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Die seltenen römischen erotischen Münzen aus dem 1. jahrhundert n. Chr. Namens Spintriae wurden ursprünglich aus einer Legierung aus Messing und Bronze geschlagen. Eine Seite des „Tokens“ zeigt den Sexualakt – immer ein Mann mit einer Frau, während die andere Seite eine römische Ziffer innerhalb eines Kranzes trägt. Die Zahlen I bis XVI sind bekannt mit Zahlen über XIII sehr selten. Wir wissen heute nicht, warum die Token gemacht wurden.
Einige Experten behaupten, dass die Hauptfunktion darin bestand, die Zulassung zu Bordellen zu erlangen. Heute ist diese Erkenntnis allerdings überholt, dazu weiter unten im Artikel. Die Deutung der Spintrien ist bis heute umstritten. Ezechiel Spanheim, der im 17. Jahrhundert als einer der ersten die Spintrien behandelte, sah in den Marken Gutscheine, die in den Theatern unter den Besuchern verteilt wurden, wie antike Texte überliefern. In der Folgezeit wurden weitere Vorschläge und Zwecke disktuiert: Eintrittsmarken für Theater- oder Thermenbesuche; Jetons für Bordelle, die auf der Rückseite den Wert der auf der Vorderseite abgebildeten Dienstleistungen angaben, die der Besitzer in Anspruch nehmen konnte; Spielmarken. Zurzeit werden vor allem die Deutungen als Spiel- und als Bordellmarken vertreten. Es soll sich also um Zweckgeld gehandelt haben. Aktuell exisitieren in der Schweiz einige Arten von Zweckgeld. Reka-Checks sind zweckgebundenes Geld für Freizeit und Ferien, WIR, das Geld der Wirtschaftsring-Genossenschaft, ist auch eine Art von Geld, welche an eine bestimmte Funktion gebunden ist. Bitcoin hingegen ist definitiv keine Art von Zweckgeld. Aber jetzt zurück zum Thema, hier einige der bekanntesten Spintriae inkl. Motive:
Seltenheit macht die Münzen wertvoll!
Im Gegensatz zu Münzen sind verhältnismäßig wenige münzähnliche Coins erhalten – was sie auch zu einem begehrten Sammlergegenstand avancieren liess. Diese Münzen und Motive wurden erforscht und eine Arbeit aus dem Jahre 1981 besagt, dass es 184 bekannte Münzen und Motive gibt. In der Regel haben die Stückle eine Durchmesser von 20 bis 23 mm und sind aus Bronze, selten auch aus Messing.
Vorsicht: Ein Grossteil der angebotenen Münzen auf Ebay und Ricardo sind Fälschungen!
Viele der feil gebotenen Münzen auf den bekannten Portalen sind nicht selten Fälschungen. Echte Stücke sind oft nur in Mueseen zu finden. Denn diese Münzen sind – wohl aufgrund der erotischen Motive – gerade bei Mümnzsammlern sehr beliebt. Erotische Motive waren in der Zeit der Römer sehr verbreitet. Damals waren die Menschen noch nicht so prüde: Oftmals hingen auch in den Stuben und Wohnzimmern Bilder mit erotischen Motiven. Eher problematisch ist die Umgangssprachliche Bezeichnung „Römische Bordellmünzen“. So nahm man früher wegen der zahlreichen erotischen Bilder in der Innenraumgestaltung an, es habe unzählige Bordelle in Pompeji gegeben. Dies ist nach heutigem Erkentnissstand falsch. Heute ist klar, dass viele dieser Darstellungen auch in gewöhnlichen Kneipen – und in vielen Schlafzimmern – völlig üblich waren.