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Alpenübergang (2044 m) zwischen Tujetsch GR und Andermatt UR. 1303-05 Crispalt, rom. Alpsu oder Cuolm d'Ursera. Zusammen mit dem Furkapass verbindet der O. die alpinen Längstäler von Rhone und Vorderrhein; das dazwischenliegende Urserntal fungiert als Drehscheibe des Nah- und Fernverkehrs im Gotthardraum. Das Kloster Disentis förderte seit dem HochMA über den O. die Urbarisierung und Besiedlung von Ursern, wo es Hoheitsrechte und zahlreiche Güter besass. Im 12. und 13. Jh. erfolgte die Walsereinwanderung aus dem Wallis und Urserental in die Surselva über den O. So lässt sich um 1380 für die rom. Dörfer Rueras und Tschamut (beide Gem. Tujetsch) eine deutschsprachige Minderheit nachweisen. 1333 fanden im O.-Gebiet Kämpfe statt zwischen den vom Kloster Disentis geführten Anhängern Österreichs und den mit Donat von Vaz verbündeten Waldstätten. Der Friedensvertrag von 1339 wahrte die inneralpinen Handelsinteressen im Gebiet von Lukmanierpass, O., Furka- und Gotthardpass sowie dem Passo di San Giacomo. Während die Tujetscher alljährlich eine Prozession zur St. Gotthardkapelle abhielten, besuchten die Leute des Urserntals das Disentiser Placidusfest. Der östl. Zugang zum O. erfolgte auf zwei Routen: die obere über Milez, Val Val und Pass Tiarms, die untere, lawinengefährdetere über Tschamut und Surpalits; diese wurde 1862-63 für das Trassee der Fahrstrasse gewählt. Die für die Errichtung gesprochenen Bundessubventionen überliess der Kt. Graubünden dem Kt. Uri für den Bau des Urner Teils. 1911 begann die Errichtung der schmalspurigen, z.T. mit Zahnradantrieb versehenen Furka-Oberalp-Bahn, 1915 war die Gleislegung Andermatt-Disentis vollendet; wegen des 1. Weltkriegs konnte der Betrieb jedoch erst 1926 aufgenommen werden. Seit der Elektrifizierung 1942 verkehrt die Bahn ganzjährig (im Winter Autoverlad), die Strasse bleibt im Winter geschlossen. Das kleine Skigebiet Oberalp ist mit demjenigen von Milez-Sedrun verbunden.
Literatur
– Tujetsch, hg. von L. Hendry, 1987
Autorin/Autor: Jürg Simonett