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«Wir leisten Widerstand auf der für uns heiligen Erde», singen die Guaraní-Indigenen aus Brasilien. Gemeinsam mit anderen Indigenen haben sie im Regierungsviertel der Hauptstadt Brasilia ein Camp errichtet. Die Organisatoren erwarten bis zu 4000 Teilnehmer. Viele von ihnen waren mehrere Tage unterwegs, um in die Hauptstadt zu gelangen.
Nun werden sie drei Tage ausharren und gegen die Politik des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro protestieren. Es ist der erste grosse Protest gegen seine Regierung, seit er im Januar 2019 sein Amt angetreten hat. Bolsonaro will den Schutz des Amazonasgebietes reduzieren und den Regenwald stärker wirtschaftlich nutzen.
Er hat auch bereits Fakten geschaffen. Er entzog dem Amt für indigene Angelegenheiten (Funai) die Verantwortung für die Schutzgebiete der Ureinwohner und übertrug sie auf das Landwirtschaftsministerium.
Grosse Angst, den Lebensraum zu verlieren
In Brasilien leben rund 800'000 Ureinwohner, zumeist in abgelegenen Gebieten. Sie befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Regenwald und damit ihre Heimat zerstört sein wird.
Allein im Jahr 2018 sind in Brasilien 1.3 Millionen Hektar Regenwald verloren gegangen, soviel wie sonst nirgends weltweit. Das zeigt der jüngste Bericht des Projekts «Global Forest Watch». Ein Teil des Waldes sei abgebrannt, der grössere Teil aber sei abgeholzt worden, um Weidefläche zu schaffen, schreiben die Forscher.
Ihre Daten stammen von der amerikanischen Universität Maryland und wurden durch die Auswertung von Satellitenbildern zusammengetragen. Weltweit wurden im letzten Jahr zwölf Millionen Hektar Tropenwald vernichtet.