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Die Tropen, das ist die Region auf der Erde zwischen den beiden Wendekreisen, also dem südlichen und nördlichen 23,5ten Breitengrad. Einmal im Jahr steht die Sonne senkrecht zum nördlichen Wendekreis. Dann, nämlich am 21.Juni, ist der längste Tag der nördlichen Hemisphäre. Im Zenit zu dem südlichen Wendekreis steht die Sonne ein halbes Jahr später. Es ist der kürzeste Tag für die nördliche Erdhalbkugel. Im Laufe eines Jahres wandert der Zenit der Sonne zwischen diesen beiden Breitengraden und dabei zweimal über den Äquator. Das Gebiet in den Tropen steht also häufiger senkrecht zur Sonne und die Sonneneinstrahlung ist dementsprechend hoch. Da diese Sonneneinstrahlung auch weniger schwankt, sind die Tropen nicht durch ein saisonales Jahreszeiten- sondern durch ein Tagesklima geprägt. Es gilt: je näher am Äquator, desto geringer sind die Temperaturunterschiede während eines Jahres.
Ein typischer Tropentag in Äquatornähe läuft immer gleich ab: Die Sonne geht morgens um 6 Uhr auf. Über Nacht ist es auf ungefähr 20°C abgekühlt, der Himmel ist wolkenlos. Während der ersten Morgenstunden erhitzt die Sonne die Erde, und der Wasserdampf in der Luft erhöht sich. Es wird schwül und die hohe Luftfeuchtigkeit lässt mehr und Wolken entstehen. Da es bis zur Mittagszeit auch merklich wärmer ist, steigen die Wolken auf. Diese entladen sich dann am Nachmittag in heftigen, oft stundenlangen Gewittern. Wenn die Sonne um 18 Uhr wieder untergeht, kühlt die Erde wieder ab. Die Tropen haben 5 unterschiedliche Vegetationszonen, die in etwa parallel zum Äquator verlaufen. Direkt am Äquator befindet man sich im tropischen Regenwald, entfernt man sich weiter Richtung der Wendekreise, durchläuft man zunächst die Feucht-, Trocken- und Dornensavanne, bis man in der Wüste landet. Die Einteilung der Vegetationszonen geht auf den idealtypischen Bewuchs zurück, dieser ist wiederum abhängig vom Klima. Vor allem die Versorgung mit Wasser ist für die Vegetation ausschlaggebend. Die Kriterien für die Einteilung der Vegetationszonen in den Tropen sind zum einen also die Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres sowie die Anzahl der humiden und ariden Monate. Von humidem, feuchtem Klima wird gesprochen, wenn sich die Niederschlagskurve über der Temperaturkurve befindet. Es fällt mehr Regen, als durch die Sonne verdunsten kann. Bei den ariden Monaten sorgt die Sonneneinstrahlung jedoch dafür, dass mehr Wasser verdunstet als durch Niederschlag dazukommt. Im tropischen Regenwald sind mindestens 9,5 Monate im Jahr humid und die Niederschlagsmenge liegt über 1500mm pro Jahr. Dieses feucht-warme Klima sorgt für immergrüne Bäume und einen hohen Artenreichtum.
Der heutige Tag der Tropen wurde vor 6 Jahren von der UN ins Leben gerufen. Er soll auf die speziellen Probleme aufmerksam machen, mit denen die Tropenregionen zu kämpfen haben. Die Tropen bedecken 40 Prozent der Landfläche der Erde und beherbergen 80% der gesamten Biodiversität und eine hohe kulturelle Vielfalt. Schätzungen gehen davon aus, dass bei Fortsetzung der gegenwärtigen demografischen Entwicklung bis 2050 der Grossteil der Menschen und zweidrittel aller Kinder in den Tropenregionen leben werden. Das würde die Lebensräume noch stärker unter Druck setzen. Schon jetzt ist durch Waldrodung und Urbanisierung das Artensterben in den Tropen am höchsten. Der Klimawandel setzt jedoch auch die Bevölkerung zusätzlich unter Druck; schon jetzt leiden viele Menschen in den Tropen unter Armut und Unterernährung, mehr als im Rest der Welt. Nachhaltige Ziele aller Regierungen, die gefährdeten Lebensräume zu schützen, gehen deshalb uns alle an: Nur schon deshalb, da weniger biologische Vielfalt auch eine höhere Gefahr zu weiteren Pandemieausbrüchen birgt!
Quellen und weitere Informationen:
UNO International Day of the Tropics