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Die erste Postkutschenlinie in der Region Thun, die motorisiert wurde, führte ab 1918 mit einem dreizehnplätzigen «Postautomobilomnibus»28 nach Heiligenschwendi. Neun Jahre später waren alle Postkutschenverbindungen der Region durch Postautolinien ersetzt. Damals entstanden verschiedene Autobusgesellschaften, an denen sich die Stadt finanziell und in den Verwaltungsräten personell beteiligte. Für die Entwicklung des regionalen Verkehrsnetzes wichtig waren zudem die Verkehrsbetriebe Steffisburg–Thun–Interlaken (STI)29, die seit 1913 die Rechtsufrige Thunerseebahn betrieben. Das Trassee der Bahn lag durchwegs auf der Strasse, weshalb sie auch als Tram bezeichnet wurde.
Verkehrsunfall an der Ecke von Marktgasse und Unterer Hauptgasse.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg der motorisierte Verkehr in Thun zunahm, wurden die STI-Trams in den engen Gassen der Innenstadt immer häufiger in Unfälle verwickelt. Fotografie der Stadtpolizei Thun, um 1955.
In Thun funktionierte die Rechtsufrige Thunerseebahn als innenstädtisches Verkehrsmittel und bediente rund zehn Haltestellen, grösstenteils mit Halt auf Verlangen. 1914 führte eine STI-Linie vom alten Bahnhof Thun aus über die Allmendbrücke durch die Marktgasse zum Berntor und von dort aus nach Steffisburg. Die andere STI-Linie begann ebenfalls beim Bahnhof, zweigte nach der Allmendbrücke ins Bälliz ab und führte danach durch die Freienhofgasse und über die Sinnebrücke nach Hofstetten. Von dort aus gelangten die Trams auf einer teilweise spektakulären Strecke nach Interlaken. 1923 verschob die STI die Haltestelle Thun-Bahnhof zum neuen SBB-Bahnhof.
Aus finanziellen Gründen hatte die STI 1913 / 14 ihre Bahnanlagen möglichst billig gebaut und auch später wenig in den Unterhalt investiert. Weil Unterbau und Schienen verlotterten, ersetzte sie 1939/40 die Bahnlinie zwischen der Beatenbucht und Interlaken durch eine Autobuslinie, die Strecke Thun–Beatenbucht stellte sie 1952 auf Trolleybusbetrieb um. Das Tram Thun–Steffisburg konnte sich etwas länger halten, doch im dichter werdenden Stadtverkehr erwies es sich zunehmend als Hindernis und Gefahrenquelle. Die STI ersetzte deshalb 1958 die Trams durch Autobusse. Weil die Trolleybusflotte Ende der 1970er-Jahre erneuert werden musste und weil Busse, die an Fahrleitungen gebunden sind, wenig flexibel manövrieren können, stellte die STI 1982 auch die Seestrecke auf Autobusbetrieb um.30
Die Haltestelle Bahnhof der STI befand sich zwischen der Firma Hoffmann und dem 1927 erstellten Stationsgebäude, das sich die STI mit dem Schiffsbetrieb der BLS teilte. Die Fotografie entstand zwischen 1952 und 1958: Damals fuhr noch das Tram nach Steffisburg, während auf der Strecke, die dem See entlang führte, die Umstellung auf den Trolleybusbetrieb bereits erfolgt war.