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Im Gespräch mit Marlon, Jermaine, Jackie und Tito Jackson durfte jackson.ch mehr über ihre unglaubliche Karriere erfahren. Sie sprachen über Zusammenhalt, Motown, den Labelwechsel zu Epic und die Trennung von Jermaine. Wir befragten sie auch zu aktuellen Projekten und ob Randy zurückkehre. Am Ende des halbstündigen Treffens erzählen sie uns eine Anekdote. Wie der Musiker Greg Phillinganes Michael Jackson und sie über eine Stunde lang warten liess…
«I Want You Back hat unser Leben ins Rollen gebracht»
Marlon, Jermaine, Jackie und Tito Jackson sind mit dem aktuellen Haupt-Team von jackson.ch zusammen gesessen.
Zugegeben, wir sind nervös als wir am Montagabend, 1. Februar 2016, auf Michael Jacksons Brüder warten. Seit 15 Jahren betreiben Tom und ich die Webseite jackson.ch, doch getroffen haben wir sie noch nie.
Die Jacksons sind die erfolgreichste Familie im Musikbusiness. Ihr Weg zum Erfolg liest sich wie ein Märchen. Die Eltern Katherine und Joseph Jackson ziehen in den 1950er Jahren nach Gary, Indiana – heute eine der gefährlichsten Städte der USA. Der Vater arbeitet als Kranführer in einem Stahlwerk und spielt abends in einer Bluesband. Die Mutter hilft in einem Supermarkt aus, denn das Einkommen muss für eine Grossfamilie reichen: Mit der Geburt Janet Jacksons im Jahr 1966 sind es neun Kinder, die auf engstem Raum leben. Als Joseph Jackson das musikalische Talent seiner Söhne entdeckt, kauft er Tito eine Gitarre. Jermaine übt die Bassgriffe auf demselben Instrument, da das Geld für einen Bass fehlt. Joseph Jackson setzt alles daran, seine Söhne von Strassengangs fernzuhalten – mit harter Hand. Schläge, oder gar Züchtigungen mit einem Gürtel gehören zur Tagesordnung. Michael Jackson sagt später gegenüber Oprah Winfrey: «Man kann ihn möglicherweise einen starken Anhänger von Disziplin nennen. Er war sehr streng, er war sehr hart zu mir, ein Blick von ihm und man hatte Angst.» Mutter Katherine Jackson ihrerseits predigt als strenggläubige Zeugin Jehovas von humanitärer Liebe.
Über Nacht zu Idolen
Die Jackson 5 proben täglich nach der Schule und treten in Baren und Nachtlokalen auf. Ihre Songs laufen im lokalen Radio. 1968 folgt der grosse Clou: Das Label Motown nimmt die Jackson 5 unter Vertrag. Ihr Vorsitzender Berry Gordy weiss: Diese Kinderband können wir ganz gross raus bringen. Tatsächlich: Die ersten vier Singles klettern alle auf den ersten Platz der US-Charts. Die Jackson 5 werden von einem Tag auf den anderen zu Idolen tausender Teenager. Seit 1972 reisen die Jackson 5 für Konzerte sogar rund um die Welt. Heute ist die Band mit über 100 Millionen verkaufter Tonträger in der Rock and Roll Hall of Fame verewigt.
Was sollten wir sie fragen? Skandale gäbe es genug. Etwa die angebliche Affäre zwischen Jermaine Jackson und Whitney Houston. Oder ihre Finanzprobleme, nachdem Michael Jackson die Band The Jacksons verlassen hatte. Doch die Brüder würden gekonnt ausweichen. Bereits bei Motown lernten sie, wie man ungemütlichen Fragen geschickt aus dem Weg geht. Dann ist es soweit: In einem Besprechungsszimmer vom Kameha Grand Hotel in Zürich Oerlikon, sitzen wir mit den Brüdern an einem Tisch.
