Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03386.jsonl.gz/2091

Bücher über den Kapitalismus haben Konjunktur. Die meisten kommen ohne Definition aus. Kapitalismus wird einfach mit Marktwirtschaft gleichgesetzt, eine vernünftige Definition von Kapital gar nicht erst versucht. Solange das so bleibt, ist die Vormacht des Kapitals unangreifbar, denn eine Reform der Wirtschaftsordnung ist schwer möglich, wenn man sich über ihr Wesen nicht klar ist.
Ist Kapital das, was in Form von Maschinen, Anlagen, Grundstücken und Gebäuden Verwendung in der Produktion findet? Oder ist es das Geld mit dem Güterproduzenten und die Finanzbranche „arbeiten“? Oder beides? Es bleibt sehr oft einfach offen, nicht zuletzt bei Werken wie „Kapital im 21. Jahrhundert“ mit dem der Franzose Thomas Piketty zum Star-Ökonomen geworden ist. Ganz anders das Buch „Capital as Power“ (Kapital als Macht) von Jonathan Nitzan und Shimshon Bichler aus dem Jahr 2007. Dieses frei im Internet verfügbare Buch hat diesen mehrteiligen Beitrag über das Wesen des Kapitalismus stark befruchtet. Zusätzliche Inspiration kommt von dem aktuellen Buch „The Code of Capital“ der deutschen Rechtsprofessorin an der Universität Columbia, Katharina Pistor.
Die Ultra-Kurzfassung lautet etwa so: Kapital ist kein Produktionsmittel…..