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spiralförmig gewundenen Rohr, welches an seinem wasserschöpfenden Ende trichterförmig erweitert ist und mit dem andern
in das hohle Ende der
Welle mündet. Die zwischen diesem Wellenende und einem Steigrohr eingeschaltete
Stopfbüchse
[* 2] stellt
einen dichten Verschluß während der
Drehung derWelle her. Ist der
Apparat mit den zu unterst gelegenenTeilen
der Schraubenwindungen in ein Wasserbassin getaucht, so wird von dem trichterförmigen Rohrende, dem sog.
Horn, bei der
Drehung derWelle in der den Schraubenwindungen entgegengesetzten
Richtung abwechselnd Wasser und Luft geschöpft,
wobei die geschöpften Wassermengen unter allmählich nach dem Steigrohr hin zunehmendem Druck der zwischen ihnen eingeschlossenen
Luft mit dieser in das Steigrohr hineingeschraubt werden. In geeigneter Umgestaltung wird die S. auch
zur Erzeugung von Gebläsewind benutzt und dann als Schrauben- oder Schneckengebläse (s. Gebläse)
[* 3] bezeichnet.
auch Schnardewiesee genannt, Landsee auf der ostpreuß. Seenplatte, 117 m
ü.
d. M.,
im Weichselgebiet gelegen und zum Reg.-Bez.
Gumbinnen
[* 4] gehörig, ist 118 qkm groß, in seinem Hauptbecken von
NO. gegen
SW. 16 km
lang und von N. nach S. bis 9 km breit und 7,4 bis 20 m tief. Er umschließt vier
Inseln oder Werder, darunter den
bewohnten Spirdings Werder und den Teufelswerder. Die Nebenzweige des Sees sind im N. der Tuchlinner, im
NO. der Eckersberger,
im
Süden der Sexter, im
SW. der Warnold-, im NW. der Luknainer See. Im W. reicht ein schmaler Zweig von Rhein bis
Guszianka.
Dieser heißt im N.
Talter Gewässer, imSüden Beldahnsee. Abflüsse hat der S. zwei: der eine im SO.
geht durch den Biallolasker und Kesselsee in den Rosch- oder Warschausee (115 m);
ebendahin führt aus dem Sexter See ein
5,2 km langer
Kanal,
[* 5] der als
Pissek bei Johannisburg ausfließt.
Der S. erhält von O. den Abfluß des Aryssees, von
W. durch den Beldahnsee den Kruttinenfluß. Auch steht er im N. mit dem Löwentin- und so mit dem
Angerburger See in
Verbindung.
Schraubenbakterie, eine Bakterienform, die durch korkzieher- oder schraubenförmige Windungen des Bakterienkörpers
charakterisiert ist. Sie führen mit Hilfe von Geißelfäden, die an beiden
Enden des Körpers ansitzen,
eigenartige bohrende
Bewegungen aus. In denselben Formenkreis gehören außer den Spirillen im engern
Sinne die Vibrionen (s. d.)
und Spirochäten. Erstere sind kurz, nur wenig gewunden und meist außerordentlich lebhaft beweglich. Letztere bestehen aus
mehrern zu längern Schrauben
[* 8] verbundenen Einzelwesen, deren
Bewegungen meist träger sind, doch zeigt
dabei oft der gesamte Körper wellige
Krümmungen. Zu ihnen gehört der Erreger des Rückfalltyphus,
SpirochaeteObermeieri
Cohn
(s.
Tafel:
Bakterien,
[* 1]
Fig. 4), durch deren Nachweis Obermeier 1873 zum erstenmal sichere
Beziehungen zwischen Bakterieninfektion
und Fieberverlauf aufdeckte. - über ihre biologischen Eigenschaften s.
Bakteriologie. (S. auch
Bakterien,
Bd. 17.)
(vom lat. spiritus,
Geist) oder auch
Spiritualismus, moderner
Ausdruck für den von Urzeiten her in der Menschheit
festwurzelnden
Glauben an die Möglichkeit eines Verkehrs mit den Seelen Verstorbener durch
Beschwörung und Zaubermittel.
Je wilder und roher die Zustände der Menschheit sind, desto mehr pflegt dieser
Glaube zu herrschen. Am
stärksten verbreitet ist er bei den wilden Völkern (s. Schamanismus), aber auch das heidn. und
jüd.
Altertum nebst dem Mittelalter sind seiner
Spuren voll.
Obgleich die theoretische
Unmöglichkeit eines derartigen Geisterverkehrs keineswegs streng beweisbar ist und deshalb unter
den Denkern gerade die gründlichsten, wie Kant und Lessing, sich immer am meisten vor einem dreisten
Absprechen in dieser Angelegenheit gehütet haben, so ist doch außer Zweifel, daß überall, wo sich ein solcher Geisterspuk
im geselligen Betriebe ans Licht
[* 9] der Öffentlichkeit wagt, auf der
Stelle alle die schlimmen Folgen eintreten, die teils lügenhafter
Selbstbetrug, teils hinterlistiger
Betrug anderer mit sich führen.
Gewöhnlich beginnt die Sache mit unbewußter Selbsttäuschung und endigt mit bewußter Mystifikation der leichtgläubigen
Menge. Das hervorragendste
Beispiel eines ins
Große getriebenen
Betrugs dieser Art gab im 18. Jahrh. der berüchtigte
Cagliostro.
Als man im 18. Jahrh. diesen
Glauben vollständig zu überwinden hoffte, erneuerte sich durch den vorgeblichen
Geisterverkehr
Swedenborgs sowie durch den tierischen
Magnetismus,
[* 10] den
Mesmer auf die
Bahn brachte, der Spuk ärger denn je.
Insbesondere wurde während der ersten Hälfte des 19. Jahrh. durch magnetisierende
Ärzte aus der Schule der Schellingschen
Naturphilosophie die öffentliche
Aufmerksamkeit stark auf gewisse merkwürdige Erscheinungen desDämonismus
oder Besessenseins hingelenkt. Justinus
Kerner (s. d.) besonders machte sich aus der
Beobachtung solcher Krankheitszustände
eine Lebensaufgabe.
Auch eine umfängliche Litteratur entstand mit förmlichen
Theorien der spiritistischen Erscheinungen, einer eigenen, zum
Teil recht geschmacklosen
Terminologie, so daß das
Zerrbild einer «Wissenschaft» entstand, die thatsächlich jeder soliden
Grundlage entbehrt, indes noch gegenwärtig so zahlreicheAnhänger zählt, daß die Gründung einer Professur
für
S. an der
Universität in
Philadelphia in Aussicht genommen werden konnte. Der Hauptschriftsteller über die unzähligen
Offenbarungen des Jenseits ist
Andreas Jackson Davis.
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mehr
Die hervorragendsten «wissenschaftlichen» Verteidiger waren in Amerika
[* 17] der Philadelphiaer Chemiker Hare und der Neuyorker Richter
Edmonds, besondern Rufes erfreute sich auf Grund seiner spiritistischen Leistungen Hume oder Home. Es bildeten sich alsbald
auch in Frankreich und Deutschland
[* 18] Gesellschaften zur Auskundschaft des Jenseits. Lebensbeschreibungen längst verstorbener
Personen wurden nach deren eigenen Diktaten in den Druck gegeben, ihre Porträte
[* 19] aus dem Jenseits gezeichnet,
dabei auch Gedichte und musikalische Kompositionen seliger und unseliger Geister dem Publikum zur Beurteilung vorgelegt. Als
litterar. Ausgeburten dieser Sache sind bemerkenswert: Cahagnet, Der Verkehr mit den Verstorbenen auf magnetischem Wege (aus
dem Französischen von Neuberth, 2 Bde., Hildburgh.
und Lpz. 1851);
M. Eliphas Levi, La scienze des espirits (Par. 1865);
Epp, Seelenkunde
(Mannh. 1866). - In England wurde der S. zuerst durch eine Mistreß Hayden 1852 eingeführt und durch Home weiter verbreitet.
Selbst namhafte Naturforscher traten hier für den S. in die Schranken, so A. R. Wallace (s. d.)
und der Chemiker Crookes. In Deutschland wurde neuerdings hauptsächlich durch Slade das Interesse für den S. erweckt, der
insbesondere an dem Astrophysiker F. Zöllner einen begeisterten Anhänger fand. Doch wirkten schon vorher Aksakow, Perty u. a.
insbesondere litterarisch.
Dem S., soweit er nicht reiner Humbug ist, liegt im wesentlichen die Anschauung zu Grunde, daß der Geist
ein vollständiges existenzfähiges Wesen sei, das beim Tode (wie auch im Leben gelegentlich) den Körper verläßt und fortbesteht
und daß solche vollständig gewordene Geister (Spirits) uns umgeben. Im Leben sind sie durch das Perisprit (eine ätherartige
Substanz) an den Körper gebunden. Letzteres durchdringt den ganzen Körper und wird von manchen
Personen im Überfluß besessen, so daß dieselben befähigt sind, andere oder frei gewordene Geister zu binden, sie zu materialisieren.
