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Die brasilianischen Familien Moreira Salles, Villela, Setúbal und Sousa Aranha kontrollieren die Itaú Unibanco, die derzeit grösste lateinamerikanische Bank. Die Bank ist inzwischen weltweit aktiv, aber konzentriert sich hauptsächlich auf südamerikanische Länder. Derzeit sind die Familien Moreira Salles, Villela und Setúbal im Vorstand der Bank vertreten.
Villela und Setúbal sind mit der Sousa Aranha Familie verwandt. Zusammen kontrollieren sie Itaúsa, eines der grössten Unternehmen Brasiliens. Die Moreira Salles Familie kontrolliert über ihr Bergbauunternehmen CBMM den grössten Teil der weltweiten Niobproduktion.
2014 wurde das Vermögen der Moreira Salles Familie auf 12,4 Milliarden US-Dollar geschätzt, das Vermögen der Villela Familie auf 5 Milliarden und das der Setubal Familie auf 3,3 Milliarden. Sie gehören damit zu den reichsten Familien Brasiliens. (Quelle)
Die Itaú Unibanco entstand 2008 aus einer Fusion der brasilianischen Banken Unibanco und Banco Itaú. Die Unibanco war 1924 von der Moreira Salles Familie gegründet worden.
Moreira Salles Familie
Der Bankenchef Walther Moreira Salles (1912-2001) war brasilianischer Finanzminister und Botschafter in den USA. Er war ein Freund von Nelson und David Rockefeller. Die beiden kamen aus der Rockefeller Familie, eine der mächtigsten Familien der USA. Walther Moreira Salles und David Rockefeller wurden zu einem Abendessen in der New Yorker Wohnung des Italieners Giovanni Agnelli eingeladen. (Quelle) Die Agnelli Familie ist die mächtigste Familie der italienischen Wirtschaftselite.
Antonio Moreira Salles nahm 2009 an einem Treffen teil, bei dem die reichsten Lateinamerikaner zusammenkamen. Darunter waren auch Carlos Slim (Mexiko), Joao Roberto Marinho (Brasilien), Andrónico Luksic (Chile) und Paolo Rocca (Argentinien). (Quelle)
1967 fusionierte die Unibanco mit der Banco Agrícola Mercantil, ebenfalls eine brasilianische Bank. Zu den Mitgründern der Agrícola Mercantil gehörte Theodor Amstad. Der brasilianische Pfarrer war aus der Schweiz eingewandert. Er war Mitglied des Jesuitenordens. (Quelle) Der Jesuitenorden besteht seit 480 Jahren und steht im Dienste des Papstes. Der Vatikan hatte seit Beginn der Kolonialisierung viel Einfluss in Südamerika. Nirgendwo sonst ist die katholische Kirche auch heute noch so einflussreich wie in Lateinamerika. Der Jesuitenorden hatte früher in Argentinien und Paraguay sogar eine Art eigenen Staat errichtet. (Quelle)
Pedro Moreira Salles (*1959) ist derzeit Vorsitzender der heutigen Itaú Unibanco. Er und sein Bruder Walter Junior studierten an der „Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro“ (Quelle: 1 und 2). Die Universität wurde 1940 vom Jesuitenorden gegründet (Quelle). Der Vatikan ist mit vielen katholischen Universitäten in Südamerika vernetzt.
Seit 1965 besitzt die Moreira Salles Familie das Bergbauunternehmen „Companhia Brasileira de Metalurgia e Mineração“ (CBMM). Bis 2013 kontrollierte CBMM 85 Prozent der weltweiten Niobproduktion (Quelle). Etwa 98 Prozent der weltweit bekannten Niobreserven befinden sich in Brasilien (Quelle). Niob ist ein chemisches Element, das für verschieden Dinge verwendet werden kann. Mit Niob wird Stahl verstärkt und es wird vor allem in der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie eingesetzt. Niob gilt daher als strategisch wertvolles Metall (Quelle).
2008 fusionierte die Unibanco mit der Banco Itaú zur heutigen Itaú Unibanco. Die Banco Itaú war 1945 von der Sousa Aranha Familie gegründet worden.
Sousa Aranha Familie
Die Banco Itaú wurde 1945 von Alfredo de Sousa Aranha (1894-1961) gegründet. Seine Familie und Verwandtschaft waren Teil der politischen Elite des Kaiserreichs Brasilien und mehrere wurden von der Kaiserfamilie in den Adel aufgenommen (Quelle). Bis 1822 war Brasilien eine portugiesische Kolonie und wurde von der Königsfamilie Portugals (Haus Braganza) kontrolliert. Auch nach der „Unabhängigkeit“ stellte das Haus Braganza noch bis 1889 die brasilianische Kaiserfamilie. Auch nach Abschaffung der Monarchie brachte die Sousa Aranha Familie Politiker hervor, wovon Osvaldo Aranha (1894-1960) der bekannteste wäre.
Die Schwester von Alfredo de Sousa Aranha heiratete den Rechtsanwalt und Journalisten Paulo Setúbal (1893-1937) und seine Tochter heiratete den Bankier Eudoro Libânio Villela (1907-2001). Die Familien Setúbal und Villela übernahmen die Führung der Banco Itaú, während die Sousa Aranha Familie und ihre adligen Freunde sich in den Hintergrund zurückzogen.
Setúbal und Villela Familie
Olavo Setúbal (1923-2008) war Bürgermeister von São Paulo, Aussenminister und Vorsitzender der Banco Itaú.
Roberto Setubal (*1954) war Präsident der Itaú Unibanco. Er ist derzeit im Internationalen Beratungskomitee der New Yorker Abteilung der US-amerikanischen Zentralbank FED (Stand: 7.6.2022). Er und Ricardo Villela Marino (*1974) sind derzeit Mitglied des Weltwirtschaftsforums (WEF). Die Itaú Unibanco ist Partner des WEF.
Die Familien Setúbal und Vilella sind Hauptaktionär des Mischkonzerns Itaúsa, eines der grössten brasilianischen Unternehmen. Itaúsa hält Anteile an mehreren Unternehmen, die in den Bereichen Bekleidung, Sanitärtechnik, Flüssig- und Erdgas aktiv sind. Itaúsa kontrolliert derzeit über Beteiligungen indirekt mehr als 45 Prozent der Anteile an der Grossbank Itaú Unibanco. Der Vorstand von Itaúsa wird bis heute von den Familien Setúbal und Villela geführt.
Maria de Lourdes Egydio Villela (*1943) war im Vorstand von Itaúsa. Sie studierte an der Päpstlichen Katholischen Universität von São Paulo (Quelle).
Derzeit ist Candido Botelho Bracher (*1958) Präsident und CEO der Itaú Unibanco. Sein Vater war Präsident der brasilianischen Zentralbank. Sein Ururgrossvater war der Graf Antônio Carlos de Arruda Botelho (1827-1901), der wie viele brasilianische Adlige durch Kaffeeplantagen zu Wohlstand kam.
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.