Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/208448

<h2>SubmittedText<h2><p>Stickstoff- und Ammoniakeinträge aus der Luft schädigen empfindliche Lebensräume, weit über das Landwirtschaftsgebiet hinaus. Betroffen sind 98 Prozent der Hochmoore, 95 Prozent der Wälder, 76 Prozent der Flachmoore und 49 Prozent der Trockenwiesen in der Schweiz.</p><p>Welche konkreten Massnahmen hat der Bundesrat während der letzten Jahre zur Senkung dieser Emissionen ergriffen - insbesondere zur Reduktion des Stickstoffimports -, und welche messbaren Erfolge konnten damit erzielt werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat mit dem Bericht "Konzept betreffend lufthygienische Massnahmen des Bundes" und dem Bericht in Erfüllung des Postulates Bertschy 13.4284 die Ziele der Luftreinhalte-Politik definiert. Rund zwei Drittel der Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme haben heute in der Schweiz ihren Ursprung in Ammoniakemissionen der Landwirtschaft, etwa ein Drittel stammt von Stickoxiden aus Verbrennungsprozessen. Durch die von Bund, Kantonen und Gemeinden getroffenen Massnahmen konnten die Emissionen von Stickoxiden in den letzten dreissig Jahren um 60 bis 70 Prozent vermindert werden. Mit dem Rückgang der Anzahl Nutztiere zwischen 1990 und 2000 sanken die Ammoniakemissionen der Landwirtschaft um 18 Prozent, seither sanken sie nur unwesentlich. Auf nationaler Ebene wird die Luftreinhalte-Verordnung regelmässig an den Stand der Technik angepasst. International engagiert sich die Schweiz aktiv in verschiedenen internationalen Gremien für eine Begrenzung der Luftverschmutzung in Europa. Am 14. März 2019 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation geplante Vorschriften zur Abdeckung von Güllelagern und zum emissionsarmen Ausbringen von Gülle in die Vernehmlassung gegeben. Im Bereich der Agrarpolitik hat der Bundesrat am 21. August 2019 das weitere Vorgehen bei der Agrarpolitik 2022 plus sowie eine Reduktion der Stickstoffüberschüsse um mindestens 10 Prozent bis 2025 und um mindestens 20 Prozent bis 2030 gegenüber 2015 festgelegt.</p>