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Das was wir im Westen als Suppen bezeichnen, sind im engeren chinesischen Sinne meist keine, weil sie in der Regel nicht so lang gekocht werden, dass sie den Namen Suppen verdienen.
Lange Suppen oder eben einfach Suppen werden in China über mehrere Stunden auf kleinem Feuer gekocht. Dabei verlieren die Ingredienzien ihren Eigengeschmack fast vollständig. Dieser geht in die Suppe über. Suppen werden getrunken, nicht gegessen. Getrunken wird die Suppenflüssigkeit. Ein Teil dessen, was sich noch an ausgekochter Ware darin befindet, Fleischbrocken zum Beispiel, werden noch herausgepickt und der Rest dann weggeschüttet.
Suppen dienen in der Regel der Gesunderhaltung bzw. der Stärkung des Organismus. Es wird zwischen starken und milden Suppen unterschieden. Starke Suppen werden nur in grösseren Abständen, zum Beispiel im Winter einmal wöchentlich, im Sommer seltener getrunken. Mildere Suppen können häufiger, z.B. zwei- bis dreimal wöchentlich getrunken werden. Sie haben eine weniger harsche Wirkung als die starken Suppen.
Unter starken Suppen sind solche zu verstehen, die zum Beispiel Ginseng enthalten oder anderswie stark tonisierende Mittel, wirken also auf das Qi oder das Yang. Mildere Suppen bezwecken eher den Aufbau oder die Erhaltung des Yin oder der Säfte. Wenn in milden Suppen Qi-tonisierende Mittel drin sein, werden diese durch andere Mittel ausgeglichen oder haben an und für sich eine etwas mildere Wirkung. Radix Codonopsitis statt Radix Ginseng könnte als Beispiel angeführt werden, oder die Kombination von Shan Yao (Dioscoreae, Rhizoma = Yams) mit Huang Qi (Astragali, Radix = Häutiger Tragant).
Es darf angenommen werden, dass der regelmässige Konsum von Suppen viele Krankheiten langsam bessert oder deren Entstehung verhindert.

Im Sinne der chinesischen Medizin sind Suppen bei folgenden Zuständen geeignet:
Suppen können die Wirkung von medizinischen Rezepturen bei entsprechenden Befunden unterstützen oder gar erst zur vollen Entfaltung bzw. dauerhaften Wirkung bringen.
Suppen können eine Menge anderer Therapien überflüssig machen. Im alten China war derjenige Arzt der angesehenste, welcher ohne Medikamente heilen konnte, derjenige also, der die Kunst der Diätetik beherrschte.
Suppenmischungen sind in jedem chinesischen Lebensmittelladen zu finden. Sie entsprechen schon einer ausgewogenen Mixtur. Der Inhalt des Beutels wird ins Wasser getan und es wird ein Stück Fleisch dazugetan und mitgekocht. Je nachdem eignet sich Schweine-, Rind- oder Hühnerfleisch. Da jede Fleischart auch ihren eigenen Tropismus und Wärmeinhalt hat, kann nicht beliebig ausgetauscht werden. Zu jeder Suppe gehört also eine bestimmte Fleischart.
Die chinesischen Bezeichnungen für Suppen enden meistens mit ‚Tang', dem Wort für ‚Suppe'. Beispiele:
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Bao Ji Tang (chinesische Hünersuppe)
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Ba Zhen Tang (Suppe der acht Kostbarkeiten)
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Shi Quan Da Bu Tang (Alles umfassende, stark kräftigende Suppe mit 10 Kräutern)
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Xue Er Shen Xu Tang (Tremella und Ginseng-Bart Suppe)
Aber auch dies sind Suppen:
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Xiao Er Jia Yin (Kinderstärkende Suppe)
- Qing Bu Liang (Hitze klärende und nährende Suppe)
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