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News
«Ich hätte gerne einen typischen Chagall»
Kunstmuseum Basel, Hauptbau Zwischengeschoss
13.8.2022–22.1.2023
Kuratorin: Géraldine Meyer
Private Mäzene und Mäzeninnen, Sammler und Sammlerinnen spielten für den frühen Erfolg von Marc Chagall eine entscheidende Rolle. Sie unterstützten den Künstler in politisch schwierigen Zeiten finanziell und durch eigene Initiativen und Projekte, die sein künstlerisches Werk einem grösseren Publikum bekannt machten. Dabei hatten diese Sammler und Sammlerinnen durchaus unterschiedliche Beweggründe: Während für den russisch-jüdischen Kunstsammler Yakov Kagan-Chapchay die der jüdischen Kultur entstammenden Motive in Chagalls Gemälden im Vordergrund standen, interessierte sich die Basler Sammlerin Maja Sacher eher für Chagalls avantgardistische und surrealistisch anmutende Formensprache. Karl Im Oberstegs Interesse hingegen galt dem zeitgenössischen russischen Kunstschaffen im Allgemeinen.
Diese unterschiedlichen Zugänge zu Chagalls Schaffen zeugen von dem Facettenreichtum seines Oeuvres. In Chagalls Werk spiegeln sich im Wesentlichen die Einflüsse dreier Kulturen, in denen der Künstler zuhause war: die spirituelle Welt des osteuropäischen Judentums, die Kunst des vorrevolutionären und revolutionären Russlands und der malerische Aufbruch der Moderne in Frankreich. Zwischen diesen Welten vermittelte das Berlin der 1920er Jahre, wo Herwarth Walden die einflussreiche Zeitschrift und den gleichnamigen Verlag Der Sturm betrieb und seine Frau Nell Walden zu mehreren Werken Chagalls gelangte.
Die Ausstellung richtet den Fokus auf diese Umstände und Beweggründe für die Aufnahme von Chagall in private Kunstsammlungen. Ausgangspunkt bilden die Werke, die sich heute im Kunstmuseum Basel befinden. Sie waren und sind teilweise bis heute im Besitz von unterschiedlichen Privatpersonen.