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Nicolae Pîrvu
Geboren in Seaca de Cîmp (Oltenien in Rumänien). Er spielte bereits mit 14 Jahren die Panflöte. Sein Lehrer war der legendäre Panflötist Fanica Luca.
Im Jahr 1956 war Pîrvu so weit, die höhere Schule zu besuchen. Sein Onkel, Jon Ignat, ein Lehrer aus dem Dorf Seaca de Camp, wollte mit ihm nach Craiova fahren, um ihn an der Schule anzumelden. Auf dem Bahnhof Calafat trafen sie Ignats Schulkollegin Anna Barbu. Jon erzählte ihr, dass er Nicolae zur Aufnahmeprüfung nach Craiova bringe. Anna fragte Jon, ob denn Nicolae auch so musikalisch sei wie er, wenn ja, solle er den Knaben doch ans Musikliceum in Bukarest bringen. Das sei für den Knaben viel besser. Dort könne er Musiker werden. Kurzentschlossen änderten sie ihre Fahrt und fuhren nach Bukarest, zur Aufnahmeprüfung im Musik- Liceum.
In der Kommission sass auch Fanica Luca. Nachdem Nicolae sein Prüfung in Sprache und Geschichte abgeschlossen hatte, stand Fanica Luca auf und befahl Nicolae, den Mund zu öffnern, nachdem er gehört hatte, dass Nicolae aus Oltenien abstamme. (Unter den Rumänen kursiert das lustige Gerücht, dass die Leute aus Oltenien mehr Malzähne hätten, als die übrigen Rumänen.) Alle Anwesenden lachten laut und aplaudierten zu Fanica Lucas Scherz. Danach befahl er Nicole, sich andern Tags im Klassenzimmer zu melden.
Auf die Einwände der übrigen Komissionsmitglieder, der Unterricht beginne aber erst in drei Tagen, meinte Fanic Luca, er solle morgern schon kommen. Je früher desto besser. Dann könne er mit ihm schon zu unterrichten beginnen. Nicolae Pîrvu ist einer jener seltenen Panflötisten, der mit unvorstellbarer Technik und mit einem Gefühl für Timing, in den Doinas und den rumänischen BaladenWeltruf erworben hat. Auf seinem Instrument kann er zaubern, weinen, lachen, kosen und Geschichten erzählen. Seine markante Erscheinung, verbunden mit einer bemerkenswerten Präsentation, verzaubert das Publikum.
Als Solist trat er mit vielen rumänischen Orchestern auf und machte Tourneen durch Holland, Belgien, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika. Überall hatte er grossen Erfolg. Besonders in Holland und in der Schweiz war das Interesse für die Panflöte überwältigend. In Holland bekam Nicolae grosse Bekanntheit durch seine vielen Auftritte in Theatern, Restaurants, Partys, im Radio und dem Fernsehen. Seit 1982 lebt und arbeitet er in Holland, wo er mittlerweilen die holländische Nationalität erworben hat. Im Jahre 1987 gründete er das Rumänische Ensemble Nicolae Pîrvu, das aus fünf rumänischen Musikern besteht (Panflöte, Geige, Cimbal, Akkordeon und Kontrabass). Als Solist trat er mit vielen rumänischen Orchestern auf und machte Tourneen durch Holland, Belgien, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Afrika, Asien, Nord- und Südamerika.
Das Ensemble ist sehr vielseitig und deswegen vielgefragt. Zu ihrem Repertoire gehören auch grosse Aufführungen wie die Rapsodia din Carpati mit dem Folkloristischen Tanzensemble Baluta und Eine musikalische Reise durch Balkanländer mit dem rumänischen Tenor/Taragotisten Ioan Micu.
Aufführungen mit Harmonie-Orchestern (u.a. De Koninklijke Militaire Kapel) gehören ebenfalls zu den Erfolgen. Zur gleichen Zeit ist Nicolae Pîrvu Panflötendozent an der Hochschule der Künste Amsterdam und an der Städtischen Musikschule Den Haag. Inzwischen sind in Holland verschiedene LP’s und fünf CD’s mit Nicolae Pîrvu veröffentlicht worden. Im Jahre 1975 kam Nicolae Pîrvu mit anderen rumänischen Virtuosen zum ersten Male in die Schweiz für eine grosse Tournee in vielen Schweizerstädten, organisiert von Marcel Cellier. Diese erfolgreiche Tournee macht ihn in der Schweiz bekannt, worauf viele Konzerte folgten. Später wurde er auch als Gastdozent an die Panflötenmusikwochen der DAJOERI – Panflötenschule nach Arosa eingeladen, die jeden Sommer im Juli abgehalten werden.
Die Klasse des legendären Fanica Luca:
Hintere Reihe: v.l.n.r: Nicolae Pîrvu, Gheorghe Zamfir, Mamaia Lica, Dobre Constantin, Fanica Luca. Vordere Reihe v.l.n.r: Constantin Popescu (unten mit dunkler Flöte) Radu Constantin (in der Mitte mit dunkler Flöte). Auf dem Bild fehlt Damian Crlanaru. Diese waren die einzigen Schüler, die in der Klasse von Fanica Luca am Liceum de Musica in Bukarest Unterricht geniessen konnten. Früher hatte Damian Luca (mit Familienname: Gheorghe Draghici) bei seinem Onkel Fanica Lucas Unterricht und erhielt von diesem auch seinen Künstlernamen Damian Luca.