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|Persischer Garten|
|Gartenwissen - Gartenstile & Historie|
|Mittwoch, den 07. Januar 2009 um 10:30 Uhr|

Die Gartengestaltung findet ihren Ursprung in der persischen Kultur. Der Begriff persische Gärten bezieht sich auf eine seit über 3000 Jahren überlieferte Art, Gärten anzulegen, die im Iran und benachbarten Regionen beheimatet ist. Der persische Garten ist meistens unterteilt in innere Hofgärten, welche durch Bauwerke wie Bögen mit den äusseren Gärten verbunden sind. Die inneren Gärten symbolisieren das Häusliche während die äusseren Gärten die Welt wiederspiegeln.

Die Gartenanlage dient in erster Linie der Erholung und Entspannung. Ausserdem wird ein Garten als Ort der Spiritualität, sozialer Aktivitäten, sowie früher auch als Ort eines Gelages angesehen. Ein persischer Garten kann sowohl formal gestaltet (Schwerpunkt auf der Gartenstruktur) oder mit einem Fokus auf die Pflanzenwelt angelegt sein.
Ein bedeutender Punkt der strukturellen persischen Gartengestaltung sind das Sonnenlicht und daraus resultierende Lichteffekte. Architekten bändigen das Sonnenlicht, indem sie Muster und Formen aus den Lichtstrahlen gestalten. Auf Grund der geografischen Lage des Irans ist Schatten ein wichtiger Aspekt. Bäume und Büsche werden als natürliche Schattenspender eingesetzt. Zusätzlich werden Mauern und oft auch Pavillons gebaut um vor der starken Sonnenstrahlung zu schützen. Versierte Architekten nutzen die Bauten, um mit dem Schatten besondere Effekte entstehen zu lassen.
Dem Wasser kommt eine besondere Bedeutung zu, da es im Iran auch viele trockene Gebiete gibt. Eine Art Aquädukt tief unter der Erde, das Qanat genannt wird, bewässert den gesamten Garten. Man vermutet, dass diese Art der Bewässerung, deren Tunnel unter dem Grundwasserspiegel entlangführen, bereits mehrere tausend Jahre alt ist. Diese Methode hat sich derart bewährt, dass sie heutzutage noch zu finden ist. Wellenartige Bewegungen, welche durch wassermühlenähnliche Räder erzeugt werden, lassen das Wasser beständig an die Erdoberfläche fließen.
Der Garten selbst ist oft von Kanälen durchzogen. Durch das Radsystem fliesst das Wasser durch die Kanäle. Bäume werden häufig in wassergefüllten Gräben gepflanzt, somit wird die Wasserverdunstung eingeschränkt und ein schneller Zugang der Baumwurzeln zum Wasser wird ermöglicht.