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französisch Cluse. So nennt man Erosionsthäler oder -schluchten quer zum Streichen eines
oder mehrerer Faltenzüge, wie sie besonders schön im Juragebirge ausgebildet sind.
Die Klusen sind für den Verkehr und
in strategischer Beziehung wichtig und deshalb im Altertum und Mittelalter meist durch feste Burgen gesperrt gewesen.
oder Oberklus (Kt. Basel Land,
Bez. Arlesheim,
Gem. Pfeffingen). 445 m. Burgruine; zusammen mit den ebenfalls in Trümmern liegenden Schlossern
Münchberg und Tschäpperli w. über Pfeffingen auf dem Höhenzug, der einst das Schloss Pfeffingen
trug. Diese Burgen sind zum
Teil römischen Ursprungs, da sich vom Dorf Blauen eine Römerstrasse über die Höhe zog und bei Tschäpperli
verzweigte, um einerseits (der sog. Heerweg) nach Therwil, Oberwil und Allschwil und andererseits hinter Klus und Münchberg
durch nach Aesch zu führen.
Der älteste Bestandteil von Klus war ein kleiner runder Turm mit 2 m dicken Mauern, an den später die übrigen Gebäude
sich anschlossen. Im Mittelalter war das Schloss Eigentum der burgundischen und fränkischen Könige und
dann des Bischofs von Basel.
Dieser hatte es wahrscheinlich mit Pfeffingen und der ganzen Umgegend den Grafen von Thierstein zu Leben
gegeben. Von diesen ging es später wohl als Afterlehen, vielleicht durch Erbtöchter, an die Familie Schaler in Basel
über, gleich
wie Münchberg an die Münch. Das Schloss Klus oder Schalberg wurde durch des Erdbeben von 1356 zerstört und später nicht
mehr aufgebaut.
In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörten die Schaler und Münch zu den bedeutendsten Edelleuten der Stadt Basel
und zu der Adelspartei der Psitticher, die im Kampf gegen Rudolf von Habsburg ihren Bischof Heinrich von
Neuenburg
unterstützten, während sich die Sterner an die Feinde anschlossen. In der Folge traten aber diese beiden Familien zu Oesterreich
über und empfingen vom ihm Lehen, die Schaler Habsheim und die Münch Ottmarsheim und Landser im Elsass, wo sie ihre Mitbürger
mit Zöllen belästigten. So wurden die Schaler der Stadt Basel, der sie von 1265 bis 1371 7 Bürgermeister
gegeben hatten, allmählig entfremdet. 1526 verkaufte Franz Schaler Benken mit allen Rechten an Basel.
Der letzte dieses Geschlechtes,
Franz Schaler, fiel 1569 in der Schlacht bei Moncontour auf seiten der Hugenotten.
Quellen.
Quiquerez, Aug. Les monuments de l'ancien érêché de Bâle; les châteaux. 4 Bände Manuskript (auf der Universitätsbibliothek
zu Basel).
(Kt. Bern,
Amtsbez. Nieder Simmenthal).
1300-1000 m. So heisst der stark eingeengte unterste Abschnitt des bei Reidenbach
oberhalb Boltigen von links auf das Simmenthal ausmündenden Reidigenthales.
Das Thal ist mit seinen Verzweigungen
in die Gruppen der Kaiseregg und des Bäderhorns eingeschnitten und wird von einem ziemlich wasserreichen Wildbach durchflossen.
Fussweg über die Reidigenalp nach Jaun.
Von der Klusalp aus führt über einen steilen Schutt- und Felshang ein anderer Fussweg
hinauf zu der von einem weiten Felsenzirkus (Widdergalm, Kaiseregg, Schafberg, Rothekasten) umrahmten Walopalp
(See in 1626 m).
In der Klus 3 km oberhalb Reidenbach ehemalige Steinkohlenmine, in der man zahlreiche Versteinerungen findet.
(Kt. Graubünden,
Bez. Ober Landquart, Kreis und Gem. Küblis).
811 m. Dorf, an der Mündung des Schanielenbaches in die Landquart;
500 m
w. der Station Küblis der Linie Landquart-Davos der Rätischen Bahn. 32 Häuser, 122 reform. Ew. deutscher
Zunge.
Wiesenbau und Viehzucht.
(Æussere) (Kt. Solothurn,
Amtei Balsthal, Gem. Oensingen).
472 m. Dorf, zu beiden Seiten der Dünnern und
an der Ausmündung der von diesem Fluss durchbrochenen sog. Oensinger Klus;
1,5 km n. der Station Oensingen der Linie Olten-Biel. 27 Häuser. 179
mehr
zur Mehrzahl kathol. Ew. Kammfabrikation.
Gerberei. Sand- und Kiesgrube.
Der Ort ist bekannt geworden durch den sog. Kluserhandel
zwischen Bern
und Solothurn:
eine der bedrängten Stadt Mülhausen zu Hilfe eilende kleine Abteilung von Bernern wurde auf ihrem Durchmarsch
durch die Klus von Solothurner Vögten angegriffen (1633), worauf Bern
der Stadt Solothurn mit Krieg drohte.
Obwohl diese die Anstifter des Ueberfalls mit Verbannung und hohen Bussen bestrafte, blieben doch die bisherigen guten Beziehungen
zwischen beiden Städten auf lange Zeit hinaus gestört.
(Innere) (Kt. Solothurn,
Amtei und Gem. Balsthal).
485 m. Dorf, an der Mündung des Augstbaches in die Dünnern und
an deren Eintritt in die sog. Oensinger Klus;
1,1 km sw. Balsthal. Station der Linie Oensingen-Balsthal.
Postbureau, Telegraph,
Telephon. 59 Häuser, 841 zur Mehrzahl kathol. Ew. Grosse Eisengiesserei der L. von Roll'schen Hüttenwerke. Im Mittelalter
eine kleine Stadt;
1375 von den Guglern verbrannt und nicht wieder aufgebaut.
Die Oensinger Klus ist in
geologischer Beziehung dadurch besonders bemerkenswert, dass zwei Verwerfungen hier den Dogger mit dem Malm in unmittelbaren
Kontakt gebracht haben.
Diese lange Zeit nicht beachtete Erscheinung ist von Professor Mühlberg in Aarau genau untersucht
und erklärt worden.
oder Clus (Kt. Graubünden,
Bez. Unter Landquart).
1000-570 m. Name des Engpasses, der das Prätigau bei seiner Ausmündung ins
Rheinthal abschliesst.
Seine Länge misst 1,5 km;
er wird von der Landquart, der Strasse und der Prätigauerbahn durchzogen.