Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03649.jsonl.gz/1187

Swisscom hat nach Einsprachen von Bundesrat Alain Berset und anderen Anwohner auf den Bau einer 5G-Antenne in Belfaux verzichtet. Das Telekommunikationsunternehmen begründete den Entscheid mit einem negativen Vorbescheid des Amtes für Kulturgüter. Bersets Beschwerde habe damit nichts zu tun.
Der in Belfaux wohnhafte SP-Bundesrat Alain Berset erhob bereits 2018 mit drei Familienmitgliedern Einsprache gegen den Bau einer 4G-Antenne, die später ohne erneute öffentliche Auflage in eine 5G-Antenne hätte umgewandelt werden können, wie «Blick» und «La Liberté» am Mittwoch berichteten. Die Einsprache liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.
«Dieses Schreiben vom April 2018, das – unter anderem – von Herrn Berset im Rahmen eines Auflageverfahrens unterzeichnet wurde, stützt sich im Wesentlichen darauf, dass der für den Bau gewählte Standort als ungeeignet erachtet wurde», schrieb das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) auf Anfrage.
In dem sechsseitigen Schreiben werden auch die negativen Auswirkungen elektromagnetischer Wellen auf die Gesundheit erwähnt. Auch dazu erklärte das EDI, dass «Herr Berset, wie in dem Schreiben erwähnt, stets die Auffassung vertreten hat, dass die Einhaltung der Strahlungsnormen wesentlich ist, da sie es ermöglicht, jedes Gesundheitsrisiko auszuschliessen, wie es derzeit der Fall ist».
«Keine Auswirkung des Briefes»
Christian Neuhaus, Sprecher von Swisscom, versicherte auf Anfrage, dass «ein negativer Vorbescheid des Amtes für Kulturgüter der Grund für die Aufgabe ist und nicht der Brief von Alain Berset». Man habe zudem einen neuen Standort für die Antenne gefunden.
Stanislas Rück, Leiter des Amtes für Kulturgüter des Kantons Freiburg, bestätigte dies gegenüber Keystone-ATS. «Aus Sicht des öffentlichen Raums und des Freiburger Gesetzes waren wir der Ansicht, dass es nicht der passende Ort war», so Rück. Er betonte aber auch, dass der abschliessende Entscheid beim Bau- und Raumplanungsamt (BRPA) gelegen hätte.
5G-Gegnerin gelangte an die Medien
Dass Bersets Beschwerde publik wurde, ist auf das Engagement von Chantal Blanc, Präsidentin des Verein Stop 5G Glâne, zurückzuführen. Mit ihrem Verein hatte Blanc im Rahmen des Informationsgesetzes (Linf) Zugang zu den Akten der Gemeinde Belfaux erhalten.
Sie beschloss, diese den beiden Medien zu übergeben, um auf eine FDP-Motion hinzuweisen, die demnächst im Parlament behandelt wird, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. «Die Motion verlangt, die Installationsgrenzwerte von 5 Volt pro Meter auf 20 v/m zu erhöhen.»
Blanc legt Wert auf die Feststellung, dass ihr Vorgehen keinesfalls darauf abzielte, Alain Berset wieder ins Rampenlicht zu rücken. Sie sei indes überrascht, dass Berset mit dem Vorgehen Erfolg hatte. «Seit drei Jahren habe ich fünfzig Einsprachen eingereicht», sagte sie. Erfolgserlebnisse seien dabei die Ausnahme gewesen.