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Schule im Rheintal
Der Wunsch nach einer allgemeinen Schulbildung kamm im Rheintal erst im 19. Jh. auf. In Ausnahmefällen waren es Klosterschulen, welche Kindern von ambitionierten Eltern Bildung und Wissen vermittelten. D.h., es waren vor allem Söhne des Adels oder von Vätern, welche eine höhere Amtsstelle bekleideten, welche solche Schulen besuchten.
Die älteste Schule auf dem Lande, welche generell den Kindern das Lesen und Schreiben beibrachte wurde 1229 in Rapperswil urkundlich erwähnt. Auch im Rheintal waren es vorerst die Städtchen, welche den Söhnen begüterter Bürger Gelegenheit boten sich auszubilden. In Rheineck war dies 1424 bereits möglich, in Altstätten um 1470. Dorfschulen (typischerweise Jalbjahrschulen oder Winterschulen) entstanden um 1479 in Berneck und um 1517 im Hof Marbach. Der Unterricht war freiwillig und musste daher von den Eltern bezahlt werden. Der Unterricht wurde meist in Privathäusern, in der Kaplanei oder in der Wohnstube des Lehrers erteilt.
In frühen Erwähnungen der Schulen im Reichshof Kriessern waren Lehrer fast ausnahmslos auch Organisten, welche in der Johanneskirche in Montlingen den Orgeldienst versahen. Diese Art von Unterricht entwickelte sich relativ früh, da Blatten Sitz der äbtische Vögte war. Im Dorf Oberriet und auch in Eichenwies wohnten in der Regel die bedeutenderen Amtsleute des Hofes. Das in den Hofprotokollen erwähnte Schulhaus war vermutlich auch das Ratshaus (1643 für diese Doppelnutzung erbaut). Diese Tradition wurde weitergeführt, bis die private Mädchenschule im Jahre 1971 aufgehoben wurde. In Kriessern ist schon um die Zeit der Pfarreigründung 1733 eine Schule verbürgt. In einem Dankesbrief "den 14 tag Häuwmonath des 1760 jahr" an den St. Galler Offizial (Vertreter des Abtes) verdankte "Johannes Huter, wenigster und schlechter schuhl meister" des Kloster St. Gallen ein Geschenk von 4 Gulden "zur Fortpflanzung unserer armen Schuhl allhier" und erwähnt "dan ich habe schon 21 jahr schuhl gehalten".
Eine Person, welche trotz der eher betrüblichen Schulsituation Erfolg hatte war der spätere Fürstabt Jakob « Gallus II » Alt (1610 - † 1687).
Schulgeschichtliches aus Oberriet und aus dem ehemaligen Hof Kriessern
Oberriet Primarschule
Erinnerungsblätter auf die Einweihung und Eröffnung des neuerbauten Primarschulhauses in Oberriet im Mai 1936 (von Pfarrer Arnold Hürlimann).
Personen
Der in Oberriet amtierende Lehrer Franz Xaver Weder machte um 1800 zu den Entfernungen der Schulen zum Ort Oberriet die folgenden Angaben [AL2009]: « Hauptort [Oberriet], selbst eine starke Viertelstunde, Eichenwies das Gleiche, Moos und Rehag, Kobelwald und Montlingen eine starke halbe Stunde, Freienbach, Grubach und Kobel wird indes eine starke Stunde, Hard 5 Viertelstunden und Griesseren 1½ Stunde entfernt. »
Oberriet Sekundarschule
Eine grosse Bürgerschaft der politischen Gemeinde Oberriet sprach sich Sonntags, den 10. Oktober 1875 im 'Rössli' in Oberriet für Anstrebung einer hiesigen zweistufigen Realschule aus, und beauftragte ein siebengliedriges provisorisches Realschulcomité, die einleitenden Schritte zu tun. Das Comité wurde aus folgenden Herren bestellt:
Am 1. Mai 1876 fand die Aufnahmeprüfung statt. Alle 17 Knaben und 4 Mädchen wurden aufgenommen. Darunter befanden sich 17- bis 18jährige Burschen, die vorher keine Gelegenheit hatten, eine Realschule zu besuchen. Am 15 Mai 1876 begann unter Lehrer Sebastian Rüst die erste Klasse der Realschule Oberriet mit ihrem Unterricht. Vier Tage nach Schulbeginn kam der Befehl: "Als obligatorische Kopfbedeckung soll von sämtlichen Schülern ausschliesslich eine hechtgraue Mütze mit weissem und grünem Band getragen werden".
Präsident Sartory stellte ein eigenes Schullokal (eine ausgediente Werkstatt neben seinem Haus) gratis zur Verfügung). Die ehemalige Post in Oberriet-Eichenwies war ursprünglich eine mechanische Werkstatt. Das Gebäude diente der Sekundarschule im Sommersemester 1876 und von 1910 bis 1914 als Schullokal.
1878 wurden nur 5 Anmeldungen registriert. 1887 verzeichneten die beiden Klassen total nur noch acht Knaben und sechs Mädchen. Nach der Umwandlung der Schule von einer Garantenschule zur Gemeinderealschule am 10. Oktober 1897 ging es mit den Schülerzahlen wieder aufwärts. 1910 konnte erstmals eine freiwillige 3. Klasse eingeführt werden. Die 1. und 2. Klasse von 1913 (siehe Bild oben) musste noch in der Werkstatt zur Schule.
