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Weltgerichtsaltar von
Rogier van der Weyden
Das aus insgesamt neun Das aus ingesamt neuen Tafeln bestehende Polyptychon, des niederländischen Malers Rogier van der Weyden, wurde um 1450 für die Kapelle im Krankensaal des Hôtel Dieu in Beaune angefertigt und hat eine Höhe von 215 cm. Es ist nicht signiert, erst spätere Quellen haben Rogier van der Weyden zweifelsfrei als Maler des Bildes identifiziert.
Die Bilder des Altars sind in Öl auf Eichenholz gemalt und zeigen auf der Innenseite eine Darstellung des Jüngsten Gerichts. In zugeklapptem Zustand sind die Heiligen Sebastian und Antonius und die Verkündigung ausgeführt als Skulpturen in Grisaille, sowie die Porträts des Stifterpaares zu sehen. Heute steht der Altar in einem Nebenraum des Hospizes. Die Thematik des Altars stammt aus dem Alten und Neuen Testament, insbesondere aus dem Evangelium nach Matthäus und der Apokalypse.
Durch eine senkrechte Achse mit dem Weltenrichter verbunden befindet sich direkt unter ihm der Erzengel Michael (Bild rechts).
Begleitet von vier Posaune blasenden Gerichtsengeln wägt er die Seelen, die durch den Klang der Posaunen erweckt aus ihren Gräbern kriechen, um sich dem Gericht zu stellen. Er ist gekleidet wie ein Diakon, mit Albe, der diagonal über die Brust verlaufenden Stola des Diakons, und einem schweren und prunkvollen Chormantel aus rotem Goldbrokat, der mit einer Fibel geschlossen wird. Der Dreipass der Fibel ist ein Symbol der Dreifaltigkeit, an die auf diese Weise – anders als im Genter Altar des Jan van Eyck – hier nur indirekt erinnert wird. Der segnende Gestus des Richters weist den Seligen den Weg zur Paradiespforte, dargestellt durch ein gotisches Portal mit Porphyrsäulen und vergoldetem Tympanon, Fialen, Krabben und Zinnen, wo sie vom Erzengel Gabriel, dem Paradieswächter, empfangen werden. Den Verdammten dagegen weist die Geste des Richters, unterstrichen durch das blutrote Gerichtsschwert, den Weg zur Hölle, aus deren weitgeöffnetem schwarzem Schlund die Flammen emporlodern.