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Der Wiedererwerb alter Tonträger in neuen oder einst als obsolet eingestuften Formaten liess Breisenbauer am viel beschworenen Niedergang der Musikindustrie zweifeln. Konnte es sein, dass diese von jeher skrupellose, trickreiche Branche darniederlag? Waren es letzte, verzweifelte Versuche, den verbliebenen herangezüchteten Generationen von Plattenkäufern so lange und oft wie möglich Geld abzuknöpfen, oder im Gegenteil ausgeklügelte Marketingstrategien, um jenen, die mit Gratismusik aufgewachsen waren, 180-Gramm-Sondereditionen und aufwendige Boxsets voller Studioabfälle anzudrehen, die sich kostenlos niemand anhören würde, aber, strategisch im Wohnzimmer platziert, als Prestigeobjekte etwas hermachten? Breisenbauer jedenfalls war überzeugt, dass die Musikindustrie in weit besserer Verfassung war als er selbst.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Die WOZ hat eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» als Buch herausgegeben, das unter www.woz.ch/shop/woz-buecher erhältlich ist. Sein Krimi «Mordgarten» ist unter www.woz.ch/shop/buecher zu haben.