Um einer notwendigen Erweiterung auszuweichen, gründete man im Jahre 1937 eine private Mädchenrealschule. Wiederum übernahm eine Garantenversammlung die Trägerschaft. Als Lehrerinnen wurden Schwestern von Ingenbohl angestellt (welche zu einem bedeutend niedrigeren Lohn arbeiteten als die weltlichen Lehrkräfte).
1876 bis 1909 war die Sekundarschule im oberen Stock des ehemaligen Primarschulhauses (später Rathaus) untergebracht. Von 1937 bis 1971 diente der obere Stock der privaten Mädchenschule als Lokal.
Am 26. November 1911 musste die Realschulbürgerversammlung über den Neubau eines Schulhauses befinden. Am 2. Januar 1914 nahm Realschullehrer Eberle im Neubau (ein "Schulturm" mit zwei Klassenzimmern und einer Lehrerwohnung) den Schulbetrieb auf.
Das Bild oben zeigt die 2. Klasse von 1914/15 im neuen Schulhaus mit Lehrer Eberle.
1923 ging die Schulreise per Auto nach Rapperswil. Die Knaben (im Bild vor dem Schloss Rapperswil) trugen die Schildmütze und die Mädchen ein Kopftuch. Als 1892 der ursprünglich hechtgraue Stoff für die Schirmmütze nicht mehr erhältlich war, welchselte man bei der Mütze auf blau mit weissrotem Band.
Realschule 1932/33, 1. Klasse.
Realschule 1932/33, 2. und 3. Klasse.
Schülervereinigung Jg. 1882 / 1883 am 13. April 1934 auf dem Weg nach Schloss Weinstein
Das Bild zeigt die letzten gemischten Klassen im Jahre 1936, vor der Gründung der privaten Mädchenschule.
Am 28. Februar 1937 beschloss die Garantenversammlung in der Krone in Oberriet einstimmig, die "Private Mädchensekundarschule Oberriet" zu gründen. Der erste Schulrat setzte sich zusammen aus:
Die Schülerinnen wurden bis 1969/70 (Rückzug der ersten Lehrerin) resp. 1970/71 (Rückzug der beiden anderen Lehrerinnen) von Schwestern des Klosters Ingenbohl unterrichtet.
Quelle: 100 Jahre Sekundarschule Oberriet (1876-1976), Alois Loser, 1976 [AL1976].
Eichenwies
Im Jahre 1816 erwarb die neue Schulgemeinde von Anton Stieger, Schneiders, in seinem Hause pachtweise eine "Schulstube" und es wurde der erste Lehrer angestellt in der Person des Herrn Johann Zäch in Montlingen mit einem Gegalt von 33 fl. für Besorgung der Winterschule. Im Jahre 1818 wurde mit dem Verpächter der Schulstube ein Bodenkauf abgeschlossen für einen Schulhausplatz im Betrage von 110 fl. Diese Bodenkaufsumme soll der Schulgemeinde erlassen werden unter der Bedingung, dass dafür dem Verpächter bis zu seinem Ableben jährlich für die Benützung des Lokals 18 fl. ausbezahlt werden, was durch einen schriftlichen Vertrag geregelt worden ist.
Gemäss Dekret des kathol. Grossratskollegiums vom Jahre 1834 wurden alle kathol. Schulgemeinde angehalten, an Stelle der gemieteten Schullokale eigene Schulhäuser zu erstellen. Anno 1841 baute Eichenwies sein neues Schulhaus neben der inzwischen abgerissenen Kapelle.
Im Jahre 1840 wurden die Schulen in Montlingen und Eichenwies auf Anordnung des katholischen Erziehungsrates aus dem bisherigen Schulkreis Oberriet herausgelöst und sie bildeten künftig den Schulkreis Montlingen-Eichenwies, der in etwa dem Gebiet der gleichnamigen Pfarrei entsprach [AL2009].
Viktor Kobler wurde 1867 in Oberriet eingeschult und wechselte aufgrund eines Umzugs seiner Eltern nach Eichenwies 1868 in die Eichenwieser Schnule. Für ihn war dies ein Abstieg, da die Eichenwieser Schule damals im Argen lag. 1873 wurde er frühzeitig (nach 6 Schuljahren) aus der Schule entlassen, da man Platz für jüngere Schüler brauchte (im Zeugnis wurde kurzerhand sein Geburtsjahr abgeändert).
1911 erreichte der Schülerbestand seinen Höhepunkt. 114 Kinder wurden damals von einem Lehrer in zwei Abteilungen im gleichen Schulzimmer unterrichtet.
1913 erwarb die Schulgemeinde ein zweites Haus. In dem darin vorhandenen Sticklokal wurde mit gleichzeitiger Anstellung einer zweiten Lehrkraft die Unterschule untergebracht. Die schultechnischen wie auch die sanitären Verhältnisse waren in beiden Schulhäusern äusserst ungenügend.
Der Erziehungsrat bewilligte im Frühjahr 1953 den Bau eines Schulhauses.
Zusammenfassungen im Zusammenhang mit der Einweihung des Schulhauses in Eichenwies um 1956 von Ernst Eberle, Margrit Stieger und Hans Burkard (Architekt in St. Gallen).
Personen
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Neueres Verzeichnis mit Löhnen
Die Quelle oben stammt aus 'Geschichte der altehrwürdigen Pfarrei Montlingen' [AO1910] von J. Alois Oberholzer.
