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Unter den ›Papieren des Immunen‹ findet sich die Geschichte von einem, der zum eigenen Leichenmahl lädt, neben der Geschichte von einem, der ein Attentat auf ein Wachsfigurenkabinett plant; Puppenmörder und Sünden-Priester; ein Kinderlied wird zum Politikum, es erklingt die Registerarie der Städte. Diese und andere ›Papiere‹ sind Spiegel und Gegenbilder des Immunen, seiner Interpretationen und Sehnsüchte...
Unter den ›Papieren des Immunen‹ findet sich die Geschichte von einem, der zum eigenen Leichenmahl lädt, neben der Geschichte von einem, der ein Attentat auf ein Wachsfigurenkabinett plant; der Leser begegnet einem Puppenmörder, einem Sünden-Priester, einem Rebellen aus dem Bauernkrieg; ein Kinderlied wird zum Politikum, es erklingt die Registerarie der Städte. Diese und andere ›Papiere‹ sind Spiegel und Gegenbilder des Immunen, seiner Interpretationen und Sehnsüchte. Die Darstellung des Immunen, des Schöpfers all dieser Geschichten, gerät zu einer geradezu kriminalistischen Auseinandersetzung zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Mit dem Immunen hat Loetscher eine Figur geschaffen, die jede Möglichkeit des Fabulierens erlaubt, und er nützt mit aller Phantasie diese Freiheit im Hinblick auf die Sprache und die Schauplätze all dieser ineinander verflochtenen Geschichten. Bei diesem spannenden Wechsel von Perspektive und Szene kann das Ganze auch am schrecklichsten Ort der Welt, nämlich im Kopf eines Menschen, spielen. »Wir werden geboren, aber wir kommen nicht auf die Welt«, erkennt der Immune, einer, der lernte davonzukommen, aber der sich zu fragen beginnt, wozu noch überleben.
»Hugo Loetscher ist zunächst einmal ein witziger Dichter. Er kann Pointen setzen, und diese haben es in sich. Der Aufsatz über den Boutiquismus in den ›Papieren des Immunen‹ ist der pointendichteste Text der Schweizer Literatur seit vielen Jahren. Er macht ein satirisches Ereignis von so eleganter Bosheit aus, ist so kultiviert im Austeilen der bitteren Treffer, daß man von einem neuen Maß im Bereich der polemischen Literatur des Landes sprechen kann. ›Die Nachricht‹: ein Text, der zu jener Handvoll Meisterleistungen gehört, welche die Gratlinie großen Erzählens in der Schweiz markieren.«Neue Zürcher Zeitung
»Der keimfreie Titel des Buches lässt nichts von der Lust ahnen, die einen beim Lesen packt, eine ansteckende Lust. Loetschers Held, ein Mann, der nicht an seinen Empfindungen draufgehen möchte, hat sich gegen die absurde Welt immunisiert. Um davonzukommen, schlüpft er in immer neue Rollen und wechselt seine Masken nach Bedarf.«Stern
»Die beiden Immunenromane sind zum guten Teil Reiseerlebnisse und -beobachtungen. Doch eine Flucht aus der Schweizer ›Enge‹, aus der ›kleinen Welt‹ ist es nicht. Für Loetscher ist die Rückkehr ebenso wichtig wie die Abreise. Die ›große Welt‹ erlaubt ihm, den Stellenwert der eigenen jeweils neu einzuschätzen.« Süddeutsche Zeitung
»Der Immune ist in jedem Fall ein überaus witziger und intelligenter Herr, ein weitgereister, gebildeter Gesprächspartner, elegant und originell – ein durchaus passabler Gefährte für ein Buch voll von schönen und abstrusen Geschichten, die einen wuchtigen Kosmos bilden; und obwohl der Immune vorgibt, seinen Wohnsitz im Kopf zu haben, sind diese Papiere alles andere als kopflastig.«Westermann's