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Biografie
Der französische Komponist David Hudry entwirft in seinem Werk eine Musikdramaturgie, die mit heterogenen musikalischen Charakteren arbeitet. Angeregt von der bildenden Kunst, insbesondere von Klee und Kandinsky, artikuliert er seine Kompositionen um Figuren und Gesten, die Spannung schaffen und dem Klangmaterial eine visuelle Qualität verleihen. Die Harmonie und ihre Fähigkeit, direkt auf unsere Sinne und Emotionen zu wirken, sind für Hudry von wesentlicher Bedeutung. Gleichzeitig stringent und von perfekt verinnerlichtem Lyrismus durchdrungen, spiegelt seine Musik seine Persönlichkeit wider und zeigt eine innere Expressivität, die das Spiel von Gegensätzen und Brüchen befördert.
Hudry studierte Musik am Conservatoire de Montpellier und parallel dazu Musikwissenschaft an der Université Paul Valéry, ebenfalls in Montpellier. 2002 schloss er mit der einem Master vergleichbaren französischen Lehramtsqualifikation Agrégation ab. 2008 erwarb er das Diplôme de Formation Supérieure (DFS) in Komposition und neuen Technologien mit Auszeichnung am Pariser Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse bei Emmanuel Nunes und Stefano Gervasoni (Komposition) sowie Luis Naón (Elektroakustik). 2006 wurde er für das einjährige IRCAM-Postgraduiertenprogramm für Komposition und neue Technologien ausgewählt.
David Hudry erhielt das Stipendium der Fondation Meyer (2006) und den von der Académie des Beaux-Arts am Institut de France vergebenen Pierre-Cardin-Förderpreis (2012).
Aufgrund seiner besonderen Sensibilität für Instrumentalkomposition und deren Anwendung und Projektion auf die Elektronik strebte Hudry schon sehr früh eine lebendige Interaktion zwischen Interpret und Maschine an – ein Dreh- und Angelpunkt seines kompositorischen Schaffens. Er nahm am Postgraduiertenkurs für Komposition und neue Technologien des IRCAM teil (2006), in dessen Rahmen er verschiedene Programme für computergestützte Komposition untersuchte und seine Überlegungen zu ästhetischen Fragen im Zusammenhang mit neuen Technologien vertiefte. Seine musikalischen Werke belegen sein Interesse an den neuen Technologien nicht nur als Mittel zur Erzeugung neuer Klänge, sondern auch als authentisches konzeptuelles Werkzeug beim Komponieren.
Unterstützt wird er in seinem künstlerisch ambitionierten Ansatz von verschiedenen Festivals und Ensembles. Dazu zählen die Festivals Extension (La muse en circuit, 2007, 2010, 2013), Les Musiques (GMEM, 2007), Musica (2011), Archipel (2011), June in Buffalo (2010), die Baden-Württembergische Ensemble-Akademie (Freiburg, 2011), Montréal Nouvelles Musiques (2013), Musique électronique/Musique mixte (Centre Henri Pousseur, 2012), das Orchestre Philharmonique de Radio France sowie ensemble recherche, Freiburger Barockorchester, Arditti Quartet und die Ensembles Multilatérale, Ars Nova und Linea.
Hudrys Musik entspringt auch seinem besonderen Verhältnis zu den Interpreten, die ihm bei der Umsetzung seiner musikalischen Ideen zur Seite stehen: Pierre Strauch, Eric-Maria Couturier und Alain Billard (Ensemble intercontemporain), Christophe Desjardins, Lorelei Dowling (Klangforum Wien), Séverine Ballon, Lionel Bord, Luigi Gaggero und Laurent Camatte.
www.davidhudry.com