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Autor: arthur zurkinden
Seit Jahrzehnten wird im Grossen Rat regelmässig das Problem der fehlenden Standplätze für die Fahrenden aufgeworfen. So stand dieses am Schlusstag der Mai-Session im Mittelpunkt der Debatten. Mit 95 zu 4 Stimmen wurde die Dringlichkeit des Auftrags anerkannt.
Ball nicht hin- und herschieben
In der Begründung ihres Auftrages stellten die Grossräte des Broyebezirks fest, dass der Staatsrat und die Gemeinden sich jeweils den Ball gegenseitig zuspielen, ohne dass so eine konkrete Lösung des Problems gefunden werden konnte. Nun verlangen sie, dass der Staatsrat seine Verantwortung in diesem Bereich wahrnimmt und handelt. Konkret bedeutet dies, dass der Staatsrat die Verhandlungen mit den Gemeinden Granges-Paccot und La Tour-de-Trême, in welchen der Staatsrat einen Standplatz vorgesehen hat, erneut aufnimmt und alles unternimmt, um eine nachhaltige Lösung zu finden. Noch in diesem Jahr sollen dann diese Standplätze öffentlich aufgelegt werden.
Corpataux-Magnedens ist keine Lösung
In seiner Antwort auf eine frühere Motion der Grossräte Louis Duc und Michel Losey liess der Staatsrat verlauten, dass die Gemeinde Corpataux-Magnedens einen passenden Standort auf ihrem Gebiet vorgeschlagen habe. Die Gemeinde verlange aber im Gegenzug zwei Millionen Franken als Entschädigung.
Gegen diese Lösung wehrte sich u. a. Albert Bachmann (FDP, Estavayer), Präsident des Freiburger Gemeindeverbandes. Er vermutete richtig, dass das betreffende Land nicht im Besitze des Staates ist, womit die Probleme schon programmiert seien und am Schluss keine Lösung zustande komme. «Jede Gemeinde kann kommen und Millionen als Entschädigung verlangen», sagte er zur Forderung von Corpataux-Magnedens.
Staatsrat Georges Godel bestätigte, dass eine Weiterverfolgung des Dossiers von Corpataux-Magnedens wohl am Ende nichts bringe. Er wies auf die Bereitschaft des Staatsrates hin, das ausgesetzte Verfahren für die Standplätze in Granges-Paccot und La Tour-de-Trême wieder aufzunehmen.
«Der Staatsrat war immer bereit, die Einrichtung von Standplätzen und den Unterhalt zu finanzieren», betonte er. Er schloss es nicht aus, auf die Frage der Entschädigung der betroffenen Gemeinden einzugehen.
Georges Godel gab auch zu verstehen, dass das Problem dringend ist, zumal sich in diesem Jahr schon mehr Fahrende im Kanton niedergelassen haben als im ganzen vergangenen Jahr.