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Tetris spielen und Traumata behandeln
Nach einem traumatischen Erlebnis leiden die Betroffene unter Flashbacks. Sie erinnern sich an Szenen, Geräusche oder Emotionen, die mit dem Vorfall zusammenhängen. Es sind intrusive Erinnerungen, die häufig mit der Entwicklung posttraumatischer Stresssymptome einhergehen.
Im Journal Molecular Psychiatry veröffentlichten Forschende der Universität Oxford eine Studie, bei der getestet wurde, ob eine kurze psychologische Intervention das Auftreten dieser Symptome verhindern kann. Die Intervention war ein Computerspiel des räumlichen Visualisierens, ähnlich dem bekannten Spiel Tetris.
Die Forschenden bezogen 71 Personen in ihren Versuch ein, die alle einen traumatischen Autounfall erlebt hatten. Sie mussten sich ihren Unfall wieder ins Gedächtnis rufen und unmittelbar danach 20 Minuten Tetris spielen. Bei den Testpersonen traten in der Folgewoche im Vergleich zur Kontrollgruppe 62 Prozent weniger intrusive Erinnerungen auf. Sie berichteten ausserdem, dass sie die Symptome weniger gestresst hätten.
Die Forschenden schliessen daraus, dass die Versuchspersonen die traumatisierenden Erinnerungen erfolgreich aus dem Bewusstsein verbannen konnten, währenddem sie sich auf das Spiel konzentrierten. Spiele wie Tetris sind also einfache Instrumente, die bei der Behandlung von posttraumatischem Stress eine deutliche Verbesserung herbeiführen könnten.
Studie:
- Iyadurai, L., Blackwell, S. E., Meiser-Stedman, R., Watson, P. C., Bonsall, M. B., Geddes, J. R., Nobre, A. C., & Holmes, E. A. (2017). Preventing intrusive memories after trauma via a brief intervention involving Tetris computer game play in the emergency department: a proof-of-concept randomized controlled trial. Molecular Psychiatry. doi: 10.1038/mp.2017.23