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Gestern entschied das britische Parlament mit deutlicher Mehrheit, dass das britische Atomwaffenarsenal (rund 185 – 200 Sprengköpfe, 4 U-Boote) für rund 20 Milliarden Pfund erneuert wird (Kritiker gehen von Endkosten zwischen 65-100 Milliarden Pfund aus). Damit werden neue U-Boote angeschafft, die dann nach ca. 17 Jahren Entwicklungs- und Bauzeit den modernisierten Trident-Raketen als Abschussbasis dienen sollen. Das System soll dann bis über 2050 einsetzbar sein. Der konservative Verteidigungs-Sekretär Liam Fox begrüsste den Entscheid, weil er sicher stelle, dass Grossbritanien nicht Opfer nuklearer Erpressung anderer Staaten werde (Quelle: BBC).
Vor dem Parlamentsgebäude demonstrierten Hunderte von Atomwaffengegnern gegen die Entscheidung. Greenpeace-Aktivisten liessen von einem Themse-Kran vor dem Unterhaus ein Banner wehen, das mit der Aufschrift «Tony Loves WMD» den Regierungschef an seinen Feldzug gegen vermeintlich in Irak existierende Massenvernichtungs-Waffen (Weapons of Mass Destruction) erinnerte.
Da es den USA wichtig erschien, dass ein verlässlicher Partner mit einem Atomwaffenarsenal in Europa existierte, erhielt das britische Projekt bereits während des Krieges wichtige Daten aus dem Manhattan-Projekt der USA. Bis heute dauert die Zusammenarbeit an und wird auch bei der Erneuerung des britischen Atomwaffenarsenal eine Rolle spielen.
Trident bildet seit 1994 das nukleare Waffenarsenal Grossbritanniens. Das Arsenal umfasst vier U-Boote der Vanguard-Klasse (Entwicklungsstand 1986), die mit jeweils 16 US-amerikanischen Trident-II-D5-Raketen bestückt sind. Jedes der U-Boote kann insgesamt bis zu 48 nukleare Sprengköpfe mit sich führen. Stationiert sind die U-Boote im schottischen Militärhafen Faslane, doch soll zumindest immer eines der Boote unterwegs sein, um gegebenenfalls rasch eingesetzt zu werden (Sicherstellen der Zweitschlagsfähigkeit). Die Reichweite der Trident-Raketen beträgt 7400 Kilometer. Betriebsfähig sollen die U-Boote bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts bleiben. Vom Stichjahr 2024 an aber besteht, laut Verteidigungsministerium, Bedarf an einer neuen Trident-Serie.