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Die Bracke arbeitet die Spur des Hasens oder des Fuchses und treibt ihn dabei wieder zurück in seinen eigentlichen Dickungen oder innerhalb davon gelegene kleine Lichtungen, die Wildtiere als Ruheraum und Schutzraum aufsuchen. wo der Jäger auf ihn abpasst.
Brackieren bedeutet, die Spur des Wildes spurlaut (mit lauter Stimme) zu verfolgen und es dann in einem grossen Bogen dem Jäger zuzutreiben. Diese Arbeit wird vorwiegend in Bergrevieren durchgeführt und erstreckt sich über eine längere Zeitdauer. Für diese Arbeit ist eine starke Passion und Ausdauer des Hundes gefragt. Eingesetzt werden hier vor allem Laufhunde, auch der Beagle eignet sich dafür bestens. Stöbern nennt man grundsätzlich die Arbeit vor dem Schuss.
Das Brackieren ist die ursprünglichste aller Jagdarten bei denen Hunde eingesetzt werden. Sie hat hat in der Schweiz eine lange Tradition.
Andere Begriffe: Laute Jagd, Brackierjagd, Brackenjagd oder Brackade
Entstehung
Grundsätzlich gab es drei Arten, mit Bracken zu jagen, die alle bereits in der Antike und im Mittelalter ausgeübt wurden: Die Parforcejagd, die Treibjagd und die Riemenarbeit (Vorsuche, Lancieren und Nachsuche auf krankes Wild).
Parforcejagd
Bei der Parforcejagd wird eine Brackenmeute auf der Fährte eines bestimmten Wildes angesetzt. Die Bracken jagen es, durch berittene Jäger unterstützt, solange, bis es eingeholt ist oder sich ermüdet vor der Meute stellt. Diese Jagdart wurde bereits von den Kelten entwickelt. Die Bezeichnung Parforcejagd kam erst in der Neuzeit auf. Die Parforcejagd ist streng genommen keine Hetze, da die Hunde nur mit der Nase jagen. Sie sind langsamer als das Wild, ermüden es aber durch ihre überlegene Ausdauer.
Die Parforcejagd gewann im 17. und 18. Jh. an den Fürstenhöfen Europas grosse Bedeutung. Vorbildlich war die „Chasse Royale“ im absolutistischen Frankreich. Sie erforderte einen ernormen Aufwand an Hunden, Pferden und Jagdpersonal. Meuten von mehreren hundert Bracken waren nicht ungewöhnlich. So besass der Herzog von Zweibrücken in der zweiten Hälfte des 18. Jh. über tausend Hunde, die in Kompanien eingeteilt waren.
Die Jagd galt in erster Linie dem starken Hirsch; es wurden aber auch Wildschweine und Wölfe „forciert“. Die ungeheuren Kosten führten in Deutschland schon bald wieder zur Abschaffung der Parforcejagd. Heute spielt diese Jagdart nur noch in Westeuropa eine Rolle. In Frankreich ist sie am weitesten verbreitet. Hier gibt es noch etwa 200 Equipagen (Jagdgesellschaften), die die „Grosse Jagd“ auf Hirsch, jagdlicher Oberbegriff für Wildschweine und Rehwild und die „Kleine Jagd“ auf Fuchs und Hase ausüben. In England und Irland wird dagegen vornehmlich der Fuchs mit der Brackenmeute gejagt (Foxhunting). In der Schweiz und in Deutschland ist die Parforcejagd seit aus ethischen Gründen verboten.
Treibjagd
Bei der Treibjagd mit Bracken ersetzen die Hunde die Treiber. Sie sollen das Wild aufspüren und laut jagend den Jägern zu treiben. Dabei wird der Jagdakt durch den Einsatz von Netzen, Waffen, insbesondere Schusswaffen, oder durch Hetzhunde (Windhunde, Packer oder Kreuzungen aus diesen) beendet.
Mit der Verbesserung der Schusswaffen entwickelte sich seit dem 16. Jh. eine ganz spezielle Jagdart, das Brackieren auf Hase und Fuchs. Diese Jagdmethode beruht auf der Standorttreue des Haarwildes. Die Bracken sollen das Wild aufspüren und es solange spurlaut jagen, bis es zu seinen alten Einständen zurückkehrt. Hier kann es von den an den bekannten Pässen anstehenden Schützen erlegt werden. Für diese Form der Brackenjagd ist das „Wenden“ und „Zurückbringen“ des Wildes charakteristisch. Von den Hunden verlangt diese Jagdart feinste Nase, enormen Spurwillen und lockeren Spurlaut. Da die Bracke langsamer ist als das gejagte Wild und diesem nur mit Hilfe ihrer Nase folgt, also ohne Sichtverbindung, stellt das Brackieren keine Hetzjagd dar.
