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Literaturhinweise zum Thema Begabungsförderung
High Ability Studies, 1/2016
Anknüpfend an die vorherige Nummer (siehe Newsletter vom März 2016) ist auch die aktuelle Ausgabe der HAS den motivationalen und emotionalen Aspekten im Zusammenhang mit dem Lernen Hochbegabter gewidmet. Obergiesser und Stöger beleuchten den Einfluss von Emotionen und Lernstil-Präferenzen auf die Anwendung von Lernstrategien bei Primarschülern, die kurz vor dem Übertritt ins Gymnasium stehen. Ihre Untersuchung ergab, dass diese hoch leistenden Kinder nur zu gut einem Drittel selbstreguliertes Lernen einem fremdbestimmten bzw. impulsiven Lernstil vorziehen. Weiter zeigte die Untersuchung ein interessantes Zusammenspiel von Lernstil-Präferenzen und Emotionen. So empfanden beispielsweise Schülerinnen und Schüler, die selbstreguliertes Lernen bevorzugten, mehr Lernfreude und weniger Langeweile. Vladut, Vialle und Ziegler berichten von zwei Untersuchungen, die sich mit verschiedenen ressourcenorientierten Motivationsstrategien von Lehrpersonen begabter Jugendlicher befassten. Während die eine (homöostatische) Strategie eher auf die Stabilisierung des Actiotops durch Stärkung von Robustheit und Resilienz abzielt, strebt die zweite (allostatische) Strategie eher Wachstum und Entwicklung des Actiotops an. Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit einer in der Begabtenförderung aktuellen Auseinandersetzung um die Frage, ob primär ausserordentliche Leistungen gefördert werden sollen, oder ob eher die Bedürfnisse der Begabten zu befriedigen seien. Die Forschenden können zeigen, dass die beiden von ihnen untersuchten Strategien komplementär wirken und zum Erfolg führen können. McCoach, Newton, Siegle, Baslanti und Picho gehen der Frage nach, ob eine tiefe Motivation zu haben gleichbedeutend sei, wie nicht über eine hohe Motivation zu verfügen. Hinter dieser ungewöhnlichen (und müssig erscheinenden) Fragestellung steht der Vergleich zweier Tests, die Motivation und Einstellungen zur Schule sowie zu schulischem Lernen und Leisten messen, wobei der eine positive, der andere aber negative Formulierungen enthält. Zwar messen beide das gleiche zugrundeliegende Konstrukt, doch stellen sich die AutorInnen kritische Fragen zur Kombinierbarkeit der Testskalen. Im letzten Beitrag beschäftigen sich Fugate und Gentry mit fünf hochbegaten Mädchen, die an ADHS leiden. Anhand von Tiefeninterviews gehen sie der Frage nach, wie die Mädchen während ihrer Mittelschulzeit zurechtkommen und leiten daraus Handlungsanweisungen für Eltern und Lehrpersonen im Umgang mit diesen zweifach besonderen Mädchen ab.
Überspringen von Schulklassen – noch immer keine Selbstverständlichkeit
Kinder mit besonderen Begabungen leiden häufig unter Unterforderung im schulischen Unterricht. Wenn dies nicht mit differenzierten Angeboten und Enrichment aufgefangen werden kann, bietet sich das Überspringen von einer oder auch von mehreren Klassen an. Annette Heinbokel, die sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema befasst, dazu forscht und publiziert, hat die Erfahrungen zahlreicher Eltern, Jugendlicher und Erwachsener in einem neuen Buch zusammengetragen. Statt trockener Lektüre entsteht ein buntes Kaleidoskop von Schul- und Lebens-Schicksalen hochbegabter Kinder, vorwiegend solcher, die Klassenstufen übersprungen haben, sowie einiger, die darauf verzichtet haben. Die wörtlich zitierten Bemerkungen der Schüler/innen sind erfrischend und wirken sehr authentisch.
Eine ausführliche Rezension des Buches, verfasst von Thomas Drisch, finden Sie → hier
(PDF)
High Ability Studies 2|2015
Die vorliegende Ausgabe ist motivationalen und emotionalen Aspekten von Begabung gewidmet und umfasst vier Beiträge. Im ersten zeichnen Olszewski-Kubilius, Subotnik und Worrell, gestützt auf ihr eigenes Modell zur Talententwicklung, das Zusammenspiel motivationaler und psychosozialer Fähigkeiten nach, das nötig ist, um die Transformation von Talent in hohe Leistung, Exzellenz und sogar Eminenz zu ermöglichen. Dabei betonen sie, dass Motivation nicht als stabiles Merkmal, sondern als form- und förderbare Fähigkeit zu sehen sei, die durch andere psychosoziale Kompetenzen sowie das Umfeld entweder konkurrenziert oder unterstützt werden kann. Damit wird deutlich, wie wichtig die aktive Ausbildung, Förderung und Stärkung von Motivation und Hingabe an ein Interessengebiet in der Begabungsförderung sind. Im zweiten Artikel geht es um die Rolle des Selbstkonzepts. Zeidner und Shani-Zinovich haben in Israel als begabt identifizierte Schülerinnen und Schüler der 10. bis 12. Klassenstufe (High-School) sowie gleichaltrige nicht als begabt identifizierte Lernende zu mehreren Facetten des Selbstkonzepts befragt. Dabei zeigte sich, dass die als begabt identifizierten Jugendlichen ein höheres akademisches Selbstkonzept, jedoch ein tieferes personales, soziales und physisches Selbstkonzept berichteten als die Vergleichsgruppe. Mit Blick auf das moralische Selbstkonzept wurden keine Unterschiede festgestellt. Männliche Jugendliche erzielten höhere Werte bezüglich akademischem, sozialem, personalem und physischem, weibliche Jugendliche dagegen bezüglich moralischem Selbstkonzept. Im dritten Beitrag berichten Lüftenegger, Kollmayer, Bergsmann, Jöstl, Spiel und Schober von einer Studie mit hoch leistenden mathematisch begabten Jugendlichen im Vergleich mit begabten, aber nicht hoch leistenden Jugendlichen (Unterachievern). Im Fokus standen dabei motivationale Ressourcen (Leistungsziele, Interesse, Selbstkonzept, Wirksamkeitsüberzeugung, implizite Theorien zu Begabung) und das erlebte Klassenumfeld (Unterrichtsstruktur und -klima). Hochleistende zeigten günstigere Muster bei den motivationalen Ressourcen, insbesondere was das akademische Selbstkonzept, die Wirksamkeitsüberzeugung sowie das Verständnis von Begabung anbelangt. Während das Unterrichtsklima keine Rolle zu spielen schien, berichteten Hochleistende eher von einer aufgabenorientierten, auf das Lernen konzentrierten und moderat herausfordernden Unterrichtsgestaltung. Schliesslich referieren Roos, Bieg, Goetz, Frenzel, Taxer und Zeidner eine Studie zu Ängstlichkeit im Mathematikunterricht von hoch und schwach leistenden Lernenden in 9. und 10. Klassen (Gymnasium). In der Studie war zwischen grundsätzlicher und situativer Ängstlichkeit unterschieden worden. Zwischen diesen besteht in der Regel eine Diskrepanz, wobei die grundsätzliche Ängstlichkeit gegenüber der situativen überschätzt wird. Die Ergebnisse zeigten, dass die Hochleistenden in beiderlei Hinsicht weniger ängstlich waren und ihre Ängstlichkeit auch realistischer einschätzten.
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Neue Publikation des özbf: Begabung entwickelt Schule und Unterricht
Das praxisorientierte Handbuch, erarbeitet vom Österreichischen Zentrum für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF), zeigt auf durchaus auch für die Schweiz gültige Weise den Weg zur begabungs- und exzellenzfördernden Schule. Gestützt auf ein dynamisches Begabungskonzept und ein systemisches Verständnis von Schule und Unterricht, schildern die Autorinnen ebenso anschaulich wie fundiert die einzelnen Schritte eines erfolgreichen Schulentwicklungsprozesses. Das Herzstück des Handbuches bilden die Kapitel zur begabungsfördernden Unterrichtsgestaltung, zum Aufbau einer Feedbackkultur an der Schule und zur systemischen Einzelförderung. Sehr deutlich wird, dass Differenzierung und Individualisierung als Antwort auf die Heterogenität der Klassen wichtig sind, dass es aber auch des Enrichments und der Akzeleration bedarf, um der hohen Leistungsbereitschaft einzelner Schülerinnen und Schüler entgegen zu kommen. Wie dies – auch in Zusammenarbeit mit dem sozialen Umfeld – organisiert werden kann, zeigen die Autorinnen anhand zahlreicher Beispiele auf.
Am Schluss des Handbuches finden sich Anleitungen zur Evaluation und zur längerfristigen Qualitätssicherung. Wie Willi Stadelmann im Vorwort festhält, will das Handbuch entwicklungsfördernd wirken und Mut machen. Dies gelingt den Autorinnen, weil sie sich nicht nur auf den neusten wissenschaftlichen Stand, sondern auch auf vielfältige Praxiserfahrungen stützen können.
Friedl, S.; Rogl, S.; Samhaber, E. & Fritz, A. (2015). Begabung entwickelt Schule und Unterricht. Handbuch Schulentwicklung für begabungs- und exzellenzförderndes Lernen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren. ISBN: 978-3-8340-1508-2
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Journal für Begabtenförderung 1|2015
«Kultur – Gesellschaft – Werte: nationale und internationale Perspektiven zur Begabtenförderung und Begabungsforschung» lautet der Titel der Ausgabe. Den Reigen der Artikel eröffnen erste Überlegungen zu einer kulturwissenschaftlichen Analyse der Begabtenförderung am Beispiel Österreichs von Ulrike Greiner (A). Ausgehend von Dualismen und Ambivalenzen dem Thema gegenüber, zeigt die Autorin, wie die Verbreitung von Ergebnissen der Begabungsforschung den Blick geweitet hat und die Praxis der Begabtenförderung Einfluss nahm auf pädagogische Entwicklungen. Im zweiten Beitrag umreisst Clemens Sedmak (UK/A) Konturen einer Ethik der Begabtenförderung. Der Autor nennt zwei entscheidende moralische Schlüsselgüter – Integrität und Kooperation – deren eines sich als Zielpunkt aus Überlegungen zur moralischen Entwicklung ergibt und deren anderes sich in Zeiten von Klimawandel und internationalen Konflikten als überlebensnotwendige Schlüsselkompetenz erweist. Willi Stadelmann (CH) liefert einen Entwicklungsbericht zur Begabungs- und Begabtenförderung an Schweizer Schulen, in dem er u.a. dem Netzwerk Begabungsförderung eine wichtige Rolle als «Motor und Garant der Entwicklung» attestiert. Er schildert auch die Impulse, die der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen zu verdanken sind und erläutert die enge Verknüpfung von Schulentwicklung und Begabungsförderung. Entwicklungsbedarf sieht der Autor im Bereich der Frühförderung sowie der allgemeinbildenden Sekundarstufe II. Am Beispiel dreier Schulen zeigt Christine L. Weber (USA), wie berufliche Weiterbildung zur Implementierung von Differenzierung im Unterricht führen kann, und Maureen Neihart sowie Liang See Tan (Singapur) stellen Begabtenförderung an jenem Ort vor, «wo westliche und östliche Wertvorstellungen sich vermischen» – in Singapur. «Ausgewählte nationale und internationale Trends in der kognitiv-neurowissenschaftlichen Begabungsforschung» präsentieren Roland H. Grabner und Andreas Fink (A). Anhand zweier Beispiele, der Kreativitätsforschung und der Forschung zu erfolgreichem Mathematiklernen, erläutern die Autoren das Potential eines kognitiv-neurowissenschaftlichen Zugangs. Sie weisen aber auch auf Grenzen methodischer Art hin und warnen vor den Gefahren unrealistischer Erwartungen und Mythenbildung im Zusammenhang mit den Neurowissenschaften.
