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Im Jahr 1833 verliess der britische Seemann James Stokes in Monterey mit einer Beute an gestohlenen Medikamenten sein Schiff. Er eröffnete eine Apotheke in der Innenstadt und startete eine florierende medizinische Praxis als "Dr. Stokes". Obwohl nicht jeder seiner Patienten seine Behandlung überlebte, erhielt er den Auftrag, als Leibarzt des kalifornischen Gouverneurs Jose Figueroa zu amten. Innerhalb eines Jahres war der Gouverneur tot.
Der falsche Arzt war erstaunlich erfolgreich für jemanden, der so schlecht in seinem Job war. Er wurde wohlhabend, heiratete die Witwe eines seiner Patienten und wurde Bürgermeister von Monterey. Die Legende besagt, dass Stokes' Söhne ihn mit seinen hinterhältigen Taten konfrontierten, woraufhin er Gift zu sich nahm und leblos vor ihre Füsse fiel. Sein ehemaliges Haus steht noch immer und wird bis heute von der geisterhaften Gestalt eines Mannes in einer Kleidung aus dem 19. Jahrhundert heimgesucht. Dies ist die Legende von Stokes' Geist. Die Trauben für den Stokes' Ghost Petit Sirah stammen von Heidis Weinberg im Hames Valley, einer Enklave im Landesinneren am südlichen Ende vom Monterey County. Als "Goldlöckchen"-Region bezeichnet - nicht zu heiss und nicht zu kalt bietet diese Region ideale Bedingungen für die Petite Sirah Traube. Der Wein wurde 14 Monate lang in amerikanischen und ungarischen Eichenfässern ausgebaut. Ein Ausbund von Kraft, Würze, Frucht und Samtigkeit. Die Franzosen verpassen hier schon wieder wasJ.
Petite Sirah
Als man auf der Suche nach dem Ursprung der mysteriösen Rebsorte 2003 in Kalifornien DNA-Analysen vornahm, kam zweifelfrei heraus, dass Petite Syrah mit der südfranzösischen Rebsorte Durif identisch ist. Die Überraschung war gross. Weitere Nachforschungen ergaben dann, dass ein gewisser Charles Melver die Rebsorte 1884 zusammen mit anderen Setzlingen nach San José in Kalifornien importiert haben soll, von wo aus sie in Länder wie Chile, Argentinien und Australien exportiert wurde.
Durif ist eine kaum noch bekannte rote Rebsorte, die aus Frankreich stammt, wo sie aber so gut wie ausgestorben ist. Einzig in der provenzalischen Mini-Appellation ‚Palette’ ist sie noch zugelassen.
Der Landarzt François Durif soll sie dort um 1880 aus Sämlingen der längst vergessenen Sorte Peloursin, die als besonders widerstandsfähig gegen den Falschen Mehltau galt, selektioniert haben und gab der so entstandenen Varietät seinen Namen. Durif erwies sich zwar als wuchskräftig und ertragsstark und brachte dunkle, kräftige, rustikale Weine hervor, die sich aber auf dem Markt nicht durchsetzen konnten. Heute steht sie weitgehend vergessen auf nur noch wenigen Hektar in der Provence.
Als man 1999 auf der Suche nach anderen Rebsorten-Kreuzungen auch Durif mittels DNA-Analysen analysierte, fand man heraus, dass Durif eine spontane Kreuzung von Peloursin und Syrah war, weshalb sich der kalifornische Name Petite Sirah als nicht abwegig erwies. Heute wird der weltweite Anbau von Durif/Petite Sirah auf rund 3000 ha geschätzt, wovon der grösste Teil als teilweise uralte Rebbestände in Kalifornien stehen dürfte.