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Gleiche Chancen für alle Schüler
Ein Bildungsexperte nimmt die Aufnahmeverfahren an Bündner Mittelschulen unter die Lupe. Das Ziel ist es, Chancengleichheit zu gewährleisten.
Die Bündner Regierung überprüft das Aufnahmeverfahren an den Mittelschulen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob mit dem gegenwärtigen System der chancengleiche Zugang zu einer Mittelschule gewährleistet ist oder ob das Aufnahmeverfahren angepasst werden muss.
Dabei sollen die Vor- und Nachteile einer Aufnahme mit und ohne Prüfung untersucht werden, wie die Regierung in einer Mitteilung schreibt. Ein externes Gutachten soll die Regierung aufgrund objektiver Daten in der Entscheidung unterstützen, welches Verfahren am besten geeignet ist, die Schülerinnen und Schüler ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend für die verschiedenen Ausbildungsgänge zu selektionieren. Das Selektionsverfahren solle möglichst allen dieselben Chancen bieten.
Regionale Ungleichheit
Die Untersuchung geht auf einen parlamentarischen Auftrag zurück, den der damalige Grossrat Remo Cavegn im Februar 2020 eingereicht hatte. Mit dem Auftrag sollten die Grundlagen für eine prüfungsfreie Aufnahme in die Bündner Mittelschulen geschaffen werden. Das gegenwärtige Aufnahmeverfahren mit einer kantonalen Aufnahmeprüfung würde die Chancengleichheit gefährden und schaffe regionale Ungleichheiten, hiess es. Weiter wurde vorgebracht, dass der Prüfungserfolg stark von der Prüfungsvorbereitung abhänge. Eine effiziente Vorbereitung – insbesondere durch Besuche von kostenpflichtigen oder kostenlosen Vorbereitungskursen – stehe nicht allen Prüfungsteilnehmenden gleichermassen zur Verfügung. Der Grosse Rat schlug einen Kompromiss vor. Anstelle der Abschaffung der kantonalen Aufnahmeprüfung soll in einem ersten Schritt eine objektive Grundlage für eine allfällige Anpassung des Aufnahmeverfahrens geschaffen werden.
Eine Methode, um solche Daten zu gewinnen, sind Befragungen. Diese werden Eltern und Erziehungsberechtigten geschickt, die ihre Kinder an Mittelschulen anmelden. Leserinnen dieser Zeitung berichten, dass in etwa folgende Fragen gestellt werden: Hat das Kind an Vorbereitungskursen teilgenommen? Wenn ja, wo? Wie viel haben diese Kurse gekostet? Wie viele Stunden hat das Kind in und ausserhalb der Schule für die Aufnahmeprüfung gelernt? Wer hat ihm bei den Vorbereitungen geholfen? «Durch die ehrliche Beantwortung des Fragebogens tragen Sie und Ihr Kind dazu bei, das Aufnahmeverfahren zu optimieren», schreibt der Kanton im Vorwort der Befragung.
Verantwortlich für die Untersuchung ist der bekannte Schweizer Bildungsexperte Franz Eberle, wie die Regierung mitteilt.
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