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Wenn es um die Frage «Barack Obama oder Donald Trump?» geht, kann man von Pete Souza keine Objektivität verlangen. Der Amerikaner ist quasi seit elf Jahren Obamas persönlicher Fotograf – und dokumentierte dessen Amtszeit im Weissen Haus aus nächster Nähe.
Inzwischen hat Shealah Craighead den Job von Pete Souza übernommen: Sie war von 2000 bis 2008 die Fotografin von George W. Bushs Frau Laura und arbeitete danach für die Republikanerin Sarah Palin. Pete Souza könnte nun also Abstand von der grossen Politik nehmen.
Das will er augenscheinlich aber nicht.
Auf Instagram macht der 63-Jährige Front gegen den neuen Präsidenten. Nicht mit klaren Worten, sondern mehr oder weniger subtil mit den Fotos von Donald Trumps Vorgänger: Kaum hat der neue Präsident eine Ankündigung, kommentiert Souza diese mit einem Barack-Obama-Bild.
Die Fehde begann kurz nach Trumps Amtsantritt, als der 70-Jährige das Einreiseverbot gegen Muslime verhängte.
Souza, dessen portugiesische Eltern von den Azoren in die USA eingewandert waren, postete zwei Tage später ein Foto des Demokraten mit einem Mädchen mit Kopftuch – und der Beschreibung: «Reden mit einem jungen Flüchtling in einem Klassenraum der Würde-für-Kinder-Stiftung im Jahr 2015».
Einen Tag später legte Souza nach – mit einem Foto vom Treffen Obamas mit dem sechsjährigen Alex, der sich für den Flüchtlingsjungen Omran stark gemacht hat.
Als Donald Trump am 1. Februar bekanntgibt, dass seine Wahl für den nächsten Bundesrichter auf Neil Gorsuch gefallen ist, trollte Souza wieder via Instagram: Er postete ein Foto mit dem Mann, der 2009 und 2010 als Obamas heissester Kandidat für den Obersten Gerichtshof galt. Sein Kommentar: «Merrick Garland. Ich mein' ja bloss.»
Noch am selben Tag zeigte Souza ausserdem, wie man diplomatisch Politik macht: Nachdem Donald Trump am Telefon zu Enrique Peña Nieto gesagt haben soll: «Ich brauche keine Mexikaner. Ich brauche Mexiko nicht», postete Obamas Hoffotograf ein Bild seines Ex-Chefs mit dem mexikanischen Präsidenten, das die beiden entspannt und gelöst beim Tequila-Trinken zeigt.
Auch das Telefonat zwischen Trump und Australiens Premier soll nicht gerade freundschaftlich gewesen sein. Im Gegensatz zur Unterredung, die Barack Obama einst mit Malcolm Turnbull und Neuseelands Premier John Key führte.
Souza hat also schon einige Schlachten für seinen früheren Dienstherren geschlagen – und Trumps Amtszeit hat gerade erst begonnen. Dass Souza die Munition ausgehen könnte, muss nicht befürchtet werden: In den acht Jahren von Obamas Präsidentschaft hat der Mann zwei Millionen Fotos gemacht. Der Krieg dürfte also lang und hart werden ...
(phi, via Mashable)