Die Jacksons treffen ein
Erst tauchen Jermaine, Jackie und Tito auf. Freundlich geben sie uns die Hand und setzen sich auf die Stühle gegenüber von uns. Sollen wir bereits loslegen? «Nein, wir warten noch auf Marlon», sagen sie. Wir wären schon glücklich gewesen, mit einem der Brüder ein Interview führen zu können. Nun kommen sie also alle Vier. Wow. Wir wissen nicht so recht, wie wir die Wartezeit überbrücken sollen. Die Art On Ice Kontaktperson hatte uns eingeschärft, dass wir maximal 15 Minuten mit den Jacksons bekämen. Also hatten wir die Fragen und den Ablauf des Treffens genau durchdacht. Noch ahnen wir nicht, dass wir uns erst 35 Minuten später von den Jacksons verabschieden werden.
Wir berichten den Brüdern, dass wir jedes Jahr eine Party in Zürich organisieren, an der wir Michael Jackson Songs, und natürlich auch diejenigen der Jackson 5 und The Jacksons spielen. «Was macht ihr, ein Konzert?» Nein, wir haben Discjockeys und die Gäste tanzen. Die DJs spielen nebst den Hits all die B-Sides, die man in den Clubs normalerweise nicht hört. «Können wir da hingehen?» Nein, das ist erst wieder um Michael Jacksons Geburtstag herum (dieses Jahr am Sa, 3. September 2016). Wir erkundigen uns, wie es sei mit der Art On Ice Band zu proben. Die Jacksons haben nur ihren eigenen Keyboarder mitgebracht. Die Proben würden gut voranschreiten. «Es sind grossartige Musiker», sind sie sich einig. Jermaine erblickt unsere Plattencovers: «Möchtet Ihr diese unterschrieben haben?» Gerne. Dann trifft Marlon und ihr Manager ein. Endlich. Wir legen los und berichten, dass wir seit 1995 Fan-Arbeit betreiben (Tom) und die Webseite jackson.ch seit 2001 online sei.
Tito: Ich danke euch vielmals.
Marlon: Danke für eure Unterstützung.
Jackie: Ich schätze das sehr.
Jackson.ch: Ihr habt im Jahr 1979 in den Schweizer Bergen für die TV-Show ABBA im Schnee getanzt…
Marlon: Ja, in Skianzügen. Ich erinnere mich, mit «Shake Your Body».
Wie ist es, 37 Jahre später mit eurer Musik zurück in der Schweiz zu sein?
Um auf eure unglaubliche Karriere sprechen zu kommen: Welches sind eure Lieblingssongs aus dem eigenen Katalog und wieso?
Marlon: Da wirst du unterschiedliche Antworten von allen Brüdern erhalten, starten wir doch mit dem Ältesten von uns.
Jackie: Ich mag «I Want You Back», weil damit alles begonnen hat. «I Want You Back» ist einer meiner Favoriten, weil das unser Leben ins Rollen gebracht hat.
Tito: «I Want You Back» und «ABC» sind zwei meiner Lieblinge.
Jermaine: «Never Can Say Goodbye».
Marlon: Ich erwähne die meistverkaufte Single, die wir hatten: «I’ll Be There».
Das sind alles Jackson 5 Songs, die ihr bei Motown aufgenommen habt. Im Jahr 1976 seid ihr zum Label Epic gewechselt, wieso?
Tito: Wir wollten im Musikgeschäft vorankommen. Unser Vater hat bereits bei Motown für uns gekämpft, damit wir die Möglichkeit erhalten, unsere eigenen Songs zu schreiben. Das war einer der Gründe, wieso wir Motown verliessen. Wir waren sehr erfolgreich mit den Komponisten von Motown, doch Berry Gordy sah es nicht als wichtig an, dass wir uns weiterentwickeln. Aber unser Vater wollte, dass wir uns entwickeln, und Epic gab uns diese Möglichkeit. Das war etwas, was wir immer machen wollten. Wir waren bereit. Wir hatten bereits eigenes Material beisammen und so kamen wir alle zusammen und liessen alles raus und verwirklichten uns.
Die ersten Alben wurden aber von den Philly-Soul Pionieren Kenny Gamble und Leon Huff produziert, wieso durftet ihr erst das dritte Album «Destiny» selbst produzieren?
Jermaine: Ich kann darauf nicht antworten
Marlon: Ja, er war nicht dabei, er kann nicht antworten.
