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Projekt 667BDR, mit dem Decknamen „Kalmar“, ist eine Klasse sowjetischer U-Boote mit ballistischen Raketen. Sie wird von der NATO als DELTA-III KLASSE bezeichnet. Projekt 667BDR ist eine Weiterentwicklung des Projektes 667BD DELTA-II KLASSE mit dem Ziel, das neue Projekt für die leistungsfähigeren, aber auch deutlich größeren R-29R-Interkontinentalraketen anzupassen. Die Entscheidung zum Bau von Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE fiel, als die neue R-29R-Interkontinentalrakete verfügbar wurde. Die R-29R-Rakete trug erstmals nicht nur einen Sprengkopf, sondern war mit bis zu vier MIRV-Sprengköpfen ausgerüstet, die separate Ziele ansteuern konnten. Diese Sprengköpfe waren um ein Vielfaches genauer als ihre Vorgänger und erlaubten es so, nicht mehr nur Flächenziele wie Städte, sondern auch stark befestigte Punktziele wie Kommandobunker und betonierte Raketensilos anzugreifen. Dimensionen und Leistungswerte der Rakete waren 1972 festgelegt worden, ihre Entwicklung begann 1973. Das 155 Meter lange Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE war, wie seine Vorgänger, mit einem doppelwandigen Druckkörper konstruiert. Der Druckkörper selbst unterteilte sich in zehn wasserdicht verschließbare Abteilungen: 1: Torpedoraum mit Torpedorohren, Reservetorpedos, vordere Ausstiegsluke, erster Batteriesatz, Steuergeräte für das Sonarsystem, 2: Unterkünfte auf zwei Decks und zweiter Batteriesatz auf dem dritten Deck, 3: Zentrale mit Steuerinstrumenten, Funkraum und Zugang zum Turm, 4: Raketenabteilung 1 mit acht Raketensilos, 5: Raketenabteilung 2 mit acht Raketensilos und Kontrolleinrichtungen, 6: Technische Abteilung mit Tanks für Dieseltreibstoff, 7: Reaktorabteilung mit den beiden hintereinander positionierten VM-Reaktoren, 8: vordere Maschinenabteilung mit Turbinen, Kondensatoren, Elektromotoren, 9: hintere Maschinenabteilung mit Turbinen, Kondensatoren, Elektromotoren, 10: Heckraum mit hinterer Ausstiegsluke, Zugangsschleuse, Rudermaschine für die Heckruder und Auslöser für die Notfallboje. Hauptenergiequelle von Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE ist der OK-700A-Reaktorkomplex mit zwei WM-4-S-Druckwasserreaktoren. Die beiden Reaktoren leisten zusammen 180 MW thermische Energie, mit der Dampf erzeugt wird, der zwei GTSA-Turbinen antreibt. Die Turbinen können bis zu 20.000 PS (14.710 kW) auf die beiden Wellen übertragen, die das U-Boot mit 24 Knoten Spitzengeschwindigkeit über die beiden Propeller im Tauchbetrieb vorwärts bewegen. Zwei DW-460-Dieselmotoren können alternativ je 460 kW Antriebsenergie zur Verfügung stellen, indem sie Dieseltreibstoff mit Luftsauerstoff verbrennen, der an der Oberfläche über Ventilationsöffnungen oder in Sehrohrtiefe über einen Schnorchel ins U-Boot gesaugt werden kann. Beide Energiequellen können über einen Generator auch die Bleiakkumulatoren im Rumpf aufladen. Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE unterliegt durch seinen nuklearen Antrieb keinen Reichweitenbeschränkungen. Lediglich die mitgeführten Vorräte an Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern für die Besatzung begrenzen die Einsatzdauer der U-Boote auf geschätzte 80 Tage. Projekt 667BDRDELTA-III KLASSE ist mit einem Almas-BDR-Gefechtsinformationssystem, einem Tobol-M-1-Navigationssystem und einem Molnija-M Kommunikationssystem ausgerüstet. Die letzten U-Boote der DELTA-III KLASSE erhielten das verbesserte Tobol-M-2. Tobol-M-1 ist in der Lage, nach dem Feststellen einer Position für zwei Tage die Lageänderungen des getaucht operierenden U-Bootes exakt zu berechnen, bevor nahe der Oberfläche eine erneute Peilung vorgenommen werden muss. Das Sonarsystem auf Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE ist das MGK-400 „Rubikon“. Die zylindrischen Empfangs- und Sendeantennen der Anlage sind unter- und oberhalb der Bugtorpedorohre installiert. Das System kann im aktiven- und passiven Modus arbeiten und Signale bis in den Infraschallbereich orten. Am Turm sind ein MT-70-8- und ein PZNG-8M-Periskop installiert, hinzu kommt ein Periskop „Wolna“ für die Astronomische Navigation und ein radiometrischer Sextant vom Typ „Saiga“ (NATO: Cod Eye). Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE ist mit einem ausfahrbareren Radarsensor vom Typ MRK-50 „Kaskad“ (NATO: Snoop Tray 2), kombiniert mit einem MRK-57 „Korma“, zur Suche nach Oberflächenkontakten ausgerüstet, das im X-Band arbeitet. Zusätzlich ist ein System zur Freund-Feind-Erkennung vom Typ „Nichrom-M“ installiert. Auf dem Turm, unmittelbar hinter der Brückenwache, befindet sich der ausfahrbare Mast mit dem Sensor „Sintes“ (NATO: Pert Spring) für das Navigationssystem „Tobol“. Ein ausfahrbarer Mast mit einem ESM-Sensor Typ MRP-21 „Saliw-P“ (NATO: Brick Pulp) ist an der hinteren Turmkante installiert. Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE verfügt über mehrere redundante Kommunikationssysteme, die Kontakt zum Hauptquartier und befreundeten Kräften erlaubten. Dazu sind mehrere Sendeantennen für Funkkommunikation auf dem Turm installiert. Für die Langreichweitenkommunikation in getauchtem Zustand auf extrem niedriger Frequenz besitzen die U-Boote eine Schleppantenne des Typs „Parawan“. Diese Antenne kann von einer Winde abgewickelt werden, die sich unmittelbar hinter den Raketenschächten befindet. Die Winde ist unter einer Luke zwischen Druckkörper und Außenhülle montiert und kann die Antenne freisetzten, die, von einem kleinen Schwimmkörper in der Schwebe gehalten, hinter dem U-Boot hergeschleppt werden kann. Projekt 667BDR DELTA-III KLASSE trägt 16 R-29R-Interkontinentalraketen (NATO: SS-N-18) in separaten Silos. Die Waffen werden durch den D-9R-Raketenkomplex gesteuert. Anders als bei Projekt 667BD DELTA-III KLASSE können hier alle Raketen in einer einzigen Salve gestartet werden. Die R-29R-Rakete hat eine austauschbare Spitze, so dass verschiedene Mengen und Typen an MIRV-Sprengköpfen mitgeführt werden können. Dementsprechend ändert sich die Kennung der Rakete: R-29R mit drei Sprengköpfen mit je 0,2 Megatonnen Sprengkraft und 6.500 km Reichweite, R-29RK mit sieben Sprengköpfen mit je 0,1 Megatonnen Sprengkraft und 6.500 km Reichweite R-29RL mit einem Sprengkopf mit 0,45 Megatonnen Sprengkraft bei 9.000 km Reichweite, Zur Selbstverteidigung trägt jedes U-Boot vier Bugtorpedorohre im Kaliber 533 mm. Die beiden 400-mm-Rohre der Vorgängerklassen fallen hier weg. Es können 16 Torpedos für die 533-mm-Rohre an Bord mitgeführt werden. Die Torpedomodelle SET-65, SAET-60M, 53-65K oder 53-65M können eingesetzt werden. Die Entsorgung der U-Boote des Projekts 667BDR DELTA-III KLASSE setzte sich aus drei Arbeitsschritten zusammen: dem Unbrauchbarmachen der Raketenstartvorrichtung, dem Sichern und Einlagern der Reaktorsektion und der Verschrottung der U-Boote. Die Arbeiten wurden zunächst von der Sowjetunion und später von Russland als Verpflichtung aus den START-Verträgen finanziert, später jedoch auch im Rahmen des Cooperative-Threat-Reduction-(CTR)-Programms von den USA finanziell unterstützt. Die Arbeiten werden für U-Boote der Nordflotte von der „Nerpa“- und der „Swjosdotschka“-Werft durchgeführt.
Projekt 09786 ist ein Umbau, der nur auf dem U-Boot "K-129" vorgenommen wurde, um das U-Boot als Träger oder Basis für Mini-U-Boote nutzen zu können. Dazu wurden die Raketensilos entfernt und andere Modifikationen vorgenommen, deren Details unbekannt sind. Ein vergleichbarer Umbau war bereits an einem U-Boot des Projekts 667A YANKEE-KLASSE unter dem Namen Projekt 09774 vorgenommen worden.