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Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich
In welchem Zusammenhang stehen die Menschenversuche an Häftlingen auf der "Schuhprüfstrecke" im Konzentrationslager Sachsenhausen mit der Verwendung erster Kunststoffe in deutschen Schuhen? Wie lenkten die Nationalsozialisten die Schuhmode? Warum raubte die SS in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern ganze "Schuhberge" und was geschah mit ihnen in der deutschen Kriegswirtschaft? Anne Sudrow untersucht die Entstehung des "modernen Schuhs" in Deutschland im Vergleich mit Grossbritannien und den USA. Dabei setzt sie die erkennbaren Veränderungen in den Praktiken des Konsums, der Produktion und der Verbreitung zur Autarkie- und Aufrüstungspolitik und zur Konsumpolitik der Nationalsozialisten in Beziehung. Als neue Methode entwickelt die Autorin den historischen Produktlinienvergleich, der aus Elementen der Sozial-, Alltags-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Technikgeschichte ein prägnantes Bild des kulturellen Wandels entstehen lässt. So werden NS-spezifische Phänomene auf diesem Gebiet der Konsumgüterwirtschaft nicht nur erstmals in ihrem ökonomischen und wissenschaftlichen Kontext erklärt, sondern diese auch in die internationale Entwicklung eingeordnet.
Portrait
Anne Sudrow, geb. 1970, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Davor wissenschaftliche Tätigkeiten an der Technischen Universität München und der Universität Göttingen. 2001 ausgezeichnet mit dem Preis der Georg-Agricola-Gesellschaft für Naturwissenschafts- und Technikgeschichte