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Ich hatte bereits einige Flugstunden hinter mir, als ich letztens wieder mit meinem Fluglehrer einen Flug geplant hatte. Wie üblich habe ich meine Flugvorbereitung noch auf dem Flugplatz fertig gemacht und unter anderem dafür auch die Takeoff-Distance und den Groundroll ausgerechnet. Gut vorbereitet setzte ich mich zusammen mit meinem Fluglehrer in die Maschine. Ich werde nie vergessen, was mich mein Fluglehrer nach dem Run-up Check kurz vor dem Start gefragt hat: „Nadia, kannst du mir sagen wo du genau spätestens in der Luft sein musst?“ Sicher, mich gut vorbereitet zu haben, antwortete ich: „Gemäss der Tabelle im AFM nach spätestens 246 Meter, da die Piste 520 Meter lang ist. Mein Fluglehrer schaute mich skeptisch an und entgegnete: „Und woher weisst du wo diese 246 Meter auf der Piste sind?“ In diesem Moment wurde mir bewusst, was er damit meinte. Recht hat er: Während der Startphase auf der Piste ist es mir unmöglich, ohne visuellen Anhaltspunkt auf der Piste überhaupt zu wissen, wann ich spätestens in der Luft sein muss. Seither schaue ich mir jede Piste vor dem Flug genau an und merke mir einen Punkt am Pistenrand, der ungefähr auf der Höhe der ausgerechneten Meteranzahl liegt. Mit dieser kleinen Frage hat mein Fluglehrer mir aufgezeigt, dass es oft nicht reicht nur Berechnungen zu machen, sondern dass ich diese Berechnungen auch anwenden können muss.