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Die Stiftung "Swisspeace" versucht in verschiedenen Ländern Afrikas und Zentralasiens zu vermitteln, damit Auseinandersetzungen nicht eskalieren.Dieser Inhalt wurde am 28. April 2003 - 10:04 publiziert
Denn Wasser ist wertvoll, das Konfliktpotenzial nimmt zu.
"Das Problem ist, dass alle Wasser brauchen. Und es geht darum, wie es verteilt werden kann", sagt Eva Ludi, Projektkoordinatorin der Abteilung Umweltkonflikte bei Swisspeace.
Seit langem bekriegen sich Völker wegen dem Zugang zu Süsswasser. So vor 4500 Jahren in der Region von Euphrat und Tigris (im heutigen Irak).
Die aktuellen Konflikte lassen Schlimmes erahnen. Bereits sprechen Fachleute davon, das Wasser werde in Zukunft das Öl als Hauptkriegsgrund ablösen.
Niltal
Ein potenzieller "Hotspot" ist das Niltal. Ägypten ist beinahe vollständig abhängig vom Nilwasser von Äthiopien. Und bei übermässigem Regen möchte Ägypten das Wasser nutzen, um die Felder zu bewässern.
"Aus der Sicht der Äthiopier besteht das Problem darin, dass es nur unregelmässig regnet. Das Land kennt Zeiten der Hungersnot in Dürre-Perioden, und deshalb möchte es seine Wasserressourcen besser nutzen", erklärt Simon Mason, Forscher bei Swisspeace, gegenüber swissinfo.
Wenn nun Äthiopien ein Wassermanagement aufbaue, das Ägyptens Bedürfnisse nicht einbeziehe und viel Wasser verbrauche, dann "könnte das zu einer Eskalation des Konflikts führen".
Zusammenreden fördern
Um hier einzugreifen, organisierte Mason Treffen von offiziellen Vertretern der beiden Länder wie auch von Sudan. Mit einer Serie von Workshops sollten die verschiedenen Ländervertreter die Sichtweise der anderen kennenlernen.
"Das Ziel war, eine Zusammenstellung zu erarbeiten, um aufzulisten, wo man sich einig ist und wo noch Problemfelder sind, an denen man arbeiten muss."
Mit dieser Arbeit unter Einbezug aller Staaten betreten die Forschenden Neuland. "Bis jetzt gab es verschiedene Einschätzungen zu den Wasserproblemen im Niltal. Doch häufig waren sie einseitig."
Mediation
Swisspeace möchte die nun im Niltal erprobte Intervention auch bei anderen Wasserkonflikten einsetzen.
"Ich denke, wir können versuchen, eine Mediationsrolle zu übernehmen", sagt Eva Ludi.
Arbeitsfelder gäbe es in der Tat genug: Die UNESCO listet 17 Flüsse auf, welche Quelle künftiger Konflikte werden könnten. Dazu gehören Okavango und Limpopo im südlichen Afrika und Salween, der durch China, Myanmar und Thailand fliesst.
Ebenfalls aufgeführt ist der Aralsee in Zentralasien. Dort engagiert sich Swisspeace, indem sie untersucht, wie Regierungen und Nichtregierungs-Organisationen intervenieren, um den Konflikt zu besänftigen.
Mehr Probleme
Die Probleme rund um den Aralsee nahmen sprunghaft zu, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die neuen Länder Usbekistan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kasachstan plötzlich ihre Umweltprobleme und die Verteilung des Wassers alleine hätten lösen sollen.
Landwirtschaft, Industrie und Wasserumleitungen hatten bewirkt, dass der Aralsee ausgetrocknet, versalzen und verschmutzt war.
Bewaffnete Auseinandersetzungen konnten mit internationalen Vereinbarungen verhindert werden. Swisspeace will jedoch weiter mit den betroffenen Leuten arbeiten.
"Ich denke, momentan besteht auf internationaler Ebene die Tendenz hin zu Kooperation. Doch das bedeutet noch nicht, dass im innerstaatlichen Bereich Konflikte nicht in Gewaltaktionen ausarten können", erklärt Ludi.
swissinfo, Samantha Tonkin
(Übertragung aus dem Englischen: Eva Herrmann)
In Kürze
Seit 1992 arbeiten Swisspeace und das Zentrum für Sicherheits-Studien der ETH Zürich im Bereich Umwelt-Konflikte zusammen.
Swisspeace will sich auch bei anderen Wasserkonflikten einsetzen, so bei Problemen rund um den Aralsee, die nach dem Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion sprunghaft zunahmen.
Fakten
Swisspeace ist eine NGO, die von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt wird.
Die Stiftung erforscht unter anderem den Wasser-Konflikt zwischen Ägypten, Sudan und Äthiopien im Niltal und sucht nach Lösungen.
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