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Wechseljahresbeschwerden
Synonym: klimakterisches Syndrom, Menopausensyndrom
In den Wechseljahren (Klimakterium) stellen sich die Hormone der Frauen um. Das kann zu Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweissausbrüchen und Schwindel führen.
Die Wechseljahre sind eine natürliche Zeitspanne, die jede Frau durchläuft. Die Hormone stellen sich um, der Östrogenspiegel sinkt, und mit den Hormonen verändern sich Körper und Psyche der Frauen. Dabei kann es auch zu Beschwerden kommen, klimakterisches Syndrom genannt.
Betroffen von Wechseljahresbeschwerden sind ungefähr zwei Drittel der Frauen. Zu den verbreitetsten Symptomen gehören Hitzewallungen, Schweissausbrüche und depressive Verstimmungen. Viele Frauen fühlen sich zudem nervös und reizbar. Sie schlafen schlechter, klagen über Erschöpfung und empfinden sich nicht mehr so leistungsstark wie früher.
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Symptome
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Überkommt Sie immer wieder eine Hitzewelle, bei der Ihnen der Schweiss ausbricht?Schlafen Sie schlechter ein als früher und wachen Sie nachts öfter auf?
Wallungen und Schlafstörungen sind typische Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Ob Frauen in die Wechseljahre kommen, bemerken sie meist daran, dass ihr Zyklus sich verändert: So können die Zeitabstände zwischen den monatlichen Regelblutungen nicht mehr so regelmässig sein wie früher, die Zeitabstände können länger, aber auch kürzer werden. Dazu werden die Menstruationsblutungen stärker, vereinzelt können Dauerblutungen auftreten. Irgendwann werden die Regelblutungen seltener und kürzer, bis sie eines Tages ganz ausbleiben.
Zeitgleich mit der Umstellung des Menstruationszyklus beginnt sich der weibliche Körper zu wandeln. Geschlechtsorgane wie Gebärmutter, Vagina, Schamlippen und Brüste verändern sich. Die Haut wird weniger elastisch und am Bauch lagern sich vermehrt Speckpolster an. Zudem stellen Frauen oft fest, dass ihre Schleimhäute trockener werden.
Neben diesen natürlichen Veränderungen können die Wechseljahre auch Beschwerden verursachen. Die Symptome sind von Frau zu Frau verschieden und werden zudem auch sehr unterschiedlich wahrgenommen. Das hängt damit zusammen, dass die Wechseljahre nicht nur den Körper, sondern oft auch die Psyche der Frauen belasten. Diese Beschwerden fassen die Mediziner unter dem Begriff klimakterisches Syndrom oder Menopausensyndrom zusammen.
Die häufigsten Wechseljahresbeschwerden sind:
- Hitzewallungen, Schweissausbrüche und Herzrasen: Wallungen («hot flushes») sind die typischen körperlichen Beschwerden der Wechseljahre. In der Schweiz sind ungefähr sieben von zehn Frauen betroffen. Oft kündigen ein leichter Druck im Kopf und ein Gefühl von Unbehagen die Wallungen an, anschliessend beginnt sich eine Hitzewelle über Gesicht, Hals und Oberkörper auszubreiten. Die Frauen bekommen ein rotes Gesicht, und ihnen bricht der Schweiss aus. Ebbt die Hitzewelle ab, frösteln sie leicht. Wie lange so eine Hitzewelle andauert, ist von Frau zu Frau verschieden: Sie kann eine halbe Minute bis mehrere Minuten anhalten. Einige Frauen bekommen mehrmals am Tag eine solche Wallung, andere werden nur ein paarmal in der Woche davon geplagt. Oft begleitet die Wallungen ein starkes Herzklopfen oder sogar Herzrasen, das sich nach der Wallung im Allgemeinen wieder beruhigt. Wie lange die Beschwerden insgesamt anhalten, ist individuell verschieden. Viele Frauen leiden ein bis zwei Jahre darunter, andere über fünf.
- Schlafstörungen und Schlaflosigkeit, Erschöpfungszustände und verminderte Leistungsfähigkeit: Mehr als die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren leidet unter Schlafstörungen. Viele Betroffene brauchen länger, um einzuschlafen. Ausserdem wachen sie in der Nacht öfter auf, oft begleitet von Schweissausbrüchen. Danach bleiben viele Frauen eine Weile wach liegen, bis sie wieder einschlafen können. Gleichzeit kann es sein, dass die Schlaftiefe abnimmt, was die Schlafqualität insgesamt beeinträchtigt. Viele Frauen fühlen sich deshalb tagsüber erschöpft, und ihre Leistungsfähigkeit nimmt ab.
