Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/547

Höhere Sicherheit dank erdbebensicheren Bauten
Artikel, 13.10.2017
Durch die Zunahme von Katastrophen aufgrund extremer Naturereignisse wird die Vorsorge immer wichtiger. Die DEZA fördert erdbebensicheres Bauen, beispielsweise in Nepal und in Ecuador, wo Erdbeben der Stärke 7,8 zu massiven Zerstörungen der Wohnhäuser geführt haben.
Durch die Zunahme von Katastrophen aufgrund extremer Naturereignisse wird die Vorsorge immer wichtiger. Die DEZA fördert erdbebensicheres Bauen, beispielsweise in Nepal und in Ecuador, wo Erdbeben der Stärke 7,8 zu massiven Zerstörungen der Wohnhäuser geführt haben.
Die extremen Wetterverhältnisse treffen alle Länder ohne Unterschied, aber die Auswirkungen sind in den armen Ländern noch viel dramatischer. Mit dem Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge der UNO sollen die Bemühungen zur Stärkung der Resilienz der betroffenen Länder und Menschen fortgesetzt werden. Die DEZA unterstützt in Nepal und in Ecuador, wo erst vor kurzem ein Grossteil der Bevölkerung ihr Zuhause verlor, den Wiederaufbau und investiert gleichzeitig in die Risikoprävention. Auf diesem Gebiet verfügt die DEZA über viel Erfahrung, führte sie doch bereits 2004 in Pakistan und 2010 in Haiti ähnliche Arbeiten durch.
Schulung der Betroffenen in Nepal beim Bau erdbebensicherer Häuser
In Nepal forderten die Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 mehr als 8‘500 Tote und über 22’000 Verletzte. Sie zerstörten oder beschädigten rund 750’000 Häuser, wodurch 3,2 Millionen Menschen vorübergehend obdachlos wurden. Nach der Lieferung von Notunterkünften, lebensnotwendigen Gütern, Lebensmitteln und Kits zur Aufbereitung von Trinkwasser für die Betroffenen sowie der Bereitstellung von medizinischer Hilfe für Schwangere und Wöchnerinnen stellten die Fachleute der Humanitären Hilfe der DEZA fest, dass die Häuser in den ländlichen Gegenden besonders stark beschädigt wurden. In den Bergregionen wird tatsächlich weniger gut und vor allem weniger erdbebensicher gebaut als in den städtischen Zentren.
Kurz nach der Katastrophe begannen die Nepalesinnen und Nepalesen mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser. Aber nur wenige wurden über erdbebensicheres Bauen aufgeklärt. Die DEZA, die bereits seit mehreren Jahrzehnten vor Ort tätig ist, handelte rasch, indem sie eines ihrer laufenden Berufsbildungsprojekte an die neuen Bedürfnisse anpasste. Sie erarbeitete Handbücher und Kurse für Bauhandwerker, um ihnen erdbebensichere Baumethoden zu vermitteln. Dank dem erfolgreichen Einsatz wurde das Projekt bis Ende 2017 verlängert. Die DEZA lancierte in Nepal auch ein Projekt, das den Hausbesitzern direkte technische Unterstützung anbot. 4‘500 Hausbesitzer des Bezirks Ramechhap profitierten vom Know-how der DEZA-Fachleute, die ihnen Techniken für sicheres Bauen vermittelten. Beim Bau wurden lokale Materialien verwendet, die durch erdbebensichere Elemente aus armiertem Beton oder Holz verstärkt wurden. Dabei wurde soweit möglich auf die Ästhetik der traditionellen Häuser der Region geachtet.
Die DEZA konzentrierte sich auf Gemeinden in ländlichen Gegenden, die nur schwer zugänglich sind. Die Koordination der verschiedenen Akteure vor Ort – lokale Behörden, Schweizer Botschaft, schweizerische und internationale NGO und Entwicklungsbanken – schuf Synergien und erhöhte die Wirksamkeit der Hilfe. Die Schweiz überwies unter anderem 7 Millionen Franken an einen Treuhandfonds der Weltbank, der von verschiedenen Gebern alimentiert wird und der die nepalesischen Behörden beim Wiederaufbau unterstützt. Aus diesem Fonds erhielten alle einkommensschwachen Haushalte 3‘000 Franken, wenn sie sich verpflichteten, beim Bau ihrer Häuser erdbebensichere Normen einzuhalten.
Ecuadorianische Baufachleute für Katastrophenrisiken sensibilisieren
Ein Jahr nach dem Erdbeben in Nepal wurde Ecuador am 16. April 2016 von einem Erdbeben heimgesucht. Von den Erfahrungen, die die DEZA in Nepal und anderswo gesammelt hatte, konnte die ecuadorianische Bevölkerung profitieren. Dank der Unterstützung durch DEZA-Fachleute konnten einheimische Bauhandwerkerinnen und -handwerker, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie Architektinnen und Architekten ihre Kapazitäten im Bereich erdbebensicheres Bauen verbessern. In verschiedenen Bildungseinrichtungen für Baufachleute wurden Sensibilisierungskampagnen für erdbebensichere Bauten durchgeführt. Ecuador ist aufgrund seiner geografischen Lage – an der Schnittstelle von drei tektonischen Platten – häufigen Erdbeben ausgesetzt und folglich daran interessiert, in erdbebensicheres Bauen zu investieren, um auf zukünftige Erdbeben besser vorbereitet zu sein.