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Die Bezeichnungen „Kaninchen“ und „Hase“ scheinen zwar in unserer Sprache verschiedene Tierarten zu bezeichnen, tun es aber im wissenschaftlichen Sinne nicht. Kaninchen werden in Tiergeschäften mit ganz verschiedenen, manchmal Fantasienamen angeboten. Aus einem normalen Stallkaninchen wird dann gerne mal ein „Halbzwerghase“, vor allem zu Ostern, wenn die Kinder sich eher einen Hasen wünschen als ein Kaninchen.
Kaninchen
So manches Tier aus dieser Familie hat zwei Bezeichnungen, sodass man als Laie gar nicht weiss, wo es hingehört. So wird zum Beispiel das Rotkaninchen auch als Wollschwanzhase bezeichnet.
Die Bezeichnung „Kaninchen“ entwickelte sich aus dem lateinischen Wort cuniculus, das in seiner zweiten Bedeutung „unterirdischer Gang, Stollen“ bedeutet. So wird nicht nur das Tier bezeichnet, sondern auch das Lebensumfeld, das es sich schafft. Kaninchen graben ausgedehnte Gänge und Höhlen, in denen sie in grossen Familien leben.
Hasen
Der Name „Hase“ hat seinen Ursprung im indogermanischen „kaso“, das sich auf die graue Farbe der Hasen bezog. Damals waren die Tiere den Menschen noch suspekt, sie sahen in ihnen Dämonen, deren Name man nicht aussprechen durfte. Daher wurden sie lediglich mit ihrer Fellfarbe bezeichnet. Aus „kaso“ entstand „haso“ oder „has“.
Familie der Hasen
Ob Feldhase oder Hauskaninchen: Beide gehören zur Familie der Hasen. Sie sind aber nicht mit einander verwandt und können auch nicht gekreuzt werden.
Auch andere Tiere, die dem Hasen oder dem Kaninchen nicht unbedingt ähnlich sehen, gehören zur Familie der Hasen. Dies sind
- die Pfeifhasen, die klein sind und runde Ohren haben,
- die Buschkaninchen, die ähnlich aussehen wie Hauskaninchen, aber kürzere Ohren und Gliedmassen haben,
- die Rotkaninchen mit einem rotbraunen bis braunen Fell, kurzen Ohren und einem wolligen Schwanz,
- die Streifenkaninchen, die ein gestreiftes Fell und kurze Ohren haben,
- die Vulkankaninchen, die zu den kleinsten Vertretern in der Familie der Hasen gehören und nur in Mexiko, vorwiegend in der Gegend der Vulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl, leben,
- die Wildkaninchen als die Stammform der Hauskaninchen,
- das Borstenkaninchen, das eine bedrohte Säugetierart in Asien mit einem sehr rauen Fell auf der Oberseite ist,
- der Buschmannhase, der ein seidiges Fell und einen roten Fleck im Nacken hat,
- das Ryukyu- oder Amami-Kaninchen, das lediglich auf zwei japanischen Inseln vorkommt, ein wolliges Fell hat und zu den vom Aussterben bedrohten Arten gehört,
- das Baumwollschwanzkaninchen mit einem weissen Schwanz, der wie ein Wattebausch aussieht, und das nur auf dem amerikanischen Kontinent vorkommt,
- das Zwergkaninchen, dessen Nahrung hauptsächlich der Wüsten-Beifuss ist, weshalb man es im Verbreitungsgebiet dieser Pflanze findet, und das nicht mit den europäischen Zwergkaninchen verwandt ist,
- die Echten Hasen, die doppelt so lange Hinter- wie Vorderbeine und sehr grosse Ohren haben.
All diese Kaninchen- und Hasenarten sind untereinander nicht zu vermischen. In Europa gibt es für die Käfighaltung Kaninchen in verschiedensten Rassen, Grössen, Aussehen, Charakteren und Farben. Wer sich also für diese Tiere interessiert, wird mit Sicherheit welche finden, die ihm gefallen.