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Die Prostata bzw. Vorsteherdrüse gehört zu den Geschlechtsorganen des Mannes und hat bei normaler Grösse von etwa 15-20 Gramm in etwa die Form einer Kastanie. Die Prostata liegt im Becken unterhalb der Harnblase und umgibt die Harnröhre (Urethra) bis zum Beckenboden. Die Prostata ist eine Drüse, das heißt, sie produziert ein Sekret. Dieses ist für die Fortpflanzung unabdingbar, denn es sorgt für die Beweglichkeit der Spermien. Ohne das Sekret der Prostata und das Sekret, der hinter der Prostata liegenden Samenblasen (Bläschendrüsen), wäre ein Mann nicht zeugungsfähig. Die Prostata enthält außerdem Muskelgewebe wie es auch in anderen inneren Organen vorkommt. Durch Zusammenziehen dieser Muskulatur wird das Sekret der Prostata und der Samenblasen beim Samenerguss ausgestoßen.
Es gibt viele unterschiedliche Bezeichnungen für die gutartige Prostatahyperplasie (BPH): benignes Prostatasyndrom (BPS), Prostataadenom, Prostatahypertrophie, Blasenhalsadenom oder, ganz einfach, Prostatabeschwerden. Alle diese Bezeichnungen umschreiben jedoch das Gleiche: Beschwerden beim Wasserlassen durch die Behinderung des Harnstrahls beim älteren Mann aufgrund einer gutartigen Vergrösserung der Prostata. Bei der gutartigen Prostatahyperplasie kommt es zu einer Zunahme von Muskel-, Bindegewebs- und Drüsenzellen und zwar im Besonderen in dem Teil der Prostata, der unmittelbar die Harnröhre umgibt. Hierdurch kommt es zu einer Komprimierung und somit Abflussbehinderung der Harnröhre. Wird der Druck auf die Harnröhre immer größer resultieren typische Probleme beim Wasserlassen (Miktionsprobleme).
Normale Prostata, welche in Form und Grösse etwa einer Kastanie entspricht durch die mittig die Harnröhre zieht.
Vergrösserte Prostata mit der Folge der Einengung der Harnröhre, welches zu typischen Beschwerden führen kann.
Die gutartige Prostatahyperplasie (BPH) ist die häufigste pathologische Veränderung der Prostata und gleichzeitig die häufigste Ursache für Störungen des Wasserlassens bei Männern (Wasserlassen = Miktion) und kann somit durchaus als Volkskrankheit bezeichnet werden. So lässt sich in den westlichen Industrienationen bei etwa der Hälfte der über 60-jährigen Männer eine Vergrösserung der Prostata nachweisen. Bei den über 80-Jährigen beträgt die Rate etwa 90 Prozent. Die Zahlen machen deutlich, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter steigt. Allerdings ist die gutartige Prostatahyperplasie nur bei etwa 20 Prozent der Betroffenen so ausgeprägt, dass sie einer Therapie bedarf.
Folgende Beschwerden sind bei gutartiger Prostatahyperplasie charakteristisch, wobei zwischen obstruktiven und irritativen Symptomen unterschieden wird:
Obstruktive Symptome:
• abgeschwächter Harnstrahl
• verzögerter Beginn der Entleerung („Anlaufschwäche“)
• länger dauernde Blasenentleerung (verlängerte Miktionszeit)
• häufiges Wasserlassen (Pollakisurie)
• Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung
• Nachtröpfeln
• nächtliche Inkontinenz bei Überlaufblase
Irritative Symptome:
• häufiges Wasserlassen mit kleinen Urinportionen (Pollakisurie)
• gehäuftes nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
• unwillkürlich einschießender Harndrang
Wird die gutartige Prostatahyperplasie nicht behandelt, so kann es zu weiteren Beschwerden kommen:
• Restharnbildung (Verbleiben von Harn in der Blase)
• erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsinfekte oder Blasensteinen
• vollständige Harnsperre (akuter Harnverhalt)
• Schädigung der Niere bis zum Nierenversagen
Die Ausprägung bzw. der Schweregrad der gutartigen Prostatahyperplasie wird in 3 Stadien (nach Alken) eingeteilt:
Stadium I (Reizstadium):
Die Abflussbehinderung wird durch die Harnblase kompensiert, d. h. nach der Blasenentleerung (Miktion) verbleibt kein Urin in der Harnblase. In diesem Stadium berichten die Patienten über eine Abschwächung des Harnstrahls, einen verzögerten Beginn der Blasenentleerung, nächtliches Wasserlassen und häufigen Harndrang.
Stadium II (Restharnstadium):
Die Abflussbehinderung kann nicht mehr durch die Blase kompensiert werden, somit verbleibt nach der Miktion Urin in der Blase. Neben den Symptomen des ersten Stadiums treten Harnwegsinfekte und manchmal auch ein unwillkürlicher Urinverlust auf, selten eine Blasensteinbildung.
Stadium III (Dekompensationsstadium):
Zu den vorgenannten Symptomen kann es in diesem Stadium zum Harnverhalt mit dem Bild einer Überlaufblase kommen. Zusätzlich kann es durch den Rückstau des Urins bis in die Nieren zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zu einem Nierenversagen kommen.
Das Ausmass der Beschwerden hängt dabei nicht direkt von der Grösse der Prostata ab. So kann eine sehr kleine Prostata ausgeprägte Symptome verursachen und umgekehrt.