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Von Dominik Landwehr
Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gibt es die Kapuziner in der Schweiz. Das war die Zeit der Gegenreformation. Der heilige Franz von Assisi, der im 13. Jahrhundert gelebt hat, gehört zu den populärsten Heiligen der katholischen Kirche. Franziskus betont in seiner Lehre Armut und Einfachheit. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Verbundenheit mit der Schöpfung ein. Dies belegt etwa der berühmte «Sonnengesang», der dem heiligen Franziskus zugeschrieben wird: «Gelobt seist Du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns ernährt und erhält.» Der heilige Franziskus soll, so will es die Legende, auch zu den Tieren gepredigt haben. Auch dies ist ein Ausdruck für die Liebe zur Schöpfung - ein Gedanke, der gerade heute von höchster Aktualität ist.
Franziskus als Vorbild
Zu den Orden, die auf den heiligen Franziskus zurückgehen, gehört auch der Orden der Kapuziner. Er entstand im Jahre 1525 - mehr als 200 Jahre nach dem Tod von Franziskus - und widmete sich seit dem Ende des 16.Jahrhunderts intensiv den Zielen der Gegenreformation. Schon bald nach der Ordensgründung gelangten die Kapuziner auch in die Schweiz. Sie kamen in ein Land, das in katholische und reformierte Gebiete geschieden war. In kurzer Folge wurden insgesamt 31 Klöster gegründet. Die Kapuziner erhielten schöne, gastliche Orte wie etwa Altdorf, aber auch weniger angenehme: Das Hospiz auf dem Gotthard und ebenso jenes auf der Furka wurde von Kapuzinern geführt, wie auch Goethe bezeugt. Die Kapuziner bilden den viertgrössten Männerorden in unserem Land, und noch in den fünfziger Jahren war die Schweiz mit mehr als 800 Mitgliedern die grösste Provinz dieses Ordens. Seine Mitglieder widmen sich traditionellerweise der Seelsorge und schickten in der Vergangenheit auch zahlreiche Missionare nach Afrika. Die Kapuziner gelten als bodenständig und naturverbunden und sind deshalb gerade in ländlichen Gebieten beliebt. In Zug erfreute sich die sonntägliche Frühmesse um 05.00 Uhr jahrzehntelang grosser Beliebtheit: Geschätzt wurde sie von Berggängern, aber auch von Zechbrüdern, welche die Dämmerung im Wirtshaus erwarteten, die «überhöcklet» hatten, wie es landläufig heisst.
Niedergang nicht plötzlich
Der Niedergang der Kapuziner kam nicht von gestern auf heute. Er begann schon in den sechziger Jahren. Im April dieses Jahres fasste deshalb das Regionalkapitel der Deutschschweizer Kapuziner, das in Dulliken tagte, einen folgenschweren Entschluss: Von den total 15 Klöstern, welche die Kapuziner haben, sollten langfristig nur deren sieben weitergeführt werden: Luzern, Olten, Rapperswil, Schwyz, Mels (oder Wil), Altdorf sowie ein weiteres, noch unbestimmtes Kloster. Drei weitere Klöster sollten in absehbarer Zeit aufgegeben werden. Betroffen sind hier Zug, Sursee und Arth. Über das Schicksal der verbleibenden Klöster wurde noch nicht entschieden.
Siehe auch: Kapuziner: Bitteres Ende nach 400 Jahren