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In den vergangenen Jahren haben Neuigkeiten über verheerende Brände in den arktischen Regionen Russlands, der USA und Kanada immer wieder die Schlagzeilen beherrscht. Und in diesem Jahr scheint es besonders schlimm zu sein. Nachdem in zahlreichen Regionen Alaskas die Tundra und Wald- und Buschgebiete in Flammen standen und stehen, melden auch die benachbarten kanadischen Gebiete Yukon und die Northwest Territories Rekordbrände.
Sowohl das an Alaska grenzende Yuko-Territorium wie auch die östlich gelegenen Northwest Territories NWT meldeten Anfang der Woche neue Rekorde in Bezug auf die verbrannten Flächen. Insgesamt über 3’360 Quadratkilometer bei 164 Brandherden sind gemäss den Behörden in den NWT verbrannt, in Yukon ebenfalls über 1’300 Quadratkilometer durch 244 Feuer. In beiden Territorien sind die damit die grössten bekannten Flächen und die grösste verzeichnete Zahl an Bränden, die bisher registriert worden sind.
In beiden Regionen herrschte seit langem eine extreme Trockenheit und auch überdurchschnittlich hohe Temperaturen in den vergangenen Wochen. Dies begünstigte die hohe Zahl an Bränden, die wahrscheinlich häufig durch Unachtsamkeit ausgelöst worden waren. Denn viele der Feuer seien nahe an Transitinfrastrukturen und Gemeinden ausgebrochen, so eine Sprecherin der Rettungsbehörden in Yukon gegenüber den Medien. Diese Aussage wird auch auf Karten, auf denen die Brände verzeichnet sind und zeitnah die Situation darstellen, deutlich. Auf denselben Karten der Behörden zeigt sich ausserdem, dass die abgelegeneren Orte im Norden der beiden Regionen zwar nicht so viel Feuer aufweisen. Doch die bekannten Brände brennen auf grossen Flächen. «Das ist eigentlich etwas Gutes, solche Brände in der Wildnis zu haben», erklärt die Sprecherin gegenüber der kanadischen CBC. « Denn es ist ein ökologischer Prozess.» Auch in den NWT brennen die Gebiete im hohen Norden zwar weniger häufig, dafür umso grösser. Eines der grössten Feuer wütete nahe des Tuktut Nogait Nationalparks im Nordosten und verwüstete rund 24’500 Hektaren Tundra. Auslöser für solche Brände sind wahrscheinlich Blitzeinschläge durch heftige Gewitter.
Durch die Tatsache, dass viele der Brandherde in der Nähe von Siedlungen oder Infrastruktur liegen, müssen die Rettungskräfte der einzelnen Territorien häufiger und länger ausrücken. Zusätzlich kommt dazu, dass für die Bekämpfung auch Camps errichtet werden müssen, um die Brandbekämpfer näher an den Brandherden zu haben. Dadurch kommen die Behörden in den Regionen an ihre Kapazitätsgrenzen. Glücklicherweise stehen auch Brandbekämpfungsteams aus anderen, weniger von Feuer betroffen Provinzen und Territorien zur Verfügung. Beispielsweise konnten die Behörden in Yukon auch auf Feuerwehrleute aus dem benachbarten British Columbia zählen.
Mittlerweile haben Regenfälle in einige der westlichen Regionen geholfen, die Brände zu löschen oder unter Kontrolle zu bekommen. Doch noch brennt es in vielen Teilen von NWT und weiter südlich. Und auch in den Gebieten, in denen die Flammen nicht mehr sichtbar sind, könnten im Erdreich Feuer weiter schwelen und bei entsprechenden Bedingungen wieder ausbrechen. Alles was es braucht, sind wieder Hitze- und Trockenperioden. Und die werden gemäss Fachleuten immer häufiger.
Dr. Michael Wenger, PolarJournal
Beitragsbild: Yukon Protective Services via Facebook