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Das St. Galler Kantonsgericht hat den Freispruch eines Gleitschirm-Fluglehrers vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung bestätigt. Es wies die Berufung der Angehörigen einer Gleitschirmpilotin ab, die im Sommer 2013 in Schänis im Linthgebiet tödlich verunglückt war. Das Kantonsgericht gab sein Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, am Freitag bekannt. Bei einem Übungsflug im Juli 2013 sollte die damals 33-jährige Frau verschiedene Manöver fliegen und dabei den Anweisungen des Fluglehrers folgen, der mit ihr vom Boden aus per Funk in Kontakt war.
Bei einer der Übungen, einem «Wingover», klappte eine Seite des Gleitschirms ein. Die Pilotin begann sich mit dem Schirm in der Luft spiralförmig immer schneller zu drehen. Der Fluglehrer wies die Frau an, den Notfallschirm auszulösen. Die Frau zeigte keine Reaktion. Ob sie vor Panik wie gelähmt war, die Kommandos nicht hörte oder ob sie das Rettungssystem aus anderen Gründen nicht auslösen konnte, liess sich nicht feststellen. Sie stürzte ab und starb.
Das Kreisgericht See-Gaster sprach den Fluglehrer Mitte 2016 in erster Instanz vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Die Angehörigen akzeptierten den Entscheid im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft nicht und fochten das Urteil an. An der Berufungsverhandlung am Dienstag warf der Anwalt des Privatklägers dem Fluglehrer eine ganze Reihe von Fehlern vor. So sei die Flughöhe nicht angemessen und die Übung zu schwierig gewesen. Windgeräusch hätten verhindert, dass die Frau die Anweisungen über Funk hören konnte.
Der Verteidiger erklärte, dass es sich bei der verunglückten Frau keinesfalls um eine Anfängerin gehandelt habe. Sie sei im Besitz einer britischen Lizenz für Gleitschirmflüge gewesen und habe über 90 Flüge in verschiedenen Ländern absolviert. Das Manöver, das zum Absturz führte, habe sie zuvor bereits mehrmals ausgeführt. Es gebe bei dieser Sportart ein Grundrisiko. (sda)