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Tafel bleibt Walzenhausen erhalten
Gemeindepräsident Michael Litscher übergab der früheren Posthalterin das Postauto-Schild «Lachen alte Post».
Die Bezeichnung «Lachen alte Post» kommt aus einer Zeit, in der es in Walzenhausen drei Poststellen gab. In den Jahren 1857/58 erfolgte der Strassenbau vom Dorf Walzenhausen bis Moos, die Fortsetzung via Lithen und Held bis zur Wolfhäldler Grenze im Schönenbühl dann 1864/65.
Bis 1871 wurde die Post durch Botengänge zu Fuss von der Poststelle Rheineck abgeholt. Erst danach erfolgte die Ablösung durch die Postkutsche. 1874 kam es zur Schaffung einer eigentlichen Briefträgerstelle in Walzenhausen. Ab 1882 wurde im Dorf nicht nur eine Ablage des Post- und Eisenbahndepartementes der schweizerischen Eidgenossenschaft geführt, sondern die Ablage in ein «Bureau» umgewandelt und Lisette Märchy-Schmid als erste Posthalterin in die Gemeinde berufen. Somit erhielt Walzenhausen eine von Rheineck unabhängige Poststelle. Zwei Jahre später wurde eine zweite Briefträgerstelle eingerichtet und 1887 eine dritte, die 16 Jahre danach der Poststelle 9412 Lachen AR unterstellt wurde.
Unzufriedenheit im Platz und in Lachen
Nachdem die Lesegesellschaften Platz und Lachen ihre Unzufriedenheit betreffend mangelhafter Postzustellungen bekundet hatten, wurden 1895 an beiden Orten Postablagen eingerichtet. In Lachen waren Johannes Graf, Albin Sturzenegger, Friedrich Künzler und Frieda Lenggenhager als Postbedienstete bis 1915 tätig. Während sich die erste Ablage im 1877 gebauten alten Schulhaus befand, wechselte sie später in die Häuser von Adolf Sturzenegger und in die Fuhrhalterei Huber.
Ablagehalter Ernst Sturzenegger-Widmer richtete die Post dann ab 1916 im Haus Nr. 720 eingangs Lachen ein. Sein Nachfolger mit gleichem Namen, jedoch nicht verwandt, zügelte die Poststelle ein letztes Mal und integrierte sie 1953 in sein neu erbautes Haus. 1985 kam es mit dem Rücktritt von Posthalter Ernst Sturzenegger-Knellwolf zur Aufhebung der Poststelle 9412 Lachen AR. Das Postbüro wurde jedoch von seiner Gattin Heidi bis zu ihrer Pensionierung 1992 als Annahmestelle weitergeführt.
PostAuto AG überliess der Gemeinde die Tafel
Auf den Fahrplanwechsel 2021/22 hat der Gemeinderat Walzenhausen entschieden, die Benennung der Haltestellen zu vereinheitlichen. Gemeindepräsident Litscher sagt: «Darauf hat sich die PostAuto AG auf meine Anfrage bereit erklärt, uns die Tafel mit der geschichtsträchtigen Bezeichnung zu überlassen.» Bei einem Besuch übergab Litscher die Tafel an Heidi Sturzenegger-Knellwolf, die mit ihrem Mann jahrelang die Post in Lachen führte. Die Freude war gross, die Überraschung sehr gelungen.