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Am 24. Juni 2010 nahm eine sehr grosse Trauergemeinde Abschied von Schwingerkönig Max Widmer. Die Kirche seiner Wohngemeinde Walterswil SO war zu klein, so dass rund hundert weitere Trauergäste die Übertragung der Abschiedsfeier in der nahegelegenen Mehrzweckhalle verfolgten. Als Trauerredner amteten der aktuelle Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes, Ernst Schläpfer, sowie sein Vorgänger, Hans Pauli aus Oftringen, ein langjähriger Weggefährte des Verstorben. Beide blickten mit persönlichen und berührenden Worten auf das erfolgreiche Wirken von Max Widmer zurück:
Max erblickte am 17. November 1933 als dritter Sohn von Adolf und Lina Marie Widmer-Braun auf dem Hof im Lauterbach das Licht der Welt. Zusammen mit den beiden älteren Brüdern Adolf und Hans erlebte er eine harte aber schöne Kindheit. Durch den frühen Tod des Vaters am 21. Dezember 1945 führte die Mutter von nun an den Hof mit den drei Söhnen alleine weiter.
Schon bald hatte Max engen Kontakt mit der Nachbarfamilie Flückiger, vor allem mit den beiden Söhnen Hans und Walter. Der neun Jahre ältere Walter war ständiger Begleiter von Max bis zu dessen Tode am 01. November 2003. Die Beiden verband Schwingen, Turnen, Faustball, Männerriege, Skifahren, Velotouren und der Besuch von Schwing- und Jodlerfesten.
Die Familie Widmer zog im Frühjahr 1955 vom Hof im Luterbach nach Walterswil an die damalige Hübelistrasse 150, die heutige Stampfigasse 4, um. Damit verbrachte Max sein ganzes Leben nur an diesen beiden Orten. Nach der Schulzeit konnte Max bei der Post als Briefträger arbeiten. 1963 wechselte er in den Aussendienst der Firma Elmer Citro. 1969 ging er zur Firma Villiger Söhne AG und blieb dort bis zu seiner Frühpensionierung 1992 tätig.
Sport: 1946 bestritt er sein erstes Schwingfest. Damit er starten durfte, wurde er etwas älter gemacht als er in Wirklichkeit war. Am Anfang seiner Aktivschwingerzeit war er als Bauernsohn Sennenschwinger. Mit 18 Jahren trat er dem Turnverein Oftringen bei und von nun an war er als stolzer Turnerschwinger auf den Schwingplätzen anzutreffen.
Öfters waren verschiedene Wettkämpfe am gleichen Tag oder Wochenende. Wie zum Beispiel 1960. Max war mit der Ringer-Nationalmannschaft an einem Vorbereitungsturnier für die Olympiade in Rom in München bis am Samstagabend im Einsatz. Nach dem Wettkampf wurde er von seinem Bruder Hans mit dem Auto nach Walterswil gefahren. Um fünf Uhr zu Hause angekommen, nach 2 Stunden Schlaf um sieben Uhr wieder Abfahrt mit einem neuen Chauffeur (Trudi seiner späteren Ehefrau) nach Matzendorf ans Solothurner Kantonale Schwingfest. Bei der Anfahrt auf dem Festgelände wurde er bereits durch den Platzspeaker ausgerufen. Am Abend konnte Max als Sieger des Schwingfestes nach Hause fahren. Dies ist nur eine von zahlreichen Anekdoten aus dem Leben des sehr erfolgreichen Sportlers.
Familie: Anlässlich des Luzerner Kantonalen Ringertages vom 24. August 1958 in Büron LU (eine Woche nach der Krönung zum Schwingerkönig) lernte Max seine spätere Frau Gertrud Waller kennen. Sie war als aktive Turnerin des organisierenden Turnvereins als Ehrendame im Einsatz. Am 19. August 1961 gaben sie sich in der Kirche Büron das Ja-Wort. Kurz vor dem Eidgenössischen. Schwingfest Aarau kam am 1. Juli 1964 Tochter Silvia auf die Welt. Grosse Freude bereiteten ihm die Geburten der beiden Enkel Hannes und Manuel. Mit Stolz und Freude genoss er das Fortführen seines Wirkens im Schwingsport durch seine Familie.
Politische Aktivitäten:
Mehrere Jahre war Max Präsident der FDP-Ortspartei Walterswil Über 20 Jahre war er als umsichtiger Friedensrichter im Amt. Von 1976 bis 1980 war er Mitglied des Gemeinderates. Und zwei Mal, von 1980 bis 1985 und von 1994 bis 1997 Gemeindeammann. Für die zweite Amtsperiode stellte er sich nur zur Verfügung um die drohende Fremdverwaltung durch den Kanton Solothurn abzuwenden.
Lebensabend
Die Pflege seines grossen Freundeskreises war Max stets wichtig. So war das Haus an der Stampfigasse 4 immer offen für Gäste und für geplante oder spontane Feste. Für seinen Freundeskreis war ihm nichts zu teuer. Noch im April 2010 war Max mit dem Rennvelo unterwegs. Körperlich aktiv sein war ihm immer sehr wichtig. Nachdem er im Mai immer öfter Müdigkeit verspürte, wurde er am 14. Mai mit einer doppelseitigen Lungenentzündung in die Hirslanden Klinik Aarau eingewiesen. Dort wurde die Familie und er nach zehn Tagen mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Er hat den Kampf nach Schwingermanier mit der Krankheit aufgenommen – in diesem letzten Gang blieb er jedoch chancenlos. Am 8. Juni konnte er stark geschwächt das Krankenhaus nach Hause verlassen. Im gewohnten Umfeld konnte er die letzten Tage umsorgt von Ehefrau und Familie verbringen bis er am 17. Juni um 1040 Uhr friedlich für immer eingeschlafen ist.
Wir werden unseren Schwingerkönig und unser Ehrenmitglied Max Widmer immer in bester Erinnerung behalten und im stets ein ehrendes Andenken erbieten.
Eidgenössischer Schwingerverband
Nordwestschweizerischer Schwingerverband
Aargauisch Kantonaler Schwingerverband
Schwingklub Zofingen und Umgebung
Schwingklub Olten-Gösgen
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