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Dieser Beitrag erklärt an einem Beispiel, wie man seinem Wunsch genau ausdrückt und wie die Zusammenhänge zwischen Listenverbindungen und Unterlistenverbindungen sind.
Als Beispiel dient eine reale Konstellation bei den Nationalratswahlen 2011 im Kanton Zürich. In diesem Beispiel gilt die Annahme, dass Marc Wäckerlin als die dritte Person auf der Liste 10 der Piratenpartei in den Nationalrat gewählt werden soll.
Das ergibt zwei Problemstellungen:
Die Lösung des Problems vorweg: Man wirft die Liste 10 Piratenpartei ein und streicht die ersten vier Zeilen durch, so dass der gewünschte Kandidat der erste nicht gestrichene Name der Liste ist. Will man noch sicherer gehen, streicht man alle Namen ausser dem gewünschten durch. So gibt man der Piratenpartei die maximale Wahlchance und verhilft dem Wunschkandidaten zu einer besseren Position innerhalb seiner Liste.
Jede Partei holt einen Sitz, wenn sie den notwendigen Stimmenanteil holt. Im Kanton Zürich sind das bei 34 Nationalratssitzen ein Vierundreissigstel, also ca. 2,9%. Genau genommen bekommt jede Partei pro 35-stel einen sicheren Sitz. Jede Partei, welche das Quorum aus eigener Kraft schafft, bekommt eine entsprechende Anzahl Sitze. Da die Piratenpartei zu klein ist, holt sie in dieser erste Runde keinen Sitz.
Im zweiten Schritt werden die verbleibenden Sitze unter den Listenverbindungen verteilt. Da Listenverbindungen mit weniger als 2% ausscheiden, reduziert sich der Stimmenanteil der Restmandate auf ca. 2,5%. In unserem Beispiel ist die Piratenpartei in einer Listenverbindung mit der AL, der PdA und den Konfessionslosen. Wenn diese Gruppe gemeinsam das Quorum schafft, erhält die Listenverbindung einen Sitz, der an den stärksten Partner geht.
Innerhalb der Listenverbindung haben die AL und die PdA noch eine Unterlistenverbindung. Bekommt die Listenverbindung einen Sitz, so geht dieser an die stärkste der Partner, wobei die Stimmen der Unterlistenverbindungen zusammen gezählt werden.
Die Piratenpartei muss folglich einerseits mehr Stimmen erhalten, als die Konfessionsfreien, was sehr wahrscheinlich der Fall sein wird. Andererseits muss sie auch allein mehr Stimmen holen, als die AL und die PdA zusammen, weil diese eine Unterliste bilden. Sind AL und PdA zusammen stärker, als die Piratenpartei, erhält der Stärkere der beiden den Sitz, also die AL.
In unserem Beispiel rechnen wir mit ja ca. 0,2% für Konfessionsfreie und PdA und aufgrund der Wahlen 2007 mit ca. 1% für die AL1). Damit muss die Piratenpartei mindestens 1,2% holen, um stärkste Kraft der Gruppe zu werden. Die Gruppe muss 2,5%-2,9% holen, das heisst, wenn die anderen drei zusammen 1,3% holen, muss die Piratenpartei die restlichen 1,1%-1,6% beitragen. Das heisst, die Piratenpartei hat eine Chance auf einen Sitz ab ca. 1,2% Stimmenanteil im Kanton Zürich.
Hier zeigt sich auch, dass die Piratenpartei von der Listenverbindung profitiert. Würde sie allein antreten, müsste sie die 2,5%-2,9% der Stimmen alleine holen.
Jeder Wähler kann eine bestimmte Partei maximal unterstützen, indem er die Liste dieser Partei einwirft und keine Kandidaten aus anderen Listen hinzu panachiert. Das Streichen einzelner Zeilen einer Liste hingegen schmälert die Chancen der Partei insgesamt nicht, sondern beeinflusst nur die Sitzverteilung innerhalb der Partei, bestimmt also, welche Person den Sitz bekommt. So gehen alle Parteistimmen an die gewünschte Partei, auch die gestrichenen Zeilen. Im Kanton Zürich mit 34 Sitzen sind das 34 Parteistimmen.
Angenommen, die Piratenpartei holt einen Sitz, dann geht dieser an die Person auf der Liste, die am meisten Stimmen holt. In der Regel ist das die erste Person auf der Liste, weil sie von vielen auf ihre Liste panachiert wird. Möchte man also die Nummer Drei fördern, muss man die Personen davor streichen.
In unserem Beispiel soll Marc Wäckerlin gewählt werden, der aber bei den Piraten mit den Listenplätzen 5. und 6. an Dritter Stelle liegt. Ein erster Schritt wäre, den Kandidaten «10030 Marc Wäckerlin» zu kumulieren (verdoppeln), doch da der Name bereits zweimal auf der Liste steht, ist das bereits geschehen. Im zweiten Schritt streicht man alle Kandidaten vor ihm, das sind in diesem Fall «Michael Gregr» und «Thomas Bruderer», die beide doppelt aufgeführt sind. Will man ganz sicher gehen, dass auch keine andere Person der Liste den Wunschkandidaten überholt, streicht man zusätzlich alle anderen Namen auf der Liste durch und lässt nur den Wunschkandidaten zweimal stehen.
Es gäbe noch die Möglichkeit, eine andere Liste einzuwerfen, auf dieser zwei Zeilen zu streichen und «10030 Marc Wäckerlin» stattdessen zweimal hin zu schreiben, das nennt man panachieren, aber das würde die Chancen der Piratenpartei insgesamt schmälern und ist darum nicht die optimale Lösung.
Um Kandidat Marc Wäckerlin mit der Nummer 10030 auf Liste 10 Piratenpartei maximal zu unterstützen, nimmt man die Liste 10, Piratenpartei, streicht die vier Zeilen vor ihm durch und wirft diese Liste ohne weitere Veränderungen ein.