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Die Konstrukteure des 3ten Lehrjahres waren mit Pascal Kunz und Ernst Kleiner auf Exkursion bei der Firma Burkhardt Compression AG in Winterthur:
„E Pompi esch ke Pompi“
Vorab dies: Es hat nicht irgendwer die Führung durch das Unternehmen geleitet; es war der CEO Marcel Pawlicek höchstpersönlich. Er sei ein Verfechter des dualen Berufsbildungssystems und habe der Frau Botschafterin der USA versprochen, in seiner Zweigstelle in Housten das Lehrlingssystem auch in den USA einzuführen. In Indien bildet die Burkhardt Compression schon eigene Leute nach Schweizer Vorbild aus. Insgesamt sind von den über 1300 Angestellten gegen 50 Lernende angestellt.
Als Erstes gab es einen theoretischen Abriss über die Unternehmung als solches und die verschiedenen Geschäftsfelder. Pawilcek selber ist seit 1979 in verschiedensten Funktionen im Kompressorengeschäft tätig und hat die Burkhardt Compression 2002 durch ein Management-Buy-out (MBO) erworben. Die Bilanzsumme beträgt mittlerweile 681 Millionen Schweizer Franken. 1878 hat August Burkhardt mit dem Bau des ersten Kompressor begonnen und noch heute ist der Standort Winterthur von zentralster Bedeutung. Und dies sei erwähnt, insbesondere im Bereich der Fertigung der Kompressoren.
Er habe seinen „Bänkerkollegen“ schon ein paar Mal erklärt, dass sie Kompressoren herstellen und immer wieder werde er von ihnen gefragt: „Wie läuft es denn mit dem Pumpengeschäft?“ So hat Pawlicek kurz Kompressionstechnik for Dummies gemacht. Eine Pumpe befördert Flüssigkeit, ein Kompressor befördert oder verdichtet Gas. Dann hat er das Bild einer Velopumpe gezeigt und gesagt, dass diese fälschlicherweise Pumpe genannt werde, der korrekte Begriff sei eigentlich Manueller Kreuzkopfkolbenkompressor. Er hatte die Lacher auf seiner Seite. Burkhardt Compression ist aber nicht im Bereich der konventionellen Druckluftkompressoren tätig. Mit ihren gigantischen Hyperkompressoren verdichten sie Gas bis gegen 2700 Bar, könnten dies aber bis maximal 3500 Bar verdichten. Dann sei Schluss, mehr gehe auch bei heutiger Technik nicht. Ein Autopneu hat so zwischen zwei und zweieinhalb Bar, dies so zum Vergleich.
Man kann sich eine herkömmliche Kurbelwelle eines Motorrades oder eines Autos vor seinem inneren Auge vorstellen. Als dann Pawlicek aber das Bild der Kurbelwelle des Hyper Kompressor zeigte, ging ein Raunen durch die Runde. Das Ding ist 20 Tonnen schwer! Ein gewichtstechnisch leichterer Kompressor, der Laby Compressor, der arbeitet mit der Labyrinthkolben-Kompressoren-Technik. Dieser wird in den nächsten Monaten das erste Mal auf einem Gastransportschiff vor Korea zum Einsatz kommen. Vereinfacht gesagt, versuchen MAN und die Burkhardt Compression die Transportschiffe weg vom klebrigen und umweltschädlichen Schweröl hin zum Gasantrieb umzurüsten. Auf dem Schiff wird ein Kompressor installiert, der das Gas verdichetet. Dieses wird mit geringen Mengen Diesel vermischt und unter hohem Druck in den eigentlichen Schiffsdiesel geleitet.
Beim Besuch der Fertigungsanlagen wurde es den Konstrukteuren warm ums Herz. Obwohl sie die goldenen Zeiten des Schweizer Maschinenbaus nicht erlebt haben, spürte man doch, auf was für einem unglaublich präzisen Niveau schwerste Gusseisenteile, Wellen, Kolben, Pleuel etc. verarbeitet werden. Die Konstrukteure wurden durch die Verarbeitungszentren, die Fertigungshallen und die Prüfstände geführt .
Ja, und nun werden wir alle beim nächsten Velopneudruckaufbauen daran denken, es ist eigentlich ke Pompi, sondern ein manueller Kompressor! Und wer auch einen „Bänkerkollegen“ hat: unbedingt Burkhardt Compression AG Aktien kaufen!
Text: Pascal Kunz