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2002 bekam Sidney Poitier den Ehren-Oscar. (Bild: Keystone-SDA)
Mit 94 Jahren
Schauspiel-Star Sidney Poitier ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Als Wegbereiter für Schwarze schrieb Poitier Hollywood-Geschichte.
Sidney Poitier bekam1964 als erster Afroamerikaner den Oscar als bester Hauptdarsteller für «Lilien auf dem Felde». Der damals 37-Jährige überzeugte die Akademie mit der Darstellung eines schwarzen Arbeiters auf der Farm weisser Nonnen. Vor ihm hatte nur Hattie McDaniel 1940 für ihre Nebenrolle als Haushälterin im Melodrama «Vom Winde verweht» als Schwarze einen Oscar gewonnen.
Der in ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsene Bauernsohn wurde schon 1974 von der britischen Queen zum Ritter geschlagen. 2002 erhielt er einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk. Der damalige US-Präsident Barack Obama verlieh ihm 2009 die «Presidential Medal of Freedom», die höchste zivile Auszeichnung der USA.
Zu Poitiers Erfolgen zählt auch, dass er als erster Schwarzer in einem Hollywood-Film eine Weisse küssen durfte. Zwar wurde die leidenschaftliche Szene in dem Film «Rat mal, wer zum Essen kommt» 1967 noch verschämt durch den Rückspiegel eines Taxis gedreht, aber sie gehört in die Reihe jener Durchbrüche, für die Bürgerrechtler ihn feierten und für die manche Aktivisten der afroamerikanischen Bewegung ihn aber auch lange als angepassten «weissen Schwarzen» schmähten.
Doch die Rollenangebote für den Darsteller überschlugen sich, Ende der 1960er Jahre galt Poitier als einer der bestbezahlten Filmschauspieler.
1997 drehte er mit dem Action-Thriller «Der Schakal» seinen letzten Spielfilm. (sda/nfa)
Erstellt am: 07. Januar 2022