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Wenn die Hogwarts-Professorin Minerva McGonagall im ersten Band prophezeit, Harry Potter werde zur Legende werden und jedes Kind auf der Welt seinen Namen kennen, so wissen wir heute, dass diese Verheissung nicht nur auf die von Autorin Joanne K. Rowling erschaffene Zauberwelt, sondern vor allem auch auf die reale Welt zutrifft.
Eine Legende in zwei Welten
Im Trailer zu den beiden Teilen der 7. und letzten Buchverfilmung wird mit Ankündigungen wie “The Finale of the worldwide Phenomenon” oder “The motion picture event of a generation” um sich geworfen. Dass das “weltweite Phänomen” keine Prahlerei, sondern Tatsache ist, zeigen die Zahlen: Die sieben Jugendromane zählen zu den weltweit meistverkauften, fünf der sechs bisherigen Verfilmungen befinden sich in den Top 20 der international erfolgreichsten Filme. Dabei hat Autorin Joanne K. Rowling ganz klein angefangen…
Vision im Zug
In der Eisenbahn zwischen Manchester und London entsteht die Idee für Harry Potter im Kopf von Joanne Rowling. Noch in derselben Nacht schreibt sie ihre Gedanken und Ideen vom Zauberlehrling nieder – der Beginn einer fünfjährigen Recherche, in der Rowling einen genauen Plan für alle sieben “Harry Potter”-Bände entwirft. Nebst ihrer Tätigkeit als Englischlehrerin im portugiesischen Porto nutzt sie ihre Freizeit fortan, um zu schreiben. Trotz erheblicher Schwierigkeiten damit, Kind, Job und Schreibarbeit unter einen Hut zu bringen, vollendet Rowling schliesslich den ersten Band “Harry Potter und der Stein der Weisen”.
Bloomsbury-Verlag willigt ein
Zunächst scheitern jedoch etliche Versuche, die Geschichte zu publizieren. Mit 90’000 Wörtern ist “Harry Potter und der Stein der Weisen” für einen Kinder- und Jugendroman entschieden zu lang. Nach über einem Jahr Suche sagt schliesslich der Londoner Verlag Bloomsbury zu. Allerdings muss Rowling sich einen zweiten Vornamen zulegen und nur die Anfangsinitialen dürfen auf dem Buchdeckel stehen. Angeblich soll nicht auf den ersten Blick ersichtlich sein, dass “Harry Potter” von einer Frau geschrieben ist, weil man im Verlag vermutet, dass junge männliche Leser weniger gern ein von einer Frau geschriebenes Buch läsen. Joanne Rowling nennt sich fortan Joanne Kathleen Rowling, kurz Joanne K. Rowling. “Harry Potter und der Stein der Weisen” wird im Juli 1997 mit einer Startauflage von 500 Exemplaren in England publiziert.
Die USA “pottern” mit
Entgegen aller Prognosen verkauft sich das Buch gut. Vor allem Mund-zu-Mund-Propaganda trägt dazu bei. Der Durchbruch gelingt schliesslich, als der amerikanische Verlag Scholastic für mehr als 100’000 Pfund (ca. 160’000 Franken) die Druckrechte am ersten Band kauft. Von da an geht es steil bergauf. “Harry Potter und der Stein der Weisen” erscheint in mehr als vierzig Ländern, im deutschsprachigen Raum erhält der Carlsen Verlag 1998 die Druckrechte. Bereits in den Jahren 1999 und 2000 erscheinen, von der Leserschaft stets sehnlich erwartet, die Bände zwei bis vier. Bis 2007 folgen, unter stetig steigender Popularität, die drei letzten Bände .
Hogwarts im Kino
Dank des Bucherfolgs wird die Filmbranche schnell auf Harry Potter aufmerksam. Time Warner Entertainment erwirbt 1998 die Filmrechte. Joanne K. Rowling stellt jedoch die Bedingung, ein Mitspracherecht bei den Filmprojekten zu haben. Alle Hauptrollen will sie mit britischen Schauspielern besetzen. So kommt es, dass mittels Casting aus Tausenden von Kindern drei bisher im Filmgeschäft relativ unbekannte ausgewählt werden: Daniel Radcliffe, Rupert Grint und Emma Watson spielen die drei Hauptrollen, Harry Potter und seine beiden besten Freunde Ron Weasley und Hermine Granger. Drei Jahre später kommt die mit Spannung erwartete Verfilmung von “Harry Potter und der Stein der Weisen” in die Kinos.
Komponenten des Erfolgs
Es gibt verschiedene Ansätze, wie sich der Erfolg des Zauberlehrlings erklären lässt: Mit Rowlings unverkennbarem Schreibstil. Mit der erschaffenen Zauberwelt um Hogwarts, in die sich der Leser hineinversetzen kann. Mit der von Anfang an zu Ende gedachten Geschichte, die bis ins letzte Detail aufgeht. Oder auch mit der Identifikationsmöglichkeit mit einem der detailreich ausgeschmückten Charaktere. Phänomene kann man jedoch nicht auf simple Weise erklären. In der realen Welt nicht und, da würde Professor McGonagall wohl zustimmen, in der Welt von Hogwarts und Harry Potter schon gar nicht.
Wie hast du die mehr als sieben Jahre Harry Potter erlebt? Ist die Geschichte bloss Zauberkram? Oder standest du vor dem Bücherladen Schlange, um zu Hause den neusten Band in zwei Nächten und zwei Tagen zu verschlingen?
Links
- Offizielle Trailer zum neuen Kinofilm, der in der Schweiz am 18. November anläuft. Teil 2 folgt am 11. Juli 2011.