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Im Kunstgeschmack konservativer Gesellschaften Österreichs triumphieren ein Austrofaschistischer Wertekanon und die Nationalsozialistische Umerziehung bis heute. Aufklärung und Moderne stehen rechtspopulistischer Agitation und dem Versuch politischer Indoktrination hinderlich entgegen, erscheinen als umkehrbar und werden nur von marginalisierten Gegenöffentlichkeiten positiv rezipiert. In der Zwischenkriegszeit fiel der bedeutende expressive Freskenzyklus Anton Koligs im Klagenfurter Landhaus der nationalsozialistischen Allianz von Stupidität und Brutalität zum Opfer. Am Ende des Jahrhunderts wiederholte sich diese Tragödie als Farce. FPÖ und Kärntner Kronenzeitung diffamierten den Enkel Anton Koligs, der mit der Neuausstattung des Klagenfurter Landhaussaales betraut worden war, als Fäkalkünstler und stilisierten ihn zum Innenfeind. Der Kunstskandal um den international anerkannten Künstler steht repräsentativ für eine Vielzahl an Diffamierungen, die Teile einer kreativen Elite des Landes abwandern lässt. Dieser Zwang zur Migration bedeutet für Österreich Intelligenz-, Kreativitäts- und Demokratieverlust.