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Die Schweiz zeichnet sich vom Mittelland bis zu den Alpengipfeln durch aussergewöhnlich vielfältige Landschaften aus. Davon profitiert die Schweiz als Lebens- und Wirtschaftsstandort. Die abwechslungsreiche Topografie und die unterschiedlichen Landnutzungen und Bauformen lassen die Schweiz als vielgestaltiges Puzzle erscheinen.
Städtebau und Raumentwicklung
Das Bundesamt für Raumentwicklung stellt die zweckmässige und haushälterische Nutzung des Bodens sicher. Das Schweizer Staatsgebiet ist sehr heterogen. Es besteht zu einem Drittel aus Landwirtschaftsflächen, zu knapp einem Viertel aus urbanen Zonen, zu einem Drittel aus Wald und zu einem Viertel aus sogenannten unproduktiven Flächen wie Gletschern, Fels usw.
Urbane Gebiete
Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten beanspruchen Siedlungsflächen. Fast drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben in Städten und Agglomerationen, wo sich auch rund 80% der Arbeitsplätze befinden. Die Hälfte der städtischen Bevölkerung verteilt sich auf die fünf grössten Agglomerationen Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne. Obwohl die Siedlungsflächen in den letzten Jahren etwas weniger stark gewachsen sind als noch in den 1980er- und 1990er-Jahren, schreitet die Zersiedelung der Landschaft voran, dies vorwiegend auf Kosten des Kulturlandes.
Landwirtschaftsflächen
Die landwirtschaftlich genutzten Gebiete stellen den grössten Bereich der Bodennutzung dar. Im Mittelland, im südlichen Jura und in den Voralpen der Ostschweiz wird mehr als die Hälfte der Fläche landwirtschaftlich genutzt. In den Bergkantonen dienen mehr als 90% der landwirtschaftlichen Fläche in Form von Naturwiesen, Heimweiden oder Alpwirtschaftsflächen der Tierproduktion. Trotzdem geht in der Schweiz jede Sekunde rund ein Quadratmeter Kulturland verloren. Auf 80% der verschwundenen Landwirtschaftsflächen entstehen Siedlungsflächen, und auf 20% wächst Wald.
Wald
Die Waldfläche hat zwischen 1985 und 2009 zugenommen, vor allem in den Alpen. Die Gebiete mit einem besonders hohen Anteil an bestockten Flächen liegen im Jura, im Churer Rheintal, im Tessin und im Misox. Die drei grössten Waldgebiete der Schweiz sind im Tessin und im Jura zu finden. Am wenigsten Wald gibt es in dicht besiedelten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen sowie in alpinen Regionen mit einem hohen Gebietsanteil oberhalb der Waldgrenze.
Übrige Naturräume
Die übrigen Naturräume, auch unproduktive Flächen genannt, werden weder landwirtschaftlich noch als Siedlungsflächen genutzt. Sie setzen sich unter anderem aus vegetationslosen Flächen (44,6%) und aus Gletschern (10,9%) zusammen. Dementsprechend machen sie in Kantonen mit einem hohen Gebirgsanteil wie Bern, Uri, Glarus, Graubünden und Wallis über 60% der übrigen Naturräume aus. Im Mittelland dagegen bestehen die übrigen Naturräume zu über drei Vierteln aus Gewässern, so in den Kantonen Zürich, Zug, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Aargau, Thurgau, Waadt, Neuenburg und Genf.
Gebiete von nationaler Bedeutung
Gebiete von nationaler Bedeutung zum Schutz der Biodiversität und der Landschaft bedecken insgesamt rund 23% der Landesfläche. Bei 4% der Landesfläche handelt es sich um streng geschützte Gebiete, deren ungeschmälerte Erhaltung gesetzlich verankert ist. Der Anteil dieser Gebiete ist seit 1977 leicht angestiegen, was vor allem auf die schrittweise Inkraftsetzung des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung sowie auf die Umsetzung des Verfassungsartikels von 1987 über den Schutz der Moore und Moorlandschaften zurückzuführen ist.
Raumentwicklung
Eines der wichtigsten Ziele der Schweizer Raumentwicklung besteht darin, die bebaute Fläche zu verdichten, um auf diese Weise landwirtschaftliches und anderweitig unbebautes Land erhalten zu können. Zu diesem Zweck entwickelt der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonen, Städten und Gemeinden eine Agglomerationspolitik auf nationaler Ebene.