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In der Schweizer Flussgeschichte machte das Aufkommen der Wasserkraft von 1870 bis 1970 den Stausee zu einer neuen und bedeutenden Landschaftsfigur. Forschungsarbeiten zur Wasserkraft haben sich jedoch typischerweise auf Dämme und Kraftwerke konzentriert und Stauseen als passives Element im Hintergrund gelassen. Diese Dissertation stellt sich diesem Status quo, indem sie die Landschaft urbanisierter Stauseen als Projekt, am Beispiel des Sihlsees in der Schweiz, in Frage stellt. Vorgeschlagen wird eine historische Analyse materieller Interventionen und Diskurse über Landschaft, die sich auf W. J. T. Mitchells Begriff der Landschaft als Handlung und auf Denis Cosgroves Unterscheidung zwischen materiellen und kulturellen Konstruktionen von Landschaft stützt. Die Analyse zeigt, wie diese Wasserkraftlandschaft sowohl als Idee erfunden als auch als Artefakt neu gestaltet wurde; wie dieses Projekt unsichtbar gemacht wurde, um die Infrastruktur durch Naturalisierung zu fördern; und wie dieses Projekt nicht nur von Projektträgern, sondern auch von lokalen Einzelpersonen und Gemeinschaften mobilisiert wurde, um Ansprüche auf ihre Umgebung geltend zu machen, sowie von Wissenschaftlern und Künstlern, um ihre Fähigkeiten auszuüben. Letztendlich zielt die Dissertation darauf ab, die Bemühungen, Konstrukte und Machtverhältnisse rund um Wasserkraftlandschaften auszupacken, um die Landschaftsforschung in diesem Thema zu schärfen und Anreize für zukünftige, integrative Praktiken der Wasserkraft zu bieten.
Doktorand
Dissertationsleitung
Prof. Dr. h. c. Günther Vogt
Korreferat
Prof. Dr. Michael Jakob, HEPIA, Genf
Projektkoordinatorin
Dr. Seraina Renz, Professur Günther Vogt, ETH Zürich
Projektlaufzeit
Oktober 2019 – März 2023
Diese Forschung ist Teil des Forschungsprojekts Industrialisierung in den Alpen: Landschaft, Architektur, Kunst und Arbeit, unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF).