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Auf Blogwiese wurde kürzlich die Frage gestellt: Ist Filterkaffee typisch für Deutsche? Dem Schreiber, selber ein Deutscher, der in der Schweiz lebt und über seine Beobachtungen als Deutscher in der Schweiz bloggt, ist aufgefallen, dass es nicht ganz einfach ist, in einem Schweizer Grossverteiler Kaffeefilter zu finden.
Offensichtlich ist das eine typisch deutschen Angewohnheit, «Filterkaffee» zu trinken. Wir lasen im Magazin des Tages-Anzeigers in einer klassen Reportage mit dem Titel «Wir gegen uns», geschrieben von Christoph Fellmann, über die Süddeutschen und ihr Verhältnis zur Schweiz: «Das Ehepaar Moser lebt seit 1971 an einer Wohnstrasse in Konstanz am Bodensee. Im Garten blühen die Forsythien. Serviert wird Filterkaffee und «Kaffeeglück», das ist eine Blechdose mit Kondensmilch – Kaffeegewohnheiten markieren kulturelle Grenzen.»
Dass der Filterkaffee in der Schweiz nicht mehr weit verbreitet ist, dürfte seine Gründe in der jüngeren Vergangenheit haben. Sehr beliebt sind in der Schweiz die Kaffeevollautomaten von Jura & Co. Und auch die geschlossenen Kapselsysteme, allen voran Nespresso, sind in der Schweiz weit verbreitet. Letzteres System wurde ja sogar in der Schweiz entwickelt und erstmals auf den Markt gebracht.
Das der Filterkaffee in der Schweiz erst seit ein paar Jahren vom Aussterben bedroht ist, zeigt das Beispiel der Firma G.T. Mandl. Vor kaum 10 Jahren hat sie in Netstal im Kanton Glarus eine neue Fabrik für die Kaffeefilter-Produktion eröffnet. Die Fabrik ist längst wieder geschlossen. Auch in der Schweiz hat man aber offenber vor dem Siegeszug der Vollautomaten und Kapselsysteme ein gewisses Kaffeefilter-Potential gesehen.