Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03607.jsonl.gz/986

Sie befinden sich derzeit auf folgender Seite:
Elternbildungs-Newsletter
Bestrafungsverhalten von Eltern in der Schweiz
Physische und psychische Gewalt in Erziehung und Partnerschaft in der Schweiz: Momentanerhebung und Trendanalyse.
Die Studie vom Institut für Familien-forschung und -beratung der Universität Freiburg befasst sich mit dem Thema «Bestrafungsverhalten von Eltern». Das Ziel war, verlässliche Zahlen zur Häufigkeit von Gewalt in Familien in der Schweiz zu ermitteln. Dabei wurden über 1500 Eltern in allen Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Erziehungsverhalten befragt. Es wurden die körperlichen und die psychischen Formen von Gewalt berücksichtigt.
Erkenntnisse der Studie zeigen, dass die Gewaltanwendung durch Eltern nicht im Rahmen einer überlegten, absichtsvollen Erziehungshaltung zu erfolgen scheint, sondern oft in schwierigen, stressigen Erziehungssituationen stattfindet. Die Hälfte der Eltern berichtet, dass sie körperliche Gewalt in der Erziehung anwenden. Kleine Kinder werden eher Opfer körperlicher Gewaltformen als Kinder im fortgeschrittenen Schulalter.
In den meisten Fällen berichten die Eltern danach von Selbstvorwürfen, einem schlechten Gewissen oder Entschuldigungsversuchen beim Kind. Nur für eine Minderheit der Eltern gehören körperliche Formen von Gewalt zur alltäglichen Erziehungspraxis. Jeder vierte Elternteil jedoch wendet regelmässig psychische Gewalt in der Erziehung an. Jede vierte Mutter und jeder dritte Vater sieht in Handlungen wie einem Klaps auf den Po keine Gewalt und jeder vierte Vater beurteilt psychische Gewalt nicht als solche.
Viele Eltern sind sich nicht bewusst, welche Verhaltensweisen Gewalt beinhalten oder erkennen verschiedene Formen der Gewalt nicht als solche an. Die Erkenntnisse der Studie unterstreichen die Wichtigkeit der Sensibilisierungen zum Thema Gewalt, um ein besseres Problembewusstsein im Alltag zu fördern, Klarheit zu schaffen und Eltern bei einem gewaltfreien Umgang in der Familie zu unterstützen.