Wir kommen später noch auf Jermaines Solo-Projekte zu sprechen.
Marlon: Nachdem wir Motown verliessen, wollte Epic Records, dass Gumble und Huff ein Album mit uns machten. Wir wollten aber unsere eigenen Songs schreiben. Wir haben auf den ersten beiden Alben drei Songs geschrieben… (zu Jackie:) Wie viele Songs haben wir auf den ersten zwei geschrieben, je drei?
Es waren je zwei Songs auf den Alben «The Jacksons» und «Goin’ Places».
Tito: Die Songs, die wir in den frühen Tagen schrieben, waren meistens wahre Geschichten: Über unsere Mutter, unseren Schlagzeuger, Freunde und Freundinnen.
Jermaine: (beginnt den Jacksons-Song «Find Me A Girl» zu singen) Kennt ihr «Find Me A Girl»?
Marlon: (als Spass) Er sucht noch immer. (Alle brechen in Lachen aus)
Jermaine Jackson, du warst Mitte der 1970er-Jahre mit der Tochter vom Motown-Gründer Berry Gordy verheiratet und hast dich von deinen Brüdern getrennt, um solo weiter zu machen. Welches sind die Liebingssongs aus deinem solo-Katalog?
(denkt lange nach, murmelt etwas)
Jermaine: Mit Clive Davis, Stevie Wonder und Whitney Houston zusammen zu arbeiten, das waren grossartige Jahre. Diese Zusammenarbeiten waren etwas Spezielles. Und auch mit Berry Gordy, es war toll.
Hast du deine Brüder nie vermisst?
Marlon: Er rief mich weinend an.
Jermaine: Ich vermisste sie, und sie wussten das auch. Aber ich wusste, dass ich es ohne sie schaffen konnte und sie wussten, dass sie es ohne mich schaffen können. Uns wurde gesagt, die Show müsse weitergehen. Wir hatten einen so guten Start. Wir gingen nie auf die Bühne und sahen uns als Konkurrenten an. Aber diese Zeit war sehr schwer für mich. Wenn man derart stark verbunden miteinander aufwächst, so spürst du diesen Zusammenhalt immer als einen Teil von dir.
Im Jahr 1999 hat Michael Jackson im «The Mirror»-Interview angekündigt, nach einem solo-Album wieder mit euch ins Studio zu gehen. Man kann das auf Youtube anhören. Wieso wurde das Projekt nie verwirklicht?
Marlon: Wann war das, 1999?
Jermaine: Ich kann das nicht beantworten. Marlon kann das beantworten.
Marlon: Das kam leider nicht zustande. Nach «2300 Jackson Street»… war das unser letztes Album? Ich glaube, das war das letzte Album, für das wir zusammen gearbeitet haben. Da war nie ein Album danach. Es ist nie so weit gekommen.
Aber was ist mit dem Projekt geschehen, das er nach «Invincible» mit euch machen wollte?
Seit dem Jahr 2012 gebt ihr zu Viert wieder Konzerte und seid ins Studio gegangen. Was können wir vom geplanten The Jacksons Album erwarten?
(Jermaine beginnt einen der neuen Songs zu summen)
Marlon: Wisst ihr, wir haben unser ganzes Leben lang Musik gemacht, es ist ein Teil von uns. Wir sassen als Gruppe an einen Tisch und Tito hat sich während er ein Steak zerschnitt, in den Finger geschnitten, und was dabei raus kam waren Musiknoten. (wir alle brechen in Gelächter aus). Ich mache nur Spass. Musik ist ein Teil von uns, Musik ist unsere zweite Natur. Wir können uns nicht für eine lange Zeit nicht sehen und dann zusammen auf die Bühne gehen und keine neue Musik machen. Es geschieht einfach, und alles nimmt seinen Lauf. Es ist ein Zauber, der geschieht.
Wir sind andere Leute auf der Bühne, als wenn wir nicht auf der Bühne stehen. Ich denke Viktor (Project-Manager von Art on Ice) weiss das. (alle lachen)
Wie wird das neue Album musikalisch ausfallen? Eher modern, oder nostalgisch wie die vielen Retro-Alben, die momentan auf den Markt kommen?
