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Die Schweizer Koalition für kulturelle Vielfalt vereinigt Kulturorganisationen, Nicht-Regierungsorganisationen und Persönlichkeiten. Sie setzt sich ein für die Förderung und den Schutz der kulturellen Vielfalt, welche durch die internationale Handelsliberalisierung gefährdet ist.
Künstlerische Äusserungen und kulturelle Gehalte widerspiegeln die Identitäten, Erfahrungen und Werte der Völker; sie unterscheiden sich deswegen grundsätzlich von anderen Gütern und Dienstleistungen.
Die Menschen aller Länder müssen einen breiten Zugang zu den Künsten und zum Kulturschaffen ihres eigenen Landes und anderer Länder haben, so wie den Künstler und Kulturschaffenden offen stehen muss, ihre Werke unter den Mitbürgern und im Ausland zu verbreiten.
Wesentliche Voraussetzung für einen ausgewogenen Austausch von kulturellen Gütern und Dienstleistungen ist eine ausreichend grosse eigene nationale Kulturproduktion.
Ein ausgewogener Austausch der Länder im Bereich der Kultur und der Künste leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der Völker untereinander und zu einer solidarischen und friedlichen Welt; er führt damit zu einer Globalisierung, die tatsächlich auf den Bedürfnissen der Menschheit gründet.
Die Marktkräfte allein vermögen nicht, die Kunstfreiheit, die Verbreitung und ein ausreichend mächtiges kulturelles Schaffen in allen Ländern zu sichern. Aus diesem Grunde müssen die Völker und Staaten ungehindert Politiken entwickeln und betreiben können, mit denen sie das eigene Kulturschaffen und dessen Verbreitung im In- und im Ausland sichern. Sie müssen dazu Künstler/innen, gemeinwohlorientierte Kulturinstitute und die Medien des Service public unterstützen können.
Aus all diesen Gründen dürfen die kulturellen Güter nicht den Regeln des Welthandels unterworfen werden - weder den WTO- noch regionalen oder bilateralen Abkommen. Das souveräne Recht der Staaten, eine Kulturpolitik im Sinne der Menschenrechte und der Ausdrucks- und Kunstfreiheit zu betreiben, muss im Völkerrecht festgeschrieben werden.
Dieser Schutz betrifft zumal auch den Erhalt und die Förderung von Minderheitskulturen und -Sprachen innerhalb des Landes, den Erhalt des kulturellen Erbes und den freien Zugang zu diesem (Domaine Public).
Die internationale Solidarität erfordert auch eine engagierte Zusammenarbeit mit den wirtschaftlich schwachen Ländern, um den Aufbau und die Entwicklung ihrer eigenen kulturellen Aktivitäten zu begünstigen, denn diese werden im Norden wie im Süden künftig ein wesentliches Element nachhaltiger Entwicklung sein.
Den Künstlerinnen und Künstlern und anderen Kulturschaffenden kommt eine zentrale Stellung zu. Ihre soziale Stellung und die gerechte Entschädigung ihrer Arbeit ist zu sichern. Sie müssen in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Die Koalition verfolgt diese Ziele sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene, insbesondere durch:
- Aufklären und Sensibilisieren der Bevölkerung, der politischen sowie der kulturellen Kreise;
- Einwirken auf die schweizerischen und internationalen Behörden;
- Monitoring;
- Fördern der internationalen Zusammenarbeit;
- Vernetzen der Fachorganisationen und der interessierten Organisationen.
- Aufwerten der Bedeutung des Kulturlebens in der Schweiz.