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Das Exposé einer Seminararbeit konkretisiert das Forschungsvorhaben und bringt es in eine provisorische Struktur. Es dient als Beratungsgrundlage für Betreuer und ermöglicht dir, den Schreib- und Rechercheprozess zu organisieren. Hier erfährst du, wie du ein Exposé verfasst, das deine wissenschaftliche Arbeit nachhaltig fördert.
Definition: Exposé der Seminararbeit
Das Exposé ist ein zu Planungszwecken erstelltes Dokument. Es dient dazu, den Aufbau der Seminararbeit zu entwickeln, eine zentrale Forschungsfrage zu explizieren und das Thema in Form eines kurzen Fließtextes zu erläutern und einzugrenzen. Es ist an keine feste Form gebunden, besteht jedoch meistens aus einem provisorischen Inhaltsverzeichnis (der geplanten Arbeit), einem Einleitungstext und einer Übersicht zur gesammelten Forschungsliteratur.
Das Exposé einer Seminararbeit hilft Studierenden und Wissenschaftlern, ihr Forschungsvorhaben zu strukturieren und mit Kommilitonen und Betreuern in den Diskurs zu treten. In der wissenschaftlichen Praxis werden Exposés auch dazu genutzt, Forschungsprojekte zugunsten wissenschaftlicher Kooperationen und Fördermaßnahmen vorzustellen und zu bewerben. Das Exposé ist für die Seminararbeit nicht zwingend erforderlich, erleichtert jedoch die Kommunikation und sorgt für gezieltere Hilfe von Betreuern und Kommilitonen. 1
Exposé der Seminararbeit: Relevanz
Neben der fachlichen Kompetenz prüfen Seminararbeiten die Fähigkeit zur Selbstorganisation. Das Exposé der Seminararbeit klärt viele projekthemmende Fragen im Vorhinein. Durch eine erste Gliederung gewinnst du einen Arbeitsplan, der das Forschungsprojekt in Etappen unterteilt. Anstatt mit der Ungewissheit zu operieren, wie umfangreich der nächste Arbeitsschritt sein wird (und worin dieser bestehen soll), kannst du die gesamte Seminararbeit komfortabel in deinen Zeitplan einpflegen. Das reduziert nicht nur den Arbeitsstress, sondern gewährleistet zugleich den roten Faden des Projekts. Ferner trägt die Formulierung des Exposé-Textes nachhaltig dazu bei, ein Bewusstsein für den eigenen Themenbereich zu entwickeln, seine Grenze einzuhalten und (gegebenenfalls schon beim Verfassen) neue Schreib- und Forschungsimpulse zu erlangen.
Darüber hinaus schafft das Exposé einer Seminararbeit die optimale Grundlage, um sich dezidiert über das Forschungsvorhaben auszutauschen. Es wirkt professionell und ermöglicht deinen Betreuern, dich effektiv zu unterstützen. Bedenke: Seminararbeiten sind keine Klausuren, sondern wissenschaftliche Projekte. Das bedeutet, dass du ihre Qualität (und Bewertung) zu weiten Teilen bereits vor der Abgabe sicherstellen und optimieren kannst. 2
Exposé der Seminararbeit: Vor- und Nachteile
Vorteile
- grundlegende Strukturierung der Arbeit, die den roten Faden und einen übersichtlichen Zeitplan ermöglicht
- Reflexion des eigenen Themas zugunsten neuer Impulse
- sehr gute Kommunikationsgrundlage für Beratungsgespräche
Nachteile
- zusätzlicher zeitlicher Aufwand (der allerdings späteren Schreibblockaden und Unsicherheiten vorbeugt)
- Betreuer haben manchmal keine zeitlichen Ressourcen, um sich umfassend mit einem Exposé auseinanderzusetzen (das sollte dich jedoch nicht davon abhalten, trotzdem eines zu verfassen)
- erfordert bereits konkrete Ideen zum Forschungsvorhaben
Exposé der Seminararbeit: Struktur & Umfang
In den nächsten Abschnitten findest du Informationen zu allen Bestandteilen des Exposés. Das Exposé einer Seminararbeit muss nicht alle aufgeführten Elemente enthalten. Je mehr du berücksichtigst, desto vielfältiger kannst du das Exposé einsetzen.
Exposé der Seminararbeit: Vorbereitende Schritte
Das Exposé einer Seminararbeit fußt auf wissenschaftlicher Vorarbeit. Beachte, dass das Exposé Planungszwecken dient und keine eigene Prüfungsleistung darstellt. Je mehr Vorarbeit du leistest, desto hilfreicher wird das Exposé später sein – es sollte jedoch nicht die eigentliche Seminararbeit überschatten.
