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Sorten
Schweizer Sortenliste für Kartoffeln
Die Schweizer Sortenliste für Kartoffeln enthält verschiedene Informationen zu inneren und äusseren Merkmalen wie dem Kochtyp oder der Knollenform, zur Anfälligkeit auf verschiedene Krankheiten und zu Lagereigenschaften. Neu werden die Verarbeitungssorten auch bezüglich Kaltlagerung kategorisiert. Diese hat seit dem Verbot der Anwendung von Chlorpropham (CIPC) an Bedeutung gewonnen.
Normalerweise erfolgt die Lagerung bei 8 °C, um die Bildung reduzierender Zucker zu vermeiden, die für braune Verfärbungen beim Frittieren und eine damit einhergehende Entstehung von Acrylamid verantwortlich sind (Maillard-Reaktion). Eine Lagertemperatur von 8 °C kann aber die Dormanz der Knollen nur kurzzeitig aufrechterhalten und ermöglicht keine längere Lagerung. Mit einer Lagerung bei niedrigen Temperaturen (4° oder 6 °C) kann die Keimung verzögert werden. Eine solche Lagerung begünstigt aber den Abbau der Stärke in Saccharose und die Umwandlung der Saccharose in reduzierende Zucker (Glucose und Fructose). Im Rahmen der Sortenversuche wurden Verarbeitungssorten identifiziert, die sich für eine Lagerung bei niedrigen Temperaturen eignen, weil sie nur wenig oder nicht anfällig auf eine Verzuckerung sind. Bei Verarbeitungssorten für Chips wird eine Lagertemperatur von 4 °C empfohlen, bei Verarbeitungssorten für Pommes frites wird zu einer Mindesttemperatur von 6 °C geraten. Bei bestimmten Sorten, die auf eine Verzuckerung anfällig sind, lässt sich ausserdem durch eine langsame Erhöhung der Temperatur in Schritten von 2 °C pro Woche (bis 12 °C erreicht sind), eine Verminderung des Gehalts an reduzierenden Zuckern erzielen. Die Eigenschaften der einzelnen Sorten werden neu in der Spalte «Kaltlagerung bis Mai möglich» geführt.
Die Sortenliste richtet sich an den Agrarhandel, die landwirtschaftlichen Schulen, Beratung, Saatzucht- und Vermehrerorganisationen, Produzenten sowie an weitere interessierte Kreise.
Reglemente Für die Versuche
Sortenprüfung
Robuste Sorten sind ein wichtiger Faktor für die Reduktion von Pestiziden. Aus diesem Grund testen wir zusammen mit der landwirtschaftlichen Forschungsanstalt Agroscope und der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL verschiedene Kartoffelsorten auf ihre Anfälligkeit auf Pilzkrankheiten.
Die Resultate der Vor- und Hauptversuche mit neuen Kartoffelsorten finden Sie hier: