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Die 78. Ausgabe der Traditionsveranstaltung zählte zum zweiten Mal in Folge zur Intercontinental Rally Challenge (IRC).
Siegeszug von A bis Z
Mikko Hirvonen und Jarmo Lehtinen, sonst am Steuer ihres Ford Focus RS WRC in der Rallye-Weltmeisterschaft unterwegs, haben beim ersten Wettbewerbseinsatz des von M-Sport neu entwickelten Ford Fiesta S2000 am Sonnabend mit einem grossen Sieg beendet. Das finnische Duo erreichte das Mittelmeer-Fürstentum nach über fünf Tage, 15 Wertungsprüfungen und insgesamt 405,01 Bestzeit-Kilometer mit einem nennenswerten Vorsprung von 1.51,4 Minuten vor ihren Landsleuten Juho Hänninen / Mikko Markkula feiern dürfen. Trotz erschwerten Voraussetzungen spielte Hirvonen, amtierender Vize-Weltmeister, seine volle Erfahrung aus. Der 29-Jährige stellte gleich auf der ersten Wertungsprüfung die Bestzeit auf und riss damit die Führung an sich, die er dank einer fehlerfreien Fahrt bis ins Ziel nicht mehr abgab.
1. Hirvonen/Lehtinen (Ford Fiesta S2000) 4h 32m 58.5s
2. Hanninen/Markkula (Skoda Fabia S2000) +1m 51.4s
3. Vouilloz/Veillas (Skoda Fabia S2000) +3m 19.1s
4. Sarrazin/Renucci (Peugeot 207 S2000) +7m 25.5s
5. Kopecky/Stary (Skoda Fabia S2000) +8m 48.7s
6. Wilks/Pugh (Skoda Fabia S2000) +9m 24.5s
7. Magalhaes/Magalhaes (Peugeot 207 S2000) +9m 45.4s
8. Vigion/Prevot (Peugeot 207 S2000) +13m 33.5s
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Traditionsträchtige Rallye seit 1911
Die Rallye Monte Carlo ist die älteste Meisterschaft in diesem Bereich des Motorsports. Die erste Rallye wurde bereits 1911 ausgetragen und war die Idee eines Rechtsanwaltes, Gabriel Viaion, der sich von dem periodisch erscheinenden britischen Magazin „The Motor“ hatte inspirieren lassen. Es schien zunächst so, als wollte man den elitären Automobil-Club in Monte Carlo kreieren, der mit der Aufgabe betraut werden sollte, ein automobilsportliches Ereignis auf dem „Trockenen“ zu organisieren, um dann mit der berühmten „Monte Carlo Week“, einer Regatta, die nur für Motorboote zugelassen war, zu konkurrieren.
Eine Rallye für jedermann?
An der Rallye Monte Carlo konnten alle Autos teilnehmen, unabhängig vom Hubraum. Was die Meisterschaft jedoch kompliziert machte. Es gab keinen gemeinsamen Startpunkt, stattdessen sollten die Teilnehmer Monaco aus allen Himmelsrichtungen Europas anfahren. Das Endresultat bezog sich dann auf die zurückgelegte Strecke. Die Regeln schrieben aber vor, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit bei über 30 km/h liegen musste und die Veranstaltung eine Woche dauere. Der Zustand des Fahrzeugs wurde ebenfalls bei der Punkteverteilung berücksichtigt, ebenso wie die Zahl der Passagiere.
