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EHB 5866 ist die fiktive Galaxie der Basler Künstlerin Esther Hunziker, die aus einer einzigen realen Fotografie des Marsmondes Phobus besteht. In hundertfacher Überlagerung drehen sich die Schichten des Abbildes des Himmelskörpers in wandelnden Konstellationen statt um den Roten Planeten um sich selbst. Die stark variierenden Massstabssprünge der einzelnen Bildschichten erzeugen in einer gebundenen, rechtläufigen Rotation, die dem realen Marsmond entspricht, eine immense Bildtiefe. In der schwebenden Rotation der multiplen Staffelung des immergleichen Bildes dringen durch das ständige Vergleichen die Charakteristika der Oberflächen- und Formstrukturen intrinsischer an die Netzhaut vor, als es das ursprüngliche Bild der ESA (European Space Agency) jemals leisten könnte. Chus Martínez beschreibt diese Qualität von Hunzikers fiktiven Welten treffend als das Ermöglichen eines neuen, weiterführenden Verständnisses von physischen Eigenschaften oder qualitativen Prozessen des Realen innerhalb einer neuen, digitalen Realität.
(Text: Bettina Back)
Esther Hunziker (*1969), lebt und arbeitet in Basel.
Esther Hunziker ist eine freischaffende Schweizer Künstlerin und Dozentin für digitale Medien. Sie arbeitet als Mediengestalterin mit Schwerpunkt Webdesign. Vor ihrem Kunststudium lernte sie das Handwerk als Damenschneiderin und studierte Modedesign in Basel. Darauf gründete sie ein eigenes Modelabel, arbeitete als Screendesignerin, experimentierte mit der analogen Videoschnitttechnik und realisierte erste interaktive Erzählformen im digitalen Netz. Das Schaffen der Künstlerin basiert oft auf Überwachungstechnologien, Objets trouvés, Architekturfotos, Dekonstruktionen oder Montagen und behandeln das Aufeinandertreffen von scheinbaren Realitäten auf reale Scheinwelten.