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Bewilligungen September 2016
25'000 Franken für die Unterstützung des Projektes Schulhausbau, Myanmar (600 Kids)
Myanmar gehört zu den ärmsten Ländern in Südostasien. Das Bildungswesen ist in einem maroden Zustand, doch Bildung ist der einzige Weg für die Kinder, in Myanmar dem Teufelskreislauf der Armut zu entkommen. Taung Tha Lae ist ein kleines Dorf im südlichen Flussdelta von Myanmar. Der Zyklon Nargis hat die bestehende Schule dort im Jahr 2008 zerstört. Seither findet der Unterricht primär in Provisorien statt. Ziel des Projektes ist es, ein neues Schulhaus mit zwei grossen Klassenzimmern zu bauen. Die Schulzimmer bieten Platz für bis zu 50 Schülerinnen und Schüler. Dank der neuen Schulräume soll auch die Unterrichtsqualität an der Schule gesteigert werden.
40'000 Franken für das Projekt „Markt statt Migration“ Absatzförderung für Kleinbauern, Brasilien (Vivamos mejor)
Die Existenz der familiären Bauernbetriebe in der Projektregion Minas Gerais ist zunehmend durch Trockenheit und Wassermangel bedroht. Die Bauernfamilien haben nur beschränkte Möglichkeiten, ihre Erzeugnisse auf dem lokalen Markt zu verkaufen. Die Kleinbauern produzieren zu geringe Mengen, um zu den Absatzkanälen Zugang zu erhalten. Dadurch entgeht den Kleinproduzenten dringend benötigtes Einkommen. Im Rahmen des Projektes wird die Bauernvereinigung von Chapada do Norte unterstützt, um eine nachhaltige, ökologisch verträgliche Landwirtschaft zu betreiben und die Region mit lokal produzierten Lebensmitteln zu versorgen. Kleinbauern werden bei der Vermarktung ihrer Produktion auf dem Wochenmarkt, in Supermärkten oder im Ernährungsprogramm in Schulen unterstützt. 100 Bauernfamilien schaffen sich damit Zugang zu lokalen Absatzmärkten und erwirtschaften mit ihrer Produktion ein Einkommen. Dies ist eine konstruktive Alternative zur Abwanderung oder Saisonarbeit auf entfernten Plantagen.
30'000 Franken für Mutter- und Kindprogramm, Mexiko (PRO INDIGENA)
Im Süden Chiapas und in der Grenzregion Guatemalas sind ein grosser Teil der Bevölkerung ehemalige Gewaltflüchtlinge aus dem Hochland Guatemalas. Zu dem aktuell dringendsten Problem der indigenen Bevölkerung gehört die fehlende Gesundheitsversorgung. Im Norden Guatemalas sind die Hebammen weitherum die einzigen Gesundheitsfachkräfte, die den schwangeren Frauen vor, während und nach der Geburt beistehen. Schwerpunkt des Projektes ist die Mutter- und Kindgesundheit, ergänzt durch die Förderung der Allgemeingesundheit in den Aspekten Hygiene und Ernährung. Durch die Ausbildung zur professionellen Hebamme von Frauen aus der Region Chiapas soll zukünftig eine Reduktion der Mutter- und Kindsterblichkeit sowie eine Verbesserung der medizinischen Versorgung erzielt und ein Beitrag zur Reduktion von Infektionsrisiken und Hygiene geleistet werden.
15'000 Franken für Bauerngemeinschaft erhält direkten Marktzugang Dank Lkw, Uganda (miva Schweiz)
Die Mehrheit der Personen im Kamwenge Distrikt ist arm und lebt vom Kleinhandel mit Landwirtschaftsprodukten oder vom Fischfang. Der Anbau von Baumwolle, Hochlandreis, Mais, Kaffee und Früchten lockte zahlreiche Migranten in die Region. Doch die Kleinproduzenten profitieren nicht von den daraus resultierenden höheren Marktpreisen, denn sie müssen wegen fehlender Transportmöglichkeiten ihren Hauptgewinn Zwischenhändlern oder Transporteuren überlassen. Mit der Beschaffung eines eigenen Lastwagens kann die lokale NGO COSIL grosse Mengen Mais und Reis verarbeiten und besser die lokalen Märkte beliefern. Somit ergibt sich der Vorteil einer kollektiven Vermarktung in Form von höheren Einnahmen, welche direkt an die Produzenten weitergeben werden.
50'000 Franken für Ausbildung und Entsendung von Hebammen, Äthiopien (Women’s Hope International)
Obschon in Äthiopien bezüglich der Gesundheit von Müttern in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte erzielt wurden, ist die Muttersterblichkeitsrate immer noch sehr hoch. Ein Grund für diese hohe Rate ist die Tatsache, dass bisher nur 30% aller schwangeren Frauen fachkundig begleitet und medizinisch versorgt werden. Das Projekt besteht aus zwei Komponenten: Die Ausbildung von Hebammen und ihren anschliessenden Einsatz in ländlichen Gesundheits-zentren. Die Hebammenschule, in der ein Wohnheim integriert ist, liegt einige Kilometer ausserhalb von Addis Abeba. Sie bietet 90 Studentinnen aus fünf Regionen Äthiopiens eine umfassende Hebammenausbildung, die zu einem Bachelorabschluss führt. Alle Hebammen verpflichten sich, ihre neu erworbenen Fähigkeiten nach ihrer Ausbildung in ländlichen Gesund-heitszentren während mindestens vier Jahren einzusetzen.
50'000 Franken für Förderung der lokalen Milchwertschöpfungskette, Mali (Vétérinaires sans frontières Suisse)
Obwohl Mali über einen grossen Viehbestand verfügt, bleibt die Milchproduktion bislang weit unter ihrem Potential und das arme, ohnehin stark verschuldete Land importiert in grossem Mass Milchpulver aus dem Ausland. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt VSF-Suisse die lokale Milchwertschöpfungskette in Mali und hilft damit Kleinbauern, Milchverarbeitern und Milchver-käufern eine nachhaltige Einkommensgrundlage aufzubauen. Ziel des Projektes ist es, die Milchqualität und die Produktivität der Zuchtbetriebe zu verbessern sowie eine regelmässige Versorgung des Marktes in Kayes mit lokal produzierter Milch, in ausreichenden Mengen und guter Qualität, zu gewährleisten.
50'000 Franken für das Projekt „Universal Pension“, Tansani (Kwa Wazee)
Alte Menschen sind in den ärmsten Gebieten des südlichen Afrikas grundsätzlich besonders verletzlich. Wenn sie krank sind oder sich nicht mehr aus eigener Kraft ernähren können, sind sie darauf angewiesen, von ihren Kindern unterstützt zu werden. Die HIV/AIDS-Krise hat dieses traditionelle Sozialsystem jedoch empfindlich geschwächt. Ein Teil der mittleren Generation ist gestorben, ein anderer Teil verarmt oder weggezogen. Da die Armut alter Menschen – im Besonderen alter Frauen – derart gross ist, möchte die Organisation mit dem angefragten Geldbetrag eine monatliche Rente sicherstellen. Im Vordergrund steht die Unterstützung von selbstorganisierten Grossmütter-Gruppen, welche gemeinsam einen Teil ihrer Rente zurücklegen und selber verwalten. Sie benutzen die Fonds, um sich Mikrokredite zu gewähren oder als Versicherung für Krisensituationen, die mit der Rente allein nicht bewältigt werden können.
