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Von den Schreien wird sie wach. Von der Stille danach. Sie stolpert barfuss die steile Holztreppe hinunter, stösst sich den Zeh an der Schwelle zur Spülküche, drückt ihr ganzes Gewicht gegen die schwere Tür. Das Neonlicht beisst in ihren Augen. Vom Küchentisch tropft Tee die Wachstuchdecke hinunter und sammelt sich zu einer Pfütze auf dem Linoleumboden. Die dicke Kanne liegt reglos auf Bauch und Tülle. Ein Stuhl ist zerbrochen. Ihr Herz schlägt im Kopf ... Der alte Gietmann ist tot. Sie finden seine Leiche grausam zugerichtet auf einem Feldweg inmitten der endlosen Felder des Niederrheins. Noch am gleichen Tag erscheint in der örtlichen Tageszeitung seine Todesanzeige. "Begrenzt ist das Leben, doch unendlich die Erinnerung." Peter Böhm und seine Kollegen von der Kripo Kleve stossen bei ihren Nachforschungen überall im Dorf auf Schweigen. Als drei Tage später eine weitere Männerleiche gefunden wird, macht sich unter den Bewohnern des Ortes Angst breit.
Portrait
Mechtild Bormann wuchs am Niederrhein auf und lebt seit 1983 in Bielefeld. Sie arbeitete zunächst 15 Jahre im verschiedensten pädagogischen Bereichen und ging dann für eineinhalb Jahre nach Korsika. Anschliessend wechselte sie beruflich in die Gastronomie und führte ein Restaurant in der Bielefelder Altstadt. Seit 2011 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Ihr Kriminalroman "Wer das Schweigen bricht" wurde mit den Deutschen Krimipreis 2012 aufgezeichnet und für den Friedrich Glauser Preis nominiert.