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Hornhautransplantationen
Bei Hornhauttransplantationen werden erkrankte oder vernarbte Anteile der eigenen Hornhaut durch gesundes Hornhautgewebe eines geeigneten Spenders ersetzt. Hornhauttransplantationen werden seit 1906 am Menschen durchgeführt. Ihre Techniken wurden im Verlauf verfeinert und diversifiziert. An der Augenklinik des UniversitätsSpitals Zürich führen wir folgende Hornhauttransplantations-techniken durch:
- Perforierende Keratoplastik (PKP)
- Lamellierende Endotheltransplantation (Descemet‘s Stripping Endothelial Keratoplasty, DSAEK)
- Descemetmembran-Endotheltransplantation (Descemet’s Membrane Endothelial Keratoplasty, DMEK)
Die erwähnten Verfahren unterscheiden sich in der Gewebetiefe der Hornhaut, in welcher das eigene Gewebe durch Spendergewebe ersetzt wird (siehe die untenstehende schematische Darstellung von Hornhäuten im Querschnitt mit dem grau unterlegten Transplantationsbereich entsprechend der Operationstechnik)
Perforierende Keratoplastik (PKP)
Bei der Perforierenden Keratoplastik wird die zentrale Hornhaut über die gesamte Hornhautdicke transplantiert. Ein solcher Eingriff ist indiziert, wenn aufgrund von Hornhautnarben, welche die gesamte Hornhautdicke umfassen, die Sehkraft eingeschränkt ist. Ebenfalls ist ein solcher Eingriff im Falle einer Einschmelzung der Hornhaut (infektiös, immunologisch) mit Lochbildung indiziert.
Der Ablauf der Spender-Hornhauttrepanation, der Empfänger-Hornhautvorbereitung sowie der eigentlichen Transplantation, daher das Einnähen der Spenderhornhautscheibe in die offene Empfängerhornhaut, ist untenstehend anhand eines Falles mit akuter infektiöser Hornhaut-einschmelzung mit Lochbildung schematisch und bildlich illustriert.
Spender-Hornhauttrepanation
Empfänger-Hornhauttrepanation und -Transplantation
Lamellierende Endotheltransplantation (Descemet’s Stripping Automated Endothelial Keratoplasty, DSAEK)
Bei der lamellierenden Endotheltransplantation wird nur eine dünne hintere Hornhautstromalamelle zusammen mit der Descemetmembran und dem Endothel transplantiert. Ein solcher Eingriff ist indiziert, wenn eine Erkrankung ausschliesslich des Hornhautendothels vorliegt, so dass aufgrund der Hornhautendotheldysfunktion die Hornhaut geschwollen und deswegen nicht mehr ausreichend transparent ist.
Der Ablauf der Spender-Trepanation und der Empfänger-Hornhautvorbereitung sowie der eigentlichen Transplantation, daher das Einbringen der Spenderhornhautscheibe in das Empfängerauge und die Tamponade mit steriler Luft, ist untenstehend anhand eines konkreten Falls schematisch und bildlich illustriert.
Spender-Hornhauttrepanation
Empfänger-Hornhautvorbereitung und Transplantation
Descemetmembran-Endothel-Transplantation (Descemet’s Membrane Endothelial Keratoplasty, DMEK)
Bei der Descemetmembran-Endothel-Transplantation wird die Descemetmembran zusammen mit Endothel transplantiert. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der lamellierenden Endotheltransplantation. Da kein Hornhautstroma mittransplantiert wird, kommt die postoperative Anatomie der natürlichen Anatomie nahe. Ein solcher Eingriff ist indiziert, wenn eine Erkrankung ausschliesslich des Hornhautendothels vorliegt, so dass aufgrund der Hornhautendotheldysfunktion die Hornhaut geschwollen und deswegen nicht mehr ausreichend transparent ist.
Der Ablauf der Spenderhornhautpräparation und die eigentliche Transplantation, daher das Einbringen der Endothel-Descemet-Rolle in das Empfängerauge und die Tamponade mit steriler Luft, ist untenstehend anhand eines konkreten Falls schematisch und bildlich illustriert.
Spender-Hornhauttrepanation
Transplantation der Endothel-Descement-Rolle
Corneales Cross-Linking (CXL)
Das corneale Crosslinking (CXL) dient der Versteifung der Hornhaut bei Vorliegen eines Keratokonus durch Quervernetzung der Kollagenfasern. Beim Keratokonus handelt sich um eine in der Regel fortschreitende Vorwölbung der Hornhaut, welche durch die damit verbundene zunehmende Hornhautverkrümmung die Sehkraft beeinträchtigt. Durch die Quervernetzung der Kollagenfasern und damit durch die Versteifung der Hornhaut kann ein weiteres Fortschreiten der Vorwölbung beim Keratokonus in der Regel unterbunden werden. Die Quervernetzung erfolgt durch das Zusammenwirken von UVA-Strahlung und Vitamin B2 (Riboflavin), mit welchem die Hornhaut vor der Belichtung aufgesättigt wurde (siehe untenstehenders Schema zur Wirkungsweise). Die Behandlung erfolgt ambulant in lokaler Betäubung mittels anästhetisch wirkenden Augentropfen.
Riboflavin-UVA-Kollagen-Crosslinking der Hornhaut
Flügelfell (Pterygium)
Bei einem Flügelfell (Pterygium) handelt es sich um das Wachstum von bindehautähnlichem Gewebe auf die Hornhaut. Als Risikofaktor dafür wird eine übermässige UV Licht-Exposition betrachtet. Diese führt zu Veränderung der Stammzellen am peripheren Rand der Hornhaut (Limbusstammzellen) führt. Ein Pterygium kann aber auch nach Verbrennungen oder anderen Unfällen im Bereich der Binde- und Hornhaut entstehen. Kommt es zu Irritationen des Auges, zu einer deutlichen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder zu einem deutlich progredienten Wachstum in Richtung des Zentrums der Hornhaut besteht die Indikation zur operativen Entfernung des Flügelfells. Um ein erneutes Wachstum dabei möglichst zu vermeiden, wird die offene Stelle dann mit einem Bindehauttransplantat gedeckt. Dieses wird an einer anderen Stelle des Auges oder des Partnerauges entnommen und mit feinen Fäden fixiert. Bei komplizierten Fällen wird dieses Transplantat auch die Limbusstammzellen enthalten (Limbusstammzelltransplantat). Alternativ besteht auch die Möglichkeit, den entstandenen Defekt mit einer aus Plazentagewebe gewonnenen Amnionmembran (innere fetale Eihaut) zu verschliessen. Selten werden intraoperativ zusätzlich auch Zellteilungs-hemmende Medikamente benutzt. Als Nachbehandlung werden befeuchtende und am Anfang auch Cortison-haltige Augentropfen verwendet.
Der postoperative Verlauf nach Pterygium-Exzision ist untenstehend anhand eines konkreten Falls bildlich illustriert.
Hornhaut-Sprechstunde