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Das kleine Theater an der Bielerstrasse 80 in Solothurn ist diskret versteckt im 3. Stock des Gebäudes. Doch die Mausefalle hat sich in Solothurn seit 1993 einen Namen gemacht hat. Traditionell führt ein kleiner Teil des Ensembles einmal im Jahr ein Stück in Originalsprache auf, dieses Jahr “L’Avare ou L’école du mensonge” von Molière in französisch.
Heirat und ihre Gründe
Das Ensemble der Teatro Mobile Solothurn gibt die Komödie, die am 9. September 1668 in Théâtre du Palais Royal in Paris zum ersten Mal aufgeführt wurde, lebendig und innerhalb der originalen fünf Akte wider. Ohne Bühnenbilder, aber mit ausgefallenen Kostümen spielen sie “L’Avare”, zu Deutsch etwa “der Geizhals”, ganz fabelhaft. David Gnägi verkörpert in der Rolle des Harpagon einen alten, reichen Mann, der mit seinem Geiz seine eigenen Kinder fast erstickt. Als der Geiz des Vaters ihn dazu führt, seine Kinder Cléante und Élise in eine arrangierten Hochzeit zu drängen, wehren sich diese.Cléante und lise, beide unsterblich verliebt, wollen nämlich aus Liebe und nicht des Geldes wegen heiraten.
Jeder kriegt, was er liebt
Die verzwickte Situation, dass Vater Harpagon und Sohn Cléante derselben Frau den Hof machen, verleiht dem Stück dabei die notwendige Verwirrung und eine grosse Portion Humor. Wenn im vierten Akt die Geldkassette des geizigen Vaters gestohlen wird, kommt seine einzige wahrhaftige Liebe gegenüber dem Geld zum Vorschein. Durch dieses Eingeständnis kann Cléante schlussendlich mit der jungen, hübschen Mariane eine Liebeshochzeit feiern. Harpagon erhält die Geldkassette von seinem Sohn zurück und ist glücklich, die Kosten der Hochzeiten seiner Kinder auf andere abschieben zu können. Somit erhält jeder die Liebe, die er sich wünscht.
Die Inszenierung von Molières Komödie durch das Ensemble der Teatro Mobile Solothurn schaut mit einem scharfen Blick auf die menschlichen Schwächen und fesselt so den ausgebuchten Saal. Geiz, Liebe, Trauer und Freude werden mit erstaunlicher Präzision wiedergegeben und zudem gibt das Ensemble den feinen Witz und die komische Wirkung, wofür Molière bekannt ist, sagenhaft weiter. Die rund 50 Zuschauer sind begeistert und warten auf ein weiteres Schauspiel der gut 60 Aktivmitglieder des Teatro Mobile in der Mausefalle.