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«Am Montagmorgen wurden wir am Bezirksgericht Saane angehört. Nun warten wir auf das Urteil; wir hoffen, dass der Konkurs noch diese Woche ausgesprochen wird», sagte Isabelle Théron, Anwältin des Vereins Jazz Parade, gestern auf Anfrage. Nachdem die diesjährige Ausgabe des Festivals wegen Sicherheitsmängeln kurzfristig abgesagt wurde, hatte der Verein Anfang August die Bilanz deponiert. Der Schuldenberg im sechsstelligen Bereich hatte sich jedoch bereits über die vorhergehenden Jahre unter dem damaligen Präsidenten Jean-Claude Henguely angehäuft (die FN berichteten).
Während dieses Dossier wohl bald einen Abschluss findet, geht der Streit mit dem Gründer Jean-Claude Henguely in die nächste Runde. «Der Verein hat letzte Woche bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Veruntreuung eingereicht», sagte Théron.
So habe Henguely im Namen des Vereins Geld einkassiert, das er dann in die eigene Tasche gesteckt habe. «Wir haben die Quittungen für einen Betrag von rund 40 000 Franken. Es könnte aber noch mehr sein.» Dass Henguely dieses Geld als rechtmässigen Lohn einkassiert habe, lässt Théron nicht gelten: «Der Verein Jazz Parade hat ihm seinen Lohn vollständig ausbezahlt.»
Henguely will vor Gericht
Für Jean-Claude Henguely selbst ist der Vorwurf der Veruntreuung unverständlich. «Ich würde ja gerne wissen, wo ich Geld veruntreut haben soll», sagte er den FN.
Nach dem Debakel hatte er mit einer Klage wegen übler Nachrede gedroht und wollte vor Arbeitsgericht einen Lohn von 100 000 Franken einfordern. Noch habe er nichts eingereicht, sagte er. «Sie können aber sicher sein, dass ich dies noch tun werde.» Er sei daran, die nötigen Dokumente zusammenzustellen, mehr wolle er dazu nicht sagen. «Das werden Sie zu gegebener Zeit erfahren.» rb