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Der eine nahm die Musik in Mallorca auf, der andere wartete in Kalifornien gwundrig auf das neuste Mail und komponierte weiter. So realisieren zwei Auslandschweizer die CD «Ussländler». Gerade sind beide in der Schweiz, um das Werk einmal live zu spielen.
Fritz Dünner und René Rogenmoser kennen sich schon lange. Dünner ging früher jeweils an die Konzerte von Dolfi Rogenmoser, Renés Vater. Fritz Dünner wurde als Überraschung für René Rogenmosers 20. Geburtstag engagiert. Rogenmoser liebte Dünners Musik.
Früher per Luftpost
Obwohl sie Kontinente und einige Jahre trennen, blieben der Handörgeler Rogenmoser und der Klarinettist Dünner Freunde. Als Rogenmoser 1998 von einem neuartigen digitalen Aufnahmegerät erzählte, kaufte sich Dünner auch sofort eines. So begann das gemeinsame Musizieren über Grenzen hinweg. Noch per Luftpost ging die Musik in der Anfangsphase hin und her. Denn René Rogenmoser wanderte bereits 1994 nach Kalifornien aus, einen Monat nachdem Fritz Dünner mit dem Musizieren in der Ländlerkapelle Dünner-Nauer aufgehört hatte. Fritz Dünner entschied sich erst 2002, nach Mallorca auszuwandern.
Im Zimmer fast gejuuzt
«Schick mir einfach, was du spielen würdest», sagte Dünner zu Rogenmoser. So setzte sich Rogenmoser in Kalifornien an die Handorgel, spielte die erste Stimme, legte manchmal die zweite dazu und schickte die Aufnahme nach Mallorca. Dort musste sich Dünner überlegen, wie er die Klarinette einbringen konnte, wandelte das Stück nach seinen Vorstellungen ab, und zurück gings per Mail wieder nach Elk Grove. «Zu Hause, im Zimmer, da habe ich manchmal fast gejuuzt», blickt Rogenmoser auf die Zeit des Entwickelns zurück. Es war für ihn die schönste und spannendste Zeit. Oft hörte er die angefangenen Kompositionen auf seinen Fahrten als Trucker, und oft stiess er auch an seine Grenzen. «Das bring ich nie ane», fürchtete er, kniete sich rein ins Ungewohnte, realisierte, dass er oft zu weit weg gesucht hatte, und plötzlich ging es: «Das hat mir mehr gebracht als drei Jahre Handorgelunterricht», lachter heute. Aus Fritz Dünners Sicht war da zuerst ein Grundgeräusch, das sich aufgebaut hat und aus dem nach eineinhalb Jahren Hin und Her zwanzig ausgereifte Ländlerkompositionen entstanden sind. Nun sind die beiden Auslandschweizer in ihre ehemalige Heimat gereist, um die neuen Kompositionen vor Publikum live zu spielen. Für René Rogenmoser ist dies der ungewohnte Abschluss des Projektes. Fritz Dünner, der auch auf Mallorca auftritt, geht routiniert in die Livevorstellung. Danach wollen beide weiter zusammen komponieren.
Guter Versprecher
«Ussländler» heisst die neue CD der Auslandschweizer. Dieser gelungene Titel ist einem zehnjährigen Mädchen zu verdanken. Auf Mallorca bei Fritz Dünner zu Besuch, lästerte die zehnjährige Nichte über Ausländer, sagte stattdessen «Ussländler». Onkel Fritz lachte und wusste, wo der Versprecher exakt hinpasst.
Donnerstag, 12. September, 20.00 Uhr
CD-Vorstellung «Ussländler» mit Fritz Dünner, René Rogenmoser, Martin Suter juniorund senior, Marion Suter, Dolfi Rogenmoser, Fridel Herger und
Xaver Kistler,
Ort
Restaurant Biberegg, Rothenthurm
Bote der Urschweiz
Autor
Bote der Urschweiz
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
www.schwyzkultur.ch/KjY33Q