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Pferdekopfgeige. Das klingt eigenartig und spannend zugleich. Was hat es mit dem Pferdekopf auf sich und wie klingt diese Geige überhaupt? Auf mongolisch heisst die Pferdekopfgeige Morin Khuur. Es ist das traditionelle Musikinstrument der Mongolen. Ihren interessanten Namen erhält sie wegen des Pferdekopfes, der den Hals des Instrumentes ziert. Der Resonanzkörper ist hölzern und in Trapezform. Während die europäische Geige 4 Saiten hat, hat die Pferdekopfgeige nur zwei. Schliesst man die Augen, fühlt man sich ob der zauberhaften Klänge der Geige in die weite Steppe versetzt und hört das Wiehern und Galoppieren der Pferde.
Natürlich ranken sich einige Legenden um die Entstehung des Instruments. Alle haben die tiefe Liebe eines Mannes zu seinem Pferd gemein.
Gemäss eines mongolischen Märchens, bekam einst ein Hirte ein magisches geflügeltes Pferd geschenkt. Damit flog er jede Nacht zu seiner Geliebten. Aus Eifersucht jedoch, liess eine andere Frau die Flügel des Pferdes abschneiden, wodurch es starb. Aus tiefster Trauer um seinen treuen Begleiter, fertigte der Hirte aus den Knochen, der Haut und den Haaren des Pferdes eine Geige, mit der er jeden Abend sein Leid besang.
Eine weitere Legende berichtet von einem Hirten namens Su He, der ein wunderschönes weisses Pferd besass. Jedes Mal, wenn der Hirte ein Lied summte, wieherte das Tier. Bei einem Reitwettbewerb gewann Su He den ersten Preis, woraufhin der neidische Verlierer, ein böser Fürst, den Schimmel töten liess. Im Traum erschien dem Hirten sein Pferd und leitete ihn an, ein Musikinstrument zu bauen.
DER KEHLKOPFGESANG
Der Zauber der Pferdekopfgeige wird durch den klassischen mongolischen Kehlkopfgesang komplettiert. Auf mongolisch heisst er Khomii oder Khoomei. Der Kehlkopfgesang gehört zu den typischen Gesängen der Mongolei. Seit Jahrhunderten wird diese Gesangstradition weitergegeben.
In den Klängen des Kehlkopfgesanges erkennt man das Fließen des Wassers, den Hauch des Windes, das Grollen des Donners, den Gesang der Vögel. Mit der Stimme werden gleichzeitig mehrere Töne erzeugt, indem die Stimmbänder einzeln angesteuert und mit verschiedenen Arten der Zungen- oder Lippenführung kombiniert werden. Der Sänger benutzt seine Kehle, um einen kontinuierlichen, tiefen Ton zu erzeugen, und gleichzeitig gelingt es ihm, mit seiner Zunge die ausgeatmete Luft zu kontrollieren, um die Resonanz in höhere Obertöne zu modulieren.
Oftmals wird dem Obertongesang auch eine therapeutische Wirkung zugeschrieben, auch wenn es keine empirischen Studien gibt. Der monotone und klare Gesang, soll einen positiven Einfluss auf beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit, auf Stottern, Angst und sogar Geburtsschmerzen haben. Die positive Wirkung des Kehlkopfgesanges auf Körper und Geist soll im Übrigen nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren bestehen.