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Wie Hochbegabung getestet und erkannt wird
Nicht die Hochbegabung, sondern das Potential wird getestet. Bild: Purestock-Thinkstock
Was sagt ein IQ-Test aus?
Getestet wird nicht die Hochbegabung, sondern das Potential, das im Kind steckt. Ermittelt wird unter anderem der Intelligenzquotient (IQ). Der durchschnittliche IQ liegt bei einem Wert von 100. Werte um 115 sind schon sehr gut. Wer ein Testergebnis ab 130 erzielt, gilt als hochbegabt.
Wie zuverlässig ist ein solcher Test?
Hat das Kind zum Zeitpunkt des Tests einen schlechten Tag, kann das Ergebnis natürlich niedriger ausfallen als es der Realität entspricht. Der Test kann aber nie ein höheres Ergebnis anzeigen. Das heisst: Ein Messwert von 130 bedeutet, dass das Kind mindestens einen IQ von 130 hat. Wichtig ist, nicht nur das isolierte Endergebnis anzuschauen, sondern auch die Einzelergebnisse. Wo hat das Kind besondere Stärken? Wo bestehen Defizite? Eine Potentialanalyse kann, wenn sie richtig interpretiert wird, als gute Grundlage für ein Förderkonzept dienen.
Können Eltern den Test auch zu Hause mit ihrem Kind durchführen?
Nein, weil dazu eine Ausbildung in Testdiagnostik gehört und die verschiedenen angewendeten Tests nur den ausgebildeten Fachpersonen zur Verfügung stehen.
Hochbegabung kann Neid hervorrufen …
Ja. Oft reagiert die Umwelt freundlich auf hochbegabte Kinder, aber durchaus nicht immer. Es bestehen gegenüber der Hochbegabung noch immer Vorurteile: So glauben manche Lehrpersonen nach wie vor, hochbegabte Kinder bräuchten keine spezielle Förderung. Andere meinen, eine Hochbegabung müsse sich in guten Noten ausdrücken und glauben nicht an das besondere Potential des Kindes, wenn es in der Schule keine gute Leistung erbringt. Oft werden Eltern hochbegabter Kinder auch Eitelkeit und übertriebener Ehrgeiz unterstellt.
Was können Eltern tun, um Vorurteilen zu begegnen?
Meiner Erfahrung nach wird die Hochbegabung eines Kindes von der Umwelt dann gut akzeptiert, wenn Eltern signalisieren: «Wir sind der Meinung, dass jedes Kind spezielle Fähigkeiten hat. Das eine Kind kann gut tanzen, das andere ist besonderes kreativ, unseres hat seine Stärken im intellektuellen Bereich.»
Wie lassen sich hochbegabte Kinder im Alltag stärken?
Eltern sollten spüren, welche Bedürfnisse ihr Kind hat. Alle Kinder sind wissensdurstig, wollen die Welt, in die sie hineinwachsen, verstehen lernen. Sie in ihren Experimenten zu unterstützen und auf ihre Fragen einzugehen, ist Aufgabe aller Eltern.
Zur Person:
Yolanda Pfaff aus Muttenz (BL) ist ausgebildete Lehrerin und Schulleiterin. Vor gut 25 Jahren wurde sie durch ihren Sohn auf das Thema Hochbegabung aufmerksam. Nebst der Gründung des Elternvereins für hochbegabte Kinder und der Leitung von Elterntreffs für betroffene Eltern, bildete sie sich kontinuierlich weiter. Das grosse Wissen und die vielen Erfahrungen führten vor 12 Jahren zur Installation der Anlaufstelle Hochbegabung, getragen von der Stiftung für hochbegabte Kinder in Zürich, in welcher sie als Co-Leiterin Ratsuchenden beisteht und ihnen Wege aufzeigt, wie sie in ihrer Situation vorgehen können.
Weiterführende Links zum Thema hochbegabte Kinder
Autor: Sigrid Schulze im Januar 2013
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