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Es gibt diese Geschichten, die einen kribbelig machen. Die man gebannt liest und dann aufspringt, weil man die ganze Welt verbessern will. Oder zumindest einen kleinen Teil davon. Die Geschichte von Tendol Gyalzur ist so eine. «Wir gehen auf eine Reise», hatten ihre Eltern gesagt. Es ist das Jahr 1959 und sie ist noch ein Kind, als sie aus Tibet fliehen muss. Auf dem Weg über die Pässe des Himalayas verliert sie ihre Eltern und ihren Bruder. Der Dalai Lama nimmt sich des Waisenmädchens an und schickt es nach Deutschland, wo es in einem Pestalozzi-Dorf aufwächst. Mit ihrem späteren Mann kommt sie dann in die Schweiz.
Jahre später kehrt Tendol nach Lhasa zurück. Steht vor dem Potala-Palast und realisiert, dass an diesem heiligen Ort Kinder auf der Strasse leben. Kinder, wie sie eines war. Tendol bleibt. Und eröffnet das erste Waisenhaus Tibets – das nicht das letzte gewesen sein soll. Heute lebt Gyalzur in Shangri-La und in Rapperswil. Ihre beiden Söhne unterstützen ihre Arbeit. Songtsen lebt im tibetischen Hochland und hat dort die erste Craft-Beer-Brauerei Tibets eröffnet, ein Ausbildungs- und Arbeitsort für ehemalige Heimkinder. Ghaden lebt in der Schweiz und fördert das Projekt von hier aus. So inspiriert die Geschichte ihrer Mutter die Söhne. Und die Leser dieses Buches: «Ein Leben für die Kinder Tibets» ist bei Wörterseh erschienen.