- Stimmungsschwankungen wie Nervosität, Gereiztheit, depressive Verstimmungen: Einige Frauen durchleben während der Wechseljahre kürzere und längere Phasen starker seelischer Unausgeglichenheit. Sie sind nervöser als gewohnt und reagieren schnell gereizt. Betroffene fallen in starke Stimmungstiefs, die sich zu Depressionen entwickeln können. Weitere Symptome sind eine allgemeine Interessen- und Antriebslosigkeit begleitet von mangelnder Lebensfreude, einem Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit.
- Trockene Schleimhäute und Scheideninfektionen: Die körperlichen Veränderungen während der Wechseljahre führen dazu, dass die Schleimhäute der Scheide immer schlechter durchblutet werden. Sie trocknen mit der Zeit aus und werden verletzlich. Die betroffenen Frauen leiden an Juckreiz oder Brennen. Oft verspüren sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Da die Vaginalflora durch die Trockenheit aus dem Gleichgewicht gerät, können Infektionen wie mit Bakterien und Pilzen zunehmen.
- Veränderung der Sexualität: Bei vielen Frauen bringen die Wechseljahre andere sexuelle Bedürfnisse mit sich. Wie die Veränderungen aussehen, ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt Frauen, bei denen nehmen sexuelles Interesse und Erregbarkeit ab, ein anderer Teil dagegen verspürt eine Steigerung der Lust. Deshalb glauben Forscher, dass die hormonelle Umstellung nicht allein Ursache sein kann. Vielmehr dürften eine Reihe an sozialen und psychischen Faktoren mitverantwortlich sein, beispielsweise ob sich die Frauen noch so attraktiv fühlen wie früher oder nicht.
- Harnwegsbeschwerden: Die Schleimhäute der Blase und der Harnwege werden im Lauf der Wechseljahre immer schlechter durchblutet. Deshalb gibt es Frauen, die nun öfter unter Blasenentzündungen und Entzündungen der Harnröhre leiden. Zudem erschlafft die Beckenbodenmuskulatur, die Folge kann verstärkter Harndrang oder gar Inkontinenz sein. Besonders betroffen sind Frauen, die geboren haben.
- Weitere Beschwerden: Es gibt eine ganze Reihe anderer Symptome wie Schwindel, Bluthochdruck, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Kopfschmerzen, die viele Frauen vermehrt in der Zeit der Wechseljahre plagen. Allerdings sind sich die Forscher nicht einig, ob die Symptome wirklich von den hormonellen Veränderungen des Klimakteriums verursacht werden.
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Behandlung
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Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Vorgang, der von einigen Beschwerden begleitet sein kann. Oft hilft es betroffenen Frauen, mit ein paar Veränderungen im Lebensstil ihr Wohlbefinden zu verbessern und leichtere Beschwerden zu mildern. Dazu gehören beispielsweise mässige Hitzewallungen, Schweissausbrüche und Schlafprobleme.
- Körperliche Aktivitäten, Sport und Fitness: Regelmässige Bewegung und Sport verbessern eine ganze Reihe an Beschwerden wie Wallungen und Schweissausbrüche. Frauen, die sich fit halten, werden von ihrem Körper durch «Glückshormone» wie den Endorphinen belohnt, was wiederum zu mehr innerer Zufriedenheit und Ausgeglichenheit führt. Zudem bewirkt der Muskelaufbau, dass der Körper wieder mehr Energie verbrennt, und trägt dazu bei, die Figur zu halten. Und schlussendlich macht viel Bewegung müde. Dadurch gelingt es den Frauen leichter, besser einzuschlafen.
- Entspannung: Es gibt eine ganze Reihe von Entspannungsübungen und Entspannungstechniken, die bei Wechseljahresbeschwerden für mehr Ausgeglichenheit sorgen sollen. Autogenes Training und Meditation lassen sich, einmal erlernt, gut in den Alltag einbinden. Einige Fitnessstudios und Yogaschulen bieten Kurse in Hormon-Yoga an, das speziell auf die Stimulierung weiblicher Hormone ausgerichtet ist. Mit den eher ruhigen chinesischen Bewegungsformen Qigong und Tai-Chi lassen sich Meditation und Bewegung vereinen. Damit sollen Heilungsprozesse sowohl körperlicher als auch seelischer Probleme unterstützt werden.
