Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03273.jsonl.gz/2580

DAHOMEY | Kurzrezension von Doris Senn
DAHOMEY von Mati Diop (ATLANTIQUE, 2019) thematisiert die Rückführung kolonialer Beutestücke nach Benin, ehemals «Dahomey». Diop erweckt dazu in ihrem «Fantasy-Dokfilm» eine der Statuen, die Löwenstatue des Königs Gezo, zum Leben und lässt sie mit schnarrender Stimme aus dem Off die eigene Rückkehr kommentieren. Formal eher einem TV-Feature ähnlich und selbst in einem bescheidenen Berlinale-Wettbewerb nicht wirklich die Sollhöhe erreichend, brilliert der Film durch eine angeregte Diskussion unter beninischen Studierenden, die mit pointierten Stellungnahmen nicht nur die geringe Zahl der erhaltenen Sakralwerke kritisieren (26 von über 7000!), sondern auch die Instrumentalisierung der Aktion durch die involvierten Länder und ihre politischen Machthaber.