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Forscher von der Universität Stanford wählten 223 Studien aus, die entweder den Nährstoffgehalt oder die Belastung mit Bakterien, Pilzen oder Pestiziden untersucht hatten. In 17 Studien wurden Personen verglichen, die sich entweder biologisch oder herkömmlich ernährten.

Bio ist nicht
gesünder - aber
besser für die Umwelt

Die Forscher fanden lediglich drei passende Studien, die direkte Effekte auf den Konsumenten bezüglich dem Auftreten von gesundheitlichen Problemen wie Ekzeme, Asthma, generalisierte Empfindlichkeiten oder Darminfektionen durch bestimmte Darmbakterien untersucht hatten. Die Forscher fanden hier keine nennenswerten Unterschiede zwischen biologischem und herkömmlichem Konsum.
Bei Kindern, die ausschliesslich Biokost erhielten, war eine geringere Ausscheidung von Pestiziden im Harn zu beobachten als bei den konventionell ernährten Kindern.
Beim Vitamin- oder Nährstoffgehalt von Lebensmitteln fanden die Forscher keine nennenswerte Unterschiede - ob bio oder nicht. Einzig der Phosphorgehalt war in den Bioprodukten durchgehend erhöht, was aber keine gesundheitlichen Auswirkungen hat. Die Pestizidbelastung war bei den Bioprodukten naturgegeben um 30% geringer.
Praktisch keinen Unterschied fanden die Forscher bei der Kontamination mit Darmbakterien (E. coli-Bakterien). Dennoch wurden Bakterien sowohl bei biologischen wie auch bei herkömmlichem Hühner- und Schweinefleisch etwa gleich häufig gefunden. Allerdings wies Biofleisch weniger häufig Antibiotika-multiresistente Bakterien auf.
Fazit der Autoren: Auch wenn die Pestizidbelastung bei Biolebensmitteln kleiner sei und weniger resistente Keime aufweisen, seien Bioprodukte nicht per se "gesünder" als herkömmliche Lebensmittel.
Die Resultate der Studie würden ihn nicht überraschen, so Agrarforscher Urs Niggli, Direktor des FiBL* gegenüber der Schweizer Tageszeitung "Tagesanzeiger". "Wären konventionelle Lebensmittel lebensverkürzend, müssten sie aus dem Markt genommen werden." Aber: Die Wirkung der ökologischen Landwirtschaft auf die Biodiversität sei durch die grössere Artenvielfalt in ökologisch bearbeiteten Zonen belegt. Auch die Grundwasserbelastung sei durch Bioanbau deutlich kleiner, so Niggli.
*FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau.