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Blauracke
Coracias garrulus
© 2009 Markus Kappeler
(erschienen in der WWF Conservation Stamp Collection)
Die Blauracke (Coracias garrulus) gehört innerhalb der gefiederten Welt zur Ordnung der Rackenvögel (Coraciiformes) und da zur Familie der Racken (Coraciidae). Die Ordnung der Rackenvögel umfasst sehr verschiedenartige Vogelformen, nämlich die Eisvögel, Todis, Motmots, Bienenesser, Hopfe, Nashornvögel und eben die Racken. Nur wenige gemeinsame Merkmale des Körperbaus und der Lebensweise verbinden diese sieben Familien untereinander. Dennoch: Ein paar von der Norm stark abweichende Kennzeichen - zu nennen ist insbesondere die als «Syndactylie» bezeichnete teilweise Verschmelzung der drei Vorderzehen - lassen keinen Zweifel daran, dass sie allesamt auf gemeinsame Vorfahren zurückgehen und somit verwandtschaftlich zusammengehören. Die Verschiedenartigkeit der Rackenvögel lässt sich dadurch erklären, dass sie als Sippe ein hohes erdgeschichtliches Alter von über 45 Millionen Jahren aufweisen, und dass somit ausreichend Zeit bestand, um aus den «Ur-Racken» solch unterschiedliche Formen entstehen zu lassen.
Während die Familie der Eisvögel weltweit verbreitet ist, kommen die Familien der Todis und der Motmots einzig in der Neuen Welt, die Familie der Bienenesser, Hopfe und Nashornvögel ausschliesslich in der Alten Welt vor. Auch die Familie der Racken, welche 12 Arten in zwei Gattungen umfasst, ist eine ausnahmslos altweltliche Vogelsippe: 7 Arten kommen in der so genannt afrotropischen Region vor, also in Afrika südlich der Sahara, auf Madagaskar und den umliegenden Inseln sowie im südlichen Bereich der Arabischen Halbinsel. 1 Art, nämlich die Blauracke, ist zur Hauptsache in Europa sowie in West- und Zentralasien heimisch. Die restlichen 4 Arten sind im süd-, südost- und austral-asiatischen Raum zu Hause.
Auch «Mandelkrähe» genannt
Die zwölf Rackenarten sind einander alle recht ähnlich. Es handelt sich um lebhaft gefärbte, durch ihre Lautäusserungen auffallende, mittelgrosse Vögel mit verhältnismässig grossem Kopf, kurzem Hals und bei der Gattung Coracias krähenartig geformtem, bei der Gattung Eurystomus an der Basis verbreitertem Schnabel. Sie sind im Übrigen kurz- und schwachbeinig. Tatsächlich hüpfen und laufen sie so gut wie nie, sondern bewegen sich stets im Flug fort und erweisen sich vor allem bei ihren Balz- und Signalflügen sowie beim Beutefang als sehr kraftvolle und zugleich elegante Flieger.
Auch die Grössenunterschiede zwischen den verschiedenen Rackenarten sind gering. Die kleinste Art, der Blaukehlroller (Eurystomus gularis), weist ein Länge um 26 Zentimeter und ein Gewicht um 90 Gramm auf, während die grösste Art, die Opalracke oder Blaubauchracke (Coracias cyanogaster), eine Länge um 38 Zentimeter und ein Gewicht um 200 Gramm erreicht.
Die Blauracke hat sozusagen Mittelmass: Sie weist gewöhnlich eine Länge von 30 bis 32 Zentimetern, eine Flügelspannweite von 66 bis 71 Zentimetern und ein Gewicht von 120 bis 160 Gramm auf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich weder hinsichtlich ihrer Grösse noch ihrer Färbung voneinander. Der einzige ersichtliche Geschlechtsunterschied besteht darin, dass die Gefiederfarben beim Weibchen etwas matter sind als beim Männchen.
