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|Töpfern, eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit|
Mit einem besonderen Messverfahren kann das Alter von gebrannter Erde bestimmt werden.
Die frühesten europäischen Keramikfunde (Figuren) sollen vor 24’000 Jahren entstanden sein. Man glaubt, dass bei Lagerfeuern auf Lehmböden, die Eigenschaft der gebrannten Erde entdeckt wurde.
Die ersten Gefässe wurden in Asien gefunden und auf 8’000 v. Chr. datiert. Der Aufbau ist in Spiralwulsttechnik.
Ab 6’000 v. Chr. wurden mit langsam drehenden Töpferscheiben Gefässe hergestellt. Zur gleichen Zeit entstand auch Buntkeramik. Darunter versteht man Keramik mit geritzten, bemalten und/oder geometrischen Formen.
Das Töpferhandwerk erreichte seine erste Blüte um 4’000 v. Chr. in Mesopotamien, Iran, Kleinasien und Griechenland. Mit Hilfe von schnell drehenden Töpferscheiben wurde bereits Massenware produziert.
In Mesopotamien und Ägypten entstand glasierte Keramik um 3’000 v. Chr.
Die frühesten Funde in Afrika datieren aus der Zeit um 7’000 bis 5’000 v. Chr. und in Amerika sind Funde um 3’900 v. Chr. belegt und in Ozeanien um 1’600 v. Chr.
Seit dem Mittelalter bis heute wird überwiegend industriell produziert. Daneben hat sich das Töpfern zum Kunsthandwerk entwickelt. Hochwertige Keramikarbeit hat sich in der angewandten Kunst einen Namen gemacht. Nebst Gebrauchskeramik, werden Keramikskulpturen, Reliefs, Schmuck und vieles mehr in unterschiedlichen Techniken gefertigt.
Ton Ist ein Verwitterungsprodukt aus verschiedenen Gesteinen. Er setzt sich vor allem aus Quarz, Feldspat und Kaolin zusammen. Im Ton findet man auch färbende Oxide wie Mangan, Eisen usw. Betrachtet man den Ton unter dem Mikroskop, sieht man die Zusammensetzung aus kleinen Plättchen. Das Wasser zwischen den einzelnen Plättchen gibt dem Ton den plastischen Charakter. Ist der Ton trocken, sitzen die Plättchen fest aufeinander und er ist starr. Kommt Feuchtigkeit dazu, wird der Ton wieder weich.
Man unterscheidet zwischen kalkhaltigem (rot/braun) und nicht kalkhaltigem Ton (weiss, crème bis schwarz).
Erst durch das Brennen im Ofen erhält der Ton seine Festigkeit und kann nicht mehr mit Wasser aufgelöst werden. Bei Temperaturen bis 1000 C (Niederbrand) bleibt die Töpferware wasserdurchlässig (z.B. Terrakotta oder RAKU Brand). Aus ästhetischen Gründen und um poröse Tongefässe wasserdicht zu gestalten, werden Niederbrand Tongefässe mit einer Glasur überzogen. Spezielle Tone können so hoch gebrannt werden, dass sie verglasen (z.B. Klinkerton, Steinzeugton und als spezielles Produkt Porzellanton).
Das Formen von Gefässen und Skulpturen
Um Tongefässe zu formen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Bei der einfachsten Aufbautechnik werden Tonfladen zusammengesetzt und die Übergänge geglättet. Bei der Wulsttechnik werden dünne Stränge von Ton ringförmig oder in Spiralen übereinander geschichtet. Beim Formen mit der Töpferscheibe wird ein in schnelle Drehung versetzter Tonklumpen mit den Händen oder mit Schablonen zu einem rotationssymmetrischen Gefäß ausgezogen. Die getrockneten Werkstücke werden gebrannt und dadurch gehärtet.