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AFRIKA . Das Thema Afrika steckt noch in den Kinderschuhen und wird im Vergleich zu den etablierten Schwellenmärkten nur beschränkt als Anlagethema beachtet. In jüngster Zeit häufen sich aber die Anzeichen, dass das Kapital attraktive Chancen auf dem Kontinent nutzt. Welches sind die Gründe für dieses Interesse an Afrika und für die Tatsache, dass das Risiko-Rendite-Verhältnis als gerechtfertigt empfunden wird? Der afrikanische Kontinent profitiert seit Ende der 90er Jahre von einer insgesamt äusserst positiven Entwicklung. Eine IWF-Studie rechnet für 2007/2008 mit einem BIP-Wachstum von gegen 6%. Die Devisenreserven und die Leistungsbilanz haben sich massiv verbessert, namentlich zum Vorteil von Rohstoffexporteuren.
Positive Prognosen
Grund für einen Grossteil dieser beeindruckenden Performance dürfte der weltweite Anstieg der Rohstoffpreise sein. Die Abhängigkeit der afrikanischen Volkswirtschaften von Rohstoffpreisen kombiniert mit schwachen Institutionen und einer ungeschickten Wirtschaftspolitik hatten in der Vergangenheit immer wieder schwerwiegende Folgen. Derzeit zeichnet sich aber eine Reihe positiver Entwicklungen ab. Dank der fiskalen Zurückhaltung in den meisten afrikanischen Ländern konnte die Inflation im Bereich von 5% eingedämmt werden. Die verschiedenen Schuldenerlassprogramme waren an wirtschaftspolitische Massnahmen geknüpft. Der daraufhin eingetretene strukturelle Inflationsrückgang leistete einen entscheidenden Beitrag zur kontinentweiten Stabilisierung der Wechselkurse. Es wird damit gerechnet, dass dieses günstige Umfeld von Dauer ist und dass es der Region zu nachhaltigem Wachstum verhelfen wird. Eine unausweichliche Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum ist ein breit abgestützter Ausbau der Infrastruktur auf dem Kontinent. China hat sich für die nächsten fünf Jahre bereits mit 20 Mrd Dollar engagiert. Das vom Westen angestossene Schuldenerlassprogramm erleichterte das Sovereign Rating afrikanischer Länder durch die drei wichtigsten Rating-Agenturen. Ein solches Rating erlaubt diesen Ländern, an den internationalen Finanzmärkten Geld aufzunehmen.
Fortschritte
Die optimistischeren Aussichten für die afrikanischen Volkswirtschaften dürften vielversprechenden Anlagechancen den Weg bahnen. Al- lerdings bleiben die afrikanischen Finanzmärkte mit Ausnahme von Südafrika, das als etablierter Schwellenmarkt gilt, relativ unterentwickelt. Es gibt jedoch bedeutende Fortschritte zu verzeichnen. Im Bereich «Fixed Income» haben sogar kleinere Staaten staatliche Kreditmärkte geschaffen, für Aktien gibt es nunmehr in 16 Ländern (ohne Südafrika) Börsen. Auch ein regionaler Aktienmarkt (BRVM) wurde eingerichtet, an dem Aktien aus acht Ländern Französisch-Westafrikas kotiert sind. Ende 2006 verfügten diese 17 Aktienmärkte über eine Gesamtbörsenkapitalisierung von 201,6 Mrd Dollar, die sich weitgehend auf Ägypten, Marokko, Nigeria und in geringerem Masse auf Kenia konzentrierte. Das Volumen von Börseneinführungen (IPO) und Kapitaleinführungen ist 2007 drastisch angestiegen. Bereits im Juli hatten diese einen Betrag von 4,8 Mrd Dollar erreicht und lagen damit weit über den 1,8 Mrd Dollar für das Gesamtjahr 2006. Rund 50% der Gesamtkapitalisierung entfallen auf die Bank-, Bau- und Telekombranche. An einer Reihe von Aktienmärkten hat sich die Performance seit Anfang 2004 verdoppelt. Am besten haben jene mit der höchsten Liquidität abgeschnitten: Ägypten hat sich verfünffacht und Marokko verdreifacht. Diese Märkte blieben von den Turbulenzen an den internationalen Aktienbörsen vom vergangenen Sommer verschont und boten damit eine interessante Diversifikationsmöglichkeit. Allerdings muss unterstrichen werden, dass ausländische Investitionen in Regionen, in denen liquide Aktien-märkte nach wie vor fehlen, weitgehend in Form von Fusionen und Übernahmen und Private-Equity-Anlagen erfolgten.
Investitionsansatz
Investitionen in Afrika bedürfen eines selektiven Vorgehens. Mehrere afrikanische Länder haben signifikante Verbesserungen erlebt, die auf die günstige Entwicklung der globalen Rohstoffmärkte, bereinigte Bilanzen und ein politisches Engagement für eine effizientere Wirtschaftspolitik zurückzuführen sind. Diese Länder sind zusehends stärker in die internationale Wirtschaft eingebunden, namentlich durch die Intensivierung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen mit China. Natürlich gibt es noch immer spezifische Risiken. Wie sich aber auch in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, ist die beginnende Globalisierung einer Region oft Quelle einer geradezu unglaublichen Wertschöpfung.