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Dazu das Bild eines
Jungen, der bis zum Hals im Wasser steht.
Das dramatische
Ansteigen des Meeresspiegels kann man z. B. hier sehen.
Im Artikel wird
erwähnt, um wie viel das Eis in der Antarktis jedes Jahr abnimmt (3mal der
Bodensee).
Es wird nicht erwähnt,
wie viel Eis es in der Antarktis gibt.
Laut Wikipedia nimmt das Eisvolumen in der Antarktis jedes Jahr um 1 Hunderttausendstel ab. Wenn der Prozess also linear verläuft (was sicherlich nicht der Fall ist), dauert es etwa 100’000 Jahre bis die Antarktis abgeschmolzen ist.
Als Physiker frage ich
mich, wie man etwas so genau messen kann. Das Eis in der Antarktis ist etwa
2000 m dick. Es schmelzen im Jahr daher etwa 2 cm ab. Laut Artikel haben sich
diese 2 cm um etwa 5% erhöht. Es sind jetzt 2.1 cm, also 1 mm mehr. Damit das
Messergebnis signifikant ist, muss die Messgenauigkeit noch geringer sein. Man
kann also die mittlere Eisdicke in der Antarktis auf weniger als einen 1mm
genau bestimmen. Hört sich formidabel an, nur mir fehlt der Glaube.
Meiner Meinung nach ist das Dramatisieren in der Klimawandelproblematik kontraproduktiv. Es verhindert jede sachliche Diskussion. Am Ende stehen sich alle mit geschlossenem Visier gegenüber und nichts passiert.
Sitzen zwei Touristen («Landratten») bei auflaufendem Wasser auf einer Bank auf dem Deich. «Schau mal wie der Meeresspiegel steigt! So dramatisch hatte ich mir das gar nicht vorgestellt!»
Jakarta ist auf einem instabilen
Untergrund gebaut und es gibt keine ausreichende Wasserversorgung. Deshalb wir
ein Großteil des Trinkwassers aus illegalen Brunnen gefördert. Dadurch sinkt
der Grundwasserspiegel ab und der Boden schrumpft. Der Boden sinkt im Durchschnitt
60 mm im Jahr, also 20-mal mehr als dass der Meeresspiegel steigt.
Das bringt mich zu der Frage, wie man
den Meeresspiegelanstieg misst. Wie kann man unterscheiden ob sich der
Meeresspiegel hebt oder ob der Pegel sinkt?
Weltweit steigt der Meeresspiegel um 3.3 mm/Jahr, aber in der Nordsee nur um 1.5 mm. Hebt sich die Nordsee immer noch an, weil die Gletscher der letzten Eiszeit geschmolzen sind?
Im letzten
Sachstandsbericht hat sich der Weltklimarat auch dazu geäussert, wie hoch die
Schäden sein werden, wenn sich die globale mittlere Temperatur um 2°C erhöht.
Natürlich ist es sehr schwierig so etwas vorherzusagen, wie immer bei
Vorhersagen über die Zukunft. Aber man bekommt aber zu mindestens einen
Eindruck von der Größenordnung. Hier der Text:
“the
incomplete estimates of global annual economic losses for additional
temperature increases of ~2°C are between 0.2 and 2.0% of income (±1 standard
deviation around the mean) (medium evidence, medium agreement).
Mit income ist hier das Bruttoinlandsprodukt gemeint. Maximal 2% des BIP. Die Zahl kommt einem irgendwie bekannt vor. 2% des BIP sind die geforderten Militärausgeben innerhalb der NATO.
Wir hören jetzt jeden Tag, dass die Welt durch den Klimawandel untergeht. Wieder sorgt der Weltklimarat im Kapitel 10 des fünften Sachstandsberichts für Verwirrung:
“For most economic sectors, the impact of climate change will be small relative to the impacts of other drivers (medium evidence, high agreement). Changes in population, age, income, technology, relative prices, lifestyle, regulation, governance, and many other aspects of socioeconomic development will have an impact on the supply and demand of economic goods and services that is large relative to the impact of climate change.”
Greta sagt, dass wir auf die Wissenschaftler hören sollen. Wenn die aber jetzt etwas anderes sagen als Greta?
Die R+V-Versicherung
lässt jedes Jahr die Menschen in Deutschland befragen, wovor sie Angst haben.
Die letzte Befragung
zeigt, dass die Menschen zurzeit relativ wenig Angst haben. Am erstaunlichsten
ist jedoch, dass Angst vor dem Klimawandel und Wetterextremen erst am Ende der
Liste auftaucht.
Wenn man den Medien
glaubt, ist der Klimawandel das grösste Problem der Zeit und alle anderen
Probleme sind dabei zu vernachlässigen. Ca. 60% der Menschen in Deutschland
haben aber keine Angst vor dem Klimawandel. Greta Thunberg hat jeden Tag Angst
und möchte, dass wir panische Angst bekommen.
