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Die Süßwasserstechrochen in Südamerika sind die einzige Familie der Knorpelfische (Chondrichtyes), die ausschließlich im Süßwasser vorkommt. Zu ihnen zählen drei Gattungen mit wenigstens 18 Arten.
Die Potamotrygonidae sind wahrscheinlich monophyletisch und Nachfahren von Stechrochen, die im Münd-ungsgebiet des Uramazonas lebten, als dieser noch in den Pazifik floss. Durch die Auffaltung der Anden wurden sie von ihrem bisherigen Lebensraum abgeschnitten. Sie zeigen durch die Reduzierung der Rektaldrüse und den geringen Harnstoffgehalt im Blut ihre Anpassung an das Süßwasser.
Merkmale
Süßwasserstechrochen sind oft kreisrund, die Gattung Paratrygon etwas länger als breit. Sie haben keine Rückenflossen und keine Schwanzflosse. Der Schwanz ist peitschenförmig, mit einem giftigen, mit Widerhaken versehenen Stachel. Alle 6 bis 12 Monate wächst ein neuer Stachel nach.
Ihre Farbe ist meist braun, grau oder schwarz mit einer Zeichnung von farbigen Punkten, Flecken oder Kringeln. Sie erreichen je nach Art einen Durchmesser von 25 Zentimeter bis knapp über einen Meter.
Fortpflanzung
Wie die meisten Rochen sind die Süßwasserrochen lebendgebärend (ovovivipar). Sie haben eine innere Befruchtung. Meist werden zwischen zwei und sieben, seltener bis zwölf Jungfische geboren, die noch Reste des Dottersacks haben können.
Verbreitung
Die Süßwasserstechrochen sind ausschließlich in den tropischen Zonen Südamerikas heimisch. Sie leben jedoch nur in Flüssen, die in den Atlantik oder in die Karibik münden, nicht jedoch im Bassin des Rio São Francisco. Die meisten Arten leben nur in einem Flusssystem, einige endemisch nur in einem bestimmten Fluss (z.B. Potamotrygon leopoldi). Nur wenige Arten, wie Potamotrygon motoro und Potamotrygon orbignyi haben ein weiteres Verbreitungsgebiet, das mehrere Flusssysteme einschließt.