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Mary Ellen Woodside, Violine
Edouard Mätzener, Violine
Alessandro d’Amico, Viola
Rafael Rosenfeld, Violoncello
Werner Bärtschi, Klavier
Anton Webern (1883 – 1945) – Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 9
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) – Streichquartett f-moll op. 95, Quartetto serioso
Wiederholung:
Anton Webern – Sechs Bagatellen für Streichquartett op. 9
César Franck (1822 – 1890) – Klavierquintett f-moll
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[accordion-item title=“Merel Quartett“]
„In einer Zeit, die besonders reich ist an Streichquartetten von hoher Qualität, scheint mir das Merel-Quartett eines der allerbesten.“
Alfred Brendel
Die Wiener Zeitung schrieb über das Merel Quartett von dem „wundersam genau musizierenden und tonlich vorzüglich aufeinander eingeschworenen Ensemble”, die Neue Zürcher Zeitungpries das Spiel des Quartetts als „äusserst expressiv und mit feinem Gespür für Form, Klang und Rhetorik“.
Die vier Musiker des 2002 in Zürich gegründeten Merel Quartetts verfügen über ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten. Immer wieder wird das Quartett besonders wegen seines enormen stilistischen Bewusstseins und seiner Vielseitigkeit geschätzt. Es verfügt über ein umfangreiches Repertoire, das eine Spanne von drei Jahrhunderten umfasst: von Bachs „Kunst der Fuge“ bis zu Werken von zeitgenössischen Komponisten wie Kurtág, Saariaho und Holliger.
Seine rege, europaweite Konzerttätigkeit führt das Merel Quartett in renommierte Konzertsäle wie u.a. die Wigmore Hall in London und die Tonhalle Zürich; daneben ist das Quartett zu Gast bei wichtigen internationalen Festivals wie dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, dem Kunstfest Weimar, dem Menuhin Festival Gstaad und den Ittinger Pfingstkonzerten. Zu den kammermusikalischen Partnern gehören Künstler wie Ruth Ziesak, Juliane Banse, Dénes Várjon, Diemut Poppen, Natalia Gutman, Heinz Holliger, Jörg Widmann, Erich Höbarth, Thomas Demenga und Nobuko Imai.
Regelmässige Radioübertragungen bei Schweizer Radio SRF, Radio Suisse Romande und deutschen und italienischen Radiosendern haben dem Merel Quartett weitere Anerkennung eingebracht. Das Debut-Album mit Werken von Schumann, Janácek und dem preisgekrönten Schweizer Komponisten David Phillip Hefti wurde von der NZZ am Sonntag als „überragende CD-Premiere eines Spitzenquartetts“ beschrieben.
Die zweite CD mit Werken von Felix und Fanny Mendelssohn wurde in der Zeitschrift Das Orchester gepriesen: [Das Spiel des Merel Quartetts ist] „von höchster Intensität durchdrungen,
bis ins letzte Detail durchdacht, sensibel austariert in Gewichtung und Ausleuchtung der Stimmführung…ihre schlanke und offene, farblich vielfältig variierende Tongebung besticht.“
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[accordion-item title=“Werner Bärtschi, Klavier“]
Werner Bärtschi hört nicht auf, immer wieder nach Eigenart und Ästhetik jedes einzelnen Werks zu fragen. Gerade deshalb werden seine Interpretationen als besonders spontan, kommunikativ und spannungsvoll erlebt.
Der 1950 in Zürich geborene Musiker spielt Werke von der Spätrenaissance bis in die Gegenwart. Er hat bedeutende Uraufführungen (unter anderem von Cage, Klaus Huber, Killmayer, Riley, Schnebel und Vogel) gespielt. Schwerpunkte seines Repertoires liegen bei Bach, Mozart, Beethoven, Chopin und Liszt, doch engagiert er sich auch für Aussenseiter wie Carl Philipp Emanuel Bach, Carl Nielsen, Erik Satie, Charles Ives und Giacinto Scelsi. Konzerte auf allen Kontinenten, an Festivals wie Gstaad, Lucerne, Zürich, La Roque d‘Anthéron, Antalya und Salzburg, Rundfunkaufnahmen, Fernseh- und Kinofilmauftritte sowie zahlreiche CDs (mit einem „Grand Prix du disque“ der Académie de disque française) zeugen von seiner erfolgreichen pianistischen Aktivität. 1980 gründete er in Zürich die Konzertreihe «Rezital» und ist künstlerischer Leiter des Musikkollegiums Zürcher Oberland und der Schaffhauser Meisterkonzerte. Er hat immer wieder ausgewählte Studenten unterrichtet und ist Initiator und Leiter der Schaffhauser Meisterkurse.
