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Vor einem Jahr reiste Roger Federer als Weltnummer 6 und am Ende einer schwierigen Saison mit nur einem Turniersieg (Halle) nach Paris-Bercy. In der französischen Hauptstadt schied der Baselbieter dann im Halbfinal aus - Gleiches widerfuhr ihm eine Woche später an den ATP World Tour Finals in London.
12 Monate später schaut alles anders aus: Federer hat 2014 schon 5 Turniere gewonnen, zuletzt die Events in Schanghai und Basel. Er ist im «Race to London» in Tuchfühlung mit dem führenden Novak Djokovic (490 Punkte Rückstand) und hat gar realistische Chancen, die Saison erstmals seit 2009 wieder als Nummer 1 abzuschliessen.
Federer liegt Djokovic im Nacken
Im «Race to London», das Ende Saison deckungsgleich mit der ATP-Weltrangliste sein wird, kann Federer den Serben bereits in Paris überholen. Dann nämlich, wenn der Schweizer das Turnier gewinnt und Djokovic nicht in den Final kommt. Oder wenn Federer das Endspiel erreicht und sein Rivale, der soeben zum 1. Mal Vater geworden ist, schon im Achtelfinal scheitert.
Wachablösung schon am 10. November?
In der Weltrangliste ist eine «Wachablösung» in Paris zwar noch nicht möglich, dafür aber eine Woche später. Weil die ATP World Tour Finals in London ein Woche später stattfinden als noch 2013, fallen den Spielern die Punkte aus dem Vorjahr am 10. November aus der Wertung. Turniersieger Djokovic würde 1500 Zähler verlieren, Federer hingegen nur deren 400.
Dies bedeutet, dass Federer am 10. November die Nummer 1 wird, wenn er in Paris den Rückstand auf Djokovic in der Weltrangliste von jetzt 2230 auf 1100 Punkte oder weniger verringern kann. Dies gelingt dem 33-Jährigen in zwei Fällen: Wenn er das Turnier gewinnt und der Serbe spätestens im Halbfinal scheitert oder wenn Federer das Endspiel erreicht und Djokovic nicht in den Viertelfinal kommt.
«Es wäre ganz speziell»
Sollte dies nicht klappen, hätte Federer noch weitere Chancen, Djokovic noch dieses Jahr abzulösen. Schliesslich sind in London insgesamt 1500 Punkte zu gewinnen. Zudem könnte Federer im Davis-Cup-Final in Lille maximal weitere 225 Zähler sammeln.
Der Baselbieter, der zuletzt vor zwei Jahren die Weltnummer 1 war, hält mit total 302 Wochen an der Ranking-Spitze (davon 237 in Serie) auch in dieser Sparte den Rekord. Mit 33 Jahren könnte er als ältester Spieler überhaupt eine Saison auf Platz 1 beenden. «Es wäre etwas ganz Spezielles», sagte Federer, «um die Nummer-1-Position - zusammen mit einigen grossen Turnieren - geht es schliesslich in unserem Sport.»
Sendebezug: Radio SRF 3, Morgenbulletin, 27.10.14, 08:00 Uhr
Stand im Race to London (27.10.)
|1.||Novak Djokovic||Serbien||9010 Punkte|
|2.||Roger Federer||Schweiz||8520 Punkte|
|3.||Rafael Nadal||Spanien||6835 Punkte|
|4.||Stan Wawrinka||Schweiz||4805 Punkte|
|5.||Andy Murray||Schottland||4295 Punkte|