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1959 beteiligte sich Barron Hilton, ein 32jähriger Hotelmanager aus Südkalifornien, an der Gründung der AFL und erhielt die begehrte Franchise für Los Angeles. Einen grossen Coup gelang ihm bei der Trainerverpflichtung: Er warb vom NFL-Konkurrenten Los Angeles Rams Head Coach Sid Gillman ab. Und Gillman stellte ein Team zusammen, welches sicher zu den spektakulärsten der jungen AFL gehörte. Das risikoreiche Spiel der Chargers, angeführt von Quarterback John Hadl und Wide Receiver Lance Alworth, begeisterte das Publikum und führte zu vielen Punkten auf der Anzeigetafel.
Die Chargers – welche bereits in ihrem zweiten Jahr ins benachbarte San Diego umzogen – dominierten Anfang der 1960er Jahre ihre Division und standen zwischen 1960 und 1966 gleich fünfmal im AFL Championship Game. Dort erlitten sie allerdings zumeist Schiffbruch. Nur 1963 konnten sie sich mit einem überzeugenden 55:10-Sieg gegen die Boston Patriots durchsetzen. Mit ihrem Spiel verschafften die Chargers der aufstrebenden AFL aber viel Respekt und trugen wesentlich dazu bei, dass Ende der 1960er Jahre die Fusion von NFL und AFL zustande kam.
1967 zogen die Chargers in ihr heutiges Stadion, doch die glorreichen Anfangstage verflüchtigten sich langsam und Gillman nahm 1971 seinen Abschied. 1973 verpflichteten die Chargers im Draft mit Dan Fouts zwar einen neuen Quarterback, doch auch dieser konnte das Team aus «Ocean‘s Pearl» nicht aus dem Tabellenkeller herausführen.
Dies änderte sich schlagartig, als mit Don Coryell während der Saison 1978 ein neuer Head Coach das Ruder übernahm. Er brachte sein Passsystem, mit welchem er bereits bei den St. Louis Cardinals einigen Erfolg feiern konnte und auf welchem die heute so populäre «West Coast»-Offense beruht, mit nach San Diego und erweckte die Karriere von Dan Fouts zu neuem Leben. Mit der «Air Coryell» genannten Offense führte Fouts und seine Passempfänger, darunter Wide Receiver Charlie Joiner und Tight End Kellen Winslow, die Chargers 1980 und 1981 ins AFC Championship Game, doch beidemale blieb den Chargers den Einzug in die Super Bowl verwehrt.
Wegen Verletzungen und Rücktritten verloren die Chargers danach aber schnell wieder an Durchschlagskraft, 1986 verliess Coryell das Team, ein Jahr später trat auch Fouts zurück. Erst unter Head Coach Bobby Ross, der 1992 das Steuer übernahm, erlebten die San Diego Chargers wieder einen Aufschwung: Bereits in seinem ersten Jahr führte Ross das Team in die Playoffs zurück. Und 1994 erreichten sie nach einem überraschenden 17:14-Triumph im AFC Championship Game gegen die Pittsburgh Steelers die Super Bowl. Dort mussten sie sich allerdings den überragenden San Francisco 49er mit 26:49 geschlagen geben.
Nach dieser Niederlage fielen die Chargers in ihrer Division immer weiter zurück. 2000 folgte mit einer Saison in welcher nur ein einziger Sieg resultierte der absolute Tiefpunkt der Team-Geschichte. 2001 allerdings konnte Eigentümer Alex G. Spanos – seit 1984 Team-Besitzer – mit John Butler einen äusserst erfahrenen General Manager verpflichten. Im gleichen Jahr drafteten sie zudem Running Back LaDainian Tomlinson, unter dessen Führung sich die Chargers in der Mitte des Jahrzehnts wieder in der Spitzengruppe der NFL etablieren konnten.
Ab der Jahrtausendwende versuchten die Chargers, sich in San Diego die Finanzierung eines neuen Stadions zu sichern. Doch mehrere Anläufe scheiterten, zuletzt 2016, als die Stimmberechtigten der Stadt einen Kredit an der Urne ablehnten. Und deshalb entschied sich die Besitzerfamilie Anfang 2017 eine ihnen von der NFL eingräumte Option wahrzunehmen und als zweites Team neben dem im Jahr zuvor nach Los Angeles zurückgekehrten Rams in ihre Geburtsstadt zurückzuziehen.
CHARGERS FACTS
Mitglied der AFL:
14. August 1959, Gründungsmitglied
1960 Los Angeles Chargers
1961-2016 San Diego Chargers
seit 2017 Los Angeles Chargers
Erste Saison:
1960
Super Bowl-Verlierer:
XXIX
AFL/AFC -Meister:
1963, 1994
AFL/AFC-Vizemeister:
1960, 1961, 1964, 1965, 1980, 1981, 2007
Divisions-Meister:
1960, 1961, 1963, 1964, 1965, 1979, 1980, 1981, 1992, 1994, 2004, 2006, 2007, 2008, 2009
Hall of Fame-Mitglieder:
Lance Alworth
Fred Dean
Dan Fouts
Sid Gillman (Coach)
Charlie Joiner
Ron Mix
Junior Seau
LaDainian Tomlinson
Kellen Winslow