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|Afrika-Routen|
Jährlich versuchen zwischen 15000 und 20000 Afrikaner durch die Sahara an die nordafrikanische Mittelmeerküste zu gelangen, um von dort mit Booten nach Europa überzusetzen. Diese Route ist gefährlich und hat stark an Attraktivität eingebüsst, da die europäische Südgrenze immer besser überwacht wird.
Am attraktivsten ist derzeit der Weg von Libyen nach Süditalien. Werden die Migranten in Italien aufgegriffen, werden sie in der Regel mit einer Ausweisungsverfügung aus der Obhut entlassen. So können sie ungehindert weiterreisen.
|Balkan-Routen|
Ausgangspunkt für die Einreise über Südosteuropa ist meist die Türkei. Aufgrund der weit verbreiteten Korruption sind die Grenzen auf dem Balkan durchlässig. Der Grenzübertritt von Slowenien nach Italien oder Österreich ist im stark bewaldeten Grenzgebiet relativ einfach zu bewerkstelligen. Die Route von Albanien über die Adria nach Italien hingegen hat dank der verstärkten Überwachung der Meerenge zwischen Bari und Otranto an Bedeutung verloren.
|Osteuropa-Routen|
Von Moskau aus reisen die Migranten via Weissrussland oder die Ukraine in die EU ein. Sie profitieren von den schlecht gesicherten Ostgrenzen der mittelosteuropäischen Staaten.
Die deutsche Ostgrenze ist dank den Grenzflüssen Oder und Neisse relativ gut kontrollierbar. Da nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das Näherrücken von Ost und West nicht durch Grenzzäune erschwert werden sollte, war der illegale Grenzübertritt relativ leicht. Mittlerweile werden die Übergänge gezielter überwacht. Dennoch gelingt es zahlreichen Migranten, auf diesem Weg nach Westeuropa zu gelangen.