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Titel
Sankt
Gallen. Seit 1803 Kanton der schweizerischen Eidgenossenschaft, in der offiziellen Reihenfolge der Kantone
deren vierzehnter.
Lage, Ausdehnung, Grösse, Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte.
Der Kanton St.
Gallen
liegt als Grenzkanton im ö. Abschnitt der
Schweiz zwischen 8° 47' 15" und 9° 41' 15" Oestl. L.
von Greenwich und 46° 52' und 47° 31' 40" N. Br. Seine grösste Länge von N. (bei
Muolen) nach S.
(Calanda ö. vom
Kunkelspass)
beträgt nahezu 85 km und seine grösste Breite von der Zürcher Grenze bei
Kempraten
(Rapperswil) bis zur
östlichsten Rheinkurve bei
Diepoldsau 65 km. Er umschliesst vollständig den Kanton Appenzell
(etwa 100 km Umfang), der sich im NO. dem
Rhein derart nähert, dass das st. gallische Gebiet bei
Rheineck einen Streifen von kaum 500 m Breite bildet.
Der Kanton St.
Gallen
grenzt im O. mit dem
Rhein an Vorarlberg,
Liechtenstein und Graubünden,
im S. mit dem
Calanda und der Ringelspitzkette
an Graubünden,
im SW. an Glarus
und Schwyz,
im W. an Zürich,
im NW. und N. an den Thurgau
und den
Bodensee. In der Linthebene greift der Kanton s. über den
Linthkanal
gegen Schwyz
hinüber, und am
Bodensee schliesst er bei Rorschach
die thurgauische Exklave
Horn in sich ein. Der Kanton
hat eine Fläche von 2019 km2 (wovon 1934 km2
festes Land und 1839,7 km2 produktiver Boden) und 250285 Ew., somit 124 Ew.
auf einen km2.
Der Grösse nach ist er der sechste, der Gesamtbevölkerung nach der vierte und der Bevölkerungsdichte nach der zehnte Kanton der Schweiz. Die Zahl der Einwohner auf 1 km2 ist aber sehr ungleich verteilt, was im folgenden die Ziffern für einige Bezirke und Landesteile zeigen mögen: Werdenberg 89, Gaster 55, Ober Toggenburg 53. Sargans 36;
Rorschach 402, Unter Rheinthal 333, Tablat 305;
Gossau 224;
St.
Gallen
(einzig die Stadt umfassend) 8174;
westl. Kantonsteil 100-200.
Allgemeiner Landescharakter.
Seine höchste Erhebung hat der Kanton im
S. an der Graubündnergrenze mit der
Ringelspitze (3249 m) und seinen tiefsten Punkt
im N. an der Mündung des
Rhein in den
Bodensee (398 m); es beträgt somit der Höhenunterschied zwischen
tiefstem und höchstem Punkt 2851 m. Im St. Gallerland finden wir eine reiche Abwechslung der verschiedenartigsten Bodenformen:
im N. das fruchtbare wellenförmige Hügelgebiet des schweizerischen
Mittellandes, im
Rhein- und
Linththal ausgedehnte Alluvialebenen,
im
Toggenburg das Vor- und Mittelgebirge mit den lieblichen und romantischen Flussthälern der
Thur und
ihrer Nebenadern, das im obern
Toggenburg schon in die voralpine Felsregion hinaufreicht; im S. eigentliches Hochland und
wildromantische Thalschluchten bis zur Firnwelt an der
Glarner- und Graubündnergrenze und dazwischen die tiefen Furchen des
Rhein, der
Seez und des
Walensees mit
Weinbergen und südlichen Vegetationsanklängen. Mit Recht ruft G. Baumberger in
der Denkschrift zur Zentenarfeier des Kantons St.
Gallen
aus: «St. Gallerland, ein herrlich Land,
ein Land himmelanstrebender
Berge, lieblicher Hügel, wonniger
Thäler, wogender
Seen, dichter Obstbaumwälder, üppiger Weinberge,
mächtiger
Tannen- und Buchenbestände, das Land gesegneter Fruchtbarkeit ...». St.
