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Fernwärme (FW)
Fernwärme (FW) und Fernwärmenetz
Rund 3% der Gebäude in der Schweiz sind an einem "Fernwärmenetz" (FW) angeschlossen und besitzen somit eine "externe" Heizung. Ein solches Netz wird von der Abwärme gespeist, die in einer zentralen Anlage anfällt: zum Beispiel in einer Kehrichtverbrennungsanlage, in einer grossen Holzschnitzelfeuerung, in einer Wärme-Kraft-Kopplungsanlage (WKK) oder in einer Industrieanlage.
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Diese Fernwärmenetz bezieht Wärme aus einer Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Der Wärmetauscher, der zwischen dem Fernwärmenetz und der Gebäudeheizung installiert ist, gehört gewöhnlich der Gesellschaft, die die Fernwärme vertreibt. Er kann ausserhalb oder innerhalb des Gebäudes angebracht sein. Ein einzelner Wärmetauscher kann auch mehrere Gebäude versorgen.
Mit Fernwärme braucht man weder Heizungsanlage noch Kamin
Man kann sich dieses Heiznetz wie eine riesige Zentralheizung vorstellen, welche ein doppelt geführtes, im Erdreich verlegtes und sehr gut isoliertes Rohrleitungssystem besitzt, woran die einzelnen Gebäude angeschlossen sind. Es gibt kleinere Netze, die nur wenige Gebäude mit Wärme versorgen, und sehr grosse, an welche ganze Quartiere in einem Ballungsgebiet angegliedert sind. Bestimmte Fernwärmenetze sind untereinander verbunden, um das ganze Jahr über ein konstantes Energiemanagement zu gewährleisten.
Das Miets- oder Einfamilienhaus, das am Fernwärmenetz angeschlossen ist, benötigt weder Heizung, noch Kamin, noch Brennstofflager: die im Erdreich verlegten Rohrleitungen führen sehr heisses Wasser (zwischen 60 und 135°C und je nach Netz mit einem Druck von 15 bar) direkt zum Gebäude. Die Temperatur ist in der Regel im Winter höher als im Sommer.
Mit Ausnahme der ganz kleinen Netze werden die angeschlossenen Gebäude nicht direkt mit dem heissen Wasser geheizt, das die Rohrleitungen des Fernwärmenetzes zuleiten; die Gebäude besitzen einen Wärmetauscher, der an den hauseigenen Heizwasserkreislauf (oder die Fussbodenheizung) und den Boiler für das Brauchwarmwasser angeschlossen ist. Die Rechnungsstellung basiert auf dem mit einem Wärmemengenzähler ermittelten Wärmebezug und dem Vertrag, der den Hauseigentümer für mehrere Jahre an die Gesellschaft bindet, welche das Netz verwaltet (ein Kollektiv, öffentlich-private Partnerschaften oder eine Privatgesellschaft).
Heizen mit Fernwärme lohnt sich besonders in dicht besiedelten Gebieten
Heizen mit Fernwärme bringt viele Vorteile mit sich. Sie verringert die Anzahl der wärmeproduzierenden Anlagen wie auch diejenige der Kamine, und damit ebenfalls die schadstoffhaltigen Emissionen sowie den CO2-Ausstoss. Die am Netz angeschlossenen Gebäude profitieren von einem Raumgewinn, denn die Installation eines Wärmetauschers benötigt nicht viel Platz. Überdies können sich auch mehrere Gebäude einen einzigen Wärmetauscher teilen. Fernwärme verringert zudem den Strassenverkehr für Brennstofflieferungen und Wartungsarbeiten, da diese schlichtweg wegfallen. Und das Risiko für Unfälle, die Gewässer und Erdreich verunreinigen, ist viel kleiner als bei Gasleitungen und Heizöltanks.
Nicht vergessen werden darf, dass ein Fernwärmenetz für eine sehr lange Gebrauchsdauer – bis zu 100 Jahre – angelegt wird. Deshalb werden im Laufe der Zeit die bestehenden Wärme produktionsanlagen ersetzt werden müssen, oder das Netz wird durch neue Zentralen erweitert. Es ist zum Beispiel denkbar, dass ein Gaskraftwerk eines Tages von einer grossen Geothermiezentrale, welche Dampf aus vier oder fünf Kilometern Tiefe zum Antrieb von stromerzeugenden Generatoren nutzt, abgelöst wird… Auf diese Weise kann die Fernwärme schrittweise zur Nutzung von erneuerbaren Energiequellen überleiten, die nur durch grosse Kraftwerke erschliessbar sind.
Heizen mit Haushaltsabfall
Einstweilen werten die meisten der Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) bereits jetzt ihre Abwärme auf, und zwar mit der Produktion von Strom, von industriell verwertbarem Dampf und von Wärme für die Fernwärmenetze. Die Möglichkeiten liessen sich noch verdoppeln, wenn noch mehr Gebäudeheizungen angeschlossen würden, bzw. mit einem grösseren Faktor multiplizieren, wenn die angeschlossenen Gebäude alle besser wärmegedämmt wären.
Die grossen Fernwärmenetze zur Gebäudeheizung sind besonders in Ballungsgebieten interessant. In weniger dicht bevölkerten Gegenden (Villenzonen und ländliche Gebiete) lohnen sie sich nicht, denn die Wärmenachfrage ist im Verhältnis zur Länge der zu installierenden Rohrleitungen nicht gross genug – vor allem, da der Wärmebedarf der Wohnhäuser zu gering ist. Der Anschluss an das Fernwärmenetz kann je nach Standort des Gebäudes obligatorisch sein.
Eine Gebäudeheizung mit Fernwärme ist gut gewählt :
- Wenn diese Heizung mit der Energieplanung des Gebiets in Einklang steht.
- Wenn sie Schadstoff verursachende und/oder CO2-emittierende Installationen (Heizöl, Gas, Elektroheizung, Holz) ersetzt und einen Energiegewinn für das gesamte Netz ermöglicht.
- Wenn sie es ermöglicht, Abwärme, die auf jeden Fall anfällt, aufzuwerten (KVA, Industrieabwärme).
- Wenn die angeschlossenen Gebäude in dicht besiedelten Gebieten stehen.
- Wenn die Anpassung an die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien vorgesehen ist (Geothermie, Holzgas, Biogas).
- Wenn die Rohrleitungen sehr gut isoliert sind und die Umwälzpumpen einen sehr guten Wirkungsgrad aufweisen (Klasse A).
- Wenn im Falle von im Überfluss produzierter Wärme eines Anbieters der Gebäudesanierungsprozess (bessere Wärmedämmung) und die Installation von Sonnenkollektoren nicht vernachlässigt wird.
www.fernwaerme-schweiz.ch, Verband Fernwärme Schweiz (VFS)