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Montag, 25.06.2012 / 14:33
BIT rechtfertigt VoIP-Deal
Die meisten Telefonzentralen der Bundesverwaltung stammen von Nortel. Deshalb erfolgte eine Ausschreibung nicht technologieneutral.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) hat in einem E-Mail gegenüber inside-it.ch Stellung genommen zum Fall einer umstrittenen Auftragsvergabe für VoIP-Telefone
. Die 'Basler Zeitung' hatte am Freitag berichtet, dass das BIT mehrere Aufträge ohne WTO-Ausschreibung vergeben hatte.
Das BIT schreibt nun in Absprache mit dem Generalsekretariat des eidgenössischen Finanzdepartements in der Stellungnahme, dass nicht die Beschaffungen von 2007 und 2010 beziehungsweise die WTO-Ausschreibung 2011/12 ein technisches Präjudiz geschaffen hätten, sondern die bereits vorhandene breite Basis von Nortel/Avaya-Zentralen in der Bundesverwaltung.
Keine Insellösungen
Das BIT schildert den Fall wie folgt: Die Einkäufe von 100 VoIP-Telefonen und der entsprechenden Telefonzentralen erfolgten Ende 2007 und im Januar 2010 mit einem Beschaffungsvolumen von 202'000 beziehungsweise 130'000 Franken. Bei den Telefonzentralen waren es genau genommen Upgrades der vorhandenen klassischen Telefonzentralen von Nortel (heute: Avaya
),
welche mit digitalen VoIP-Komponenten und entsprechender Software modernisiert werden sollten. Von den rund 500 klassischen Telefonzentralen in der Bundesverwaltung seien die grossen Zentralen (mehr als 150 Stück) mit 90 Prozent aller Anschlüsse von Nortel. Angesichts der erheblichen Anzahl an bestehenden klassischen Anlagen sei grosser Wert darauf gelegt worden, dass die zu beschaffenden VoIP-Telefone und die entsprechenden Zentralen (Upgrades) mit Nortel kompatibel seien. Damit wollte das BIT teure Insellösungen vermeiden.
Bei den oben erwähnten zwei kleineren Beschaffungen unter dem WTO-Schwellenwert sei das Einladungsverfahren zur Anwendung gekommen, schreibt das BIT. Eine Bündelung der Vorhaben sei aufgrund der verschiedenen Projekte und des zeitlichen Abstandes zwischen den zwei Beschaffungen "nicht angezeigt" gewesen.
Die grosse WTO-Ausschreibung für 18'000 Avaya-zertifizierte Geräte erfolgte dann im Juli 2011. Swisscom erhielt den Auftrag im Wert von 3,2 Millionen Franken Anfang 2012. Den Auftrag gewinnen konnte zwar aufgrund der Nortel/Avaya-Umgebung nur dieser Hersteller, doch immerhin war das Rennen bezüglich des Dienstleisters, der die Telefone liefern sollte, offen. (Maurizio Minetti)