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Die Tamilinnen und Tamilen in der Schweiz haben erstmals einen Volksrat gewählt. Dieser soll die Integration vorantreiben, aber auch mit friedlichen Mitteln auf einen unabhängigen Tamilen-Staat in Sri Lanka hinarbeiten.
Die Idee für einen Volksrat sei von jungen Tamilen in der Schweiz gekommen, sagte der 22-jährige Secondo Sananth Varathalingam am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Unterstützt wurden die Secondos von zahlreichen tamilischen Organisationen in der Schweiz.
In den Volksrat, eine Art Dachorganisation, wurden am Sonntag 30 Personen aus verschiedenen Kantonen gewählt. In dem Rat vertreten sind 14 Secondos und insgesamt sechs Frauen. Laut der Wahlkommission "Tamil Election Switzerland" gehören dem Gremium zudem ein Schweizer und eine Schweizerin ohne tamilische Wurzeln an.
Stimmberechtigt waren alle Tamilinnen und Tamilen in der Schweiz über 18 Jahre. Gemäss Varathalingam sind das rund 20'000 Personen. An der Wahl teilgenommen haben knapp 3500 Personen. "Wir haben uns mehr erhofft", sagte Varathalinga. Aber in der Vergangenheit sei der Krieg im Vordergrund gestanden. Demokratie sei etwas Neues.
Eine höhere Stimmbeteiligung hatte die tamilische Diaspora bei einer Abstimmung Anfang Jahr erreicht. Damals sprachen sich 99% der Teilnehmenden für einen eigenen Staat in Sri Lanka aus.
Der Bürgerkrieg zwischen Tamilen und Singhalesen war in den 1980er- Jahren eskaliert. Er endete im Mai 2009 mit dem Sieg der Regierungstruppen über die Unabhängigkeitskämpfer der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE). Der Krieg forderte 80'000 bis 100'000 Todesopfer.
swissinfo.ch und Agenturen