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Bruno Mansers Kampf gegen die Rodung des Regenwalds ist so abenteuerlich wie aktuell. Kein Wunder eröffnet das diesjährige Zurich Film Festival mit einem Biopic über den radikalen Schweizer Öko-Aktivisten.
Wie nachhaltig wirkt Bruno Mansers Engagement abseits der Leinwand? Südostastien-Korrespondentin Karin Wenger besuchte das Volk der Penan auf Borneo, mit denen Bruno Manser seit den 1980er-Jahren bis zu seinem Verschwinden lebte.
Karin Wenger
Karin Wenger ist Südostasien-Korrespondentin des SRF.
SRF: Sie kommen gerade von einer dreitägigen Reise zum Volk der Penan zurück. Wie präsent ist dort die Erinnerung an Bruno Manser?
Karin Wenger: Extrem präsent. Jeder kennt Bruno Manser, viele haben ihn auch selbst getroffen. An einem Abend traf ich eine Gruppe von Penan und den Chef eines Dorfes. Sie sahen Bruno Manser als Freund, als einen von ihnen.
Einer von ihnen: Bruno Manser und die Penan
Seit den 1980er-Jahren kämpfte der Basler Ethnologe und Aktivist Bruno Manser gegen die Ausbeutung der indigenen Völker in Indonesien und Malaysia – und gegen die Abholzung des Regenwaldes.
1984 bis 1990 lebte er mit dem Volk der Penan im Gebiet Sarawak auf Borneo. Ausserdem betrieb er Aufklärungs- und Lobbyarbeit, vor Ort und in der Schweiz.
1992 gründete er den Bruno Manser Fonds (BMF), Link öffnet in einem neuen Fenster. Dieser führt Mansers Arbeit fort, seit dieser 2000 spurlos verschwand.
Die Penan waren extrem dankbar für das, was er für sie getan hatte: Er habe sie gelehrt, den Holzfällern und Palmölfirmen auf friedliche Art Widerstand zu leisten, sagten sie. Und dass es ohne Manser heute auf Sarawak keinen Regenwald mehr gäbe.
Seit März kämpfen die Penan gerichtlich und mit Blockaden gegen weitere Waldrodungen. Finden Ihre Anliegen Gehör?
In diesem Fall: ja. Ihren letzten Kampf führten die Penan gegen eine Palmöl-Firma, die in der Nähe des Nationalparks, auf dem Land der Penan und eines anderen Stammes, eine Palmölplantage anlegen wollte.
Bruno Manser lehrte den Penan friedlichen Widerstand gegen die Holzfäller und Palmölfirmen.
Es wurden bereits Bäume gefällt und Palmen angepflanzt, als die Penan und der andere indigene Stamm begannen, die Zufahrtsstrassen zu blockieren. Ausserdem gingen sie gerichtlich gegen die Firma vor.
Bei meinem Besuch führten sie mich in das schwer zugängliche Gebiet. Dort ist noch immer eine Plantage. Aber laut den lokalen Arbeitern wurden die Palmen zum Abtransport bereit gemacht. Die Maschinen waren bereits weg.
Also war der Widerstand der Indigenen erfolgreich?
Ja. Der Erfolg zeigt, dass sich ihr Widerstand lohnt. Man muss aber auch sagen, dass nun an einer anderen Stelle, einige Stunden weiter weg, eine Firma auf dem Gebiet der Penan Bäume abrodet. Das ist der nächste Schauplatz, um für den Regenwald weiterzukämpfen.
Bruno Manser ist seit 20 Jahren verschollen. Die Bruno-Manser-Stiftung führt seine Mission weiter. Was leistet sie vor Ort?
Die Stiftung hat beispielsweise mit den Penan eine Landkarte erstellt. Die Karte ist extrem wichtig, vor allem im rechtlichen Kampf gegen diese grossen Palmölplantagen und Holzfäller-Firmen.
Der Bruno-Manser-Fonds deckt daneben auch korrupte Machenschaften auf, zum Beispiel von Holzfirmen oder malaysischen Politikern. Der Fonds hat etwa 2012 Strafanzeige gegen die UBS eingereicht, weil diese einem ehemaligen lokalen Regierungschef geholfen haben soll, Millionen von Dollars zu waschen.
Das Erbe von Bruno Manser geht weit über Sarawak hinaus.
Die Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht den Fall seit Jahren – und auch in Malaysia ist dieser ehemalige Regierungschef angeklagt. Das Erbe von Bruno Manser geht also weit über Sarawak hinaus.
Das Gespräch führte Katrin Becker.