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Der Siegeszug der Sportgetränke begann in den 1960er-Jahren. Ein findiger Arzt wollte ein amerikanisches Footballteam – die Gators – vor den vermeintlichen Folgen der Austrocknung (Dehydration) schützen. Er mischte Wasser mit Natrium, Kaliumphosphat, Zucker und einem Hauch von Zitronenaroma: «Gatorade» war geboren.
Die clevere Verknüpfung von Wissenschaft und Marketing sorgte für weltweiten Erfolg, schreibt das BMJ. Die Hersteller spannten sich renommierte Forscher vor den Karren, gründeten wissenschaftliche Institute und veröffentlichten Empfehlungen, die aussehen wie akademische Unterlagen.
Beweise dafür, dass Sportgetränke mehr nutzen als normales Wasser, gibt es nicht. Eine einzige Krankheit existiert, die mit der Flüssigkeitsaufnahme von Sportlern in Verbindung steht: die Hyponatriämie. Diese Elektrolytentgleisung wurde bisher bei 1600 Läufern als kritisch eingestuft und forderte schon 16 Todesfälle. Über die Ursache dieser Hyponatriämien wird heftig diskutiert. Besonders interessiert die Frage, ob die Menge oder die Art der Flüssigkeit für den Elektrolytmangel verantwortlich ist. Die grösste prospektive Studie zu diesem Thema kommt zu dem Schluss, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung von Getränken und der Hyponatriämie gibt. Die Menge ist der entscheidende Faktor. Das heisst, Sportmixgetränke bringen keinen Vorteil gegenüber reinem Wasser.
Den einzig nachweisbaren Effekt haben die Sportgetränke auf Hüfte und Bauch. Denn ein halber Liter dieser Limonaden enthält bis zu 30 Gramm Zucker.