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Situation in der Schweiz
Seit 2009 werden in der Schweiz vermehrt Tiere gesichtet oder nachgewiesen. Dabei spielt die Entwicklung der Otterpopulationen in den Nachbarländern eine grosse Rolle: In Frankreich ziehen einzelne Fischotter der Rhone flussaufwärts. Das eine oder andere Individuum aus dem Bestand in der Haute-Savoie hat sich bereits über die Schweizer Grenze getraut. Rascher voran schreitet die Wiederbesiedlung der östlichen Alpen: Die Bestände in Österreich breiten sich gegen Westen aus. So sind 2017 Fischotter aus Österreich in die Schweiz eingewandert. Als Vernetzungsachse kommt dem Inn dabei eine tragende Rolle zu.
Schlagzeilen machte 2009 ein Otter, der in einer Fischtreppe beim Kraftwerk Reichenau im Kanton Graubünden fotografiert wurde. Es war die erste Sichtung dieser Art nach 20 Jahren otterfreie Schweiz. War dieser Otter ein erster Vorbote einer Wiederbesiedlung? Oder ein aus Gefangenschaft entwichenes Tier? Seine Herkunft bleibt bis heute ungeklärt.
Seither wurden Fischotter an fünf Schweizer Fliessgewässern bestätigt: an der Aare, am Hinterrhein, am Ticino, an der Rhone und am Inn. Während die meisten dieser Einzeltiere auf eigenen Pfoten eingewandert sind, bestehen mindestens am Vorkommen an der Aare um Bern berechtigte Zweifel. Hier entwichen 2005 bei einem Hochwasser Fischotter aus dem Gehege des Tierparks Dählhölzli. Sie pflanzten sich sicher einmal in Freiheit fort, bevor sie wieder eingefangen wurden. Der Nachwuchs überlebte und blieb. Ab 2007 wurde in der Region regelmässig jeweils ein Tier gesichtet. 2014 zeigten Kamerafallen überraschenderweise zwei Individuen, kurz darauf konnte der erste Nachwuchs bildreich dokumentiert werden. Weitere Jungtiere wurden in den folgenden Jahren nachgewiesen – eine Arealvergrösserung wurde jedoch erst im Frühjahr 2018 beobachtet.