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Bild der „Krone“ im Jahr 1900. Links der Strasse die Spezereihandlung zur „Kanne“, wo Spenglermeister Arnold Brütsch noch eine umfangreiche Eisenwarenhandlung angegliedert hatte. Der Ladeneingang war vorne an der Hauptstrasse und ist heute zugemauert. Das Geschäft ging 1950 ein. Dahinter ist das Gemeindehaus. Rechts auf dem Bild im Vordergrund der COOP, damals sagte man noch „Konsum“. Die Strasse wurde erst 1937 asphaltiert. Ganz im Hintergrund neben der „Krone“ steht das öffentliche Waschhaus. Es wurde 1910 abgerissen, um einer öffentlichen Brückenwaage Platz zu machen, die dann bis 1972 ein wichtiges Instrument im Ramser Dorfgeschehen bildete.
Das Haus zur „Krone“ in Ramsen
1637 erbaut als österreichisches Vogthaus von Ramsen, da Ramsen bis 1770 österreichisch war.
Im Erdgeschoss befanden sich die Amtsräume, Im 1. Stock tagte das Gericht und im Keller was das Verliess (Gefängnis). Die Mauern, sowie das Deckengewölbe sind heute noch gleich wie damals. Das Ökonomiegebäude, das durch einen offenen Durchgang getrennt, rechts von der „Krone“ steht, diente damals als Pferdestall und Futterscheune. Die Pferde dienten damals dem Personentransport und Postdienst. Pferdebespannte Wagen waren damals das einzige Verkehrsmittel für grössere Distanzen.
1770 Die Stadt Zürich kaufte Ramsen von Wien ab und wurde somit eidgenössisch.
Von 1770 bis 1818 war die „Krone“ im Besitz der Stadt Stein, weil Zürich die „niedrige Gerichtsbarkeit“ über Ramsen der Stadt Stein am Rhein übertragen hatte. Die Ramser, die plötzlich Schweizer geworden waren, mussten sich als Solche erst bewähren. Dazu wurde eine Frist von 50 Jahren angesetzt. Bereits nach 48 Jahren, 1818, wurde die niedrige Gerichtsbarkeit von Stein am Rhein über Ramsen aufgehoben. Die Ramser waren nun selbständige Schweizer und das Haus zur Krone wurde zum privaten Erwerb ausgeschrieben.
Dritter Besitzer wurde die Familie von Vater Jakob Geyer vom alten Zoll. Nach ihm wurde die „Krone“ weiter geführt von seinem Sohn Michael, und danach von seinem Enkel Conrad. Nach 62 Jahren war kein Mitglied der Familie Geyer gewillt, die „Krone“ als solche weiter zu führen.
Als 6. Besitzer trat 1880 ein Arnold Wäckerli aus Siblingen an, der von Beruf Käser war und in der Folge der „Krone“ eine Käserei angliederte.
Nach 37 Jahren wurde die „Krone“ wiederum veräussert an einen Arnold Scholl aus Dachsen, als 7. Besitzer. Dieser wurde Opfer der 1918 europaweit grassierenden Grippe-Epidemie. Seine Witwe verehelichte sich 1919 mit dem Ramser Velo-Rennfahrer Otto Brütsch. Er war nun der 8. Besitzer der Krone. Aber er verunglückte bereits 1921 an einem Velorennen in Konstanz. Da die Witwe Brütsch nicht mehr in der Lage war, die „Krone“ weiter zu führen, pries sie diese meiner Grossmutter, Witwe Karolina Neidhart (geb. 1868) von der alten Bäckerei an der Hauptstrasse 248, für ihren Sohn Theodor (geb. 1897) an. Dieser entschied sich dafür und führte seit 1921 die „Krone“ als 9. Besitzer zuerst 7 Jahre nur als Gasthaus. Daneben arbeitete er als Bäcker bei seiner Mutter Karolina in der alten Bäckerei.
1928 heiratete Theodor Neidhart Rosa Neidhart (Geb. 1903) von Rielasingen und verlegte die Bäckerei vom „Lodi-Haus“ auch in die Krone. Er baute die Bäckerei in den freien Durchgang zwischen der „Krone und dem Ökonomiegebäude. Vorne der Laden und dahinter die Backstube.
1968 wurde die Krone von der dritten Bäcker-Generation Theodor (geb. 1930) und Agnes neidhart-Mattich (geb. 1937) als 10. Besitzer übernommen.
Mit dem Eintritt ins Rentenalter 1999, nach 31 Jahren aktiver Geschäftstätigkeit, wurde das Restaurant zur „Krone“ geschlossen und der Bäckerei-Konditorei-Laden in einen landwirtschaftlichen Selbstbedienungs-Laden umfunktioniert, der von der Tochter Ruth Neidhart-Neidhart (geb. 1969) weitergeführt wird.
Hinter diesen drei Fenstern wurden von 1637 bis 1818 Gerichtsentscheide gefällt. Von 1818 bis 1966 bestand auf der ganzen Etage der Kronen-Saal, wo unter Anderem auch die Dorfvereine: Männerchor, Musikverein und Turnverein ihre jährlichen „Chränzli“ veranstalteten. Getanzt wurde im Tanz-Saal, der im Obergeschoss des Ökonomiegebäudes nebenan untergebracht war und durch einen überdachten Gang mit dem Saal, wo gewirtet wurde, verbunden war. Seit 1966 dient die Aula beim Wisli-Schulhaus diesen Anlässen.