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Der Sturm «Florence» war am Freitagmorgen (Ortszeit) in North Carolina auf Land getroffen. Er erreichte die Küste mit geringerer Stärke als ursprünglich befürchtet – trotzdem ist die Gefahr noch nicht gebannt. Ein Überblick zur Situation an der US-Südostküste.
Noch über dem Meer war «Florence» zwischenzeitlich zu einem Hurrikan der Stärke 4 angewachsen – mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde. Bis zu seinem Eintreffen an der Küste wurde er jedoch mehrfach herabgestuft.
Am Samstag galt «Florence» mit Windgeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunden nur noch als Tropensturm. Zerstörerische Kraft entfaltete er dennoch. Die Tücke an «Florence» ist nicht die Windstärke, sondern die grosse Menge an Niederschlägen, die der Sturm mit sich bringt.
Der Sturm hat enorme Wassermassen an die Südostküste der USA getragen und grosse Gebiete unter Wasser gesetzt. Weite Landstriche der Bundesstaaten North Carolina und South Carolina waren am Samstag überschwemmt.
Nach Angaben von US-Medien waren fast eine Million Menschen in den beiden Staaten ohne Strom. Der heftige Regen kann nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums noch Tage andauern – und damit die Überschwemmungen weiter verschlimmern.
In den USA ist die Zahl der Toten durch den Tropensturm «Florence» am Samstag auf mindestens 13 gestiegen. Am stärksten betroffen war der Bundesstaat North Carolina, in dem sieben Menschen starben. Eine Person starb im benachbarten South Carolina.
Eine Mutter und ihr Kleinkind kamen in der Küstenstadt Wilmington (North Carolina) um, als ein umstürzender Baum auf ihr Haus krachte, wie die Polizei mitteilte.
Eine andere Frau starb an einem Herzinfarkt – Rettungskräfte kamen wegen des Sturmes nicht rechtzeitig zu ihr. Ein Mann erlitt einen Stromschlag, als er mit einem Notstromaggregat hantierte. Ein 77-Jähriger in Kinston wurde vom Sturm schlicht umgeblasen – er starb beim Sturz. In South Carolina starb eine Frau, als ihr Auto auf einen umgestürzten Baum prallte, wie der Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, am Samstag (Ortszeit) mitteilte.
Die Behörden warnten vor Erdrutschen. In den kommenden Tagen seien besonders die Orte in den Bergen von North Carolina gefährdet, erklärte am Samstag der Gouverneur des Bundesstaates, Roy Cooper.
Auch wer vom Regen verschont geblieben sei, sei nicht ausser Gefahr, weil die Flüsse nur mit einigen Tagen Verzögerung die höchsten Wasserstände erreichen dürften. Einige Flüsse traten bereits über die Ufer und erreichten Rekord-Pegelstände. Strassen wurden überspült, Stromleitungen zerstört. Katastrophenschützer mussten ausrücken, um Menschen aus überfluteten Häusern zu retten – etwa in New Bern in North Carolina, das der Sturm als einen der ersten Orte getroffen hatte.
Der Sturm bewegte sich am Samstag laut Hurrikan-Zentrum extrem langsam vorwärts – mit nur vier Kilometern pro Stunde. «Florences» langsamer Weg ins Landesinnere werde «katastrophale Sturzfluten» auslösen, warnten Meteorologen auf «weather.com». In North Carolina habe es bereits lebensbedrohliche Sturmfluten gegeben.
(sda/dpa/reu/vom)