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Litauen: Visaginas wichtig für nationale Sicherheit
Im Beisein von Dalia Grybauskaite, seit 2009 litauische Staatspräsidentin, haben die Vorsitzenden der sieben führenden Parteien Litauens ein Dokument zu den strategischen Leitlinien für die Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik des Landes bis 2020 unterzeichnet.
Das Dokument hält fest, dass die Unabhängigkeit der Energieversorgung ein zentrales Element der nationalen Sicherheit ist. Die Unterzeichner fordern eine möglichst rasche Integration Litauens in den internen Energiemarkt der Europäischen Union. Der Bau des Kernkraftwerks Visaginas wird als wichtiges Energieprojekt eingestuft, dies neben dem Bau eines Terminals für flüssiges Naturgas sowie der Fertigstellung der Stromaustauschleitung mit Schweden und mit Polen.
Litauen plant, zusammen mit Estland und Lettland am Standort Visaginas eine ABWR-Reaktoreinheit mit einer elektrischen Leistung von 1300 MW zu bauen. Sie ist als Ersatz für das vorzeitig stillgelegte Kernkraftwerk Ignalina vorgesehen. Im Januar 2011 wählte das litauische Energieministerium die Hitachi-GE Nuclear Energy Ltd. als strategische Investorin und Lieferantin aus. Das litauische Stimmvolk sprach sich jedoch in einem konsultativen Referendum Mitte Oktober 2012 – zeitgleich mit den Parlamentswahlen – gegen den Bau eines neuen Kernkraftwerks aus. Die neue Regierung gab damals bekannt, dass eine zweite Abstimmung in zwei Jahren möglich sei, wenn die Neubaukosten bekannt seien. Der endgültige Investitionsentscheid soll laut aktuellem Zeitplan 2015 fallen.