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Der US-Präsident wird nach den Anschlag auf den Marathon nach Boston reisen und den Angehörigen der Opfern Trost spenden.
US-Präsident Barack Obama reist am Donnerstag nach Boston. Er werde dort an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Bombenanschlags auf den Marathon teilnehmen, teilte das Weisse Haus mit.
Der Präsident werde am Vormittag den Gottesdienst in der «Cathedral of the Holy Cross» besuchen, sagte der Gouverneur von Massachussetts, Deval Patrick, bei einer Pressekonferenz.
Bei der Suche nach den Bombenlegern von Boston hoffen die Behörden derweil auf breite Hilfe aus der Bevölkerung. «Irgendjemand weiss, wer dies getan hat», sagte Rick DesLauriers von der Bundespolizei FBI bei einer Pressekonferenz. DesLauriers rief ausserdem Mitarbeiter von Restaurants und Geschäften in der Nähe des Anschlagsortes auf, Bilder von Überwachungskameras zur Verfügung zu stellen. «Die Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit wird eine entscheidende Rolle bei den Ermittlungen spielen.»
Einheimische Extremisten?
Die Bandbreite möglicher Täter und Motive sei denn auch gross. Demnach wurden aber erste Spuren gesichert. Bislang seien rund 2000 Hinweise eingegangen, viele davon seien analysiert und überprüft worden. Mehr als 1000 Fahnder seien mit dem Fall befasst.
In Ermittlerkreisen hiess es, der Zeitpunkt des Angriffs spreche für einheimische Extremisten, die einen mächtigen Staat ablehnen. Am Montag wurde in Massachusetts der Patriots' Day begangen, der an den Unabhängigkeitskrieg erinnert. Am 15. April läuft in den USA zudem die Frist für die Abgabe der Steuererklärung ab. Steuern sind für einige amerikanische Extremistengruppen ein Reizthema.
Nach Angaben der Bostoner Polizei gibt es nach wie vor keine Festnahmen. Aus dem FBI verlautete zudem, niemand habe sich zu der Tat bekannt.
Sprengsatz mit Nägeln
Es sei indes anzunehmen, dass die Sprengvorrichtung in einer schwarzen Nylontasche gewesen sei. Genaue Erkenntnisse über verwendete Materialien würden laufende Laboruntersuchung ergeben. Darüber hinaus Die Ermittler gehen davon aus, dass die Bomben aus Schnellkochtöpfen gebaut wurden, die in den Taschen versteckt wurden. Offenbar wurden die Sprengsätze mit zahlreichen Metallteilen wie Nägeln gespickt, um möglichst grossen Schaden anzurichten.
Ärzte berichteten, dass vielen Verwundeten «kleine metallische Fragmente» wie Nägel und Kugeln herausoperiert worden seien. Mehreren Patienten hätten die Beine amputiert werden müssen.
Kind unter den Opfern
Die zwei Explosionen hatten am Montag den Zielbereich des traditionsreichen Marathonlaufs in Boston erschüttert. Drei Menschen wurden nach Polizeiangaben getötet und 176 weitere verletzt. 17 Verletzte befanden sich am Dienstag noch in einem «kritischen Zustand». Unter den Toten ist auch ein achtjähriger Junge, der seinen Vater an der Ziellinie anfeuern wollte.
Seine Schwester verlor bei dem Anschlag ein Bein, die Mutter erlitt Kopfverletzungen. Bei einem weiteren Opfer handelt es sich um eine 29-jährige Restaurantangestellte. Zudem wurde ein chinesischer Staatsbürger getötet, wie die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das chinesische Konsulat in New York meldete.
Die Universität von Boston hatte zuvor mitgeteilt, einer ihrer Studenten sei unter den Todesopfern. Am Dienstagabend (Ortszeit) versammelten sich mehr als 1000 Menschen, vor allem Angehörige und Freunde, in einem Park nahe des Hauses des Jungen zu einer Kerzenwache mit Gebeten. Auch an anderen Orten in Boston kamen Menschen zu Gedenkveranstaltungen mit Gesang, Gebeten und Kranzniederlegungen zusammen.
(muv/rcv/sda/reuters)