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Obama muss weg, findet Historiker Niall Ferguson und erklärt das in der Titelgeschichte eines amerikanischen Magazins. Professoren-Kollege Paul Krugman macht das ziemlich sauer.
Eigentlich will Niall Ferguson bald nach Amerika ziehen. Acht Jahre, nachdem er von der Uni Oxford nach Harvard gewechselt ist, will er nun seinen permanenten Wohnsitz in Übersee aufbauen. Der schottische Historiker mit dem Schwerpunkt Wirtschaft fühle sich dort intellektuell einfach besser aufgehoben als auf dieser Seite des Atlantiks, sagte er einmal gegenüber der Zeitung «The Independent».
Doch gerade bei den US-Akademikern hat Ferguson sich mit Paul Krugman einen ziemlich berühmten Gegner zugezogen. Grund für den Streit zwischen den Wissenschaftlern: «Hit The Road, Barack», forderte Niall Ferguson in einem Gastbeitrag in der amerikanischen Zeitung Newsweek. Der amerikanische Präsident Barack Obama müsse ausgewechselt werden.
Es sei nicht zu leugnen, dass Obama versagt habe, wenn man sich anschaut, was er zu Beginn seiner Amtszeit versprochen hatte. Strassen, Brücken, technologische Infrastruktur, die den Handel florieren lassen sollte, die Wissenschaft wieder wichtiger nehmen, das Gesundheitssystem mit modernster Technik revolutionieren - in all diesen Belangen habe Obama versagt, so Ferguson. Eine «ziemlich ärmliche Bilanz» in all diesen Bereichen sei die Folge.
Konter-Artikel von Krugman
US-Ökonom Paul Krugman ist ob dieser Worte empört. In einem Konter-Artikel in der New York Times greift er Ferguson offen an. Er würde «bereitwillig Leser in die Irre führen» und Fakten völlig falsch darstellen. Als Beispiel nimmt er sich Fergusons Berechnungen zu Obamas Gesundheitsreform zur Hand: Es stimme einfach nicht, dass sie das Defizit der weltgrössten Volkswirtschaft erhöhe. Sie tue sogar genau das Gegenteil. Das sei einfach nicht in Ordnung. Es gehe hier nicht um einfache Ideologie, sonder um «klare und bewusste Falschinterpretation von Fakten.»
Ferguson, der auch dem ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als Berater zur Seite gestanden hatte, lässt sich von Krugman nicht einschüchtern. Im Gegenteil. «Man merkt, dass man einen wunden Pubnkt getroffen hat, wenn deswegen sogar Krugman seinen Wanderurlaub unterbricht», kommentiert er die Kritik des Kollegen.