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Traditioneller, indischer Yoga unterscheidet sich grundsätzlich vom westlichen, modernen Yoga und umfasst viel komplexere Lehren und Praktiken.
Vor der Ankunft der westlichen Medizin in Indien haben Einheimische bei gesundheitlichen Problemen den lokalen Yogi aufgesucht. Mit seinem umfassenden ganzheitlichen Wissen verschrieb er nebst Diäten, Darmreinigungen, Kräutertees auch einige Yogaübungen.
Yogis lebten damals einen asketischen Lebensstil und nahmen für ihre Hilfe kein Geld, sondern gaben ihr Wissen gegen Essen und Beherbergung weiter. Sie begleiteten die Kranken bis zur Genesung in deren Zuhause.
Mit dem aufkommenden britischen und amerikanischen Tourismus des 19. Jahrhunderts in Indien erwachte die Faszination für Yogis, die ihre teilweise übernatürlichen Kräften an Feierlichkeiten zur Schau stellten.
Als Hollywood in den 1920er Jahren muskulöse Schauspieler für Filme wie The Ten Commandments (1923) und Ben-Hur (1925) suchte, wurde der grosse Yogi Paramahansa Yogananda nach Kalifornien geholt. Mit seiner Zusammenarbeit wurden Geräte und Hanteln entwickelt, die das moderne Bodybuilding (Muscle Beach Santa Monica) begründeten.
Paramahansa Yogananda lebte bis zu seinem Tode 1952 in Kalifornien, gründete die Self-Realization Fellowship und schrieb das berühmte Buch «Autobiographie eines Yogis».
Mit seinem öffentlichen Mahasamadhi (bewusstes Verlassen des irdischen Körpers) an einem Bankett anlässlich des Besuchs des indischen Botschafters erlangte Paramahansa Yogananda endgültig weltweite Berühmtheit.
Der jüngere Bruder von Paramahansa Yogananda, Bishnu Ghosh, übernahm die Geräte seines Bruders aus Kalifornien und gründete 1930 das Bishnu Ghosh College of Yoga and Physical Culture in Kalkutta.
Sein erfolgreichster Schüler war Bikram Choudhury, der im Alter von 5 Jahren seine Ausbildung begann und als Teenager dreimal die "National India Yoga Championship" gewann.
Im Alter von 20 Jahren erlitt er einen schweren Unfall beim Gewichtheben. Die Prognose für sein Knie ergab, dass er nie mehr gehen würde. Mit der Hilfe von Bishnu Ghosh und Yogaübungen gelang ihm die Heilung seines Knies in nur 6 Monaten.
Von diesem Wunder zutiefst beindruckt, verschrieb Bikram fortan sein Leben an Yoga. Er besuchte die Patienten von Bishnu Ghosh und lehrte ihnen die verschriebenen Yogaübungen. Um effizienter zu arbeiten, begann er mit Gruppenunterricht. Da er aber verschiedene Gesundheitsprobleme in der Gruppe angehen musste, genügten die üblichen sieben Übungen nicht mehr.
Nach und nach entwickelte sich eine Serie von 26 Übungen, die bei unzähligen Gesundheitsproblemen half, vor allem Arthritis. In den 1960er Jahren gingen dann die News um die Welt, dass es in Indien einen Yogi gibt, der Arthritis heilen kann.
Die Ehefrau des damaligen amerikanischen Botschafters in Tokyo erkrankte schwer an Arthritis und der Botschafter rief Bikram nach Tokyo. Es war in einem extrem kalten Februar und Bikram konnte der Frau vorerst nicht helfen, da sie sich bei den vorherrschenden tiefen Temperaturen innerhalb der japanischen Papierwände kaum bewegen konnte. Sie brachte schlussendlich einen kleinen Gasofen mit, und siehe da, es funktionierte auch im kalten Winter Japans. Somit war der Zusammenhang von Yoga mit der Wärme erkannt worden und Bikram Hot Yoga wurde geboren.
Shirley McLaine weilte zu jener Zeit für Filmdreharbeiten von "My Geisha" in Tokyo. Sie folgte der Botschafterin ins Training zum indischen Meister und erkannte die Kraft von Bikram Yoga.
Als der ehemalige Präsident Nixon 1972 in Honolulu weilte und er an einer fortgeschrittenen Thrombophlebitis erkrankte, wurde ihm Bikram empfohlen. Bikram wurde nach Honolulu eingeladen und es gelang ihm, den Präsidenten in nur 3 Tagen zu heilen. Als Geschenk erhielt Bikram ein Arbeitsvisum für Amerika, damit er sein Wissen in den Vereinigten Staaten verbreiten konnte.
Shirley McLaine verhalf ihm in Hollywood zu einem ersten kleinen Studio. Er galt während Jahren als Geheimtipp unter vielen Hollywood Stars. Bikram perfektionierte seine Serie von 26 Übungen, um den ganzen Körper von jung und alt zu heilen. Seither hat Bikram seine Serie über 40 Jahre unterrichtet und somit Glück und Gesundheit an Millionen von Menschen weitergegeben.
Mit über 1000 Studios ist Bikram Yoga weltweit einer der nachhaltigsten und beliebtesten Yogastile. In Zürich kann man seit über 10 Jahren an der Grüngasse Bikram Yoga praktizieren.