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Die Erlebnisgesellschaft
Erinnern Sie sich, meine Damen und Herren, wie wir an dieser Stelle neulich diskutierten, dass das spätmoderne Produkt seinem potenziellen Käufer mit Vorteil ein Erlebnis in Aussicht stellen muss, zum Beispiel ein «Spa-Erlebnis»? Das deckt sich mit Herrn Schulze. Der deutsche Soziologe Gerhard Schulze, dem wir den Begriff der «Erlebnisgesellschaft» verdanken, ist der Auffassung, dass der Mensch der Gegenwart ganz gezielt Situationen schafft oder aufsucht, die ihn aufwühlen, ansprechen, involvieren; ein Verhalten, was Schulze «Erlebnisrationalität» nennt. In seinem Werk «Die Erlebnisgesellschaft» schreibt er: «Das Subjekt wird sich selbst zum Objekt, indem es Situationen zu Erlebniszwecken instrumentalisiert. Erlebnisrationalität ist der Versuch, durch Beeinflussung äusserer Bedingungen gewünschte subjektive Prozesse auszulösen. Der Mensch wird zum Manager seiner eigenen Subjektivität, zum Manipulator seines Innenlebens.»
Unbeantwortet indes lässt auch Herr Schulze die Frage, warum offenbar ausgerechnet die verschiedenen Darreichungsformen von Klopapier so sehr als Ressourcen zur Steigerung von Erlebnisintensität taugen. Entweder als «Spa-Erlebnis» oder zum Beispiel in der Variante «Klassische Sauberkeit». Was die Frage nahelegt: Was soll das sein? Was ist klassische Sauberkeit? Und was ist ihr Gegenteil? Avantgardistische Sauberkeit? Oder klassische Unsauberkeit? Oder die weltgewandte, elegante Traurigkeit eines Frank Sinatra?