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«Der Prinz von Bel-Air». Eine legendäre Sitcom aus den 90ern ist wieder in aller Munde. Gründe gibt es einige: Zum einen ist ein Remake geplant, das aber nicht als Sitcom, sondern als Drama daherkommen wird. Zum anderen wurde die Serie diesen Herbst 30 Jahre alt. Dazu passend hat sich der Cast aufgerafft, um ein Special namens «The Fresh Prince: Reunion» zu drehen. In den USA startet die Dokumentation am 19. November auf HBO Max, ein Schweizer Start steht noch aus.
Zeit also, den nostalgischen Gefühlen nachzugeben, und euch ein paar interessante Hintergrundinfos über die freche Serie zu liefern.
Will Smith hat für die Serie nur unterschrieben, weil er hohe Steuerschulden hatte. Bevor er mit der Serie seine Schauspielkarriere startete, war er erfolgreich als Rapper «The Fresh Prince» unterwegs. (Er war sogar der erste Rapper, der einen Grammy für einen Hip-Hop-Song gewann).
Allerdings konnte Smith nicht sehr gut mit Geld umgehen. Er gab es unkontrolliert aus und versäumte es gleichzeitig, Steuern zu bezahlen. So schuldete er dem Staat bald 2,8 Millionen Dollar. Sämtliche Wertsachen und Smiths Einkommen wurden daraufhin gepfändet, Smith musste beinahe Konkurs anmelden. Als NBC dann die Idee hatte, Smiths Popularität für eine Sitcom zu nutzen, unterschrieb dieser sofort – obwohl es noch überhaupt kein Drehbuch gab. Bei den ersten drei Staffeln musste Smith 70 Prozent seines Salärs an den Staat abführen.
Will Smith hatte keinerlei schauspielerische Erfahrung, als der Dreh für «Der Prinz von Bel-Air» anfing. Unter anderem vermasselte er ständig seinen Text, wodurch es zu Spannungen zwischen ihm und Tatjana Ali (Ashley) gekommen sein soll.
In den ersten Folgen waren seine Darbietungen sogar so schlecht, dass der Fernsehsender NBC ihn tatsächlich feuern wollte. Der Erfinder der Serie war aber überzeugt von Smiths Potenzial und überredete den Sender, ihn nicht zu entlassen. 12 Jahre später war Smith erstmals für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.
Lisa war 15 Episoden lang die Freundin von Will. Für die Rolle hatte ursprünglich Smiths heutige Frau Jada Pinkett Smith vorgesprochen. Sie wurde allerdings abgelehnt, weil der Grössenunterschied der beiden zu gross sei (Will Smith ist 36 Zentimeter grösser als seine Frau). Viel witziger ist allerdings der zweite Ablehnungsgrund: Die Produzenten fanden, dass die Chemie zwischen den beiden nicht stimmte.
Obwohl Wills Rolle in der Serie einige autobiografische Züge hat, gehört die Charakterisierung laut Smith nicht dazu. In der Serie ist Will ein selbstüberzeugter Playboy-Teenager, der ständig dem weiblichen Geschlecht hinterherjagt. Im echten Leben sei er aber ein seltsamer Jugendlicher gewesen, der mit mangelndem Selbstvertrauen und Unsicherheit zu kämpfen hatte, wenn es darum ging, Mädchen anzusprechen oder sie nach einem Date zu fragen.
Eigentlich wurde die Serie nach vier Staffeln abgesetzt. Die Fans waren darüber natürlich ziemlich sauer und schrieben unzählige Briefe an Smith und den Sender. Dies veranlasste NBC tatsächlich, eine fünfte Staffel und danach sogar noch eine sechste zu bestellen. «Der Prinz von Bel-Air» gilt damit als erste Serie, deren Absetzung wegen Fanprotesten zurückgenommen wurde.
Ab der dritten Staffel rechneten die Serienmacher jederzeit damit, dass die Serie abgesetzt würde. Daher wurde die jeweils letzte Folge der Staffeln drei bis fünf so geschrieben, dass sie auch als Abschluss funktionieren konnte. Vor Produktionsstart der sechsten Staffel wusste man schliesslich, dass es definitiv die letzte sein würde und konnte ein entsprechendes Serienfinale schreiben.
