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Konkret wird einerseits ermittelt, welche Institutionen in den erwähnten Regionen für diesen Fürsorgebereich zuständig und welche die relevanten juristischen Grundlagen waren. Andererseits werden die damaligen Armendebatten zu analysieren sein. Diese sollen in erster Linie darüber Aufschluss geben, womit Armut erklärt worden ist und welche Überzeugungen damals als „Fachwissen“ anerkannt waren. Inwiefern dienen diese unterschiedlichen Armutswahrnehmungen ausserdem dazu, die jeweiligen Fürsorge- und (im Hinblick auf das Verdingkinderwesen) Versorgungspraktiken zu erklären?
Anhand eines Nachweises der professionellen Vernetzung zwischen involvierten Institutionen durch Fachzeitschriften und den regen wechselseitigen Informationsaustausch aus der Praxis, sollen darüber hinaus die Medien der Argumentationsübertragung aufgezeigt werden. Insbesondere wird dabei die Rolle der behördlichen Fallakten zu klären sein.
Schliesslich möchte ich die Wirkungsradien der ermittelten Argumentationen zum einen innerhalb der einzelnen Kantone (d. h. zwischen Stadt und Landschaft), zum andern transkantonal untersuchen, um nicht zuletzt der vermeintlichen Pionierfunktion der Stadt Zürich in der modernen Schweizer Kinder- und Jugendfürsorge auf den Grund zu gehen.
Diese Dissertation soll einen Beitrag zur wissenschaftlich begründeten Auseinandersetzung mit dem schweizerischen Verdingkinderwesen sowohl in der Forschung als auch in der Gesellschaft leisten.