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Die Idee einer erneuten Kandidatur für Olympische Winterspiele stammt aus Bündner Wirtschaftskreisen. Mit der Zustimmung zum Kredit von 25 Millionen Franken brutto (97:17) vollzog der Grosse Rat am Dienstag den Schulterschulterschluss mit der Wirtschaft. Ein Antrag von SP-Seite, wonach die Wirtschaft 4,5 Millionen Franken beisteuern sollte, hatte der Rat vorher mit 98 zu 17 Stimmen verworfen.
Am 12. Februar nächsten Jahres ist in Graubünden das Stimmvolk am Zug, dem der Kandidatur-Kredit vorgelegt wird. Nach Interpretation von Regierung und Parlament soll Graubünden von den 25 Millionen Franken neun Millionen Franken übernehmen.
Demnächst Gespräche mit Bundesrat
Je acht Millionen Franken sollen der Bund und Swiss Olympic zahlen. Entsprechende Zusicherungen liegen indes noch nicht vor. Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini (BDP) sagte vor dem Parlament, es würden demnächst Gespräche über die Beteiligung des Bundes mit dem Bundesrat geführt.
Inhaltlich förderte die Diskussion über den Sinn von Olympischen Spielen am Dienstag, dem zweiten Tag der Diskussion, keine Neuigkeiten mehr zutage. Volkswirtschaftsdirektor Parolini brachte das Anliegen der Regierung nochmals auf den Punkt, indem er sagte: «Olympische Winterspiele sind ein Investitionsprogramm für Graubünden.»
Flankiert wurde er von einem bürgerlichen Grossrat aus dem Prättigau, der die aktuelle Situation im Tourismus in der Peripherie mit den Worten «es ist Scheisse» umschrieb. Sollten die Stimmberechtigten im Februar Regierung und Parlament folgen, beginnt die nationale Ausmarchung.
Abstimmung im Herbst 2018
Das Bündner Projekt konkurrenziert eines aus der Westschweiz, wo sich die Kantone Wallis und Waadt zusammengeschlossen und Sitten bereits als Host City bestimmt haben. In Graubünden ist geplant, in einer zweiten Abstimmung im Herbst 2018 über die Infrastruktur und das Sicherheitskonzept abzustimmen. Die Spiele selber sollen dereinst 1,65 Milliarden Franken kosten und ohne staatliche Gelder abgewickelt werden.
Vor knapp vier Jahren, im März 2013, hatten sich die Stimmberechtigten in Graubünden mit knapp 53 Prozent gegen die Spiele ausgesprochen. Sogar 77 Prozent Nein-Stimmen lagen bei der Abstimmung im März 1980 in den Urnen.
(SDA)