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Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit im Rahmen von Gutachten
In Fällen, in denen sich die Leistungsfähigkeit nicht alleine anhand struktureller Schäden ableiten lässt, sind physische Tests und eine Beurteilung durch speziell geschulte Therapeuten (Physio- und Ergotherapeuten) und Ärzte sinnvoll.
In diesem Zusammenhang hat sich das breit anerkannte Testverfahren «Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit EFL» (nach S. Isernhagen) bewährt. Es beinhaltet ein Set von 29 standardisierten physischen arbeitsbezogenen Tests (z. B. Heben, Tragen, Gehen, vorgeneigt Stehen etc.), eine Erhebung der Belastungsanforderungen der Arbeitstätigkeit, eine Befragung zu den Symptomen, den Umgang mit den Einschränkungen und eine Selbstbeurteilung der eigenen Leistungsfähigkeit.
Die arbeitsbezogene physische Belastbarkeit (Fähigkeiten und Defizite) wird den Belastungsanforderungen der bisherigen (zuletzt ausgeübten) Arbeitstätigkeit gegenübergestellt. Dies erlaubt eine Beurteilung der entsprechenden Arbeitsfähigkeit und der Zumutbarkeit in einer den Einschränkungen und Behinderungen angepassten Arbeitstätigkeit. Im Weiteren werden individuelle Empfehlungen betreffend medizinischer, therapeutischer und rehabilitativer Massnahmen erarbeitet und die entsprechenden Empfehlungen im Gutachten aufgeführt.
Das Belastungsprofil fliesst in die gutachterliche Gesamtbeurteilung ein. Die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit wird im Rahmen eines mono- oder multidisziplinären Gutachtens oder als Einzelabklärung im Auftrag einer Versicherung (IV, SUVA, Privatversicherung) durchgeführt.