Der Kommentar in der
Regionalpresse war heute, dass die Menschen noch nicht genug über die Gefahren
des Klimawandels aufgeklärt sind. Wie ist das möglich? Man hört und liest doch
überall vom Klimawandel, selbst in der Philosophievorlesung wird er erwähnt.
Professoren schreiben in der Zeitung, dass die Existenz der Menschheit durch
den Klimawandel gefährdet ist und 60% haben keine Angst.
Vielleicht liegt es
eher daran, dass die Warner etwas übertrieben haben? In den 80er Jahren hiess
es, dass es im Jahr 2000 keinen Schnee mehr in den Alpen geben würde. Nach dem
warmen Sommer 2003 hiess es, dass solchen warmen Sommer jetzt häufiger kommen.
In den nächsten 15 Jahren kamen sie aber nicht.
Greta Thunberg prophezeit
die Apokalypse, aber die Leute können es nicht mehr hören.
Den Zeugen Jehovas glaubt
auch keiner, dass die Welt bald untergeht.
Auf SPON erschien
gerade ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf mit dem verheissungsvollen Titel: «Die
Menschheit verliert die Kontrolle über den Zustand der Erde».
Ob die Menschheit jemals
die Kontrolle über den Zustand der Erde hatte oder ob das nur eine Idee von
Leuten wie Napoleon oder Hitler war, lassen wir mal beiseite.
Er beginnt damit, dass die Klimaforscher schon seit 50 Jahren warnen. In meiner alten Firma nannte man das einen «cover my ass letter». Leute, die immer gleich rufen, dass sie schon immer dagegen waren und daher keine Verantwortung tragen, sind nutzlos, weil sie nichts zur Lösung des Problems beitragen.
Es folgt kein einziger
Vorschlag zur Lösung des Problems. Dass man kein CO2 mehr emittieren soll, ist ein
Ziel aber kein Lösungsvorschlag.
Dann versucht er noch
ein bisschen Angst zu machen mit einem Anstieg des Meeresspiegels um 3 m, wenn
die Antarktis abschmilzt. Damit aber keiner in 20 Jahren sagen, dass er sich
geirrt hat, veranschlagt er 1000 oder auch 2000 Jahre für den Abschmelzprozess.
Wenn das Meer 1000
Jahre braucht, um 3m zu steigen, dann müssen wir die Deiche jedes Jahr um 3mm (Millimeter!)
oder alle 100 Jahre um 30 cm erhöhen. Das kriegen die Friesen hin, keine Sorge.
Falls nicht werde ich unser Haus (4m über dem Meeresspiegel) im Jahr 3019 verkaufen,
bevor die Preise fallen.
Ich frage mich, wie
wir den Meeresspiegel konstant gehalten haben, als wir noch Kontrolle über den
Zustand der Erde hatten.
Herr Rahmstorf ist gerade
auf einer Konferenz in Sidney. Ob er da hingesegelt ist?
Beim Aufräumen der
Festplatte habe ich eine interessante Veröffentlichung von Jochem Marotzke
wiedergefunden mit dem Titel «Quantifying the irreducible uncertainty in
near-term climate projections».
Es geht um ein
Gedankenexperiment. Er versetzt sich in das Jahr 2035 und schaut zurück auf die
Entwicklung des Klimas. Er nimmt an,
dass ab 2020 alle Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen
erfüllen und ihre CO2-Emissionen reduziert haben. Kann man dann diese Reduktion
z. B. in der Temperaturentwicklung durch einen abnehmenden Gradienten sehen? Seine
Schlussfolgerung ist:
“Even if
greenhouse-gas emissions begin to decline after year 2020, the probability is
substantial that the response of iconic climate quantities to this decline will
not have emerged by year 2035. According to the model used here, GMST [Global Mean Surface Temperature] will rise at a faster rate with a
probability of as much as one-third.”
Mit 33%iger
Wahrscheinlichkeit wird also der Temperaturgradient stärker werden und nicht
abnehmen trotz der Emissionsreduktionen.
Der tiefere Grund ist,
dass der Temperaturanstieg durch das CO2 überlagert wird durch andere Effekte,
die sich chaotisch oder quasi-chaotisch verhalten.
Er sieht in diesem
Fall ein großes Kommunikationsproblem kommen.
Der Samen für dieses Problem wird wohl bereits heute gelegt, weil in der Öffentlichkeit immer der Eindruck erweckt wird, dass es keine Unsicherheiten in den Klimaprognosen gibt.
Herr Tönnies hat «argumentiert»,
dass man durch Industrialisierung d.h. Kraftwerke die Geburtenrate in Afrika
senken könnte. Das trägt ihm den Vorwurf des Rassismus ein.
Nach Duden ist
Rassismus die «Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit
bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit
anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen».
