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KI ist viel mehr als nur Nebeneffekt
Anreize für die Mitarbeitenden schaffen
Es reicht jedoch selten aus, dass die Mitarbeiter Verständnis für die neue Technologie haben, wenn sie darüber hinaus auch ihre Einstellung und ihr Verhalten ändern sollen. Meist sind zusätzliche Anreize erforderlich.
Ein Beispiel: Nehmen wir an, die Einführung des E-Mail-Routers ermöglicht eine Reduzierung des Personalbestands um 50 Prozent. Was aber, wenn der Erfolg in dem Unternehmen kulturell durch die Anzahl der dem Projektleiter unterstellten Mitarbeiter definiert wird? In diesem Fall wird das Vorhaben kaum über das Proof-of-Concept-Stadium hinauskommen – das Unternehmen wird in diesem Fall die Verantwortung nicht übernehmen.
Es gibt drei Arten von Anreizen: Jene, die den Einzelnen erfolgreicher machen; jene, die das Leben und/oder die Arbeit erleichtern; und jene, welche die gewünschten Emotionen hervorrufen. Die meisten Mitarbeiter wollen erfolgreich sein oder zu einem erfolgreichen Team gehören. Kaum jemand würde etwas ablehnen, das sein Leben leichter macht. Andererseits stösst jede Veränderung, die als hinderlich für die Karriere empfunden wird, oder die zu Mehrarbeit führt oder die Arbeit erschwert, auf Ablehnung. In manchen Fällen mag es ausreichen, in einer Schulung zu erklären, wie die Mitarbeiter durch den Einsatz des E-Mail-Routers erfolgreicher sein werden. In anderen Fällen ist mehr nötig.
Emotionen können dabei ein grosser Anreiz sein. Dazu gehören Gefühle der Zugehörigkeit, Identifikation, Sehnsucht, Spannung, Aufregung, Freude, Vertrauen, Zuversicht und so weiter. Die Ankündigung des E-Mail-Routers sollte so erfolgen, dass mindestens eine dieser Emotionen ausgelöst wird. Wenn etwa die Mitarbeiter davon begeistert sind, durch die Einführung des E-Mail-Routers die Konkurrenz hinter sich zu lassen, kann dieses Gefühl zu einem wichtigen Motor für die notwendige Veränderung werden. Die Zahl der Anreize wird vervollständigt, wenn die Mitarbeiter nicht nur mehr Erfolg haben, sondern auch sehen, wie viel einfacher sie mit dem E-Mail-Router ihre Ziele erreichen können.
Erfolg, Emotionen und Leichtigkeit bilden das «Dreieck der Anreize», mit dem eine positive Einstellung zu den gewünschten Veränderungen geschaffen werden kann.
Gute Kommunikation ist sehr wichtig
Das Dreieck «Kommunikation × Intervention» enthält das Produkt aus Kommunikation und Intervention. Kommunikation ist in diesem Zusammenhang der gegenseitige Austausch von Informationen respektive das Produkt aus Interaktion und Information.
Interventionen sind direkte Eingriffe in Prozesse oder (Teil-)Systeme. Kommunikation und Intervention werden als ein Produkt betrachtet. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass jede Massnahme unter beiden Aspekten zu betrachten ist, da «man nicht nicht kommunizieren kann» und weil jede Kommunikation eine Auswirkung auf die Organisation oder ihre Prozesse hat. Jede einzelne Massnahme – ob ein neuer Prozess definiert, eine Schulung zum Projektverständnis durchgeführt oder ein neuer Anreiz geschaffen wird – stellt eine direkte Veränderung des Systems dar. Sie hat jedoch immer auch einen kommunikativen Aspekt, der unter keinen Umständen ignoriert werden darf.
Die Ankündigung der Einführung eines E-Mail-Routers mit einer bereits angesetzten Schulung sendet eine ganz andere Botschaft aus, als eine Ankündigung des Vorhabens, ohne dass eine Schulung vorgesehen ist. Wenn eine Schulung angesetzt wird, kann die Botschaft so wahrgenommen werden: «Das muss unserer Führung wichtig sein und sie sorgt dafür, dass wir alles bekommen, was wir für die Arbeit mit dem E-Mail-Router brauchen.» Wohingegen die Botschaft, wenn keine Schulung auf der Tagesordnung steht, so aufgefasst werden kann: «Es scheint nicht wichtig zu sein, ob wir den E-Mail-Router verwenden oder nicht.»