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Mit einem dreiseitigen Fragebogen will der Gemeinderat die Meinung der Bevölkerung abholen. Es geht um das Thema Fusion. Vor einem Jahr verpflichtete die Gemeindeversammlung den Gemeinderat sich mit dem Thema Gemeindefusion auseinanderzusetzen.
Die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 27. Februar 2020 genehmigte die Erhöhung des Steuerfusses um 5 % auf 127 % im Rahmen des Budgets 2020, beauftragte aber den Gemeinderat aufgrund der finanziellen Lage, sich mit dem Thema einer Gemeindefusion auseinanderzusetzen. Dabei sollen entsprechende Verhandlungen aufgenommen und ein Projekt erstellt werden, wenn immer möglich unter Mitwirkung von Stimmbürgern, die mithelfen, gute Lösungen zu finden, dass Tägerig als Dorf oder als Dorfteil eines grösseren Ortes gut existieren kann. Wie stellen sich die Nachbargemeinden zur Frage einer Fusion? Im Jahre 2019 wurde der Gemeinderat Mägenwil durch die Gemeindeversammlung beauftragt, mögliche Handlungsfelder für eine Fusion und/oder eine vertiefte Zusammenarbeit in der Region abzuklären. Die angefragten Gemeinden Wohlenschwil, Mellingen, Tägerig, Othmarsingen und Hägglingen signalisierten bei Bedarf offene Türen für eine gemeinsame Zusammenarbeit, lehnten aber eine Fusion in naher Zukunft ab. Wie argumentiert der Gemeinderat Tägerig? Der Gemeinderat Tägerig berücksichtigte in seiner damaligen Stellungnahme an den Gemeinderat Mägenwil folgende Kriterien als Beurteilungsgrundlage: Dorfvereine mit deren Aktivitäten, welche das Leben einer Dorfgemeinschaft prägen; Politische Auseinandersetzungen; Finanzielle Lage; Ortsbürger-Gemeinde; Bereitschaft für die Besetzung öffentlicher Ämter, Kompetenz Gemeindepersonal.
Die Gemeinde repräsentiert 19 Vereine, die vorwiegend im Dorf tätig sind. Je nach anstehenden Themen finden innerhalb der Bevölkerung rege politische Auseinandersetzungen statt, welche in kommunalen Angelegenheiten bei einem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden nicht mehr im gleichen Ausmass wahrgenommen werden könnten. Trotz angespannter finanzieller Lage mit dem aktuell höchsten Steuerfuss in unmittelbarer Region sind die Stimmberechtigten gewillt, entsprechende Investitionen zu Gunsten einer guten Lebensqualität für die Allgemeinheit auszuführen. Die Ortsbürger bekundeten in den vergangenen Jahren den Willen, weiterhin eigenständig zu bleiben. Die Rekrutierung der Behörden und Kommissionen sowie die Stellenbesetzung durch kompetentes Personal tragen dazu bei, dass die Gemeinde ihre Aufgaben schlank und zielgerichtet wahrnehmen kann. Dazu hat sich die Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus in verschiedensten Bereichen bestens bewährt. Auslöser für das Begehren einer Fusion ist die finanzielle Lage der Gemeinde. Mit der Zustimmung eines Steuerfusses von 25 % über dem kantonalen Mittel hat die Gemeinde neben dem ordentlichen Finanzausgleich Anspruch auf Ergänzungsbeiträge, einstweilen befristet bis zum Jahre 2023. Danach hat der Regierungsrat dem Grossrat ein Mitwirkungsbericht zum Finanzausgleich als Wegweiser für die nachfolgenden Jahre abzugeben. Die Gemeinde Tägerig ist in der Vergangenheit trotz angespannter Finanzlage ihren Investitionsverpflichtungen stets nachgekommen. In den kommenden 10 Jahren stehen gemäss Finanzplan neben den Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser verhältnismässig «bescheidene» Projektrealisierungen von 4 Mio. CHF an, vorwiegend im Bereich von Liegenschaften (Schulanlagen, Gemeindehaus) oder Strassensanierungen. Die bevorstehende Überbauung im Gebiet Floss- und Stockacher generiert mit rund 85 Wohneinheiten in den nächsten Jahren neue Einwohner, ohne dass namhafte Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden müssen. Mit einer finanziellen Entspannung wird aus heutiger Sicht ab dem Jahre 2026 gerechnet. Was ist Ihre Meinung? Die Umfrage der Gemeinde Mägenwil hat gezeigt, dass die angefragten Gemeinden nicht unmittelbar an einer Gemeindefusion interessiert sind. Der Gemeinderat vertritt aus den dargelegten Gründen die Auffassung, dass Tägerig genügend Gemeindeautonomie aufweist, um in naher Zukunft eigenständige Wege gehen zu können. Solange eine Fusion aus rein finanziellen Überlegungen im Vordergrund steht, empfiehlt der Gemeinderat, als Entscheidungsgrundlage einerseits die künftige Ausrichtung des kantonalen Finanzausgleiches und andererseits die Realisierung der Überbauung Floss- und Stockacher abzuwarten. Dadurch könnte im Jahre 2024 eine neuen Standortbestimmung vorgenommen werden. Die ausserordentliche Lage als Folge von Covid-19 erlaubt aktuell keine Orientierung der Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung. Zur weiteren Standortbestimmung ersucht Sie der Gemeinderat, bis 31. März 2021 an einer Befragung teilzunehmen. Sie können den beiliegenden Fragebogen handschriftlich oder über die Homepage der Gemeinde Online ausfüllen und uns Ihre Antworten an die Mailadresse <email-pii> zusenden oder mit dem beiliegenden Couvert in den Briefkasten des Gemeindehauses werfen. Bitte entscheiden Sie sich bei den Fragen 8 – 10 mit mehreren Auswahlmöglichkeiten auf die Antwort, die Ihnen am Zutreffendsten erscheint. Nach der Auswertung des Fragebogens werden wir Sie zu gegebener Zeit über das Ergebnis und das weitere Vorgehen informieren. Es steht Ihnen frei, uns den Fragebogen mit Ihren persönlichen Angaben zu versehen oder anonym zukommen zu lassen.