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Die SRG will bis 2027 alle redaktionellen TV-Beiträge untertiteln. Die BBC im Vergleich versah bereits 2008 ihr gesamtes Fernsehprogramm für Gehör-Behinderte mit Untertiteln.
Zurzeit untertitelt die SRG rund 80 Prozent ihres linearen Fernsehangebots. Die verbleibenden 20 Prozent sollen bis in fünf Jahren ebenfalls untertitelt werden, wie die SRG mit sieben Verbänden, die gehörlose und sehbehinderte Menschen vertreten, nun vereinbart hat.
«Im Online-Angebot steigert die SRG ebenfalls den Anteil an untertitelten Sendungen. Dabei ist der Grad der Steigerung massgeblich von der Entwicklung automatisierter Systeme mit genügender Qualität abhängig», schreibt die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft dazu.
Bei Sendungen mit Gebärdensprache will die SRG bis 2027 auf 1'300 Stunden pro Jahr kommen. Heute ist sie bei 1'000 Stunden.
Die Sendungen mit «Audiodeskription» sollen von heute 1200 Stunden bis im Jahr 2027 auf 2000 Stunden zunehmen. «Die SRG verpflichtet sich, Inhalte mit Audiodeskription einzukaufen und auszustrahlen, sofern dies aus wirtschaftlicher, logistischer und qualitativer Sicht sinnvoll ist.»
Gesetzliche Grundlage sind das Radio- und Fernsehgesetz von 2006 (RTVG) und die entsprechende Verordnung von 2007 (RTVV). Die Umsetzung hat die SRG mit der ARD, dem ZDF und dem ORF abgestimmt. «Die SRG übertrifft mit ihren Leistungen zugunsten der Sinnesbehinderten bereits heute die Vorgaben des Regulators», klopfte sich der Veranstalter selber auf die Schulter.
Im Vergleich mit der BBC hinkt die Schweiz jedoch deutlich hinterher. Der britischen Rundfunk-Mutter gratulierten die Gehörlosen-Verbände schon 2008 zur durchgängigen Untertitelung ihrer Sendungen.
Der Schweizerische Gehörlosenbund (SGB), der zu den Mitunterzeichnern der Vereinbarung gehört, begrüsste die Ausweitung des barrierefreien Angebots.