Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/1381

Taayaki ist eine wunderschöne Conakry vorgelagerte Halbinsel mit verschiedenen Fischerdörfern. Es gibt keine Strasse nach Taayaki, die Halbinsel ist nur über einen eineinhalb stündigen Fussmarsch über die Dämme zwischen den Reisfeldern oder per Fischerboote erreichbar.
Bei unseren Besuchen auf der Halbinsel haben wir festgestellt, dass es keine Schule auf der Halbinsel gibt.
Die Regierung weigert sich, auf Taayaki eine Schule einrichten. Es gab auch Kontakte zu Caritas, aber diese führten ebenfalls nicht weiter.
Falls die Inselbewohner Verwandte auf dem Festland haben, können die Kinder unter der Woche eventuell bei diesen wohnen und dort die Schule besuchen - oder sie gehen einfach nicht in die Schule ... Die älteren Schüler nehmen teilweise den täglichen langen Fussmarsch in Kauf oder können ebenfalls bei Verwandten auf dem Festland wohnen.
Während einer kurzen Zeit gab es eine Schule in Taayaki. Ein nach Taayaki zugezogener Lehrer hatte versucht, in eigener Initiative eine Schule aufzubauen und unterrichtete einige Zeit. Die Inselbewohner hätten ein geringes Schulgeld bezahlen sollen, zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes. Leider konnten die Bewohner meistens das Schulgeld nicht bezahlen, weil ihr Einkommen aus der Fischerei und der geringen Landwirtschaft nicht ausreichte. Der Lehrer wurde dann auch noch krank und war während drei Monaten hospitalisiert. Während seines Spitalaufenthaltes verschimmelte das wenige Schulmaterial, das er selber finanziert hatte, in seiner Hütte. Unter diesen Umständen hatte er den Mut verloren und auch keine finanziellen Mittel mehr, die Schule weiterzuführen.
Wir suchten den Lehrer in seiner Hütte auf. Zur Zeit verdiente er seinen Lebensunterhalt mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Nach der Schule gefragt, erzählte er uns resigniert dieselbe Geschichte. Er wäre aber sofort bereit nochmals einen Schulstart zu wagen falls er auf Support zählen könnte.
Im März 2016 führten wir ein weiteres Gepräch mit dem Quartierchef, dem Jugendbeauftragten und dem Lehrer und teilten ihnen mit dass DYARAMA die Schule übernehmen würde. Die Freude allerseits war gross.
Beschlossen wurde vorläufig die Führung einer Mehrklassenschule: Vorschule, 1. und 2. Klasse.
Wenn die Eltern es vermögen, sollen sie ein geringes Schulgeld bezahlen, aber kein Kind soll mangels finanzieller Mittel ausgeschlossen sein.
DYARAMA wird die Lohnkosten des Lehrers garantieren und die Materialkosten übernehmen.
Die Schule wird in einer Woche starten.
Die Bewohner von Taayaki wurden zu einer Versammlung einberufen und über die Errichtung der neuen Schule orientiert. Die Überraschung, Freude und der Dank waren riesengross.
Vorerst wird der Unterricht wieder am alten Ort stattfinden. Der Lehrer hatte den Raum selber eingerichtet, im Vorhof seines Hauses. Später kann die Schule unseren Hangar benutzen, den wir privat bereits in Taayaki gebaut hatten - eigentlich zu einem anderen Zweck. ; wir müssen
ihn aber zuerst wieder in Stand stellen.
Das nötigste Schulmaterial haben wir bereits eingekauft und werden es morgen
nach Taayaki bringen – ein Weg 2 Stunden Fussmarsch, entsprechend dem Terrain am
besten barfuss …;-)
Der Lehrer erstellte uns eine Liste des benötigten Schulmaterials, das wir sofort auf den verschiedenen Märkten einkauften. Drei Tage später machten wir wieder auf den Weg nach Taayaki, um das Material zu übergeben.
Vorerst fand der Unterricht am alten Ort statt. Der Lehrer hatte den Raum selber eingerichtet, im Vorhof seiner Hütte. Zu Beginn drängten sich etwa 25 Kinder auf den improvisierten Holzbänken. Bis zum Ende des Schuljahres anfangs Juli war die Schülerzahl bis 35 angestiegen.
Sofort war klar, dass der Schulraum zu klein war, die Schülerinnen und Schüler zu eng und zu unbequem auf ihren Bänken und an ihren Tischen sassen und das Dach beim Einsetzen der Regenzeit undicht sein würde.
Wir beschlossen, unseren Hangar, den wir eigentlich zu privaten Zwecken in Tayaaki errichtet hatten, zu einem kleinen Schulhaus Provisorium umzubauen. Unverzüglich starteten wir den Umbau ...
Der Schulbetrieb läuft nun bald zwei Jahre!
Wir konnten das Schulhausprovisorium noch kurz vor der letzten Regenperiode im Juni 16 noch sturm- und wetterfest mit Backsteinmauern schützen.
Einige Schülerinnen und Schüler sind sehr eifrig beim Lernen. Bei den TV und Radio-Interviews formulierten sie, dass für sie die Schule sehr wichtig sei.
Aber leider müssen wir auch feststellen, dass ein paar grössere Kinder manchmal der Schule fernbleiben oder sogar nicht mehr kommen. Sie müssen dem Vater beim Fischfang oder der Mutter auf dem Feld helfen. Die meisten Bewohner von Taayaki sind Analphabeten und messen leider der Schulbildung teilweise nicht die nötige Bedeutung zu. Wir sind daran, eine Sensibilisierungskampagne zu starten ... und glücklicherweise beginnen TV und Radiostationen sich für die DYARAMA Schule zu interessieren ...
Neues aus der Taayaki Schule lesen Sie auch im News-Blog.
Helfen Sie uns mit Ihrer Spende die Schule in Taayaki weiter zu führen und zu erweitern. Vielen Dank!