Die Blauracke kommt als Brutvogel schwergewichtig in Europa vor, ferner aber auch im nördlichen Afrika, von Marokko bis Tunesien, im Nahen und Mittleren Osten, von der Türkei ostwärts bis nach Kaschmir an der pakistanisch-indischen Grenze, und in Zentralasien, von Kasachstan nordostwärts bis zu den westlichen Bereichen der chinesischen Provinz Xinjiang.
In Europa brütet die Blauracke in den meisten Ländern des Südens und des Ostens, von Spanien, Italien und Griechenland nordwärts bis zu den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland. Früher brütete sie regelmässig auch in Dänemark, Schweden und Deutschland, hat dies aber seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr getan. Alle europäischen Bestände überwintern in Afrika südlich der Sahara, und zwar in zwei separaten Regionen, einerseits im westlichen Afrika zwischen Senegal und Kamerun, andererseits im östlichen und südlichen Afrika zwischen Äthiopien und Südafrika.
In ihren Brutgebieten bevorzugt die Blauracke als Lebensraum tief liegende, ebene, mittelfeuchte, offene, mit Gehölzen und Einzelbäumen durchsetzte Landschaften und betätigt sich dort als Ansitzjägerin: Geduldig sitzt sie auf einer erhöhen Warte an, etwa auf dem Ast eines toten Baums, dem Wipfel eines Feldgehölzes oder einem Zaunpfosten, und beobachtet aufmerksam die Umgebung. Früher liess sie sich bei uns zu diesem Zweck auch gern auf Getreidegarben nieder, welche - zu so genannten «Mandeln» gruppiert - zum Trocknen auf dem Feld aufgestellt waren, weshalb sie im Volksmund auch «Mandelkrähe» genannt wurde. In seltenen Fällen unternimmt sie von ihrer Warte aus Flugjagden nach vorbeifliegenden Insekten. Vorzugsweise bejagt sie jedoch am Boden sich umherbewegende Beutetiere. Erspäht sie ein solches, so lässt sie sich im Gleitflug fallen, packt es zielsicher mit dem Schnabel und kehrt mit ihm zu ihrer Warte zurück, um es zu verspeisen. Den Grossteil ihrer Opfer machen wirbellose Kleintiere aus, insbesondere Käfer und Heuschrecken, aber beispielsweise auch Hundertfüsser, Raupen, Erdwürmer und Skorpione. Manchmal erbeutet sie auch kleine Eidechsen, Blindschleichen, Frösche, Spitzmäuse und andere Wirbeltiere. Auf dem Zug verzehrt sie ferner vereinzelt Weintrauben, Feigen und weitere Früchte.
Die Nähe des Menschen meidet die Blauracke keineswegs, ist also für ihr Auskommen nicht auf unberührte Naturlandschaften angewiesen. Im Gegenteil: Besonders gute Lebensräume findet sie häufig dort, wo traditionelle, extensive Landwirtschaft betrieben wird, wo also ein kleinflächiges Mosaik aus Feldern, Wiesen und Weiden mit eingestreuten Feldgehölzen, Hecken, Hochstammobstbäumen, Ackerrainen, Bachufergehölzen und zahlreichen weiteren, die Landschaft bereichernden Elementen existiert, denn dort finden sich viele gute Ansitzwarten, eine reichhaltige Kleintierfauna und meistens auch eine ausreichende Zahl von Nistmöglichkeiten.
Kinderstube in Spechthöhlen
Die Blauracke ist eine Höhlenbrüterin. Sie schafft sich ihre Nisthöhle jedoch selten selbst, sondern verwendet entweder ausgefaulte Astlöcher und andere natürliche Höhlungen in Bäumen oder verlassene Spechthöhlen, insbesondere diejenigen des Schwarzspechts (Dryocopus martius) oder des Grünspechts (Picus viridis). Im Süden des Brutareals nistet sie allerdings auch in steilwandigen Sandstein-, Lehm- oder Lössabbrüchen und gräbt dann ihre fünfzig bis sechzig Zentimeter tiefe Brutröhre selbst.
