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von Udo Liessem und Stefan Lehmann
Das in Ascona um 1250 am Ufer des Lago Maggiore erbaute Castello dei Griglioni hat eine grössere Beachtung verdient, als es bisher geschehen ist.
Die auf ebenem Gelände über regelmässigem Grundriss errichtete Burg war, zusammen mit ihrer im Westen gelegenen, ebenfalls auffallend regelmässigen Vorburg, von einem Graben umzogen. Die Kernburg, ein Rechteck mit der Schmalseite zum See, wird durch einen Weg, der beidseitig von Mauern begleitet wird, in Längsrichtung in zwei gleichgrosse Abschnitte geteilt: Die westliche Hälfte des Areals scheint im Wesentlichen von Bebauung freigehalten worden zu sein. Dort lag der (Nutz-)Garten, was aber nicht bedeutet, dass sich nicht auch hier vereinzelte Bauten befunden hätten. Im östlichen Teil standen die Hauptgebäude, so auch der Wohnbereich der Besitzerfamilie, der aus dem Mailänder Stadtadel stammenden Familie Griglioni. Die Burg an nahen Seeufer des Lago Maggiore dürfte wohl auch als befestigte Sust für Transportgüter beim Wechsel vom See- auf den Landweg gedient haben.
Im doppelten Sinne herausragend waren die vier Ecktürme, die nicht – wie sonst üblich – vor die Kurtinen gezogen waren, sondern im Innenbereich die Ecken des Kastellrechtecks betonten. Eine durchdachte Planung, eine sehr sorgfältige Bauausführung, eine Akzentuierung der Turmkanten durch Buckelquader sowie beeindruckende Toranlagen, ebenfalls durch Buckelquadern ausgezeichnet, lassen erkennen, dass dem Castello, trotz seiner nur zum Teil erhaltenen und zudem verbauten Bausubstanz, eine bedeutende Stellung innerhalb der Burgen des Tessins zukommt.
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: Ascona: Castello die Griglioni – Beobachtungen zur Baugeschichte – Eine Skizze , Stefan
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 16. Jahrgang 2011, Heft 1, 15 - 35.