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Die Person des Zustellungsdomizils benötigt hierfür eine Vollmacht; bei der schweizerischen Poststelle erhalten Sie die notwendigen Formulare. Nur mit dieser Vollmacht kann die Person am Zustellungsdomizil ihre Post aus dem Ausland empfangen.
Noch einfacher geht es, wenn der im Ausland ansässige Ehepartner die Adresse des Ehepartners angibt, der in der Schweiz lebt. Darüber hinaus kann sich der im Ausland wohnhafte Ehepartner durch einen Anwalt vertreten lassen. Allerdings ist diese Variante bei den Gerichten nicht gerne gesehen, da bestenfalls beide Ehepartner bei der Verhandlung anwesend sein sollen.
Die Ehepartner sind Schweizer und leben im Ausland
Leben beide Ehepartner im Ausland, ist das schweizerische Gericht im Grunde nicht zuständig. Selbst dann nicht, wenn die Ehepartner beide Schweizer sind. In diesem Fall muss die Scheidung im Ausland für beide Ehepartner unzumutbar sein, um die Scheidung in der Schweiz zu vollziehen. Die Philippinen kennen beispielsweise das Scheidungskonzept nicht, andere Länder erlauben eine Scheidung nur unter ungerechten Bedingungen. Zu diesen Bedingungen können Grundrechtsverletzungen oder Einschränkung der Rechte der Frau.
Die Kinder haben ihren Wohnsitz im Ausland
Die Kinder leben im Ausland und der andere Ehepartner lebt weiterhin in der Schweiz. Die Scheidung kann auf Wunsch in der Schweiz ausgesprochen werden. Allerdings kann das Schweizer Gericht nicht über die elterliche Sorge, die Obhut und die Unterhaltspflichten entscheiden. Hierfür gelten die Übereinkommen von 1961 über die Zuständigkeit der Behörden.
Angewendet werden muss das Recht des Gebietes des Schutzes des Minderjährigen. Somit ist der Staat zuständig, in dem das minderjährige Kind seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Trotzdem kann das Schweizer Gericht über die Scheidung und andere wichtige Punkte wie die Scheidungskonvention entscheiden. Die Kinderbelange sind allerdings von der Verhandlung ausgeschlossen und müssen am Gericht des Wohnsitzes des Kindes erfolgen. Das Sorgerecht und das Besuchsrecht werden dann nach ausländischem Recht verhandelt.
Die Ehepartner haben eine andere Nationalität und ihren Wohnsitz in der Schweiz
Bei einer strittigen Scheidung ist es für Ausländer in der Schweiz schwieriger. Für Ausländer kann die Scheidung in der Schweiz nur am Wohnsitz eingereicht werden, wenn sich mindestens ein Ehepartner bereits seit einem Jahr in der Schweiz befindet. Andernfalls ist die Scheidung für Ausländer in der Schweiz nicht möglich oder muss zumindest am Wohnsitz des anderen Ehepartners eingereicht werden. Demzufolge ist auch für Deutsche eine Scheidung in der Schweiz möglich, wenn sie sich mindestens ein Jahr in der Schweiz aufhalten.
Komplikationen im Zuge der Auflösung einer internationalen Ehe
Die Scheidung einer internationalen Ehe kann unter Umständen komplizierter sein. Nicht nur die Rechtslage der verschiedenen Länder kann dabei eine Rolle spielen, sondern auch persönliche Probleme. Unter anderem kann die Sprache eine Hürde darstellen, wenn es darum geht für die eigenen Rechte vor Gericht einzustehen.
Liegen kulturelle Konflikte bei der Scheidung der internationalen Ehe zugrunde, kann sich die Vermittlung zwischen den Parteien schwieriger gestalten. Insbesondere Vereinbarungen der elterlichen Obhut, des Sorgerechts sowie des Besuchsrechts können für Diskrepanzen sorgen, wenn ein Elternteil mit den Kindern in das Heimatland zurückkehren möchte.
Finanzielle Aspekte & Vermögensaufteilung
Darüber hinaus sind bei einer Scheidung einer internationalen Ehe auch die finanziellen Aspekte nicht ausser Acht zu lassen. Hier können gravierende Schwierigkeiten entstehen, wenn es um die Aufteilung des Vermögens und Vereinbarungen für den nachehelichen Unterhalt und den Kindesunterhalt geht. Hinzu Kommt das Risiko, dass Alimente an Kinder nicht bezahlt werden und diese eingefordert werden müssen.
Hierfür ist meist die Unterstützung eines Anwalts für Familienrecht notwendig, um die Unterhaltszahlungen einzufordern. Ebenso ist die Berechnung des nachehelichen Unterhalts nicht einfach, da diese oftmals undurchsichtig sein kann. Was letztendlich als Einkommen gilt sowie die Höhe des Einkommens ist nicht immer eindeutig. Bei der Vermögensaufteilung und den Alimenten für die Kinder kann dies daher schnell zu Unverständnis auf Seiten des Unterhaltsberechtigten führen.
Lebt ein Ehepartner in einem günstigeren Land, kann sich dies auf die Höhe der Unterhaltszahlungen für die Kinder und den Ehepartner auswirken. Die Gerichte verwenden für die Berechnung der Unterhaltszahlungen meist eine Zusammenstellung der Grossbank UBS, die Preise und Löhne in verschiedenen Städten als Richtwert angibt. Aussergewöhnliche Kosten (Kinderbetreuung, Privatschulen) werden dabei nicht berücksichtigt.
Befinden sich Vermögenswerte im Ausland, dann hat das Urteil eines schweizerischen Gerichts kein Gewicht. Ausserdem ist es schwierig, die notwendigen Informationen zu den Besitztümern im Ausland zu erhalten. Sind die Vermögenswerte hingegen in der Schweiz, kann das Gericht über Vermögensfragen entscheiden.