Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2097

In der ganzen Schweiz beisst man heute ins Brötchen und hofft darin ein kleines Plastikmännchen zu finden. Die christlich geprägte Tradition ist seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in aller Munde. Der Ursprung des Dreikönigskuchens liegt jedoch deutlich weiter zurück und findet sich bereits bei den antiken Römern.
Schon vor über 2000 Jahren konnte man nämlich am Saturnalien-Fest eine versteckte Bohne im Kuchen finden. Anders als der heutige Brauch, widmeten sich die Saturnalien gänzlich dem Saatengottes Saturn und endeten in einem grossen Fest. Auch Sklaven durften am Fest teilnehmen und nach der versteckten Bohne im Kuchen suchen. War ihr Glück hold, drehte sich ihr Blatt und sie durften für den Rest des Tages König spielen.
Der Brauch zog sich in der einen oder anderen Form durch das Frühmittelalter durch und wurde christianisiert. Im 13. Jahrhundert feierte man dann die heiligen drei Könige Balthasar, Melchior und Caspar. Ebenfalls in dieser Zeit erhielten die Drei ihren Status als Könige, obwohl sie in der Bibel stets als Magier bezeichnet werden.
Die erste schriftliche Erwähnung des Dreikönigskuchen stammt etwas später aus dem Jahr 1561 und beschreibt, wie man eine Bohne oder Münze in den Königskuchen einbacken soll.
Je nach Land ist das Rezept für den Dreikönigskuchen übrigens unterschiedlich. In Portugal und Brasilien wird der Kuchen zum Beispiel aus Hefeteig gefertigt, mit kandierten Früchten verziert und als kugeliger Laib geformt. In Frankreich isst man traditionell die «Galette des Rois» aus Blätterteig, die mit Marzipan gefüllt ist.
Der klassische Brotkugel-Kuchen, wie wir in hier in der Schweiz kennen, ist erst seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt. Eine grosse Medienkampagne des Verbandes der Schweizer Bäcker und Konditormeister verhalf dem Dreikönigskuchen zu Ruhm und Ehren.