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Der dynamische Name passt nicht so recht zum Charakter des Standortes: Das Gebiet Concorde liegt etwas isoliert und begrenzt durch Verkehrsachsen und Eisenbahnlinien vor der Stadt Genf. Die geplante Errichtung eines multifunktionalen Bahnhofs in Châtelaine könnte das Gebiet aber dank verbesserter Erreichbarkeit mit Zentrumsqualitäten aufwerten. Der Kanton Genf, die Städte Genf und Vernier, die Fondation Emile Dupont sowie das Forum Démocracie participative haben sich gemeinsam daran gemacht, im Rahmen des Modellvorhabens das Gebiet Concorde zu revitalisieren. Es ist vorgesehen, den Gebäudepark - in grossen Teilen sozialer Wohnungsbau - zu erneuern und aufzuwerten, um eine bessere soziale Durchmischung sowie einen besseren Mix an Generationen und Kulturen zu erreichen. Die bauliche Verdichtung schliesst an den grossen öffentlichen, identitätsstiftenden Raum der «Axe Henry-Golay» an und wird unter Wahrung von Denkmal- und Heimatschutz angepackt werden. Es ging im Kern darum, ein abgestimmtes Leitbild zu erarbeiten sowie spezifische Umsetzungsaktivitäten zu definieren.
Einbezug der Bevölkerung in Prozess der Stadtentwicklung
Das modellhafte Vorgehen zeichnet sich durch zwei Elemente aus: Das erste ist der Einbezug der Bevölkerung von Anfang an; dieses Vorgehen ist in der Quartierentwicklung mittels Quartierrichtplan noch nicht die Regel. Das zweite Element versucht, der Komplexität der Aufgabe gerecht zu werden: Es geht um die parallel laufende Entwicklung und Umsetzung von Instrumenten wie Quartierrichtplanung, Machbarkeitsstudien, Wettbewerben, Quartierplänen (plans localisés des quartiers) sowie einer Charta für die öffentlichen Räume und die Landschaft. Diese teilweise schrittweise, aber eben auch parallel laufenden Prozesse stellen sich wie folgt dar: 2008 bis 2010 erfolgte die Ausarbeitung des Leitbildes, 2010 bis 2012 entstand ein Quartierrichtplan (plan directeur de quartier), ebenfalls ab 2010 wurden Machbarkeitsstudien und Wettbewerbe durchgeführt und seit 2011 verändern «Mini-Baustellen» das Aussehen der öffentlichen Räume. Die Bevölkerung engagiert sich aktiv bei deren Konzipierung und wirkte bei der Auswahl der Ausstattung, der Einrichtung und dem Betrieb mit. Diese temporären Vorhaben bestanden darin, dass während des Sommers neue Lebensräume entstanden - unter anderem ein mobiles Quartierzentrum, Beachvolleyball-Felder oder Petanque-Pisten. Parallel dazu wurde auch den Jugendlichen das Thema näher gebracht: In der Schule des Quartiers befassten sich die Schülerinnen und Schüler unter dem Titel «Projet école...quartier...eco-quartier» mit den Themen Verdichtung und Mobilität in ihrer unmittelbaren Umgebung. Dank diesen Massnahmen blieb die Quartierentwicklung für alle greifbar.
Am Anfang stand ein klarer Wunsch
Der ganze Prozess nahm 2008 seinen Anfang: Es erwies sich als notwendig, eine Vision für das Gebiet zu erarbeiten, und Prinzipien zur Verdichtung im Siedlungsgebiet zu formulieren. Gleichzeitig führte ein Vorstoss im Genfer Grossen Rat, welcher ein «écoquartier Concorde» verlangte, dazu, dass die Bevölkerung aktiv wurde. Diesen Entwicklungen Rechnung tragend, wurde mittels eines von den Behörden anerkannten partizipativen Vorgehens eine Struktur mit Einschluss aller Akteure auf die Beine gestellt. Im Verlaufe dieser Arbeiten stellte es sich heraus, dass der Betrachtungsperimeter vergrössert werden musste, um eine bessere Kohärenz aller städtebaulichen Vorhaben im Hinblick auf den künftigen Bahnhof Châtelaine zu erreichen. Das Projekt Concorde wurde deshalb mit dem übergeordneten Projekt, dem Grand Projet Châtelaine, zusammen geführt, dessen wichtigsten Ziele neuer Wohnraum, die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, die bessere Versorgung des Quartiers sowie identitätsstiftende öffentliche Räume und Grünräume mit hoher Qualität sind.
Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit
Das Modellvorhaben setzte auf die Zusammenarbeit zwischen kantonalen Institutionen wie dem Amt für Städtebau (Office de l'urbanisme) und dem Amt für Heimatschutz und Denkmalpflege (Office de patrimoine et des sites) sowie den Zuständigen für die betroffenen Stadtteile in Genf und Vernier. Die Herausforderung bestand darin einen Quartierrichtplan zu erarbeiten und auf die vielen Planungsvorhaben abzustimmen. Dies war nur dank dem rechtzeitigen Einbezug der Bevölkerung möglich. Um die Motivation zur Mitwirkung hoch zu halten, was bei langjährigen und komplexen Prozessen schwierig ist, wurden die «Mini-Baustellen» errichtet, die zu wichtigen Stützen der Partizipation wurden. Das Gebiet Concorde wurde nun - als Bestandteil des Grand Projet zur Stadterneuerung in Châtelaine - ins Agglomerationsprogramm «franco-valdo-genevoise» aufgenommen. Zudem ist es mit einem Blatt im kantonalen Richtplan 2030 verzeichnet. In einem nächsten Schritt soll dank eines Leitkonzepts die operative Umsetzung der Planungsgrundlagen sowie der Einbezug aller betroffenen Akteure garantiert werden.