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Die Pfarrkirchen von Erstfeld
Über das Gotteshaus, in welchem die Erstfelder an jenem denkwürdigen Tag die Gründung ihrer Pfarrei - und damit ihrer politischen Gemeinde - feierten, wissen wir nur wenig. Immerhin können wir der Chronik von Pfarrer Gedeon Furrer, der beim Bau der Kirche 1870-72 als Vikar mit dabei war und ein ausführliches Protokoll erstellte, entnehmen, daß die bereits 1318 erwähnte Kirche mehrmals einen Ausbau erfahren haben dürfte. Beim Abbruch vom Jahre 1870 seien drei Verputzschichten sowie vermauerte Eingänge zum Vorschein gekommen. Stehen blieb damals nur der alte Turm. Aber auch er mußte Verluste in Kauf nehmen, wurden doch Fresken, die 1736 vom Altdorfer Kunstmaler Karl Leonz Püntener angebracht worden waren, mit dem Verputz heruntergeschlagen. Sie hatten den HI. Ambrosius und den SeI. Bruder Klaus dargestellt, überhöht von zwei trutzigen Stierköpfen. Wie der spätere Pfarrer Gedeon Furrer schreibt, wies das älteste Gotteshaus noch zierliche spätgotische Fensterbögen auf, während der Turm in den untern Teil noch romanische Spuren besaß.
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Brosy Dietli stiftet 27 Sonnenkronen an die Armen zu Erstfeld und 30 Kronen an den Bau der Kirche daselbst. Sein Sohn Hans Dietli zinst um 1508 26 Plaphart und ein Angster an die Frühmessepfründe in Altdorf ab "Hus und Hofstatt zu Oersfeld, als in einem Hag gelegen". (Bruderschaft zum alten Grysen, Altdorf)
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Die am 6. Oktober 1872 ein geweihte Kirche, nachweisbar die dritte Erstfelds, erbaut unter Pfarrer Ambros Furger, blieb bis zum Sommer 1956 stehen, worauf der vom Luzerner Architekten Isidor Sutter-Meyer entworfene, für 75921 Franken erstellte Bau einer «durchgreifenden Renovation» unterzogen wurde, für welche Architekt Josef Steiner, Schwyz, verantwortlich zeichnete. Dabei wurde das von Baumeister Josef Spalt aus Rugels, Liechtenstein, seinerzeit erbaute 400-plätzige Kirchenschiff etwas verlängert; ein neues Chor gab dem Gebäude ein anderes Gesicht, und der Turm wurde völlig neu erstellt. Das Hochaltarbild von Kunstmaler Josef Heimgartner und die Seitenaltarbilder von Paul Melchior von Deschwanden mußten weichen; die vier Glocken wurden heruntergeholt. Während zwei von ihnen wieder im neuen, fünfstimmigen Geläute mit jubeln, wurden die andern zwei in die neuerbaute St.-Anna-Kirche in Glattbrugg ZH weitergegeben, da sie nicht mehr in die Harmonie der neuen, von der Glockengießerei Rüetschi in Aarau hergestellten Glocken paßten.
Einweihung 1958
Das heutige Gotteshaus, das 1,067 Millionen Franken kostete, wurde am Fest Maria Lichtmeß 1958 feierlich eingeweiht; die Glockenweihe hatte am 25. August 1957 stattgefunden. Mit der alten Kirche, bei welcher auf einem Stich von Xaver Triner der romanische Turm noch erkennbar ist, fiel im Jahre 1870 auch die Friedhofkapelle der Spitzhacke zum Opfer. Im Türmchen dieser alten Schutzengel- oder Beinhauskapelle hing ein Glöckchen, das ein Geschenk des berühmten Generals Sebastian Peregrin Zwyer aus Altdorf war. Nach dem Abbruch der Kapelle kam das Glöcklein in die St.-Josefs-Kapelle in Wattingen, wo es bald darauf bei Bauarbeiten für die Gotthardbahn durch einen Sprengschuß zerstört wurde. Leider wurden beim Abbruch der ersten Kirche im Jahre 1870 auch zwei kostbare Ritzfiguren verschachert, Maria mit dem Kind und Antonius den Einsiedler darstellend. Glücklicherweise kamen sie später ins Historische Museum Uri, von wo sie in verdankenswerter Weise wieder den Weg in die neue Pfarrkirche von Erstfeld fanden den, wo sie nun die beiden Seitenaltäre zieren.
