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Jérémy Manière leitet ab 1. Februar die Geschäftsstelle
Der 29-Jährige ist ein ehemaliger Profi, der sich neben dem Fussball gezielt auf seine zweite Karriere vorbereitet hat. Er sieht seine Rolle als Dienstleister für die 58 Vereine der Ersten Liga und sagt: «Ich bin bereit für diese anspruchsvolle Aufgabe.»
Der Spielbetrieb ruht zwar, aber hinter den Kulissen tut sich einiges. Zum Beispiel: auf der Geschäftsstelle der Ersten Liga, die einen neuen Leiter erhält. Per 1. Februar übernimmt Jérémy Manière das Amt. Der schweizerisch-französische Doppelbürger, der am 26. Juli 2021 seinen 30. Geburtstag feiert, freut sich auf die Herausforderung: «Die Bedürfnisse der Klubs aus der Promotion League und der 1. Liga sind sehr unterschiedlich. Ich will für 58 Vereine Ansprechpartner sein, ihnen optimal helfen und die Geschäftsstelle weiter professionalisieren.»
Manière ist zwar noch jung, und doch verfügt er über einiges an Erfahrung. Er ist ehemaliger Profi, und er hat an den Universitäten von Neuenburg und Lausanne studiert: 2017 erlangte er den Bachelor in Sport- und Kommunikationswissenschaften, im November 2019 schloss er mit dem Master in Sportmanagement ab.
Super-League-Debüt in Thun
Der neue Geschäftsstellenleiter wuchs in Vallorbe VD auf und entdeckte als Kind seine Leidenschaft für den Fussball. Beim FC Yverdon-Sport durchlief er die Stationen von der U-12 bis zur U-16, wechselte danach ins Team Vaud nach Lausanne, bevor er zu Yverdon zurückkehrte und beim damaligen Challenge-League-Klub seinen ersten Profivertrag unterschrieb. 2011 wechselte der Schweizer Nachwuchsnationalspieler zum FC Thun und debütierte im März 2012 unter Coach Bernard Challandes in der Super League.
Manière kam aber nicht zu so vielen Einsätzen wie gewünscht, zu gross war die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld und in der Innenverteidigung. Im Februar 2013 zog er weiter nach Biel, verbrachte drei Jahre als Stammspieler beim Challenge-League-Verein und begann mit dem ersten Studium an der Uni Neuenburg. Er sagt: «Ich hatte viel Freizeit und wollte etwas Sinnvolles machen.»
Aufstieg mit Lausanne 2016
Die Seeländer gerieten mehr und mehr in wirtschaftliche Schwierigkeiten und steuerten schliesslich auf den Konkurs zu. Vorher schon, im Januar 2016, verliess Manière die Bieler Richtung Lausanne, nachdem er während Monaten keinen Lohn erhalten hatte. Sein Weggang erwies sich für ihn aber als Glücksfall: Er setzte seine Laufbahn beim Klub seines Herzens fort. Als Kind hatte er seinen Vater oft auf die Pontaise begleitet, und nun traf er auf viele Spieler, die er aus seiner Jugend schon kannte.
Mit Lausanne stieg er im Sommer 2016 in die Super League auf. Heute noch schwärmt er von dieser Zeit: «Wir waren eine Gruppe von Freunden, es herrschte ein unglaublich guter Teamgeist. Und mit Fabio Celestini hatten wir einen hervorragenden Trainer.»
Manière, für den der Franzose Zinédine Zidane ein Jugendheld und der Brasilianer Thiago Silva ein grosses Vorbild war, gehörte in der Super League als Innenverteidiger zu den Stammkräften, aber auf einmal machten ihm gesundheitliche Probleme zu schaffen. Im April 2018 erlitt er einen Knorpelschaden, der ihn zu einer längeren Pause zwang. Und der ein Comeback bei Lausanne verhinderte. Aber aufhören, das hatte er im jungen Alter nicht im Sinn. Bei Stade Lausanne-Ouchy wollte er einen neuen Anlauf nehmen. Bis er sich erneut verletzte und der Arzt ihm sagte: «Wenn sie in ein paar Jahren mit ihren Kindern im Garten Fussball spielen wollen, wäre es vernünftiger, jetzt die Karriere zu beenden.» Er hörte auf den Rat, trat zurück, blieb aber dem Fussball gleichwohl erhalten - etwa als TV-Experte bei blue Sports.
Voller Vorfreude
Jérémy Manière, der 2010 auch für ein paar Monate journalistisch für die Zeitung «La Région Nord Vaudois» tätig war, lebt mit seiner Frau in Bern unweit des Wankdorf-Stadions. Er spricht neben Französisch und Schweizerdeutsch auch Englisch, zudem hat er Grundkenntnisse in Italienisch und Spanisch. In seiner neuen Tätigkeit will er sich regelmässig auf den Plätzen der Teams aus der Ersten Ligan zeigen, natürlich nicht nur in Echallens, wo sein Bruder Julien unter Vertrag steht.
«Der Kontakt mit den Leuten ist sehr wichtig», sagt er, «ich weiss, dass ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter ein Spielbetrieb nicht möglich wäre. Ich freue mich darauf, möglichst viele dieser Menschen kennenzulernen.» Ungewiss ist zwar noch, wann die Meisterschaften fortgesetzt werden, «da sind wir abhängig von den Entscheiden des Bundes», sagt er, «aber ich bin zuversichtlich, dass es bald weitergeht. Ich freue mich extrem auf die kommende Zeit».
(pmb)