Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03232.jsonl.gz/3278

Wie entsteht Nebel?
Der Nebel, ein typisches Zeichen des Herbstwetters. Ein nicht ganz ungefährliches Wetterphänomen: Schlechte Sicht und nasse Strassenverhältnisse verursachen im Herbst immer wieder Verkehrsunfälle. Doch wie entsteht Nebel? Und wie löst sich der Nebel auf?
Definition: Was ist Nebel?
Das Wort «Nebel» hat griechische und lateinische Ursprünge und bedeutet eigentlich nichts Anderes als «Wolke». Das kommt nicht von ungefähr - die Definition lautet: Nebel ist eine Wolke, die Kontakt mit der Bodenoberfläche hat.
In der Nähe der Erdoberfläche verteilen sich in der Luft feine Wassertropfen. Die dichte Anordnung dieser Tröpfchen trüben die Sichtweite – man spricht von Nebel.
Nebel oder Dunst?
Nach meteorologischer Definition wird von Nebel gesprochen, wenn die Sichtweite geringer als 500 Meter ist.
Dichter Nebel herrscht bei einer Sicht von weniger als 200 Metern.
Ist die Sichtweite grösser als 500 Meter, wird dies als leichter Nebel oder Dunst bezeichnet.
Und wie entsteht nun Nebel?
Nebel entsteht durch Abkühlung von gesättigter Luft durch Kondensation. Ab einer gewissen Temperatur ist die Luft zu 100 Prozent mit Wasserdampf gesättigt. Dies geschieht beim sogenannten Taupunkt. Sinkt die Luft weiter, schliesst sich die in der Luft vorhandene Feuchtigkeit zu immer grösseren Tröpfchen zusammen, bis wir sie schlussendlich sehen und spüren können.
Nebel entsteht häufig am Abend oder in der Nacht: Die warme, mit Wasserdampf gesättigte Luft kühlt sich in Bodennähe ab, was zu sogenanntem Bodennebel führt.
Die Grösse der Nebeltröpfchen beträgt zwischen 3 und 20 Mikrometern; das ist weniger als ein Fünftel des Durchmessers eines Menschenhaares. Kommen Millionen dieser winzigen Wassertropfen zusammen, trüben sie uns als Nebelschleier die Sicht. Aufgrund der geringen Grösse fallen die Wassertropfen nur sehr langsam auf die Erdoberfläche: Der Nebel scheint zu schweben.
Nebelarten
In unseren Breitengraden bilden sich im Frühjahr und Herbst typische Formen von Nebel:
Der Strahlungsnebel
Dieser entsteht häufig in sternklaren Nächten. Die Luft am Boden kühlt stark aus und kann das Wasser nicht mehr speichern; es kommt zur Kondensation. In den Morgenstunden sehen wir dann den typischen Frühnebel.
Der Verdunstungsnebel
Kühle Luft strömt vom Land her über das noch warme Gewässer. Die kalte Luft kann die vom Wasser aufsteigende Feuchtigkeit jedoch nicht aufnehmen; es kommt zur Kondensation. So entstehen Nebelschwaden über den Gewässern.
Der Advektionsnebel
Dies ist eine Form von Abkühlungsnebel und entsteht, wenn feuchtwarme Luft über eine kalte Unterlage geblasen wird. Wird die Luft zum kalten Untergrund geführt, so kühlt sich der zum Boden gerichtete Wärmestrom ab. Damit wird der Taupunkt unterschritten, es kommt zur Kondensation und Nebel bildet sich.
Der Mischungsnebel
Diese Nebelart tritt häufig im Bereich von Warmfronten auf. Feuchtwarme Luft aus höherliegenden Wolken führen der kalten bodennahen Luftschicht Feuchtigkeit bei. Es entsteht ein Luftgemisch, welche sich in Bodennähe bis zur Kondensation abkühlt. Es entsteht in Bodennähe ein sogenannter Frontnebel.
Der Hochnebel
Von Hochnebel wird gesprochen, wenn die Nebelschicht nicht den Boden berührt. Sie ist abgehoben und ermöglicht einer Person am Boden eine Sicht von mehr als einem Kilometer. Die Hochnebelschicht kann zwischen 100 und 500 Meter dicht sein. Ab einer Obergrenze von 2'000 Meter wird von einer Bewölkung gesprochen.
