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Schafwolle, aber auch andere Haare können verfilzen. Das unbeabsichtigte Zu-heiss-Waschen von Wollwaren und deren nachträgliches jämmerliches brettiges und geschrumpftes Aussehen kennt wohl jede Hausfrau und jeder emanzipierte Hausmann. Hier liegt nichts anderes als ein Filzvorgang vor. Vermutlich wurden die ersten Filzvorgänge unbeabsichtigt erzeugt, z.B. durch das Ausstopfen zu grosser Schuhe mit Schafwolle. Durch den Pressdruck und die Reibung sowie die Bodenfeuchtigkeit und Hautausdünstung ergab sich eine Verfilzung, die je nach Fettgehalt des Haares mehr oder weniger wasserabstossend ist.Vereinfacht dargestellt wird folgendermassen gefilzt.
Eine Fläche wird lageweise mit gekardetem Vlies belegt. Jede Lage wird rechtwinklig zur vorhergehenden gelegt. Danach wird die gesamte Fläche mit heissem Wasser genässt und sorgfältig von Hand zusammengedrückt.
Sobald eine gewisse Festigkeit vorhanden ist, wird mit leichten, dann stärkeren Reibbewegungen, weiterem heissem Wasser und Seife die Wolle bewusst verfilzt.
Die Haare werden dabei nicht einfach durcheinander gebracht, sondern das einzelne Haar verklemmt sich mit seiner aufgerauhten Schuppenschicht an den gegenüberliegenden Haaren. Durch das heisse Wasser und die Seife, durch den von der Reibung erzeugten Druck und das nachfolgende Abkühlen und damit verbundene Zusammenziehen (Schrumpfen) entsteht eine überaus stabile Textilfläche. Diesen Vorgang nennt man Filzen. Er ist vom weichen, samtigen Damenhut über die Pantoffeln und weichen Finken bis zum Nomadenzelt (Jurte) der asiatischen Steppenvölker anzutreffen.