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Lage
Madagaskar liegt im Indischen Ozean, auf der Höhe von Mosambik, durch den «Kanal von Mosambik» vom rund 400 km entfernten afrikanischen Festland getrennt. Madagaskar liegt in der Zeitzone GMT (UTC) +3. Madagaskar erstreckt sich vom Kap d'Ambre (12° S/49° E) im Norden rund 1'600 km nach Süden bis zum Kap Sainte Marie (25° S / 45° E).
Madagaskar ist mit einer Gesamtfläche von rund 590'000 km2 nach Grönland, Neuguinea und Borneo flächenmässig die viertgrösste Insel der Welt und vierzehn Mal grösser als die Schweiz. Die Länge von Nord nach Süd beträgt 1'580 km, die Breite 450 bis 480 km. Drei verschiedene Bergregionen prägen das Land. Der höchste Gipfel ist der Maromokotro (2'876 m) im nördlichen Tsaratanana-Massiv.
Madagaskar ist topografisch in drei sich in Nord-Süd-Richtung ausdehnende Regionen gegliedert. Eine von NNO nach SSW verlaufende, bis 2'876 m hohe Gebirgskette trennt das Schicht- und Stufenland in Westmadagaskar und das Zentralplateau im Westen vom Bruchstufen und Hügelland im Osten ab.
Die Hochebenen des Zentralplateaus liegen in einer Höhe zwischen 1'000 und 1'500 m ü.M. Die Ebenen sind mit markanten Erhebungen aus vulkanischem Gestein und mit Senken durchsetzt. Der Alaotra-Graben mit dem gleichnamigen See senkt sich bis auf eine Höhe von 750 m ü.M. ab. Die Hauptstadt Antananarivo liegt in der Betsimitatatra-Niederung. Der vulkanische Untergrund macht sich nur noch durch heisse Quellen und mit Erdbeben bemerkbar. Das Zentralplateau nimmt fast drei Viertel der gesamten Landesfläche ein.
Östlich der Hauptgebirgsketten fällt das Gelände ziemlich steil in zwei Stufen (jener von Angova auf rund 1'200 m ü.M. und jener von Betsimisaraka auf rund 800 m ü.M.) zum rund 20 km breiten Küstensaum entlang des Indischen Ozeans ab. Die ostwärts fliessenden Flüsse sind relativ kurz. Sie haben sich tief in die Stufenränder eingegraben und sind reich an Wasserfällen. Die Westküste von Madagaskar ist wenig gegliedert. Sie ist ab und zu mit flachen Buchten und Lagunen durchsetzt. Grössere Buchten gibt es entlang der Westküste nicht.
Auch westlich der Hauptgebirgsketten markieren tektonische Verwerfungslinien an einigen Stellen markante Stufen. Der eindrucksvollste Geländeabfall ist der rund 400 km lange Bongo Lava, welcher 600 Höhenmeter abfällt. Die nach Westen fliessenden Flüsse sind wesentlich länger als jene, welche sich nach Osten entwässern. In den Flusstälern herrscht ein feuchtheisses tropisches Klima. An den Flussufern haben sich Galeriewälder ausgebreitet. Im Nordwesten in der Region der Stadt Mahajunga bilden die Flüsse an der Küste weite, versumpfte Deltas mit einer reichen Mangrovenvegetation.
Die Nordspitze von Madagaskar ist felsig und buchtenreich. Die Gipfel des Amber-Gebirges reichen über 2'000 m ü.M. hinaus. Westlich von Kap d'Ambre liegen einige Vulkaninsel, deren grösste Nossi Bé heisst.
Klima
Die Landwirtschaft in Sava lebt von den Vanillekulturen und dem Reisanbau. Die Region ist unter dem Namen «Vanilleküste» bekannt.
Pflanzen- und Tierwelt
Madagaskar war vor rund 180 Millionen Jahren Teil des Superkontinents Gondwana, zu welchem die Antarktis, Australien, Neuseeland, Indien, Afrika und Südamerika gehörten.
