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„Uh-uh-uh“. So kann es während Frühlingsabenden v.a. im Mai und Juni tönen. Im Vergleich z.B. zur Kreuzkröte ist der Paarungsruf der Männchen der Gelbbauchunken weniger aufdringlich; er klingt beinahe sanft und melodiös.
Wenn man die Gelbbauchunken aber mal nicht gerade hört, muss man sich beim Suchen Mühe geben. Denn mit ihrer lehmbraunen Rückenfärbung und ihrer geringen Grösse von höchstens 5 cm ist sie hervorragend getarnt. Ihre natürlichen Lebensräume sind Flusstäler, Auen, Riedgebiete, feuchte Wälder und Rutschgebiete. Auch in Bau- und Deponiegebieten mit feuchten Stellen fühlen sie sich ganz wohl. Die Unke kann auch in Verstecken an Land wohnen. Diese müssen jedoch eine genügend hohe Bodenfeuchtigkeit aufweisen.
Um ihre Eier abzulegen, nutzt die Gelbbauchunke warme und flache Gewässer, wie z.B. Regentümpel und Pfützen oder auch wenig befahrene Traktorspuren. Diese sollten nach einigen Monaten austrocknen oder ausspülen, damit potentielle Feinde beseitigt werden. Die Unke nimmt damit jedoch das Risiko auf sich, dass ihr Nachwuchs im zu früh austrocknenden Gewässer stirbt. Eine Gelbbauchunkenmutter kann mehrmals im Jahr Eier ablegen. Dadurch kann sie dieses Risiko erheblich vermindern. Während der Paarung klammert sich das Männchen um die Hüften des Weibchens. Die Jungtiere der Gelbbauchunken sind sehr mobil und können somit schnell neue Lebensräume erschliessen. Die älteren Tiere jedoch bleiben oft jahrelang am selben Ort, auch wenn er nicht mehr zur Fortpflanzung dient.
Ihren Namen bekam die Unke wegen der gelben Färbung auf der Unterseite der Extremitäten. Um einen Angreifer abzuwehren, drückt sie ihren Rücken durch und verdreht die Extremitäten, damit möglichst viel von ihrer gelb-schwarzen Unterseite präsentiert wird. Gefährliche Feinde sind v.a. Vögel und grosse Laufkäfer. Daneben finden Fische, Molche, räuberische Insekten und Vögel Gefallen an den Kaulquappen. Die Gelbbauchunken sind jedoch nicht völlig ungeschützt. Ihre Haut sondert ein hochgiftiges Sekret ab, um sich vor Bakterien wie auch vor Fressfeinden zu schützen. Für den Menschen ist das Gift nicht gefährlich, jedoch stark schleimhautreizend. Selbst ernähren sich die Unken von allerlei lebenden Kleintieren, die sie am Boden finden.
Wegen der vielen Flusskorrekturen ist der Lebensraum der Gelbbauchunken stark zurückgegangen. Deshalb gilt die Unke heute in der Schweiz als gefährdet. Andere wichtige Ursachen für den Verlust ihrer Lebensräume sind die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Technisierung der Landwirtschaft und der Bauindustrie sowie die Ausräumung von Randstrukturen und Brachland.
Damit die Unken sich wieder mehr verbreiten können, sollte man den Flüssen wieder mehr Raum geben und ihre Ufer renaturieren. Wichtig sind auch sonnige Feuchtstellen mit temporären Kleingewässern und versteckreiche, feuchte Krautfluren und Gehölze. Da die Vorkommen oft in kleinere, örtlich begrenzte Populationen begrenzt werden (z.B. durch Strassen), sollten wieder Verbindungen hergestellt werden, damit auch der genetische Austausch und die Zuwanderung gewährleistet wird.
Viviane Winter