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Sonntag, 11. November 2001, 17.15 Uhr
Reformierte Kirche Egg
Georges Bizet: Te Deum
Giacomo Rossini: Stabat Mater
Anna-Maria Locher, Sopran
Claude Eichenberger, Mezzosopran
Felix Rienth, Tenor
Bruno Vittorio Nünlist, Bariton
Artikel von Walter Riethmann
Wer kennt sie nicht, die Opern Carmen und Der Barbier von Sevilla von Georges Bizet und Gioachino Rossini ? Dass die beiden unsterblichen Komponisten auch bedeutende geistliche Musik geschrieben hat, dies zeigt das Konzert vom Singkreis Egg und dem Orchester Consortium musicum am 11. November in der Reformierten Kirche Egg.
Geistliche Musik beschäftigten Georges Bizet und Gioachino Rossini wohl eher am Rande. Das Stabat mater schrieb Rossini 1832, in jener Zeit also, als er bereits fast 40 Opern komponiert und sich mit Wilhelm Tell von der Bühne verabschiedet hatte. Das Werk erklang erstmals am Karsamstag 1833 in Madrid, nicht ohne dass ein Schüler von Rossini drei Sätze dazu geschaffen hatte, weil der Meister erkrankte. Seine endgültige Fassung erhielt das Werk erst 1841, und es wurde 1842 in Bologna - nunmehr war Rossini der Autor aller Sätze - uraufgeführt. Wer in Stabat mater ein Werk von grundsätzlich sakralem Charakter sucht, sieht sich getäuscht; das Werk stellt vielmehr die Summe der eigenen Ausdrucksmoglichkeiten des Komponisten dar und ist demnach von dem Melos der Arien und Ensembles seiner Opern erfüllt. Diese Eigenschaften waren für den Siegeszug des Werkes in der Musikwelt wohl eher forderlich, gilt das Stabat mater neben Verdis Requiem als das wohl meist aufgeführte geistliche Werk eines italienischen Komponisten.
Anders als bei den zahlreichen Opern von Rossini war es bei Georges Bizet mit Carmen nur ein einziges Werk, das die Unsterblichkeit des franzosischen Komponisten begründen sollte. und kaum jemand weiss, dass Bizet auch weltliche Kantaten und geistliche Musik komponiert hat. Das Te Deum wurde in früher Zeit, nämlich 1858 komponiert. Im rund 25 Minuten dauernden Werk für Sopran-, Tenorsolo, Chor und grosses Orchester werden die beiden majestätischen Ecksätze von Chor und Orchester gestaltet. Die beiden mittleren, vorwiegend solistischen Teile nehmen hingegen mit ihrer szenisch-opernhaften Anlage und der geschmeidig-sinnlichen Melodik bereits den erfolgreichsten Opernkomponisten Frankreichs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorweg. Bizets Te Deum wird sehr selten aufgeführt, so existiert von dem Werk auch keine Einspielung.