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Am Ende des Texts ist ein Update vom 09.02.2024 zu finden.
Am 08. Februar öffnete sich um 05.40 Uhr isländische Zeit erneut eine Spalte auf der Halbinsel Reykjanes und glühende Lava schoss auf einer Länge von drei Kilometern 5o-80 Meter in die Höhe. Die Intensität war zu Beginn sehr hoch, der Riss in der Erde liegt an einem ähnlichen Ort wie beim Ausbruch vom 18. Dezember. Es gibt Ähnlichkeiten mit den vorherigen Eruption, aber auch Unterschiede.
Gerade mal 30 Minuten lang bebte die Erde bevor Magma an die Erdoberfläche kam. Die Blaue Lagune und die angegliederten Hotels wurden sofort evakuiert, in Grindavik war (vermutlich) gar niemand, da die Bevölkerung in den vergangenen Tagen nur registriert und tagsüber eine Weile in die Häuser und Wohnungen durfte. Der Ort Grindavik war diesmal weniger betroffen und gefährdet als Mitte Januar, dafür hat man nun mit der Heisswasser- und Stromversorgung auf der Halbinsel zu kämpfen. Die Lava floss aus der neuen Spalte nach Westen und Osten, bereits um die Mittagszeit überquerte sie die Strasse bei der Abzweigung von Grindavik zur Blauen Lagune, Videos im Livestream von RUV zeigen dies eindrücklich. Das glühende Gestein brachte eine wichtige Heisswasserleitung zum Bersten. Die Stromleitung bei Svartsengi wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. Der neue, in kürzester Zeit erstellte Schutzdamm hat bereits seine Notwendigkeit gezeigt, die Lava floss weder zum Kraftwerk noch zur Blauen Lagune. Zwischenzeitlich scheint es gemäss Berichten des Iceland Met Office (IMO) auch Explosionen gegeben zu haben. Vermutlich kam Magma in Kontakt mit Grundwasser und explodierte zu einer gigantischen Wolke, darin befand sich vulkanisches Material, welches in der kalten Luft sehr schnell abkühlte und sich in Tephra verwandelte. Ebenso erging es Teilchen in den hohen Lavafontänen. Tephra ist die Bezeichnung für in der Luft verfestigtes vulkanisches Material, welches je nach Grösse in Asche, Lapilli und Bomben eingeteilt wird. Manchmal wird auch der Begriff Pyroklastika verwendet. Die leichten Tephrateilchen wurden mit dem Wind weggetragen und fielen auch im 3-5 Kilomter entfernten Grindavik nieder. Das IMO warnt allgemein, dass Tephra glasig und scharf ist und nicht mit den Scheibenwischern von der Windschutzscheibe gewischt werden sollte. Besser bläst oder wäscht man Tephra mit Wasser weg von Scheiben. Die Wettersituation in Südisland ist winterlich mit frostigen Temperaturen. Die nicht funktionierenden Heisswasserheizungen stellen die Bevölkerung vor grosse Probleme, teilweise nicht zur auf der Halbinsel Reykjanes. Das Stromnetz wird nun zusätzlich belastet, die Menschen sind angehalten, möglichst wenige elektrische Radiatoren anzuschliessen, damit die Versorgung nicht völlig zusammenbricht. So wurde selbst eine Fabrik in Saudarkrokur in Nordwestisland, welche Isolationen herstellt und dafür viel Strom braucht, vorübergehend geschlossen. Es ist zu hoffen, dass sowohl Heisswasser- als auch Stromversorgung möglichst bald wieder funktionieren werden. Die Ausbruchstätigkeit hat bereits stark nachgelassen, am Abend es selben Tages, waren noch zwei bis drei Krater aktiv.
Update 09.02.2024, 09.30 Uhr
Auf den Live-Webcams ist nur noch ganz wenig Glühen zu erkennen. Bereits am Abend war der aktive Ausbruch mehr oder weniger versiegt. Auch die Stromleitung wurde bei Svartsengi wieder eingeschaltet, man stellte fest, dass die mit Vorkehrungen geschützten Masten der Hitze standhielten. Hoffentlich werden die Häuser und der Flughafen auf der Halbinsel Reykjanes in Kürze wieder mit heissem Wasser versorgt, um heizen zu können. Die alte Leitung führt über die Lavafelder, eine neue Leitung war bereits in den Boden verlegt worden, muss jetzt aber sofort angeschlossen werden.
Eggert Gunnarsson startete zu einer Tagestour als er von der Busgarage in Njardvik den Ausbruch in einem Video festhielt.