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Im Hardwalde zwischen Böttstein und Leuggern lässt sich bei einem hölzernen Wegkreuz ein Mann blicken mit grauem Gurt und weissen Handschuhen, durch welche man auch Nachts Fingerringe hindurch schimmern sieht. Weil er einen Haarzopf trägt und seinen Weg stets nach dem Schlosse Böttstein hin nimmt, hält ihn das Volk für einen alten Schlossherrn. Einem Mann aus Bernau, der hier spät nach Lenzburg durchfuhr, kam er ans Wägelein heran, als ob er aufsteigen wolle. Küher, so hiess der Bernauer, wies ihn zurück; doch reute es ihn wieder, gegen einen müden Fussgänger hart zu sein; er hielt also und lud ihn ein, aufzusitzen. In diesem Augenblicke aber fühlte er sich so furchtbar gepresst und gedrückt, daß er völlig geschwollen in Lenzburg ankam und von nun an keine gesunde Stunde mehr hatte.
Von der Hardwaldung fliesst ein kleines Bächlein über Grundstücke hin, die Solen geheissen; man überschreitet einen Steg und kommt zu einer alten Eiche. Hier hat der Brugg-Joggeli seinen Aufenthalt. Auch er schickte einen Bauern aus Gross-Döttingen mit einem geschwollenen Kopf heim, der geprahlt hatte, er werde den Geist im Vorbeigehen fragen, ob er schon fertig gekocht habe. Um diese Eiche ziehen sich mehrere dunkelfarbige Grasringe, Hexenringe genannt, und man sagt, hier hätten die bösen Weiber ihren Tanzplatz. Als der Schreiner Kalt auf dem Wege von Eien nach Gippingen hier vorbei kam, hörte er schon auf achtzig Schritte Entfernung Musik und Tanzjubel von diesem Baume her.
Anderes sah der Mann, der im Gänterhause in Eien wohnt. Er traf eine weisse Gestalt, die auf einem halben Ross sass und ihren Kopf mit weissem Barte unter dem Arm hielt; dann sprengte sie gegen die Wiesen hinab der Aare zu, und ein Krachen folgte, als wären alle Eichen geborsten.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 196
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch