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Am Tag habe ich mit dem Wasserlösen kein Problem. In der Nacht aber schon. Wenn ich mich abends ins Bett lege, kann es sein, dass ich gleich wieder auf die Toilette muss. Ich kann den Harndrang einfach nicht unterdrücken. Zehn bis fünfzehn Mal aufstehen ist bei mir keine Ausnahme. Der Arzt sagt, das komme von der Prostata und gab mir ein Medikament, das aber nicht hilft. Ich bin 87 Jahre alt hoffe, Sie können mir weiterhelfen.
Das sagt PD Dr. med. Christian von Bodman:
Ständiger Harndrang in der Nacht kann verschiedene Ursachen haben und sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Sowohl eine unvollkommene Entleerung der Harnblase, wie auch eine vermehrte Produktion von Urin in der Nacht, können zum beschriebenen Problem führen. Natürlich spielt auch die Trinkmenge eine Rolle.
Mit dem Alter wird die Entleerung der Harnblase schwieriger
Die Prostata liegt unter der Harnblase und umschliesst die Harnröhre. Oft kommt es im Alter zu einer Verengung, was die Entleerung der Blase erschwert. Typisch sind Symptome wie eine Harnstrahlabschwächung, eine verlängerte Blasenentleerungszeit, Nachtröpfeln, häufigeres Wasser lösen tagsüber und in der Nacht. Wie in Ihrem Fall, kann sich auch eine störende Drangsymptomatik entwickeln.
Es braucht verschiedene Abklärungen
Leidet man unter den oben genannten Symptomen, sollte man einen Urologen aufsuchen. Anhand einer Urinuntersuchung kann er zum Beispiel erkennen, ob eventuell ein Infekt die Ursache ist. Sinnvoll ist auch eine Harnstrahlmessung, mit der die Harnstrahlstärke und das entleerte Harnvolumen bestimmt werden können. Nach der Entleerung der Harnblase überprüft der Urologe per Ultraschall, ob die Blase ausreichend entleert wurde. Zudem kann die Form der Niere, Blase und Prostata beurteilt werden. Auch eine Tastuntersuchung der Prostata kann aufschlussreich sein. In manchen Fällen braucht es zusätzlich eine Blasenspiegelung, um die Anatomie der Harnröhre und Harnblase besser beurteilen zu können. Ob man den PSA-Wert untersuchen lassen soll, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und wird am besten fachärztlich beurteilt.
Helfen Medikamente?
Es gibt Medikamente, die zu einer Entspannung des Blasenhalses führen und damit das Wasserlösen erleichtern. Andere können die Prostata verkleinern. Es gibt auch Arzneimittel, welche den Harndrang lindern und die Blasenkapazität erhöhen. Manchmal müssen Medikamente auch kombiniert werden, um eine Verbesserung der Situation und damit der Lebensqualität zu erreichen. Der Facharzt und die Fachärztin wissen am besten, welche Medikation in Frage kommt.
Erleichterung dank Laser und Wasserdampf
Sollte eine medikamentöse Therapie nicht zu einer Verbesserung führen und die Ursache eine Verengung der Harnröhre sein, kann diese mit verschiedenen Methoden operativ erweitert werden. Dazu zählen zum Beispiel die Schlingenresektion, heisser Wasserdampf (Rezum™-Therapie) oder ein Laserverfahren. Auch der künstliche Verschluss bestimmter Prostata-Gefässe, also eine Embolisation, ist in manchen Fällen angebracht.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.uroviva.ch