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10. Mai 1919.
kamen die schon vor dem Kriege bewährten Bauarten von direkten und indirekten Lichtbogenöfen und von Induktionsöfen zu immer größerer Anwendung1). Wenn auch, besonders im neutralen und feindlichen Ausland, einzelne neue Bauarten von Elektrostahlöfen aufgetaucht sind, so sind es doch keine Neuerungen von irgendwie grundlegender technischer oder wirtschaftlicher Bedeutung gewesen.
Die Erzeugung von Elektrostahl hat während des Krieges in allen Ländern ganz bedeutend zugenommen. Von Wert ist es, bei der Erörterung dieser Erzeugungsziffern auch die bezüglichen Zahlen für Tiegelstahl mit heranzuziehen. Tiegelstahl und Elektrostahl sind ja die beiden wichtigsten Stahlgruppen, die wir in neuerer Zeit uns gewöhnt haben, zusammen als Edelstahl zu bezeichnen.
Aus der nachstehenden Zahlentafel ersieht man ganz deutlich für Deutschland die Steigerung der Erzeugung an Elektrostabl während der Kriegsjahre (für 1918 liegt die Statistik noch nicht vor) und kann gleichzeitig entnehmen, wie sich das Verhältnis immer mehr zugunsten des Elektrostahles verschiebt. Zum Vergleich sind auch die Zahlen aus dem Beginn einer größeren Elektrostahlgewinnung in Deutschland eingesetzt. Zahlentafel 1.
Erzeugung von Edelstahl in Deutschland in t.
Die vorstehenden, während des Krieges nicht veröffentlichten Zahlen haben bei der statistischen Nachprüfung einige kleine Aenderungen erfahren, die aber ganz unwesentlich sind. Auf die Bauarten der Oefen verteilte sich die Erzeugung so, daß rd. 1/2 im Induktionsofen und rd. 2/3 im Lichtbogenofen gewonnen worden sind, wobei in der Hauptsache der Induktionsofen von den Edelstahlwerken bevorzugt wurde. Das durchschnittliche Fassungsvermögen der im Kriege gebauten Oefen betrug in Deutschland 6,7 t. Die Anzahl der mit elektrischen Oefen ausgerüsteten Werke hat sich von rd. 20 vor dem Krieg auf etwa das Doppelte erhöht.
Ganz ähnlich lagen im Rahmen kleinerer Erzeugungsziffern die Verhältnisse in dem früheren Oesterreich Ungarn, wie Zahlentafel 2 beweist. Ein Unterschied gegenüber Deutschland liegt nur insofern vor, als in Oesterreich-Ungarn rd. 1⁄2 des Elektrostahls im Induktionsofen und im Lichtbogenofen hergestellt wurde.
Zahlentafel 2. Erzeugung von Edelstahl
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Einwandfreie Zahlen für Frankreich liegen dem Verfasser aus keinem der Kriegsjahre vor.
Der Elektrostahlofen lieferte während des Krieges den erforderlichen Edelstahl für Schutzvorrichtungen, wie Helme, Schutzschilde, Brustpanzer und sonstige Panzerungen, für Angriffswaffen, wie Geschützrohre, Minenwerfer, Munition, Kurbelwellen, hochwertigen Formguß für Flugzeug- und U-Boot-Motoren. Allem Anschein nach wird es uns auf diesem Gebiete möglich sein, den Betrieb auf nutzbringende Friedensarbeit umzuschalten, und dazu wird die während des Krieges vertiefte Erkenntnis der vorzüglichen Eigenschaften des Elektrostahls gewiß das ihre beitragen.
