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Augustin Reding wird am 10. August 1625 in Lichtensteig geboren. Er ist das älteste Kind aus der zweiten Ehe des fürstsanktgallischen Landvogtes im Toggenburg, Johann Rudolf Reding mit Margaretha Pfyffer von Altishofen. Er studiert, wie später auch sein bedeutend jüngerer Bruder Jost Dietrich (Placidus) in Einsiedeln. Der nur zwei Jahre jüngere Bruder Heinrich (1627–1682) hingegen tritt in den Jesuitenorden ein, wirkt in Ingolstadt und Innsbruck und wird dort Hochbeichtvater der Anna von Medici und ihrer Tochter Claudia. Augustin legt 1641, mit 17 Jahren, in Einsiedeln Profess ab. Er wird 1649 zum Priester geweiht, studiert Philosophie und kommt 1654 Magister der Theologie an die Universität Freiburg. Anschliessend wirkt er als Lehrer an der Benediktineruniversität Salzburg. 1657 kehrt er nach Einsiedeln zurück. Am 17. Juli 1670 wählt in das Kapitel zum Abt.
Augustin II. Reding von Biberegg ist der erste barocke Bauabt Einsiedelns. Mit dem Beizug von Michael Kuen aus Bregenz, der bereits 1669 in Einsiedeln arbeitet und 1671 wegen seiner Schlossbauten für das Haus Montfort in Tettnang und Langenargen auch für den Neubau des Schlosses der Einsiedler Statthalterei Ittendorf verdingt wird, beruft er zum ersten Mal einen Vorarlberger Baumeister für einen Kirchenbau in das Gebiet der Eidgenossenschaft[1] . Mit Sohn Johann Georg Kuen führt er den 1673–1674 den Chorneubau durch und baut 1674–1684 die Beichtkirche mit der Magdalenenkapelle. In Pfäfers, das kurzzeitig von Einsiedeln betreut wird, plant Kuen die Klosterkirche. Im Hinblick auf grössere Bauvorhaben in Einsiedeln sind die nicht uneigennützigen Förderungen von jungen Talenten des Bauhandwerks zu verstehen. Obwohl das Kapitel seit seinem Amtsantritt immer mehr Aufnahmen ins Kloster ablehnt, wird bei talentierten Handwerkern eine Ausnahme gemacht. Nicht nur der 25-jährige Caspar (Andreas) Moosbrugger wird als Talent erkannt und aufgenommen, auch bereits im Kloster tätige Brüder werden gefördert. Br. Adalrich Reinhard, ein Schreiner, erhält eine Ausbildung zum Stuckateur und Marmorierer in Kempten. Zusammen mit Br. Caspar errichtet er in den folgenden Jahren Altäre in auswärtigen Kirchen, u. a. 1685 auch in der Klosterkirche Fischingen. 1691 legt Abt Augustin II. dem Konvent ein Projekt von Bruder Caspar Moosbrugger für einen Kirchenneubau vor, das architektonisches Können und Vertrautheit mit italienischer Baukunst aufweist – ein erstaunlicher Werdegang eines Laienbruders. Das Projekt wird aber vom Kapitel abgelehnt, das die Dringlichkeit eher beim Klosterneubau sieht.
In die Amtszeit von Fürstabt Augustin II. fällt auch der Kauf der Herrschaft Sonnenberg für 80 000 Gulden und die Übernahme des Gymnasiums in Bellinzona. Auch Streitigkeiten der Abtei mit dem Fürstbischof von Konstanz um vermeintliche Rechte sind ein Dauerthema, das von 1646 bis 1693 dauert und mehrere Äbte und Fürstbischöfe, den Nuntius in Luzern, viele Juristen und auch Rom beschäftigt.
Augustin II. Reding stirbt am 13. März 1692. Er hinterlässt ein gefestigtes Kloster, aber auch eine Schuldenlast von 208 000 Gulden.
Ein Porträt von Johann Michael Hunger zeigt den Abt im Oval, mit Mozetta, Biret und Pectorale, in der Rechten ein Buch haltend, oben links mit Inschrift und Wappen des Klosters und des Abtes. Es ist geviertet und zeigt zweimal ein silbernes R auf Rot und zweimal eine fünfblätterige Weide auf Silber. Man findet es im Chorbogen der Magdalenenkapelle und am Westseitigen Schauportal der Beichtkirche.
Ein Stich zeigt ihn im Alter von 60 Jahren. Hier ist der Abt als Literat vor seinen Werken dargestellt, wie er an einer Regelauslegung schreibt.
Pius Bieri 2008
Henggeler, Rudolf, P.: Professbuch Einsiedeln, Einsiedeln 1933.
Salzgeber, Joachim: Einsiedeln, in: Helvetia Sacra, Abteilung II, Band 1, Erster Teil, Bern 1986.
[1] Die wichtige erste Berufung von Vorarlbergern ausserhalb der Bodenseeregion wird mit Beziehungen der Familie des Abtes zu den Kuens erklärt. Eine Reding von Biberegg ist Taufpatin eines Kindes von Johann Georg Kuen in Bregenz. (O. Sandner). Dies dürfte aber eher eine Folge aus dem Auftragsverhältnis sein. Wahrscheinlicher ist der Beizug von Michael Kuen um 1669 wegen seinen Schlossbauten für das Haus Montfort in Tettnang und Langenargen. Sicher sind diese Bauten der Grund für den Verding von 1671 in Ittendorf.
|Abt OSB Augustin II. Reding 1625−1692 von Einsiedeln|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|10. August 1625||Lichtensteig St. Gallen CH||Fürstabtei St. Gallen|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benediktinerabtei Einsiedeln||1670–1692|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|13. März 1692||Einsiedeln Schwyz CH||Herrschaft Einsiedeln|
|Kurzbiografie|

Augustin II. Reding von Biberegg lernt vor seiner Wahl zum Abt von Einsiedeln an der Universität Salzburg und am Klostergymnasium Theologie. Er ist noch als Abt Verfasser von drei Foliobänden über das Konzil von Trient und eines theologischen Lehrwerkes in 13 Foliobänden. Der wachsende Konvent in Einsiedeln fördert die Absicht zu einem Klosterneubau, für den schon Planungen seiner Vorgänger vorhanden sind. Abt Augustin II. wird mit den Neubauten von Chor und Beichtkirche zum ersten barocken Bauabt Einsiedelns und legt mit dem Beizug der Baumeister Kuen aus Bregenz und mit der Aufnahme des begabten Br. Caspar Moosbrugger den Grundstein für die Vormacht der Vorarlberger Baumeister in der Eidgenossenschaft.
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