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Bei Aushubarbeiten für eine Wohnüberbauung am Werlenweg in Dübendorf sind überraschend rund 2000 Jahre alte Gebäudeteile und verschiedene weitere archäologische Funde zum Vorschein gekommen. Damit konnten zum ersten Mal Teile eines römischen Gutshofes lokalisiert werden, dessen Existenz man schon 1864 vermutete.
In der Mitte der Baugrube konnten mehrere Kiesplätze sowie Wege aus der Zeit des 1. bis 3. Jahrhunderts n. Chr. ausgegraben werden. Dabei kamen auch zahlreiche damals wohl verlorengegangene Gegenstände zum Vorschein: etwa Gewandnadeln (Fibeln), Münzen oder der Henkel einer aus Italien importierten Bronzekanne.
In der Südwestecke der Baugrube fanden sich Mauerreste eines grossen Gebäudes mit etwa 25 Meter Seitenlänge. Es dürfte im 1. oder frühen 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet worden sein. Die befestigten Plätze und Wege bezogen sich zum Teil auf dieses Gebäude. Es ist anzunehmen, dass hier ein Nebengebäude des lange gesuchten Gutshofes stand.
Anfänglich dürfte das Gebäude als Speicher genutzt worden sein. Es erfuhr jedoch im Laufe der Zeit mehrere Umbauten und Nutzungsänderungen. Eine solide gebaute Feuerstelle aus dem späten 2. oder frühen 3. Jahrhundert zeigt, dass zumindest Teile des Hauses auch als Wohnraum genutzt wurden. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts zerfiel das Gebäude, wohl zusammen mit der ganzen Anlage. Das jüngste datierbare Fundstück ist eine Münze des Kaisers Postumus (260-269 n. Chr.).
Archäologischer Treffer nach 150 Jahren
Schon 1864 wurde berichtet, dass im Jahr 1839 in der Umgebung der Kirche Dübendorf-Wil Mauerreste, Mosaiken, ein Bleirohr und Dachziegel gefunden wurden, die mutmasslich von der Villa eines römischen Gutshofes stammten. Dessen genaue Lage blieb aber bis heute unklar. Bei Sondierungen und Aushubbeobachtungen konnten in den vergangenen Jahrzehnten nie mehr Mauern ausgemacht werden. Nur ein paar Einzelfunde zeugten von der ehemaligen Präsenz der Römer.
Mit den Grabungen am Werlenweg konnten in Dübendorf nun erstmals konkrete Gebäudereste gefasst werden. Es dürfte sich um ein grosses Ökonomiegebäude gehandelt haben, das im Wirtschaftsteil des Gutshofs stand. Vergleichbare Gebäude hatte etwa die grosse Anlage in Winkel bei Bülach, die heute als Freilichtmuseum öffentlich zugänglich ist.
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