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Schauenburg, Alexis Balthasar von - Französischer Divisionsgeneral, in Zürich
Interessante militärische Entlassungsurkunde, datiert 21 pluviôse l'an 7 (9.2.1799), ausgestellt in Zürich und u. a. unterschrieben vom französischen Divisionsgeneral und Generalinspektor Alexis Balthasar von Schauenburg. Er war zu jener Zeit bereits durch Divisionsgeneral André Masséna als Oberbefehlshaber der Armée française en Helvétie abgelöst worden.
Der Füsilier Joseph Potier erlitt bei den Kämpfen um Rapperswil eine Schussverletzung mit Splitterbildung am linken Vorderarm, was den Arm so schwächt, dass er den Militärdienst nicht fortsetzen kann. Bescheinigt wird die Verletzung durch Militärmediziner (der 1. Klasse) im Militärspital in Zürich am 17 pluviôse de l'an sept (5.2.1799). Im weiteren Bescheinigen sie dem Soldaten Potier, dass er keine Anzeichen einer Geschlechtskrankheit habe, was im Hinblick auf Pensionsansprüche wahrscheinlich wichtig war. Als "copie conforme" von diversen Mitgliedern der Administration unterschrieben.
Balthasar Alexis Henri Antoine von Schauenburg (*1748 - †1831), war ein französischer General elsässischer Herkunft. Vor der Französischen Revolution diente er in der Armee des französischen Königs und wurde dann 1791 zum Maréchal de camp (= unterster Generalsrang) befördert. Er kämpfte in der Rheinarmee und wurde 1793 zum Divisionsgeneral ernannt, erlitt aber als Kommandeur der Moselarmee in der Schlacht bei Pirmasens am 14. September 1793 eine Niederlage gegen die Preußen. Nachdem er während der Terrorherrschaft einige Monate in Gefangenschaft gewesen war, wurde er 1795 Generalinspektor der Infanterie und leitete im Januar 1798 unter Napoleon Bonaparte die Invasion in die Schweiz. Am 1. März besetzte er die Stadt Solothurn und siegte am 5. März in der Schlacht am Grauholz gegen den Berner General Karl Ludwig von Erlach. Nachdem er am 8. März Oberbefehlshaber der Helvetischen Armee geworden war, brach er im Mai 1798 den Widerstand der Innerschweiz. Am 10. Dezember wurde er durch André Masséna abgelöst und diente bis 1813 als Armeeinspektor in Straßburg.
1814 schloss er sich Ludwig XVIII. an und erhielt bis zu seinem Rücktritt am 24. Dezember jenes Jahres wieder seine früheren militärischen Würden zurück. Sein Name ist auf dem Triumphbogen in Paris in der 23. Spalte (SCHAWEMBOURG) verzeichnet.
Nach General Schauenburg ist die Schauenburg-Sammlung benannt. Es handelt sich dabei um eine Sammlung militärisch wichtiger Karten des alten Staates Bern, die von Schauenburg 1798 konfisziert und erst von seinen Erben wieder zurückgegeben wurde. Die heute noch erhaltenen 62 Karten wurden 1989 faksimiliert. Weitere Literatur zu diesem Thema: Engelberts, Derck C.E.: Die Geschichte der Schauenburg-Sammlung. In: Cartographica Helvetica Heft 1 (1990) S. 18–20 Volltext.
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 24x32 cm, Halbkarton, gut erhaltener roter Siegel der 76. franz. Halbbrigade.