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Ausgangslage der Studie
Die Amerikanerin Emmy E. Werner lieferte einen wichtigen Beitrag zur Resilienzforschung. Die Entwicklungspsychologin begleitete in einer Längsschnittstudie über 40 Jahre die Entwicklung von fast 700 Kindern, die im Jahr 1955 auf der Hawaii-Insel Kauai geboren wurden.
Die Untersuchung führte sie gemeinsam mit Kinderärzten, Psychologen und Mitarbeitern der Gesundheits- und Sozialdienste durch. Erforscht wurden dabei sowohl die biologischen und psychosozialen Risiko- und Stressfaktoren als auch die Schutzfaktoren (Ressourcen in der eigenen Person und im Umfeld), welche Einfluss auf die Konstitution der Kinder nahmen.
Die Kinder wurden erstmals in der pränatalen Entwicklungsperiode und dann im Alter von 1, 2, 10, 18, 32 und 40 Jahren nochmals untersucht.
Ergebnisse
210 Kinder wuchsen unter sozial schwierigen Bedingungen auf und waren chronischer Armut, Krankheit, Disharmonien in der Familie, Alkoholsucht oder Scheidung der Eltern ausgesetzt.
Erstaunlicherweise zeigten ein Drittel dieser Kinder während des gesamten Untersuchungszeitraums keinerlei Verhaltensauffälligkeiten. Sie waren selbstbewusst, leistungsorientiert und zuverlässig. Sie wurden weder straffällig noch wiesen sie Schul- oder Drogenprobleme auf. Im Alter von 40 Jahren traten in dieser Gruppe die wenigsten Todesfälle und Gesundheitsprobleme auf. Niemand kam in Konflikt mit dem Gesetz oder benötigte Sozialhilfe. Alle hatten Arbeit, die meisten Ehen waren stabil, die Personen schauten positiv in die Zukunft und offenbarten Mitgefühl für andere Menschen in Not.
Fazit
Emmy Werner konnte verschiedene Faktoren identifizieren, die diese Kinder beziehungsweise die Erwachsenen von den anderen zwei Dritteln unterschieden.
Es waren zum einen schützende Eigenschaften/Fähigkeiten, über die die Kinder selbst verfügten. Sie wurden als gutmütig, liebevoll und ausgeglichen beschrieben. Ausserdem waren sie kommunikativ, wenig ängstlich, konnten analysieren und planen. Sie besassen gute Problemlösefähigkeiten und konnten Dinge realistisch einschätzen. Darüber hinaus gab es psychisch schützende Faktoren in ihrem Umfeld. Wichtig war, dass die Kinder eine stabile Bindung an einen Erwachsenen aufbauen konnten und von diesem zuverlässig unterstützt wurden. Die resilienten Kinder neigten dazu, sich in Krisenzeiten nicht nur auf Eltern zu verlassen, sondern suchten auch bei Verwandten, Freunden, Nachbarn oder älteren Menschen in ihrer Gemeinde Rat und Trost.
Die Verbindungen mit Freunden aus stabilen Familien hielten oft ein Leben lang und halfen den Kindern, eine positive Lebensperspektive zu generieren.
Visana
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