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|PatientInnen-Dossiers - Endokrinologie|
Bewertung: Modell-Dossier Autor: Prof. G. A. Spinas26-jähriger mit Polydipsie seit 6 Wochen
Vorgeschichte
Ein 26-jähriger Elektroplaner bemerkt seit 6 Wochen eine Polydipsie (Trinkmengen bis zu 6 Litern pro Tag), eine Polyurie (Nykturie bis 5 mal pro Nacht), sowie einen Gewichtsverlust von 4 kg. Seit einer Woche besteht ein grippaler Infekt mit Fieber bis 40°C, Husten und Gliederschmerzen. Gleichzeitig beklagt sich der Patient über verschwommenes Sehen mit Visusabnahme und über eine zunehmende Müdigkeit. Da er sich vom grippalen Infekt nicht erholt und die Beschwerden zunehmen, sucht er den Hausarzt auf.
Familienanamnese
Die Familienanamnese ergibt, dass der Vater des Patienten an einem Diabetes mellitus Typ 2, der Onkel an einem Diabetes mellitus unbekannten Typs leidet. Der Hausarzt stellt einen Plasmaglukosewert von >20 mmol/l fest und hospitalisiert den Patienten mit der Diagnose eines Diabetes mellitus.
Status
Bei Eintritt ist der Patient müde, exikkotisch, wiegt 59 kg bei 175 cm bei sonst unauffälligem Status (inkl. Augenfundus).
Labor
Die Blutanalyse ergibt eine Plasmaglukose von 26.9 mmol/l, einen pH von 7.37. Der Urinstreifentest ist stark positiv für Glukose und Azeton. Die (später gemessene) Konzentration des C-Peptids im Serum (Mass für endogene Insulinproduktion) ist stark vermindert.
Diagnose
Diabetes mellitus Typ1
Therapie
Nachdem die Diagnose eines Diabetes mellitus Typ1 gestellt ist, wird nach Substitution des Flüssigkeitsverlustes mit 0.9% NaCl eine Insulintherapie (zuerst i/v, dann s/c) begonnen.
Procedere
Darauf erfolgt eine ambulante Diabetesinstruktion. Der Patient lernt die Blutzuckerselbstmessung und die Insulinapplikation nach dem Basis-Bolus-Prinzip (kurzwirksames Insulin vor den Mahlzeiten, Depotinsulin vor Bettruhe zur Abdeckung des basalen Insulinbedarfs). Zudem wird eine intensive Ernährungsberatung durchgeführt. Für den sportlich aktiven Patienten werden 3000 kcal/d festgelegt.
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