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Der wichtigste neuzeitliche Münzschatzfund im Kanton Bern stammt aus Moosseedorf. Im Oktober 1971 kamen hier anlässlich der Verlegung eines Telefonkabels an der Hofwilstrasse insgesamt 340 Münzen und mehere Scherben aus denen das Fundgefäss rekonstruiert werden konnte, zum Vorschein. Die Münzen waren ursprünglich in Leinwand eingewickelt.
Die Zusammensetzung des Fundes zeigt geradezu mustergültig auf, welche Münzen im 17. Jahrhundert in der Berner Landschaft zirkulierten. Unter den insgesamt 340 Stücken befinden sich fünf Goldmünzen sowie 19 grössere und 316 kleinere Silbermünzen. Die Gold- und grösseren Silbermünzen sind alle ausländische Prägungen, was für den frühneuzeitlichen Geldumlauf charakteristisch ist. Drei der fünf Goldmünzen sind spanische Dublonen, die wahrscheinlich von König Philipp IV (1621-1663) stammen. Weiter sind im Fund ein französischer louis d'or von Ludwig XIV (1643-1715) und drei Ritterdukate aus den Generalstaaten der Niederlande (Provinz Holland) enthalten. Zahlenmässig am Meisten vertreten sind die einheimischen Batzen aus den Münzstätten Freiburg und Solothurn. Der Inhalt des Fundgefässes stellte wertmässig einen ansehnlichen Betrag dar. Der Gesamtwert der 340 Münzen des Fundes betrug in der Zeit der Verbergung etwa 1000 bis 1050 Batzen. Dieser Betrag entsprach dem Wert von 25 Schafen. Ein Zimmermann (Meister) musste für diese Summe 143 Tage , also ein halbes Jahr arbeiten.
Die Forschung brachte den Münzschatz von Moosseedorf mit den Konfiskationen nach dem Bauernkrieg von 1653 in Verbindung. Die Berner Regierung bestrafte damals die aufständischen Bauern mit ganz empfindlichen Bussen, die oft auch gewaltsam eingetrieben wurden. Möglicherweise gehörte der Geldbetrag einem Bauern, der sein Vermögen aus Angst vor den Konfiskationen in der Erde vergraben hat. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass Münzschätze nicht nur in Kriegs- oder Krisenzeiten versteckt wurden, sondern dass man den Boden oft auch in Friedenszeiten als "natürlichen Tresor" benützte.
(Quelle: der Münzschatz von Moosseedorf, verborgen nach 1661 von Daniel Schmutz, Enthalten in Berns mächtige Zeit des 16. und 17. Jahrhundert neu entdeckt)