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Anamnese
Auf einem Milchviehbetrieb mit 25 Kühen im Norden der Schweiz (477 m ü. M.) traten zweieinhalb Monate lang (Mitte Januar bis Anfang April 2011) gehäuft untypische respiratorische Symptome in der Kuhherde auf. Zu Beginn der Krankheitsperiode stand ein akuter Ausbruch der Rindergrippe bei Kälbern und Rindern. Die erkrankten Kühe zeigten hohes Fieber und eine deutliche Dyspnoe. Schwer erkrankte Tiere wurden mit Marbofloxacin (MarbocylS® 10 %, Vétoquinol AG, CH) und steroidalen, respektive nicht steroidalen Entzündungshemmern behandelt. Im Unterschied zu den Jungtieren erholten sich die Kühe auch trotz intensiver tierärztlicher Behandlung nur unvollständig. Die Milchleistung war während der Krankheitsphase spürbar zurückgegangen und die Wasseraufnahme der Kühe auffällig angestiegen. Die Fruchtbarkeitskennzahlen hatten sich gegenüber den vorherigen Monaten nicht verändert und waren auf durchschnittlichem Niveau.
Bestandsbesuch
Haltung
Die Milchkühe wurden in einem Boxenlaufstall mit Hoch- und Tiefboxen gehalten. Im selben Gebäude waren noch ca. 25 Jungtiere aufgestallt. Alle Kühe hatten das ganze Jahr über Zugang zu einem Laufhof.
Die meisten Kühe hatten ein verschmutztes Flotzmaul und z.T. weit ausgestellte Nüstern. Alle Tiere zeigten eine unterschiedlich ausgeprägte Tachypnoe (bis >60 pro Minute) und teilweise Dyspnoe. Husten war nicht zu hören. Auskultatorisch konnte ein verstärktes Vesikuläratmen über das gesamte Lungenfeld, jedoch keine pathologischen Geräusche ermittelt werden.
Viele Kühe hatten ein stumpfes und struppiges Haarkleid. Die Futteraufnahme, die Pansenfüllung und die Kotkonsistenz waren gut.
- Welche weiteren Untersuchungen sind sinnvoll?
- Wie würden Sie weiter vorgehen?
Autoren:
Ein Fall des Rindergesundheitsdienstes
Markus Rösch, Ursula Peintner, Dirk Strabel, Thomas Kaufmann