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Die meisten Schulen, darunter das Gymnasium, prüfen in den Abschlussprüfungen die mündlichen Sprachkenntnisse. Doch mündliche Sprachprüfungen bedeuten mehr, als nur zu sprechen. Dieser Text zeigt auf, wie die Prüfungen gelingen.
In den mündlichen Prüfungen wird einerseits geprüft, wie gut die sprachlichen Fähigkeiten in einer Sprache sind. Dieser Teil der Bewertung hängt davon ab, wie gut sich der Schüler in den letzten Schuljahren die Sprache angeeignet hat. Kurz vor der Prüfung ist es schwierig, die Kenntnisse noch bedeutend zu verbessern. Andererseits wird aber auch das fachliche Wissen über ein gewisses Thema getestet, es handelt sich also um eine Fachprüfung. Bei den fachlichen Kenntnissen handelt es sich um die Fähigkeit, einen gewissen Text einem Werk und einer Epoche zuzuordnen und die sprachlichen Gestaltungsmittel zu erkennen. Umso schlechter die sprachlichen Kenntnisse sind, umso wichtiger ist es also, diese mittels seriöser Vorbereitung der Themen zu kompensieren.
Die mündlichen Abschlussprüfungen in Sprachfächern dauern je nach Schule eine Viertelstunde bis eine halbe Stunde. Zu Beginn der Prüfung zieht der Schüler ein Thema. Anschliessend hat er Zeit, dieses Thema kurz vorzubereiten und sich Notizen zu machen. Nach abgelaufener Vorbereitungszeit (meistens um die fünfzehn Minuten) präsentiert der Schüler oder die Schülerin das Thema den anwesenden Personen, sprich normalerweise der Lehrperson sowie einem unabhängigen Experten. In gewissen Gymnasien haben die Schülerinnen und Schüler nicht alle Themen vorzubereiten, sondern können sich im Vorneherein für gewisse Themen entscheiden. Da das Themengebiet in diesem Fall deutlich eingeschränkt ist, sollten die ausgewählten Themen umso besser vorbereitet werden.
Zu Beginn der Prüfung hat sich der Schüler für gewöhnlich vorzustellen. Dieser Teil der Prüfung kann zuhause perfekt auswendig gelernt werden und sollte deshalb keine Schwierigkeit bereiten. Wenn der Einstieg gelingt, lindert dies zudem die Nervosität.
Anschliessend hat der Prüfungsteilnehmer das gezogene (beziehungsweise je nach Schule ausgewählte) Thema zu präsentieren. Während den Maturitätsprüfungen handelt es sich normalerweise um ein literarisches Thema. Der Schüler oder die Schülerin zieht zum Beispiel einen Textauszug aus einem im Unterricht besprochenen Werk oder das Zitat eines Autors. Je nach Schule kann es sich auch um eine These oder eine Meinungsäusserung handeln, die es zu analysieren gilt. Die erste Schwierigkeit liegt oft darin, dass der Schüler oder die Schülerin den Text eigenständig dem richtigen Autor oder Werk zuordnen muss.
Der erste Schritt besteht darin, das Thema kurz vorzustellen. Man sollte aufzeigen, in welchem Werk sich der zu präsentierende Textauszug befindet. Anschliessend kann man allgemeine Informationen über das Buch und den Autor geben (etwa eine Kurzbiographie des Autors und die Erscheinungsdaten des Buches). Später kann genauer auf die Textstelle eingegangen werden. Was geschieht in der Szene und wo ist diese im Werk einzuordnen. Was ist vorher geschehen, was folgt auf den Textauszug? Normalerweise sollte der Schüler oder die Schülerin den Textauszug auch vorlesen, um die Lesekompetenzen zu demonstrieren.
