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Geschichte des Belvédère Strandhotel & Restaurant
1906
Der Bauvertrag wird am 21. März 1906 unter notarieller Aufsicht zwischen den Parteien Herr Franz Stüttgen, dem Bauherrn, und der Baufirma B. Tonazzi aus Spiez unterschrieben. Der Auftrag an die Baufirma ist eine Pension Belvédère zu bauen mit weiteren Nebengebäuden im Wert von 160‘000 Schweizer Franken. Der Bau fällt in die glorreiche Zeit des Berner Oberlandes, in welcher die lange Zeit vernachlässigten Strassenverbindungen ausgebaut werden. Spiez wird mondän und erhält den Titel „die Riviera am Thunersee“, da das Klima seit jeher mild und mediterran ist. Der Bau des Hauses folgt aus einer Serie von Hotelbauten in Spiez, welche den Auftakt im Bau des Hotel Schonegg 1856 fand. Sicher darf man sagen, dass der grösste Schub im Bereich Tourismus und Entwicklung von Spiez mit der Eröffnung der Eisenbahn 1893 einhergeht. Zwischen 1905 und 1961 verkehrt eine Strassenbahn zwischen dem Hafen in der Bucht und dem Bahnhof. Diese half den Gästen, die doch nennenswerte Höhendifferenz angenehm zu überwinden.
1907 bis 1908
In etwas mehr als einem Jahr wird das sechs geschossige Haus erbaut, eine unglaubliche Leistung in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Mittel zum Bau eines Gebäudes mit 4 Geschossen im Steinbau und 2 Geschossen im Holzbau. Auf die Qualität des Baus wurde sehr grossen Wert gelegt, der Steinbau wird sich in der weiteren Zukunft des Hauses als Vorteil erweisen. Beim Komplettumbau 2012 wurde ein Dokument gefunden, welches in Handschrift besagt, dass ab Februar 1908 das Rauchen im ganzen Hause auf Anweisung des Bauherrn zu unterlassen sei, dies unter Androhung einer Strafe, die im Verhältnis der Höhe eines Wochenlohnes entsprochen hat.
Juni 1908
Herr Franz Stüttgen erkannte die Chance der aufstrebenden Region und passte sich an die von Bern dominierte Gesellschaft an. Die französische Sprache war das Mass aller Dinge, deshalb nennt er das von ihm im Juni 1908 eröffnete Haus auch „Belvédère & Beau-Rivage“. Beide Namen in Anlehnung an die atemberaubende Lage des Hauses mit Blick auf die Spiezer Bucht.
1910
Den Gästen musste ein gewisser Luxus geboten werden, dies erkannte Herr Stüttgen bereits früh. Er investierte in den Ausbau und Luxus des Hauses. Hoteleigene Ruderboote wurden angeboten und ein Tennisplatz wurde erbaut, dieser wurde später wieder in der Bucht rückgebaut.
1911
Herr Stüttgen ist voller Ideen und plant zusammen mit seinem Direktor, Herr Frey-Scherz, im Hause eine Hotelfachschule zu eröffnen. Um für die Expansion im Bereich Gastronomie die eigenen Mitarbeiter ausbilden zu können – eine sehr visionäre Ansicht, die auch heute noch aktuell ist.
1912
Wer grosse Pläne hat und ein Visionär ist, ist leider oft seiner Zeit voraus. Wenn man nicht die nötigen Geldmittel dazu hat, ist der Fall eine logische Folgerung daraus, die Ideen können noch so gut sein. 1912 muss Herr Stüttgen das Haus verkaufen und er zieht sich aus der Gastronomie komplett zurück. Die Käuferschaft ist die Familie Dorer-Baumer – diese sind während 35 Jahren die Besitzer der Liegenschaft.
Erster Weltkrieg
Das Belvédère gehörte mit 80 Betten zu den grösseren Hotelbetrieben der Zeit und ritt auf einer Erfolgswelle. Doch erlebte auch die Familie Dorer-Baumer, dass nicht zu beeinflussende Umstände direkten Einfluss auf das Geschäft haben können. Während des ersten Weltkrieges blieben die Gäste aus, dies führte dazu, dass die Bundesregierung sogar den Neubau und den Ausbau von Hotels reglementiert hat.
