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Die Tucuma-Palme steht für wertvolles Öl und delikate Früchte. Sie stammt aus der Amazonasregion, möglicherweise aus dem Bundesstaat Pará, wo sie ihre grösste Verbreitung findet, und reicht bis nach Französisch-Guayana und Surinam. Diese Palmenart ist typisch für Terra firme-Standorte (Festland), die offenen Flächen bzw. eine niedrige Vegetation aufweisen.
In der Amazonasregion unterscheiden sich zwei Tucuma-Sorten, die Tucuma-do-Pará (Astocaryum vulgare) und die Tucuma-do-Amazonas (Astocaryum Tucuma). Die Tucuma-do-Pará hat mit 10 bis 15 Metern eine kleinere Wuchshöhe und kann infolge ihrer Mehrstämmikeit leichter regenerieren. Dagegen kann die Tucuma-do-Amazonas eine Wuchshöhe von bis zu 25 Metern erreichen, bildet aber jeweils nur einen einzigen Stamm aus. Ihre Früchte sind größer und fleischiger, weniger faserig und weniger süß als die der Tucuma-do-Pará.
Die Tucuma-Palme gilt als Pionierpflanze mit aggressivem Wachstum, feuerresistent und fähig, nach einem Brand wieder auszutreiben. Sie besiedelt vorwiegend niedrige Sekundärvegetation und Weiden. Ihre Samen brauchen bis zu zwei Jahre, um zu keimen, haben ein langsames Anfangswachstum und beginnen erst ab dem achten Jahr Früchte zu produzieren.
Die brasilianische Palme
Die Astocaryum Tucuma trägt zwei bis fünf Fruchtstände pro Jahr, die durchschnittlich 300 Früchte enthalten. Wenn sie ausgewachsen ist, produziert sie etwa 50 kg Früchte pro Jahr.
Es handelt sich um eine mehrjährige Amazonaspalme, die natürlich in den Bundesstaaten Amazonas, Pará, Acre, Rondônia und Mato Grosso vorkommt. Überall, vor allem an den Blättern, ist sie mit einer großen Anzahl langer, schwarzer Stacheln besetzt. Die Blätter sind lang, ähnlich denen der Kokospalme, sie erreichen eine Länge von bis zu fünf Metern.
Die Blüten stehen in aufrechten, langen Blütenständen (Büscheln), und der Stiel (der Teil, der den Büschel mit dem Stamm verbindet) ist lang und kann bis zu zwei Meter betragen. Die Früchte sind eiförmig bis länglich, haben einen Durchmesser von 3,5 bis 4,5 Zentimetern und besitzen am apikalen Ende einen Schnabel. Die Schale der Frucht ist glatt, hart und gelblich-grün, während sich das Fruchtfleisch (Mesokarp) fleischig, faserig, ölig, gelblich oder orangefarben präsentiert, reich an Vitamin A ist und leicht süßlich schmeckt.
In der Mitte der Frucht befindet sich ein harter, schwarzer Kern, der den Samen darstellt. Dieser Kern, der auch “Tukan“ oder “große Panamanuss“ genannt wird, wiegt etwa 30 Gramm. Aus ihm wird das Kernöl gewonnen, das in der Kosmetik Verwendung findet.
Aus dem harten Kernholz stellten die Ureinwohner schwarze Ringe her, die sie und die Sklaven als Eheringe trugen. Heute haben die schwarzen Ringe Souvenir-Charakter und werden als Zeichen der Freundschaft, aber auch der Solidarität mit den Armen, getragen.
Die Wurzelextrakte werden traditionell in der Volksmedizin verwendet. Das Kunsthandwerk nutzt die robusten Fasern der Blätter für Korbwaren. Das nahrhafte Fruchtfleisch wird zu Saft, Eis und dem so genannten Tucumã-Wein verarbeitet, aber auch in der Küche verwendet.
Das wertvolle Öl
Es ist bekannt, dass einzelne Pflanzer der Ölpalme (Elais guinensis) bereits damit begonnen haben, die Ölpalme durch die Tucuma-Palme zu ersetzen. Die Krankheitsresistenz der Tucuma-Palme, sowie ihre hohe Produktivität, machen diese Art zu einer Alternative für die Produktion von Biodiesel, da die laufenden Kosten einer angelegten Pflanzung wesentlich geringer sind als die einer
Ölpalmenplantage
Der Tucumakern ist von einem orangefarbigen ölhaltigen Fruchtfleisch umgeben. Eine Frucht wiegt ca. 30 g, davon entfallen 34% auf das Fruchtfleisch, das eine Ölkonzentration von 14 bis 16% aufweist. Eine ausgewachsene Palme kann bis zu 50 kg Früchte pro Jahr tragen; der Durchschnitt liegt bei 25 kg pro Palme, das entspricht 2,5 kg Öl des Fruchtfleisches und zusätzlich 1,5 kg Kernöl. Auf einen Hektar können 400 Palmen gepflanzt werden, die jeweils drei Stämme ausbilden. Damit ergeben sich im Durchschnitt pro Hektar 1.200 fruchttragende Stämme.
In der Ölausbeute würde das 4.800 kg Öl pro Hektar bedeuten (3.000 kg Öl aus der Fruchtpulpe und 1.800 kg aus dem Samen), was deutlich über dem Durchschnitt der Ölpalme liegt, die 4.000 kg Öl / ha / Jahr produziert (bei einem Ertrag von 20 Tonnen und einer Ausbeute von 22%). Der Vorteil der Tucuma-Palme liegt in der Ausbildung von mehreren Stämmen, womit keine Notwendigkeit zur Neubepflanzung besteht, im Gegensatz zur Ölpalme. Erwähnenswert ist die hohe Konzentration der orangen Frucht an Beta-Carotin (52 mg/100g Fruchtfleisch). Im Vergleich haben Möhren nur 6,6mg/100g !
Die Früchte sind essbar
Dank ihres Reichtums an Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren wirkt die Tucumafrucht auf natürliche Weise entzündungshemmend und stärkt das Immunsystem. Darüber hinaus beugt sie Krankheiten, Viren und Bakterien vor, senkt den Gehalt an schlechtem und erhöht den Gehalt an gutem Cholesterin.
Und weil die Frucht viel Ballaststoffe enthält, hilft sie bei der Verdauung der Nahrung und der Funktion des Darms. Von der Palme bis zur Frucht wird die Tucumã in der lokalen Kultur Amazoniens verwendet. Das Fruchtfleisch kann zum Beispiel in Form von Eis, Bonbons, Likören, Kuchen, Säften und in Füllungen wie dem “X-coquinho“-Sandwich konsumiert werden.
Der “X-coquinho“ ist ein Sandwich aus einem Baguette, das mit Schmelzkäse und Tucumã-Masse gefüllt ist. Es ist ein von den Amazonasbewohnern sehr geschätzter Snack, den sie zusammen mit Milchkaffee verzehren, in manchen Fällen wird es mit gebratener Banane serviert. Da dieser Snack einen hohen Nährwert hat und reich an Vitaminen und Mineralien ist, hilft die Tucuma bei der Vorbeugung von Darmkrebs und anderen Krankheiten.
Weitere gesundheitliche Vorteile der Tucumafrucht
- Bekämpft Akne, da ihre Eigenschaften reich an Weichmachern sind, die Haut hydratisieren und erneuern.
- Verbessert die Blutzirkulation, was bei erektiler Dysfunktion helfen kann.
- Da sie das Immunsystem stärkt, hilft das auch bei der Bekämpfung von bakteriellen und Pilzinfektionen.
- Beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
- Da sie reich an Oxidantien ist, hilft das, die vorzeitige Alterung zu bekämpfen.
- Da sie Vitamine, Fette und Mineralsalze enthält, wird es häufig in kosmetischen Produkten verwendet.
Allerdings sollte Tucumã nicht in übertriebener Weise verwendet werden, da ihr hoher Kaloriengehalt zu einer Gewichtszunahme führen kann. Außerdem kann das zu Durchfall führen, da die Frucht reich an Ballaststoffen ist. Mit anderen Worten: Um in den Genuss der Vorteile von Tucuma zu kommen, sollten Sie sie in Maßen genießen.
Tucuma-Butter in der Kosmetik
Die “Tucumã-Butter“ wird aus den Kernen und dem Fruchtfleisch der Frucht durch ein natürliches Verfahren der Kaltpressung ohne Lösungsmittel oder chemische Substanzen gewonnen.
Aufgrund ihres Laurinsäuregehalts und ihrer Konsistenz eignet sich Tucumã-Butter für Naturseifen, als Konsistenzgeber für kosmetische Produkte, für die Pharmazie und Apothekenkosmetik, wobei die reine Qualität vorausgesetzt wird. Sie ergibt eine ideale Basis für Lotionen, Seifen, Salben, Haarkuren, Shampoos, ist aufgrund ihrer Substanz als Massagecreme geeignet und kann gut mit anderen Pflanzenfetten gemischt werden.
Sie eignet sich besonders für trockenes, geschädigtes Haar und Haar mit Spliss. Sie durchdringt die Cuticula, um strukturierende Lipide zu ersetzen. Sie wirkt feuchtigkeitsspendend und glättend, gibt dem Haar wieder Elastizität und Stärke.
Dank ihrer filmbildenden Eigenschaften bietet sie sich für die Pflege von lockigem und krausem Haar an, hat Anti-Frizz-Effekt und verleiht dem Haar Glanz. Zudem schützt ihr Film gegen Umwelteinflüsse (Anti-Pollution).
Tucuma-Butter verteilt sich gut auf der Haut, zieht ohne Fettglanz ein und ist darum auch für fettige Haut geeignet. Sie hinterlässt ein seidiges, weiches, nicht fettendes Hautgefühl.