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Gysi hat die Unterstützung des Personalverbands der Bundesverwaltung und -betriebe (PVB). Sie wäre erst die zweite Frau an der Spitze des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) nach Christiane Brunner, die den SGB zusammen mit Vasco Pedrina von 1994 bis 1998 im Co-Präsidium führte.
Die Unia, stärkste Gewerkschaft innerhalb des SGB, entschied sich nach Hearings mit Gysi und Maillard am Dienstag für den Waadtländer Staatsrat, wie sie mitteilte. Den Entscheid fällte der Zentralvorstand mit 24 gegen drei Stimmen bei vier Enthaltungen.
"Ich bin sehr berührt über das mir entgegengebrachte Vertrauen", sagte der 50-jährige Maillard auf Anfrage. Es sei aber erst der Anfang eines Prozesses. Er werde sich nun den anderen Mitgliedsverbänden zur Verfügung stellen, um ihre Sorgen und Ideen anzuhören und in seine Vorstellungen für die Zukunft des Gewerkschaftsbundes einfliessen zu lassen.
Maillard verfügt bereits über Gewerkschaftserfahrung. Er war Zentralsekretär der Gewerkschaft SMUV. Nach 14 Jahren in einer Exekutive sei es an der Zeit, den Posten zu wechseln. Er fühle sich voller Energie und Motivation.
Rücktritt als Staatsrat im Fall der Wahl
Falls er zum SGB-Präsidenten gewählt würde, werde er voraussichtlich im ersten Quartal 2019 als Staatsrat demissionieren. Allerdings würde er noch während einiger Monate seine Dossiers weiter betreuen, um eine harmonische Übergabe des Amtes zu ermöglichen.
Als weitere Kandidaten wurden auch der Walliser SP-Nationalrat Mathias Reynard und die SP-Nationalrätin Marina Carobbio aus dem Tessin gehandelt. Carobbio wird allerdings im Herbst voraussichtlich zur Nationalratspräsidentin gewählt, was einem Engagement an der SGB-Spitze im Weg stehen könnte.
Reynard hat am Dienstagabend gegenüber dem Westschweizer Radio angekündigt, auf eine Kandidatur zu verzichten. In einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung "Le Nouvelliste" gesagt, dass er seine Kandidatur zurückziehen würde, falls der SGB die "Frauenfrage" zur Priorität erklären sollte. Zudem liess der Walliser durchblicken, dass er auch nicht gegen Maillard antreten wolle.
Rechsteiner hatte im März nach 20 Jahren an der Spitze des SGB seinen Rücktritt angekündigt. Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger wird am 1. Dezember an einem SGB-Kongress in Bern gewählt.
(AWP)