1925 bis 1932
Die Wirtschaft hat sich nach dem Krieg langsam erholt. Es folgte eine Zeit der Kompensation, die immer zuträglicher für die Gastronomie und die Hotellerie wurde. Die Herausforderung besteht darin, dass nach den „mageren Jahren“ nun das erwirtschaftete Geld sofort erneut ins Haus investiert werden musste, da die internationale Kundschaft die man Ansprach stellte hohe Ansprüche.
1936
Resümiert ein angesehener Hoteldirektor: „Die öffentlichen Säle müssen ausgebaut werden, reiche Teppiche müssen auf die Böden und die Zimmer müssen mindestens fliessendes Wasser haben.“ Auch die Familie Dorer-Baumer investiert ins Haus. Ein Glück, dass das wunderbare Parkett im Salon Rouge rund 60 Jahre unter dem Teppich verborgen war, da es noch heute in bestem Zustand ist. Zugleich müssen sie mit „moderaten Preisen“ um die Gunst der wenigen Gäste in der Wirtschaftskrise kämpfen. Die Machtergreifung von Hitler verstärkt die Herausforderung noch mehr.
1939
Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges kommt der Tourismus komplett zum Erliegen. Die Schweizer Dauermieter, die von der Grenze her ihre Familien ins Berner Oberland verschieben, können den Ausfall auch nicht ausgleichen. Viele Betriebe halten dem Druck nicht stand und so gehen Traditionshäuser wie das Schonegg, aber auch der Spiezerhof in den kommenden Kriegsjahren Konkurs. General Guisan war in Interlaken stationiert und wählte den Spaziergang zwischen Spiez und Faulensee als seinen bevorzugten Ort um sich Gedanken über die Schweiz zu machen. Man munkelt sogar, dass er den „Reduit-Gedanken“ an diesem Ort hatte. Spiez ein Kraftort am Wasser – jeder der sucht, wird hier fündig!
1947
Die Familie Dorer-Baumer kann sich noch mehr oder weniger recht über das Kriegsende hinaushalten, jedoch lässt der Druck der Banken auch das Belvédère nicht in Ruhe. Die Gläubiger suchen eine Lösung und finden sie in Form des Verbandes der Schweizer Metzgermeister, welcher das Belvédère kauft. Die unglaubliche Lage, die massive Bauweise und der einmalige Charme des Hauses verführen die Verantwortlichen zum Kauf. Andere Betriebe die in einfacherer Bauweise erstellt wurden, wie zum Beispiel das Hotel Schonegg oder aber auch der Spiezerhof werden abgerissen. Seit 1908 wurde im Verband wiederholt die Gründung einer Fachhochschule diskutiert. Lange Zeit wird eine solche Schule nicht als nötig betrachtet, denn die jungen Berufsleute gehen zur Weiterbildung nach Deutschland. Dies ändert sich nach dem zweiten Weltkrieg schlagartig, denn in Deutschland fehlen die nötigen Fachschulen. Des Weiteren wird das Wissen, gerade in Bezug auf die Zerteilung der Fleischstücke, massiv verbessert. Man betrachtet dies im Sinne des Koches und der damit jeweils verbunden Garmethode – ein gewaltiger Schritt welcher auch dazu führt, dass viele europäische Fachleute in die Schweiz kommen um diese Schnittarten zu erlernen.
1948
Immer mehr Gäste aus der Stadt kommen aufs Lande, um an schönen Lagen zu speisen und zu trinken. Zum einen erlebt das Automobil einen Aufschwung und zum anderen fängt die Kompensation der Kriegsjahre an. So wird der heutige Salon Bleu gebaut, damit man neben den Hotelgästen auch dem regen Aufkommen von externen Restaurantgästen gerecht werden kann. Der Saal wird für Hochzeitsfeiern oft genutzt– für welche das Belvédère bis in die heutige Zeit sehr bekannt ist. Als Glücksfall darf man bezeichnen, dass der Verband in der Berufung des Ehepaares Urben einen wahren Meilenstein setzten. Das Ehepaar Urben wechselte vom Hirschen Gunten ins Belvédère und sie prägten 28 Jahre lang das Bild des Belvédère und führten es durch die wunderbare Blütezeit.
1949
Eröffnung der ersten branchenbezogenen Fachhochschule für die Schweizer Fleischwirtschaft. Im Salon Belvédère, dem heutigen Fumoir, werden die ersten Kurse gehalten. Im vierten Stock wohnen die Kursteilnehmer. Die ruhigeren Monate konnten mit den Schulungen gefüllt werden und die Sommermonate gehören dem Hotelbetrieb. Dies war eine optimale Abwechslung der Auslastung für das Hotel Belvédère.
