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In der Curling-Grossmacht Kanada wird nach dem totalen Versagen im klassischen Vierer-Curling an den Olympischen Spielen in Südkorea über eine Reform des Qualifikationssystems debattiert.
In Kanada wurden die internen Olympia-Ausscheidungen, die sogenannten Olympic Trials, bislang immer erst im Dezember ausgetragen, wenige Wochen vor Beginn der Winterspiele. Alle andern nationalen Verbände - auch Swiss Curling - bestimmen ihre Olympia-Teams jeweils spätestens im Oktober. Ein paar Spitzennationen, unter ihnen Schweden und Grossbritannien (Schottland), entscheiden sich schon vor den Saison fest, sodass sich die Curler ohne Druck und ohne Zeitnot vorbereiten können.
Ob Kanada sein Vorgehen auf die Olympischen Spiele 2022 in Peking anpassen und ändern wird, ist offen. Katherine Henderson, CEO des Verbands Curling Canada, sagte: "Wir werden uns darüber unterhalten, was im Rest der Welt vor sich geht." Danach werde man sehen, ob Kanada sein System ändern müsse. "Was an den Olympischen Spielen passiert ist, ist für uns ein Weckruf." Bis vor kurzem war es undenkbar, dass es Kanadas Curler kümmert, was andere tun.
Doppeltes Versagen
Die als erste Goldanwärter gestarteten Teams von Rachel Homan und Kevin Koe mussten ohne Medaillen heimkehren. Dieses doppelte Versagen ist zuvor keiner kanadischen Delegation passiert - nicht an Winterspielen und auch nicht an 39 Weltmeisterschaften seit der Einführung der Frauen-WM 1979. Der zweifache Weltmeister Kevin Koe verlor den Halbfinal gegen die in Kanada oft belächelten US-Curler und das Spiel um Bronze gegen die Schweiz, während die aktuelle Weltmeisterin Homan als Sechste sogar die Halbfinals verpasste.
SDA-ATS