3) Ferrolegierungen und elektrische Hilfs-
'Da die Mittelmächte über keine bedeutenden Vorkommen an Legierungsmetallen verfügten, so mußte auf diesem Gebiet eine entsprechende Spar- und Ersatzwirtschaft eingreifen. Die Ablieferung des Nickels ist ja noch allgemein in Erinnerung. Kleinere Molybdän- und Wolframvorkommen wurden in Abbau genommen, konnten aber bei weitem den Bedarf nicht decken. Es fehlte an Chrom und Vanadium. Besonders unangenehm schien eine Zeitlang der Mangel an Ferromangan zu werden, das in großen Mengen von der Eisenindustrie zum Desoxydieren des Stahles, sei es beim Thomas-Verfahren, sei es im Siemens-Martin-Betrieb, verbraucht wurde. Schon vor dem Kriege war man zu der Einsicht gekommen, daß die Desoxydation mit festem Ferromangan unwirtschaftlich und auch technisch mangelhaft sei. Man war daher zum Umschmelzen im elektrischen Ofen und zum flüssigen Zusatz übergegangen. Dadurch erzielte man einerseits ganz beträchtliche Manganersparnisse (rd. 30 vH), anderseits auch technische Vorteile. Diese Maßnahmen halfen uns zu Anfang des Krieges ganz wesentlich die Vorräte an Ferromangan zu strecken. Als sie trotzdem zu versiegen begannen und man auch mit Spiegeleisen nicht in allen Fällen aushelfen konnte, ging man zur Desoxydation mit Kalziumkarbid über. Zunächst setzte man das Karbid in festem Zustande zu, später ging man an einzelnen 'Stellen aus den gleichen technischen und wirtschaftlichen Gründen wie beim Ferromangan zum flüssigen Zusatz über und schmolz das Karbid im Stahlwerk selbst um. Nach den bisherigen Erfahrungen dürfte es möglich sein, bei Verwendung flüssigen Karbides als Desoxydationsmittel jeden Zusatz an Ferromangan zum Stahl zu vermeiden, vorausgesetzt, daß im Stahlwerk sauber und gewissenhaft gearbeitet wird und daß das aus dem Mischer in die Birne gebrachte Roheisen einen Mangangehalt von wenigstens 1 vH hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß dieses in der Bedrängnis des Krieges entstandene Notverfahren bei denjenigen Stahlwerken, welche über ein geeignetes Roheisen verfügen, beibehalten wird.
Auch dem Verbrauch an Mangan, der durch das Aufkohlen mit flüssigem Spiegeleisen eintritt, suchte man möglichst zu steuern und erreichte dies durch Erhitzung möglichst reinen Kohlenstoffes (aschenarmer Koks, Retorten graphit, Holzkohle) in kleinen elektrischen Oefen bis zur Weißglut und sofortigen Zusatz zum Stahlbade. Auch hier erzielte man neben dem wirtschaftlichen Erfolg der Manganersparnis den technischen Vorteil einer leichteren höheren Aufkohlung, als bei Zusatz von Spiegeleisen. V. Engelhardt.
Die Feuergefährlichkeit von Benzol. Bei der umfangreichen Verwendung, die Benzol vor und im Kriege besonders als Kraftwagenbrennstoff gefunden hat und aller Voraussicht nach behalten wird, ist die Frage seiner Gefährlichkeit oder Ungefährlichkeit von größter Bedeutung. Deshalb darf zur Vermeidung einer ungerechtfertigten Beunruhigung der Verbraucher und unbillig strenger behördlicher Vorschriften der Bericht 1) nicht unwidersprochen bleiben, der über diese Frage. an dieser Stelle erschienen ist. So zutreffend es nämlich ist, daß der Zündbereich bei Benzol größer ist als bei Benzin, so unzutreffend ist die Behauptung, daß die Dampfspannungen des Benzols wesentlich niedriger seien. Abb. 1. zeigt vergleichsweise Dampfdruckkurven einiger Brennstoffe (nach Young, Heirman, Kißling, Neumann) und läßt erkennen, daß die Kurve für 90er (Motoren-)Benzol genau zwischen den beiden Benzinkurven liegt.
Daß sich aber aus den theoretischen Begriffen »Zündbe
1) Z. 1919 S. 178 nach Technische Rundschau Nr. 3 S. 14, mit Ausnahme der Einleitung ein wörtlicher Abdruck des Aufsatzes von Dr. Hüneke aus » Motorwagen< 1916 S. 65, bezw. Allg. A ut. Ztg. 1916 Heft 37 S. 10 und in Allg. Aut.-Ztg. 1916 Heft 39 S. 5 bereits zurechtgestellt.
reich« und »Dampfdruck< nicht im entferntesten der praktische Begriff der »Feuergefährlichkeit< ableiten läßt, folgt schon aus dem Unsinn, der sich bei der Uebertragung der genau gleichen Ueberlegungen auf andere Brennstoffe ergibt. So wäre hiernach Spiritus feuergefährlicher als Benzin und Benzol zusammen und würde erst bei der Aufbewahrung in einer Wärme von über 45° ungefährlich. Wassergas wäre dann explosionsgefährlicher als Azetylen und Kohlenoxyd gefährlicher als Wasserstoff. Schwerbenzin wäre feuergefährlicher als Leichtbenzin und müßte zur Verringerung der Gefahren erwärmt aufbewahrt werden. Mit gleichem Rechte könnte man Benzol wegen seiner (positiven) Verbindungswärme als Sprengstoff ansprechen.
So wertvoll für viele Zwecke der Begriff der oberen Zündgrenze ist, so unbrauchbar ist er zur Feststellung der Feuergefährlichkeit. Das beweist der einfache Versuch, wenn man zwei vollkommen gleichen Tiegeln oder Pfützen von Benzin und Benzol gleiche Zündquellen nähert. Das beweist aber auch die Ueberlegung, weil in der Regel die Zündung nicht dadurch entsteht, daß innerhalb des Brennstofftanks ein Streichholz angesteckt wird, sondern dadurch, daß sich die mit Brennstoff geschwängerte Luft einer Zündquelle nähert. Da Gase diffundieren, so muß jede Wolke zu fetten und deshalb nicht mehr zündfähigen Gemisches von einer Hülle zündfähigen Gemisches umgeben sein, welche die Zündquelle vorher erreicht, vergl. Abb. 2. Drum ist die Benutzung der oberen Zündgrenze als Feuerschutz aussichtslos.
Nach praktischer Erfahrung ist Benzol (vermutlich auch wegen seines geringeren Wasserstoffgehaltes) weniger leicht entzündlich und drum weniger feuergefährlich als die übergroße Mehrzahl der Benzinsorten. Auch geht ihm (wahrscheinlich, weil es nicht unerhebliche Wassermengen gelöst enthält) die elektrische Erregbarkeit des Benzins ab. Unreines Benzol, insbesondere vorlaufhaltiges, ist ferner giftig, worauf K. Dieterich') hingewiesen hat, wie ja auch Benzindämpfe schwere Vergiftungen verursacht haben. Zweck dieser Zeilen ist aber nicht, auch nur ein Wort gegen Schutzgasanlagen für Benzol zu sagen. Nicht hingenommen werden kann aber der Versuch, zu Unrecht ein deutsches Erzeugnis zugunsten eines in Wirklichkeit gefährlicheren ausländischen herabzusetzen.
Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.
nischen Industrie mehrfach erörtert, ohne über Versuche im kleinen hinausgekommen zu sein. Das Gewinnungsverfahren bestand im wesentlichen in der Elektrolyse heißer Eisenchloridlösungen unter Zusatz hygroskopischer Salze. Als Anode diente Martinflußeisen. Der Mangel an Kupfer im Krieg veranlaßte die Erprobung von Führungsbändern aus Elektrolyteisen an Stelle der Kupferbänder von Artilleriegeschossen. Gründliche Schießversuche haben dargetan, daß dabei die Geschützrohre nicht unzulässig hoch beansprucht werden. Man errichtete 3 größere Versuchsanlagen mit Zersetzungszellen in den Langbein-Pfanhauser-Werken in Leipzig, bei Siemens & Halske A.-G. in Berlin und bei der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron in Bitterfeld, und auf Grund der darin gewonnenen Ergebnisse wurden dann von Siemens & Halske A.-G. in München-Ost und von Griesheim-Elektron in Bitterfeld 2 große Betriebsanlagen, jede für eine Leistung von 200 t monatlich, für den Heeresbedarf errichtet. Die Umwälzung im November unterband aber die Inbetriebsetzung. Jedenfalls hat man sich jedoch ein Urteil über das eine Herstellungsverfahren und über die Möglichkeiten einer Verwendung des Elektrolyteisens nach dem heutigen Stande der Technik bilden können. Danach stehen seiner vorzüglichen Eignung für die Zwecke der Starkstromtechnik zunächst noch die hohen Erzeugungskosten gegenüber, die vorderhand seine allgemeine Verwendung ausschließen. Das nach dem bezeichneten Verfahren gewonnene Elektrolyteisen enthielt nach einer Durchschnittsanalyse neben reinem Eisen folgende fremde Bestandteile: Kohlenstoff: Spuren bis 0,03 vH, Schwefel: Spuren bis 0,001 vH, Phosphor 0,025 bis 0,1 vH, Silizium 0,02 bis 0,04 vH, Mangan 0,09 bis 0,14 vH.
