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Pita (*2016)
Durch den Besitzer von einem Pensionsstall habe ich von Pita erfahren. Pita war damals erst zwei jährig und wäre als Milchkuh vorgesehen. Wegen Trächtigkeitsschwierigkeiten konnte Pita jedoch in der Milchwirtschaft keinen Nutzen finden. Der Landwirt sah keinen anderen Ausweg als Pita in die Metzgerei zu geben. Kurzerhand beschloss ich Pita ungesehen zu kaufen, und riesengross war meine Begeisterung, als ich Pita mit ihren langen Beinen und kräftigen Stirnlocke das erste Mal sah. Pita und ich verstanden uns auf Anhieb. Pita ist sehr zutraulich und lässt sich sehr gerne bürsten. Es ist wirklich sehr nett, dass Pita sofort angelaufen kommt, wenn sie meine Stimme oder den Motor meines Autos hört. So nimmt mich also Pita fast täglich in Empfang.
Pita darf jedes Jahr auf einer Alp oberhalb von Avers Cresta in Graubünden die Sommermonate verbringen. Ich bin jedes Jahr beeindruckt wie geschickt sich Pita im steilen Gelände bewegt und gönne ihr von Herzen, dass sie noch viele Sommer zur Alp gehen kann. Pita und ich haben noch viele viele gemeinsame Jahre vor uns – das ist schön!
Virginia (*2004 -†2016)
Schon von Anfang an hatte mich Virginia fasziniert. Als ich auf dem Milchwirtschaftsbetrieb meine Arbeit aufnahm, war sie eine der Kühe, die mir das richtige Melken beibrachte. Wenn ich es nicht richtig machte, hob sie ihre Beine, und ich lernte schnell! Sie stach für mich auch durch ihre Persönlichkeit hervor: intelligent, stolz und mit einer tollen Ausstrahlung. Wir wurden Freunde. Wenn ich sie ansprach, leuchteten ihre Augen verschmitzt. Ich beendete meine Arbeit auf dem Hof und musste sie zurücklassen. Als sie trotz mehrerer Versuche nicht mehr trächtig wurde, konnte ich sie auf einen Gnadenhof bringen. Dieser war in Umstellung auf einen Gnadenhof und es hatte einen Stier in der Herde. Virginia wurde wider Erwarten schwanger! Schien es während ihrer Zeit als Milchkuh so, als ob es ihr Nichts ausmachte, wenn man ihr die Kälber wegnahm, so blühte sie als Gnadenkuh regelrecht auf. Sie war eine strenge und liebevolle Mutter und war bei allen Kälbern beliebt. Auch später, als eine weitere Gnadenkuh ihr Kalb zur Welt brachte, war Virginia ausser sich vor Freude und übernahm fortan die Rolle der Tante, die sich liebevoll um das Kalb kümmerte, wenn die Mutter sich eine Pause zum Fressen oder Ausruhen gönnte.
Auch unsere Freundschaft vertiefte sich über die Jahre. Einmal, als ihr lieber Sohn übermütig und aus Freude mit mir spielen wollte, erhob sie sich aus dem Liegen, stellte sich zwischen uns und wies ihn zurecht! Ich war sprachlos; von wegen „Dumme Kuh“!
Leider mussten wir sie im Jahre 2016 erlösen. Sie wird immer in meinem Herzen sein, und ich bin stolz und geehrt, die Zuneigung und Freund-schaft dieser tollen Kuh erfahren haben zu dürfen. Sie war und wird immer ein wichtiger Teil meines Lebens sein.
Emma (*2007)
Emma wuchs in einer Angusrinderherde in der Nähe von Basel auf. Drei Kindern fiel im Sommer 2008 auf, dass sich ein Kalb aus dieser Herde im Gegensatz zu den anderen Herdenmitgliedern sehr gerne streicheln ließ. Sie nannten es Emma. Die Kinder brauchten nur zu rufen, da kam Emma schon zum Zaun gelaufen und hielt ganz still, wenn die Kinder sie streichelten. Eines der Kinder erklärte seinen Eltern: „Emma ist so lieb, dass man es kaum aushalten kann“. Im Herbst 2008 erfuhren die Kinder, dass ausgerechnet Emma bald geschlachtet und ihr Fleisch bei der Nikolausfeier auf dem Hof verkauft werden sollte. Sie bestürmten ihre Eltern, Emma zu retten. Bei den Eltern eines der Kinder zeigten die hartnäckigen Bitten Wirkung. Sie hörten nicht auf die Stimme der Vernunft, die sagt, dass Fleischrinder zum Schlachten geboren werden und es außerdem viel zu viele Rinder auf der Welt gibt, sondern auf ihr Mitgefühl und ihr Kind. Sie kauften Emma dem Bauern ab. Durch diesen Schritt retteten sie nicht nur Emma. Sie erfuhren durch den Umgang mit Emma, wie gefühlvoll, treu und sensibel Kühe sind.
Jole (*2005)
Jole habe ich im August 2019 übernommen, und seitdem geniesst sie ihr Leben in einem Pensionsstall in Zürcher Oberland. Bis zur Pensionierung hat Jole ihr ganzes Leben auf ein und denselben Hof verbracht. Jole hat in ihrer Karriere ganze drei Epochen der Milchwirtschaft kennengelernt: den Anbindestall, den Laufstall mit Melkstand und während ihren letzten zwei Laktationen noch den Melkroboter. Jole hat in ihrem Leben zehn Kälber geboren und hat eine Lebensleistung von über 100‘000 Liter Milch. Jole gibt Milch an nur drei Zitzen.
