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Nesselsucht
oder Nesselausschlag (Urticaria), eine Hautkrankheit, welche sich durch flache, unregelmäßig begrenzte, stark juckende Erhebungen der Haut [* 3] von bleicher Farbe mit entzündlich-rotem Rande zu erkennen giebt. Diese Nesselmäler ¶
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(Quaddeln, pomphi) sind nicht wassergefüllte Blasen, sondern bloß eine Erhebung des durch Ausschwitzungen (Ödem) geschwellten
Maschengewebes der Lederhaut, daher sie auch ohne alle Spuren wieder verschwinden. Bisweilen sind sie mit roten Knötchen
(den geschwollenen Hautbälgen) besetzt (Nesselfriesel). Die
Nesselsucht bricht unter heftigem Jucken und Brennen aus, bleibt längere
oder kürzere Zeit stehen und ist entweder von Fieberbewegungen, dem Nesselfieber (Febris urticata), begleitet
oder verläuft fieberlos. In ersterm Falle ist meist der Ausschlag von größerer Ausbreitung, wobei sich zuweilen etwas Abschilferung
zeigt, in letzterm ist er weniger ausgebreitet, verschwindet manchmal ganz und kehrt nach kurzer Zeit zurück, oder wandert
von einer Stelle zur andern.
Die Krankheit ist nicht ansteckend, steht oft mit leichten Verdauungsstörungen in Verbindung und erscheint nicht selten bei manchen Personen nach dem Genuß von Muscheln, [* 5] Krebsen, Schnecken, [* 6] manchen Fischen, Pilzen, Erdbeeren, Käse u. s. w. infolge einer Idiosynkrasie (s. d.), nach äußern Reizen (Berührung der Haut mit Brennesseln, den Haaren mancher Raupen u. s. w.) und überhaupt bei Personen, deren Haut sehr reizbar ist. Die Krankheit ist ungefährlich, wird aber manchmal durch häufige Rückfälle lästig. Gegen das Hautjucken werden kalte Douchen und Umschläge, sowie Waschungen mit sehr verdünnten Säuren und verdünntem Citronensaft empfohlen; vorhandene Verdauungsstörungen müssen angemessen behandelt werden.