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Der Spycher in Attiswil ist Teil eines Bauernhofes, der zu den eindrücklichsten landwirtschaftlichen Anlagen des ganzen Bipperamtes gehört. Besonders erfreulich ist, dass der Hof auch heute noch seinem ursprünglichen Zweck dient.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Das Haupthaus des Hofes, der sogenannte «Hof zur Linde», wurde in den Jahren 1835 bis 1841 anstelle des Vorgängerbaus errichtet und entspricht den wirtschaftlichen und repräsentativen Ansprüchen der damaligen Besitzer. Es spiegelt die Baukultur, die materiellen Verhältnisse und den Repräsentationswillen der damaligen Führungsschicht wider. Fruchtbares Ackerland, eine günstige Verkehrs- und Marktlage, eine günstige wirtschaftliche und politische Situation sowie über Generationen angehäufter Reichtum ermöglichten solche repräsentativen Bauten.
Der denkmalgeschützte Speicher, in dem früher Vorräte wie Tücher, Dörrfrüchte, Rauchfleisch, Brot, aber auch Wertsachen aufbewahrt wurden, ist mit dem Stöckli und dem Bauernhaus verbunden und bildet eine intakte Hofstatt. In historischen Dokumenten aus dem 17. Jahrhundert ist von einem «Källerstock» die Rede. Ursprünglich bestand dieser als Kellerstock bezeichnete Speicher vermutlich aus einem Keller und einem einfachen Obergeschoss und stand als Solitär nördlich des Haupthauses frei. Im Westen schloss eine etwa vier Meter hohe Bruchsteinmauer das Anwesen ab, vermutlich als Schutz gegen den Bach. Beim grossen Umbau Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das alte Obergeschoss des Speichers abgetragen und durch ein Wohngeschoss mit Küche und Stube ersetzt.
Der Keller diente als Kartoffellager. Im Obergeschoss befanden sich eine kleine Küche und Schlafräume für drei zeitweise angestellte Knechte, wobei die Küche der Überlieferung nach nie benutzt wurde. Der fest angestellte Knecht und die Magd waren im Haus selbst untergebracht. Kurz vor 1900 wurde das Gebäude nochmals aufgestockt und mit einem Satteldach versehen. Seit 1884 ist der Hof im Besitz derselben Familie, die ihn bis heute bewohnt und bewirtschaftet.
Der Spycher – Hof zur Linde ist in Privateigentum und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- In zwei Spolien an einem Fenstergewände an der Südseite des Speichers ist «D17+42W» eingemeisselt, was vermutlich auf den Umbau von 1742 im Auftrag des damaligen Besitzers Durs Weber hinweist.
- Haupthaus der Anlage, der Hof zur Linde.
Baukulturelle Besonderheiten
Das Bauernhaus, ein herrschaftlicher klassizistischer Massivbau aus der Zeit um 1840, prägt das Erscheinungsbild des Hofes und reiht sich mit seiner Fassade und Vordachkonstruktion nahtlos in die Reihe der regionaltypischen Mehrzweckhäuser ein. Es bildet das Hauptgebäude einer Gesamtanlage mit Stöckli, Speicher, Backhaus und Umfassungsmauern. Hinsichtlich Baumaterial, Trauforientierung und Dimensionen gehört es zu den typischen grossen Bauernhäusern des Bipperamtes aus dem 19. Jahrhundert. Die Dimensionen der Stallungen und die Lagerkapazität des Bühnenbereichs in der Scheune sowie die Vergrösserung des Speichers widerspiegeln die grossbäuerliche Wirtschaftsweise in den Jahrzehnten der Intensivierung der Landwirtschaft.
Bauernhaus, Stöckli, Speicher, Nebengebäude und Umfassungsmauern gruppieren sich um einen langgestreckten Hof, der zur Strasse hin durch ein grosses Tor abgeschlossen wird. Im Gesamtgrundriss wie auch im Einzelgrundriss sind die Bauten unregelmäßig, da sie sich dem Bach- und Strassenverlauf anpassen und allenfalls auf älteren Fundamenten stehen. Der Speicher ist ein Massivbau, ebenfalls mit unregelmässigem Grundriss und mit einem Gerschilddach, das auf einem stehenden Stuhl einfacher Machart ruht. Der schlicht wirkende Putzbau orientiert sich traufseitig (Traufe = Tropfkante des Daches eines Gebäudes) zum Bauernhaus. Die Eckquader sind aus Kalkstein.
Im Zuge der grossen Umbau- und Rekonstruktionsphase des gesamten Hofes von 1835 bis 1841 wurde der Speicher grundlegend umgebaut. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei dem flachgewölbten Keller um den ältesten Bauteil des gesamten Hofes handelt. Bei den Umbauarbeiten wurden auch historische Fundamente eines noch älteren Speichers entdeckt. Vermutlich ein Heidenstock. Heidenstöcke waren Steinspeicher, die bis ins 16. Jahrhundert die einzigen massiv gemauerten Gebäude eines Bauernhofes waren. Die Bauern selbst wohnten in strohgedeckten Holzhäusern, die als Fahrhabe flexibel ab- und wieder aufgebaut werden konnten. Der aus Stein gebaute Speicher bot im Gegensatz zum Holzhaus einen guten Brandschutz und war ein sicherer Ort vor Plünderungen.
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
Der Spycher steht im Dorfkern von Attiswil, einer Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern. In zwei Zimmern können bis zu fünf Personen regionale Baukultur erleben. Das Ferienhaus ist Teil eines Bauernhauses, das noch heute seiner ursprünglichen Nutzung dient.
