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Dient die Schweiz weltweit als Drehscheibe für Gold? Die Behauptung, dass die Schweiz die Golddrehscheibe der Welt ist und dass dieses Gold zweifelhafter Herkunft ist, ist doppelt falsch.
Bei den 2’404 Tonnen Gold, die im Jahr 2017 in die Schweiz importiert wurden (2’250 Tonnen im Jahr 2018 und 2100 Tonnen im Jahr 2019) handelt es sich zum grössten Teil nicht um in der Schweiz raffiniertes Minengold, sondern um Importe von bereits raffiniertem Gold in der Form von Goldbarren oder Bankprodukten (Standardbarren, Barren, Granalien) von Instituten, deren Aufgabe es ist, diese zu lagern oder von LBMA-Mitgliedern. Hinzu kommen Industrieabfälle oder andere zurückgewonnene Produkte.
Das Gold aus Bankprodukten beträgt jährlich ca. 1’200 Tonnen, wobei nicht vergessen werden darf, dass die Schweiz 80 % Goldes der alle LBMA-Mitglieder verarbeitet.
In Wirklichkeit werden laut LBMA-Statistik lediglich 14 % (bzw. durchschnittlich 490 Tonnen pro Jahr) des weltweiten Minengoldes in der Schweiz veredelt, was eindeutig darauf hinweist, dass die Schweiz nicht die Drehscheibe für Gold ist, was ihr oft fälschlicherweise unterstellt wird.
Es ist auch ein sehr umkämpftes Feld: Es gibt etwa 70 Refiner auf der Welt und nur vier in der Schweiz.