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Meitlisonntagtage – Ablauf
Die Tage der Weiberherrschaft sind der Meitli-Donnerstag, der Meitli-Samstag und der Meitli-Sonntag und werden jährlich rund um den zweiten Sonntag im Januar in Meisterschwanden und Fahrwangen gefeiert. Zum Dank für ihre Hilfe und ihren tapferen Einsatz anlässlich des Villmerger Krieges von 1712 schenkte der Berner Heeresführer Oberst Tscharner den wackeren Kämpferinnen «drei eigene Tage» an denen sie über das «Mannevolch» regieren dürfen.
Meitlidonnerstag
Der Tag des Männerfangs. Mit wirbelnden Trommelklängen ziehen die Tambourinnen am frühen Abend des Meitlidonnerstags durch die Strassen von Meisterschwanden und Fahrwangen und verkünden den Beginn der «Weiberherrschaft».
Das Eintrommeln findet in Fahrwangen um 16.30 Uhr auf dem Bärenplatz, in Meisterschwanden um 17.00 Uhr auf dem Dorfplatz statt.
Am frühen Abend finden sich die Frauen und Meitli in altmodische Roben gekleidet, den Kopf mit einem eleganten Hütchen geschmückt, zur Mitgliederversammlung ein. Eine besondere Stimmung breitet sich aus, das Meitlisonntagfieber ist ausgebrochen. Nach Abwicklung der Geschäfte schwärmen die Frauen, in Gruppen aufgeteilt, bewaffnet mit dem berühmt-berüchtigten Grasbogen in die einzelnen Gaststätten aus. Als Zeichen der “Machtübernahme” durch die Frauen wird den dort anwesenden Männern ein Gläschen Wein offeriert.
Die anschliessende Aufforderung zum Tanz geschieht nur durch die Frauen. Schnell steigt die Spannung und es wird gerätselt, wen es wohl dieses Mal “erwischen” werde. Schliesslich ist es für die Männer eine besondere Ehre, zu den Auserkorenen zu gehören, die im Grasbogen gefangen werden.
Der Auserwählte wird während des Tanzes mit einer Meitlisonntags-Plakette ausgezeichnet und “Schwups” liegt der so Geehrte im Netz. Für die Frauen heisst es nun, tüchtig anzupacken und ihren “Fang” ins nächste Restaurant zu tragen, wo sich der Gefangene mit einem Umtrunk loskaufen kann, was für ihn natürlich eine Selbstverständlichkeit ist.
Meitlisamstag
Am Meitlisamstag-Abend schwärmen die Frauen wunderschön geschminkt und kostümiert wiederum in die verschiedenen Restaurants aus. In allen Lokalen wird getanzt, natürlich ist noch immer Damenwahl. Eine Gruppe Frauen, alle in nostalgischer Robe gekleidet, mit keckem Hut auf dem Kopf und mit dem Grasbogen ausgerüstet, zirkuliert ebenfalls zwischen den Restaurants und präsentiert das Brauchtum wie es jeweils am Donnerstag durchgeführt wird. Der traditionelle Männerfang bleibt aber ausschliesslich dem Meitlidonnerstag vorbehalten. Unter den Masken verbergen sich ausschliesslich einheimische Frauen und Meitli.
Meitlisonntag
Am Meitlisonntag-Abend zirkulieren die Masken in den Wirtschaften und treiben erneut ihr Unwesen. Dabei wird vorwiegend Aktuelles aus dem Dorfgeschehen aufgegriffen. Man darf jeweils gespannt sein, wie viel Originelles und Phantasievolles ausgeheckt und geboten wird. Die Frauengruppen tragen ihre einstudierten Vorführungen vor, das Dorfpublikum ist stets begeistert von den Liedern, Gedichten, Tanzeinlagen und den Outfits der Frauen und Meitli.
Als Höhepunkt am Sonntagabend gilt unbestritten die Zeremonie der Eierzopfverteilung mit anschliessender Polonaise. Mit dem Verteilen des Eierrings an die tanzenden Paare wird die Regentschaft wieder an die Männer zurückgegeben. Damit ist die fröhliche Meitlizyt noch lange nicht zu Ende. Aus Erfahrung weiss man, dass die gute Stimmung für ganz Unentwegte bis in die frühen Morgenstunden anzuhalten vermag.
Die Eierzopfverteilung findet in Fahrwangen um 22 Uhr, in Meisterschwanden um 23 Uhr statt.
Umzug
Alle vier Jahre krönt ein Umzug die dreitägige Zeit der «Weiberherrschaft». Farbenprächtig zieht er durch die Strassen von Fahrwangen nach Meisterschwanden.
Das Umzugsmotto legen die beiden Vereinigungsvorstände fest. In unzähligen Arbeitsstunden entstehen zehn Sujets (Wagen mit Fussvolk). Die Wagenchefinnen und ihre Helfer und Helferinnen, kreieren und nähen, kleben und basteln, zimmern und malen bis Wagen und Kostüme in kleine Kunstwerke gipfeln. Die Spitze des Umzugs ist nach alter Überlieferung gegeben: Tambourinnenkorps, Heroldinnen zu Pferd, Fahnen und Fahnenwachen, Trachtengruppe mit Eierzopf, sowie natürlich die Villmergerkrieg-Gruppe mit ihrer Kanone. Traditionsgemäss präsentiert auch eine Frauengruppe in den schönen schwarzen Roben während Zuges den schönen Meitlidonnstigs-Brauch. Männer sind am Umzug nur als Fuhrleute und Musikanten zugelassen.
Umzugsmottos der letzten Jahre:
2002: Gschechte-Cheschte (Geschichten und Märli)
2005: Schalt i, lueg zrogg (TV-Sendungen des Schweizer Fernsehens)
2008: Go Switzerland (Querschnitt durch die Spezialitäten der Schweizer Kantone)
2012: Mer fiire ond jubiliere (Jubiläum 300 Jahre Meitlisonntag)
2016: Jukebox (ein unglaublich fröhlicher, farbenfroher, lauter Umzug)
Kindertanz
Schon bei den Kindern wird das Interesse an der Erhaltung des alten Brauches geweckt: Der Kindertanz ist bereits Tradition. Ob Prinzessin, Gartenzwerg, Marienkäfer oder Clown – die muntere Kinderschar geniesst gemeinsam mit den Eltern die Feststimmung in der Mehrzweckhalle.
Der Kindertanz findet in Meisterschwanden am Samstagnachmittag, in Fahrwangen am Sonntagnachmittag statt.