Besondere Kostbarkeiten
Sehr wertvoll ist auch das alte große Kruzifix an der rechten Seitenwand, das nach dem Urteil von Kennern aus dem 16. Jahrhundert stammen soll. Eine besondere Kostbarkeit aus Erstfeld birgt das Historische Museum von Uri in Altdorf, das Fragment eines 1421 datierten Fastentuches mit Szenen aus dem Alten Testament. Auch ein frühgotischer Ambrosius aus der Pfarrkirche zählt zu dessen Prachtstücken. Der Hl. Ambrosius von Mailand, Bischof und Kirchenlehrer, sowie der hl. Othmar, erster Abt des Klosters St. Gallen, sind gemäß Ablaßbrief von 1318 die Patrone der Erstfelder Pfarrkirche. Durch diese beiden Männer wurde das Gotthard-Säumerdorf mit dem Süden und dem Norden verbunden. Während die Lombardei schon seit der Eröffnung der Schöllenenschlucht auf die Urner einen eigenen Reiz ausgeübt hatte, weist der Hl. Othmar nach Konstanz hin, wo sich der bischöfliche Oberhirte für die Urschweiz niedergelassen hatte. Es ist sehr bedauerlich, daß die Pfarrbücher aus den ersten Jahrhunderten der Selbständigkeit von St. Ambros und Othmar verloren gingen. Erst kurz nach 1600 beginnen die Aufzeichnungen über Taufen, Todesfälle und Eheschließungen; das Register über die Firmungen geht gar auf 1661 zurück. Thomas Herger vermutet, daß Altdorf auch nach der Abkurung noch die pfarramtlichen Bücher weiterführte, die dann leider beim großen Brand von 1799 vernichtet wurden. Erfreulicherweise ist aber ein Verzeichnis der Kirchen- und Kapellenvögte Erstfelds aus dem Jahre 1582 erhalten geblieben, das als ersten Kirchenvogt einen Hans Wipfli nennt. Anderseits finden wir in einem Verzeichnis der Verstorbenen der bereits zu TeIls Zeiten existierenden Bruderschaft des des Priester-kapitels der Vierwaldstätte aus dem 15. Jahrhundert die Namen einiger Seelsorger, leider ohne jegliche Datumsangaben.
Grosszügige Spender
Großzügige Spender gestatteten es, daß schon mit der Abkurung an den Bau eines eigent-lichen Pfrundhaues geschritten werden konnte. Ein Mathys Nidtkilchen und seine Ehefrau Anna Zäbnet sollen - gemäß Jahrzeitbuch - «sitz und blatz zur pfruond» gegeben haben. Später haben die Gebrüder Bonifacius und Florin Müller «gulden an barem gelt» gespendet, und Margret Zberg, die Gattin von Bonifacius, vermachte «ein stukh matten ab dem Uesslen an ein ewig gestift Jahrzeyt». Es handelt sich um das heutige Pfarrmätteli, so daß der 1938 erbaute Pfarrhof also an historischer Stelle steht. Das Pfarrhelferhaus in der Jagdmatt dürfte auf die Stiftung der dortigen Pfründe im Jahre 1515 zurückgehen. Gemäß Landratsprotokoll baten Abgeordnete aus Erstfeld im Jahre 1555 die unter Landammann Büeler versammelten Ratsherren um eine Beisteuer an das Sigristenhaus von Erstfeld, das 1749 unter Kirchenvogt Anton Leonz Tresch fast ganz neu aufgebaut wurde. Als das Fraumünster Zürich im 15. Jahrhundert auf Zehnten und Abgaben - die ohnehin mager ausfielen - verzichtete, entwickelten sich Pfarrei und politische Gemeinde zu einer Einheit. Sie erhielten gemeinsame Grenzen. Die «Kirchgemeinde» wurde Realität. Der «Rat» oder das «Dorfgericht» waren die Behörde für «Kirche und Staat», während der Pfarrer die Stiftungen der Kirche verwaltete, was vom Konzil von Trient (1545-1563) genau geregelt worden war. Nur die Frage der Zuständigkeit bei Pfarrwahlen wird immer wieder zu Streitigkeiten Anlaß geben.