Der erste Heimsieg durch Henry Rougier
Der Franzose Henry Rougier gewann am 28. Januar 1911 in einem 25 HP Turcat-Mery ein Motorsportevent der heute noch tausende von Zuschauer und Renn/Rallyesportbegeisterte aus vielen Länder nach Monte Carlo lockt. Für die 900 Kilometer hatte er 28 Stunden und 10 Minuten benötigt. Man führte Sonderprüfungen ein, in diesem Fall ein gezeitetes Bergrennen auf den Col du Braus. Bis in die späten 50er Jahre hinein blieb die Rallye Monte Carlo eine autonome Veranstaltung. Die Rallye Monte Carlo ist seit langem eine der Bedeutendsten im Weltmeisterschafts-Kalender. Das verdankt sie ihren häufig verschneiten und vereisten Straßen, besonders auf dem berühmten Col de Turini. Diese spezielle Prüfung hat einen Platz in der Motorsportgeschichte verdient. 1953 meldeten die Organisatoren ein Rekord-Starterfeld von 440 Teams. In den frühen 60ern war der kleine Mini Favorit der Veranstaltung und gewann 1964, 1965 und 1967. Aus den nachfolgenden Rennen ging dann der Porsche 911 als Sieger hervor. 1973, dem ersten Jahr der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft, feierten die französischen Motorsport-Anhänger einen stilgerechten Dreifacherfolg der Renault Alpine A110. 1991 trug sich erstmals ein japanisches Auto in die Siegerliste ein, der Toyota Celica, mit dem Spanier Carlos Sainz hinter dem Lenkrad.
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Anpassungen in die Neuzeit
Der Saisonauftakt 2010 bietet mehr Prüfungen, mehr Kilometer und eine neue Klasse für GT-Fahrzeuge. Die Rallye Monte Carlo präsentiert sich in einem neuen Gewand. Die Veranstalter haben sich entschieden, auch 2010 einen perfekten Intercontinental Rally Challenge IRC zu veranstalten. Schon vor dem eigentlichen Start gab es eine Neuerung. Am Dienstag, 19.Januar, entscheidet eine „Qualifikationsprüfung“ über die Startreihenfolge bei der Rallye. Die 78. Auflage der „Rallye Monte Carlo“ startet in Valence. Der Großteil der Route führt durch die Region Ardèche. Dort liegen die Straßen höher als die am Mittelmeer, und die Wahrscheinlichkeit von Schnee und vereisten Strassen ist größer. Die erste Etappe, am Mittwoch, dem 20. Januar, war völlig anders als bei der vorjährigen Auflage. Dabei werden unter anderen die berühmten und anspruchsvollen Prüfungen „Burzet“ und „St. Pierreville“ zweimal durchfahren. Außerdem gab es am ersten Renntag keinen Service. Die Servicemannschaften durften zwar zwischen den beiden Rennen die Reifen wechseln, ansonsten aber an den Autos die ganze Etappe über nichts machen. Der Donnerstag und der Freitag blieben im Vergleich zum Vorjahr gleich. Am Freitag ging es von Valence hinunter nach Monaco. In der letzten Schleife geht es wieder zur „Nacht der langen Messer“ auf den berühmt, berüchtigten Col de Turini, bevor die Rallye in den frühen Morgenstunden am Samstag im Hafen von Monaco zu Ende geht.
Bei der Rallye Monte Carlo 2010 gibt es eine neue Wagenklasse. Neben den S2000-, Gruppe-N- und Gruppe-A-Fahrzeugen sind GT-Autos zugelassen. Bei den Startbedingungen hat sich gegenüber 2009 nichts geändert. Die Amateurteams müssen 3.000 Euro Startgeld zahlen, und außerdem haben die Teilnehmerteams freie Wahl bei den Reifen und dem Benzin.
Dienstag, 19. Januar: SSS Lente – Col de Gaudissart
Mittwoch, 20. Januar: SS1 Burzet-Lachamp Raphaël / SS2 St. Pierreville – Antraigues / Reifenwechsel – Vals les Bains / SS3 Burzet-Lachamp Raphaël / SS4 St. Pierreville – Antraigues
Donnerstag, 21. Januar: SS5 Labatie d’Andaure – St. Pierre sur Doux / SS6 St. Bonnet – St. Julien – St. Bonnet / SS7 Lamastra – Gilhoc – Alboussiere / Service – Valence / SS8 Labatie d’Andaure – St. Pierre sur Doux / SS9 St. Bonnet – St. Julien – St. Bonnet / SS10 Lamastra – Gilhoc – Alboussiere
Freitag, 22. Januar: SS11 Montbaun – Eygalayes / Service – Monaco / SS12 Peira Cava – La Bollene Vesbuie / SS13 Lantosque – Luceram / Service – Monaco / SS14 Peira Cava – La Bollene Vesbuie / SS15 Lantosque – Luceram / Zieleinlauf – Monaco
Reportage & Fotos Andrea Derungs