30'000 Franken für das Projekt „Wasser gegen Hunger“, Mosambik (Aqua Alimenta)
Durch die geografische Lage bedingt, ist Mosambik weltweit eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder. Während Zyklone und Sturmfluten die Küstengebiete bedrohen, bestehen im Landesinnern verstärkt Hochwasser und Dürrerisiken. Wo Familien fast ausschliesslich Subsistenzlandwirtschaft betreiben, gefährden veränderte Wettermuster und Wetterextreme ihre Ernten und damit ihre Existenzgrundlage. Einkommensmöglichkeiten ausserhalb der Agrarwirtschaft gibt es so gut wie keine. Diesen Herausforderungen können die Bauernfamilien mit Hilfe angepasster Kleinbewässerung besser begegnen. Ziel des Projektes ist es, 438 neue Kleinbewässerungssysteme anzulegen und die 350 bereits bestehenden Anlagen zu unterhalten.
30‘000 Franken für Ausbildung und Arbeitsplätze für sozial benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene, Äthiopien (HELVETAS)
Das Bevölkerungswachstum ist im ländlichen Äthiopien immer noch hoch, auch wenn die Regierung kleinere Familien propagiert. Die Hälfte der Einwohner ist derzeit jünger als 25 Jahre. Jährlich kommen ungefähr zwei Millionen Menschen hinzu, was den Druck auf die zur Verfügung stehenden Ressourcen, Dienstleistungen und den Arbeitsmarkt in Äthiopien stetig erhöht. Die meisten jungen Menschen werden schlecht oder gar nicht auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Dies führt dazu, dass viele Äthiopier arbeitslos oder in niedrig qualifizierten Jobs tätig sind. Das Hauptziel des Projektes ist, eine wesentliche Verbesserung der Lebenssituation von 2‘000 jungen Frauen und Männern durch eine Berufslehre und einen gesicherten Arbeitsplatz zu erzielen. Staatliche und private Bildungsanbieter und Arbeitsvermittlungsstellen sind in der Lage, geeignete Massnahmen für arbeitssuchende junge Menschen anzubieten. Relevante Projekter-gebnisse und Resultate fliessen in die staatliche Bildungsstrategie ein.
30'000 Franken für das Projekt „wirkungsvolle Ausbildung für junge Hausangestellte“, Honduras (Brücke Le Pont)
Die Mehrheit der Hausangestellten in Honduras ist 15 bis 24 Jahre jung. Die Arbeitsbedingungen sind prekär: Keine Arbeitsverträge, keine Sozialleistungen und oft bis zu 15-stündige Arbeitstage. Viele der jungen Mädchen sind gewalttätigen und/oder sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Aufgrund fehlender Schulbildung bieten sich den Betroffenen meist keine Alternativen. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen und den jungen Mädchen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen, bietet das Ausbildungszentrum der Organisation Reyes Irene die Möglichkeit, die reguläre Schulbildung abzuschliessen sowie weiterführende Abschlüsse mittlerer Reife zu absolvieren. Neben der Ausbildung sind auch psychologische und medizinische Unterstützung der Mädchen bei Schwangerschaften oder Mangelerscheinungen sowie juristische Beratung wichtige Pfeiler des Angebots.
40'000 Franken für das Projekt „Female Hygiene“, Tansania (INTERTEAM)
In Tansania – und dort vor allem in ländlichen Gebieten – stellt die Menstruation bei Frauen noch immer ein gesellschaftliches Tabu dar. Dieses Tabu, verbunden mit fehlendem Wissen über Menstruations-Hygienemassnamen, führt dazu, dass Mütter ihre Töchter nicht über dieses Thema aufklären. Aufgrund schlechter sanitärer Bedingungen an den Schulen – oft gibt es keinen Zugang zu sauberem Wasser und Seife – mangelndem Wissen, fehlender Hygieneartikel für Frauen und nicht zuletzt aus Scham, bleiben Mädchen und junge Frauen während der Menstruation der Schule fern. In der Folge verpassen Mädchen, insbesondere während der entscheidenden Jahre der Primarschule, wichtige Unterrichtsinhalte und oft einen ordentlichen Schulabschluss. Ziel des Projektes ist es, Mädchen und jungen Frauen im Alter von elf bis 18 Jahren vor Schulabbrüchen zu bewahren und ihnen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Dieses Ziel soll durch eine bessere hygienische Infrastruktur an Schulen, dem Erhalt von Hygieneartikeln sowie durch das Menstrual Hygiene Aufklärungs-Management erreicht werden.