Marlon: Wir machen einfach, was wir fühlen: Jackson-Musik. Wir hatten grossartige Lehrer, wir gingen an grossartige Schulen. Wir waren an der Motown-Universität und an der Philly International Universität. Von da an machten wir unsere eigene Musik.
Tito, du hast als einziges Jackson 5 Mitglied noch nie ein solo-Album veröffentlicht. Dies soll sich bald ändern. In London hast du im vergangenen Jahr einige der neuen Songs gespielt.
Tito: Ja, ich freue mich darauf. Ich versuche, mein solo Album wahrscheinlich im Sommer zu veröffentlichen. Es ist eine Kollaboration von Vielem: Aktueller Pop, R’n’B, und etwas Country.
Marlon: Hits! (lacht)
Jermaine, du warst in letzter Zeit wieder sehr aktiv mit solo-Projekten, da war das Album «I Wish You Love» im Jahr 2012 oder beispielsweise die 2015-Single «Summertime Feeling». Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Jermaine: Ich mache einfach… etwas wie… Ich liebe dieses Isley Brothers Ding… ich versuche etwas raus zu bringen. (wir verstehen nicht ganz alles, er spricht sehr leise)
Da sind so viele Sachen, die ich gerne tun würde. Ich liebe noch immer die Musik, es ist meine zweite Natur. Und ich mag Filme.
Jackie: Nein, ich konzentriere mich auf die Gruppe zur Zeit. Und seit zwei Jahren habe ich zwei kleine Kinder.
Geht es den Zwillingen gut?
Jackie: Ja, es geht ihnen gut.
Einer meiner Lieblingssongs ist ein Song, den ich zusammen mit David Paich von Toto geschrieben habe. Er heisst «Wait». Ich mag ihn. Ich warte darauf, diesen Song auf der Bühne zu spielen. Wir werden das tun.
Marlon: Werden wir? (die anderen nicken und lachen)
Jermaine zu Marlon: Ich habe dir gesagt, wir sollten unser Repertoire gelegentlich anpassen.
Jermaine: Ich mag den Keyboard-Part von diesem Song… (von «Wait» vom Victory-Album, Jermaine beatboxt den Part vor)
Auch Marlon Jackson hat ein solo-Alben veröffentlicht: «Baby Tonight» mit dem Hit «Don’t Go».
Rechts seine Single, die Marlon für «Victory» komponiert hat: «Body»
Inwiefern wird sich eure Show bei Art on Ice von euren bisherigen Konzerten unterscheiden?
Marlon: Das ist das allererste Mal, dass wir mit Eiskunstläufern auftreten. Wir freuen uns darauf.
Tito: Es sind wirklich sehr gute Musiker. (über die Art on Ice Band – The Jacksons haben einzig ihren Keyboarder dabei)
Jackie: Es wird grandios. Das Arrangement ist anders wegen den Eiskunstläufern, damit sie ihr Ding machen können. Wir nahmen unsere Songs und haben sie anders arrangiert, es hat andere Wendungen für die Eiskunstläufer. Wir haben hierfür zusammen gearbeitet.
Marlon: Und ich werde einen dreifachen Axel hinlegen. (Gelächter)
Aber erst bei der letzten Show!
Tito: Dann, wenn alle die Halle verlassen haben. (Gelächter)
Gibt es Hoffnung für die Fans, eines Tages Randy wieder mit euch auf der Bühne zu sehen? (Michaels jüngerer Bruder war seit 1973 das inoffizielle, sechste Live-Mitglied der Jackson 5 und seit 1976 festes Mitglied von The Jacksons).
Jermaine: Wir hoffen es auch. Er ist zu Hause, mit seinen Sachen beschäftigt.
Marlon: Er ist zu Hause und isst Erdnüsse. (alle lachen)
Jermaine: Vieles, was wir auf der Bühne spielen – sie schrieben all diese Sachen, nachdem ich sie verliess. Als ich nicht um sie herum war. Randy ist ein grossartiger Komponist. Er, Jackie und Michael haben sehr vieles geschrieben. Ich hoffe, dass er auch wieder mit uns touren wird. Er ist ständig beschäftigt. Er ist mit Wall Street Angelegenheiten beschäftigt.
