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Charles Mingus gehörte zu den ganz Grossen des Jazz. Mit seinem Kontrabass und seiner musikalischen Kreativität schuf er einen unverkennbaren Sound.
Vor einhundert Jahren, am 22. April 1922, wurde Charles Mingus in Nogales, Arizona, geboren. Wie viele andere Jazzmusiker auch war er in seiner Kindheit von kirchlichen Gospel-Chören begeistert. Aber schon früh wurde Duke Ellington für ihn zum grossen Vorbild.
Der Legende nach hörte Charles Mingus mit neun Jahren am Radio ein Stück von Duke Ellington, was ihn dazu motivierte, Cello zu lernen. Da er in einfachen Verhältnissen aufwuchs und seine Mutter früh starb, war das kein leichtes Unterfangen. Es heisst auch, dass sein erster Lehrer nicht nach Noten unterrichtete.
Aber Mingus spielte schon bald in der Schulband und schaffte es später, zumindest kurzzeitig in Gruppen von Louis Armstrong und Art Tatum mitzuwirken. Und er arbeitete im Laufe seiner Karriere mit Grössen wie Miles Davis, Charlie Parker und Lionel Hampton zusammen.
Er gründete eigene Bands und legte grössten Wert auf Improvisation. Sein Konzept bestand darin, dass seine Musiker sämtliche Stücke nur nach Gehör, nicht nach Noten spielen sollten. Mit seinem Können und mit seinem Sound erlangte er international grossen Erfolg. Allerdings bewahrte der ihn nicht davor, immer wieder ganz triviale Jobs zum Broterwerb annehmen zu müssen. Dazu gehörte auch eine Vollzeitstelle bei der Post.
So hoch das Ansehen von Charles Mingus auch war, so berüchtigt waren seine unkontrollierten Wutausbrüche. Wenn er davon überfallen wurde, schlug er um sich oder beschimpfte sein Publikum. So machte er sich in Bremen keine Freunde, als er während eines Konzertes seine Zuhörer als Nazis titulierte. Aber als Kontrabassist, Bandleader und Komponist waren seine Leistungen über alle Zweifel erhaben. Mingus starb am 5. Januar 1979 in Cuernavaca in Mexiko.
Das Foto entstand am 20. Juli 1975 beim Jazzfestival in Montreux, als er zusammen mit George Adams, links, auftrat. (Foto: Keystone/Max Vaterlaus)