Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/125

Wengernalp-Bahn
|Kürzel||WAB|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1893-06-20|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1893 eröffnete WAB war eine Aktiengesellschaft und die mit Abstand längste Zahnradbahn der Schweiz. Sie führte ab der Station Lauterbrunnen, welche von Interlaken ausgehend von den Berner Oberlandbahnen (BOB) erschlossen wurde, über Wengen nach Grindelwald. Bei der Station Scheidegg bestand ab 1898 Anschluss an die Jungfraubahn (JB). Allerdings wurde Grindelwald bereits seit 1890 ebenfalls von den BOB angefahren (Zweilütschinen–Grindelwald), was eine gewisse Konkurrenzsituation zwischen den beiden Gesellschaften schuf. Mit einer Zahnstange System Riggenbach versehen, überwand die WAB eine maximale Steigung von 250 Promille. 1909 wurde der elektrische Betrieb (Gleichstrom) auf der Teilstrecke Lauterbrunnen–Scheidegg, 1910 schliesslich durchgehend eingeführt. Gleichzeitig wurde ausserdem das Trassee zwischen Lauterbrunnen und Wengen partiell verlegt, was die Gesamtstrecke um zirka einen Kilometer verlängerte. Die Dampflokomotiven wurden bis 1917 ausrangiert und durch Elektro-Loks ersetzt. Die Erhöhungen des Anlagekapitals sind im Zusammenhang mit den genannten Neuerungen zu sehen. Vollständig auf dem Baukonto verrechnet wurden diese Investitionen allerdings offenbar erst im Jahr 1912.
Die hauptsächlich auf den Personenverkehr ausgerichtete WAB war lange Zeit sehr erfolgreich. Namentlich Wengen entwickelte sich in Kürze zu einem viel besuchten Fremdenort mit zahlreichen (Luxus-) Hotels sowohl für Sommer- wie für Wintergäste. Die Zahl der WAB-Reisenden stieg kontinuierlich an. Ab 1897 konnte die WAB alljährlich eine Dividende ausrichten, die im Spitzenjahr 1911 7 Prozent des einbezahlten Aktienkapitals entsprach. Umso gravierender war der (finanzielle) Einbruch mit Kriegsbeginn 1914. Die Passagierfrequenzen insbesondere auch in der teureren II. Klasse verminderten sich drastisch. Die Betriebsergebnisse rutschten tief in die roten Zahlen. Die schwebenden Schulden – unter anderem Zinsrückstände – stiegen von 1913 bis 1920 von 826'000 Franken auf über 3.3 Mio. Franken an.
1994 schlossen sich die WAB und die Jungfraubahn (JB) zur neu gegründeten Jungfraubahn Holding AG zusammen. Im Jahr 2000 prüfte der Verwaltungsrat die Option, die Strecke Grindelwald–Kleine Scheidegg durch eine Gondelbahn zu ersetzen. Heftige Opposition von verschiedenen Seiten (Aktionäre, Öffentlichkeit) sowie finanzielle Überlegungen liessen jedoch diese Pläne in den Schubladen verschwinden. In der Folge wurde für die ehemalige WAB ein grundlegendes Erneuerungsprogramm mit einem Investitionsvolumen von 48 Mio. Franken – davon 30 Mio. Franken für neues Rollmaterial – beschlossen und bis 2005 umgesetzt.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: