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Ein paar Beispiele von Schlagzeilen aus diesem Jahr: «Trump will eine Frau für Ginsburg-Nachfolge nominieren», «Eine Frau soll Michael Laubers Laden aufräumen», «Frau an der Spitze des Verwaltungsgerichtshofes», «Eine Frau wird Sportchefin beim Schlittschuhclub Bern», «Pritzker-Preis geht an zwei Frauen», «Frau an der Spitze von Griechenland», «Eine Frau beaufsichtigt neu die Vatikan-Finanzen», «Chefin für bemanntes Raumfahrtprogramm».
Unwahrscheinliche Schlagzeilen: «Trump will einen Mann für Ginsburg-Nachfolge nominieren», «Ein Mann soll Michael Laubers Laden aufräumen», «Mann an der Spitze des Verwaltungsgerichtshofes», «Ein Mann wird Sportchef», «Pritzker-Preis geht an zwei Männer», «Mann an der Spitze von Griechenland», «Ein Mann beaufsichtigt neu die Vatikan-Finanzen», «Chef für bemanntes Raumfahrtprogramm».
Renommierte Frauen unsichtbar gemacht
Die Beispiele zeigen, dass Medien Frauen, die Schlagzeilen machen, auch heute noch oft auf ihr Geschlecht reduzieren. Obwohl es meist um renommierte Frauen geht, verschwinden die Individuen hinter der Bezeichnung «eine Frau». So heisst beispielsweise die «Frau an der Spitze von Griechenland» Ekaterini Sakellaropoulou. Die neue Staatspräsidentin war zuvor Präsidentin des obersten Verwaltungs- und Verfassungsgerichtes Griechenlands. Die Finanzrechtsexpertin Antonella Sciarrone Alibrandi beaufsichtigt neu die Vatikan-Finanzen. Sie ist Vize-Rektorin der Katholischen Universität in Mailand und lehrt dort Bank- und Finanzmarktrecht. Und die Ingenieurin und Managerin Kathy Lueders leitet neu die Direktion für bemannte Raumfahrt der US-Weltraumbehörde Nasa.
Viele Aktivitäten und Berufe
«Eine Frau» hat seit Mai in der französischen Wikipedia einen satirischen Eintrag. Sie hat keinen Vor- und keinen Nachnamen und viele Nationalitäten. Ihr Lebenslauf ist lang mit vielen Aktivitäten und Berufen. Einzig mit der Anerkennung hapert es: Sie hat nur fünf Nobelpreise für Chemie und nur einmal die Fields-Medaille erhalten, die höchste Auszeichnung für Mathematik-Talente. Basis für den unter einem Pseudonym verfassten Eintrag sind Schlagzeilen französischsprachiger Medien aus den letzten 60 Jahren.
Sexismus überwinden
Diese Wikipedia-Seite sei eine gute Methode, um den Menschen zu zeigen, wie Medien unterschiedlich über Frauen und Männer berichten, sagte die feministische Journalistin Marine Périn gegenüber «Le Monde». Es sei ganz einfach, diesen Sexismus zu überwinden: Man müsse die Frau mit Vorname, Namen und ihrer Funktion nennen.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
keine