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© Daniela Heynen
Gefährlich konstruierte Mittelspannungsmasten können für Vögel ein Stromschlagrisiko darstellen. Grossvögel sind besonders betroffen. Technische Massnahmen zur Sanierung von gefährlichen Masten sind bekannt.
Gefährlich konstruierte Mittelspannungsmasten sind für Vögel ein Stromschlagrisiko. Aufgrund ihrer Flügelspannweite ist die Gefahr für Grossvögeln wie Uhu und Weissstorch besonders gross. Bereits 1997 hat der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE in einer Broschüre technische Massnahmen publiziert, mit denen gefährliche Mittelspannungsmasten vogelsicher gemacht werden können. Trotzdem sind gefährliche Mastkonstruktionen heute in der Schweiz immer noch weit verbreitet.
In Absprache mit den unten aufgeführten Partnern beauftragte das Bundesamt für Umwelt BAFU die Schweizerische Vogelwarte
a) die Regionen zu bezeichnen, die für Uhu und Weissstorch hinsichtlich der Sanierung von gefährlichen Mittelspannungsmasten besonders wichtig sind,
b) die Zusammenstellung der technischen Massnahmen für die Sanierung von gefährlichen Mittelspannungsmasten zu aktualisieren.
Aufgrund der bekannten Brutplätze von Uhu und Weissstorch sowie Beobachtungen grösserer Ansammlungen beim Weissstorch während der Zugzeit wurden die Regionen mit besonders häufigem Vorkommen der beiden Arten festgelegt.
Unter Berücksichtigung der Erfahrungen der letzten Jahre, auch aus anderen Ländern wie z.B. Deutschland, wurden die technischen Massnahmen zur Sanierung von gefährlichen Mastkonstruktionen aktualisiert.
Das Stromschlagrisiko ist für Grossvögel besonders hoch. Beim Weissstorch und Uhu ist Stromtod eine der häufigsten bekannten Todesursachen. Eine Entschärfung gefährlicher Mittelspannungsmasten ist häufig mit einfachen Mitteln möglich, wird in der Schweiz aber noch zu wenig umgesetzt. Mit der Bezeichnung der für Uhu und Weissstorch besonders wichtigen Regionen in der Schweiz wird ersichtlich, wo mit der Abklärung der Notwendigkeit einer Sanierung von gefährlichen Mittelspannungsmasten begonnen werden soll.
Langfristig sollten alle gefährlichen Masten in der Schweiz entschärft werden.
Für Uhu und Weissstorch wurden 12 Regionen bestimmt, die für Abklärungen hinsichtlich der Sanierung von gefährlichen Mittelspannungsmasten prioritär sind. In diesen Regionen sollen die Masten der Mittelspannungsnetze in Bezug auf Vogelsicherheit kontrolliert und gefährliche Masten entschärft werden. Die technischen Massnahmen zur Sanierung von gefährlichen Mastkonstruktionen wurden aktualisiert. Damit stehen Grundlagen für die Umsetzung bereit. Die Umsetzung kann nur in Zusammenarbeit mit den Partnern der Elektrizitätsseite, insbesondere mit dem Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen VSE, dem Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI und dem Bundesamt für Energie BFE erfolgen.
Erste Umsetzungen
Das Wallis und das Engadin gehören zu den für Uhu und Weissstorch besonders wichtigen Regionen der Schweiz. In der Talebene des Wallis wurden die Mittelspannungsmasten kontrolliert und dabei an die 1‘500 gefährliche Masten inventarisiert. In Zusammenarbeit mit der kantonalen Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere und den betroffenen Elektrizitätsversorgungsunternehmen sollen die Sanierungen nun grossräumig angegangen werden. Ein Inventar im Engadin ergab 253 gefährliche Mittelspannungsmasten. Hier haben die lokalen Elektrizitätsversorgungsunternehmen bereits erste Sanierungen durchgeführt.
Universität Bern, Abteilung Conservation Biology
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz
Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen VSE
Eidgenössisches Starkstrominspektorat ESTI
Bundesamt für Umwelt BAFU
Bundesamt für Energie BFE
Bundesamt für Verkehr BAV
Schweizerische Bundesbahnen SBB
Marion J. Hofer-Woodhead-Stiftung