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Funktionseinheit von Darm und Immunsystem
Viele Erkrankungen unklarer Ätiologie können durch Störungen des Darms verursacht sein. Als »überlastetes« Organ, das zu Beginn seiner Funktionsstörung relativ symptomarm ist, ist der Darm prädestiniert für »Ausweichphasen«, über die er reflektorisch Signale sendet.
Diese Überlastungserkrankungen imponieren oft, sodass man den ursächlichen Zusammenhang nur schwer erkennt. Bei den Verursachungsmechanismen sollte an die Funktionszeit des Dünndarms gedacht werden. Die Funktion des Darms beginnt in der Schlafphase am frühen Morgen, um etwa 03.00 Uhr. Im Verlauf des Vormittags erreicht sie ihren Gipfel, ab etwa 14.00 Uhr lässt sie spürbar nach. Gegen 19.00 Uhr arbeitet der Darm nur noch minimal. Segmentation und Peristaltik setzen nach und nach aus. Der noch vorhandene Darminhalt sitzt weitgehend fest und seine Bestandteile werden nicht mehr ausreichend aufgeschlossen und resorbiert.
Wenn die letzte Nahrungsaufnahme am Abend zu spät, zu üppig und in der Zusammenstellung ungünstig war, wird der Darminhalt in den nächsten mindestens sieben Stunden »kompostiert«, das heißt er zersetzt sich durch Vergärung, die durch Obstbestandteile, Gemüse, Salate, zuckerhaltige Speisen und Getränke sowie sich zersetzende Nahrungseiweiße ausgelöst wird. Die so entstandenen Fusel- und Fäulnisstoffe können den Organismus während der Nachtruhe erheblich belasten. Es entstehen Gase und Zersetzungsgifte, die, je nach biologischer Qualität der Nahrung, unterschiedlich toxisch wirken.
Viele der sonst gesunden und ernährungsbewusst gewählten Nahrungsmittel werden, zu später Stunde aufgenommen, zunehmend unverdaulicher. Die Mukosa des Darms, die sonst eine unüberwindbare Barriere gegen die meisten Gifte ist, wird durch diese Fäulnisvorgänge stark belastet und zunehmend mehr aufgeschwemmt und entzündlich. Die Lymphkapillaren der Darmzotten erweitern sich und erhöhen ihre Permeabilität. Der Organismus kann sich nicht mehr optimal entgiften.
Der Darm wird schrittweise zur Giftquelle. Stoffwechselschlacken und Schadstoffe können infolge der »Darmträgheit« nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Die im Darm gebildeten und ausgestreuten Schadstoffe werden zu großen Anteilen in der Lymphflüssigkeit und den Fettzellen gebunden und der Entgiftung und dem Stoffwechsel entzogen.
Gleichgewicht von Organismus und Bakterien
Es kann mühsam und langwierig sein, eine zerstörte Bakterienflora wieder aufzubauen. In vielen Fällen müssen gezüchtete Symbionten über Monate, nicht selten sogar über Jahre, eingenommen werden, weil die Darmschleimhaut sich nicht einfach mit Bakterien impfen lässt wie eine Nährstoffpalette im Labor.
Der Kontakt zwischen den siedelnden Bakterien und den Schleimhautzellen baut sich schrittweise und langfristig für eine dauerhafte Symbiose auf. Eine zufriedenstellende Neuansiedlung von Mikroorganismen im Darm kann nur gelingen, wenn bestimmte Ernährungsgrundsätze Beachtung finden.
Es ist nicht nur das Zuviel, sondern es ist meist auch nicht das Richtige, und es wird oft zur falschen Zeit gegessen. Vielen Patienten mit Darmfunktionsstörungen und Allergien ist nicht klar, dass der Abbau des industriell aufbereiteten und raffinierten Zuckers den Stoffwechsel überfordert und dass die eingespielten Hormon- und Enzymfunktionskreisläufe des Körpers nur durch erzwungene Veränderungen ihres natürlichen Ablaufs diese Aufgabe bewältigen können.
Bei der industriellen Aufbereitung vieler Nahrungsmittel werden ihnen die natürlichen Begleitstoffe entzogen, und der Organismus muss diese für ihn notwendigen Stoffe ersatzweise aus seinen Hormon-, Enzym-, Vitamin- und Mineraldepots entnehmen. Nur so kann er die Nahrung verstoffwechseln. Eine der frühesten Folgen dieser Überforderung ist eine fortschreitende Schädigung des Darmmilieus durch die Zerstörung vieler Kulturstämme und notwendiger Symbionten.
Die chronischen Entzündungen der Darmschleimhäute, die auf diese Weise ausgelöst werden können, behindern die Abwehrfunktion der intestinalen Mikroorganismen erheblich. Das System der vier Abwehrstufen, das in seiner Stabilität von den Fließgleichgewichten innerhalb der Mikrofloren abhängig ist, wird durch diese Vorgänge geschwächt.
