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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch I.
3.
Auf die Schüler des Pythagoras folgte zeitlich Empedokles; er gab eine ausführliche Dämonologie, behauptete, die Dämonen seien sehr zahlreich und bewegten und lenkten die irdischen Dinge. Als Prinzipien des Alls bezeichnete er Haß und Liebe; das [S. 22] vernunftbegabte Feuer der Monade sei Gott, und aus Feuer bestehe alles, und alles werde im Feuer aufgelöst werden. Auch die Stoiker erwarten in Übereinstimmung mit dieser Auffassung den Weltenbrand. Am nachdrücklichsten von allen verfocht Empedokles die Seelenwanderung; er sagte:
„Knabe und Mädchen und Strauch bin ich vor Zeiten gewesen.
Und auch Vogel, auch Fisch, der aus der Salzflut emportaucht.1
Nach ihm verwandeln sich die Seelen in alle möglichen Lebewesen; so behauptete ja auch Pythagoras, das Haupt dieser Schule, von sich, er sei Euphorbos gewesen, der gegen Troja zu Felde zog, und gab an, er kenne dessen Schild. Soviel also von Empedokles.
1: Fr. 117 Diels.