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Der Sommer ist vorbei... wahrscheinlich
Auf der Alpennordseite sorgten die starke Inversion und die schwache Bise für eine ausgedehnte Hochnebelschicht von etwa 300 Metern Dicke. Am frühen Morgen lag die Inversion zwischen 1400 in der Inner- und Ostschweiz und um 1200 Meter in der Westschweiz. Im Laufe des Tages sank die Hochnebelobergrenze unter dem starken Hocheinfluss etwas ab, allerdings nur um 50 bis 100 Meter. Um die Mittagszeit zeigte sich zwar eine schwache Tendenz zu Auflockerungen in den Nebelrandgebieten, aber insgesamt blieb die Hochnebeldecke bis am Abend zum grössten Teil unverändert geschlossen.
Grosswetterlage
Auf der Bodenanalyse war der Alpenraum von 3 Tiefdruckgebieten umgeben. Zwei aktive Tiefdruckgebiete lagen über dem Norwegischen Meer und Finnland. Beide Tiefs bewegten sich ostwärts und hatten kurzfristig keinen direkten Einfluss auf das Wettergeschehen im Alpenraum. Eine weniger kräftige Tiefdruckzone lag über der Iberischen Halbinsel. Im Laufe des Tages verlagerte sie sich zum westlichem Mittelmeer und steuerte mit einer mässigen Südostströmung hohe Wolkenfelder Richtung Westschweiz und Wallis. Wie bereits in den vergangenen Tagen bestimmte ein Hoch das Wetter in den Alpen. Tagsüber lag sein Schwerpunkt über Rumänien, aber im Vorfeld des anziehenden Tiefs über dem westlichen Mittelmeer schwächte sich das Hoch zusehends ab.
Uneinheitliche Sonnenverteilung
Die stabile und einheitliche Hochnebelschicht trennte das Flachland und die Berggebiete mit einer scharfen Grenze. In den tiefgelegenen Gebieten der Alpennordseite wurde keine einzige Minute Sonnenschein registriert. Oberhalb von 1200 bis 1400 Metern konnte die maximale Sonnenscheindauer von knapp 9 Stunden gemessen werden. Ebenfalls an der Sonne lagen das ganze Wallis, das Glarnerland, ganz Graubünden und die Alpensüdseite.
Uneinheitliche Temperaturverteilung
Unter der Hochnebelschicht bewegten sich die Temperaturwerte kaum. Am Ende der Nacht lagen die Tiefstwerte zwischen 1.5 und 3 Grad. Einzelne Stationen um den Genfer- und Neuenburgersee profitierten vom milden Einfluss der Wassermasse, sodass die Tiefstwerte knapp über 4 Grad lagen. Tagsüber stiegen die Werte um 1 bis 2 Grad auf 3 bis 5 Grad an.
In den Gebieten ausserhalb des Hochnebels im Wallis und im Churer Rheintal sank die Temperatur meist unter die Nullgradmarke, zwischen Null und -4 Grad ab. Mit der Sonneneinstrahlung erreichte die Höchsttemperatur Werte bis 10 Grad.
Auf der Alpensüdseite schwankten die Temperaturwerte zwischen 1 bis 5 Grad am frühen Morgen und bis 12 Grad am Nachmittag.
Raueis oder Haareis
An der Oberfläche von windexponierten Gegengenständen können unterkühlte Nebelwassertropfen zur Bildung von Raueis führen. Am besten bildet sich der Raueis bei einer Lufttemperatur zwischen -10 und -2 Grad. Die Eisschicht wächst entgegen der Windrichtung, da der Wind die unterkühlten Wassertropfen für das Wachstum der Eisschicht heranführt. Solche Bedingungen herrschten in den letzten Tagen zwischen etwa 900 Metern und der Hochnebelobergrenze. Die nötige Strömung lieferte die zeitweise starke Bisenströmung.
Raueis Bilder
Ähnlich aussehend, aber mit einer vollständig anderen Entstehung als Raueis ist das Haareis. Deren Bildung benötigt nur leicht negative Temperatur, hohe Luftfeuchtigkeit und aktives Pilzwachstum in totem Holz. Der genaue Vorgang für das Wachstum von Haareis ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass das Wachstum des Pilzes im Holz Gase produziert, die das unterkühlte Wasser im Holz an die Oberfläche des Holzes verdrängt, wo das Wasser zur Bildung von Haar aussehendem Eisfäden beiträgt (SRF Beitrag aus dem Jahr 2011 zu diesem Thema).