Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/177748

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert zu prüfen, wie eine Task-Force geschaffen werden könnte, mit der die Unterstützung und Beratung anderer Länder bei der Entwicklung von Berufsbildungsprojekten verstärkt und ausgeweitet werden könnten. Die Prüfung soll namentlich die folgenden Punkte umfassen:</p><p>1. die institutionelle Anbindung;</p><p>2. die Zusammensetzung;</p><p>3. der formelle Auftrag und die anzustrebenden Ziele;</p><p>4. der Wirkungskreis und die Interventionskriterien;</p><p>5. die Finanz- und anderen Mittel;</p><p>6. der Zeitplan für die Umsetzung.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bund hat die steigende Bedeutung der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (IBBZ) erkannt: Mit der IBBZ kann die soziale und wirtschaftliche Entwicklung von Partnerländern gefördert, die Anerkennung der Schweizer Berufsbildung international gestärkt und ein positives Bild der Schweiz vermittelt werden.</p><p>Das System der dualen Berufsbildung ist erfolgreich in der Schweiz. Für andere Länder kann das schweizerische Berufsbildungssystem zwar Vorbild für längerfristige Reformprozesse sein, aber nicht unverändert übernommen werden. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass andere kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche, institutionelle und rechtliche Rahmenbedingungen - wie die Regulierung des Mindestlohnes, die Arbeitslosigkeit, der Status der Berufsbildung, das Ansehen von Berufsleuten, die Zulassung zu Berufen oder das Bestehen von Branchenstrukturen - die Möglichkeiten einer Übertragung von Elementen des Schweizer Modells einschränken. Universell anwendbare beste Praktiken haben sich nicht abgezeichnet. Deswegen sind straff geplante, konzentrierte Aktionen kaum zielführend. Die stark unterschiedlichen Bedürfnisse der Partnerländer und die Komplexität des Expertisetransfers erfordern differenzierte und individuell angepasste Instrumente.</p><p>Die verschiedenen Reaktionsmöglichkeiten der Bundesstellen mit komplementären Zielen, geografischen Schwerpunkten und Massnahmen erlauben angemessene Antworten auf die Anfragen von Partnerländern. Sie beziehen dabei jeweils die relevanten nichtstaatlichen Akteure mit ein.</p><p>Bereits jetzt richtet der Bund seine Strategien in verschiedenen politischen Bereichen auf die Stärkung und Priorisierung der IBBZ aus (vgl. die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2017-2020 und die Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit 2017-2020). Die einzelnen Bundesstellen können sich dabei auch auf die Expertise des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) abstützen.</p><p>Der Bund trifft seit 2013 Massnahmen, um das Potenzial der IBBZ besser auszuschöpfen und die bundesinterne Koordination zu verbessern. Im Jahr 2014 haben die Bundesstellen einen gemeinsamen strategischen Grundlagenbericht verfasst. Dieser umfasste Vorschläge, wie die Aktivitäten in der IBBZ ausgedehnt, die bundesinterne Koordination gesichert und die einheitliche Kommunikation nach aussen gewährleistet werden können. Der Bundesrat hat den Bericht zur Kenntnis genommen, und es wurde eine formelle, interdepartementale IBBZ-Koordinationsgruppe eingerichtet.</p><p>Die IBBZ-Koordinationsgruppe des Bundes wird vom SBFI geleitet und besteht aus Vertretungen des SBFI, des Seco, der Deza, der Politischen Direktion, des SEM und des EHB. Sie hat unter anderem den Auftrag, die IBBZ-Aktivitäten der verschiedenen Bundesstellen zu koordinieren - insbesondere bei Anfragen von interessierten Partnerländern. Weiter pflegt sie ein Netzwerk von nationalen Akteuren. So organisiert sie periodisch eine nationale IBBZ-Stakeholdertagung mit dem Ziel, die Abstimmung der Aktivitäten und den Erfahrungsaustausch zu fördern. </p><p>Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass zurzeit im Bereich der IBBZ keine operative Task-Force erforderlich ist. Die IBBZ-Koordinationsgruppe erfüllt die vom Postulanten geforderten Punkte bereits heute.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.