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Tabgha ist eine Ortschaft am Nordufer des Sees Genezareth im biblischen Galiläa, im nördlichen Teil Israels. Es ist der Austrittspunkt mehrerer Quellen, die in den See münden und eine christliche Pilgerstätte, die mit der überlieferten Brotvermehrung Jesus in Verbindung gebracht wird.
Die Gegend um den See spielt im Neuen Testament eine bedeutende Rolle. Viele Begebenheiten in den Evangelien ereigneten sich hier. Drei unterschiedliche Länder stiessen damals an den See: Das Gebiet von Herodes Antipas im Westen, das von Philippus im Nordosten, wo Betsaida lag und die Dekapolis im Südosten mit zehn unabhängigen Städten.
Das ursprüngliche Gebiet Kafer Nahum (Kapernaum) erstreckte sich von Tabgha bis zum Jordan. Das einstige Fischerdorf am See Genezareth, war eine wichtige Wohn- und Wirkungsstätte Jesus. So fand die berühmte erste Brotvermehrung (Joh. 6, 2-14; Luk. 9, 11-17; Mark. 6, 33-46; Matth. 14, 13-23) hier statt.
Der See Genezareth liegt im nördlichen Abschnitt des Jordan-Grabens, der zum Grossen Afrikanischen Grabenbruch gehört. Er ist mit 212 Metern unter dem Meeresspiegel der tiefst gelegene Süsswassersee der Erde und misst an seiner tiefsten Stelle 46 Meter.
Rund um den See treten heisse Quellen aus dem Boden. Dabei werden zwei Gruppen unterschieden: solche mit einem hohen Kalzium-Gehalt, wozu die Quellen in Tabgha, Fuliya und Tiberias gehören und solche mit einem hohen Magnesium-Anteil, mit Quellen an der Süd-Ostseite des Sees, in Gofra, Ha’On und Hamat Gader. Schon in der Antike war die Gegend um den See Genezareth wegen dieser Quellen ein beliebtes Erholungsziel.
Die sieben Quellen von Tabgha selbst sind in ihrem Salzgehalt und in ihrer Temperatur sehr verschieden. Sie gehen auf tief ins Erdinnere reichende geologische Verwerfungen zurück. Die Grundwasser stammen überwiegend aus dem Oberen Aquifer und unterscheiden sich bezüglich der Chloridität (0,2 bis 2,4 g/l) und Temperatur (19 bis 39 °C). Grund dafür ist die Abhängigkeit der aufsteigenden Sole aus tieferen Krustenbereichen vom Mischungsgrad mit süssem Grundwasser.
Morphologie und Geologie des Drainagegebietes des Sees Genezareth, sowie der Lokation der Quellgruppen. Für Tabgha (pink), Fuliya (weiss), Tiberias (rot) und Gofra (blau) sind die jeweiligen Einzugsgebiete dargestellt. Die Verwerfungen (schwarz), die Bathymetrie des Sees (blau graduiert) und die Vorfluter (blau) eingezeichnet.
Sowohl die Hydrochemie als auch die räumliche Verteilung der Solen variieren, so dass unterschiedliche Bildungszeiträume, Milieus und Entstehungsgeschichten angenommen werden müssen. Die Vorkommen der Solen und Evaporitkörper in post-triassischen Formationen zeigen, dass die folgende Betrachtung der erdgeschichtlichen Entwicklung in der südlichen Levante seit dem Mesozoikum entscheidend ist. Seit dem Quartär existierte im Jordan-Graben eine mehr oder weniger zusammenhängende Seenlandschaft. Die beiden Relikte des letzten, des Lisan-Sees sind der Süsswassersee Genezareth und das hypersaline Tote Meer. Die heutigen Bedingungen im Jordan-Graben sind vom Ausspülen der Solen durch modernes Niederschlagswasser und dem erstmaligen aktiven Eingreifen des Menschen in den Wasserhaushalt geprägt.
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