Nachdem die wichtigsten Informationen zum Thema präsentiert worden sind, darf das Thema in den literarischen und historischen Kontext gesetzt werden. Es sollte aufgezeigt werden, weshalb der Text einer bestimmten literarischen Epoche angehört. In diesem Schritt sollte der Schüler die Fähigkeit beweisen, anhand eines Textauszuges die stilistischen Merkmale einer Epoche aufzuzeigen und deren Funktion bestimmen zu können. Der Schüler hat auch die Möglichkeit, den Textauszug oder das Werk zu interpretieren. Generell sollte der Schüler oder die Schülerin während der mündlichen Prüfung aufzeigen, dass er publikumsorientiert, kohärent und zielgerichtet sprechen kann. Im letzten Prüfungsteil ist oft ein gewisser Spielraum gegeben. Es ist etwa möglich, seine persönliche Meinung zum Thema vorzustellen oder das Thema mit einem anderen Werk des Autors zu vergleichen. Es fliesst positiv in die Gesamtbewertung ein, wenn der Schüler in der Lage ist, ein persönlich geprägtes literarisches Urteil zu geben. Besonders begabte Schülerinnen und Schüler können das Werk auch mit einem in einer anderen Sprache verfassten Werk vergleichen. Dadurch wird die Fähigkeit ersichtlich, Bezüge zwischen Texten und Sprachen herzustellen. Je nach Prüfung und Lehrperson kann der Schüler Vergleiche selbst durchführen, oft wird er aber auch vom Lehrer dazu aufgefordert und erhält eine konkrete Fragestellung. Am Ende der Prüfung ist auf jeden Fall mit Fragen der Lehrperson oder des Experten zu rechnen.
So banal und einleuchtend dies klingen mag, so wichtig ist die seriöse Vorbereitung auf die Prüfung. Die Schülerinnen und Schüler erhalten vor der Prüfung einen Fragekatalog mit den möglichen Werken und Zitaten. Sie können sich also Gedanken darüber machen, welche Informationen sie zu welchem Thema vortragen möchten. Auch weiterführende Überlegungen, wie etwa der Vergleich mit anderen Werken, kann man vorbereiten. Es macht Sinn, einen kurzen Basistext zu jedem Thema zu verfassen und diesen jemandem zum Gegenlesen zu geben. So lernt man nicht unnötigerweise fehlerhafte Texte auswendig. Gerade wenn man fleissig geübt hat, muss man während der mündlichen Prüfung darauf achten, das Wissen nicht einfach nur „herunterzuspulen“. Es empfiehlt sich, sich bei den Antworten Zeit zu lassen und die Aussagen immer wieder mit anschaulichen Beispielen zu untermauern.
Was viele Schülerinnen und Schüler während den mündlichen Prüfungen überfordert, sind unvorhersehbare Fragen, die man nicht vorbereiten kann. Doch spontane Antworten können geübt werden. Es ist sicherlich hilfreich, vor den Prüfungen Nachhilfestunden zu nehmen und mit einer Nachhilfelehrperson die mündliche Konversation zu üben. Man kann sich auch zu Lerngruppen zusammenschliessen und mit den Klassenkameraden Fragen und Antworten üben.
Wie bereits gesagt, ist es nicht sehr realistisch, während der Vorbereitung zu den mündlichen Sprachprüfungen sein sprachliches Niveau noch deutlich zu verbessern. Es macht aber auf jeden Fall Sinn, sich der eigenen typischen Fehler bewusst zu werden und diese so zu vermeiden. Die Fehler findet man etwa in alten Prüfungen oder in korrigierten Aufsätzen. Es hilft auch, sich die Feedbacks der vorherigen mündlichen Prüfungen anzusehen. Generell gilt; umso mehr man gesprochen hat, desto öfter hat man ein Feedback erhalten. Schülerinnen und Schüler sollten also im letzten Schuljahr besonders aktiv am Unterricht teilnehmen.
Bei einer mündlichen Sprachprüfung ist das Auftreten von grosser Bedeutung. Der erste Eindruck kann durch passende Kleidung und ein gepflegtes Erscheinungsbild positiv beeinflusst werden. Auch wenn man insgeheim nervös ist, sollte man versuchen möglichst gelassen und selbstbewusst aufzutreten. Wichtig ist es, der Lehrperson in die Augen zu sehen und möglichst freundlich zu wirken. Falls kurz vor den Prüfungen die Nervosität Oberhand gewinnt, sollte man sich vor Augen führen, dass es sich bei einer mündlichen Prüfung nicht um ein einseitiges, fieses Abfragen handelt. Viel mehr besteht das Ziel darin, dass eine fachliche Diskussion zwischen der Lehrperson und dem Schüler entsteht. Wenn der Schüler sich gut vorbereitet, kann die Atmosphäre trotz Prüfungssituation angenehm sein. Zudem bietet die Prüfung die Chance, zu zeigen, was man kann und was man zeitaufwendig gelernt hat.
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