Wer möchte, kann sich am bäuerlichen Alltag der Bauernfamilie Stuber beteiligen. Kühe melken, Eier einsammeln, Kaninchen füttern; erkundigen Sie sich bei Interesse gleich persönlich bei der Familie Stuber auf www.hof-zur-linde.ch. Im hauseigenen Bauernkiosk können frische Produkte direkt ab Hof gekauft werden (frisches Brot und Butterzopf auf Vorbestellung).
Der Spycher ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 5 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Schlafzimmer: 1 Doppelzimmer inkl. einem Einzelbett, 1 Zimmer mit zwei Einzelbetten, Babybett auf Anfrage.
Saison: ganzjährig
Kurzferien: Neben- und Wintersaison (min. 3 Nächte)
Höhe: 469 m ü. M.
Haustiere: Aus Rücksicht auf die Nutztiere nicht erlaubt.
ÖV: Mit dem ASM (Aare Seeland Mobil) bis Attiswil, das im Halbstundentakt zwischen Oensingen, Langenthal und Solothurn verkehrt. Vom Bahnhof zu Fuss die Solothurnerstrasse hinauf. Links abbiegen und bei der ersten Kreuzung rechts in die Dorfstrasse einbiegen. Gegenüber dem Gemeindehaus befindet sich der Hof an der Dorfstrasse 4, ca. 200 m vom Bahnhof Attiswil entfernt.
Parkplatz: Ein nicht überdachter Parkplatz ist auf dem Hofgelände vorhanden.
Aussenbereich: Aussensitzplatz beim Eingangsbereich, Kräutergarten, eingezäunter Spielplatz, diverse Spielsachen für Kinder die mitbenutzt werden können.
WLAN: vorhanden
Heizung: Diverse Öfen, Fussbodenheizung im Badezimmer.
Ofen / Cheminée: Stubenofen und Holzkochherd in der Küche.
Küche: Nespressomaschine, Geschirrspüler vorhanden.
Badezimmer: 1 (Badewanne, WC)
Waschmaschine: zur Mitbenutzung auf Anfrage.
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, deshalb empfehlen wir gute Hausschuhe. Auf dem Hof gibt es viele Tiere, die von den Gästen zu bestimmten Zeiten besucht werden können. Mithilfe auf dem Hof ist auf Anfrage möglich. Im Hofladen können saisonale Produkte frisch ab Hof gekauft werden. Frisches Brot und Butterzopf sind auf Vorbestellung erhältlich. Der Hot Pot im Garten kann gegen Gebühr mitbenutzt werden.
Lage
Lage
Attiswil ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern, dem Bipperamt. Sie besteht aus einem einzigen Dorf am Jurasüdfuss. Das Bipperamt ist unverkennbar durch seine weiten, landwirtschaftlich genutzten Ebenen geprägt. Unzählige Flurwege laden zum Verweilen ein. Der Jura bietet spannende Ausflugsziele oberhalb der Nebelgrenze und atemberaubende Aussichtspunkte auf das Mittelland und die Alpen. Das mit dem Wakkerpreis (1974) ausgezeichnete mittelalterliche Städtchen Wiedlisbach oder das von Gerhard Meier literarisch verewigte Dorf Niederbipp zeigen, wie viel Grosses im Kleinen steckt. Attiswil steht im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS).
Geschichte
Attiswil ist nach Ansicht der Historiker alemannischen Ursprungs. Die Anfänge des Dorfes gehen auf das 7./8. Jahrhundert zurück. Vorher siedelten hier Romanen, Nachfahren von Helvetiern und Römern. Im Mittelalter gehörte Attiswil zur Herrschaft Bipp, die im Jahr 1413 an Bern und Solothurn fiel. Mit der Besetzung des Stadtstaates Bern durch die Franzosen im Jahr 1798 und der Einführung der Helvetik kam Attiswil zum Bezirk Wangen. Der mannshohe Freistein bei Attiswil, der sich südwestlich der Kirche nahe beim Friedhof befindet und unter staatlichem Schutz steht, gilt als der letzte Menhir im Kanton Bern. Der Stein ist ein sehr interessantes und seltenes Exemplar, das sowohl in frühgeschichtlicher als auch in rechtsgeschichtlicher Hinsicht, zumindest in der Schweiz, seinesgleichen sucht.
Ausflüge
In und um Attiswil gibt es wunderschöne Wanderwege. Das Wandergebiet erstreckt sich von Attiswil bis auf über 1000 m ü. M. und bietet beste Aussichten auf das Mittelland. M. und bietet beste Fernsicht ins Mittelland. An Nebeltagen kann man sich abseits vom Verkehr erholen: Zum Beispiel bei einem Spaziergang auf der Panoramastrasse den Berg hinauf oder entlang der alten Bergstrasse durch den kühlen, schattigen Wald. Aber auch entlang der Aare Richtung Wangen an der Aare oder Richtung Solothurn lassen sich naturnahe Wanderungen unternehmen. Schmucke Bauernhöfe, blühendes Gewerbe und gemütliche Gasthöfe runden das Angebot ab.
Naturpark Thal
Das Ferienhaus Spycher befindet sich in der Nähe des Naturparks Thal.
Der Naturpark Thal liegt eingebettet in die Gebirgszüge des Solothurner Jura. Er bildet einen Ausgleich zu den grossen urbanen Zentren Basel, Bern und Zürich, von welchen der Park umgeben ist. Das charakteristische Jura-Relief weist eine vielfältige Geomorpholgie auf und ist natürlicher Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Der Naturpark erhält zudem die traditionelle Landwirtschaft und Arbeitsplätze.
www.naturparkthal.ch