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Nach 90 Jahren musste der Verein aufgelöst werden
Zofingen 90. Generalversammlung des Ski Clubs Zofingen
Am 19. Januar versammelten sich 23 Teilnehmer vom Ski Club Zofingen im Restaurant Markthalle zur 90. Generalversammlung. Nach einem vorzüglichen Essen eröffnete der Präsident Hans Stalder die letzte Generalversammlung. Nach 90 Jahren wurde der Verein aufgelöst, was bereits vor einem Jahr festgelegt wurde. Viele in Zofingen wissen vielleicht gar nicht mehr, dass es einen Ski Club in Zofingen gab. Dies war im letzten Jahrhundert anders, wie der folgende Bericht zeigt:
1933 haben sich Mitglieder vom Schweizer Alpenclub zusammengetan und den Ski Club Zofingen gegrün-det. In den ersten Jahren war man froh, Transportmöglichkeiten zu erhalten, um zum Skifahren zu kommen. Die eigene Motorisierung und Skibusse kamen erst später auf. Der Ski Club organisierte diverse Ferienlager für Ski- und Tourenfahrer. 1964 wurde das erste Zofinger Skirennen durch den Ski Club organisiert. Diese populären Rennen fanden bis Ende der 80er Jahre in verschiedene Austragungsorten der Voralpen statt. Die Erfolge der Schweizer Skifahrer und Langläufer bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble und 1972 in Sapporo lösten einen enormen Boom in der Bevölkerung aus. Die Teilnahmerzahl an den Skirennen stieg von durchschnittlich 150 auf 250 Personen an. Auch das Langlaufen wurde populär. So startete 1970 der Ski Club die Langlaufkurse im Eigenthal, die bis Anfang der 80er Jahre jährlich im Dezember durchgeführt wurden. Selbst in der autofreien Zeit im Winter 1973/74 fuhren die Teilnehmer mit dem Zug und Postbus zu den Kursen ins Eigenthal. Auf die Langlaufkurse folgte 1984 der Zofinger Langlaufcup, der dreimal durchgeführt wurde. Dies unter dem Patronat vom Zofinger Tagblatt! Jährlich wurden Clubmeisterschaften in Alpinen- und Langlaufdisziplinen durchgeführt. Legendär waren die Langlaufclubmeisterschaften im Diemtigtal. Um fit zu bleiben, trafen sich jung und alt zum wöchentlichen Fitnessturnen in der Bezturnhalle. Seit dieser Zeit lösten sich die beiden Langzeitpräsidenten Robert Hunziker und Hans Stalder mehrmals ab.
Danach liess die Begeisterung in der Bevölkerung nach. Skifahren und Langlaufen wurde immer mehr zum Individualsport. Fahrgelegenheiten waren reichlich vorhanden. Der Ski Club wuchs nicht mehr und die Mitglieder wurden immer älter. Aber es gab auch diverse andere Betätigungen. So wurden im Sommer ausgiebige Wanderungen durchgeführt. Bis Ende der 80-er-Jahre mit grosser Beteiligung. Auch an zwei Städt-lifesten, einmal für das Altersheim Tanner und einmal für die Neuuniformierung der Stadtmusik, mit je einer Beiz in der Bärengasse, war der Ski Club aktiv, ebenso am Eidgenössischen Musikfest sowie an der 700 Jahrfeier der Eidgenossenschaft. Danach nahmen die Aktivitäten stetig ab. Aus Altersgründen kam Skifahren und bei den meisten auch Langlaufen nicht mehr infrage. Kurzwanderungen, Treffen in Waldhütten zum Bräteln und gemeinsame Essanlässe in Lokalen der Umgebung, wie das Fischessen am Karfreitag, wurden zu Hauptaktivitäten. Wöchentlich trafen sich die Ski Clübler am Freitag morgen im Restaurant Markthalle. Dieser Zusammenhalt machte es möglich, den Verein bis heute aufrecht zu erhalten. Man kam nun trotzdem zum Schluss: 90 Jahre sind genug und löste den Verein auf.