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Charles Ferdinand Ramuz ist einer der wichtigsten Autoren der französischsprachigen Schweiz. Kurz vor dem ersten Weltkrieg lernte er den bildenden Künstler René Auberjonois kennen, ebenfalls aus dem Waadtland, aber wesentlich berühmter als sein schreibender jüngerer Kollege.
1916 begegnen sie sich wieder, aus Paris geflohen (1. Weltkrieg), am Genfer See. Und ein dritter im Bunde verbringt das Exil im Lavaux: Igor Strawinsky, der bekannteste von allen dreien. Die Männer “erkennen” sich, schliessen eine tiefe Freunschaft, die sich nicht auf den Intellekt gründet, sondern auf die Haltung zum Leben. Unfassbar schön, wie Ramuz den Umgang von Strawinsky mit einem Laib Brot, einem Krug Wein beschreibt.
Die Künstler versuchen, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Da Theateraufführungen verboten sind, konzipieren sie ein Wandertheater, mit dem man von Dorf zu Dorf ziehen kann: Die Oper «Histoire du Soldat». Libretto: C.F. Ramuz, Musik: Igor Strawinsky, Bühnenbilder: René Auberjonois. Im September 1918 kommt das Stück erstmals zur Aufführung - und kurz danach wurden sämtliche öffentlichen Veranstaltungen wegen der spanischen Grippe verboten. Die Wege der drei Freunde verloren sich. Zehn Jahre nach der Uraufführung veröffentlichte Ramuz seine «Souvenirs sur Igor Strawinsky» und nochmals 15 Jahre später eine Monographie über Auberjonois. Die Erinnerungen von Ramuz an Strawinsky und Auberjonois sind in diesem Band vereint. Ein sehr inspirierendes Buch über Freundschaft, über Kunst, über das Leben.