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Von 1915 bis 1943 wurden in Thun von der «Abteilung Flug» der Eidgenössischen Werkstätten K+W Flugzeuge gebaut und auf dem Werksflugfeld getestet.
Lange vertraute die Schweiz punkto «Luftwaffe» einzig auf die in Bern stationierten Ballontruppen. Erst 1914 wurde auf Beschluss des damaligen Bundesrats Motta in Thun mit dem Bau eines Flugfeldes begonnen und die «Abteilung Flug» von K+W ins Leben gerufen. Diese wurde am 1. Juli 1915 eröffnet – und August Haefeli zum Leiter der Entwicklungs- und Konstruktionsbetriebe ernannt. Der zuvor bei Henri Farmann in Paris und den AGO-Flugzeugwerken in Berlin als Konstrukteur tätige Haefeli veranlasste sogleich den Bau und das Einfliegen von sechs DH-1-Doppeldeckern mit Doppelrumpf. Dieses erste Baumuster stiess bei den Armeepiloten aber auf ein ebenso zwiespältiges Echo wie die verbesserte DH-2. Erst mit dem 1918 vorgestellten Aufklärer und Trainer DH-3, dem Prototyp des Jagdeinsitzers DH-4 und der bis zu 180 km/h schnellen DH-5 stieg die Akzeptanz.
Nach dem Ersten Weltkrieg umfasste die Schweizer Luftwaffe 68 Flugzeuge und 81 Piloten – für die man nun kaum noch Verwendung hatte. Die auf 60 Mitarbeiter mehr als halbierte Abteilung Flug baute bis 1931 dennoch rund 100 Doppeldecker des Typs DH-3 und gut 80 Flugzeuge des Typs DH-5. Ergänzend zu den in den Kriegsjahren errichteten Holzhangars (wurden in den 1970er-Jahren abgebrochen), wurden 1922 eine Werkstätte und eine grosse Flugzeughalle für die Endmontage errichtet.
Am 25. Januar 1928 stürzte «Einflieger» Max Cartier auf der Allmend ab – und Haefeli verliess K+W. Interimistisch übernahm der Franzose Émile Dewoitine die Fabrikationsleitung und in Thun entstanden Lizenzbauten seiner Flugzeuge sowie anderer französischer und holländischer Modelle.
1929 wurde der robuste Ganzmetalljagdeindecker Dewoitine D-27 bei der Fliegertruppe eingeführt, er wurde mit 65 Stück zum wichtigsten Schweizer Jagdflugzeug der 1930er-Jahre. 15 Maschinen wurden als Abfangjäger mit dem hochgezüchteten Hispano-Suiza-HS-57-12-Mc-Motor ausgerüstet. Nach zu vielen Motorendefekten wurden sie aber wieder zurückgebaut. Die D-27 blieb bis 1944 im Dienst der Luftwaffe.
Ab 1939 wurden unter der Ägide der Flugpioniere Marcel Touret, Max Buri und Jürg Branger in Thun wieder eigene Kampfflugzeuge entwickelt, welche der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg zur Verfügung standen: der Doppeldecker C-35, der Eindecker C-36 sowie die in Lizenz gefertigte Morane.
Die Serienfertigung der C-36 erlebte K+W in Thun allerdings nicht mehr. Die Flugzeugfertigung wurde 1943 nach Emmen verlegt. Der Flugplatz blieb zunächst erhalten – bis 1948 mit der «Vampire» das erste Düsenflugzeug kam und klar wurde: Thuns Graspiste hat ausgedient.
1953 beschloss das Eidgenössische Militärdepartement, den Militärflugplatz Thun aufzuheben – und Platz für mehr Panzer zu schaffen. So endete eine weitere wichtige Epoche des Waffenplatzes Thun.