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Das im Übernahmekampf stehende Schweizer Unternehmen Saia-Burgess will "alle Optionen" prüfen, um eine Übernahme durch Sumida zu verhindern.Dieser Inhalt wurde am 04. Juli 2005 - 16:17 publiziert
Konzernchef Daniel Hirschi bezeichnete am Montag die Selbständigkeit als die bessere Alternative.
"Wir sehen keine Vorteile für das Unternehmen", sagte Saia- Verwaltungsrat Hans Caspar von der Crone am Montag zur Übernahme-Offerte von Sumida. Ein Zusammengehen sei nicht sinnvoll. Der genannte Preis von 950 Fr. pro Aktie reflektiere den Wert des Unternehmens nicht.
Saia-Konzernchef Daniel Hirschi betonte, dass die beiden Unternehmen praktisch keine Synergien hätten. Hirschi sieht die "Chancen intakt", dass die Schweizer Gesellschaft den Kampf gewinnt und die Selbständigkeit bewahren kann. Ähnlich hatte sich Saia bereits am Wochenende geäussert.
Gespräche mit finanzkräftigen Investoren
Saia-Burgess prüfe "alle Optionen", um die unfreundliche Übernahme durch Sumida zu verhindern, sagte Hirschi. Zur Diskussion stünden auch ein Aktienrückkauf-Programm und der Beizug finanzkräftiger Investoren, die dem Übernahmekandidaten als "weisse Ritter" beiseite stehen könnten.
Gespräche mit verschiedenen Parteien seien im Gang. Konkreter wollte sich Hirschi nicht äussern. Saia-Burgess müsse nun keine neue Strategie entwickeln, sondern wolle die bestehende weiterverfolgen. Das Unternehmen will bis 2008 einen Umsatz von 1 Mrd. Franken erzielen. 2004 betrug der Umsatz 570 Mio. Franken.
Innovation und Akquisation
Das Wachstum soll durch Innovationen und Akquisitionen erfolgen, sagte Hirschi weiter. Zudem soll die Profitabilität gesteigert werden. Produktionsbetriebe würden in Polen konzentriert. Für die rund 600 Beschäftigten in Murten bestünden keine Abbaupläne.
Weltweit beschäftigt Saia-Burgess 3700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Asien habe Saia schon seit zehn Jahren Erfahrungen in der Billig-Lohn-Produktion sammeln können, hiess es weiter.
Sumida wittert Potenzial
Die übernahmewillige Sumida hatte am Wochenende bekräftigt, dass die beiden Unternehmen Synergien nutzen könnten und gegenseitig Zugang zu den jeweiligen Märkten erhielten. Zudem hielt Sumida- Geschäftsführer Shigeyuki Yawata fest, dass die Produktion in Tieflohnländer verlagert werden könnte. Sumida hält nach eigenen Angaben 20% an Saia.
Die Turbulenzen um Saia-Burgess sind am Montag an der Schweizer Börse ohne grosse Emotionen aufgenommen worden. Bis am frühen Nachmittag notierten die Titel lediglich 0,1% höher. Das Börsenbarometer SPI legte gleichzeitig 0,04% zu. Seit Anfang Juni sind die Saia-Titel um rund einen Drittel gestiegen.
swissinfo und Agenturen
Fakten
2004 erwirtschaftete Saia-Burgess einen Nettogewinn von 26,3 Mio. Franken.
Der Umsatz erreichte 568,4 Mio. Franken.
Ende 2004 beschäftigte das Unternehmen 3630 Personen, davon 600 in Murten, Kanton Freiburg.
Der Börsengang erfolgte im Jahr 1998.