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Künstlername: Gilberto
Kompletter Name: Gilberto da Silva Mello
Geburtsdatum: 25/04/1976
Geburtsort: Vila Isabel (RJ)
Position: Abwehr
Link: Fehlanzeige
Vereine:
2012 bis 2013: América FC (MG) Ende Jahr endete seine aktive Fussballzeit
2011 bis 2012: EC Vitória (BA)
28/07/2009: Cruzeiro (MG)
31/01/2008 bis 27/05/2009: Tottenham
01/07/2004 bis 30/01/2008: Hertha Berlin
01/2004 bis 30/06/2004: São Caetano (SP)
2002 bis 12/2003: Grêmio (RS)
1999 bis 2001: Vasco de Gama (RJ)
1998 bis 1999: Inter Mailand
1998: Cruzeiro (MG)
1996 bis 1997: Flamengo (RJ)
1993 bis 1995: América (RJ)
WM-Einsätze Seleção:
WM 2010 Südafrika
WM 2006 Deutschland
Gilberto war mit vollem Herzen Berliner – nicht oft identifiziert und lebt ein Spieler so sehr für den Verein wie Gilberto. So gibt es über ihn auch die Geschichte, dass er einst ein Training der Seleção nicht wahrnahm, weil er als Neuankömmling bei Hertha Berlin ein wichtiges Training verpasst hätte. Als der damalige Trainer von BSC davon erfuhr, konnte er es kaum fassen, dass sich ein Spieler so sehr dem Verein verschrieb und mit der Angst, eine Ermahnung zu bekommen, lieber ein Treffen mit seinen Landsmännern der brasilianischen Mannschaft absagte. So war auch sein Ausspruch nicht weiter verwunderlich: “Hertha ist mein Leben, denn ich arbeite für Hertha und Arbeit ist mein Leben“ und das war es immerhin 4 intensive Jahre. Absolute Aufopferung und eine sympathische Ausstrahlung hatten ihn zum Liebling der Berliner Fans gemacht.
Gilberto da Silva Mello wurde am 25.04.1976 in Rio de Janeiro geboren, genauer gesagt in Vila Isabel als Sohn von Nilton Roberto und Mutter Elenice. Er hat einige Geschwister, die Nélio, Nilberto, Edmílson, Nilson, Nilderson und Nilzinete heissen. Er gilt als einer der besten Links-Aussen Spieler der Welt, aber er musste sich das mit viel Training hart erkämpfen. Von seinem Bruder Nélio wurde er früher “Marreco“ genannt und unter diesem Spitznamen kannte man ihn auch zunächst auf den Fussballplätzen in Rio oder aber im Futsal, dem “Innen-Fussball“. Nachdem sein Vater bereits gestorben war, als er noch ein kleiner Junge war, wurde er von seiner Mutter aufgezogen und von Anfang an hat er immer die Chancen, die ihm das Leben gab, bestmöglich genutzt. Von frühester Jugend an wusste er es, Schule und Lernen mit dem Fussball mit seinen Freunden und Brüdern zu vereinen. Bald merkte er, dass er sehr gut mit dem Ball umgehen konnte und vor allem bei einigen seiner Brüder mithalten konnte – wie z.B. Nélio, der auch schon brasilianischer Meister mit Flamengo im Jahre 1992 wurde. So begann er früh seine Karriere bei der A.A.V.I. – dem athletischen Verband des Stadtviertels Vila Isabel, gerade einmal 10 Jahre alt. Erstaunlich ist, dass er weit entfernt von seiner jetzigen aktuellen Position auf dem Feld zu spielen anfing. “Ich war zunächst Torwart, da ich damals einen Test nicht bestand und daraufhin meinen Trainer, der damals einen Torwart benötigte, bat, den Test zum Torwart machen zu dürfen. Der Trainer stimmte zu und so stieg ich ganz am Anfang im Futsal ein“, so erinnert sich Gilberto.
Witzig auch, dass bei ihm viel mehr Talent im Umgang mit den Händen als mit den Füssen festgestellt wurde und er nach ca. einem Jahr in den Tennis Club von Grajaú eintrat. Dort spielte er erfolgreich, gewann einige Titel für den Verein, nach wie vor die sportliche Karriere immer mit der Schule vereinbarend! Anfang der 90er Jahre sah sein Tag etwa folgendermassen aus, sich komplett seinem Sport und der Schule aufopfernd: In der Früh ging er ins Kolleg in Méier, dort hatte er ein Stipendium als Athlet erhalten. Am Nachmittag trainierte er mit der Jugend von América, das in Andaraí weit entfernt lag, und – puh – abends spielte er weiterhin mit den Erwachsenen von Grajaú Futsal – auch wenn er nach wie vor im zarten Jugendalter steckte. 1993 kam es zu seinem ersten offiziellen Einsatz als Professioneller mit gerade mal 17 Jahren – mittlerweile war er als Meister und gerade im Bereich Futsal weit über Rio hinaus bekannt. “Ich war noch sehr jung zu dieser Zeit, aber der Trainer brauchte in dieser Zeit Spieler, die als Professionelle mitspielen konnten. Ich wurde schliesslich für ein Spiel zwischen Flamengo und América in Caio Martins aufgestellt. Bei dieser Gelegenheit spielte ich auch gleich das erste Mal gegen meinen Bruder Nélio“, so Gilbertos Erinnerung. Bald darauf war er absoluter Profi und gewann mit seinem Club aus Andaraí schon Titel, als er mit seinem Bruder im Club Flamengo aus Gávea zusammenspielte.
