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Eisenmangel wird nach wie vor häufig übersehen. Bei Symptome Eisenmangel lohnt sich eine genaue Abklärung. Eine entsprechende Therapie führt zu neuer Lebensqualität.
Gerne beraten wir Sie und beantworten Ihre Fragen bezüglich Eisenmangel. Wir besprechen mit Ihnen mögliche Therapieformen inklusive Eiseninfusionen und führen sie durch. Allfällige Abklärungen werden organisiert und besprochen.
Typische Symptome bei Eisenmangel sind:
1. Leiden Sie unter Erschöpfungszuständen ?
2. Leiden Sie unter einem der folgenden Symptome ?
• Konzentrationsstörungen ?
• Depressive Verstimmungen ?
• Schlafstörungen ?
3. Leiden Sie unter einem der folgenden Symptome ?
• Schwindel
• Kopfschmerzen
• Nackenschmerzen
4. Leiden Sie unter einem der folgenden Symptome ?
• Haarausfall ?
• Nagelbrüchigkeit ?
• Restless legs ( vgl. Typische Symptome bei Eisenmangel)
Auswertung
Jede Gruppe, in der mindestens ein Symptom als zutreffend bezeichnet wird erhält einen Punkt:
1 und 2 Punkte: IDS möglich
3 Punkte: IDS wahrscheinlich
4 Punkte: IDS hochgradig wahrscheinlich
Eisenmangel ist insbesondere ein Problem der Frauen im gebärfähigen Alter. Bei jeder Periodenblutung geht mit dem Blut Eisen verloren, welches dann dem Körper fehlt. Diese Blutungen sind der Hauptgrund für den latenten Eisenmangel unter dem viele Frauen leiden. Als Gynäkologe bin ich gefordert diese Blutungen so gering als möglich zu halten damit kein Eisenmangelsyndrom auftritt. ( vgl. unten ) Das hat wiederum einen direkten Zusammenhang mit der Beratung bezüglich Verhütung, allfälligen Operationen und dem Schutz der Gebärmutterschleimhaut vor krankhaften Veränderungen ( Polypen, Krebs, Hyperplasie etc. )
Eisen ist eines der wichtigsten Spurenelemente in unserem Körper. Viele Stoffwechselreaktionen können nicht wahrgenommen werden ohne genügend Eisenatome. In unserem Körper befinden sich ca. 4000 – 5000 mg Eisen. Der grösste Teil dieses Eisens (ca. 67 % ) ist im Blut an das Hämoglobin ( roter Blutfarbstoff ) gebunden. Jedes Hämoglobinmolekül besteht aus 4 Eiweissketten. ( 2 Alpha und 2 Betaketten ) In der Mitte dieser Ketten befindet sich jeweils ein Eisenatom bzw. ein Eisen – Jon ( Fe ++ ) An dieses Eisen – Jon kann sich ein Sauerstoffmolekül ( O2 ) anlagern. Diese Sauerstoffverbindung ist jedoch nur möglich, wenn alle 4 Eiweissketten mit ihrem Eisen – Jon ausgestattet sind. Fehlt eines dieser 4 Eisen – Jone fällt das ganze Hämoglobinmolekül für den Sauerstofftransport aus. Wenn ein Mensch zu wenig Hämoglobin hat sprechen wir von einer Anämie.
( Blutarmut) Bei zunehmender Anämie kann also der geatmete Sauerstoff nicht mehr zu unseren Körperzellen transportiert werden, was schlussendlich lebensgefährlich wird.
Bei Eisenmangel spart unser Organismus deshalb mit dem Hämoglobin am Schluss, was auch erklärt, dass wir oft noch normale Hämoglobinwerte haben und doch schon unter Eisenmangel leiden. Bis vor wenigen Jahren ( ca. 2004 ) war es klare schulmedizinische Meinung, dass bei normalem Hämoglobin kein relevanter Eisenmangel bestehen könne. Es ist eine grossartige Leistung von Dr. med. Beat Schaub und seinen Kollegen auf die grosse Bedeutung des Eisens für viele andere Funktionen in unserem Körper hinzuweisen.
Neben der Bedeutung für den Sauerstoff (O2) Transport im Blut hat Eisen noch viele weitere ( ca. 179 ) Funktionen in unserem Körper. Insbesondere brauchen wir Eisen
Der Körper eines Menschen enthält durchschnittlich 4 – 5 g Eisen (Fe). Es kommt vor im Hämoglobin, im Myoglobin, in Enzymen (Zytochromen, Peroxidasen, Katalasen etc.) sowie als Depot – oder Speichereisen in Form von Ferritin und Hämosiderin.
