Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03573.jsonl.gz/1599

der Stab,
[* 2] durch den ein Bote die Mitteilung seines Herrn einem andern überbrachte. Bei den Griechen und Römern
bediente man sich des Botenstab namentlich im Verkehr zwischen der städtischen Obrigkeit und dem Feldherrn. Die Nachricht
wurde auf einen Streifen Leder geschrieben, der um den Stab schräg gewickelt wurde. Im Laufe der Zeit
verlor der Botenstab seine eigentliche Bedeutung; er blieb als Heroldsstab (grch. kērykeion;
lat. caduceus, s. d.) in symbolischer Gestalt zurück.
Auch die nordischen Völker kannten den Botenstab; hier wurde die Nachricht in den geglätteten Stab mit Runen
[* 3] eingeritzt. Die Eingeborenen
Australiens benutzen 20-30 cm lange, meist zolldicke Stäbe mit eingeritzten
[* 4]
Figuren als und Geleitbriefe.
Nach Mitteilungen der Reisenden lesen die Eingeborenen diese Bilderschrift mit der größten Leichtigkeit.