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|Im Sommerhalbjahr quaken im Tropenhaus Nacht für Nacht etwa 200 Pfeiffrösche.|
Der Antillen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus johnstonei) stammt von Inseln der Kleinen Antillen in der Karibik, ursprünglich wahrscheinlich von St. Lucia. Dieser kleine Frosch (Männchen 17–25 mm, Weibchen 17–35 mm) wurde mittlerweile auf diverse Nachbarinseln verschleppt, aber auch auf das Festland (z. B. Panama, Kolumbien, Venezuela, Guyana).
Die Tiere im Tropenhaus kamen unbeabsichtigt mit Bromelien oder Orchideen aus Guadeloupe zu uns. Sie sind bei uns im Freien nicht lebensfähig, daher keine «Gefahr» für die einheimische Fauna. Ganz im Gegensatz zu den Tropen: Der Antillen-Pfeiffrosch kann sich als anpassungsfähige Art auch in gestörten Lebensräumen etablieren, z. B. in gemähten Wiesen, Gärten, Häusern und Feldern. Er frisst vor allem Ameisen, aber auch Spinnen, Zikaden und Springschwänze.
Als Lockruf für die Weibchen quaken oder pfeifen die Männchen mit ihrer grossen Schallblase im Sommer von der Dämmerung bis nach Mitternacht. Der Laut ertönt etwa 40–60 Mal pro Minute. Er ist artspezifisch und zweisilbig: «du-iiii», betont auf dem langgezogenen «i».
Wenn ein Weibchen in der Nähe ist, wird es vom Männchen an eine gute Eiablagestelle gelockt, wo es zur Befruchtung der Eier kommt. Die 10–30 Eier werden auf den Boden oder auf einer geeigneten Pflanze abgelegt, z. B. auf einer Trichterbromelie. Das Gelege ist etwa 15 mm gross und mit einer schützenden Schleimschicht überzogen.
Die befruchteten Eier entwickeln sich ohne freilebendes Kaulquappenstadium direkt zu «fertigen» Fröschen. Beim Schlüpfen sind die winzigen Jungtiere nur so gross wie eine Ameise. Sie befreien sich aus der Eihülle mit Hilfe eines kleinen Eizahnes an der Schnauzenspitze. Geschlechtsreif werden sie nach einem Jahr.
Botanischer Garten der Universität Basel, Spalengraben 8, 4051 Basel, Schweiz