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Sarah (16) ist sauer. Immer wieder, wenn sie in die Pause geht und ihr Schreibetui unbeaufsichtigt lässt, schmeisst es Alain (16) vom Pult. Dabei sind schon Stifte kaputt gegangen. Das Ganze geht schon so lange so, dass Sarah gar keine Lust mehr hat in der Pause nach draussen zu gehen. Sarah weiss nicht, warum Alain das macht. Sie will einfach, dass es aufhört.
Alain kann es nicht ausstehen, dass Sarah immer so laut kichert während dem Unterricht und mit Jenny, ihrer Banknachbarin, schwatzt. Er sitzt gleich hinter ihr und kann sich bei diesem Lärm einfach nicht konzentrieren. Dann wird er so sauer, dass er ihr das Schreibetui vom Pult schmeisst.
Wenn du dich auch in einer Konfliktsituation befindest, versuche Folgendes zu tun:
- Nimm zuerst deine eigenen Interessen und Gefühle ernst! Welche Lösung wünschst du?
- Such das Gespräch mit der anderen Person und erklär, was dich stört. Sag ihm/ihr, was du dir anstelle der bestehenden Situation wünschst.
- Verwende "Ich"-Aussagen, sprich von dir. Vermeide Vorwürfe, sage z.B. nicht: „Du gehst mir auf die Nerven", sondern „Ich kann mich bei diesem Lärm nicht konzentrieren".
Danach höre gut zu, was dein Gegenüber zum Thema zu sagen hat. Seine/Ihre Interessen und Gefühle solltest du ebenso ernst nehmen wie deine eigenen.
Sind eure Standpunkte geklärt, sucht ihr nach einer Lösung für das Problem, die für beide stimmt. Eine gute Lösung für ein Problem liegt oft so nah! Z.B für Sarah und Alain:
- Sarah schwatzt und kichert nicht mehr so oft mit ihrer Banknachbarin.
- Alain lässt Sarah's Schreibetui in Ruhe und sagt ihr stattdessen, wenn er sich nicht konzentrieren kann.
Was tun wenn's nicht klappt? Dann bittet ihr einen "neutralen" Kollegen bzw. eine Kollegin um Hilfe, so dass er oder sie zwischen euch vermitteln und helfen kann, eine neue Lösung herauszufinden. Diese Person kann aber nur vermitteln... die Lösung musst ihr dann selber umsetzen.
Wie entschärft man Konflikte? Fassen wir zusammen:
- Überlege dir, was dich stört und was du ändern möchtest.
- Suche dann in einem ruhigen Moment das direkte Gespräch mit der betroffenen Person (schriftliche Auseinandersetzungen, z.B. mit WhatsApp sind nicht empfehlenswert).
- Teile mit, was dich irritiert, wie du dich dabei fühlst und was du dir wünschst. Verwende dabei soweit wie möglich die «Ich»-Form. Absolute Wörter wie «Nie» und «Immer» solltest du nicht verwenden, sonst fühlt sich die andere Person mit dem Rücken zur Wand, was den Konflikt zusätzlich verstärkt. Versuche das Problem zu beschreiben, also sachlich zu bleiben, anstatt die Person schlechtzumachen.
- Nun höre zu, was die andere Person sagt. Versuche auch ihre Ansicht zu verstehen.
- Versucht, Kompromisse einzugehen, so dass ihr beide von der Lösung Vorteile habt.
- Wenn alles nichts nützt, dann bittet eine neutrale Vertrauensperson zu vermitteln.
- Bei schwerwiegenden Konflikten wie körperliche Gewalt oder Mobbing kontaktiere die Schulsozialarbeit, den schulpsychologische Dienst, eine Beratungsstelle oder rufe 147 an.