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In einer Reihe von europäischen Ländern, so auch in der Schweiz, ist die private Haltung von Wildtierarten, einschliesslich Bären und Grosskatzen, immer noch erlaubt. In der Schweiz sind die Anforderungen für die private Wildtierhaltung sehr hoch und die Kontrollen streng. In anderen Ländern gibt es jedoch keine oder nur ungenügende Regelungen. Wildtiere haben komplexe ökologische Bedürfnisse und Anforderungen in Bezug auf Ernährung, Lebensraum, Verhalten, Klima und Sozialstruktur. Privaten Haltern fehlt es oft an einer offiziellen Qualifikation als Tierhalter und sie verfügen weder über wissenschaftliche noch über tierschutzrelevante Kenntnisse, die es ihnen ermöglichen, die hohen Anforderungen zu erfüllen, die diese Tierarten benötigen. Ausserdem unterschätzen sie oftmals den Zeitaufwand und die Kosten, die damit verbunden sind, insbesondere bei nicht einheimischen Arten. Darüber hinaus stellt die Haltung von Arten wie Grosskatzen und Bären ein erhebliches Risiko für den Besitzer und die Öffentlichkeit dar, was zum Einschläfern der Tiere führen kann, obwohl die Schuld bei der nicht artgemässen Haltung und nicht beim Tier liegt.
Unzureichende Haltung
Mögliche Probleme entstehen durch unkontrollierte Vermehrung und Inzucht. Dies ist der Fall, wenn Tiere ohne ordnungsgemässes Management gezüchtet werden, ohne dass für die Nachkommen geeignete und dauerhafte Pflege- und Betreuungseinrichtungen zur Verfügung stehen. Diese in Gefangenschaft gezüchteten Tiere können im Allgemeinen nicht in die freie Wildbahn entlassen werden. Die Folge ist ein ständiger Kreislauf von Tieren, die an Gesundheitsproblemen leiden und nirgendwo untergebracht werden können und deshalb entweder getötet oder - manchmal illegal - gehandelt werden.
Weitere (Tierschutz-)aspekte
Angesichts der enormen Vielfalt der im Handel befindlichen Wildtierarten ist das Wissen der Tierärzte sehr limitiert. Dies führt zu schweren Tierschutzproblemen und dem sinnlosen Tod von Tieren. Darüber hinaus garantieren spezialisierte Händler, Zoohandlungen und Tierbörsen keine artgemässe Unterbringung von Wildtieren vor dem Verkauf, was ein ernstes Problem für das Wohlergehen der Tiere darstellt.
Weitere Tierschutzprobleme ergeben sich aus dem Fang und dem Handel mit Tieren, die der freien Natur entnommen wurden. Dies beeinträchtigt nicht nur das Wohl dieser Tiere, sondern dieser oft illegale Handel mit Wildtieren hat auch nachteilige Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Viele Wildtiere sterben während des Fangs, des Transports, des Handels, und nicht zuletzt während der Gefangenschaft als Haustiere infolge unangemessener Haltungsbedingungen. Die Haltung von Wildtieren als Haustiere kann zudem Risiken für die Besitzer und die Öffentlichkeit mit sich bringen, da sie Zoonosen übertragen können.
Aus den oben genannten Gründen befürwortet VIER PFOTEN ein Ende der privaten Haltung von Wildtieren als Haustiere sowie dessen Handel. Um eine signifikante und nachhaltige Reduktion solcher Tiere in Privatbesitz zu erreichen, wäre unser bevorzugtes Lösungsmodell die Förderung einer rechtlich verbindlichen Liste domestizierter Arten, die als Haustiere erlaubt sind. Wildtierarten, die zwar gezähmt, aber nie domestiziert wurden, haben immer noch ihre wilden Instinkte inne und würden in Gefangenschaft ohne angemessene Pflege leiden.
VIER PFOTEN STREBT NACH...
einer Welt, in der Wildtiere in der Wildnis leben und Tiere, die nicht in die Wildnis zurückkehren können, den Rest ihres Lebens in artgemässen Schutzzentren verbringen.
- ein Verbot der privaten Haltung von Wildtieren, insbesondere von Grosskatzen und Bären, ohne Zucht und Handel der Tiere
- die Beschlagnahmung und angemessene Unterbringung von Tieren, die aus schlechter Haltung stammen
- die Einführung einer Positivliste. Dies hätte zur Folge, dass nur domestizierte Tiere, die für die private Haltung geeignet sind, von normalen Bürgern als Haustier gehalten werden dürfen. Dies wiederum bedeutet, dass viele gefährliche und exotische Tiere nicht mehr gehalten werden dürfen.