- Gewicht und Ernährung: Viele Frauen neigen in den Wechseljahren dazu, an Gewicht zuzulegen, da ihre Muskelmasse abnimmt und damit der Energieumsatz sinkt. Übergewicht hat Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zur Folge, ausserdem scheint es Wallungen und Schweissausbrüche zu verstärken. Viele Frauen fühlen sich überdies weniger attraktiv, was ihr Selbstwertgefühl schwächt und zu depressiven Verstimmungen führen kann. Deshalb raten Gynäkologen, den Body Mass Index (BMI) unter 25 zu halten. Wer also nicht übermässig zunehmen will, sollte schon zu Beginn der Wechseljahre die Ernährung an den veränderten Energieverbrauch anpassen. Geeignet ist zum Beispiel eine kalorienarme Vollwertkost mit viel Kalzium und Vitamin D.
Vielen Frauen geht es während der Wechseljahre so schlecht, dass sie sich in ihrer Lebensqualität sehr eingeschränkt fühlen. Hier kann es sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen. Gynäkologen können leicht feststellen, ob die Beschwerden mit den Wechseljahren zusammenhängen. Kriterien wie Alter (ab 45 und älter), Zyklusveränderungen und Art der Beschwerden (z.B. Wallungen) deuten auf das Klimakterium hin. In einer Untersuchung lassen sich organische Veränderungen an Gebärmutter, Scheide und Brüsten feststellen. Es kann auch sinnvoll sein, im Blut die Konzentrationen verschiedener weiblicher Geschlechtshormone zu bestimmen.
Hormonersatztherapie
Die häufigste Behandlung von starken Wechseljahresbeschwerden ist die Hormonersatztherapie (HET, engl.: hormone replacement therapy, HRT). Dabei wird entweder nur ein Östrogen (z.B. Estradiol, Estriol, Promestrien) als Monotherapie oder eine Kombination aus Östrogen und Gestagen (z.B. Cyproteronacetat, Dydrogesteron, Norethisteronacetat) verabreicht. Sinn der Therapie ist es nicht, den Körper in den Stand von vor den Wechseljahren zurückzuversetzen – die HRT soll die durch Östrogenmangel verursachten Erkrankungen und Beschwerden beseitigen oder zumindest lindern.
Dazu gibt es Tabletten, Pflaster, Gels, Zäpfchen, Cremes, Injektionen und Sprays. Vorteil der Hormontherapie ist es, dass damit quasi alle Beschwerden verschwinden und zudem einer Osteoporose vorgebeugt werden kann. Allerdings hat die Hormontherapie einige Nebenwirkungen. Sie erhöht das Risiko von Brustkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombosen sowie weiteren Erkrankungen. Ausserdem gibt es einige Vorerkrankungen, bei denen eine HRT nicht infrage kommt wie bestimmte Krebsarten oder Bluthochdruck. Eine Alternative zu Östrogenen und Gestagenen ist das künstlich hergestellte Hormon Tibolon, das in Tablettenform verabreicht wird. Auch hier gibt es eine Reihe von Nebenwirkungen wie Unterleibsschmerzen und Gewichtszunahme zu beachten.
Phytotherapie
Eine Alternative zur Hormontherapie heisst Pflanzenheilkunde bzw. Phytotherapie. Vor allem bei leichten Beschwerden und falls Frauen eine Hormontherapie nicht vertragen, können eventuell Heilpflanzen helfen. Einige Pflanzen stellen Östrogen-ähnliche Substanzen her. Diese Phytoöstrogene versprechen Hilfe bei Wechseljahresbeschwerden, aber die Studienlage ist nicht bei allen Wirkstoffen eindeutig. Ihre Verträglichkeit bei Langzeitanwendungen wird oft nicht untersucht, da sie vielfach als Nahrungsergänzungsmittel gelten. Deshalb ist es empfehlenswert, die Einnahme dieser Phytoöstrogene mit einem Arzt abzusprechen. Oft setzt die Wirkung erst nach Tagen bis Wochen ein.
- Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) ist das bekannteste Phytoöstrogen. Ihre Extrakte sollen bei Wallungen und nächtlichen Schweissausbrüchen helfen. Da die Studien widersprüchliche Ergebnisse zur Wirkung liefern, ist es sinnvoll, vor der Anwendung einen Arzt zu konsultieren.
