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Bernard wurde als ältestes von zehn Kindern des Xaver Truffer und der Léonie, geborene Biderbost, am 16. Juni 1921 in Genf geboren. Seine Eltern arbeiteten dort im Hotelgewerbe.
Bald zogen sie zurück ins Goms, nach Ritzingen, wo Bernard seine Kindheit verbrachte. Eine marianistische Zeitschrift weckte in ihm den Wunsch, sich als Missionar in den Dienst Gottes zu stellen. So zog er nach Martinach ins Kollegium Sainte-Marie der Marianisten, wo er von 1934 – 1939 studierte und sich auf das Ordensleben vorbereitete.
Im Herbst 1939 begab sich Bernard Truffer ins Noviziat (Einführung ins Ordensleben) nach Saint-Remy/Signeulx in Belgien. Aufgrund der Kriegsereignisse mussten die Novizen nach Frankreich flüchten. Hier, in Saint Thégonnec, legte er am 12. September 1940, dem Fest Mariä Namen, seine ersten Gelübde ab.
Danach kehrte er nach Fribourg zurück, wo er seine Studien fortsetzte und 1944 in Lausanne das „Baccalauréat“ erwarb.
Es folgten drei Jahre am Kollegium Sainte-Marie als Lehrer für Deutsch und Maschinenschreiben. In dieser Zeit legte er seine definitiven Gelübde ab.
Nach dem Sekundarlehrerdiplom an der Universität Fribourg studierte er Theologie und lebte im internationalen Seminar „Regina Mundi“. Am 20. Juli 1952 wurde er zum Priester geweiht.
Nach der Priesterweihe unterrichtete Pater Truffer am Lehrerseminar in Sitten während drei Jahren Religion, Deutsch und Französisch.
1956 sandten ihn die Oberen an die katholische Sekundarschule Sumatra in Zürich. Parallel zur Unterrichtstätigkeit setzte er an der Universität Salzburg seine theologischen Studien fort, welche 1962 durch ein Doktorat gekrönt wurden. Bis 1966 leitete Pater Truffer daraufhin die Schule.
Danach wurde er erneut nach Sitten ans Lehrerseminar berufen, diesmal als Direktor. In dieser Funktion übertrug er den Schülern mehr Verantwortung und führte Elemente der „Selbst- und Mitregierung“ ein. Ein Ehemaliger schrieb: „Pater Truffer war und bleibt eine grosse Persönlichkeit durch seine Verfügbarkeit, sein diplomatisches Geschick, seine Kenntnisse und die seltene Eigenschaft des Respekts für die Schwächeren.“
Von 1974-75 konnte Pater Truffer ein Sabbatjahr in den USA verbringen, an das er sich stets sehr gerne erinnerte.
Nach einem Jahr als Direktor in Martinach wurde ihm vom Generaloberen das Amt als Provinzial anvertraut, welches er acht Jahre lang, bis 1984, ausübte.
Es folgten weitere drei Jahre als Direktor in Martinach, bis Pater Truffer endlich seinen Jugendtraum verwirklichen konnte. Im Herbst 1987 wurde er nach Kara im Togo geschickt. Ursprünglich sollte es eine Vertretung für drei Monate sein – es wurden 8 Jahre.
Im Herbst 1995 erlaubte es die Gesundheit von Pater Truffer nicht mehr, in den geliebten Togo zurückzukehren. So blieb er in Sitten, wo er noch einmal für drei Jahre die Direktion übernahm.
Täglich betete er nicht nur den Rosenkranz, sondern den ganzen Psalter. Als seine Sehschwäche zunahm, nutzte er Hörbücher und erfreute sich an der Musik. Gastfreundschaft war ihm wichtig. Er empfing zahlreiche Besucher: Studenten des Hauses, Mitbrüder, Freunde und Bekannte.
Zu Beginn des Jahres 2013 musste Pater Truffer in einer Klinik in Siders behandelt werden. Danach zog er auf Rat der Ärzte ins Heim Saint-François in Sitten.
Etwas mehr als zwei Jahre bereitete sich Pater Truffer auf die Begegnung mit Gott vor. Am 22. September 2015, Fest des heiligen Mauritius und seiner Gefährten, entschlief er friedlich.
Die Schwestern, die ihn pflegten, sagten von ihm: „Durch seine Güte, sein Lächeln, seinen feinen Humor, seine Lebensfreude, seine grosse Fähigkeit des Zuhörens, seine Geduld und seine Bescheidenheit war Pater Truffer im Alltag der Sonnenstrahl unserer Abteilung.“
JPF / RG