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(Schulter) in ganz bestimmter Höhe über dem Brenner steht. Bisweilen wird auch auf einem in der Achse des Hohldochts sich erhebenden Stiel ein horizontales rundes Metallscheibchen (Brandscheibe) angebracht, an dessen unterer Fläche der innere Luftzug sich bricht, so daß er von innen nach außen auf die Flamme [* 2] stößt und diese tulpenartig ausbaucht. Derartige Brenner bedürfen dann auch eines weiten Cylinders.
Je nach der
Lage des
Ölbehälters unterscheidet man Saug- und Druck
lampen. Bei erstern wird das
Öl nur durch die
Kapillarität
des Dochts zugeführt. Dabei kann aber der
Ölbehälter höher oder niedriger liegen als die
Flamme. Liegt er niedriger, so
darf der Saugkraft des Dochts nicht zu viel zugemutet werden, und man macht daher wohl den
Ölbehälter
flach, z. B. wie bei der Astral
lampe ringförmig, wobei der
Querschnitt des
Ringes eine solche Form erhalten kann (Textfig.
1), daß der
Ring fast keinen
Schatten
[* 3] wirft (daher Sinumbra
lampe).
Bei höher liegendem
Ölbehälter ist eine Vorrichtung erforderlich, welche den Zufluß des
Öls
[* 4] regelt.
Bei der Schiebe
lampe benutzt man zu diesem
Zweck eine Sturzflasche (s. Taf.,
[* 1]
Fig. 2). Der
Ölbehälter ist hier ein
oben offener
Cylinder, in welchen eine mit
Öl gefüllte
Flasche
[* 5] mit
Hilfe eines
Ventils so eingesenkt wird, daß ihre Mündung sich unten
befindet. Sinkt das
Niveau des
Öls in dem
Cylinder auch nur um ein sehr geringes
Maß, so muß sofort
Luft
in die
Flasche eintreten und etwas
Öl ausfließen, bis das normale
Niveau wiederhergestellt ist.
Bei den Druck
lampen liegt der
Ölbehälter in dem
Fuß der
Lampe, und man vermeidet daher den
Schatten vollständig,
und die
Lampe steht fester; doch muß nun das
Öl gehoben werden, weil die
Kapillarität des Dochts allein dazu nicht ausreicht.
Zu diesem
Zweck vorgeschlagene aerostatische Vorrichtungen, bei welchen
komprimierte Luft auf das
Öl wirkt, und hydrostatische,
bei welchen nach dem
Prinzip der kommunizierenden
Röhren
[* 6] das
Öl durch eine spezifisch schwere
Flüssigkeit
(z. B. Zinkvitriollösung) zur
Flamme emporgedrückt wird sowie statische
Lampen,
[* 7] bei denen das
Öl aus einem
Leder- oder Kautschuksack
durch ein
Gewicht oder aus einem Metallcylinder durch den
Druck eines
Kolbens emporgedrückt wird, haben sich wenig bewährt,
um so mehr gewisse mechanische Vorrichtungen.
Bei der Uhr
lampe von Carcel wird durch die
Kraft
[* 8] einer in einem Gehäuse eingeschlossenen
Feder ein Uhrwerk
bewegt, welches eine
Pumpe
[* 9] mit
Kolben und
Stiefel treibt. Diese führt der
Flamme das
Öl im Überschuß zu, so daß ein Teil
desselben wieder in den
Ölbehälter zurückfließt. Das Ölniveau im
Brenner bleibt hierbei stets gleich; das zurückfließende
Öl wird etwas vorgewärmt, der
Docht aber am
Brenner gekühlt und daher eine
Flamme von großer Lichtbeständigkeit erzielt.
Einfacher und billiger, aber ebenso zweckmäßig ist die Moderateurlampe (s. Taf., [* 1] Fig. 3). Der Ölbehälter ist ein flaschenförmiges Blechgefäß, in welchem eine Metallscheibe, mittels einer Lederstulpe luftdicht schließend, durch die angelötete Zahnstange B B und das Getriebe [* 10] D gehoben, durch die große Spiralfeder aber wieder herabgedrückt wird. Füllt man die Lampe mit Öl, so bleibt dies zunächst über der Scheibe, gelangt aber beim Ausziehen unter dieselbe, weil hier ein luftverdünnter Raum entsteht und die Lederstulpe als Ventil [* 11] wirkt.
Unter dem Druck der Spiralfeder steigt nun das Öl durch das Rohr C in die Höhe. C besteht aus zwei ineinander verschiebbaren Röhren A A, von denen die engere A an der Scheibe festgelötet ist; wenn aber beim höchsten Stande der Scheibe die Feder am stärksten wirkt, so ragt dann auch gleichzeitig der Moderateur G in das Rohr C und läßt nur dieselbe Menge Öl durchfließen wie bei niedrigem Stande der Scheibe, wo die Feder schwächer wirkt, aber auch das enge Rohr nicht noch mehr verengert wird.
