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The Mill and the Cross (2011)
Die Mühle & das Kreuz
The Mill and the Cross (2011) Die Mühle & das Kreuz
Oder: Verfilmtes Bild
Im Jahre 1564 erschuf Pieter Bruegel der Ältere eines seiner bekanntesten Werke: "The Way to Calvary", oder auf Deutsch "Die Kreuztragung Christie", ist heute im Bruegelsaal des Kunsthistorischen Museums in Wien ausgestellt und zeigt Jesus auf seinem Weg zur Kreuzigung. Die Passionsgeschichte auf dem 124x170 cm-Bild spielt sich jedoch nicht in Jerusalem und Golgota ab, sondern in einer flämischen Stadt. Dies, weil Flandern im Jahre 1564 unter einer brutalen spanischen Besetzung leiden musste.
Der Film ist die Verfilmung der Analyse des Gemäldes von Michael Francis Gibson. Regisseur Lech Majewski erweckt das Gemälde von Pieter Bruegel dem Älteren anhand der Deutungen zum Leben und erzählt die Geschichten von rund einem Dutzend Personen, die sich auf dem Bild befinden. Darunter sind auch der Maler (Rutger Hauer) selbst, sein Auftraggeber Nicholas Jonghelinck (Michael York) und die Jungfrau Maria (Charlotte Rampling).
Film-Rating
Es gibt Buchverfilmungen, es gibt Liederverfilmungen, es gibt Verfilmungen von älteren Filmen, und es gibt auch Bildverfilmungen. Wie der Name schon sagt, wird dafür ein Bild genommen und dann versucht, eine Story zu erzählen. Obwohl erzählen hier das falsche Wort ist, denn Lech Majewski ist viel mehr Beobachter. Er zeigt auch den Maler selbst, wie er die Geschehnisse um sich herum mit seinem Pinsel einfängt. Für den Zuschauer ist der gesamte Film dabei leider so unspektakulär, wie wenn man den Farben des Malers beim Trocknen zusehen müsste.
Dialoge sind wahrlich nicht die Stärken des Filmes. Nur den drei grossen Schauspielern Hauer, York und Rampling ist es vergönnt, Sätze zum Besten zu geben. Da sie das jedoch höchst selten tun, sieht man unkommentiert dem Treiben einfach zu und nervt sich ab dem nicht enden wollenden Flötenspiel eines Dorfbewohners. Es werden zwar die Missstände von 1564 aufgezeigt, doch das tut das Standbild eigentlich auch ganz gut, und bei dem hat man die Möglichkeit, nach eigenem Gutdünken "weiterzuschauen". Beim gemächlichen Erzähltempo, welches Majewski hier fährt, wirkt dies zuweilen, wie wenn jemand immer nur einen Teil des Bildes offenlegt. Dies macht es anstrengend, denn eigentlich möchte man voranschreiten und mehr entdecken als nur den einen Bildausschnitt.
Die Machart des Filmes ist jedoch beeindruckend. Mit einer Menge Special-Effects wurden die Schauspieler in das Bild gesetzt und sie wirken dabei selten wie Fremdkörper. Am besten sind jene Sequenzen, in welchen die Kamera herauszoomt und grössere Ausschnitte zeigt. Schade, dass die Arbeit auf der technischen Seite nicht mit einem interessanten Film gewürdigt wird, denn ansprechen wird das Ganze wohl nur Kunstfans und religiöse Menschen.
Fazit: The Mill and the Cross zeigt viel, erzählt wenig, gefällt aber mit der technischen Umsetzung. Bilder können angesehen und interpretiert werden, Filme auch. Wenn aber ein Film über ein Bild weniger zu bieten hat als das Bild selbst, dann entscheidet man sich wohl eher für den Besuch eines Museums, anstatt den eines Kinos.
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07.09.2011 / crs
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