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Was ist eine klinische Remission des Diabetes, und wann tritt sie auf?
Eine klinische Remission des Diabetes ist ein vollständiges oder partielles Verschwinden der klinischen Symptome des Diabetes als Reaktion auf die Insulinbehandlung. Dies wird bei diabetischen Katzen häufig beobachtet. Die Remissionsraten betragen mindestens 25% und hängen wahrscheinlich von der Zeit zwischen dem Einsetzen des Diabetes und dem Beginn der geeigneten Behandlung ab.
Eine Remission sollte nicht mit dem Zustand bei subklinischem Diabetes mellitus während des Metoestrus bei Hündinnen verwechselt werden. In diesem Fall sind die Langerhans-Inseln noch funktionsfähig, die Anzeichen des Diabetes treten aber als Folge einer Insulinresistenz auf, die durch die von Progesteron induzierte Bildung von Wachstumshormon in den Brustdrüsen verursacht wird. Diese Hündinnen leiden nicht an eigentlichem Diabetes, können jedoch diabetisch werden, wenn sie nicht angemessen behandelt werden (Ovariohysterektomie/Ovariektomie).
Weitere Informationen siehe Klinische Remission
Eine Verdünnung von Caninsulin® ist nicht ratsam. Caninsulin® ist eine Mischung aus amorphem (löslichem) Insulin und kristallinem Insulin. Der kristalline Anteil ist relativ unlöslich, weshalb die Insulinwirkung mehr als nur ein paar Stunden anhält. Caninsulin® weist ein ausgewogenes Verhältnis von amorphen und kristallinen Anteilen auf. Bei Verdünnung von Caninsulin® beträgt das Verhältnis zwischen amorphen und kristallinen Anteilen nicht länger 30% zu 70%. Der Anteil des löslichen Insulins wird durch das wässrige Verdünnungsmittel erhöht. Dies führt zu einer größeren wässrigen Fraktion und einer kleineren kristallinen Fraktion.
Darüber hinaus ist die Stabilität der Suspension bei Verdünnung von Caninsulin® nicht bekannt. Die Caninsulin®-Suspension wird optimiert, um den kristallinen Anteil in Form eines Salzes zu erhalten. Wenn sich bei Verdünnung der Wassergehalt erhöht, “sucht” die Lösung “ein neues Gleichgewicht”, d.h. sie ist nicht stabil.
Viele Spezialisten empfehlen bei Hunden eine zweimalige Gabe von Caninsulin® mit pro Dosis maximal ca. 0,5 Einheiten/kg. Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass wir nicht die Blutglukosekonzentration behandeln, sondern die klinische Erkrankung, und dass es vielen Hunden bei einmaliger Gabe von Intermediärinsulin gut geht, obwohl ihr Blutzuckerspiegel nicht während der gesamten 24 Stunden optimal ist. Die Entscheidung zur einmaligen oder zweimaligen Gabe von Caninsulin® muss von Fall zu Fall getroffen werden.
Die meisten mit Insulin auftretenden Probleme sind leicht zu lösen. Es ist wichtig zu prüfen, ob
- das Tier klinische Symptome einer schlechten Blutzuckerkontrolle aufweist (Polyurie, Polydipsie, Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme);
- Hinweise auf eine Hypoglykämie vorliegen. Es sollte eine Blutglukosekurve erstellt werden, bei der mindestens 12 Stunden lang alle 2 Stunden eine Blutprobe entnommen wird, so dass der Blutzucker-Nadir nicht verpasst wird. In diesen Fällen reicht eine einzelne Blutentnahme nicht aus. Die Messung von Fructosamin (glykosyliertes Albumin) gibt einen Hinweis darauf, wie sich die mittlere Blutzuckerkonzentration in den vergangenen 2-3 Wochen entwickelt hat.
Wenn Anzeichen einer schlechten Blutzuckerkontrolle beobachtet werden, der Blutzucker-Nadir jedoch zwischen 5 mmol/l (90 mg/dl) und 10-12 mmol/l (180-216 mg/dl) liegt, handelt es sich entweder
- um ein Verabreichungs- oder Lagerungsproblem oder
- um Insulinresistenz
Verabreichungs- und Lagerungsprobleme
- Zu hohe Dosis: Liegt der Blutzucker-Nadir unter 5 mmol/l (90 mg/dl) oder fällt der Blutzuckerspiegel rasch ab, kann es sich um eine Rebound-Hyperglykämie handeln (Somogyi-Phänomen)Der Blutzucker-Nadir sollte im korrekten Bereich liegen. Zur Abklärung muss eine serielle Blutglukosekurve mit Blutentnahme alle 2 Stunden erstellt werden. Eine einzelne Blutentnahme zum Zeitpunkt des erwarteten Blutzucker-Nadir reicht nicht aus.
- Technik des Besitzers: Es ist wichtig, die Technik des Tierbesitzers zu beobachten, vor allem, wenn ein Tier über einige Zeit gut eingestellt war! Achten Sie auf: – unzureichendes Mischen
– denaturiertes Insulin – wo und wie wurde das Insulin gelagert?