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High Ability Studies 1|2015
Mit dieser Nummer signiert Albert Ziegler wieder als Editor der Zeitschrift. Die Ausgabe umfasst 10 Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Ländern rund um den Erdball, was Ziegler dazu veranlasst die High Ability Studies zu einem globalen Unternehmen zu erklären und der vorgängigen Herausgeberin, Heidrun Stöger, dafür zu danken, dass sich die Zeitschrift unter ihrer Leitung zur weltweit führenden wissenschaftlichen Publikation im Feld der Begabtenforschung entwickeln konnte. Dass die 10 Beiträge der Nummer nicht nur für Forschende, sondern auch für Fachleute in der Praxis interessante Neuigkeiten enthalten, wie Ziegler im Editorial schreibt, lässt sich aus der Vielfalt der bearbeiteten Themen entnehmen. Masden, Leung, Shore, Schneider und Udvari untersuchten den Zusammenhang zwischen der Fähigkeit zur Perspektivenübernahme und der Qualität von Freundschaften unter begabten Heranwachsenden. Riedl Cross, O’Reilly, Kim, Mammadov und Cross interessierten sich in einer kulturübergreifenden Studie für soziale Koping-Strategien und das Selbstkonzept junger Schülerinnen und Schüler in Irland und den USA. Eysink, Gersen und Gijlers befassten sich mit dem Forschenden Lernen bei begabten Kindern. Um die Frage, was Kinder charakterisiere, die von ihren Lehrpersonen als begabt identifiziert wurden, geht es im Beitrag von Kornmann, Zettler, Kammerer, Gerjets und Trautwein, die sich dabei auf die zwei Aspekte Arbeitsgedächtnis und Intelligenz konzentrierten. Massimiliano untersuchte den Einfluss des Alters auf divergentes Denken und die Produktion kreativer Objekte. Garn und Jolly überprüften Zusammenhänge zwischen leistungsorientierter psychologischer Kontrolle durch die Eltern und Leistungsangst, Demotivation sowie Schulmüdigkeit bei begabten Kindern. Salmela und Uusiautti präsentieren 10 charakteristische Stärken von 14 hoch leistenden finnischen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. An exzellenten chinesischen Mittelschulen haben Liu, He und Li, trotz traditionellen Lehrmethoden, kritische und kreative Denkprozesse bei hoch leistenden Jugendlichen beobachten können. Eine international zusammengesetzte Forschergruppe um Albert Ziegler hat mögliche iatrogene Effekte von Begabtenförderungsprogrammen untersucht und sich dabei auf die Wahrnehmung gestützt, die Schülerinnen und Schüler von 10. Klassen von einem fiktiven, hoch leistenden neuen Mitschüler hatten. Obergriesser und Stöger untersuchten Emotionen, Motivation und Lernverhalten bei Underachievern (4. Klasse) und präsentieren die Ergebnisse einer Intervention, die zwar das Lernverhalten verbessern, nicht aber die Selbstwirksamkeit stärken und die Ängstlichkeit reduzieren konnte.
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Personorientierte Begabungsförderung
Die Autorin und die Autoren dieser Publikation legen eine Einführung in Theorie und Praxis der personorientierten Begabungsförderung vor. Sie tun dies in drei Kapiteln (Personen begaben – Lernen personalisieren oder: personorientiert lehren und lernen – Schule personorientiert entwickeln). Jedes Kapitel besteht aus Grundlagen- und Vertiefungstexten, wobei letztere aus Erfahrungen der Praxis stammen. Das erste Kapitel enthält grundlegende Texte zur personalen Anthropologie und Pädagogik, die Begriffe Begabung, Hochbegabung und Leistung werden geklärt und ein ökologisches Begabungsmodell wird entwickelt. Das zweite Kapitel klärt die Unterschiede zwischen individuellem und personalem Lernen, gibt Einblicke in personorientierte Lehr- und Lernformen und in Möglichkeiten des autonomen Lernens. Im dritten Kapitel kommen Prozesse der personorientierten Schulentwicklung und der Entwicklung von Schulkulturen durch Wertebildung zur Sprache. Nicht zuletzt geht es dabei um das besondere Berufsprofil der begabungsfördernden Lehrperson.
Weigand, G.; Hackl, A.; Müller-Oppliger, V. & Schmid, G. (2014). Personorientierte Begabungsförderung. Weinheim: Beltz (ISBN 978-3-407-25712-3)
Journal für Begabtenförderung 2/2014
Die Ausgabe ist dem Thema «Schule der Vielfalt: inklusive Begabungs- und Begabtenförderung» gewidmet. Bettina Amrhein, Marcel Veber und Christian Fischer führen mit Blick auf die Konsequenzen für die Professionalisierung von Lehrpersonen ins Thema ein. Sie betonen, dass eine Einbettung der im Rahmen der Begabungs- und Begabtenförderung gängigen potenzialorientierten Perspektiven in die Weiterentwicklung eines inklusionssensiblen Unterrichts nötig sei. Andreas Köpfer beleuchtet am Beispiel einer kanadischen Provinz Möglichkeiten des potentialorientierten und unterstützenden Umgangs mit Diversität. Jutta Möhringer und Markus Gebhardt präsentieren das Begabtenförderungsprogramm «TUM-Kolleg» am Otto-von-Taube-Gymnasium in München. Ein gutes Dutzend leistungsstarker und hochmotivierter Lernender geniesst während zwei Jahren eine Spezialförderung in MINT-Fächern und Englisch. Sie bilden eine Spezialklasse, arbeiten einen Tag pro Woche an der Technischen Universität München in Forschungsgruppen mit und sind dabei noch während einiger Stunden integriert ins Regelgymnasium. Autorin und Autor schätzen das Modell als gelungene Förderung Hochbegabter ein, die zwar nicht ganz, aber doch ein Stück weit auf Separation verzichten könne. Birgit Lehfeldt stellt die Anne-Frank-Schule Bargteheide (Gemeinschaftsschule, dt. Schulpreis 2013) vor, an der Kinder mit verschiedensten Lernvoraussetzungen in heterogenen Lerngruppen von stabilen Lehrpersonenteams unterrichtet und zu verschiedenen Bildungsabschlüssen geführt werden. Die Schule arbeitet konsequent stärkenorientiert (nach dem Schoolwide Enrichment Model) und führt mehr Jugendliche zu höheren Abschlüssen als von der Grundschule prognostiziert. Inklusion und Begabungsförderung stehen im Zentrum von Siglinde Doblanders Beitrag über das Beispiel Südtirol, wo Begabungsförderung im Rahmen eines inklusiven und auf hohe Schulautonomie setzenden Schulsystems realisiert wird. Besonderes Augenmerk kommt dabei den Weiterbildungsangeboten für Lehrpersonen sowie schulübergreifenden Förderangeboten zu (Sommerakademie, Talente Tage etc.). Margret Rasfeld porträtiert die Evangelische Gemeinschaftsschule Berlin Zentrum, die auf der Sekundarstufe I mit altersgemischten Gruppen und Tutorsystem arbeitet. In der Leistungs- und Anerkennungskultur der Schule spielen Lernsettings wie Lernbüros, Werkstätten und Projektunterricht eine wichtige Rolle. Die Fallstudie, präsentiert von Silvia Greiten, ist den schulsystemischen Bedingungen für die Förderung eines hochbegabten Aspeger-Autisten im Gymnasium gewidmet. In einem zweiten Fallbeispiel beschreibt David Rott die Situation eines mehrfach aussergewöhnlichen Jugendlichen im Forder-Förder-Projekt einer Motessori-Schule.
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Begabung. Grundlagenwissen für Studierende, Lehrende und pädagogisch Interessierte
(sg) Im Sinne einer Einführung nimmt das Buch das soziale Konstrukt «Begabung» auf und stellt den Anspruch, eine problem- und sozialgeschichtliche Rekonstruktion zu leisten. Im ersten Teil der Publikation beleuchtet Timo Hoyer frühe Anzeichen entsprechender Vorstellungen in Altertum und Mittelalter und deckt über die Frühe Neuzeit bis in die Moderne sich wandelnde Bedeutungsdimensionen, anthropologische Begründungsmuster, gesellschaftliche und schulstrukturelle Zusammenhänge auf mit dem Ziel, eine fundierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Begabung zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage schildert Gabriele Weigand neuere Konzepte und -modelle von Begabung und Hochbegabung und stellt – fokussiert auf Deutschland – Initiativen und Programme zur Begabungs- und Begabtenförderung vor. Im dritten Teil des Buches fasst Victor Müller-Oppliger die Geschichte der «Gifted Education» in den USA zusammen und arbeitet insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten von Joseph Renzulli heraus. Dabei wird die hierzulande oft verkürzte Darstellung des Drei-Ringe-Modells korrigiert und die für Renzulli unabdingbare Einbettung ins soziale Umfeld und damit die systembedingte Abhängigkeit und Dynamik in der Entwicklung von Begabungen hervorgehoben. Ausgehend von Renzullis Schoolwide Enrichment Model, entfaltet Müller-Oppliger eine Didaktik der Begabungsförderung, die aktuelle lernpsychologische Erkenntnisse wie auch sozialphilosophische Gedankengänge mit einbezieht.
Hoyer, Timo; Weigand, Gabriele & Müller-Oppliger, Victor (2013). Begabung. Eine Einführung. Darmstadt: WBG (Wissenschaftl. Buchgesellschaft) (ISBN 978-3-534-23506-3)
Neue Karg-Hefte zu «Begabung und Traditionen» und «Begabungsförderung in der Sekundarstufe»
Die Ausgabe 06 der Karg-Hefte will dazu anregen, sich die eigenen handlungsleitenden Werte in der Begabungsförderung bewusst zu machen und kritisch zu hinterfragen. Hervorgehoben werden sollen hier zwei Beiträge.
Armin Hackl (eVOCATIOn) thematisiert das Wertesystem einer personorientierten Begabungsförderung. Den Hintergrund bildet ein Verständnis der Person in ihrer Einmaligkeit, die über die Autorenschaft für das eigene als Prozess begriffene Leben verfügt und sich verbunden und im Austausch mit anderen weiter entwickelt. Als zentrale Werte gelten Selbstbestimmung, Beteiligung, Verantwortung und mehrdimensionale Leistung zu denen die Haltungskultur einer personorientierten Schule hinführen soll, die ihrerseits geprägt ist durch Förderung, Stärkenorientierung, Anerkennung, Begleitung und Orientierung.
Der Beitrag von Tanja Gabriele Baudson (Universität Trier) ist standardisierten Tests und individueller Förderung gewidmet und geht der Frage nach, ob sich diesbezüglich unversöhnliche Gegensätze auftun oder unnötige Grabenkämpfe ausgefochten werden. Der Rückblick auf die Entstehungshintergründe der IQ-Testung endet in der Frage nach deren Aussagekraft und differentiellen Validität und führt die Autorin zur Gegenüberstellung eines selektionsorientierten und eines förderungsorientierten Paradigmas. In Anlehnung an David Yun Dai expliziert Baudson drei normative Spannungsfelder (Expertise vs. Kreativität, Hochbegabtenförderung vs. Talententwicklung, Exzellenz vs. Fairness) und plädiert für eine spannungsfeldübergreifende Kommunikation.
Die Ausgabe 07 der Karg-Hefte ist der PULSS-Studie zur Untersuchung der gymnasialen Begabtenklassen in Bayern und Baden-Württemberg gewidmet. Wolfgang Schneider, Franzis Preckel und Eva Stumpf geben einen Überblick über Grundlagen, Methoden und Ergebnisse der Studie, deren Ziel es war, die Effektivität verschiedener didaktischer und organisatorischer Massnahmen für schulische Leistung zu bestimmen wie sie bspw. in der Einrichtung spezieller Begabtenklassen realisiert sind. Erstmals wurde dabei auch die sozial-emotionale Entwicklung Hochbegabter erfasst. Es zeigte sich, dass Kinder und Jugendliche in Hochbegabtenklassen im Vergleich zu überdurchschnittlich Begabten in Regelklassen Leistungsvorsprünge aufweisen. Auch unter dem Aspekt der sozial-emotionalen Entwicklung bewährt sich das Modell der Begabtenklassen, wobei hier grosse Ähnlichkeiten zu den Vergleichsgruppen in Regelklassen bestehen.
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High Ability Studies 2/2014
In der neuen Ausgabe des ECHA-Journals vergleichen Bettina Harder, Wilma Vialle und Albert Ziegler vier Modelle (IQ-, Leistungsexzellenz-, Moderator- sowie systemisches Modell) auf ihre Vorhersage- und Erklärungskraft. Während sich das IQ-Modell sowohl bezüglich Vorhersage- wie auch Erklärungskraft als den andern Ansätzen unterlegen erwies, schnitten das Leistungsexzellenzmodell bezüglich Vorhersagekraft und das Moderatormodell sowie das systemische Modell bezüglich Erklärungskraft am besten ab.
Adrian Furnham und Chun Wu untersuchten 155 chinesische Elternpaare (hohes Bildungsniveau, städtisches Umfeld) darauf hin, wie sie die eigene(n) Intelligenz(en) und jene ihres Partners bzw. ihres einzigen Kindes einschätzen. Dabei schätzten sich die untersuchten Männer in fast allen Intelligenzbereichen höher ein als ihre Frauen und die Eltern schrieben ihren Kindern höhere allgemeine sowie sprachliche und musikalische Intelligenz zu als sich selbst, sich selbst dagegen attestierten sie höhere existenzielle Intelligenz als ihren Kindern. Väter und Mütter unterschieden sich nicht in ihrer Einschätzung und machten keinen Unterschied zwischen Töchtern und Söhnen. In dem Sinne konnte kein «Kleiner-Kaiser-Effekt» nachgewiesen werden.
Eine Forschungsgruppe aus Israel untersuchte den Zusammenhang von Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit sowie allgemeiner Intelligenz und Exzellenz in Mathematik. Sie fanden, dass Lernende mit hoher allgemeiner Intelligenz und mathematischer Leistungsfähigkeit über eine höhere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit verfügen als andere. Ebenso konnten Geschlechterunterschiede bezüglich einiger Aufgabenformate nachgewiesen werden.
Eine portugiesische Forschungsgruppe befragte 33 exzellente Studierende der Ingenieurwissenschaften über ihre Lern- und Karrierewege.
