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Herzlichen Dank an Klaus für diesen tollen Bericht...
Tavenor Mk.2b
Beim Tavenor handelt es sich um den verunfallten Marcos Fastback 850 CAM, der als Werksrennwagen der Marcos Ltd 1963 beim 500-km-Rennen am Nürburgring gegen die Werkswagen von Abarth antrat (abgebildet auf S. 76 in Marcos The Story Of A Great British Sportscar). Der Tavenor wurde vom englischen Rennfahrer Raymond Tavenor Nash 1966 konstruiert und 1967 gebaut. Das Fahrzeug hatte das teilweise modifizierte Sperrholzchassis eines zuvor verunfallten Marcos Fastback und war ein sehr flacher Rennsportwagen. Beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring 1968 sowie beim 500-km-Rennen im gleichen Jahr erzielte der Tavenor allerdings keine Erfolge, sodass der Wagen ab 1969 nicht mehr im Automobilrennsport eingesetzt wurde.
Besonderheiten
Nash griffweitgehend auf die Verwendung von Sperrholz zurück, sogar der Überrollkäfig wurde aus Sperrholz gebaut. Die Konstruktion fand bei den zunächst irritierten technischen Kommissaren schließlich genügend Akzeptanz für die Zulassung des Rennwagens zu Läufen der 1968er Sportwagen- Weltmeisterschaft.
Schwachstellen waren die metallischen Komponenten der Hinterachsführung (mit innenliegenden Scheibenbremsen), die weitgehend in das Sperrholzmonocoque einlaminiert wurde. Für den Einsatz bei der Endurance-Weltmeisterschaft wurden nachträglich drei Benzintanks eingebaut, zwei davon lagen direkt unter den beiden Sitzen.
Renngeschichte
Nach Einsätzen in der englischen Club-Meisterschaft 1967 mit einigen ermutigenden Resultaten wurde das Fahrzeug Anfang 1968 für den Einsatz auf internationalem Parkett reglementsgemäß aufgerüstet, dazu zählte auch die Nachrüstung eines Hardtops Mitte der Saison, wodurch die ursprüngliche Spyder-Version in ein Coupe mutierte.
Allerdings zeigte sich, dass die Motor-Getriebe-Technik ebenso wie die fragilen Hilfsrahmen der komplexen Einzelradaufhängung den Belastungen eines Langstreckenrennens nicht gewachsen waren.
Klaus Tweddells verrückte Story zu diesem auto könnt ihr nachfolgend nachlesen.
nur soviel:
ich habe den tavenor-ford zum ersten mal beim 1000km rennen mai 1968 am ring fahren sehen und diverse fotos und auch einen kurzen super-8 film gemacht.
einige monate später beim 500 km rennen im september 1968 habe ich ihn dann nach dem rennen im (heute alten) Fahrerlager genauer betrachten können und einige s-w fotos geschossen (ich war damals herrliche 16 jahre jung, und buntfotos waren zu teuer für´s magere taschengeld).
dass ich das auto 30 jahre danach überhaupt (übrigens als geschenk) übereignet bekam, lag einzig daran, dass schon so viel sperrholz in meiner sammlung war und der besitzer/konstrukteur sich so sehr über meine zugesandten alten bilddokumente gefreut hat.
im "ersten leben" war der tavenor einer der beiden marcos-werkswagen , die 1963 beim 500km rennen am ring gegen die abarth antraten und carlo abarth etliche kaputte motoren bescherte (weil er es nicht ertragen konnte, dass sperrholzautos aus england mit ring-unerfahrenen fahrern seine sieggewohnten prototypen mit star-piloten wie hans herrmann um die ohren fuhren, nach augen- und ohrenzeugen-berichten hat er seine piloten nach dem ersten training zu sich zitiert und zusammengeschi...en , dann wieder auf die strecke geschickt, mit dem resultat etlicher überdrehter motoren.....)
nach 1968 wurde der tavenor-ford zwecks aufrüstung partiell zerlegt, aber dann nicht mehr fertiggestellt. so schlummerte das teil 30 jahre beim konstrukteur/ besitzer/fahrer in dessen gartenlaube, bis ihn ein brief aus dem sauerland erreichte, garniert mit etlichen alten s-w-bildern von 1968.
kurz danach kam man sich in st.albans nördlch von london bei etlichen tassen tee und beinhartem gebäck sehr viel näher.
das beste an der geschichte: das auto war noch absolut komplett, im innern hingen am wish-wash-knopf noch alle scrutineering-anhänger der saison 1968, die letzte startnummern klebten noch auf den türen. ....und unter der werkbank lag das unbenutzte, seinerzeit noch frisch revidierte hewland-5gang-getriebe, heute super-rar und eigentlich nicht mehr zu bekommen.
die restaurierung war weniger schwierig als erwartet, ein bissl holzleim (genauer epoxy-harz) und ein halber quadratmeter aw-100 (kochfestes bootsbau-sperrholz).
lediglich eine neufertigung der angeknacksten windschutzscheibe ist noch ein problem.
übrigens pflegen wir noch heute einen regelmäßigen briefkontakt, und vor nicht allzu langer zeit bekam ich sogar noch den wieder aufgetauchten kompletten odner mit allen technischen zeichnung zugesandt.
500 km rennen sept.1968, fahrerlager nürburgring
sept. 1998 in Hoinkhausen/Rüthen
mit besten grüßen
klaus