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Dorf und besuchter Badeort im preuß. Regierungsbezirk Breslau,
[* 4] Kreis
[* 5] Waldenburg,
[* 6] am Hochwald und an der LinieBreslau-Halbstadt der Preußischen Staatsbahn, 417 m ü. M., besteht aus Ober-, Neu- und Niedersalzbrunn, hat eine evangelische
und eine kath. Kirche (im Kurbezirk noch eine evangelische, eine katholische und eine jüd. Betkapelle),
eine bedeutende Spiegel- und Rohglasfabrik, eine Porzellanfabrik, Flachsgarnspinnerei, Ziegelbrennerei,
Steinkohlengruben und (1885) 6459 meist evang. Einwohner. Die dortigen
salinischen Heilquellen (von sämtlichen gewerblichen Etablissements 6 km entfernt), acht an der Zahl, gehören zu den alkalisch-muriatischen
Säuerlingen und sind die besuchtesten Schlesiens. Vorwiegend zum Trinken und Versand benutzt werden die Kronenquelle (10,5°
C.) und der Oberbrunnen. Die chemische Analyse von 1000 g Wasser der Kronenquelle ergab:
Die Bewohner sind der Nationalität nach alle deutsch und
fast ausschließlich Katholiken. Wegen der Hochgebirge beträgt die unproduktive Fläche gegen 15 Proz. des gesamten Areals;
von der produktiven Fläche kommen 10,8 Proz. auf das Ackerland, 10,1
auf Wiesen und Gärten, 39,9 auf Weiden und Alpen,
[* 19] 38,1 auf Waldungen und 1,1 Proz.
auf die Seen. Fast die Hälfte des jährlichen Bedarfs an Getreide
[* 20] muß eingeführt werden. Als Bebauungsmethode herrscht die
Eggartenwirtschaft vor, wobei der Boden durch eine Reihe von Jahren als Grasland und dazwischen nur selten als Ackerland benutzt
wird.
[* 1] Hauptstadt des gleichnamigen Herzogtums, liegt ungemein malerisch (420 m ü. M.)
an beiden Ufern der reißenden Salzach, die hier zwischen zwei isolierten Hügeln von Kalkbreccie, dem Mönchs und Kapuzinerberg,
eingeengt dahinströmt, und an der westlichen Staatsbahn Wien-S., an welche sich hier die Staatsbahnlinie S.-Wörgl und die
bayrische LinieS.-München anschließen. Das Klima ist sehr angenehm, die Luft gesund; die mittlere Sommertemperatur
beträgt 17,4° C. Die Stadt zerfällt in zwei durch die Salzach, über welche eine 1877 erbaute eiserne, eine Holzbrücke
und ein Steg führen, getrennte Stadtteile, die am linken Ufer gelegene ältere und die Neustadt
[* 50] am rechten Ufer, ist teilweise
noch mit Mauern und Wällen umgeben, hat eine Citadelle (Hohensalzburg, s. unten) und drei Vorstädte; Nonnthal und Mülln auf
dem linken und Stein auf dem rechten Ufer der Salzach.
Unter den von den ehemaligen Befestigungswerken noch erhaltenen Thoren ist am merkwürdigsten das durch den Felsen des Mönchsbergs
gebrochene Neuthor, welches 134 m lang, 7 m breit und 12 m hoch ist und vom ErzbischofSigismund von Schrattenbach 1767 hergestellt
wurde. Die Stadt ist nicht regelmäßig gebaut, viele (namentlich die ältern) Straßen sind eng, krumm und finster; aber
die schönen massiven Häuser mit ihren platten Dächern, der häufig verwendete Marmor des nahen Untersbergs,
die zahlreichen Brunnen
[* 51] und Denkmäler geben der Stadt ein stattliches, zugleich italienisches Aussehen. In neuester Zeit hat
übrigens S. eine Erweiterung erfahren, da auf den durch Auflassung der Festungswerke frei gewordenen Plätzen zahlreiche Neubauten
erstanden.
Auch wurden zu beiden Seiten der SalzachKais aufgeführt, welche mit anmutigen Promenaden und Neubauten
versehen sind. Unter den öffentlichen Plätzen ragen hervor der Residenzplatz mit großem Brunnen (aus weißem MarmorvonAnt.
Dario 1668 gefertigt) und der Domplatz mit einer Mariensäule. An den erstern schließt sich der Mozartplatz mit Mozarts (1756
hier geboren) ehernem Standbild von Schwanthaler (seit 1842), an den letztern der Kapitelplatz mit der
Residenz des Fürsterzbischofs u. einer marmornen Pferdeschwemme (Kapitelschwemme).
