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Der Begriff Valorisierung ist aus dem französischen Wort „valorisation“ mit dem Wortstamm „valeur“, (der Wert) abgeleitet. Valorisierung kann so mit Wertgebung oder Aufwertung umschrieben werden. Valorisierung wird als Prozess beschrieben, der der Verbreitung, Nutzung und Verwertung von Projektergebnissen dient. Ziel von Valorisierung ist es, die „Wertschöpfung“ eines Projekts, respektive der Ergebnisse zu optimieren, indem diese für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar gemacht werden.
Valorisierung geht über den Begriff Transfer, der sich hauptsächlich auf die Übertragung von Ergebnissen in einen anderen Kontext und oder auf die Dissemination von Produkten am Ende des Projektes bezieht, hinaus. Valorisierung als Prozess gehört von Anfang an in die Projektplanung. In einer Valorisierungsstrategie wird festgehalten, was mit den Ergebnissen geschieht und welche Massnahmen während und am Schluss des Projektes vorgesehen sind.
Der Prozess der Valorisierung von Projekten hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, insbesondere im Bildungsbereich. Eine Valorisierungsstrategie gilt bei einigen Förderorganisationen inzwischen als Auswahlkriterium. Im europäischen Bildungsprogramm „Leonardo da Vinci“ beispielsweise wurde seit 2000 eine Valorisierungsstrategie für Projektanträge empfohlen, seit 2006 ist diese für alle verpflichtend. Diese Entwicklung zielt darauf ab, die Wirkungen zu optimieren und nachhaltiger zu machen sowie die Effizienz von Investitionen zu steigern.
Valorisierung wird im Rahmen eines Projektes als durchgängiger Prozess betrachtet. Am Anfang steht eine Valorisierungsstrategie, die bei der Planung des Projekts entwickelt wird. Eine formulierte Strategie lenkt den Fokus von Anfang an über das Projekt hinaus und verhindert, dass erst am Ende des Projekts überlegt wird, was mit den Ergebnissen geschehen soll. In der Strategie sind alle Ziele und Massnahmen enthalten, die die Verbreitung, Verwertung und Nutzung der Ergebnisse betreffen. Besonders wichtig sind zwei Themenbereiche:
Für diesen Themenbereich wird festgelegt, wie das Wissen und die Erfahrungen in der eigenen Organisation und an das weitere Fachpublikum während und am Ende des Projekts weitergegeben werden. Eine wichtige Erfahrung ist beispielsweise, was in der Umsetzung eines Projektes funktioniert hat und was nicht. Dokumentierte Erfahrungen ermöglichen die Weitergabe und Weiterentwicklung der Praxis der Gesundheitsförderung. Es verhindert zudem, dass das Rad immer wieder neu erfunden wird. Die Vermittlung von Resultaten und Ergebnissen dient auch dazu, die eigene Arbeit transparent zu machen und zu legitimieren. Die meisten Projekte werden durch öffentliche Gelder finanziert, es besteht also auch eine Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit, Resultate allgemein verständlich sichtbar und zugänglich zu machen.
Ist die Multiplikation eines Elements oder Produkts eines Projekts vorgesehen, so ist am Anfang zu klären, welche Partner ein Produkt oder ein Angebot übernehmen könnten und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, damit dieses Vorhaben zum Erfolg führt. Mögliche Partner sollten von Anfang an in das Projekt miteinbezogen werden. Wird beispielsweise ein Angebot für ältere Menschen in einem Quartier umgesetzt, welches von anderen Quartieren übernommen werden soll, so ist zu überlegen und zu planen, wie die anderen Quartiere im aktuellen Projekt zu beteiligen sind und wer involviert werden muss.