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Eine alternative, komplizierte physikalische Theorie, die weit über die heutigen Theorien hinaus geht, könnte es möglich machen: eine Art „Warp-Antrieb“, mit dem traumhafte Geschwindigkeiten möglich würden. Werden wir in fünf Jahren unser erstes interstellares Raumschiff bauen?
UPDATE (2011): Die Heim-Theorie ist vermutlich widerlegt. Siehe Kommentare.
Es klingt wie ein Märchen, und vielleicht ist es das auch. Doch beginnen wir am Anfang. In den 50er Jahren entwickelte der deutsche Physiker Burkhard Heim eine alternative Theorie zur Beschreibung der Welt. Heim hatte während des zweiten Weltkrieges in einer Bombenschmiede der Nazis gearbeitet: dort explodierte ihm ein Sprengsatz in den Händen, so dass er sein Leben lang praktisch blind und taub war. Mit seinen Theorien ging er nie an die Öffentlichkeit, seine Arbeiten wurden nicht publiziert.
Seine Theorie ist für einen Laien extrem kompliziert, aber im Prinzip beschreibt er die vier bekannten Naturkräfte der Welt durch geometrische Effekte. Genauso wie die Gravitationskraft auf eine lokale Krümmung des Raums zurück zu führen ist, wirken ähnliche Effekte bei den anderen Kräften. Darüber hinaus gibt es gemäss der Heimschen Theorie noch zwei weitere Kräfte, eine sogenannte „Quintessenz“ (eine schwach abstossende, Gravitationsähnliche Kraft, die für die beschleunigte Expansion des Universums verantwortlich sein könnte) und eine „gravitophotonische Wechselwirkung“. Weiter sagt die Theorie die Massen der Elementarteilchen mehr oder weniger korrekt voraus. Die Heimsche Theorie enthält die Relativitätstheorie als „Spezialfall“ (die Relativitätstheorie bleibt damit korrekt, Heims Theorie geht jedoch darüber hinaus) – sie ist eine wahre „Theorie für alles“, auch wenn sie nicht so einfach und elegant ist, wie man sich das vorgestellt hatte.
Burkhard Heim starb im Januar 2001, doch andere (wie Walter Dröscher und Jochem Häuser) sind in seine Fussstapfen getreten und haben seine Theorie korrigiert und erweitert.
Die angesprochene „gravitophotonische Wechselwirkung“ erlaubt es, einen Antrieb zu bauen, mit dem hohe Beschleunigungen erreicht werden. Dies ist möglich, weil eben jene Wechselwirkung es erlaubt, starke Magnetfelder in starke Gravitationsfelder umzuwandeln (und umgekehrt). Weil die Gravitation, verlgichen mit anderen Kräften, so eine extrem schwache Kraft ist (Beispiel: bereits ein Küchenmagnet am Kühlschrank entwickelt eine so starke magnetische Kraft, dass er sich damit gegen die Anziehungskraft des gesamten Planeten am Kühlschrank halten kann…), würde die Transformation eines starken Magnetfeldes ein gewaltiges Gravitationsfeld bewirken – und dieses könnte benutzt werden, um ein Raumschiff anzutreiben. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten würde dieser Antrieb vermutlich dazu führen, dass das Raumschiff in ein „Paralleluniversum“ überwechselt, in dem Geschwindigkeiten viel höher als c erreichbar wären. Aber auch für Geschwindigkeiten weit unter der Lichtgeschwindigkeit wären spektakuläre Antriebe möglich.
Der Antrieb basiert auf einem von einem Kabel umwickelten Ring (einer Spule), der sehr schnell in einem Magnetfeld rotiert. Für ein Raumschiff mit einer Masse von 150 Tonnen, einem Magnetfeld von 20 Tesla, einer Ringmasse von 2 Tonnen und einer Ring-Rotationsgeschwindigkeit von 1000 m/s kann bereits eine Beschleunigung von mehr als einem g erreicht werden (genug, um von der Oberfläche der Erde zu starten). (Alle diese Angaben stammen aus diesem Paper). Damit könnte man den Mond in 4 Stunden erreichen, zum Mars würde die Reise 34 Tage dauern. Für einen Flug durch das „Paralleluniversum“ wäre ein leicht modifizierter Antrieb nötig, mit dem man den Mars bereits in 2.5 Stunden erreichen könnte – und mit dem man z.B. den 11 Lichtjahre entfernten Stern Procyon in nur 80 Tagen (34 Tage beschleunigen, 11 Tage Flug, 34 Tage bremsen) erreichen könnte. Nach Angaben des Papers würde die dafür nötige Energie „dem Vakuum“ entnommen.
Die Eigenschaften dieses „Paralleluniversums“ werden hier nicht genau erklärt: es ist zum Beispiel nicht klar, ob man darin so navigieren kann, dass man an der richtigen Stelle wieder in unser eigenes Universum zurück findet. Aber solche Paralleluniversen könnten einiges Erklären: so könnte Masse aus diesen Paralleluniversen die Dunkle Materie erklären, die den Astrophysikern und Kosmologen in unserem Universum Kopfzerbrechen bereitet. Auch die beschleunigte Expansion des Universums könnte elegant durch die Quintessenz erklärt werden.
Das oben verlinkte Paper hat letztes Jahr den Preis der AIAA (American Institute of Aeronautics and Astronautics) in der Kategorie „Nukleare- und zukünftige Antriebskonzepte“ gewonnen. Dies hat nun das Interesse des amerikanischen Militärs geweckt: bereits haben Gespräche zwischen Jochem Häuser und der NASA stattgefunden, und auch die Luftwaffe interessiert sich für einen Test der Heim-Theorie. Sollte alles gut laufen, könnte man, so Jochem Häuser, bereits in etwa fünf Jahren mit einem funktionierenden Prototypen rechnen.
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