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Bei einem Spaziergang am Bach hinter dem Spital von Penticton wirkt alles friedlich. Auch die Enten auf einem nahen Parkplatz haben keinen Grund zur Aufregung.
Nicht weit davon zeigt die Skulptur „The Salmon Chief“ von Clint George den Lachs, Häuptling über die Gewässer, in menschlicher Gestalt. Mit seinen Geschichten gewährt er Einsicht ins Leben und in die Gesetze der Natur und erinnert daran, dass er sich als einer der vier „Food Chiefs“ für die Ernährung der Menschen opfert.
In letzter Zeit ist viel von einer Versöhnung zwischen den First Nations und dem kanadischen Staat und von Verhandlungen von Nation zu Nation die Rede. Und jetzt dies: Am Morgen hatten wir eine Email mit dem Titel „Reconciliation is Dead“ erhalten, mit dem Aufruf, die landesweiten Protestaktionen von First Nations zu unterstützen. Ausgelöst wurden sie von der Wet’suwet’en Nation im Norden von British Columbia. Sie will den Bau einer Flüssiggas-Pipeline durch das nicht mit einem Vertrag an den Staat abgetretene Land verhindern, weil sie die Natur und damit die traditionellen Nahrungsquellen gefährdet. Inzwischen blockieren Protestierende von British Columbia bis Ontario Häfen, Brücken, Eisenbahnlinien, Autobahnen und Strassen und in Victoria B.C. die Eingänge zum Parlament. Der Bau der Pipeline ist vom „Federal Court“ als legal erklärt worden, und die Polizei hat den Auftrag, Barrikaden zu räumen und das Baugelände zu sichern, was zu immer mehr Verhaftungen von Protestierenden führt. Es wird für die Politikerinnen und Politiker in Victoria und in Ottawa nicht leicht sein, eine einvernehmliche Lösung zu finden, umso mehr, als mehrere First Nations und auch einige Mitglieder der Wet’suwet’en Nation für den Bau der Pipeline sind. Trotzdem – oder eben gerade deshalb – möchte ich mit einem hoffnungsvollen Foto schliessen, das ich am Okanagan River bei Oliver aufgenommen habe.