1952
Wer Erfolg hat muss expandieren und braucht mehr Platz, darum werden 1952 die Schulungsräumlichkeiten ausgebaut und ein Erweiterungstrakt an das Haupthaus angebaut. Dies ist der heutige Wellnessbereich. Somit vergrösserte sich die Fläche der Fachschule um ein Vielfaches und das Hotel erhält zwischen Salon Bleu und dem seitlichen Hoteleingang eine sehr grosse Terrasse, welches das heutige Restaurant ist. Mit dem Umbau wird auch gleich ein Lift eingebaut. Das erste Hotel dieser Klasse mit einem Aufzug – wieder einmal ist das Belvédère wegweisend für die Hotellerie der Umgebung. Als Wermutstropfen darf man hier betrachten, dass der Ausbau des Hauses von findigen Ingenieuren erstellt wird, welche mit den dafür zur Verfügung gestellten Mittel auskommen mussten. Dies führt, wie wir nun nach dem Komplettumbau 2012 feststellen durften, zu sehr „innovativen“ Ausbauideen im Bereich Statik.
1954
Der Geist von Spiez erhält seinen wichtigsten Auftrag und hilft mit, der deutschen Nationalmannschaft an der Fussballweltmeisterschaft das Wunder von Bern zu erreichen. Viele Bücher wurden über diese Geschichte geschrieben, einige davon sind bei uns zur Ansicht verfügbar. Noch heute ist das Belvédère ein Wallfahrtsort für fussballbegeisterte Menschen und verschiedene Equipen suchen aktiv die Unterstützung des Geistes – ein unermüdlicher Energiebringer in vielen Belangen. In unserem Jubiläumsbüchlein „100 Jahre – das Haus mit der persönlichen Note“ haben wir die Geschichte ein wenig ausführlicher beschrieben. Wie General Guisan fand auch der Cheftrainer Sepp Herberger die guten Ideen auf dem Spaziergang zwischen Spiez und Faulensee und die genialen Taktiken wurden den Spielern auch exakt da eingeflösst. Ein Kraftort mit Langzeiteffekt bis zum heutigen Datum und weit darüber hinaus….!
Ende der 50er und zu Anfang der 60er
Nach gut 25 Jahren ohne grosse Investitionen hat das Belvédère eine Patina angesetzt. Der Erfolg des Ehepaares Urben und der Anspruch der Gäste verlangen nach einem rigorosen Ausbau des Hauses, damit es erneut in seinem alten Glanze eines 4 Sterne Hotels erstrahlt. Im Jahre 1963 wird der Anbau in Angriff genommen, die Zimmer erhalten nach und nach Nasszellen und im 1964 wurde der Anbau fertiggestellt. In den unteren zwei Etagen etabliert sich die Metzgerfachschule, im 3. Geschoss erhält das Hotel für die damalige Zeit 4 luxuriöse Doppelzimmer. Jahrzehntelang wurden sie als Hochzeitssuite genutzt. Im gleichen Jahr wird auch die grosse Terrasse überdacht, was zum heutigen Restaurant führt. Denn die Wetterlage in Spiez kann sehr schnell wechseln und ein „Auf- und Abdeckmarathon“ wollte die Familie Urben nicht weiter akzeptieren. Da Jean Urben ein unglaublich talentierter Koch ist und er im Bereich Fleisch aus dem vollen schöpfen kann, wird das neuerbaute Restaurant Français schon bald zur besten Adresse im Berner Oberland – diese Ehre hat es sich bis heute erhalten. Jean Urben kreiert bereits in den frühen 60er Jahren das noch heute geltende Credo des Hauses: „Ein untadeliges fachliches Können und die berufliche Begeisterung bringen dem Gast bei einem Aufenthalt im Belvédère Strandhotel & Restaurant nur Freude und Genüsse, die ihn in den Alltag zurückbegleiten“, oder wie wir es heute sagen „Ihre Insel im Alltag – das Haus mit der persönlichen Note“. Die grossartige Idee war, dass man den internationalen Gästen etwas Unvergessliches bot. Dafür reiste eine Delegation der Hotelkoch Crew des weltberühmten Hotels Semiramis aus Kairo ins Hotel Belvédère und kochten jeweils während den Sommermonaten für die erlesene Kundschaft. Blumen und Gemüse wurden in der eigenen Gärtnerei gezogen. Heutzutage ist dies die Fachschule ABZ und der Parkplatz. Das Fleisch konnte man sich aussuchen. Filetsteak Belvédère – eine Kreation von H. Zbären, Chefkoch im Belvédère und Kochlegende seiner Zeit wurde in den 60er Jahren weit über die Kantons- ja sogar Landesgrenzen hinausgetragen.