Kognitiv-motivationale Einstellungen von Schulkindern mit Hochbegabungslabel
Unter diesem Titel hat Sabine Tanner 2013 ihre Dissertation publiziert und damit den Zugang zu einer sehr sorgfältig durchgeführten Studie ermöglicht. Einbezogen waren 2006/07 Kinder aus 3. bis 6. Primarklassen aus 16 Deutschschweizer Kantonen. Davon waren 232 Kinder als hochbegabt diagnostiziert und etikettiert; sie bildeten die Untersuchungsgruppe. Ihnen standen 95 «klassenbeste» Kinder als Vergleichsgruppe gegenüber. Eine weitere Vergleichsgruppe setzte sich aus 55 Kindern aus (privaten) Spezialklassen für Hochbegabte zusammen. Gegenstand der Untersuchung bildeten das Fähigkeitsselbstkonzept (global, mathematisch, sprachlich), Zielorientierungen, Leistungsmotive, Attribution von Misserfolg, wahrgenommene Fremderwartungen (Eltern, Lehrpersonen), Schulzufriedenheit und soziale Integration. Mit Blick auf diese Einstellungen wurden etikettiert hochbegabte Kinder und leistungsstarke («klassenbeste») Kinder verglichen. Zusätzlich wurden Subgruppenvergleiche angestellt nach den Kriterien Geschlecht, minderleistendes Verhalten, Erfahrung mit Klassenüberspringen sowie Besuch von Pull-out-Programmen.
Die Studienleiterin stellte fest, dass die Unterschiede zwischen Regelklassenkindern mit Hochbegabungslabel und «Klassenbesten» unerwartet klein waren. Das Etikett «Hochbegabung» hatte somit weder das Fähigkeitsselbstkonzept noch andere Einstellungen oder auch die Fremderwartungen gesteigert und insgesamt zeigten sich die nicht-minderleistenden Hochbegabten mit sehr vorteilhaften lern- und leistungsbezogenen Einstellungen ausgerüstet. Minderleister hingegen wiesen in allen Bereichen ein tieferes Fähigkeitsselbstkonzept auf, zeigten aber auch ungünstigere (externale) Attributionen von Misserfolg und eine weniger ausgeprägte Aufgabenorientierung. Zudem berichteten sie von stärker wahrgenommenen Elternerwartungen. Zwischen den Geschlechtern zeigten sich bekannte Muster auch bei den Hochbegabten: höheres mathematisches Fähigkeitsselbstkonzept der Knaben, höheres sprachliches Selbstkonzept der Mädchen. Die etikettiert hochbegabten Knaben schienen höheren Elternerwartungen ausgesetzt, dagegen zeigten Mädchen eine höhere Schulzufriedenheit. Pull-out-Massnahmen hatten gemäss der Untersuchung keinen Einfluss auf Fähigkeitsselbstkonzept und motivationale Einstellungen. Kinder, die an solchen Massnahmen teilgenommen hatten, zeigten aber eine tiefere Schulzufriedenheit und fühlten sich sozial weniger in den Klassenverband integriert. Demgegenüber berichteten Kinder, die ein Schuljahr übersprungen hatten, tendenziell über mehr Schulzufriedenheit, fühlten sich sozial aber auch weniger integriert als Kinder, die nicht übersprungen hatten. Der Vergleich mit den Hochbegabten in Spezialklassen zeigte, dass diese ein tieferes Fähigkeitsselbstkonzept aufwiesen, was die Autorin mit den einer Spezialschulung oft vorausgehenden negativen Schulerfahrungen erklärt. Auch die Erfolgserwartungen dieser Kinder waren tiefer und die Angst vor Misserfolg grösser. Trotzdem zeigten die Kinder aus Spezialklassen eine hohe Aufgabenorientierung und eine höhere Schulzufriedenheit als Hochbegabte aus Regelklassen.
Als Fazit hält die Autorin fest, dass das grösste Potential zur Verbesserung von etikettiert hochbegabten Regelklassenkindern in der adaptiven Gestaltung des alltäglichen Unterrichts liege und damit der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen zentrale Bedeutung zukomme.
Tanner, Sabine (2013). Schulkinder mit Hochbegabungslabel. Eine empirische Untersuchung ihrer kognitiv-motivationalen Einstellungen. Münster: Waxmann (ISBN 978-3-8309-2934-5)
High Ability Studies 1/2014
Rechtzeitig zum Internationalen Begabungsförderungskongress in Brugg wartete das ECHA-Journal mit einer Spezialausgabe auf zur Bedeutung von Lernumgebungen für die Begabungsförderung. Im Editorial plädieren Albert Ziegler, Elena L. Grigorenko und Bettina Harder für einen fundamentalen Perspektivenwechsel. Viele Begabungskonzeptionen betonen zwar die Rolle der Umwelt für die Talententwicklung, sehen Begabung aber gleichwohl als individuelles Merkmal. Demgegenüber seien Umwelt und Lernumgebungen vielmehr als integraler Bestandteil dessen zu sehen, was Begabung tatsächlich ist. In diesem Sinne versammelt die Spezialausgabe Beiträge, welche die Relevanz der Lernumgebung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Die ersten drei Beiträge basieren auf empirischen Studien. Heidrun Stöger, Julia Steinbach, Stefanie Obergriesser und Benjamin Matthes fragen, ob individuelle Merkmale oder die Lernumgebung wichtiger seien für Fünftklässler, wenn es um die Transformation von Potential in Leistung geht. Sascha Hein, Mei Tan, Abdullah Aljughaiman und Elena L. Grigorenko beschreiben häusliche Einflussfaktoren auf die Begabungsförderung in Saudi Arabien. Albert Ziegler, Heidrun Stöger, Bettina Harder u.a. zeigen – geschlechterdifferenziert – den Stellenwert des Aktiotops für die Leistungsentwicklung und das Leistungsselbstvertrauen auf. Die andern beiden Beiträge betreffen Implikationen der Forschung für die Schulentwicklung. Ronald A. Beghetto und James C. Kaufmann erläutern, wie Lernumgebungen im Klassenraum gestaltet werden können, die sich zur Förderung von Kreativität eignen. Im Beitrag von Jacob Hardesty, Jenna McWilliams und Jonathan A. Plucker geht es um Möglichkeiten mittels elektronischer Medien die Leistungshindernisse, denen benachteiligte Jugendliche begegnen, zu verkleinern.
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Journal für Begabtenförderung 1|2014: Neurowissenschaften
Die Neurowissenschaften und davon ausgehende Impulse für die Diskussion von Begabung und Kreativität wie auch für die Lehr- und Lernforschung beschäftigen die Autorinnen und Autoren dieses Hefts. Aljoscha C. Neubauer und Sylvia Opriessnig stellen den Talente Check vor, der in Niederösterreich breit in der Berufswahlvorbereitung eingesetzt wird und neben Intelligenz (verbal, numerisch, räumlich) auch Einfallsreichtum, sozial-emotionale Kompetenz und praktische Alltagsintelligenz erfasst. Der Check zielt darauf ab, Begabungen zu erfassen, da diese für Berufserfolg und -zufriedenheit wichtiger sind als Interessen und mit diesen nicht zwingend übereinstimmen. Andreas Fink und Mathias Benedek entführen die Leserschaft auf einen Streifzug durch die psychologische und neurowissenschaftliche Kreativitätsforschung, der erste Autor erläutert in einem weiteren Beitrag auch Schlüsselbegriffe der neurowissenschaftlichen Kreativitätsforschung. Karl Klement plädiert (einem dynamischen Begabungsbegriff folgend) für die Entwicklung von Aneignungskompetenz und damit für reflexive Unterrichts- und selbstgesteuerte sowie handlungsorientierte Lernprozesse. Ebenfalls in der Rubrik «für die Praxis» geht Helga Pfeiffer der Frage nach, weshalb Kreativität so wichtig ist und gibt Tipps zu deren Förderung. Alina Schwarz, Studentin der Neurowissenschaften, beschreibt ihre Studienmotivation unter dem Titel «Faszination Gehirn». Rezensionen runden das Heft ab.
journal für begabtenförderung 1/2013
Diese Ausgabe der Zeitschrift befasst sich mit der Thematik Beratung – Coaching – Mentoring und deren (wachsendem) Stellenwert in der Begabungsförderung.
Claudia Solzbacher und Christina Schwer thematisieren die Bedeutung der Beziehungen und deren Gestaltung für die Persönlichkeits- und Begabungsentwicklung sowie als Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Begabung in Leistung. Dabei stellen die Autorinnen fest, dass dazu kaum systematische Forschung vorliege. Psychodynamische Überlegungen zu einer fördernden Haltung stellt Sarah Yvonne Brandl an und plädiert für die Entwicklung selbstreflexiver Fähigkeiten und dialogischer Kompetenzen von Beratenden und Lehrpersonen. Am Beispiel des an der Universität Münster entwickelten Forder-Förder-Projekts «Advanced» zeigen Christian Fischer, David Rott und Christiane Fischer-Ontrup auf, wie es im Projekt gelingt, Studierenden die notwendige Rollenerweiterung von Lehrpersonen in Richtung Lernbegleitung und Coaching zu ermöglichen. Auch in diesem Projekt spielt die Beziehung zwischen Coach und Coachee eine zentrale Rolle.
Von besonderem Interesse auch für die Schweiz ist der Beitrag von Franziska Buschhaus, Sigrun Schirner, Heidrun Stöger und Albert Ziegler, der sich auf Ergebnisse aus dem Projekt CyberMentor bezieht. Dieses Programm zur Förderung MINT-begabter Mädchen erwies sich für Mädchen mit unterschiedlichen Voraussetzung und auch Risikofaktoren (wie geringes Vorinteresse, wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und ein wenig förderliches Umfeld ausserhalb des Programms) als erfolgreich. Im Programm werden jährlich ca. 800 Mentees zwischen zwölf und achtzehn Jahren von Akademikerinnen und Studentinnen im MINT-Bereich betreut. Über eine geschützte Internetplattform sind die Mentees mit den Mentorinnen, die beiden Gruppen aber auch unter sich vernetzt und beschäftigen sich mit MINT-Fragestellungen und Problemlösungen. Sowohl die MINT-Aktivitäten wie die Sicherheit bezüglich Berufswahl konnten durch die Programmteilnahme auch bei Risikogruppen erhöht werden. Als Erfolgsfaktoren werten die Autor/innen die professionale Planung und Durchführung (Schulung der Mentorinnen, angemessen lange Programmdauer, häufige Kontakte zwischen Mentorin und Mentee). Abgerundet wird die Nummer mit Fallbeispielen aus der Praxis, die diesmal aus allen drei deutschsprachigen Ländern stammen.
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journal für begabtenförderung 2/2012: Altersgemischtes Lernen
Der Titel dieser Ausgabe heisst «Altersgemischtes Lernen», auch wenn Friedrich Oswald in der Rubrik «Schlüsselbegriff» diese Bezeichnung als grundfalsch und sinnwidrig qualifiziert und dafür plädiert, von altersunabhängig individualisiertem Lernen zu sprechen.
Den Autorinnen und Autoren der Nummer geht es darum zu zeigen, wie in der Reformpädagogik (Harald Ludwig) wie auch in aktuellen Schulmodellen die Klassenzusammensetzung nach Altersjahrgang überwunden wird. Als Praxisbeispiele erscheinen das SBW Haus des Lernens in Romanshorn (Sandra Kamm Jehli), die Bodensee-Schule St. Martin (Gerhard Schöll), eine Gemeinschaftsschule in Neubrandenburg (Susanne Bolle) sowie verschiedene Modelle der Gruppenzusammensetzung in deutschen Kindertagesstätten und Kindergärten (Stephanie Schmitz und Dagmar Bergs-Winkels). Anhand einer Nachfolgestudie zur Evaluation der Schulversuche mit Grund- und Basisstufen im Rahmen der EDK-Ost und Partnerkantone zeigen Christa Urech und Franziska Vogt, dass ein Klassenüberspringen in der Regel erfolgreich ist und zur Zufriedenheit von Kindern und Eltern verläuft. Dabei erweist sich das Überspringen in den neuen jahrgangsübergreifenden Modellen (Grund- oder Basisstufen) als unkompliziert. Auch aus der Perspektive eines österreichischen Schulversuchs mit Mehrstufenklassen (Ursula Girg) erscheint die jahrgangsunabhängige Klassenzusammensetzung in positivem Licht. Die Nummer wird wie immer abgerundet durch Rezensionen, deren eine sich auf die Publikation von Edwin Achermann und Heidi Gehrig zum Altersdurchmischten Lernen AdL (2011, schulverlag plus) bezieht.
High Ability Studies 2/2012
Albert Ziegler und Shane N. Phillipson schauen noch einmal zurück auf die Reaktionen, die ihr Grundsatzartikel in einer früheren Ausgabe der Zeitschrift ausgelöst hatte. Darin hatten sie einem Paradigma-Wechsel in der Begabtenförderung das Wort geredet und das von ihnen entwickelte AMG (actiotope model of giftedness) als Kern einer solchen veränderten Sicht- und Vorgehens-weise präsentiert. Die zahlreichen Reaktionen werten die Forschenden als positiv und fühlen sich bestärkt in ihrer Hoffnung, mit dem AMG die behauptete Unwirksamkeit traditioneller Begabtenförderung überwinden zu können.
