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Im Bemühen, die Grundsätze des DSG einzuhalten und sich so von weniger seriösen Firmen abzuheben, die im Bereich der Direktvermarktung tätig sind, ist der Verband Schweizer Markt- und Sozialforscher (VSMS) an uns gelangt, um uns verschiedene Datenschutzfragen zu unterbreiten und sich zu vergewissern, dass seine Methoden wie auch seine Dokumentation wirklich im Einklang mit der schweizerischen Gesetzgebung stehen. Wir haben die gestellten Fragen beantwortet und der Branche verschiedene Verbesserungen vorgeschlagen. Der Verband ist unseren Anmerkungen gefolgt und hat seine Reglemente und internen Weisungen angepasst.
Der Verband Schweizer Markt- und Sozialforscher (VSMS) vertritt die Interessen seiner Branche im Namen seiner Einzel- und Kollektivmitglieder, zu denen insbesondere die wichtigsten im Bereich der Sozial- und Marktforschung tätigen Institute gehören. Ebenfalls in dem Verband vertreten sind die Forscher von Instituten, die im Bereich Markt-, Meinungs- und Sozialforschung spezialisiert sind, die unabhängigen Werbeberater oder Marketingleiter in Unternehmen oder Organisationen, die eine mit Marktforschung verbundene Tätigkeit verfolgen, sowie Dozenten und Studenten der Sozialwissenschaften.
Markt- und Sozialforschung ermöglicht die Erhebung von verschiedenen Informationen über das wirtschaftliche, kulturelle und politische Leben eines Landes oder einer Region. Im Rahmen einer Marktforschung oder einer Meinungsumfrage werden Personen aus der Bevölkerung aufgefordert, ihre ganz persönliche Ansicht zu zahlreichen Themen zu äussern. Dies geschieht freiwillig. Über die Auswertung dieser Informationen können unter anderem eine Momentaufnahme der politischen Meinungen in der demokratischen Schweiz erstellt, der Stand der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung ermittelt oder auch Produkte und Dienstleistungen bewertet und optimiert werden; so soll es möglich werden, die Funktionsweise der Gesellschaft besser zu verstehen und zu begreifen, wie die Bevölkerung oder ihre verschiedenen Teilgruppen denken und handeln. Die Unternehmen bedienen sich der Marktforschung, um das Konsum- und Kaufverhalten zu analysieren und damit den Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucher besser gerecht zu werden. Unternehmen, Organisationen und andere Vereinigungen, aber auch politische Entscheidungsträger, Parteien und Verwaltungen stützen sich auf die im Rahmen dieser Erhebungen gewonnenen Daten, um wichtige Entscheidungen zu treffen.
Die Markt- und Sozialforschungsinstitute, die sich auf das kollektive Markenzeichen berufen, bieten die Gewähr, dass keine Erhebung zu offen eingestandenen oder verborgenen Verkaufs-, Werbe- oder Bestellzwecken durchgeführt wird. Ebenso garantieren die Richtlinien des VSMS, dass die Daten nur in anonymisierter Form ihren Auftraggebern oder Dritten bekannt gegeben werden, sodass sich die Identität der betroffenen Personen nicht aus ihren Antworten ableiten lässt. Personen, die sich zur Teilnahme an einer Umfrage bereit erklären, gehen davon aus, dass ihre Daten vom Forschungsinstitut ausgewertet und spätestens vor der Übermittlung der Untersuchungsergebnisse an Dritte anonymisiert werden.
In diesem Rahmen hat uns der VSMS ein Problem unterbreitet, mit dem er derzeit konfrontiert ist: Die Auftraggeber des VSMS möchten neuerdings zum Zweck der Qualitätskontrolle Interviews oder Gruppendiskussionen anhören und Dokumente oder Informationen erhalten, die eine Identifikation der Befragten ermöglichen würden. Dazu halten wir fest, dass eine Bekanntgabe (nicht anonymisierter) Personendaten an Dritte zum Zweck der Qualitätskontrolle eine Zweckänderung darstellt und für die betroffene Person klar erkennbar und durch einen Rechtfertigungsgrund (grundsätzlich die Einwilligung) legitimiert sein muss.
Wir haben dem VSMS eine Anpassung seiner internen Regelungen und Verträge im Einklang mit der Datenschutzgesetzgebung empfohlen. Der Verband hat unsere Bemerkungen befolgt und die notwendigen Änderungen vorgenommen.