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Entstehungsgeschichte
Dass Judaica aus ihren alltäglichen oder rituellen Zusammenhängen herausgelöst und musealisiert werden, begann in der Schweiz im 20. Jahrhundert. 1909 legte Eduard Hoffmann-Krayer, der Begründer der Schweizer Volkskunde, in der Sammlung für Völkerkunde in Basel (heute Museum der Kulturen) eine Sammlung von jüdischen Ritualgegenständen an, die ihn und zwei Weltkriege ohne Verluste überleben sollte.
Während in Europa materielle Zeugnisse des deutschsprachigen Judentums kaum mehr vorhanden waren, da sie von den Nationalsozialisten zerstört oder ins Ausland gerettet wurden, blieb Basel vom antisemitischen Wüten verschont.
In 1960er Jahren bemühten sich Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Basel um eine permanente Ausstellungsmöglichkeit für die Ritualobjekte der Hoffman-Krayer’schen Sammlung in der Schweiz. Der Besuch einiger Mitglieder des Vereins Espérance, eines jüdischen Gesellschafts- und Wohltätigkeitsvereins, an der Kölner Ausstellung Monumenta Judaica (1963/64) war Anlass für die Gründung eines schweizerischen Jüdischen Museums. Bei dieser Ausstellung wurden Leihgaben der Basler Judaica-Sammlung aus dem Völkerkundemuseum gezeigt, die den Schweizer Besuchern bewusst werden liess, welche eindrücklichen Objekte in Basel lagerten. Der Vereinsmitglieder beschlossen nach ihrer Heimkehr aus Köln, die Gründung eines jüdischen Museums in der Schweiz aktiv anzugehen.
So eröffnete 1966 das Jüdische Museum der Schweiz als erstes jüdisches Museum im deutschsprachigen Raum nach dem Zweiten Weltkrieg.
Von 1966 bis 2010 baute die Gründungsdirektorin, Dr. Katia Guth-Dreyfus, die Sammlung des Jüdischen Museums der Schweiz auf.