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Kabarettist
So zirka 1978/79 war ich mal zu einem Gespräch beim Südfunk eingeladen. Der
ist in Suttgart, und der Chef von irgend einer Abteilung wollte mich sehen
und etwas besprechen. Ich weiss nicht mehr, ob es sich um Radio oder
Fernsehen handelte. Jedenfalls sass ich auf dem Heimweg im Zug und war sehr
aufgekratzt, weil der Mann mich inspiriert hatte. Er hatte mir viel über
Hanns-Dieter Hüsch erzählt.
So schrieb ich denn meinen ersten kabarettistischen Dialog: Die Dampfwalze.
Ich hatte kein Schreibpapier dabei und musste alles auf einen dicht bedruckten Fahrplan
schreiben, der auf dem gegenüber liegenden Sitz zur Information über die
Reiseroute bereit lag.
Zurück in Basel setzte ich mich an meine schwarze Hermes Baby und tippte
das Zeug ab. Am darauf folgenden Tag am Mittagstisch bei Claudia Federspiel
las ich die Zeilen vor. Die Anwesenden hat es fast von den Stühlen gehauen
vor Lachen. Claudia hat dann sofort Kontakt zu einem Theaterprinzipal
aufgenommen, und ein paar Monate später waren wir mit unserem ersten
Programm auf der Bühne. Jahre später spielten wir einige der Sketches beim
Cabaret local im Atlantis. In der Basler Zeitung hiess es, wir hätten den
Oscar verdient.
Das Problem war eigentlich: Ich hatte zuviele verschiedene Interessen und
konnte mich nicht entscheiden, ob ich bildender Künstler, Narr,
Schriftsteller, Sänger, Gaukler, Kabarettist, Betrüger oder Drogenhändler
sein sollte ... Oder ob ich mich auf den Weg der Sinnsuche à la Siddharta
machen sollte. Und Claudia hatte zuviele Kinder und eine starke Ader für das
Gute und zu wenig Zeit. Vielleicht wären wir sonst ein berühmtes
Kabarettistenpaar geworden und hätten Geld gescheffelt.
Naja, jetzt ist sie über dem Jordan und meine Badehosen liegen auch schon
bereit.
Der erste kabarettistische Dialog
René besucht für zwei Wochen New York und trifft dort Michael Flume. So entstanden Beiträge für den damals noch jungen Radiosender DRS 3 (heute irgendwas wie "SRF Radio 3", falls sie sich inzwischen nicht schon wieder umbenannt haben).