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Die Nacht in diesem kleinen, schön gelegenen Hotel war äusserst angenehm. Vor dem Frühstück fahre ich rasch zum Domplatz, um Fotos zu machen. Das Frühstückbüffet ist toll, insbesondere der hochwertige Aufschnitt zum Brot. Es ist schwül-heiss. Ich fahre um acht Uhr ab und beeile mich, denn ich möchte um zehn Uhr in Nürnberg sein. Das gelingt mir auch, punkt 10 Uhr bin ich einer der ersten Besucher des DB-Museums. Das Museum ist absolut grossartig. Die Ausstellung beginnt mit einem Kohlenwagen aus einem Bergwerk bei Newcastle upon Tyne (1829), dem ältesten Bahnwagen ausserhalb Englands, sowie dem Wagen Nr. 8 der Ludwigs-Eisenbahn, dem ältesten Eisenbahnfahrzeug Deutschlands (1835). Es gibt einen 1:1 Nachbau der ersten deutschen Lokomotive, der Adler von 1835, ein Antriebsteil eines ICE3 (1995), ein Schnittmodell der Nordgau-Lokomotive (1853), eine Bay. S2/6 (1906), eine Bad. IX (IIa alt) Phoenix (1863), der Hofzug von König Ludwig II von Bayern (1866), der Salonwagen von Bismarck (1872), Ausstellungen zur Entwicklung der Bahn bis heute. Im ersten Obergeschoss werden im „Modellarium“ zahlreiche, wunderschöne Grossmodelle im Massstab 1:10 gezeigt, aber auch viele H0- und N-Modelle. Eine kleine Modelleisenbahn mit Spur H0 läuft auf Knopfdruck. Eine grosse Modelleisenbahn wird von einer Dame bedient. Die Anlage ist vollständig analog, auch die Blocksteuerung funktioniert mit Relais. Ich laufe zur Fahrzeughalle II, die ausserhalb des Hauptgebäudes liegt. Das spannendste Exponat hier ist die dunkelrote BR05 Stormlinie, mit der 1935 der Geschwindigkeitsrekord für Dampfloks gebrochen wurde. Hier hat es auch eine der zuverlässigen BR38/P8 (1920), eine unverwüstliche Diesellok V160, einen blau-beigen Intercity-Wagen 2. Klasse, und einer der wenigen übriggebliebenen Doppelstockwagen Lübeck-Büchener Eisenbahn (1937). Vor einem Güterschuppen stehen Formsignale, drinnen hat es unter Anderem einen Nachbau des Dampfwagens von Cugnot von 1770 und eine Bahnamts-Draisine KLV11. Nun kehre ich zurück ins Hauptgebäude. Im zweiten Obergeschoss hat es Fahrzeuge der Post, unter anderem einen Goggomobil-Transporter TL300 (1960), dann hat es Chiffriermaschinen, darunter eine Enigma (1941), und historische Telefone. Es ist nun 14 Uhr und ich muss weiter. Zum Essen bleibt keine Zeit, ich tanke auf und kaufe eine Flasche Wasser. Das Navi lotst mich auf die Autobahn, aber ich bin eh knapp dran zeitlich, so bleibe ich. Kurz nach 16 Uhr komme ich in Augsburg im „City Hostel“ an und werde vom freundlichen Portier schon auf der Strasse als Hotelgast erkannt. Meinen Scooter darf ich in den Hinterhof stellen. Es ist wahnsinnig heiss. Selbst Duschen bringt nur kurze Erleichterung. Schräg gegenüber ist die Fuggerei, die ich besuche. Es hat vier kleine Museen gegeben, jedoch setzen sie wie viele andere Museen auf endlose, geschwätzige Videobeiträge, da müsste man sehr viel Zeit haben, um auch nur einen einzigen zu Ende zu sehen. Ich höre, wie eine der zahlreichen Gruppenführerinnen erklärt, dass jeder Klingelgriff anders sei, weil man sich früher in der Dunkelheit nach dem eigenen Klingelgriff getastet habe, deshalb sage man, etwas im Griff haben. Heute ist die Fuggerei nachts mit Gaslaternen beleuchtet. In einer unscheinbarer Ecke steht ein gusseiserner Pumpbrunnen. 1944 wurde die Fuggerei bei einem Bombenangriff fast völlig zerstört, aber nach dem Krieg wieder völlig aufgebaut. Im Luftschutzkeller gibt es eine Ausstellung dazu. Die Wohnungen stehen nur bedürftigen Katholiken offen, die Miete kostet nur 88c pro Jahr, dazu müssen täglich drei Gebete gesagt werden. Auf einem Plakat werden «Sieben globale Herausforderungen“ für die Fuggerei der Zukunft genannt: Bedürftigkeit meistern; Lebensraum schaffen; Selbstbestimmung und Würde stärken; Nachhaltigkeit erzeugen, humanistische Werte garantieren; Sicherheit geben; Spiritualität entwickeln. Ich laufe noch ins Stadtzentrum, zum Rathausplatz, zum Fuggerplatz und zum Moritzplatz, wo ich etwas Kleines zu Abend esse. Vor dem Nachhausegehen besuche ich noch rasch den Jakoberturm.