Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/233013

<h2>SubmittedText<h2><p>Um die Wirkung von Anreizen zur Reparatur und Wiederverwendung zu bewerten, wird der Bundesrat beauftragt, prospektiv einen Bericht zu verfassen, der insbesondere folgende Ziele verfolgt:</p><p>- beziffern, wie sich die Schaffung neuer Arbeitsplätze aufgrund des Rechts auf Reparatur, Wiederverwendung und gemeinsame Nutzung von Gegenständen (Sharing-Plattformen) auswirkt;</p><p>- neue, aussichtsreiche Berufe finden (im Bereich Reparatur / Wiederverwendung von Bestandteilen und Material); Ansätze zur Förderung von Nutzungsketten ausfindig machen, insbesondere bei den Akteuren der Sozial- und Solidarwirtschaft.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat will die Kreislaufwirtschaft fördern. Die Verlängerung der Produktlebensdauer zur Schonung der natürlichen Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Das Reparieren, die Wiederverwendung und das Teilen von Produkten sind dabei erfolgsversprechende Ansätze. Diese Ansätze und darauf basierende Geschäftsmodelle zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft können auch einen Beitrag zur Resilienz der Schweizer Wirtschaft leisten. Die Schweiz kann so ihre Abhängigkeit von ausländischen Ressourcen und damit die Gefahr von grenzüberschreitenden Lieferunterbrüchen oder Preisschocks reduzieren. Auch in Bezug auf den Arbeitsmarkt sind positive Effekte zu erwarten: Mit der Förderung von Reparaturen, anstelle eines Ersatzes mit neuen, oft importierten Produkten werden in der Schweiz in diesen Bereichen zusätzliche Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen geschaffen werden.</p><p>Derzeit untersucht das Bundesamt für Umwelt BAFU verschiedene Instrumente zur Verlängerung der Produktlebensdauer auf ihre Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. So ist beispielsweise eine vertiefte Regulierungsfolgenabschätzung zur Anpassung des Gewährleistungsrechts in Erarbeitung. Eine Studie wird die Auswirkungen von Anforderungen an die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Reparaturanleitungen im Sinne der EU-Verordnungen zur Ökodesignrichtlinie (2009/125/EG) sowie der Einführung eines Reparaturindexes abschätzen.</p><p>Die Anliegen dieses Postulates werden darüber hinaus durch die parlamentarische Initiative 20.433 "Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken", die überwiesene Motion Thorens Goumaz 20.3667 "Dank Innovation Green Deals die Kreislaufwirtschaft und die nachhaltige Ressourcennutzung fördern" sowie das Postulat Noser 18.3509 "Die Hürden gegen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft abbauen" aufgenommen.</p><p>Dem Anliegen des Postulanten wird folglich im Rahmen verschiedener laufender Arbeiten bereits weitgehend Rechnung getragen. Der Bundesrat sieht daher zum jetzigen Zeitpunkt keinen Bedarf für einen zusätzlichen Bericht.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.