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Digitalisieren ist die Fertigkeit, Entwürfe, Fotos und Bilder in grafischer Form in ein Format umzuwandeln, das für die Stickerei verwendbar ist. Dabei wird mit einer Sticksoftware und der Maus
gearbeitet.
Jedes Stickprogramm liest die Entwürfe anders ein und wandelt diese in eine elektronische Sprache um, durch die die Stickmaschine angweisen wird, wie ein Muster gestickt werden soll. Die in der
Industrie am häufigsten angewandte Technik ist das Grafiktablett. Der künstlerische Entwurf wird auf das Grafiktablett gelgt und der Digitalisierer (Puncher) gibt verschiedene Kombinationen von
"Punkten" ein, indem er die Maus bewegt und eine Reihe von Schaltflächen anklickt und Befehle ausführt. Der Digitaliserer gibt der Stickmaschine an, wann und wo die Stiche angebracht werden,
welche Stichart zu verwenden ist und welche Attribute (wie z.B. Dichte und Länge) die Stiche haben sollen.
Die meisten Digitalisierungsprogramme ähneln komplexen Grafikdesignprogrammen, unterscheiden sich jedoch stark voneinander in ihrer Vielseitigkeit und Anwenderfreundlichkeit. Bevor Sie sich für
ein bestimmtes Digitalisierungsprogramm entscheiden, sehen Sie sich eine Vorführung an und erkundigen Sie sich nach Kursangeboten dafür.
Wie ein bestimmtes Muster digitalisiert wird, hängt von den persönlichen Vorlieben des Digitalisierers (Punchers) ab, und es gibt gewöhnlich keinen richtigen oder falschen Ansatz. Punscher halten
sich an die folgenden teschnischen Richtlinien.
- Arbeiten Sie in einem grösseren Massstab, als das gewünschte letztendliche Muster besitzen soll. Wenn kleine Fehler auftreten, sind diese nicht mehr sichtbar, sobald das Muster auf einer
kleinere Grösse zurückgeführt und genäht wird. Wird das Muster aber in seiner tatsächlichen Grösse digitalisert, sind Fehler fast immer nach dem Sticken sichtbar.
- Setzen Sie eine dunkle oder schwarze Umrandung ein, um bestimmte Komponeten des Motivs oder das ganze Muster abzusetzen. Dadurch entsteht ein "Kontrast"-Effekt, der sich besonders für
bestimmte, klar definierte Muster eignet, wie zum Beispiel Autos oder geometrische Figuren. Der Effekt ist dagegen weniger für weiche Formen wie Wolken oder Wasser geeignet.
- Wird der Faden in verschiedenen Füllrichtungen im Muster angelegt, so wird das Licht unterschiedlich reflektiert, so dass der Eindruck von Konturen im Muster entsteht. Veränderungen an der
Laufrichtung des Fadens (wo er anfängt und aufhört) können ebenso das Erscheinungsbild eines Musters auf dem Stoff verändern.
- Wählen Sie verschiedene Füllrichtungen, um dem Muster einen Eindruck von Tiefe zu verleihen. Horizontale Füllungen erwecken den optischen Eindruck eines Hintergrunds, während vertikale
Füllungen einen Vordergrund suggerieren. Damit können Sie "Hügel", "Täler" und Schatten erzeugen, ohne die Fadenfarbe zu ändern.
- Mit der Überfüllungstechnik können Sie eine bestimmte Definition oder Tiefe in ein Muster bringen. Digitalisieren Sie das Design mit dem gleichen Füllstich, aber kehren Sie noch einmal zurück
und wählen Sie Flächen aus, die ein zweitses Mal überstickt werden. Diese doppelt gestickten Flächen stehen dann ganz leicht hervor.
- Um Farben ineinander fliessen zu lassen, benutzen Sie Objektschichten und ändern dann den Dichtegrad der einzelnen Schichten.