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Volatiles 2022
Zunächst setzen wir uns mit der These auseinander, dass Anlegen lediglich ein Glücksspiel ist und zeigen, warum dies definitiv nicht der Fall ist, denn gemäss der klassischen Definition des Glücksspiels gewinnt auf lange Sicht das Casino. Sie können zwar an einem Glücksspielautomaten den Jackpot knacken oder beim Blackjack eine Glückssträhne haben, aber die mit einem Glücksspiel verbundenen Chancen sind so ausgelegt, dass Sie auf lange Sicht verlieren werden.
Dies liegt in der Natur des Glücksspiels. Wenn es anders wäre, gäbe es kein Casino, das die Funktion des Gegenspielers übernehmen würde, weil das Casino letztendlich pleitegehen würde.
Ursachen
1. Betriebsschliessungen während dem Lockdown
Der Rückgang der Lagerbestände lässt sich zum Teil auf die Betriebsschliessungen während den Covid Lockdowns zurückführen, die die Produktion in den Fabriken drosselten. Gleichzeitig trieben die Konjunkturpakete und andere staatliche Ausgaben die Nachfrage nach Konsumgütern in die Höhe. Die Fabriken konnten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten und die Lieferketten gerieten ins Stocken. Da die Nachfrage das Angebot übertraf, stiegen die Preise. Um die kauffreudigen Kunden nicht zu enttäuschen, bestellten die Einzelhändler mehr Waren. Die Versandkosten verdoppelten und verdreifachten sich, was die Preise weiter steigen liess.
2. Krieg Russland-Ukraine
Zu allem Übel griff Russland die Ukraine an und die daraus resultierende Unterbrechung der Öl- und Gasversorgung liess die Preise für Kraftstoffe und Strom in die Höhe schnellen. Dadurch stiegen die Kosten für Produktion, Landwirtschaft und Lebensmittel. Die Lebensmittelversorgung ist auch deshalb rückläufig, weil die Ukraine ein grosser Getreideexporteur ist.
3. Ungleichgewicht Angebot und Nachfrage
Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage trieb die Preise und führte zu Inflation. Infolgedessen haben die Zentralbanken auf der ganzen Welt, darunter die US-Notenbank, die EZB und andere, ihre Zinssätze erhöht, um die Nachfrage zu senken und um die Inflation zu bekämpfen. Eine geringere Nachfrage erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Rezession und macht zukünftige Unternehmensgewinne unsicherer. Dies führt dazu, dass Anleger den Wert zukünftiger Gewinne stärker diskontieren.
4. Verlagerung Ausgaben von Sachgütern auf Dienstleistungen
Nachdem die Pandemie unter Kontrolle war, verlagerten sich die Ausgaben der Verbraucher von Sachgütern auf Dienstleistungen, wie beispielsweise Reisen, Restaurantbesuche usw. Da die Nachfrage nach Waren zurückging, senkte der Einzelhandel die Preise. Dies schmälert auch die Gewinnaussichten, was sich wiederum negativ auf die Aktienkurse auswirkt. Diese fallen daher infolge einer Verkettung von Ereignissen, die zu einer hohen Inflation und einer grossen Unsicherheit in Bezug auf künftige Gewinne führen.
5. Wie steht es mit Anleihen?
Anleihen erzielen Erträge, die normalerweise als „Puffer“ dienen, wenn Aktienkurse fallen. Allerdings fallen die Anleihekurse weitaus stärker als die Zinserträge, die diese Anleihen abwerfen. Warum ist das so? Weil die Inflation die Zentralbanken zwingt, die Zinssätze rasch anzuheben und wenn Zinsen steigen, fallen die Anleihekurse.
6. Gold als Inflationsschutz?
wird oft als Inflationsschutz bezeichnet (obwohl historische Daten das Gegenteil beweisen). Gold bringt keine Zinsen. Wenn Anleger also eine garantierte, risikofreie Rendite von 2% oder mehr erzielen können, indem sie kurzfristige Staatsanleihen halten, verliert Gold seine Attraktivität. Daher sinken die Goldpreise, wenn die realen Zinssätze steigen. Darüber hinaus leidet der Goldpreis unter der starken Aufwertung des US-Dollars.
7. Wie sieht es mit Immobilien aus?
Immobilien entwickeln sich in der Regel recht gut, wenn die Inflation ansteigt, da die Mieten oft mit den steigenden Preisen mithalten. Dennoch sind die Preise börsennotierter Immobilienfonds in der Schweiz gesunken. Zum einen, weil die Zinsen stark stiegen und zum anderen, weil Pensionskassen sich aufgrund des starken Rückgangs von Aktien und Anleihen gezwungen sahen, einen Teil ihrer Immobilienbestände zu verkaufen, um zu ihrer strategischen Vermögensstruktur zurückzukehren.
8. Stärke des US-Dollars
Die unglaubliche Stärke des US-Dollars gegenüber fast allen anderen Währungen trägt zur Inflation in Europa und anderswo bei. Ein starker US-Dollar hilft Anlegern in Euro, Schweizer Franken und britischem Pfund, aber die positiven Auswirkungen waren aufgrund unseres defensiven Devisenmanagements begrenzt.
Weiterhin langfristig investieren
Wir empfehlen Ihnen auch weiterhin, langfristig zu investieren und den Kurs zu halten, selbst in schwierigen Zeiten wie diesen. Wie immer sind wir für Sie da, um Ihre Fragen zu Investitionen und zu Ihrem Portfolio zu beantworten.