Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03093.jsonl.gz/577

Es sind in erster Linie Hochwasserführungen und Murgänge, welche nach starken Gewittern Schäden am Gerinne und den Verbauungswerken verursachen und deren Behebung notwendig machen.
Neben unzähligen, kleinen Ereignissen wurden in der Zeit von 1897 bis 2002 im Lombach 42 grössere Hochwasserführungen und/oder Murgänge festgestellt.
Das bisher grösste Ereignis ereignete sich am 3. Juli 1987. Eine noch die gesehene Hochwasserführung verursachte durchgehend riesengrosse Schäden in bisher noch nie erreichtem Ausmass. Deren Behebung erforderte, vorallem im Rahmen des dadurch notwendig gewordenen Verbauungsprojekt XXVII / 1989, den Gesamtbetrag von 7.8 Millionen Franken.
1897
Hochwasser verursacht von der Beatenbergbrücke abwärts bis zum Thunersee grosse Schäden, unteranderem auch an den im Bau befindlichen Verbauungswerken (Kostenvoranschlag für Instandstellungs- und Sanierungsarbeiten Fr. 40'000.00.
1899
Hochwasser richtet bedeutende Schäden an, vor allem an den Uferböschungen.
1900
Wolkenbruchartiges Gewitter mit anschliessender Hochwasserführung verursacht von der Habkernbrücke abwärts an mehreren Stellen grosse Schäden und insbesondere eine "Auffüllung des Kanals im Unterlauf mit Geschiebe".
1903
Hochwasser lässt grosse Schäden entstehen, unteranderem wurde die Staatsstrasse unterhalb der Habkernbrücke auf 70 m Länge weggerissen (Kostenvoranschlag für die Verlegung und Sicherung der Staatsstrasse sowie die Erstellung einer 126 m langen Ufermauer entlang derselben Fr 15'400.00).
Erwähnenswert ist die ausserordentlich grosse Geschiebezufuhr aus den Zuflüssen des Lombach.
1910
Wassergrösse (ohne Datumangabe) von St. Niklausen abwärts bis zum Thunersee.
1914
Gewitter im Oberlauf mit Folgen im Unterlauf. Das Schalenprofil wird hier voll mit Geschiebe gefüllt.
1923
An den Verbauungswerken werden Schäden angerichtet (sehr wahrscheinlich nicht sehr grosse, da kein Datum vorhanden).
1925
Gewitter verursacht grosse Schäden im Bereich der "Höllgräben" (linksseitige Zuflüsse) sowie im "Habbach" und "Wagisbach" (rechtsseitige Zuflüsse).
1926
Ein "grosses" Gewitter lässt insbesondere den Habbach ungeheure Geschiebemassen zu Tal befördern welche sich, infolge der abnormalen Seehöhe, zwischen der Neuhausbrücke und dem Thunersee ablagern, das Bachbett mit Geschiebe auffüllen und anstossendes Terrain überführen.
1926
Gleiches Ereignis wie am 22. Juni 1926 aber in etwas kleinerem Ausmass.
1930
Durch eine Hochwasserführung entstehen an den Ufermauern im Unterlauf Beschädigungen.
1935
Ein ausserordentlich grosses Hochwasser zerstört die rechtsseitige Ufermauer in der "Birmse", oberhalb der Beatenbergbrücke auf 7m und lässt Schäden im Unterlauf, vor allem beim Neuhaus, zwischen Hm 5 bis 7 sowie 16 und 19 entstehen.
1937
Das in Habkern (Bereich "Schwendisäge") niedergegangene Gewitter lässt im Unterlauf Schäden an den Verbauungswerken entstehen.
1940
Hochwasserführung nach Gewitter, ohne nennenswerte Schäden im Oberlauf, dafür aber unteranderem mit fünf Ufermaueranrissen im Unterlauf, vor allem von der Neuhausbrücke abwärts bis zum Thunersee.
1944
Ähnliches Ereignis wie am 25. Juni 1940.
1951
Hochwasserführung, auch im "Bolbach" (ohne nähere Angaben).
1954
Hochwasserführung verursacht Schäden im Unterlauf (einstürzende Ufermauern).
1959
Infolge Hochwasserführung grosse Schäden bei der Einmündung in den Thunersee.
1967
Hochwasser ohne grössere Schäden.
1968
Starke und andauernde Regenfälle lassen den Lombach und seine Zuflüsse stark anschwellen ohne aber Schäden zu verursachen.
1968
Ähnliches Ereignis wie am 21. / 22. September 1968.
1969
Nach einem heftigen Gewitter mit Hagelschlag über Habkern ist die Bachschale im Unterlauf zum Teil übervoll. Der Campingplatz am rechten Ufer, unterhalb der Neuhausbrücke, musste geräumt werden.
1969
Hochwasser ohne grössere Schäden.
1969
Ähnliches Ereignis wie am 22. / 23. August 1969.
1980
Starke Regenfälle in der vorangehenden Nacht verursachen am Morgen eine Hochwasserführung (Anstieg Wasserspiegel um zirka 08.15 Uhr beim "Geisspfadsteg" innert Sekunden um 0.50 m1), ohne aber Schäden anzurichten.