Beim Auswählen einer Spechthöhle als zukünftige Kinderstube erweisen sich die Blauracken als sehr anspruchsvoll. Die Höhe über dem Boden, die Grösse und Tiefe der Nestkammer sowie die Ausrichtung des Eingangs müssen ganz bestimmten Anforderungen genügen. Die bevorzugte Ausrichtung des Eingangs hängt von den örtlichen Klimabedingungen ab. In einem Untersuchungsgebiet im südlichen Frankreich beispielsweise, wo die Blauracken grossenteils verlassene Grünspechthöhlen verwendeten, war der Eingang praktisch immer nach Westen gerichtet. Die Vögel mussten dort zwei wesentlichen klimatischen Faktoren Beachtung schenken: einerseits dem Mistral, einem zeitweilig stark von Norden wehenden, kühlen Wind, und andererseits der kraftvollen, tagsüber von Südosten und Süden her scheinenden mediterranen Sonne. Nach Westen ausgerichtete Nisthöhlen, wie sie die Blauracken in der Regel benutzten, unterlagen im betreffenden Gebiet nachweislich geringeren Temperaturschwankungen als nach Norden, Süden oder Osten ausgerichtete und boten somit ein besonders günstiges Nestklima.
Interessanterweise waren die verlassenen Grünspechthöhlen im besagten südfranzösischen Untersuchungsgebiet keineswegs alle nach Westen ausgerichtet, sondern schauten in alle möglichen Richtungen. Dies deutet zum einen darauf hin, dass die Blauracken eine wirkliche Wahl getroffen hatten. Zum anderen scheinen die Grünspechte der Ausrichtung ihrer Höhle keine sonderliche Bedeutung beizumessen und somit klimatisch weniger anspruchsvoll, widerstandfähiger zu sein als die Blauracken. Die fast flächendeckende Verbreitung des Grünspechts in Europa und sein Vorkommen in einem sehr breiten Spektrum von Lebensräumen stützt diese Einschätzung.
In einem Untersuchungsgebiet in Polen verwendeten die meisten Blaurackenpaare für die Brut Schwarzspechthöhlen, und zwar solche, die nach Osten oder Südosten ausgerichtet waren. In diesem vergleichsweise kühlen Land wählten sie offensichtlich Höhlungen, deren Eingang von der Sonne möglichst gut beschienen wurde und die darum wärmer waren als west-, nord- oder ostwärts gerichtete.
Haben die Blauracken eine geeignete Nisthöhle gefunden, so bleiben sie ihr gewöhnlich während Jahren treu. Da dies sowohl für die Männchen als auch für die Weibchen zutrifft, brüten meistens über Jahre hinweg dieselben Partner zusammen. Es bilden sich somit auf diesem Weg monogame Paare. Ob die Partner allerdings auch ausserhalb der Fortpflanzungszeit zusammen bleiben, ob also eine echte persönliche Bindung zwischen ihnen besteht, wissen wir nicht.
Nestlinge sehen kleinen Igeln ähnlich
Im Umfeld seiner Nisthöhle verhält sich das Blaurackenpaar ausgesprochen territorial. Mit rauen «rak-rak-rak»- und anderen Rufen warnt es sämtliche Artgenossen davor, der Kinderstube zu nahe zu kommen, und attackiert etwaige Störenfriede schonungslos. Die Grösse des Territoriums schwankt zwar je nach der örtlichen Lebensraumqualität, doch beträgt die Bestandsdichte häufig nur ein oder zwei Paare je Quadratkilometer. Vieles deutet darauf hin, dass hierfür vor allem das meist spärliche Angebot an geeigneten Nisthöhlen verantwortlich ist.
Die Blauracken kehren im Frühjahr verhältnismässig spät aus ihren afrikanischen Winterquartieren in die europäischen Brutgebiete zurück. Selbst im südlichen Europa treffen sie gewöhnlich nicht vor Ende April ein, in weiter nördlich gelegenen Bereichen wie dem Baltikum sogar noch zwei oder drei Wochen später. In der Folge sind die bemerkenswerten Balz- und Signalflüge zu sehen, welche die Männchen hoch in der Luft aufführen und damit den Weibchen ebenso wie den Rivalen ihre körperliche Fitness kundtun.
