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«Meine Kaiser Geschichte beginnt mit einem anderen Exemplar desselben Typs, aber einem 1951er-Modell. Dieses Auto hatte ich, als Autoelektriker zum grossen Teil in Eigenregie, zwischen 1982 und 1987 restauriert. Dieser Wagen ist immer noch bei mir.
Das hier gezeigte Auto ist ein 1952er-Modell. Als Teil des damaligen «Marshall Plans» wurde der Wagen in Teilen aus den USA nach Rotterdam verschifft, um dort zusammengebaut zu werden. Ein Hauptzweck des Marshall Plans war es ja, die europäische Industrie nach den Kriegswirren wieder in Gang zu bringen. Mein Kaiser ist also eine «Europe Version». Nach einem Eventbesuch mit meinem ersten Kaiser 1988 in Lugano kam ein Franzose auf mich zu und erwähnte ein 1952er-Modell, welches in Luxemburg zu haben sei. Ich war interessiert und reiste nach Luxemburg, um mir das Auto anzuschauen. Es war ein klassischer «Basket Case», komplett zerlegt in vielen Schachteln, aber mit der Zusicherung, dass nichts fehlen würde.
Nun, ich stürzte mich ins Abenteuer und kaufte das ganze Sammelsurium. Der Zollbeamte in Basel wusste nicht so recht, was mit dem Haufen Teile anzufangen sei und verrechnete mir schliesslich ganz pragmatisch einfach einen Franken pro Kilo. Mit dem 13.20A-Formular in den Händen ging es dann nach Embrach, um das Auto beim Zollamt zu registrieren. Anschliessend begann ich, alle Teile zu katalogisieren und mit der Restaurierung zu beginnen. Diese erstreckte sich schliesslich über viele Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung mit der erfolgreichen Veteranen-MFK im Juni 2023. Über all die Jahre fand ich immer wieder die Zeit, die Musse und auch die Mittel, den Kaiser von Grund auf zu neuem Leben zu erwecken. Familiäre und berufliche Veränderungen zwangen mich zwar des Öfteren zu längeren Pausen, aber das Ziel, einen sehr gut und authentisch restaurierten 52er-Manhattan zu haben, hatte ich immer vor Augen.Die erste Fahrt fand zwar bereits 2017 statt, aber in den letzten Jahren kamen doch noch eine Revision des automatischen Getriebes und verschiedene andere Arbeiten dazu. Nun ist er also fertig, mein Kaiser!
Die Marke Kaiser ist für die meisten nur im Zusammenhang mit den von Kaiser gebauten Jeeps in Erinnerung; meine zwei Kaiser Limousinen dürften die einzigen Exemplare in der Schweiz sein. Der Wagen verursacht natürlich einiges Aufsehen, wo immer ich damit auffahre, und meine erwachsenen Söhne hatten vor nicht langer Zeit einen coolen Auftritt damit im Autokino. Ich bin einmal von einem älteren Herrn angesprochen worden, sein Vater hätte genauso ein Auto gehabt und er sass als Kind immer hinten rechts. Ich habe ihn natürlich gebeten, sich wieder auf diesen Platz zu setzen und ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen. Ich glaube, er hat diesen Moment sehr genossen.
Unsere längste Fahrt ging bis dato «nur» bis nach Kemptthal, aber nachdem ich den Kaiser nun für eine bevorstehende Weltumseglung wieder eingelagert habe, freue ich mich schon sehr auf weitere Fahrten in ungefähr einem Jahr. Ein Verkauf ist sowieso kein Thema, die beiden Autos sind Teil der Familie geworden. Schiff ahoi, ihr beiden Kaiser!»