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Fekete entwickelte dabei einen Lösungsansatz für die Staatsfinanzierung nach einer Schuldenkrise: die Goldanleihe. Feketes Augenmerk galt stets Alternativen der Finanzierung einer modernen Wirtschaft ohne unbeschränkte Geldschöpfung. Eine Reduktion auf physisches Gold schien ihm dafür unzureichend: Ohne Geldschöpfung durch Banken hätten Anleihen und insbesondere Wechsel wieder eine große Rolle zu spielen.
Erste europäische Anerkennung erfuhr Fekete, als er 1996 einen Preis der Schweizer Bank Lips für einen Essay über die Rolle von Gold in einem Währungssystem erhielt. Schon damals kritisierte er die Geldpolitik scharf, viele Aspekte erwiesen sich als prophetisch. Seine Präzisierung und Weiterentwicklung des Mengerschen Konzepts der Absatzfähigkeit darf als einer seiner größten Beiträge zur Geldtheorie gelten. Der Essay („Whither gold?“) hat nichts an Aktualität eingebüßt und offenbart Feketes enzyklopädische Kenntnis der Währungs- und Ideengeschichte.
Nach seiner Pensionierung wirkte Fekete – wie einst Ludwig von Mises – an der Foundation for Economic Education in Irvington-on-Hudson, New York, und unterrichtete an der Francisco Marroquín Universität in Guatemala sowie der rumänischen Sapientia Universität. Den mexikanischen Unternehmer und Philanthropen Hugo Salinas Price beriet er bei seinem Reformvorhaben, eine Silbermünze als wertbeständigere Sparalternative zu monetisieren. Salinas Price lieferte eine wichtige Einschätzung zu manch Widersprüchen zwischen Fekete und dem von ihm verehrten Ludwig von Mises: „Ich kannte Mises persönlich und habe keinen Zweifel, dass er die erfrischenden Ideen von Antal E. Fekete großzügig aufgenommen hätte.“
Seit 2002 unterrichtete Antal Fekete eine wachsende Zahl an Interessierten über das Internet und in regelmäßigen Seminaren vor allem in Ungarn und in Spanien, wo er mit Juan Ramón Rallo einen kompetenten Ökonomen als Mitstreiter gewonnen hatte. Er trat verschiedentlich unter „Gold Standard Institute“, „Gold Standard University“ und zuletzt „New Austrian School of Economics“ auf. Nachhaltiger Institutionenaufbau scheiterte leider stets an persönlichen Zerwürfnissen.
Zum Glück verbreitete Fekete seine Schriften weitgehend frei über das Internet. So wuchs nach und nach seine Wirkung. Dem scharfen Intellekt Fekete darf manch allzu scharfes Auftreten nachgesehen werden. Er konstatierte mangelnde intellektuelle Weiterentwicklung der modernen „Austrian School“ im Gegensatz zum Alt-Österreichischen Vorläufer. Dieses Manko zu beheben, dafür sind freilich die Schultern eines Menschen zu schmal, auch wenn er selbst auf den Schultern von Riesen steht.
Fekete sah den größten Gegensatz in seinem Eintreten für die sogenannte „Real Bills Doctrine“ von Adam Smith, welche goldgedeckte Wechsel als legitime, weil marktkonforme und selbstbereinigende Form einer Geldmengenausweitung ansieht. Strengere Interpreten der Geldtheorie, wie Mises’ bedeutendster amerikanischer Schüler Murray N. Rothbard, sahen hier ein Einfallstor willkürlicher Geldschöpfung. Kann man diese Wechselbanken anvertrauen? Würden sie mit allfälligen Seigniorage-Gewinnen wiederum politisches Lobbying betreiben und damit nach und nach – als geschütztes Kartell – immer großzügigere Geldschöpfung durchsetzen? Können nur strengste Geldmengenbeschränkungen, die keine Kreditvergabe über die Summe der Einlagen hinaus erlauben, diese Anreize zur schleichenden Enteignung der Bevölkerung vermeiden? Fragen dieser Art können weder Fekete noch Rothbard abschließend beantworten. Wir sollten Denkern dieses Kalibers aber dankbar sein, dass sie das klare Wort nicht scheuten, nicht falsche Harmonie suchten, sondern streitbar für das Streben nach dem Wahren und Guten eintraten.