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Erst vor kurzem hat das Forscherteam um Mike Recher von der Universität und dem Universitätsspital Basel bei einem Patienten eine seltene Immunschwäche entdeckt, die auf einer Genmutation beruht. Dadurch litt der Patient an einer chronischen, schweren Darmentzündung. Nun ist den Forschenden gelungen, dieses Leiden durch eine gezielte Immuntherapie zu stoppen, wie die Uni Basel am Montag mitteilte.
Die Genmutation verändert ein bestimmtes Protein namens CTLA-4 an der Oberfläche von Immunzellen (sogenannten T-Zellen), das diese Zellen normalerweise davon abhält, den eigenen Körper anzugreifen. Weil CTLA-4 durch die Genveränderung nicht richtig funktioniert, dringen die T-Zellen des Patienten vermehrt in seine Darmschleimhaut ein und attackieren die Darmzellen. Eine schwere Entzündung, starker Durchfall und hoher Gewichtsverlust waren die Folgen.
Nachdem die Basler Forschenden die Ursache für die Erkrankung ermittelt hatten, konnten die Mediziner die entsprechende Therapie wählen: Mittels eines Antikörpers gelang es ihnen, die T-Zellen des Patienten davon abzuhalten, in seine Darmschleimhaut einzudringen. Der Wirkstoff blockiere die Fähigkeit der Immunzellen, aus der Blutbahn in das Darmgewebe vorzudringen, hiess es in der Mitteilung.
Nach drei Monaten dieser Therapie war der Patient gänzlich vom chronischen Durchfall befreit, wie die Forschenden im Fachblatt "Journal of Allergy and Clinical Immunology" berichten. Der verwendete Antikörper Vedolizumab wird bereits bei schweren Fällen von Darmentzündungen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn eingesetzt, wenn konventionelle Therapien versagen.
Aus dieser erfolgreichen Therapie ergibt sich noch eine weitere Anwendungsmöglichkeit für Vedolizumab. Bei der Therapie von bösartigem Hautkrebs kann es zu ähnlichen Darmentzündungen kommen wie bei dem erfolgreich behandelten Patienten. Auch diese Nebenwirkung beruht auf einer Blockade von CTLA-4 und somit der fehlenden Kontrolle der T-Zellen. Auch hierbei könnte Vedolizumab helfen, schrieb die Uni Basel.