Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/167290

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, der Bundesversammlung einen Gesetzentwurf vorzulegen, um das Bundesgesetz über die Arbeit in Industrie, Gewerbe und Handel sowie alle anderen betroffenen gesetzlichen Bestimmungen anzupassen, sodass die maximale Wochenarbeitszeit auf folgende Werte gesenkt wird:</p><p>- auf 40 Stunden für Werktätige in Industrieunternehmen, kaufmännische Angestellte, technisches Personal und andere Arbeitnehmende, einschliesslich des Verkaufspersonals von grossen Detailhandelsunternehmen;</p><p>- auf 45 Stunden für alle anderen Arbeitnehmenden.</p><p>Es soll zudem präzisiert werden, dass die Anpassung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Beschäftigungsgrad nicht zu einer Senkung des Lohnes führen darf.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Obwohl die gesetzliche wöchentliche Höchstarbeitszeit seit 1976 unverändert bei 45 bzw. 50 Stunden geblieben ist, hat die effektiv geleistete wöchentliche Arbeitszeit in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. So hat sich gemäss der Arbeitsvolumenstatistik des Bundesamts für Statistik die durchschnittliche tatsächliche wöchentliche Arbeitszeit bei den Vollzeitbeschäftigten von 43,2 Stunden im Jahr 1991 auf 41,4 Stunden im Jahr 2015 reduziert. Berücksichtigt man zusätzlich die zunehmende Zahl an Teilzeitbeschäftigten, ging die wöchentliche Arbeitszeit aller Arbeitnehmenden im Schnitt von 35,3 Stunden im Jahr 1991 auf 32,4 Stunden im Jahr 2015 zurück.</p><p>In den Einzel- oder Gesamtarbeitsverträgen wird festgelegt, wieviel Sollstunden geschuldet sind. Diese Verträge haben einen direkten Einfluss darauf, wieviel tatsächlich gearbeitet wird. Die Differenz zwischen der vertraglichen Wochenarbeitszeit und der gesetzlichen Höchstarbeitszeit gibt den Unternehmen die nötige Flexibilität, um auf Unvorhergesehenes reagieren und konkurrenzfähig bleiben zu können. Die vorgeschlagene Senkung der gesetzlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeit wäre angesichts des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds und besonders angesichts der Frankenstärke zum heutigen Zeitpunkt fehl am Platz. Die Möglichkeit zur vorübergehenden Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit ermöglicht die Beibehaltung vieler Arbeitsplätze und wird von den Sozialpartnern geschätzt.</p><p>Auch aus Gründen des Gesundheitsschutzes drängt sich die Reduktion der wöchentlichen Höchstarbeitszeiten nicht auf. Die wöchentliche Arbeitszeit ist nicht der einzige Faktor, der zur Beurteilung der Gesundheit der Arbeitnehmenden herangezogen werden muss. Dazu gehören z. B. auch dauernder Lärm, ergonomische Fehlhaltungen, soziale Konflikte und weitere Risiken. Diese Risiken werden von den zuständigen Behörden wie dem Staatssekretariat für Wirtschaft oder der Suva jeweils in Gesamtheit beobachtet und gezielt bekämpft.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.