Oberschule (5. bis 9. Klasse) Eichenwies von 1921:
Montlingen
In den Pfarrbüchern wird um 1780 ein «Aegidius Marquart, Organist und Schuhlmeister allhier» genannt. Dieser hat 1787 an die Pfarrkirche einen ewigen Jahrtag gestiftet.
Eine Gemeindeschule (eine sogenannte 'Schulstube') wird erst 1808 erwähnt. Es dürfte sich dabei um jene handeln, welche der Schule diente, die Lehrer Weder schon im Jahre 1800 in seinem Bericht über die «Hauptschuhl am Oberriedt» aufgezählt hatte. (Die bisherige einfache Schulstube frand an der nordöstlichen Ecke des Friedhofes, unmittelbar im Schatten des Kirchturms.) Am 2. Februar 1816 meldet der Erziehungsrat des Kantons St. Gallen dem löbl. Schulrat der Gemeinde Montlingen (als Folge der 1815 erlassenen neuen Verfassung): « Wohlgeachte Herren! Wir haben mit Misslieben vernommen, dass bei einer grossen Zahl schulfähiger Kinder die Schule äusserst schlecht besucht wird, obgleich der Lehrer geschickt und in seinem Berufe fleissig ist; daher ermahnen wir Sie, für einen bessern Schulbesuch zu sorgen u. saumselige Eltern, laut Gesetz, dem Friedensrichter zur Bestrafung anzuzeigen, indem wir sonst genöthigt würden, gegen Sie selbst klagend aufzutreten. ...» [AL2008].
An der Stelle dieses 1889 gebauten Schulhauses stand das erste Schulhaus mit einer einzigen Schulstube, auf welche 1823 ein zweites Schulzimmer gesetzt wurde.
1823 beschloss die Schul- und Rhodsverwaltung, auf die beim östlichen Eck des Friedhofs gelegene Schulstube eine zweite, neue bauen zu lassen. Ein zweiter Lehrer (Weder) wurde 1827 angestellt und mit einem Jahresgehalt von bescheidenen 35 Gulden besoldet (gesetzlich wären 100 Franken vorgeschrieben gewesen). Dies brachte von seiten der Kommission des kathol. Erziehungsrates (Präsident Falk) prompt einen Rüffel ein. Der Vertrag wurde für Nichtig erklärt und neue Lehrer mussten mit mindestens 100 Fr. besoldet werden.
Am 18. November 1839 beschloss der Schulrat Maria Anna Zäch auf ein Jahr als Arbeitslehrerin zu bestellen (pro Tag zu 20 Kreuzer).
Auf das Examen im Grühjahr 1840 wurde beschlossen: « Am künftigen Examen soll jedem Schulkind für 2 Kreuzer Brod, dem Hr. Schulinspektor und den Hr. Schulräthen und Lehrer jedem eine Mass Wein, Brod und eine Wurst gegeben werden. ». 1848 wurde der Beschluss ergänzt: « ... den austretenden Ergänzungsschülern jedem für 2 Kreuzer Brod und einen neuen Schoppen Wein. ». Obwohl die Rechnungskommission opponierte wurde dieser Brauch weiterhin (bis in die heutige Zeit) aufrechterhalten.
Im Jahre 1840 wurden die Schulen in Montlingen und Eichenwies auf Anordnung des katholischen Erziehungsrates aus dem bisherigen Schulkreis Oberriet herausgelöst und sie bildeten künftig den Schulkreis Montlingen-Eichenwies, der in etwa dem Gebiet der gleichnamigen Pfarrei entsprach [AL2009]. In den neuen Schulrat wählte die Genossenversammlung in der Pfarrkirche Montlingen die folgenden 5 Mitglieder:
Als Ratsschreiber konnte der Ortspfarrer Jos. Martin Fäh gewählt werden [AL2008].
Am 19. Dezember 1840 wurde die folgende Weisung erlassen: « Die Lehrer sollen aufgefordert werden, dass sie bessere Aufsicht über die Jugend beim Gottesdienst halten als bin anhin, so dass an Sonn- und Feiertagen Vor- und Nachmittag wenigstens ein Lehrer dem Gottesdienst beiwohne. »
1842 wurde der neue Pfarrer Jakob Breu Präsident. Er hatte diesen Posten jedoch nur ein Jahr, da er danach als Schulinspektor des Inspektoratsbezirks Oberriet gewählt wurde.
Der Schulkreis Montlingen-Eichenwies blieb bestehen bis zum Eintritt der neuen Verfassung im Jahre 1861, die auch das konfessionell getrennte Schulwesen aufhob und eine paritätische Erziehungsbehörde ins Leben rief.
1865 wurden die Schulen nach Geschlechtern getrennt. In diesem Jahr wurde eine Lehrschwester angestellt. Die Mädchenlehrerin erhielt 600 Franken (ab 1889 800 Franken pro Jahr). Der Lehrer an der Knabenschule erhielt 850 Franken (ab 1889 1300 Franken).
Im Sommer 1889 wurde das alte Schulhaus mit seinen Lehmöfen und Butzenfenstern im oberen Lokal und mit der Klosterzelle für die Lehrschwester im Dachgiebel fast gänzlich abgebrochen, erhöht und gegen Norden bedeutend erweitert [AO1910]. Der Bau wurde an Euseb Gächter in Oberriet und an Anton Baumgartner in Montlingen vergeben und kostete 18'000 Franken.
