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Geschichtliches
Im 18. Jahrhundert setzt man die damals noch als „Jura-Pferd“ bekannte Rasse hauptsächlich als leichtes Zugpferd in der Landwirtschaft ein. Zudem dient sie der Armee als Transporttier sowie in der Artillerie. Die 1830 gegründete Vereinigung zur Zuchtförderung des Pferdes in der Schweiz verfolgt das Ziel, die Rasse durch eine Verbindung des starken Temperaments mit einem guten Charakter weiter zu verbessern. In der Folge erlebt der Freiberger zahlreiche Kreuzungen von einheimischen Stuten mit anderen europäischen Pferderassen. Als Urväter der heute im Jura gezüchteten Tiere gelten der 1891 bei Saignelégier geborene Zuchthengst Vaillant und der 1889 in die Schweiz importierte Hengst Imprévu.
Während des 2. Weltkriegs kommen die Freiberger sowohl im Ackerbau als auch in der Armee zum Einsatz, wo sie von den Offizieren viel Lob erhalten. Dadurch breitet sich die Rasse im gesamten Land aus. Doch mit der Entwicklung des motorisierten Strassenverkehrs und einer zunehmend mechanisierten Landwirtschaft nehmen die Pferdebestände in den Betrieben drastisch ab. Weil immer mehr Tiere den Traktoren weichen müssen, wird das Zuchtbuch der Zugpferde aus einheimischer Abstammung 1960 schliesslich zum Herdebuch der Freiberger Rasse. Dank koordinierten Massnahmen und dem Einsatz der Pferdeliebhaber überlebt der Freiberger mit seinen zahlreichen Qualitäten diese schwierigen Zeiten.
Die Eigenschaften des Freibergers
Das Freiberger Pferd ist mit einer Widerristhöhe von 150 bis 160 cm von mittlerer Statur und zeichnet sich durch einen folgsamen Charakter aus. Es ist geduldig und aufgrund seiner Lern- und Anpassungsfähigkeit leicht auszubilden. Durch seine Umgänglichkeit eignet sich der Freiberger sowohl für Anfänger als auch für erfahrene und professionelle Reiter. Seine Charaktereigenschaften machen die anspruchslose Rasse auch zum idealen Freizeitpferd, dem die Aufgabe als Zugtier für ein Gespann ebenso liegt wie das sportliche Reiten oder Ausritte in der Gruppe. Zudem bewähren sich die Tiere als Gefährten beim therapeutischen Reiten (Hippotherapie).
Die Zucht der Freiberger Rasse unterliegt einer strikten Auslese, die vor allem das Aussehen der Pferde, ihren Bewegungsablauf, die Leistungen und den Charakter sowie die Gesundheit und Fruchtbarkeit stark gewichtet.
Um ins Herdebuch der Freiberger aufgenommen zu werden, müssen die Fohlen im Alter von 4 bs 6 Monaten (Fohlenschau) eine Prüfung ablegen. Mit drei Jahren absolvieren die Jungtiere dann einen Praxistest im Gelände, bei dem die Rassenrichter mehrere Kriterien wie Typ, Körperbau und Gangarten, das Verhalten im Gespann und die Reitkunst beurteilen. Für jedes Freiberger Pferd wird die Widerristhöhe gemessen und seine Erscheinung gemäss den erwähnten Selektionsmerkmalen benotet.
Auch die künftigen Zuchthengste unterliegen einer strengen Auswahl, welche für die Freiberger Rasse jeweils im Januar anlässlich der nationalen Hengstselektion im jurassischen Glovelier stattfindet. Die Pferde mit einer ausreichenden Gesamtnote durchlaufen in der Folge während 40 Tagen einen umfassenden Test im Schweizer Nationalgestüt in Avenches (VD). Nach einer anfänglichen Ausbildungsphase und einem anschliessenden Training legen die Hengste jeweils am letzten Februar- oder ersten März-Wochenende eine Schlussprüfung ab, die das interessierte Publikum mitverfolgen kann.
Der Lebensraum
Der Name weist darauf hin, dass die Heimat der Freiberger Pferde auf den jurassischen Hochebenen liegt. Das Plateau auf gut 1000 Meter über Meer wird geprägt von ausgedehnten Wytweiden, wo sich zahlreiche Pferde beobachten lassen, die hier in Halbfreiheit grasen. In dieser Kulturlandschaft, die an eine Insel des Friedens erinnert, lebt heute noch etwa jedes vierte Pferd der Freiberger Rasse in einem regionalen Zuchtbetrieb.
Nützliche LinksJurassischer Pferdezuchtverband (FJEC)
Freiberger Zuchtgenossenschaft
Schweizerischer Freibergerverband (SFV)