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MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: Deutschland
Was wurde nach dem Sieg über Frankreich 1871 gegründet und unter wessen Führung? Was für eine Aussenpolitik wurde von Bismarck geführt und warum? Was änderte sich unter der Führung von Willhelm II.? Wie stand es in Deutschland um das politische, wirtschaftliche System?
Nach dem Sieg Deutschlands über Frankreich gründeten die am Krieg beteiligten Fürsten unter der Führung des preussischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck 1871 das Deutsche Reich, das zum mächtigsten Staat auf dem Kontinent wurde. Aus der Sorge, dass sich seine Nachbarn zu Koalitionen gegen Deutschland zusammenschliessen könnten, auferlegte Bismarck dem Reich grosse aussenpolitische Zurückhaltung. 1888 bestieg Wilhelm II. den Thron. Der junge Kaiser entliess 1890 Bismarck und warf gleichzeitig dessen aussenpolitische Grundsätze über Bord. Von nun an verlangte das Deutsche Reich lautstark einen Platz unter den Weltmächten. Unter Wilhelm II. blieb Deutschland in der Entwicklung seines politischen Systems hinter den westeuropäischen Demokratien zurück, technisch und wirtschaftlich stellte es dagegen die anderen europäischen Länder in den Schatten.
MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: ÖSTERREICH-UNGARN
Wie stand es um die Donaumonarchie? Wie erging es den slawischen Völkern?
Im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn bedrohten nationale Spannungen den Zusammenhalt der Monarchie. Wohl war durch die Zweiteilung Ungarn zu einem eigenen Königreich erhoben worden, doch die slawischen Völker hofften weiter vergebens auf Selbstbestimmung. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs verkörperte nur noch der greise Monarch Franz Joseph I. die Einheit der Donaumonarchie.
MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: RUSSLAND
Wo stand Russland verglichen mit den anderen Grossmächten und warum? Wer bezahlte für das Industriewachstum? Wie sah es innerpolitisch aus? Wer besass Einfluss auf den Zaren?
Die rückständigste europäische Grossmacht war das russische Zarenreich. Eine wirklich erfolgreiche Agrarreform wurde vor 1914 nicht durchgeführt. In der Industrie erreichte das Land um die Jahrhundertwende zwar ein rasantes Wachstum, jedoch zu einem hohen sozialen Preis. Politisch blieb das Reich ein autokratischer Polizeistaat. Wesentlichen Einfluss auf den Zaren hatten Adel, Militär und Kirche.
MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: Italien
Was wurde 1861 aus Italien? Wer herrschte in Italien? Wo waren die Probleme zu finden?
Das ab 1861 unter piemontesischer Führung geeinigte Italien war im Gegensatz zu Deutschland kein Zusammenschluss einzelner selbstständiger Länder, sondern ein zentralistischer Staat. Das norditalienische Bürgertum beherrschte das neue Italien weit gehend. Das brennendste Problem in Italien war der Gegensatz zwischen dem feudalen agrarischen Süden und dem industrialisierten Norden.
MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: USA
Was bestimmte das Geschick des Landes? Was für ein politisches System hatte die USA? Was führte zu den sozialen Gegensätzen?
In den Vereinigten Staaten bestimmten seit dem Sezessionskrieg die Nordstaaten mit ihrem Übergewicht an Bevölkerung und mit ihrer Industrie das Geschick des Lands. Die einseitige Vertretung der Interessen des Big Business in der Politik belastete das demokratische System der USA und spitzte die sozialen Gegensätze zu.
MACHTVERHÄLTNISSE 19JH: Japan
Was gelang Japan ohne Fremdkolonialisierung? An was konnte sich Japan daher beteiligen?
In Japan erzwangen nach 1850 die USA die Öffnung der Häfen. Dem Inselreich gelang in den folgenden Jahrzehnten der Sprung in das neue Zeitalter, ohne dass es dabei von fremden Mächten kolonisiert wurde. Um die Jahrhundertwende beteiligte sich Japan an der Aufteilung von Ostasien durch die imperialistischen Mächte.
Was leitete den Imperialismus ein? Wo ist der Konfliktherd beim Imperialismus?
Die Entstehung von neuen Nationalstaaten in Europa, Absatzschwierigkeiten in der Industrie, soziale Spannungen in Europa, Krisen in den aussereuropäischen Ländern und der technische Fortschritt leiteten ab 1870 den Imperialismus ein.
Der Imperialismus, wie es der Name (=Empire) sagte, hatte das Ziel ein Weltreich zu errichten. Da dies nun das Ziel aller Mächte war, kam es zum Wettlauf zur Eroberung der Erde. (Traditionell hat ein Weltreich nur einen Herrscher und den galt es jetzt zu finden). Dieser Wettlauf spielte sich nach der Entkolonialisierung von Amerika zusehends in Afrika und Ostasien ab.
KONFLIKTHERD: AFRIKA
Erkläre die drei zenralen Konflikte und deren Auswirkungen?
Trotz der Aufteilung Afrikas um 1880 mit Konferenzen und Absprachen kam es zu Konflikten:
FR-GB: Frankreich wollte eine durchgehende West-Ost-Verbindung und Grossbritannien eine Nord-Süd-Verbindung in Afrika. In Faschoda stiessen die beiden Kräfte dann 1898 aufeinander und obwohl alle Zeiten auf Krieg standen, gab Frankreich nach und verbesserte so das Verhältnis zu Grossbritannien.
GB sucht Freunde: Nach dem Burenkrieg in Südafrika kommt Grossbritannien, dass vorher alleinige Weltpolitik geführt hat, in Verlegenheit. Nachdem Deutschland sich nicht auf Zusammenarbeit mit den Briten einlässt, kommt es 1904 zur Entente Cordiale mit Frankreich.
DE-FR (EC): Obwohl in der Konferenz von Algeciras Marokko Frankreich als Protektorat zugeteilt wurde, drohte Deutschland 1905/06 sowie 1911 den Franzosen. Daraufhin wurde die Entente Cordiale zu einem Militärbündnis aufgestockt.