- Isoflavone: Zu den Phytoöstrogenen gehören auch die Isoflavone, die zum Beispiel in Soja und Rotklee vorkommen. Sie werden auch als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Hier ist die Studienlage, inwieweit sie bei Wechseljahresbeschwerden helfen, ebenfalls nicht eindeutig. Auch scheinen sie nicht ohne Nebenwirkungen zu sein. So können aus Soja gewonnene Isoflavone Allergien auslösen.
- Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist arzneilich anerkannt. Er reguliert einen unregelmässigen Zyklus, hilft beim prämenstruellen Syndrom (PMS) und bei Spannungsgefühl in den Brüsten. Da die Menge der Wirkstoffe in den Früchten des Mönchspfeffers unterschiedlich ausfallen, sollten nur Fertigarzneimittel eingenommen werden. Gynäkologen empfehlen Mönchspfeffer zu Beginn der Wechseljahre.
- Johanniskraut (Hypericum perforatum) wird bei leichten psychischen Problemen und depressiven Verstimmungen eingesetzt. Es hat stimmungsaufhellende Wirkung und wirkt stabilisierend auf die Seele. Es dauert einige Zeit, bis die Wirkung einsetzt. Johanniskraut kann die Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht erhöhen und es sollten allfällige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten abgeklärt werden.
- Rhapontik-Rhabarber (auch Sibirischer Rhabarber) enthält ebenfalls Phytoöstrogene. Die Extrakte in Tablettenform sind für Wechseljahresbeschwerden zugelassen. Auch hier gilt: Die Einnahme mit einem Arzt absprechen.
- Yamswurzel (Mexican Wild Yam): Die Yamswurzel enthält den Wirkstoff Diosgenin, der dem Progesteron ähnlich sein soll. Sie gilt als eine Art Geheimtipp bei Wechseljahresbeschwerden, doch ihr Nutzen ist umstritten und noch nicht durch Studien belegt. Wie bei den anderen Phytohormonen sollte eine Einnahme unbedingt mit einem Facharzt besprochen werden.
Akupunktur gilt als wirksame Alternative zur Einnahmen von Hormonen und Phytohormonen mit wenigen Nebenwirkungen. Sie soll bei Hitzewallungen helfen, bei Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen scheinen die Nadeln hingegen wenig ausrichten zu können. Weitere Möglichkeiten, Wechseljahresbeschwerden zu lindern, gibt es in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Die Wirkung der chinesischen Heilkräuter ist allerdings wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Die Wechseljahre kommen nicht plötzlich, sondern beginnen schleichend. Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr fängt der weibliche Körper an, sich langsam aber stetig zu verändern; bis diese Veränderung wahrgenommen wird, kann es bei vielen Frauen aber noch Jahre dauern. Erste Anzeichen sind Zyklusschwankungen. Sie setzen – je nach Frau unterschiedlich – ungefähr ab dem 45. Lebensjahr ein. Die typischen Beschwerden beginnen etwas später und dauern um die zehn Jahre. Die Wechseljahre verlaufen in mehreren Phasen, die sich auch überlappen können. Zentraler Punkt ist die Menopause, die letzte von den Eierstöcken gesteuerte Regelblutung.
- Prämenopause: Mit Prämenopause wird die Phase der letzten Jahre vor der Menopause (ungefähr zwei bis sieben Jahre) bezeichnet. Regelblutungen werden unregelmässig, die Blutungen stärker und länger anhaltend, die prämenstruellen Beschwerden können zunehmen.
- Menopause: Als Menopause wird die letzte von den Eierstöcken eingeleitete Regelblutung bezeichnet. Sie lässt sich erst im Nachhinein bestimmen, wenn danach keine Blutung mehr erfolgt. Ärzte sprechen erst dann von einer Menopause, wenn die Blutung in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten ausgeblieben ist.
- Perimenopause: Die Phase in den Jahren direkt vor und nach der Menopause wird Perimenopause genannt. Sie liegt rund um das 50. Lebensjahr (49 bis 53 Jahre) herum und dauert ungefähr vier Jahre. Die ersten typischen Wechseljahresbeschwerden beginnen.
- Postmenopause: Die Postmenopause ist die Phase nach der letzten Regelblutung. Sie dauert zwischen 10 und 15 Jahren und endet mit dem Senium (Alter).
Durchschnittlich dauern die Wechseljahre zwischen 10 und 15 Jahre. Im Allgemeinen liegt der Zeitraum für das Klimakterium zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr der Frau.
