Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03184.jsonl.gz/857

Er hat wiederholt Kontakt aufgenommen, um auf die fehlgeleiteten E-Mails hinzuweisen. Das US-Verteidigungsministerium verwendet die .mil-Domain.
Laut der Financial Times enthalten die E-Mails verschiedene sensible Daten, darunter „medizinische Daten, Identitätsinformationen, Besatzungslisten von Marineschiffen und Militärbasen, Karten, Fotos von Basen, Inspektionsberichte, Verträge, rechtliche Vorwürfe gegen Personal, interne Untersuchungen zu Mobbing, offizielle Reiseprotokolle, Buchungen sowie Berichte über Steuern und Finanzen“. Auch Dritte, wie beispielsweise Waffenhersteller, sollen E-Mails an .ml-Adressen geschickt haben. Übrigens soll der Großteil des E-Mail-Verkehrs der US-Armee aus Spam ohne sensible Informationen bestehen. Auch das niederländische Militär hat angeblich einige E-Mails an die entsprechenden Adressen geschickt.
Der Niederländer Johannes Zuurbier, Geschäftsführer von Mali Dili, entdeckte vor zehn Jahren, dass die .ml-Domain versehentlich als Zieladresse für E-Mails von US-Militärbehörden verwendet wurde. Dadurch erhielten verschiedene .ml-Adressen insgesamt Millionen von E-Mails von der US-Armee. Er hat das Problem mehrmals bei verschiedenen Stellen gemeldet, aber bisher hat sich die Situation nicht geändert. Übrigens ist der Vertrag von Mali Dili kürzlich ausgelaufen, so dass die .ml-Domain jetzt direkt von der malischen Regierung verwaltet wird.
Ein Sprecher des Pentagons sagte gegenüber der FT, dass sich das US-Verteidigungsministerium des Problems bewusst sei. E-Mails, die von der .mil-Domain an die malische E-Mail-Domain gesendet werden, sollen automatisch erkannt werden, und der Absender müsse dann die Richtigkeit der E-Mail-Adresse bestätigen. Es ist jedoch unklar, wie Zuurbier dennoch über hunderttausend E-Mails sammeln konnte und wie insgesamt Millionen von E-Mails an .ml-Adressen gesendet wurden. Die Zeitung stellt auch die Frage, was mit den sensiblen Daten geschieht, da Mali die .ml-Domain nun wieder verwaltet. Das westafrikanische Land soll enge Beziehungen zu Russland haben.