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Philosophie
Freiburger Profil
Die Doktoratsausbildung des Departements für Philosophie der Universität Freiburg hebt sich ab durch die Verschiedenartigkeit der verwendeten Methoden und die breit gestreuten untersuchten philosophischen Themen und Strömungen. Das Departement erhält regelmässig Forschungsmittel, mit denen die Doktoratsausbildung finanziert und Forschungsgruppen gebildet werden können, an denen sich die Lehrkräfte des Departements sowie zahlreiche erfahrene Forscherinnen und Forscher beteiligen. Die Doktorandinnen und Doktoranden werden von den für die Forschungsbereiche verantwortlichen Professorinnen und Professoren betreut. Sie besuchen Seminare, präsentieren Ihre Arbeit in den wöchentlichen Forschungskolloquien und nehmen an den gemeinsam mit anderen schweizerischen und ausländischen Universitäten organisierten Doktoratsaktivitäten teil. Die Ausbildung teilt sich in verschiedene Bereiche, in denen sich viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben.
Die Forschung im Gebiet der antiken Philosophie konzentriert sich auf die klassische Antike (Platon, Aristoteles) sowie deren historische wie systematische Rezeption. Systematisch verteilen sich die Forschungsschwerpunkte sowohl auf Gebiete der theoretischen Philosophie (Metaphysik, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes) als auch der praktischen Philosophie (Ethik, Handlungstheorie, Moralpsychologie, Willensfreiheit und Verantwortung), wobei ein besonderes Interesse gerade Themen gilt, die theoretische mit praktischen Fragen verbinden. In Fribourg wird ein Ansatz verfolgt, der die Lektüre, Rekonstruktion und Interpretation historischer Texte mit einem systematischen Zugang verbindet und auch moderne Weiterentwicklungen berücksichtigt (z.B. Tugendethik, Neoaristotelismus in der Metaphysik). Dissertationsprojekte zur klassischen Antike, aber auch zu anderen Epochen von der vorsokratischen Philosophie bis zur Spätantike und aus den Bereichen Metaphysik, Ethik, Philosophie des Geistes/Moralpsychologie, Handlungstheorie und Sprachphilosophie sind willkommen. Griechisch- und/oder Lateinkenntnisse sind erforderlich. Die Promotionsprojekte werden individuell betreut und die Doktorierenden erhalten die Möglichkeit, in wöchentlichen Forschungskolloquien in Fribourg ihre Arbeiten vorzustellen und sich auszutauschen. Regelmässig werden auch Gastwissenschaftlerinnen oder Gastwissenschaftler zu Gastvorträgen oder Seminaren eingeladen und Workshops organisiert, die in Absprache mit der Betreuerin auch selbständig von den Promovierenden konzipiert und organisiert werden können.
Die mittelalterliche Philosophie wird in ihrer Vielfalt und über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet. Im arabischen Bereich werden sowohl die Falsafa, die vom griechischen Denken geerbte Philosophie, als auch der Kalâm, der sich eigenständig herausbildete, betrachtet. Im lateinischen Bereich liegt der Schwerpunkt auf der Spätantike und dem frühen Mittelalter sowie auf dem zweiten Mittelalter, als sich die Philosophie an den entstehenden Universitäten entwickelte, und auf ihren modernen Ausläufern. Die bevorzugten Forschungsschwerpunkte sind Metaphysik, Naturphilosophie, Erkenntnistheorie, Anthropologie und Ethik. Die Kenntnis der arabischen oder lateinischen Sprache wird vorausgesetzt. Die Doktorandinnen und Doktoranden in der Philosophie des Mittelalters können auch auf die Doktoratsprogramme des Mediävistischen Instituts und der CUSO (Programme Doctoral Romand en Philosophie) zugreifen. Diese umfassen eine breite Auswahl von Aktivitäten zu spezifischen Aspekten der mittelalterlichen Kultur, darunter die Transmission und Edition von Texten.
Die Forschung im Gebiet der neuzeitlichen und zeitgenössischen Philosophie umfasst zwei Ansätze mit starkem Einfluss auf die zeitgenössische Philosophie: die Phänomenologie und die sogenannte «analytische» Philosophie. Forschung und Doktoratsausbildung erstrecken sich in gleichem Masse auf den historischen Ursprung dieser beiden Traditionen und die theoretische Entwicklung der in diesem Rahmen aufgekommenen Fragen. Die in diesem Sinne angeschnittenen Themen konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen der Subjektivität der Erfahrung und der Objektivität der Erkenntnis. Diese Fragen werden sowohl aus der theoretischen Perspektive, im Rahmen der Studie des kognitiven Verhaltens, als auch aus der praktischen Perspektive, in der Analyse der Rationalität des Handelns, bearbeitet.
