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05.09.2008 - 01.11.2008
Der 1951 in Köln geborene und seit 1973 in New York lebende Rainer Gross wird im Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath neue Contact Paintings präsentieren. Diese durch Anziehung und Abstoßung von unterschiedlichen Pigmentträgern nach Übereinanderlegen zweier Leinwände entstandenen Bilder stellen den Materialcharakter von Farbe in das Zentrum der Bildbetrachtung. Farbqualität und Farbstruktur regen ein imaginatives Sehen an.
Als Student der Freien Malerei in Köln wird Gross 1971 Assistent von Howard Kanovitz, Vertreter des amerikanischen Hyperrealismus, der ihn nach New York einläd. 1974 folgt dann eine Assistenz bei dem Pop-Art-Künstler Larry Rivers.
In den achtziger Jahren arbeitet Gross figurativ und gegenständlich mit Collagen und Materialbildern, seit den frühen neunziger Jahren experimentiert er mit der Farbe. Es entsteht das Konzept der Doppelgänger oder Contact Paintings: Eine Leinwand wird mit Pigmentfarben auf Wasserbasis bestrichen, eine andere, gleich große wird mit Ölfarben bearbeitet. Beide Leinwände drückt Gross dann aufeinander und steuert die Übertragung der Farben auf die jeweils andere mit dem Druck seiner Hände. Eine vollständige Vermischung der Farben tritt nicht ein, da Wasser und Öl sich abstoßen.
Das Ergebnis sind zwei Leinwände, die sich so ähneln, dass man nicht mehr sehen kann, welche auf Wasserbasis und welche auf Ölbasis begonnen wurde. Sie werden einzeln oder als Dipthycha (Twins) präsentiert. Im Nebeneinander der Zwillinge, die zwar die gleiche materielle Grundlage haben, aber doch nicht eineiig sind, zumal das eine um 180 Grad gedreht hängt, springt das Betrachterauge hin und her, angezogen von Materialstruktur und Farbe. Anklänge an den abstrakten Expressionismus stellen sich ein: Die freie Gestik, eine Portion Zufall, die Materialität der Pigmente steuern die Wahrnehmung.