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Fuchsbandwurm und Hundebandwurm sind Parasiten, die im Darm ihrer Endwirte (meist Füchse bzw. Hunde) leben. Gelangen ihre Eier in den Körper des Menschen, können sie sich dort zu Larven weiterentwickeln und eine als Echinokokkose bezeichnete Erkrankung auslösen.
Bandwürmer haben einen Endwirt und einen oder mehrere Zwischenwirte. Der Endwirt scheidet die Bandwurmeier über den Kot aus. Menschen können für den Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) als Zwischenwirt fungieren, indem sie die Eier zum Beispiel über die Nahrung aufnehmen. Die Larven setzen sich dann bevorzugt in Organen wie Leber, Lunge oder Gehirn fest. So entsteht bei Befall des Menschen durch den Hundebandwurm eine sogenannte zystische Echinokokkose; die Larven vom Fuchsbandwurm verursachen eine alveoläre Echinokokkose.
Bei einer durch den Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm entstandenen Echinokokkose umfasst die Diagnostik bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) oder Computertomographie (CT). Daneben sind spezifische Antikörper im Blut der Betroffenen nachweisbar. Die geeignete Therapie ist vom Krankheitsstadium abhängig: Medikamentös ist die durch die Parasiten hervorgerufene Erkrankung mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol behandelbar. Je nachdem, wie weit die Echinokokkose fortgeschritten ist, kann eine operative Therapie notwendig sein.
Ein Befall mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm lässt sich durch den Verzicht auf rohe oder ungenügend erhitzte Nahrungsmittel vermeiden. Ausserdem ist es ratsam, im Umgang mit möglichen Endwirten wie Hunden oder Füchsen auf Hygiene zu achten. Die Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm ist meldepflichtig.
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) sind Parasiten, die bei Befall des Menschen eine Erkrankung namens Echinokokkose auslösen können:
Fuchsbandwurm und Hundebandwurm gehören zur Gruppe der Plattwürmer (Plathelminthen). Sie leben als ausgewachsene Bandwürmer im Darm ihrer Endwirte (meist Füchse beziehungsweise Hunde). Dort erreichen sie eine Länge von mehreren Millimetern. Bandwürmer heften sich mit ihrem Kopf an der Darmwand ihres Endwirts fest. Dazu tragen sie am Kopf Saugnäpfe und einen Hakenkranz. An den Kopf schliessen sich die Glieder (Proglottiden) an. Die Bandwurmglieder enthalten sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Bandwürmer sind also Zwitter.
Bandwürmer wechseln während ihrer Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum ausgewachsenen Bandwurm mehrmals ihren Wirt (sog. Wirtswechsel). Beim Fuchsbandwurm und beim Hundebandwurm kann der Mensch als Zwischenwirt fungieren: Wenn Menschen die Eier der Bandwürmer zum Beispiel über die Nahrung aufnehmen, können sich die Larven dort zu einem speziellen Stadium weiterentwickeln – den sogenannten Finnen. Dieses Larvenstadium ist für die Entstehung der Parasitenerkrankung namens Echinokokkose beim Menschen verantwortlich. Da befallene Menschen die Larven aber nicht auf den eigentlichen Endwirt weitergegeben, ist der Mensch ein sogenannter Fehlwirt.
Die durch den Fuchsbandwurm und Hundebandwurm ausgelöste Echinokokkose zählt zu den Zoonosen: Eine Zoonose ist eine Infektionskrankheit, die auf natürlichem Weg vom Tier auf den Menschen übertragbar ist.
Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Beim Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) ist die Verbreitung überwiegend auf die nördliche Erdhalbkugel beschränkt. Im europäischen Raum ist seine Häufigkeit vor allem in Gebieten in Ostfrankreich, in der nördlichen Schweiz, in Westösterreich sowie in Süddeutschland nennenswert. Fuchsbandwurm-Verbreitungsgebiete ausserhalb Europas sind vor allem Nordchina, Sibirien und Nordjapan. In der Schweiz kommt es jährlich zu etwa 10 Fuchsbandwurm-Erkrankungen.
Der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) ist weltweit verbreitet. In Europa ist seine Häufigkeit in den Mittelmeerländern und im Balkan am grössten. Ausserdem finden sich Hundebandwürmer im Nahen Osten, in Nord- und Ostafrika, in Mittel- und Südamerika sowie in Australien.
Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) und der Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) können die Ursachen für eine als Echinokokkose bezeichnete Parasitenerkrankung beim Menschen sein: Der Hundebandwurm verursacht eine zystische Echinokokkose, während sich die Fuchsbandwurm-Infektion als alveoläre Echinokokkose äussert. In beiden Fällen sind spezielle Larven der Bandwürmer – sogenannte Finnen – Auslöser für die Erkrankung.
Infektionen mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) sind die Ursachen für die zystische Echinokokkose bei Menschen. Auch Schafe, Kamele, Schweine und Rinder können mit Hundebandwürmern infiziert sein und daran erkranken.