Jackie: Bevor wir wieder raus kamen (das Comeback starteten) habe ich mit ihm darüber gesprochen, und er wird zurückkommen.
Werden von der «Unity Tour» und auch von den alten Sachen wie der «Victory Tour», DVDs erscheinen?
Jackie: Wir werden etwas zusammenstellen. Das wird bald kommen.
Und was ist mit den Konzerten aus den frühen Zeiten?
Marlon: Die Zeit muss dafür reif sein. Es könnte «Packet-weise» erscheinen. Es muss ein ganzer Marketingplan dahinter stecken und all diese Dinge.
Jackie: Es sollte keine aktuelle Musik draussen sein, bevor wir etwas raus bringen.
Gibt es keine rechtlichen Probleme?
Marlon: Nein. Wollt ihr welche verursachen? (alle lachen)
Vielen Dank für dieses Gespräch…
Marlon: War es das schon!? Ich möchte, dass er (Tom) noch eine Frage stellen darf.
Wer hat am liebsten Schokolade von euch?
Jacksons: Jackie! (Wir überreichen ihnen als Dankeschön eine Praline-Schachtel von Sprüngli. Auf der Verpackung ist das Matterhorn abgebildet)
Jacksons: Danke… Wir kennen den Berg vom Paramount Pictures Logo her, und vom Disneyland. (in Kalifornien gibt es eine Bahn, auf der man durchs Matterhorn fahren kann)
Wir wollten euch noch eine Frage über den Keyboarder und Arrangeur Greg Phillinganes stellen. Es scheint, als wäre er eine Art Co-Produzent vom Album «Destiny».
Marlon: Lass mich eine Geschichte erzählen über dieses Album. Wir hatten eine Session am Morgen. Weil wenn wir Songs aufnehmen, nehmen wir die Vocals der Stimme wegen am Morgen auf. Am Morgen anstatt am Nachmittag… Wir begannen also um 10 Uhr morgens, korrekt Jackie?
Jackie: Wir hatten auf halb 11 Uhr abgemacht.
Marlon: Halb 11 Uhr, stimmt. Also gingen wir früh ins Studio um bereit zu sein. Ich, Jackie, Michael, Tito und Randy. Und wir warteten und fragten uns: Wo ist Greg? Er tauchte erst um halb 12 auf! Greg Phillinganes war eine Stunde zu spät. Wir waren bereits um viertel nach 10 dort. Und das erste, was er machte, nachdem er ankam, war ans Telefon zu gehen und Frühstück zu bestellen. Aber wenn das Haus voller Frühstück ist, so kann ich nicht spielen. (alle lachen.) Jackie sagte zu ihm: Greg, geh einen Stock höher. Zu diesen Zeiten konntest du nicht einfach so eine Session verschieben, weil die Anderen nach dir bereits anstanden. Zeit ist Geld. Er aber ass Eier, Hash Browns (Rösti), und wir sassen da und warteten. (lautes Gelächter)
The Jacksons Manager: Greg Phillinganes hatte einen recht grossen Einfluss auf «Don’t Stop Till You Get Enough». Er hatte einen recht grossen Einfluss auf den mittleren Teil. (er singt die Melodie-Passage vor). Es schien, als ob Michael das ausgearbeitet hat und er nahm es mit Quincy auf. Aber Greg hatte einen grossen Einfluss auf «Don’t Stop Til You Get Enough».
Wir berichten, dass wir kürzlich in London eine 12-Inch Platte von «Don’t Stop» gefunden haben und da zu unserer Verwunderung im Gegensatz zum Album-Booklet bei den Credits Michael Jackson und Greg Philinganes angegeben sind. (siehe Foto)
Manager: Das ist korrekt, das ist deswegen.
Jermaine Jackson, Roman, Tom und Ueli vom jackson.ch-Team. Sitzend: Marlon, Jackie und Tito Jackson.
