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Als der Weltreitsportverband FEI 1978 von Brüssel nach Bern umzog, kam von den beiden 50-Prozent-Angestellten (sie arbeiteten auch für den belgischen Pferdesportverband) nur Robert Michels an die Schlosshaldenstrasse in Bern. Nadine Borenbergen verliess die FEI und blieb in Brüssel. Mit Michels nach Bern kam auch das Archiv der FEI. Es war eine Kartonschachtel, etwa 50 mal 30 mal 30 Zentimeter. Darin waren als grösste Schätze ein Film des Siegesrittes von Xavier Lesage von 1932 sowie die Filmaufzeichnungen der Dressurentscheidung der Olympischen Spiele von 1960 in Rom. Nach dem Richterskandal von 1956 hatte die FEI, auf massiven Druck des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Rahmenbedingung für die Dressur radikal ändern müssen.
Nur noch zwei Reiter pro Nation, keine Mannschaftswertung, Richter nur aus Ländern ohne Starter. Im Grand Prix mussten die Richter nach jedem Ritt bis zu 20 Minuten lang ihre Noten diskutieren. Die fünf Ritte im Stechen um die Medaillen wurden gefilmt. Die Noten wurden nicht, wie üblich, nach jedem Ritt bekannt gegeben. Stattdessen mussten die drei Richter aus Frankreich, den Niederlanden und Chile während zwei Tagen die Filme evaluieren. Dann, am dritten Tag, kamen die Resultate heraus. Erst viel später wurde bekannt, dass während der Filmüberprüfung die Noten von Josef Neckermann reduziert wurden, wodurch er die Silbermedaille an den Schweizer Gustav Fischer verlor. Diese Filme befanden sich also in der Umzugsschachtel, neben einigen früheren FEI-Bulletins und Reglementen, Generalversammlungsprotokollen und einem Buch. Nichts war vollständig – es war eine äusserst bescheidene Bilanz der damals 57-jährigen FEI-Geschichte.
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(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 3/2023)
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