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Beatrice Berrut
Beatrice Berrut © Aline Fournier
Beatrice Berrut © Aline Fournier
Beatrice Berrut © Aline Fournier
Trio Saint Exupéry © Aline Fournier
Beatrice Berrut
Zwischen Himmel und Erde
Beatrice Berrut ist 1985 in Monthey geboren. Im Alter von neun Jahren begann sie mit dem Klavierspiel. Ihre Studien absolvierte sie in den Konservatorien Sitten und Lausanne. Anschliessend wurde sie von der Heinrich Neuhaus Fondation in Zürich aufgenommen und von der renommierten Pianistin Esther Yellin unterrichtet. 2010 erhielt sie das Diplom an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin, wo sie während fünf Jahren Schülerin von Galina Iwanzowa war. Im selben Jahr erhielt sie auch den mehrjährigen Unterstützungsbeitrag MusikPro des Kantons Wallis. Seit 2012 perfektioniert sie ihr Können in einer Klasse von John O’Conor in Dublin. Als passionierte Fliegerin bereitet sie sich zudem auf die private Pilotenlizenz vor.
Beatrice Berrut konnte von vielen musikalischen Begegnungen profitieren. Drei Personen haben ihre Karriere besonders geprägt: Itzhak Perlman, einer der bekanntesten Violonisten des 21. Jahrhunderts. Mit ihm spielte sie das Schumann Quintett im August 2011 in Hamptons (NY). Der israelisch-amerikanische Musiker beindruckte sie durch sein grosses musikalisches Engagement und seine Grosszügigkeit gegenüber der Jugend. Beatrice Berrut wurde auch von der russischen Professorin Galina Iwanzowa in Berlin geprägt. Über sie sagt Berrut, dass Iwanzowa ihr Klavierspiel entscheidend gestaltet hat. Sie bewundert ihre Hingabe an die Schüler. Beatrice Berrut ist glücklich mit John O’Conor zu arbeiten, den sie sehr inspirierend findet.
Die Pianistin aus Monthey reiste vor kurzem nach Paris zu Dreharbeiten zur Sendung Les Salons de Musique von Arte Live Web. Die Ausstrahlung ist für April 2013 vorgesehen. Sie spielt Solowerke und Kammermusik mit dem Trio Saint-Exupéry, dem auch die französische Cellistin Cammille Thomas und der belgische Violonist Lorenzo Gatto angehören. In diesem Sommer wird Beatrice Berrut zwei Konzerte mit dem Orchester du Festival des Variations musicales de Tannay (Orchestre de la Suisse Romand) spielen. 2014 wird als das Jahr ihrer ersten künstlerischen Asien-Schritte in ihren Lebenslauf eingehen. Sie wird dabei von einer Agentur begleitet, die eine Tournee in den grössten Konzertsälen Chinas plant.
Die Künstlerin gibt am 1. März 2013 in Sitten und am 17. März in Brig ein Konzert. Anschliessend reist sie nach Brüssel, Bonn und Tel Aviv und wird erst wieder im Dezember 2013 für ein Konzert in der Fondation Gianadda in Martinach im Wallis zu sehen und zu hören sein.
Kontakt
Les Salons de Musique : Beatrice Berrut invite Lorenzo Gatto et Camille Thomas
Elf Fragen – elf Antworten
Was war Ihr erster Gedanke heute Morgen?
Ich habe gedacht, dass ich mich beeilen muss, um eine schöne Skitour zu machen.
Was wollten Sie als Kind werden?
Ich durchlief verschiedene Etappen. Bald einmal verankerte sich jedoch der Gedanke Konzertpianistin zu werden in meinem Kopf und ab dem Alter von 12 Jahren wollte ich nichts mehr anderes werden.
Was sind Sie geworden?
Ich hatte das Glück meinem Traum folgen zu können und meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Jetzt kann ich mich täglich dem Klavierspiel widmen.
Beeinflusst Ihr alltägliches Leben ihre Kunst?
Mein alltägliches Leben überschneidet sich mit meinem Leben als Künstlerin, da ich meine Tage vor dem Klavier verbringe. Manchmal ist es jedoch wichtig, ein wenig Distanz zu nehmen, damit auch wieder starke Erlebnisse aus dem Leben in die Kunst einfliessen können. So widme ich mich auch mit grosser Begeisterung der Fliegerei und Skitouren und ich interessiere mich für schottische Single Malt Whiskys. Meine Reisen haben mir erlaubt eine schöne Sammlung anzulegen. Abends denke ich mir dann geheimnisvolle Geschichten aus, von denen die Single Malts erzählen könnten. Ich mag es, die Single Malt Whiskys mit geschlossenen Augen einem Komponisten zuzuordnen. Ich projiziere mich dann in die verschiedenen Welten der Single Malts so wie ich mich in die unterschiedlichen Welten der Komponisten hineinversetze.
Hat Sie das Wallis als Künstler/in geprägt?
Das Wallis durchdringt meine ganze Persönlichkeit. Bei allen Reisen ins Ausland trage ich das Wallis in mir. Während meinen fernen Aufenthalten entwickeln sich die Eindrücke zu einem Bild eines gelobten Lands. Ich fühle mich extrem verbunden und ich fühle mich nie so vollständig wie in der Nähe der Berge.
Welche Gedichtzeilen kennen Sie auswendig?
Sous le pont Mirabeau coule la Seine
Et nos Amours
Faut-il qu’il m’en souvienne
La joie venait toujours après la peine
Vienne la nuit sonne l’heure
Les jours s’en vont je demeure
Guillaume Apollinaire, Alcools, nach meinem Geschmack die schönste Gedichtsammlung aller Zeiten.
Sind Sie Tag- oder Nachtträumer?
Ich bin eine Nachtträumerin. Ich mag den Moment, indem sich die Nacht ausbreitet und ich Quartier beziehe im spannendsten Moment meines Tages, in dem ich für niemanden erreichbar bin, in dem Stille herrscht oder nur manchmal ein Geräusch eines Flugzeugs zu hören ist, das uns erraten lässt, dass sich ein Flugzeug hoch über dem Rhonetal zwischen den Sternen befindet. Es ist auch der Moment, in dem ich Brahms und Schumann gegen Stevie Ray Vaughan oder Luther Allison tausche.
Wofür haben Sie nie Zeit?
Für verschiedene Aufgaben im Haushalt und um Weihnachtskarten zu schreiben.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, würden Sie?
Eines Tages eine Boeing 747 fliegen. Völlig unmöglich. Aber genau das macht diesen Gedanken so reizvoll.
Welche Frage würden Sie gerne beantworten?
Ihr Fragenkatalog ist so gut gemacht, dass sich alle weiteren Fragen erübrigen.
Berufliches
Berufsbezeichnung
Konzertpianistin
Ausbildung
Hochschule für Musik Hanns Eisler de Berlin,
Royal Irish Academy of Music
Stichworte zum Kulturschaffen
Klassische Konzertpianistin
Muttersprache
Französisch
Weitere Sprachen
Deutsch, Englisch und ein bisschen Hebräisch und Italienisch
Geburtsjahr
1985
Erschienen: März 2013
Text: Marlène Mauris
Fotos: © Aline Fournier