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Richard Taruskin mit Kyoto Preis geehrt
Der amerikanische Musikwissenschaftler Richard Taruskin wird mit dem mit 50 Millionen Yen (rund 400'000 Euro) dotierten Kyoto Preis ausgezeichnet. Die hochkarätige Auszeichnung wird jeweils in den Kategorien Advanced Technology, Basic Sciences und Arts and Philosophy verliehen.
Richard Taruskin ist laut der Mitteilung von Kyocera Musikwissenschaftler und -kritiker, der sich «konventionellen kritischen Paradigmen widersetzt und zeitgenössische Perspektiven der Musik seinen historischen Forschungen und Essays unterwirft». Er argumentiert, dass zeitgenössische Aufführungen der Alten Musik keine wahre Authentizität bieten, sondern eher Reflexionen der Ästhetik des späten 20. Jahrhunderts seien.
Taruskin ist Autor der Oxford History of Western Music, des umfangreichsten Überblicks über die westliche Musikgeschichte, der jemals von einem einzigen Autor geschrieben wurde. Die Qualität und der Umfang seiner Arbeit zeigten, so Kyocera weiter, dass die Musik «Kreativität nicht nur in Komposition und Aufführung, sondern auch im detaillierten Diskurs über den Zusammenhang, in dem Musik entstanden ist, erfordert».
Vergeben wird der Kyoto Preis von der japanischen Inamori-Stiftung, die 1984 von Kazuo Inamori, dem Gründer des Technologiekonzerns Kyocera, ins Leben gerufen wurde. Die beiden andern diesjährigen Preisträger sind der Halbleiter-Ingenieur Takashi Mimura und der australische Pflanzenphysiologe Graham Farquhar.