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G egenüber den Anfängen der Einbauküchen in einem separaten abgetrennten Raum, ist heutzutage die Küche oft im Zentrum des Alltages und des Hauses anzutreffen. Ob minimalistisch mit wenigen Elementen oder opulent mit Kochinsel und edlen Materialien ist die Küche heutzutage mehr als nur ein Ort zum Kochen.
Als erste moderne Küche gilt die Frankfurter Küche aus den 1920 Jahre. Damit wurden erstmals im industriellen Massstab die Küche als Arbeitsplatz gestaltet. Viele Arbeitsgängen sollten verkürzt werden und alle wichtigen Elemente sollten schnell und angenehm erreichbar sein. Davor waren hauptsächlich einzelne Möbelstücke zur Küche zusammengestellt worden. Nun gab es erstmalig damit eine einheitliche Massanfertigung.
Ab den 60er Jahren entwickelte sich die SINK-Norm, Schweizerische Industriekommission zur Normung der Küche, welche seit 1995 nun als SMS, Schweizer Mass-System, bezeichnet wird.
Als wichtigster Unterschied zur europäischen Norm gilt beim Elementmass eine Breite von 55 cm gegenüber 60 cm. Auch ist eine Arbeitshöhe von 90 cm als optimale Höhe sowohl fürs Kochen wie auch beim Spülen mit einer effektiv geringeren Höhe durch die Beckentiefe definiert. Nebst einer vorgegebenen Arbeitstiefe von 60 cm aufgrund einer mittleren Armlänge, wurde für die Schrankunterteilungen ein System entwickelt, welches auf einem Sechstel mit der Basishöhe von 12.7 cm basiert. Mit diesem vorgegebenen Höhenraster wird ein Hersteller unabhängiger Austausch eines Küchengerätes auch nach vielen Jahren noch ermöglicht. Bei den Unterbauten ergibt sich beispielsweise eine Schubladeneinteilung mit 1/3, 2/3 und 3/3 Grössen. Auch die Oberschränke (6/6) und der Zwischenraum (4/6) sind damit abgedeckt. Auch ist damit eine feingliedrige Unterteilung bei Hochschränken mit total 16/6 möglich.
Mit der Einführung der EN-1116 im Jahr 1995 musste die Schweiz aufgrund von internationalen Verträgen diese ebenfalls übernehmen. Daher existieren heute zwei Masssysteme auf dem Markt.
Ein wichtiger Unterschied zur Schweizer Norm besteht darin, dass der Nischenraum nicht genauer definiert ist, sondern nur das Achsmass von 60 cm. Zwischen einem Gerätehersteller und dem Möbelschreiner ist somit ein Masskonflikt vorhanden. Ein Backofen mit 60 cm Gerätebreite passt nicht in einen Unterbau mit ebenfalls 60 cm Breite mit zwei vorhandenen Seitenwände. Es werden daher Unterbaumodelle und echte Einbaugeräte hergestellt und vermarktet. Durch die fehlende Höhendefinition sind auch Unterschiede bei den Möbelhöhen vorhanden. Vielfach sind beispielsweise die Sockelleisten im europäischen Raum im Mittel bei 15 cm Höhe, hingegen beim Schweizer System nur bei 10 cm durch das vordefinierte Höhenraster.
Aufgrund der geringeren Breite lässt sich im Schweizer Mass-System meist der zur Verfügung stehende Raum besser ausnutzen. Dafür muss bei der Gerätewahl aber explizit auch Geräte nach dem Schweizer Mass-System gewählt werden, was die Auswahl von Herstellern einschränkt und tendenziell teurer sein kann. Einige Jahre nach der Einführung der europäischen Norm haben sich die Schweiz und Europa grundsätzlich gefunden. Auf dem Markt konkurrieren beide Systeme nebeneinander. Viele europäische Hersteller bieten mittlerweile auch Produkte nach dem SMS an und haben wir ihre eigenen Produkte auf ein Rastersystem für die bessere Planung umgestellt.