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Magnesium ist ein lebensnotwendiges Mineral, das dem Körper regelmässig zugeführt werden muss. Es ist als Kofaktor an der Regulation von zahlreichen (über 300) biochemischen Prozessen unseres Körpers beteiligt. Dazu gehören beispielsweise die Steuerung der Muskelaktivität, Reizübertragungen der Nervenbahnen und die Blutzuckerkontrolle. Ausserdem ist Magnesium an der Regulierung des Herz-Kreislauf-Systems, wie beispielsweise des Blutdrucks, beteiligt.
Körpereigene Magnesiumspeicher
Ein Grossteil des körpereigenen Magnesiums (50-60 %) ist in den Knochen gespeichert. Dabei kommt es an der Knochenoberfläche zu einem regelmässigen Austausch mit Magnesium im Blut. Des Weiteren befinden sich in den Muskeln grössere Mengen an Magnesium (25-30 %). Das so gespeicherte Magnesium steht dem Organismus allerdings nur teilweise zur Verfügung, falls ein Magnesiummangel auftritt.
Ursachen für Magnesiummangel
Ein Magnesiummangel kann unterschiedliche Ursachen haben. Grundsätzlich liegen einem Defizit eine zu geringe Aufnahme des Minerals, ein erhöhter Bedarf und/oder ein vermehrtes Ausscheiden zugrunde.
- Ernährung: Eine unzureichend magnesiumhaltige Ernährung, sowie der Konsum von gering magnesiumhaltigem Trink- und Mineralwasser können zu einer Unterversorgung führen. Gerade in der westlichen Welt hat sich die Menge des mit der Nahrung aufgenommenen Magnesiums in den letzten Jahren tendenziell verringert.
- Höheres Lebensalter: Bei älteren Menschen gewinnt das Verdauungssystem weniger Magnesium aus der Nahrung und andererseits wird mehr Magnesium ausgeschieden. Daher besteht im Alter ein höheres Risiko einer unzureichenden Magnesiumversorgung.
- Gesteigerter Bedarf: Im Laufe einer Schwangerschaft und während der Stillphase ist der Bedarf an Magnesium naturgemäss erhöht. Auch eine regelmässige Ausübung von Sport erfordert eine gesteigerte Magnesiumzufuhr.
- Chronische Darm- und Nierenerkrankungen: Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie können zu einer verminderten Aufnahme von Magnesium aus der Nahrung führen (sogenannte Malabsorption). Chronische Niereninsuffizienz und eine Dialysebehandlung stellen weitere Risikofaktoren für einen Magnesiummangel dar.
- Endokrine Erkrankungen (die Drüsen mit innerer Sekretion betreffende, v.a. hormonelle Erkrankungen): Magnesiummangel ist häufig eine Begleiterscheinung eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus wie auch von Schilddrüsenüberfunktion.
- Medikamenteneinnahme: Die regelmässige Einnahme bestimmter Arzneimittel bringt nicht selten einen Magnesiummangel mit sich. Dies betrifft einzelne Medikamente aus den Wirkstoffklassen der Protonenpumpen-Hemmer («Säureblocker zum Magenschutz»), Diuretika (harntreibenden Arzneimittel), Immunsuppressiva (Immunabwehrsenker), wie z.B. Calcineurin-Hemmer und Rapamycin, und Abführmittel. Zudem kann es unter onkologischer Behandlung mit Platin-basierter Chemotherapie oder zielgerichteter Behandlung mit einem therapeutischen Antikörper (gegen EGFR gerichtet) zu Störungen des Magnesiumhaushaltes kommen.
- Alkoholismus: Ein hoher Konsum von Alkohol verschlechtert die körpereigene Magnesiumbilanz, da in diesen Fällen über die Nieren überdurchschnittlich viel Magnesium verloren geht und anderseits oftmals weniger des Minerals über den Darm aufgenommen wird.
Klinische Forschung untersucht Magnesiummangel bei weiteren chronischen Krankheiten
Zahlreiche Studien haben einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Magnesiumspiegel und einer Reihe von Krankheiten aufgezeigt. Hierbei handelt es sich unter anderem um Morbus Alzheimer, Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS), Migräne-Kopfschmerz, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und kardiovaskuläre Erkrankung. Angesichts dieser Erkenntnisse spielt eine ausreichende Magnesium-Versorgung eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung solcher chronischer Erkrankungen.