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PolyAsset - Informationen für Mitglieder
Das Kollektivanlagengesetz (KAG) sieht für den Vertrieb von kollektiven
Kapitalanlagen (zum Beispiel Fondsanteile, ETF's) eine Bewilligungspflicht
vor. Es ist jedermann bei Strafe untersagt, ohne Bewilligung in- und
ausländische kollektive Kapitalanlagen zu vertreiben (Art. 148 Abs. 1 Bst. d KAG). Als unerlaubter Vertrieb
gilt auch die Verwendung von kollektiven Kapitalanlagen als Anlagemittel im
Rahmen eines Vermögensverwaltungsvertrages. Nicht unter diese Regelung
fallen strukturierte Produkte, die nach Art. 5 KAG und Art. 4 KKV zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sind.
Dies bedeutet im Ergebnis, dass der Vermögensverwalter im Rahmen der
Ausführung seines Auftrags keine kollektiven Kapitalanlagen einsetzen kann,
ohne gegen die Strafbestimmung des KAG zu verstossen. Eine Alternative
findet sich in Art. 3 Abs. 2 Bst. c KAG, wo als Ausnahme bestimmt wird:
2Nicht als Vertrieb gelten:
- die Zurverfügungstellung von Informationen sowie der Erwerb kollektiver
Kapitalanlagen, die auf Veranlassung oder auf Eigeninitiative der Anlegerin
oder des Anlegers erfolgen, insbesondere im Rahmen von Beratungsverträgen
und bloss ausführenden Transaktionen;
- die Zurverfügungstellung von Informationen sowie der Erwerb kollektiver
Kapitalanlagen im Rahmen eines schriftlichen Vermögensverwaltungsvertrags
mit Finanzintermediären gemäss Artikel 10 Absatz 3 Buchstabe a;
- die Zurverfügungstellung von Informationen sowie der Erwerb kollektiver
Kapitalanlagen im Rahmen eines schriftlichen Vermögensverwaltungsvertrags
mit einem unabhängigen Vermögensverwalter, sofern:
- dieser als Finanzintermediär nach Artikel 2 Absatz 3 Buchstabe e des
Geldwäschereigesetzes vom 10. Oktober 1997 unterstellt ist,
- dieser den Verhaltensregeln einer Branchenorganisation untersteht, die
von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) als Mindeststandards
anerkannt sind,
- der Vermögensverwaltungsvertrag den Richtlinien einer
Branchenorganisation entspricht, die von der FINMA als Mindeststandard
anerkannt sind;
Für Vermögensverwalter, die sich genehmigten Standesregeln unterstellen,
fallen deshalb verschiedene Restriktionen weg. Sie können in Ausführung
ihres Vermögensverwaltungsauftrags für ihre Kunden kollektive Kapitalanlagen
(auch nicht bewilligte, die zum Vertrieb in der Schweiz nicht zugelassen
sind) verwenden, ohne dass dies als unerlaubter Vertrieb gilt. Keine
Bewilligungspflicht entsteht beim Vertrieb von kollektiven Kapitalanlagen
ausschliesslich an qualifizierte Anleger im Sinne von Art. 10 Abs. 3 Bst. a. und b. KAG, sofern sie nicht von
ihrem Recht auf das opting out Gebrauch gemacht haben.
Die Unterstellung unter die Standesregeln erfolgt freiwillig. Es bedarf
hierzu einer besonderen Unterstellungserklärung. Mit den Standesregeln wird
der Vermögensverwalter verpflichtet, uneingeschränkt die Interessen seiner
Kunden zu wahren. Die Einhaltung der Standesregeln wird jährlich überprüft.
Bei Verstössen gilt das Sanktionssystem der SRO.
Links:
Unterstellung unter die Standesregeln
Mitglieder der SRO PolyReg können sich den Standesregeln unterstellen. Dabei
ist wie folgt vorzugehen:
- Lesen Sie den Text der Standesregeln genau durch. Entscheiden Sie, ob Sie diese
Regeln einhalten können und wollen.
- Lesen Sie den Text des Reglements über Kontrolle und Sanktionierung der
Standesregeln.
- Wählen Sie eine fachkundige Prüfstelle, welche zur Vornahme von
Prüfungen nach den Finanzmarktgesetzen zugelassen ist. Diese kann mit Ihrer
aktienrechtlichen Revisionsstelle oder der GwG-Prüfstelle identisch sein,
muss es aber nicht. Lassen Sie sich die Annahme des Mandats schriftlich
bestätigen.
- Füllen Sie das Anmeldeformular vollständig aus. Die Beilagen gemäss §5
des Reglements, über welche die SRO PolyReg bereits verfügt, brauchen nicht
mehr beigelegt zu werden. Reichen Sie den Antrag dem Geschäftsführer
ein.
- Neu abgeschlossene Vermögensverwaltungsverträge müssen den Anforderungen
der Standesregeln entsprechen. Bestehende Verträge sind an die Bestimmungen
der Standesregeln anzupassen.
- Denken Sie daran, Ihre Prüfstelle rechtzeitig mit der Prüfung zu
beauftragen, damit der Prüfbericht innert Frist eingereicht werden kann.
PolyReg erlässt keine entsprechende
Aufforderung an Sie oder den Prüfer. Für den Rapport der Prüfstelle ist das
entsprechende Formular zu verwenden.