Ist der Mensch mit dem Hundebandwurm infiziert, setzt sich die Larve bevorzugt in der Leber fest. Sie kann aber auch die Lunge und seltener das Gehirn befallen. Nun entwickelt sich die zystische Echinokokkose: Im Zielorgan bildet sich eine grosse Zyste (Blase), die mit Flüssigkeit gefüllt ist (daher auch Hydatide genannt: hydro = Wasser). Dies ist die Ursache für die mit der zystischen Echinokokkose einhergehenden Beschwerden: Die Hundebandwurm-Infektion macht sich bemerkbar, sobald die Zyste so gross ist, dass sie gesundes Gewebe verdrängt. Die Zyste kann einen Durchmesser von 20 Zentimetern und mehr erreichen. Ihr Aufbau ist charakteristisch: Die äussere Hülle besteht aus dem Bindegewebe des befallenen Menschen oder Tieres. Im Inneren bilden sich mit zunehmendem Wachstum kleinere Tochterzysten aus, die Kopfanlagen enthalten. Daher bezeichnet man sie auch als Brutkapseln. Sie entsprechen den Finnen des Rinderbandwurms beziehungsweise des Schweinebandwurms.
Infektionen mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) sind die Ursachen für die alveoläre Echinokokkose bei Menschen. Eine Fuchsbandwurm-Infektion kann auch Mäuse und andere Kleinnagetiere betreffen und sie krank machen.
Auch bei Befall mit dem Fuchsbandwurm sind die Larven für die Echinokokkose verantwortlich. Das Zielorgan für die Fuchsbandwurm-Larve ist die Leber: Die Larve wuchert im Lebergewebe und zersetzt es zunehmend. Diese fortschreitende Zerstörung der Leber ist die Ursache für die mit der Parasitenerkrankung verbundenen Krankheitszeichen. Im Gegensatz zum Hundebandwurm bildet die Larve des Fuchsbandwurms keine einzelne grosse Zyste, sondern viele kleinere Zysten (Bläschen bzw. Alveolen) mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis zu zwei Zentimetern, die das Lebergewebe durchsetzen. Deshalb ist es besonders schwierig, den Erreger chirurgisch zu entfernen.
Für eine Infektion des Menschen mit dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm (eine sog. Echinokokkose) kommen als Ursachen verschiedene Wege der Übertragung infrage.
Fuchsbandwurm und Hundebandwurm gelangen über den sogenannten Wirtswechsel in den Körper der Betroffenen: Bandwürmer wechseln während ihrer Entwicklung vom Ei über die Larve bis zum ausgewachsenen Bandwurm mehrmals ihren Wirt. Als Endwirt von Fuchsbandwurm und Hundebandwurm dient der Fuchs oder Hund, selten auch die Katze. Der Endwirt scheidet die reifen Eier der Bandwürmer mit dem Stuhl aus. Ein Zwischenwirt nimmt diese Eier dann auf: Beim Hundebandwurm dienen vor allem Schafe, Kamele, Schweine und Rinder als Zwischenwirte, beim Fuchsbandwurm sind es Mäuse und andere Kleinnagetiere; bei beiden Parasiten kann auch der Mensch als Zwischenwirt fungieren. Im Darm des Zwischenwirts schlüpfen die Hakenlarven (Onkosphären). Diese durchbohren die Darmwand und verteilen sich über den Blutkreislauf im Körper. Im Zielorgan setzen sie sich fest und entwickeln sich dort zu einem späteren Larvenstadium (Finne). Diese Finnen sind die Ursachen für die Erkrankung der Zwischenwirte. Die Übertragung der Finnen auf den Endwirt erfolgt durch den Verzehr von finnenhaltigem Fleisch. Im Darm des Endwirts entwickelt sich aus der Finne der Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm – und der Entwicklungszyklus beginnt von vorn.
Der Mensch als Zwischenwirt stellt hierbei einen sogenannten Fehlwirt von Fuchsbandwurm und Hundebandwurm dar, weil die Finnen von dort nicht in den eigentlichen Endwirt gelangen, wo sie sich zu ausgewachsenen Bandwürmern entwickeln. Mögliche Ursachen für die Übertragung der Wurmeier in den Körper des Menschen sind:
Die Übertragung von Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Eine Ansteckung durch befallene Menschen ist demnach als Ursache für die Parasitenerkrankung ausgeschlossen.
Nach einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm zeigen sich die Symptome der von den Larven hervorgerufenen Erkrankung namens Echinokokkose oft erst nach vielen Jahren.
Bei Befall mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) finden sich die Larven meist ausschliesslich in der Leber. Dort verursachen sie eine alveoläre Echinokokkose, die oft jahrelang keine kennzeichnenden Symptome hervorruft. Die Larve wuchert im Lebergewebe und zersetzt es zunehmend. Wenn beim Menschen der Nachweis einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm erfolgt, ist die Zerstörung der Leber oft schon weit fortgeschritten. Die häufigsten Anzeichen für die Fuchsbandwurm-Infektion sind dann unspezifische Oberbauchbeschwerden.
