Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03437.jsonl.gz/512

Blase
Blasenentzündung / Zystitis
Die Blasenentzündung ist eine Entzündung der Harnblasenschleimhaut (Zystitis). Es wird zwischen plötzlich einsetzenden (akuten) Verlaufsformen und schleichenden, lang dauernden (chronischen) Verläufen unterschieden. Bei der Blasenentzündung kommt es zu häufigem starken Harndrang und zu brennenden Missempfindungen beim Wasserlassen (Dysurie).
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Bei Männern tritt eine Blasenentzündung häufig in Zusammenhang mit einer gutartigen Prostatavergrösserung auf. In den meisten Fällen handelt es sich um eine aszendierende, also aufsteigende Infektion.
Eine sofort wirksame Behandlung besteht in reichlicher Flüssigkeitszufuhr.
Ursache
Die häufigste Ursache sind Krankheitserreger aus dem Darm. Auch Abflussstörungen des Urins aus der Harnblase wie Blasensteine, Prostatavergrösserung, Blasensenkung, bösartige Neubildungen können eine Harnblasenentzündung auslösen, weil die Blase sich nicht vollständig entleert und sich Restharn bildet.
Symptome und Beschwerden
Häufig klagen die Patientinnen und Patienten über einen ständig quälenden Harndrang (Pollakisurie), wobei sie jeweils nur kleine Mengen Urin ausscheiden. Während des Wasserlösens können Schmerzen im Bereich des Unterbauches bestehen.
Zusätzlich kann ein starkes Brennen der Harnröhre auftreten. In seltenen Fällen kann der Urin blutig sein. Bei einer Entzündung, die auf die Harnblase beschränkt ist, tritt in der Regel kein Fieber auf. Fieber ist häufig ein Hinweis für eine aufsteigende Entzündung in die Nieren oder andere Organe, wie zum Beispiel bei Männern die Vorsteherdrüse (Prostata).
Untersuchung
Zunächst wird die Krankheitsgeschichte erfragt. Bei diesem Gespräch ergeben sich häufig erste Hinweise für das Vorliegen einer Harnblasenentzündung. Anschliessend erfolgt die körperliche Untersuchung. Dabei wird untersucht, ob Schmerzen in der Harnblasen- und Nierengegend bestehen.
Es folgt die Untersuchung einer Urinprobe, die zumeist als Mittelstrahlurin gewonnen wird. Eine schnelle Untersuchung des Urins kann durch einen Streifen-Schnelltest erfolgen. Um das Bakterium genau zu bestimmen und gezielt behandeln zu können, wird eine Urinkultur angelegt.
Behandlung
Die schnellste und einfachste Behandlung ist eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr mit ungesüssten Getränken zwischen 2 bis 3 Litern Flüssigkeit pro Tag.
Das Spülen der Harnblase sorgt für eine Verminderung der Bakterienzahl. Die Schmerzen können mit Schmerzmitteln gelindert werden. Bei einer nachgewiesenen bakteriellen Entzündung der Harnblase wird mit einem Antibiotikum behandelt. Die Behandlung kann als Einmalgabe oder über mehrere Tage erfolgen.
Je nach Ursache schliessen sich nach der Akutbehandlung weitere Massnahmen an.