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Walliser Zoologie: kleiner historischer Abriss
Inhaltsverzeichnis
1800-1899
Abgesehen von Aufzeichnungen über die Vergabe von Prämien für die Vernichtung von Schädlingen und ersten Verordnungen über die Einschränkung der Jagd, gibt es in den Schriften des 19. Jahrhunderts kaum Hinweise auf die Walliser Fauna. Die ersten ornithologischen Notizen datieren von 1815.
L.-J. Murith (1742-1816), dessen Namen die französischsprachige Walliser Naturforschende Gesellschaft für sich übernommen hat, war begeisterter Geologe, Ornithologe und Botaniker und hinterliess erste Publikationen und Sammlungen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstellte V. Fatio eine Liste verschwundener Arten: Steinbock, Hirsch, Reh, Biber, Bartgeier... Dann begann eine Zeit grosser naturkundlicher Aktivität, getragen von den Chorherren des Grossen Sankt Bernhards. E. Favre (1834-1905) publizierte seine Studien über Käfer, Schmetterlinge und Kleinfalter des Wallis. Seine Sammlungen, Belege von grossem Wert, sind deponiert im Hospiz des Grossen Sankt Bernhards und in der Abtei von Saint-Maurice.
1900-1929
Anfangs des 20. Jahrhunderts trafen viele Beobachter (und eine Beobachterin) aus Nachbarkantonen ein: G. v. Fejervary kam, um Amphibien zu entdecken; J. Piaget suchte Mollusken; A. Hess, H. Jouard, A. Richard, O. Meylan, R. Poncy, U.-A Corti, J. Schinz verfolgten den Gesang der Vögel; noch andere, wie Galli-Valerio, waren neugierig auf die gesamte Fauna.
Um diese Zeit vertiefte Chorherr N. Cerutti (1886-1940) die Kenntnisse über Entomologie und Ornithologie der Region des Grossen Sankt Bernhards; P. Farquet (1883-1945), Laienbruder auf dem Grossen St. Bernhard, hinterliess zahlreiche detaillierte Beschreibungen über die Region von Martigny zu Beginn des 20. Jahrhunderts. I. Mariétan (1882-1971) verschaffte der Fauna mit systematischen Publikationen über Wirbeltiere den Zugang zum Bulletin de la Murithienne (Walliser Naturforschende Gesellschaft).
1930-1959
Von 1930 bis 1940 überschwemmte eine neue Welle welscher Nachbarn, allesamt Ornithologen, das Wallis: J. Burnier, C. Chessex, G. de Crousaz, P. Géroudet, R. Hainard, J. Strahm, während auch eine Generation Walliser Naturkundiger von sich hören liess: R. Fellay, ein aufgeschlossener Wildhüter, setzte sichfür den Schutz der Raubvögel ein; R.-P. Bille wurde professioneller Tierfotograph; M. Desfayes bereiste den ganzen Globus, um sich nach Vögeln umzusehen. Ab 1944, ausgelöst durch Beobachtungen von A. Richard im Bagnes-Tal, lockten die "FionnayTagungen" 20 bis 30 Teilnehmer an. Dann folgten die "Tagungen für alpine Ornithologie", die schliesslich von den Lagern zur Beobachtung von Vogelzügen auf Bretolet abgelöst wurden.
Weniger zahlreich sind die Entomologen: J. de Beaumont spezialisierte sich auf Hautflügler, J. Aubert studierte Wasserinsek-ten, und E. de Bros wurde berühmt durch seine Untersuchungen über Nachtfalter.
1960...
Die Entwicklung beschleunigt sich: eine wachsende Zahl von Walliser Beobachtern mit Interessen von mehr und mehr unterschiedlicher Art widmet ihre Freizeit oder ihre berufliche Tätigkeit dem Studium der Fauna. Die Anzahl Besucher nimmt zu, weil einige Universitäten ihre Forschungstätigkeiten grösstenteils in unseren Kanton verlegt haben.Die Murithienne und die junge Walliser Entomologische Gesellschaft gliedern die Tätigkeiten der Beobachter, veröffentlichen ihre Arbeiten und organisieren Ausflüge. Das Kantonale Naturhistorische Museum nimmt ihre Bibliotheken auf und archiviert die faunischen Resultate.