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War es ein «akustisches Missverständnis»? Und wenn ja, was ist das überhaupt? Anyway: Es hörte sich so an, als hätte Bundesrats-Kandidatin Heidi Z'graggen bei einer Podiumsdiskussion einen älteren Fragesteller als «Depp» bezeichnet – während das Mikrofon offen war.
Damit ist die Urnerin nicht alleine. Dass auch den berühmtesten Politikern in einem unpassenden Moment etwas Unbedachtes rausrutschen kann, zeigen folgende Fälle.
1. Moritz Leuenberger
Legendär: die schlechte Laune des damaligen Bundesrates Moritz Leuenberger. Im Jahr 2001 gab er während einer Stunde mehrere Interviews an verschiedene Zeitungen. Dumm nur, dass die Kamera auch zwischen den Interviews lief. «Nei chum, das isch doch ez en Scheiss!»
2. Prince Charles
Während einem Fototermin im März 2005 sagte Prinz Charles in Klosters zu seinen Söhnen: «Diese verfluchten Leute. Ich kann das nicht ausstehen, Mann. Ich meine, er ist so schrecklich, er ist es wirklich.» Er meinte damit den BBC-Reporter Nicholas Witchell.
3. Barak Obama
Bei einem Gipfeltreffen zur nuklearen Sicherheit in Seoul im Jahr 2012 traf sich Obama mit dem damaligen russischen Präsidenten Dimitri Medwedew zu einem Medientermin. Die beiden dachten wohl, dass sie ungestört kurz ein paar Worte wechseln könnten. Dabei sprachen sie über heikle Themen wie Raketenabwehrsysteme und deren Abrüstung. Obama: «Das ist meine letzte Wahl ... nach der Wahl hab ich mehr Flexibilität.» Medwedew antwortet: «Ich werde diese Information an Vladimir weiterleiten.»
4. David Cameron
Am Rande der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag der Queen unterhielten sich Premier David Cameron, der Erzbischof von Canterbury, der Sprecher des Unterhauses, sowie das Oberhaupt der britischen Krone über den Anti-Korruptionsgipfel, der kurz darauf stattfand. «Wir haben ein paar fantastisch korrupte Länder, die daran teilnehmen werden», hob Cameron an, bevor er Nigeria und Afghanistan als «die wahrscheinlich korruptesten Länder der Welt» bezeichnete.
5. Donald Trump
Unvergessen ist natürlich auch der Mikrofon-Fail des amtierenden amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Im Jahr 2005 war er gemeinsam mit Moderator Billy Bush auf dem Weg zur Produktion einer Sendung von «Access Hollywood». Dabei lief das Mikro bereits vor der Sendung und nahm das «Umziehkabinen-Gespräch» der beiden auf. Das berühmt-berüchtigte Zitat: «Grab 'em by the Pussy!»
Dieser Artikel erschien ursprünglich bei watson.ch