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Im benachbarten Similkameen-Tal führt ein schmaler Pfad dem Manuel Creek entlang zu einem Wasserfall hinauf. Der Bach muss mehrmals überquert werden, was nur möglich ist, wenn er nicht zu viel Wasser mit sich führt.
Weiter von uns entfernt und nicht in eine Waldwildnis eingebettet, stürzen sich beim Dorf Fintry am westlichen Ufer des Okanagan Lake die Fintry Falls über eine Felswand.
Das Foto machte ich von einem steilen Treppenweg aus. Die Fintry Falls lassen mich an den Wasserfall bei Remagliasco in den Centovalli denken. Dort war es für meinen Bruder und mich und unsere Nachbarkinder eine Mutprobe, sich der Remagliasca entlang vorsichtig zur Felskante vorzuwagen und einen Blick in die Tiefe zu werfen.
Die Aufnahme machte ich 1969 vom Flussbett der Melezza aus. Nicht verwunderlich, dass die Cascata di Remagliasco in meinem im Frühling 2023 erscheinenden Buch „Mein Kindheitskoffer“ vorkommt. 2008 wurde ein Foto im Hochformat für den Umschlag meiner vielstimmigen Tessiner Erzählung „Der Salon der Witwe Rusca“ verwendet.
Der Wasserfall von Remagliasco spielt darin eine schicksalsentscheidende Rolle.
„The Magic Tap“ gestaltete ich 2001 als erstes Objekt meiner Installation „The Museum of Unknown Civilizations“, die 2016 in der Penticton Art Gallery zum ersten Mal als Ganzes ausgestellt wurde.
Im trockenen Klima des South Okanagan müssen Obst- und Gemüseplantagen, Rebberge und Gärten bewässert werden, was oft, wie auch in unserem Garten, mit Grundwasser geschieht. Zwar fliesst im Bächlein, das die Grenze zwischen unserem Land und einem Naturschutzgebiet bildet, im Moment noch Wasser…
…aber es verschwindet schon gegen die Strasse hin unter den Steinen.
Im Tal unten führt der Okanagan River dank Juni-Regen und Schneeschmelze noch viel Wasser.
Bei uns ist die Wiese zwischen Haus und Atelier auch ohne zusätzliche Bewässerung erstaunlich grün.
Jedes Jahr bekommen wir in unserer „Wildnis“ Bärenbesuch.
Vorgestern rief uns eine Nachbarin an: Ihr Hund habe einen Bären zu uns geschickt. Der erste Bär in diesem Jahr hatte uns in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai besucht und mich geweckt, als er auf unserer Porch erfolglos nach etwas Fressbarem suchte. Ich flackerte mit dem Licht neben unserem Eingang und öffnete vorsichtig die Haustür. Mit meiner Taschenlampe und einem leisen, aber bestimmten „Go!“ konnte ich ihn verjagen, ohne dabei Marianne zu wecken. Am nächsten Morgen entdeckte ihn Marianne hinter dem Atelier.
Bald sollte sich ein zweiter Schwarzbär zu ihm gesellen. Im Frühling, wenn bei uns noch keine Früchte und Trauben zu finden sind, müssen sich die Bären mit Gras und Balsam Root-Blättern begnügen.
Das Foto habe ich in der Aufregung etwas verwackelt. Im Pelz trägt der Bär Samenkapseln von Disteln mit sich.
Einverstanden, wir Menschen sind hier die Eindringlinge. Aber es ist auch für dich besser, wenn du dich vertreiben lässt.
Bei Tickleberry’s hatten vor Jahren unter Sonnenschirmen Glace schleckende Touristinnen und Touristen vor einer plötzlich mit zwei Jungen aufgetauchten Bärenmutter im Laden Zuflucht gesucht. Die Bären liessen sich nicht mit Lärm vertreiben und wurden schliesslich vom herbeigerufenen Conservation Officer erschossen.
Seit dem 11. April suchen die Kolibris wieder die „Zuckerwasser-Tankstellen“ auf unserer Porch auf. Letztes Jahr kam der erste Kolibri am 10. April bei uns an.
Am 2. Mai nahm Kolibri-Spezialist Barry bei uns die Beringung der „Hummingbirds“ wieder auf. Das Foto zeigt ihn mit dem eingerichteten Fangnetz.
Im Jeep liegen die Messwerkzeuge bereit.
Der erste Kolibri ist ein „recatch“. Barry trägt die Information, die ins winzige Ringlein eingraviert ist, in seine Liste ein, um später herausfinden zu können, wann und wo das Calliope-Männchen beringt wurde.
Das Vögelchen wird gemessen und gewogen.
Auf dem Rücken liegend kann es sich nicht bewegen. Es wiegt 2,5 Gramm.
