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Nase, Riechen und Atmung:
Häufige Symptome
- Missempfindungen der Nase (trockene Nase, Schmerz, Juckreiz, Spannungs-, Völlegefühl)
- Sekretion (Rhinorrhoe), „Altersschnupfen“, „Heuschnupfen“
- Nasenbluten (Epistaxis), Notfallmassnahmen
- Behinderte Nasenatmung, Schnarchen (Rhonchopathie)
- Schmerzen und/oder Druck über den Nasennebenhöhlen, „Dauerschnupfen“
- Riechstörung (Hyposmie, Anosmie, Dysosmie)
- Nasenbeinbruch (Nasenpyramidenfraktur), Notfallmassnahmen
Missempfindungen der Nase (trockene Nase, Schmerz, Juckreiz, Spannungs-, Völlegefühl)
Missempfindungen der Nase sind oft schlecht lokalisierbar und können von den Betroffenen nur unklar beschrieben werden, weil viele verschiedene anatomische und funktionelle, sich gegenseitig beeinflussende Systeme daran beteiligt sind. Sie können ihren Ursprung in der Nase selbst haben (z.B. Entzündungen, Allergien, Formfehler der Nasenscheidewand und der Nasenmuscheln) oder aber auch im Bereich der Nasennebenhöhlen, des Nasenrachens, der Halswirbelsäule oder des Kiefergelenks. Oft hilft das Erfragen zusätzlicher Symptome und die Untersuchung der Nase mittels Endoskopen bei der Diagnosestellung. Ergänzend kann bei Verdacht auf eine Allgemeinerkrankung eine Blutentnahme oder auch ein bildgebendes Verfahren (Computertomogramm) nötig sein.
Die häufigste Missempfindung ist die „trockene“, manchmal auch „brennende“ Nase. Vermutlich sind bei uns im mitteleuropäischen Raum vor allem klimatische Gründe dafür verantwortlich. Im Frühling spielt eine hohe Pollendichte eine Rolle, im Sommer können es hohe Ozonwerte sein, im Winter vor allem die niedrige Luftfeuchtigkeit. Zusätzliche Faktoren sind hormonelle Veränderungen, wie sie z.B. in der Schwangerschaft, aber auch im Verlauf des Älterwerdens auftreten, aber auch die Nebenwirkungen von regelmässig eingenommenen Medikamenten. Hier gilt: Schmieren und Salben hilft allenthalben.
Sekretion (Rhinorrhoe), „Altersschnupfen“, „Heuschnupfen“
Dass die Nase Sekret produziert ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine „gesunde Nase“, aber wenn sich dieses Sekret durch die Menge, die Konsistenz, die Färbung oder den Geruch von normalem Nasensekret unterscheidet, dann weist das auf eine Erkrankung der Nase oder der Nasennebenhöhlen hin. Das wässrige Sekret tritt bei banalem Schnupfen auf, aber auch bei grosser Nasentrockenheit (Rhintis sicca, „Altersschnupfen“), bei einer Überempfindlichkeit der Nasenschleimhaut (hyperreaktive Rhinopathie), bei Allergien oder als Medikamentennebenwirkung. Die meisten dieser Erkrankungen können einerseits durch pflegerische Massnahmen, andererseits mit Hilfe von Nasensprays, manchmal in Kombination mit Tabletten, erträglicher gemacht werden. Bei Verdacht auf eine Allergie führen wir eine Hauttestung (Prick) durch und eine Beratung bezüglich langfristiger Behandlungsmöglichkeiten. Eine spontane wässrige und einseitige Sekretion nach einem Unfall mit Aufprall des Kopfes kann auch einmal auf eine Verletzung der Hirnhaut (Liquorfistel) hinweisen und muss operativ verschlossen werden, um eine Hirnhautentzündung (Meningitis) zu verhindern. Eine überwiegend schleimige Sekretion tritt bei chronischen Nasen- oder Nasennebenhöhlenerkrankungen auf (ev. Polypen), bei Belastungen am Arbeitsplatz durch giftige Dämpfe oder Staub, aber auch oft durch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft (Schwangerschaftsrhinopathie). Ist das Sekret gefärbt, dann handelt es sich oftmals um eine chronische Entzündung mit speziellen Erregern, die mit Hilfe eines Abstrichs indentifiziert werden können. Ist es blutig, kann eine Allgemeinerkrankung dahinter stecken, aber auch ein Tumor oder ein Fremdkörper. Bei einer stinkenden Sekretion muss immer auch an eine Zahnaffektion gedacht werden.
Nasenbluten (Epistaxis), Notfallmassnahmen
Nasenbluten (Epistaxis) ist ein häufiges und in den meisten Fällen harmloses Symptom. Ursache können lokale Faktoren wie beispielsweise eine trockene Schleimhaut, (Rhinitis sicca), „Nasenbohren“, Veränderungen der Nasenscheidewand, ein Schnupfen (akute Rhinitis) oder bei Kindern auch einmal ein Fremdköper (z.B. ein Glasperle) sein. Nasenbluten kann aber auch Ausdruck einer Allgemeinerkrankung sein, zum Beispiel einer Herz-, Kreislauferkrankung und heute oft auch Nebenwirkung von blutverdünnenden Medikamenten. In seltenen Fällen weist eine Epistaxis auf gut- oder bösartige Tumoren der Nase, des Nasenrachens oder der Nasennebenhöhlen hin. Die Therapie richtet sich nach den Ursachen und besteht im harmlosen Fall oft in einer Verödung der blutenden Gefässe nach einer Oberflächenanästhesie und der konsequenten Anwendung einer befeuchtenden oder rückfettenden Nasensalbe.
Tritt eine Epistaxis auf, dann sollte man aufrecht bleiben, um die Blutzufuhr zum Kopf zu senken und das in den Rachen laufende Blut nicht schlucken, um das Risiko eines späteren Erbrechens und das Aspirationsrisiko zu senken. Der Nasenflügel sollte konstant gegen die Nasenscheidewand komprimiert werden. Ein Eisbeutel im Nacken („Eiskrawatte“) bewirkt eine reflektorische Vasokonstriktion und damit eine Verminderung der Blutung. Auch wenn sich die Epistaxis auf diese Weise stoppen lässt, ist der Besuch beim HNO-Arzt am nächsten Tag sinnvoll, um weitere unangenehme Episoden zu vermeiden. Ist die Epistaxis nicht zu stillen, dann sollte tagsüber notfallmässig ein Facharzt aufgesucht werden, nachts oder an Wochenenden gibt die Notfallnummer des Ärztefons 044 421 21 21 Auskunft.
Behinderte Nasenatmung, Schnarchen (Rhonchopathie)
Eine „verlegte“ oder „verstopfte“ Nase zu haben, ist oft nicht nur eine erhebliche subjektive Belastung für den Betroffenen, sondern führt oft auch zu Missempfindungen, Kopfschmerzen und kann im Verlauf die unteren Atemwege belasten. Wenn die Nasenatmungsbehinderung Teil des komplexen Krankheitsbildes des Schnarchens (Rhonchopathie) ist, dann ist auch der Bettpartner davon betroffen. Im Falle eines Schnarchens wird eine umfassende Befragung und Untersuchung durchgeführt und mit dem Patienten ein stufenweises Therapiekonzept entwickelt und bei Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom (OSAS) eine Überweisung an einen Lungenspezialisten vorgenommen. Die Nase kann „immer“ oder nur temporär, komplett oder nur teilweise, ein- oder beidseitig verlegt sein, was bereits Hinweise auf mögliche Ursachen gibt. Wichtig ist auch eine genaue Medikamentenanamnese. Für die Diagnose wird eine vordere und hintere Nasenuntersuchung (Rhinoskopie) mittels Endoskopen durchgeführt. Falls nötig, wird diese Untersuchung ergänzt durch eine spezielle rhinologische Diagnostik. So kann durch die aktive anteriore Rhinomanometrie die Luftdurchgängigkeit der Nase gemessen werden. Liegt der Verdacht auf eine Allergie vor, wird ein Hauttest (Prick), eventuell eine direkte Provokation der Nase mit den wichtigsten inhalativen Allergenen und allenfalls eine Blutuntersuchung durchgeführt. Eine subjektive Riechprüfung schliesst die Diagnostik ab.
Die Ursachen der Nasenatmungsbehinderung können grundsätzlich „organisch“ sein oder auf einer Funktionsstörung beruhen. Sehr häufig liegen Formveränderungen der Nase und der Nasenscheidewand vor, welche ein freies Atmen durch die Nase verhindern. Manchmal sind es schlaffe Nasenflügel, die bei der Atmung „angesaugt“ werden, konstitutionell enge Nasenflügel (Klappen-Stenose), manchmal eine Verkrümmung der Nasenscheidewand (Septumdeviation), grosse Nasenmuscheln (Muschelhyperplasie, Concha bullosa) oder auch Polypen. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen kann die Ursache aber auch im Nasenrachen liegen (z.B. vergrösserte Rachenmandeln, Adenoidhyperplasie). Je nachdem, welche Ursachen der Nasenatmungsbehinderung zugrunde liegen, aber auch, wie gross der Leidensdruck ist, wird ein Therapiekonzept erstellt, das sowohl konservative als auch chirurgische Möglichkeiten umfasst.
