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Ein Lymphödem ist eine sichtbare und tastbare Schwellung eines Körperteils, die infolge einer Stauung der Lymphflüssigkeit entsteht. Diese Flüssigkeit – die sogenannte Lymphe – ist hellgelb und enthält das Lymphplasma sowie bestimmte weisse Blutkörperchen: die Lymphozyten.
Die Lymphe fliesst in besonderen Gefässen, den Lymphbahnen. Sogenannte Lymphknotenstationen unterbrechen diese Bahnen. Erreicht die Lymphe eine Lymphknotenstation, filtern beziehungsweise reinigen die einzelnen Lymphknoten dieser Station die Lymphe. Dabei entziehen sie ihr beispielsweise Krankheitserreger und Giftstoffe.
Zu einem Lymphödem kommt es, wenn der Fluss der Lymphe in den Lymphbahnen gestört ist und sich durch eine chronische Lymphstauung (sog. Lymphostase) Wassereinlagerungen bilden: Es entsteht ein eiweissreiches Ödem – das Lymphödem.
Ein Lymphödem entsteht dadurch, dass überschüssige Flüssigkeit in das Gewebe austritt und sich dort sammelt. Es entsteht eine Schwellung, meist an Armen und Beinen. Da das Lymphsystem den gesamten Körper durchzieht, können auch andere Körperteile betroffen sein. Nicht selten tritt diese Schwellung, ein Lymphödem, einseitig auf. Schätzungen zufolge sind jährlich etwa 20.000 Menschen in der Schweiz von einem Lymphödem betroffen. Der Anteil an Frauen, die von einem Lymphödem betroffen sind, ist dabei deutlich grösser als der Anteil betroffener Männer.
Bei einem Lymphödem gelingt die Diagnose vor allem anhand der vorliegenden Symptome: Mit ihrer Hilfe kann der Arzt das Lymphödem eventuell schon vom venösen Ödem abgrenzen und feststellen, ob ein primäres (bzw. erblich bedingtes) oder ein sekundäres (bzw. durch Krankheit o.Ä. erworbenes) Lymphödem vorliegt.
Ein primäres Lymphödem am Bein lässt sich durch eine Untersuchung der Zehen diagnostizieren: Anders als beim venösen Ödem sind die Zehen mitbetroffen und quaderförmig angeschwollen (dieses Merkmal bezeichnen Mediziner als Kastenzeichen). Besonders wichtig für die Lymphödem-Diagnose ist das sogenannte Stemmer-Zeichen: Es ist positiv, wenn sich die Haut auf den Zehen infolge der Schwellung nicht mehr in Form einer Falte abheben lässt.
Im Gegensatz zum primären Lymphödem und venösen Ödem steht ein sekundäres Lymphödem zeitlich sowie örtlich mit einer Erkrankung oder Verletzung des Körpers in Zusammenhang. Bei der Diagnose ist es daher wichtig, auch die Ursache für das sekundäre Lymphödem zu finden. Zur Diagnose eines Lymphödems gehören neben der Anamnese auch meist körperliche Untersuchungen. Auch Untersuchungen wie die Farbduplexsonografie können bei der Diagnose eines Lymphödems zum Einsatz kommen.
Dazu sind verschiedene Untersuchungen geeignet:
- Blutuntersuchungen
- Ultraschall
- RöntgenLymphabflussszintigraphie: Bei dieser nuklearmedizinischen Untersuchungsmethode bekommt man ein Kontrastmittel in die „Schwimmhäute“ zwischen den Fingern beziehungsweise den Fusszehen gespritzt. Anschliessend zeigt eine Gammakamera, wie sich die radioaktiv markierte Substanz in den Beinen oder Armen verteilt.
Bei der Lymphödem-Diagnose kann der Arzt auch feststellen, welches Stadium das Lymphödem erreicht hat. Dies ist wichtig, um die geeignete Behandlung zu bestimmen. Anhand der verschiedenen Symptome unterscheidet man vier Lymphödem-Stadien: In Stadium 1 und 2, die beide wieder rückgängig zu machen (reversibel) sind, kann man ein Lymphödem durch einfache Methoden wie Hochlagerung des betroffenen Beins vollständig ausschwemmen. In Stadium 3 und 4 ist dies nicht mehr möglich.
Die Therapie eines Lymphödems ist langwierig, meist ist eine lebenslange Behandlung notwendig. Zu einer Therapie gehören viele verschiedene Massnahmen, die meist in Kombination zu einem befriedigendem Behandlungsergebnis führen.
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