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Erneut musste sich der Regierungsrat mit dem Gesuch der Josefine Krucker-Blum auseinandersetzen (vgl. Beitrag vom 28. April). Er hatte das Begehren abgelehnt, weil der Ehemann Konkursit und mit drei Jahren Ehrverlust bestraft worden war und ausserdem keine Ausnahmeverhältnisse vorlägen: Seither sei sowohl die Petentin persönlich vorstellig geworden [beim Polizei- und Militärdepartement]; ferner sei ein Gesuch in empfehlendem Sinne eingegangen vom Hauptgläubiger dieser Liegenschaft, Paul Stadler in Kirchberg, und auch der Gemeinderat Oberuzwil habe nochmals ein Wiedererwägungsgesuch gestellt, das im besonderen hervorhebe, dass bei Nichtentsprechung zweifelsohne die Pfandgläubiger neuerdings zu Verlust kommen würden.
Vom Regierungsrat wird hierauf auf Bericht und Antrag des referierenden Departementes
in Erwägung:
dass hier ausnahmsweise Verhältnisse vorliegen, welche ein ausnahmsweises Entgegenkommen rechtfertigen, indem der Ehemann Krucker krank und nicht zu allen Arbeiten fähig ist, und indem die Pfandgläubiger offenbar bei Ablehnung des Gesuches zu Schaden kämen, also die Notlage und Kriegszeit hier besonders schädigend sind, weil sie den Eheleuten Krucker und den Pfandgläubigern die Situation erschweren,
beschlossen:
Es sei unter Zurückkommen auf den Beschluss vom 28. April (No1031) für Frau Josefina Krucker ausnahmsweise, vorläufig für ein Jahr, ein Patent erteilt, in der Erwartung, dass innert Jahresfrist eine Änderung möglich sein werde.
Offenbar wurde das Patent später verlängert, die Visitenkarte (vgl. Bild) stammt von 1919.
Ausserdem befasste sich der Regierungsrat mit folgenden Themen, darunter auch dem Fall einer Wursthausiererin (Nr. 1230):
Quellen: Staatsarchiv St.Gallen, ARR B2-1916 (Texte) und ZMH 54/005 (Bild)