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Projektwettbewerb Arealentwicklung Buchen, Speicher
Wie in der Radierung “Vue du Speicher” von Johann Conrad Mayr (1975) überspitzt dargestellt wird, lebt Speicher von seiner topographischen Vielfältigkeit. Ausgehend von der zentralen Kirche ringelt sich das Dorf beinahe spiralförmig den Kirchhügel hinunter und wird dabei von den Hauptverkehrsachsen geformt. Zwischen Siedlungs- und Grünraum bildet das Areal Buchen ein abschliessendes Plateau, welches von einem Ausblick in die Weiten des Vorderlandes geprägt ist und den Ort in Form eines estradenartigen Sockels stützt.
ORTSBAULICHES KONZEPT
Die Machbarkeitsstudie zeigt auf, dass durch den zusätzlichen Raumbedarf für Schule und Dreifachturnhalle die verbleibenden Aussenflächen zu einem wertvollen Gut werden. Der haushälterische Umgang mit der Aussenfläche ist daher zentraler Bestandteil des ortsbaulichen Konzeptes. Bei einem Spaziergang “Eine Zeitreise durch Speicher” wird ersichtlich, dass das Areal Buchen aufgrund seiner topographischen Lage keinen prägnanten Einfluss auf das Ortsbild hat. (Das Zentralschulhaus, die Kirche und die Beritklinik dominieren in ihrer Erscheinung.) Um ein Maximum an Aussenräumen freizuhalten, wird eine vertikale Verdichtung der neuen Gebäudevolumen vorgeschlagen, welche mit der Staffelung der umgebenden Gebäude korrespondiert. Die bewahrten Freiräume werden den jeweils überlagernden Nutzungen zugeordnet und definieren so die Positionen der Neubauten. Durch die neuen Baukörper sowie das Wegfallen des alten Bauernhauses und eines Teils der Grünflächen mit Bäumen, wird der Siedlungsrand östlich der Buchenstrasse Teil der dichteren Siedlungsstruktur. Die für das aktive Dorfleben bedeutsamen Neubauten werden nahe an die Strasse gerückt und treten dadurch als Teil des Strassenzuges in Erscheinung. Die Baumreihe entlang des Strassenraums wird vervollständigt, die Zwischenzone zwischen dem Strassenraum und den Neubauten wird als Erschliessungs- und Ankunftsbereich verstanden. Die Zugänge zu den Anlageteilen werden durch Lücken in der Baumreihe sichtbar. Der Grüngürtel, welcher das Areal Buchen umgibt und der südlich bis an die Buchenstrasse führt, bleibt durch die Setzung des Schulhausneubaus bis in die Siedlung erlebbar und der parkartige Bestand in seiner Grosszügigkeit erhalten. Als wichtiger Zugang und Teil des Naherholungsgebiets Buchen soll der kleine Park südlich des Schulhausareals weitestgehend erhalten und gestalterisch und ökologisch werden.
ESTRADE – STAFFELUNG DER AUSSENRÄUME & NUTZUNG
Die Gesamtanlage Buchen zwischen Töbelibach und Buchenstrasse ist in drei Hauptebenen gestaffelt, die sich auch in den Nutzungen widerspiegeln. Strassenraum, Schulanlage, Schwimmbad und die Erschliessungsachse für PKW und Fahrräder liegen auf der obersten Ebene. Die unterste Ebene bilden die Sportplätze und Leichtathletik-Anlagen mit dem angrenzenden Bachtobel. Die Zwischenebene kann als eine Art Estrade verstanden werden, die sich von den Schulanlagen im Süden bis zum Hallenbad erstreckt.
Auf dieser Zwischenebene befindet sich der Zugang zur neuen Sporthalle und den Tribünenanlagen. Die bereits bestehende Kanzelsituation über den Sportanlagen wird gestärkt. Der Baukörper der Sporthalle vermittelt zwischen den verschiedenen Ebenen und bindet die Anlage als zentrale Schnittstelle zusammen. Über die Materialisierung der Beläge und Pflanzelemente werden die verschiedenen Ebenen und Zugänge zu den Anlagen zusätzlich in einen Kontext gesetzt.
VERFAHREN:
Offener Wettbewerb 2021
AUFTRAGGEBERIN:
Gemeinde Speicher
NUTZUNG:
3-fach Turnhalle, ergänzende Schulräume, Sanierungen im Bestand
HOLZBAUINGENIEUR / BRANDSCHUTZ:
Nägeli AG Speicher
LANDSCHAFTSARCHITEKTUR:
OePlan, Altstätten SG