Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03245.jsonl.gz/669

Bei der atopischen Dermatitis (AD) handelt es sich um eine chronische, in Schüben verlaufende, entzündliche Hauterkrankung. Sie äussert sich durch einen juckenden, roten Hautausschlag. Betroffen sind häufig Kinder. Die Behandlung umfasst mehrere Stufen und wird individuell angepasst.
Die atopische Dermatitis (AD) ist eine chronische, in Schüben verlaufende, entzündliche Erkrankung der Haut. Charakteristisch für die AD ist eine stark juckende, gerötete (entzündete) und sehr trockene Haut. Die Schübe können dabei durch Faktoren wie enge Kleider, bestimmte Nahrungsmittel, Pollen, Hautpflegemittel, Stress oder Bakterien ausgelöst werden.
Die Bezeichnung „atopisch“ weist darauf hin, dass eine erhöhte Neigung besteht, einen allergischen Schnupfen, allergisches Asthma und/oder einen allergischen Hautausschlag (Nesselsucht) zu entwickeln. AD tritt häufig in Familien auf, in denen bereits jemand an einer anderen atopischen Erkrankung, z.B. an Asthma oder allergischem Schnupfen, leidet. Etwa jedes fünfte Kind und jeder 50. Erwachsene leidet unter einer AD. Die genaue Ursache der Erkrankung ist nicht bekannt.
Beginn einer Allergie-Karriere
Eine AD beginnt meist innerhalb des ersten Lebensjahres. Klassischerweise bessert sie sich im Laufe des Erwachsenwerdens. Ab einem Alter von 16 Jahren tritt bei 70% der Kinder kein Hautausschlag mehr auf. Eine AD kann aber auch den Beginn einer Allergie-Karriere darstellen. Denn etwa die Hälfte der Kinder mit AD leiden als Erwachsene unter Asthma, etwa zwei Drittel an einem allergischen Schnupfen. Es wird vermutet, dass sensibilisierte Zellen aus der Haut in die Nase bzw. in die oberen Atemwege wandern und so der allergische Schnupfen bzw. das Asthma verursacht wird.
Mehrstufige Behandlung
Das Ziel der Behandlung einer AD stellt die Linderung der Beschwerden (Hauttrockenheit, Juckreiz, Rötung), die Verhinderung weiterer Schübe und die Verbesserung der Lebensqualität dar. Dazu werden einerseits Basis-Behandlungsoptionen eingesetzt, welche die Haut befeuchten, geschmeidig halten und den Juckreiz lindern. Zusätzlich kommen lokal entzündungshemmende Produkte wie Kortison oder sogenannte topische Calcineurin-Hemmer zum Einsatz. Letztere haben den Vorteil, dass sie gezielter wirken. Ausserdem bewirken sie kein Dünnerwerden der behandelten Haut und können daher auch an empfindlichen Stellen eingesetzt werden. Das Risiko für Hautinfektionen wird durch Calcineurin-Hemmer nicht erhöht und sie eignen sich auch für den Einsatz bei Kindern.
Als weitere Bestandteile eine AD-Behandlung können je nach Bedarf z.B. (feuchte) Wundverbände, Medikamente gegen Juckreiz, Antibiotika oder auch eine Behandlung mit Licht bestimmter Wellenlängen (Phototherapie) eingesetzt werden. In seltenen Fällen kann auch die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten nötig werden.