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Die lebensgrossen Skulpturen der schweizerisch-ecuadorianischen Künstlerin Alice Trepp entstanden im Rahmen des vor über zehn Jahren begonnenen Kunstprojekts La carga. Bei den stehenden oder sitzenden, in Fiberglas gegossenen und detailliert handbemalten Figuren handelt es sich um Portraits von Frauen der afroecuadorianischen Gemeinschaft des Valle del Chota, ein Tal im Norden Ecuadors, das zu den ärmsten Regionen des Landes zählt.
Der Titel des Projekts La carga ist in zweifacher Weise zu verstehen. Der Begriff, der sich mit „Last“, „Ladung“ oder „Fracht“ übersetzen lässt, verweist auf eine physische Präsenz, konkret auf die Lebensmittel und auf andere Gegenstände, die die Portraitierten, wie es in einigen afrikanischen Ländern Usus ist, auf ihren Köpfen balancieren. Andererseits bedeutet der Begriff „Bürde“ und referiert auf eine sozioökonomische Realität, den mühevollen Alltag und die damit verbundenen Sorgen und Probleme der dargestellten Frauen. Meist alleinerziehend bestreiten sie ihren bescheidenen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Obst, Gemüse, Getreide und weiteren Produkten, beispielsweise Schuhen, auf den Märkten in der Umgebung des Valle del Chota. Über die beschwerlichen Lebensumstände der Frauen, aber auch ihre Sehnsüchte, Träume und Hoffnungen erfährt der Betrachter in Form von auf Interviews basierenden Texten, die jede Skulptur begleiten.
Mit La carga rückt Trepp afroecuadorianische Frauen, die einer Minderheit innerhalb Ecuadors angehören und marginalisiert werden, in den Mittelpunkt ihres Schaffens und gibt ihnen eine Stimme, wodurch die Künstlerin einen wichtigen Beitrag zur interkulturellen Verständigung leistet.
Die Galleria SACCHETTI zeigt im Frühjahr 2018 erstmals in Europa, nach Stationen in verschiedenen Städten in Ecuador und auf Kuba, Figuren des bildhauerischen Ensembles La carga.
Alice Trepp lebt und arbeitet in Gentilino/Tessin und Ecuador.