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Jede Epoche in der Berner Stadtbaugeschichte hat immer wieder eine Frage für sich neu beantwortet: Wie lösen wir das Problem der Ost-West-Verbindung über die Aare, welche das Stadtgebiet und seine Plateaus durch ihren tiefen Einschnitt in zwei Teile trennt?
Rot eingezeichnet sind die städtischen Hochbrücken aller Epochen der Stadtentwicklung seit der Gründung Berns um 1200:
- die Nydeggbrücke aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Sie entlastet die erste und älteste Brücke der Stadt, die Untertorbrücke, und war das Projekt der konservativen Burgerschaft, um die untere Altstadt wirtschaftlich wieder zu beleben. Das Konkurrenzprojekt Tiefenaubrücke der radikalen Kantonsregierung liess nicht auf sich warten und wurde zum Erfolg.
- die Kirchenfeldbrücke und Kornhausbrücke aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Sie schufen die Voraussetzung für eine Stadterweiterung gegen Süden und Norden. Es entstanden das Kirchenfeld- und das Breitenrainquartier.
- die Lorrainebrücke aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts
Sie ersetzte den ersten Brückenschlag zum Lorrainequartier, der als doppelgeschossige „Rote Brücke“ zusammen mit der Einführung der Eisenbahn in den Berner Bahnhof realisiert wurde.
- die Monbijoubrücke aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts
Sie entstand als Teilstück des nicht vollständig realisierten Autobahnrings um Bern, zu dem auch der Felsenauviadukt und der Weyermannshausviadukt gehören.
- die Viererfeldbrücke aus der 1. Hälfte des 21. Jahrhunderts (hoffentlich)
Sie schafft die Voraussetzung einer innerstädtischen Vernetzung und Stadt-Innenentwicklung mit kurzen ressourcenschonenden Wegen im 21. Jahrhundert.