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Das KKW Leibstadt war im Beurteilungszeitraum 2006 bis 2015 sicherheitstechnisch auf einem guten Niveau und wurde mit der erforderlichen Sorgfalt betrieben. Das ENSI hat in seiner Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung aber auch Verbesserungsbedarf festgestellt und verschiedene Forderungen aufgestellt.
Das ENSI sieht die Anforderungen an das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge im Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) erfüllt. Dies hat das ENSI dem KKL in seiner aktuellen Stellungnahme zur Periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) attestiert. In der PSÜ wurde der Zeitraum zwischen 2006 und 2015 betrachtet. Die Vorsorgemassnahmen auf den verschiedenen Sicherheitsebenen werden grundsätzlich als ausreichend bewertet, wenn auch Verbesserungsbedarf besteht.
Inhaber einer Betriebsbewilligung für ein Kernkraftwerk müssen gemäss der Kernenergieverordnung von 2004 alle zehn Jahre eine umfassende Sicherheitsprüfung durchführen. Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) hat die erste Periodische Sicherheitsüberprüfung (PSÜ) 2006 eingereicht. Sie bezog sich auf den Zeitraum zwischen 1995 und 2005. Das ENSI veröffentlichte seine Stellungnahme zu dieser PSÜ im August 2009.
Für Kernkraftwerke, die voraussichtlich über 40 Jahre betrieben werden, ist entsprechend der Kernenergieverordnung ein Sicherheitsnachweis für den Langzeitbetrieb als Bestandteil der PSÜ einzureichen. Das KKL wird Ende 2024 sein 40. Betriebsjahr beenden und demensprechend die Nachweise für den Langzeitbetrieb bis spätestens Ende 2022 erbringen müssen.
Das ENSI stellte insgesamt 35 Forderungen ans KKL. Unter anderem hat das Kernkraftwerk unter Berücksichtigung des Zusammenwirkens von Mensch, Technik und Organisation bis zum 15. Dezember 2020 einen Bericht einzureichen, der aufzeigt, dass die eingeleiteten Massnahmen bezüglich der folgenden Schwerpunktthemen auf gesamtorganisationaler Ebene die gewünschte Wirkung zeigen: Verantwortung der Führung stärken, Intensivierung von Training und Schulung der KKL-Standards, Anpassung der Prozesse und Überprüfung der Arbeitspapiere.
Mehrere Forderungen des ENSI betreffen die deterministischen Sicherheitsanalysen. Diese Forderungen beziehen sich insbesondere auf die systematische Überprüfung der Einhaltung des aktuellen Regelwerks sowie die entsprechende Dokumentation.
Schutzziele weitestgehend erfüllt
Für die Kontrolle der Reaktivität, die Kühlung der Brennelemente und den Einschluss radioaktiver Stoffe kommt das ENSI zu einer positiven Bewertung: Zwischen 2006 und 2015 waren diese Schutzziele im KKL jederzeit erfüllt.
Mit dem Vorkommnis vom 31. August 2010, bei dem ein Taucher im Rahmen von Instandhaltungsarbeiten im Brennelement-Transferbecken einen unbekannten Gegenstand eingesammelt und eine Strahlenbelastung oberhalb des zulässigen Grenzwerts erreicht hatte, wurde das Schutzziel „Begrenzung der Strahlenexposition“ im Überprüfungszeitraum verletzt. Das KKL hat als Konsequenz aus diesem Vorkommnis zielgerichtete Massnahmen zur Verhinderung von weiteren Dosisgrenzwertüberschreitungen getroffen.
Gute Noten für die Alterungsüberwachung
Im Weiteren beurteilt das ENSI das Konzept und den Stand der bau-, maschinen- und elektrotechnischen Alterungsüberwachung im Zeitraum von 2006 bis 2015 positiv. Die bekannten Alterungsmechanismen aller sicherheitsrelevanten Komponenten und Baustrukturen werden im KKL in den entsprechenden Instandhaltungs- und Qualitätssicherungsprogrammen berücksichtigt.
Den Sicherheitsnachweis für den Langzeitbetrieb muss das KKL bis Ende 2022, zwei Jahre vor dem 40. Betriebsjahr, dem ENSI zur Überprüfung einreichen.