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Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich KK.2020.00055 I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiber Würsch Urteil vom 2 2. Dezember 2022 in Sac hen X.___ Kläger und Strei t verkünder vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli Probst Partner AG Rechtsanwälte Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG Direktion Bern Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern Beklagte vertreten durch Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos III dasadvokaturbuero, advokatur notariat mediation Herrengasse 22, Postfach, 3001 Bern Y.___ AG vertreten durch Rechtsanwalt Flavio Decurtins Masanserstrasse 136, 7000 Chur Streitberufene Sachverhalt: 1. 1.1 X.___, geboren 1981, war ab dem 1. Dezember 2019 bei der Y.___ AG angestellt (vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 2/2 und Urk. 10 S. 3). Aufgrund dieser Anstellung unterstand er der K ollektiv Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG ; Urk. 2/3 S. 6 ), welche die Y.___ AG mit der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar ) abgeschlossen hatte (Urk. 2/3 [Allgemeine Ve rsiche rungs bedingungen, AVB] und Urk. 2/4 [Police]). Vereinbart war bei einer Leis tungsdauer von 730 Tagen innert 900 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen je Arbeitsjahr ein Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohns (Urk. 2/4 S. 2 ). 1.2 Ab dem 2 7. Januar 2020 wurde dem Versicherten von ärztlicher Seite eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert ( Urk. 11/3, 11/4.2). Mit E-Mail vom 11. Februar 2020 ersuchte er bei der Mobiliar um die Ausrichtung von Kranken taggeldern ( Urk. 11/2.41), worauf diese ihm mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mitteilte, dass die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt sei, da die Arbeitsun fähigkeit in der Probezeit eingetreten sei. Nach Ablauf der vertraglich vereinbar ten Wartefrist könnten daher nur bis zum 2 6. März 2020 Taggelder ausgerichtet werden ( Urk. 11/2.27). Mit Schreiben vom 2 6. März und 1 5. April 2020 erklärte sich der Versicherte damit nicht einverstanden und verlangte die uneinge schränkte Ausrichtung von Versicherungsleistungen ( Urk. 11/2.20, 11/2.25). Diesem Ersuchen entsprach die Mobiliar mit Schreiben vom 8. April und 2. Juni 2020 nicht ( Urk. 11/2.13, 11/2.23). 2. 2.1 Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 erhob X.___ Klage gegen die Schwei zerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm für die Zeit vom 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage für Leistungen ab 1. Oktober 2020 (Urk. 1 S. 2). Mit Klageantwort vom 11. Dezember 2020 schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage (Urk. 10 S. 2). Mit Replik vom 11. Februar 2 021 beantragte der Kläger, die Beklagte sei zudem für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 zu verpflichten, ihm Fr. 26'285.-- (123 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu bezahlen (Urk. 14 S. 2). Mit Eingabe vom 3. März 2021 nahm der Kläger eine weitere Anpassung des Rechtsbegehrens vor, indem er beantragte, die Beklagte sei – unter Vorbehalt der Nachklage – für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 zur Bezahlung von Fr. 38'893.40 (182 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu verpflichten (Urk. 19). Die Beklagte hielt mit Duplik vom 19. März 2021 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest (Urk. 23), wovon dem K läger am 24. März 2021 Kenntnis gegeben wurde ( Urk. 25). Mit Eingabe vom 16. September 2021 nahm der Kläger erneut eine Anpassung seines Rechtsbegehrens vor. Demnach sei die Beklagte unter dem Titel Lohnfort zahlung im Krankheitsfall zu verpflichten, ihm für die Zeit von 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70), für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 30. April 2021 Fr. 45'304.40 (212 x Fr. 213.70), für die Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni 2021 Fr. 13'035.70 (61 x Fr. 213.70) und für Juli 2021 Fr. 3'312.35 (31 x Fr. 213.70 x 50 % ), total Fr. 101'828.05, zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen (Urk. 29). Darüber wurde die Beklagte mit Verfügung vom 17. September 2021 in Kenntnis gesetzt (Urk. 32). 2.2 Mit Eingabe vom 1. Oktober 2021 orientierte der Kläger das Sozialversicherungs gericht darüber, dass am 23. September 2021 vor dem Regionalgericht Prättigau/ Davos das Beweisverfahren im von ihm gegen die Arbeitgeberin ( Y.___ AG) geführten arbeitsrechtlichen Prozes s stattgefunden habe. Das Proto koll dieser Verhandlung sei zu edieren und zu den Akten zu nehmen (Urk. 33). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 setzte das Sozialversicherungs gericht den Parteien Frist an, um zur in Aussicht genommenen Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des arbeitsrechtlichen Verfahrens Stellung zu nehmen; es stehe dem Kläger sodann frei, das besagte Protokoll zu den Akten zu reichen. Ausserdem wurde der Kläger aufgefordert, innert gleicher Fri st mitzu teilen, ob am Antrag auf Beiladun g der Y.___ AG festge halten werde und – bejahendenfalls – mit welche r Begründung (Urk. 34). Mit Ein gabe vom 11. Januar 2022 erklärte sich die Bekl agte mit der Sistierung des Ver fahrens einverstanden (Urk. 37). Innert mehrmals erstreckter Frist (vgl. Urk. 38 f.) reichte der Kläger als Beilage zu seiner Eingabe vom 18. Februar 2022 (Urk. 40) den Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 ein (Urk. 41). Er erklärte sich mit einer Sistierung des Ver fahrens bis zur Rechtskraft dieses Teil entscheids einverstanden, sofern er nicht weitergezogen werde. Des Weiteren hielt er am Antrag auf Beiladung der ehema ligen Arbeitgeberin fest (Urk. 40 S. 1 f.). Gemäss telefonischer Auskunft des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. März 2022 erwuchs der Teilentscheid vom 23. September 2021 unangefoch ten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42). Darüber orientierte auch der Kläger das Sozial versicherungsgericht mit Eingabe vom 23. März 2022 und hielt fest, dass sich die Frage einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens somit erübrige. Im Übrigen wurde nach wie vor um die Beiladung der ehemaligen Arbeitgeberin zum Ver fahren ersucht (Urk. 43). Mit Verfügung vom 21. April 2022 verzichtete das Sozialversicherungsgericht auf die in Aussicht genommene Sistierung des Verfahrens und wies den Antrag des Klägers auf Beiladung der Y.___ AG zum Prozess ab. Ferner wurde dem Kläger Frist angesetzt, um sich zur Frage der Weiterbehandlung seines Antrages auf Beiladung als einfache Streitverkün dung zu äussern. Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zum Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 Stellung zu nehmen (Urk. 44). Mit Eingaben vom 16. Mai 2022 (Urk. 48) und 2. Juni 2022 (Urk. 49) hielten die Parteien jeweils an ihren Rechtsbegehren fest. Der Kläger erklärte sich überdies einverstanden mit der einfachen Streitverkün dung und ersuchte das Gericht um Information der streitberufenen Person (Urk. 48 S. 1). Mit Verfügung vom 1 3. J uni 2022 wurde der Y.___ AG mitgeteilt, dass ihr der Kläger den Streit verkündet habe, und es wurde ihr Frist angesetzt, um Stellung zu nehmen, in welcher Form sie dem Prozessverfahren beitreten wolle ( Urk. 50). Mit Eingabe vom 1 8. Juli 2022 erklärte die Y.___ AG, dass sie am Prozess nicht aktiv teilnehmen werde; äusserte sich aber dennoch zur Sache ( Urk. 54). Darüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 1 7. August 2022 in Kenntnis gesetzt. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die streitberufene Y.___ AG nicht aktiv am Prozess teilnehmen und dieser ohne Rücksicht auf sie fortgesetzt werde ( Urk. 56). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessor dnung [ZPO] in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt [ GSVGer ] ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfah ren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO). 1.2 Die für das Sozialversicherungsgericht verbindliche Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung findet sich in Art. 32 ZPO. Demnach ist bei Streitigkeiten aus Konsu mentenverträgen das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. Urs Feller/Jürg Bloch, in: Sutter- Somm / Hasenböh ler /Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 32 N 45 ff.). Der Kläger hat te seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Kanton Zürich, verlegte diesen während des Prozesses jedoch in den Kanton Graubünden ( Urk. 48 S. 7). Gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b ZPO bewirkt die Rechtshängigkeit, dass bei Wohnsitzverle gung im Laufe des Verfahrens die örtliche Zuständigkeit erhalten bleibt ( perpetuatio fori ; Urteil des Bundesgerichts 4A_595/2019 vom 1 8. Februar 2020 E. 2.4), womit die örtliche Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich (weiterhin) gegeben ist. 2. 2.1 Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Versicherungsvertrag s gesetz ( nVVG ) in Kraft getreten. Gemäss der Übergangsbestimmung in Art. 103a nVVG gelten für Verträge, die vor dem Ink rafttreten der Änderung vom 19. Juni 2020 abge schlossen worden sind, die folgenden Bestimmungen des neuen Rec hts: die Form vorschriften ( lit. a) und das Kü ndigungsrecht nach den Artikeln 35a und 35b nVVG ( l it. b). Alle anderen Bestimmungen gelten lediglich für neu abge schlossene Verträge (vgl. die Botschaft zur Änderung des Versic herungsvertrags gesetzes vom 28. Juni 2017, BBl 2017 5089 ff., 5136; vgl. auch Stephan Fuhrer, Deutliche Verbesserungen für die Kunden von Versiche rungen, in: Plädoyer 2/2021, S. 40 ff., S. 49). Der Versicherungsvertrag, welcher der vorliegenden Streitsache zugrunde liegt, wurde am 1. Januar 2020 und somit vor dem Inkrafttreten des revidierten Versicherungsvertragsgesetzes abgeschlossen ( Urk. 2/4). Damit gelangen abgese hen von den Formvorschriften und dem Kündigungsrecht die Bestimmungen des VVG zur Anwendung, wie sie bis Ende 2021 gegolten haben. Sie werden daher nachfolgend, soweit nichts anderes vermerkt ist, in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung zitiert. 2.2 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsver nichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Unter gang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvor schriften verdrängt werden und ist im Einzelfall zu kon kretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsneh mer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs anspruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versiche rungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen ( beispielsweise wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegen über dem Anspruchsberechtigten unverbindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsanspruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Hauptbeweis zu erbrin gen ( BGE 148 III 105 E. 3.1, 130 III 321 E. 3.1). 2.3 Der Beweis gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Dabei wird keine absolute Gewissheit verlangt, sondern es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen ( BGE 148 III 105 E. 3.3.1 mit Hinweisen). 3. 3.1 In der Klageeingabe vom 9. Oktober 2020 hatte der Kläger seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März bis Ende September 2020 unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt mit Fr. 40'175.60 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes beziffert ( Urk. 1 S. 2). Zuletzt erhöhte er seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März 2020 bis nunmehr Juli 2021 mit Eingabe vom 16. September 2021 auf insgesamt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes ( Urk. 29). 3.2 Eine Klageänderung (beziehungsweise Klageerweiterung) im ordentlichen Verfahren ist zulässig, sofern der geänderte Anspruch nach der gleichen Verfah rensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). Art. 230 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass eine Klageänderung in der Hauptverhandlung nur noch zulässig ist, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht ( lit. b). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob die K lageänderung zulässig ist, da es sich um eine besondere streitge genstandsbezogene Prozessvoraussetzung handelt (vgl. Art. 60 ZPO; Killias, in: Berner Kommentar, ZPO, Bd. II, Bern 2012, Art. 227 N 24 f.; Willisegger, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZP O, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 227 N 55). Vorliegend findet das vereinfachte Verfahren Anwendung (vgl. vorstehende E. 1.1), wobei sich die Zulässigkeit der Klageänderung grundsätzlich auch in diesem Verfahren nach dem Novenrecht richtet, sofern die übrigen Voraus setzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( Killias, a.a.O., Art. 247 N 47). Im konkreten Fall gilt der abgeschwächte Untersuchungsgrundsatz; das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO) und neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen ( Art. 229 Abs. 3 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 4A_642/2014 vom 2 9. April 2015 E. 3.6.1; Killias, a.a.O., Art. 247 N 44; Mazan, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 247 N 23). Mithin hat das Erschwernis der Novenrechts schranken ( Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO) keine Bedeutung; die Zulässigkeit der Änderung (beziehungsweise Erweiterung) des Rechtsschutzgesuches beurteilt sich allein nach Massgabe von Art. 227 ZPO (in Verbindung mit Art. 230 Abs. 1 lit. a ZPO; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich KK.2014.00027 vom 1 5. Juli 2015 E. 3.7; Willisegger, a.a.O., Art. 230 N 19). Da hier der gesamte eingeklagte Betrag von zuletzt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins auf der identischen Anspruchsgrundlage, nämlich de r Kollektiven Krankenversicherung, beruht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.2.3) und streitwertunabhängig das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt, sind die Voraussetzung en zur Klageänderung beziehungsweise -erweiterung fraglos erfüllt, was im Übrigen auch unbestritten geblieben ist. 4. 4.1 Strittig ist, ob die Beklagte dem Kläger auch über den 2 6. März 2020 hinaus Krankentaggelder auszurichten hat. Zur Begründung dieses Anspruchs führte der Kläger in der Klageschrift vom 9. Oktober 2020 im Wesentlichen an, am 1. Dezember 2019 eine Stelle als Direktionsassistent bei der Y.___ AG angetreten zu haben. Im Verlauf seien ihm weitere Befugnisse übertragen worden, jedoch nicht solche eines Geschäftsführers beziehungsweise Direktors ( Urk. 1 S. 4 f.). Am 2 5. Januar 2020 habe er das Arbeitsverhältnis per 3 0. April 2020 gekündigt ; seit dem 2 7. Januar 2020 sei er arbeitsunfähig ( Urk. 1 S. 7). Die Beklagte habe ihm nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen lediglich für den Zeitraum vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 Krankentaggeld er ausgerichtet ( Urk. 1 S. 8 f.). Entgegen ihrer Auffassung treffe es nicht zu, dass er sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit noch in der Probezeit befunden habe, weshalb die Leistungsdauer nicht gestützt auf die AVB ( lit. O Ziff. 6) auf 30 Tage beschränkt sei. Im anwendbaren Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastge werbes (L-GAV) sei ohnehin keine solche Einschränkung vorgesehen. Insgesamt bestehe daher Anspruch auf ein uneingeschränktes Taggeld gemäss der verein barten Leistungsdauer von 730 Tagen ( Urk. 1 S. 10 f.). 4.2 In ihrer Klageantwort vom 1 1. Dezember 2020 bestritt die Beklagte ihre Leistungspflicht vollumfänglich, wobei sie zusammengefasst festhielt, dass der Kläger als Direktor und somit als leitender Angestellter bei der Y.___ AG tätig gewesen sei ( Urk. 10 S. 3-5). Daher habe er nicht dem L-GAV unterstan den und entsprechend habe die im Obligationenrecht vorgesehene maximale Probezeit von drei Monaten gegolten. Diese sei vom Kläger und der Arbeitgeberin gültig vereinbart worden. Ersterer sei jedenfalls vor dem Ende der Probezeit erkrankt, weshalb lit. O Ziff. 6 der AVB zur Anwendung gelange. Ein weiterge hender Taggeldanspruch als für die ausbezahlten 30 Tage bestehe daher nicht ( Urk. 10 S. 8 f.). Fraglich sei darüber hinaus das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit, welche für die strittige Zeit gutachterlich abzuklären sei, falls dem Haupt argument (keine Unterstellung unter den L-GAV) nicht gefolgt werde. Beim Kläger bestünden zudem seit Jahren eine depressive Störung sowie eine Alkohol abhängigkeit. Sollte die beantragte Edition der Krankengeschichte ergeben, dass er bereits vor Antritt der Stelle bei der Y.___ AG arbeitsunfähig gewesen sei, läge ein Anwendungsfall von Art. 9 VVG (sogenanntes Rückwärts versicherungsverbot) vor und der Krankentaggeldversicherungsvertrag wäre teilweise nichtig ( Urk. 10 S. 7 und 9). 4.3 Mit Replik vom 1 1. Februar 2021 bekräftigte der Kläger insbesondere seinen Standpunkt, keine leitende Position ausgeübt zu haben und daher dem L-GAV unterstellt gewesen zu sein ( Urk. 14 S. 3 f., S. 9-19 und S. 21 ). Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hätte er sich nicht in der Probezeit befunden, was gleich ermassen zu einer uneingeschränkten Leistungspflicht der Beklagten führe n würde ( Urk. 14 S. 3 -9 und S. 21 ). Des Weiteren sei er bis 2 6. Januar 2020 voll arbeitsfähig gewesen; die Beklagte hätte die Leistungen ohnehin auch für Krank heiten zu erbringen, die bereits bei Beginn des Versicherungsschutzes bestanden hätten, da keine Gesundheitsprüfung durchgeführt worden sei. Seit dem 2 7. Januar 2020 sei er durchgehend arbeitsunfähig. Die Beklagte habe sämtliche Arztzeugnisse erhalten und die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten oder Arztbe richte angefordert. Ihre jetzigen Bestreitung en seien damit gegenstandslos. Im Übrigen liege auch kein Fall von Art. 9 VVG vor ( Urk. 14 S. 20-22 ). 4.4 In ihrer Duplik vom 1 9. März 2021 bestritt die Beklagte unverändert ihre Leistungspflicht. Namentlich habe das Taggeld gestützt auf die AVB nur während 30 Tagen ausgerichtet werden müssen. Dem L-GAV habe der Kläger als Direktor nicht unterstanden. Ferner sei der Versicherungsvertrag in Bezug auf den Kläger und seine Arbeitsunfähigkeit nichtig ( Art. 9 VVG); dessen Krankheiten seien selbst bei vorübergehender Symptomfreiheit latent vorhanden gewesen. Überdies sei keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Diesbezüglich lägen keinerlei Berichte vor. Im Gegenteil habe der Kläger ab Oktober 2020 eine von der Invalidenversicherung übernommene Umschulung absolviert ( Urk. 23 S. 3 f.). 4.5 Mit Eingabe vom 1 6. Mai 2022 nahm der Kläger Stellung zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 ( Urk. 41). Dieses habe zu Recht bejaht, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und keine Probezeit vereinbart worden sei ( Urk. 48 S. 1 und S. 5 f.). Entgegen der Beurteilung des Regionalgerichts sei er allerdings dem L-GAV unterstellt gewesen ( Urk. 48 S. 2-5). 4.6 Die Beklagte äusserte sich ihrerseits mit Eingabe vom 2. Juni 2022 zum Teilent scheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos. Darin sei zu Recht festgehalten worden, dass der Kläger als Direktor nicht dem L-GAV unterst anden habe. Nicht gefolgt werden könne den Erwägungen hingegen in Bezug auf die Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vereinbar t worden sei. Dies sei der Fall und das Sozialversicherungsgericht sei an den Entscheid des Regionalgerichts nicht gebunden. Im Übrigen werde an der Berufung auf Art. 9 VVG festgehalten ( Urk. 49). 5. Es ist unbestritten, dass der Kläger aufgrund der von seiner (ehemaligen) Arbeit geberin, der Y.___ AG, mit der Beklagten abgeschlossenen Kollektiv- Krankenversicherung (Police Nr. …, gültig ab 1. Januar 2020 ; Ersatz der vorangegangenen Police vom 1. Januar 2017 ) grundsätzlich für ein Kranken taggeld versichert war ( Urk. 2/4 S. 1). Der Police ist der Passus zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unter stellten Mitarbeitenden nach den Bestimmungen des für den Betrieb des Versicherungsnehmers geltenden GAV abgeschlossen werde. Die Beklagte sichere im betroffenen Einzelfall eine Leistungserbringung gemäss GAV zu, falls die im Vertrag abgebildeten Versicherungsleistungen nicht mit den zugesicherten Leistungen gemäss GAV übereinstimmen sollten. Massgebend sei der GAV für das Gastgewerbe ( Urk. 2/4 S. 2). Integrierender Bestandteil des Vertrags bilden die AVB (Ausgabe 01.2020; Urk. 2/3; vgl. Urk. 2/4 S. 1). Demgemäss dient die Versicherung insbesondere der Absicherung der versicherten Personen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Arbeitsunfähigkeit bei Krankheit ( lit. A Ziff. 2 AVB). Das Taggeld wird für jeden Kalendertag einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % erbracht. Der Anspruch entsteht nach Ablauf der vertraglichen Wartefrist und unter der B edingung, dass die versicherte Person zu diesem Zeitpunkt noch zum versicherten Personenkreis gehört ( lit. O Ziff. 1 AVB). Für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, ist die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ( lit. O Ziff. 6 AVB). Bezieht eine versicherte Person beim Ausscheiden aus dem versicherten Per sonenkreis oder bei Beendigung des Versicherungsvertrags bereits Leistungen, bleibt der Anspruch unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Leistungsdauer sowie das Schlussalter auch nach diesem Zeitpunkt bestehen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen mindestens 25 % beträgt. Bereits erbrachte Leistungen werden an die Leistungsdauer angerechnet ( lit. O Ziff. 7 AVB ; Nachleistungen ). 6. 6.1 Gemäss unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Teilentscheid vom 2 3. September 2021 ( Proz. Nr. 115-2020-21 betreffend Arbeitsverhältnis ) stellte der Kläger in jenem Verfahren einerseits eine Lohnforderung für Januar 2020 und vom 1. bis 2 5. Februar 2020, zuzüglich Überstunden und Überzeit, Ruhestunden, Ferien und Feiertagsentschädigung; andererseits forderte er Entschädigungen für eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung und für mangelnde Versicherungsde ckung für den Zeitraum vom 2 7. März 2020 bis 3 0. September 2020 ( Urk. 41 S. 4 f., S. 9 f., S. 11). Mit dem Teilentscheid wurde über die Klage auf Lohn vo m 2 7. März bis September 2020 (Rechtsbegehren Ziff. 3; Urk. 41 S. 4) nicht befun den ( Urk. 41 S. 43); das Regionalgericht Prättigau/Davos verpflichtete indes die ehemalige Arbeitgeberin, die Y.___ AG, dem Kläger Fr. 8'134.55 netto (Lohnforderung und Überstundenentschädigung) sowie F r. 3'003.5 5 netto (Feier tags- und Ferientagsentschädigung ), jeweils zuzüglich Verzu gszins, zu bezahlen ( Urk. 41 S. 43 und S. 45). Das Regionalgericht hatte dabei über Rechtsfragen zu befinden, welche auch für das vorliegende Verfahren vorfrageweise von Relevanz sind. Zum einen äusserte sich das Regionalgericht zur Anwendbarkeit des L-GAV, wobei es zum Schluss gelangte, dass der Kläger in seiner Funktion im Hotel Z.___ in genügendem Ausmass Entscheide hätte treffen können, die den Geschäftsgang des Betriebs nachhaltig und massgeblich beeinflusst hätten. Ihm sei daher der Beweis für die Anwendbarkeit des L-GAV misslungen ( Urk. 41 S. 22 E. 6.7). Zum anderen befand das Regionalgericht, dass das Arbeitsverhältnis durch eine ordentliche Kündigung des Klägers per 3 0. April 2020 beendet worden sei ; eine Probezeit sei im Arbeitsvertrag nicht vereinbart worden ( Urk. 41 S. 25 E. 7.6 und S. 28 E. 8.6). In Bezug auf den hier interessierenden Zeitraum ab 2 7. März 2020 liegt demzu folge noch gar keine gerichtlich entschiedene Frage vor. Darüber hinaus war die hier Beklagte nicht Partei im Verfahren betreffend das Arbeitsverhältnis vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos, weshalb dessen Teilurteil das Sozialversiche rungsgericht nicht bindet (BGE 142 III 210 E. 2). 6.2 6.2.1 Der Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42 f.). Nichtsdestotrotz erklärt sich der an jenem V erfahren beteiligt gewesene Kläger insofern nicht mit dem Entscheid einverstanden, als die Anwendbarkeit des L-GAV zu Unrecht verneint worden sei ( Urk. 48 S. 2-5). Zutreffend sei demgegenüber, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses vorliege und keine Probezeit vereinbart worden sei (Ur k. 48 S. 1 und S. 5 f.). Die Beklagte vertritt die diametral gegen sätzliche Sichtweise ( Urk. 49 ; vgl. auch Urk. 10 S. 8 Ziff. 30 und Urk. 23 S. 3 Ziff. 6 bezüglich Vorliegen einer Aufhebungsvereinbarung ). 6.2.2 Das Regionalgericht Prättigau/Davos erwog hinsichtlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, dass weder eine fristlose Kündigung des Klägers noch eine Aufhebungsvereinbarung vorliege. Es begründete dies einlässlich unter Berück sichtigung des zwischen den Vertragsparteien im Zeitraum vom 2 5. bis 27. Januar 2020 stattgefundenen E-Mail-Verkehrs ( Urk. 41 S. 23-25 E. 7.5), worauf grundsätzlich verwiesen werden kann. Es überzeugt insbesondere, dass der Kläger das Arbeitsverhältnis in Anbetracht des Wortlauts seiner im vorlie genden Verfahren aufgelegten elektronischen Nachrichten vom 2 5. und 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30d [«Für diesen Lohn komme ich nicht zum arbeiten» ; «(...) Hiermit kündige ich diese Anstellung.»], Urk. 11/2.30i [«(...) Unser Vertrag endet am 30 April 2020 (...) » ] ) nicht fristlos, sondern ordentlich per 3 0. A pril 2020 kündigen wollte. Damit im Einklang steh en die unbestritten gebliebene SMS-Nachricht des Klägers vom 2 6. Januar: «Ich nehme heute frei. Wir werden uns bestimmt später noch sehen Ansonsten morgen früh» ( Urk. 11/2.30e) und seine Krankmeldung vom 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30h). Die Arbeitgeberin ihrerseits hat keine fristlose Kündigung ausgesprochen. Ihre Mitteilung erschöpft sich darin: «Wir nehmen Ihre Kündigung vom 25.01.2020 an.» Sie erwähnte zwar, dass sie Grund genug sehe für eine fristlose Kündigung. Doch ergänzte sie, dass sie die Gegenzeichnung des Dokuments seitens des Klägers erwarte ( Urk. 11/2.30g). Diese Aussage lässt erhebliche Zweifel am Wille n der Arbeitgeberin zur fristlosen Künd i g ung aufkommen, da eine solche bekann termassen keine Gegenzeichnung erfordert. Vielmehr ist darin ein Angebot für eine Aufhebungsvereinbarung zu erblicken, welche der Kläger unbestrit tenermassen in der Folge nicht angenommen hat. Keine der Parteien hat aufgrund dieser Aktenlage unmissverständlich kundg etan, den Arbeitsvertrag fristlos auflösen zu wollen (vgl. dazu Rehbinder Manfred/Stöckli Jean-Fritz, Berner Kommentar, Der Arbeitsvertrag, Art. 331-355 und Art. 361-362 OR, Schweizeri sches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, 2. Aufl., Bern 2014, Art. 337 N 16). Ebenso wenig wurde mangels übereinstimmender gegenseitiger Willensäusserun gen (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass das Arbeitsverhältnis vom Kläger mit E-Mail vo m 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 einseitig beendet wurde. 6.2.3 Im Rahmen der Beantwortung der Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeits verhältnisses eine Probezeit vereinbart wurde, legte das Regionalgericht Prättigau/Davos die folgende Klausel im Arbeitsvertrag vom 1 1. Dezember 2019 aus: «Das Dienstverhältnis kann nach Ablauf der Probezeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Monaten gekündigt werden. Die Probezeit dauert 3 Monate; während dieser Zeit kann nur auf den 3 0. April gekündigt werden. Die späteren Kündigungen sind auf den 3 0. April oder 3 1. October möglich.» ( Urk. 2/2 S. 2). Dabei konnte das Regionalgericht keinen tatsächlich übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien feststellen und legte deren Erklärungen zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens anhand des Vertrauensprinzips aus. Es erwog in diesem Zusammenhang, dass die zitierte Vertragsklausel zwar von einer «Probezeit» spreche und diese auf drei Monate festlege. Es fehle allerdings an einer für die Probezeit typischen Verkürzungsmöglichkeit des Arbeitsverhält nisses, indem ausdrücklich festgelegt worden sei, dass während den drei Monaten «nur auf den 3 0. April gekündigt werden» könne. Der Zweck der Probezeit, den Parteien Gelegenheit zur gegenseitigen Erprobung einzuräumen, werde damit vereitelt, da der Arbeitsvertrag keine Möglichkeit vorsehe, die langfristig ange dachte Beziehung gegebenenfalls schnell und einfach beenden zu können. Das Wort «Probezeit» verkomme dadurch zur leeren Worthülse. Dass eine Kündigung erst auf Saisonende möglich sein sollte, sei wohl dem Umstand geschuldet, dass die Einstellung eines neuen Direktors während laufender Saison ein schwieriges Unterfangen bilde und die Arbeitgeberin nicht das Risiko habe eingehen wollen, die Wintersaison allenfalls ohne Direktor meistern zu müssen. Keiner Vertrags partei sollte daher die Möglichkeit eingeräumt werden, das Arbeitsverhältnis schnell und einfach beenden zu können. Die Auslegung der Erklärung nach dem Vertrauensprinzip lege nahe, dass eben gerade keine Probezeit vereinbart werden sollte. Der Kläger habe jedenfalls bei der Durchsicht des Arbeitsvertrages nicht davon ausgehen müssen, dass eine ordentliche Kündigung während den ersten drei Monaten eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen darstelle, da während den ersten drei Monaten ausdrücklich nur auf den 3 0. April habe gekündigt werden können. Die Vertragsklausel sei im Sinne der Unklarheitenregel zu Lasten der Arbeitgeberin auszulegen, welche die Klausel vorformuliert habe ( Urk. 41 S. 27 f. E. 8.5 ). Entgegen der Auffassung der Beklagten, welche insbesondere auf Eigenheiten von Arbeitsverträgen in der Hotellerie und die spezifische Situation des saiso nalen Betriebs hinwies ( Urk. 49 S. 2), besteht im konkreten Fall keine Veranlas sung, von dieser Beurteilung abzuweichen. Insbesondere sind keine Beweismittel beigebracht oder angerufen worden, welche eine andere Vertragsauslegung als naheliegender erscheinen lassen. So hebt der Kläger zutreffend hervor ( Urk. 48 S. 5 f. Ziff. 8 ), dass die von den Parteien des Arbeitsverhältnisses getroffene Regelung im Ergebnis einen unbefristeten Vertrag mit Minimaldauer bis Ende April 2020 darstellt. Die Kündigungsfrist hätte sich im Falle einer Kündigung im Januar 2020 auf drei Monate und bei einer Kündigung im Februar 2020 auf zwei Monate belaufen. Mithin hätte sie mindestens das Doppelte der in Art. 335c Abs. 1 OR gesetzlich vorgesehenen ordentlichen Kündigungsfrist für das erste Dienstjahr betragen und wäre somit sehr deutlich von der grundsätzlich für den Fall einer Kündigung während der Probezeit festgelegten siebentägigen Kündi gungsfrist abgewichen (vgl. Art. 335b Abs. 1 OR). Eine für die Probezeit typische kurzfristige Beendigungsmöglichkeit des Arbeitsverhältnisses bestand demnach im konkreten Fall gerade nicht. Es ist daher in Auslegung der entsprechenden Klausel nach dem Vertrauensprinzip davon auszugehen, dass im Arbeitsvertrag vom 11. Dezember 2019 keine Probezeit vereinbart wurde. 6.2.4 Im Sinne eines Zwischenfazit s kann somit festgehalten werden, dass die Auflö sung des Arbeitsverhältnisses durch den Kläger per 3 0. April 2020 nicht während der Probezeit erfolgte, da eine solche nicht vereinbart worden war. Es kann daher auch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben, ob er in seiner Tätigkeit für die Y.___ AG dem L-GAV unterstellt war. 7. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsunfähigkeit des Klägers verhält. Dieser behauptet, vom 2 7. Januar 2020 bis 3 0. April 2021 zu 100 %, vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 zu 60 % und im Juli 2021 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen zu sein ( Urk. 29). Als Beweis offeriert er in diesem Zusammenhang mehrere ärztliche Zeugnisse ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit jedenfalls für die Zeit ab 2 7. März 2020 (vgl. Urk. 10 S. 9 Ziff. 35-37, Urk. 23 S. 3 f. sowie S. 9 Ziff. 41 und 44 ). Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist hatte sie dem Kläger vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit insgesamt 30 Taggelder ausgerichtet ( Urk. 2/17/5). 7.2 7.2.1 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsun fähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zu nächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1 ; vgl. auch vorstehende E. 2.2 ). 7.2.2 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten, welche als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2; 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstellenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der aus stellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizeri schen Strafgesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arzt zeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwel che Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispiels weise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unverän derter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis be scheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilpro zessordnung, ZPO, Komme ntar, Brunner/Gasser/Schwander [ Hrsg.], 2. Auflage, Zürich 2016, Art. 177 Rz 9; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 177 Rz 13). Für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Eintritt des Versicherungsfalls gilt das ordentliche Beweismass. Demnach ist der Beweis erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (BGE 148 III 105 E. 3.3.1, Urteil des Bundes gerichts 4A_172/2022 vom 31. August 2022 E. 2.5). 7.2.3 Mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Praxis ist es nicht ausgeschlossen, den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit einzig gestützt auf Arztzeugnis se zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_439/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 mit Hinweis). Vorliegend bestätigen die mehrheitlich von Dr. med. A.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie von Medizinern der Klinik B.___ ausgestellten ärztlichen Zeugnisse die vom Kläger behauptete krankheits bedingte Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 31. Juli 2021 und im behaupteten Ausmass vollumfänglich ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Soweit die Beklagte das Vorlie gen einer Arbeits unfähigkeit bestreitet, erweist sich ihr Vorbringen zwar entgegen der Auffassung des Klägers nicht von vornherein als «gegenstandslos», selbst wenn die Beklagte bis zur Klageerhebung sämtliche Arztzeugnisse erhalten, die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten und auch keine Arztberichte angefordert habe sollte (vgl. Urk. 14 S. 21 Ziff. 44). Allerdings wurde die von klägerischer Seite mittels Arztzeugnissen belegte Arbeitsunfähigkeit nicht sub stantiiert bestritten. V ielmehr beschränkte sich die Beklagte zum einen auf den Einwand, d er Kläger habe keine begründeten Berichte vorgelegt ( Urk. 10 S. 9 Ziff. 37, Urk. 23 S. 3 f. ), was angesichts der eingangs wiedergegebenen Rechtsprechung jedoch für den Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit nicht zwingend vorausgesetzt wird. Zum anderen stellte sie sich auf den Standpunkt, spätestens ab Oktober 2020 sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da der Kläger ab diesem Zeitpunkt eine von der Invalidenversicherung unterstützte Umschulung absolviert habe ( Urk. 23 S. 3 f.). Es mag zutreffen, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Kläger mit Mitteilung vom 7. September 2020 Kostengutsprache für einen fünftägigen Ausbildungskurs zum Leiter HR NSD HF im Oktober 2020 erteilte. Dieser sollte Grundlage für eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bilden ( Urk. 24/7). Die Beklagte vermag damit allein aller dings den Beweiswert der vom Kläger vorgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht zu erschüttern. So ist generell fraglich, inwiefern die Absolvierung eines von der Invalidenversicherung im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen finanzierten, nur wenige Tage dauernden Kurses - entgegen dem ärztlichen Attest - auf eine volle Arbeitsfähigkeit schliessen lassen soll. Allenfalls könnte ange sichts des Kursbesuches eine Arbeits un fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit fraglich sein ; inwiefern dadurch jedoch diejenige im angestammten Tätigkeit sbereich im Hotelgewerbe betroffen sein soll, erschliesst sich nicht. In erster Linie ist jedoch Letztere im Rahmen der Festlegung des Taggeldanspruchs massgebend ( lit. O Zif f. 1 AVB). Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann mit Blick auf die Schadenminderungspflicht nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Frage eines Berufswechsels stellt (vgl. lit. G Ziff. 4.4 AVB). Hätte die Beklagte einen solchen vom Kläger erwartet, wäre sie jedoch gehalten gewesen, ihm eine Abmahnung zum Berufswechsel zukommen zu lassen und ihm eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während derer er sich hätte anpassen und eine neue Stelle finden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_384/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Seitens der Beklagten wird nicht geltend gemacht, dass sie dem Kläger eine entsprechende Aufforde rung zukommen liess; eine solche ist denn auch nicht aktenkundig. Es bleibt daher insgesamt bei der Schlussfolgerung, dass der Kläger den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (10 0 % vom 2 7. Januar beziehungsweise vom 2 7. März 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht hat, wobei im Übrigen mangels einer substantiierten Bestreitung durch die Beklagte auch kein begründeter Anlass besteht, nicht auf die Arztzeugnisse abzustellen, weshalb ihrem Beweisantrag auf Anordnung eines medizinischen Gerichtsg utachtens (vgl. Urk. 10 S. 7 ) nicht statt zugeben ist. 8. 8.1 Die Beklagte bestreitet eine über den 2 6. März 2020 hinausgehende Leistungs pflicht des Weiteren unter Berufung auf Art. 9 VVG ( Rückwärtsversicherungs verbot; Urk. 10 S. 7 und S. 9 f., Urk. 23 S. 3 ). 8.2 Gemäss Art. 9 VVG ist ein Versicherungsvertrag unter anderem dann nichtig, wenn bei Vertragsschluss das befürchtete Ereignis bereits eingetreten ist. Das befürchtete Ereignis stellt den Versicherungsfall dar und definiert sich als Verwirklichung der Gefahr, gegen welche die Versicherung abgeschlossen worden ist (BGE 142 III 671 E. 3.6, 129 III 510 E. 3.2). Diese Gefahr muss sich auf ein künftiges Ereignis beziehen; ist dieses bereits eingetreten, ist eine künftige Verwirklichung der Gefahr nicht möglich. Eine sogenannte Rückwärtsversi cherung, bei welcher der Versicherer die Deckung für ein bereits vor Vertrags schluss eingetretenes Ereignis übernimmt, ist unzulässig, unabhängig davon, ob der entsprechende Schaden vor oder nach Vertragsschluss eintritt. Ob die Vertragsparteien vom Eintritt des Ereignisses bei Vertragsschluss Kenntnis hatten, ist grundsätzlich unerheblich (BGE 127 III 21 E. 2b/ aa ). Das versicherte Risiko kann nicht losgelöst vom konkreten Versicherungsvertrag bestimmt werden. Vielmehr muss zunächst durch Auslegung des konkreten Versicherungsvertrages ermittelt werden, was das versicherte Risiko darstellt (BGE 142 III 671 E. 3.9 ). Erst danach ist zu prüfen, ob dieses Risiko beziehungsweise das befürchtete Ereignis bei Vertragsschluss bereits eingetreten war und der Versicherungsvertrag daher gemäss Art. 9 VVG nichtig ist ( Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2). Als Versicherungsfall in der Krankentaggeldversicherung als Versicherungstypus gilt die (krankheitsbedingte) Arbeitsunfähigkeit (BGE 142 III 671 E. 3.6; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_ 142/2021 vom 22. Juni 2021 E. 3.1). 8.3 Dem vorliegenden V ersicherungsvertrag beziehungsweise den zugehörigen AVB ist zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die einzelne versicherte Person an dem Tag beginnt, an dem das Arbeitsverhältnis beginnt oder erstmals ein Lohnanspruch besteht, frühestens jedoch mit dem in der Police festgelegten Datum. Für Personen, die zu diesem Zeitpunkt nicht voll arbeitsfähig sind, beginnt der Versicherungsschutz erst mit der vollen vertraglich vereinbarten Arbeitsaufnahme ( lit. K Ziff. 1 AVB). Unter dem Titel «Leistungen bei vorbestan denen Krankheiten und Gebrechen» wird zudem insbesondere festgehalten, dass vorbehältlich abweichender Vereinbarungen, welche hier weder ersichtlich noch dargetan sind die Leistungen auch für Krankheiten erbracht werden, die bei Beginn des Versicherungsschutzes bereits bestanden haben, falls die Aufnahme in die Versicherung ohne vorgängige Gesundheitsprüfung erfolgt ist ( lit. O Ziff. 3 AVB), was hier gemäss Darstellung des Klägers ( Urk. 14 S. 21 f. ) unbestrittenermassen der Fall war. Bereits daraus ergibt sich, dass die Versiche rung im Rahmen der versicherungstechnischen Kalkulation bei der statistischen Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Versicherungsfalles die Möglichkeit einge rechnet hat, dass auch eine vorbestandene Krankheit die Leistungspflicht auslösen kann, was sich auf die Versicherungsprämie niedergeschlagen haben dürfte (Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2-3). Diese Bestimmungen verdeutlichen, dass das bei Vertragsschluss befürchtete Ereignis nicht das Auftreten der Krankheit, sondern allein das Auftreten einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ist, unabhängig davon, wann die Krank heit diagnostiziert wurde oder sich erstmals manifestiert hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.3). Ein Fall von Art. 9 VVG läge somit nur dann vor, wenn der Kläger bereits bei Antritt seiner Stelle bei der Y.___ AG am 1. Dezember 2019 krank heitsbedingt arbeitsunfähig gewesen wäre. Den von der Beklagten vorgelegten ärztlichen Unterlagen, namentlich dem Bericht der i ntegrierten Psychiatrie C.___ vom 4. März 2020 (U rk. 11/4.1) sowie dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe rapie, vom 28. Juni 2019 ( Urk. 24/8), sind zwar Anhaltspunkte auf eine seit Jahren vorbestehende ( rezidivierende ) depressive Störung sowie ein Alkoholab hängigkeitssyndrom zu entnehmen. Diese medizinischen Unterlagen liefern jedoch keine n Beleg dafür, dass der Kläger deswegen bei Stellenantritt arbeitsun fähig war. So ging Dr. D.___ - nach einer seit Oktober 2018 anhaltenden Arbeits unfähigkeit - ab September 2019 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, auch wenn die Symptomatik nicht gänzlich abgeklungen war (U rk. 24/8 S. 4) ; im C.___ -Bericht wurde erst ab 3 0. Januar 2020 für die Zeit des stationären Aufenthalts bis 2 4. Februar 2020 sowie darüber hinaus eine 100%ige Arbeitsun fähigkeit attestiert (Urk. 11/4.1). Inwiefern sich eine Arbeitsunfähigkeit bei Stellenantritt am 1. Dezember 2019 mit der von der Beklagten beantragte n Einholung der Krankengeschichte des Klägers bei dessen Hausarzt und Psychiater ( Urk. 10 S. 7) nachweisen lassen sollte, ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan. Immerhin ist auf der Basis des Teilentscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos erstellt, dass der Kläger die Stelle am genannten Datum angetre ten und dabei sogar insbesondere aufgrund der Hochsaison Überstunden geleistet hat (vgl. Urk. 41 S. 36 E. 10.8). Art. 9 VVG ist folglich im konkreten Fall nicht anwendbar, da das versicherte Risiko der krankheitsbedingten Arbeitsunfä higkeit bei Abschluss des Versicherungsvertrages ausweislich der Akten noch nicht eingetreten war. V on der Edition weiterer medizinischer Unterlagen ist in antizipierter Beweiswürdigung abzusehen, da davon keine anderen entscheidre levanten Erkenntnisse zu erwarten sind. 9. Nach dem Gesagten ergibt sich zusammengefasst Folgendes: Der Kläger hat das Arbeitsverhältnis mit der Y.___ AG am 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 aufgelöst, wobei er sich in keiner Probezeit befand. Bei Eintritt der Arbeits unfähigkeit am 2 7. Januar 2020 gehörte er demnach einerseits noch zum Kreis der versicherten Personen, da der Versicherungsschutz gemäss lit. K Ziff. 3 AVB erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erlischt, was unbestritten blieb. Andererseits gelangt lit. O Ziff. 6 Abs. 1 AVB nicht zur Anwendung, welcher besagt, dass für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ist. Vielmehr kommt die in der Police vereinbarte maximale L eistungsdauer von 730 Tagen zum Tragen ( Urk. 2/4 S. 2). Der Kläger hat den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (100 % vom 2 7. Januar 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht. Unbestritten blieb die Taggeldhöhe, welche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit Fr. 213.70 beträgt (vgl. Urk. 1 S. 10 f., Urk. 10 S. 9 Ziff. 32). A ufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum vom 27. März 2020 bis einschliesslich 3 0. April 2021 besteht während 400 Tagen Anspruch auf ein volles Taggeld, mithin auf Fr. 85'480.-- ( = 400 x Fr. 213.70 ). Auch für die Periode vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 (61 Tage) hat die Beklagte trotz der bloss 60%igen Arbeitsunfähigkeit ein volles Taggeld auszurichten ( lit. O Ziff. 2 Abs. 2 AVB), mithin Fr. 13'035.70 (= 61 x Fr. 213.70). Für Juli 2021 sind angesichts der 50%igen Arbeitsunfähigkeit Fr. 3'312.35 geschuldet ( = 31 x Fr. 213.70 x 0.5 ; vgl. lit. O Ziff. 2 AVB ). Gesamthaft ist der zuletzt vom Kläger mit Eingabe vom 1 6. September 2021 ( Urk. 29) geltend gemachte Taggeldanspruch von Fr. 101'828.05 (= Fr. 85'480 + Fr. 13’035.70 + Fr. 3'312.35) somit ausgewiesen. 10. 10.1 Der Kläger verlangt eine Verzinsung seiner Forderung mit 5 % «ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes» ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2, Urk. 29). Die Beklagte äusserte sich nicht zum Verzugszins. 10.2 Weder die in der Police aufgeführten besonderen Bedingungen noch die AVB der Beklagten enthalten Bestimmungen zum Verzugszins bezüglich ihrer Leistungen (vgl. Urk. 2/3, Urk. 2/4 S. 3). Es gelten somit die allgemeinen Regeln des Bundes gesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünf ter Teil: Obligationenrecht, OR) und des VVG. Nach Art. 41 Abs. 1 VVG wird die Forderung aus dem Versicherungsvertrag mit dem Ablauf von vier Wochen (sogenannte Deliberationsfrist) von dem Zeitpunkt an gerechnet fällig, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen er sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann. Auch im Bereich des Versicherungsrechts gerät der Versicherer nach herrschender Lehre erst mit der Mahnung in Verzug (Art. 102 Abs. 1 OR). Lehnt der Versicherer jedoch zu Unrecht seine Leistungs pflicht definitiv ab, werden die Ansprüche des Versicherungsnehmers auf diesen Zeitpunkt hin ohne Weiteres fällig und es tritt der Verzug ein (Art. 108 Ziff. 1 OR; Grolimund /Villard, in: Basler Kommentar zum VVG, Nachführungsband, 2012, Art. 41 ad N20). 10.3 Wie zuvor dargelegt, hat die Beklagte ihre Leistungspflicht ab 2 7. März 2020 zu Unrecht abgelehnt. Sie teilte dem Kläger bereits mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mit, dass sie nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Probezeit lediglich bis und mit 2 6. März 2020 für Taggelder aufkommen könne ( Urk. 11/2.27). Vor diesem Hintergrund traten Fälligkeit und Verzug am 2 7. März 2020 ein. Die vom 27. März 2020 bis 3 0. Juni 2021 geschuldeten vollen Taggeldleistungen (F r. 98'515.70 [ Fr. 85'480.-- + Fr. 13'035.70]) sind unter Berücksichtigung des mittleren Verfalls ab 1 2. November 2020 mit 5 % ( Art. 100 VVG in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 OR) zu verzinsen. Für die im Monat Juli 2021 auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit basierenden Taggelder ( Fr. 3'312.35) ist der Verzugs zins ab 1 5. Juli 2021 geschuldet. Demzufolge ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von F r. 98'515.70 seit 1 2. November 2020 und 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 seit 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 11. 11.1 Das Verfahren ist kostenlos, da es eine Streitigkeit aus einer Krankentaggeldver sicherung betrifft, welche unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG zu subsumieren ist (vgl. Art. 114 lit. e ZPO in Verbindung mit § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bundesgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1 mit Hinwei sen; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 11.2 11.2.1 Der durch Rechtsanwältin Elisabeth Glättli vertretene Kläger beantragt die Zusprechung einer Parteient schädigung ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2). Diese umfasst den Ersatz der notwendigen Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertre tung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (Art. 96 ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess (GOG), enthält keine für das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung. Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren. Diese regelt ausdrücklich nur die Parteientschädigungen vor den Schlichtungsbehörden, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemessung der Parteientschädigung richtet sich somit nach § 34 GSVGer sowie den §§ 1, 5 und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht ( GebV SVGer ). Gemäss § 34 Abs. 3 GSVGer ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschä digung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen. 11.2.2 Mit Honorarnote vom 1 5. September 2021 machte Rechtsanwältin Glättli einen Aufwand von insgesamt 19.5 Stunden für den Zeitraum vom 6. Oktober 2020 bis 1 5. September 2021 sowie pauschale Kleinspesen von 3 % geltend ( Urk. 31). Dieser erweist sich insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache sowie die Schwierigkeit des Prozesses als angemessen. Darüber hinaus ist der nach dem 1 5. September 2021 namentlich im Zusammenhang mit de r Stellungnahme zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos entstandene Aufwand zu berücksichtigen ( Urk. 48), wobei dieser mangels einer Leistungsübersicht ermes sensweise auf zwei Stunden festzusetzen ist. Ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 21.5 Stunden und dem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die von der Beklagten an den obsiegenden Kläger zu zahlende Prozessentschä digung auf Fr. 5'247.-- festzulegen ( Fr. 4'730.-- plus Fr. 141.90 [3 % Spesenpau schale] zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer). 12. Obschon die streitberufene Partei auf eine Mitwirkung am Prozess verzichtet hat ( Urk. 54), ist ihr der vorliegende Entscheid zu eröffnen. Das Gericht erkennt: 1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 98'515.70 ab 1 2. November 2020 sowie Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 ab 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 5'247.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli - Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos - Rechtsanwalt Flavio Decurtins - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber FehrWürsch

