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Während Europa im Mittelalter an Seuchen, Kriegen und religiösem Dogmatismus litt, blühten in Afrika vielerorts Handel und Kultur. Ein Musterbeispiel: Das Königreich Mali. Kankan Mansa Musa I., der das westafrikanische Land im frühen 14. Jahrhundert regierte, gilt bis heute als reichster Mensch der Weltgeschichte.
Im Gegensatz zu den modernen Promi-Unternehmer-Milliardären wie Bill Gates, Mark Zuckerberg oder Jeff Bezos, welche ihr Vermögen mit Software-Produkten und -Plattformen gemacht haben, war Mansa Musa ein Hardware-Gigant. Die Hardware: Gold. Und Salz, welches je nach Region sogar noch wertvoller war.
Die Nachfrage nach beidem war damals quasi unendlich, die Preise entsprechend hoch. Mansa Musa kontrollierte extrem ergiebige Abbaustätten und empfing Tributzahlungen für freie Passage durch sein Riesenreich. Der Nachschub des Regenten schien unversiegbar und so schmiss er wortwörtlich mit Gold um sich.
Als gläubiger Muslim brach er 1324 zur Pilgerreise nach Mekka auf. In seinem Gefolge 60’000 Menschen, jeder 1.8 Kilogramm Gold auf sich. Dazu 80 Kamele, jedes mit bis zu 130 Kilogramm Goldstaub beladen. Seinen Schatz verteilte er an Arme am Wegrand und soll der Legende nach jeden Freitag am jeweiligen Rastort eine Moschee gebaut beziehungsweise gespendet haben.
In Kairo und anderen Handelszentren entlang der Reiseroute kaufte er massenweise Souvenirs und überbezahlte die Ware – als eine Geste der Grosszügigkeit. Damit löste er eine Inflation aus, von der sich die Region erst nach Jahren wieder erholen sollte. Auf der Rückreise war das wenige Gold, welches er noch mitführte, kaum etwas wert und Mansa Musa musste einen Kredit aufnehmen.
Langfristig blieb sein Reichtum davon unberührt. Nach Schätzungen von Wirtschaftshistorikern würde Mansa Musas Vermögen heute inflationsbereinigt 400 Milliarden Franken entsprechen. Das ist das Vierfache dessen, was Amazon-Gründer und -Chef Jeff Bezos – aktuell der reichste Mensch der Welt – auf sich vereint.