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Ihre erste Anschaffung in der neuen Heimat war ein Secondhand-Velo. Elsbeth Gugger wollte seit ihrer Jugend aus den Schweizer Bergen hinaus ins flache Holland ziehen.
Nachdem sie viele Jahre mit 20 niederländischen Journalisten ein Büro im Amsterdamer Rotlichtviertel teilte, arbeitet sie nun vom östlichen Hafengebiet aus. Das sei besonders im Sommer sehr praktisch, weil man dort überall im Hafenwasser schwimmen könne.
Anfangs stoppte ich als Einzige mit dem Velo an der roten Ampel.
Die Autorin eines Dumont- sowie eines Marco-Polo-Reiseführers bemerkte zu Beginn, dass sie jeweils als Einzige an den Verkehrsampeln stoppte – und die Einheimischen sie mitleidig betrachteten. Also hat auch sie die lokale Gepflogenheit übernommen. Inzwischen habe aber der Verkehr so stark zugenommen, dass sie immer häufiger vor einer roten Ampel anhalte.
Elsbeth Guggers Arbeit wird durch die Berichterstattung über den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (ICC) bereichert: «Ein Gericht, das sich zum Ziel gesetzt hat, die weltweite Straflosigkeit zu beenden und Diktatoren zur Verantwortung zu ziehen, ist eine Errungenschaft der Menschheit», sagt die Korrespondentin. Aber noch mangle es vielerorts an Akzeptanz für dieses Weltstrafgericht. «Halb Afrika ist erzürnt über die vielen ICC-Angeklagten auf dem Kontinent.» Dabei werde oft und gerne vergessen, dass einige Länder den Strafgerichtshof selber um Hilfe gebeten hätten.
Auch die Zusammenarbeit des Internationalen Strafgerichts mit seinen Mitgliedstaaten verlaufe nicht optimal. Hat ein Land das ICC-Statut ratifiziert, verpflichtet es sich, einen Angeklagten zu verhaften und nach Den Haag zu überstellen. «Solange der wegen Genozid angeklagte sudanesische Umar al-Baschir in gewissen ICC-Staaten frei ein- und ausreisen darf, stimmt etwas nicht», so die Korrespondentin.
Lieblingsessen: «Hutspot»
Von der holländischen Küche mag sie «Hutspot», ein historisches Eintopfgericht mit Rindfleisch, Rüben, Zwiebeln und Kartoffeln am liebsten. Sonst geht die Autorin auch gerne in ein ausländisches Spezialitätenrestaurant. Eine ihrer Lieblingsadressen ist das «Mamouche».