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American Live auf Schweizer Rennstrecken 1963 bis 1973.
Blättert man in Büchern und Magazinen aus dieser Zeit findet man einige interessante Hinweise auf amerikanische Autos, die man heute vermisst. So zum Beispiel den 63er Plymouth Fury mit Chrysler Rennspezialteilen von Marcel Préte, mit welchem er 12x startete und genausoviel mal siegte, mit über 400PS und 230 km/h Spitze. Marcel Préte war der Erste, der in der Schweiz mit amerikanischen Autos Rennen fuhr, das schon 1957-58. Auch der Luzerner Guido Wermelinger mischte schon 1963 bei den Tourenwagen mit dem Chevrolet Corvair und dem Buick Skylark mit. S.Zwimpfler nimmt in Ollon Villars im August 63 mit einer Corvette StingRay teil. Schon 63 war zu lesen, dass die riesigen Amerikanerwagen an Schweizer Rennen populär waren. So siegte Greder/Delalande 1963 und 64 mit einem Ford Falcon die Int. Rallye Genf. Ebenfals war Thomas Losinger in den frühen 60er Jahren mit seinem Chrysler sehr erfolgreich.
In Sierre Montana meldete soger Caroll Shelby gleich 3 Werks Cobra an, wovon eine von einem Schweizer Piloten gefahren wurde. Beim Schauinsland-Rennen testet Jo Siffert eines dieser Fahrzeuge.
Herbert Müller und Andre Knoerr fuhren 63 mit einem Chevy Impala SS 409 an der Tour de France, sind jedoch früh ausgefallen. Das Auto hat Pius Zund gekauft, welcher es 64 an verschiedenen Rennen einsetzte, so zum Beispiel in St.Ursanne. Auch folgendes Inserat ist zu finden: Ford Cobra, ex Werk (Shelby America) 360HP, rennbereit für USD 8'500.-.
1965 setze die Schweizer Scuderia Filipinetti einen Ford GT 40 ein, Chassis Nr. 1005, welcher mit der Startnummer 6 von Ronnie Bucknum (Honda Formel 1) und H. Müller gefahren wurde. Es war ein brandneuer 5.2 Liter von Caroll Shelby. Auch ein Daytona Coupe wurde mit dem GT40 in die Schweiz geschickt, Nr. 2602. Nach den guten Erfahrungen die Filipinetti mit Caroll Schelby gemacht hat, kauft er auch einen 7 Liter Cobra Roadster, welcher am Bergrennen Ollon Villars von Ettmueller gefahren wurde. Diese Cobra konnte auch am Bergrennen St. Ursanne und Marchairuz mit H. Müller gesehen werden.
Pius Zund setzte in Ollon Villars zum ersten mal in Europa einen Shelby GT 350 ein.
Hier das spätere Auto von Pete Ettmueller am Grand Prix de Paris mit Jen Pierre Harioud
Hans Illert fährt einen Pontiac GTO, Helbling Ford Mustang, Chopard Shelby Cobra, Dr. O.Model Pontiac GTO, Pete Ettmüller Cobra, A.Benziger Chevrolet.
Ein weiteres Inserat: Ford Shelby Mustang 350 GT 1965 4'000 Meilen, 4 Rennen, 4 Siege.
Diverse US-Fahrzeuge konnten für 1966 homologiert werden, jedoch nur ein Fahrzeug in der Tourenwagenklasse, mit der Nummer 5011, der 66er Mustang Hardtop 4740 ccm
1966 kamen zwei weitere GT40 in die Schweiz, 1039 und 1040. Davor kam auch eine Strassenversion, Nummer 1033, nach Filipinettis Wünschen, welcher am Salon in Genf zu sehen war. Das Auto wurde jedoch bald schon in das Ausland verkauft.
2 weitere, von Alan Mann präparierte Gruppe1 Mustang’s ergänzten das Team. In Le Mans 1966 zusätzlich noch ein von Holman+Moody präparierter MkII Ford 7 Liter mit der Nummer 1032.
Hier der Mustang von Pius Zund am Gaisberg
Ende 1966 offerierte Filipinetti einen Shelby, den Cobra und einen GT40 im ‚Auto Motor und Sport’, jedoch ohne Erfolg. So fuhr man noch einige Rennen mit den Autos.