1974
Auch die Fachschule hat grossen Erfolg darum wird aktiv über eine Vergrösserung gesprochen. Zuerst einmal musste man dem Ansturm der Kursteilnehmer gerecht werden, darum wird ein Zimmertrakt gebaut. Dieser wurde 2007 komplett saniert und ist noch heute die Unterkunft der Metzgermeister. Somit verfügte das Hotel über weit mehr als 100 Betten, eine perfekte Grösse zu dieser Zeit.
1976
Eine grosse Ära findet sein Ende, aus Altersgründen verabschiedet sich das Ehepaar Urben aus dem Hause Belvédère – 28 Jahre voller Hingabe und unglaublichen Leistungen: Sie tragen zum einmaligen Ruf des Hauses einen grossen Teil bei.
1976 bis 1980
Nun folgt was immer auf einen Höhenflug folgen muss. Durch die Ölkrise zögert der Verband den Neubau des Schulungszentrums hinaus, weil die Mittel dazu fehlen. Als adäquate Geldquelle wird das Hotel betrachtet und für ein grosszügig bemessenes Geld an den Hotelier Herr Näpflin aus der Innerschweiz verpachtet. Dieser will mit viel Aufwand, das beste Haus am Platze sein. Die Gäste akzeptieren leider den massiven Aufschlag nicht und die eher künstlerisch angehauchte und sehr modern interpretierte französische Küche kommt nach der traditionsbewussten Küche von Jean Urben nicht an. Der hohe Pachtzins tut das seine dazu.
1980 bis 1987
Herr Rupp versucht sein Glück, ein arrivierter Gastronom aus Bern führt das Hotel, jeweils nur in den Sommermonaten, dies mit einem respektablen Erfolg. Dank einem kleinen Missgeschick, er vergass die Heizleitungen zu entleeren im Winter und ging in den Urlaub, wurde das ganze Restaurant renoviert. Leider blieben dies die einzigen massgebenden Investitionen ins Haus.
1987 bis 1991
Nachdem kein Pächter mehr gefunden wurde, verpflichtete der Verband ein junges Ehepaar mit der Führung des Betriebes. Zwei ausgewiesene Fachleute – das Ehepaar Seiler. Beide verdienten ihre Sporen in den so wichtigen Wanderjahren in den grossen Häusern der Schweiz ab. Herr Hansjörg Seiler, ein gelernter Koch mit Hotelfachschulabschluss Lausanne und Frau Rosmarie Seiler-Bigler eine Fachfrau mit grossem Durchsetzungsvermögen aus dem Bereich Hauswirtschaft und Service mit Abschluss vom Belvoir Zürich. Sie brachten das Haus zu neuem Glanze, was die Dienstleistungsqualität anging, denn die Investitionen fehlten fast gänzlich.
1991
Gastronomischer Einsatz und Erfolg können auch immer Schattenseiten aufweisen, so trennten sich die Wege des Ehepaares und Herr Hansjörg Seiler führte das Haus bis 1994 alleine in Pacht weiter.
1992
Der Hotelierverband drohte im Jahr 1992, dem Hause den 4 Stern abzuerkennen. Unter massivem Kostendruck wurden die Zimmer zur Wahrung des Standes einer Leichtrenovation unterzogen.
1993
Die neue Fachschule des Verbandes der Schweizer Metzgermeister öffnet ihre Tore. Ein Kind das seit der Planung rund 20 Jahre Zeit brauchte bis es Wirklichkeit wurde, dies ist das heutige ABZ.
1994 - 1997
Eine Zeit über die jeder Buchstabe eine Verschwendung ist. Das Haus wurde in allen Belangen stark durchgeschüttelt und man versuchte mit allen Mittel es am Laufen zu halten – ohne grossen Erfolg. Der Verband bemerkt sehr schnell, dass zwei Häuser auch zwei Kostenstellen sind. Die finanzielle Zuneigung zum Hotel wird immer schwieriger, denn bei den Metzgermeistern gibt es eine Veränderung. Ihre Fachschule ist konfrontiert damit, dass die Grossverteiler anfangen eigene Frischfleischabteilungen zu eröffnen und das Metzgergeschäftssterben setzte ein und somit der Mitgliederschwund.
