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Unter praktischen Gesichtspunkten betrachtet kann Investieren in der Schweiz einfach bedeuten, dass man ein Haus oder ein Ferienhaus besitzt, ein Unternehmen gründet oder Aktien kauft. Mehr dazu in diesem Kapitel.
2009, als die Häuserpreise in Ländern wie den USA, Grossbritannien oder Spanien abstürzten, konnte der Schweizer Hausmarkt ein Wachstum ausweisen, das über dem Durchschnitt lag.
Nach Angaben der Immobilien-Beratungsfirma Wüest & Partnerexterner Link besteht in der Schweiz "bei privaten und institutionellen Anlegern grosse Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern als Investitionsalternative". Im Einfamilienhäusermarkt, so die Einschätzung der Firma, bleibe das Risiko einer Immobilienblase eher "gering".
Der Anteil an Eigenkapital für die Finanzierung liegt bei Eigenheimen in der Schweiz normalerweise bei 20%, kann aber auch höher sein. Dazu kommen die Kaufnebenkosten sowie Steuern und Gebühren zum Abschluss der Transaktion und der Registrierung des Grundeigentums bei den Behörden.
Lex Koller: Erwerb von Grundeigentum für Personen im Ausland
Die so genannte Lex Koller ist das Bundesgesetz, das den Erwerb von Grundstücken in der Schweiz durch Personen im Ausland regelt. Wer in der Schweiz Land, ein Haus oder eine Wohnung kauft, hat damit noch kein Anrecht auf eine Aufenthaltsbewilligung. Der Vollzug des Bundesgesetzes und damit die Kompetenzen für das Erteilen der Kaufbewilligungen für Grundeigentum liegen bei den Kantonen.
Die Schweizer Landesregierung, der Bundesrat, wollte die Lex Koller vor einigen Jahren abschaffen. Das Parlament jedoch wies die Vorlage zurück. Entscheide sind bislang nicht gefallen.
EU-/EFTA-Staatsangehörige, die in der Schweiz wohnen (mit einer Aufenthaltsbewilligung B oder einer Niederlassungsbewilligung C), sowie andere Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungsbewilligung C brauchen keine Bewilligung zum Erwerb von Grundeigentum.
Kauf einer Ferienwohnung
Ausländische Staatsangehörige können in der Schweiz Ferienwohnungen erwerben, brauchen aber eine Sonderbewilligung. Die Immobilie muss in einer von den kantonalen Behörden als Ferienresort ausgewiesenen Zone liegen, wo zudem Quotenregelungen gelten. Kantone und Gemeinden können daneben weitere Restriktionen verfügen, zum Beispiel, dass ausländische Staatsangehörige nur Ferienwohnungen erwerben können, die bereits in ausländischem Eigentum sind.
Ferienwohnungen dürfen nicht ganzjährig, sondern nur periodisch an Dritte vermietet werden. Wohneinheiten in so genannten Aparthotels müssen dem Betriebsinhaber der Hotels besonders in der Hauptsaison zur hotelmässigen Bewirtschaftung überlassen werden.
In der Regel darf die Nettowohnfläche (dazu zählen Räume wie Küche, Hausflur, Badezimmer, Toilette, geschlossenes Schwimmbad, Sauna, Hobbyraum, nicht aber Balkon, Treppenhaus, Keller und Estrich) 200 m2 und die Grundstücksfläche 1000 m2 nicht übersteigen. Kann Bedarf für mehr Platz nachgewiesen werden, werden grössere Flächen bis 250 m2 respektive 1500 m2 ohne weiteres bewilligt, in Ausnahmefällen auch noch grössere Flächen.
Zudem ist es normalerweise nicht gestattet, dass eine Familie mehr als eine Ferienwohnung besitzt. Im Fall, dass eine Ehepartnerin/eingetragene Partner oder Kinder des Käufers unter 18 Jahren bereits eine Wohnung oder Zweitwohnung in der Schweiz haben, wird eine Bewilligung zum Kauf nur erteilt, wenn diese Wohnung vor der Eintragung des neuen Kaufgeschäfts in das Grundbuchamtexterner Link aufgenommen wurde.