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich KK.2020.00055 I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiber Würsch Urteil vom 2 2. Dezember 2022 in Sac hen X.___ Kläger und Strei t verkünder vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli Probst Partner AG Rechtsanwälte Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG Direktion Bern Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern Beklagte vertreten durch Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos III dasadvokaturbuero, advokatur notariat mediation Herrengasse 22, Postfach, 3001 Bern Y.___ AG vertreten durch Rechtsanwalt Flavio Decurtins Masanserstrasse 136, 7000 Chur Streitberufene Sachverhalt: 1. 1.1 X.___, geboren 1981, war ab dem 1. Dezember 2019 bei der Y.___ AG angestellt (vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 2/2 und Urk. 10 S. 3). Aufgrund dieser Anstellung unterstand er der K ollektiv Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG ; Urk. 2/3 S. 6 ), welche die Y.___ AG mit der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar ) abgeschlossen hatte (Urk. 2/3 [Allgemeine Ve rsiche rungs bedingungen, AVB] und Urk. 2/4 [Police]). Vereinbart war bei einer Leis tungsdauer von 730 Tagen innert 900 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen je Arbeitsjahr ein Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohns (Urk. 2/4 S. 2 ). 1.2 Ab dem 2 7. Januar 2020 wurde dem Versicherten von ärztlicher Seite eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert ( Urk. 11/3, 11/4.2). Mit E-Mail vom 11. Februar 2020 ersuchte er bei der Mobiliar um die Ausrichtung von Kranken taggeldern ( Urk. 11/2.41), worauf diese ihm mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mitteilte, dass die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt sei, da die Arbeitsun fähigkeit in der Probezeit eingetreten sei. Nach Ablauf der vertraglich vereinbar ten Wartefrist könnten daher nur bis zum 2 6. März 2020 Taggelder ausgerichtet werden ( Urk. 11/2.27). Mit Schreiben vom 2 6. März und 1 5. April 2020 erklärte sich der Versicherte damit nicht einverstanden und verlangte die uneinge schränkte Ausrichtung von Versicherungsleistungen ( Urk. 11/2.20, 11/2.25). Diesem Ersuchen entsprach die Mobiliar mit Schreiben vom 8. April und 2. Juni 2020 nicht ( Urk. 11/2.13, 11/2.23). 2. 2.1 Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 erhob X.___ Klage gegen die Schwei zerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm für die Zeit vom 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage für Leistungen ab 1. Oktober 2020 (Urk. 1 S. 2). Mit Klageantwort vom 11. Dezember 2020 schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage (Urk. 10 S. 2). Mit Replik vom 11. Februar 2 021 beantragte der Kläger, die Beklagte sei zudem für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 zu verpflichten, ihm Fr. 26'285.-- (123 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu bezahlen (Urk. 14 S. 2). Mit Eingabe vom 3. März 2021 nahm der Kläger eine weitere Anpassung des Rechtsbegehrens vor, indem er beantragte, die Beklagte sei – unter Vorbehalt der Nachklage – für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 zur Bezahlung von Fr. 38'893.40 (182 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu verpflichten (Urk. 19). Die Beklagte hielt mit Duplik vom 19. März 2021 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest (Urk. 23), wovon dem K läger am 24. März 2021 Kenntnis gegeben wurde ( Urk. 25). Mit Eingabe vom 16. September 2021 nahm der Kläger erneut eine Anpassung seines Rechtsbegehrens vor. Demnach sei die Beklagte unter dem Titel Lohnfort zahlung im Krankheitsfall zu verpflichten, ihm für die Zeit von 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70), für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 30. April 2021 Fr. 45'304.40 (212 x Fr. 213.70), für die Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni 2021 Fr. 13'035.70 (61 x Fr. 213.70) und für Juli 2021 Fr. 3'312.35 (31 x Fr. 213.70 x 50 % ), total Fr. 101'828.05, zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen (Urk. 29). Darüber wurde die Beklagte mit Verfügung vom 17. September 2021 in Kenntnis gesetzt (Urk. 32). 2.2 Mit Eingabe vom 1. Oktober 2021 orientierte der Kläger das Sozialversicherungs gericht darüber, dass am 23. September 2021 vor dem Regionalgericht Prättigau/ Davos das Beweisverfahren im von ihm gegen die Arbeitgeberin ( Y.___ AG) geführten arbeitsrechtlichen Prozes s stattgefunden habe. Das Proto koll dieser Verhandlung sei zu edieren und zu den Akten zu nehmen (Urk. 33). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 setzte das Sozialversicherungs gericht den Parteien Frist an, um zur in Aussicht genommenen Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des arbeitsrechtlichen Verfahrens Stellung zu nehmen; es stehe dem Kläger sodann frei, das besagte Protokoll zu den Akten zu reichen. Ausserdem wurde der Kläger aufgefordert, innert gleicher Fri st mitzu teilen, ob am Antrag auf Beiladun g der Y.___ AG festge halten werde und – bejahendenfalls – mit welche r Begründung (Urk. 34). Mit Ein gabe vom 11. Januar 2022 erklärte sich die Bekl agte mit der Sistierung des Ver fahrens einverstanden (Urk. 37). Innert mehrmals erstreckter Frist (vgl. Urk. 38 f.) reichte der Kläger als Beilage zu seiner Eingabe vom 18. Februar 2022 (Urk. 40) den Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 ein (Urk. 41). Er erklärte sich mit einer Sistierung des Ver fahrens bis zur Rechtskraft dieses Teil entscheids einverstanden, sofern er nicht weitergezogen werde. Des Weiteren hielt er am Antrag auf Beiladung der ehema ligen Arbeitgeberin fest (Urk. 40 S. 1 f.). Gemäss telefonischer Auskunft des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. März 2022 erwuchs der Teilentscheid vom 23. September 2021 unangefoch ten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42). Darüber orientierte auch der Kläger das Sozial versicherungsgericht mit Eingabe vom 23. März 2022 und hielt fest, dass sich die Frage einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens somit erübrige. Im Übrigen wurde nach wie vor um die Beiladung der ehemaligen Arbeitgeberin zum Ver fahren ersucht (Urk. 43). Mit Verfügung vom 21. April 2022 verzichtete das Sozialversicherungsgericht auf die in Aussicht genommene Sistierung des Verfahrens und wies den Antrag des Klägers auf Beiladung der Y.___ AG zum Prozess ab. Ferner wurde dem Kläger Frist angesetzt, um sich zur Frage der Weiterbehandlung seines Antrages auf Beiladung als einfache Streitverkün dung zu äussern. Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zum Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 Stellung zu nehmen (Urk. 44). Mit Eingaben vom 16. Mai 2022 (Urk. 48) und 2. Juni 2022 (Urk. 49) hielten die Parteien jeweils an ihren Rechtsbegehren fest. Der Kläger erklärte sich überdies einverstanden mit der einfachen Streitverkün dung und ersuchte das Gericht um Information der streitberufenen Person (Urk. 48 S. 1). Mit Verfügung vom 1 3. J uni 2022 wurde der Y.___ AG mitgeteilt, dass ihr der Kläger den Streit verkündet habe, und es wurde ihr Frist angesetzt, um Stellung zu nehmen, in welcher Form sie dem Prozessverfahren beitreten wolle ( Urk. 50). Mit Eingabe vom 1 8. Juli 2022 erklärte die Y.___ AG, dass sie am Prozess nicht aktiv teilnehmen werde; äusserte sich aber dennoch zur Sache ( Urk. 54). Darüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 1 7. August 2022 in Kenntnis gesetzt. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die streitberufene Y.___ AG nicht aktiv am Prozess teilnehmen und dieser ohne Rücksicht auf sie fortgesetzt werde ( Urk. 56). Das Gericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessor dnung [ZPO] in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt [ GSVGer ] ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfah ren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO). 1.2 Die für das Sozialversicherungsgericht verbindliche Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung findet sich in Art. 32 ZPO. Demnach ist bei Streitigkeiten aus Konsu mentenverträgen das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. Urs Feller/Jürg Bloch, in: Sutter- Somm / Hasenböh ler /Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 32 N 45 ff.). Der Kläger hat te seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Kanton Zürich, verlegte diesen während des Prozesses jedoch in den Kanton Graubünden ( Urk. 48 S. 7). Gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b ZPO bewirkt die Rechtshängigkeit, dass bei Wohnsitzverle gung im Laufe des Verfahrens die örtliche Zuständigkeit erhalten bleibt ( perpetuatio fori ; Urteil des Bundesgerichts 4A_595/2019 vom 1 8. Februar 2020 E. 2.4), womit die örtliche Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich (weiterhin) gegeben ist. 2. 2.1 Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Versicherungsvertrag s gesetz ( nVVG ) in Kraft getreten. Gemäss der Übergangsbestimmung in Art. 103a nVVG gelten für Verträge, die vor dem Ink rafttreten der Änderung vom 19. Juni 2020 abge schlossen worden sind, die folgenden Bestimmungen des neuen Rec hts: die Form vorschriften ( lit. a) und das Kü ndigungsrecht nach den Artikeln 35a und 35b nVVG ( l it. b). Alle anderen Bestimmungen gelten lediglich für neu abge schlossene Verträge (vgl. die Botschaft zur Änderung des Versic herungsvertrags gesetzes vom 28. Juni 2017, BBl 2017 5089 ff., 5136; vgl. auch Stephan Fuhrer, Deutliche Verbesserungen für die Kunden von Versiche rungen, in: Plädoyer 2/2021, S. 40 ff., S. 49). Der Versicherungsvertrag, welcher der vorliegenden Streitsache zugrunde liegt, wurde am 1. Januar 2020 und somit vor dem Inkrafttreten des revidierten Versicherungsvertragsgesetzes abgeschlossen ( Urk. 2/4). Damit gelangen abgese hen von den Formvorschriften und dem Kündigungsrecht die Bestimmungen des VVG zur Anwendung, wie sie bis Ende 2021 gegolten haben. Sie werden daher nachfolgend, soweit nichts anderes vermerkt ist, in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung zitiert. 2.2 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsver nichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Unter gang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvor schriften verdrängt werden und ist im Einzelfall zu kon kretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsneh mer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs anspruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versiche rungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen ( beispielsweise wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegen über dem Anspruchsberechtigten unverbindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsanspruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Hauptbeweis zu erbrin gen ( BGE 148 III 105 E. 3.1, 130 III 321 E. 3.1). 2.3 Der Beweis gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Dabei wird keine absolute Gewissheit verlangt, sondern es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen ( BGE 148 III 105 E. 3.3.1 mit Hinweisen). 3. 3.1 In der Klageeingabe vom 9. Oktober 2020 hatte der Kläger seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März bis Ende September 2020 unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt mit Fr. 40'175.60 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes beziffert ( Urk. 1 S. 2). Zuletzt erhöhte er seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März 2020 bis nunmehr Juli 2021 mit Eingabe vom 16. September 2021 auf insgesamt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes ( Urk. 29). 3.2 Eine Klageänderung (beziehungsweise Klageerweiterung) im ordentlichen Verfahren ist zulässig, sofern der geänderte Anspruch nach der gleichen Verfah rensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). Art. 230 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass eine Klageänderung in der Hauptverhandlung nur noch zulässig ist, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht ( lit. b). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob die K lageänderung zulässig ist, da es sich um eine besondere streitge genstandsbezogene Prozessvoraussetzung handelt (vgl. Art. 60 ZPO; Killias, in: Berner Kommentar, ZPO, Bd. II, Bern 2012, Art. 227 N 24 f.; Willisegger, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZP O, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 227 N 55). Vorliegend findet das vereinfachte Verfahren Anwendung (vgl. vorstehende E. 1.1), wobei sich die Zulässigkeit der Klageänderung grundsätzlich auch in diesem Verfahren nach dem Novenrecht richtet, sofern die übrigen Voraus setzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( Killias, a.a.O., Art. 247 N 47). Im konkreten Fall gilt der abgeschwächte Untersuchungsgrundsatz; das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO) und neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen ( Art. 229 Abs. 3 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 4A_642/2014 vom 2 9. April 2015 E. 3.6.1; Killias, a.a.O., Art. 247 N 44; Mazan, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 247 N 23). Mithin hat das Erschwernis der Novenrechts schranken ( Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO) keine Bedeutung; die Zulässigkeit der Änderung (beziehungsweise Erweiterung) des Rechtsschutzgesuches beurteilt sich allein nach Massgabe von Art. 227 ZPO (in Verbindung mit Art. 230 Abs. 1 lit. a ZPO; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich KK.2014.00027 vom 1 5. Juli 2015 E. 3.7; Willisegger, a.a.O., Art. 230 N 19). Da hier der gesamte eingeklagte Betrag von zuletzt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins auf der identischen Anspruchsgrundlage, nämlich de r Kollektiven Krankenversicherung, beruht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.2.3) und streitwertunabhängig das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt, sind die Voraussetzung en zur Klageänderung beziehungsweise -erweiterung fraglos erfüllt, was im Übrigen auch unbestritten geblieben ist. 4. 4.1 Strittig ist, ob die Beklagte dem Kläger auch über den 2 6. März 2020 hinaus Krankentaggelder auszurichten hat. Zur Begründung dieses Anspruchs führte der Kläger in der Klageschrift vom 9. Oktober 2020 im Wesentlichen an, am 1. Dezember 2019 eine Stelle als Direktionsassistent bei der Y.___ AG angetreten zu haben. Im Verlauf seien ihm weitere Befugnisse übertragen worden, jedoch nicht solche eines Geschäftsführers beziehungsweise Direktors ( Urk. 1 S. 4 f.). Am 2 5. Januar 2020 habe er das Arbeitsverhältnis per 3 0. April 2020 gekündigt ; seit dem 2 7. Januar 2020 sei er arbeitsunfähig ( Urk. 1 S. 7). Die Beklagte habe ihm nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen lediglich für den Zeitraum vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 Krankentaggeld er ausgerichtet ( Urk. 1 S. 8 f.). Entgegen ihrer Auffassung treffe es nicht zu, dass er sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit noch in der Probezeit befunden habe, weshalb die Leistungsdauer nicht gestützt auf die AVB ( lit. O Ziff. 6) auf 30 Tage beschränkt sei. Im anwendbaren Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastge werbes (L-GAV) sei ohnehin keine solche Einschränkung vorgesehen. Insgesamt bestehe daher Anspruch auf ein uneingeschränktes Taggeld gemäss der verein barten Leistungsdauer von 730 Tagen ( Urk. 1 S. 10 f.). 4.2 In ihrer Klageantwort vom 1 1. Dezember 2020 bestritt die Beklagte ihre Leistungspflicht vollumfänglich, wobei sie zusammengefasst festhielt, dass der Kläger als Direktor und somit als leitender Angestellter bei der Y.___ AG tätig gewesen sei ( Urk. 10 S. 3-5). Daher habe er nicht dem L-GAV unterstan den und entsprechend habe die im Obligationenrecht vorgesehene maximale Probezeit von drei Monaten gegolten. Diese sei vom Kläger und der Arbeitgeberin gültig vereinbart worden. Ersterer sei jedenfalls vor dem Ende der Probezeit erkrankt, weshalb lit. O Ziff. 6 der AVB zur Anwendung gelange. Ein weiterge hender Taggeldanspruch als für die ausbezahlten 30 Tage bestehe daher nicht ( Urk. 10 S. 8 f.). Fraglich sei darüber hinaus das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit, welche für die strittige Zeit gutachterlich abzuklären sei, falls dem Haupt argument (keine Unterstellung unter den L-GAV) nicht gefolgt werde. Beim Kläger bestünden zudem seit Jahren eine depressive Störung sowie eine Alkohol abhängigkeit. Sollte die beantragte Edition der Krankengeschichte ergeben, dass er bereits vor Antritt der Stelle bei der Y.___ AG arbeitsunfähig gewesen sei, läge ein Anwendungsfall von Art. 9 VVG (sogenanntes Rückwärts versicherungsverbot) vor und der Krankentaggeldversicherungsvertrag wäre teilweise nichtig ( Urk. 10 S. 7 und 9). 4.3 Mit Replik vom 1 1. Februar 2021 bekräftigte der Kläger insbesondere seinen Standpunkt, keine leitende Position ausgeübt zu haben und daher dem L-GAV unterstellt gewesen zu sein ( Urk. 14 S. 3 f., S. 9-19 und S. 21 ). Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hätte er sich nicht in der Probezeit befunden, was gleich ermassen zu einer uneingeschränkten Leistungspflicht der Beklagten führe n würde ( Urk. 14 S. 3 -9 und S. 21 ). Des Weiteren sei er bis 2 6. Januar 2020 voll arbeitsfähig gewesen; die Beklagte hätte die Leistungen ohnehin auch für Krank heiten zu erbringen, die bereits bei Beginn des Versicherungsschutzes bestanden hätten, da keine Gesundheitsprüfung durchgeführt worden sei. Seit dem 2 7. Januar 2020 sei er durchgehend arbeitsunfähig. Die Beklagte habe sämtliche Arztzeugnisse erhalten und die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten oder Arztbe richte angefordert. Ihre jetzigen Bestreitung en seien damit gegenstandslos. Im Übrigen liege auch kein Fall von Art. 9 VVG vor ( Urk. 14 S. 20-22 ). 4.4 In ihrer Duplik vom 1 9. März 2021 bestritt die Beklagte unverändert ihre Leistungspflicht. Namentlich habe das Taggeld gestützt auf die AVB nur während 30 Tagen ausgerichtet werden müssen. Dem L-GAV habe der Kläger als Direktor nicht unterstanden. Ferner sei der Versicherungsvertrag in Bezug auf den Kläger und seine Arbeitsunfähigkeit nichtig ( Art. 9 VVG); dessen Krankheiten seien selbst bei vorübergehender Symptomfreiheit latent vorhanden gewesen. Überdies sei keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Diesbezüglich lägen keinerlei Berichte vor. Im Gegenteil habe der Kläger ab Oktober 2020 eine von der Invalidenversicherung übernommene Umschulung absolviert ( Urk. 23 S. 3 f.). 4.5 Mit Eingabe vom 1 6. Mai 2022 nahm der Kläger Stellung zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 ( Urk. 41). Dieses habe zu Recht bejaht, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und keine Probezeit vereinbart worden sei ( Urk. 48 S. 1 und S. 5 f.). Entgegen der Beurteilung des Regionalgerichts sei er allerdings dem L-GAV unterstellt gewesen ( Urk. 48 S. 2-5). 4.6 Die Beklagte äusserte sich ihrerseits mit Eingabe vom 2. Juni 2022 zum Teilent scheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos. Darin sei zu Recht festgehalten worden, dass der Kläger als Direktor nicht dem L-GAV unterst anden habe. Nicht gefolgt werden könne den Erwägungen hingegen in Bezug auf die Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vereinbar t worden sei. Dies sei der Fall und das Sozialversicherungsgericht sei an den Entscheid des Regionalgerichts nicht gebunden. Im Übrigen werde an der Berufung auf Art. 9 VVG festgehalten ( Urk. 49). 5. Es ist unbestritten, dass der Kläger aufgrund der von seiner (ehemaligen) Arbeit geberin, der Y.___ AG, mit der Beklagten abgeschlossenen Kollektiv- Krankenversicherung (Police Nr. …, gültig ab 1. Januar 2020 ; Ersatz der vorangegangenen Police vom 1. Januar 2017 ) grundsätzlich für ein Kranken taggeld versichert war ( Urk. 2/4 S. 1). Der Police ist der Passus zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unter stellten Mitarbeitenden nach den Bestimmungen des für den Betrieb des Versicherungsnehmers geltenden GAV abgeschlossen werde. Die Beklagte sichere im betroffenen Einzelfall eine Leistungserbringung gemäss GAV zu, falls die im Vertrag abgebildeten Versicherungsleistungen nicht mit den zugesicherten Leistungen gemäss GAV übereinstimmen sollten. Massgebend sei der GAV für das Gastgewerbe ( Urk. 2/4 S. 2). Integrierender Bestandteil des Vertrags bilden die AVB (Ausgabe 01.2020; Urk. 2/3; vgl. Urk. 2/4 S. 1). Demgemäss dient die Versicherung insbesondere der Absicherung der versicherten Personen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Arbeitsunfähigkeit bei Krankheit ( lit. A Ziff. 2 AVB). Das Taggeld wird für jeden Kalendertag einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % erbracht. Der Anspruch entsteht nach Ablauf der vertraglichen Wartefrist und unter der B edingung, dass die versicherte Person zu diesem Zeitpunkt noch zum versicherten Personenkreis gehört ( lit. O Ziff. 1 AVB). Für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, ist die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ( lit. O Ziff. 6 AVB). Bezieht eine versicherte Person beim Ausscheiden aus dem versicherten Per sonenkreis oder bei Beendigung des Versicherungsvertrags bereits Leistungen, bleibt der Anspruch unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Leistungsdauer sowie das Schlussalter auch nach diesem Zeitpunkt bestehen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen mindestens 25 % beträgt. Bereits erbrachte Leistungen werden an die Leistungsdauer angerechnet ( lit. O Ziff. 7 AVB ; Nachleistungen ). 6. 6.1 Gemäss unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Teilentscheid vom 2 3. September 2021 ( Proz. Nr. 115-2020-21 betreffend Arbeitsverhältnis ) stellte der Kläger in jenem Verfahren einerseits eine Lohnforderung für Januar 2020 und vom 1. bis 2 5. Februar 2020, zuzüglich Überstunden und Überzeit, Ruhestunden, Ferien und Feiertagsentschädigung; andererseits forderte er Entschädigungen für eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung und für mangelnde Versicherungsde ckung für den Zeitraum vom 2 7. März 2020 bis 3 0. September 2020 ( Urk. 41 S. 4 f., S. 9 f., S. 11). Mit dem Teilentscheid wurde über die Klage auf Lohn vo m 2 7. März bis September 2020 (Rechtsbegehren Ziff. 3; Urk. 41 S. 4) nicht befun den ( Urk. 41 S. 43); das Regionalgericht Prättigau/Davos verpflichtete indes die ehemalige Arbeitgeberin, die Y.___ AG, dem Kläger Fr. 8'134.55 netto (Lohnforderung und Überstundenentschädigung) sowie F r. 3'003.5 5 netto (Feier tags- und Ferientagsentschädigung ), jeweils zuzüglich Verzu gszins, zu bezahlen ( Urk. 41 S. 43 und S. 45). Das Regionalgericht hatte dabei über Rechtsfragen zu befinden, welche auch für das vorliegende Verfahren vorfrageweise von Relevanz sind. Zum einen äusserte sich das Regionalgericht zur Anwendbarkeit des L-GAV, wobei es zum Schluss gelangte, dass der Kläger in seiner Funktion im Hotel Z.___ in genügendem Ausmass Entscheide hätte treffen können, die den Geschäftsgang des Betriebs nachhaltig und massgeblich beeinflusst hätten. Ihm sei daher der Beweis für die Anwendbarkeit des L-GAV misslungen ( Urk. 41 S. 22 E. 6.7). Zum anderen befand das Regionalgericht, dass das Arbeitsverhältnis durch eine ordentliche Kündigung des Klägers per 3 0. April 2020 beendet worden sei ; eine Probezeit sei im Arbeitsvertrag nicht vereinbart worden ( Urk. 41 S. 25 E. 7.6 und S. 28 E. 8.6). In Bezug auf den hier interessierenden Zeitraum ab 2 7. März 2020 liegt demzu folge noch gar keine gerichtlich entschiedene Frage vor. Darüber hinaus war die hier Beklagte nicht Partei im Verfahren betreffend das Arbeitsverhältnis vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos, weshalb dessen Teilurteil das Sozialversiche rungsgericht nicht bindet (BGE 142 III 210 E. 2). 6.2 6.2.1 Der Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42 f.). Nichtsdestotrotz erklärt sich der an jenem V erfahren beteiligt gewesene Kläger insofern nicht mit dem Entscheid einverstanden, als die Anwendbarkeit des L-GAV zu Unrecht verneint worden sei ( Urk. 48 S. 2-5). Zutreffend sei demgegenüber, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses vorliege und keine Probezeit vereinbart worden sei (Ur k. 48 S. 1 und S. 5 f.). Die Beklagte vertritt die diametral gegen sätzliche Sichtweise ( Urk. 49 ; vgl. auch Urk. 10 S. 8 Ziff. 30 und Urk. 23 S. 3 Ziff. 6 bezüglich Vorliegen einer Aufhebungsvereinbarung ). 