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Aigner,
Joseph Matthäus, Porträtmaler, geb. zu Wien, kam als Sohn eines Goldschmieds mit seinem zwölften Jahr bei einem Juwelier in die Lehre, ergriff aber nach Ablauf der Lehrzeit, seinem innern Beruf folgend, die Malerei und trat in das Atelier Amerlings, wo er bis 1838 lernte. Dann widmete er sich ausschließlich dem Porträt ¶
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und erlangte hierin einen bedeutenden Ruf. Als er aber 1848 an den politischen Unruhen sich beteiligte und Kommandant der Wiener akademischen Legion geworden war, wurde er verhaftet, zum Tode verurteilt und nur auf besondere Fürsprache einflußreicher Personen begnadigt. Später bereiste er Deutschland, Italien und Frankreich und führte ein sehr wechselvolles, bewegtes Leben. Die bedeutendsten seiner durch charakteristische Auffassung, kräftigen, breiten Vortrag, warmes Kolorit und bei den Damen durch schwärmerischen Ausdruck der Augen ausgezeichneten Porträte sind: das des Dichters Lenau, als Skizze im Irrenhaus zu Döbling gemalt (vgl. Frankl, Zu Lenaus Biographie, Wien 1854), des Kaisers Franz Joseph und der Kaiserin Elisabeth in Lebensgröße, der Dichter Grillparzer, Halm, Feuchtersleben, Betty Paoli, des Komponisten Rubinstein, des Mediziners Oppolzer u. a. Für den Kaiser Maximilian von Mejiko malte er eine Reihe von Kopien der Gemälde des Belvedere, ebenso für den Herzog von Koburg und eine Anzahl Porträte der Stifter für das neue Künstlerhaus in Wien.