Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03540.jsonl.gz/752

Am Anfang von «La vida es silbar» sitzt eine Frau mit Namen Bébé auf der Mauer am Malecón. Bébé ist auch als Frau ein Kind geblieben, das sich die Welt so vorstellen kann, wie es sie haben möchte. Das ist fürs kubanische Kino noch typischer als für andere Kinematografien: Man will sich die Welt nach eigenen Vorstellungen erfinden und dabei auf Elemente setzen, die einem vertraut sind. Liebend gerne spielen Regisseure wie Gutiérrez Alea oder Díaz Torres mit der Körpersprache. Viele kubanische Filme sind durchsetzt von Doppeldeutigkeiten und mehr oder weniger klaren politischen Winks. Die Wahrsagerin in «Quiéreme y verás» sagt einem der Bankräuber vor dem Raub (und damit: vor der Revolution) «frustración y salvación» voraus für das, was auf ihn zukommen werde. Wir haben eine Reihe von Schlüsselwerken aus Kuba zusammengetragen, zu denen mit «Memorias del subdesarrollo» von Gutierrez Alea und mit «Lucia» von Humberto Solás zwei der Meisterwerke des lateinamerikanischen Kinos überhaupt gehören.