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In den letzten Blog-Beiträgen habe ich davon gesprochen, warum ich über das Laufen schreibe, dass man mit dem Laufen gleich beginnen sollte, und dass Sie sich zu Beginn klar werden sollten darüber, warum Sie eigentlich laufen. In den nächsten Beiträgen möchte ich auf die Grundlagen eingehen, wie man Sport betreibt und „trotzdem“ gesund bleibt.
Ein weiteres Anwendungsbespiel für das Evolutionsprinzip ist die Ernährung. Es gibt die sogenannte Paläo-Diät, die ich empfehle. Sie basiert auf der Frage, was ein Steinzeitmensch wohl so gegessen haben mag. Und das ist insgesamt eine Diät mit viel Proteinen, wenig Kohlenhydraten und durchschnittlichen Fettmengen, ausserdem reichlich frisches Obst und Gemüse. Wenn Sie sich so ernähren und nicht mehr wissen als das, was ich eben in diesem einen Satz gesagt habe, nehmen Sie schon eine vernünftige Diät zu sich.
Auch die Frage nach den empfohlenen Tagesdosen für Nährstoffe beantwortet sich aus dem Evolutions-Prinzip. Die heutzutage staatlich festgelegten empfohlenen Tagesdosen basieren auf der Frage, unter welchem Level der Einnahme Mangelerscheinungen auftreten, unter Berücksichtigung eines Sicherheitsfaktors. Dieser Ansatz macht irgendwie auch Sinn, aber er entspricht nicht der Körperlogik nach dem Evolutionsprinzip. Hier muss man sich fragen, welche Nährstoffmengen der Steinzeitmensch zu sich genommen hat. Für Vitamin C ist die empfohlene Tagesdosis z.B. 80 mg, aber man nimmt an, dass der Steinzeitmensch etwa 600 mg täglich zu sich genommen hat dank der stets frischen Ernährung. Es interessiert mich wenig, ab welcher Zufuhrmenge ich Mangelerscheinungen aufweisen würde. Mich interessiert die IDEALE Zufuhr. Und die ist eben nach dem Evolutionsprinzip die, welche für den Steinzeitmenschen üblich war.
Wir merken uns also die Lektion Nummer zwei über die Logik des menschlichen Körpers: Man muss sich dem entsprechend verhalten, wie es für unseren Körper gemäss der Evolution vorgesehen ist. Ein weiteres Prinzip, auf welches ich oben ein paar Mal hingewiesen habe, ist das der Hormesis. Ich werde den Begriff gleich erläutern.
Stellen Sie sich einen Holztisch vor. Da er teuer war, möchten Sie, dass er möglichst lange schön bleibt. Sie halten jeden schädlichen Reiz davon fern. Sie stellen keine heissen Pfannen auf den Tisch und Gläser werden auf eine Unterlage gestellt. Jeder schädliche Einfluss ist dem Zustand des Tisches abträglich, und die ideale Belastung des Tisches ist also null. Wenn es keine schädlichen Einflüsse gibt, bleibt er für immer schön.
Bei biologischen Systemen verhält es sich aber in den meisten Fällen nicht so. Dies ist das von Paracelsus geprägte Prinzip der Hormesis, welches inzwischen für viele Fälle wissenschaftlich nachgewiesen wurde: nämlich, dass sich geringe Ausmasse eines an sich schädlichen Reizes positiv auswirken auf das System (http://www.silverhydra.com/wp-content/uploads/2012/02/Hormesis.jpg).
Als Beispiel sei die Radioaktivität genannt. Unser Körper ist nach dem Evolutionsprinzip auf die radioaktive Hintergrundstrahlung der Erde eingerichtet. Wäre die radioaktive Strahlung gänzlich am Nullpunkt, würde die Sterblichkeit steigen. Dieses Prinzip ist auf das Laufen vollumfänglich anwendbar: die Belastung des Herzens, der Gelenke, Sehnen, Bänder und Muskeln, der Lungen und eigentlich praktisch jedes Organs im Körper ist eine gute Sache, solange sie sich nicht in einem Bereich befindet, der über den hormetischen Idealpunkt hinausgeht.
Wenn gesprochen wird über die negativen Folgen des Laufens, dann muss man sich erst einmal darüber im Klaren sein, welches die schädlichen Folgen davon sind, nichts zu tun. Dies ist nämlich hochgradig gefährlich. Tatsächlich ist es fast sicher, dass schwerwiegende gesundheitliche Probleme auftreten, wenn man sich nie bewegt. Natürlich kann man sich auch zu viel bewegen. Dies bedeutet, dass man sich rechts vom Idealpunkt der hormetischen Kurve befindet.
Aber man muss schon ziemlich weit nach rechts gehen, um in einem schlechteren Zustand zu sein als ganz links beim Nullpunkt, wo gar keine körperliche Aktivität stattfindet. Dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Demenz mit Joggen halbiert, habe ich schon erwähnt, und das ist noch der am wenigsten offensichtliche Zusammenhang.
Beitrag von David P. Amrein
Heilpraktiker,lic. oec. HSG
Leiter Dr. Clark Zentrum seit 1998
Zieglerstraße 44
CH-3007 Bern, Schweiz
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