Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03343.jsonl.gz/1696

Unmöglich, über die Britische Hip Hop-Szene zu berichten, ohne den Namen Tony Rotton, a.k.a. Taipanic, a.k.a. Blak Twang zu erwähnen. In den Strassen Süd-Londons aufgewachsen, arbeitete er an seinen «verbal skillz» als MC an offenen Mikrophonen, am Radio, in Clubs, im Studio, bei Gastauftritten, u.a. mit dem Wu Tang Clan, in Zusammenarbeiten, unter anderen mit Roots Manuva und Rodney P., und begann mitte der Neunzigerjahre mit der Veröffentlichung einer Reihe von Singles mit Kultstatus seinen Ruf als «Killer-MC» zu festigen. Nach der Veröffentlichung des Debuts «19 Longtime» (’98) folgte vor kurzem das zweite Album «Kik Off» (beide Wall Of Sound), mit welchem er ansetzt, sich auch in den Szenen ausserhalb Britanniens als fester Wert einzuschreiben.
Wie am nächsten Abend Percy X eine weitere Generation nach Juan Atkins auf verwandten Pfaden repräsentiert, wird der Abend mit Blak Twang vom Trio New Flesh, wie Roots Manuva auf dem «Ninja Tune»-Sublabel «Big Dada» zu Hause, abgerundet. Die «Afro-Dancehall-Punks» mit dem programmatischen Namen bringen in der Tat neuen Wind in die Hip Hop-Szene, nicht nur Englands, mit ihrem wilden Mix von vorwiegend Stilen der «Black Music, from the Ancient to the Future», in Verbindung mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors, welcher von Kritikern auch schon als Übersetzung von George Clinton’s Konzept von Funk in ein neues Genre interpretiert wurde. Sehr bekömmlich, auch für vegetarisch lebende Menschen.