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In Burkina Faso fand der reguläre Schulunterricht während Jahrzehnten ausschliesslich in Französisch statt: eine Sprache, die kaum ein Kind versteht. Das von Solidar Suisse entwickelte Modell der zweisprachigen Bildung mit dem Einbezug der lokalen Sprache wurde inzwischen von der Regierung übernommen und soll in Zukunft in allen Primarschulen des Landes angewendet werden.
Seit dem Jahr 1994 konnte Solidar Suisse das Modell des zweisprachigen Unterrichts in der lokalen Muttersprache und in Französisch testen und weiterentwickeln. Angesichts des beeindruckenden Lernerfolgs der Kinder erklärte der Staat die zweisprachige Bildung 2007 zum offiziellen Schulmodell. Auch einige private katholische oder franko-arabische Schulen haben den Ansatz der mehrsprachigen Bildung übernommen. Neben der sprachlichen Komponente wird der Unterricht auch mit handwerklichen und kulturellen Fächern ergänzt und die Eltern in das Schulgeschehen involviert.
Projekt mit Vorbildcharakter
Inzwischen werden in über 250 zweisprachigen Schulen mehr als 35‘000 SchülerInnen erreicht. Um das Bildungssystem auf Mehrsprachigkeit umzustellen wurde Schulmaterial entwickelt und hergestellt, die Ausbildung der LehrerInnen angepasst und Lobbyarbeit geleistet. Solidar Suisse fördert die systematische Verbreitung der mehrsprachigen formellen Bildung durch den Transfer dieses Know-hows an die offiziellen Bildungsinstitutionen. Das Projekt hat aufgrund der nationalen Institutionalisierung Vorbildcharakter für andere Entwicklungsprojekte. 2016 wurde das Projekt im Rahmen einer DEZA-Evaluierung als eine der drei „Best Practices“ für Bildung ausgezeichnet.