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Dies erzeugte gehörigen Druck für das anstehende, dritte Album «III Sides To Every Story», das 1992 erschien und dem übermächtigen Vorgänger nicht mehr Paroli bieten konnte. Der Anfang vor dem ersten Ende bahnte sich dann überraschend schnell an, denn 1995 markierte nicht nur die Veröffentlichung des vierten Longplayers «Waiting For The Punchline», sondern gleichzeitig die erste Auflösung der Band. Etwas später (1998) beerbte Frontmann Gary Cherone bekanntlich den scheidenden Sammy Hagar bei Van Halen, was sich jedoch auf der ganzen Linie als veritabler Rohrkrepierer entpuppte. Es sollte darauf 2004 werden, bis die Truppe wieder unter dem Banner "Extreme" Konzerte bestritt. 2006 und 2007 folgten weitere, einzelne Auftritte und 2008 schliesslich das fünfte Langeisen «Saudades De Rock», das jedoch ebenso keine Stricke mehr zu zerreissen vermochte und chartmässig entsprechend unterging.
Drei Konzerte in Deutschland im Sommer 2014 blieben das letzte Lebenszeichen in unseren Breitengraden. Deshalb ist der Release des sechsten full-lenght Albums mit dem schlüssigen Titel «Six» eigentlich eher überraschend erfolgt und liess den hartgesottenen Kern der Die-hard Fans frohlocken wie hinterfragen, wie die einstige Kult-Combo aktuell wohl klingen möge. Neben Gary ist nach wie vor Edel-Gitarrist Nuno Bettencourt mit von der Partie, ergänzt um die Rhythm-Section mit Pat Badger (b) und Kevin Figueiredo (d), Letztere zwei seit 2008 gemeinsam mit an Bord. Der tanzbare Opener «Rise» bringt dann gleich mal die Decke zum Vibrieren und könnte einen künftigen Live-Knaller abgeben. Nicht minder "lärmig" gebärdet sich «#Rebel» und zeigt Mr. Cherone (bald einmal 62 Jahre alt) in jugendlicher Frische. «Banshee» lässt ebenso nichts anbrennen, inklusive einem kurzen wie flinken Solo von Flitzefinger Nuno.
Der Einstieg in den ersten, groovigen Viertel von «Six» kann somit als überaus gelungen bezeichnet werden. «Other Side Of The Rainbow» empfiehlt sich derweil als wunderbare (Halb-) Ballade mit Akustik- wie E-Gitarre und Top-Vocals. Eine herrliche Nummer, wo sich «Small Town Beautiful» in gleicher Manier daran anschliessen kann. Mit «The Mark» kehrt das rockige Element zurück, während «Thicker Than Blood» und «X-Out» funkig-rappig den früheren Jahren huldigen. Der Rest bringt nochmals Balladeskes hervor, und «Beautiful Girl» tanzt (mit flottem Reggae-Rhythmus) jedoch eher aus der Reihe und hätte auch weggelassen werden können. Unter dem Strich kriegen die Fans der Amis aber weitgehend überzeugende Kost geboten, auch wenn der Hit-Faktor heuer keine tragende Rolle mehr einnimmt. Im Hinblick auf die Festival-Saison 2024 könnten sich Extreme allerdings als heimliches Highlight heraus stellen.
Rockslave