Ein Merkblatt zum Grundstückserwerb durch Ausländerinnen und Ausländerexterner Link kann auf der Website des Bundesamts für Justiz als pdf heruntergeladen werden.
Gegenwärtig läuft die Umsetzung einer Volksinitiative zur Eindämmung des Baus von Zweitwohnungen in gewissen Gemeinden.
Kauf einer Hauptwohnung
Angehörige aus Drittstaaten (ausserhalb des EU-/EFTA-Raums), die in der Schweiz leben, aber noch keine Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) haben, können an ihrem Wohnsitz ohne Bewilligung eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus erwerben. Dasselbe gilt für den Kauf von Bauland, doch muss der Bau der Wohnung innerhalb eines Jahres nach Erwerb beginnen. In beiden Fällen muss der Käufer/die Käuferin in der Wohnung wohnen; diese darf nicht vermietet werden, auch nicht teilweise.
In der Regel gelten keine Beschränkungen, wie gross die Wohnfläche sein kann, aber es darf sich nur um eine Wohneinheit handeln. Auch die Grundstückfläche ist an sich nicht reglementiert. Sie darf aber nicht so gross sein, dass der Erwerb oder ein Teil davon als blosse Kapitalanlage betrachtet werden kann. Wenn die Grundstücksfläche grösser ist als 3000 m2, wird das Grundbuchamtexterner Link in der Regel veranlassen, dass überprüft wird, ob es für den Kauf eine Bewilligung braucht.
Kommt es später zu einem Wohnsitzwechsel, muss die Wohnung nicht verkauft werden, sondern kann als Zweit- oder Ferienwohnung genutzt oder an Dritte vermietet werden. Der Besitzer kann am neuen Wohnsitz wieder ein Wohnung kaufen, ohne die erste verkaufen zu müssen.
Wenn allerdings klar wird, dass die Wohnwechsel nur erfolgen, um ohne Bewilligungen mehrere Wohnungen kaufen zu können, liegt ein Verstoss gegen das Gesetz vor. In solchen Fällen können die Behörden nachträglich intervenieren und den Käufer verpflichten, eine Bewilligung zu beantragen oder gar anordnen, dass ein Kauf rückgängig gemacht werden muss.
Ein Merkblatt zum Grundstückserwerb durch Ausländerinnen und Ausländerexterner Link kann auf der Website des Bundesamts für Justiz als pdf heruntergeladen werden.
Kauf einer Zweitwohnung
EU-/EFTA-Staatsangehörige, die als Grenzgänger oder Grenzgängerin in der Schweiz arbeiten (mit einer Grenzgängerbewilligung G), können ohne Bewilligung eine Zweitwohnung in der Region ihres Arbeitsorts erwerben, solange sie in der Region als Grenzgänger arbeiten. Die Wohnung darf nicht an Dritte vermietet werden, auch nicht teilweise. Wenn die Grundstücksfläche 1000 m2 übersteigt, wird das Grundbuchamtexterner Link in der Regel veranlassen, dass überprüft wird, ob für den Kauf eine Bewilligung nötig ist.
Ein Merkblatt zum Grundstückserwerb durch Ausländerinnen und Ausländerexterner Link kann auf der Website des Bundesamts für Justiz als pdf heruntergeladen werden.
Gegenwärtig läuft die Umsetzung einer Volksinitiative zur Eindämmung des Baus von Zweitwohnungen in gewissen Gemeinden.
Kauf von unbebautem Land in der Bauzone
Für den Erwerb von unüberbautem Land in der Wohn-, Industrie- oder Gewerbezone braucht es grundsätzlich eine Bewilligung, ausser wenn innerhalb eines Jahres mit der Erstellung eines bewilligungsfreien Baus wie einer Hauptwohnung, Zweitwohnung oder einer Geschäftsräumlichkeit begonnen wird. Das Horten, Zusammenkaufen von Land, auch wenn es nicht in der Wohnzone liegt, sondern in der Industrie- oder Gewerbezone, gilt als unzulässige Kapitalanlage.
