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Endokarditis, mehr als nur ein Herzleiden
Bei der Endokarditis handelt es ich um eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard). Betroffen sind meistens die Herzklappen, vornehmlich die Mitral- und Aortenklappen.
Es gibt eine infektiöse und eine nichtinfektiöse Endokarditis. Die erste Form wird von Bakterien, selten auch von Pilzen verursacht. Bei der zweiten Form entzündet sich das Endokard aufgrund anderer Auslöser, zum Beispiel fallen darunter die rheumatische Endokarditis, die Löffler-Endokarditis und die Libman-Sacks-Endokarditis.
Die rheumatische Endokarditis entwickelt sich als Folge einer vorausgegangenen Infektion, meist durch Streptokokken. Betroffene hatten beispielsweise eine eitrige Halsentzündung, die aber eigentlich schon ausgeheilt war. Dann bekommen sie jedoch erneut Fieber (rheumatisches Fieber genannt), Gelenkbeschwerden und eine Herzklappenentzündung.
Bei der Libman-Sacks Endokarditis handelt es sich um eine rheumatische Erkrankung. Bei Lupus erythematodes greift das Immunsystem aufgrund einer Fehlregulation das Herz an.
Bei Löffler-Endokarditis handelt es um eine Entzündung der Herzinnenhaut durch die sog. eosinophile Endokarditis. Sie kommt eher selten vor. Dabei ist vor allem das Lungengewebe mit übermässig vielen körpereigenen Abwehrzellen (eosinophile Granulozyten) besetzt. Wenn das Herz beteiligt ist, verdickt sich die Herzinnenhaut, was schliesslich zu einer Versteifung des Gewebes und damit zu Funktionseinbussen des Herzens führen kann.
Die Symptome der Endokarditis ähneln denen einer Blutvergiftung mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Nachtschweiss, Herzrasen, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl bis zum Anzeichen einer Herzinsuffizienz.
Wie entsteht eine infektiöse Endokarditis?
Die Bakterien, die zur Entzündung der Herzinnenhaut führen, stammen meist vom eigenen Körper. Jeder Mensch hat eine Vielzahl von Bakterien, wie auf der Haut, auf Schleimhäuten im Mund oder im Darm. Bei Entzündungen oder kleinen Wunden an der Haut, im Mund am Zahnfleisch können die Bakterien die natürliche Schutzbarriere überwinden und in die Blutgefässe gelangen.
Normalerweise verursachen diese Bakterien keine Probleme und werden vom körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) abgetötet. Bei gefährdeten Risikopersonen können sie sich aber im Herzen ablagern und dort eine Endokarditis auslösen.
Wie kann man einer Endokarditis vorbeugen?
Gesundes Zahnfleisch und gesunde Haut vermindern die Menge an Bakterien, die jeden Tag in den Blutkreislauf gelangt. Dabei ist eine gute Zahn-, Dental- und Hauthygiene sehr wichtig.
Personen mit bestimmten Herzerkrankungen haben ein besonders hohes Risiko für eine Endokarditis. Solche Personen müssen sich vor zahnärztlichen Eingriffen und vor der Dentalhygiene vor einer Infektion schützen. Dies wird Antibiotika-Prophylaxe oder Endokarditis-Prophylaxe genannt.
Eine Endokarditis-Prophylaxe benötigen PatientInnen mit angeborenem Herzfehler, PatientInnen mit jeglicher Form von Klappenprothesen oder PatientInnen mit Herztransplantation.
Links zum Thema:
Schweizerische Herzstiftung: swissheart.ch
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