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Kelten und ihre Kultstätten
Die kriegerischen keltischen Stämme siedelten während der Eisenzeit in Europa. Spuren der Kelten fanden sich in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, England und Frankreich. Auch in Osteuropa, in Ungarn, Slowenien und Kroatien existieren Funde keltischer Kultur. Die Stämme lebten in Sippenverbänden. Sie stellten Waffen und Werkzeuge aus Eisen her. Die keltischen Völker waren jedoch auch sehr geschickte Goldschmiede, wie Funde bei Ausgrabungen beweisen.
Von Druiden, Handel und Wahlen
In der keltischen Stammesgemeinschaft nahmen die Druiden einen besonderen Platz ein. Druiden wurden als geistige und spirituelle Persönlichkeiten verehrt, die den Stand von Priestern hatten. Sie führten die Opferzeremonien durch und legten die religiösen Regeln und Vorschriften aus. Außerdem unterrichteten sie ihren Nachwuchs und waren als Richter, Mediziner und Naturforscher tätig. Ihr spezieller Stand und das Ansehen im keltischen Stammesgefüge statteten die Druiden mit viel Macht aus.
Aus der Keltenzeit existieren keine schriftlichen Aufzeichnungen. Aus römischen Schriften, wie beispielsweise Julius Caesars Niederschrift „Vom gallischen Krieg“, sind einige Details von der keltischen Gesellschaft zu entnehmen. Danach wurde von den Kelten über große Entfernungen bereits Handel betrieben. Es gab Hierarchien in der keltischen Gesellschaft. Allerdings ergaben antike Quellen, dass Führungspositionen nicht auf Dauer vererbt wurden. Wer bei den keltischen Stämmen an die Macht wollte, musste sich Wahlen stellen.
Kultstätten: Viereckschanzen und heilige Quellen
Eine große Rolle im religiösen Leben der keltischen Stämme spielte die Kultstätte. In ganz Europa finden sich heute noch Spuren davon. Auch in Deutschland sind in vielen Bundesländern Kultstätten vorhanden. Es gibt Brandopferaltäre wie im Homburger Wald bei Lörrach oder in Rockenbusch bei Buchheim. Zu den Kultstätten gehören Viereckschanzen. Es gibt sie beispielsweise in Leinfelden-Echterdingen. In Bayern finden sich mit etwa 170 bisher entdeckten Viereckschanzen die meisten dieser keltischen Bodendenkmäler. Wirklich erforscht ist die Bedeutung dieser im Gelände erkennbaren Anlagen nicht. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Schanzen als Kultplätze und als heilige Orte genutzt wurden. Eichen spielten in den Kulten eine bedeutende Rolle. Auf ihnen wurden von den Druiden die Misteln geschnitten.
Auch sogenannte Bergheiligtümer wie auf dem Heiligenberg bei Heidelberg haben keltischen Ursprung. Diese wurden von den Römern nach der Besetzung der keltischen Gebiete mit eigenen römischen Gottheiten in Verbindung gebracht. Auf dem Brandopferplatz auf dem Auersberg bei Schwangau wurden bereits im Jahr 1953 die in antiken Schriften überlieferten Opferbräuche der Kelten durch Untersuchungen bestätigt. Danach verbrannten sie als Opfer für die Götter große Bildwerke aus Holz zusammen mit Tieren. Menschenopfer sind am Auersberg nicht nachweisbar.
Die Natur war eine Kultstätte und der Lebensraum der keltischen Götter. Daher gehören auch Quellen und heilige Haine zu den religiösen Kultplätzen.