Ein zweiter Beitrag (David Rutkowski, Leslie Rutkowski, Jonathan A. Plucker) befasst sich mit Kompetenzdifferenzen nach Geschlecht und Migrationsstatus in den Gruppen mit Spitzen-leistungen in internationalen Vergleichsstudien (TIMSS). Die Autorengruppe stellt fest, dass sich die Lücke zwischen dem Frauen- und dem Männeranteil in der Spitzengruppe zwischen 1995 und 2007 international und in den untersuchten 16 Ländern sowohl im naturwissenschaftlichen wie im mathematischen Bereich verkleinert hat. Die ohnehin kleinen Unterschiede im Anteil Jugendlicher mit bzw. ohne Migrationshintergrund in der Spitzengruppe scheinen stabil zu sein. Insgesamt stellt das Forschungsteam fest, dass der Prozentanteil von Jugendlichen, deren Testleistungen auf sehr hohem Niveau liegen, kaum wächst.
Der dritte Beitrag widmet sich der Voraussage von Erfolg bei Olympiade-Teilnehmenden (Detlef UrHahne, Lok Hang Ho, Ilka Parchmann, Sabine Nick) anhand des Erwartungs-Wert-Modells von Eccles at al.. Das Autorenteam kann zum einen die Voraussagekraft des Modells bestätigen und zeigen, dass weibliche Teilnehmende an einer Chemie-Olympiade weniger elterliche Unterstützung erhielten als männliche Teilnehmende. Zudem erwies sich die frühere Teilnahme an Olympiaden als wichtigster Erfolgsfaktor. Die Forschenden plädieren aufgrund ihrer Ergebnisse für die Elternsensibilisierung und eine verstärkte Einladung von Jugendlichen zur Teilnahme an Olympiaden.
Im vierten Beitrag schliesslich geht es um die Validierung eines spanischen Schul- und Hochschulfähigkeitstest.
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journal für begabtenförderung 1/2012: Emotionale und soziale Begabungen
In der zweiten Ausgabe 2012 geht es um eine Begabungsdomäne, die bisher noch wenig im Fokus von Forschung und Entwicklung steht. Heinz Reinders präsentiert Ergebnisse einer eigenen Studie zur sozio-emotionalen Entwicklung hochbegabter Grundschulkinder in einer ausserschulischen Fördermassnahme. Ulrike Greiner formuliert erste Bausteine einer Theorie der sozial-emotionalen Begabung und Rolf Haubl diskutiert aus sozialpsychologischer Sicht die Bedeutung der Bindungstheorie für eine gelingende soziale und emotionale Entwicklung begabter Knder und Jugendlicher. Unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung sozio-emotionaler Begabungen werden in den Beiträgen von Renate Wurstinger über das Fach «KoSo» (Kommunikation und Sozialkompetenz) an der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien und von Heike Hagelgans über eine schulartübergreifende Förderung von Underachievern unter besonderer Beachtung ihres sozio-emotionalen Wohlbefindens präsentiert. Friedrich Oswald schliesslich erläutert die Bedeutung der sozialen und emotionalen Intelligenz für die Begabungsförderung selbst.
Journal für begabtenförderung 1/2011
Das Thema «MINT-Talentförderung» bildet den ausschliesslichen Schwerpunkt der Nummer. Angesprochen sind also die Bereiche Mathematik, Informatik Naturwissenschaften und Technik (MINT). Leider wird das Thema mit einer gewissen Verengung zum einen auf Hochbegabten-förderung und zum andern auf Deutschland angegangen. Das Heft ist daher nicht nur von beschränktem Interesse für die Begabungsförderung in der Schweiz, es bietet auch keine befriedigenden Ausblicke auf die im Einführungsartikel von Heller, Mönks und Ziegler angesprochenen Hauptprobleme: Effektivität der Hochbegabtenförderung im MINT-Bereich und Mädchen- und Frauenförderung in MINT.
Der bereits bestehende und sich zukünftig verschärfende Mangel an hochqualifizierten Fachleuten auf diesen Gebieten ist unbestritten und gilt auch für die Schweiz. Ob allerdings die spezielle Förderung einiger weniger Hochbegabter, wie sie im Heft an einigen Beispielen beschrieben wird, Abhilfe schaffen kann, muss angezweifelt werden. Gerade diese Beiträge machen übrigens auf die Probleme des Regelunterrichts aufmerksam, die allerdings mittels Separation Hochbegabter nicht gelöst werden...
Um mehr junge Menschen für die Lern-, Studien- und Arbeitsgebiete im MINT-Bereich zu begeistern, braucht es insbesondere im ganz normalen Unterricht wesentliche Veränderungen, insbesondere was motivationale und emotionale Aspekte anbelangt. Dazu gibt es weltweit zahlreiche interessante Projekte und Erkenntnisse, auch im deutschsprachigen Raum.
In engem Zusammenhang mit der notwendigen Unterrichtsverbesserung im Regelschulbereich und damit einer eigentlichen Begabungsförderung steht auch die Geschlechterthematik. Leider werden im Heft weder die dazu vorliegenden Forschungsergebnisse rezipiert, noch finden sich Hinweise auf die zahllosen Initiativen zur Mädchen- und Frauenförderung im MINT-Bereich, international und im deutschsprachigen Raum. Einzig in einem Artikel (Wörner) wird der Girl’s Day in einem Nebensatz erwähnt. Interessanterweise schildert die einzige weibliche Autorin dieser Nummer, eine junge, in einem Spezialprogramm über viele Jahre hinweg geförderte Physikstudentin (Viermann), in ihrem Erfahrungsbericht sehr reflektiert die Zweifel und Fragen, die wahrscheinlich viele ihrer Geschlechtsgenossinnen von der Teilnahme an Förderangeboten abhalten, und die bei der Gestaltung von Angeboten berücksichtigt werden müssten.
Insgesamt muss das Heft als wenig zielführender Beitrag zu einem hochaktuellen Thema qualifiziert werden, der zudem kaum aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse oder anregende Praxishinweise enthält.
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Alle gleich – alle unterschiedlich!
Unter diesem Titel haben Alois Buholzer und Annemarie Kummer Wyss von der PHZ Luzern in der Reihe «Lehren Lernen» (Klett und Balmer) ein Lehrbuch zum Umgang mit Heterogenität in Schule und Unterricht herausgegeben. Im ersten Teil finden sich Beiträge zu Erscheinungsweisen von Heterogenität, darunter ein Artikel von Christian Fischer zur Begabungs- und Begabtenförderung. Im zweiten Teil geht es um den produktiven Umgang mit Heterogenität im Unterricht. Die Beiträge reichen von «Lernprozesse förderorientiert diagnostizieren» (Alois Buholzer) über «Lernen verstehen und eigenständiges Lernen fördern» (Titus Guldimann) sowie «binnendifferenziert unterrichten» (Klaus Joller-Graf) bis zu «kooperativ lernen» (Silke Traub) bzw. «kooperativ unterrichten» (Annemarie Kummer Wyss). Zu allen Beiträgen sind Aufgaben formuliert, die Leserinnen und Leser zur vertieften Auseinandersetzung mit den Texten anregen sollen. Der Band wird ergänzt durch Download-Material.
Er ist erschienen beim → Klett und Balmer Verlag Zug
(ISBN 978-3-264-83850-3).
Stärken entdecken – erfassen – entwickeln: Das Talentportfolio in der Schule
Hauptziel der Publikation von Urs Eisenbart, Beat Schelbert und Esther Stokar-Bischofberger ist die Einführung in die stärkenorientierte Förderung auf allen Stufen der Volksschule. Differenziert wird aufgezeigt, wie die Stärkenorientierung auf verschiedenen Ebenen des pädagogischen Handelns angelegt werden kann. Systematisch und angereichert mit zahlreichen Beispielen werden Grundlagen und Begründungen zur Stärkenorientierung geliefert. Praxisnah wird eine stärkenorientierte Unterrichtskultur und die darin wirksamen Haltungen und Interaktionsmuster beschrieben. Schliesslich wird die Arbeit mit dem Talentportfolio je separat für die Primar- und die Sekundarstufe I erläutert. Die Publikation wird ergänzt durch eine CD-ROM mit vielfältigem, direkt einsetzbarem Material. Das Werk, dessen Autorin und Autoren seit vielen Jahren mit dem Talentportfolio als Kernstück des Schulischen Enrichments arbeiten, soll Lehrpersonen ermutigen, Stärkenorientierung im Unterricht zu leben, und sie befähigen, das Instrument Talentportfolio gezielt einzusetzen.
Es ist erschienen im → schulverlag plus
(ISBN 978-3-292-00629-5).
High Ability Studies 1/2010
Die englischsprachige Zeitschrift des European Council for High Ability (ECHA) wartet in ihrer Sommerausgabe mit zwei Artikeln aus dem Sportbereich auf, bei denen es um sportspezifische Kreativität im Mannschafts-Ballsport (Memmert, Baker, Bertsch) und um Fragen von Effekten des Entwicklungsalters im Zusammenhang mit der Händigkeit im Tennis geht (Loffing, Schorer, Cobley). Ein weiterer Beitrag ist der möglichen Wirksamkeit von Mentoring-Programmen gewidmet und skizziert den eher enttäuschenden Forschungsstand dazu (Grassinger, Porath, Ziegler). Beiträge zu einem in Hong-Kong entwickelten Instrument zur Erfassung der Selbstwirksamkeit bezüglich Laufbahn- und Talententwicklung (Yuen, Gysbers, Chan, Lau, Shea) und zur öffentlichen Diskussion über Begabung und begabte Kinder in Finnland (Laine) schliessen die Nummer ab.
→ www.tandf.co.uk/journals/HAS
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«journal für begabtenförderung» 2/2010
Der Titel der zweiten Nummer 2010 heisst «Sensitivität nach Dabrowski». In der Ausgabe kommen zeitgenössische Expertinnen und Experten zu Wort, welche die Theorien und Forschungsarbeiten von Kazimierz Dabrowski (1902–1980) zum hohen Empfindungsvermögen untersuchen und anwenden. Einleitend stellt Michael M. Piechowski das Konzept des hohen Empfindungsvermögens vor, wie es der polnische Psychiater, Psychologe und Philosoph Dabrowski entwickelt hat. R. Frank Falk und Nancy B. Miller stellen neuere Untersuchungen zum hohen Empfindungsvermögen vor (HE). Sie unterscheiden psychomotorische von sensorischen HE-Formen, imaginatives von intellektuellem und von emotionalem HE. Die referierten Studien konnten nachweisen, dass begabte Kinder und Jugendliche sich von nicht-begabten durch ein höheres Empfindungsvermögen in verschiedenen Bereichen unterscheiden (allerdings wird im Artikel nicht genannt, wie «begabt» definiert wurde). Sal Mendaglio stellt den Prozess der Entwicklung in Dabrowskis Theorie dar, während Wieslawa Limont ihre Untersuchungen zum Zusammenhang von hohem Empfindungsvermögen und spezifischen Begabungen referiert. Die Beiträge von Alice Braham und Stephanie Schneider-Maessen nutzen das Konzept des hohen Empfindungsvermögens für einen erweiterten Blick auf Hochbegabung und erläutern dessen Anwendung in der Praxis.
→ www.studienverlag.at
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«journal für begabtenförderung» 1/2010
Die erste Nummer 2010 der Zeitschrift ist dem Thema «Selbstgesteuertes Lernen» gewidmet. Christine Sontag und Heidrun Stöger referieren zahlreiche Studien zu selbstreguliertem Lernen und Hochbegabung und fassen sie zusammen. Albert Ziegler, Heidrun Stöger und Robert Grassinger stellen die Möglichkeiten der Diagnostik selbstregulierten Lernens mit dem FSL-7 vor (Fragebogen Selbstregulierten Lernens im siebenstufigen Zyklus). Christian Fischer und Christiane Fischer-Ontrup präsentieren Forschungsergebnisse zu Strategien selbstregulierten Lernens in der schulischen Begabtenförderung. Für die Praxis schreibt Dagmar Berg-Winkels zum selbstregulierten Lernen im Elementarbereich (Kindertagesstätten) und Victor Müller-Oppliger plädiert für eine Weiterentwicklung der Begabtenförderung zu selbstgestaltendem Lernen im Rahmen von Selbstlernarchitekturen, wie sie an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz praktiziert werden. Fallgeschichten und ein Kommentar von Friedrich Oswald zum Thema runden die Nummer ab.
