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Von Riccardo Signorell
Story
Wenn sich die Nacht über Sils Maria legt, erwachen die Geister des todessehnsüchtigen David (Martin Rapold). Im Angesicht der eigenen Ansprüche an seine Schaffenskraft verzehrt er sich zwischen Genialität und Wahnsinn. David bittet seinen Bruder Gian (Patrick Rappold) in die zeitlose Abgeschiedenheit des Nobelhotels Waldhaus. Unerwartet erscheint dieser jedoch mit seiner elfenhaften Freundin Valeria (Lisa Maria Potthoff). Im Spannungsfeld des angekündigten Freitodes bricht eine metaphysische Weltverlorenheit hervor, der sich die unfreiwillig zusammengefundene Gesellschaft gleichermassen ausgesetzt fühlt. Die unerhörte Bitte Davids, der Inszenierung seines Suizids beizuwohnen, diese Schicksalhaftigkeit kraft einer unausweichlichen Situation, wird von Signorell sensibel in Szene gesetzt und erlaubt dieser schwierigen Thematik, sich im direkten Mimenspiel der Beteiligten zu entfalten.
Als sich Valeria der wertherschen Todesromantik Davids nicht mehr entziehen kann, scheint die unerträgliche Angespanntheit zwischen den Figuren ihre Klimax zu erreichen. Gleichzeitig läutet die Ménage à trois eine Wende ein, die den Beteiligten den Weg eröffnen könnte, sich und der Welt neu zu begegnen.