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DMZ - INTERNATIONAL ¦ Patricia Jungo ¦
In der Bretagne befindet sich in Plougastel-Daoulas ein Stein mit Schriftzeichen, die bis anhin keiner Sprache zugeordnet werden konnten. Die Gemeinde versucht nun mit dem Anreiz einer Prämie der Entschlüsselung des Falles näher zu kommen. Der besagte Felsbrocken befindet sich an einer Stelle an der steinigen Atlantikküste, welche nur bei Ebbe zu erreichen ist; so das französische Nachrichtenportal Franceberichtet. Im 13'349-Seelen-Dorf Plougastel-Daoulas ist der rätselhafte Felsbrocken zwar bekannt, doch konnte bis jetzt anscheinend kein Experte gefunden werden, der der Sache wirklich auf den Grund gehen will.
Nun hat die Stadt eine Belohnung von 2000 Euro in Aussicht gestellt für die Person, die die Aufgabe lösen kann. Projektleiterin Véronique Martin erklärte gegenüber Travelbook, der Betrag sei angemessen für die Arbeit, die es für die Entzifferung brauchen würde. Es geht dabei konkret um eine Gruppierung von Grossbuchstaben, die auf einer glatten Seite des Felsens eingraviert und von Piktogrammen wie in einem Segelboot durchsetzt sind. Im vermeintlichen Fliesstext seien die Jahreszahlen 1786 und 1787 zu erkennen, was aber nicht unbedingt dem Zeitpunkt der Entstehung gleichzusetzen sei. Laut Martin wurde der Felsen erstmals 1979 schriftlich erwähnt, obwohl seine Existenz schon vorher bekannt gewesen sei. Es sei bisher nicht gelungen, die – augenscheinlich zumindest zum Grossteil – lateinischen Buchstaben einer Sprache zuzuordnen, geschweige denn zu übersetzen. Laut Dominique Cap, Bürgermeister von Plougastel-Daoulas, könnten die Schriftzeichen aus dem Baskischen stammen.
Dies ist eine lebende Sprache, die mit keiner anderen eine nachweisbare Verwandtschaft aufweist. Andere wiederum denken, dass es sich eher um eine ältere Form des Bretonischen handle. Bretonisch ist jene keltische Sprache, die in der Bretagne bis heute lebendig, aber dennoch in ihrer Existenz stark gefährdet ist. Projektleiterin Martin verrät, dass schon sechs Zuschriften im Rathaus der Stadt eingetroffen seien. Eine Jury wird diese nun begutachten Jury. Dieser gehören auch Sprachwissenschaftler von der nahegelegenen Universität Brest an. Übertragungen können von Laien und Experten bis zum 30. November Zeit eingereicht werden. Dass diese auf fundierte Recherche und seriöse Quellen gestützt sein müssen, versteht sich von selbst.