Auch Arthur Blank versuchte sein Können 1966 mit einem Amerikaner unter Beweis zu stellen und wechselte von den erfolgreichen Lotus Cortina’s auf Ford Mustang. Auch er fuhr für die Scuderia Filipinetti, jedoch im letzten Jahr. Alfred Benziger fuhr mit Ford Mustang und
Guido Wermelinger mit der 66er Corvette 7 Liter in der GT Klasse.
Inserat: AC Cobra 1965 aus erster Hand, 4,7 Liter, weiss 10’00 km 031....
Hans Illert fuhr mit einem Pontiac GTO in Hockenheim an der Schweizer Meisterschaft mit. Hermann Helbling fuhr mit über 50 Jahren immer noch mit dem Ford Mustang in Oberhallau und Mitholz Kandersteg.
Auch der Solothurner Engelbert Möll wurde nach seinem schweren Umfall auf der Solitute in Oberhallau wider Klassensieger mit seinem Pontiac GTO Automat. Dies nach den beachtlichen Erfolgen auf diversen Abarth.
Inserat:. Ford Shelby GT350 1966 Competition, 2ter Platz an der GT Berg Europameisterschaft, mit viel Rennzubehör, Garage K.Foitek, Zürich.
Peter Schetty fährt mit einem Shelby Mustang der Scuderia Foitek, hier als GT-Sieger in der Haarnadel von Les Rangiers, welches nicht nur das Auto aus dem Inserat ist, sondern ursprünglich von Filipinetti gekauft wurde.
Arthur Blank wechselt auf ein 66er Plymouth Barracuda Serienfahrzeug mit Schalensitzen und siegt damit neben Siders Montana und Kandersteg 4 weitere Rennen.
1967 fährt ‚Turi’ einen 67er Barracuda 6.3 Liter, welcher mit einem Ford Galaxie zu den Rennen gezogen wurde. Charles Vögele nimmt die Saison mit einem Lola T70 MkII in Angriff, welcher mit einem Dodge Polara Station gezogen wird. Bei der Scuderia Filipinetti kommt auch noch die Nummer 1042 dazu, ein Ford MkIV
Inserat: Ford Shelby 350 Coupé Fastback Cobra Motor 346 PS, 18'000 km
Arthur Blank gewinnt den Slalom Payern und belegt in Les Rangiers den 2ten Rang. Hofer fährt einen Shelby GT, Helblin so wie Kern immer noch den Mustang.
Inserate: Ford Cobra, Siegerwagen zahlreicher Rennen im In- und Ausland, fabrikneuer Rennmotor, Strassenzulassung. Sowie ein Shelby GT 500 1967 für 24'000 CHF
Auch Harry Zweifel verkauft seinen 5 Liter McLaren Traco Oldsmobile Rennwagen von 1966, ex Bruce McLaren, mit 11 absoluten Streckenrekorden für CHF 18'000.- und die Garage Helbling in Rapperswil verkauft Ende 1967 Rennmaterial des Ford Racing Teams für Ford Mustang.
Die H. Müller Ford Cobra Vertretung in Reinach AG inseriert einen 66er Shelby GT350, 32'000 km, weiss mit blauen Streifen, Cobra Motor, 4-Gang Getriebe evtl. an Zahlungsnahme von Heizöl. Einen Monat später war das Auto im selben Inserat jedoch für CHF 16'300.- ausgeschrieben.
Rico Steinemann und Dieter Spoerry fuhren in Le Mans in der GT Klasse mit einer 68er Corvette. Filipinetti entschied, einige L88 Corvette zu kaufen. Im Januar schickte er Franco Sparro nach Detroit um mit Chevrolet an der Corvette mitzubauen. 3 Autos wurden bestellt, wovon 2 in Le Mans zu sehen waren. Die Autos kamen schon im Mai in die Schweiz, im September war das Rennen in Le Mans. Eines dieser Autos wird heute noch vom Schweizer R.Dubler an historischen Rennen eingesetzt. Ende 1968 verliess Franco Sparro Filipinetti, als Abschiedsgeschenk erhielt er die Cobra Nummer 3013
Hier das Auto von Umberto Maglionli und Henri Greder in Le Mans
In Hockenheim setzt Arthur Blank seinen neuen 6,4 Liter Barracuda ein. Das Schlachtschiff, wie die Monatszeitschrift Powerslide und Vorgänger des Motorsport Aktuell das Auto nannte, siegte bei den Serientourenwagen. So auch in Payerne und Les Rangiers. Am 8.September in Kandersteg duellierten sich Helbling (Mustang) und Blank (Barracuda), der im Trainig, bei den Serien-Tourenwagen Bestzeit fuhr. Im ersten Rennlauf ging die Vorderradaufhängung in Bruch und er erreichte das Ziel mit einem beängstigt wegstehenden Vorderrad. Engelbert Möll fährt in dieser Zeit mit seinem Pontiac Fireberd mit.
