Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/86869

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, wie die Getreidezüchtung für die biologische Landwirtschaft entsprechend der Förderung der Züchtung für die konventionelle Landwirtschaft finanziell unterstützt werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz züchtet Agroscope für einen nachhaltigen Ackerbau. Gezüchtet werden Weizen, Triticale und Soja. Im Weiteren züchtet der Verein "Getreidezüchtung Peter Kunz, Verein für Kulturpflanzenentwicklung" mit Sitz in Hombrechtikon (ZH) Getreide. </p><p>Die Ackerpflanzenzüchtung von Agroscope stützt sich auf Artikel 7 der Verordnung über die landwirtschaftliche Forschung (VLF) vom 9. Juni 2006 und ist, wie die Gesamtheit der Forschung von Agroscope, der Nachhaltigkeit verpflichtet. Die Züchtungsarbeiten von Agroscope berücksichtigen die wichtigsten Zuchtziele für einen nachhaltigen, standortgerechten Getreidebau in der Schweiz. Die Weizenzüchtung selektiert seit den Siebzigerjahren auf die Kombination von Krankheitsresistenz und hoher Backqualität unter extensiven Anbaubedingungen. Die Krankheitsresistenzen und die Robustheit sind von zentraler Bedeutung für den biologischen Getreidebau wegen des Verzichts auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Eine hohe Ertragsstabilität und eine hohe Backqualität unter verschiedensten Standortbedingungen, insbesondere solchen mit geringer Stickstoffverfügbarkeit, eine hohe Effizienz in der Nutzung des verfügbaren Stickstoffs und eine hohe Standfestigkeit sind weitere für den Bio-Getreidebau wichtige Sorteneigenschaften. Diese Ansprüche der biologischen Landwirtschaft werden bei den Züchtungsarbeiten mit der Selektion und Prüfung auf Krankheitsresistenz an Standorten mit nur moderatem Nährstoffangebot und in unterschiedlichsten Umweltbedingungen berücksichtigt. Die Agroscope-Weizensorten werden in unabhängigen Bio-Sortenprüfungsversuchen unter Bedingungen der biologischen Landwirtschaft noch speziell geprüft. </p><p>Die Agroscope-Getreidezüchtungen kommen hauptsächlich im Anbau von Brotweizen zum Einsatz. Sie dienen aber auch als Biskuitweizen (5 Prozent der Menge) und als Futterweizen. Sie qualifizieren sehr gut für den Extenso- und Bio-Anbau, v. a. wegen ihrer hohen Backqualität auch an Standorten mit reduziertem Stickstoffangebot. Dies erklärt die aktuelle Bedeutung dieser Sorten im Bio-Landbau in der Schweiz und auch im Ausland. </p><p>Die Getreidesorten von Agroscope erlauben es, auf gut der Hälfte der schweizerischen Getreidefläche ohne den Einsatz von Fungiziden und Halmverkürzern gute und regelmässige Erträge hoher Qualität zu erzielen. In Sachen Backeigenschaften geniessen die Agroscope-Weizensorten internationale Anerkennung in der konventionellen, integrierten und biologischen Landwirtschaft und werden weltweit regelmässig als Qualitätsverbesserer in Mehlmischungen eingesetzt. Von diesen guten Sorteneigenschaften profitiert auch der Bio-Getreidebau.</p><p>Agroscope macht der biologischen Landwirtschaft den genetischen Reichtum der von ihr unterhaltenen Genbank mit über 10 000 Getreideakzessionen (vorwiegend Weizen) verfügbar. Alte Sorten werden immer wieder ins Agroscope-Zuchtmaterial eingekreuzt zur Verbreiterung der genetischen Basis und Anpassungsfähigkeit der Sorten. In diesem Zusammenhang läuft auch eine Studie zur Untersuchung alter Sorten unter unterschiedlichen, auch bio-relevanten Standortbedingungen (Stickstoff, organische Substanz).</p><p>Die Züchtung für die biologische Landwirtschaft wird vom Bund unterstützt. Die Züchtungsarbeiten von Agroscope kommen der biologischen und integrierten Landwirtschaft gleichermassen zugute.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.