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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VI.
53.
Sie behaupten, die vier Elemente seien durch die Mutter geschaffen worden, nämlich Feuer, Wasser, Erde, Luft, als Bilder der oberen Vierzahl; dazu rechnen sie deren Wirkungen, das Heiße, das Kalte, das Feuchte, das Trockene, und behaupten, sie stellten genau die Achtheit dar. Dann rechnen sie zehn Kräfte auf folgende Weise zusammen: sieben kugelförmige Körper, die sie auch Himmel nennen, dann den Kreis (Kugelschale), der sie umschließt, den sie auch den achten Himmel nennen, und hierzu Sonne und Mond. Und diese zehn sind die Bilder der unsichtbaren Zehnheit, die von dem Logos und der Zoe stammt. Die Zwölfheit werde durch den sogenannten Tierkreis dargestellt. Diese zwölf Tierbilder geben ein ganz klares Schattenbild der Zwölfzahl, der Tochter des Anthropos und der Ekklesia. Weil aber der obere Himmel zu der überaus schnellen Bewegung des Alls in Gegenwirkung steht, indem er auf dessen Wölbung drückt und dessen Schnelligkeit durch seine Langsamkeit ein Gegengewicht bietet, so daß in dreißig Jahren der Umlauf von Zeichen zu Zeichen vor sich [S. 191] geht, so soll er ein Bild des Horos sein, der ihre dreißignamige Mutter umfängt; im Monde, der den Himmel in dreißig Tagen umwandelt, zeige sich die Zahl der Äonen, in der Sonne, die in zwölf Monaten ihre kreisförmige Bahn zurücklegt und vollendet, die Zwölfheit, und die Tage selbst, die das Zwölfstundenmaß haben, seien der Typus der berühmten1 Zwölfheit. Der Durchmesser des Tierkreises selbst betrage 360 Grade, jedes Tierbild habe also dreißig Grade. Dadurch werde im Tierkreis das Abbild der Beziehung der Zahl zwölf zur Zahl dreißig festgehalten. Überdies sei die Erde in zwölf Himmelsstriche abgeteilt und nehme in jedem einzelnen Himmelsstrich je eine aus den Himmeln herabgekommene Kraft auf und gebäre Kinder, die der Kraft, die ihre Emanation hinuntersandte, ähnlich sind, und sei so das Bild der oberen Zwölfheit.
1: Nach Epiph.