Der Eisnebel
Dieser Nebel entsteht im Winter bei sehr kalten Verhältnissen. Streift kalte Luft wärmeres Wasser so kühlt diese den aufsteigenden Wasserdampf umgehend ab und es bilden sich kleine Eisteilchen. Kleine Eiskristalle schweben als nebelartige Schicht in der Luft.
Nebelbank in den hügeligen Landschaften
Wie hoch oder breit Nebel wirkt, hängt stark von der Luftbewegung ab. Während Nebelschwaden in der Regel nur wenige Meter breit sind, kann ein dichtes Nebelfeld mehrere hundert Meter im Durchmesser messen.
Nach physikalischer Logik sinkt kühle Luft, während warme Luft steigt. Daher entsteht Nebel meist zuerst in Senken und Tälern, sowie dicht über dem Boden. Falls der Nebel jedoch nur in einem kleinen Bereich entsteht und räumlich begrenzt ist, spricht man auch von einer Nebelbank.
Wie löst sich der Nebel auf?
Bei der Auflösung des Nebels wird zwischen Nebel und Hochnebel unterschieden. Als Nebel werden Wolken bezeichnet, welche den Boden berühren. Beim Hochnebel befindet sich die Wolke, wie der Name suggeriert, höher und berührt den Boden nicht.
Auflösung von Nebel
Bei ruhigen Windverhältnissen und kalter Luft bleibt der Nebel "liegen". Seine Auflösung wird begünstigt durch:
- Die Sonne, welche die Erdoberfläche erhitzt und für die Nebelauflösung sorgt.
- Den Wind, welchen den Nebel verreisst und die feuchte, neblige Luft mit umliegender trockener Luft vermischt.
- Dichte Wolken, die den Nebel isolieren und die Wärme wiederum zum Boden zurück strahlen lassen. Diese Erwärmung lässt den Nebel auflösen.
- Kalte Luft, die über die Nebeldecke fliesst. Damit steigt die wärmere Luft in Bodennähe auf und lässt damit den Nebel verschwinden.
Auflösung von Hochnebel
Wind ist für Hochnebel entscheidend. Mit der Bise, Wind aus Norden bzw. Nordosten, entsteht Hochnebel. Sie schiebt ihre kalte Luft unter die Nebeldecke und lässt diese zu Hochnebel aufsteigen. Veränderung der Bise sorgen damit auch für die Auflösung. Wird die Bise zu stark, verreisst sie die Nebeldecke. wird sie schwächer sinkt der Hochnebel ab und kann sich auflösen. Dreht der Wind, so sorgt feuchtwarme Luft für die Auflösung von Hochnebel.
Nebelgrenze auf den Livecams
Wo befindet sich die Nebelgrenze heute? Auf 1'500 Metern über Meer oder höher? Mit einem Blick auf die Livecams lässt sich dies einfach erkennen. Über 300 Livecams in der Wetter-Alarm App lassen sich nach Höhe sortieren. So ist relativ einfach zu erkennen, welche Region unter der Nebeldecke steckt und welche nicht.
Nebel als Gefahr: Sicherheitstipps im Strassenverkehr
Im dichten Nebel ist die Sichtweite stark reduziert – was insbesondere im Strassenverkehr zur Gefahr werden kann. Denken Sie an folgende Tipps für Ihre Sicherheit im Nebel:
- Reduzieren Sie die Fahrgeschwindigkeit und halten Sie genügend Abstand zum vorderen Fahrzeug. Als Faustregel gilt: Abstand ist gleich Geschwindigkeit – wenn Sie nur 50 Meter weit sehen, sollten Sie keinesfalls schneller als 50 km/h fahren.
- Schalten Sie die Nebelscheinwerfer ein. Aber sobald die Sicht wieder besser wird, das Nebellicht unbedingt wieder abschalten – sonst werden die anderen Verkehrsteilnehmer geblendet.
- Benutzen Sie den Scheibenwischer: Nebel legt sich unbemerkt als Wasserfilm auf die Windschutzscheibe.
- Lassen Sie sich nicht ablenken! Das Fahren bei Nebel erfordert viel Aufmerksamkeit und Konzentration. Schalten Sie daher die Musik besser aus, und vermeiden Sie Telefonanrufe während der Fahrt.
- Falls Ihre Augen ermüden oder Sie sich unsicher fühlen, dann legen Sie lieber eine kleine Pause ein!
- Bild:
- unsplash.com