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Wenn man bedenkt, dass Holziken im Jahre 1558 nur sieben Haushaltungen, davon zwei sogar ohne Feuer und Licht, umfasste, dann wird einem klar, dass diese jahrhundertelang nur als Weiler bestehende Siedlung nie von grosser Bedeutung war. Da auch im Gemeindebann weder Kirche noch Burg noch Mühle entstanden, gibt es nur wenige historische Dokumente. So dürfen wir annehmen, dass die Bewohner Holzikens während Jahrhunderten ein ruhiges Leben führen konnten.
Eines der ältesten Häuser in Holziken, das Gasthaus Bären, urkundlich erstmals erwähnt im Jahre 1786. In der Bernerzeit mussten sich die Wirte regelmässig durch Eid verpflichten, stets genügend Wein, Brot, Heu und Hafer im Vorrat zu halten, nur von den Weinschätzern bewilligten Wein anzubieten und Leuten mit üblem Charakter und ansteckenden Krankheiten die Aufnahme zu verweigern. Im Sommer durfte Wein bis 22 Uhr, im Winter bis 21 Uhr ausgeschenkt werden.
(Foto: Erich Müller, Schöftland )
Zur Zeit der Römer wird der heutige Gemeindebann vermutlich unbewohnt und zum grössten Teil noch bewaldet gewesen sein. Es ist heute bekannt, dass die Ortschaften mit den Endungen -iken einen Namen tragen, der zur Zeit der ersten alemannischen Rodung und Landnahme üblich war. Deshalb ist anzunehmen, dass zwischen dem späten 6. und dem 9. Jahrhundert ein Alemanne namens Hellzo auf dem gegenwärtigen Gemeindegebiet eine erste Siedlung gründete. Die Holziker waren demnach "die Sippe des Hellzo".
Die Bernerzeit
Verwaltet wurde das Oberamt Lenzburg vom Schloss Lenzburg aus, wo die Berner Landvögte wohnten. Als Verbindungsmann amtete auch in Holziken ein Untervogt. Gerichtsmässig gehörte Holziken damals zum Gericht Kölliken. Die Zinsverpflichtungen in jener Zeit waren mannigfach. Von einem Peter Lienhard wissen wir, dass er im Jahre 1653 noch bedeutende Abgaben an die Prädicatur (Pfarramt) Aarau zu leisten hatte. Peter Lienhard hatte einen Hof mit rund 26 Hektaren Land. Dafür hatte er 11 Mütt Roggen (etwa 790 Liter), ein altes Huhn, zwei junge Hühner und 30 Eier als jährlichen Bodenzins zu entrichten.
Das Entstehen der modernen Gemeinde
Bei der Entstehung des heutigen Kantons in Jahre 1803 hatte Holziken 279 Einwohner und wurde dem Bezirk Kulm zugeteilt. 1838 ergab eine Volkszählung schon 385 Personen, die Gemeinde war also in nur 35 Jahren um mehr als einen Drittel gewachsen. Von diesen wohnen 23 im Bändli, 12 im Bahnacker, 24 in der Matte, 73 im Hard, 30 auf dem Hubel und 223 im Dorf. Es waren zumeist Bauern, Taglöhner und Handwerker. Aber auch ein Jakob Preisig, Fabrikant, wurde erwähnt. Wahrscheinlich handelte er mit Tuch, das er in Heimarbeit weben liess. Die verbreitetsten Familiennamen waren Basler, Bolliger, Ernst, Herdi, Hofmann, Kraus, Lienhard, Lüscher, Lüthy und Zehnder. Diese Geschlechter gehören heute zu den meistverzeichneten Ortsbürgergeschlechtern.
Ende 1905 beschloss der Gemeinderat die neuen jährlichen Löhne der "Unterbeamten". So erhielten der Wächter Fr. 130.00, der Bannwart Fr. 220.00 und der Zivilstandsbeamte Fr. 130.00 zugesprochen. 1912 wurde die Einführung der elektrischen Energie beschlossen. Die Gesamtkosten betrugen Fr. 10‘895.-.
1960 zählte Holziken noch 537 Einwohner. In 120 Jahren stieg die Einwohnerzahl also lediglich um 152 Personen an. Aufschwung und Leben brachte die 1967 eröffnete Autobahn N1 ins Suhrentaler Dorf. Es wurden Kanalisationen und eine Kläranlage gebaut. Ein Zonenplan leitete den Bauboom in die richtige Richtung. Im Juni 1990 zählte Holziken immerhin 1‘100 Einwohner.
Gemeinderat und Gemeindekanzlei Holziken