Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03296.jsonl.gz/1901

Das Nassschnee-Treiben um die Nullgradgrenze bildete für die Wachs-Crew das Horrorszenario, zudem liess während des Rennens der Frauen der Schneefall nach. Überraschungen waren insbesondere bei den Langläuferinnen vorprogrammiert und machten das seltene Kunststück eines Geschwister-Doppelsieges möglich: So musste die grosse Favoritin Frida Karlsson mit Platz 5 und 44 Sekunden Rückstand auf Kerttu Niskanen vorliebnehmen, und die bestklassierte Norwegerin kam in der Person der unbekannten Anne Kjersti Kalvaa nicht über Platz 10 hinaus.
Nadine Fähndrich lief mit der hohen und somit günstigen Startnummer 58 in den 14. Rang und war sogar schneller als die Tour-de-Ski-Titelverteidigerin Jessie Diggins aus den USA.
Im Overall-Klassement führt Kerttu Niskanen 29 Sekunden vor Jessie Diggins. Der Rückstand von Frida Karlsson beträgt 1:13 Minuten und ist somit angewachsen. Nach dem Sprint lag die Schwedin 1:07 im Hintertreffen. Nadine Fähndrich belegt den 15. Zwischenrang mit 1:18 Minuten Rückstand - der Sturz am Dienstag im Sprint dürfte sie mindestens 40 Bonussekunden gekostet haben.
Cologna mit bescheidenem Aufwärtstrend
Dario Cologna überzeugte über 15 km klassisch mit Einzelstart nur bedingt. Der Bündner belegte Platz 20, auf den Sieger Niskanen büsste er 1:39 Minuten ein.
Cologna erlitt beim dritten Renneinsatz auf Weltcupstufe in diesem Winter bereits den zweiten Stockbruch. Dieses Malheur erklärt einen Teil des Rückstandes, mehr aber nicht. Der 35-Jährige hätte sich bestimmt etwas mehr erhofft als bloss bester Schweizer zu sein, mit vier Sekunden Vorsprung auf Jonas Baumann (22.). «Ich weiss, dass ich noch mehr drauf habe», sagte Cologna im SRF-Interview.
Zwei Stunden nach seiner Schwester Kerttu feierte der Klassisch-Spezialist Iivo Niskanen einen überlegenen Sieg. Selbst Alexander Bolschunow, Russlands Titelverteidiger der Tour de Ski, büsste 20 Sekunden ein. Im Wachs-Truck der Finnen stieg wohl spontan eine Party. Iivo Niskanen sagte, dass ihn der Sieg seiner 33-jährigen Schwester nervös gemacht habe. Er wollte als Favorit nicht derjenige sein, der das Familienfest vermasselt.
Zu den Siegern des Tages gehörte auch Johannes Hösflot Klaebo. Der Sprint-Dominator aus Norwegen wurde starker Vierter. Auf Bolschunow büsste er bloss 15 Sekunden ein. Klaebo führt nach zwei von sechs Etappen mit 15 Sekunden vor Landsmann Paal Golberg und 37 Sekunden vor Niskanen. Bolschunow liegt als Vierter mit einem Handicap von 44 Sekunden in Lauerstellung.