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Das ist eine der ersten Fragen, die mir meine Mutter stellte, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich polyamorös bin. Nein, Mama, ich bin keine Hure. Nicht einmal annähernd. Du kannst dich jetzt entspannen.
Ich musste ihr - einer traditionellen muslimischen Frau - das ganze Konzept erklären. Inzwischen weiß sie, dass ich ein bisschen seltsam bin, aber sie liebt mich dafür auf ihre eigene seltsame Art. Unser Verhältnis ist kompliziert.
Aber zurück zum Thema Polyamorie. Schauen wir mal, wie Wikipedia das beschreibt:
Polyamorie oder Polyamory (ein Kunstwort aus altgriechischpolýs „viel, mehrere“, und lateinisch amor „Liebe“; englisch polyamory; als Adjektiv auch abgekürzt zu entweder poly, oder aber polyam, um zu vermeiden, dass die erstere Abkürzung mit anderen mit poly- beginnenden Dingen verwechselt wird oder sie die Bedeutung vereinnahmt) bezeichnet eine Form des Liebeslebens, bei der eine Person mehrere Partner liebt und zu jedem einzelnen eine Liebesbeziehung pflegt, wobei diese Tatsache allen Beteiligten bekannt ist und einvernehmlich gelebt wird.[1][2][3] Polyamore Beziehungen gründen auf der Absicht, die gewünschten Beziehungen langfristig und vertrauensvoll miteinander zu gestalten,[4] meist schließen sie Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sexualität ein. Damit grenzt sich Polyamorie deutlich ab von der „freien Liebe“, die sich weitaus offener für rein körperliche Beziehungen zeigt. Es gibt Überschneidungen zur Beziehungsanarchie, in der Beziehungen auf Basis individueller Wünsche anstelle von Normen geführt werden, unterscheidet sich aber von dieser durch die Annahme, eine formelle Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen von Beziehungen zu brauchen. Weltanschaulich bejaht das polyamore Konzept, dass ein Mensch mit mehreren Personen zur selben Zeit Liebesbeziehungen haben kann, und stellt die Vorstellung in Frage, dass Zweierbeziehungen die einzig erstrebenswerte oder mögliche Form des Zusammenlebens seien.
Wiki, du hast es wieder einmal auf den Punkt gebracht. Stell dir vor, du bist in einer liebevollen Beziehung. Ihr vertraut einander, lieben einander, sind intim und tut all die Dinge, die Paare tun. Und nun stell dir vor, dass du dies mehrfach tus. Boom: Polyamorie. Nein, moment, das könnte ja auch Betrug sein. Aber was ist der Unterschied? Ehrlichkeit und Einverständnis. Es gibt so viele Arten von polyamoren Beziehungen wie monogame Beziehungen, aber sie alle haben diese beiden Dinge gemeinsam.
Ich bin mit einem wunderbaren Mann verheiratet. Er ist mein Augapfel, die Sonne zu meinem Mond, das Ketchup zu meinen Pommes... - du weisst was ich meine. Tatsache ist, dass ich ihn von ganzem Herzen liebe. Aber wir sind nicht monogam. Wir gehen beide von Zeit zu Zeit mit anderen Menschen aus und sind sogar offen für neue Beziehungen. Für mich hat es sich ausgedatet für den Moment, da ich einen weiteren Mann in meinem Leben habe, der mein Augapfel, meine Sonne, mein Ketchup und alles weiter für mich ist, in der gleichen Intensität und zwar meinen Verlobten. Ja, wir möchten heiraten. Legal ist dies zwar nicht möglich, aber wir freuen uns auf eine freie Zeremonie mit Familie und Freund*innen. Um mehr zu daten fehlt mir die Energie, die emotionale und zeitliche Kapazität und der Wille. Ich sammle ja schliesslich keine Pokémons.
Ich habe seit ich polyamor lebe schon immer von einer großen Poly-Familie geträumt. Mehrere Partner*innen, Liebhaber*innen und enge Freund*innen, die ihr Leben miteinander teilen und sogar gemeinsam Kinder großziehen. Aber ich war nie aktiv auf der Suche danach und trotzdem hat es sich durch Offenheit und Neugier so ergeben. Unser kleines Polykül besteht aus meinem Verlobten, meinem Mann und seiner Freundin und ich möchte diese Familie gegen nichts tauschen! Auch wenn meine Mutter sich wünschte, wir wären nicht so seltsam, aber sie kommt ganz gut damit klar, indem sie es ignoriert.
Zum Schluss möchte ich mit einem großartigen kleinen Comic von Kimchi Cuddles abschließen - bitte besucht ihre Seite und zeigt ihr etwas Liebe: Sie ist einfach super!