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Die Aussaat
Ein Gramm Tabak-Saatgut enthält rund 10’000 Körner. Eine Tabakpflanze produziert zwischen 5 und 20 Gramm Saatgut. Das Saatgut wird bei Los Hermanos in geschützten Ebenen (Beeten) abseits des eigentlichen Tabakfeldes aufgezogen. So wird verhindert, dass das Saatgut weggeschwemmt wird. Pro Quadratmeter säen die Tabakpflanzer etwa 800 Pflänzlinge oder Setzlinge aus. Nach dem Säen wird der Samen zum Schutz vor der Sonne mit Tüchern oder Stroh bedeckt.
Nach circa sechs bis acht Wochen erfolgt das Umpflanzen auf unsere freien Felder. Nach etwa zwanzig Tagen wird Erde rings um den Fuss der Pflanze angehäuft um die Entwicklung starker Wurzeln zu fördern. Sobald die Pflanze eine gewisse Höhe hat, wird die Blüte «geköpft». Dies regt bei der Pflanze ein beschleunigtes Wachstum an.
Der gesamte Arbeitszyklus vom Umsetzen der Pflänzlinge bis hin zur Ernte beträgt ungefähr 4 Monate.
Die Tabakpflanzer arbeiten von Juni / Juli bis zum darauffolgenden März und bearbeiten nacheinander verschiedene Felder zu verschiedenen Zeiten.
Zwischen Juni und August wird der Boden vorbereitet. Von September bis Anfang November findet die Aufzucht in den Pflanzenschulen statt. Ab Ende Oktober bis Ende Dezember wachsen die Pflanzen und von Dezember an bis in den März hinein werden die Blätter geerntet.
Die Ernte
Die sorgfältige Ernte zum richtigen Zeitpunkt ist eine wichtige Voraussetzung für die spätere Qualität des Tabaks. Die Zigarrentabake sollten in einem vorreifen Zustand geerntet werden. Die Blätter sind noch grün und beginnen gerade sich hell zu verfärben. Auf diese Weise wird schon bei der Ernte der Zucker- und Stärkegehalt des Blattes niedrig gehalten, welcher erst beim Reifen und der damit einhergehenden gelblichen Verfärbung besonders stark ansteigt. Absterbende Blätter können Zucker und Stärke kaum noch aus eigener Kraft abbauen.
Meistens wird die Ernte in den Morgenstunden durchgeführt. Bei kühleren Temperaturen können die Blätter besser gebrochen werden. Bei Los Hermanos wird die Ernte von Hand ausgeführt (Picking) und entsprechend ihrem Reifegrad werden die Blätter einzeln von unten nach oben an der Pflanze gepflückt und in unsere zwei Tabakhäuser getragen.
Die Verarbeitung
Nach der Ernte werden die Blätter an Schnüren aufgehängt und langsam und sorgfältig an der Luft getrocknet. Die Blätter sind komplett den lokalen Verhältnissen ausgesetzt. Die geernteten Blätter hängen in unseren beiden Tabakhäusern und durch das Öffnen und Schliessen der Türen an beiden Enden werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit reguliert, um Schwankungen auszugleichen. Dieser Vorgang dauert 25 Tage.
Danach werden die Blätter zum ersten Mal fermentiert. Diese Fermentierung bewirkt, dass die Fremdstoffe wie Säure, Teer und Nikotin reduziert und dabei eine Fülle von Aromen freigesetzt werden. Dieser Vorgang nimmt ungefähr 45 bis 60 Tage in Anspruch. Nach der ersten Fermentation wird eine Auslese und Sortierung vorgenommen. Die Kriterien für die Auslese sind Grösse, Farbe und Textur des Blattes.
Danach kommen die Blätter zu den Despolilladores. Das sind die Frauen, die das Entrippen der Blätter vornehmen, nochmals sortieren und damit endgültig bestimmen, welche Blätter für die weitere Verarbeitung verwendet werden sollen.
Diese zweite Fermentation dauert je nach Blattart ganze 45 bis 60 Tage, bzw. für Ligero 60 Tage, für Seco und Volado 45 Tage sowie für Deckblätter 35 bis 40 Tage. Die Blätter werden jeden Tag mit purifiziertem Wasser befeuchtet, der ganze Stapel gewendet und mit Sackbezug bedeckt. Abschliessend, nach der Fermentation, werden die Blätter zu rechteckigen Ballen mit Palmenrinde oder Jute umwickelt und in die Fabrik oder den Lagerhäusern verschickt, wo sie noch mehrere Jahre gelagert und gereift werden.