Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/184065

<h2>SubmittedText<h2><p>Bislang behauptete das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hartnäckig, es gebe keine Wolfshybriden in der Schweiz und im umliegenden Ausland. Auch Bundesrätin Leuthard hat das im März 2017 im Nationalrat so erklärt. Jetzt liegen aber zwei Studien aus Deutschland und Frankreich vor, die diese These in aller Deutlichkeit widerlegen.</p><p>Ist der Bundesrat aufgrund dieser neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse bereit, endlich eine Untersuchung von unabhängigen Instituten über die Schweizer Wolfspopulation durchführen zu lassen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es gibt weiterhin keine Hinweise auf Wolf-Hunde-Mischlinge der ersten oder zweiten Generation in der Schweiz. Dies beweisen die Analysen des Laboratoire de Biologie de la Conservation der Universität Lausanne. Eine unabhängige Analyse des Senkenberg-Forschungsinstituts in Frankfurt von zwei in Deutschland zu Tode gekommenen Individuen aus der Schweiz bestätigt diesen Befund. Das Bundesamt für Umwelt kennt die beiden zitierten Studien. Die Studie aus Frankreich zeigt, dass 120 von 130 untersuchten Individuen reine Wölfe waren, zwei der Individuen Wolf-Hunde-Mischlingen der ersten Generation entsprachen und acht Individuen Spuren von älteren Hybridisierungen aufwiesen. Die Studie zeigt, was bereits von anderen Studien in Europa bekannt ist: Hybridisierung kommt dort vor, wo neben den Wölfen auch freilebende Hundemeuten leben. Die Analysen eines privaten DNA-Forensik-Labors in Deutschland von Proben aus den Kantonen St. Gallen und Graubünden und deren Interpretation sind dagegen wissenschaftlich ungesichert. Weder ist den angesprochenen kantonalen Behörden die Herkunft der Proben bekannt, noch ist die angewendete Methodik von anerkannten Wissenschaftlern akzeptiert.</p>