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Standortfrage
Provisorische Lösungen
Auf dem Unteren Brühl
Ein bisschen Stadtpark
Ganzer Stadtpark
Frühes Interesse an St.Jakob
Alternative Standorte
Die Standortfrage
Schönenwegen?
Kreuzbleiche?
Weiherweid – St.Georgen?
Kinderfestplatz?
Girtannersberg?
Östliche Stadtteile?
St.Jakobs-Areal!
Provisorische Lösungen
Auf dem Unteren Brühl
Die erste OLMA fand 1943 in provisorischen Zelthallen auf dem Unteren Brühl vor der Tonhalle statt. Als provisorisches Areal standen der OLMA später nebst dem Unteren Brühl, der Grossmannsche Park (heute Stadttheater), der Kantonsschulpark, das Areal der alten Kavalleriekaserne an der Steinachstrasse (vis-à-vis des Tramdepots) sowie der südwestliche Teil des Stadtparks und ein Grundstück an der Sonnenstrasse/Jägerstrasse zur Verfügung.
Geländeplan im 1. OLMA-Katalog 1943
Unterer Brühl von oben
Über den Dächern vom Unteren Brühl
Tonhalle im 1949
Kantonsschulpark im Jahr 1949
Nescafé wurde an der OLMA der breiten Bevölkerung bekannt gemacht.
Die Moststube ist das älteste Restaurant auf dem OLMA-Gelände.
Ein bisschen Stadtpark
Bereits für die zweite «Ostschweizer Land- und Milchwirtschaftliche Ausstellung» OLMA 1944 in St.Gallen waren die provisorischen Hallen etwas anders disponiert. Gleich blieb die eingezwängte Situation zwischen Tonhalle und den Schulhäusern Talhof und Blumenau. Jedoch waren es statt der vier nun fünf Hallen auf dem Unteren Brühl. Hinzu kamen in der Tonhalle die Küchliwirtschaft und die Degustationsstände. Neu waren die Hallen im südöstlichen Stadtparkbereich und die Brücke über die Museumsstrasse zur Tonhalle. Im Stadtpark residierte die OLMA ab 1944 bis 1964.
Stadtpark Weg zur OLMA-Halle 6 geschützt durch Dächer vom Kinderfest
Ganzer Stadtpark
Die Landmaschinen benötigten 1946 immer mehr Raum, die Halle 2 war für gewerbliche Maschinen, Elektrizität, Gasfeuerung und Lichtwirtschaft reserviert. Gleichzeitig dehnte sich die OLMA weiter Richtung Osten aus und belegte nun praktisch den ganzen Stadtpark vor den beiden Museen.
Ausstellung in OLMA-Halle 2
Frühes Interesse an St.Jakob
Schon früh fokussierten sich Interesse und Begehrlichkeiten auf das Areal der Strafanstalt St.Jakob, also dem heutigen Messegelände. Auch der Stadtrat favorisierte diesen Standort und begründete dies in einer Vorlage an den Gemeinderat vom Juni 1947 unter anderem mit der «verkehrstechnisch äusserst günstigen Lage und den Erweiterungsmöglichkeiten durch etappenweise Realisierung in den an die Strafanstalt angrenzenden Liegenschaften».
Die Strafanstalt St. Jakob musste bald schon dem OLMA-Gelände weichen
Alternative Standorte
Die Standortfrage
Die Standortfrage und die Benutzung von Grünflächen und Plätzen vor und bei Schulhäusern führten immer wieder zu teils heftigen Diskussionen und diversen alternativen Standortprojekten. Im Bericht der Olma Schweizer Messe vom 16. August 1947 wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert:
Schönenwegen?
Zu Schönenwegen/Lerchenfeld steht folgendes: «Das Areal wäre genügend gross und eben. Es liegt aber 2,5km vom Bahnhof entfernt und so exzentrisch, dass der grösste Teil der Stadt vom Messeverkehr nicht berührt würde. Die baulichen Verhältnisse sind nicht sehr günstig, weil der Untergrund für schwere Hochbauten einen grossen Aufwand erfordere.»
