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Die 44-jährige Olivia Wenk (Name geändert) trennte sich vor bald drei Jahren von ihrem Mann. Wenige Tage vor ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung schlug sie ihm eine Trennungsvereinbarung vor, um die Betreuung der Kinder (heute vier, neun und elf Jahre alt) einvernehmlich zu regeln. Der Vater seinerseits erreichte mit einer superprovisorischen Verfügung, dass die Kinder bei ihm blieben. Einen Monat später kommt es zu einem Vergleichsvorschlag, die Kinder werden der Mutter zugeteilt.
Doch weil der Vater den Vergleich ablehnt, kommt der Fall vor Gericht. Dieses teilt die Kinder der Mutter zu, doch der Vater rekurriert. Damit schafft er es, dass der Entscheid nie vollzogen wird − denn seine Beschwerde hat aufschiebende Wirkung, er hat somit dank der juristisch langsam mahlenden Mühlen einen unumkehrbaren Zustand geschaffen.
Über ein Jahr vergeht, bis das Obergericht bei der Gemeindebehörde einen Bericht über die Betreuungssituation der Kinder in Auftrag gibt. Diese leben weiterhin beim Vater, im Haus seiner betagten Eltern, die die Kinder meist auch betreuen. Es vergeht wieder ein halbes Jahr, bis das Gutachten eintrifft. Auf drei knappen Seiten schildern Gemeindeschreiber und Gemeindepräsident aufgrund eines Besuchs der Vormundschaftsbehörde die Wohnsituation. Das Betreuungskonzept mit rund zehn Personen - darunter einige, die von ihrer Aufgabe gar nichts wissen - wird nicht hinterfragt. Monate später findet vor Obergericht die Anhörung der Kinder statt; diese halten klar fest, dass sie zur Mutter möchten. Fast zwei Jahre nach der Trennung teilt das Obergericht die Kinder dem Vater zu, die Mutter erhält ein Besuchsrecht. Jetzt unterläuft der Vater das Besuchsrecht der Mutter mit neuen Eingaben.