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Trotz Hitze fällt der Blog heute nicht aus
In der Nacht auf Donnerstag führte eine mässige südwestliche Höhenströmung warme Luft von Südfrankreich her zu den Alpen. Tagsüber wirkte sich die warme Luft mit Höchsttemperaturen um 35 Grad aus. Trotz dieser sehr heissen Höchstwerte bildete sich bis am Abend kein einziges Gewitter, was die Neugier des sowieso von der Hitze geplagten Blogverfassers anstachelte, einen genaueren Blick auf die Entwicklung der Luftschichtung in den letzten 24 Stunden zu werfen.
Das Recht auf Faulheit
Das ereignislose Wetter und die zunehmende Hitze lähmten den Blogautor so stark, dass er sich zuerst überlegte, ob er für den heutigen Beitrag das von Paul Lafargue in 1883 propagierte "Recht auf Faulheit" in Anspruch nehmen sollte. Aber das gewitterlose Wetter trotz extremer Hitze hat ihn bewegt, nach den Gründen dieser ungewöhnlichen Ruhe zu suchen.
Flaches Hoch über Mitteleuropa
Am Donnerstag lag der Alpenraum im Einflussbereich eines flachen Hochs. Bereits in der ersten Tagehälfte führte die aufkommende südwestliche Höhenströmung einen Schub feuchter Luft in Form ausgedehnter Wolkenfelder von Südfrankreich her zur Schweiz. Am frühen Morgen liess die Höhenströmung vorübergehend etwas nach, sodass die Wolkenmasse für einige Stunden stationär zwischen Aarau und Zürich liegen blieb, bevor die zunehmende Sonneneinstrahlung die Wolken auflöste.
Stabile Luftschichtung
Abgesehen von spärlichen Wolkenfeldern bewirkte diese Luftzufuhr aus Südwesten erstaunlicherweise eine Stabilisierung der Schichtung in den Alpen. Der Grund lag darin, das die zwischen 2700 und 4300 Metern herangeführte Luft rund 4 Grad kühler war als am Vortag. Zudem stieg die Temperatur der Schichten unterhalb 2700 Metern deutlich an. Auf 1000 Metern lag die Temperatur am Mittwoch um 14 Uhr bei 17 Grad und erreichte bereits 24 Grad um Mitternacht. Dagegen blieb die Temperatur der Schichten oberhalb 4300 Metern unverändert.
Damit bildete sich eine starke Inversion auf etwa 4300 Metern, die die Bildung von Gewittern entscheidend verhinderte. Am Nachmittag bildeten sich zwar verbreitet Quellwolken in den Alpen, aber ihr Wachstum wurde unsanft auf der Höhe der erwähnten Inversion, bei rund 4300 Metern gestoppt.