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Extrakt - der Font
Der Font EXTRAKT referenziert die Groteskschriften und die elementare Typografie, wie sie am Bauhaus unter anderem von Herbert Bayer (ITC Bauhaus) und Paul Renner (Futura) entwickelt wurde. Design wird als Reduktion verstanden.
Design heisst optimale Funktion, Ökonomie der Mittel, Konzentration auf den Kern. Es wird auf alles verzichtet, was weggelassen werden kann. Prägnanz und Eleganz entstehen durch Fokussierung.
Die Extrakt entstand aus einem Kinderspiel: Wie viele Zündhölzer werden gebraucht, um das Wort EXTRAKT zu schreiben? Die Zündhölzer dürfen in der Mitte gebrochen werden.
Es reichen 6 ganze und 6 halbierte Zündhölzer, um das Wort gut leserlich zu schreiben. (https://hof3.com/arbeitsweise/extrahieren)
Genau wie bei dem Zündholzspiel stand bei der Entwicklung der Schrift "EXTRAKT" das Gestaltungsprinzip im Zentrum, die Buchstaben auf die allernotwendigsten Striche zu reduzieren. Redundanz und jeglicher Zierrat wird eliminiert, bis genau an die Grenze, wo der Buchstabe seine Funktion - also die Lesbarkeit - verliert.
Es ist ein Font entstanden, der sich als Zierschrift für moderne und futuristische Headlines eignet. Im Fliesstext weist er nicht die Lesbarkeit des "Arbeitspferdes Arial" auf, kann ab einer Grösse von 12 Punkt aber durchaus für elegante Leads und Kurztexte eingesetzt werden.
Neben der Referenz zum Bauhaus weist EXTRAKT zugleich eine futuristische Anmutung auf. Im Vorspann der Kultserie "The Expanse" beispielsweise wird in der animierten Typografie dasselbe Zündholzspiel betrieben: Einzelne Elemente der Schrift werden ausgeblendet.