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Jeder eingesetzte Roboter senkt die Löhne. Vor dieser Entwicklung warnt ein Report von Hays.
Die Stagnation des globalen Lohnwachstums sei zum Teil auf die technologische Entwicklung und die wachsende Automatisierung zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt der Report "Global Skills Index 2019/20" des Personaldienstleisters Hays.
Neben unflexiblen Arbeitsmärkten und dem zunehmenden Outsorcing macht Hays in der Automatisierung einen der Hauptgründe für die fehlende Lohnentwicklung aus. Der Report verweist dabei auf eine Studie der US-Nonprofitorganisation National Bureau of Economic Research, gemäss der ein zusätzlicher Roboter pro .1000 Arbeiter die Löhne um 0,25 bis 5 Prozent senkt. Diese Annahme beruht auf Untersuchungen und Statistiken von Regionen mit Wirtschaftszweigen, die in den letzten drei Jahrzehnten besonders stark durch die Einführung von Robotern betroffen waren.
Der Report listet sodann die Anzahl Roboter auf, die im Jahr 2016 pro 10'000 Arbeiter eingesetzt wurden. An der Spitze liegt Singapur mit 488 Robotern, gefolgt von Deutschland mit 309 und Japan mit 308. In der Schweiz sind es 128. Der Druck auf die Löhne dürfte anhalten, so Hays, da in den kommenden Jahren weltweit mehr Roboter installiert werden.
Offshoring erhöht den Druck
Zur technologischen Entwicklung komme die Globalisierung und das Offshoring. Für arbeitsintensive Prozesse seien die optimalen Standorte typischerweise diejenigen, an denen die Löhne im Vergleich zu den Industrieländern niedrig sind. Die Gefahr des potenziellen Offshoring reduziere die Verhandlungsmacht der Arbeitskräfte weiter und erhöhe den Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen.
"Wenn wir nicht versuchen, diese Probleme in naher Zukunft anzugehen, riskieren wir, die Arbeitnehmer weiter zu entmutigen, indem wir es unterlassen, die Löhne zu erhöhen, Vollbeschäftigung zu schaffen und den technologischen Fortschritt am Arbeitsplatz zu berücksichtigen", sagt Hays Chief Executive Alistair Cox.
Frauen sind stärker betroffen als Männer
Weibliche und männliche Arbeitnehmer seien wahrscheinlich unterschiedlich von der technologischen Entwicklung betroffen, so der Report weiter. Berufe, die oft von Frauen dominiert werden – zum Beispiel im Detailhandel –, könnten in vielen Ländern besonders hart getroffen werden, weil hier eine grosse Anzahl an Arbeitsplätzen abgebaut und nicht ersetzt werde. Regierungen und Unternehmen sollten deshalb in Programme intensivieren, um Frauen dabei zu unterstützen, in traditionell von Männern dominierte Sektoren wie die Technologie einzusteigen, fordert Hays.
In den Detailberichten zu den einzelnen Ländern zeichnet Marc Lutz, Managing Director Hays Switzerland, für die Schweiz ein bisschen ein anderes Bild: "Wir erwarten weiterhin, dass die Digitalisierung der Schweiz Chancen eröffnet, die zu strukturellen Veränderungen und einer Vielzahl neuer Rollen und Fähigkeiten führen." Die Digitalisierung habe hier positive Auswirkungen auf die Beschäftigung in allen Fachbereichen und führe nicht zum Verlust von Arbeitsplätzen. Die Schweiz müsse jedoch sicherstellen, genügend Menschen mit den richtigen Fähigkeiten zu haben, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.
Der "Global Skills Index 2019/20" ist online als PDF
abrufbar. (paz)