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(oder: der zwiebelpasten-aufruf!)
“sag ma, iss hia eigentlich frühling oda was?!” höre ich hinter mir eine studentin ausrufen. sie klingt halb begeistert, halb misstrauisch. recht hat sie. berlin ist diesen winter etwa so winterlich, wie es letzten sommer sommerlich war – halbherzig, schleppend, unüberzeugend.
die selbe wetterliche unentschlossenheit, die mir im vergangenen sommer noch den letzten nerv geraubt hat, empfinde ich jetzt selbstverständlich als segen. meine freunde kannten mich ja schliesslich früher als kompromisslose sonnenanbeterin, die es kaum erwarten konnte, nach erreichen des erwachsenenalters subito in’s ferne napa valley zu verduften, um für den rest meines lebens genüsslich kalifornische trauben zu ernten — stets begossen von wohltuendem sonnenschein — und abends bis morgens selbstgezogenen wein zu schlürfen. ich hatte ausserdem konkrete pläne, mich mit einem NBA-spieler zu paaren und nebenbei als professorin für friedens- und konfliktforschung zu brillieren.
erwachsen wurde ich ja dann aber nie wirklich — stattdessen hatte ich die grandiose idee, mich weiter nördlich, in berlin, niederzulassen. “wenigstens ist berlin nicht skandinavien!” sagte ich mir damals. dann ging ich schnurstracks in eine russendisko namens kaffee burger und trank vodka mit einem norweger (der selbstverständlich nicht basketball spielt, sondern lego). ja. und jetzt habe ich den salat.