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Sein Vater Sylvester Davis war zwar nicht mehr Sklave, aber doch im Baumwollbusiness tätig. Und der Multi-Instrumentalist spielte in seinem Haus mit Leuten wie John Lee Hooker, Elmore James, Robert Pete Williams.
Diese Hausmusik und die omnipräsenten Gesängen aus den Cotton Fields prägten Boo Boo. Mit fünf spielte er schon Harmonika und sang mit der Mutter in der Kirche. Mit sieben kam das Schlagzeug, damals mangels Geld noch in Form eines Kessels für Schweineschmalz (lard can), dazu und mit 13 die Gitarre. Mit 18 tourte er im Delta mit Vater & Brüdern als The Lard Can Band, unter anderem auch mit dem noch unbekannten B.B.King. In den frühen 60ern zog es ihn in die riesige Musikszene von St. Louis, wo Albert King, Ike Turner, Chuck Berry sich tummelten. Hier lernte er auf einem richtigen Schlagzeug zu spielen.Boo Boo hat weder Schreiben noch Lesen gelernt – kein Geld für die Schule. Aber der Blues half ihm, von Tag zu Tag zu überleben und brachte ihn weit – 2000 auch nach Europa. Beim holländischen Label Black & Tan gab er in dieser Zeit 5 Alben heraus, das letzte,"Undercover Blues" (2010), live und ohne Overdubs eingespielt. Und etwa so wird es grooven, wenn unsere gute alte Sihl ein weiteres Mal tief blau & gerührt ins Mississippi-Delta mündet. Real straight roots blues, Mann. Mitten ins blutpumpende Seelenherz.