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Um es gleich vorwegzunehmen: der Westen regiert die Welt. Und richtig: China hat die zweitgrösste und Japan die drittgrösste Wirtschaft dieser Welt. Aber Europa und Nordamerika generieren zusammen immer noch zwei Drittel des globalen Wohlstandes, besitzen immer noch zwei Drittel der modernen Waffen und verantworten immer noch zwei Drittel der weltweit ausgegebenen Gelder für Forschung und Entwicklung – und das, obwohl sie weniger als ein Siebtel der Weltbevölkerung stellen.
Aber die Gewichte verlagern sich. Die reiche Welt hat 2008 einen finanziellen Kollaps erlebt und leidet unter einer Schuldenkrise. Schon zuvor haben Experten vorausgesagt, dass Chinas Bruttosozialprodukt und Rüstungsausgaben in den 2020er Jahren jene der USA überholen würden. Künftig werden Chinas wirtschaftliche Vorstellungen im Westpazifik und zwischen Indischem Ozean und Afrika mehr Geltung haben als jene der USA.
Gewiss, irgendwann wird auch Chinas wirtschaftliches Wachstum abflachen. Zur Mitte dieses Jahrhunderts könnten jedoch andere aufwachende Riesen – Indien, Brasilien, Indonesien – bereit sein, dann wiederum Chinas Platz an der Spitze einzunehmen. Wenn diese Prognosen, gestützt auf die Fakten der jüngsten Entwicklungen, zutreffen, werden die USA im Jahr 2050 weniger und Europa viel weniger Einfluss auf das Weltgeschehen ausüben.
Aber werden die jüngsten Entwicklungen anhalten? Das ist die Kernfrage. Um sie zu beantworten, müssen wir wissen, wo diese Entwicklungen ihren Ursprung haben, und um diese Frage zu klären, müssen wir uns eines Blickes in die Geschichte bedienen.
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