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Es ist der erste Mai des Jahres 1815 in Beaworthy in England. Wie immer legt Lady Amelia Midwinter am Grab ihres Bruders einen Maiglöckchenstrauß nieder. Das Grab ihrer Schwester Anne ignoriert sie. Auch die Fragen ihrer 17jährigen Tochter Julia, die sie begleitet, bleiben unbeantwortet. Die Krankheit des Vaters dient... Es ist der erste Mai des Jahres 1815 in Beaworthy in England. Wie immer legt Lady Amelia Midwinter am Grab ihres Bruders einen Maiglöckchenstrauß nieder. Das Grab ihrer Schwester Anne ignoriert sie. Auch die Fragen ihrer 17jährigen Tochter Julia, die sie begleitet, bleiben unbeantwortet. Die Krankheit des Vaters dient als Begründung für die Eile. Einen Tag später ist Lady Amelia Witwe. Fast zwei Jahre später kommt Alec Valcourt mit seiner Mutter und seiner Schwester in den Ort. Er möchte sich als Tanzlehrer hier ein neues Leben aufbauen. Doch das Tanzen ist im Ort verboten. Die Autorin hat einen abwechslungsreichen Roman geschrieben. Die Personen sind gut charakterisiert. Lady Amelia hat im Ort das Sagen. Was sie festlegt, geschieht. Ein dunkler Schatten liegt über ihrem Leben. Julia, ihre Tochter, hat in ihrer Kindheit unter der Lieblosigkeit des Vaters gelitten. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter ist gespannt. Julia fühlt sich in dem kleinen Ort eingesperrt und träumt von einem Leben in der weiten Welt. Doch als einzige Erbin des Gutes sieht es damit schlecht aus. Alec Valcourt hat von heute auf morgen Arbeit und Heimat verloren. Das Leben beim Onkel stellt ihn vor neue Herausforderungen. Während der Prolog von Julia erzählt wird, ändert sich das im Hauptteil. Das Buch ließ sich zügig lesen. Dazu trägt die vielschichtige Handlung mit ihren Rückblenden in die Vergangenheit bei. Nach und nach werden die Geheimnisse der früheren Jahre aufgeklärt. Auch Alec gelingt es, zumindest im privaten Kreis seinen Beruf ausüben zu können. Während ich in der ersten Hälfte die christlichen Bezüge vermisst habe, ändert sich das im zweiten Teil. Hier werden Vergebung und Gnade mehrmals thematisiert. Der Schriftstil des Romans zeichnet sich durch detailgenaue Beschreibungen aus. Inhaltsreiche Gespräche bereichern das Buch. Die Beschreibung der Etikette beim Tanzen und die Erläuterung einzelner Tänze sorgen für Anschaulichkeit. Jedem Kapitel ist ein Zitat vorangestellt, dass inhaltlich mit dem Teil der Geschichte harmoniert, der gerade erzählt wird. Das Cover mit dem tanzendem Paar passt zum Thema des Romans. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Auf teils unterhaltsame, teils ernsthafte Weise wird gezeigt, wie eine einzige Lüge tief in das Leben der Menschen eingreifen kann.
„Das Geheimnis des Tanzmeisters“ – bereits der Titel dieser aktuellen Neuerscheinung aus der Feder Julie Klassens verrät einiges über den Inhalt. Das zentrale Thema – der Tanz - führt im kleinen Dorf Beaworthy in Devonshire zu einigen Kontroversen. Seit einem fürchterlichen Skandal in der Vergangenheit - dem im Klappentext... „Das Geheimnis des Tanzmeisters“ – bereits der Titel dieser aktuellen Neuerscheinung aus der Feder Julie Klassens verrät einiges über den Inhalt. Das zentrale Thema – der Tanz - führt im kleinen Dorf Beaworthy in Devonshire zu einigen Kontroversen. Seit einem fürchterlichen Skandal in der Vergangenheit - dem im Klappentext erwähnten Geheimnis - der die herrschende Familie der Middwinters auf Buckleigh Manor betraf, verbot sich die verwitwete Lady Amelia Midwinter jegliche Tanzvergnügen – und weitete dieses Verbot auch auf das umliegende Dorf Banworthy aus. Lady Amelias 19jährige Tochter Julia litt unter der strengen Herrschaft ihrer Mutter und verspürte das brennende Verlangen, aus ihrem trägen und langweiligen Leben auszubrechen. Julia verstand es durchaus, ihren Kopf durchzusetzen, doch auch sie stieß an ihre Grenzen. Das Geheimnis um die Vergangenheit zu lüften war ihr bislang noch niemals gelungen. Das unvermittelte Auftauchen eines attraktiven Tanzmeisters aus London namens Alec Valcourt weckte das Interesse der jungen blonden Dame, doch der große, attraktive Mann übte zunächst große Zurückhaltung in ihrer Gegenwart. Da Alec jedoch mit seiner bezaubernden Schwester Aurora und seiner Mutter bei seinem Onkel Ramsay in Beaworthy einzog, kreuzten sich Julias und Alec’s Wege zwangsläufig immer wieder… und immer wieder spielte der Tanz eine tragende Rolle dabei… Julie Klassen versteht es hervorragend, ihren Lesern mit dieser romantischen Liebesgeschichte ein paar zauberhafte Lesestunden zu bereiten. Mir hat dieses Buch aus mehreren Gründen sehr gut gefallen – zum einen ist es der einnehmende Schreibstil, mit dem die Autorin ihre Geschichte erzählt, zum anderen sind es die liebenswürdig gezeichneten Personen, von denen mir besonders die Familie Desmond ans Herz gewachsen ist. Als das ältere Ehepaar Fergus und Maria ihren traditionellen Tanz veranstalteten und dabei gegen alle Konventionen verstießen, haben sie mich mit ihrer gegenseitigen Zuneigung, die für alle Außenstehenden deutlich zur Schau getragenen gegenseitigen Liebe, vollends für sich eingenommen. Auch ihr Sohn John, der ruhige, besonnene ehemalige Tanzmeister, gewann meine Sympathie im Flug. Und obgleich das Augenmerk zunächst auf die Protagonisten dieses Romans gerichtet wurde und Julia und Amelia Midwinter sowie Alec Valcourt die meiste Aufmerksamkeit zuteil wurde, empfand ich die Intensität, mit der Julie Klassen sich um die vielen Nebenfiguren kümmert, als eine große Bereicherung für dieses Buch. Ich habe auch die fröhliche, unkomplizierte Familie Allen, die für Julia in ihrer gesamten Kindheit und Jugendzeit einen wichtigen Platz in deren Leben einnimmt, wie auch Mr. Barlow, der ruhige und väterliche Angestellte von Buckleigh Manor, ins Herz geschlossen. Bedauerlich fand ich die für meinen Geschmack zu wenig entwickelten Charaktere der Geschwister Ben und Tess Thorne, deren Lebensgeschichte ich gerne intensiver mitverfolgt hätte. Die Autorin baut durch diverse Geheimnisse um die Vergangenheit ihrer Hauptfiguren Spannung auf, die sie bis zum Schluss beibehält. Man verfolgt neugierig dessen schrittweise Enthüllung durch Julia, spekuliert und vermutet, und kann das Buch letztendlich kaum noch aus der Hand legen. Leider muss ich einem meiner Vorrezensenten Recht geben und anmerken, dass sich einige Fehler ins Buch geschlichen haben. Jene wie „Alex“ anstatt „Alec“ konnte ich großzügig überlesen, aber wenn Valerie Valcourt als „der hübsche Junge“ bezeichnet wird, ist das ein klein wenig störend (S. 164). Nichtsdestotrotz vergebe ich für diese herzerwärmende Geschichte die volle Anzahl der Bewertungssterne – „Das Geheimnis des Tanzmeisters“ hat mir ein paar wunderschöne Lesestunden beschert, und ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiter empfehlen.
Buchinhalt: England im 19. Jahrhundert: im beschaulichen Beaworthy wagt der junge Londoner Tanzlehrer Alec einen Neuanfang, doch überall schlägt ihm und seiner Tanzschule Ablehnung entgegen. Der Grund ist Lady Amelia, die über Wohl und Wehe in Beaworthy bestimmt und Tanzen vor Jahren verboten hat. Amelias Tochter Julia jedoch fühlt sich von... Buchinhalt: England im 19. Jahrhundert: im beschaulichen Beaworthy wagt der junge Londoner Tanzlehrer Alec einen Neuanfang, doch überall schlägt ihm und seiner Tanzschule Ablehnung entgegen. Der Grund ist Lady Amelia, die über Wohl und Wehe in Beaworthy bestimmt und Tanzen vor Jahren verboten hat. Amelias Tochter Julia jedoch fühlt sich von Alec angezogen, ganz zum Leidwesen ihrer Mutter – denn mit der Rückkehr des Tanzvergnügens nach Beaworthy kommen mehrere Familiengeheimnisse ans Licht, die Julias Leben in ihren Grundfesten erschüttern… Persönlicher Eindruck: Ein tolles Buch, ich habe es mehr als genossen! Mehrere separate Handlungsstränge laufen zunächst mehr oder weniger parallel, um sich ab und zu und natürlich zum Schluß hin miteinander zu verflechten und zu einer großartigen Geschichte zusammen zu finden. Anders als in Klassens vorherigen Romanen ist Alec als männlicher Protagonist die Hauptfigur und auch die Liebe steht weniger im Vordergrund, als vielmehr Intrigen, Familiengeheimnisse und die Vergangenheit zahlreicher Figuren in diesem spannenden Roman. Bis zuletzt ist nichts vorhersehbar und das Rätselraten um mehrere zentrale Punkte aus der Vergangenheit machen aus dem christlichen Historienroman nahezu einen Krimi. Die christlichen Aspekte im Buch sind bis ins letzte Drittel eher spärlich gesät aber durch das Leben der Figuren dennoch nachvollziehbar und eingängig. Abkehr von Standesdünkel und Nächstenliebe sind dabei ein Thema, genauso, wie Neuanfang und Vergebung. Alec und Julia sind zwei völlig grundverschiedene Charakterfiguren und dennoch werden sie zu Verbündeten – Julias Familiengeheimnis und Alecs Vergangenheit machen einfach Lust auf mehr und lassen den Leser tief in der ansprechenden Handlung versinken. Die Handlungsweisen der Dramatis Personae sind jederzeit absolut nachvollziehbar und die Autorin legt auch diesmal wieder eine Detailgenauigkeit sogar in die Nebenfiguren, so dass das Leben im Dorf Beaworthy absolut stimmiges Kopfkino erzeugt. Der rote Faden Tanz / historische Tänze zieht sich strukturgebend durch den ganzen Roman, man braucht in vielen Szenen nur die Augen zu schließen, schon hat man den Eindruck, die passende Musik zu hören. Trotz allem sind die Beschreibung der Tänze nie staubig und trocken und somit ist der Roman durchaus auch etwas für Tanzmuffel. Alles in allem eine absolute Leseempfehlung, auch für Einsteiger ins Genre und für alle diejenigen, die einen ansprechenden historischen Roman mit Botschaft zum Nachdenken suchen!