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Aufgabe 4: Der Kritiker, der Kritisierte und der mitfühlende Beobachter
Diese Übung basiert auf dem Zwei-Stuhl-Dialog der von der Gestalttherapeutin Leslie Greenberg untersucht wurde.
In dieser Übung werden Sie verschiedene Positionen einnehmen, um mit verschiedenen, oft widersprüchlichen Teilen von sich selbst in Kontakt zu kommen und zu erfahren, wie sich jeder Aspekt im gegenwärtigen Moment anfühlt.
Montag
Beginnen Sie mit drei leeren Stühlen, vorzugsweise in einer dreieckigen Anordnung. Denken Sie als Nächstes über ein Problem nach, das Sie oft stört und das häufig zu harter Selbstkritik führt. Benennen Sie einen Stuhl als die Stimme Ihres inneren Selbstkritikers, einen Stuhl als die Stimme des Teils, der sich beurteilt und kritisiert und einen Stuhl als die Stimme eines weisen, mitfühlenden Beobachters. Sie werden alle drei Teile von Ihnen selbst spielen - du, du und du. Es mag auf den ersten Blick etwas albern erscheinen, aber Sie werden überrascht sein, was herauskommt, wenn Sie wirklich beginnen, Ihre Gefühle frei fliessen zu lassen.
1. Denken Sie an Ihr "Problem" und setzen Sie sich dann auf dem Stuhl des Selbstkritikers.
Wenn Sie Platz nehmen, drücken Sie laut aus, was der selbstkritische Teil von Ihnen denkt und fühlt. Zum Beispiel: "Ich hasse diese Tatsache, dass du so ein Witz bist und nicht selbstbewusst bist." Beachten Sie die Worte und den Tonfall, die der selbstkritische Teil von Ihnen benutzt und wie er sich fühlt. Besorgt, wütend, selbstgerecht, verärgert? Beachten Sie, wie Ihre Körperhaltung ist. Stark, starr, aufrecht? Welche Emotionen kommen gerade in Ihnen auf? Schreiben Sie Stichworte nieder.
Dienstag
2. Nehmen Sie den Stuhl des Kritisierenden ein.
Versuchen Sie, sich mit der Frage zu befassen, wie Sie sich auf diese Weise kritisiert fühlen. Dann verbalisieren Sie, wie Sie sich fühlen und reagieren direkt auf Ihren inneren Kritiker. Zum Beispiel: "Ich fühle mich so verletzt von dir" oder "Ich fühle mich so nicht unterstützt." Sprechen Sie einfach aus, was Ihnen in den Sinn kommt. Beachten Sie wieder den Ton Ihrer Stimme. Ist sie traurig, entmutigt, kindlich, verängstigt, hilflos? Wie ist Ihre Körperhaltung? Sind Sie zusammengebrochen, nach unten gerichtet, die Stirn runzelnd? Schreiben Sie die Stichworte nieder.
Mittwoch
3. Führen Sie nun einen kurzen Dialog zwischen diesen beiden Seiten von sich selbst durch und wechseln Sie jeweils einmal die Seite des Kritikers und das andere Mal des Kritisierten.
Versuchen Sie nun wirklich, jeden Aspekt von Ihnen selbst zu erfahren, damit jeder weiss, wie sich der andere fühlt. Erlauben Sie jedem, seine Ansichten vollständig zum Ausdruck zu bringen und gehört zu werden. Schreiben Sie Stichworte nieder.
Donnerstag
4. Jetzt besetzen Sie den Stuhl des mitfühlenden Beobachters.
Rufen Sie Ihre tiefsten Gefühle auf sowie Ihre fürsorglichen Charakter auf und wenden Sie sich sowohl an den Kritiker als auch an den Kritisierenden.
Was sagt Ihr Mitgefühl zum Kritiker, welche Einsicht hat es? Zum Beispiel: "Du klingst sehr ähnlich wie deine Mutter" oder "Ich sehe, dass du wirklich Angst hast und du versuchst mir zu helfen, damit ich nicht durcheinander komme."
Was sagt Ihr mitfühlendes Ich zu den kritisierten Teil von Ihnen? Zum Beispiel: "Es muss unglaublich schwierig sein, Tag für Tag solch harte Urteile zu hören. Ich sehe, dass du wirklich verletzt bist. "Oder" Alles, was du willst, ist für dich zu akzeptieren. "Versuche dich zu entspannen und lass dein Herz erweichen und öffnen.
Welche Worte des Mitgefühls entspringen automatisch aus Ihnen? Wie ist der Ton Ihrer Stimme? Zart, sanft, warm? Wie ist Ihre Körperhaltung - ausgeglichen, zentriert, entspannt?
Schreiben sie Stichworte nieder.
Freitag
5. Wenn der Dialog beendet ist (stoppen Sie, wann immer es für Sie richtig erscheint), überlegen Sie nun, was gerade passiert ist.
Haben Sie neue Einsichten darüber gewonnen, wie Sie sich behandeln, woher Ihre Muster kommen? Welche neuen Denkweisen haben sich ergeben, die produktiver und unterstützender sind als die bisherigen? Reflektieren Sie darüber.
Wenn Sie darüber nachdenken, was Sie erlebt haben, sollten Sie sich in Zukunft eine bessere und gesündere Beziehung zu Ihnen selbst aufbauen.
Sie können einen "Waffenstillstand" mit Ihrer inneren Stimme herbeiführen. Frieden ist immer möglich. Ihre alten Gewohnheiten müssen Sie nicht immer hervorzaubern. Was Sie tun müssen, ist, an die Stimme zu hören, die schon da ist, auch wenn sie ein wenig verborgen ist - Ihr kluges, mitfühlendes Selbst.