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Die Maschine, in der die Fäden gesponnen werden, besteht aus einer runden, doppelwandigen Edelstahlwanne in deren Mitte ein Kolben sitzt - das eigentliche Herzstück der Maschine. In die Öffnung des Kolbens wird handelsüblicher Kristallzucker eingefüllt; ein Teelöffel für eine flauschige Portion. Mehrere Heizspiralen erhitzen den Zucker, bis er sich bei 185 Grad Celsius verflüssigt hat.
In der Wand des Kolbens befinden sich übereinander angeordnete Reihen von Löchern. Wird der Kolben durch einen Motor in Drehbewegungen versetzt, schleudert die Zentrifugalkraft den flüssigen Zucker durch die winzigen Löcher des Kolbens nach außen an den Rand der Edelstahlwanne.
Hauchdünne Zuckerfäden
Die zersponnenen Zuckerkristalle erkalten sofort in Form weißer Fäden. Die sind nicht kristallin wie das Ausgangsprodukt, sondern amorph. Daher sind sie weich wie Watte. Ein Holzstäbchen wird im Uhrzeigersinn am Rand der runden Wanne entlang gezogen und dabei gedreht, damit sich die hauchdünnen Zuckerfäden um das Stäbchen wickeln können.
Die ersten Maschinen wurden von Hand angetrieben, die Heizung musste mit Petrol gespiesen werden (später mit Gas). Heute wird alles elektrisch betrieben.
Zuckerwattemaschinen, wie sie auf Weihnachtsmärkten oder Rummelplätzen zu sehen sind, werden aus den USA importiert. Geräte für den Hausgebrauch, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten, gibt es bereits ab 50 Franken. Eine einfache Google-Suche liefert schnell Resultate.
Von Zahnarzt erfunden
Zuckerwatte sei schädlich für die Zähne, sagen Zahnärzte. Ist ja klar. Aber habt ihr gewusst, dass ausgerechnet ein Zahnarzt 1830 das klebrige Teufelszeug erfand? Ein Schelm, wer dahinter cleveres Kalkül für neue Kundschaft vermutet.
Damit die Zähne geschont bleiben, gibt es aber inzwischen auch eine zuckerfreie Variante. Die «Zuckerwatte ohne Zucker» enthält den Süßstoff Isomalt. Die Echtzucker-Version enthält in der Regel ca. 5 Gramm Zucker. Zum Vergleich: In einem 3dl-Fläschchen Cola hat es ganze 37 Gramm Zucker. Wenig Grund also, die Zuckerwatte zu verteufeln.