In der Serie heisst Will Smith zwar auch Will Smith, allerdings leitet sich die Kurzform nicht vom selben Namen ab. Im echten Leben heisst Will Smith mit ganzen Namen Willard. In der Serie ist er William. Als kleiner Insiderwitz wird Will in der Serie vom Vater einer seiner Freundinnen fälschlicherweise Willard genannt.
Will Smith, Karyn Parsons (Hilary) und James Avery (Philip) sind die einzigen Cast-Mitglieder, die in jeder Episode vorkommen. Zählt man das Intro dazu, ist auch DJ Jazzy Jeff (Jazz) in jeder Folge zu sehen: Er spielt während des Intros mit Will Basketball.
Das Maskottchen des Colleges, auf das Will und Carlton gehen, ist ein Pfau. Das ist eine Hommage an den produzierenden Sender NBC, dessen Logo ein stilisierter Pfau ist.
Der «Carlton Dance» wurde von Carlton-Darsteller Alfonso Ribero erfunden. In der ersten Folge, in welcher dieser Tanz vorkam, stand im Drehbuch nur «Carlton tanzt» ohne spezielle Anweisungen. 2018 verklagte Ribeiro die Entwickler des Games «Fortnite», weil diese den Tanz für eine ihrer Figuren benutzten. Nach Ansicht von Ribeiro war dies Diebstahl geistigen Eigentums. Er blitzte allerdings vor Gericht ab.
Der Diener der Familie Banks heisst Geoffrey. Nachname? Butler. Tatsächlich hat Geoffrey Butler aber sogar noch einen zweiten Vornamen: Barbara. Jap, Geoffrey heisst mit vollem Namen Geoffrey Barbara Butler.
Janet Hubert spielte in den ersten drei Staffeln Vivian Banks. Sie ist Mutter von drei (später vier) Kindern und die Tante von Will. Klar, wissen wir alle. Aber: Abseits der TV-Welt war Hubert gar nicht viel älter als ihre Kinder und Will. So ist Will Smith nur 12 Jahre jünger als Vivian Banks, während Karyn Parsons (Hilary) sogar nur 10 Jahre jünger ist.
Das Haus der Banks, das man im Intro sieht, steht gar nicht in Bel-Air, sondern im benachbarten Brentwood. Wer in der Strasse, an der die Banks in der Serie wohnen, auf Google Maps nachschaut, findet da zwar auch viele teure Anwesen, aber nicht das der Familie Banks:
Laut diversen Castmitgliedern herrschte am Set eine sehr familiäre Stimmung. Einzig zwischen Will Smith und Janet Hubert (Vivian) soll dicke Luft geherrscht haben. Hubert warf Smith in diversen Interviews divenhaftes Verhalten vor. Ausserdem soll er ein schrecklicher Schauspieler gewesen sein und habe andere terrorisiert. Smith hat sich bis heute nicht zu den Vorwürfen geäussert.
Allerdings hat Philip-Banks-Darsteller James Avery einmal in einem Interview gesagt, Hubert habe sich gerne in den Vordergrund gedrängt. Er hätte sie dann immer daran erinnert, dass die Serie «Der Prinz von Bel-Air» heisse und nicht «Vivian und Phil von Bel-Air». Tatyana Ali (Ashley) gab Smith ebenfalls Rückendeckung. Sie sagte, dass Huberts Darstellungen über Smiths divenhaftes Verhalten nicht dem entspreche, an das sie sich erinnere.
Zu den Spannungen kam noch hinzu, dass Hubert schwanger wurde und damit gegen eine Vertragsklausel verstiess. Dies führte schliesslich dazu, dass Hubert gefeuert und durch Daphne Reid ersetzt wurde. Hubert sagte später, dass Smith dafür gesorgt habe, dass das Studio sie entlassen habe.
Laut Will Smith hätten er und Alfonso Ribeiro (Carlton) bei der Vorbereitung für die Serie Namen für ihre Charaktere gesucht. Ribeiro meinte, dass Smith vorsichtig sein müsse, da die Leute ihn womöglich für den Rest seines Lebens auf der Strasse mit seinem Seriennamen ansprechen würden. Also schlug Ribeiro vor, Smiths Charakter in der Serie einfach auch Will Smith zu nennen.
Quellen:
(pls)