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Etwa ein Drittel der in Deutschland produzierten Eier stammt aus Niedersachsen. Nach Angaben Hoffrogges gibt es rund 12000 Betriebe mit etwa 14 Millionen Legehennen. Sollte sich Künast durchsetzen, stünden mindestens 15 Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Geflügelwirtschaft auf dem Spiel. In Polen, Tschechien und den baltischen Staaten, in Spanien und der Türkei werde bereits in großem Stil investiert. "Die Probleme werden damit exportiert", sagte Hoffrogge. Im Ausland spiele Tierschutz kaum eine Rolle. Die Verbraucher, die sich frische Eier aus der Region wünschten, seien am Ende die Verlierer.
Ginge es nach den Hennenhaltern, müsste Deutschland - wie die übrigen europäischen Länder - die Kleingruppenhaltung in ausgestalteten Käfigen zulassen. Die Sterblichkeitsrate der Hennen sei in diesen Anlagen geringer als in den von Künast bevorzugten Volieren. Die Tiere würden weniger krank, weil sie nicht mit ihrem Kot in Berührung kämen. Die Hennen könnten auf Sitzstangen ruhen, in Nestern ihre Eier ablegen, am Boden scharren und im Staub baden. 20 Tiere hätten in den Käfigen einen Platz von 1,5 Quadratmetern.
Der Vorteil für die Halter: "Die Umstellung auf Kleingruppen ist erheblich billiger als der Bau neuer Volieren", sagt Hoffrogge. Künast lehne dieses System jedoch aus ideologischen Gründen ab. Die Ministerin sei derzeit "mit dem Scheckbuch unterwegs", um sich die Zustimmung zu ihrem Entwurf zu erkaufen. Den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) kann sie nicht überzeugen. Er macht sich für die Kleingruppenhaltung stark. Grüne, Tier- und Umweltschützer werfen Bartels vor, Lobbyarbeit für die Geflügelwirtschaft zu betreiben. (Hannoversche Allgemeine, 12. Oktober 2001)