Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03634.jsonl.gz/800

Das Wichtigste in Kürze:
- Die Zahl der weltweiten Atomwaffen ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen, die Bestände schrumpften um 460 Waffen. Dies geht aus dem Bericht des Friedensforschungsinstitut Sipri hervor.
- Weltweit besitzen neun Staaten insgesamt 14'935 Atomsprengköpfe.
- Indien und Pakistan weiteten ihre Produktionskapazitäten für die Herstellung von spaltbarem Material aus.
- Keiner der Atomwaffenstaaten will sein Atom-Arsenal in absehbarer Zeit aufgeben.
Die Zahl der Atomwaffen wurde in den letzten 30 Jahren drastisch reduziert. Das ist aber kein Grund zum Aufatmen: Friedensforschern zufolge investieren die Atommächte zurzeit alle enorme Summen in die Modernisierung. «Das legt den Schluss nahe, dass keiner dieser Staaten bereit sein wird, seine nuklearen Arsenale in absehbarer Zukunft aufzugeben», sagte Sipri-Forscher Shannon Kile.
Sipri sieht auch keine Anzeichen dafür, dass auch nur eine Atommacht weltweit auf ihre Nuklearwaffen verzichten will. Im Gegenteil: Alle Staaten mit Atomwaffen modernisieren ihre Arsenale.
Das legt den Schluss nahe, dass keiner dieser Staaten bereit sein wird, seine nuklearen Arsenale in absehbarer Zukunft aufzugeben.
Zugleich belegt der Bericht, dass die Zahl der Atomsprengköpfe weiter zurückgegangen ist. Anfang 2017 waren neun Staaten – die USA, Russland, Grossbritannien, China, Pakistan, Indien sowie Frankreich, Nordkorea und Israel – insgesamt im Besitz von geschätzten 14'935 Atomwaffen.
Im Vergleich zu Mitte der 1980er Jahre, als es 70'000 Atomsprengköpfe gab, ist die Zahl damit deutlich reduziert worden. Der Rückgang zum Vorjahr betrug 460 Atomwaffen. Die Reduzierung kam damit langsamer voran als noch vor zehn Jahren.
USA investieren 400 Milliarden
Sowohl die USA (6800) als auch Russland (7000), die insgesamt über 93 Prozent der Atomwaffen verfügen, haben umfangreiche Modernisierungsprojekte gestartet. Die USA wollten bis 2026 rund 400 Milliarden Dollar in die Instandhaltung und Erneuerung ihrer nuklearen Waffen investieren.
Der geplante Anstieg der US-Ausgaben kommt nicht unerwartet. Die derzeitige US-Regierung setzt die ehrgeizigen nuklearen Modernisierungspläne fort, die von Präsident Obama gestartet wurden.
Auch die Staaten mit wenigen Sprengköpfen investieren in die Erneuerung. Frankreich verfügt über 300 Atomwaffen, gefolgt von China mit 270 und Grossbritannien mit 215. Die Friedensforscher schätzen, dass Nordkorea inzwischen zehn bis 20 nukleare Sprengköpfe besitzt. Nordkorea hat offenbar technische Fortschritte beim Ausbau seines Atomwaffenprogramms erzielt.
Auch Indien und Pakistan weiteten ihre Produktionskapazitäten für die Herstellung von spaltbarem Material aus. Dies könne zu einer deutlichen Ausweitung der Produktion von Atomwaffen im kommenden Jahrzehnt führen.