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Heute vor 55 Jahren flog die USS Enterprise das erste MalUhr
Die USS Enterprise wurde heute vor 55 Jahren das erste Mal ausgestrahlt. Ausserdem wäre der Star-Trek-Erfinder Gene Roddenberry dieses Jahr 100 Jahre alt geworden. Ein Blick zurück auf den Mann, der stets vorwärts blickte.
Am 19. August 1921 ist Gene Roddenberry auf die Welt gekommen. Und das wäre es fast auch schon gewesen für ihn: Als er noch ein Baby war, kamen er, seine Geschwister und seine Mutter fast bei einem Hausbrand ums Leben. Hätte ein Milchmann das Feuer nicht bemerkt und die Familie geweckt, hätte Roddenberry niemals die Serie erfunden, für die man ihn heute noch kennt: Star Trek.
TV-Serien kamen jedoch erst sehr viel später in sein Leben. Zunächst studierte er Polizeiwissenschaft bevor seine akademischen Interessen sich auf die Luftfahrttechnik verschoben. Im zweiten Weltkrieg flog er B-17-Bomber im Südpazifik und auch nach Kriegsende blieb er im Pilotensitz und flog für Pan American World Airways.
Es sollte noch bis 1954 dauern, bis Roddenberry sich erstmals an einer TV-Produktion beteiligte. Damals schrieb er die Drehbücher für sechs Folgen der TV-Serie "Mr. District Attorney". Im nächsten Jahrzehnt folgten weitere Polizei- und Western-Serien, bis er in den 60er-Jahren Star Trek erschuf.
Ein Raumschiff mit Startschwierigkeiten
Die Science-Fiction-Serie über das Raumschiff Enterprise hatte mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Roddenberry musste zwei Pilotfolgen produzieren, bevor ein Sender sich der Serie annahm. Beide wurden (fast) abgelehnt, weil die Fernsehstudios den Plot jeweils als "zu hirnlastig" empfanden.
Übrigens: William Shatners Captain Kirk tauchte erst in der zweiten Pilotfolge "Where No Man has Gone Before” auf. In der ersten Folge "The Cage" wurde die Enterprise noch von Jeffrey Hunter als Captain Pike kommandiert. Da er sich lieber auf Filmrollen konzentrieren wollte, lehnte Hunter die Rolle ab. Zu dieser Filmkarriere kam es leider nie: Hunter verstarb nur wenige Jahre später.
William Shatner (l.) mit Coen Kaat, stellvertretender Chefredaktor des "IT-MARKT". (Source: Netzmedien)
Am 8. September 1966 - also heute vor 55 Jahren - wurde Star Trek erstmals ausgestrahlt. Lange bevor Apple und Co. auf die Idee kamen - lange bevor diese Firmen überhaupt existierten - sahen die Zuschauer damals fantastische Technologien wie Handys, Bluetooth-Headsets und iPads auf der Flimmerkiste. Roddenberrys Mühsale endeten damit jedoch noch nicht. Die Kritiken waren durchmischt, die Zuschauerzahlen solide, aber stetig sinkend.
Noch während die zweite Staffel im Fernsehen lief, kam das Gerücht auf, dass es vielleicht keine dritte geben würde. Also verbündete sich Roddenberry insgeheim mit Fans und ermutigte sie, Briefe an das TV-Studio NBC zu schreiben.
Gemäss damaligen Berichten soll NBC fast 116'000 Briefe von Personen aus unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen erhalten haben. In den Briefen bedankten sich die Fans für die Serie und drückten ihren Wunsch aus, dass die Serie eine dritte Staffel erhalten solle. Gemäss einem NBC-Mitarbeiter sollen es sogar knapp eine Million Briefe gewesen sein.
Illustration zur Print-Berichterstattung der Redaktion über eine Ransomware namens Kirk. (Source: Netzmedien)
Ein Jahr später funktionierte derselbe Trick leider nicht mehr. Trotz einer erneuten Briefkampagne wurde Star Trek nach der dritten Staffel abgesetzt. Und dennoch war dies erst der Anfang des Star-Trek-Universums. Anfang der 70er-Jahre kam die erste Fortsetzung in Form einer animierten Serie. William Shatner (Kirk), Leonard Nimoy (Spock), DeForest Kelley (Dr. McCoy), James Doohan (Scotty), Nichelle Nichols (Uhura), George Takei (Zulu) und Majel Barrett (Krankenschwester Chapel, & Computerstimme der Enterprise) waren alle wieder mit dabei.
Zum richtigen Revival kam es allerdings erst 1979 mit dem ersten Star-Trek-Kinofilm. Heute zählt die Franchise 13 Kinofilme und 11 Fernsehserien - 5 der Serien sind aktuell in Produktion: Discovery, Picard, Lower Decks, Strange New Worlds und Prodigy.
Optimismus - der Grund der Langlebigkeit
Was macht dieses Universum so langlebig? Der Grund liegt wohl darin, dass der Optimist Roddenberry Star Trek als Vehikel nutzte, um seine Vision der Zukunft zu präsentieren. "The Great Bird of the Galaxy", wie er liebevoll genannt wurde, war davon überzeugt, dass in der Zukunft Vielfalt und Toleranz gefördert und Inklusivität und Gleichheit die Norm sein werden.
Die Zukunft, so glaubte er, werde eine bessere, gerechtere Welt hervorbringen - ohne Hunger, Armut, Vorurteile oder Gier. Eine Welt getrieben durch Vernunft und Wissenschaft, in der jeder Mensch stets daran arbeitet, sich selbst und den Rest der Menschheit zu verbessern. Ein Ziel, das auch 100 Jahre nach seiner Geburt und fast 30 Jahre nach seinem Tod am 24. Oktober 1991 noch so aktuell ist wie eh und je.
Astronaut Chris Hadfield liest ein Zitat von Gene Roddenberry.
Space: the final frontier. These are the voyages of the starship Enterprise. Its continuing mission: to explore strange new worlds. To seek out new life and new civilizations. To boldly go where no one has gone before!
Übrigens: Auch Jonathan Frakes, der bei "The Next Generation" den ersten Offizier William Riker spielte, feiert am 19. August seinen Geburtstag. Dieses Jahr wurde der US-amerikanische Schauspieler und Regisseur 69 Jahre alt.