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In Bangladesch legten grosse Marken im letzten Monat Aufträge im Wert von 2.8 Milliarden Dollar auf Eis. Davon sind mehr als die Hälfte der Textilfabriken des Landes betroffen. Mehr als eine Million ArbeitnehmerInnen wurden voraussichtlich ihren Job verlieren. „Eine Zahl, die jeden Tag in einem noch nie dagewesenen Tempo zunimmt“, sagt Sanjiv Pandita, Büroleiter von Solidar Suisse in Hongkong.
Theoretisch haben die grossen Marken „eine vertragliche Verpflichtung, für diese Bestellungen zu zahlen. Aber viele machen fragwürdigen Gebrauch von allgemeinen Klauseln zu höherer Gewalt, um ihre Verletzung der Vertragsbedingungen zu rechtfertigen“, so die jüngste Studie des Zentrums für globale Arbeitnehmerrechte. „Unsere Situation ist apokalyptisch. Die Stornierungen der westlichen Textilkonzerne drängen uns in die Insolvenz, wegen ungenutzter Produktionskapazitäten und Schulden auf den Rohstoffeinkäufen.“, sagte Rubana Huq, Präsidentin der Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA), in einem kürzlich erschienenen Interview mit der New York Times. Kambodscha ist etwas weniger von Textilindustrie abhängig, aber auch dort ist die Situation von zehntausenden ArbeiterInnen dramatisch.