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Nicht alles aufs Mal
aus "Der Kaufmann und der Papagei"
von Nossrat Peseschkian
Als der Mulla in den Vortragssaal trat, wo er vor einer Menge Leute hätte sprechen sollen, fand sich auf dem mittleren Sessel der vordersten Reihe genau ein einziger Zuhörer.
Die Zeit zum Beginnen rückte heran. So trat der Mulla auf diesen Mann zu und fragte ihn: „Soll ich sprechen - was meinst du - oder nicht?“
Der Befragte zögerte kurz, dann antwortete er: „Schau, ich bin ein einfacher Mann und Stallmeister. Von dem, worüber du zu berichten weisst, verstehe ich vermutlich nicht viel.
Jedoch wenn ich in den Stall gehe, und es steht bloss ein einziges Pferd da, weil alle anderen davon gelaufen sind, so füttere ich es trotzdem.“
Darauf liess der Mulla nicht auf sich warten und begann mit seiner Rede. Nach zwei Stunden rundete er seinen Vortrag mit einer passenden Anekdote ab, schloss einen Augenblick Mund
und Augen und trat dann gespannt an den Stallmeister heran: „Hm, also - Freund, wie fandest du meinen Vortrag?“
Der Stallmeister räusperte sich kurz und erwiderte: „Ich habe vormals schon erwähnt ... als einfacher Pferdestallmeister verstehe ich wohl nicht viel, von dem was du zu erzählen hast.
Allerdings, wenn ich in meinen Stall gehe und es ist von allen Pferden nur eines da, weil alle andern weggelaufen sind - so gebe ich ihm nicht die ganze Nahrung, die für alle Pferde
im Stall ausgereicht hätte. Einfach die eine Ration... .“
frei erzählt