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|Handbuch der Braillenotenschrift|
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Die Notenzeichen werden mit den Punkten 1, 2, 4 und 5 gebildet. Das Vorhandensein oder Fehlen von Punkt 3 und/oder 6 bestimmt die Notenwerte. Jede Note oder Pause hat zwei Wertmöglichkeiten.
Bei punktierten Noten wird Punkt 3 für jeden Verlängerungspunkt des Schwarzdrucks hinter die Note gesetzt. Kein anderes Zeichen tritt zwischen eine Note und die dazugehörige Punktierung. Punktierte Pausen folgen der gleichen Regel wie punktierte Noten. Beispiel 1.2 steht im Viervierteltakt. Der Takt endet mit einem Schlusszeichen (Doppelstrich): 2K.
D.YDM.ND..N42K
Das Zeichen für 256stel-Notenwerte dient als Präfix; es folgen die Symbole für 16tel-Noten oder -Pausen. Tritt eine Note oder Pause mit anderem Wert dazwischen, wird dieses Präfix vor der nächsten 256stel-Note wiederholt.
Falls ein Notenwert sich nicht eindeutig aus der Anzahl der Noten und Pausen des Taktes ergibt, werden das allgemeine Wertscheidungszeichen oder spezifische Zeichen für grosse und kleine Werte verwendet. Beispiel 1.4 steht im Viervierteltakt; ein Leerfeld gibt den Taktstrich wieder. In a) steht das allgemeine Wertscheidungszeichen zwischen einer halben Note und den vier folgenden 32steln. In b) wird das kleine Wertscheidungszeichen verwendet.
|a)||N2,ONOPGFE Y2K|
|b)||N'2,ONOPGFE Y2K|
Das kleine Wertscheidungszeichen wird vor allem dann angewendet, wenn nicht klar ist, ob die erste Note eines Stücks grösseren oder kleineren Wert hat. Beispiel 1.5 beginnt mit einem Auftakt zum Viervierteltakt.
'2,Y DXJXDXEX FXGXO2K
Kleine und grosse Wertscheidungszeichen sind besonders nützlich in Kadenzen. Sie sollten jedesmal verwendet werden, wenn eine Kombination von halben und 32stel-Noten (oder eine vergleichbare Verbindung) in einer Kadenz oder einer Passage mit Taktstrichen vorkommt.
>2,R'2,ONTSRQPO2K
Die ganze Pause bedeutet bei jeder Taktart einen ganzen Takt Pause. Bei zwei oder drei aufeinanderfolgenden Ganztaktpausen soll die unten dargestellte Form a), bei vier oder mehr Ganztaktpausen Form b) benutzt werden. Für Kastenpausen des Schwarzdrucks wird Form c) angewandt.
|a)||MMM|
|b)||#DM|
|c)||M>CM|
Oktavzeichen, nicht etwa Schlüsselzeichen auf einem Fünfliniensystem, sind für die erforderlichen Tonhöhenangaben in der Braillenotenschrift massgebend. Jede Oktave beginnt mit C und umfasst alle Töne bis zum nächsthöheren H. Die sieben vollständigen Oktaven des Klaviers werden durch sieben Oktavzeichen dargestellt, beginnend beim tiefsten C (Kontra). Mit dem mittleren C der Tastatur beginnt die eingestrichene Oktave.
Das Oktavzeichen wird unmittelbar vor die betreffende Note gesetzt, ohne dazwischenliegende Zeichen. Beispiel 1.9 zeigt die Oktavzeichen von 1 bis 7 vor einer Viertelnote C.
|"4 >4 _4 !4 $4 <4 '4|
|""9||Subkontra-A|
|''4||Fünfgestrichenes C|
Vor der ersten Note eines Stücks muss ihr Oktavzeichen stehen. Für die weiteren Noten gelten folgende Regeln:
Diese Regeln werden in folgendem Beispiel (aus dem «Kölner Protokoll» von 1888) dargestellt.
#D/ $P54 9$O4 W$P5 N76 5R7 64$9$4 JDEFGHIJ NU2K
Oben angeführtes Beispiel enthält eine Taktangabe auf der ersten Linie, bestehend aus der Zahl 4 in normaler Stellung, gefolgt von der herabgesetzten Zahl 4 zur Bezeichnung des Viervierteltaktes. Die Takte werden durch ein Leerfeld, das den Taktstrich des Schwarzdrucks darstellt, voneinander getrennt.
Enthält der Schwarzdruck «8va» und «loco», muss die erste Note der «8va»- (oder «8ba-»)Stelle zwei Oktavzeichen erhalten, wobei das erste die Lage auf dem Fünfliniensystem des Schwarzdrucks anzeigt, das andere die wirkliche Tonhöhe. Jedes während dieser Passage nötige Oktavzeichen muss die absolute Tonhöhe anzeigen. Die erste Note nach Ende der Passage erhält ein doppeltes Oktavzeichen, um zu verdeutlichen, dass ihre Lage auf dem Fünfliniensystem der wirklichen Tonhöhe entspricht. Beispiel 1.13 verdeutlicht, wie «8va» und «loco» übertragen werden.
#B/ _Y>[&Y>"Y>>Y&[ _4V2K
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