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Thunersee–Beatenberg-Bahn
|Kürzel||TBB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1889-06-21|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1889 eröffnete TBB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Sie verband die Beatenbucht am Thunersee mit dem viel besuchten Touristendorf und Kurort Beatenberg, wo sich zahlreiche Hotels und Pensionen befanden. Anfangs mit Wasserballast betrieben, erfolgte 1911 die Elektrifikation (Drehstrom; ab 1953 Gleichstrom) der TBB. Die Geschwindigkeit der Bahn stieg dadurch von 1.76 Metern pro Sekunde auf 2.25 Meter pro Sekunde. Gleichzeitig entfernte man die Zahnstange. Bautechnisch herausfordernd an der zweischienigen TBB war der Umstand, dass ein beachtlicher Teil der Strecke – rund 27 Prozent – in Kurven verlief. Das ideale Profil einer Standseilbahn war in der Anfangszeit die Gerade (später die Parabel), denn Kurven erschwerten die korrekte Seilführung und führten zu einem stärkeren Seilverschleiss. Erst der Einsatz von schräg gestellten Tragrollen ermöglichte den Bau von gewundenen Linien. Ursprünglich mit der Erstellung beauftragt war die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) Winterthur, die Erneuerungen im Zuge der Elektrifikation besorgte die Von Roll AG Bern. Die TBB verkehrte nicht ganzjährig. Bei 60 der insgesamt 120 angebotenen Plätze handelte es sich um Stehplätze.
Die TBB war finanziell erfolgreich. Die Betriebsergebnisse lagen mit Ausnahme des Jahres 1915 durchgehend im positiven Bereich. Ab 1897 konnte die TBB bis 1913 alljährlich eine Dividende ausrichten, die in den besten Jahren nach 1905 bis zu 7.5 Prozent des Aktienkapitalwerts erreichte. Der Kriegsausbruch 1914 löste jedoch einen harten Rückschlag aus. Die Passagierzahlen verringerten sich um fast zwei Drittel, zogen aber nach dem Kriegsende rasch wieder an. Gesamthaft gesehen überstand die TBB die Kriegskrise glimpflich. Passivsaldi musste sie praktisch keine ausweisen, die schwebenden Schulden waren mit 12'300 Franken im Jahr 1920 geringfügig.
1907 wandelte die TBB feste Anleihen in Aktien um. Grosse Veränderungen traten 1911 beim Baukonto auf. Diese gründeten darauf, dass das der TTB gehörende Wasserwerk bei Beatenberg mit einem Buchwert von rund 130'000 Franken nach der Elektrifikation nicht mehr den Baukosten der Seilbahn subsummiert wurde (in der Bilanz blieb das Wasserwerk inbegriffen). Bis und mit 1910 sind insofern die Baukosten generell und ebenso die Aufwendungen für das Rollmaterial, denen das Wasserwerk vorher zugeordnet war, klar überzeichnet. Beim Rollmaterial kam überdies dazu, dass ab 1911 die Ausgaben für das Drahtseil, die Seiltragrollen sowie für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen im Gesamtwert von rund 69'000 Franken fortan separat ausgewiesen wurden.
Unter Ausschluss des Wasserwerks waren die Baukosten der TBB mit 362'900 Franken pro Bahnkilometer tief (Stand 1920). Der Streckenanteil von Tunnel- und Brückenbauten hielt sich mit knapp 100 Metern in Grenzen. Den weitaus grössten Kostenpunkt bildete dennoch wie bei den meisten Standseilbahnen der Unterbau, der 49 Prozent der Gesamtausgaben auf sich vereinigte.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.