Alles Fett wurde auf dem langen Flug von Mexiko zu uns ins Okanagan Valley aufgebraucht.
Barry legt den Kolibri in Mariannes Hand.
Von hier wird er steil in die Höhe schwirren.
Auch dieses 3 Gramm „schwere“ Rufous-Männchen wird im nächsten Augenblick aus Mariannes Hand auffliegen.
Bevor ich mich in einem nächsten Beitrag wieder einmal „unseren“ Kolibris zuwende, möchte ich mit ein paar Fotos zeigen, wie Sohn Manuel und Enkel Raphael nicht nur beim Fischen, sondern auch beim Abfüllen unseres „Maréchal Foch 2020“ erfolgreich waren. Die Trauben hatte ich im Herbst 2020 im benachbarten biologisch gepflegten Rebberg von Schwager Hans und Schwägerin Christine gepflückt und dann bei uns vor dem Haus gepresst.
Hier bringt Manuel eine der drei Zehnliter-Gärflaschen aus dem Keller auf die Porch.
Die an den Trauben natürlich vorkommende Hefe hatte den Saft zum Gären gebracht. Seit der stürmischen Gärung ruhte der neue Wein auf der abgestorbenen Hefe. Sie wirkt konservierend, so dass ich die Flaschen vor dem Abfüllen nicht mit einer Schwefellösung ausspülen muss.
Eine alte Regel sagt hier, dass der Wein draussen nur in Monaten mit „r“ abgefüllt werden sollte, um so eine zu starke Erwärmung zu vermeiden.
Der Wein hat erfreulicherweise keine Fehler.
Die abgefüllten Flaschen werden von Raphael gekonnt verkorkt.
Welch ein Glück für Marianne und mich…
…dass wir dieses Jahr zwei so einsatzfreudige Helfer hatten!
Die Wanderung zum Ripley Lake hatte gezeigt, dass das schmale Strässchen bis zum See hinunter befahrbar ist. Manuel und Raphael beschlossen, trotz Kälte und Regen mit unseren beiden aufblasbaren Kajaks noch einmal fischen zu gehen. Die folgenden drei Fotos wurden von Manuel aufgenommen.
Manuels Kajak liegt am Ufer bereit. Raphael ist schon davongepaddelt. Jetzt sitzt auch Manuel in seinem Boot.
Es ist so bitter kalt, dass sich Schneeflocken in den Regen mischen.
Zum Glück können sich die beiden unentwegten Fischer gut gegen Nässe und Kälte schützen. Nach mehreren Stunden kommen sie mit acht Forellen nach Hause!
Erfolgsgeheimnis: die künstlichen Fliegen, die Raphael hergestellt hat.
Am nächsten Tag trockneten die Kajaks vor dem Haus an der Sonne…
… und warten jetzt im Keller unten auf ihren nächsten Einsatz.
Für die erste längere Frühlingswanderung fuhren wir zuerst in die etwas südlich von uns gelegenen Hügel hinauf und wanderten dort vom Madden Lake…
…. zum Ripley Lake.
Während hoch oben über uns die grössten Kranichschwärme, die wir je gesehen hatten, nordwärts flogen, umgaukelten uns Mourning Cloaks, die als Schmetterlinge überwintert hatten („Trauermäntel“, Nymphalis antiopa: Flügelspannweite 50 – 80 mm; Foto Manuel Hutterli).
In ihren Rucksäcken trugen unser Sohn Manuel und unser Enkel Raphael ihre Fischruten. Auf dem nächsten Foto schaut Marianne auf dem Bootssteg Manuel beim Fischen zu.
Raphael stand in seinen neuen Fischerstiefeln im See.
Zwei Forellen (die erste hier von Manuel am Seeufer fotografiert) wurden von Manuel gefangen.
Raphael bereicherte unser Abendessen mit zwei weiteren Exemplaren.
Als Köder hatten die beiden erfolgreichen Fischer Regenwürmer aus unserem Komposthaufen verwendet.
Die scharfe Kurve am Vaseux Lake liegt etwa fünfzehn Autominuten von uns entfernt.
1911 sah die Strasse hier spektakulärer aus.
Ein Gedankensprung bringt mich in die Centovalli, wo zusätzlich zur engen und kurvenreichen Strasse auch eine Bahnlinie durchs Tal führt. Die Schmalspurbahn wurde am 25. November 1923 eröffnet. Das Foto von Raphael Hutterli zeigt Bahnlinie und Strasse unterhalb Corcapolo.
Auf einer um 1920 entstandenen Aufnahme ist das kühnste Viadukt der „Centovallina“ noch im Bau zu sehen.
Es überspannt die Talstrasse, die 1890 bis zum Grenzort Camedo führte.