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Einige Fachausdrücke
Aphasie:
zentrale Sprachstörung; häufige Folge von Hirnverletzungen. Gestört sein können dabei das spontane Sprechen, das Verstehen von Sprache, Lesen und Schreiben in ganz unterschiedlicher Ausprägung. Die Einen haben Mühe, die Wörter zu finden. Anderen kommen beim Reden die Wörter und Silben durcheinander. Einige können gar nicht mehr sprechen, anderen fällt es leicht, doch sie verstehen nicht immer alles Gesprochene und Geschriebene. Sprachstörungen erschweren die Kommunikation. Schwierigkeiten im Rechnen gehören auch zu den Aphasiesymptomen.
Apraxie:
Störung, die selektiv die Planung oder Ausführung von Bewegungsabläufen betrifft; Gegenstände können bei erhaltener Bewegungsfähigkeit und Wahrnehmung nicht mehr sinnvoll verwendet werden. Betroffenen ist es z. B. nicht mehr möglich, eine Tasse Tee zuzubereiten: Auch wenn alles dazu Nötige bereit steht, wissen sie nicht mehr, womit und wie sie anfangen sollen, und auch wozu welche Geräte gebraucht und wie sie benützt werden.
Aufmerksamkeitsdefizite:
Störungen bei der Verarbeitung von Reizen; vier Aspekte werden unterschieden:
a) kognitive Verarbeitungsgeschwindigkeit (die benötigte Zeit, um einen Gedanken zu fassen oder einem Gespräch zu folgen);
b) selektive Aufmerksamkeit oder Ablenkbarkeit (sich in einer grösseren Gesprächsrunde auf eine Person konzentrieren, oder Lesen bei laufendem Radio);
c) Teilung der Aufmerksamkeit (Telefonieren und dabei Notizen machen; beim Spazieren reden );
d) Daueraufmerksamkeit (Lesen oder Radiohören über einen längeren Zeitraum; Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit auch bei monotonen Anforderungen).
- Aufmerksamkeitsdefizite sind eine häufige (unsichtbare) Folge von Hirnverletzungen. Betroffene berichten über die damit zusammenhängende rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsprobleme.
Cerebellum:
Kleinhirn; es steuert und koordiniert unsere Bewegungen.
Denkstörungen:
Folge einer substantiellen Schädigung des Stirnhirns. Betroffene haben Schwierigkeiten, die Bedingungen eines Problems zu analysieren und wichtige Verbindungen und Beziehungen zu erkennen: Das Problemlösende, d. h. logisch-analytische, zielgerichtete, schlussfolgernde Denken ist gestört.
Gedächtnis:
Wiedererkennen und Erinnern von wahrgenommenen, erlebten, vorgestellten und erlernten Informationen. Gedächtnissysteme lassen sich hinsichtlich der Dauer, wie lange Informationen gespeichert werden, unterscheiden.
Gedächtnisstörungen: (-Lernstörungen):
Gehören zu den häufigsten Folgen einer Hirnverletzung. Sie treten selten isoliert auf, sondern sind in der Regel von anderen Hirnleistungsstörungen (z.B. der Aufmerksamkeit oder der Sprache) begleitet. Sie reichen von minimalen bis hin zu schwersten Schädigungen.
Hemiplegie: Halbseitenlähmung. Eine Verletzung der rechten Hälfte des Gehirns bewirkt eine linksseitige Lähmung und umgekehrt. Bei vielen Betroffenen werden die der Hirnverletzung gegenüberliegende Seite des eigenen Körpers sowie der ihn umgebende Raum selbst bei unversehrtem Gesichtsfeld nicht beachtet, also vernachlässigt, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Sie vernachlässigen oder «vergessen» ihre linke (ganz oder teilweise gelähmte) Körperhälfte, übersehen Gegenstände vorzugsweise in der linken Raumhälfte und stossen dort häufig an. Beim Zuknöpfen der Jacke nehmen sie z.B. ihre (teilweise gelähmte) linke Hand erst dann zu Hilfe, wenn sie daran erinnert werden. Oder sie suchen beim Frühstück angestrengt die Kaffeetasse, bis sie jemand darauf aufmerksam macht, dass diese links von ihrem Teller steht; oder sie können die Zeitung nicht finden, die neben ihrer linken Hand auf dem Tisch liegt.
Koma:
Tiefe Bewusstlosigkeit, bei der Betroffene durch keine äusseren Reize zu wecken sind.
Lernstörungen:
Häufige Folge von Hirnverletzungen. Lernstörungen stehen in einem engen Zusammenhang mit Gedächtnisstörungen: Neu Gelerntes kann nicht mehr oder nur noch teilweise behalten, d.h. im Gedächtnis gespeichert und später erinnert, d.h. aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Andere Hirnleistungsstörungen wie Störungen der Sprache, der Aufmerksamkeits- und der Konzentrationsfähigkeit sind bei Lernstörungen häufig mit beteiligt.
Umstellfähigkeit:
Von einer Verhaltensweise auf eine andere wechseln, d. h. das Verhalten automatisch den Umständen anpassen. Durch eine Hirnverletzung kann die Umstellfähigkeit vermindert werden: Betroffene halten an einem Gedanken, einer Reaktion oder Tätigkeit fest und wiederholen sie, auch wenn diese der Situation nicht mehr angemessen ist. Es fällt ihnen z.B. ausserordentlich schwer, nicht an einer Handlung hängen zu bleiben und zur nächsten überzugehen, bzw. sich umzustellen.
Trauma:
Verletzung durch eine Gewalteinwirkung.
Wahrnehmungsstörungen:
a) Störungen der Raumwahrnehmung: Z. B. den Raum nur teilweise wahrnehmen können; oder sich verlieren im Raum, in dem man sich befindet und weder dessen Dimensionen, Grenzen noch Perspektiven einschätzen können. Ein Architekt, der durch eine Hirnverletzung mit einer Störung der Raumwahrnehmung leben muss, kann keine Pläne mehr zeichnen, also seinen Beruf nicht mehr ausüben.
b) Störung der Selbstwahrnehmung: Den eigenen Körper nicht mehr als ganzen, zusammen gehörenden eigenen Organismus wahrnehmen können, als Folge einer Hirnverletzung.
c) Störungen des Hör- oder Sehvermögens, bedingt durch die Verletzung des Seh- bzw. Hörzentrums oder deren Nervenbahnen im Gehirn. Dazu gehören die nach einer Hirnverletzung häufig auftretenden Einschränkungen des Gesichtsfeldes als Folge der Schädigung der Sehbahnen oder der Sehrinde nach einer Hirnverletzung (Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Tumor).
Dr. phil. Erika Schwob-Sturm
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Geleitwort
zum Film

Ein Film über das Leben mit Hirnverletzung.mit Mitgliedern der Basler Selbsthilfegruppe. Von Michael Nemitz
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last update: 20.10. 2001