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Als grösste Ruine im Kanton Bern, zugleich aber auch wegen ihrer Lage auf einem jäh zur Sense abfallenden Sandsteinfelsen, ist die Grasburg seit langem Ziel erholungssuchender Ausflügler und auf geeignete « Räuberlis »-Spielplätze erpichter Schüler- und Pfadfinderscharen. Ihre trutzigen Mauerreste sind heute freilich teilweise vom Einsturz bedroht, und das Herumklettern auf ihnen ist nicht ungefährlich.
Ci-dessous quelques photos d'une maquette exposée au musée historique de Berne:
So viel man von dieser Burg aus ihrer savoyischen Periode im 14. Jahrhundert auch weiss, so wenig ist über ihre Anfänge bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Rodungsanlage aus hochburgundischer Zeit, die zugleich auch einen Verkehrsweg zu bewachen hatte. Um die Jahrtausendwende ist von einem Reginfrid geheissenen Gefolgsmann König Rudolfs III die rede, der den Siedlungsausbau im vorher waldbestandenen Schwarzenburgerland förderte. Im 10. und 11. Jahrhundert wurde offenbar die Route aus dem Üechtland nach Thun aufgewertet, was auch aus der Gründung des Cluniazenserpriorats Rüeggisberg (nach 1070) hervorgeht. Die tiefe Senseschlucht überquerte man im Vorfeld der Grasburg. Diese erscheint erst nach dem Aussterben der Zähringer in den Urkunden, nun als Mittelpunkt einer grösseren Herrschaft, nämlich des Schwarzenburgerlandes mit Einschluss eines Brückenkopfs westlich der Sense, des ja auch heute bernischen Albligen. Vermutlichen hatten die Zähringer die Anlage als Eckpfeiler ihres im Rektorat Burgund sich ausweitenden Territorialgebiets ausgebaut. Nach 1218 wurde die Grasburg unter den Hohenstaufen zur Reichsburg erhoben und von einem Dienstmannengeschlecht, den Herren von Grasburg, bewohnt. Aus jener Zeit stammen wahrscheinlich die ältesten noch bestehenden Mauerteile mit ihren Sandstein- und Buckelquadern.
Währen der kaiserlosen Zeit (etwa 1250-1273) wurde die Grasburg zum Zankapfel verschiedener expandierender Fürstenhäuser, der Grafen von Kyburg, von Savoyen und von Habsburg. Rudolf von Habsburg behauptete schliesslich die Festung und vertraute sie einem üechtländischen Adligen, Ulrich von Baggenberg, als Ministerialen an, überliess sie aber nach seiner Wahl zum König 1273 wieder dem Reich. 1310 gelangten als Folge einer Pfändung die Savoyer in ihren Besitz. Bis 1423 liessen sie die Grasburg und die zugehörende Herrschaft von Kastellanen verwalten. Dank Aufzeichnungen und Abrechnungen sind wir über das bauliche geschehen und manche Einzelheiten vom Leben auf dem Schloss vorzüglich informiert. So wissen wir aus den Akten und nicht bloss aus den Ruinenresten über die Gliederung der Burg trefflich Bescheid. Die von einem Bergfried gekrönte Hauptanlage mit dem Ritterhaus lag im Westen, auf dem Felsvorsprung des Bergsporns. Starke Befestigungen trennten sie vom grossen Burghof und der durch einen tiefen Grabeneinschnitt vom rückwärtigen Hügelgebiet geschiedenen Vorburg.
Die Herrschaft Grasburg gelangte 1423 durch Verkauf an die Städte Bern und Freiburg. Mit Ausnahme der Jahre 1447 und 1754 verwalteten diese das Schwarzenburgerland gemeinsam bis 1798, Der Sitz der Landvogtei befand sich zuerst weiterhin auf der Feste über der Sense, technisch verbessert und nach den Burgunderkriegen in ihrem vorderen teil durch eine Schildmauer zusätzlich geschützt. Die sehr ausgedehnte, der Länge nach über 182 Meter sich erstreckende Anlage zu pflegen, zu unterhalten und zu bewohnen, wurde aber mehr und mehr zur Mühsal. 1572 wurde deshalb die Verwaltung nach Schwarzenburg verlegt und dort, zu einem guten teil aus Abbruchmaterial des alten Schlosses, ein neues im Stil der Zeit gebaut. Die Grasburg zerfiel. Trotz wiederholten Teilrestaurierungen ist sie heute äusserst sicherungsbedürftig. Sie gehört seit 1894 der Stadt Bern, die eine umfassende Sanierung vorbereitet.
Bibliographie