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Emmanuel Macron wird der nächste Präsident Frankreichs (66 % der Stimmen). Spätestens am 14. Mai endet somit die Präsidentschaft von François Hollande….
Philippe Ithurbide, Global Head of Research, Strategy and Analysis
- Als nächstes richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Parlamentswahlen und auf eines der von Macron am besten gehüteten Geheimnisse, wer neuer Ministerpräsident wird, der die Vorbereitungen zur Parlamentswahl triff. Macron hat offenbar zwei potenzielle Kandidaten – ein Mann und eine Frau vor Augen. Macron hat geäußert, der neue Ministerpräsident solle ein „vertrauenswürdiges neues Gesicht“, kein Regierungsmitglied gewesen und integrationsstark sein. Unter den möglichen Kandidaten sind:
Der Macron sehr nahestehende Sozialist Jean-Yves le Drian, der jedoch als derzeitiger Verteidigungsminister kein „neues Gesicht“ ist. Weitere genannte Namen sind Francois Bayrou, ebenfalls kein Newcomer, Xavier Bertrand, der jedoch zum derzeitigen Zeitpunkt kein Interesse zu haben scheint, und Bruno Le Maire, ein Kandidat, der den Zugang zu Parteien des rechten Spektrums öffnen könnte. Zweifellos „neue Gesichter“ sind der Abgeordnete aus Finistère Richard Ferrand, der Unterstützer von Alian Juppé, Edouard Philippe, mit dem Macron ein starkes Signal an das konservative Parteienspektrum aussenden könnte. Unter den Kandidatinnen sind Anne-Marie Idrac, Außenhandels-Staatssekretärin unter Nicolas Sarkozy. Sie steht François Bayrou nahe und hat gute Beziehungen in die Wirtschaft (CEO von RATP und SNCF), und Sylvie Goulard, EU-Abgeordnete, Zentrumspolitikerin, die stark mit deutsch-französischen Themen befasst ist und das Treffen von Macron und Merkel organisiert hat.
- Prognosen zufolge wird En Marche der große Gewinner der Parlamentswahlen sein:
Emmanuel Macron kann dann entweder mit einer parlamentarischen Mehrheit regieren oder im ungünstigeren Fall mit einer Koalition, deren Bildung jedoch vergleichsweise einfach sein sollte.
Für die Sozialisten wäre dies das historisch schlechteste Ergebnis und das Ende der Zweiparteienfokussierung der Nationalversammlung.
Fünf Unsicherheitsfaktoren für die anstehenden Wahlen:
- Wie hoch wird die Wahlbeteiligung sein? Höher oder niedriger – und wer wird davon profitieren?
- Das Ende der Rechts-Links-Polarisierung wird das Abstimmungsverhalten der Wähler beeinflussen.
- Eine Zufallsvariable ist, dass die Franzosen für eine Partei, aber auch für Personen stimmen, wobei der Wunsch nach neuen Köpfen bereits bei der Präsidentschaftswahl sichtbar wurde.
- Das republikanische Lager bröckelt ab. So ist die Partei „Debout La France“ ein Wahlbündnis mit dem Front National eingegangen.
- Für einige Parteien geht es jetzt um das politische Überleben (Sozialisten und Republikaner).
Erwartungen für den Kapitalmarkt
- Falls sich die Umfragen – wie in der ersten Runde – als zuverlässig erweisen, wird die Unsicherheit in Frankreich weichen. Für den französischen Kapitalmarkt bedeutet das deutlich geringere Risikoprämien. Investoren werden sich wieder vermehrt den Fundamentaldaten zuwenden. Die wirtschaftliche Lage wird sich aufhellen.
- Sowohl französische als auch europäische risikoreiche Anlagen werden weiter an Attraktivität gewinnen, da das Frankreich-Risiko und das EU-Systemrisiko „Frexit“ irrelevant werden.
- Wie bereits signalisiert, favorisieren wir weiterhin risikoreiche europäische und französische Assets.
Quelle: AdvisorWorld.ch