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Ascan Breuer
Österreich, 40 min
Es war einmal der Geist eines Tigers, der ein Haus auf der Insel Java beschützte. Dort war Ascan Breuers Mutter aufgewachsen, bevor der Unabhängigkeitskrieg und der darauf folgende Bürgerkrieg die Familie chinesischer Herkunft in alle Winde zerstreute. Um seine asiatischen Wurzeln wiederzufinden, tritt Breuer eine Initiationsreise zum Haus seiner Vorfahren an, das von einem entfernten Verwandten gehütet wird. Den «Geist des Tigers», hat er nicht gesehen, doch hin und wieder taucht ein alter Mann auf, beim Mangobaum im Innenhof ... Und dieser Dieb, der eines Nachts einbrach, den Ausgang nicht mehr fand und vor Ort übernachtete ... Ein falscher ethnografischer Film, aber eine echte Identitätssuche, die sich in den Grenzen des einheimischen Glaubens und der zeitgenössischen Geschichte Javas abspielt. Ohne zu zögern bedient sich Riding My Tiger halluzinierter Trugbilder, wenn der Filmemacher ein Schattentheater aufführen lässt, in dem sich die Fratzen von Marionetten mit filmischem Archivmaterial vermischen, um an das Schicksal der Familie mütterlicherseits zu erinnern, das sie mit der chinesischen Minderheit Indonesiens teilt, die Mitte der 1960er-Jahre buchstäblich ausgelöscht wurde.
Emmanuel Chicon