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Geschichte
Gegründet von Römern, vereint von Franzosen
2. Jahrhundert
Die Römer bauen eine Strasse, die vom Kastell Vitodurum nach Tasgetium führt, also vom heutigen Oberwinterthur nach Stein am Rhein. Auf dem Gemeindegebiet von Dägerlen entsteht wahrscheinlich eine kleine Römersiedlung oder ein Gutshof. Das kommt im Ortsnamen von Oberwil zum Ausdruck, dessen Endung vom lateinischen “villa” (Haus, Hof) abgeleitet wird.
10./11. Jahrhundert
Vorsichtige Schätzungen datieren den Ursprung der Kapelle und späteren Kirche Dägerlen im 10. oder 11. Jahrhundert, weil der rechtwinklig ummauerte, halbkreisförmige Chor stark an die alte Choranlage der Kirche St. Alban in Basel erinnert. Die Kapelle wird den Heiligen Ursula und Johannes geweiht und 1360 im Markenbuch des Klosters Konstanz erstmals erwähnt.
13./14. Jahrhundert
Bischof Konrad von Konstanz schlichtet im Jahre 1219 mit einer Urkunde einen Streit um den Zehnten von Kloten und verhilft Rutschwil damit zu seiner ersten schriftlichen Erwähnung. Denn einer der Streithähne ist Ritter Eberhard von Ruoltswilare, dem “Weiler des Rudolfs”. Der Ortsnamen mutiert im Lauf der Zeit über Ruodolfeswile und Ruezwile zu Rutschwil.
Berg wird 1291 urkundlich erwähnt, als das Kloster Töss einen Hof kauft. Sechs Jahr später bezeichnet eine Urkunde “Obernwile” als den oberen Weiler, um den Ort vom benachbarten, etwas tiefer gelegenen Niederwil zu unterscheiden. Dägerlen erscheint 1306 als Tegerlo in Schriftstücken, was möglicherweise von “tegar loh”, grossem Gehölz, abgeleitet wird. Verbrieft ist Dägerlen aber auch als Tegerle, Dägerlow und Dägerlon. Ab 1361 gibt der damalige Hof Benk (bei den Bänken) dem Geschlecht der Benker seinen Namen. Um 1500 wird der Ort auch Benken oder Benggen genannt, später werden Benk und Bänk parallel verwendet, bis sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts die letztere Schreibweise durchsetzt.
15. Jahrhundert
Seit dem 14. Jahrhundert verliert das Haus Habsburg immer mehr Pfründe und Vogteien. 1452 fällt die hohe Gerichtsbarkeit über Dägerlen zusammen mit der österreichischen Grafschaft Kyburg an die Stadt Zürich.
16. Jahrhundert
Die Bürger von Dägerlen erweitern das Schiff ihrer Kapelle und vergrössern das ganze Kirchengebäude. Beim Abschluss der Arbeiten im Jahre 1596 erstrahlt die Kirche in neuem Glanz.
18. Jahrhundert
Dägerlen, Rutschwil, Berg und Bänk sind Teil des Enneramtes der Landvogtei Kyburg, während Oberwil zum Unteramt der Landvogtei Andelfingen gehört. Bis im Jahre 1798 die Franzosen einmarschieren, mit Plünderungen und Requisitionen Schäden in der Höhe von 18’119 Franken verursachen, aber auch bleibende Neuerungen einführen. Zum Beispiel die erstmalige Zusammenführung der fünf Ortschaften in eine Gemeinde, die dem Distrikt Andelfingen zugeteilt wird.
19. Jahrhundert
Im Zuge der Helvetik wechselt die Gemeinde Dägerlen 1803 zum Bezirk Winterthur, 1814 zurück zu Andelfingen und 1831 endgültig wieder zu Winterthur.
Staatsbauinspektor Johann Jakob Müller projektiert 1868 in unmittelbarer Nähe der Kirche ein Pfarrhaus. Der Sichtbacksteinbau mit dem charakteristischen Treppengiebel erinnert an ein spätgotisches Landschlösschen und bildet heute zusammen mit der Kirche die unverwechselbare Silhouette von Dägerlen.