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Was ist Lungenkrebs?
Die dritthäufigste Krebsdiagnose in der Schweiz lautet «Lungenkrebs».
Lungenkrebs ist eine schwerwiegende Erkrankung, welche überwiegend Raucher oder ehemalige Raucher betrifft. Ca. 80% der Lungenkrebs-Erkrankungen in der westlichen Welt sind durch Tabakrauchen verursacht. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, ist bei Rauchern ca. 10x höher als bei einem Nichtraucher. Auch Passivrauch stellt einen Risikofaktor für Lungenkrebs dar.
Insbesondere in Ländern der Dritten Welt sind offene Feuerstellen in den Behausungen ein weiterer Risikofaktor. Eine berufliche Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen, zum Beispiel Asbest, kann ursächlich für den Lungenkrebs sein. Schliesslich gibt es auch eine familiäre Veranlagung für Lungenkrebs.
In der Schweiz erkranken pro Jahr ca. 4300 Personen neu an Lungenkrebs, dies entspricht ca. 11% aller Krebserkrankungen. Ca. 60% der Patienten sind Männer, was daran liegt, dass Männer insbesondere früher mehr geraucht haben als Frauen. Ca. 3200 Personen pro Jahr sterben am Lungenkrebs. Somit ist der Lungenkrebs die tödlichste aller Krebsarten.
Der Lungenkrebs macht häufig erst sehr spät Beschwerden, was auch der Grund für die hohe Sterblichkeit an Lungenkrebs ist. Die häufigsten Symptome sind Husten, blutiger Auswurf, Kurzatmigkeit oder Brustschmerzen. Diese Beschwerden können allerdings alle auch durch andere Krankheiten verursacht sein und bedürfen einer eingehenden ärztlichen Untersuchung.
Bei der Diagnostik des Lungenkrebses kommt häufig zuerst ein Röntgenbild des Brustkorbs zum Einsatz. Ein normales Röntgenbild schliesst allerdings einen Lungenkrebs nicht immer zuverlässig aus, so dass bei einem hohen Verdacht direkt eine Computertomographie des Brustkorbs durchgeführt wird, wo die Lunge detailliert dargestellt werden kann. Zur sicheren Diagnosestellung muss in der Regel eine Gewebeprobe entnommen werden. Wichtig ist auch, zu untersuchen, ob der Krebs bereits Ableger (sogenannte Metastasen) in anderen Regionen des Körpers gemacht hat. Am häufigsten sind Ableger in Lymphknoten, in den Knochen und im Gehirn.
Die Therapie des Lungenkrebses wird anhand der Krebsart und des Stadiums festgelegt. Grob wird der Lungenkrebs in zwei Gruppen eingeteilt, die Kleinzelligen und die Nicht-Kleinzelligen Karzinome. Die Nicht-Kleinzelligen Karzinome können in einem frühen Stadium durch eine alleinige Operation geheilt werden. In fortgeschrittenen Stadien kommt die Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz. Bei den Kleinzelligen Karzinomen ist eine Operation nur äusserst selten möglich, auch in frühen Stadien kommt meistens bereits eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie zum Einsatz. Neuere Therapieansätze bei Lungenkrebs stellen die Immuntherapie sowie spezifische molekulare Therapien dar.f
Dr. med. Anna Zortea
Oberärztin Pneumologie, Spital Männedorf