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- Gebaut zwischen 1951 und 1956
- Etwa 4500 Stück hergestellt
- Nur wenige Überlebende
Angebot der Woche: Austin Champ
Peter Ruch | 02.04.2024
Der Austin Champ hätte der britische Jeep werden sollen. Wohl deshalb hatte er auch einen Rolls-Royce-Motor.
Nach dem 2. Weltkrieg wollte noch so manch eine Armee einen Geländewagen wie den Jeep. Klar, man hätte auch diesen von den Amerikanern kaufen können, doch Armeen denken gern etwas patriotischer, so entstand in Japan etwa der Toyota Land Cruiser, in Deutschland der merkwürdige Porsche Typ 597 - und in England der Austin Champs. Wobei: Die ursprüngliche Konstruktion des später offiziell «Truck 1/4 Ton 4x4 CT» genannten Fahrzeugs begann bei der Nuffield Organisation, ging weiter zu Wolseley und kam erst Anfang der 50er Jahre zu Austin.
Es war eine komplizierte Konstruktion mit einer Wanne aus verschweissten Pressstahlteilen. Der Austin verfügte über Einzelradaufhängungen mit Doppelquerlenkern und hydraulischen Stossdämpfernan allen vier Rädern, die Federung über längs eingebaute Drehstäbe. Angetrieben wurde der Champs von einem 2,8-Liter-Vierzylinder, der auf eine Rolls-Royce-Konstruktion aus dem Jahr 1922 zurückging und gut 80 PS stark war. Geschaltet wurde über fünf Gänge, doch die Antriebskonstruktion war sehr speziell: Eine Kardanwelle für zu einem hinteren Differential für den Heckantrieb, von dort führte eine weitere Kardanwelle wieder nach vorne, wo über eine Klauenkupplung auf die vorderen Räder angetrieben werden konnten. Fast alle mechanischen Teile waren wasserdicht versiegelt.
Die British Army bestellte 15’000 Stück. Doch schon bald wurde klar, dass der Austin Champs nicht bloss viel zu teuer war, sondern technisch auch viel zu komplex. Dies im Gegensatz zum Land Rover, mit dessen Konstruktion zwar später begonnen wurde, der aber längst im Einsatz war, als Austin Ende 1951 dann endlich liefern konnte. Die Armee stoppte den Auftrag nach etwas mehr als 4000 Exemplaren, 1967 wurden die Austin Champ ausser Dienst gestellt.
Es gab auch eine zivile Variante der Geländewagens, doch auch diese hatten keinen Erfolg, wahrscheinlich wurden etwa 500 Stück gebaut. Heute sind die Austin Champ extrem selten geworden, der entsprechende Club glaubt, dass neben den umgebauten Militär-Fahrzeugen wohl nur noch zwei zivile Champ existieren. Ein ehemaliges Army-Fahrzeug wird am 14. April von Bonhams in Goodwood versteigert, geschätzt wird es auf gerade einmal 4000 bis 6000 Pfund.
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