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deutsch
Gradetsch (Kt. Wallis,
Bez.
Siders). 508 m. Gem. und kleines Dorf, mitten im
Rhonethal, 9 km onö.
Sitten und 7 km
sw.
Siders. Station Granges der Simplonbahn 800 m nw. vom Dorf. Postablage, Telegraph, Telephon. Die Gemeinde umfasst das
Dorf Granges, das sich an einen der in der Thalsohle zerstreut gelegenen Hügel anlehnt und von einer
Turmruine überragt ist, ferner die
WeilerPraz-Magnos,
Noës und
Mengold. Zusammen 76
Häuser, 437 kathol. Ew.; Dorf: 23
Häuser, 288 Ew.
Kirchgemeinde.
Gemüse-, Obst- und Weinbau. Das Gebiet der Gemeinde Granges liegt ganz in der Rhoneebene, mit Ausnahme eines schmalen Anteiles
an den rechts über dem Fluss ansteigenden Rebhängen, der ihr von der benachbarten Gemeinde
Lens als
Entschädigung für die Korrektionsarbeiten an der
Rhone abgetreten worden ist. Die Bewohner von Granges haben stets gegen
die gefährlichen Hochwasser des Flusses zu kämpfen gehabt. Um 1850 traten sie einen Teil ihres Gemeindegebietes an einen
Herrn Nodier aus Paris ab, der dafür die Verpflichtung übernahm, die
Rhone auf ihrem ganzen
Lauf durch die Gemeinde einzudämmen
und diese Arbeit auch wirklich in für jene Zeit bemerkenswert schöner Weise durchführen liess.
Darauf wollte man den nun den Ueberschwemmungen entzogenen Landstrich mit Zuckerrüben bepflanzen und diese in einer
eigenen
Fabrik zu Rübenzucker verarbeiten; das Projekt kam aber nicht zur Ausführung. Heute durchziehen das Gebiet von Granges
zwei Entwässerungskanäle, die sich weiter unten vereinigen und zwischen
Brämis und
St. Leonhard in die
Rhone münden. Funde
von vorrömischen Bronzegegenständen. «Granges war im 13. Jahrhundert ein blühendes
Städtchen, ein Castrum, mit mehreren Schlössern, Kirchen, Ringmauern und Toren. Ein reicher, mächtiger
Adel hatte hier seinen Sitz; im H. Jahrhundert die
Grafen von
Gradetsch, im 12. und 13. Jahrhundert die de Tavelli, de Montjovet,
de
La Tour Morestel und Andere. In dieser Zeit wurden hier schon mehrere Rebsorten gebaut, welche sich zwar bis
auf heute erhalten haben, aber nun durch bessere, ertragsfähigere Arten nach und nach verdrängt und vielleicht in naher
Zeit schon gänzlich vergessen sein werden». Im 15. Jahrhundert besassen die Tavelli von Granges in diesen Gegenden
einen mächtigen Grundbesitz, der sich von den über dem rechten Ufer der
Rhone erhebenden Terrassen von
Lens bis tief ins Eringerthal hinein erstreckte.
Ihr
Erbe, die in
Bex wohnende Margaretha von Rovéréa, verkaufte 1603 die
Herrschaft an die Bürgergemeinde
Sitten, in deren
Besitz sie bis 1798 verblieb. Heute ist Granges ein ärmliches Dörfchen, dessen einstige
Schlösser schon zur Zeit des alten
Josias
Simler(VallesiæDescriptio 1574) in Trümmern lagen und von denen heute nur noch eine viereckige
Turmruine und einige Mauerreste stehen. Im 11. Jahrhundert: in monte Grangensi; im 12. Jahrhundert: Lodoïcus de Granges;
1219: Granies.
«Gradetsch und dessen Umgegend wurden durch Bürgerkriege, Pest und Ueberschwemmungen schwer heimgesucht, wie
vielleicht kein anderer Teil des Landes - eine bessere Zukunft wird aber auch seinen Ruinen erstehen,
geweckt durch die Fortschritte einer rationellen Landwirtschaft, deren neubelebender Hauch immer frischer und fröhlicher
das ganze Land durchweht.» (Wolf,
F. O.
Sittenund Umgebung in Europ. Wanderbilder. 138-140).
1044 m. Zerstreute Gruppen von zusammen 43
Häusern,
über dem Eingang ins Thal von
Salvan, 1 km n.
Salvan und von diesem
Ort durch den
WeilerBiolley getrennt. 193 kathol. Ew. Schöne
Aussicht auf das
Rhonethal. 1648 durch eine Pestepidemie beinahe völlig entvölkert.
2070 m. Gipfel, ONO.-Pfeiler der von der
Tour Sallières nach O. abzweigenden
Kette des
Luisin, unmittelbar nw. über
Salvan und von hier aus in 3¾ Stunden zugänglich. Am obern Hang über
Salvan Schutzmauern
gegen Lawinengefahr.
Schöner Aussichtspunkt, von den Kurgästen von
Salvan oft besucht.