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(Ich weiss, das Pathos ist verpönt
im tiefen Westen, wo ich wohne.)
Im Staub des Kelches der Rose sehe ich fern,
der einen gelben Rose, die mir
die Liebste auf den Schreibtisch stellte.
Ich sehe den Sandsturm in Afghanistan.
Aus Körnern werden Kindergesichter.
Zwölf Blätter hat die gelbe Rose,
tausendundeinen Arm haben die Kinder
und an Beinen viel weniger.
Ich sehe das Schiff, das den Strand rammte.
Gaza-Streifen. Fünf Panzer fallen
von Blatt zu Blatt der Rose aus Sand.
Zwei Blütenblätter segeln auf die Seite des Buches,
das aufgeschlagen ist und zu mir spricht:
Ich liebe den, dessen Seele tief ist
auch in der Verwundung, und der
an einem kleinen Erlebnisse zugrunde gehen kann.
(Ich weiss, das Chaos ist, wo ich wohne,
eine Schachtel voller Büroklammern.)
Am Stiel der Rose perlendes Wasser
und Perlen steigen, platzen und sind
wie Luftballons in den Händen der Kinder
in Mogadischu und in Bogota.
Durch das Glas der Vase sehe ich fern.
Die Meisen und Rotkehlchen auf dem Balkon
zittern durch den Nebel des Novembertages.
Das Futterhäuschen ist geöffnet
wie die Rose auf meinem Schreibtisch,
die gelbe, von der Liebsten geschenkt.
Hastig wie auf der Flucht vor den
fliegenden Ratten im Rücken und vor den Drohnen
hoch droben im Himmel,
picken die Vögel die Kerne der Sonnenblume.
Die Kinder
auf der anderen Seite der fahlen Sonne
werfen sich in den Staub des Kelches der gelben Rose,
die aus brennender Pfütze blüht und schreit:
Muss man euch erst die Ohren zerschlagen,
dass ihr lernt mit den Augen zu hören?
(Ich weiss, es werfen die Ämter und Öffnungszeiten
der Läden ihren Mantel der Fürsorge um mich.)
Lyrik