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Zuweilen ist es nicht nur von Vorteil, die Erstausgabe eines wichtigen Werkes zu besitzen: Während die zweite und letzte Ausgabe von 1606 mit dem leicht abgeänderten Titel Alchymia reich illustriert ist, präsentiert sich die extrem seltene Alchemia von 1597 als ein nüchternes Textbuch ohne Abbildungen.
Alchemia (Frankfurt, 1597), Titelblatt
In der eigentlichen Übergangszeit von der mittelalterlichen Alchimie zur wissenschaftlichen Chemie schuf Andreas Libavius (1555-1616) mit seiner Alchemia das erste Lehrbuch der Chemie im modernen Sinn. Sein Verdienst liegt darin, dass er das gesamte bisher bekannte chemische Wissen systematisch zusammentrug. Die Quellen, die er hauptsächlich auswertete, können in drei Stränge aufgeteilt werden: Erstens die seit Urzeiten aus Empirie entstandene Rezeptliteratur (Verfahren der praktischen Chemie), zweitens die aus dem griechischen Rationalismus erwachsene „theoretische Chemie“ und drittens die alchemistische Literatur im engeren Sinn (Umwandlung der Metalle). Letztere behandelte er nicht wie viele seiner Vorgänger als Geheimwissenschaft, denn als Pädagoge und Humanist glaubte er an die Vermittelbarkeit des chemischen Wissens.
Links:
Alchemia (Frankfurt, 1597) online auf e-rara.ch. Das Werk ist zusammengebunden mit Commentationum metallicarum libri quatuor (Frankfurt, 1597).
Eine deutsche Übersetzung basierend auf der zweiten Ausgabe von 1606 (mit Abbildungen) wurde 1964 von der Gesellschaft Deutscher Chemiker herausgegeben.
Erstausgabe der Alchemia digital bei der SLUB Dresden: http://digital.slub-dresden.de/id279696132.