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Nach dem Besteigen des TGVs von Valance nach Brüssel hielt ich Ausschau nach einem freien Sitzplatz. Sofort fiel mir etwas auf: keiner der Reisenden, mit denen ich die nächsten vier Stunden verbringen sollte, schaute mich an. Ein jeder war entweder mit seinem Handy oder Computer beschäftigt. Also keine Kommunikationsmöglichkeit. Besser gesagt, keine echte, akustische, persönliche Kommunikation.Der Trend dieser Zeit ersäuft die Menschheit in einer virtuellen Welt, die kaum eine Tête-à-Tête-Kommunikation stattfinden lässt.
Nachdem ich meinen Sitzplatz eingenommen hatte, grüsste ich die junge Dame mir gegenüber. Als ich keine Antwort erhielt, realisierte ich, dass sie am Telefonieren war. Pausenlos. Ich würde mich wohl auf diese Situation für die nächsten paar Stunden einstellen müssen, dachte ich. Nach mehreren missglückten Versuchen ein Gespräch mit meinen Mitreisenden zu beginnen, entschloss ich mich, in der Bibel zu lesen. Diese aber befand sich in meiner Reisetasche auf der Gepäckablage über mir. Unglücklicherweise war sie ganz nach hinten gerutscht, was das Erreichen vom Boden aus unmöglich machte. So beschloss ich, meine oft bewährte Flugzeugtechnik anzuwenden: man besteige die Armlehne und bediene sich seines Gepäcks. Ich vergass aber einzukalkulieren, dass sich der TGV bei einer Geschwindigkeit von 200km/h nicht so gleichmässig wie ein Flugzeug fortbewegt. Ich hatte soeben die Armlehne erklommen, als der Zug in eine Kurve fuhr und ich mein Gleichgewicht verlor.
Patsch, da lag ich! Ausgestreckt auf dem Gepäck der jungen Dame und den Beinen des Nachbarn. Endlich hatte ich die heiss ersehnte Aufmerksamkeit! Die junge Dame brach das Telefongespräch unmittelbar ab und die Laptops um mich her wurden geschlossen. Ein jeder verwunderte sich über diesen sonderlichen Vorfall. Während ich mich aufrappelte, nutzte ich sofort die Gelegenheit, den Mitpassagieren den Grund meiner Akrobatikkünste zu erklären, nämlich, meine Bibel aus dem Gepäck zu holen. Im gleichen Atemzug erzählte ich ihnen, ohne eine Rückkehr in ihre Isolation zu ermöglichen, dass ich Christ bin. Anschliessend konnte ich mein persönliches Zeugnis geben und berichten, wie ich, ein ehemaliger Trunkenbold, auf interessante Weise zum Glauben gefunden hatte.
So hat Gott einen Weg gefunden, modernste Technologie auszuschalten um mir eine Möglichkeit zu schaffen, sein Botschafter zu sein.