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Der Regisseur, Schriftsteller, Dichter und Künstler Alejandro Jodorowsky wird im Rahmen des 69. Festival del film Locarno mit dem Pardo d’onore Swisscom geehrt. Anlässlich der feierlichen Auszeichnung wird eine Auswahl seiner bedeutendsten Werke zu sehen sein. Jodorowsky wird zudem an einer öffentlichen Podiumsdiskussion teilnehmen.
Alejandro Jodorowsky wuchs als Sohn russischer Einwanderer in Chile auf. Seine künstlerische Karriere begann er als Marionettenspieler, Poet und Theaterregisseur. Mit 23 zog es ihn nach Frankreich, wo er sich der Compagnie von Marcel Marceau anschloss. Fünf Jahre später gründete Jodorowsky mit Roland Topor und Fernando Arrabal in Paris die post-surrealistische Performance-Bewegung Panique. Auch in Mexiko revolutionierte er in den darauffolgenden siebzehn Jahren die Kunstszene, unter anderem mit dem Aufbau des mexikanischen Avantgarde-Theaters und mit den Filmen Fando y Lis, El Topo, La montaña sagrada und Santa Sangre. Diese begründeten seinen Ruf als Kultregisseur und brachten im namentlich in den USA, aber auch weltweit, grosse Anerkennung ein. Sein Projekt für die Leinwandadaptation von Frank Herberts Roman Dune beeinflusst das Science-Fiction-Genre bis heute – obschon das Projekt in dieser Form nie umgesetzt wurde. Jodorowsky ist auch Comicautor und hat mit Moebius die Erfolgsreihe L’Incal und mit Juan Gimenez La Caste des Méta-Barons aus der Taufe gehoben.
Das Festival del film Locarno beleuchtet das Werk dieses bemerkenswerten Künstlers mit La danza de la realidad, mit dem Jodorowsky in Cannes 2013 sein Comeback als Filmregisseur feierte, und mit Poesia sin fin, der dieses Jahr an der Quinzaine des Réalisateurs präsentiert wurde. Mit La montaña sagrada und Santa Sangre stehen zwei weitere Meisterwerke von Jodorowsky auf dem Programm.
Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter des Festival del film Locarno, erklärt: «Alejandro Jodorowsky ist ein Künstler, dessen Werk weit über die Grenzen des Kinos hinausreicht. In bester Tradition der Avantgarde trennt er das Leben nicht von der künstlerischen Schöpfung. Die Auszeichnung des Festival del film Locarno kommt zu einem Zeitpunkt, in dem sich der franco-chilenische Künstler wieder vermehrt dem Film zuwendet und an einer langen, autobiografischen Bilderzählung arbeitet. Darin tritt seine Kunstauffassung in einen Dialog mit seiner Wahrnehmung der Wirklichkeit. Der Pardo d’onore für Alejandro Jodorowsky setzt ein Zeichen für eine Poesie, die die Grenzen des Realen überschreitet und für die Freiheit der Kunst einsteht — eine Vision, die wir heute dringend benötigen».
Alejandro Jodorowsky wird den Pardo d’onore Swisscom am Freitag, 12. August auf der Piazza Grande entgegennehmen. Die öffentliche Podiumsdiskussion mit dem Regisseur findet am Samstag, 13. August im Spazio Cinema (Forum) statt.
Der Pardo d’onore wurde in den Vorjahren an so renommierte Filmautoren wie Samuel Fuller, Jean-Luc Godard, Ken Loach, Sidney Pollack, William Friedkin, JIA Zhang-ke, Alain Tanner, Werner Herzog, Agnès Varda sowie letztes Jahr an Michael Cimino und Marco Bellocchio verliehen. Swisscom unterstützt den Preis im achten aufeinanderfolgenden Jahr.