1981
Ein Gewitter um 19.00 Uhr und während der ganzen Nacht intensive, gewittrige Starkniederschläge lassen den Lombach in den frühen Morgenstunden so stark anschwellen, dass der Murgang im Oberlauf teilweise die Sperrenflügel überführte und das Wasser im Unterlauf auf grosse Distanzen über die Ufer trat und zum Teil grosse Schäden verursachte.
1984
Hochwasserführung am Abend ohne aber grössere Schäden anzurichten.
1987
Schweres Unwetter über dem Habkerntal mit grösster Hochwasserführung, soweit man sich zurückerinnern vermag, verursacht durchgehend riesengrosse Schäden in bisher noch nie gesehenem Ausmass!
Schäden beim Hm 63.55 links.
Schäden beim Hm 63.85 links.
Die Steinsperre bei Hm 63.95 wurde weggerissen. Der Sperrenflügel links ist noch sichtbar.
1987
Intensive Regenfälle verursachen Hochwasserführung. Im Unterlauf werden Baugruben mit Geschiebe gefüllt sowie Schalungen und Baupisten weggeschwemmt.
1987
Intensive Regenfälle verursachen Hochwasserführung. Neben Beschädigungen wie am 16. November 1987 zusätzlich solche an Wasserumleitungen sowie neue Schäden an Verbauungswerken.
1989
Intensive Regenfälle verursachen Hochwasserführung. Schadenabwehr durch die, mit Bauarbeiten beschäftigten Bauunternehmungen.
1990
Hochwasserführung nach starken, anhaltenden Niederschlägen, zuerst in Form von Schnee, dann in Regen übergehend. Keine grösseren Schäden.
1992
Hochwasserführung ohne aber grössere Schäden anzurichten.
1992
Hochwasserführung, wobei die bestehenden Hochwasserschutzdämme zum Teil durchsickert werden. Der Durchlass unter der Kantonsstrasse in der Neuhauskurve vermag das anfallende Wasser nicht mehr zu schlucken. Die Fahrbahn liegt über 1 m hoch unter Wasser.
1994
Zahlreiche, aber nicht sehr heftige Sommergewitter führen zu keinen grösseren Schäden.
1997
Gewitter mit Hagelschlag verursacht Hochwasser mit starker Geschiebeführung. Auffallend ist die grosse Intensität der Niederschläge. Sowohl im Ober- wie im Unterlauf zahlreiche, erhebliche Schäden an den bestehenden Verbauungswerken.
1997
Gewitter mit Hagelschlag verursacht Hochwasser mit starker Geschiebeführung. Wiederum fällt die grosse Intensität der Niederschläge auf.
Blick auf den Brawandsteg.
Der Lombach zwischen Brawandsteg und Geisspfadsteg.
Auf der Oberfläche bilden sich grosse Wellen.
Blick vom Brawandsteg aufwärts.
1998
Hochwasserführung in den frühen Morgenstunden verursacht mehrere, aber kleine Schäden.
Der Campingplatz am rechten Ufer, unterhalb der Neuhausbrücke, musste nun innert einem Jahr zum 3. Mal aus Sicherheitsgründen geräumt werden und dies ohne ein 100-jähriges Hochwasser!
1999
Ab dem 11. Mai zum Teil intensive Regenfälle, verbunden mit der Schneeschmelze, führen zu Hochwasser mit viel Geschiebe. Da der Wasserspiegel des Thunersee mit 559.165 m ü. M. gleichzeitig einen Rekordstand erreicht, werden von Hm 1 abwärts die Ufermauern beidseitig überflossen. Das Gerinne musste notstandsmässig ausgebaggert werden (3'887 m3).
13.05.1999 - Der Lombach bringt ein kleineres Hochwaser. Blick vom Hm2 abwärts.
13.05.1999 - Der Lombach bringt ein kleineres Hochwaser. Blick im Bereich Hm1 an das rechte Ufer.
14.05.1999 - Der Seepegel ist weiter angestiegen und der Lombach überquillt im untersten Teil.
14.05.1999 - Der Lombach überläuft und ergiesst sich zwischen Hm0 und Hm1 in das Areal des Campingplatzes Manor Farm.
14.05.1999 - Der Lombach überläuft und ergiesst sich zwischen Hm0 und Hm1 in das Auenwäldli am linken Ufer.
2000
In der ersten Nachthälfte zeitweise Regenschauer. Ab 01.30 Uhr anhaltend starke, intensive Regenfälle bis 07.30 Uhr und anschliessendem Regen mit kurzen Unterbrüchen führen zu Hochwasser, ohne aber grössere Schäden zu verursachen.
2001
Hochwasserführung nach Gewitter mit Hagelschlag im Gebiet "Bolsite", ohne aber grössere Schäden zu verursachen.
Hochwasserführung nach Gewitter.
Hochwasserführung nach Gewitter.
Hochwasserführung nach Gewitter.
2002
Bereits in der Nacht zum Teil Regen. Ab 07.45 Uhr leichter Regen, weIcher sich ab 08.00 Uhr verstärkte und anhaltend bis 21.15 Uhr andauerte (30 Liter je m2).
Quelle: Baugeschichte des Lombach, verfasst und zusammengestellt von U. Bettschen, alt Amtsschwellenmeister, Matten