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Zunehmende Quecksilber-Seuche
Die Giftigkeit des Quecksilbers ist spätestens seit dem 1. Amalgamverbot in Paris im Jahr 1840 bekannt; das Verbot wurde wegen Quecksilberdampfvergiftungen erlassen. Dennoch hat man es den Leuten bis vor kurzem (und möglicherweise tut man es vereinzelt noch immer) in die löchrigen Gebisse gestopft; in der Schweiz darf dieser Sondermüll nach wie vor für Zahnfüllungen verwendet werden. Im Anhang zur Verordnung für umweltgefährdende Stoffe ist Quecksilber (als Amalgam -Legierung) noch zugelassen, weil "nach dem Stand der Technik ein Ersatz ohne Quecksilber fehlt", die altüberlieferte Zahnarzt-Ausrede, die selbstverständlich ein blühender Unsinn ist.
Jährlich gelangen laut dem Departement des Innern in der Schweiz etwa 100 kg Quecksilber allein aus Krematorien in die Umwelt. Schweden hatte das Amalgam[1] verboten und musste es 2000 im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt wieder zulassen! Umweltschutz ist in grösseren Gemeinschaften verboten. Kohlekraftwerke und Müllverbrennungsanlagen, insbesondere in ärmeren Ländern mit ihrem steigenden Energiebedarf, sind weitere bedeutende Quecksilber-Emittenten. Das mobilisierte, flüchtige Quecksilber, das sich in den Kreisläufen im Boden, zwischen Meer und Atmosphäre usf. ständig aufschaukelt und sich über den gesamten Erdball ausgebreitet hat, gelangt auch in den menschlichen Organismus, zum Beispiel über den Fischverzehr.
Mit Fragen der zunehmenden Quecksilber-Belastung hat sich Anfang Februar 2003 eine Konferenz im Rahmen des Uno-Umweltprogramms (UNEP) in Nairobi befasst. "Jüngsten Schätzungen nach liegt der Quecksilberwert im Blut jeder 12. US-Amerikanerin über dem Limit. Dadurch werden in der Folge 300 000 Babys mit Gesundheitsschäden geboren. Weltweit sind es Millionen", erklärte der stellvertretende Direktor der UNEP, Shafqat Kakakhel, auf eine Nation hinweisend, die den Umweltschutz besonders schlampig oder überhapt nicht betreibt.
Quecksilber ist an sich ein Naturprodukt. Als einziges Schwermetall ist es im Naturzustand flüssig. Es hat einen hohen Dampfdruck, weshalb es auch über die Atemwege und die Haut resorbiert werden kann. Das Schwermetall zerstört die roten Blutkörperchen, blockiert lebenswichtige Enzyme und schädigt die Immunabwehr nachhaltig, wenn die Mengen über jenes Mass hinaus ansteigen, dem die Menschen schon immer ausgesetzt waren. Neben Zahnverlusten, geistigen und emotionalen Störungen und Zittern kann es auch eine der Ursachen für die Hyperaktivität bei Kindern sein. Das Quecksilber müsste endlich dringend in die Schranken gewiesen werden.
h.
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[1] Amalgame entstehen durch das Vermischen etwa gleicher Gewichtsanteile von Legierungen des Silbers, Kupfers und Zinns (Legierungspulver, -kugeln, -splitter, -späne) mit Quecksilber. Konventionelles Amalgam enthält 53 Gewichtsprozente metallisches Quecksilber. Zusätzlich existieren verschiedene Formen verbesserter Amalgame mit unterschiedlichen Anteilen an Silber und Kupfer, die korrosionsbeständiger sind.
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