Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03258.jsonl.gz/3135

Dieses Trämli ist ein echtes Kleinod, und es ist ein Glücksfall, dass die Stadt Trieste alles daran legt, diese Bahn zu erhalten. Es kommt richtig nostalgische Stimmung auf, wenn man dieses Bähnchen besteigt und einem der Geruch von alten Holzbänken und von in südlicher Sonne erhitztem Schmierfett in die Nase steigt.
Die insgesamt 6 Triebwagen stammen ausdem Jahre 1935 (401, 402, 404 und 405) bzw. 1942 (406 und 407). Hergestellt wurden die Wagen alle in Italien durch die "Officine Meccaniche Stanga", die Elektrik stammt von "Technomasio Italiano Brown Boveri". Im Jahre 2007 wurde mit der Modernisierung der Triebweagen begonnen. Diese besteht aus u.a. aus einer neuen elektrischen Steuerung (Chopper-Steuerung. Lediglich der Triebwagen Nr. 407 bleibt im Originalzustand erhalten. Der Wagenführer versieht seinen Dienst stehend. Es sind coole Typen mit Sonnenbrille und Zigarette im Mundwinkel, die ihren Stolz, dieses Bähnchen für die Touristen führen zu dürfen nicht verstecken können (tipico italiano).
Seit dem 9. September 1902 verkehrt die Tranvia di Trieste von der "Piazza Oberdan" bis ins Ortszentrum von Opicina an der Grenze zu Slowenien. Anfänglich war die Bahn als Zahlradbahn ausgelegt, was sich dann ab 1928 änderte. Seitdem ist die Bahn eine Mischung von Tram und Standseilbahn. Nach einem kurzen Streckenabschnitt durch die verkehrsreiche Innenstadt von Trieste, fährt das Tram bei der Station "Piazza Scorcola" vor einen als Standseilbahn konstruierten Hilfswagen, der den Triebwagen nun über die 799 m Lange Steilstrecke schiebt und 160 Höhenmeter weiter oben bei der Station "Vetta Scorcola" wieder aus eigener Kraft weiterfahren lässt. Nun geht die Fahrt entlang des Küstengebirges durch Villenviertel und mit Pinien überwachsene Hanglagen. Dazwischen wird ein wunderschöner Blick auf das Mittelmeer und die Küste freigegeben. An der vorletzten Station "Obelisco" ist ein Zwischenhalt empfehlenswert. Eine wunderschöne Aussicht auf die Hafenstadt Trieste und bei guter Sicht bis zu den Küstengebieten von Kroation ist zu geniesen. Auf der Rückfahrt geschieht das Vorgehen an der Steilstrecke in umgekehrter Weise, indem der Treibwagen auf den Hilfswagen auffährt und so über die Steilstrecke hinunter vor ungehinderter Talfahrt zurückgehalten wird.
Ein Ausflug nach Trieste für einen Strassenbahnfreund lohnt sich. Allerdings nicht nur wegen der Tranvia sondern auch wegen einer wunderschönen Stadt mit einer bewegten Vergangenheit.
Wer mehr über die Tranvia di Opicina erfahren möchte, hier einige Links: