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In der Schweiz werden immer wieder gentechnisch veränderte Rapspflanzen entdeckt. Ihr Samen stammt aus Kanada und wurde zusammen mit Weizen importiert. Dies zeigt eine kürzlich publizierte Studie. In der Schweiz ist der Anbau von gentechnisch verändertem Raps nicht gestattet. Ebenso wenig die Verwendung von GV-Rapssamen in Lebens- und Futtermitteln. Trotzdem wurden in der Vergangenheit in der Schweiz wiederholt verwilderte GV-Rapspflanzen entdeckt, erst kürzlich wieder im Rheinhafen Basel. Der Ursprung und die Herkunft der GV-Rapssamen war lange nicht bekannt. Die wichtigste landwirtschaftliche Ware, die im Rheinhafen Basel eingeführt wird, ist Weizen. Von 2010 bis 2013 stammten 19% aller Schweizer Weizenimporte aus Kanada - durchschnittlich 77’512 t pro Jahr.
Da über 90% des in Kanada angepflanzten Rapses gentechnisch verändert ist, haben die Studienautoren die Hypothese aufgestellt, dass der in die Schweiz eingeführte kanadische Weizen geringe Verunreinigungen mit GV-Raps enthalten könnte. Ausser dem kanadischen Weizen werden über den Basler Rheinhafen keine grösseren Mengen an Agrarerzeugnissen aus Ländern importiert, die gentechnisch veränderten Raps anbauen. Der kanadische Weizen muss folglich als wichtigste Quelle der unbeabsichtigten Einführung von gentechnisch veränderten Rapssamen in die Schweiz angesehen werden. Dieser Spur sind die Forscherinnen und Forscher nachgegangen. Sie nahmen in zwei Schweizer Getreidemühlen während der mechanischen Reinigung des kanadischen Weizens Proben aus den Abfallfraktionen. Darin entdeckten sie auch Rapssamen. Diese wurden auf das Vorhandensein von Transgenen untersucht. Zudem wurden Rapssamen aus jeder Getreidemühle ausgesät. Auch die Sämlinge wurden auf die Anwesenheit von Transgenen getestet. Sowohl bei den Samenproben wie den Sämlingen beider Getreidemühlen fanden sie gentechnisch veränderte DNA.
Bei Weizenimporten aus Kanada wird im Durchschnitt mengenmässig ein mittlerer Anteil von circa 0,005% der Gesamtmenge an Raps mitimportiert, zeigen die in der Studie erhobenen Zahlen. Dies bedeutet, dass - zusammen mit kanadischem Weizen jährlichen 3.9 Tonnen Raps in die Schweiz importiert werden. Basierend auf einem Gewicht von 3,2 g je Tausend Samen entspricht dies laut Studie 1,2 Milliarden Rapssamen und damit dem Import von minimal 90 und maximal 273 Millionen keimfähigen GV-Rapssamen. Es erscheint daher erstaunlich, dass die gentechnischen Verunreinigungen bei den von den Ämtern regelmässig durchgeführten Kontrollen auf gentechnische Verunreinigungen bisher nie festgestellt wurden. Dies wahrscheinlich, weil importierter Weizen nur selten auf GV-Bestandteile getestet wird, da nirgendwo GV-Weizen auf dem Markt ist. Gentechnisch veränderter Weizen ist weltweit in keinem Land zugelassen.
Das Beispiel des Rheinhafen Basel zeigt, dass auch geringste Verunreinigungen unterhalb der aktuellen Nachweisgrenzen zur Einführung von Gentechpflanzen und ihrer Verbreitung in der Umwelt führen kann. Ein sorgsamer Umgang bei Importen aus Riskoländern ist daher dringend notwendig und muss regelmässig kontrolliert werden.
- Externer Link: Studie: Low level impurities in imported wheat are a likely source of feral transgenic oilseed rape (Brassica napus L.) in Switzerland