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Pfarrkirche
Notre Dame des Champs, 1 km sw. vom Dorf nahe dem
Bois desMeules, erhielt 1411, 1489 und 1513 namentlich von seiten
der Familie Aymonetta verschiedene Vergabungen, war aber zu weit entfernt und wurde deshalb abgetragen, worauf man im Dorf
selbst die am geweihte heutige Kirche erstellte. An der Stelle der 1820 abgetragenen alten
Kirche liess die Familie Bondallaz 1821 die jetzige
KapelleNotre Dame des Champs (s. diesen Art;) erbauen. Nö. vom Dorf steht
in 609 m auf einem etwa 120 m hohen
Felsen das
Schloss Surpierre, das von weither sichtbar ist und von
welchem aus sich ein umfassender und abwechslungsreicher Ausblick bietet.
Der heutige Bau ist von der
Freiburger Regierung 1539-1544 erstellt worden, nachdem das alte
Schloss 1539 einer Feuersbrunst
zum Opfer gefallen war. Der Name der Ortschaft erscheint als supraPetra zum erstenmal 1147. Es bestand hier ein Edelgeschlecht
dieses Namens, das auch noch Besitzungen in
Lussy und
Vuisternens devant Romont hatte und in den Urkunden
von der 2. Hälfte des 12. bis zur ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auftritt, um dann wieder zu verschwinden.
Die
Herrschaft Surpierre gehörte vom 13. Jahrhundert bis 1399 den
Herren von
Cossonay, die wohl auch zwischen 1271 und 1316 das
Schloss erbaut haben können. Ritter Ludwig I. von
Cossonay, der in Schulden geraten war, verkaufte mit Zustimmung von
Mutter
und Brüdern das
Schloss und die
Herrschaft Surpierre um den Preis von 3000 Lausanner Pfund an Wilhelm von
Estavayer, Archidiakon
von Lincoln in England, mit dem Vorbehalt des Rechtes jederzeitigen Rückkaufes. Nachdem dieser Rückkauf 1316 wirklich
erfolgt war, blieb Surpierre weiter im Besitz derer von
Cossonay, bis es dann durch Erbschaft an Jeanne von
Cossonay, Gemahlin
des burgundischen Ritters
Jean de
Rougemont, kam, die so zur Herrin von
Cossonay, Berchier,
L'Isle und Surpierre ward. Um eine
Schuld von 8000 Goldgulden (84720 Fr. in heutigem Gold) zu decken, trat Ritter
Jean 1399 die
Herrschaft
Surpierre an seinen Gläubiger Yblet, Herrn von
Challant und Montjovet, ab, wobei er sich das Rückkaufsrecht ebenfalls vorbehielt.
Zernez, zweigt ein kleiner Gebirgsast im
Bogen nach NO. und N.
zwischen
Val Nuna und
Val Sampuoir ab, in welchem sich der Piz Sursass als ziemlich gerundete und nur wenig über den
Kamm herausragende
Kuppe erhebt.
(Crap)(Kt. Graubünden,
Bez. Glenner).
2569 m.
Breites Felsplateau, 3-4 km nw.
Panix und zwischen den obersten
Verzweigungen des
Panixerthals einerseits und des
ValLadral andrerseits. Ist im kleinen eine Nachbildung des
Flimsersteins,
doch nicht wie dieser mit einer weiten Rasenfläche auf dem Scheitel, sondern mit von SO. nach NW. ansteigender Fels- und
Schuttplatte, die auf drei
Seiten mit steilen, jedoch nicht sehr hohen
Wänden abbricht. Auf der vierten
Seite engt sich die Scheitelfläche ein und geht dann in einen schmalen, immer höher ansteigenden
Kamm über, dem der
Crap Tgietschen
(2584 m) entragt und der nach einer kleinen Einsattelung (2531 m) zu einem mächtigen Felssporn sich entwickelt und schliesslich
mit dem
Muttenstock (3091 m) am
Muttensee und
Kistenpass verwächst.
Suhren- und Wiggerthal sind durch ein Querthal, in dem der Mauensee und der heute verlandete Wauwilersee liegen, miteinander
verbunden. Die höchsten Erhebungen sind der Schiltwald (868 m), Ruswilerberg (846 m) und das aussichtsreiche
fischweich (818 m). Die tiefste Stelle (477 m) findet sich da, wo die Suhr den Kanton verlässt. Im obern Suhrenthal liegt
der 14,37 km2 umfassende Sempachersee (507 m). Die Gesamtfläche des Amtes beträgt 331,2 km2. Alles ist kultivierbares
Land. Wohlgepflegte Wälder wechseln mit ertragreichem Ackerland und fruchtbaren Wiesen.
