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SchlossDrumrum
Das Bauwerk
Stich von Matthäus Merian | 1654
Das Schloss als Bauwerk
Der Grundriss der heutigen Burg (14,8 m breit / 21,3 m lang / 14,5 m Traufhöhe) ist mit grosser Sicherheit identisch mit der ursprünglichen Burg, die anfangs des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Eindrücklich sind die bis zu 4,5 m dicken Grundmauern aus der Ursprungszeit und der 8 m tiefe Sodbrunnen.
Vermutlich hatte das Schloss anfänglich ein auskragendes Obergeschoss aus Holz mit einem Walmdach.
Nachdem 1444 die Süd- und Westfassade während der Belagerung teilweise einstürzten, wurden sie erst einmal als Steinbruch für die Kapelle auf der Blutmatt verwendet. Ab ca. 1514 begann der Wiederaufbau. Noch heute ist genau ersichtlich, welche Teile in die Ursprungszeit zurückreichen (Bollensteine).
Aus der Wiederaufbauzeit stammt die Fenstereinteilung und der Treppengiebel sowie die Inneneinteilung (Treppenhaus ausgenommen). Das Kapellenfenster stammt entgegen anderer Vermutungen aus der Zeit um 1520.
In den folgenden Jahrhunderten erlebte das Gebäude immer wieder kleinere Innenumbauten, die gut belegt sind durch die Landvogtabrechnungen, die ab 1544 erhalten geblieben sind.
Immer wieder werden die Renovationen bzw. Erneuerungen der Wappenfolge, des Brunnens, der Brücke, der Öfen, der Täfer und der Uhr erwähnt. Seewärts muss es auch ein Wappenschild und eine Sonnenuhr gegeben haben.
Da der trockene Burggraben nicht mehr gebraucht wurde, erbaute man dort u.a. ein Waschhaus. Erst bei der Renovation von 1948–1953 wurde der Burggraben wieder so hergestellt, wie er jetzt in Erscheinung tritt.
Am Ende der Landvogtzeit 1798 erlebte das leerstehende Schloss Plünderungen. Die Inneneinrichtung fiel ihnen zum Opfer.
1818 wurden die runden Zinnentürmchen auf der Mauer entfernt. 1818/19 baute man ein neues Treppenhaus. 1833 ging das Schloss für 101 Jahre in Privatbesitz über. Äusserlich bekam das Schloss 1862 dann einen neugotischen Portikus, der bei der letzten Aussenrenovation 1948–1953 wieder entfernt wurde.
Kellergeschoss
Südwestwand: gemalte Wappenfolge der Landvögte von Greifensee. Im Keller seewärts wurde in einem Grab das Skelett eines jungen Mannes aus der Belagerungszeit gefunden. Im hinteren Keller rechts ist der Sodbrunnen.
1. Obergeschoss
Erste Stube seewärts (Landvogtstube): Fenstersäule von 1520, Täfer und Ofen von 1917. Daneben das Esszimmer: Rankendecke, Bemalung vermutlich spätes 17. Jahrhundert. Kästen später nachgebaut. Küche teilweise original. Ein Tunnel im dicken Mauerwerk diente als Vorratskammer.
2. Obergeschoss
Erste Kammer seewärts: Ofen 1818 von H. Michel. Dahinter Sekelmeister-Zimmer mit Alkove von 1818. Ofen vermutlich aus Michelwerkstatt.
St.-Katharina-Kapelle städtliseits von 1520 mit gotischem Fenster tunnelförmig in die dicke Aussenmauer eingebaut, Malereien frühes 17. Jahrhundert.
3. Obergeschoss
Ofen in der 1. Kammer seeseits von 1776, erstellt durch Heinr. Bleuler. Darauf Schlossansichten und Landschaften in Rokokomanier (stand vorher im Sekelmeister-Zimmer).
Saal, hinterer Teil: Malerei in historisierendem Stil von 1917. Ursprünglich waren es zwei separate Räume.