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Kropfenstein zählt zu den am schwierigsten zugänglichen Graubündnerischen Felsschlössern. Zwischen Waltensburg und Brigels, liegt es unter einem langen und unregelmässigen Felsvorsprung, den man früher nur vom Osten über einen engen im Felsen gehauenen Pfad erreichte. Dieser Zugangsweg wurde vor einiger Zeit durch im Stein geschnittene Stufen abgesichert und durch eine feste Brüstung. Dadurch kann man also heute diese Orte erreichen und das Schloss ohne Gefahr betreten.
Die Felsburg von Kropfenstein besteht nur aus einem Gebäude mit einem unregelmässigen Grundriss, so wie ein Adlernest, steht sie ein einer engen und verlängerten Höhle, am Rande eines Felsens mit den schroff abfallenden Wänden. Dank dem vom Felsen gebildetem Schutzdach, das den grössten Teil des Schlosses bedeckte, hat die Maurerarbeit nur wenig unter dem schlechten Wetter gelitten, so dass die derzeitige Ruine noch eine beträchtliche Anzahl sehenswürdiger Details preisgibt. Vom Pfad her erweist sich Kropfenstein als eine enge Konstruktion, die am Felsen befestigt wurde. An den zwei höheren Stockwerken sind die Schiessscharten noch sichtbar, kurz über dem Tor, praktisch auf Bodenniveau; sie dienten vermutlich als Verteidigungsluken. Vom Eingang her gelangt man in ein Gebäude mit drei Stockwerken, kaum zwei Meter breit, und das angesichts deren Enge zweifellos nie als Wohnung gedacht, sondern eher als Speicher oder Laden verwendet wurden. Einzig hat wahrscheinlich der hintere Teil der Burg, der an der Westseite dieses breiten Anhangs angrenzte und sechs Meter mass, bewohnbare Zimmer und eine Küche geschützt. Einige Überreste von zwei Zwischenmauern zeigen, dass dieses Gebäude anfänglich in mehrere Teile aufgeteilt wurde. Nichts lässt einen erahnen, wie das Dach dieser Konstruktion aussah. Die einfachste Lösung wäre ein Schutzdach, das an der felsigen Hinterwand grenzte.
Keine gefundenen Texte erwähnen das Schloss von Kropfenstein. Bestimmte Besonderheiten seiner Konstruktion lassen vermuten, dass es am Ende des 13. Jahrhunderts aufgerichtet und bis zu 15. Jahrhundert bewohnt gewesen war. Sein schwieriger Zugang, seine Lage in einer dunklen Höhle könnten einem dazu verleiten zu glauben, dass einzig Schurken sich in einem so ungastlichen Wohnsitz niederlassen könnten. Dies ist nicht allerdings der Fall. Die Barone von Kropfenstein, die in Texten des 14. und 15. Jahrhunderts erwähnt wurden, nahmen den Namen ihres Schlosses an und lebten gewiss auch dort. Sie gehörten zu den ausgezeichnetsten Linien des Graubündnerischen Oberlands. Sie unterhielten enge Beziehungen mit den Herrschaften von Rhäzüns.
Nachdem die Linie Kropfenstein gegen Ende des Mittelalters ausstarb, verfiel das Schloss nach und nach.
Bibliographie