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Woran erkennt man unseriöse Angebote auf dem Psychomarkt?
Der Psychomarkt boomt; unüberschaubar ist mittlerweile das Angebot an Kursen, Seminaren und Workshops zur persönlichen Entwicklung und Veränderung. Doch woran erkennt man unseriöse oder sogar gefährliche Angebote?
Einfache und eindeutige Erkennungsmerkmale gibt es nicht, vorsichtig sollte man jedoch sein, wenn
– versprochen wird, dass die Teilnahme an diesem Seminar alle Probleme der Teilnehmenden lösen wird;
– nach dem Seminar ein völlig “neues Leben” beginnen würde;
– gesagt wird, dass die Methoden rational nicht erklärbar seien, sondern man sie “erleben” müsse;
– das Seminar nur eines einer ganzen Reihe von Seminaren ist, die aufeinander aufbauen. Es wird behauptet, dass sich der Erfolg erst einstelle, wenn man alle Seminare besucht habe;
– die Seminarleiter nicht über eine allgemein (z.B. staatlich) anerkannte Qualifikation verfügen;
– die Zahl der Teilnehmenden sehr gross ist (mehr als 15 Personen);
– die Teilnahmegebühr im voraus zu entrichten ist und es kein Rücktrittsrecht gibt;
– die Teilnehmenden zur Verschwiegenheit verpflichtet werden und sich keine Notizen machen dürfen;
– die Zielsetzung des Seminars vage bleibt;
– die Inhalte des Seminars mit Hilfe von Begriffen erklärt werden, die aus völlig unterschiedlichen religiösen Traditionen stammen;
– das Seminar ein “ungutes Gefühl im Bauch” verursacht, das man nicht erklären kann;
– während des Seminars Teilnehmende verbal attackiert, unter Druck gesetzt, beleidigt, beschimpft oder massiv zu Handlungen gedrängt werden, die ihnen eigentlich widerstreben;
– die Seminargebühren ungewöhnlich hoch sind und nachfolgende Kurse sogar noch teurer sind.
Im Zweifelsfall gilt:
– sich vorher bei Konsumentenorganisationen oder unseren Beratungsstellen (http://www.kath.ch/infosekten/beratung.php)
gründlich zu informieren;
– den Mut haben, ein Seminar vorzeitig zu verlassen und ggf. das Geld zurück zu verlangen.
Christian Ruch
Quelle: Infosekten, 24.04.2003