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Das Strassenbahnunglück in der Burgwies vom 26. Oktober 1914
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|Bildtext||Das Strassenbahn-Unglück in der Burgwies, Montag den 26. Oktober 1914|
|Bildquelle||Zürcher Wochen-Chronik vom 31. Oktober 1914|
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Das Strassenbahnunglück in
der Burgwies von 1914

Vergangenen Montag (26. Oktober 1914) morgen ereignete sich zwischen Rehalp und Burgwies ein schweres Strassenbahnunglück. Der um 6 Uhr 35 von Esslingen abfahrende Forchbahnzug, bestehend aus einem Motorwagen und drei Anhängerwagen, geriet um 7 Uhr 30 oberhalb der Rehalp ins Gleiten und in rasende Fahrt, offenbar weil die Geleise derart mit Herbstlaub übersäet waren, dass die Bremsvorrichtungen infolge des sich einklammernden Laubes gänzlich versagten.
Ungefähr bei der Witellikerstrasse rammte der Forchbahnzug auf einen Strassenbahnwagen der Linie 2. Schon dieser erste Anprall verursachte erhebliche Zerstörungen und eine Explosion. Der Städtische Wagen und diejenigen der Forchbahn rasten jedoch in ungehemmten Lauf weiter, nach der Burgwies hinunter, eine unbeschreibliche Schreckensfahrt für die zahlreichen Passagiere. Bei der Kurve nächst dem Tramdepot Burgwies erreichte der schwere Zug den städtischen Wagen neuerdings, und dieser zweite, noch wuchtigere Anprall führte zur Katastrophe.
Der städtische Wagen wurde seitwärts geschleudert und kippte um. Er bleib quer über dem Geleise liegen. Der Wagen der Forchbahn wurde vorne und hinten demoliert und ebenfalls aus dem Geleise geworfen. Der offene Güterwagen, der ihm folgte, blieb aufrecht, verlor aber, wie die nachfolgenden zwei Wagen, viel seines Inhalts an Milch, die über die Strasse floss. Der geschlossene Gepäckwagen wurde über die Strasse gestellt, der offene Güterwagen befand sich aufrecht über dem Nebengeleise. Der erheblich leichtere städtische Wagen hatte natürlich am Schwersten gelitten.
Quelle: Zürcher Wochen-Chronik vom 31. Oktober 1914
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|Bildtext||Der zum Stillstand gekommene Forchbahnzug auf der Höhe Mühle Hirslanden an der Forchstrasse.|
|Bildquelle||Zürcher Wochen-Chronik vom 31. Oktober 1914|
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Unglücksfall forderte zwei
Menschenleben und viele Verletzte

Es sind vor allem zwei Menschenleben zu beklagen. Der etwa fünfzigjährige Prokurist R. Meyer von Zollikon, ein Angestellter der Firma Zeller & Cie., hatte, die Katastrophe voraussehend, den Wagenführer in der Bedienung der Bremse zu unterstützen gesucht. Er musste seine tapfere Hilfeleistung mit dem Leben bezahlen, indem ihm beim Zusammenprall der Kopf eingedrückt wurde.
Das andere Opfer ist eine Schülerin der Höhern Töchterschule, die siebzehnjährige Margareta Weber von Zollikon. Sie hatte unmittelbar vor dem Zusammenstoss abspringen wollen; der umkippende Wagen warf sie nieder und drückte sie augenblicklich zutode. Von den Fahrgästen wurden verletzt:
Sie wurden teils ins Krankenasyl Neumünster, teils in das Kantonsspital zur ärztlichen Behandlung verbracht. Die Verletzungen sind glücklicherweise leichterer Natur, Knochenverletzungen wurden keine festgestellt; die schwersten Verletzungen sind Fleischwunden am Schädel. Alle Genannten bis auf zwei konnten entlassen werden. Der Wagenführer und die Kondukteure sind mit ungefährlichen Verletzungen davongekommen.
Ein Geleise konnte rasch wieder freigelegt werden, so dass der Verkehr Hegibach-Rehalp nur einen kurzen Unterbruch erlitten hat. Die Untersuchungsbehörden und die Direktion der Strassenbahn haben zahlreiche Verhöre und Untersuchungen vorgenommen, deren Ergebnisse bisher noch nicht bekannt gegeben wurden.
Quelle: Zürcher Wochen-Chronik vom 31. Oktober 1914

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