Komplikationen
Während viele der Beschwerden nach den Wechseljahren von selbst verschwinden, gibt es einige Krankheiten, die mittlerweile als Folgen anerkannt sind. Je früher sie erkannt werden, umso eher lässt sich gegensteuern.
- Herz- und Kreislauf-Erkrankungen: In den Wechseljahren lagern viele Frauen vermehrt Fettpolster am Bauch an. Damit erhöht sich das Risiko von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig verändern sich der Fett- und der Zuckerstoffwechsel. Das kann zu Verengung und Verkalkung der Arterien (Arteriosklerose), Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Eine wichtige Gegenmassnahme ist, durch Bewegung und angepasste Ernährungsgewohnheiten eine starke Gewichtszunahme zu vermeiden.
- Osteoporose: Nehmen die weiblichen Hormone ab, steigt das Osteoporose-Risiko (postmenopausale Osteoporose). Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, bei der die Knochenmasse abnimmt (Knochenschwund). Typisch für Osteoporose sind Knochenbrüche der Oberschenkelknochen, der Armknochen oder Wirbelkörper. Die Diagnose läuft beispielsweise über die Bestimmung der Knochendichte. Die Therapie erfolgt oft durch eine Hormonbehandlung und hat zum Ziel, die Osteoporose aufzuhalten und Knochenbrüchen vorzubeugen.
Wann zum Arzt?
Kommt es ohne erkennbaren Anlass zu einem Knochenbruch oder gar mehreren Brüchen, dann ist es ratsam, beim Arzt eine Osteoporose-Basisdiagnostik machen zu lassen.
- Alzheimer-Erkrankung: Untersuchungen haben ergeben, dass nach der Menopause nicht nur das Risiko steigt, an Alzheimer zu erkranken, sondern auch der Verlauf der Demenz sich beschleunigen kann.
Besonderheiten
Bei etwa 1 von 100 Frauen stellen die Eierstöcke ihre Arbeit schon zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr ein (primäre Ovarialinsuffizienz). Mediziner sprechen von vorzeitigen Wechseljahren (Climacterium praecox). Als Ursachen kommen verschiedene Erkrankungen wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes in Frage. Auch eine Chemotherapie, genetische Anomalien und familiäre Belastungen können die Ursache sein. Als Therapie steht das Ersetzen der fehlenden weiblichen Hormone bis zur natürlichen Menopause im Vordergrund.
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Wechseljahresbeschwerden werden in erster Linie durch die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre verursacht. Es spielen auch regionale Unterschiede eine Rolle. Frauen in Südeuropa kommen durchschnittlich ein Jahr früher in die Wechseljahre als ihre mitteleuropäischen Geschlechtsgenossinnen. In ostasiatischen und südostasiatischen Ländern wiederum werden die Frauen viel weniger von Beschwerden während des Klimakteriums geplagt. Dafür scheinen mehrere Faktoren verantwortlich zu sein, beispielsweise die auf viel Soja basierende Ernährung sowie die grössere Akzeptanz von älteren Menschen in den asiatischen Gesellschaften.
Körperliche Ursachen
Hormonumstellungen sind die Ursache für die Wechseljahre und die damit verbundenen Beschwerden. Der Anteil an Botenstoffen wie Östrogen sinkt. Gleichzeitig steigt für eine Zeit lang der Anteil an anderen Hormonen (Gonadotropine) an. Zusätzlich bekommen männliche Hormone wie das Testosteron mehr Einfluss.
- Östrogen und Gestagene: Während der Wechseljahre sinkt der Spiegel von Östrogen und des Gestagens Progesteron immer mehr. Grund dafür ist, dass in den Eierstöcken immer weniger Eizellen heranreifen, die wiederum für die Herstellung von Östrogen und Progesteron hauptsächlich verantwortlich sind. Zwar stehen dem weiblichen Körper von Geburt an ungefähr eine halbe Million Eizellen zur Verfügung, doch diese werden nicht nachproduziert, sondern sind um das 50. Lebensjahr verbraucht. Östrogene sind nicht nur für Zyklus und Fortpflanzung zuständig, sie wirken auch auf andere Teile des Körpers wie das Herz-Kreislauf-System, den Fett- und den Zuckerstoffwechsel, die Haut, die Lunge, den Knochenstoffwechsel und den Darm. Auch scheint Östrogen die Wärmeregulation des Körpers zu beeinflussen, weshalb es vermehrt zu Wallungen kommt.
