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Gilda Brasileiro ist Jüdin und Afro-Brasilianerin. Sie lebt in einem Dorf im atlantischen Regenwald, in dem noch ein intaktes Sklavenhaus steht. Doch niemand vor Ort kann sich an die
Vergangenheit erinnern. Das kann Gilda nicht akzeptieren.
Da erfährt sie von einem Film-Wettbewerb, der Dorfbewohner aufruft ihre Geschichten zu notieren. Gilda erzählt von einer geheimen Sklavenroute und von ihrem Dorf als illegalem Umschlagplatz im größten Kaffee-Anbaugebiet des 19.Jahrhunderts. Knapp eine Million AfrikanerInnen gelangten nach dem Verbot des transatlantischen Sklavenhandels als Sklaven auf die Plantagen Brasiliens. Gilda findet aufschlussreiche Dokumente und konfrontiert die Erben der Sklavenhändler und Farmbesitzer mit ihrer Geschichte.
Wir begleiten sie dabei und ahnen noch nicht, dass uns diese Geschichte so nahe kommen würde.
Unbekannte Fotografien von Marc Ferrez, dem wichtigsten brasilianischen Fotografen im 19.Jh., zeigen versklavte Landarbeiter auf den Kaffee-Plantagen. Zum ersten Mal sehen wir keine stereotypen Studiofotografien von Sklaven, sondern Aussen-Aufnahmen arbeitender Männer, Frauen und Kinder. Sie bringen uns eine ferne Zeit irritierend nah in die Gegenwart.
Dokumentarfilm von Viola Scheuerer und Roberto Manhães Reis, 88 min., expected Frühjahr 2017