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«Mer singed schöni Liedli …»
Vom Land in die «Stadt»: Annas Chinder-Jodelchörli zieht von Wislikofen nach… Weiterlesen
von
Andrina Sarott
25. Oktober 2018
09:00
Wir schreiben das Jahr 1973. Im Blaukreuz-Vereinslokal in Brugg lernen sich bei einer Session mit Lokalmatador Werni Ammann drei junge Hobby-Musiker kennen: Markus «Meck» Keller, Mani Minder und André «Buddy» Bernath. Sie gründen die Band «Space in time» und geben am 11. Januar 1975 ihr erstes Konzert. André Bernath erinnert sich: «Die Anfänge von ‹Space in time› gehen eigentlich auf ein Filmprojekt in der Kanti Aarau zurück. Mit unserer Klasse mussten wir einen Film drehen und die passende Musik dazu wollten wir selbst produzieren. Ich kannte bereits Meck und Mani, dazu kam noch ein Klassenkamerad. Gemeinsam nahmen wir die Filmmusik auf. Später entstand daraus unsere erste Band.» Der Name «RaveUp» wird erstmals im Oktober 1976 verwendet. Unter diesem Namen treten Werni Ammann (Gitarre), Mani Minder (Bass) und Meck Keller (Schlagzeug) im Jugendhaus «Piccadilly» auf. Danach herrscht mehrere Jahre Funkstille.
Rock mit bluesigen Elementen
1980 schliesslich gründen Meck Keller (Schlagzeug), Andreas «Pauli» Hofer (Gitarre), Mani Minder (Bass), André Bernath (Gitarre) und Marcello «Cello» Weber (Gesang) die Band «RaveUp». «Wir waren inspiriert von den Bands dieser Zeit wie den Stones, den Beatles und Deep Purple», sagt André Bernath. «Bei ‹Space in time› war die Musik noch eher psychedelisch und rockig, später bei ‹RaveUp› enthielt sie vermehrt bluesige Elemente», ergänzt Meck Keller. Im Juli 1980 kommt Markus Blättler, auch bekannt als Mark B. Lay, für Marcello Weber in die Band, der für längere Zeit in die USA geht. Es folgen zahlreiche Konzerte, häufig in Jugendhäusern und Dorfturnhallen. Im Herbst 1980 wird im Studio Sunrise in Kirchberg bei Etienne Conod der erste Tonträger, die Single «RaveUp/No.1», aufgenommen. Die Musik stammt meist von André Bernath, die Texte von Mark B. Lay und das Arrangement von der Band. «Die Lieder waren bereits bei ‹Space in time› und auch bei ‹RaveUp› zu 90 Prozent Eigenkompositionen. Das war zu jener Zeit eher aussergewöhnlich», meint Bernath. «Die wenigen Covers, die wir spielten, waren von unbekannteren Künstlern.» Später ersetzt Peter Lüssi Mani Minder am Bass. Die Konzerttätigkeit wird fortgeführt und die Band tritt unter anderem am Rock- und Jazzfestival in Windisch auf.
Im Sommer 1981 geht es an die Vorbereitungen für die Langspielplatte «Rock Bouquet». Die elf Songs werden im Dezember im Platinum Studio in Oberehrendingen aufgenommen. Da man mit dem Studiobesitzer und Chefingenieur nicht auf einer Wellenlänge ist, verlassen die Musiker mit den Bändern fluchtartig das Studio, um im Sinus Studio in Bern mit Hilfe von Ron Kurz, das zu retten, was noch zu retten ist. 1982 wird der Tonträger veröffentlicht. Im Anschluss geht es auf Schweizer Tour mit rund 20 Auftritten innert drei Monaten. Nach weiteren Konzerten 1983 verlassen Pauli Hofer und kurz später Mark B. Lay die Band. Das bedeutet das vorläufige Ende für «RaveUp». André Bernath spielt danach in Formationen wie «fiveOnine», «The Blues Session Band» sowie in verschiedenen BluesJam-Housebands und Meck Keller in der «Hagelwätter Blues Bänd» (gemeinsam mit Cello Weber), bei Toni Vescoli und bei den «Bluesaholics».
Comeback nach 40 Jahren
Die ersten Ideen für ein Comeback der Bluesrock-Band «RaveUp» gehen auf das Jahr 2012 zurück. «André hat uns alle dazu ermuntert, ein Comeback zu starten», erzählt Meck Keller. 2016 und 2017 treten sie erstmals wieder gemeinsam auf und beginnen mit den Aufnahmen für die aktuelle CD «Keep the fire burning». Diese enthält neue Songs und Coverversionen von Eigenkompositionen aus den 70er- und 80er-Jahren. «Wir mussten gewisse Lieder umschreiben, weil die Texte schlichtweg nicht mehr passten oder politisch nicht ganz korrekt waren», meint Bernath. «Man beschäftigt sich mit über 60 mit anderen Themen als mit 20.» Neben den englischen Songs sind auch ein paar Mundart-Stücke auf dem Album. Anfang 2018, nach Fertigstellung der CD, steigt Bassist Mani Minder kurzfristig aus der Band aus. An seine Stelle tritt kurze Zeit später Dan Lehmann. «Die Plattentaufe von ‹Keep the fire burning› findet in Brugg statt, weil wir eine Brugger Band sind», sagt Meck Keller stolz. «Besonders toll ist, dass Werni Ammann im zweiten Teil des Programms mit von der Partie sein wird.» «RaveUp» startet noch in diesem Jahr ihre Clubtour in der Schweiz. «Wir freuen uns darauf, denn wir wollen raus auf die Bühne und das Publikum mit unserer Musik begeistern», schmunzelt André Bernath.
Teaser: RaveUp «Keep the fire burning»