Im November 1889 wurden die Winterhalbjahrschulen in Halbtagjahrschulen umgewandelt, wobei die oberen Kurse jeweils am Vormittag und die unteren Kurse am Nachmittag die Schule besuchten.
Im Sommer 1903 wurde in Montlingen eine Wasserversorgung samt Hydrantennezu eingeführt. Der Schulrat beschloss, dafür zu sorgen, dass für das Schulhaus ebenfalls zwei Wasserhahnen abonniert wurden. 1904 wurde dann der Beschluss gefasst auch das elektrische Licht zu abonnieren.
Am 19. November erfolgte die Umschaffung des vierten Kurses an der Knaben- und Mädchenschule in eine Ganzjahrschule. Und im Sommer 1904 wurden die nach Geschlechter getrennten Schulen in eine gemische Ober- und Unterschule umgestaltet. Die Lehrschwester wurde von der Arbeitsschule entlastet und die neue Nählehrerin, Fräulein Frieda Lüchinger z. Schäfle, für wöchentlich drei halbe Tage mit 240 Franken pro Jahr besoldet. Für die Arbeitsschule wurde ein separates Lokal gemietet.
Im Frühling 1908 wurde mit dem Bau des neuen Schulhauses 'Bergli' begonnen (bereits mit elektrischem Licht). 1909 durften dann die Klassen ins neu erbaute Berglischulhaus umziehen. Das bisherige Schulhaus wurde zum Wohnhaus umgebaut. Die beiden kleinen Wohnungen im Dachgeschoss wurden zu einer Wohnung zusammengelegt und 1910 wurde das obere Klassenzimmer in eine Lehrerwohnung umgebaut (die Arbeitslehrerin, eine Ingenbohler Schwester, war bis dahin in der Schwesterngemeinschaft im Armenhaus Feldhof in Oberriet untergebracht - sie verdiente mit 725 Franken wesentlich weniger als aine weltliche Lehrerin). Das untere Klassenzimmer wurde erst 1936 umgebaut, da bis dahin dort die Näherei Lutz & Klee untergebracht war. Am 21. April 1961 erwarb Paul Zigerlig das Haus für 25'500 Franken. 1967 zog die Schwesterngemeinschaft aus (in die Wohnung im Kindergarten Agersten). 1968 ging das Haus käuflich an seinen Bruder Benno Zigerlig über, der 1970/71 einen umfassenden Innenumbau vornahm. Bei diesem wure die Anordnung der Fenster geändert (damit verschwanden die grossen Kreuzstöcke, die dem Gebäude den typischen Schulhaus-Charakter gegeben haben).
Als im Jahre 1928 erstmals eine Ordensschwester aus dem Kloster Inganbohl an die Arbeitsschule geholt werden konnte, befasste man sich auch schon mit der Schaffung eines Kindergartens. Das Vorhaben scheiterte jedoch aus finanziellen Gründen.
Im Bild oben aus dem Jahre 1934 ist die 3. und 4. Klasse mit Lehrer Viktor Wachter und Kaplan Schmid abgebildet. Im Giebel des Haupteingangs ist die Jahreszahl 1908 erkennbar. Diese Jahreszahl wurde 1962 entfernt. Quelle: [AL2008], p. 18.
Pfarrer und Schulpräsident Anton Heim, der von der Posthalterin Fanny Neumeyer tatkräftige Unterstützung erhielt,
griff in den 40er Jahren das Thema 'Kindergarten' wieder neu auf.
In der Wattenau (an der Rheinstrasse) fand man ein ausgedientes Sticklokal,
welches einfach als Klassenzimmer eingerichtet werden konnte.
Im Frühjahr 1944 schickte das Kloster Ingenbohl Sr. Fernanda Ruppnig als erste Kindergärtnerin nach Montlingen.
Der Besuch war freiwillig und so mussten die Eltern ein Schulgeld bezahlen.
Anfänglich kamen auch Kinder auch Eichenwies nach Montlingen
Die Ingenbohler Schwester Fernanda-Maria Ruppnig eröffnete 1944 mit den Jahrgängen 1938/39 den ersten Kindergarten. Quelle: [AL2008], p. 52.
Im Bild oben aus dem Jahre 1956 ist die 2. Klasse (Jahrgang 1942) zu sehen mit ihrer Lehrerin Dolores Wüst. Quelle: [AL2008], p. 21.
Im Bild oben aus dem Jahre 1956 ist die 5. und die 6. Klasse zu sehen mit ihrem Lehrer Martin Hangartner. Quelle: [AL2008], p. 20.
Das Bild zeigt den Jahrgang 1956 mit seinem Lehrer Walter Mattle. Quelle: [AL2008], p. 24.
Die Jahrgänge 1960/61 mit Sr. Myrtha im Kindergarten Agersten. Quelle: [AL2008], p. 53.
Im Bild oben aus dem Jahre 1966 ist - gemäss [AL2008] - die 1. Klasse resp. der Jahrgang 1956 zu sehen mit ihrem Lehrer Alois Loser.
Wenn das Bild tatsächlich die 1. Klasse darstellt, dann wäes es etwa der Jahrgang 1959. Anderenfalls wäre es die 4. Klasse.
