Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/2705

Grundlage dafür ist eine vorläufige Einigung mit den US-Behörden, die allerdings noch vom US-Justizministerium bestätigt werden muss, wie die Bank am Mittwoch mitteilte.
Eine definitive Lösung im US-Steuerstreit erwartet die Privatbank im ersten Quartal 2016. Die zusätzlichen Rückstellungen wird Julius Bär in der Bilanz 2015 verbuchen. Dennoch erwarte die Bank einen bereinigten Nettogewinn für 2015, heisst es in der Mitteilung.
Sollte die Busse für Julius Bär schliesslich in der Höhe der inzwischen erhöhten Rückstellungen ausfallen, wäre dies der dritthöchste Betrag, den eine Schweizer Bank zur Beilegung des US-Steuerstreits aufwenden müsste. Bisher zahlten die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse mit 780 Millionen respektive 2,6 Milliarden Dollar die höchsten Bussen.
Angaben über die Höhe der verwalteten Vermögen und die Anzahl US-Kunden wollte Julius Bär auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda im Hinblick auf das laufende Verfahren nicht machen.
Unternehmenssprecher Jan Vonder Muehll bestätigte jedoch, dass die Bank für die Aufarbeitung aller Dokumente zuhanden der US-Behörden sowie für Anwaltskosten bislang einen Betrag zwischen 80 bis 90 Millionen Franken ausgegeben hat.
Das US-Justizministerium ermittelt seit Jahren gegen Schweizer Banken und hat zur Beilegung des Steuerstreits 2013 ein Selbstanzeigeprogramm angeboten. Weil die US-Behörden damals aber schon ein Verfahren gegen Julius Bär wegen mutmasslicher Steuerdelikten eingeleitet hatten, landete die Bank automatisch in Kategorie 1.
Auf das Zustandekommens eines Abkommens in dieser Kategorie warten neben Julius Bär auch die Basler und die Zürcher Kantonalbank, die Genfer Filiale der britischen HSBC oder Privatbanken wie Rahn & Bodmer oder Pictet. Einen Vergleich abschliessen konnte wie die beiden Grossbanken auch die Bank Leumi.
(SDA)