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Welche Art von Werkzeuge können wir in eine situierte mehr-als-menschliche Praxis einbeziehen? Das kollaborative Projekt River Oracle ist als künstlerisch-feministische Forschung und Werkzeug vorgesehen, um Methoden und Praktiken für die Arbeit mit Orakeln zu entwickeln und um darüber zu spekulieren, was für eine Bedeutung ein Wandel im antropozentrischen Denken haben kann.
Das River Oracle ist als situatives Werkzeug zur Selbstreflexion sowie zur Sensibilisierung für ökologische und politische Themen gedacht. Klänge wurden an verschiedenen Orten gesammelt, die mit dem Rhein verbunden sind: im Flussbett, in Wasserkraftwerken, im Hafen und in Booten. Diese Klänge werden in eine Komposition umgewandelt, die sich in einer Klanginstallation widerspiegelt, die das Orakel darstellt. Im Raum befinden sich Cyanotypie-Textilien, die mit Geschichten des Rheins durchtränkt sind.
Riikka Tauriainen (*1979, Finnland) ist eine bildende Künstlerin und Dozentin, die sich in Installationen, Videos und Performances mit historischen Erzählungen, postkolonialen Theorien und Geschlechterfragen beschäftigt. Sie bewegt sich an den Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Fakten und Fiktion. Seit 2018 arbeitet sie an der Werkserie Hydrocommons, die sich in einer posthumanistischen Ideenwelt bewegt. Sie erforscht, inwieweit unsere Verwandtschaft mit anderen Körpern als eine zutiefst materialistische Relationalität verstanden werden kann.
Paloma Ayala (*1980, Mexiko) ist eine bildende Künstlerin, die sich für die Stärkung der Beziehung zwischen häuslichen und politischen Kontexten interessiert. In ihrer Arbeit fiktionalisiert sie historische, ökologische oder soziale Probleme als Mittel der Analyse und Kritik. Paloma Ayalas Projekte nähren Visionen der Verbindung zwischen menschlicher und übermenschlicher Sphäre, sie träumen von der Emanzipation von ausgrenzenden Herrschaftsverhältnissen.
Anne-Laure Franchette (*1979, Frankreich) ist eine bildende Künstlerin, die sich mit der städtischen Natur und der Zirkulation von Pflanzen und industriellen Materialien beschäftigt. Sie interessiert sich für die Überschneidungen zwischen Botanik und Industrie, zwischen Wildnis und zivilisierter Welt, zwischen autorisierter oder sanktionierter Migration und spontaner Ansiedlung. Ihre Arbeit konzentriert sich auf Arbeit, Repräsentationen und Hierarchien der Würde (in Bezug auf Wesen, Objekte und Praktiken) sowie auf Strategien der Selbstorganisation und -erhaltung innerhalb künstlerischer Praktiken.
Kay Zhang (*1990, Australia) befindet sich in ihrer Tätigkeit im Spannungsfeld zwischen Klang, Kuration und künstlerischer Forschung und ist Gründungsmitglied mehrer Kollektiven. Kay beschäftigt sich mit interkultureller Identität, Genderfragen und Ökologie. Durch Improvisation, transdisziplinäre Formen des Kuratierens und die Integration kulturwissenschaftlicher Erkenntnisse will Kay die Grenzen der Performance-Erfahrung ausloten und den Zugang zu ihrem Instrument, dem Saxophon, erweitern.
Melo (Melody) Chua (* 1994, USA) ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit einer Spezialisierung auf die Anwendung interaktiver Technologien in Performance- und Installationskontexten. Mit einem Portfolio, das Arbeiten für 360°-Touchscreens, 360°-Videos, Ambisonics/3D-Audio, Motion-Capture-Systeme, Live-Coding, druckempfindliche Schuhe, Real-time Projektionen und sensorerweiterte Instrumente umfasst, untersucht sie solche Technologien sowohl als Mittel des narrativen Ausdrucks als auch als Möglichkeiten zur Destabilisierung der Normen, die in der eigenen Beziehung zur Technologie bestehen. Melody ist derzeit Doktorandin an der Künstuniversität Graz und der Zürcher Hochschule der Künste. Sie ist international bei verschiedenen Festivals und Institutionen aufgetreten und hat ein Fulbright/Bundes-Exzellenz-Stipendien für die Entwicklung einer sensorgestützten Querflöte erhalten.
Unterstützt von der Ernst and Olga Gubler-Hablützel Foundation, Verein Kulturbrücke Kaiserstuhl, SVFF Kultur und Stadt Zürich