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Grundwasserstände und Quellabflüsse zeigen in der Regel ein wiederkehrendes, jährliches Muster. Grundwasser folgt somit einem „Grundwasserregime“ – wie die Flüsse einem „Abflussregime“.
Das Grundwasserregime charakterisiert den langjährigen, mittleren Jahresgang sowohl von Grundwasserständen als auch von Quellabflüssen. Für die Schweiz können drei Grundwasserregime unterschieden werden: pluviales, pluvio-nivales und nivo-glaziales Grundwasserregime.
Pluviales Grundwasserregime
Beim pluvialen Grundwasserregime handelt es sich um das standorttypische Regime im Jura und Mittelland. Die Grundwasserneubildung findet vor allem im Winter und Frühling durch örtliche Niederschläge statt. Infolgedessen treten in oberflächennahen Grundwasservorkommen die Maxima des Grundwasserstandes und des Quellabflusses in den Monaten Januar bis März und die Minima im Spätsommer (August bis September) auf. Mit der Tiefe des Grundwassers ist der Jahresgang zunehmend gedämpft und die Maxima und Minima verzögert.
Pluvio-nivales Grundwasserregime
Ein pluvio-nivales Grundwasserregime wird durch das Zusammenspiel von Grundwasserneubildung infolge von Niederschlag und Schneeschmelze hervorgerufen. Es handelt sich um das standorttypische Regime in den nördlichen Voralpen und auf der Alpensüdseite. Das Maximum der Grundwasserstände und Quellabflüsse tritt hier folglich im März und April als Folge der Schneeschmelze in Kombination mit Frühjahrsniederschlägen auf; das Minimum erfolgt im Winter. Auf der Alpensüdseite sind aufgrund von häufigen Südstaulagen im Frühling und Herbst zwei Maxima zu verzeichnen (Mai/Juni bzw. Oktober/November).
Nivo-glaziales Grundwasserregime
Das nivo-glaziale Grundwasserregime ist standorttypisch für den Alpenraum. Da die Winterniederschläge hier grösstenteils als Schnee fallen und somit nicht unmittelbar zur Grundwasserneubildung beitragen, weisen die Grundwasserstände und Quellabflüsse in diesen Gebieten ein Minimum zwischen Dezember und Februar auf. Das Maximum erfolgt zwischen Mai und Juli im Zuge der Schnee- und Gletscherschmelze.
Importiertes Grundwasserregime
In Talebenen infiltriert oft Flusswasser in das angrenzende Grundwasser. In diesem Fall weist das Grundwasser das gleiche Regime wie der Fluss auf. Die grossen Flüssen Aare, Rhein und Rhone transportieren das nivo-glaziale Regime aus den Alpen weit in das Mittelland hinein, wo es durch Flusswasserinfiltration in das angrenzende Grundwasser übertragen wird. Dann spricht man von einem importierten Grundwasserregime. Mit zunehmender Distanz vom Fliessgewässer nimmt im Grundwasser der Flusswasseranteil ab und somit auch die Ausprägung des importierten Regimes.
Weiterführende Informationen
Links
Dokumente
Typisierung von Grundwasserregimen in der Schweiz (PDF, 1 MB, 03.02.2011)gwa 2010/11: 955-965
Letzte Änderung 17.05.2022