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- Gut 13 Jahre nach dem Absturz eines Flugzeugs zwischen Rio de Janeiro und Paris mit Hunderten Toten müssen sich die Airline Air France und Hersteller Airbus vor Gericht verantworten.
- Am Montag beginnt in Paris der Prozess gegen sie wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.
- Den beiden Konzernen drohen Geldstrafen bis zu 225'000 Euro (knapp 220'000 Schweizer Franken).
Der Beginn des Verfahrens folgt auf ein jahrelanges juristisches Tauziehen. Konkret dürfte es in dem neunwöchigen Verfahren darum gehen, ob die Piloten für Extremsituationen wie bei dem Absturz ausreichend gut ausgebildet waren. Auch könnte die Frage im Raum stehen, ob Hersteller Airbus die Folgen eines Ausfalls der sogenannten Pitot-Sonden für die Geschwindigkeitsmessung unterschätzt hat. Die Sonden vereisten auf dem Flug.
Was geschah am 1. Juni 2009?
Die Air-France-Maschine des Flugs AF 447 war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio in die französische Hauptstadt von den Radarschirmen verschwunden. Der Airbus vom Typ A330 stürzte in den Atlantik, 228 Menschen starben. Lange war die Ursache unklar. Erst im Mai 2011 wurden die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber aus etwa 4000 Metern Tiefe geborgen.
Für die Hinterbliebenen des Todesflugs ist der Prozess eine weitere Etappe bei der Aufarbeitung der Schuld. «Das ist wirklich ermüdend», sagte Ophélie Toulliou, die ihren Bruder Nicolas bei dem Absturz verlor, gegenüber TF1. Um Geld geht es für die Hinterbliebenen im Prozess nicht. Schon vor Jahren kamen die meisten mit Air France und Versicherern über Entschädigungszahlungen überein.