Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03603.jsonl.gz/1824

Auf Nordlicht-Jagd
Zahlreiche Mythen und Sagen ranken sich um das aussergewöhnliche Phänomen des Polarlichts, der so genannten Aurora. Erscheint das mysteriöse, mehrheitlich grüne Flimmern und Schimmern auf der nördlichen Hemisphäre, so wird es Aurora borealis, auf der südlichen Aurora australis gennant.
Wikipedia leitet seinen Beitrag ziemlich emotionslos ein, indem dort definiert wird, dass »Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds aus der Magnetosphäre … auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Bei der nach kurzer Zeit wieder erfolgenden Rekombination wird Licht ausgesandt. …«
Wer aber schon das Glück hatte, Nordlichter zu sehen und zu erleben, der lässt sich mit dieser simplen physikalischen Erklärung nicht abspeisen… Wenn sich der tiefschwarze Himmel urplötzlich in eine Disco verwandelt, der möchte glauben, mythische Wesen aus Dies- und Jenseits geben sich zu erkennen.
Ob man nun wie die Wikinger daran glaubt, das Polarlicht sei die Spiegelung des Mondlichts auf den Rüstungen jener heldenhaften Ritter, welche mit Odin an derselben Tafel speisen dürfen, oder ob man nun wie die Isländer weder winken, singen oder pfeifen darf, wenn ein Nordlicht am Himmel tanzt, da ansonsten die Geister der Lichter auf einen aufmerksam werden und den Betrachter holen kommen – die Magie eines Nordlichts verzaubert einen und es wird einem warm ums Herz. Da vergisst man auch, dass man manchmal Stunden in klirrender Kälte ausharren muss…