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Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2021 2021 war nahezu jede sechste Person mit einer Behinderung armutsgefährdet
30.11.2023 - Menschen mit Behinderungen waren 2021 stärker armutsgefährdet als die übrige Bevölkerung und nahmen häufiger externe finanzielle Unterstützung in Anspruch. Sie gaben überdies öfter an, auf medizinische Behandlungen verzichtet zu haben, obwohl sie ihren allgemeinen Gesundheitszustand weniger gut einschätzen als Personen ohne Behinderung. Diese Ergebnisse beruhen auf den Indikatoren zur Gleichstellung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember 2023 publiziert.
2021 waren 16- bis 64-jährige Personen mit Behinderungen stärker armutsgefährdet als die übrige Bevölkerung. 16% von ihnen lebten in einem Haushalt, dessen verfügbares Einkommen unter 60% des Schweizer Medianeinkommens lag. In der übrigen Bevölkerung belief sich dieser Anteil auf 10%. Armutsgefährdete Personen verfügen über ein signifikant tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung, was zu einem erhöhten Risiko der sozialen Ausgrenzung führt. Dies, obwohl nahezu drei Viertel der Menschen mit Behinderungen (73%) im Jahr 2021 erwerbstätig waren.
Höherer Bedarf an externer finanzieller Unterstützung
Menschen mit Behinderungen erhielten vom Sozialversicherungssystem häufiger Leistungen gegen Armut sowie externe finanzielle Unterstützung als Menschen ohne Behinderung. Sie beanspruchten öfter Ergänzungsleistungen (zusätzlich zu einer IV-Rente) als Menschen ohne Behinderung (2021: 5% gegenüber 0,3%). Ausserdem gaben sie häufiger an, Sozialhilfe zu beziehen (8% gegenüber 3%) bzw. durch andere öffentliche oder private Mittel unterstützt zu werden (0,9% gegenüber 0,5%). Es können mehrere Leistungen gleichzeitig bezogen werden, insbesondere bei Übergängen zwischen verschiedenen Formen der Unterstützung im Lauf des Jahres.
Je stärker der Grad der Behinderung, desto grösser die Unterschiede
Die Armutsgefährdung steigt mit zunehmendem Grad der Behinderung. So scheinen Personen, die bei ihren Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt sind, noch stärker armutsgefährdet zu sein als Menschen ohne Behinderung (2021: 26% gegenüber 10%).
Sie gaben auch häufiger an, verschiedene Arten der externen finanziellen Unterstützung in Anspruch zu nehmen: 14% von ihnen erhielten Ergänzungsleistungen, 18% Sozialhilfe und 3% andere öffentliche oder private Mittel.
Häufiger Verzicht auf medizinische Behandlungen
Ein guter Gesundheitszustand ist für die Lebensqualität und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben grundlegend. Eine Behinderung kann zwar auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen sein oder solche hervorrufen, aber je nach Art der Behinderung besteht nicht zwingend ein Zusammenhang. Während die meisten Menschen ohne Behinderung (94%) ihren allgemeinen Gesundheitszustand als (sehr) gut einstufen, ist dies bei den Personen mit Behinderungen nur bei knapp der Hälfte (47%) der Fall. Bei Letzteren bezeichnen 17% ihre Gesundheit als schlecht oder sehr schlecht, bei den stark eingeschränkten Menschen mit Behinderungen liegt dieser Wert sogar bei 47%.
Der Zugang zur medizinischen Versorgung ist folglich für viele Menschen mit Behinderungen wesentlich. Dennoch gaben Menschen mit Behinderungen häufiger an, dass sie in den zwölf Monaten vor der Erhebung auf notwendige medizinische Behandlungen verzichten mussten, als Menschen ohne Behinderung (4% gegenüber 1%). Bei Personen, die durch ihre Behinderung stark eingeschränkt sind, beträgt dieser Anteil 5%.
Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Stimmungslage
Die Pandemie hatte negative Folgen auf die psychische Gesundheit der Bevölkerung in der Schweiz. 45% der 16- bis 64-Jährigen gaben 2021 an, dass die Covid-19-Pandemie ihre Stimmungslage im Jahr vor der Befragung negativ beeinflusst hat. Der Umstand einer Behinderung hat die psychische Verfassung wenig beeinflusst. Einzig in der Gruppe der 40- bis 64-Jährigen hat sich die Stimmungslage der Menschen mit Behinderungen signifikant stärker verschlechtert als jene der Menschen ohne Behinderung (45% gegenüber 37%).
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