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Häusliche Gewalt
Die physische Sicherheit und der Schutz der Gesundheit gehören zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Die Entwicklung der Gewaltdelikte ist ein Gradmesser dafür, inwieweit diesen Bedürfnissen entsprochen wird. Die Gewaltentwicklung kann ein Hinweis auf soziale respektive kulturelle Desintegration sein. Die Zahl der Strafanzeigen weist nicht nur auf die Häufigkeit häuslicher Gewalt hin, sondern auch auf den Umgang der Betroffenen mit dieser Gewalt.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2016 registrierte die Luzerner Polizei 87 Straftaten im häuslichen Bereich pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Im Mittel der Jahre 2014 bis 2016 liegt die relative Anzahl an Anzeigen tiefer als im Mittel der Jahre 2008 bis 2010, dem Beginn der Datenreihe.
Normative Anbindung
Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen. Kanton und Gemeinden beachten bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, dass Würde, Rechte und Freiheiten der Menschen geschützt werden und dass die öffentliche Ordnung gewahrt bleibt. Familien als Gemeinschaften von Erwachsenen und Kindern werden geschützt und gefördert.
Die rückläufige Entwicklung der häuslichen Gewalt wird positiv beurteilt.
Angestrebt wird eine tatsächliche Reduktion der Anzahl Straftaten im häuslichen Bereich. Entsprechend ist die Zielvorgabe nicht erfüllt, wenn sich lediglich die Zahl der angezeigten Straftaten im häuslichen Bereich reduziert.
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Interkulturelle und personale Verständigung Die Verständigung zwischen respektive das Zusammenleben von Einzelnen und Gruppen sowie die gewaltfreie Konfliktlösung sollen gefördert werden, weil das gemeinwohlorientierte Funktionieren und der Zusammenhalt der Gesellschaft wesentlich im solidarischen Handeln ihrer Mitglieder gründet.
Definition
Der Indikator zeigt die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten im häuslichen Bereich pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Berücksichtigt werden die Straftaten, die in der polizeilichen Kriminalstatistik unter häuslicher Gewalt gelistet werden (Straftaten mit häuslicher Beziehung zwischen Opfer und Täter). Dazu gehören die Anwendung oder Androhung von Gewalt unter Paaren in bestehender oder aufgelöster ehelicher oder partnerschaftlicher Beziehung, zwischen Eltern (auch Stief-/Pflegeeltern) und Kind oder zwischen weiteren Verwandten.
Der Indikator verweist auf die gemeldete Gewalt in Familien und (bestehenden oder aufgelösten) Paarbeziehungen. Bei minderschweren Gewaltstraftaten im häuslichen Bereich spielt das Anzeigeverhalten eine bedeutende Rolle. Insbesondere bei Sexualstraftaten erfolgen Anzeigen häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt. Da dieser Indikator auf kleinen Fallzahlen beruht, ist er auf zufällige Schwankungen anfällig, was bei der Interpretation beachtet werden muss.
Daten
Schweiz: