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17.07.2023
Haben Sie Spannungsgefühle und Schmerzen in Ihren Beinen und vielleicht auch an Ihren Armen, wobei diese gleichzeitig in ihrem Umfang immer weiter zunehmen? Dann leiden Sie vielleicht an einem Lipödem, wobei es sich um eine Fettverteilungsstörung handelt, die in drei Stadien unterteilt wird. Die Stadien kennzeichnen, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. In der medizinischen Literatur finden sich immer wieder Angaben, dass bei 30 oder 60 Prozent der Lipödem-Patientinnen auch die Arme betroffen sind, jedoch sind in Wirklichkeit die Arme in den meisten Fällen ebenfalls betroffen. Da die Betroffenen aber hauptsächlich wegen ihrer Beinschmerzen einen Arzt aufsuchen und dann normalerweise auf ein mögliches Venenleiden untersucht werden, bleiben die Arme unbeachtet. Das Muster der Fettverteilung an den Armen gleicht normalerweise dem der Beine.
Das Lipödem ist eine chronisch-fortschreitende Erkrankung, die durch eine Fettverteilungsstörung gekennzeichnet ist und sich symmetrisch über Hüfte, Po, Beine sowie Arme erstrecken kann. Die Ursache der Erkrankung ist leider noch weitestgehend ungeklärt. Die Erkrankung tritt fast ausschliesslich bei Frauen auf und kann durch starke hormonelle Umschwünge in der Pubertät, bei Schwangerschaften oder während der Menopause ausgelöst oder verstärkt werden. Das Lipödem ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Symptome durch konservative Therapie sowie ein gutes Selbstmanagement lindern. Schon im ersten oder zweiten Stadium können Betroffene unter starken Schmerzen leiden, doch wenn die Erkrankung rechtzeitig diagnostiziert wird, kann eine angemessene Behandlung die Beschwerden merklich lindern.
Das Lipödem bezeichnet eine angeborene Fettverteilungsstörung, wobei eine deutliche Disproportion zwischen Leib und Extremitäten massgeblich ist. Dieses Missverhältnis entsteht durch eine gestörte Lymphbildung im lipödematösen Fettgewebe: Die vermehrte Anzahl an Fettzellen führt zu einer ungezügelten Vermehrung des Unterhautfettgewebes an Beinen und/oder Armen, wodurch mehr Lymphflüssigkeit produziert wird, als über die Lymphgefässe abtransportiert werden könnte.
Hände, Füsse, Bauch oder Hüften sind von der Erkrankung nicht betroffen, sodass die Körperproportionen vollkommen asymmetrisch wirken. Charakteristisch sind hier überaus stämmige Beine, aber schlanke Füsse.
Generell wird die Fettverteilungsstörung in drei Stadien eingeteilt, die den Schweregrad auf Grundlage der Struktur des Gewebes sowie der Ausprägung der Fettpolster reflektieren. Die Schmerzen spielen hierbei keine Rolle, da diese auch bei einem Lipödem Stadium 1 oder einem Lipödem Stadium 2 genauso ausgeprägt sein können wie bei einem Lipödem Stadium 3.
Ein Lipödem Stadium 3 ist durch hartes, verdicktes Gewebe gekennzeichnet. Darüber hinaus sind grossflächige, überhängende Fettlappen – sogenannte “Wammen” – charakteristisch für Stadium 3. Der Umfang der Extremitäten sind zudem äusserst ausgeprägt, wodurch die Proportionen der verschiedenen Körperteile nicht mehr übereinstimmen. Diese Disproportion ist hierbei viel deutlicher als in den ersten beiden Stadien.
Nach Meinung von Experten ist bis zu jede zehnte Frau in Europa von dieser Krankheit betroffen, wobei die Dunkelziffer schätzungsweise noch viel höher sein kann, da durch die äussere Erscheinungsform ein Lipödemhäufig als Adipositas diagnostiziert wird. Gleichzeitig wird die Krankheit bei normal- bis untergewichtigen Frauen oftmals übersehen. Solange keine korrekte Diagnose gestellt wird, haben die Betroffenen zumeist einen langen Leidensweg vor sich.
Die Unterscheidung eines Lipödems in die drei Schweregrade wird unabhängig von der Symptomatik und der Schmerzen getroffen. Stattdessen erfolgt sie basierend auf der Beschaffenheit der Haut und des Gewebes sowie der Umfangsvermehrungen der Extremitäten. Generell grenzt sich ein Lipödem Stadium 3 folgendermassen von den anderen beiden Stadien ab:
Lipödem Stadium 1: Die Hautoberfläche ist noch glatt, doch das Unterhautfettgewebe ist bereits gleichmässig verdickt, die Fettstruktur zeigt sich feinknotig. Auch hier können schon gering ausgeprägte symmetrische Fettgewebsverdickungen ertastet werden.
Lipödem Stadium 2: Die Hautoberfläche ist nun uneben und von Dellen sowie Beulen geprägt. Die Fettstruktur ist grobknotig, die Disproportionen werden immer deutlicher.
Lipödem Stadium 3: Eine harte, derbe Gewebestruktur sowie überhängende, grosse Fettlappen sind typisch. Arme und Beine sind in Umfang und Volumen auffallend ausgeprägt, die Disharmonie der Körperteile ist deutlich erkennbar.
Bei einem Lipödem Stadium 3 sind die Symptome der Betroffenen verschieden stark ausgeprägt. Allgemein sind die folgenden sechs Hauptsymptome erkennbar:
Im Stadium 3 ist die Fettgewebsvermehrung an Beinen und/oder Armen am stärksten ersichtlich. Vor allem die Beine sind betroffen, jedoch finden sich in ca. 90 Prozent der Fälle auch an den Armen Fettansammlungen.
Die Fettverteilungsstörung tritt bei einem Lipödem 3 immer symmetrisch auf. Die starke Zunahme des Umfangs ist dementsprechend an beiden Beinen und/oder Armen gleichermassen vorhanden. In vielen Fällen leiden die betroffenen Frauen an schmerzhaften Reiterhosen vom Knöchel bis zur Leiste bzw. vom Handgelenk bis zur Schulter.
Die Hautoberfläche ist bei einem Lipödem Stadium 3 äusserst uneben, das Gewebe ist hart und derb. Darüber hinaus kommt es zur Wammenbildung, was bedeutet, dass grosse Fettlappen überhängen.
Sowohl spontane Schmerzen als auch unangenehme Schwere- und Spannungsgefühle, die im Laufe des Tages stärker werden, sind typisch für ein Lipödem im Stadium 3. Bereits leichte Berührungen führen häufig zu starken Schmerzen.
Unter Ödemen sind krankhafte Flüssigkeitsansammlungen im Fettgewebe zu verstehen. Sie werden durch langes Stehen oder Sitzen intensiviert und können bei einem Lipödem Stadium 3 starke Schmerzen hervorrufen, die auch nicht gelindert werden, wenn die Betroffenen ihre Beine hochlegen.
Die Kapillarfragilität ist bei einem Lipödem Stadium 3 bereits sehr gesteigert, was schnell zur Bildung von blauen Flecken aufgrund leichter Stösse oder geringen Druckbelastungen führen kann.
Typische Anzeichen eines Lipödems im Stadium 3:
- übermässige Zunahme an den Beinen
- Verhärtung des Gewebes
- Bildung von Wammen: grobe Fettlappen mit überhängendem und deformierendem Gewebe
- X-Beine und Störung des Gangbildes
Lipödem Stadium 2 und Lipödem Stadium 3 gehen fliessend ineinander über, jedoch können dazwischen Jahre liegen. Bei hormonellen Schwankungen kann jedoch das Lipödem Stadium 3 schneller erreicht werden, weshalb es möglich ist, dass sich ein Lipödem während der Schwangerschaft, Pubertät oder der Menopause verschlimmert.
Medizinisch wird das Lipödem in der Regel in Stadien (Stadium 1, 2 und 3) und Typen (Typ 1-4) unterteilt, was weniger über den Grad der Schmerzen, als etwas über das Fortschreiten der Krankheit anhand des Unterhautfettgewebes aussagt. Als Lipödem Stadium 4 wird ein zusätzlich manifestiertes Lymphödem (elephantiasis) bezeichnet.
Sowohl die Stadien als auch die Typen werden zur Beurteilung der Symptome berücksichtigt. Es ist z.B. möglich, dass eine Patientin unter einem Lipödem Typ 4 leidet, sodass Arme und Beine betroffen sind. Gleichzeitig kann das Lipödem nur leicht ausgeprägt sein wie im Stadium 2. Die Haut ist dann zwar verdickt, aber es haben sich noch keine Fettlappen gebildet.
