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Die fotografische Optik
Die Lehre der Optik ist wesentlich älter als die Fotografie, denn die Optiker hatten seit je her Linsen für Teleskope, Mikroskope und Cameras obscuras hergestellt. Dennoch gab die Fotografie für sie die Herausforderung vor, dass das Abbild in der Kamera hell und auf einer Fläche ohne Verzeichnungen erscheinen musste.
Die ersten Objektive bestanden aus einfachen Einzellinsen – Menisken genannt – die mit einer «Pupille» oder Blende versehen wurden, um Abbildungsfehler zu verringern. Schon Daguerre hatte Objektive von Charles Chevalier verwendet, die aus zwei Linsen verschiedener Glasorten bestanden, welche gegenseitig optische Fehler kompensierten, um so das Bildresultat zu verbessern.
1840 stellt Charles Chevalier das erste Satzobjektiv vor, das sowohl als für Landschaftsaufnahmen verwendet werden konnte, als auch mit einem zusätzlichen Linsenelement für Porträts. Ein Jahr danach entwickelt der aus der heutigen Slowakei stammende ungarische Optiker Joseph Petzval ein Objektiv mit der damals höchsten Lichtstärke, das lange Zeit qualitativ unerreicht blieb und besonders bei Porträtaufnahmen seine Stärken zeigte.
Illustration:
Pantoskop-Objektif von Emil Busch, Preussen (heutiges Polen) und Deutschland, seit 1865