Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03555.jsonl.gz/872

Schweizer Illustrierte: Baschi, wo am Körper tuts Ihnen weh?
Baschi: Als ich noch regelmässig tschuttete, hatte ich ständig Probleme mit der Leiste. Meine Fussball-Kumpel sagten immer, ich solle weniger Sex haben. Ich spiele jetzt weniger Fussball.
Aber ich habe Senkfüsse und trage Einlagen.
Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Das weiss ich nicht. Ich muss meine Mutter anrufen. (Er nimmt sein Handy und ruft Mama Monika an.) Franziska!
Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Ich bin glücklich mit meinem Job. Er ist meine Leidenschaft. Auch wenn ich manchmal Zwölf-Stunden-Tage habe und auch am Wochenende arbeite, will ich nicht reduzieren.
Als Sie Kind waren: Was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt?
Baschi, sei still. Nein, Baschi, spiele nicht auf deiner Gitarre, und blamiere uns nicht schon wieder vor der ganzen Familie!
Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Wahrscheinlich in der Schule. Einen Topflappen oder einen Adventskalender. Ich bin ein Bastel-Verweigerer! Das mache ich überhaupt nicht gerne.
Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nein, aber ich bin ein Befürworter - und ein fauler Siech, deshalb habe ich bis jetzt noch keinen. Wenn ich hier und jetzt ein Formular vor mir hätte, würde ich es sofort ausfüllen.
Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Eins meiner schönsten Lieder: «Es rägnet Gold». Sonst bin ich offen. Vielleicht Johnny Cash?
Haben Sie ein Tattoo?
Ich habe sechs! Meine beiden Tattoos auf den Armen hat meine Mutter entworfen. Dann habe ich eines auf der Brust, das ich mir an einer Party stechen liess, als ich zu viel getrunken hatte... Es sieht aus wie eine Tarantel. Oder ist es ein Tintenfisch? Das würde ich nicht nochmals machen, ich bereue es aber nicht. Auf dem Oberschenkel habe ich einen Anker mit dem Geburtsdatum meines Vaters, der vor ein paar Jahren an Krebs verstorben ist. Dann noch eine vermummte Frau auf ...? Und auf den Füssen den Titel meines letzten Albums, «Endstation. Glück.».
Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ja, aber nur in Absprache mit meinen engsten Freunden und meiner Familie.
Über welche Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Ich hoffe, man wird aus meinen Liedern zitieren. Meine Texte sind für den Frieden und gegen Krieg - jeglicher Art, kulturell und religiös. Und gegen Hass, Gewalt, Diskriminierung.
Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Träume dürfen nie sterben.
Welche Pille sollte erfunden werden?
Die Pille gegen den Hangover. Viagra gibts ja schon. Sonst bin ich wunschlos glücklich (lacht).
Falls Ihr Leben verfilmt wird: Welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Joel Basman. Er ist mutig, nimmt herausfordernde Rollen an. Solche Menschen braucht die Schweiz.
Als Sie 16 waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Chaotisch. So bin ich heute noch. FCB- und Snowboard-Poster an den Wänden. Absolut durchschnittlich.
Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Von meiner Mutter: Hör auf dein Herz. Mach nur das, was du wirklich willst.
Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Sonja aus Gelterkinden BL. Ich erinnere mich noch an die genaue Adresse. Ich war elf oder zwölf.
Wer ist Ihr bester Freund?
Philippe Merk. Er war Gitarrist in meiner Band. Jetzt besitzen wir ein Tonstudio zusammen. (In diesem Moment ruft Merk an. Baschi schaut verdutzt aufs Handy, antwortet aber nicht.)
Das gibts ja nicht! Seit elf Jahren sind wir befreundet - er weiss alles von mir.
Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Meine Mutter wollte mir auf den letzten Geburtstag einen schönen Ring schenken. Auf den habe ich mich sehr gefreut, doch ich habe ihn bis heute nicht erhalten.
Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Der Bau meines Tonstudios zusammen mit Philippe. Das habe ich von A bis Z durchgezogen, Verantwortung übernommen, Geld investiert. Es hatte viel mit meiner persönlichen Entwicklung zu tun.
Die dümmste?
Ich habe täglich dumme Ideen. Ohne dumme Ideen entstehen keine guten. Ich scheue mich nicht davor, mich zu blamieren. Das Tattoo auf der Brust war wohl eine dumme Idee.