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Der für einen rationellen Bibliotheksbetrieb schlecht geeigneten räumlichen Situation im Hauptgebäude begegnete die ETH-Bibliothek mit technischen Innovationen. In den dreissiger Jahren wurden Förderbänder zum Buchtransport und eine Rohrpostanlage für Buchbestellungen installiert, um die Distanz zwischen Magazin und Ausleihe zu überwinden. 1969 wurde an Stelle der Rohrpost eine flexible Fernschreibeinrichtung (SELEX) eingerichtet. Die SELEX-Anlage war der erste konkrete Vorbote der Entwicklung, die damals Automatisierung genannt wurde. Schrittweise wurden für die zentralen Arbeitsprozesse in der Buchausleihe und –bearbeitung Module eines EDV-Systems eingeführt. Die Entwicklungsarbeit wurde in der bibliothekseigenen Gruppe Forschung und Entwicklung geleistet.
1976 wurde die computergestützte Ausleihe mit dem System ELAS (Elektronisches Ausleihkontroll-System) realisiert, das die Selex-Anlage ablöste. Die Kataloge wurden seit demselben Jahr maschinenlesbar auf Lochstreifen erfasst und auf Mikrofiches ausgedruckt (System MIKAS). Auch die Zeitschriftenverwaltung wurde mit dem System PEKOS (Periodika Kontroll-System) automatisiert. Im Zusammenhang mit der Automatisierung wurde die Sacherschliessung vom Schlagwortsystem wieder auf die Dezimalklassifikation umgestellt. Somit setzte sich die UDK im Zuge der Automatisierung doch noch durch.
Ab 1983 wurde nach mehrjährigen Vorarbeiten die Entwicklung eines eigenen Bibliothekssystems namens ETHICS (ETH Library Information Control System) von der EDV-Abteilung der ETH-Bibliothek in Angriff genommen, das alle bibliothekarischen Betriebsabläufe und Dienstleistungen integrieren sollte. Ende des Jahres 1985 konnte die Online-Abfrage mit Titelwörtern eingeführt werden und ab Mitte 1986 die sachliche Katalogabfrage. Drei Jahre später wurden sowohl die formale als auch die sachliche Online-Katalogisierung eingeführt. Sie ersetzte die Produktion von Lochkarten in einer eigenen Abteilung und bedeutete eine grosse Rationalisierung, da ein Zwischenschritt bei der Erstellung des Katalogs ausgelassen werden konnte. 1989 folgten die Ausleihfunktionen sowie 1993 die Zeitschrifteneingangskontrolle. Mit der Komponente Erwerbung wurde die Entwicklung von ETHICS im Jahr 1996 abgeschlossen.
Durch den Anschluss an die Hochschulnetze KOMETH und NUZ wurde der Zugriff auf ETHICS im Prinzip von jedem Ort der Welt aus möglich und ETHICS wurde zum OPAC (Online Public Access Catalogue). Mit der Einführung von HotETHICS 1997 konnte über das WWW von zu Hause aus recherchiert und Bücher bestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch schon ein Nachfolgesystem für diese Eigenentwicklung der ETH-Bibliothek bestimmt. 1999 wurde das kommerzielle Produkt Aleph500 in Betrieb genommen. Es bietet vor allem auch die Möglichkeit, Hyperlinks zu elektronischen Informationsquellen in die Katalogdaten zu integrieren.
SELEX-Anlage im Katalogsaal, 1970.
Katalogsaal mit ETHICS-Terminals, um 1989.
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2011
ETHistory 1855-2005
| Last update:
20.4.2005 |
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