Große elektrische Umkehrstraßen in Nordengland. Zwei elektrisch betriebene Umkehrstraßen von bedeutenden Abmessungen sollen demnächst im Norden Englands in Betrieb genommen werden 1). Der Antrieb für beide Walzwerke, von denen das eine 914, das andere 864 mm Walzen durchmesser hat, besteht aus je einem Walzmotor für eine Höchstleistung von 19 000 PS, der durch einen Ilgnerschen Schwungrad-Umformer gespeist wird. Der Antriebmotor des Ilgner-Satzes ist für 3750 PS bei 2750 V-Drehstrom von 40 Per./sk bemessen und macht 400 Uml./min. Das Stahlguß-Schwungrad wiegt 40 t. Die elektrische Ausrüstung der Walzwerke stammt von den Siemens Brothers Dynamo Works. (The Engineer vom 4. April 1919)
Leuchtgas aus Holz, Torf und dergl. wird zurzeit wegen des Kohlenmangels in großem Umfange in der Schweiz hergestellt. Die dabei gebildete Holzkohle geht an die Fabriken von Kalziumkarbid, während anderseits große Mengen von Karbid zur Erzeugung von Azetylen an die Gasanstalten geliefert werden, die damit das verhältnismäßig arme Leuchtgas aufbessern. So verbraucht das Gaswerk der Stadt Zürich gegenwärtig 20 bis 25 t, das Gaswerk von Bern rd. 2 t und das Gaswerk der Stadt Vevey 1 bis 1,5 t Karbid täglich für diesen Zweck (Mitteilungen des Schweizerischen AcetylenVereins, April 1919)
Elektrische B+B-Güterzuglokomotive für die preußische
Gewicht dės mechanischen Teiles
11,2 m 1350 mm
30,5 t
34,5 »
65,0 >
20,0 »
800 PS 50 km/st
Die Lokomotiven haben zwei durch Kurzkupplung verbundene zweiachsige Triebgestelle. Die beiden Triebgestellachsen werden durch Schlitzkuppelstangen von Kurbelscheiben einer zwischen den Achsen liegenden Blindwelle aus angetrieben, und diese an beiden Enden durch ein Zahnradgetriebe von einem Motor, der auf dem abgefederten Triebgestellrahmen angeordnet ist. Durch die Verschiebbarkeit des Steines im Kuppelstangenschlitz wird eine Verschiebung zwischen Blindwelle und Triebachsen ermöglicht und das Federspiel ausgeglichen. Der Triebgestellrahmen und die untere Hälfte des Motorgehäuses können bei dieser Anord2) AEG-Mitteilungen April 1919.
1) Vergl. Z. 1919 S. 202.
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10. Mai 1919.
nung aus einem Stahlgußstück hergestellt werden, wodurch besondere Verbindungsteile fortfallen. Der auf beiden Triebgestellen mit Gleitpfannen ruhende Oberrahmen für den Lokomotivkasten wird infolge Anordnung der Kurzkupplung durch die Zugkraft nicht beansprucht.
Die beiden Kollektormotoren von je 600 PS Stundenleistung bei 600 Uml./min des Ankers haben Reihenwicklung und werden durch einen besonderen Luftstrom gekühlt. Sie sind dauernd hintereinander geschaltet und laufen als Repulsionsmotor mit kurzgeschlossenem Anker an. Ein Fliehkraftschalter besorgt selbsttätig die Umschaltung von der Anfahrauf die Dauerschaltung. Der Stundenleistung der Motoren entspricht eine Fahrgeschwindigkeit von 34 km/st. Die Geschwindigkeit wird durch Abzapfung verschiedener Spannungen vom Transformator geregelt. Diese Spannungen von 280 bis 1020 V werden den Motoren durch Fahrschalter und Schaltschützen zugeführt. Der Steuerstrom für die Schaltschützen und Fahrtwender wird ebenfalls dem Transformator entnommen. Das Transformatoröl wird mittels Kreiselpumpe in Umlauf gehalten und durch seitlich an der Lokomotive angebrachte Rippenrohrkühler gedrückt. Diese Verwendung gekühlten Transformatoröles hat eine Herabsetzung des Transformatorgewichtes ermöglicht.
