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Die hier vertretene Verbindung des mosaischen Staatsauftrags mit dem 'primitiven' Hirtenheiligtum von Jethro, zugleich die erste Offenbarung, hat ihre Gründe vorerst in der Struktur des Alten Testaments (Göttersynthese) und zweitens in unzähligen archäologischen Quellen, sowohl ägyptischer, wie allgemein vorderorientalischer. Die Urformen des ägyptischen Tempels waren einfache Schilfhüttchen. Sie haben sich - in Stein umgesetzt - als Allerheiligstes in entwickelteren Tempeln erhalten. Auch die in den Mythen erwähnten 'Urhügel' müssen wir uns als artifiziell errichtete, primitive Kultbauten vom 'Fetischtyp' vorstellen. Die bereits bei den Sumerern nachweisbare, später über den ganzen vorderen Orient verbreitete Göttin Ischtar wurde auf zahlreichen Darstellungen - auch in der Schrift - als Schilfbündel dargestellt (Andrae 1930, 1933).
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Manche der alttestamentlichen 'Wunder' lassen sich auch als territoriale Rechtsbräuche deuten. Die geschilderten Vorgänge bewegen sich nicht auf der natürlichen Ebene, verknüpfen Rechtszeichen - artifizielle eingeschlossen - zu Rechts-Statuten, Dekreten, Forderungen, Legitimierungen, Besitznahmen, usw. Die ganze moderne Mythenforschung ist dadurch präjudiziert, dass sie frühgeschichtliche Rechtsgeschichten natürlich übersetzt, rechtliche Implikationen missachtet, die vorgefundenen Begriffe auf ihre eigenen Perspektiven reduziert und dabei vor allem auch das artifizielle Potential sehr unterschätzt.
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Jahwe ist als Ableitung und Bedeutung umstritten, begegnet in theophoren Eigennamen. Elohim dagegen zeigt Charakteristiken, die zeitlich in die Tiefe weisen. Da ist vorerst die weitere Verbreitung, z.B. ugaritisch, dann auch eine weitere Bedeutung, das heisst der Begriff wird auch für nicht-israelitische Götter gebraucht (Kemos, Ischtar, Baal-Zebub). Auch wird das Wort meist im Plural verwendet und meint sowohl eine Vielheit von Göttern oder die Einzahl (unter anderen). Die monotheistisch gerichteten Versuche den Plural des Götternamens als 'pluralis majestatis' zu deuten, sind nicht überzeugend. Das wichtigste Indiz für unsere zweischichtige Hypothese ist jedoch: Jethro verwendet 'Elohim' wenn er von Gott spricht. Und schliesslich: das Heiligtum mit dem brennenden Dornbusch ist in der direkten Umgebung von Jethros Heim, d.h. auf dem von Jethro beanspruchten Territorium gelegen.
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Die Gründe zu dieser Annahme wurden oben bereits angeführt.
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Altbabylonischer Schöpfungsmythos:
"Das heilige Haus, das Götterhaus, war an heiliger Stätte nicht geschaffen
Rohr nicht gesprosst, Baum nicht gewachsen.
Ziegel nicht gelegt, Unterbau nicht gebaut,
Haus nicht gemacht, Ansiedlung nicht erbaut
Ansiedlung nicht gemacht, Zusammenleben nicht ermöglicht.
Nippur nicht geschaffen, Ekur nicht gebaut
Uruk nicht geschaffen, Eanna nicht gebaut,
Eridu nicht geschaffen, Eridu nicht gebaut,
des heiligen Hauses, des Götterhauses Stätte nicht geschaffen.
Die Länder allesamt waren Meer. Der Boden der Insel war Wasserfluss;
Marduk (Ea) fügte ein Rohrgeflecht auf dem Wasser zusammen,
Erde macht er,
schüttete sie auf das Rohrgeflecht,
Damit den Göttern ein Sitz der Behaglichkeit verschaffe,
Menschen schuf er,
Aruru Menschengeschlecht mit ihm erschuf;
Tiere des Feldes, lebendiger, im Felde erschuf er,
das Grün des Feldes schuf er,
die Länder, Wiesen und das Schilf;
die Wildkuh, ihr Junges, das Kalb, das Schaf,
sein Junges, das Lamm der Hürde,
Fruchtbaumpflanzungen und Haine ....."
