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SITUATION
Ghanas Regierung ist sich bewusst, dass eine gute Schulbildung die wichtigste Grundlage für ein Leben ohne Armut darstellt. Trotzdem gehen in Ghana fast eine halbe Million Kinder nicht zur Schule. Denn aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums und des geringen Staatseinkommens kann nicht in jeder Gemeinde eine öffentliche Schule gebaut werden. Leben in einer Gemeinde zu wenig Menschen oder leben sie zu weit voneinander entfernt, wird die öffentliche Schule in einer dichter besiedelten Region gebaut. Doch selbst in grösseren Städten gibt es nicht genug öffentliche Schulen für alle Kinder im schulpflichtigen Alter. Die Folge sind überfüllte Klassen, überforderte und unterbezahlte LehrerInnen und mangelnde Aufmerksamkeit der SchülerInnen, die häufig zu schlechten Noten bis hin zum Schulabbruch führt. Da die Kinder daraufhin in die Arbeit und Versorgung ihrer Familien eingespannt werden, können sie die Grund-bildung, einmal unterbrochen, meist bis ins hohe Erwachsenenalter nicht mehr aufholen.
Um den Problemen im Bildungssystem entgegenzutreten, gründen Bildungs-unternehmerInnen eigene kleine Schulen. Mit ihren Microschools reagieren sie auf die Nachfrage innerhalb ihrer Gemeinden und bieten vor allem Kindern aus ländlichen Gebieten und ärmeren Familien Zugang zu Bildung mit staatlich anerkannten Schulabschlüssen.
PROJEKTZIELE
Im Rahmen dieses Projekts können 30 BildungsunternehmerInnen ihre Schulen ausbauen, verbessern und mehr Kinder aufnehmen. Fortbildungen für LehrerInnen und das Küchenpersonal erhöhen die Qualität des Unterrichts und des Schulessens. Beides trägt dazu bei, dass die Kinder interessierter dem Unterricht folgen und sich ihre Leistungen verbessern. Stipendien für SchülerInnen aus extrem armen Familien verhindern, dass diese Kinder die Schule abbrechen und ein Leben lang unter der Armut ihrer Familie leiden müssen. Als Erwachsene haben sie mit einem höheren Schulabschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Durch die Unterstützung der Microschools ermöglicht dieses Projekt den Erwachsenen von morgen eine dauerhafte Lebensperspektive in Ghana.
AKTIVITÄTEN
Für die Teilnahme an diesem Projekt werden BildungsunternehmerInnen ausgewählt, die ihre Microschools bereits seit einiger Zeit betreiben und über viel Erfahrung im Bildungswesen verfügen. Die ausgewählten BildungsunternehmerInnen erhalten einen Kredit, den sie für Investitionen am Schulgebäude wie die Raumausstattung, einen Schulbus oder den Neubau weiterer Klassenräume nutzen. Der Kredit hat meist eine Laufzeit von etwa einem Jahr und kann, nach erfolgreicher Rückzahlung, erneut ausgegeben werden. Um das nachhaltige Management der Microschools zu gewährleisten, erhalten die BildungsunternehmerInnen Schulungen im Bereich Unternehmens- und Mitarbeiterführung. Darüber hinaus werden Fortbildungen für die Lehrkräfte organisiert, um die Unterrichtsqualität zu verbessern. Die KöchInnen der Microschools erhalten eine Gesundheits- und Hygieneschulung. Ein Schwerpunkt dieser Schulung ist die Zubereitung ausgewogener Speisen, um der Mangelernährung entgegenzuwirken. Kinder aus extrem armen Familien, die sich sonst die Schulgebühren und den Transport zur Schule nicht leisten könnten, sollen mit einem Stipendium unterstützt werden. Die KlassenlehrerInnen, BildungsunternehmerInnen, die Eltern und Sinapi entscheiden gemeinsam, welche SchülerInnen mit besonders guten Leistungen, aber gänzlich fehlenden finanziellen Mitteln mit einem Stipendium ausgezeichnet und über die zwei Jahre hinweg unterstützt werden.