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Näher an Afrika als an Sizilien
|Sizilianische Inseln|

Badebucht auf Lampedusa
Isola dei Conigli
Fischerhafen von Lampedusa
Lampedusa ist ausserdem wichtigster Stützpunkt der größten Fischereiflotte Italiens, die im sizilianischen Mazzara del Vallo beheimatet ist. Wenn die von bullenstarken Motoren angetrieben Fischkutter in stürmischen Nächten Schutz suchen im Hafen von Lampedusa (manchmal auch vor der tunesischen Marine), dann ist es gelegentlich ein bisschen so wie es früher gewesen sein könnte, als wilde Piraten im Schutz der Dunkelheit im Naturhafen vor Anker gingen, um dann auch ein wenig in den Tavernen der Insel zu tafeln, auf der Insel, die der Sage nach die von Odysseus besungene Lotusinsel war und später eine Zeitlang den Engländern als Gefangenenlager diente. Das heute fast gänzlich kahle Eiland war, wie Grabungen bewiesen, ursprünglich, zumindest stellenweise, dicht bewachsen..
Noch vor 15 Jahren unterhielt die US-amerikanische Küstenwache (!) in Zusammenarbeit mit der CIA eine Funkpeilstation am äussersten westlichen Ende der Insel, von dem aus die Schiffsbewegungen im östlichen Mittelmeer kontrolliert wurden. Die strategisch günstige Lage nicht allzu weit vor der lybischen Küste bescherte der nur 13 Kilometer langen und maximal 3 Kilometer breiten Insel einen Flugplatz, auf dem selbst Jumbo-Jets starten und landen können. Heute macht die Insel gelegentlich Schlagzeilen, weil sie immer wieder das Ziel von Flüchtlingen aus Afrika ist, die meist in desolaten Schiffchen von Tunesien her ankommen und an Lampedusas Küsten stranden, wenn sie nicht schon zuvor in Seenot geraten.
Lampedusa, die Insel, auf der man in den siebziger Jahren noch Mühe hatte, ausländische Banknoten zu wechseln, weil sie dem Banker zum Teil einfach nicht bekannt waren, hat längst eine ansehnliche touristische Infrastruktur und ist inzwischen üppig mit Hotels bestückt. Sie wachsen aber dank restriktiver Vorschriften nirgends in den Himmel und beeinträchtigen auch nicht den afrikanischen Charakter der Insel, wo man sich an sonnigen Tagen schon Ende Februar ein erfrischendes Bad gönnen kann. Unser Tipp: Hotel Alba d’Amore, Telefon +390922-970272, www.albadamore.it im Ortsteil Guitgia. Man hat dort eine Badebucht mit schneeweissem Sand vor der Tür, erreicht über einen Pfad in wenigen Minuten die Cala Galera an der Südküste, und die Bushaltestelle ist auch in der Nähe.
Das kleine Insel Linosa ragt als erloschener Vulkan mit fünf Kegeln
aus dem Meer. Sie wird von etwa 200 Menschen bewohnt. Auf den
Vulkanböden gedeihen massenhaft Feigenkaktusse, deren Früchte ebenso
geerntet werden wie die Seeigel, die man sich als Vorspeise aus der
nächsten felsigen Badebucht pflückt. Es gibt einige Ferienwohnungen,
die in der Nebensaison am besten direkt vor Ort besichtigt und gemietet
werden können. Im August ist auch Linosa hoffnungslos überfüllt.
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