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Eine übermässige Liebe zu sich selbst und der andauernde Durst nach Bestätigung: So beschreiben Psychologen den Narzissmus. Spricht jemand von einer stark auf sich selbst bezogenen Person, ist damit also eine narzisstische Persönlichkeit gemeint. Der Begriff ist im allgemeinen Sprachgebrauch negativ behaftet, sodass ihn Betroffene manchmal als abwertend empfinden. Wer selbst Narzisst ist oder es mit narzisstischen Mitmenschen zu tun hat, leidet meist unter Verunsicherungen im Alltag und in Beziehungen, die das eigene Leben in besonderer Weise prägen.
Nicht jeder, der narzisstische Züge aufweist, muss gleich eine Persönlichkeitsstörung haben. In einigen Fällen können entsprechende Merkmale auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hindeuten. Betroffene zeigen keine körperlichen Symptome, da es sich nicht um physische Krankheiten handelt, sodass du Narzissmus nur am Verhalten erkennst. Einige neurologische Forschungen deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang mit dem fehlenden Empathie-Empfinden im Gehirn von narzisstischen Menschen gibt. Die Diagnose stellt in der Regel ein Psychiater oder ein Psychotherapeut und orientiert sich dabei an den internationalen statistischen Klassifikationen von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen (ICD).
Diese typischen Merkmale – oder Symptome bei einer Störung – zeigen sich bei Narzissten:
Wenn du narzisstische Züge hast oder unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (kurz NPS) leidest, kämpfst du in der Regel mit der eigenen Persönlichkeit. Du bist auf die Bestätigung aus dem Umfeld angewiesen. Die Folge: Personen aus dem direkten Umfeld – Familie, Freunde oder Kollegen – fühlen sich ausgenutzt, rücksichtslos behandelt und verletzt. Als letzte Konsequenz wenden sie sich ab, beenden die Partnerschaft oder reduzieren den Kontakt auf das Nötigste.
Während viele narzisstische Personen als besonders extrovertiert gelten, zeigen andere Menschen mit narzisstischen Merkmalen eine introvertierte Persönlichkeit. Die übertriebene Bewunderung für die eigene Person leben sie in diesem Fall im Inneren aus, in der eigenen Gedankenwelt. Introvertierte Narzissten gelten als zurückhaltend und beobachten gern. Sie wägen zunächst ab, was sie von sich preisgeben. Die Folgen: Das innere Grübeln kann zu Gefühlsausbrüchen, Frustration und Wutanfällen führen.
Ein Narzissmus-Selbsttest, den du beispielsweise im Internet findest, soll aufzeigen, ob du narzisstische Züge hast oder gar unter einer Persönlichkeitsstörung leidest. Beachte jedoch, dass ein solcher Test nur erste Anhaltspunkte für pathologischen Narzissmus geben kann und du offene Fragen mit einem Psychiater oder Psychologen besprechen solltest. Dies sind häufige Fragen bei einem Narzissmus-Selbsttest:
Befindest du dich in einer Partnerschaft mit einem narzisstischen Menschen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du dich häufig ausgenutzt, überfordert oder erschöpft fühlst. Leiden Kinder unter einem narzisstischen Elternteil, bekommen sie die fehlende Empathie oft ebenfalls zu spüren. Eine Besonderheit: Menschen mit einem ausgeprägten Empathie-Empfinden neigen manchmal dazu, in ihrer Partnerschaft zu bleiben. Sie schenken ihrem Partner häufig die übermässige, dauernde Bewunderung und Liebe, auf die narzisstische Personen sich angewiesen fühlen. Du bist mit einem narzisstischen Partner zusammen? Folgende Punkte können dir helfen:
Häufig machen uns Menschen aus unserem Umfeld auf einen möglichen Narzissmus aufmerksam, sodass die Erkenntnis etwas dauert. Frage einen Psychologen um Rat, wenn du dich mit deiner Situation überfordert fühlst. Das ist wichtig, damit du eine zu dir passende Therapie beginnen kannst. Oft ist dieser Schritt zunächst nicht einfach. Er hilft jedoch vielen Betroffenen dabei, geduldiger und rücksichtsvoller mit sich selbst und den Mitmenschen umzugehen und ein gesünderes Selbstbild zu entwickeln.