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Am 6. November habe die Niederlage geschmerzt. «Es war ein Schlag», sagt Michel Losey, der auf der FDP-Liste im Broyebezirk nicht mehr in den Grossen Rat gewählt wurde. Schon tags darauf akzeptierte er aber das Verdikt des Volks. Mit der Politik hat er von einem Tag auf den anderen abgeschlossen. Er würde auch nicht mehr nachrutschen wollen. In seinem Büro habe er die politischen Dossiers aussortiert und viel Platz für Neues geschaffen, so Losey zu den FN.
1996 war Michel Losey erstmals in den Grossen Rat gewählt worden. Der Landwirt und Treuhänder aus Sévaz kandidierte damals für die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei. Im Rat gehörte Losey von Beginn weg der damals achtköpfigen SVP-Fraktion an.
Im Parlament habe er die Interessen seiner Region, aber auch seines Berufsstandes vertreten, so Losey. Besonders habe er die Kontakte geschätzt. Höhepunkt war die Wahl zum Präsidenten der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission. «Da arbeitet man wirklich im Herzen des Kantons; man kann dessen Entwicklung aus nächster Nähe mitverfolgen.»
Doch es brauten sich dunkle Wolken über Losey zusammen. Begonnen habe es, so Losey, als der Grosse Rat 2007 gemeinsam am Fernsehen die Bundesratswahlen verfolgte und er jubelte, als Christoph Blocher abgewählt wurde. «Ich liess mein Herz sprechen, aber es wurde in meiner Partei als Verrat empfunden», so Losey. Als er 2011 zum Nationalratskandidaten nominiert wurde, sagte der spätere Grossrat Nicolas Kolly, eine Wahl Loseys wäre eine Niederlage für die Partei.
Losey spürte, dass er von der Partei keine Unterstützung mehr für eine neue Kandidatur in den National- oder Staatsrat erhalten würde. Deshalb habe er sich im Herbst 2014 für einen Wechsel zur FDP entschieden. Er sei sich bewusst gewesen, dass dies Folgen haben würde: «Es war klar, dass ich das Präsidium der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission nach zweieinhalb Jahren abgeben musste. Aber ich kam in eine Partei, in der trotz unterschiedlichen Standpunkten die Meinungsfreiheit gewährleistet ist.» Es gelang Losey aber nicht, sich auf einer FDP-Liste eine neue Wählerbasis aufzubauen. «Ich habe nie Wahlkampf betrieben», sagt er.
Loseys Engagement gehe auch ohne politisches Amt weiter. Er wolle sich für den Cargo-Verkehr auf der Bahnlinie Payerne–Yverdon einsetzen, da die Landwirtschaft der Broye davon abhänge. Und er wehre sich dagegen, dass noch mehr Agrarland in der Broye der Industrie und dem Gewerbe geopfert werden.
In einer losen Serie ziehen die FN Bilanz mit langjährigen Grossrätinnen und Grossräten, die am 6. November nicht mehr zur Wahl angetreten sind oder abgewählt wurden.