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Die Bertelsmann Stiftung will eine Ratingatentur für Staaten als Gegenmodell zu den umstrittenen privaten Finanz-Ratingagenturen entwickeln. Dazu werde eine internationale Expertengruppe in den kommenden Monaten Vorschläge ausarbeiten, kündigte die Stiftung an.
Diese Ratingagentur ohne Profitinteressen solle sich ausschliesslich auf die Bewertung von Staaten konzentrieren. «Die Eurokrise hat gezeigt, dass die bestehenden Ratingagenturen Akzeptanzdefizite aufweisen», erklärte Stiftungsvorstand Gunter Thielen.
«Den Agenturen mangelt es an Legitimität und Transparenz, und ihre Kriterien zur Bewertung von Ländern sind zu eng gefasst», kritisierte Thielen. Darum müsse diese unabhängige Ratingagentur als «Non-Profit-Institution» operieren. Ein erster Entwurf des Konzepts soll im Frühjahr 2012 in Washington vorgestellt werden.
Ergänzung zu den bestehenden Ratingagenturen
An dem Entwurf sollen auch externe Partner von sogenannten Think Tanks in den USA und Europa mitarbeiten, kündigte Projektleiterin Sabine Donner an. Einer der Schwerpunkte werde die Frage sein, wie die Agentur aufgebaut ist und wer sie finanziert.
Die angewandten Kriterien müssten «nicht nur die finanz- und wirtschaftspolitischen Realitäten abbilden, sondern auch das politische Management eines Landes und seine Durchsetzungsfähigkeit bei Reformprozessen», forderte Thielen.
Die angestrebte Einrichtung solle eine Ergänzung zu den bestehenden Ratingagenturen sein. Als Voraussetzung müssten die politischen Entscheidungsträger in Europa und den USA gemeinsam den Bedarf für eine neue umfassende Bewertung von Ländern erkennen.
(tno/sda)