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Ein kurzer Satz am Telefon und der Kauf ist perfekt. Die Kopfbedeckung des globalen Massenmörders mit den Initialen A.H. geht für den Preis von 550'000 Euro ebenso wie eine Prachtausgabe «Mein Kampf» aus Görings Bibliothek für 130'000 Euro in die Schweiz.
Die Boulevardzeitung «Bild» titelt polemisch: «Arabischer Millionär ersteigert Hitlers Accessoires». Die Geschichte ist jedoch ganz anders. Der Käufer der A.H.-Devotionalien ist Abdallah Chatila, Diamantenhändler mit libanesischen Wurzeln und Wohnsitz in der Schweiz.
Chatila erzählte «Le Matin Dimanche», einer der wenigen verbliebenen Zeitungen in der Romandie, dass er die Nazi-Dinge gerade wegen seiner Anti-Nazi-Haltung gekauft hätte: «J’ai acheté le chapeau de Hitler pour éviter la propagande».
Der Coup ist tatsächlich genial. Zunächst wollte Abdallah Chatila laut der «SonntagsZeitung» alles verbrennen. Doch Historiker intervenierten, da auch Gegenstände von Massenmördern dem kollektiven Gedächtnis nicht entzogen werden sollten.
Die Stiftung Keren Hayessod kümmert sich nun darum. Keren Hayessod ist eine Fondation, die für gemeinnützige Projekte in Israel zuständig ist.
Dies zeigt, dass der Geschichte die Kraft innewohnt, selbst den Faschismus gegen sich zu kehren. Und die Schweiz spielt dabei keine unwichtige Rolle...