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Wieviele Eier haben die Hühner wohl heute wieder gelegt? Das will Ammy (6) nach der Schule immer gleich wissen.
Text: Thomas Kalytta, International Programmes Manager South Asia Pacific and Caucasus
Mariannas Familie ist gross, sie umfasst neben ihr selbst Vater Garnik und die vier Kinder Lili (8 Jahre alt), Ammy (6 Jahre alt), Lia (4 Jahre alt) und Emilia (2 Jahre alt). Früher lebte die Familie in einer der Gemeinden von Berg-Karabach (Artsakh), wo sie als Bauern tätig waren. Gleichzeitig arbeitete der Vater als Vertragsarbeiter beim Militär, während die Mutter sich um die Kinder kümmerte. Das Haupteinkommen der Familie bestand aus dem Gehalt des Vaters und staatlichen Leistungen, so dass sie ihren Bedarf vollständig decken konnte.
Da es in der Gemeinde keine Schule gab, beschloss die Familie, nach Kapan (eine Gemeinde in der Region Syunik in Armenien) zu ziehen. Zunächst lebten sie in einem sehr kleinen Haus, gemeinsam mit den Eltern des Vaters. Doch die Familie war in einer sehr schwierigen Situation: Sie hatte in Kapan kein eigenes Haus und kein Einkommen. Mutter Marianna begann, den Garten eines Verwandten der Familie zu bewirtschaften, der sich auf der anderen Seite der Stadt befand. In diesem Stadtteil besuchten die Kinder auch den Kindergarten und die Schule. Doch die Mutter hatte so viel zu tun, dass sie sich zuwenig um die Kinder kümmern konnte. Diese gingen daher nicht regelmässig zur Schule und in den Kindergarten. Da beschloss der Vater, eine kleine Hütte in der Nähe des Gartens, in dem die Mutter arbeitete, zu renovieren und in ein Haus zu verwandeln.
Ein Sozialarbeiter von World Vision Armenien machte die Familie ausfindig, schätzte ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ein und begann mit der Familie im Rahmen eines Programms für arme Familien zu arbeiten. Bei diesem Programm handelt es sich um eine Reihe von Massnahmen, die extrem armen Familien helfen sollen, die Armut zu überwinden. Im Rahmen des Programms erhielt die Familie Baumaterialien für die Teilrenovierung des Hauses. In Anbetracht der Fähigkeiten der Eltern erhielten sie zudem ein Gewächshaus und Hühner.
Der Ertrag aus dem Gewächshaus hilft, die Grundbedürfnisse abzudecken.
Inzwischen hat sich die Situation der Familie Margaryan deutlich verbessert. Die Kinder besuchen regelmässig die Schule und den Kindergarten. Das stabile Einkommen aus dem Gewächshaus reicht, um die Grundbedürfnisse der Familie zu decken. «Jetzt fühle ich mich ruhiger, weil meine Kinder eine warme Unterkunft und gesundes Essen haben», sagt Vater Garnik. Und die sechsjährige Ammy erzählt: «Ich freue mich jeden Tag darauf, vom Kindergarten nach Hause zu kommen und zu zählen, wie viele Eier es gibt.» «Wir haben viele Schwierigkeiten durchgestanden, aber jetzt bin ich zuversichtlicher, dass wir es mit kleinen Schritten schaffen werden», sagt die Mutter.
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