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Der Protest der Greenpeace-Aktivisten im Hafen von Sao Luis, Brasilien, dauert an. Seit Montag wechseln sich Kletterer auf der Ankerkette des Frachters Clipper Hope ab. Sie protestieren gegen die Urwaldzerstörung für Roheisen. Der daraus hergestellte Stahl geht unter anderem an Autokonzerne wie BMW oder Mercedes.
Die Aktivisten waren mit Schlauchbooten vom Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior gekommen, das seit März auf dem Amazonas unterwegs ist. Die Tour führt nach Rio de Janeiro, wo im Juni der Erdgipfel Rio+20 stattfindet.
Brasiliens Regenwald – zerstört für die Stahlproduktion
Ein neuer Greenpeace-Report belegt, dass der Amazonas-Regenwald nicht nur durch Ackerbau und Viehzucht gefährdet ist. Ganze Wälder werden gefällt, um Holzkohle für die Produktion von Roheisen zu gewinnen. Der daraus hergestellte Stahl geht an Autokonzerne wie Ford, BMW oder Mercedes.
Das Holz wird illegal gefällt. Die daraus hergestellte Holzkohle dient später dem Eisenhersteller Viena zum Schmelzen von Eisenerz. Viena ist einer der ältesten und grössten Roheisenhersteller in Maranhao. Das Unternehmen beliefert US-amerikanische Stahlkocher, unter anderem den Stahlhersteller Severstal in Columbus, Mississippi, der nach eigenen Aussagen Autohersteller wie BMW, Ford oder Mercedes zu seinen Kunden zählt.
Brasiliens neues Waldgesetz – eine Gefahr für den Regenwald
Das brasilianische Parlament hat vor zwei Wochen ein neues Waldgesetz verabschiedet. Es sieht unter anderem vor, Farmer zu amnestieren, die in den letzten Jahren den Regenwald illegal zerstört haben. Auch werden Schutzzonen an Wasserläufen reduziert und der bisherige Schutz des Waldes stark eingeschränkt. Millionen Hektar Regenwald sind bedroht, wenn dieses neue Waldgesetz in Kraft tritt. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat bis zum 25. Mai Zeit, ihr Veto einzulegen. Dies hat sie im Vorfeld und während der Parlamentsdebatten wiederholt zugesagt.
«Präsidentin Rousseff muss ihr Wort halten und ihr Veto einlegen. Alles andere wäre eine Katastrophe für den Regenwald, die Menschen und Tiere des Waldes, aber auch für unser Klima», sagt Salge.