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Bangladesch ist eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit einer Wirtschaft, die in den letzten Jahren auf solidem Wachstumskurs gewesen ist und zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften gehört. Bedingt durch seine geografische Lage ist Bangladesch jedoch auch eines der am meisten von Natur-katastrophen betroffenen Länder. Insbesondere der Süden , wo die meisten in Armut lebenden Menschen in der Agrarwirtschaft arbeiten, ist regelmässig von tropischen Wirbelstürmen, Flutkatastrophen, Überschwemmungen, Tornados und Erdbeben betroffen, was die Existenzgrundlage der Menschen massiv bedroht. Diese Naturkatastrophen verstärken sich durch den schleichenden Klimawandel, der Bangladesch überdurchschnittlich hart trifft.
Die Covid-19-Pandemie hat zudem tiefgreifende Wirkung auf Bangladesch gezeitigt. Zusätzlich zu den Auswirkungen auf die Gesundheit verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum und die Armut nahm zu. Durch die Pandemie reduzierte sich die Erwerbsbeteiligung von Frauen und erhebliche Lernverluste der jüngeren Generationen sind zu verzeichnen, was sich perspektivisch nachteilig auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken kann.
Nach offiziellen Statistiken lebt rund jeder zehnte Mensch in Bangladesch mit einer Behinderung. Das entspricht etwa 16 Millionen Menschen. Nach Angaben der Regierung sind circa zwei Millionen Menschen mit Behinderungen offiziell registriert und erhalten sehr geringe staatliche Sozialleistungen. Damit gehört Bangladesch weltweit zu den Ländern mit den tiefsten öffentlichen Ausgaben für Sozialprogramme für Menschen mit Behinderungen.
Die Diskriminierung, Ausgrenzung und Vernachlässigung von Menschen mit Behinderungen ist in Bangladesch nach wie vor weit verbreitet. Frauen mit Behinderungen sind dabei besonders häufig betroffen. Oft ist es nicht die Beeinträchtigung selbst, welche die Menschen ausgrenzt, sondern die öffentliche Einstellung und Umweltfaktoren. Negative Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen und ihre fehlende Inklusion beruhen in der Regel auf einem unzureichenden Verständnis von Behinderung, auf Vorurteilen und Unwissenheit. Eine Behinderung wird oft als Fluch und Schande für die Familie angesehen. Es wird nur wenig getan, auf Gemeindeebene das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen und ihre Rechte zu schärfen. Die Diskriminierung findet in allen Lebensbereichen, das heisst in der Familie, der Gemeinschaft, der Schule und am Arbeitsplatz statt.
Die Arbeit von lokalen Selbsthilfeorganisationen und Organisationen von Menschen mit Behinderungen nimmt eine bedeutende Rolle ein: Neben einer verbesserten Akzeptanz der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen treten sie insbesondere für bessere staatliche Leistungen und Programme für Menschen mit Behinderungen ein und nehmen verstärkt Einfluss auf politische Entscheidungsträgerinnen und -träger.
Fläche: 148'460 km²
Bevölkerung: 164,1 Mio.
BIP pro Kopf: 1’969 USD (CH: 86'602 USD)
Bevölkerungsanteil unterhalb nationaler Armutsgrenze: 24,3% (CH: 8,7%)
Lebenserwartung: 74,4 Jahre (CH: 83 Jahre)
Lese- und Schreibfähigkeit: 74,7% der Bevölkerung über 15 Jahren
Ärztedichte: 0,58 pro 1’000 Einwohner (CH: 4,3)
Entwicklungsindex: 133. Rang von 189 Ländern
Die CBM stärkt in Bangladesch die öffentliche augenmedizinische Gesundheits-versorgung, mit spezifischem Fokus auf Menschen mit Behinderungen und Frauen. Alle Projekte umfassen zudem eine Advocacy-Komponente. Lokale Selbsthilfeorganisationen und Organisationen von Menschen mit Behinderungen werden gefördert und unterstützt, um sich für die Rechte und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen – auf allen Ebenen – einzusetzen.
Aktuell und in den vergangenen Jahren hat sich die CBM Schweiz durch verschiedene Projekte im Bereich Nothilfe engagiert, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen und die Not betroffener Menschen zu lindern.
Arbeitsfeld: Inklusive Augengesundheit
Gemeinsam mit einem einheimischen Partner und Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen engagiert sich die CBM für einen besseren Zugang zu augenmedizinischen Leistungen und die konsequente Umsetzung von bereits initiierten Vorgaben durch die Regierung.
Arbeitsfeld: Humanitäre Hilfe
Die CBM leistet bei Naturkatastrophen in Bangladesch regelmässig humanitäre Hilfe. Zuletzt wurden nach dem Wirbelsturm Amphan Haushalte in der Region Khulna sowie Haushalte in von Covid-19 stark betroffenen Stadtteilen in der Hauptstadt Dhaka mit Geldzahlungen (Cash Transfers) und psychosozialer Beratung unterstützt.
Im Rohingya-Flüchtlingslager in Cox’s Bazar hat die CBM bis 2020 einen Gesundheitsposten betrieben sowie medizinische Hilfe und Rehabilitationsdienste geleistet. 2018 wurde dieses Projekt ein Jahr lang von der Glückskette mitfinanziert.
CBM-Landesbüro Bangladesch
Das CBM-Landesbüro wurde 2006 in Dhaka gegründet und hat derzeit zwölf Mitarbeitende und einen Landesdirektor. Im humanitären Team zur Unterstützung von Rohingya-Flüchtlingen arbeiten weitere acht Mitarbeitende.
Die von der CBM finanzierten Projekte werden mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Organisationen von Menschen mit Behinderungen durchgeführt.
Partnerorganisation
- Center for Disability and Development (CDD), eine Nichtregierungsorganisation, welche sich für eine inklusive Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen einsetzt und unter anderem im Bereich Nothilfe tätig ist.
Unterstützen Sie unser Landesprogramm in Bangladesch und ermöglichen Sie so ganzheitliche Hilfe.