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Mit der Methode der Zuordnung von Individuen kann untersucht werden, welche Individuen in eine Population eingewandert sind und aus welcher Population sie stammen. Die Zuordnung erfolgt aufgrund der genetischen Ähnlichkeit der Individuen. Unterscheiden sich gewisse Individuen genetisch stark vom Rest einer Population, dann gelten sie als zugewandert. Ihre Herkunft wird aufgrund der Ähnlichkeit zu einer der übrigen untersuchten Populationen bestimmt. Die tatsächlichen Ausbreitungsdistanzen können damit quasi in Echtzeit erfasst werden.
Beispiel: Vernetzte Tümpel für den Laubfrosch im Reusstal
Laubfrösche (Hyla arborea) sind in der Schweiz gefährdet. Vielerorts fehlen gut vernetzte Laichgewässer, die den Austausch von Individuen und damit von Genen zwischen den Populationen gewährleisten. Langfristig ist dieser Austausch für das Überleben wichtig, weil dadurch die genetische Vielfalt erhalten bleibt und Inzucht vermieden wird.
In den letzten Jahrzehnten wurden viele neue Teiche als Trittsteinbiotope geschaffen, um den Laubfrosch zu fördern (z.B. Reusstal im Kanton Aargau). Diese Massnahmen sind nur dann erfolgreich, wenn die Tiere zu den neuen Tümpeln gelangen und diese besiedeln können. Kenntnisse über das Ausbreitungspotential und mögliche Barrierewirkungen intensiv genutzter Landschaften sind daher wichtig, um neue Tümpel so zu planen, dass sie mit den bereits bestehenden Laichgewässern vernetzt sind. Die WSL untersuchte im Reusstal, wie rasch Laubfrösche neue Tümpel besiedelten und woher die Tiere eingewandert sind.