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Die Arbeit auf dem Bienenstand ist anspruchsvoll und spannend. Bei genauem Hinsehen können manchmal ausserordentliche Dinge beobachtet werden. Wir beschreiben hier das Vorkommen von lebenden weissen Drohnen, welche in der Literatur bisher nie erwähnt wurden.
Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern und haben keine Väter. Sie besitzen nur einen einfachen Satz des Erbgutes, sind also haploid. Deshalb sind sie anfälliger auf genetisch bedingte Anomalien.1 Arbeiterinnen und Königinnen stammen aus befruchteten Eiern, sie sind diploid. Ihr zweiter Chromosomensatz stellt sicher, dass Missbildungen kaum auftreten.
Erbfehler Augenfarbe
Die wohl am häufigsten beschriebenen Anomalien der Drohnen betreffen die Augenfarbe. Bereits im Jahr 1968 wies Prof. H. Dustmann nach, dass die normale Augenfarbe im Stoffwechsel über mehrere Stufen aufgebaut wird. Treten im Erbgut sprunghafte Veränderungen (Mutationen) auf, können verschiedenste Augenfarben auftreten. Bekannt sind mehr als 20 Augenfarbenmutationen.2
Im Volk, von dem der Drohn auf der Abbildung unten links stammt, gab es mehrere solcher Tiere. Ein erblicher Defekt ist deshalb wahrscheinlich. Das Pigment der Augen schützt diese vor übermässigem Lichteinfall. Beim Fotografieren mit Blitzlicht zuckte das Insekt mit den weissen Augen jeweils so zusammen, wie wenn es stark geblendet würde.
Weisse Drohnen
Martin Dettli betreibt zusammen mit Ilan Bult eine Demeter-Imkerei mit rund 50 Bienenvölkern. Diese sind auf mehrere Stände verteilt. In diesem Artikel geht es um weisse Drohnen, die bei Martin Dettli im Mai 2023 in einem Volk auftauchten.
Das Phänomen der weissen Drohnen ist in der wissenschaftlichen Literatur bisher nicht beschrieben und