Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03105.jsonl.gz/783

Polymyalgia rheumatica
Ursache
Bis heute sind die genauen Ursachen der Polymyalgia rheumatica nicht bekannt. Es besteht jedoch eine Fehlregulation des Immunsystems, sodass dieses körpereigene Strukturen angreift und Entzündungen von gelenksnahen Strukturen (wie Schleimbeutel) verursacht. Man geht davon aus, dass eine genetische Veranlagung besteht.
Häufigkeit
Die Polymyalgia rheumatica kommt relativ häufig vor. Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer. Am häufigsten erkranken Menschen im Alter über 70 daran.
Symptome und Beschwerden
Typische Beschwerden der Polymyalgia rheumatica sind plötzlich auftretende Schmerzen der Muskulatur der Schultern und des Beckens bzw. der Oberschenkel, welche vor allem am Morgen bestehen. Begleitend berichten Betroffene über ein ausgeprägtes Steifigkeitsgefühl dieser Regionen, welches in der Regel über eine Stunde anhält. Durch Bewegung bessern die Beschwerden eher, klingen jedoch meistens nicht ganz ab.
Begleitend können unspezifische Beschwerden bestehen wie ein allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit, und Abgeschlagenheit.
Diagnose
Es gibt keinen diagnostischen Test, um die Polymyalgia rheumatica zu bestätigen. Diese ist eine klinische Diagnose. Nach einer ausführlichen ärztlichen Befragung wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Hierbei geht es vor allem darum, andere Ursachen, die ähnliche Beschwerden auslösen können, auszuschliessen.
Anschliessend erfolgt im Blut die Bestimmung der Entzündungswerte, welche typischerweise erhöht sind. Ergänzend können mit weiteren Untersuchungen, wie z. B. einem Gelenksultraschall, die Erkrankung zusätzlich bestätigende Befunde, wie Schleimbeutel- oder Gelenksentzündungen der Schulter- und Hüftgelenke, erhoben werden.
Behandlung
Die Polymyalgia rheumatica kann normalerweise gut behandelt werden. Meist besteht ein rasches und sehr gutes Ansprechen auf Kortison, welches in Tablettenform verabreicht wird. Dies wirkt entzündungshemmend und somit schmerzlindernd.
Da Kortison jedoch langfristig unerwünschte Nebenwirkungen auslöst, wird heutzutage meist rasch mit einem sogenannten kortison-sparenden Basismedikament, wie zum Beispiel Methotrexat, begonnen. Dieses wirkt über eine Regulation des Immunsystems ebenfalls entzündungshemmend, hat aber nicht die gefürchteten Langzeitnebenwirkungen von Cortison.
Häufig können die Medikamente nach 1 bis 2 Jahren wieder gestoppt werden. Es kann jedoch zu einer erneuten Aktivität der Erkrankung im Verlauf kommen.