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Für das Jahr 2018 sollte das Schweizer Wirtschaftswachstum auf 1,9% ansteigen, wie aus den am Montag publizierten Zahlen der OECD hervorgeht.
Weil sich der Franken seit der starken Aufwertung im Jahr 2015 stabilisiert hat, haben die Schweizer Exporte - besonders bei den Chemie- und Pharmaprodukten - wieder zugelegt. Zudem deuten die jüngsten Indikatoren auf eine Erholung der schwachen inländischen Nachfrage hin. Die tiefen Zinsen wirken dabei unterstützend. Die Geldpolitik der Schweizer Nationalbank erachtet die OECD als angemessen.
Die Risiken von lang anhaltenden tiefen Zinsen würden allerdings steigen, warnt die Organisation. Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt müssten deshalb weiterhin überwacht werden. Auch die Umsetzung der Zuwanderungsinitiative berge Unsicherheiten. Die Reformen bei den Unternehmenssteuern sollten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hingegen begünstigen.
WELTKONJUNKTUR ERHOLT SICH
Auch für das weltweite Wirtschaftswachstum zeigt sich die OECD optimistischer. Die Prognose für kommendes Jahr und 2018 wurde auf 3,3% und 3,6% erhöht. Für die Vereinigten Staaten, den Euroraum, Japan, Grossbritannien und China wurden die Prognosen jeweils moderat verbessert.
In den Vereinigten Staaten dürften die Investitions- und Steuersenkungspläne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump die Konjunktur Experten zufolge kräftig ankurbeln. Die OECD sieht aber auch Risiken. Das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung könnten steigen, was wiederum höhere Steuern und niedrigere Ausgaben bewirken könnte. Zudem könnte bei robuster Konjunktur, sinkender Arbeitslosigkeit und höheren Preisen die Notenbank (Fed) gezwungen sein, den Leitzins schneller und stärker anzuheben als bisher erwartet.
Für die Euro-Zone prognostiziert sie ein stabiles Wachstum. Das Bruttoinlandprodukt BIP dürfte im nächsten Jahr um 1,6% und 2018 um 1,7% zulegen. "Die hohe Arbeitslosigkeit und das moderate Lohnwachstum werden den privaten Verbrauch voraussichtlich bremsen, während die Exporte durch den flauen Welthandel und das nach dem Brexit-Referendum schwächere Wachstum im Vereinigten Königreich gehemmt werden", erklärte die Organisation.
MEHR INVESTITIONEN GEFORDERT
Die OECD fordert mehr staatliche Konjunkturspritzen, um die Weltwirtschaft anzukurbeln. Mit den aktuellen niedrigen Zinssätzen habe die Politik die Gelegenheit dazu, sagte der OECD-Chef Angel Gurría. Die Länder sollten mehr Geld für Infrastruktur, Bildung und Innovation ausgeben und dies zugleich mit Strukturreformen flankieren.
Dagegen warnt die Organisation vor Protektionismus und handelspolitischen Vergeltungsmassnahmen wie Strafzöllen. Derartige Schritte würden den empfohlenen fiskalischen Impulsen entgegenstehen und deren positive Wachstumswirkung egalisieren.
Für Banken hingegen solle es strengere Vorschriften geben. Die Geldpolitik könne dagegen kaum noch weiter gelockert werden, wie Verzerrungen an den Finanzmärkten und zunehmende Kursschwankungen zeigten.
(AWP)