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FRAGE | Die Erbschaft meiner Grosseltern wurde nie geteilt. Nach dem Tod meiner Eltern bin ich nun zusammen mit zehn anderen Personen Teil dieser Erbengemeinschaft. Einer der Erben – ein Onkel – regt an, einen im Nachlass befindlichen Gaden im Wallis (Bauzone) zu verkaufen. Er hat auch schon einen Käufer, einen örtlichen Bauunternehmer. Ich bin mir sicher, dass mein Onkel, der dort eine Sanitärfirma betreibt, mit ihm einen Deal vereinbart hat, von dem nur der Onkel, nicht aber die anderen Erben etwas haben werden. Darum bin ich gegen diesen Käufer. Mein Onkel hat mir nun beschieden, ich hätte gar nichts zu melden; der Verkauf könne auch ohne meine Zustimmung erfolgen. Stimmt das?
ANTWORT | Grundsätzlich nicht: Eine Erbengemeinschaft muss immer einstimmig handeln. Weigert sich auch nur ein Erbe, dann kann kein Grundstück verkauft werden. Soll dennoch ein Verkauf gegen den Willen eines Erben erfolgen, dann kann das nur auf dem Gerichtsweg über eine Erbteilungsklage erfolgen. Involviert sind dann alle Erben, entweder auf der Kläger- oder auf der Beklagtenseite. Falls bei Ihnen vorerst nur der Gaden verkauft werden soll, kann sich die Teilungsklage auf diesen Punkt beschränken. Es handelt sich dann um eine objektiv-partielle Erbteilung. Offenbar sind Sie sich ja darüber einig, dass das Grundstück verkauft werden soll, nicht aber an wen. In einem solchen Fall hat gemäss Gesetz die Veräusserung auf dem Weg der Versteigerung stattzufinden. Ob diese als öffentliche Versteigerung oder als Versteigerung unter den Erben erfolgt, entscheidet im Streitfall das Gericht.
Rechtsfragen können gestellt werden an:
Dr. Lorenz Strebel, Rechtsanwalt und Notar, Bahnhofstrasse 86,
5001 Aarau, E-Mail: <email-pii>