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Die Partei der Arbeit wurde 1944 als Nachfolgerin der 1940 verbotenen Kommunistischen Partei der Schweiz gegründet. In Riehen war sie von 1945 bis 1956 und von 1974 bis 1982 im Gemeindeparlament vertreten.
Die Partei der Arbeit (PdA) konstituierte sich schweizweit im Oktober 1944 als Zusammenschluss mehrerer Kantonalparteien, in denen sich frühere Mitglieder der 1940 verbotenen Kommunistischen Partei (KP) und anderer linker Gruppierungen sowie unabhängige Linke organisiert hatten. In Riehen stellte sie sich am 10. September 1945 im Saal des Gasthauses zum Ochsen der Öffentlichkeit vor. In einer Einsendung an die ‹Riehener Zeitung› versprach sie, «für eine gründliche Säuberung unserer Gemeinde von nationalsozialistischen und fascistichen Elementen, für kommunalen Wohnungsbau» sowie für den Um- und Neubau von Schulhäusern einzutreten. In den kurz darauf stattfindenden Gemeinderatswahlen konnte die PdA auch dank einer Listenverbindung mit der Sozialdemokratischen Partei (SP) mit einem Wähleranteil von 13 Prozent gleich vier Sitze im dreissigköpfigen Weiteren Gemeinderrat erringen. Unter den Gewählten befand sich der Chauffeur Heinrich Thommen-Schweizer, der bereits von 1932 bis 1933 und von 1935 bis 1936 als Vertreter der KP dem Riehener Gemeindeparlament angehört hatte. 1947 konnte die PdA überdies im Wahlkreis Riehen einen Sitz im Grossen Rat erobern, den sie aber 1950 wieder verlor.
Mit dem Beginn des Kalten Krieges isolierte sich die PdA wegen ihrer Verbindungen zur Sowjetunion und geriet damit in die Defensive. Die ‹Riehener Zeitung› weigerte sich etwa 1954, von der PdA Wahlinserate anzunehmen. Bereits 1948 kam keine Listenverbindung mit der SP mehr zustande und die Partei verlor in Riehen die Hälfte ihrer Sitze im Gemeindeparlament. 1951 verringerte sich ihr Wähleranteil nochmals, doch konnte die PdA dank der Vergrösserung des Weiteren Gemeinderats auf 40 Mitglieder ihre beiden verbliebenen Sitze halten. 1954 schaffte mit Heinrich Thommen-Schweizer nur noch ein Vertreter der PdA die Wahl ins Gemeindeparlament. Nach der Niederschlagung des Ungarnaufstands durch sowjetische Truppen im Jahr 1956 verzichtete auch Thommen auf sein Mandat. Dieses wurde bis zum Ende der Legislatur von einem parteilosen Nachrückenden auf der PdA-Liste versehen.
An den Gemeindewahlen von 1958, 1962, 1966 und 1970 nahm die zu einer Splittergruppe degradierte PdA nicht mehr teil, beteiligte sich aber – wenn auch erfolglos – weiterhin mit einer Riehener Liste an den Wahlen in den Grossen Rat, jedoch vielfach mit nicht in Riehen wohnhaften Kandidaten. Erst 1974 wagte sie in Riehen einen Neuanfang und trat zu den Gemeindewahlen mit einer eigenen Liste an, auf der zum Teil die gleichen Personen kandidierten wie noch in den 1950er-Jahren. Tatsächlich konnte sie mit der parteilosen Lehrerin Gertrud Dora Girod einen Sitz im Gemeindeparlament gewinnen. Dabei war die PdA, die auf ihren Wahlplakaten mit Slogans wie ‹Sozial statt Kapital› und ‹Riehens Sonne soll auch den minderen Einkommen scheinen!› antrat, eine Listenverbindung mit den erstmals zu den Gemeindewahlen antretenden Progressiven Organisationen Basel (POB) eingegangen. Vier Jahre später schaffte Girod erneut die Wahl in den Weiteren Gemeinderat. Im Wahlkampf hatte sich die PdA vor allem an die Frauen gewandt und überdies bessere ärztliche Versorgung, Steuererleichterungen und die Erschliessung aller Gebiete Riehens durch den öffentlichen Verkehr gefordert.
1982 wurde Girod abgewählt. In der Zwischenzeit hatte die neuen sozialen Bewegungen aufgeschlossenere, sich mit Umweltschutzthemen profilierende POB der PdA definitiv den Rang abgelaufen. 1984 nahm die auf kantonaler Ebene weiterbestehende PdA, die sich 1988 vorübergehend in zwei Parteien aufspaltete, ein letztes Mal mit einer Riehener Liste an den Grossratswahlen teil.
Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 10.1.2024
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Rauber, André: Formierter Widerstand. Geschichte der kommunistischen Bewegung in der Schweiz 1944–1991. Zürich 2003.
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