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Brustkrebs – von der Hoffnung zur Heilung.Brustkrebs – von der Hoffnung zur Heilung.
Die Brustkrebsforschung hat in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte gemacht. Es ist möglich geworden, Krebs präziser zu diagnostizieren und im weiteren Verlauf gezielter zu behandeln. Dank bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es heute für immer mehr Betroffene im Rahmen der Grundversorgung Hoffnung auf Heilung.
Nur wenig verfügbare Therapieoptionen bis in die 1970er-Jahre
Schon in der Antike wurde Brustkrebs beschrieben und galt während hunderter Jahre als unheilbar. Ende des 19. Jahrhunderts wurde schliesslich entdeckt, dass die Entfernung der Brust, die sogenannte Mastektomie, die Überlebenschance der Betroffenen verbessern kann. Die Entfernung in mehr oder weniger radikaler Form war bis in die 1970er-Jahre häufig die einzige Hoffnung für erkrankte Frauen. Obwohl die Operation – mittlerweile in etwa drei Vierteln der Fälle brusterhaltend – auch heute noch ein wichtiger Pfeiler ist, konnte das Spektrum der Behandlungsoptionen in den letzten Jahrzehnten massiv erweitert werden.
So werden Brustkrebspatientinnen seit den 1980er-Jahren mit Chemotherapien behandelt. Die dabei eingesetzten Zytostatika haben unterschiedliche Wirkmechanismen und sollen die weitere Teilung der Krebszellen verhindern oder diese gar abtöten. Auch die Strahlentherapie leistet einen Beitrag zur Bekämpfung des Mammakarzinoms.
Mit zwei Durchbrüchen zu einem starken Anstieg der Heilungsrate
Die Rolle von Hormonen bei Brustkrebserkrankungen wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts diskutiert. Das Augenmerk lag dabei insbesondere auf Östrogen, welches bereits relativ früh in Verdacht stand, das Wachstum von bestimmten Tumorarten zu fördern. Ein Durchbruch war jedoch die im Jahre 1960 gemachte Entdeckung, dass sich an bestimmten Brustkrebszellen Hormonrezeptoren befinden. Das erste gegen ein Hormon gerichtete Medikament kam schliesslich in den 1980er-Jahren auf den Markt. Mittlerweile sind verschiedene Arten von antihormonellen Therapien verfügbar. Diese sind von grosser Bedeutung, da etwa zwei Drittel aller Mammakarzinome Hormonrezeptor-positiv sind. Die breite Verfügbarkeit dieser Therapie konnte die Heilungsrate um ungefähr 30% steigern.1
In den 1980er-Jahren entdeckten Forschende schliesslich, dass bei rund einem Viertel aller Brustkrebspatientinnen eine sehr hohe Dichte an HER2-Rezeptoren in den Brustkrebszellen besteht. Es konnte nachgewiesen werden, dass diese Rezeptoren zu einem besonders aggressiven Tumorwachstum führen. Basierend auf dieser bahnbrechenden Entdeckung wurden erstmals zielgerichtete Krebsmedikamente entwickelt. Mittlerweile gibt es verschiedene Anti-HER2-Therapeutika. Heute gehört deren Anwendung bei HER2-positiven Patientinnen zur Standardtherapie und hat zu einer massiven Verbesserung der Lebensqualität geführt. Das Fortschreiten der Erkrankung kann deutlich verzögert und die Überlebenszeit verlängert werden.1, 2
Bestimmung der Tumoreigenschaften als neuer Standard
Die geschilderten Entdeckungen boten nicht nur neue Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen, die bisher nur geringe Hoffnung auf erfolgreiche Therapien hatten, sondern legten gleichzeitig den Grundstein für eine komplett neue Herangehensweise. Es ist heute Standard, dass bei allen Patientinnen eine Bestimmung der tumorbiologischen Eigenschaften erfolgt. Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs – Therapien können nur dann wirken, wenn der Tumor die entsprechenden Strukturen tatsächlich aufweist.3
Neben der verbesserten Früherkennung haben vor allem solche Meilensteine in der Forschung und Entwicklung dafür gesorgt, dass die Sterblichkeit von Brustkrebspatientinnen in den vergangenen drei Jahrzehnten um 50 Prozent gesenkt werden konnte:4
So werden nicht nur für immer mehr Arten von Brustkrebs in immer kürzeren Abständen wirksame Behandlungsmethoden gefunden, sondern es ist heute auch möglich, diese allen Patientinnen zur Verfügung zu stellen. Es ist zu erwarten, dass die nächsten Jahre weitere Innovationen hervorbringen, die rasch den Sprung in die Grundversorgung schaffen. Bereits heute sind fünf Jahre nach der Diagnose 87 Prozent aller Betroffenen noch am Leben.5 Dieser Anteil wird in Zukunft wohl weiter steigen und es werden zusätzliche Leben gerettet werden können.
Bei Brustkrebs handelt es sich um eine bösartige Gewebeveränderung in der Brust. Mit zuletzt jährlich 6300 Neuerkrankungen ist Brustkrebs in der Schweiz die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt ab dem Alter von 50 Jahren deutlich an.
Bei Verdacht auf eine bösartige Veränderung in der Brust wird in einem ersten Schritt eine Gewebeprobe angeordnet. Deren Resultat beziehungsweise die Tumoreigenschaften bestimmen die weitere Behandlung und geben einen Hinweis auf den Krankheitsverlauf und die Prognose.
Wenn Brustkrebs früh erkannt wird, sind die Heilungsaussichten heutzutage gut.