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Farlutal enthält den Wirkstoff Medroxyprogesteronacetat, einen synthetischen Abkömmling des weiblichen Gelbkörperhormons Progesteron. Farlutal Tabletten und orale Suspension werden zur Behandlung von hormonabhängigen Tumoren der Brust, der Gebärmutter sowie von Tumoren der Nieren und der Prostata eingesetzt. Farlutal Tabletten und orale Suspension werden zudem auch eingesetzt, um der Abmagerung und des Kräfteverlustes bei Tumorkrankheiten entgegenzuwirken. Farlutal wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin verwendet.
Farlutal, orale Suspension: Dieses Arzneimittel enthält 2.5 g verwertbare Kohlenhydrate pro Einzeldosis.
Bei Venenentzündung oder anderen Störungen mit Blutgerinnselbildung, nach einem Schlaganfall, sowie bei Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für solche Störungen (z.B. Arteriosklerose, Herzklappenerkrankungen, Entzündung der Herzwand, Herzschwäche, Durchblutungsstörungen des Gehirns), bei längerer Bettlägerigkeit infolge Operation oder Krankheit, bei stark eingeschränkter Leberfunktion, bei zu hohem Calciumgehalt im Blut, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Menstruationsstörungen und Scheidenblutungen unbekannter Ursache und bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff oder auf die Hilfsstoffe.
Da es unter der Behandlung mit Farlutal zu Blutgerinnselbildung mit entsprechenden Komplikationen kommen kann, wird Sie der Arzt bzw. die Ärztin vor Behandlungsbeginn bezüglich Risikofaktoren für solche Ereignisse untersuchen. Wenn bei Ihnen während der Behandlung mit Farlutal Zeichen einer Blutgerinnselbildung auftreten wie Schmerzen und Spannungsgefühl in den Waden oder Oberschenkeln, plötzliche Sehstörung, plötzlicher vollständiger oder teilweiser Seh- oder Hörverlust, plötzliche Sprach- oder Wahrnehmungsstörungen, ungewohnt starke Kopfschmerzen oder unerwarteten Migräneanfällen, plötzliche Atembeschwerden oder plötzliches Auftreten von Husten unklarer Ursache, plötzlicher starker Schmerz im Brustkorb mit oder ohne Ausstrahlung in den linken Arm, muss Farlutal sofort abgesetzt werden und der Arzt bzw. die Ärztin ist sofort darüber zu informieren. Auch vor einer geplanten Operation (ca. 4 Wochen) oder bei längerer Bettlägerigkeit muss die Behandlung mit Farlutal unterbrochen werden.
Durch die Behandlung mit Farlutal kann es zu einer unregelmässigen Menstruation oder zum Ausbleiben der Menstruation kommen. Es kann auch der Beginn der Wechseljahre verschleiert werden.
Da der Wirkstoff von Farlutal auch eine kortisonartige Wirkung hat, wird Sie der Arzt bzw. die Ärztin diesbezüglich sorgfältig überwachen.
Farlutal kann den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Wenn Sie zuckerkrank sind, wird Sie der Arzt bzw. die Ärztin deshalb sorgfältig überwachen.
Der Arzt bzw. die Ärztin wird Sie auch speziell kontrollieren, wenn Sie an Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Herzerkrankungen, Asthma, Fettleibigkeit, Wasseransammlung in den Beinen und Händen (Ödeme), erhöhten Blutfettwerten, Epilepsie, Migräne oder an einer Depression leiden.
Ausserdem kann die Langzeitanwendung von Farlutal unter gewissen Umständen die Entstehung einer Osteoporose (Knochenschwund) begünstigen. Achten Sie daher auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Bei Bedarf wird der Arzt bzw. die Ärztin Kalzium und/oder Vitamin D Präparate verschreiben.
Farlutal Tabletten enthalten Lactose, Farlutal orale Suspension enthält Saccharose. Falls Sie an einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen und ihn/sie darüber informieren, bevor Sie Farlutal Tabletten oder orale Suspension einnehmen.
Die gleichzeitige Einnahme von gewissen anderen Arzneimitteln kann die Wirksamkeit von Farlutal beeinträchtigen. Zu diesen Arzneimitteln gehören z.B. gewisse Mittel zur Behandlung von Epilepsie, Infektionskrankheiten (Antibiotika), Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, oder Krebserkrankungen (Aminogluthethimid) sowie Johanniskraut-Präparate. Bei gleichzeitiger Anwendung von Farlutal mit entzündungshemmenden Arzneimitteln (Antirheumatika) oder mit gefässerweiternden Arzneimitteln könnte es zu verstärkter Wasseransammlung im Körper kommen. Teilen Sie deshalb Ihrem Arzt bzw. Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen.
