Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03456.jsonl.gz/1118

Innerhalb von Madagaskar ist eine Reise derzeit machbar.
Freitag, 22. Januar 2021, Antananarivo. Das Büro einer der mehreren Personentransportfirmen ist geöffnet. Ein paar Passagiere warten auf die Abfahrt. Es herrscht nicht der gleiche Andrang wie zu ’normalen‘ Zeiten.
Jetzt im Januar ist die heisse Jahreszeit. Es ist morgens um acht Uhr bereits ziemlich heiss, die Sonne scheint. Der Himmel ist blau und wolkenlos. Vor wenigen Tagen durchquerte der Zyklon Éloïse die Insel: von Antalaha über das Hochland bis Maintirano, dann weiter über den Kanal von Mozambique. Der Zyklon hinterliess zwar Überschwemmungen, doch glücklicherweise kaum bleibende Schäden.
Die Leute haben ihre Weihnachtsferien bei der Familie verbracht. So kehren nun eher Leute zur Hauptstadt und zu ihren Arbeitsplätzen zurück, als von der Hauptstadt wegreisen. Daher ist der Andrang nicht gross. Aber auch in Madagaskar machen die Diskussionen um Corona Covid-19 Angst.
Die Abfahrtshalle des Busbahnhofs ist nur wenig besetzt. Das Tragen von Masken ist obligatorisch. Die Mehrheit hält sich mehr oder weniger daran. Es gibt immer wieder Aktionen der Polizei, die maskenlose Leute anhält und zu Gemeinschaftsarbeit verbrummt.
Im Prinzip funktioniert der Personentransport wieder ’normal‘. Die Taxi Brousse und die Navettes fahren wieder. Navettes werden jene Kleinbusse genannt, die quasi nach Fahrplan verkehren.
Die eingesetzten Fahrzeuge sind zumeist Minibusse. Nur auf wenigen Linien verkehren grössere Reisebusse. Sie werden Boeing genannt.
Firmendestinationen sind Antsirabe, Antsiranana (Diego-Suarez), Mahajanga, Toamasina (Tamatave) und Fianaranstsoa. Als Destinationskürzel werden die IATA-Flughafenkürzel benutzt.
Eine Tafel zeigt die verfügbaren Plätze für die einzelnen Kurse. Derzeit verkehrt nur ein Kurs pro Tag für Destinationen wie Antsiranana und Morondava. Hingegen werden Antsirabe, Mahajanga, Toamasina und Fianarantsoa zweimal pro Tag bedient. In ’normalen‘ Zeiten sind die Kursfrequenzen weit höher.
Auch Madagaskar sucht sich gegen Covid-19 zu schützen, obwohl die Zahl der Infizierten laut Statistik gering ist. Das mag mit der jungen Bevölkerung zu tun haben, vielleicht auch mit der Sonneneinstrahlung und Vitamin D und vielleicht ist die Statistik etwas schwammig.
Tatsache hingegen ist, dass die Bevölkerung 2020 dramatisch verarmt ist und der Prozess weitergeht. Viele können nicht verreisen, weil sich schlicht das Geld dazu nicht haben.
Die Preise richten sich nach Distanz und Sitzkomfort. Die Klasse VIP bietet sogar WIFI. In jedem Fall aber ist der Sitzplatz garantiert und die Menge des mitgeführten Gepäcks limitiert. Dies ist der grosse Unterschied zu den Taxi Brousse. Dort wird ins Fahrzeug reingestopft, solange es geht. Und die Mitnahme von Gepäck ist quasi unlimitiert: auch Möbel und Tiere werden transportiert.
Im Busterminal sind Restaurants und Snack Bars geöffnet, wie generell in Madagaskar. Verpflegung ist also überall zugänglich. Ein Busterminal sieht sich eher in der Kategorie Flughafen und strebt dieses Niveau an: Lautsprecher, elektronische Anzeigetafel, Informationsschalter.