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http://www.oberarth.ch/de/vereine/kulturspuren/kulturspur-rigi/?action=showobject&object_id=7793
28.01.2022 19:52:42
|Beschreibung|
Das Gasthaus Rigi Dächli war nach einem fünfviertelstündigen Aufstieg von Goldau oder Arth willkommene Zwischenstation auf dem Weg ins Klösterli oder auf Rigi-Kulm. Hier erhielten die Reisenden und Pilger Milch, Brot, Wein oder auch Zuckerwasser mit Kirschgeist. Seit wann das Gasthaus auf Rigi Dächli besteht, ist nicht bekannt. Es wird in Reiseberichten aus dem 18. Jahrhundert erwähnt und man kann annehmen, dass mit dem Einsetzen der Wallfahrt auch eine Verpflegungsmöglichkeit für die Pilger geschaffen wurde.
Der Name Dächli (eigentlich unteres oder Unter-Dächli) bezieht sich auf die sogenannten „Gruobihütten“ (gruoben = ausruhen), die auch „Dächli“ genannt werden. Es handelt sich um einfache aber solid gebaute Unterstände mit Rück- und Seitenwänden, gegen den Weg hin offen und innen mit einer Bank ausgestattet. In einer Gruobihütte konnte man sich ausruhen, aber auch Schutz finden vor den im Berggebiet oft unvermittelt ausbrechenden Unwettern.
Die Strecke vom Holzplatz über das untere ins obere Dächli war der steilste und damit anstrengendste Abschnitt auf dem Weg ins Klösterli. Das untere Dächli bot somit etwa in der Mitte, das obere am Ende des Aufstiegs, die Möglichkeit zu verschnaufen.
Beim unteren Dächli wurde der Wegzoll von den Pferdehaltern eingezogen. Daraus ergab sich für viele Goldauer eine ansehnliche Einnahmequelle. Das Weggeld wurde jeweils im Herbst im „Rössli“ (G13) ausbezahlt und machte nicht selten pro Anteil zwischen 400 und 500 Franken aus.
Entlang des Weges sind hier besonders schön die vielen ortsfremden Granitblöcke sichtbar. Es handelt sich um sogenannte Findlinge oder erratische Blöcke, die auf dem Reussgletscher vom Gotthardgebiet her hier ins Nagelfluhgebiet getragen wurden.
Um einen solchen Findling rankt sich auch die Sage vom Teufelsstein (zitiert aus A. Blum, Rigibilder, S. 31 f):
Im Restiwald, oberhalb dem Rigidächli, liegt hart am alten Wallfahrtsweg ein schwarzer Marmelstein, fast so gross wie ein Ofen. Man erblickt darin noch die Krallen, die der Teufel dereinst in grosser Wut eingedrückt hat. Das ging so zu: In derselben Zeit, wo die Wallfahrt zum wundertätigen Gnadenbild „Maria zum Schnee“ immer mehr zunahm, war die alte, aus Holz gebaute Kapelle zu klein geworden für die Älpler und vielen frommen Wallfahrer, die zahlreich zu dem Heiligtume pilgerten. Man beschloss deshalb, eine neue, grössere Kapelle zu bauen. Steine und Holz hatte man genug in der Nähe und Kalksteine, um Kalk zum Mauerwerk zu brennen, gab es in der Resti. Dort baute man deshalb einen Kalkofen. Allein der Teufel war von jeher ein grosser Feind des lieben Heilandes und seiner lieben Mutter. Soll ein Werk zu ihren Ehren entstehen, so ärgert er sich und sucht die Sache auf jede Art und Weise zu hintertreiben. So auch hier. Fast war der Kalkofen fertig gebaut, da kam der Teufel mit einem mächtigen Steine daher, den er auf der Kulm gefunden hatte und wollte damit den Ofen zusammenschlagen. Wie er eben im Begriffe war, den Stein mit beiden Händen auf den Ofen niederzuwerfen, kam den Berg herauf ein altes Mütterlein dazu, das ob dem wilden Gesellen gar „grüseli“ erschrocken war und ihm zurief: „Jesus, Maria, was machid-er au!“ Kaum hatte der Satan das gehört, so musste er den Stein fallen lassen und konnte ihn nicht mehr von der Stelle bringen. Vor den beiden heiligen Namen musste er fliehen und er flüchtete mit grossem Gepolter und Gestank ins Tobel hinunter.
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