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Bei einer Hernie oder einem sogenannten Eingeweidebruch handelt es sich um eine Lücke in der Bauchwand, durch die sich Organe oder Gewebe ausstülpen.
Diese Lücke entsteht durch eine Schwäche im Gewebe (Muskeln, Bindegewebe, Sehnen und Narbengewebe) und wird Bruchpforte genannt. Da Bruchpforten meist in der Bauchwand auftreten, werden Hernien auch mit dem Begriff Bauchdeckenbruch bezeichnet. Bruchpforten können aber auch in der Leistengegend, im Zwerchfell, am Beckenboden, im Bauchinnenraum oder in der Rückenmuskulatur vorkommen.
Etwa 80 % der Hernien treten in der Leistengegend auf. Der sogenannte Leistenbruch kommt hauptsächlich bei Männern vor. Frauen sind nur in 10% der Fälle betroffen.
Hernien können angeboren sein oder durch eine genetisch bedingte Bindegewebs- oder Muskelschwäche entstehen. Eine Störung im Kollagen-Stoffwechsel ist oft eine der wesentlichen Ursachen für Hernien, da durch das fehlende Kollagen das Bindegewebe instabil wird. Bei mangelndem Kollagen ist folglich das Narbengewebe auch weniger stabil und entlang von Narben oder nach Operationen können so Schwachstellen im Gewebe entstehen. Schwangerschaften und Übergewicht erhöhen das Risiko für das Auftreten von Hernien ebenfalls. In vielen Fällen kann aber keine eindeutige Ursache für das Auftreten der Hernie ausgemacht werden.
Bruchpforte: Die Lücke verläuft meist durch verschiedene Gewebsschichten (Muskeln, Sehnen, Bindewebe, etc.) und wird als Bruchpforte bezeichnet. Je nachdem, wo sich die Bruchpforte befindet, wird die Hernie benannt. z.B. Nabelbruch, Zwerchfellbruch, Leistenbruch, etc.
Bruchsack: Das Bauchfell wird durch die Bruchpforte nach aussen gestülpt. Die äussere Hülle des Bruchsackes besteht meist aus Unterhautfettgewebe und der Haut.
Bruchinhalt: In den meisten Fällen ist der Bruchsack gefüllt mit Teilen des Bauchfells, teilweise auch mit Organen wie Darmschlingen oder Teile des Magens, die durch die Bruchpforte herausragen. Meistens befindet sich auch ein Anteil an Bruchwasser im Bruchsack, der den Bruchinhalt gleitfähig hält. Es ist aber auch möglich, dass der Bruchsack komplett leer ist.
Meistens ist eine spürbare Ausstülpung in der Bauchwand das erste Symptom einer Hernie. Die kugelförmige Schwellung zeigt sich im Stehen. Wenn man sich hinlegt, gleitet der Bruch oft wieder in die Bauchhöhle zurück und verschwindet für die Zeit des Liegens.
Besonders bei körperlicher Belastung können Missempfindungen, Schmerzen, Brennen, Druckgefühle oder ein Ziehen auftreten. Beim Husten und Pressen verstärken sich diese.
Manchmal kann es auch schon zu Schmerzen oder Beschwerden kommen, bevor die Hernie überhaupt sichtbar ist.
Eine Hernie kann nicht von selbst heilen. Solange sie nicht stört und keine Schmerzen verursacht, muss sie nicht sofort operiert werden. Meist vergrössert sie sich langsam und die Beschwerden nehmen stetig zu. Schlussendlich ist jedoch ein operatives Verschliessen der Lücke die einzige Behandlungsmöglichkeit. Gerne beraten wir Sie, was in Ihrem Fall die besten Möglichkeiten sind.
Wenn der Bruchsack in der Bruchpforte eingeklemmt wird, spricht man von einer Inkarzeration. Dabei kann es zu einem Blutstau und dem Eintreten von Flüssigkeit ins Gewebe (Ödem) kommen. Das Gewebe schwillt dadurch so stark an, dass die sich im Bruchsack befindenden Eingeweide von der Blutzirkulation abgeschnitten werden und ohne rechtzeitige Operation absterben können. Es kann folglich zu einem Darmverschluss, einer Bauchfellentzündung oder einer Infektion der Bauchhöhle kommen. Der Patient bemerkt eine Inkarzeration durch starke Schmerzen im Bereich der Hernie. Oft entsteht ein druckempfindliches, prall-elastisches Geschwulst an der Bruchpforte. Dieses lässt sich auch bei entspanntem Liegen nicht mehr in den Bauchraum zurückschieben. Manchmal treten auch Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf.
Wenn dies bei Ihnen auftritt, rufen Sie uns sofort an oder begeben Sie sich sogleich in die Notfallstation des nächsten Spitals!