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Heute ist Tag des Regenwurms und damit wieder mal Gelegenheit über diesen fleissigen Helfer im Untergrund zu schreiben. Erst gestern habe ich bei jäten wieder mehrere Würmer aufgescheucht. Dir armen Kerle waren ganz offensichtlich auf der Flucht – aber nicht vor mir!
Offenbar verwechseln sie das Geräusch, das beim leichten jäten mit dem Jätmesser (Handjäter, Löwenzahnstecher oder wie auch immer man dieses Ding nennen mag) und beim herausziehen von Wurzeln aus der Erde entsteht, mit dem Geräusch eines hinter ihnen hergrabenden Maulwurfs. Und da Maulwürfe Regenwürmer wortwörtlich zum Fressen gernhaben, fürchten Regenwürmer Maulwürfe wie der Teufel das Weihwasser.
Das ist übrigens keine These von mir, sondern wissenschaftlich bewiesen. Dass Regenwürmer vor Maulwürfen an die Oberfläche fliehen hat schon Charles Darwin vermutet. Er hat aber nie ein Experiment durchgeführt, das diesen Zusammenhang beweist. Erst viele Jahre später machten sich Forscher daran, dieses Phänomen zu untersuchen. In Florida gelang der Nachweis mit Bioakustik sowohl im Freiland, als auch im Labor. Die Würmer krochen tatsächlich panikartig aus ihren Löchern, sobald Maulwürfe hinter ihnen her waren.
Ihre Strategie geht auf, da der Maulwurf – aus Angst vor möglichen Fressfeinden – ihnen nicht bis an die Oberfläche folgt. Potentielle Fressfeinde warten dort zwar auch auf den Wurm, aber für ihn wäre es noch viel riskanter, unter der Erde zu bleiben, da er dann garantiert dem Maulwurf zum Opfer fiele.
Manchmal kommen die Würmer mit ihrem Fluchtverhalten allerdings vom Regen in die Traufe. Clevere Hobbyangler imitieren nämlich die Vibrationen und Geräusche des Maulwurfs, indem sie einen Holzpflock 30 cm tief in den Boden schlagen und mit einem Metallstück daran reiben. Wenn dann die Würmer nach oben fliehen, landen sie nicht in Sicherheit, sondern an einem Angelhaken…