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Chancen nicht genutzt
Kerber verpasst drittes Wimbledon-Finale
Die Chancen sind vor allem im zweiten Satz da, doch am Ende schafft es Angelique Kerber nicht ins Wimbledon-Endspiel. Die Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty kann nun eine lange australische Wartezeit beenden.
Angelique Kerber hat ihre grandiose Rasentennis-Saison nicht mit dem Einzug in ihr drittes Wimbledon-Finale krönen können. Die Siegerin von 2018 unterlag der Weltranglisten-Ersten Ashleigh Barty aus Australien am Donnerstag 3:6, 6:7 (3:7) - und verließ trotzdem mit einem breiten Lächeln den Centre Court.
Kerber konnte eine 5:2-Führung im zweiten Satz nicht nutzen und musste sich ihrer bisher stärksten Kontrahentin im Turnierverlauf nach 1:26 Stunden geschlagen geben. Nach schwächeren Monaten hatte allerdings nicht viel darauf hingedeutet, dass die einstige Nummer eins der Welt nach drei Jahren wieder in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers einziehen würde.
Die 33 Jahre alte Kielerin verpasste ihr fünftes Endspiel bei einem der vier wichtigsten Tennis-Events. 2016 siegte sie bei den Australian Open sowie den US Open und verlor in Wimbledon gegen Serena Williams. Zwei Jahre später gelang ihr dort gegen die Amerikanerin die Revanche.
"Es ist unglaublich - das war eines der besten Tennis-Matches, die ich je gespielt habe. Angie hat dafür gesorgt, dass ich meines Bestes gezeigt habe", lobte Barty, die an diesem Samstag in London im Finale entweder auf die Tschechin Karolina Pliskova oder die an Nummer zwei gesetzte Aryna Sabalenka aus Belarus. Die 25-jährige Barty will nach ihrem Erfolg bei den French Open 2019 ihren zweiten Grand-Slam-Titel gewinnen und als erste Australierin seit 41 Jahren Wimbledonsiegerin werden.
Vor den 15 000 Zuschauern auf dem Centre Court startete die kurzzeitig nervöse Barty mit einem Doppelfehler und schenkte Kerber gleich zwei Breakbälle, die ungenutzt blieben. Dann zog die aktuelle Nummer eins, die dies auch nach dem Turnier bleiben wird, ihr durchdachtes Spiel mit einer Mischung aus verschiedenen Grundschlägen auf. Ein Passierschlag nach einem Schmetterball von Kerber bescherte der nur 1,66 Meter großen Barty kurz darauf das 2:0.
Barty mit spielerischer Klasse
Im fünften Duell der beiden schickte die Australierin aus der Nähe von Brisbane Kerber in die Ecken, streute unterschnittene und kurze Bälle ein und schlug trotz ihrer geringeren Körpergröße gut auf. Kerber gelang es zunächst nicht, wie geplant selbst das Geschehen zu diktieren. Zum 1:3 machte die Linkshänderin neun Jahre nach ihrem ersten London-Halbfinale dann mit eigenem Aufschlag das erste Spiel.
Die Weltranglisten-28. war nun zwar besser in der Partie und bekam noch eine Möglichkeit für das Break zum 4:5. Doch Barty zeigte spielerische Klasse und Nervenstärke, wehrte die Chance am Netz ab und sicherte sich nach 34 Minuten verdient den ersten Durchgang.
Doch zum 2:0 im zweiten Satz gelang Kerber das Break, zum ersten Mal schallte unter dem wolkigen Himmel ein "Komm jetzt!" über den Platz, beim 3:0 ballte die Norddeutsche die Faust und blickte entschlossen in ihre Box zum langjährigen Trainer Torben Beltz. Ein knappes Spiel zum 5:2 brachte Kerber durch, weil es nun ihr häufiger gelang, Barty in die Defensive zu bringen.
Doch statt dann mit eigenem Aufschlag in den Sätzen auszugleichen, gab Kerber ihr Service zum 5:4 ab. Barty erzwang den Tiebreak, lag schnell 6:0 vorn, ein leichter Fehler von Kerber beim vierten Matchball beendete die Partie.