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Expressive Arts
Die Expressive Arts, zu Deutsch auch "Intermodale kunst- und ausdrucksorientierte Methoden", haben sich aus der amerikanischen "Expressive Arts Therapy" und "Arts in Learning" weiter entwickelt. Die Expressive Arts Therapy wurde in den 1970er Jahren von Shaun McNiff, Paolo J. Knill und Norma Canner in den USA als eine intermodale Variante der Kunsttherapie entwickelt. Die Expressive Arts Therapy bezog erstmals alle künstlerischen Disziplinen, also die bildende, darstellende und musische Kunst, in die therapeutische Arbeit mit ein.
Es folgte die Gründung der nationalen Expressive Arts Institute und, in der Schweiz, die der Stiftung EGIS, die seit 1988 berufsbildende Abschlüsse in Expressive Arts anbietet. Seit der Gründung der ersten akademischen Ausbildungsstätte in diesem Fachgebiet, der European Graduate School EGS, können seit 1994 in Saas-Fee, mitten in den Schweizer Bergen, akademische Abschlüsse in verschiedenen Anwendungsfeldern der Expressive Arts (Therapie, Coaching, Friedensbildung) auf Master- und Doktoratsstufe erlangt sowie Weiterbildungen auf CAS-Stufe besucht werden.
Expressive Arts, im Sinne einer kunstorientierten Begleitung von Veränderungsprozessen, baut massgeblich auf der Methode der "Intermodalen Dezentrierung®" auf. Dezentrieren meint zuerst einmal eine Distanzierung vom eigentlichen Problem und damit vom Anliegen der Klientin/des Klienten. Die Dezentrierung wird meist fern vom eigentlichen Anliegen angesetzt. Das Loslassen des Problems geschieht in der zeitlich begrenzten Hinwendung an eine gestalterisch-künstlerische Tätigkeit. Der durch das Problem meist stark eingeschränkte Denk- und Handlungsspielraum wird durch Imagination und das Finden eigener Ressourcen im Lösen der künstlerischen Aufgabe erweitert. Diese Erweiterung ermöglicht neuartige Erfahrungen in Bezug auf das eigene Denken, Handeln und Erleben und ermöglicht überraschende Lösungen. Im Verlauf der Sitzung kann von einer ausgeübten künstlerischen Form (z.B. Arbeit mit Poesie) in eine andere Kunstform gewechselt werden (z.B. Arbeit mit Musik). Diesen Übergang in einen neuen künstlerischen Modus wird als "intermodale Dezentrierung" bezeichnet.