-Carnitin als Unterstützung für Sportler
In einigen Untersuchungen steigerten sie weder die aerobe noch die anaerobe Leistung. Andere Studien zeigten eine Steigerung der anaeroben Sprintleistung, wenn Glycin Propionyl-L-Carnitin vor dem Leistungstest eingenommen wurde, jedoch ist die benötigte Dosis unklar. Die Kombination aus Koffein und L-Carnitin konnte die Ausdauerleistung und Freisetzung der Fettsäuren aus den Fettzellen besser anregen als die einzelnen Wirkstoffe allein.
L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin bei älteren Menschen
Ältere Menschen profitieren anscheinend mehr vom L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin als jüngere, da die Konzentration der beiden Substanzen im Muskelgewebe mit dem Alter sinkt. Forschung mit Tiermodellen zeigt, dass die Gabe von Acetyl-L-Carnitin die Bildung von Mitochondrien bei älteren Tieren anregte und den Abbau von angelagerten Alterspigmenten in Nervenzellen und der Augenlinse stimulierte. Eine Meta-Analyse von klinischen Versuchen zeigt, dass ältere Menschen durch Acetyl-L-Carnitin bei Demenzerscheinungen eine Besserung der kognitiven Fähigkeiten nach 2-3 Monaten Anwendung erfuhren, bei einem Dosisbereich von 1,5-3 g täglich. Andere klinische Studien stellten eine Besserung der körperlichen Schwäche und geistigen Müdigkeit, wenn Senioren L-Carnitin einnahmen.
Die Einnahme von L-Carnitin resultiert laut den vorliegenden Publikationen in einer Zunahme von Muskelmasse, einer Reduktion des Körperfetts, mehr Aktivitätsdrang und eine verbesserten Gedächtnisleistung bei älteren Menschen. Dennoch reichen die Anzahl und die Qualität der Studien noch immer nicht aus um diese Wirkung ausreichend zu belegen oder L-Carnitin zu diesen Zwecken seriös zu bewerben.
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Acetyl-L-Carnitin stimuliert die Freisetzung der Neurotransmitter Serotonin und Wachsamkeit und wird von manchen Anwendern als Ersatz für Koffein genommen. Die stimulierende Eigenschaft liegt jedoch deutlich unter dem des Koffeins und unterscheidet sich in der empfundenen Art und Weise der Stimulation. In Tiermodellen regte ALCAR zudem die Freisetzung von Nervenwachstumsfaktoren wie NGF, GDNF, BDNF an und wurde in klinischen Versuchen bei Erschöpfung, Depressionen und depressiven Verstimmungen eingesetzt in einem hohen Dosisbereich von 1-3 g täglich. Anwender nutzen üblicherweise 500-1000 mg täglich.
Die Ergebnisse sind gemischt, während vor allem Menschen mit depressiven Verstimmungen nach 30 Tagen gut auf das ALCAR ansprachen, erzielte es bei bipolaren Depressionen überhaupt keine Wirkung.
Kardiovaskuläre Gesundheit
L-Carnitin wurde in klinischen Studien als vorteilhaft für die kardiovaskuläre Gesundheit befunden, da es leicht gegen erhöhten systolischen Blutdruck wirkt, das Lipidprofil verbessert und laut der Meta-Analyse von 13 klinischen Untersuchungen bei Infarktpatienten die Überlebensrate erhöht.
Defizit
Ein L-Carnitin Defizit kommt in manchen Krankheitsfällen oder in leichter Form bei Vegetariern und Veganern vor, diese nehmen L-Carnitin auch schlechter auf als Fleischkonsumenten und weisen eine geringere Carnitin Konzentration im Muskelgewebe auf. Dies ist nicht untypisch für Vegetarier und Veganer, die auch einen Beta-Alanin und Creatin Mangel aufweisen können. Da L-Carnitin Gegenstand zahlreicher Studien war, kann es als ein sicheres Nahrungsergänzungsmittel mit einem sehr geringen Nebenwirkungsprofil bezeichnet werden.