Für DM 55'000.- konnte man sich beim Team Albert in Österreich einen 4’700ccm Ford GT40 rennfertig kaufen. Auch das Midland Racing Team hatte als Zugwagen einen Ford Fairlane 500 von 1959.
1969 wurden von der Scuderia Filipinetti 2 Lola T70 MkIIIb eingesetzt, ein Langstreckenauto mit 5 Liter Chevy Motor. Der Motor wurde von Heini Mader aufgebaut. Die Autos wurden auch bei den CanAm Rennen eingesetzt unter Schweizer Flagge. Ende 69 wurde einer der Lolas an Franco Sparro verkauft. Amüsante Details in Inseraten wie dieses: Chevy Camaro 327 Sportcoupe, V8, 1968, Viergang, gold, innen schwarz, grosser Einschlag. Oder der Ford Mustang GT 1968, teuerste Ausführung, 4 Spikes-Winterpneus....
Arthur Blank wechselt erfolgreich auf Porsche 910. Jedoch fährt Plinio Haas nun einen Plymouth Barracuda. Wer den Weg in die Eifel in Kauf genommen hat, konnte jede Menge US-Power erleben, das in Form von 6,2 Liter und 5,7 Liter Lola Chevy’s, McLaren M6GT, GT40, Gulf Mirage etc. Auch am GP von Österreich waren diese Autos am Start.
Und in der Schweiz war der Killy Camaro, der Wagen des französischen Ski Champion, ein 69er Z28, Gruppe1 (Serien Tourenwagen) den später Guido Wegmüller fuhr. Auch Reinhard Kern, mit Ford Mustang und Kolb mit einem Z28 bereicherten das Feld. Hermann Helbling wurde vorgeworfen, zu grosse Ventile eingebaut zu haben, was eine längere Auseinandersetzung nach sich zog. Er wurde Schweizermeister mit seinem Mustang. Dies wurde jedoch später wegen Protest revidiert und kurzerhand gab es keinen Meistertitel für Tourenwagen 69. Peter Boner verkauft einen McLaren Oldsmobile der Formel 5. E. Braunwald jun. aus Zürich inseriert schon im Dez. 69 die ‚US-Superbombe’ Dodge Charger RT1970 7,2 L für 24'000.- (so im Inserat) Alfred Benziger wechselt 1970 vom Mustang auf einen Abarth 1000 TC. Ein weiteres Inserat: Ford Shelby Cobra GT 500 Fastback Jan.70 Farbe weisslich, Rennsitze, infolge Nichtgebrauch .... In Genf bei Zitro Racing Car kann man sich einen GT 40 mit 5l Gurney Eagle 455PS Motor bestellen, rennfertig. Auch ein Monte Carlo 454SS und ein 69er 396SS Camaro und ein 69er MachI 6.4L 18’000km 4-Gang 7x14“ Minilite Felgen findet sich in den Inseraten.
1970 fährt Arthur Blank einen Chevron B16 von Jo Siffert mit Cosworth F2 Motor, welcher ja unsere Herzen auch höher schlagen lässt. Helbling fährt weiter den Mustang. Inserat: 70er Camaro Z28 Gruppe2, 8-fach Weber, 510 PS und 69er Z28 Gruppe2 420 PS 051....