Eine schöne öffentliche Anlage hat S. in dem neuen Stadtpark mit gut eingerichteter Badeanstalt
[* 52] und Kursaal erhalten. Die
meisten öffentlichen Gebäude stammen aus der Renaissance- und Barockzeit. Unter den 24 Kirchen der Stadt ist zunächst zu
erwähnen der Dom, 1614-34 von Santino Solari nach dem Muster der Peterskirche in Rom
[* 53] erbaut, mit zwei 80 m
hohen Türmen, einer Zentralkuppel, schöner Fassade aus weißem Marmor und im Innern mit einem in Erz gegossenen Taufbecken
(1321). Unweit des Doms steht die Klosterkirche zu St. Peter, in romanischem Stil 1127 erbaut, mit schönem
Portal, zahlreichen Grabmälern, darunter dem des heil. Rupert, im Innern.
Hinter der Kirche, an der Nagelfluhwand des Mönchbergs, liegt der alte malerische St. Petersfriedhof mit interessanten Grabmälern
(darunter das
der Gräfin Lanckoronska von Schwanthaler). In der Mitte desselben steht die schöne, 1485 erbaute, 1864 restaurierte
Margaretenkapelle, in der Felswand des Mönchsbergs selbst die in Stein gemeißelten Zellen des heil. Rupert
und die Einsiedelei des heil. Maximus mit der alten Kreuzkapelle und die Katharinenkapelle mit dem Grab des heil. Vitalis.
Andre schöne Gebäude sind noch: das Rathaus, das vereinigte Schulgebäude, der Kursalon,
das Museum etc. Außerdem enthält S. acht Klöster, darunter das Benediktinerstift St. Peter (580 gegründet) mit ansehnlicher
Bibliothek, Naturalienkabinett, Schatzkammer und reichem Archiv, ein Franziskanerkloster, ein Kapuzinerkloster auf dem Kapuzinerberg
etc.
das Museum Carolino-Augusteum
mit vielen keltischen und römischen Antiquitäten, römischen Mosaikböden, Sammlung musikalischer Instrumente (auf 300 Jahre
zurückreichend), Zimmereinrichtungen in kulturgeschichtlicher Reihenfolge, naturhistorischer Sammlung
und einer Bibliothek von 10,000 Bänden;
Die Stadt hat ferner eine
treffliche Wasserleitung,
[* 59] welche Trinkwasser aus der Fürstenbrunnquelle des Untersbergs (9,5 km weit) nach S. führt, eine
Gasanstalt und gestaltet sich immer mehr zur Saisonstadt und zum Kurort. Es fehlt daher auch nicht an
Hotels und andern dem großen Fremdenverkehr entsprechenden Einrichtungen. Seit 1886 führt ein Dampftramway zur bayrischen
Grenze (gegen Berchtesgaden).
Die Umgebung von S. (vgl. den Abschnitt auf der Karte »Herzogtum Salzburg«) ist von hohem Reiz. Über der Stadt erhebt sich
auf einem nach drei Seiten jäh abfallenden, 130 m über der Salzach liegenden Felsen, welcher die Südostspitze
des Mönchsbergs bildet, die ehemalige Festung
[* 60] Hohensalzburg, die 1088 aus den Trümmern eines römischen Kastells entstand,
zu verschiedenen Zeiten ausgebaut wurde und gegenwärtig als Kaserne dient. Sie enthält eine Schloßkapelle mit Apostelstatuen
und Reliefbildern aus rotem Marmor, dann die schön eingerichteten Fürstenzimmer und bietet eine herrliche
Rundsicht.
Der Mönchsberg selbst ist 523 m hoch, begrenzt die Stadt südlich und westlich und ist mit Waldpartien und Anlagen bedeckt.
Sein östlicher Ausläufer unterhalb der Festung ist der Nonnberg mit dem oben erwähnten Frauenkloster. Gegenüber erhebt sich
über dem am rechten Ufer der Salzach gelegenen Stadtteil der 650 m hohe Kapuzinerberg, welcher gleichfalls mit Wald bedeckt
ist, an der Ostseite das sogen. Franciscischlössel (eine ehemalige Bastei) sowie das »Mozarthäuschen« trägt und mehrere
schöne Aussichtspunkte enthält. In etwas größerer Entfernung befinden sich noch mehrere schöne Schlösser: das kaiserliche
Lustschloß Hellbrunn (vom ErzbischofMarkusSittich 1614 im Renaissancestil erbaut) mit Park, Gartenanlagen, Wasserkünsten und
einem in den Felsen gehauenen Theater;
[* 61]
die Schlösser Anif (inmitten eines großen Teichs) und Leopoldskron (mit Schwimmschule).