– Applikationstechnik (häufiges Verwenden derselben Injektionsstelle vermeiden)
– Compliance – Routine: Diät, Bewegung
Insulinresistenz
Dieser Verdacht ist angezeigt, wenn der tägliche Insulinbedarf bei Hunden auf über 1,2 Einheiten pro kg bei einmaliger Gabe oder bei Katzen auf über 1,2 Einheiten pro kg bei zweimaliger Gabe steigt, und vor allem dann, wenn der Bedarf höher ist als 2 Einheiten pro kg! Eine der offensichtlichen Ursachen für Insulinresistenz ist Adipositas, aber nach anfänglicher Stabilisierung sollten diese Ursachen nicht zu einer dramatischen Erhöhung des Insulinbedarfs führen.
Denken Sie daran, dass manche Hunde eine zweimalige Insulingabe benötigen. Bei diesen Tieren führt eine Erhöhung der Dosis nicht unbedingt zu einer Verlängerung der Wirkungsdauer, sondern zu verstärkter Hypoglykämie und reaktiver Hyperglykämie. Hunde, bei denen die Wirkungsdauer von Insulin weniger als 10-14 Stunden beträgt, sollten ihre Insulindosis als zweimalige Gabe erhalten, z. B. Verabreichung von zweimal täglich 0,5 Einheiten pro kg.
Einige diabetische Hunde und Katzen, die gut mit Caninsulin® eingestellt sind, benötigen in bestimmten Intervallen eine Erhöhung ihrer Insulindosis. Warum? Ist dies auf die Bildung von Antikörpern zurückzuführen?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich der Insulinbedarf mit der Zeit ändert. Dies hängt mit der Progredienz der Erkrankung zusammen (z. B. Veränderungen von Geweberezeptoren etc.) und kann auch damit zusammenhängen, wie gut ein Tier wirklich innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden eingestellt ist.
Darüber hinaus verändert sich durch jede Änderung des Körpergewichts oder der körperlichen Bewegung sowie durch den Alterungsprozess auch der Insulinbedarf. Zwischenzeitlich auftretende Probleme, z. B. Nephropathien, können ebenfalls eine Rolle spielen.
Generell zeigen die veröffentlichten Arbeiten über Antikörper, dass diese bei allen mit Insulin behandelten Tieren vorhanden sind, unabhängig davon, ob das Insulin identisch mit dem körpereigenen Insulin ist oder nicht. Die Antikörper sind bereits zu Beginn der Behandlung vorhanden, und ihre Konzentration kann in einigen Fällen zurückgehen (anstatt zu steigen).
Das Vorhandensein von Antikörpern steht bei Hunden oder Katzen nicht in direktem Zusammenhang mit einem schlechten Ansprechen auf die Behandlung. Antikörper sind also vorhanden, aber ihre Rolle ist noch nicht bekannt. Es wurde jedoch vermutet, dass sie eigentlich die Insulinwirkung verlängern könnten!
Wenn ein Insulinwechsel angezeigt ist, muss man sehr vorsichtig vorgehen. Aufgrund der Natur der Erkrankung ist es schwierig, allgemeine Richtlinien anzuführen, obgleich einige Empfehlungen möglich sind:
Wenn keine ideale Regulierung erreicht wurde, wird empfohlen, die Caninsulin®-Behandlung mit 75-100% der Dosis des vorher verwendeten Insulinpräparats zu beginnen.
In beiden Fällen muss die Dosis danach angepasst werden, bis wieder eine angemessene Regulierung erreicht ist.
Hunde – die Erhöhung der Insulindosis erfolgt je nach Größe des Hundes. Bei einem kleinen Hund, der 2 IE erhält, wird die Dosis z. B. in Schritten von 1 IE pro Injektion erhöht. Bei einem größeren Hund, der eine Anfangsdosis von 25 IE erhält, kann die Dosissteigerung in Schritten von 3-5 IE pro Injektion erfolgen.
Weitere Informationen siehe Dosisanpassung bei Hunden.
Katzen – es wird eine Dosissteigerung in Schritten von 1 IE pro Injektion empfohlen.
Weitere Informationen siehe Dosisanpassung bei Katzen.
Wichtig: In allen Fällen sollte sich das Tier mindestens drei bis vier Tage lang an die neue Dosis gewöhnen, bevor eine neue Dosiserhöhung erfolgt. Aufgrund des individuell unterschiedlichen Ansprechens auf Insulin werden größere oder häufigere Dosissteigerungen nicht empfohlen.
Monitoring nach der Umstellung
In allen Fällen, in denen die Insulindosierung (Typ, Dosis oder Applikationshäufigkeit) verändert wurde, ist eine engmaschige Kontrolle des Tiers erforderlich. Vier bis fünf Tage nach der Umstellung auf Caninsulin® sollte eine Blutglukosekurve ausgewertet werden, um zu überprüfen, ob Faktoren wie Dosierungsrate etc. angemessen sind.
Die Regulierung ist nicht immer einfach. Der menschliche Faktor kann eine wichtige Problemquelle darstellen. Ein neues Produkt mit unterschiedlicher Konzentration, eine neue Nadel und/oder ein neues Behandlungsregime können verwirrend sein, vor allem für den Tierbesitzer. Nachuntersuchungsbesuche werden sehr empfohlen. Weitere Informationen siehe Monitoring.
Caninsulin® ist nach Anbruch des Behältnisses 20 Tage bei Lagerung im Kühlschrank (2- 8° C) haltbar. Nach Ablauf dieser Frist sind im Behältnis verbleibende Reste des Arzneimittels zu verwerfen
Eine Hinterlaufparese kann das Ergebnis eines Diabetes bei Katzen sein.
Eine Hinterlaufparese wird auch bei einer Reihe von anderen Katzenerkrankungen beobachtet:
- Hypokalämie (Niereninsuffizienz)
- Hypoglykämie (eher Schwäche als Parese)
- Thrombose (nach hypertropher Kardiomyopathie)
- Calicivirus-Infektion
Bei so geringen Dosen könnte die Resuspension des Insulins problematisch sein. Am besten probiert man über einige Tage die Dosierung mit vorab aufgezogenen Spritzen aus und beobachtet das Ergebnis bei der Katze. Je nach Ansprechen auf die Behandlung kann dann entschieden werden, ob ein Aufziehen der Spritzen auf Vorrat bei Ihrem Kunden machbar ist.
In Deutschland ist Caninsulin®® für Kaninchen nicht zugelassen. Im Rahmen der Umwidmung gemäß 56(2), 2 AMG ist die Anwendung beim nicht lebensmittelliefernden Kaninchen möglich, wenn gleichzeitig eine Haltererklärung, dass das Tier nicht dem Verzehr zugeführt wird, ausgefüllt wird.
Die nachstehenden Informationen wurden von Dr. Thomas Göbel bereitgestellt (Kleintierpraxis, Mecklenburgische Straße 27, 14197 Berlin.)
Hintergrundinformationen
Diabetes mellitus bei Kaninchen ähnelt dem insulinpflichtigen Diabetes beim Menschen. Unabhängig davon, ob die Insulinausschüttung eingeschränkt, erhalten oder erhöht wird, sinkt die Gewebesensitivität gegenüber Insulin (periphere Insulinresistenz), was zu einem relativen Insulinmangel führt. Die charakteristischen klinischen Symptome sind Polydipsie, Polyurie sowie Polyphagie und Gewichtsverlust. Gelegentlich wird ein uni- oder bilateraler Katarakt beobachtet. Es liegt ebenfalls eine Glukosurie vor. Die Diagnose wird aufgrund der Patientengeschichte, der klinischen Symptome und Blutzuckerspiegeln von mehrfach über 300 mg/dl (16.7 mmol/l) gestellt. Dosierung Die Dosierung von Caninsulin® zur Verabreichung an diabetische Kaninchen sollte sich daran orientieren, wie gut die Blutzuckerkonzentration kontrolliert wird. Es wird eine Anfangsdosis von einmal täglich 1 Einheit pro kg empfohlen. Je nach Wirksamkeit können höhere Dosen (bis zu einmal täglich 3 Einheiten) oder zwei Dosen pro Tag gegeben werden. Bitte beachten Sie, dass mit der Erhöhung der Dosis mindestens 2 Tage gewartet werden sollte, weil eine eindeutige Reaktion auf die Insulinbehandlung normalerweise erst nach dieser Zeit beobachtet wird. Eine zu frühe Erhöhung der Dosis könnte plötzliche klinische Symptome verursachen: Polyurie, Polydipsie und Polyphagie sowie die Rückkehr zum Normalwert beim Kaninchen. Die angestrebte Blutzuckerkonzentration liegt zwischen 120 und 250 mg/dl (6,7 und 13,9 mmol/l). Bei niedrigeren Blutzuckerspiegeln steigt die Gefahr von hypoglykämischen Episoden.
Fütterung
Das natürliche Futter von Kaninchen ist reich an rohen Fasern; Kaninchen fressen in kleinen, über den Tag verteilten Mengen. Das Futter eines diabetischen Kaninchens muss aus Heu, hochwertigem Grünfutter und wenig Fertigfutter bestehen. Fertigfutter ist häufig sehr energiereich und enthält zu geringe Mengen von rohen Fasern. Es ist nicht ratsam, diabetische Kaninchen mit Leckerbissen und süßen Früchten (z. B. Apfel, Birne und Beeren) zu füttern.
Kontrolle
Kaninchen, die gut auf die Insulinbehandlung ansprechen, sollten alle drei Monate untersucht werden. Es sollte die Glukosekonzentration im Blut und im Urin gemessen werden. Außerdem sollten der allgemeine Gesundheitszustand und die Ernährung des Kaninchens überprüft werden.
Literatur
Ewringmann A, Göbel T (1998) Diabetes mellitus bei Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchilla. Kleintierpraxis 43, 337-348.
Ewringmann A & Göbel T (1998) Untersuchung blutchemischer Parameter bei Hauskaninchen. Kleintierpraxis 43, 447-452.