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Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) wird durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus hervorgerufen. Zu den typischen Symptomen zählen Fieber und Lymphknotenschwellungen.
Pfeiffersches Drüsenfieber betrifft vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Unter den Erwachsenen hat fast jeder eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) hinter sich. Nach einer EBV-Infektion bleibt man normalerweise lebenslang immun, kann sich also nicht erneut mit pfeifferschem Drüsenfieber anstecken.
Das Epstein-Barr-Virus wird hauptsächlich über Speichel beziehungsweis den Mund übertragen. Das beschreibt auch die englische Bezeichnung «kissing disease» (= Kusskrankheit).
Typisch für pfeiffersches Drüsenfieber ist, dass das Epstein-Barr-Virus während der akuten Phase der Erkrankung sowie über mehrere Monate danach im Speichel infizierter Personen vorhanden ist. In dieser Zeit besteht Ansteckungsgefahr für Menschen, die nicht immun gegen das Epstein-Barr-Virus sind.
Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht meist Symptome wie starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Die Mandeln und auch die Lymphknoten im Halsbereich schwellen stark an. Die Betroffenen fühlen sich ausserdem müde und abgeschlagen. Komplikationen wie zusätzliche bakterielle Infektionen treten eher selten auf.
Pfeiffersches Drüsenfieber erkennt der Arzt in der Regel bereits anhand der Symptome. Sicher bestätigen lässt sich die EBV-Infektion mit einer Blutuntersuchung, beispielsweise durch den Nachweis sogenannter Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus.
Die Behandlung einer Mononukleose besteht in erster Linie darin, dass der Betroffene sich körperlich schont und sich viel Ruhe und Schlaf gönnt.
Pfeiffersches Drüsenfieber verläuft mitunter chronisch – Betroffene leiden dann möglicherweise monatelang unter Fieber. Hinzu kommen eine allgemeine Abgeschlagenheit sowie ein starkes Krankheitsgefühl.
Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) ist eine Erkrankung des lymphatischen Gewebes, die überwiegend harmlos verläuft. Auslöser ist eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Wer einmal pfeiffersches Drüsenfieber hatte, kann sich nicht erneut mit dem Epstein-Barr-Virus anstecken.
Der Name der Erkrankung geht auf den deutschen Internisten und Kinderarzt Emil Pfeiffer (1846-1921) zurück, der die Krankheit erstmals beschrieb. Pfeiffer selbst nannte sie «Drüsenfieber», angelehnt an zwei der Hauptsymptome: Lymphdrüsen- bzw. Lymphknotenschwellung und Fieber.
Pfeiffersches Drüsenfieber tritt vor allem bei jüngeren Menschen zwischen 15 und 30 Jahren auf.
Bis zum 30. Lebensjahr hat sich fast jeder in der Bevölkerung mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert. Bei etwa jedem zweiten Infizierten bricht die Infektion jedoch nicht aus – das heisst, die Betroffenen tragen das Virus zwar in sich, erkranken aber nicht an pfeifferschem Drüsenfieber. Auch bei Kindern unter 5 Jahren führt eine Infektion häufig nicht zum Ausbruch einer Erkrankung.
Ursache für das pfeiffersche Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) ist eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV). Epstein-Barr-Viren zählen zur Familie der Herpesviren.
Zu einer Ansteckung mit dem Epstein-Barr-Virus kommt es hauptsächlich über infizierten Speichel bei Mund-zu-Mund-Kontakt. Deswegen ist das pfeiffersche Drüsenfieber im englischen Sprachraum auch als «kissing disease» (= Kusskrankheit) bekannt.
Die Viren gelangen mit dem infizierten Speichel in den Mundraum und so schliesslich in Zellen des Mund- und Rachenraums. Hier vermehren sie sich vor allem in den Epithelzellen von Ohrspeicheldrüse, Mundhöhle und Zunge, welche die Epstein-Barr-Viren auch ausscheiden.
