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Indischer Tanz
Bharatanatyam oder Bharata Natyam (Indischer Tanz) ist einer der acht klassischen Tanzstile Indiens. Seine Wurzeln liegen in der südindischen Tempelkultur. Die grössten indischen Zentren dieser Tanzkunst liegen in Chennai und Bangalore. Nachdem die Bedeutung des Tanzes für die Tempelkultur verloren ging, entwickelte sich aufgrund historischer Ereignisse eine Bühnentanz-Tradition daraus, die etwa 150 Jahre zurückverfolgt werden kann. Mittlerweile findet Bharata Natyam zunehmend seinen Platz auch auf westlichen Bühnen. Das Bharata Natyam ist eine überlieferte südindische Tanzart. Es gibt unzählige Tänze, von denen die meisten Solotänze sind. Heutzutage ist das Bharata Natyam aber auch als Gruppentanz sehr beliebt. Sein traditionelles Repertoire verdankt das Bharata Natyam im Wesentlichen vier berühmten Musikern und Tanzmeistern des 18. Jahrhunderts aus Tanjore, Südindien. Es umfasst abstrakte und erzählerische Tänze in bestimmter Reihenfolge. Die indische Mythologie und Literatur ist nach wie vor bestimmend für die Inhalte des Tanzes. Die Musik, nach der getanzt wird, ist die klassische südindische, sog. Karnatische Musik. Das Bharata Natyam setzt sich aus abstraktem, rein rhythmischem Tanz und erzählerischem, darstellendem Tanz zusammen. Im rhythmischen Tanz werden die Bewegungen gemäß dem Rhythmus (Tala) und der Melodie (Raga) eines Musikstückes ausgeführt. Im erzählerischen oder darstellenden Tanz werden dieselben Körperhaltungen und zusätzliche Mimik (Abhinaya) verwendet, um den Text eines Liedes zu interpretieren. Die Grundhaltung der Tänzerin besteht in auswärts gedrehten Beinen, gebeugten Knien (Ardha Mandali, fast identisch mit dem Demi Plié im Ballett) und geradem Oberkörper. Die rhythmische Beinarbeit, die ausgefeilte Mimik und die diffizilen Handhaltungen machen den Gesamteindruck des Bharata Natyam aus.