- Gonatropine: Im Gehirn sitzen Kontroll- und Regelzentren für die Produktion von Östrogen und Progesteron und für das Heranreifen der Eizellen in den Eierstöcken. Wenn dort, in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und dem Hypothalamus, «entdeckt» wird, dass der Östrogenspiegel sinkt, reagiert die Hypophyse damit, dass sie eigene Hormone, Gonadropine, vermehrt ausschüttet. Diese sollen die Eierstöcke antreiben, wieder Östrogen zu bilden – was aber in den Wechseljahren nicht mehr gelingt. Daraus entsteht ein Ungleichgewicht: viele Gonadropine, wenig Östrogen. Dieses Ungleichgewicht wird ebenfalls für Beschwerden wie Wallungen, Herzrasen und Müdigkeit verantwortlich gemacht.
- Testosteron: Auch der weibliche Körper produziert eine gewisse Menge an männlichen Hormonen (Androgene). Das Wichtigste ist Testosteron. Während in den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt, bleibt der Anteil an männlichen Hormonen gleich. Durch diesen Überschuss kann es zu einer «Vermännlichung» kommen. Anzeichen sind zum Beispiel das Wachstum von Barthaaren und eine typisch männliche Verteilung von Fettpolster im Bauchbereich.
Psychosoziale Ursachen
Auch äussere Umstände können einen Anteil daran haben, wie schwer viele Frauen während des Klimakteriums von Beschwerden geplagt werden. Die Wechseljahre fallen in die Zeit zwischen Lebensmitte und letztem Lebensdrittel. Diese Phase kann von privaten und beruflichen Umbrüchen begleitet sein, die Frauen stark psychisch belasten. Wer Kinder hat, erlebt möglicherweise deren Auszug in ein eigenes Leben. Durch die geänderte Familiensituation kann sich die Partnerschaft verändern. Gleichzeitig sinkt vielleicht auch das Gefühl der eigenen Attraktivität. Die Eltern können pflegebedürftig werden oder sterben, was zu Gedanken an den eigenen Tod führt. Vielleicht beschliesst die ein oder andere Frau, sich wieder verstärkt im Beruf zu engagieren. Im Job sind möglicherweise nun jüngere Kollegen da, deren Leistung eigene Verlustängste schürt und das Selbstwertgefühl angreift.
Risikofaktoren
In die Wechseljahre kommen nahezu alle Frauen – aber nicht alle leiden unter Beschwerden. Risikofaktoren scheinen im Lebensstil zu liegen, vor allem Wallungen werden anscheinend von der Ernährung begünstigt: Kaffee und Alkohol, stark gewürzte Gerichte und schwer verdauliche Nahrungsmittel fördern die Hitzeanfälle. Ausserdem sind Übergewicht, Stress und zu warme Lebens- wie Schlafumgebung weitere Risikofaktoren.
Häufigkeit
Ungefähr ein Drittel der Frauen hat während der Wechseljahre keine Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel sind die Beschwerden nur leicht und müssen deshalb nicht behandelt werden. Etwa ein Drittel der Frauen hat so starke Beschwerden, dass sie sich in der Bewältigung ihres Alltags und in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen. Etwa 80% der Frauen leiden länger als ein Jahr an Hitzewallungen und Schweissausbrüchen, bis zu 50% der Frauen sogar länger als fünf Jahre.
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Vorbeugung
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Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern gehören zum natürlichen Alterungsprozess einer Frau dazu. Deshalb gibt es in diesem Sinn auch keine Vorbeugung dagegen. Einem Teil der Beschwerden lässt sich aber durch Veränderungen der Lebensweise entgegen wirken (siehe «Behandlung»). Mit sportlichen Aktivitäten für Muskelaufbau und Fettverbrennung, für Ausgeglichenheit und gesunden Schlaf zu sorgen, erhält viel an Lebensqualität und Gesundheit. Weitere Voraussetzungen schafft eine ausgeglichene Ernährung mit frischen Lebensmitteln und kalorienarmer Vollwertkost kombiniert mit einem vernünftigen Mass an Genussmitteln wie Alkohol.
Gleichzeitig bieten sich die Wechseljahre für viele Frauen als Phase an, sich und ihr Leben neu zu überdenken. Vielleicht wäre nun Zeit für neue Ziele, einen anderen Job, ein neues Engagement, ein neues Hobby. Wer die Wechseljahre mit positiven Veränderungen füllt, wird eine gute Balance zu den möglicherweise auftretenden Beschwerden herstellen.
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