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Priorat
Heute bildet das Priorat zusammen mit Rioja und Ribera del Duero die Spitze des spanischen Weinbaus. Ein typischer Wein aus dem Priorat ist konzentriert, dicht und voll mit warmer, üppiger Frucht und typischer, mineralischer Schiefernote.
Geschichte und Geografie des Priorats
Bis 1979 war das Priorat eine vergessene Weinregion. Damals waren keine 600 Hektar mehr mit Reben bepflanzt, und die ärmliche, rurale Region litt unter Abwanderung der jungen Generation. Die neue, erfolgreiche Geschichte des Priorat ist eng mit dem Namen René Barbier verbunden. Er erkannte 1979 das riesige Potenzial der Region für herausragenden Wein und rief zusammen mit Freunden das Projekt Clos Mogador ins Leben. Die Weine der abenteuerlichen Weinpioniere erregten weltweites Aufsehen, und der endgültige Durchbruch gelang 1993, als Alvaro Palacios seinen Ermitá aus dem Priorat teurer auf den Markt brachte als den damals teuerste Wein Spaniens, den Vega Sicilia, und damit Erfolg hatte. Heute bildet das Priorat zusammen mit Rioja und dem Ribera del Duero die Spitze des spanischen Weinbaus.
Das Priorat ist geprägt von engen Tälern und steilen Hügeln. Reben werden von 200 bis 1'000 Meter über Meer angebaut. Mechanisierung ist auf den steilen Terrassen nicht möglich. Weinbau ist hier noch Handarbeit. Der grösste Schatz des Priorat sind die einzigartigen Schieferböden – Llicorella genannt. Das Zentrum des Priorat ist das kleine Dorf Gratallops mit etwa 250 Einwohnern, welches 40 Kilometer westlich von Tarragona in der Provinz Katalonien liegt.
Klima
Das Klima ist trocken und warm. Es fallen kaum 400 Millimeter Regen pro Jahr. Die meisten Rebbaugebiete mit so wenig Regenfall müssen auf Bewässerung zurückgreifen. Im Priorat speichern die speziellen Schieferböden den Regen jedoch sehr gut. Die Böden sind kühl und feucht, und so kann weitgehend auf Bewässerung verzichtet werden.
Ein typischer Wein aus dem Priorat ist konzentriert, dicht und voll mit warmer, üppiger Frucht und typischer, mineralischer Schiefernote. Der Alkoholgehalt ist meist zwischen 14 und 16% Vol., wirkt aber nicht aufdringlich. Es wird fast nur Rotwein produziert.
Rebsorten
Die traditionelle Sorte ist Garnacha (Grenache), nach der Reblauskatastrophe wurde jedoch hauptsächlich Cariñena (Carignan) gepflanzt, welche heute immer noch dominiert. Auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah werden erfolgreich angebaut.
Rebfläche und Produktionsmenge
1'600 Hektar. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei 500 bis 600 Liter pro Hektar.
Karte
Ausgewählte Anbaugebiete
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