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Faido
(sprich Fa-ido), deutsch Pfaid (Kt. Tessin, Bez. Leventina). 721 m. Gem. und Pfarrdorf, Hauptort des Bezirkes, am linken Ufer des Tessin und an der Strasse Airolo-Bellinzona. Station der Gotthardbahn. Postbureau. Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit Chinchengo: 171 Häuser, 860 kathol. Ew.; Dorf: 157 Häuser, 835 Ew. Ackerbau und Viehzucht. Granitbrüche. Sehr malerisch gelegen und rings von prachtvollen Tannenwaldungen umrahmt; beliebte Sommerfrische von Familien aus Mailand. Alte Holzhäuser aus dem 16. Jahrhundert mit Schnitzwerk. Auf dem Dorfplatz Denkmal des kantonalen und eidgenössischen Staatsmannes (Bundesrates) Stefano Franscini, des Vaters des Tessiner Volksschulwesens.
Sekundarschule; ehemaliges Franziskanerkloster; bemerkenswerte Holzbrücke. Nahe dem Dorf der prachtvolle
Wasserfall der vom
Campo Tencia herunterkommenden
Piumogna, die das das Dorf mit Licht und eine bedeutende Giesserei mit Kraft
versehende Elektrizitätswerk speist. Bierbrauerei, Gerberei und Färberei. Stark besuchte Viehmärkte. Auf dem Dorfplatz
von
Faido wurden 1755 im Beisein der ganzen Bevölkerung der
Leventina die drei Führer des Aufstandes gegen Uri,
Forni, Orsi u.
Sartori, enthauptet.
Ueber der Pfarrkirche die mit Schiessscharten und Zinnen versehene Torre dei Varesi. Das am N.-Eingang zum Dorf stehende Holzhaus zeigt ein an seiner Front im ersten Stockwerk in Holz geschnitztes Basrelief, das die Madonna, Jesus am Kreuz zwischen Maria und Johannes und die Anbetung der drei Könige darstellt; ein anderes Basrelief mit dem h. Martin im zweiten Stockwerk. Beide Schnitzereien tragen die Jahreszahl 1582. Gegenüber der Torre dei Varesi die alte Casa Solari mit origineller Galerie. Abgebildet in Rahn, J. Rud. Die mittelalterlichen Kunstdenkmäler des Kantons Tessin. Zürich 1893.