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Einer der berühmtesten Afrikaner des 20. Jahrhunderts war zweifellos Haile Selassie I. (1892-1975), von 1930 bis 1974 der letzte Kaiser von Äthiopien. Oberhaupt des einzigen afrikanischen Landes, das nie Kolonie war; Oberhaupt des einzigen afrikanischen Landes mit einer uralten christlichen Tradition; Angehöriger einer Dynastie, die der Überlieferung nach auf König Salomon zurückgeht; In den Augen mancher Menschen sogar der wiedergeborene Messias; dies alles verlieh dem körperlich etwas kurz geratenen Herrn mit dem gestutzten Vollbart eine spezielle Aura. Gleichzeitig war und ist er aber auch sehr umstritten.
Tafari Makonnen, wie er ursprünglich hiess, kam am 23. Juli 1892 in der äthiopischen Provinz Harar zur Welt. Sein Vater war ein Vetter des damaligen Kaisers Meneliks II. Sozusagen auf Umwegen wurde Tafari 1916 Regent für Kaiserin Zauditu und nach deren Tod ihr Nachfolger. Am 2. November 1930 fand in Addis Abeba die prunkvolle Krönung von Haile Selassie (wie Tafari sich von nun an nannte) und seiner Frau Menen Asfaw statt. 1936 marschierten italienische Truppen in Äthiopien ein. Vergebens appellierte Haile Selassie an den Völkerbund; dann ging er nach England ins Exil, bis er 1941 mit britischer Hilfe im Triumph auf seinen Thron zurückkehrte. Nach dem Krieg begann Haile Selassies Aufstieg zum Repräsentanten seines Kontinents. In jener Ära, als viele afrikanische Staaten unabhängig wurden, war er eine wichtige Symbolfigur. Immerhin genoss kein anderer afrikanischer Staatschef seiner Zeit auf dem internationalen diplomatischen Parkett mehr Respekt als er. Doch je mehr Haile Selassie im Ausland glänzte, desto grösser wurden die innenpolitischen Probleme. Mit 82 Jahren wurde der Kaiser vom Thron geputscht und starb wenig später.
Jetzt bei buchplanet.ch: Der letzte Kaiser von Afrika. Der Autor Asfa-Wossen Asserate ist selber ein Mitglied des ehemaligen äthiopischen Herrscherhauses und hat seinen kaiserlichen Verwandten noch persönlich gekannt. Das ist einerseits ein Vorteil, weil der Autor auf ganz private Erinnerungen zurückgreifen kann. Andererseits besteht die Gefahr, dass er vielleicht nicht ganz unparteiisch ist.