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- Die Ölförderallianz Opec+ hält an ihren vorsichtigen Produktionszielen fest – der Ölpreis bleibt damit hoch.
- Die von Saudi-Arabien und Russland dominierte Gruppe entschied, bei der angekündigten, nur leichten Erhöhung der täglichen Ölförderung zu bleiben.
- Die USA, Indien und andere Länder hatten die Opec+ aufgefordert, mehr Öl als geplant in den Markt zu pumpen, um die Preise herunterzubringen.
Am Dienstag hatte US-Präsident Joe Biden gesagt, die gestiegenen Öl- und Gaspreise seien das Ergebnis einer restriktiven Förderpolitik. Erdöl wird seit Anfang Oktober für mehr als 80 Dollar pro Fass gehandelt.
Die USA reagierten denn auch auf das Vorgehen der Opec+ und kündigten an «mit allen Mitteln» gegen die hohen Energiepreise vorgehen zu wollen. Biden steht wegen der hohen Benzinpreise unter innenpolitischem Druck.
Pandemie muss als Grund herhalten
Während Abnehmerländer auf niedrigere Preise und ein höheres Angebot für die Erholung vom Corona-Schock der Weltwirtschaft drängen, hat die Opec+ die Risiken neuer Corona-Varianten im Blick.
«Die globale Nachfrage nach Öl steht noch immer unter dem Druck der Delta-Variante», sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Russlands, Alexander Nowak, an der Online-Sitzung der Opec+.
Das weltweite Erdölkartell
Die Opec+ besteht aus den 13 Ländern der in Wien ansässigen Organisation erdölexportierender Länder (Opec): Algerien, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Iran, Irak, die Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela. Hinzu kommen zehn Kooperationspartner, darunter Russland, Kasachstan, Mexiko oder Oman. Die Opec+-Allianz hatte zu Beginn der Coronakrise mit Produktionskürzungen auf den Einbruch der Nachfrage reagiert.
Nowak wies jedoch auf die Möglichkeit höherer Produktionssteigerungen hin, falls sich die wirtschaftliche und gesundheitliche Lage verbessert. Der saudi-arabische Energieminister Abdulasis bin Salman betonte, dass im ersten und zweiten Quartal 2022 die Nachfrage saisonbedingt ohnehin nachlassen werde.
Bald die Ölreserven anzapfen?
Angesichts der Fortsetzung der vorsichtigen Förderpolitik – die Opec+ bleibt bei ihrer angekündigten schrittweisen Erhöhung der täglichen Ölförderung um 400'000 Barrel im Dezember – bleibt den Industrienationen bald nur noch die Möglichkeit, die eigenen Ölreserven anzuzapfen.
US-Energieministerin Jennifer Granholm hatte diese Option im Oktober für ihr Land ins Spiel gebracht.
Folge der Energiewende
Der Ölstreit zeigt, wie komplex die Energiewende ist: Einerseits ist die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen nach wie vor gross. Gleichzeitig wollen sich die Staaten an der Klimakonferenz in Glasgow dazu verpflichten, den CO2-Ausstoss zu senken. Zugleich sollen Investitionen in fossile Energien mehr und mehr abgebaut werden. Das ist ein Spagat. Für die Förderländer von fossilen Energieträgern wie Russland oder Saudi-Arabien sind hohe Energiepreise willkommen – unter anderem um ihre eigene klimaneutrale Zukunft zu finanzieren. (Dario Pelosi)