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Autor: TJERK BRÜHWILLER
Als Daniel Ortega 2007 an die Macht zurückkam, war er nicht mehr der sandinistische Revolutionär von früher. Ortega freundete sich mit der Kirche an, mit den Unternehmern und mit den Kapitalisten, die früher seine Feinde waren. Er schmiedete neue Allianzen, die ihn bis heute an der Macht halten sollten. Und er gründete die Gesellschaft „Alba de Nicaragua SA“, kurz Albanisa. Über dieses Konstrukt sollte in den folgenden Jahren venezolanisches Erdöl zu Vorzugsbedingungen nach Nicaragua fließen, um die Entwicklung des armen Landes voranzutreiben. In Tat und Wahrheit entwickelte sich Albanisa jedoch zu einem Familienkonzern der Ortegas. Die Proteste in Nicaragua, die bis heute anhalten und Hunderte von Todesopfern forderten, wurden zwar durch eine Rentenkürzung ausgelöst. Angetrieben werden sie jedoch durch den Machtmissbrauch, die Korruption und den Nepotismus der Ortegas. Und Albanisa spielt dabei eine zentrale Rolle.