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Die Umfragen vor den Wahlen deuteten einen möglichen Machtwechsel in Schweden an. Allerdings wurde mit einem knappen Resultat gerechnet. Wer weiss, vielleicht wird das „Wahlchaos“ im zentralen Göteborg sogar wahlentscheidend sein, da anscheinend viele Wähler nicht so lange Schlange stehen wollten, und vorzeitig nach Hause gingen.
Besonders neugierig bin ich auf das Resultat von Feministisk Initiativ mit der offensichtlich unverwüstlichen Gudrun Schyman an der Spitze, welche in den 90er Schwedens Kommunistische Partei (Vänsterpartiet) geleitet hatte, diese im Streit verliess und eine neue Partei gründetet. Gemäss einer Nachwahlbefragung des schwedischen Fernsehens könnte es ihr für den Einzug in das Parlament knapp reichen.
Vänsterpartiet: 6,6 (+1,0)
Socialdemokraterna: 31,1 (+0,4)
Miljöpartiet: 7,1 (-0,2)
Centerpartiet: 6,5 (-0,1)
Folkpartiet: 6,0 (-1,0)
Kristdemokraterna: 5,0 (-0,6)
Moderaterna: 22,2 (-7,9)
Sverigedemokraterna: 10,5 (+4,8)
Feministiskt initiativ: 4,0 (+3,6)
Övriga: 1,0 (+/-0,0)
So wie die Zahlen aussehen, tippe ich auf eine rotgrüne Minderheitsregierung. Die Sverigedemokraterna (eine Art Pendant zu unseren Schweizerdemokraten) spielen das Zünglein an der Waage, aber mit ihnen wird sich keiner der beiden Blöcke einlassen wollen.
Liveergebnisse der Wahlresultate mit Vergleichszahlen:
Nachdem eine grosse Mehrheit der Stimmkreise ausgezählt wird, ist die grosse Überraschung wohl das Resultat der Schwedendemokraten. Im Vorfeld wurde zwar befürchtet, dass betreffend den Schwedendemokraten die Wählerinnen und Wähler nicht immer ihre wahren Absichten oder ihr wahres Wahlverhalten zugeben, da sie sich dafür schämen. Dieser Fall scheint jetzt eingetreten zu sein. Interessant ist, dass die Stimmengewinne nur zu Lasten der bürgerlichen Parteien gehen. Allerdings sagt die Resultatstatistik noch nicht alles über die Wählerwanderungen aus.
Interessant finde ich, dass die Themen Schule und das Gesundheitssystem gemäss einer Umfrage des schwedischen Fernsehens die Wähler am meisten beschäftigten, was ich aber schwer mit dem Abschneiden der Sverigedemokraten in Verbindung bringen kann.
Auch scheint sich für die Wahlen in Schweden zu interessieren. Gar keine schlechte Idee, den WählerInnen den Wahltag mit einem Doodle in Erinnerung zu rufen. Vielleicht könnte man so die Wahlbeteiligung in der Schweiz auch etwas erhöhen. Allerdings dürften die Wahllokale dann nicht schon um 12.00 Uhr schliessen.