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Angesichts der kriegerischen Handlungen Moskaus gegen die Ukraine wird die britische Tate Gallery als eine der bedeutendsten Kunstgalerien der Welt dazu gedrängt, die Beziehungen zum russischen Industriellen Viktor Vekselberg zu kappen. Vekselberg ist seit vielen Jahren Mäzen und Ehrenmitglied der Tate Foundation.
«Natürlich sollten Putin-Anhänger aus unseren Kultureinrichtungen entfernt werden, und Galerien und Museen sollten einen weiten Bogen um blutgetränktes russisches Geld machen», sagte der Labour-Abgeordnete Chris Bryant gegenüber dem «Guardian».
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Russische Oligarchen als Kunstmäzene
Vekselberg, dessen Vermögen auf bis zu 9,3 Milliarden Dollar geschätzt wird, ist einer von vielen russischen Oligarchen, die seit dem Zerfall der Sowjetunion Beziehungen zu westlichen Kultureinrichtungen aufgebaut haben. Neben seinem Engagement für die Tate stiftete er auch für das Lincoln Center und die Carnegie Hall in New York. Die Briten haben derzeit keine Sanktionen gegen Vekselberg verhängt.
In den letzten Jahrzehnten hat sich das kulturelle Mäzenatentum zu einem wesentlichen Instrument reicher Russen entwickelt, um in Europa und in den Vereinigten Staaten Einfluss zu nehmen, was als eine Form der «Soft Power» Russlands bezeichnet wird. Wladimir Potanin etwa, ein Bankmagnat, ist seit 2002 Spender und Vorstandsmitglied des Guggenheim-Museums und hat dem Kennedy-Center in Washington 6,45 Millionen Dollar gespendet.
Leonid Mikhelson, Russlands ehemals reichster Mann und grösster Kunstsammler, hat 2011 mit seiner V-A-C Foundation eine Ausstellung im New Museum in Manhattan mitfinanziert. Später wurde er zum Treuhänder des Museums ernannt – eine Position, die er selbst dann noch innehatte, als sein Unternehmen Novatek von der US-Regierung mit Sanktionen belegt wurde. Seine Tochter Victoria war bis vor kurzem Mitglied des exklusiven Tate International Council, der sich aus bedeutenden internationalen Sammlerinnen und Philanthropen zusammensetzt.
In einer Erklärung an den «Guardian» sagte ein Sprecher der Tate: «Keine dieser Personen ist derzeit ein Spender, und es gibt keine britischen Sanktionen gegen einen der Unterstützer der Tate.»
Namhafte Beteiligungen in der Schweiz
In der Schweiz hält Oligarch Vekselberg nach wie vor bedeutende Industriebeteiligungen. Seine Liwet Holding besitzt 25 Prozent am Luzerner Stahlkonzern Swiss Steel, davon sind 11,11 Prozent Viktor Vekselberg zuzuordnen. Am Industriekonzern OC Oerlikon hält die Liwet Holding 41,34 Prozent.
Die Aktien der Liwet Holding werden letztlich wie folgt gehalten: 44,46 Prozent durch den Columbus Trust auf den Cayman Islands, dessen Endbegünstigter Viktor Vekselberg ist.
Die dritte grosse Beteiligung in der Schweiz hält Vekselberg an Sulzer. Gemäss dem Geschäftsbericht für das Jahr 2021 verfügt Vekselberg über eine Beteiligung in der Höhe von 48,82 Prozent via Tiwel Holding.
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