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Gegen Ende seines Lebens konnte Waylon Jennings auf einiges zurückblicken: auf zahlreiche Hits, auf den Respekt der Country-Gemeinde, auf die Freundschaft mit u.a. Johnny Cash, Willie Nelson und Elvis Presley. Er konnte die Initiierung der Country-Outlaw-Bewegung für sich in Anspruch nehmen und – sein vielleicht größter Verdienst – nie gegenüber dem Establishment, gegenüber Geld und eitlen Versuchungen eingeknickt zu sein.
Mit acht Jahren begann er, angeleitet von seiner Mutter, mit dem Gitarre spielen; bereits mit zwölf arbeitete er beim lokalen Radiosender als DJ. Ein Frühreifer. Das zeigte sich auch, als er mit gerade mal 17 Jahren nach Lubbock zog, um wieder bei einem Radio zu arbeiten. Wenige Jahre später machte er Bekanntschaft mit keinem Geringeren als Buddy Holly. Die Rock ´n´ Roll-Legende war gerade auf der Suche nach neuen Musikern – Waylon war ihm sympathisch, und er konnte Bass spielen. Er hatte den Job.
In den frühen 60ern begann schließlich seine musikalische Orientierung. Er gründete in Phoenix, Arizona, seine erste Band – The Waylors – und mischte Country mit Folk und Rock ´n´ Roll und landete schließlich bei A&M Records. Doch erst als ihn Bobby Bare Mitte der 60er Jahre Chet Atkins empfahl, ging es mit der Karriere des Waylon Jennings bergauf. Vor allem, als er nach Nashville zog und sich – man will es kaum glauben – mit Johnny Cash ein Apartment teilte. Die beiden machten schon bald als Partylöwen in Nashville von sich reden. Es folgten Filmauftritte, Plattenaufnahmen, Radio- und Fernseh-Auftritte. Trotzdem war Waylon Jennings nicht mit der Situation zufrieden. Es ärgerte ihn, dass seine Plattenfirma die völlige Kontrolle über seine Musik hatte. Sie bestimmte die Songauswahl und entschied, mit welchen Musikern er ins Studio ging. Daraus entstand schließlich die Philosophie der Outlaw-Bewegung, die ihm, dem Country-Rebellen, schließlich maximale künstlerische Freiheiten bescherte.
Dieses Vertrauen zahlte Jennings schon bald durch einige Hit-Alben zurück – darunter Wanted: The Outlaws, bei dem u.a. Jennings Frau Jessi Colter und Willie Nelson mitmischten, und das sich – erstmals für ein Country-Album – mehr als eine Million Mal verkaufte. Mit dem Erfolg und Ruhm kamen aber auch die Probleme – Versuchungen in Form von Tabletten und Drogen. Acht Jahre lang war er tablettensüchtig, zwölf Jahre kam er nicht ohne Kokain aus. Ein fataler Mix. Er wusste, dass er damit aufhören musste, was ihm auch gelang.
Zusammen mit Johnny Cash, Willie Nelson und Kris Kristofferson gründete er 1985 The Highwaymen, die erste Supergroup im Country. Das All-Star-Quartett definierte den Sound und auch den Erfolg neu im Genre. Dazu avancierte die prominent bestückte Band mit weltweiten Tourneen als Botschafter des Country-Sounds. Bedingt durch seine Diabetes-Erkrankung musste Waylon Jennings 1997 das Tourleben aufgeben. Mehr noch: Die Krankheit schritt in den nächsten Jahren galoppierend voran, 2001 musste ihm ein Fuß abgenommen werden und ein Jahr später, am 13. Februar 2002 starb er mit 64 Jahren in seinem Haus in Chandler, Arizona.
Quelle: www.countryundco.de