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Musiktracks nutzen Mikrofonaufnahmen (aus Stadt und Natur), Klänge und Melodien von traditionellen Instrumenten oder Ausschnitte aus Medien-Archiven (aus Internet, TV und Radio) als Orts-Referenzen und mischen sie mit elektronischer Musik, Hip-Hop-Beats oder Noise-Flächen. In Beirut verfremdet ein Musiker eine Mikrofonaufnahme von Kriegsgeräuschen zu experimenteller Musik; in London lädt eine Produzentin das Knattern eines Maschinengewehrs aus einer Sample-Datenbank und produziert daraus einen Clubtrack. Die verschiedenen künstlerischen Strategien und Positionierungen lösen dabei (teilweise heftige) Reaktionen aus. Wo liegen ethische Grenzen beim Verarbeiten von Kriegssounds? Oder: Müssen Musiker_innen die rituelle Herkunft einer Volksmusik kennen, die sie neu verarbeiten? Fünfzig aktuelle Tracks werden in diesem Projekt aus verschiedenen Forschungsperspektiven untersucht: mittels Musik- und Soundanalysen, Recherchen in Sozialen Medien und zwei Feldforschungen. Die Ergebnisse werden multi-modal (in Form von Text, Ton und Bild) ausgewertet und frei zugänglich auf Norient.com, der neu konzipierten Webseite «Place-Remixes» und in einem digitalen Sammelband publiziert. Der Aufbau einer systematischen Typologie aktueller Remix-Praktiken für die wissenschaftliche Forschung, Aus- und Weiterbildung ist ein nachhaltiges Ziel des Projektes.