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Die UBS-Rettung hat sich für die SNB zur Wundertüte entwickelt. So mussten sich die Nationalbanker auch um einen Hotelkomplex in Florida kümmern. Sie taten es mit Erfolg.
Im Zuge der UBS-Rettung durch die Übernahme des Schrottportfolios der Grossbank ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) sogar zur Besitzerin eines vergammelten Hotels in Florida geworden. Im UBS-Portfolio befand sich unter anderem auch ein Hotel-Immobilienkredit.
Durch die Zwangsvollstreckung im Jahre 2009 habe der Stabilisierungsfonds das Hotel übernommen, sagte Stabilisierungsfonds-Leiter Marcel Zimmermann vor den Medien in Zürich. Ein Hotel werfe aber nur Geld ab, wenn es offenbleibe und Gäste empfangen könne. Durch die Übernahme habe sich der Stabilisierungsfonds auch darum gekümmert.
Das Hotel habe sich in einem sehr schlechten Zustand befunden. Ein Teil der Zimmer sei von Schimmel befallen gewesen. «Das Hotel hatte furchtbare Noten auf der Bewertungsseite Tripadvisor», sagte Zimmermann. «Wir haben dann zusätzliches Geld investiert, um das Hotel wieder auf Vordermann zu bringen.» Die Zimmer seien saniert worden.
Man habe den Turnaround geschafft. Ab 2012 habe das Hotel wieder Geld abgeworfen. Vor drei Monaten habe der Stabilitätsfonds das Hotel verkauft. Durch die Zusatzinvestitionen habe man deutlich weniger Verlust erlitten, als wenn man das Hotel unmittelbar nach der Zwangsvollstreckung im Jahre 2009 verkauft hätte, sagte Zimmermann.
Abwarten lohnt sich
Beim Sears/Willis-Tower in Chicago, dem zweithöchsten Wolkenkratzer in USA, habe sich das Abwarten gelohnt. Der Stabilitätsfonds habe den Kredit mit einem kleinen Abschlag zum Nennwert übernommen und zu einem höheren Preis wieder verkauft. Über die ganze Zeit habe der Kredit einen Zins von 6,3 Prozent abgeworfen, sagte Zimmermann.
Knapp die Hälfte des Schrottportfolios der UBS im Volumen von 38,7 Milliarden Dollar habe Wohnimmobilien als Sicherheiten gehabt, erklärte SNB-Präsident Thomas Jordan. 27 Prozent seien mit Gewerbeimmobilien besichert gewesen und der Rest (28 Prozent) verteilte sich unter anderem auf Kreditkarten, Studentendarlehen oder Flugzeugleasing.
Zwei Drittel des Portfolios hätten Wertpapiere ausgemacht, sagte Jordan. Knapp ein Viertel seien Derivate und 13 Prozent Kredite gewesen. Das Kreditportfolio habe aus circa 6000 Wohnhypotheken in den USA, Grossbritannien und Spanien bestanden, sagte Zimmermann. Zudem habe es 119 Gewerbehypotheken in den USA, Japan und der EU enthalten und 1 Studentenkreditportfolio mit rund 37'000 Studentenkrediten.
Mittlerweile hat der Stabilitätsfonds praktisch das ganze Ramschportfolio verkauft. Ende September enthielt der Stabilitätsfonds praktisch nur liquide Mittel. Die unverkauften Aktive machten lediglich noch einen Marktwert von 2 Millionen Dollar aus.
(sda/tke/aho)