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Die Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis) ist häufig und geht manchmal mit einer gleichzeitigen Entzündung der Hoden (Orchitis) einher. Die Symptome sowie die Therapie dieser beiden Hodenerkrankungen sind überwiegend gleich. Eine zeitnahe Behandlung ist wichtig, da ohne Therapie, das Risiko einer Einschränkung der Fruchtbarkeit, bis hin zu einer Unfruchtbarkeit bestehen kann.
Bei einer Nebenhodenentzündung, oder Epididymitis, infizieren Krankheitserreger wie Viren, Bakterien, selten auch Pilze die Nebenhoden. Die Nebenhoden gehören mit dem Penis und den Hoden zu den männlichen Geschlechtsorganen. Die Nebenhoden und Hoden befinden sich im Hodensack, dem Skrotum. Die Funktion der Hoden ist es, einerseits Geschlechtshormone sowie auch Spermien zu produzieren. Von dort aus werden die Spermien in die Nebenhoden transportiert, und dort gespeichert. Über den Samenleiter, Ductus deferens, werden die Spermien beim Samenerguss, von den Nebenhoden in die Harnröhre weitergeleitet.
Auch die Hoden können sich entzünden. Allerdings ist die Orchitis, wesentlich seltener als die Epididymitis. Vor allem im Rahmen einer starken Nebenhodenentzündung können die Hoden mitbetroffen sein. Die Infektion breitet sich also unter den beiden, in enger Nähe liegenden, Organen aus. Diese gleichzeitige Entzündung von Nebenhoden und Hoden heisst medizinisch Epididymorchitis.
Neben infektösen Ursachen, können auch starke Gewalteinwirkungen, Traumata, von aussen, etwa durch Tritte, Schläge sowie Einklemmen der Hoden, Auslöser von Nebenhoden- und/oder Hodenentzündungen sein. Auch eine Hodentorsion, also Verdrehung des Hodens, kann zu einer Epididym-/orchitis führen. Die mit Abstand häufigste Ursache sind jedoch Bakterien und Viren. Diese steigen über die Harnröhre und die Samenwege in die Nebenhoden auf, in solchen Fällen spricht man medizinisch von einem aufsteigenden Infekt.
Möglicher Ursprung der Erreger: von einer
Die Hauptverursacher einer Nebenhoden-, Hodenentzündung sind Darmbakterien wie Escherichia coli, Klebsiellen sowie Enterokokken. Auch Staphylokokken spielen eine Rolle, selten auch Pilze/ Hefen. Bei der Hodenentzündung kommen als Ursache ausserdem auch Viren in Frage, etwa das Mumps-Virus oder das Epstein-Barr-Virus, welches der Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers ist. In diesen Fällen sind die Krankheitserreger, über die Blutbahn, in die Hoden gelangt. Eine schwere Mumpserkrankung kann ursächlich für eine Einschränkung der Fruchtbarkeit oder gar zu einer Unfruchtbarkeit führen.
Weitere Risikofaktoren für Nebenhodenentzündung, Hodenentzündung sind:
Die Anzeichen einer Entzündung können plötzlich einsetzen (akute Entzündung) oder sich zuerst langsam entwickeln und sich dann innerhalb von wenigen Tagen stark steigern.
Die wichtigsten Leitsymptome von Nebenhodenentzündung und/ oder Hodenentzündung (= Epididymorchitis) sind:
Ist der Hodensack geschwollen und schmerzhaft, bezeichnen Fachleute dies auch als „akutes Skrotum“, welches typisch für eine Entzündung der Hoden und/oder Nebenhoden ist.
Jedes dieser Anzeichen sollte gleichentags ärztlich frühzeitig abgeklärt werden. Wenn jedoch Schüttelfrost, hohes Fieber, Übelkeit und Erbrechen auftreten oder sich die Beschwerden plötzlich steigern, sollten Sie nicht zögern, uns sofort aufzusuchen. Denn es könnte sich bereits um die ersten Anzeichen einer Blutvergiftung (=Sepsis) handeln.
Zuerst werden wir Sie nach Ihren Beschwerden und Vorerkrankungen befragen (=Anamnese). Dabei wollen wir folgendes wissen:
Wann die Symptome zum ersten Mal aufgetreten sind, ob diese plötzlich gekommen sind, oder langsam begonnen haben, ob zusätzlich Probleme beim Wasserlösen bestehen oder ob Sie Ausfluss aus dem Penis bemerkt haben. Auch nach Geschlechtsverkehr werden wir Sie fragen, es könnte sich ja auch um eine sexuell übertragbare Krankheit handeln.