6.2.2 Das Regionalgericht Prättigau/Davos erwog hinsichtlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, dass weder eine fristlose Kündigung des Klägers noch eine Aufhebungsvereinbarung vorliege. Es begründete dies einlässlich unter Berück sichtigung des zwischen den Vertragsparteien im Zeitraum vom 2 5. bis 27. Januar 2020 stattgefundenen E-Mail-Verkehrs ( Urk. 41 S. 23-25 E. 7.5), worauf grundsätzlich verwiesen werden kann. Es überzeugt insbesondere, dass der Kläger das Arbeitsverhältnis in Anbetracht des Wortlauts seiner im vorlie genden Verfahren aufgelegten elektronischen Nachrichten vom 2 5. und 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30d [«Für diesen Lohn komme ich nicht zum arbeiten» ; «(...) Hiermit kündige ich diese Anstellung.»], Urk. 11/2.30i [«(...) Unser Vertrag endet am 30 April 2020 (...) » ] ) nicht fristlos, sondern ordentlich per 3 0. A pril 2020 kündigen wollte. Damit im Einklang steh en die unbestritten gebliebene SMS-Nachricht des Klägers vom 2 6. Januar: «Ich nehme heute frei. Wir werden uns bestimmt später noch sehen Ansonsten morgen früh» ( Urk. 11/2.30e) und seine Krankmeldung vom 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30h). Die Arbeitgeberin ihrerseits hat keine fristlose Kündigung ausgesprochen. Ihre Mitteilung erschöpft sich darin: «Wir nehmen Ihre Kündigung vom 25.01.2020 an.» Sie erwähnte zwar, dass sie Grund genug sehe für eine fristlose Kündigung. Doch ergänzte sie, dass sie die Gegenzeichnung des Dokuments seitens des Klägers erwarte ( Urk. 11/2.30g). Diese Aussage lässt erhebliche Zweifel am Wille n der Arbeitgeberin zur fristlosen Künd i g ung aufkommen, da eine solche bekann termassen keine Gegenzeichnung erfordert. Vielmehr ist darin ein Angebot für eine Aufhebungsvereinbarung zu erblicken, welche der Kläger unbestrit tenermassen in der Folge nicht angenommen hat. Keine der Parteien hat aufgrund dieser Aktenlage unmissverständlich kundg etan, den Arbeitsvertrag fristlos auflösen zu wollen (vgl. dazu Rehbinder Manfred/Stöckli Jean-Fritz, Berner Kommentar, Der Arbeitsvertrag, Art. 331-355 und Art. 361-362 OR, Schweizeri sches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, 2. Aufl., Bern 2014, Art. 337 N 16). Ebenso wenig wurde mangels übereinstimmender gegenseitiger Willensäusserun gen (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass das Arbeitsverhältnis vom Kläger mit E-Mail vo m 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 einseitig beendet wurde. 6.2.3 Im Rahmen der Beantwortung der Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeits verhältnisses eine Probezeit vereinbart wurde, legte das Regionalgericht Prättigau/Davos die folgende Klausel im Arbeitsvertrag vom 1 1. Dezember 2019 aus: «Das Dienstverhältnis kann nach Ablauf der Probezeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Monaten gekündigt werden. Die Probezeit dauert 3 Monate; während dieser Zeit kann nur auf den 3 0. April gekündigt werden. Die späteren Kündigungen sind auf den 3 0. April oder 3 1. October möglich.» ( Urk. 2/2 S. 2). Dabei konnte das Regionalgericht keinen tatsächlich übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien feststellen und legte deren Erklärungen zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens anhand des Vertrauensprinzips aus. Es erwog in diesem Zusammenhang, dass die zitierte Vertragsklausel zwar von einer «Probezeit» spreche und diese auf drei Monate festlege. Es fehle allerdings an einer für die Probezeit typischen Verkürzungsmöglichkeit des Arbeitsverhält nisses, indem ausdrücklich festgelegt worden sei, dass während den drei Monaten «nur auf den 3 0. April gekündigt werden» könne. Der Zweck der Probezeit, den Parteien Gelegenheit zur gegenseitigen Erprobung einzuräumen, werde damit vereitelt, da der Arbeitsvertrag keine Möglichkeit vorsehe, die langfristig ange dachte Beziehung gegebenenfalls schnell und einfach beenden zu können. Das Wort «Probezeit» verkomme dadurch zur leeren Worthülse. Dass eine Kündigung erst auf Saisonende möglich sein sollte, sei wohl dem Umstand geschuldet, dass die Einstellung eines neuen Direktors während laufender Saison ein schwieriges Unterfangen bilde und die Arbeitgeberin nicht das Risiko habe eingehen wollen, die Wintersaison allenfalls ohne Direktor meistern zu müssen. Keiner Vertrags partei sollte daher die Möglichkeit eingeräumt werden, das Arbeitsverhältnis schnell und einfach beenden zu können. Die Auslegung der Erklärung nach dem Vertrauensprinzip lege nahe, dass eben gerade keine Probezeit vereinbart werden sollte. Der Kläger habe jedenfalls bei der Durchsicht des Arbeitsvertrages nicht davon ausgehen müssen, dass eine ordentliche Kündigung während den ersten drei Monaten eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen darstelle, da während den ersten drei Monaten ausdrücklich nur auf den 3 0. April habe gekündigt werden können. Die Vertragsklausel sei im Sinne der Unklarheitenregel zu Lasten der Arbeitgeberin auszulegen, welche die Klausel vorformuliert habe ( Urk. 41 S. 27 f. E. 8.5 ). Entgegen der Auffassung der Beklagten, welche insbesondere auf Eigenheiten von Arbeitsverträgen in der Hotellerie und die spezifische Situation des saiso nalen Betriebs hinwies ( Urk. 49 S. 2), besteht im konkreten Fall keine Veranlas sung, von dieser Beurteilung abzuweichen. Insbesondere sind keine Beweismittel beigebracht oder angerufen worden, welche eine andere Vertragsauslegung als naheliegender erscheinen lassen. So hebt der Kläger zutreffend hervor ( Urk. 48 S. 5 f. Ziff. 8 ), dass die von den Parteien des Arbeitsverhältnisses getroffene Regelung im Ergebnis einen unbefristeten Vertrag mit Minimaldauer bis Ende April 2020 darstellt. Die Kündigungsfrist hätte sich im Falle einer Kündigung im Januar 2020 auf drei Monate und bei einer Kündigung im Februar 2020 auf zwei Monate belaufen. Mithin hätte sie mindestens das Doppelte der in Art. 335c Abs. 1 OR gesetzlich vorgesehenen ordentlichen Kündigungsfrist für das erste Dienstjahr betragen und wäre somit sehr deutlich von der grundsätzlich für den Fall einer Kündigung während der Probezeit festgelegten siebentägigen Kündi gungsfrist abgewichen (vgl. Art. 335b Abs. 1 OR). Eine für die Probezeit typische kurzfristige Beendigungsmöglichkeit des Arbeitsverhältnisses bestand demnach im konkreten Fall gerade nicht. Es ist daher in Auslegung der entsprechenden Klausel nach dem Vertrauensprinzip davon auszugehen, dass im Arbeitsvertrag vom 11. Dezember 2019 keine Probezeit vereinbart wurde. 6.2.4 Im Sinne eines Zwischenfazit s kann somit festgehalten werden, dass die Auflö sung des Arbeitsverhältnisses durch den Kläger per 3 0. April 2020 nicht während der Probezeit erfolgte, da eine solche nicht vereinbart worden war. Es kann daher auch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben, ob er in seiner Tätigkeit für die Y.___ AG dem L-GAV unterstellt war. 7. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsunfähigkeit des Klägers verhält. Dieser behauptet, vom 2 7. Januar 2020 bis 3 0. April 2021 zu 100 %, vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 zu 60 % und im Juli 2021 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen zu sein ( Urk. 29). Als Beweis offeriert er in diesem Zusammenhang mehrere ärztliche Zeugnisse ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit jedenfalls für die Zeit ab 2 7. März 2020 (vgl. Urk. 10 S. 9 Ziff. 35-37, Urk. 23 S. 3 f. sowie S. 9 Ziff. 41 und 44 ). Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist hatte sie dem Kläger vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit insgesamt 30 Taggelder ausgerichtet ( Urk. 2/17/5). 7.2 7.2.1 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsun fähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zu nächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1 ; vgl. auch vorstehende E. 2.2 ). 7.2.2 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten, welche als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2; 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstellenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der aus stellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizeri schen Strafgesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arzt zeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwel che Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispiels weise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unverän derter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis be scheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilpro zessordnung, ZPO, Komme ntar, Brunner/Gasser/Schwander [ Hrsg.], 2. Auflage, Zürich 2016, Art. 177 Rz 9; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 177 Rz 13). Für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Eintritt des Versicherungsfalls gilt das ordentliche Beweismass. Demnach ist der Beweis erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (BGE 148 III 105 E. 3.3.1, Urteil des Bundes gerichts 4A_172/2022 vom 31. August 2022 E. 2.5). 7.2.3 Mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Praxis ist es nicht ausgeschlossen, den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit einzig gestützt auf Arztzeugnis se zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_439/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 mit Hinweis). Vorliegend bestätigen die mehrheitlich von Dr. med. A.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie von Medizinern der Klinik B.___ ausgestellten ärztlichen Zeugnisse die vom Kläger behauptete krankheits bedingte Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 31. Juli 2021 und im behaupteten Ausmass vollumfänglich ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Soweit die Beklagte das Vorlie gen einer Arbeits unfähigkeit bestreitet, erweist sich ihr Vorbringen zwar entgegen der Auffassung des Klägers nicht von vornherein als «gegenstandslos», selbst wenn die Beklagte bis zur Klageerhebung sämtliche Arztzeugnisse erhalten, die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten und auch keine Arztberichte angefordert habe sollte (vgl. Urk. 14 S. 21 Ziff. 44). Allerdings wurde die von klägerischer Seite mittels Arztzeugnissen belegte Arbeitsunfähigkeit nicht sub stantiiert bestritten. V ielmehr beschränkte sich die Beklagte zum einen auf den Einwand, d er Kläger habe keine begründeten Berichte vorgelegt ( Urk. 10 S. 9 Ziff. 37, Urk. 23 S. 3 f. ), was angesichts der eingangs wiedergegebenen Rechtsprechung jedoch für den Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit nicht zwingend vorausgesetzt wird. Zum anderen stellte sie sich auf den Standpunkt, spätestens ab Oktober 2020 sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da der Kläger ab diesem Zeitpunkt eine von der Invalidenversicherung unterstützte Umschulung absolviert habe ( Urk. 23 S. 3 f.). Es mag zutreffen, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Kläger mit Mitteilung vom 7. September 2020 Kostengutsprache für einen fünftägigen Ausbildungskurs zum Leiter HR NSD HF im Oktober 2020 erteilte. Dieser sollte Grundlage für eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bilden ( Urk. 24/7). Die Beklagte vermag damit allein aller dings den Beweiswert der vom Kläger vorgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht zu erschüttern. So ist generell fraglich, inwiefern die Absolvierung eines von der Invalidenversicherung im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen finanzierten, nur wenige Tage dauernden Kurses - entgegen dem ärztlichen Attest - auf eine volle Arbeitsfähigkeit schliessen lassen soll. Allenfalls könnte ange sichts des Kursbesuches eine Arbeits un fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit fraglich sein ; inwiefern dadurch jedoch diejenige im angestammten Tätigkeit sbereich im Hotelgewerbe betroffen sein soll, erschliesst sich nicht. In erster Linie ist jedoch Letztere im Rahmen der Festlegung des Taggeldanspruchs massgebend ( lit. O Zif f. 1 AVB). Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann mit Blick auf die Schadenminderungspflicht nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Frage eines Berufswechsels stellt (vgl. lit. G Ziff. 4.4 AVB). Hätte die Beklagte einen solchen vom Kläger erwartet, wäre sie jedoch gehalten gewesen, ihm eine Abmahnung zum Berufswechsel zukommen zu lassen und ihm eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während derer er sich hätte anpassen und eine neue Stelle finden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_384/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Seitens der Beklagten wird nicht geltend gemacht, dass sie dem Kläger eine entsprechende Aufforde rung zukommen liess; eine solche ist denn auch nicht aktenkundig. Es bleibt daher insgesamt bei der Schlussfolgerung, dass der Kläger den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (10 0 % vom 2 7. Januar beziehungsweise vom 2 7. März 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht hat, wobei im Übrigen mangels einer substantiierten Bestreitung durch die Beklagte auch kein begründeter Anlass besteht, nicht auf die Arztzeugnisse abzustellen, weshalb ihrem Beweisantrag auf Anordnung eines medizinischen Gerichtsg utachtens (vgl. Urk. 10 S. 7 ) nicht statt zugeben ist. 8. 8.1 Die Beklagte bestreitet eine über den 2 6. März 2020 hinausgehende Leistungs pflicht des Weiteren unter Berufung auf Art. 9 VVG ( Rückwärtsversicherungs verbot; Urk. 10 S. 7 und S. 9 f., Urk. 23 S. 3 ). 8.2 Gemäss Art. 9 VVG ist ein Versicherungsvertrag unter anderem dann nichtig, wenn bei Vertragsschluss das befürchtete Ereignis bereits eingetreten ist. Das befürchtete Ereignis stellt den Versicherungsfall dar und definiert sich als Verwirklichung der Gefahr, gegen welche die Versicherung abgeschlossen worden ist (BGE 142 III 671 E. 3.6, 129 III 510 E. 3.2). Diese Gefahr muss sich auf ein künftiges Ereignis beziehen; ist dieses bereits eingetreten, ist eine künftige Verwirklichung der Gefahr nicht möglich. Eine sogenannte Rückwärtsversi cherung, bei welcher der Versicherer die Deckung für ein bereits vor Vertrags schluss eingetretenes Ereignis übernimmt, ist unzulässig, unabhängig davon, ob der entsprechende Schaden vor oder nach Vertragsschluss eintritt. Ob die Vertragsparteien vom Eintritt des Ereignisses bei Vertragsschluss Kenntnis hatten, ist grundsätzlich unerheblich (BGE 127 III 21 E. 2b/ aa ). Das versicherte Risiko kann nicht losgelöst vom konkreten Versicherungsvertrag bestimmt werden. Vielmehr muss zunächst durch Auslegung des konkreten Versicherungsvertrages ermittelt werden, was das versicherte Risiko darstellt (BGE 142 III 671 E. 3.9 ). Erst danach ist zu prüfen, ob dieses Risiko beziehungsweise das befürchtete Ereignis bei Vertragsschluss bereits eingetreten war und der Versicherungsvertrag daher gemäss Art. 9 VVG nichtig ist ( Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2). Als Versicherungsfall in der Krankentaggeldversicherung als Versicherungstypus gilt die (krankheitsbedingte) Arbeitsunfähigkeit (BGE 142 III 671 E. 3.6; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_ 142/2021 vom 22. Juni 2021 E. 3.1). 8.3 Dem vorliegenden V ersicherungsvertrag beziehungsweise den zugehörigen AVB ist zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die einzelne versicherte Person an dem Tag beginnt, an dem das Arbeitsverhältnis beginnt oder erstmals ein Lohnanspruch besteht, frühestens jedoch mit dem in der Police festgelegten Datum. Für Personen, die zu diesem Zeitpunkt nicht voll arbeitsfähig sind, beginnt der Versicherungsschutz erst mit der vollen vertraglich vereinbarten Arbeitsaufnahme ( lit. K Ziff. 1 AVB). Unter dem Titel «Leistungen bei vorbestan denen Krankheiten und Gebrechen» wird zudem insbesondere festgehalten, dass vorbehältlich abweichender Vereinbarungen, welche hier weder ersichtlich noch dargetan sind die Leistungen auch für Krankheiten erbracht werden, die bei Beginn des Versicherungsschutzes bereits bestanden haben, falls die Aufnahme in die Versicherung ohne vorgängige Gesundheitsprüfung erfolgt ist ( lit. O Ziff. 3 AVB), was hier gemäss Darstellung des Klägers ( Urk. 14 S. 21 f. ) unbestrittenermassen der Fall war. Bereits daraus ergibt sich, dass die Versiche rung im Rahmen der versicherungstechnischen Kalkulation bei der statistischen Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Versicherungsfalles die Möglichkeit einge rechnet hat, dass auch eine vorbestandene Krankheit die Leistungspflicht auslösen kann, was sich auf die Versicherungsprämie niedergeschlagen haben dürfte (Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2-3). Diese Bestimmungen verdeutlichen, dass das bei Vertragsschluss befürchtete Ereignis nicht das Auftreten der Krankheit, sondern allein das Auftreten einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ist, unabhängig davon, wann die Krank heit diagnostiziert wurde oder sich erstmals manifestiert hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.3). Ein Fall von Art. 9 VVG läge somit nur dann vor, wenn der Kläger bereits bei Antritt seiner Stelle bei der Y.___ AG am 1. Dezember 2019 krank heitsbedingt arbeitsunfähig gewesen wäre. Den von der Beklagten vorgelegten ärztlichen Unterlagen, namentlich dem Bericht der i ntegrierten Psychiatrie C.___ vom 4. März 2020 (U rk. 11/4.1) sowie dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe rapie, vom 28. Juni 2019 ( Urk. 24/8), sind zwar Anhaltspunkte auf eine seit Jahren vorbestehende ( rezidivierende ) depressive Störung sowie ein Alkoholab hängigkeitssyndrom zu entnehmen. Diese medizinischen Unterlagen liefern jedoch keine n Beleg dafür, dass der Kläger deswegen bei Stellenantritt arbeitsun fähig war. So ging Dr. D.___ - nach einer seit Oktober 2018 anhaltenden Arbeits unfähigkeit - ab September 2019 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, auch wenn die Symptomatik nicht gänzlich abgeklungen war (U rk. 24/8 S. 4) ; im C.___ -Bericht wurde erst ab 3 0. Januar 2020 für die Zeit des stationären Aufenthalts bis 2 4. Februar 2020 sowie darüber hinaus eine 100%ige Arbeitsun fähigkeit attestiert (Urk. 11/4.1). Inwiefern sich eine Arbeitsunfähigkeit bei Stellenantritt am 1. Dezember 2019 mit der von der Beklagten beantragte n Einholung der Krankengeschichte des Klägers bei dessen Hausarzt und Psychiater ( Urk. 10 S. 7) nachweisen lassen sollte, ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan. Immerhin ist auf der Basis des Teilentscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos erstellt, dass der Kläger die Stelle am genannten Datum angetre ten und dabei sogar insbesondere aufgrund der Hochsaison Überstunden geleistet hat (vgl. Urk. 41 S. 36 E. 10.8). Art. 9 VVG ist folglich im konkreten Fall nicht anwendbar, da das versicherte Risiko der krankheitsbedingten Arbeitsunfä higkeit bei Abschluss des Versicherungsvertrages ausweislich der Akten noch nicht eingetreten war. V on der Edition weiterer medizinischer Unterlagen ist in antizipierter Beweiswürdigung abzusehen, da davon keine anderen entscheidre levanten Erkenntnisse zu erwarten sind. 9. Nach dem Gesagten ergibt sich zusammengefasst Folgendes: Der Kläger hat das Arbeitsverhältnis mit der Y.___ AG am 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 aufgelöst, wobei er sich in keiner Probezeit befand. Bei Eintritt der Arbeits unfähigkeit am 2 7. Januar 2020 gehörte er demnach einerseits noch zum Kreis der versicherten Personen, da der Versicherungsschutz gemäss lit. K Ziff. 3 AVB erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erlischt, was unbestritten blieb. Andererseits gelangt lit. O Ziff. 6 Abs. 1 AVB nicht zur Anwendung, welcher besagt, dass für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ist. Vielmehr kommt die in der Police vereinbarte maximale L eistungsdauer von 730 Tagen zum Tragen ( Urk. 2/4 S. 2). Der Kläger hat den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (100 % vom 2 7. Januar 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht. Unbestritten blieb die Taggeldhöhe, welche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit Fr. 213.70 beträgt (vgl. Urk. 1 S. 10 f., Urk. 10 S. 9 Ziff. 32). A ufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum vom 27. März 2020 bis einschliesslich 3 0. April 2021 besteht während 400 Tagen Anspruch auf ein volles Taggeld, mithin auf Fr. 85'480.-- ( = 400 x Fr. 213.70 ). Auch für die Periode vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 (61 Tage) hat die Beklagte trotz der bloss 60%igen Arbeitsunfähigkeit ein volles Taggeld auszurichten ( lit. O Ziff. 2 Abs. 2 AVB), mithin Fr. 13'035.70 (= 61 x Fr. 213.70). Für Juli 2021 sind angesichts der 50%igen Arbeitsunfähigkeit Fr. 3'312.35 geschuldet ( = 31 x Fr. 213.70 x 0.5 ; vgl. lit. O Ziff. 2 AVB ). Gesamthaft ist der zuletzt vom Kläger mit Eingabe vom 1 6. September 2021 ( Urk. 29) geltend gemachte Taggeldanspruch von Fr. 101'828.05 (= Fr. 85'480 + Fr. 13’035.70 + Fr. 3'312.35) somit ausgewiesen. 10. 10.1 Der Kläger verlangt eine Verzinsung seiner Forderung mit 5 % «ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes» ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2, Urk. 29). Die Beklagte äusserte sich nicht zum Verzugszins. 10.2 Weder die in der Police aufgeführten besonderen Bedingungen noch die AVB der Beklagten enthalten Bestimmungen zum Verzugszins bezüglich ihrer Leistungen (vgl. Urk. 2/3, Urk. 2/4 S. 3). Es gelten somit die allgemeinen Regeln des Bundes gesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünf ter Teil: Obligationenrecht, OR) und des VVG. Nach Art. 41 Abs. 1 VVG wird die Forderung aus dem Versicherungsvertrag mit dem Ablauf von vier Wochen (sogenannte Deliberationsfrist) von dem Zeitpunkt an gerechnet fällig, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen er sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann. Auch im Bereich des Versicherungsrechts gerät der Versicherer nach herrschender Lehre erst mit der Mahnung in Verzug (Art. 102 Abs. 1 OR). Lehnt der Versicherer jedoch zu Unrecht seine Leistungs pflicht definitiv ab, werden die Ansprüche des Versicherungsnehmers auf diesen Zeitpunkt hin ohne Weiteres fällig und es tritt der Verzug ein (Art. 108 Ziff. 1 OR; Grolimund /Villard, in: Basler Kommentar zum VVG, Nachführungsband, 2012, Art. 41 ad N20). 10.3 Wie zuvor dargelegt, hat die Beklagte ihre Leistungspflicht ab 2 7. März 2020 zu Unrecht abgelehnt. Sie teilte dem Kläger bereits mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mit, dass sie nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Probezeit lediglich bis und mit 2 6. März 2020 für Taggelder aufkommen könne ( Urk. 11/2.27). Vor diesem Hintergrund traten Fälligkeit und Verzug am 2 7. März 2020 ein. Die vom 27. März 2020 bis 3 0. Juni 2021 geschuldeten vollen Taggeldleistungen (F r. 98'515.70 [ Fr. 85'480.-- + Fr. 13'035.70]) sind unter Berücksichtigung des mittleren Verfalls ab 1 2. November 2020 mit 5 % ( Art. 100 VVG in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 OR) zu verzinsen. Für die im Monat Juli 2021 auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit basierenden Taggelder ( Fr. 3'312.35) ist der Verzugs zins ab 1 5. Juli 2021 geschuldet. Demzufolge ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von F r. 98'515.70 seit 1 2. November 2020 und 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 seit 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 11. 11.1 Das Verfahren ist kostenlos, da es eine Streitigkeit aus einer Krankentaggeldver sicherung betrifft, welche unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG zu subsumieren ist (vgl. Art. 114 lit. e ZPO in Verbindung mit § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bundesgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1 mit Hinwei sen; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 11.2 11.2.1 Der durch Rechtsanwältin Elisabeth Glättli vertretene Kläger beantragt die Zusprechung einer Parteient schädigung ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2). Diese umfasst den Ersatz der notwendigen Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertre tung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (Art. 96 ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess (GOG), enthält keine für das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung. Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren. Diese regelt ausdrücklich nur die Parteientschädigungen vor den Schlichtungsbehörden, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemessung der Parteientschädigung richtet sich somit nach § 34 GSVGer sowie den §§ 1, 5 und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht ( GebV SVGer ). Gemäss § 34 Abs. 3 GSVGer ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschä digung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen. 11.2.2 Mit Honorarnote vom 1 5. September 2021 machte Rechtsanwältin Glättli einen Aufwand von insgesamt 19.5 Stunden für den Zeitraum vom 6. Oktober 2020 bis 1 5. September 2021 sowie pauschale Kleinspesen von 3 % geltend ( Urk. 31). Dieser erweist sich insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache sowie die Schwierigkeit des Prozesses als angemessen. Darüber hinaus ist der nach dem 1 5. September 2021 namentlich im Zusammenhang mit de r Stellungnahme zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos entstandene Aufwand zu berücksichtigen ( Urk. 48), wobei dieser mangels einer Leistungsübersicht ermes sensweise auf zwei Stunden festzusetzen ist. Ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 21.5 Stunden und dem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die von der Beklagten an den obsiegenden Kläger zu zahlende Prozessentschä digung auf Fr. 5'247.-- festzulegen ( Fr. 4'730.-- plus Fr. 141.90 [3 % Spesenpau schale] zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer). 12. Obschon die streitberufene Partei auf eine Mitwirkung am Prozess verzichtet hat ( Urk. 54), ist ihr der vorliegende Entscheid zu eröffnen. Das Gericht erkennt: 1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 98'515.70 ab 1 2. November 2020 sowie Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 ab 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 5'247.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli - Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos - Rechtsanwalt Flavio Decurtins - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber FehrWürsch

