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So ziemlich jeder Reiter aus der Schweiz kennt den Freiberger. Doch was macht diese Tiere so besonders?
Der Freiberger ist die letzte, aus der Schweiz stammende, Rasse sowie Exponent des leichten Zugpferdes in ganz Westeuropa. Vor etwa zwei Jahrhunderten wurden sie entdeckt und gelten heute als vielseitige Freizeitpartner mit weichen Gängen, welche sich gut für das Reiten und Fahren eignen. Dazu besitzt der Freiberger einen guten liebevollen Charakter, welcher optimal für ein Familienpferd ist.
Zu Beginn der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Freiberger nicht mehr wegzudenken. Er wurde damals schon vielfältig eingesetzt. Seine gute Leistung war im Ackerbau, im Transportwesen, in der Industrie sowie der Armee sehr gefragt. Jedoch wurde der Bestand wegen Napoleons Truppen stark reduziert, weswegen nur noch die alten und schwachen Tiere übrig blieben. Die Truppen haben die Ställe regelrecht geplündert. Aber die Schweiz hatte grosses Glück, denn der Kanton Bern entdeckte bei sich noch einen hervorragenden Restbestand. Daraufhin wurde gezüchtet mit den vielen Stuten und die Zahl der Freiberger wuchs wieder.
Kurz nachdem die erste Hürde genommen wurde, kam der nächste Tiefschlag. Die Eisenbahn wurde erfunden und die Pferde waren nicht mehr von grosser Bedeutung auf der Strasse. Diese Entwicklung der Neuzeit riss tiefe Spuren in den Bestand der schweizer Rassen. Warmbluttypen wie Ormont, Erlenbacher, Schwyzer und Einsiedler wurden seltener. Heutzutage wissen sehr wahrscheinlich nur noch wenige über die damalige Existenz dieser Pferde. Gesucht waren Tiere, die sich gut für die Landwirtschaft eignen. Die Stuten aus dem Jura wurden oft mit Hengsten aus der Normandie zusammengebracht, damit sich die Rasse verbesserte. Aus dieser Kreuzung entstand das Jurapferd, der heutige Freiberger, welche den Erwartungen der damaligen Zeit entsprach.
Dem Bund sowie den Kantonen war die Zucht und Weiterförderung des Bestandes sehr wichtig, woraufhin sie das Eidgenössische Gestüt in Avenches zum Leben erweckte. Ausserdem wurde die Genossenschaftsgründung auf die Beine gestellt wie auch die Einrichtung von Pferdemärkten. Es ging nicht lange, bis der Freiberger schweizweit bekannt wurde.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen Bund und Kantone starken Einfluss auf die Pferdezucht. Es war die Zeit des Baus des Eidgenössischen Gestüts in Avenches, der Genossenschaftsgründungen und der Einrichtung von Pferdeschauen. In der ganzen Schweiz setzte sich das Freibergerpferd durch.
Es gab auch Höhepunkte in der Geschichte des Freibergers. Zur Zeit des zweiten Weltkriegs waren die ruhigen und doch kraftvollen Tiere sehr gefragt. Dies war aber nur ein kleiner Einschnitt, denn bald wurde die ganze Welt motorisiert und das Pferd musste dem Traktor weichen. Glücklicherweise war die Schweiz auf solche weiteren Rückschläge vorbereitet und mit der Hilfe von unermüdlichen Pferdefreunden, konnte der fast gänzliche Rückgang abgewendet werden. Der Freiberger überstand dank der grossen Massnahmen eine weitere Krise in seiner Laufbahn.
Heutzutage ist der Freiberger in der Schweiz beliebt und nicht mehr wegzudenken. Er wurde zu einem Vielseitigkeitspferd von grosser Bedeutung und kann von Anfängern, Freizeitreitern oder auch ambitiösen Sportlern geritten werden. Aber seine landwirtschaftliche Karriere ist noch lange nicht vorbei. Auch heute wird der Freiberger noch gerne eingesetzt, um die Baumstämme im Winter durch den Wald zu ziehen.
Damit die ambitionierten Reiter können sich in den Sport und Freizeit Zuchtprüfungen messen. Diese Prüfung ist nur für Freiberger gedacht, denn im grossen Sport haben vielleicht nur vereinzelte die Chance mitzuhalten, die Mehrheit aber nicht. Somit haben die Reiter mit ihren Freibergern die Möglichkeit sich unter Artgenossen zu messen und ihre vielseitigen Fähigkeiten zu zeigen. Aber es werden nur Pferde zugelassen, die nicht aus der Sektion Kreuzung kommen.
Reiten oder Fahrsport, der Freiberger eignet sich hervorragen für beide Sparten. Er zeichnet sich durch Furchtlosigkeit, Zuverlässigkeit sowie ein ausgeglichenes Inneres aus. Durch diese Eigenschaften ist er auch sehr gut als Therapiepferd geeignet. Dazu ist er sehr lernwillig und bleibt in verschiedensten Situationen ruhig und gelassen. Dieses Pferd ist gesellig und steht gerne in einem Offenstall, Boxen mit viel Kontakt zu anderen oder auf der Weide mit seinen Artgenossen.
Hierzu noh der Link der offiziellen Seite des Schweizerischen Freibergervebandes