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Antony McCarten
Jess Podorowski, Tom Shrift und 38 weitere Personen nehmen an einem merkwürdigen Wettbewerb teil: der gerissene Autohändler Hatch Back verspricht demjenigen einen Luxuswagen als ersten Preis, der am längsten eine Hand am Nobelfahrzeug halten kann. Von dem Versuch, ins Guinessbuch der Rekorde zu gelangen verspricht er sich Werbung, die den bevorstehenden Konkurs seines Autohauses abwenden könnte.
Genau so egoistisch wie Hatchs Absichten, so unterschiedlich sind die Motivation der vierzig Wettbewerbsteilnehmenden. Finanzielle Unterstützung, Selbstwert finden, die eigenen Grenzen auslotsen oder im Fall von Jess, der alleinerziehenden Mutter einer behinderten Tochter, den Gewinn eines Familienwagens, der ermöglichen würde, den Rollstuhl der Tochter aufzunehmen. Alle zwei Stunden fünf Minuten Pause und wer die Hand vom Auto nimmt ist draussen, so lauten die harten Bedingungen. Ein Zermürbungskrieg beginnt. Zu Nähe verdammt, tauschen sich die Teilnehmenden aus, tricksen sich aus. Sonne, Hitze Regen machen allen zu schaffen. Einer nach dem andern fällt aus dem Rennen, bis zuletzt, nach fünf Tagen, der Gewinner feststeht.
Doch geht die Rechung auf? Welcher Preis muss bezahlt werden für einen fragwürdigen Gewinn?
Antony McCarten zeichnet beklemmende Schicksale auf, verrückte Charaktere, getrieben von Verzweiflung und falschen Ehrgeiz. Soll man lachen oder erschrecken bei der Lektüre dieses Romans, der in der Komposition stark an den Tanzmarathon in Sydney Pollacks Film „They shoot horses, don’t they" (Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss, 1969) mit Jane Fonda erinnert.
Peter Maibach (2009)
Buchinformationen
Hand aufs Herz
Antony McCarten
320 Seiten
Diogenes
ISBN 978 3 257 86187 7