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| Augustinus (354-430) - Bekenntnisse (Confessiones)

Zwölftes Buch
4. Was ist unter der unsichtbaren, ungestalteten Erde zu verstehen?
Wie sollte man also dieses Formlose benennen, um es auch Einfältigeren klar zu machen, als mit irgendeinem alltäglichen Worte? Was aber kann in dem weiten Bereiche des Weltalls gefunden werden, das absoluter Gestaltlosigkeit näher käme als Erde und Abgrund? Denn entsprechend ihrer tiefen Stellung in der geschaffenen Welt sind sie weniger gestaltet als das übrige, das auf höherer Stufe steht und lichtvoll und leuchtend ist. Warum also sollte ich nicht annehmen, daß die Gestaltlosigkeit der Materie, die du ohne Gestalt erschaffen, um aus ihr die wohlgestaltete Welt zuschaffen, dem Verständnis der Menschen dadurch näher gebracht wurde, daß man sie "gestaltlose und leere Erde" nannte?