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Mit dem in Winterthur sesshaft gewordenen Fabian Hertner holte ein Routinier, aber nicht die stärkste Waffe im Schweizer Team, die Kohlen nach der medaillenlosen Langdistanz aus dem Feuer. Der Baselbieter stand bei seiner zehnten WM-Teilnahme zum achten Mal auf dem Podest und fügte seiner Sammlung bereits die sechste Silbermedaille hinzu - das Gold resultierte mit der Staffel 2015 in Schottland, Bronze in der Mitteldistanz 2012 in Lausanne.
Hertner büsste 25 Sekunden auf den Sieger Thierry Gueorgiou ein. Der 38-jährige Franzose gewann bei seiner Abschiedsvorstellung seine 14. WM-Goldmedaille. Gueorgiou wird nach den Titelkämpfen zurücktreten und ins Trainer-Metier wechseln. Der Franzose konzentrierte sich in Tartu auf die Mitteldistanz und hatte den Sprint und die Langdistanz ausgelassen.
Daniel Hubmann, der Weltmeister im Sprint, und Matthias Kyburz waren mit höheren Ambitionen als Hertner in die kartentechnisch anspruchsvollste Disziplin gestartet. Für beide zählen nur noch die Medaillen. Hertner hingegen hoffte darauf, dass bei einem perfekten Lauf aus dem angestrebten Diplom vielleicht doch eine Medaille wird. Hubmann wurde Fünfter, Kyburz enttäuschte als Zehnter. Florian Howald als Siebenter zeigte hingegen eine solide Leistung.
Einen schlechten Tag erwischte auch der Top-Favorit Olav Lundanes, der Weltmeister auf der Langdistanz. Der Norweger lag im Klassement zunächst unmittelbar vor Kyburz, danach erfolgte die Disqualifikation. Fünf Sekunden hinter Hertner gewann Oleksandr Kratow aus der Ukraine Bronze.