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Forschungsberichte
26.11.2002
Quelle:
Internet: National Institute on Alcohol Abuse and
Alcoholism (www.niaaa.nih.gov)
International Blue Cross info Spezial Nr. 12
Thema:
Alkohol und die Übertragung von HIV
Zusammenfassung
Menschen, die Alkohol
missbrauchen, verhalten sich eher so, dass sie dem Risiko einer
HIV-Infektion ausgesetzt sind. Zum Beispiel, unter Alkoholabhängigen in einer
Behandlung gibt es mehr Personen, die sich Drogen spritzen. Grössere Mengen der
Alkoholeinnahme werden verbunden mit erhöhtem Risikoverhalten unter den
Drogensüchtigen, so wie die gemeinsame Benutzung der Nadeln.
Starkem Alkoholkonsum über längere Zeit wird
auch in Zusammenhang gebracht mit einer lebenslangen Tendenz für ein hoch riskantes Sexualverhalten, mit mehreren sexuellen Partnern,
ungeschützter Geschlechtsverkehr, Sex mit Risikopartnern, (z.B. Benutzer von
Injektionsdrogen, Prostituierte), und der Austausch von Sex gegen Geld oder
Drogen. Es kann viele Gründe für diese Verbindung geben. Zum Beispiel, Alkohol
kann das Hirn direkt beeinflussen, Hemmungen abbauen und die Möglichkeiten der
Risikoerkennung verkleinern. Jedoch, Erwartungen betreffend den Auswirkungen des
Alkohols könnten das Sexualverhalten unter Alkoholeinfluss stärker
beeinflussen. Studien zeigen wiederholt, dass Menschen, die davon überzeugt
sind, dass Alkohol die sexuelle Stimulation und Durchführung verbessert, eher bereit sind für riskanten Sex nach dem
Trinken.
Einige Menschen
berichten davon, während dem Sex absichtlich viel zu trinken, damit sie eine
Entschuldigung haben für ihr unsoziales Verhalten, oder um ihr Bewusstsein für
ein Risiko einzudämmen. Dieses mag besonders üblich sein für homosexuelle
Männer. Dieses Ergebnis stimmt ziemlich genau überein mit der Beobachtung,
dass Männer, die kurz vor einem homosexuellen Kontakt viel trinken, eher bereit
sind als Heterosexuelle risikoreiche sexuelle Praktiken auszuüben.
Das Verhältnis
von Alkohol zum sexuellen Risikoverhalten kann auf zwei Arten erklärt werden.
Erstens, das Trinken könnte einen Auslöser für eine risikohafte Anlage sein:
Diejenigen, die Alkohol trinken, könnten auch an einer Auswahl von
hochriskanten Aktivitäten teilnehmen, u.a. ungeschützte sexuelle Praktiken als
Teil eines „problematischen Verhaltenssyndroms“. Zweitens, Alkohol kann
hochrisikoreiches Verhalten bei besonderen sexuellen Begegnungen beeinflussen,
indem das Urteilsvermögen und gelernte Sitten unterdrückt werden. Das sind
nicht abschliessende Interpretationen.
Erstkontakte zu
Beratungsstellen durch HIV positive Alkoholabhängige geschehen fast 24
Monate später als durch solche ohne Alkoholprobleme. (28 Monate statt 4
Monate). Diese Verzögerung ergibt, dass Chancen für frühzeitige Betreuung
verpasst werden, inklusive Interventionen zur Risikoverminderung, Beratung über
das Verhalten bei Abhängigkeit, Vorbeugung von Komplikationen durch HIV und
andauernde Behandlung von Sekundärinfektionen.
Mehr Informationen sind auf der
bereits obenerwähnten website (www.
niaaa.nih.gov) unter dem Stichwort "AIDS and Alcohol" in
englischer Sprache zu finden.