Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03277.jsonl.gz/2431

Das neue Scheidungsrecht ist im Jahr 2000 in Kraft getreten. Es verleiht den Ehegatten ein tatsächliches Recht auf Scheidung, ohne dass die Gründe für die Zerrüttung der Ehe angegeben werden müssen. Um eine Scheidung einzureichen, muss man sich an das Bezirksgericht des Wohnorts der Ehegatten wenden. Im geltenden Recht gibt es zwei Arten von Scheidung:
Die Ehegatten sind sich über die Scheidung umfassend einig und reichen ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. In diesem Fall erstellen sie eine vollständige Vereinbarung über die Scheidungsfolgen (Auflösung des Güterstands, Teilung der beruflichen Vorsorge, Unterhaltsbeiträge, Zuweisung der Familienwohnung usw.). Diese Vereinbarung wird dem Gericht vorgelegt und ist Bestandteil des Scheidungsurteils. Die Frage um die Kinder wird nicht in dieser Vereinbarung behandelt: Das Gericht wird beschliessen, ob die Anträge der Eltern dem Kindeswohl entsprechen.
Die Ehegatten können auch gemeinsam die Scheidung verlangen und erklären, dass das Gericht die Scheidungsfolgen regeln soll, über die sie sich nicht einig sind (Teileinigung).
Nach Einreichen des gemeinsamen Scheidungsbegehrens haben die Ehegatten zwei Monate Bedenkzeit. Wenn sie ihre Scheidungsabsichten nach Ablauf dieser Frist schriftlich bestätigen, wird die Scheidung ausgesprochen und die Vereinbarung genehmigt.
Die Scheidung kann auch von bloss einem der beiden Ehegatten verlangt werden (Scheidung auf Klage). In diesem Fall ist die Scheidung nur nach zweijährigem Getrenntleben oder bei wichtigen Gründen (Zerrüttung der Ehe) möglich. Letzteres ist beispielsweise bei häuslicher Gewalt der Fall.
Aktualisierung 07.12.2015