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Grand Teton Juli 202016. November 2020
Um den Grand Teton August 202018. Dezember 2020
Südlich vom Yellowstone finde ich meinen bisherigen Lieblingsplatz. Hier habe ich alles, was ich brauche. Eine wunderbare Aussicht in die Berge, viele Wildtiere, ein Fluss direkt vor dem Camp und freundliche Nachbarn.
Sonne, Wolken, Regen
Wetter
Rotnacken-Saftlecker
gesehen
Die Wäscherei des Signal Mountain Zeltplatzes nutze ich, um meine Kleider zu waschen und wieder einmal zu duschen. Danach backe ich eine Pizza in meinem Gasofen. Oftmals spricht mich jemand voller Begeisterung auf den Ofen hinten in meinem Auto an. So auch jetzt. Chris begutachtet meine Einrichtung und findet insbesondere am Dachzelt Gefallen. Ich frage ihn nach einem schönen Übernachtungsplatz rund um den Yellowstone und er erzählt mir vom John D. Rockefeller Jr. Memorial Parkway. Ein kleines Gebiet zwischen den Pärken Grand Teton und Yellowstone. Eine Kiesstrasse führt bis zum Grassy Lake Reservoir und noch weiter. Entlang der Strasse hat es acht Campingplätze mit jeweils Platz für eine bis vier Parteien. Chris hat die vergangenen zwei Wochen auf dem Platz 3 verbracht und wird diesen morgen früh verlassen. Er teile den Platz mit einer Familie. Die würden wahrscheinlich sogar noch für mich kochen, sagt er. Am nächsten Morgen erreiche ich den besagten Platz 3. Mike's rotes Zelt steht noch, aber sein Auto ist nicht da. Dafür ist noch ein anderes Zelt auf dem Platz. Kurze Zeit später kommt Mike von seinem frühmorgendlichen Fotoausflug zurück. Er entschuldigt sich dafür, dass gestern Abend spät jemand gekommen sei und den Platz auch beansprucht habe. Da kommt Dana aus ihrem Zelt gekrochen. Sie wird noch eine weitere Nacht hier verbringen. Es ist genügend Platz für uns beide da.
John D. Rockefeller Memorial Parkway
John D. Rockefeller Jr Memorial Parckway
Hidden Falls und Inspiration Point
Zusammen mit Dana wandere ich zum Wasserfall hinter dem Jenny Lake, den Hidden Falls und hoch zum Inspiration Point, von wo aus man die Seenlandschaft des Grand Teton überblicken kann. Als es am Nachmittag langsam heiss wird an der Sonne, drehen wir eine gemütlich Runde mit dem Stand Up Paddel und dem Packraft auf dem Jackson Lake.
Sue, Mike, Sarah, Josh und Kids
Meine Nachbarn sind von Maryland her durchs halbe Land gefahren, um hier ihre Ferien zu verbringen. Schnell komme ich mit ihnen ins Gespräch. Auch Mike ist ein leidenschaftlicher Tierfotograf und schon tauschen wir uns über unsere schönsten Erlebnisse aus. Die drei Schulkinder geniessen das Leben in der Natur sichtlich. Vom Vater und Grossvater werden sie im Fliegenfischen unterrichtet oder sie fangen Frösche, die sie auf den Namen George W. Bush taufen. Es freut mich solch tolle Nachbarn zu haben. Als ich nach einem Sonnenuntergang vom Fluss zurück komme, wartet mein Nachtessen schon auf mich: Auf meinem Tisch liegen zwei Maiskolben und dazu gebratenes Schweinefleisch.
