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25.02.2021
Der Nidwaldner Adolf Mathis (82) ist verstorben. Neben Siegen und Ehrenplätzen direkt auf den Skipisten feierte Mathis im Jahr 1962 einen besonderen Erfolg: er wurde zum "Schweizer Sportler des Jahres" gewählt.
Er war der besten Slalomfahrer der Schweiz in den frühen 1960er-Jahren. Jetzt ist Adolf Mathis aus Oberrickenbach im Alter von 83 Jahren gestorben. Adolf Mathis, im Volksmund als «Fell-Delf» bekannt, gehörte zum legendären Bannalpler Skiteam, das zur damaligen Zeit Sieg um Sieg einfuhr. Neben Weltmeisterschaften ging er auch an den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley (1960) und in Innsbruck (1964) an den Start. In Innsbruck wurde er im Slalom Sechster. Bei den internationalen Junioren-Wettbewerben 1955 in Innsbruck entwickelte sich ein harter Zweikampf zwischen dem Naturburschen aus Oberrickenbach und dem damaligen österreichischen Talent Karl Schranz. Schranz siegte im Riesenslalom und Mathis im Slalom und in der Kombination. Verglichen mit der heutigen Zeit ist dieser Erfolg mit einem Junioren-Weltmeistertitel gleichzustellen.
Doch weit mehr bedeutete dem begnadeten Techniker jedoch der Sieg beim Lauberhorn-Slalom 1962, nachdem er ein Jahr zuvor am selben Hang auf Platz zwei fuhr. Adolf Mathis blieb zeitlebens mit Wengen sehr eng verbunden. Dies nicht zuletzt auch dank dem von Nidwalden nach Wengen ausgewanderten Paul Näpflin, dem legendären Abschnittschef vom Hundschopf und Vater des heutigen OK-Präsidenten. Und weil Näpflin beim damaligen Wengener Skischuhersteller arbeitete, steckte Adolf Mathis seine Füsse am liebsten in einen Skischuh dieser Marke. So auch bei seiner Siegesfahrt im Januar 1962, obwohl er damals von einem anderen Skischuh-Hersteller ausgerüstet wurde. „Weil der Schuh drückte, lieh ich mir vom OK-Präsidenten seinen Moli-Schuh aus, da er die gleiche Schuhgrösse wie ich hatte. Im Rennen hatte ich die Startnummer 1, und holte damit im ersten Lauf mehr als zwei Sekunden Vorsprung heraus.“ Eine Anekdote, die er gerne erzählte.
Dem Skirennsport hatte er auch seinen Beinamen «Dachs» zu verdanken. Ereignet hat sich die Geschichte bei einem Trainingslager in Magglingen. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Rupert Suter stellte der Nidwaldner einem Dachs nach, den sie bei einem Lauftraining entdeckten. Von da an war Dölf Mathis für seinen Trainer nur noch der „Dachs“. Ein Beiname, der ihm bis zu seinem Tod geblieben ist.
Nach seinem Rücktritt 1964 bis zu seiner Pensionierung 2003 arbeitete er als Wildhüter im eidgenössischen Jagdbanngebiet Huetstock. Nach seiner Pensionierung stellte er sich dem Kanton als Wildkontrolleur zur Verfügung und galt als profunder Kenner vom Gämswild. Dem Skisport blieb er über seine Kinder und Grosskinder zeitlebens eng verbunden. Bei den gelegentlichen Treffen mit den ehemaligen Skikameraden gehörte er nicht zu denen, die sich früh wieder verabschiedeten. Nicht selten stimmte er dann einen „Juitz“ an und die Ski-Chilbi wie zu alten Zeiten war lanciert.
Text: Beat Christen