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Gefühlt wendet sich mindestens einmal wöchentliche eine neue Uhrenmarke an mich und erkundigt sich, ob ich nicht über sie berichten könne. Eine meiner ersten Fragen ist dann oft: Verkaufen Sie nur online oder arbeiten Sie auch mit dem stationären Handel zusammen beziehungsweise haben Interesse daran, dies zu tun?Die Antwort von Hakim El Kadiri von Elka Watch erfüllte die Kriterien, um es zu einem Artikel in WatchPro zu bringen.„Ich arbeite bereits mit Juwelieren und konnte einige Türen in der Schweiz für meine Marke öffen, weitere folgen in den Niederlanden und in Frankreich.“Advertisement
„UND NATÜRLICH BIN ICH DARAN INTERESSIERT, MIT HÄNDLERN IN DEUTSCHLAND UND ÖSTERREICH ZUSAMMENZUARBEITEN.“
Und um dies zu forcieren, stellt Elka Watch unter anderem auf der diesjährigen Inhorgenta aus.Hakim El Kadiri ist die Uhrenbranche nicht fremd. Von 2002 bis 2021 war er bei der Swatch Group tätig, unter anderem bei den Marken Swatch, Hamilton und Rado. Dann kamen die Pandemie, eine Knieoperation und ein Herzinfarkt. Für den 56-Jährigen ein deutlicher Hinweis:
„ES IST ZEIT, MEIN LEBEN ZU ÄNDERN UND MICH NEU ZU ERFINDEN.“
Von den Uhren konnte er jedoch nicht lassen. Aber dieses Mal wollte er seine Leidenschaft mit der vollen Verantwortung des selbstständigen Unternehmers verbinden – fehlte nur noch die Uhrenmarke.Und ja, aufmerksame Leser könnten meinen, Hakim El Kadiri hat eine ganz neue Marke gegründet, beruhend auf der Abkürzung seines Nachnamens. Dem ist aber nicht so.Die historische Uhrenmarke Elka wurde von Louis Eduard Kiek geschaffen. Mit seinem Vater und Schwager hatte er 1913 eine Firma gegründet, welche später Elka Watch Co. genannt wurde. Elka stand für Louis Eduard Kieks Sohn: Ernst Louis Kiek Amsterdam. 1949 kam eine Niederlassung in der Schweiz hinzu.Neben Taschen-, Armband- und Schmuckuhren lieferte die Firma unter anderem auch Braille-, Schach-, Signal- und Stempeluhren. Außerdem betriebt die Familie ein exklusives Geschäft in Amsterdam, in dem Uhren von Rolex, Ulysse Nardin, Vulcain, Breitling, Universal, Jaeger-LeCoultre und Blancpain sowie Groß- und Kleinuhren der Marke Elka verkauft wurden.In den 1970er-Jahren verschwand die Marke wie so viele andere unter dem Einfluss der Quarzuhr. Als letzter Inhaber führte Ernst Louis Kiek das Geschäft in der Kalverstraat mit seiner Frau Edith Verpoort bis ins Jahr 2000 weiter, bevor die Firma schließlich aufgelöst wurde.Da es Hakim El Kadiri vor allem Uhren vergangener Jahrzehnte angetan haben, belebt er nun den Markennamen wieder – mit den passenden Initialen. Aber: „Unsere Marke von 2022 hat keine Verbindung mit der nicht mehr existierenden Marke aus Amsterdam. Wir wollten der alten niederländischen Marke mit unseren ersten beiden Modellen einfach eine Hommage erweisen.“Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kickstarter-Kampagne im Sommer letzten Jahres, geht es nun darum, für die produzierten Uhren den Vertrieb aufzubauen. Den stationären Handel hat El Kadiri dabei fest im Blick.Hinsichtlich des Produkts setzt er auf den Charme moderner Swiss-Made-Uhren mit Vintage-inspirierten Designs.„Ich möchte ein Produkt entwickeln, eine Marke, die mir ähnlich ist, ein Produkt mit einer Seele, mit einer Geschichte, die Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre angesiedelt ist. Eine Zeit, die für mich der Beginn einer neuen Ära darstellt. Der Beginn des Designs der Moderne, alles war ohne Einschränkung erlaubt. In dieser Zeit gab es eine Vielfalt an Formen, an Ideen, den Gestaltern waren keine Grenzen gesetzt“, erläutert Hakim El Kadiri.Und manchmal kam dann etwas vermeintlich ganz Schlichtes heraus. Und so ist die Inspirationsquelle der beiden ersten Kollektionen von Elka Watch, der „X“- und der „D“-Serie, die Einfachheit. Das Gehäuse aus Edelstahl und das Uhrwerk sind gleich, den Unterschied machen die Zifferblätter und die Zeiger aus.Mit einem Durchmesser von 40,8 Millimetern knüpft man an die Vorlieben der 1960er-Jahre an und kombiniert diese mit einem geschwungenen Profil und konischen Bandanstößen. Vintage-Charme versprüht auch das Chevé-Box-Saphirglas, unter dem die Unterschiede der beiden Serien zum Vorschein kommen.Sie sind gewölbt. Das gilt für alle Zifferblätter, egal in welcher Farbe. Während die der„D“-Serie jedoch mit den klassischen Codes von Dresswatches aus der Mitte des Jahrhunderts wie Stabindizes und Sonnenschliff daherkommen, ist die „X“-Serie sportlicher und auffälliger. Inspirationsquelle für die „D“-Serie war ein Zifferblatt, das Ulysse Nardin einst für die Elka-Uhren von damals entworfen hatte. Für die Uhren der „X“-Serie stand ein Fluginstrument Pate, das seinerzeit von Heuer für Elka entwickelt wurde.Zurück zu den Gemeinsamkeiten und damit zum Uhrwerk. Hier schlägt das G100-Automatikwerk mit 68 Stunden Gangreserve von La Joux-Perret. Die UVP für die Modelle der „D“-Serie lauten je nach Armband 1.690 (Natoband), 1.750 (Lederband) und 1.790 (Meshband) CHF. Bei der „X“-Serie betragen sie 1.690 (Natoband) und 1.750 (Lederband) CHF.