Zum Bestätigen und Lancieren von Wild, meist Rotwild, wurde der Leithund verwendet. Mit seiner Hilfe wurde die Fährte am Hängeseil sorgfältig ausgearbeitet. Im Gegensatz zu den anderen Bracken durfte der Leithund dabei nicht laut werden. Die Leithundarbeit war bereits bei Griechen, Römern und Kelten bekannt. Mit der Parforcejagd, bei der die Meute nicht frei sucht, sondern auf einer zuvor bestätigten Fährte angesetzt wird, gewann sie besondere Bedeutung. Sie entwickelte sich zu einer hohen Kunst, die nur wenige hirschgerechte Jäger, die „Besuchsknechte“ (von „suchen“) beherrschten. Aus der Arbeit auf der Gesundfährte leitet sich die Riemenarbeit mit dem Schweißhund ab. Der Leithund war ursprünglich eine besonders ruhige, feinnasige und fährtentreue Bracke aus der Meute. Seit dem Mittelalter entwickelte er sich zu einer eigenständigen Rasse. Bezeichnenderweise waren die alten Leit- und später auch die Schweißhunde genau wie die Bracken gezeichnet: Weisser Fang mit Blässe, Halsring und Bauch, weisse Beine von vierfüssigem Wild und Rutenspitze. So bildet Johann Elias Ridinger (1689-1767) einen „Leithund“ ab, der sich nur durch schweren Kopf und starke Knochen von seinem „Schweisshund“ unterscheidet, der stark der heutigen Deutschen Bracke ähnelt.
In Frankreich spielt die Leithundarbeit in Verbindung mit der Parforcejagd auch heute noch eine wichtige Rolle. Hier entwickelte sich aber, anders als in Deutschland, keine eigenständige Leithundrasse. Der „Limier“ ist vielmehr der ruhigste und fährtensicherste Hund der Meute, der zur Leithundarbeit besonders befähigt ist.
Aus den Leithunden sind durch Einkreuzung verschiedener Brackenformen die heutigen Schweisshunde entstanden. Beim Hannoverschen Schweisshund unterscheidet man noch heute den schwereren „Leithundtyp“ vom leichteren „Brackentyp“.
Anforderungen an den Hund
Das spur- und fährtenlaute Verfolgen von Haarwild vor dem Schuss gehört zu den Hauptaufgaben der Rassengruppe, die auch „Laufhunde“ oder „jagende Hunde“ genannt werden. Aufgrund ihrer feinen Nase und ihrem ausgeprägten Finderwillen können sie darüber hinaus auch auf der Schweissfährte Hervorragendes leisten.
Langjager sind nicht geeignet, da ein Trieb etwa 20 Minuten dauert und der Hund nach dem Abblasen wieder zurückkommen sollte.
Ausserdem ist ein Langjager durch das Zurücklegen von weiten Distanzen und dem damit verbundenen Überqueren von verkehrsreichen Strassen besonders gefährdet.
Typische Hunde, welche bei uns für die Bewegungsjagden eingesetzt werden sind:
- Schweiz. Niederlaufhunde
- Spaniels
- Wachtelhunde
- Dachsbracken
- Jagdterrier
- Jack-Russel-Terrier
- Dackel
Das Haupteinsatzgebiet der Bracken liegt heute demgegenüber bei den grossräumigen Bewegungsjagden auf Rotwild und wehrhaftes Schwarzwild. Hier arbeiten sie selbständig und ausdauernd, wovon der Erfolg dieser Jagdart entscheidend abhängt.
Dabei jagen alle Bracken in der Regel als Solojäger und nicht in der Meute, lediglich an gestelltem Wild arbeiten sie zusammen.
Brackieren heute
In der Schweiz wird fast ausschliesslich mit einheimischen Lauf- und Niederlaufhunden brackiert.
Schweizer Brackenrassen
Die Bedeutung der Jagd mit Bracken in der Schweiz ist relativ gering. Die meist relativ kleinen Jagdreviere sind für diese Form der Jagd nicht geeignet.
Für die Laute Jagd dürfen Hunde vom 1. Oktober bis 15. Dezember eingesetzt werden