Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03175.jsonl.gz/757

In der Welt der traditionsreichen Modehäuser, die klar von französischen und italienischen Marken dominiert wird, ist die britische Burberry eine Ausnahmerscheinung. Die Identität der Marke ist praktisch gleichbedeutend mit dem berühmten Karomuster und steht für aussergewöhnliche Qualität. Nicht überraschend ist Burberry seit 1955 königlicher Hoflieferant. Die Queen von England gehört damit zur den langjährigen und treuen Kundschaft der Marke.
Ein junger Pionier
Gegründet vom 21-jährigem Textilkaufmann Thomas Burberry im Jahr 1856, wurden in seiner Boutique zu Beginn vor allem Oberbekleidung angeboten. Der Kaufmann entpuppte sich als äusserst erfinderischen Geist, der seine Erfahrung und Ideen in konkrete Produkte ummünzen konnte. 1880 entwickelte er den auch heute noch charakteristischen Stoff Gabardine. Aus Baumwolle gefertigt, brilliert dieser Stoff durch seine Robustheit und atmungsaktive Eigenschaften. Das Garn wird vor dem Weben bereits imprägniert, was den Stoff wasserdicht macht. Acht jahre später hat Thomas Burberry seine Erfindung erfolgreich patentiert und es begann bereits eine Zeit der internationalen Expansion.
Ruhm und Abenteuer
Grössere Bekanntheit und Ansehen erwarb er mit der Entwicklung eines neuen Mantels, welchen er im Auftrag der britischen Militärverwaltung als Bekleidung für Offiziere entwarf. Dabei verwendete er einen bereits bestehenden Burberry Mantel und ergänzte in mit Schulterklappen, Gürtel und D-Ringen: Der Trenchcoat war geboren. Aufgrund des wasserdichten Materials eignete sich dieser neuartige Mantel nicht nur für militärische Zwecke, sondern auch für andere Abenteuer unter erschwerten Bedingungen. Wenig überraschend setzte auch die Antarktis Expedition von 1910 auf den Burberry Trenchcoat. Das berühmte Karo-Muster, unverwechselbares Markenzeichen von Burberry, wurde schliesslich in den 1920er Jahren eingeführt. In den 1960er Jahren gelangte der Trenchcoat in diversen Filmen von Audrey Hepburn, Humphrey Bogart und Peter zu Berühmtheit und legte damit den Grundstein für die weitere Popularität. In diesen Jahren erreichte das Prestige der Marke einen Höhepunkt.
Wechseljahre und Comeback
Dieses Momentum ging in den frühen 2000er verloren. Die Produktpalette wurde massiv ausgeweitet und es wurden vom Bikini bis zu Haushaltsgegenständen alle möglichen Gegenstände unter der Marke Burberry verkauft. Plötzlich war das klassische Karo-Muster die Uniform von Fussball Hooligans, statt prestigeträchtiges Kleidungsstück. Zu diesem Zeitpunkt hat Burberry seine Identität verloren und es war unklar wofür die Marke überhaupt steht. Unter der Leitung von Angela Ahrendts wurden zunächst 30% der Produkte eingestellt und die Marke eroberte sich ihre Exklusivität zurück. Zusammen mit dem Chefdesigner Christopher Bailey konnte der alte Glanz wieder erweckt werden.