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In unseren neuen Reihe „Unsere Info-Ecke“ geht es ums Thema Astrologie. Wir stellen Ihnen zwei „Ringe“ vor.
Der erste „Ring“, den man auch als Horoskopring bezeichnen könnte, ist für den Astrologen eine wichtige Grundlage, um die Sterne deuten zu können. Der zweite „Ring“, ist ein berühmter Astrologe des 20. Jahrhunderts, namens Thomas Ring.
Bevor sich ein Astrologe an die Deutung einer Zeitqualität machen kann, muss er zuerst einmal ein Horoskop erstellen. Für ein Geburtshoroskop verwendet er beispielsweise die Geburtsminute sowie den genauen Geburtsort. Der grafische Teil eines solchen Horoskops wird als Radix, lateinisch für „Wurzel“, bezeichnet. Dieser setzt sich zusammen aus drei konzentrischen Kreisen, diversen eingezeichneten Punkten und den diese verbindenden Linien.
Diese Methode stammt aus der Antike, in der das geozentrische Weltbild vorherrschte. Deshalb steht hier die Erde anstatt der Sonne im Mittelpunkt. Der Radix ist im Grunde genommen eine
kosmische Uhr, die jeden beliebigen Zeitpunkt durch den genauen Stand der Planeten darstellen kann.
In einem äußeren Ring sind die zwölf Sternzeichen dargestellt, die als gleich große Gebiete abgebildet werden.
Ein innerer Ring zeigt die Grenzen der zwölf Häuser auf, die je nach Horoskop unterschiedlich groß sind. Das erste Haus beginnt mit dem Zeichen, in dem zum Zeitpunkt der Geburt die Sonne aufging, dem sogenannten Aszendenten.
Alle weiteren Häuser folgen entgegen dem Uhrzeigersinn. Neben einer waagrechten Achse, die den Aszendenten und den Deszendenten (DC) miteinander verbindet, gibt es noch eine zweite, vertikale Achse: Sie verknüpft das Medium Coeli (MC), die Himmelsmitte und Spitze des zehnten Hauses, mit dem Imum Coeli (IC).
Diese beiden Achsen unterteilen den Radix in vier Bereiche, die sogenannten Quadranten. Jeder eingezeichnete Planet befindet sich demzufolge sowohl in einem Tierkreiszeichen als auch in einem Haus sowie in einem Quadranten. All diese Faktoren fließen in die Deutung des Horoskops ein.
Darüber hinaus kann der Astrologe aus dem Radix die Aspekte ablesen. Sie werden anhand der Winkel zwischen den Planeten in Bezug auf den Mittelpunkt des Radix bestimmt und meist als verschiedenfarbige Linien eingezeichnet: Sextile (60°) und Trigone (120°) gelten traditionell als positive, Quadrate (90°) und Oppositionen (180°) dagegen als herausfordernde Konstellationen.
Thomas Ring (1892-1983) ist heutzutage vor allem als Astrologe bekannt. Doch zunächst einmal war er Maler, Dichter und Kunstkritiker, der im Umfeld des „Sturms“, einer der bedeutendsten Zeitschriften des Expressionismus, tätig war.
Im Laufe der 20er-Jahre wandte er sich dann verstärkt der esoterischen Menschenkunde zu. 1925 veröffentlichte er sein erstes Werk, „Die Überwindung des Schicksals durch die Astrologie“. Darüber hinaus besuchte er Vorlesungen aller wichtigen Denker seiner Zeit, so des Physikers Albert Einstein oder des Philosophen Nicolai Hartmann.
Allmählich reifte in ihm der Wunsch, das traditionelle Weltbild der Astrologie in modernes Denken zu überführen und es dabei gleich von „wucherndem Beiwerk“ zu befreien. Sein Ziel war es, damit nicht nur die Aufmerksamkeit von Astrologen, sondern vor allem von anderen Künstlern und wichtigen Wissenschaftlern zu erregen.
1932 wanderte Ring aus politischen Gründen nach Österreich aus. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich dort mit astrologischer Beratung. Davon zeugen noch heute über 700 Horoskopdeutungen. Er fokussierte sich immer mehr auf seine astrologischen Studien. Ende der 30er- und Anfang der 40er-Jahre erschien eine Reihe von Schriften, in denen er sowohl praktische („Menschentypen in Bildern des Tierkreises gespiegelt“) als auch philosophische („Der Mensch im Schicksalsfeld“) Fragen der Astrologie behandelte.
Thomas Ring wurde 1943 durch die Initiative Hans Benders zum Direktor des grenzwissenschaftlichen Paracelsus-Instituts in Straßburg ernannt. Als die französischen Truppen dort einmarschierten, kamen er und seine Frau Gertrud ins Gefangenenlager, welches sie nicht überlebte. 1946 konnte er nach Graz flüchten, wo der zweifache Vater erneut heiratete und sich wieder vermehrt mit der Dichtkunst beschäftigte.
1952 kehrte Ring nach Deutschland zurück und arbeitete zwei Jahrzehnte lang an seinem vierbändigen Hauptwerk, der „Astrologischen Menschenkunde“. Diesem bescheinigte Hans Bender, „über das Wesen der Astrologie zu unterrichten und die Missverständnisse zu beseitigen, die aus einer tiefgründigen Entsprechungslehre zwischen Makrokosmos und Mikrokosmos armselige, fatalistische Wahrsagerei machen“.