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Viktor Khrapunov [72] erreichte jedes Ziel, das der wahre Oligarch jemals setzen könnte. Es gelang ihm, eine kommunistische Parteikarriere zu beginnen, die an die Zeit der Unabhängigkeit angepasst war, als Minister, Bürgermeister und Gouverneur fungierte, einen gigantischen Betrag der Staatsgelder stahl und in einem mit kostbaren Gegenständen beladenen Flugzeug nach den Westen floh. Er ist einer der reichsten Männer der Schweiz mit einem geschätzten Vermögen von 300 bis 400 Millionen Franken. Um eine Kirsche an die Spitze zu setzen: Er ist einer der selbsternannten Führer der „Opposition“. Jeder Wunsch ist inzwischen erfüllt.
Der Khrapunov Fall ist eine komplizierte Angelegenheit. Er wird in Kasachstan wegen Geldwäsche, Unterschlagung, Amtsmissbrauch, Betrug und der Gründung einer organisierten Kriminalitätsgruppe strafrechtlich verfolgt. Er und seine Familienangehörigen werden vor Gericht gestellt oder sind Gegenstand strafrechtlicher Ermittlungen mit gemischten Ergebnissen in Großbritannien, der Schweiz, den USA und anderen Ländern. Selbst die kürzeste Beschreibung der gegen ihn gewonnenen, verlorenen, laufenden oder verzögerten Prozesse wird überwiegend überproportional zum Artikel sein. Zum Glück gibt es einen viel einfacheren Weg, sich der Person zu nähern.
Viktor Khrapunov war ein Staatsmann und eine politisch exponierte Person. Er war Teil der herrschenden Elite von Kasachstan. Er hat nie eine gewinnorientierte Firma geführt und alles, was er verdient hat, soll ein Staatsmanngehalt sein. Es ist nicht nötig, jeden Cent zu untersuchen, um zu dem Schluss zu kommen: Er brachte das Vermögen in die Schweiz, das er in seinem Heimatland nicht verdienen sollte. Alles, was über der Gehaltsgrenze lag, wurde einfach gestohlen, als Bestechung angesehen, erpresst oder unterschlagen. Das ist „ungeklärter Reichtum“. Wir müssen nicht wissen, woher sie kriminell sind, wir müssen nur wissen, dass es keinen legalen Weg gibt, den Reichtum zu erklären. Recht?
Leider ist Viktor Khrapunov in der Schweiz gelandet, bevor die modernen Bankregeln zur Geldwäsche in Kraft getreten sind. KYC- und PEP-Vorschriften wurden nicht durchgesetzt. Vielleicht ist es sogar menschlich, den alten Mann am Ufer des Genfer Sees ruhen zu lassen. Immerhin hat er so hart gearbeitet, um alles richtig zu machen. Zukünftige kasachische Oligarchen sollten auch ihr Märchen haben!
Aber das ist gut genug für die Gastfreundschaft. Die neue Generation der Khrapunov-Großfamilie sollte nicht Teil der Schweizer Politik werden. Leider ist dies bei Ilyas Khrapunov bereits nicht der Fall. Es gelang ihm, als Ehrenmitglied in die Christlich-Demokratische Volkspartei zu gelangen. Welche Art von Ehre Ilyas Khrapunov der Partei gezeigt hat, bleibt es ein Rätsel.