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Sozialversicherungsgericht

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

des Kantons Zürich KK.2020.00055 I. Kammer Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiber Würsch Urteil vom 2 2. Dezember 2022

KK.2020.00055

KK.2020.00055

KK.2020.00055 I. Kammer

I. Kammer

Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiber Würsch

Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende Sozialversicherungsrichter Bachofner Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter Gerichtsschreiber Würsch

Urteil vom 2 2. Dezember 2022

Urteil vom 2 2. Dezember 2022 in Sac hen

in Sac hen X.___

X.___ Kläger und Strei t verkünder

Kläger und Strei t verkünder vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli Probst Partner AG Rechtsanwälte

Probst Partner AG Rechtsanwälte Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur

Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur gegen

gegen Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG

Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG Direktion Bern

Direktion Bern Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern

Bundesgasse 35, Postfach, 3001 Bern Beklagte

Beklagte vertreten durch Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos

vertreten durch Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos III dasadvokaturbuero, advokatur notariat mediation

III dasadvokaturbuero, advokatur notariat mediation Herrengasse 22, Postfach, 3001 Bern

Herrengasse 22, Postfach, 3001 Bern Y.___ AG

Y.___ AG vertreten durch Rechtsanwalt Flavio Decurtins

Masanserstrasse 136, 7000 Chur

Streitberufene

Sachverhalt:

Sachverhalt: 1.

1. 1.1 X.___, geboren 1981, war ab dem 1. Dezember 2019 bei der Y.___ AG angestellt (vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 2/2 und Urk. 10 S. 3). Aufgrund dieser Anstellung unterstand er der K ollektiv Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG ; Urk. 2/3 S. 6 ), welche die Y.___ AG mit der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar ) abgeschlossen hatte (Urk. 2/3 [Allgemeine Ve rsiche rungs bedingungen, AVB] und Urk. 2/4 [Police]). Vereinbart war bei einer Leis tungsdauer von 730 Tagen innert 900 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen je Arbeitsjahr ein Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohns (Urk. 2/4 S. 2 ).

1.1 X.___, geboren 1981, war ab dem 1. Dezember 2019 bei der Y.___ AG angestellt (vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 2/2 und Urk. 10 S. 3). Aufgrund dieser Anstellung unterstand er der K ollektiv Krankenversicherung nach dem Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag (VVG ; Urk. 2/3 S. 6 ), welche die Y.___ AG mit der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar ) abgeschlossen hatte (Urk. 2/3 [Allgemeine Ve rsiche rungs bedingungen, AVB] und Urk. 2/4 [Police]). Vereinbart war bei einer Leis tungsdauer von 730 Tagen innert 900 Tagen abzüglich einer Wartefrist von 30 Tagen je Arbeitsjahr ein Krankentaggeld von 80 % des versicherten Lohns (Urk. 2/4 S. 2 ). 1.2 Ab dem 2 7. Januar 2020 wurde dem Versicherten von ärztlicher Seite eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert ( Urk. 11/3, 11/4.2). Mit E-Mail vom 11. Februar 2020 ersuchte er bei der Mobiliar um die Ausrichtung von Kranken taggeldern ( Urk. 11/2.41), worauf diese ihm mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mitteilte, dass die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt sei, da die Arbeitsun fähigkeit in der Probezeit eingetreten sei. Nach Ablauf der vertraglich vereinbar ten Wartefrist könnten daher nur bis zum 2 6. März 2020 Taggelder ausgerichtet werden ( Urk. 11/2.27). Mit Schreiben vom 2 6. März und 1 5. April 2020 erklärte sich der Versicherte damit nicht einverstanden und verlangte die uneinge schränkte Ausrichtung von Versicherungsleistungen ( Urk. 11/2.20, 11/2.25). Diesem Ersuchen entsprach die Mobiliar mit Schreiben vom 8. April und 2. Juni 2020 nicht ( Urk. 11/2.13, 11/2.23).

1.2 Ab dem 2 7. Januar 2020 wurde dem Versicherten von ärztlicher Seite eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert ( Urk. 11/3, 11/4.2). Mit E-Mail vom 11. Februar 2020 ersuchte er bei der Mobiliar um die Ausrichtung von Kranken taggeldern ( Urk. 11/2.41), worauf diese ihm mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mitteilte, dass die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt sei, da die Arbeitsun fähigkeit in der Probezeit eingetreten sei. Nach Ablauf der vertraglich vereinbar ten Wartefrist könnten daher nur bis zum 2 6. März 2020 Taggelder ausgerichtet werden ( Urk. 11/2.27). Mit Schreiben vom 2 6. März und 1 5. April 2020 erklärte sich der Versicherte damit nicht einverstanden und verlangte die uneinge schränkte Ausrichtung von Versicherungsleistungen ( Urk. 11/2.20, 11/2.25). Diesem Ersuchen entsprach die Mobiliar mit Schreiben vom 8. April und 2. Juni 2020 nicht ( Urk. 11/2.13, 11/2.23). 2.

