Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/2764

Aufgrund seiner ausgezeichneten Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie seiner universellen Einsetzbarkeit ist Methotrexat das heute am häufigsten eingesetzte Basismedikament.
Methotrexat wurde ursprünglich nur zur Behandlung von Tumoren eingesetzt. In der Rheumatherapie kommt eine viel geringere Dosierung als bei der Tumorbehandlung zur Anwendung, so dass die von der Krebstherapie her bekannten Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind.
Bei Behandlungsbeginn wird Methotrexat meistens einmal wöchentlich als Spritze unter die Haut oder in die Muskulatur gegeben. Methotrexat kann auch einmal wöchentlich in Tablettenform (alle Tabletten auf einmal) eingenommen werden; Nachteil der Tabletteneinnahme ist, dass nur ein Teil der Dosis vom Darm in den Körper aufgenommen wird und beim einzelnen Patienten nicht vorausgesagt werden kann, wie gross der aufgenommene Anteil ist (von Patient zu Patient stark verschieden: 30-80%).
Für eine optimale Verträglichkeit ist die Zugabe des Vitamins Folsäure (Folvite oder Acidum folicum) zu empfehlen.
Obwohl Methotrexat selten Störungen der Blutbildung und der Leberfunktion verursachen kann, ist trotzdem eine Überwachung mit regelmässigen Blutkontrollen erforderlich.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind eine leichte Müdigkeit und Uebelkeit nach der Spritze/Tabletteneinnahme und Mundschleimhautveränderungen. Sehr selten kann Methotrexat zu einer Lungenentzündung führen; bei Auftreten von Husten, Atemnot und Fieber ist deswegen umgehend der Arzt zu konsultieren. Nach Stoppen von Methotrexat bildet sich eine solche Entzündung immer vollständig zurück.
Das Eintreten der Wirkung von Methotrexat ist nicht vor Ablauf von 4-6 Wochen zu erwarten. Während dieser Zeit können überbrückend Cortisonpräparate angewandt werden.
Oft gelingt es, die Krankheit mit Methotrexat zum Stillstand zu bringen und auf sonstige Medikamente zu verzichten. Wie die anderen Basismedikamente wirkt Methotrexat aber nur so lange, wie man es gibt; es führt also nicht zu einer anhaltenden Heilung. Methotrexat kann aber über viele Jahre eingesetzt werden ohne dass seine Wirkung im Verlauf abnimmt. Bei guter Ueberwachung sind keine Schädigungen zu erwarten, manche Patienten stehen schon seit über 10 Jahren unter dieser Therapie.
Achtung: Methotrexat kann Geburtsfehler verursachen. Frauen sollten Methotrexat mindestens 3 Monate vor einer geplanten Schwangerschaft stoppen. Schwangere und stillende Frauen, Patienten mit schweren Nieren- und Lebererkrankungen und Alkoholkranke dürfen kein Methotrexat erhalten.