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Rudolf Urech-Seon (1876 – 1959) gehört zu den eigenwilligsten Schweizer Kunstschaffenden des 20. Jahrhunderts. Ende der 1920er-Jahre entwickelt der Maler und Zeichner eine Formensprache, in der er seine natürliche Umgebung in reduzierende Flächen und Linien aufteilt. Damit gehört Urech- Seon zu den ersten Schweizer Künstlern, die sich der Abstraktion verschreiben. Er verarbeitet in seinem Werk insbesondere die Landschaft rund um sein Geburtsdorf Seon, Kanton Aargau. Um sich vom gleichnamigen Grafiker Rudolf Urech (1888 – 1951) abzuheben, fügt er seinem Namen den Zusatz «-Seon» hinzu. Die topografischen Eigentümlichkeiten des Seetals, die lokale Pflanzenwelt und die Industrialisierung bilden Hauptelemente des Werkes und werden von Urech- Seon immer wieder neu interpretiert und abgebildet. Sein Schaffen ist die beeindruckende Metamorphose eines stillen Arbeiters, welcher sein Geburtsdorf im Herzen der Schweiz nie für längere Zeit verlässt und trotzdem an wichtigen Ausstellungen teilnimmt – unter anderem am Salon des Réalités Nouvelles (Paris) oder in der Galerie Des Eaux-Vives (Zürich) . Nach einer Ausbildung zum Flachmaler ist die erste Schaffensphase der konkreten Landschaftsmalerei gewidmet – unter dem Einfluss des deutschen Impressionismus und inspiriert durch Ferdinand Hodler (1853 – 1918) . Im Laufe der 1920er-Jahre konzentriert sich Urech-Seon in seinen Kompositionen auf konstruktive Elemente der Bildgegenstände wie Linie, Fläche und Rhythmus. Geprägt durch das Geschehen des Zweiten Weltkrieges finden kürzelhafte Bildzeichen und amorphe Figuren in Rot und Braun Einzug in das Werk. Ab 1945 entstehen malerische Arrangements mit geometrischen, rund geschwungenen Formen und in leuchtenden Farben. Das Alterswerk bildet den Höhepunkt seines Schaffens und ist gekennzeichnet durch ein stark reduziertes Farbenrepertoire und eine repetitiv eingesetzte Formensprache.