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Swissgifted Journal 1/2010
Mit der bereits fünften Nummer ihres Journals bringt die Schweizerische Gesellschaft für Begabungs- und Begabtenförderung eine reichhaltige Publikation heraus. Zwei Übersetzungen aus dem Englischen machen Joe Renzullis Überlegungen zum induktiven Lernen und eine Neufassung des differenzierten Modell von Begabung und Talent von Françoys Gagné zugänglich. Wichtige Impulse für die Praxis liefert Claudia Waldvogel. Sie stellt Ergebnisse ihrer Masterarbeit zur begabungsfördernden Leistungsbewertung vor. Und Albert Ziegler präsentiert seine Überlegungen zum nicht ganz unbelasteten Verhältnis zwischen Pädagogik und Bildungsökonomie in einer für das Thema Begabungs- und Begabtenförderung animierenden Weise. Matthias Giger porträtiert John Frederic Feldhusen und dessen Exzellenzmodell, das vor allem für die Oberstufe Beachtung verdient. Ein kurzes Interview mit der Begabungsforscherin und Lehrpersonenbildnerin Heidrun Stöger, eine ausführliche Rezension des LISSA-Buches «Begabungsförderung leicht gemacht» sowie zahlreiche weitere Buchbesprechungen runden das Heft ab. Zu bestellen über www.swissgifted.ch. (Das nächste Seminar von Swissgifted findet am 11.9.2010 in Luzern statt.)
→ www.swissgifted.ch
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Rost, Detlef H. (2009). Intelligenz. Fakten und Mythen. Weinheim/Basel: Beltz
(sg) Wer sich mit Konzepten und empirischen Ergebnissen zur Intelligenz auseinandersetzen will und über Basiskenntnisse der Statistik verfügt, findet im neusten Werk des Marburger Intelligenz- und Hochbegabungsforschers Rost eine reichhaltige und gleichwohl kompakte Sammlung. Rost geht davon aus, dass zum besterforschten Merkmal der Psychologie viele Irrtümer, Fehlmeinungen und Mythen kursieren. Sein Anliegen ist es, dem mit gesicherten Fakten entgegenzutreten. Er fasst traditionelle und alternative Theorien zur Intelligenz zusammen und zeigt auf, wie weit sie empirisch belegt sind. Als «goldenen Standard» identifiziert Rost hierarchische Intelligenzmodelle mit g (allgemeine Intelligenz) an der Spitze. Mit alternativen Modellen (soziale, emotionale, praktische etc. Intelligenz, bzw. Multiple Intelligenzen) geht Rost kritisch ins Gericht und führt sowohl theoretische Mängel wie auch unzureichende empirische Belegbarkeit an. Im Kapitel zur Intelligenzmessung und Hochbegabungs-Diagnose geht der Autor u.a. auf verschiedene Tests ein. Neben Unterschieden nach Geschlecht und sozioökonomischem Status referiert Rost auch die Relevanz von Intelligenz für Schul- und Berufserfolg, sowie das Zusammenspiel von Vererbung und Umwelteinflüssen. Im letzten Kapitel schliesslich bespricht der Autor Fragen der Konstanz und Veränderung von Intelligenz, über die Lebensspanne wie auch über Generationen hinweg. Für alle, die in Studium oder Beruf mit dem Thema befasst sind, wird das Buch durch Kapitelzusammenfassungen, umfangreiche Literaturliste und Register zu einem praktischen Handbuch.
→ www.beltz.de
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journal für begabtenförderung, 2/2009
Im Hauptbeitrag dieser Nummer stellen Heidrun Stöger und Albert Ziegler ihren Ansatz «Begabungsförderung aus einer systemischen Perspektive» vor. Ausgehend von einer kritischen Betrachtung der traditionellen Begabtenförderung in Deutschland (Bildung homogener Lerngruppen, Akzeleration, Enrichment und Pull-out) plädieren die Schreibenden für einen systemischen Ansatz, dessen Ziel es ist, individuell abgestimmte hochwirksame Lernumgebungen zu schaffen. Im Aktiotop-Modell, das Stöger und Ziegler vorstellen, geht es darum, den Erwerb und den Gebrauch eines exzellenten Handlungsrepertoires zu erklären und bestmögliche Förderbedingungen zu analysieren. Die Lektüre dieses Artikels ist ebenso anspruchsvoll wie anregend.
Zwei weitere Beiträge (Harder/Grassinger und Sontag/Steinbach) konzentrieren sich dann auf Begabungsförderung im System Familie bzw. im System Schule. Zum Teil werden diese Artikel allerdings den ungleich verteilten Ressourcen und Belastungen, mit denen die angesprochenen Systeme im Alltag konfrontiert sind, nicht gerecht.
Silja-Susann Taxis und Karina Schulze stellen ein webbasiertes Mentoring zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich interessierter Mädchen vor. Im Projekt CyberMentor wird neben den Mikrosystemen Schule und Familie ein weiteres förderliches Mikrosystem aufgebaut. Angeboten werden anregende Aufgabenstellungen und Einblicke in mögliche Berufsfelder sowie Beziehung zu Vorbildern und Gleichgesinnten (Mentorin mit mathematisch-naturwissenschaftlichem oder technischem Beruf; andere am Projekt beteiligte Mädchen).
Im Fallbeispiel (Grassinger/Harder) schliesslich wird der systemische Zugang nochmals illustriert.
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Begabungsförderung leicht gemacht
Unterlagen und Konzepte von LISSA-Preisträgern
hep verlag | ISBN 978-3-03905-574-6
Wie lässt sich eine breite Begabungsförderung in der Primarschule erfolgreich einführen und nachhaltig umsetzen? Dieses Handbuch gibt Antworten. Acht mit dem LISSA-Preis (Lernfreude in Schweizer Schulen anregen) ausgezeichnete Schweizer Primarschulen präsentieren ihre Modelle und gewähren Einblick in die konkrete Umsetzung. Neben Erfahrungsberichten stellen sie eine breite Palette von Arbeitsunterlagen zur Verfügung. Drei ergänzende Grundlagentexte geben weitere nützliche Impulse. Ein Buch aus der Praxis für die Praxis - für alle Lehrpersonen, die ihren Unterricht mit Elementen der Begabungsförderung anreichern wollen.
→ www.hep-verlag.ch
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Karin Thalmann-Hereth (2009). Hochbegabung und Musikalität.
Integrativ-musiktherapeutische Förderung hochbegabter Kinder.
Wiesbaden: VS Verlag der Sozialwissenschaften
Intention dieses Buches ist es zu begründen, weshalb hochbegabte Kinder nicht einseitig intellektuell gefördert werden sollten, bzw. darzulegen, wie eine musiktherapeutische Förderung zu einer ausgewogenen Entwicklung beitragen kann. Die Autorin verbindet Modelle und Ergebnisse aus der Begabungsforschung mit solchen zur Musikalität sowie mit Konzepten der Integrativen Therapie (nach Petzold). Ergänzt wird das Werk durch Schilderungen aus musiktherapeutisch angereicherten Förderkursen, welche die Autorin im Rahmen des stadtzürcherischen «Universikums» angeboten hat.
Während die Verknüpfung von Begabungsmodellen, Forschungsergebnissen zur Musikalität und Ansätzen der Integrativen Therapie interessante Aspekte birgt, wird der Nutzen einer musiktherapeutischen Intervention bei Hochbegabten zwar behauptet, kann jedoch nicht wirklich belegt werden. So bleibt vieles im Bereich des Hypothetischen oder der punktuellen persönlichen Erfahrung, was aber durchaus anregt zu vertiefter Auseinandersetzung mit der Thematik.
→ www.springerlink.com
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Zeitschrift: journal für begabtenförderung 1|2009
Unter dem Titel «Integrative Begabungs- und Begabtenförderung» steht diese Nummer ganz im Zeichen des Schulweiten Enrichment Modells SEM, das breit und umfassend abgehandelt wird. Das Modell wird sowohl unter dem Aspekt der Schulentwicklung (Marion Rogalla) wie auch jenem des selbstbestimmten Lernens (Ulrike Kempter) beleuchtet. Ergänzend wird ein Methodentrainig für eigenständige Projektarbeiten vorgestellt (Marion Rogalla, Doris Müller-Hostettler). Die Praxisbeispiele stammen aus Wien, der Zentralschweiz und dem Kanton Appenzell und beziehen sich je auf eine Primar- und eine Sekundarschule sowie auf ein Gymnasium. Auch in der Fallgeschichte wird gezeigt, wie das Drehtürmodell von Renzulli im Einzelfall umgesetzt werden kann.
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Zeitschrift: journal für begabtenförderung 2|2008
Die mit Verspätung erschiene zweite Ausgabe 2008 des «journals» thematisiert Kinder-Unis und das Junior-Studium. Immer mehr Universitäten im deutschsprachigen Raum und so auch in der Schweiz machen Angebote für Kinder. Dabei geht es primär darum, Kindern einen Besuch an der Hochschule zu ermöglichen, ihnen spannende Themen altersgerecht näher zu bringen und die Perspektive auf ein späteres Studium zu öffnen. Ob diese Form der Kinder-Uni als Begabungs- und Begabtenförderung betrachtet werden kann, bleibe dahingestellt. Kritisch wird in den Beiträgen jedenfalls angemerkt, dass diese Angebote vor allem Kinder aus bildungsnahen Familien ansprechen. Die Junge Uni Innsbruck hat sich deshalb vorgenommen, intensiver mit den Volksschulen zusammenzuarbeiten, um für möglichst alle Kinder den Kontakt zu Uni herzustellen (Beitrag Silvia Prock). Auch Julia Schneewind und Cornelia Krause betonen in ihrem Aufsatz über die Kinderhochschule an der PHZ Zug die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Hochschule, wenn es wirklich um die Förderung begabter Kinder geht. Das sogenannte Junior- oder Früh-Studium bietet willkommene Möglichkeiten von Akzeleration und Enrichment für ältere Schülerinnen und Schüler (Beiträge Stumpf/Schneider; Halbritter; Woestmann/Dessauer). Kritisch wird aber auch hier angemerkt, dass Schulen vor allem Leistungsstarke für das Frühstudium vorschlagen und es wird für eine bessere Beratung und Betreuung seitens der Schulen plädiert (Beitrag Solzbacher). Dass in der Schweiz das Frühstudium noch eine seltene Erscheinung ist, wird wohl zu Recht angemerkt, kann aber nicht als Fehlen von Fördermassnahmen an Gymnasien interpretiert werden.
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Ulrike Stedtnitz (2008). Mythos Begabung. Vom Potenzial zum Erfolg.
Bern: Verlag Hans Huber
Mit ihrem neuen Buch will die bekannte Zürcher Psychologin unter anderem aufzeigen, wie problematisch die Etikettierung «Hochbegabung» sein kann, und sie will dazu beitragen, neue Ergebnisse der Intelligenzforschung, der kognitiven Neurowissenschaften und der Expertiseforschung einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Gut abgestützt auf übersichtlich dargestellte Modelle zu Intelligenz und Hochleistung (Gardner, Sternberg, Heller, Renzulli) bricht die Autorin eine Lanze für die Förderung kreativer Produktivität im Sinne des Drei-Ringe-Modells nach Renzulli, dessen Elemente ausführlich zur Sprache kommen. Der Weg vom Potenzial zum Erfolg führt nach Stedtnitz über eine Stärkung von Motivation, Durchhaltevermögen und der Fähigkeit mit Rückschlägen und Frustrationen umgehen zu können. Und gerade der Motivation, sich über längere Zeit mit einem Thema zu befassen und mit gezielter Übung auf einem Gebiet Expertise zu erlangen, kann eine Etikettierung schaden. In den drei Schlusskapiteln zeigt die Autorin Möglichkeiten einer sinnvollen Förderung von Potenzialen durch Eltern, Schule und Gesellschaft. Das Buch ist übersichtlich strukturiert, wissenschaftlich sorgfältig recherchiert und belegt, wirkt durch knappe Zusammenfassungen und «Fragen zum Weiterdenken» anregend und eignet sich aufgrund des Personen- und Sachwortregisters auch als Nachschlagewerk.
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Neue Zeitschrift: SwissGifted
Die neu gegründete Schweizerische Gesellschaft für Begabungs- und Begabtenförderung tritt mit einem Journal an die Öffentlichkeit. Die erste Nummer enthält eine Analyse zur historischen und aktuellen Entwicklung der Begabungsförderung in der Schweiz, einen Artikel zu Chancen und Risiken der Umsetzung integrativer Begabungsförderung und eine Replik zur Diskussion um Elitegymnasien. Übersetzungen aus dem Englischen befassen sich mit Differenzierung im Klassenzimmer sowie Hochbegabung und Mobbing. Zu finden sind im Weiteren eine historische Abhandlung und Buchbesprechungen. Das Journal (Umfang Nr. 1: 36 Seiten) erscheint zweimal jährlich, kann für 45 Franken abonniert werden und kostet als Einzelnummer 29 Franken → www.swissgifted.ch
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Zeitschrift: High Ability Studies 2/2007
SG. Die englischsprachige Zeitschrift des European Council for High Ability (ECHA) bringt in ihrer zweiten Nummer 2007 zunächst einen Beitrag, der das Zusammenspiel von domänen-spezfischen und nicht-domänen-spezifischen Aktivitäten bei der Entwicklung von Fussball-Expertise beleuchtet. Das Ergebnis zeigt, dass Übungen in anderen Sportbereichen das Fussball-Können nicht positiv beeinflussen. Belegt wird aber auch, dass Erfolgserlebnisse aufgrund konsequenten Übens die Motivation steigern und weitere Anstrengungen beflügeln. Ein Beitrag aus China befasst sich mit Begabung für «Leadership» und zeigt, dass intrapersonale Intelligenz und gute Sprachfähigkeiten eine hohe Vorhersagekraft für Erfolg im Bereich «Leadership» haben, und plädiert für die Förderung solcherart begabter junger Menschen in den Bereichen Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung und Kommunikation. Ein weiterer Artikel beschreibt eine Anwendung des Rasch-Modells, die es Forschenden in Hong-Kong erlaubte, Leistungsmuster von Schüler/innen zu erkennen und Underachiever zu identifizieren. Eine in Zimbabwe durchgeführte Studie zeigt auf, wie «Hochbegabung» in der Ndebele-Kultur definiert wird und macht damit deutlich, wie wichtig kulturelle Sensibilität im Reden und Handeln in diesem Bereich ist. Dagegen belegt eine türkische Untersuchung, dass Forschungsergebnisse zur Kreativität, die in der Regel aus den USA oder Europa stammen, durchaus auf die türkische Bevölkerung übertragbar sind.
