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17. März - 18. Julli 2004
Zona: Sibirisches Wort für Gefängnis.
1950 sassen mehr als 12 Millionen, mehrheitlich politische Häftlinge, in den von Alexander Solschenizyn beschriebenen Gulags. Heute verbleiben noch 135 dieser Gefängnisse mit mehr als einer Million Häftlinge öffentlichen Rechts. Viele büssen dort schwere Strafen ab.
Carl de Keyzer hat zwischen 2000 und 2002 mehrere Monate in der Gegend von Krasnojarsk in Sibirien verbracht und den Alltag in diesen Gefangenenlagern fotografiert. Die Bilder sind beeindruckend und eine grundlegende Infragestellung unserer Vorstellungen.
Der Raum eines Frauengefängnisses, der für ein paar Stunden zur Diskothek wird, die Heirat zweier Gefangener, die Behelfsdusche im Freien bei –50°C, die zwei Häftlinge beim Tennisspiel ohne Ball…
„Ich war sehr überrascht von dem, was ich dort sah. […] Schwarz-weisse, dunkle Bilder, Folter. Doch das Lager ist eher sowas wie Disneyland. Das Eingangstor ist mit Metallsoldaten ausgestattet, die von den Gefangenen hergestellt wurden, riesige Gemälde bedecken die Wände, berühmte russische Gemälde historischer Momente aus dem Mittelalter oder früher. Auf dem Eingangstor steht ausserdem eine Dampflok, eine Windmühle, Don Quijote, eine ägyptische Pyramide… als ob man am Eingang irgend eines billigen Vergnügungsparks stünde.“
Die Ausstellung umfasst 70 grossformatige Farbfotografien. Carl de Keyzer wurde 1958 in Gent (Belgien) geboren. Seit 1994 ist er Mitglied der Agentur Magnum. Seine Arbeit wurde bereits in der ganzen Welt ausgestellt und ist Gegenstand zahlreicher Publikationen.