Die Primarschulgemeinde erstellte im Jahre 1976/77 den Kindergarten Studen. 2003 kam im gleichen Areal der Kindergarten-Pavillon als Provisorium dazu.
Kobelwald
Zusammenfassung aus [AL2009].
In Anbetracht der Entfernungen der einzelnen Rhoden und Weiler zur Hofschule in Oberriet ist anzunehmen, dass auch um Berggebiet schin Ende des 18. Jh. Unrterrichtsmöglichkeiten geschaffen wurden, wenn auch auf eher niedriger Stufe. Die älteste Erwähnung betreffend eine solche Schule in Kobelwald findet sich in einem Steuerrodel von 1794.
Das Bild oben zeigt untere Klassen im alten Schulhaus von Hub-Hard mit Lehrer Alois Wüst, um 1920.
Im Jahre 1840 wurden die Schulen in Montlingen und Eichenwies auf Anordnung des katholischen Erziehungsrates aus dem bisherigen Schulkreis Oberriet herausgelöst.
Das älteste Protokoll im Archiv der Schulgemeinde Kobelwald-Hub-Hard beginnt im Jahre 1843: "Protokoll für Besammlungsbeschlüsse der Schulgenossenschaft Kobelwald". Die erste protokollierte Versammlung führte am 21. Mai 1843 Präsident Johannes Baptist Kühnis, Kobelwald. Schreiber war Johann Baptist Gächter.
Das älteste Dokument bezüglich einer eigenen Schule im Berggebiet trägt den Titel "Protokoll für Verhandlungen des Schulraths und für Beschlüsse der Versammlung des Schulkreises Kobelwald 1847". Die erste Sitzung fand am 28. Juli 1847 in der Pintenwirtschaft zu Kobelwald statt. In dieser wird der Badwirt Dietrich gerügt: "Der Schulrat gibt sein Missfallen zu Protokoll, dass Herr Badwirth Dietrich (Bad Kobelwies) seine Kinder ohne irgend eine Anzeige an den Schulrath aus der Schule Hub Hard entzogen, nachdem er dieselben den ganzen Winter dorthin geschickt hat aus besonderer Begünstigung des Schulraths.".
Obwohl die Schulen im Berggebiet nicht wie andernorts als 'katholische Schule' bezeichnet wurden, so standen sie doch nur katholischen Kindern offen. Im Februar 1865 stellte Kobelwald an den Erziehungsrat das Ansuchen auch die evangelisch niedergelassenen Einwohner zuzulassen (deren Kinder besuchten bis anhin die ausschliesslich reformierte Schule in Eichberg). Am 17. März 1865 entsprach die Erziehungsbehörde diesem Ansuchen und nannte auch die drei betreffenden Familien: a) Johannes Kuster, zum Kreuz, Kobelwald, b) Florian Ahorn, zum Bad, Kobelwies, c) Jakob Schneider, zur Säge, Kobelwies.
Am 8. Januar 1871 wurde die Grenze zwischen den Schulgemeinden Kobelwald und Hub-Hard klar definiert. Der Kobelwieserbach stellt die Grenze dar mit Ausnahme des Hauses von Johannes Benz, Gabelmacher, deren Bewohner auch fürderhin der Schulgemeinde Kobelwald zugeteilt blieben.
Pfarrer Karl Thüringer - damals Mitglied des Bezirksschulrates - stellte am 26. März 1899 den Antrag das neue Schulhaus zu bauen. Dem wurde zugestimmt und dem damaligen dreiköpfigen Schulrat wurde eine Baukommission bestehend aus den Mitgliedern Ortspfarrer Karl Thüringer, Josef Anton Stieger, Pfleger, Fidel Stieger, Verwalter, und Ulrich Schneider, Säger, Kobelwies, gewählt.
Für das Grundstück wurde Land von Johann Bösch (Schulrat und Zimmermann), Eduard Kühnis und Johann Kobler (Sohn) erworben.
Das Gebäude wurde am Sonntag, dem 3. Juni 1900 mit einer einfachen, aber würdigen Feier eingeweiht. Präsident der Festkommission war Pfarrer Karl Josef Thüringer. An diesem Tag begannen auch die Sommerferien. Es ist daher anzunehmen, dass die Schüler erst zum Beginn der Winterschule am 4. November 1900 ins neue Schulhais eingezogen sind.
In der Zeit des Schulhausbaues schrieb der Kanton vor, dass bei jedem Schulhaus «ein gutes Wasser» vorhanden sein müsse. dies war jedoch beim Brunnen vor dem Schulhaus nicht der Fall. Im Jahre 1904 zeichnete der Schulrat Kobelwald zeichnete vorerst einen Hahnen in das Schulzimmer. Für den zweiten Hahnen in die Küche der Wohnung erwartete er vom Lehrer einen Beitrag, wozu aber Lehrer Giger nicht bereit war. Der Schulrat stellte es daher der Bürgerversammlung anheim, über diese Installation zu entscheiden. Die Versammlung vom 5. Juni 1904 beschloss dann: «In hies. Schulhaus zwei Wasserhahnen zu erstellen u. zwar den ersten vor dem Schulzimmer im Gang, den zweiten in der Küche der Lehrerwohnung.»
Der Schulrat Kobelwald beauftragte erst am 16. Mai 1915 die Gebrüder Kolb (Hugo und Ernst), Elektriker in Oberriet, eine Kostenberechnung über die elektrische Beleuchtung ins Schulhaus zu erstellen. Ein gutes Jahr später hatte eine ausserordentliche Versammlung über ein Gutachten betreffend dieser Sache zu befinden. Darin schrieb der Rat: «Die Frage betreff Einführung elektrischer Beleuchtung ins Schulhaus ist sozusagen zur Tagesfrage geworden, da bald der grösste Teil unseres Dorfes sich doch entschlossen hat, den Abonnenten der elektrischen Beleuchtung beizutreten, zumal das Petrol ein so teurer Artikel geworden.» (Im Januar 1917 wurde an Stieger, «Schäfle», für einen Liter Petrol Fr. 2.52 bezahlt.) Anfangs 1917 wurden 5 (anstelle der ursprünglich geplanten 6 Lampen) installiert. Im Sommer 1919, also mehr als zwei Jahre nach der ersten Installation, befasste sich der Schulrat mit der Ausweitung des elektrischen Lichtes in die Lehrerwohnung. Am 8. Juni 1919 genehmigte die ausserordentliche Bürgerversammlung dieses Vorhaben. Lehrer Kistler musste gemäss Vereinbarung Fr. 95.40 übernehmen.
Schule Kobelwald um 1934 mit Pfarrer Georg Egle (links) und Lehrer Anton Scherzinger (rechts).
Im Schuljahr 1936/37 zählte die Gesamtschule 89 Kinder, 68 von Kobelwald und 21 von Freienbach-Stein.
Im Schuljahr 1938/38 waren bei Schulbeginn in der Unterschule (1.-3. Klasse) 39 Kinder und in der Oberschule (4.-6. Klasse) 46 Kinder.
Trotz dieser Verbesserungen resignierte Lehrer Scherzinger von der Oberstufe per 31. Oktober 1937
Schule Kobelwald, 2. und 3. Klasse, Jahrgänge 1938 / 1939 mit Lehrerin Ida Goldener. Die Aufnahme muss etwa um 1946 / 1947 entstanden sein.
Klassenfoto von 1959 mit der 4. bis 8. Klasse von Lehrer Erich Spirig.
Klassenfoto von 1965 mit der 1. bis 3. Klasse von Lehrerin Kreszentia Keiser.
Klassenfoto von 1965 mit der 4. bis 6. Klasse von Lehrer Hermann Blöchlinger.
Klassenfoto von 1965 mit der 4. bis 6. Klasse von Lehrer Hermann Blöchlinger.
Erste Kindergartenklasse 1972 von Schwester Vitalis Bon (Franziskaner-Schwester aus dem Franziskusheim in Eichenwies).
Klassenfoto (um 1974) mit Lahrer Hermann Blöchlinger, Jahrgänge 1960 bis 1963.
Freienbach
Zusammenfassung aus [AL2009].
Die «Hauptschuhl» des Hofes in Oberriet stand auch den Freienbacher Kindern offen.
Zieht man aber die damaligen Strassenverhältnisse und die enormen Distanzen in Betracht, dann war doch der grössere Teil der Bergkinder mit einem Schulbesuch im Tal überfordert.
Das älteste Buch ist ein Kassabuch, das mit folgendem Titel beginnt:
«Schulrechnung, abgelegt von Schulvogt Hr. Ulrich Kobler im Freyenbach der Schulverwaltung alda. d. 24. Nov.1829.»
Auf der einen Seite stehen die Einnahmen: Sie betragen in sieben Posten 64 Gulden 10 Kreuzer.
Interessant darunter sind folgende: «Von Jos. Mattly auf der Stieg f. 3 Kinder schulen 3 Gulden, von Joh. Kühnis auf der Stieg f. 1 Kind schulen 1 Gulden.»
(Die Kinder auf der Stieg wären eigentlich nach Oberriet schulpflichtig gewesen.)
Auf der andern Seite sind die Ausgaben eingetragen. Die fünfzehn Posten ergeben die Summe von 66 Gulden 33 Kreuzer.
Auch hier sind einige davon bemerkenswert:
Das alte, nach Osten ausgerichtete Schulhaus in Freienbach war gleich gegenüber der alten Kapelle.
Die Kinder von Freienbach am Eingang des alten Schulhauses (links). Hinten, vor der Krone, einige Hausfrauen oder Bedienstete.
Klassenfoto (Gesamtschule) vom 17. April 1912 mit der Lehrerin Marie Steiner von Brunnen (SZ). Fräulein Marie Steiner war die erste Lehrerin in Freienbach.
Die Schule in Freienbach litt andauernd unter finanziellen Problemen. Ein besonderer Glücksfall war das Vermächtnis von Marie Lüchinger ("Kaufmanns") im Jahre 1920. Laut Testament erhielten die Schul- und Kapellgemeinde Freienbach 950 Franken (wovon die Schule 450 Franken).
Finanziell war dies ein Tropen auf den heissen Stein. Freienbach konnte am 17. Oktober 1923 an einer Konferenz mit dem Erziehungschef, Landammann Dr. Weber und weiteren Vertretern der Oberbehörde, vorbringen. Dabei kam erstmals die mögliche Verschmelzung mit der Schulgemeinde Kobelwald zur Sprache. Diese wurde dann am 13. Mai 1936 durch einen Beschluss des Kantonsrates besiegelt.
