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Opale gehören zu den klassischen Edelsteinen. Ihre Vorkommen sind dünn gesät. Einer der am frühesten entdeckten Fundorte liegt in Europa. Die Lagerstätte in der Ost-Slowakei ist aber seit 1896 erschöpft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Opale in Australien entdeckt.
Wenig bekannt sind alte Vulkane, die heute nicht mehr aktiv sind. In der östlichen Slowakei bei Cervenika liegt ein solches Gebiet. Die ausgeworfenen Gesteine unterlagen verschiedenen Einflüssen. Verwerfungen haben das primäre Gestein (Andesin) aufgebrochen und Wasser konnte eindringen. Bei moderat höheren Temperaturen löste das Wasser SiO2 aus dem Gestein und gab es bei tieferen Temperaturen wieder ab. So konnte sich in Rissen und Lüftchen Opal bilden.
Je nach der Bildungstemperatur unterscheidet man amorphen Opal (Opal-A) und Opal, in dem kristalline Phasen vorliegen (Opal-CT). Damit sind Quarzphasen Cristobalit und Tridymit gemeint, die mit amorphem Opal vermischt sein können. Bei der Abscheidung des SiO2 aus dem angereicherten Wasser entstehen Gelkügelchen. Wenn diese zwischen 150 und 400 Nanometer gross sind und in geregelten dichten Packungen vorliegen, sind sie mit Lichtwellen interferenzfähig und zeigen die bekannten Spektralfarben.
Historisch bedeutend
Schon im 16. Jahrhundert wurde am Bach Ol’sanka, in der damaligen Donau-Monarchie, ein prächtiger Opal gefunden. Der Rohstein wiegt 594 Gramm und wurde der Monarchin Maria Theresia geschenkt. Er befindet sich heute in Wien im Naturkunde Museum und trägt den Namen „Harlekin“. Da die Slowakei früher zu Ungarn gehörte, sind die Edelsteine als ungarische Opale bekannt geworden. Heute ist der Fundort erschöpft, die Mine kann aber von Touristen besucht werden. Es ist beeindruckend, durch die Stollen zu gehen, die vor langer Zeit von Hand und ohne Explosivstoffe mit Hammer und Hacke erstellt wurden.
Kürzlich konnte der Autor als Tourist in der Ostslowakei die Mine besuchen. Telefonisch angemeldet, traf er zwei Vertreter der heutigen Trägerorganisation, Jozef Curik und Maros Turek, die einen Besuch der Mine ermöglichten. Durch die Pforte „Jozef“ kann man in die Stollen eintreten, die fast 25 Kilometer lang sind. Es liegen 15 Stockwerke übereinander, die sich in 80 bis 150 Meter Tiefe befinden. Sie sind mit zahlreichen Schächten vertikal miteinander verbunden. Eingesickertes Grundwasser hat tiefere Teile der Mine geflutet. Diese sind ein faszinierendes Ziel für Höhlentaucher.
Prof. Dr. Henry A. Hänni