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Mit der visuellen Darstellung des Sessellifts wird die Rechtschreibung plötzlich einfacher!
Versuchen Sie es! (Am Ende des Beitrages finden Sie auch Material für den Unterricht!)
Damit auch Schülerinnen und Schüler (im Beitrag nur noch als Schüler bezeichnet) mit Förderbedarf in der Rechtschreibung eine Chance haben, sich Wörter zu merken, habe ich die Vokalregel auf eine visuelle Art und Weise dargestellt.
Im offiziellen Lehrmittel des Kantons Zürich wird die Regel, dort Kürzeregel genannt, sehr kompliziert beschrieben. Die Schüler sind oftmals überfordert, nur schon das Memo zu verstehen. Deshalb möchte ich Ihnen den Sessellift vorstellen.
Um mit dem Sessellift arbeiten zu können, ist es unerlässlich, zuerst mit den Schülern zu lernen, was Vokale sind. Danach ist wichtig, den betonten Vokal in einem Wort zu finden. Meistens ist es der erste Vokal. Bei Vorsilben verschiebt er sich allerdings weiter nach hinten. Erst wenn die Schüler sattelfest im Suchen des betonten Vokals sind, kann mit den drei Schritten der Vokalregel begonnen werden.
- Schritt: Die Schüler stellen sich Folgendes vor: Ich habe einen Sessellift mit drei Plätzen. Der betonte Vokal darf zuerst absitzen (ganz links). Folgt nach dem betonten Vokal gleich nochmals ein Vokal (Doppelvokal), so sind auf dem Sessellift bereits zwei Plätze besetzt. Es kann nur noch ein Buchstabe absitzen. Dies bedeutet, dass es nach dem Doppelvokal keine Verdoppelung haben kann (kein mm, nn, ll, tt, pp, ck, tz usw.). Beispiele: Raupe, Pauke, Heizung usw.
- Schritt: Wieder darf der betonte Vokal als erstes absitzen. Folgt auf den betonten Vokal ein Konsonant, bevor die schwierige Stelle ist, an der eine mögliche Verdoppelung sein könnte, dann hat es auf dem Sessellift gar keinen Platz mehr für eine Verdoppelung, also wird keiner der beiden Konsonanten verdoppelt. Wir sprechen jeweils so wie bei einem echten Sessellift: „Da ist jetzt noch ein freches „r“ abgesessen, dann hat nur noch eine Person Platz auf dem Lift, also keine Verdoppelung!“ Beispiele: merken, danken, trinken, sinken usw.
- Schritt: Der dritte Schritt ist der schwierigste. Hier muss geübt werden, dass die Schüler genau hinhören, ob ein betonter Vokal lang oder kurz klingt. Am besten trainiert man es zu Beginn, indem man den Körper miteinbezieht, das heisst man spricht das Wort überdeutlich vor und zeigt dazu mit den Armen an, ob der Buchstabe lang klingt, also breit ist, oder kurz klingt, also schmal ist.
Ist er breit, so braucht er auf dem Sessellift gleich zwei Plätze. Somit hat es keinen Platz mehr für eine Verdoppelung. Beispiele für Wörter, bei denen der betonte Vokal zwei Plätze braucht: Sofa, Ofen, leben usw.
Klingt der betonte Vokal jedoch kurz, so braucht er auf dem Sessellift nur einen Platz, also hat es genug Platz für eine Verdoppelung. Beispiele für Wörter, bei denen der betonte Vokal nur einen Platz braucht und dadurch nach dem Vokal eine Verdoppelung folgt: öffnen, sitzen, packen usw.
Wichtig: Viele Schüler mit Förderbedarf in der Rechtschreibung hören den Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen nicht heraus. Sie brauchen visuelle Unterstützung (mit Armen lang und kurz anzeigen) oder viele Übungen, um ein Gespür dafür zu bekommen. Wenn sie trotz Training immer noch unsicher bleiben, dann lohnt es sich, die „Wörter mit Verdoppelungen nach kurzen Vokalen“ auswendig zu lernen, als Lernwörter.
Wichtig: Das s hält sich leider nicht an diese Regeln. Das s macht oftmals, was es will. Die Wörter mit ss müssen deshalb auch als Lernwörter auswendig gelernt werden. Beispiele: heissen, beissen, Strauss usw.
Sie finden hier folgende Materialien:
Plakatvorlage für den Sessellift: Tipp: Laminieren und mit Klett auf den Sessellift aufkleben, so dass der jeweilige Vokal immer gleich eingefügt werden kann.
Vollständige Sesselliftregel mit Übungen
Memo für das Zürcher Lehrmittel Sprachland in Verbindung mit der Sesselliftregel (vgl. Memo im Sprachland)
Haben die Schüler die Regel mal eintrainiert, so reicht es, sie beim Schreiben nur noch auf die Sesselliftregel hinzuweisen. Die Schüler haben immer ein Notizpapier neben sich und skizzieren da jeweils die drei Plätze. Sie fügen den betonten Vokal ein, und schon wissen sie, wie sie das Wort schreiben möchten.
Viel Vergnügen beim Ausprobieren! Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und kann die Sesselliftregel allen Lehrpersonen empfehlen!