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Neues GIS System für drei Wasserverbände der Niederlande
28.04.2014
Die Wasserverbände „Reest en Wieden”, „Rijn en Ijssel” und „Vechtstromen“ haben sich für GEONIS als zukünftige Plattform entschieden.
In den Niederlanden gibt es zurzeit 24 sogenannte Wasserverbände. Diese „Waterschappen“ (so der niederländische Name) sind öffentliche Instanzen, die die Aufgabe haben, den Wasserhaushalt in einer bestimmten Region zu regeln. Da die Niederlande zu einen Drittel unter dem Meeresspiegel liegen, kommt jedem Wasserverbund offensichtlich eine sehr wichtige Rolle zu. Der Name Wasserverbund meint dabei das Gebiet, für das diese Einrichtung die Verantwortung trägt. Es wird nicht durch Gemeinde- oder Provinzgrenzen bestimmt, sondern durch Strömungs- oder Entwässerungsgebiete. Wasserverbände gehören zu den ältesten öffentlichen Organisationen in den Niederlanden; der erste wurde im Jahr 1255 gegründet. Die Wasserverbände bilden die Basis für das „Poldermodel“. Ein Polder ist das Gebiet, das unter Wasser stehen würde, wenn nicht die Wasserverbände das Wasser aus den Flüssen, Seen und dem Meer ableiten und das überflüssige (Regen-)Wasser abführen würden. Die Wasserverbände ermöglichen damit in vielen Gebieten der Niederlande, dass dort Menschen wohnen können und Landbau und Viehzucht betrieben werden kann.
GEONIS soll hier zukünftig eingesetzt werden, um die unzähligen Wasserkanäle, Flüsse, Seen und anderen Wasserwege wie auch die Bauwerke und Wasserschutzeinrichtungen, die den Niederländern dazu dienen, ihre Füsse trocken zu halten, zu visualisieren und zu verwalten. Mit GEONIS lassen sich zudem Längenprofile und Querschnitte erstellen: eine wichtige Funktion für die Berechnung von Abflusskapazitäten oder für die Berechnung der Kosten für den Unterhalt der Kanäle (die zum Beispiel für das Mähen der Uferflächen oder das Ausbaggern von Sedimenten entstehen).
Im Jahr 2012 kamen die Wasserverbände zum Entschluss, das überalterte Geografische Informationssystem namens IRIS, das sie bisher genutzt hatten, zu ersetzen. IRIS basiert auf ArcGIS 9, war auf die Bedürfnisse des Wassermanagements in den Niederlanden ausgerichtet und hatte die Wasserverbände während vieler Jahre effizient unterstützt. Doch das System war zunehmend nicht mehr in der Lage, sich verändernde und neue Anforderungen abzudecken. Zudem war es mit IRIS bald nicht oder nur noch unter Aufbringung sehr hoher Investitionen möglich, neue mit ArcGIS von Esri verbundene Technologien und Releases einzubinden und zu nutzen. Eine der wichtigsten Anforderungen an die Nachfolgerlösung von IRIS war, dass es sich um ein Standardprodukt handeln sollte, das flexibel und außerdem fähig war, neue Anforderungen durch Konfiguration anstelle von Entwicklung umzusetzen. Wichtige Funktionen wie das Profilmodul sollten Teil des Standardprodukts und sowohl für Desktop und Server als auch mobil verfügbar sein.
Die Konzeptprüfung, die Esri Niederlande federführend in enger Zusammenarbeit mit den Wasserverbänden innehatte, bestätigte, dass GEONIS die richtige Lösung für den Ersatz von IRIS ist. Im Dezember entschieden sich daraufhin die drei Wasserverbände „Reest en Wieden”, „Rijn en Ijssel” und „Vechtstromen“ als erste für GEONIS als zukünftige Plattform.