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Zeitschrift: journal für Begabtenförderung 2/2007
SG. Diese Ausgabe des Journals ist «sperrigen» hochbegabten Kindern und Jugendlichen gewidmet. Die Ausgangsthese lautet, dass sie, werden sie nicht mit ihren individuellen Bedürfnissen wahr- und ernst genommen, zum Rückzug neigen, gleichsam aussteigen oder ihr Umfeld gnadenlos herausfordern. Das Heft steht denn auch unter dem Titel «Herausforderer – Rückzieher – Aussteiger», womit auch drei der von Georges Betts und Maureen Neihart definierten Verhaltensprofile zur Identifikation Hochbegabter angesprochen sind, die im Heft vorgestellt werden. Ein Beitrag befasst sich mit der spezifischen Situation Hochbegabter in der Pubertät, ein anderer mit Interventionsmöglichkeiten zur Unterstützung von in mehrfacher Hinsicht «ungewöhnlichen» Kindern (z.B. Hochbegabung und Autismus). Daneben finden sich Fallbeispiele von Underachievern und ein Artikel, der aufzeigt, wie im differenzierenden / individualisierenden / personalisierten Unterricht adäquat auf die Bedürfnisse hochbegabter Kinder eingegangen und verzweifelte Reaktionen – wie die im Titel angetönten – vermieden werden können.
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Zeitschrift: journal für begabtenförderung 2/2006
In der mit etwas Verspätung herausgekommenen neuen Nummer des Journals steht Begabungsförderung in der frühen Kindheit im Zentrum. Die Hauptbeiträge von Sabina Pauen und Janna Pahnke (Denkentwicklung und Begabungsförderung) bzw. Franz Mönks (Frühkindliche Entwicklung) begründen Begabungsförderung in der frühen Kindheit vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Erkenntnisse. Der Beitrag von Dagmar Bergs-Winkels liefert pädagogische Anregungen für die Förderung von Vorschulkindern. Interessant für die Praxis sind die Beiträge zu Kunst im Kindergarten (Peter Winkels) und zu einem Projekt, in dem Oberstufen-Schüler/innen Physik-Lektionen für den Kindergarten vorbereiten und durch-führen (Joachim Brucherseifer). Auch die Fall-geschichten fokussieren Vorschulkinder und bearbeiten die Frage, ob eine vorzeitige Einschulung für die betreffenden Kinder angezeigt wäre und wie sie optimal gestaltet werden sollte.
Schade ist, dass im Heft in keiner Weise auf die Neugestaltung der Schuleingangsphase eingetreten wird, die in allen drei deutschsprachigen Ländern in Diskussion und Erprobung ist und sowohl für Akzeleration (individuelle Durchlaufzeit) wie auch für Enrichment (z.B. im projektartigen altersgemischten Lernen) mehr Spielraum bietet als die bestehenden Strukturen.
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Doris Perrodin-Carlen (2007): Et si elle était surdouée?
Un guide pour sensibiliser les parents, les enseignants et les autorités scolaires
Verlag SZH/CSPS
www.csps-szh.ch
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Zeitschrift: journal für begabtenförderung 1/2006
Die neue Ausgabe des Journals ist dem Thema «Familien mit begabten Kindern» gewidmet. Aus verschiedenen Blickwinkeln werden Entwicklungsbedingungen und die Möglichkeiten der Begabungsförderung in der Familie betrachtet. Für Eltern von Vorschulkindern besonders wertvoll dürfte der Beitrag von Christoph Perleth zur «Förderung der intellektuellen Begabung» sein. Der Autor spricht Eltern direkt an und zeigt, wie sie mit einfachen Mitteln ihren Kindern ein anregungsreiches, förderliches Umfeld schaffen können. Die andern Beiträge beleuchten das Thema von der Forschung her, aus den Erfahrungen einer Beratungsstelle und aus der Perspektive eines Elternvereins.
Was in der Nummer leider fehlt, ist eine Reflexion darüber, wie Entwicklungs- und Begabungsförderung für jene Kinder gewährleistet werden kann, deren Eltern dazu nicht in der Lage sind, und welche Rolle dabei Tagesstätten, Kindergarten und Schule zukommt.
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Brunner, I., Häcker, T., Winter, F. (Hrsg.) (2006): Das Handbuch Portfolioarbeit
Kallmeyer Verlag
Das Handbuch stellt das wichtige pädagogische Instrument der Portfolioarbeit konzeptionell tief greifend und praxisrelevant dar. An ihm haben insgesamt 30 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis mitgearbeitet. Die Portfolioarbeit wird in ihrer Bedeutung für die Reform des Unterrichts, der Leistungsbewertung und der institutionellen Verwendung breit dargestellt. Neben den konzeptionell-theoretischen Beiträgen werden Beispiele aus Schule, Lehrerbildung und einem Betriebsprojekt vorgestellt. Die Anleitung der reflexiven Arbeit erhält dabei viel Raum. Es werden aber nicht nur die Vorzüge der Portfolioarbeit herausgestellt, sondern auch Bedenken formuliert.
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Stamm. M. (2005): Zwischen Exzellenz und Versagen. Frühleser und Frührechnerinnen werden erwachsen.
Zürich/Chur. Verlag Rüegger
Vor 10 Jahren war in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften der deutschen Schweiz zu lesen, dass fast ein Viertel der Kinder beim Schuleintritt im Lesen und/oder Rechnen ein halbes Jahr oder mehr voraus ist und deshalb in mittlerem bis grösserem Ausmass unterfordert wird. Margrit Stamm legte damit erstmals Zahlen zum Stand dieser schulischen Kernkompetenzen für den Beginn der Schule vor. Diese Ergebnisse stellen seither zentrale Argumente in der Diskussion um verschiedene Aspekte der Schule in der Schweiz dar: Begabungs- und Begabtenförderung, vorzeitige Einschulung und Überspringen, Vorverlegung des Schuleintritts oder Veränderung des Schulanfangs in Richtung Basis- oder Grundstufe. Jetzt, 10 Jahre später, legt Margrit Stamm einen umfassenden Überblick über die Entwicklung dieser Kinder (im Vergleich mit einer Kontrollgruppe) vor. Für etwas mehr als 200 frühlesende und/oder –rechnende Kinder existieren nun Kennwerte zur Entwicklung vom 7. bis zum 15. Altersjahr.
Es ist das Verdienst der umfangreiche Forschung von Frau Stamm, ein schweizerisches Pendant zur berühmten Terman-Studie (welche die Hochbegabten eines ganzen Jahrgangs aus Kalifornien bis ins hohe Alter verfolgte und zu einem Kernbestandteil aller Forschung zu Begabung und Hochbegabung machte) geschaffen zu haben. Die Forschung über Frühleser und –rechnerinnen in der deutschen Schweiz liefert zentrales Wissen sowohl zur Entwicklung guter Lernerinnen und Lerner als auch für die aktuelle bildungspolitische Diskussion. Das Buch wird damit zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk und Grundwissen für Forschende, Lehrende an Pädagogischen Hochschulen, Lehrpersonen mit einem Schwerpunkt in Begabungsförderung, Verantwortliche in der Bildungspolitik, aber auch für Verantwortliche in Elternbildung und Familienpolitik. Die Ermöglichung eines Nachfolgewerks in 5 bis 10 Jahren zur beruflichen Ausbildung und Entwicklung dieser besonders gut in die Schule gestarteten Kinder ist der Autorin sehr zu wünschen.
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Brunner, Esther; Gyseler, Dominik; Lienhard, Peter (2005). Hochbegabung – (k)ein Problem? Handbuch zur interdisziplinären Begabungs- und Begabtenförderung.
Zug: Klett und Balmer
Noch ein Buch, das sich dem Thema Hochbegabung mit grundlegendem Anspruch nähert? Haben wir das nicht alles schon x-mal gehört und gelesen? Wer sich der Publikation mit diesen bangen Fragen nähert, wird angenehm überrascht sein. Die Autorin und Autoren greifen zwar durchaus Bekanntes (z.B. die Modelle der Hochbegabung) nochmals auf, stellen es aber in neuer Klarheit und gleichzeitig sehr differenziert dar. Sie richten einen sonderpädagogisch geschulten Blick auf die Thematik und begründen sorgfältig, weshalb sie das tun. Sehr hilfreich ist das Kapitel «Diagnostik und Massnahmenplanung» mit seinen systematischen Darstellungen und dem fundierten Bezug zwischen Diagnostik und Massnahmenplanung. Ausgehend von einer forschungsgestützten Typologie werden verschiedene Profile hochbegabter Kinder aufgezeigt und für die Förderung systematisch mit anzustrebenden Entwicklungsschritten, methodisch-didaktischen Ansätzen, Unterrichtsgestaltung und Lehrpersonenverhalten kombiniert. In einem zentralen Kapitel unterscheiden die Autorin und die Autoren wohlbegründet zwischen «begabungsförderndem Unterricht» und «Unterricht für Begabte» und erläutern beides anhand von Theorie und zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Sie zeigen auch Fallen auf, in die man im Umgang mit begabten Kindern geraten kann. Schliesslich werden Fragen der Elternberatung und der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen aufgegriffen. Alles in allem vermittelt die Schrift auf gut 100 Seiten die Ergebnisse von Forschung und Praxiserfahrung nach dem neuesten Stand in sehr eingängiger und übersichtlicher Weise. Die Schrift ist höchst empfehlenswert für alle, die im schulischen Kontext mit begabten Kindern arbeiten.
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Kommentierte Medienliste der privaten Fachstelle Ingenia
Die private Fachstelle Ingenia hat eine Liste von Büchern und weiteren Medien bereitgestellt. Die Liste umfasst Literatur zur Entwicklungspsychologie, Grudnlagenliteratur zu Begabung, Hochbegabung und Begabungsförderung, stellt aber auch Kindersachbücher, Werke zu Lern- und Arbeitstechniken sowie Unterrichtsmaterialien für verschiedene Fachbereiche vor.
→ www.ingenia.ch/other/library.pdf
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Thema Kreativität im journal für begabtenförderung 2/2004
Die zweite Nummer des journal für begabtenförderung in diesem Jahr ist dem Thema Kreativität gewidmet. Es geht zunächst um den Schlüsselbegriff selbst (Friedrich Oswald) und dann ums Entwickeln, Fordern, Fördern, Erkennen und Testen von Kreativität (Klaus K. Urban), ums Philosophieren mit Kindern (Kristina Calvert), um die kreative Förderung in Mathematik (Esther Brunner und Margret Schmassmann), im Sprachunterricht (Tamara Mathier) und im Bereich der visuell-räumlichen Fähigkeiten (Daniela Grunder). Vorgestellt werden der «Explorer» als Instrument zur Förderung des forschenden und schöpferischen Denkens (Peter Flury) und die TransFormAktion als Methode zur Entwicklung zukunftsgerichteter Strategien in Unternehmen und Organisationen (Jürg Wilhelm). Die Fallgeschichte schildert ein Mentorat mit einem hoch kreativen Mädchen (Ania Chumachenco). Schliesslich startet das journal eine neue Rubrik, in der künftig Spiele vorgestellt werden sollen, die sich für die den begabungsfördernden Einsatz in Unterricht und Freizeit eignen.
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journal für begabtenförderung, 1/2004
Begabtenförderung und Schulentwicklung steht als Thema im Zentrum der neuesten Ausgabe des «journal für begabtenförderung». Pointiert betitelt Willi Stadelmann seinen Beitrag: «Begabungsförderung ist ohne Schulentwicklung nicht möglich» und bringt damit auch die Sichtweise des Netzwerkes Begabungsförderung zum Ausdruck. Für Leserinnen und Leser aus der Schweiz also nichts Neues, für sie interessant dürften aber die Fallbeispiele aus Gymnasien in Deutschland und Österreich sein. Aufschlussreich ist auch der Beitrag von Friedrich Oswald, in dem er aufzeigt, wie ein didaktischer Ansatz (Cooperatives Offenes Lernen COOL) zur Erkennung von Begabungen eingesetzt werden kann bzw. inwiefern «dynamisches Assessment» dazu geeignet ist, die Lernfähigkeit von Lernenden (statt schulischer Wissensbestände) zu erfassen.
