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Für die Grüne Partei der Schweiz steht die Gleichstellung ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Das widerspiegelt sich in den Parlamenten: Im Nationalrat beträgt der Anteil der Frauen in der grünen Vertretung 50 Prozent, in den kantonalen Parlamenten im schweizweiten Durchschnitt 47.6 Prozent. In den Exekutiven sind die Frauen dagegen weniger gut vertreten.
Anlässlich einer Umfrage bei den Grünen Kantonalparteien wurde Anfang 2009 nach den Gründen gefragt, wieso der Frauenanteil in den politischen Ämtern von Kanton zu Kanton stark variiert. „Es hat zu wenig Kandidatinnen“, „Frauen sind zuhause zu stark eingebunden“, „Frauen sind schlechter vernetzt“, „Frauen haben weniger Selbstvertrauen“, „Frauen werden kritischer beurteilt“, „Frauen exponieren sich weniger gern“, lauteten die Antworten. Ausserdem wurde der Wunsch nach Vernetzung und Mentoring betont.
Diesem Bedürfnis wird nun mit dem Frauenförderungsprogramm entsprochen. Wo das Potenzial der Frauen noch schlummert, soll es geweckt, gestärkt und gefördert werden.
Tandems mit erfahrenen PolitikerInnen
Kernelement des Frauenförderungsprogramms ist ein Mentoring. Tandems aus erfahrenen PolitikerInnen und Mentees treffen sich während eines Jahres mehrmals untereinander. Dazwischen finden Veranstaltungen auf kantonaler und nationaler Ebene statt, zum Beispiel zum Thema Rhetorik oder Medienarbeit.
Die Pilotphase ist heute mit der Einführungsveranstaltung im Kanton Bern angelaufen. Am ersten Zyklus teil nehmen auch die Kantone BL, AG, ZG, VD und NE. Nach Ablauf der Pilotphase im Frühling 2010 werden eine erste Evaluation vorgenommen und weitere Kantone für den zweiten Zyklus gewonnen.
Appell der UNO
Dass Frauenförderungsprogramme keineswegs passé sind, sagt sogar die UNO. Ein Ausschuss, der die Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau überwacht, empfahl der Schweiz in seinem dritten Staatenbericht diesen Sommer: „Der Ausschuss (…) fordert den Vertragsstaat nachdrücklich auf, (…) nachhaltige gesetzliche und andere Massnahmen (…) zu beschliessen, um die Vertretung von Frauen in öffentlichen Ämtern, die durch Wahl oder Ernennung besetzt werden, sowie in politischen Parteien (…) zu erhöhen.“ Solange der Staat sich nicht stärker engagiert, setzen die Grünen auf Eigeninitiative.