Verwendbarkeit von Löffelbaggern. Im Breslauer Bezirksverein deutscher Ingenieure war kürzlich die Frage aufgeworfen, welche Löffelbagger besser arbeiten, diejenigen mit festem Maschinenhaus oder die ein Maschinenhaus haben, das sich mit dem Ausleger schwenkt1). Hierzu äußerte sich Oberingenieur Klein dahin, daß der Bagger mit festem Maschinenhaus und nur im Halbkreis drehbarem Ausleger, Eisenbahnbagger genannt wird, weil er meistens für Normalspur gebaut und hauptsächlich für Eisenbahnbauten verwendet wird. Der Bagger mit in vollem Kreise drehbarem Obergestell, Ausleger und Maschinenhaus wird auch Drehscheibenbagger genannt. Beide Arten haben sich bewährt; jedoch ist der Eisenbahnbagger nur für kleine Schnitthöhen auszuführen und für Bahn- oder Kanalbauten geeignet, während der Drehscheibenbagger auch für die größte Schnitthöhe und alle Baggerarbeiten zu verwenden ist.
Beim Bau des Panamakanals sind zuerst Eimerkettenbagger verwendet worden. Es zeigte sich aber bald, daß diese dem hohen Widerstande des auszubaggernden Bodens nicht gewachsen waren. Daher ging man zu Schaufelbaggern über, deren Hauptvorteil gegenüber dem Eimerbagger in der auf die kleine Schnittfläche der Schaufel wirkenden großen Hubkraft besteht. Der Schaufelbagger kann wegen der groBen Grabkraft selbst weichen Fels lösen, während der Eimerkettenbagger schon in festem Ton versagt. Der Schaufelbagger erfordert ferner nur ein ganz kurzes, etwa 6 bis 10 m langes Gleis, während der Eimerkettenbagger nur auf einem langen Gleis arbeiten kann, dessen Kosten oft ebenso hoch sind als die des Baggers selbst.
Für die Verwendung im Bergbau scheidet der Eisenbahnbagger aus, und man ist hierfür auf den im vollen Kreise drehbaren Bagger angewiesen. Der Eisenbahnbagger läßt sich auch nicht für die vom Bergbau verlangten großen Schnitthöhen ausführen, weil die Drehsäule hierfür nicht fest genug gelagert werden kann und eine ausreichende Verstrebung des Auslegers auf Schwierigkeiten stößt. Die größten Eisenbahnbagger haben rd. 8,5 m Schnitthöhe, während der Braunkohlenbergbau bis 15 m Schnitthöhe verlangt. Karlshütte in Altwasser hat eine größere Anzahl Schaufelbagger für 15 m Schnitthöhe gebaut, deren Schaufelinhalt bis zu 4 cbm beträgt und die 100 t wiegen.
1) Vergl. auch Z. 1913 S. 488.
