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Bei der Bewältigung der dringendsten globalen Herausforderungen kann die Wissenschaft eine entscheidende Rolle spielen, wenn ihr Potenzial in jeder der drei massgeblichen Phasen ausgeschöpft wird: Problemverständnis, Politikformulierung und wirksame Umsetzung dieser Politik.
Mit der Annahme der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2015 ist die Wissenschaft in den Mittelpunkt grundlegender Fragestellungen gerückt. Viele Ziele der Agenda 2030 können nur durch wissenschaftliche Untermauerung und umfassenden Technologietransfer verwirklicht werden. Dies gilt auch für die mit dem Klimawandel verbundenen Herausforderungen, nachdem die COP21 ein für alle Staaten verbindliches Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung verabschiedet hat.
In der UNESCO bemühen sich 195 Länder gemeinsam um eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit auf zahlreichen wissenschaftlichen Gebieten, insbesondere dort, wo – wie oben ausgeführt – eine zwischenstaatliche Zusammenarbeit unumgänglich ist, etwa in der Ozeanografie, der Hydrologie oder bei der Prävention von Naturkatastrophen.
Über ihre wissenschaftlichen Programme trägt die UNESCO auch zum Wissenstransfer und zur Verbreitung der Ergebnisse bei. Die UNESCO unterstützt die Entwicklungsländer beim Aufbau einer eigenen Forschungsinfrastruktur und bei der Stärkung ihrer Kapazitäten, ist jedoch kein Geldgeber für die Forschungsförderung. Diese Arbeit erfolgt im Wesentlichen über die Vernetzung und Kooperation zwischen Forschern aus verschiedenen Disziplinen und Teilen der Welt.
Neben der Förderung der internationalen und regionalen Zusammenarbeit dient die wissenschaftliche Arbeit der UNESCO vor allem dem Ziel, Entscheidungsträger strategisch zu beraten und die Wissenschaft besser in die Politikgestaltung zu integrieren, beispielsweise zur Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung. Bei Spannungen zwischen Staaten können die politischen Führer zudem wirksamer reagieren, wenn sie sich ein gemeinsames Verständnis der wissenschaftlichen Evidenz für ihre tieferen Ursachen erarbeiten.
Die UNESCO befasst sich sowohl mit Natur- als auch mit Sozial- und Geisteswissenschaften.
In den Sozial-wissenschaften und Geisteswissenschaften hat die UNESCO die Erforschung des gesellschaftlichen Wandels zu einer ihrer Prioritäten gemacht. Darüber hinaus erarbeitet die UNESCO Leitlinien und Grundsätze für eine ethische Forschungspraxis in Wissenschaft und Technik.