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Grynaeus, Johann Jacob
Geboren 1540 als Sohn eines Predigers in Bern geboren, besuchte er in Basel die Schule auf Burg, begann seine theologische Ausbildung unter Simon Sulzer, wurde 1559 neben seinem Vater Diakon in Röteln und beschloß seine Studien mit dem Doktor im lutherischen Tübingen. Seitdem er wieder - nunmehr als Pfarrer - in Röteln war (1565), vollzog sich seine Zuwendung zum Calvinismus. Er bewog vorerst seinen Lehrer Sulzer zur Mäßigung gegen die Reformierten, weigerte sich sodann, nachdem er 1575 die Professur des Alten Testaments in Basel erhalten hatte, die lutherische Konkordienformel zu unterzeichnen, und bekannte öffentlich seine früheren «Irrtümer». Während seines zweiten Aufenthaltes beim Kurfürsten Johann Kasimir von der Pfalz und an der Universität Heidelberg wurde Grynaeus in Basel zum Antistes gewählt. Er löschte nun alle Spuren vom Wirken seines Vorgängers aus, führte eine strenge kirchliche Zucht ein und veranlaßte die Entfernung von Bocks heidnischen Malereien im Münster. Auch das Gymnasium reorganisierte er. Seine wissenschaftliche Leistung tritt dagegen nicht besonders hervor. Er heiratete 1569 in Heidelberg Lavinia «de Canocis» (Catlani?) aus Bologna. Gestorben 1617.
Quelle: Ganz, Paul Leonhard: Die Miniaturen der Basler Universitätsmatrikel, Basel 1960.