2. 2.1 Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 erhob X.___ Klage gegen die Schwei zerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm für die Zeit vom 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage für Leistungen ab 1. Oktober 2020 (Urk. 1 S. 2). Mit Klageantwort vom 11. Dezember 2020 schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage (Urk. 10 S. 2). Mit Replik vom 11. Februar 2 021 beantragte der Kläger, die Beklagte sei zudem für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 zu verpflichten, ihm Fr. 26'285.-- (123 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu bezahlen (Urk. 14 S. 2). Mit Eingabe vom 3. März 2021 nahm der Kläger eine weitere Anpassung des Rechtsbegehrens vor, indem er beantragte, die Beklagte sei – unter Vorbehalt der Nachklage – für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 zur Bezahlung von Fr. 38'893.40 (182 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu verpflichten (Urk. 19). Die Beklagte hielt mit Duplik vom 19. März 2021 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest (Urk. 23), wovon dem K läger am 24. März 2021 Kenntnis gegeben wurde ( Urk. 25).

2.1 Mit Eingabe vom 9. Oktober 2020 erhob X.___ Klage gegen die Schwei zerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihm für die Zeit vom 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen, unter Vorbehalt der Nachklage für Leistungen ab 1. Oktober 2020 (Urk. 1 S. 2). Mit Klageantwort vom 11. Dezember 2020 schloss die Beklagte auf Abweisung der Klage (Urk. 10 S. 2). Mit Replik vom 11. Februar 2 021 beantragte der Kläger, die Beklagte sei zudem für die Zeit vom 1. Oktober 2020 bis 31. Januar 2021 zu verpflichten, ihm Fr. 26'285.-- (123 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu bezahlen (Urk. 14 S. 2). Mit Eingabe vom 3. März 2021 nahm der Kläger eine weitere Anpassung des Rechtsbegehrens vor, indem er beantragte, die Beklagte sei – unter Vorbehalt der Nachklage – für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 zur Bezahlung von Fr. 38'893.40 (182 x Fr. 213.70) zuzüglich Verzugszins zu verpflichten (Urk. 19). Die Beklagte hielt mit Duplik vom 19. März 2021 an ihrem Antrag auf Abweisung der Klage fest (Urk. 23), wovon dem K läger am 24. März 2021 Kenntnis gegeben wurde ( Urk. 25). Mit Eingabe vom 16. September 2021 nahm der Kläger erneut eine Anpassung seines Rechtsbegehrens vor. Demnach sei die Beklagte unter dem Titel Lohnfort zahlung im Krankheitsfall zu verpflichten, ihm für die Zeit von 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70), für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 30. April 2021 Fr. 45'304.40 (212 x Fr. 213.70), für die Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni 2021 Fr. 13'035.70 (61 x Fr. 213.70) und für Juli 2021 Fr. 3'312.35 (31 x Fr. 213.70 x 50 % ), total Fr. 101'828.05, zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen (Urk. 29). Darüber wurde die Beklagte mit Verfügung vom 17. September 2021 in Kenntnis gesetzt (Urk. 32).

Mit Eingabe vom 16. September 2021 nahm der Kläger erneut eine Anpassung seines Rechtsbegehrens vor. Demnach sei die Beklagte unter dem Titel Lohnfort zahlung im Krankheitsfall zu verpflichten, ihm für die Zeit von 27. März bis Ende September 2020 Fr. 40'175.60 (188 x Fr. 213.70), für die Zeit ab 1. Oktober 2020 bis 30. April 2021 Fr. 45'304.40 (212 x Fr. 213.70), für die Zeit vom 1. Mai bis 30. Juni 2021 Fr. 13'035.70 (61 x Fr. 213.70) und für Juli 2021 Fr. 3'312.35 (31 x Fr. 213.70 x 50 % ), total Fr. 101'828.05, zuzüglich Verzugszins ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes zu bezahlen (Urk. 29). Darüber wurde die Beklagte mit Verfügung vom 17. September 2021 in Kenntnis gesetzt (Urk. 32). 2.2 Mit Eingabe vom 1. Oktober 2021 orientierte der Kläger das Sozialversicherungs gericht darüber, dass am 23. September 2021 vor dem Regionalgericht Prättigau/ Davos das Beweisverfahren im von ihm gegen die Arbeitgeberin ( Y.___ AG) geführten arbeitsrechtlichen Prozes s stattgefunden habe. Das Proto koll dieser Verhandlung sei zu edieren und zu den Akten zu nehmen (Urk. 33). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 setzte das Sozialversicherungs gericht den Parteien Frist an, um zur in Aussicht genommenen Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des arbeitsrechtlichen Verfahrens Stellung zu nehmen; es stehe dem Kläger sodann frei, das besagte Protokoll zu den Akten zu reichen. Ausserdem wurde der Kläger aufgefordert, innert gleicher Fri st mitzu teilen, ob am Antrag auf Beiladun g der Y.___ AG festge halten werde und – bejahendenfalls – mit welche r Begründung (Urk. 34). Mit Ein gabe vom 11. Januar 2022 erklärte sich die Bekl agte mit der Sistierung des Ver fahrens einverstanden (Urk. 37). Innert mehrmals erstreckter Frist (vgl. Urk. 38 f.) reichte der Kläger als Beilage zu seiner Eingabe vom 18. Februar 2022 (Urk. 40) den Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 ein (Urk. 41). Er erklärte sich mit einer Sistierung des Ver fahrens bis zur Rechtskraft dieses Teil entscheids einverstanden, sofern er nicht weitergezogen werde. Des Weiteren hielt er am Antrag auf Beiladung der ehema ligen Arbeitgeberin fest (Urk. 40 S. 1 f.).

2.2 Mit Eingabe vom 1. Oktober 2021 orientierte der Kläger das Sozialversicherungs gericht darüber, dass am 23. September 2021 vor dem Regionalgericht Prättigau/ Davos das Beweisverfahren im von ihm gegen die Arbeitgeberin ( Y.___ AG) geführten arbeitsrechtlichen Prozes s stattgefunden habe. Das Proto koll dieser Verhandlung sei zu edieren und zu den Akten zu nehmen (Urk. 33). Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 setzte das Sozialversicherungs gericht den Parteien Frist an, um zur in Aussicht genommenen Sistierung des Verfahrens bis zum rechtskräftigen Abschluss des arbeitsrechtlichen Verfahrens Stellung zu nehmen; es stehe dem Kläger sodann frei, das besagte Protokoll zu den Akten zu reichen. Ausserdem wurde der Kläger aufgefordert, innert gleicher Fri st mitzu teilen, ob am Antrag auf Beiladun g der Y.___ AG festge halten werde und – bejahendenfalls – mit welche r Begründung (Urk. 34). Mit Ein gabe vom 11. Januar 2022 erklärte sich die Bekl agte mit der Sistierung des Ver fahrens einverstanden (Urk. 37). Innert mehrmals erstreckter Frist (vgl. Urk. 38 f.) reichte der Kläger als Beilage zu seiner Eingabe vom 18. Februar 2022 (Urk. 40) den Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 ein (Urk. 41). Er erklärte sich mit einer Sistierung des Ver fahrens bis zur Rechtskraft dieses Teil entscheids einverstanden, sofern er nicht weitergezogen werde. Des Weiteren hielt er am Antrag auf Beiladung der ehema ligen Arbeitgeberin fest (Urk. 40 S. 1 f.). Gemäss telefonischer Auskunft des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. März 2022 erwuchs der Teilentscheid vom 23. September 2021 unangefoch ten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42). Darüber orientierte auch der Kläger das Sozial versicherungsgericht mit Eingabe vom 23. März 2022 und hielt fest, dass sich die Frage einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens somit erübrige. Im Übrigen wurde nach wie vor um die Beiladung der ehemaligen Arbeitgeberin zum Ver fahren ersucht (Urk. 43). Mit Verfügung vom 21. April 2022 verzichtete das Sozialversicherungsgericht auf die in Aussicht genommene Sistierung des Verfahrens und wies den Antrag des Klägers auf Beiladung der Y.___ AG zum Prozess ab. Ferner wurde dem Kläger Frist angesetzt, um sich zur Frage der Weiterbehandlung seines Antrages auf Beiladung als einfache Streitverkün dung zu äussern. Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zum Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 Stellung zu nehmen (Urk. 44). Mit Eingaben vom 16. Mai 2022 (Urk. 48) und 2. Juni 2022 (Urk. 49) hielten die Parteien jeweils an ihren Rechtsbegehren fest. Der Kläger erklärte sich überdies einverstanden mit der einfachen Streitverkün dung und ersuchte das Gericht um Information der streitberufenen Person (Urk. 48 S. 1).

Gemäss telefonischer Auskunft des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. März 2022 erwuchs der Teilentscheid vom 23. September 2021 unangefoch ten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42). Darüber orientierte auch der Kläger das Sozial versicherungsgericht mit Eingabe vom 23. März 2022 und hielt fest, dass sich die Frage einer Sistierung des vorliegenden Verfahrens somit erübrige. Im Übrigen wurde nach wie vor um die Beiladung der ehemaligen Arbeitgeberin zum Ver fahren ersucht (Urk. 43). Mit Verfügung vom 21. April 2022 verzichtete das Sozialversicherungsgericht auf die in Aussicht genommene Sistierung des Verfahrens und wies den Antrag des Klägers auf Beiladung der Y.___ AG zum Prozess ab. Ferner wurde dem Kläger Frist angesetzt, um sich zur Frage der Weiterbehandlung seines Antrages auf Beiladung als einfache Streitverkün dung zu äussern. Ausserdem wurde den Parteien Frist angesetzt, um zum Teil entscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 23. September 2021 Stellung zu nehmen (Urk. 44). Mit Eingaben vom 16. Mai 2022 (Urk. 48) und 2. Juni 2022 (Urk. 49) hielten die Parteien jeweils an ihren Rechtsbegehren fest. Der Kläger erklärte sich überdies einverstanden mit der einfachen Streitverkün dung und ersuchte das Gericht um Information der streitberufenen Person (Urk. 48 S. 1). Mit Verfügung vom 1 3. J uni 2022 wurde der Y.___ AG mitgeteilt, dass ihr der Kläger den Streit verkündet habe, und es wurde ihr Frist angesetzt, um Stellung zu nehmen, in welcher Form sie dem Prozessverfahren beitreten wolle ( Urk. 50). Mit Eingabe vom 1 8. Juli 2022 erklärte die Y.___ AG, dass sie am Prozess nicht aktiv teilnehmen werde; äusserte sich aber dennoch zur Sache ( Urk. 54). Darüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 1 7. August 2022 in Kenntnis gesetzt. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die streitberufene Y.___ AG nicht aktiv am Prozess teilnehmen und dieser ohne Rücksicht auf sie fortgesetzt werde ( Urk. 56).

Mit Verfügung vom 1 3. J uni 2022 wurde der Y.___ AG mitgeteilt, dass ihr der Kläger den Streit verkündet habe, und es wurde ihr Frist angesetzt, um Stellung zu nehmen, in welcher Form sie dem Prozessverfahren beitreten wolle ( Urk. 50). Mit Eingabe vom 1 8. Juli 2022 erklärte die Y.___ AG, dass sie am Prozess nicht aktiv teilnehmen werde; äusserte sich aber dennoch zur Sache ( Urk. 54). Darüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 1 7. August 2022 in Kenntnis gesetzt. Zudem wurde davon Vormerk genommen, dass die streitberufene Y.___ AG nicht aktiv am Prozess teilnehmen und dieser ohne Rücksicht auf sie fortgesetzt werde ( Urk. 56). Das Gericht zieht in Erwägung:

Das Gericht zieht in Erwägung: 1.

1. 1.1 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessor dnung [ZPO] in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt [ GSVGer ] ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfah ren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO).

1.1 Das Sozialversicherungsgericht ist als einzige kantonale Gerichtsinstanz für Klagen über Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung nach dem Bundesgesetz über die Krankenver sicherung (KVG) zuständig (Art. 7 der Schweizerischen Zivilprozessor dnung [ZPO] in Verbindung mit § 2 Abs. 2 lit. b des Gesetzes über das Sozialversicherungsge richt [ GSVGer ] ; BGE 138 III 2 E. 1.2.2), ohne dass vorgängig ein Schlichtungsverfahren durchz uführen ist (BGE 138 III 558 E. 4). Das Verfahren richtet sich nach der ZPO, wobei das vereinfachte Verfah ren zur Anwendung gelangt (Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO). 1.2 Die für das Sozialversicherungsgericht verbindliche Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung findet sich in Art. 32 ZPO. Demnach ist bei Streitigkeiten aus Konsu mentenverträgen das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. Urs Feller/Jürg Bloch, in: Sutter- Somm / Hasenböh ler /Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 32 N 45 ff.). Der Kläger hat te seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Kanton Zürich, verlegte diesen während des Prozesses jedoch in den Kanton Graubünden ( Urk. 48 S. 7). Gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b ZPO bewirkt die Rechtshängigkeit, dass bei Wohnsitzverle gung im Laufe des Verfahrens die örtliche Zuständigkeit erhalten bleibt ( perpetuatio fori ; Urteil des Bundesgerichts 4A_595/2019 vom 1 8. Februar 2020 E. 2.4), womit die örtliche Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich (weiterhin) gegeben ist.

1.2 Die für das Sozialversicherungsgericht verbindliche Regelung der örtlichen Zuständigkeit im Bereich der Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversi cherung findet sich in Art. 32 ZPO. Demnach ist bei Streitigkeiten aus Konsu mentenverträgen das Gericht am Wohnsitz oder Sitz einer der Parteien zuständig (Art. 32 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. Urs Feller/Jürg Bloch, in: Sutter- Somm Hasenböh ler /Leuenberger, ZPO-Kommentar, Art. 32 N 45 ff.). Der Kläger hat te seinen Wohnsitz im Zeitpunkt der Klageeinreichung im Kanton Zürich, verlegte diesen während des Prozesses jedoch in den Kanton Graubünden ( Urk. 48 S. 7). Gemäss Art. 64 Abs. 1 lit. b ZPO bewirkt die Rechtshängigkeit, dass bei Wohnsitzverle gung im Laufe des Verfahrens die örtliche Zuständigkeit erhalten bleibt ( perpetuatio fori ; Urteil des Bundesgerichts 4A_595/2019 vom 1 8. Februar 2020 E. 2.4), womit die örtliche Zuständigkeit des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich (weiterhin) gegeben ist. 2.

2. 2.1 Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Versicherungsvertrag s gesetz ( nVVG ) in Kraft getreten. Gemäss der Übergangsbestimmung in Art. 103a nVVG gelten für Verträge, die vor dem Ink rafttreten der Änderung vom 19. Juni 2020 abge schlossen worden sind, die folgenden Bestimmungen des neuen Rec hts: die Form vorschriften ( lit. a) und das Kü ndigungsrecht nach den Artikeln 35a und 35b nVVG ( l it. b). Alle anderen Bestimmungen gelten lediglich für neu abge schlossene Verträge (vgl. die Botschaft zur Änderung des Versic herungsvertrags gesetzes vom 28. Juni 2017, BBl 2017 5089 ff., 5136; vgl. auch Stephan Fuhrer, Deutliche Verbesserungen für die Kunden von Versiche rungen, in: Plädoyer 2/2021, S. 40 ff., S. 49).

2.1 Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Versicherungsvertrag s gesetz ( nVVG ) in Kraft getreten. Gemäss der Übergangsbestimmung in Art. 103a nVVG gelten für Verträge, die vor dem Ink rafttreten der Änderung vom 19. Juni 2020 abge schlossen worden sind, die folgenden Bestimmungen des neuen Rec hts: die Form vorschriften ( lit. a) und das Kü ndigungsrecht nach den Artikeln 35a und 35b nVVG ( l it. b). Alle anderen Bestimmungen gelten lediglich für neu abge schlossene Verträge (vgl. die Botschaft zur Änderung des Versic herungsvertrags gesetzes vom 28. Juni 2017, BBl 2017 5089 ff., 5136; vgl. auch Stephan Fuhrer, Deutliche Verbesserungen für die Kunden von Versiche rungen, in: Plädoyer 2/2021, S. 40 ff., S. 49). Der Versicherungsvertrag, welcher der vorliegenden Streitsache zugrunde liegt, wurde am 1. Januar 2020 und somit vor dem Inkrafttreten des revidierten Versicherungsvertragsgesetzes abgeschlossen ( Urk. 2/4). Damit gelangen abgese hen von den Formvorschriften und dem Kündigungsrecht die Bestimmungen des VVG zur Anwendung, wie sie bis Ende 2021 gegolten haben. Sie werden daher nachfolgend, soweit nichts anderes vermerkt ist, in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung zitiert.

Der Versicherungsvertrag, welcher der vorliegenden Streitsache zugrunde liegt, wurde am 1. Januar 2020 und somit vor dem Inkrafttreten des revidierten Versicherungsvertragsgesetzes abgeschlossen ( Urk. 2/4). Damit gelangen abgese hen von den Formvorschriften und dem Kündigungsrecht die Bestimmungen des VVG zur Anwendung, wie sie bis Ende 2021 gegolten haben. Sie werden daher nachfolgend, soweit nichts anderes vermerkt ist, in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung zitiert. 2.2 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsver nichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Unter gang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvor schriften verdrängt werden und ist im Einzelfall zu kon kretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsneh mer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs anspruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versiche rungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen ( beispielsweise wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegen über dem Anspruchsberechtigten unverbindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsanspruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Hauptbeweis zu erbrin gen ( BGE 148 III 105 E. 3.1, 130 III 321 E. 3.1).

2.2 Gemäss Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat, wo es das Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen, während die Beweislast für die rechtsaufhebenden beziehungsweise rechtsver nichtenden oder rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Unter gang des Anspruchs behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Diese Grundregel kann durch abweichende gesetzliche Beweislastvor schriften verdrängt werden und ist im Einzelfall zu kon kretisieren (BGE 128 III 271 E. 2a/ aa ). Sie gilt auch im Bereich des Versicherungsvertrags. Nach dieser Grundregel hat der Anspruchsberechtigte - in der Regel der Versicherungsneh mer, der versicherte Dritte oder der Begünstigte - die Tatsachen zur «Begründung des Versicherungs anspruches» (Marginalie zu Art. 39 VVG) zu beweisen, also namentlich das Bestehen eines Versicherungsvertrags, den Eintritt des Versiche rungsfalls und den Umfang des Anspruchs. Den Versicherer trifft die Beweislast für Tatsachen, die ihn zu einer Kürzung oder Verweigerung der vertraglichen Leistung berechtigen ( beispielsweise wegen schuldhafter Herbeiführung des befürchteten Ereignisses: Art. 14 VVG) oder die den Versicherungsvertrag gegen über dem Anspruchsberechtigten unverbindlich machen (z.B. wegen betrügerischer Begründung de s Versicherungsanspruches: Art. 40 VVG). Anspruchsberechtigter und Versicherer haben im Streit um vertragliche Leistungen je ihr eigenes Beweisthema und hierfür je den Hauptbeweis zu erbrin gen ( BGE 148 III 105 E. 3.1, 130 III 321 E. 3.1). 2.3 Der Beweis gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Dabei wird keine absolute Gewissheit verlangt, sondern es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen ( BGE 148 III 105 E. 3.3.1 mit Hinweisen).

2.3 Der Beweis gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts dann als erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist. Dabei wird keine absolute Gewissheit verlangt, sondern es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erscheinen ( BGE 148 III 105 E. 3.3.1 mit Hinweisen). 3.

3. 3.1 In der Klageeingabe vom 9. Oktober 2020 hatte der Kläger seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März bis Ende September 2020 unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt mit Fr. 40'175.60 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes beziffert ( Urk. 1 S. 2). Zuletzt erhöhte er seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März 2020 bis nunmehr Juli 2021 mit Eingabe vom 16. September 2021 auf insgesamt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes ( Urk. 29).

3.1 In der Klageeingabe vom 9. Oktober 2020 hatte der Kläger seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März bis Ende September 2020 unter ausdrücklichem Nachklagevorbehalt mit Fr. 40'175.60 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes beziffert ( Urk. 1 S. 2). Zuletzt erhöhte er seine Forderung betreffend die Zeit vom 2 7. März 2020 bis nunmehr Juli 2021 mit Eingabe vom 16. September 2021 auf insgesamt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins seit jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes ( Urk. 29). 3.2 Eine Klageänderung (beziehungsweise Klageerweiterung) im ordentlichen Verfahren ist zulässig, sofern der geänderte Anspruch nach der gleichen Verfah rensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). Art. 230 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass eine Klageänderung in der Hauptverhandlung nur noch zulässig ist, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht ( lit. b). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob die K lageänderung zulässig ist, da es sich um eine besondere streitge genstandsbezogene Prozessvoraussetzung handelt (vgl. Art. 60 ZPO; Killias, in: Berner Kommentar, ZPO, Bd. II, Bern 2012, Art. 227 N 24 f.; Willisegger, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZP O, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 227 N 55).

3.2 Eine Klageänderung (beziehungsweise Klageerweiterung) im ordentlichen Verfahren ist zulässig, sofern der geänderte Anspruch nach der gleichen Verfah rensart zu beurteilen ist und mit dem bisherigen Anspruch in einem sachlichen Zusammenhang steht (Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO). Art. 230 Abs. 1 ZPO sieht vor, dass eine Klageänderung in der Hauptverhandlung nur noch zulässig ist, wenn die Voraussetzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( lit. a) und sie auf neuen Tatsachen oder Beweismitteln beruht ( lit. b). Das Gericht prüft von Amtes wegen, ob die K lageänderung zulässig ist, da es sich um eine besondere streitge genstandsbezogene Prozessvoraussetzung handelt (vgl. Art. 60 ZPO; Killias, in: Berner Kommentar, ZPO, Bd. II, Bern 2012, Art. 227 N 24 f.; Willisegger, in: Spühler Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZP O, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 227 N 55). Vorliegend findet das vereinfachte Verfahren Anwendung (vgl. vorstehende E. 1.1), wobei sich die Zulässigkeit der Klageänderung grundsätzlich auch in diesem Verfahren nach dem Novenrecht richtet, sofern die übrigen Voraus setzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( Killias, a.a.O., Art. 247 N 47). Im konkreten Fall gilt der abgeschwächte Untersuchungsgrundsatz; das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO) und neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen ( Art. 229 Abs. 3 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 4A_642/2014 vom 2 9. April 2015 E. 3.6.1; Killias, a.a.O., Art. 247 N 44; Mazan, in: Spühler / Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 247 N 23). Mithin hat das Erschwernis der Novenrechts schranken ( Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO) keine Bedeutung; die Zulässigkeit der Änderung (beziehungsweise Erweiterung) des Rechtsschutzgesuches beurteilt sich allein nach Massgabe von Art. 227 ZPO (in Verbindung mit Art. 230 Abs. 1 lit. a ZPO; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich KK.2014.00027 vom 1 5. Juli 2015 E. 3.7; Willisegger, a.a.O., Art. 230 N 19).

Vorliegend findet das vereinfachte Verfahren Anwendung (vgl. vorstehende E. 1.1), wobei sich die Zulässigkeit der Klageänderung grundsätzlich auch in diesem Verfahren nach dem Novenrecht richtet, sofern die übrigen Voraus setzungen nach Art. 227 Abs. 1 ZPO gegeben sind ( Killias, a.a.O., Art. 247 N 47). Im konkreten Fall gilt der abgeschwächte Untersuchungsgrundsatz; das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen (Art. 247 Abs. 2 lit. a in Verbindung mit Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO) und neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zu berücksichtigen ( Art. 229 Abs. 3 ZPO; Urteil des Bundesgerichts 4A_642/2014 vom 2 9. April 2015 E. 3.6.1; Killias, a.a.O., Art. 247 N 44; Mazan, in: Spühler Tenchio /Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 247 N 23). Mithin hat das Erschwernis der Novenrechts schranken ( Art. 230 Abs. 1 lit. b ZPO) keine Bedeutung; die Zulässigkeit der Änderung (beziehungsweise Erweiterung) des Rechtsschutzgesuches beurteilt sich allein nach Massgabe von Art. 227 ZPO (in Verbindung mit Art. 230 Abs. 1 lit. a ZPO; Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich KK.2014.00027 vom 1 5. Juli 2015 E. 3.7; Willisegger, a.a.O., Art. 230 N 19). Da hier der gesamte eingeklagte Betrag von zuletzt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins auf der identischen Anspruchsgrundlage, nämlich de r Kollektiven Krankenversicherung, beruht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.2.3) und streitwertunabhängig das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt, sind die Voraussetzung en zur Klageänderung beziehungsweise -erweiterung fraglos erfüllt, was im Übrigen auch unbestritten geblieben ist.

Da hier der gesamte eingeklagte Betrag von zuletzt Fr. 101'828.05 zuzüglich Verzugszins auf der identischen Anspruchsgrundlage, nämlich de r Kollektiven Krankenversicherung, beruht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_255/2015 vom 1. Oktober 2015 E. 2.2.3) und streitwertunabhängig das vereinfachte Verfahren zum Zuge kommt, sind die Voraussetzung en zur Klageänderung beziehungsweise -erweiterung fraglos erfüllt, was im Übrigen auch unbestritten geblieben ist. 4.

4. 4.1 Strittig ist, ob die Beklagte dem Kläger auch über den 2 6. März 2020 hinaus Krankentaggelder auszurichten hat. Zur Begründung dieses Anspruchs führte der Kläger in der Klageschrift vom 9. Oktober 2020 im Wesentlichen an, am 1. Dezember 2019 eine Stelle als Direktionsassistent bei der Y.___ AG angetreten zu haben. Im Verlauf seien ihm weitere Befugnisse übertragen worden, jedoch nicht solche eines Geschäftsführers beziehungsweise Direktors ( Urk. 1 S. 4 f.). Am 2 5. Januar 2020 habe er das Arbeitsverhältnis per 3 0. April 2020 gekündigt ; seit dem 2 7. Januar 2020 sei er arbeitsunfähig ( Urk. 1 S. 7). Die Beklagte habe ihm nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen lediglich für den Zeitraum vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 Krankentaggeld er ausgerichtet ( Urk. 1 S. 8 f.). Entgegen ihrer Auffassung treffe es nicht zu, dass er sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit noch in der Probezeit befunden habe, weshalb die Leistungsdauer nicht gestützt auf die AVB ( lit. O Ziff. 6) auf 30 Tage beschränkt sei. Im anwendbaren Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastge werbes (L-GAV) sei ohnehin keine solche Einschränkung vorgesehen. Insgesamt bestehe daher Anspruch auf ein uneingeschränktes Taggeld gemäss der verein barten Leistungsdauer von 730 Tagen ( Urk. 1 S. 10 f.).

