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Es ist gut, dass wir immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, worin unsere Hauptaufgaben besteht: Trachtet als Erstes nach dem Reich Gottes. Setzt euch für seine Sache ein, mit dem, was ihr seid, und mit dem, was ihr habt. Die Priester und Leviten erhielten damals den Zehnten vom Volk, mussten aber ihrerseits auch den Zehnten abgeben. Niemand war davon ausgenommen. Meinen wir nicht allzu schnell, dass andere für uns, die wir ja im Werk des Herrn arbeiten, sorgen müssten, wir selbst jedoch diesbezüglich eher sparsam sind? Wann immer Israel meinte, sparen zu können, und sie geizig wurden, mussten sie wieder die bittere Erfahrung machen, dass sie selbst auch weniger hatten. Wir lesen im Buch Haggai 1,3-15:
«Da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai folgendermassen (V. 3): … Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt? (V. 4) … Und nun, so spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege! (V. 5) … Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und habt doch nicht genug; ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm; und wer einen Lohn verdient, der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel! (V. 6) … So spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege! (V. 7) …Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das Haus! Dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht der Herr (V. 8) … Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus; und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg! Warum das? So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen! (V. 9) … Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten, und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten (V. 10) … Und ich habe die Dürre gerufen über das Land und über die Berge, über Korn, Most und Öl und über alles, was der Erdboden hervorbringt, auch über Menschen und Vieh und über alle Arbeit der Hände (V. 11) … Da hörten Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, der Hohepriester, und der ganze Überrest des Volkes auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, weil der Herr, ihr Gott, ihn gesandt hatte; und das Volk fürchtete sich vor dem Herrn (V. 12) … Da sprach Haggai, der Bote des Herrn, im Auftrag des Herrn zum Volk: Ich bin mit euch!, spricht der Herr (V. 13) … Und der Herr erweckte den Geist Serubbabels, des Sohnes Schealtiels, des Statthalters von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters, und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, sodass sie kamen und die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, in Angriff nahmen (V. 14) … und zwar am vierundzwanzigsten Tag des sechsten Monats, im zweiten Jahr des Königs Darius» (V. 15).
Man vergleiche dazu den Bericht zu Israel beim Bau der Stiftshütte in 2. Mose 12,35; 35,21 und 36,5-7.
«In Frankreich herrschte einst eine grosse Hungersnot. Viele Menschen starben an Hunger und Schwäche. Besonders ältere Menschen und kleine Kinder litten unter der mangelhaften Ernährung. Da begegnete eines Tages der Patron der Armenfürsorge, Vincent von Paul, auf dem Gang des Schlosses der Königin von Frankreich, Anna von Österreich. Die Königin trug eine auffällige, besonders kostbare Perlenkette. Vincent von Paul sah die leuchtenden Schätze am Hals der Königin und dachte dabei an seine Armen und Leidenden. ‹Majestät›, sagte er halb im Ernst und halb im Scherz, ‹können Sie nicht bewirken, dass sich diese herrlichen Juwelen Ihrer Halskette in Brot für die Armen verwandeln?› Die Königin sah den Patron nachdenklich an und verstand seine Worte richtig. ‹Ich weniger›, sagte sie, ‹aber Sie schaffen das schon!› Dabei löste sie das kostbare Geschmeide vom Hals und gab es Vincent von Paul in die Hand. Und der schaffte die ‹Verwandlung› in der nächsten Stunde.
Unsere vergänglichen Reichtümer können in der Liebe in unvergängliche Schätze verwandelt werden.
‹Gott, weil er gross ist, gibt am liebsten grosse Gaben, ach, dass wir Armen nur so kleine Herzen haben.›»
Johann Scheffler