Fischen mit dem Grossvater
Western Toad [anaxyrus boreas] namens George W. Bush
Ein Campingplatz zum Bleiben
Der Platz ist ein Traum! Vor mir fliesst der Snake River in einer grossen Kurve vorbei. Ich kann bis in die Berge des Grand Teton sehen und rundherum stehen die kahlen vor vier Jahren abgebrannten Bäume. Es hat allerlei Vögel am Fluss und in den Bäumen. In der Dämmerung sind ein Biber und vier Flussotter im Wasser unterwegs und bevor ich da war, wurde ein Grizzly auf der anderen Flussseite gesehen. Es erinnert mich sehr stark an Alaska. Es gefällt mir hier genauso gut wie im hohen Norden. Vielleicht male ich mir deshalb im Kopf ein Szenario aus, in dem die Grenze nach Mexiko noch länger geschlossen bleibt, aber nach Kanada schon wieder offen ist. In diesem Falle würde ich einfach nochmals nach Alaska fahren. Doch das ist noch ferne Zukunft. Jetzt geniesse ich zuerst die Tage hier. Die Standzeit ist limitiert auf 14 Tage. Alle zwei Tage kommt ein Ranger vorbei, leert die Abfallkübel und kontrolliert die Toilette. Und das alles Gratis für uns Besucher. Ich werde wohl die 14 Tage hier ausschöpfen.
Otter Camp am Rockefeller Parckway
Polenta mit Pilzsauce und Blaukrautsalat
In den letzten Tagen habe ich meistens so zwischendurch gekocht. Einmal auf dem Parkplatz nach der Wanderung oder einmal vor der Wäscherei bis alles wieder sauber war. Mir hat die Zeit gefehlt und dementsprechend mundete es auch nicht so gut. Heute nehme ich mir wieder einmal die Zeit. Nach dem Frühstück baue ich meinen Sonnenschutz auf und erkunde zu Fuss und mit der Drohne die Gegend. Zum Mittagessen gibt es Polenta. Dieses Mal die richtige nicht die vorgekochte und zwar mit einer Pilzsauce und dazu Blaukrautsalat. Es schmeckt mir richtig gut.
Polenta mit Erbsenpilz-Sauce und Rotkraut
Yellowstone – Old Faithful
Auch die Zeltplätze im Yellowstone Nationalpark sind sehr begehrt und voll besetzt. Daher mache ich einen Tagesausflug von hier aus. Der berühmte Old Faithful ist mit dem Auto in 1,5 Stunden erreichbar. Am frühen Morgen hat es noch gar nicht so viele Leute. Ich spaziere um die vielen Geysire und werde vom Ranger auf Bisonknochen in einer heissen Quelle hingewiesen. Letztes Jahr ist ein Jungtier unglücklicherweise im heissen Wasser gestorben. Weiter fahre ich zu den nächsten Geysiren und bis zum Grand Prismatic Spring. Dieser riesige Pool ist bekannt für seine wunderbaren Farben im Uferbereich. Mittlerweile ist es Nachmittag und der Park ist voll. Parkplätze findet man nur noch entlang der Strasse. Auf dem Rückweg lege ich nochmals einen Halt beim Castle Geysir ein. Dieser sollte ungefähr zum Sonnenuntergang aktiv werden. Mit einigen anderen Gästen setze ich mich auf die Bänke und warte, bis das Spektakel beginnt. Nach einigen kleinen Wasserfontänen erfolgt der richtige Ausbruch. Mehrere Meter hoch schiesst das heisse Wasser in den Himmel. Die Show dauert über eine Viertelstunde. Danach ist es noch nicht fertig. Noch lange spuckt der mächtige Geysir Wasserdampf aus, bis die Sonne untergegangen ist und es dunkel wird.
