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Vollständiger Name des Indikators: Qualität der Beziehung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Einstellung gegenüber der religiösen Pluralität
Mit diesem Indikator werden die Einstellungen der Bevölkerung bezüglich des Zusammenlebens von Menschen verschiedener Religionen untersucht. Eine ablehnende Meinung zu unterschiedlichen Begräbnisriten oder mangelnde Kenntnisse der religiösen Vielfalt können zur Isolation oder sogar zur Ausgrenzung religiöser Gruppen oder Gemeinschaften führen.
Unabhängig vom Migrationsstatus sprechen sich sieben von zehn Personen in der Schweiz dafür aus, dass alle religiösen oder spirituellen Gemeinschaften das Recht haben sollten, ihre eigenen Begräbnisriten durchzuführen. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund vertreten anteilsmässig deutlich weniger Personen diese Meinung als bei jener mit Migrationshintergrund (67% gegenüber 75%). Nach Generationenstatus betrachtet zeigt sich, dass Personen der zweiten oder höheren Generation dieser Aussage tendenziell eher zustimmen Personen der ersten Generation.
Etwas mehr als ein Fünftel (22%) der Bevölkerung spricht sich gegen das Recht aus, diese Riten durchzuführen. Die Ablehnung ist bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund deutlich höher als bei derjenigen mit Migrationshintergrund, unabhängig von der Generation (26% gegenüber 14%).
Keine Meinung zu diesem Thema haben mehr Personen mit Migrationshintergrund (11%) als Personen ohne Migrationshintergrund (7%). Aufgrund der Vertrauensintervalle kann nicht von einem signifikanten Unterschied zwischen den Generationen gesprochen werden.
In allen Grossregionen befürwortet die Mehrheit der Bevölkerung das Recht aller Gemeinschaften, ihre Begräbnisriten durchzuführen: Die schwächste Zustimmung beläuft sich auf 67%. Die Genferseeregion und das Tessin heben sich signifikant von den anderen Grossregionen ab und weisen eine höhere Zustimmung in Bezug auf die Durchführung von Begräbnisriten auf (75% bzw. 78%).
Untersucht man die Zustimmungsrate in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, so lassen sich in der Genferseeregion, im Espace Mittelland und im Tessin deutliche Unterschiede zwischen den Personen ohne Migrationshintergrund und den Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation feststellen. Der Anteil der Personen, die voll und ganz bzw. eher zustimmen, ist bei der ersten Generation höher und liegt in der Genferseeregion bei 78%, im Espace Mittelland bei 76% und im Tessin bei 82%, während er sich bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund auf 72%, 64% bzw. 76% beläuft. In den anderen Regionen kann aufgrund der Vertrauensintervalle nicht von einem signifikanten Unterschied zwischen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und jener mit Migrationshintergrund nach Generationen gesprochen werden.
Der Anteil der Personen, die eine ablehnende Haltung einnehmen, ist in fast allen Grossregionen mit Ausnahme des Tessins bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund deutlich höher (26%) als bei den Personen mit Migrationshintergrund (14%). Im Tessin ist aufgrund der Vertrauensintervalle keine differenzierte Analyse der verschiedenen Bevölkerungsgruppen möglich.
Mit acht von zehn Personen ist ein Grossteil der Bevölkerung der Meinung, dass alle Kinder allgemeine Kenntnisse über alle grossen Weltreligionen erhalten sollten. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind nicht signifikant.
16,3% der Personen in der Schweiz teilen diese Meinung nicht. Sie sind in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund signifikant stärker vertreten (18%) als bei den Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation (13%). Ein Vergleich mit der zweiten Generation ist aufgrund der Vertrauensintervalle nicht möglich. Der grösste Anteil an Personen, die keine Meinung dazu haben, ist bei den Personen mit Migrationshintergrund der ersten Generation mit 7% zu finden (der Unterschied zwischen den Personen ohne Migrationshintergrund und denjenigen der zweiten oder höheren Generation ist nicht signifikant).
Auf regionaler Ebene sind die Unterschiede zwischen den Personen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die sich dafür aussprechen, dass alle Kinder allgemeine Kenntnisse über alle grossen Weltreligionen erhalten sollten, nur in der Zentralschweiz signifikant. Mit 97% ist dort die Zustimmung bei den Personen der zweiten Generation deutlich höher als bei den Personen ohne Migrationshintergrund (75%). In den anderen Grossregionen sind keine signifikanten Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen festzustellen.
Zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt es hingegen tendenzielle Unterschiede. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und bei derjenigen mit Migrationshintergrund der ersten Generation ist die Zustimmung in der Grossregion Zürich am höchsten (86%).
Im Espace Mittelland bestehen signifikante Unterschiede zwischen den Personen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die sich dagegen aussprechen, dass alle Kinder allgemeine Kenntnisse über alle grossen Weltreligionen erhalten sollten, insbesondere zwischen jenen ohne Migrationshintergrund und jenen der ersten Generation. In den anderen Grossregionen sind keine signifikanten Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen festzustellen.
Die Grossregion Zürich verzeichnet bei allen Bevölkerungsgruppen die tiefsten Anteile von Personen, die diese Aussage ablehnen.
Tabellen
Definitionen
Der Indikator gibt Auskunft über die Anteile der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die verschiedenen Aussagen zustimmen oder nicht.
Er basiert auf folgenden, aus dem schriftlichen Fragebogen der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur stammenden Fragen: «Wie sehr stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?
- Alle religiösen und spirituellen Gemeinschaften sollten das Recht haben, ihre eigenen Begräbnisriten durchzuführen.
- Alle Kinder sollten allgemeine Kenntnisse über alle grossen Weltreligionen erhalten.
Die verschiedenen Antwortmöglichkeiten sind: stimme voll und ganz zu, stimme eher zu, stimme eher nicht zu, stimme überhaupt nicht zu, weiss nicht. Die Kategorien «stimme voll und ganz zu» und «stimme eher zu» wurden aggregiert, ebenso wie «stimme eher nicht zu» und «stimme überhaupt nicht zu».