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Tagesbericht vom 01.10.2002
798 Meter über Meer und das am 1. Oktober um 10:00 Uhr. So hoch ist der ‚Look Rock', den wir bereits erklimmt haben. Zum Glück ist alles rollstuhlgängig präpariert, so dass die eigene Laufmaschine nicht zu fest strapaziert wird. Was man vom ‚Look Rock' aus sieht? Tennessee auf der einen Seite und die ‚Smoky Mountains' auf der anderen. Was die ‚Smoky Mountains' sind? Gute Frage. Die USA-ler nennen es ‚Top of the World'. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Höhenstrasse in Kanada. Die Strasse auf der wir uns momentan bewegen heisst bescheiden ‚Foothills Parkway'. Die ‚Smoky Mountains' sind nicht so hoch wie die ‚Rocky Mountains' sind aber für die Südstaatler schneller zu erreichen.
Jetzt fahren wir durch die Schluchten des ‚National Smoky Mountain Park'. Die Schlucht ist so tief und die Seitenwände so hoch, dass kein Satellitenempfang möglich ist. Unser GPS-System versagt. Wir wissen nicht wo wir sind! Aber Sir James fährt tapfer in den Spuren der vorderen Autos weiter, die Kolonne ist unendlich lang!
‚Curry He Mountain' und ‚Curry She Mountain' heissen die Berge rechts neben uns. Sind da Inder unterwegs gewesen? Nein, denn der Berg vis-a-vis heisst ‚Chinquapin Knob' und nicht ‚Chicken Mountain'. Soeben fahren wir am ‚Maloney Point' vorbei, der mich an die gleichnamige Sendung im Schweizer Radio erinnert.
Frisch beschwingt geht es durch das Reservat der Cherokee Indianer. ‚Just Over in Gloryland' tönt es aus den Lautsprechern. Die im Visitor Center erstandenen ‚Smoky Mountain Hits', tönen gar nicht schlecht und erinnern sehr an die Appenzeller Instrumentierung. Featuring handcrafted instruments: hammered dulcimer, fiddle, mandoline and autoharp, steht auf der CD. Dies lässt vergessen, dass der vorderste Wagen in der Kolonne auf der engen Passstrasse von einer Amerikanerin gefahren wird, die über eine vierzig jährige Erfahrung im Befahren von vierspurigen Autobahnen verfügt. Endlich sind wir auf der Passhöhe (1500 Meter über Meer), verlassen Tennessee und befinden uns in ‚North Carolina'. Leider ist es dunstig, so dass die Sicht über die endlos scheinenden Wälder der ‚Smoky Mountains' beschränkt ist. Auch die Bären wollen sich nicht zeigen. Aber bei dieser langen Autokolonne würde ich auch auf die Nacht warten, um die Strasse zu überqueren.
Georgia ist ein günstiger Staat. Soeben haben wir in Dillard den 10'000-sten Liter Diesel getankt! Und das zu einem Preis von nur 33.7 Rappen pro Liter. Aber wie das so ist, in Athens, wo Sir James seinen 69-sten Geburtstag feiert, gäbe es den Diesel nochmals zwei Rappen billiger.
Im ‘Hard Labor Creek State Park' an der Position Nord 33° 40' 6.54“ und West 83° 36' 19.17“ macht Sir James Halt und schielt auf den Golfplatz neben an, während Rehe uns begrüssen kommen.