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Herr Kessler, falls Ihre Studie zeigt, dass man die Blasenfunktion bei Rückenmarksverletzten durch Neuromodulation weitgehend erhalten kann, welche Bedeutung hätte dies zukünftig für Betroffene?
Blasenfunktionsstörungen gehören zu den wichtigsten Problemen mit denen Patienten mit Rückenmarksverletzung zu kämpfen haben.
Bei einem gesunden Menschen wird die Blasenentleerung durch Nervenbahnen gesteuert, die ihren Ursprung im Gehirn und Rückenmark haben. Die Nervenbahnen reagieren eng verzahnt und sind durch eine Reihe von Reflexbögen verbunden. Kommt es zu einer Rückenmarksverletzung, wird diese feine Steuerung der Reflexe jedoch unterbrochen und es kommt zu einer Störung der Blasenfunktion. Eine SwiSCI Studie untersucht nun, ob sich die irreversible Schädigung der Blase von vornherein vermeiden lässt.
Harnwegsinfektionen sind eine der häufigsten Komplikationen bei einer Rückenmarksverletzung: 59% der Betroffenen leiden darunter. Hauptursache sind Bakterien aus dem Darm, die aus der Umgebung der Harnröhrenöffnung in die Harnröhre und die Blase aufsteigen. Bei schweren Infektionen steigt die Infektion weiter in die Harnleiter bis in das Nierenbecken.
Birkhäuser V, Liechti MD, Anderson CE, Bachmann LM, Baumann S, Baumberger M, Birder LA, Botter SM, Büeler S, Cruz CD, David G, Freund P, Friedl S, Gross O, Hund-Georgiadis M, Husmann K, Jordan X, Koschorke M, Leitner L, Luca E, Mehnert U, Möhr S, Mohammadzada F, Monastyrskaya K, Pfender N, Pohl D, Sadri H, Sartori AM, Schubert M, Sprengel K, Stalder SA, Stoyanov J, Stress C, Tatu A, Tawadros C, van der Lely S, Wöllner J, Zubler V, Curt A, Pannek J, Brinkhof MWG, Kessler TM: TASCI—transcutaneous tibial nerve stimulation in patients with acute spinal cord injury to prevent neurogenic detrusor overactivity: protocol for a nationwide, randomised, sham-controlled, double-blind clinical trial. BMJ Open, Vol 10, Issue 08, 2020.