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Der Schicksalsstein – viele Legenden ranken sich um ihn, seit Jahrhunderten spielt er eine Schlüsselrolle bei der Krönung der britischen Monarchen und am Samstag, wenn King Charles III. (74) offiziell die Krone aufgesetzt wird, bekommt der sogenannte «Coronation Stone» erneut einen ganz besonderen Platz in der Westminster Abbey. Aber was hat es mit diesem Steinblock auf sich? Woher kommt er und wieso ist er so wichtig? Mit Hilfe von «Historic UK» und «Town&Country» klären wir auf.
Herkunft
Wissenschaftler fanden heraus, dass es sich bei dem Block um einen roten Sandstein aus der schottischen Region Scone handelt. Daher rührt auch ein weiterer Name, der dem Schicksalsstein gegeben wird, nämlich Stein von Scone.
Der keltische Name des Steins lautet «Lia Fail», «der sprechende Stein» oder «der Stein, der den wahren König ernennen wird».
Geschichte
Im Jahr 1292 entfernte King Edward I. den Stein aus dem Scone Palast in Schottland und brachte ihn mit sich nach England. Dort liess er extra für den Stein den Krönungsthron aus Eichenholz anfertigen, unter dessen Sitz der Stein verstaut wurde. Damit wollte Edward seine Macht über die Schotten zum Ausdruck bringen und der Thron wurde erstmals bei der Krönung von Edwards Sohn, King Edward II. im Jahr 1308 verwendet. Indem der Stein aus Schottland unter dem Thron lag, sollte symbolisiert werden, dass der König nicht nur König von England war, sondern auch von Schottland – und die Schotten sind ja bekannt dafür, grossen Wert auf ihre Unabhängigkeit zu legen und immer wieder dafür zu kämpfen.
Edwards Plan, mit dem Stein seine Macht gegenüber Schottland zu demonstrieren, ging allerdings etwas nach hinten los. Nach unzähligen Versuchen, Schottland zu erobern, leitete Robert the Bruce im Jahr 1306 eine Rebellion gegen den englischen König Edward I. ein und krönte sich selbst zum König von Schottland. Allerdings ohne Schicksalsstein, denn dieser bleibt weiterhin in England. Dort blieb er im Krönungsstuhl bis zum Jahr 1996, als man entschied, Schottland den Stein zurückzugeben und ihn ins Schloss von Edinburgh brachte.
Bis zu seiner Rückkehr nach Schottland wurde der Stein von Scone stets in der Westminster Abbey aufbewahrt – bis es 1950 kurzzeitig zu einem Zwischenfall kam, bei dem schottische Studenten den Steinblock aus der Kirche stahlen, die ein Statement bezüglich Schottland Nationalismus setzen wollten. Einen Teil des Steins sollen sie in Kent vergraben haben, gaben allerdings Stein und vergrabenes Stück später wieder zurück. Und so konnte der Stein bei der Krönung von Queen Elizabeth II. (†96) im Jahr 1953 wieder seinen Platz unter dem Krönungsstuhl einnehmen.
Legende
Um den Coronation Stone ranken sich viele Legenden. Eine davon besagt, dass Fergus, Sohn von King Eric, dem ersten König Schottlands, den Stein aus Irland mitbrachte und auf diesem später zum König gekrönt wurde. Eine andere Legende besagt, dass Jakob von Bethel seinen Kopf auf den Stein zum Schlafen legte und später vom Propheten Jeremiah ins alte Irland gebracht wurde. All diese Legenden stellten sich allerdings als eben genau das heraus – nur Legenden –, als Geologen den Ursprung des Steins in Scone identifizierten.
Krönung von King Charles III.
Auch für den kommenden Samstag wird der Stein wieder in der Westminster Abbey sein. Dafür wurde er extra aus Edinburgh nach London transportiert, um dort seinen alten Platz im Krönungsstuhl einzunehmen. Nach der Krönung wird der Schicksalsstein aber wieder nach Schottland gebracht und im Schloss von Edinburgh ausgestellt.