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Zürich 19 September 1871.
Hochgeehrter Herr Schultheiß!
Ich bin mit Ihnen einverstanden, daß der Gotthardausschuß binnen 8-10 Tagen zur Behandlung der Frage der Completirung der Schweizerischen Subvention versammelt werden muß. Ich hoffe, daß ich in der Lage sein werde, in der betreffenden Sitzung auch eine Vorlage hinsichtlich der Bildung der Gesellschaft zu machen, in Folge welcher eine Entscheidung wird getroffen werden können, auf| welcher Grundlage die definitiven Unterhandlungen gepflogen & die Verträge abgeschlossen werden sollen, welche dann noch der Genehmigung der ständigen Commission der Gotthardvereinigung & des Bundesrathes unterliegen. Hansemann hat sein Anerbieten modifiziert, jedoch trotz all' meines Zuredens den Grundgedanken desselben nicht aufgegeben. Derselbe ist eben dem Modejournal der Berlinerbörse angepaßt & da H., wohl nicht ohne Grund, annimmt, Berlin werde die Hauptbörse für die Gotthardpapiere werden, so hält er folgerichtig dafür, es müsse jenem Modejournale nachgelebt werden. Oppenheimer, der zu der Verhandlung von Luzern nach Zürich | herübergekommen war, hat sich als sehr schwach gezeigt. Er sagte das genaue Gegentheil von den förmlichen Zusicherungen, die er mir am 10. in Luzern gegeben hatte! Parcus hält sich in diplomatischer Ferne. – Servadio wird nun morgen in Zürich ankommen. Ungeachtet aller Bemühungen habe ich ihn nicht früher hieher bringen können. Wenn er nur wenigstens morgen hier anlangt! – Sobald ich den Tag in Sicht bekomme, auf welchen ich dem Gotthardausschusse die erwähnte Vorlage machen kann, werde ich mich beeilen, Ihnen denselben zur Kenntniß zu bringen.
Die Anträge betreffend Cession der Conzessionen werden dem Ausschusse, bez.weise | der ständigen Commission in der Form eines Vertragsentwurfes zwischen der Gotthard vereinigung & dem Consortium zu hinterbringen sein. Ich bin mit der Tracirung dieses Entwurfes beschäftigt. Herr Bundesrath Welti arbeitet den Entwurf zu dem Vertrage zwischen dem Bundesrathe & dem Consortium vor. Dann handelt es sich drittens noch um den Vertrag zwischen den Mitgliedern des Consortiums.
Nach den öffentlichen Blättern hat der Grosse Rath von Tessin die Fristerstreckung für die Gotthardbahn ausgesprochen. Sie werden glauben, was Wunder sie damit gethan haben!
In freundschaftlicher Hochachtung
Ihr ergebene
Dr A Escher