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Mit den Beatles wurde Paul McCartney zur lebenden Legende. Er gilt als einer der besten Songwriter und zählt zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein Sinn für Melodien ist legendär. «Yesterday», «Hey Jude» und «Let It Be» sind ins kollektive Gedächtnis der Menschheit eingegangen. Zu Beginn der Beatles schrieb er die Songs gemeinsam mit John Lennon, gegen Ende des Jahrzehnts verfasste jeder seine eigenen Songs. Pauls Songwriting ging von einfach strukturierten Rocker über die hochkomplex arrangierten Songs in der psychedelischen Ära zurück zu den Rocksongs.
erfolgreicher Neuanfang
Nach der Trennung der Beatles 1970 begann Paul McCartney nochmals von vorne und gründete ein Jahr später u.a. mit seiner Frau Linda die Band Wings. Trotz wechselnder Besetzungen hatte er mit der Band mehr Erfolg als die Beatles als Gruppe oder einzeln. «Mull Of Kintyre», «Silly Love Songs» und «Live And Let Die» sind die grössten Hits der Band. Die «Wings Over America Tour» war die grösste ihrer Zeit. 1979 wurde Paul als einziger Künstler bisher mit einer Rhodium Schallplatte als erfolgreichster Musiker ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien mit «Goodnight Tonight» sein erster Remix. Die LoFi Produktion von «McCartney» (1970) inspieriert die heutigen Indie-Rocker, die Synthesizer Experimente von «McCartney II» die Elektronikmusiker und DJs. Nach der Ermordung von John Lennon 1980 lösten sich im Folgejahr die Wings quasi in Luft auf.
Neuerfindung als Solomusiker
Nach dem Ende der Hoffnungen auf eine Reunion der Beatles trat Paul McCartney in den 1980er-Jahren als Solomusiker in Erscheinung. Anstatt ein Song im Stil von Steve Wonder zu spielen, arbeitete er mit Steve Wonder, Michael Jackson, Eric Stewart oder Elvis Costello zusammen. «Ebony & Ivory» und «Say Say Say» gehören zu den wichtigsten Singles des Jahrzehnts, während dem Paul nochmals musikalisch am Puls der Zeit war. Nach der Ermordung von John Lennon verzichtete Paul fast das ganze Jahrzehnt auf Konzerte und zog sich ins Studio zurück. Seit Mitte der 80er Jahre nimmt er in seinem Hog Hill Studio in Sussex auf. Die Intervalle zwischen den einzelnen Alben begannen grösser zu werden, seine Verkäufe begannen zu sinken. McCartneys Musik aus jener Zeit, bis und mit dem Album «Off The Ground» von 1993, steht für perfekt produzierte Popsongs.
Comeback als Rockdinosaurier
Wie viele Musiker der 60er-Jahre erlebte Paul McCartney Anfang der 1990er-Jahre ein Comeback als sogenannter Rockdinosaurier. Die «Anthology»-Serie der Beatles 1995/1996 wirkte dabei als Katharsis für Paul McCartney. Seither orientiert sich sein Songwriting wieder an jenem wie zu Beatles Zeiten, bei dem der Spass an der Freude und die Neugier regiert haben. 1991 veröffentlichte er mit dem «Liverpool Oratorio» sein erstes klassisches Werk, weitere folgten. Und die beiden ersten Fireman-Alben, die er zusammn mit Martin Glover (Youth) einspielte, waren Ausflüge in die Welt des Trance und der Ambientmusik. 1997 wurde er zum Ritter geschlagen.
Er wurde nicht vor persönlichen Tragödien verschont, 1998 starb seine Frau Linda an Krebs, es folgte die unglückliche Ehe mit Heather Mills 2002–2007. Seit 2011 ist er mit glücklich mit Nancy Shevell verheiratet. Tochter Mary hat als Fotografin die Rolle der Hausfotografin von ihrer Mutter Linda übernommen, Tochter Stella ist renommierte Modedesignerin.
Verwalter des Erbes
Versöhnt mit seiner Vergangenheit mit den Beatles, erfand sich Paul McCartney in den 90er-Jahren nochmals neu: An seinen weltweit ausverkauften Konzerten gibt er den Leuten Beatle-Paul, auf seinen Allben ist er so experimentierfreudig wie einst. Seit seiner Rückkehr 2001 spielt Paul McCartney mit derselben Band. Seine Konzerte sind weltweit ausverkauft, zwei Drittel des Sets besteht aus Beatles-Songs, auf seinen Alben lotet er weiterhin seine musikalische Vielfalt aus.
Von Paul McCartney wird noch heute teilweise erwartet, ein neues «Sgt. Pepper» zu veröffentlichen, was natürlich Mumpitz ist. Meisterwerke, die keinen Vergleich mit den Beatles scheuen müssen, sind «RAM» (1971), «Band On The Run» (1973), «Venus And Mars» (1975), «Tug Of War» (1982), «Flowers In The Dirt» (1989), «Flaming Pie» (1997), «Driving Rain» (2001), «Chaos And Creation In The Backyard» (2005), «Electric Arguments» (2008) und «NEW» (2013) und «McCartney 3» (2020).
Nach der Baisse bei den Verkäufen um das Millennium herum, unterdessen verkaufen die Beatles mehr als Paul alleine, erreichte er mit Kayne West und Rihanna («Only One» und «Four Five Seconds») 2015 wieder die hohen Regionen in den Singlecharts. Und das 2018er-Album «Egypt Station» eroberte nach langer Durststrecke wieder weltweit die Chartspitzen.
globaler Star
Spätestens seit 1993 ist Paul McCartney ein globaler Star, als «Hope Of Deliverance» in Deutschland und Lateinamerika erfolgreicher war als in seinen beiden Heimmärkten UK und USA. Seine «klassischen» Alben, mit denen er zur Legende wurde, dominierten die Charts in Westeuropa, den USA, Kanada, Japan sowie Australien und Neuseeland. Seiit dem Fall der Eisernen Vorhangs 1989 kommen immer mehr Länder hinzu, in denen Paul mit seiner Musik die Leute erreicht. Seine Alben aus den 10er-Jahren und 20er-Jahren erreichten in über 30 Ländern die Charts.