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Kraken,
sagenhafte riesige Seetiere, welche nach den Berichten des nordischen Bischofs Pontoppidan die Größe einer Insel erreichen und Schiffen zum Ankerplatz dienen sollten. Den Kern der Fabel bilden die außergewöhnlich großen Tintenfische der Tiefsee, welche in seltenen Fällen an die Oberfläche des Meers kommen oder auch geradezu stranden. Man hat sie an den Küsten von Schweden, [* 2] Irland, Island, [* 3] Japan, [* 4] am meisten jedoch bei Neufundland angetroffen. Aus letzterer Region sind etwa 20 Exemplare teils vollständig, teils nur in Fangarmen oder in hornigen Kiefern im Magen [* 5] von Fischen vorgefunden worden.
Sie gehören alle der dem Kalmar (Loligo) ähnlichen Gattung Architeuthis an; das größte unter ihnen hat eine Körperlänge von 15 engl. Fuß, eine Armlänge bis zu 40 Fuß und ein Gewicht von etwa 2000 Pfd. erreicht. Der Durchmesser der Saugnäpfe an den Armen geht bis zu 6 Zoll, derjenige des Oberkiefers bis zu 5 Zoll. Man begreift angesichts dieser Zahlen leicht, daß ein solches Tier einen gefährlichen Gegner darstellt; in der That wurden zwei Fischer in ihrem Boot 1873 von ihm angegriffen und nahmen zum Abhauen der Arme desselben ihre Zuflucht.
Auch auf der Südseeinsel St. Paul ist neuerdings ein Kalmar von über 7 m Länge gestrandet, und aus dem Großen Ozean wird von Alaska das Vorkommen eines riesigen Tintenfisches aus der Gattung Onychoteuthis mit einer Körperlänge von 8½ engl. Fuß berichtet. Große Pulpen (Octopus) sind in Sitka nicht selten, doch liegt bei ihnen die Länge hauptsächlich in den Armen, während der Körper klein bleibt.
Vgl. Verrill, North-american Cephalopoda (in den »Transactions of the Connecticut Academy« 1880).