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Organisiert von der Humanitären Hilfe des Bundes haben 15 Lastwagen mit Hilfsgütern heute die Stadt Donetsk im Osten der Ukraine erreicht. Nach mehrstündiger Fahrt von Dnipropetrovsk durch Gebiete beiderseits der Kontaktlinie brachte der Hilfskonvoi rund 300 Tonnen Chemikalien in die Wasserwerke Donetsk. Die Chemikalien – hauptsächlich Aluminiumsulfat – werden für die Aufbereitung von Trinkwasser benötigt und wurden heute unmittelbar nach der Ankunft in die Wasserwerke Donetsk eingespeist, um die Bevölkerung beider Seiten der Kontaktlinie mit sauberem Trinkwasser beliefern zu können. Die Humanitäre Hilfe des Bundes organisierte diese Lieferung, da das Trinkwasser im Konfliktgebiet aufgrund mangelnder Desinfektionsmöglichkeiten nicht mehr den Normen entspricht und für die Ausbreitung von Krankheiten wie etwa Hepatitis A verantwortlich ist.
Dieser humanitäre Konvoi, der vom Delegierten des Bundesrates für humanitäre Hilfe, Manuel Bessler, begleitet wird, ist der erste seiner Grösse, welcher die Kontaktlinie zwischen regierungs- und nichtregierungskontrolliertem Gebiet seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Region überquert. Zum ersten Mal auch hat die Regierung in Kiew mit einem Drittstaat bei der Durchführung einer grossangelegten Hilfsaktion durch das regierungskontrollierte Gebiet und das nichtregierungskontrollierte Gebiet zusammengearbeitet.
Ergänzend zu den Programmen, die die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO seit langem in der Ukraine unterstützen, engagiert sich die Humanitäre Hilfe des Bundes seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine Anfang 2014 beidseits der Kontaktlinie. Dabei konzentrierte sie sich zunächst auf die finanzielle und personelle Unterstützung multilateraler Organisationen (UNHCR, WFP, IKRK), die beidseitig der Kontaktlinie tätig sind.
2015 stellt die Humanitäre Hilfe zusätzlich ein Budget von CHF 3 Mio. für vier bilaterale Aktionslinien zur Verfügung, welche der notleidenden Bevölkerung zugutekommen. Neben der Hilfe zur Trinkwasseraufbereitung ermöglicht die Humanitäre Hilfe der Schweiz Nothilfe für Meistbedürftige, welche über die tschechische Partnerorganisation „People in Need“ zum Beispiel durch die Reparatur von beschädigten Wohnhäusern geleistet wird. Sie unterstützt ausserdem die Lieferung von Medikamenten und medizinischem Verbrauchsmaterial in das nichtregierungskontrollierte Gebiet, sowie auch die Lieferung von medizinischen Apparaten in die regierungskontrollierte Region. Um die Koordination und die Effizienz der humanitären Hilfe vor Ort zu verbessern, stellt die Schweiz Experten des Schweizerischen Korps für Humanitäre Hilfe dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, UN-OCHA) zur Verfügung und leistet ausserdem einen Finanzbeitrag an die WHO von CHF 500‘000.