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Das Stadtarchiv Chur zeigt eine Ausstellung zu Carl Georg Bernhard (1858 - 1939), Chemiker und Mitbegründer der Churer Schokoladenfabrik. Er gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten Graubündens seiner Zeit. Die Schaufensterausstellung des Rathauses an der Reichsgasse bietet Einblick in sein Leben und Wirken.
Der Chemiker Carl Georg Bernhard war dereinst einer der wenigen bedeutenden Bündner Unternehmer. Er gehörte zusammen mit Rodolphe Lindt (1855 - 1909), Henri Nestlé (1814 - 1890) und Jean Tobler (1830 - 1905) zu den Pionieren der Schweizer Schokoladen-Industrie. Mit grossem Engagement betätigte er sich auch als Fotograf, Offizier, Schütze sowie Turner und trug zu alldem noch wesentlich zur Wiederansiedlung des Steinbocks im Kanton bei.
Der gebürtige Churer lebte in der Stadt, bis er zum Chemiestudium nach Zürich und München ging. Er begab sich auf Reisen und sammelte Erfahrungen als technischer Chemiker in Kiel, Manchester, London und Riga. Bernhard wandte sich der industriellen Schokoladenfabrikation zu. Er arbeitete bei David Sprüngli & Sohn und in der Schokoladenfabrik Brödrene Cloetta in Malmö, dem ersten industriellen Schokoladenproduzenten in Schweden. Eine solide Ausbildung und die zahlreichen Erfahrungen weckten seinen Innovationsgeist. Er untersuchte chemisch Kakaobohnen und Schokolade, patentierte einen Luftbefeuchtungsapparat und versuchte sich an neuen Fotografietechniken. 1893 gründete er zusammen mit Charles Müller (1863 - 1929) die Schokoladenfabrik Müller & Bernhard, die später in Chocolat Grison umbenannt wurde.
Mit der Ausstellung macht das Stadtarchiv auf die Bedeutung privater Nachlässe für die Überlieferung der Churer Alltags- und Kulturgeschichte aufmerksam. Die Schaufensterausstellung kann als PDF-Datei auf www.chur.ch/bernhard heruntergeladen werden.