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Entwicklung von Kriterien des "Sense of Failure"
Universität St. Gallen (HSG), Schweizerisches Institut für Klein- und Mittelunternehmen
Universität Freiburg (CH), Departement Erziehungswissenschaften
Projektleitung:
Prof. Dr. Thierry Volery (Universität St. Gallen)
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. em. Fritz Oser (Universität Freiburg)
Laufzeit: 01.11.2012 – 31.10.2013
Der vorliegende Bericht bezieht sich auf den ersten Teil eines dreiteiligen Forschungsprojektes zum Thema "Scheitern von Start-ups". Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, das psychologische Konstrukt eines sog. "Sense of Failure" zu erfassen um den Umgang mit einem möglichen Scheitern zu verstehen.
Im Rahmen diesen ersten Teilprojektes werden die Bestandteile des Konstrukts „Sense of Failure“ durch die Durchführung von 16 qualitativen Tiefeninterviews erfasst, um darauf aufbauend ein Messinstrument zur quantitativen Erhebung zu entwickeln. Dafür werden acht Interviews mit gescheiterten Unternehmensgründern und acht Interviews mit erfolgreichen Unternehmensgründern durchgeführt, transkribiert und ausgewertet.
Der Forschungsbericht kommt zum Schluss, dass es sowohl bei erfolgreichen als auch bei gescheiterten Unternehmensgründern zahlreiche Rückschläge gegeben hat. Dabei führt die Stabilität der Auftragslage dazu, die Handlungs- und Gründungsmotivation abzuschwächen, wohingegen Rückschläge das Vorhaben wieder voran bringen. Diese bewirken eine Zunahme der Hilfeansprüche, der Hilfestrategien, der prognostischen Aussagen zu den möglichen Rettungsheuristiken, oder allgemein eine Betriebserhaltungs-Motivation. Aber auch die Angst vor dem Scheitern führt zu einer grösseren Aktionsintensität.
Interessant ist, dass Scheitern sehr oft nicht durch eine fehlende Auftragslage oder fehlendes Engagement oder durch einen fehlenden Businessplan zustande kommt, sondern durch nicht bedachte Zahlungsverzögerung derjenigen, die Aufträge bringen, ausgelöst wird. "Sense of failure" hat in diesem Sinne tatsächlich auch mit dem Wissen um mögliche Einbrüche zu tun, das beim gelingenden Unternehmensprozess intensiver vorhanden ist als beim scheiternden. Beim scheiterndem Unternehmensprozess ist meist entweder keine Wahrnehmung der Gefahr vorhanden oder aber diese wird verdrängt und erst hinterher, in der Reflexion als zugegebenes Faktum wahrgenommen.
02.04.2014
Projekt auf der Homepage der HSG