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Dammarharz
(Resina Dammar, Katzenaugengummi); diesen Namen führen verschiedene ostindische Harze, von denen aber nur wenige in den europäischen Handel kommen; das gewöhnliche D. stammt von der Dammarfichte (Dammara orientalis), einem großen, besonders auf den Molukken und Sundainseln häufig wachsenden Waldbaume, der nahe am Boden dicke Stammknollen bildet, aus denen das Harz ausschwitzt. Diese Ware kommt hauptsächlich von Java, in Kisten von etwa 1½ Ztr. Inhalt.
Eine andre, dieser ähnliche, aber härtere und deshalb geschätztere Sorte wird von Singapore aus verschifft und stammt
von Hopea splendida und micrantha. Eine neuerdings in größerer Menge von Borneo in den Handel kommende Sorte, Dammar dagieng
oder Rose Dammar, ist um die Hälfte wohlfeiler als die gewöhnliche, nur etwas weicher und ins Grünliche
fallend. Das
Dammarharz besteht aus größern und kleinern, meist rundlichen Stückchen, die äußerlich weiß bestäubt,
innen glashell und stark glänzend sind, flachmuschelig brechen, sich mit Ausnahme der Singaporesorte leicht zu
Pulver stoßen
lassen, in der Wärme der Hand etwas klebrig werden.
Die Masse ist entweder ganz farblos oder gelblich, löst sich in Alkohol und Äther nur teilweis, vollständig aber in fetten und ätherischen Ölen; das gewöhnliche Lösungsmittel ist Terpentinöl. Diese Lösung heißt Dammarlack. Obwohl der Dammarlack an Härte und Dauer dem Copallack nachsteht, ist er doch in allen Fällen beliebt, wo es sich um völlige Farblosigkeit handelt, also besonders auf weißgestrichenes Holzwerk. Es müssen dafür natürlich die farblosen reinen Stücke, die auch zugleich die härtesten sind, speziell ausgesucht und die farbigen für andern Verbrauch zurückgestellt werden.
Finden sich ganz weiße, glanzlose, auf dem Bruche wachsähnliche, harzig anzufühlende Stücke, so sind
sie ganz zu beseitigen, weil sie jeden
Lack verderben. Das
Harz ist mit der gleichen Menge
Terpentinöl unter allen gebotnen
Vorsichtsmaßregeln bei beständigem Rühren so lange, am besten bis zum Sieden zu erhitzen, bis alles völlig klar fließt.
Es ist nun der Wassergehalt des
Harzes verjagt, und nur unter dieser Bedingung wird ein guter
Lack erhalten,
der zum Verbrauch erst noch mit
Terpentinöl verdünnt werden muß, jedoch nicht so schnell trocknet, wie der Kopallack. -
Das australische
Dammarharz oder der Kaurikopal kommt ebenfalls von einer Dammarfichte, der 24-36 m hohen Dammara australis
auf Neuseeland.
Dieser schöne Baum soll in seinem Vaterlande bereits selten geworden sein, sei es allein, weil man ihn wegen seines vortrefflichen Holzes vielfach umschlägt, oder weil vielleicht noch ein natürliches Aussterben mitwirkt. Thatsache ist es, daß große kulturlose Strecken vorhanden sind, auf welchen große Klumpen und Massen des Harzes mehrere Fuß tief im Boden gefunden werden, ohne daß von dem ehemaligen Vorhandensein von Wäldern etwas bekannt wäre. Die Eingebornen graben das Harz aus, und es soll nach Scherzer die sämtliche Handelsware auf diesem Wege gesammelt und von lebenden Bäumen nichts genommen werden.
Diese Sorte, von der immerhin ansehnliche Massen nach England verschifft werden, hat mit der ostindischen keine Ähnlichkeit, besteht aus unregelmäßigen, oft kopfgroßen Stücken, ist blaßgelb, bräunlich, grünlich, durchscheinend, in Weingeist und Terpentinöl unlöslich. Durch Schmelzen, wobei das Harz prasselt und weiße Dämpfe ausstößt, wird es in der Färbung dunkler und dahin verändert, daß es sich in Terpentinöl und andern ätherischen Ölen leicht löst. Das ostindische D. zu vertreten ist das australische schon durch seine Farbigkeit ungeeignet; es dient zu dunklern Firnissen. - D. ist zollfrei. Dammarlack: S. Tarif im Anh. Nr. 5 a.