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René Groebli
Obwohl er eigentlich zum Film will, beginnt er 1943 eine Fotografenlehre bei Theo Vonow in Zürich.
1944–45 sechs Monate in der Fotoklasse von Hans Finsler an der Kunstgewerbeschule Zürich, erste experimentelle Fotografien, um Stimmungen und Bewegung festzuhalten. Ab 1946 Lehre als Dokumentarfilm-Kameramann bei Central-Film und Gloria Film in Zürich (Diplom 1948), beschäftigt sich aber weiterhin intensiv mit Fotografie. Erweckt mit seinem Erstlingswerk, dem Fotoessay Magie der Schiene (1949), grosse Aufmerksamkeit.
1949–51 Presse- und Werbefotograf, dazwischen 1 Jahr als Bildredaktor der Züri-Woche. 1951 Heirat mit Rita Dürmüller, die ihn künstlerisch zeitlebens unterstützt. 1951–53 Fotoreporter für die Agentur Black Star, London; reist im Nahen Osten und Afrika und publiziert u.a. in Picture Post, Illustrated, Time-Life, Die Woche. Ab 1953 Konzentration auf die Farbfotografie, nach ersten Aufträgen der Pharma-Industrie Eröffnung eines eigenen Studios. Experimentiert mit dem Dye-Transfer-Verfahren und wird 1957 von U.S. Color Annual als “Master of Color” gewürdigt. Gründet 1959 zusammen mit H. P. Roth die Turnus Film (Kino- und Fernsehspots), gewinnt für VW-Werbefilme in Cannes die Palme d’Or (1963).
Bis 1980 hauptsächlich Farbfotografie für internationale Werbekampagnen, Jahresberichte, Jubiläumsbücher und dergl. von Unternehmen in Europa und USA. Gestaltet Tonbild- und Multivisions-Schauen, wofür er weltweite Anerkennung erhält. Publiziert 1965 und 1971 zwei wegweisende Bücher über die kreativen und kommunikativen Möglichkeiten der modernen Farbfotografie.
Treibt daneben auch seine freie künstlerische Arbeit weiter und publiziert 1954 den viel beachteten Fotoessay Das Auge der Liebe. Wird bereits 1953 als jüngstes Mitglied ins Kollegium Schweizerischer Photographen (u.a. mit Jakob Tuggener und Gotthard Schuh) aufgenommen. Entdeckt 1977 neu das kreative Potenzial der Schwarzweiss-Fotografie, fotografiert in New York, Irland und Südfrankreich.
Gibt 1981 die Werbefotografie auf, verkauft sein Studio und zieht in ein traditionelles Steinhaus (Borie) in Südfrankreich. Ab 1990 restauriert und überarbeitet er frühere Schwarzweiss-Negative, macht neue Barytabzüge und nutzt zum Teil historische Techniken. 1999 tauscht er seine Borie mit einem alten Bauernhaus in den Vogesen, in dessen Dachstock er sich 2001/2002 intensiv der Aktfotografie widmet. Bis heute unzählige Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit, Lifetime Award der Photo15 in Zürich.