Derartig besonders begabte Individuen heißen Medien. Durch Vermittelung derselben kommt es zu «mediumistischen»
Kundgebungen, zu Manifestationen der Geister. Letztere werden entweder sichtbar und auch photographierbar
(«Geisterphotographien», ein besonders in Amerika schwunghaft betriebener Humbug), oder hörbar, indem sie sprechen, klopfen
(Klopfmedien), oder sie sprechen durch den Mund von Medien, oder sie lenken die Hände von Medien so, daß diese Inspiriertes
niederschreiben (Schreibmedien, die sich in der Neuzeit meist des von Dr. Hare erfundenen Psychographen
bedienen, einer Platte mit einem horizontal beweglichen Zeiger, der mit der Spitze auf einen eingeteilten Halbkreis weist
und sich bewegt, sobald er am andern Ende berührt wird).
Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei den genannten «mediumistischen»
Manifestationen um Vorgänge handelt, die auch auf durchaus natürlichem Wege zu stande kommen können. Die betreffenden
Medien besitzen einesteils eine große Kunstfertigkeit in gewissen Bewegungen, vielleicht zum Teil unter
Beihilfe ungewöhnlicher Organisationsverhältnisse der Muskulatur, so daß sie Bewegungen rasch und mit Kraft
[* 21] (hörbar) ausführen
können, die andere gar nicht oder nur schwach zu vollbringen vermögen (z. B. die Füße
vollständig wie Hände gebrauchen), andernteils verwerten sie geschickt gewisse psychol.
Kunstgriffe, indem sie die Zuschauer verhindern, ihre Aufmerksamkeit im gegebenen Moment auf die Maßnahmen
des Mediums zu richten, was auch aus den antispiritistischen Enthüllungen früherer Medien, z. B.
Home, und aus der wiederholt gelungenen Entlarvung (z. B. durch Erzherzog Johann von Österreich)
[* 22] der Betrüger klar hervorgeht.
Nur dadurch, daß man irrtümlicherweise den soeben geschilderten S. mit Erscheinungen ganz anderer Natur
in Verbindung brachte, konnte der Schein entstehen, daß man es thatsächlich mit übernatürlichen neuen Phänomenen zu thun
habe.
Hier ist vor allem die Verquickung des Somnambulismus mit dem S. zu nennen, die nur insofern sich berühren, als auch unter
den Somnambulen sich zahlreiche Betrüger befinden. Die thatsächlichen Erscheinungen des Somnambulismus
(s. d.) gehören, soweit es sich um den Rapport mit dem Jenseits handelt, in
das Gebiet der deliranten Zustände (s. Delirium). Im übrigen beweisen dieselben keineswegs die Unabhängigkeit (Lösbarkeit)
des Geistes vom Körper, wie auch die gesteigerte Sensitivität der Somnambulen keineswegs zu übersinnlichen Leistungen
führt (der Geruch des Hundes, der Ortssinn der Vögel
[* 23] stehen auch weit über den Leistungen der Somnambulen).
Es ist deshalb auch ungerechtfertigt, ReichenbachsLehre
[* 24] vom Od (s. d.), Braids hypnotische Versuche u. a. m. in Zusammenhang
mit dem modernen S. zu bringen.
Daß uns noch zahlreiche Eigenschaften der Materie unbekannt sind, daß wir die seelischen Erscheinungen wie
die Funktionen des Nervensystems noch sehr unvollkommen kennen und in diesen Beziehungen noch auf manche Überraschungen gefaßt
sein müssen, ist zweifellos. Daraus folgt indes keineswegs, daß Crookes «strahlende Materie» und «vierter Aggregatzustand»,
Zöllners Spekulationen über vierdimensionale Wesen wissenschaftliche Beweise spiritistischer Anschauungen sind. (S. Occultismus.)
Aus der reichhaltigen Litteratur über den S. sind hervorzuheben: James Braid, Neurypnology, or the rationale
of nervous sleep considered in relation with animal magnetism (Lond. 1813);
Table-turning and table-talking (ebd. 1853);
Godfrey, Table-moving tested and proved to be the result of satanic agency (ebd. 1853);
Table-turning, the devil's modern
master-piece (ebd. 1853);
Gillson, Table-talking, disclosures of satanic wonders and prophetic signs
(ebd. 1853);
Howilt, The history of the supernatural (2 Bde., ebd. 1863);
Owen, Footfalls on the boundary of another world (ebd. 1860 u. ö.);
ders., The debatable land between this world and the
next (ebd. 1870; deutsch Lpz. 1875);
Hare, Experimental investigations of the spirit manifestations (Neuyork
1858; deutsch Lpz.
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