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In den 1970er und 1980er Jahren schufen junge Modellbauer in Burundi Miniaturen von Rennwagen, Flugzeugen und Helikoptern aus Draht, Blech und Kunststoff. Die Modelle sind mehr als Kinderspiel oder Bastelei. Selbstorganisiert lernten sie Fahrzeugtypen und Marken zu unterscheiden, verstanden allmählich deren jeweils charakteristischen Formensprachen, übersetzten diese in Draht und Kunststoff und lernten schliesslich, wie sie ihre Produkte an wohlhabende Passanten, Touristen und Expats verkaufen konnten.
Die Strasse war ihr Lernort, die Automobile, die sie dort sahen, waren ihre Studienobjekte, Draht und Kunststoff die Medien, um eigene Stellungnahmen zum technologischen Wandel in ihrer Gesellschaft zu formulieren. Die Fähigkeiten, die sie sich so auf der Strasse aneigneten, wurden für einige von ihnen wegweisend für ihren weiteren Weg ins Erwachsenenleben und in die Berufswelt.
Die Ausstellung "Auto Didaktika" untersucht anhand der Sammlung Drahtmodelle des Schweizer Architekten Edmond Remondino eine frühe Phase des Drahtmodellbaus in Afrika. Die Ausstellung und Begleitpublikation präsentieren Ergebnisse einer interdisziplinären Forschung zwischen Ethnologie und Industriedesign.
Geöffnet bis 18. Februar 2018.
Radio SRF 2 Kultur über die Ausstellung
(Beitrag vom 21.3.2017)