Die
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Die Ersatzstoffe in der Elektrotechnik behandelt Fr Schmidt in einem Bericht über die Elektrizitätswerke in den Kriegsjahren 1). Die Verwendung der Ersatzmetalle für das beschlagnahmte Kupfer, als welche Eisen, Zink und Kupfer in Betracht kommen, hat gezeigt, daß in Fällen, wo man früher unbedingt Kupfer oder eine Kupferlegierung verwenden mußte, auch in andrer Weise auszukommen ist. An Stelle von Kupfer lernte man zu den Armaturteilen der Apparate Eisen verwenden und zu den Drähten Zink oder Aluminium. Soweit es irgend angängig war, wurden für Freileitungen Eisendrähte benutzt. Dort, wo die Stromstärke der zu übertragenden Leistung die Verwendung von Eisendrähten nicht mehr zuließ, nahm man Aluminium, dessen Herstellung in Deutschland eifrig gefördert worden war. Für Hochspannungsleitungen wurden zusammengesetzte Seile aus Aluminium und Eisen verwendet, bei denen das Eisen die Zugbeanspruchung allein aufnimmt und zudem das Aluminium noch trägt. Zink kam für isolierte Leitungen sowie für die Bewicklung von Maschinen und Transformatoren in Frage, doch hat es sich nicht gut bewährt, weil es bei Temperaturschwankungen leicht zum Brechen an beanspruchten Stellen neigt. Dagegen hat sich Aluminium bei der Herstellung von Maschinen usw. gut bewährt. Es stellte sich nicht teurer als Zink, konnte aber nicht allgemein verwendet werden, da es nur in beschränkter Menge zur Verfügung stand; sonst wäre Zink wohl kaum verwendet worden. Die Errichtungsvorschriften des Verbandes Deutscher Elektrotechniker haben den veränderten Verhältnissen Rechnung getragen und die Verwendung von Eisen, Zink und Aluminium geregelt. Bei dieser Gelegenheit hat sich gezeigt, daß man früher in manchen Punkten geradezu überängstlich gewesen ist. Man hat sich z. B. 1913 nur schwer dazu entschlossen, für Aluminium eine Zugbeanspruchung von 8 statt 7 kg/qmm zuzulassen, während jetzt 9 kg/qmm erlaubt sind.
Als Schalter- und Transformatoröle mußten minderwertige Sorten verwendet werden, die man vorher als unverwertbar angesehen hatte. Man wird wohl auch später die Verwendung minderwertigerer Oele nicht gänzlich wieder aufgeben. Der Mangel an guten Maschinenölen, insbesondere Zylinderölen für Heißdampf, hat häufig zu schweren Beschädigungen geführt. Ebenso hat die Verwendung schlechter Ersatzstoffe für Kautschuk, Glimmer und Asbest zu Wärmeisolierung und Packungen Anlaß zu schweren Betriebstörungen gegeben. Zu Packungen von Dampfleitungen hat man aber mit gutem Erfolg aufgekittete Blechringe verwendet. Die Erfahrungen über Papier als Ersatz für die bewährten elektrischen Isolierstoffe sind noch nicht abgeschlossen, was wohl auf die Ungleichmäßigkeit und Verschiedenheit der verwendeten Tränkmittel zurückzuführen ist.
Bodenkultur in Bayern. In den Jahren 1911 bis 1915 sind nach dem Statistischen Landesamt 8266 Bodenkulturunternehmungen mit rd. 39 640 ha Fläche durch die Kulturbauämter ausgeführt worden. Hiervon entfallen rd. 32 440 ha oder 81,8 vH auf Wiesen, 6920 ha oder 17,4 vH auf Aecker und 270 ha oder 0,8 vH auf Weiheranlagen. Der Boden wurde zum überwiegenden Teil, nämlich bei rd. 24400 und 12000 ha, durch Entwässerungen bezw. Dränierungen verbessert; bei 2100 ha handelte es sich um Anlagen verschiedener Art, Kultur von Oedländereien, Maßnahmen zur Verhütung von Ueberschwemmungen und Aehnliches. Die Gesamtkosten betrugen etwas mehr als 14 Mill. M bei einer Werterhöhung der Grundstücke um etwa 36,5 Mill. M. (Zeitschrift für die gesamte Wasserwirtschaft 5. April 1919)
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ETZ 24. April 1919 S. 185.
10. Mai 1919.
Technik und Landwirtschaft.
Auch in den nächsten Jahren wird die Lebensmittelknappheit zweifellos anhalten. Ihre Bekämpfung durch Einfuhr vom Ausland ist zwar möglich, macht uns aber vom guten Willen des Auslandes abhängig und schädigt unsere Volkswirtschaft. Die Abhilfe muß von einem anderen Ende aus erfolgen: unsere Landwirtschaft muß auf den denkbar höchsten Grad der Leistungsfähigkeit gebracht werden.
