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Heiligtum Santa Croce
Dieses Heiligtum aus den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts (1580−1594, eingeweiht 1599) zeichnet sich durch eine gewaltige abgesenkte, mit Kupfer verkleidete Kuppel aus, die von oben den historischen Stadtkern der Ortschaft dominiert. Es entstand auf Geheiß des Kanonikers Giovan Andrea Della Croce in der Nähe des Familiensitzes und wurde von ihm auch als letzte Ruhestätte gewählt. Das Gebäude hat einen quadratischen Grundriss und entwickelt sich im oberen Bereich achteckig, so wie auch der Innenraum gestaltet ist. Von besonderem Wert sind die drei Holzportale mit dekorativen Motiven. Der Innenraum ist reich mit Stuck, Fresken und charakteristischen dorischen Säulen aus falschem Marmor verziert. Der Fußboden ist aus kunstvollen Intarsien aus Steinen und mehrfarbigem Marmor gestaltet, die in geometrischen Formen angeordnet sind, und umschließt im Zentrum die Symbole der Passion Christi. Auf der Innenoberfläche der Kuppel kann man noch die Überreste eines Kunstwerks von den Gebrüdern Pozzi aus Valsolda erkennen, bei dem es sich vermutlich um die Darstellung des Paradieses handelte. Die drei Gemälde und die Fresken, die das Gewölbe der Hauptkapelle und der beiden Retabeln der Seitenkapellen schmücken, sind der Kreativität von Camilli Procaccini (1561−1629) zu verdanken, einem in der Lombardei tätigen Künstler. Die restlichen Gemälde und Teile der Fresken stammen stattdessen von Künstlern, die damals in seiner Werkstatt tätig waren. In der Hauptkapelle befindet sich in der Mitte ein Gemälde mit einer Darstellung der Hl. Helena bei der Anbetung des Kreuzes und an den Seiten Abbildungen von Konstantins Traum und der Wiederentdeckung des Wahren Kreuzes. Die Seitenkapellen sind der Himmelfahrt Mariens und der Person des Hl. Bernardino gewidmet. Letztere Wahl ist auf einen Akt der Verehrung und Dankbarkeit an den Begründer des Heiligtums zurückzuführen, dem gleichnamigen und berühmten Onkel Bernardino Della Croce, der bereits ein enger Mitarbeiter von Papst Paul III. Farnese, des Bischofs von Casale Monferato und von Como war. Die Elemente des Familienwappens der Familie aus Riva, das achtspitzige Kreuz zwischen drei farneser Lilien, sollen eben an diese Verbindung erinnern.
Die Balustraden und die vorhandenen Weihwasserbecken sind aus Arzo-Marmor hergestellt, ebenso wie die vielen anderen erhaltenen Artefakte in den Kirchengebäuden der Region. Der Bau wird heute dem Architekten Giovan Antonio Piotti zugeschrieben, der ursprünglich aus Vacallo stammte, auch im Dom von Como tätig war und für einige renommierte Herrschaftshäuser in der Region Como verantwortlich zeichnet.