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Selbstvertrauen stärken
Viele Menschen – auch erfolgreiche Sportler – kämpfen immer wieder mit Selbstzweifel. Gemäss der Theorie der Selbstwirksamkeit von Albert Bandura, hängt das Selbstvertrauen, das eine Person in einer bestimmten Situation empfindet von 6 Faktoren ab, auf die ich in diesem Beitrag eingehe. Obwohl dieser Beitrag auf den Sport ausgerichtet ist, können alle Informationen in diesem Beitrag auch auf das “normale” Leben “umgemünzt” werden.
Die 6 Quellen des Selbstvertrauens
Persönliche Erfahrungen
Die persönlichen Erfahrungen haben den grössten Einfluss auf die Entwicklung des Selbstvertrauens, sei es im Sport oder ausserhalb des Sportes. Wer seine Fähigkeiten erfolgreich einsetzt, entwickelt Selbstvertrauen und ist bereit, sich an eine höhere Schwierigkeitsstufe heranzuwagen. Deshalb ist es von grosser Wichtigkeit, sich die Ziele richtig zu setzen.
Auch wenn häufig die Ansicht vertreten wird, dass es wichtig ist, sich hohe Ziele zu setzen, ist dies im Hinblick auf das Selbstvertrauen nicht unbedingt korrekt. Langfristige Ziele sollen unbedingt sehr ambitiös sein. Um das langfristige Ziel zu erreichen, ist es jedoch sinnvoll, mit erreichbaren und graduell ansteigenden Zwischenzielen zu arbeiten. Jedes Mal wenn ein Zwischenziel erreicht wird, ist dies ein persönlicher Erfolg und persönlicher Erfolg führt zu Selbstvertrauen. Wiederholter persönlicher Misserfolg dagegen schwächt das Selbstvertrauen.
Stellvertretende Erfahrungen
Stellvertretende Erfahrungen können das Selbstvertrauen ebenfalls enorm steigern, vor allem, wenn die eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften einer betreffenden Person (z. B. eines Team-Kollege) sehr ähnlich sind. Dies führt zu der Überzeugung: „Wenn der oder die das kann, dann kann ich es auch.“
Ein gutes Beispiel für dieses Phänomen war zu beobachten, als Kelly Holmes bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen alle Erwartungen übertraf und über 800- und 1500-Meter jeweils eine Goldmedaille gewann. Unmittelbar nach Holmes 2. Goldmedaille ging Großbritanniens 4 x 100-Meter-Staffel mit Jason Gardener, Darren Campbell, Malcolm Devonish und Mark Lewis- Francis auf die Bahn. In diesem Finale waren sie die absoluten Außenseiter. Bis dahin waren sie nur dafür berühmt, den Stab zu verlieren. Diesmal jedoch gewannen sie ganz knapp vor einem glänzend laufenden US-amerikanischen Quartett und sicherten dem britischen Team die 3. Goldmedaille. Das Erstaunliche hierbei war, dass diese amerikanischen Sprinter bei den 100-oder 200-Meter-Einzelläufen in Athen jeweils alle eine Medaille gewonnen hatten. Die britischen Sprinter führten ihren außergewöhnlichen Erfolg darauf zurück, dass sie mental enormen Auftrieb erhielten, als sie sahen, wie ihre Teamkollegin Holmes unerwartet ihr 2. Gold gewann.
Verbale Überzeugung
Die verbale Überzeugung ist ein Mittel, mit dem man versucht, die Meinung und das Verhalten bei sich und im eigenen Umfeld zu ändern. Im Sport versuchen Trainer oft das Selbstvertrauen ihrer Schützlinge zu stärken, indem sie diese davon überzeugen, dass sie die vor ihnen liegende Aufgabe meistern können: „Ich weiß, dass Du ein guter Spieler bist, gib Dein Bestes, Du schaffst das!“ Der Sportler könnte diese Worte noch verstärken, indem er sich die Botschaft als eine Art Selbstüberzeugung immer wieder selbst vorsagt. Dabei ist es allerdings von grosser Wichtigkeit richtig zu formulieren: Formuliere Dein Ziel NIE negativ; statt „Ich will nicht nur Zweitbester sein“ solltest Du lieber sagen: „Dieses Mal gewinne ich!“ Achte Dich also ganz bewusst darauf, wie Du Deine Selbstgespräche führst.
Imaginative Erfahrungen
Imaginative Erfahrungen entstehen bei Sportlern, indem sie mental multisensorische Bilder von Erfolgserlebnissen erzeugen. Solche mentalen Vorstellungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Aufgabe zu meistern. Ganz nach dem Motto: Was Du “siehst”, wirst Du auch erreichen!
Physiologischer Zustand
Das Selbstwirksamkeitsgefühl kann durch Phänomene wie Muskelspannung, Herzklopfen und Aufgeregtheit geschwächt werden. Die körperlichen Empfindungen in Zusammenhang mit einem Wettkampf sollten in jedem Fall als leistungsfördernd empfunden werden. Dies kann je nach Bedarf mit Stressmanagement-Techniken, wie z. B. der 3-3-6 Atemtechnik, oder der Gedanken-Stopp Technik erreicht werden. Manchmal ist es jedoch auch notwendig, den Körper mittels Aktivierungstechniken in den richtigen Leistungszustand hoch zu puschen.
Emotionaler Zustand
Bei dieser letzten Quelle des Selbstvertrauens geht es um die Kontrolle von Emotionen in Zusammenhang mit einem Wettkampf, z. B. von Nervosität und Angst. Vor wichtigen Sportevents kommt es häufig zu Selbstzweifeln. Daher ist es wichtig, die Gedanken und Emotionen kontrollieren zu können. Hierbei können Dir Visualisierungs- und Konzentrations-Techniken helfen.
Tiefliegende Glaubenssätze
Manchmal gelingt es trotz regelmässigem Mental-Training nicht, das Selbstvertrauen auf das wünschenswerte Niveau zu steigern. Dafür können tiefliegende Glaubenssätze verantwortlich sein. in Hypnose können die Ursachen dieser tiefverankerten Glaubenssätze aufgespürt und neutralisiert werden. Dies wirkt oft sehr befreiend und kann die Arbeit am Selbstvertrauen wesentlich erleichtern.
Hast Du Fragen zu diesem Thema. Du darfst mich gerne kontaktieren.
Herzlichst
STEFAN SIDLER
Gründer und Inhaber von BORN TO BE FREE