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Die letzte Tonne kontaminiertes Material sei am Montag ausgehoben worden, teilte die für die Sanierung zuständige bci Betriebs AG der Basler Chemie am Freitag mit. Noch verbliebene 4000 Tonnen chemische Abfälle und 4000 Tonnen verseuchtes Bodenmaterial werden in den nächsten Tagen entsorgt, heisst es weiter.
Laut bci Betriebs AG müssen im Norden der Deponie noch Kontrollen durchgeführt werden. Sollten die Grenzwerte nicht erreicht werden, müsse weiteres Material entsorgt werden. Ausserdem würden sogenannte Sandlinsen untersucht. Diese wiesen eine "gewisse Verunreinigung" auf.
Die Überwachung des Grundwassers und der Oberflächengewässer werde noch während mindestens zehn Jahren fortgeführt, heisst es in der Firmenmitteilung. Diese Nachsorge solle nachweisen, dass nach Abschluss der Sanierung kein Risiko für Mensch und Umwelt mehr bestehe.
Die Infrastruktur sollte bis Ende 2017 abgebaut sein. Später will die bci Betriebs AG rund 15 Hektaren Land aufforsten. In Bonfol setzt sich ein Verein dafür ein, das Gebiet aufzuwerten und ein Zeugnis der Erinnerung an die Sanierung zu erstellen.
EXPLOSION VERZÖGERTE ARBEITEN
Zwischen 1961 und 1976 sind 114'000 Sondermüll in Bonfol deponiert worden. Ein Inventar des Abfalls gab es nicht. Eine Teilsanierung der Deponie wurde in den folgenden Jahren durchgeführt.
Nach dem Inkrafttreten der Altlastenverordnung im Oktober 1998 verlangte die jurassische Regierung die Totalsanierung der Deponie. Im Jahr 2000 zeigte sich die bci Betriebs AG bereit, diese Forderung umzusetzen. Für die Aushubarbeiten wurde eine riesige, hermetisch abgeriegelte Halle erstellt.
In Sonderzügen wurde der chemische Abfall zur Verbrennung nach Deutschland und Belgien gebracht. Leicht und mittel schwer verunreinigtes Bodenmaterial wurde durch spezialisierte Unternehmen in der Schweiz und in den Niederlanden entsorgt.
Diese Abbauarbeiten verzögert hat eine Explosion im Juli 2010, bei der niemand verletzt wurde. Danach wurden aber ferngesteuerte Bagger eingesetzt.
Gemäss einem Vertrag müssen der Kanton Jura und die betroffene Gemeinde Bonfol nichts für die Sanierung zahlen. Gleichwohl sei das Dossier "Bonfol" für den Kanton Jura eine "politische, juristische, technische und finanzielle" Herausforderung gewesen, sagte der jurassische Regierungsrat David Eray an einer Medienkonferenz.
(AWP)