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Kloster Mariastein | Silja Walter
Publiziert am 22. Januar 2019
Publiziert am 22. Januar 2019
Silja» Walter
Cécile «Silja» Walter, Ordensname Maria Hedwig, wurde am 23. April 1919 in Rickenbach bei Olten geboren. Ihr Vater Otto war Verleger, Schriftsteller und Nationalrat, ihre Mutter schrieb Stücke für den Hausgebrauch. Silja war die zweite von acht Töchtern, ihr einziger Bruder war der Schriftsteller Otto F. Walter. Cécile Walter trat 1948 ins Benediktinerinnenkloster Fahr ein und erhielt den Klosternamen Sr. M. Hedwig. Sie war eine vielseitige Schriftstellerin und Lyrikerin und verfasste schon früh Gedichte. Ihr erster Lyrikband erschien im Jahr 1944. Vor ihrem Klostereintritt – damals noch in der Katholischen Jugendbewegung engagiert – schrieb sie das «Mariasteiner Kronenspiel». In späteren Jahren versuchte sie sich auch als Malerin. Ihre erfolgreichsten Bücher waren die «weltlichen». Ein Bestseller war beispielsweise der Gesprächsband «Eine Insel finden» (1984). Er beruhte auf einer Radiosendung, die Silja Walter mit ihrem Bruder Otto F. konfrontierte. Noch erfolgreicher war acht Jahre später Silja Walters Familiengeschichte «Der Wolkenbaum». Silja Walter starb am 31. Januar 2011 und wurde auf dem Klosterfriedhof im Fahr bestattet. Mit der Ausstellung über die dichtende Benediktinerin verbindet das Kloster Marienstein die Erinnerung an zwei Patres aus dem eigenen Kloster, die sich ebenfalls als Schriftsteller und Dichter betätigt hatten. Zudem standen beide mit Schwester Silja Walter in Kontakt. Es sind dies P. Vinzenz Stebler und P. Bruno Stephan Scherer.
Pater Vinzenz (Ernst) Stebler
P. Vinzenz (Ernst) Stebler wurde am 18. Dezember 1917 in Nunningen geboren. Der Besuch der Stiftsschule in Einsiedeln prägte ihn tief benediktinisch und liturgisch. Schon als Stiftsschüler verfasste er Mysterienspiele und Gedichte. 1939 trat er ins St. Gallusstift in Bregenz ein, wo die Mariasteiner Mönche damals ihren Klostersitz hatten. Er promovierte in Freiburg mit einer Arbeit über die Benediktus-Regel. 1942 zum Priester geweiht, wurde er 1945 Theologiedozent für die jungen Mönche in Mariastein. 1954 übernahm er die Redaktion der Zeitschrift «Mariastein». Darin veröffentlichte er viele Beiträge und Gedichte. In schweizerischen und deutschen Liturgiegremien arbeitete P. Vinzenz als Berater und Übersetzer für die neuen deutschsprachigen Liturgiebücher. Dabei kam es auch zu einer Zusammenarbeit mit Silja Walter als Verfasserin und Bearbeiterin von liturgischen Hymnen. Er starb am 15. Juni 1997 und ist in Mariastein bestattet.
Pater Bruno Stephan Scherer
P. Bruno Stephan Scherer, geboren am 20. März 1929 in Gretzenbach, besuchte das Gymnasium in Altdorf, das die Mariasteiner Patres leiteten. Schon als Gymnasiast fing er an, Gedichte zu schreiben. 1949 trat er ins Kloster Mariastein ein und wurde 1954 Priester. Mehrere Jahre war er Lehrer am Kollegium in Altdorf. In Freiburg und in München studierte er Germanistik und Kunstgeschichte. Über den Schriftsteller Reinhold Schneider schrieb er 1964 seine Doktorarbeit, an dessen Gesamtausgabe er mitarbeitete. 1973-1979 war er Präsident des Innerschweizer Schriftstellervereins und begründete als Mitherausgeber und Verleger die „Innerschweizer Lyrik- und Prosatexte“. Von 1974 bis 1984 lebte er als Seelsorger und Schriftsteller in Zürich. Er erwog u. a., sich über das Werk von Silja Walter zu habilitieren. Doch verhinderte seine Tätigkeit als Seelsorger, Lyriker und Schriftsteller dieses Vorhaben. Von 1984-2008 war er Pfarrer in Beinwil. Mit Silja Walter zusammen trat er mehrmals bei Dichterlesungen auf. P. Bruno starb am 11. August 2017. Sein Grab fand er in der Totengruft in Mariastein.
Der Seidelbast
von Silja Walter
Der Seidelbast
Im Walde wiegt der Seidelbast
Sich leise her und hin.
Seitdem du mich vergessen hast,
vergess ich, dass ich bin.
Ich weiss nicht, was mir hängt im Haar,
ob Schleh, ob gelber Schuh.
Ich singe scheu und sonderbar,
und hör mir selber zu.
Seitdem du mich vergessen hast,
träum ich so tief und schwer.
Im Walde wiegt der Seidelbast
Sich leise hin und her.
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