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Die Zahl der Personen, die regelmässig Crack und/oder ähnliche Drogen auf Kokainbasis in den 26 Hauptstädten, und im Regierungsdistrikt Brasília, konsumieren, ist inzwischen auf zirka 370.000 gestiegen. Eine im Abseits agierende Bevölkerungsgruppe, die nur schwer zugänglich ist und 35% vom Gesamt der Drogenkonsumenten darstellt, (Marihuana ausgenommen). Nach Schätzungen gelten heute insgesamt eine Million Brasilianer als drogensüchtig.
Diese Feststellung macht die Studie “Schätzung der Anzahl von Crack-Konsumenten (oder ähnlichen Drogen) in den Hauptstädten des Landes“, veröffentlicht am 19.09.13 durch das Justiz- und das Gesundheits-Ministerium. Diese Untersuchung wurde im Auftrag der “Secretaria Nacional de Políticas Sobre Drogas (Senad)” und der “Fundação Oswaldo Cruz (Fiocruz)” durchgeführt.
Der Sekretär der Drogen-Politik des Justizministeriums, bezeichnet die Zahl der regelmässigen Konsumenten dieser Art von Droge als “expressiv“, obgleich sie “nur“ zirka 0,8% der Bevölkerung der brasilianischen Hauptstädte (45 Millionen) entspricht. „370.000 Personen in unserem Land zu haben, die regelmässig Crack konsumieren, das ist nicht wenig – diese Zahl ist erschreckend, und wir müssen uns besonders intensiv mit diesem Thema beschäftigen“.
Der Sekretär bezeichnete es als überraschend, dass aus den Zahlen hervorgeht, dass sich im Nordosten Brasiliens der grösste Teil der Konsumenten konzentriert und damit die allgemeine Meinung widerlegt, dass der Südosten die Hochburg des Drogenkonsums sei. Der Konsum im Nordosten findet während des Tages und an öffentlichen Plätzen statt, wo sich ganze Suchtzirkel gebildet haben, die populär als “Cracolândias“ (Crack-Land) bezeichnet werden. Wie aus der Studie verlautet, gibt es im Nordosten um die 150.000 Crack-Konsumenten, das sind zirka 40% der Gesamtzahl von Crack-Süchtigen aller brasilianischen Hauptstädte.
“Wir nehmen an, dass dieser starke Konsum im Nordosten am niedrigeren IDH (Indikator der menschlichen Entwicklung) liegt, im Vergleich mit dem des übrigen Landes. Was den Süden betrifft, (wo es 37.000 Crack-Konsumenten gibt), dort stellten wir eine historische Komponente fest, denn traditionell kommen in dieser Region mehr injizierbare Drogen zur Anwendung, deren Index relativ niedrig ist, aber im Südosten stets vorherrscht“, ergänzte der Sekretär.
Das Verhältnis des Crack-Konsums im Vergleich zum Gesamtkonsum verbotenen Drogen (mit Ausnahme von Marihuana) ist je nach Region unterschiedlich. Während in den Hauptstädten des Nordens der Konsum von Crack, und/oder seine Varianten, zirka 20% der gesetzlich verbotenen Substanzen ausmachen, beträgt er im Süden 52% und im Zentralen Westen 47%.
Die Untersuchung demonstriert ausserdem, dass von den 370.000 Crack-Konsumenten 14% noch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind. Das bedeutet, dass 50.000 Kinder und Jugendliche jene Substanzen regelmässig in den Hauptstädten Brasiliens verkonsumieren. Der grösste Teil von ihnen (56%) konzentriert sich ebenfalls in den Städten des Nordostens, wo man 28.000 Kinder und Jugendliche in dieser Situation identifiziert hat.
Was die Lokalitäten des Drogenkonsums betrifft, stellt die Studie fest, dass acht von zehn Konsumenten Crack in aller Öffentlichkeit rauchen. Die Direktorin der “Strategischen Projekte des Senad“ hebt hervor, dass es aus diesem Grund nichts nützt, eine Untersuchung mit traditionellen Methoden durchzuführen – zum Beispiel mit direkten Fragen an die interviewte Person, ob sie Drogen nimmt oder nicht – in der Absicht, zu einer Schätzung Konsumentenzahl zu kommen. Sie wendet eine Methode an, welche die gesellschaftlichen Verbindungen des Befragten untersucht – mit Fragen nach Personen seines Bekanntenkreises, die Drogen nehmen – so erreicht man eine genauere Zahl.
“Diese Personen müssen sich nicht in derselben Wohnung befinden. Deshalb muss man das Ganze untersuchen und das gesellschaftliche Netz erfassen“, sagt sie. “Zum ersten Mal haben wir heute relativ vertrauenswürdige Daten über die Anzahl der Crack-Konsumenten in den Hauptstädten unseres Landes“, ergänzt sie.
Für die besagte Studie wurden zwischen März und Dezember 2012 rund 25.000 Personen gehört, die Fragen beantworteten bezüglich der Eigenschaften von Personen ihres Familien-, Freundes- und Bekanntenkreises. Unter diesen Fragen gab es einige, die spezifisch auf den Crack-Konsum zielten, und andere, die dazu dienten, die Glaubwürdigkeit der Antworten zu kontrollieren.
Darüber hinaus wurde heute auch eine Untersuchung veröffentlicht, betitelt “Profil der Crack-Konsumenten in Brasilien“ mit Informationen über die epidemiologische Situation (Gesundheitszustand, Seuchengefahr) dieser Gruppe der Bevölkerung.