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Antiprotozoikum gegen Babesiose; für Rinder, Pferde und Hunde
ATCvet: QP51AE01
Zusammensetzung
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenDer Wirkstoff von Carbesia™, Imidocarb ist ein substituiertes Carbanilid, das als Antiprotozoikum zur Bekämpfung von Babesia ssp. geeignet ist. Über den Wirkungsmechanismus ist nur wenig bekannt, es scheint, dass Imidocarb direkt auf den Parasiten einwirkt und Veränderungen bei Anzahl und Grösse der Nuclei und bei der Morphologie (Vakuolisierung) des Cytoplasmas hervorruft. Die Wirkung gegen Protozoa beruht auf der Wirkung der Carbanilide auf die Glycolyse des Parasiten, da diese Substanzklasse eine Hypoglycaemie beim Wirtstier bewirkt. Babesia wie auch andere Parasiten wie Trypanosoma sind auf Glukose vom Wirt für ihre aerobe Glycolyse angewiesen. Daneben gibt es auch eine selektive Blockade bei der Replikation von kinetoplastischer DNA beim Parasiten. Es wurde gezeigt, dass die Substanz lmidocarb trotz Übertritts durch die Plazentaschranke keine schädlichen Wirkungen auf den Foetus hat.
PharmakokinetikImidocarb besitzt aufgrund der Bindung an Plasma- und Gewebsproteine eine lange Wirkungsdauer. Bei subkutaner Verabreichung einer Dosis von 3 mg/kg KGW an Rinder konnte durch radioaktiv markierte Substanz nachgewiesen werden, dass Imidocarb sehr langsam eliminiert wird. 10 Tage nach Verabreichung war erst die Hälfte der verabreichten Dosis ausgeschieden, die Exkretion erfolgt hauptsächlich über den Urin und überwiegend als Muttersubstanz. Maximale Blutkonzentrationen von 1.3 ppm werden 1 Stunde nach Injektion erreicht, in der Milch wird die höchste Konzentration von 0.37 ppm 24 h nach Injektion erreicht, die mit einer Halbwertzeit von etwa 24 Stunden abnimmt.
IndikationenZur Behandlung und Prävention von boviner und equiner Babesiose
Zur Behandlung und Prävention von caniner Babesiose
RinderZur subkutanen Injektion.
Pro Injektionsstelle nicht mehr als 10 ml verabreichen.
*zur Behandlung von Rindern, die mit exponierten Tieren in Kontakt waren.
Das Produkt darf an Rinder nur einmalig verabreicht werden. Nicht intravenös oder intramuskulär verabreichen.
Die Prävention der klinischen Manifestation von Babesiose hält durchschnittlich bis zu 4 Wochen an.
PferdeZur intramuskulären und subkutanen Injektion.
Pro Injektionsstelle nicht mehr als 5 ml verabreichen, möglichst tief in die Hals- oder Semitendinosus/Semimembranosus-Muskulatur (die Injektion von Carbesia™ in die Pectoralis-Muskulatur ist zu vermeiden).
Esel, Maulesel und Maultiere sind wesentlich empfindlicher, bei ihnen darf eine Dosierung von 2 ml pro 100 kg KGW pro Injektion auf keinen Fall überschritten werden. Das für die Erreger-Elimination von Babesia equi vorgesehene Behandlungsschema kann bei diesen Tieren nicht durchgeführt werden.
HundeZur intramuskulären und subkutanen Injektion.
Die prophylaktische Verabreichung (Chemo-Prophylaxe) hält nicht länger als 4 bis 6 Wochen an.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenBei Rindern darf Carbesia™ nicht intravenös oder intramuskulär verabreicht werden.
Bei Rindern darf Carbesia™ nicht wiederholt verabreicht werden.
Bei Equiden und Hunden darf Carbesia™ nicht intravenös verabreicht werden.
Bei Hunden darf Carbesia™ nicht zusammen mit anderen Piroplasmiziden verabreicht werden.
VorsichtsmassnahmenDas Körpergewicht soll bei allen Tierarten so genau wie möglich bestimmt werden, die empfohlene Dosis soll nicht überschritten werden. Bereits beim 1.75-fachen der empfohlenen Dosis ist mit Anzeichen einer Hemmung der Cholinesterase zu rechnen.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Bei Tieren können nach der Verabreichung cholinerge Effekte wie Speicheln, Unwohlsein, Muskelzittern, Tachycardie, Husten und Kolik auftreten, die durch die Behandlung mit Atropinsulfat gemildert werden können. Diese unerwünschten Wirkungen sind selten, es sind jedoch auch Todesfälle durch anaphylaktoide Reaktionen nach Anwendung des Präparates aufgetreten.
In sehr seltenen Fällen können beim Hund lokale Reaktionen (Entzündung, Ödem) an der Injektionsstelle auftreten.
Nicht bei Pferden anwenden, die für die Gewinnung von Lebensmitteln vorgesehen sind.
WechselwirkungenDie gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, die Hemmstoffe der Cholinesterase sind (z.B. organische Phosphorsäureester zur Bekämpfung von Ektoparasiten, Zeckenbekämpfungsprogramme), ist einige Tage vor, während sowie nach der Behandlung mit Imidocarb zu vermeiden.
Sonstige HinweiseDas Präparat darf nicht von Personen verabreicht werden, die aus medizinischen Gründen nicht mit Substanzen arbeiten dürfen, die als Hemmer der Cholinesterase wirken können.
Bei versehentlich bespritzter Haut und Augenkontakt ist unverzüglich mit Wasser zu spülen. Während der Handhabung des Tierarzneimittels sind Schutzhandschuhe zu tragen.
Bei Auftreten von Reaktionen beim Anwender, die auf eine Hemmung der Cholinesterase schliessen lassen, ist umgehend medizinischer Rat aufzusuchen.
Bei Raumtemperatur (15 - 25 °C) lagern, vor Licht und Frost schützen. Aufbrauchfrist nach erster Entnahme: 28 Tage.
Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.
PackungenFlasche à 10 ml
Flasche à 100 ml
Informationsstand: 01/2016
Dieser Text ist behördlich genehmigt.