W. Wassermann, als Schlager bei den Serientourenwagen, mit seinem Camaro.
1971 fährt Charly Guenin aus Biel immernoch mit seinem Camaro, John Günter Pontiac GP, Guido Wermelinger ebenfalls Camaro, Wyss mit einem Mustang und Hans Ulrich Studer einen 302 Boss. Berweger Walter einen 7022cci Mach I
71er Z28 mit 30'000 km, rot/weiss mit Rennzubehör 058.... und: Lola T222 CanAm 7,6 Liter Bonnier-Alu Motor 660 PS Hewland-4-Gang, das in Lausanne. Auch ein McLaren M8C vom Deutschen Lother Motschnebacher mit 7,6l Chevy Motor war einen Monat später inseriert.
Bilder wie den 69er Camaro auf dem Dach möchte ich hier nicht erwähnen, dafür das Inserat eines 71er Corvette LS6 Gruppe 2+3 zugelassen, Tel. 052...
1972 kämpfen Heinrich Keller im Camaro, Alfred Benziger im 6,5 L Camaro, Wassermann Camaro 6 L, Joe Kretschi Corvette 7 Liter, Christian Volenwyder Camaro und der Luzerner Guido Wermelinger mit der 7 Liter Corvette gegen die 911er Porsche.
Grindelwald Racing verkauft einen 71er Camaro Z28 mit Ersatz Motor + div. Zubehör mit 22’000km GR1 grün-met. Das APAG Sportwagen-Center Steffisburg verkauft einen Ford Mustang Shelby Cobra 71 17’000km blau-met.
Guido Wermelinger gibt nach 20 Jahren Rennsport auf. Heinrich Keller fährt den DeTomaso Pantera von Herbert Müller, auch der Binninger Kurt Roth und Ernst Roth aus Kreuzlingen fahren Pantera.
Peter Frey hat mit seinem schweren (sowohl gewichtsmässigen als auch fahrtechnischen) Z28 Mühe gegen den erfahrenen Z28 vom Basler Wassermann. Das zeigte sich besonders gut daran, dass Frey seinen Z in der Sachskurve immer querstellte. Das wirkte sehr spektakulär, er verschenkte jedoch immer wieder Sekundenbruchteile gegen Wassermann, welcher immer an der Haftgrenze fuhr, ohne übermässig zu sliden.
Da waren auch noch Guenin und Chapius mit den Corvette und auch Herbert Müller mit dem Ferrari 512M. Wer das Geräusch und die Optik des 512 kennt, ist mit mir einig das Auto hier auch in Erinnerung rufen zu müssen. Hansruedi Fischer mischte auch mit einem Camaro mit, in Hockenheim war es Michael Richard, der mit dem Camaro seinen ersten Sieg holte mit dem Auto von Alfred Benziger. Charly Guenin. war mit der Corvette von Wermelinger unterwegs, was er später jedoch bereute. Er war einer von sechs Interessenten an dem Auto. In Dijon erlitt er den dritten Lagerschaden im Motor. Mit dem Ungetüm einer Corvette von Kretschi fuhr nun Lüthy und Stierli in Dijon den Klassensieg in der GT Klasse entgegen. Peter Frey kämpfte sich mit dem Camaro durch. Auch Regazzoni fuhr mit einem Pantera, mit welchem er in Hockenheim vor allen Porsches in der GT Klasse siegte.
Der Sportkommisionspräsident Engelbert Möll verleiht den GM-Cup Preis für 73 an die Camaro, Corvette und Opel Fahrer. Peter Frey, W.Wassermann, W.Stierli, Ch.Guenin, Sprenger Willy, Fischer Hansruedi und Chr.Vollenwyder, um nur einige zu nennen.
Obwohl 1974 Franco Sparro einen von Gregury Fischer gefahrenen Lola T282 5 Liter Chevy mit der Bezeichnung ACA774 in der Gruppe 7 einsetzt und Cox Kocker aus Suhr einen 500PS Z28 in der Gruppe 2 meldete, möchte ich hier mit dem Artikel abschliessen.
Das Ziel, ermittelt zu haben, wie viele geniale amerikanische Autos in der schweizerischen Rennsportszene schon damals sehr erfolgreich mitgemischt haben, habe ich hoffentlich erreicht. Selbstverständlich sind nicht alle aufgelistet. Es soll ja auch nur eine Anregung sein. Wenn Du lieber Leser etwas zu dem Thema zu berichten weist, würde ich mich sehr darüber freuen dies zu erfahren.
Bitte jegliche Information über die Geschichte und auch dem Verbleib dieser Autos an <email-pii> oder 061 791 11 25