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Geschichte
Die Frauenfeld Wil Bahn wurde schon recht bald nach dem ersten Weltkrieg elektrifiziert, mit dieser Traktionsumstellung konnte man das weiterbestehen der Bahn sichern. Als die Dampfstrassenbahn durch das Murgtal geplant wurde stand der elektrische Antrieb noch in den Kinderschuhen. Die erste elektrische Lokomotive wurde an der Berliner Gewerbeausstellung 1879 von Werner von Siemens vorgestellt. In der Schweiz wurde 1888, gerade mal ein Jahr nach Betriebseröffnung der FW die erste elektrisch betriebene Trambahn am Genfersee in Betrieb genommen werden.
Langer Weg bis zur Elektrifizierung der FW
Schon anfangs des 20. Jahrhunderts stiegen die Zahl der Geruchs Beschwerden wegen den Rauchenden Dampflokomotiven, aber erst 1916 dachte man konkret über eine Traktionsumstellung der Frauenfeld Wil Bahn auf elektrischen Betrieb nach. Um so länger der Krieg andauerte merkte man das eine Modernisierung der Bahn unumgänglich ist.
1918 wurde das Privathilfegesetz eingeführt somit konnte der Bund und die Kantone mittels Darlehen Modernisierungen von Privatbahnen unterstützen.Der Verwaltungsrat beschloss die Frauenfeld Wil Bahn zu elektrifizieren, er nahm 1920 mit den Gemeinden, Kantonen und dem Bund Finanzierung Verhandlungen auf um Geld für die Modernisierung der Bahn zu erhalten.
Die Finanzierung war erst im Sommer 1921 wirklich gesichert, als die Bauarbeiten schon längst begonnen hatten.
Eine recht bescheidene Elektrifizierung
Die Frauenfeld Wil Bahn war nie auf Rosen gebetet, sie musste das Geld immer nach der Decke strecken. So wurde auch nur das absolut notwenigste an Fahrzeugen beschafft um den Bahnbetrieb auch bei Revisionen sicherzustellen können. Auf die Anschaffung von Zeitgemässen Personenwagen wurde verzichtet, auch der geplante Rollschemel Betrieb im Güterverkehr wurde leider aus finanziellen gründen nicht vollzogen.
Die Frauenfeld Wil Bahn konnte weiteres Geld sparen, da die Gleichrichter die den Fahrleistungsstrom erzeugen nicht im Besitz der FW waren, die beiden Umformer gehörten dem Kantonalen Elektrizitätswerk EKT. Die FW erhielt aber dem EKT Unterwerk in Rosental den Strom fixfertig in der Betriebsspannung geliefert.
Die Dampfloks haben ausgedient
Im Herbst treffen die drei Triebwagen die von der Schweizer Wagenfabrik Schlieren und der Maschinenfabrik Oerlikon gebauten Fahrzeugen bei der FW ein. Am 17. und 18. November wurde die Amtliche Abnahme der elektrischen Einrichtungen vollzogen. Die Einweihungsfeier wurde am 19. November 1921 abgehalten und bereits am Folgetag wurde der Planmässige Betrieb auf dem Abschnitt Frauenfeld Stadt (heute Frauenfeld Marktplatz) Wil aufgenommen. Auf der Stadtstrecke Dampften die kleinen Dampfloks der FW bis zum 3. Januar 1922.
Mit der Elektrifizierung konnte auch der Fahrplan auf 11 Zugpaare ausgebaut werden. Für den Güterverkehr wurde eine Güterzugslokomotive angeschafft, diese wurde 1922 geliefert.
Das bestehende Rollmaterial der Wilerbahn musste die Kupplungen angepasst werden damit sie mit den elektrischen Triebfahrzeugen verkehren konnten. Da das Wagenmaterial in einem Schlechten zustand war mussten die Wagen gründlich Renoviert werden.
Bildquellen
- Frauenfeld Wil Bahn Triebwagen von 1921 in Frauenfeld Stadt: Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel