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"Ein bisschen grundnervös" – so beschreibt Michelle ihre momentane Stimmungslage. Das vergangene halbe Jahr war für die Zürcher Schriftstellerin turbulent: Im März erschien ihr erstes Buch, ein skurril-poetischer Roman übers Erwachsenwerden, der durch die Decke ging: "Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch" war für den Deutschen Buchpreis nominiert und ist noch immer für das Schweizer Pendant im Rennen.
Angefeindet im "Literaturclub"
Wie sehr der Roman polarisiert, aber auch, wie es ist, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen, bekam Michelle Ende August zu spüren, als ihr die Literaturkritikerin Elke Heidenreich im "Literaturclub" eine "ernsthafte Störung" unterstellt und schweizweit darüber berichtet wird. "Ich verstehe gut, wenn jemand mit meinem Buch nichts anfangen kann", sagt Michelle heute, "aber das war so abwegig, dass ich es gar nicht als Kritik ansehe."
So vernünftig geht Michelle ganz generell an ihre Karriere ran: Weil ihr im Literarisches-Schreiben-Studium in Biel beigebracht wurde, man könne von Büchern nicht leben, aber auch, weil ihr das sowieso "zu einsam und zu anstrengend" wäre, studiert sie zusätzlich Philosophie und Soziologie, arbeitet als Redaktorin für die "Fabrikzeitung", ist Kuratorin des Lyrik-Forums "Babelsprech" und leitet die Veranstaltungsreihe "Dilettanten und Genies".
Ein zweites Buch schreibt sie trotzdem – und zwar jetzt gerade in Berlin, wo sie sich zusammen mit Autoren aus aller Welt in ein Haus am Wannsee verbarrikadiert hat.