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| Cyprian von Karthago († 258) - An Fortunatus (Ad Fortunatum, Vorrede und Leitsätze)

3.
Um nun meine Rede nicht zu sehr in die Länge zu dehnen, teuerster Bruder, und dadurch den Hörer oder Leser durch die Fülle einer allzu breiten Ausführung zu ermüden, habe ich eine kurze Zusammenstellung angefertigt in der Weise, daß ich die Überschriften voransetzte, die einer kennen und behalten muß, und darauf die betreffenden Abschnitte aus der Heiligen Schrift folgen ließ und so die vorausgeschickten Leitsätze durch das Ansehen des göttlichen Wortes bekräftigte. Ich bilde mir daher nicht etwa ein, dir eine Abhandlung von mir geschickt, vielmehr nur den Stoff für eine solche dargeboten zu haben. Aber diese Art bringt dem einzelnen größeren praktischen Nutzen. Denn wenn ich dir ein schon fertiges und ausgearbeitetes Kleid gäbe, dann wäre es eben ein Kleid von mir, das ein anderer tragen müßte, und vielleicht würde es als gar nicht gut passend befunden, weil es nicht für den anderen nach seinem Wuchs und seiner Körpergestalt gefertigt ist. Nun aber schicke ich dir von dem Lamme, durch das wir erlöst und zum Leben erweckt worden sind, die rohe Wolle und den Purpur1 . Nach dem Empfang kannst du dir also ein Gewand nach deinem Wunsche herstellen, und du wirst um so größere Freude daran haben, weil es ja eigens auf deine Person zugeschnitten ist. Auch anderen wirst du von dem übersandten Stoff mitteilen, damit auch sie nach ihrem Geschmack ihn verarbeiten können. So wird dann ihre frühere Blöße bedeckt, und sie alle tragen, durch die Heiligung der himmlischen Gnade bekleidet, ein Gewand Christi.
1: Mit Beziehung auf den Tod Christi.