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Nikolaus von, Reformator, geb. 1483 zu Torgau, studierte in Wittenberg und wurde hier 1511 Professor der Theologie.
Er begleitete Luther nach Leipzig und Worms und war dessen Mitarbeiter an der Bibelübersetzung. Als Superintendent
in Magdeburg (1524) führte er in Goslar und Kalenberg die Reformation ein, ward 1542 Bischof von Naumburg, aber 1547 von den Kaiserlichen
vertrieben; an seiner Stelle wurde der von dem Domkapitel gewählte Julius v. Pflugk eingesetzt. Im J. 1552 als Generalsuperintendent
nach Eisenach berufen, starb er 1565 daselbst.
Allem katholischen Wesen feindlich, bekämpfte er rücksichtslos das Interim und stand in den adiaphoristischen,
synergistischen und Abendmahlsstreitigkeiten stets auf seiten der strengen Lutheraner. Seinem Ansehen schadete er durch den
im Streit aufgestellten und dann zäh verteidigten Satz: gute Werke seien schädlich zur Seligkeit. Er war bei der Gründung
der Universität Jena beteiligt und besorgte die Jenaer Ausgabe von Luthers Schriften. Seine Biographie schrieb
Pressel (Elberf. 1862).
Nikolaus von, Mitarbeiter Luthers, geb. 3. Dez. 1483 wahrscheinlich zu Torgau, studierte in Wittenberg, wo
er 1504 Magister, 1507 Baccalaureus, 1511 Licentiat der Theologie wurde und sich in inniger Freundschaft Luther anschloß. Er
begleitete ihn 1519 nach Leipzig, 1521 nach Worms und war Mitwisser seiner Entführung auf die Wartburg. Als Superintendent
zu Magdeburg ordnete Amsdorf 1524 das dortige Kirchenwesen im prot. Sinne, ebenso 1528 zu Goslar, 1534 zu Einbeck, 1539 zu
Meißen. Am 20. Jan. 1542 ward er durch Luther zum evang. Bischof von Naumburg-Zeitz geweiht, aber schon 1546 verjagt.
der schon zu Luthers Lebzeiten jede Verständigung mit Gegnern hintertrieben hatte, war nach dessen Tode ein Führer der streng
luth. Partei, lebte nun zwei Jahre in Weimar und wirkte für die Gründung der streng luth. Universität
Jena im Gegensatz gegen das Melanchthonische Wittenberg. Die heftige Opposition gegen das Interim (s. d.)
trieb ihn wieder nach Magdeburg, wo er und Flacius (s. d.) die Führer der luth. Orthodoxie waren. Nach der Übergabe Magdeburgs
an Moritz von Sachsen erhielt Amsdorf ein Asyl zu Eisenach ohne bestimmtes Amt als höchster Ratgeber in kirchlichen
Dingen für die Ernestinischen Länder. Auf dem Wormser Kolloquium 1557 veranlaßte er die entschiedene Absonderung der strengen
Lutheraner von Melanchthon, blieb jedoch persönlich unangetastet, als 1561 die Flacianer entlassen wurden. Amsdorf starb 14. Mai 1565 zu
Eisenach. -
Vgl. E. J. Meier, Das Leben der Altväter der luth.
Kirche, hg. von Meurer, Bd. 3 (Lpz.
1863).