Der Nährboden für Mykosen
Bereits in dieser Phase der eingeschränkten Immunität setzt in vielen Fällen eine Vermehrung der symbiotischen, apathogenen Candidabesiedelungen im Darm ein. Schon in diesen Phasen von Darmfunktionsstörungen, in denen meist noch keine auffälligen Laborbefunde vorliegen, sollte eine antimykotische Therapie begonnen werden.
Hat sich erst einmal eine Candidamykose ausgebreitet, kann der pilzbefallene Darm schnell zum Streuherd werden.
Das für den Pilz förderliche saure Darmmilieu, das in den meisten Fällen vorliegt, muss durch eine sofortige erhöhte
Basenzufuhr neutralisiert werden. Gute Ergebnisse werden durch die Sanum-Therapie erzielt, verbunden mit einer reduzierten Aufnahme säurebildender Nahrungsmittel.
Darüber hinaus unterstützt in diesen Fällen der Einsatz von Exmykehl-Suppositorien durch die breite Basis ihrer isopathischen Inhaltsstoffe den Körper ausreichend in seinen Abwehrfunktionen gegen eine beginnende Pilzvermehrung.
Ausweichphasen und Überlastungserkrankungen
Zu Beginn sind diese Schädigungen des Dünndarms gut »getarnt«, weil sie wenig auffällige lokale Beschwerden verursachen. Erst mit dem weiteren Fortschreiten der Funktionseinschränkungen tauchen die ersten, häufig vom Patienten wenig beachteten Anzeichen auf, wie: Völlegefühl, Meteorismus, Flatulenz und Krampfzustände des Darms.
Den Körper belasten die schlechten Ernährungsgewohnheiten zusehends mehr: Das Bindegewebe reagiert mit einer vermehrten Fetteinlagerung und quillt auf. Die Zellen, die in diesem überlasteten Milieu funktionieren müssen, reagieren mit einer chronischen Reizung und vielleicht mit ungehemmtem Wachstum. Diese Intoxikation des Gewebes täuscht in bestimmten Phasen Erkrankungen vor, die vom überlasteten Organismus als Ausweichphasen eingesetzt werden.
Der Körper versucht, anfallende Gifte abzuleiten, um das toxische Terrain zu entlasten und damit den Ausbruch einer stark entzündlichen Reaktion oder einer Neoplasmaphase hinauszuzögern. Viele therapieresistente und chronische Leiden tarnen sich auf diese Art. Die Zusammenhänge sind oft unklar und schwer zu diagnostizieren, weil eine spezielle Erkrankung mit eigenem Beschwerdebild zu auffällig imponiert.
Aus diesem Grunde schenkt man auch als Therapeut der Möglichkeit einer kausalen Vernetzung nicht immer genügend Beachtung. Kommen die Patienten mit eindeutig darmspezifischen Beschwerden und einem scheinbar eigenständigen Krankheitsbild in die Praxis, ergibt sich der Hinweis auf einen möglichen kausalen Zusammenhang eher.
Häufig ist es so, dass eine eigenständige, in gewissen Zeitabständen rezidivierende Erkrankung vorliegen kann, die nicht selten durch eine zunehmende Therapieresistenz Probleme macht. Hier ist eine kausale Verkettung und reflektorische Darmfunktionsstörung nicht sofort auszumachen.
Die Schwächung der unspezifischen Abwehr
Vom Darm ausgelöste Allergien sind oft Pan-Allergien, und die betroffenen Patienten sind gegen so viele Stoffe überempfindlich, dass eine spezifische Hyposensibilisierung nur wenig Aussicht auf dauerhaften Erfolg haben kann. Die Austestung einzelner Allergene ergibt wenig Sinn, wenn das Immungesamtsystem durch eine eingeschränkte Darmfunktion gestört ist. Eine rein symptomatische Behandlung dieser »Überlastungserkrankungen« hat nur geringe Erfolgsaussichten, denn dem Organismus wird durch eine Unterdrückung der Symptome eine wichtige Entgiftungsmöglichkeit genommen. Er wird gezwungen, seine Schadstoffe zurückzubehalten und wird damit aufgefordert, eine Zellreaktion vorzubereiten.
Sinnvoller ist es, den erkrankten Darm gründlich zu sanieren, ihm schrittweise zu ermöglichen, seine Funktionen wieder aufzunehmen und seine lange aufgestauten Schlacken und Giftstoffe auszuleiten. Insbesondere Organe mit Bakterienansiedlungen leiden permanent unter den Störungen: chronische Nasenraum- und Nasennebenhöhlenentzündungen sind nicht selten eine reflektorische Ausweichphase des behinderten Darmstoffwechsels. Auch chronische Atemwegserkrankungen, wie Bronchitis allergica oder asthmatische Bronchitiden, können ebenso dazugehören sowie Ekzeme, die oft einen direkten Bezug zu asthmatoiden Beschwerden haben.