Nach dieser Anamnese werden wir Sie körperlich untersuchen. Dazu gehören in der Regel die genaue Inspektion des Hodensacks, dabei auch vorsichtiges Abtasten des Skrotums sowie der Leistenregion. Zusätzlich können wir mit dem Anheben des Hodens erkennen, ob Verdacht auf eine Nebenhodenentzündung oder eher eine andere Erkrankung des Hodens besteht:
Zusätzlich gibt eine Urinuntersuchung Aufschluss darüber, ob und falls ja, welche Krankheitserreger, die Infektion auslösen. Eine Blutuntersuchung wird vor allem bei Fieber oder Schüttelfrost ergänzend durchgeführt und zeigt, wie stark die Entzündung ist.
Bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung des Hodens zeigen dann noch genauer, welche Krankheit vorliegt. Wir können dabei genau sehen, ob sich die Entzündung auf die Nebenhoden beschränkt oder der Hoden zusätzlich mitbetroffen ist. Auch ob sich womöglich bereits Eiter angesammelt hat und ein Abszess (= Eiteransammlung) entsteht, lässt sich damit erkennen, beziehungsweise ausschliessen.
Massnahmen zur Prävention der Nebenhodenentzündung und Hodenentzündung sind nicht bekannt. Nur gegen eine Hodenentzündung, die durch Mumps (Mumpsorchitis) verursacht ist, lässt sich sicher durch eine Impfung gegen Mumps vorbeugen. Die Impfung schützt sicher vor dieser Infektionskrankheit und damit auch vor ihren Komplikationen, wie Hodenentzündung. Allgemein sollten sich Männer vor Gewalteinwirkungen im Genitalbereich schützen und etwa bei Sportarten wie Eishockey, Football oder Boxen einen entsprechenden Schutz tragen.
Zögern Sie nicht, uns schon bei den ersten Anzeichen aufzusuchen, also bei Schmerzen im Hodensack, Hitzegefühl und Rötung der Haut in diesem Bereich. Rasch erkannt, kann eine gezielte Behandlung frühzeitig einsetzen und damit den bestmöglichen Heilungserfolg bringen – und bleibende Schäden, verursacht durch die Entzündung, vermeiden.
Die Prognose dieser Infektionen ist gut, meistens heilen sie unter korrekter Behandlung vollständig und ohne Folgeerscheinungen ab. Bis die Anzeichen der akuten Entzündung abgeklungen sind, dauert es rund zehn Tage. Danach kann es noch ein paar Wochen dauern, bis der Hodensack wieder unauffällig ist, nicht mehr schmerzt und nicht mehr angeschwollen ist.
Doch Vorsicht ist geboten: Insgesamt können beide Krankheiten – Nebenhoden- und Hodenentzündung – die Spermienbildung vorübergehend reduzieren, was sich später jedoch in den meisten Fällen wieder normalisiert.
Wenn die Therapie jedoch nicht vollständig greift oder nicht ausreichend lange behandelt wurde kann die Nebenhodenentzündung chronisch werden. Diese verschleppten Nebenhodenentzündungen können zu Vernarbungen der Samenwege und letztlich zu ihrem Verschluss führen. Damit steigt das Risiko für Zeugungsunfähigkeit.
Nicht ausreichend therapierte Hodenentzündungen bergen zusätzlich das Risiko, dass nicht mehr altersentsprechend Testosteron produziert wird. Der Testosteronspiegel kann also absinken. Unfruchtbarkeit und Hormonmangel können also die bleibenden Schäden, von verschleppten Nebenhoden- und Hodenentzündungen sein.
Eine besonders gefährliche Komplikation von Nebenhoden- und Hodenentzündungen, ist die lokale Eiteransammlung, genannt Abzessbildung. Sie kann nicht nur die Entfernung von Nebenhoden und Hoden notwendig machen, sondern auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung = Sepsis auslösen. Hoden- und Nebenhodenentzündungen sollten Sie deshalb immer möglichst zeitnah von uns ärztlich abklären lassen, um irreversible Folgeschäden, zu vermeiden.
Bei der Mumpsorchitis ist dies leider trotz Behandlung nicht immer möglich. Bei daran erkrankten Männer Betroffenen kommt es im Verlauf zu Zeugungsunfähigkeit, weil das Hodengewebe und dadurch die Spermien durch die Entzündung direkt geschädigt werden oder die Hoden danach zu wenige Spermien bilden.
Die Auslöser für die Entzündung dieser Geschlechtsorgane sind meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze.
Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.