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Die Abschwächung des Transportsektors ist eine Folge der allgemeinen Abkühlung der Weltwirtschaft. Der Welthandel - die Importe und Exporte aller Länder - wird im Jahr 2009 erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges stagnieren oder mutmasslich sogar rückläufig sein. Die industrielle Produktion in einzelnen nationalen Ökonomien wird mit zweistelligen prozentualen Raten zurückgehen. Das Bruttoinlandprodukt in den USA, in Japan und in Europa wird ebenfalls rückläufig sein.
Die Luftfahrt und im Besonderen das Luftfrachtgeschäft ist ein zuverlässiger Gradmesser, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Geht es der Wirtschaft gut, wird mehr Luftfracht geflogen, und die Frachtflieger der Airlines sind voll. Geht es der Wirtschaft schlecht, bekommen das die Airlines direkt zu spüren, und es geht auch ihnen schlecht. Das Frachtgeschäft ist sehr volatil und es lässt sich nur sehr schwer einschätzen.
Rückläufige Luftfracht
Im Frachtverkehr erwartet die IATA (International Air Transport Association) ein Minus von 13% für 2009. Die jüngsten Zahlen für Februar und März 2009 deuten laut IATA darauf hin, dass die Talsohle bezüglich des Frachtaufkommens erreicht sein könnte, auch wenn aufgrund des deutlichen Rückgangs seit Mitte 2008 eine durchgreifende Erholung ihre Zeit benötigen wird.
Der konjunkturelle Abschwung und die Abflachung der Produktion machen sich in der Luftfracht in beiden Richtungen bemerkbar: Beim Export wie beim Import, und das weltweit bereits seit Mitte 2008. Seitdem sinkt das Fracht-aufkommen kontinuierlich. Betroffen sind vor allem Autoteile und Produkte der Informationstechnologie. Als relativ robust haben sich Lebensmitteltransporte erwiesen.
Am stärksten betroffen vom allgemeinen Rückgang sind die Exporte nach Amerika und in den Fernen Osten; auch die Importe aus dem Fernen Osten schwächeln. Exporte in den Mittleren Osten sind trotz rückläufiger Tendenz noch recht stark. Aktuell gibt es ein Überangebot an Frachtkapazität und Fluglinien, die hauptsächlich Frachtmaschinen betreiben. Sie leiden am meisten. Ein Teil der überschüssigen Kapazität wurde bereits aus dem Markt gekippt, weil einige Frachtflugzeuge vorübergehend aus dem Verkehr gezogen wurden. Ein paar kleinere Frachtgesellschaften gerieten bereits aufgrund der hohen Treibstoffpreise ins Schwanken und konnten sich nicht ausreichend erholen, um den weltweiten Produktionsrückgang verkraften zu können. Sollte sich die Situa- tion nicht in absehbarer Zeit ändern, werden weitere Frachtunternehmen ihre Kapazitäten reduzieren müssen.
Doppelt so viel Frachter
Dennoch schätzt der Flugzeughersteller Boeing die Zukunft eher optimistisch ein. Für die nächsten rund 20 Jahre rechnet Boeing mit einer Verdreifachung des internationalen Luftfrachtverkehrs. Die globale Frachterflotte werde von heute 1950 Flugzeugen auf rund 3890 Maschinen anwachsen, bis im Jahr 2027. Dabei zeichne sich ein Trend ab zu grösseren Maschinen, wie z.B. Boeing 747 / 777 oder die Airbus-Modelle A330 / 340. Ab dem Jahr 2027 werden 35% aller Transporter solche Grossraumfrachter sein, verglichen mit heute 26%.
Wer als Frachtunternehmen nach der Wirtschaftsflaute von ansteigenden Volumina profitieren will, muss bereits heute sein Augenmerk auf den Faktor Dienstleistung richten. Viele Unternehmen optimieren, beeinflusst durch den Absatzrückgang, ihre Transport- zyklen mit der Folge, dass Luftfracht zu Seefracht wird. Durch den starken Rückgang der Frachtvolumina haben sich die Kostenunterschiede zwischen den Anbie-tern weitgehend aufgelöst. Damit bekommt der Faktor Dienstleis- tung eine deutlich stärkere Bedeutung.