Die ersten Symptome einer Infektion mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) treten auf, wenn die von der Larve gebildete Zyste (Hydatide) so gross ist, dass sie gesundes Gewebe verdrängt. Welche Symptome diese sogenannte zystische Echinokokkose auslöst, hängt von dem betroffenen Organ und der Grösse der Zyste ab:
Bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm gelingt die Diagnose oft zufällig – vor allem, wenn die Betroffenen beschwerdefrei sind.
Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung durch Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm (sog. Echinokokkose) besteht, umfasst die Diagnostik bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): So lassen sich die Erreger aufspüren. Zur Sicherung der Diagnose erfolgt eine Blutabnahme, um das Blut der Betroffenen auf bestimmte Antikörper zu testen. Sind keine Antikörper nachweisbar, ist dies allerdings kein Beweis dafür, dass keine Infektion vorliegt.
Eine Gewebeprobe (Biopsie) ist zur Diagnose eines Befalls mit Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm nicht geeignet: Bei dem Eingriff kann der Arzt die Wände der von den Bandwurmlarven gebildeten Zysten verletzen. Dies hätte zur Folge, dass sich die Erreger im Körper ausbreiten und weiterentwickeln.
Bei einer Infektion durch den Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm hängt die Therapie vom Stadium der von den Larven ausgelösten Erkrankung (sog. Echinokokkose) ab. Es ist empfehlenswert, sich nur in ausgewiesenen speziellen Zentren behandeln zu lassen.
Nach Möglichkeit besteht bei einer durch Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm ausgelösten Echinokokkose die Therapie darin, den Parasiten operativ zu entfernen: Dies ermöglicht eine völlige Heilung. Zusätzlich – oder wenn eine Operation nicht infrage kommt – erhalten Sie Medikamente gegen den Fuchsbandwurm oder den Hundebandwurm. Zur medikamentösen Behandlung einer Fuchsbandwurm- oder Hundebandwurm-Infektion sind Wirkstoffe wie Mebendazol oder Albendazol geeignet. Diese Mittel hemmen oder verhindern ein weiteres Wachstum der Parasiten.
Bei einer Infektion mit dem Hundebandwurm (zystische Echinokokkose) besteht die Therapie darin, die von den Bandwurmlarven gebildeten grossen Zysten operativ zu entfernen. Hierbei darf der Operateur die Zystenwand nicht verletzen, damit die Larven nicht aus der Zyste entweichen, sich im Körper ausbreiten und weiterentwickeln. Durch die Freisetzung einer grossen Mengen von Bandwurmgewebe im Körper kann ausserdem ein anaphylaktischer Schock auftreten.
Bei einer Erkrankung durch den Fuchsbandwurm (alveoläre Echinokokkose) ist die chirurgische Therapie schwieriger als beim Hundebandwurm – besonders bei fortgeschrittenem Befall. Meistens lässt sich der Fuchsbandwurm aufgrund der geringen Grösse der Zysten nicht operativ entfernen. In diesen Fällen erfolgt überwiegend eine medikamentöse Langzeittherapie. Diese zieht sich oft über mehrere Jahre hin, teilweise auch lebenslang.
Bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder dem Hundebandwurm hängt der Verlauf der von den Bandwurmlarven hervorgerufenen Erkrankung (sog. Echinokokkose) von mehreren Faktoren ab:
Die grossen Zysten (Blasen), die für die vom Hundebandwurm verursachte zystische Echinokokkose typisch sind, lassen sich meist leichter chirurgisch entfernen als die vielen kleinen Bläschen (Alveolen) bei der durch den Fuchsbandwurm ausgelösten alveolären Echinokokkose. Es kann jedoch zu ernsten Komplikationen kommen, wenn der Operateur die Zyste bei der Operation versehentlich verletzt: Dann entweichen die Parasiten massenhaft und können sich weiterentwickeln. Ausserdem kann durch das im Körper freigesetzte Bandwurmgewebe ein anaphylaktischer Schock entstehen.
Nach einer Therapie kommt es vor allem beim Fuchsbandwurm im weiteren Verlauf relativ häufig zu Rückfällen. Erfolgt bei einem Befall mit dem Fuchsbandwurm keine Behandlung, endet die Infektion tödlich.
Einem Befall durch den Fuchsbandwurm oder den Hundebandwurm können Sie mit folgenden Massnahmen vorbeugen:
Wenn Sie einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm durch die richtige Zubereitung von Lebensmitteln vorbeugen möchten, ist zu beachten: Die Eier von Fuchsbandwurm und Hundebandwurm lassen sich durch Abkochen abtöten. Durch Einfrieren der Lebensmittel lassen sich die Eier des Fuchsbandwurms hingegen nicht abtöten. Eine vor dem Befall durch Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm schützende Impfung gibt es nicht.