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Reisen bedeutet auch, dass man zum Voraus viele Dinge abklären und erledigen muss. Am dritten Tag nach unserer Ankunft hatten wir das Wichtigste organisiert, was die Weiterreise betrifft. Zum Beispiel den Schiffstransport von Belem nach Macapa, den Besuch im Raumfahrtzentrum in Kourou und auch den Aufenthalt in Cayenne, der Hauptstadt von Franösisch Guyana. Jetzt hatten wir Zeit, uns Belem anzuschauen. Vor allem den berühmten Markt Ver-o-Peso.
Dieser Markt liegt am Ufer des Parà. Seinen Namen erhielt er von den damaligen Kolonialherren, den Portugiesen. Hier befand sich der Hauptposten der Steuereintreiber, die dafür sorgten, dass die Ware regelkonform verzollt wird und der Staat zu Einkünften kommt. Ver-o-Peso bedeutet Sehen und Wägen. Und das taten die Steuereintreiber damals.
Auf diesem geschäftigen Markt ist alles zu haben. Hier werden Para- und Caju (Cashew)-Nüsse in 50 kg Säcken verkauft. Dort werden Meerschweinchen, Enten und Mäuse feilgeboten. In kleinen Käfigen sitzen Wellensittiche, die sich an den konstanten Lärmpegel des Marktes gewöhnt haben und fröhlich zwitschern. An einem anderen Stand bieten Frauen Tinkturen an, die Wunden heilen oder Männern zu einer besseren Erektion verhelfen sollen. Sie hatten es vor allem auf mich abgesehen; doch ich zeigte auf Brigitta und gab zur Antwort: «Eu tenho uma jovem esposa».
Doch auf Fruchtsaft, voll mit Vitaminen, wollten wir nicht verzichten. Wir tranken sieben verschiedene Sorten, gepresst aus uns meist unbekannten Früchten und ersparten uns so das Mittagessen! Nach ein paar Stunden machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Mit je 500 Gramm Para- und Cashewnüssen und einer schönen Halskette – aber ohne Viagra!