Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/2713

Karate ist ein Kampfsystem, in welchem die Gliedmassen wie Arme und Beine, sowie auch andere Teile des Körpers, zur Abwehr und zum Angriff eingesetzt werden. Dabei erfolgt eine Koordination zwischen der Geschwindigkeit, der Präzision und der Kraft der Techniken. Nebst dem körperlichen Training findet parallel dazu auch eine mentale Ausbildung statt, in welcher der Geist, der Charakter und die positive innere Einstellung geschult werden. Durch das regelmässige und fortwährende Training sollen Körper und Geist zu einer Einheit verbunden und im Gleichgewicht gehalten werden.
Karate ist Kampfsport, Kampfkunst und Selbstverteidigung. Bei regelmässigem und fortwährendem Training führt Karate zur Verbesserung der körperlichen Gesundheit und Fitness, zur aufrechten inneren Haltung, zu mehr Selbstvertrauen und zu einem hohen Selbstbewusstsein, was sich auch im alltäglichen Leben bemerkbar machen wird. Karate hält jung und wirkt vorbeugend und abhärtend gegen Krankheit.
Zur Schulung der körperlichen Fitness werden bewährte und bekannte Trainigngsformen in das Training integriert, wie z.Bsp. das High Intensity Interval Training (H.I.I.T) oder Übungen mit dem eigenen Körpergewicht (Bodyweight Training).
Die japanische Insel Okinawa gilt als der Herkunftsort des heutigen Karate. Unter der Herrschaft von Japan wurde der allgemeinen Bevölkerung der Besitz von Waffen untersagt. Um sich vor Übergriffen der kaiserlichen Armee, aber auch vor anderen Fürsten und Räubern, zu schützen, resp. im Aufstand dagegen, wurden zahlreiche Kampfkünste entwickelt, u.a. auch Karate...
Masutatsu Oyama (1923 – 1994, geboren in Korea), Gründer des Kyokushinkai Karate, war nach einer ersten Ausbildung im chinesischen Kempo und im japanischen Judo später ein Schüler von Gichin Funakoshi. Er erlernte durch ihn das Shotokan Karate und wechselte später zum Goju Ryu Karate-Stil, zu welchem er die Prüfung zum 4. Dan abschloss.
Kihon
Unter Kihon versteht man die Grundschule des Karate. Es geht darum die Basis- oder Grundtechniken einzeln oder in vorbestimmten Abläufen zu erlernen, zu üben, deren Anwendung zu verstehen und fortlaufend zu optimieren. Für den Schüler bedeutet dies auch das Lernen der japanischen Begriffe der einzelnen Techniken und Abläufe.
Kata
Eine Kata ist eine vorgegebene Übungsform, in welcher der Kampf gegen einen oder gegen mehrere imaginäre Gegner in verschiedene Richtungen geführt wird. Im Ablauf der Kata werden weiche, harte, langsame und schnelle Bewegungen ausgeführt. Die Atmung, die Geschwindigkeit und die Koordination der Techniken sind wichtige Elemente in einer Kata und müssen zum vorgegebenen Zeitpunkt entsprechend beachtet werden. Um ein besseres Verständnis für eine Kata zu erhalten, werden die einzelnen Abschnitte darin zerlegt, analysiert und in einem überlieferten Sinn mit der Praxis verglichen (Bunkai). Der Karate-Kämpfer ist aufgefordert sich bei einer Kata auch selber darüber Gedanken zu machen, welche Anwendung die Abläufe der Techniken in der Praxis finden.
Kumite
Als Kumite wird der Kampf gegen einen oder gegen mehrere Gegner bezeichnet. Es handelt sich dabei um einen Freikampf, bei welchem die Techniken vorgängig nicht abgesprochen werden. Bei Wett- und Turnierkämpfen müssen bei einem Kumite bestimmte Regeln eingehalten werden, wie z.Bsp. verbotene Trefferzonen , Kampfzeiten, Punktesystem, usw. Es gibt im Kyokushinkai Karate verschiedene Ausführungsformen im Kumite wie z.Bsp. der Vollkontaktkampf (Hauptdisziplin), der Semikontaktkampf oder das Klicker-System, bei welchem kein Körperkontakt stattfindet.
Selbstverteidigung
In der Selbstverteidigung finden sich alle drei Grundelemente des Karate wieder. Die Techniken und Abläufe werden für eine wirksame Abwehr mit unmittelbarem konsequenten Gegenangriff in realen Situationen interpretiert. Dabei werden im Kyokushinkai Karate auch Techniken aus anderen Kampfsystemen miteinbezogen. Die Selbstverteidigung beginnt im Kopf, schon vor der eigentlichen Abwehr eines Angriffes. Es gilt Konflikte und Gefahren mit tätlichen Angriffen frühzeitig zu erkennen, sich nach Möglichkeit darauf vorzubereiten, die Sinne dafür zu schärfen und aufgrund heutiger rechtlicher Bestimmungen verhältnismässig darauf zu reagieren, resp. sich zu verhalten.
