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Bogenschiessen ist im Kyudo Mittel und Weg zur Kultivierung meditativen Gewahrseins und Einsicht in die So-Heit der Dinge. Durch Achtsamkeit auf die Form, wird es für den Übenden zunehmend möglich, Körper, Geist und Herz zusammenzubringen. Das Ziel wird zum Spiegel des Bewusstseins.
„Das letztendliche Ziel von Kyudo ist, euren Geist zu reinigen; es ist dasselbe wie im Zazen. Du reinigst beim Schiessen nicht deinen Stil, aber deinen Geist. Die Würde des Schiessens ist der wichtige Punkt. Wie lange du auch immer schiessen magst, ohne die rechte Geisteshaltung, wird diese Würde nicht erlangt.“ – Kanjuro Shibata XX, Sendai
Vor Jahrhunderten wurde das Bogenschießen in Japan als höchste Disziplin der Samurai betrachtet. Als der Bogen die Relevanz als Waffe verlor, hat sich das Bogenschießen unter dem Einfluss von Buddhismus, Shinto, Daoismus und Konfuzianismus als kraftvolle kontemplative Praxis entwickelt.
Onyumishi Kanjuro Shibata, Sensei XX kam 1980 auf Einladung des Ehrwürdigen Chögyam Trungpa Rinpoche, tibetischer Meditationsmeister und Begründer von Shambhala, erstmals in die USA, um Kyudo zu lehren. Gemeinsam mit Chög. Trungpa gründete er in Boulder, Colorado sein erstes Dojo im Westen und wurde daselbst dauerhaft wohnhaft. In den folgenden Jahren etablierte er zahlreiche Dojos in den USA, Canada und Europa, wo er regelmässig unterrichtete.
1994 zog sich Kanjuro Shibata XX, Sensei, von seinen Pflichten als Kaiserlicher Bogenbaumeister zugunsten seines Sohnes Kanjuro Shibata, Sensei XXI zurück und 2012 übergab ihm den Vorsitz von Zenko International. Am 21. Oktober 2013 verstarb Sendai in Boulder.