1997
Ein Aufbruch zu neuer Grösse – in der Person von Herr Walter Hauenstein findet das Belvédère zum Glück seinen Retter, denn auch ein belgischer Industrieller will das Haus kaufen und eine private Ferienresidenz für sich daraus machen. Die nötigsten Investitionen werden noch im Winter 1997/98 gemacht und eine Herrschaft von Planern und Betriebsfachleuten kümmern sich ums Hotel – oder eher ums eigene Portemonnaie?
1998
Eine pompöse Eröffnung lässt die Fachwelt aufhorchen – es sollte ein heftiges jedoch kurzes Feuerwerk sein. Herr Walter Hauenstein beauftragt einen externen Direktor zur Führung seines Betriebes.
1999
Ein zweiter Neustart folgt im 1999, aber dieses Mal fundiert und erneut mit Fachleuten, die das Metier von der Basis her kennen und wissen, welche Arbeit zu tun ist. Frau Rosmarie Seiler-Bigler kehrt zurück an die alte Wirkungsstätte – sie lebt für dieses Haus und es ist ihr ein grosses Bedürfnis das Belvédère erneut zum Glanz zu führen. Herr Markus Schneider als zweite Person in der Direktion kommt vom klassischen, basisorientierten Weg ins Haus. Mit viel Engagement und einer Führung, wie wenn das Haus im Eigentum der Beiden wäre, führen sie es zu einem respektablen Erfolg.
1999 bis 2005
Immer wieder darf die Direktion auf das Wohlwollen von Herr Walter Hauenstein zurückgreifen und wichtige Investitionen im Haus tätigen. Leider verstirbt Herr Walter Hauenstein im März 2005 und kann sein „aus Zuneigung“ erworbenes Belvédère in der heutigen Pracht nicht mehr erleben. Er ist und war der Retter dieses Hauses, ohne sein Engagement wäre es wohl heute kein Hotel mehr!
2006
Die Entwicklung des Hauses geht weiter. Früher war es schwierig, die Mittel für die nötigen Renovationen zu erhalten, doch kämpft man nun mit den Behörden und dem, dem Erfolg parallel einhergehenden, Neid von destruktiven Leuten. Mit einer unwahrscheinlichen Kraft wird in alle Richtungen gearbeitet, damit das Haus in seinem heutigen Glanz erstrahlen kann. Es ist nicht ein konzeptloses Bauen, nein, die Grundlagen bietet ein Basispapier von Markus Schneider, welches bereits 2000 geschrieben wurde und das den Wünschen des heutigen Besitzers Herr Peter Hauenstein entspricht. Ein Haus in der optimalen Balance zwischen Hotelzimmern und Restaurationskapazität in Verbindung mit Zusatzdienstleistungen wie Wellness und Seminar zu haben, welches auch jederzeit selbstständig agieren kann ohne einen Mäzen.
2011
Nach 4.5 Jahren Diskussion und viel Energie ist es soweit. Der grosse Umbau beginnt am 31. Oktober 2011 und wird im Internet für alle Belvédère Liebhaber mit über 3000 Fotos dokumentiert.
November 2011 – Mai 2012
Das komplette Dachgeschoss wird abgerissen und das Haus erhält eine Hülle, damit die Arbeiter ohne Wettereinflüsse zielorientiert arbeiten können. Erster und zweiter Stock werden komplett ausgehöhlt. Alle Leitungen vom Erdgeschoss an werden erneuert. Der Liftschacht wird rückgebaut, damit er vergrössert werden kann. Der Aufbau der neuen Geschosse 3 und 4 mit dem Mansardendach beginnt in Windeseile. Trotz Eiseskälte wird unter Hochdruck gearbeitet, das ganze Belvédère ist eingepackt und für die Arbeiten geheizt, denn der Terminkalender ist sehr eng gesteckt. Ende Februar wird die lange ersehnte Baubewilligung zur Erweiterung der Wellness Anlage erteilt. Ohne lange zu überlegen wird die Herausforderung angenommen und auch dieser Umbau wird begonnen. Allerdings mit dem Wissen, dass es damit Bauverzögerungen geben wird. Schon nach den ersten vier Monaten sind die Ausbauarbeiten im 1. und 2. Geschoss weit vorangeschritten. Kurz nach Ostern wird das Restaurant neu eröffnet, gewiss noch in einem Wochenendbetrieb, aber das Belvédère ist wieder da! Ende April sind die ersten Zimmer zur Nutzung bereit, damit die drängelnden Kunden, trotz aktiver Baustelle, das Belvédère entdecken können. Ein Haus zu führen, welches zur Hälfte eine Grossbaustelle ist, braucht einen generalstabsmässigen Aufbau. Deshalb wird der Mehraufwand nicht gescheut und eine erneute ISO-Zertifizierung im Bereich 9001 und 14001 wird durchgeführt. So erkennen wir noch während des Baus Ecken und Kanten, die es zu schmälern gilt.
