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Der Iran will seinen Anteil am Erdölmarkt zurückerobern, sobald die Sanktionen gegen das Land im Zuge des Atom-Abkommens aufgehoben sind. Auf den derzeit extrem niedrigen Preis für den Rohstoff soll dabei keine Rücksicht genommen werden. «Wir sollten unser Öl verkaufen, ob der Preis fällt oder bei 100 Dollar pro Barrel liegt», sagte Ölminister Bidschan Sanganeh in Teheran.
Am Dienstag wurde ein Fass der Nordsee-Sorte Brent mit rund 44 Dollar gehandelt. Hauptgründe für den jüngsten Preisverfall sind ein riesiges Überangebot und die schwächere Wirtschaftsentwicklung in China, einem wichtigen Abnehmer des Rohstoffs.
Iran flutet den Markt
Sobald die Strafmassnahmen beendet seien, werde der Iran die Förderung um 500’000 Barrel pro Tag erhöhen, kündigte Sanganeh an. Kurz darauf könne sie um weitere 500’000 Barrel angehoben werden. Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IAE) im Juli rund 2,87 Millionen Fass pro Tag gefördert. Innerhalb einiger Monate könne die Produktion ohne Probleme auf 3,4 bis 3,6 Millionen Barrel erhöht werden, schätzt die IAE. Allerdings könne der Iran die Förderung wohl weniger stark anheben als geplant, weil erhebliche Investitionen in die Anlagen nötig seien.
Der Iran und die fünf UN-Veto-Mächte USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich sowie Deutschland hatten im Juli das historische Abkommen ausgehandelt, nach dem der Iran sein Atomprogramm zurückfährt. Im Gegenzug sollen die Sanktionen gegen die Islamische Republik schrittweise gelockert werden. Durch das Abkommen soll über einen längeren Zeitraum verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen bauen kann. Es wird nun mit einem Wirtschaftsboom gerechnet.
(reuters/ise/me)