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Jahr für Jahr nehmen rund fünfzehn Gastguggen sowie eine grosse Anzahl Besucher aus der ganzen Schweiz an der Lysser Fasnacht teil. Durch die Beizenfasnacht, an der neben den zahlreichen Guggen in der Regel auch Schnitzelbankgruppen teilnehmen, ist der Anlass auch im Lysser Gastgewerbe mittlerweile stark verankert.
In den vergangenen Jahren hat sich neben dem
traditionellen Maskenball im Saal des "Hotel Weisses Kreuz" und der
Beizenfasnacht eine Strassenfasnacht in der Bahnhofstrasse mit diversen Zelten
und Bühnen etabliert. Nach dem erstmaligen Verzicht auf den Saal an der Lysser
Fasnacht 2016 spielt sich die Fasnacht aktuell in den Strassen, Zelten und
Beizen von Lyss ab.
Die Hauptfiguren der Lysser Fasnacht sind die "Lilienfee" und der "Rochus", welche jeweils während drei Tagen das Zepter von Lyss übernehmen.
Die Schwerpunkte des dreitägigen Anlasses sind:
Geschichte der Lysser Fasnacht und der Lilienzunft
Die Lysser Fasnacht wurde erstmals in einem
Chorgerichtsmanual von 1645 erwähnt. Welche fasnächtlichen Bräuche gepflegt
wurden, ist nicht bekannt. Man weiss aber, dass ausserhalb des Dorfes jeweils
Ende Januar / anfangs Februar Fasnachtsfeuer entzündet wurden. Im Weiteren ist
bekannt, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Zunft namens "Lilia" bestand,
die fasnächtliche Anlässe bis zum 2. Weltkrieg organisierte, welche als "Stiglifasnacht" bekannt waren. In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg erloschen
alle fasnächtlichen Tätigkeiten.
Am 16. August 1984 gründeten rund fünfzig Teilnehmer unter der Leitung des Tagespräsidenten Max Gribi, Gemeindepräsident von Lyss, im Hotel Post die Lilienzunft.
Die erste Lysser Fasnacht der Neuzeit ging
am 8. und 9. Februar 1985 über die Bühne, wobei auch eine Plakette aus Plastik
erhältlich war. Seit diesem Zeitpunkt hat sich der Anlass deutlich vergrössert
und gilt mittlerweile als zweitgrösster alljährlich stattfindender Event in
Lyss.
Mittlerweile besteht die Lilienzunft aus
rund achtzig Mitgliedern. Die Organisation der Fasnacht übernahmen bisher der
Zunftrat (Vorstand) und die Ressortchefs. Im Rahmen der angestrebten
Konzeptanpassung wurde im Frühjahr 2016 die Organisation der Fasnacht vom
Zunftrat losgelöst und ein separates Organisationskomitee gegründet.