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Die russische Regierung hat die Liste der für ausländische Schiffe geöffneten Seehäfen erweitert. Presseberichten zufolge wurde die Entscheidung vom Premierminister Michail Mischustin unterzeichnet. Ziel ist es, das die Region Tiksi zu einem wichtigen Umschlagplatz zu entwickeln und die Weiterentwicklung der gesamten Nordostpassage zu ermöglichen.
Demnach wird der Hafen von Tiksi, der an der Küste der Laptewsee im Norden Jakutiens liegt, international und für ausländische Schiffe geöffnet. Der Beschluss wird die Voraussetzungen für den Start eines Investitionsprojekts zum Bau eines Tiefseehafen-Hubs in der Nähe des Dorfes Nayba schaffen. Der Frachtumschlag soll bis in den 2030er Jahren etwa 30 Millionen Tonnen pro Jahr betragen.
Tiksi hat schon bessere Zeiten erlebt
Tiksi, ein städtisches Dorf, liegt oberhalb des Polarkreises, östlich der Mündung des Flusses Lena, an der Küste der gleichnamigen Bucht in der Laptewsee. Die 4’500 Einwohner zählende Siedlung hatte schon bessere Zeiten erlebt.
Tiksi wurde in den frühen 1930er Jahren gegründet. Der Hafen erlangte schnell wirtschaftliche Bedeutung: bis 1954 wurden bis zu 25 % des Güterverkehrs nach Jakutien über den Hafen von Tiksi abgewickelt, wo die Fracht von See- auf Flussschiffe verladen und über die Lena weitertransportiert wurde.
Seine Blütezeit erlebte Tiksi in den 1980er Jahren. Damals zählte der Ort über 12’000 Einwohner.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion und in der darauffolgenden Wirtschaftskrise der 1990er Jahre sank die Bevölkerungszahl des Ortes dramatisch. Der Hafen lag durch die Unrentabilität der Nordostpassage zu dieser Zeit darnieder. Für die zur Sowjetzeiten relativ gut versorgte Bevölkerung gibt es bis heute kaum noch Arbeits- und Lebensmöglichkeiten. Viele Menschen verliessen die Siedlung, sodass heute noch weniger als 4’500 Bewohner im Ort leben.
Der Hafenausbau soll der Region neues Leben bringen
Tiksi liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Europa und Asien und ist somit ein idealer Zwischenstopp für Schiffe entlang der Nordostpassage. Die Umsetzung des vorgeschlagenen Projekts wird zur Schaffung neuer Umschlagkapazitäten, neuer Arbeitsplätze und zur Entwicklung nicht nur des Hafens selbst, sondern auch der Nordmeerroute beitragen, was angesichts des externen Sanktionsdrucks des Westens besonders wichtig ist. Rosatom, Betreiber der nuklearen Eisbrecherflotte, ist ebenfalls am Projekt beteiligt.
Heiner Kubny, PolarJournal