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Mit Höhen kennen sich Schweizer als Bergvolk aus. Nur Hochdeutsch ist für einige eine Fremdsprache, die sie ungern reden. Ich kenne Schweizer, die ein Meeting lieber auf Englisch führen als auf Hochdeutsch. Vor Jahren profitierte ich in einem Italienischkurs in Rom davon, dass eine Walliserin lieber Italienisch redete als Hochdeutsch – zum Üben, auch in der Freizeit, war das natürlich perfekt.
Ein Bekannter erzählte von seiner Frau, die mit spanischer Muttersprache in der Schweiz Deutsch lernte. Sie und eine Freundin hatten Mühe, einen Luzerner Buschauffeur zu verstehen und baten ihn: „Könnten Sie bitte Hochdeutsch sprechen?“ Er wiederholte seinen Satz, doch die beiden Frauen verstanden immer noch nicht. Da sagte die Freundin: „Könnten Sie noch höher Deutsch sprechen?“
Logisch ist das natürlich nicht. Ist doch der Ausdruck „Hochdeutsch“ ursprünglich der Gegensatz zu Niederdeutsch (oder Plattdeutsch), weil die Mitte und der Süden Deutschlands bergiger sind als die norddeutsche Tiefebene – oder die Niederlande, deren Sprache ja den Mundarten in den Grenzregionen stark ähnelt. Nach dieser Logik müssten die Schweizer das höchste Deutsch reden. Kein Wunder, sagt man hier eher „Schriftdeutsch“ als „Hochdeutsch“.
Foto: jfby
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