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Kian Soltani © Juventino Mateo
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Kian Soltani © Juventino Mateo
Franz Welser-Möst © Jennifer Taylor
08.
Sep
Samstag
18.30
Sinfoniekonzert 22
Wiener Philharmoniker | Franz Welser-Möst | Kian Soltani
Als Antonín Dvořák an seinem Cellokonzert arbeitete, erhielt er die Nachricht, dass seine Schwägerin Josefina lebensbedrohlich erkrankt sei. Sie war seine grosse Jugendliebe, doch hatte sie den mittellosen Komponisten damals zurückgewiesen und sich lieber einem wohlhabenden Grafen zugewandt. Dvořák heiratete daraufhin ihre jüngere Schwester Anna; nun aber, im Wissen um Josefinas Ende, fügte er in das «Adagio» des Konzerts ihr Lieblingslied ein – als letzte Ehre. Und nach ihrem Tod ergänzte er das Werk noch um eine wehmütige Coda. Der 1992 als Sohn einer persischen Musikerfamilie in Bregenz geborene Kian Soltani, Gewinner des diesjährigen «Credit Suisse Young Artist Award», ist mit seinem satten Ton und musikantischen Temperament ein idealer Interpret für diesen späten Dvořák. Blauen Himmel und Sonnenschein glaubten die Zeitgenossen aus Brahms’ Zweiter Sinfonie herauszuhören, die im Sommer 1877 am idyllischen Wörthersee entstand. Nur Brahms selbst beharrte darauf, «ein schwer melancholischer Mensch» zu sein, und empfahl, die Partitur vorsorglich «mit Trauerrand» zu veröffentlichen.
Podcast «Kinderszenen»: Antonín Dvořák (1841–1904) und Johannes Brahms (1833–1897)
Auch die Grossen waren einmal klein: Wie sah die Kindheit der grossen Komponisten aus. Erzählt von Susanne Stähr.
Wiener Philharmoniker © Richard Schuster
Wiener Philharmoniker
Am 28. März 1842 gaben die Mitglieder des k.u.k. Hoforchesters unter der Leitung von Otto Nicolai im Grossen Redoutensaal ein Konzert, das die Geburtsstunde der Wiener Philharmoniker markiert. Bis heute gelten die seinerzeit festgelegten Prinzipien: Danach können zum einen nur Musiker, die im Orchester der Wiener Staatsoper (der damaligen Hofoper) engagiert sind, aufgenommen werden. Zum anderen werden alle Entscheidungen von der Hauptversammlung in künstlerischer, organisatorischer und finanzieller Eigenverantwortlichkeit getroffen. Im Jahr 1877 trat das Orchester beim Salzburger Musikfest erstmals ausserhalb Wiens auf, anlässlich der Pariser Weltausstellung 1900 erfolgte unter der Leitung von Gustav Mahler das erste Auslandsgastspiel. Neben Mahler haben auch Wagner, Verdi, Bruckner, Brahms und Richard Strauss am Pult der Philharmoniker gewirkt; Hans Richter, Felix Weingartner, Wilhelm Furtwängler und Clemens Krauss zählten zu den Musikalischen Leitern. Ab 1933 wurde das Prinzip eines festen Chefdirigenten zugunsten einer engen Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Zeit aufgegeben, wobei vor allem Karl Böhm, Herbert von Karajan und Leonard Bernstein wichtige Kapitel zur Geschichte beisteuerten. Die Wiener Philharmoniker haben seit ihrer Gründung rund 9.000 Konzerte bestritten und in allen fünf Erdteilen gastiert. Seit 1922 nehmen sie an den Salzburger Festspielen teil, seit 1957 an LUCERNE FESTIVAL, und überdies sind sie heute ständiger Gast der Wiener Festwochen sowie der Salzburger Mozartwoche und gestalten eigene Konzertzyklen in New York, Paris, London und Japan. Höhepunkte einer jeden Saison bilden das in über neunzig Länder übertragene Neujahrskonzert und das Sommernachtskonzert Schönbrunn, dem bis zu 100.000 Menschen beiwohnen. Exklusiver Partner der Wiener Philharmoniker ist Rolex.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 1. September 1957 mit Werken von Schumann, Barber und Beethoven.
Weitere Informationen finden Sie unter www.wienerphilharmoniker.at.
