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258 Gemeinden gibt es in Apulien und in jeder gibt es einen oder mehrere Wasserzapfsäulen des Aquedotto pugliese. Fontana (Quelle) oder Capo di ferro (Eisenkopf) werden sie von den Einheimischen genannt. Sie sind bereits in die Jahre gekommen und das sieht man Ihnen an.
Die Geschichte der Zapfsäulen geht weit zurück. Die Idee und der Wunsch ganz Apulien mit Trinkwasser zu versorgen entstand Mitte des 19. Jahrhunderts. Apulien ist an der Oberfläche äusserst wasserarm. Dagegen gibt es unterirdisch grosse Grundwasservorräte. Diese werden seit Jahrhunderten mittels artesischer Brunnen angezapft. Die Wasserversorgung der Bevölkerung blieb aber ungenügend. Auch das Sammeln der Winterregen in Zisternen brachte nur geringe Abhilfe. Angeregt von Ferdinand II, König beider Sizilien, entwickelte der Wasserbauingenieur Camillo Rosalba 1867 einen Plan zur Lösung des Wasserproblems. 40 Jahre später wurde mit dem Bau des Aquedotto pugliese begonnen.
Von der Sele-Quelle wurde ein drei Meter breiter unterirdischer Kanal gebaut. 1914 erreichte dieser die 250 km entfernte Stadt Bari. In den folgenden Jahrzehnten wurde das Leitungssystem verzweigt und erreichte noch vor dem Zweiten Weltkrieg den Zielort Santa Maria di Leuca.