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Wenige Meter neben dem Hauptbahnhof in Trieste, Italien, am „Platz der Freiheit“ befinden sich die „Silos“. Ein altes Fabrikgelände aus dem 19. Jahrhundert, in deren endlosen Hallen früher Getreide gelagert wurde. Dieses Gelände wird seit circa 2014 von Geflüchteten bewohnt.
Geboren in Afghanistan, lebte schon acht Jahre in England und besuchte das College. Seine Familie erhielt im Frühling letzten Jahres ihre englischen Pässe. Nur Chaved wurde zurück nach Afghanistan geschickt, von wo er sich das zweite Mal in seinem jungen Leben auf die Flucht macht
Die Zahlen der geflüchteten schwanken zwischen 40 und 200. Auch sie stammen hauptsächlich aus Afghanistan und Pakistan und die meisten von Ihnen sind Opfer des Dublin-Verfahrens, der Rückführungsabkommen oder beschleunigter Asylverfahren.
Lebte bereits 7 Monate in Deutschland, Ulm. Sein Deutsch ist nach dieser kurzen Zeit bereits so gut, dass er uns kurzerhand als Übersetzer helfen kann.
Das Dublin-Verfahren, regelt die Zuständigkeit zur Durchführung des Asylverfahrens und teilt diese den Erstaufnahmeländern zu. Laut des Dublin-Übereinkommens ist das erste sichere Land dessen Boden der flüchtende Mensch betritt, zu dessen Registrierung verpflichtet.
De facto führt dies zu einer Überlastung der Länder, die auf Grund ihrer geografischen Lage an den europäischen Außengrenzen unverhältnismäßig mehr geflüchtete Menschen registrieren müssen, als die europäischen Binnenländer.
Die wahren Opfer des Verfahrens sind jedoch nicht die Staaten, sondern die Menschen, die dorthin abgeschoben werden. Die Situation in Norditalien ist exemplarisch für die unmenschlichen Folgen der europäischen Asylpolitik.
Wir waren im November und Dezember 2015 zweimal für mehrere Wochen zu den Silos und weiteren Standorten gegangen und haben mit dem geflüchteten zusammen gekocht, gelacht, geweint und gelebt.