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Für die Überschrift entschuldige ich mich in aller Form. Ein so billiger Kalauer ist eines Teeologen nicht würdig.
Aber vielleicht freut ihr euch über meine Tee-Empfehlung. Es handelt sich um ein Produkt, das von seinem Hersteller als «Wohlfühltee» bezeichnet wird und bei mir damit die Frage aufwirft, ob nicht jeder Tee in irgend einer Form zum Wohlfühlen beitragen müsste. Man könnte jetzt natürlich als Gegenargument den Abführtee anführen. Allerdings sollte es auch bei dem so sein, dass man sich zumindest mittelbar wieder besser fühlt. So eine Verstopfung ist schliesslich keine angenehme Sache.
Die Nomenklatur rund um die Tees und die Fantasieergüsse ihrer Vermarkter zu hinterfragen, ist aber müssig. Tees muss man an ihren inneren Werten messen und nicht am Geschwurbel auf der Verpackung. Dieser Tee hier ist bei mir zum Verzehr am Morgen vorgesehen. Da steht bei mir bekanntlich meistens Grüntee auf dem Tisch, gelegentlich auch ein weisser Tee, zum Beispiel der von Lipton.
Als Variante des Grüntees hat mir neulich der befreundete Presseverantwortliche eines bekannten IT-Unternehmens (das u.a. eine grosse Suchmaschine betreibt) den Matcha-Tee empfohlen. Das ist Grüntee in Pulverform, der schon mit wenigen Gramm seine Wirkung entfaltet, allerdings trotzdem nicht nasal konsumiert wird. Sondern so, wie im Video zu sehen.
Wie man sieht, braucht man zur korrekten Zubereitung einen Löffel aus Bambus und einen Besen aus Bambus, plus hübsche Teeschalen anstelle der die ordinären Tasse. Wer mich kennt, der weiss, dass ich des Morgens dann doch nicht den Nerv habe, die Ikue-Asazaki-CD aufzulegen und ein Teetamtam…, pardon: eine Tee-Zeremonie zu veranstalten. Daher habe ich mich für die stillose, aber weitestgehend zweckdienliche Methode entschieden: Das sind Teebeutel mit Grüntee, die man wie gehabt in seine Tasse hält. Es gibt sie von Messmer und in der Migros.
Der Tee ist belebend, mit einem kleinen Kick und einer leicht herben Note, so wie ich es ganz gerne mag. Der Geschmack dürfte, wie oft bei Beuteltees, intensiver sein und die Kritik bei der Migros – «Der Matcha-Anteil beträgt gerade einmal 2,5 Prozent. Aber Hauptsache auf der Trendwelle mitsurfen!» – ist etwas hart, aber auch nicht ganz unberechtigt.
Aber wie gesagt: Ich empfehle den Tee hier explizit als Alltagstee, den man sich am Morgen in die Tasse macht, bevor man zur S-Bahn hetzt. Für Fans der reinen Lehre, der originalgetreuen Zeremonie und der voll ausgekosteten Geschmacksexplosion taugt er nicht. Aber den dafür passenden Tipp mache ich dann, wenn ich vor Ort, in Japan recherchiert haben werde…