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Herkunft des Namens Basel (?)
Herr T. / 03.Dezember 2004:
Hat der Name Basel (seit 374) mit dem Durchzug des Byzantinischen Basileus-Vertreters Julianus in den 50er Jahren des selben Jahrhunderts zu tun (Schlacht bei Strassburg gegen die Franken)?
Antwort von altbasel.ch:
Die Frage tangiert ein bis heute nicht völlig geklärtes Thema, nämlich die Herkunft des Namens "Basel". Es gibt mehrere Theorien dazu. Ich bin geneigt jene vorzuziehen, deren Kern auf die vermutlich erste Nennung des Namens als "Basiliam" im Jahr 374 durch den Chronisten Ammianus Marcellinus (ca 330 - 400 n.Chr.) zurückgeht.
Die Flur- oder Siedlungsbezeichnung wurde im Zusammenhang mit dem Bau einer Festung Robur durch Kaiser Valentinian I. genannt und ging, gemäss dieser Theorie, auf die spätere Stadt als "Basilea" über. Die Bezeichnung soll den Ort als einen Platz des Herrschers betitelt haben, wobei eine Anspielung auf Valentinian nahe liegt.
Später deutet man den Namen Basilea als "die Königliche", wobei man sich darauf stützte dass der griechische Titel "Basileios" zu Deutsch "König" bedeutete. Eine Auslegung die allerdings wohl erst im Mittelalter aufkam. Der im vorklassischen Griechenland auftauchende Titel soll eher die Bezeichnung für "Herrscher" gewesen sein.
Der später in seiner Bedeutung herabgesunkene Titel trat in der Zeit des oströmischen Reiches wieder auf. Im Osten des schwindenden römischen Reiches waren griechische Einflüsse stärker verbreitet als im Westen. So setzte sich dort dann im aufkeimenden Byzanz der nichtlateinische Herrschertitel "Basileus" wieder durch.
Ob der Durchzug des von Ihnen angesprochenen "Byzantinischen Basileus-Vertreters Julianus" im zeitlichen Umfeld der Schlacht bei Strassburg 357 im Zusammenhang mit dem Namen "Basilea" steht ist aus meiner laienhaften Sicht ungewiss. Ich vermute eher folgende Herkunft. Der eingangs genannte Chronist Ammianus Marcellinus war griechischer Herkunft.
Seine Texte, die einst über 30 Bücher umfassten, waren in Spätlatein geschrieben. Vermutlich als eine Folge seiner Herkunft war das Latein des Ammianus Marcellinus durchsetzt mit griechischen Einflüssen. Ich halte es für möglich dass der Chronist auch bei "Basiliam" auf sein griechisches Vokabular zurückgriff, dass nicht dem typisch römischen Latein entsprach.
Diese Version der Herkunft des Namens Basel stützt sich lediglich auf die mir vorliegenden Quellen. Ich bin nicht Historiker und daher nicht dazu berufen Geschichte zu Schreiben. Es wäre ebensogut möglich, dass Ihre Vermutung einen wahren Kern in sich birgt. Dennoch hoffe ich, etwas zusätzliches Licht in Ihre Frage gebracht zu haben.
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