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Etwas beweisen hätte Cancellara in seiner letzten Saison als Radprofi niemandem mehr müssen. Zu viel hatte er in den 15 Jahren davor erreicht, zu viele glanzvolle Siege errungen, um nicht als einer der erfolgreichsten Rennfahrer in die Geschichte des Radsports einzugehen. Doch der 35-jährige Ausnahmeathlet trat mit einem perfekten Auftritt von der grossen Bühne ab.
Cancellara dominant zu Gold
Nach einer Saison, die für seine Verhältnisse alles andere als optimal gelaufen war und in der er keinen wirklich grossen Sieg mehr hatte feiern dürfen, schrieb Cancellara am Strand von Rio in seinem letzten wichtigen Rennen ein Kapitel Sportgeschichte. In der Disziplin, in der er gross geworden war, zeigte er sich noch einmal unwiderstehlich und dominierte die Prüfung gegen die Uhr «à la Cancellara».
Kaum jemand hatte ihm diesen Coup zugetraut. Cancellara verstand es aber ein letztes Mal, all die Leiden auf sich zu nehmen, um am Tag X die absolute Top-Form zu erreichen.
Der grösste Triumph zum Abschluss
Der Lohn war mit Gold ein Triumph, der über allem steht, was er davor erreicht hatte. Cancellara gewann immerhin je 3 Mal die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix, 4 WM-Titel im Zeitfahren, 11 Etappen an der Tour de Suisse und 8 Teilstücke an der Tour de France.
In der zweiten Hälfte seiner Karriere hatte Cancellara nicht mehr derart klar auf das Zeitfahren gesetzt wie zu Beginn. Sein letzter grosser Sieg in einer langen Prüfung gegen die Uhr lag vor Rio drei Jahre zurück (2013 an der Vuelta), der letzte WM-Titel gar sechs. Zum Abschied setzte er aber noch einmal auf seine Spezialdisziplin und sagte mit der Klasse eines Champions: «Tschou zäme».
Sendebezug: SRF 1, «Sports Awards», 18.12.2016, 20:10 Uhr