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Internationale Adoption
Haager Adoptionsübereinkommen und Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen
Die Schweiz unterstützt die internationalen Bestrebungen für einen besseren Schutz von Adoptivkindern. Am 1. Januar 2003 sind das Haager Übereinkommen vom 29. Mai 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption (HAÜ) und das Bundesgesetz vom 22. Juni 2001 zum Haager Adoptionsübereinkommen und über Massnahmen zum Schutz des Kindes bei internationalen Adoptionen (BG-HAÜ) in Kraft getreten.
Ziele des Haager Adoptionsübereinkommens
Das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoptionen (HAÜ) will sicherstellen, dass internationale Adoptionen zum Wohl des Kindes und unter Wahrung seiner Grundrechte stattfinden. Damit soll es das UNO-Übereinkommen über die Rechte des Kindes umsetzen. Es wird darin festgehalten, dass dem Wohl des Kindes bei der Adoption die höchste Bedeutung zugemessen wird. Erst wenn das Kind in seinem Herkunftsstaat nicht angemessen untergebracht werden kann, soll eine Adoption ins Ausland in Frage kommen (sogenanntes Subsidiaritätsprinzip).
Das HAÜ koordiniert im Weiteren die Verfahren im Herkunfts- und Aufnahmestaat, was dazu beitragen soll, Missbräuche wie Erpressung, Kinderraub und Korruption zu bekämpfen. Herkunfts- und Aufnahmestaat teilen sich insbesondere die Abklärungen, ob Kind und Adoptiveltern für die Adoption geeignet sind.
Das HAÜ ist ein umfassendes internationales Abkommen. Gegenwärtig sind über 70 Staaten dem Übereinkommen beigetreten.
Schliesslich gewährt das Abkommen die Anerkennung von vertragskonformen Adoptionen in allen Vertragsstaaten.
Umsetzung des Haager Adoptionsübereinkommens
Das Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen (BG-HAÜ) regelt das Verfahren zur Aufnahme eines Kindes nachdem HAÜ. Die Grundzüge des BG-HAÜ sind:
Für den Vollzug des HAÜ sind die Zentralen Behörden zuständig. Bei diesen handelt es sich um:
- Die Zentrale Behörde des Bundes. Es ist dies das Bundesamt für Justiz, Dienst für Internationalen Kindesschutz. Dieses hat als Schwerpunktaufgabe den Verkehr mit den ausländischen Zentralen Behörden. Des Weiteren nimmt es Koordinationsaufgaben wahr.
- Die 26 Zentralen Behörden der Kantone.
- Wer ein Kind aus einem der Vertragsstaaten adoptieren will, muss bei der Zentralen Behörde des Wohnsitzkantons ein Gesuch um Erteilung einer vorläufigen Bewilligung zur Aufnahme eines Pflegekindes einreichen.
Zuständigkeit für Adoptionspflegeverhältnisse im Kanton Schwyz
Das Departement des Innern ist im Kanton Schwyz für alle Adoptionspflegeverhältnisse zuständig.
Dabei handelt es sich um folgende Fälle:
- Pflegeverhältnisse im Hinblick auf eine Adoption eines Kindes, die unter den Geltungsbereich des HAÜ fallen, unabhängig davon, ob die Adoption im Herkunftsstaat des Kindes oder in der Schweiz erfolgt (internationale Adoption gemäss HAÜ)
- Pflegeverhältnisse, die im Hinblick auf eine Adoption eines Kindes aus einem Nicht-HAÜ-Vertragsstaat erfolgen und somit nicht unter den Geltungsbereich des HAÜ fallen (internationale Adoption ausserhalb des Geltungsbereichs des HAÜ)
- Pflegeverhältnisse, die im Hinblick auf eine rein schweizerische Adoption eines Kindes erfolgen (Binnenadoption)
- Für Pflegeverhältnisse, die nicht im Hinblick auf eine Adoption erfolgen, sind im Kanton Schwyz die Vormundschaftsbehörden zuständig.
Pflegezeit bis zur Adoption
Die Adoption in der Schweiz setzt ein Pflegeverhältnis von 1 Jahr voraus.
Beistandschaft bei Adoption vor der Einreise in die Schweiz
Kindern, deren in ihrem Herkunftsstaat erfolgte Adoption gemäss HAÜ in der Schweiz anerkannt wird, ist gemäss BG-HAÜ durch die Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz der Adoptiveltern ein Beistand zu ernennen. Dieser hat das neue Kindesverhältnis zu begleiten und die Adoptiveltern mit Rat und Tat zu unterstützen. Der Beistand hat der Vormundschaftsbehörde spätestens nach einem Jahr über die Entwicklung des Adoptionsverhältnisses Bericht zu erstatten.
Diese Adoptionsbeistandschaft ist unmittelbar nach der Einreise des Kindes zu errichten und fällt spätestens 18 Monate, nachdem die Eltern die Ankunft des Kindes der kantonalen Zentralen Behörde gemeldet haben, von Gesetzes wegen dahin.
Falls die Eltern die Meldung unterlassen haben, beginnt die 18-monatige Frist erst mit der Ernennung des Beistandes zu laufen. Damit wird verhindert, dass pflichtvergessene Eltern durch das Unterlassen der Meldung die Beistandschaft verkürzen können.
Vormundschaft bei Adoption nach der Einreise in die Schweiz
Wird das Kind erst nach seiner Einreise in die Schweiz adoptiert oder kann eine im Ausland ausgesprochene Adoption in der Schweiz nicht anerkannt werden (betrifft u.a. Adoptionen, die in einem Nicht-HAÜ-Vertragsstaat ausgesprochen wurden), so ist dem Kind gemäss BG-HAÜ durch die Vormundschaftsbehörde am Wohnsitz der Pflegeeltern für die Dauer des Pflegeverhältnisses ein Vormund zu ernennen.
Strafbestimmung bei Aufnahme eines Kindes zur Adoption ohne Bewilligung
Das BG-HAÜ enthält eine Strafbestimmung bei Aufnahme eines Kindes ohne Bewilligung und bei Widerhandlung gegen Auflagen. Die Strafbestimmung von Art. 22 BG-HAÜ lautet wie folgt:
1Mit Haft oder Busse bis zu 20'000 Franken wird bestraft, wer
a. ein Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt in einem Vertragsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens zum Zwecke der späteren Adoption in der Schweiz aufnimmt, ohne dass die Bewilligungen nach Art. 17 HAÜ und Art. 8 BG-HAÜ vorliegen; oder
b. ein Kind mit gewöhnlichem Aufenthalt in einem anderen Staat zum Zwecke der späteren Adoption in der Schweiz aufnimmt, ohne dass die Voraussetzungen für die Einreise nach der Pflegekinderverordnung erfüllt sind.
2Mit Busse bis zu 10'000 Franken wird bestraft, wer Auflagen oder Bedingungen zuwiderhandelt, welche die zuständige kantonale Behörde mit den Bewilligungen nach diesem Gesetz oder nach der Pflegekinderverordnung verknüpft hat.
Weitere Informationen
Der Homepage des Bundesamtes für Justiz www.adoption.admin.ch können weitere Informationen (Haager-Staaten-Liste, Adoptionsvermittlungsstellen usw.) entnommen werden.
Fragen im Zusammenhang mit einer internationalen Adoption
Auskünfte erhalten Sie unter der Telefon-Nr. 041 819 14 89 (Yves Nick) oder per E-Mail unter Adoptionen.