Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03143.jsonl.gz/2514

Berchtold Wipfli
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 18. Mai 1701
Priesterweihe: 20. Oktober 1709
Lehrer an der Stiftsschule: 1709–1716?
Pfarrer in Auw: 1716, 1721, 1725–1736
Bibliothekar: 1736–1744
Subprior: 1737–1744
Novizenmeister: 1737–1743
Fratresinstruktor: 1737–1743
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Johann Jodok Wipfli und der M. Magdalena Infanger.
Lebensbeschreibung[1]
P. Bertolds Taufschein wurde am 8. Oktober 1700 durch Johann Franz Walker, Dr. Theologiae und Apostolischer Notar, Pfarrhelfer in Altdorf, ausgestellt. Dieser fand im zweiten Villmergerkrieg 1712 als Feldprediger den Tod. Franz Cyprian Wüpfli (Wipfli) wurde am 17. September 1686 als Sohn des Johann Jodok Wipfli und der M. Magdalena Infanger geboren und erhielt den Namen Franz Cyprian. Die Taufe erfolgte am gleichen Tag in Altdorf. Vermutlich besuchte er zuerst die gut geführte Altdorfer Lateinschule, wie andere Urner dieser Zeit und wechselte später an die Klosterschule Engelberg. 1703 trat er mit 17 Jahren ins Noviziat und legte am 18. Mai 1704 als Fr. Berchtold die Profess ab.
Nach Abschluss der Philosophie und Theologie im Kloster erhielt er am 4. März 1708 durch Nuntius Vincenzo Bichi in der Nuntiaturkapelle in Luzern den Subdiakonat, am 23. Februar 1709 ebendort den Diakonat und am 20. Oktober 1709 den Presbyterat. Für die Weihen erhielt er eine Dispens, da er ein Jahr zu jung war und zudem die Weihe ausserhalb der gewohnten Zeit erfolgte. Beim Klostereintritt des Sohnes war der Vater Johann Jodok schon gestorben, denn die Aussteuer wird in seinem Namen vom Vogt des Fraters, Dr. med. Johann Wipfli des Rats und 1691 bis 1693 Landvogt in Sargans, vertraglich festgelegt. Als Garant für die Ausführung des Vertrages wird Franz Carl Straumeyer bestimmt. Der Vogt des Fraters starb bereits am 27. Februar 1709, sodass Straumeyer einspringen musste. Der Rest der Summe von 1200 gld - es waren noch 150 gld - wurde erst am 18. Juni 1730 unter Abt Maurus Rinderli durch Statthalter Sebastian Jauch getilgt. Es fällt hier auf, dass für Schuldentilgungen die Barmittel offenbar ungenügend waren.
P. Berchtold entfaltete seine erste Wirksamkeit in der Klosterschule. 1716, 1721 und noch einmal 1725 bis 1736 war er Pfarrer von Auw im Freiamt. Dieser Sprengel war 1638 von der dem Kloster inkorporierten Pfarrei Sins abgetrennt worden. Hier machte er sich u.a. verdient, indem er auf Wunsch der Pfarrgenossen die Neuordnung des Urbars weiterführte, die der frühere Pfarrer von Sins, P. Nikolaus Artho begonnen hatte, die aber 1727 bei seinem Weggang von Sins unvollendet blieben. Nach der Rückkehr von Auw wurde P. Berchtold von Abt Emanuel Crivelli zum Subprior des Klosters ernannt. Dazu kam 1736 das Amt des Bibliothekars, 1737 jenes des Novizenmeisters und Fratresinstruktors. Zwei Jahre zuvor war er Vertreter des Abtes bei der Revision der Urner Marchen.
Im Oktober 1743 erkrankte er auf der Reise nach Luzern und bezog Medizin von Rochus Kappeler, der mit allen möglichen Waren Handel trieb und auch mit dem Kloster in Geschäftsbeziehungen stand. Ebenso wurde der Apotheker Johann Melchior von Lauffen konsultiert. Junker Josef Werkmann pflegte ihn im Weggishof. Der Kranke lag aber auch während vierzehn Tagen im "Hirzen" zu Luzern, in der Herberge des Ludigari Salzmann, des Vaters des spätern Abtes Leodegar Salzmann. P. Berchtold erholte sich wieder ordentlich, erlitt aber am 26. Dezember 1743 einen Schlaganfall, während er die Orgel spielte. Ein dritter Schlag traf ihn am 10. Februar 1744. Man fand ihn am Morgen neben dem Schreibtisch liegend. P. Berchtold wird als Mann von hoher Tugend und Frömmigkeit geschildert, aber auch von hohem Wuchs und kräftiger Gestalt, der aber oft an Katarrh und Asthma litt. Er machte aber doch das klösterliche Leben täglich mit, in der heiligen Messe, bei Tisch und in der Erholung. Als guter Musiker versuchte sich auch als Komponist und schrieb 1637 zum Einzug der Reliquien des heiligen Eugen in die Klosterkirche einen Hymnus auf den Heiligen: "Salve Sancte Eugeni".[2]
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge) übernommen.
- StiArEbg Personlakten P. Berchtold Wipfli und Vogel, Catalogus biographicus, S. 92.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 122.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer.