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Die monatlichen Löhne sanken nach ILO-Angaben in den ersten sechs Monaten 2022 weltweit real um 0,9 Prozent. Ohne China, wo das Wachstum der Reallöhne höher sei als in den meisten Ländern, wären es minus 1,4 Prozent gewesen. In Ländern mit höheren Einkommen sei der Negativtrend besonders stark gewesen: für die EU nennt die ILO im ersten Halbjahr 2022 minus 2,4 Prozent, für die USA und Kanada minus 3,2 und für Osteuropa minus 3,3 Prozent.
In vielen Ländern drücke die Inflation auf die Kaufkraft der Mindestlöhne. Sie würden oft unzureichend angepasst. Die steigenden Preise träfen vor allem ärmere Menschen. Eine mögliche Massnahme sei, die Mehrwertsteuer auf lebenswichtige Güter zu reduzieren, eine andere, Familien mit wenig Geld Gutscheine zu geben.
Die explodierenden Lebenshaltungskosten träfen in vielen Ländern Geringverdiener, die bereits durch die Corona-Pandemie grosse Einkommensverluste hatten, schreibt die ILO. "Einkommensungleichheit und Armut werden zunehmen, wenn die Kaufkraft der Geringverdiener nicht erhalten bleibt", sagte ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo. Wenn der erhoffte Aufschwung nach dem Einbruch durch die Pandemie ausbleibe, könne das zu sozialen Unruhen führen, warnte er./oe/DP/mis
(AWP)