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Informationsstrukturen bei zweisprachigen Sprechenden
Schweizerischer Nationalfonds, Projektförderung, Projekt Nr. 176338
Sprachen verfügen über Mittel, aufeinanderfolgende Ereignisse einer Erzählung zu verbinden, wobei die einzelnen Sprachen unterschiedliche Informationen hervorheben. Im vorliegenden Projekt werden Erzählungen zweisprachiger Personen (französisch-deutsch und italienisch-deutsch) analysiert, um in Erfahrung zu bringen, ob ihre Zweisprachigkeit die Art und Weise, wie sie eine Erzählung in den jeweiligen Sprachen aufbauen, beeinflusst.
Italienisch-, französisch- und deutschsprachige Sprecherinnen und Sprecher organisieren die Informationen über Inhalt, Handlung und Zeit einer Erzählung unterschiedlich und bevorzugen tendentiell unterschiedliche Strukturen. Wir werden untersuchen, ob Zweisprachige je nach verwendeter Sprache zwei verschiedene Strukturen verwenden, oder ob sprachübergreifende Einflüsse aus der einen oder anderen Sprache erkennbar sind, je nach Gewicht der jeweiligen Sprachen im Repertoire der Sprechenden. Ausserdem möchten wir feststellen, ob solche Unterschiede von muttersprachlichen Sprechenden wahrgenommen werden, d.h. ob sie Erzählungen (z.B. in Schweizerdeutsch), die einem anderen Stil folgen (z.B. Italienisch) als nicht-muttersprachlich einstufen.
Unser Vorgehen lehnt sich an Theorien und Methoden zu Informationsstrukturen aus der angewandten Linguistik an. Diese Forschungen haben aufgezeigt, dass erwachsene Lernende einer zweiten Sprache von ihrer Erstsprache beeinflusst werden. Wir führen diese Forschungen für die Schweiz mit Fokus auf die Zweisprachigkeit weiter.