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Als Legastheniker musste der Unternehmer Wim Ouboter in der Schule tricksen. Seine Frau freut sich, wenn er einmal nicht emotional reagiert.
2021
Was ist das Beste daran, wenn man wie Sie ein findiger Unternehmer ist? Die Genugtuung, wenn eine Idee zu einem in mehreren Kontinenten erfolgreichen Serienprodukt geworden ist und ich damit das Verhalten der Menschen positiv beeinflussen konnte. ● Was treibt Sie an? Und was inspiriert Sie? Neue Produkte und Konzepte zu entwickeln, die das Leben vereinfachen, Spass machen und nebenbei einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. ● Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen? «Die 7 Wege zur Effektivität» von Stephen R. Covey. ● Was steht bei Ihnen immer im Kühlschrank? Vanille-Joghurt, allerlei Beeren und Rohschinken. ● Was tun Sie am Morgen als Erstes? Um 6 Uhr 30 gibt es einen Earl Grey ohne Zucker, dafür mit einer gefrorenen Dattel. So kann der Tee ganz heiss getrunken werden und schmeckt natürlich süss. ● Wem haben Sie zuletzt ein Kompliment gemacht? Wofür? Unserem Designer Yannick für seine geniale Idee mit dem Magic Mini Micro. ● Neulich ein Kompliment bekommen? Wofür? Von meiner Frau Janine. Ich tendiere dazu, in heiklen Situationen spontan und sehr emotional zu reagieren – was ich diesmal nicht getan habe. Stattdessen habe ich nach einem Weilchen eine Win-win-Lösung präsentiert. ● Haben Sie eine gute Beziehung zum Spiegel? Keine gute, aber eine ehrliche. ● Welches Problem haben Sie heute nicht mehr, das Sie früher hatten? Angst zu versagen, vor allem in der Schule. ● Wenn Sie viel Zeit hätten: Was würden Sie anpacken? Ich würde den Kampf gegen den Missbrauch von Kindern aufnehmen. ● Ihre erste Erfindung? Ein Verschluss für Flaschen mit kohlensäurehaltigen Getränken. Der sogenannte Fizzkeeper sollte dafür sorgen, dass sich die kleinen Blasen nicht so rasch verflüchtigen. Leider war ich nicht konsequent genug, und einige Jahre später hat ein anderer das Produkt auf den Markt gebracht. ● War Ihre Legasthenie mit ein Quell für Ihre Kreativität? In der Schule war es mir peinlich, laut vorzulesen. Wenn ich an der Reihe war, habe ich Geschichten frei erfunden und erst gemerkt, dass meine Phantasie mit mir durchgeht, wenn mich alle ungläubig angestarrt haben. ● Was zu verlieren wäre für Sie das Schlimmste? Meine Familie. ● Welchem Genussmittel sind Sie zugetan? Kalbskotelett, Cambozola, Artischocken und Spargeln. ● Was, würden Sie sagen, können Sie besonders gut? Leute motivieren und Win-win-Lösungen finden. ● Ein Rat, den Sie Ihrem zwanzigjährigen Selbst geben würden? Finde deine Passion, und denke sehr langfristig. ● Welche Zwänge oder Ticks haben Sie? Ich kann nicht ruhig schlafen ohne Nasenspray und Augentropfen auf dem Nachttisch. ● Unter welchen Rahmenbedingungen haben Sie die besten Ideen? In der Hängematte vor meinem Haus auf der griechischen Insel Paros oder auf einer langen Wanderung. ● Was ist Ihnen wichtig bei Ihren Erfindungen? Sie müssen massentauglich, erschwinglich, langlebig sein und schonend mit den Ressourcen unseres Planeten umgehen. ● Mit welchem anderen kreativen Leader möchten Sie einen Tag verbringen, um sich auszutauschen? Früher mit Nicolas Hayek senior als Querdenker und Macher. Heute würde ich gern mit Elon Musk über einen Hyperloop von Küsnacht in die Zürcher Innenstadt sinnieren.
WIM OUBOTER, 61, hat sein Unternehmen Micro Mobility in Küsnacht (ZH) gegründet. Im September geht er mit der Lancierung des elektrischen Zweipersonenfahrzeugs Microlino den nächsten Schritt in Richtung Zukunft urbaner Mobilität.
Dieser Beitrag ist Teil der Jahreszeitschrift 2021 des ADC Switzerland und wurde exklusiv für die ADC-Sonderausgabe des NZZ am Sonntag Magazin geschrieben. © ADC Switzerland