Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/20579

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird eingeladen, die Wärmepumpenförderung im Ressort "rationelle Energienutzung" anzusiedeln und die damit frei werdenden Fördermittel im Ressort erneuerbare Energien für die Förderung von Solaranlagen zu verwenden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der dem Aktionsprogramm "Energie 2000" zugrundeliegenden Energienutzungsverordnung wird u. a. "mit oder ohne Wärmepumpen nutzbare Umgebungswärme" als erneuerbare Energie aufgeführt. Wärmepumpen (WP) erlauben die Verwertung von Umweltwärme, indem deren Temperatur auf nutzbares Niveau gehoben wird. Sie benötigen dazu allerdings Antriebsenergie - heute in den meisten Fällen Elektrizität. Das Verhältnis von gewonnener, zweifellos erneuerbarer Umgebungswärme zur benötigten Strommenge beträgt heute im Durchschnitt 2 zu 1 oder besser.</p><p>Die Antwort auf die Frage, ob mit Wärmepumpen produzierte Wärme noch als erneuerbar gelten kann, hängt im wesentlichen von der Herkunft des Stromes ab. Um die Umweltbilanz möglichst positiv zu gestalten, verfolgt daher "Energie 2000" folgende Strategie: Wärmepumpen sollen möglichst viele bestehende Elektrowiderstandsheizungen ersetzen; zusätzlich erforderlicher Strom kommt sodann aus der zunehmenden Verstromung von Kehricht (der zu etwa der Hälfte des Heizwertes organischen Ursprungs und demnach auch erneuerbar ist). Allfällig für Wärmepumpen noch zusätzlich benötigter Strom wird mit (erd- oder biogasbetriebenen) Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen erzeugt.</p><p>Bezüglich CO2-Emissionen schneidet unter den betrachteten drei "Stromquellen" (Ersatz Widerstandsheizungen, Strom aus Kehrichtverbrennungsanlagen, Wärme-Kraft-Kopplung, WKK) die WKK am wenigsten gut ab. Längerfristig wird sie aber doch den Hauptanteil des Wärmepumpenstroms liefern müssen. Aber selbst mit der Kombination WKK/Wärmepumpen ergibt sich gegenüber konventionellen Ölheizungen eine Primärenergieeinsparung von 40 bis 60 Prozent - allein wegen der Nutzung der erneuerbaren Umweltwärme. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Wärmepumpen noch ein wesentliches Entwicklungspotential haben: weitere Verbesserungen der Leistungszahl in der Grössenordnung von 50 Prozent können mittelfristig erwartet werden.</p><p>Selbst wenn der Strom für Wärmepumpen in normalen thermischen Kraftwerken ohne Wärmeauskopplung erzeugt würde, wäre die Energiebilanz noch deutlich positiv: Wenn in der Begründung des Postulates richtigerweise gesagt wird, Wärmepumpen seien neue Stromverbraucher, so muss dieser zusätzliche Strom auch mit neuen und nicht mit bestehenden Anlagen produziert werden. Neue thermische Kraftwerke haben aber nicht mehr einen elektrischen Nutzungsgrad von nur 35 Prozent, sondern bis 60 Prozent ("Kombikraftwerke"). Das bedeutet dank der genutzten Umweltwärme eine Verminderung des Primärenergieeinsatzes um 50 Prozent gegenüber einer Ölheizung.</p><p>Die Wärmepumpe vermag auch im Vergleich mit der Solarenergie zu bestehen, da sie den ganzen Wärmebedarf resp. mindestens den ganzen Raumheizungsbedarf deckt. Der Anteil der erneuerbaren Energie ist demnach in der Regel höher als bei Einsatz der direkten Sonnenenergie. Im übrigen werden besonders für die Solarenergie interessante Systemlösungen erst mit Wärmepumpen möglich - beispielsweise die Speicherung der im Sommer anfallenden Solarwärme im Boden, deren Entzug und Nutzung für Heizzwecke mit Wärmepumpen im Winter. Natürlich ist die Wärmepumpentechnologie daneben auch ein ausgezeichnetes Werkzeug zur Verwertung von Abwärme: In vielen Fällen ist dies nur mit Wärmepumpen möglich. Ihre hervorragende Bedeutung hat die Wärmepumpe, weil sie in vielen Fällen die Nutzung von Umwelt- oder Abwärme erst ermöglicht. Dass die eingesetzte Antriebsenergie dabei äusserst rationell eingesetzt wird, ist die Folge der Verwertung von Umwelt- und Abwärme.</p><p>Der Bund unterstützt im übrigen die Wärmepumpen nur indirekt - durch Information, Beratung, Massnahmen zur Qualitätssicherung inklusive der Aus- und Weiterbildung. Subventionen werden keine mehr ausgerichtet.</p><p>Aus all den dargestellten Gründen sieht der Bundesrat keine Veranlassung, die Energienutzungsverordnung abzuändern und die Wärmepumpen als Technologie zur rationellen Energienutzung zu betrachten; das wäre sachlich falsch und würde der grossen Bedeutung der Wärmepumpen auch für die künftige umweltfreundliche Energieversorgung nicht gerecht.</p>  Der Bundesrat beantragt, das Postulat abzulehnen.