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Zwei Eidgenössische Volksinitiativen:
Tiere sind keine Sachen!
Seit Descartes die Tiere als blosse Maschinen betrachtete, und das Schreien von Tieren mit dem Quietschen von Maschinen verglich, hielt sich die Wissenschaft an dieses Tiermodell, da es für sie sehr viele vermeintliche Vorteile brachte. Sie konnten dadurch Tiere genauso behandeln, wie der Besitzer sein Auto.
Bis heute hat die Wissenschaft leider diesen Fehltritt nie eingesehen oder verhält sich zumindest in grossen Teilen noch immer so, als hätte man seither nichts dazu gelernt:
Tiere werden weiterhin gequält, um jedes Jahr von neuem den Studenten zu beweisen, dass eine bestimmte Theorie zutrifft, oder um zum x-ten mal nachzuweisen, dass man ein bestimmtes Tier mit einem bestimmten Stoff umbringen kann.
Dies hat zwar die Wissenschaft kaum je weiter gebracht (ausser vielleicht in der Tierheilkunde), aber auf das grosse Geschäft, das mit diesen Tierversuchen entstanden ist, will man auch nicht mehr verzichten.
Genauso wie für die meisten Wissenschaftler, war es auch für die Tierhalter immer wieder sehr praktisch, dass sie die Tiere wie Maschinen behandeln durften. Sie nutzten dies zum Bau von Zuchtanstalten, Tierfabriken und Tötungseinrichtungen rücksichtslos aus.
Als letztes Jahr die Rechtskommission des Bundesrates nach jahrelangen Vorbereitungen endlich einen Gesetzesentwurf vorlegte, der den Tieren einen eigenen Rechtsstatus (zwischen Mensch und Sachen) zugestehen wollte, lehnte das Schweizer Parlament es ab, überhaupt über den Vorschlag zu diskutieren. Damit retteten sich die Parlamentarier, da sie sich nicht öffentlich für ihre tierverachtende Einstellung rechtfertigen wollten.
Das Abschmettern dieser längst fälligen Gesetzesänderung konnte nur zustande kommen, weil der Einflussbereich der Agro- und Pharmalobby im Parlament bereits sehr gross ist. Denken Sie bei den nächsten Wahlen also auch an die Tiere!
Um diesen unhaltbaren Fehlentscheid der Parlamentarier zu korrigieren, wurde eine Initiative lanciert, die genau den Gesetzesvorschlag der bundesrätlichen Rechtskommission enthält. Diese Initiative wird von sehr vielen Organisationen getragen. Daneben wurde praktisch gleichzeitig eine eigene Initiative von Franz Weber lanciert, die er im Alleingang vors Volk bringen möchte. Seine Initiative fordert zusätzlich einen Anwalt für die Tiere.
Auswirkungen der Initiativen
Man sollte sich keine unberechtigte Hoffnung über die Auswirkungen eines solchen Gesetzes machen:
Erstens enthält dieses Gesetz keine konkreten Forderungen über den Umgang mit den Tieren. Wohin dies führt, zeigt seit vielen Jahren das Tierschutzgesetz, welches eher das Gewissen der Fleischesser beruhigt, als dass es den Nutztieren viel gebracht hätte (mit Ausnahme des darin konkret geforderten Verbots der Käfighaltung von Hühnern). Zweitens werden auch von dieser Gesetzesänderungen die Nutztiere kaum profitieren.
Als allerersten Schritt zu einem echten Tierrecht muss man heute jedoch schon mit so wenig zufrieden sein. Immerhin können bereits die Gespräche bei der Unterschriftensammlung zu den Initiativen eine Bewusstseinsveränderung bewirken und dadurch den Weg zu einem griffigen, effektiven Gesetz ebnen.
Die SVV empfiehlt, trotz den Bedenken, beide Initiativen zu unterzeichnen, um dem Parlament ein klares Zeichen zu geben, dass der Schweizer Bevölkerung die Tiere nicht egal sind.
Beide Initiativbögen können deshalb bei der SVV kostenlos angefordert werden: SVV, 9315 Neukirch-Egnach.
Ausserdem kann man die Initiativbögen auch von unserer Internetseite herunterladen: vegetarismus.ch/politik/
Renato Pichler
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