Gallen
gehört zu den schönsten Gegenden der
Schweiz.
Orographie und Hydrographie.
Das Gebiet des Kantons wird durch das Thal des Rhein, das Thal der untern Seez und Linth mit dem Walen- und Zürichsee und das Thal der Thur in drei Einzellandschaften gegliedert: 1. das Gebirgsland s. vom Walensee; 2. die S-förmige, durch die Landesmitte ziehende Bergkette vom Gonzen am Rhein bis zum Hörnli an der NW.-Grenze des Kantons, die auch die Hauptwasserscheide zwischen Rhein- und Linthgebiet einerseits und Linth und Thur andererseits bildet; 3. das Säntisgebirge zwischen Rhein und Thur mit seinen SW.-NO. streichenden Ketten und dem ihm n. vorgelagerten Hügelland am Bodensee.
1. Das Gebirgsland s. vom
Walensee hat seinen Knotenpunkt in dem auf der Grenze zwischen St.
Gallen,
Graubünden
und Glarus
stehenden
Saurenstock, von welchem nach O., NO. und N. drei stark verzweigte Hauptketten und sechs Nebenketten ausstrahlen, die
grössere und kleinere
Thäler zwischen sich schliessen. Die am stärksten und massigsten entwickelten zwei südl. Ketten
und besonders die südlichste als direkte Fortsetzung der Tödikette reichen am
Saurenstock, der
Scheibe
und am
Ringelspitz südwärts und in den
Grauen
Hörnern nordwärts bis in die Firn- und Eisregion hinauf. Die die Grenze
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gegen Graubünden
bildende Kette des Ringelspitz wird vom Calanda getrennt durch die tiefe Scharte des Kunkelspasses und des Thales des Görbsbaches,
welches Querthal bei Vättis in den Winkel zwischen dem Calfeisenthal und dem unteren Taminathal einmündet. Die dritte Hauptkette
wendet sich als Grenzgrat zwischen St.
Gallen
und Glarus
nach N. und trägt als hauptsächlichste Gipfelpunkte den Foostock,
Augstkamm, Weissgandstock, Weissmeilen, Magereu, Goggeien und Gufelstock.
Von jedem dieser Stöcke zweigen Seitenarme aus, deren letzte sich gegen den Walensee zu senken. Zwischen den beiden südl. Hauptketten ist das ins Rheinthal mündende Taminathal mit einem grösseren südlichen und drei nördlichen Seitenthälern eingeschnitten, und zwischen den Grauen Hörnern und dem Foostock-Augstkamm und dessen nö. Ausläufern liegt das 18 km lange, von der obern Seez durchflossene Weisstannenthal, in dessen obern Abschnitt s. zwei grössere und n. drei kleinere Nebenthäler einmünden.
Vom Weissmeilen senkt sich in nö. Richtung das Thal des Schilzbaches gegen das untere Seezthal, während das interessante Seen- und Flussthal der Murg im NW. von der Magereu- und Gufelstockkette zum Walensee hinabsteigt. Diesen grösseren Thalschaften reihen sich als Seitenglieder noch mehrere kleinere Thalrinnen an. Solche sind im Gebiet der Tamina das Thal des vom Kunkelspass herkommenden und bei Vättis von rechts mündenden Görbsbaches und dasjenige des an den Grauen Hörnern entspringenden und durch das Mühletobel oberhalb Valens mündenden Vaplonabaches.
Die Seez hat einen weit verzweigten Quellbezirk und Oberlauf. Ihr Hauptquellarm ist der von der Scheibe herkommende und das Muttenthal nach N. durchfliessende Fooalpbach, mit dem sich bei seiner NO.-Biegung der vom Gandstock nach S. abfliessende kleinere Seezbach vereinigt. Bei Weisstannen erhält dann die Seez den vom Gufelstock und aus dem Gutenthal kommenden Gufelbach, während weiter unten von rechts und links noch zahlreiche kleinere Bergbäche sich zur Sohle des Weisstannenthales hinunterstürzen.
