Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03379.jsonl.gz/2335

2.4 Die Werkzeuge des EncycloSpace
Die Speicherkapazität eines Dokumentationsmediums war noch bis vor kurzem ein wichtiger Parameter für den Entscheid, eine Datensammlung anzulegen oder nicht. Während ein 500seitiges Buch rund ein Megabyte (eine Million Zeichen) umfasst, können heute auf einer Festplatte eines handelsüblichen PCs mehrere tausend Megabytes gespeichert werden. Noch vor zehn Jahren waren PC-Festplatten von 40 Megabytes die Regel. Angesichts der Tatsache, dass heute das Mathematica,-Programmpaket2 100 Megabytes und das LaTeX2e-Programm, welches standardmässig für die Erstellung von wissenschaftlichen Texten benutzt wird, rund 200 Megabytes umfasst, lässt sich abschätzen, wie unvorstellbar die Informationsspeicherung im Vergleich zu Zeiten vor der elektronischen Datenverarbeitung gewachsen ist. Das bedeutet insbesondere, dass die meisten Aufgaben, die man sich stellen kann, zuallerletzt an Speicherproblemen scheitern können. Speicherkapazität ist kein Thema mehr.
Es geht hier allerdings nicht um Aufgaben, die man in den Zusammenhang von Statistik oder Informationsästhetik stellen und damit als historisch gescheiterte Versuche ad acta legen dürfte, sondern um grundsätzliche Beherrschbarkeit vollständiger Inventarisierung, wie sie ja gemäss Abschnitt 2.1.1 eine Enzyklopädie charakterisiert. Eine Aussage etwa, die das gesamte Repertoire an Kunstmusik einer bestimmten epochalen und kulturellen Selektion betrifft, kann nur wahr sein, wenn man wirklich alle Werke des Repertoires, und jedes komplett, erfasst hat hinsichtlich der betreffenden Aussage. Diese Forderung ist heute keine Fiktion mehr, sondern Realität wissenschaftlichen Arbeitens.
|ZURÜCK||WEITER|