Ein eigentliches Nest legen die Blauracken nicht an; wenn überhaupt tragen sie nur wenige Niststoffe ein. Das Gelege besteht gewöhnlich aus vier bis sechs Eiern. Diese sind wie bei den meisten Höhlenbrütern weiss und werden vom Weibchen ungefähr einen Monat nach seiner Ankunft im Brutgebiet gelegt. Die Brut, bei der sich die beiden Partner tagsüber durchschnittlich alle zwei Stunden abwechseln, dauert 17 bis 19 Tage.
Die Jungen schlüpfen nackt, blind und völlig hilflos aus den Eiern. Sie werden von beiden Altvögeln gefüttert. Nach ungefähr zehn Tagen sehen sie aus wie kleine Igel, da die Hornscheiden der spriessenden Federn erst spät aufplatzen. 25 bis 30 Tage nach dem Schlüpfen sind die jungen Blauracken flugfähig und verlassen dann in Begleitung ihrer Eltern das Nest. Sie werden noch eine Weile von diesen behütet und gefüttert, doch lernen sie rasch, selbstständig Beute zu erjagen. Im Allgemeinen bleiben die Familien beisammen, bis sie sich gegen Ende August, Anfang September auf die weite Reise ins Winterquartier machen. Die Lebenserwartung liegt unter natürlichen Bedingungen bei acht bis zehn Jahren, in Menschenobhut bei gut zwölf.
Im Unterschied zu ihrem Verhalten im Brutgebiet erweisen sich die Blauracken auf dem Zug ins Winterquartier als gesellige Vögel. Gewöhnlich ziehen sie in kopfstarken Verbänden von mehreren Dutzend, manchmal sogar mehreren hundert Vögeln. Den Winter verbringen sie in verhältnismässig trockenen Buschländern und Waldsavannen und verhalten sich dort ausgesprochen ruhig und unauffällig. Für die Nacht versammeln sie sich gern mit ihresgleichen an einem gemeinsamen Schlafplatz, beispielsweise in einem schützenden Dornstrauch.
Massiver Bestandsschwund in Europa
Noch ist die Blauracke ein weit verbreiteter und verhältnismässig häufiger Vogel. In Europa, welches ungefähr zwei Drittel des gesamten Brutareals ausmacht, wird der Bestand auf 100 000 bis 200 000 Individuen geschätzt. Die europäische Population ist allerdings stark rückläufig. Allein zwischen 1990 und 2000 ist sie um rund 25 Prozent geschrumpft, und der Schwund hält an. Besonders dramatisch haben sich die Bestände im Norden des Brutareals entwickelt, so in Polen und in den baltischen Staaten. In Litauen, dem Ausgabeland der vorliegenden Briefmarken, waren von den um 1970 heimischen 1000 bis 2000 Brutpaaren im Jahr 2004 nur noch etwa 20 Paare übrig. Deren Rückzugsgebiete befinden sich im Osten des Lands, nahe der Grenze zu Weissrussland, im 58 500 Hektaren grossen Dzukija-Nationalpark und im 40 500 Hektaren grossen Aukstaitija-Nationalpark.
Welche Faktoren die negative Bestandsentwicklung der in Europa brütenden Blauracken bewirken, ist nicht klar. Denkbar ist, dass die Sterblichkeit entlang der Zugrouten erheblich zugenommen hat. Nachweislich werden Blauracken beispielsweise in Oman teils für den Verzehr, teils aus purer Schiesswut in grosser Zahl abgeschossen. Nicht auszuschliessen ist auch, dass die Blauracken in ihren Winterquartieren schwer wiegende Beeinträchtigungen der Lebensumstände erlitten haben. Informationen hierzu fehlen leider vollständig.
