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Wie steht es um den Schweizer Wald nach dem Trockenjahr 2018?
Trockenschäden in einem Mischwald in der Nähe von Porrentruy JU im Juni 2019. In der Mitte (rot) eine tote Weisstanne, im Vordergrund abgestorbene Buchen (grau). Auffällig ist, dass die jungen Bäume intakt sind und nur hohe Bäume Schaden genommen haben.
Foto Valentin Queloz/WSL
Andreas Rigling, Leiter der Forschungseinheit Walddynamik der WSL, fasst die ersten Erkenntnisse zusammen: ‹Die Trockenheit und Hitze im Jahr 2018 waren ausserordentlich, und zunehmend werden die Konsequenzen für den Wald sichtbar: Vielerorts schwächeln die Bäume, das Baumwachstum ist reduziert, Kronenteile oder ganze Bäume sterben ab. Wir sprechen nicht von einem Waldsterben. Aber wichtige Leistungen des Waldes sind lokal beeinträchtigt.›
Die Forscher haben versucht, das Geschehen vom letzten Jahr historisch einzuordnen. Die Trockenheit zwischen April und September 2018 ist meteorologisch vergleichbar mit den Jahren 2003 und 1947. Eine Analyse aus dem Jahr 1988 über Schadensmeldungen nach Witterungsextremen seit 1850 zeigt, dass besonders nach den Trockenphasen 1911–12 und 1943–50 viel Holz abstarb. Betroffen davon waren wiederholt Fichte und Weisstanne (Borkenkäferbefall), aber auch Buchen und Eichen.
Blattverfärbung, frühzeitiges Welken und Wasserstress waren bei Bäumen im östlichen Mittelland wesentlich ausgeprägter als in den trockenen Sommern 2016 und 2017 – das zeigen Bilder, die mit dem Sentinel-2-Satelliten aufgenommen wurden. Am offensichtlichsten waren die Auswirkungen der Trockenheit bei den Buchen. Je näher am Waldrand die Bäume standen und je höher sie waren, desto eher verfärbten sich ihre Blätter. Die Analysen der Satellitenbilder zeigten jedoch auch Trockenheitseffekte bei anderen Baumarten wie Ulme, Esche, Erle und Ahorn.
Link www.wsl.ch