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Das Kunstmuseum Basel hat drei Stellen neu besetzt: Daniel Kurjaković wird Kurator Programme, Anita Haldemann übernimmt die Leitung des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.
Daniel Kurjaković wird ab Mai 2017 im Kunstmuseum Basel die neu geschaffene Stelle des „Kurators Programme“ antreten. Der Kunsthistoriker und Kurator ist seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Positionen im Kunstfeld tätig.
Kurjaković wurde 1970 in Olten geboren und wohnt aktuell in Paris. Er studierte Kunstgeschichte, slawische Sprachen und Philosophie an der Universität Zürich.
Durch seine Arbeit in verschiedenen Institutionen weltweit verfügt Daniel Kurjaković über ein grosses Netzwerk in Europa, Asien und den USA. Er bringt damit viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Institutionen und eine globale Perspektive mit, die für die neu geschaffene Position wichtig ist.
Kurjaković war Kurator am Kunstmuseum Luzern, am Kunsthof Zürich, am CNEAI (Paris) und bei der Burger Collection (Hong Kong). Er hat zudem kuratorische Projekte unter anderem für das New Museum (New York), für Fanar Projects (Beirut), das Helmhaus Zürich, die Fondation d’entreprise Ricard (Paris) und die Kunsthalle Zürich realisiert. Neben Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Georges Adéagbo, Marie José Burki, Ilya und Emilia Kabakov, Vittorio Santoro, Annie Lai-kuen Wan oder Lawrence Weiner hat er interinstitutionelle Forschungsplattformen, Symposien, Performance- und Filmfestivals sowie experimentelle Kunstprojekte realisiert. Er gründete die Zeitschrift Torrent. Source Material by Artists sowie den Verlag Memory/Cage Editions, der namhafte Künstler und neue Talente für Publikationsprojekte zusammenführte. Seine Essays und kunstkritischen Texte erschienen in Katalogen unter anderem der Kunsthalle Basel, der Kunsthall Malmö, des Aargauer Kunsthauses, des MAMCO Genf oder des Museums für Gegenwartskunst Basel. Er publizierte regelmässig in diversen Kunstzeitschriften weltweit und hatte diverse Lehrauträge inne, zum Beispiel an der École nationale supérieure des beaux-arts in Paris, der École nationale supérieure des beaux-arts in Lyon, der Academy of Visual Arts/Baptist University in Hong Kong, der Rijksacademie in Amsterdam und an der Zürcher Hochschule der Künste.
Statement Daniel Kurjaković:
«Es ist eine grosse Ehre, für ein so traditionsreiches Haus wie das Kunstmuseum Basel tätig werden zu dürfen und die Stelle eines ‚Kurators Programme’ zusammen mit Kolleginnen und Kollegen sowie dem Team des Hauses zu entwickeln. Mit grosser Neugier sehe ich der Aufgabe entgegen, für die Öffentlichkeit und ein vielfältiges Publikum Veranstaltungen zu realisieren, die Entdeckungen und Experimente in der Geschichte und Gegenwart der Kunst erfahrbar machen. Ich freue mich, das Haus in seinen Bestrebungen unterstützen zu dürfen, seine stimulierende Rolle in der lokalen und globalen Ökologie der Kultur zu unterstreichen, das transformative Potenzial der Kunst aufzuzeigen und sich der Herausforderung gesellschaftlicher Dynamiken zu stellen.»
Statement Josef Helfenstein:
«Ich freue mich, dass wir in Daniel Kurjaković eine Person gefunden haben, die ausgezeichnete Voraussetzungen mitbringt, um die Profilierung unserer Programme und Veranstaltungen voranzutreiben und damit meine Vision des Kunstmuseums Basel als einem Ort der Integration für unsere lokale Bevölkerung wie auch für unsere internationalen Besucher zu befördern..»
Dr. Anita Haldemann übernimmt per 1. Mai die Leitung des Kupferstichkabinetts im Kunstmuseum Basel und damit die Nachfolge von Christian Müller, der 2015 in Pension ging. Der frühere Direktor des Kunstmuseums, Bernhard Mendes Bürgi, hatte diese Entscheidung seinem Nachfolger überlassen.
