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Identifikation
Signatur:
Ar 187
Entstehungszeitraum / Laufzeit:
1932-2015
Umfang:
2.6 m
Kontext
Verwaltungsgeschichte / Biographische Angaben
Hansheiri Zürrer verstarb am 12. Juli 2015 mit 97 Jahren in Zürich. Er gehörte jahrzehntelang zu den markantesten Persönlichkeiten der schweizerischen Friedensbewegung. Unermüdlich war er präsent, wo es etwas für den Frieden zu tun gab, sei es an Manifestationen oder Anlässen, besonders eifrig aber beim Sammeln von Unterschriften für Volksinitiativen. Hansheiri Zürrer wurde 1918 geboren und studierte Theologie. Nach Abschluss des Studiums war er 1944/45 für den CVJM (Christlicher Verein Junger Männer) in der Kriegsgefangenenhilfe in Danzig und 1945/46 in der Flüchtlingshilfe im Tirol tätig. Er erlebte die Bombardierung Danzigs mit unzähligen zivilen Opfern. Dieses einschneidende Erlebnis machte ihn zum Pazifisten. In einer Zeit, da die Landesverteidigung im Kalten Krieg ein unhinterfragtes Tabu war, rang er sich zur Militärverweigerung durch. Später weigerte er sich, den Militärpflichtersatz zu bezahlen. Zürrer ging dafür achtzehn Mal ins Gefängnis. In Zürich wurde ihm eine Anstellung als Pfarrer verwehrt, was ihn besonders hart traf. Zürrer arbeitete als Fabrik-, Giesserei- und Bauarbeiter, später als Personalchef diverser Firmen. Er war verheiratet mit der Geigenlehrerin Bertel Zürrer-Saurenmann (1916-2009) und hatte vier Kinder.
Hansheiri Zürrer war in vielen Friedensorganisationen aktiv, insbesondere in der Schweizerischen Bewegung gegen die atomare Aufrüstung und in der Internationale der Kriegsdienstgegner (IdK). Später konnten die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee, das Friedensforum Zürich und nicht zuletzt die Religiös-sozialistische Bewegung um die Zeitschrift "Neue Wege" auf seine Mitarbeit zählen.
Übernahmemodalitäten
Die Übernahme erfolgte in zwei Ablieferungen am 27.08.2015 und am 07.09.2015. Die Ablieferungen wurden von Christian Zürrer und Willy Spieler betreut.
Inhalt und innere Ordnung
Form und Inhalt
Der Nachlass von Hansheiri Zürrer besteht im Wesentlichen aus der umfangreichen Korrespondenz und aus unzähligen handschriftlichen Notizen, vieles davon in stenographischer Schrift. Vorhanden sind auch Materialien von und über friedenspolitische Organisationen, in denen Zürrer engagiert war. Vorhanden sind zwei Protokollhefte der Gruppe Zürich der Internationale der Kriegsdienstgegner aus den Jahren 1946-1959.
Mehrere Tonband-Kassetten sowie diverse Pins wurden der Abteilung Bild+Ton des Schweizerischen Sozialarchivs übergeben.
Bewertung und Kassation
Kassiert wurden Dubletten und Mehrfachexemplare, diverse Mitgliederlisten, Zeitungen und Zeitungsausschnitte sowie einzelne handschriftliche Notizen von Hansheiri Zürrer.
Neuzugänge
Es werden keine Neuzugänge erwartet.
Zugangs- und Benutzungsbedingungen
Zugangsbestimmungen
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Benutzungsbeschränkungen einsehbar.
Sprache/Schrift
Unterlagen in deutscher und englischer Sprache
Sachverwandte Unterlagen
Verwandte Verzeichnungseinheiten
Veröffentlichungen
Verzeichnungskontrolle
Informationen der Bearbeiter*in
Der Bestand wurde im Oktober 2015 von H. Villiger bearbeitet.