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03 Do no harm
Jugendorganisationen haben eine grosse Verantwortung bei der Umsetzung von Projekten in Entwicklungsländer, die sie wahrnehmen und erfüllen müssen. Ein Ansatz zur Wahrnehmung dieser Verantwortung ist das „do no harm“-Prinzip (auf deutsch „Richte keinen Schaden an“), bei welchem darauf geachtet wird, dass ein Projekt nicht gewaltverschärfende Wirkungen fördert und die Ursachen eines Konflikts nicht verstärkt. Mit diesem Prinzip soll also verhindert werden, dass ein Projekt zur Verschlimmerung der Konfliktsituation beiträgt.
Dieser Ansatz wurde in den 90er Jahren von Mary B. Anderson vom Beratungsinstitut Collaborative for Development Action (CDA) und mehreren Entwicklungsorganisationen entwickelt und in Fallstudien angewendet.
Wie wird das „do no harm“ Prinzip angewendet?
Bei der Umsetzung eines Projekts in einer aktuellen oder potentiellen Konfliktregion muss darauf geachtet werden, dass das Projekt „konfliktsensibel“ umgesetzt wird. Dies bedeutet, dass der Inhalt und die operative Umsetzung des Projekts auf die Auswirkung auf den Konflikt, die Risiken (siehe auch Sicherheitsanalyse) und die tatsächliche Wirkung überprüft werden muss. Kenntnisse über die Situation vor Ort und die potentielle Auswirkung des eigenen Projektes auf die Jugendlichen und die Gemeinde vor Ort sind sehr wichtig. Konkret bedeutet dies, dass die einzelnen Projektelemente vor, aber auch während dem Projekt (Projektplanung und –monitoring), systematisch auf implizit ethnische Botschaften und konfliktfördernde Faktoren/Aktivitäten überprüft werden. Zeigt sich, dass gewisse Massnahmen konfliktverschärfende Wirkung haben, muss die Projektplanung nochmals überarbeitet und/oder die Projektziele angepasst werden.
Dabei muss die Überprüfung der einzelnen Projektelemente partnerschaftlich mit der Partnerjugendorganisation durchgeführt werden, denn die Partnerorganisation kennt die lokalen Gegebenheiten, Werte und Ziele am Besten. Gleichzeitig ist es jedoch schon vor der Zusammenarbeit sehr wichtig abzuklären, mit welcher Art von Partnerorganisation zusammengearbeitet wird (u.a. bei anderen in der Region tätigen Organisationen nachfragen, siehe Link- und Literaturliste). Je nach der Orientierung und der Ausrichtung der Partnerorganisation und der begünstigten Jugendlichen kann eine Zusammenarbeit und die Umsetzung eines Projekts bedeuten, dass die Organisation sich im Konflikt auf eine Seite positioniert und somit zur Verschärfung der Spannungen beiträgt. Die Wahl einer möglichst neutralen und professionellen Partnerorganisation ist somit essentiel, um keinen Schaden anzurichten.
Links:
Glückskette, Checklist Konfliktsensibilität und –prävention (Seite 3):
http://www.deza.admin.ch/
Collaborative for Development Action (CDA), do no harm (englisch):
http://www.cdainc.com/
“Do no harm”, DEZA (englisch):
http://www.deza.admin.ch/
"Do no harm" – Entwicklungsarbeit im Kontext von Krisen und Konflikten, Dr. Wolfgang Heinrich:
http://www.frient.de
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