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Was ist der Sinn von Reifezahlen?
Im Unterschied zu den meisten anderen heimischen Kulturpflanzenarten ist der Zusammenhang zwischen Leistung, Reife und klimaabhängigen Größen wie z. B. Wärmesumme, Durchschnittstemperatur und Sonnenscheindauer bei Mais besonders ausgeprägt. Es macht also Sinn, die Leistung von Maissorten in Abhängigkeit von der Reife zu ermitteln und darzustellen. Auch die Bildung von Reifegruppen (in Deutschland unterscheidet man zwischen einem frühen, mittelfrühen und mittelspäten Sortiment) hat das Ziel, Sorten möglichst in einem vergleichbaren Reifestadium zu testen und Informationen über eine standortbezogene Anbaueignung zu erhalten.
Die Einlagerung von Stärke in das Maiskorn ist eng korreliert mit dem Trockensubstanzgehalt (TS) im Korn, so dass die Beschreibung der einzelnen Reifephasen von der Milch- bis zur physiologischen Reife über den TS-Gehalt möglich ist. Um die Kornertragsleistung von Sorten zu vergleichen, würde es also ausreichen, bei allen Prüfgliedern nach Abschluss der Kornfüllungsphase (black layer stadium) die Kornerträge zu messen. Aus arbeitstechnischen Gründen ist es aber nicht möglich, jede Sorte eines Versuchs in exakt diesem Stadium zu ernten. Da aber auch nach diesem Stadium der TS-Gehalt über die Abgabe von Wasser aus dem Korn noch weiter ansteigt, ist ein Leistungsvergleich in Abhängigkeit von der Reife möglich: Sorten, die die Körnerreife früher erreichen als andere, können über den TS-Gehalt mit anderen Sorten, die dieses Stadium später erreichen, verglichen werden. Mit der bisher praktizierten Methode waren die genannten Möglichkeiten nicht gegeben; denn die FAO-Zahl war das Reifemaß des Kolbens zum Zeitpunkt der Silomaisernte, dagegen wird die neue Körnerreifezahl in der Körnermaiswertprüfung anhand des TS-Gehaltes im Korn errechnet und zwar nach derselben Methode wie bisher. Eine Differenz von 10 Punkten zwischen den Reifezahlen bedeutet einen Unterschied von 1 % TS im Korn.
Die Schwierigkeiten einer objektiven Sortenbewertung
Man kann sich nach den vorangehenden Ausführungen vorstellen, dass eine Beurteilung von Sorten vor allem in ihrer Eignung als Silomais auf der Grundlage von Versuchsergebnissen äußerst schwierig ist. Verschiedene Lösungsansätze werden derzeit diskutiert:
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zusätzliche Versuche mit Beerntung in verschiedenen Reifestadien (Elastizitätsversuche)
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eine differenzierte Auswertung der Versuchsstandorte in Hinblick auf Erntezeitpunkt
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stärkere Nutzung von Informationen aus den Körnermaisprüfungen, vor allem Körnerleistung (Stärkepotenzial) und Anfälligkeit für Fusarium
Reifezahlen im praktischen Einsatz
Dass die neue Körnerreifezahl für den praktischen Landwirt eine sinnvolle Information darstellt, ist bereits erwähnt worden. Auch der Vergleich der Reifezahlen einer Sorte kann hilfreich sein: ist die Siloreifezahl höher als die Körnerreifezahl (z. B. S 250 > K 220) deutet dies auf einen in der Restpflanze länger grün bleibenden Sortentyp hin. Im umgekehrten Fall (z. B. S 220 < K 240) reift die Restpflanze vergleichsweise rasch ab, möglicherweise verursacht durch eine Anfälligkeit für Fusarium.
Bei der Auswahl geeigneter Sorten für die Silonutzung sind neben der Siloreifezahl zusätzliche Informationen vor allem über den optimalen Silomaiserntezeitpunkt, über das Stärkebildungsvermögen und über die Anfälligkeit für Fusarium nützlich.
Bei der Bestimmung der Silomaisreife im Feld muss in Abhängigkeit vom Sortentyp sowohl die Abreife in der Restpflanze, als auch die Kornreife (Nagelprobe) beurteilt werden.
Fazit: Die nutzungsspezifischen Reifezahlen bei Mais sind notwendig, die Handhabung der Siloreifezahl ist gewöhnungsbedürftig, sie kann durch zusätzliche Sorteninformationen in ihrer Aussage ergänzt werden.