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Seilbahn Rigiviertel (Zürich)
|Kürzel||SR|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1901-04-04|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1901 eröffnete und von Anfang an elektrifizierte (Gleichstrom) SR gehörte einer Aktiengesellschaft, die mit der Bahn spekulative Absichten verfolgte. Die SR führte in der Stadt Zürich von der Universitätsstrasse (Endstation des Trams «Zentrale Zürichbergbahn» ZZB) zur höher gelegenen Germaniastrasse. Sie erschloss damit das zu diesem Zeitpunkt noch wenig bebaute (spätere) Villenquartier Rigiviertel, welches sich in Zürich zum Inbegriff einer priviligierten Wohnlage entwickelte. Durch die Bahnerschliessung sollte der Verkauf von arrondiertem Baugrund gefördert werden. Die zwei treibenden Kräfte hinter dem Projekt waren die Bauunternehmer Albert Grether und A. Westermann, die oberhalb der Universitätsstrasse 17 Hektaren Land ankauften, um es zu überbauen. Damit das Geschäft in Gang kam, musste jedoch das bislang unwegsame Areal verkehrlich erschlossen werden, wozu sie zunächst neue Strassen anlegen liessen (u. a. die Rigi- und die Germaniastrasse) und alsbald die Idee einer Strassenbahn hatten. Das Vorhaben, eine Tramlinie ins Rigiviertel zu führen, gaben die beiden Unternehmer jedoch auf und realisierten stattdessen die SR. Deren Konzessionsinhaberin war die A. Grether & Cie. Mit dem Bau betraute man die Firma Von Roll AG Bern.
Die ganzjährig verkehrende SR erhöhte nach dem Betriebsstart die Verkehrsdichte kontinuierlich auf bis zu 355 Züge pro Tag. Entsprechend zogen die Reisendenzahlen an, die sich von anfangs rund 100'000 auf bis zu 477'000 Personen im Jahr 1920 steigerten. Die SR war kaum konjunktursensibel. Im Gegenteil erwirtschaftete sie in der Kriegszeit ihre besten Ergebnisse und konnte ab 1914 erstmals Dividenden ausrichten, die im Jahr 1918 den Höchstwert von 5.5 Prozent des Aktienkapitals erreichten. Zu Beginn sah es allerdings nicht so gut aus. Die Betriebsergebnisse nach 1901 waren teils defizitär und die Einnahmen reichten nicht aus, um die Zinsverpflichtungen zu decken. 1908 wandelte die SR ihre Anleihen in Aktienkapital um, was die Lage stabilisierte, zumal das Kapital um 30'000 Franken aufgestockt wurde. Geldgeber waren wiederum Grether und Westermann, die auch auf die Verzinsung ihrer früheren Anleihen verzichtet hatten. Von der Bahn selbst erwarteten die Investoren keine grossartigen Renditen, sondern vielmehr durch ihre Erschliessungsfunktion, die den Wert der Grundstücke im Rigiviertel hob.
Die Baukosten der zweischienigen und hauptsächlich auf Dämmen errichteten SR waren mit 990'900 Franken pro Bahnkilometer (Stand 1920) sehr hoch. Grösste Ausgabenposten waren der Unterbau sowie die mechanischen und elektrischen Einrichtungen, die je 38 respektive 22 Prozent der Aufwendungen ausmachten. Bei Letzteren ist aber meistens nicht ganz klar, was genau verbucht wurde. Bei den Rollmaterialkosten der SR wurden ab 1911 gewisse Ausgaben für die mechanischen und elektrischen Einrichtungen sowie für das Drahtseil und die Seiltragrollen von nun an separat ausgewiesen. Über dem Durchschnitt lagen die Ausgaben für den Landerwerb mit über 9 Prozent der Gesamtkosten. Neue Investitionen flossen in die SR bis 1919 praktisch keine mehr. In diesem Jahr wurde sie dann jedoch zur ersten automatischen Standseilbahn der Schweiz umgebaut.
Die SR ging auf den 1. Januar 1975 an die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) über. 1979 wurde sie in «Seilbahn Rigiblick» umbenannt.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: