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Der Kreditkarten-Boom der letzten Jahre ist für die Schweizer Bürger, die insgesamt für einen Betrag von 9 Milliarden Franken verschuldet sind, nicht ohne Konsequenzen geblieben. Junge Leute scheinen zu den Bevölkerungsschichten zu gehören, die für eine Verschuldung am gefährdetsten sind: gemäss einer von der Betreibungsfirma Intrum Justitia letzten Herbst in der Schweiz durchgeführten Studie, ist ungefähr ein Drittel der 18-25-Jährigen verschuldet, und 80% der verschuldeten Personen haben, unabhängig von ihrem Alter, seit ihrem 25. Lebensjahr Schulden. Eine andere alarmierende Erkenntnis: fast die Hälfte der jungen Leute, die ihre ersten Schulden in 2006 gemacht haben, waren in 2011 immer noch zumindest teilweise verschuldet! In erster Linie verschulden sich die jungen Erwachsenen beim E-Commerce, gefolgt von Telekommunikation und Gesundheitskosten.
Die Schuldenprävention ist jetzt auch eine politische Priorität. In diesem Sinne unterstützte der Nationalrat eine parlamentarische Initiative, die das Ziel hat, die Nutzung einer Kreditkarte von jungen Leuten strengeren Reglementierungen zu unterwerfen.
Aufgrund der Leichtigkeit, mit dem man eine Kreditkarte erhalten kann, dem fehlenden Überblick über das Guthaben und die Möglichkeit der monatlichen Rückzahlung, ist die Kreditkarte in der Tat eine der für junge Leute am zugänglichsten Möglichkeiten, einen Kredit zu erhalten... mit allen Verschuldungsrisiken, die diese Zahlungsweise mit sich bringt.
Die vorgesehenen Massnahmen, um eine Verschuldung durch die Verwendung von Kreditkarten zu vermeiden, beinhalten insbesondere zwei Punkte: erstens soll der Kontostand bei Transaktionen in Echtzeit angezeigt werden und zweitens soll eine Zahlung nicht möglich sein, wenn der Kontostand im Minus oder bei Null ist. Was, gemäss Jean-André Maire, der die Vorlage eingereicht hat, eher einer Debitkarte als einer Kreditkarte für junge Verwender entspricht. Im gleichen Sinne sollte das Konto bei einer mit Kreditkarte durchgeführtem Einkauf sofort belastet werden.
Zwei parlamentarische Initiativen wurden bereits angenommen, um der Verschuldung vorzubeugen: das Werbeverbot für Kleinkredite und eine Initiative, die vorsieht, einen Prozentsatz des Umsatzes der Kreditkartenunternehmen für speziell an junge Leute gerichtete Schuldenpräventionskampagnen zu verwenden.
Quelle: bonus.ch, Patrick Ducret