4.1 Strittig ist, ob die Beklagte dem Kläger auch über den 2 6. März 2020 hinaus Krankentaggelder auszurichten hat. Zur Begründung dieses Anspruchs führte der Kläger in der Klageschrift vom 9. Oktober 2020 im Wesentlichen an, am 1. Dezember 2019 eine Stelle als Direktionsassistent bei der Y.___ AG angetreten zu haben. Im Verlauf seien ihm weitere Befugnisse übertragen worden, jedoch nicht solche eines Geschäftsführers beziehungsweise Direktors ( Urk. 1 S. 4 f.). Am 2 5. Januar 2020 habe er das Arbeitsverhältnis per 3 0. April 2020 gekündigt ; seit dem 2 7. Januar 2020 sei er arbeitsunfähig ( Urk. 1 S. 7). Die Beklagte habe ihm nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen lediglich für den Zeitraum vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 Krankentaggeld er ausgerichtet ( Urk. 1 S. 8 f.). Entgegen ihrer Auffassung treffe es nicht zu, dass er sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit noch in der Probezeit befunden habe, weshalb die Leistungsdauer nicht gestützt auf die AVB ( lit. O Ziff. 6) auf 30 Tage beschränkt sei. Im anwendbaren Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastge werbes (L-GAV) sei ohnehin keine solche Einschränkung vorgesehen. Insgesamt bestehe daher Anspruch auf ein uneingeschränktes Taggeld gemäss der verein barten Leistungsdauer von 730 Tagen ( Urk. 1 S. 10 f.). 4.2 In ihrer Klageantwort vom 1 1. Dezember 2020 bestritt die Beklagte ihre Leistungspflicht vollumfänglich, wobei sie zusammengefasst festhielt, dass der Kläger als Direktor und somit als leitender Angestellter bei der Y.___ AG tätig gewesen sei ( Urk. 10 S. 3-5). Daher habe er nicht dem L-GAV unterstan den und entsprechend habe die im Obligationenrecht vorgesehene maximale Probezeit von drei Monaten gegolten. Diese sei vom Kläger und der Arbeitgeberin gültig vereinbart worden. Ersterer sei jedenfalls vor dem Ende der Probezeit erkrankt, weshalb lit. O Ziff. 6 der AVB zur Anwendung gelange. Ein weiterge hender Taggeldanspruch als für die ausbezahlten 30 Tage bestehe daher nicht ( Urk. 10 S. 8 f.). Fraglich sei darüber hinaus das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit, welche für die strittige Zeit gutachterlich abzuklären sei, falls dem Haupt argument (keine Unterstellung unter den L-GAV) nicht gefolgt werde. Beim Kläger bestünden zudem seit Jahren eine depressive Störung sowie eine Alkohol abhängigkeit. Sollte die beantragte Edition der Krankengeschichte ergeben, dass er bereits vor Antritt der Stelle bei der Y.___ AG arbeitsunfähig gewesen sei, läge ein Anwendungsfall von Art. 9 VVG (sogenanntes Rückwärts versicherungsverbot) vor und der Krankentaggeldversicherungsvertrag wäre teilweise nichtig ( Urk. 10 S. 7 und 9).

4.2 In ihrer Klageantwort vom 1 1. Dezember 2020 bestritt die Beklagte ihre Leistungspflicht vollumfänglich, wobei sie zusammengefasst festhielt, dass der Kläger als Direktor und somit als leitender Angestellter bei der Y.___ AG tätig gewesen sei ( Urk. 10 S. 3-5). Daher habe er nicht dem L-GAV unterstan den und entsprechend habe die im Obligationenrecht vorgesehene maximale Probezeit von drei Monaten gegolten. Diese sei vom Kläger und der Arbeitgeberin gültig vereinbart worden. Ersterer sei jedenfalls vor dem Ende der Probezeit erkrankt, weshalb lit. O Ziff. 6 der AVB zur Anwendung gelange. Ein weiterge hender Taggeldanspruch als für die ausbezahlten 30 Tage bestehe daher nicht ( Urk. 10 S. 8 f.). Fraglich sei darüber hinaus das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit, welche für die strittige Zeit gutachterlich abzuklären sei, falls dem Haupt argument (keine Unterstellung unter den L-GAV) nicht gefolgt werde. Beim Kläger bestünden zudem seit Jahren eine depressive Störung sowie eine Alkohol abhängigkeit. Sollte die beantragte Edition der Krankengeschichte ergeben, dass er bereits vor Antritt der Stelle bei der Y.___ AG arbeitsunfähig gewesen sei, läge ein Anwendungsfall von Art. 9 VVG (sogenanntes Rückwärts versicherungsverbot) vor und der Krankentaggeldversicherungsvertrag wäre teilweise nichtig ( Urk. 10 S. 7 und 9). 4.3 Mit Replik vom 1 1. Februar 2021 bekräftigte der Kläger insbesondere seinen Standpunkt, keine leitende Position ausgeübt zu haben und daher dem L-GAV unterstellt gewesen zu sein ( Urk. 14 S. 3 f., S. 9-19 und S. 21 ). Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hätte er sich nicht in der Probezeit befunden, was gleich ermassen zu einer uneingeschränkten Leistungspflicht der Beklagten führe n würde ( Urk. 14 S. 3 -9 und S. 21 ). Des Weiteren sei er bis 2 6. Januar 2020 voll arbeitsfähig gewesen; die Beklagte hätte die Leistungen ohnehin auch für Krank heiten zu erbringen, die bereits bei Beginn des Versicherungsschutzes bestanden hätten, da keine Gesundheitsprüfung durchgeführt worden sei. Seit dem 2 7. Januar 2020 sei er durchgehend arbeitsunfähig. Die Beklagte habe sämtliche Arztzeugnisse erhalten und die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten oder Arztbe richte angefordert. Ihre jetzigen Bestreitung en seien damit gegenstandslos. Im Übrigen liege auch kein Fall von Art. 9 VVG vor ( Urk. 14 S. 20-22 ).

4.3 Mit Replik vom 1 1. Februar 2021 bekräftigte der Kläger insbesondere seinen Standpunkt, keine leitende Position ausgeübt zu haben und daher dem L-GAV unterstellt gewesen zu sein ( Urk. 14 S. 3 f., S. 9-19 und S. 21 ). Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hätte er sich nicht in der Probezeit befunden, was gleich ermassen zu einer uneingeschränkten Leistungspflicht der Beklagten führe n würde ( Urk. 14 S. 3 -9 und S. 21 ). Des Weiteren sei er bis 2 6. Januar 2020 voll arbeitsfähig gewesen; die Beklagte hätte die Leistungen ohnehin auch für Krank heiten zu erbringen, die bereits bei Beginn des Versicherungsschutzes bestanden hätten, da keine Gesundheitsprüfung durchgeführt worden sei. Seit dem 2 7. Januar 2020 sei er durchgehend arbeitsunfähig. Die Beklagte habe sämtliche Arztzeugnisse erhalten und die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten oder Arztbe richte angefordert. Ihre jetzigen Bestreitung en seien damit gegenstandslos. Im Übrigen liege auch kein Fall von Art. 9 VVG vor ( Urk. 14 S. 20-22 ). 4.4 In ihrer Duplik vom 1 9. März 2021 bestritt die Beklagte unverändert ihre Leistungspflicht. Namentlich habe das Taggeld gestützt auf die AVB nur während 30 Tagen ausgerichtet werden müssen. Dem L-GAV habe der Kläger als Direktor nicht unterstanden. Ferner sei der Versicherungsvertrag in Bezug auf den Kläger und seine Arbeitsunfähigkeit nichtig ( Art. 9 VVG); dessen Krankheiten seien selbst bei vorübergehender Symptomfreiheit latent vorhanden gewesen. Überdies sei keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Diesbezüglich lägen keinerlei Berichte vor. Im Gegenteil habe der Kläger ab Oktober 2020 eine von der Invalidenversicherung übernommene Umschulung absolviert ( Urk. 23 S. 3 f.).

4.4 In ihrer Duplik vom 1 9. März 2021 bestritt die Beklagte unverändert ihre Leistungspflicht. Namentlich habe das Taggeld gestützt auf die AVB nur während 30 Tagen ausgerichtet werden müssen. Dem L-GAV habe der Kläger als Direktor nicht unterstanden. Ferner sei der Versicherungsvertrag in Bezug auf den Kläger und seine Arbeitsunfähigkeit nichtig ( Art. 9 VVG); dessen Krankheiten seien selbst bei vorübergehender Symptomfreiheit latent vorhanden gewesen. Überdies sei keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Diesbezüglich lägen keinerlei Berichte vor. Im Gegenteil habe der Kläger ab Oktober 2020 eine von der Invalidenversicherung übernommene Umschulung absolviert ( Urk. 23 S. 3 f.). 4.5 Mit Eingabe vom 1 6. Mai 2022 nahm der Kläger Stellung zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 ( Urk. 41). Dieses habe zu Recht bejaht, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und keine Probezeit vereinbart worden sei ( Urk. 48 S. 1 und S. 5 f.). Entgegen der Beurteilung des Regionalgerichts sei er allerdings dem L-GAV unterstellt gewesen ( Urk. 48 S. 2-5).

4.5 Mit Eingabe vom 1 6. Mai 2022 nahm der Kläger Stellung zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 ( Urk. 41). Dieses habe zu Recht bejaht, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt und keine Probezeit vereinbart worden sei ( Urk. 48 S. 1 und S. 5 f.). Entgegen der Beurteilung des Regionalgerichts sei er allerdings dem L-GAV unterstellt gewesen ( Urk. 48 S. 2-5). 4.6 Die Beklagte äusserte sich ihrerseits mit Eingabe vom 2. Juni 2022 zum Teilent scheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos. Darin sei zu Recht festgehalten worden, dass der Kläger als Direktor nicht dem L-GAV unterst anden habe. Nicht gefolgt werden könne den Erwägungen hingegen in Bezug auf die Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vereinbar t worden sei. Dies sei der Fall und das Sozialversicherungsgericht sei an den Entscheid des Regionalgerichts nicht gebunden. Im Übrigen werde an der Berufung auf Art. 9 VVG festgehalten ( Urk. 49).

4.6 Die Beklagte äusserte sich ihrerseits mit Eingabe vom 2. Juni 2022 zum Teilent scheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos. Darin sei zu Recht festgehalten worden, dass der Kläger als Direktor nicht dem L-GAV unterst anden habe. Nicht gefolgt werden könne den Erwägungen hingegen in Bezug auf die Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeitsverhältnisses eine Probezeit vereinbar t worden sei. Dies sei der Fall und das Sozialversicherungsgericht sei an den Entscheid des Regionalgerichts nicht gebunden. Im Übrigen werde an der Berufung auf Art. 9 VVG festgehalten ( Urk. 49). 5. Es ist unbestritten, dass der Kläger aufgrund der von seiner (ehemaligen) Arbeit geberin, der Y.___ AG, mit der Beklagten abgeschlossenen Kollektiv- Krankenversicherung (Police Nr. …, gültig ab 1. Januar 2020 ; Ersatz der vorangegangenen Police vom 1. Januar 2017 ) grundsätzlich für ein Kranken taggeld versichert war ( Urk. 2/4 S. 1). Der Police ist der Passus zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unter stellten Mitarbeitenden nach den Bestimmungen des für den Betrieb des Versicherungsnehmers geltenden GAV abgeschlossen werde. Die Beklagte sichere im betroffenen Einzelfall eine Leistungserbringung gemäss GAV zu, falls die im Vertrag abgebildeten Versicherungsleistungen nicht mit den zugesicherten Leistungen gemäss GAV übereinstimmen sollten. Massgebend sei der GAV für das Gastgewerbe ( Urk. 2/4 S. 2).

5. Es ist unbestritten, dass der Kläger aufgrund der von seiner (ehemaligen) Arbeit geberin, der Y.___ AG, mit der Beklagten abgeschlossenen Kollektiv- Krankenversicherung (Police Nr. …, gültig ab 1. Januar 2020 ; Ersatz der vorangegangenen Police vom 1. Januar 2017 ) grundsätzlich für ein Kranken taggeld versichert war ( Urk. 2/4 S. 1). Der Police ist der Passus zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) unter stellten Mitarbeitenden nach den Bestimmungen des für den Betrieb des Versicherungsnehmers geltenden GAV abgeschlossen werde. Die Beklagte sichere im betroffenen Einzelfall eine Leistungserbringung gemäss GAV zu, falls die im Vertrag abgebildeten Versicherungsleistungen nicht mit den zugesicherten Leistungen gemäss GAV übereinstimmen sollten. Massgebend sei der GAV für das Gastgewerbe ( Urk. 2/4 S. 2). Integrierender Bestandteil des Vertrags bilden die AVB (Ausgabe 01.2020; Urk. 2/3; vgl. Urk. 2/4 S. 1). Demgemäss dient die Versicherung insbesondere der Absicherung der versicherten Personen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Arbeitsunfähigkeit bei Krankheit ( lit. A Ziff. 2 AVB). Das Taggeld wird für jeden Kalendertag einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % erbracht. Der Anspruch entsteht nach Ablauf der vertraglichen Wartefrist und unter der B edingung, dass die versicherte Person zu diesem Zeitpunkt noch zum versicherten Personenkreis gehört ( lit. O Ziff. 1 AVB). Für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, ist die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ( lit. O Ziff. 6 AVB). Bezieht eine versicherte Person beim Ausscheiden aus dem versicherten Per sonenkreis oder bei Beendigung des Versicherungsvertrags bereits Leistungen, bleibt der Anspruch unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Leistungsdauer sowie das Schlussalter auch nach diesem Zeitpunkt bestehen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen mindestens 25 % beträgt. Bereits erbrachte Leistungen werden an die Leistungsdauer angerechnet ( lit. O Ziff. 7 AVB ; Nachleistungen ).

Integrierender Bestandteil des Vertrags bilden die AVB (Ausgabe 01.2020; Urk. 2/3; vgl. Urk. 2/4 S. 1). Demgemäss dient die Versicherung insbesondere der Absicherung der versicherten Personen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Arbeitsunfähigkeit bei Krankheit ( lit. A Ziff. 2 AVB). Das Taggeld wird für jeden Kalendertag einer ärztlich festgestellten Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25 % erbracht. Der Anspruch entsteht nach Ablauf der vertraglichen Wartefrist und unter der B edingung, dass die versicherte Person zu diesem Zeitpunkt noch zum versicherten Personenkreis gehört ( lit. O Ziff. 1 AVB). Für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, ist die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ( lit. O Ziff. 6 AVB). Bezieht eine versicherte Person beim Ausscheiden aus dem versicherten Per sonenkreis oder bei Beendigung des Versicherungsvertrags bereits Leistungen, bleibt der Anspruch unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Leistungsdauer sowie das Schlussalter auch nach diesem Zeitpunkt bestehen. Voraussetzung ist, dass die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen mindestens 25 % beträgt. Bereits erbrachte Leistungen werden an die Leistungsdauer angerechnet ( lit. O Ziff. 7 AVB ; Nachleistungen ). 6.

6. 6.1 Gemäss unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Teilentscheid vom 2 3. September 2021 ( Proz. Nr. 115-2020-21 betreffend Arbeitsverhältnis ) stellte der Kläger in jenem Verfahren einerseits eine Lohnforderung für Januar 2020 und vom 1. bis 2 5. Februar 2020, zuzüglich Überstunden und Überzeit, Ruhestunden, Ferien und Feiertagsentschädigung; andererseits forderte er Entschädigungen für eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung und für mangelnde Versicherungsde ckung für den Zeitraum vom 2 7. März 2020 bis 3 0. September 2020 ( Urk. 41 S. 4 f., S. 9 f., S. 11). Mit dem Teilentscheid wurde über die Klage auf Lohn vo m 2 7. März bis September 2020 (Rechtsbegehren Ziff. 3; Urk. 41 S. 4) nicht befun den ( Urk. 41 S. 43); das Regionalgericht Prättigau/Davos verpflichtete indes die ehemalige Arbeitgeberin, die Y.___ AG, dem Kläger Fr. 8'134.55 netto (Lohnforderung und Überstundenentschädigung) sowie F r. 3'003.5 5 netto (Feier tags- und Ferientagsentschädigung ), jeweils zuzüglich Verzu gszins, zu bezahlen ( Urk. 41 S. 43 und S. 45). Das Regionalgericht hatte dabei über Rechtsfragen zu befinden, welche auch für das vorliegende Verfahren vorfrageweise von Relevanz sind.

6.1 Gemäss unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Teilentscheid vom 2 3. September 2021 ( Proz. Nr. 115-2020-21 betreffend Arbeitsverhältnis ) stellte der Kläger in jenem Verfahren einerseits eine Lohnforderung für Januar 2020 und vom 1. bis 2 5. Februar 2020, zuzüglich Überstunden und Überzeit, Ruhestunden, Ferien und Feiertagsentschädigung; andererseits forderte er Entschädigungen für eine ungerechtfertigte fristlose Entlassung und für mangelnde Versicherungsde ckung für den Zeitraum vom 2 7. März 2020 bis 3 0. September 2020 ( Urk. 41 S. 4 f., S. 9 f., S. 11). Mit dem Teilentscheid wurde über die Klage auf Lohn vo m 2 7. März bis September 2020 (Rechtsbegehren Ziff. 3; Urk. 41 S. 4) nicht befun den ( Urk. 41 S. 43); das Regionalgericht Prättigau/Davos verpflichtete indes die ehemalige Arbeitgeberin, die Y.___ AG, dem Kläger Fr. 8'134.55 netto (Lohnforderung und Überstundenentschädigung) sowie F r. 3'003.5 5 netto (Feier tags- und Ferientagsentschädigung ), jeweils zuzüglich Verzu gszins, zu bezahlen ( Urk. 41 S. 43 und S. 45). Das Regionalgericht hatte dabei über Rechtsfragen zu befinden, welche auch für das vorliegende Verfahren vorfrageweise von Relevanz sind. Zum einen äusserte sich das Regionalgericht zur Anwendbarkeit des L-GAV, wobei es zum Schluss gelangte, dass der Kläger in seiner Funktion im Hotel Z.___ in genügendem Ausmass Entscheide hätte treffen können, die den Geschäftsgang des Betriebs nachhaltig und massgeblich beeinflusst hätten. Ihm sei daher der Beweis für die Anwendbarkeit des L-GAV misslungen ( Urk. 41 S. 22 E. 6.7). Zum anderen befand das Regionalgericht, dass das Arbeitsverhältnis durch eine ordentliche Kündigung des Klägers per 3 0. April 2020 beendet worden sei ; eine Probezeit sei im Arbeitsvertrag nicht vereinbart worden ( Urk. 41 S. 25 E. 7.6 und S. 28 E. 8.6).

Zum einen äusserte sich das Regionalgericht zur Anwendbarkeit des L-GAV, wobei es zum Schluss gelangte, dass der Kläger in seiner Funktion im Hotel Z.___ in genügendem Ausmass Entscheide hätte treffen können, die den Geschäftsgang des Betriebs nachhaltig und massgeblich beeinflusst hätten. Ihm sei daher der Beweis für die Anwendbarkeit des L-GAV misslungen ( Urk. 41 S. 22 E. 6.7). Zum anderen befand das Regionalgericht, dass das Arbeitsverhältnis durch eine ordentliche Kündigung des Klägers per 3 0. April 2020 beendet worden sei ; eine Probezeit sei im Arbeitsvertrag nicht vereinbart worden ( Urk. 41 S. 25 E. 7.6 und S. 28 E. 8.6). In Bezug auf den hier interessierenden Zeitraum ab 2 7. März 2020 liegt demzu folge noch gar keine gerichtlich entschiedene Frage vor. Darüber hinaus war die hier Beklagte nicht Partei im Verfahren betreffend das Arbeitsverhältnis vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos, weshalb dessen Teilurteil das Sozialversiche rungsgericht nicht bindet (BGE 142 III 210 E. 2).

In Bezug auf den hier interessierenden Zeitraum ab 2 7. März 2020 liegt demzu folge noch gar keine gerichtlich entschiedene Frage vor. Darüber hinaus war die hier Beklagte nicht Partei im Verfahren betreffend das Arbeitsverhältnis vor dem Regionalgericht Prättigau/Davos, weshalb dessen Teilurteil das Sozialversiche rungsgericht nicht bindet (BGE 142 III 210 E. 2). 6.2

6.2 6.2.1 Der Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42 f.). Nichtsdestotrotz erklärt sich der an jenem V erfahren beteiligt gewesene Kläger insofern nicht mit dem Entscheid einverstanden, als die Anwendbarkeit des L-GAV zu Unrecht verneint worden sei ( Urk. 48 S. 2-5). Zutreffend sei demgegenüber, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses vorliege und keine Probezeit vereinbart worden sei (Ur k. 48 S. 1 und S. 5 f.). Die Beklagte vertritt die diametral gegen sätzliche Sichtweise ( Urk. 49 ; vgl. auch Urk. 10 S. 8 Ziff. 30 und Urk. 23 S. 3 Ziff. 6 bezüglich Vorliegen einer Aufhebungsvereinbarung ).

6.2.1 Der Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos vom 2 3. September 2021 erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Urk. 42 f.). Nichtsdestotrotz erklärt sich der an jenem V erfahren beteiligt gewesene Kläger insofern nicht mit dem Entscheid einverstanden, als die Anwendbarkeit des L-GAV zu Unrecht verneint worden sei ( Urk. 48 S. 2-5). Zutreffend sei demgegenüber, dass eine ordentliche Kündigung des Arbeitsverhältnisses vorliege und keine Probezeit vereinbart worden sei (Ur k. 48 S. 1 und S. 5 f.). Die Beklagte vertritt die diametral gegen sätzliche Sichtweise ( Urk. 49 ; vgl. auch Urk. 10 S. 8 Ziff. 30 und Urk. 23 S. 3 Ziff. 6 bezüglich Vorliegen einer Aufhebungsvereinbarung ). 6.2.2 Das Regionalgericht Prättigau/Davos erwog hinsichtlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, dass weder eine fristlose Kündigung des Klägers noch eine Aufhebungsvereinbarung vorliege. Es begründete dies einlässlich unter Berück sichtigung des zwischen den Vertragsparteien im Zeitraum vom 2 5. bis 27. Januar 2020 stattgefundenen E-Mail-Verkehrs ( Urk. 41 S. 23-25 E. 7.5), worauf grundsätzlich verwiesen werden kann. Es überzeugt insbesondere, dass der Kläger das Arbeitsverhältnis in Anbetracht des Wortlauts seiner im vorlie genden Verfahren aufgelegten elektronischen Nachrichten vom 2 5. und 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30d [«Für diesen Lohn komme ich nicht zum arbeiten» ; «(...) Hiermit kündige ich diese Anstellung.»], Urk. 11/2.30i [«(...) Unser Vertrag endet am 30 April 2020 (...) » ] ) nicht fristlos, sondern ordentlich per 3 0. A pril 2020 kündigen wollte. Damit im Einklang steh en die unbestritten gebliebene SMS-Nachricht des Klägers vom 2 6. Januar: «Ich nehme heute frei. Wir werden uns bestimmt später noch sehen Ansonsten morgen früh» ( Urk. 11/2.30e) und seine Krankmeldung vom 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30h). Die Arbeitgeberin ihrerseits hat keine fristlose Kündigung ausgesprochen. Ihre Mitteilung erschöpft sich darin: «Wir nehmen Ihre Kündigung vom 25.01.2020 an.» Sie erwähnte zwar, dass sie Grund genug sehe für eine fristlose Kündigung. Doch ergänzte sie, dass sie die Gegenzeichnung des Dokuments seitens des Klägers erwarte ( Urk. 11/2.30g). Diese Aussage lässt erhebliche Zweifel am Wille n der Arbeitgeberin zur fristlosen Künd i g ung aufkommen, da eine solche bekann termassen keine Gegenzeichnung erfordert. Vielmehr ist darin ein Angebot für eine Aufhebungsvereinbarung zu erblicken, welche der Kläger unbestrit tenermassen in der Folge nicht angenommen hat. Keine der Parteien hat aufgrund dieser Aktenlage unmissverständlich kundg etan, den Arbeitsvertrag fristlos auflösen zu wollen (vgl. dazu Rehbinder Manfred/Stöckli Jean-Fritz, Berner Kommentar, Der Arbeitsvertrag, Art. 331-355 und Art. 361-362 OR, Schweizeri sches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, 2. Aufl., Bern 2014, Art. 337 N 16). Ebenso wenig wurde mangels übereinstimmender gegenseitiger Willensäusserun gen (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen.

6.2.2 Das Regionalgericht Prättigau/Davos erwog hinsichtlich der Auflösung des Arbeitsverhältnisses, dass weder eine fristlose Kündigung des Klägers noch eine Aufhebungsvereinbarung vorliege. Es begründete dies einlässlich unter Berück sichtigung des zwischen den Vertragsparteien im Zeitraum vom 2 5. bis 27. Januar 2020 stattgefundenen E-Mail-Verkehrs ( Urk. 41 S. 23-25 E. 7.5), worauf grundsätzlich verwiesen werden kann. Es überzeugt insbesondere, dass der Kläger das Arbeitsverhältnis in Anbetracht des Wortlauts seiner im vorlie genden Verfahren aufgelegten elektronischen Nachrichten vom 2 5. und 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30d [«Für diesen Lohn komme ich nicht zum arbeiten» ; «(...) Hiermit kündige ich diese Anstellung.»], Urk. 11/2.30i [«(...) Unser Vertrag endet am 30 April 2020 (...) » ] ) nicht fristlos, sondern ordentlich per 3 0. A pril 2020 kündigen wollte. Damit im Einklang steh en die unbestritten gebliebene SMS-Nachricht des Klägers vom 2 6. Januar: «Ich nehme heute frei. Wir werden uns bestimmt später noch sehen Ansonsten morgen früh» ( Urk. 11/2.30e) und seine Krankmeldung vom 2 7. Januar 2020 ( Urk. 11/2.30h). Die Arbeitgeberin ihrerseits hat keine fristlose Kündigung ausgesprochen. Ihre Mitteilung erschöpft sich darin: «Wir nehmen Ihre Kündigung vom 25.01.2020 an.» Sie erwähnte zwar, dass sie Grund genug sehe für eine fristlose Kündigung. Doch ergänzte sie, dass sie die Gegenzeichnung des Dokuments seitens des Klägers erwarte ( Urk. 11/2.30g). Diese Aussage lässt erhebliche Zweifel am Wille n der Arbeitgeberin zur fristlosen Künd i g ung aufkommen, da eine solche bekann termassen keine Gegenzeichnung erfordert. Vielmehr ist darin ein Angebot für eine Aufhebungsvereinbarung zu erblicken, welche der Kläger unbestrit tenermassen in der Folge nicht angenommen hat. Keine der Parteien hat aufgrund dieser Aktenlage unmissverständlich kundg etan, den Arbeitsvertrag fristlos auflösen zu wollen (vgl. dazu Rehbinder Manfred/Stöckli Jean-Fritz, Berner Kommentar, Der Arbeitsvertrag, Art. 331-355 und Art. 361-362 OR, Schweizeri sches Zivilgesetzbuch, Das Obligationenrecht, 2. Aufl., Bern 2014, Art. 337 N 16). Ebenso wenig wurde mangels übereinstimmender gegenseitiger Willensäusserun gen (vgl. Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht, OR) eine Aufhebungsvereinbarung geschlossen. Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass das Arbeitsverhältnis vom Kläger mit E-Mail vo m 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 einseitig beendet wurde.

