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Abstimmungen vom 13. Juni 2021
Geschätzte Kunden
Am 13. Juni 2021 kommen die zwei Agrar-Initiativen «Pestizidfrei» und «Trinkwasser» zur Abstimmung.
Der Bundesrat und das Parlament lehnen beide Initiativen ab, weil sie zu extrem sind und bereits zahlreiche sinnvollere Massnahmen aufgegleist sind:
- Aktionsplan «Pflanzenschutzmittel»
- Strategie und Aktionsplan «Biodiversität»
- Strategie «Gegen Antibiotikaresistenzen»
- Branchenstrategie «Für eine nachhaltige Schweizer Futtermittelversorgung»
- Parlamentarische Initiative «Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren»
Pestizidfrei-Initiative = Preistreiber
Die Pestizidfrei-Initiative will synthetische Pestizide verbieten. Es dürfen auch keine Produkte mehr importiert werden, die damit behandelt worden sind. In der Schweiz würde Biozwang herrschen. Lebensmittel werden um rund 50% teurer und es gibt keine Wahlfreiheit mehr. 30%weniger regionale Lebensmittel dafür viel mehr Importe, Einkaufstourismus und Foodwaste. Abwanderung von Verarbeitungsbetrieben ins Ausland.
Falls die Initiative angenommen wird, hat das folgende Auswirkungen auf unsere Obstproduktion:
- Da wir nur noch biologische Pflanzenschutzmittel verwenden dürfen, müssen wir deutlich mehr Pflanzenschutzmittelbehandlungen durchführen, um eine verkaufsfähige Frucht zu produzieren.
- Die vermehrten Durchfahrten in unseren Obstkulturen führen zu einer grösseren Belastung der Fahrgassen, was wiederum eine schlechtere Bodenfruchtbarkeit zur Folge hat.
- Der Verbrauch von fossilen Brennstoffen für die Pflege und Lagerbarkeit des Kernobstes (Heisswasserbehandlung vor dem Einlagern) würde massiv zunehmen, was zu einer deutlich schlechteren CO/2 Bilanz führen würde.
- Die Haltbarkeit der Früchte wäre stark eingeschränkt, was automatisch zu mehr Foodwaste beim Konsumenten und bei uns in der Produktion/Lagerung führt.
- Durch die grösseren Ernteausfälle, verursacht durch Krankheiten und Schädlinge, wird unsere Produktion von regionalen Früchten um 30% zurückgehen.
- Deutlich höhere Preise und eine Verknappung von regionalen (Schweizer) Früchten wären die Folgen.
- Einige Sorten (z.B. Gala-Äpfel) oder Kulturen müssten wir ganz von unserem Angebot streichen, weil die Produktion in unserer geografischen Lage mit 1500mm Niederschlag pro Jahr nicht mehr möglich wäre.
Trinkwasser-Initiative = Mogelpackung
Die Trinkwasser-Initiative hat nichts mit Trinkwasser zu tun. Sie fordert, dass Betriebe die Pflanzenschutzmittel einsetzen oder Futter für ihre Tiere zukaufen, keine Direktzahlungen mehr erhalten. Das trifft auch Biobetriebe.
Falls die Initiative angenommen wird, werden wir unseren Betrieb wie folgt anpassen:
- Wir werden auf die Direktzahlungen verzichten, zurzeit sind das 2% vom Betriebseinkommen.
- Alle ökologischen Leistungen wie: Extensiv genutzte Wiesen, Pflege von Hochstammbäumen und deren Vernetzung mit Asthaufen und Nistkästen für die Vögel werden wir nicht mehr in dieser Art weiterpflegen. Ohne Direktzahlungen vom Bund deckt sich der Aufwand bei weitem nicht mit dem Ertrag.
- Unsere Obstkulturen können wir weiterhin sehr nachhaltig und ökologisch weiterpflegen wie bisher. Durch die Investitionen in neue Witterungsschutzsysteme und neue Kulturverfahren sind wir in der Lage die vom Bund bereits beschlossenen Reduktionsziele um 50% bis 2027 zu erfüllen. Der Einsatz von Nützlingen und deren Förderung werden wir weiterhin einsetzen oder sogar ausdehnen. 75% der Produktemenge der Pflanzenschutzbehandlungen sind bereits Mittel die im Biolandbau angewendet werden.
Fazit: Durch die Annahme der Trinkwasser-Initiative werden die ökologischen Leistungen, die von der Landwirtschaft erbracht werden, auf vielen Betrieben verloren gehen. Auf die Reduktion vom Risiko vom Pflanzenschutzeinsatz hat die Initiative keinen Einfluss und somit - nichts mit dem Trinkwasser zu tun. Sie verhindert sogar die Innovation von alternativen Pflegemassnahmen der Spezialkulturen und ist somit schädlicher für die Umwelt.
Geschätzte Kundschaft, den grössten Einfluss auf eine regionale, nachhaltige und ökologische Produktion von Lebensmittel in der Schweiz haben Sie als Konsument*in mit Ihrem Kaufverhalten. Kaufen Sie regional und nachhaltige Produkte, bewahren Sie die regionale Landwirtschaft und stimmen Sie am 13. Juni 2x Nein zu den extremen Agrar-Initiativen.
Besten Dank für Ihre Unterstützung
Mit fruchtigen Grüssen