Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/2530

Lebensstandard, soziale Situation und Armut Daten, IndikatorenArmut
Zur Messung der absoluten Armut in der Schweiz wird eine Armutsgrenze in Höhe des sozialen Existenzminimums verwendet. Als arm gelten demnach Personen, die nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Die Armutsgrenze orientiert sich an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) und besteht aus einem Pauschalbetrag für den Lebensunterhalt, den individuellen Wohnkosten sowie monatlich 100 Franken pro Person ab 16 Jahren für weitere Auslagen. Im Jahr 2012 betrug die Armutsgrenze durchschnittlich rund 2200 Franken pro Monat für eine Einzelperson und 4050 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern.
In der Schweiz waren im Jahr 2012 7,7% der ständigen Wohnbevölkerung in Privathaushalten von Einkommensarmut betroffen. Dies entspricht rund 590‘000 Personen. Die mediane Armutslücke lag bei 19,1 Prozent, d.h. die Hälfte aller Armutsbetroffenen in der Schweiz musste mit einem verfügbaren Haushaltseinkommen leben, das maximal 80,9 Prozent ihrer Armutsgrenze entsprach. Besondere Risikogruppen sind Alleinerziehende, alleinlebende Personen, Personen ohne nachobligatorische Bildung, Nichterwerbstätige sowie Personen in Haushalten mit geringer Arbeitsmarktpartizipation.
Im Vergleich zum Jahr 2011 (7,4%) hat sich die Armutsquote nicht deutlich verändert. Seit Beginn der Datenerhebung 2007 hat die Armut in der Schweiz hingegen um 1,6 Prozentpunkte abgenommen. Die Armutslücke hat sich seit 2007 kaum verändert und bleibt auf dem gleichen Niveau.