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Die Inanspruchnahme von familienergänzender Kinderbetreuung durch die Haushalte ist ein Indikator, der sich auf die regelmässige Betreuung von Kindern im Vorschul- und Schulalter bezieht. Er erlaubt die Analyse der Nutzung von familienergänzender Kinderbetreuung durch verschiedene Bevölkerungsgruppen. Auf die Unterstützung eines informellen Netzwerks (z.B. von Angehörigen) zählen zu können, kann die Betreuungskosten senken oder mehr Flexibilität in der Organisation des Familienlebens bedeuten, aber auch die Beteiligung am Arbeitsmarkt begünstigen.
Im Jahr 2013 nahmen 57,4% der Haushalte mit Kind(ern) von unter 13 Jahren mindestens einmal pro Woche familienergänzende Kinderbetreuung in Anspruch. Es gibt keine signifikanten Unterschiede nach Migrationsstatus der Haushalte, obwohl die Nutzung von Kinderbetreuung in den gemischten Haushalten mit/ohne Migrationshintergrund und in den Haushalten ohne Migrationshintergrund tendenziell höher ist (60,2% bzw. 58,3%). Andererseits weisen die Haushalte mit Migrationshintergrund den tiefsten Anteil an familienergänzender Kinderbetreuung auf (55,2%).
Die regelmässige Inanspruchnahme von institutioneller (definitionsgemäss bezahlter) Betreuung findet sich vorwiegend in gemischten Haushalten mit/ohne Migrationshintergrund und solchen mit Migrationshintergrund (betrifft zwischen 36% und 38% aller Haushalte mit Kind(ern) unter 13 Jahren). Bei den Haushalten ohne Migrationshintergrund ist dieser Anteil um ein Viertel tiefer (28,9%) als bei den beiden anderen Gruppen. Hingegen nehmen diese Haushalte häufiger nicht-institutionelle Betreuung in Anspruch (42,2% gegenüber 27,5% bei den Haushalten mit Migrationshintergrund und 37,5% bei den gemischten Haushalten mit/ohne Migrationshintergrund); dies trifft insbesondere auf die unbezahlte Betreuung zu.
Tabellen
Definitionen
Die institutionelle Betreuung umfasst alle privaten und öffentlichen Einrichtungen zur familienergänzenden Kinderbetreuung. Dabei kann zwischen Einrichtungen für Kinder im Vorschulalter (Krippen), Einrichtungen für Kinder im Schulalter (schulergänzende Betreuung, Tagesschulen) sowie Einrichtungen, die sich an verschiedene Altersgruppen richten unterschieden werden. Im Rahmen dieser Analyse, wird die Betreuung durch Tageseltern ebenfalls als institutionelle Betreuung definiert. Die nicht-institutionelle Betreuung bezieht sich auf die familienergänzende Betreuung von Kindern durch Privatpersonen, d.h. Personen, die keiner Organisation angehören. Es kann sich dabei entweder um bezahlte Betreuung, wie Nannies, Au-Pairs (formelle Betreuung) oder um Betreuung durch Verwandte oder Bekannte (informelle Betreuung) handeln.
Es werden alle Haushalte mit Kind(ern) unter 13 Jahren berücksichtigt. Ein Haushalt kann potenziell drei Betreuungsarten in Anspruch nehmen: institutionell bezahlte, nicht-institutionell bezahlte und nicht-institutionell unbezahlte Betreuung.
Anteil der Familienhaushalte mit Kind(ern) unter 13 Jahren, die mindestens einmal pro Woche familienergänzende Kinderbetreuung in Anspruch nehmen an allen Familienhaushalten mit Kind(ern) unter 13 Jahren.