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Archive for June, 2012
Eine gezeichnete Linie ist ein Modell für ein mögliches Verhältnis zur Welt: Punkt für Punkt, Strich für Strich lässt sie einen Zusammenhang entstehen, der temporär Vertrauen suggeriert, indem er auf Bekanntes anspielt: Einen Kopf, Augenlöcher, Mundlöcher. Zugleich teilt die Zeichnung mit, dass dieses Vertrauen brüchig ist, weil es von uns selbst geschaffen ist und damit endlich ist (sich in die Elemente (Erde, Wasser, Luft) auflöst). Aber was bleibt uns übrig, als immer wieder zu versuchen, uns indem, was wir tun, einen Halt zu schaffen.
but the letters of each word, and how this alphabet, reused thousands and thousands of times in different combinations, slipped through our fingers like grains of sand. Thus we became aware of the infinite presence of the desert. (Edmond Jabès, transl. Waldrop)
que les lettres de chacun de ses mots et cet alphabet, mille et mille fois répéte dans un ordre différent, glisser de nos doigts comme grains de sable. Ainsi prîmes-nous conscience de la présence infinie du désert. (Edmond Jabès)
ausser den Buchstaben jedes seiner Wörter und diesem Alphabet, tausend- und abertausendmal in anderer Ordnung wiederholt, aus unseren Fingern gleitend wie Sandkörner. So wurde uns die unendliche Gegenwart der Wüste bewusst.
Ein Buch ist verdächtigerweise geschlossen, verschlossen vor denen, die sich veröffentlicht wissen möchten.
Ein Blog ist verdächtigerweise all denen zugänglich, die sich veröffentlichen möchten.
Wenn das Buch verdächtig sein kann, oder ein Blog, können dann auch Augen verdächtig sein? Augen: Tore, die mit einem Lidschlag geschlossen werden können?