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Die Hiatushernie beruht auf einer Ausweitung des Zwerchfellschlitzes. Weil im Bauchraum ein höherer Innendruck herrscht als im Brustkorb, können dann der unterste Abschnitt der Speiseröhre und Magenteile nach oben verlagert werden. Durch wiederholtes Hochsteigen von saurem Magensaft entzündet sich die Schleimhaut der Speiseröhre.
Mit der Verlagerung von Speiseröhre und Magen verbunden ist die Erschlaffung der Muskulatur des Mageneingangs. Saurer Magensaft steigt deshalb in die Speiseröhre hoch. Durch Hochsteigen (Reflux) von saurem Magensaft entzündet sich die Schleimhaut der Speiseröhre, denn diese besitzt im Gegensatz zum Magen keine spezielle Säureresistenz. Es entsteht eine Refluxösophagitis oder Refluxkrankheit.
Das Zwerchfell ist eine in der Mitte des Rumpfs in querer Richtung gewölbte Muskel-Sehnen-Platte, die Brust- und Bauchraum voneinander trennt. Es weist Öffnungen auf für Organe, die aus dem Brustkorb in den Bauch hinunter ziehen. So tritt die Speiseröhre in einer Spalte (Hiatus) durch das Zwerchfell (Abbildung). Einen jeweils eigenen Durchtritt haben die grossen Blutgefässe (Aorta und untere Hohlvene) sowie Nervenstränge.
Durchtrittsöffnung im Zwerchfell für die Speiseröhre. Lateinisch: hiatus, Spalte, Öffnung.
Entzündung der Magenschleimhaut.
Speiseröhre. Griechisch: οισοφάγος (oisofàgos), die Speiseröhre.
vom altgriechischen παρά (parà), in der Bedeutung von „neben, daran vorbei“, hier: neben der Speiseröhre gelegen.
das Zurückfliessen von saurem Magensaft in die Speiseröhre, die sich dadurch entzündet; es entsteht eine Ösophagitis.
Die Ausweitung des Zwerchfellschlitzes und eine lockere Verbindung zwischen Magen und Zwerchfell entstehen anlagebedingt. Weil der Bauchraum einen höheren Innendruck aufweist als der Brustkorb, können in der Folge der unterste Abschnitt der Speiseröhre und Magenteile entgegen der Schwerkraft nach oben gedrängt werden.
Begünstigend für die Druckerhöhung sind Übergewicht, Verstopfung und liegende Körperposition.
Zwei Haupttypen der Verlagerung werden unterschieden:
Leichtes Sodbrennen wegen Rückfluss von Magensaft (Reflux) in die Speiseröhre kommt bei vielen Menschen gelegentlich vor, insbesondere nach Alkoholkonsum
Ausgeprägter und länger dauernder Kontakt von Magensäure – auch von Galle und Verdauungssäften – mit der Schleimhaut der Speiseröhre erzeugt dagegen ein typisches Krankheitsbild, die Refluxkrankheit oder Refluxösophagitis. Ihre Symptome sind:
Chronische Stauungsgastritis
Besonders bei der paraösophagalen Hiatushernie tritt im verlagerten Magenabschnitt eine chronische Entzündung (Gastritis) auf. Symptome sind:
Gegen die Entzündung der Speiseröhre lässt sich einiges vorkehren. Die Massnahmen zielen einerseits ab auf die Reduktion der Magensäureproduktion und sollen andererseits – rein mechanisch – das Hochsteigen der Magensäure verhindern.
Bei chronischem Magen- oder Sodbrennen, insbesondere bei gleichzeitigen Schmerzen hinter dem Brustbein oder im Oberbauch empfiehlt sich eine Arztkonsultation.
Durch die Spiegelung (Endoskopie) von Speiseröhre und Magen lässt sich feststellen, ob eine Entzündung der Speiseröhre, ein Zwerchfellbruch und/oder ein entzündliches Geschehen im Magen vorliegen. Die Untersuchung wird eventuell ergänzt durch eine Druckmessung in der Speiseröhre (Manometrie) und durch eine Röntgendarstellung mit Hilfe von Kontrastmitteln.
In vielen Fällen von axialer oder Gleithernie ist eine medikamentöse Behandlung erfolgreich, welche die Säurereduktion im Magen zum Ziel hat. Es besteht dann zwar noch immer ein Reflux, aber dieser ist nicht mehr sauer und die Entzündung der Speiseröhre kann sich zurückbilden.
Operationen zur Verhinderung von Reflux sind seltener geworden. Die Verlagerung grösserer Magenabschnitte in den Brustraum bei paraösophagaler Hernie lässt sich jedoch nur operativ beheben. Chirurgische Massnahmen sind ebenfalls nötig, wenn der langdauernde Kontakt mit Magensaft zu einer Krebsvorstufe in der Ösophagusschleimhaut geführt hat, oder wenn die Lebensqualität aufgrund von begleitendem Asthma oder Regurgitieren beeinträchtigt ist. Technisch stehen heute minimal-invasive Verfahren zur Verfügung (laparoskopische Chirurgie oder „Knopfloch-Chirurgie“).