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Von allem nur das Beste
Der Bodenseeraum war während der römischen Kaiserzeit dicht besiedelt. Grossflächig und
modern ausgegrabenen Fundplätze mit aussagekräftigen Funden in Bregenz, Eschenz sowie in vielen Gutshöfen rund um den Bodensee liefern detaillierte Informationen aus dieser Epoche.
Rückblick
Um 15 v.Chr. eroberten römische Truppen die Bodenseeregion. Unter dem Schutz der Legion in Vindonissa (Windisch) entstanden grössere und kleinere Siedlungen. Bregenz wurde zu einer römischen Stadt mit Tempelbezirk, öffentlichen Bauten sowie Wohnquartieren ausgebaut. In Eschenz errichtete man gleichzeitig eine Strassensiedlung mit Brücke über den Rhein. Den Bewohnerinnen und Bewohnern standen dort u.a. ein öffentliches Bad, Tabernae mit importierten Rotweinen sowie zahlreiche Geschäfte wie Drechslereien, Töpfereien, Schmieden oder Schusterwerkstätten zur Verfügung.
Das fruchtbare Umland wurde von über 120 Gutshöfen bewirtschaftet. Ein dichtes Netz von Verkehrswegen zu Wasser und an Land verband die einzelnen Siedlungen. Erstmals wurden Gebäude mit vermörtelten, teilweise bemalten Steinmauern und mit Ziegeldächern gedeckt gebaut, Wasserleitungen, Mosaike sowie Bodenheizungen verlegt. Funde von Latrinen bezeugen einen gehobenen Wohnstandard.
Alltag und Luxus
Nahrungsmittel und Luxusgüter wie Wein, Austern, Granatäpfel, Feigen, Olivenöl, Fischsauce, Gewürze, reich verziertes Geschirr, Glasgefässe usw. importierte man über teilweise enorme Distanzen. Diese Waren und Dienstleistungen waren teuer. Bezahlt wurde mit Münzen, auf denen die jeweils regierenden Kaiser mit ihrem Portrait abgebildet waren. Innert kürzester Zeit übernahm die einheimische keltische Bevölkerung den römischen Lebensstil. Sogar die eigene Götterwelt erweiterte und ergänzte man mit Jupiter, Merkur, Venus oder Minerva. Auch die Friedhöfe mit den Verstorbenen und deren Grabbeigaben liefern Hinweise auf das damalige Leben. Bestattungssitten, Gesundheitszustand und Gesellschaft können so rekonstruiert werden.