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Fischpass
Wird der Lachs in den Brienzersee zurückkehren?Das Kloster Interlaken besass alle Fischrechte an der Aare. Mit Schwellen stauten sie das Wasser, um den Fischfang zu optimieren. Schleusen verhinderten über Jahrhunderte die Zirkulation der Fische zwischen dem Thuner- und Brienzersee. Dank einem Fischpass finden sie wieder ins östliche Oberland zurück.
Der Fischreichtum des Brienzersees war für die Bevölkerung lebenswichtig. Für die Klosterherren von Interlaken bedeuteten die Fischrechte Macht und Reichtum. Kein Wunder, dass sie sich emsig und mit aller Kraft dem Fischfang widmeten. Sie bauten künstliche Schwellen und Dämme und stauten das Wasser der Aare, um mit Netzen und Reusen zu immer fetteren Erträgen zu kommen. Die Stadtherren und die Landleute hatten dabei das Nachsehen, was zu ständigen Zwistigkeiten zwischen Unterseen und dem Kloster führte.
Bevor 1433 künstliche Schwellen und Schleusen den natürlichen Aarelauf trennten, fanden die Lachse ungehindert den Weg bis in die entlegenen Laichgebiete im östlichen Berner Oberland. Die Jungfische schwammen den Weg zurück und über den Thunersee hinaus, sehr zur Freude der Stadtberner.
In den Jahren 1854/55 wurden die beiden Schleusenanlagen gebaut. Durch die Schrägstellung des Wehrs erreichte man, dass der Hochwasserstau bedeutend geringer wurde. 1993 ist die Anlage umfassend renoviert worden. Nun können die Schleusentore mittels Fernsteuerung von der Zentrale in Bern aus bedient und die Durchflussmenge laufend angepasst werden.
Mit der Renovation der Schleuse wurde eine Fischtreppe eingerichtet. Sie ermöglicht die ungehinderte Zirkulation der Tiere vom Thuner- in den Brienzersee. Im August 2005 zerstörte ein Hochwasser die Anlage. Zwei Jahre später war der Fischpass für Äsche, See- und Bachforellen, Felchen und Barben wieder passierbar. Jetzt fehlt nur noch der Lachs.