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Schwule Gesundheit ist die Antwort auf den Wunsch aller Gays, ein besseres und glücklicheres Leben zu führen.
Schwule Gesundheit ist ein ganzheitlicher Gesundheitsbegriff, der die biologischen, psychischen, sozialen und spirituellen Aspekte von Gesundheit umfasst und die Einflussfaktoren aus Gesellschaft und Umwelt (die Determinanten der Gesundheit) mit einbezieht. Die Arbeit daran ist eine Gemeinschaftsaufgabe im Zusammenwirken mit der Gay Community, aber nicht nur für diese. Das Konzept der Schwulen Gesundheit entstand mit dem Aufkommen wirksamer Aids-Therapien Ende der 1990er Jahre und hat sich seither in verschiedenen Ländern kontinuierlich weiter entwickelt.
Das Projekt schwule Gesundheit in Genf
Es handelt sich um ein handlungsorientiertes Forschungsprojekt, das in Zusammenarbeit von Praktikern und Forschern mit dem Ziel realisiert wurde, Daten über die Gesamtgesundheit schwuler Männer am Genferseebogen zu erheben, Prioritäten im Sinne ihrer wirklichen Bedürfnisse zu setzen und Interventionsprojekte zu realisieren, die auf diese Bedürfnisse eingehen.
Diese Website beschreibt die Entstehungsgeschichte, Vision, Methoden und Instrumente und Forschungsergebnisse des Projekts; ausserdem die Projekte und Kooperationen, die daraus hervorgegangen sind, und die wertvolle Denkanstösse für schwule und LGBT-Communities, für deren Organisationen und andere Akteure in der Schweiz und im Ausland liefern können. Damit die Texte gut lesbar bleiben, werden auf der Website die Begriffe Schwule, Gays und Homosexuelle für alle schwulen und bisexuellen Männer verwendet.
Die im Ergebnis-Mandala dargestellten Forschungsergebnisse enthalten die Antworten von über 1300 schwulen und bisexuellen Männern aus Genf und der Genferseeregion auf mehrere hundert Fragen. Sie wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren bei Gesprächen in Fokusgruppen, im Rahmen einer Basisbefragung und von zwei Zusatzbefragungen über psychische Gesundheit und Suizidalität erhoben. Wer nicht genug Zeit für das alles hat, kann die wesentlichen wissenschaftlichen Ergebnisse in der Zusammenfassung der Doktorarbeit nachlesen.
Die aus den Forschungsergebnissen resultierenden Prioritäten gaben den Anstoss zu Interventionsprojekten, die zum grössten Teil bis heute wirken und Bestand haben. Sie werden auf der Website unter Projekte und Instrumente beschrieben.
Vom Kampf gegen Aids zur schwulen Gesundheit
Das Projekt schwule Gesundheit entstand 2000 bei Dialogai, einem Verein homosexueller Männer, der sich seit 1985 aktiv für die Aidsprävention in der schwulen Community, für den Kampf gegen Diskriminierung und für den Zugang zu Therapien engagiert. Entsprechend wurde das Projekt schwule Gesundheit auch mit Blick auf die männlichen Homosexuellen aufgelegt.
Die Gesundheit lesbischer Frauen
Seit 2007 nimmt sich Santé pluriELLE der Gesundheit lesbischer und bisexueller Frauen an. Auch lesbische und bi Frauen sind gesundheitlich exponiert, vor allem was psychische Gesundheit und Suizidrisiko angeht. So wurde 2008 zusammen mit dem Verein Lestime das Projekt Blues-out zum Schwerpunkt Depression gestartet, mit je einer Version für Frauen und für Männer. Insgesamt sind lesbische Frauen und schwule Männer in mancher Hinsicht ähnlichen Gefährdungen ausgesetzt, weisen aber auch je geschlechtsspezifische Probleme auf.
Gesundheit von LGBT-Menschen
LGBT-Gesundheit ist der Überbegriff für lesbische, schwule, bi und trans* Gesundheit. Jede Gruppe hat ihre spezifischen Merkmale, aber es gibt anerkannte gemeinsame Probleme, und hier sind Synergien möglich. Gesundheitsfachleute sprechen von der Gesundheit sexueller Minderheiten.
Gesundheit von LGBT-Personen wird in manchen Ländern aktiv betrieben, in der Schweiz ist bisher keine Stelle eigens dafür zuständig. Die Frage, ob und durch wen diese Arbeit auf- und ausgebaut werden sollte, ist offen. Eine von oben diktierte Antwort ist nicht sinnvoll; vielmehr braucht es dazu den Dialog mit den betroffenen Personengruppen und das entschiedene Engagement ihrer Organisationen für eine Reduzierung gesundheitlicher Benachteiligungen und für die Berücksichtigung ihrer tatsächlichen Bedürfnisse.