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Seit Inkrafttreten der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1789 hat sie sich dort bewährt. Die Demokratie der Schweiz hat bereits 171 volle Jahre auf dem Buckel und nimmt den zweiten Platz ein. Es folgen Neuseeland mit 162 und Kanada mit 152 Jahren vor dem Vereinigten Königreich und Luxemburg mit 134 sowie 129 Jahren.
Diese Länder weisen seit vielen Jahrzehnten politische Strukturen auf, die drei Mindeststandards erfüllen. Erstens, die Regierung wird direkt oder indirekt vom Volk gewählt und muss sich gegenüber den Wählern oder der gewählten Legislative verantworten. Zweitens, die Legislative wird durch freie und faire Wahlen bestimmt. Drittens, mindestens eine absolute Mehrheit erwachsener Männer darf wählen. Über Definitionen von Demokratie lässt sich im Detail streiten. Unbestritten hingegen sind ihre Vorzüge.
In bezug auf das materielle Wohl ist die kurze Liste der ältesten Demokratien bereits vielsagend: Sie enthält nur Länder mit hohem Lebensstandard.
Zwar lassen sich auch Länder finden, die gemessen am Pro-Kopf-Einkommen hohe Lebensstandards aufweisen und keine Demokratien sind, beispielsweise die ölreichen Vereinigten Arabischen Emirate oder Saudi-Arabien. Aber in die Jahre gekommene arme Demokratien sucht man vergebens, während Bevölkerungen in langlebigen Autokratien regelmässig unter bitterster Armut leiden. Demokratien vollbringen kurzfristig keine Wunder, aber ihr dauerhafter Fortbestand scheint eine ausreichende Bedingung für ausserordentlich hohen materiellen Wohlstand zu sein, obschon keine notwendige.
Die jüngsten Erfolge Chinas haben die Frage nach der Kompatibilität von Demokratie und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit wieder aufgeworfen. Demokratien haben gute Gründe, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen; und mit jedem Jahr ihres Fortbestehens kommen weitere Gründe hinzu.