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Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Publiziert am: 14.10.2019
Das Kapitel Aktuelles ist entfernt worden (Wahlen).
Reisehinweise für Tunesien
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Grundsätzliche Einschätzung
Tunesien befindet sich in einer politischen Übergangsphase mit grossen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen, die zu vereinzelten sozialen Bewegungen führen. Obwohl die Situation im Land grösstenteils ruhig ist, können Streiks und Demonstrationen jederzeit im ganzen Land vorkommen. Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften sind möglich. Während Unruhen kann die Regierung eine Ausgangssperre verhängen.
Am 27. Juni 2019 wurden in Tunis zwei Anschläge gegen die Sicherheitskräfte verübt; eine Person wurde getötet und mehrere verletzt, darunter auch Zivilpersonen. Am 29. Oktober 2018 hat ein Selbstmordattentat im Stadtzentrum von Tunis mehrere Verletzte gefordert. 2015 wurden Anschläge gegen die tunesische Präsidentengarde in Tunis, gegen ein Hotel in Sousse und gegen das Bardo Museum in Tunis verübt. Die tunesischen Behörden haben eine Reihe von Massnahmen getroffen, um Terrorzellen zu zerschlagen und die Sicherheit an Orten mit grossen Menschenansammlungen zu verstärken. Sie haben insbesondere die Präsenz der Sicherheitskräfte im Land erhöht, namentlich in den Touristenorten.
Das Risiko von terroristischen Akten besteht weiterhin im ganzen Land, dies schliesst auch die Touristenorte mit ein. Der 2015 ausgerufene Notstand ist weiterhin gültig.
Beachten Sie auch die Rubrik Terrorismus und Entführungen.
Terrorismus und Entführungen
Sicherheitsoperationen gegen terroristische Organisationen finden regelmässig in den Provinzen Kasserine, Le Kef, Jendouba, Béja und Sidi Bouzid statt. Sie sind aber auch in anderen Landesteilen möglich.
Vor allem in einigen Grenzgebieten zu Algerien und im Süden des Landes besteht das Risiko von Entführungen. Siehe Kapitel spezifisch regionale Risiken.
Lassen Sie erhöhte Wachsamkeit walten, besonders an öffentlichen Plätzen wie Busbahnhöfen, Einkaufszentren und Märkten sowie in der Nähe von Regierungsgebäuden, Polizeistationen, Militäreinrichtungen, religiösen Stätten, Museen und anderen touristischen Sehenswürdigkeiten sowie an religiösen Feiertagen.
Informieren Sie sich vor und während einer Reise in den Medien über die Entwicklung der Lage. Beachten Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren) und der Reiseveranstalter. Erkundigen Sie sich lokal (Medien, Hotel, etc.) über allfällige Ausgangssperren, denn sie werden meistens kurzfristig verhängt und aufgehoben. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art und treten Sie generell mit Zurückhaltung auf.
Erkundigen Sie sich bei den lokalen Behörden vor Reisen auf dem Landweg, ob auf der geplanten Strecke Sicherheitsrisiken wie illegale Strassenblockaden, Demonstrationen oder Protestaktionen (z.B. Steine werfen gegen unbekannte Fahrzeuge) zu befürchten sind. Achten Sie generell darauf, dass das Fahrziel vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden kann.
Spezifische regionale Risiken
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Westen des Landes:
Es besteht das Risiko von Entführungen durch terroristische Gruppierungen, die in gewissen Buschwäldern im Grenzgebiet zu Algerien aktiv sind, besonders in den Bergen des Jebel Chaambi, Jebel Selloum und Jebel Mrhila in der Provinz Kasserine. Diese Gruppierungen sind gut organisiert, gewaltbereit und operieren grenzüberschreitend. Die Armee kontrolliert und verbietet den Zugang zu den Risikogebieten, die teilweise vermint sind; es kommt dort regelmässig zu Konfrontationen mit den terroristischen Gruppierungen. Die tunesischen Sicherheitskräfte richten bei Bedarf weitere, temporäre militärische Sperrzonen ein.
Es wird abgeraten von Reisen ins Grenzgebiet zu Algerien westlich der Stadt Tabarka (Nordküste) und der Strasse, die Tabarka mit Tozeur verbindet, einschliesslich der gesamten Provinz Kasserine.
Südliche Landeshälfte:
Die Kämpfe in Libyen beeinträchtigen die Sicherheitslage im Grenzgebiet zu diesem Land. Es kommt zu bewaffneten Zusammenstössen zwischen der Armee und Terroristen, die aus Libyen kommen. In der südlichen Landeshälfte besteht im Grenzgebiet zu Algerien und Libyen ein erhebliches Entführungsrisiko. Die Gefährdung ist in abgelegenen Gebieten abseits der Hauptverbindungsstrassen erhöht.
- Es wird abgeraten von touristischen und anderen nicht dringenden Reisen ins Gebiet südlich der Linie, die von der Grenze zu Algerien über Tozeur - Douz - Tataouine nach Zarzis an der Südostküste führt. Ein grosser Teil der Region südlich dieser Linie befindet sich in einem militärischen Sperrgebiet.
- Von Reisen jeder Art ins Grenzgebiet zu Libyen wird abgeraten.
Die oben genannten Städte im Westen und in der südlichen Landeshälfte können unter Beachtung der in diesen Reisehinweisen genannten Vorsichtsmassnahmen besucht werden.
Grösste Vorsicht ist bei Reisen in abgelegene Gebiete fern der Hauptverbindungsstrassen geboten, auch wenn oben nicht ausdrücklich erwähnt. Trotz Begleitung durch einen erfahrenen lokalen Reiseführer und vorgängige Erkundigungen bei den lokalen Behörden kann das Entführungsrisiko auch dort nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Kriminalität
Kleinkriminalität ist in den Touristenzentren und Märkten verbreitet: Taschendiebstahl, Diebstahl aus parkierten Autos, Einbrüche in Wohnungen und Hotelzimmer etc. Vereinzelt werden auch illegale Strassensperren zur Erpressung von Wegzöllen gemeldet. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:
- Tragen Sie keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw.) und nur wenig Geld auf sich
- Deponieren Sie Ihre Dokumente im Hotelsafe; tragen Sie jedoch immer eine Fotokopie des Reisepasses oder der Identitätskarte auf sich (einschliesslich der Seite mit dem Einreisestempel)
- Verzichten Sie auf nächtliche Spaziergänge. Frauen bewegen sich mit Vorteil in Gruppen. Meiden Sie wenig besuchte und isoliert gelegene Strände.
Verkehr und Infrastruktur
Obwohl der Zustand der wichtigen Verbindungsstrassen gut ist, ereignen sich häufig schwere Verkehrsunfälle. Das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer ist unvorhersehbar. Auf den Überlandstrassen verursachen waghalsige Überholmanöver zahlreiche Unfälle. Verzichten Sie auf nächtliche Überlandfahrten oder lassen Sie erhöhte Vorsicht walten (unbeleuchtete Fahrzeuge, Fussgänger, streunende Tiere etc.).
Besondere rechtliche Bestimmungen
Für Fahrzeuglenker gilt eine Grenze von 0,3 Promille Blutalkoholgehalt. Es ist zu beachten, dass für unterschiedliche Kategorien von Lenkern und Fahrzeugen andere Promillegrenzen gelten. Eine Nulltoleranz besteht unter anderem für die Lenker von Fahrzeugen, die Touristen transportieren, und für Lernfahrer.
Verboten sind unter anderem:
- die Ein- und Ausfuhr von tunesischen Dinars.
- das Fotografieren militärischer und öffentlicher Einrichtungen.
- das Konkubinat sowie gleichgeschlechtliche Beziehungen.
Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden schon bei geringsten Mengen und bei jeder Art von Drogen, zum Beispiel auch Marihuana, hart bestraft (bis zu 20 Jahren Gefängnis).
Die Haftbedingungen sind sehr schwierig: überbelegte Zellen, beschränktes Besuchsrecht etc.
Kulturelle Besonderheiten
Tunesien ist ein muslimisches Land. Passen Sie daher, insbesondere beim Verlassen von Hotelanlagen, Ihr Verhalten und Ihre Kleidung den lokalen Gepflogenheiten an. Informieren Sie sich in Reiseführern, bei Ihrem Reisebüro oder vor Ort über die Verhaltensregeln und die genauen Bestimmungen. Denken Sie daran, dass während des Ramadans besondere Regeln und Vorschriften zu beachten sind.
Fotografieren Sie Personen oder Personengruppen nur mit deren ausdrücklichem Einverständnis.
Im Falle einer Heirat zwischen Ausländer/in und Tunesier/in muslimischen Glaubens ist den islamischen Verhaltensregeln und den tunesischen Gesetzen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Grundversorgung ist grundsätzlich gewährleistet. Krankenhäuser verlangen in der Regel eine finanzielle Garantie, bevor sie Patienten behandeln (schriftlich garantierte Kostenübernahme oder Vorschusszahlung). Bei ernsthaften Erkrankungen und Verletzungen ist eine Behandlung in Europa empfehlenswert.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden.
Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Nützliche Adressen
Notruf des nationalen Tourismusbüros: 071-105 405
Tunesische Zollbestimmungen: Direction général des douanes
Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Tunis
Helpline EDA
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.