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Drohnen gehören zu denjenigen militärischen Technologien, welche im Zuge der 6. Militärrevolution stark im Kommen sind. Unbemannte Fluggeräte gab es zwar bereits seit dem Ersten Weltkrieg, doch im militärischen Bereich boomte der Einsatz von Drohnen insbesondere seit dem Jugoslawienkrieg und dem “Krieg gegen den Terrorismus”. Die USA setzen derzeit zwei RQ-4 Global Hawk Aufklärungsdrohnen im Irak und in Afghanistan ein und eine dritte solche Drohne wurde letztes Jahr angefordert (Quelle: War is Boring). Ihr Einsatzgebiet konzentriert sich insbesondere zur Überwachung von Grenzregionen und typischerweise werden dabei rund 450 “Ziele” pro Tag angeflogen (Quelle: Aviation Week). Bis 2015 ist insgesamt ein Bestand von 54 Gobal Hawks geplant (Quelle: Flightglobal). Der Global Hawk kann je nach Variante 900-1360 kg Nutzlast (Aufklärungssensoren) mit max 630 km/h zum Einsatzort tragen und damit bis zu 28 Stunden in der Luft verbleiben. Er kann jedoch nicht bewaffnet werden.
Hinsichtlich bewaffnete Drohnen wurden Versuche mit dem seit 1995 im Einsatz stehenden MQ-1 Predator durchgeführt. Der Predator wurde bereits im Jugoslawienkrieg als Aufklärungsdrohne verwendet. Am 16. Februar 2001 wurde auf einem Testgelände des Indian Springs Air Force Auxiliary Airfield in der Nähe der Nellis Air Force Base in Nevada das erste Mal eine Rakete (Hellfire-C) von einem unbemannten Fluggerät aus abgeschossen (Quelle: Sue Baker, “Predator missile launch test totally successful“, 27.02.2001 auf Federation of American Scientists). Bewaffnet kam der Predator das erste Mal am 7. Oktober 2001 in Afghanistan zum Einsatz (Quelle: Testimony of George J. Tenet, Director of Central Intelligence, to the 9/11 Commission, 24.03.2004: 16). Er kann maximal 2 Hellfire-Raketen ins Zielgebiet bringen. Der MQ-9 Reaper ist eine leistungsfähigere Weiterentwicklung des Predators – er trägt bis zu 14 Hellfire-Raketen ins Zielgebiet.
Die Entwicklung im Bereich der bewaffneten Drohnen geht unaufhaltsam weiter. Boeing arbeitete an einem Testprogramm namens X-45A/B, verlor jedoch in einer Ausschreibung gegen den Konkurrenten Northrop Grumman. Northrop Grumman bekam im August 2007 den Auftrag der US Navy, für rund 635 Millionen US-Dollar zwei X-47B Pegasus Prototypen (unbewaffnet) mit einem Pratt & Whitney F100-PW-229 Antrieb zu bauen. Diese Prototypen sollen zwischen 2009 und 2013 ihre prinzipielle Einsatzfähigkeit demonstrieren und mit einer Flügelbreite von 18 cm und einer Länge von 11,5 m soll eine Flugdauer von 12 Stunden erreichen. Die Wunschvorstellung wäre, dass die Kampfdrohne auch unter schlechten Wetterbedingungen bis zu 100 Stunden im Einsatz bleiben und 12 Präzisionsbomben mit sich führen könnte. 2011 will die US Navy entscheiden, ob die X-47B oder ein anderer Prototyp weiter entwickelt wird. Und wer weiss, vielleicht wird die US-Navy bis 2025 tatsächlich ein Kampfdrohnen-Geschwader im Einsatz haben, das dann die veralteten F/A-18 ersetzen wird. (Quelle: Heise und Aviation Week)
In einer der nächsten Artikel, werden wir die kleinen Drohnen näher betrachten.
Video
Von David Axe, November 2009 in Afghanistan.