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21-Hydroxylase-Mangel (CYP21A2)
genetische Analyse: Die schriftliche Einverständniserklärung der Untersuchungsperson wird vorausgesetzt.
Informationen zum Probenmaterial
MaterialEDTA-Blut
BemerkungFür pränatale Diagnose telefonische Anmeldung nötig
Menge1 ml
Informationen zur Analyse
MethodeDNA Sequenzierung
LaborIMD
Messintervalltäglich
Hintergrundinformationen
Das Adrenogenitale Syndrom (AGS) ist eine autosomal-rezessiv vererbte Krankheit, die durch einen Defekt eines an der Biosynthese von Cortisol beteiligten Enzyms hervorgerufen wird. In der kaukasischen Bevölkerung ist 1:10'000 Personen von der schweren klassischen Form und mehr von der milden nicht-klassischen Form des AGS betroffen. Die Ursache ist in 95% der Fälle ein Defekt der 21-Hydroxylase, welche von dem Gen CYP21A2 auf dem Chromosom 6p21.33 codiert wird. Nur 30 kb davon entfernt liegt das Pseudogen CYP21A1P. Beide Gene sind etwa 3 kb lang und über 95% homolog. Deletionen, Konversionen und die häufigsten Punktmutationen im CYP21A2 Gen rühren von Rearrangements zwischen dem funktionellen und dem Pseudogen her.
Aufgrund der fehlenden oder herabgesetzten Enzymaktivität der 21-Hydroxylase fällt auf der einen Seite vermehrt 17-Hydroxyprogesteron an, auf der anderen Seite kommt es zu einer herabgesetzten Synthese von Aldosteron und Cortisol. Durch den vermehrten Anfall von Metaboliten der Steroidsynthese und Ausbleiben der Rückkopplung durch Cortisol kommt es zu einer vermehrten Ausschüttung von ACTH und sekundär zur Vergrösserung der Nebennierenrinde sowie zu einem Anstieg von Testosteron.
Der Enzymmangel kann sich - in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Mutation - in verschiedenen Formen manifestieren. Die Mutationen lassen sich nach Schweregrad der Symptome in 3 Klassen unterteilen: In der Gruppe SW (salt-wasting) führt die Mutation zur kompletten Inaktivierung der 21-Hydroxylase Enzymaktivität. Es kommt bereits in utero zur Virilisierung der weiblichen Feten und nach der Geburt zu einem lebensbedrohenden Salzverlust. In der Gruppe SV (simple virilizing) führt die Mutation ebenfalls zu einer pränatalen Virilisierung der Genitalien und gelegentlich zu leichten, jedoch nicht lebensbedrohenden Symptomen eines Salzverlusts. Die Gruppe NC (non-classic) trägt Mutationen, die deutlich mildere Verläufe zeigen. Die ersten Symptome treten erst in der Pubertät auf. Bei weiblichen Jugendlichen kommt es zu prämaturer Pubarche, Hirsutismus, Zyklus- und Fertilitätsstörungen, tiefer Stimmlage und Akne. Männliche fallen höchstens durch eine Pubertas praecox auf. Die Möglichkeit, den Schweregrad der Krankheit aufgrund der Mutation vorherzusagen, hat direkte Auswirkungen auf die Behandlung von AGS Patienten. So kann die Virilisierung des Feten durch Verabreichung von plazentagängigen Glucocorticoiden schon früh in der Schwangerschaft behandelt werden.
Zur molekularen Abklärung des 21-Hydroxylase Mangels führen wir eine MLPA Analyse und die Sequenzierung des kompletten CYP21A2 Gens durch. Mittels MLPA werden grosse Deletionen/Duplikationen des CYP21A2 Gens erfasst, welche mehr als 20% der Fälle von 21-Hydroxylase Mangel ausmachen. Zur Sequenzierung werden vier spezifische Fragmente von CYP21A2 - und nicht des Pseudogens - amplifiziert und die kodierende Region der Exons 1-10 inklusive Introns sowie 350 Nukleotide im 5'- und 500 Nukleotide im 3'-Bereich sequenziert. Mit dieser Methode werden Punktmutationen sowie kleine Deletionen und Insertionen erfasst. Durch die Kombination von Sequenzierung und MLPA Analyse werden 98% der krankheitsverursachenden Allele von Betroffenen und Anlageträgern erfasst.
Indikationen
- Neugeborene mit Virilisierung, intersexuellem Genitale oder Salzverlust
- Guthrie Test mit erhöhtem 17-OH-Progesteron
- Pränataldiagnostik
- Geschwister und Partner von AGS-Indexpatienten
- Frauen mit Hyperandrogenämie und Fertilitätsstörungen nach endokrinologischer Differentialdiagnostik
Literatur
- OMIM 201910
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Nimkarn et al. 21-Hydroxylase-Deficient Congenital Adrenal Hyperplasia. GeneReviews 2002 [Updated 2016]. Available from: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK1171/
Abrechnungs-Informationen
|Tarif-Code||Taxpunkte||Preis|
9 * Pos. 2515.01: 1935.00 CHF
1 * Pos. 2415.01: 350.00 CHF
1 * Pos. 2910.00: 100.00 CHF
1 * Pos. 2021.00: 61.00 CHF
gezielter Mutationsnachweis: Total 215.00 CHF
1 * Pos. 2515.01: 215.00 CHF