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Nach dem 2009 erschienenen Ortsfamilienbuch Krombach ist im November 2012 das Ortsfamilienbuch Ferndorf (1576-1795) vom Cardamina-Verlag veröffentlicht worden. Es kann direkt beim Verlag oder im Buchhandel zum Preis von Euro 42.– unter der ISBN 978-3-86424-077-5 bezogen werden. Nachstehend folgt ein Auszug aus dem Vorwort. Ganz besonders stolz sind wir auf Herrn Moisels Rezension, die auch auf der Website der Ferndorfer Dorfgemeinschaft zu lesen ist:
Die Stadt Kreuztal im nördlichen Siegerland gelegen, ist heute eine typische deutsche Kleinstadt mit etwa 30.000 Einwohnern, die durch die Gebietsreform am Ende der 1960er Jahren enstand. Namensgebend war eine Straßenkreuzung an der am westlichen Rande der Gemeinde Ernsdorf um 1835 der Ort Kreuztal hervorging.
Der Kirchort Ferndorf liegt einige Kilometer östlich davon an der Straße nach Marburg. Ferndorf wird bereits 1067 als „Berentraph“ urkundlich erwähnt. Das Kirchspiel bildete mit dem Kirchspiel Krombach über lange Zeit das Amt Krombach-Ferndorf, das von einem Schultheißen und nach einer Verwaltungsreform von einem Richter versehen wurde.
Das Leben der Menschen in der hier betrachteten Zeit von 1576 bis 1796 war nicht leicht. Für viele Ereignisse finden sich in den Kirchenbüchern Belege; einige Merkwürdigkeiten mögen heute eher erheitern.
Die Wirtschaft der Gemeinde war wie das ganze Siegerland von der Landwirtschaft, dem Bergbau und dem Handwerk (insb. der Metallverarbeitung) geprägt.
Drei Adelssitze Junkernhees (v. Hees), Lohe (v. Selbach) und Langenau (v. Selbach/
v. Wischel) hatten über lange Zeit Bedeutung als Grundherrschaften, neben kirchlichen, gräflichen und klösterlichem Besitz (Keppel, Drolshagen). Die Adelsgeschlechter gaben neben dem Grafenhaus auch die ersten Impulse zur Frühindustrialisierung.
Das Erz zur Stahlherstellung wurde am legendären Müsener Stahlberg gewonnen, der bis 1627 ebenfalls zum Kirchspiel gehörte, bis Müsen mit Merklinghausen, Schweißfurth und Dahlbruch in ein eigenständiges Kirchspiel verwandelt wurden. Insbesondere der Stahlberg zog Fremde an, die dort als Experten oder Arbeitskräfte versuchten Ihr Glück zu machen. In Lohe und Osthelden standen Blashütten in denen der Rohstahl (Luppen) aus dem Eisenerz gewonnen wurde. Im Gebiet des Kirchspiels lagen auch drei Eisenhämmer in Buschhütten, in Ahe und zu Schweißfurth/Dahlbruch aus denen sich größere Betriebe entwickelten, die noch heute existieren und den industriellen Kern der Wirtschaft in Kreuztal bilden. Die Aufnahme in die Hammerschmiedezunft war streng reglementiert. Die Anteile an den Hämmern und den dazugehörigen Haubergen wurden in aller Regel in der Familie vererbt.
Eine Besonderheit im Kirchspiel liegt in der Anwesenheit von zumeist aus der Schweiz stammenden Mennoniten (Wiedertäufern) ab Anfang des 18. Jahrhunderts. Ihre besonderen landwirtschaftlichen Kenntnisse (insbesondere im Heuanbau, der Fruchtfolge und der Weidewirtschaft) machten sie zu gesuchten Pächtern insb. für die staatlichen Domänen Lohe und Langenau. Auch der Pietismus (damals auch als Schwärmertum bezeichnet) war teilweise verbreitet.
Die Quellenlage über das Kirchspiel und seine Bewohner ist besonders gut. Bereits 1461 setzen die ersten Steuerlisten ein, dann um 1576 die Kirchenbücher mit nur wenigen Lücken bis in die Neuzeit. Bereits um 1900 wurde mit der Aufarbeitung dieser Quellen begonnen und es erfolgte u.a. eine vollständige Verkartung der Kirchenbücher. Leider wurden nur wenige Quellen ungekürzt veröffentlicht. Eine Ausnahme bilden die Bücher von Herling über das untere Heestal und Buchen/Sohlbach sowie das Ferndorfbuch, in denen Angaben über einzelne Gemeinden und Bewohner zusammengetragen wurden.
Mit dieser Veröffentlichung der Einwohner der Kirchengemeinde Ferndorf (1461 – 1795) liegt nunmehr zusammen mit dem Buch über die Einwohner der Kirchengemeinde Krombach (1461 – 1795) eine fast komplettte Darstellung der alten Familien der heutigen Stadt Kreuztal in Buchform vor.
Bei Klick auf Rezension öffnet sich der entsprechende Auszug aus Seiten 293 und 294 der Zeitschrift Siegerland Band 89/Heft 2 2012.
Pfarrer-Handschriften:
Stöver 1576 – 1622 links, J. Münker 1622-1627 rechts
Georgius (katholisch) 1627-1632 links, Heuser 1632-1636 rechts
Selter (katholisch) 1636-1645 links, P. Münker 1645-1662 rechts
Lüdger 1662-1688 links und Schmidt 1688-1689 rechts
Brücher 1689-1699 links und Jüngst 1699-1706 rechts
Denhardt 1706-1708 und 1710-1762 links und Knabeschuh 1708-1710 rechts
Vollpracht 1763-1777 links und J.H. Achenbach 1778-1803 rechts