(Winckler 1906)
Der erste Teil skizziert die noch unbesiedelte Landschaft eines Flussmündungsgebiets. Die vier ersten Zeilen des zweiten Paragraphen beschreiben den Gründungsakt, der Rest den 'Nutzungsplan' der künftigen Siedlung. Erschaffen - deutlich im konkreten Umfeld des Machens und Konstruierens - bedeutet hier klar 'vorsehen', 'planen', 'ermöglichen'. Bei dem vermeintlichen 'Schöpfungs-Mythos' handelt es sich somit recht eindeutig um den Rechtstext einer Siedlungs- oder Stadtgründung. Er beschreibt den initalen Bau eines Göttersitzes aus Schilf, der den künftigen Nutzungsplan entfaltet. Es handelt sich um eine schon damals offensichtlich 'vorgeschichtliche' agrare Rechtstradition. Die meisten sog. Mythen lassen sich als Beschreibungen territorialer Rechtspraktiken lesen (e.g. Fabeltiere als künstlich-kultische Rechtsmarken) . Der vorliegende Text ist jedoch besonders wichtig durch seine Eindeutigkeit. Sie lässt keine Gegenthese zu. Der zitierte Text beschreibt eine Siedlungsgründung.
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Es ist überdies auch so gesehen geradezu naiv, die Schöpfungsgeschichte wörtlich zu nehmen. Im polarharmonisch analogisierenden Weltbild jener Zeit - und besonders in der territorialen Verfassungssprache - können Frucht und Baum, Erkenntnis, Gott, Schöpfer resp. Gründer und Herrscher über die 'Welt', eng vermengt, quasi identisch erscheinen. Selbst die polare Beziehung von Adam und Eva (Rippe!) deutet, über das Anthropomorphe der ersten Menschen hinaus auch andere Aspekte an, die mit demselben mikrokosmischen Gründungskomplex zusammenhängen.
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Lange hat man die Sintfluterzählung auf die ganze Welt auszudehnen versucht. Heute erkennt man sie in ihrer vorderorientalischen Lokalisation. Auch sie gilt wohl primär als zeitliche und räumliche Referenz. Man beachte, dass das babylonische Gilgamesh Epos praktisch die gleiche Geschichte auch kennt. Allerdings wurde sie dort noch - im Unterschied zu Moses monotheistischem Rahmen - polytheistisch registriert.
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Man gibt heut auch theologisch zu: die zwei Zehner-Genealogien reichen nicht mehr aus für den modernen Weltanfang!
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Insbes. Aurelian, Diokletian.
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Die Entscheidung wird später wieder rückgängig gemacht, man pendelt zwischen Arius und Athanasius. Aber grundsätzlich setzt die Kirche auf Athanasius und setzt sich damit auch durch.
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Karlheinz Deschner hat mit seinen historisch akribisch belegten Büchern zur Papst- und Kirchengeschichte - vor allem durch die drei dicken Bände seiner 'Kriminalgeschichte des Christentums' I-III - das Bewusstsein für die machtpolitisch fragwürdigen Grundlagen der Kirchenpolitik ausserordentlich geschärft.
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Im Zusammenhang mit der Affäre um den von Rom gegen den Willen der GIäubigen eingesetzten Bischof Haas in Chur (Schweiz) hat dies der treu ergebene Domherr und bischöfliche Pressesprecher Christoph Casetti in einem Interview treffend auf den Punkt gebracht: "Die 2000-jährige Kirchengeschichte zeigt, dass sich der Klerus noch so blöd benehmen kann, die Kirche geht nicht unter." (Vincenzo Capodini, WW13/2~7. 3. 1997
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Es kommt in dieser 'Rücksichtslosigkeit' der lokalen Bevölkerung gegenüber, auch im Pochen auf das Kirchenrecht, ein Erbe vorderorientalisch-altägyptischer Theokratien zum Ausdruck. In der ganzen Geschichte der grossen Reiche zeigt es sich bis in die modernen Demokratien hinein. Der Mensch als Bewohner der beherrschten Territorien zählt nicht. Was für den Herrscher zählt ist die (weltliche oder 'geistlich' absolut) legitimierte Verfügungsgewalt über ein grösstmögliches Territorium, das - ü;ber 'Opfer', Tribute, Frondienste, Steuern, usw. die zentralistische Existenz des Herrschertums (und seines hierarchischen Apparates) möglichst glanzvoll zeigt.
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Die enge Zusammenarbeit zwischen dem früheren amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan und dem Papst in der Unterstützung des polnischen Widerstands der Solidarnosc ist belegt (Ginsburg).
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Damit sind auch Human- und Naturwissenschaften gemeint, die sich - im Verein - vermehrt entwicklungstheoretisch kritisch selbst reflektieren.