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Die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch künstliche Intelligenz ist eine der meistdiskutierten Entwicklungen in der Arbeitswelt. Neuen Aufschwung hat die Diskussion dieses Jahr bekommen durch die Veröffentlichung von ChatGPT. Die Auswirkungen von KI auf die Arbeitsmärkte sind jedoch umstritten, und es gibt verschiedene Ansichten darüber, wie viele Arbeitsplätze durch KI tatsächlich ersetzt werden könnten. In diesem Artikel werden einige der wichtigsten Zahlen und Fakten zu diesem Thema vorgestellt.
Dennis Voss, International Business Coach
Daniele Bardaro, Jobcoach & HR Berater
3 Minuten Lesezeit
Daten und Fakten
Laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2018 könnten bis zum Jahr 2025 weltweit 75 Millionen Arbeitsplätze durch künstliche Intelligenz und Automatisierung ersetzt werden. Dies entspricht etwa 3% aller Arbeitsplätze. Allerdings könnte die Zahl der Arbeitsplätze, die durch KI ersetzt werden, je nach Region und Branche stark variieren. In Ländern mit höheren Lohnkosten und einem höheren Automatisierungsgrad könnte der Anteil der durch KI ersetzten Arbeitsplätze höher sein.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Beurteilung der Auswirkungen von KI auf die Arbeitsplätze ist der Grad der Automatisierbarkeit der verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten, die von Arbeitnehmern durchgeführt werden. Eine Studie des McKinsey Global Institute aus dem Jahr 2017 ergab, dass etwa die Hälfte aller Arbeitsaktivitäten durch technologische Entwicklungen automatisierbar sind. Dies entspricht etwa 1,2 Milliarden Arbeitsplätzen weltweit.
Wer ist betroffen und wer nicht?
Einige Branchen sind möglicherweise stärker von der Automatisierung betroffen als andere und verstärkt den Wandel der Zeit. Eine weitere Studie des Weltwirtschaftsforums ergab, dass die Branche mit dem höchsten Automatisierungspotenzial die Fertigungsindustrie ist. Dort könnten bis zu 45% aller Arbeitsplätze durch Automatisierung ersetzt werden. Auch die Transport- und Logistikbranche sowie der Einzelhandel haben ein hohes Automatisierungspotenzial. In diesen Branchen könnten bis zu 40% der Arbeitsplätze durch KI und Automatisierung ersetzt werden. Allerdings gibt es auch Branchen, die möglicherweise weniger von der Automatisierung betroffen sind. Zum Beispiel könnten laut der Studie Branchen wie Bildung, Gesundheitswesen und Sozialarbeit weniger automatisierbar sein, da diese Tätigkeiten eine höhere zwischenmenschliche Interaktion erfordern.
Hier ist eine Liste mit geringer und hoher Auswirkung auf Jobs im Bezug auf künstliche Intelligenz (KI) und dem GPT (Generative Pre-trained Transformer) Sprachmodell:
Jobs mit geringer Auswirkung:
- Sozialarbeitende
- Zahnärztinnen und Zahnärzte
- Therapeutinnen und Therapeuten
- Personalmanagerinnen und Personalmanager
- Lehrerinnen und Lehrer
- Krankenschwestern und Krankenpfleger
- Editorinnen und Editoren
- Künstlerinnen und Künstler
- Geistliche
- Software-Entwicklerinnen und Software-Entwickler
Jobs mit hohem Risiko:
- Buchhalterinnen und Buchhalter
- Finanzanalystinnen und Finanzanalysten
- Versicherungsunterwriterinnen und Versicherungsunterwriter
- Datentypistinnen und Datentypisten
- Bankangestellte
- Buchhaltungs-, Buchhaltungs- und Prüfungsangestellte
- Ökonominnen und Ökonomen
- Einzelhandelsverkäuferinnen und Einzelhandelsverkäufer
- Kundendienstmitarbeiterinnen und Kundendienstmitarbeiter
- Marktanalytikerinnen und Marktanalytiker
- Marketing-Spezialistinnen und Marketing-Spezialisten
Zuversichtliche Studien
Es gibt jedoch auch Studien, die zu dem Schluss kommen, dass die Auswirkungen von KI auf die Arbeitsmärkte nicht so dramatisch sein werden wie oft befürchtet. Eine Studie des Oxford Martin Programme on Technology and Employment aus dem Jahr 2017 kam beispielsweise zu dem Schluss, dass nur 9% aller Arbeitsplätze weltweit durch KI ersetzt werden könnten. Eine weitere Studie des McKinsey Global Institute prognostizierte, dass die Automatisierung bis zum Jahr 2030 nur etwa 5% aller Arbeitsplätze in den USA betreffen würde.
