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Die PFAS
Zur Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) gehören mehr als 10 000 bekannte Verbindungen. Einige dieser Verbindungen sind biologisch nicht abbaubar und in der Umwelt (Wasser, Luft, Boden) leicht mobilisierbar. Die PFAS sind aufgrund ihrer gesundheits- und umweltschädigenden Wirkung in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Sie wurden bzw. werden vor allem aufgrund ihrer hitzebeständigen und öl-, fett-, flecken- und wasserabweisenden Eigenschaften sehr häufig verwendet. Einige Verbindungen werden noch immer in Schaumlöschmittel, in der Metallindustrie (Galvanik) sowie bei der Herstellung von Halbleitern, Oberflächen mit Antihaftbeschichtung, Textilien, Verpackungen und Körperpflegeprodukten verwendet.
Messkampagne
Auf der Grundlage des Expertenberichts, der im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erstellt wurde, führte das Amt für Umwelt (AfU) in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) in den Jahren 2022–2023 eine erste Screening-Kampagne durch. Die Kampagne konzentrierte sich auf 16 Orte, an denen diese Stoffe in das Grundwasser gelangt sind oder noch gelangen können:
- 6 öffentliche Deponien, die Brandschutt, Industrieabfälle, verunreinigte Böden und Rückstände aus der Verbrennung von Siedlungsabfällen und Klärschlamm aus Kläranlagen enthalten;
- 7 Chemie- oder Fertigungsunternehmen, die möglicherweise PFAS verwendet haben;
- 3 Standorte, an denen es zu grösseren Bränden gekommen ist, und Feuerwehrübungsplätze, an denen Löschschaum in grossen Mengen eingesetzt wurde.
Aus den Ergebnissen dieser Kampagne lassen sich erste Feststellungen und Hypothesen ableiten:
- Bei ungesicherten Deponien gelangen PFAS über das Sickerwasser ins Grundwasser, wobei der Konzentrationswert, der vom BAFU festgelegt wurde und fallweise für Gewässer bei belasteten Standorten gilt, überschritten wird.
- Die Deponien mit Sickerwasserfassung weisen PFAS-Konzentrationen in ihren Abwässern auf, die die vom BAFU festgelegten Werte übersteigen, und stellen daher ein Risiko für die Vorfluter dar.
- Es wurden keine oder nur sehr wenige PFAS im Abstrom von Industriestandorten nachgewiesen, die im Kataster der belasteten Standorte eingetragen sind und als die relevantesten Standorte für die Verwendung dieser Stoffe gelten.
- Die Feuerwehrübungsplätze, auf denen wiederholt Löschschaum mit PFAS verwendet wurde, stellen ein Risiko für Gewässer dar.
Aktionsplan
Das Amt für Umwelt hat einen Aktionsplan mit folgenden Massnahmen ausgearbeitet:
- Die bekannten belasteten Standorte, die hohe Konzentrationen von PFAS in das Grundwasser freisetzen, werden untersucht und wenn nötig saniert.
- Die öffentlichen Trinkwasserfassungen, deren Schutzzonen zumindest teilweise einen im Kataster der belasteten Standorte eingetragenen Ablagerungsstandort umfassen, werden analysiert. Das Vorhandensein von PFAS, und sei es auch nur in Spuren, wird zu Untersuchungen und bei Bedarf zu Sanierungen führen. Die allfälligen Massnahmen im Zusammenhang mit der Trinkwasserversorgung werden vom LSVW verwaltet. Aus den bereits durchgeführten Kontrollen bei den Trinkwassernetzen, die durch diese Fassungen gespiesen werden, geht hervor, dass die Trinkwasserversorgung nicht in Frage gestellt ist.
- Es wird ein Inventar aller Feuerwehrübungsplätze erstellt, auf denen wiederholt Löschschaum verwendet wurde. Im Anschluss daran wird ein erstes PFAS-Screening der Böden und Gewässer durchgeführt. Werden PFAS nachgewiesen, werden Untersuchungen und nötigenfalls Sanierungen durchgeführt. Zu beachten ist, dass alle Feuerwehren des Kantons seit 2021 Schaumlöschmittel verwenden, die frei von PFAS und fluorierten Produkten sind.
Die Qualität des Oberflächengewässer wird in einem zweiten Schritt bewertet.
Die Kampagne des Kantons zum Grundwasser im Zusammenhang mit belasteten Standorten wird parallel zu den laufenden Massnahmen auf nationaler Ebene durchgeführt.