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In der ersten Welle der Corona-Pandemie hat die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle erheblich zugenommen. Das geht aus einer Untersuchung der britischen Universität Leeds hervor. Die Forscher um Kardiologe Prof. Dr. Chris Gale untersuchten die Todesfälle während des Lockdowns im Frühjahr in Grossbritannien.
Während dieses Zeitraums war die Zahl der Klinikbehandlungen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie etwa einem leichten Herzinfarkt um 40 Prozent zurückgegangen. Viele Menschen hatten auf Anraten der Regierung Arztbesuche aufgeschoben oder aus Angst vor einer Infektion mit COVID-19 den Weg zum Krankenhaus gescheut.
Die Folge: Im Frühling stieg die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle in England und Wales um acht Prozent. Zwar stehen die meisten dieser Todesfälle in einem Zusammenhang mit COVID-19. Die Studie betont aber, dass die übrigen Todesfälle durch eine rechtzeitige medizinische Behandlung hätten verhindert werden können. So stieg die Zahl derer, die daheim an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verstarben, während des Lockdowns um 35 Prozent. Die Zahl der COVID-19 bedingten kardiovaskulären Todesfälle hingegen nahm nur um zwei Prozent zu.
Das Deutsche Ärzteblatt, das die Studie im deutschsprachigen Raum veröffentlichte, erläutert, dass ähnliche Entwicklungen auch in anderen Ländern zu beobachten gewesen seien.