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«Noch achtundzwanzig Tage grauenhaft langweiligen Marschierens durch den Urwald, Stunde um Stunde. Wenn es ein wenig früher im Jahr gewesen wäre, hätte ich liebend gern in einem der fröhlichen hübschen Dörfchen wochenlang Station gemacht, aber beim Gedanken an die Eile, an unseren Wettlauf gegen die Regenzeit, wurde mir bange. Und Grahams Schmerzen? Hielt er noch einmal vier Wochen frühes Aufstehen, schlechtes Essen und Gewaltmärsche durch?»
Barbara Greene, eine privilegierte Engländerin von 28 Jahren, machte 1935 eine Reise «ohne Landkarten», aber mit stattlicher Dienerschaft durch Liberia, «damals im wahrsten Sinne des Wortes terra incognita». Ihr heute noch sehr frisch wirkender Bericht wäre kaum veröffentlicht worden, wenn ihr Reisegefährte nicht ihr Cousin Graham Greene gewesen wäre. Der Schriftsteller mit Verbindungen zu Würdenträgern des britischen Kolonialreichs gehörte bereits zur englischen Prominenz.
«Im Hinterland» fusst auf Barbara Greenes Reisetagebuch. Ziemlich unbedarft machte sie sich auf die Reise, die ihre einzige Afrikaerfahrung bleiben sollte - im Gegensatz zum berühmten Vetter, der sich später intensiv mit dem Kontinent befasste. Der Bericht besticht durch seine Anschaulichkeit, die Autorin beschränkt sich auf das, was sie sieht, und enthält sich jeglicher Spekulation. Wer sich ein Bild von der westafrikanischen Wirklichkeit vor dem Zweiten Weltkrieg machen will, kommt auf seine Rechnung. Zugleich erhält man einen spannenden Einblick in das nicht unkomplizierte Wesen von Graham Greene.
Barbara Greene heiratete später den deutschen Diplomaten Rudolf Strachwitz, blieb während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und erlebte aktiv den deutschen Neuanfang im Zeichen der Bundesrepublik. Ihr Sohn Rupert Graf Strachwitz, Direktor des Maecenata Instituts an der Berliner Humboldt-Universität, steuerte für das vorliegende Buch ein aufschlussreiches Porträt der Autorin bei. Den Abschluss bildet «Eine kurze Geschichte Liberias» des Konstanzer Professors Till Blume.