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»Dieser Erfinder [Antonin Artaud] eines Theater der Grausamkeit verlangte vom Schauspieler, er solle wie ein Märtyrer lebendig verbrannt werden.«
Mit diesem Zitat aus einem Spiegel Artikel über Jerzy Grotowski und Antonin Artaud, mit dem ich auch 2017 meine Bachelor Thesis beendet habe, möchte ich nun meine Master Thesis eröffnen.
Ich frage mich, welche Formen von »verbrennen« und »Aufopferung des Spielers« - kurz: welche echte substanzielle Anteilnahme des Spielers am Spielvorgang in der heutigen Landschaft von Theater und den performativen Künsten existiert, welche verschiedene Spielweisen einen substanziellen Vorgang provozieren und wieso es sich lohnt substanzielle Vorgänge in der Kunst zu etablieren.
Ein substanzieller Vorgang beschreibt für mich eine Handlung, einen Akt, der über den theatralen dramatisch-fiktiven Rahmen hinaus eine Auswirkung und eine Konsequenz auf den Spieler und auf das Weltgeschehen hat.
So gibt es als einfaches Beispiel den Vorgang des Essens und des Rauchens in einer Inszenierung – sichtlich ist der Körper mit echtem Rauch oder echtem Essen beschäftigt. Auch wenn der Körper des Schauspielers physisch strapaziert wird, schwitzt, aus einer Höhe auf Weichmatten fällt, oder der Spieler kopfüber einen Monolog spricht, wäre diese Form des Vorgangs, mit ihrer echten Konsequenz, ein Substanzieller.
Die Substanz des Spielers wird bewegt, und diese Bewegung führt zu einem Mehrwert, einer Semiotik in der dramatischen Handlung oder im performativen Akt.