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Grundmauern des römischen Wachturms mit eingebauter Schützenstellung aus dem ersten Weltkrieg.
Biberlikopf
Der Biberlikopf ist ein grösstenteils bewaldeter Hügel mit zwei Kuppen. Er liegt auf dem Gemeindegebiet von Schänis. Die Kuppen sind 553 und 566 Meter hoch. Auf der höheren der beiden Hügelkuppen befinden sich eine Ruine eines römischen Wachturms und daneben ein beliebter Rastplatz mit einer Feuerstelle. Einst floss am Fusse des Biberlikopfs die Maag in die Linth. Seit der Linthkorrektion im Jahre 1816 fliesst der Linthkanal an ihm vorbei.
Bau im 1. Jahrhundert unter der Herrschaft von Kaiser Augustus
Es wird vermutet, dass der Wachturm auf dem Biberlikopf Teil eines römischen Sicherungssystems gewesen ist. Das heisst, er wurde im frühen 1. Jahrhundert während der Herrschaftszeit des römischen Kaiser Augustus (30 vor bis 14 nach Christus) erbaut. Er diente dem Schutz der Verbindung Zürichsee – Walensee, einer wichtigen Heeres- und Handelsachse dieser Zeit. Die Route ist Teil einer übergeordneten Nord-Süd-Verbindung durch das Linthgebiet. Sie führte von Windisch (Vindonissa) über Zürich (Turicum) entlang des Walensees nach Chur (Curia) und von dort über die Bündner Pässe nach Italien. Neben der Rheintal- und der Bodenseelinie war sie damals eine der wichtigsten Transitachsen.
Von der Entdeckung 1853 bis zum Bau einer Schützenstellung im 1. Weltkrieg
Der Schweizer Archäologe und Altertumsforscher Ferdinand Keller (1800 bis 1881) begründete die urgeschichtliche Forschung in der Schweiz. 1853 entdeckt er bei Ausgrabungen auf dem Biberlikopf sowie auf der Strahlegg bei Amden und auf Vordemwald bei Filzbach römisches Mauerwerk. Es sind Überreste dreier Wachtürme, die in Sichtweite voneinander erbaut wurden. 1960 bis 1962 finden erneut Ausgrabungen statt. Dabei werden die Überreste eines römischen Wachturms mit beidseitig gestuften Grundmauern freigelegt, konserviert und unter Bundesschutz gestellt.
Der Grundriss des Wachturms ist quadratisch, die Aussenmauern sind ungefähr neun auf neun Meter lang. Im Innern der Ruine entdecken die Archäologen Waffen, beispielsweise Sicheln, Beile oder Speerspitzen. Zudem finden sie Nägel, welche belegen, dass damit die hölzernen Elemente der Wachtürme (Dachstuhl, Möbel) zusammengehalten wurden. Auch römische Münzen gehören zu den Funden. Ebenfalls entdecken sie im Innern eine Wasserzisterne. Diese ist beschädigt, was vermutlich passiert, als die Schweizer Armee im 1. Weltkrieg die Grundmauern überdacht und zu einer Schützenstellung ausbaut. Die Ruine steht unter Denkmalschutz. Wer etwas weiter in den Wald hineingeht, entdeckt zudem Panzersperren, die ebenfalls im 1. Weltkrieg erstellt wurden.