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Was ist Freiwilligenarbeit? Was ist ihre Aufgabe? Was soll sie leisten und was nicht? Fragen, die in unserem Umfeld immer wieder aufkommen.
Benevol, die Schweizer Dachorganisation für Freiwilligenarbeit, definiert wie folgt:
Freiwilligenarbeit schliesst freiwilliges und ehrenamtliches Engagement ein, umfasst jegliche Formen unentgeltlicher, selbstbestimmter Einsätze ausserhalb der eigenen Kernfamilie und wird zeitlich befristet geleistet. Freiwilliges Engagement ergänzt und bereichert bezahlte Arbeit, konkurriert sie aber nicht.
Freiwilligenarbeit funktioniert also per Definition ohne monetäre Anreize. Aber was motiviert Menschen dann, sich freiwillig zu engagieren? Seit bald 20 Jahren engagiere ich mich in verschiedenen Formen und für verschiedene Organisationen als Freiwillige. Für manche immer wieder, für andere nie wieder. Es gibt verschiedene Aspekte, die meine Motivation beeinflussen.
Selbstbestimmung
So gehört sicher die von benevol erwähnte Selbstbestimmung dazu. Für mich ist die Freiwilligenarbeit nur dann solche, wenn ich auch selber entscheiden kann, für wen, in welcher Form, wann und wie intensiv ich mich engagiere. Dabei will ich auch Anfragen ablehnen können, ohne dass mir dabei ein schlechtes Gewissen gemacht wird.
Keine unfaire Konkurrenz
Ein weiterer zentraler Punkt aus der obenstehenden Definition ist für mich, dass die freiwillig geleistete Arbeit nicht in Konkurrenz zu bezahlter Arbeit stehen soll. Als ehemalige Übersetzerin werde ich des Öfteren angefragt, ob ich diesen oder jenen Text übersetzen könnte. Wenn mich jemand fragt, wieviel ich für eine Übersetzung will, die mich interessiert und die im Rahmen eines für mich wichtigen Projektes benötigt wird, werde ich viel eher von einer Verrechnung absehen, als wenn die Erwartung schon im Vorhinein besteht, dass ich die Arbeit umsonst erledige. Es ärgert mich einfach, wenn erwartet wird, dass ich professionelle Arbeit umsonst erledige, weil es für eine „gute Sache“ ist. Da kommen wir wieder auf die Selbstbestimmung zurück: Ich will selber entscheiden, wofür ich meine knappe Freizeit einsetze und ich will mich nicht schlecht fühlen, weil ich der Meinung bin, dass professionelle Arbeit entsprechend entschädigt werden soll. Freiwillige sollen nicht als Gratisarbeitskräfte missbraucht werden!
Wertschätzung
Organisationen und Menschen dahinter, die meinen Einsatz als Freiwillige wertschätzen, werden mich mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder sehen. Wird meine Arbeit jedoch als Nebensache betrachtet, eine anspruchsvolle Aufgabe nicht als solche anerkannt oder unmögliche Zeitansprüche gesetzt, werde ich vermutlich davon absehen, mich erneut für diese Organisation zu engagieren. Meine grösste Motivation, mich in meiner Freizeit im Rahmen von Projekten oder Organisationen einzusetzen, ist die Befriedigung und Freude, die ich dabei erfahre. Das Gefühl, dass ich etwas verändern kann. Dabei finde ich aber auch, ist es Aufgabe der Organisation, mir die Möglichkeit zu geben, entsprechend meiner Möglichkeiten etwas zu bewirken.
Als Freiwillige stelle ich gerne mein Wissen, meine Erfahrung und meine Zeit zur Verfügung. Dafür will ich kein Geld, aber ich möchte für meinen Einsatz Wertschätzung erfahren.