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Zürich 18 November 1867.
Hochgeachteter Herr Schultheiß!
Ich beehre mich, Ihnen die mir gef. übermittelten Schreiben Du Coster's wieder zuzustellen. Ich denke, Sie werden die darin enthaltenen Anfragen dem Gotthardausschusse vorlegen, wenn Sie ihn nunmehr einzuberufen beabsichtigen. Ich glaube nicht, daß das Gotthardcomité auf die Zeilen des Hrn. Du Coster, der Italienischen Regierung eine Offerte für Ausführung der Gotthardbahn einzureichen, wird eingehen können & ich bin also um so mehr mit Ihrer Meinung einverstanden, dass Du Coster sein Project nicht vorläufig Italienischen Deputirten vorlegen soll, um ihre Ansichtsäußerung darüber zu vernehmen.
Hr. Bundesrath Welti, mit dem ich fortwährend über die Alpenbahnfrage correspondire, theilte mir vorgestern mit, daß auch der neue Italienische Gesandte in der Schweiz, Melegari, ein hervorragender Mann, sich dahin ausspreche, Italien habe seine Wahl zwischen den verschiedenen in Betracht kommenden Alpenpässen getroffen. Hr. W. beabsichtigt nun – dieß natürlich nur Ihnen im größten Vertrauen mitgetheilt – im Bundesrathe den Antrag zu stellen, nunmehr auch bei Preußen die Unterstützung einer Alpenbahn auf Schweizerischem Boden in Anregung zu bringen. Wie die Dingen liegen, müssen wir wünschen, daß zunächst die betheiligten Staaten ihre Geneigtheit erklären, die Ausführung einer Gotthardbahn finanziell zu unterstützen. Wir | könnten es also nur mit Freuden begrüßen, wenn der Bundesrath einem solchen Antrage des Hr. W. Statt geben würde.
Genehmigen Sie die Versicherung ausgezeichneter Hochachtung von Ihrem freundschaftlich ergebenen
Dr A Escher