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Der ehemalige Bundesrat René Felber ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der Neuenburger Sozialdemokrat wurde 1987 in die Landesregierung gewählt und leitete bis 1993 das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Florence Nater, die Präsidentin der SP Neuenburg, bestätigte am Sonntagabend eine entsprechende Information des Online-Portals Arcinfo. René Felber engagierte sich während seiner fünf Jahre im Bundesrat für die Integration engagiert.
René Felber wurde am 14. März 1933 in Biel geboren. Zuerst Lehrer von Beruf, hatte er eine klassische politische Karriere absolviert, die 1960 im Gemeindeparlament von Le Locle NE begann.
1964 bis 1980 war er Stadtpräsident von Le Locle, 1965 bis 1976 Abgeordneter im Neuenburger Grossen Rat. Von 1967 bis 1981 sass er im Nationalrat, während der letzten Monate führte er die SP-Fraktion an.
1981 wechselte er in die Regierung des Kantons Neuenburg. Aus dieser Position wählte ihn die Vereinigte Bundesversammlung am 9. Dezember 1987 als Nachfolger seines neuenburgischen Landsmanns Pierre Aubert in den Bundesrat.
1992 wurde Felber wegen eines bösartigen Blasentumors operiert. Damals sei er ein müder, ausgelaugter Mann gewesen, bilanzierte er später rückblickend. Mit dem Rücktritt aus der Landesregierung 1993 habe er «seine Haut gerettet».
Als Chef des EDA setzte Felber sein ganzes politisches Gewicht für die europäische Integration der Schweiz ein. Seinen Platz im Bundesrat nahm 1993 Ruth Dreifuss ein.
Auch nach dem Rücktritt blieb Felber aktiv. 1998 bis 2000 übernahm er das Präsidium im Stiftungsrat des Internationalen Zentrumf für humanitäre Minenräumung in Genf. 1994 bis 1996 war er Präsident der Interjurassischen Versammlung.
Daneben kümmerte sich der alt Bundesrat um die Stiftung «EineZukunft für Genf», präsidierte die private Stiftung «La Tène», diesich für ein Archäologie-Museum in Hauterive NE einsetzt, und war Mitglied des Verwaltungsrates der Schweizerischen Rettungsflugwacht.
Felber genoss seine umfangreiche Bibliothek: Lesen war eine seiner Leidenschaften. Häufige Spaziergänge, vor allem in den Bergen hielten ihn in Form zu bleiben. Oft gärtnerte der Vater dreier Kinder bei seinem Haus in Sauges am Neuenburgersee.
Mit seinem Taktgefühl, seiner Intelligenz, seinem Charme und seiner menschlichen Wärme sei Felber für die Kollegen ein aufrichtiger Freund geworden, würdigte Adolf Ogi ihn an dessen letzter Bundesratssitzung.
Bei seinem letzten Treffen mit den Medien als Bundesrat hatte Felber die ihm eigene Zurückhaltung bewahrt. Er habe sich nie in den Vordergrund schieben wollen, sagte er. Was allein zähle, sei die Effizienz der Arbeit. (sda)