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05.12.99
RPF
Leider mußten viele schon am Sonntag, Lisas Todestag, abreisen. Wir anderen nutzten noch nahezu den gesamten Tag, um vor dem Ft. Harrison und den $C-Gebäuden in der Cleveland Street Präsenz zu zeigen. Durch die Barrikaden war es nicht möglich, an einem Ort zusammenzubleiben, ohne die Gehwege zu blockieren. So verteilten wir uns auf einer größeren Fläche und gingen auf und ab.
Als ich eine Straße überquerte, sah ich vor mir jemanden, den ich auch schon an den Tagen zuvor bemerkt hatte. Ein schmaler blonder Mann, ich schätze Anfang zwanzig, der mit einem dunklen Overall bekleidet war. So wie er ging, mit gesenktem Kopf, mechanisch und ohne sichtbare Reaktion auf seine Umgebung, halte ich ihn unzweifelhaft für einen RPFler.
Ich versuchte ihn einzuholen und ging dann schräg vor ihm, mein Picketsign vor meinem Gesicht, so daß niemand sehen konnte, ob ich sprach und man die Situation so deuten konnte, daß ich ihn "belästigte", indem ich ihm das Schild vor die Nase hielt.
Ich begleitete ihn von der Cleveland-Street bis zur Kreuzung am Ft. Harrison und redete dabei mit ihm. Ich sagte ihm, daß er das RPF verlassen könne, wenn er wolle. Niemand kann ihn mit irgendwelchem Recht zwingen, zurückzugehen. Wir wären hier - auch für ihn. usw. usw. Während des gesamten Weges zeigte er keine Reaktion. Aber als wir an der Ampel standen, hob er, von meinem Schild vor anderen Blicken verdeckt, kurz seinen Kopf, sah mir in die Augen und lächelte mich leicht an. Dann überquerte er die Straße.
Verdammt, hätte ich ihm doch gesagt, wo mein Auto parkt....