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„Zeit die wir uns nehmen, ist Zeit die uns etwas gibt“.
Ernst Ferstl
Was ist Stress?
Stress ist der Versuch des Körpers nach einem irritierenden Reiz (Stressor) so schnell wie möglich wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Dabei gilt es zwischen dem negativen Stress (Distress) - ausgelöst durch Situationen die uns subjektiv als unmöglich zu bewältigen erscheinen - und dem positivenStress (Eustress) welcher in Situationen entsteht die subjektiv als zu bewältigend wahrgenommen werden, zu unterscheiden.
Befindet sich der Körper im Stress,mobilisiert er sehr schnell viel Energie. Melden die Sinnesreize Gefahr, so schlägt das vegetative Nervensystem Alarm und der Organismus schüttetAdrenalin, Cortisol und andere Stresshormone aus.
So kommt eine Kaskade von Stressreaktionen in Gang wie beispielsweise: Das Herz und der Puls rasen, der Blutdrucksteigt, die Atmung wird schneller und die Luftwege weiten sich damit alle Organe ausreichend Sauerstoff bekommen. Die Leber setzt Glukose frei, um den Körper mit genügend Energie zu versorgen.
Gleichzeitig werden Vorgänge wie die Verdauung gedrosselt, die Aufmerksamkeit steigt, die Pupillen weiten sich und die Muskeln machen sich bereit, blitzschnell zu reagieren.
Diese Alarmreaktionen werden "Kampf- Fluchtreaktion" genannt und sind ein Überbleibsel aus der Urzeit als Sekundenbruchteile noch über Leben und Tod entschieden. Anders als in der Urzeit, als die Menschen vor einem Feind oder einem wilden Tier flüchten mussten, ist heute in den meisten Stresssituationen der biologische Alarmplan jedoch nicht mehr so sinnvoll. Die Stresshormone zirkulieren ungenutzt im Körper und werden nicht abgebaut. Der Organismus steht unter Hochspannung die er aber nicht mehr adäquat los werden kann. Was aber geschieht oder verändert sich im Körper, wenn der Mensch im Stress Dauer- zustand leben muss, wenn er weder vor Beruf und Familie flüchten, noch seine Hoch- spannung wirksam los werden kann?
Die Auswirkungen sind unterschiedlich. Manche "Stress-Geschädigte" reagieren mit körper- lichen Symptomen wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Magen- Darmbeschwerden, Allergien oder gar Herz- Kreislaufbeschwerden. Überforderungen können auch Ängste und Depressionen auslösen, die häufig zu Abhängig- keiten von Alkohol, Tabletten und anderen Drogen führen.
Die zunehmende Arbeitsbelastung und der unvermeidlich erscheinende Stress werden oft beklagt. Doch im Grunde genommen ist es viel weniger die grosse Belastung,als viel mehr die ungenügende Entlastung, die zu Stress und Burnout führt.
Unser Organismus braucht den Reiz der Belastung (Anspannung) . Aber er braucht genauso die regenerierende Entlastung (Entspannung). Es scheint so, als ob der der moderne Mensch dies vergessen hat. Er meint,er müsse wie eine Maschine funktionieren und nonstop aktiv sein.