Im Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass das Arbeitsverhältnis vom Kläger mit E-Mail vo m 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 einseitig beendet wurde. 6.2.3 Im Rahmen der Beantwortung der Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeits verhältnisses eine Probezeit vereinbart wurde, legte das Regionalgericht Prättigau/Davos die folgende Klausel im Arbeitsvertrag vom 1 1. Dezember 2019 aus: «Das Dienstverhältnis kann nach Ablauf der Probezeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Monaten gekündigt werden. Die Probezeit dauert 3 Monate; während dieser Zeit kann nur auf den 3 0. April gekündigt werden. Die späteren Kündigungen sind auf den 3 0. April oder 3 1. October möglich.» ( Urk. 2/2 S. 2). Dabei konnte das Regionalgericht keinen tatsächlich übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien feststellen und legte deren Erklärungen zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens anhand des Vertrauensprinzips aus. Es erwog in diesem Zusammenhang, dass die zitierte Vertragsklausel zwar von einer «Probezeit» spreche und diese auf drei Monate festlege. Es fehle allerdings an einer für die Probezeit typischen Verkürzungsmöglichkeit des Arbeitsverhält nisses, indem ausdrücklich festgelegt worden sei, dass während den drei Monaten «nur auf den 3 0. April gekündigt werden» könne. Der Zweck der Probezeit, den Parteien Gelegenheit zur gegenseitigen Erprobung einzuräumen, werde damit vereitelt, da der Arbeitsvertrag keine Möglichkeit vorsehe, die langfristig ange dachte Beziehung gegebenenfalls schnell und einfach beenden zu können. Das Wort «Probezeit» verkomme dadurch zur leeren Worthülse. Dass eine Kündigung erst auf Saisonende möglich sein sollte, sei wohl dem Umstand geschuldet, dass die Einstellung eines neuen Direktors während laufender Saison ein schwieriges Unterfangen bilde und die Arbeitgeberin nicht das Risiko habe eingehen wollen, die Wintersaison allenfalls ohne Direktor meistern zu müssen. Keiner Vertrags partei sollte daher die Möglichkeit eingeräumt werden, das Arbeitsverhältnis schnell und einfach beenden zu können. Die Auslegung der Erklärung nach dem Vertrauensprinzip lege nahe, dass eben gerade keine Probezeit vereinbart werden sollte. Der Kläger habe jedenfalls bei der Durchsicht des Arbeitsvertrages nicht davon ausgehen müssen, dass eine ordentliche Kündigung während den ersten drei Monaten eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen darstelle, da während den ersten drei Monaten ausdrücklich nur auf den 3 0. April habe gekündigt werden können. Die Vertragsklausel sei im Sinne der Unklarheitenregel zu Lasten der Arbeitgeberin auszulegen, welche die Klausel vorformuliert habe ( Urk. 41 S. 27 f. E. 8.5 ).

6.2.3 Im Rahmen der Beantwortung der Frage, ob zwischen den Parteien des Arbeits verhältnisses eine Probezeit vereinbart wurde, legte das Regionalgericht Prättigau/Davos die folgende Klausel im Arbeitsvertrag vom 1 1. Dezember 2019 aus: «Das Dienstverhältnis kann nach Ablauf der Probezeit unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Monaten gekündigt werden. Die Probezeit dauert 3 Monate; während dieser Zeit kann nur auf den 3 0. April gekündigt werden. Die späteren Kündigungen sind auf den 3 0. April oder 3 1. October möglich.» ( Urk. 2/2 S. 2). Dabei konnte das Regionalgericht keinen tatsächlich übereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien feststellen und legte deren Erklärungen zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens anhand des Vertrauensprinzips aus. Es erwog in diesem Zusammenhang, dass die zitierte Vertragsklausel zwar von einer «Probezeit» spreche und diese auf drei Monate festlege. Es fehle allerdings an einer für die Probezeit typischen Verkürzungsmöglichkeit des Arbeitsverhält nisses, indem ausdrücklich festgelegt worden sei, dass während den drei Monaten «nur auf den 3 0. April gekündigt werden» könne. Der Zweck der Probezeit, den Parteien Gelegenheit zur gegenseitigen Erprobung einzuräumen, werde damit vereitelt, da der Arbeitsvertrag keine Möglichkeit vorsehe, die langfristig ange dachte Beziehung gegebenenfalls schnell und einfach beenden zu können. Das Wort «Probezeit» verkomme dadurch zur leeren Worthülse. Dass eine Kündigung erst auf Saisonende möglich sein sollte, sei wohl dem Umstand geschuldet, dass die Einstellung eines neuen Direktors während laufender Saison ein schwieriges Unterfangen bilde und die Arbeitgeberin nicht das Risiko habe eingehen wollen, die Wintersaison allenfalls ohne Direktor meistern zu müssen. Keiner Vertrags partei sollte daher die Möglichkeit eingeräumt werden, das Arbeitsverhältnis schnell und einfach beenden zu können. Die Auslegung der Erklärung nach dem Vertrauensprinzip lege nahe, dass eben gerade keine Probezeit vereinbart werden sollte. Der Kläger habe jedenfalls bei der Durchsicht des Arbeitsvertrages nicht davon ausgehen müssen, dass eine ordentliche Kündigung während den ersten drei Monaten eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses während der Probezeit mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen darstelle, da während den ersten drei Monaten ausdrücklich nur auf den 3 0. April habe gekündigt werden können. Die Vertragsklausel sei im Sinne der Unklarheitenregel zu Lasten der Arbeitgeberin auszulegen, welche die Klausel vorformuliert habe ( Urk. 41 S. 27 f. E. 8.5 ). Entgegen der Auffassung der Beklagten, welche insbesondere auf Eigenheiten von Arbeitsverträgen in der Hotellerie und die spezifische Situation des saiso nalen Betriebs hinwies ( Urk. 49 S. 2), besteht im konkreten Fall keine Veranlas sung, von dieser Beurteilung abzuweichen. Insbesondere sind keine Beweismittel beigebracht oder angerufen worden, welche eine andere Vertragsauslegung als naheliegender erscheinen lassen. So hebt der Kläger zutreffend hervor ( Urk. 48 S. 5 f. Ziff. 8 ), dass die von den Parteien des Arbeitsverhältnisses getroffene Regelung im Ergebnis einen unbefristeten Vertrag mit Minimaldauer bis Ende April 2020 darstellt. Die Kündigungsfrist hätte sich im Falle einer Kündigung im Januar 2020 auf drei Monate und bei einer Kündigung im Februar 2020 auf zwei Monate belaufen. Mithin hätte sie mindestens das Doppelte der in Art. 335c Abs. 1 OR gesetzlich vorgesehenen ordentlichen Kündigungsfrist für das erste Dienstjahr betragen und wäre somit sehr deutlich von der grundsätzlich für den Fall einer Kündigung während der Probezeit festgelegten siebentägigen Kündi gungsfrist abgewichen (vgl. Art. 335b Abs. 1 OR). Eine für die Probezeit typische kurzfristige Beendigungsmöglichkeit des Arbeitsverhältnisses bestand demnach im konkreten Fall gerade nicht. Es ist daher in Auslegung der entsprechenden Klausel nach dem Vertrauensprinzip davon auszugehen, dass im Arbeitsvertrag vom 11. Dezember 2019 keine Probezeit vereinbart wurde.

Entgegen der Auffassung der Beklagten, welche insbesondere auf Eigenheiten von Arbeitsverträgen in der Hotellerie und die spezifische Situation des saiso nalen Betriebs hinwies ( Urk. 49 S. 2), besteht im konkreten Fall keine Veranlas sung, von dieser Beurteilung abzuweichen. Insbesondere sind keine Beweismittel beigebracht oder angerufen worden, welche eine andere Vertragsauslegung als naheliegender erscheinen lassen. So hebt der Kläger zutreffend hervor ( Urk. 48 S. 5 f. Ziff. 8 ), dass die von den Parteien des Arbeitsverhältnisses getroffene Regelung im Ergebnis einen unbefristeten Vertrag mit Minimaldauer bis Ende April 2020 darstellt. Die Kündigungsfrist hätte sich im Falle einer Kündigung im Januar 2020 auf drei Monate und bei einer Kündigung im Februar 2020 auf zwei Monate belaufen. Mithin hätte sie mindestens das Doppelte der in Art. 335c Abs. 1 OR gesetzlich vorgesehenen ordentlichen Kündigungsfrist für das erste Dienstjahr betragen und wäre somit sehr deutlich von der grundsätzlich für den Fall einer Kündigung während der Probezeit festgelegten siebentägigen Kündi gungsfrist abgewichen (vgl. Art. 335b Abs. 1 OR). Eine für die Probezeit typische kurzfristige Beendigungsmöglichkeit des Arbeitsverhältnisses bestand demnach im konkreten Fall gerade nicht. Es ist daher in Auslegung der entsprechenden Klausel nach dem Vertrauensprinzip davon auszugehen, dass im Arbeitsvertrag vom 11. Dezember 2019 keine Probezeit vereinbart wurde. 6.2.4 Im Sinne eines Zwischenfazit s kann somit festgehalten werden, dass die Auflö sung des Arbeitsverhältnisses durch den Kläger per 3 0. April 2020 nicht während der Probezeit erfolgte, da eine solche nicht vereinbart worden war. Es kann daher auch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben, ob er in seiner Tätigkeit für die Y.___ AG dem L-GAV unterstellt war.

6.2.4 Im Sinne eines Zwischenfazit s kann somit festgehalten werden, dass die Auflö sung des Arbeitsverhältnisses durch den Kläger per 3 0. April 2020 nicht während der Probezeit erfolgte, da eine solche nicht vereinbart worden war. Es kann daher auch mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben, ob er in seiner Tätigkeit für die Y.___ AG dem L-GAV unterstellt war. 7.

7. 7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsunfähigkeit des Klägers verhält. Dieser behauptet, vom 2 7. Januar 2020 bis 3 0. April 2021 zu 100 %, vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 zu 60 % und im Juli 2021 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen zu sein ( Urk. 29). Als Beweis offeriert er in diesem Zusammenhang mehrere ärztliche Zeugnisse ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit jedenfalls für die Zeit ab 2 7. März 2020 (vgl. Urk. 10 S. 9 Ziff. 35-37, Urk. 23 S. 3 f. sowie S. 9 Ziff. 41 und 44 ). Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist hatte sie dem Kläger vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit insgesamt 30 Taggelder ausgerichtet ( Urk. 2/17/5).

7.1 In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, wie es sich mit der Arbeitsunfähigkeit des Klägers verhält. Dieser behauptet, vom 2 7. Januar 2020 bis 3 0. April 2021 zu 100 %, vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 zu 60 % und im Juli 2021 noch zu 50 % arbeitsunfähig gewesen zu sein ( Urk. 29). Als Beweis offeriert er in diesem Zusammenhang mehrere ärztliche Zeugnisse ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Die Beklagte bestreitet das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit jedenfalls für die Zeit ab 2 7. März 2020 (vgl. Urk. 10 S. 9 Ziff. 35-37, Urk. 23 S. 3 f. sowie S. 9 Ziff. 41 und 44 ). Nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Wartefrist hatte sie dem Kläger vom 2 6. Februar bis 2 6. März 2020 ausgehend von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit insgesamt 30 Taggelder ausgerichtet ( Urk. 2/17/5). 7.2

7.2 7.2.1 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsun fähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zu nächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1 ; vgl. auch vorstehende E. 2.2 ).

7.2.1 Es obliegt der versicherten Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsun fähig ist und daher Anspruch auf Taggelder hat, wenn die Versicherung zu nächst Tag gelder ausbezahlt hat und sodann geltend macht, die Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig (BGE 141 III 241 E. 3.1 ; vgl. auch vorstehende E. 2.2 ). 7.2.2 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten, welche als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2; 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5).

7.2.2 Das Arztzeugnis wird beweisrechtlich den Zeugnisurkunden, denen im Beweis verfahren mit einer gewissen Zurückhaltung zu begegnen ist, zugeordnet und gilt im Bereich des Zivilprozessrechts gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts als Privatgutachten, welche als Bestandteil der Parteivorbringen und nicht als eigentliche Beweismittel gelten (BGE 141 III 433 E. 2.5.2; 140 III 24 E. 3.3.3; 140 III 16 E. 2.5). Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstellenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der aus stellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizeri schen Strafgesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arzt zeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwel che Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispiels weise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unverän derter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis be scheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilpro zessordnung, ZPO, Komme ntar, Brunner/Gasser/Schwander [ Hrsg.], 2. Auflage, Zürich 2016, Art. 177 Rz 9; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 177 Rz 13). Für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Eintritt des Versicherungsfalls gilt das ordentliche Beweismass. Demnach ist der Beweis erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (BGE 148 III 105 E. 3.3.1, Urteil des Bundes gerichts 4A_172/2022 vom 31. August 2022 E. 2.5).

Nach der Lehre beweisen Arztzeugnisse grundsätzlich nur, dass die Erklärung von der ausstellenden Person abgegeben wurde. Aufgrund des Fachwissens der aus stellenden Person sowie der strafrechtlichen Sanktion (Art. 318 des Schweizeri schen Strafgesetzbuches, StGB) kann zunächst von der Richtigkeit eines Arzt zeugnisses ausgegangen werden. Der Beweiswert kann jedoch durch irgendwel che Beweismittel und Umstände erschüttert werden, wenn beispiels weise der Arzt den Patienten nicht untersucht und ausschliesslich auf dessen Aussagen abgestellt hat ober bei widersprüchlichem Verhalten des Patienten während bescheinigter Arbeitsunfähigkeit. Solchenfalls hat der Beweisführer bei unverän derter Beweislast den vollen Beweis für die mit dem Arztzeugnis be scheinigten Tatsachen zu erbringen (Heinrich Andreas Müller, in: Schweizerische Zivilpro zessordnung, ZPO, Komme ntar, Brunner/Gasser/Schwander [ Hrsg.], 2. Auflage, Zürich 2016, Art. 177 Rz 9; Annette Dolge in: Basler Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 177 Rz 13). Für eine behauptete Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Eintritt des Versicherungsfalls gilt das ordentliche Beweismass. Demnach ist der Beweis erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt ist (BGE 148 III 105 E. 3.3.1, Urteil des Bundes gerichts 4A_172/2022 vom 31. August 2022 E. 2.5). 7.2.3 Mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Praxis ist es nicht ausgeschlossen, den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit einzig gestützt auf Arztzeugnis se zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_439/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 mit Hinweis). Vorliegend bestätigen die mehrheitlich von Dr. med. A.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie von Medizinern der Klinik B.___ ausgestellten ärztlichen Zeugnisse die vom Kläger behauptete krankheits bedingte Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 31. Juli 2021 und im behaupteten Ausmass vollumfänglich ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Soweit die Beklagte das Vorlie gen einer Arbeits unfähigkeit bestreitet, erweist sich ihr Vorbringen zwar entgegen der Auffassung des Klägers nicht von vornherein als «gegenstandslos», selbst wenn die Beklagte bis zur Klageerhebung sämtliche Arztzeugnisse erhalten, die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten und auch keine Arztberichte angefordert habe sollte (vgl. Urk. 14 S. 21 Ziff. 44). Allerdings wurde die von klägerischer Seite mittels Arztzeugnissen belegte Arbeitsunfähigkeit nicht sub stantiiert bestritten. V ielmehr beschränkte sich die Beklagte zum einen auf den Einwand, d er Kläger habe keine begründeten Berichte vorgelegt ( Urk. 10 S. 9 Ziff. 37, Urk. 23 S. 3 f. ), was angesichts der eingangs wiedergegebenen Rechtsprechung jedoch für den Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit nicht zwingend vorausgesetzt wird. Zum anderen stellte sie sich auf den Standpunkt, spätestens ab Oktober 2020 sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da der Kläger ab diesem Zeitpunkt eine von der Invalidenversicherung unterstützte Umschulung absolviert habe ( Urk. 23 S. 3 f.). Es mag zutreffen, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Kläger mit Mitteilung vom 7. September 2020 Kostengutsprache für einen fünftägigen Ausbildungskurs zum Leiter HR NSD HF im Oktober 2020 erteilte. Dieser sollte Grundlage für eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bilden ( Urk. 24/7). Die Beklagte vermag damit allein aller dings den Beweiswert der vom Kläger vorgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht zu erschüttern. So ist generell fraglich, inwiefern die Absolvierung eines von der Invalidenversicherung im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen finanzierten, nur wenige Tage dauernden Kurses - entgegen dem ärztlichen Attest - auf eine volle Arbeitsfähigkeit schliessen lassen soll. Allenfalls könnte ange sichts des Kursbesuches eine Arbeits un fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit fraglich sein ; inwiefern dadurch jedoch diejenige im angestammten Tätigkeit sbereich im Hotelgewerbe betroffen sein soll, erschliesst sich nicht. In erster Linie ist jedoch Letztere im Rahmen der Festlegung des Taggeldanspruchs massgebend ( lit. O Zif f. 1 AVB). Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann mit Blick auf die Schadenminderungspflicht nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Frage eines Berufswechsels stellt (vgl. lit. G Ziff. 4.4 AVB). Hätte die Beklagte einen solchen vom Kläger erwartet, wäre sie jedoch gehalten gewesen, ihm eine Abmahnung zum Berufswechsel zukommen zu lassen und ihm eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während derer er sich hätte anpassen und eine neue Stelle finden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_384/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Seitens der Beklagten wird nicht geltend gemacht, dass sie dem Kläger eine entsprechende Aufforde rung zukommen liess; eine solche ist denn auch nicht aktenkundig.

7.2.3 Mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Praxis ist es nicht ausgeschlossen, den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit einzig gestützt auf Arztzeugnis se zu erbringen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_439/2021 vom 25. Januar 2022 E. 5.2 mit Hinweis). Vorliegend bestätigen die mehrheitlich von Dr. med. A.___, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie von Medizinern der Klinik B.___ ausgestellten ärztlichen Zeugnisse die vom Kläger behauptete krankheits bedingte Arbeitsunfähigkeit im Zeitraum vom 27. Januar 2020 bis 31. Juli 2021 und im behaupteten Ausmass vollumfänglich ( Urk. 2/15, 2/16/1-7, 15/24/1a, 15/24/2a, 15/24/3a, 15/24/4a, 20/25 und 30/26). Soweit die Beklagte das Vorlie gen einer Arbeits unfähigkeit bestreitet, erweist sich ihr Vorbringen zwar entgegen der Auffassung des Klägers nicht von vornherein als «gegenstandslos», selbst wenn die Beklagte bis zur Klageerhebung sämtliche Arztzeugnisse erhalten, die Arbeitsunfähigkeit nie bestritten und auch keine Arztberichte angefordert habe sollte (vgl. Urk. 14 S. 21 Ziff. 44). Allerdings wurde die von klägerischer Seite mittels Arztzeugnissen belegte Arbeitsunfähigkeit nicht sub stantiiert bestritten. V ielmehr beschränkte sich die Beklagte zum einen auf den Einwand, d er Kläger habe keine begründeten Berichte vorgelegt ( Urk. 10 S. 9 Ziff. 37, Urk. 23 S. 3 f. ), was angesichts der eingangs wiedergegebenen Rechtsprechung jedoch für den Nachweis einer Arbeitsunfähigkeit nicht zwingend vorausgesetzt wird. Zum anderen stellte sie sich auf den Standpunkt, spätestens ab Oktober 2020 sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, da der Kläger ab diesem Zeitpunkt eine von der Invalidenversicherung unterstützte Umschulung absolviert habe ( Urk. 23 S. 3 f.). Es mag zutreffen, dass die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Kläger mit Mitteilung vom 7. September 2020 Kostengutsprache für einen fünftägigen Ausbildungskurs zum Leiter HR NSD HF im Oktober 2020 erteilte. Dieser sollte Grundlage für eine angepasste Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bilden ( Urk. 24/7). Die Beklagte vermag damit allein aller dings den Beweiswert der vom Kläger vorgelegten Arbeitsunfähigkeitszeugnisse nicht zu erschüttern. So ist generell fraglich, inwiefern die Absolvierung eines von der Invalidenversicherung im Rahmen von Frühinterventionsmassnahmen finanzierten, nur wenige Tage dauernden Kurses - entgegen dem ärztlichen Attest - auf eine volle Arbeitsfähigkeit schliessen lassen soll. Allenfalls könnte ange sichts des Kursbesuches eine Arbeits un fähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit fraglich sein ; inwiefern dadurch jedoch diejenige im angestammten Tätigkeit sbereich im Hotelgewerbe betroffen sein soll, erschliesst sich nicht. In erster Linie ist jedoch Letztere im Rahmen der Festlegung des Taggeldanspruchs massgebend ( lit. O Zif f. 1 AVB). Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit kann mit Blick auf die Schadenminderungspflicht nur dann zum Tragen kommen, wenn sich die Frage eines Berufswechsels stellt (vgl. lit. G Ziff. 4.4 AVB). Hätte die Beklagte einen solchen vom Kläger erwartet, wäre sie jedoch gehalten gewesen, ihm eine Abmahnung zum Berufswechsel zukommen zu lassen und ihm eine angemessene Übergangsfrist einzuräumen, während derer er sich hätte anpassen und eine neue Stelle finden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4A_384/2019 vom 9. Dezember 2019 E. 5.3 mit Hinweisen). Seitens der Beklagten wird nicht geltend gemacht, dass sie dem Kläger eine entsprechende Aufforde rung zukommen liess; eine solche ist denn auch nicht aktenkundig. Es bleibt daher insgesamt bei der Schlussfolgerung, dass der Kläger den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (10 0 % vom 2 7. Januar beziehungsweise vom 2 7. März 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht hat, wobei im Übrigen mangels einer substantiierten Bestreitung durch die Beklagte auch kein begründeter Anlass besteht, nicht auf die Arztzeugnisse abzustellen, weshalb ihrem Beweisantrag auf Anordnung eines medizinischen Gerichtsg utachtens (vgl. Urk. 10 S. 7 ) nicht statt zugeben ist.

Es bleibt daher insgesamt bei der Schlussfolgerung, dass der Kläger den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (10 0 % vom 2 7. Januar beziehungsweise vom 2 7. März 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht hat, wobei im Übrigen mangels einer substantiierten Bestreitung durch die Beklagte auch kein begründeter Anlass besteht, nicht auf die Arztzeugnisse abzustellen, weshalb ihrem Beweisantrag auf Anordnung eines medizinischen Gerichtsg utachtens (vgl. Urk. 10 S. 7 ) nicht statt zugeben ist. 8.

8. 8.1 Die Beklagte bestreitet eine über den 2 6. März 2020 hinausgehende Leistungs pflicht des Weiteren unter Berufung auf Art. 9 VVG ( Rückwärtsversicherungs verbot; Urk. 10 S. 7 und S. 9 f., Urk. 23 S. 3 ).

8.1 Die Beklagte bestreitet eine über den 2 6. März 2020 hinausgehende Leistungs pflicht des Weiteren unter Berufung auf Art. 9 VVG ( Rückwärtsversicherungs verbot; Urk. 10 S. 7 und S. 9 f., Urk. 23 S. 3 ). 8.2 Gemäss Art. 9 VVG ist ein Versicherungsvertrag unter anderem dann nichtig, wenn bei Vertragsschluss das befürchtete Ereignis bereits eingetreten ist. Das befürchtete Ereignis stellt den Versicherungsfall dar und definiert sich als Verwirklichung der Gefahr, gegen welche die Versicherung abgeschlossen worden ist (BGE 142 III 671 E. 3.6, 129 III 510 E. 3.2). Diese Gefahr muss sich auf ein künftiges Ereignis beziehen; ist dieses bereits eingetreten, ist eine künftige Verwirklichung der Gefahr nicht möglich. Eine sogenannte Rückwärtsversi cherung, bei welcher der Versicherer die Deckung für ein bereits vor Vertrags schluss eingetretenes Ereignis übernimmt, ist unzulässig, unabhängig davon, ob der entsprechende Schaden vor oder nach Vertragsschluss eintritt. Ob die Vertragsparteien vom Eintritt des Ereignisses bei Vertragsschluss Kenntnis hatten, ist grundsätzlich unerheblich (BGE 127 III 21 E. 2b/ aa ). Das versicherte Risiko kann nicht losgelöst vom konkreten Versicherungsvertrag bestimmt werden. Vielmehr muss zunächst durch Auslegung des konkreten Versicherungsvertrages ermittelt werden, was das versicherte Risiko darstellt (BGE 142 III 671 E. 3.9 ). Erst danach ist zu prüfen, ob dieses Risiko beziehungsweise das befürchtete Ereignis bei Vertragsschluss bereits eingetreten war und der Versicherungsvertrag daher gemäss Art. 9 VVG nichtig ist ( Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2). Als Versicherungsfall in der Krankentaggeldversicherung als Versicherungstypus gilt die (krankheitsbedingte) Arbeitsunfähigkeit (BGE 142 III 671 E. 3.6; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_ 142/2021 vom 22. Juni 2021 E. 3.1).

