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An diesem Platz stand seit etwa dem Jahr 1000 bis circa 1500 eine romanische Saalkirche. Sie war Mutterkirche derjenigen von Serneus. Conters gehörte kirchlich zu Saas und brachte bis ins Jahr 1516 auch die Verstorbenen auf diesen Friedhof.
Um 1500 wurde die heutige Kirche erbaut. 1526 beginn auch hier die Reformation. Aus der katholischen Zeit ist nur noch die Sakristei geblieben; sie diente bis vor wenigen Jahren als Gemeindearchiv.
Nach der Schlacht bei Aquasana im Jahre 1622 wurde auch an dieses Gotteshaus Feuer gelegt. Die Kirche brannte vollständig aus, der Turm blieb jedoch unversehrt. 1735 brannte der grösste Teil des Dorfes Saas ab. Auch die Kirche und der Turm brannten völlig aus. Orgel und Uhr wurden vernichtet. Im Kirchturm sind heute noch verkohlte Reste der ehemaligen Balkenlagen zu finden. Der Kirchturm misst heute 36 Meter.
Das Innere der Kirche stammt im wesentlichen aus der Zeit nach dem grossen Dorfbrand im Jahre 1735. Das Feuer überstanden der Turm bis hinauf zu Glockenstube, die Aussenmauern der Kirche und das Gewölbe über dem Chor sowie der Taufstein. Er weist unter der Tischplatte eine Vertiefung auf, von der aus ein Wasserabzug dazu diente, das Taufwasser pietätvoll zu beseitigen. Die Stürze der Fenster in der Südwand fielen während des Brandes ein und wurden später durch Rundbogen ersetzt.
Die Polygondecke aus Holz über dem Schiff stammt ebenfalls aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Brand. Ebenso die aus verschiedenen einheimischen Hölzern zusammengebaute Kanzel.
Die hölzerne Bestuhlung stammt aus dem Jahre 1887. In der Saaser Kirche finden rund 220 Personen Platz.
Schon sehr früh stand in dieser Kirche eine Orgel. Leider wurde auch sie im Jahre 1735 ein Raub der Flammen. Hierauf blieben die Saaser bis in Jahr 1935 ohne ein Kircheninstrument. Damals bekam die Kirchgemeinde ein Harmonium geschenkt. Vorher mussten sie sich über lange Jahre mit einem Vorsänger begnügen. Die heutige einmanualige Orgel stammt aus dem Jahre 1976 und wurde von der Orgelbaufirma Felsberg AG erbaut.
Das Geläute im Kirchturm besteht aus drei Glocken und ist auf die Töne as, d und As gestimmt. Die mittlere Glocke stammt aus dem Jahre 1778, die beiden anderen wurden 1911 in Staad SG gegossen. Dieses Geläute ist, als Seltenheit in der Schweiz, mit Klöppelfängern ausgestattet.
Auch das Uhrwerk, das noch als kostbare (und intakte!) Antiquität im Turm steht, wurde nach dem Dorfbrand, vermutlich kurz nach 1735, angeschafft. Erst 1989 wurde es durch einen funkgesteuerten Chronometer ersetzt. Im gleichen Jahre wurde auch das Geläute elektrifiziert.
Geschichte des Kirchturms
Es ist recht sonderbar und auf der Alpennordseite Graubündens wohl einmalig, dass ein Kirchturm einen Campanile-Turmspitze aufweist. Dies hat seinen Grund. Am 12. April 1735 brannte ein grosser Teil des Dorfes Saas ab. Auch die Kirche erlitt dabei grosse Brandschäden. Der Dorfbrand bewirkte für das Dorf und seine Bewohner einen schweren Notstand und von überall im Kanton und in der Eidgenossenschaft wurden finanzielle Mittel für die Wiederherstellung des Dorfes Saas zusammengetragen. Unter anderem stifteten der „Hoch-Adeliche Herr“ Heinrich von Albertini, seines Zeichens Lands-Hauptmann des Veltlins, und dessen Söhne ein gesamtes neues Turm-Obergeschoss. Albertini hatte sich im Jahre 1707 ins Bürgerrecht der Gemeinde Saas eingekauft. Der gestiftete „Turm-Oberbau“ hatte schliesslich zur Folge, dass er in seinem Aussehen zum Zwillings-Kirchturm von Soglio im Bergell geworden ist (gleiche Architektur und praktisch gleiche Dimensionen) und es bis zum heutigen Tage geblieben ist.