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Trotz der Coronavirus-Krise sollen Finanzprüfer Grosskonzernen fristgerechte Testate erteilen.
(reu) Die britischen Aufsichtsbehörden haben die Wirtschaftsprüfer aufgefordert, alles zu unternehmen, um Grosskonzernen trotz der Probleme durch das Coronavirus fristgerecht Testate erteilen zu können. So müssten die Bilanzprüfer über Alternativen entscheiden, durch die sie notwendige Informationen bekämen.
Dies sagte ein Sprecher der Bilanzprüfer-Aufsicht FRC am Sonntag. Global agierende Unternehmen wie Deloitte, KPMG, EY und PwC prüfen oft die Bücher internationaler Grosskonzerne in China - dem Ausgangsland des neuen Coronavirus. Für diese Prüfungen gibt es festgelegte Termine. Sollten sich diese verschieben, könnte das unter Investoren zu Unruhe führen.
Bilanzprüfer ausserhalb Chinas stehen wegen des Virus aber vor Problemen etwa durch Einreise-Beschränkungen in die Volksrepublik, obwohl sie eigentlich nach China reisen müssten, um dort vor Ort für ihre Testate Bücher unter die Lupe zu nehmen. Ein Weg zur Lösung des Problems für die Prüfer könnte sein, entsprechende Fachleute in China selbst zu finden, mit denen sie dann zusammenarbeiten.
Eine riesige Schlammlawine hat im Januar 2019 in Brasilien nahe der Ortschaft Brumadinho Menschen, Häuser und Tiere unter sich begraben.
(dpa)
Mehr als ein Jahr nach dem verheerenden Dammbruch im brasilianischen Brumadinho will die Staatsanwaltschaft den Bergbaukonzern Vale und die Tochterfirma des deutschen Prüfunternehmens TÜV Süd zur Verantwortung ziehen. Die brasilianische Justiz nahm am Freitag die Anklage gegen die beiden Firmen und 16 ihrer Mitarbeiter an. Unter den Angeklagten ist unter anderem der frühere Präsident von Vale, Fabio Schvartsman.
Die Staatsanwaltschaft München nahm ihrerseits Ermittlungen gegen den TÜV Süd und einen seiner Manager in Deutschland auf. Im vergangenen Jahr hatten fünf Hinterbliebene der Opfer von Brumadinho Strafanzeige gegen einen deutschen Beschuldigten und einen Rechtsanwalt sowie eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gegen den TÜV Süd gestellt.
Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar 2019 gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais hinweg und begrub Menschen, Häuser und Tiere unter sich. 270 Personen kamen bei dem Unglück ums Leben. Das brasilianische Tochterunternehmen des deutschen TÜV Süd hatte kurz vor dem Dammbruch die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden.
Nach Einschätzung der Ermittler hatten Vale und TÜV Süd zusammengearbeitet, um die wahre Sicherheitslage an dem Damm zu verschleiern. TÜV Süd habe Vale dabei geholfen, sein Image als sicheres Bergbauunternehmen zu pflegen, um seine Reputation und seinen Marktwert nicht zu gefährden, hiess es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Minas Gerais.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die TÜV-Prüfer das gewünschte Sicherheitszertifikat ausstellten, obwohl ihnen der schlechte Zustand der Anlage und das Risiko bewusst waren. Ein zuständiger Prüfer hatte in Vernehmungen erklärt, sich von Vertretern des Minenbetreibers Vale unter Druck gesetzt gefühlt zu haben.
Die Mitarbeiter von Vale und TÜV Süd müssen sich nun wegen Mordes in 270 Fällen verantworten. Sie hätten durch ihre Tat die Allgemeinheit gefährdet und den Tod einer unbestimmten Zahl von Personen in Kauf genommen, hiess es in der Begründung des Tatvorwurfs. Die Opfer hätten keine Chance gehabt, sich in Sicherheit zu bringen. Die beiden Unternehmen müssen sich zudem wegen Verbrechen gegen die Flora und Fauna sowie wegen Umweltverschmutzung verantworten.
Eine A350, die von der Airbus-Konzernzentrale im französischen Colomiers bei Toulouse gestartet ist.
Die USA wollen den Strafzoll auf Flugzeuge aus Europa von 10 auf 15% erhöhen. Die Anhebung werde am 18. März in Kraft treten, hatte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Freitagabend mitteilen lassen. Die Welthandelsorganisation WTO hatte Washington Ende 2019 das Recht erteilt, Strafzölle von bis zu 100% auf Waren im Wert von 7,5 Mrd. $ zu erheben. Hinter dieser Möglichkeit bleibt die auf Flugzeuge beschränkte Massnahme deutlich zurück.
Ein Sprecher der EU-Kommission erklärte dazu am Samstag: «Wir nehmen die US-Entscheidung zur Kenntnis.» Der Fokus sollte aus Sicht der Brüsseler Behörde nun darauf liegen, «eine Verhandlungslösung für den Flugzeugstreit auf der Grundlage konkreter EU-Vorschläge zu bestehenden Subventionen und künftigem Verhalten in diesem Sektor zu finden».
Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, die amerikanische Ankündigung «sorgfältig analysieren» zu wollen. «Aktuell sind die Zollerhöhungen im Kontext des Airbus-Falles noch nicht in Kraft getreten», hiess es in Berlin. Zugleich betonte das Ministerium erneut: «Wir lehnen einseitige Zollerhöhungen ab. Zölle schaden am Ende allen, auch den USA. Wir brauchen weniger Zölle, nicht mehr Zölle.»
