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Mina Shakya wohnt in Bungamati, rund 15 Kilometer von Kathmandu entfernt. Das Dorf, das beim verheerenden Erdbeben vom 25. April schwer beschädigt wurde, ist der Geburtsort des Gottes Rato Machhendranath. Das Erdbeben ereignete sich während des Festes, das dem Schutzgott des Kathmandu-Tales gewidmet ist. Der Tempel und zahlreiche Häuser sind eingestürzt. Freiwillige arbeiten gemeinsam daran, den Schutt zu räumen. Sie tragen Masken, um sich vor dem Staub zu schützen. Mina Shakya wohnt zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter, der Schwiegermutter und der Familie ihres Schwagers. Sie leben von der Herstellung religiöser Figuren, die Mina in der Tempelstadt Patan verkauft.
Mina Shakya erzählt, was sie erlebt hat:
„Während des Erdbebens war ich in Patan, um Figuren zu verkaufen. Ich habe dort gewartet, bis alles vorbei ist. Als ich zurück nach Hause kam, sah ich, dass unser Haus vom Erdbeben zerstört war. Zum Glück ist niemand aus unserer Familie verletzt worden. Wir schlafen seither unter einer Zeltplane auf dem Marktplatz, zusammen mit vielen andern Leuten. Die Nächte sind kalt und es regnet oft. In unserem Dorf hat das Beben vier Menschen getötet und mehrere verletzt.
Alle unsere Reis-Vorräte wurden verschüttet. Es war eine schwere Arbeit, sie auszugraben. Die Nachbarn haben uns dabei geholfen. Unsere Gasflaschen und Küchengeräte konnten wir auch retten. Dagegen haben wir unsere Gussformen für die Herstellung der Figuren verloren. Mein Mann hatte sie in langer Arbeit selbst hergestellt. Einige Messingfiguren fanden wir auch im Schutt, wir lagern sie nun unter einem übriggebliebenen Dachteil im Innenhof. Die Solidarität unter den Leuten hier ist gross. Einige Einheimische haben Geld gegeben, um Nahrungsmittel zu kaufen, die dann verteilt worden sind.“
Text: Katja Remane, Mitarbeiterin Kommunikation, Caritas Schweiz
Foto: Caritas Schweiz