Die Moderateurlampe liefert dem Docht mehr Öl, als er verbraucht, und er muß deshalb durch E weit aus dem Brenner herausgeschraubt werden; der Überschuß des zugeführten Öls fließt am Brenner herab in den Ölkasten zurück. Diese Konstruktion repräsentiert mit ihren mehrfach angebrachten Verbesserungen die vollkommenste Lampe für fette Öle; [* 12] um sie noch brauchbarer zu machen, hat man sie mit drei konzentrisch ineinander steckenden Dochten versehen, welche gleichzeitig oder einzeln benutzt werden können, so daß die Lampe bei Anwendung des kleinsten Dochts selbst als Nachtlampe dienen kann. - Über Sicherheitslampen s. d.
Mineralöllampen.
Die Mineralöle (Petroleum, Photogen, Solaröl), welche das Rüböl fast vollständig verdrängt haben, erfordern vielfach andre und besonders zum Brennen der flüchtigsten Öle sind eigentümliche Konstruktionen erforderlich. Aber auch die Öle von mittlerer Flüchtigkeit, wie das gereinigte amerikanische Erdöl, [* 13] können auf den für fette Öle konstruierten Lampen nicht gebrannt werden. Sie sind dünnflüssiger und werden daher leichter vom Docht gehoben, sie geben bei viel niederer Temperatur als die fetten Öle brennbare Gase, [* 14] und die Flamme erfordert zur Entwickelung der höchsten Lichtintensität stärkern Luftzug, der aber genau reguliert werden muß.
Geschieht dies, so erhält man eine vollkommen geruchlose Flamme, doch nur, wenn die Lampe stets sehr sorgfältig bedient wird. Der Tadel, welcher noch so häufig die Petroleumlampen trifft, ist in den bei weitem meisten Fällen ungerecht und fast immer auf die Bedienung der Lampe zu richten. Die leichte Verdampfbarkeit der Mineralöle und besonders derjenigen, welche schlecht gereinigt oder betrügerisch mit flüchtigern Ölen gemischt sind, ermöglicht die Bildung explosiver Mischungen aus brennbarem Dampf [* 15] und Luft, so daß in dieser Richtung besondere Sicherheitsmaßregeln zu treffen sind.
Alle Mineralöllampen sind Sauglampen, und der Ölbehälter liegt so weit unter dem Brenner, daß eine Erhitzung desselben vermieden wird. Die der Flamme zuzuführende Luft benutzt man in der Regel zum Kühlen des Brenners. Der einfachste Brenner für Petroleumlampen ist der Flachbrenner, welcher zur Beförderung der Luftzuführung mit einer halbkugelförmigen Kappe bedeckt werden muß (s. Taf., [* 1] Fig. 4 u. 5). Er erhält einen ausgebauchten oder, da dieser leicht springt, einen im ausgebauchten Teil etwas platt gedrückten Cylinder.
Letztere Konstruktion ist empfehlenswert, weil bei derselben alle Teile des Cylinders gleich weit von der Flamme entfernt sind und mithin auch gleich stark erhitzt werden. Bisweilen werden auch mehrere Flachdochte in paralleler oder sternförmiger Stellung zusammengefügt, wie z. B. beim Kronenbrenner mit 6 und beim Triplexbrenner mit 3 Flachdochten. Votti konstruierte eine Lampe mit Flachbrenner ohne Cylinder, indem er auf den Brenner einen flach trichterförmigen Teller mit zentraler Öffnung von der Größe des Brenners setzte und auf diesen Teller eine etwas hohe Milchglas-
[* 1] ^[Abb.: Fig. 1. Ring der Sinumbrallampe ^[richtig: Sinumbralampe].] ¶
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glocke stellte. Dieselbe Idee findet sich auch bei der Kaiserlampe von Stöter ausgeführt. Die für Mineralöle angewandten Rundbrenner sind Argand-Brenner gewöhnlicher Konstruktion mit gut geregeltem Luftzutritt und meist flachem Dochte, der sich erst in dem etwas konisch gestalteten Brennerrohr zum Runddocht zusammenbiegt und bisweilen nicht durch Rädchen, sondern durch eine Scheibe gestellt wird. Letztere vermeidet das bei dem Stellrädchen leicht vorkommende Abtropfen des Öls auf den Ölbehälter.
Der Brenner kann vollständig auseinander genommen und mithin sehr leicht gereinigt werden. [* 16] Fig. 6 der Tafel zeigt die Anwendung dieses Rundbrenners für die im Berliner [* 17] Tiergarten benutzten Laternen. Die Stellscheibe wird hier, durch ein Zahnrad bewegt, welches an einer durch die Bodenplatte der Laterne hindurchgehenden Stange sitzt. In dem Ölbehälter befindet sich eine runde Blechscheibe mit angelöteter Stellstange, mit deren Hilfe das untere Dochtende beliebig gehoben werden kann, so daß demselben eine bald größere, bald geringere Ölmenge erreichbar bleibt.