Die letzte grössere Absplitterung erfolgt vor 96 Millionen Jahren. Zu jenem Zeitpunkt trennte sich Australien zusammen mit Neuseeland von der Antarktis.
Vor 90 bis 100 Millionen Jahren trennten sich Madagaskar und die Seychellen von Indien, welches weiter in Richtung Norden driftete. Gleichzeitig trennten sich auch Australien und Neuseeland von der Antarktis. Madagaskar bewegte sich wie Australien als eigenständige Inseln durch die Ozeane. In beiden Regionen konnte sich die Pflanzen- und Tierwelt weitgehend ohne äussere Einflüsse entwickeln. Madagaskar und Australien haben einen hohen Anteil an endemischen Pflanzen und Tieren. Endemisch bedeutet, dass eine Pflanze oder ein Tier nur an einem ganz bestimmten Ort auf dieser Welt vorkommt. In Madagaskar sind 67% der Vögel, 84% der Säugetiere, 93% der Reptilien und 99% der Amphibien endemisch.
Tropisches Klima - Verheerende Tropenstürme
Durch Madagaskar verläuft der südliche Wendekreis auf 22,5°S. Am 21. Dezember befindet sich die Sonne um die Mittagszeit im senkrecht über dem südliche Wendekreis. An diesem Tag beginnt auf der Südhalbkugel der astronomische Sommer. Madagaskar liegt in der tropischen Klima- und Vegetationszone.
Die Luft im Bereich des südlichen Wendekreises erwärmt sich als Folge der intensiven Sonneneinstrahlung stark. Die erwärmte Luft beginnt aufzusteigen. Sie kühlt sich dabei ab. Durch die Abkühlung bilden sich Wolken, aus denen häufig Regen fällt.
Auf der Südhalbkugel treten deshalb vor allem im Südsommerhalbjahr vermehrt tropische Wirbelstürme (tropische Zyklone genannt) auf. Der Höhepunkt der Sturmsaison liegt in den Wochen von Januar bis März.
Starke Tropen- und tropische Wirbelstürme hinterlassen auf dem Inselstaat östlich von Mosambik immer wieder massive Zerstörunngen. Häuser und Ernten werden vernichtet, Wasserquellen verschmutzt, Seuchen breiten sich aus. Die Menschen leiden massiv unter dem Kreislauf von Zerstörung, Wiederaufbau und Armut.
2004 vertrieb der tropische Zyklon «Gafilo» 250'000 Einwohner von Madagaskar aus ihren Häusern und zerstörte rund 100'000 Gebäude. 2008 erreichte der tropische Zyklon «Ivan» Madagaskar. «Ivan» vertrieb 200'000 Menschen aus ihren Wohnungen.
Im Januar 2015 verursachte der tropische Zyklon «Chedza» grosse Schäden. Der Tropensturm wanderte südlich von Antananarivo von Osten (Provinz Vatovavy Fitovinany) nach Westen (Provinz Menabe) über die Insel. Er forderte 68 Todesopfer und vertrieb 20'000 Menschen aus ihren Behausungen.
Der tropische Zyklon «Enavo» erreichte am 7. März 2017 das Festland der Insel Madagaskar. Er wurde dabei der Sturmkategorie 4 zugeordnet. Der tropische Zyklon «Enavo» hat auf seinem Weg durch die Region Sava und weiter in Richtung Süden eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Die Behörden 50 Todesopfer und und 183 schwer verletzte Menschen. 110'000 Menschen verloren ihr Zuhause.
Armut und Hunger
Gemäss Angaben der FAO waren in Madagaskar in der Periode 2011 - 2013 27,2% der Bevölkerung unterernährt. Die UNDP erwähnte in ihrem Bericht «Human Development Report 2013», dass 35,4% der Bevölkerung in extremer Armut leben.
Das Hilfswerk CARE International berichtete 2016 in «SUFFERING IN SILENCE: