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Reisen in grosse Höhen
Ihre Tropenreise führt Sie möglicherweise in ungewohnt grosse Höhen; zahlreiche Reiserouten in Südamerika führen über mehr als 4000m ü.M. hohe Andenpässe; in Ostafrika erfreuen sich die Besteigung des Kilimandscharo (5895 m ü.M.) oder des Mt.Kenya (5194 m ü.M.) grosser Beliebtheit; ähnliche Höhen werden bei Trekkings in Nepal oder in Tibet erreicht.
In einigen Reisearrangements werden für die Besteigung des Kilimandscharo nur wenige Tage reserviert, was den falschen Eindruck erwecken könnte, dass es sich dabei um einen wenig anspruchsvollen Ausflug handle - was allerdings nur für den technischen Schwierigkeitsgrad zutrifft.
Tatsächlich sollten sich nur gut trainierte, gesunde Personen an solchen Touren beteiligen. Im Zweifelsfall, vorallem wenn Sie schon an Herz- und Atembeschwerden gelitten haben sollten, ist eine vorgängige ärztliche Untersuchung und Beratung angezeigt.
Bei raschem Aufstieg in grosse Höhe ist jedoch auch der Trainierte dem Risiko einer akuten Bergkrankheit ausgesetzt, wenn er länger als einen halben Tag in Höhen über 2500 m ü.M. verweilt. Normale Resultate vorgängiger Untersuchungen der Herz- und Lungenfunktion (z.B. Elektrokardiogramm) reduzieren ein diesbezügliches Risiko in keiner Weise.
Entscheidend ist der innerhalb eines Tages überwundene Höhenunterschied; ab 3000 m ü.M. nimmt das Risiko zu, wenn die Differenz der "Uebernachtungshöhen" mehr als etwa 300m beträgt.
Erste Anzeichen, welche auf eine sich entwickelnde akute Bergkrankheit hinweisen können, sind Kopfschmerzen, Uebelkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Wenn solche Beschwerden zunehmen und sich Schwindel, Erbrechen, Apathie, Gangunsicherheit und Atemnot entwickeln, soll der/die Betroffene unverzüglich und in Begleitung absteigen!
Ein Verweilen in der erreichten Höhe oder ein weiterer Aufstieg wäre in dieser Situation mit einem hohen Risiko eines lebensgefährlichen Höhen-Lungenödems oder -Hirnödems verbunden
Vorbeugende Massnahmen
Zur medikamentösen Prophylaxe des Höhenlungenödems kann allenfalls auch ADALAT-CR 30-60® 1x täglich verwendet werden.
Behandlung
(NB. Auch Prednison, MILLICORTEN und ADALAT sind rezeptpflichtig; dieses Informationsblatt gilt NICHT als Rezept!)
Wie handhaben Sie Ihre Malariaprophylaxe?
Malaria kann ausnahmsweise bis in Höhen von 2500m ü.M. übertragen werden; das diesbezügliche Risiko ist aber in Lagen über 1500-2000m ü.M. stark abnehmend. Eine laufende medikamentöse Malariaprophylaxe im Zusammenhang mit der Anreise und Weiterreise durch Malaria-Risikogebiete soll jedoch nicht unterbrochen werden.
Vorallem wenn Sie einmal wöchentlich Mefloquin (LARIAM, MEPHAQUIN) einnehmen sollen, ist es empfehlenswert, den Zeitpunkt der Einnahme wenn möglich nicht in den Tagen des Aufstieges, sondern erst im (oder nach dem) Abstieg zu wählen; das Einnahmeintervall kann dazu um wenige Tage verlängert werden.