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Öffentlicher Verkehr
In Bolivien reist man hauptsächlich mit Bussen. Wenn du in Bolivien reisen willst, solltest du Verspätungen und Pannen in deinen Reiseplänen berücksichtigen. Häufig sind die Busse alt und die Strassen holprig. In Sucre gibt es lokale Busse und auch Taxis sind überall verfügbar. Von Überlandfahrten in der Nacht wird abgeraten, da es häufiger zu Unfällen kommt. Im Zentrum von Sucre erreicht man aber auch alles gut zu Fuss.
Stromspannung & Steckdosen
220 V (wie in den Europa)
Europäischer Stecker mit zwei runden Metallstiften
Japanischer Stecker mit zwei senkrechten flachen Metallstiften
Kultur
Wie in den Sprachen, erhalten sich die vorkolonialen Kulturen Boliviens auch in den Kleidern, der Architektur und der Musik. Die Kulturen haben sich aber mit den Traditionen der Spanier vermischt. Bei Festen und öffentlichen Anlässen trifft man oft auf Ensembles aus Blas- und Schlaginstrumenten. Das wichtigste Blasinstrument ist die Quena, eine Flöte aus Bambusrohr. Aber auch die Panflöte oder eine grössere Version der Quena, die Tokoro, sind weit verbreitet. Einer der populärsten indigenen Tänze ist der Huayño, bei dem mehrere Paare Arm in Arm herumwirbeln.
Geschichte
Das Gebiet Boliviens wurde von verschiedensten Kulturen besiedelt. Die grösste war die Tiahuanaco Kultur, die aber im 15. Jahrhundert Teil des Inka-Reiches wurde. Mitte des 16. Jahrhunderts eroberten die Spanier unter Francisco Pizarro das Hochland, nachdem das Inkareich zerstört worden war. Das Gebiet wurde Teil des Vizekönigreichs Peru. Im Unabhängigkeitskampf von 1809 bis 1825 befreite Simon Bolivar das Gebiet Boliviens von den Spaniern. Nach ihm wurde später das Land „Bolivien" benannt. Nach einer kurzen Zeit der Union mit Peru war Bolivien vollständig unabhängig. Im Salpeterkrieg 1879, der gegen Chile geführt wurde, verlor Bolivien grosse Teile seines Gebietes und vor allem den Zugang zum Pazifik. Weitere Gebiete musste Bolivien nach dem verlorenen Chacokrieg (1932-1938) an Paraguay abgeben. Bolivien wurde in der Folge immer wieder von ethnischen und kulturellen Kämpfen erschüttert, die zu Revolutionen und Militär-Coups führten. Die letzten grösseren Unruhen ereigneten sich 2003, als die Gewerkschaften gegen den Ausverkauf des Erdgases an grosse US-Konzerne protestierten.
Gesellschaft
Die Bevölkerungsdichte gehört mit rund 8 Einwohnern pro Quadratkilometern zu den niedrigsten Lateinamerikas. Zwei Drittel der Bevölkerung sind Indígenas, wovon der grösste Teil Quechua, die Inkasprache, spricht. Ebenfalls weit verbreitet unter den Indígenas im Hochland ist die Sprache Aymara. Die Völker dieser Sprache waren ursprünglich von den Inkas dominiert, sie konnten ihre Sprache aber erhalten. Die Amtssprachen des Landes sind Spanisch und die beiden genannten indigenen Sprachen. In Schulen und Behörden wird allerdings nur Spanisch gesprochen. Viele Indigenas beherrschen das Spanisch, sprechen aber untereinander in ihren Sprachen. Ausserhalb der Städte trifft man auch häufig auf Einheimische, die sich ausschliesslich in ihren traditionellen Sprachen ausdrücken. Eine dritte populäre indigene Sprache Boliviens ist das Guarani, das vor allem im Tiefland gesprochen wird. Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Für viele Bolivianer ist die Ernährung unzureichend und das Gesundheitswesen ist nur schwach entwickelt. Häufig finden die Bolivianer nur im informellen Sektor, als Strassenverkäufer oder als Besitzer kleiner Läden Arbeit. Um mit der Familie irgendwie über die Runden zu kommen, arbeiten häufig auch die Kinder mit und verlassen deshalb frühzeitig die Schule.
Küche
Die bolivianische Küche besteht vorwiegend aus Fleischgerichten. Als Beilagen werden meistens Reis und Kartoffeln serviert. Eine scharfe Sauce mit dem Namen Llajhua findet sich häufig auch auf dem Esstisch und sorgt für die richtige Würze der Speisen. Eine besondere Spezialität Boliviens ist die Chicha, ein Gärgetränk aus Mais.
Religion
Die grosse Mehrheit der Bolivianer ist römisch-katholisch. Trotzdem sind die indigenen Religionen nicht verschwunden. Sie haben sich mit dem katholischen Glauben vermischt und drücken sich in der Verehrung der Naturwelt, von Bergen, Tieren und Pflanzen aus.
Politik
Staatsoberhaupt der Republik Bolivien ist der Präsident. Die Legislative bildet ein Zweikammerparlament mit Abgeordnetenhaus und Senat. Sowohl der Präsident als auch die Mitglieder des Parlaments werden für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Wegen der vielen Umstürze in Bolivien konnte sich aber kaum je ein Präsident über die gesamte Legislaturperiode im Amt halten. Häufig ist der Coca-Anbau ein Grund für Aufstände. Für viele bolivianische Bauern stellt die Coca-Pflanze die Lebensgrundlage dar und ist ausserdem im kulturellen und religiösen Leben der Einheimischen stark verankert. Auf aussenpolitischen Druck hin, versucht die Regierung aber immer wieder den Anbau des Rohstoffes von Kokain zu unterbinden.
Wirtschaft
Bolivien ist eines der wirtschaftlich am wenigsten entwickelten Länder Lateinamerikas. Ein Grossteil der Bevölkerung ist nach wie vor in der Landwirtschaft tätig. Die Wichtigkeit des Bergbaus in der bolivianischen Ökonomie hat abgenommen. Neue Wirtschaftszweige, wie die Forstwirtschaft, der Anbau von Sojabohnen und vor allem der Export von Erdgas, haben an Bedeutung gewonnen. Auch der Tourismus hat in den letzten Jahren einen hohen Zuwachs erfahren. Die Einheimischen reisen auf Grund der schlechten ökonomischen Situation jedoch kaum.