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Das Forschungsprojekt ergründet erste Spuren des Schweizer Volkslieds und zeigt in deren Fortsetzung anhand repräsentativer Kompositionen auf, wie sich gesellschaftliche Umstände im Lied manifestieren.
Historisch liegt ein besonderer Fokus vor und im Ersten Weltkrieg, also in einer Zeit der kulturellen Zerrissenheit und Bedrohung des Nationalstaats. Widerspiegelte sich diese Situation im Liedgut? Traten in der Alltagskultur sprachpolitische Abgrenzungen zutage? Bestand in den Sprachregionen überhaupt ein Interesse für die Liedkultur anderer Landes-sprachen?
Ein weiterer Fokus liegt auf der geistigen Landesverteidigung des zweiten Weltkriegs und ihren Nachwehen ab 1945. Hier ist eine Konsolidierung des Eigenen und eine zunehmende Entwicklung hin zu einem gemeinsamen, mehrsprachigen Liedgut denkbar.
Ziel ist es, Kontinuitäten und Brüche im Schweizer Selbstverständnis am Volksliedgut festzumachen und abschliessend zu ergründen, inwiefern die heutige Liedpraxis noch aus der ursprünglichen Volksliedtradition schöpft. Wie nehmen Immigrationssprachen neue Musikgenres oder regionale Gegebenheiten richtungsweisend auf die Liedkultur Einfluss?