Die Jahre nach der Verselbständigung
Die Jahre des «Übelstandes, ... als die Kirche von Örschfäld noch zur Pfarrkirche von Altdorf gehörte», waren nun vorbei. Erstfeld war stolz auf seine Unabhängigkeit und doppelte 1515 mit der Errichtung einer Kaplaneipfründe an der Jagdmattkapelle gleich nach. Das Verzeichnis der Pfarrherren ist - aus anderswo erwähnten Gründen - sehr lückenhaft, so daß Pfarrer Thomas Herger in seiner Schrift «Die Pfarrgeistlichkeit von Erstfeld» (Selbstverlag 1970) kein fortlaufendes Register ausweisen kann. Wir lesen dort aber vom Altdorfer Pfarrer Andreas Sträler, der die Abkurung besorgte, und finden dann 1556 einen nächsten in der Person von Johann Anton Giroldis aus Blenio, der in diesem Jahr ins Urner Bürgerrecht aufgenommen wurde. Ihm folgen verschiedene Namen, dann schweigen die Pfarrbücher, weil sich Kaspar Metzger infolge der schrecklichen Pestseuche 1610 in Sicherheit begeben mußte.
Gründer der St. Antonius Bruderschaft
Als vermutlich erster in Erstfeld beerdigter Pfarrherr wird 1613/14 Johann Stock aus Entlebuch genannt. Er dürfte der Gründer der Sankt- Antonius-Bruderschaft gewesen sein, deren ältestes Sterbebuch auf 1614 zurückgeht. Mit der ihm angeborenen Zuverlässigkeit begann Johannes Falger aus dem benachbarten Schwabenland im Jahre 1620 die Führung der Pfarreibücher. Damit machte der «Suevus egregius», der vorzügliche Schwabe, die Erstfelder Geschichte langsam durchsichtig. Seine Tätigkeit war aber von kurzer Dauer, denn 1623 übernahm, als erster Urner, Kaspar Romanus Bader aus Altdorf das Zepter, Sohn des Theoderich und der Ursula Ruodin. Im Jubeljahr 1625 pilgerte er nach Rom und erbat sich die Einführung der Rosenkranz-Bruderschaft an seiner Pfarreikirche, die er aber bereits 1629 verließ, um die Pfarrstelle von Bürglen anzutreten. Kaspar Romanus Bader war eine Zeitlang Kämmerer des Priesterkapitels der Waldstätte.
Pestzeit
Von 1629 bis 1671 betreute Nikolaus Thong aus dem Maggiatal die vom Beulentod arg heimgesuchte Pfarrei. Innert vier Monaten hatte er 1629 von seinen 400 Pfarrkindern nicht weniger als hundert zu Grabe zu begleiten. Er blieb der Pfarrei aber treu, gewann großes Ansehen und setzte sich als Erbauer der jetzigen Jagdmattkapelle im Jahre 1637/38 ein bleibendes Denkmal. Er soll sich auch um die Erstfelder Schule verdient gemacht haben. Über 40 Jahre wirkte dann Johann Peter Tanner von Altdorf, bis 1742 Lehrer an der dortigen Lateinschule, Pronotarius apostolicus und Sextar des Priesterkapitels der Vierwaldstätte sowie Begründer der Bruderschaft Maria zum Troste, in Erstfeld. Sein wertvoller Barockkelch ist heute noch erhalten.
