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Letzte Aktualisierung am 6. August 2023
These
Betriebssysteme operieren nicht im Universalmedium Sinn. Dennoch können sie als Kommunikationspartner virtuelle Kontingenz bereitstellen und Sinnangebote machen.
Beobachtungen
In der Semantik als Teildisziplin der Linguistik gibt es drei grundlegende Positionen, die sich mit der Bedeutung von Wörtern in der natürlichen Sprache befassen. Diese Positionen dienen als Ausgangspunkt für die Transformation der natürlichen in eine artifizielle Semantik.
Bevor wir auf diese drei Positionen näher eingehen, wollen wir das semantische Dreieck einführen. Es hilft, die verschiedenen Begriffe einzuordnen und ihre Verwendung zu klären.
˅ Semantisches Dreieck
Die obige Grafik zeigt das semantische Dreieck, wie es Ogden und Richards 1923 in ihrem Werk «The Meaning of Meaning» vorgestellt haben. Es dient uns als Grundlage, um die Begriffe und ihre Beziehungen innerhalb der verschiedenen semantischen Positionen zu diskutieren. Dabei wird sich zeigen, dass die Begriffe und ihre Beziehungen stark von der gewählten Position abhängen.
Das allgemeine Zeichenmodell von Ogden und Richards bildet die grundlegenden Aspekte für die Interpretation eines Zeichens ab. An der linken Spitze (A) steht das Symbol. Laut- und Schriftzeichen der natürlichen Sprache sind typischerweise Symbole. Die obere Spitze (B) steht für einen Gedanken. Und die rechte Spitze (C) steht für den Referenten.
Die Bezeichnungen zwischen den Spitzen des Dreiecks verdeutlichen nach Odgen und Richards die Beziehungen zwischen Symbol, Gedanken und Referent (vgl. 1923: 10ff).
Einerseits besteht eine kausale Beziehung zwischen Gedanken und Symbol. Demnach ist der Gebrauch von Wörtern (Symbolen) teils durch mentale Konzepte (Gedanken) und teils durch die Referenz, die zu Dingen, Ereignissen oder Sachverhalten (Referenten) hergestellt wird, bestimmt.
Andererseits besteht eine direkte oder indirekte Kausalbeziehung zwischen Gedanken und Referenten. Direkt ist sie, wenn z. B. auf ein vorhandenes Objekt Bezug genommen wird. Indirekt ist sie, wenn z. B. auf eine abwesende Person mit Hilfe einer Zeichenkette Bezug genommen wird.
Zwischen Symbol und Referent besteht keine kausale Beziehung, sondern eine Relation, die die Wahrheit oder Falschheit des Symbols bzw. des Referenten bestimmt.
Gemäss Ogden und Richards liegt die Bedeutung von Wörtern in mentalen Konzepten von Dingen, Ereignissen und Sachverhalten, die gelernt und im Gedächtnis wieder abgerufen oder situativ konstruiert werden können.
|Position
|Autor*innen
|A
|B
|C
|Mentalistische Position
|Ogden/Richards
|Symbol
|Gedanken («thought»)
|Referent
|Referenzielle Position
|Augustinus
|Wort («verbum»)
|–
|Gegenstand («res»)
|Mentalistische Position
|Saussure
|Bezeichnendes («signifiant»)
|Bezeichnetes («signifié»)
|–
˅ Referenzielle Position
Die Bedeutung eines Wortes referenziert auf ein Ding, Ereignis oder einen Sachverhalt in der Realität. Ludwig Wittgenstein veranschaulicht diese referenzielle Position anhand eines Auszugs aus den «Confessiones», in dem Augustinus darlegt, wie die Bedeutung von Wörtern durch Hinweise von Erwachsenen auf entsprechende Gegenstände gelernt würden.
Wittgenstein kommentiert den Auszug in seinen «Philosophischen Untersuchungen» wie folgt: «In diesen Worten erhalten wir, so scheint es mir, ein bestimmtes Bild von dem Wesen der menschlichen Sprache. Nämlich dieses: Die Wörter der Sprache benennen Gegenstände – Sätze sind Verbindungen von solchen Benennungen. – In diesem Bild von der Sprache finden wir die Wurzeln der Idee: Jedes Wort hat eine Bedeutung. Diese Bedeutung ist dem Wort zugeordnet. Sie ist der Gegenstand, für welchen das Wort steht» (PU1).
An dieser Position wird kritisiert, dass sich viele sprachliche Ausdrücke nicht auf Dinge, Ereignisse oder Sachverhalte in der Realität beziehen, dass es verschiedene Ausdrücke für das gleiche Ding, Ereignis oder den gleichen Sachverhalt gibt und dass viele Ausdrücke nicht der Referenz dienen, sondern eine Funktion erfüllen.
Nach Wittgenstein entspricht die referenzielle Position einer «primitiven Vorstellung» von Sprache. Im Laufe der Geschichte der Sprachphilosophie haben sich daher auch andere Positionen herausgebildet. Dennoch bleibt das Referenzieren ein wichtiger Aspekt der natürlichen Sprache. Die Funktion von Demonstrativpronomen beispielsweise besteht darin, in einem Gespräch auf bestimmte Dinge oder Sachverhalte hinzuweisen. Diese Verweise beziehen sich jedoch nicht auf aussersprachliche Entitäten in der Realität, sondern auf mentale Konzepte bzw. sozial vermittelte Konventionen.
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