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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz hat sich im Artikel 54 der Bundesverfassung für den Kampf gegen Not und Armut in der Welt verpflichtet.  Der für den September 2021 in New York geplante Welternährungsgipfel stellt für die Schweiz eine ausserordentliche Gelegenheit dar, das Thema der weltweiten Krise der Ernährungssysteme in den Fokus der Schweizerischen Öffentlichkeit zu rücken.  </p><p>Anerkannte schweizerische Wissenschafterinnen, Experten und NGOs der Entwicklungszusammenarbeit beklagen jedoch lautstark, dass die internationale Staatengemeinschaft und auch die Schweiz es verpassen, diese Gelegenheit am Schopfe zu packen. Sie wünschen sich, dass die Agroökologie als grundlegendes Konzept für die globale Landwirtschaft und nicht nur als "Lösungscluster" etabliert wird.</p><p>Fragen: </p><p>1. Welchen Stellenwert misst der Bundesrat im Rahmen des Welternährungsgipfels dem weltweit anerkannten Ansatz der Agroökologie für die Bekämpfung der Biodiversitätskrise, die Förderung der Anpassung an den Klimawandel und für die Bereitstellung von gesunder Nahrung für alle - in Europa und im globalen Süden - zu?</p><p>2. Ist der Bundesrat bereit, dass am Welternährungsgipfel für die Agroökologie, eine Vorrangstellung gegenüber agroindustriellen Produktionssystemen festgestellt wird?</p><p>3. Wird der Bundesrat die Delegation zum Welternährungsgipfel mit messbaren Zielvorgaben und Fördermittelzusagen für die Agroökologie ausstatten?</p><p>4. Wird der Bundesrat die Delegation ermutigen, die Agroökologie als grundlegendes Paradigma für die globale Ernährungssicherheit festzulegen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Fragen 1 und 2: Die Schweiz betrachtet die Agrarökologie als entscheidenden Ansatz für die Erreichung der Transformation hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen. Im Rahmen der Vorbereitung des Welternährungsgipfels der Vereinten Nationen (UN Food Systems Summit, UNFSS) vom September 2021 kommt der Agrarökologie gemäss der Schweiz eine transversale Bedeutung zu. Die Schweiz verfolgt die entsprechenden Vorbereitungsarbeiten auf internationaler Ebene aktiv mit, beispielsweise über ihre Teilnahme am Solution Cluster zur Agrarökologie. Dieser Cluster sieht den agrarökologischen Ansatz als wichtigen Hebel bei der Transformation der Ernährungssysteme und stützt sich dabei auf die 13 Grundsätze der Agrarökologie, die im Bericht des " High Level Panel of Experts on Food Security and Nutrition " (HLPE 2019) beschrieben sind. Die Schweiz wird sich zusammen mit den anderen Mitgliedsländern und Organisationen dieses Solution Cluster dafür einsetzen, dass die 13 agrarökologischen Grundsätze vom UNFSS als Leitsätze für die Transformation der Ernährungssysteme anerkannt werden. Darüber hinaus hat das schweizerische nationale FAO-Komitee (CNS-FAO), eine ausserparlamentarische Kommission, ein Diskussionspapier mit dem Titel " <a href="https://www.google.ch/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=&amp;cad=rja&amp;uact=8&amp;ved=2ahUKEwiCrf7a1orxAhVhMOwKHRzuBxcQFjABegQIBRAD&amp;url=https://www.blw.admin.ch/dam/blw/en/dokumente/International/Institutionen/CNS FAO/cnsfao_agroecology.pdf.download.pdf/CNS-FAO_Working-Document_Advancing Agroecology_March 2021.pdf&amp;usg=AOvVaw0AHB64tWfPoR5BXQsciFH0">Pathways to advance agroecology: Overcoming challenges and contributing to sustainable food systems transformation "</a> erarbeitet und für die internationalen Arbeiten zur Verfügung gestellt. Vor diesem Hintergrund organisierte das CNS-FAO eine Parallelveranstaltung zum Thema " Transforming Food Systems through Agroecology: Learning from Evidence ", um die agrarökologischen Ansätze in den wissenschaftlichen Ergebnissen des Welternährungsgipfels zu verankern. Die Schweiz unterstützt ausserdem eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen des UNFSS 21, mit denen die Investitionen des Privatsektors in agrarökologische Ansätze angekurbelt werden sollen. Ein ebenfalls unterstützter Parallelanlass anlässlich des Pre-Summit soll ausserdem dazu beitragen, Mehrparteienkoalitionen im Bereich der Agrarökologie zu bilden und zu verstärken. Als Teil der Vorbereitungsarbeiten hat die Schweiz zwischen März und Juni 2021 überdies einen nationalen Dialog mit verschiedenen Akteuren der Agrar- und Ernährungswirtschaft organisiert. Im Rahmen dieser Diskussionen wurde auch die Agrarökologie behandelt und in den Schlussbericht aufgenommen, der dem UNO-Generalsekretär Ende Juni 2021 unterbreitet wurde.</p><p>Fragen 3 und 4: Das Globalprogramm Ernährungssicherheit der DEZA hat sich in seiner Strategie für die Periode 2021-2024 das Ziel gesetzt, den Anteil an agrarökologisch ausgerichteten bilateralen Projektbeiträgen von rund 20 Prozent im Jahr 2019 auf über 50 Prozent im Jahr 2024 zu erhöhen. Weiter setzt sich die Schweiz bei multilateralen Institutionen wie beispielsweise der " Consultative Group on International Agricultural Research " (CGIAR; Deutsch: Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung), dem " International Fund for Agricultural Development " (IFAD; Deutsch: Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung) und der Weltbankgruppe für eine stärkere Berücksichtigung der Agrarökologie ein. Auch im Arbeitsprogramm 2022-2025 von Agroscope, das sich zurzeit in Erarbeitung befindet, wird die Agrarökologie ein Kernthema sein. Eine Überprüfung der Projektaktivitäten zeigte, dass die Forschung von Agroscope bereits heute weitgehend auf agrarökologische Themen ausgerichtet ist.</p><p>Die Schweiz verteidigt den agrarökologischen Ansatz somit als ganzheitlichen, systemischen und innovativen Ansatz, mit dem ein Paradigmenwechsel hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen und einer Anpassung an den Klimawandel erreicht werden kann, um die Biodiversitätskrise zu bekämpfen und gesunde Lebensmittel bereitzustellen.</p>  Antwort des Bundesrates.