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Sea Watch berichtet am 23.10.2020: Während allein diese Woche laut IOM mindestens 20 Menschen beim Versuch über das zentrale Mittelmeer zu fliehen, ertrunken sind, ist unsere Sea-Watch 4 weiterhin unter fadenscheinigen Begründungen im Hafen von Palermo festgesetzt. Die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung muss endlich ein Ende haben! Deswegen haben wir heute Widerspruch gegen die Festsetzung der Sea-Watch 4 vor dem Verwaltungsgericht in Palermo eingelegt.
Vor über einem Monat hatten Italienische Behörden die Sea-Watch 4 nach einer Hafenstaatkontrolle unter fadenscheinigen Gründen blockiert. Als Erklärung für die Festsetzung nannten die italienischen Behörden nach einer elfstündigen Inspektion unter anderem, dass die Sea-Watch 4 zu viele Rettungswesten an Bord habe, sowie dass das Abwassersystem nicht für die Anzahl möglicher geretteter Personen ausgelegt sei.
Was außer Acht gelassen wird ist, dass Seenotrettung als akute Nothilfe für alle Schiffe verpflichtend ist! Diese politisch motivierten Inspektionen dienen nicht der Erhöhung der Schiffssicherheit, sondern alleine dem Zweck, Rettungsoperationen im Mittelmeer systematisch zu verhindern: Mit der Sea-Watch 4 wird nun schon das fünfte zivile Rettungsschiff durch eine Hafenstaatkontrolle an der Rückkehr in den Einsatz gehindert.