Gründung eines eigenen Unternehmens
Grundsätzlich kann in der Schweiz jede Person, ungeachtet ihrer Nationalität, ein Unternehmen besitzen, gründen oder sich finanziell an einer Firma beteiligen. Je nach Gesellschaftsform gelten unterschiedliche Voraussetzungen; so muss die Besitzerin oder der Besitzer einer Einzelfirma etwa in der Schweiz wohnen.
Ausländer und Ausländerinnen brauchen eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, um ein Unternehmen auf einer täglichen, permanenten Basis zu führen.
Die folgenden vier Rechtsformen gehören in der Schweiz zu den gebräuchlichsten Unternehmensformen: Aktiengesellschaft (AG) und Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) als Kapitalgesellschaften, Kollektivgesellschaft und Einzelfirma als Personengesellschaften.
Die Wahl der Rechtsform hängt von verschiedenen Kriterien ab. Bei einer AG muss die Mehrheit der zeichnungsberechtigten Verwaltungsratsmitglieder (Vorstand) Wohnsitz in der Schweiz haben. Bei einer GmbH muss mindestens ein zeichnungsberechtigter Geschäftsführer, eine Geschäftsführerin, in der Schweiz wohnen.
Es gibt unterschiedlichste Arten, mit einem eigenen Unternehmen aktiv zu werden. Nachfolgend eine Auswahl:
- Eigene Firma gründen
- Kauf einer bestehenden Firma
- Gründung eines Joint-Venture-Unternehmens
- Strategische Allianz/Partnerschaft
- Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen
Zur Gründung einer Firma gehören grundsätzlich folgende Schritte:
- Wahl der Rechtsform des Unternehmens
- Notarielle Beglaubigung der Gründungsdokumente
- Einrichtung eines Sperrkontos für das Einlagekapital
- Einreichen der beglaubigten Gründungsdokumente beim Handelsregisteramt
- Unter Umständen Stempelsteuer (Die Stempelsteuer muss bezahlt werden, wenn das Gesellschaftskapital mehr als eine Million Franken beträgt, sie beträgt 1 Prozent des Grundkapitals)
- Bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung abklären, ob das neue Unternehmen mehrwertsteuerpflichtig sein wird
- Anmeldung bei der kantonalen Stelle der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV)
Das Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft für kleine und mittlere Betriebe (KMU)externer Link bietet weitere Informationen zur Gründung von Einzelfirmen, Kollektiv- und Kommanditgesellschaften. Die Anmeldung beim Handelsregisteramt für Mehrwertsteuer und AHV kann dort direkt online erledigt werden.
Weitere Informationen für Investoren und Angaben zum Gründen von Unternehmen finden Sie auch auf der Website von Switzerland Global Enterpriseexterner Link, die für die Standort-Promotion und Investitionsförderung zuständig ist.
Informationen über das Gründen von Unternehmen sind auch auf der Website des Schweizer Portals ch.chexterner Link zu finden.
Kauf von Eigentum als Geldanlage
Wer in Gewinn abwerfendes Eigentum investieren möchte, sollte sich nach Grundstücken umsehen, die für kommerzielle Zwecke genutzt werden können (Fabrikationsgebäude, Lagerhallen, Bürogebäude, Verkaufsgeschäfte, Einkaufszentren, Hotels, Restaurants etc.). Für den Kauf solcher Objekte braucht es keine Bewilligung. Es spielt keine Rolle, ob der Käufer das Grundstück für eines seiner eigenen Unternehmen nutzt oder es Dritten zu kommerziellen Zwecken vermietet oder verpachtet.
Derartiges Grundeigentum kann auch einfach als Kapitalanlage gekauft werden. Zudem ist nicht nur der Erwerb des Grundstücks bewilligungsfrei, auch andere Rechte wie ein Vorkaufs- oder Rückkaufsrecht oder die Finanzierung des Grundstückerwerbs sind ohne Bewilligung möglich.
Nicht als wirtschaftliche Tätigkeit im oben genannten Sinn gelten das Erstellen, die Vermietung, die Verpachtung oder der Handel mit Wohnraum auf solchen Grundstücken. Zu diesem Zweck ist der Erwerb von Grundstücken durch Personen aus dem Ausland nicht erlaubt.
