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Mittwoch 17. April 2019
Da wir ja über Konrads Arbeitgeber in Sydney sind, mussten wir für diese drei Monate keine Unterkunft suchen. Wir wussten schon seit wir über den Arbeitseinsatz informiert wurden, dass wir das gemietete Haus an der James Street bewohnen werden. Beim letzten Aufenthalt waren wir in einem anderen Haus, da es durch eine andere Familie belegt war. Durch die Besuche wusste ich bereits im Vorfeld, wie gross es ungefähr sein wird.
Unser Haus steht an der James Street, diese befindet sich 230 m von Konrads Büro entfernt. Zwischen dem Büro und unserer Strasse befindet sich eine vielbefahrene Strasse, unser Haus befindet sich aber an einer ruhen Quartierstrasse. Beim Haus handelt es um ein Stadthaus, welches schmal und lang und beidseitig angebaut ist. Um von der Strasse ins Haus zu gelangen, muss ich zuerst eine Treppenstufe auf die kleine Veranda erklimmen und dann nochmals fünf bis ins Haus. Dies ist mit einem Kinderwagen nicht ganz optimal, Larina scheint es aber nicht zu stören das sie jedesmal durchgeschüttelt wird. Auf der Veranda stehen Abfallkübel für Müll, Lebensmittelabfälle und Recycling bereit.
Wenn wir ins Haus kommen, gibt es einen kurzen Gang, an welchem sich das WC und die Waschküche befindet. Wenn ich gerade aus weiter laufe komme ich in eine schmale Küche, welche mit Kühlschrank, Gefrierfach, Gasherd und Backofen ausgestattet ist. Zu meinem Erstaunen fehlt eine Mikrowelle, diese findet man sonst eigentlich in fast jeder australischen Küche. Am Ende der Küche ist eine kleine Sitzecke, von welcher man bestens die Flughunde bei Dämmerung beobachten kann. Auch wenn die eine Seite mit vielen Fenstern bestückt ist, ist es eher dunkel. Von der Sitzecke aus gibt es einen Zugang zum Hinterhof, auf welchem eine grosser Holztisch mit Bänken steht. Der obligatorische Grill darf natürlich hier nicht fehlen. Bei uns steht aber ein doch kleines Modell davon im Hof. Der Hof ist sehr grün gehalten, wobei ich feststellte das die Mauerüberwachsung im Nachbargarten wächst und der Baum, welcher schön Schatten spendet, im anderen Nachbargarten steht.
Vom Gang aus geht es linker Hand ins Wohn- und Esszimmer. Im Wohnzimmer stehen zwei Stoffsofas mit Unmengen an Kissen. Die Kinder lieben die Kissen und spielen mit ihnen alles mögliche. Den Fernseher und den Kamin haben wir bis jetzt noch nie gebraucht. Im Esszimmer steht ein Steintisch mit Drehstühlen. Da diese für unsere Kinder nicht geignet sind, haben wir zwei normale Stühle organisiert. Im WG-Haus der Firma gibt es einen Schopf, wo Möbel aus den bereits aufgelösten Häusern gelagert sind. Von da nahmen wir diese die Stühle mit. Für Larina gibt es einen extra Kinderstuhl, diesen hatte sie bis vor wenigen Tagen auch benützt. Nun kämpfen wir täglich mit ihr, dass sie in Kinderstuhl isst und nicht auf meinen Schoss oder aber stehend auf einem der Drehstühle. Am beiden Enden des Raumes hat es Fenster. Auch von diesem Raum aus führt eine Türe raus in den Hinterhof.
Über eine leicht drehende Treppe geht es in den oberen Stock. Am Anfang war ich mir noch unsicher, ob es ohne Kindersicherheitstüre unten an der Treppe geht. Larina liebt es nämlich die Treppen hochzusteigen und durchs Geländer zu schauen. Aber bis jetzt ist sie nur am ersten Tag runter gepurzelt, da war sie halt einfach noch müde. Grundsätzlich läuft sie sehr sicher die Treppen hoch und könnte auch wieder von alleine runter, sie bevorzugt es aber, nach mir zu rufen um mit mir runter zu gehen. Oben an der Treppe gibt es aber ein Treppenschutzgitter. Dieses wurde kurz vor unserem letzten Aufenthalt montiert, nach dem die kleine Olivia noch unsicher die Treppe runterstürzte. Seither wurde das Gitter nicht mehr entfernt.
Oben angekommen betritt man sofort ein grosses Galeriezimmer. Das Geländer ist zwar schön anzusehen, aber nicht kindersicher. Mit Plastikstecklaufgitterelementen wurde es sicherer gemacht. Im Galeriezimmer befindet sich ein grosses Doppelbett mit sehr weicher Matratze. Da ich auf einer zu weichen Matratze rasch Rückenschmerzen bekomme, schläft nun Jann dort. Links neben der Treppe hat es ein Badezimmer mit Dusche. Unsere Kinder vermissen schon jetzt ihre Badewanne. Da sie nicht gerne duschen, wird dies jedesmal zur einer Herausforderung mit viel Gekreische. Wenn man von der Treppe gerade aus geht, kommt man in ein kleineres Zimmer mit einem schmaleren Doppelbett. Dort schlafen Konrad und ich. Wenn dann noch alle Kinder zu uns ins Bett kommen wird es kuschlig eng. Konrad stört dies meistens nicht, aber ich kann dann kaum mehr schlafen. Dann wechsle ich mal kurz in ein anders Bett. Direkt neben dem Galeriezimmer gibt es noch ein kleines schmales Zimmer. Hier steht ein Einzelbett und das Kinderbett. Kiara hat bereits am Anfang entschieden, dass sie mit Larina das Zimmer teilen möchte, was zu Hause noch nicht der Fall war.
Grundsätzlich kann man sagen, dass es ein älteres Haus im englischen Still ist. Das Haus hat einige Schränke in denen von unseren Vorgängern das eine oder andere zurück gelassen wurde. Für die Kinder war es wie Weihnachten, heraus zu finden was noch alles zum Vorschein kommt: von Bastelmaterialien, Spielen bis hin zu Babyversorgungsutensilien.
Auch wenn dieses Haus kleiner ist als unseres zu Hause, werden wir uns hier für die restlichen zweieinhalb Monate gut zu Hause fühlen. So fühlte ich mich irgendwie, als ich hier angekommen bin.