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Ein empfehlenswerter Abstecher nach Tirano.
von U.Werner Winterberger
Ein Abstecher lohnt sich auf jeden Fall, und dies nicht nur bei regnerischem Wetter. Der sehenswerte Palazzo befindet sich im Zentrum der historischen Altstadt von Tirano, 45 Minuten südlich von Poschiavo.
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Telefon: +39 340 064 0653
Der Kreisviadukt Brusio ist der brückenbautechnische Höhepunkt der Berninalinie mit einem Gefälle von 70 Promille, schon das ist eine Reise wert.
Achtung Berninaexpress: Obligatorische Zuschläge beachten
Die Familie Salis, die manche von Palazzo in Soglio im Bergell kennen, zählte zu den einflussreichsten Bündner über Jahrhunderte. Im 18. und frühen 19. Jh. hatten die Salis im Speditions- und Bankenwesen in Graubünden sowie als Pächter der Landeszölle einen grossen Einfluss. Im Sonderbundkrieg um 1847 war Johann Ulrich von Salis-Soglio, General und Oberkommandant des Sonderbundes auf der Seite der Konservativen gegen die junge Eidgenossenschaft.
Im historische Lexikon finden wir: «Nach dem Dreissigjährigen Krieg nahm der Einfluss der Fam. in Graubünden und im Veltlin zu. In den Untertanenlanden besassen sie im Vergleich zur übrigen Bündner Elite den grössten Grundbesitz und das dichteste Beziehungsnetz zur ansässigen Führungsschicht. Im 18. Jh. stellten sie im Veltlin die meisten Amtsleute und bauten auch ihre polititische Stellung in Graubünden aus, wo sie in jedem der Drei Bünde über Einfluss verfügten. Politisch lehnten sich die Salis bis zur Revolution stärker an Frankreich an, danach an Österreich.»
Der Palazzo Salis in Tirano zählt zu den wichtigsten Gebäuden des Veltlins. Er ist über die Jahrhunderte hinweg immer Eigentum der Grafen Salis, später: Sertoli Salis, geblieben.
Durch einen Torbogen am Eingang gelangt man zu einem Innenhof mit geometrisch angelegtem typisch italienischem Garten. Er ist in der Lombardei einer der bedeutendsten und im Veltlin sicherlich der berühmteste Garten. Im Inneren des Palazzos finden Besucher ein interessantes Museum bestehend aus zehn Sälen mit aufwendig restaurierten historischen Fresken.
Ein hervorragender Audio-Guide führt Interessierte durch die Säle.
Im kleinen Salon (Saloncello) befindet sich ein Stuckkamin, der den Raum dominiert und anlässlich der Hochzeit von Giovanni Stephano Salis mit Katharina von Wolkenstein – einem Tiroler Adelsgeschlecht – errichtet wurde.