Die Lipödem-Typen:
Neben der Einteilung in Stadien gibt es mehrere Lipödem-Typen, die sich in der betroffenen Körperregion unterscheiden. Am Anfang sammeln sich überschüssige Fettdepots meist an den Hüften, dann breitet sich das Lipödem langsam über die Beine aus. In sehr seltenen Fällen sind nur die Unterschenkel oder Knöchel verdickt.
Die einzelnen Typ-Bezeichnungen beim Lipödem geben an, welche Extremitäten betroffen sind.
Typ 1: Hier sind Hüfte und Gesäss vom Lipödem betroffen, was oftmals auch als Reiterhosen bezeichnet wird.
Typ 2: Die betroffene Region erstreckt sich von der Hüfte über den Oberschenkel bis zum Knie.
Typ 3: Das Lipödem zeigt sich am ganzen Bein, von der Hüfte bis zum Fussknöchel.
Typ 4: Die Erkrankung erstreckt sich über Beine und Arme.
Bei zunehmender Ausprägung des Lipödems bilden sich Wülste an den Innenseiten der Oberschenkel. Um ein Aufscheuern der Haut zu vermeiden, führt dies nunmehr zu einer Fehlstellung der Bein-Achsen, einer Störung des Gangbildes und dadurch zu Fehlbelastungen der Gelenke. Aus diesem Grund ist eine schmerzhafte Abnützung des Kniegelenks eine häufige und schwerwiegende Komplikation des Lipödems, die wiederholt zu Arbeitsunfähigkeit und im Weiteren sogar zur Invalidität führen kann. Häufig ist es nötig, ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk zu implantieren, wobei jedoch die Ursache der Beinachsen-Fehlstellung in vielen Fällen in keiner Weise beseitigt wird.
Auch leiden viele der Betroffenen unter starken Rückenschmerzen, weil die Wirbelsäule wegen des ausgeprägten Gesässes beim Liegen zu einer unnatürlichen Krümmungshaltung gezwungen wird. Durch das Scheuern der Innenseite der Beine wird die Haut dort wund, was noch zu den typischen Schmerzen des Lipödems hinzukommt. Viele Patientinnen nehmen daher über Jahre hinweg Schmerzmittel, was oftmals zu Abhängigkeit oder auch Nerven- und Organschäden führen kann.
Die zahlreichen mit dem Lipödem verbundenen Symptome haben einen grossen Einfluss auf die Fähigkeit der Betroffenen, tägliche Funktionen wie allgemeine Lebensführung, Beruf, Haushalt, Hobbies, Sport, etc. auszuüben und an einem normalen, sozialen Leben teilzunehmen. Darüber hinaus gibt es Probleme bei der Partnersuche, Anfeindungen wie Mobbing und Ängste, wie sich diese Probleme in der Zukunft verschlimmern werden. Viele Patientinnen empfinden grosse Hilflosigkeit durch den Verlust des Vertrauens in Ärzte. Enttäuschung, Verzweiflung und Schuldgefühle wegen des vermeintlichen Versagens, ihre Krankheit unter Kontrolle zu bekommen, stellen sich ein.
Hinzu kommen Schwierigkeiten in Bezug auf die verbreitete Praxis von Krankenkassen oder Rentenversicherungen, den Patientinnen medizinisch notwendige Therapie-Massnahmen wie eine Fettabsaugung oder stationäre Reha zu verweigern. Manche Lipödem-Patientinnen reagieren darauf, indem sie sich regelrecht kasteien, was die seelische Belastung in vielen Fällen noch vergrössert. Andere sind hingegen so frustriert, dass sie, weil in ihren Augen sowieso alles aussichtslos ist, Trost im Essen suchen, was die entsprechenden Folgen nach sich zieht.
Das kann einen vernichtenden Teufelskreis verursachen und es ist nicht verwunderlich, dass, laut einer Umfrage, eine von acht Lipödem-Patientinnennja zugab, mindestens einen Selbstmordversuch hinter sich zu haben, weswegen Ärzte bei der Behandlung von Lipödem-Patientinnen grundsätzlich auch die Möglichkeit einer Psychotherapie erwägen sollten.
Mehr detaillierte Informationen zu diesem Thema und Behandlungsoptionen finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
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