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Projektierung und Bau der Jungfraubahn
Am Ende des letzten Jahrhunderts schossen in der Schweiz Bergbahnen wie Pilze aus dem Boden. Den Höhepunkt dieses Baufiebers stellte zweifellos die im Sommer 1912 eröffnete Jungfraubahn dar, die als einzige echte Hochgebirgsbahn unseres Landes bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.
Trotz dieser Anziehungskraft im In- und Ausland fehlte bislang eine Untersuchung über die Baugeschichte der Jungfraubahn. In diese Lücke stösst nun diese Studie, die als Dissertation an der Universität Bern entstanden ist. Sie zeigt auf, dass das heute so wohldurchdacht wirkende Projekt stark vom Zufall geprägt war: Die Linienführung wurde während der Bauzeit mehrmals geändert und immer wieder neu diskutiert; ähnlich wie beim Furkatunnel waren die Baukosten zu tief angesetzt, um die Akzeptanz des Projekts zu erhöhen. Hinzu gesellten sich logistische Probleme. Da Erfahrungen über den Bahnbau im Hochgebirge weitgehend fehlten, kam es zu verschiedenen schweren Unfällen. Ein Grossteil der Studie befasst sich jedoch mit dem Schicksal der italienischen Bauarbeiter, die in überfüllten und unzureichend geheizten Baracken am Eigergletscher wohnten. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren dermassen schlecht, dass die Belegschaft beinahe täglich wechselte, und mehrmals hatte die Bauleitung mit Streiks zu kämpfen.
Wohl zum ersten Mal ist die Entstehungsgeschichte eines Bergbahnunternehmens so akribisch untersucht worden. Bewusst verzichtete der Autor dabei auf die in der sonstigen Eisenbahnliteratur üblichen Heroisierungen.