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Wer sich in der Bibel etwas auskennt, der weiss, dass Salomo, Schriftsteller des Hohelieds, ein Playboy par excellence war. Er hielt sich einen Harem von 1000 Frauen. Man fragt sich: Von so einem Frauenhelden soll eine solch zarte Beschreibung der grosse Liebe stammen? Kein Wunder, dass verschiedene Kommentatoren sagen: Salomo kann gar nicht der Verfasser sein. Andere spekulieren darüber, dass Salomo einem einfachen Hirten die Frau ausgespannt hat. Eine dritte Gruppe geht davon aus, dass Salomo von seiner ersten grossen Liebe redet, an die er sich später wehmütig zurück erinnert.
Ich sehe keinen Grund, Salomo nicht als Autoren zu anerkennen. Wer die Schriften Salomos kennt, insbesondere die Sprüche, weiss: Er wusste sehr wohl, was er machte. Nur: Wissen allein bewahrt nicht vor Entgleisung. Delitzsch hat es auf den Punkt gebracht:
Es spiegelt sich im Lied die Gewalt des Sinnlichen, die diese auf den Autor ausübt. Gerade im Leben Salomos wird sichtbar, wie sich das Sinnliche aber nicht nur positiv, sondern auch negativ auswirkt.