Juni 2012
Das Haupthaus ist fertig und wird feierlich eröffnet. Ein grosses Dankeschön an alle beteiligten Personen und Unternehmungen – dies ist eine unglaubliche Arbeit!
Die Arbeiten im Wellness Bereich sind noch in vollem Gange und schränken den Hotelbetrieb ein wenig ein. Die neuerstellte Lounge und Terrasse entsprechen den Gästewünschen und werden rege frequentiert – kein Wunder bei dieser tollen Aussicht! Der Aussenpool kommt geflogen – ein Meisterwerk der Technik mit einem Randlosüberlauf, damit die Gäste während des Schwimmens einen ungetrübten Blick auf die Spiezer Bucht und den Thunersee haben.
August 2012
Der Betrieb nimmt Fahrt auf in einer Zeit, in welcher die Region sicher nicht mit grossem Gästeaufkommen kämpft. Wir gehen die Sache sehr fundiert an, denn unser Ziel ist nicht der schnelle Erfolg, sondern der fundierte Weg dazu.
September 2012
Das letzte Handwerkerunternehmen verlässt das Haus. Auch unser Strandbad hat nun den wunderbaren Maggia Granit als absolute Veredelung erhalten – ein Bijou. Der grosse Moment ist da - die Delegation des Hotelierverbandes begutachtet in einem ausführlichen Audit die Qualitäten des Hauses. Danke an alle Beteiligten, denn die Anstrengungen der letzten Monate haben an der Substanz gezehrt. Vor allem aber auch an Herr Peter Hauenstein, ohne seine Unterstützung wäre ein solches Projekt nie verwirklicht worden. Mit 621 Punkten wird die benötigte Hürde von 570 Punkten für ein 4 Sterne Superior Hotel grosszügig erreicht. Ja noch mehr, würden wir die Software anpassen, könnte man das Belvédère als 5 Sterne Haus führen – es ist aber nicht unsere Art zu übertreiben!
Oktober 2012
Gäste sowie auch die Fachpresse sind vom Gesamtprojekt Belvédère überzeugt. Die Art und Weise wie mit der Geschichte umgegangen wurde trägt einen wichtigen Teil dazu bei. Die grosse Zuneigung von Herr Peter Hauenstein, die explizite Art der Detailpflege lassen das Hotel in einem Glanz erscheinen, der an die grosse Belle Époque erinnert. Die Materialien sind alle naturbezogen, so verfügen die Zimmer über einen Parkettboden aus geräucherter Eiche, die Möbel sind nach Maß aus geräuchertem Birnenholz gefertigt. Die Bäder erstrahlen in Marmor, Feinsteinzeug und Glas sowie edlem Holz. Die Betten kommen aus der Rückenforschung und werden zum ersten Mal in der Luxushotellerie eingesetzt, die Rückmeldungen der Gäste über das FlowSleeping Bettsystem sind durchwegs grandios. Neben der wunderbaren Eleganz, den klaren Linien, verfügen alle Zimmer über die neusten Errungenschaften der Technik, welche den höchsten Ansprüche unserer Gäste genügen. Franz Stüttgen, die Familie Dorer-Baumer und auch Herr und Frau Urben sowie alle die ihr Herzblut dem Belvédère vermacht haben, wären stolz, das Haus in seiner heutigen Form zu sehen. Jeder hat ein bisschen daran gearbeitet, damit jeder Spiezer und Berner Oberländer stolz auf das Belvédère sein kann!
Juni 2014
Herr Markus Schneider verlässt nach 18 Jahren das Belvédère, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Seither führen Herr Bruno Affentranger und Herr David Romanato das Haus zusammen mit dem Belvédère-Team in die Zukunft…