Verteilung im Körper für einen Mann 70 Kg ( aus Wikipedia.org 12.01.2014 ):
Bedarf
Der tägliche Bedarf beträgt bei Kindern 0,5 – 1,5 mg / Tag bis zu 2 – 5 mg/ Tag bei einer Frau. Das Eisen wird dem Körper über die Nahrung zugeführt. Der wichtigste Eisenlieferant sind Fleischprodukte aber auch viele Pflanzenprodukte enthalten relevante Mengen an Eisen (vgl.Tabelle)
Das Eisen wird im oberen Dünndarm als Eisen-Jon ( Fe ++ )aufgenommen. Dreiwertiges Eisen (Fe+++) aus der Nahrung wird zunächst im Darm in zweiwertiges Eisen (Fe++) umgewandelt. Die Darmschleimhaut kann schlussendlich nur ca. 10% des zugeführten Eisens resorbieren. Es empfiehlt sich so bei Männern eine tägliche Zufuhr von ca 10mg, bei Frauen eine solche von 15mg vorzunehmen. Je nach Situation kann sich die empfohlene Menge entsprechend erhöhen. Z.B. in der Schwangerschaft, beim Stillen, bei sportlicher Betätigung oder Blutverlusten.
Eisenverluste entstehen insbesondere bei den Menstruationsblutungen . Ansonsten verlieren wir Eisen bei Verletzungen, Geburten, Krankheitsbedingt oder über die reguläre Abschilferung der Haut und Schleimhautzellen. Bei eine Periode gehen ca. 30 – 75 ml. Blut verloren. 2ml. Blut enthalten ca. 1mg Eisen. Bei sehr starken Periodenblutungen (Hypermenorrhoe ) kann der Blutverlust bis 800 – 1200 ml. betragen. Bei solchen Mengen ist es verständlicherweise oft nicht mehr möglich auf normalem Weg genügend Eisen aufzunehmen.
Das Ferritin bildet so quasi die Eisenreserve unseres Körpers. Immer wenn unser Organismus Eisen braucht kann er dieses vom „Speicher“ hohlen, sofern dieser auch genügend gefüllt ist. Ferritin findet sich hauptsächlich in der Leber, der Milz und dem Knochenmark. Im Blutserum stellt es ein aussagekräftiges Mass für den Eisenspeicher (Eisen-Reserve) dar.
Bis heute werden die Normwerte für das Ferritin bei Männern und Frauen nicht separat aufgeführt, wie das beim Hämoglobin der Fall ist. Je nach Labor finden wir auch unterschiedliche Werte von 7 – 170 Mikrogramm bis , je nach Bestimmungsmethode, 30 – 400 Mikrogramm pro Liter. Bisher wurden keine separaten Normwerte für Frauen und Männer festgelegt. Wenn wir für die beiden Geschlechter separate Normwerte definieren würden wäre es völlig normal, dass diese Werte bei den Frauen tiefer liegen würden als bei den Männern ( Genau wie wir es beim Hämoglobin ja auch haben ) Nach all dem bisher Gesagten stellt sich nun aber die Frage „ Ist alles, was wir als normal bezeichnen dürfen auch erwünscht?“ In Anbetracht der Komplexität der vielen Eisenabhängigen Funktionen in unserem Körper und in Anbetracht der grossen Streubreite der „noch normalen Ferritinwerte“ ist es verständlich, dass wir mehr auf unsere Beschwerden, unsere Symptome und unsere Befindlichkeit achten müssen als auf einen bestimmten Ferritinwert. Heute ist man in der Medizin mehrheitlich der Ansicht, dass bei einem Ferritinwert über 50 Mikrogramm/l ein Eisenmangel eher unwahrscheinlich ist.
Zusammenfassen geht es also bei der Eisentherapie insbesondere um die Behandlung der Beschwerden und der Symptome und nicht um die Therapie des Ferritinwertes. Wenn wir uns bei tiefnormalen Ferritinwerten wohlfühlen brauchen wir sicher keine Therapie. Wenn wir aber bei den gleichen Werten unter einer Eisenmangelsymptomatik leiden ist eine Therapie wohl sinnvoll. Wenn die Symptome anschliessend deutlich kleiner werden und sich ein Behandlungserfolg einstellt lohnt es sich darüber nachzudenken was wir unternehmen könnten, damit die Eisenwerte in Zukunft nicht wieder so tief sinken werden. Wenn sich jedoch trotz Eisentherapie kein Erfolg einstellt werden wir nach anderen Ursachen der Beschwerden suchen müssen.