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Die Trikuspidalinsuffizienz (TI) ist eine häufig anzutreffende Form der Herzklappenerkrankung. Hier kommt es aufgrund eines unzureichenden Schlusses der Segelklappe im rechten Herzen zu einem Rückfluss des Blutes in das rechte Atrium, wenn dieses während der Systole aus dem rechten Ventrikel in den Lungenkreislauf gepumpt werden soll. Daraus ergibt sich eine Druck- und Volumenüberlastung des rechten Herzens und in schweren Fällen eine Rechtsherzinsuffizienz. Eine geringgradige TI ist kaum von klinischer Relevanz.
Es werden grundsätzlich zwei Formen der TI unterschieden [1]: Der primären TI liegen intrinsische Anomalien zugrunde, d.h. die Segelklappe ist aufgrund angeborener oder erworbener Konditionen strukturell so gestaltet, dass sie nicht ausreichend schließt. Eine sekundäre TI entsteht dagegen aus anderen Herzerkrankungen, die die Geometrie so verändern, dass ein an sich gesunde Klappe nicht mehr richtig arbeiten kann [2]. Diesbezüglich können eine Dilatation des rechten Ventrikels, eine rheumatische Herzerkrankung, eine Tumorerkrankung und die pulmonale Hypertonie als Beispiele genannt werden. Daraus ergeben sich Unterschiede hinsichtlich des Alters der Patienten bei Vorstellung mit einer TI und auch im Hinblick auf mögliche klinische Symptome, die nicht direkt an die TI gebunden sind. Die Inzidenz der sekundären TI ist signifikant höher als die der primären TI.
Solche Symptome sind von diagnostischer Relevanz, da die TI selbst in den meisten Fällen keinerlei Beschwerden hervorruft. Selbst bei ausgeprägten hämodynamischen Anomalien sind sich die Patienten oft keiner kardialen Symptome bewusst. Wenn sich Probleme einstellen, dann resultieren diese aus einer fortgeschrittenen Rechtsherzinsuffizienz und sind nicht spezifisch für eine TI: Die Patienten mögen über vermehrte Müdigkeit und Leistungseinbußen berichten und können unter Belastung eine Dyspnoe entwickeln. Ein Rückstau des Blutes in den venösen Kreislauf ist an einer Halsvenenstauung zu erkennen, führt aber auch zur Hepatomegalie. Darüber hinaus können sich periphere Ödeme entwickeln, vor allem in den Beinen, und auch in den Körperhöhlen kann sich Flüssigkeit mit Transsudatscharakter ansammeln. Ein Aszites kann sich als zunehmender Leibesumfang zeigen.
Mittel der Wahl zur Darstellung einer TI ist die Doppler-Echokardiographie. Diese Technik ermöglicht die Visualisierung der systolischen Regurgitation in den Vorhof, die das holosystolische Herzgeräusch, wie es in der Auskultation zu vernehmen ist, erklärt. Das Volumen an Blut, das in den Vorhof zurückgedrückt wird, kann geschätzt werden. Weitere typische Befunde der Echokardiographie sind Dilatationen des rechten Ventrikels, des rechten Atriums und der Vena cava inferior sowie bei mittelgradiger bzw. hochgradiger TI ein Durchmesser der Vena contracta >3 mm und >7 mm. In der Lebervene ist bei hochgradiger TI ein während der Systole umgekehrter Blutfluss zu erkennen [3]. Natürlich sind in der echokardiographischen Untersuchung auch die übrigen Herzklappen und -kammern sowie das Myokard zu beurteilen. Eventuell ergeben sich aus den so erhobenen Befunde Hinweise auf die Ursache der TI [4]. Deren Identifikation bildet die Basis für die Entscheidung zu einer adäquaten Therapie.
Als weitere diagnostische Maßnahmen kommen die kardiale Magnetresonanztomographie und die Herzkatheterisierung infrage. Bei geringgradiger TI sind derartige Untersuchungen nicht angezeigt, aber bei symptomatischer Herzklappenerkrankung kann eine kardiale Magnetresonanztomographie wertvolle Daten zu strukturellen und hämodynamischen Anomalien liefern. Die invasive Herzkatheterisierung ist Patienten vorzubehalten, bei denen intrakardiale Messungen erforderlich sind, um beispielsweise eine pulmonale Hypertonie zu diagnostizieren [5].