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Aufgrund von Anfragen aus dem Parlament und von Trinkwasserwerken sowie im Rahmen des ENSI-Aktionsplans Fukushima hatte das ENSI in den Jahren 2013 bis 2016 zusammen mit den im Notfallschutz beteiligten Amtsstellen BABS, BAFU, BAG sowie den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft, Basel Stadt, Bern, Freiburg, Neuenburg, Solothurn und Waadt die bestehenden Abläufe und Massnahmen im Notfallschutz hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zum Schutz des Trinkwassers überprüft. Die Ergebnisse dieser Überprüfung wurden in der ENSI-AN-8091 vom 11. Oktober 2013 dokumentiert. Darin kam das ENSI zum Schluss, dass die gesetzlichen Regelungen und die bestehenden Abläufe und Massnahmen des Notfallschutzes geeignet sind, um die Menschen und die Umwelt bei einer unkontrollierten Abgabe von radioaktiven Stoffen in das Grundwasser und Fliessgewässer zu schützen.
In einigen wenigen Punkten, die in vier Arbeitspaketen zusammengefasst wurden, bestand jedoch ein Überprüfungsbedarf. Die Ergebnisse der vier Arbeitspakete hat das ENSI in der Aktennotiz ENSI-AN-9714 vom 8. Juli 2016 dokumentiert. Das Arbeitspaket 1 hatte die flüssigen radioaktiven Abgaben aus den Schweizer Kernkraftwerken bei Störfällen zum Thema. Im Arbeitspaket 3 wurden die Meldewege bei einem Eintrag von radioaktiven Schadstoffen in die Fliessgewässer überprüft.
Als Ergebnis dieser Überprüfung werden nun jährlich Alarmierungsübungen vom BABS durchgeführt. Im Rahmen der Besprechung der Alarmierungsübung 2019 äusserten die Vertreter der Kantone FR, BE und VD, dass sie vom ENSI eine Gefährdungsanalyse bezüglich der Stilllegung des Kernkraftwerks Mühleberg (KKM) erwarten, um das Risiko und den Handlungsbedarf für die nächsten Jahre besser abschätzen zu können. Das ENSI legt in dieser Aktennotiz auf Basis der aktuellen Störfallanalysen für die Stilllegung des KKM dar, mit welchen flüssigen radioaktiven Abgaben bei Störfällen zu rechnen ist.
Die Störfallanalysen für die Stilllegung und den Rückbau vom KKM ergeben, dass sich der mögliche Eintrag von radioaktiven Stoffen in das Fliessgewässer (Gefährdung der Aare und des Grundwassers) gegenüber den Störfallanalysen des Leistungsbetriebs um ungefähr einen Faktor 300 reduziert hat.