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Der Pallas genannte Hochflussreaktor mit einer Leistung von 80 MW soll den Forschungsreaktor HFR des European Union Joint Research Centre (JRC) im niederländischen Petten ersetzen. Der seit über 50 Jahren in Betrieb stehende HFR ist der grösste Produzent von Radioisotopen für die medizinische Anwendung in Europa und der zweitgrösste weltweit. Sein Ersatz ist seit längerem in Planung, das Projekt harzte jedoch wegen offener Finanzierungsfragen. Die niederländische Regierung und die Provinz Noord Holland sprachen im Januar 2012 je EUR 40 Mio. (CHF 48 Mio.) für Planung, Beschaffung und Genehmigungsverfahren. Damit könne die nächste Planungsphase angegangen werden, freute sich Projektleiter Paul de Jong. Für die Realisierung des Forschungs- und Bestrahlungsreaktors Pallas wird laut Regierung eine neue, unabhängige Organisation gegründet. Während seiner Lebensdauer müssen die geplanten Einnahmen die Bau- und Betriebskosten vollumfänglich decken.
Zudem wird die Regierung EUR 38 Mio. (CHF 46 Mio.) investieren, um das Projekt Oyster (Optimized Yield – for Science, Technology & Education – of Radiation) zu fördern. Oyster soll das Forschungsfeld am Higher Education Reactor der Technischen Universität Delft erweitern. Das Projekt soll laut TU Delft den Forschenden eine kalte Neutronenquelle bei der Temperatur von flüssigem Wasserstoff zur Verfügung halten. Die tiefe Geschwindigkeit der Neutronen erhöht die Präzision bei der Neutronenstreuverfahren in einer Vielzahl von Anwendungen wie beispielsweise der Materialforschung für Kernreaktoren, Solarzellen und Batterien oder dem Sichtbarmachen und Behandeln von Krebs.
Quelle
M.A. nach NRG und niederländischer Regierung, Medienmitteilungen, 20. Januar, und NucNet, 23. Januar 2012