Im Mittelpunkt der Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes und der Humanwissenschaften stehen Fragen zum ontologischen Status der Person und allgemeiner zur Natur erlebender Subjekte. In diese Bereiche fallen die Thematiken des phänomenalen Bewusstseins, der Identität und der Individualität bewusstseinsfähiger Wesen, der Selbsterkenntnis, der Handlungserfahrung und des freien Willens, die Rolle der Emotionen im menschlichen Handeln, die Beziehung zwischen Sprache und Denken sowie zwischen Phänomenologie und Intentionalität. In Freiburg wird in diesem Bereich ein systematischer Philosophieansatz praktiziert, der der rationalen Intuition und der phänomenologischen Reflexion Gewicht gibt. Auch Vorschläge für Doktoratsprojekte aus der Philosophie des Geistes, der Sprachphilosophie, aus der Epistemologie, der Ontologie und der Metaphysik sowie aus der Schnittstelle zwischen der Philosophie und der Kognitionswissenschaft sind willkommen.
Promovenden der Fachrichtungen Ethik, Politische Philosophie, Ästhetik und Kunstphilosophie erhalten eine individuelle Betreuung ihrer Forschungsprojekte und diverse Anlässe, sich fortzubilden sowie ihre Dissertationsvorhaben vorzustellen. Jedes Semester werden externe Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler für Gastvorträge eingeladen. Fortgeschrittenenkolloquien werden angeboten, in denen Masterstudierenden wie Promovenden Gelegenheit erhalten, sich auszutauschen und ihren jeweiligen Forschungsstand zu präsentieren. In Absprache mit den Betreuern können eigene Initiativen wie Workshops durchgeführt werden. Die Themenfelder sind vielfältig: Wertfragen, Ethik und Meta-Ethik, praktische Philosophie, Geschichte des politischen Denkens, Philosophie der Sozialwissenschaften, Ästhetik, das Verhältnis von Ästhetik und Politik, Subjektivität und Gesellschaft, Kunstphilosophie, Wahrnehmungsphilosophie, Medien- und Technikdenken, Kulturphilosophie.
Professorinnen und Professoren, die berechtigt sind, Dissertationen zu betreuen
- Prof. Béatrice Lienemann
Spezialisierungsbereiche:
– Metaphysik
– Sprachphilosophie
– Philosophie des Geistes/Moralpsychologie
– Ethik, Metaethik
– Handlungstheorie, Willensfreiheit und Determinismus
- Prof. Kristell Trego
Spezialisierungsbereiche:
– Philosophie des Mittelalters (Arabisch und Lateinisch)
– Geschichte der Metaphysik
– Ethik und Handlungstheorie
– Psychologie und Erkenntnistheorie
- Prof. Gianfranco Soldati
Spezialisierungsbereiche:
– Phänomenologie
– Erkenntnistheorie (Wahrnehmung, Selbstbewusstsein)
– Handlungstheorie
- Prof. Martine Nida-Rümelin
Spezialisierungsbereiche:
– Phänomenales Bewusstsein
– Identität und Individualität der bewussten Wesen
- Prof. Ralf Bader
Spezialisierungsbereiche:
– Ethik
– Metaethik
– Politische Philosophie
– Entscheidungstheorie
– Axiologie
- Prof. Emmanuel Alloa
Spezialisierungsbereiche:
– Ästhetik und Kunstphilosophie
– Deutsche und französische Phänomenologie
– Kultur- und Sozialphilosophie
Studienaufbau
Studienstruktur
ECTS-Kreditpunkte können erworben werden.
Doktoratsschule
Zulassung
Die Zulassung zum Doktorat setzt einen universitären Bachelor- und Masterabschluss oder einen gleichwertigen Studienabschluss einer von der Universität Freiburg anerkannten Universität voraus.
Vor der Anmeldung muss eine Professorin oder ein Professor kontaktiert werden, die oder der bereit ist, die Dissertation zu betreuen.
Es besteht kein Anspruch darauf, zum Doktorat zugelassen zu werden.
Die jeweiligen Zulassungsbedingungen der einzelnen Doktorats-Studienprogramme bleiben vorbehalten.