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Lay summary
Das Forschungsmodul ist eingebettet in den Pro*Doc "Sprache als soziale und kulturelle Praxis", der aus einem Ausbildungsmodul und drei Forschungsmodulen besteht. Das Ausbildungsmodul ist darauf ausgerichtet, die Doktorierenden in theoretischen, methodischen und arbeitspraktischen Themen auf internationalem Niveau auszubilden, sowie die Eigeninitiative und den Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmenden zu fördern.
Das Forschungsmodul wird sich mit Mehrsprachigkeit im privaten und beruflichen Umfeld vor dem Hintergrund der Migrationsbewegungen in der Schweiz befassen. Untersuchungsgegenstand sind unterschiedliche Formen von Mehrsprachigkeit im Umfeld von Heiratsmigrantinnen aus der Russischen Föderation und aus Lateinamerika (Dominikanische Republik.
Auf dem Hintergrund der politisch brisanten Diskussionen um die (sprachliche) Integration von Migrantengruppen sollen Modelle der mehrsprachigen Kommunikationsfähigkeit erarbeitet werden, welche die Konstruktion und die Mobilisierung von sprachlichen Ressourcen zur Lösung von kommunikativen Aufgaben in spezifischen Kontexten erlauben.
Die Untersuchung mehrsprachiger-binationaler Paare und ihrer Kinder in der Familie und an der Arbeit soll Informationen darüber liefern, welche Bedeutung die unterschiedlichen Sprachvarietäten in einem mehrsprachigen Umfeld haben und welche Faktoren die soziale und kulturelle Bedeutung ihres Gebrauchs determinieren. Es soll gezeigt werden, wie das Sprachenrepertoire von Migrantinnen und Migranten zur Lösung der kommunikativen Aufgaben in einer globalisierten Welt eingesetzt werden kann, welche Bedeutung die Varietäten des Repertoires für die soziale Identität der Sprecherinnen und Sprecher aufweisen (Frage der doppelten “Sprachloyalität” bzw. der Bewahrung und/oder des Wechsels der Sprache) und wie diese Fragen mit dem Wert der jeweiligen Herkunftssprachen auf dem Schweizer Sprachenmarkt zusammenhängen. Schliesslich soll ein besseres Verständnis der individuellen Mehrsprachigkeit gewonnen werden, die nicht mehr als Addition von Teilkompetenzen zu verstehen sein soll, sondern als das Einsetzen aller sprachlichen und kulturellen Ressourcen zur Lösung von kommunikativen Aufgaben im privaten und beruflichen Umfeld.
Im Projekt wird insgesamt ein ethnographischer Zugang zum Forschungsfeld gewählt. Die Vorgehensweisen umfassen semidirektive, narrative Gespräche, teilnehmende Beobachtung, die Erhebung von sozialen Netzwerken, die Analyse von politischen Dokumenten und des Umfelds von Institutionen, welche für die Sprachloyalität zur Herkunfts- und Aufnahmesprache relevant sind (Treffpunkte, religiöse Institutionen, Vereine, Betriebe, Schulen) sowie Audio- und Videoaufnahmen an relevanten Knoten des Netzwerks. Die Daten werden vornehmlich qualitativ ausgewertet (Inhaltsanalysen, Diskursanalysen, Gesprächsanalysen). Bei den sozialen Netzwerken werden auch quantitative Methoden eingesetzt.