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In Anbetracht der vielfältigen Manifestationen und den ganz unterschiedlichen Verläufen einer COVID-Infektion ist die systematische Untersuchung persistierender Probleme nach durchgemachter Erkrankung (“Post-COVID-Syndrom”) zweifellos interessant.
Dass gemäss bisherigen Analysen in bis zu einem Fünftel der Patienten Spätfolgen auftreten und als Hauptbeschwerden Erschöpfung und Müdigkeit angegeben werden, erstaunt aber nicht wirklich. Langzeitfolgen nach viralen Infekten und ambulant erworbener Pneumonie (übrigens ebenfalls meist viral bedingt) sind bestens bekannt.
In diesem Zusammenhang hier exemplarisch eine Vintage-Studie von Patienten mit Lungenentzündung: die Hälfte der Patienten gab auch 90 Tage nach stattgehabter Pneumonie noch Müdigkeit an, ein Fünftel Dyspnoe. Andere Untersuchungen haben zudem gezeigt: Je älter die Patienten waren, je mehr Komorbiditäten bestanden und je schwerer die Pneumonie verlief, desto häufiger wurde über persistierendeSymptome berichtet. Handelt es sich beim “Post-COVID-Syndrom” also um eine neue, eigene Entität? Wohl kaum.
Wenn Patienten an einer Pneumonie erkranken – sei es durch SARS-CoV2 oder andere Erreger – und die schwierige Frage stellen, wann sich wieder gut fühlen, finde ich die Einschätzung des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) hilfreich: “after 3 months, most symptoms should have resolved but fatigue may still be present; after 6 months most people will feel back to normal“.
Literatur
- Jain S N Engl J Med 2015; 373:415-27
- El Moussaoui R CHEST 2006; 130:1165–72
- Waterer G Eur Respir J 2017;49:1700571