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Mein Vater war Geschichtslehrer. In unserer Primarschule war es üblich, dass wir jedes Jahr von einer neuen Lehrperson unterrichtet wurden. Am Ende des ersten Schuljahrs teilte die Lehrerin mir mit, dass ich nächstes Jahr zu Frau Meyer in die Schule gehen muss. Ich war untröstlich und weinte bitterlich. Er könne als Lehrer doch bestimmt etwas dagegen unternehmen, flehte ich meinen Vater an. Er konnte nichts daran ändern. Aber jedes Jahr, vor dem Klassenwechsel, bereitete er mich sorgfältig darauf vor und tröstete mich sanft. Meine Mutter, sonst eine gute Trösterin, hatte bei diesem jährlichen Ritual nichts zu suchen. Das war eine Sache zwischen mir und meinem Vater.
- Tochter: 1960, Berufsberaterin
- Vater: 1932, Geschichtslehrer
- Jahr der Szene: 1967