Wird der Behälter am Abend gefüllt, so kann man durch passende Einstellung der Scheibe die Brennzeit der Laterne beliebig abgrenzen, und dieselbe braucht mithin nicht gelöscht zu werden. Bei großen Petroleumrundbrennern beobachtet man, daß die Lichtstärke nicht in gleichem Verhältnis mit der Größe des Brenners zu-, sondern abnimmt. Dies deutet auf eine ungenügende Luftzuführung hin, und Schuster u. Bär haben deshalb einen Rundbrenner, den Patentkosmosbrenner, konstruiert, bei welchem zwischen Vasenring und Brennersieb ein seitlich durchlochter Luftkasten eingefügt wurde, von welchem ein Rohr im Brandrohr emporsteigt, um über der Flamme eine horizontale Brandscheibe zu tragen.
Letztere sowohl als das Rohr sind gelocht, und da das obere Ende des Rohrs sich bedeutend stärker erhitzt als das untere, so wird durch dasselbe sehr kräftig Luft angesaugt und in die Flamme geleitet. Man erreicht hierdurch eine sehr glänzende Verbrennung, vermeidet die Erhitzung des Brenners und des Gefäßes, mithin die Bildung entzündlicher Dämpfe; zugleich bleibt aber auch der Docht kühl; er verkohlt weniger als bei andern Brennern und behält länger seine vollkommene Saugkraft.
Dieser Brenner hat sich, mit Brennscheibe versehen (Tafelfig. 7), auch für Solaröl sehr gut bewährt und gibt mit demselben eine ungemein intensive, weiße und vollkommen geruchlose Flamme. Eine noch vollkommnere Konstruktion zeigt der Patent-Reformkosmosbrenner (Tafelfig. 8), bei welchem auch die der Flamme außen zuströmende Luft durch das Brennerrohr erwärmt wird. Der bedeutendste Effekt ist aber durch die neue Patent-Reichslampe von Schuster u. Bär (Tafelfig. 9) erzielt worden, bei welcher das Luftzuführungsrohr durch das metallene Gefäß [* 18] hindurchgeht. Die Lampe besitzt eine Brennscheibe und eine Kappe, unter welcher die erwärmte Luft zur Flamme strömt. Ein Brenner von 20''' gibt eine Flamme von 45, einer von 40''' eine solche von 115 Normalkerzen. Ersterer ist mehr als dreimal heller als ein 32-Lochgas-Argandbrenner und kostet 50 Proz. weniger als Gas. Bei dem Mitrailleusenbrenner (Textfig. 2) werden 8, 10 oder 12 volle Dochte, welche im Kreis [* 19] angeordnet sind, durch kurze, auf einer Scheibe befestigte Rohrstücke gehalten und durch feststehende in dem eigentlichen Brenner befindliche Messingrohre geführt.
Sämtliche Dochte werden gleichzeitig gehoben und bilden miteinander gewissermaßen auch einen Runddocht, welcher aber der Länge nach in einzelne Dochte zerfällt. Auch hier ist der Schuster u. Bärsche Luftkasten mit Brennerscheibe angebracht, und mit dieser Vorrichtung ist der Mitrailleusenbrenner, dessen einzelne Dochte eine sehr starke Saugkraft besitzen, besonders für schwerere Petroleumsorten sehr geeignet. Er gibt eine völlig ruhige, höchst intensive Flamme, die Brennerteile bleiben gänzlich kalt, der Brennstoffverbrauch ist aber, entsprechend der größern Leuchtkraft, ein größerer als bei gewöhnlichen Rundbrennern.
Explosionen kommen bei Petroleumlampen infolge der Betrügereien beim Petroleumhandel, aber auch bei schlecht bedienten Lampen vor. Wenn die Lampen nicht sorgfältig gereinigt werden, sammeln sich im Brandrohr verkohlte Dochtteile, und wenn diese beim Herabschrauben des Dochts durch abfallende brennende Krustenteilchen entzündet werden, so kann sich die Entzündung auf das explosive Gemisch von Petroleumdampf und Luft im Ölbehälter fortpflanzen. Bisweilen veranlaßt auch fehlerhafte Konstruktion der Lampen oder ein zu schmaler oder zu schwacher, den Dochtraum nicht völlig ausfüllender Docht Explosionen.
Bei Berücksichtigung dieser Verhältnisse gewährt jede gute Lampe hinreichende Sicherheit, doch sind auch verschiedene Konstruktionen angegeben worden, welche diese Sicherheit namentlich gegenüber schlechtem Petroleum noch erhöhen. Erwähnenswert ist besonders der hydraulische Verschluß von Schuster u. Bär, welcher an der Basis des Brenners angelötet wird und durch das herabsickernde Petroleum die Kommunikation zwischen dem Luft- und Dampfraum des Ölbehälters und dem Brenner hydraulisch unterbricht. Entwickeln sich im erwärmten Gefäß Petroleumdämpfe, so können diese entweichen, aber niemals kann die Flamme in das Gefäß zurückschlagen. Andre Vorrichtungen gestatten leichtes und gefahrloses Auslöschen oder bewirken selbstthätig das
[* 16] ^[Abb.: Fig. 2. Mitrailleusenbrenner.]
[* 16] ^[Abb.: Fig. 3. Dampflampe von Lüdersdorff.] ¶