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Auf der Jagd hebt sie oft den Oberkörper vom Boden ab und bewegt den Kopf wie ein Periskop: Wenn sie ein Beutetier geortet hat, verfolgt sie es mit Hilfe ihres Geruchssinns und beeindruckender Schnelligkeit, die sie ihrer Körperkraft und der glatten Beschuppung dankt.
Die Zornnatter hat ein vielfältiges Nahrungsspektrum: Amphibien, Reptilien – sogar Vipern und Jungtiere ihrer eigenen Art –, Vögel und Säugetiere wie Ratten werden gefressen. Sie packt die Beute mit ihren von vielen kleinen und spitzen nach innen gerichteten Zähnen bewehrten Kiefern. Die Opfer werden mit mehreren Körperschlingen erdrosselt oder einfach gegen den Boden oder einen festen Gegenstand gedrückt. Frösche verschlingt sie oft lebend, da sie zu glitschig sind, um erdrückt zu werden.
Obwohl eine reizbare Schlange, greift die Zornnatter nur an, wenn sie der Störenfried nicht flüchten lässt. In diesem Fall beisst sie zu und lässt einige Sekunden nicht los. Da es sich aber um eine ungiftige Schlange handelt und die Wunde nur oberflächlich ist, genügt ein einfaches Desinfektionsmittel zur Behandlung.
Die Zornnattern paaren sich im Mai und es kann vorkommen, dass man Männchen in einem unblutigen Ritualkampf sieht. Dabei richten sie sich gegeneinander auf, fallen wieder zu Boden und verfolgen sich solange, bis einer der Kontrahenten vom umworbenen Weibchen ablässt. Mehrere Zornnattern können zur Paarung, Häutung und zur Überwinterung zusammenfinden.
Nach der Begattung legt das Weibchen 5 bis 15 Eier (14–22 x 28–40 mm) mit pergamentartiger, elastischer Schale in den Boden zwischen Felsen und Steinen, wo Temperatur und Feuchtigkeit ideal sind. Nach 6 bis 8 Wochen schlüpfen kleine Schlangen (20 bis 25 cm lang), deren Körper mit gelben, grauen und braunen Sprenkeln fein übersät sind. Der schwarzgelbe Kopf erinnert an das Warnsignal der Wespen (was sich als wirksames Abwehrsystem herausgestellt hat). Ansonsten sind die Jungschlangen wehrlos und vielen Feinden ausgeliefert; nur ein kleiner Teil der Neugeborenen erreicht die Geschlechtsreife.