Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03111.jsonl.gz/2405

Das Gericht im North Gauteng High Court in Pretoria entschied, dass Oscar Pistorus der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden wird. Das Strafmass soll voraussichtlich am 13. Oktober verkündet werden. Bis dahin befindet sich der ehemalige Paralympics-Star gegen Kaution auf freiem Fuss.
Die Angehörigen des Opfers brachen laut dem Sender News24 beim Urteil in Tränen aus. Die Richterin legte nach dem Urteilsspruch eine Pause ein. Schon am Donnerstag hatte Masipa einen Mord oder Totschlag ausgeschlossen.
Für die Staatsanwaltschaft ist das Urteil eine schwere Niederlage. Denn aus Sicht der Anklage tötete Pistorius seine 29-jährige Freundin Steenkamp absichtlich, als er in der Nacht zum Valentinstag 2013 in seinem Haus durch eine geschlossene Toilettentür schoss.
Der beinamputierte Paralympics-Star nahm den Schuldspruch mit Fassung auf. Pistorius zeigte kaum eine Regung, stattdessen schien er sich leicht vor Richterin Masipa zu verbeugen.
Das Strafmass wird wohl am 13. Oktober bekanntgegeben. Die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren, aber auch eine Bewährungsstrafe ist möglich. Bis zur Verkündung des Strafmasses können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Gründe entweder für ein besonders hartes Urteil oder für mildernde Umstände vorlegen.
Pistorius darf wohl zunächst ins Haus seines Onkels zurückkehren, wo er seit seiner Freilassung auf Kaution im vergangenen Jahr wohnt. Nach der Verkündung des Strafmasses in wenigen Wochen könnte er laut südafrikanischen Rechtsexperten sofort in ein Gefängnis gebracht werden.
Dann müsste Pistorius erneut einen Antrag stellen, um auf Kaution freizukommen, bis ein mögliches Berufungsverfahren abgeschlossen ist. Das neue Verfahren könnte rund ein Jahr dauern.
(wst/si/sda/dpa)
Südafrikas einstiges Sportidol Oscar Pistorius ist einer Verurteilung wegen Mordes oder Totschlags entgangen. Richterin Thokozile Masipa schloss am Donnerstag einen Vorsatz bei den tödlichen Schüssen auf seine Freundin Reeva Steenkamp klar aus. Er habe nicht wissen können, dass er jemanden töte, als er durch eine geschlossene Tür schoss.
Masipa sprach Pistorius nicht frei: «Es gibt keinen Zweifel, dass er gegen das Gesetz verstiess, als er durch die Tür schoss», sagte sie. «Sein Verhalten war fahrlässig.»
Die Richterin vertagte sich nach ihren mehrstündigen Ausführungen auf heute Freitag - erst dann wird das Urteil gegen den beinamputierten Paralympics-Star erwartet. Möglich ist für Pistorius etwa eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung.
Bis zur Bekanntgabe eines Strafmasses dürfte es erneut dauern, möglicherweise mehrere Wochen. In der Zwischenzeit können Freunde und Familie des Angeklagten beim Gericht um Milde bitten. (sda/dpa/afp)
Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.