Erster gebürtiger Erstfelder Pfarrer
Erster gebürtiger Erstfelder Pfarrer war von 1829-1873 Ambros Furger, Sohn des Kirchenvogtes Johann Furger und der Maria Franziska Lusser. Unter ihm wurde 1872 die neue Pfarrkirche eingeweiht. Er war lange Zeit Mitglied der Zentralkommission und der Zentralarmenpflege. Er starb am 30. Mai 1876 als Resignat im alten Pfarrhof. Ein verdienter Erstfelder Priester war auch Pfarrhelfer Seb. Hch. Püntener, der von den Franzosen derart mißhandelt wurde, daß er an den erlittenen Verletzungen starb.
Loslösung der Jagdmatt
Ein Großereignis in der Pfarreigeschichte Erstfelds war die Loslösung der Jagdmatt von der Pfarrei, die am 6. April 1515 erfolgte. Die «hochobrigkeitliche Landeskapelle» hatte nun einen eigenen Kaplan, der dann ab 1799 auch Pfarrhelfer der Pfarrkirche war, womit er zur Mitarbeit in Pfarrei und Schule herangezogen wurde. Ob er schon vorher als Schulmeister geamtet hatte, wissen wir nicht. Den ersten Schulmeister finden wir 1635 dokumentiert. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Pfarrei Erstfeld Besitzerin des Landesheiligtums, wobei der seit Menschengedenken gehaltene Bittgang vom Markustag, 25. April, beibehalten blieb. Leider kennen wir den Namen des ersten Jagdmattkaplans nicht. Erster Erstfelder war aber Peter Zgraggen, der diesen Posten von 1657 -58 versah. Über die Jagdmatt wird an anderer Stelle ausführlich berichtet. Als Frucht einer erfreulichen Zusammenarbeit zwischen Priesterschaft, Behörden, Vereinen und Spendern konnte die Kirchgemeindeversammlung am 13. Juli 1915 die Erstellung eines Kaplanei- und Vereinshauses, der 3. Pfründe, beschließen. Josef Maria Aschwanden bezog als erster Kaplan im Juni 1916 den Neubau, der eine lebhafte Baugeschichte aufzuweisen hatte.
Die Pfarrei St. Ambros (Pfarrer Bruno Frei)
Nach dem 11. Vatikanischen Konzil versteht sich die Kirche als wanderndes Gottesvolk. Gottes Offenbarung und Heilswirken am Menschen sind nicht ausserhalb der geschichtlichen Erfahrung zu suchen. Gott bleibt zwar die absolute Zukunft der Geschichte und des Menschen. Die Kirche steht aber in gewissem Sinn in einem geschichtlichen Wandel. Darum ist sie immer wieder neu aufgefordert, sich der veränderten, geschichtlichen und gesellschaftlichen Situation zu stellen. Nur so kann sie ihrem Auftrag gerecht werden und dem Wort Gottes und der Wahrheit des Heiligen Geistes treu und gehorsam bleiben.Dabei darf sie sich nicht einfach dieser Welt angleichen (Röm. 12,2), sondern hat in wacher Sorge zu sein, Salz zu bleiben, das nicht schal wird. (vgl. Mt. 5,13). Was hiervon der Kirche im allgemeinen gesagt wird, dürfte auch für die Ortskirche, die Pfarrei, richtungsweisend sein. Die Pfarrei wird nach wie vor die gegebene Lebensform der Kirche bleiben. Sie ist die soziologische Grundlage der Verkün-digung und Seelsorge der Kirche. Rückblick Die St. Ambrosius-Pfarrei Erstfeld konnte am Kilbisonntag, den 16. Oktober 1977, die 500-Jahr-Feier begehen (1477- 1977). Die Geschichte der Pfarrei ist im Dorfbuch 1977 von Kurt Zurfluh eingehend gewürdigt worden. Die folgenden Ausführungen wollen zunächst den Faden der kurzen Vergangenheit seit 1977 aufnehmen und einige Ereignisse dokumentieren, die für die Pfarrei von Bedeutung waren, und dann einige Überlegungen für die Zukunft anstellen.
