Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03589.jsonl.gz/2313

Wallis
Weinbau im Wallis
Das Wallis ist mit seinen ca. 5000 ha Rebfläche der grösste Weinbaukanton der Schweiz. Schon im Jahr 15 v. Chr. brachten die Römer die ersten Trauben und das Wissen über Weinbau und Weinbereitung ins Tal. Bis zum Untergang des Römischen Reichs gegen Ende des 5. Jahrhunderts n. Chr. breitete sich der Weinbau rasant aus. Von 1000 bis 1500 waren es vor allem Mönche und Feudalherren, die sich intensiv damit beschäftigten, neue Rebparzellen anzulegen und die Weinherstellung zu verfeinern. Damals galt der Wein noch als Lebensmittel und wurde vor allem von reichen Geistlichen und Feudalherren getrunken. Erst ab der frühen Neuzeit entstand ein reger Handel. Ab dem 19. Jahrhundert griff der Staat ein und förderte den Weinbau massgeblich. So entstand zwischen 1920 und 1930 die «Provins Valais», die immer noch die grösste Genossenschaft in der Schweiz ist. Darum kann sich auch die Schweiz glücklich schätzen, zu den ältesten Weinbauländern der Welt zu gehören.
Klima und Böden
Mit den meisten Sonnenstunden und nur 600 mm Regen pro Jahr ist das Wallis die trockenste Region der Schweiz. Es herrscht ein steppenartiges Klima. Die hohen Berggipfel schützen den Kanton vor heftigen Winden und Stürmen, auch der Föhn trägt zu diesem höchst vorteilhaften Klima bei.
Die Walliser Böden sind extrem variantenreich. Im Unterwallis bis Saillon dominieren Granit und Gneis. Geht man talaufwärts, findet man vor allem kalkreiche Schieferböden, in der Region Salgesch abgelöst von einer Mischung aus Kalk, Schwemmland, Schiefer, Mergel und Sand. An steilen, oft terrassierten Hängen entdeckt man zahlreiche Schuttkegel. So ist es auch nicht erstaunlich, dass sich über die Jahrhunderte unglaublich viele Traubensorten entwickeln konnten.
Die so genannten Walliser Spezialitäten wie Amigne, Humagne Blanche, Cornalin, Humagne Rouge und Petite Arvine findet man weltweit nur hier. Wobei die Petite Arvine auch im benachbarten Valle d’Aosta zu finden ist. Nicht zu vergessen sind die bizarren Sorten Rèze, Himbertscha und Lafnetscha, die von der Kellerei Chanton in Visp kultiviert werden. Das ist ein historischer Schatz, der seinesgleichen sucht. Natürlich werden auch die Sorten Syrah und Marsanne Blanche von der nördlichen Rhône aus Frankreich seit langem erfolgreich angebaut, daraus gekelterte Weine können es durchaus mit einem Côte-Rôtie oder Hermitage aufnehmen. Das haben wir schon mehrmals an Blind-Degustationen erlebt.