Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03202.jsonl.gz/1123

Die Lebensmittelsensorik ist eine interdisziplinäre wissenschaftliche Disziplin. Sie umfasst die Beschreibung, Messung und Interpretation der mit den menschlichen Sinnesorganen wahrnehmbaren Eigenschaften eines Produktes. Dabei dient der Mensch, vergleichbar zu anderen Laborgeräten, als Messinstrument. In der Sensorik werden zwei verschiedenen Typen von Prüfungen unterschieden. In der analytischen oder objektiven Sensorik gilt es möglichst neutrale und wertfreie Daten zu generieren, die mit einem chemischen oder physikalischen Messgerät vergleichbar sind. Demgegenüber steht bei der sogenannten hedonischen Beurteilung der subjektive Eindruck, wie beispielsweise die Beliebtheit oder die Präferenz eines Produktes im Vordergrund. Entsprechend wird auch zwischen zwei verschiedenen Typen von sensorischen Prüfpersonen unterschieden. Für objektive Prüfungen werden spezifisch geschulte und trainierte Personen eingesetzt, während für subjektive Fragen ungeschulte Konsumenten eingesetzt werden.
Sensorische Eigenschaften sind wesentliche Faktoren in der Qualitätsbeurteilung von Lebensmitteln. Innerhalb von Agroscope arbeiten und forschen wir in der Sensorik als integrativer Bestandteil der Qualitätskette vom „Feld auf die Gabel“ sowie bei der Umsetzung von Konsumentenbedürfnissen auch von der „Gabel zum Feld“. Agroscope verfügt über mehrere trainierte interne Panels (Gruppe von Prüfpersonen). Diese sind spezifisch auf die verschiedenen bei Agroscope im Vordergrund stehenden landwirtschaftlichen Produkte (Fleisch, Früchte und Gemüse, Honig, Käse, Milchprodukte, Wein) geschult. Eine Hauptaufgabe besteht darin, mittels beschreibenden Prüfungen sogenannte sensorische Produktprofile zu erstellen. Diese Ergebnisse liefern wichtige Informationen über den Einfluss bestimmter Produktionsverfahren und/oder –Parameter auf die sensorisch wahrnehmbaren Eigenschaften. Bei Bedarf werden ergänzende Konsumententests durchgeführt, die Aussagen über Präferenzen und Abneigungen ermöglichen. Das Verknüpfen von Konsumentendaten mit Ergebnissen der Sensorik und Daten aus chemisch-physikalischen Untersuchungen, mittels multivariater statistischer Methoden, liefert Informationen darüber, welche Faktoren und Inhaltsstoffe die Konsumentenakzeptanz massgeblich beeinflussen. Die Identifikation dieser Schlüsselfaktoren begünstigt hierbei eine Qualitätssteigerung und Differenzierung von landwirtschaftlichen Produkten im In- und Ausland.