8.2 Gemäss Art. 9 VVG ist ein Versicherungsvertrag unter anderem dann nichtig, wenn bei Vertragsschluss das befürchtete Ereignis bereits eingetreten ist. Das befürchtete Ereignis stellt den Versicherungsfall dar und definiert sich als Verwirklichung der Gefahr, gegen welche die Versicherung abgeschlossen worden ist (BGE 142 III 671 E. 3.6, 129 III 510 E. 3.2). Diese Gefahr muss sich auf ein künftiges Ereignis beziehen; ist dieses bereits eingetreten, ist eine künftige Verwirklichung der Gefahr nicht möglich. Eine sogenannte Rückwärtsversi cherung, bei welcher der Versicherer die Deckung für ein bereits vor Vertrags schluss eingetretenes Ereignis übernimmt, ist unzulässig, unabhängig davon, ob der entsprechende Schaden vor oder nach Vertragsschluss eintritt. Ob die Vertragsparteien vom Eintritt des Ereignisses bei Vertragsschluss Kenntnis hatten, ist grundsätzlich unerheblich (BGE 127 III 21 E. 2b/ aa ). Das versicherte Risiko kann nicht losgelöst vom konkreten Versicherungsvertrag bestimmt werden. Vielmehr muss zunächst durch Auslegung des konkreten Versicherungsvertrages ermittelt werden, was das versicherte Risiko darstellt (BGE 142 III 671 E. 3.9 ). Erst danach ist zu prüfen, ob dieses Risiko beziehungsweise das befürchtete Ereignis bei Vertragsschluss bereits eingetreten war und der Versicherungsvertrag daher gemäss Art. 9 VVG nichtig ist ( Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2). Als Versicherungsfall in der Krankentaggeldversicherung als Versicherungstypus gilt die (krankheitsbedingte) Arbeitsunfähigkeit (BGE 142 III 671 E. 3.6; vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 4A_ 142/2021 vom 22. Juni 2021 E. 3.1). 8.3 Dem vorliegenden V ersicherungsvertrag beziehungsweise den zugehörigen AVB ist zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die einzelne versicherte Person an dem Tag beginnt, an dem das Arbeitsverhältnis beginnt oder erstmals ein Lohnanspruch besteht, frühestens jedoch mit dem in der Police festgelegten Datum. Für Personen, die zu diesem Zeitpunkt nicht voll arbeitsfähig sind, beginnt der Versicherungsschutz erst mit der vollen vertraglich vereinbarten Arbeitsaufnahme ( lit. K Ziff. 1 AVB). Unter dem Titel «Leistungen bei vorbestan denen Krankheiten und Gebrechen» wird zudem insbesondere festgehalten, dass vorbehältlich abweichender Vereinbarungen, welche hier weder ersichtlich noch dargetan sind die Leistungen auch für Krankheiten erbracht werden, die bei Beginn des Versicherungsschutzes bereits bestanden haben, falls die Aufnahme in die Versicherung ohne vorgängige Gesundheitsprüfung erfolgt ist ( lit. O Ziff. 3 AVB), was hier gemäss Darstellung des Klägers ( Urk. 14 S. 21 f. ) unbestrittenermassen der Fall war. Bereits daraus ergibt sich, dass die Versiche rung im Rahmen der versicherungstechnischen Kalkulation bei der statistischen Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Versicherungsfalles die Möglichkeit einge rechnet hat, dass auch eine vorbestandene Krankheit die Leistungspflicht auslösen kann, was sich auf die Versicherungsprämie niedergeschlagen haben dürfte (Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2-3). Diese Bestimmungen verdeutlichen, dass das bei Vertragsschluss befürchtete Ereignis nicht das Auftreten der Krankheit, sondern allein das Auftreten einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ist, unabhängig davon, wann die Krank heit diagnostiziert wurde oder sich erstmals manifestiert hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.3).

8.3 Dem vorliegenden V ersicherungsvertrag beziehungsweise den zugehörigen AVB ist zu entnehmen, dass der Versicherungsschutz für die einzelne versicherte Person an dem Tag beginnt, an dem das Arbeitsverhältnis beginnt oder erstmals ein Lohnanspruch besteht, frühestens jedoch mit dem in der Police festgelegten Datum. Für Personen, die zu diesem Zeitpunkt nicht voll arbeitsfähig sind, beginnt der Versicherungsschutz erst mit der vollen vertraglich vereinbarten Arbeitsaufnahme ( lit. K Ziff. 1 AVB). Unter dem Titel «Leistungen bei vorbestan denen Krankheiten und Gebrechen» wird zudem insbesondere festgehalten, dass vorbehältlich abweichender Vereinbarungen, welche hier weder ersichtlich noch dargetan sind die Leistungen auch für Krankheiten erbracht werden, die bei Beginn des Versicherungsschutzes bereits bestanden haben, falls die Aufnahme in die Versicherung ohne vorgängige Gesundheitsprüfung erfolgt ist ( lit. O Ziff. 3 AVB), was hier gemäss Darstellung des Klägers ( Urk. 14 S. 21 f. ) unbestrittenermassen der Fall war. Bereits daraus ergibt sich, dass die Versiche rung im Rahmen der versicherungstechnischen Kalkulation bei der statistischen Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Versicherungsfalles die Möglichkeit einge rechnet hat, dass auch eine vorbestandene Krankheit die Leistungspflicht auslösen kann, was sich auf die Versicherungsprämie niedergeschlagen haben dürfte (Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.2-3). Diese Bestimmungen verdeutlichen, dass das bei Vertragsschluss befürchtete Ereignis nicht das Auftreten der Krankheit, sondern allein das Auftreten einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ist, unabhängig davon, wann die Krank heit diagnostiziert wurde oder sich erstmals manifestiert hat (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 4A_631/2016 vom 2 1. April 2017 E. 2.3). Ein Fall von Art. 9 VVG läge somit nur dann vor, wenn der Kläger bereits bei Antritt seiner Stelle bei der Y.___ AG am 1. Dezember 2019 krank heitsbedingt arbeitsunfähig gewesen wäre. Den von der Beklagten vorgelegten ärztlichen Unterlagen, namentlich dem Bericht der i ntegrierten Psychiatrie C.___ vom 4. März 2020 (U rk. 11/4.1) sowie dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe rapie, vom 28. Juni 2019 ( Urk. 24/8), sind zwar Anhaltspunkte auf eine seit Jahren vorbestehende ( rezidivierende ) depressive Störung sowie ein Alkoholab hängigkeitssyndrom zu entnehmen. Diese medizinischen Unterlagen liefern jedoch keine n Beleg dafür, dass der Kläger deswegen bei Stellenantritt arbeitsun fähig war. So ging Dr. D.___ - nach einer seit Oktober 2018 anhaltenden Arbeits unfähigkeit - ab September 2019 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, auch wenn die Symptomatik nicht gänzlich abgeklungen war (U rk. 24/8 S. 4) ; im C.___ -Bericht wurde erst ab 3 0. Januar 2020 für die Zeit des stationären Aufenthalts bis 2 4. Februar 2020 sowie darüber hinaus eine 100%ige Arbeitsun fähigkeit attestiert (Urk. 11/4.1). Inwiefern sich eine Arbeitsunfähigkeit bei Stellenantritt am 1. Dezember 2019 mit der von der Beklagten beantragte n Einholung der Krankengeschichte des Klägers bei dessen Hausarzt und Psychiater ( Urk. 10 S. 7) nachweisen lassen sollte, ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan. Immerhin ist auf der Basis des Teilentscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos erstellt, dass der Kläger die Stelle am genannten Datum angetre ten und dabei sogar insbesondere aufgrund der Hochsaison Überstunden geleistet hat (vgl. Urk. 41 S. 36 E. 10.8). Art. 9 VVG ist folglich im konkreten Fall nicht anwendbar, da das versicherte Risiko der krankheitsbedingten Arbeitsunfä higkeit bei Abschluss des Versicherungsvertrages ausweislich der Akten noch nicht eingetreten war. V on der Edition weiterer medizinischer Unterlagen ist in antizipierter Beweiswürdigung abzusehen, da davon keine anderen entscheidre levanten Erkenntnisse zu erwarten sind.

Ein Fall von Art. 9 VVG läge somit nur dann vor, wenn der Kläger bereits bei Antritt seiner Stelle bei der Y.___ AG am 1. Dezember 2019 krank heitsbedingt arbeitsunfähig gewesen wäre. Den von der Beklagten vorgelegten ärztlichen Unterlagen, namentlich dem Bericht der i ntegrierten Psychiatrie C.___ vom 4. März 2020 (U rk. 11/4.1) sowie dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychothe rapie, vom 28. Juni 2019 ( Urk. 24/8), sind zwar Anhaltspunkte auf eine seit Jahren vorbestehende ( rezidivierende ) depressive Störung sowie ein Alkoholab hängigkeitssyndrom zu entnehmen. Diese medizinischen Unterlagen liefern jedoch keine n Beleg dafür, dass der Kläger deswegen bei Stellenantritt arbeitsun fähig war. So ging Dr. D.___ - nach einer seit Oktober 2018 anhaltenden Arbeits unfähigkeit - ab September 2019 wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit aus, auch wenn die Symptomatik nicht gänzlich abgeklungen war (U rk. 24/8 S. 4) ; im C.___ -Bericht wurde erst ab 3 0. Januar 2020 für die Zeit des stationären Aufenthalts bis 2 4. Februar 2020 sowie darüber hinaus eine 100%ige Arbeitsun fähigkeit attestiert (Urk. 11/4.1). Inwiefern sich eine Arbeitsunfähigkeit bei Stellenantritt am 1. Dezember 2019 mit der von der Beklagten beantragte n Einholung der Krankengeschichte des Klägers bei dessen Hausarzt und Psychiater ( Urk. 10 S. 7) nachweisen lassen sollte, ist weder ersichtlich noch substantiiert dargetan. Immerhin ist auf der Basis des Teilentscheids des Regionalgerichts Prättigau/Davos erstellt, dass der Kläger die Stelle am genannten Datum angetre ten und dabei sogar insbesondere aufgrund der Hochsaison Überstunden geleistet hat (vgl. Urk. 41 S. 36 E. 10.8). Art. 9 VVG ist folglich im konkreten Fall nicht anwendbar, da das versicherte Risiko der krankheitsbedingten Arbeitsunfä higkeit bei Abschluss des Versicherungsvertrages ausweislich der Akten noch nicht eingetreten war. V on der Edition weiterer medizinischer Unterlagen ist in antizipierter Beweiswürdigung abzusehen, da davon keine anderen entscheidre levanten Erkenntnisse zu erwarten sind. 9. Nach dem Gesagten ergibt sich zusammengefasst Folgendes: Der Kläger hat das Arbeitsverhältnis mit der Y.___ AG am 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 aufgelöst, wobei er sich in keiner Probezeit befand. Bei Eintritt der Arbeits unfähigkeit am 2 7. Januar 2020 gehörte er demnach einerseits noch zum Kreis der versicherten Personen, da der Versicherungsschutz gemäss lit. K Ziff. 3 AVB erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erlischt, was unbestritten blieb. Andererseits gelangt lit. O Ziff. 6 Abs. 1 AVB nicht zur Anwendung, welcher besagt, dass für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ist. Vielmehr kommt die in der Police vereinbarte maximale L eistungsdauer von 730 Tagen zum Tragen ( Urk. 2/4 S. 2). Der Kläger hat den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (100 % vom 2 7. Januar 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht.

9. Nach dem Gesagten ergibt sich zusammengefasst Folgendes: Der Kläger hat das Arbeitsverhältnis mit der Y.___ AG am 2 5. Januar 2020 per 3 0. April 2020 aufgelöst, wobei er sich in keiner Probezeit befand. Bei Eintritt der Arbeits unfähigkeit am 2 7. Januar 2020 gehörte er demnach einerseits noch zum Kreis der versicherten Personen, da der Versicherungsschutz gemäss lit. K Ziff. 3 AVB erst bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses erlischt, was unbestritten blieb. Andererseits gelangt lit. O Ziff. 6 Abs. 1 AVB nicht zur Anwendung, welcher besagt, dass für versicherte Personen, die sich zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit in der Probezeit befinden, die Leistungsdauer auf 30 Tage beschränkt ist. Vielmehr kommt die in der Police vereinbarte maximale L eistungsdauer von 730 Tagen zum Tragen ( Urk. 2/4 S. 2). Der Kläger hat den Beweis für die von ihm behauptete Arbeitsunfähigkeit (100 % vom 2 7. Januar 2020 bis 30. April 2021, 60 % vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021, 50 % im Juli 2021) erbracht. Unbestritten blieb die Taggeldhöhe, welche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit Fr. 213.70 beträgt (vgl. Urk. 1 S. 10 f., Urk. 10 S. 9 Ziff. 32).

Unbestritten blieb die Taggeldhöhe, welche bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit Fr. 213.70 beträgt (vgl. Urk. 1 S. 10 f., Urk. 10 S. 9 Ziff. 32). A ufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum vom 27. März 2020 bis einschliesslich 3 0. April 2021 besteht während 400 Tagen Anspruch auf ein volles Taggeld, mithin auf Fr. 85'480.-- ( = 400 x Fr. 213.70 ).

A ufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit im eingeklagten Zeitraum vom 27. März 2020 bis einschliesslich 3 0. April 2021 besteht während 400 Tagen Anspruch auf ein volles Taggeld, mithin auf Fr. 85'480.-- ( = 400 x Fr. 213.70 ). Auch für die Periode vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 (61 Tage) hat die Beklagte trotz der bloss 60%igen Arbeitsunfähigkeit ein volles Taggeld auszurichten ( lit. O Ziff. 2 Abs. 2 AVB), mithin Fr. 13'035.70 (= 61 x Fr. 213.70).

Auch für die Periode vom 1. Mai bis 3 0. Juni 2021 (61 Tage) hat die Beklagte trotz der bloss 60%igen Arbeitsunfähigkeit ein volles Taggeld auszurichten ( lit. O Ziff. 2 Abs. 2 AVB), mithin Fr. 13'035.70 (= 61 x Fr. 213.70). Für Juli 2021 sind angesichts der 50%igen Arbeitsunfähigkeit Fr. 3'312.35 geschuldet ( = 31 x Fr. 213.70 x 0.5 ; vgl. lit. O Ziff. 2 AVB ).

Für Juli 2021 sind angesichts der 50%igen Arbeitsunfähigkeit Fr. 3'312.35 geschuldet ( = 31 x Fr. 213.70 x 0.5 ; vgl. lit. O Ziff. 2 AVB ). Gesamthaft ist der zuletzt vom Kläger mit Eingabe vom 1 6. September 2021 ( Urk. 29) geltend gemachte Taggeldanspruch von Fr. 101'828.05 (= Fr. 85'480 + Fr. 13’035.70 + Fr. 3'312.35) somit ausgewiesen.

Gesamthaft ist der zuletzt vom Kläger mit Eingabe vom 1 6. September 2021 ( Urk. 29) geltend gemachte Taggeldanspruch von Fr. 101'828.05 (= Fr. 85'480 + Fr. 13’035.70 + Fr. 3'312.35) somit ausgewiesen. 10.

10. 10.1 Der Kläger verlangt eine Verzinsung seiner Forderung mit 5 % «ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes» ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2, Urk. 29). Die Beklagte äusserte sich nicht zum Verzugszins.

10.1 Der Kläger verlangt eine Verzinsung seiner Forderung mit 5 % «ab jeweiliger Fälligkeit des Taggeldes» ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2, Urk. 29). Die Beklagte äusserte sich nicht zum Verzugszins. 10.2 Weder die in der Police aufgeführten besonderen Bedingungen noch die AVB der Beklagten enthalten Bestimmungen zum Verzugszins bezüglich ihrer Leistungen (vgl. Urk. 2/3, Urk. 2/4 S. 3). Es gelten somit die allgemeinen Regeln des Bundes gesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünf ter Teil: Obligationenrecht, OR) und des VVG. Nach Art. 41 Abs. 1 VVG wird die Forderung aus dem Versicherungsvertrag mit dem Ablauf von vier Wochen (sogenannte Deliberationsfrist) von dem Zeitpunkt an gerechnet fällig, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen er sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann. Auch im Bereich des Versicherungsrechts gerät der Versicherer nach herrschender Lehre erst mit der Mahnung in Verzug (Art. 102 Abs. 1 OR). Lehnt der Versicherer jedoch zu Unrecht seine Leistungs pflicht definitiv ab, werden die Ansprüche des Versicherungsnehmers auf diesen Zeitpunkt hin ohne Weiteres fällig und es tritt der Verzug ein (Art. 108 Ziff. 1 OR; Grolimund /Villard, in: Basler Kommentar zum VVG, Nachführungsband, 2012, Art. 41 ad N20).

10.2 Weder die in der Police aufgeführten besonderen Bedingungen noch die AVB der Beklagten enthalten Bestimmungen zum Verzugszins bezüglich ihrer Leistungen (vgl. Urk. 2/3, Urk. 2/4 S. 3). Es gelten somit die allgemeinen Regeln des Bundes gesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünf ter Teil: Obligationenrecht, OR) und des VVG. Nach Art. 41 Abs. 1 VVG wird die Forderung aus dem Versicherungsvertrag mit dem Ablauf von vier Wochen (sogenannte Deliberationsfrist) von dem Zeitpunkt an gerechnet fällig, in dem der Versicherer Angaben erhalten hat, aus denen er sich von der Richtigkeit des Anspruchs überzeugen kann. Auch im Bereich des Versicherungsrechts gerät der Versicherer nach herrschender Lehre erst mit der Mahnung in Verzug (Art. 102 Abs. 1 OR). Lehnt der Versicherer jedoch zu Unrecht seine Leistungs pflicht definitiv ab, werden die Ansprüche des Versicherungsnehmers auf diesen Zeitpunkt hin ohne Weiteres fällig und es tritt der Verzug ein (Art. 108 Ziff. 1 OR; Grolimund /Villard, in: Basler Kommentar zum VVG, Nachführungsband, 2012, Art. 41 ad N20). 10.3 Wie zuvor dargelegt, hat die Beklagte ihre Leistungspflicht ab 2 7. März 2020 zu Unrecht abgelehnt. Sie teilte dem Kläger bereits mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mit, dass sie nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Probezeit lediglich bis und mit 2 6. März 2020 für Taggelder aufkommen könne ( Urk. 11/2.27). Vor diesem Hintergrund traten Fälligkeit und Verzug am 2 7. März 2020 ein. Die vom 27. März 2020 bis 3 0. Juni 2021 geschuldeten vollen Taggeldleistungen (F r. 98'515.70 [ Fr. 85'480.-- + Fr. 13'035.70]) sind unter Berücksichtigung des mittleren Verfalls ab 1 2. November 2020 mit 5 % ( Art. 100 VVG in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 OR) zu verzinsen. Für die im Monat Juli 2021 auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit basierenden Taggelder ( Fr. 3'312.35) ist der Verzugs zins ab 1 5. Juli 2021 geschuldet.

10.3 Wie zuvor dargelegt, hat die Beklagte ihre Leistungspflicht ab 2 7. März 2020 zu Unrecht abgelehnt. Sie teilte dem Kläger bereits mit Schreiben vom 2 4. März 2020 mit, dass sie nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Probezeit lediglich bis und mit 2 6. März 2020 für Taggelder aufkommen könne ( Urk. 11/2.27). Vor diesem Hintergrund traten Fälligkeit und Verzug am 2 7. März 2020 ein. Die vom 27. März 2020 bis 3 0. Juni 2021 geschuldeten vollen Taggeldleistungen (F r. 98'515.70 [ Fr. 85'480.-- + Fr. 13'035.70]) sind unter Berücksichtigung des mittleren Verfalls ab 1 2. November 2020 mit 5 % ( Art. 100 VVG in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 OR) zu verzinsen. Für die im Monat Juli 2021 auf einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit basierenden Taggelder ( Fr. 3'312.35) ist der Verzugs zins ab 1 5. Juli 2021 geschuldet. Demzufolge ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von F r. 98'515.70 seit 1 2. November 2020 und 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 seit 1 5. Juli 2021 zu bezahlen.

Demzufolge ist die Beklagte in Gutheissung der Klage zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von F r. 98'515.70 seit 1 2. November 2020 und 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 seit 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 11.

11. 11.1 Das Verfahren ist kostenlos, da es eine Streitigkeit aus einer Krankentaggeldver sicherung betrifft, welche unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG zu subsumieren ist (vgl. Art. 114 lit. e ZPO in Verbindung mit § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bundesgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1 mit Hinwei sen; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1).

11.1 Das Verfahren ist kostenlos, da es eine Streitigkeit aus einer Krankentaggeldver sicherung betrifft, welche unter den Begriff der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung nach dem KVG zu subsumieren ist (vgl. Art. 114 lit. e ZPO in Verbindung mit § 33 Abs. 1 GSVGer und das Urteil des Bundesgerichts 4A_680/2014 vom 29. April 2015 E. 2.1 mit Hinwei sen; vgl. auch BGE 142 V 448 E. 4.1). 11.2

11.2 11.2.1 Der durch Rechtsanwältin Elisabeth Glättli vertretene Kläger beantragt die Zusprechung einer Parteient schädigung ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2). Diese umfasst den Ersatz der notwendigen Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertre tung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (Art. 96 ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess (GOG), enthält keine für das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung. Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren. Diese regelt ausdrücklich nur die Parteientschädigungen vor den Schlichtungsbehörden, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemessung der Parteientschädigung richtet sich somit nach § 34 GSVGer sowie den §§ 1, 5 und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht ( GebV SVGer ). Gemäss § 34 Abs. 3 GSVGer ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschä digung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen.

11.2.1 Der durch Rechtsanwältin Elisabeth Glättli vertretene Kläger beantragt die Zusprechung einer Parteient schädigung ( Urk. 1 S. 2, Urk. 14 S. 2). Diese umfasst den Ersatz der notwendigen Auslagen, die Kosten einer berufsmässigen Vertre tung sowie in begründeten Fällen eine angemessene Umtriebsentschädigung, wenn eine Partei nicht berufsmässig vertreten ist (Art. 95 Abs. 3 ZPO). Die Kantone sind zuständig, die Tarife für die Prozesskosten festzusetzen (Art. 96 ZPO). Das zürcherische Ausführungsgesetz zur ZPO, das Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Strafprozess (GOG), enthält keine für das Sozialversicherungsgericht anwendbare Tarifbestimmung. Dasselbe gilt für die Verordnung über die Anwaltsgebühren. Diese regelt ausdrücklich nur die Parteientschädigungen vor den Schlichtungsbehörden, den Zivilgerichten und den Strafbehörden. Die Bemessung der Parteientschädigung richtet sich somit nach § 34 GSVGer sowie den §§ 1, 5 und 7 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht ( GebV SVGer ). Gemäss § 34 Abs. 3 GSVGer ist die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschä digung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert festzusetzen. 11.2.2 Mit Honorarnote vom 1 5. September 2021 machte Rechtsanwältin Glättli einen Aufwand von insgesamt 19.5 Stunden für den Zeitraum vom 6. Oktober 2020 bis 1 5. September 2021 sowie pauschale Kleinspesen von 3 % geltend ( Urk. 31). Dieser erweist sich insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache sowie die Schwierigkeit des Prozesses als angemessen. Darüber hinaus ist der nach dem 1 5. September 2021 namentlich im Zusammenhang mit de r Stellungnahme zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos entstandene Aufwand zu berücksichtigen ( Urk. 48), wobei dieser mangels einer Leistungsübersicht ermes sensweise auf zwei Stunden festzusetzen ist. Ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 21.5 Stunden und dem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die von der Beklagten an den obsiegenden Kläger zu zahlende Prozessentschä digung auf Fr. 5'247.-- festzulegen ( Fr. 4'730.-- plus Fr. 141.90 [3 % Spesenpau schale] zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer).

11.2.2 Mit Honorarnote vom 1 5. September 2021 machte Rechtsanwältin Glättli einen Aufwand von insgesamt 19.5 Stunden für den Zeitraum vom 6. Oktober 2020 bis 1 5. September 2021 sowie pauschale Kleinspesen von 3 % geltend ( Urk. 31). Dieser erweist sich insbesondere mit Blick auf die Bedeutung der Streitsache sowie die Schwierigkeit des Prozesses als angemessen. Darüber hinaus ist der nach dem 1 5. September 2021 namentlich im Zusammenhang mit de r Stellungnahme zum Teilentscheid des Regionalgerichts Prättigau/Davos entstandene Aufwand zu berücksichtigen ( Urk. 48), wobei dieser mangels einer Leistungsübersicht ermes sensweise auf zwei Stunden festzusetzen ist. Ausgehend von einem Aufwand von insgesamt 21.5 Stunden und dem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- ist die von der Beklagten an den obsiegenden Kläger zu zahlende Prozessentschä digung auf Fr. 5'247.-- festzulegen ( Fr. 4'730.-- plus Fr. 141.90 [3 % Spesenpau schale] zuzüglich 7.7 % Mehrwertsteuer). 12. Obschon die streitberufene Partei auf eine Mitwirkung am Prozess verzichtet hat ( Urk. 54), ist ihr der vorliegende Entscheid zu eröffnen.

12. Obschon die streitberufene Partei auf eine Mitwirkung am Prozess verzichtet hat ( Urk. 54), ist ihr der vorliegende Entscheid zu eröffnen. Das Gericht erkennt:

Das Gericht erkennt: 1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 98'515.70 ab 1 2. November 2020 sowie Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 ab 1 5. Juli 2021 zu bezahlen.

1. In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger den Betrag von Fr. 101'828.05 zuzüglich Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 98'515.70 ab 1 2. November 2020 sowie Zins von 5 % auf den Betrag von Fr. 3'312.35 ab 1 5. Juli 2021 zu bezahlen. 2. Das Verfahren ist kostenlos.

2. Das Verfahren ist kostenlos. 3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 5'247.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen.

3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 5'247.-- (inkl. Barauslagen und MWSt ) zu bezahlen. 4. Zustellung gegen Empfangsschein an:

4. Zustellung gegen Empfangsschein an: - Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli

Rechtsanwältin Dr. iur. Elisabeth Glättli - Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos

Rechtsanwältin Alexia Sidiropoulos - Rechtsanwalt Flavio Decurtins

Rechtsanwalt Flavio Decurtins - Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA

Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA 5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG).

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesge setzes über das Bundesgericht (BGG) eingereicht werden. Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar ( Art. 46 BGG). Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen.

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG).

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat ( Art. 42 BGG). Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich Die VorsitzendeDer Gerichtsschreiber

FehrWürsch