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Anna-Verena Fries (2004): Die Rede über Hochbegabung.
Zürich: Verlag Pestalozzianum
Dass die Volksschule hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern soll, ist eine (Heraus-)Forderung, die vor wenigen Jahren Hochbegabung zu einem kontroversen Thema machte. Heute hat sich Normalität eingespielt: Lehrkräfte bilden sich weiter, Fachleute beraten, Schulen veranstalten Projekte. Alle Beteiligten reden von, schreiben über, argumentieren gegen oder stellen Vermutungen an über – Hochbegabung und Hochbegabte. Die Gesamtheit der sprachlichen Vorgänge ist die Rede, um die es im vorliegenden berichtenden Essay geht. Die Autorin hat Antworten aus einer Umfrage, Verwaltungsdokumente und Fachliteratur auf Merkmal hin untersucht, welche für die Rede über Hochbegabung typisch sind. Sie lässt Leserinnen und Leser erleben, dass die Rede dank dieser Merkmale zur Etablierung des Themas in den Alltag der Volksschule beiträgt.
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Christine Böckelmann, Regula Hug (Hrsg.)(2004). Mosaik Begabungsförderung. Konzepte und Erfahrungen aus dem Schulfeld.
Zürich: Verlag Pestalozzianum
Wie Begabungsförderung konkret aussieht, welche Erfahrungen Lehrpersonen in Unterricht und Schulhaus machen und wo in der Praxis Schwierigkeiten und Stolpersteine auftraten – dazu sind in dieser neuen Publikation verschiedene Mosaiksteine zusammengestellt. Lehrpersonen zeigen, wie sie Massnahmen umsetzen und welche Vorteile sich dafür für die beteiligten Kinder ergeben. Die 13 Mosaiksteine ordnen sich unter drei Hauptkapitel: Begabungsförderung im Unterricht, Begabungs- und Begabtenförderung im Schulhausteam, Hochbegabtenförderung als spezifische Gruppen- und Einzelförderung. Die Beispiele stammen aus der Stadt und dem Kanton Zürich und Nachbarregionen und beziehen sich auf verschiedene Stufen. Umrahmt werden die Erfahrungsberichte von Beiträgen zum Begabtenfördermodell der Stadt Zürich, dem Universikum, und einer kurzen theoretischen Einführung in das Verständnis der Verschränkung von Begabungs-, Begabten- und Hochbegabtenförderung, das dem Buch zugrunde liegt. Am Schluss der Publikation finden sich einige konkrete Instrumente (z.B. eine Liste mit Merkmalen, die auf Hochbegabung hinweisen können), Angaben zum Verfahren beim Klassenüberspringen im Kanton Zürich, ein Glossar mit Fachausdrücken und eine Linkliste.
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Neue Zeitschrift: lernplatzMAGAZIN
Die private Initiative «lernplatz wil» hat mit der ersten Nummer des lernplatzMAGAZIN im April eine Publikationsreihe eröffnet, die mit drei Ausgaben pro Jahr fortgesetzt werden soll. Die erste Nummer enthält grundsätzliche Gedanken zu den Themen Hochbegabung, Lernen, Begabungsförderung, Buchrezensionen, ein Portrait des «lernplatz» in Wil (SG), Interviews u.v.m.
Bestellungen via: lernplatz wil, Redaktion lernplatzMAGAZIN, Glärnischstr. 13, 9500 Wil oder per E-Mail:info[at]lernplatz-wil.ch
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Peter Flury (2004). Unterricht nach Mass. Wege zur Differenzierung im Unterricht.
(ECHA-Diplomarbeit). Chur: Eigenverlag
Peter Flury hat sich in seiner Diplomarbeit zum Ziel gesetzt, Lehrpersonen gangbare Wege zur Differenzierung im Unterricht aufzuzeigen, ihnen konkrete Instrumente zur Umsetzung anzubieten und mit Praxisbeispielen die Realisierbarkeit eines individualisierenden Unterrichts zu belegen. Einen Akzent setzt er auf der Frage, welche Methoden besonders für die Förderung hoch begabter Mädchen und Knaben geeignet sind. Entstanden ist eine sehr übersichtliche und anschauliche Zusammenstellung von nützlichen Tools und Unterrichtsmethoden, die auf das ganze Leistungsspektrum der Kinder Rücksicht nehmen. Geeignet ist die Publikation vor allem für Lehrpersonen, die den Einstieg in ELF (erweiterte Lernformen) suchen; ihnen bietet sich ein kompakter Handweiser.
Bestellt werden kann die Publikation für 38 Franken (zuzüglich Versandkosten) bei: Amt für Volksschule und Sport (AVS), Ressort Projekte, Urs Grazioli, Quaderstr. 17, 7000 Chur, Tel: 081 257 27 20, E-Mail: urs.grazioli[at]avs.gr.ch
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journal für begabtenförderung, 2/2003
Die aktuelle Ausgabe des Journals widmet sich dem Thema Leistungsschwierigkeiten. Ein Artikel geht auf die Situation begabter Kinder mit Lernschwierigkeiten ganz allgemein ein, plädiert für eine systemische Förderdiagnostik und stellt ressourcenorientierte Förderansätze vor. Im Übrigen steht das Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitäts-Syndrom (ADS/ADHS) im Zentrum des Heftes. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird das Syndrom beschrieben (inkl. Fallbeispiele und Therapiemöglichkeiten). Es wird betont, dass ADS/ADHS auch bei hochbegabten Kindern auftritt; gleichzeitig werden die Unterschiede zwischen Symptomen im Zusammenhang mit ADS/ADHS und jenen, die bei schulisch unterforderten Kindern auftreten, deutlich herausgearbeitet. Schliesslich werden Konsequenzen für eine ADHS berücksichtigende Schulpädagogik gezogen.
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journal für begabtenförderung, 1/2003
Das neue Heft des Journals für Begabtenförderung widmet sich dem Thema «Identifikation von Begabungen». Ausführlich vorgestellt wird ein an der Universität Ulm entwickeltes und in der dortigen Forschungs- und Beratungsstelle für Hochbegabung zur Anwendung kommendes Modell zur Identifikation von Hochbegabten. Der Kürzel für das Modell heisst ENTER und es steht für Erkunden (Explore), Einengen (Narrow), Testen (Test), Bewerten (Evaluate) und Nachprüfen (Review). In zwei Beiträgen werden der theoretische Hintergrund zum Modell sowie seine praktische Anwendung erläutert. Zwei weitere Beiträge befassen sich mit der Identifikation von zwei Gruppen von Kindern, die in traditionellen Verfahren oft übersehen werden: Kinder aus kulturellen Minoritäten und Mädchen. Schliesslich führen zwei Autorinnen sehr anschaulich und mit vielen praktischen Hinweisen in die Handhabung des Portfolios als Instrument zur Identifizierung von Kindern ein.
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Krafft, Thomas von & Semke, Edwin (2002): Der grosse Begabungstest.
Kempen: Mosesverlag
Die beiden Autoren bieten Aufgaben an, mit denen bei Kindern Begabungen festgestellt werden können. Krafft und Semke orientieren sich am Begabungsmodell, das der Amerikaner Howard Gardner 1991 vorlegte (Abschied vom IQ). In ihrem Buch finden sich Aufgaben für folgende sieben Bereiche: logisches Denken, sprachliche Fähigkeiten, räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität, praktische Begabung, Sportlichkeit und Körperkoordination, Musikalität. Die Aufgaben richten sich an Eltern von sechs- bis zwölfjährigen Kindern. Neben den richtigen Lösungen bietet das Buch auch Altersnormen, mit deren Hilfe die Leistungen des Kindes als unterdurchschnittlich, durchschnittlich und überdurchschnittlich bezeichnet werden können. Weiter gibt es Hinweise zur Förderung in den verschiedenen Bereichen. Ausserdem enthält das Buch ein Glossar, eine Literaturliste und Hinweise auf Wettbewerbe und Beratungsstellen.
Das Werk ist sorgfältig und ansprechend gestaltet. Es werden viele Beispiele von überdurchschnittlich begabten Personen aufgeführt. Schade ist dabei, dass die Autoren gerade mal zwei weibliche Menschen gefunden haben. Der vorliegende Band will Eltern dazu ermutigen, sich auf die Vielfalt der Begabungen einzulassen und z.B. nicht ausschliesslich auf kognitive Begabung zu setzen. Das gefällt mir gut. Was mir als Psychologin nicht so gut gefällt, ist die Tatsache, dass der Eindruck entsteht, das Testhandwerk sei ausgesprochen leicht und unkompliziert. Die Autoren betonen die Wichtigkeit des Potenzials und weisen meines Erachtens zu wenig darauf hin, dass für hohe Leistungen auch Arbeitstechnik und „task-commitment“ (Motivation) nötig ist. Auch ist keine Rede von begabten Minderleistern. Als Lehrerin fürchte ich darum, dass dieses Buch bei den einen und andern Eltern falsche Erwartungen wecken könnte. (Brigit Ulmann Stohler, Basel)
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Edgar, John & Walcroft, Erin (2002): Hilfe, ich habe einen Einstein in meiner Klasse!, Wie organisiere ich Begabtenförderung?
Mühlheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr
Edgar und Walcroft wollen die Begabten im Rahmen der Klasse fördern. Zunächst geht es darum, wie Hochbegabte erkannt werden können und was sie brauchen. Neben den bekannten Checklisten und Merkmalen finden sich Hinweise, wie überdurchschnittliche Begabungen bei Nicht - Muttersprachlern und Kindern aus bildungsfernen Schichten aussehen können. Die Leser und Leserinnen werden bei der Einrichtung eines Förderprogramms unterstützt und erfahren Näheres über Medien- und Technikeinsatz, Denkstrategien, Zusammenarbeit mit ausserschulischen Experten. Im zweiten Teil werden Fallbeispiele und Tipps zu unterschiedlichen Themenaspekten präsentiert : emotionale oder herkunftsspezifische Bedürfnisse berücksichtigen, ästhetisches und ethisches Lernen, Präsentationstechniken, Planung eines Forschungsauftrages, Kommunikationsregeln, eigenständiges Lernen. Im letzten Teil finden sich Vorschläge zur Auswertung der Ergebnisse und des Arbeitsprozesses, bestehend aus Selbst- und Fremdeinschätzung. Am Schluss finden sich Hinweise für Implementierung solcher Programme und Vernetzung mit andern Schulen. Der Anhang enthält Surftipps für Erwachsene und Kinder, Wettbewerbe, Literaturangaben.
Das Buch fokussiert auf die Machbarkeit der Begabtenförderung und bietet eine Fülle von Tipps und Tricks für den Schulalltag
(Brigit Ulmann Stohler, Basel)
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journal für begabtenförderung, 2/2002
In der dritten Ausgabe des Journals geht es um das Überspringen von Schulstufen und Jahrgangsklassen. Das Thema wird von Autorinnen und Autoren aus den drei deutschsprachigen Ländern bearbeitet, für die Schweiz leistet Konstantin Bähr (Zürich) einen Beitrag. Neben Fallgeschichten, Rezensionen und einer ausführlichen Begriffsbestimmung zu «Enrichment» und «Akzeleration» finden sich in der Rubrik «Für die Praxis» hilfreiche Hinweise für den Entscheidungsprozess, wenn es darum geht, eine Schulklasse zu überspringen.
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Die Förderung besonders begabter Kinder.
Evaluation des Schulversuchs 1. Förderung durch Sonderprogramme. Liliane Schulthess-Singeisen.
Amt für Bildungsforschung (4/02), Bern, November 2002
Der Bericht fasst die Ergebnisse der Evaluation des bernischen Schulversuchs 1 «Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler» (2000 - 2003) zusammen. Die Gesamtbilanz des Schulversuchs fällt positiv aus. Auf der organisatorischen Ebene wird hauptsächlich die vom Schulalltag ziemlich isolierte Anlage bemängelt. Sowohl von Seiten der Lehrpersonen wie auch von Seiten der Mentor/innen und Koordinator/innen wird eine vermehrte Zusammenarbeit gewünscht. Die positiven Veränderungen, die Lehrpersonen und Eltern bei den Kindern beobachteten, überwiegen die negativen Eindrücke. Positiv wird vermerkt, die Kinder seien selbstbewusster, ausgeglichener und initiativer geworden und ihre schulische Motivation sei gestiegen. Negative Veränderungen werden im Bereich soziale Integration festgestellt, was mit der Sonderstellung der Kinder in der Regelklasse aufgrund der separierenden Förderprogramme und der Etikettierung zusammenhängt. Verbesserungswürdig ist auch das Selektionsverfahren, mit dem noch zu einseitig Knaben und Kinder aus bildungsnahen Schweizer Familien ausgelesen werden. Der Bericht empfiehlt eine gezielte Sensibilisierung und Motivierung von Lehrpersonen für das Thema Begabungs- und Begabtenförderung und betont den grossen Unterstützungsbedarf von Lehrpersonen im Bereich Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien.
