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Bei der Staphylococcus epidermidis-Infektion handelt es sich zumeist um eine nosokomiale Infektion, dessen Erreger das grampositive Bakterium Staphylococcus epidermidis ist. Unter den Komplikationen, die bei der Verwendung von Verweilkathetern und dem Einsatz von Prothesen und Implantaten auftreten können, nimmt diese Infektion einen der vorderen Ränge ein. Die klinischen Symptome, die mit ihr einhergehen, hängen stark von der Eintrittspforte und den beteiligten Geweben ab.
Staphylococcus epidermidis ist ein grampositives Bakterium, das als opportunistisches Pathogen eingestuft wird, aber auch auf der Haut gesunder Menschen zu finden ist [1]. Eine Infektion mit S. epidermidis tritt vor allem im Zusammenhang mit der Verwendung von Venen- und Blasenkathetern, Herzklappen-, Gelenk- und anderen Endoprothesen, Shunts und ähnlichen Objekten auf [2] [3]. Es wird davon ausgegangen, dass eine entsprechende Kontamination dieser Produkte in der Mehrzahl der Fälle vor ihrem Einsatz erfolgt [4], womöglich durch eine mangelnde Handhygiene seitens des medizinischen Personals. Aber auch die Kontamination aus der Umwelt und die Übertragung von Patient zu Patient ist denkbar [5].
Aufgrund der Umstände, unter denen eine Infektion mit S. epidermidis erfolgt, betrifft diese hauptsächlich hospitalisierte Patienten. Das klinische Bild, das sich aus einer solchen Infektion ergibt, hängt davon ab, welche Gewebe und Organe in das Krankheitsgeschehen involviert werden und wie der Allgemeinzustand des Patienten ist. In beinahe allen Fällen treten konstitutive Symptome wie allgemeine Schwäche, vermehrte Müdigkeit und Fieber auf. Hautinfektionen gehen darüber hinaus mit Exanthemen einher, Infekte der Harnwege dagegen mit Dysurie und Pyurie, während Arthritis und Bursitis vor allem schmerzhaft sind. Schwerwiegender verlaufen Pneumonie, Endokarditis, abszedierende und septische Formen der Infektion mit S. epidermidis. Für letztere besteht eine Prädisposition bei Neonaten mit niedrigem Geburtsgewicht und Patienten mit einer Immunschwäche. Die Inzidenz solcher akuten, potenziell lebensgefährlichen Komplikationen ist jedoch gering und zumeist verläuft die S. epidermidis-Infektion subakut bis chronisch [6].
Der Verdacht auf eine Infektion mit S. epidermidis sollte aufkommen, wenn Patienten, die Katheter, Endoprothesen oder andere der o.g. Medizinprodukte tragen, mit Unwohlsein und niedrigem Fieber vorstellig werden. Das gilt sowohl beim hospitalisierten Patienten, der mit Katheter, Prothese oder Implantat erst vor Kurzem in Berührung kam, als auch wenn seit dem Einsatz des vermuteten Vektors bereits mehrere Monate vergangen sind. Die Allgemeinuntersuchung wird kaum spezifische Befunde liefern, z.B. Hinweise auf eine purulente Infektion, Schwellung, vermehrte Wärme, Rötung, abnorme Herz- und Lungengeräusche. Deshalb ist zur Bestätigung des Verdachts die Isolierung des Erregers notwendig: Es wird gefordert, dass mindestens zwei Proben positiv auf S. epidermidis getestet werden, wobei als Probenmaterial z.B. Wundabstriche, Urin, Punktate oder Sputum infrage kommen [5]. Es ist darauf zu achten, dass sämtliche Proben unter möglichst sterilen Bedingungen gewonnen werden, um eine Kontamination durch Hautkeime und daraus resultierende falsch positive Ergebnisse zu vermeiden [7]. Darüber hinaus sollten Blutkulturen angelegt werden, um das Vorliegen einer Septikämie abzuklären.
Weitere Maßnahmen empfehlen sich, um die Beteiligung bestimmter Organe an der Staphylococcus epidermidis-Infektion zu evaluieren. Hierzu zählen beispielsweise das Thoraxröntgen zur Darstellung von Lunge und Herz, aber auch die Echokardiographie zur detaillierteren Beurteilung kardialer Strukturen.