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Laut Asahi-Zeitung sind bei der Konsumentenschützstelle bis heute rund 30’000 Meldungen wegen Betrug in Zusammenhang mit den Katastrophen eingetroffen.
So wäre eine 68-Jährige Frau von Ishinomaki (Präfektur Miyagi), die durch die Katastrophe ihr Auto und die Anstellung im Stundenlohn verloren hat, obendrein fast um 4 Millionen Yen (ca. 45’400 Franken) erleichtert worden. Ein „Investitionsberater“ rief sie eines Tages an und erzählte, ein Tokioter Unternehmen plane, ein Trümmerentsorgungsanlage in Ishinomaki zu bauen. Die Betroffenen könnten die Unternehmensanleihe günstiger kaufen und ein Teil des Umsatzes werde nach dem Betriebaufnahme der Anlage an Investoren zurückgegeben.
Die Frau, die zur Zeit in einer provisorischen Wohnung wohnt, weil ihr Wohnhaus durch Tsunami stark beschädigt wurde, erhielt am nächsten Tag einen Anruf von einem Mann, der sich als Angestellter eines Wertpapierhauses vorstellte. Er wollte von ihr wissen, ob sie jemanden kennt, der die Obligation gekauft hat. Er wolle denn sie abkaufen, zwar zum doppelten Preis. Sie entschloss sich daraufhin, sie zu kaufen. Der Mann vom Wertpapierhaus wies sie an, 4 Millionen Yen in vier Raten einzubezahlen.
Bei der dritten Überweisung hegte sie jedoch einen Verdacht, weil der Name des Empfängers jedes Mal anders lautete, und sprach mit ihrer Bank darüber. Eine Untersuchung durch die Bank ergab, dass es keinen entsprechenden Plan gibt. Das bereits bezahlte Geld konnte sie zum Glück zurückerhalten. „Ich bin zwar auch nicht ganz schuldlos, da meine Urteilskraft wegen des Schocks durch die Katastrophe getrübt ist. Aber es ist doch grausam und entsetzlich, dass sogar die Betroffenen das Ziel der Ausbeutung werden können. „
Von der Katastrophe nicht direkt betroffenen, aber von solchen Betrugen schon: Ein 37-Jähriger Knocheneinrichter von Miyagi hat einer unbekannten Agentur in drei Monaten rund 700’000 Yen (ca. 8’000 Franken) für Inserate bezahlt. Die Inserate sollten bei einer Kampagne für die Unterstützung der Betroffenen der Katastrophen in einem Magazin gedruckt werden. Ein Inserat koste 25’000 Yen (ca.280 Franken), hiess es damals.
Er wollte einen Beitrag dazu leisten und stimmte der Anfrage zu. Danach erhielt er aber eine Rechnung im Betrag von 75’000 Yen (ca. 850 Franken). Die Agentur erklärte, dass das Magazin drei Mal pro Monat herausgegeben wird, und drohte ihn mit Schadenersatzklage, falls er diesen Betrag nicht bezahlt. Nachdem er den verlangten Preis bezahlt hatte, wurde er von zwei weiteren Agenturen kontaktiert. Er konnte sich offenbar nicht gegen diese „Unterstützung der Betroffenen“ wehren.
Von der Präfektur Fukushima wurden Betrugsfälle mit Messgeräten für Radioaktivität gemeldet. Die Betrugsopfer bestellten Geräte per Internet und bezahlten anschliessend. Aber die Waren kommen nie an, die Anbieter waren auch nicht mehr zu erreichen.