Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03272.jsonl.gz/257

Mein lieber Freund!
Ich denke, Du hast mit der heutigen Post die Tessiner-Konzession nebst den AbänderungsAnträgen der Kommission erhalten. Meinerseits habe ich gestern auch noch einen Bf von B. vorgefunden, den ich Dir ebenfalls beilege. Nach der Ansicht v. B. sind vom Großen Rath keine Modifikationen zu hoffen, so deute ich wenigstens seine Bemerkung;«il n'y a que laisser ou prendre».
Nun muß ich aber gestehen, daß mir neben Art 33 & 34 ganz besonders | auch die bei Art 11 beantragte Aenderung etwas bedenklich erscheint. – Für den Zusatz zu Art. 33 muß ich mir noch eine genaue Uebersetzung verschaffen, ebenso für die Modifikationen zu Art 34, über die zwar die frühern Briefe von B. genügenden Aufschluß geben. Der Schlußsatz von Art 34. soll also auch gestrichen werden, und nach Allem wäre der Kanton Tessin [nun?] verpflichtet, binnen 2 Jahren keine Lukmanier Konzeßion zu geben, sofern das bezügliche Verlangen nicht ein ganz bestimmtes (sans conditions [suspensives?] ou [résolutives?] ) ist. Somit scheinen unsere telegr. Vorstellungen wenn | nicht den gewünschten, doch einigen Erfolg gehabt zu haben. Eine weitere Frage bleibt nun, wie die Subvention behandelt werden wird.
Die gestrige Depesche v. B., die Du gestern Abend noch erhalten haben wirst, ist mir nun auch verständlicher. Ich nehme an, Franchini habe den Antrag gestellt, man solle vor der Diskussion im Großen Rath selbst das Gotthardt-Komite noch vernehmen, und dieser Antrag seie abgelehnt worden. Es würde dieß die Ansicht von B. c'est à prendre ou à laisser bestätigen. Das Bestimmte wird uns übrigens der angekündigte Bf v. B. noch | bringen.
Für heute ohne Mehreres
in aller Eile
Dein
Peyer im Hof
Sonntag Mittag.