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Wann Stillen schlau macht
Ein Zusammenhang zwischen Stillen und einem erhöhten Intelligenzquotienten des Babys ist bereits länger bekannt. Weshalb aber genau Muttermilch diesen Effekt auf die Intelligenz hat, konnten Forscher bisher nicht nachweisen.
Nun weiss man: Ob das Stillen eines Säuglings eine positive Auswirkung auf seine spätere Intelligenz hat, hängt von den Genen ab. Muttermilchernährung fördert nämlich möglicherweise nur bei Kindern mit einer bestimmten genetischen Ausstattung die Intelligenz. Bei Kindern mit einer Genvariante namens FADS2 ist der Intelligenzquotient (IQ) im Schnitt um knapp sieben Punkte höher, wenn sie gestillt werden, berichten britische Wissenschaftler. Bei Kindern ohne diese Genvariante hat das Stillen hingegen keinen Einfluss auf den IQ.
In den beiden Studien mit mehr als 3.000 Kindern ging es um zwei Formen des Gens für ein Enzym, das im Körper zuständig ist für die Bildung von Docosahexaensäure und Arachidonsäure. Diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden für die Entwicklung des Gehirns benötigt und sind in den Membranen der Hirnzellen von Säuglingen in besonders hoher Konzentration vorhanden. Kinder mit mindestens einer Kopie der C-Version des Gens (das waren in der Studie ca. 90 %)erreichten einen höheren IQ im Alter von 5 bis 13 Jahren, wenn sie gestillt wurden. Bei den verbleibenden 10 % der Kinder, die nur die G-Version des Gens hatten, zeigte sich durch das Stillen hingegen kein IQ-Vorteil.
Damit wurde gleichzeitig auch die Bedeutung mehrfach ungesättigter Fettsäuren für die Hirnentwicklung bestätigt. Muttermilch unterscheidet sich von Kuhmilch und vielen Ersatznahrungen durch eine höhere Konzentration an ungesättigten Fettsäuren. Viele Hersteller von Muttermilch-Ersatznahrung setzen heute ihren Produkten mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu.
Quelle: Caspi, A. et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0704292104
Stand: 01/08, BH