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"Ich wurde 1944 in Freiburg geboren. Meine Familie war mausarm und ich wurde zusammen mit meinen zwei Brüdern im Alter von 3 Jahren dem Sozialdienst übergeben.
Ich wurde mit mangelhafter Ernährung, Körperverletzungen und sexuellem Missbrauch konfrontiert. Was mir vor allem fehlte, war die Zuneigung. Neben dem Waisenhaus war das Militär stationiert. Eines Tages war ich allein im Gang und ein Offizier in seiner schönen Uniform hat mit mir gesprochen. Am nächsten Tag brachte er mir ein Spielzeug mit und ich fragte ihn, ob er nicht mein Papa werden wolle. Er erklärte mir, das sei nicht so einfach.
Im Alter von 14 Jahren wurde ich bei Bauern platziert. Ich musste schuften und schlief in der Schule ein. In drei Jahren habe ich 15 Franken verdient. Danach bin ich wieder in ein Heim gekommen und habe eine Lehre als Spengler absolviert. Nach vier Jahren musste ich diesen Beruf wegen gesundheitlicher Probleme aufgeben. Was mit geholfen hat in meinem Leben, das ist der Sport. Mit grosser Anstrengung bin ich Sportlehrer geworden.
Als die Archive geöffnet wurden, habe ich entdeckt, dass meine Mutter nicht verschwunden war, wie man mir gesagt hatte. Mein Vater – ein Vagabund – hatte sie verlassen und sie war nicht in der Lage uns zu ernähren. Sie ersuchte den Staat um finanzielle Hilfe, doch die Behörden haben uns voneinander getrennt. Ich habe auch erfahren, dass ich eine 66-jährige Schwester im Aargau habe. Ich habe sie kürzlich getroffen."
Für Clement Wieilly, änderte sich alles im Frühjahr 2013, als die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga ehemalige Verdingkinder zu einer Entschuldigungs-Zeremonie einlud. "Ich ging nach Bern und habe beschlossen, zu handeln. Das war die Chance meines Lebens."
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