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Karl Schmid (1907–1974)
Professor für Germanistik und Rektor an der ETH Zürich
Geboren am 31. März 1907 in Zürich als Sohn des Germanisten Prof. Dr. Karl Schmid-Hunziker, trat Schmid bereits früh in die Fussstapfen seines Vaters. Er studierte an den Universitäten Zürich und Berlin Germanistik und Geschichte. 1934 promovierte Schmid bei Emil Ermatinger über "Schillers Gestaltungsweise". Sechs Jahre später heiratete er die Schauspielerin Elsie Attenhofer, die sich vor allem als Kabarettistin im legendären "Cornichon" einen Namen machte.
Engagement für die geistige Landesverteidigung und Tätigkeit als Lehrer
Während des Zweiten Weltkriegs stellte sich das Ehepaar innenpolitisch in den Dienst der "geistigen Landesverteidigung". Karl Schmid lehrte an Zürcher Mittelschulen und an der Volkshochschule Zürich, bevor er im Wintersemester 1943/44 an der ETH Zürich als Privatdozent erste Vorlesungen hielt.
Rektor an der ETH Zürich
1944 wurde er zum ausserordentlichen und 1947 zum ordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur gewählt. 1953 bis 1957 fungierte Schmid zudem als Rektor der ETH Zürich. Als er jedoch 1965 von einem Bundesrat angefragt wurde, ob er bereit wäre, die Leitung der Hochschule zu übernehmen, lehnte er unter anderem mit der Begründung ab, ihm fehle die für den Posten notwendige "energische Bejahung des naturwissenschaftlich technischen Fortschritts". Über Gremien der ETH hinaus waltete Schmid in zahlreichen öffentlichen Körperschaften, so präsidierte er 1969 bis 1972 den Schweizerischen Wissenschaftsrat und gehörte zeitgleich der Gesprächsgruppe von Bundeskanzler Karl Huber betreffs "Richtlinien für die Regierungspolitik des Bundesrats" an.
Auszeichnungen
Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er von verschiedener Seite ausgezeichnet. Die Hochschule St. Gallen verlieh ihm die Ehrendoktorwürde, und die Universität Zürich ernannte Karl Schmid zum ständigen Ehrengast. Neben der wissenschaftlichen beschritt er auch eine militärische Laufbahn, die ihn bis zum Rang eines Obersten i. Gst. führte. Darüber hinaus war er von 1967 bis 1970 Präsident der "Studienkommission für strategische Fragen".
Karl Schmid starb am 4. August 1974 in Bassersdorf.
Handschrift
"Möglicherweise wird das metaphysische oder mystische Bedürfnis nach Sinn und Zusammenhang, welches durch die rationale Einstellung zur Welt nicht befriedigt wird, sich u.a. in der Dichtung zu stillen versuchen."
Aus der Beilage eines Briefes Karl Schmids an seinen Kollegen Prof. Dr Hardi Fischer vom 31. August 1973 (Hs 811: 1).
Bestand
Nebst dem Porträt im Bildarchiv erlauben die Dokumente im Hochschularchiv der ETH Zürich verschiedene Zugänge: Ein kleiner Privatnachlass von Karl Schmid enthält Briefe (Hs 810) und Materialien zum Werk (Hs 811), während seine Tätigkeit an der ETH Zürich im Hochschularchiv dokumentiert ist. Ein umfangreiches Biographisches Dossier mit Zeitungsartikeln, Festschriften, Nekrologen bietet Informationen aus dritter Hand zum Leben und Wirken Karl Schmids. Einen grösseren Nachlass finden Sie im Archiv für Zeitgeschichte (Link verlässt diese Seite).