Letzter Pfarrhelfer
Am Vorabend der Feier trat als Nachfolger von Pfarrhelfer Thomas Oefelin Pfarrhelfer Leo Rickenbacher sein Amt an. Er sollte der letzte geistliche Pfarrhelfer sein. Fast zehn Jahre hat er der Pfarrei die Treue gehalten. Im Herbst 1986 wurde er ehrenvoll als Pfarrer nach Schwanden GL gewählt. Pfarrhelfer Rickenbacher wird in der Pfarrei als pflichtbewusster Priester und liebenswürdiger Mitmensch in guter Erinnerung bleiben.
Verstorbene Priester
Erstfeld hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Reihe tüchtiger Priester und Ordensleute hervorgebracht. Sie haben sich um Heimat und Kirche sehr verdient gemacht. Fünf von ihnen - in den letzten zehn Jahren verstorben seien stellvertretend erwähnt, da ihre Namen noch bekannt und vielen Zeitgenossen in Erinnerung sind: Pfr.-Res. Ambros Zurfluh, ehemals Pfarrer von Zürich-St. Konrad, +1979; Siegfried Gnos, ehemals Pfarrer von Hospental, Göschenen und Bauen, +1980; alt Staatsarchivar Hans Schuler, Jagdmatt, + 1981; Dompropst Josef Ambros Furrer, Chur, +1984; Pater Bonifaz Furger, Kapuziner, Altdorf, + 1987. Drei der Verstorbenen harren auf dem Friedhof Erstfeld der Auferstehung.
Mitverantwortung der Laien
Die Seelsorge allein durch geweihte Priester dürfte seit dem unmissverständlichen Bekenntnis des Konzils zur Mitverantwortung der Laien endgültig der Vergangenheit angehören. Diese Prognose ging auch in unserer Pfarrei in Erfüllung. Nach Bekanntwerden des bevorstehenden Wegzuges von Pfarrhelfer Rickenbacher (1986) war es nicht leicht, die entstehende Lücke mit einem geeigneten Seelsorger zu besetzen, zumal infolge Priestermangel Chur keinen Ersatz stellen konnte. Durch glückliche Fügung konnte in der Person von Stanko Martinovic -Susac ein bestausgewiesener Pastoralassistent gewonnen werden. Die Dezember-Kirchgemeinde 1986 hat ihm dann auch das Vertrauen ausgesprochen, indem sie ihn einstimmig gewählt hat. Inzwischen hat sich Herr Martinovic sehr gut in der Pfarrei eingelebt und erfüllt mit vorbildlichem Einsatz eine vielfältige Palette seelsorglicher Aufgaben, insbesondere im Bereich der Katechese, der Erwachsenenbildung sowie der Kranken- und Jugendseelsorge. Auch eine erfreuliche Zahl Pfarreiangehöriger stellte sich für katechetische und liturgische Dienste zur Verfügung. Vorab im Bereich der Katechese wirken etliche Laien-Lehrkräfte mit, was dankbare Anerkennung verdient. Im Herbst 1990 erhielten zudem 16 Frauen und Männer aus der Pfarrei, nach Absolvierung des vorgeschriebenen Kurses, die bischöfliche Beauftragung für den Kommunion-Spendedienst und den Dienst bei der Krankenkommunion. Das bedeutet für die Seelsorger eine grosse Unterstützung und Entlastung.
