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Scheidenkrebs ist eine seltene Krebserkrankung. Meist sind Frauen ab dem 60. Lebensjahr von Scheidenkrebs betroffen. In rund 90% der Fälle handelt es sich um einen Krebs der Schleimhaut der Scheide (Plattenepithelkarzinom). Seltener um ein Melanom oder eine Krebserkrankung von Drüsenzellen (Adenokarzinom).
Das Überleben der Patientinnen hängt vom Krankheitsstadium, Alter und Gesundheitszustand sowie der Ausbreitung des Krebses (Metastasenbildung) in andere Organe ab.
Ursachen des primären Scheidenkrebses
Die genauen Ursachen für die Entstehung des primären Scheidenkrebses sind nicht genau bekannt.
Folgende Faktoren werden vermutet:
- Chronische Reizzustände (z.B. durch jahrelanges Tragen eines Scheidenpessars, Gebärmuttersenkung).
- Nach Strahlenbehandlungen bei einem anderen Krebs
- HPV-Infektion mit dem Hochrisikotyp HPV 16; dieser Virustyp wird auch für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs; verantwortlich gemacht.
Ursachen des sekundären Scheidenkrebses
Bei Verdacht auf Scheidenkrebs wird der Arzt zuerst eine gründliche gynäkologische Untersuchung sowie eine Scheidenspiegelung (Kolposkopie) und ev. eine Gewebeprobe (Biopsie) der Scheidenschleimhaut vornehmen.
- Spiegelung der Blase und des Enddarms
- Computertomographie (CT), ev.Magnetresonanztomographie (MRT)
- Ultraschall
Die Behandlung richtet sich nach Krebsstadium, Gesundheitszustand und Alter der Patientin sowie der Ausbreitung des Krebses in andere Organe.
Behandlungsoptionen sind:
- Strahlentherapie (eventuell auch Spickung des Gewebes mit kleinen Strahlenquellen)
- Chemotherapie in Kombination mit der Strahlentherapie
- Operation; die Grösse hängt vom Sitz des Krebses ab, je nach dem muss die gesamte Scheide radikal entfernt werden; ev. müssen zusätzlich Lymphknoten oder benachbarte Organe mitentfernt werden.
Wenn lediglich Krebsvorstufen in der Schleimhaut festgestellt werden, können diese wenn nicht allzu ausgedehnt vorliegend lokal entfernt werden.
Nach einer Operation kann es zu Verengungen der Scheide kommen, was zu Problemen beim Geschlechtsverkehr führt. Evtl. wird sogar eine chirurgische Neubildung der Vagina notwendig. Folgen der Bestrahlung können Spätschäden an Darm und Blase, trockene, verklebte Vagina und - selten zwar - Fistelbildungen sein.
Die Heilungschancen sind am grössten, je früher der Krebs entdeckt und behandelt werden kann. Beim sekundären Scheidenkrebs hängt die Prognose von der Art des Ursprungtumors und vom Befall der Lymphknoten ab. Sind solche vorhanden, sinkt die 5-Jahresüberlebensrate stark.
Nach jeder Therapie muss eine regelmässige Nachsorge erfolgen, damit Rezidive (Wiederauftreten von Krebszellen) möglichst früh erfasst werden.