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Gesund leben und älter werden – welche Rolle spielt die Ernährung?
Heute können wir davon ausgehen, dass wir länger leben werden als frühere Generationen. Es wird erwartet, dass sich die Zahl der älteren Erwachsenen, d. h. derjenigen im Alter von 60 Jahren oder darüber, bis im Jahr 2050 auf 2 Mrd. Menschen verdoppeln wird, das wären 21% der Weltbevölkerung. Der Anteil der Hochbetagten (≥ 80 Jahre) wird 2050 dreimal so hoch liegen wie 2013 und sich auf 392 Mio. Menschen belaufen. Dieser Anstieg der Lebenserwartung stellt eine globale Herausforderung dar, die Auswirkungen auf eine ganze Reihe gesellschaftlicher Bereiche hat.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert aktives Altern als «den Prozess der Optimierung der Möglichkeiten, im zunehmenden Alter die Gesundheit zu wahren, am Leben der sozialen Umgebung teilzunehmen und die persönliche Sicherheit zu gewährleisten, und derart die Lebensqualität zu verbessern“. Sie betont, dass bereichsübergreifende Massnahmen notwendig sind und will sicherstellen, dass «ältere Menschen ihren Familien und Gemeinschaften sowie ihrer jeweiligen Wirtschaft weiterhin als Ressource zur Verfügung stehen“. Vergleichbar bedeutet gesundes Altern in Europa, dass es älteren Menschen möglich ist, ohne Diskriminierung eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu spielen und ein unabhängiges und qualitativ gutes Leben zu führen. Dazu gehören mehrere Initiativen, mit deren Hilfe aufgezeigt werden soll, wie Erwachsene auch im Alter wertvolle Beiträge zur Gesellschaft leisten können. Vor diesem Hintergrund haben Organisationen wie EuroHealthNet konkrete Schritte unternommen, um Ressourcen über das Thema des gesunden Alterns bereitzustellen und den Menschen einen einfachen Zugang dazu zu gewährleisten.
Altern, chronische Erkrankungen und Ernährung
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einer oder mehreren chronischen Erkrankungen wie z. B. Atemwegserkrankungen, Arthritis, Schlaganfall, Depressionen und Demenz zu leiden. Die Ernährung spielt im Zusammenhang mit dem Älterwerden bei guter Gesundheit und der Vorbeugung von altersbedingten Erkrankungen eine entscheidende Rolle. Wenn verhältnismässig viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Geflügel, Fisch und Milchprodukte mit niedrigem Fettgehalt zu den Essgewohnheiten gehören, kann dies bei älteren Erwachsenen mit einer besseren Ernährungssituation, höherer Lebensqualität und längerem Überleben assoziiert sein.
Wird die sogenannte mediterrane Diät eingehalten, kann sich das Auftreten von Krankheiten wie z.B. Herzkreislauf-, neurodegenerativen Erkrankungen und Krebs verringern. Sie zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Nüssen und Olivenöl, wenig rotes Fleisch und moderate Mengen an Milchprodukten, Fisch, Geflügel und Wein aus und wird mit einem geringeren Todesrisiko durch Herzkreislauferkrankungen in Zusammenhang gebracht. Forschende in Grossbritannien haben zudem herausgefunden, dass Personen, die sich auf diese Weise ernähren, im Vergleich zu jenen mit anderen Essgewohnheiten, ein geringeres Risiko aufweisen, in Zukunft Herzkreislauferkrankungen zu erleiden.
Studien belegen eine Beziehung zwischen Ernährungsgewohnheiten und dem Erhalt der Lungenfunktion: Es wurde festgestellt, dass eine höhere Aufnahme bestimmter Nährstoffe, darunter Vitamin E, Vitamin C und Gesamt-Carotine, zum Erhalt einer guten Lungenfunktion (FEV1) beiträgt. Dies ist teilweise auf die oxydations- und entzündungshemmenden Eigenschaften dieser Nährstoffe zurückzuführen. Auch in Bezug auf COPD-bezogene Outcomes spielt die Ernährung eine Rolle.
Ernährungsgewohnheiten mit einem hohem Anteil an Obst und Gemüse, wenig raffinierten Kohlenhydraten, wenig Fetten generell /wenig gesättigten Fetten sowie reduziertem Fleischkonsum unter Beibehalten eines normalen Körpergewichts haben sich zudem als vielversprechend erwiesen, was die Reduktion des Prostatakrebsrisikos sowie die Prävention des Fortschreitens dieser Erkrankung betrifft. Eine konsequente Ernährung auf Pflanzenbasis bei entsprechend geringerem Verzehr roten Fleisches kann darüber hinaus mit einer Senkung des Brustkrebsrisikos assoziiert sein, insbesondere bei postmenopausalen Frauen.
Bei anderen Diäten, wie beispielsweise der Mediterranean DASH Intervention Diet for Neurodegenerative Delay (MIND), die spezifischere Nahrungsmittel wie Beeren, grünblättriges Gemüse und Fisch enthalten, wird angenommen, dass sie den mit dem Alterungsprozess einhergehenden Abbau der kognitiven Fähigkeiten substanziell verlangsamen und das Risiko einer Alzheimer-Erkrankung vermindern.
Der Anteil der Älteren an der Bevölkerung steigt weltweit an, in vielen Ländern wird es in naher Zukunft mehr ältere als jüngere Menschen geben. Die Ernährung spielt für die Gesundheit aller Altersgruppen eine entscheidende Rolle, und ganz besonders für das gesunde Altern. Eine gesunde Ernährung kann Gesundheit und Wohlbefinden verbessern und das Risiko von Erkrankungen verringern bzw. ihr Eintreten verzögern. So trägt sie dazu bei, dass Menschen auch im Alter unabhängig leben können.
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