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Die Wiederentdeckung der kulturellen Errungenschaften der Antike am Ende des Spätmittelalters und die Dynamik, die sich daraus in allen Bereichen der europäischen Kultur entwickelte, nennt man Renaissance (ital. 'rinascimento', 'Wiedergeburt'). Als eine direkte Folge dieser neuen Geistesbewegung entwickelte sich der Humanismus und sein Bildungsideal, welches das Individuum in den Mittelpunkt stellte und das Ziel hatte, den Menschen aus der Finsternis des Mittelalters und von den kirchlichen Zwängen zu befreien. Die Aufklärung steht am Höhepunkt dieser grossen Umwälzung der europäischen kulturhistorischen Entwicklung.
Namen wie da Vinci, Kopernikus und Galilei stehen stellvertretend für die Geburtenhelfer dieses neuen Zeitalters. Mit der Reformation (1517) erhielt der Renaissance-Humanismus neue Impulse und Verbreitung. Erasmus von Rotterdam gilt bis heute als der grosse Humanist der Neuzeit. Aufklärer wie Locke, Newton, Montesquieu, Voltaire, Rousseau, Kant und viele andere schafften letztendlich die Grundvoraussetzung für eine Entwicklung Richtung Demokratie und Menschenrechte. Aus diesem tiefgreifenden Umbruchprozess ging die Freimaurerei hervor.
Vor 300 Jahren (1717) entstand die moderne Freimaurerei mit der Gründung der ersten Grossloge der Welt in England. Seit 300 Jahren also weht die Fahne der Freimaurerei, auf welcher das Wort 'Humanität' geschrieben steht. Sie verlangt von ihren Mitgliedern, an sich selber selbstkritisch, beharrlich und unablässig zu arbeiten, aber nicht im Sinne eines narzisstischen Selbstzwecks, sondern als Mittel zu einem höheren Zweck, welcher sich im tätigen Bestreben nach einer besseren Welt ausdrückt.
Religionszugehörigkeit und Parteipolitik sind Privatsache und haben innerhalb der Freimaurerlogen nichts verloren. Die Freimaurerloge ist ein Ort der Begegnung von Menschen guten Rufes, welche bereit sind, mit Achtung vor dem anderen über alle Probleme der Menschheit zu diskutieren, so zum Beispiel über den Weltfrieden, über die Rolle der Religionen in der Gesellschaft, über die Frauenfrage, über den Hunger und das Unwissen in der Welt, etc.
Das Wesen der Freimaurerei ist der Glaube an die Menschenwürde, an die Freiheit des Geistes, an Menschenrechte, Solidarität und Toleranz. Freimaurer werden ist unmittelbar verbunden mit der Übernahme von Verantwortung für Familie, Gesellschaft und Rechtsstaatlichkeit. Freimaurerei wird erst möglich vor dem Hintergrund des Respekts gegenüber Mensch und Natur; beides zusammen bilden die Seele des aufgeklärten Humanismus.
Die Schweizerische Grossloge ALPINA (SGLA) ist die Dachorganisation aller durch die Grossloge von England anerkannten Logen der Schweiz. Die SGLA wurde 1844 als schweizerischer Verein gegründet. In die Schweiz kam die Freimaurerei durch den schottischen Freimaurer Georges Hamilton, der in Genf 1736 die erste Loge gründete. 1739 entstand in Lausanne, durch Engländer gegründet, eine weitere Loge. Aus diesen Anfängen entwickelten sich bis 1844 über dreissig Logen. Heute zählt die Schweizerische Grossloge Alpina insgesamt 83 Logen mit rund 3500 Mitgliedern.
In dieser Tradition steht unsere Loge 'In Labore Virtus', ILV ('In der Arbeit liegt die Tugend'), Zürich. Mit ca. 100 Mitgliedern zählt sie zu den grösseren Freimaurerlogen in der Schweiz. Die ILV wurde 1902 gegründet. Wir treffen uns jeweils Montag Abend im Logenhaus auf dem traditionsreichen Lindenhof in Zürich. Wir begrüssen Sie herzlich auf unserer Webseite.