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Dienstag, 11. Oktober – Alt-Thera, Weinprobe
Alt-Thera ist eine antike Stadt in exponierter Lage. Die Stätte liegt auf dem Grat des 360 m hohen Berges Mesa Vouno, der über dem Meer auf drei Seiten steil abfällt. Die Gründung der Stadt Alt-Thera ging von dorischen Kolonisten aus Sparta aus, die die strategisch günstige Position des Felsgrates erkannten. Sie wird nach dem mythischen Herrscher der Insel Theras benannt und war nachweislich vom 9. Jh. v. Chr. bis in spätrömische Zeit bewohnt. Die Stadt wurde ab 1895 durch den deutschen Archäologen Friedrich Hiller von Gaertringen systematisch erforscht und bis 1904 ausgegraben. Der Aufbau der Stadt, ihre Straßen, Häuser und Figuren im Stein sind gut zu erkennen. Wohngebiete gruppieren sich um eine Agora. Überreste der Bauten, wie Apollontempel, das in den Hang gebaute Amphitheater, Basilika (dorische Säulenhalle) stammen größtenteils aus hellenistischer und römischer Zeit. 726 wurde die Stadt bei einem kleinen Ausbruch des Vulkans von Santorin mit Bimsstein verschüttet und darauf aufgegeben.
14.5o Uhr sammeln wir uns für den letzten Programmpunkt: Weinprobe. Außerhalb von Kamari erreichen wir nach einer längeren Wegstrecke Mesa Gonia. Der Ort wurde bei dem Erdbeben 1956 vollkommen zerstört. Die Bewohner siedelten sich um in Richtung Strand, und so entstand Kamari = der jüngste Ort auf Santorin. Mesa Gonia verfiel zu einem Geisterdorf. In den letzten Jahren zogen wieder mehr Menschen nach Mesa Gonia und renovierten die zerstörten Häuser und Höhlenwohnungen. Wir werden in einem Weingut erwartet und verkosten auf einer Veranda das Angebot. Ich schaue zu und lausche den englischen Erklärungen: Auf Santorin gilt der Wein als wichtiges landwirtschaftliches Produkt. Bedingt durch die trockenen Böden kann man nur recht wenige Rebstöcke anbauen, die Pflanzen beziehen einen Großteil ihres Wassers aus der Luftfeuchtigkeit und dem morgendlichen Tau. Die Rebstöcke werden oft kranzförmig gezogen und bilden im Laufe der Zeit Körbe, in denen die Trauben geschützt reifen. Angebaut werden überwiegend weiße Trauben. Nach einem Blick in die Lagerräume mache ich paar Schritte in eine enge Gasse allein in das Dorf. Überall Verfallserscheinungen, noch deutlich erkennbar Zugänge zu Höhlenwohnungen, sehr spärlich ein Wiederaufbau.
Zurück im Hotel geniessen manche von uns noch die letzte Stunde im Liegestuhl am Hotelpool. Um 19 Uhr finden wir uns alle beim letzten gemeinsamen Abschiedsessen.