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Seebach war bis 1933 eine selbständige Gemeinde. Sie gehörte zu den wohl ärmsten Gemeinden des Kantons, was allein schon am damaligen Steuerfuss von 250, dem höchsten möglichen. Schon als Bauerndorf gehörte Seebach nicht zu den reichen Gemeinden. Nur ganz wenige Bauern brachten es zu etwas Vermögen, welches dann meistens nie in einer Art Dusch'schem Geldspeicher gelagert wurde, sondern meistens in Grundstücken oder Häusern inverstiert war und etwas Zins abwarf.
Die Armut begleitete Seebach über viele Jahrhunderte. Seuchen, Reformation, Kriege und Hungersnöte sorgten regelmässig dafür, dass Seebach sich nie erholen konnte. Insofern ging es Seebach ganz ähnlich wie etwa Rümlang und noch vielen anderen Gemeinden ganz in der Nähe. Die Armut war nicht ausdrücklich hausgemacht, sondern lag eher in den politischen Strukturen, aber auch am damaligen Leben, welches einfach nicht allen ein Leben in Wohlstand bieten konnte.
Für Seebach besonders nachteilig erwies sich auch, dass es viele Leute gab, die bettelarm waren und sich hier niederliessen und bei erster Gelegenheit in die um einiges reichere Stadt Zürich zu übersiedeln. Eine weitere Entwicklung benachteiligte Seebach, indem das etwas besser gestellte Ã?rlikon dank einigen Industriebetrieben zu höheren Steuereinnamhmen kamen. Es bot zwar den Fabrikanten Land für den Bau von Fabriken an, vermochte aber nicht die in den Fabriken Arbeitetenden aufzunehmen. Um es auf den Punkt zu bringen: Ã?rlikon nahm dank den Fabriken anständig Steuern ein und konnte seinen Steuerfuss so tief halten, dass immer mehr Unternehmer investierten. Die Hunderten von Fabrikarbeiter, welche sich ausserhald von Ã?rlikon eine Wohnung suchen mussten, unter anderem auch in Seebach, zahlten zwar Steuern, doch reichten diese bescheidenen Einnahmen nicht einmal, um die teuren Infrastrukturaufgaben zu finanzieren.
So blieb Seebach eben arm. Doch selbst das relativ reiche Ã?rlikon war an einer Fusion der beiden Gemeinden nicht interessiert, obwohl man gerne gewachsen wäre, denn die Gemeinde hätte den damit verbundenen Aufwand bereits mittelfristig nicht finanzieren können. Dieses zeigt, dass es für Seebach gar keine andere Lösung gab, als sich der Stadt Zürich anzuschliessen. Selbst dem reicheren Ã?rlikon blieb auch nichts anderes übrig.
Es brauchte dann von der Idee bis zur Verwirklichung über 10 Jahre und zwei Volksabstimmungen, ehe Seebach ab 1934 Teil der Stadt Zürich wurde.
Quellen: - «Unser Seebach», 134-152 - «100 Jahre Gross-Zürich»