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- Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe
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»An jenem Tag, an dem der Mord geschah, hing der Himmel tief über Slaughterford, so tief, dass er fast die Baumkronen berührte, und es regnete in Strömen. Ein satter Sommerregen, der erste seit Wochen. Die Dorfbewohner behaupteten später, als sie morgens bei diesem Wetter erwacht seien, hätten sie sofort... »An jenem Tag, an dem der Mord geschah, hing der Himmel tief über Slaughterford, so tief, dass er fast die Baumkronen berührte, und es regnete in Strömen. Ein satter Sommerregen, der erste seit Wochen. Die Dorfbewohner behaupteten später, als sie morgens bei diesem Wetter erwacht seien, hätten sie sofort gewusst, dass irgendetwas nicht in Ordnung sei.« 1922, in einem kleinen Dorf in England. Der erste Weltkrieg ist vorbei und hat in der Bevölkerung seine Spuren hinterlassen. Mancher, der in den Krieg zog, kam nicht zurück oder nur mit enormen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Puddings Bruder beispielsweise hat keine Chance mehr, seine Lebensplanung aus der Zeit vor dem Krieg zu verwirklichen. Seine schwere Verletzung sorgte dafür, dass Puddings Mutter psychisch erkrankte und nicht mehr ohne Hilfe zurechtkommt. So trägt Pudding, obwohl sie noch ein junges Mädchen ist, die Verantwortung für ihre Familie. Neben Pudding stehen zwei weitere junge Frauen im Mittelpunkt der Handlung. Sie sind grundverschieden, sowohl charakterlich als auch von ihrer gesellschaftlichen Herkunft her. Und trotzdem sind ihre Schicksale auf eine gewisse Weise miteinander verwoben. Als ein furchtbarer Mord geschieht, ändern sich ihre Lebenswege dramatisch. Die Suche nach dem Mörder wird gleichzeitig zu der Suche nach der eigenen Identität, nach dem eigenen Weg. Dieses Buch liest sich sehr schön und leicht und man bleibt gerne dran. Die verschiedenen Frauenschicksale zeigen die gesellschaftliche Ordnung des damaligen Englands auf, die Normen und herrschenden Vorurteile. Beim Lesen stellt man zwangsläufig fest, wie hoch die (Mit-)Schuld der Gesellschaft an gewissen Dingen zu bewerten ist. Abwechselnd wird aus den Perspektiven der Protagonistinnen berichtet, so ist man immer nah dran an ihren Gedanken und Empfindungen, man fühlt und leidet mit. Und man ermittelt mit, denn die Suche nach dem Mörder wird zu einem zentralen Punkt in der Handlung. Die Auflösung erscheint zunächst verwirrend, ist aber stimmig. Ich war anfangs irritiert und wollte mich schon über Logikfehler aufregen, dann habe ich ein paar Stellen noch mal nachgelesen und festgestellt, dass alles passt. Raffiniert gemacht! Nicht so raffiniert fand ich die Charaktere selbst, sie zeigen einfache Muster, sind nicht sehr vielschichtig. Mir stand von Anfang an klar vor Augen, wer wie tickt ? und bis zum Ende gab es diesbezüglich keine Überraschungen. Fazit: Drei Frauenschicksale und die Suche nach einem Mörder. Die Charaktere sind nicht sehr anspruchsvoll angelegt, aber Handlung und Auflösung durchaus raffiniert.