Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/1150

Feines Kaschmir stammt aus der Unterwolle von Kaschmirziegen, welche ein wirksamer Schutz gegen Kälte bildet. Man darf von Kaschmir sprechen, wenn der Durchmesser der Haare weniger als 19 micron (Tausendstel Milimeter) aufweist. Diese Qualität wird gemessen um Gewissheit zu haben, dass die Wolle fein genug ist.
Für die Messung der Wolle einzelner Tiere wird ein knapp 5 Fr. gosser Haarbüschel vom Hals oder Bauch herausgeschnitten. Dort befindet sich das feine Kaschmir. Die Messung der Wollqualität einzelner Tiere ist für die Zuchtauswahl wichtig. Die Haarqualität vererbt sich.
Bei den grossen Herden in Zentralasien werden die Tiere gekämmt, die Rohwolle in Ballen gepresst und dann auf den Markt gebracht. Aus diesen Ballen werden dann Proben von Rohwolle entnommen und untersucht.
Gemessen wird auch der "Crimp", die Kräuselung der Haare. Diese erzeugt das Gefühl der Weichheit, wenn man die Wolle zusammendrückt.
Rohwolle muss zuerst gewaschen und getrocknet werden. Das ist ein ziemlich heikler Prozess. Unkundige Bearbeitung lässt die Wolle leicht verfilzen. Beim Waschen von Kaschmirwolle entsteht kein Sonderabfall, da sie im Gegensatz zur Schafwolle kein Lanolin enthält.
In einem zweiten Schritt wird das feine Kaschmir von den langen Grannenhaaren und dem Schmutz getrennt. Dieser Prozess ist von Hand äusserst zeitaufwendig und das Resultat überzeugt selten. Besser ist eine industrielle Waschung und Sortierung. Dir Rohwolle von der Alpine Cashmere Association wird derzeit von der Naturfasermühle in der Nähe von Chemnitz verarbeitet.
Das Kardieren ist der nächste Arbeitsgang nach dem Waschen und Sortieren. Beim Kardieren werden die Kaschmirhaare mit einem Handgerät oder einer Kardiermaschine gekämmt bis sie gleichmässig ausgerichtet sind. Das Ergebnis ist ein Vlies oder Kardenband bereit zum Spinnen oder Filzen.
Kaschmirwolle eignet sich sehr gut zum Handspinnen. Durch die manuelle Verarbeitung entsteht eine spezielle Struktur, welche dem verwobenen oder verstricktem Endprodukt das gewisse Etwas geben kann.
Das meiste Garn wird maschinell versponnen und kann nachher zum Weben oder Stricken verwendet werden.