Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03304.jsonl.gz/2941

Täglich sollten wir zwischen 1 bis 2 Liter Wasser trinken. Mineralwasser eignet sich dafür hervorragend. iMpuls zeigt auf, welche Stoffe im kalorienfreien Durstlöscher enthalten sind, und klärt Mythen auf.
Mineralwasser ist das beliebteste Kaltgetränk der Schweiz. Der Pro-Kopf-Konsum betrug im vergangenen Jahr rund 104 Liter. In der Schweiz gibt es über 20 Mineralquellen, wo Mineralwasser abgefüllt wird. Die verschiedenen Wässer unterscheiden sich punkto Geschmack und Inhaltsstoffe. Zeit also, den Durstlöscher genauer unter die Lupe zu nehmen.
Die Verordnung des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) regelt, welche Anforderungen Mineralwasser erfüllen muss: Es muss ein mikrobiologisch einwandfreies Wasser sein, das aus einer oder mehreren natürlichen Quellen oder aus künstlich erschlossenen unterirdischen Wasservorkommen gewonnen wird. Es zeichnet sich durch die besondere geologische Herkunft, Art und Menge der mineralischen Bestandteile und der gleichbleibenden Zusammensetzung aus.
Sickert Regenwasser in den Erdboden und sammelt sich in unterirdischen Reservoirs, so entsteht Mineralwasser. Jedes Reservoir hat seine eigenen mineralischen Eigenschaften. Je nachdem welche Gesteinsschichten das Regenwasser auf seinem Weg in das bis zu mehreren Hundert Meter unter der Erde gelegene Sammelbecken passiert. So wird das Wasser gereinigt, gefiltert und reichert sich mit Mineralien an.
Weltweit gibt es tausende verschiedene Mineralwässer, und keines hat die gleiche Zusammensetzung. In fast allen Ländern ist die Deklaration der Mineralisation auf dem Etikett vorgeschrieben. Viele Mineralwässer enthalten zwischen 500 und 1500 mg Mineralstoffe pro Liter. Es wird mit viel, wenig oder ohne Kohlensäure abgefüllt. Der Anteil der Mineralstoffe ändert sich dadurch nicht.
Der Mensch kann viele mineralische Bestandteile nicht wahrnehmen. Allerdings sind Schwefelverbindungen und Salze wahrnehmbar, diese führen auch zu den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen des Wassers. Enthält ein Mineralwasser Kohlensäure, schmeckt es leicht sauer.
(Fortsetzung weiter unten…)
Die wichtigsten Mineralstoffe im Mineralwasser sind Magnesium, Calcium, Kalium und Natrium. Auch Trinkwasser (Hahnenwasser) enthält in der Schweiz einen gewissen Anteil dieser Mikronährstoffe. Der Gehalt der Mineralisation von verschiedenen Mineralwässern und Trinkwasser ist allerdings sehr variabel. Beim Mineralwasser müssen die Gehalte nicht unbedingt höher sein als im Hahnenwasser, jedoch sind die Gehalte ausgewiesen, definiert und konstant. So kann zum Beispiel mit zwei Liter calciumreichem Mineralwasser der Calciumbedarf gedeckt werden.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass calcium- und/oder magnesiumreiche Mineralwässer durchaus einen wertvollen Beitrag dazu leisten können, den Bedarf dieser wichtigen Nährstoffe zu gewährleisten. Ein calciumreiches Mineralwasser enthält mindestens 400 mg Calcium pro Liter. Die Aufnahme von Calcium und Magnesium aus Mineralwasser ist sehr gut. Dies konnte in diversen Studien gezeigt werden.
Im 19. Jahrhundert wurde Mineralwasser als Heilwasser angeboten. Um die Haltbarkeit von Wasser zu verlängern, wurde dem Wasser Kohlensäure zugesetzt. Diese hat eine konservierende Wirkung, stabilisiert die Mineralien und sorgt dafür, dass das Wasser nicht eintrübt. Da aus Plastikflaschen die Kohlensäure entweicht, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kürzer als dasjenige von Glasflaschen.
Kohlensäure kann auch natürlich in Mineralwasser vorkommen, vor allem in Regionen, in denen früher Vulkane aktiv waren. Die Kohlensäure unterstützt das Wasser, die Mineralien aus dem Gestein zu lösen. Deshalb weist Mineralwasser mit natürlicher Kohlensäure eine höhere Gesamtmineralisation auf.
Es gibt zahlreiche Mythen rund um eine gesundheitsschädliche Wirkung von Kohlensäure. Tatsache ist, dass der pH-Wert von Sprudelwasser mit 5.5 leicht tiefer ist als derjenige von stillem Wasser mit einem durchschnittlichen pH-Wert von 7. Chemisch betrachtet, liegt Mineralwasser somit im leicht sauren Bereich.
Der pH des Magensafts hat einen durchschnittlichen Wert von 1 bis 2. Somit ist dieser deutlich saurer als im Mineralwasser. Weshalb der leicht saure pH von Wasser keinen Einfluss haben kann. Auch nicht auf die Entstehung von Karies. Mineralwasser hat keine ätzende Wirkung auf den Zahnschmelz. Durch das Kohlendioxid wird sogar das Geschmacksempfinden im Mund angeregt, weshalb Sprudelwasser den Durst gefühlt schneller löscht.
(Fortsetzung weiter unten…)
Mineralwasser kann kurzfristig das Gefühl auslösen, dass der Magen bläht. Das Gefühl lässt in der Regel aber sehr schnell nach, so dass auch eine vermeintliche Sättigung nicht lange anhält.
Personen die an Sodbrennen, Reflux oder Gastritis leiden, sollten tendenziell eher stilles Wasser trinken. Der saure Magensaft, der zusammen mit den Gasbläschen zurück in die Speiseröhre aufsteigt, kann Sodbrennen verstärken.
Das Trinken von Mineralwasser mit oder ohne Kohlensäure bleibt also in den meisten Fällen eine Wahl des persönlichen Geschmacks. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Wasser mit Kohlensäure eine negative Auswirkung auf die Gesundheit hat.
In der Küche lässt sich kohlensäurehaltiges Mineralwasser oder auch Hahnenwasser mit Kohlensäure sehr vielseitig einsetzen. Die Kohlensäure macht Kuchenteig, Rührteig, Spätzli, Omeletten, Rührei oder Kartoffelstock fluffig, locker und luftig. Und das Gemüse verliert im Mineralwasser gedünstet weniger Farbe. Auch kann Mineralwasser in Suppen und Saucen sogar als Ersatz für Rahm verwendet werden.
Auch bei Desserts ist kohlensäurehaltiges Mineralwasser ein guter Küchenhelfer. Magerquark vermischt mit Sprudelwasser ergibt eine herrlich sämige Crème. Einfach nach und nach Wasser hinzugeben, bis der Quark die gewünschte Konsistenz hat. Saucen können mit Hilfe von Mineralwasser aufgeschäumt werden. Achten Sie bei Desserts darauf, dass Sie nicht zu mineralstoffreiches Wasser verwenden, um den Geschmack nicht zu verfälschen. Mit Mineralwasser lassen sich zudem herrlich erfrischende Drinks kreieren.
Alle PET-Mineralwässer werden gründlich chemisch analysiert. Dabei wurden nie gesundheitsschädliche Substanzen in den Getränken nachgewiesen. Allerdings kann sich insbesondere der Geschmack des Mineralwassers leicht verändern, je nachdem, wo die Flaschen gelagert werden.
Glas und Kunststoff sind aus ökologischer Sicht praktisch ebenbürtig. Das wichtigste ist, dass leere Verpackungen richtig recycelt werden. Das Bundesamt für Umwelt (BafU) kam zum Schluss, dass Glasflaschen bei relativ kurzer Transportdistanz etwas umweltfreundlicher sind. Bei einem Transportweg von mehreren 100 Kilometern schneidet die Verpackung aus Kunststoff (PET) etwas günstiger ab.