Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03579.jsonl.gz/971

Nachtschwärmer haben eine schlechtere Fitness, verbrennen weniger Fett und erkranken eher an Diabetes. Das zeigt eine neue Studie von «Experimental Physiology».
Stoffwechsel früher ankurbeln
Die Forscher klassifizierten 51 Erwachsene ohne Herzerkrankungen oder Diabetes in morgendliche oder abendliche Chronotypen, basierend auf ihren natürlichen Schlaf- und Wachpräferenzen. Während einer Woche assen die Teilnehmenden eine kontrollierte Diät und fasteten über Nacht, wie «CNN» schreibt.
Das Forschungsteam bestimmte die Körpermasse, die Körperzusammensetzung und das Fitnessniveau jeder Person und mass die Insulinsensitivität. Die Ergebnisse des Tests zeigten, dass Frühaufsteher sowohl in Ruhe als auch während des Trainings mehr Fett für Energie verbrauchten als Nachtschwärmer.
Ungesunder Rhythmus
«Es gibt gute Beweise dafür, dass ein Spätschläfer mit einem höheren Risiko für Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird», sagt Dr. Phyllis Zee, Neurologin und Direktorin des Zentrums für Schlafmedizin an der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago. «Schlafverlust, zirkadiane Fehlausrichtung, späteres Essen am Tag, weniger Morgenlicht und mehr Abendlicht. Alles Mechanismen, die die Insulinsensitivität beeinflussen.»
«Insulin sagt den Muskeln, dass sie ein Schwamm sind und die Glukose im Blut absorbieren sollen», sagt der leitende Studienautor Steven Malin. Er ist Professor in der Abteilung für Kinesiologie und Gesundheit an der Rutgers University in New Jersey, wie «CNN» schreibt.
«Stellen Sie es sich wie Wasser aus einem Wasserhahn vor: Sie drehen das Wasser ein und ein Tropfen berührt den Schwamm und wird sofort aufgesaugt», sagt Malin. Wenn man nicht trainiere, sei es, als würde dieser Schwamm ein paar Tage ohne Wasser rumliegen. «Dann wird er steinhart und da reicht ein Tropfen Wasser nicht, um ihn wieder weich zu machen.»
Die innere Uhr gibts wirklich
Alle Menschen haben einen zirkadianen Rhythmus - eine innere 24-Stunden-Uhr. Die steuert die Freisetzung des Hormons Melatonin, um den Schlaf zu fördern und die Produktion einzustellen, damit wir aufwachen. Unsere innere Uhr ist unter anderem auch dafür da, wenn wir hungrig werden, wenn wir uns schlapp oder fit fühlen.
Traditionell haben Sonnenaufgang und Einbruch der Dunkelheit den menschlichen Schlaf-Wach-Zyklus reguliert. Tageslicht dringt in die Augen ein, wandert zum Gehirn und löst ein Signal aus, das die Melatoninproduktion unterdrückt. Wenn die Sonne untergeht, schaltet die innere Uhr die Melatoninproduktion wieder ein und macht uns müde.
Der persönliche Schlafchronotyp, von dem angenommen wird, dass er vererbt wurde, kann diesen natürlichen Rhythmus verändern. Wenn man ein angeborener Frühaufsteher ist, setzt der Schlaf-Wach-Rythmus Melatonin viel früher als die Norm frei und gibt einem morgens am meisten Energie.
Bei Nachtschwärmern hingegen sondert die innere Uhr Melatonin viel später ab, was die frühen Morgenstunden träge macht und die Spitzenaktivität und Wachsamkeit später in den Nachmittag und Abend drückt. Experten sagen, dass der Schlafchronotyp tiefgreifende Auswirkungen auf die Produktivität, die Schulleistung, das soziale Funktionieren und die Lebensgewohnheiten haben kann.
So neigen Frühaufsteher dazu, in der Schule bessere Leistungen zu erbringen und sind den ganzen Tag über aktiver. Das könne laut Malin teilweise erklären, warum die Studie ergab, dass diese Menschen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Wobei Abendtypen mehr Risiken eingehen, mehr Tabak und Alkohol konsumieren und eher das Frühstück auslassen. Darüber hinaus deutet die Forschung darauf hin, dass die späteren Chronotypen ein höheres Körperfett haben.
(joe)