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du Samaritain (Samariterhospiz) mit einem aus 1877 datierenden Hauptgebäude und einer 1889 erbauten Abteilung für Kinder
(dem sog. Petit Samaritain), das Erholungshaus für. Wöchnerinnen
(Maison des Convalescentes), der 1827 gestiftete Unterstützungsverein
für kranke Arbeiter, die Société de Sauvetage zur Rettung von auf dem
See in Gefahr befindlichen Personen, die 1814 gestiftete.
Sparkasse, die aus 1865 datierende Société philanthropique Immobilière; die seit 1806 bestehende öffentliche Armenpflege,
die seit länger als 5 Jahren in
Vevey niedergelassene arme Nicht-Gemeindebürger unterstützt; der Kinderhort (la Crèche),
der Verein gegen Bettel (Bureau pour la répression des abus de la Mendicité), die Unterstützungskasse der Kirchenpflege,
ein auf Gegenseitigkeit beruhender Unterstützungsverein, je ein französischer und italienischer Hilfsverein
der Frauenverein (Société de patronage des dames de
Vevey) mit einer Dienstboten- und Haushaltungsschule, einem Stellenvermittlungsbureau
und einer Agentur für verlassene oder stellenlose Mädchen und Frauen; ein Arbeiterverein
(Cercle ouvrier) mit Bibliothek
(1876), der Konsumverein (1858), je eine Sektion des schweizerischen Vereines
vom
Blauen
Kreuz und des christlichen Jünglings- und Jungfrauenvereins; christliches Vereinshotel (seit 1890) und Herberge
für Arbeiter, Angestellte und Durchreisende.
Zahlreiche wohltätige Stiftungen, Legate und Fonds: Stiftung Perdonnet (200000 Fr.), vom Stifter seiner Vaterstadt unter der Bedingung vermacht, dass die alten historischen Strassen- und Quartiernamen durch die von ihm bezeichneten und heute noch gebräuchlichen neuen Namen ersetzt werden sollten;
Stiftung Louis Meyer-Dupraz (156056 Fr.), Erbschaft Gautschy (152913 Fr.), Legat der Frau Senator Jenisch (50394 Fr.), Stiftung Henri Burnat (20000 Fr.), Stiftung François Monnerat (39810 Fr.), Stiftung Jules Monnerat (80000 Fr.) zur Unterstützung von Greisen, Schenkung Andrès Nuñes del Castillo (108325 Fr.) zur Erstellung eines Konzertsaales, Schenkung Emile Robin, Stiftung Burnat (78305 Fr.) und Spitalfonds (Bourse de l'Hôpital).
Ferner vergabte Étienne Ronjat, gewesener Leibchirurg des Königs von England, der Stadt
Vevey (zwischen 1731 und
1736) ein Stück Land. Endlich ist als Wohltäter seiner
Vaterstadt noch
Martin Couvreu (geb. 1645) zu
nennen, dem in der Pfarrkirche ein Denkmal errichtet wurde und dessen Familie auch späterhin der Stadt grosse Dienste leistete,
so z. B. zwischen 1806 und 1857 drei Bürgermeister gab.
Es fehlen in
Vevey auch nicht die üblichen Geselligkeits-, Kunst-, Sportvereine etc. Wir nennen von Gesangvereinen: die
Société Chorale, den Kirchengesangverein (Société du Chant sacré de l'Église nationale), den Frohsinn
und das Écho du
Léman. Dann: Musikgesellschaft La
Lyre; Kunstverein (Société des Beaux
Arts), Orchesterverein, die Association
du
Vieux
Vevey, Kaufmännischer Verein, Verkehrsverein von Vevey und Umgebung, Sektion
Jaman des S. A. C., Gesellschaft der
«Amis des
Alpes», Museumsgesellschaft, Seeklub (Société nautique de l'Aviron), Schiessvereine etc.
Geschichtlicher Ueberblick.
Pfahlbau am Creux du Plan. Funde von Stein- und Bronzebeilen, sowie von Messern und Armspangen aus Bronze. Grosses Gräberfeld aus der La Tène-Periode mit charakteristischen Fundobjekten. Römersiedelung mit Gräbern. Gräber aus der Zeit der Völkerwanderung.
