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Fürst von Anhalt-Bernburg (1603-30), wurde zu Bernburg als der zweite Sohn des Fürsten
Joachim Ernst aus dessen Ehe mit der Gräfin Agnes von Barby geboren, bereiste die Türkei und nach längerm Aufenthalt in Kursachsen
Italien. 1591 befehligte er ein deutsches
Hilfskorps für Heinrich IV. von Frankreich im Kampf gegen die Ligue, trat damals
zum Calvinismus über und wurde fortan die Seele aller reformierten, gegen Habsburg und die kath.
Reaktion gerichteten Bestrebungen. 1595 gewann ihn Friedrich IV. von der Pfalz zum Statthalter der Oberpfalz, und Christian blieb
in dieser Stellung auch, als ihm 1603 durch eine neue Teilung der anhalt.
Lande Bernburg zufiel. (S. Anhalt.) Im Sommer 1606 verhandelte er in pfälzischem Auftrag mit Heinrich IV.
über dessen Verbindung mit den deutschen Protestanten; aber erst die Besorgnis erregenden Vorgänge in den kaiserl. Erblanden
und die Vergewaltigung der prot. Reichsstadt Donauwörth durch Bayern trieb einen Teil derselben zum Abschluß einer prot. Union
zu Ahausen deren Seele Christian war. 1610 übernahm er in dem jülich-cleveschen
Konflikt den Oberbefehl über das Unionsheer; er führte im böhm. Kriege das Heer, das am Weißen Berge bei Prag geschlagen wurde,
ward Jan. 1621 vom Kaiser geächtet, floh nach Schweden und nach Dänemark, bis er 1624 die Gnade des Kaisers erlangte. Seitdem
lebte er zurückgezogen in Bernburg, unermüdlich bestrebt, die Leiden des Krieges für sein Land zu mildern.
Er starb Christian war vermählt mit Gräfin Anna von Bentheim; von seinen 16 Kindern überlebten ihn nur 3 Söhne und 2 Töchter.
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Vgl. Krebs, Christian von Anhalt und die kurpfälzische Politik am Beginn des Dreißigjährigen Krieges (Lpz.
1872).
Fürst von Anhalt-Bernburg (1630-56), Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. focht im savoyischen
Dienst gegen Spanien, dann unter seinem Vater in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag 1620, geriet in kaiserl. Gefangenschaft,
wurde aber bald freigelassen.
Nach längern Reisen in Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden kehrte
er nach seines Vaters Tod 1630 heim. Er starb Über seine Reisen machte er Aufzeichnungen (hg. von Krause, Lpz. 1858).
Markgraf von Bayreuth, geb. 1581 als Sohn des Kurfürsten Johann Georg von Brandenburg, wurde 1603 Markgraf
von Bayreuth, war eifriger Anhänger Gustav Adolfs, trat aber, um seinem Lande Ruhe von den Kriegsnöten
zu schaffen, 1635 dem Prager Frieden bei.
Nach dem Westfäl. Frieden erwarb er sich Verdienste um die Hebung des Wohlstandes
seines Landes. Er starb
Ernst, Markgraf von Bayreuth, geb. Vetter des Großen Kurfürsten, trat 1661 die
Regierung in Bayreuth an, wurde Kreisoberst des fränk. Kreises und von Kaiser Leopold 1676 zum Feldmarschalllieutenant und
Oberbefehlshaber der gesamten Reichsarmee ernannt. Er nahm dann teil an der Befreiung Wiens, am Pfälzischen und Spanischen
Erbfolgekrieg, legte 1707 den Oberbefehl des Reichsheers nieder und zog sich nach Erlangen zurück, das
er zu seiner Residenz machte und durch Heranziehung von franz. Réfugiés zu heben suchte; auch stiftete er daselbst eine
Ritterakademie, aus der die Erlanger Universität hervorgegangen ist. Christian starb in Erlangen. Der große Brunnen vor
dem Schlosse zu Bayreuth trägt sein Reiterstandbild. -
Vgl. Ebrard, Christian E. von Brandenburg-Bayreuth (Gütersl.
1885).