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Kopfschmerzen sind kein Phänomen der Neuzeit. Berichte über Kopfschmerzsymptome lassen sich bis ins sechste Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Auch die Migräne ist seit alters her bekannt: Hippokrates beschrieb rund 400 Jahre vor Christus eine typische Migräneattacke. Die Bezeichnung Migräne ist abgeleitet vom griechischen Begriff «Hemicrania» (halbköpfig) und geht auf den griechischen Arzt Galen zurück.
Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz
Wichtig ist die Abgrenzung von Migräne gegenüber anderen Kopfschmerzen, denn man kennt über 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die International Headache Society teilt sie seit 1988 nicht mehr nach Ursache, sondern nach Art und Häufigkeit der Symptome ein. Seit 2003 ist folgende Unterscheidung internationaler Standard:
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Primäre Kopfschmerzen
Darunter fällt die Migräne, ebenso Spannungs-Kopfschmerz oder Cluster-Kopfschmerz. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass die Ursache der Kopfschmerzen nicht eindeutig bekannt ist. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass verschiedenartige Mechanismen im Gehirn selbst zur Entstehung der Kopfschmerzen beitragen.
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Sekundäre Kopfschmerzen
Darunter fällt eine Vielzahl von Kopfschmerz-Syndromen. Die Schmerzform tritt als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf. Ursachen für sekundären Kopfschmerz sind zum Beispiel Verletzungen, Tumore, Augenerkrankungen, Bluthochdruck oder auch Zahnfehlstellungen.
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Andere Kopfschmerzerkrankungen
In der dritten Gruppe finden sich verschiedenartige Kopfschmerzen, deren Entstehung durch ganz spezielle Mechanismen ausgelöst wird. Über 90 Prozent aller Kopfschmerz-Erkrankungen sind Migräne und Spannungs-Kopfschmerzen aus dem Bereich «Primäre Kopfschmerzen». Wichtig ist die Unterscheidung zwischen diesen beiden Kopfweharten: Spannungs-Kopfschmerzen verbessern sich bei einer leichten körperlichen Aktivität, während sich eine Migräneattacke durch körperliche Aktivität verschlimmert. Bei Spannungs-Kopfschmerzen wird ein dumpfer, drückender Schmerz wahrgenommen, der zwar Schmerzen verursacht, aber in den meisten Fällen die Verrichtung von alltäglichen Dingen nicht behindert. Anders als bei der Migräne, treten zudem meist keine Begleitsymptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit auf.
Arzt oder Ärztin verschafft Klarheit
Anhand der Krankheitsgeschichte mit Art, Dauer und Häufigkeit der Beschwerden sowie der Begleiterscheinungen kann der Arzt oder die Ärztin meist schon in einem persönlichen Gespräch feststellen, ob es sich um Migräne oder andere Kopfschmerzarten handelt. Sind die Symptome unklar, werden weiterführende Untersuchungen durchgeführt.
Aus den Resultaten lässt sich die individuelle Therapie-Form ableiten. Migräne ist nicht heilbar. Aber sie lässt sich in den meisten Fällen wirkungsvoll behandeln. Welche Medikamente für welchen Menschen sinnvoll sind, ist unterschiedlich. Es gibt heute gut verträgliche Substanzen, die sowohl bei leichten, mittleren als auch bei schweren Attacken wirken.
Nach Empfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft können zur Akutbehandlung einerseits Schmerzmittel aus der Gruppe der Nichtopioid-Analgetika wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Ibuprofen und andererseits spezifische Migränetherapeutika aus den Gruppen der Triptane eingesetzt werden. Diese können in Form einer Pille oder neu auch als sehr rasch wirkender und handlicher Einmaldosis-Nasenspray (Wirkstoff Zolmitriptanum 5 mg) verabreicht werden. Dieser Nasenspray kann als Notfall-Medizin in der Handtasche mitgeführt werden und verschafft sehr rasch Linderung – schon in der Anfangsphase eines Migräneanfalls.
Ergänzende Therapiemassnahmen
Dazu gibt es eine Vielzahl ergänzender Massnahmen, die individuell Erleichterung verschaffen. Viele Betroffene ziehen sich in ein dunkles Zimmer zurück. Anderen bringt die Kälte eines Eisbeutels Linderung. Im Bereich der Komplementärmedizin erzielen Betroffene gute Resultate mit Akupunktur und homöopathischen Mitteln, alternativ kann auch autogenes Training helfen.