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Waldrandpflege. Natürlich künstlich.....künstlich natürlich
Gebe es keine Menschen, und der Wald könnte sich ungehindert ausbreiten, so würde er in neue Gebiete vordringen. Dies geschieht am Anfang nicht mit grossen Bäumen. Die Natur würde mit Kräutern und Gräsern, danach mit kleinen Sträuchern und in der Folge mit grossen Sträuchern und Pionierbaumarten versuchen, diese Flächen zu bewalden. Erst viel später folgen weitere Baumarten und bilden einen Wald.
In der Schweiz ist die Fläche des Waldes begrenzt. Es ist festgelegt, bis wohin der Wald sich ausbreiten kann und ab wann andere Nutzflächen (Ackerland, Bauland, etc.) gelten. Darum wird der Wald immer wieder auf seine Grenzen zurückgedrängt. In der Folge kam es soweit, dass grosse Bäume bis an den Waldrand gelangten, und die Kräuter und Sträucher im Schatten dieser Bäume verdrängt wurden. Ein sehr wertvoller Lebensraum ging verloren. Mittels der Pflege von Waldrändern versuchen wir nun, diese natürlichen Waldränder "künstlich" herzustellen. Das heisst, wir schneiden die grossen Bäume am Waldrand weg und geben Kräutern und auch Sträuchern wieder Platz zum leben. Dies steigert die Biodiversität enorm und bietet für viele Tierarten (viele davon bedroht) wieder Platz zum leben.
Die Pflege erfolgt im Herbst. Dies um zu Verhindern, dass brütende Vögel und andere Tiere mit Nachwuchs gestört werden.
Vor der Pflege sieht man nur grosse Bäume und grosse Sträucher am Waldrand. Der Waldrand ragt meist auch schon stark in das angrenzende Kulturland hinaus.
Kleinere Sträucher und auch Kräuter haben wenig Chancen. Dieser Waldrand hat aber bereits eine gute Strauchschicht. Nur die Zusammensetzung, hier vor allem die Hasel an äusserster Stelle, ist noch nicht optimal
Die schnellwachsenden Sträucher und Bäume werden zurückgeschnitten. Ca. 15 Meter soll ein Waldrand breit sein am Schluss der Arbeiten.
Nach dem Abführen des Schnittmaterials, werden an diesem Waldrand noch einige grosse Bäume gefällt. Nur so erreichen wir hier die angestrebten 15 Meter Waldrandbreite.
Direkt nach den Arbeiten sieht es noch nicht wie gewünscht aus. Die Natur braucht Zeit. Im nächsten Sommer wird dieser Waldrand aber ein wertvolles Gebiet sein und sich weiter entwickeln.
Die Äste, welche noch auf dem Feld und im Waldrand lagen, wurden von Hand auf einen Haufen gelegt. Auch diese Asthaufen sind wertvolle Nischen für viele Tiere.
Es wird im nächsten Jahr interessant sein, wie sich dieser Waldrand entwickelt.