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Wer jemandem Unrecht getan hat, sollte sich entschuldigen und/oder eine Entschädigung leisten. Im Falle der Verdingkinder und anderer Opfer administrativer Zwangsmassnahmen hat Frau Sommaruga dies unlängst im Namen des Bundesrates getan: Sie hat sich entschuldigt, von finanzieller Entschädigung hingegen wollte sie nichts wissen und schlug stattdessen einen Runden Tisch vor. Davon wiederum halten die ehemaligen Verdingkinder wenig. Zu lange warten sie schon. Jetzt wollen sie nicht nur symbolische Gesten, jetzt wollen sie Taten sehen. Und das heisst: Geld, auch wenn Geld seinerseits nach all den Jahren nicht viel mehr als symbolische Bedeutung haben kann. Erlittenes Leid lässt sich nicht mit Geld aufwiegen. Aber es bedeutet Anerkennung: Anerkennung des Unrechts und Anerkennung geleisteter Arbeit. Behörden und Gesellschaft haben jahrzehntelang von der Ausbeutung dieser Kinder profitiert. Nun wäre es an der Zeit, denen, die noch leben, zurückzugeben, was ihnen zusteht. Irland hat 1,28 Milliarden Euro an ehemalige Heimkinder bezahlt. Die Schweiz sollte sich an Irland ein Beispiel nehmen. (Klara Obermüller)
"Das Epizentrum des Erdbebens lag in einer Tiefe von 6000 Metern ..."
Radio DRS schreibt am 20. Mai auf seiner Homepage zum Erdbeben in der Emilia: „Am frühen Sonntagmorgen erschüttert ein Beben der Stärke 6,0 die norditalienische Region Emilia Romagna. Das Epizentrum des Bebens liegt in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern.“
Der Tages-Anzeiger schreibt am 13. Februar "Das Epinzentrum lag laut Angaben des Erdbebendienstes vom Sonntag zwischen dem Zuger und dem Ägerisee in einer Tiefe von 30 Kilometern… "
Die NZZ schreibt zu einem Erdbeben in Mexiko: „Nach Angaben der amerikanischen Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum im Teilstaat Guerrero, 40 Kilometer südwestlich der Stadt Iguala in einer Tiefe von rund 64 Kilometern.“
Der Spiegel vom 2. Januar 2010 schreibt zu einem Erdbeben in Chile: „Das Epizentrum lag den Angaben zufolge etwa 100 Kilometer nordwestlich der Stadt Temuco in einer Tiefe von 17 Kilometern.“
Die Südostschweiz schreibt zu einem Erdbeben auf Indonesien: „Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben eine Stärke von 5,9, das Epizentrum lag rund 170 Kilometer von Jakarta entfernt in einer Tiefe von 67 Kilometern unter dem Meeresboden des Indischen Ozeans.“
Das französische Nachrichtenmagazin L’Express schreibt zum starken Erdbeben in Japan: L'épicentre se situe au large de la région nord-est d'Honshu, la principale île de l'archipel, à 24,4 km de profondeur.
Der englische Telegraph schreibt am 22. Februar 2011: "The critical issue with this earthquake was that the epicentre was at a shallow depth under Christchurch.
Der Corriere della sera schreibt am 6. Juni zum Erdbeben in Ravenna: "L'epicentro a 25,6 chilometri di profondità in mare."
Falsch. Denn das Epizentrum liegt nie in der Tiefe, sondern an der Erdoberfläche. In der Tiefe, dort, wo das Erdbeben geschieht, liegt der Erdbebenherd, die seismische Quelle, das „Hypozentrum“.
Projiziert man den Ort des Erdbebenherdes direkt senkrecht an die Erdoberfläche, so ergibt sich das Epizentrum. Die griechische Präposition epi, ep-, ἐπί bedeutet „über“, „auf“: senkrecht oberhalb des Zentrums, wo sich das Beben ereignete.
Wenn sich also ein Erdbeben in 10‘000 Meter Tiefe unterhalb von Mirandola in der Emilia-Romagna ereignet, liegt das Epizentrum oben in Mirandola selbst.
Nette Menschen vom schweizerischen Erdbebendienst machten früher die grossen Redaktionen von Zeitungen, Fernsehen und Radio auf diesen ewigen und klassischen Fehler aufmerksam. Inzwischen haben sie resigniert. So wird sich das nächste Erdbeben wieder in einer Tiefe von 6000 Metern ereignen.
Doch es gibt Hoffnung. Am 5. Juni schrieb die NZZ zu einem Erdbeben in Indonesien: "Nach Angaben der US-Erdbebenwarte hatte das Beben eine Stärke von 5,9, das Epizentrum lag rund 170 Kilometer von Jakarta entfernt, der Bebenherd in einer Tiefe von 67 Kilometern unter dem Boden des Indischen Ozeans".
(hh)