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Dorf: 49
Häuser, 267 Ew. Wein-, Obst- u.
Wiesenbau.
Bienenzucht. Die Stickerei alsFabrik- und Hausindustrie beschäftigt hier mehr als 60 Personen.
Weinhandel. Auf Boden der Gemeinde steht die kantonale Irrenheilanstalt
Münsterlingen. 1280 kaufte
Münsterlingen dem Stift
Konstanz die eine und 1289 den Söhnen des Albert von
Castel die andere Hälfte des Zehntens von Scherzingen ab. 1470 zählte
der
Ort 34 Herdstätten. Er gehörte zur Vogtei
Eggen, die unter der Gerichtshoheit von Konstanz stand.
Der reformierte Gottesdienst wurde zuerst in der Klosterkirche von
Münsterlingen gehalten und dann 1616 nach Scherzingen
verlegt.
Von 1549 an besorgte der Pfarrer auch noch die
Kapelle zu
Kurzrickenbach, die später zur Pfarrei
Egelshofen kam. 1647 richtete
der Pfarrer Peter
Collin im Pfarrhaus eine Sommer- und Winterschule ein, für deren Führung er eine Entschädigung
von 70
Gulden erhielt.
Schöne Aussicht auf den
Bodensee und seine Ufer bis Konstanz.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Thun,
Gem.
Strattligen). 561 m. Gruppe von 6
Häusern und ehemaliges kleines Fischerdorf mit einer
Kirche und dem
SchlossSchadau, am linken Ufer der
Aare unmittelbar unterhalb ihrem Austritt aus dem
Thunersee;
1,5 km sö. vom Bahnhof
Thun. 45 reform. Ew. Kirchgemeinde
Thun. Station der Linie
ThunInterlaken und bedeutendste Dampfschiffstation
des
Thunersees. Telephon. Im Sommer bedeutender Fremdenverkehr. Zwei Inselchen in der
Aare tragen je ein Landhaus,
in deren einem einst der Dichter H. von Kleist wohnte. Am S.-Ende der Häusergruppe steht nahe dem
SchlossSchadau und hart
an der
Aare die alte Kirche von Scherzligen, eines der ältesten Gotteshäuser der Gegend, mit hohem Chor und sehr niedrigem
Schiff. Am 18. März 763 vergabte der
Bischof Heddo von Strassburg die Kirche zu «Scartilinga»
dem Kloster Ettenheim im Schwarzwald. Später gehörte der Kirchensatz den Herzogen zu
Teck, die ihn den Edeln von Wädiswil
zu
Lehen gaben. Von diesen letztern ging er dann 1271 an das Kloster
Interlaken über, dem
er bis zur Reformation verblieb.
Die Kirche zu Scherzligen war Pfarrkirche von
Strättligen,
Schoren,
Allmendingen,
Buchholz, sowie des links
der
Aare gelegenen Teiles der Stadt
Thun und der Bälliginsel in der
Aare, welche alle zum
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Bistum Lausanne gehörten. Die Kirche war ein stark besuchter Wallfahrtsort, besass 7 Altäre, war reich dotiert und bildete
die Begräbnisstätte für die Adelsgeschlechter der Umgebung. 1536 wurde sie der Kirche von Thun angegliedert und 1819, d. h.
zur Zeit der Gründung der eidgenössischen Militärschule in Thun, dem katholischen Kultus eingeräumt. Heute
dient sie während der Fremdensaison dem französischen reformierten Gottesdienst. Sie enthält zwei schöne Glasmalereien
aus dem 16. Jahrhundert.