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Aufbau des neuen Teleskops
Vorbereitungen vor der Abfahrt:
Einige Tage zuvor erstelle ich mir unter Zuhilfenahme des PC-Planetarium Programms STELLARIUM einen Beobachtungplan.
Sobald das Datum festgelegt werden kann, veröffentliche ich den
genauen Beobachtungstermin und den Beobachtungsstandort unter 'Aktuell:
Nächste Beobachtungen' auf meiner Hauptseite.
24 Stunden vor einer geplanten Beobachtungsnacht wird der Akku der PowerBox voll geladen und die Wetterprognose (z.B. Jonschwil für den Beobachtungsstandort Wildberg) eingeholt, sowie das Infrarot Satellitenvideo im Zeitraffer beobachtet, um eventuelle Wolkenbewegungen zu sehen.
Ich stelle alles benötigte Material zusammen und überprüfe es gemäss meiner Checkliste,
denn nichts ist ärgerlicher, als wenn man am Beobachtungsplatz
feststellen muss, dass ein wichtiges Teil fehlt. Und nicht vergessen
die Bedienungsanleitungen, falls man sich mal nicht mehr so sicher ist.
Vorbereitungen am Beobachtungsplatz solange es noch hell ist:
Für das Einrichten des Teleskops nehme ich meine Checkliste zur Inbetriebnahme zur Hand.
Zuerst stelle ich nur das massive Stativ auf und richte den Metallstift
für die Azimut-Feineinstellung mit dem Kompass nach Norden aus.
Dann setzte ich die parallaktische (äquatroriale) AS-GT Montierung auf und nivelliere das Stativ mit der integrierten Kreislibelle.
Ich stelle meine
Montierung möglichst genau auf die Indexmarken, stelle die
Polhöhe auf der Erdachsenskala nach der nördlichen
Breite des Standortes ein (in der Regel etwa bei 47°) und setze
die RA-Skala der Rektaszension- oder Stundenachse auf Null,
montiere dann den
Teleskoptubus und schiebe die Gegengewichte auf die Stange, welche die
Verlängerung der Rektaszensionsachse bildet.
Nun kann sich das Teleskop bis zum Eindunkeln langsam an die
Umgebungstemperatur anpassen und sich das schwere Stativ im Wiesenboden
festsetzen.
Für die Ausrichtung des Polsucherfernrohrs auf den Polarstern (Polaris) muss ich warten bis es dafür dunkel genug ist.
Als Orientierungshilfe nimmt man den Grossen Bären (Ursus Major)
wegen seines Aussehens auch Grosser Wagen genannt und das Sternbild Kassiopeia (Cassiopeia) wegen ihres Aussehens auch Himmels-W genannt. Der Polarstern liegt zirka in der Mitte der beiden Sternbilder.
Oder man verlängert die Line zwischen den beiden 'Kastensternen'
des Grossen Wagens (Teil des Grossen Bären) Merak und Dubhe 5x,
dann landet man auch beim Polarstern.
Der Polarstern (Polaris) ist der letzte Stern im Bild des Kleinen
Bären (Ursus Minor) oder der äussrste Stern an der Deichsel des kleinen Wagens..
Ausrichtung der äquatorialen Montierung sobald es dunkel genug ist:
Nun kann ich den
Polarstern durch das Zielfernrohr und das Teleskop betrachten und eine
Grobeinstellung mittels Azimut-Einstellschrauben und
Polhöhenverstellung vornehmen. Für die Feinjustierung löste
ich die Klemmung der Deklination und drehe das Teleskop bis zur
speziellen Markierung, welche dann die Durchsicht durch das Polsucherfernrohr freigibt.
Dann wird die RA-Skala auf aktuelles Datum und Uhrzeit eingestellt,
damit nach der heutigen Position des Polarsterns im kleinen Kreis des Polsucherfernrohrs
justiert werden kann, denn leider ist der Polarstern nicht ganz genau
übereinstimmend mit dem Himmelsnordpol (HNP). Um das
speziele Fadenkreuz mit dem Polarisring besser zu sehen, stecke ich die Polsucherbeleuchtung in die vordere Öffnung der Durchsicht und überprüfe die Polarisposition mit der Polsucher-Software auf dem Netbook.
