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Legislaturindikator: Erwerbslosenquote von Hochschulabsolventen/innen
Auszug aus dem Legislaturziel 5: Zum Erhalt des Wettbewerbsvorteils im Bereich Bildung betrachtet der Bundesrat die Pflege und Weiterentwicklung des dualen Bildungssystems als wichtigen Erfolgsfaktor. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, soll das Bildungssystem dynamischer und stärker auf die Anforderungen des Marktes ausgerichtet werden.
Bedeutung des Indikators: Ein leistungsfähiges Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch die Ausbildung hochqualifizierter Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen aus, welche sich ohne grössere Schwierigkeiten in den Arbeitsmarkt integrieren können und eine ihren beruflichen Vorstellungen entsprechende Erwerbstätigkeit finden.
Die Erwerbslosenquote gemäss den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigt, wie viele Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen rund ein Jahr nach Studienabschluss nicht erwerbstätig sind, es aber sein möchten. Sie gibt keine Auskunft darüber, ob eine allfällige Erwerbstätigkeit dem Ausbildungsniveau der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen entspricht, und erlaubt keine differenzierte Aussage zur Leistungsfähigkeit der verschiedenen Hochschultypen.
Quantifizierbares Ziel: Die Hochschulen bewahren und schärfen ihre hochschultypspezifischen Profile, welche die Bedürfnisse von Individuum, Gesellschaft und Wirtschaft abdecken.
Kommentar
Die Erwerbslosenquote gemäss ILO der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach Studienabschluss hat zwischen 2005 und 2011 abgenommen und ist anschliessend bis 2017 wieder angestiegen. 2019 betrug sie durchschnittlich 3,3%, wobei ein Rückgang von 0,5 Prozentpunkten im Vergleich zu 2017 zu beobachten war. Zum Vergleich: die Erwerbslosenquote der ständigen Wohnbevölkerung lag 2019 bei 4,4%. Die Master-Absolventinnen und -Absolventen der universitären Hochschulen (4%) und Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen der Fachhochschulen (3,6%) wiesen eine höhere Erwerbslosenquote auf als jene der pädagogischen Hochschulen (0,6%). Dieser Unterschied sagt jedoch nichts über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Hochschultypen aus.
Fünf Jahre nach Studienabschluss zeigt sich, dass die Erwerbslosenquoten gemäss ILO 2019 unter den Hochschulabsolventinnen und -absolventen - im Vergleich zu einem Jahr nach Studienabschluss - insgesamt tiefer sind.
2019 besetzten 80% der erwerbstätigen Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach Studienabschluss eine Stelle, die einen Hochschulabschluss erfordert, und waren damit adäquat zu ihrem Ausbildungsniveau beschäftigt. Mit 95,0% war dieser Wert für Absolventinnen und Absolventen mit dem Abschluss einer pädagogischen Hochschule am höchsten, gefolgt von Personen mit einem Masterabschluss an einer universitären Hochschule (85,1%). Den tiefsten Wert wiesen die Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen von Fachhochschulen aus (67,1%).
2019 waren über 80% der Hochschulabsolventinnen und -absolventen fünf Jahre nach Studienabschluss mit ihrem Beschäftigungsgrad zufrieden. Von den Master-Absolventinnen und -Absolventen von universitären Hochschulen und Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen der Fachhochschulen hätten 15,1% bzw. 14,3% gerne ihr Pensum reduziert, und 6,1% respektive 2,9% wünschten einen höheren Anstellungsgrad. Von den Absolventinnen und Absolventen einer pädagogischen Hochschule möchten 7,1% ihr Pensum erhöhen und 7,6% senken.