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(Kt. Waadt,
Bez. und Gem. Lausanne).
385 m. Landgut mit mehreren Gebäulichkeiten in der kleinen
Ebene vonVidy
zwischen dem Unterlauf der
Chamberonne im W. und dem
Flon im O., am
Genfersee und an der alten Genferstrasse, 800 m w. der Station
Montoie der städtischen Strassenbahnen von
Lausanne und 2,8 km w. dieser Stadt. Telephon. 3
Häuser, 33 reform. Ew. Kirchgemeinde
Lausanne. Landwirtschaft. Pfahlbauten. In der
Ebene von Vidy und an dem daran sich anlehnenden Gehänge
lag die gallo-römische Stadt Lousonna oder Lousonium, von deren Vorhandensein zahlreiche Funde zeugen. Später gehörte
der
Ort zum Gebiet der
HerrschaftRenens. Zur Zeit der
Berner Oberhoheit und noch später befand sich hier das Hochgericht, wo
u. a. Major Davel (1723) hingerichtet worden ist. An diesen Märtyrer der Waadtländer Unabhängigkeit
erinnert heute ein granitner Denkstein.
Bis zur Reformation bildete Vidy eine Pfarrei, der u. a. auch
Renens angegliedert
war.
Urkundliche Namensformen: 1148 curiam de Vitis;
1227 Vizi;
1228 Viti;
1488 Vizy. Der Name leitet sich wahrscheinlich
vom gallischen Personennamen Vitus her.
Der Viereckerpass liegt über der Dolinenlandschaft
Plassecken und führt über Hornblendeschiefer,
der in der Umgebung mit hellerm Gneis und Glimmerschiefer wechsellagert und vom
Stock des
Madrishorns über die Trias- und
Jurakalke der Grenzmauern des
Rätikons hergeschoben wurde. An der Westseite liegt unterm Passe der winzige, durch einen Schuttwall
gestaute Viereckersee, dessen spärliches niedriges Tierleben durch F. Zschokke bekannt geworden ist.
In seiner Beschreibung des Lucerner- oder Vierwaldstättersees sagt Joh. Leop. Cysat 1661, dieser
See werde in der Stiftungsurkunde
der Propstei zu Luzernmagnus lacus, der grosseSee genannt. Als Volksnamen wird diese Bezeichnung aber nie gebraucht worden sein.
Während man vor der Bildung der Vierwaldstätte nur die Namen
«am See» und «Luzernersee» kannte, waren
später die Ausdrücke
«See», «Vierwaldstättersee» und «Luzernersee»
gebräuchlich.
Der See liegt zwischen 47° 5' (Küssnach) und 46° 53½' NBr.
(Flüelen) und zwischen 8° 18' (Alpnachstad) und 8° 36' OL.
von Greenwich
(Flüelen). Die
Höhe des Seespiegels über Meer beträgt 436,9 m.
2. Topographie und Morphologie.
Der Vierwaldstättersee gehört wohl zu den kompliziertesten Gebilden der schweizerischen Alpenseen. Wer zum erstenmal an
einem schönen Sommertag die Fahrt von Luzern
nach
Flüelen zurücklegt, wird vor staunender Bewunderung sich kaum Rechenschaft zu
geben vermögen von der Mannigfaltigkeit der Landschaftsbilder, die im bunten
Wechsel sich folgen. Für
die Schilderung teilen wir den
See in folgende
¶
In beinahe reiner S.-N.-Richtung durchschneidet der Urnersee die Kreidekalkketten als ein durch die reissenden Wasser der Reuss
ausgewaschenes prächtiges Querthal. Seine Länge von Seedorf bis Brunnen misst 11,5 km, seine grösste breite bei
Bauen 2,6 km. Das Querprofil zeigt fast überall steilabfallende Ufer, welche in einer Linie bis zu der Tiefe von 200 m sich
niedersenken. Und über dem Wasserspiegel steigen die Felswände in mächtigem Schwung und den groteskesten Gestalten zu 100 und
mehr Meter empor.
Niederstürzende Wildwasser, das ewige Spiel der Wellen vom sanften Geplänkel der regelmässig sich
einstellenden Bise bis zum wutschnaubenden Wogengepeitsch des Föhn, die unaufhörliche Arbeit der Verwitterung in Verbindung
mit dem reichen Wechsel der Gesteinsbeschaffenheit alles hat zusammengewirkt an dem Herausmodellieren von hunderten verborgener
Nischen, von malerischen Felsköpfen und phantastischen Uferformen. Dazu kommt noch die Pflanzenwelt mit all
ihren Pionieren. Da haben sich an unzugänglichen Stellen Rottanne und Föhre zu reizenden Gruppen zusammengefunden, oder
sie bilden mit Buche und Esche stattliche Wäldchen, in deren Schatten die Erdscheibe (Cyclaminus europaea) ihre duftenden
Blüten entfaltet.
