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Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem »Edgar Allan Poe Award« den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag, zuletzt der Spiegel-Bestseller Mind Control.
Navi, Buchhandlung Zürich
Stephen King legt mit Finderlohn den unwiderlegbaren Beweis vor, dass Fortsetzungen nicht zwingend immer schlecht sind!
Die Parallelen zu seinen alten Werken sind, wie immer, herrlich! So gibt es ein Wiedersehen mit Zimmer 217 - allerdings nicht im Overlook Hotel.
Der Einstieg mit dem Mord an Rothstein könnte besser nicht sein.
Stephen King legt mit Finderlohn den unwiderlegbaren Beweis vor, dass Fortsetzungen nicht zwingend immer schlecht sind!
Die Parallelen zu seinen alten Werken sind, wie immer, herrlich! So gibt es ein Wiedersehen mit Zimmer 217 - allerdings nicht im Overlook Hotel.
Der Einstieg mit dem Mord an Rothstein könnte besser nicht sein. Kingsche Action gleich von Anfang an. Geschickt konstruierte Erzählstränge, die sich gen Ende des Buches finden und zu einem brennenden Finale führen!
Morris Bellamy, ein Mörder und Vergewaltiger, besessen von der fiktiven Person Jimmy Gold, der für seine Leidenschaft zur Literatur gar über Leichen geht, wird dennoch irgendwie liebevoll gezeichnet. Als sein Vergewaltigungsopfer gegen in aussagt, und zum xten Mal beschreibt, sie leide noch immer an den Folgen der Vergewaltigung, sieht man sich auf der Seite von Morris und teilt seinen Gedanken darüber, dass er sie besser umgebracht hätte.
Morris ist kein böser Mensch. Er liebt die Literatur. Er vergöttert Jimmy Gold. Morris ist einfach besessen. Punkt. Diese Besessenheit wird im Finale sehr ausgeprägt geschildert.
Man könnte so weit gehen, und sagen, es handelt sich nicht um einen Krimi. Es handelt sich um ein Drama. Um die traurige Lebensgeschichte von Morris Bellamy, dem von einem Autor übel mitgespielt wurde und der alles für seine Leidenschaft getan hat... man könnte...
Genau wie Mr. Mercedes haben wir auch hier, die für King typischen Metaphern und zahlreiche Textstellen, die ordentlich zu lachen geben!
Besonders schön fand ich, dass King erst von kleinen schwarzen Notizbüchern schreibt. Solche, die bspw. Hemingway benutzt hat. MOLESKINE!
Da Pete Englisch studieren will und er sich auch für Literatur interessiert, werden die bedeutendsten Werke zahlreicher namhafter - und die fast vergessener - Schriftsteller genannt.
Interessant fand ich die Stelle über William Somerset Maugham. Dieser sei fast vergessen und in den meisten Buchhandlung nicht vertreten. Dann können wir uns ja direkt etwas darauf einbilden - denn bei uns ist er sehr wohl vorhanden - und auch gefragt. ^_^
Zu meiner Freude, hat Finderlohn, anders als die gebundene Ausgabe von Mr. Mercedes, ein besseres Cover. Obschon, der blutende Füller so gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat... Für Cujo hat man ja auch das Bild eines Bernhardiners gewählt und nicht das von einer Katze... Soll's einer verstehen... Lesen die Layouter das Buch? Wissen sie um den Inhalt? Ich denke kaum. Anders ist die Verfehlung bei Mr. Mercedes nicht zu erklären.
Der Titel ist zwar treffend und recht zynisch, wenn man an Morris denkt, aber hier hätte es der englische auch getan. Finders Keepers.
Allerdings ist die Übersetzung an manchen Stellen etwas fragwürdig, oder hätte anders ausgedrückt werden können. Bei solchen Stellen, vermisse ich, genauso wie zahlreiche andere King-Anhänger, den einzig wahren Joachim Körber.
Bei manchen Übersetzern hat man den Eindruck, sie haben keine Ahnung von dem Autoren und dessen Büchern. Sie machen eben ihren Job. DENNOCH! Werde ich King weiterhin in beiden Sprachen lesen und bin ich froh, um meine Englisch-Kenntnisse.
