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A$AP Rocky: Wir brauchen einen schwarzen James Bond! Wirklich?
- Dienstag, 4. August 2015, 15:55 Uhr, aktualisiert um 16:08 Uhr
Der U.S.-Rapper A$AP Rocky geht mit seiner Rolex crowdsurfen, malträtiert den Grunge-Klassiker schlechthin und fühlt sich neuerdings dazu berufen Daniel Craig als James Bond-Darsteller abzulösen. Drei mal NEIN! Sonst noch was?
An Selbstvertrauen scheint es dem 26jährigen New Yorker A$AP Rocky nicht zu fehlen. An etwas Verstand und gesunder Selbsteinschätzung allerdings schon.
Für diese drei Ausrutscher müsste man den Rapper auszeichnen mit drei dicken Goldmedaillen an drei dicken Goldketten für drei dicke Irrtümer:
Irrtum #1: Es braucht einen schwarzen James Bond
«Wir brauchen einen schwarzen James Bond. Ich kriege das hin und sehe besser aus, als jeder andere James Bond bisher. Alles was ich brauche ist ein Six-Pack» gab A$AP Rocky in einem Interview mit dem Musikmagazin NME zu Protokoll. Ich denke, A$AP braucht weit mehr als ein Six-Pack. Zum Beispiel bessere Argumente für seine Bewerbung als neuer 007.
Ausserdem: Braucht es wirklich einen schwarzen James Bond? Natürlich ist das absolut vorstellbar. So wie etwa ein schwarzer Superman, ein asiatisches Heidi oder einen weissen Mogli. A$AP Rocky scheint mir aber die falsche Wahl. In der Rolle des Beissers (siehe Bild) sähe ich den Rapper schon eher.
Irrtum #2: Nirvana passt immer
Natürlich erntete A$AP Rocky Beifall, als sein DJ vor ein paar Tagen am Lollapalooza-Festival in Chicago den Nirvana-Klassiker «Smells Like Teen Spirit» anspielte. Natürlich kann man das als Huldigung sehen für die Band, die ihren Lollapalooza-Auftritt 1994, kurz vor Kurt Cobains Tod, absagen musste. So wie das A$AP Rocky anstellte, sehe ich aber keine Würdigung für Nirvana, sondern eine Verhunzung dieses Grunge-Juwels, welches hier zur reinen Animation dient.
Irrtum #3: Alle lieben A$AP Rocky
Ja. Ok. Er sieht schon verdammt gut aus dieser A$AP Rocky. Wenn er will kann er auch ziemlich charmant sein und er weiss um seine Wirkung Bescheid. Dafür erntet er aber nicht nur Applaus. An seine Konzerte kommen längst nicht nur A$AP Rocky-Jünger und Fans, sondern auch Souvenir-Jäger. So musste sich der 26jährige nach dem Bad in der Menge auch schon Accessoires zurückerobern. Sei es eine 15‘000 Dollar-Rolex oder bloss ein Do-Rag (Kopftuch). Wird der Charmeur im Gangster-Look beklaut, ist Schluss mit lustig.
My Name Is Rocky, A$AP Rocky. Ich bezweifle, dass das die richtige Karriere-Planung ist für den Rapper.
Autor: Gregi Sigrist
Gregi Sigrist ist Musikjournalist der Fachredaktion Musik Pop/Rock von Schweizer Radio und Fernsehen. Im Musik-Blog schaut er auf, unter und hinter aktuelle Musikthemen und ihre Nebengeräusche.