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Die Verwaltung der Rhätischen Bahn (RhB) fasste 1910 den Beschluss, ihr bis dato
bestehendes Streckennetz zu elektrifizieren. Als Versuchsstrecke diente der Abschnitt
zwischen Bever (off. Bevers) und Scoul (dt. Schuls). Folglich beschaffte die RhB
im Jahr 1912 die erste elektrische Lokomotive. Im Juli 1913 wurde der elektrische
Betrieb auf den Engadiner Strecken zwischen Bever und St. Moritz sowie zwischen Samedan
und Pontresina erfolgreich aufgenommen. Nach dem ersten Weltkrieg folgte der elektrische
Ausbau auf der Strecke Bever - Filisur. Im Jahr 1920 wurde der Abschnitt zwischen
Filisur und Davos von Dampf auf Strom umgestellt. 1922 war die Elektrifizierung der
Rhätischen Bahn abgeschlossen.
Um einzelne elektrifizierte Streckenabschnitte während dem Betrieb abschalten zu
können, wurden auf allen Stationen Schalteinrichtungen mit sogenannten Hörnerschaltern
installiert, welche bei einigen Stationen im Freien auf Schaltgerüsten montiert wurden.
Nichtzuletzt wegen den schwierigen klimatischen Verhältnissen wurden die Schaltanlagen
bei einigen Stationen jedoch in gemauerten Schalthäuschen untergebracht, welche heute
unter Denkmalschutz stehen.
Der Schaltturm bei der RhB-Station Cinous-chel-Brail wurde um 1913 erbaut. Er stammt
wohl vom Architekten Meinrad Lorenz. Charakteristisch ist u.a. der polygonale Anbau.
Typengleiche Schalthäuser befinden sich in Zouz, Ardez, Susch, Zernez, Preda, Spinas,
Davos-Platz und Davos-Wiesen. Zusätzlich stehen in Filisur und bei der Station Solis
in Obervaz gemauerte Schaltturmanlagen.
Aufnahme: Hans E. Gisler, 09.05.2014
Quellen:
Schweizerische Bauzeitung vom 15.05.1920; von der Elektrifizierung der Rhätischen
Bahn