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Fast 20 Jahre ist es jetzt her, dass Regisseur Sam Raimi in "Spider-Man" den Schauspieler Tobey Maguire in die Rolle des ikonischen Netzschwingers schlüpfen liess. Zusammen mit dem ersten "X-Men"-Film, der zwei Jahre zuvor erschien, waren die frühen "Spider-Man"-Streifen einer der ersten grossen Erfolge, den die Marvel-Helden auf der grossen Leinwand feiern durften. Insbesondere "Spider-Man 2" mit Alfred Molina als Dr. Octopus gilt noch heute bei vielen als Kultklassiker. Leider scheiterte die Filmreihe am dritten Teil, der die Handlung mit zu vielen Bösewichten übermässig kompliziert machte und tonal einen düstereren Weg einzuschlagen versuchte. Ein vierter Teil war zwar in Planung, wurde aber abgesagt, da Maguire in der Hauptrolle starke Rückenprobleme hatte und das Studio durch den Fehlschlag des dritten Teils das Vertrauen in die Marke verlor.
Stattdessen musste ein neuer Spider-Man ran, ein besserer Spider-Man. Mit "The Amazing Spider-Man" versuchte man zehn Jahre nach dem ersten Film die Reihe neu aufzulegen, dieses Mal mit Andrew Garfield in der Hauptrolle. Man probierte, dem Superhelden einen leicht ernsteren Anstrich zu geben und sich direkt an damalige Teenager zu richten. Der erste Film war trotz einiger Kritik ein Erfolg und brachte kurz darauf ein Sequel hervor. Es übernahm sich jedoch abermals und fiel durch eine verwirrende Handlung und tonale Schwierigkeiten auf. Erneut wurde der bereits geplante dritte Teil kurzerhand gestrichen, und Spider-Man verschwand wieder für einige Jahre in der Versenkung.
Mit "Spider-Man: Homecoming" schaffte es Sony in Zusammenarbeit mit dem inzwischen zum Kino-Giganten herangewachsenen Marvel Cinematic Universe, die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ein drittes Mal wiederzubeleben. Diesmal mit einem deutlich jüngeren Tom Holland in der Hauptrolle. Nach einem ebenfalls erfolgreichen Sequel steht jetzt der dritte Teil der dritten Trilogie an, und abermals versucht sich Sony hier an einer persönlicheren und ernsteren Geschichte. Wir haben uns angeschaut, wie sich der neue Film im Vergleich zu seinen Vorgängern schlägt.
Vielleicht fragt ihr euch, warum wir einen so grossen Fokus auf die Historie von "Spider-Man" legen und die alten Filme noch mal aufleben lassen. Die Antwort ist simpel: Der neue Film "Spider-Man: No Way Home" ist nicht nur die Fortsetzung zur aktuellen Trilogie, sondern dient auch als Abschluss und Rückblick auf das gesamte Vermächtnis von "Spider-Man" im Kino. Die Handlung schliesst dabei direkt an "Spider-Man: Far From Home" an. Peter Parkers geheime Identität als Spider-Man wurde von Mysterio enthüllt, und sein Leben wird dadurch auf den Kopf gestellt. Die Gesellschaft spaltet sich in zwei Lager, die ihn entweder vergöttern oder aber als Gefahr und sogar Mörder sehen. Damit spielt "Spider-Man: No Way Home" gerade im ersten Akt clever mit aktuellen politischen Themen und der oft sehr polarisierten Diskussionskultur, die sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Wir sehen einen sehr menschlichen Peter Parker, der damit kämpft, sein Privatleben unter Kontrolle zu bekommen. Als er es schliesslich nach Fehlschlag um Fehlschlag nicht mehr aushält, wendet er sich an Dr. Strange mit dem Plan, die Zeit so weit zurückzudrehen, dass niemand mehr weiss, dass er Spider-Man ist. Mangels Zeitstein, der in "Avengers: Endgame" zerstört wurde, müssen Peter und Dr. Strange auf einen Zauberspruch zurückgreifen, der gehörig schiefgeht. Nicht nur bleibt Parkers geheime Identität bekannt, er lockt auch Schurken von anderen Dimensionen an, genau genommen die Bösewichte aus den vergangenen Trilogien.