Bärtschi schrieb mehr als vierzig Kompositionen verschiedenster Gattungen. Nach frühen Einflüssen von Cage und Schnebel, später von Scelsi und Wilhelm Killmayer befreite er sich in sehr persönlichen Experimenten aus den Traditionen der Avantgarde und liess zunehmend seine Erfahrungen als Interpret alter und neuer Musik einfliessen. Seine unmittelbar fassliche Musik klingt ganz eigenständig und erinnert kaum an die gewohnte Sprache zeitgenössischer Musik. Werner Bärtschi schöpft seine kreativen Interpretationen nicht zuletzt auch aus seinem kompositorischen Verständnis für Musik. Wer so wie er den Meistern der Vergangenheit als Kollege über die Schulter blicken kann, sieht tiefer in die reiche Vielschichtigkeit ihrer Werke hinein. Und Bärtschis Talent zur Kommunikation befähigt ihn, diese Einsichten überzeugend umzusetzen. Die Musik vergangener Epochen erklingt unter seinen Händen wie neu. ‚Da sind Kopf, Herz und Hand auf künstlerischer Hochebene aufs Glücklichste beisammen‘, urteilt die Presse.
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Jeder, der sich mit César Franck beschäftigt, bemerkt die eigenartige zeitliche Gliederung seines Schaffens. Da stehen am Anfang einige Jugendwerke, insbesondere vier Klaviertrios, die damals stark beachtet wurden und bedeutende Interpreten und Förderer (zuerst Franz Liszt, später Hans von Bülow) fanden. Dann folgt eine lange Periode, in der Franck kaum beachtet als Organist und Musiklehrer arbeitete und daneben im Stillen komponierte, wobei seine Werke aber bei ihren seltenen Aufführungen eher ungünstig aufgenommen wurden. Schliesslich entstanden in den letzten Lebensjahren in beschleunigter Folge jene wenigen grossangelegten Meisterwerke, die noch heute unser Interesse zu gewinnen vermögen und Franck einen bedeutsamen Platz in der Musikgeschichte zuweisen. Das erste dieser Spätwerke, das früheste, das heute noch regelmässig aufgeführt wird, ist das f-Moll Klavierquintett, und Franck war bereits 56 Jahre alt, als er es schrieb. Es ist eines der glänzendsten Beispiele für seinen Reifestil und insbesondere für die thematische Durchgestaltung der zyklischen Form, des mehrsätzigen Werkganzen.
Diese Durchgestaltung der zyklischen Form, die stets in besonderem Masse mit Francks Name zusammengedacht wird, ist in Wahrheit etwas Altes. Anschauliche Beispiele für sie lassen sich etwa bei Beethoven, bei Schubert und – besonders überzeugend – bei Liszt finden. In Francks Werken, etwa seinem Klavierquintett ist nun aber das thematische Beziehungsnetz über die verschiedenen Sätze eines Werks hinweg nicht nur besonders dicht, sondern – und das ist eine sehr erstaunliche Eigenart und Neuerung – eher auf Nebenthemen, zweite Themen, als auf Satzanfänge, Haupt- und Kopfthemen ausgerichtet. Es ist, als ob Franck gespürt hätte, dass mit der Wiederaufnahme etwa eines Werkbeginns in einem späteren Satz eine allzu demonstrative Wirkung erzielt werde, und sie dadurch ein blosses Signal innerhalb des Werkverlaufs bleiben müsse. So versucht er anders, subtiler vorzugehen, indem er untergeordnete, ja manchmal schier beiläufig auftretende Gestalten zu immer zentralerer Bedeutung aufsteigen lässt. Da gebärdet sich beispielsweise die ins erste Klaviersolo eingewobene Melodiestimme in der Coda des ersten Satzes plötzlich wie ein Hauptthema. Da begegnet uns eine das Thema des zweiten Satzes dienend kontrapunktierende Stimme im Finale verselbständigt als zweites Thema wieder. Ein scheinbar nur beiläufig eingeworfener viertaktiger melodischer Gedanke entwickelt sich weiterspinnend zum Seitenthema des ersten Satzes und wächst durch Reminiszenzen im zweiten und dritten Satz schliesslich zum zentralen Bezugspunkt des Werkes heran.
Er wächst heran? Tatsächlich! Francks Musik ist eine Musik des Wachstums, des Wachstums im Innern des Werks, des Wachstums über Francks ganzes Leben hinweg. Die Wurzeln gerade dieses letzterwähnten Themas reichen nämlich in Wahrheit noch viel weiter zurück. Denn schon Francks allererstes, mit 17 Jahren komponiertes Klaviertrio fis-moll op. 1/1 begann mit einer freilich noch kindlich primitiven Formulierung des selben melodischen Kerneinfalls! Wachstum: 39 Jahre später formte Franck daraus die Kerngestalt seiner ersten Meisterarbeit.
Werner Bärtschi