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Fette Öle PharmaWikiFette Öle sind lipophile und viskose Flüssigkeiten, die vorwiegend aus Triglyceriden bestehen. Von den Fetten unterscheiden sie sich darin, dass sie bei Raumtemperatur flüssig sind. Fette Öle haben in der Regel einen pflanzlichen oder tierischen Ursprung. In der Pharmazie und Medizin werden sie für die Herstellung von Arzneimitteln und für die Hautpflege verwendet. Einige werden als Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel auch peroral verabreicht. Des Weiteren haben Öle eine essenzielle Bedeutung als Lebensmittel. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen der oralen Therapie gehören Magen-Darm-Beschwerden und Allergien. Öle haben einen hohen Brennwert und sollen deshalb nicht überkonsumiert werden. Sie haben eine begrenzte Haltbarkeit und werden mit der Zeit ranzig.Produkte
Öle für den medizinischen Gebrauch sowie daraus hergestellte Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel sind in Apotheken und Drogerien verfügbar. Fette Öle sind auch in Lebensmittelgeschäften erhältlich.Struktur und Eigenschaften
Fette Öle sind lipophile und viskose Flüssigkeiten, die vorwiegend aus Triglyceriden bestehen. Dabei handelt es sich um organische Verbindungen von Glycerol (Glyzerin), dessen drei Hydroxygruppen mit Fettsäuren verestert sind. Triglyceride bestehen nur aus drei chemischen Elementen: Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H).
Die verschiedenen Triglyceride und Öle unterscheiden sich in den gebundenen Fettsäuren. Diese können identisch oder unterschiedlich sowie gesättigt oder einfach und mehrfach ungesättigt sein. Typische Beispiele für Fettsäuren sind die Palmitinsäure, die Ölsäure, die Stearinsäure, die Eicosapentaensäure, die Docosahexaensäure, die Linolensäure und die Linolsäure. Die gesättigten Fettsäuren kommen häufiger in Fetten vor. Sie zeichnen sich durch eine höhere Stabilität aus.
Fette Öle können pflanzlicher und tierischer Herkunft sein und seltener auch synthetisch hergestellt werden. Die Dichte ist geringer als diejenige von Wasser und beträgt etwa 0.9 g/cm3. Deshalb schwimmen Öle auf dem Wasser.
Neben den Triglyceriden enthalten die fetten Öle weitere Verbindungen in geringer Konzentration. Dazu gehören fettlösliche Vitamine wie Vitamin E und Vitamin A, Steroide wie Cholesterin (dies nur in tierischen Ölen), Carotinoide und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe.
Öle unterscheiden sich von den Fetten darin, dass sie bei Raumtemperatur flüssig sind. Fette haben eine halbfeste bis feste Konsistenz. Weil die Umgebungstemperatur auf der Erde unterschiedlich ist, liegt beispielsweise Kokosfett in den Ursprungsländern als Kokosöl und in Mitteleuropa als Fett vor.Wirkungen
Fette Öle haben hautpflegende, hautschützende und -regenerierende Eigenschaften. Fettsäuren haben im Körper lebensnotwendige Funktionen, zum Beispiel für den Aufbau der Zellmembranen, die Speicherung und den Transport von Energie, für die Thermoisolation und für die Signalübertragung.Anwendungsgebiete
In der Pharmazie und Medizin werden fette Öle unter anderem für die folgenden Anwendungsgebiete verwendet (Auswahl):
- Für die Herstellung von Arzneimitteln und Kosmetika.
- Für die Hautpflege, zum Beispiel in Form der reinen Öle, als Cremen, Salben, Lotionen und Badeöle.
- Einige Öle werden als Nahrungsergänzungsmittel für eine ausreichende Versorgung oder als Arzneimittel eingenommen, zum Beispiel Nachtkerzenöl bei der atopischen Dermatitis und anderen Hauterkrankungen oder Fischöl bei Störungen der Blutfettwerte.
- Innerlich als Abführmittel, zum Beispiel Rizinusöl.
- Als Lösungsmittel, zum Beispiel für ätherische Öle oder für die Herstellung von Injektionspräparaten.
- Für die Herstellung von Seifen, zum Beispiel mit Natriumhydroxid (NaOH) oder Kaliumhydroxid (KOH).
Des Weiteren haben fette Öle eine essentielle Bedeutung als Lebensmittel.Dosierung
Gemäss der Fachinformation. Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel mit fetten Ölen werden üblicherweise mit den Mahlzeiten eingenommen.
Fette Öle sollten aufgrund ihres hohen Brennwerts als Lebensmittel sparsam zu sich genommen werden. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt in erster Linie pflanzliches Öl und insbesondere Rapsöl, da dieses einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren enthält. Nüsse, Samen und Kerne gelten in kleinen Mengen als gesund.Beispiele (Auswahl)
- Aprikosenkernöl
- Arganöl
- Avocadoöl
- Baumnussöl
- Borretschöl
- Cannabisöl
- Erdnussöl
- Fischöl
- Kürbiskernöl
- Lebertran
- Leinöl
- Nachtkerzenöl
- Maiskeimöl
- Mandelöl
- Mohnöl
- Murmeltieröl
- Muskatnussöl
- Olivenöl
- Palmöl
- Rizinusöl
- Rapsöl
- Sanddornöl
- Sesamöl
- Sojaöl
- Sonnenblumenöl
- Weizenkeimöl
Zu den Gegenanzeigen einer innerlichen Anwendung gehören (Auswahl):
- Überempfindlichkeit
- Schwere Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Gallenblase
- Störungen der Fettverdauung
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Interaktionen wurden für einzelne Öle mit Antithrombotika und weiteren Wirkstoffen beschrieben.Unerwünschte Wirkungen
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören bei einer oralen Therapie Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen.
Fette Öle verderben mit der Zeit, sie werden unter anderem aufgrund des Luftsauerstoffs ranzig. Ihre Haltbarkeit ist begrenzt und beträgt in der Regel etwa 6 bis 12 Monate. Fette Öle sollen deshalb möglichst kühl und vor Licht geschützt gelagert werden.
Tierische Fette sind für Veganer nicht geeignet, da die Tiere das Leben lassen müssen.siehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformatin (CH)
- Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Lehrbücher der Phytotherapie
- Lexika der Lebensmitteltechnologie
- Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle
- Weitere Quellen
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.