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Die Olympischen Spiele 2021 finden in einer Megacity statt. Tokio gehört mit rund 10 Millionen Einwohnern zu den grössten Städten der Welt. Ihr Ballungsraum mit 38 Millionen ist der global grösste.
38 Millionen Menschen im Grossraum Tokio. Das heisst, dass fast ein Drittel von Japans Bevölkerung auf knapp vier Prozent der Landesfläche lebt – in und um eine Stadt, die nach offizieller Lesart gar keine ist. Seit 1943 ist das im Osten der japanischen Hauptinsel Honshu gelegene Tokio eine Präfektur, bestehend aus 23 Bezirken, die administrativ allesamt eigenständige Kommunen sind.
Als Hauptstadt Japans ist Tokio selbstredend auch Sitz der nationalen Regierung. Tokio ist breitgefächert das Zentrum Japans. Mit ihren zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Theatern und Museen ist sie in Bezug auf Bildung und Kultur der Mittelpunkt des Landes. Zudem gehört Tokio neben London, New York und Hongkong auch zu den weltweit grössten und wichtigsten Finanzplätzen.
Aus Edo wird Tokio
Tokio oder Edo, wie die Stadt damals hiess, taucht in den Geschichtsbüchern zum ersten Mal im 13. Jahrhundert auf. Damals soll sich ein Mann nahe der Mündungen der Flüsse Hirakawa und Sumida ein Haus gebaut haben. Er nannte den Ort Edo, was übersetzt Flussmündung heisst.
Als eigentliches Gründungsjahr der heutigen Metropole gilt 1457. In jenem Jahr baute Fürst Ota Dokan ein Schloss an der Stelle, wo heute der Kaiserpalast steht. Knapp 300 Jahre später war aus dem kleinen Ort die grösste Stadt der Welt geworden. Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts lebten mehr als eine Million Einwohner in Edo. Ihren heutigen Namen erhielt die Stadt erst 100 Jahre später. 1868, als der kaiserliche Hof auf Befehl des Tennos nach Edo verlegt wurde, wurde die Stadt in «östliche Hauptstadt» umbenannt, was ins Japanische übersetzt Tokio heisst.
Erdbeben und Krieg
Die Geschichte Tokios ist auch geprägt von Zerstörung durch Erdbeben und Krieg. Das grösste der zahllosen Erdbeben legte am 1. September 1923 einen Grossteil der Stadt in Schutt und Asche. 140'000 Todesopfer waren zu beklagen. In Tokio nutzten sie den Wiederaufbau, um der Stadt ein neues Gesicht zu verleihen, die Infrastruktur anzupassen. Die nächste Katastrophe liess nicht lange auf sich warten. 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, flogen die Amerikaner über 100 Luftangriffe und sorgten erneut für immense Schäden, Tod und Leid. Die Bombardements kosteten 145'000 Menschen das Leben.