Am 22. Juli 1936 kam der Schulrat Freienbach in der 'Krone' zu seiner letzten Sitzung zusammen. Das Kassenbüchlein enthielt den stolzen Betrag von 16'583.60 Franken. Und dieses musste an Kobelwald abgegeben werden.
Hub / Unterkobelwies
Im Verzeichnis des Oberrieter Lehrers Weder vom Jahre 1800 zuhanden des zuständigen Ministers im damaligen Kanton Säntis wird auch eine Schule in Hard erwähnt, fünf Viertelstunden von Oberriet entfernt. Der lange Weg dürfte Eltern davon abgelaten haben, die Schüler nach Oberriet zu schicken. Die Lehrer der Schulen bezeichnen sich denn auch als "Bauernsöhne". Wie damals üblich wurde auch hier nur im Winter unterrichtet, vermutlich in einer Bauernstube. Der Inspektor, Pfarrer Binzegger von Kobelwald, wünschte sich bereits damals Hard und Hub zusammenzulagen um die Ressourcen zu bündeln und ggf. einen "anständigen Lehrer zu unterhalten".
1836 wird das gemeinsame Schulhaus Hub-Hard gebaut.
Die "Schulfönd" wurden jedoch (bis zur Verschmelzung von Hard und Hub) weiterhin von Hard und Hub separat verwaltet (letzterer Fond war am 21. Mai 1857 mit 5427.02 Franken vermutlich bedeutend höher dotiert als derjenige von Hard). Dies drückte sich in äusserter Zurückhaltung bei Anschaffungen aus. Als im Dezember 1858 der einheimische Lehramtskandidat J.J. Dietsche als Lehrer eingesetzt wurde, mahnte der Kreisschulrat Kobelwald: "In der Schule Hub-Hard wird der Schulgutsverwaltungsrath schriftlich angegangen, wenigstens eine neue Wandtafel anzuschaffen.".
Gesamtschule 1. bis 8. Klasse in Hub-Hard von Lehrer Albert Holenstein (um 1947).
Zu jedem Schlhaus gehörte nach damaliger Vorschrift ein Brunnen mit gutem Wasser (für die Schule, aber auch für die Lehrerwohnung). Im Sommer 1873 beschloss der Schulrat "noch diesen Herbst einen laufenden Brunnen erstellen zu lassen". Der erste Brunnen (mit Holztücheln) lieferte offenbar "schlechtes" Wasser. Erst im Oktober 1882 wurde eine vermeintlich bessere Quelle gefunden (beim Rank bei Hilarius Hilti). Lehrer Kobler übernahm von den 217.50 Franken deren 30. Im Winter 1893/94 lieferte dieser Brunnen gar kein Wasser. Eine neue Quelle in der Neugasse wurde 1894 für den Brunnen erschlossen (Besitzer Johann Dietschi, Sticker in der Watt, verkaufte diese für 30 Franken). 1904 versiegte der Brunnen erneut. Man beschloss haher die erste Quelle mit den Holtücheln wieder neu zu legen und die Quelle neu zu fassen.
Nach dringenden Reparaturen (die Schulzimmerdecke, resp. der Boden der Lehrerwohnung hatte sich um 20 cm gesenkt), welche um Jahrzehnte verschleppt wurden, wurden 1899 12 neue Schulbänke (von Schreiner Bischoff in Altstätten) eingesetzt. 1913 wurde auf Wunsch des Lehrers im Estrich ein zusätzliches Schlafzimmer eingebaut. Ebenso erhielt die Küche erstmals einen Schüttstein mit Ablauf nach aussen. 1921 gab es dann elektrisches Licht. 1937 regte Lehrer Wüst erneut an, bei der notwendigen Brunnenreparatur auch eine Hauswasserleitung zu erstellen. Doch erst 1955 wurde dieses Vorhaben realisiert!
1939 wurde klar, dass eine Gesamtschule mit über 80 Kindern gesetzlich nicht konform ist. Im Herbst 1940 erklärte sich Kobelwald bereit, auf Zusehen hin die acht Schüler aus Kobelwies aufzunehmen. 1945-47 wurden drei Standorte für das neue Schulhaus evaluiert: 1) am alten Dürrenbach, 2) bei der neuen Dürrenbachbrücke (Strasse Watt-Hard), 3) an der Strassenkreuzung Oberriet-Hard und Kobelwies-Eichberg, wobei die Bemerkung fiel "dass der Standort des alten Schulhauses als ein Schattenloch bezeichnet werde". Es wurde der Bauplatz nordwestlich des alten Schulhauses gewählt. Am 7. November 1952 konnte die Einweihung des neuen Schulhauses gefeiert werden. Zur Schonung des Neubaus schaffte die Schule 38 Paare Finken à 6 Franken an. Das alte Schulhaus (mit Ausnahme des Schulzimmers) wurde für 30 Franken pro Monat vermietet. Im Herbst 1957 erhielt das Schulhaus einen Telefonanschluss un ein (Occasions-) Klavier.
1964 wurde das alte Schulhaus an Linus Dietschi zum Preise von 18'000 Franken verkauft. Nach einer Erweiterung wird es heute als Wohnhaus benutzt.
Ebenfalls 1964 wurde die 7. und 8. Klasse in Hub-Hard aufgelöst. Die Schüler gingen danach in eine der umliegenden Abschlussklassen. Nachdem 1965 auch Eichberg Abschlussklassen eingeführt hatte, hatten die Schüler die Wahl zwischen Montlingen und Eichberg.