Westlich von der Stadt
liegen auf dem Moosgrund die MoorbäderLudwigs- und Marienbad. Die lohnendsten Aussichtspunkte in der Umgebung von S. sind
die nördlich gelegene, 1674 erbaute Wallfahrtskirche Maria Plain, dann der 1286 m hohe, seit 1887 durch eine Zahnradbahn zugänglich
gemachte Gaisberg. - Die Stadt nimmt die Stelle des alten Juvavum (Juvavia) der Römer
[* 62] ein, das schon im 1. Jahrh.
n. Chr. als ein mächtiges römisches Munizipium bestand,
nach und nach aber, zuerst von den Herulern, zerstört wurde.
Den Aufbau der gegenwärtigen Stadt S. veranlaßte wahrscheinlich St. Rupert, der an dem Ufer der Salzach (keltisch Igonta),
in der Nähe der antiken Trümmerstadt, zwei Klöster anlegte (s. oben). Schon im 7. Jahrh. erscheint S.
als Sitz eines Bistums, das 798 zum Erzbistum erhoben wurde. Am stürzte auf die Johannisvorstadt die locker gewordene
Wand des Mönchsbergs herab, zertrümmerte ihre Häuser und erschlug 500 Bewohner.
wird, so entsteht kohlensaurer Kalk CaCO3 . S. entstehen meist aus einer Säure und einer Base. Versetzt man nämlich
eine Säure mit einer Base oder umgekehrt, so tritt ein Punkt ein, bei welchem die Lösung weder sauer noch alkalisch reagiert,
sondern vollkommen neutral ist. Die neutralisierte Säure oder Base ist alsdann vollständig in ein Salz
verwandelt, welches wesentlich neue Eigenschaften besitzt. Man muß aber zwei Klassen von Salzen unterscheiden.
Wird in polyhydrischen Basen nur ein Teil des vertretbaren Wasserstoffs durch Säureradikal ersetzt, so entstehen basische
S. So gibt Aluminiumhydroxyd Al2H6O6
mit 3 Molekülen des zweiwertigen Säureradikals SO2 normales
schwefelsaures Aluminiumoxyd Al2(SO2)3O6 ^[Al2(SO2)3O6]; wenn dagegen nur 2 AtomeWasserstoff durch dies Säureradikal vertreten werden, so entsteht drittelschwefelsaures Aluminiumoxyd Al2H4(SO2)O6
^[Al2H4(SO2)O6].
Man erhält saure S. durch Einwirkung von Säure auf normale S. und umgekehrt aus letztern durch Einwirkung von Basen basische
S.; letztere entstehen aber oft auch schon bei Behandlung der normalen S. mit Wasser, wobei diese in saures
und basisches Salz zerfallen, außerdem bei Zersetzung gewisser Metallsalze durch kohlensaure Alkalien. Durch Einwirkung von
Basen auf saure S. oder von Säuren auf basische S. können normale S. erhalten werden. Manche basische S. fügen sich der angegebenen
Bildungsweise nicht, sie enthalten mehr Wasser, als derselben entspricht; andre sind wasserärmer und
andre wasserfrei.
Wird in polyhydrischen Säuren der Wasserstoff nicht durch ein, sondern durch zwei oder mehrere verschiedene Metalle vertreten,
so entstehen Doppelsalze. Sie werden erhalten durch Zusammengießen der Lösungen von zwei Salzen, welche dieselbe Säure, aber
verschiedene Basen enthalten (schwefelsaures Eisenoxydulammoniak entsteht z. B., wenn man schwefelsaures
Ammoniak mit schwefelsaurem Eisenoxydul mischt), oder durch Neutralisation eines sauren Salzes mit einer
andern Base (weinsaures Kalinatron durch Neutralisieren von saurem weinsaurem Kali mitNatriumhydroxyd) etc. Auch die Haloidsalze
bilden Doppelsalze durch Anlagerung zweier oder mehrerer Moleküle, und gewöhnlich vereinigen sich haloidreichere mit haloidärmern
Salzen.
S. sind bei gewöhnlicher Temperatur meist starre Körper, kristallisierbar oder amorph, farblos oder gefärbt;
viele schmecken salzig, manche süß, bitter, adstringierend (metallisch) oder wie die Säure (Sulfite); die unlöslichen sind
geschmacklos. Sehr viele S. lösen sich in Wasser, viele auch in Alkohol und Äther, und im allgemeinen steigt die Löslichkeit
mit der Temperatur. Saure S. sind in der Regel löslich, basische meist unlöslich. Man erhält unlösliche
S. in der Weise, daß man zu einem löslichen Salz ein andres lösliches Salz hinzufügt, dessen Säure oder Base mit der Base oder
Säure des erstern das gewünschte Salz bildet. So geben Lösungen von salpetersaurem Kalk und kohlensaurem Natron unlöslichen
kohlensauren Kalk und salpetersaures Natron.
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