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Monsieur Clair, der Chefarzt des Seelenkrankenhauses Bucuresti dreht den Brillenbügel in seiner Hand, dann sagt er: “It ‘s not so bad, as it looks like, i don’t want to say, that you look bad, but, well, we have to bring your soul back in its proper environment.” Dann steckt er mich in einen winzigen Aufzug, der wohl noch aus den 20er Jahren stammt. Ich schliesse die zwei inneren Flügel, während Monsieur Clair mir nochmals zuraunt: “35th floor.” Ich drücke die drei, dann die fünf, obwohl das Haus nicht mehr als fünf Stockwerke zu haben scheint. Oben angekommen, führt mich linkerhand eine Türe zu meinem Apartment. Ein kleiner Balkon, der den Blick auf den Innenhof mit seinen Tauben und anderen mit Traubendreck überzogenen Balkonen frei gibt, führt mich schliesslich zu meinem Eingang. In der Wohnung riecht es nach Putzmittel. An den Wänden hängen billige Poster nostalgischer Fotos aus den 20er Jahren. Auf die Küchenkacheln hat jemand Muschel-Sticker geklebt, und einen Eisvogel.
Ich lege mich aufs Bett und breite meine Flügel auf einer verblichenen Bettdecke mit Blumenmotiven aus, die wohl einmal über einen Versandkatalog bestellt worden war. „Völlig verklebt!“, höre ich eine Stimme sagen. „In welchen Gefilden sind sie da bloss herumgeflogen!“ Ich träume von jungen Katzen und von Mircea, der sich im Traum mit dem Schriftsteller Mircea Cartarescu und dem Philosophen Mircea Eliade vermischt. Ich möchte den Widerspruch zwischen seiner spiegelglatten Oberfläche und seinen inneren Stürmen verstehen. Ich muss wohl davon ausgehen, dass seine inneren Stürme an ihm selber vorbeiziehen, als ob er selber bloss Zuschauer ist.
Verwirrt stehe ich auf. Ich habe drei Stunden geschlafen. Nachmittags sind die Träume am Intensivsten, vielleicht, weil dann die Türen zum Tiefschlaf noch nicht offen stehen und man in einer Zwischenwelt verweilt. Ich glaube, die Kunst des Lebens besteht darin, alle Handlungsstränge zusammen zu bringen, auch die verlorengeglaubten, die vergessenen, die ergebnislosen. Es muss einen Moment im Leben geben, indem alles aufgeht. Ich sage nicht, dass dieser Moment den Gesetzen der Logik folgt. Oder aber wir leben ein Leben im Tiefschlaf.