Was hat die Technik zu tun, um zur Erstarkung der Landwirtschaft beizutragen? Der Landwirtschaft stehen neue Aufgaben bevor, eine Steigerung ihrer Leistungen wird gefordert werden, kurzum ein Mehr an Arbeit. Dem gegenüber steht eine Verminderung der Arbeitskräfte. Die deutsche Landwirtschaft beschäftigte vor dem Kriege jährlich mehr als eine halbe Million ausländischer Arbeiter, auf deren Wiederkehr nur teilweise zu rechnen sein wird. Mehrere Millionen der kräftigsten Arbeiter fallen durch den Krieg und seine Folgen weg. Eine gewaltige Verminderung des Viehbestandes ist ebenfalls eine Folge des Krieges; wird doch die Verminderung der Pferde in Europa durch den Krieg auf 50 vH des Friedensbestandes geschätzt. Der Mehrerfordernis an Arbeit steht also ein Minderbestand an Arbeitskräften gegenüber. Diesen Unterschied muß die Technik ausgleichen.
Die deutsche Landwirtschaft hat auch in vergangenen Jahrzehnten in steigendem Maße von Kraftmaschinen Gebrauch gemacht. So betrug die Zahl der Dampfpflüge auf Gütern im Jahre 1882 836, im Jahre 1895 1696, im Jahre 1905 3000. Die Zahl der Dampfdreschmaschinen wuchs von 75 000 im Jahre 1882 auf 465 000 im Jahre 1907. Der Bedarf an Kraft für den unmittelbaren landwirschaftlichen Betrieb wird in den nächsten 25 Jahren voraussichtlich noch in höherem Maße anwachsen. Hierzu kommt noch der Bedarf der landwirtschaftlichen Industrien. Abgesehen von den alten landwirtschaftlichen Gewerbebetrieben, wie der Brennerei, Brauerei, Müllerei, Ziegelei, Stärkeherstellung, sind in den Kriegsjahren neue Zweige entstanden oder ausgebaut worden: die Herstellung von Gemüsekonserven und von Dörrgemüsen, ferner die in sehr großem Maßstabe aufgenommene Herstellung von Futtermitteln durch chemische Strohaufschließung. Nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den landwirtschaftlichen Unternehmungen, aber eng damit verbunden ist die Herstellung künstlicher Düngemittel, namentlich die neu aufgenommene Herstellung von Stickstoff aus der Luft. Der jährliche Stickstoffverbrauch Deutschlands von 200 000 t wird zum großen Teil im eigenen Lande zu decken sein. Diesen gesamten Kraftbedarf zu befriedigen, wird eine große Aufgabe des nächsten Menschenalters sein. Zum Glück hat ja die technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte durch die elektrische Krafterzeugung und Kraftverteilung eine wichtige Vorarbeit geleistet. Wir denken hier zunächst natürlich an die elektrische Großkraftwirtschaft, an die Ueberlandzentralen, an künftige Ausnutzung der Wasserkräfte, der Moore und ähnlicher Kraftquellen. Gerade aber die Landwirtschaft wird wenigstens vorläufig wegen der isolierten Lage einzelner großer Güter oder einzelner großer Dörfer neben der Entwicklung der Fernkraftwerke auch den Nahkraftwerken weiten Spielraum lassen. Beachtung verdient auch die Anpassung der Explosionsmotoren an den landwirtschaftlichen Betrieb. Die Ausnutzung kleiner örtlicher Wasserkräfte, die Ausnutzung der Lokomobilen durch Sägemühlen oder ähnliche Anlagen kann unter Umständen sogar für ein einzelnes Dorf die Wirtschaftlichkeit von Zwergelektrizitätswerken ermöglichen.
Die Verwendung der gewonnenen Kraft sowohl in der Industrie wie im landwirtschaftlichen Betriebe gibt dem Arbeitsmaschinenbau, insbesondere dem landwirtschaftlichen Maschinenbau reiche Anregung. Die Ausbildung von Werkzeugmaschinen für Kleinhandwerker und Kleingewerbebetriebe des Dorfes oder der ländlichen Siedlung, für die Zwecke der so wichtigen und ausbaufähigen ländlichen Trink- und Nutzwasserversorgung, für die Anwendung auf Melkmaschinen,
des Vereines.
