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Den Juckreiz hemmen mit Lebrikizumab
Lebrikizumab, ein Antikörper gegen IL-13, linderte in zwei identisch angelegten Phase-3-Studien signifikant den Juckreiz bei Patienten mit atopischer Dermatitis (AD). Dadurch verbesserten sich auch die damit verbundenen Schlafstörungen.
In den beiden Studien wurden über 500 AD-Patienten (mit einem Investigator Global Assessment [IGA]-Score von 3), bei denen die topische Behandlung nicht ausreichend war, in einem Verhältnis von 2:1 auf eine Verum- und eine Placebo-Gruppe aufgeteilt (1).
Lebrikizumab
Lebrikizumab ist ein monoklonaler IgG4-Antikörper, der hochaffin Interleukin (IL)-13 neutralisiert. Dieses wird als Schlüssel-Zytokin bei der atopischen Dermatitis angesehen. Lebrikizumab verhindert seine Bindung an den 4Rα–Interleukin-13Rα1-Signling-Komplex langfristig, und unterbindet damit seine Wirkung.
Lebrikizumab befindet sich in der Schweiz derzeit (Stand Januar 2024) im Zulassungsprozess für die atopische Dermatitis, und ist in der Europäischen Union seit kurzem zugelassen.
Die Schlafstörungen besserten sich ebenfalls
Die Patienten in der Verum-Gruppe erhielten zu Beginn und nach zwei Wochen eine subkutane Dosis von 500 mg Lebrikizumab, gefolgt von 250 mg alle zwei Wochen. Die Kontrollgruppe erhielt zu den entsprechenden Zeitpunkten Placebo subkutan.
Nach 16 Wochen Therapie wurde das Ergebnis erfasst. Als primärer Endpunkt galt ein IGA-Score von 0 oder 1, was einer Reduktion von mindestens zwei Punkten entspricht. Als sekundäre Endpunkte dienten ein um 75 Prozent verbesserter Eczema Area and Severity Index (EASI), sowie die Schlafqualität.
In beiden Studien erreichten signifikant mehr Patienten unter dem IL-13-Antikörper den primären Endpunkt im Vergleich zur Placebo-Gruppe (43 % und 33,2 % vs. 12,7 % und 10,8 %).
Eine EASI-75-Response wurde von 58,8 % bzw. 52,1 % der Patienten unter Verum erreicht, verglichen mit 10,8 % bzw. 18,1 % in der Placebo-Gruppe, berichten die amerikanischen Forscher. Die durch den Juckreiz verursachten Schlafstörungen verbesserten sich ebenfalls unter Lebrikizumab.
Ergebnisse zur Langzeitanwendung stehen noch aus
Die Nebenwirkungen wurden grösstenteils als leicht bis moderat eingestuft. In der Verum-Gruppe kam es häufiger zu Konjunktivitis, während in der Placebo-Gruppe Exazerbationen der atopischen Dermatitis und Infektionen häufiger auftraten.
Für Patienten ab zwölf Jahren mit schwerer AD könnte Lebrikizumab eine effektive und nebenwirkungsarme Therapiealternative sein, schlussfolgern die Autoren. Die erwartete Auswertung der 36-Wochen-Erhaltungsphase wird wertvolle Erkenntnisse zur Langzeitanwendung liefern.