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Elektrárna Dukovany II (EDU II) – die für die Durchführung des Neubauprojekts gegründete hundertprozentige Tochtergesellschaft von ČEZ – hatte im Oktober 2023 von drei Bietern verbindliche Angebote für den Bau einer neuen Kernkraftwerkseinheit am Standort Dukovany erhalten. Zudem unterbreiteten die drei Unternehmen unverbindliche Angebote für drei weitere Einheiten.
An der Regierungssitzung vom 31. Januar 2024, unter Anwesenheit des tschechischen Präsidenten, Petr Pavel, wurde nun beschlossen, die Ausschreibungsvorgaben geringfügig zu ändern. Premierminister Petr Fiala erklärte dazu: «Bei der Ausschreibung haben die unverbindlichen Angebote gezeigt, dass der Bau von mehreren Blöcken, d.h. bis zu vier Blöcken in einem Paket, auch wenn er schrittweise erfolgen würde, wirtschaftlich deutlich günstiger ist als der Bau von nur einem Block; auch deutlich günstiger als wir erwartet haben, nämlich um bis zu 25% im Vergleich zum Bau von nur einem Block.» «Das Ziel der Ausschreibung war von Anfang an, das bestmögliche Angebot für die Tschechische Republik zu erhalten und auszuwählen, sowohl in Bezug auf den Preis, die Qualität als auch die Liefersicherheit», fügte er hinzu. Die Ausschreibung werde nun auf verbindliche Angebote für die Blöcke 5 und 6 in Dukovany und die Blöcke 3 und 4 am Standort Temelin erweitert.
EDF und KHNP weiter
Die Regierung beschloss zudem, dass im Rahmen der Ausschreibung nur zwei Bieter kontaktiert werden, nämlich KHNP und EDF. Westinghouse habe wichtige Ausschreibungsanforderungen nicht erfüllt. Erstens sei sein Angebot unverbindlich, was eine Beurteilung des Angebots verunmöglichte. Zweitens sei nicht klar definiert worden, wer für die Qualität der Arbeit verantwortlich sei. Deshalb würden ab sofort nur noch Bewerber kontaktiert, die ein verbindliches Angebot abgegeben hätten.
Die beiden Technologieanbieter KHNP und EDF haben nun bis zum 15. April Zeit, ihre verbindlichen Angebote einzureichen. Die Bewertung und der Bericht von EDU II sollen der Regierung bis Ende Mai vorgelegt werden, und das Kabinett soll bis Ende Juni einen Entscheid über den vorgeschlagenen Anbieter treffen. Diese Zeitverschiebung habe jedoch keinen Einfluss auf die Planung, den ersten Block bis Ende 2036 in Betrieb zu nehmen.
Die Regierung betonte jedoch, dass «niemand ausgeschlossen» werde und die Ausschreibung «nicht abgeschlossen» sei, solange kein Vertrag über Planung, Beschaffung und Bau abgeschlossen sei.
Quelle
M.A. nach tschechischer Regierung, Medienmitteilungen und Pressekonferenz, 31. Januar 2024