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Gemeinsam mit dem Milliardenschweren Investor Warren Buffett starteten Microsoft-Übervater Bill Gates und seine Frau Melinda 2010 die Kampagne The Giving Pledge, um die Reichsten der Welt zu verpflichten, einen grossen Teil ihres Geldes für das Gemeinwohl zu spenden.
Mitmachen darf, wer mindestens eine Milliarde besitzt und davon die Hälfte abgeben will. Manche wollen das schon zu Lebzeiten tun – andere behalten es sich vor, das Geld erst nach ihrem Tod zu verteilen.
Eine Zusage zu The Giving Pledge ist jedoch nicht rechtlich verpflichtend – es handelt sich nur um einen moralischen Schwur. Die Initiative kontrolliert nicht, wofür das Geld ausgegeben wird. Genau das wird von Kritiker/innen auch bemängelt: Die Geber/innen könnten zum Beispiel im Testament auch familieneigene Stiftungen begünstigen.
Der inzwischen verstorbene Hedgefonds-Manager Robert Wilson hat dieses Schlupfloch dann auch als Grund genannt, nicht mitzumachen und liess Bill Gates abblitzen, als dieser ihn via E-Mail um einen Beitritt anfragte.
Neun Jahre nach ihrer Gründung hat die Initiative dennoch inzwischen 204 Mitglieder aus der ganzen Welt und könnte im Jahr 2022 ganze 600 Milliarden Dollar wert sein. Jüngst erklärte im Juni auch MacKenzie Bezos kurz nach ihrer Scheidung von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dass sie sich der Bewegung anschliesst.
In einem von The Giving Pledge veröffentlichten Schreiben betonte sie, so lange zu spenden, «bis der Safe leer ist». Auch der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, der Unternehmer Richard Branson oder Telekommunikations-Milliardär Leonard Tow haben sich bei The Giving Pledge verpflichtet, ihr Vermögen zu spenden.
Eigentlich ja ein durchaus lobenswertes Engagement. Es regt sich jedoch auch Kritik an der Philanthropie der Superreichen. Dan Riffle ist Berater der bekannten demokratischen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez aus New York.
Er prägte den Slogan «Every Billionaire is a Policy Failure»: Milliardäre gibt es nur, weil die Politik nicht funktioniert. Ocasio-Cortez und Berater Riffle plädieren dafür, Reiche viel stärker zu besteuern um damit eine demokratischere Verteilung des Vermögens zu garantieren.
Es gehe nicht an, sagte Riffle im Juli in einem Interview, das Leute wie Bill Gates im Alleingang mit ihrem Geld Malaria zu bekämpfen suchten – da seien Experten mit entsprechendem Wissen um einiges besser geeignet.