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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Erstes Buch
I. Kapitel
8.
1. Man darf es daher den Hörern auch nicht gestatten, die Prüfung auf Grund von Vergleichung vorzunehmen; ebensowenig darf man die Lehre denen zur Musterung ausliefern, die in mannigfaltigen Redekünsten und in der machtvollen Wirkung großartiger rhetorischer Schlußfolgerungen aufgezogen sind, denen, deren Seele bereits in Vorurteilen befangen und nicht (für Aufnahme des Neuen) zuvor freigemacht ist.
2. Wenn sich aber jemand auf Grund seines Glaubens dazu entschließt, zum Gastmahl zu kommen, so ist er zuverlässig geeignet zur Aufnahme göttlicher Lehren, da er als vernünftigen Entscheidungsmaßstab den Glauben besitzt. Daraus folgt für ihn zum Überfluß noch die Überzeugung. Und dies ist füglich der Sinn jenes Prophetenwortes: "Wenn ihr nicht glaubet, so versteht ihr auch nicht."1 "Da wir also noch Zeit und Gelegenheit haben, lasset uns das Gute an allen tun, am meisten aber an den Glaubensgenossen!"2
3. Ein jeder von diesen lasse mit den Worten des seligen David das Danklied erschallen: "Du wirst mich mit Ysop besprengen, und ich werde gereinigt werden; du wirst mich waschen, und ich werde weißer werden als Schnee. Du wirst mich [S. 17] Freude und Wonne hören lassen; es werden die gedemütigten Gebeine frohlocken. Wende weg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge meine Missetaten!
4. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir in meinem Innern einen neuen , festen Geist! Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir! Gib mir wieder das Frohlocken über dein Heil und mache mich stark durch den führenden Geist!"3
1: Jes 7,9.
2: Gal 6,10.
3: Ps 50,9-14.