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Kernbotschaften des Kapitels
Viele Ansätze für ein betriebliches Gesundheitsmanagement (kurz: BGM-Ansätze) entfalten einen blinden, unwirksamen Aktionismus. Es werden Maßnahmen durchgeführt, die einem Kreis von Laienentscheidern sinnvoll erscheinen, basierend auf veralteten oder schlicht falschen Annahmen über Ursachen und Zielsetzungen.
Sport wird als Allheilmittel betrachtet und das Gesundheitsmanagement auf die Primärprävention durch Anmahnung eines gesunden Lebensstils reduziert. Die eigentlichen Ursachen für hohe Krankenstände liegen woanders und sie lassen sich durch Sport kaum beeinflussen. Wir brauchen ein multifaktorielles Verstehen von Krankheitsentstehung.
Ursachenfaktoren für das Krankheitsgeschehen werden systematisch ausgeblendet bzw. die Verantwortlichkeit für diese Themen wird auf andere Institutionen verschoben, die dies aber nicht leisten. Beispiele sind Medikamente als Krankheitsursachen oder eine pharmakonzentrierte Medizin, die nur noch unzureichend diagnostiziert, sich für Patienten zu wenig Zeit nimmt und auf die Unterdrückung von Symptomen abzielt.
Häufig wird Arbeitgebern und Führungskräften einseitig die Schuld zugewiesen. Dabei wird undifferenziert über Arbeitsstress geklagt, ohne zu beachten, dass die Komplexität der einzelnen Schicksale von Mitarbeitern für Führungskräfte schlicht überfordernd ist und die derzeit stattfindende disruptive Veränderung der Arbeitswelt ganze Bevölkerungsteile abhängt. Natürlich müssen Arbeitgeber dieser Entwicklung Rechnung tragen, doch einfache Rezepte (»Der Stress ist schul