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Kurz nochmals zu den ätherischen Ölen:
Sie sind flüchtig und sie duften. Ihre Gewinnung und Wirkung ist der Inhalt von diesem und dem nächsten Ratgeber.
Archäologen haben in Mesopotanien 5000 Jahre alte Gerätschaften gefunden, die zur Gewinnung von ätherischen Ölen benutzt wurden. Auch im alten Ägypten wurden ätherische Öle benutzt. Vor allem um ihre Mumien einzubalsamieren, aber auch zur Heilung und in der Kosmetik. Ebenso finden sich bei den Indern und Chinesen Ausgrabungen, die den Einsatz von ätherischen Ölen nachweisen. Im Lauf der Jahrtausende ging das Wissen zur Gewinnung wieder verloren. Es wurde wieder entdeckt, erneut verloren, um dann im 16.Jahrhundert wieder in den Arzneimittelschatz aufgenommen zu werden. Heute werden sie sozusagen wieder entdeckt und die Nachfrage nach reinen Ölen ist am Steigen. Dabei ist die Qualität deutlich im Vordergrund. Es gibt da riesige Unterschiede, die unter anderem aus der Gewinnung zu erklären sind.
Gewinnung:
es kommen vor allem 3 folgende Verfahren zum Einsatz:
• Wasserdampfdestillation
• Kaltpressung (Expression)
• Extraktion (Auszug)
Bei der Wasserdampfdestillation (die gebräuchlichste Gewinnungsart) wird das Pflanzengewebe in heissem Wasser oder Wasserdampf aufgequollen. Die ätherischen Öle werden freigesetzt, verflüchtigen sich mit dem Dampf und werden im Kühler des Destillationsapparates wieder flüssig. Sie tropfen mit Wasser gemischt in das Auffanggefäss. Da sie normalerweise leichter als Wasser sind, schwimmen sie oben auf und können so von der Wasseroberfläche abgenommen werden. (Nur in wenigen Ausnahmen sind sie schwerer und sinken nach unten.) Die sogenannte venezianische Flasche ist ebenfalls eine Methode, das ätherische Öl vom Wasser zu trennen. Das Wasser, in dem Spuren des ätherischen Öles (bis zu 3%) und alle flüchtigen, wasserlöslichen Bestandteile der Pflanze zurückbleiben, wird als Hydrolat bezeichnet. Sie werden in der Pflege oder in der Kosmetik gerne verwendet.
Die Wasserdampfdestillation ist eine Kunst, die viel Erfahrung erfordert! Je nach Pflanze werden der Druck, die Temperatur (max. 100°Celsius) und Zeit (die Dauer kann zwischen 1 und 100 Stunden variieren) angepasst. Hölzer, Rinden und Wurzeln werden in der Regel vor der Destillation zerkleinert, Blätter und Blüten werden unzerkleinert abdestilliert.
Die Kaltpressung wird hauptsächlich bei der Gewinnung von ätherischen Ölen der Zitrusfrüchte angewandt. Die kleinen Ölbehälter sind mit dem blossen Auge erkennbar.
(Sicher haben wir alle schon einmal eine Orangenschale gegen eine Kerze ausgedrückt und die sprenkelden kleinen Flammen mit dem intensiven Duft genossen, speziell zu empfehlen nach einem genossenen Fondue oder Raclette, die Raumluft wird deutlich angenehmer).
Die gereinigten Schalen der Zitrusfrüchte werden unter Wasserzufluss in grossen Schältrommeln abgerieben. Die so erhaltene Emulsion wird zentrifugiert und filtriert. Damit erhält man das reine ätherische Öl. Aus den Press-Rückständen kann man durch Wasserdampfdestillation den Rest des ätherischen Öles gewinnen, ein nicht mehr ganz so hochwertiges Öl. Wichtig ist auch hier die Qualität der Früchte, da bei dieser Gewinnung allfällig verwendete Insektizide oder Herbizide aus der Schale ins Öl gelangen
Extraktion (Auszug) oder anders genannt Enfleurage ist ein altes Verfahren zur Extraktion ätherischer Öle. Man nahm es vor allem für jene Pflanzen, die sich mittels der Wasserdampfdestillation nicht verarbeiten liessen. Da es sehr hohe Herstellungskosten verursacht, wird es heute „nicht“ mehr gebraucht. Es werden etwa 80% der Blütenöle durch Extraktion mit flüchtigen Lösungsmitteln (Hexan) gewonnen. Dieses Lösungsmittel löst ausser den ätherischen Ölen auch Farbstoffe und Wachse aus den Blüten. Mittels Vakuumdestillation werden die ätherischen Öle fraktioniert gewonnen. Eine andere Art der Gewinnung erfolgt mittels Kohlendioxid-Extrakton (eine teure, noch nicht übliche Variante).
Die Qualität steht nach wie vor im Vordergrund! Es sollten nur genuine und authentische Öle zur Anwendung kommen. Als Voraussetzung für gute Qualitätgelten u.a. folgende Angaben:
- 100% reines ätherische Öl
- die genaue lateinisch-botanische Bezeichnung der Herkunftspflanze
- allenfalls der Chemotyp
- der deutsche Pflanzennahme
- das Ursprungsland
- die Anbauweise (am liebsten kontrolliert biologisch Anbau)
- der Pflanzenteil, aus dem das Öl gewonnen wurde
- das Gewinnungsverfahren (eventuell Rückstandskontrollen)
- genaue Füllmenge
- Sicherheitshinweise
- Chargennummer
Ein intensives und vergleichendes Riechen kann helfen ein Öl zu beurteilen!
Lassen Sie sich beraten, zum Beispiel in der Vinzenz Apotheke
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