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Boé Nagel beantwortet Ihre Fragen zu Sorgerecht und Kindesunterhalt
Sorgerechts- und Unterhaltsexpertin Boé Nagel beantwortet Ihre Fragen zum Thema Unterhalt und Sorgerecht. Zahlen Sie zuviel Alimente? Erhalten Sie nicht genug Unterhalt für Ihr Kind? Haben Sie Fragen zum Sorgerecht? Unsere Expertin beantwortet Ihre Fragen im Forum.
Probleme mit dem gemeinsamen Sorgerecht? Unsere Sozial- und Unterhaltsexpertin hilft Ihnen weiter. Foto: Pixland, Thinkstock
Herr D. Wehrli hat sich mit folgender Frage an uns gewendet:
«Steht mir Unterhalt zu?»
Bei meiner Scheidung 2005 haben wir uns auf das gemeinsame Sorgerecht geeinigt und auch die Obhut 50%/50% aufgeteilt. Im Urteil war ein Ehefrau-Unterhalt von 2050.- und eine Zahlung von 300.- für spezielle Auslagen für unseren Sohn vereinbart worden. Ab 11.2012 sollte dann der Ehefrau-Unterhalt halbiert werden und 11.2016 ganz enden. Nun kann die Mutter aus gesundheitlichen Gründen seit 11.2009 nicht mehr für unseren Sohn sorgen und er wohnt 100% bei mir. Ich trage somit alle Unterhalts- und Pflegekosten. Dass der Ehefrau-Unterhalt nichts damit zu tun hat, ist mir klar. Allerdings bin ich der Meinung, dass sich die Mutter finanziell am Kindsunterhalt beteiligen müsste und mir dafür einen monatlichen Betrag schuldet (als Basis nehme ich die 1935.- für ein 11-jähriges Einzelkind). Ist meine Vorstellung korrekt? Vielen Dank.
Expertin Boé Nagel: «Sie müssen eine Klage zur Abänderung des Scheidungsurteils einreichen.»
Seit Ihrer Scheidung im Jahr 2005 hat sich laut Ihrer Formulierung Einiges verändert, was Einfluss auf den Kindesunterhalt und die Alimente hat (Gesundheitszustand der Kindesmutter und der nun ständige Wohnsitz des nun 11-jährigen Sohnes bei Ihnen).
Aufgrund der vorliegenden Fakten müssen Sie beim zuständigen Bezirksgericht eine Klage zur Abänderung des Scheidungsurteils von 2005 einreichen. Die neue Unterhaltsberechnung wird somit unter Berücksichtigung der neuen Gegebenheiten angepasst. Ebenfalls werden die Alimente für die Ehepartner unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit neu festgelegt, was nichts mit dem geteilten Sorgerecht zu tun hat.
Ich würde Ihnen die Konsultation eines Rechtsanwaltes empfehlen. Sie können sich aber für die bevorstehende Klage selbst vorbereiten (was die Anwaltskosten erheblich senkt). Sämtliche Formulare (Budget für beide Parteien) und auch weitergehende Informationen über Arztzeugnisse usw. können Sie gratis unter www.gerichte-zh.ch herunterladen.
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Das Wichtigste in Kürze
Ausgangslage:
• Mutter und Vater haben ein gemeinsames Sorgerecht, Obhut 50%/50% (gemäss Scheidungsurteil 2005).
• Die Mutter hat Frauenunterhalt 2050.- plus 300.- für spezielle Auslagen erhalten.
• Jetzt lebt das Kind ganz beim Vater. Steht ihm Unterhalt zu?
Antwort der Expertin:
• Der Vater muss beim zuständigen Bezirksgericht eine Klage zur Abänderung des Scheidungsurteils von 2005 einreichen.
• Die Konsultation eines Rechtsanwalts ist empfohlen.
• Der Vater kann sich auch selbst auf die Klage vorbereiten.
Sämtliche Budget-Formulare und weiterführende Infos gibt es hier.
Als langjährige Mitarbeiterin bei Stadt und Kanton Zürich hat Boé Nagel vielfältige Erfahrungen im Bereich Soziales: Sie verfügt über mehrjährige Berufserfahrung als Sozialarbeiterin, hat 10 Jahre beim Kanton im Bereich «Spitäler» gearbeitet und war die letzten 12 Jahre bei der Amtsvormundschaft und Psychiatrie des Kantons Zürich tätig. Boé Nagel beantwortet gerne Ihre Fragen zum Thema Finanzen, Sorgerecht und Unterhalt.