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Schweizer Meister St. Gallen hat in der Champions League einen "harten Brocken" zugeteilt erhalten: In der dritten Qualifikations- Runde muss das Team von Coach Marcel Koller gegen keinen Geringeren als den UEFA-Cup- Sieger Galatasaray Istanbul antreten.Dieser Inhalt wurde am 21. Juli 2000 - 18:26 publiziert
Nach Sion vor drei und den Grasshoppers vor zwei Jahren trifft also auch der FC St. Gallen in der Qualifikation zur Champions League auf Galatasary Istanbul.
Der Schweizer Meister bestreitet sein Heimspiel gegen den UEFA-Cupsieger am Mittwoch, 9. August, im Zürcher Hardturm. Das Rückspiel findet am Dienstag, 22. August, in Istanbul statt.
Wie der FC Basel tragen auch die Ostschweizer ihre Europacup-Heimspiele diese Saison im Hardturm aus, da weder die Schützenmatte noch das St. Galler Espenmoos den UEFA-Normen entsprechen.
St. Gallen hat am Freitag (21.07.) bei der Auslosung zur dritten Qualifikationsrunde in Nyon mit dem 14-fachen türkischen Meister und 12-fachen Cupsieger einen grossen und vermögenden Klub des europäischen Fussballs erhalten.
In der Saison 1987/98 scheiterte Sion in der Vorrunde an den Türken. Die Walliser unterlagen zweimal mit 1:4 und mussten die krasse Überlegenheit der Türken anerkennen. Ein Jahr später war auch GC überfordert und unterlag nach einem beachtlichen 2:3 im Ali-Sami-Yen-Stadion im Hardturm mit 1:2.
Galatasaray gewann im Frühjahr 2000 als erster türkischer Verein einen Europacup-Wettbewerb. Hagi, Taffarel, Hakan Sükür, Popescu und Co. bezwangen Arsenal im UEFA-Cup-Final nach einem 0:0 nach Verlängerung im Penaltyschiessen mit 4:1 und wurden in ihrem Land frenetisch gefeiert.
Zwar haben im Sommer die Stars Hakan Sükür (Inter Mailand), Arif (Real Sociedad San Sebastian) und Meistertrainer Fatih Terim (als Nachfolger von Trapattoni zu Fiorentina) Galatasaray verlassen, doch mit dem Zuzug des brasilianischen Goalgetters Jardel (FC Porto) und des türkischen Torschützenkönigs Serkan (Samsunspor) hat der nationale Meister der letzten vier Jahre diese Lücken geschlossen.
Neuer Trainer ist der ehemalige rumänische Nationalcoach Mircea Lucescu. Am Bosporus trifft er auf seine Landsleute und Leistungsträger, den 35-jährigen Spielgestalter Hagi und den 33-jährigen Abwehrchef Popescu, die ihren Rücktritt aus der rumänischen Nationalmannschaft gegeben haben. Im Tor steht Brasiliens 34-jähriger Weltmeister Taffarel, der als “Elfmeterspezalist” gilt.
Der FC St. Gallen, der erstmals seit der Saison 1985/86 und dem Ausscheiden gegen Inter Mailand (1:5 im San Siro, 0:0 im Espenmoos unter Trainer Werner Olk) im Europacup auftritt, hat einen fast unbezwingbaren Widersacher erhalten.
“Sportlich ist unsere Aufgabe extrem schwierig”, findet auch St. Gallens Präsident Thomas Müller, “doch der Gegner ist äusserst attraktiv” - und füllt die Kasse der Ostschweizer.
Obwohl diese für das Gastrecht im Hardturm runde 250’000 Franken inklusive aller Nebenkosten bezahlen müssen, wird ein ausverkaufter Hardturm und ein “Heimspiel” für die Türken erwartet. Schafft St. Gallen den grossen Coup nicht, ist es automatisch für die 1. Runde im UEFA-Cup qualifiziert.
swissinfo und Agenturen
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