Zur Römerzeit war der Ort eine kleine Siedelung an der Gabelung der von Octodurum (Martinach) herkommenden Strasse nach Geneva einerseits und nach Aventicum andrerseits. Urkundliche Namensformen: Bibiscum und Vibiscum in den römischen Itinerarien, Viviscum auf der Peutingerschen Tafel;
im 5. Jahrhundert (Geograph von Ravenna) Bibiscon;
1011 Viviscum, 1017 Vivesium, 1163 Vivois, 1177 Vives, 1225 Viveis, dann auch wieder latinisiert Viviacum.
Der Name wird von dem zur Römerzeit in
Gallien häufig vorkommenden
Geschlechtsnamen Vibius, Vivius und dem zur Bildung von Ortsnamen verwendeten gallischen Suffix -iscos hergeleitet und bedeutet
somit «Ansiedelung eines Vibius». Nach dem Zusammenbruch der Römerherrschaft
verschwindet der
Ort sozusagen ganz aus der Geschichte bis zur Regierungszeit des transjuranischen Burgunderkönigs
Rudolf III., der am seine Rechte auf
Vevey der Abtei
Saint Maurice abtrat. Ums Jahr 1093 stand der
Ort unter den
Bischöfen von
Lausanne, deren einer, Lambert de
Grandson, ihn zusammen mit
Corsier und andern Gütern seinem Neffen
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Vaucher de Blonay zu Lehen gab, welche Vergabung zwar von den Nachfolgern Lamberts auf dem bischöflichen Stuhl nicht anerkannt
wurde, aber auch nicht rückgängig gemacht werden konnte, da die Herren von Blonay ihren Besitz nicht mehr herausgaben. Zu
Beginn des 12. Jahrhunderts riss Graf Aymon II. von Genevois, Kastvogt der Diözese Lausanne, des Bischofs
Oberhoheit über
Vevey an sich selbst und seine Familie, welche sie während etwa 150 Jahren beibehielt. Am musste
dann Graf Amadeus II. von Genevois im Vertrag von Annemasse diese Hoheitsrechte dem Grafen Peter von Savoyen abtreten, der sie
bereits als Pfand innehatte und nun deren Wahrnehmung den Herren von Blonay und von Oron übertrug.
Dieses Verhältnis bildete sich in der Folge derart aus, dass der «Vieux Mazel» genannte Flecken der Herren von Blonay ostwärts
und der Flecken der Herren von Oron westwärts einer N.-S. ziehenden Grenzlinie lag. Das Ganze bildete bis ums
Jahr 1236 die Stadt
Vevey. Zu dieser Zeit gründete Rudolf I. von Oron ausserhalb seines alten Fleckens ein neues Quartier,
den sog. «bourg franc», der als erster einen Freiheitsbrief erhielt. Diesem
Beispiel folgten andere Glieder aus Rudolfs Familie durch Stiftung der Quartiere (bourgs) La Villeneuve (1290),
Le Marche (vor 1356) und Le Sauveur (vor 1397),
sowie die Herren von Blonay, die dem Vieux Mazel nach und nach die neuen
«Bourgs» Blonay Dessus und Blonay Dessous (1280), sowie Bottonens (1341) angliederten. Die der Reihe nach sowohl den alten als
den neuen Quartieren von ihren Herrn verliehenen Freiheiten und Vorrechte wurden 1370 durch Amadeus VI.
von Savoyen bestätigt. Von dieser Zeit an lag die städtische Verwaltung von
Vevey bei einem 12gliedrigen kleinen und einem
60gliedrigen grossen Rat. (Zur Zeit der Herrschaft der Berner fügte man noch einen Rat der 30 und einen Rat der 120 an, welch
letzterer die allgemeine Bürgerversammlung ersetzen sollte).
Während der Burgunderkriege wurde
Vevey von den Berner Oberländern zweimal (Oktober 1475 und Juni 1476) genommen und geplündert.
Kurz vor der zweiten Plünderung hatten die Leute von
Vevey, über die von einer aus der Schlacht bei Grandson heimkehrenden
Bande savoyischer Truppen verübten Ausschreitungen empört, deren Anführer, den grausamen Jean de Compey
ergriffen und hingerichtet. Gegen das Ende der Savoyer Oberhoheit sah sich die Herrschaft Vevey zwischen Franz von Luxemburg
und Karl von Challant geteilt.
Als die Berner die Waadt eroberten, ergaben sich die von General Nägeli am zur Unterwerfung aufgeforderten «Veveysans» erst nach dem Ultimatum vom 19. Februar. Unter den Bernern bildeten die Burgherrschaften Vevey und Chillon zusammen eine gemeinsame Vogtei, deren Landvogt im Schloss Chillon residierte, während sich die eigentliche Verwaltung in Vevey befand. Bern anerkannte der Stadt Freiheiten und Vorrechte und gewährte ihr Religionsfreiheit. Doch kamen die Anhänger der Reformation rasch ans Ruder, so dass die Klarissinnen im Vieux Mazel schon in der Nacht des Vevey verliessen und nach Évian flüchteten.
Schon vom Anfang des 16. Jahrhunderts an hatten sich, wie anderwärts, auch in Vevey Vereinigungen zur Wahrung militärischer oder beruflicher Interessen, die den Zünften der deutschen Schweiz entsprechenden sog. Abbayes oder Confréries gebildet, so zunächst die militärischen Abbayes der «Couleuvriniers» und der «Arbalétriers», sowie die Zunft der «Cordonniers», dann diejenigen der «Mousquetaires», der «Fusiliers», des «Arc» und endlich die aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende und heute durch ihre Feste allgemein bekannt gewordene Winzerzunft (Abbaye des Vignerons).
Im Jahr 1613 wütete in Vevey die Pest. Einige Jahre später trennte man die Gemeinde La Tour administrativ von Vevey ab.
Der Villmergerkrieg von 1656 erregte auch in den Städten am Genfersee die Gemüter. In der Furcht, der Herzog von Savoyen möchte sich Berns Verlegenheiten zu nutze machen und einen Einfall ins Waadtland versuchen, beauftragte der Rat zu Vevey den schwedischen General de Treytorrens mit der Ausarbeitung eines Projektes zur Befestigung der Stadt. Die Widerrufung des Ediktes von Nantes 1685 führte zahlreiche reformierte französische Refugianten auch nach Vevey, wo sie sehr zuvorkommend aufgenommen wurden und mehrere neue Industrien einführten. Im August 1676 wurde ein Teil des Fleckens Bottonens durch eine Feuersbrunst zerstört, und 1688 wütete in den westl. Quartieren ein noch furchtbareres Schadenfeuer, das der Blüte der Stadt einen schweren Schlag versetzte.
Der Befreiungsversuch des Majors Davel fand nicht die Anerkennung des Rates von Vevey, der ihn in einem amtlichen Schreiben ausdrücklich tadelte. Am überschwemmte die Veveyse einen Teil der Aussenquartiere der Stadt und richtete hier grossen Schaden an. 1733 verlegte Bern den Sitz seines Landvogtes von Chillon nach Vevey in das Haus des Obersten Stephan Sigismund von Tavel, das seither unter der Bezeichnung des «Château» bekannt geblieben ist. Anerkennend sei hier des segensreichen Einflusses einer zu Beginn des 18. Jahrhunderts gestifteten ökonomischen Gesellschaft gedacht, die rasch in Blüte kam und durch Wort, Schrift und Vorbild in Ackerbau und Gewerbe wesentliche Fortschritte erzielte.
Die französische Revolution von 1789 zählte in Vevey gleich von Anfang an zahlreiche Anhänger, deren
eifrigste den Bastillensturm am durch ein Bankett feierten, das dem Landvogt stark missfiel. Trotz des gespannten
Verhältnisses zwischen Stadt und Landvogt blieb aber die Ruhe bis 1798 aufrecht erhalten. Am 4. Januar dieses Jahres liess Vincent
Perdonnet den Rat der 120 eine Petition an die Regierung zu Bern
unterschreiben, und am Tag darauf bemächtigten
sich eine Anzahl junger Bürger von Vevey des Schlosses Chillon. Auf die Nachricht vom bevorstehenden Einmarsch der französischen
Truppen in die Schweiz bildete sich eine Sicherheitswache. Am 28. Januar landete in Vevey ein Teil der Brigade Rampolla der italienischen
Armee. Am 29. Januar erhob sich auf dem
Marktplatz ein Freiheitsbaum. Am besichtigte hier General
Bonaparte auf seinem Zug
nach Italien eine Armeedivision von 6000 Mann.
Hervorragende Männer.
In Vevey sind eine Reihe von Männern geboren, die sich nach den verschiedensten Richtungen hin einen Namen gemacht haben. An dieser Stelle seien folgende genannt: Der Architekt Dangeau de ¶