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Energiebezogene Innovationen
Die in den drei untersuchten Ländern (Österreich, Deutschland, Schweiz) eingesetzten Energiestrategien fördern die Einführung nachhaltiger Energietechnologien. Energiesteuern, die nicht an eine zusätzliche Nachfrage gekoppelt sind, bremsen Innovationen. Energiestrategien haben keinen nachteiligen Effekt auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Durch den umfassenden Einsatz von energieeffizienten Technologien steigt die Arbeitsproduktivität.
Hintergrund (abgeschlossenes Forschungsprojekt)
Mit der Energiestrategie 2050 strebt der Bundesrat eine markante Senkung des Energieverbrauchs bis zum Jahr 2035 an. Dieses Ziel ist nur zu erreichen, wenn entsprechende politische Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Einführung energieeffizienter Technologien geschaffen werden. Um die Wirksamkeit des aktuellen politischen Rahmens zu untersuchen und wichtige Faktoren für dessen Optimierung aufzuzeigen, wurde ein neu entwickelter Fragebogen an eine repräsentative Auswahl von Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz versandt. Während die Rücklaufquoten in Deutschland (36,4%; 2321 Kommentare) und in der Schweiz (31,4%; 1815 Kommentare) zufriedenstellend waren, kamen aus Österreich nur sehr wenige Rückmeldungen (7,6%; 539 Kommentare), weshalb die Interpretation der beschreibenden Resultate für Österreich sehr sorgfältig erfolgen musste. Ausserdem ist zu beachten, dass es sich um eine Ex-post-Analyse handelt, die sich auf den Zeitraum 2012-2014 bezieht.
Ziel
Das vorrangige Ziel des Forschungsprojekts war es, die Wirkung verschiedener Politikinstrumente (Steuern, Subventionen, Regulierungen u.a.m.) auf verschiedene Aspekte von energierelevanten Produkt- und Prozessinnovationen zu untersuchen. Zudem sollte herausgefunden werden, ob eine Verbindung zwischen energierelevanten Innovationen und der wirtschaftlichen bzw. ökologischen Leistung von Unternehmen besteht.
Resultate
Die aktuellen Rahmenbedingungen in den drei Ländern veranlassen die Unternehmen nur teilweise zur Einführung umweltfreundlicher Technologien, die den Energieverbrauch senken. Auch die Höhe der Investitionen in diese Technologien wird durch diese nicht wesentlich beeinflusst. Freiwillige Vereinbarungen/Standards, öffentliche Subventionen und Steuern verstärken die Bereitschaft der Firmen, neue Technologien einzuführen. Eine höhere Investitionsintensität wird aber nur durch öffentliche Subventionen erreicht. Dabei bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: In Deutschland sind Steuern, in der Schweiz nachfragebezogene Faktoren effektiver, um die Annahmebereitschaft zu erhöhen. In Österreich sind staatliche Subventionen wirksamer. Um jedoch die Effizienz der einzelnen Instrumente zu ermitteln, müssten die ökonomischen Kosten der Strategien einbezogen werden. Dies lag jedoch nicht im Fokus dieses Projekts und muss zukünftigen Untersuchungen überlassen werden.
Was die Entwicklung und Kommerzialisierung neuer nachhaltiger Energietechnologien betrifft, wurden positive Effekte durch Subventionen, keinerlei Effekte durch freiwillige Vereinbarungen sowie negative Effekte durch Steuern und Regulierungen beobachtet. Letzteres ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass weniger finanzielle Mittel für die Entwicklung innovativer Produkte zur Verfügung stehen. Wie gross die Effekte jeweils sind, hängt im Wesentlichen vom primär nachfragegetriebenen ökologischen Innovationspotenzial der Unternehmen ab. Für Technologieführer wurden keine negativen Effekte beobachtet.
Die Politikstrategien der drei Länder hatten keine negativen Wirkungen auf die internationale Marktstellung der Unternehmen: Firmen, die neue Energietechnologien eingeführt oder für den Markt entwickelt haben, vermelden einen Anstieg der Exporttätigkeit. Demnach scheinen sich Investitionen in umweltfreundlichere Energietechnologien auszuzahlen. Die Studie ergab zudem, dass die Einführung dieser Technologien einen direkten positiven Effekt auf die Arbeitsproduktivität hat. Darüber hinaus zeigten Energiesteuern, ein marktbasiertes Politikinstrument, durch die Einführung nachhaltiger Technologien einen positiven indirekten Effekt auf die Arbeitsproduktivität. Diesbezüglich waren keine länderbezogenen Unterschiede festzustellen.
Bedeutung
Bedeutung für die Forschung
Das Projekt ergänzt die bestehende Forschung in mehrfacher Hinsicht: a) Die Bewertung der politischen Rahmenbedingungen energierelevanter Technologien wurde mit einem neu entwickelten Fragebogen verbessert. Dieser stellt die Annahme in Frage, dass a priori ein Zusammenhang zwischen der Politikausgestaltung und dem Verhalten der Unternehmen besteht und vermeidet so eine verbreitete methodische Voreingenommenheit. b) Die Studie nutzte umfassende harmonisierte Daten, die einen guten Kontrollvektor zur Verfügung stellten und alle drei Länder einbezogen. So konnten mithilfe identischer ökonometrischer Modelle und (teilweise) parametrischer sowie nicht-parametrischer Verfahren landesspezifische Unterschiede festgestellt werden.
Bedeutung für die Praxis
Politikstrategien zur Verbesserung der Energieeffizienz wirken sich allgemein nicht negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Mögliche negative Effekte werden entweder durch positive Effekte, die mit der Einführung der neuen Technologien einhergehen, ausgeglichen oder aber die durch Politikstrategien verursachten Kosten sind so gering, dass sie keine messbaren Wirkungen haben. Politische Entscheidungsträger sollten Nachfrageeffekte neuer Politikstrategien verstärken, da die Nachfrage ein wichtiger Treiber für höhere Energieeffizienz und die Entwicklung neuer, energieeffizienter Technologien ist. Subventionen ergänzen den Massnahmenkatalog, sind jedoch wahrscheinlich ein teureres Instrument. Regulierung ist ein sehr ineffektiver Anreiz für Innovationen.
Unternehmen, die stark auf energieeffiziente Technologien setzen, verzeichnen eine höhere Arbeitsproduktivität und sind international wettbewerbsfähiger. Investitionen in die Einführung energieeffizienter Technologien dürften sich daher auszahlen.
Originaltitel
Creation and Adoption of Energy-related Innovations