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Lieber Franz!
Ich erkläre mich bereit, nächsten Samstag einer Sitzung des Regierungsrathes beizuwohnen. Dagegen ist es mir natürlich nicht möglich, schon um 9 Uhr in der Sitzung zu erscheinen, da der Bahnzug erst zu dieser Stunde von Baden abgeht. Ich werde jedoch unmittelbar von dem Bahnhofe auf das Rathhaus kommen & also um 10 Uhr in der Sitzung eintreffen. Deshalb wird aber der Regierungsrath gleichwol um 9 Uhr zusammentreten können. Ich kann mich ja nachträglich mit dem, was in der ersten Stunde| geschehen ist, einverstanden erklären & im Protokoll werde ich nicht als abwesend angeführt: folglich bin ich während der ganzen Sitzung anwesend gewesen.
Deine Vermuthung in Betreff der Conferenz wegen der reformirten Kirche in Luzern hat dich nicht getäuscht. Ich habe bereits Dubs ersucht, als «Eidgenössischer Antistes» zu fungiren. Die sämmtlichen Acten, die sich in meinen Händen befanden (Kreisschreiben, Rechnung, Instruction des RRes, Anzeigen der Stände von Conferenzabgeordneten) habe ich Dubs zugestellt. Um ganz offen & ehrlich gegen dich zu verfahren, muß ich beifügen, daß ich ihm mit Beziehung| auf die Rechnung schrieb, der einzige Blick auf die darunter befindliche Unterschrift werde ihn über die scrupulose Richtigkeit & Genauigkeit derselben sattsam zu beruhigen vermögen!
Mir geht es nicht so übel.
Von Herzen
Dein
A E.
Baden
11. Juli. 1855.