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Der Eurovision Song Contest war es wahrscheinlich und die Vorbereitungsspiele der WM ja sowieso: Getürkt kann so ziemlich alles einmal werden. Im Fall von „Drei Türken und ein Baby“ sogar Türken – zwei der drei Hauptdarsteler sind nämlich keine.
Salopp und diskriminierend
Obwohl man den Ausdruck oft liest – korrekt ist er trotzdem nicht. Zumindest laut Duden. Da bezeichnet man «etwas türken» als saloppe und diskriminierende Umgangssprache, die im öffentlichen Sprachgebrauch nicht verwendet werden soll. Die Frage zum Ursprung der Redewendung konnte mir das Wörterlexikon aber nicht eindeutig beantworten. Was nicht heisst, dass es keine spannenden Theorien dazu gibt. Die bekannteste Version möchte ich Ihnen erzählen.
Schachtürke vs Napoleon
Im 18. Jahrhundert sorgte der ungarisch-österreichische Mechaniker Wolfgang von Kempelen mit einem technischen Meisterwerk für Aufsehen. Er baute einen Roboter, der angeblich selbstständig Schach spielen konnte. Der Schachtürke – eine Puppe in orientalischer Kleidung – schlug so gut wie jeden Gegner und liess Europa fast 70 Jahre lang rätseln. Bedeutende Zeitgenossen wie Benjamin Franklin und Napoleon verloren gegen ihn. Edgar Allen Poe schrieb sogar ein Essay und spekulierte in «Maelzel’s chess player» über den geheimnisvollen Schachspieler.
Tatsächlich versteckten sich im Inneren des Nussholzbaumkastens an dem die Puppe sass aber erfahrene Schachspieler. Über Magnete an den gegnerischen Figuren, liessen sich deren Züge von unten ablesen. Und mittels einer ausgeklügelten Hebelmechanik konnte dann der eigene Zug auf das Spielfeld transportiert werden. Als das Industriezeitalter anbrach, interessierte sich aber bald niemand mehr für die Puppe. Als Jahrmarktattraktion wurde das Geheimnis für jeden, der einen Dollar zahlte, gelüftet – bis der Betrüger 1854 einem Museumsbrand zum Opfer fiel. Daraufhin ging das Wort «türken» als Synonym für Tricksen und Fälschen in die deutsche Sprache ein.
Bild: Screenshot via Youtube