Jole habe ich vor Jahren auf ihrem Geburtshof kennengelernt. Beim Arbeiten im Stall ist mir Jole aufgefallen, weil sie sich stets ruhig verhielt und in der Herde zurückhaltend war. Joles Besitzer willigte ein, mir Jole zu verkaufen, wenn sie die Lebensleistung von 100‘000 Litern Milch erreicht hatte.
Jole hat sich rasch an das Pensionsleben, den neuen Stall und die neue Herde gewöhnt. Ihr scheinen ihre neuen Lebensumstände zu gefallen. Jole ist von ruhiger Natur. Sie lässt sich gerne bürsten und streicheln. Ich hoffe, dass Jole noch viele Jahre ihr Leben als Pensionskuh geniessen darf. Bis jetzt ist sie zum Glück bei guter Gesundheit. Ich habe grosse Freude an ihr!
Alina (*2014)
Seit 2016 wohnt Alina in der Pension Wiesengrunde im Zürcher Oberland. Alina hat als zweijähriges Rind den Sommer auf der Alp verbracht und dort ihr Kalb leider ausgestossen. Trotz mehrmaligen Versuchen ist Alina nicht mehr trächtig geworden und somit war sie nicht für die Milchproduktion geeignet. Dank einem Aufruf in den Medien und grossem Engagement konnten Paten für Alina gefunden werden. Alina hat das grosse Glück, dass ihre Paten zu ihr halten und schon seit ihrer Ankunft in Pension Wiesengrunde dabei sind.
Als junges Rind war Alina Menschen gegenüber eher ängstlich und hat sich kaum berühren und streicheln lassen. Dafür war sie in der Kuhherde eher dominant. Mittlerweile hat Alina viel Vertrauen zu Menschen gefasst und lässt sich im Stall und auf der Weide sehr gerne streicheln und bürsten. In der Herde ist Alina gar nicht mehr dominant. Sie scheint an Ruhe und Frieden Gefallen gefunden zu haben. Die Sommermonate verbringt Alina mit anderen Pensionskühen auf einer Alp in Graubünden. Wir freuen uns auf viele gemeinsame Jahre mit Alina und ihren Paten.
Arve (*2006 - †2020)
Nina (*2007)
Arve und Nina waren zusammen im gleichen Stall. Sie sind ehemalige Milchkühe, die in Anbindehaltung lebten. Als der Bauer sich entschloss, die Milchwirtschaft aufzugeben, wäre es das Schicksal dieser beiden gewesen, geschlachtet zu werden. Als eine Tierfreundin davon erfuhr, hat sie sich eingesetzt, sodass wir die beiden mithilfe von vielen lieben Spendern freikaufen konnten. Sie leben nun beide glücklich in einer bunt durchmischten Gnadenrinderherde. Anfangs waren beide noch sehr scheu. Heute sind sie recht entspannt, Nina ist schon zutraulicher während Arve ihre Zurückhaltung bewahrt hat. Das ist völlig in Ordnung, jede Kuh darf so sein, wie sie ist und ihr Leben noch bis zu ihrem natürlichen Ende geniessen.
Amigo (*2013)
Amigo ist der Anführer der Pensionsherde im Zürcher Oberland und neben einem ganz jungen Ochsen der „Hahn“ im Korb. Amigo verhält sich friedlich und hat nicht das Bedürfnis, seine Männlichkeit auszuspielen. Amigo lässt sich sowohl auf der Weide wie auch im Stall sehr gerne streicheln und bürsten. Er lässt sich sogar am Halfter führen. Amigo ist ein Ehringer und also eher klein und kräftig.
Die Besitzerin von Amigo hat ihn schon als kleinen Stier ins Herz geschlossen und sich viele Jahre um ihn gekümmert. Nach mehreren Umzügen kam Amigo im Sommer 2019 in den Pensionsstall Wiesengrunde im Zürcher Oberland. Nach kurzer Zeit konnte Amigos Besitzerin ihn leider nicht mehr finanzieren. Zum Glück hat Amigo nun liebe und treue Paten und Patinnen gefunden, die ihm das Pensionsleben ermöglichen. Wir freuen uns auf viele gemeinsame Jahre mit Amigo.
Nani (*2001-†2021)
Nani ist Original Braunvieh und bei uns die Alterspräsidentin. Nani hat ganze 16 Kälber auf die Welt gebracht und auf ihrem Milchviehbetrieb die Zucht massgeblich geprägt. Viele von Nanis Töchtern, Enkeln, Urenkeln und Ururenkelinnen leben dort, und so hat Nani ein Leben von vielen ihrer Familienmitgliedern umgeben verbringen dürfen. Auf ihrem Milchviehbetrieb hat Nani in den letzten Jahren eine Sonderstellung genossen und sich mit grosser Selbständigkeit den Alltag als Milchkuh im Stall und auf der Weide gestaltet. Nach so vielen Jahren treuem Dienst und mit ihrem gewinnenden Wesen hat Nani das Herz ihres Landwirtes gewonnen, und er hat Nani dem Verein Kuh-im-Glück geschenkt. Nani wird im Spätsommer 2020 umziehen und sich der Pensionsherde im Pensionsstall Wiesengrund im Zürcher Oberland anschliessen. Nani hat nun eine liebe Patin, die einen Teil der Patenschaft übernimmt. Alles Liebe und Gute Nani! Nani musste leider im Februar 2021 in ihrer gewohnten Umgebung auf der Weide erlöst werden.
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