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Artikel MAZ
Karl Jauslin: Hexen-Sabbat, 1888 (für eine Illustrierte). Der Kalenderwitz erzählt von einem Herrn, der früher als geplant nach Hause zurückkehrt und seine Frau beim Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen überrascht und sagt: „Das ist ja der reine Hexensabbath“.
Bild Museen Muttenz CC BY-SA 4.0
Hexen
Zur Zeichnung von Karl Jauslin: Mit Hexensabbat bezeichnete man ein geheimes, festliches Treffen der Hexen mit den Teufeln. Er bildete häufig einen Anklagepunkt in den Hexenprozessen. Traditionell war es die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, in der die Hexen an geheimen Orten ein großes Fest abhielten. Von drei Muttenzer Hexen kann man in den Annalen lesen: 1481 wurde „die Monenin“ als Hexe verbrannt. Bereits 1492 findet sich eine weitere Nachricht: „Ursel Zymmermennin von Muttenz wurde nach einem vierwöchigen Verfahren vors Hofgericht gestellt und als Hexe lebendig verbrannt.“ 1506 wurde wieder eine Frau in Muttenz als Hexe verdächtigt, aber nicht hingerichtet. Es scheint, dass sich die Verleumdung als unwahr herausgestellt hat. Doch noch 1888 wurde der Begriff Hexensabbat weiterhin angewendet.
Weiber
Fasnacht 1928: Schweizer Ausstellung für Frauenarbeit SAFFA in Bern mit der Schnecke als Persiflage auf das Frauenstimmrecht und „Weiberpolizei“ im Vordergrund.
Bild Museen Muttenz CC BY-SA 4.0
„Weib“ ist eine alte Bezeichnung für eine Frau. Im Laufe der Zeit erfuhr der Begriff eine Bedeutungsverschlechterung. Grund war die niedrige Wertschätzung von Frauen und ihrer Arbeit. Deshalb war es das Ziel der 1. SAFFA im Jahr 1928, die Bedeutung des „weiblichen Anteils an der gesellschaftlichen aber auch volkswirtschaftlichen Arbeit in der Schweiz“ aufzuzeigen. Die Frauenarbeit, besonders auch die Hauswirtschaft und Familienarbeit, wurde nach Ansicht der Organisatorinnen zu wenig geschätzt, und sie forderten mehr Anerkennung für die Leistungen der Frauen. Diese Anerkennung sollte längerfristig zur politischen Gleichstellung, dem Frauenstimmrecht und zum Recht auf Erwerbsarbeit führen.
Fasnacht 1957: Lustige „Weiber“ in selbstgenähten Kostümen
Bild Museen Muttenz CC BY-SA 4.0
Emanzen
Dreissig Jahre später kämpfte man immer noch um Anerkennung. Weder der Leistungsbeweis der 2. SAFFA im Jahr 1958, noch Iris von Rotens provokatives Buch Frauen im Laufgitter, welches gleichzeitig erschien, reichten, um die Abstimmung um das nationale Frauenstimmrecht von 1959 zu gewinnen. Es brauchte nochmals zwölf Jahre, bis die Frauen in der Schweiz 1971 das Stimmrecht erhielten. Das Wort „Emanze“ kam in dieser Zeit auf, als die zweite Welle der Frauenbewegung ihren Höhepunkt erreichte. Es wurde von den Gegnern als Schimpfwort gebraucht, im besten Fall wurde es nur scherzhaft angewandt.
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz
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