Dieses letztere engt sich oberhalb Mels zu einer wilden Schlucht ein, durch welche die Seez ins ebene Seezthal hinaus braust, um dann als Kanal in den Walensee zu münden. Parallel zu den grösseren Flussläufen des Gebietes ziehen sich die je etwa 8 km langen Thäler des Kohlschlagerbaches und Sarbaches hin. Jener entspringt am Guli, fliesst über Tils und mündet n. vom Weisstannenthal in den Unterlauf der Seez, während der zwischen Tamina- und Seezgebiet eingelagerte Sarbach sich aus den Quellbächen des Wangser- und Viltersersees bildet und östl. Sargans in 6 km langem Kanallauf dem Rhein zueilt.
2. Das S-förmig gewundene mittlere Gebirgsland des Kantons reicht vom Gonzen bei Sargans bis zum Hörnli an der Grenze gegen Zürich und Thurgau und zerfällt wiederum in eine Reihe von charakteristischen Unterabteilungen: a) Die Kette Gonzen-Kammegg-Alvier-Faulfirst-Sichelkamm, von der nach NO. gegen das Rheinthal vier Arme ausstreichen, die grössere Bachthäler in sich schliessen und deren zwei mittlere die höhern und längeren sind. Die steile W.- und S.-Seite des Hauptkammes hat nur kurze Wildbäche und Rüfen, die zum Seezthal hinunter gehen. b) Die wilde Kette der Churfirsten und des Leistkammes, die nach S. zum Walensee steil abbricht und hier mehrere schöne Wasserfälle aufweist, während sie sich nach N. sanfter geböscht zum Thurthal hinunter senkt. c) Die Speergruppe mit einem in der Richtung SW.-NO. vom Thal der Linth zu demjenigen der Thur streichenden Hauptkamm und dem parallel zu diesem ziehenden und ihm im SO. vorgelagerten Kamm Mattstock-Gulmen-Häderenberg.
Vom Hauptkamm zweigen nach NW. drei Arme aus, deren mittlerer der höchste und längste ist und mit dem Regelstein endigt. Dazwischen liegen im SW. die Thälchen des Steinen-, Gigen- und Mühlebaches und im NO. diejenigen des Steinbaches und des O.-Armes des Rickenbaches, von denen jene zur Linthebene und diese zum Thurthal sich senken. d) Jenseits des Rickenpasses erhebt sich der Mittelgebirgszug Rotenstein-Kreuzegg-Schnebelhorn-Hörnli. Von jedem dieser Gipfelpunkte gehen nach NO. kleine Nebenketten ab, die unter sich parallel sind, gegen das Thurthal hinziehen und die Thäler des Rickenbaches, Krinauerbaches, Libingerbaches und der am Hörnli entspringenden Murg voneinander trennen. Zur Linth und zum Zürichsee fliessen in sw. Richtung der Kanzach- und Goldingerbach, sowie im äussersten SW. der Aabach und die Jona.
3. Das Säntisgebirge und sein nw. und n. Vorland wird von den Churfirsten getrennt durch die 1200 m hohe Wasserscheide zwischen dem Rhein (Simmibach) und der Thur bei Wildhaus. In dieser Zwischenregion liegt das Quellgebiet der Thur: die Kalte Thur kommt von der S.-Flanke des Säntis, die Wildhauser Thur vom N.-Hang der Churfirsten, der Leistbach vom Leistkamm und die Weisse Thur vom Speer. Vom Dorf Wildhaus rinnen die Wasser nach O. zum Rhein und nach W. zur Thur; zum Rheingebiet gehört der Wildsee bei Wildhaus, und zum Thurgebiet gehören die Hinter- oder Schwendiseen.