Eher wahrscheinlich ist ohnehin, dass den Blauracken zur Hauptsache die Verschlechterung der Lebensraumqualität in den Brutgebieten aufgrund der allgegenwärtigen Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen macht. Zu nennen sind vor allem die Zerstörung der Nisthöhlen, die Verminderung der Ansitzwarten und die Ausdünnung der Beutetierbestände: Die meisten Spechthöhlen befinden sich in alten, oftmals sterbenden oder toten Bäumen, denen in den modernen Wirtschaftswäldern kein Platz mehr zugestanden wird; Feldhecken, Feldgehölze, Hochstamm-Obstbäume und andere einzeln stehende Bäume und Sträucher mit günstigen Warten werden in der modernen Landwirtschaft Stück für Stück entfernt, um grossflächige, maschinengerechte Anbauflächen zu erhalten; Insektizide und andere Schädlingsbekämpfungsmittel werden zum Schutz der landwirtschaftlichen Kulturen reichlich eingesetzt und dadurch die Bestände der meisten Kleintiere stark zurückgedrängt.
Welcher der genannten drei Faktoren besonders einschneidend wirkt, wissen wir nicht. Interessanterweise haben aber Untersuchungen in Spanien ergeben, dass das Aufhängen von Nistkästen zu einem schnellen und signifikanten Erstarken der lokalen Blauracken-Brutbestände führte, dass dort also vor allem das mangelnde Angebot an geeigneten Nisthöhlen dem attraktiven Vogel zu schaffen machte. Dieser Befund schürt die Hoffnung, dass der Blauracke mit einer recht simplen Artenschutzmassnahme geholfen werden könnte. Letztere müsste allerdings - gerade in den baltischen Staaten - an die Hand genommen werden, bevor die letzten Brutpaare ausbleiben.
Legenden
Die Blauracke (Coracias garrulus) ist ein mittelgrosses Mitglied der zwölf Arten umfassenden Familie der Racken (Coraciidae): Sie weist gewöhnlich eine Länge von 30 bis 32 Zentimetern, eine Flügelspannweite von 66 bis 71 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 120 und 160 Gramm auf. Die Weibchen sind gleich gefärbt wie die Männchen, aber etwas matter.
Als Brutvogel ist die Blauracke von Marokko und Spanien im Westen bis nach Kaschmir und Westchina im Osten verbreitet. Als Lebensraum bevorzugt sie tief liegende, ebene und offene, aber mit Gehölzen und Einzelbäumen durchsetzte Landschaften. Dort macht sie von günstigen Ansitzwarten aus Jagd vor allem auf Insekten und andere wirbellose Kleintiere, erbeutet aber mitunter auch Eidechsen und weitere kleine Wirbeltiere.
Die Blauracke ist eine Höhlenbrüterin. Als Kinderstube verwendet sie meistens ausgefaulte Astlöcher (Bild links) und andere natürliche Höhlungen in Bäumen sowie verlassene Spechthöhlen. Nur im Süden des Brutareals nistet sie auch in steilwandigen Erdabbrüchen (Bild Seite 5). Im Umfeld ihrer Nisthöhle verhält sich das Blaurackenpaar ausgeprägt territorial und grenzt sein Revier mit Signalflügen sowie Warnrufen gegenüber fremden Artgenossen ab (Bild rechts).
Die jungen Blauracken schlüpfen nach einer Brutzeit von 17 bis 19 Tagen aus den Eiern und sind anfangs nackt, blind und völlig hilflos. Nach ungefähr zehn Tagen ähneln sie kleinen Igeln, da die Hornscheiden der spriessenden Federn erst spät aufplatzen. 25 bis 30 Tage nach dem Schlüpfen sind sie flugfähig und verlassen dann in Begleitung ihrer Eltern das Nest.
Die Brutbestände der Blauracke in Europa sind seit ein paar Jahrzehnten stark rückläufig. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung dürfte die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft im Brutareal sein, denn sie bewirkt eine Verminderung der Nisthöhlen, Ansitzwarten und Beutetierbestände und somit eine massive Verschlechterung der Lebensraumqualität.
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