Hypotheken und Finanzierung
In der Schweiz gibt es grundsätzlich drei Arten von Hypotheken: Hypotheken mit einem festen Zinssatz (Fest-Hypotheken), variable Hypotheken und Geldmarkt-Hypotheken.
Wie in anderen Märkten wird der Zins einer variablen Hypothek entsprechend der Lage auf dem Kapitalmarkt berechnet, die Laufzeit ist unbegrenzt. Festhypotheken haben einen fixen Zinssatz und eine bestimmte Laufzeit, meist zwischen drei und fünf Jahren. Der Zins bei Geldmarkt-Hypotheken basiert auf der Libor-Rate für den Euro-Geldmarkt. Zu den Hypothekarzinsen kommen noch gewisse weitere Gebühren, deren Höhe von der Kreditwürdigkeit des Kunden abhängt.
In der Schweiz müssen für eine Hypothek zum Kauf eines Hauses oder einer Wohnung normalerweise 20% des Gesamtbetrages als Eigenkapital eingebracht werden. Die jährlichen Kosten für Hypothek, Amortisationen, Unterhalt und Nebenkosten der Liegenschaft sollten im Durchschnitt nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. Die Zinsraten unterscheiden sich von Bank zu Bank, es lohnt sich, mehrere Angebote einzuholen.
Wohneigentum wird vom Bund und den Kantonen besteuert. Hausbesitzer können bei den Steuern zum Teil Abzüge für Hypothekarzinsen und Unterhaltskosten geltend machen.
Weitere Informationen zum Thema Hypotheken in der Schweiz finden Sie auf der Website von Hausinfoexterner Link, einem Angebot des Schweizerischen Hauseigentümerverbands und der Gebäudeversicherung Bern.
Das Beratungsunternehmen Vermögenszentrumexterner Link bietet einen Hypotheken-Vergleich und weitere Informationen zum Thema, ebenso der private Vergleichsdienst Comparisexterner Link.
Business-Netzwerke im Ausland
Switzerland Global Enterpriseexterner Link ist im Auftrag des Bundes zuständig für die Import- und Exportförderung. Dazu führt sie im Ausland eine Reihe von so genannten Swiss Business Hubs. Diese bieten Interessierten Unterstützung an für Geschäftsbeziehungen mit der Schweiz und beraten Schweizer Firmen bei der Geschäftsentwicklung im Ausland.
Die Hubs dienen als Drehscheibe für Informationen aller Art, sei es bei der Suche nach einem spezifischen Fabrikanten oder beim Knüpfen von ersten Kontakten. Swiss Business Hubs gibt es unter anderem in den Nachbarländern der Schweiz und anderen Ländern Europas, aber auch in den USA, in Russland, Indien, China oder Südafrika.
Eine Karte der Swiss Business Hubsexterner Link finden Sie auf der Website von Switzerland Global Enterprise ("Business Hub" anklicken).
Neben der Exportförderung vereinigt Switzerland Global Enterprise auch die Import- und Investitionsförderung und die nationale Standort-Promotion unter einem gemeinsamen Dach.
Swiss Market Index
Der Swiss Market Index (SMI) ist als Blue-Chip-Index der bedeutendste Aktienindex der Schweiz. Er enthält die 20 grössten Titel aus dem Large- und Mid-Cap-Segment des SPI (Swiss Performance Index).
Der SMI ist ein Kursindex, wird also anders als der SPI nicht für Dividenden korrigiert. Seine Zusammensetzung wird einmal pro Jahr überprüft.
Die im SMI gehandelten Werte entsprechen etwa 90% der Marktkapitalisierung und des Handelsvolumens aller am SIX Swiss Exchange kotierten Titel. Da der SMI den Schweizer Aktienmarkt repräsentiert, wird er auch als Basiswert für zahlreiche Finanzprodukte wie Optionen, Futures, strukturierte Produkte oder Exchange Traded Funds verwendet. Der SMI wurde am 30. Juni 1988 mit einem Basiswert von 1500 Punkten eingeführt.
Eine komplette Liste der im SMI gehandelten Titelexterner Link finden Sie auf der SIX-Website.
swissinfo.ch