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Man zählt sechs philosophische
Systeme, die sich aber auf drei reduzieren lassen:
Wedânta, Sânkhja, Njâja. Das Wedânta
(»Ziel des
Weda«) schließt sich an die
Upanischads an und ist am bündigsten dargestellt in dem
Brahma-Sûtra
oder Uttara-Mîmânsa; ihm gehörte der große
Philosoph Sankarâtschârja im 7. oder 8. Jahrh.
n. Chr. an. Die Pûrwa-Mîmânsa-Philosophie
ist nur ein
Zweig des Wedânta. Dem monistischen
System des Wedânta steht das dualistische
Sânkhja-System gegenüber, das
in zwei
Formen erscheint: dem deistischen
Jôga-System des Pâtandschali und dem atheistischen
Sânkhja-System
des Kapila.
Die wahrhafte
Erkenntnis besteht darin, den falschen
Schein der Mannigfaltigkeit und Körperlichkeit als solchen zu durchschauen
und, das
Brahma als das eine, ungeteilte Selbst erkennend, sich als eins mit ihm zu erfassen.
»Ich bin
tat (das)«, ist das
Resultat des
Denkens; der
Weise vereinigt sich mit dem
Brahma, ist keiner
Seelenwanderung unterworfen und
kehrt beim
Tod unmittelbar in das
Brahma zurück. Während das
Wedânta-System in dieser
Weise die
Konsequenz des
Akosmismus zog,
denkt sich die Sânkhja die Entstehung der
Welt dualistisch; auf der einen Seite ist eine unendliche Vielheit
von individuellen
Seelen (Puruscha), auf der andern 24 Prinzipien, zusammengefaßt unter dem
NamenNatur (Prâkriti).
Die
Natur ist unerschaffen und ewig, schöpferisch und nicht erkennend, die
Seele ebenfalls unerschaffen und ewig, aber erkennend
und nicht schöpferisch. Die erste
Hülle der
Seele ist der Urleib (Linga-çarîra), der dieselbe auf allen
ihren
Wanderungen durch die verschiedenen
Geburten begleitet; er ist aus 19 von den erwähnten Prinzipien gebildet. Daneben
erhält sie einen bei jeder neuen
Geburt von
Vater und
Mutter erzeugten materiellen Leib, gebildet aus den fünf groben
Elementen.
Nur der Urleib der
Seele, nicht diese selbst, macht alle Veränderungen durch; die
Erkenntnis (dhjâna)
macht die
Seele von der
Natur los. Wenn die
Seele weiß, daß sie nicht die
Natur ist, so hört für den, der zu solcher
Erkenntnis
gekommen ist, die Thätigkeit des Urleibes und damit die
Notwendigkeit einer neuen
Geburt auf.
Vgl.
Colebrooke,
Essays on the religion and philosophy of the Hindoos (neue Ausg., Lond.
1858);
Mullens, Religious aspects of
Hindu philosophy (das. 1860);
Das Hauptbecken des IndischenOzeans mit einer Tiefe von 3600 m erstreckt sich vom Meridian der InselMauritius bis zur Ecke zwischen
Java und Nordwestaustralien. In der Mitte dieses Beckens breitet sich eine unterseeische Bank aus mit Tiefen zwischen 3100 und 3500 m.
Die Gazelle fand die größten Tiefen von 5523 und 5505 m zwischen 16° und 13° südl.
Br. und zwischen 117° und 119° östl. L. v. Gr.,
eine noch größere aber, von 5664 m, die Enterprise unter 4° 14' südl. Br. und 99° 50' östl. L. v. Gr. Die durchschnittliche
Tiefe des IndischenOzeans schätzt Krümmel auf 3344 m. Die nördlichen Einbuchtungen, der Bengalische
Meerbusen und das Arabische Meer, sind durch die mit den Kabellegungen verbundenen Untersuchungen bekannt geworden.
Von Bombay nach Aden
[* 14] sinkt der Meeresboden auf einer Strecke von 445 km von 51 bis zu 3477 m und breitet sich dann zu einer großen
Ebene aus, die, nirgends tiefer als 4025 m, bis an Afrika heranreicht. Der Golf von Bengalen ist ein ähnliches
Becken mit dem gleichen Thon- und Schlammboden, dort fällt unter 11° nördl. Br. der Meeresgrund von 1830 m an der Küste bis
zu 4170 im Zentrum. Am Nordende des Golfs von Bengalen öffnet sich inmitten großer Schlammbänke ein 1500 m
tiefer Schlund (Great Swatch).
Der Golf von Persien
[* 15] ist durchschnittlich nur 100 m, das Rote Meer 300-500 m, an der Einfahrt von O. aber 900 m tief. Temperaturmessungen
ergaben, daß bei Bombay das Meerwasser an der Oberfläche eine Wärme
[* 16] von 22,2-25,5° C., bei 915 m Tiefe
von 10°, bei 1830 m Tiefe von 5,56,° bei 3110 m Tiefe von 0,83°
C. hat. Jenseit einer Tiefe von 183 m macht sich der warme Strom von Mosambik nicht mehr bemerkbar. Die durchschnittliche Grenze
des Treibeises überschreitet nordwärts fast überall den 60.°, im S. Afrikas den 50.°, und schwimmenden
Eisbergen begegnet man häufig noch bis 45° südl. Br. Aus den kalten Bodentemperaturen im nördlichen Teil läßt sich folgern,
daß eine unterseeische Bodenerhebung, welche Vorderindien mit Madagaskar
[* 17] verbindet, nicht existiert, vielmehr das kalte polare
Wasser am Boden freien Zugang in das Arabische Meer findet.
Diese warme, bis zum 40. Parallel
[* 20] reichende, an der afrikanischen Küste ostwärts rücklaufende Strömung wird an der Westküste
Australiens von einem kalten Strom durchbrochen, der bis über 20° südl. Br. hinausdringt. Dagegen fließt ein
Zweig ostwärts weiter, wird im Südaustralischen Golf erwärmt und bespült als südaustralische Strömung die KüstenTasmanias.
Die Windverhältnisse werden durch die ausgedehnten Ländermassen, welche den IndischenOzean im N. abschließen, wesentlich
beeinflußt.
Nur südlich von 10° südl. Br. findet sich das ganze Jahr hindurch ein regelmäßiger Südostpassat; nördlich vom Äquator
wechseln die Winde mit den Jahreszeiten.
[* 21] Im Sommer weht ein Südwestmonsun auf den erhitzten asiatischen Kontinent zu, welcher
sich im Winter umkehrt und als Nordostmonsun nach der nun höher erwärmten Südhemisphäre hinweht. In analoger Weise entsteht
im östlichen Teil zwischen dem Äquator und Australien während des südlichen Sommers ein von letztgenanntem
Kontinent hervorgerufener Nordwestmonsun. Im allgemeinen sind die Winde des äquatorialen IndischenOzeans schwach und zum Teil
durch längere Perioden von Windstillen unterbrochen. Doch sind verheerende Orkane im IndischenOzean keineswegs selten. Südlich
von 35° südl. Br. beginnt die breite Zone der beständigen Westwinde, welche rund um die südliche Hemisphäre
sich ununterbrochen fortsetzt.