Die Fahrt von Brunnen bis Flüelen zeigt in instruktiver Weise das Querprofil der beiden Ufer und deren
vollständige Uebereinstimmung. Unmittelbar nach der Abfahrt von Brunnen beobachtet man das flache Gewölbe, auf welchem Axenstein
steht. Das weisse Band des Schrattenkalkes markiert das Gewölbe ganz vortrefflich. Auf dem korrespondierenden Teil des linken
Ufers liegt Seelisberg. Unter dem Schrattenkalk erscheint Neokom und Valangien. Das Rütli liegt auf diesem
leicht verwitterbaren Gesteine.
Eine liegende Mulde trennt das Axensteingewölbe vom Frohnalpgewölbe. Diese Mulde mit den geknickten Schrattenkalkfelsen
tritt beim Oelberg am östl. Ufer sowie an der linken Seite zwischen Rütli und Bauen in deutlichster Weise zu Tage. Sisikon
und die Mündung des Kohlthales bei Bauen bezeichnen die Riemenstalden-Pragelmulde, die dann in der Nähe
der Tellsplatte und gegenüber bei Isleten gewölbeartig eingefaltet ist. Mächtig kompliziert ist die Faltung und Fältelung
der Neokom-Valangienschichten, welche z. B. an der Axenstrasse uns entgegentreten.
Das Gruonthal rechts und der Bolzbach links
machen uns dann mit der Eozänmulde bekannt, welche in breiter Ausdehnung den Boden
von Flüelen und Altdorf bildet. Von den Alluvionen nimmt hauptsächlich die Reuss durch ihr stattliches
Delta die erste Stelle ein. Auf der linken Seite haben Bolzbach, Isenthalerbach und Bauenbach, auf der rechten Gruonbach und Sisikonerbach
stattliche Schuttkegel abgelagert, welche als Delta immer weiter in den See hinauswachsen.
b) Das Gersauerbecken.
In scharfem Knie und durch das grosse Delta der Muota eingeengt, wendet sich bei Brunnender See nach W. und bildet die breite
Fläche des Gersauerbeckens, welches im W. durch den Bürgenberg seinen Abschluss findet. Seine bedeutende Länge von 14 km
und die beträchtliche Breite (3 km bei Forst-Rütenen), sowie der Uebergang des Steilufers in das flache
Gelände von Beckenried und Buochs fügen dem Charakter des Grossartigen und Erhabenen, wie wir ihn im Urnersee getroffen, auch
einen Zug
des Stillen und Lieblichen bei.
Von Brunnen bis Gersau-Rieselten ist der See noch eingeengt in die Steilufer, welche einerseits als Urgon-Schichtenflächen
vom Gersauerstock in den See niederfallen, andrerseits von den abgebrochenen Schichtenköpfen des Seelisberggewölbes
(Zingelberg, Stutzberg) sich niedersenken. Busch und Waldvegetation schmücken das steile rechte Ufer. Aus dem schmucken Tannengrün
grüsst die weisse Kapelle von Kindlismord. Ihr gegenüber lachen grüne Wiesen über den Felsentreppen der Schrattenkalkbänder.
Zwischen Gersauer- und Vitznauerstock ist eine tiefe Erosionsrinne ausgeschnitten. Aus ihr heraus hat der
Gersauerbach den mächtigen Schuttkegel aufgebaut, auf welchem das Dorf Gersau steht. Von hier bis an die Obere Nase ist das
Ufer wieder wildzerrissen. Eine würdige Wiederholung der Axenstrasse bildet die Strasse von Gersau nach Vitznau. Nur leuchten
uns gegenüber nicht die Schneefelder eines Urirotstockes, sondern hinter den grünen Wiesen von Beckenried
schauen die Kalkfelsen des Schwalmis und Brisen herunter, und über dem flach geneigten Gelände von Buochs türmt sich die
stolze Pyramide des Buochserhorns, ein Jurablock mitten im Kreidegebirge. Besonders das linke Ufer ist von einer Menge grösserer
und kleinerer Bäche bearbeitet. So hat der Kohlthalbach bei Rieselten eine tiefe Schlucht ausgefressen.
Lielibach, Trätschlibach und Bettlerbach haben schon mehr als einmal die Bevölkerung von Beckenried in Angst und Schrecken
erhalten. Die Schuttkegel geben Zeugnis ihrer Arbeit. Von Stans bis Buochs dehnt sich
¶