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250 ist die wohl wichtigste Zahl in der Modell-Geschichte von Ferrari. Das braucht aber ein paar Erläuterungen, denn alles beginnt mit dem Ferrari 250 Europa.
- Lampredi vs. Colombo
- Pininfarina vs. Vignale
- 250 Europa vs. 250 Europa GT
Es ist eigentlich ganz einfach: 3 Liter Hubraum geteilt durch 12 Zylinder = 250. Und wenn man an klassische Ferrari der 50er und 60er Jahre denkt, dann ist es diese 250, die so ziemlich überall auftaucht, mit dem Höhepunkt 250 GTO. Und doch ist es kompliziert, insbesondere zu Beginn der langen Karriere der 250er-Ferrari, was auch etwas mit den Bezeichnungen zu tun hat. Zuerst war da der Ferrari 250 Europa, ab 1953, dann kam der Ferrari 250 Europa GT, schon 1954.
Nur zwei Buchstaben, doch sie machen einen wirklich grossen Unterschied. Der 250 Europa GT verfügte über den famosen Colombo-Motor, bezeichnet als Tipo 112. Der hatte sein Leben einst als Rennmaschine mit 1,5 Liter Hubraum begonnen, war über die Jahre ständig gewachsen, zum ersten Mal 3 Liter Hubraum (Bohrung x Hub 73 x 58,8 mm) hatte er im 250 MM, doch für besagten 250 Europa GT wurde die Verdichtung auf 9,0:1 verringert, es wurden zwei Weber-Doppelvergaser 36DCZ montiert, was dann noch eine Leistung von 220 PS ermöglichte. Doch das war, wie erwähnt, erst 1954.
Der Ferrari 250 Europa, ab 1953, dagegen war noch mit dem klassischen Lampredi-V12 bestückt, intern bezeichnet als Tipo 103. 68 x 68 Millimeter Bohrung x Hub, ca. 200 PS bei 7000/min. Vom Lampredi-Motor gab es auch 4-Zylinder und 6-Zylinder in Reihe, vor allem aber V12 mit bis zu 5 Liter Hubraum, inklusive Siegen in Le Mans. Der 3-Liter-V12 war die kleinste Version dieser Maschine.
Von den Ferrari 250 Europa entstanden wahrscheinlich 22 Exemplare, gesichert vier Stück mit Vignale-Karosserie (Michelotti!, siehe unten, Chassis-Nummer 0313EU). Alle anderen mit Pininfarina-Aufbau (siehe oben, ein früheres Exemplar, Chassis-Nummer 0305EU); wahrscheinlich gab es auch zwei Pininfarina-Cabrios. Wichtiger ist: es war dies die erste Zusammenarbeit von Ferrari mit Pininfarina. Dass sie «trotzdem» etwas eigenartig aussehen in ihrem Proportionen, hat sich auch damit zu tun, dass der Radstand stolze 2,8 Meter betrug; vorne gab es Einzelradaufhängung, hinten eine Starrachse.
Wir dürfen nicht vergessen: Das ist jetzt 70 Jahre her. Der Ferrari 250 Europa rannte locker 200 km/h, verfügte aber nur über eher schwächliche Trommelbremsen. Und selbstverständlich war das alles Handarbeit, Ferrari war damals noch weit vom heutigen Ruhm entfernt, ein Kleinsthersteller, der noch nicht einmal 500 Autos gebaut hatte. Doch dann kamen die 250er, dann kam die Kooperation mit Pinnfarina – und alles wurde viel besser.
In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer schöne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier. Ansonsten entsteht hier eine sonntägliche Reihe von Ferrari, schon beschrieben wurden der 250 LM (der gar kein 250er war), ein paar Feinheiten am Testarossa, der Ferrari Dino 206 GT und lange sowie der kurze California Spider.