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mw. Statt mit viel Kostenaufwand Impfstoffbanken zu errichten und Impfstoffe aus dem Ausland zu beschaffen (Artikel 42 TSG), deren Qualität in der Vergangenheit nicht immer gewährleistet war – Beispiele dafür sind die Schweinegrippe und die Blauzungenkrankheit –, täte der Bundesrat gut daran, für die Selbstversorgung mit Impfstoffen für Mensch und Tier zu sorgen. Die Versorgung des Landes mit genügend und qualitativ einwandfreien Impfstoffen gehört zum Service public und ist nur mit möglichst weitgehender Produktion im eigenen Land zu erreichen. Denn wir haben auch auf diesem Gebiet strengere rechtliche Vorschriften als viele andere Staaten (zum Beispiel das Verbot genmanipulierter Produktion). Die Steuergelder, die der Bund heute für die Aufblähung der Verwaltung und die Machtkonzentration beim Bundesamt für Gesundheit verschleudert und weiterhin verschleudern will, würden gescheiter in den Neuaufbau des Schweizerischen Serum- & Impfinstituts investiert.
Das Schweizerische Serum- & Impfinstitut Bern (Berna) wurde bereits im 19. Jahrhundert als privates Unternehmen gegründet. Sein Tätigkeitsgebiet umfasste hauptsächlich Entwicklung, Produktion und Vertrieb von immunbiologischen Präparaten (Bakterien- und Virusimpfstoffe, Plasmaderivate), Pharmazeutika und Veterinärprodukten.
Unter seinen Gründern Charles Haccius, Johann Friedrich Häfliger und Albert Vogt machte sich das Institut rasch einen Namen mit der Herstellung von Pockenimpfstoffen, später von Impfstoffen zur Bekämpfung epidemischer Krankheiten wie Diphterie, Cholera, Polio, Typhus, Hirnhautentzündung, Hepatitis und Influenza. Ausserdem entwickelte es Produkte für die Notfall- und Veterinärmedizin. 2001 wurde das Schweizerische Serum- & Impfinstitut Berna in Berna Biotech AG umbenannt. Die Firma beschäftigte 2004 weltweit 850 Mitarbeiter, davon 400 in der Schweiz.
Statt dass der Bund sich im zunehmend härteren Machtkampf auf dem globalisierten Markt für die Erhaltung der Impfstoffproduktion im Inland zum Zweck unserer Landesversorgung einsetzte, schaute er tatenlos zu, wie die Berna Biotech AG 2006 vom niederländischen Unternehmen Crucell übernommen wurde. 2011 fand die Übernahme der Crucell Switzerland AG durch den US-amerikanischen Konzern Johnson & Johnson statt. (vgl. www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D41983.php )
Damit ist heute die Selbstversorgung der Schweiz nicht gesichert. Der amerikanische Grosskonzern wird es kaum zu seiner vordringlichsten Aufgabe machen, jederzeit für die rasche, qualitativ hochstehende und kostengünstige Versorgung der Schweiz zu sorgen.
Denn wenn bei uns eine Epidemie ausbricht und wir dringend auf Importe angewiesen wären, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die ausländischen Produzenten zuerst einmal ihre eigenen Staaten beliefern. Gerade in einer Welt des globalen Tier-, Waren- und Personenverkehrs, die der Bundesrat als Argument für das Tierseuchengesetz benutzt, müsste der Einsatz für eine bessere Selbstversorgung einen zentralen Platz in der Bundespolitik einnehmen, nicht nur im Bereich der Impfstoffe.
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