Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03323.jsonl.gz/2465

Das Frauenkloster Eschenbach wurde um 1290 von Walter III., Freiherrn von Eschenbach, in St. Katharina, Niedereschenbach (heute Gemeinde Inwil), für Augustinerinnen gegründet und ist 1292 erstmals urkundlich bestätigt.
1309 wurde das damalige Kloster an den heutigen Standort in Obereschenbach verlegt, weil die Habsburger Stadt und Burg Niedereschenbach zerstört hatten. Bereits 1304 hatten die Nonnen das Patronatsrecht über die Eschenbacher Pfarrkirche erhalten, welche bis 1909 zugleich Klosterkirche war.
Nach dem grossen Reformkonzil von Trient (1545 – 1563) wurden die Augustinerinnen 1588 von der Luzerner Regierung aufgefordert, dem strengeren Zisterzienserinnenorden beizutreten. Sie wurden dem Abt von St. Urban unterstellt.
1618 ordnete der Abt von Cîteaux den Bau eines Gästehauses ausserhalb der Klosteranlage an.
1625 legte man den Grundstein für eine erste grössere Klostererweiterung mit einer neuen Pfarr- und Klosterkirche, welche 1627 eingeweiht wurde.
Während des sogenannten Beichtigerhandels wurde um die Beichtväter sowie die Visitatoren heftig gestritten, in der Folge das Kloster 1648 vom Papst exkorporiert und vorerst der Jurisdiktion der Apostolischen Nuntien in Luzern bzw. dem Heiligen Stuhl selbst unterstellt. 1874 gelangte es unter die Rechtsprechung des Bischofs von Basel. Dieser delegierte die Aufgaben jedoch gewöhnlich weitgehend an die Äbte von Wettingen-Mehrerau. Erst 1990 erhielt die Zisterzienserinnenabtei Eschenbach die lange ersehnte Inkorporation zurück.
Das Kloster überstand die Revolutions- und Sonderbundszeit (1798 – 1848) ohne grösseren Schaden. Die neue, liberale Luzerner Regierung liess Eschenbach als einziges Zisterzienserinnenkloster bestehen, verbot jedoch bis 1872 die Aufnahme von Novizinnen. Sie forderte zudem vom Kloster einen Beitrag an die Sonderbundsschuld und den Verkauf von sieben Höfen. 1895 fand die Verwaltung des Klostergutes durch den Kanton Luzern ein Ende.
1909 bis 1912 wurde die Klosteranlage ein zweites Mal substanziell erweitert und neu eine eigene Klosterkirche als Zentralkuppelbau im neobarocken Stil gebaut. 1958 erweiterte man das Abteigebäude um einen neuen Konventbau.
In den 1960er Jahren erlebte die Zisterzienserinnenabtei Eschenbach mit über fünfzig Schwestern zahlenmässig einen Höhepunkt. Dann jedoch gab es kaum mehr Neueintritte, die letzte Aufnahme einer Novizin erfolgte 1991. Das Selbstversorgungsprinzip des Klosters konnte je länger je weniger aufrechterhalten werden. Zusehends musste für weltliche Aufgaben ziviles Personal eingestellt werden.
Am 23. März 2017 beschloss der Konvent, die weltlichen Aufgaben des Klosters einer kirchlichen "Stiftung Frauenkloster Eschenbach" zu übertragen. Diese wurde nach der Genehmigung durch den Hl. Stuhl vom 18. September 2018 formell am 10. Dezember 2018 gegründet. Sie wird dafür sorgen, dass das Kulturerbe, welches das Kloster als Ganzes darstellt, erhalten bleibt.