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Eine Verklebung der inneren Schamlippen – auch Labiensynechie genannt– kommt bei zwei bis fünf Prozent der Mädchen vor, am häufigsten zwischen dem 13. und 23. Monat.
Schamlippenverklebung wegen Hormonmangel
Vom 3. Monat bis zum Eintritt der Pubertät befinden sich Mädchen in der sogenannten hormonellen Ruhephase. In dieser Zeit produzieren die Eierstöcke noch keine Östrogene, die bei erwachsenen Frauen dafür sorgen, dass die Haut im Bereich der Schamlippen gut durchblutet ist. Bei Mädchen vor der Pubertät ist die Haut im Intimbereich darum noch sehr empfindlich und es kann zur Austrocknung oder einer leichten Entzündung der Schamlippen kommen. Dies kann dazu führen, dass die Schamlippen an ihren Rändern miteinander verkleben.
Seifen, Feuchttücher oder zinkhaltige Salben fördern die Austrocknung der Schamlippen und machen sie empfindlicher. Selten sind auch mangelnde Hygiene, Hauterkrankungen, Madenwürmer oder sexueller Missbrauch Gründe für eine Verklebung der Schamlippen.
Da lediglich die Schamlippen miteinander verkleben, hat diese Krankheit keinen Einfluss auf das spätere Leben des Mädchens. Weder das Jungfernhäutchen noch die Scheide oder die Gebärmutter sind davon betroffen.
Symptome der Schamlippenverklebung
Meist wird die Verklebung der Schamlippen bei einer Vorsorgeuntersuchung oder bei der Intimpflege entdeckt, da sie keine sehr offensichtlichen Symptome verursacht. Da im Bereich der Harnröhre eine Lücke bleibt, kann der Urin abfliessen. Manchmal ist der Strahl allerdings nicht gerade, sondern weicht zur Seite ab.
Allerdings kann sich durch die Verklebung eine Art Reservoir gebildet, in dem sich der Urin sammelt. Dann tröpfelt nach dem wasserlösen Urin nach.
In seltenen Fällen kann es zu einem kompletten Verschluss der Harnröhre kommen, dann staut sich der Urin zurück in die Blase und Nieren. Harnwegsinfektionen können ebenfalls häufiger auftreten.
Wie wird eine Schamlippenverklebung behandelt?
Ohne Symptome ist keine Behandlung notwendig. Die Verklebung löst sich in vielen Fällen spontan, spätestens beim Eintritt der Pubertät. Bei Beschwerden oder dem unangenehmen Nachtröpfeln kann die Verklebung mit einer östrogenhaltigen Salbe sanft innerhalb weniger Wochen gelöst werden.
Auf keinen Fall dürfen die Schamlippen manuell geöffnet werden, dies kann eine Vernarbung zur Folge haben. Nur in Ausnahmefällen ist es nötig, die Verklebung mit einer Sonde zu öffnen.
Der Schamlippenverklebung vorbeugen
Damit die Schamlippen kein weiteres Mal verkleben, sollten Sie für die Intimpflege Ihrer Tochter nur klares Wasser und weder Feuchttücher noch Zinksalben verwenden. Achten Sie auf ölhaltige Pflegeprodukte oder verwenden Sie ein wenig Vaseline.