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Bild
Titel:
Flügelaltar in der Lourdes-Kapelle
Thema: Kultur
Datum: --.--.1597
Masse: 210 x 150 cm (bei geschlossenen Flügeln)
Standort: Museum Appenzell Inv. Nr. 1376
Urheber/-in: Jakob Girtanner (1527-1600)
Beschreibung:
Flügelaltar von Jakob Girtanner (1527-1600). Öl auf Holz. Der Altar stammt aus der ehemaligen Siechenkapelle St. Martin. Diese befindet sich oberhalb des Hallenbades Appenzell und wird heute Lourdeskapelle genannt. Das Bildprogramm nimmt auf die besondere Funktion der Kapelle Bezug. Das Sockelbild zeigt das Schweisstuch der Veronika, die Mitteltafel Christus am Kreuz mit Maria, Maria Magdalena und Johannes, die Innenseiten der Flügel den Heiligen Martin im Bischofsornat und Elisabeth von Thüringen mit einem Bettler. Auf den Aussenseiten der Flügel wird die Heilung der Aussätzigen in zwei Szenen dargestellt: links hinten die Begegnung Christi mit den Aussätzigen, vorne ein dankbarer Geheilter, der sich vor Jesus und zwei Jüngern niederwirft.
Geschichte:
Der aus der Rhode Gonten stammende Jakob Girtanner war der erste bedeutende einheimische Maler Appenzells und avancierte in Nachfolge des aus St. Gallen stammenden Caspar Hagenbuch (ca. 1525-ca. 1579) zum eigentlichen Hofmaler im Hauptort des ungeteilten Landes. Zum ersten Mal als Künstler erwähnt wird er 1585 in den Rechnungsbüchern der Kirchhöri Appenzell. Neben den Meistern Hagenbuch und Rudolf Müller führte er in der Pfarrkirche untergeordnete Dekorationsmalereien aus. Historische Bedeutung erlangte er durch die vier Miniaturen, mit denen er das Silberne Landbuch von 1585 ausschmückte. Darunter findet sich die älteste farbige Darstellung des Fleckens Appenzell mit vielen ikonographisch interessanten Details. 1590 schuf Girtanner zwei Flügel eines ansonsten verlorenen Altarwerkes. Diese befinden sich in der Andachtskapelle St. Verena beim Abstieg von der Steig in die Lank. 1597 folgte der eindrückliche Flügelaltar für die Siechenkapelle in Appenzell. In der Folge drang sein Ruf über Appenzell hinaus, was daran zu erkennen ist, dass er auch für die Kirche in Wangs den Hochaltar bemalen durfte. Im Jahr 1600 verstarb Girtanner. Sein Sohn Moritz Girtanner (1575-1629) führte die Kunstmaler-Tradition weiter.
Text: Stephan Heuscher, Appenzell
Literatur:
Appenzeller Geschichte, Bd. I, S. 456f.
Fischer, Rainald. Die Kunstdenkmäler des Kantons Appenzell Innerrhoden, Basel 1984, S. 114, 158, 314 und 370f.
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