- Überlegungen und schriftliche Reflexionen, um den Themenbereich einzugrenzen und eine Fragestellung zu entwickeln
- Recherchiere nach Forschungsbeiträgen zum betreffenden Thema
- Exzerpte von Texten aus der Sekundärliteratur anfertigen
- Relevanz der Forschungsfrage sicherstellen
- geeignete Methoden zur Beantwortung der Forschungsfrage finden
- formale Fragen (Layout, Abgabetermin etc.) klären
Exposé der Seminararbeit: Umfang
Das Exposé der Seminararbeit sollte 2 bis 4 Seiten umfassen. Sollte das Forschungsvorhaben besonders umfangreich sein oder besondere Anforderungen stellen, kannst du diese Zahl nach oben korrigieren. Das provisorische Literaturverzeichnis, in dem du die recherchierte Forschungsliteratur angibst, beschränkt sich nicht auf diesen Rahmen.
- 2 bis 4 Seiten Fließtext
- separates Literaturverzeichnis mit der recherchierten Forschungsliteratur
- gegebenenfalls größerer Umfang, wenn der Betreuer eine umfassendere Einführung ins Thema benötigt
Exposé der Seminararbeit: Aufbau
- Deckblatt
- Geplantes Inhaltsverzeichnis
- Einführung ins Thema
- Hinweise zum aktuellen Forschungsstand
- Herleitung der Forschungsfrage
- Erläuterung der Methodik
- Aufbau der Arbeit erklären
- Zeitplan erstellen
- Recherchierte Forschungsliteratur
1. Deckblatt
Durch das Deckblatt können Leser das vorliegende Dokument als Exposé einer Seminararbeit identifizieren. Außerdem gibt es Auskunft über den Arbeitstitel des Forschungsprojekts. Es enthält neben dem Arbeitstitel auch den Namen des Verfassers, des Betreuers sowie der Universität und des Fachbereichs.
2. Geplantes Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis enthält die geplante Gliederung der Seminararbeit. Es sollte sich in eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss unterteilen. Die Einleitung sollte Aufschluss über das Thema der Arbeit, die zentrale Forschungsfrage und die verwendete Methodik bieten. Der Hauptteil besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil erläutert Begriffe, Methoden, den Analysegegenstand und Beiträge aus der aktuellen Forschung. Der praktische Teil führt die erläuterte Methodik durch und liefert Ergebnisse zur Beantwortung der Forschungsfrage. Im Schlussteil werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Forschungsfrage dezidiert beantwortet.
Im provisorischen Inhaltsverzeichnis sollte klar ersichtlich sein, welche Kapitel eine inhaltliche Einheit bilden. Ferner kannst du hier bereits den geplanten Umfang der einzelnen Kapitel angeben, um zu prüfen, inwieweit du den gesetzten Rahmen einhalten kannst und/oder mit welchem Arbeitsaufwand die einzelnen Etappen verbunden sind.
3. Einführung ins Thema
Du beginnst den Fließtext des Exposés mit einer Einführung ins Thema. Mache deutlich, warum es deine Aufmerksamkeit erregt hat und inwiefern es für die Forschung relevant ist. Liefere außerdem eine kleine bis mittelgroße Erläuterung, die es themenfremden Lesern ermöglicht, dein Forschungsfeld nachzuvollziehen.
4. Hinweise zum Forschungsstand
Nachdem du in das Thema eingeführt hast, führst du (möglichst) aktuelle und einflussreiche Thesen oder jüngere Studien an, die sich bereits mit dem Forschungsfeld auseinandergesetzt haben.
5. Herleitung der Forschungsfrage
Konkretisiere dein Forschungsvorhaben, indem du es in einer zentralen Forschungsfrage zusammenfasst. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage ist das Ziel deiner Seminararbeit. Alle weiteren Inhalte messen sich daran, inwiefern sie die Beantwortung der Forschungsfrage unterstützen.
6. Erläuterung der Methodik
Wenn möglich, sollte das Exposé der Seminararbeit bereits angeben, mit welcher Methodik du die Forschungsfrage beantworten möchtest. Beschreibe deine Herangehensweise und orientiere dich dabei am Handwerkszeug deines Fachbereichs.
7. Aufbau der Arbeit erklären
Der Fließtext des Exposés schließt damit, dass du die einzelnen Bestandteile der Seminararbeit anführst und darlegst, wie sie miteinander verbunden sind. Im Idealfall kannst du den verfassten Exposé-Text später als Einleitung deiner Seminararbeit verwenden.
