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Wetterrückblick
Rückblick Sommer 2010
Kontrastreich mit heißem Juli
Dieser Sommer verlief äußerst kontrastreich. Die Schafskälte hielt Mitte Juni Einzug. Erst um den kalendarischen Sommeranfang erfolgte der Übergang zu einer längeren Freibadwetterperiode. Als wärmster Tag ging der 10. Juli mit einer Höchsttemperatur von 38,8 Grad in Bendorf nahe bei Koblenz in die Statistik ein. Jedoch leiteten unwetterartige Gewitter im letzten Julidrittel den Umschwung zu einer nassen Phase ein.
Es folgte der niederschlagsreichste August seit dem Beginn der Wetteraufzeichungen vor über 100 Jahren. Regenfälle ohne Unterlass brachten gebietsweise mehr als 300 Liter pro Quadratmeter in einem Monat. Vorangegangen war jedoch ein sehr trockener Frühsommer im Juni. So reichten die Regenmengen des diesjährigen Sommers in weiten Landesteilen von moderaten 200 bis 400 Liter pro Quadratmeter, wobei es in Bayern am nassesten war.
Die Sonne schien im Norden und Nordosten am längsten. So gab es in Vorpommern mehr als 750 Sonnenstunden. Dieses Niveau stimmt recht gut mit dem klimatologischen Durchschnitt überein. Zwischen Elbe, Rhein und Donau lag die Zahl der Sonnenstunden zwischen 600 und 700. Auch dieses Niveau liegt allenfalls nur leicht über dem klimatologischen Durchschnitt.
Der Juni brachte weiten Landesteilen eine große Trockenheit, so dass erhebliche Wald- und Flurbrandgefahr bestand. Anders sah es nur direkt am Alpenrand aus, wo es um den 20. Juni zu einer Hochwasserlage kam. Trotz der vielen kühlen Junitage zeigte sich der erste Sommermonat mit Werten von knapp 15 bis 19 Grad überwiegend geringfügig bis hin zu anderthalb Grad wärmer als im Durchschnitt.
Der Juli war zwei bis drei, entlang der Elbe sowie von der Ruhr bis zur Weser sogar knapp fünf Grad wärmer als im Durchschnitt. In Berlin und Karlsruhe gab es elf bis zwölf Tropentage. Letztere sind über einen Höchstwert von mindestens 30,0 Grad definiert. Viel geregnet hat es vornehmlich in Alpennähe und im Erzgebirge. Dort fielen 120 bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter. Dagegen kamen zwischen Rostock und Lübeck kaum 15 Liter pro Quadratmeter zusammen.
Im August war der Große Arber, wo es sogar über 330 Liter pro Quadratmeter geregnet hat, Spitzenreiter beim Niederschlag. Fast genau so nass war es im Allgäu. Ebenfalls ganz oben in der Rangliste der nassesten Orte stand ein schmaler Streifen zwischen dem westlichen Münsterland und Ostwestfalen. Dort brachte ein herausragendes Starkregenereignis Monatssummen um 300 Liter. Anfang August gab es auch ein Hochwasser an der Neiße.