Der Obstbaumzucht wird überall grosse Aufmerksamkeit geschenkt, und der Ertrag an Obst ist daher auch ganz bedeutend. Das
Obst wird, so weit das Bedürfnis geht, selbst verwertet, der Ueberfluss dagegen verkauft. In Sursee besteht eine zentrale
Obstverwertungsstelle für den Export. Der Ackerbau ist zurückgegangen; doch wird im Michelsamt und in
Ruswil noch viel Getreide angebaut. Es wird Korn, Hafer, Roggen und auch vereinzelt etwas Weizen gepflanzt. Die Haupterträgnisse
liefert der Futterbau. Viehzucht und Milchwirtschaft ergeben die grössten Einnahmen. Fast im ganzen Amt wird Braunvieh gehalten.
Auch die Schweinezucht ist eine bedeutende Einnahmequelle.
Die Viehzählungen haben folgende Resultate ergeben:
1886
1896
1906
Rindvieh
22295
26250
30590
Pferde
1036
1182
1881
Schweine
11051
15990
17427
Schafe
1046
537
283
Ziegen
3279
2241
1147
Bienenstöcke
4941
7675
6411 (im Jahr 1901).
Die Industrie ist von Bedeutung in Sursee und dem Suhrenthal unterhalb Sursee. Sursee hat eine Ofenfabrik, eine Konservenfabrik,
eine Uhrensteinschleiferei und etwas Hausindustrie. Im Suhrenthal beschäftigt die Weberei als Hausindustrie
viele Leute, ferner bestehen Zigarren- und Bürstenfabriken. Das Stahlbad Knutwil beherbergt während des Sommers eine ziemliche
Zahl von Kuranten. Jagd und Fischerei liefern nur mittelmässige Erträgnisse.
Dem Verkehr dienent ein reich verzweigtes Strassennetz und eine Eisenbahnlinie. Die Strassenzüge folgen
zunächst den Längsrichtungen der Thäler. Eine Hauptstrasse verbindet das Rotthal mit dem Wiggerthal und vermittelt über
Ettiswil und Huttwil den Anschluss an den Kanton Bern.
Das Suhren- und Winenthal sind durch Hauptstrassen mit dem Kanton Aargau
verbunden. Alle diese
Strassen laufen im SO. gegen Luzern
zusammen. Von Sursee aus geht ein Strassennetz strahlenförmig aus:
eine Hauptstrasse (die Baslerstrasse) führt über St. Erhard nach Uffikon-Dagmersellen-Zofingen etc., eine zweite verbindet
Sursee mit Willisau einerseits und Huttwil andrerseits, und eine weitere vermittelt den Verkehr mit dem Winenthal (Münster
und Reinach). Das Amt wird im sw. Teil von der Eisenbahn Luzern-Olten durchfahren. Neuere Eisenbahnbestrebungen,
welche den Bau von Längsbahnen in den Parallelthälern, sowie von Verbindungsbahnen zum Zwecke haben, werden nicht ohne Erfolg
bleiben.
(Kt. Luzern).
511 m. Gem. und Stadt; Hauptort des gleichnamigen Amtes und Gerichtsbezirkes. Liegt im Herzen des Kantons Luzern
zwischen
dem NW.-Ende des Sempachersees und dem Mauensee, an der grossen Strasse Luzern-Basel (der sog. alten Baslerstrasse)
und 24 km nw. Luzern.
1 km w. der Stadt die Station Sursee der Linie Luzern-Olten. Die Stadt liegt inmitten von fruchtbaren Wiesen,
Aeckern und Bauerngütern. Das Klima bietet insofern etwas besonderes, als es wesentlich beeinflusst
wird durch die Lage zwischen Sempacher- und Mauensee und durch die grossen Waldkomplexe, welche die Ortschaft in nächster
Umgebung gegen O., W. und N. hufeisenförmig umrahmen.
Folge davon: erhöhte Luftfeuchtigkeit und besonders Schutz gegen Hagel. Seit 1849 ist über Sursee kein nennenswertes Hagelwetter
niedergegangen, während sehr nahegelegene Gebiete in die Hagelzone gehören. Das Städtchen wird durch
die Moräne Maria Zell vom Sempachersee getrennt. Der Untergrund ist in allen Teilen nach neuestem System kanalisiert. Eine
Hochdruck- und eine eigene Niederdruckleitung (für laufende Stadtbrunnen) sorgen für Trinkwasser; Hydranten gegen Feuersgefahr.
Gemeinde mit Kotten, Maria Zell und Schlottenmilch: 272 Häuser und 2592 Ew., wovon 2487 Katholiken, 100 Reformierte
und 5 Israeliten;
Die hauptsächlichste Beschäftigung der Bevölkerung ist Landwirtschaft, Viehzucht und Milchwirtschaft.
Daneben gedeiht auch etwas Industrie: Konservenfabrik, Ofenfabrik mit 300 Arbeitern, Lagerhaus, Uhrensteinschleiferei etc.
Zwei Bildhauerateliers. Grosse Jahr- und Viehmärkte mit geräumiger Markthalle, die bequem in eine Festhalle
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