Während der akuten Infektionsphase befallen die Epstein-Barr-Viren auch die Mandeln (Tonsillen) und infizieren die hier befindlichen B-Lymphozyten. B-Lymphozyten sind Zellen des lymphatischen Systems und gehören damit zum Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers. B-Lymphozyten erkennen und bekämpfen normalerweise Krankheitserreger, die in den Körper eindringen.
Die Epstein-Barr-Virus verändert die Eigenschaften der B-Lymphozyten: Die Viren bewirken, dass die Lymphozyten sich teilen und vermehren. Sie sorgen auch dafür, dass die B-Lymphozyten bestimmte Antikörper produzieren (sog. heterophile Antikörper).
Über die Lymph- und Blutbahn verteilen sich die veränderten B-Lymphozyten im Körper. So gelangen sie zu den Lymphknoten und inneren Organen wie der Leber und der Milz. Die B-Lymphozyten bilden bestimmte Stoffe, die dafür verantwortlich sind, dass die genannten Organe anschwellen und sich vergrössern.
Sofern das Immunsystem nicht geschwächt ist (z.B. durch HIV oder eine Organtransplantation), bekämpft der Körper die infizierten B-Lymphozyten mithilfe anderer Abwehrzellen und überwindet so die Erkrankung innerhalb weniger Wochen (meist zwei bis drei).
Vom Zeitpunkt der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome (sog. Inkubationszeit) vergehen etwa ein bis zwei Wochen, teilweise aber auch bis zu zehn Wochen.
Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar – in der Regel zuerst mit starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Dann können weitere Symptome auftreten, wie:
Während des gesamten Krankheitsverlaufs haben viele Betroffene (teils hohes) Fieber. Dieses klingt zeitweise ab und steigt dann wieder.
Pfeiffersches Drüsenfieber zeigt typische Symptome an den Lymphknoten, die an verschiedenen Stellen des Körpers anschwellen. Insbesondere die Lymphknoten am Hals können teilweise bis auf die Grösse eines Hühnereis anwachsen und unterschiedliche Konsistenz annehmen: Sie fühlen sich von hart über weich bis schwammig an. Vergrösserte Lymphknoten finden sich auch im Brustkorb oder in der Bauchhöhle. Die vergrösserten Lymphknoten am Hals sind häufig auch von aussen zu erkennen.
Nach der Lymphknotenschwellung entwickelt sich bei etwa acht von zehn Erkrankten eine Mandelentzündung. Dabei treten unter anderem folgende Symptome auf:
Diese Veränderungen bilden sich meist nach ein bis zwei Wochen zurück.
Auch die Milz kann sich vergrössern (sog. Splenomegalie) und erreicht bei mehr als jedem zweiten Betroffenen am Ende des Krankheitsprozesses ihr Maximum, also etwa in der zweiten oder dritten Krankheitswoche. Danach bildet sich diese Vergrösserung langsam wieder zurück.
Eher selten äussert sich pfeiffersches Drüsenfieber durch Symptome wie:
EBV-Infektion bei Kindern:
Bei einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus im frühen Kindesalter treten meist keine Symptome auf. Gelegentlich kommt es zu erkältungsähnlichen Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und Übelkeit.
EBV-Infektion bei älteren Menschen:
Bei älteren Menschen zeigt sich das pfeiffersche Drüsenfieber häufig durch eher allgemeine Symptome wie:
Bei einem Verdacht auf pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) erkennt der Arzt zwar häufig schon an den Symptomen, worum es sich handelt, eine sichere Diagnose kann er jedoch erst stellen, nachdem er bestimmte Blutwerte untersucht hat. Denn Beschwerden wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und Mandelentzündung sowie Müdigkeit können auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei einer durch Bakterien verursachten Mandelentzündung.
Typischerweise zeigt sich im Blutbild eine Vermehrung der Lymphozyten (sog. Lymphozytose). Lymphozyten sind eine Form der weissen Blutkörperchen und wichtig für die Immunabwehr.
