Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03099.jsonl.gz/657

Zwei Tour-de-France-Sieger und das komplette Podest des Giro d'Italia bestreiten die auf dem Papier viel versprechendste Spanien-Rundfahrt seit Jahren. Aus Schweizer Sicht darf man an der 69. Vuelta a España am ehesten von Fabian Cancellara etwas erwarten.
Der Italiener Vincenzo Nibali, der überlegene Sieger der Tour de France und 2010 Gewinner der Spanien-Rundfahrt, fehlt. Aber ansonsten ist die Prominenz fast lückenlos am Start in Jerez vertreten.
Insbesondere die Anwesenheit des Briten Chris Froome und des Spaniers Alberto Contador wertet die dritte grosse Landesrundfahrt des Jahres auf. Die beiden galten an der Tour de France als die grossen Favoriten, wurden aber dort durch Stürze aus der Entscheidung geworfen.
«Ich habe mich gut von meinen Sturzverletzungen erholt», sagt Chris Froome. An der Tour de France hatte er als Vorjahressieger mit Brüchen an beiden Händen aufgeben müssen, nun fühlt sich der Brite wieder bereit. Der 29-Jährige steht in einer ganz speziellen Beziehung zur Spanien-Rundfahrt: Vor drei Jahren schaffte er in der Vuelta als Gesamt-Zweiter den internationalen Durchbruch.
Der Kolumbianer dürfte Froomes erster Herausforderer sein. Quintana war letztes Jahr an der Tour de France Zweiter hinter dem Briten und gewann heuer den Giro d'Italia. Die Tour de France bestritt er nicht. Als Bergfahrer der Extra-Klasse wird der erst 24-jährige Quintana in Spanien einen Parcours vorfinden, der ihm wie massgeschneidert erscheinen muss. Das Movistar-Team besitzt mit Alejandro Valverde eine weitere Trumpfkarte, die es bei Bedarf ausspielen kann.
Neben Quintana stehen mit dessen Landsmann Rigoberto Uran und dem Italiener Fabio Aru (Bild) auch der Zweite und der Dritte des Giro d'Italia am Start. Für Uran könnte es sich als nachteilig erweisen, dass lediglich ein längeres Einzelzeitfahren auf dem Programm steht. Aru, wie Quintana erst 24 Jahre alt, war eine der Entdeckungen im Giro.
Vor einer Bewährungsprobe steht der ebenfalls 24-jährige Franzose Thibaut Pinot, der an der Tour de France als Dritter überrascht hatte. Zum Kreis der weiteren Anwärter auf eine Spitzenklassierung zählen zudem der Spanier Joaquim Rodriguez (2010 und 2012 Dritter der Vuelta) und der Amerikaner Andrew Talansky (im Juni Sieger im Dauphiné).
Er sei froh, überhaupt starten zu können, sagt der 31-jährige Spanier. Alberto Contador hatte sich an der Tour de France einen Schienbeinbruch und eine Knie-Verletzung zugezogen. Erst Anfang August ist er wieder ins Training eingestiegen, erst vor einer Woche konnte er erstmals wieder schmerzfrei einen Berg hochfahren. «Vielleicht liegt in der letzten Woche ein Etappensieg drin», hofft Contador, der Vuelta-Gesamtsieger der Jahre 2008 und 2012.
Chris Horner (42), der älteste Vuelta-Sieger aller Zeiten, ist am Freitag von seinem Team Lampre-Merida aus dem Aufgebot gestrichen worden. Grund sei ein zu niedriges Cortisol-Level bei Horner nach einer Bronchitis-Behandlung mit Cortison. Nach den Regeln des Radsportweltverbands UCI sei Horner zwar startberechtigt, da die Behandlung offiziell genehmigt war. Der Cortisol-Wert verstosse jedoch gegen die Prinzipien der «Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport» (MPCC), zu der Horners Equipe gehört.
Unter den 198 Fahrern befinden sich acht Schweizer. Fabian Cancellara (Bild) will sich den letzten Schliff für die WM von Ende September holen, die ebenfalls in Spanien, in Ponferrada, stattfinden wird. Der 33-jährige Berner sollte sich zumindest bis zur 10. Etappe im Rennen halten. Dann steht das Einzelzeitfahren über 36,7 km auf dem Programm. Letztes Jahr hatte Cancellara in Tarazona im Kampf gegen die Uhr einen Etappensieg verbuchen können.
Oliver Zaugg startet als Helfer im Team von Contador, derweil bei BMC Steve Morabito und Danilo Wyss ihrem Leader Cadel Evans assistieren. Die Westschweizer Equipe IAM Cycling bestreitet nach der Tour de France ihre zweite grosse Rundfahrt. Mit Marcel Aregger, Pirmin Lang, Johann Tschopp und Jonathan Fumeaux schickt sie vier Schweizer ins Rennen. (ram/si)
Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.