Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03485.jsonl.gz/1908

DAS FAMILIENWAPPEN MEIENBERG/MEYENBERG
Das folgende Kapitel "Das Zuger Geschlecht Meienberg" wurde schon 1981 verfasst und steht jetzt an zweiter Stelle, da ich erst danach mit der Forschung in Beziehung von Ort und Geschlechtsnamen Meienberg begann. Es ist vor allem der Wappenkunde (Heraldik) gewidmet, enthält aber auch schon einige interessante Angaben zur Familiengeschichte, die als Ergänzung verwendet werden können. Sie sind hier ungekürzt wiedergegeben.
Der erste Teil dieser Abhandlung dürfte beweisen, dass der Behauptung, dass das Geschlecht ursprünglich wie der Ort den gleichen Namen trägt, kaum widersprochen werden kann. Also gilt Meienberg für den Geschlechtsnamen wie für den Ortsnamen. Unser Geschlecht Meienberg stammt also ursprünglich aus Meienberg bei Sins und wurde erst 1848 bei der Einbürgerung in den Zuger Gemeinden, in Menzingen heimatberechtigt, als die dort Wohnenden eingebürgert wurden.
Im Zuger Wappenbuch ist unter Nr. 204 folgendes zu lesen: "Der Stammsitz dieses verbreiteten Zuger Geschlechtes ist dem Baarer Jahrzeitbuch zufolge offenbar in Hinterburg zu suchen; von dort verzweigte es sich nach Menzingen, Zug und Baar (hier meistens Meyenberg geschrieben). Das erste Auftreten ist durch eine Kappeler Urkunde vom 12. Februar 1349 näher bezeugt. Seither finden sich zahlreiche Vertreter des Geschlechtes in allen Beamtungen des Stifts Einsiedeln und von Stadt und Amt Zug. 1848 wurden der Gemeinde Menzingen 90 und der Gemeinde Neuheim 78 Köpfe zugeteilt. Die Meienberg in Baar erscheinen zeitweise auch als Genossen von Blickensdorf.
In Bremgarten ist das Geschlecht ebenfalls seit der Mitte des 14. Jahrhunderts bezeugt und vielleicht aus dem Städtchen Meienberg bei Sins eingewandert. Die heute dort lebenden Familien dieses Namens stammen jedoch von Josef Leonz Meienberg von Baar ab, der 1698 das Landschreiberamt der Vogtei der freien Ämter erhielt.
Auch in der Stadt Zug ist das Geschlecht früh vertreten: Ulrich am 7. Januar 1387; seither sind sie immer wieder bezeugt, teils als Bürger, zuletzt, bis 1740, als Beisassen. Wappen der Meienberg von Menzingen und Neuheim: In Blau über Dreiberg ein goldenes Dreieck, das eine goldene Lilie umschliesst. Aus dem Dreiberg wachsend zwei silberne Maiglöcklein, überhöht von silbernem Kreuz mit zwei goldenen Sternen. (Tafel Vll).
So führt es Ammann Klemens Damian Meienberg von Menzingen 1761 (Zumbach, Katalog Nr. 115) in seinem Siegel (im Kantonsarchiv in Zug); ebenso ist dieses Wappen auf einem silberbeschlagenen Gebetbuch von 1772, auf welchem die Wappen Meienberg und Stuber eingraviert sind und das sich im Besitze der Familie Meienberg, Neuhaus, Menzingen, befindet.
Dasselbe Wappen, jedoch ohne den Dreiberg und die Sterne, ist auf der steinernen Stiege im Neuhaus, Menzingen eingemeisselt und es steht auch auf einer Glasscheibe in der Kirche in Menzingen. Die charakteristischen Zeichen im Wappen der Meienberg von Menzingen sind das Dreieck und die Maiglöcklein; im ältesten Siegel des Jakob Meienberg, Gotteshausammann, 1598, stehen nur diese zwei Zeichen. (Siegel im Kantonsarchiv Zug).
Die älteste bekannte Darstellung des Meienberg-Wappens enthält eine, im Besitz von Dr. med. Franz Wyss, Eschlikon, befindliche, aus der Eremitage-Sammlung in St. Petersburg stammende Scheibe des Glasmalers Bartholomäus Lingg, Sohn. Diese wurde im Jahre 1577 für Hauptmann Heinrich Meienberg, Landvogt und Tagsatzungsgesandter, angefertigt. Sie zeigt in Weiss über Dreiberg eine von einem goldenen Dreieck umschlossene Tanne. (Zuger Neujahrsblatt 1939, S. 46 und Tafel I. Heimatklänge 17 /1937,S. 201).
Vom Luganeser Landvogt Kaspar Meienberg von Baar (Aschwanden, S. 53, 82) hat sich an einer, im Privatbesitz befindlichen Urkunde vom Jahre 1590, ein Siegel mit folgendem Wappen erhalten: Auf Dreiberg ein Zweig mit drei Rosen, rechts eine Lilie, links ein Stern.
Wappen der Meienberg von Baar und Zug: In Rot auf Dreiberg drei silberne, goldbesamte Rosen mit grünen Blättern und Stielen, rechts ein goldener Stern, links eine goldene Lilie. (Tafel VII).
Dieses Wappen findet sich auf einer
Monolithscheibe von 1671 für Landvogt Oswald Meienberg von Baar (Siehe
Abbildung im Katalog Lord Sudeley, Nr. 120). Ferner auf einer Scheibe
der Sammlung Nostell Church in England für denselben Oswald Meienberg,
1676 (Zuger Neujahrsblatt 1937, S, 52, Nr. 75; Abbildung bei P. Aschwanden,
"Die Landvögte des Standes Zug", S. 98, mit weiteren Angaben
über Oswald Meienberg), nur ist hier das Feld blau (nicht rot). Eine
weitere Glasscheibe mit gleichem Wappen (Feld rot) besitzen das Schloss
St. Andreas in Cham und Frau Meyenberg-Meienberg in Baar.