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Tanzende Crevetten sind in der Arbeit des französischen Physiologen und Erfinders Etienne-Jules Marey (1830-1904) ebenso anzutreffen, wie sich räkelnde Seesterne und sanft dahinschwebende Seepferdchen. Diese Bilder machen die Lektüre von Mareys wissenschaftlichen Publikationen zu einem ästhetischen Erlebnis.
Le Mouvement, Fig. 165 – Mouvements des Pattes d’une Crevette
Marey forschte auf den Gebieten von Kreislaufphysiologie, Bewegung von Körpern und Aeronautik. Um Bewegungsabläufe festzuhalten, bediente er sich der von ihm erfundenen graphischen Methode und später der Fotografie und Kinematografie. Als Erfinder der Chronofotografie entwickelte er neue Gerätschaften wie etwa das „fotografische Gewehr“, welches das Fotografieren von im Raum bewegten Objekten erlaubte.
In Le Mouvement präsentierte Marey Erkenntnisse, die er seit den 1860er Jahren in seinen Studien über die Bewegungsabläufe bei Mensch und Tier gewonnen hatte. Darin abgebildet findet sich eine Vielzahl von kuriosen Apparaturen, die er entwickelte, um Bewegungen aufzuzeichnen, zu messen und zu analysieren. Marey betrat dadurch nicht nur wissenschaftliches Neuland, sondern schuf eine radikal neue Ikonografie, die bei der künstlerischen Avantgarde des zwanzigsten Jahrhunderts ein grosses Echo fand.
Die in der Sammlung vorhandene Erstausgabe des Drucks ist auf dem vorderen Deckblatt vom Autor signiert.
Links
Einzelbilder aus Le Mouvement sind in E-Pics Alte Drucke vorhanden.
Literatur
Die wichtigsten Texte Mareys sind in der ETH-Bibliothek vorhanden. Viele davon sind bereits online zugänglich, zum Beispiel bei Gallica oder über das Max Planck Institute for the History of Science, Berlin.