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Eine gross angelegte US-amerikanische Studie (Abstract in Englisch) kommt zum Schluss, dass die Lebensmittelproduktion bis zum Jahr 2050 verdoppelt werden müsse, um eine grosse Hungerkrise zu vermeiden. Die Autoren stellen weiter fest, dass dies nur durch eine massive Produktivitätssteigerung der wichtigsten Kohlehydrat- und Proteinquellen (Mais, Reis, Weizen und Sojabohnen) erfolgen könne. Die Ertragssteigerung pro Fläche müsse deshalb bei mindestens 2,4% pro Jahr liegen, „die aktuellen Raten erreichen dies aber nicht“ schreiben die Forscher im Online-Fachmagazin PLOS One. Werde das Ziel nicht erreicht, müsse die weltweite Ackerfläche – auf Kosten der Umwelt – massiv erhöht werden.
Diese Schlussfolgerungen wirken zwar auf den ersten Blick einleuchtend, halten einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand. Die Gründe im hohen Lebensmittelbedarf liegen nicht nur im Bevölkerungswachstum, sondern – wie die Studie aber nur kurz anspricht – auch im weltweit steigenden Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten sowie in der zunehmenden Biosprit-Produktion und in den grossen Lebensmittelverlusten.
„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ Mahatma Gandhi
Tatsächlich landen heute ein Drittel aller Lebensmittel auf dem Abfall! Ein weiteres Drittel der gesamten Getreideproduktion und über 80% der Sojaproduktion wird an Nutztiere verfüttert und dient zur Fleisch- oder Milchproduktion. Die Herstellung von Biokraftstoffen beläuft sich heute auf 5-10% der weltweiten Getreideernte; in den USA wird sogar über die Hälfte der Maisproduktion für Biosprit verwendet. Diese ineffiziente Nutzung führt dazu, dass vermutlich weit weniger als die Hälfte der produzierten Grundnahrungsmittel für den menschlichen Verzehr zur Verfügung steht. Die aktuellen Zahlen der Getreideproduktion bestätigen diese Annahme: Die weltweite Getreideernte belief sich 2010 auf rund 2,4 Milliarden Tonnen. Damit stünden jedem Menschen theoretisch mehrere Kilogramm Getreide pro Tag zur Verfügung...
Neben der Verschwendung, dem Fleischkonsum und der Biospritproduktion ist auch die ungleiche Verteilung der Lebensmittel massgeblich mitverantwortlich für das Hungerproblem.
Trotz dieser Tatsachen setzt die Studie auf Wachstum: Das erklärte Ziel ist, mehr zu produzieren, um den wachsenden Ansprüchen zu genügen – statt die Ansprüche und Methoden zu überdenken...
Weiterführende Infos:
Weltagrarbericht – Wege aus der Hungerkrise