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Vodafone McLaren Mercedes
In der Konstrukteurs-WM führt Vodafone McLaren Mercedes mit 24 Punkten vor BMW Sauber mit 19 Zählern und Ferrari mit elf Punkten. In der Fahrerwertung liegt Lewis Hamilton, der Sieger des ersten Rennens in Australien mit 14 Punkten vorn. Sein Teamkollege Heikki Kovalainen, der als Dritter in Malaysia seinen ersten Podiumsplatz für Vodafone McLaren Mercedes erzielte, ist Vierter der Gesamtwertung mit zehn Zählern.
Die Rennstrecke in Bahrain wurde am 17. März 2004 eröffnet. Der erste Grand Prix von Bahrain fand am 4. April des gleichen Jahres statt; in diesem Jahr wird das Rennen zum fünften Mal ausgetragen. 2007 erzielte Lewis Hamilton hier als Zweiter seinen dritten Podiumsplatz im dritten Formel-1-Rennen seiner Karriere in Folge. Es war zugleich das beste Ergebnis für die McLaren Mercedes Partnerschaft in Bahrain; zuvor war Kimi Räikkönen 2005 und 2006 zweimal Dritter geworden.
LEWIS HAMILTON
Die Formel-1-Strecke von Bahrain verspricht mit ihrem Layout spannende Rennen. Was sind die charakteristischen Stellen und wo kann man am besten überholen?
„Mir gefällt die Strecke in Bahrain sehr gut. Die Atmosphäre dort ist ganz anders als auf anderen Kursen, denn man fährt hier buchstäblich durch die Wüste. Abseits der Strecke gibt es weder Bäume noch Häuser, nur Sand. Die besten Überholmöglichkeiten gibt es vor den Kurven eins, vier, sieben und zehn. Die Strecke beginnt mit der fast 1,1 Kilometer langen Start-Ziel-Geraden. An deren Ende bremsen wir hart in die erste Kurve, die im ersten Gang durchfahren wird. Danach geht es auf die nächste Gerade. Der Kurs hat insgesamt 15 Kurven mit unterschiedlichen Neigungswinkeln. Es macht Spaß hier zu fahren. Durch den Wind kommt oft Sand auf die Strecke, so dass sie neben der Ideallinie sehr rutschig ist. Auch in Bahrain erwartet uns große Hitze; gut, dass wir nach Australien und Malaysia bereits daran gewöhnt und körperlich gut darauf eingestellt sind.“
Welche Erinnerungen hast du an deine bisherigen Rennen in Bahrain?
„Der Grand Prix von Bahrain gehört zu denen, auf die ich mich am meisten freue, wie auch Monaco und Spa. Im letzten Jahr fuhr ich hier mein drittes Formel-1-Rennen und kam zum dritten Mal in Folge aufs Podium. Außerdem lag ich anschließend an der Spitze der Fahrer-WM, zusammen mit Kimi Räikkönen und Fernando Alonso. Meine besten Erinnerungen habe ich jedoch an das Formel-3-Rennen 2004 in Bahrain. Nach einem verpatzten Qualifying startete ich als 23, verbesserte mich Platz um Platz und gewann. Zum damaligen Zeitpunkt war das mein schönster Sieg.”
Wo verbrachtest du die knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain?
„Zusammen mit meinem Trainer flog für ein paar Tage nach Thailand und absolvierte dort ein intensives Fitnessprogramm.“
HEIKKI KOVALAINEN
Bahrain ist berüchtigt für den dort vorherrschenden Wind und den Sand, der auf die Strecke geweht wird. Wie werden die Streckenbedingungen dadurch beeinflusst?
„Der Sand beeinträchtigt das Gripniveau, so dass es an manchen Stellen richtig rutschig ist. Das ändert sich allerdings im Verlaufe des Wochenendes beträchtlich, denn auf der Ideallinie gibt es im Lauf des Wochenendes immer weniger Sand. Der Staub in der Luft ist allerdings nicht so gut für die Motoren.“
Welche Anforderungen stellt der Bahrain International Circuit an die Bridgestone Potenza Reifen?
„Die Reifen werden hier stark beansprucht; vor allem beim harten Bremsen am Ende der langen Geraden und in den Hochgeschwindigkeits-Schikanen. Hier gibt es schnelle Richtungswechsel und die sind immer eine Belastung für die Reifen. Wir werden die Reifen deshalb schonen so gut es geht, im Rennen kann das entscheidend sein.“
Welche Streckenteile gefallen dir am besten?
„Die Kurven sechs und sieben, ein schneller Rechts-Links-Knick – es ist ein tolles Gefühl, diese Hochgeschwindigkeitsschikane mit dem Formel-1-Auto im fünften Gang zu durchfahren.“
Wo verbrachtest du die knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain?
„Ich flog zurück nach Europa und arbeitete zusammen mit meinen Ingenieuren im McLaren Technology Centre. Danach war ich ein paar Tage zu Hause und trainierte.”