Unsere Art on Ice Kontaktperson packt die Gelegenheit (die abgemachte Zeit ist längst überschritten) und fragt die Brüder, ob sie mit uns noch für Fotos posieren würden. Wir begeben uns in die Sofaecke des Raumes. Jermaine hat keinen Platz mehr auf der Couch – die Brüder rücken zusammen, doch Jermaine findet «i want to stay with the fellows». Wir fragen Tito, der während dem Interview auf einem Blatt Papier gezeichnet hatte, was er am liebsten male. «Oh, ich machte das einfach aus Spass. Ich habe einfach ein Auto gemalt.» Als die Fotos geschossen sind, verabschieden wir uns von den Jacksons. Später posten sie auf Twitter: «Shout-out to Jackson.ch, great hang guys @ArtonIce» Wir haben uns jedenfalls sehr gefreut, dass sie sich für uns Fans Zeit genommen haben. Dies, nachdem The Jacksons zuvor für die zehn Art On Ice Shows in Zürich, Lausanne und Davos geprobt hatten.
Hintergrundinfos:
Greg Phillinganes
Die Jacksons haben die Anekdote nicht böse gemeint, sie hatten sich beim erzählen köstlich amüsiert. Greg Phillinganes hat seit den Destiny-Studiosession 1978 regelmässig mit den Jacksons gearbeitet. Er war musikalischer Direktor von Michael Jacksons Bad Welttournee, der Dangerous Welttournee und von den beiden Konzerten «Michael Jackson: The Solo Years 30th Anniversary Celebration», bei denen es zu den ersten Reunions-Auftritten von The Jacksons seit 1984 kam. Im Dangerous-Booklet hat sich Michael Jackson einen Spass erlaubt: Da, wo den Labels gedankt wird, die bei ihnen unter Vertrag stehende Künstler für das Projekt mitarbeiten liessen, steht: «Greg Phillinganes hat mit freundlicher Genehmigung seiner Eltern mitgemacht.» Vielleicht eine späte Rache dafür, dass er Michael und seine Brüder damals so lange warten liess? Wohl kaum. Aber wie auch auf der Bühne ersichtlich war, hatten es die beiden gerne lustig miteinander. Greg Phillinganes ist ein regelmässiger Gast am Jazz Festival Montreux.
Das Comeback der Jacksons
Im Jahr 2008 äusserten sich nebst einem der Brüder auch Joseph Jackson erstmals dazu, dass The Jacksons offenbars über ein Comeback nachdenken (ohne Michael Jackson). Zu The Post sagte er im März 2008: «We can get back out there and set the world on fire. If the Rolling Stones can still rake in the money, so, too, can my boys.» Später wurden die Pläne konkreter: Eine Reality-TV-Reihe sollte das öffentliche Interesse ankurbeln. («The Jacksons A Family Dynasty».) Wenig später kündigte auch der King of Pop sein This Is It Comeback an. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Mitten während der Dreharbeiten zu «The Jacksons A Family Dynasty» stirbt Michael Jackson während den This Is It Proben. Ein vom Konzertveranstalter AEG Live monatlich mit 150′000 Dollar bezahlter Leibarzt wollte den an chronischer Schlaflosigkeit leidenden Entertainer mit dem Narkosemittel Propofol in künstlichen Schlaf versetzen. Dr. Conrad Murray wird später aufgrund fahrlässiger Tötung zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Jacksons legen ihr Comeback vorerst auf Eis. Im Jahr 2012 dann aber melden sie sich mit der «Unity Tour» zurück. Obwohl seit langem über ein neues Album gesprochen wird, ist bislang unbekannt, wann und auf welchem Label dieses erscheinen wird.
Roman, seit einigen Jahren ein Mitarbeiter von jackson.ch, hatte 2012 zwei Konzerte der Jacksons in den USA besucht und sie bereits damals hinter der Bühne getroffen und davon berichtet:
Zu guter Letzt möchten wir uns bei allen Helfern, u.a. Grafiker Claudio, und früheren Mitarbeitern (insbesondere bei Claudia, Patricia und Vanita) von jackson.ch bedanken. Ebenso bei allen Lesern. Nur dank euch allen ist jackson.ch noch immer online. Noch so gerne hätten wir euch alle an das Treffen mitgenommen. Aber es versteht sich von selbst, dass wir für ein Interview schon zu dritt eigentlich überzählig waren.