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Das ex-atheistische Osteuropa ist religiöser als die Schweiz
(idea/dg) – Für 42 Prozent der befragten Personen in der Schweiz ist es wichtig oder sehr wichtig, Christ zu sein, um ganz und gar Schweizer zu sein. Dies ergibt die Auswertung einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center (Washington DC). In den meisten der früher atheistischen Staaten ist diese Zahl in Bezug auf ihre Nationalität massiv höher.
In der Schweiz gab etwa jede zehnte Person an, dass Religion sehr wichtig sei für ihr Leben. Vier von fünf Befragten erklärten, als Christen aufgewachsen zu sein, während 75 Prozent sich jetzt noch als Christen deklarieren. 29 Prozent gehen mindestens einmal im Monat zu einem Gottesdienst, 8 Prozent beten täglich. 11 Prozent der Befragten in der Schweiz glauben absolut sicher an Gott, 51 Prozent weniger sicher. Speziell der „sichere“ Glaube ist in den meisten osteuropäischen Ländern deutlich stärker verankert. In Belgien, den Niederlande und den skandinavischen Staaten wiederum ist laut der Umfrage der Atheismus deutlich stärker.
Haltung gegenüber Religionen und Ethik
57 Prozent äusserten sich willig, eine muslimische Person als Familienmitglied zu akzeptieren, 72 Prozent würden eine jüdische Person als Familienmitglied akzeptieren. Wenn man für diese beiden Kriterien nur die Befragten zwischen 18 und 34 Jahren berücksichtigt, ist die Zahl für die Muslime höher und für die Juden leicht tiefer. Im stark säkularisierten Tschechien ist die Bereitschaft, Muslime als Familienmitglieder zu haben, sehr viel tiefer.
In der gleichen Umfrage äusserten sich in der Schweiz 75 Prozent der Befragten für die Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Heirat. Fast so viele waren dafür, dass Abtreibung legal bleibe. Nur eine knappe Mehrheit will, dass Religion und Staat ganz getrennt seien. Fast jede fünfte Person glaubt an die Reinkarnation, mehr als jede vierte an das Schicksal.
Das Pew Research Center befragte von 2015 bis 2017 56‘000 Erwachsene in 34 Ländern Europas. Die Auswertung wurde Ende Oktober 2018 veröffentlicht.