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Die Zahl der Velofahrer zu verdreifachen, würde London zusätzliche Einnahmen von umgerechnet 6,8 Milliarden Franken pro Jahr einbringen, schreiben Forscher. Ausserdem im wöchentlichen Blick aufs Ausland: In Norwegen fährt ein batteriebetriebenes Frachtschiff, und Italiener pochen auf eine neue Zugverbindung.
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von Stefan Ehrbar
26. November 2021
Mehr Einnahmen dank mehr Velofahrern
Ein von der «Bicycle Association» in Auftrag gegebener Forschungsbericht, der von der in Wales beheimateten Organisation «Transport for the Quality of Life» verfasst wurde, belegt erstaunliche ökonomische Wirkungen der Veloförderung.
Wenn der Anteil des Veloverkehrs in London innert acht Jahren von derzeit 2 Prozent aller Fahrten auf 14 Prozent ansteigen würde, könnten laut der Studie Leben gerettet und Arbeitsplätze geschaffen werden und eine wirtschaftliche Dividende von 6,5 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 6,8 Milliarden Franken) die Folge sein. Darüber berichtet «Forbes».
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So seien Investitionen in Velowege eine der besten Möglichkeiten zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch Infrastrukturvorhaben. Dieser Effekt zeige sich mehr als bei anderen Infrastrukturprojekten mit Ausnahme von Energiesanierungen von Gebäuden. Für 1,4 Millionen Dollar Investitionen über einen Zeitraum von zwei Jahren in die Veloinfrastruktur werden demnach 33 Arbeitsplätze geschaffen.
Mit einer besseren Veloinfrastruktur könnten zudem 1,6 Millionen tägliche Autofahrten auf das Velo oder das zu Fuss gehen verlagert werden. Mehr als die Hälfte dieser Fahrten sind heute in London weniger als drei Kilometer lang und finden im Zentrum der Stadt statt, wo das Velo sowieso schon die schnellere Fortbewegungsmöglichkeit darstellt.
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Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan möchte 317’000 grüne Arbeitsplätze in London schaffen. Laut der Studie könnten 25’000 davon im Zusammenhang mit dem Velo stehen, etwa im Einzelhandel, der Logistik, der Fertigung oder dem Tourismus. Das würde zu dieser wirtschaftlichen Dividende beitragen.
Das Velofahren wird auch in der englischen Hauptstadt stark gefördert und viele neue Velowege entstehen. Das macht sich bemerkbar: In London dürften letztes Jahr laut dem Artikel fast 230’000 neue Velos im Wert von 120 Millionen US-Dollar (umgerechnet 135 Millionen Franken) verkauft worden sein.
Erstes batteriebetriebenes Frachtschiff
Etwa 90 Prozent aller Güter weltweit werden mit dem Schiff transportiert. In Norwegen verkehrt mit der «Yara Birkeland» nun das erste batteriebetriebene Frachtschiff. Darüber berichtete das SRF.
Die 60 Kilometer lange Jungfernfahrt des rein elektrisch betriebenen Schiffes von Horten nach Oslo wurde demnach bereits erfolgreich absolviert. Offiziell soll das Schiff nächstes Jahr in Betrieb genommen werden und hauptsächlich Dünger transportieren.
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Damit können jährlich 40’000 Lastwagenfahrten eingespart werden. Von einem «historischen» Ereignis sprach Jonas Gahr Støre, der norwegische Premierminister. Der Schifffahrtsanalyst Thomas P. Illes hält Batterieschiffe derzeit eher für kurze Strecken geeignet. Es gebe bereits Fähren in Norwegen, die Strecken von etwa 15 bis 20 Minuten elektrisch betrieben zurücklegten. Für längere Strecken und die zum Teil tausenden Kilometer, welche Frachtschiffe zurücklegen, sei die Technologie aber noch nicht bereit.
Die globale Frachtschifffahrt ist laut dem Bericht für zwei bis drei Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Allerdings stünden Hybrid-Konzepte auch für grössere Schiffe vor der Realisierung, und in ferner Zukunft seien auch elektrisch betriebene Frachtschiffe denkbar. Doch das dürften auch die Konsumenten spüren, sagt Illes: Der Umweltschutz komme mit einem Preisschild. Die sauberen Technologien seien deutlich teurer.
Wann werden Bahnlücken im Dreiländereck geschlossen?
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Im Dreiländereck Schweiz-Italien-Österreich stehen noch einige Lückenschlüsse im Bahnnetz an. Im September 2020 haben die Regierungen des Südtirol, des Tirol, des Kanton Graubünden und der Lombardei eine Absichtserklärung unterschrieben, in der sie sich verpflichten, den Schienenverkehr zu verbessern und die Region an das internationale Bahnnetz anzuschliessen.
Im Rahmen dieser «Grauner Absichtserklärung» wurde auch eine Technische Arbeitsgruppe eingesetzt, welche mögliche Varianten zur Lückenschliessung prüfen und Kostenschätzungen anstellen soll. Noch liegen keine Resultate vor. Laut einem Bericht des «Vinschger» soll damit Anfang 2022 zu rechnen sein.
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Zu den Bahnlinien, die immer wieder ins Spiel gebracht werden, gehört die Anbindung des Vinschgau und damit des Südtirols an die Schweiz. An einem Informations- und Diskussionsabend in Mals wurden vor wenigen Tagen die Vor- und Nachteile diskutiert.
Teil nahm auch der Schweizer Bauingenieur und Verkehrsplaner Paul Stopper. Er gibt gemäss der Zeitung der Variante Scuol-Val Müstair-Mals mit einem Tunnel den Vorzug. Das Ziel der Schweiz sei es, möglichst schnell in den Vinschgau zu kommen. Es müsse jetzt «konkret geplant, nicht nur geschwätzt» werden. Die Schweiz und das Südtirol sollten laut Stopper 20 Millionen Euro für die Finanzierung von Vorstudien bereitstellen.
Eile ist laut der ebenfalls anwesenden Referentin und Graubündner Grossrätin Franziska Preisig auch geboten, weil ein solcher Ausbau schon ins Schweizer Bahn-Ausbauprogramm Step 2040/45 aufgenommen werden soll. Die Frist für die Vorlage eines Angebotskonzepts läuft Ende 2022 ab.
Roselinde Gunsch, die Bürgermeisterin von Taufers im Münstertal, wird im Bericht damit zitiert, sie sei erfreut erfreut darüber, «dass die Schweiz jetzt so stark Druck macht».
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