Schmerzen und/oder Druck über den Nasennebenhöhlen, „Dauerschnupfen“
Im Grunde genommen gibt es keine klare Trennung zwischen einem Schnupfen (Rhintis) und einer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis). Wir alle haben schon erlebt, wie wir unter einem Schnupfen leiden und manchmal mehr, manchmal weniger auch unter Druckgefühlen oder sogar Schmerzen über dem Kiefer (Sinus maxillaris), den Augen (Ethmoid) oder der Stirn (Sinus frontalis). Oft handelt es sich um virale, manchmal auch um bakterielle Entzündungen und können konservativ mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays, Inhalationen mit Kamille oder Salbei, pflanzlichen Medikamenten oder abschwellenden Schmerzmitteln gut behandelt werden. Bei schweren Verlaufsformen, die mit Fieber und erheblicher Einschränkung des Allgemeinbefindens einhergehen, kann der Einsatz von Antibiotika in Erwägung gezogen werden. Möchte der Patient auf die Einnahme starker Medikamente – zum Beispiel während der Schwangerschaft – verzichten, kann durch den HNO-Arzt eine tägliche Watteinlage mit abschwellenden Medikamenten durchgeführt und damit die Drainage der Nasennebenhöhlen verbessert werden. Von einer akuten Rhinosinusitis sprechen wir, wenn die Symptome nicht länger als zwölf Wochen dauern. Bestehen auch nach dieser Zeit noch Symptome wie verstopfte Nase (nasale Obstruktion), fliessende Nase (Rhinorhoe), eine Riechminderung (Hyposmie, Anosmie) oder Schmerzen, bzw. Druckgefühle im Gesichtsbereich, sprechen wir von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Spätestens jetzt ist ein Besuch beim HNO-Arzt angezeigt, der einerseits die Nase genauestens untersucht und weiterführende Untersuchungen (Abstrich, Blutennahme zum Ausschluss einer Immunmangelerkrankung etc.) und allenfalls eine zusätzliche Abklärung mittels Computertomogramm indiziert und eine der Ursache angepasste Therapie vorschlägt und einleitet. Diese wird je nachdem lokal, systemisch medikamentös oder chirurgisch sein.
Riechstörung (Hyposmie, Anosmie, Dysosmie)
Eine Riechstörung kann für einen Patienten ausserordentlich belastend sein. Ganz besonders dann, wenn sie plötzlich auftritt und wenn sie nicht nur den privaten Genuss, sondern wie im Falle eines Kochs, eines „Master of wine“ oder einem Parfumeur auch die beruflichen Fertigkeiten betrifft. Unter einer Riechstörung zu leiden heisst ja nicht nur, „mit der Nase nicht mehr riechen können“, sondern es heisst auch, dass uns das Essen nicht mehr „schmeckt“. Ein Schnitzel „schmeckt“ wie Karton, ein Bordeaux wie ein Burgunder und Kaffee wie Waschwasser. Erstaunlich ist, dass Menschen, die ohne oder mit reduziertem Geruchssinn geboren wurden, dadurch sehr wenig oder gar nicht beeinträchtigt sind und dieser Mangel oft eher zufällig bemerkt wird. Ganz anders sieht es aus bei einem Geruchsverlust, der plötzlich auftritt, zum Beispiel nach einer Operation oder einer Schädelhirnverletzung. Wir alle kennen das schöne Gefühl nach einem längeren Schnupfen, wenn der Geruchssinn sich langsam wieder zurückmeldet. Das ist meistens so, aber nicht immer. Es kann nach viralen Infektionen zu einer monatelang anhaltenden, allenfalls bleibenden Einschränkung (Hyposmie) oder sogar zu einem Verlust des Geruchssinnes (Anosmie) kommen.
Duftstoffe werden über das Riechepithel in der Nase oder retrograd über den Rachen aufgenommen und über die Riechnerven ins Gehirn geleitet. Dieser Weg kann durch Veränderungen der Schleimhaut (zum Beispiel im Alter), durch verlegende Prozesse (zum Beispiel Nasenpolypen), aber auch durch sogenannt „zentrale“ Krankheiten (zum Beispiel ein Morbus Parkinson, Hirntumoren) gestört sein. Nicht selten sind auch medikamentös induzierte Riechstörungen. Die Basis der Diagnose ist das Gespräch und die genaue HNO-ärztliche Untersuchung, kombiniert mit einem Riechtest.
Die Therapie richtet sich nach den Ursachen.
Nasenbeinbruch (Nasenpyramidenfraktur), Notfallmassnahmen
Die Nasenpyramide ist durch ihre exponierte Lage für Brüche prädestiniert. Häufig geht ein Nasenbeinbruch einher mit starkem Nasenbluten (vgl. Notfallmassnahmen Epistaxis). Wichtig ist eine HNO-ärztliche Kontrolle, um festzustellen, ob ein Schiefstand der äusseren Nase vorliegt, aber auch, um zu beurteilen, ob die Nasenscheidewand verletzt ist (Septumfraktur) oder ob eine Einblutung unter der Knorpelhaut vorliegt (Septumhämatom), welche sich entzünden (Septumabszess) und später im schlimmsten Fall zu einem Einsinken des Nasenrückens (Sattelnase) führen kann. In diesem Fall wird eine chirurgische Sofortversorgung durchgeführt. Ob das Nasenbein verschoben ist und aus kosmetischen, aber auch aus funktionellen Gründen gerichtet werden muss, ist manchmal kurz nach einem Unfall wegen der Weichteilschwellungen schwer zu beurteilen. In diesem Fall wird 5-7 Tage abgewartet und eine Neubeurteilung durchgeführt. In der Zwischenzeit sollte nicht geschneuzt und die Nasenatmung mit Hilfe eines Nasensprays verbessert werden.