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Der römische Gutshof „Murhubel“ ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt und galt - nachdem 1914 - 1917 umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt wurden - als eigentlich gut erforscht. In den 1990-er Jahren sollten verschieden Bauprojekte auf dem Gutshofareal realisiert werden, so dass eine grössere Ausgrabung unumgänglich war. Es stellte sich heraus, dass die römische Villa (pars urbana) über viele Generationen hinweg um- und ausgebaut wurde und früheste Spuren gar in die Hallstattzeit zurück reichen. Heute ist der Bereich, in welchem das Herrenhaus der römischen Gutshofanlage einst stand, fast vollständig überbaut. Anders hingegen präsentiert sich der Bereich auf der gegenüberliegenden Seite der Murhubelstrasse, im Wirtschaftsteil (pars rustica). Während sich in der „pars urbana“ das oftmals äusserst repräsentativ ausgestattete Haupt- oder Herrenhaus befand, wurden in der „pars rustica“ die Wohnbauten des Personals, Ställe, Scheunen und Werkstätten, wie beispielsweise Schmieden angelegt. Auch Darren oder Brennöfen, wie z.B. hier im Murhubel ein Ziegelbrennofen, befanden sich dort. All diese Wirtschaftsgebäude wurden meist entlang der inneren oder auch äusseren Umfassungsmauern angelegt, während der zentrale Hofbereich wichtigen Speicherbauten oder kleinen heiligen Bezirken, wie Grabanlagen oder Tempel vorbehalten war.
Im Rahmen der Ausarbeitungen eines Gestaltungsplans auf den Grundstücken 915, 916 und 76 werden in den nächsten Wochen archäologische Vorabklärungen durchgeführt, damit das Bild der römischen Gutshofanlage ergänzt werden kann.