Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03152.jsonl.gz/2611

Bedano ist die Heimat der Künstlerfamilie Albertolli, von denen im 18. Jahrhundert Francesco und sein Sohn Giocondo an den
Höfen von Florenz und
Mailand als Architekten eine Reihe bewundernswerter Bauten schufen.
Der während 38 Jahren an der Akademie
der Brera in
Mailand wirkende Giocondo Albertolli wurde mit seinen Schriften und Werken der
Gründer einer
neuen italienischen Architektenschule.
Sein Neffe, Giacomo, war Professor der Architektur an der Universität Padua und in
Mailand, wo er 1805 starb. Im 19. Jahrhundert wirkten die
Brüder Ferdinand und Fedele Albertolli, von denen ersterer Zeichenlehrer
an den Akademien von Venedig und
Mailand, letzterer ein gesuchter Dekorationsmaler war.
(Cima)(Kt. Tessin,
Bez. Lugano).
Name zweier niedriger Höhenzüge, die 2 km von einander entfernt sind und von denen der eine
mit 751 m über dem Dorfe
Curio, der andere mit 706 m über
Bedigliora liegt. 4 km w.
Agno. Mit Kastanienhainen und Weinreben
bestanden. Reizende Aussicht auf die reiche Landschaft und das
MonteRosa-Massiv.
Die Hänge des
Thales sind im allgemeinen sehr steil und, namentlich im untern Thalstück, von zahlreichen
Wildbächen,
Schluchten
und Lawinenzügen angerissen. Häufige und oft gefährliche Lawinenschläge, von deren einem 1863 das Dorf Bedretto beinahe
völlig zerstört worden ist. Oft dämmen die niedergehenden Lawinen das Thal völlig ab,
wodurch die
Verbindung zwischen den
Dörfern des
Thales und mit
Airolo während mehrerer Tage unterbrochen bleibt. Starke, vielfach von
Stürmen begleitete Schneefälle, so dass Boden und Wohnstätten lange Monate hindurch unter einer mehrere Meter tiefen
Schneedecke begraben sind und auch im Hochsommer oft im Thalhintergrund noch Lawinenreste sichtbar bleiben.
Die stets zu befürchtende Lawinengefahr hat die Bauart der Wohnstätten stark beeinflusst: Viele
Häuser und Kirchen, wie
z. B. die von
Villa mit ihrem starken fünfeckigen
Turm, schützen sich mit Spaltecken aus Mauerwerk oder berasten Hügeln
(breccie genannt). In jüngster Zeit hat man durch systematische Verbauung mit Mauern und Palissaden,
durch Aufforstung etc. sich vor der Gefahr endgiltig zu schützen begonnen.
Das Val Bedretto weist den ernsten und rauhen Charakter des Hochgebirges auf, der sich auch im Sommer durch häufige lokale
Felsschlipfe und Steinschläge kundgibt. Immerhin finden wir auch schöne Alpenlandschaften: mit vielfarbigen
Blumen geschmückte Alpweiden in der Thalsohle, schöne Lärchen- und Tannenwaldungen, die die Hänge in einem 300-400
m breiten Streifen bis
All' Acqua säumen, breite Terrassenflächen über der Waldgrenze, von allen
Seiten herabrauschende
Bergbäche, den hier schon ansehnlichen Tessin
selbst und endlich die von
Airolo bis
All' Acqua zerstreuten
Weiler mit
ihren Kirchen und
Kapellen. Diese malerischen Bergdörfchen, sechs an Zahl, bieten von ferne einen schönen Anblick, sind
aber, in der Nähe betrachtet, nur ärmliche Hüttengruppen. Es sind dies, von unten nach oben,
Fontana (1290 m),
Ossasco (1330
m; beginnt mit seinen zwei Gasthöfen ein Fremdenziel zu werden),
Villa (1350 m), Bedretto (1405 m),
Ronco
(1480 m) und
All' Acqua (1605 m). Die Entfernung von
Fontana bis
Ronco beträgt bloss 6,5 km.
Die Gesamtbevölkerung des
Thales beträgt nicht mehr als 400-450 Köpfe, die sich auf die zwei Gemeinden Bedretto und
Airolo
(w. Teil) verteilen und ausschliesslich von Viehzucht und Milchwirtschaft leben. Im Oktober wandern die
Männer aus, um während des Winters anderswo etwas Geld zu verdienen. Trotz der Nähe von
Airolo und des
Gotthards ist die
Fremdenindustrie bis jetzt noch von kaum nennenswerter Bedeutung, da das
Thal im Allgemeinen sehr wenig bekannt ist und selten
besucht wird.
(Kt. Tessin,
Bez. Leventina).
1405 m. Gem. und Pfarrdorf, im
Val Bedretto, 8 km w. der Station
Airolo der Gotthardbahn, am linken
Ufer des Tessin.
Telegraph, Telephon. Gemeinde: 70
Häuser, 286 kath. Ew.; Dorf: 20
Häuser, 85 Ew. Wiesenbau,
Viehzucht, Gemeindekäserei. Ausgezeichneter Fettkäse. Periodische Auswanderung.
¶