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Verschiedene S.aureus Genotypen führen zu verschiedenen klinischen Bildern.
In einer grossangelegten multinationalen Studie hat man S.aureus, welche Bakteriämien hervorgerufen haben, genotypisch untersucht und konnte verschiedene Differenzen zwischen den Stämmen ausmachen.
Bakteriämien mit S.aureus sind in den letzten Jahren, wohl auch durch die invasivere Medizin, im zunehmen begriffen. Nun hat man anhand genotypischer Abkärungen geschaut inwiefern sich verschiedne Stämme und verschiedene Gene auswirken.
S.aureus mit Panton Valentine Leukocidine (PVL) ist bekannt , dass es zu Haut-Weichteilinfekten und zu nekrotisierenden Pneumonien führt. (Lesen sie hierzu auch unseren Artikel) Es ist nur wenig bekannt wie sich ein PVL S.aureus in der Blutbahn verhält, und wie die Klinik hierbei aussieht.
Die Forscher fanden heraus, dass eine Infektion mit dem USA 300 S.aureus meist bei i.v. Drogenabhängigen vorkam, zu einer Rechtsherz-Endokarditis mit gutem Outcome führte. Hingegen wiesen Patienten mit einer Bakteriämie mit einem Non-USA 300 SAU ein schlechteres Outcome aus.(Abb.1)
Ausserdem zeigte sich, dass eine Bakteriämie mit einem PVL S.aureus eher günstig verlief, da es bei PVL S.aureus-Bakteriämien signifikant seltener zu einer persistierenden Bakteriämie kam. (Abb.2)
Natürlich ist es nicht möglich mit einer Auswahl von Kriterien wirklich alle Unterschiede zu erfassen, welche letztendlich zum Outcome beitragen. Sicher sind die Virulenzgene der Erreger wichtige Faktoren, aber nicht die einzigen. Denn viel häufiger interferieren die Wirtsfaktoren und führen zu verschiedenartigen Verläufen, bei sogar genetisch identischen Erregern. Dennoch erscheint es mir wichtig die verschiedenen Virulenzfaktoren der verschiedenen Erreger zu beleuchten, denn das verbessert unser Verständnis für pathogenetische Mechanismen.
Für alle die an details der Studie interessiert sind, hier der Link:
Ähnliche Studien zu S.aureus Virulenzfaktoren sind im neuesten Journal of Infectious diseases September 2008 erschienen.
Die erste zeigt, dass PVL S.aureus beim community acquired MRSA eben doch nicht wirklich ein Virulenzfaktor ist. Das haben konnten sie an Mausmodellen zeigen, und sind somit konsistent mit der Studie von Lalani, welche zeigt ,dass Bakteriämien mit PVL S.aureus beim Menschen weniger persistierend sind!
Die zweite Studie im JID geht dem Gen agr nach, und will untersuchen , ob S.aureus welche kein agr-Gen haben, ebenfalls kolonisieren können. Sie kommen zum Schluss dass auch agr-defektive S.aureus den menschlichen Körper kolonisieren können. Ausserdem kolonisierten agr-defektive S.aureus v.a. Menschen, welche vorgängig hospitalisiert waren, so dass die Autoren denken, dass agr-defektive S.aureus irgendwie nosokomial selektioniert werden.