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Was Max Weber, Karl Marx und Otto von Bismarck verbindet.
Drei Männer. Drei Deutsche. Der eine erklärt den Kapitalismus. Der andere erfindet den Kommunismus. Und der dritte erschafft so etwas wie das Mittelding zwischen beiden: den Sozialstaat, der den Kapitalismus zähmen und den Kommunismus verhindern soll. Das war der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898), der mit der Einführung von Sozialversicherungen die Grundlagen für den Wohlfahrtsstaat schuf. Der Philosoph Karl Marx (1818–1883) war der Revolutionär in der Industrialisierung. Er wollte den Kapitalismus ausmerzen, indem er für eine klassenlose Gesellschaft plädierte und zum internationalen Klassenkampf aufrief. Max Weber (1864–1920) erklärte als Ökonom und Soziologe die Mechanismen des aufstrebenden Kapitalismus. So wurde Weber als «bürgerlicher Marx» zum Gegenpol des revolutionären Marx. Im Jahr 1883 führte der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Kranken-, die Unfall- und die Rentenversicherung ein. «Mein Gedanke war, die arbeitenden Klassen zu gewinnen, oder soll ich sagen, zu bestechen, den Staat als soziale Einrichtung anzusehen, die ihretwegen besteht und für ihr Wohl sorgen möchte», sagte der Reichskanzler. Gegen diese bürgerliche Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung stellte Karl Marx sein eigenes Geschichtsbild: In der feudalen Agrargesellschaft war es der Landbesitzer, der Bauern ausbeutete – in der Industrialisierung ist es der Fabrikbesitzer, der Arbeiter ausbeutet. Mit einem «Kommunistischen Manifest» schrieb Marx 1848 einen Aufruf zum Klassenkampf an das internationale Proletariat: Alle Arbeiter der Welt sollten für eine klassenlose Gesellschaft kämpfen. Marx prophezeite eine Revolution in den industrialisierten Gesellschaften zur Überwindung des Kapitalismus. Heute ist die klassenlose Gesellschaft Geschichte. Max Weber war der Auffassung, dass neben Kapital und Produktion auch andere Faktoren eine Gesellschaft prägen. Im Gegensatz zu Marx fand Weber nicht zwei, sondern vier Klassen: 1. die Arbeiter; 2. das Kleinbürgertum; 3. die Intelligenz und 4. die Besitzer des Kapitals. Zudem entdeckte Weber einen Zusammenhang zwischen dem Protestantismus und der industriellen Revolution. Das Arbeitsethos der Calvinisten, deren Prinzip der Kapitalanhäufung und die Reinvestition von Gewinn waren das Schmiermittel für die Industrialisierung und die Geburt des Kapitalismus.