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Work-up-Fonds - Arbeitsplätze selber schaffen
1. Ziel und Vorgehensweise
Arbeitslosen (=Arbeitssuchenden) soll mit einer Anschubfinanzierung und fachlicher
Unterstützung die Möglichkeit geboten werden, für sich selbst neue Arbeitsplätze
zu schaffen. Entsprechend den Fähigkeiten und Neigungen der jeweiligen
Gruppe von Projektteilnehmern können diese ihre Geschäftsideen (neue oder
herkömmliche) selbst definieren. Ist das Projekt erfolgreich, werden die Arbeitsplätze
in einer neu entstandenen Firma "in die Freiheit entlassen". Scheitert das
Projekt, nehmen die Teilnehmer, neben den verdienten Lohnanteilen, Erfahrungen
und Qualifikationen für ihren weiteren Weg mit.
2. Grundüberlegungen
- Workout ist ein Unwort der Wirtschaftsentwicklung der letzten Jahre. Work-up
soll das Gegenteil bedeuten, nämlich neue Arbeitsfelder erschliessen und
Arbeitsplätze schaffen.
- Die Arbeitssuchenden sollen in Eigeninitiative für sich selbst und ihre Kolleginnen
und Kollegen neue Arbeitsplätze aufbauen.
- Arbeitslosenprojekte, welche die lokale bestehende Wirtschaft nicht konkurrenzieren
dürfen, sind immer nur Lückenbüsser-Projekte. Wenn Arbeitslosenprojekte
den bestehenden Firmen Aufträge abwerben, erfüllen sie damit
unter dem Titel Förderung des Wettbewerbs eine Zusatzaufgabe.
- Anschubsfinanzierungen solcher Projekte sind, ebenso wie die Subventionierung
von Privatfirmen und die Bereitstellung von Risikokapital aus der Wirtschaft,
absolut legitim.
3. Grundsätze des Work-up-Projektes
- Work-up ist ein Selbsthilfeprojekt; Arbeitssuchende suchen ihre Arbeitsfelder
selbst.
- Auch die Kaderpositionen werden mit Arbeitssuchenden besetzt.
- Jede Anstellung im Projekt ist befristet - ausser, wenn ein Projekt sich als
selbständig überlebensfähige Firma erweist und abgespaltet werden kann.
- Fachleute ohne Beschäftigungsprobleme wirken nach Bedarf als Supporter
(Förderer) aktiv in den Projekten mit - sei es mit Teilzeit oder Vollzeitanstellung.
- Von aussen soll nicht ersichtlich sein, wer ohne Beschäftigungsprobleme als
Supporter mitwirkt oder als Arbeitssuchender Projektadressat ist.
- Aussenstehende Fachleute werden als "Paten" für Qualitätsüberwachung und
als Ideenlieferanten beigezogen.
- Die Arbeit soll nicht nur Zeit beanspruchen und Lohn generieren, sondern
auch Freude und Befriedigung bringen.
- Alte und junge Arbeitssuchende wirken zusammen, der Arbeitsplatz ist ein
idealer Ort, an dem sich Jung und Alt gegenseitig helfen.
- Verschiedene Projekte von Work-up (und ausgegliederte überlebensfähige
Firmen) arbeiten solidarisch zusammen und bilden ein Netzwerk.
- Die Arbeit wird nach Leistung bezahlt. Die Leistungsbemessung wird auch
projektintern offen gelegt. Wer - in einer bestimmten Situation oder langfristig
- weniger Leistung erbringt, soll nicht entlassen, sondern kann zu einem
tieferen Satz entschädigt werden.
- Jeder Projektteilnehmer leistet auch einen Teil Gratisarbeit - als Gegenleistung
zur Förderung durch die Stiftung Succursus.
4. Mögliche Projekte als Anregung
- Schweizer Fast Food: Rösti und Chäshörnli statt Kebab und Hamburger;
- Die Alleskönner: Kleinreparaturen im und ums Haus - von verschiedenen
fachkundigen Handwerkern;
- EDV & Co.: Niederschwellige Beratung für ältere, technikungewohnte Menschen;
- Wir übernehmen den Bürokram: Sekretariatsarbeiten, Personaladministration,
Buchhaltung und Telefondienst für Kleinfirmen - und für alle Work-up-
Projekte der Stiftung Succursus