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Das Projekt untersucht das Werk der US-amerikanischen Künstlerin Adrian Piper (geb. 1948), die Ihre künstlerische Praxis im Umfeld der New Yorker Conceptual Art Gruppe der späten 1960er-Jahren begann. Der Fokus liegt auf Pipers akustischen Arbeiten und der Auslotung der eigenen Stimme, die sich durch das gesamte Werk der Künstlerin zieht. Auf unterschiedliche Weisen setzte Piper Stimmaufnahmen ein, um kognitive Wahrnehmungsprozesse von Kunstwerken zu manipulieren.
Das Projekt will aufzeigen, wie akustische Experimente in der Erprobung neuer Kunstformate einen weitaus wichtigeren Teil einnehmen, als in der bisherigen Literatur besprochen wurde. Pipers stimmlichen Auslotungen sollen in einer grösseren künstlerischen und philosophischen Diskussionssphäre verankert werden, die sich in den 1970er- und 80er-Jahren intensiv mit der Stimme auseinanderzusetzten begann. Dabei eröffnet sich ein geteilter Diskurs, in dem neue Konzepte zu Subjektivitätskonstruktionen und Ideen der weiblichen Autorenstimme artikuliert wurden.
Die Inszenierung der Stimme in Performance- und Installationskunst hat in den letzten fünf Jahrzehnten kontinuierlich an Popularität gewonnen. Hinsichtlich dieser Entwicklung stellt sich zunehmend die Frage, wie sich der Eintritt der Stimme auf einen primär auf Visualität ausgerichteten künstlerischen und kunsthistorischen Diskurs ausgewirkt hat. In einem breiteren Kontext schliesst das Projekt an das Paradigma des acoustic turns und eine Reihe von jüngeren Publikationen an, die sich zum Ziel gesetzt haben, die „vernachlässigte akustische Wirkungsdimension“ aufzuarbeiten. Die Dissertation möchte die bisherige Forschungsdebatte mit einer Analyse des Ineinandergreifens von Bild und Stimme erweitern und bisherige Thesen zu Audiovisualität in den Künsten revidieren.