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Die am 30. September 2016 von der grünen Nationalrätin Maya Graf (BL) eingereichte Interpellation 16.3839 «Steigende Tierversuchszahlen an den Hochschulen. Wo bleibt die Güterabwägung?» wurde ohne Ratsbeschluss abgeschrieben. Der Grund? Der Vorstoss wurde vom Parlament nicht innerhalb der vorgegebenen Zweijahresfrist behandelt.
Will man sich mit einer Frage nicht beschäftigen, reicht es also aus, die Diskussion eines Parlamentsgeschäfts zwei Jahre lang hinauszuzögern, bis es abgeschrieben wird. Das gleiche Schicksal hätte fast auch die Motion 15.4241 «Verbot von belastenden Tierversuchen an Primaten» ereilt. Sie wurde am 11. Dezember 2017, im letzten Moment vor Ablauf der Frist, behandelt.
Was hatte Maya Graf in ihrer Interpellation 16.3839 gefordert? Dass der Bundesrat und das Parlament sich Gedanken über den starken Anstieg der Tierversuchszahlen in der Hochschulforschung machen. Und dass sie die Rechtmässigkeit der Bewilligungsverfahren für Forschungsprojekte mit belastenden Tierversuchen prüfen.
Nehmen die kantonalen Behörden wirklich eine Güterabwägung zwischen den menschlichen Interessen und den Leiden und Schmerzen der Versuchstiere vor? Warum steigt die Zahl der Tierversuche trotz der Förderung von Ersatzmethoden an Hochschulen weiter an? Bedeutet dies, dass Schweizer Hochschulen vorrangig den Einsatz von Versuchstieren fördern?
In Anbetracht dieser Fragen wird klar, warum das eidgenössische Parlament die Interpellation lieber beerdigt hat.