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Für die Final-Qualifikation werde er in den Bereich seiner persönlichen Bestleistung (48,45 Sekunden) laufen müssen, hatte Kariem Hussein vor dem Halbfinal gesagt. Er sollte mit dieser Prophezeiung recht behalten, erfüllen konnte er sie aber nicht.
Nur ein Rang fehlte zum Final
Hussein wurde im dritten Halbfinal mit einer Zeit von 48,59 Sekunden Dritter und blieb damit 14 Hundertstel hinter seiner Bestleistung zurück. Besonders bitter: Dem 26-Jährigen fehlten in seinem Heat lediglich 5 Hundertstel für den Showdown der besten Acht. Wenn er sich als einer der zwei Zeitschnellsten noch hätte qualifizieren wollen, hätte er 13 Hundertstel schneller laufen müssen.
Es war sicher nicht förderlich, wie ich die letzte Hürde genommen habe.
Hussein war nach der letzten Hürde ganz vorne dabei, die Ziellinie überquerte er aber als Dritter. Dies ärgerte ihn insofern, als er vor dem letzten Hindernis mit dem rechten und damit mit dem schwächeren Bein absprang. Mit links hätte er den Schwung «etwas besser» mitnehmen können. «Da ich weiss, dass es um Hundertstel gegangen ist, war es sicher nicht förderlich, wie ich die letzte Hürde genommen habe.»
Hochgestecktes Ziel nicht erreicht
In der Endabrechnung führte Hussein das Feld der «Verlierer» als Neunter an, er wäre der nächste Athlet gewesen, der es in den Final geschafft hätte. Der Europameister von Zürich verpasste damit seine hochgesteckte Zielsetzung. Hussein war als Nummer 7 der Jahresweltbestenliste und Nummer 6 der Meldeliste in die chinesische Hauptstadt gereist.
Nach dem Rennen liessen die Schweizer Verantwortlichen nichts unversucht, Hussein doch noch in den Final zu bringen. So legten sie Protest ein, da der in der Serie unmittelbar vor Hussein klassierte Kenianer Nicholas Brett nach gut 300 Metern die Nebenbahn betreten haben soll. Der Protest wurde aber einstimmig abgelehnt.
Heute bin ich selber hier, das ist schon etwas Geiles.
Der Auftritt im «Bird's Nest» hat bei Hussein trotz Enttäuschung Lust auf mehr gemacht. So sagte er im Interview abschliessend: «Beim Einlaufen habe ich Usain Bolt gesehen und ich musste lachen. Vor sieben Jahren habe ich ihn noch am Fernsehen verfolgt und mich von ihm inspirieren lassen. Heute bin ich selber hier, das ist schon etwas Geiles. Es war nicht meine letzte WM!»
Sendebezug: SRF zwei, «sportlive», 23.08.2015, 12:35 Uhr.