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Architekt Bruno Ackermann aus Adligenswil ist die Grossüberbauung auf dem M-Parc-Gelände ein Dorn im Auge. In einem Leserbrief schreibt Ackermann, dass diese ein Beispiel «konzeptloser, menschenunwürdiger ‹Raum-Verplanung›» sei.
Die Grossüberbauung auf dem MParc-Gelände, zwischen Zentralstrasse und den Bahngeleisen, ist ein weiteres Beispiel konzeptloser, unwürdiger Raum-«Verplanung»: Die Fragmentierung des Baugeländes infolge Besitzstrukturen und die «Individualisierung» der architektonischen Gestaltung führen zu einem ästhetischen und räumlichen Chaos.
Offensichtlich gibt es keinen architektonischen Konsens und kein Konzept für eine raumplanerische Weiterentwicklung. Die Diagonale des fast quadratischen Geländes liegt auf der Nord-Süd-Achse (Mittagssonne). Die Süd-Besonnung erfolgt also genau diagonal zur Gesamtüberbauung. Und hier, auf der Südecke der Diagonalen, soll ein Hochhaus mit 55 Meter Höhe stehen.
Fazit: Die gesamte Überbauung liegt (vor allem im Winter) von morgens bis abends im Schatten dieses Hochhauses. Die Begründung, der Schattenwurf tangiere keine Nachbarparzellen sondern nur das eigene Gelände, kann wohl nicht ernst gemeint sein. Dazu kommt: Der parallel zur Zentralstrasse geplante lange Wohnungsbau wird auf der Ruheseite, also nach Nordwesten hin, so aufgefächert, dass die Wohnungen zum überwiegenden Teil nach Norden ausgerichtet sind.
Die Qualität dieses Wohnblocks besteht also in der lärm- und quasi nord-bezogenen Ausrichtung. Die restliche Überbauung ist ein Sammelsurium von Baukörpern, 9-geschossige neben 3-geschossigen, ohne gegenseitigen Bezug. Die genannten 0,6 Parkplätze pro Wohnung ist eine Beruhigungspille.
Sprüche der Ortsplaner
Die Koordination von Raumplanung und Verkehrsplanung erfolgt immer 20 Jahre zu spät. In der Realität findet sie nicht statt und das in einer seit Jahrzehnten überhitzten Bautätigkeit. Der MParc-Bebauungsvorschlag zeigt, dass infolge von verhafteten Strukturen und Desorientierung nichts im übergeordneten Interesse entstehen kann. Die Fragmentierung zusammenhängender Bauparzellen sowie ganzer Bauzonen und die daraus resultierenden zusammenhanglosen billigen Styropor-Überbauungen sind das Resultat und der grösste Feind einer vernünftigen, baulichen Entwicklung zugunsten des menschlichen Wohlbefindens.
Seit Jahrzehnten kennt man sie, diese, auf jede Gemeinde übertragenen Sprüche der Ortsplaner und Architekten: «Qualitatives Wachstum», «… mit gesundem Wachstum stärken und erfolgreich in die Zukunft führen», «Gesamtbild der Gemeinde aufwerten», «Bedürfnis einer modernen Gesellschaft Rechnung tragen»: Solche Leerformeln gibt es noch viele!
Welches Gesamtbild ist gemeint (siehe Ebikon!)? Welches Bedürfnis in Verbindung mit einer «modernen» Gesellschaft soll das sein? Etwa das der Wertsteigerung durch Über-Verschuldung mittels Null- und Minuszinsen? Was bedeutet, Landschaftsverschandelung durch nachgeworfenes Geld? Die Realität in der Planung sieht anders aus: Mit Orientierungslosigkeit schafft man Zufälligkeiten und keinen lebenswerten, öffentlichen Raum.
Bruno Ackermann, Architekt, Adligenswil