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Als Virtuosin der Trompe-l’œil-Technik hat Sarah Margnetti einen Malstil entwickelt, der optische Täuschungen und abstrakte Formen kombiniert. Diese Motive, die sie in monumentalen Wandbildern und gelegentlich auch auf Leinwand gestaltet, stellen Fragmente von meist weiblichen Körpern dar, deren Funktion manchmal abgewandelt (ein Ohr wird Körper, ein Körper Gehirn usw.) oder vervielfältigt wird. Sie erscheinen oder lösen sich auf in Architektur- oder Einrichtungselementen aus der Welt des Theaters (Vorhänge, Balustraden, Sessel usw.).
Unter den Sinnesorganen ist das Ohr ein wiederkehrendes Motiv: Es verschwindet in den Astlöchern eines Trompe-l’oeil-Dekors oder erweitert die Verzierung eines Kamins, verwandelt sich in eine Künstlerpalette oder nimmt den Platz der Augen ein. Die Tätigkeit der Künstlerin scheint dem Hören mehr Wert beizumessen als dem Sprechen oder Sehen und spielt variantenreich mit den traditionellen Motiven der Kunstgeschichte, insbesondere mit dem Motiv des weiblichen Körpers.
Ausstellungskuratorin: Nicole Schweizer, Konservatorin zeitgenössische Kunst