Es war das Jahr 1996 und bald in seiner ersten Meisterschaft für Flamengo wurde er Carioca Meister – mit einem herausragenden Team, das unter anderem so Namen wie Romário, Sávio, Amoroso, Ronaldão und viele andere auflisten konnte. “Ich halte mich für einen Spieler, der sich verwirklicht hat, weil ich mit fast allen Teams, mit denen ich spielte, Titel gewonnen habe und darüber hinaus die Ehre hatte, mit Spielern zusammenzuspielen, die zu den weltweit bekanntesten unserer Zeit gehören: Romário, Ronaldo, Edmundo, Bebeto, Renato Gaúcho, Juninho Pernambucano“, so zählt Gilberto auf.
Bis 1997 verteidigte er Flamengo, und gewann mit dem Verein im gleichen Jahr auch den Copa dos Campeões Mundiais. Er wechselte zu Cruzeiro 1998 und gelangte in drei Finale, Copa Mercosul, brasilianische Meisterschaft und Meisterschaft von Minas Gerais. Gilberto zog die Aufmerksamkeit von Inter Mailand aus Italien auf sich und so spielte er die Saison 1999 an der Seite seines Freundes Ronaldo dort. “Es war sehr schön, ihn dort wieder zu treffen, hatten wir ja auch schon früher zusammen Futsal gespielt, ich für Grajaú und er für São Cristóvão.“ Nach wenigen Chancen im italienischen Fussball kehrte Gilberto nach Brasilien bereits nach einer Saison zurück, direkt zu Vasco. Ein wahrer Berg an Emotionen erwartete ihn in jener Zeit dort. Er heiratete Taís, mit der er heute bereits zwei Mädchen Gabriella und Marina hat. Ausserhalb des Spielfeldes eine Zeit mit 1000 Wundern und innerhalb des Felds ganz einfach gut. Zweiter Meister weltweit der Clubs am Anfang des Jahres und Titel des Pokals Guanabara, so war Gilberto auf einem absoluten Höhenflug – leider nur plagten ihn mehr und mehr Muskelschmerzen im Rückenwirbelbereich.
Im August 2000 wurde nach mehreren Untersuchungen und Röntgenaufnahmen die Diagnose Riss am fünften Wirbel des Rückgrats festgestellt. “Das war eine sehr harte Zeit. Ich war technisch sehr gut, aber diese Schmerzen schränkten mich zu sehr ein“, erinnert sich Gilberto nicht wirklich gerne an damals. Er wurde im Oktober des gleichen Jahres von Dr. Deusdeth Gomes do Nascimento, den ehemaligen Präsident von ABBR mit viel Erfolg operiert. Auch die weitere Behandlung durch die Ärzte Clóvis Munhoz und Alexandre Campelo war herausragend, für die physiotherapeutische Behandlung war Fernando Campbell verantwortlich und mit ihm arbeitet er nach wie vor zusammen. Während der Phase der täglichen Behandlungen schoss Gilberto bereits wieder Tore, eines davon von so einer Wucht und Energie, die seine Verfassung und Genesung deutlich zeigte: voller Energie, Tatendrang und einem unglaublichen Willen, wieder auf den Rasen zurückzukehren. “Ich hatte keinen anderen Ausweg, als diese Operation hinter mich zu bringen, war voller Angst, meiner Karriere zu schaden, wurde aber von allen so gut und professionell behandelt, dass ich alles gut überstand. “Nach der OP und all den Behandlungen die folgten hatte ich nie mehr Schmerzen“, dankt Gilberto aus ganzem Herzen.
