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Der 31-jährige Norweger feierte in der elften von maximal 14 WM-Partien in Dubai den vierten Sieg und beendete das Duell mit 7,5:3,5 Punkten. Carlsen verteidigte den WM-Titel in Dubai nun schon zum vierten Mal nach 2014, 2016 und 2018. Als Weltmeister kassiert er 1,2 Millionen Euro Preisgeld, der unterlegene Nepomnjaschtschi erhält 800'000 Euro.
Wer Carlsen für einen kühlen, disziplinierten Rationalisten hält, liegt falsch. Er ist deshalb so gut im Schach, weil er es schafft, sowohl am königlichen Spiel als auch am Training und an der Vorbereitung Spass zu haben. Das Auswendiglernen von Zugfolgen hält der Weltmeister deutlich kürzer als seine Rivalen. In Stellungen, von denen andere gelangweilt sind, findet er oft noch Details, die ihn auf die Gewinnerstrasse bringen.
Carlsen gelang es öfter als Nepomnjaschtschi, präparierte Zugfolgen aufs Brett zu bringen. Mit einem klaren Vorteil aus der Eröffnung kam er aber nur in der zweiten Partie und vergab seine Chance durch ein Übersehen. Mindestens so wichtig wie seine Eröffnungsvorbereitung erwies sich seine mentale Stärke. Vor dem Match hatte Carlsen über Nepomnjaschtschi gesagt: «Es wird vielleicht seine grösste Herausforderung, wie er Rückschläge wegsteckt.»
Anfangs spielte der Herausforderer auf Augenhöhe. Nach dem Remis in der fünften Partie äusserte er erstmals Unmut, weil er aus einer vorteilhaften Stellung nicht mehr gemacht habe. In der sechsten Partie erschwerte er sich durch einige unverständliche Entscheide die Verteidigung. Obwohl noch kurz vor Ende ein Remis möglich war, musste sich der Russe nach fast acht Stunden Spielzeit und 136 Zügen geschlagen geben. Es war die nach Zügen längste Partie in der bis 1886 zurückreichenden Geschichte der Schachweltmeisterschaft.
Nach dieser strapaziösen Partie schaffte es der Herausforderer am folgenden Tag nicht, mit Weiss Druck zu machen. In der achten und neunten Partie unterliefen ihm dann schwere Patzer, wie sie auf höchstem Niveau sonst nicht zu sehen sind. Nepomnjaschtschi gab zu, dass sein Spiel eines Grossmeisters nicht würdig war.
Carlsen dagegen blieb konzentriert, und das verdankt er auch seiner physischen Fitness. Am liebsten spielt er Fussball und Basketball, was er auch an den spielfreien Tagen in Dubai tat. Um nach Partien den Kopf frei zu kriegen, schaut er gerne Spiele der Premier League, La Liga oder NBA.
Der nächste Titelkampf ist für das Frühjahr 2023 geplant. Carlsens kommender Herausforderer soll im Spätsommer oder Herbst 2022 ermittelt werden.