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Das Geheimnis des Lebens
Gilgamesh hat sich vorgenommen, das Meer zu überqueren, um seinen Urahn Utnapischti aufzusuchen, der jenseits des Meeres wohnt. Er will ihn nach dem Geheimnis des ewigen Lebens fragen, denn Utnapishti hat die grosse Flut überlebt und von den Göttern das ewige Leben geschenkt bekommen. So macht ern sich nun also auf den Weg, um zum Meer zu gelangen.
Der Berg und die Skorpionmenschen
Auf seiner Reise kommt er zu einem grossen Berg. Es gibt einen Weg unter den Berg durch, doch der Eingang wird von Skorpionmenschen bewacht. Sie sind ein Paar, Mann und Frau. Gilgamesh stellt sich Ihnen als der König vor. Der Mann sagt: «Er ist Menschenfleisch!», aber die Frau sagt: «Er ist nur ein Drittel Mensch, und zwei Drittel Gott». Also lassen sie ihn passieren. Gilgamesh wandert 120 Kilometer durch die Dunkelheit, bis er endlich wieder ans Licht kommt.
Die Edelsteinbäume und die Schenkin
Auf der anderen Seite befindet sich einen Garten mit Bäumen, in denen statt Früchten Edelsteine hängen. Dann endlich erreicht er das Meer. Hier, am Ufer des Meeres, befindet sich eine Schenke. Er klopft an die Tür, er hämmert an die Tür. Doch die Schenkin, die ihn von Weiten hat kommen sehen, hat die Tür verriegelt. Sie denkt, er sei ein Mörder, denn er bietet einen fürchterlichen Anblick: Seine Kleider sind zerrissen, sein Haar verfilzt.
Doch er lässt nicht nach. Er bestürmt die Schenkin: «Öffne, ich bin König Gilgamesh!» Er zählt auch alle seine vielen Heldentaten auf. Da lässt sie ihn herein.
Eine Vertrauensbeziehung
Gilgameshs achtet auf die Augen und die Stimme der Schenkin und gewinnt so auch ihr Vertrauen. Er spricht mit ihr über die Dinge, die ihm wichtig sind. Er fragt sie, wie er übers Meer kommen kann. Sie antwortet: «Du willst über das Meer hinüberfahren? Es gibt keinen Menschen, der das je geschafft hat. Denn dazwischen liegen die Wasser des Todes! Meerüberschreiter ist allein Shamash (der Sonnengott).».
Der Fährmann
Doch plötzlich, als würden sie unterbrochen, ruft die Schenkin: «Schau, da ist Urshanabi, Utnahpishtis Fährmann! Frag ihn, ob er dich hinübernimmt!» Gilgamesh stürzt hinab, schwingt seine Axt, stürzt unter sie (? hier fehlen Zeilen) und steht vor Urshanabi. Dieser sagt: «Was hast du getan?! Du hast die Steinernen zerschlagen! Sie sind es aber, die mich hinüberbringen!». Der Fährmann weist ihn nun an, Zedern zu fällen, um daraus 120 lange Ruderstangen anzufertigen. Mit diesen soll Gilgamesh nun über die Wasser des Todes rudern, ohne dabei seine Hand zu netzen.
Die Wasser des Todes
Sie fahren mit den Ruderstangen los. Aber eine Stange nach der anderen zerbricht auf der Fahrt. Schliesslich ist keine mehr übrig. Da reisst sich Gilgamesh seine Kleider vom Leid und hängt sie als Segel an den Mast. So erreichen sie das andere Ufer.