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Leider schrecken viele, vor allem auch weibliche Leser davor zurück, ein philosophisches Werk zur Hand zu nehmen. Vielen erscheint Philosophie zu abstrakt, zu wenig relevant für das alltägliche Leben. Wenn man sich aber für den Menschen, seine Geschichte und geistige Entwicklung interessiert, kommt man an philosophischen Werken nicht vorbei, als Ausdruck menschlicher Anschauungen bezüglich der wesentlichsten Fragen des menschlichen Lebens im Laufe der Geschichte. Nachfolgend empfehlen WYR einige Werke, die mit etwas Geduld auch der philosophische Laie mit Genuss lesen kann.
Früheste abendländische Philosophie: Die "Vorsokratiker"
Die Faszination der sogenannten Vorsokratiker (ca. 7.-5. Jh.v.Chr.) liegt sicherlich vor allem auch in ihrem Alter. Vor etwas mehr als zweieinhalb tausend Jahren begannen sich Griechen, die in Asia Minor lebten, Fragen zu stellen, über das Sein und woraus es wohl beschaffen sei. Es waren die Fragen, die man entdeckte, ihre spekulativen Antworten darauf sind nicht so wichtig, aber trotzdem auch für den modernen Leser immer noch bereichernd und anregend. Dass sich auch die moderne Physik noch mit diesen alten Schriften befassen und aus ihnen Inspirationen schöpfen kann, zeigt etwa Erwin Schrödinger in seinem 1954 erschienenen Werk "Nature and the Greeks". Die Schriften der Vorsokratiker wurden in verschiedensten guten Ausgaben und Zusammenstellungen herausgegeben. Günstig, aber trotzdem gut ist die zweisprachige Ausgabe der Vorsokratiker, die beim Reclam Verlag erschienen ist.
René Descartes: Discours de la méthode
Im ersten, autobiographischen Teil eines Werkes, das René Descartes (1596-1650) 1637 auf Französisch veröffenlichte, und der für sich allein als "Discours de la méthode" bekannt wurde, kann eine der Wiegen der modernen Philosophie gesehen werden. Das kleine Werk ist auch für den modernen Leser noch anregend und unterhaltsam. Trotz seiner Kürze ist Descartes' Discours eine der einflussreichsten Schriften der Philosophiegeschichte.
Edmund Husserl: Cartesianische Meditationen
Der Zugang zu Edmund Husserl und seinem Werk ist nicht einfach, aber ein Versuch ihn über seine 1931 auf Französisch und 1950 auf Deutsch veröffentlichten "Cartesianischen Meditationen", seinen Auseinandersetzungen mit Descartes, zu entdecken, könnte sich lohnen, denn imerhin ist Husserl einer der einflussreichsten Denker des vorigen Jahrhunderts und einer der wichtigsten Vertreter der modernen Philosophie.
Karl Popper: Logik der Forschung
Das erstmals 1934 erschienene Werk "Logik der Forschung" sicherte Karl Popper (1902-1994) einen Platz unter den massgeblichen Philosophen des 20. Jahrhunderts. Popper selbst zeichnete sich verantwotlich für die 1959 erschienene englische Ausgabe des Werks als "The Logic of Scientific Discovery", die ausserdem gegenüber der deutschen Erstausgabe von Popper neu verfasste Anhänge enthielt.
Betrand Russell: A History of Western Philosophy
Betrand Russells (1872-1970) 1945 erschienenes Werk "A History of Western Philosophy" ist selbst zu einem Klassiker der Philosophie geworden, denn kaum je wurden zweieinhalb tausend Jahre westliche Philosophiegeschichte auf derart angenehme Art und Weise zusammenhängend dargestellt und kommentiert. Das Werk wird immer wieder aufgelegt und wurde auch auf Deutsch übersetzt.