Juli 2018Weitere Termine
Franz Welser-Möst © Jennifer Taylor
Franz Welser-Möst
Der österreichische Dirigent Franz Welser-Möst, geboren 1960 in Linz, steht seit 2002 als Musikdirektor dem Cleveland Orchestra vor, mit dem er neben den Konzertreihen in der Severance Hall und im Blossom Music Center auch regelmässig in New York, Miami und den europäischen Kulturzentren auftritt. Zuvor hatte Welser-Möst bereits Chefpositionen beim London Philharmonic Orchestra (1990 bis 1996) und am Opernhaus Zürich inne, dem er dreizehn Jahre lang, von 1995 bis 2008, verbunden war; von 2010 bis 2014 amtierte er dann als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper. Eine enge Zusammenarbeit pflegt Franz Welser-Möst mit den Wiener Philharmonikern: Bereits zweimal, 2011 und 2013, hat er deren berühmtes Neujahrskonzert dirigiert und die Philharmoniker ausserdem bei Tourneen durch die USA, Japan und Skandinavien geleitet. Auch bei den Salzburger Festspielen ist Welser-Möst ein gerngesehener Gast. In den letzten Jahren brachte er dort Neuproduktionen von Strauss’ Rosenkavalier und Die Liebe der Danae, Beethovens Fidelio und Reimanns Lear heraus; 2018 dirigierte er in Salzburg Strauss’ Salome und ein Programm mit den Wiener Philharmonikern. In der vergangenen Saison war Welser-Möst ausserdem mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, der Filarmonica della Scala, dem Zürcher Tonhalle-Orchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Orchestre de Paris zu erleben. Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche Preise, u. a. den «Gramophone Award», den «Diapason d’or» und den «Japanese Record Academy Award», darüber hinaus im Herbst 2015 den «Echo Klassik» für den DVD-Mitschnitt des Rosenkavaliers aus Salzburg. Franz Welser-Möst ist Ehrenmitglied des Wiener Singvereins und Träger des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst; 2017 wurde er mit dem Pro-Arte-Europapreis ausgezeichnet.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL (IMF) am 26. März 1999 mit dem Gustav Mahler Jugendorchester und der Sechsten Sinfonie von Mahler.
Juli 2018Weitere Termine
Kian Soltani © Juventino Mateo
Kian Soltani
Der Cellist Kian Soltani ist Gewinner des «Credit Suisse Young Artist Award» 2018 und erhält neben dem Preisgeld von 75.000 CHF im heutigen Konzert die Gelegenheit zum Debut mit den Wiener Philharmonikern. 1992 im österreichischen Bregenz als Sohn einer persischen Musikerfamilie geboren, begann Soltani im Alter von zwölf Jahren sein Cellostudium bei Ivan Moni-ghetti an der Musik-Akademie Basel. Die Ausbildung schloss er bei Frans Helmerson an der Kronberg Academy ab; wichtige Impulse erhielt er auch als Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung. Nach ersten Wettbewerbserfolgen bei den Konkurrenzen «Karl Davidoff» in Lettland und «Antonio Janigro» in Kroatien siegte Soltani 2013 bei der «International Paulo Cello Competition» in Helsinki; 2014 wurde ihm der Luitpold-Preis des Kissinger Sommers, 2017 der «Leonard Bernstein Award» verliehen. Schon als 19-Jähriger konnte Kian Soltani im Wiener Musikverein und bei der Schubertiade in Hohenems debutieren. Seither hat er mit dem NDR Sinfonieorchester, dem Helsinki Philharmonic, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Sinfonieorchester Basel und dem Royal Liverpool Philharmonic konzertiert. 2017/18 trat er auch mit dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Orchestre de Paris und dem SWR Symphonieorchester auf. Regelmässig arbeitet Kian Soltani mit dem West-Eastern Divan Orchestra und Daniel Barenboim zusammen, mit denen er als Solist bei den Salzburger Festspielen, den BBC Proms in London und im Teatro Colón in Buenos Aires gastierte. In der Saison 2018/19 wird er als «Rising Star» der «European Concert Hall Organisation» in den grossen europäischen Konzerthäusern zu hören sein. Im Januar 2018 veröffentlichte er unter dem Titel Home seine erste Solo-CD, die Werke von Schubert und Schumann sowie persische Volksmusik enthält. Kian Soltani musiziert auf einem Instrument von Stradivari aus dem Jahr 1694.
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 17. August 2015 mit Beethovens Tripelkonzert, das er mit Guy Braunstein, Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra aufführte.
Juli 2018Weitere Termine
17.30 Uhr | Konzerteinführung mit Susanne Stähr | KKL Luzern, Auditorium