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Auszug aus Medienmitteilung der Röm.-kath. Kirche Basel-Landschaft und der Röm.-kath. Kirche des Kantons Basel-Stadt
Historisches erstes Treffen der Synoden aus Basel-Stadt und Basel-Landschaft
[…] Der zweite Teil des Gesprächs mit Felix Gmür drehte sich um die Umsetzung der Gleichstellungsinitiative. Pascal Ryf fragt konkret, welche Chancen aus Sicht des Bischofs in der Initiative liegen. Bischof Gmür betont, dass diese Frage nur aus dem Auftrag des Evangeliums beantwortet werden kann. Dem Papst wurde nicht nur aus der Schweiz die Frage nach der Aufhebung des Pflichtzölibats, wie auch nach der Frauenordination gestellt.
Von Seite der Synodalen wird vorgeschlagen, Bischof Felix solle den Basler Wunsch nach Aufhebung des Pflichtzölibats und nach Frauenordination dem Papst vorbringen.
Bischof Gmür stellt klar, dass dies keinesfalls der Wunsch aller Katholiken beider Basel sei und man die beiden Fragen strikt trennen solle. Es gebe einige praktische Gründe für das Zölibat, wie die geringeren wirtschaftlichen Bedürfnisse eines allein lebenden Mannes und die stärkere Flexibilität für Ortswechsel. Es gebe aber auch gute Gründe gegen ein Pflichtzölibat.
Für die Frauenordination solle seiner Meinung nach zunächst das Amt der Diakonin überprüft und ggf. ausgeweitet werden. Es werden einige biblische Argumente für das Pflichtzölibat und das Verbot der Frauenordination von Synodalen angebracht, von Bischof Gmür teils widerlegt und diskutiert. Ein Votum stellt fest, dass die theologische Forschung dazu, was das Evangelium in den Fragen Zölibat und Frauenordination will, noch nicht ausreichend ist und regt eine Professur dazu an einer Theologischen Hochschule an. Die Finanzierung einer solchen Stelle würde von Bischof Gmür sehr begrüsst. Einige Synodale betonen, dass die Forschung dann aber ergebnisoffen sein müsse und auch praxistaugliche Resultate hervorbringen müsse. Die Diskussion streift noch die Themen der Viri Probati, also männlicher Diakone, die sich durch besonders christliche Lebensweise ausgezeichnet haben und zu Diakonen geweiht werden können und kehrt zurück zur Frage wiederverheirateter Paare. Bischof Gmür glaubte einst, es könne für diese Frage auch unterschiedliche Lösungen für verschiedene Kontinente geben, bezweifelt dies aber aufgrund zunehmender Globalisierung.
Der Besuch schliesst mit der Empfehlung des Bischofs für grosse Offenheit zu neuen Strukturen. Sonntagsgottesdienstliche Besuche und Religionsunterricht sind nicht mehr die einzigen und wichtigsten religiösen Berührungspunkte für viele Kirchenmitglieder. Neue themenspezifische Zentren mit speziellen Angeboten sollten geschaffen werden. Als Überprüfungsfrage empfiehlt er: Wie erkennt ein neu Zugezogener, dass wir Christen sind?
Das Synodentreffen endet mit einer Besinnung in der Muttenzer Kirche durch Domherr René Hügin und einem Apero.