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Marie-Therese Lehmann wurde am 23. Februar 1927 als viertes von sieben Kindern den Eltern Pius Lehmann und Theres geb. Zurkinden in die Wiege gelegt. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend bis zum Abschluss der obligatorischen Schulzeit in Schmitten; anschliessend besuchte sie ein Jahr lang die Mädchenschule in Orsonnens, um Französisch zu lernen. Nach der Haushaltsschule in Marly 1943/44 machte sie ein Landdienstjahr in Ermatingen TG. Davon erzählte sie gern und oft. 1947 schloss sie die Hebammenschule in der Maternité in der Stadt Freiburg mit Erfolg ab.
1951 machte sich Marie-Therese Lehmann als Hebamme selbstständig. Ihr Einsatzgebiet reichte über Schmitten hinaus: nach Wünnewil, Ueberstorf, St. Antoni, Bösingen, Düdingen und gelegentlich noch bis zur Maternité in Freiburg. Dabei legte sie in den ersten Jahren die Wege zu Fuss oder per Fahrrad zurück, später mit einem Motorfahrrad. Sie machte ihre Arbeit mit Herzblut und hatte ein ausgezeichnetes Gedächtnis, so dass sie in den meisten Fällen wusste, bei wem sie wie viele Geburten begleitet hatte. Sie sah viel Freude, aber auch viel Leid in den Familien, aber sie wusste immer die Diskretion zu wahren.
Zu ihrer Hebammentätigkeit noch eine kleine Anekdote, erzählt im Freiburger Volkskalender von 2012: Neugierigen Kleinen habe ihr Bruder auf die Frage, woher die Kinder kommen, erklärt, dass sie die Kleinen zu Hause auf dem Estrich habe. Einmal wurde sie dann von einem Mädchen gefragt: «Weshalb kommst du schon wieder mit deinem Köfferchen? Wir haben doch schon Kinder genug.»
Im Jahr 1956 heiratete Marie-Therese Lehmann Franz Lehmann. Gemeinsam betrieben sie das landwirtschaftliche Heimwesen in Berg. Als dann in den Jahren 1957 bis 1964 nacheinander sechs Kinder auf die Welt kamen, musste Marie-Therese ihre geliebte Hebammentätigkeit aufgeben – stand aber Müttern auch dann noch gelegentlich beratend zur Seite. In der Familie galt ihre ganze Liebe ihrem Ehemann und der Kinderschar.
Besonders gern ging sie am ersten Septembersamstag mit Seisler Spezialitäten nach Freiburg zum Jahrmarkt. Da brannte der Holzofen während fast der ganzen Woche, um ihre Köstlichkeiten zu backen. Sie bastelte zudem sehr gerne und überraschte ihre Lieben mit persönlichen Geschenken.
Ab 2017 wohnte Marie-Therese Lehmann im Pflegeheim Sonnmatt. Dort blühte sie noch einmal auf und nahm an zahlreichen Aktivitäten teil. In den letzten Monaten verschlechterte sich dann ihr Gesundheitszustand, ihr offener Geist blieb jedoch bis zur letzten Stunde wach. So konnte sie am 5. November 2019 dankbar von ihren Lieben Abschied nehmen und in Frieden zu Gott heimkehren.