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Die Impfbereitschaft in der Schweizer Bevölkerung
Nach erfolgreichen klinischen Studien haben bereits vier Unternehmen die Zulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19 in der Schweiz beantragt. Virginie Masserey, die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim BAG, erwartet, dass schon im Januar schweizweit mit den Impfungen begonnen werden kann (Interview in NZZ am Sonntag vom 5. Dezember 2020).
Doch wie steht es in der Schweizer Bevölkerung um die Bereitschaft, sich impfen zu lassen? Wie hat sich diese Bereitschaft in den letzten Wochen entwickelt und gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen der Schweizer Bevölkerung?
Seit Anfang September untersuchen wir die Impfbereitschaft zusammen mit anderen Präventionsverhalten in der Schweizer Bevölkerung. Hierfür befragen wir in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut LINK wöchentlich ca. 425 Schweizer*innen in den drei grossen Sprachregionen. Wir erfassen, wie wahrscheinlich eine Person sich impfen lassen würde, und unterscheiden drei Gruppen: Bereite, Unentschlossene und Ablehnende.
Die Darstellung basiert auf den Daten der wöchentlichen Befragung von ca. 425 Schweizer*innen. Es wird unterschieden zwischen Ablehnenden, für die eine Impfung «sehr unwahrscheinlich» bzw. «unwahrscheinlich» ist (Skalenpunkte 1 und 2), Unentschlossenen, die den mittleren Skalenpunkt wählen (Skalenpunkt 3) und Bereiten, für die eine Impfung «wahrscheinlich» bzw. «sehr wahrscheinlich» in Frage kommt (Skalenpunkt 4 und 5).
Wie steht es um die aktuelle Impfbereitschaft in der Schweizer Bevölkerung?
Die Daten der Woche vom 7. bis 13. Dezember zeigen, dass der Anteil an Impfbereiten ein wenig grösser ist als der Anteil an Impfablehnenden in der Schweizer Bevölkerung (vgl. Abbildung 1): 44 Prozent der Schweizer*innen würden sich sehr wahrscheinlich oder eher impfen lassen, 34 Prozent schliessen eine Impfung für sich eher bzw. sicher aus. Rund ein Fünftel der Bevölkerung ist mit Blick auf die Impfentscheidung noch unentschlossen.
Wie hat sich die Impfbereitschaft entwickelt?
Die Verteilung der Bereiten, Unentschlossenen und Ablehnenden ist seit Anfang der Messung im September 2020 relativ konstant (vgl. Abbildung 1). Auch der Durchbruch in der Impfstoffentwicklung Anfang November und die baldige Verfügbarkeit von Impfstoffen hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Impfbereitschaft in der Schweizer Bevölkerung.
Wie stellt sich die Impfbereitschaft in den verschiedenen Gruppen der Schweizer Bevölkerung dar?
Eine Aufschlüsselung der Impfbereitschaft nach verschiedenen soziodemografischen Gruppen (vgl. Abbildung 2) zeigt deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Über die Hälfte der Männer zeigt sich impfbereit, während nur 37 Prozent der Frauen sich impfen lassen würden.
Auch eine differenzierte Analyse nach Altersgruppen bringt Unterschiede hervor. Bei den über 50-jährigen Schweizer*innen ist die überwiegende Mehrheit (56 Prozent) bereit, sich impfen zu lassen; bei den beiden jüngeren Altersgruppen zeigen sich nur rund zwei Fünftel impfbereit.
Keine deutlichen Unterschiede zeigen sich zwischen den Sprachregionen. Die Verteilung der Bereiten, Unentschlossenen und Ablehnenden ist über die Regionen hinweg ähnlich ausgeprägt.
Die Darstellungen basieren auf den Daten der wöchentlichen Befragungen seit Anfang September und damit auf insgesamt 6’247 Schweizer*innen. Es wird unterschieden zwischen Ablehnenden, für die eine Impfung «sehr unwahrscheinlich» bzw. «unwahrscheinlich» ist (Skalenpunkte 1 und 2), Unentschlossenen, die den mittleren Skalenpunkt wählen (Skalenpunkt 3) und Bereiten, für die eine Impfung «wahrscheinlich» bzw. «sehr wahrscheinlich» in Frage kommt (Skalenpunkt 4 und 5).
Repräsentativität der Daten
Die Stichprobe für die Online-Befragung wird aus dem LINK Internet Panel gezogen und ist nach Alter, Geschlecht und Sprachregion quotiert (Regionen disproportional). Die Ergebnisse der Befragung werden für die Analysen gewichtet und ermöglichen Rückschlüsse auf in der Schweiz wohnhafte Personen zwischen 15 und 79 Jahren, die mindestens einmal pro Woche zu privaten Zwecken im Internet sind und den Fragebogen auf Deutsch, Französisch oder Italienisch ausfüllen können.