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Als Marina Zwetajewa 1931 in ihrem Pariser Exil beim Verbrennen von Papieren auf das verzerrende, lügenhafte Porträt Mandelstams aus der Feder eines russischen Emigrantendichters stößt, erinnert sie sich ihrerseits an Mandelstam und setzt, empört über den leichtfertigen Umgang mit der Wahrheit, zu einer temperamentvollen »Verteidigung des Gewesenen« an.
»Die Geschichte einer Widmung«, einer der schönsten autobiographischen Texte der Zwetajewa, erscheint hier auf Deutsch zum ersten Mal in einer vollständigen, unzensierten Version. Die dreiteilige Prosa umfasst Erinnerungen der Zwetajewa an ihre Kindheit und ihre ersten Schreibversuche, an ihre Herkunft, an die Aufenthalte in Koktebel auf der Krim, dem sonnendurchfluteten »geistigen Geburtsort« im Zeichen der Freundschaft und der Gastfreundschaft, und schließlich an ihre kurzen und intensiven Begegnungen mit Ossip Mandelstam, dem sie damals in den »wunderbaren Tagen von Februar bis Juni 1916« – wie sie selbst schreibt – »Moskau geschenkt« habe.
Neben der Prosa enthält dieser Band die Gedichte, welche sich die beiden bedeutenden russischen Dichter des 20. Jahrhunderts gegenseitig zugedacht haben: Liebesgedichte im reichsten und weitesten Sinn, poetische Geschenke voller Verehrung, doch auch voller Vorahnungen tragischer und ungewöhnlicher Lebensläufe, die 1938 Mandelstam im sibirischen Lager, 1941 die Zwetajewa im Selbstmord enden lassen werden.
Ein Fotoalbum sowie ein Nachwort-Essay von Ralph Dutli beschließen den Band.