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| Gregor der Grosse († 604) - Ausgewählte Briefe

Neuntes Buch. Briefe aus den Jahren 598–599
XXV. (105.) An den Bischof Serenus von Marseille.
Inhalt
XXV.
Gesammtausgabe 105.
An den Bischof Serenus von Marseille.
Inhalt: Es wird ihm der Abt Cyriakus empfohlen, der in Gregors Auftrag zum Bischof Syagrius (siehe IX. 11) reist. Desgleichen wird ihm empfohlen, hl. Bilder nicht zu zertrümmern, da dieselben sehr nützlich seien, hingegen jede Anbetung derselben zu verhindern.
Wenn wir erst so spät Eure Brüderlichkeit schreiben, so leget es nicht als Trägheit, sondern als Geschäftsüberhäufung aus. Wir empfehlen Euch in allen Stücken den Überbringer dieses Schreibens, unsern geliebtesten Sohn [S. 490] Cyriakus, den Abt unsers Klosters1 damit er in der Stadt Marseille sich nicht aufhalten müsse, sondern mit Unterstützung Eurer Heiligkeit und Gottes Hilfe zu unserm Bruder und Mitbischof Syagrius reisen könne.
Auch gebe ich Euch kund, es sei uns schon vor längerer Zeit zu Ohren gekommen, Eure Brüderlichkeit habe in den Kirchen Bilder zertrümmert und hinausgeworfene, weil einige Leute dieselben angebetet hätten. Wir loben es zwar, dass Ihr Eifer gegen die Anbetung von Menschenwerken gehabt habet, aber müssen Euch doch sagen, dass Ihr diese Bilder nicht hättet zertrümmern sollen. Denn darum werden in den Kirchen Gemälde verwendet, damit die des Lesens Unkundigen wenigstens durch den Anblick der Wände lesen, was sie in Büchern nicht zu lesen vermögen. Deine Brüderlichkeit hätte also dieselben belassen, wohl aber das Volk von der Anbetung derselben abhalten sollen, damit einerseits die des Lesens Unkundigen Gelegenheit haben, sich die Kenntnis der hl. Geschichte zu erwerben, anderseits aber das Volk nicht durch Bilderanbetung sündige.
1: Damit ist das Kloster von St. Andreas in Rom gemeint, in welchem Gregor selbst vor seiner Erhebung Abt gewesen. Auch in den Dialogen nennt es Gregor aus alter Anhänglichkeit immer seinKloster.