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Die beiden Spitexvereine Saanenland und Obersimmental gaben am Donnerstag grünes Licht für die Fusion zur Spitex Saane-Simme. Über das übrige Vereinsmögen des hiesigen Vereins entscheidet der bisherige Vorstand. Der neugegründete Verein startet seine Tätigkeit ab Januar 2021.
KEREM S. MAURER
Es war eine kurze, einstimmige Sache. Die beiden Spitexvereine der Region Obersimmental und Saanenland trafen sich am letzten Donnerstagabend in Zweisimmen, um die Weichen für eine gemeinsame Zukunft zu stellen.
Nachdem Peter Dolder von der Beratung GmbH aus Hünibach einleitend die Vorteile einer Fusion dargelegt hatte, zogen sich die beiden Vereine zu ihren ordentlichen Generalversammlungen zurück. Die anwesenden zehn Mitglieder der Spitex Saanenland befanden nach der von Präsident Dr. Beat Michel zügig durchgeführten Versammlung einstimmig, der Fusion zuzustimmen. Dies, nachdem der Verein im letzten Jahr einen Gewinn in der Erfolgsrechnung von 876 Franken, einen Gewinn in der Vereinsrechnung von 2797 Franken und einen Gewinn in der Spendenrechnung von 5318 Franken ausgewiesen hatte. Beide Vereine stimmten einstimmig, ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen, der Fusion zu.
Bisheriger Vorstand befindet über Vereinsmögen
Die Vereine haben sich, weil der Spitexverein Saanenland über ein grösseres Vereinsvermögen verfügt als die Obersimmentaler, auf folgendes Vorgehen geeinigt: Der Spitexverein Obersimmental schiesst sein ganzes Vermögen in die Vereinskasse des neugegründeten Spitexvereins Saane-Simme ein. Der Spitexverein Saanenland steuert die gleiche Summe aus seinem Vermögen bei, womit beide Vereine gleichviel Geld einbringen. Über das verbleibende Vermögen des Spitexvereins Saanenland befindet der bisherige Vereinsvorstand.
Neuer Vorstand
Um die anschliessende Gründungsversammlung durchzuführen, wählten die anwesenden knapp 30 Mitglieder beider Vereine die Boltigerin Anna Bieri als sogenannte Tagespräsidentin. Als Präsident des neugegründeten Spitexvereins Saane-Simme wurde Dr. Beat Michel vorgeschlagen und gewählt. Den Vorstand, der im Plenum mit Applaus gewählt wurde, bilden: Ruth Addor, Lauenen, Nicole Perreten, Lauenen, Neva Perreten, Gstaad, Marianne Messerli, Lenk, Andreas Müller, Zweisimmen, und Martin Bühler, St. Stephan. Als Betriebsleiter fungiert Marc Mathis aus St. Stephan. Damit sei ein gutes Gleichgewicht zwischen Vertretern beider Täler gefunden worden, freute sich Anna Bieri und hielt fest: «Alle Reglemente und Verträge sind einstimmig angenommen worden. Dies zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.»
Fusion als folgerichtige Notwendigkeit
Für Berater Peter Dolder, der die Fusion begleiten wird, ist diese infolge der enormen Entwicklung der Spitex in den letzten Jahren notwendig geworden. Es entspreche der Strategie «ambulant vor stationär», was bedeute, dass die Leute, solange es geht, zu Hause bleiben wollen. Ebenso sei die Fusion hinsichtlich der zunehmenden rechtlichen und administrativen Vorgaben, der Rekrutierungs- und Ausbildungsengpässe, der wachsenden Komplexität sowie des stetig wachsenden Leistungsangebotes folgerichtig. Von diesem Zusammenschluss erwarte er Synergien im Bereich der zentralen Dienste, erhöhte Entwicklungsfähigkeit, Stärkung im Bereich der Dienstleistungen durch Kooperation, gestärkte Führung auf allen Ebenen sowie eine starke Position nach aussen gegenüber Kanton, Versicherern und Gemeinden. Ebenso prophezeite Dolder verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten, Beibehaltung der Klientenbindung sowie der Identität und der lokalen Ausprägung.
Beide Standorte bleiben
Die Standorte in Saanen und St. Stephan sollen erhalten bleiben, ebenso die Strukturen und die Nähe zu den Klientinnen und Klienten. Die Kerndienste und die ergänzenden Dienstleistungen werden pro Stützpunkt organisiert und angeboten, genauso wie die Freiwilligenarbeit. Die psychiatrischen Leistungen sollen neu stützpunktübergreifend organisiert und angeboten werden. Die Führung und die Administration werden organisatorisch zusammengefasst, worauf diese Aufgaben einfacher und schlanker erledigt werden können.
Keine Änderungskündigungen
«Das Fusionsgesetz bietet die Möglichkeit, die Arbeitsverhältnisse von den bisherigen Vereinen auf den neuen Verein zu übertragen», erklärte Peter Dolder und hält fest, es würden keine Änderungskündigungen erforderlich. Sofern sich am Aufgabenbereich nichts Grundlegendes ändere, blieben die bestehenden Arbeitsverträge gültig. Nur die Mitarbeitenden mit neuen Aufgaben sollen einen neuen Arbeitsvertrag erhalten. Die Personalvorsorgelösung der beiden bestehenden Spitexorganisationen sei weitgehend deckungsgleich, so Dolder. Der einzige Unterschied liege im Beitragssatz der Arbeitgeber, dieser lag bisher im Saanenland bei 57,5 Prozent und im Obersimmental bei 55 Prozent. Für die zusammengeführte Organisation soll der Beitragssatz des Arbeitgebers für alle Mitarbeitenden bei 57,5 Prozent liegen. Abgesehen davon bleibe die berufliche Vorsorge für alle Mitarbeitenden unverändert.