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Ja, ich habe Déjà vu (2006) schon einmal gesehen, aber noch nie hatte der Film so viel Aktualität wie jetzt mit dem Prisma-Skandal. Was die Déja vu-Ermittler mit ihrer Hightech-Maschine alles sehen, wie sie die «Überwachungskamera» im Nachhinein anders fokussieren und woanders hinfahren können, war unvorstellbar und doch äusserst detailliert imaginiert.
Die Perspektive ist auf den Ermittler Doug Carlin (Denzel Washington) gelegt, der die Vergangenheit verändern möchte, um Claire Kutcheva (Paula Patton) zu retten. Die Perspektive des Ermittlers ist eine gänzlich andere als die Perspektive, die wir in den Prisma-Berichte haben, in denen es vor allem um die benutzten Daten geht. Tony Scott zeigt einen Polizisten, der, von seinen Einflussmöglichkeiten überzeugt, die Welt zu einer besseren machen will. Eine Brille, die 2006 noch Science-Fiction pur war, den heutigen Google-Glasses unglaublich ähnlich sieht, kann Parallelwelten projizieren. Der Ermittler sieht mit dem einen Auge durch ein Gerät ähnlich der Google-Glasses die Vergangenheit an sich vorbeiziehen, mit dem anderen Auge sieht er die Parallelwelt. Für ihn spielen sich die Zeiten gleichzeitig ab: Wenn er im Hummer auf der Brücke in New Orleans den Bösewicht Carroll Oerstadt (Jim Caviezel) verfolgt, hat er einen Zusammenstoss mit einem Sattelschlepper, weil er zu stark auf seinen Gegner in der Vergangenheit fokussiert.
Verfolgen die Menschen, die durchs Prisma hindurchschauen auch den Traum, die Vergangenheit à la Star Trek zu verändern, damit eine bessere Zukunft kommt? Claire Kutcheva nimmt keine andere Position ein als die vom Datendiebstahl betroffenen Netzbürger: Sie hält ihrem Retter die Pistole an den Kopf, so wie wir der NSA. Ein Telefon in die Zentrale beruhigt Claire, so auch die amerikanischen Berichte zu Prisma, die sich auf die hehren Ziele der Geheimdienste berufen: Sie wollen den Amerikanern die schöne Zukunft weiterhin garantieren und begründen damit die Überwachung.
Ich habe unterdessen die Pistole abgedrückt
, mich von Facebook verabschiedet (ein Nulltreffer: ich kann nicht schiessen). Medienberichte bestätigen, dass es sich lohnt, sparsam mit elektronischen Daten umzugehen. Man soll anstelle in der Internetöffentlichkeit wieder vermehrt im Wald sprechen und den Vögeln zusehen und ihrem Zwitschern lauschen.