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Auf den Schneemangel im Dezember folgten im Januar Schneestürme in den Bergen, wie diese Aufnahme von Ovronnaz zeigt (photo: M.Doctor)
Dezember 2015: Wärme- und Sonnenscheinrekorde, Niederschlagsmangel
Mit einer Temperaturabweichung von +3.0°C im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt 1981-2010, war der letzte Monat des Jahres 2015 deutlich milder als üblich. Im landesweiten Durchschnitt gehört der Dezember 2015 zu den wärmsten Dezembermonaten seit Messbeginn vor ungefähr 150 Jahren. Bemerkenswert ist, dass der Dezember 2014 schon sehr mild war. Die Temperaturabweichung betrug jedoch “nur“ +1.5°C. Es muss jedoch zwischen den Berg- und Tieflagen unterschieden werden. Der Unterschied zwischen Dezember 2014 und Dezember 2015 lag vor allem bei den Bergstationen. Auf dem Grossen-Sankt-Bernhard zum Beispiel betrug der Wärmeüberschuss sogar knapp 6.0 Grad. Das ist seit 200 Jahren nie vorgekommen! Im Rhonetal und in den schattigen Tälern fiel der Wärmeüberschuss dagegen geringer als letztes Jahr aus. Die Wetterstation von Visp zum Beispiel, die während dem ganzen Dezember im Schatten bleibt, mass einen geringen Wärmeüberschuss von nur 0.1°C.
Dieses Phänomen ist typisch bei hochdruckbestimmten Wetterlagen, wie sie im Dezember 2015 vorherrschten. Die feuchten Westströmungen wurden in Nordeuropa umgeleitet. Die überdurchschnittliche Sonnenscheindauer (Rate über +50%) unterstreicht dieses Phänomen. Somit begünstigten die langen klaren Nächte, dass sich Kaltluftseen entlang des Rhonetals bildeten. Diese blieben in schattigen Orten während dem ganzen Tag erhalten. Übrigens wurden im Bündnerland und in der Nordschweiz sogar Sonnenscheinrekorde gemessen. In Montana gab es nur 15 Frosttage, während in der Station von Visp doppelt so viele gemessen wurden. Sogar in Sitten gab es 25 Frosttage.
Erwähnenswert ist, dass der Dezember 2013 auch hochdruckbestimmt und sonnenreich war. Es war aber weniger mild als im Dezember 2015.
Was den Niederschlagsmangel vom Dezember 2015 betrifft, fiel er an gewissen Orten in Rekordnähe aus, d.h. es regnete oder schneite 20 Mal so wenig wie üblich. In Simplon-Dorf wurde sogar kaum 1 mm während des ganzen Monats registriert, es kann daher als weitgehend trocken betrachtet werden. Im Allgemeinen wurden im Raum von Sitten bis zum Simplon über Grächen und Zermatt nur 1 bis 3 Niederschlagstage gemessen.
Zieht man nur die Ferien über die Festtage und die Wochenenden des ganzen Monats in Betracht, so wurden noch sonnenreichere, mildere und vor allem niederschlagsärmere Bedingungen festgestellt. Somit ist im Zentral- und Oberwallis an den Wochenenden und über die Festtage kein einziger Tropfen und keine Flocke gefallen.
Schneebedingungen
Diese sehr milde, sonnenreiche und niederschlagsarme Witterung verursachte im Dezember 2015 vor allem über die Festtage sehr unterdurchschnittliche Schneehöhen. Bemerkenswert ist, dass schon im Dezember 2013 und im Dezember 2014 ein Schneemanko vorherrschte, wobei 2013 am Weihnachtstag und 2014 am 27. Dezember Schneefälle auftraten. Im Dezember 2015 fiel dagegen kein Schnee bis zum Jahreswechsel. Deshalb konnten die Skiorte von den relativ guten Schneebedingungen von Anfangs Dezember 2015 nicht profitieren.
Januar 2016: Mild und äusserst niederschlagsreich, kurzes Winterintermezzo um Monatsmitte
Der erste Monat des Jahres 2016 fiel milder als üblich aus. Im Wallis wurde ein Wärmeüberschuss von +1.7°C gemessen. Nur eine Woche um die Monatsmitte (13. Januar- 20. Januar) erwies sich als winterlich. Im Gegensatz dazu herrschte speziell während der letzten Monatswoche frühlingshaftes Wetter, als die positiven Tagestemperaturabweichungen bei über 4°C und manchmal sogar knapp 10°C lagen.
Zieht man nur die Feiertage und die Wochenenden des ganzen Monats in Betracht, wurden noch eine geringere Sonnenscheindauer (Defizit von 32%, 2/3 Sonnenschein wie üblich) und noch höhere Temperaturen gemessen. Wenn man andererseits speziell die Niederschläge während der gleichen Periode, also die Feiertage und alle Wochenenden ansieht, waren diese nochmals deutlich erhöht (3 Mal mehr als üblich). Diese Tage erwiesen sich daher für die Wintersportorte als ungünstig. Von den fünf Sonntagen des Monats war nur der 24. Januar befriedigend.
Schneebedingungen
Was die Schneehöhen vom Januar 2016 betrifft, müssen zwei Hauptelemente vermerkt werden.
1. Deutliche Verbesserung der Schneebedingungen zwischen dem 1. und 15. Januar
Aufgrund des niederschlagsarmen, sonnenreichen und in der Höhe extrem milden Dezembers 2015 gab es zum Neujahr wie z. B. in Zermatt oder in Montana überhaupt keinen Schnee. Auf Planachaux (auf 1800. m ü. M. oberhalb von Champéry) wurden nur 2-3 cm Schnee gemessen. Die Niederschläge, die vor allem während den ersten zwei Wochen des Monats aussergewöhnlich ergiebigen waren, verbesserten die Schneesituation um die Mitte des Monats deutlich. Somit erreichten die Schneehöhen an einigen Orten deutlich überdurchschnittliche Werte.Zum Beispiel stiegen die Schneehöhen auf 1.30 Meter in Montana und 1.80 Meter bei Höhenlagen von 2000 m ü. M. oberhalb von Ovronnaz. Danach schmolz in der letzten, sehr milden Januarwoche bereits ein Teil wieder weg. Deshalb wurde der gesamte Monat von einem leichten Schneedefizit gekennzeichnet. Am 31. Januar zum Beispiel regnete es bis oberhalb von 2000 M.ü.M.
2. Deutlich bessere Schneebedingungen im Unterwallis als im südlichen Oberwallis
Im Gegensatz zu den zwei letzten Wintern erwiesen sich die Schneebedingungen im Unterwallis und in den Berner Alpen als deutlich besser als im südlichen Oberwallis (vom Mattertal über den Simplon bis ins Binntal). Dies kann mit den vorherrschenden Westströmungen erklärt werden. Im Gegensatz dazu herrschten während der zwei letzten Winter zur selben Zeit Südströmungen.
Von der ganzen Schweiz war die Region von Ovronnaz am schneereichsten. Ende Januar gab es in diesem Ski- und Kurort noch einen Überschuss von 20% im Vergleich zum Normwert, während in der gleichen Periode das Dorf Zermatt ein Defizit von 40% verzeichnete. Ausserdem verschwand der Schnee in Simplon-Dorf ganz.
Methode
Die Niederschläge, die Sonnenscheindauer und in geringerem Ausmass auch die Temperatur, gehören zu den wichtigsten Wetterparametern für Touristen. Im Winter spielt die Schneehöhe auch eine wichtige Rolle. Für das ganze Wallis wurden diese Parameter für jeden Monat der Wintersaison 2015/16 mit dem dreissigjährigen Mittel 1981-2010 über sechs Messstationen von MeteoSchweiz verglichen. Es handelt sich um Zermatt (1638 m), Visp (640 m), Montana (1508 m), Sitten (482 m), Gross-Sankt-Bernhard (2472 m) und Aigle (381 m). Für die Schneehöhe wurde ein Vergleich mit dem Referenzmittel um die Monatsmitte berechnet. Dieses Mittel stützt sich jeweils und im Allgemeinen auf mehr als 30 Jahre. Die 4 verwendeten Stationen vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos sind: Les Ruinettes (2200 m), Planachaux (1870 m), Montana (1590 m) und Zermatt (1600 m). Dies erlaubt es, einen Wetterrückblick für die vergangene Saison im Wallis zu erstellen. Da das Wochenend- (We) und Feiertagwetter sich für den Tourismus besonders wichtig erweist, wurde ein Durchschnitt einzig für diese Tage und für jeden Parameter separat berechnet.
Anleitung zur Grafikinterpretation
Die Abweichungen (in %) der Niederschlagsmenge (blau) und der Sonnenscheindauer (gelb) zur Norm wurden in einer Grafik zusammengestellt. Eine andere Grafik stellt die Abweichung (in %) der Schneehöhe (grau bis blau) zu den Normwerten dar. Wenn die Abweichungen der Niederschlagsmenge (bzw. der Sonnenscheindauer und der Schneehöhe) negativ sind, erweist sich der betrachtete Monat im Vergleich zum langjährigen Mittel als zu trocken (bzw. zu trüb und schneearm). Wenn alle Abweichungen hingegen positiv sind, deutet dies auf einen Niederschlags-, einen Sonnen- sowie einen Schneehöheüberschuss hin. Wenn positive Temperaturabweichungen (in Grad Celsius) aufgetreten sind, weist dies auf wärmeres Wetter als normal hin.