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Nach dem Hock im Juli, mit dem Besuch von Roger Treichler und seiner Partnerin Kai aus Thailand, schloss sich der Hock am 8. August in der Schützenstube Hönggerberg in Sachen «Internationalität» nahtlos an und übertraf mit dem Besuch durch drei TVU-Kameraden aus Übersee alles bisher schon Erlebte deutlich. An diesem Nachmittag kam es zu einem Dreier-Treffen von seit langem in den USA, resp. auf den Bermudas lebenden Untersträsslern. Kurt Birrer, ein ehemaliger Jugendriegler und Sektionsturner der Fünfziger- und Sechzigerjahre, wanderte vor bald 50 Jahren auf die Bermudas aus und wurde dort sesshaft. Der heute 85jährige Birrer ist allerdings seit seiner Pensionierung während der Sommerzeit ein regelmässiger Gast in der Schweiz, wo er, wann immer es geht, an den 60+Anlässen teilnimmt. Diesmal schafft er es dank günstigen Terminen, mit dem Hock und mit dem Herbstausflug gleich an zwei Anlässen dabei zu sein und so das Vereinsleben wieder einmal hautnah zu erleben.
Hans Menet (79), zweifacher Olympiateilnehmer über 3000m Steeple (1968und 1972), ist sozusagen ein Halb-Amerikaner, der seit Jahrzehnten während dem Grossteil des Jahres in Florida lebt, aber stets die dort wettermässig nicht gerade idealen Sommermonate vom Juli bis Oktober und die Winterzeit vom Januar bis März in der Schweiz verbringt, und dabei auch keine Gelegenheit auslässt, bei seinen Kameraden von TVU 60plus vorbeizuschauen.
Unser US-Neumitglied Denny Kunak (77), genannt Slavek, ein 1968 aus der Tschechoslowakei emigrierter Leichtathlet (400m Hürden, 800m) hatte sich während seinem Aufenthalt als Flüchtling in Zürich von 1968 bis 1971 den Leichtathleten des TVU angeschlossen, bevor er anschliessend via England in die USA auswanderte und dort seine Studien beendete. Im vergangenen Frühsommer hatte Kunak, der ebenfalls in Florida wohnt, Kontakt mit Hans Menet aufgenommen, weil er wieder vermehrt Zürichdeutsch «schnurren» wollte (was er übrigens hervorragend kann), und Hans hatte ihm den Tipp mit dem Beitritt zum TVU 60plus gegeben.
Die beiden, die sich in Florida nur telefonisch unterhalten hatten, waren am 60plus-Hock die ersten, welche auf dem Hönggerberg eintrafen, und sie waren schon bald in Erinnerungen an die Zeit vor 50 Jahren vertieft, wobei sich herausstellte, dass Hans der erste Trainingspartner von Denny beim Joggen Dietliker Hardwald war.
Nach und nach trafen weitere Leichtathleten ein, welche Denny noch von früher kannten, und es wurde ein intensiver und vergnüglicher Nachmittag mit vielen lustigen und unvergesslichen Episoden aus verschiedensten Blickwinkeln. Denny erzählte seine Story von damals im TVU und beleuchtete auch den Grund seiner derzeitigen Europareise, bei der er sich in Prag verschiedene Dokumente von früher ausstellen lassen wollte, welche auch für die Zukunft seiner Kinder in den USA wichtig waren. Dass er dabei mit dem «Amtsschimmel» in Konflikt kam, war für ihn in Prag normal. Verwundert war er eher in Zürich, wo er seinen alten, blauen Schweizer Fahrausweis gegen einen neuen im Kreditkartenformat eintauschen wollte, als er bei drei Telefonaten mit derselben Amtsstelle von drei verschiedenen Personen drei verschiedene Antworten erhielt, von «Kein Problem!» bis «Geht nicht!» war alles dabei… Und über seine Erfahrung am Schweizer Zoll bei Dornbirn könnte Denny wohl eine schreiend komische Glosse schreiben. Man stelle sich vor, ein Fahrer mit amerikanischem Pass in einem Auto mit tschechischer Nummer, auf dem Weg von Österreich in die Schweiz! Dass da das ganze Auto auseinandergenommen, und in einer längeren Befragung mit der Möglichkeit von Terrorgefahr argumentiert wurde, kann wohl nicht so ganz überraschen.
Dafür war Denny über die Freundlichkeit der Hockteilnehmer/innen und die liebenswürdige Aufnahme in diesem Kreis voll des Lobes, und auch eine Institution wie den TVU 60plus würde man in den USA niemals finden, versicherte er uns mehrfach.
Höhepunkt des Nachmittags war ein Telefonanruf für Denny aus Schweden. Walter Kammermann (Kami), der damalige Trainer von Denny, liess sich aus seiner zweiten Heimat im Norden Schwedens vernehmen, um mit seinem früheren Schützling ein paar Minuten zu plaudern.Es war wirklich ein vergnügliches Treffen an einem nur schwer zu beendenden Hock, und Denny versprach, wenn möglich jedes Jahr mindestens ein Mal bei einem TVU-Anlass aufzukreuzen.
Aber auch wer sich nicht am Leichtathletik-Erinnerungsaustausch beteiligen wollte oder konnte, fand an den anderen Tischen genügend interessante Themen zu einem Gesprächsplausch, und wenn es ab und zu auch nur das begeisterte Lob auf die eben genossenen «besten Crèmeschnitten von Zürich» war.
Peter Tobler