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Sammlung Pierre und Joëlle Clémant
In den 1970 Jahren entstand in den Reservaten der Gegend um Alice Springs, im Northern Territory im Zentrum Australiens, eine Bildproduktion, in der entwurzelte Menschen auf individuelle Weise ihre Identität, ihre Herkunft und Verbundenheit mit ihrem Mutterland ausdrückten. Die neuen kraftvollen Bilder der Aborigines wurden in Kunstkreisen bald hochgeschätzt. Immer wieder sind in den 1990-er Jahren auch Pierre und Joëlle Clémant in diese Gebiete gereist, um den Urheber*innen dieser Malerei zu begegnen. So sind sie in persönlichen Kontakten zu jener hochkarätigen Sammlung gelangt, die jetzt im Kunsthaus Zug erstmals zu sehen ist. «Ich habe niemals etwas anhäufen wollen», sagt Joëlle Clémant, «ich würde sagen, dass die Sammlung und alles was sich daraus ergeben hat, sich selbst aufgezwungen hat». Die Präsentation umfasst rund 80 Werke von fünfzig Künstler*innen aus der Zeit von 1998 bis 2008.
Emily Kame Kngwarreye
Eine der wichtigsten und international gefeierten Vertreterinnen der ersten Stunde Emily Kame Kngwarreye (1910 – 1996) ist in einer gesonderten Einzelausstellung zu sehen. Sie wuchs in Utopia (Region Alice Springs) auf, lebte und arbeitete nach der Zeit der Reservate auf einer Farm, wo ihr künstlerisches Potenzial gefördert wurde. Ab 1988 erschuf sie ein bedeutendes malerisches Werk auf Leinwand, das weltweit in thematischen Ausstellungen gezeigt wurde. So auch auf den Biennalen in Venedig 1997 und 2015. Emily Kame Kngwarreye ist in namhaften australischen und US-amerikanischen Sammlungen vertreten. Mit zwanzig ausgesuchten Gemälden unterschiedlicher Werkphasen, darunter mehrere Grossformate, aus zwei australischen Privatsammlungen wird die Künstlerin erstmals in Europa in einer Einzelausstellung exklusiv vorgestellt. Sie gilt mit den mehrschichtigen All-Over-Strukturen aus einfachen Linien und Punkten als eine der radikalsten ihrer Generation in Australien.