Kreuzbleiche?
Dieses Gelände liegt ca. 900 Meter vom Bahnhof, also verhältnismässig nahe. Es ist eben und würde baulich keine Schwierigkeiten bereiten. Es hat ebenfalls den Nachteil, dass der Verkehr zu und von der Messe nur die für das Geschäftsleben der Stadt unwichtige Strecke vom Bahnhof bis zur Reitbahn berühren würde, sodass der geschäftlich bedeutendste Teil der Stadt von der Veranstaltung wenig Vorteil hätte. Eine Belegung der Kreuzbleiche durch die OLMA hätte die Verlegung des Waffenplatzes zur Folge. «Eine Verlegung der Kaserne St.Gallen, die in jeder Beziehung den militärischen Bedürfnissen entspricht, auf das Breitfeld, ist nicht gerechtfertigt und kann nicht verantwortet werden», liess das eidgenössische Militärdepartment verlauten.
Landwirtschaftliche Ausstellung 1927
Weiherweid – St.Georgen?
«Hier würde ein baulich günstiges Gelände von genügender Grösse zur Verfügung stehen, sofern die Schiessanlage verlegt werden könnte. Die Eigentümerin der Liegenschaft hat aber Verhandlungen über einen Verkauf abgelehnt. Die Distanz vom Bahnhof beträgt 2,65km, ist also sehr beträchtlich.»
Kinderfestplatz?
«Dieser Platz liegt an sich nicht ungünstig. Er ist aber baulich schwer verwendbar, da die Unebenheiten sehr gross sind. Die Zweckbestimmung des Areals für das Jugendfest und für Turnen und Sport steht der Ausnützung für Messezwecke ebenfalls entgegen.»
Girtannersberg?
«Das Gelände des Waisenhauses auf dem Girtannersberg würde für die Bedürfnisse einer Messe flächenmässig annähernd ausreichen. Es liegt günstig: nur 1,3km vom Bahnhof entfernt. Die Zu- und Wegfahrt könnte befriedigend geregelt werden. Die Eigentümerin ist aber vorerst nicht willens, die Abgabe der Liegenschaft für die OLMA zu diskutieren.»
Östliche Stadtteile?
«Auf der östlichen Stadtseite bis Neudorf ist nirgends eine genügende Freifläche vorhanden. Dort kämen die Liegenschaften Blumenwiese östlich des Notkerianums und Stephanshorn westlich und nördlich der Stadtgärtnerei in Frage. Die Verkehrsverhältnisse und baulichen Voraussetzungen wären günstig, aber die Distanz vom Bahnhof ist mit 3,5km für eine Stadt von der Grösse von St.Gallen entschieden zu gross.»
St.Jakobs-Areal!
Bericht vom 16. August 1947 der OLMA-Leitung an den Stadtrat z.Hd. des Gemeinderates: «Das St.Jakobs-Areal ist das günstigste Gelände nach Abwägung aller Möglichkeiten. Es liegt nur 1,5km vom Bahnhof entfernt und kann mit Tram, Trolleybus und anderen Verkehrsmitteln auf verschiedenen Strassen erreicht werden und zwar immer so, dass der Hauptverkehr zu und von der Messe durch das Geschäftszentrum der Stadt führen muss. Zur Entlastung der Verkehrsabwicklung steht zudem auch der Bahnhof St.Fiden zur Verfügung, der für einen Teil der Besucher bequem gelegen ist. Sehr vorteilhaft ist das Vorhandensein eines Geleiseanschlusses für den An- und Abtransport von Waren und Tieren. Das Gebiet, das in verschiedenen Etappen überbaut werden könnte, umfasst total ca. 80‘000m², darunter: St.Jakob-Areal, Schlachthof, Wiedacker, Notkerstrasse und korrigierter Steinachstrasse (Gaskessel, Silberstrecke), Schellenacker und Krämerareal.»
Das weiterführende Kapitel zu den Hallenbauten ist hier zu finden.