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Für die frühere Farc-Geisel Ingrid Betancourt hätte auch die Guerilla den Nobelpreis verdient gehabt. Dennoch mache der Preis Mut, dass das Friedensprojekt im Land doch noch vollendet werden könnte.
Nach Ansicht der früheren Farc-Geisel Ingrid Betancourt hätte die Guerilla es verdient gehabt, den Nobelpreis gemeinsam mit Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos zu erhalten.
«Ich denke, es wäre es im Moment sehr schwierig gewesen, das zu tun, selbst wenn sie es auch verdient hätten», sagte sie am Freitag in einem Telefoninterview des französischen Fernsehsenders iTélé. «In jedem Fall hätte Timochenko es verdient», sagte sie mit Blick auf den Farc-Kommandanten Rodrigo Londoño alias «Timochenko».
Rechtlich ein Terrorist
Aber rechtlich sei dieser noch Krimineller und Terrorist, sagte Betancourt. «Und solange die Friedensvereinbarungen nicht ihre ganzen Effekte erzielt haben, wäre es schwierig, einen so bedeutenden Preis zu verleihen.»
Auf die Nachfrage des Journalisten, ob ihre Entführer heute den Preis verdienten, sagte sie mit teils versagender Stimme: «Ja. Es ist sehr schwer für mich, das zu sagen, aber ich glaube ja.» Sie sei sehr optimistisch: «Mit diesem Nobelpreis neutralisiert man das, was ich die dunklen Kräfte nennen könnte, die versucht haben, dieses Projekt abzuwürgen.»
Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin war eines der prominentesten Opfer der Farc und bis 2008 mehr als sechs Jahre lang in der Gewalt der Guerilla.
(sda/gku)