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Auf der Bühne ein Wohnzimmer, vier Menschen, darüber in Übergrösse ihre Gesichter auf einer Filmleinwand. Ausgehend von der Geschichte eines jungen Belgiers, der nach Syrien reiste, um dort für die Errichtung eines Kalifats zu kämpfen, erinnern sie sich an ihre Jugend. Sie erzählen von ihren Vätern und wie sie sich von ihnen losgesagt haben. Sie sprechen über Wahnsinn, Glaube und politische Überzeugungen. Was hält die Gesellschaft noch zusammen in dieser Epoche des Radikalismus, den sich ankündigenden Klimakriegen und des Werteverfalls? Wie übersetzt sich eine kulturelle Umbruchzeit in private Lebensläufe? Und taugt das Theater heute noch als politisches Reflexionsmedium? In intimen Erzählungen spiegelt sich die jüngste Geschichte Europas, ein Tableau Vivant unserer Zeit entsteht.
«The Civil Wars» ist der erste Teil der «Europa-Trilogie», die Milo Rau mit «The Dark Ages» weiterführen und mit «Die Geschichte des Maschinengewehrs» abschliessen wird. Der Filmemacher und Autor aus Bern bearbeitet in seinen Stücken immer wieder brisante gesellschaftspolitische Themen wie bspw. den Schauprozess der Ceausescus, den Genozid in Ruanda oder die Verurteilung der Aktivistinnen von Pussy Riot. Seine Arbeiten laufen an internationalen Festivals und haben zahlreiche Preise gewonnen. Der Tagesanzeiger nannte ihn kürzlich den «meistbegehrten Regisseur dieser Tage», Der Freitag «den umstrittensten Theaterregisseur seiner Generation».