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«Es gibt Hollywood und Bollywood. Und dann gibt es noch Nothingwood. Das ist hier, denn hier gibt es kein Geld.» Der berühmte afghanische Schauspieler, Regisseur und Produzent Salim Shaheen steckt in den Dreharbeiten zu seinem 111ten Film, die in «Nothingwood» dokumentarisch festgehalten werden. Ein Blick in das erstaunliche Leben eines Kinoliebhabers, der mit exzentrischen Schauspieler*innen ununterbrochen Trashfilme realisiert – in einem Land, in dem seit mehr als dreissig Jahren Krieg herrscht.
Salim Shaheen ist eine Art afghanischer Bud Spencer, der aber statt mit den Fäusten lieber mit der Knarre arbeitet. Darüber hinaus jedoch dreht er selbst als Regisseur Filme wie andere Leute Zigaretten. In guten Zeiten dreht er schon mal 10 Filme pro Jahr. Die Dokumentation folgt der barocken Erscheinung, wie sie unter erheblicher Lautstärkeentfaltung durchs kriegsverwüstete Hinterland pflügt, immer vier Projekte gleichzeitig vorantreibt und im Herzen der Finsternis eine Mikro-Entertainment-Industrie aus dem Boden zu stampfen versucht. «Nothingwood» stellt auch die Frage nach dem Kino als Medium und was es einem Land bringen kann.
«Das Drehteam von ‹Nothingwood› wagt sich in die leeren Nischen der Buddha-Statuen von Bamiyan. Und der Film endet auf einer Bergkette, die an das Rückgrat und den gespaltenen Schädel eines versteinerten Drachens erinnert. Mythos, Fiktion und Realität vermischen sich.» (Antoine Duplan, Le Temps)