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Am US Open in New York kommt es im Halbfinal zum Showdown zwischen Roger Federer und Stan Wawrinka. Beide ziehen überzeugend und ohne Satzverlust in die Runde der letzten Vier ein.
Der Schweizer Halbfinal beim US Open ist perfekt: Keine halbe Stunde nach Stan Wawrinka tat es Roger Federer im Arthur-Ashe-Stadion seinem Davis-Cup-Kumpel gleich und zog mit einem 6:3, 6:3, 6:1 gegen den absolut chancenlosen Richard Gasquet ohne Satzverlust in die Runde der letzten Vier ein. Ein Game mehr hatte Wawrinka benötigt, um Kevin Anderson 6:4, 6:4, 6:0 zu besiegen. Damit kommt es am Freitag, die Zeit ist noch nicht bekannt, zum grossen Showdown.
Die beiden Schweizer hatten es scheinbar eilig, da die Wetterprognosen am späteren Abend Regen prophezeiten und boten ihre besten Leistungen an diesem Turnier. Federer legte gegen Gasquet einen brillanten Start hin und servierte in den ersten drei Servicegames bereits sieben Asse.
Bei eigenem Aufschlag geriet er danach ebenfalls nicht in Gefahr, musste er doch keinen einzigen Breakball des Franzosen abwehren. «Ich bin doch etwas erstaunt», sagte Federer über seinen Halbfinal-Einzug ohne Satzverlust. «Es ist grossartig, in meinem Alter fünf Matches in Folge so zu gestalten.»
Bei Aufschlag des Franzosen übte er mit dem Return immer wieder Druck aus, fünf seiner 13 Breakchancen vermochte er schliesslich zu nutzen. 50:8 Winner zugunsten des Schweizers brachte die Überlegenheit Federers deutlich zum Vorschein in einer Partie, die keine eineinhalb Stunden dauerte.
Federer, der im ganzen Turnier noch keinen Satz abgegeben hat, steht in Flushing Meadows damit zum zehnten Mal in den Halbfinals. Von 2004 bis 2008 gewann er fünfmal in Folge das Turnier. Für Wawrinka ist es der zweite Halbfinal-Einzug nach 2013, als er Novak Djokovic in fünf Sätzen unterlag.
Gegen den 29-jährigen Südafrikaner, gegen den er zuletzt viermal in Folge verloren hatte, zeigte Wawrinka eine starke Leistung. Nach Nur 1:47 Stunden beendete er mit einem Rückhandvolley die Partie, in der nie Spannung aufkam. «Ich tat, was ich mir vorgenommen hatte, war aggressiv und stand beim Return weiter vorne als üblich. Und Anderson war wohl etwas nervös», erklärte Wawrinka nach dem Match.
Wegen der schlechten Wetterprognosen fand die Partie im Louis-Armstrong-Stadion, dem zweitgrössten Platz der Anlage, statt, wo Wawrinka bereits seine ersten drei Spiele des Turniers bestritten hatte und auf dem er noch keinen Satz abgegeben hat. Dem Romand war das egal: «Das war für mich gar nicht schlecht. Das ist einer meiner Lieblingsplätze, hier habe ich schon viele grosse Matches bestritten», so Wawrinka
Die Weltnummer 5 machte regelmässig seine Breaks und profitierte dabei auch von der Hilfe Andersons, der nicht an seine gegen Andy Murray gezeigte Leistung anknüpfen konnte.
Dreimal schenkte der Südafrikaner, der seit zehn Jahren in den USA lebt, dem Schweizer das Break mit einem Doppelfehler. Wawrinka hingegen, der in seinen ersten vier Partien in New York noch einige Schwächen gezeigt hatte, trat von Beginn an fokussiert und konzentriert auf. Nur im ersten Satz hatte er beim Stand von 4:3 einen Breakball abzuwehren, was er mit einem herrlichen Rückhandpassierball tat.
Im Halbfinal kommt es damit erstmals in der Geschichte zu einem rein schweizerischen Halbfinal an einem Grand-Slam-Turnier. «Für uns beide und ein so kleines Land wie die Schweiz ist das grossartig», sagte Federer. Erst einmal standen Federer und Wawrinka an einem Major-Turnier zusammen in den Halbfinals – am Australian 2014, als Wawrinka sein erstes Grand-Slam-Turnier gewann.
Im direkten Vergleich führt Federer gegen Wawrinka mit 16:3, das letzte Duell im Best-of-5-Format entschied Wawrinka in den Viertelfinals am French Open in Paris klar in drei Sätzen für sich. «Früher war nur ich nervös vor den Partien gegen ihn. Inzwischen weiss ich, dass auch er nervös ist, weil er gemerkt hat, dass ich nahe an ihm dran bin», sagte Wawrinka zum Schweizer Showdown. Das bestätigt indirekt auch Federer: «Jetzt wird es interessant. Wir kennen uns beide sehr gut, und ich weiss, dass er es drauf hat, mich zu schlagen»»
Den perfekten Schweizer Abend komplettierte Martina Hingis. Die Ostschweizerin zog sowohl im Doppel mit Sania Mirza als auch im Mixed mit Leander Paes in den Final ein. In diesen bietet sich Hingis die Chance auf ihre Grand-Slam-Titel 19 und 20. (si/dwi)
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