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Piani di Bobbio ist eine kleine italienische Skistation, die nur rund 50 Autokilometer von Mailand entfernt liegt, wovon 40 km über die Autobahn führen. Die Skistation bietet keine Übernachtungsmöglichkeiten an und verfügt über 7 Skilifte, um 35 Kilometer Skipisten zu bedienen. Dabei werden 80 % des Umsatzes im Winter erwirtschaftet gegenüber 20 % im Sommer.
Während der Hauptsaison vergnügen sich rund 3’000 Personen täglich in diesem Skigebiet. Im September 2014 hat Direktor Massimo Fossati anlässlich des „Forum Alpinum“ in Boario (I) sein einfaches, aber pragmatisches Wirtschaftskonzept für Piani di Bobbio vorgestellt, um Skitouristen anzuziehen.
Piani di Bobbio befindet sich in einer privilegierten Situation, weil es im direkten Einzugsgebiet des bevölkerungsreichen Grossraums von Mailand liegt. Die kleinen Walliser Skistationen dagegen befinden sich in einer völlig anderen Ausgangslage. Dennoch sind die grundsätzlichen Herausforderungen für einen kleinen Skiort wie Piani di Bobbio mit den Walliser Skistationen insofern vergleichbar, als sie sich gegenüber der Konkurrenz der grossen Skidestinationen behaupten müssen. Massimo Fossati stellt nachfolgend einige Vorschläge vor, um dieser Herausforderung gerecht zu werden.
„Ich versuche keine schwarzen Pisten anzubieten“
- Ich interessiere mich nur für ein einziges Kundensegment: Für die Anfänger, die Kinder und für Familien aus dem Grossraum von Mailand. Es ergibt keinen Sinn, die Bewohner von Neapel dazu zu bewegen nach Piani di Bobbio zu kommen, um in den italienischen Alpen ihren Skiurlaub zu verbringen.
- Die Gäste kommen nach Piani di Bobbio, um vielleicht 4 Stunden Ski zu fahren. Das ist auch nichts Anderes, als zuhause einen Nachmittag im Fitnessclub zu verbringen. Genau deshalb biete ich keine Wochenkarten an. Ich konzentriere mich ganz auf den Tagestourismus.
- Ich lasse die Mailänder wissen, dass sie in Piani di Bobbio die gesamte notwendige Infrastruktur finden, um mit dem Skifahren beginnen zu können. Ich zeige ihnen, dass hier die Sonne scheint, während Mailand unter einer dicken Nebeldecke liegt. Unser Internetauftritt, unsere Webcams und die ganzen Werbekampagnen unterstützen folgende Botschaft: Kommt und verbringt einen Skitag unter der Sonne von Piani di Bobbio!
- Ich will keine „schwarzen“ Pisten anbieten, aber ich erkläre den Gästen, die hierher kommen, dass Alles so konzipiert ist, dass sie in Sicherheit und ohne Gefahr mit der ganzen Familie Ski fahren können. Unsere Angebote sind ganz auf Anfänger ausgerichtet.
„Ich lasse mich nicht von Seilbahn-Verkäufern überreden“
- Es ist wichtig, dass unsere Anlagen modern und sicher bleiben. Ich will aber keine hypermoderne Seilbahnen und Skilifte „nach dem letzten Schrei“. Dazu lasse ich mich auch nicht durch Seilbahn-Verkäufer überreden! Im Gegenteil, in Piani di Bobbio habe ich veraltete Anlagen abbrechen und sie durch kostengünstige Rollteppiche ersetzen lassen, die ganz den Bedürfnissen meiner Anfänger-Kundschaft entsprechen.
- Unser Pressebüro wirbt damit, dass die Station die technischen Voraussetzungen erfüllt, um mit den Beschneiungsanlagen eine Skisaison von Anfang Dezember bis Ostern zu ermöglichen. Allein mit künstlichem Schnee kann man keine gute Werbung machen. Es bedarf mindestens 10 Zentimeter frischen Schnees, damit sich Piani di Bobbio im Winter wirklich authentisch zeigen kann. Ohne natürlichen Schnee hat es auch keinen Wert, eine PR-Kampagne zu starten, die eine Landschaft zeigt, die einem Skigebiet in Afghanistan entspricht.
„Die sozialen Netzwerke sind sehr wichtig für uns. Auf Facebook hat Piani di Bobbio derzeit 12.000 Personen, die „gefällt mir“ angeklickt haben“
- Ich setze ganz auf den Onlineverkauf, um Warteschlangen an den Kassen zu vermeiden.
- Die sozialen Netzwerke sind sehr wichtig für uns. Sie sind tatsächlich ein sehr wirksames Mittel, um dafür zu sorgen, dass die Touristen Piani di Bobbio nicht vergessen. Derzeit haben auf unserer Facebookseite rund 12.000 Personen „gefällt mir“ angeklickt.
- Es ist eine Tatsache, dass die grossen Skistationen die kleinen konkurrenzieren. Aber heutzutage haben Letztere dank der sozialen Netzwerke auch die Möglichkeit, sich zu präsentieren und zu überleben. Benützen auch Sie diese Plattformen und berichten Sie von eigenen Erfahrungen, denn derzeit kann man eine Rückkehr zur Authentizität beobachten. Profitieren Sie von den digitalen Möglichkeiten!
Références
Titelbild:© Etat du Valais, François Perraudin