Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03131.jsonl.gz/769

Externer Inhalt
LONDON (awp international) - Italienische Banken wollen künftig wieder so viel Geld an ihre Aktionäre ausschütten wie vor der Finanzkrise. "Es gibt keine Beschränkungen", sagte der Chef der Grossbank Intesa SanPaolo , Corrado Passera, der "Financial Times" (Donnerstagausgabe). Die Ausschüttungen dürften "sehr hoch" werden und mehr als 50 Prozent des Jahresgewinns umfassen. Der Chef der Banca Monte dei Paschi di Siena, Antonio Vigni, kündigte in der Zeitung eine Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent an. Zuvor wollen die Banken aber ihre angekündigten Kapitalerhöhungen über die Bühne bringen.
Noch vor einem halben Jahr hatte alles danach ausgesehen, dass Italiens Banken ihr Kapital zusammenhalten würden. Damals ging es darum, die Unternehmen mit einbehaltenen Gewinnen für die neuen Eigenkapitalregeln unter "Basel III" zu rüsten.
Nun will sich alleine Intesa Sanpaolo fünf Milliarden Euro frisches Geld an den Kapitalmärkten beschaffen. Die Kapitalerhöhung hatte sie erst vergangene Woche angekündigt. Passera sah sich von Aufsichtsbehörden und der Mehrheit des Marktes gedrängt, sich auf diese "neue Normalität" einzustellen. Die Aktionäre sollen nach seiner Darstellung darunter nicht leiden. "Wenn das die neue Normalität ist, warum sollte man die Bank in Unsicherheit wiegen?", fragte Passera. "Warum sollte man die Dividenden deckeln?"
Mit dem Verkauf konzerneigener Sparten will Intesa Sanpaolo in den kommenden Jahren zudem fünf Milliarden Euro einnehmen. Mit diesem Geld will Passera in Osteuropa und Mittelmeer-Anrainerstaaten wie Ägypten auf Einkaufstour gehen./stw/stb/wiz
???source_awp???