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Hingehört! So kommunizieren Orang-Utans
Menschen haben die einzigartige Fähigkeit, sich mit Hilfe von Sprache zu verständigen. Das können Tiere nicht. Orang-Utans kommunizieren wie Menschen sowohl über ihre Stimme als auch über Gestik und Mimik mit ihren Artgenossen. Sie sind Einzelgänger*innen und leben im Gegensatz zu anderen Menschenaffen nicht in Gruppen. Treffen sie auf andere Artgenossen, vermeiden sie entweder den Kontakt oder nähern sich und stossen dabei eine Reihe von Rufen aus, die im Regenwald von Weitem zu hören sind.
Text von Danielle von Rechenberg-Paulsson basierend auf Informationen von unserer Projektleiterin und Primatologin Dr. Anna Marzec
Orang-Utans kommunizieren wie Menschen sowohl über ihre Stimme als auch über Gestik und Mimik mit ihren Artgenossen. Menschen haben jedoch die einzigartige Fähigkeit, sich mit Hilfe von Sprache zu verständigen. Das ist etwas, was Tiere, einschliesslich Orang-Utans, nicht können. Sie sind Einzelgänger*innen und leben im Gegensatz zu anderen Menschenaffen nicht in Gruppen. Treffen sie auf anderen Artgenossen, vermeiden sie entweder den Kontakt oder nähern sich und stossen dabei eine Reihe von Rufen aus, die weit im Regenwald zu hören sind.
Mutter-Kind-Kommunikation
Die meiste Kommunikation findet zwischen Mutter und Kind statt. Dabei handelt es sich oft um sanfte, eher leise Laute, die von der Mutter erzeugt werden, um ihr Junges zu rufen. Die Mutter lässt ihr Kind nicht aus den Augen und ruft es, wenn es sich zu weit entfernt. Doch auch Orang-Utan-Kinder haben ihren eigenen Kopf. Hilft alles Rufen nichts, packt die Mutter ihr Junges und holt es zurück ins Nest. Orang-Utan-Säuglinge schreien oft, um die Aufmerksamkeit der Mutter zu erlangen. Sie schreien, wenn sie Milch trinken wollen oder wenn sie getragen werden möchten, ähnlich wie Menschenkinder.
© Björn Vaughn | BOS Schweiz | BOS Foundation
Gerangel auf dem Regenwald-Spielplatz
Junge Orang-Utans interagieren vor allem durch Spielen miteinander. Wenn sie einander begegnen, spielen sie meistens ausgiebig. Sie schubsen, ziehen, ringen miteinander und beissen sich spielerisch. Indem sie ein sogenanntes "Spielgesicht" machen, zeigen sie ihre Bereitschaft, mitzumachen. Dazu öffnen sie ihr Maul, zeigen dem Gspänli ihre Zähne und erzeugen fröhliche Laute. Die Laute dienen auch zum Schutz. Sollte das Spiel zu ausgelassen werden, signalisieren jüngeren Orang-Utan ihren älteren Spielkameraden, dass es zu rau zu und her geht.
Mit Macho-Rufen auffallen
Erwachsene Orang-Utan-Männchen stossen manchmal lange Rufe (sogenannte "Long Calls") aus, um Weibchen anzulocken und Rivalen zu vertreiben. Die donnernden Rufe sind im dichten Wald bis aus einem Kilometer Entfernung zu hören. Sie informieren potenzielle Anwärterinnen über den Standort des Männchens sowie seinen Gesundheitszustand. Weibchen, die bereit sind, trächtig zu werden, nähern sich den brünstigen Männchen. Mütter mit jungen Säuglingen und andere Männchen entfernen sich.
Küssen – ein Warnsignal
© BOS Foundation
Der bekannteste Laut, der von Orang-Utans erzeugt wird, ist das "Kussquietschen". Dieser Laut wird üblicherweise in Notsituationen ausgestossen. Meistens "küssen" Orang-Utans, wenn sie verängstigt oder aufgeregt sind, zum Beispiel durch die Anwesenheit von Menschen oder anderen Tieren, einschliesslich anderer Orang-Utans. Orang-Utans erzeugen den Kuss-Laut aber auch in vielen anderen Situationen. Säuglinge geben ihn oft von sich, wenn sie allein spielen und kombinieren ihn mit anderen Lauten. Manchmal "küssen" und quieken Orang-Utans aber auch ohne erkennbaren Grund. Wenn sie anderen Orang-Utans begegnen, nutzen sie den Laut manchmal auch als Kontaktruf, um sich anzumelden und zu verkünden: "Hier bin ich."
Orang-Utans sind faszinierende Lebewesen, über die es noch viel zu lernen gibt. Indem wir ihre Kommunikation erforschen, können wir neue Erkenntnisse über ihr Zusammenleben gewinnen und besser verstehen, wie Orang-Utans mit ihrer Umwelt interagieren. Die Universität Zürich hat verschiedene Orang-Utan-Rufe analysiert und vokalisiert. Die Erforschung der Kommunikation wilder Orang-Utans ist jedoch nicht einfach, da sie verstreut und nicht in Gruppen zusammenleben. Daher gibt es noch viel Forschungsbedarf, um die Bewohner*innen des Regenwaldes in Zukunft noch besser zu verstehen.
Unterstützen Sie unsere Arbeit und die des BOS-Forschungs-Teams mit einer Spende und helfen Sie uns, die Orang-Utans und ihren Lebensraum zu schützen.
Titelbild © BOS Foundation
Auf Anfrage von Elodie (11) hat unsere Projektleiterin und Primatologin Dr. Anna Marzec ausführlich und kompetent die Frage beantwortet, wie Orang-Utans untereinander kommunizieren. Wir haben uns gedacht: Das könnte unsere Community auch interessieren! Und schon ist dieser Artikel entstanden. Warum sich Elodie übrigens für dieses Thema interessiert und wie sich die Schülerin für die Orang-Utans einsetzt, erfahren Sie bald.