8. Zeitplan erstellen
Wenn du möchtest, kannst du dein Exposé um einen Zeitplan erweitern. Dieser gibt an, wie viele Tage/Wochen die einzelnen Arbeitsschritte des Forschungsprojekts beanspruchen sollen.
9. Recherchierte Forschungsliteratur
Am Ende des Exposés steht eine alphabetische Auflistung der Forschungsliteratur, die du für die Seminararbeit verwenden möchtest.
Exposé der Seminararbeit: Tipps
Wenn du das Exposé der Seminararbeit sorgfältig gestaltest, lassen sich einzelne Elemente für den Seminararbeitstext übernehmen. Dadurch sparst du viel Zeit. Das gilt insbesondere für das Deckblatt und die Einleitung. Wichtig ist jedoch, das Exposé vorrangig in seiner Funktion als Planungswerkzeug aufzufassen. Wenn es dir bei der Durchführung deines wissenschaftlichen Projekts im Weg steht, solltest du es ändern oder verwerfen.
- Schreibe das Exposé der Seminararbeit so, dass du Textbestandteile und Formate für die Seminararbeit übernehmen kannst.
- Lass dich nicht vom Exposé behindern. Ändere es zur Not!
- Berücksichtige, dass Leser eine Einführung ins Forschungsfeld benötigen.
- Formuliere gegebenenfalls Probleme, die du bei deiner Planung noch nicht klären konntest und/oder weitere Recherchevorhaben.
Studium vs. Schule
Bisweilen verlangen Lehrer ein Exposé für die Facharbeit. Diese Form des Exposés unterscheidet sich nur geringfügig von ihrem akademischen Äquivalent.
Akademisches Exposé
- wissenschaftliche Erläuterung der Forschungsabsicht
- Projektplan mit zentraler Fragestellung und fachwissenschaftlicher Methodik
- dezidierte Gliederung
- Hinweise zum aktuellen Forschungsstand
Schulisches Exposé
- Interesse am Thema
- zentrale Fragestellung mit geringerem Anspruch an die Methodik
- Gliederung, weniger umfangreich als im Studium
- einzelne Quellen aus der Sekundärliteratur
Häufig gestellte Fragen
Das Exposé der Seminararbeit ist eine wissenschaftliche Absichtserklärung. Es hält fest, welches Thema die Seminararbeit behandelt, welche zentrale Forschungsfrage ihr zugrunde liegt, warum sie Relevanz für den Forschungsdiskurs hat und gegebenenfalls, nach welcher Methodik und mit welcher Fachliteratur das Projekt operieren wird. Darüber hinaus enthält das Exposé der Seminararbeit eine erste Gliederung der Arbeit.
Das Exposé einer Seminararbeit sorgt für einen strukturierten Arbeitsprozess. Außerdem dient es gegenüber Kommilitonen und Betreuern als Gesprächs- und Beratungsgrundlage, indem es einen kurzen Überblick über das Forschungsprojekt verschafft.
Ein Exposé ist (wenn nicht explizit vom Betreuer gefordert) nicht zwingend erforderlich, um eine Seminararbeit zu verfassen.
Es gibt keine festgeschriebene Länge für ein Exposé. Es sollte sich jedoch auf die wichtigsten Bestandteile des Forschungsprojekts beschränken und diese in einem Einführungstext und einer provisorischen Gliederung zusammenfassen. Das Exposé einer Seminararbeit ist üblicherweise 2 bis 4 Seiten lang.
Die zentrale Forschungsfrage ist die Fragestellung, die zu Beginn einer wissenschaftlichen Arbeit aufgeworfen und am Ende (durch eine Analyse) beantwortet werden soll. Alle Inhalte der Arbeit richten sich an der zentralen Forschungsfrage aus. Daher ist es wichtig, sie im Exposé der Seminararbeit festzuhalten.
Quellen
1Universität Frankfurt am Main: Merkblatt: „Exposé zur Hausarbeit“, in: Uni-frankfurt.de, o.D., [online] https://www.uni-frankfurt.de/48428765/Merkblatt_Expos%C3%A9_zur_Hausarbeit.pdf (abgerufen am 15.03.2023)
2Universität Hanburg: Handreichung Exposé, in: Ew.uni-hamburg.de, 2011, [online] https://www.ew.uni-hamburg.de/ueber-die-fakultaet/personen/lengyel/-files/handreichung-expose.pdf (abgerufen am 15.03.2023)