Vom Säntisgebirge liegen im Kanton St.
Gallen
blos die s. und w. Verzweigungen, sowie die längs der Appenzellergrenze
gegen NO. ziehende Hauptkette Säntis-Rotstein-Altmann. Rosleten-Furgglenfirst-Stauberen-Hoher Kasten-Kamor. Von den dem Kanton St.
Gallen
angehörenden
sw. Ausläufern des Säntisgebirges nennen wir die Kämme Furgglenfirst-Gatterifirst-Gulmen, Altmann-Wildhauser Schafberg und
Säntisgipfel-Silberblatt-Stollen-Lütispitz-Schindelberg-Stockberg im Thurthal.
Einen westlichen, immer breiter und mannigfaltiger ausladenden Ausläufer des Säntis bildet der von Säntisalp und Widderalp
zwischen Lauterbach-, Thur- und Neckerthal sich bis Ganterswil hinziehende Bergrücken, der wie das gegen die Appenzeller Grenze
sich ausdehnende Vorbergland zum wellenförmigen östl. Toggenburger Mittelland
gehört und zur breiten Sohle des nach N. gerichteten
Thurthales niedersteigt. Die Thur nimmt neben den schon erwähnten Zuflüssen des Ober- und Mittellaufes, unter denen
die Lutern (oder Lauterbach) und der Necker die bedeutendsten sind, im Unterlauf auf st. gallischem Boden nur die Glatt und
die aus Appenzell
kommende Sitter, ihren wichtigsten Nebenarm, auf. Im NO. des Kantons fliessen dem Bodensee zu die oberhalb St.
Gallen
dem Wenigersee
und Rütiweier entspringende Steinach (10 km lang) und die vom Gäbris kommende, auf St. Galler Boden 8 km
lange Goldach.
Beide Flüsse sind im Unterlauf korrigiert. Hier im n. Grenzgebiet des Kantons treten als bemerkenswerte Höhenzüge auf
der Nieselberg, Gabris und Nollen im Bezirk Wil,
die Hohe Tanne w. der Sitter, der Rosen- und Freudenberg bei St.
Gallen
und
der Rossbühl bei Rorschach.
Von den nördl. Säntisketten und Vorbergen erreichen nur Fähnern, Hirschberg, Sommersberg, Ruppen, St. Antoni's
Höhe, Meldegg und die Walzenhauser Anhöhe - meist hübsche Aussichtspunkte - die St. Galler Grenze im Rheinthal. Von diesen
Höhen herab fliessen dem Rhein und seinen Seitenkanälen zu der Trübbach, Sevelerbach, Buchserbach, Grabserbach,
Staudenerbach, Simmibach, Rütenerbach, Lienzerbach, Freienbach,
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Dürrenbach, Auerbach, die Ach und der Steinlibach. Der ganze Kanton gehört zum Einzugsgebiet des Rhein und zwar a) direkt durch
Tamina, Saschielbach, Sarbach, die Bäche des Werdenberg
und Rheinthales und durch die Zuflüsse des Bodensees; b) zum Nebensystem der Linth
durch Seez, Kohlschlagerbach, Schilzbach, Murg und die s. und w. Abflüsse der Alvier-, Churfirsten-, Speer-
und Kreuzeggkette; c) zum Nebensystem der Thur durch die n. Abflüsse der eben genannten Ketten, die ö. Abflüsse der Hörnlikette
und die n. und w. Abflüsse des Säntisgebirges und seiner Vorberge. Die Wasserscheide zwischen Rhein und Linth zieht von der
Scheibe über die Grauen Hörner (Piz Sol) und zwischen Seez und Sarbach durch zum Gonzen, Alvier und Faulfirst,
diejenige zwischen Rhein und Thur vom Passrücken bei Wildhaus über die Kette Schafberg-Stauberen-Hoher Kasten, Fähnern, Hirschberg,
Ruppen, Kaien, Frölichsegg und Rosenberg bei St.
