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Gute Trinkspiele sind Smalltalk-Ersatz und machen selbst aus dem grössten Spiesser eine Partymaus. Unter den tausenden Suff-Helfern, hat sicher jeder sein Favorit. Oft sagt das Lieblings-Trinkspiel mehr über den Charakter des Spielers aus, als man im ersten Moment denkt. Hier sind die bekanntesten Trinkspiele zusammengefasst:
Bierpong
Zwei Teams stehen sich an einem Tisch gegenüber. Jedes Team hat vor sich zehn Becher, zur Hälfte gefüllt mit Bier. Die eine Mannschaft versucht mit Tischtennis-Bällen in die Bierbecher des anderen Teams zu treffen. Getroffene Becher müssen vom Gegner ausgetrunken werden, wer zuerst alle Becher des Gegners getroffen hat, der gewinnt das Spiel.
Der Bier-Pong-Spieler ist ein ehrgeiziger Spieler. Seit er laufen kann, spielte er Fußball im Verein. Wenn er betrunken ist, erzählt er gerne die Geschichte von seinem entscheidenden Tor damals in der 5. Klasse. Weil sein Bauingenieur-Studium so anstrengend ist und das Bier in der Stadt so lecker schmeckt, hat er die Fussballkarriere mittlerweile an den Nagel gehängt. Seine einst sportliche Figur gleicht mittlerweile eher einer Kugel, als der von Cristiano Ronaldo. Das Einzige, dass er mit CR7 noch gemeinsam hat, ist sein Ehrgeiz und sein unbändiger Siegeswille. Deshalb wirft er jetzt Ping-Pong-Bälle in Becher, anstatt Lederbälle in Tore zu schießen.
Gemschen
Gemsch ist ein Würfelspiel. Gewürfelt wird reihum, dabei muss der Spieler immer mehr würfeln als sein Vordermann. Wenn er das nicht schafft, muss er den nächsten in der Reihe über seine gewürfelten Augen belügen. Der nächste in der Reihe entscheidet nach jedem Wurf, ob der Spieler vor ihm gelogen hat oder nicht. Ertappt er den Lügner, muss dieser trinken. Deckt er den Würfelbecher auf und und sein Vordermann hat nicht gelogen, muss er selbst zum Becher greifen.
Der Gemsch-Spieler ist ein intelligenter Fuchs. Zumindest denkt er das. Er hält sich intellektuell für so überlegen, dass er inception-mäßig in die Gedanken seiner Mitspieler eindringen kann. Er zieht einmal die Woche seinen einzigen Anzug an und trifft sich mit seinen Kumpels zum Pokern. Der Anzug ist ihm schon ein bisschen zu klein und den Poker-Koffer gab es mal im Schnäppchen-Supermarkt. Seit seiner KV-Lehre ist er eher unsportlich, deshalb bevorzugt er ein Trinkspiel, dass sich gemütlich im Sitzen spielen lässt. Seine physischen Defizite kompensiert er mit angelesenem Wissen der Facebook-Seite „faktastisch“.
Wahrheit oder Pflicht
Der befragte Spieler wählt zwischen „Wahrheit oder Pflicht“. Bei „Wahrheit“ wird dem Ausgewählten eine Frage gestellt, die er wahrheitsgemäß beantworten muss; bei „Pflicht“ muss der Ausgewählte eine von den anderen Mitspielern auserkorene Aufgabe erledigen. Die Frage oder Aufgabe stellt dabei derjenige, der vorher der Befragte war.
Ring-Of-Fire
Bei Ring-Of-Fire wird in der Mitte des Tisches ein Ring aus Spielkarten gelegt. Jeder Spieler muss eine Karte ziehen. Jeder Zahl auf den Karten ist auf einer beiliegenden Liste eine Aufgabe zugeordnet. Beispiel: Bei der Dame müssen alle Mädchen trinken. Die Aufgaben variieren je nach Freizügigkeit, Offenheit und Trinkfestigkeit des spielenden Freundeskreises stark.
Während seinem Sprachaufenthalt in Australien hat der leicht neurotische, kontrollfreakige Nerd nicht nur sich selbst, sondern auch dieses Trinkspiel entdeckt. Die Aufgaben legt natürlich er fest, er hat den anderen dieses Spiel ja schließlich auch erklärt. Die Liste, auf der die Aufgaben stehen, liegt direkt vor ihm. So kann er spontan, bewaffnet mit einem Kuli, auf mögliche Änderungen im Reglement reagieren. Bei einer Sache hat er aber noch Schwierigkeiten: Wie heißen diese ganzen Aufgaben nochmal auf Deutsch?
7, 11, Double
In der Mitte des Tisches steht ein halb volles Bierglas. Ein Spieler wirft zwei Würfel. Erzielt er insgesamt sieben oder elf Augen oder wirft eine doppelte Zahl, muss der Spieler zu seiner Linken das Glas austrinken. Während dieser trinkt, darf der Würfler nochmal würfeln. Es wird so lange gewürfelt, aufgefüllt und getrunken, bis keine Sieben, keine Elf und kein Doppel mehr gewürfelt wird.
Er würde sich selbst vom Stil her als classy bezeichnen und will später mal reich sein. Deshalb studiert er BWL oder macht eine Ausbildung bei einer Grossbank. Er findet Bierpong zu anstrengend und alle anderen Spiele irgendwie zu doof. Bei Gemschen hat ihn immer gestört, dass da nicht so viel gesoffen wird. Deshalb hat er ein bisschen rumgegoogelt und dabei dieses Spiel gefunden. Dass es ein wenig kompliziert und weniger bekannt ist, stört ihn nicht im Geringsten. Im Gegenteil: Er hat Spaß daran, anderen etwas zu erklären, alles zu wissen und zu erzählen, dass Zahlen schon immer sein Ding waren.