Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/198910

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>1. Ist der Bundesrat nach den positiven Erfahrungen zwischen Morges und Ecublens bereit, auf der A2 südlich von Lugano in Richtung Mendrisio den Pannenstreifen umzunutzen, um eine dynamische Verkehrsführung zu ermöglichen, bis 2040 die dritte Spur fertiggestellt sein wird?</p><p>2. Falls ja, bis wann? Wäre er in dem Fall bereit, eine spezielle Arbeitsgruppe zu bilden?</p><p>3. Welches sind die Gründe eines allfälligen Nein? Der Bundesrat hat den Ernst der Lage ja anerkannt, indem er dem Bau einer zusätzlichen dritten Spur zugestimmt hat. Welche alternativen Lösungen schlägt er bei einer negativen Antwort vor?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1.-3. Das zuständige Bundesamt für Strassen (Astra) hat die Möglichkeit einer Pannenstreifenumnutzung geprüft. Auf der Autobahn A2 zwischen Lugano und Mendrisio ist eine Umnutzung des Pannenstreifens als zusätzlicher Fahrstreifen nicht möglich, da auf dieser Strecke aufgrund von Tunnels und Kunstbauwerken kein durchgängiger Pannenstreifen vorhanden ist. Auch eine abschnittsweise Umnutzung des Pannenstreifens ist mit einem vertretbaren wirtschaftlichen Aufwand nicht möglich. Ein Pannenstreifen für eine Pannenstreifenumnutzung muss mindestens von einer Einfahrt bis zur nächsten Ausfahrt durchgängig umgenutzt werden. Ansonsten stauen sich die Fahrzeuge, wenn sie sich wieder in eine Fahrspur einfädeln müssen. Diese Bedingung ist zwischen Lugano und Mendrisio nicht erfüllt.</p><p>Darüber hinaus wurde geprüft, ob es möglich wäre, der stärker belasteten Fahrtrichtung in den Verkehrsspitzenzeiten temporär einen zusätzlichen Fahrstreifen zur Verfügung zu stellen und in der Folge der schwächer belasteten Richtung einen Fahrstreifen zu entziehen. Eine Analyse der Verkehrsdaten auf der Strecke Lugano-Mendrisio zeigt jedoch, dass die schwächer belastete Fahrtrichtung in den Spitzenstunden ein zu hohes Verkehrsaufkommen erreicht. Dieses kann mit nur einem Fahrstreifen nicht mehr bewältigt werden und hätte Stau zur Folge. Zudem würde der Verkehr in den zweiröhrigen Tunnels im Gegenverkehr geführt werden, was negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit hätte. Aus diesen Gründen sieht der Bundesrat davon ab, auf dieser Strecke diesen Ansatz weiterzuverfolgen.</p><p>Um den Verkehrsfluss zwischen Lugano und Mendrisio aufrechterhalten zu können, setzt der Bundesrat deshalb auf "klassische" Verkehrsmanagementmassnahmen (z. B. dynamische Geschwindigkeitsharmonisierung oder Rampenbewirtschaftungsanlagen).</p>  Antwort des Bundesrates.