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Beschwerden
- Schmerzen im unteren Rücken/Nacken
- Ausstrahlung in Bein/Arm in einem bestimmten Bereich, der vom betroffenen Spinalnerven versorgt wird (streifenförmiges Hautareal)
- Die Schmerzen in Bein/Arm sind gegenüber den Rückenschmerzen/Armschmerzen im Vordergrund
- Teillähmungen in Bein/Arm
- Gefühlsstörungen in Bein/Arm
Diagnose
- Magnetresonanztomographie (MRI), Computertomographie (CT), diagnostische Spinalnervenblockade, provokative Discographie
Therapie
- Schmerzmedikamente in der Akutphase, kurzfristige Ruhigstellung, therapeutische Spinalnervenblockade, funktionelle Rhizotomie.
- Perkutane Nucleoplastie (vorwiegend bei kleineren Vorfällen / falls nach 6 Wochen bis 2 Monaten keine Schmerzfreiheit erzielt werden kann), mikrochirurgische Bandscheibenoperation.
- Mikrochirurgische Bandscheibenoperation (beim Auftreten von Lähmungen oder Schwierigkeiten beim Wasser lösen)
Die Bandscheibe besteht aus einem außen gelegenen derben Faserring und einem innen gelegenen weichen Gallertkern. Kommt es zu einem Riss im Faserring, kann ein Teil des Gallertkerns durch diesen Riss durchtreten und auf einen Wirbelsäulennerv (Spinalnerv) drücken. Bei schmerzhaften Bandscheibenvorfällen haben wir es somit mit einem typischen Beschwerdebild zu tun. In diesen Fällen sind die Schmerzen nämlich weniger im Rücken oder im Nacken lokalisiert als viel mehr in den Beinen oder Armen (bei Bandscheibenvorfällen im Bereich der Halswirbelsäule). Die Schmerzen treten oft ganz plötzlich „fitzartig“ auf. Der Arzt kann aus dem Ort des Schmerzes (ob mehr seitlich in Bein oder Arm, mehr hinten oder mehr vorne) bereits Rückschlüsse auf den betroffenen Wirbelsäulenabschnitt ziehen.
Sind die Schmerzen hauptsächlich an der Außenseite des Ober-und Unterschenkels gelegen, so ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Bandscheibe zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel vorgefallen und drückt auf den dort im Wirbelkanal vorbeiziehenden 5. Lendennerv. Ist vor allem die Hinterseite des Oberschenkels und die Wade betroffen, so spricht dies für einen Vorfall der letzten Bandscheibe, nämlich der Bandscheibe zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein. Da diese beiden untersten Bandscheiben biomechanisch der stärksten Belastung ausgesetzt sind, kommt es in diesen Segmenten am häufigsten zu Verschleißerscheinungen und Bandscheibenvorfällen.
Zusätzlich zu den heftigen, ziehenden Schmerzen werden die betroffenen Patienten auch von Gefühlsstörungen wie Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen gequält. Auch Lähmungen können sich bemerkbar machen. Der Patient ist dann nicht mehr in der Lage, auf den Fersen oder auf Zehenspitzen zu gehen. Bei Bandscheibenvorfällen in höher gelegenen Etagen kann auch ein Einsacken im Kniegelenk beobachtet werden. Dies macht sich besonders beim Treppen steigen bemerkbar.
In seltenen Fällen meist besonders großer Bandscheibenvorfälle kann der Patient auch die Kontrolle über das Harn lassen oder sogar über das Absetzen des Stuhls verlieren. In diesen Fällen ist eine sofortige Operation notwendig, da ansonsten bleibende schwere Schäden die Folge sind.