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Martin Suter
Adrian Weynfeldt lebt in Zürich, mitten in der City, alleine in der obersten Etage eines Bürgerhauses, in dessen unteren Etagen eine Bank einquartiert ist. Entsprechend geschützt und überwacht ist der Zugang zu seinem Privatreich, einer riesigen, mit Schweizer Designermöbeln und Kunst vollgestopften Wohnung. Es mangelt an nichts, Geld spielt keine Rolle, eine Haushälterin umsorgt den reichen Kunstexperten, der auf eine sympathische Weise bescheiden geblieben ist.
Natürlich hat der überkorrekte, der Höflichkeit verpflichtete Weynfeldt, der letzte seiner Dynastie, eine Menge guter Freunde, vor allem, wenn er mit dem Scheckheft unterwegs ist, das er auch grosszügig einsetzt. Obwohl er es finanziell nicht nötig hätte, widmet Weynfeldt seine Energie als Kunstexperte einem grossen Auktionshaus, eine Arbeit die seiner Leidenschaft für die Kunst entgegenkommt.
Nach einer gescheiterten, weit zurückliegenden Beziehung hat Adrian Weynfeldt mit den Frauen abgeschlossen und lebt zurückgezogen in seinem Adlerhorst. Bis Lorena auftaucht, eine jüngere Frau, die ihn an seine verlorene Liebe erinnert. Lorena, immer in Geldnöten, schwankt zwischen verschiedenen Plänen, wie sie Weynfeldt als Geldquelle anzapfen könnte. Dabei mischt sie mit Hilfe eines dubiosen Kleiderverkäufers die alten Geldfreunde Adrians und den erfolglosen Künstlerkreis auf.
Dass es dennoch zu einem Happy-End mit den beiden Hauptfiguren kommt ist Adrian Weynfeldts offenbar unerschöpflichen Geldmitteln zu verdanken. Wie es dazu kommt und wer wen über's Ohr haut im Rennen um einen gefälschten Vallotton ist vor allem im spannenden Finale amüsant zu lesen.
Wer gerne Martin Suter liest, wird mit diesem Roman gut bedient und wandert zudem staunend durch eine dreihundert Seiten starke Nobelwelt der Reichen und Edlen - Geld macht halt eben doch glücklich.
Peter Maibach (2008)
Buchinformation
Der letzte Weynfeldt
Martin Suter
314 Seiten
Diogenes, Zürich
ISBN: 978 3 257 86170 9