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Das ist einer der höchsten militärischen Ränge, die ein Royal einnehmen kann. Anne tritt somit nicht nur die Nachfolge ihres Grossvaters König George, VI. † 57, und ihres Vaters Prinz Philip, 96, an, sie wird auch die erste Frau in diesem Amt sein. Und Anne ist die einzig Richtige für diesen Job: Denn die Prinzessin ist eine der krassesten Frauen im britischen Königshaus. Warum?
Ihre Kindheit
Anne kam 1950 als zweites Kind von der damaligen Thronfolgerin Elizabeth II. und Prinz Philip im Clarence House zur Welt. Sie ist die einzige Tochter des Paars und wurde hauptsächlich von einer Gouvernante erzogen. Ihre Mutter wurde zwei Jahre nach ihrer Geburt zur Königin von England gekrönt. Anne nahm an der Zeremonie nicht teil, weil sie noch zu klein war.
Schon ganz früh begann die Liebe der kleinen Prinzessin zu Pferden. Im Alter von kaum vier Jahren bekam sie ihr erstes Pferd geschenkt: ein Shetland-Pony. Eine Tradition, die sich bei den britischen Royals bis heute fortsetzt. Annes Tochter Zara Tindall, 38, zum Beispiel, schenkte Prinz George, 6, vor zwei Jahren sein erstes Shetland-Pony, auf dem er nun reiten lernt.
Teenagerjahre und Liebesleben
Prinzessin Anne galt als junge Frau in der Öffentlichkeit als etwas kratzbürstig. Die Prinzessin lief lieber in Gummistiefeln über den Reitplatz, als sich ihren royalen Pflichten zu widmen. Auch konnte sie dem Glamour ihrer Schwägerinnen Diana und Fergie nie etwas entgegenhalten. «Ich komme damit klar, dass ich in allem die Nummer zwei bin», soll sie mal in Bezug auf ihren älteren Bruder Charles gesagt haben. Dennoch repräsentierte sie ihre Familie anfangs noch skandalfrei.
1970 begann sie eine Liebelei mit Andrew Parker Bowles, 80, der drei Jahre später die grosse Liebe ihres Bruders Charles heiraten sollte: die heutige Herzogin Camilla. Es wird gemunkelt, dass die Beziehung zwischen Parker Bowles und Anne nie wirklich endete. Auch heute werden die beiden noch häufig miteinander gesehen.
1973 ehelichte Anne Mark Phillips, einen britischen Reitsportler und Olympiasieger. Das Paar hat zwei Kinder, Peter Phillips, 42, und Zara Tindall. Mit der Ehe kamen auch die Skandale. 1985 wurde bekannt, dass Phillips eine aussereheliche Tochter mit einer neuseeländischen Lehrerin hat. 1989 gaben Anne und Mark Phillips ihre Trennung bekannt. Obwohl es hiess, das Paar wolle sich nicht scheiden lassen, reichten die beiden 1992 die Scheidung ein.
Noch während ihrer Ehe mit Phillips lernte Prinzessin Anne Timothy Laurence kennen. 1989 machte die britische Zeitung «The Sun» Liebesbriefe zwischen Laurence und der Royal öffentlich. 1992 heiratete das Paar kirchlich mit dem Segen der Queen in Schottland. Die englische Kirche erlaubte es Geschiedenen, deren Ex-Partner noch leben, damals nämlich nicht, wieder zu heiraten. Anne und ihr Ehemann leben seither in einem Apartment im St.-James-Palast.
Versuchte Entführung
Noch während ihrer Ehe mit Mark Phillips wurde Anne Opfer eines Entführungsversuchs. Das Paar war auf dem Weg von einer Veranstaltung nach Hause, als ein Kleinwagen ihr Auto ausbremste. Der Fahrer, Ian Ball, sprang aus seinem Wagen und begann sofort, Schüsse abzufeuern. Annes Leibwächter James Beaton, ihr Fahrer Alex Callender und der Journalist Brian MacConnell wurden bei der Schiesserei verletzt.
Der Entführer schaffte es, die Tür von Annes Fahrzeug zu öffnen und drohte der Prinzessin, dass er sie entführen wolle und etwa zwei oder drei Millionen Pfund Lösegeld für sie einfordern werde. Als er ihr befahl, das Auto zu verlassen, soll Anne gesagt haben: «Not bloody likely!» (z.Dt.: Das ist verdammt unwahrscheinlich.)
Der Boxer, Ron Russell, kam zufällig an dem Geschehen vorbei. Er schlug Ball auf den Hinterkopf, rettete Anne aus der Situation und konnte die Polizei alarmieren. Alle Helfer wurden später von der Queen mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet.
Karriere als Reiterin
Prinzessin Anne ist eine wahre Powerfrau. Auch mit 69 Jahren lässt sie es sich nicht nehmen, so oft wie möglich im Sattel zu sitzen. Ihre Karriere als Reitsportlerin begann schon früh. Im jungen Alter von 21 Jahren gewann sie Gold bei der Europameisterschaft im Vielseitigkeitsreiten, einer besonders harten Disziplin, bei denen Reiter und Pferde drei Teilprüfungen in Dressur, Geländeritt und Springen absolvieren müssen. Später nahm sie sogar an den Olympischen Spielen teil.
Aufgrund wiederholter schwerer Unfälle, bei denen es sogar zu Todefällen von Pferden und Reitern kam, stand der Geländeritt immer wieder in der Kritik. Anne galt als eine der mutigsten Reiterinnen in dieser Disziplin.
1976 verletzte sich die damals 25-Jährige bei einem Unfall schwer an der Wirbelsäule. Ihr Mann erklärte später in einem Interview den Ablauf des Sturzes: «Das Pferd stoppte unerwartet vor einem Hindernis. Sie flog vorne über und landete am Boden. Das Pferd konnte sich ebenfalls nicht mehr halten und rollte über Anne. Als ich bei ihr ankam, war sie ohnmächtig.»
Die Prinzessin erholte sich aber relativ schnell und sass bald wieder im Sattel.
Anne erzog auch ihre Tochter, Zara Tindall, zu einer der besten britischen Vielseitigkeitsreiterinnen, sie gilt als ebenso furchtlos wie ihre Mutter. Heute züchtet Anne britische Warmblüter und Highland Ponys, eine klassische britische Kleinpferderasse.
Männer, verbeugt euch vor diesen royalen Reiterinnen!
Dass besonders die britischen Royals grosse Pferdefreunde sind, ist hinlänglich bekannt. Die Königin der Ponyhöfe ist aber die Queen herself. Elizabeth II. lebt den Traum eines jeden Pferdemädchens: Sie züchtet englische Vollblüter, die sehr erfolgreich im Rennsport laufen. Rennpferde können zumeist nur ein bis zwei Jahre «gebraucht» werden und sind mit spätestens fünf Jahren Rentner. Für die Königin natürlich kein Grund, ihre geliebten Vierbeiner einfach in die Wurst zu geben.Popperfoto via Getty Images
Ihre Arbeit
Die Prinzessin gilt als die Fleissigste der britischen Royals. 2017 absolvierte sie die meisten offiziellen Engagements aller Familienmitglieder — die Queen eingeschlossen. Sie engagiert sich für 200 Organisationen. Besonders intensiv ist sie für «Save the Children», eine Wohltätigkeitsorganisation zum Schutz von Kindern, im Einsatz, die sie seit 1970 präsidiert.
Wenn also jemand die erste Frau Kapitänin-Generalin der britischen Marine sein kann, dann nur Prinzessin Anne. Die Granate im Arsenal der britischen Royals.