Daneben gilt der Nachweis bestimmter Antikörper (sog. heterophile Antikörper) gegen das Epstein-Barr-Virus (EBV) im Blut als Beweis für das pfeiffersche Drüsenfieber (sog. Henle-Test).
Nimmt das pfeiffersche Drüsenfieber einen ungewöhnlichen Verlauf, erschwert das die Diagnose. Gewissheit bringen zusätzliche Antikörperbestimmungen, zum Beispiel Antikörper gegen EBNA (= EBV-spezifisches nukleares Antigen): Diese Antikörper treten erst sechs bis zwölf Wochen nach Krankheitsbeginn auf. Ein EBNA-Nachweis deutet auf ein kürzlich überstandenes pfeiffersches Drüsenfieber hin.
Für pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) gibt es bislang keine ursächliche Therapie. In der Regel ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich und man überlässt es dem Körper, die Virusinfektion zu bekämpfen. Viel Ruhe und Schlaf fördern die Selbstheilungsprozesse – der Betroffene sollte sich körperlich schonen.
Sofern notwendig, lassen sich jedoch die Symptome lindern. Gegen Schmerzen oder Fieber helfen beispielsweise Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen.
Antibiotika (z.B. Doxycyclin) sind zur Behandlung nur angebracht, wenn zusätzlich zur EBV-Infektion eine bakterielle Infektion auftritt.
Antibiotika und Lyell-Syndrom
Bestimmte Antibiotika wie Ampicillin oder Amoxicillin können im Zusammenhang mit pfeifferschem Drüsenfieber eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut (sog. Lyell-Syndrom) auslösen: Als Folge kommt es zu großflächigen Blasen und Hautveränderungen, die stark jucken. Diese Antibiotika sind daher nur zur Therapie bakterieller Infekte geeignet, wenn eine gleichzeitige EBV-Infektion ausgeschlossen ist.
Liegt eine vergrösserte Milz oder Leber vor, sollten Betroffene mindestens drei Monate lang keinen Sport treiben, damit das vergrösserte Organ nicht reisst.
Pfeiffersches Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) nimmt in der Regel einen unkomplizierten Verlauf. Die Virusinfektion heilt meist nach etwa zwei bis drei Wochen von selbst und ohne Folgen aus.
In seltenen Fällen kann es bei einer Mononukleose zu Komplikationen kommen. Dies ist vor allem bei Betroffenen der Fall, deren Immunsystem ohnehin geschwächt ist, etwa durch eine andere Erkrankung.
Die möglichen Komplikationen können verschiedene Organe betreffen:
Bei Menschen mit Immundefekten wie zum Beispiel bei einer HIV-Infektion, einer unterdrückten Immunabwehr (Immunsuppression) nach Organtransplantation sowie angeborenen Immundefekten können sich sogenannte Lymphome entwickeln. Lymphome sind Geschwulste aus veränderten weißen Blutkörperchen (Lymphozyten). Bei ungünstigem Verlauf entarten die Lymphome später bösartig (maligne).
Im Blut kann die Zahl folgender Zellen abnehmen:
Das pfeiffersche Drüsenfieber kann auch chronisch verlaufen. Fieber und Abgeschlagenheit beeinträchtigen die Betroffenen hierbei mitunter mehrere Monate, ohne dass die wirkliche Ursache erkannt wird.
Pfeifferschem Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose, EBV-Infektion) können Sie vorbeugen, indem Sie den Kontakt zu Personen meiden, die akut daran erkrankt sind. Insbesondere sollten Sie darauf achten, Speichelkontakt zu verhindern, wie er beispielsweise beim Küssen, aber auch durch gemeinsames Benutzen von Gläsern oder Besteck, entstehen kann.
Vor allem Menschen mit Immundefekten (z.B. durch HIV oder eine Organtransplantation) sollten den Kontakt zu Erkrankten vermeiden.
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