Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03648.jsonl.gz/1220

Die Geschichte von L.
Wir haben. L und ihre Mutter am 3.Mai 2022 getroffen. Wir hatten jemanden organisiert, der ihnen etwas zu Essen bringen kann, aber sie hatten Angst, mir ihre Adresse zu geben, weil sie noch minderjährig war.
Es ist nicht einfach via Google Übersetzer oder andere Apps miteinander zu kommunizieren.
L.’s Mutter kam zu uns und wir haben beschlossen, Oleg Dotsenko könnte uns begleiten, um ihr zu versichern, dass wir wirklich nur helfen wollen.
Sie kam zu spät, sie hatte sich in der Stadt verirrt (sie hatte kein Netz auf dem Smartphone, weil sie nicht wusste, wie man an eine SIM-Karte kommt) und der ganze Stress von allem war einfach zu viel für sie.
Wir haben für sie alles organisieren können, was sie brauchte, und halfen so gut wir konnten. Und Oleg unterstütze sie, eine SIM-Karte zu erhalten. Danke, Oleg!
Dies ist die Geschichte ihrer Flucht
«Meine Tochter und ich haben in einem kleinen Dorf in der Nähe von Severodonetsk (Region Luhansk) gelebt. Ende März wurde unser Dorf von russischen Truppen besetzt. Die Menschen sassen in den Kellern, über uns waren die Explosionen zu hören.
Wir haben unsere Kinder versucht zu beschützen, während wir die Bomben fallen hörten und uns fragten, welche Gebiete sie diesmal treffen und welche Leben sie diesmal zerstören würden.
Ende April haben wir beschlossen, dass es keine andere Möglichkeit gab, als fort zu gehen. Es gab aber keine Strasse mehr in die restliche Ukraine. Wir mussten durch Russland und haben die Nächte in Bahnhöfen verbracht.
Wir haben 24 Stunden am Grenzübergang angestanden und sind dann acht Tage über Lettland, Litauen, Polen und Deutschland gereist.
Am Abend des 28.Aprils 2022 kamen wir in der Schweiz an und am nächsten Morgen trafen wir eine Schweizer Familie, die uns helfen wollte. Für ihre Unterstützung sind wir sehr dankbar. Auch danken wir den Schweizer Behörden für den moralischen und finanziellen Support und der Gruppe «FROM BASEL WITH LOVE», die uns unterstützt hat und es uns ermöglichte, uns mit anderen Flüchtlingen zu treffen.
Es ist sehr wichtig für uns Ukrainer zu wissen, dass wir nicht allein sind und verstanden werden. Durch die Gruppe können nicht nur wir untereinander, sondern auch viel Neues kennen lernen. Wir freuen uns immer auf jedes Picknick im Park, dass «FROM BASEL WITH LOVE» organisiert und es fühlt sich für uns immer wie ein Festtag an.
«FROM BASEL WITH LOVE» hat es mir und meinen Kindern auch ermöglicht Danksagungskarten zu basteln, die wir an Einheimische geschickt haben, um ihnen für ihre Hilfsbereitschaft, Unterstützung und Freundlichkeit zu danken – und wohl auch dafür, unser Leben gerettet zu haben.
Selbstverständlich wollen wir eines Tages zurück in die Ukraine. Aber bis dahin lernen wir Deutsch, um eine Arbeit finden zu können und uns im Land, das uns so geholfen hat, nützlich machen zu können.
Im Namen aller Ukrainer, die in den schlimmsten Zeiten ihres Lebens hier aufgenommen und unterstützt wurden, möchten wir einen grossen Dank aussprechen.»