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Puppen
Puppen und Kuscheltiere
Unter dem Begriff Puppen versteht man eine figürliche Nachbildung eines Menschen, mehr oder weniger realistisch. Es wird unterschieden zwischen Spielzeugpuppe und Künstlerpuppe. Es gibt sie schon seit der Frühzeit in allen Kulturen aus verschiedenen Materialien. Sie können manchmal auch religiöse oder magische Zwecke erfüllen.
Das Bedürfnis nach Puppen entsteht durch ein Verhaltensmuster, welches wir sogar mit den Schimpansen gemein haben und zwar ist dies das Nachahmen der Bemutterung. Kinder nehmen oft auch Gegenstände die nicht menschenähnlich sind, wie ein Stück Holz oder ein Stein und spielen damit, als wäre es eine Figur.
Die frühen Puppen, etwa im Mittelalter bestanden aus Materialien wie Ton, Wachs und Alabaster.
Im 15. Jahrhundert entstand besonders in Deutschland eine gewerbliche Herstellung von Puppen und Puppenzubehör. Die Stadt Waltershausen war dabei führend und exportierte Puppen von verschiedenen Herstellern in die ganze Welt. Diese Puppen waren noch aus Holz oder Papier gefertigt.
Im 19. Jahrhundert wendete man Porzellan für die Puppenherstellung an. Die Puppen bekamen Kugelgelenke. Später kam die Verwendung von Gummi hinzu.
Eine Firma aus Nürnberg, Schildkröt-Puppen, entwickelte Puppen aus Celluloid (= eine Kunststoffverbindung, die echte Materialien nachempfinden kann, etwa Elfenbein oder Holz) die man baden konnte und dadurch hygienisch waren und nicht so leicht zerbrachen wie Porzellanpuppen. Diese Firma erstellt bis heute Puppen.
Eine weitere deutsche Firma, die bis heute besteht, ist Käthe Kruse. Diese Puppen unterscheiden sich von den Vorgängern in ihrer natürlicheren Art. Sie wirkten weniger steril und kalt, da kein Plastik verwendet wurde, sondern natürliches Material für die äussere Schicht. Heute wird unter anderem auch Vinyl eingesetzt für die Käthe Kruse Artikel.
Eine weitere wichtige Gruppe sind die Waldorfpuppen, welche nach der Lehre von Rudolph Steiner entwickelt wurden. Diese Puppen werden aus Naturmaterialien hergestellt und sollen Gesichter mit wenig Ausdruck haben, damit das Kind seine eigenen Emotionen auf die Puppe projizieren kann. Waldorfpuppen werden nicht unbedingt kommerziell hergestellt, sondern gehört zu der Art Puppen die handgemacht sind und oft auf Märkten, in Spezialläden oder im Internet gekauft werden können.
Für mich ist die Machart der Waldorfpuppe der Vorläufer der neuen Generation von handgemachten Puppen, wie wir sie oft in Internetshops finden. Dabei werden verschiedene Techniken verwendet. Es gibt gehäkelte, gestrickte oder genähte Figuren. Allen gemeinsam ist eine textile Hülle, ob sie aus natürlichen Materialien oder Polyester sei und eine Füllung, ebenfalls aus natürlichen Materialien (Schafswolle, Kerne oder Samen) oder aus Polyfill.
Eine verwandte Gattung sind die Kuscheltiere. Ihre Bedeutung für das Kind ist etwas anders. Es soll das Kind beruhigen, trösten, ablenken. Es geht weniger darum ein Verhalten zu imitieren, wie bei der Puppe. Das Kuscheltier kommt überall hin mit und muss deshalb etwas handlicher sein. Da das Kind es auch gern im Bett dabei hat, muss es weich und eben kuschelig sein. Das erste Kuscheltier begleitet einen Menschen manchmal bis ins Erwachsenenalter.
Natürlich gibt es im Handmade Bereich auch Mischformen, wo diese zwei Gattungen zusammen kommen können und ein Kuscheltier zugleich eine Anziehpuppe sein kann.
Es gäbe noch vieles zu berichten zu diesem Thema, einiges habe ich ausgelassen und werde dies ev. In einem zweiten Teil angehen.