Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03595.jsonl.gz/652

Geistige Wahrnehmung
Körper, Gedanken und Emotionen
Alles, was in unserer Welt existiert, besteht aus den drei Ebenen Körper, Gedanken und Emotionen. Der Begriff "Körper" bezieht sich dabei auf den materiellen Teil unseres Seins, also alles, was man anfassen kann - beim Menschen sind das die Muskeln, Knochen, Organe, Nerven und so weiter. Die Begriffe "Gedanken" und "Emotionen" beziehen sich auf die geistigen Ebenen unseres Seins und sind Wirklichkeiten unseres Lebens wie der materielle Körper, das heisst: auch Gedanken und Emotionen sind Bereiche des Lebens, die etwas bewirken können - nicht nur der Körper kann formend auf die Welt einwirken, auch Gedanken und Emotionen können das. Wenn der Körper formend auf die Welt einwirkt, tut er das, indem er materielle Objekte in Bewegung versetzt: meine Hände setzen eine Schere in Bewegung um Papier zu schneiden. Wenn Gedanken oder Emotionen formend auf die Welt einwirken, ist das nicht immer direkt sichtbar, da sie ja nicht materieller Natur sind. Dass sie aber formend auf die Welt einwirken können, daran ist gar nicht zu zweifeln - zum Beispiel tue ich ganz andere Dinge, wenn die Emotion "Ärger" mein Tun antreibt, als wenn die Emotion "Glückseligkeit" mein Tun antreibt. Da beide - Gedanken und Emotionen - formend wirken können, stellen sie eine Art Information dar - da steckt das Wort "Formation" drin und das passt in dem Sinn ganz gut.
Resonanz
Auf der materiellen Ebene agieren die Dinge miteinander, indem sie zueinander in Kontakt gehen - Körperkontakt. So muss der Schraubenzieher den Schlitz des Schraubenkopfs berühren, damit die Schraube reingedreht werden kann. Auf den geistigen Ebenen agieren die Dinge (also Gedanken und Emotionen) nicht via Berührung miteinander - das können sie nicht, da sie keine materielle Existenz haben. Auf geistigen Ebenen agieren die Dinge miteinander, indem sie zueinander in Resonanz gehen - Resonanz bedeutet Mitschwingen. Musikinstrumente sind ein gutes Beispiel für das Phänomen der Resonanz: Musikinstrumente haben Resonanzkörper, bei einer Gitarre zum Beispiel der Holzkorpus (der "Bauch" der Gitarre). Erklingt eine Saite der Gitarre, so schwingt die Luft im Korpus mit der Gitarre mit, man sagt auch: Der Korpus geht in Resonanz mit der Saite. Je nach Beschaffenheit des Korpus schwingt er bei bestimmten Tonhöhen mehr mit, und bei anderen weniger. Sie können das ganz leicht an sich selber ausprobieren: Summen Sie auf verschiedenen Tonhöhen. In einem bestimmten Tonhöhenbereich werden Sie spüren, wie Ihr Brustkorb mitvibriert. Das sind die Tonhöhen, bei denen Ihr Brustkorb mit Ihrer Stimme in Resonanz geht. Summen sie höher oder tiefer als dieser Bereich, so wird das Mitvibrieren schwächer und hört sogar ganz auf.
Dasselbe Phänomen der Resonanz tritt auch auf geistigen Ebenen auf. So ist zum Beispiel jeder Mensch in Resonanz mit denjenigen Menschen, die zu seinem engeren Freundeskreis gehören - enge Freunde haben "die gleiche Wellenlänge". Das kann sich im Gespräch zeigen, das reibungslos funktioniert und ein tiefes gegenseitiges Verständnis ermöglicht. Das kann sich auch beim gemeinsamen Arbeiten zeigen: sich gegenseitig ergänzen, sich gegenseitig wortlos verstehen.
Beispiele
Ist der Mechanismus der Resonanz auf geistigen Ebenen einmal erkannt, so werden viele scheinbar unerklärliche Phänomene des Alltags ganz selbstverständlich:
Geistige Welt
Diese Resonanzen auf geistigen Ebenen herzustellen, kann man trainieren - so wird die Wahrnehmung präziser und es können mehr und mehr Informationen gewonnen werden. Damit ist übrigens auch grad die Frage geklärt, ob geistige Wahrnehmung eine besondere Gabe ist, die nur einigen wenigen zuteil wird, oder ob diese Möglichkeiten jedem Menschen offen stehen: Wer über Gedanken und Emotionen verfügt, kann sich per Resonanz mit anderen Gedanken und Emotionen verbinden - und tut das auch konstant, ob es dem Betreffenden bewusst ist oder nicht.
Mit zunehmendem Training und damit immer feinerer Wahrnehmung ist es nur eine Frage der Zeit, bis Resonanzen auftauchen, ohne dass ein materielles Objekt da wäre, dem die geistigen Informationen zugehörig sind: Ich sitze alleine im Wohnzimmer und merke, dass ich nicht alleine bin. Praktisch alle Menschen haben von Zeit zu Zeit solche Momente - und es gibt immer zwei Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann: Ignorieren oder sich darum kümmern. Welche der beiden Möglichkeiten die bessere ist, muss jeder für sich entscheiden - entscheidet man sich dafür, sich langfristig darum zu kümmern, so geht eine neue Welt auf, und wir stellen fest, dass wir von vielen geistigen Helfern begleitet werden.
Es lohnt sich, das Training der geistigen Wahrnehmung so lange zu verfolgen, bis man unterscheiden kann, womit man es jeweils zu tun hat - auch die Gedanken und Emotionen meines Besuchers vom Vorabend können noch in meinem Wohnzimmer hängen, und auch meine eigenen Gedanken und Emotionen sind natürlich präsent und können sich so darstellen, als ob sie etwas von mir Separates wären. Nicht zu wissen, womit man es zu tun hat, kann beunruhigend sein.
Schnell stellt sich jeweils die Frage nach Gut und Böse - gibt es Dinge, mit denen man lieber nicht in Kontakt käme? Die Antwort ist ebenso schnell gegeben: Das "Material", aus dem das Universum - und damit auch alle geistigen Ebenen - besteht, gleicht einem hellen, unglaublich friedvollen und freudigen Licht, kurz: Es gibt nichts wovor man sich fürchten müsste. Natürlich: Wo Licht ist, ist auch Schatten - allerdings hängt dessen Bewertung von der subjektiven Betrachtungsweise ab. Ein Verlust zum Beispiel wird von uns häufig als negativ (= Schatten) empfunden, manchmal ergeben sich daraus aber Folgen, die wir dann als positiv (= Licht) einstufen. Wichtig zu wissen ist: Wo Licht in Erscheinung tritt, muss das Dunkel weichen - das ist weit mehr als eine lyrische Metapher, sondern Ausdruck einer universellen Wahrheit.