Nach seiner vollkommenen Genesung der Rückenprobleme blieb er bis 2002 bei Vasco, dann ging es weiter nach Grêmio im Süden Brasilien. Während seiner Zeit in Rio Grande do Sul geschah es dann auch, dass er das erste Mal in die brasilianische Nationalmannschaft gerufen wurde. Genauer gesagt im Jahre 2003 und damals auch schon von Carlos Alberto Parreira, dem Coach der Seleção im WM-Jahr 2006. Es ging um das Turnier des Konföderationen-Pokal in Asien. Er hatte mit seinem aktuellen Team noch keine Titel gewonnen, als Gilberto einen unglaublichen Strick band- für seinen Verein, die Fans und die Presse. Er führte bei einem Spiel, das für Grêmio wohl unvergesslich sein wird, sein Team erfolgreich an. “Es war das Spiel Vasco – Grêmio, 2:3, in der brasilianischen Meisterschaft 2003. Ich schoss zwei Tore und verhalf Grêmio aus der zweiten Liga zum Aufstieg“.
Er spielte bereits bei São Caetano, als er 2004 einen der beiden wichtigsten Trainer seiner Karriere wieder traf: Tite. An seiner Seite verhalf er seinem Verein zum Titel Paulista in einem denkwürdigen Finale mit Paulista aus Jundiaí. “Ich war sehr gut in meiner Zeit dort und habe nach wie vor ein besonderes Verhältnis zu diesem Club. Es war der erste Titel den São Caetano in der ersten Liga errang und der dem Team verhalf, der Geschichte des ewigen zweiten Teams ein Ende zu setzen.“ Gilberto selbst sah sich wieder für das brasilianische Team zur Copa América aufgestellt – kurz danach und das mit Recht. Jedoch, als ob ihm das Schicksal einen Streich spielen wollte, verletzte sich Gilberto am Oberschenkel und er musste vom Turnier zurücktreten.
Der herausragende Meistertitel aus São Paulo für São Caetano brachte es mit sich, dass unzählige Angebote aus dem In- und Ausland für Gilberto eintrafen, und nach längerem Hin und Her wurde schliesslich ein Abkommen mit Hertha BSC Berlin im Juli 2004 abgeschlossen. Dort spielte und lebte er mit ganzem Herzen den Berliner Fussball. In der Saison 2005 spielte er von 34 ganze 33 glänzende Bundesligaspiele, sein Ausstieg und Tief bei der Copa América war vergessen und zum Konföderationencup in Deutschland wurde er wieder in die Nationalmannschaft geholt. Diesmal gab es keine Probleme, keine Verletzung und Gilberto wurde mit seinem Team Turniersieger. Mit sehr viel Vorausschau, viel Energie und Willen, und klar, einem technischen vorzüglichen Fussball erkämpfte er sich das Trikot Nummer 6 der Mannschaft.
An der WM 2006 war er als Reserve für Roberto Carlos im Team der 23 Kanarienvögel Brasiliens. Seine Ernennung nannte er selbst “ein Tor in der letzten Minute“, so glücklich und gelöst gab sich Gilberto nach der Bekanntgabe des Kaders. “Ich war sehr nervös und aufgeregt. Ich hatte mich ein paar Mal in der Vergangenheit verletzt und konnte bei bestimmten Gelegenheiten nicht alles für die Seleção geben, auch wenn ich danach eine gute Vorstellung beim Konfed-Cup abgab. ….
Auf die Frage hin, ob er denn nun mit Roberto Carlos um die Position an sich kämpft, erwidert er energisch: “Nein. Ich habe immer für den Reserveplatz von Roberto Carlos gekämpft. Es ist mir sehr wohl bewusst, dass er derjenige ist, der spielen wird. Ich werde natürlich versuchen, das Beste im Training zu geben, um, falls notwendig, bereit für einen Einsatz zu sein. So Gott will, wird mit Roberto nichts passieren, aber während der WM ist es ein Muss, dass ich immer im Falle einer Verletzung oder einem Ausfall von ihm bereit sein kann hundertprozentig einzuspringen.“
Am 31. Januar 2008 wechselte Gilberto nach England zu Tottenham Hotspur. 25 Tage später, am 24. Februar, konnte er gleich seinen ersten Erfolg mit den “Spurs“ feiern, als die Mannschaft mit 2:1 nach Verlängerung gegen den FC Chelsea gewonnen hat. Allerdings kam Gilberto bis dahin auf keinen Einsatz für die Engländer.
Ende Juli 2009 – nach anderthalb Jahren bei Tottenham – einigte sich Gilberto mit den Spurs auf eine Vertragsauflösung im gegenseitigen Einvernehmen. Gilberto kam bei Tottenham insgesamt nur auf zehn Einsätze (sieben in der Premier League, drei im UEFA-Pokal). Gilberto kehrt in seine Heimat zurück und verstärkt ab sofort den Finalisten der Copa-Libertadores – Cruzeiro Belo Horizonte.
Am 11. Mai nominierte Carlos Dunga Gilberto ins Kader der Seleção für die Weltmeisterschaft in Südafrika.