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Ob der grösste Sportanlass der Welt in einem Jahr stattfinden kann, bleibt fraglich. Swiss Olympic ist zuversichtlich.
«Wenn die momentane Situation anhält, werden wir die Spiele nicht austragen können», sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio am Mittwoch gegenüber japanischen Medien. In den letzten Wochen sind in Japan - und vor allem in der Hauptstadt Tokio - die täglichen Ansteckungen mit dem Coronavirus wieder deutlich angestiegen.
«Ob die Spiele durchgeführt werden können, hängt davon ab, ob die Menschheit das Coronavirus besiegen kann», so Mori. Das Wichtigste sei die Entwicklung eines Impfstoffs oder eines Medikaments. Zweifel an der Durchführung der Spiele mit rund 11'000 Athleten aus über 200 Ländern sind berechtigt, auch die japanische Bevölkerung steht laut jüngsten Umfragen einer Austragung sehr skeptisch gegenüber. Rund ein Drittel ist für die Absage der Spiele.
Beim IOC und den nationalen Verbänden laufen die Vorbereitungen für Tokio 2021 trotzdem auf Hochtouren. Das IOC bestätigte auf seiner Session von vergangener Woche, dass alle 43 Wettkampfstätten für die Olympischen Spiele und die Paralympics auch nächstes Jahr bereitstünden. Auch mit dem Athletendorf sowie dem geplanten internationalen Fernsehübertragungs- und Mediencenter wurde eine Einigung erzielt, der Wettkampfplan wird beibehalten. «Die Spiele in Tokio können, sollen und werden das Licht am Ende des Tunnels sein», sagte Thomas Bach am Mittwoch in einer Videobotschaft. Das IOC und sein Präsident stehen unter Druck, bei einer Absage droht ein Milliardenverlust.
Trotz der grossen Unsicherheit befindet sich auch Swiss Olympic mitten in den Planungen für eine mögliche Durchführung der Spiele im nächsten Jahr. «Niemand weiss, wie die Welt im Juli 2021 aussieht», sagte Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Aber eine gewisse Zuversicht, dass die Spiele stattfinden werden, wollen wir ausstrahlen.» Das grösste Fragezeichen seien derzeit die Selektionswettkämpfe, so Stöckli. «Man weiss nicht, wann internationale Wettkämpfe wieder möglich sind, um die Qualifikationen und die Verteilung der Quotenplätze sicherzustellen.»
Erst gut die Hälfte der Quotenplätze waren in den 33 Sportarten vergeben, als im Frühjahr die Coronavirus-Pandemie das öffentliche Leben und die Sportwelt lahmlegte. Mit Petra Klingler (Klettern), Martin Dougoud, Thomas Koechlin (beide Kanu), den Seglern Sébastien Schneiter und Lucien Cujean sowie dem Windsurfer Mateo Sanz Lanz hat Swiss Olympic bisher sechs Athleten selektioniert. Auch andere, wie das Kunstturn-Team der Männer oder Giulia Steingruber, haben die sportlichen Kriterien bereits erfüllt. Pech bekundete Elena Quirici, die aufgrund ihres Rankings die Olympia-Qualifikation geschafft hätte, die Selektionsfrist nun vom Karate-Weltverband aber verlängert wurde.
Die Verschiebung brachte nicht nur die Planungen der Organisatoren, des IOC und der NOKs, sondern vor allem auch jene der Athleten durcheinander. Die Olympische Spiele sind für die meisten der Höhepunkt schlechthin, dem alles untergeordnet wird: die Karriereplanung, die Organisation des persönlichen Umfelds, der Einstieg in das zivile Berufsleben. Einige haben von der Verlegung der Spiele aber auch profitiert. Roger Federer etwa hätte in diesen Tagen aufgrund seiner Knieprobleme wohl kaum in Tokio antreten können.