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Arbeitssucht gehört zu den Verhaltenssüchten und wird in Fachkreisen als der übermässige Drang oder Zwang zu arbeiten bezeichnet. Personen, die arbeitssüchtig sind, werden umgangssprachlich gerne auch "Workaholics" genannt. Die Arbeit nimmt Überhand im Leben, sodass für andere Dinge kaum mehr Platz übrig bleibt. Eine offizielle Diagnose gibt es aber nicht.
Verschiedene Faktoren können das Risiko für Arbeitssucht erhöhen: Eine starke Identifikation mit dem Beruf oder hohe Verantwortung im Beruf. Aber auch das Gegenteil – wenig Verantwortung und wenig Entscheidungsspielraum – können dazu führen, dass Betroffene anfangen, besonders viel Zeit in die Arbeit zu investieren, um dies zu kompensieren.
Es kann auch vorkommen, dass Personen, die in ihrer Arbeit keine Anerkennung finden, im privaten Bereich anfangen, andere Tätigkeiten zu übernehmen, bei denen sie mehr Verantwortung übernehmen können oder mehr Anerkennung erhalten und sich schliesslich übernehmen.
Folgende Anzeichen können auf eine Arbeitssucht hindeuten:
- Kontrollverlust: Betroffene haben keine Kontrolle mehr über das Ausmass der Arbeit.
- Entzugssymptome: Arbeiten die Betroffenen nicht, können sie eine Angst oder Unruhe verspüren.
- Unfähigkeit, sich zu erholen: Betroffene denken ständig an die Arbeit und können sich nicht mehr richtig erholen und entspannen.
- Soziale Probleme: Betroffene haben Schwierigkeiten mit ihrem sozialen Umfeld, da sie dieses vernachlässigen.
- Zwanghaftigkeit: Betroffene müssen immer mehr arbeiten, um ihr Bedürfnis zu stillen.
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Eine Arbeitssucht kann sich negativ auf die körperliche und mentale Gesundheit, auf Beziehungen und das soziale Leben auswirken und dauerhaft krank machen. Folgen können eine niedrige Konzentrationsfähigkeit und Belastbarkeit sein, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Schmerzen oder psychosomatische Krankheiten (z. B. Erschöpfung, Schwindel, Verdauungsbeschwerden). Eine Arbeitssucht kann in einer Erschöpfungsdepression enden (umgangssprachlich auch "Burnout" genannt), die in jedem Fall einer professionellen Behandlung bedarf.
Für Betroffene gibt es verschiedene Unterstützungsangebote wie ärztliche Behandlungen oder Psychotherapie, um den Umgang mit der Arbeitssucht zu behandeln. Das Ziel ist, einen kontrollierten Umgang und eine gesunde Beziehung zur Arbeit zu erlernen, da Arbeit in der Regel nicht gemieden werden kann.
Für eine gute Work-Life-Balance ist es wichtig, das Stresslevel zu senken und ausreichend Erholungsphasen einzuplanen. In der Freizeit sorgen Entspannung und Bewegung für neue Kräfte. Auch soziale Kontakte sind wichtig, um das Wohlbefinden zu steigern. Weitere hilfreiche Tipps sind:
- Prioritäten setzen, Nein sagen lernen
- Pausen machen und Zeit für sich selbst einplanen
- Sich selbst wertschätzen und auch mal loben
- Auf den Körper hören und Warnsignale (z. B. Schmerzen) wahrnehmen
Folgende Beratungsangebote gibt es im Kanton Solothurn:
Beratung für Betroffene und Angehörige – Suchthilfe Ost, Olten
Beratung für Suchtbetroffene und Angehörige – PERSPEKTIVE Region Solothurn-Grenchen
Online-Suchtberatung: SafeZone.ch
Die Iradis unterstützt Arbeitgeber mit Kursen zur Früherkennung psychischer Probleme von Mitarbeitenden: Psychische Probleme überdecken das Gesicht.
Quellen: