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Aus, Schluss, vorbei! Lleyton Hewitt ist mit einer Dreisatz-Niederlage gegen David Ferrer für immer von der grossen Tennis-Bühne abgetreten. Der Lokalmatador verliert in seinem 878. Match der Karriere gegen den spanischen Dauerläufer trotz harter Gegenwehr klar mit 2:6, 4:6 und 4:6, wird vom australischen Publikum aber noch einmal so richtig gefeiert.
Jeder Punktgewinn von Hewitt, jede mögliche Wende wird mit tosendem Applaus begleitet, während der zweifache Grand-Slam-Sieger noch einmal alles aus seinem Körper herausholt. Hewitt rennt, Hewitt ackert, Hewitt ballt die Faust wie früher, doch am Ende reicht es eben nicht.
Mit einer Standing Ovation wird die einstige Weltnummer 1 aus der Rod Laver Arena verabschiedet. Bis ganz zuletzt hat «Rusty», wie er von seinen Fans genannt wird, seine Emotionen im Griff. Beim Platzinterview mit Jim Courier bleibt er gefasst und beantwortet die Fragen, ohne eine Tränen zu vergiessen. Aber Tränen hätte zum Kämpfer Hewitt ja auch nicht gepasst ...
An der Medienkonferenz wurde Hewitt auch auf die mögliche Verwicklung in den Wettskandal angesprochen. «Eine absolute Farce» sei dies, sagte der Australier, und wünschte «allen, die darin herumstochern, viel Glück.»
In Zukunft wird er als Davis-Cup-Captain Australiens arbeiten. Seine Emotionen und sein berühmt-berüchtigtes «C'mon» werden der Tennis-Welt damit erhalten bleiben. Mit seiner Art hatte er vor allem zu Beginn seiner Karriere angeeckt, selbst in seiner Heimat. Erst in den letzten Jahren wurde er in «Down Under» zum Publikumsliebling.
Seine beste Zeit hatte Hewitt zu Beginn des Jahrhunderts, noch bevor Roger Federer den Tritt auf der ATP-Tour richtig gefunden hatte. 2001 gewann er das US Open und wurde im gleichen Jahr die jüngste Weltnummer 1 der Geschichte; 2002 triumphierte er auch in Wimbledon. 1999 und 2003 siegte er mit Australien im Davis Cup. Nach den Erfolgen in der Frühphase seiner Karriere, zu denen auch der gegen Marat Safin verlorene Australian-Open-Final 2005 gehörte, konnte er nicht mehr mit den Allerbesten mithalten. Die letzten zwei von insgesamt 30 Turnieren gewann er 2014 in Brisbane (Finalsieg gegen Federer) und Newport.
Andy Murray hat auch in der zweiten Runde des Australian Open in Melbourne nichts anbrennen lassen. Gegen den Australier Sam Groth setzte sich der Schotte in rund eineinhalb Stunden 6:0, 6:4, 6:1 durch. Der an Nummer 2 Gesetzte liess Groth nicht den Hauch einer Chance. In der dritten Runde trifft Murray auf den Portugiesen Joao Sousa, der als Nummer 32 gesetzt ist.
Ebenfalls weitergekommen sind unter anderen der Aufschlagshühne John Isner sowie der Franzose Gael Monfils. Beide setzten sich in der Nachmittagssession in drei Sätzen gegen ihre tiefer klassierten Gegner durch.
Etwas mehr Mühe bekundete der Kanadier Milos Raonic: Er benötigte fast drei Stunden, um den Spanier Tommy Robredo in drei Sätzen zu bezwingen. Der erste und der zweite Satz gingen ins Tie-Break. Am Ende hiess es: 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 7:5.
Nicht nur bei den Männern nützte Sam Groth der rassige Aufschlag nichts. Auch Sabine Lisicki, die den Ball bei den Frauen mit dem Service am meisten beschleunigt, schied aus. Lisicki scheiterte er dern Tschechin Denisa Allertova mit 3:6, 6:2, 4:6. Lisicki bestritt in Melbourne nach einer Verletzungspause ihr erstes Turnier seit dem US Open. (pre/trs/sda)