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Der gute Ruf des Theater Fauteuil, der sich über die Landesgrenzen hinwegsetzte, führte Ende der Sechziger Jahre dazu, dass immer mehr renommierte Künstler im Fauteuil gastieren wollten. So wurde
1972 mit dem Tabourettli eine zweite Kleinkunstbühne im selben Haus eröffnet. Viele mittlerweile bekannte Schauspieler und Kabarettisten machten im Tabourettli ihre ersten Basler
Bühnenerfahrungen. Einer der ersten Künstler, der im Tabourettli auftrat, war der bis heute unvergessene Hanns Dieter Hüsch. Noch heute gibt es im Tabourettli immer wieder grosse Talente zu
entdecken. So wagte sich z.B. das Cabaret DivertiMento 2006 im Tabourettli erstmals auf eine Basler Bühne.
Seit dem grossen Umbau von 1989 durch den weltbekannten spanischen Architekten Santiago Calatrava trägt das Tabourettli die - zugegeben inoffizielle - Bezeichnung "Europas schönstes
Kleinkunsttheater". Herzstück des Werks von Calatrava - der zu Beginn bloss als Experte für statische Fragen des Umbaus beigezogen wurde - ist ein silberfarbenes, stahlförmiges Ei, welches zum
Symbol für die gelungene Renovation des Spalenhofs wurde. Auf der Suche nach einer eleganten Tragkostruktion für das Jahrhunderte alte Gebäude entwarf Calatrava einen stählernen Bock, der mit
Hilfe des "Ei des Calatrava" einerseits die Last von ca. 211 Tonnen in die Fundamente ableitet und andererseits einen Treppenaufgang für das Tabourettli und ein Verbindungspodest zwischen dem
Foyer und dem eigentlichen Theater schafft. Für die Inneneinrichtung entwarf Calatrava Garderoben, Möbel, Tische, Stühle und Lampen. Die Calatrava-Stühle wurden in der Zwischenzeit mangels
Sitzkomfort durch eine bequemere Bestuhlung ersetzt.
Nachdem sich das Basler Stimmvolk zu Beginn der Neunziger Jahre aus Kostengründen gegen den geplanten Neubau der Wettsteinbrücke durch Santiago Calatrava entschieden haben, bleibt das Tabourettli
das vorläufig einzige Basler Werk des genialen spanischen Architekten.
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