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Blasenentzündung: Wenn die Harnröhre brennt
Die meisten Frauen kennen die äusserst unangenehmen Symptome aus eigener Erfahrung. Es schmerzt im Unterbauch, beim Wasserlassen brennt die Harnröhre, als ob darin ein glühender Draht stecken würde, und kaum hat man das WC verlassen, zwingt ein unbändiger Harndrang zum erneuten Gang ans stille Örtchen, wo unter erneutem heftigem Brennen höchstens zwei, drei Tropfen Urin in die Schüssel träufeln.
Die weibliche Anatomie begünstigt Harnweginfekte
Verursacher von Harnweginfekten sind in den meisten Fällen Bakterien aus der Scheiden- oder Darmflora, wie zum Beispiel Escherichia coli. Die weibliche Anatomie mit der kurzen Distanz zwischen den drei Körperöffnungen und der nur etwa vier Zentimeter langen Harnröhre macht es den Erregern leicht, in die Blase zu gelangen.
Gefördert wird das Eindringen der Infektionserreger durch Geschlechtsverkehr und falsche Hygiene. Um dem vorzubeugen, sollten Frauen nach dem Geschlechtsverkehr die Blase leeren. Nach dem Stuhlgang ist es wichtig, den After mit einer Wischbewegung von vorne nach hinten zu reinigen. Diese einfache Massnahme verhindert, dass Kotpartikel in Richtung Scheide und Harnröhre getragen werden, was im Übrigen auch zur Vorbeugung von Scheideninfektionen dient. Auch hormonelle Veränderungen können Harnweginfekte begünstigen.
Sowohl der erhöhte Östrogenspiegel in der Schwangerschaft als auch die niedrigen Östrogenspiegel nach der Menopause verändern die Vaginalflora, wodurch sich unerwünschte Keime übermässig vermehren und den Weg in die Blase finden können. Auch eine Diabeteserkrankung, die Einnahme von Antibiotika, ein geschwächtes Immunsystem sowie übermässige oder ungeeignete Intimhygiene können die Scheidenflora beeinflussen und Blaseninfektionen begünstigen.
Blasenentzündung in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft führt der Druck des Kindes auf die Harnwege unter Umständen dazu, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann. Der zurückbleibende Urin, Restharn genannt, wird zur Brutstätte für Bakterien.
Restharn kann sich auch bilden, wenn Steine, Tumore oder anatomische Fehlbildungen den Harnabfluss behindern. Aus diesem Grund sollten häufig wiederkehrende Harnweginfekte abgeklärt werden. Manchmal steckt auch Ungeduld dahinter, dass die Blase nicht ganz entleert wird. Wer zu Harnweginfekten neigt, sollte sich genügend Zeit nehmen auf dem WC und bleiben, bis der letzte Tropfen draussen ist.
Vorbeugen und behandeln
Harnweginfekte müssen behandelt werden. Zwar sind etwa ein Viertel der Blasenentzündungen selbstlimitierend und verschwinden von selbst wieder. Doch darauf sollte man nicht hoffen, denn die Keime können in die oberen Harnwege aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung verursachen. Diese geht mit einem starken Krankheitsgefühl einher. Die Patienten haben hohes Fieber, Schüttelfrost, Bauch- und Rückenschmerzen, Übelkeit und Brechreiz.
Ausserdem führen häufige Harnweginfekte in vielen Fällen zu einer Reizblase mit ähnlichen Symptomen wie bei der Blasenentzündung. Aus diesem Grund rechtfertigen die Symptome allein keine Antibiotikatherapie. Antibiotika sollten nur eingenommen werden, wenn der Infekt mittels eines Urintests nachgewiesen ist. Dann allerdings müssen die antibakteriellen Medikamente unbedingt in der vorgeschriebenen Dosis und der vorgeschriebenen Dauer eingenommen werden!
Gegen Blasenentzündungen: Preiselbeersaft und Tee trinken
Unterstützen kann man die Behandlung, indem man mögliche Keime ausspült. Dazu dienen täglich ein bis zwei Liter warmer Tee, zum Beispiel Bärentraubenblätter, Schachtelhalm, Birkenblätter und Brennnesseln. Auch der Saft aus den heimischen Preiselbeeren oder den grösseren, in Amerika heimischen Cranberries erweist sich als gutes Mittel bei Blasenentzündungen.
Wer regelmässig Preiselbeersaft trinkt, kann Blasenentzündungen damit wirksam vorbeugen. Ebenfalls wirksame Unterstützung leisten warme Fussbäder, Kleider, die bei kaltem Wetter Bauch und Nierengegend warm halten, wärmende Schuhe sowie ein intaktes Immunsystem.