15'000 Franken für Internationale Menschenrechtsbeobachtung, Guatemala (Peace Watch Switzerland)
Guatemala ist geprägt von einer Kultur der Straflosigkeit. Dies betrifft einerseits Verbrechen, welche während des Bürgerkrieges begangen wurden, andererseits gegenwärtige Übergriffe auf MenschenrechtsverteidigerInnen sowie Mitglieder der sozialen Bewegung. Die Organisation ACOGUATE begleitet in Guatemala Organisationen, bäuerliche Gemeinschaften und MenschenrechtsvertreterInnen, die sich für die Respektierung der Menschenrechte und Einhaltung der verfassungsmässigen Rechte einsetzen und deswegen bedroht werden. Die Menschenrechtsbeobachtung und -begleitung erfolgt durch internationale Freiwillige. Die Organi-sation dokumentiert lokale Prozesse und Vorfälle und erstellt Berichte, die sie nationalen und internationalen Organisationen zur Verfügung stellt.
12'000 Franken für das Projekt „Lehrgang zur Ausbildung im Kunsthandwerk Stickerei“, Vietnam (Verein Leprahilfe Vietnam)
Lepra ist von der sozialen Indikation her eine Armutskrankheit. Mit der fünfmonatigen Stickerei-Ausbildung, bei der jeweils 15 junge Frauen aus der Provinz Hoa Binh teilnehmen können, sollen die wirtschaftliche Eigenständigkeit und soziale Lage der Teilnehmerinnen sowie deren Familien nachhaltig verbessert werden. Nach erfolgreichem Abschluss erhält jede Teilnehmerin ein Set mit Arbeitsmaterialien. Damit erhöhen sich ihre Chancen erheblich, eine Arbeitsstelle zu finden oder selbständig Aufträge auszuführen. Ein weiteres zentrales Ziel ist die gesellschaftliche Integration der Auszubildenden.
30‘000 Franken für Stärkung von indischen Gemeinderätinnen, Indien (Das Hunger Projekt Schweiz)
Gemäss der 73. staatlichen Verfassungsänderung von 1992 sind in Indien ein Drittel der Gemeinderatsmandate für Frauen reserviert. Erstmals verfügen Frauen zumindest im Grundsatz über das Mandat und den politischen Einfluss, sich mit den Dorfbewohnern für ihre Anliegen einzusetzen. Die Umsetzung dieses Gesetzes in der Praxis ist eine grosse Herausforderung. Tief verwurzelte, patriarchische und feudale Strukturen stehen dabei häufig im Wege. Ohne geeignete Schulungen und Unterstützung haben diese Frauen in den Panchayats (Gemeinden) wenig Chancen, ihre Anliegen, wie z.B. bessere Ernährung, Bildung, Gesundheit und sauberes Wasser, durchzusetzen. Absolutes Ziel des Projektes ist die Überwindung von chronischem Hunger und Armut. Das Potenzial der Betroffenen soll genutzt werden, damit sie ein eigenverantwortliches Leben führen und ihre Grundbedürfnisse selber decken können. Mittels Workshops möchte die Organisation eine zunehmende Anzahl von Frauen ausbilden, damit diese eine starke Stimme in der Gemeinde gewinnen.
40'000 Franken für Arbeit und Einkommen durch Abfallmanagement, Bolivien (Swisscontact)
In Bolivien werden täglich nahezu 5‘000 Tonnen Haushaltsabfall generiert. Ein Grossteil davon in städtischen Gebieten. Mit dem Wachstum der Städte und gleichzeitigem Fehlen eines nach-haltigen Abfallmanagements wird dies zu einem ersthaften Problem. Zudem haben die bestehenden Abfalldeponien bereits ihre Kapazitäten ausgeschöpft und es erweist sich als schwierig, neue Deponiestandorte in den städtischen Gebieten zu erschliessen. An diesem Punkt setzt das vorliegende Projekt an. Zusammen mit lokalen Partnern, der Einbindung der Stadtbehörden und der Bevölkerung, wird das ökonomische Potential des Abfalls genutzt. Durch den Aufbau von Sammel- und Recyclingsystemen können wertvolle Rohstoffe wiederverwertet und die städtische Abfallmenge verringert werden. Allein die Trennung von organischem und wiederverwertbarem Material vom Restabfall reduziert die Abfallmenge bis zu 60%. Gleichzeitig entstehen neue Arbeitsplätze und Einkommensmöglichkeiten im Abfallsektor.
50'000 Franken für HIV/AIDS betroffene Kinder und Jugendliche stärken, Simbabwe (Terre des hommes Schweiz)
Bulawayo ist für nationale Verhältnisse besonders stark von der HIV-Pandemie betroffen. Während landesweit etwa 15% der jugendlichen und erwachsenen Bevölkerung HIV-positiv sind, sind es in Bulawayo 20.4%. Etwa 12‘000 Kinder leben mit HIV. Das Mpilo-Spital verfügt über Strukturen um jugendfreundliche, psychosoziale Dienste anzubieten, doch reicht ein gutes und adäquates Angebot alleine nicht aus. Der psychische Druck, unter dem viele HIV-positive Jugendliche stehen, hindert sie daran, solche Angebote wahrzunehmen und Jugendliche erfahren nur selten Unterstützung durch ihr Umfeld, um sich die nötige medizinische und psychologische Hilfe zu holen. Das Projekt richtet sich auf die Einrichtung und Stärkung eines psychosozialen Angebots, welches im Mpilo-Spital sowie an Schulen und Gemeinden durchgeführt wird. HIV-positive Jugendliche befassen sich durch erlebnispädagogische Methoden mit Erinnerungsarbeit. Parallel dazu wird das Umfeld der Jugendlichen auf ihre Bedürfnisse sensibilisiert. Dadurch werden die Resilienz und die Integration von HIV betroffenen Jugendlichen gefördert.
13'000 Franken für Gesundheitsfachstelle im Prostituiertenviertel, Indien (Stiftung Calcutta Project Basel)
Kolkata, die Hauptstadt des Bundesstaates West Bengalen, ist mit rund fünf Millionen Einwohnern eine der grössten Städte Indiens. Im Stadtteil Sonagachi wohnen auf engstem Raum rund 50‘000 Personen. Ein grosser Teil der dort lebenden Frauen sind Prostituierte, welche meist in prekären Verhältnissen und grosser Armut leben. Häufig sind die Prostituierten kaum aufgeklärt über sexuell übertragbare Krankheiten, deren Verhütung und Prävention, alltägliche Hygiene und andere gesundheitliche Risiken. Auch haben sie kaum Zugang zu medizinischer Versorgung oder Beratung, da sie sich wegen gesellschaftlicher Stigmatisierung selten ausserhalb des Quartiers bewegen und nicht mit Unbekannten über ihre Tätigkeit und ihre alltäglichen oder gesundheitlichen Probleme sprechen. Ein Schwerpunkt des Projektes ist die basismedizinische Grundversorgung für die Prostituierten des Viertels. Die Frauen sollen innerhalb des Quartiers kostenlos ärztliche Beratung und Untersuchungen in Anspruch nehmen können. Das zweite Ziel ist die Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten und die Aufklärung ihrer Verbreitung sowie mögliche Schutzmassnahmen.
46‘000 Franken für das Projekt „Grundversorgung Gesundheit“, Kongo (Mission21)
Die Demokratische Republik Kongo gehört nach dem Welthungerindex zu den am stärksten von Hunger betroffenen Ländern der Welt und bis zu 70% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Aufgrund des desolaten Gesundheitszustands des Landes führt Mission21 in Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen SSC (Service de Santé Communautaire) ein mehrjähriges Projekt durch, um zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Kongo beizutragen. Die Hauptaktivität des Projekts konzentriert sich auf präventive und kurative Medizin sowie Massnahmen im Bereich Hygiene und Weiterbildung des medizinischen Personals. So kann ein Beitrag zur Reduktion der epidemischen Krankheiten wie Malaria, HIV/AIDS und Tuberkulose geleistet und vor allem zur Verbesserung der allgemeinen Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern beigetragen werden. Jährlich nehmen etwa 30‘000 Menschen die medizinische Leistung der SSC in Anspruch.
30‘000 Franken für Berufsbildung und Arbeitsvermittlung für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Frauen, Marokko (Christlicher Friedensdienst)
Das Projekt in Essaouira richtet sich an soziale und wirtschaftlich benachteiligte Frauen, das heisst Frauen ohne Ausbildung und Einkommen. Die Frauen bekommen mehrheitlich das erste Mal in ihrem Leben Zugang zu Berufsbildung und Arbeitsvermittlung. Die wirtschaftlich schwierige Situation in Essaouira bedingt, dass die Frauen trotz fehlender Ausbildung ihre Familien mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten müssen. Ziel des Projektes ist es, Frauen aus schwierigen sozialen und ökonomischen Situationen darin zu stärken, dass sie autonomer werden. Sie schliessen erfolgreich eine auf sie zugeschnittene und staatlich anerkannte kombinierte Berufsbildung in Kochen, Patisserie und Zimmerservice ab und erhöhen so ihre Chancen für eine Anstellung in der Tourismusbranche. Sie lernen ihre Rechte kennen und können diese entsprechend einfordern.
40‘000 Franken für Gemeinsam gegen Armut – Bauernfamilien organisieren sich, Nicaragua (Solidar Suisse)
Die meisten Familien in der Region Matagalpa im Norden Nicaraguas sind Selbstversorger und leben in grosser Armut. Der kleinbäuerliche Anbau ist wenig produktiv und der Marktanteil gering. Durch den Klimawandel häufiger gewordene Naturkatastrophen und die Abwanderung von Arbeitskräften haben der Region zusätzlich geschadet. Seit den Neunzigerjahren fördert Solidar Suisse deshalb gezielt bäuerliche Genossenschaften, denn ein starker Zusammenhalt und eine effiziente Organisation sind für die Bauernfamilien überlebensnotwendig. Dank koordinierten Produktions- und Vermarktungsstrategien konnten sich viele Kleinbauern aus der Abhängigkeit von internationalen Saatgut- und Düngermittelherstellern befreien. Der Zusammenschluss in Genossenschaften bringt den Familien Zugang zu Krediten, fachlicher Weiterbildung und die gemeinsame Vermarktung der Produkte garantiert mehr Preisstabilität. Zudem erfüllen die Genossenschaften vielfältige soziale Aufgaben in der Region.
25‘000 Franken für Solar- und Energiesparkocher, Madagaskar (ADES)
Jährlich verschwindet auf Madagaskar Wald in der Grösse des Kantons St. Gallen. Das Holz wird von der Bevölkerung als Brennholz zum Kochen verwendet. Dadurch gehen der Lebensraum von Tieren und Pflanzen und die Lebensgrundlagen der Menschen verloren. Der 2001 gegründete Verein ADES hat zum Ziel, den Einsatz von Solarkochern, energieeffizienten Kochmethoden und anderen Möglichkeiten der Sonnenenergienutzung und erneuerbaren Energien in Madagaskar zu fördern, um so Lebensräume zu erhalten, Abholzung wertvoller Wälder zu vermeiden und die Armut zu bekämpfen. Mit dem angefragten Geldbetrag möchte man 3‘500 Energiesparkocher in Umlauf bringen, die AnwenderInnen im Umgang schulen und die Öffentlichkeit für energie-effiziente Kochmethoden sensibilisieren.
9‘000 Franken für das Projekt „Teacher Training“, Tansania (Training the Trainers)
Die Landessprache in Tansania ist Suaheli, die Bildungssprache und auch Unterrichtssprache ab der Sekundarschule ausschliesslich Englisch. Für Kinder – und dies speziell in ländlichen Gebieten – ist Suaheli bereits eine Zweitsprache nach der zuhause gesprochenen lokalen Sprache. Zugleich werden ihnen ab der ersten Klasse Englischlektionen erteilt, das heisst viele Kinder erlernen bei der Einschulung gleich zwei neue Sprachen. Die Anforderungen an die Lehrpersonen sind sehr hoch, sollten sie doch die Kinder so weit bringen, dass sie ab der Sekundarschule in der Lage sind, mit Englisch als Unterrichtssprache dem Unterricht in allen Fächern zu folgen. Es mangelt jedoch vor allem an ausgebildeten Lehrkräften. Ziel des Projektes ist es, mit 45 Lehrpersonen der Primarschule Ngarenanyuki Ward ein dreiteiliges Teacher Training durchzuführen. Die Kurse für die Lehrpersonen sollen Wege zu einem partizipatorischen, schülerzentrierten Unterricht aufzeigen. Die Kinder profitieren von der besseren Methodenkompetenz ihrer Lernpersonen, können lernen statt nur wiedergeben bzw. auswendig lernen und werden gefördert.
40‘000 Franken für Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Neugeborenen, Mosambik (SOLIDARMED)
Die Sterblichkeitsrate von Frauen und Neugeborenen in Mosambik gehört zu den höchsten weltweit. Bei 100‘000 Geburten sterben 600 Frauen und 5‘000 Neugeborene. Dies liegt einerseits daran, dass der Wiederaufbau des Gesundheitssystems nach dem Bürgerkrieg nur teilweise erfolgt ist und den Bedürfnissen der Frauen nur bedingt entspricht. Anderseits verfügt die Bevölkerung nur über geringes Grundwissen in Bezug auf Gesundheit. Die Folge: Viele Frauen entbinden zu Hause, ohne fachliche Unterstützung einer Hebamme oder eines Arztes. Lebensgefährliche Komplikationen sind häufig. Mit dem angefragten Geldbetrag möchte die Organisation die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen in drei abgelegenen Distrikten der Provinz Cabo im Norden von Mosambik nachhaltig verbessern. Die schwangeren Frauen werden von ausgebildetem Gesundheitspersonal vor, während und nach der Geburt gut versorgt und medizinisch betreut.
300‘000 Franken für HIV/AIDS Projekt in Ifakara, Tansania (Swiss TPH)
Der Kanton Basel-Stadt unterstützt langfristig den Aufbau und Betrieb der Chronic Desease Clinic Ifakara, welche sich für die lückenlose Betreuungskette mit Prävention, HIV-Tests, HIV-Therapien wie auch Langzeitbetreuung, einsetzt. Seit der Gründung des St. Francis Referenzspitals in Ifakara vor 13 Jahren hat sich dieses Ambulatorium für chronische Krankheiten zu einer nicht mehr wegzudenkenden Anlaufstelle für über 9‘000 Menschen sowie zu einem Zentrum für AIDS-Forschung und Ausbildung entwickelt. Seit der Inbetriebnahme der Klinik konnten über 100 Personen im Gesundheitssektor auf verschiedenen Stufen der Betreuung von HIV/AIDS-Patienten ausgebildet werden, wovon einige an anderen Kliniken des ganzen Landes ihr Wissen umsetzen.