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Harderbahn (Interlaken)
|Kürzel||HB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1908-05-15|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1908 eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Drehstrom; ab 1967 Gleichstrom) HB gehörte einer Aktiengesellschaft. Das Kapital stammte hauptsächlich von waadtländischen Investoren. Als massgebende Initianten fungierten die beiden Berner Oberländer Grossräte Fritz Michel und Eduard Ruchti. Ausgeführt wurde der Bau von der Firma Von Roll AG Bern. Mit einer mittleren Neigung von 586 Promille war die HB 1920 die zweitsteilste dem öffentlichen Verkehr dienende Standseilbahn der Schweiz. Sie erschloss im Berner Oberland ab dem Touristenzentrum Interlaken den aussichtsreichen Harder, auf welchem sich das bahneigene «Hotel-Restaurant Harder-Kulm» befand. Dieses «Nebengeschäft» erschien in der Bilanz der HB mit einem Buchwert von fast 370'000 Franken (Stand 1920), welche in den Baukosten nicht inbegriffen sind. Das Anlagekapital der HB war deshalb bedeutend höher als die Baurechnung der Bahn. Die Roherträge des Hotels flossen in die Gewinn- und Verlustrechnung der HB ein. Die nicht ganzjährig verkehrende HB besass nur offene Personenwagen ohne Stehplätze.
Finanziell sah es bei der HB von Beginn an nicht gut aus. Wesentlich mitverantwortlich dafür war die vergleichsweise grosse Zinslast, welche die durchaus respektablen Betriebsgewinne der Anfangsjahre gleichsam verschlang. Mit dem Weltkrieg 1914 brach das Transportgeschäft der HB völlig zusammen. 1913 wurden 57'000 Reisende befördert, 1916 waren es nur mehr knapp 4400. Nun resultierten Jahr für Jahr Betriebsdefizite. Ihren Zinspflichten konnte die HB nicht länger nachkommen. Der Passivsaldo stieg bis 1920 auf existenzbedrohende 272'000 Franken an, in der Bilanz standen schwebende Schulden in der Höhe von 341'000 Franken.
Die Baukosten der zweischienigen HB waren mit 681'100 Franken pro Bahnkilometer überdurchschnittlich hoch. Der Hauptposten entfiel mit fast 60 Prozent des Gesamtaufwands auf den Unterbau. 208 Meter der HB verliefen in einem Tunnel, 713 Meter auf Brücken und Durchlässen. Die Rollmaterialkosten berechnete die HB ab 1911 anders als zuvor, indem von nun an die Aufwendungen für das Drahtseil, die Seiltragrollen sowie teilweise für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen separat ausgewiesen wurden.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.