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In den 1950er Jahren erfand Fiat die „Spiaggine“ (Strandautos) - Kleinwagen, die speziell für Badeorte zu Cabriolets ohne Türen und mit simplen Sitzen umgebaut wurden: die Karosseriebauer verwendeten dafür die Modelle Fiat 500, 600 und 600 Multipla als Ausgangspunkt.
Mitten im Wirtschaftsboom widmeten sich die besten italienischen Karosseriebauer der Produktion dieser Autos auf Fiat 500- oder 600-Basis, bei der Dach, Türen und Säulen wegfallen, der Wagenboden jedoch verstärkt wird. Charakteristisch sind die Sitze, die statt Polstern ein Korbgeflecht bzw. andere wasserbeständigen Textilien aufweisen, sowie die Markisen im Nautik-Stil, die das Verdeck ersetzen.
Ghia, Boano und auch Pinin Farina widmen sich der Kreation dieser Autos, die schon bald zu Elite-Statussymbolen, aber auch zu originellen Taxis für die exklusiven Mittelmeerinseln werden, insbesondere für die von den VIPs der Epoche frequentierten.
Der erste war der Fiat 600 Ghia Jolly, dessen Name von nun an die gesamte Fahrzeugkategorie charakterisiert. Nach dem Erfolg des ersten Jolly, der ab der 600er-Limousine gebaut wurde, nutzt der Turiner Karosseriebauer den geräumigeren 600 Multipla als Basis, um den Innenraum zu vergrößern: die Korbsitze sind auch hier die Protagonisten der neuen Version.
Der Fiat 500 Boano Spiaggia, der 1958 vom Karosseriebauer und Designer Mario Boano auf der Basis des Nuova 500 gebaut wurde, gehört zu den bekanntesten Strandautos: es wurden zwei Exemplare hergestellt, eines für Gianni Agnelli und eines für Aristoteles Onassis. Zwei Jahre zuvor hatte der Anwalt Agnelli bei Pinin Farina den exklusiven Fiat 600 Eden Roc in Auftrag gegeben, der 1956 auf einer 600 Multipla-Basis mit Teak-Oberflächen im Innenraum gebaut wurde, im Stil der Riva-Motorboote.
Inspiriert von der vielfältigen Tradition der „Spiaggine“ der Marke Fiat entwarf das Fiat Style-Center im Jahr 2006 ein Strandauto, das auf der zweiten Serie des Panda basiert, und beauftragte das Stola-Atelier in Rivoli bei Turin mit der Realisierung.
Der Fiat Panda Jolly wirkt frisch und leicht: Farben und Materialien gleichen denen der Welt der Motorboote, und es bestehen viele stilistische Bezüge zu den glorreichen 60ern. In der Tat lassen sich die Designer vom 600er Multipla Jolly inspirieren, den der Karosseriebauer Ghia 1956 entworfen hat. Anstelle des Korbgeflechts auf den Sitzrahmen werden Stahllatten verwendet, die mit Rope beschichtet sind, einem synthetischen Material, das man auch auf den Oberseiten von Segelbooten findet. Die Kissen hingegen sind durch einen Baumwoll-Frottee-Bezug deutlich bequemer. Das ursprüngliche Layout wurde vonder für erstklassiges italienisches Innendesign bekannten Firma Paola Lenti entworfen. Nautisch inspiriert ist auch die Verwendung von Eschenholz, das wie bei den edelsten Booten von Hand verarbeitet wird und den Boden, den Unterboden, die Haube und den oberen Teil der Seiten bedeckt, der durch das Fehlen der Türen sichtbar wird. Der stählerne Handlauf, der das Heck umschließt, erinnert an den hinteren Bereich eines Luxus-Boots, während die runden Scheinwerfer des Panda Cross mit den an die 60er Jahre erinnernden vollen Felgen in derselben Farbe der Karosserie kombiniert werden, welche durch die typische verchromte Haube geschlossen werden.