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Mittwoch, 13. März
in der Nacht, am Stausee (der 10 MW produziert), in der es absolut ruhig war, kam am Abend ein starker Wind auf und liess unsere Fenster zittern, schon um 11 Uhr war es wieder ruhig. Am Sternenhimmel sahen wir die Millionen von Sternen, nachdem sich der Mond am Westhimmel verabschiedet hatte. Wir genossen das frisch gebackene Brot zum Frühstück und warfen einen Blick zum Solarkraftwerk, welches wieder von einem Halo umgeben war. Danach schauten wir uns das Haus auf der anderen Strassenseite an. Es war ein super Haus mit einem riesigen Pool von mindestens 25m Länge. Das Haus hatte eine Küche, eine Terrasse und mehrere Zimmer und war bereits am zerfallen. So ein schönes Haus und niemand bewohnt es - wirklich schade. Würden wir hier wohnen, würden wir es zu einem Schmuckstück restaurieren!
Unsere Fahrt ging weiter gen Osten, wieder quer durch das Nichts. In Skoura hielten wir an, um Wasser zu tanken. An der Tankstelle begegneten wir Mustapha, der uns zu seinem "Bruder" führte, dieser hatte ein wunderschönes Gewürzgeschäft, wo wir neben einem Tee, auch Gewürze probieren und kaufen konnten. Im Dorf Boumale Dadès konnten wir auch Gemüse und Früchte für ein paar Dirham einkaufen. In einem kleinen Restaurant, am Dorfplatz bestellten wir Tomaten-Omeletts. Dabei schauten wir zu, wie ein paar Männer grosse Teppiche auf dem Platz auslegten. Wir dachten sie wollen diese verkaufen, doch weit gefehlt. Bald versammelten sich weitere Männer zum Gebet. Wir fuhren weiter, wieder durch unendliches Nichts, nach Tinghir. Die Stadt ist rasant am wachsen, sofort fielen uns die riesigen Gebiete auf, welche bereits erschlossen und zum verbauen bereit waren. Oben in der Stadt sieht man auch einen hyper-modernen Teil, der aussieht wie eine grosse Burg aus Lego Steinen. Etwas ausserhalb des Ortes logieren wir auf dem "Soleil"-Platz, neben einem Zürcher Camper. Sie gehören zu einer Gruppe, welche mit "Siwa"-Tours eine geführte Reise mit den WoMos durch Marokko unternehmen. Bei uns gab es ganz etwas feines zum "Z.Nacht" : Dörrbohnen mit Speckstreifen und Kartoffeln - mhhh, fein!
Morgen werden wir durch die Todra Schlucht fahren
Donnerstag, 14. März
wir konnten bei Sonnenschein draussen Frühstücken, das Brot, welches Susann gestern gebacken hatte, schmeckte hervorragend. Die Zürcher, welche mit einer Reisegruppe unterwegs waren beneideten uns darum. Wir fuhren ein paar Kilometer weiter in die Todra Schlucht hinein. Weit konnten wir nicht fahren, da die Strasse für WoMo's zu gefährlich war, ausserdem würde die Strecke über einen Pass auf über 2800m steigen, was wir unserem Fahrzeug nicht zumuten wollten.
Die Todra Schlucht ist echt eine Sensation. Man fährt auf der engen Strasse zwischen den unendlich hohen Felsen hindurch. Wir parkten am Ender der Strecke auf dem grossen Platz und nahmen die gefahrene Strecke nochmals per pedes vor. Das Licht am Morgen warf die ganze Szene in eine gespenstige Landschaft. Die vielen "Moskitos", die Händler, welche dem ganzen Weg entlang ihre Tücher und Souvenirs anpriesen, gehören halt zum Bild, störten aber nicht wirklich. Das Gebiet, mit den steilen Felsen lädt auch Kletterer aus der ganzen Welt ein und so konnten wir auch an verschiedenen Orten Seilschaften beobachten. Wir kehrten zurück und marschierten flott am WoMo vorbei, etwa 5km weiter, der Strasse entlang, dem Fluss entlang nach oben. Einige hundert Meter weit sahen wir im Flussbett, welchen im Moment trocken lag, angebaute Felder, die nach Wasser bettelten. Der Weg zwischen den immens hohen Felswänden war beeindruckend. Ab und zu fuhr ein LKW an uns vorbei, beladen mit Schafen oder Habseligkeiten der Hirten, welche zu den Sommerweiden gefahren wurden.
In den Felsen, fast unsichtbar, entdeckten wir "Nomadenvillen", also Behausungen der Nomaden, welche bewohnt waren. Einer jungen Frau begegneten wir, als sie mit ihren putzigen, kleinen Schafen unterwegs war. Natürlich schenkten wir ihr ein paar Dirham und durften sie dafür mit uns fotografieren. Nach Zig-tausend Schritten parkten wir unser Auto an eine flache Stelle und gönnten uns ein feines Erdbeer-Vanilleeis, natürlich selbst zubereitet.
Nun zog es uns weiter in Richtung Wüste, unser Tagesziel war Erfoud. Wir fuhren wieder durch unendliche Einsamkeit, durch mehr oder weniger hässliche, ungepflegte Dörfer, aber auch an wunderschönen orientalischen Villen vorbei. Nahe der Stadt Erfoud beginnt bereits der Wüstencharakter, mit Gestrüpp und Zäunen wird das Wandern der Sanddünen verhindert.
Durch Zufall sind wir auf dem Campingplatz "chez Kalra" gelandet. Nach der Fahrt durch den Norden der Stadt, hätten wir nie so einen schönen, gepflegten und fein eingerichteten Platz erwartet. Weil in den letzten Tagen in der Wüste Sandstürme wüteten, war dieser (und auch viele andere) Plätze praktisch leer. Ausser uns waren nur zwei Franzosen (was denn sonst) hier. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, wurden wir mit einem Tee begrüsst. Der Platzchef empfahl sich natürlich für die Wüstenreisen, die er und sein Freund anbieten. Nach einiger Diskussion und verhandeln werden wir also morgen in die Erg Chebbi Wüste fahren.
Er versprach uns, abseits der vielen Touristen, welche in Merzouga starten, eine Tour mit dem Landrover ,dann mit den Dromedaren in die Wüste - wir werden später darüber berichten.
Nun geniessen wir noch einen Moment der Ruhe auf diesem bezaubernden Platz und freuen uns darauf, dass wir morgen um 10:30 einen Turban verpasst bekommen und losreisen.
weiter geht's in die Wüste "Erg Chebbi"