Gallen.
Der Kanton St. Gallen hat Anteil am Boden-, Walen- und Zürichsee und zählt eine Reihe von Alpenseen und grösseren Weiern. Von jenen sind zu nennen der Wildsee, Schottensee, Schwarzsee, Viltersersee und Wangsersee in den Grauen Hörnern, die Murgseen im Murgthal, der Voralpsee, der Wildsee, die Hinter- oder Schwendiseen und der Gräppelensee in den Churfirsten und im Säntisgebirge. Von den meist im n. Kantonsteil und besonders in der nähern und weitern Umgebung von St. Gallen liegenden Weiern sind erwähnenswert der Wenigerweier, Rütiweier und Badeweier, der Bildweier beim Schloss Sulzberg über Goldach, der Finkenbachweier bei Häggenswil, der Widenhubweier bei Waldkirch, der Bettenauerweier bei Uzwil, der Hasenweier bei Wil und die Weier im SW. des Kantons bei Uznach.
Die eigentlichen Sümpfe sind allerorts, besonders im Rhein-, Thur- und Linthgebiet, infolge der überall vorgenommenen Flussregulierungen und Entsumpfungen bedeutend zurückgegangen und teils in fruchtbares Wies- und Ackerland, teils in nutzbares Streuland verwandelt worden. An vielen Stellen wird auch Torf gestochen. Im Alpen- und Voralpengebiet hat man ferner durch Wildbachverbauungen viel Nutzland gewonnen. Von Eisfeldern im Kanton St. Gallen sind zu nennen der Sardonagletscher, Saurengletscher (teilweise), diejenigen an der Scheibe, der Glasergletscher im Gebiet des Ringelbergs, der Pizsolgletscher in den Grauen Hörnern. Zahlreich sind in den St. Galler Alpen die Firn- und Schneefelder.
Wir können diesen Abschnitt nicht schliessen, ohne noch mit einigen Worten der Höhenverhältnisse des Kantons im allgemeinen und der Höhe seiner bedeutendsten Gipfelpunkte und Passübergänge zu gedenken. Die Sohlen des Rhein-, Linth- und Seezthales, die vom Boden-, Zürich- und Walensee her gegen Sargans und Ragaz ansteigen, haben eine Höhenlage von 400-525 m, während die Sohlen der Thäler der Thur und der Sitter von der N.-Grenze des Kantons bis zum Quellgebiet ihrer Flüsse sich von 500-1200 m heben.
Wildhaus ist mit 1104 m das höchstgelegene Dorf des Kantons. Andere Dörfer mit beträchtlicher Höhenlage sind Weisstannen (997 m) im Thal der obern Seez, Hemberg (962 m) im obern Neckerthal, Vättis (947 m) am Eingang ins Calfeisenthal, Valens (920 m) im Taminathal. Pfäfers, Amden, Alt St. Johann, Stein, Ricken, Krinau, Libingen, Degersheim, Eggersriet und Grub liegen zwischen 800 und 900 m; St. Georgen und Engelburg bei St. Gallen, Nesslau, Krummenau, St. Peterszell, Ober Helfenswil, Mogelsberg, Mühlrüti, Gähwil, Kirchberg, Mosnang und Rieden zwischen 700 und 800 m; St. Gallen, Untereggen, St. Fiden, Bruggen, Gossau, St. Josephen, Bernhardszell, Waldkirch, Andwil, Flawil, Uzwil, Jonswil, Bütswil, Lichtensteig, Brunnadern, Wattwil, Ebnat und Kappel zwischen 600 und 700 m. Zwischen 400 und 600 m liegen die Ortschaften im untern Thur-, Sitter-, Linth- und Rheinthal, sowie am Boden-, Zürich- und Walensee.
