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Erinnerst Du Dich noch an meinen letzten Blog-Beitrag? Ich habe beschrieben, wie ich einen 120 Gramm-Schoko-Hasen auf dem Nachhauseweg verschlungen hatte. Mit der Kernbotschaft: «Auch schlanke Frauen haben ab und zu einen «Ess-Anfall», sind unbeherrscht oder essen den ganzen Schoggi-Hasen, die ganze Tüte Chips oder die ganze Packung Cashewnüsse auf»
Daraufhin habe ich ein interessantes Feedback erhalten, im Sinne von: «Das ist doch gar nichts! Nur so ein Schoko-Hase! Weit entfernt von einem Ess-Anfall oder Unbeherrschtheit ».
Hmmmm…. Diese Rückmeldung hat mich zum Nachdenken gebracht.
Okay, einerseits wurde etwas in meinen Text hineininterpretiert, was ich so nicht explizit geschrieben hatte, aber das war zweitrangig für mich.
Interessanter war die Frage: Wieso müssen wir genau definieren, was ein Ess-Anfall ist? Wo fängt es an? Wo hört es auf? Dasselbe gilt auch für das Gefühl, übergewichtig zu sein: Ausser vom Arzt genau diagnostiziert: Wo fängt Übergewicht an? Wo hört es auf? Was ist schlimm, was nicht?
Genau solche Fragen bringen uns überhaupt nicht weiter. Im Gegenteil. Schluss mit dem Bewerten und Beurteilen und/oder Verurteilen. Es gibt kein einheitliches Raster!
1. Eine persönliche Entscheidung
Die Definition eines Ess-Anfalls (oder Übergewicht, Erfolg etc.) liegt ausschliesslich bei der betroffenen Person selbst.
Denn ich kenne Menschen, die:
- Regelmässig richtige «Ess-Gelage» haben, dies aber niemals als «Fress-Attacke» bezeichnen würden
- Andere, für die ist es ein „Ess-Anfall“, wenn sie mehr als die geplanten täglichen Kalorien gegessen haben
- Bezeichnen es als einen «Ess-Anfall», wenn sie mehr als die geplanten täglichen Kalorien gegessen haben
- Und solche, die von einer „Fress-Attacke“ sprechen, wenn sie «verbotene Dinge» wie Süssigkeiten, Zucker etc. zu sich nehmen
Die Bandbreite ist also riesig .
2. Was ich unter einem „Ess-Anfall“ verstehe
Als «Ess-Anfall» bezeichne ich, wenn
… es die betroffene Person stört, was oder wieviel sie gegessen hat
… sie sich danach traurig und/oder verunsichert fühlt
… sie das Gefühl hat, die Kontrolle verloren zu haben und sie sich als Versagerin fühlt.
Für mich hat ein «Ess-Anfall» also überhaupt nichts mit der Anzahl Gramm/Kalorien, dem Lebensmittel selbst oder irgendwelchen Verboten zu tun – sondern mit den Gefühlen, welche wir damit verbinden!
Wir können nie wissen, wie sich unser Gegenüber fühlt und was die Person alles schon durchmachen musste – auch in Bezug auf Essen und Diäten. Deshalb kann nur die Betroffene selbst entscheiden, ob sie es als «Ess-Anfall» bezeichnen würde oder nicht.
3. Meine heutige Inspirations-Botschaft für Dich
Kommen wir zum Fazit des heutigen Beitrags:
Lass Dich nicht von anderen Meinungen beirren – niemand kennt Dich so gut, wie Du Dich selbst kennst
Du entscheidest, was sich für Dich richtig oder falsch anfühlt
Du beurteilst, ob Du einen Ess-Anfall hattest oder ob Du Dein Gewicht als Übergewicht bezeichnen möchtest.
Willst Du noch tiefer ins Thema eintauchen? Dann lade ich Dich ein, folgende Fragen zu beantworten?
- Was bedeutet für mich ein «Ess-Anfall»?
- Welche Gefühle spüre ich danach?
- Habe ich regelmässig solche «Ess-Anfälle»?
- Kenne ich vielleicht sogar Auslöser, welche dazu führen?
- Gibt es bestimmte Lebens- oder Genussmittel, nach deren Verzehr ich mich unwohl / unglücklich fühle?
Ja, ich bin dankbar für diese kritische Rückmeldung, denn sie hat mich dazu angeregt, intensiver über dieses Thema nachzudenken.
Ich lade Dich ein, bei einer nächsten kritischen Meinung, welche Du bekommst, nicht sofort in die „Abwehr- und Verteidigungshaltung“ zu kommen, sondern in Ruhe mal darüber nachzudenken und die Chance darin zu erkennen. Auch wenn Du wieder zum selben Ergebnis oder zur selben Meinung kommst, so hat es sich gelohnt, sich seiner Werte und Überzeugungen noch einmal bewusster zu werden.
Wie denkst Du darüber? Interessieren Dich solche Beiträge? Hast Du Themenwünsche? Lasse gerne einen Kommentar da.
Herzensgruss Silvia
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