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| Augustinus (354-430) - Zweiundzwanzig Bücher über den Gottesstaat

17. Buch
21. Von den Königen nach Salomon, in Juda sowohl wie in Israel.
Bei den übrigen Königen der Hebräer nach Salomon finden wir kaum einige geheimnisvolle Aussprüche oder Taten, die eine Weissagung auf Christus und die Kirche enthielten; und das gilt ebensowohl von den Königen in Juda wie von denen in Israel. So hießen nämlich die zwei Reiche, in die sich das Volk der Juden spaltete, seitdem es um des von Salomon gegebenen Ärgernisses willen zur Zeit seines Sohnes Roboam, der seinem Vater in der Herrschaft folgte, zur Strafe von Gott geteilt worden war1 . In der Folge nannte man die zehn Stämme, die Jeroboam erhielt, ein Knecht Salomons, in Samaria ihnen zum König bestellt, das Volk Israel im engeren Sinn, obwohl dies der Name jenes ganzen Volkes war. Die zwei Stämme dagegen, die um Davids willen, damit das Königtum in seinem Stamme nicht gänzlich erlösche, der Stadt Jerusalem unterworfen blieben, die Stämme Juda und Benjamin nämlich, hießen Juda, weil dies der Stamm war, aus dem David hervorgegangen war. Benjamin aber gehörte, wie gesagt, als zweiter Stamm zu demselben Reiche, und aus diesem Stamm war Saul hervorgegangen, der König vor David. Doch wurden diese beiden Stämme mitsammen, wie erwähnt, Juda genannt und durch diesen Namen von Israel unterschieden, wie in engerem Sinne die zehn anderen Stämme hießen, die ihren eigenen König hatten. Denn der Stamm Levi, der als der dreizehnte zählt, war als der priesterliche Stamm dem Dienste Gottes, nicht dem der Könige gewidmet. Joseph nämlich, einer von den zwölf Söhnen Israels, hatte nicht wie die übrigen einen, sondern zwei Stämme gezeugt, Ephräm und Manasses, Indes gehörte auch der Stamm Levi mehr zum Reiche Jerusalem, wo der Tempel Gottes war, an dem er seinen Dienst versah. Nach der Teilung des Volkes regierte also in Jerusalem zuerst als König von Juda Roboam, Salomons Sohn, und in Samaria als König von Israel Jeroboam, Salomons Knecht. Und als Roboam das Gebiet jenes abgetrennten Teiles mit Krieg überziehen wollte, ward dem Volke verboten, mit seinen Brüdern zu kämpfen, indem Gott durch den Propheten sprach, daß er selbst die Trennung herbeigeführt habe2 . Daraus erhellt, daß in dieser Sache weder beim König von Israel noch beim Volke eine Sünde vorhanden war, sondern daß der Strafwille Gottes erfüllt wurde. Nachdem dieser erkannt worden, gaben sich beide Teile zufrieden; denn es hatte nicht eine Teilung der Religion, sondern des Reiches stattgefunden.
1: 3 Kön. 12.
2: 3 Kön. 12, 21-24.