Und so schliesse ich mit einem Zitat von Jimmy Gold:
"That shit don't mean shit"
Es gibt Bücher, die prägen Leben, man ist vernarrt in sie, man liest sie drei, vier, fünfzehn mal; man stellt sich sein Leben vor, als wäre es das des Protagonisten, man schreibt selbst Geschichten über und mit dem Protagonisten. So ähnlich geht es Pete Saubers, nachdem er einen Koffer... Es gibt Bücher, die prägen Leben, man ist vernarrt in sie, man liest sie drei, vier, fünfzehn mal; man stellt sich sein Leben vor, als wäre es das des Protagonisten, man schreibt selbst Geschichten über und mit dem Protagonisten. So ähnlich geht es Pete Saubers, nachdem er einen Koffer mit Notizbücher von John Rothstein gefunden hat – und so ähnlich ging es Morris Bellamy 30 Jahre zuvor, als er den Koffer vergraben hat. Über Stephen Kings Schreibstil muss man nicht viele Worte verlieren, denn er ist hinlänglich behandelt worden – nicht von mir, sondern von anderen Rezensenten. Ich selbst lese selten King, habe eine Handvoll seiner Bücher gelesen, einige fand ich gut, manche haben meinen Geschmack nicht getroffen. Die Hodges-Trilogie verfolge ich allerdings mit großem Interesse, denn Kriminalroman habe ich von King davor noch keinen gelesen. Und auch wenn die Reihe rund um den gealterten Ex-Polizisten nicht „outstanding“ ist, hat sie dennoch irgendetwas Besonderes an sich, das nicht greifbar ist, das man nicht benennen kann. Der erste Teil von „Finderlohn“ – es gibt insgesamt drei – spielt abwechselnd 1978 und 2010, später ein paar Jahre darauf. Erst im zweiten Teil kommen wir in die Gegenwart und hier tritt auch Kermit William Hodges erstmals in der Geschichte auf – davor sind schon 200 Seiten vergangen, was zunächst etwas verwirrt, aber am Ende so ziemlich seine Ordnung hat; aber dazu später mehr. Die Geschichte des Pete Saubers ist eine, die man größtenteils nachvollziehen kann: Sein Vater wurde vor vier Jahren, als er auf Arbeitsuche war, von einem wütenden Autofahrer erwischt, der wie besessen in eine arbeitslose Menschenmenge raste. Die Szene wird exakt wie in „Mr. Mercedes“ beschrieben, nur der Blickwinkel ist ein anderer. Danach stürzt die Familie in ein Loch voller Geldsorgen und Streit. Das ist gut geschildert, allerdings fragt man sich, ob Pete Freunde hat und wie sein soziales Umfeld aussieht – das gibt es offenbar, denn King erwähnt Fragmente davon, aber ausleben tut sich der Autor dabei nicht und so kommt Pete eher wie der einsame Streber rüber, der kopfüber in die Toilette getaucht wird. Kein unsympathischer Streber, aber Pete bleibt großteils farblos - ohne Ecken und Kanten. Man bekommt nur mit, dass er seine Familie irrsinnig liebt und eine Leidenschaft für Literatur hat. Bill Hodges ist, wie im ersten Teil völlig ruhelos - und gerissen. Er arbeitet für sich selbst bei seiner Firma "Finders Keepers" (was gleichzeitig auch der Originaltitel des Buches ist), Holly unterstützt ihn dabei; die zwei sind platonisch sehr gut befreundet. Holly hat - zumindest im Kreise von Hodges und Jerome, der später ebenfalls dazustößt - ihre Schüchternheit weitestgehend abgelegt. Bei unbekannten Personen fühlt sie sich immer noch nicht sehr wohl. Insgesamt ist Holly wegen ihrer Macken der lebhafteste Charakter. Die Stamm-Charaktere sind insgesamt gut gelungen, ja sogar der Antagonist, über dessen Vergangenheit man viel erfährt. Nun zurück zu der oben erwähnten Stelle, die „ziemlich“ in Ordnung scheint. Das ist sie auch, aber mir kommt das Buch dann doch ziemlich in die Länge gezogen vor. Den ersten Teil des Buches hätte King ruhig etwas straffen können, genauso wie den dritten – vor allem Teile vor und nach dem Showdown. Das Ende war unnötig detailliert und greift meiner Meinung nach zu sehr auf den dritten Teil der Hodges-Reihe vor – dazu mehr in SPOILER-Beitrag. Der Showdown ist dafür sehr gelungen und das Duell, das dort stattfindet, gut durchdacht und packend. Fazit: Der zweite Teil der Hodges-Reihe kann nicht ganz mit „Mr. Mercedes“ mithalten, aber dennoch überzeugen. Die Geschichte ist facettenreich, porträtiert die Geschichte eines Jungen, der seine Familie über alles liebt und sich selbst dabei in die zweite Reihe stellt.