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Entsorgung von Streumunition der Schweizer Armee abgeschlossen
Bern, 19.03.2019 - Die Armee hat in den letzten Jahren die Bestände von Streumunition entsorgt. Die entsorgte Menge entspricht insgesamt 9000 Tonnen Munition. Die Schweiz hatte sich mit dem im Jahr 2013 in Kraft getretenen Übereinkommen über Streumunition vertraglich verpflichtet, sämtliche Kanistermunition der Schweizer Armee bis spätestens Ende 2020 zu entsorgen.
Bei Streumunition (auch Kanistergeschosse, engl. cluster munitions) handelt es sich um einen Munitionstyp, welcher nach dem Abfeuern eines sog. Muttergeschosses eine unterschiedliche Anzahl an Tochtergeschossen (Submunition, Bomblets) verstreut, um ein Ziel flächendeckend zu bekämpfen. Beim Einsatz von Streumunition stellt die hohe Blindgängerrate ein folgenschweres humanitäres Problem dar. Nicht explodierte Geschosse fordern auch noch Jahre nach Ende des Konfliktes Opfer unter der Zivilbevölkerung behindern den Wiederaufbau eines Landes erheblich.
Im Bewusstsein dieser schwerwiegenden humanitären Folgen haben bis heute 120 Staaten das Übereinkommen über Streumunition angenommen und beschlossen, Streumunition umfassend zu verbieten. Die Schweiz ratifizierte das Übereinkommen 2012 und es trat am 01. Januar 2013 für sie in Kraft. Damit verpflichtete sie sich, die Kanistermunition der Schweizer Armee bis Ende 2020 zu entsorgen.
Die Schweizer Armee hat in den Jahren 1988 bis 1999 in verschiedenen Tranchen für rund 626 Millionen Schweizer Franken insgesamt 202'000 Kanistergeschosse beschafft. Es handelte sich dabei um 12-cm-Minenwerfer-Kanistergeschosse sowie 15,5-cm-Kanistergeschosse für die Panzerhaubitze M109.
Entsorgung abgeschlossen
Im Verlauf des Jahres 2018 konnte nun das letzte dieser Geschosse sach- und umweltgerecht entsorgt werden. Die insgesamt entsorgte Menge entspricht rund 9'000 Tonnen Munition. Die Firma Nammo Buck aus Deutschland hatte den Auftrag im Wettbewerb erhalten.
Rund 50 Kanistergeschosse werden zurückbehalten, um die Ausbildung der Kampf- und Minenräumungsspezialisten des Kompetenzzentrums KAMIR zu gewährleisten. Die KAMIR-Spezialisten werden auch im Rahmen der humanitären Minenräumung im Ausland eingesetzt, weshalb die technischen Kenntnisse über solche Munitionsarten wichtig sind.
Adresse für Rückfragen
Kaj-Gunnar Sievert
Leiter Fachbereich Kommunikation armasuisse
+41 58 464 62 47
Herausgeber
Letzte Änderung 20.04.2018