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Haus der Universität
Schlösslistrasse 5
Nach der Renovation und dem Umbau 1985-87 ist dem jetzigen Haus der Universität an der Schlösslistrasse die bewegte Vergangenheit kaum mehr anzumerken. Grossbürgerliche Villen dieser Art sind in Bern selten, besonders an diesem speziellen Standort.
Bis zur Erbauung der Kirchenfeldbrücke lag hier das sonnigste Neubaugebiet der Stadt, das ohne steile Anfahrtswege zugänglich war. Der Grundstückspreisstatistik ist zu entnehmen, dass in der Villette in den 1880er Jahren die höchsten Bodenpreise Berns verlangt wurden. Dass die Villette nur zögerlich bebaut wurde, mag an der Baukrise der 1880er Jahre und an den zunehmenden Immissionen des nahe gelegenen Bahnhofs liegen. Das Haus, dessen Ursprünge in den 1830er Jahren liegen, wurde 1880 von Bauherr Gabriel Rudolf Karl von Frisching, Bankier und Schweizer Konsul in Frankfurt, durch das Baugeschäft E. Müller zur prachtvollen Residenz ausgebaut. Später gelangte die Liegenschaft in Besitz des berühmten Berner Chirurgen und Nobelpreisträgers Theodor Kocher, der sie als Gästehaus für das nebenan von ihm errichtete Kocherspital nutzte - daher der Name des sich vor der Terrasse erstreckenden Kocherparks. Das Haus ist das letzte bedeutende Denkmal, das dem Verdichtungsdruck in der Villette seit den 1960er Jahren standhalten konnte.
Der Katalog von Ausstattungsstücken erlesener Qualität umfasst alle möglichen Handwerksgattungen: Schreinerei, Gipserei, Dekorationsmalerei, Bauschlosserei, Glasmalerei etc. Das Resultat ist ein in verschiedener Hinsicht französisch geprägtes Ganzes, das als früher Vertreter des so genannten Neubarocks in Bern von besonderem denkmalpflegerischem Wert ist: einerseits durch die klaren Anleihen bei der "Maison de Campagne" des 18. Jahrhunderts, von welcher der im wesentlichen symmetrische Grundriss mit achsialem Eingang und Treppenhaus und eingemittetem Salon stammt. Andererseits strahlt das Haus durch die vom 2nd Empire und von der Pariser Beaux-Arts Architektur inspirierten Elemente eine Opulenz aus, die die Sinne des Besuchers mit allen architektonischen Mitteln zu berauschen versucht und einen Hauch grossbürgerlicher Atmosphäre des Pariser Fin-de-Siècle nach Bern bringt.