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Text: Frank Wieland
Bild: Psumuseum/Wikipedia
Der Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) ist eine bräunlich-graue Art mit dunkleren Fleck- und Streifenmustern. Er ist von China über Südostasien bis weit hinein in den Pazifischen Raum verbreitet. Mit einer Gesamtlänge von etwa 8-9 cm gehört er zu den kleineren Arten dieser Echsengruppe. Wie seine Verwandten ist der Jungferngecko dazu in der Lage, mit seinen Haftsohlen an senkrechten Wänden und kopfüber an der Decke zu laufen. Soweit scheint Lepidodactylus lugubris ein ganz normaler Gecko zu sein. Aber er verfügt über eine ungewöhnliche und faszinierende Fähigkeit.
Wozu Männer?
Wie der deutsche Name bereits andeutet, können die Weibchen dieser Art Eier legen, aus denen sich ohne männliche Befruchtung weibliche Jungtiere entwickeln. Die Biologie nennt diese Fortpflanzungsstrategie Jungfernzeugung oder Parthenogenese. Die Fähigkeit, sich männerlos fortzupflanzen, bringt dem Jungferngecko einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Geckoarten.
Von Insel zu Insel
Parthenogenetische Tierarten können von einem einzigen Tier ausgehend einen neuen Lebensraum besiedeln. Genau dies ist dem Jungferngecko auf eindrucksvolle Weise gelungen. Es erschloss sein enormes Verbreitungsgebiet, weil es ausreichte, dass einzelne Exemplare in neue Lebensräume gelangten. Dies geschah anfangs häufig über Treibholz, auf dem Eier oder Tiere längere Seereisen überlebten. Später unterstützten die seefahrenden Polynesier die Weiterverbreitung als blinde Passagiere. Die Geckos fanden auf den Schiffen zwischen den transportierten Pflanzen Verstecke. So brachen sie zusammen mit den Menschen zu neuen Ufern auf. Heute ist der Jungferngecko auf vielen Inseln des Südpazifiks anzutreffen.