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| Zeno von Verona (um 370) - Traktate (Predigten und Ansprachen)

Buch 1
Traktat VII. Die Demut.
Inhaltsangabe
Der Traktat stellt eine exegetische Erklärung von Psalm 130, V. 1 und 2 dar. Er weist an vier Stellen starke, zum Teil wörtliche Entlehnungen aus dem Psalmenkommentar des Hilarius auf. Die naheliegende Vermutung, daß der Traktat eine Skizze von Hilarius selbst sei, ist trotzdem mit den Herausgebern Ballerini abzulehnen. Abgesehen von der handschriftlichen Bezeugung verrät der Stil die Autorschaft Zenos, die mehrfach gebrauchte Anrede auch den Charakter einer Predigt. Mit [S. 122] dem Titel „Die Demut" fügt er sich in die Behandlung der übrigen Tugenden ein; Doch scheint er nicht vollständig oder nur eine Skizze Zenos zu sein; er läßt namentlich die in Zenos ausgearbeiteten Traktaten hervortretende Zusammenfassung und Schlußmahnung vermissen.
Die Beweisführungen der griechischen Philosophie gehen in ihren Zielen viel zu weit. Und sie sind in dem Streben, auch Gott zu erkennen, auch in die Kirche eingedrungen. Das ist nach den Worten der Hl. Schrift als Hochmut zu bezeichnen (Kap. 1). Psalm 130 legt aber die Demut nahe, und zwar zunächst die Demut des Herzens. Sie lehrt auch der Herr, besonders in seiner Menschwerdung (Kap. 2). Weiter lehrt er die Demut der Augen. Von ihrer Vernachlässigung kommen alle Sünden der Fleischeslust, Augenlust, Hoffart des Lebens (Kap. 3). Auch die Fortsetzung des Psalmes im nächsten Vers empfiehlt die Demut. David, der Verfasser des Psalmes, ist hierfür selbst ein Vorbild (Kap. 4). Der nächste Vers zeigt die Übung der Demut als die Erhabenheit der Seele. Hierfür ist Beweis der Bericht über den Pharisäer und Zöllner im Tempel (Kap. 5).