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Schuldig gesprochen wurde Dschochar Zarnajew bereits. Jetzt geht es darum, ob der Boston-Bomber den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen oder hingerichtet wird. Es sieht nicht gut aus, denn die Anklage hat ein belastendes Bild vorgelegt:
Es zeigt Zarnajew drei Monate nach seiner Verhaftung, wie er der Überwachungskamera in seiner Zelle den Stinkefinger zeigt – für die Anklage ein klarer Beweis, dass der 21-Jährige seine Tat nicht bereut und darum den Tod verdient.
Die Verteidigung versuchte die Geste anders zu deuten. Die Kamera habe eine glänzende Oberfläche und Zarnajew habe sie als Spiegel benutzt, um sein Haar zu richten. Als Beweis spielte sie das Video ab, aus dessen Kontext das belastende Bild stammt:
Darin ist zu sehen, wie Zarnajew seine Frisur richtet und dann sehr schnell ein Victory-Zeichen und den Stinkefinger macht. Die Verteidigung hofft, damit die Wirkung des einzelnen Bilds etwas abzuschwächen.
Bei dem Attentat auf den Boston Marathon 2013 waren drei Menschen getötet und 264 verletzt worden. Als Täter wurden die Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew identifiziert. Der ältere Tamerlan wurde auf der Flucht vor der Polizei getötet. Dschochar hatte sich verschanzt, konnte aber nach einer Schiesserei verhaftet werden.