Wegzug der Lehrschwestern
Die Pfarrei schwer getroffen hat der Wegzug der Lehrschwestern aus dem Kirchmattschulhaus. Vom Mutterhaus in Menzingen kam 1990 die Nachricht, die zwar nicht ganz unerwartet, jedoch nicht mehr abzuwenden war. Der Orden war leider aus Mangel an Berufen gezwungen, die Lehrschwestern auch aus Erstfeld zurückzuziehen. Diese Nachricht machte betroffen und verursachte tiefstes Bedauern. Hat man die Schwestern schon seit einigen Jahren im Lehrkörper vermissen müssen, fehlen sie nun sehr in unserer Pfarrfamilie. Das über 100jährige Wirken der Menzingerschwestern möge auch die Zukunft von Erstfeld prägen.
Weg in die Zukunft
Die Aufgaben der heutigen Pfarreiseelsorge sind vielfältig geworden. Schon Papst Pius XII. (1939-1958) hat immer wieder eingeschärft, dass die aktive Mitarbeit der Laien an der Missionierung der Welt heute eine unerlässliche Aufgabe sei. Durch die Gründung von Pfarrei- räten sollen der Pfarrei gerade heute viele neue Helfer und Mitarbeiter zuwachsen, die Kraft und Zeit aufwenden, um eine Pfarrei mit neuem Leben zu erfüllen. Die Situation in unserem Bistum ist geprägt durch die Auseinandersetzungen um die Nachfolge von Diözesanbischof Johannes Vonderach. Die Diskussion um innerkirchliche Fragen dogmatischer und diszi-plinärer Art verunsichert viele Gläubige. Anderseits werden nicht wenige zu engagierterem Nachdenken über ihre christliche Glaubensgrundlage und ihr Zeugnis in der heutigen Welt angeregt. Es ist hier nicht der Ort, alle Probleme aufzulisten. Die modernen Medien tun das ausgiebig. Es wäre aber einseitig, die derzeitige kirchliche Lage nur unter negativen Aspekten zu sehen. Es gab doch kaum eine Zeit, in der sich so viele Gläubige um die Sache Christi und seiner Kirche interessierten und engagierten. Wir dürfen in der heutigen Situation sicher das Walten und Wirken des Heiligen Geistes spüren. Dieser Beistand ist uns vom Herrn für alle Zeiten versprochen. Wir wollen vermehrt versuchen, den aufbauenden Dialog zu pflegen und das Kernstück der christlichen Botschaft, nämlich die Liebe, zu leben. Das war schon das Anliegen des Apostels Paulus und gilt für Christen aller Zeiten. Das weckt aber auch neu die Hoffnung, die Kirche, und damit die Seelsorge, habe die Kraft, die Botschaft ihres Meisters auch in einer veränderten Zeit- und Lebenssituation glaubwürdig den Menschen zu verkünden. Für die Zukunft der St. Ambrosiuspfarrei möchte ich für Seelsorger und Gläubige das Wort des heiligen Paulus verwirklicht sehen: «Wir sind nicht Herren über eueren Glauben, sondern Helfer zu eurer Freude.» (2 Kor. 1, 24).
Die Kirche von Erstfeld (Dr. Hans Stadler)
Die Kirche St. Ambrosius und St. Othmar ist 1318 erstmals erwähnt (1870-72 Neubau, 1956-58 Renovation und Erweiterung). 1393 wurde die Seelsorge zwischen den Kirchgenossen von Erstfeld und dem Pfarrer von Altdorf geregelt, 1477 erfolgte die Abkurung von der Landespfarrei Altdorf. 1515 wurde die Kapelle Jagdmatt mit einer Pfründe ausgestattet. 1482 und 1504 wurde je ein Steuerbuch der Gemeinde angelegt. 1635 ist ein Schulmeister erwähnt. 1555 erhielten die Kirchgenossen vom Land Uri den Stegbannwald. Die Hirte Surenen wurde schon früh von E. gemeinsam mit Altdorf und Attinghausen verwaltet, wofür die drei Gem. spätestens ab 1635 jährlich eine Prozession zur Kapelle in der Blackenalp abhalten mussten.