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Die Gruppe wurde 1981 von Bruno W – nach verschiedenen ‚Punk-Aktivitäten‘ (u.a. Beiträge für Fanzines, Produktion 1.Swiss-Punk LP) – initiiert. Als typische Postpunk-Band entwickelte mittageisen einen individuellen Musikstil (basierend auf Synthesizer & Drumcomputer, Gitarre, Bassgitarre) und wurde eine der ersten deutschsprachigen Darkwave-Band.
Neben diversen Konzerten (das Erste am 6.März 1981 als 7C0 = 1984 in Hexadezimal-Code) wurde mittageisen, nicht zuletzt durch die Veröffentlichung ihrer LP Anfang 1983, zu einer der profiliertesten deutschsprachigen PostPunk-Band. Ihr Album wurde ‚Platte der Woche‘ der auf neue Töne spezialisierten Sendung Sounds! des Schweizer Radios und nicht zuletzt in Radiostationen in Deutschland, Holland, Japan oft gespielt. Entsprechend positiv waren die Rezensionen in diversen Musik-Magazinen! Neben der Musik überzeugten vor allem die expressiven Texte, welche zusammen mit den Melodien atmosphärische Stimmungsbilder erzeugten!
Der Name ‚mittageisen‘ basiert auf einer Fotomontage von John Heartfield aus dem Jahre 1934. Dieses Bild wurde als Titelblatt für die ‚Arbeiter Illustrierten Zeitung‘ vom 19.Dezember 1935 verwendet. Heartfield (1891-1968) war ein frühes Mitglied vom Club Dada, welcher 1916 als Cabaret Voltaire in Zürich startete.
Das Bild mit dem Original-Titel ‚Hurrah, die Butter ist alle‘ zeigt eine Familie welche Eisen verzehrt! Der Auslöser dazu war folgender Satz einer Göring-Rede: „Erz hat stets ein Reich stark gemacht, Butter und Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht.“
Siouxsie and the Banshees veröffentlichten 1979 die Single ‚metal postcard‘, welche sie John Heartfield widmeten.
Nach diversen Musiker-Wechsel entwickelte sich mittageisen musikalisch weiter und veröffentlicht im Januar 1985 eine Maxi-Single mit den Songs ‚automaten‘ und ’neues china‘. Der tanzbare Song automaten, mit einem für die damalige Zeit neuartigen Electrosound, wurde wiederum ‚Platte der Woche‘ bei verschiedenen Radio-Stationen und Musik-Zeitschriften. So fand die Single auch den Weg in die John Peel-Show auf BBC Radio 1 und avancierte zum Indie-Disco-Hit in UK und weiteren Ländern. Das im Jahr 1994 produzierte Video zu ‚automaten‘ kann weiterhin auf YouTube angeschaut werden.
Nach einzelnen Konzerten – u.a. mit Bands wie Liliput, The Vyllies, Propaganda – und letzten Demo-Aufnahmen löste sich die Band im Jahr 1986 auf. Bruno W publizierte einige Jahre später unter dem Namen mittageisen v2 die Single ‚geld – arbeit‘, welche in zwei Auflagen mit unterschiedlichen Versionen veröffentlicht wurde. Bei der zweiten Produktion arbeitete er mit Marco Repetto, dem ehemaligen GRAUZONE-Mitglied und heutigen Techno und Ambient DJ, Musiker und Produzent zusammen.
Einen umfassenden Einblick in das musikalische Werk von mittageisen bietet die Doppel-CD mittageisen 1981-1986 remastered, mit 19 digital remasterten Stücken (inkl. 6 bisher unveröffentlichten) und 24-seitigem Booklet.