Geringe Auswirkung in folgenden Bereichen:
- Niedriglohnsektor
- Manufaktur
- Landwirtschaft
- Bergbau
- Berufe mit geringer formaler Bildung
- Berufe mit vielen Arbeitsstunden in der praktischen Ausbildung
- Kritisches Denken
- Wissenschaftliche Fähigkeiten/Denken
Hohe Auswirkung:
- Berufe mit hohen Löhnen
- Tätigkeiten im Bereich Schreiben
- Programmierung
- Informationsverarbeitung
- Stellen, die einen Hochschulabschluss voraussetzen
- Routine- und wiederholungsabhängige Arbeit
Unterschiedliche Prognosen
Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Prognosen liegt darin, dass die Auswirkungen von KI auf die Arbeitsmärkte von vielen verschiedenen Faktoren abhängen, wie dem Grad der technologischen Entwicklung, der Verfügtest von Arbeitskräften und dem wirtschaftlichen Umfeld. Eine andere wichtige Überlegung ist auch, dass KI nicht nur Arbeitsplätze ersetzen, sondern auch neue Arbeitsplätze schaffen könnte. Ein Beispiel dafür ist der Aufstieg von Jobs im Bereich der KI-Entwicklung, des Datenmanagements und der menschlichen Überwachung von KI-Systemen.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Bewertung der Auswirkungen von KI auf die Arbeitsplätze ist der Zeitrahmen. Die meisten Prognosen konzentrieren sich auf die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen von KI auf die Arbeitsmärkte. Langfristig könnte sich die Situation jedoch grundlegend ändern, wenn KI-Systeme in der Lage sind, komplexe Aufgaben auszuführen, die derzeit noch als unmöglich gelten. In diesem Szenario könnten fast alle Arbeitsplätze, die von Menschen ausgeführt werden, durch KI ersetzt werden.
Grenzen der KIs
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass KI-Systeme derzeit immer noch auf bestimmte Aufgaben und Anwendungsbereiche beschränkt sind und nicht in der Lage sind, menschliche Kreativität, emotionale Intelligenz und zwischenmenschliche Interaktionen zu ersetzen. Viele Arbeitsplätze erfordern auch eine hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität, die KI-Systeme nicht bieten können.
Ferner ist es wichtig zu bedenken, dass die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI und Automatisierung nicht unbedingt eine negative Entwicklung sein muss. Durch die Automatisierung können Unternehmen effizienter arbeiten und Produkte schneller und kostengünstiger herstellen. Dies könnte zu einer höheren Produktivität und einem höheren Wohlstand führen.
Risiken
Allerdings gibt es auch Risiken und Herausforderungen im Kontext der Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI. Ein wichtiger Aspekt ist die Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Die Automatisierung könnte dazu führen, dass Arbeitnehmer mit geringer Qualifikation ein höheres Risiko haben, ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Dies könnte zu einer weiteren Polarisierung der Einkommensverteilung führen.
Eine weitere Herausforderung ist die Notwendigkeit, die Fähigkeiten und die Bildung der Arbeitnehmer an die neuen Anforderungen anzupassen. Wenn Arbeitsplätze durch KI ersetzt werden, müssen Arbeitnehmer neue Fähigkeiten erwerben, um in neuen Branchen und Arbeitsfeldern zu arbeiten. Es besteht auch die Notwendigkeit, die Bildungssysteme anzupassen, um sicherzustellen, dass die Arbeitnehmer die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben können.
Fazit
Insgesamt ist die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI ein komplexes Thema mit vielen Unwägbarkeiten und Variablen. Es ist unklar, wie viele Arbeitsplätze tatsächlich durch KI ersetzt werden könnten und wie sich dies auf die Arbeitsmärkte und die Gesellschaft insgesamt auswirken wird. Es ist wichtig, dass Regierungen, Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Auswirkungen der Automatisierung auf die Arbeitsmärkte und die Gesellschaft insgesamt so positiv wie möglich sind.
Zu den Strategien zur Minimierung der negativen Auswirkungen gehören die Förderung von Investitionen in Bildung und Ausbildung, Umschulungs- und Unterstützungsprogramme, Investitionen in Innovation und Infrastruktur sowie Regulierung und Besteuerung. Die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch KI kann die Produktivität und Effizienz steigern, aber es müssen Massnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft als Ganzes davon profitiert.