Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03107.jsonl.gz/529

Dass die Gelbbauchunke schon im ersten Jahr im Rietli gesichtet wurde, ist ein besonderes Highlight. In der Schweiz hat sie im letzten Vierteljahrhundert einen starken Bestandesrückgang erlitten. Die wichtigsten Ursachen für den Verlust von Lebensräumen der Unken sind die Trockenlegung von Feuchtgebieten, die Verbauung von Flüssen, die Technisierung der Landwirtschaft und der Bauindustrie sowie die Ausräumung von Randstrukturen und Brachland.
Die Gelbbauchunke ist europaweit „streng geschützt“ und steht weit oben auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.
Zur Förderung von Gelbbauchunken im Kulturland sind wieder vermehrt sonnige, ständig offen gehaltene Feuchtstellen mit temporären Kleingewässern sowie versteckreiche, feuchte Krautfluren und Gehölze anzubieten.
Das Rietli, vorab die geplante Etappe 3, bietet für die Gelbbauchunke idealste Lebensbedingungen.
Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) wird kaum 5 cm gross, hat einen ovalförmigen Körper und eine stark warzige Haut. Mit ihrer lehmbraunen Rückenfärbung ist sie in ihrer typischen Umgebung hervorragend getarnt. Unverwechselbar ist der gelb und schwarz bis bläulich gemusterte Bauch, der eine individuelle Erkennung erlaubt.
Das Ablaichen beginnt im April / Mai. Die Eier werden einzeln oder als kleine Klumpen im flachen Wasser an Pflanzen, Zweige oder direkt auf den Gewässerboden geklebt. Meistens sind die Eier oberflächlich getrübt.
Zu verwechseln sind ausgewachsene Tiere und Kaulquappen mit der verwandten Geburtshelferkröte.
Der Paarungsruf der Männchen ist ein leises, regelmässiges «uh – uh – uh», den sie oft frei auf der Wasseroberfläche schwimmend ausstossen.
Gelbbauchunke | Bombina variegata – RufAudio: Krey, Winfried
© Tierstimmenarchiv – Museum für Naturkunde
Aufnahmedetails
Fotos Rainer Kühnis