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In einer neuen Metastudie konnte Prof. Dr. John Ioannidis nachweisen, dass Covid-19 eine Sterberate von 0,15 Prozent hat. Der Gesundheitswissenschaftler der Stanford University wertete für seine Analyse sechs internationale Studien zum Thema aus.
Um die Gefahr der Corona-Pandemie zu veranschaulichen und politische Gegenmassnahmen zu begründen, werden meist die Zahl der Neuinfektionen, die Zahl der Hospitalisierungen und die Sterblichkeit aufgrund einer Infektion mit SARS-CoV herangezogen. Gerade letztere Zahl lässt sich aber nur schwer ermitteln. Das hat mehrere Gründe:
Die Gesamtzahl der mit SARS-CoV infizierten Menschen ist nicht bekannt. Zum einen wissen viele Betroffene aufgrund eines untypischen oder gar beschwerdefreien Krankheitsverlaufs nichts von ihrer Infektion. Zum anderen reichen die Testkapazitäten in Entwicklungsländern, aber auch in Hotspots wie etwa Norditalien nicht in jedem Fall aus, um Verdachtsfälle abzuklären.
SARS-CoV kann nicht immer als eindeutige Todesursache festgestellt werden. Das liegt daran, dass die überwiegende Mehrzahl der mit dem Coronavirus Verstorbenen über 70 Jahre alt war und an mindestens einer Vorerkrankung litt, wie aus verschiedenen Studien hervorgeht. Ob die bereits vorliegende Krankheit oder die Infektion zum Tod geführt hat, lässt sich nicht immer eindeutig klären.
Nicht alle Todesfälle werden registriert. Das trifft vor allem auf Entwicklungsländer wie Brasilien oder Indien zu. Aber auch in Industrieländern kann nicht ausgeschlossen werden, dass alle Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehen, in die Statistiken einfliessen.
Die Übersterblichkeit hat viele Ursachen. 2020 sind in vielen Ländern mehr Menschen als gewöhnlich gestorben. Dieser Überhang muss aber nicht ausschliesslich von SARS-CoV verursacht worden sein. So ist beispielsweise anzunehmen, dass eine Hitzewelle im August in Mitteleuropa zu mehr Todesfällen geführt hat. Aus Angst vor einer Infektion haben viele Menschen Arzt und Krankenhaus gemieden, wodurch 2020 mehr Personen an einem Herzinfarkt gestorben sind. Die soziale Isolation während des Lockdowns könnte sich ausserdem auf die psychische Gesundheit ausgewirkt haben und ebenfalls zu Todesfällen geführt haben.
Die Schutzmassnahmen verzerren das Gesamtbild. Wie tödlich SARS-CoV ist, lässt sich nur vermuten, weil diverse Massnahmen zur Eindämmung die uneingeschränkte Ausbreitung des Virus verhindert haben. Umgekehrt führte der Lockdown zu weniger Todesfällen durch Verkehrsunfälle und Gewaltverbrechen. Auch andere Infektionskrankheiten wie die Grippe breiteten sich weniger stark aus als in vorangegangenen Jahren. In der Schweiz blieb die Grippewelle 2020/2021 ganz aus.
Insgesamt zeigt sich somit, dass unklar ist, wie viele Menschen sich bislang mit SARS-CoV infiziert haben, wie viele durch das Virus gestorben sind und wie viele Todesfälle es gegeben hätte, wenn keine Schutzmassnahmen ergriffen worden wären. Offen ist auch, wie viele Menschenleben durch die Massnahmen gerettet werden konnten und wie viele durch ihre Folgen vorzeitig beendet wurden, weil Krankenhausbesuche vermieden, Operationen aufgeschoben oder psychische Leiden durch Isolation verstärkt wurden. Zu all diesen Aspekten fehlen derzeit noch profunde Daten. Die breit aufgestellte Untersuchung von Prof. Ioannidis gibt allerdings einen ersten Richtwert zur Einschätzung des Virus.