Neurodermitis
Die Neurodermitis ist die häufigste der vom Darm ausgelösten Erkrankungen. Bei diesem Krankheitsbild versuchen der überlastete Darm und die Leber auf massivste Art, Schad- und Giftstoffe über die Haut auszuleiten. Die Haut kann als ein Parameter für den Zustand des Darms und der Leber angesehen werden. Darmsanierung und Entgiftung sind bei Neurodermitis die vorrangigen therapeutischen Schritte.
Weitere darmspezifische Krankheitsbilder
Reaktionen jeder Art sind möglich: Dermatosen, chronische Eiterungen, starke Schweiße, neuralgische Schmerzen, Muskelirritationen. Auffällig können auch Haut- und Schleimhautmykosen sein. Verstärkte Exkretionsphasen, wie chronische Durchfälle, die der Organismus zur Ableitung von Toxinen benutzt, sind als Ausweichphasen verdächtig.
Therapie
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die bei einer Darmerkrankung in Frage kommen.
Eine Darmsanierung ist das, was aus naturheilkundlicher Sicht bei fast allen allergischen Erkrankungen gut und nachhaltig wirkt.
Meiden Sie vor allem Zucker- und Weißmehlprodukte, aber auch Industrie-Schweinefleisch in jeder Form (auch Würste). Ebenfalls meiden sollten Sie Milch.
Organotrope Therapie
Bei der organotropen Therapie geht es darum, geschwächte Organe zu unterstützen.
Pflanzenheilkunde: es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Homöopathisch: aufbereitete mineralische, pflanzliche oder Organbestandteile werden nach einem bestimmten Verfahren potenziert, d. h. aufbereitet, verdünnt und verschüttelt.
Orthomolekulare Therapie: mit den passenden Vitaminen, Mineralstoffen, Amino- und Fettsäuren wird eine Unterstützung der betroffenen Organe angestrebt.
Personotrope Therapie
Anders als bei der organotropen Therapie geht es nicht um die einzelnen Organe, sondern um den ganzen Menschen. Es werden bei der personotropen Therapie die Konstitution und damit die Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützt. Die schulmedizinische Diagnose spielt hierbei keine Rolle, sondern die Ausprägungen des körperlichen Abwehrsystems.
Im Folgenden finden Sie naturheilkundliche und Alternative Therapieverfahren, die in kommen.
Die homöopathische Behandlung:
In einer ausführlichen Anamnese (Krankengeschichte) versucht der Homöopath, den Patienten als Ganzes in all seinen Lebensbereichen zu erfassen und alle Symptome und bisherigen Erkrankungen zu ordnen. Anhand dieser Gesamtheit der Symptome, wird anschließend das homöopathische Mittel bestimmt, das in seinem Arzneimittelbild die beste Übereinstimmung mit den Symptomen des Patienten aufweist. Eine homöopathische Behandlung von chronischen Krankheiten wird auch als Konstitutionsbehandlung bezeichnet.
Die phytotherapeutische Behandlung:
Es werden stabilisierend und regenerativ wirkende Pflanzen eingesetzt. Da es eine große Auswahl gibt, wird die beste Pflanze für jedes Organ bestimmt.
Akupunktur:
Diese Therapieform ist geeignet, Energien wieder zum fließen zu bringen. Sie basiert auf der Akupunktur-Lehre.
Wichtig: Der Säure-Basen-Haushalt und das Thema "Übersäuerung" kann bei vielen akuten und chronischen Beschwerden eine Rolle spielen!
Abraten möchte ich vor Versuchen der Selbstbehandlung. Es geht hier nicht darum, mal eben schnell ein Symptom aus dem Weg zu räumen, sondern um die Stimulierung regulatorischer Prozesse tief im Organismus. Hier ist unbedingt ein Fachmann gefragt, der nach gründlichem, mehrjährigem Studium der klassischen Homöopathie in der Lage ist, das passende Einzelmittel auszuwählen und den Verlauf der Therapie zu beurteilen. Generell gibt es hunderte von potentiell wirksamen Arzneien für diese Krankheit. Davon werden mindestens zwei Duzend besonders häufig mit Erfolg eingesetzt. Aber im jeweiligen Einzelfall ist es immer ein bestimmtes Mittel oder eine ganz bestimmte Mittelfolge, die dem Patienten hilft, seine Schwierigkeiten besser zu meistern. Die Veränderungen, die auf das Mittel eintreten sind oft sehr subtil und für den Laien schwer zu beurteilen.
Bei der homöopathischen Behandlung geht es nicht darum, in die Persönlichkeit des Patienten einzugreifen. Wir alle haben unsere größeren oder kleineren Schwachstellen, die ein Teil unserer Individualität sind und uns von allen anderen Menschen abheben. Nur indem wir lernen, diese zu akzeptieren, können sie unser Leben bereichern. Dagegen beschneidet der Versuch, menschliches Verhalten in Schablonen zu pressen, unser Selbst und macht uns ärmer und kränker. Daher kann es nicht unser Ziel sein, nur ein besseres „Funktionieren“ des Patienten durch reine Symptomenunterdrückung zu erreichen.