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Wetzikon-Meilen-Bahn
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Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Mit der Eröffnung der Strecke Oerlikon - Wallisellen - Winterthur durch die Nordostbahn nahm die Bahnerschliessung im Zürcher Oberland ihren Anfang. Über dreissig Jahre dauerten die Bemühungen um eine Bahnverbindung zwischen dem Zürcher Oberland und dem Zürichseegebiet.
1872 Erstes Projekt für eine Verbindung vom Zürcher Oberland zum Zürichsee. Geplant war eine Schmalspurbahn von Stäfa nach Wetzikon mit Linienführung von Uetikon-Stäfa nach Hombrechtikon, entlang der östlichen Seite des Lützelsees vorbei nach Binzikon, mit Station Grüningen, über Unter-Ottikon, Tannenberg-Gossau und Richtung Bertschikon über den Neubruch nach Wetzikon.
1876 Ein zweites Projekt sieht eine Normalspurbahn von Stäfa nach Wetzikon mit identischer Linienführung wie das gescheiterte erste Projekt. Begraben wird es nicht zuletzt wegen der höheren Kosten. Dreizehn Jahre ruhten danach die Bahnbestrebungen bis Ende 1889.
1893 Für ein drittes Projekt machen sich die Gemeinden Hombrechtikon, Grüningen und Gossau stark, profitieren sie doch am wenigsten vom allgemeinen Aufschwung durch die Bahnen im Oberland. Aus Kostengründen plädiert man wieder für eine Schmalspurbahn bzw. Strassenbahn. Um die Streckenführung entwickelt sich ein längeres Seilziehen. Endlich - im Juni 1893 erteilen National- und Ständerat die Konzession, Ende 1894 sieht auch die Finanzierung so positiv aus, dass an eine Realisierung im Jahr 1895 gedacht wird.
1899 Am 28. Mai beschliesst die von etwa 500 Mann besuchte Gemeindeversammlung einstimmig die Subvention an die Strassenbahn Wetzikon-Meilen.
1900 Die Unternehmung der Wetzikon-Meilen-Bahn wird am 24. April im Pfauen in Zürich gegründet. Der Kantonsrat beschliesst die Unterstützung der elektrischen Bahn Wetzikon-Meilen mit 570'000 Franken Subvention.
1902 Im Sommer ist Baubeginn.
1903 Am 1. Oktober finden grosse Einweihungsfeiern entlang der Strecke statt, die Personenbeförderung bei der WMB startet am 3. Oktober. 22,5 km misst die Strecke. Sie führt vom „Ochsen“ Kempten über Unterwetzikon, Grüningen, Langholz. Mühlehölzli (ob Stäfa), Männedorf-Auf Dorf zur Schiffsstation Meilen. Grösste Steigung 65 o/oo, 750 V Gleichstrom. Die WMB hat eine Spurbreite von 1 m. Der Güterverkehr wird am 7. Dezember aufgenommen.
1904 Können WMB-Aktien erworben werden.
1920 Eine Rekordfrequenz mit 532'345 beförderten Personen und 11'014 t Güter und Gepäck verzeichnet dieses Betriebsjahr.
1928 Die 25 Jahre bestehende WMB wird mit einem Volksfest in der Zentrale Grüningen gefeiert. Festgehalten im Heimatspiegel 1929.
1934 Die Automobilfabrik A.G. Franz Brozincevic & Cie in Wetzikon befasst sich bereits mit der Berechnung der Motorleistung & Streckenlängenprofil für einen Trolleybus F 5808 mit Anhänger auf der Strecke Wetzikon-Kempten. Der Plan enthält die Zeichnungs-No. F 5810, nachgeführt mit FP. Zwei Jahre vorher fuhr der erste Trolleybus in Lausanne. Also befasste man sich in Wetzikon bereits jetzt mit der Aufhebung der elektrischen Strassenbahn bzw. der Schienenentfernung auf der Bahnhofstrasse.
1939 Der Tramverkehr für die Strecke Wetzikon-Kempten mit der schaukelnden Bünzli-Trucke wird auf Verlangen der Gemeinde am 14. Mai eingestellt. Die zwei von der WMB beschafften FBW-Autobusse werden ab 15. Mai auf dieser Strecke eingesetzt. Dies bedingt vorgängig eine Korrektion der Bahnhofstrasse. Später gehen diese Fahrzeuge an das 1943 gegründete Nachfolgeunternehmen VZO über.
1946 Bei der kantonalen Volksabstimmung vom 26. Mai über die Reorganisation der Zürcher Oberländer Bahnen unterliegen die Tramfreunde, die sich im Abstimmungskampf für den Ausbau der bestehenden Bahnen stark gemacht hatten. Sieger sind mit 65'000 gegen 43'000 Stimmen die Befürworter der beweglicheren Busse.
1950 Am Samstag, dem 13. Mai schlägt der WMB die letzte Stunde. Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung befahren die bunt bekränzten blau-weissen Züge ein letztes Mal die Strecke von Wetzikon nach Meilen. Mit Sprüchen an den Triebwagen nehmen auch die Bähnler wehmütig Abschied von ihrem Trämli. War sie nun unrentabel geworden, oder eher erneuerungsbedürftig gewesen? Zugleich verschwindet die seit 1909 verkehrende Uster-Oetwil-Bahn. Nun war es nicht mehr möglich, von Wohlen nach Wetzikon einen Extrazug zu führen! Denn zusammen mit der Forchbahn, der Städtischen Strassenbahn Zürich, der Limmattal-Strassenbahn und der Bremgarten-Dietikon-Bahn hatten die Oberländer Strecken ein zusammenhängendes Netz gebildet.
