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Mein Vater klagte kurz nach Weihnachten 2014 über unerträgliche Schmerzen im rechten Grosszehengrundgelenk. Regelmässig ging er vor die Tür, um den Fuss in den Schnee zu tauchen, wodurch er eine sofortige deutliche Besserung verspürte. Da er selbst Schulmediziner ist, wollte er sofort das „altbewährte“ Mittel Colchicum einnehmen, welches jedoch in Reinform, also nicht „potenziert“, meist starke Reaktionen im Gastrointestinaltrakt hervorruft. Meine Mutter und ich dachten, das könnte der ideale Moment sein, um meinen Vater endlich von der Wirkung der Homöopathie zu überzeugen. So versteckte sie kurzerhand das Colchicum unter einem Schrank, während ich kurz in meinem Homöopathiebuch nachschlug und ihm dann – basierend auf der deutlichen Besserung durch Kälte und der gereizten Gemütsstimmung – eine Gabe des indizierten homöopathischen Mittels in der Potenz C200 verabreichte. Nach einem kurzen Mittagsschlaf kam mein Vater theatralisch stark hinkend zurück, doch mein Mann sagte zu ihm: „Jetzt sag ehrlich, ob es besser geworden ist.“ Da gab er zu: „Der Schmerz ist weg.“
Ein halbes Jahr später wurde das Mittel wieder gegeben, nachdem mein Vater während zwei Wochen erfolglos versuchte, den Gichtschmerzen mit schulmedizinischen Mitteln Herr zu werden. Hier zeigte dasselbe hoöopathische Mittel in der C30 prompte Wirkung – diesmal sogar dauerhaft, da gleichzeitig auf fleischarme Ernährung geachtet wurde. Seither gab es keine Rückfälle mehr.
Eine Bekannte bat mich, nach ihrem Mann zu sehen, da er seit einer tiefen Verletzung an der rechten Hand starke Schmerzen hatte und seit 1-2 Tagen sehr schwach war. Als ich das Haus betrat fiel mir sofort der Holzofen auf, der voll angeheizt war und eine enorme Hitze ausstrahlte. Der Patient lag im Bett und war zu schwach, um sich aufzusetzen, seine Frau musste ihm dabei helfen. Zuerst zeigte er mir die tiefe Verletzung an der rechten Hand, die bereits 3 Wochen zurücklag – nahezu ohne Heilungstendenz. Seit einigen Stunden spüre er zudem hin und wieder starke Krämpfe im Arm. Ich riet ihm, sich sofort in das nächstgelegene Spital einliefern zu lassen, was der Patient jedoch ablehnte. Nun fragte ich gezielt nach, wo er sich im Moment am liebsten aufhalte. Er berichtete, dass er sich momentan am liebsten sehr nahe am geheizten Ofen aufhalte. Auf meine Frage, ob er starke Angst habe, antwortete er zuerst mit Nein, seine Frau korrigierte ihn jedoch und erzählte, dass er kurz zuvor gesagt habe: „Ich glaube ich sterbe heute noch“. Somit waren bereits 2 wichtige Symptome für die passende homöopathische Arznei vorhanden. Glücklicherweise konnte ich zudem noch ein weiteres auffallendes Symptom beobachten, da die Frau des Patienten zwei Schüsseln mit Wasser brachte: in der einen fast kochendes Wasser, in der anderen kaltes Wasser. Nun forderte sie ihren Mann auf, die Hand abwechselnd in die eine, dann in die andere Schüssel zu tauchen. Ich war erstaunt, dass er das aushielt und fragte ihn, welche der beiden Handbäder für ihn angenehmer sei und er sagte, dass seine brennenden Schmerzen durch das heisse Wasser gelindert werden. Ich war nun sicher, dass ich das passende Heilmittel gefunden hatte, wusste jedoch nicht, ob es in diesem hochakuten Fall schnell genug wirken würde. Daher wiederholte ich meine Aufforderung sofort ins Spital zu fahren, was jedoch nach wie vor hartnäckig abgelehnt wurde. Also gab ich dem Patienten das indizierte homöopathische Mittel und liess noch eine zweite Gabe des Mittels da, die er nehmen sollte, falls sich die Symptome nach der Besserung wieder verschlimmern würden. Morgens rief der Patient an und sagte, es gehe ihm sehr gut – er habe die zweite Gabe kurz nach Mitternacht aufgrund wieder stärker werdender Schmerzen nehmen müssen (Mitternacht ist die typische Verschlimmerungszeit dieses Arzneimittels) und nun sei er nicht mehr schwach und habe keine Krämpfe mehr. Am Abend des darauffolgenden Tages gab mir der Patient zur Begrüssung die Hand – ja DIE Hand, und die Wunde war bereits fast verheilt. Dieses wunderschöne Erlebnis wird mich in meiner homöopathischen Praxis prägen!
