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Paul Oscher startete das Mundharmonikaspielen mit 12 Jahren, als sein Onkel ihm eine Mundharmonika schenkte. Mit 15 Jahren trat er als Duo mit dem Gitarristen und Sänger Little Jimmy Mae in schwarzen Clubs in New York auf. Mitte der 1960er-Jahre traf er Muddy Waters im Apollo Theater und als 1967 die Muddy-Waters-Band keinen Mundharmonikaspieler hatte, sprang er ein. Muddy Waters nahm ihn in seine Band und er spielte bis 1971 in dieser Formation. Er lebte zu dieser Zeit im Haus Muddy Waters’, gemeinsam mit Otis Spann, von dem er das Klavier spielen lernte.
Nach der Trennung von Waters bildete er unter dem Namen Brooklyn Slim eine eigene Band. Seine Band spielte unter anderen mit Big Joe Turner, Doc Pomus, Victoria Spivey, Big Walter Horton und Johnny Copeland. Mit Louisiana Red gingen sie auf eine Europatournee.
In den 1980er-Jahren zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück und ging einem Brotberuf nach, aber 1992 kehrte er zurück. Nach einer US-Tournee mit Jimmy Rogers und der Muddy Waters Tribute Band nahm er 1995 sein erstes Album (The Deep Blues of Paul Oscher) auf. Mit der darauf folgenden Aufnahme Knockin’ on the Devils’ Door erhielt er bereits eine Nominierung für den W. C. Handy Award.
Heute tourt Paul Oscher als Solokünstler oder mit einem Trio. Zur Zeit arbeitet er auch an einem Buch über seine Erfahrungen im Bluesgeschäft. Als ehemaliger Sideman von Muddy Waters inspirierte er viele junge Musiker, so zum Beispiel Rick Estrin, Jerry Portnoy, Paul deLay und William Clark.