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Ein Gebäude, drei Häuser, suggeriert das gestaffelte Volumen mit seinen drei Giebeln.
Ein Gebäude, drei Häuser, suggeriert das gestaffelte Volumen mit seinen drei Giebeln.
|Architekten||Andrea Frapolli, Monte Carasso|
|Bauingenieur||Pedrazzini Guidotti, Lugano|
|Planungs- und Bauzeit||2018 - 2019|
|Auftraggeber||Toscaza Notta und Giovanni Marci|
Zwei historische Steinhäuser im Ortskern von Prosito bildeten den Ausgangspunkt: ein Wohnhaus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, das durch eine Parzellengrenze zweigeteilt und zuletzt in den 1970er Jahren umgebaut worden war, dazu ein benachbarter Stall aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurden zu einem einzigen Gebäude überformt, das als Addition von drei zueinander versetzt liegenden, aneinandergebauten Häusern mit je einem eigenen Dach erscheint. So bleibt der Massstab der Häusergruppe gewahrt, ebenso die Bezüge zur Nachbarschaft. Das aufgegliederte Volumen begleitet den Verlauf der Kirchgasse und der Topografie, die beide auf einen benachbarten Bachlauf reagieren.
Wörtlich, räumlich und symbolisch in der Mitte des Ganzen steht das historische Wohnhaus. In seinem Erdgeschoss liegt der zentrale Raum des häuslichen Lebens mit Küche, Kamin und grossem Esstisch, darüber befindet sich eine Wohngalerie. Die frei gespielten Wände machen den Raum als Ganzes erlebbar und etablieren im annähernd kubischen Volumen eine Richtung, die senkrecht zur Richtung des Dachs verläuft und eine Verbindung zu den anschliessenden Gebäudetrakten aktiviert. Talseits befinden sich auf drei Geschosse verteilt die Zimmer, die ins Volumen des ehemaligen Stalls greifen, während die Erschliessung des Hauses mit Treppe und Diensträumen im ehemaligen Zwischenraum der historischen Bauten liegt. Weil sich das Hausvolumen quasi nach Osten verschoben hat, entstand in den alten Bruchsteinmauern ein Leerraum: ein intimer Hof, der die Zimmer vor der nahen Nachbarschaft schützt. Bergwärts verbindet ein neues Volumen das Zugangsgeschoss mit dem Hauptgeschoss. Es beherbergt als Remisen- und Eingangsgebäude das Auto, die Kellerräume, den Hauszugang und einen geschützten Gartensitzplatz.
Der Bau wird durch die Materialien Beton und Bruchstein geprägt, deren mineralische Qualität durch die Fenster und die wenigen Einbauten aus Holz noch unterstrichen wird. Die plastischen Möglichkeiten des künstlichen, gegossenen Steins werden dabei intensiv genutzt, etwa in der Gestaltung des Kamins, sodass sich das Monolithische des Betons und das Gefüge der Mauern eindrücklich ergänzen. Dies auch technisch, wird doch das alte Gemäuer durch den Beton stabilisiert.
Mächtige Steingewände mit Spuren klassischer Architekturformen bezeugen, dass der Mantovaner, der im 15. Jahrhundert das Wohnhaus erbaut haben mag, nicht ohne Ansprüche war.
Die Zimmer in den unteren Geschossen bewahren trotz Glasfront ihre Intimität. Die Mauer des alten Stalls umfasst einen kleinen Hof, der als Erweiterung des Raums erfahren wird.
Als doppelte Schale mit eingelegter Dämmung gewinnt die Mauer eine Stärke von bis zu einem Meter. Räumliche Verknüpfungen in der Vertikalen und der Horizontalen verhindern den Eindruck von Enge.
Wie in Bauernhäusern ist der zentrale Raum Diele, Küche und Essraum zugleich. Die Feuerstelle bestärkt ihn als Mitte des Hauses.