auf Schrotmühlen, Häckselschneidmaschinen und andere Maschinen im ländlichen Hofe selbst erfordert noch reiche Durchbildung dieser Maschinen, um mit ihnen technisch-wirtschaftlich einwandfreie Betriebsanlagen herzustellen; denn die landwirtschaftliche Maschine ist in ihrer Bauart durch den Elektromotor noch wenig beeinflußt. Die wichtigste Maschine, die außerhalb des Hofes verwandt wird, ist der Pflug. Hier tritt der elektrische Betrieb in den Hintergrund, an seine Stelle tritt der Dampfpflug und der Motorpflug. Viele Aufgaben bleiben noch auf lange Zeit hinaus dem Dampfpflug vorbehalten, er eignet sich insbesondere für die Anwendung auf großen Gütern. Im Klein- und Mittelbetriebe hat der Motorpflug eine große Zukunft. Der Motorpflug ermöglicht dem Bauer, der bisher 4 bis 5 Pferde hielt, diese Zahl auf 2 bis 3 zu verringern und dabei doch die Kraft von 9 Pferden zur Verfügung zu haben. Des weiteren sei erinnert an die Durchbildung von landwirtschaftlichen Zugmaschinen, Dreschmaschinen und anderen derartigen Maschinen.
Die Technik muß dem Landwirt nicht nur bei Beschaffung, sondern auch bei Unterhaltung der Maschinen behilflich sein. Gerade hier liegt noch vieles im Argen. Die Organisierung der Maschinenunterhaltung und -ausbesserung auf dem Lande hat mehrfach Ingenieuren in der letzten Zeit zu durchgreifenden Vorschlägen Veranlassung gegeben. So fordert Prof. Heinel in Breslau in jeder Gemeinde eine Gemeindewerkstatt und ein Gemeinde werkhaus für diesen Zweck und im Anschluß daran eine landwirtschaftliche Maschinenbetriebschule, Ingenieur Lübke die Schaffung einer Kreisingenieurstelle in jedem Kreise. Viele Aufgaben werden durch die Mechanisierung der Landwirtschaft auch den landwirtschaftlichen Genossenschaften zufallen. Ueberhaupt muß die landwirtschaftliche Organisation in jeder Hinsicht zeitgemäßen Gesichtspunkten angepaßt werden. Nicht nur die Durchbildung des Betriebsplanes innerhalb der einzelnen Wirtschaften, sondern auch die Durchbildung der alten Arbeitsverfahren im Sinne der neuzeitlichen Betriebsführung und der einfachsten Werkzeuge im Sinne Taylors sind Zukunftsaufgaben, denen nur der in der Industrie und Technik geschulte Kopf, also der Ingenieur, wird gerecht werden können.
So weist die große Aufgabe der Zukunft unserer Landwirtschaft die deutschen Ingenieure auf Betätigung in der Landwirtschaft hin. Nur genaue Kenntnis der landwirtschaftlichen Notwendigkeiten und Bedürfnisse ermöglicht eine erfolgreiche Verbindung von Technik und Landwirtschaft. Der Landwirt darf Fragen der neuzeitlichen Technik, der Techniker Fragen der neuzeitlichen Landwirtschaft nicht verständnislos gegenüber stehen. Die Geschäftstelle des Vereines deutscher Ingenieure plant zunächst in Berlin Kurse über Technik und Landwirtschaft, über die nähere Mitteilung demnächst erfolgen wird.
Geschäftstelle
des Vereines deutscher Ingenieure. Abteilung O.
Das neue Kohlengesetz.
Am 14. bis 16. April d. J. tagte in Berlin der Sachverständigenrat, der gemäß § 3 des im März d. J. von der Nationalversammlung angenommenen Rahmengesetzes über die Regelung der Kohlenwirtschaft einberufen worden war, um über das zu dem genannten Rahmengesetz vom Reichswirtschaftsministerium entworfene Ausführungsgesetz, insbesondere über die Zusammensetzung des Reichskohlenrates und der ihm angegliederten Organisationen, Beschlüsse zu fassen. Dieser Versammlung hat ein aus Vertretern der in Berlin ansässigen großen technischen Verbände darunter unseres Vereines gebildeter Ausschuß eine Denkschrift unterbreitet, die auf die Forderung ausgeht, die Interessen der Technik stärker zu berücksichtigen, als das im Entwurf tatsächlich geschehen ist. Im einzelnen lauten die Wünsche wie folgt: