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Pathfinder - Fährte des Kriegers
Blu-ray
Fr. 6.90
nur noch 1 Stück verfügbar
Momentan häufen sich die Neuauflagen alter Filme, nach "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" und dem "Hitcher"-Remake nun "Pathfinder", der vom norwegischen Original aber nur wenig übernimmt.
Schon lange vor Kolumbus erreichten Wikingerkrieger die Küsten Amerikas - ein Schiff nach einem Sturm allerdings nur in Trümmern. Eine Indianerin findet das Wrack und den einzigen Überlebenden, einen kleinen Jungen. Der Junge wird bei den Indianern aufgenommen, die noch nicht wissen können, dass der Junge im Gegensatz zu den anderen Nordmännern kein Interesse am Meucheln der Ureinwohner hat. Jedoch werden Befürchtungen laut er sei ein böser Geist, weshalb er (zumindest laut den Credits von "Pathfinder") den Namen Ghost bekommt.
15 Jahre später ist Ghost (Karl Urban) ein junger Mann, doch wird von den Dämonen der Vergangenheit gejagt. Mit seinem Erbe kann er noch nicht ganz fertig werden, seine Unsicherheit hat ihm bisher auch den Aufstieg in den Rang eines vollwertigen Kriegers verwehrt. Ein fähiger Jäger und Kämpfer ist er aber, aufgrund des eigenen Traumas stets am Trainieren, also quasi das perfekte Material für einen Actionhelden.
Als die Wikinger jedoch erneut landen und Ghosts Stamm massakrieren ist seine Chance gekommen sich zu beweisen: Um die Flucht eines befreundeten Stammes zu schützen, nimmt er allein den Kampf gegen die blutrünstigen Nordmänner auf...
Einen solchen Stoff mit Potential für zünftige Historienaction sollte man einem erfahren Genreregisseur in die Hände geben und nicht Marcus Nispel überlassen, der für diese Art Film nicht die beste Wahl ist. Allenfalls stimmige Bilder von Landschaften und Dorfgemeinschaften kann man positiv auf Regieseite vermerken, die sich jedoch klar an den großen Vorbildern "Der 13te Krieger" und "Conan - Der Barbar" orientieren. Außerdem sind gerade bei der Inszenierung der winterlichen Landschaften starke Ähnlichkeiten zu "Cliffhanger" festzustellen und Ghosts Guerillataktiken erinnern doch sehr an die "Rambo"-Trilogie.
Vor allem aber fehlt Nispel das Gespür die rechte Dramatik, die man bei Regisseuren wie z.B. Michael Bay hingegen gut sehen kann. So fehlt z.B. der Szene, in der eine Gruppe Indianerkrieger in eine Fallgrube stürzt und anschließend von den Wikingern verhackstückt wird jene Dramatik, die etwa das nicht unähnliche Duschraummassaker in "The Rock" besitzt. Auch sonst werden Hauptfiguren nebenbei abgemetzelt ohne dass "Pathfinder" hier die nötige Tragik an den Tag legen würde, um wirklich mitreißen zu können.
Das ist schade, denn das Script reduziert sich auf das Wesentliche und liefert Action in schneller Reihenfolge. Die Wikinger sind düstere Angreifer, die sich ähnlich monströs herausputzen wie die Fieslinge in "Der 13te Krieger", gegen die Ghost einen flotten Kleinkrieg startet, Subplots wie die Lovestory zwischen Ghost und der Tochter des alten Pathfinders werden so klein gehalten, dass sie den Fluss nicht aufhalten, sodass "Pathfinder" an sich jede Menge Drive besitzt, ebenso wie reichlich Action.
Doch trotz dieser Vorzüge will auch beim Genrefan der Funke nicht komplett überspringen, was erneut an Marcus Nispels Regie liegt. Inszenatorisch wäre deutlich mehr drin gewesen, leider rauben Wackelkamera und hektischer Schnitt bei diversen Kämpfen etwas vom Unterhaltungswert. Dabei wird flott und reichlich hart gekämpft, die Choreographie der Konfrontationen ist recht gut geworden und auch bei den Austragungsorten der Kämpfe wurde für Abwechslung gesorgt. Teilweise sind auch halbwegs originelle Ideen dabei wie die Schlittenfahrt auf dem Schild oder das Duell in der Steilwand, aber unter dem Zepter eines Actionexperten wie Michael Bay oder Renny Harlin wäre hier wirklich Großes drin gewesen.
Karl Urban liefert eine nicht preisverdächtige, aber doch zufriedenstellende Vorstellung als Held zwischen zwei Völkern ab, sodass auch der Zwiespalt der Hauptfigur nicht verloren geht. Clancy Brown und Ralf Moeller geben herrlich düstere Bösewichte ab und besitzen Charisma, auch wenn sie in ihrer Montur mit der unförmigen Rüstung und den Gesichtshelmen nur wenig spielen müssen, sondern mehr bedrohlich aussehen. Auch die indianischen Darsteller liefen keinen Grund zur Klage.
Eine originelle Story bietet "Pathfinder" dann schlussendlich nicht und orientiert sich offensichtlich an bekannten Vorbildern, dafür besitzt das Werk viel Action und genug Tempo. Leider ist Marcus Nispel kein Actionregisseur und kann das Gebotene nicht so ansprechend umsetzen, dass eine wirklich dolle Actiontour de force bleibt, sondern lediglich nette Wikingerunterhaltung.
--- Nils Bothmann (McClane)
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