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Geschichte der Panzerabwehr am rechten Thunersee-Ufer (Sperre Beatenbucht)
Rückblick auf den Vortrag vom 24. Februar 2011
Die Vortragsreihe 2011 des Vereins Schweizer Armeemuseum wurde mit dem Referat von Hans-Rudolf Schoch mit dem Thema „Geschichte der Panzerabwehr am rechten Thunersee-Ufer (Sperre Beatenbucht) eröffnet. Über 75 Zuhörer folgten den aufwändig recherchierten, aufbereiteten und gekonnt präsentierten Ausführungen von Hans-Rudolf Schoch. Bereits der Besucheraufmarsch beim Referat vom 28.10. des letzten Jahres über Befestigungen am Thunersee – gehalten von Hans Rudolf Schneider – zeigte das grosse Interesse an diesem Themenbereich.
Nach einer kurzen Rückblende in die Anfänge des Reduits mit Blick auf den Raum Thunersee folgte eine detaillierte Präsentation der Sperren und Bunker auf der rechten Thunersee-Seite. Bei vielen Besuchern spürte man persönliche Anteilnahme bei der Erinnerung an die Geschehnisse und die Entstehung der Verteidigungsbauten in teilweise unmittelbarer Nähe der Wohnorte. Zahlreiche „falsche Chalets“ und in ihrem Zweck und ihrer Einbindung unbekannte Objekte erschienen plötzlich in einem ganz anderen Licht. Obwohl einige der eingesetzten Panzerabwehrwaffen der damaligen, schnell wachsenden Bedrohung nicht mehr genügt hätten, wurde durch die grosse Anzahl der in der Tiefe gestaffelten Hindernisse – gepaart mit dem Feuer der in den Raum wirkenden Artilleriegeschütze – eine sehr hohe und kaum überwindbare Sperrwirkung erreicht.
Es kam aus den Ausführungen des Referenten und auch dem Fragen der Besucher zum Ausdruck, dass unsere Armee materiell relativ schlecht auf den Kriegsausbruch vorbereitet war. Die notwendigen Aufrüstungsmassnahmen konnten wegen Mangel an geeignetem Material (u. a. Rohmaterial) und Waffen nur in bescheidenem Tempo vorangebracht werden, was die bekannte Folgerung von General Guisan ergab, dass man nie mehr so schlecht auf eine sich abzeichnende Bedrohung vorbereitet sein sollte.
Hans-Rudolf Schoch hat über dieses Thema ein Buch verfasst mit dem Titel „Sperre Beatenbucht, Panzerabwehr am rechten Thunersee-Ufer“, das im März / April dieses Jahres erscheint.
Am Schluss der Veranstaltung folgte ein kräftiger Applaus für den Referenten und anschliessend für Interessierte noch die traditionelle Möglichkeit zu einem geführten Rundgang unter kundiger Führung durch die umfassende Uniformsammlung der Stiftung HAM.
Die 4,7-cm-Infanteriekanone 1935/41 war in den aufgezeigten Sperren eine der meistvertretene Panzerabwehrwaffen.
Fotos © Markus Hubacher, Spiez