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Quelle: Tele 1
Die Stadtregierung äusserte sich am Montag zu zwei Vorstössen der SP-Fraktion. Das eine fordert Mahnzeichen bei den einstigen Stadtluzerner Richtstätten, wo von 1551 bis zur Aufklärung 711 «Hexen» und anderen Personen, die nicht ins damalige Obrigkeitenschema passten, öffentlich hingerichtet wurden. Das Anliegen des Postulats sei nachvollziehbar und berechtigt, hält die Regierung fest. «Im Horizont historischer Erfahrungen diskutiert und vergewissert sich eine Gesellschaft ihre Werte», so die Begründung.
Gedenktafeln beim Wasserturm, beim Rathaus oder beim Weinmarkt?
Dier Regierung wolle daher prüfen, ob beim Wasserturm, beim Rathaus und beim Weinmarkt Informations- oder Gedenktafeln angebracht werden könnten. Bei diesen Standorten wurden Menschen gefoltert, die Todesstrafe ausgesprochen und öffentlich bekanntgegeben. Die eigentliche Richtstätte beim heutigen Parkplatz Sentimatt, wo die Todesstrafen durch Schwert, Galgen, durch Verbrennen, Vierteilen, Ertränken oder Rädern vollzogen wurden, ist heute im Eigentum des Kantons. Deshalb könne die Stadt selber dort kein Mahnmal errichten, wie es das Postulat fordert. Die Stadtregierung will aber auf den Kanton einwirken, so ihr Plan.
Ablehnend äussert sich die Stadtregierung zum zweiten Postulat. Dieses fordert, Luzern solle die Vergangenheit zu mutmasslicher Beteiligung der Stadt und ihrer Bewohner an Sklaverei und Sklavenhandel aufarbeiten, wie dies die Stadt Zürich getan habe. Zwar müsse sich die Gesellschaft kritisch zu solchen Verstrickungen befragen, sehe sich aber nicht in der Rolle, hier selber eine Forschung anzustossen, da kein konkreter Anlass dazu bestehe.
(SDA, Fab)