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Die niedersächsische Stadt Münster will Erdwärme aus alten Gasbrunnen gewinnen und als Nebenprodukt Lithium produzieren.
Münster hat etwa 2000 Bohrlöcher tiefer als 400 Meter, die nicht mehr genutzt werden und geschlossen werden sollten. Um die Schließung zu verhindern, wollen sie zu einem Geothermiekraftwerk umbauen. Zehn Prozent könnten zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Allerdings muss das Wasser wieder abgelassen werden, was aufwendige Bohrverfahren erfordert. Die Wasserwärme aus dem 5000 Meter tiefen Gasbohrloch beträgt 147 Grad und hat das Potenzial, als Energie genutzt zu werden. Es könnte durch einen Wärmetauscher geleitet und dann wieder in den Boden gepumpt werden, um Wärme zu erzeugen. Die entstehende Wärme will die Stadt nutzen, um zusätzlichen Strom und grünen Wasserstoff zu erzeugen.
Der letzte Test wird nächstes Jahr gemacht und dann kann der Bau beginnen. Im Erfolgsfall wird Geothermie bis 2026 rund 4.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen.
Die klima- und umweltschonende Weiterverwendung der Überreste aus der fossilen Ära sollte Vorbild sein für diesen Teil des Landes, in dem sich 90 Prozent aller deutschen Öl- und Gasquellen befinden.
Im Wasser ist auch ein wertvolles Mineral enthalten, Lithium. Laut der Firma Vulcan Energy können derzeit 90 Prozent des Lithiums im Wasser extrahiert werden. Lithium ist derzeit eines der begehrtesten Metalle der Welt und wird vor allem für die Herstellung von Autobatterien benötigt. Münster könnte 500 Tonnen Lithium pro Jahr produzieren.
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