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Dating-Disco
Maximal uncool!
«Happn» heisst der neue coole Shit auf dem Single-App-Markt, sagt meine Freundin. Ich will rausfinden, was dran ist, und lade die Applikation runter. Das Prinzip ist ähnlich wie bei Tinder. Ausser, dass mir hier nur Kandidaten vorgeschlagen werden, deren Wege geografisch die meinen kreuzen. Es dauert nicht lange, bis ich mit Mark chatte.
Er ist Ende 30. Grau meliertes Haar. Bart. Macht irgendwas mit Marketing. Wohnt in einem Loft. Mag Indie-Bands, die ich nicht kenne. Schaut Independent-Filme, die mich langweilen. Geht in Museen. Findet Hemingway und Nietzsche zu Mainstream. Kommerz ist für ihn ein Fluchwort. Ich dagegen hab auf meinem Handy Dschingis Khan, Run DMC und Beatrice Egli. Mein Lieblingsfilm ist «Love Actually», Indie-Musik deprimiert mich, Museen finde ich langweilig, und ich ziehe Klatsch-Heftli Literatur vor. Für Mark ist das zu viel. Er verschwindet ins 2.0-Nirwana. Und beweist damit, dass er vor allem das ist, was er auf keinen Fall sein will: maximal unentspannt.