Schärfer äusserte sich der Vorsitzenden des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD). US-Präsident Donald Trump «eskaliert weiter» gegen die EU, kritisierte der Europaabgeordnete. Zu Zöllen auf Stahl und Aluminiumprodukte kämen nun erhöhte Zölle auf Flugzeuge und die Drohung mit weiteren Zöllen hinzu. «Hier gilt es klare Kante zu zeigen, auf Druck darf es keine Zugeständnisse geben», schrieb Lange auf Twitter und fügte hinzu: «No way, Mr President!»
Die EU ihrerseits wartet auf eine Entscheidung der WTO zu unerlaubten Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing. Ein Schlichter soll in den kommenden Monaten die Höhe erlaubter EU-Vergeltungszölle festlegen. Die EU rechnet mit Milliardensummen.
Der Investor Warren Buffett kauft sich bei Kroger und Biogen ein.
Die amerikanische Investorenlegende Warren Buffett hat einen Anteil an der Supermarktkette Kroger erworben. Die von ihm gegründete Investmentfirma Berkshire Hathaway teilte am Freitag (Ortszeit) mit, für 549,1 Millionen Dollar Kroger-Aktien gekauft zu haben.
Auch beim Biotechkonzern Biogen stieg Berkshire ein und erwarb Anteilsscheine im Wert von 192,4 Millionen Dollar. Die Investmentfirma reduzierte dagegen ihre Beteiligungen bei den zwei Banken Wells Fargo und Goldman Sachs.
Bei Wells Fargo sank der Anteil um 15 Prozent auf 323,2 Millionen Aktien im Volumen von 17,4 Milliarden Dollar. Bei Goldman Sachs reduzierte Buffett um 35 Prozent auf zwölf Millionen Aktien im Wert von rund 2,8 Milliarden Dollar.
Berkshire Hathaway hatte bereits Ende Januar mitgeteilt, komplett aus dem Zeitungsgeschäft auszusteigen. Die Holding brachte den Verkauf von 30 Zeitungen, mehreren Dutzend Wochenblättern und weiteren Bereichen ihrer BH Media Group an Lee Enterprises auf den Weg. Lee zahlt dafür 140 Millionen Dollar in bar. Zu den Zeitungen, die den Besitzer wechseln, gehört der «Omaha World-Herald» in Nebraska, wo Berkshire seinen Sitz hat.
Das EU-Parlament entscheidet über das Verbot von Einweg-Plastikprodukten. (Christian Beutler / Keystone)
(dpa)
Eine Steuer auf Plastikverpackungen soll den künftigen EU-Haushalt mitfinanzieren. Das sieht der neue Vorschlag von EU-Ratspräsident Charles Michel für die neue Finanzperiode 2021 bis 2027 vor. Das 53 Seiten lange Papier enthält ganz am Ende einen Passus zu neuen Eigenmitteln der EU. Dort heisst es, dass pro Kilogramm unrecyceltem Verpackungskunststoff 80 Cent fällig sein sollen.
Mit der Plastiksteuer und möglichen Überschüssen aus dem europäischen Emissionshandel sollen für die siebenjährige Periode 14 bis 15 Milliarden Euro zusammenkommen, hiess es aus dem Rat in Brüssel. Insgesamt sieht Michels Vorschlag ein EU-Budget von 1,0948 Billionen Euro für den Zeitraum 2021 bis 2027 vor.
Die EU-Staaten sollen dafür nach Vorstellungen des EU-Ratspräsidenten 1,074 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Brüsseler Kasse zahlen. Dieser Prozentsatz ist nach Ratsangaben weniger, als sie seit dem Austritt Grossbritanniens in der laufenden Periode ausgeben müssen (1,16%), aber mehr, als es vor dem Brexit war (1,03%).
Deutlich weniger Geld sieht Michels Vorschlag für die gemeinsame Agrarpolitik vor, die von 382,5 Mrd. Euro (ohne Grossbritannien) auf 329,3 Mrd. schrumpfen würde. Für die Kohäsionspolitik sind 323,2 statt bisher 367,7 Mrd. Euro (ohne Grossbritannien) vorgesehen. Bei der Kohäsionspolitik geht es unter anderem darum, die Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen und den Rückstand der am stärksten benachteiligten Gebiete zu verringern. Auf 21,9 Mrd. Euro mehr als verdoppeln sollen sich hingegen die Mittel für Migration und Grenzschutz.
(awp/sda/Reuters) Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Februar überraschend aufgehellt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen stieg auf 100,9 Zähler von 99,8 Punkten im Januar, wie die Universität Michigan am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.
Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 99,5 Punkte gerechnet. Die Konsumenten bewerteten ihre derzeitige Lage etwas schlechter und schauten zugleich optimistischer nach vorn. Der private Konsum gilt als Säule der US-Konjunktur. Er steuert rund 70% zur Wirtschaftsleistung bei.
Derweil steigerten die US-Detailhändler ihren Umsatz im Januar den vierten Monat in Folge. Er legte wie von Experten erwartet um 0,3 Prozent zum Vormonat zu, wie das Handelsministerium in Washington ebenfalls am Freitag mitteilte. Im Dezember hatte es nach revidierten Zahlen ein Plus von 0,2% gegeben.
«Reallohnsteigerungen und erhöhte Nettovermögen lassen die Konsumperspektive weiterhin freundlich erscheinen. Dafür sprechen auch solide Stimmungswerte unter den Verbrauchern», erklärte Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba.
Die US-Notenbank dürfte sich seiner Ansicht nach zunächst in ihrer abwartenden Haltung bestätigt sehen. Das Fed hatte ihren Leitzins 2019 drei Mal gesenkt. Zuletzt beliess sie ihn in der aktuellen Spanne von 1,5 bis 1,75% und signalisierte, den Kurs bei weiter rund laufender Konjunktur konstant zu halten.