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Gedankenaustausch über Monitoring
Ein Gedankenaustausch hat das Ziel, Gedanken, die im Kopf einer Person sind, in den Kopf einer anderen zu transferieren. Um dies zu erreichen kann nicht nur Sprache, sondern auch Schrift, Bilder, Mimik, Bewegungen, Zeichen und vieles mehr eingesetzt werden.
Der Sender eines Gedanken erwartet, dass der Empfänger seinem Gedankengang folgen kann und versteht. Was jedoch, wenn dies nicht gelingt und sich der Empfänger auf dem Weg verirrt? Oder wenn er oder sie ganz woanders landet? In der Logopädie würden wir dies als Störungen im Sprachverstehen bezeichnen.
Um zu verhindern, dass sich Teilnehmer eines Gedankenaustausches verirren, ist es notwendig, sich während des Gedankenganges immer wieder zu vergewissern, dass man auf dem richtigen Weg ist. Dies geschieht durch Nachfragen und sich selber fragen: „Habe ich das jetzt verstanden?“
Dieses sogenannte Monitoring des Sprachverstehens kann in der Therapie erlernt werden. Eine Sprachampel hilft Kindern beim Reflektieren über Gehörtes. Bereits auf dem Weg, dem Gedankengang, können Sender oder Empfänger hinterfragen, ob das Gesagte, Gezeigte, Geschriebene verstanden wurde. Fragen zum Sprachverstehen lassen sich auf Wortebene, auf Satzebene und/oder auf Textebene stellen. Die Antwort wird durch drei Ampelfarben dargestellt: Grün zeigt, dass alles verstanden wurde; rot, dass man nicht nachkommt, bzw. dass man sich verirrt hat und gelb, dass man sich ratend auf den Weg macht.
Hilfreich ist es, Bilder dieser Ampeln auf den Tisch zu legen und das Kind bereits bei Wörtern zu fragen, ob es verstanden hat. Ist alles im „Grünen Bereich“, kann der Gedankenaustausch, der Gedankengang fortgesetzt werden. Bei Gelb und Rot bedarf es Klärung: durch Stoppen und eventuelles Zurücklaufen.
Wie dies geschehen kann, ist unter Hinzunahme vieler Beispiele im Buch: Sprachverstehen bei Kindern von Wilma Schönauer-Schneider nachzulesen.
Im Buch wird beschrieben was dem Empfänger zu einer aufnehmenden Haltung verhilft: Blickkontakt, gespitzte Ohren und zugewandtes Sitzen. Zudem lernt er oder sie schwer verständliche Äusserungen zu identifizieren und darauf mit Nachfragen zu reagieren. War das Gesagte zu undeutlich, nicht eindeutig genug und/oder zu viel auf einmal? Die Erkenntnis, dass Nichtverstehen nicht immer die Schuld der Zuhörenden ist, führt zu einem Klima, in dem Monitoring und Nachfragen als willkommene Kompensationsstrategie beim Gedankenaustausch gesehen werden kann.
Hoffentlich konnten Sie mir folgen.
Marina Russ