Rassisten würden also
behaupten, dass die hohe Geburtenrate in Afrika biologisch («rassisch»)
begründet ist. Eine Industrialisierung ändert aber überhaupt nichts an den biologischen
Merkmalen (so es solche überhaupt gibt). Ein Rassist würde Herrn Tönnies also entgegenhalten,
dass sein Vorschlag nichts ändern würde, weil Afrikaner nun mal so seien wie
sie sind. Rassisten behaupten, dass man nichts ändern könne, weil man die «rassischen»
Merkmale eines Menschen nicht ändern kann.
Man könnte natürlich
die Äusserungen so interpretieren, dass die Afrikaner auf Grund rassischer Merkmale
nicht in der Lage seien, ihre ökonomische Situation selbst zu verbessern. Das
lese ich aber in den Äusserungen nicht eindeutig.
Ich habe etwas getan,
was ich sonst selten mache: ich habe Nachrichten im Fernsehen geschaut. Danach
kamen die Wetteraussichten. Um den Trend für die nächsten Tage darzustellen,
wurde ein Diagramm gezeigt. Auf der X-Achse wurden die Tage dargestellt; auf
der Y-Achse die Temperatur. Da ich kein passendes Bild im Internet gefunden
habe, habe ich selbst eins entworfen.
So eine ähnliche Kurve
haben sicher alle schon mal gesehen.
Aus der Kurve können
wir entnehmen, dass am 21.6. 20°C erwartet werden und am nächsten Tag, dem
22.6. soll es 25°C werden. Am 24.6. können es sogar 37°C werden.
Nur was soll die
Zeitachse bedeuten? Wann werden z. B. 22°C erreicht? Am Morgen des 22.06.?
Nimmt die Temperatur
zwischen den Tagen (= nachts) nicht ab?
Eigentlich müssten nur Punkte an den einzelnen Tagen dargestellt werden. Die Verbindung der Punkte macht keinen Sinn, außer dass es etwas dramatischer aussieht.
In der letzten Zeit liest
man immer häufiger, dass die Menschen fliegen, weil die Flugpreise niedriger
sind als die Bahnpreise. Der Grund sei, dass Kerosin nicht der Mineralölsteuer
unterliegt.
Man findet aber in der
Regel keine Zahlen, wieviel die Flugtickets teurer werden, wenn man das Kerosin
besteuert. Auf einer österreichischen Seite habe ich gefunden, dass ein Flug
von Wien nach Mallorca sich um ca. 60 Euro verteuern würde. Hätte das eine
große Steuerungswirkung? Verzichten die Leute dann auf einen Mallorca-Urlaub
oder steigen sie auf Auto bzw. Bahn und Fähre um? Ich habe Zweifel.
Eine Studie der EU,
die jetzt an die Öffentlichkeit gelangt ist, erwartet, dass die CO2-Emissionen
des Flugverkehrs um 11% zurückgehen, wenn eine Kerosinsteuer eingeführt wird.
Der Flugverkehr der
gesamten Welt produziert ca. 2.5% der weltweiten CO2-Emissionen.
Wenn dies um 11% reduziert wird, bedeutet das, dass die weltweiten CO2-Emissionen
um weniger als 0.3% zurückgehen.
In der Klimaforschung
versucht man durch verbesserte Modelle, die Ungenauigkeit in den Vorhersagen
der Temperaturerhöhung zu verringern. Gemäß dem letzten Bericht des IPPC kommt
man aber nicht besonders gut voran. Bei Verdopplung des CO2-Gehaltes
in der Luft soll es zwischen 1,5 und 4,5°C wärmer werden. Zwischen dem
geringsten und dem höchsten Wert liegt ein Faktor 3.
Erst wenn der Fall eingetreten ist, wird man wissen welches Modell die richtige Vorhersage gemacht hat. Voraussagen sind ja bekanntlich schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.
Wenn man jemand dann
behauptet, dass dieses Modell bzw. die Erzeuger dieses Modells damals es schon
gewusst haben, wird er wohl nur Kopfschütteln ernten. Wenn man mit seiner Voraussage
richtig liegt, heißt es ja nicht, dass er das richtige Ergebnis schon gewusst
hat.
Warum schreibe ich
solche Banalitäten? Weil diese Banalitäten im deutschen Qualitätsjournalismus
nicht überall bekannt sind.
Im Link heißt es richtig,
dass EXXON es richtig vorhersagte. In der Überschrift des Artikels wird daraus:
«Ölriese Exxon wusste
schon 1982, wie stark die Erderwärmung 2019 ausfällt»
Sollte ein «Qualitätsjournal»
nicht wissen, was der Unterschied zwischen einer richtigen Vorhersage und
Wissen ist.
Ich sage mal voraus,
dass Bayern München deutscher Fußballmeister wird. Dann kann der Spiegel
nächsten Montag mit der Schlagzeile erscheinen: «Henning Fleßner wusste schon
Freitag, dass Bayern München gewinnt.»