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Der feinsinnige Essay des spanischen Kulturphilosophen, 1930 erstmals veröffentlicht und seither in viele Sprachen übersetzt, zählt zu den epochalen Büchern des 20. Jahrhunderts. In einer Zeit der politischen und gesellschaftlichen Unsicherheit verfasste Ortega y Gasset mit Der Aufstand der Massen eine der grossen und bleibenden Diagnosen der industriellen und massendemokratischen Zivilisation. Dabei sind einige seiner pointierten und zugleich elegant formulierten Thesen – insbesondere zur Verstaatlichung des Lebens oder zum Niedergang der europäischen Nationalstaaten – heute aktueller denn je.
Portrait
José Ortega y Gasset (1883–1955) studierte in Deutschland, bevor er in Madrid einen Lehrstuhl für Philosophie übernahm. Zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs, 1936, emigrierte er und lehrte erst ab 1949 wieder in seiner Heimat, wo er auch als Politiker und Publizist wirkte und Spaniens geistige Elite formte. Von seinen heutigen Lesern wird er vor allem als alteuropäischer Bildungsmensch und herausragender Stilist geschätzt.