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Pharyngitis: Klinischer Risikoscore hilft überflüssige Antibiotika-Therapien einzuschränken
Die akute Pharyngitis (Halsentzündung) gehört zu den häufigsten Erkrankungen in der pädiatrischen und allgemeinärztlichen Praxis.
Welche Strategien sich zur Entscheidung für eine Antibiotikaverschreibung am besten eignet, untersuchte eine Studie im Britischen Ärzteblatt.
In der Studie wurden 631 Patienten im Alter ab drei Jahren mit einer akuten Halsentzündung gemäss einer der folgenden drei Entscheidungshilfen zur Antibiotika-Therapie randomisiert: Klinischer Risiko-Score "FeverPAIN" (Fieber, Eiterbildung, Arztbesuch innerhalb von drei Tagen nach Symptombeginn, entzündete Tonsillen, Fehlen von Husten, Erkältungszeichen) oder Streptokokken-Schnelltest oder verzögerte Antibiotika-Therapie, wenn die Beschwerden nach 3-5 Tagen nicht besserten bzw. zunahmen (Kontrollgruppe). Primärer Endpunkt war die vom Patienten beurteilte Symptomschwere auf einer 7-Punkteskala (Halsschmerzen, Schluckbeschwerden am 2. bis 4. Tag nach dem Arztbesuch). Weitere Endpunkte waren Beschwerdedauer und Antibiotikagebrauch.
In beiden Verumgruppen beurteilten die Patienten ihre Beschwerden durchschnittlich als geringer als in der Kontrollgruppe (p=0.004 beim Score-System, p=0.005 beim Schnelltest). Anders ausgedrückt bewertete einer von drei Patienten die Halsschmerzen als gering anstelle von mittelgradig. In der Score-Gruppe besserten sich mittelgradige bis starke Beschwerden signifikant schneller als in der Kontrollgruppe, nicht jedoch in der Schnelltest-Gruppe. In der Kontrollgruppe nahmen 46% schliesslich doch Antibiotika ein, in der Schnelltest-Gruppe lag die Rate um 27% (p=0.03) und in der Score-Gruppe sogar um 29% niedriger (p=0.02). Dies führte nicht zu mehr Komplikationen oder häufigeren erneuten Arztbesuchen.
Konklusion der Autoren: Bei akuten Halsentzündungen verbesserte eine gezielte Antibiotikaverschreibung basierend auf einen klinischen Risiko-Score die Beschwerden und reduzierte die Antibiotikaverschreibungen. Mit dem Streptokokken-Schnelltest waren die Ergebnisse vergleichbar, aber nicht besser.
Link zur Studie
BMJ 2013;347:f5806 - Little P et al. on behalf of the PRISM investigators
15.10.2013 - gem