Das Hügelland im n. Kantonsteil erreicht Höhen von 600-900 m; einzig der Rossbühl bei Rorschach erhebt sich hier bis zu 996 m. Im mittlern Toggenburg steigen die Berge bis zu 1000-1200 m, im obern Toggenburg bis zu 1500 m und im Säntisgebirge bis zu 1600-2500 m (Säntisgipfel 2504 m und Altmann 2435 m) an. Gegen das Rheinthal werden die Berge niedriger, sodass der Kamor blos noch 1560 m, der St. Antoniberg noch 1100 m und die Meldegg noch 655 m haben. In der zentralen Bergkette des Kantons finden wir das Schnebelhorn mit 1295 m, die Kreuzegg mit 1310 m, den Regelstein mit 1318 m, Speer mit 1954 m, Mattstock mit 1939 m, Leistkamm mit 2105 m, die Gipfel der Churfirsten (Scheere, Wart, Selun, Frümsel, Brisi, Zustoll, Scheibenstoll, Hinterruck) mit durchschnittlich 2200 m, den Alvier mit 2345 m und den über der Rheinebene aufragenden Gonzen mit 1833 m. Diese zentrale Kette wird von zahlreichen Pässen überschritten, die aus dem Gebiet der Thur in den Kanton Zürich, das Thal der Linth, zum Ufer des Walensees, ins Seezthal und ins Rheinthal hinüberführen. Es sind: die Hulftegg (744 m) mit Strasse aus dem Alt Toggenburg ins zürcherische Tössthal, der Rickenpass (767 m) mit Strasse von Wattwil nach Uznach, der Uebergang über Käsernalp (1541 m) mit Fussweg von Nesslau nach Weesen, die Niedere (1833 m) und der Uebergang über die Nausalp (1640 m) vom Rheinthal nach Walenstadt und nach Barschis, der Uebergang über die Palfriesalp (1635 m) von Sevelen nach Flums und Mels. S. vom Säntisgebirge führt die Poststrasse über Wildhaus (1104 m) aus dem Toggenburg ins Werdenberg. Im Säntis selbst finden wir: den Zwinglipass oder Kraialppass (2021 m) aus dem Toggenburg nach Appenzell und den zwischen dem Lütispitz (1990 m) und dem Neuenkamm (1800 m) eingeschnittenen Windenpass (1635 m) vom Gräppelensee über Lütisalp, Säntisalp und Widderalp nach Urnäsch;
ins Rheinthal führen aus dem Säntisgebirge die Saxerlücke (1651 m), der Unter Kamor (1400 m), der Eggerstander Sattel (900 m), sowie die Strassen über den Stoss, den Ruppen (980 m) und über Meldegg-Walzenhausen (650 m).
Im alpinen Abschnitt des Kantons s. vom Walensee und Seezthal nennen wir folgende Höhen von Gipfelpunkten und Passscheiteln: Saurenstock 3054 m, Trinserhorn 3028 m, Ringelspitz 3251 m, Kunkelspass 1331 m, Calanda 2808 m;
Scheibe 2922 m, Heidelpass 2397 m zwischen Calfeisen- und Weisstannenthal, Pizsol 2849 m;
Schlösslikopf 2224 m, Foostock 2610 m, Foopass 2229 m und Riesetenpass 2188 m von Weisstannen nach Elm und nach Matt, Augstkamm 2359 m, Spitzmeilen 2505 m;
Magereu 2528 m, Goggeien 2353 m, Widdersteinerfurkel 2014 m vom Murgthal nach Engi, Kuhmettler (über dem Walensee) 1586 m.
[J. S. Gerster.]
Geologie.
A. Alpine Zonen.
Vom S.-Rand der Molasse (Nagelfluh-) berge, welcher von Weesen dem N.-Rand der Säntiskette entlang streicht, bis an den Walensee und das Seezthal werden die Bergketten von Kreideschichten gebildet, während die Thalmulden (Wildhaus) im Eozän liegen. Im n. Teil streichen die Ketten SW.-NO. und ¶