Anita Haldemann leitete seit Müllers Abgang das Kupferstichkabinett interimistisch. Nach ersten Museumserfahrungen im Kunstmuseum Bern und dem Hirshhorn Museum in Washington, D.C., war sie in Basel seit 2002 als Kuratorin tätig und hat inzwischen mehr als 20 Ausstellungen und zahlreiche Kabinettpräsentationen zur Zeichnung und Druckgraphik vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart kuratiert. Darunter waren international beachtete Zeichnungsretrospektiven von Rosemarie Trockel und Markus Raetz sowie Projekte mit jüngeren Positionen wie Michaël Borremans und zuletzt Catharina van Eetvelde. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit mit der Sammlung bestand in Ausstellungen zum 19. Jahrhundert und zur klassischen Moderne. Eine Ausstellung zu den Skizzenbüchern Cézannes ist in Vorbereitung, ebenso wie eine neue Serie von Sammlungspräsentationen.
Anita Haldemann ist die Autorin von zahlreichen Essays und Ausstellungskatalogen. Sie publiziert regelmässig in wissenschaftlichen Zeitschriften und hatte Lehraufträge an den Universitäten Bern und Basel inne. In Bern aufgewachsen, hat sie dort Kunst- und Architekturgeschichte sowie Ethnologie studiert. Ihren M. A. erlangte sie an der Johns Hopkins University in Baltimore im Rahmen eines Fulbright-Stipendiums, 2001 promovierte sie an der Universität Bern.
Statement Anita Haldemann:
«Es ist eine sehr aufregende Zeit, um die Leitung des Kupferstichkabinetts zu übernehmen, denn nie zuvor hat die Graphik mehr Raum im Kunstmuseum Basel zur Verfügung gehabt als jetzt mit dem Neubau und dem Direktor Josef Helfenstein. Die weltweit renommierte Sammlung mit Ankäufen, Ausstellungs- und Forschungsprojekten im 21. Jahrhundert zu positionieren, ist eine grosse Herausforderung, die ich freudig annehme, zumal ich mit einem grossartigen Team zusammenarbeiten darf. Das Kupferstichkabinett wird auch in Zukunft eine der massgeblichen Institutionen sein, wenn es darum geht, die zentrale Rolle der Zeichnung in unserer Kultur dem Publikum aufzuzeigen: Augen auf für Zeichnung!»
Statement Josef Helfenstein:
«Ich freue mich, dass wir nach einem langen Findungsprozess und Gesprächen mit einer Reihe internationaler Kandidaten die Leitung des Kupferstichkabinetts in die Hände von Anita Haldemann legen können. Anita Haldemann hat sich gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen müssen, umso mehr freut es mich, ihr nun diese Verantwortung übergeben zu können. Zugleich wird mit der Schaffung einer festen Stelle für Ariane Mensger die Tradition von internationaler Kompetenz in Sachen Alte Meister im Kupferstichkabinett weitergeführt – zum ersten Mal befinden sich damit zwei Frauen in den leitenden Positionen.»
Dr. Ariane Mensger übernimmt per 1. Mai die Nachfolge von Anita Haldemann als Kuratorin im Kupferstichkabinett und inhaltlich die Nachfolge von Christian Müller als Kuratorin für Alte Meister. Sie hat diese Stelle bereits seit 2015 interimistisch inne und kuratierte zunächst die Ausstellung Das Unternehmen Hendrick Goltzius im Herbst 2016. Ihre nächste Ausstellung Weibsbilder – Eros, Macht, Moral und Tod um 1500 wird ab Oktober 2017 gezeigt.
Ariane Mensger promovierte im Jahr 2000 an der Universität Heidelberg bei Prof. Hans Belting. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die deutsche und niederländische Kunst der frühen Neuzeit. Sie arbeitete u.a. an der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und zuletzt als Kuratorin an der Kunsthalle München. Sie verantwortete verschiedene Forschungs- und Ausstellungsprojekte, unter anderem zur Praxis der Kopie.
Ariane Mensger ist Autorin von zahlreichen Essays und Ausstellungskatalogen vor allem zur nördlichen Kunst und Kultur der frühen Neuzeit. Daneben war sie als Lehrbeauftragte an den Universitäten Konstanz, Karlsruhe, Bern und Köln tätig.