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Verbrühungen und Verbrennungen
- eine Verbrennung entsteht durch eine thermische Einwirkung – von aussen durch eine Flamme oder von innen durch einen Elektrounfall
- eine Verbrühung entsteht durch die Einwirkung heisser Flüssigkeiten oder Dampf
- der Grad einer Verbrennung oder Verbrühung ist abhängig
- → von der Höhe der Temperatur
- → der Dauer der Einwirkzeit
- → der Leitfähigkeit des Gewebes
- → und von der Geschwindigkeit der eingeleiteten Notfallmassnahmen
Wusste Sie, dass…
- … Verbrennungen und Verbrühungen zu den häufigen Unfällen bei Kleinkindern gehören?
- … Verbrühungen der zweit häufigste Unfall von Kindern ist?
- … die Haut von Kindern 5-mal dünner ist?
- … bei 54°C Wassertemperatur ein Erwachsener nach 31 Sekunden eine III gradige Verbrühung hat?
- … bei 54°C Wassertemperatur ein Kleinkind bereits nach 10 Sekunden eine III gradige Verbrühung hat?
- … Brandverletzungen zu den sehr schmerzhaften Verletzungen zählen?
- … bei Säuglingen bereits Lebensgefahr besteht, wenn 8 Prozent der Körperoberfläche verbrannt ist?
- … schon der heisse Inhalt einer einzigen Tasse bis zu 30 Prozent der Haut eines Kleinkindes verbrühen kann?
- … Kleinkinder sich überwiegend durch das Herabziehen von mit heisser Flüssigkeit gefüllten Gefässen verletzen?
- … Kleinkinder sich am häufigsten im Gesicht, am Hals und am Oberkörper verletzen?
Prophylaxetipps
- nichts Heisses essen oder trinken, während das Kind auf dem Schoss sitzt
- Kinder in Tragtücher gehören beim Kochen auf den Rücken
- Schoppen und Brei aus der Mikrowelle fühlen sich oft nur lauwarm an, obwohl der Inhalt kochend heiss ist
- keine Tischdecken benützen wenn Kleinkinder im Haus sind (Gefahr von Herunterziehen)
- Kabel von Wasserkochern, Kaffeemaschinen etc. nicht herunterhängen lassen
- Herdschutzgitter montieren
- Griffe von Töpfen und Pfannen nach hinten drehen
- Gefässe mit heissen Flüssigkeiten nicht tragen, wenn kleine Kinder in der Wohnung herumtollen
- Badewasser soll maximal 37 Grad Celsius warm sein
Lange Zeit galt die Empfehlung in der Nothilfe – kühlen, kühlen, kühlen – so lange wie möglich. Die Annahme, dass sich damit die Tiefenwirkung einer Verbrennung in der Haut verhindern liesse, hat sich nicht bestätigt.
Und wenn der Unfall doch geschieht?
- so schnell wie möglich Hitzquelle entfernen
- nur Verbrennungen an den Extremetitäten kühlen
- mit 20 Grad kühlem Wasser, so schnell wie möglich
- maximal 3-5 Minuten reichen zum Kühlen
- bei grossflächigen Verbrennungen nicht kühlen, die Gefahr des Unterkühlens ist zu grosse
- eine grossflächige Verbrennung ist 15 % und mehr
- Schmerzmittel geben
- Verbrennungswunden grosszügig von einem Arzt beurteilen lassen
- Brandsalben nur nach Anordnung eines Arztes verwenden
- Brandwunden, die grösser als eine Handfläche inklusive Finger des Kindes sind, gehören immer zum Arzt
- Verbrennungswunden im Gesicht, am Genitale, über den Gelenken, an den Händen, an den Füssen gehören zu einem Arzt
- Verbrennungswunden die zirkulär (um einen Körperteil herum) sind, gehören zu einem Arzt
- wenn nötig 144 rufen
Was nicht tun
- kein Coolpack, kein Eis oder Eiswasser zum Kühlen verwenden, weil bei zu starker Kühlung die Haut zusätzlich schädigt
- keine Salbe, kein Öl, keine Butter und auch kein “Heilöl” auf die Verletzung schmieren
- Fette halten die Hitze im Gewebe fest, verlängern die Einwirkzeit und verschlimmern damit eine Verbrennung
- Brandblase nicht öffnen.
- kein Mehl, Puder etc. auf die Wunde streuen – es hilft nichts
- keine Zahnpasta auf die Wunde schmieren
Wussten Sie, dass…
- … es in der Schweiz 50 mal pro Tag brennt?
- … alle zehn Tage ein Mensch in der Schweiz bei einem Brand ums Leben kommt?
- … dass das Anbringen von Rauchmeldern “ein kleiner Aufwand mit grossem Nutzen ist” ?
- … aber nur wenige Privathaushalten in der Schweiz über Rauchmelder verfügen?
- … 70% der Brandopfer nachts in den eigenen vier Wänden verunglücken?
- … gefährlicher als das Feuer der Rauch ist?
- … 95% der Brandtoten an den Folgen einer Rauchvergiftung sterben?
- … ein Drittel der Opfer Kinder sind?
- … die Mehrzahl der Brände in Privathaushalten durch technische Defekte ausgelöst werden?