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Für seine Lustspiele und Komödien hat sich Hofmannsthal immer wieder von ganz unterschiedlicher Seite inspirieren lassen: durch Molière und die Commedia dell'Arte, durch Shakespeare und das Wiener Volkstheater. So knüpft gerade >Der Unbestechliche<, wohl das populärste Drama Hofmannsthals (1923 uraufgeführt), an die Tradition des Volkstheaters an mit dem Diener Theodor als Hauptfigur, der durch seine Intrige und durch klugen Witz ein heimliches »Techtelmechtel« der Herrschaft zu verhindern weiß. Der moralisch integre Hausangestellte gehört mit »seiner ehrerbietigen, seiner unterwürfigen Aufsässigkeit, seiner boshaften Gutherzigkeit und seine rauhbeinigen Zartheit« (Richard Alewyn) zu den herausragenden komischen Charakteren der deutschsprachigen Dramatik.
Hugo von Hofmannsthal (1. 2. 1874 Wien - 15. 7. 1929 Rodaun bei Wien) lebte und arbeitete nach einem Jura- und anschließenden Romanistik-Studium mit Promotion als freier Schriftsteller in Rodaun bei Wien. Der Fin-de-Siècle-Generation angehörend, wandte sich Hofmannsthal vom Ästhetizismus kommend einer skeptischen Reflexion der Realitätserfahrung zu und verarbeitete intensiv kulturelle Traditionen. Für Richard Strauss schrieb er Opernlibretti, mit ihm und Max Reinhardt gründete er der Salzburger Festspiele, für die er den »Jedermann« schrieb.