Neue Reifen für meinen Truck
Ich geniesse den Tag am Fluss, schneide einen kleinen Alaskafilm und bin mit einem Auge immer am Fluss und halte Ausschau nach Tieren. Da fällt mir auf, dass meine Vorderreifen auf der Innenseite komplett abgefahren sind. Beim linken sieht man schon die kleinen Metalldrähte. Aus irgendeinem Grund sind die Reifen schräg und wurden deshalb ungleichmässig belastet. Am nächsten Tag fahre ich vorsichtig nach Jackson in eine Garage. Es sind 100 Kilometer und ich fahre sie mit einem sehr unguten Gefühl. Nochmals Glück gehabt, ich erreiche die Garage ohne meine Ersatzreifen zu gebrauchen. Die beiden Vorderen müssen ersetzt werden. Weil der Garagist meine Pneugrösse nicht an Lager hat, ersetzen wir alle vier mit etwas grösseren Pneus. Beim Radwechsel kommt auch die Schadensursache zu tage. Am Gelenk der Vorderachse ist etwas gebrochen und die beiden Räder haben ganz schön viel Spiel. Das kann die Garage erst in drei Tagen reparieren. Mit neuen Reifen fahre ich zurück zu meinem Platz. Dies ist die erste ernsthafte Reparatur an meinem Auto. Nach 37'000 Kilometern und 1,5 Jahren Unterwegssein. Ich hoffe doch, das bleibt auch so für die nächsten 1,5 Jahre.
Meine Vorderreifen kurz vor dem Ende
Die Metalldrähte sind schon sichtbar
Elche, Biber, Flussotter, Rehe und Hirsche
Eines Abends erscheint ein Elch auf der anderen Flussseite. Mit der Drohne filme ich ihn, wie er durch das meterhohe Gestrüpp läuft. Dann verliere ich seine Spur im Wald. Doch bald schon erscheint er auf unserer Flussseite und lässt mich bis auf 20 Meter an ihn heran. Der Bulle grast friedlich im Flussbett, bevor er unweit unserer Zelte die Strasse überquert und verschwindet. Rehe kann ich mehrmals aus geringster Entfernung beobachten. Auch Flussotter spielen häufig im Wasser oder hopsen über die Kiesbänke. Ein Biber schwimmt fast jeden Abend gemächlich den Fluss hoch und eine grosse Gruppe Hirschkühe und ihre Jungen grasen auf der andern Flussseite. Es ist ein wahres Paradies hier.
Flussotter [Lutra canadensis]
Wapiti [Cervus canadensis]
Felsengebirgshuhn, Dusky Grouse [Dendragapus obscurus]
Nachbarn mit Ratte und Hund
Die Zeit vergeht. Ich bleibe meinem Standort treu und erhalte neue Nachbarn. Die Familie Jayasinghe aus Kalifornien leistet mir in der zweiten Woche Gesellschaft. Neben den drei Mädchen haben sie auch eine Ratte als Haustier dabei. Die weisse Nagerin lebt auf den Schultern und in den Taschen der Familienmitglieder. Das junge Paar Dani und Aaron ist mit einem grossen Hund angereist. Zusammen sitzen wir alle um das Lagerfeuer und braten Marshmallows. Auch Curt ist für mehrere Tage Gast an dem Platz. Zusammen befolgen wir den Tipp eines Tourist Guides, der seine davongelaufenen Pferde sucht, und erwandern einen kleinen Hügel mit bester Aussicht über den Flusslauf. Von hier sollen die Chancen Bären zu sehen sehr gut sein. Doch leider haben wir kein Glück.
Meine Nachbarn in der zweiten Woche: Somi, Kaylani, Dani, Aaron, Kiran, Aria, Leyna
Kiran, Leyna, and Aria am paddeln
Abschied von meinem Lieblingsplatz
Nach der Umrundung des Grand Teton komme ich nochmals hierher zurück, um meine Ausrüstung zu trocknen und wieder sauber einzuordnen. Doch nun ist es Zeit Abschied zu nehmen. Ich verlasse meinen bisher schönsten Campingplatz auf der gesamten Reise und ziehe weiter in den Yellowstone Nationalpark. Doch bevor ich in den Yellowstone eintauche, besuche ich den nahe gelegenen Hot Spring. Leider habe ich diesen natürlichen warmen Pool erst am letzten Tag entdeckt.
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