1992 Die VZO richten einem 89jährigen Triebwagen der WMB ein Denkmal in Grüningen ein.
1993 Sonderausstellung „Erinnerungen an die Bünzli-Trucke“ im Ortsmuseum. Cecilé Weber schreibt darüber am 19.11. einen eindrücklichen Bericht im ZO.
1999 Die Gemeinde erwirbt im März für Fr. 100.-- die WMB-Aktie Nr. 1724 über Fünfhundert Franken, datiert vom 19.4.1904.
2003 Im Oktober gedenkt vor allem die Gemeinde Grüningen der von 1903 bis 1950 bestandenen Wetzikon-Meilen-Bahn mit verschiedenen Feierlichkeiten. Zwei alte, restaurierte Tramwagen befinden sich im dortigen VZO-Depot. Filmemacher Bruno Chiodi aus Fehraltorf erstellt, unter dem Patronat der Heimatschutzgesellschaft Grüningen, den Film „Eine Zeitreise mit der WMB“, wobei er altes und neues Filmmaterial verwenden kann. Das Archiv Ortsgeschichte Wetzikon widmet in einer kleinen Fotoausstellung sich auch der ehemaligen, bis 1939 in Wetzikon verkehrenden „Bünzlitrucke“.
Literatur
- Heimatbuch Meilen 1974
- „Aus den Annalen der WMB“, Werner Neuhaus ,1978, DK 904
- Wetzikon-Meilen-Bahn 1913, Gustav Strickler
- „Das Ende der WMB“, Jahrheft 1992 der Heimatschutzgesellschaft Grüningen, DK 903 GRÜ
- „Aufstieg und Niedergang 1903 - 1950“, Jahrheft 1994 Gossau, DK 903 GOS
- „Elektrische Strassenbahn Wetzikon-Meilen“ 1997, 2 Exemplare als Geschenk der Verfasser F. Sutter und S. Sigrist, DK 625
- Heimatspiegel 1929
- Heimatspiegel 6/1950
- Heimatspiegel 12/1963
- Heimatspiegel 11/2002 „Als Ottikon ein Postverteilzentrum war“
- Heimatspiegel 9/2003 Europas längste Bahnhofstrasse
- Heimatspiegel 11/2017 Auf Spurensuche: Wetzikon-Meilen-Bahn (WMB)
Ansichtskarten Originale aus Sammlung Archiv Ortsgeschichte
Eröffnung 1. Oktober 1903
Allgemein
Ansichtskarten Kopien allgemein
Fotos
Dokumente
Inhalt Schachtel im Archiv Ortsgeschichte
- 1 Pin Wetzikon-Meilen-Bahn
- 8 alte schwarz-weiss Fotos von Station Grüningen und Gossau der Wetzikon-Meilen-Bahn im Januar 1998 von Frau Hirzel, Bahnhofstrasse 36 erhalten / rob
- Kopien von Führer Elektrische Strassenbahn Wetzikon Meilen von Gustav Strickler
- Mappe mit diversen Berichten über die Geschichte der Wetzikon-Meilen-Bahn
- Artikel Der Freisinnige vom 13. Mai 1950 Abschied von der Wetzikon-Meilen-Bahn
- Mappe mit Tischsets zum Thema
- Mappe mit Unterlagen zum 100-Jahre-Jubiläum 1903 in Grüningen gefeiert
- Mappe mit Original-Zeitungsartikeln von 1902 / 1903 / 1911 und 1939
- Mappe mit Heimatspiegeln Nr. 11 / 2002 Als Ottikon ein Postverteilzentrum war; Nr. 9/2003 Europas längste Bahnhofstrasse; Dezember 1963 über die Eröffnung im Jahre 1903
- Kopie aus Heimatspiegel 1929 und Juni 1950
- Mappe mit Artikeln über die Bünzlitrucke
- Mappe mit Kopien von Haltestellen und Beamten-Billett
- Eine Aktie fünfhundert Franken
- Fotos mit Tramschienen aus Wetzikon
- Fotos vom Tram von Glasnegativen
- Fotos von Tramführern
- 2 Hefte mit Zeitungsartikeln und Kopien
- 2 Bücher oder Broschüren Aus den Annalen der Wetzikon-Meilen-Bahn
- Heft der Heimatschutzgesellschaft Grüningen von 1981 WMB Die Wetzikon-Meilen-Bahn
- Heft der Heimatschutzgesellschaft Grüningen von 2003 Zum Jubiläum 100 Jahre der WMB
- Broschüre Der Zürichsee und sein Verkehrsgebiet - Herausgegeben vom Verband der Verkehrsvereine am Zürichsee und Umgebung 1930
- Kopie von Jörg Schenkel Museum Holzhausen / Billette , Freikarte, Abonnementskarte
- Glas-Dias von der FBW Format ca. 10x10cm
Filme
- Wikipedia: Artikel zur Wetzikon-Meilen-Bahn