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Es ist 1962, als ein gewisser Henry Ross Perot, Top-Verkäufer bei IBM, seinem Arbeitgeber ein neues Geschäftsmodell vorschlägt: Rechnerkapazitäten zu vermieten. IBM lehnt ab. Perot borgt sich 1000 Dollar von seiner Frau Margot und gründet EDS.
Der Navy-Veteran verfügt über gute Kontakte zu den US-Streitkräften und damit auch nach Washington. So öffnen sich die ersten Türen. Perot konzentriert sich auf Grossaufträge, viele von öffentlichen Verwaltungen, die jahrelang stabile Einnahmen garantieren. Seine Firma führt er wie eine paramilitärische Organisation. Straff, von oben nach unten, Frauen sind geduldet, sollen aber laut Firmen-Dresscode keine Hosen tragen.
Dafür kümmert sich Perot um seine Leute. Zur Legende wird er mit dem wohl spektakulärsten Gefängnisausbruch aller Zeiten: Als während der Revolution im Iran einige Amerikaner, darunter zwei EDS-Leute, verschleppt werden, leitet und bezahlt Perot die Rettungsaktion.
Perots Geschäfte laufen blendend. Den Konzernsitz siedelt er im staubigen Norden von Texas an, in Plano bei Dallas. Hier hat Perot ganze Landstriche aufgekauft und später mit sattem Gewinn abgestossen. In dieser weiträumigen Gegend, wo sich einst Viehtriebsrouten und Indianerpfade kreuzten, schlagen der Handelsriese JC Penney, Frito-Lay, Ericsson Nordamerika oder der Limonadenkonzern Dr Pepper/Seven Up ihre Hauptquartiere auf.
Als die Stadt Dallas eine Autobahn nach Plano bauen will, verkauft Perot das Gelände nur unter der Bedingung, dass er die Strasse von seinem Bürofenster aus nicht zu Gesicht bekommt – sie wird in eine Senke hineingegraben. Weil das Gebiet bis heute als landwirtschaftliches Gelände gilt, grasen auf dem EDS-Campus vier Büffel und zwölf Longhorn-Rinder.
1984 verkauft Perot EDS an den Grosskunden General Motors (GM) und wird damit zweieinhalbfacher Milliardär. Später gründet er Perot Systems und macht damit seinem erstgeborenen Kind EDS Konkurrenz; zweimal tritt er als Präsidentschaftskandidat gegen Bill Clinton an. EDS bleibt zwölf Jahre im Besitz von GM und globalisiert sich in dieser Zeit. Heute sind Finanzinvestoren die grössten Aktionäre des Konzerns.
Konkurrenziert heute EDS: Henry Ross Perot.