Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03277.jsonl.gz/724

Daniela Mercury entstammt einer Familie der Mittelklasse in Salvador und entschied sich im Alter von 13 Jahren Sängerin zu werden – ihr Vorbild war die berühmte Sängerin Elis Regina. Mit 16 fing sie an in Bars zu singen, und zwar mit einem Repertoire, das fast ausschliesslich aus der MPB bestand. Im Jahr 1989 gelang ihr die Integration in die Band von Gilberto Gil als „backing vocal“.
Sie wurde Mitglied der Gruppe „Companhia Clic“ und im Jahr 1991 begann sie ihre Solokarriere mit der Veröffentlichung einer ersten Schallplatte. Im Folgejahr festigte die zweite Platte ihren Ruf als bedeutendste Sängerin der „Axé-Musik“ – dank einem explosiven Erfolg von „Swing da Cor“ (Luciano Gomes).
Ihre Shows ziehen heutzutage Massen von Fans zusammen und am Karneval präsentiert sie sich auf einem eigenen „Trio Elétrico“. In den Folgejahren brachte sie mehrere Platten heraus, hauptsächlich Musik zum Tanzen und einige bisher unveröffentlichte von Komponisten, die sich von der Axé-Musik zurückgezogen haben, wie zum Beispiel Herbert Vianna. Unter ihren grössten Hits finden sich „O Canto da Cidade“ (mit Tote Gira), „À Primeira Vista“ (Chico Cesar), „Todo Canto Alegre“ und „Rapunzel“ (beide von Carlinhos Brown).
Dank der folkloristischen Lässigkeit eines Dorival Caymmi, dem schleppenden Tonfall von Caetano, Gil, Bethânia und anderen Genies der MPB, muss das bahianische Volk nun immer gegen das Vorurteil ankämpfen, faul zu sein, langsam und das Leben in Zeitlupe anzugehen. Alles was Daniela Mercury nicht ist! Dieser berockte Taifun von einer Frau, die als Muse so vieler Karnevals die Menschen entzückt hat, hat ganz Brasilien bewiesen, dass der Bahianer auch Feuer hat. Von den Medien wurde sie „Königin der Axé-Musik“ getauft. Sie hüpfte und sprang… hüpfte und sprang… animierte alle Leute zum Hüpfen und Springen.
Die Leute wurden müde. Nur sie nicht. Diese unermüdliche Sängerin, die es verstanden hat, die Bequemlichkeit des Sommers herauszufordern, die sich keinem Etikett anpasst oder wieder aufbereiteten Formeln, hat damit eine Alternative für ihren Erfolg entdeckt. Daniela ist ein Vulkan, der immer mehr erreichen will. Und sie hat keine Furcht vor dem Risiko. Und da man sie während ihrer Shows im Ausland immer wieder gebeten hatte, den Song „Você abusou“ zu interpretieren – ein Welterfolg von Antônio Carlos und Jocafi, sogar von Stevie Wonder adaptiert – verfiel sie darauf, ihn im Rhythmus des Samba-Reggae aufzunehmen!
Wer glaubt, dass Daniela eine Sängerin der Axé-Musik sei, der wird zum Beispiel seit der CD „Feijão com Arroz“ (Reis mit Bohnen) eines Besseren belehrt. Es ist purer Samba – und vom Besten!
Nach vielen Live-Auftritten in und ausserhalb Brasiliens wurde Daniela vor allem in den USA und in Japan, bekannt. Insgesamt verkaufte Daniela Mercury ca. 11 Millionen Alben in der ganzen Welt und zählt mittlerweile zu den Top-Sängerinnen in Brasilien. Und wenn die Brasilianer nicht zu ihr schauen, die Japaner haben bereits ein Auge auf unsere „Baianinha“ geworfen! Arigatô, Daniela – Axé!
Seit einigen Jahren ist Daniela auch Botschafterin des Anti-Aids-Programms der Vereinten Nationen und der UNICEF.
Diskographie Daniela Mercury
- BALÉ MULATA (2006)
- ELETRODOMÉSTICO – MTV AO VIVO (2003)
- SOU DE QUALQUER LUGAR (2001)
- SOL DA LIBERDADE (2000)
- SWING TROPICAL (1999)
- ELÉTRICA (1998)
- FEIJÃO COM ARROZ (1996)
- MÚSICA DE RUA (1994)
- O CANTO DA CIDADE (1992)
- DANIELA MERCURY (1991)