Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/1034

Oma Ellen schläft bis Jesus wiederkommt.
Oma Ellen ist schon etwas mehr als 100 Jahre alt. Mittlerweile wohl auch von Würmern zersetzt. Davon bekommt sie allerdings nichts mit. Ihr Grab wird von einem Grabstein geziert, welcher an ihr Leben erinnert. Und hier sind wir schon mittendrin: Oma Ellen ist tot und eben nicht lebendig. Der Psalmist spricht in seinem Gespräch mit Gott genau das aus, wenn er schreibt:
Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!Psalm 90, 3
In abgewandelter Form sind uns diese Worte nicht fremd: Bei Beerdigungen sprechen wir sie vielleicht sogar mit: "Asche zu Asche und Staub zu Staub."
Bereits am Anfang der Bibel wird uns berichtet: "Da bildete Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele." (1. Mose 2, 7)
Der Gedanke, dass die Seele ein vom Körper getrennter Teil des Menschen ist, der weiterlebt, sobald ein Mensch stirbt, ist sehr weit verbreitet. Dieser Gedanke ist aber in keiner Weise biblisch. Es mag tröstlich erscheinen, den hinterbliebenen Enkelkindern zu erzählen, dass Oma jetzt vom Himmel aus wacht, doch als Leser der Bibel glauben wir das nicht. Und das nicht nur aus dem Grund, weil der Gedanke einer von oben wachenden bösen Schwiegermutter, die jeden deiner Schritte beobachtet, letztlich nicht so tröstlich ist. Nein, vielmehr weil die Bibel sich eindeutig äussert.
Denn der Scheol preist dich nicht, der Tod lobsingt dir [nicht]; die in die Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf deine Treue. Der Lebende, der Lebende, der preist dich, wie heute ich: der Vater erzählt den Kindern von deiner Treue.Jesaja 38, 18+19
Die Wörter, die in modernen Übersetzungen mit Hölle übersetzt werden, sind im Neuen Testament häufig "Hades" (griechisch) und im Alten Testament "Scheol" (hebräisch). Beide meinen jedoch, wie häufig angenommen, weder ein Totenreich an dem "lebendige Tote" gequält werden, noch umherschwirrende Seelen verwahrt sind. Für weitere Gedanken zur "Hölle", siehe hier.
Der Tod als Schlaf bezeichnet ein Warten ohne Zeitgefühl. Der Tote wartet ohne Bewusstsein darauf, dass Jesus wiederkommt. Die Wiederkunft Christi ist für uns Christen ein ganz zentrales Element. Nachdem Jesus auf dieser Erde gelebt, gestorben, auferstanden und zurück in den Himmel aufgefahren ist, hat er versprochen, wieder zu kommen und uns zu sich zu holen. Was ein bisschen wie ein Science-Fiction Film klingt, gehört zum Grundton der Bibel:
Denn der Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme eines Erzengels und bei [dem Schall] der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein.1. Thessalonicher 4, 16+17
Oma Ellen ist in der Hoffnung gestorben, dass Jesus wiederkommt, um sie aufzuerwecken und zusammen mit den noch Lebenden zu sich zu holen. Als Siebenten Tags Adventisten glauben auch wir an ein Wiedersehen mit Christus für diejenigen, die in der Hoffnung auf dieses Wiedersehen gestorben sind bzw. gewartet haben.