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Hast du schon mal vom Minimumgesetz gehört?
Das ist eine spannende Sache, auch im Zusammenhang mit deiner Gesundheit. Lies mehr dazu in diesem Blog.
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Das Minimumgesetzt in der Pflanzenwelt
Das Minimumgesetz wurde insbesondere vom deutschen Chemiker und Agrarwissenschaftler Justus von Liebig (bereits 1855) populär gemacht. Er befasste sich damals mit der Verarmung der Nährstoffe von landwirtschaftlich intensiv genutzten Böden.
Er fand heraus, dass jede Pflanze für ein gesundes Wachstum nebst Licht, Wasser und Sauerstoff die drei Nährstoffe Kalium, Natrium und Phosphor in einem bestimmten Verhältnis braucht.
Wenn einer der drei Nährstoffe fehlt (Mangelzustand), wird die Pflanze mit der Zeit verkümmern, selbst wenn die anderen beiden Nährstoffe genügend oder sogar im Überfluss da sind.
Das heisst, die Pflanze kann ihren Mangel an diesem Nährstoff nur durch den genau fehlenden Nährstoff ausgleichen und nicht durch eine erhöhte Zufuhr der beiden anderen Substanzen. Das bedeutet, bei dieser Pflanze ist der fehlende Nährstoff der Minimumfaktor der Pflanze. Ohne diesen wird sie nicht gesund wachsen.
Kurz und knapp sagt das Minimumgesetz also folgendes:
Das Wachstum von Pflanzen ist durch die knappste Ressource (= Minimumfaktor) eingeschränkt. Wenn wir ein Nährelement hinzugeben, das bereits im benötigten Umfang vorhanden ist, hat das keinen Einfluss auf das Wachstum.
Der Minimumfaktor bildlich dargestellt
Diese Gesetzmässigkeiten sind jedoch nicht nur wichtig für die Pflanzen, fürs Düngen und für den Anbau. Denn der Minimumfaktor ist ein Prinzip, welches auch bei deiner Gesundheit eine wichtige Rolle spielt…
Bevor wir gleich den Minimumfaktor im Zusammenhang mit der Gesundheit anschauen, hier noch eine Abbildung (danke Mami fürs Zeichnen 🙂 ), die diese Gesetzmässigkeiten bildlich veranschaulicht.
Beim Fass findest du den Minimumfaktor bei der tiefsten Einbuchtung, dort tritt auch die Flüssigkeit aus. Höher lässt sich das Fass nicht füllen. Genauso kann sich ein Organismus nur so weit entwickeln, wie es die knappste Ressource erlaubt. Bei diesem Fass gibt es auch noch andere Minimumfaktoren, diese werden aber erst relevant, wenn der grösste Minimumfaktor (also die tiefste Einbuchtung) geflickt wurde. Bis dahin sind die übrigen Minimumfaktoren unerheblich.
Auch bei der Ernährung ist der Minimumfaktor wesentlich
Bei deiner Ernährung verhält es sich genauso. Auch hier benötigt dein Körper deinen momentanen Minimumfaktor am dringendsten, damit Stoffwechselprozesse (wieder) optimal funktionieren können.
Es ist also entscheidend, dass dein Körper über die Ernährung seinen Minimumfaktor erhält.
Ich stelle mir die Prozesse im Körper immer aus vielen kleinen Zahnräder vor, die ineinander greifen. Wenn alle Zahnräder gut drehen, funktionieren die Prozesse und die Voraussetzung für unser Wohlbefinden ist gegeben.
Funktioniert ein Prozess nicht mehr optimal, nützt es nun nichts, an einem bereits laufenden Zahnrad mehr Impuls zu geben und stärker daran zu drehen, wenn ein anderes Zahnrad weiterhin nicht läuft.
Fehlen dir bestimmte Nährstoffe im Körper, nützt es also nichts, mehr von etwas zu essen, was du eh bereits genug hast.
Das Minimumgesetz findet sich auch bei der biologischen Wertigkeit der Proteine eines Lebensmittels. Die biologische Wertigkeit zeigt auf, wie viel körpereigenes Eiweiss wir aus Nahrungseiweiss bilden können. Der Wert wird bestimmt durch die jeweils im Verhältnis knappste Aminosäure (= begrenzende Aminosäure). Ist eine essentielle Aminosäure in einem Lebensmittel nur in geringer Menge vorhanden, so begrenzt diese Aminosäure die Eiweisswertigkeit des jeweiligen Lebensmittels.
Das Minimumgesetz lässt sich auch auf Nahrungsergänzungsmittel anwenden: es bringt nichts und wird zu keinem Erfolg führen, noch mehr Zink hinzuzufügen, wenn in Wahrheit das Magnesium oder ein anderer Stoff fehlt. Daher ist es so wichtig, in der Ernährung und auch bei einer allfälligen Zufuhr von Nahrungsergänzungsmittel immer alle Stoffe anzuschauen und auszugleichen. Dabei ist es auch hilfreich, die Gegenspieler zu beachten.
Zentral für deine Gesundheit
Das Minimumsgesetz kann übrigens auch auf verschiedene Therapieformen angewendet werden.
Nehmen wir zum Beispiel die Therapie der Schüsslersalze: es bringt keine zufriedenstellende Wirkung, mehr Schüsslersalz Ferrum phosphor (Nr. 3) einzunehmen, wenn in Wirklichkeit z.b. das Kalium phosphor (Nr. 5) fehlt.
Es gibt so viele Minimumfaktoren, die wir brauchen, damit unsere Prozesse im Körper optimal ablaufen können und wir uns wohl fühlen, sei es Bewegung, Licht, genügend Schlaf, Dunkelheit nachts, essentielle Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fette, etc.
Häufig besteht daher die Arbeit in meinem Ernährungscoaching darin, gemeinsam mit dem Kunden/der Kundin den fehlenden Minimumfaktor ausfindig zu machen. Denn dieser ist sehr relevant, um das Wohlbefinden und die Gesundheit zu verbessern. Das kann manchmal ganz schön eine Detektivarbeit sein – aber ist immer unglaublich spannend. Und wenn man ihn gefunden hat, laufen die Zahnräder plötzlich wieder…