Da es unter Farlutal zu Schwindel, Verwirrtheit und Konzentrationsschwierigkeiten kommen kann, ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie
Farlutal darf weder während einer Schwangerschaft noch während der Stillzeit eingenommen werden. Wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind.
Die Dosierung hängt von der Erkrankung ab und beträgt im Allgemeinen zwischen 250 mg und 1500 mg (3 Tabletten oder 3 Trinkampullen mit oraler Suspension) pro Tag. Beim Tumor der Prostata beträgt die Dosierung 3mal wöchentlich 1500-2000 mg (3-4 Tabletten oder Trinkampullen).
Bitte beachten Sie die Vorschriften des Arztes bzw. der Ärztin genau.
Die Tabletten und die orale Suspension werden nach einer Mahlzeit eingenommen.
Die Tagesdosis kann auf 1-3 Dosen aufgeteilt werden.
Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit geschluckt und sollten im Sitzen oder Stehen eingenommen werden.
Die Trinkampullen mit der oralen Suspension sind vor Gebrauch gründlich zu schütteln. Die Suspension kann einem Getränk, z.B. Fruchtsaft oder Milch, beigemischt werden und soll anschliessend sofort getrunken werden.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Farlutal auftreten:
Häufig: Gewichtsschwankung, Appetitsteigerung, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Zittern, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen, starkes Schwitzen, erektile Dysfunktion, Flüssigkeitsansammlung (Ödeme), Müdigkeit
Gelegentlich: Angioödem (Schwellung der Haut und Schleimhäute), Zeichen der kortisonartigen Wirkung (?Mondgesicht?, Gewichtszunahme), Verschlimmerung eines Diabetes mellitus, Depression, Euphorie, Libidoveränderungen, Herzschwäche, Venenentzündung mit Ausbildung eines Blutgerinnsels (Schmerzen und Spannungsgefühl in den Waden oder Oberschenkeln), Lungenembolie, Durchfall, Mundtrockenheit, Akne, verstärkte Körperbehaarung, Muskelverspannungen, Menstruationsstörungen (unregelmässige, verstärkte, abgeschwächte, schwache Blutung), Brustschmerz
Selten oder sehr selten: Arzneimittelüberempfindlichkeit, Nervosität, Schläfrigkeit, Schlaganfall, Herzinfarkt, erhöhter Blutdruck, Gefässverschluss (Embolie und Thrombose), Hautausschlag, Haarausfall, Unwohlsein, Fieber
Häufigkeit nicht bekannt: Allergische Reaktionen (ev. mit Atemnot, Blutdruckabfall), anhaltendes Ausbleiben des Eisprungs, Verwirrtheit, Konzentrationsverlust, Sehverschlechterung, Linsentrübung bei Diabetikern, Gefässverschluss im Auge, Herzklopfen, Herzrasen, Magenbeschwerden, Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht), Juckreiz, Nesselsucht, Ausbleiben der Menstruation, Spannungsgefühl in der Brust, Veränderungen des Scheidenausflusses, Milchausfluss
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Die Filmtabletten weisen eine Zierrille auf, sie sollten jedoch nicht geteilt werden.
Farlutal Tabletten und orale Suspension bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Die Arzneimittel dürfen nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Sollten Sie Packungen besitzen, deren Haltbarkeit abgelaufen ist, so bringen Sie diese bitte in die Apotheke zur Vernichtung zurück.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Tablette (weiss, oblong, mit Zierrille und Prägung «FCE 500») enthält als Wirkstoff 500 mg Medroxyprogesteronacetat sowie die Hilfsstoffe Lactose, Crospovidon, Polyvinylpyrrolidon K25, Polysorbat 80, mikrokristalline Cellulose und Magnesiumstearat.
1 Trinkampulle orale Suspension zu 5 ml enthält als Wirkstoff 500 mg Medroxyprogesteronacetat sowie die folgenden Hilfsstoffe: Saccharose, Propylenglycol, Polysorbat 21, Methylcellulose, Milcharoma, Saccharin, tribasisches Natriumcitratdihydrat, Simethicon, Wasser für Injektionszwecke und die Konservierungsmittel: Methyl-p-hydroxybenzoat (E218), Ethyl-p-hydroxybenzoat (E214), Propyl-p-hydroxybenzoat (E216).
44307, 50442 (Swissmedic).
Farlutal, Tabletten und orale Suspension erhalten Sie in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.
Folgende Packungen sind erhältlich:
60 Tabletten 500 mg.
30 Trinkampullen 500 mg/5 ml.
Pfizer AG, Zürich.
Diese Packungsbeilage wurde im Oktober 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.
PIL V008