MARTIN WHITMARSH, CEO FORMULA 1, VODAFONE McLAREN MERCEDES
Warum beansprucht der Bahrain International Circuit die Bremen so stark? Wie bereitet sich das Team darauf vor? „Die Streckenführung des Bahrain International Circuit ähnelt der des Grand-Prix-Kurses in Kanada. Wie dort wird in Bahrain mehrmals am Ende langer Geraden hart abgebremst. Das macht die Rennen spannend, weil an diesen Stellen überholt werden kann, aber die Fahrzeuge werden dabei stark beansprucht. Da es neben der Strecke in der Wüste keine Gebäude oder Bäume gibt, an denen sich die Fahrer orientieren können, müssen sie sich sehr konzentrieren, um die richtigen Bremspunkte zu finden. Auf anderen Kursen helfen ihnen dabei Erkennungszeichen rund um die Strecke. Wir haben gemeinsam mit unserem japanischen Partner Akebono die Bremsleistung und -kühlung optimiert.“
Vodafone McLaren Mercedes hat vor der Saison nicht in Bahrain getestet. Ist das ein Nachteil?
„Wir wären gern in Bahrain gefahren, doch wir hatten bei der Entwicklung des Autos andere Prioritäten. Im Winter verbesserten wir die Aerodynamik und die Kühlung des Autos immer weiter, so dass wir dafür keine besonderen Tests benötigten. Außerdem haben wir von den bisherigen vier Rennen in Bahrain eine Menge Daten, es sollte also kein Nachteil sein, dass wir dort nicht getestet haben.“
Woran hat das Team in den knapp zwei Wochen zwischen den Rennen in Malaysia und Bahrain hauptsächlich gearbeitet?
„Wir sind mit den ersten beiden Rennen dieser Saison zufrieden, aber es gibt immer noch viele Dinge, die wir optimieren können, besonders bei den Boxenstopps. Ein Problem wie das mit dem rechten Vorderrad von Lewis in Malaysia darf nicht wieder vorkommen. Um den Speed unserer Autos weiter zu steigern, haben wir auch im Windkanal gearbeitet. Noch haben wir nicht entschieden, ob wir einige der neuen Aerodynamikteile mit nach Bahrain nehmen werden.“
NORBERT HAUG, MERCEDES-BENZ MOTORSPORTCHEF
Wie werten Sie die beiden Auftaktrennen innerhalb von acht Tagen in Australien und Malaysia und wie schätzen Sie das Kräfteverhältnis vor dem dritten Grand Prix des Jahres in Bahrain ein?
„Beide Rennen waren hochwertig und interessant: Der Auftakt-Grand Prix sah eine Überlegenheit beider Vodafone McLaren Mercedes, der zweite Grand Prix eine Dominanz beider Ferrari. Aber weder Ferrari noch wir schafften den Doppelsieg, nach dem es in beiden Rennen jeweils bis über die Halbzeit hinaus aussah. Bei Heikki kam in Melbourne die dritte Safety Car Phase dazwischen, bei Ferrari nach eigenen Angaben ein Fahrfehler. BMW-Sauber hat sich bei beiden Grand Prix stark in Szene gesetzt, wurde zweimal Zweiter und gehört zweifellos zu den Teams, die aus eigener Kraft um den Sieg fahren können.“
Was geschieht mit den Rennmotoren, die in Australien und Malaysia zum Einsatz kamen?
„Die beiden Motoren, die in Melbourne wie in Kuala Lumpur die MP4-23 von Lewis und Heikki angetrieben haben, absolvierten insgesamt 1.903 Kilometer. Beide Motoren wurden versiegelt, einer davon wird den Reglementvorgaben entsprechend als Homologationsmotor für die nächsten fünf Jahre an die FIA übergeben. Der andere Motor wird wie alle Aggregate nach ihren Renneinsätzen einer gründlichen Befundung unterzogen und anschließend für weitere Entwicklungsarbeiten auf dem Prüfstand eingesetzt, wo er dann in der Regel noch einmal eine ähnliche Distanz wie bei den beiden Grand Prix absolviert.“
Mit Bahrain steht voraussichtlich ein weiteres Hitzerennen auf dem Programm. Welche besonderen Anforderungen stellt die Strecke?
„Wir erwarten ein weiteres Rennen, das bei großer Hitze ausgetragen wird und ähnliche Anforderungen mit sich bringt wie die Grand Prix in Australien und Malaysia. Eine Besonderheit des Bahrain International Circuits ist der Sand, der immer wieder auf die Strecke geweht wird und dort oft ganz plötzlich die Grip-Bedingungen verändert. Um das Eindringen von Sandpartikeln zu verhindern werden die Luftfilter der Motoren noch intensiver überprüft und öfter gewechselt als gewöhnlich. Das Belastungsprofil für die Motoren liegt aufgrund der Streckencharakteristik mit vier längeren Geraden, die jeweils in enge Kurven münden, im mittleren Bereich. Rund zwei Drittel der 5,4 Kilometer langen Runde werden unter Volllast gefahren.“