Zu beziehen bei: Erziehungsdirektion des Kantons Bern, Abteilung Bildungsplanung und Evaluation, Sulgeneckstr. 70, 3005 Bern, Tel. 031 633 85 07, E-Mail: BiEv[at]erz.be.ch
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journal für begabtenförderung - für eine begabungsfördernde Lernkultur, 1/2002
In der zweiten Nummer dieser neuen Zeitschrift geht es um Modelle und Massnahmen zur Begabtenförderung. Die Beiträge reflektieren die Erfahrungen an der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien, stellen die Begabtenförderung in der Stadt Zürich und die Ergebnisse der Evaluation dieses Programmes vor, beleuchten ein seit 40 Jahren praktiziertes Modell am Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in Leipzig, skizzieren die verschiedenen Massnahmen an der Ecole la Garanderie in Lausanne und schildern das Förderprogramm am Stedeljik Gymnasium in Nijmegen (Niederlande). Unter dem Motto «Wie erkenne ich in meiner Klasse die hellen Köpfe?» findet sich im Heft ein ausführlicher Beobachtungsbogen von Joëlle Huser. Angereichert wird die Ausgabe durch Erfahrungsberichte begabter junger Menschen sowie Rezensionen und Veranstaltungshinweise.
Zu bestellen bei: Studienverlag, Innsbruck, Tel. 0043 512 395045 oderwww.studienverlag.at
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Jäger, Michael & Jussen, Heribert (Hrsg.) (2002). Förderung körper- und sinnesbehinderter Hochbegabter. Erkenntnisse und Notwendigkeiten.
Villingen-Schwenningen: Neckar-Verlag
Entstanden ist das Werk aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Stiftung zur Förderung körperbehinderter Hochbegabter, die ihren Sitz in Vaduz hat. Die Stiftung wurde 1976 gegründet, ist privat, wird als gemeinnützig anerkannt und hat sich als erste solche Einrichtung im deutschsprachigen Raum etabliert. Die Stiftung führte zu ihrem Jubiläum eine Arbeitstagung durch, und der vorliegende Band versammelt die Beiträge der zahlreichen Referentinnen und Referenten. Neben eher theoretisch gefassten Beiträgen zu den «Grundlagen der Hochbegatenförderung bei Behinderten» finden sich praxisorientierte Beiträge über «Behinderte im Studium: Studienberatung - Studienwahl - Studienbegleitung». Aus der Sicht von Betroffenen, in Studium und beruflicher Weiterbildung geförderten Behinderten, beleuchten die «Erfahrungsberichte» die aktuelle Situation. Ergänzt wird die Sammlung durch Dokumente im Anhang, ein Stichwortverzeichnis, das den Zugang erleichtert, und ein Verzeichnis der Autor/innen.
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Huser, Joëlle & Leuzinger, Romana (2001). Denk-Landschaften. Auf den Spuren von Wahrheit und Liebe. Philosophieren mit Kindern.
Aarau: sabe Verlag
In diesem sorgfältig gestalteten Band (Illustrationen: Liliana Leins) geht es um Grundfragen des menschlichen Lebens. Den Einstieg bildet ein Märchen, von dem aus gehend Themen wie Wahrheit, Liebe, Lebenssinn, Besitz, Umgang mit Schmerz und Tod bearbeitet werden können. Dazu finden sich zahlreiche Vorschläge und Denkanstösse für Einzel-, Team- und Plenumsarbeit. «Diese Materialien sind anspruchsvoll und eher für leistungsstarke und begabte Schülerinnen und Schüler geeignet», heisst es im Begleitkommentar für Lehrpersonen. Dieses Begleitheft gibt konkrete Handlungsanweisungen zur Arbeit mit dem Buch, dessen Fragestellungen durchaus auch Erwachsene anzusprechen vermögen.
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Huser, Joëlle: Lichtblick für helle Köpfe.
Ein Wegweiser zur Erkennung und Förderung von hohen Fähigkeiten bei Kindern und Jugendlichen auf allen Schulstufen
neu: 3. überarbeitete Auflage 2001
Lehrmittelverlag des Kantons Zürich, Räffelstrasse 32
Postfach, 8045 Zürich T 01-462 98 15 7 F 01-462 99 61
lehrmittelverlag[at]lmv.zh.ch
Das Buch führt übersichtlich und leicht verständllich in die neueren Verständnismodelle von Intelligenz und die wesentlichen Aspekte des Themas Begabten- und Begabungsförderung ein. Die Chancen und Problem der „hellen Köpfe“ werden fundiert erläutert. Konkrete Anleitungen für die tägliche Unterrichtspraxis mit praktischen Kopiervorlagen, diagnostische Hilfen, Fördermodelle und Gestaltungsperspektiven für den Unterricht in unterschiedlichen Fächern und Stufen geben den Lehrpersonen eine echte Hilfestellung für die Praxis.
Aus dem Inhalt
- Vorurteile oder Fakten - was ist was?
- Meine Stärken und Begabungen - wo bin ich gut?
- Schulische Unterforderung - Ursachen, Symptome und Folgen
- Minderleistende helle Köpfe - wie sie sich tarnen
- Flow - jenseits von Langeweile und Angst
- Motivation - wie ich sie in Bewegung bringe
- Kreativität - warum es ohne sie nicht geht
- Wie erkenne ich hohe Fähigkeiten?
- Fördermassnahmen - wie wer weiterkommt
- Förderung sprachlicher Intelligenz
- Förderung mathematischer Intelligenz
- Förderung räumlicher Intelligenz
- Förderung intra- und interpersonaler Intelligenz
- Weitere Fördermassnahmen
- Hilfreiche Adressen und andere Angebote
Kopiervorlagen für den Unterricht
- Lernvertrag
- Fragebogen für Eltern
- Interessenfragebogen für Kindergarten
- Interessenfragebogen für die Primarstufe
- Interessenfragebogen für die Oberstufe
- Beobachtungsbogen : neu: Teil A / Teil B
- Portfolio, etc.
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Renzulli, Joseph S. / Reis, Sally M. / Stedtnitz, Ulrike (2001). Das Schulische Enrichment Modell (SEM),
Textband und Begleitband,
Aarau: Bildung Sauerländer
Das „Schulische Enrichment Modell“ (SEM) des amerikanischen Forscherpaars Renzulli/Reis zeigt einen Weg, wie alle SchülerInnen einer Schule optimal gefördert werden können. Ulrike Stedtnitz hat das Modell an Schweizer Verhältnisse angepasst.
Im Gespräch ums Thema Hochbegabung oder Begabungsförderung scheiden sich die Geister meist an der Frage, ob es darum gehe, alle Kinder ihren Möglichkeiten gemäss zu fördern oder besonders begabte Menschen zu identifizieren und entsprechend zu fördern.
Das Forscherpaar Renzulli/Reis aus Connecticut befasst sich schon sehr lange mit dem Thema und vertritt die Ansicht, alle Kinder einer Schuleinheit sollten gefördert werden. Sie haben vor einigen Jahren das Schulische Enrichment Modell (SEM) entwickelt, das dieser Einschätzung Rechnung trägt.
Die beiden Bände stellen eine kluge „Gebrauchsanweisung“ für die Einführung eines an die Bedürfnisse der entsprechenden Schule angepassten Begabungsförderungsprogramms dar. Im Textband wird das Modell mit seinen Elementen vorgestellt, im Begleitband finden sich zahlreiche Vorlagen für Präsentationen und Unterricht sowie Ideen für Trainingsaktivitäten. Daneben enthält es eine Fülle von Hinweisen auf Literatur und Webseiten sowie Weiterbildungsangebote.
(Brigit Ulmann Stohler)
Weitere Details:
→ Integrative Schulentwicklung mit Elementen des schulischen Enrichment Modells
(PDF)
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Brunner, Esther (2001). Forschendes Lernen.
Frauenfeld: Lehrmittelverlag des Kantons Thurgau
In diesem Buch wird die Unterrichtskonzeption des forschenden Lernens zunächst in den Zusammenhang der Begabungsförderung gestellt, sorgfältig begründet und dann auf leicht nachvollziehbare Weise erläutert. Erklärt werden die Grundhaltungen ebenso wie die einzelnen Schritte, die bei der Planung und Begleitung forschenden Lernens wichtig sind. Mit zahlreichen Beispielen zeigt die Autorin, wie diese Unterrichtskonzeption sowohl im Regelklassenunterricht wie auch in der Förderung von Kindern mit speziellen Bedürfnissen eingesetzt werden kann. Diese Beispiele stammen aus verschiedenen Lernbereichen und Schulstufen; damit machen sie deutlich, dass dem forschenden Lernen kaum Grenzen gesetzt sind. Einen besonderen Akzent setzt die Autorin dort, wo sie zeigt, dass forschendes Lernen keine einsame Sache ist, sondern in regem Austausch mit anderen Lernenden, der Lehrperson und der ganzen Klassengemeinschaft geschieht.
Das Buch regt an, ermuntert und ermutigt zum Einsatz dieser Unterrichtskonzeption und ist damit ein wichtiger Leitfaden im Umgang mit Heterogenität. Um dies zu illustrieren, soll ein Satz zitiert werden, der die Grundidee zum Ausdruck bringt: «Unterschiedliche Lernvoraussetzungen werden so zum Gewinn für die ganze Gemeinschaft und nicht zum Problem der Lehrkraft» (S.105).
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Begabungsförderung in der Volksschule - Umgang mit Heterogenität
(Trendbericht 2 der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung)
Zum Thema Begabungsförderung gibt die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung in Aarau einen Trendbericht heraus, der praxisnah Hinweise für den fruchtbaren Umgang mit Heterogenität in Klassen und Schulhäusern gibt.
Der Bericht wurde von 22 Autorinnen und Autoren verfasst und von dreizehn Kantonen und dem Fürstentum Liechtenstein finanziell unterstützt. Er erläutert Begabungskonzepte und Begabungsmodelle und beleuchtet unterschiedliche Begabungsdomänen und Möglichkeiten, Begabungspotentiale zu erkennen. Der Hauptteil des Trendberichtes zeigt Lehrerinnen und Lehrern ein breites Spektrum allgemeiner didaktischer und methodischer Möglichkeiten und ergänzt diese mit konkreten Vorschlägen zur begabungsfördernden Unterrichtsgestaltung in einzelnen schulischen Lernbereichen. Begabungsförderung erfordert Zusammenarbeit unter allen Beteiligten, Lehrpersonen, Schulleitungen und Eltern, schulischen Diensten und Behörden, externen Fachleuten und Verwaltung, denn Begabungsförderung ist letztlich ein zentraler Aspekt der Schulentwicklung.
Zu bestellen bei: → www.skbf-csre.ch
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Urban, Klaus K. & Joswig, Helga (Hrsg.) (1998). Begabungsförderung in der Schule.
Rodenberg: edition ABB
Der Tagungsband enthält zahlreiche Beiträge von bekannten AutorInnen wie Kurt A. Heller (Begabungsförderung in der Schule), Annette Heinbokel (Klassenüberspringen), Helga Joswig (Innere Differenzierung und Begabungsentwicklung), Klaus K. Urban (Test zum Schöpferischen Denken - Zeichnerisch (TSD-Z)). Konkrete Beispiele zur Begabungsförderung an einer Leipziger Schule ergänzen die theoretischen Artikel ebenso wie Beiträge aus dem Ausland (Ursula Hoyningen-Süess).
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Holling, Heinz & Kanning, Uwe Peter (1999). Hochbegabung. Forschungsergebnisse und Fördermöglichkeiten.
Göttingen u.a.: Hogrefe
Sehr empfehlenswert ist dieses Buch für alle, die sich einen Überblick über die Thematik verschaffen wollen. Zum Einstieg erläutern die Autoren verschiedene Modell zur Hochbegabung und ihre Konsequenzen für die Begabungsförderung. Im Kapitel «Diagnostik» werden Test- und andere Verfahren zur Erfassung vorgestellt. Auch sozial- und persönlichkeitspsychologische Aspekte der Hochbegabung kommen zur Darstellung. Die oft gestellte Frage, ob denn eine Hochbegabtenförderung notwendig sei, findet ihre Antwort in der Beschreibung verschiedener Fördermöglichkeiten. Von besonderem Interesse ist das Kapitel über ausgewählte Formen spezieller Hochbegabungen, wo die berufliche Hochbegabung breit erläutert wird, ein Thema, das sonst kaum Beachtung findet. Eine kritische Würdigung der bisherigen Forschung wird ergänzt durch Hinweise auf Forschungslücken und Entwicklungsbedarf in der Praxis.
Frei von ideologischen Stellungsbezügen und spektakulären Fallschilderungen gibt das Buch einen umfassenden Einblick in die bisherige Forschung und Diskussion zum Thema wie auch zu den Entwicklungen im Bereich Begabungsförderung. Ein Adressteil und eine ausführlich Literaturliste machen es zum Nachschlagewerk für alle, die mit Begabungsförderung zu tun haben.
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