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Blaze
USA 2018, 129', DCP, E/d/f. Regie Ethan Hawke. Drehbuch Ethan Hawke, SybilRosen. Mit Ben Dickey, Alia Shawkat, Charlie Sexton, Josh Hamilton, Kris Kristofferson, Ethan Hawke, Richard Linklater, Sybil Rosen.
In seinem bewegenden, sehr persönlich gehaltenen Film erinnert Ethan Hawke an den legendären Texas-Outlaw-Musiker Blaze Foley. Das Drehbuch basiert auf den Erinnerungen von Sybil Rosen, der langjährigen Lebensgefährtin von Blaze, die im Film ebenso mitspielt wie Ethan Hawke. Schlicht grossartig ist der Newcomer Benjamin Dickey, selbst Musiker und Songwriter, in der Titelrolle.
Blaze ist inspiriert vom Leben des Singer-Songwriters Blaze Foley (1949-1989). Der Film nimmt uns mit in seine frühe Hippie-Zeit, die Zeit, in der er mit Sybil in einem einfachen Baumhaus in einem Pinienwald in Georgia lebte, erste Songs schrieb, Liebeslieder für Sybil, seine grosse Liebe, die er doch später wieder verloren hat. Songs über das Leben als Aussenseiter, melancholische, traurige aber auch witzig-absurde Lieder, die er auf seiner Gitarre begleitete
Foley war ein Outlaw, oft war er obdachlos, lebte bei Freunden auf dem Sofa oder auf der Liege auf der Veranda. Er war meist unterwegs, spielte an Folkfestivals, in Bars und Clubs, oftmals mit dem Musiker Townes Van Zandt, ebenso Weg- wie Trinkgefährte (glänzend interpretiert vom Bob Dylan-sideman Charlie Sexton). Mehr als einmal stand er kurz vor einem Plattenvetrag, doch sein unsteter Lebenswandel holte ihn immer wieder ein. «He’s only gone crazy once. Decided to stay» soll Townes Van Zandt mal über Blaze gesagt haben. In einer dunklen Nacht starb er mit nur 39 Jahren – aus nie restlos geklärten Gründen erschossen vom Sohn eines Freundes. Blaze Foley war ein Künstler, der heute von zahlreichen wichtigen Musikern weltweit verehrt und als einer der ganz grossen Indie-Songwriter bezeichnet wird. Zu Foleys Lebzeiten ist kein Album erschienen, doch viele seiner Songs sind mittlerweile berühmt – gecovert von Künstlern wie Lyle Lovett, Willie Nelson, John Prine oder Nanci Griffith. Der Newcomer Benjamin Dickey, selbst Musiker und Songwriter, ist grossartig in der Titelrolle, alle Songs und Musikstücke werden von den Schauspielern – alle selber Musiker – in Live-Performances gespielt.
«Hawke hat echte Musiker versammelt für diese ‹labour of love›, jeder von ihnen ein ungebremstes Showtalent, und viele seiner prominenten Hollywood-Freunde. So spielt Hawke selber den unbedarften Radio-Host. Sein Freund und Erfolgsregisseur Richard Linklater spielt einen neureichen Ölbaron, zusammen mit Sam Rockwell und Steve Zahn, Country-Legende Kris Kristofferson gibt Blaze Foleys dementen Vater, und die echte Sybil Rosen spielt im Film ihre eigene Mutter. Es ist diese organische Verschränkung von Musiker-Mythen und Realität, mit echten Musikern als Schauspielern, und der spürbaren Begeisterung des Filmemachers für seinen Stoff, welche aus Blaze ein einzigartiges Kinoerlebnis machen, einen Film mit tiefen Wurzeln und viel Sehnsucht.» Michael Sennhauser