Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/2181

Im „polnischen“ Schtetl
Nach der Reise in die jüdischen Welten der Ukraine möchten wir mit Ihnen die Schtetls Polens bereisen. Jahrhundertelang war Polen das größte Zentrum der jüdischen Diaspora auf der ganzen Welt.
Jüdische Siedlungen gab es In Polen seit dem späten 12. Jahrhundert. Im 14. und 15. Jahrhundert haben sich Tausende jüdischer Flüchtlinge vor allem aus Frankreich und Deutschland vor Verfolgungen und Pogromen nach Polen gerettet. Das polnisch-litauische Großreich war ein Land mit großer ethnischer und religiöser Vielfalt – bis seit dem 17. Jahrhundert feindliche Invasionen und interne kulturelle Veränderungen den Staat und seine Toleranz schwächten und zu einer Verschlechterung der Lage der Juden in Polen führten. Noch vor dem Jahre 1939 lebten in Polen fast 3,5 Mio. Juden – mehr als 10% der Bevölkerung des Landes. Der Zweite Weltkrieg bedeutete die Vernichtung der jüdischen Gemeinden. Die Nationalsozialisten ermordeten 90 Prozent der polnischen Juden.
Polen war im 16. Jahrhundet das unbestrittene Zentrum des jüdischen Lebens Europas: in hebräischen Druckereien in Krakau und Lublin wurden bereits ab 1534 jiddische Bücher, Bibelübersetzungen und Talmudausgaben gedruckt; 1536 druckte Chaim Schwarz in Lublin einen Machsor (Gebetsbuch für die Feiertage) mit polnischer Übersetzung. 1581 wurde der Waad arba arzot, der Rat der vier Provinzen als Vertretung der sich selbst verwaltenden polnischen Juden, gegründet. Auch später haben polnische Juden viele spannende Entwicklungen eingeleitet – in der Wissenschaft und in der Kunst: die jiddischen Theater-Ensembles aus Polen gastierten zwischen den Weltkriegen in der ganzen Welt, wo sie Triumphe feierten. Spätestens 1911 entstanden in Polen die ersten Filme jiddischer Theatermacher, denen mehrere Filmproduktionen folgten. Die heute so populäre instrumentale Klesmermusik hat seit dem 16. Jahrhundert ihren Ursprung in Polen. Die polnische Kultur lässt sich ohne den Beitrag der polnischen Juden nicht denken: viele jüdische Pianisten popularisierten die klassische Musik in Polen; jüdische Komponisten und Musiker, wie Szpilman, schufen populäre Lieder und Schlager, die noch heute jeder Pole kennt. Virtuosen wie Artur Rubinstein trugen Kompositionen von Chopin und Szymanowski in die ganze Welt.
Wir folgen auf der Reise den Spuren des regen jüdischen Lebens in Polen, sprechen mit Leuten, die die Erinnerung an die jüdischen Mitbürger pflegen, besuchen auch die Orte der Vernichtung. Literatur soll einer der Schwerpunkte der Reise sein: Viele Schriftsteller und Dichter jüdischer Abstammung, gehörten zur Elite der polnischen Literatur. Die Juden waren Pioniere des Buch- und Verlagswesens in Polen. Wir nehmen uns Zeit, hören spannenden Geschichten zu, flanieren durch die Vergangenheit und Gegenwart der bereisten Orte.
Das Besondere dieser Reise
- Jüdische Spuren in Polen
- Literatur und Kulturgeschichte
- literarische Reiseleitung mit grossem Fachwissen – Paweł Krzak (Deutsch)
- Gespräche mit Fachleuten
- exklusive Kleingruppenreise
|Jüdische Welten Teil 2: Polen||Datum||Bilder||Karte|
|Reiseprogramm / Preise||01.-10.06.2019||jüdische Welten Polen|