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Ein wenig Geschichte ...
Im frühen 19. Jahrhundert durchlebt die Schweiz eine besonders schwierige Zeit. Die Jahre 1816 und 1817 waren von Hunger und Dürre geprägt. Viele Menschen sterben an Hunger und Krankheiten. Die Familien sind mehr und mehr von Armut betroffen und der Staat kann nicht mehr für sie sorgen. Als dringlichste Massnahme erwägt die Freiburger Regierung die Auswanderung nach Brasilien und entsendet den Greyerzer Sébastien-Nicolas Gachet als Botschafter nach Rio de Janeiro an den Hof von Johann VI, König von Portugal und Brasilien. Dieser akzeptiert die Einwanderung von 100 Schweizer Familien.
Am 4. Juli 1819 schiffen die Westschweizer Auswanderer, darunter 830 Fribourger in Estavayer-le-Lac ein, um sich via Aare-Rhein nach Basel zu begeben, wo sie zu den Deutschschweizer Kontingenten stossen. Das Schweizer Kontingent von nun 2006 Menschen fährt auf dem Rhein weiter nach Dordrecht in Holland. Nach einer erzwungenen Wartezeit von 6 Wochen für die Einen und 3 Monaten für die Anderen, stechen die Siedler auf insgesamt 7 Schiffen in See. Die Atlantiküberquerung ist eine echte Tortur. Mehr als 300 Siedler sehen das brasilianische Eldorado nie. Die Schiffe landen in der Bucht von Rio zwischen dem 4. November 1819 und 8. Februar 1820. Nun müssen noch die 150 km Landstrecke zwischen Rio de Janeiro und Nova Friburgo durch die 1150 m hohen Berge der „Serra dos Orgãos“ zu Fuss überwunden werden, um schliesslich das gelobte Land der „Morro Queimado“ und das dort neu gegründete Nova Friburgo zu erreichen. Die 850 MüM gelegene Stadt hat heute mehr als 204‘000 Einwohner.
Bei ihrer Ankunft im Jahr 1819 bzw. 1820 lässt sich ein Großteil der 1700 überlebenden Schweizer in Nova Friburgo nieder. Die Anfänge sind hart und von Missernten geprägt. Viele Siedler werden depressiv. Andere ziehen in Richtung Cantagalo, Bom Jardim und Monnerat weiter. Die Einwanderung geht weiter und in den Jahren 1820 bis 1850 ziehen andere Schweizer nach. Unter ihnen ist Pater Francis Xavier Frotté, der Pfarrer von Miécourt (Jura) bis 1836. Dieser begegnet eines Tages auf der Jagd im Gebiet namens "Desengano" auf einen reichen Grundbesitzer. Dem sticht das moderne Jagdgewehr des Paters ins Auge, welches er gerne gegen einen Teil seines Besitzes eintauschen möchte. Pater Frotté willigt – nicht ohne Wehmut der Waffe wegen – ein. Gewehr und Land wechseln den Besitzer.
In den darauf folgenden Monaten versammelt der hier "Padre Frouthé" Genannte die Bewohner der Region, meist Einwanderer aus der Westschweiz mit den Namen Boéchat, Dafflon, Folly, Genilloud, Overney, Lugon usw. und beginnt, zum Dank an den Herrn, den Bau der Kirche „Maritz“, die er seiner geliebten Heiligen Maria-Magdalena weiht. Damit entstand der Ort „Santa Maria Madalena“, der am 8. Juni 1862 eine eigenständige Gemeinde wurde.
Santa Maria Madalena heute ...
Die Stadt Santa Maria Madalena mit derzeit 10‘000 Einwohnern liegt in einem kleinen Tal auf 800 m über dem Meeresspiegel, 85 km NE von Nova Friburgo entfernt. Ihre Wirtschaft ist überwiegend ländlich, die Industrie – lagebedingt - nur gering entwickelt. Die Jugend hat hier keine Zukunft und nur wenige reiche Familien können ihre Kinder zur Weiterbildung nach Campos oder Rio de Janeiro schicken.