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Dass die Anwendung von Big Bath Accounting vor allem bei CEO-Wechseln stattfindet, konnte bereits durch mehrere Studien in diversen Ländern bestätigt werden.
Tritt die neue Geschäftsführerin oder der neue Geschäftsführer seinen oder ihren Posten an, veranlasst er oder sie meistens hohe Abschreibungen, um den Unternehmenserfolg zu senken und lastet diese Verluste dem Vorgänger oder der Vorgängerin an. Da die Messlatte für den neuen Geschäftsführer oder die neue Geschäftsführerin nun auf einem tieferen Level angesetzt wird, besteht eine bessere Ausgangslage für zukünftiges Gewinnwachstum.
Doch lässt sich dieser Zusammenhang auch bei Schweizer Unternehmen finden? Welche Auswirkungen hat ein CEO-Wechsel bei Schweizer Unternehmen auf den kurzfristigen und mittelfristigen Unternehmenserfolg?
Um dieser Frage nachzugehen wurden die nach Marktkapitalisierung grössten 100 Schweizer Unternehmen untersucht, welche nach den Rechnungslegungsstandarts US GAAP oder IFRS bilanzieren. Im Untersuchungszeitraum von 2005 bis 2017 wurden alle CEO-Wechsel, Konzerngewinne vor Bereinigung um Minderheitsanteile sowie die Cashflows aus operativer Tätigkeit der genannten Unternehmen ermittelt. Zusätzlich wurden als erklärende Variablen alle Goodwill-Impairments und alle Restrukturierungsrückstellungen erfasst. Analysiert wurden dabei die Daten vor, bei sowie zwei Jahre nach einem CEO-Wechsel.
Auswertung von Daten bei CEO Wechseln
Durch die Auswertung der Mittelwerte der Unternehmensgewinne (im Verhältnis zur jeweiligen Bilanzsumme) konnte bei allen untersuchten Unternehmen keine zu erwartende V-Formation der Gewinnentwicklung festgestellt werden. Zudem korrelierten die Mittelwerte der Cashflows mit den Mittelwerten der Gewinne, was ebenfalls nicht auf Earnings Management hindeutet. Ein ganz anderes Bild zeigte sich durch die Eingrenzung der Daten auf die sich im Swiss Leader Index befindenden, grössten Schweizer Unternehmen (Large Caps). Bei diesen deuteten die Gewinn- und Cashflow-Entwicklung auf die Anwendung von Big Bath Accounting hin. Einerseits reduzierten sich die Mittelwerte der kurzfristigen Gewinne im Jahr des CEO-Wechsels um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und stiegen in den darauffolgenden Jahren. Andererseits entwickelten sich die Mittelwerte der Cashflows gegenläufig zu den Mittelwerten der Gewinne. Jedoch konnte durch die Anwendung des Regressionsmodells weder bei den SLI-Unternehmen noch bei allen untersuchten Unternehmen eine Signifikanz der genannten Gewinnentwicklung festgestellt werden.
Ebenso konnte weder bei den 100 grössten Unternehmen noch bei den SLI-Unternehmen einen signifikanten Anstieg der Restrukturierungsrückstellungen im Jahr des CEO-Wechsels bestätigt werden. Auch bei der zweiten erklärenden Variablen, dem Goodwill-Impairment, konnte bei allen untersuchten Unternehmen kein signifikantes Ergebnis gefunden werden. Jedoch wurde bei den im Swiss Leader Index enthaltenen Unternehmen, im Jahr des CEO-Wechsels, einen signifikanten Anstieg der Goodwill-Impairments von durchschnittlich 4.19% festgestellt. Dabei betrug das Signifikanzniveau 1.04% - somit ist ein Anstieg der Goodwill-Abschreibung im Jahr eines CEO-Wechsels um 98.96% wahrscheinlich.
Lesen Sie in weiteren Blogbeiträgen mehr zu den drei Techniken des Earnings Management und zu den Entscheidungsgründen für das Betreiben von Earnings Management.
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Weiterführende Literaturhinweise und Quellenangaben:
Stahl, S. & Appelkvist, M. (2014). CEO Succession and Big Bath Accounting.
Murphy, K.J. & Zimmerman, J.L. (1993). Financial performance surrounding CEO turnover. Journal of Accounting and Economics, 16, 273–315.
Stenberg, K.E. & Kalvenes, P. (2016). Earnings management during CEO turnovers.
Sidiropoulos, P. (2014). Die Big Bath Methode – Creative Accounting Teil 1
Zimmermann, R. C. (2008). Abschlussprüfer und Bilanzpolitik der Mandanten (1. Aufl.). Wiesbaden: Gabler GWV Fachverlage GmbH.