Am 25. April 1996 wurde der Entscheid gefällt, die Schulen Freienbach-Kobelwald-Hub-Hard zu fusionieren. Dies wurde per 1. Januar 1998 vollzogen. Die Schüler fahren per Schulbus zum entsprechenden Schulhaus. 1996 Kindergarten und die 5. und 6. Klasse in Kobelwald, 1. bis 4. Klasse in Hub-Hard. 2001/2002: Kindergarten bis 2. Klasse in Kobelwald, 3. bis 6. Klasse in Hub-Hard. Seit 25. September (mit dem Erweiterungsbau in Kobelwald) gehen alls Schüler nach Kobelwald. Seit der Fassadebsanierung 2008 erstrahlt das Schulhaus in roter Farbe.
Kriessern
Im Dorf Kriessern hat es bereits bei dessen Trennung von der Mutterpfarrei Montlingen 1743 eine eigene Schule gegeben.
In [AL2009] wird auf Seite 7 ein Dankesbrief an den St. Galler Offizial erwähnt: « den 14ten tag Häuwmonath des 1760 jahr » verdankt « Johannes Huter, wenigster und schlechter schuhl meister » dem Kloster St. Gallen ein Geschenk von 4 Gulden « ... zur Fortpflanzung unserer armen Schuhl allhier », und er erklärt seine Gründe für die Dankbarkeit: « Dan es ist weit herumb kein schlechtere schuhl pfrund als zu Krieseren. Dan das schuhlen ist mich ale zeit ring an komen, sonst hete ich es nicht gethan. Dan ich habe schon 21 jahr schuhl gehalten und hab niemalen müssen darumb anhalten, laute dessen, dass ein so schlechter belohnung zu verdienen ist. ... Und was kann ein schulhl meister sambt den under gegebenen schuhl kinder wegen sechs wochen und noch gewartig sein muss, was ihm auf dem schlechten boden waxe; dan wan es nasse sümer gibt, so liegt an etlichen orten das wasser darinen. ».
1859 findet man die Schule im sogenannten Lachendorf, damals Altstätterstrasse 122, später Altstätterstrasse 5. Zwei Lehrkräfte unterrichten die gesamte Schülerzahl.
Weil das Schulhaus unter den Rheinüberschwemmungen immer stark litt, sollte es 1885 etwas aufgestockt und renoviert werden. Infolge der Nachlässigkeit der Bauleute stürzte das Haus bei diesem Vorhaben ein.
Der Neubau erhielt dann einen gemauerten Unterstock, während die beiden oberen Stockwerke in Fachwerk erstellt wurden. Auch dieses Schulhaus (siehe Bild unten) befriedigte aufgrund der hohen Unterhaltskosten nicht. Anfangs der 20er-Jahre entschloss man sich für einen Neubau.
Quelle der Bilder: Google Map Bilder von 2014 (heruntergeladen am 28. Oktober 2018).
Quelle des Bildes: Rheintaler, Kurt Latzer 9 Juli 2015.
Im Jahre 2015 wurde dieser Bau abgerissen. Anton Hutter war zwölf Jahre lang Präsident der Primarschulgemeinde Kriessern, ihm gehörte später auch die Liegenschaft 'Altstätterstrasse 5'. Sein Schwager hatte das einstige Schulhaus 1994 der Schulgemeinde abgekauft. Nach dem Tod seiner Schwester hat Anton die Liegenschaft übernommen. Das Anpassen des Hauses und seine Instandstellung wäre sehr teuer gewesen, weshalb sich Anton letztlich für den Abbruch entschied.
Quelle des Bildes und auch einiger Textpassagen: Unser Rheintal (1957) p. 130.
Architekt Johann Peter Labonté (* 24. November 1866 in Weisenau bei Mainz; † 21. Juni 1945 in Heerbrugg) erhielt den Auftrag, auf der neu erworbenen Liegenschaft von Baumgartner Edmund's Erben ein Gebäude zu projektieren, das auf lange Sicht hinaus den Bedürfnissen genügen würde. Ein erstes Projekt wurde vom Heimatschutz abgelehnt, das zweite fand auch die Genehmigung der Bürger. 1921/22 wurde das Vorhaben realisiert. Das Schulhaus bot drei Lehrstellen und der Arbeitsschule Platz und wies im Dachstock zwei Wohnungen auf.
Quelle des Bildes und auch einiger Textpassagen: Unser Rheintal (1957) p. 130.
Aber schon Ende der Vierziger Jahre drängte sich immer mehr die Notwendigkeit auf, für einen vierten Lehrer Raum zu schaffen und die Abschlussklassen einzuführen. Hiefür genügten die Räume nicht und es musste ein Ausbau vollzogen werden. Da ein Erweiterungsbau im bestehenden Schulhaus aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kam, wurden die neu benötigten Räume in einem Neubau untergebracht.
Eine Lawine begrub am 24. Februar 1957 das hoffnungsvolle und vielversprechende Leben des erst 24-jährigen Lehrers Theo Germann.
Quelle des Bildes und des Texts: Unser Rheintal (1958) p. 150.
Fragen bitte per e-Mail an mich!
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Erstellt durch Daniel Stieger (letzte Nachführung am 28. Oktober 2018)