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Als nach 2:39 Stunden zum wiederholten Mal eine Vorhand von Swetlana Kusnezowa im Netz landete, ballte Belinda Bencic die Faust und atmete tief durch. Im fünften Anlauf hatte sie es geschafft, im Melbourne Park wie im Vorjahr in die Runde der letzten 32 einzuziehen. Erneut hatte sich zum Sieg gekämpft und gezittert – trotz elf Doppel- und insgesamt 52 Eigenfehlern.
Bei beiden Spielerinnen hatten sich Höhen und Tiefen abgewechselt. Bencic führte im Entscheidungssatz 2:0, ehe sie plötzlich mit 2:3 und einem Break hinten lag. Die Schweizerin liess sich trotz des Frusts aber nicht beirren, erhöhte wieder das Tempo und reduzierte die Fehlerzahl – bis zum Stand von 5:3 und 40:15. Mit dem Sieg vor Augen schlichen sich aber wieder einfache Fehler ein, was nach drei vergebenen Matchbällen ein erneutes Rebreak zur Folge hatte.
Doch Bencic blieb cool. Am Ende wirkte sie nicht nur spielerisch, sondern auch körperlich stärker als ihre 35-jährige Konkurrentin, die bereits als Teenager am US Open in New York ihren ersten von zwei Grand-Slam-Siegen gefeiert hatte. In der Weltrangliste war Kusnezowa einst die Nummer 2, in der ewigen Preisgeld-Rangliste liegt sie in den Top Ten.
«Ich bin ‹happy› mit der Art, wie ich gekämpft habe, und ‹super happy› mit dem Sieg», sagte Bencic. Sie hatte einen harten Fight erwartet gegen die Russin, der sie vor knapp einem Jahr in ihrer letzten Partie vor dem Lockdown noch unterlegen war. Wie Bencic musste auch Kusnezowa nach ihrer Einreise nach Australien Mitte Januar 14 Tage in eine harte Quarantäne.
In der Nacht auf Samstag trifft Bencic nun auf die Belgierin Elise Mertens (WTA 16), gegen die sie auf der Tour noch nie gespielt hat, die sie aber aus Juniorenzeiten kennt. Mertens ist seit dem Wiederbeginn im letzten August eine der erfolgreichsten Spielerinnen auf der Tour und in diesem Jahr noch ungeschlagen. Vergangene Woche gewann sie eines der drei Vorbereitungsturniere in Melbourne. «Sie spielt sehr konstant und auf einem hohen Niveau», sagte Bencic. «Ich werde sicherlich nicht als Favoritin in die Partie gehen.»