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Der Schweizer Mittelstand befindet sich im Herzen der Debatte über das Nein zur Unternehmenssteuerreform. Die Volksabstimmung vom 12. Februar rückt diese oft erwähnte aber nur vage umschriebene Bevölkerungsschicht einmal mehr in den Vordergrund. Der Versuch eines Porträts in sechs Punkten.
Immer wieder sorgt der Mittelstand in den Medien für Schlagzeilen: "Erosion des Mittelstands", gefangen in der Falle der obligatorischen Auslagen, heisst es etwa. Oder man liest über die "Auflehnung des Mittelstands" im Zusammenhang mit der Wahl des neuen US-Präsidenten in den USA oder dem EU-Austritt, "Brexit", Grossbritanniens. In der Schweiz soll es der Mittelstand sein, welcher der dritten Unternehmenssteuerreform keine Chance an der Urne liess.
Doch wie ist dieses Mittelstand in der Schweiz zu definieren? Die Mehrheit der Bürger und Bürgerinnen geht davon aus, dazuzugehören. Die Bevölkerungsschicht ist aber schwierig zu erfassen. Das Bundesamt für Statistikexterner Link (BfS) machte 2013 eine grosse Untersuchung, dank der das Profil des Schweizer Mittelstands etwas geschärft werden kann.
1) Die Haushalte des Mittelstands verdienen zwischen 70% und 150% des medianen Einkommens
Das Einkommen ist das Hauptkriterium, um zu bestimmen, ob jemand zum Mittelstand gehört oder nicht. Auch die Zusammensetzung des Haushalts ist ausschlaggebend. So gehören Menschen zum Mittelstand, die in einem Haushalt wohnen, der über ein Bruttoeinkommen von zwischen 70% und 150% des medianen Einkommens verfügt. Das mediane Einkommen entspricht dem Wert, der die Bevölkerung in zwei gleichgrosse Hälften teilt: Eine Hälfte verfügt über ein kleineres Einkommen, die andere über ein grösseres.
2) Die mittlere Einkommensgruppe umfasst fast zwei Drittel der Bevölkerung
58,1% der Schweizer und Schweizerinnen gehören zum Mittelstand. Ein Fünftel der Bevölkerung verfügt über ein "geringes Einkommen", ein Einkommen, das unter jenem des Mittelstands liegt. Ein weiterer Fünftel verfügt über ein Einkommen über jenem des Mittelstands.
3) Der Anteil der mittleren Einkommensgruppe blieb seit 1998 in etwa stabil
Zwischen 1998 und 2013 repräsentierte der Mittelstand zwischen 57% und 61% der Bevölkerung. 2009 war der Anteil des Mittelstands mit 61,3% am grössten. Seither verzeichnet er einen gewissen Rückgang, während die Einkommensgruppen mit einem geringen und einem hohen Einkommen ein bisschen gewachsen sind. Das BfS geht aber davon aus, dass es sich hierbei nicht um eine massgebliche Änderung handelt. Das heisst, dass man auf der Basis dieser Daten nicht von einer Erosion des Mittelstands sprechen kann.
4) In der unteren Mitte hat jeder Vierte mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen
5) In der unteren Mitte verfügt mehr als ein Fünftel nicht über eine post-obligatorische Ausbildung
Die Verknüpfung zwischen dem Bildungsniveau und der Einkommensgruppe ist sehr eng. Der Anteil Personen ohne post-obligatorische Ausbildung sinkt mit steigendem Einkommen sehr rasch.
6) In der unteren Mitte haben die Menschen weniger Vertrauen in Politik und Rechtssystem
Menschen der unteren Mitte des Mittelstands und der einkommensschwachen Einkommensgruppe vertrauen dem politischen System weniger als die Gesamtbevölkerung.
(Übertragung aus dem Französischen: Kathrin Ammann)