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|Rekordbeteiligung

(pd) Die Geschichte des Runs auf die Startplätze ist beinahe schon so legendär wie die des Rennens selber: Innerhalb weniger Stunden waren sämtliche 11000 Startplätze des Birkebeinerrittet ausverkauft. Der norwegische Traditionsanlass, der heuer als Marathon-Weltmeisterschaft und zur Euro Bike Extremes zählt, geniesst in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Nicht umsonst hat Olympiasiegerin Gunn-Rita Dahle den Sieg an ihrem Heimrennen zum Hauptziel in der laufenden Saison erkoren.
Der Ursprung des Birkebeinerrennens geht bis anfangs des 13. Jahrhunderts zurück, wurde und wird bis heute auch auf Langlauf-Skis ausgetragen. 1206 herrschte in Norwegen ein Bürgerkrieg. Das Land war in viele Kleinkönigtümer aufgeteilt, und überall kämpften größere oder kleinere Stämme und Familien unter ihrem König oder Häuptling um Land und Habseligkeiten. In diesem Streit standen Vater gegen Sohn, Bruder gegen Bruder, niemand konnte sich sicher fühlen.
Der Anführer der Birkebeiner (der Ausdruck stammt von den Soldaten, die ihre Schienbeine mit Birkenrinde umwickelten), König Sverre, hatte sich vor seinem Tod 1202 die Macht über große Teile des Landes erkämpft. Doch in den Regionen Viken und den Oplandene hielten sich die Bagler am stärksten. Unter König Sverres Sohn, Haakon Sverreson, nahm der Krieg an Heftigkeit ab, flammte aber wieder auf, als dieser nur kurze Zeit später, im Jahre 1204, starb.
Nur wenige Wochen nach dem Tod Haakon Sverresons wurde dessen Sohn Haakon Haakonsson in Folkisberg in Østfold geboren. Die Bagler machten Jagd auf das Kind, und kurz vor Weihnachten 1205 machten sich eine Handvoll Birkebeiner mit dem kleinen Königssohn auf die Flucht nach Nidaros (dem heutigen Trondheim) zu ihrem König Inge. Am Heiligen Abend erreichten sie Hamar und reisten weiter zu einem kleinen Hof bei Lillehammer, wo sie sich versteckten.
Im Januar 1206 brachen sie wieder auf, und da sie sich nicht trauten, den viel befahrenen Weg durch das Gudbrandsdal und über das Dovrefjell zu nehmen, reisten sie auf ihren Skiern übers Fjell hinüber ins Østerdalen. Hier gerieten sie in ein Unwetter mit Frost und Schneesturm. Die beiden mutigsten und besten von ihnen, Torstein Skevla und Skjervald Skrukka, reisten den anderen voraus und nahmen das Kind mit sich. Sie erreichten Velberget im Østerdalen, wo sie von Bauern aufgenommen wurden, die ihnen den Weg nach Norden zeigten. Hinter dem knappen Bericht der Sage über diese Birkebeinerreise stehen zwei Männer, die sich mit einem knapp zweijährigen Kind durch den Schneesturm übers Fjell kämpfen und gar nicht daran denken, umzukehren oder aufzugeben. Es galt, die Zukunft des Landes zu retten, und unter dem Einsatz aller ihrer Kräfte, ihres Mutes und ihres Willens gelang es ihnen, das Kind, welches Norwegens König werden sollte, in Sicherheit zu bringen.
Haakon Haakonson beendete den Bürgerkrieg, und unter ihm erlebte Norwegen im Mittelalter seine große Blütezeit. Die Reise der beiden Birkebeiner machte Geschichte. Der Weiterbestand des Rennens sollte dem Nationalsport Norwegens neue Impulse verleihen. Das große Interesse und die beträchtlichen Teilnehmerzahlen zeigen, daß der Bedarf nach einem praktischeren und bürgernäheren Wettkampf-Arrangement neben dem normalen sportlichen Langlauf bis heute gross ist. Das erste Birkebeinerennen der Neuzeit wurde 1932 im Stadion Engevold in Rena arrangiert.
Später wurde der Streckenverlauf entlang der historischen Route von Rena nach Lillehammer übers Fjell gelegt. Die heutigen Birkebeiner erleben unterwegs eine großartige Natur, aber auch Anstrengung und Schweiß. Der Rucksack von 3,5 kg, den ALLE Teilnehmer tragen müssen, symbolisiert den Königssohn Haakon Haakonson (siehe Foto). Die Biker legen zwischen Rena in die Olympiastadt Lillehammer 89 km zurück.
Die Rennen der iXS Euro Bike Extremes 2007
17. Juni, Black Forest ultra Marathon, Kirchzarten/De
9. Juli, Dolomiti Superbike, (Ma-Weltcup), Niederdorf/It (Bozen)
22. Juli, Swiss Bike Masters, Küblis/Sz
25. August, Birkebeinerrittet, Rena-Lillehammer/No
29. September, St. Wendeler MTB-Marathon, (Ma-EM), St. Wendel/De
Fünf Rennen umfasst die grösste europäische Mountainbike-Langstreckenrennserie iXS Euro Bike Extremes, ein Zusammenschluss der teilnehmermässig grössten Bikemarathons in den jeweiligen Ländern. Insgesamt gilt es 555 Kilometer und Kraft raubende 16`450 Höhenmeter ( !) in den schönsten Bergregionen der Alpen, Dolomiten, im Schwarzwald am Bosenberg und in Norwegen zurückzulegen. Punkto Teilnehmer- und Zuschauerzahlen sind die iXS Euro Bike Extremes unerreicht. Pro Lauf nehmen 3000 bis 12`000 Startende teil, bejubelt von einem Vielfachen an Publikum. Sportlicher Höhepunkt ist in diesem Jahr das Dolomiti Superbike in Villabassa (Südtirol), das heuer auch zum Weltcup zählt und im nächsten Jahr als Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Es ist bereits abzusehen, dass die weltbesten Mountainbiker teilnehmen werden. Sportlich hochstehend wird auch das Finale am St. Wendeler Bikemarathon, das zugleich als Europameisterschaft zählt. Spitzenreiter in Sachen Teilnehmerzahlen ist der Birkebeinerrittet, der letztes Jahr Bikemarathon-Welttitelkampf war und bei herrlichem Wetter mehr 12`000 Teilnehmende (!) nach Norwegen lockte, wo das Rennen ein Teil der Geschichte des Landes spiegelt. Am meisten Höhenmeter pro gefahrene Kilometer weist schliesslich das Swiss Bike Masters in Küblis aus. Auf 120 km türmen sich 5000 Höhenmeter.
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