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In den amerikanischen Mathematiklektionen wird mehrheitlich Klassenunterricht durchgeführt. Dabei werden relativ viele Einzelaufgaben bearbeitet, teilweise ergänzt durch Aufgabensets, sei es als Wiederholung früher bearbeiteter Inhalte oder zum Üben und Anwenden von neu eingeführten Inhalten, wobei der Fokus klar auf dem Einüben von Prozeduren liegt.
Didaktische Grobziele
Ähnlich wie in den tschechischen Lektionen spielt auch in den amerikanischen Lektionen die Wiederholung von früherem Stoff eine wichtige Rolle. Für diese Zielsetzung wird in den meisten Lektionen beinahe die gesamte erste Hälfte der Lektion investiert. Insgesamt nimmt die Wiederholung von früherem Stoff 53% der Unterrichtszeit ein. 28% der amerikanischen Lektionen sind ausschliesslich der Wiederholung von früherem Stoff gewidmet. In der zweiten Hälfte der Lektion werden dann neue Inhalte eingeführt und geübt.
Sozialformen
Klassenunterricht nimmt in amerikanischen Lektionen den grösseren zeitlichen Anteil ein (67% der Lektion) als selbständige Schülerarbeit und ist während der ganzen Lektionsdauer verbreitet. Wenn die Schüler und Schülerinnen selbständig arbeiten, ist dies meistens Einzelarbeit (80% der selbständigen Schülerarbeit).
Eine interessante Besonderheit amerikanischer Lektionen besteht darin, dass, anders als in den meisten anderen Ländern, häufig zu Beginn der Lektion bereits Aufgabensets in selbständiger Schülerarbeit gelöst werden. Nach Angabe lokaler Experten können diese Sequenzen als so genannte "warm-up"-Aktivitäten interpretiert werden. Solche "warm-up"-Aktivitäten sind gemäss den Experten im amerikanischen Unterricht verbreitet und dienen dazu, früheren Stoff zu wiederholen und zu aktivieren.
Inhaltsbezogene Aktivitäten
Ungefähr die Hälfte der Unterrichtszeit wird in amerikanischen Lektionen mit dem Lösen von Einzelaufgaben verbracht (51%), wobei im Durchschnitt relativ viele Aufgaben gelöst werden (10 Einzelaufgaben). Einzelaufgaben treten vor allem im mittleren Teil der Lektion auf, während Aufgabensets, wie bereits erwähnt, zu Beginn, aber auch gegen den Schluss der Lektion bearbeitet werden. 75% der selbständigen Schülerarbeit sind mit repetitivem Üben ausgefüllt.
Die Aufgabenanalyse zeigt, dass auch in amerikanischen Lektionen mehrheitlich wenig komplexe Aufgaben gelöst werden: Die prozedurale Komplexität wurde bei 67% der Aufgaben als tief, bei 27% als mittel und bei 6% als hoch eingestuft. Weiter gehende Analysen zeigen ferner, dass der Fokus bei der Aufgabenbearbeitung klar auf dem Einüben von Prozeduren liegt.