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Am Nordatlantik und Ärmelkanal gibt es nichts Eleganteres und Geschickteres als einen Basstölpel auf der Jagd. Man müsste ihn umtaufen. Aus zwanzig, dreissig Metern Höhe stürzt er sich kopfüber auf Meeresfische und taucht dabei tief ins Wasser ein. Der Schnabel ist spitz, die blau umrandeten Augen sind nach vorn gerichtet, die Pupillen verengt. Oft bricht er den Angriff im letzten Moment noch ab. Vielleicht hat der Fisch gewendet oder sich im Schwarm versteckt. Dennoch: Nach wenigen Versuchen ist die Jagd erfolgreich.
Beim Schnorcheln im Meer wird mir zwischen Trupps jagender Tölpel manchmal Angst und bange. Hoffentlich trifft mich der Tölpel nicht im Rücken!
Ein Trupp Basstölpel auf der Sturzflug-Jagd
Den deutschen Namen "Basstölpel" hat der wunderschöne Vogel von der vor der schottischen Küste weit im Meer draussen gelegenen Insel Bass Rock entlehnt; dort nistet alljährlich auch eine grosse Kolonie. Es gibt in Europa nur wenige Kolonien, wo die Basstölpel brüten. In Frankreich ist es lediglich eine Kolonie auf den nordbretonischen Inseln der Sept-Iles. Dies ist auch die südlichste Brutkolonie. Die meisten Basstölpel brüten weiter nördlich, auf schottischen, isländischen und norwegischen Inseln und finden dort genügend Nahrung.
In Schottland wurden (und werden) Basstölpel über Jahrhunderte gefangen und gegessen, da sie recht zutraulich und einfach zu fangen sind.
Basstölpel sind Stosstaucher. Sie tauchen mit bis zu 100 km/h in das Wasser ein. Dafür braucht es natürlich besondere körperliche Anpassungen: Sie haben Nasenlöcher, die beim Tauchen durch Klappen verschlossen werden können. Die Ohrenöffnungen sind winzig, ebenfalls verschliessbar und von Federn bedeckt. Das Brustbein ist sehr stabil und lang, sodass es wie ein Schild über den Eingeweiden liegt. Dies schützt vor der Wucht des Aufpralls auf dem Wasser.
Basstölpel haben lange und schmale, weit hinten am Körper ansetzende Flügel. Deshalb sind sie hervorragende Gleitflieger, sie nutzen Luftströmungen effizient aus und fliegen schnell. Bei ruhigem, windstillem Wetter reisen sie mit etwa 55 bis 65 km/h. Basstölpel brauchen immer eine Anlaufstrecke, um abheben zu können. Gegenwind hilft dabei, weshalb sie sich beim Wasserstart gegen den Wind wenden. Bei windstillem Wetter und hohem Wellengang klappt der Start oft nicht gut. Manche Basstölpel werden so an Land gespült. Ähnlich wie Albatrosse nutzen Basstölpel während des Fliegens die an der Vorderseite der Wellen entstehenden Aufwinde aus. Fussverletzungen entstehen bei nicht durch Wind unterstützten Landungen recht häufig. Gebrochene oder gezerrte Flügel nach Landeunfällen sind sogar eine wesentliche Todesursache bei ausgewachsenen Vögeln. Der deutsche Ausdruck "Tölpel" stammt von Seefahrern, die immer wieder auf Schiffen landende Basstölpel sichteten, die kaum mehr starten konnten.