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Der SGB-Lohnrechner beruht auf einem statistischen Schätzverfahren. Es wurde geschätzt, welchen Einfluss unterschiedliche Merkmale auf die Löhne im Durchschnitt haben. Beispielsweise, um wieviel – bei sonst gleichem Profil – der durchschnittliche Lohn mit einem zusätzlichen Dienstjahr steigt oder wie viel mehr Beschäftigte mit einem Lehrabschluss gegenüber Beschäftigten ohne Lehrabschluss verdienen.
Der geschätzte Einfluss der einzelnen Merkmale dient dann zur Berechnung der üblichen Löhne. Jedes einzelne Merkmal, das man bei der Eingabe des Anstellungsprofils angibt, wird mit dem geschätzten Einfluss dieses Merkmals multipliziert. Anschliessend wird dann das Resultat jeder Multiplikation zusammengezählt, um die üblichen Löhne zu berechnen.
Geschätzt wird der Einfluss der Merkmale mit Kleinstquadrate Regressionen. Die Regressionen beinhalten als abhängige Variable den standardisierten Bruttolohn. Die unabhängigen Variablen sind die Merkmale zur Person und dem Arbeitsplatz, die auch bei der Eingabe des Anstellungsprofils gewählt werden können, sowie jedes einzelne Unternehmen:
Eine solche Regression wurde für jede der 65 Branchen einzeln geschätzt. Dies wird dem unter-schiedlichen Einfluss der Merkmale und Unternehmen nach Branche gerecht. Denn ein Universitäts-abschluss führt beispielsweise bei den Versicherungen im Durchschnitt nicht zum gleichen Zusatz-verdienst wie im Detailhandel oder im Maschinenbau.
Merkmale, die keine Rückschlüsse auf die Qualifikationen und Anforderungen der Beschäftigten zulassen oder nur Lohndiskriminierung messen, wurden in den Regressionen nicht als Variablen integriert. Dazu gehören:
Diese Merkmale haben zwar alle einen statistisch bedeutenden Einfluss auf die Löhne. Allerdings sind sie keine objektiven Kriterien. Sie drücken entweder Diskriminierung oder Lohnprämien von zahlungskräftigeren Unternehmen aus. Würde beispielweise das Geschlecht mitgeschätzt, ergäbe sich, dass Frauen gegenüber Männern im Durchschnitt weniger verdienen. Dieser Unterschied ist aber nicht auf unterschiedliche Qualifikationen und Anforderungen zurückzuführen, sondern auf die Dis-kriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Die einzelnen Unternehmen werden wie ein zusätzliches Merkmal behandelt und deshalb in den Re-gressionen mitgeschätzt, um den Einfluss jedes einzelnen Unternehmens auf den durchschnittlichen Lohn zu berücksichtigen. Die Unternehmen können aus folgenden Gründen einen unterschiedlichen Einfluss auf die Löhne haben:
Nachdem der Einfluss für jedes einzelne Unternehmen auf den Lohn geschätzt wurde, wurden die Unternehmen nach den 7 Regionen (Genfersee, Espace Mittelland, Nordwestschweiz, Zürich, Ostschweiz, Zentralschweiz und Tessin) sortiert. Nach Region wurde dann jeweils der Einfluss der Unternehmen ihren Beschäftigten zugeordnet. Anschliessend wurde für jede Region diejenige 3 Unternehmenseinflüsse bestimmt, im Vergleich zu denen 25%, 50% bzw. 75% der Beschäftigten einen kleineren Unternehmenseinfluss aufweisen.
Um die üblichen Löhne zu berechnen werden zunächst die Merkmale, die im Anstellungsprofil gewählt werden, mit dem dazugehörigen geschätzten Einfluss dieses Merkmals multipliziert. Anschliessend werden diese Produkte zusammengezählt.
Für die Berechnung des mittleren Lohnes wird zusätzlich der Unternehmenseinfluss hinzugerechnet, im Vergleich zu dem 50% der Beschäftigten einen kleineren Einfluss aufweisen. Für die untere 25-%-Grenze wird stattdessen der Unternehmenseinfluss hinzugerechnet, im Vergleich zu dem 25% der Beschäftigten einen kleineren Einfluss aufzeigen. Für die obere 25-%-Grenze wird der Unternehmenseinfluss hinzugerechnet, im Vergleich zu dem 75% der Beschäftigten einen kleineren Einfluss besitzen.
Aus Gründen der Repräsentativität und Genauigkeit der Berechnungsmethode werden nur jene Löhne ausgewiesen, die pro Region auf mindestens zehn Unternehmen (siehe Spalte "Firmen") mit insgesamt 150 Lohnangaben (siehe Spalte "Beschäftigte") beruhen.
Basis der Schätzungen ist die Lohnstrukturerhebung 2014 des Bundesamts für Statistik. Der Datensatz umfasst rund 1.7 Millionen Löhne aus 35‘000 Unternehmen. Die Erhebung erlaubt es durch ihren grossen Umfang und der Teilnahmepflicht der befragten Arbeitgeber, verlässlich die Höhe der Löhne in Abhängigkeit von Qualifikation, Tätigkeit, persönlichen Merkmalen, Branchen und Unternehmensgrösse zu schätzen. Für die Berechnung wurden die 0.5% tiefsten und die 0.5% höchsten Löhne vom Datensatz ausgenommen.