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Bereits Mitte Februar forderte Open-Source-Verfechter Eric Raymond Suns Chef Scott McNealy in einem offenen Brief dazu auf, Java als Open Source freizugeben. Nun versucht auch IBM, Sun zu einer Freigabe zu motivieren und stösst anscheinend auf offene Ohren.
Raymond, der den Stein überhaupt erst ins Rollen brachte, argumentierte hauptsächlich damit, dass Suns Lizenzbestimmungen es beispielsweise einigen Linux-Distributionen nicht ermöglichen, Java als Browser-Plug-In mitzuliefern. Ausserdem werde Sun weiterhin mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen haben und so vor allem den Scriptsprachen wie Perl oder Python das Feld überlassen, so lange man bei Java die Kontrolle nicht abgeben will.
Während Sun bei Raymond noch abwinkte, scheint die Aufforderung zur Freigabe von Java seitens IBM eine tiefer gehende Wirkung hinterlassen zu haben.
Willigt Sun ein, Java freizugeben, würde sich IBM im Gegenzug dazu bereit erklären, die technischen Ressourcen sowie den Code für die Open-Source-Implementierungen bereitzustellen. Sun könnte sich auf die Entwicklungen und Tests rund um die Java-Spezifikation konzentrieren, so das Angebot von Big Blue.
Man erhofft sich, dass ein freies Java bedeutend stärker im Linux-Umfeld Fuss fassen könnte und auch die Entwicklung von der Open-Source-Community profitieren könne. Jonathan Schwartz, Executive Vice President im Sun-Unternehmensbereich Software, hat erstaunlich schnell gegenüber IBM-Chef Sam Palmisano Gesprächsbereitschaft erklärt, womit die Zeichen für ein freies Java nicht schlecht stehen.