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Als Erzählung bezeichne ich eine Gattung der Literatur. In einer Erzählung bringe ich eine Reihe von Ereignissen in einen Zusammenhang.
Mehrere sich überlappende Erzählungen ergeben einen Roman, eine Erzählung, in welcher nur etwas Aussergewöhnliches passiert, bezeichne ich als Novelle.
Beispiele:
Die Verwandlung von F. Kafka ist eine Novelle, weil in ihr ein aussergewöhnliches Ereignis geschildert wird.
Die Schachnovelle von S. Zweig dagegen ist eher eine Erzählung oder ein Roman.
Erzähltheorie und Erzählperspektive
Fokalisierung (nach Genette)
Nullfokalisierung: Der Erzähler sagt mehr als die Hauptfigur weiss.
Interne Fokalisierung: Der Erzähler sagt so viel wie die Figur weiss.
Externe Fokalisierung: Der Erzähler sagt weniger als die Figur weiss.
Erzählt werden Geschichten, beispielsweise Märchen. Die Geschichten handeln von bestimmten Personen in bestimmten Situationen. Ich kann beispielsweise erzählen, was ich auf einer bestimmten Bergtour oder beispielsweise letzte Woche während meiner Prüfungsvorbereitung erlebt habe. Ich kann aus verschiedenen Erzählungen verallgemeinern:
- Es findet ein Ablauf in der Zeit statt: während der letzen Woche habe ich gelernt
- Wir finden einen Anfang und ein Ende: ich erzähle eine Episode
- Wir erkennen eine kausale Verknüpfung, Sinn, Abgeschlossenheit: es geht um meine Prüfungsvorbereitung
- Es gibt immer eine handelnde Person: es geht um mich
- Wir erzeugen Spannung durch Disonanz: das oder das hätte der Zuhörer nicht erwartet
Die kognitive Leistung, die ein Erzähler bringen muss, besteht darin, dass er in der Gesamtheit des Geschehens Handlungszusammenhänge (etwa Prüfungsvorbereitung) sehen und isolieren muss, die er als selbständige Einheiten darstellen kann. Ausserdem muss er die Ereignisse dramaturgisch richtig anordnen und eine Moral hinter der Geschichte sehen.