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Hormonelle Kontrazeptiva bei Übergewicht weniger verlässlich
Das Problem Übergewicht nimmt gemäss Statistiken der Schweiz und anderer Länder seit Jahren zu. Eine Cochrane Review hat untersucht, wie sich Übergewicht und Adipositas auf die Effektivität von hormonellen Kontrazeptiva auswirkt.
Die Studienautoren durchsuchten die Datenbanken Medline, Central, Popline, Embase, ClinicalTrials.gov und ICTRP nach Studien, welche irgend ein hormonelles Kontrazeptivum auf seine Effektivität in Bezug auf die Schwangerschaftsverhütung untersuchten und Angaben zu Gewicht oder BMI der eingeschlossenen Frauen enthielten. Primärer Endpunkt war das Risiko für eine ungewollte Schwangerschaft in Abhängigkeit vom Gewicht oder BMI.
7 Berichte mit Daten zu 11 Studien bei 39'531 Frauen wurden in der Review berücksichtigt. Eine von drei Studien mit Angaben zum BMI zeigte für zwei orale Kombinationspräparate ein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko bei einem BMI > 25 (OR 1.91 im Vergleich zu einem BMI < 25). Bei Hormonpflastern und einem Vaginalring bestand eine signifikante Assoziation zwischen Gewicht, jedoch nicht zwischen BMI und ungewollten Schwangerschaften. Bei hormonellen Implantaten liessen die Resultate lediglich einer von drei Studien auf eine eingeschränkte Sicherheit bei höherem Gewicht schliessen. Die Wirksamkeit einer Hormoninjektion war nicht vom Gewicht abhängig.
Konklusion der Autoren: Hormonelle Kontrazeptiva scheinen bei Übergewicht teilweise weniger sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen als bei Normalgewicht. Die Datenlage zur Sicherheit von hormonellen Kontrazeptiva in Abhängigkeit vom BMI ist relativ schwach.
Cochrane Database Syst Rev 2010;7:CD008452 - Lopez LM et al
19.07.2010 - dde