Eine langjährige Freundin aus Studienzeiten ruft mich im Oktober 2018 völlig aufgelöst von ihrem Arbeitsort in Afrika aus an und berichtet, dass sie seit einer Woche starken Husten mit gelb-grünem Auswurf und Fieber habe. Heute wurde vom Arzt eine Bronchitis mit Rippenfellentzündung diagnostiziert und ein Antibiotikum verschrieben. Bereits im Mai 2018 habe sie eine Rippenfellentzündung gehabt, damals mit Lungenentzündung, und seither sei sie öfter mal krank gewesen. Aufgrund der Diagnose, der aktuellen Symptome, der Krankengeschichte und der Gemütssymptome verschreibe ich meiner Freundin ein homöopathisches Mittel als Einzelgabe (zwei Kügelchen) in der Potenz „C200“, zusammen mit der Beratung sie soll sich unbedingt ausruhen und die bestehenden Probleme mit ihrem Mann besprechen. Am nächsten Tag erhalte ich die whatsapp-Nachricht: „Alles ist besser. Kaum noch Rasseln auf der Lunge, der Auswurf ist jetzt durchsichtig geworden. Auch meine Laune ist viel besser.“ Drei Tage später erhalte ich noch eine Nachricht: „Jetzt ist auch der Schwindel weg gegangen. Es geht mir wieder gut, auch wenn ich noch etwas schwach bin.“
Im Dezember 2018 erhalte ich die Nachricht: „Bin schon wieder so erkältet, mit Ohrdruck, Nasenausfluss, Halsschmerzen und Husten„. Einen drohenden Rückfall der Bronchitis befürchtend schreibe ich ihr zurück, dass wir telefonieren müssten, um herauszufinden, ob eventuell dasselbe Mittel, das beim letzten Mal so gut geholfen hat, wieder indiziert sein könnte. Sie ruft mich erstaunlicherweise erst vier Tage später zurück und berichtet, sie habe das von mir erwähnte homöopathische Mittel einfach in Eigenregie eingenommen. Nach dem Mittel haben sich die Symptome stark gebessert, aber sie habe immer noch Fieber (38.5°C) und Kopfschmerzen. Ich empfehle ihr, das Fieber nicht abzusenken, sondern als heilende Reaktion des Körpers anzusehen und einige Tage im Bett zu verbringen, bis sie sich wieder ganz „fit“ fühle. So könne sich ihre Widerstandskraft auf lange Sicht verbessern und ein Rückfall verhindert werden.
Einen Tag später schreibt mir die Freundin, sie sei jetzt wieder fast gesund und habe im Internet ein geeignetes homöopathisches Komplexmittel gefunden (Produkt mit mehreren homöopathischen Mitteln in Mischung), welches „genau ihre chronischen körperlichen Symptome abdecke“. Ich erkläre ihr geduldig, dass es deshalb Homöopathen braucht, weil es eine Kunst ist, das richtige Einzelmittel zu finden und dass allein ein solches Mittel fähig ist, alle ihre chronischen Symptome nachhaltig zu heilen und auch den psychischen Zustand zu verbessern – ein Komplexmittel wird immer nur oberflächlich wirken und im schlimmsten Fall (bei wiederholter Einnahme) sogar neue Symptome auslösen.
Eine junge Frau kommt Anfang Oktober 2018 in meine Praxis und klagt über eine Blasenentzündung mit brennenden Schmerzen, die sich während des Wasserlassens verringern. Diese chronisch rezidivierende Beschwerde (immer wieder zurückkehrend) hat angefangen nachdem sie einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hatte (vor zehn Jahren). Seither hat sie ausserdem Angst, wieder schwanger zu werden, was dadurch verstärkt wird, dass keiner ihrer bisherigen Partner diesem Thema grosse Beachtung geschenkt hat. Zudem hat sie seit einem Jahr Rückenschmerzen an den Iliosakralgelenken. Nach Durchführung der kompletten Anamnese (vergangene Beschwerden und Eingriffe, Gemüts- und Allgemeinsymptome sowie Familienanamnese) verschreibe ich das indizierte homöopathische Mittel als Einmalgabe (zwei Globuli) in der Potenz „XM“ (10’000). Einen knappen Monat später berichtet die Patientin strahlend, dass sie nie mehr Blasenentzündung und Rückenschmerzen gehabt hat. Zudem habe sie mit ihrem Partner ein klärendes Gespräch betreffend Verhütung geführt, woraufhin sie sich darauf geeinigt haben, künftig mit Kondomen zu erhüten. Seither fühlt sie sich viel sicherer und auch mehr von ihm respektiert. Wir vereinbaren, dass sie sich selbst wieder bei mir melden kann, falls sie einen Rückfall der Symptome haben sollte.