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Eawag Direktorin Janet G. Hering, auch Professorin an der EPFL und der ETHZ, hat zusammen mit Prof. Karin Ingold (Eawag und Universität Bern) in der jüngsten Ausgabe von Science einen Kommentar publiziert. Die beiden fordern darin einen pragmatischeren Weg zu einem integrierten Management von Gewässern und Wasserressourcen.
Gemäss der Definition durch «Global Water Partnership» ist das Integrative Wasserressourcen-Management (IWRM) ein “Prozess, der ein koordiniertes und ausgewogenes Management von Wasser, Boden und damit verknüpften Ressourcen fördert, statt auf Kosten der Nachhaltigkeit von Ökosystemen bloss ökonomische oder soziale Gewinne zu maximieren.“ Trotz dieses löblichen Ziels ist IWRM aber auch schon kritisiert worden als Blockade-Rezept, weil zu viel Energie damit verloren gehe, um alle und alles zu integrieren.
In ihrem Kommentar zeigen Hering und Ingold auf, dass der Versuch, möglichst umfassend zu arbeiten, tatsächlich dazu führen kann, dass gar nichts passiert. Sie hoffen daher, die internationale Akzeptanz von IWRM werde sicherstellen, dass unsere technisierte Gesellschaft die noch vorhandenen Barrieren auf dem Weg zur Anwendung von IWRM gemeinsam überwindet. «Wir schlagen dazu einen pragmatischen Weg vor, der auf die speziellen Bedingungen an jedem Ort und in jedem Einzelfall eingeht und entsprechend die Grenzen der Integration und des räumlichen Massstabes setzt.» Hering und Ingold schliessen mit einer Erfahrung aus Projekten in Südafrika, dass nämlich etwas weniger ehrgeizige Erwartungen unter Umständen zu besseren Resultaten führen.