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Die in dem Band ‚Aggression und menschliche Destruktivität‘ gesammelten Beiträge entstanden alle im Umkreis des grossen Alterswerks von Erich Fromm, dem Buch ‚Anatomie der menschlichen Destruktivität‘. Was in dem über 500 Seiten umfassenden Buch von Fromm systematisch erforscht und dokumentiert wurde, lässt sich über die hier gesammelten Beiträge bestens erschliessen, weil die Beiträge für eine breitere Öffentlichkeit verfasst oder in Interviews aus dem Stegreif von Fromm in alltagssprachlicher Begrifflichkeit entwickelt wurden. Auch geben sie – wie etwa der erste Beitrag und das grosse Interview mit Adelbert Reif – einen Überblick über die zentralen Erkenntnisse Fromms bei der so komplizierten Frage, worin das destruktive Verhalten des Menschen wurzelt. Da vieles von dem, was in den Siebziger Jahren breit diskutiert wurde, heute in Vergessenheit geraten zu sein scheint, sind die Beiträge angesichts der terroristischen Gewalt im Einundzwanzigsten Jahrhundert von grösster Aktualität. Die Beiträge im Einzelnen - Aggression. Warum ist der Mensch destruktiv? - Quellen menschlicher Destruktivität - Konrad Lorenz hat nicht recht - Die Zukunft des Menschen und die Frage der Destruktivität. Interview mit Robert Jungk - Aggression und Charakter. Interview mit Adelbert Reif - Rache des ungelebten Lebens. Erich Fromm über Katastrophenfilme
Portrait
Erich Fromm, Psychoanalytiker, Sozialpsychologe und Autor zahlreicher aufsehenerregender Werke, wurde 1900 in Frankfurt am Main geboren. Der promovierte Soziologe und praktizierende Psychoanalytiker widmete sich zeitlebens der Frage, was Menschen ähnlich denken, fühlen und handeln lässt. Er verband soziologisches und psychologisches Denken. Anfang der Dreissiger Jahre war er mit seinen Theorien zum autoritären Charakter der wichtigste Ideengeber der sogenannten „Frankfurter Schule“ um Max Horkheimer. 1934 emigrierte Fromm in die USA. Dort hatte er verschiedene Professuren inne und wurde 1941 mit seinem Buch „Die Furcht vor der Freiheit“ weltbekannt. Von 1950 bis 1973 lebte und lehrte er in Mexiko, von wo aus er nicht nur das Buch „Die Kunst des Liebens“ schrieb, sondern auch das Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“. Immer stärker nahm der humanistische Denker Fromm auf die Politik der Vereinigten Staaten Einfluss und engagierte sich in der Friedensbewegung. Die letzten sieben Jahre seines Lebens verbrachte er in Locarno in der Schweiz. Dort entstand das Buch „Haben oder Sein“. In ihm resümierte Fromm seine Erkenntnisse über die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Am 18. März 1980 ist Fromm in Locarno gestorben.