Damit ist die Polachsenausrichtung komplett und das Polsucherfernrohr wird wieder mit den Kappen verschlossen.
Die genaue Ausrichtung der Polachse
ist massgebend für die spätere Nachführgenauigkeit des
Teleskops, denn wenn die Zeitachse RA genau stimmt, dann muss zur
Nachführung fixer Objekte (Sterne, Galaxien und Nebel) nur noch
die Erdrotation mittels des RA-Antriebs korrigiert werden und weil
diese Bewegung kontinuierlich immer in die gleiche Richtung verläuft, nämlich der Erdrotation entgegen, ist sie spielfrei.
Kalibrierung der GO-TO Teleskopsteuerung:
Für alle weiteren Kalibrierarbeiten muss die GO-TO Teleskopsteuerung
mit Energie versorgt werden. Ich beziehe die dazu notwendigen 12VDC aus
einem 28Ah Akku, der in meiner selbstgebauten PowerBox
befindet. Die hält länger als jede 'Starterkiste' und erlaubt
den Betrieb von Teleskopsteuerung und PC bis zur Morgendämmerung.
Ich habe mir eine Checkliste gemacht, nach welcher ich schrittweise meine Handsteuerung programmiere:
Standort aus Tabelle:
Zürich (ich werde in Zukunft die GPS-Koordianten für den Wildberg direkt
eingeben um noch mehr Präzision zu haben)
Aktuelle Uhrzeit eingeben: normale Ortszeit
Daylight saving wählen: Automatische Korrektur bei Sommerzeit
Zeitzone wählen:
1 (1 Stunde
östlich von Greenwich)
Aktuelles Datum eingeben: heutiges Datum eintippen (Achtung amerikanische Darstellung MM:DD:YY)
Nun ist die Steuerung bereit für den Zweisterne-Abgleich.
ACHTUNG: Bloss nun die Stromversorgung NICHT mehr ausschalten,
denn sonst kann man wieder mit der ganzen Eingabeprozedur von Datum und
Uhrzeit beginnen, denn leider hat die Steuerung keine gepufferte RTC.
Mit einem zusätzlich anschliessbaren GPS Modul liesse sich
diese ganze Prozedur vermeiden, denn dann würden die notwendigen Daten
von Position, Zeit und Datum automatisch übernommen.
Dann zum Zweisterne-Abgleich:
Vorgeschlagen werden von der Steuerung jeweils zwei für den
momentanen Zeitpunkt und Standort günstig gelegene Fixsterne. Nach
Bestätigung fährt das GO-TO zuerst auf den ersten Fixstern,
dort
mache ich die Einmittung auf das Fadenkreuz im Zielfernrohr und
kontrolliere dann ob der Stern auch in der Okularmitte steht (wäre das
nicht der Fall müsste man das Zielfernrohr nachjustieren).
Dann
mit 'ALLIGN' bestätigen. Nun fährt das GO-TO den zweiten Fixstern an, wo
ich gleiche Prozedur wiederhole und mit ebenfalls 'ALLIGN' bestätige.
Nun sind Teleskop und GO-TO Steuerung bereit für Beobachtungen
oder Fotos von beliebigen in der Handsteuerung vorprogrammierter
Objekte.
Den Netbook benutze ich einerseits als aktuelle Sternenkarte indem ich das PC-Planetarium Programm STELLARIUM verwende und auch zur Aufzeichnung von Bildern bzw. Videosequenzen mit der CCD-Kamera.
Also dann: GOOD SEEING!
Aufbau der neuen Zeltsternwarte
Ich habe mir im Sommer 2013 eine Omegon Zeltsternwarte angeschafft, um besser gegen Wind und Streulicht geschützt in Freien arbeiten zu können.