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Eine Kirche mit einer langen Geschichte
Die Überlieferung will, dass unsere Kirche über den Ruinen eines römischen Tempels errichtet wurde. Tatsächlich entdeckte man beim Bau der neuen Kirche zwischen 1872 und 1873 mächtige römische Mauern. Dabei fand man Münzen aus der Kaiserzeit. Zudem wurden 1901 beim Strassenbau neben der Kirche weitere Mauern aus der Römerzeit aufgedeckt.
Im Verzeichnis der Kirchen und Klöster der Diözese Lausanne des Cono von Estavayer aus dem Jahr 1228 ist für Alterswil ein Gotteshaus erwähnt, das dem heiligen Nikolaus geweiht ist. Vermutlich bestand diese Kapelle bereits 1148, als „althericwilere" in einem Schutzbrief von Papst Eugen III. an das Cluniazenserkloster Rüeggisberg erstmals urkundlich erwähnt wurde.
Nach dem Sempacherkrieg 1386 verwüsteten bernische Truppen das Umland der Stadt Freiburg. Dabei wurde auch das Dorf Alterswil mitsamt seiner Kapelle gebrandschatzt.
Über die Vorgängerbauten der heutigen Kirche haben wir nur bruchstückhafte Informationen.
Mit der Errichtung einer Kaplanei in Alterswil (1726) wurde der Wunsch nach einer neuen, grösseren Kirche laut. Geplant war der Kirchenneubau aber nicht am alten Standort, sondern im oberen Teil des Juchschrots in Wengliswil, auf dem Grundbesitz des Liebfrauenspitals von Freiburg. Dieses Ansinnen führte zu Konflikten mit der Pfarrei Tafers, die fürchtete, die Tochter würde ebenso gross als die "Mueter selbsten". 1749 fand man einen Kompromiss: Die Pfarrei Tafers vergrösserte die bestehende Kapelle und die Alterswiler mussten ihren Plan einer Abtrennung von Tafers fallen lassen. Am 11. Oktober 1750 weihte Bischof Joseph Hubertus de Boccard die erweiterte Kapelle.
Dem „Directorium bey der Capelle Sankt Nicolai der Pfarrey Tafers" von Kaplan Jakob Kaiser (1810) entnehmen wir, dass der Turm der alten Kapelle über dem Chor stand, da die Glockenseile sich hinter dem Hauptaltar befanden.
Aus einem Aufsatzheft von Johann Bäriswyl (1870) erfahren wir einiges über die Ausstattung der Kirche kurz vor ihrem Abbruch, aber auch über ihre Ausmasse (100 Fuss in der Länge, 25 Fuss in der Breite).
Eine Notiz von Kaplan Niklaus Roggo besagt, dass von der alten Kirche Pläne existierten („vide Archiv"), diese blieben bisher aber unauffindbar.