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Trockenmauern | Realisiert im Oktober 2015 | Graubünden
Mitten in einem Churer Wohnviertel steht die Trockenmauer, welche eine Gruppe Zivis mit finanzieller Unterstützung der Denkmalpflege saniert hat. Insgesamt erstreckt sich die Mauer über 33 Meter und ist zwischen 1.60 und 2.10 Meter hoch. Die Mauer diente einst als Stützmauer für die Terrassen eines Rebberges. Mittlerweile wachsen hier kein Reben mehr, doch stützt die Mauer immer noch den Hang und die Terrasse oberhalb.
Die originale Mauer war in so schlechtem Zustand, dass sie komplettsaniert werden musste. Das heisst, die Mauer musste abgebrochen und wieder neu aufgebaut werden. Bei den Abbrucharbeiten kamen nicht nur viele Steine zum Vorschein, auch eine Menge Humus hatte sich in der Hintermauerung angesammelt. Dieser wurde mit dem Lastwagen in mehreren Fahrten abtransportiert. Da zwischen den Häusern nicht viel Platz für die Baustelle und die Steindepots vorhanden war, wurde die Mauer Schritt für Schritt abgebaut und sogleich wieder hochgemauert. Zusätzlich zu den Steinen aus der bestehenden Mauer und Hintermauerung, wurden handverlesene Steine aus dem Steinbruch beim Solisviadukt verwendet. Man kann es als glücklichen Zufall bezeichnen, dass dieser Steinbruch im selben Jahr wieder eröffnet wurde, weil es sonst in der weiteren Umgebung keine passenden Steine gegeben hätte. Spannend dabei ist auch, dass schon die Solisbrücke (das höchste Viadukt der Rhätischen Bahn) 1902 mit denselben Steinen gebaut wurde.
Während den Bauarbeiten haben die Zivis gezielt Unterschlüpfe für Amphibien, Reptilien und Igel in die Mauer eingebaut. Hoffentlich werden bald die ersten Bewohner in und an der Mauer zu sehen sein. Während den Bauarbeiten kamen unzählige Alpensalamander zum Vorschein, welche gleich in ihre neue Behausung umgesiedelt wurden. Es handelt sich wohl um eine der wohl tiefstgelegenen Alpensalamander-Populationen im Kanton.
Nach sieben Wochen harter körperlicher Arbeit und viel Geduld beim Steine setzen, wurde der letzte Deckstein gesetzt. Um die Baustelle abzuschliessen, wurden auf der Mauerkrone einheimische Wildstauden gepflanzt und der Boden unterhalb der Mauer mit Rasen- und Blumenwiese angesät.
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