Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/98044

<h2>SubmittedText<h2><p>Könnte für die letzten zehn Jahre eine umfassende Studie über den Einfluss von Migration auf das ökologische, wirtschaftliche und kulturelle Gleichgewicht unseres Landes ins Auge gefasst werden, in der auch die Nachteile und die verursachten Kosten berücksichtigt würden? Wo liegt die sinnvolle und annehmbare Grenze für die Migration in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, die verfügbaren Grünflächen, das Lohndumping, den Zugang zum Wohnungs- und Arbeitsmarkt, damit die Rechte, die Lebensqualität und eine nachhaltige Entwicklung für die Einheimischen gewahrt bleiben? Die Grünen haben sich kürzlich auch mit dieser Besorgnis befasst.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wissenschaftliche Studien zu den vielfältigen Aspekten der Migrationsbewegungen in den letzten zehn Jahren existieren bereits. Zu nennen ist etwa der im Jahre 2007 im Auftrag des Bundes erstellte Bericht von George Sheldon, "Migration, Integration und Wachstum. Wirtschaftliche Performance und Auswirkung der Ausländer in der Schweiz". Auch der 2008 erschienene Sammelband "Die neue Zuwanderung - die Schweiz zwischen Brain-Gain und Überfremdungsangst" zeigt die vielfältigen Aspekte und Probleme der menschlichen Migrationsbewegungen exemplarisch auf. Ausserdem sind an schweizerischen Universitäten Forschungsschwerpunkte zu den Themen Migration und Bevölkerungsentwicklung gebildet worden. Viele bereits laufende und geplante Studien befassen sich mit den ökologischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Auswirkungen der Ein- und Auswanderung. Angesichts der vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, der laufenden Forschungsprojekte und der auch zukünftig zu erwartenden Studien erachtet es der Bundesrat zurzeit nicht als erforderlich, eine Studie im Sinne des Interpellanten in Auftrag zu geben.</p><p>Wie der Bundesrat bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Flückiger-Bäni 09.3862 festgehalten hat, ist die Festlegung einer "Wachstumsgrenze" hinsichtlich der Bevölkerungszahl nicht sinnvoll. Obwohl die Zuwanderung in die Schweiz auch negative Folgen hat, überwiegen die positiven Folgen. Gemäss dem neuesten Entwicklungsbericht der Vereinten Nationen ("Barrieren überwinden: Migration und menschliche Entwicklung", UNDP) steigern Einwanderer in den Aufnahmeländern die Wirtschaftsleistung. Der letzte Wirtschaftsbericht Schweiz von 2007 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz hielt fest, dass insbesondere die hochqualifizierten Migrantinnen und Migranten einen substanziellen Beitrag an das wirtschaftliche Wachstum in der Schweiz geleistet hatten. Laut OECD dürfte sich die Zuwanderung auch langfristig positiv auswirken. Durch Bemühungen zur Förderung der Integration können die Fähigkeiten von weniger gut qualifizierten Ausländerinnen und Ausländern ebenfalls stärker genutzt werden.</p>  Antwort des Bundesrates.