Die Farbe des Gürtels zeigt die Stufe der Ausbildung auf, in welcher sich der Schüler (Kohai) gerade befindet. Der Schüler zeigt mit dem Tragen des farbigen Gürtels auch auf, dass durch ihn die minimalen Anforderungen an diese Stufe erreicht wurden und er eine entsprechende Prüfung mit Erfolg bestanden hat. Bei den Prüfungen wird das bisher erlernte immer erneut geprüft. Die Ausbildungsstufen im Kyokushinkai Karate werden mit 10 Kyu’s bezeichnet, wobei eine Gurtfarbe immer zwei Kyu’s enthält (10. Bis 1. Kyu). Zum Absolvieren einer Prüfung müssen nebst den körperlichen und technischen Anforderungen auch minimale Zeitintervalle eingehalten werden. Pro Kyu muss ein Zeitintervall von 3 Monaten eingehalten werden. Pro Gurtfarbe entspricht dies ein Zeitintervall von mindestens 6 Monaten, da jeweils der höhere Kyu der bestehenden Gurtfarbe und der tiefere Kyu der neuen Gurtfarbe geprüft werden. Der 1. Kyu gilt als höchster Schülergrad. Schüler mit dem 1. Kyu gelten als Anwärter für den ersten Meister-Grad, dem schwarzen Gürtel. Um eine Prüfung für den schwarzen Gürtel absolvieren zu können, ist ein zeitlicher Abstand zum 1. Kyu von mindestens 12 Monaten erforderlich.

1. Prüfung zum blauen Gürtel
|10. Kyu||Weisser Gürtel|
|9. Kyu||Weisser Gürtel|
|8. Kyu||Blauer Gürtel|
|2. Prüfung zum gelben Gürtel||7. Kyu||Blauer Gürtel|
|6. Kyu||Gelber Gürtel|
|3. Prüfung zum grünen Gürtel||5. Kyu||Gelber Gürtel|
|4. Kyu||Grüner Gürtel|
|4. Prüfung zum braunen Gürtel||3. Kyu||Grüner Gürtel|
|2. Kyu||Brauner Gürtel|
|5. Prüfung zum zweiten braunen Gürtel||1. Kyu||Brauner Gürtel|
Der schwarze Gürtel mit dem goldenen oder gelben Balken zeigt den Meistergrad (Budo-Meistergrad). Der Balken oder Meistergrad wird als Dan bezeichnet und zeigt auch hier die weitere sehr anspruchsvolle Ausbildungsstufe auf. Im Kyokushinkai Karate ist der 10. Dan der höchste Meistergrad, wobei das technische Programm aus offiziellen Lehrbüchern und Programmen beim 3. Dan endet. Die Meistergrade ab dem 4. Dan werden innerhalb von Verbänden vergeben. Die Bedingungen dafür der heute in einer Vielzahl bestehenden Verbände sind unterschiedlich (Schiedsrichtertätigkeit, Wettkampf- und Turniererfahrung, Weiterbildungen, usw.). Zwischen den Meister-Prüfungen müssen längere Zeitintervalle eingehalten werden. Die Träger von Schwarzgurten werden ihrem Dan-Grad entsprechend Sempai (auch Senpei), Sensei oder Shihan genannt. Als Sensei wird in der japanischen Sprache der Lehrer bezeichnet. Der höchste anwesende Lehrer in einem Dojo ist somit ein Sensei, unabhängig davon, ob er in seiner Dan-Graduierung grundsätzlich als Sempai (Senpei) gilt. Als Shihan wird ein hoher Meister bezeichnet. Als Kancho wird der höchste Würdenträger oder der oberste Vorsteher des Karate-Stiles bezeichnet.
|1. Dan - Shodan||Erster schwarzer Gürtel||I|
|2. Dan - Nidan||zweiter schwarzer Gürtel||II|
|3. Dan - Sandan||dritter schwarzer Gürtel||III|
Das offizielle technische Prüfungsprogramm endet beim 3. Dan. Höhere schwarze Gürtel ab dem 4. Dan werden von Verbänden vergeben.
Um zu einer Prüfung in unserem Club antreten zu können, gelten nebst den Wissen und Können des jeweiligen technischen Programms weitere wichtige Grundvoraussetzungen, wie z.Bsp. die regelmässige Trainingsteilnahme und eine entsprechende körperliche Fitness. Prüfungen finden in unserem Club immer nach Absprache mit der Dojo-Leitung statt. Prüfungen werden frühzeitig angekündigt, sodass darauf eine ausreichende Vorbereitung erfolgen kann. Selbstverständlich werden persönliche Situationen wie z.Bsp. das Alter oder allfällige Gebrechen bei der Bewertung berücksichtigt.