Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03593.jsonl.gz/1549

Das Ende der Personenunterführung Badenerstrasse
In diesen Tagen wird in Schlieren eine neue Aera für den Verkehr eingeläutet. Der Bau der Infrastrukturanlagen für die Limmattalbahn und die damit verbundenen Anpassungen der Verkehrsführung sind wie geplant so weit fortgeschritten, dass die neuen Strassen dem Verkehr übergeben werden konnten und die Personenunterführung, im Volksmund „Mausoleum“ genannt, aufgehoben werden konnte.
Seit Freitag, 17. August 2018, gehört ein weiteres markantes Verkehrsbauwerk der 70er Jahre der Vergangenheit an. Die Personenunterführung Badenerstrasse wurde geschlossen und wird in diesen Tagen zurückgebaut. Die Zweiteilung des Stadtzentrums ist damit Geschichte.
Historischer Rückblick
- Die Zürcher-/Badenerstrasse war seit den Wirtschaftswunderjahren und dem Aufkommen des Automobils das Schlieremer Verkehrsproblem.
- Während des Kriegs war die Hauptverkehrsader zwischen den Häusern Badenerstrasse 11 und 16 durch eine militärische „Tanksperre“ verengt. 1946 wurde diese Sperre gesprengt.
- Zwischen 1945 – 1950 hielt sich der Verkehr auf der Zürcher-/Badenerstrasse noch in Grenzen. Doch es gab immer wieder Klagen. Bis 1956 fuhr das Tram 2 noch nach Schlieren.
- Ab 1958 rollte in den Hauptverkehrszeiten jeweils auf einer Fahrspur eine geschlossene Fahrzeugkolonne morgens Richtung Zürich, abends Richtung Dietikon. Die Kreuzung im Zentrum war am Abend nur funktionstüchtig, wenn der Gemeindepolizist Hans Meier im weissen Mantel und mit weissem Helm den Verkehr lenkte.
- Europaweit galten Trams nicht als zukunftsfähig, da der Platz für Autos benötigt wurde. Dies war einer der Gründe, das Tram durch die Trolleybuslinie 31 zu ersetzen. Am Neujahrsmorgen 1955 nahm die Bevölkerung vom letzten Tram in Schlieren Abschied.
- Nach einer Volksabstimmung wurde 1969 bis 1974 die Zürcher-/Badenerstrasse auf vier bis sechs Spuren verbreitert. Zudem wurden mehrere Personenunterführungen und die Ringstrasse erstellt.
- Der darauf folgende Autobahnbau entlastete die Zürcher-/Badenerstrasse nicht wie erwartet.
- Die stetig zunehmende Verkehrsbelastung hat die Lebensqualität und den Standort Schlieren zunehmend beeinträchtigt. 2003 hat Schlieren an einem Ideenwettbewerb der Regionalplanung Zürich und Umgebung für die Entwicklung eines lebendigen und attraktiven Zentrums teilgenommen. Dies war die Initialzündung für die heutige Zentrumsplanung. Kerngedanke dieser Planung ist die Verlegung des Durchgangsverkehrs auf die Bernstrasse. Dadurch kann im Zentrum eine neue Mitte geschaffen werden.
Am 2. August 2018 konnte erstmals der Verkehr über die verschobene Badenerstrasse und den neuen Stadtplatz geführt werden. Seit dem 17. August wird die Personenunterführung Badenerstrasse abgebrochen. Die Fussgängerinnen und Fussgänger können das Zentrum nun wieder oberirdisch durchqueren.
Hunderte von Fussgängerinnen und Fussgängern haben täglich die Personenunterführung benutzen müssen, um das Zentrum zu durchqueren.