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Die COVID-Pandemie traf die Kreuzfahrtindustrie sehr hart. Schon kurz nach Beginn der Pandemie gingen Ausbrüche des Virus an Bord der grossen Kreuzfahrtschiffe um und führten dazu, dass die Schiffe kaum an irgendwelchen Häfen Willkommen waren. Viele Länder halten seither ihre Häfen geschlossen. Auch die Falklandinseln haben schwere Restriktionen für Kreuzfahrtschiffe auferlegt, um die eigene Bevölkerung vor dem Einschleppen des SARS-CoV-2-Virus zu schützen. Nun hat der Executive Council, die oberste Behörde der Falklandinseln seine Politik für die kommende Saison veröffentlicht.
In einer Pressemitteilung gab der ExCo (Executive Council) bekannt, dass ab 1. Oktober 2021 nur Expeditionsschiffe mit weniger als 530 Passagieren an Bord die Falklandinseln anlaufen dürfen. Ausserdem gelte auch weiterhin die bestehende Regel, dass das Schiff zuvor 14 Tage auf See gewesen sein muss und alle Leute an Bord, Passagiere und Crews, Symptom-frei sein müssen, um an Land gehen zu dürfen. «Schiffe müssen auch einer Reihe von rigorosen Gesundheitsbedingungen zustimmen, die sehr genau von der Strategischen Pandemie Management Gruppe überwacht werden», heisst es weiter in der Mitteilung. Alle Schiffe, die mehr als 530 Passagiere an Bord haben, sind nicht auf der Liste der erlaubten Schiffe.
Die neue Einreiseerlaubnis für Expeditionsschiffe scheint auf den ersten Blick eine erfreuliche Nachricht für die bevorstehende Antarktissaison zu sein. Doch bei genauerer Betrachtung stellt sich immer noch die Frage, ob eine Saison stattfinden wird. Denn es hängt immer noch der Zusatz der «14 Tage auf See» an den Einreisebestimmungen. Das bedeutet, dass alle Expeditionsschiffe, die ihre Fahrten in der Regel ab Ushuaia in Argentinien starten, eventuell ihre Fahrpläne ändern müssen. Denn normalerweise führen sie im Uhrzeigersinn die Touren via Falklandinseln, Südgeorgien und der antarktischen Halbinsel durch. Wenn sie die Touren umdrehen und die Falklandinseln am Schluss anlaufen würden, wären die Dauer der Seereise gegeben. Es ist jedoch noch nicht klar, ob die während der Reise unternommenen Landgänge in den Wildnisgebieten der antarktischen Halbinsel und Südgeorgiens und die Anlandung bei Grytviken, die aus administrativen Gründen bei einem Besuch der Insel Pflicht ist, diese «14-Tage»-Regel wieder aufheben und somit kein Anlaufen möglich ist. Eine entsprechende Anfrage bei den Behörden wurde noch nicht beantwortet.
UPDATE: Wie wir soeben von der Regierung der Falklandinseln erfahren haben, können Expeditionsschiffe, die ihre Antarktisreise in der umgekehrten Reihe (Antarktis, Südgeorgien, Falkland) fahren und dabei Anlandungen unternehmen, die Inseln anlaufen. Die Kommunikationsleiterin der Regierung der Falklandinseln, Rhian Burgess, bestätigte eine entsprechende Anfrage von uns per E-Mail. Sie weist jedoch darauf hin, dass die Verwaltungen von Südgeorgien und der Britischen Antarktisgebiete ihre eigenen Einreisebestimmungen aufstellen. Daher sei eine weitere Abklärung im Vorfeld wichtig. Die Regierung der Falklandinseln betrachte jedoch die Gebiete gegenwärtig als sicher und stellten Anlandung dort keinen Bruch der „14-Tage-„Regel dar.
Eine weitere Frage, die sich für die kommende Saison stellen wird, betrifft die Voraussetzungen für die Passagiere, die bei den Schiffsbetreibern gelten werden. Einige Betreiber haben bereits bekanntgegeben, dass nur Passagiere mit einem Impfnachweis an Bord gehen können. Doch eine allgemein gültige Strategie liegt (noch) nicht vor.
Die ab Oktober geltenden Bestimmungen beinhalten ausserdem, dass Freunde von Bewohnern der Inseln auf die Falklands einreisen dürfen, wenn sie von einem Bewohner «gesponsort» werden. Das bedeutet, dass Besucher bei ihrem Gastgeber aufgenommen und die Quarantänebestimmungen befolgen müssen. Bisher durften Auswärtige nur aus wichtigen Gründen (geschäftlich, systemrelevant) einreisen, wenn sie gleichzeitig einen eigenen festgelegten Quarantäneort vorlegen konnten. Für den Vorsitzenden des ExCo, Mark Pollard bedeuten die neuen Regelungen einen ersten Schritt in Richtung Öffnung der Inseln. «Die Entscheidung, diese zwei Zusätze zur Besuchspolitik hinzuzufügen, wurden nach langen Überlegungen getroffen. Wir kamen zum Schluss, dass mit dem zusätzlichen Schutz durch die Impfung des grössten Teils der Bevölkerung, der Moment gekommen ist, die Besuchereinschränkungen langsam aufzuheben», erklärt er in der Meldung. Doch an die Adresse der Expeditionsschiffe gerichtet, erklärt er weiter: «Das bedeutet auch den Start einer kleinen Touristensaison, die viele aus der Branche hier vermisst haben. Aber ich möchte hier ganz klar festhalten, dass die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gemeinschaft im Vordergrund unserer Überlegungen stehen wird und wir ohne zu zögern unsere Politik wieder strenger anziehen werden, sollte es notwendig sein.»
Dr. Michael Wenger, PolarJournal