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Indem er sich am abschliessenden Zeitfahren in Lausanne durchsetzte, holte sich der australische Radrennfahrer an der 60. Tour de Romandie den Gesamterfolg.
Im Gesamtklassement figuriert Cadel Evans vor Alberto Contador und Alejandro Valverde. Der beste Schweizer, Alexandre Moos, muss sich mit Platz 8 begnügen.
Der Sieger der Tour de Romandie heisst nicht Alberto Contador oder Alejandro Valverde. Überraschend vermieste Cadel Evans den beiden Spaniern das Festival. Der Australier gewann das abschliessende Zeitfahren über 20,4 km in Lausanne und holte sich damit auch den Gesamterfolg.
Vor der Prüfung gegen die Uhr hatte Evans den 3. Gesamtrang belegt, mit 24 Sekunden Rückstand auf Contador, der seine Gesamtführung im Zeitfahren der Tour nicht verteidigen konnte.
Auf der anspruchsvollen Strecke mit der schweren Steigung durch die Altstadt von Lausanne schuf der Australier die Differenz im Anstieg.
Steigung durch die Altstadt: Schon gekannt
Dort holte der frühere Mountainbiker jenen Vorsprung heraus, der ihm den Gesamtsieg eintrug. Evans kannte den härtesten Teil der Strecke von früher her. Der 29-Jährige lag im Schlussklassement 27 Sekunden vor Contador, der im Leadertrikot gestartet war.
Vor fünf Jahren hatte Evans die letzte Austragung des Rennens "Quer durch Lausanne" für sich entschieden, das mit Massenstart und Zeitfahren in den gleichen Kehren der Altstat ausgetragen wurde. Vor Evans figurierte in der Siegerliste der Tour de Romandie erst ein Fahrer vom Fünften Kontinent: 1989 Phil Anderson.
Schnellster auf der Anfahrt zur Steigung war Leif Hoste. Das ist jener Belgier, der bei Paris-Roubaix den 2. Rang hinter Fabian Cancellara belegte, dann aber von der Jury disqualifiziert wurde, weil er eine geschlossene Bahnschranke umfahren hatte.
Evans: Ziel immer mit den Stärksten erreicht
Vor dem Anstieg wies Hoste beinahe eine halbe Minute Vorsprung auf Evans auf. Im Ziel hatte Evans seinen Rückstand in einen Vorsprung von 22 Sekunden umgewandelt, was die Leistung des Romandie-Gesamtsiegers noch unterstreicht.
Nach dem Prolog war Evans nie in Erscheinung getreten, hatte das Ziel aber jeweils mit den stärksten Gegnern erreicht.
Vor der Prüfung gegen die Uhr war in erster Linie ein Duell von Alberto Contador gegen Alejandro Valverde erwartet worden, die durch nur sechs Sekunden getrennt waren. Doch die beiden Spanier mussten erkennen, das sie in den Zeitfahren noch Defizite aufweisen.
Contador hatte schon in der Baskenland-Rundfahrt das Gesamtklassement angeführt und vermochte sich am Schlusstag nicht durchzusetzen.
Moos: 1:04 Minuten Einbusse auf Evans
Von den Schweizern wartete Alexandre Moos mit einer ansprechenden Leistung auf. Der Walliser büsste zwar 1:04 Minuten auf Evans ein. Mit seiner Leistung holte sich Moos aber den 8. Schlussrang, womit er der mit Abstand bestklassierte Schweizer ist.
Am Freitag hatte der Walliser etwas enttäuscht, vermochte aber am Samstag hinter Valverde Etappenzweiter zu werden. Dies hob ihn am Samstag auf Rang 9 in der Gesamtwertung. Diesen Platz konnte er am Sonntag noch verbessern.
Bester Schweizer im Zeitfahren wurde Beat Zberg auf dem 12. Rang.
Abgesehen von Moos fiel das Abschneiden der Schweizer Rennfahrer ziemlich ernüchternd aus. Seit 1991, als Rolf Järmann Neunter wurde, war der beste Schweizer stets weiter vorne in der Rangliste klassiert als nun Moos als Achter.
Moos war als Co-Leader der Schweizer Equipe Phonak zur Tour de Romandie gestartet und schaffte weder den anvisierten Etappensieg noch eine Spitzenklassierung im Gesamtklassement.
Immerhin musste er sich in der "Königsetappe" bloss 15 km von seinem Wohnort Mièges entfernt bloss Valverde, dem Dominator der Klassiker in den Ardennen, geschlagen geben.
Der zweite Captain Phonaks, der Spanier Miguel Perdiguero, gab am Samstag als Folge von Verletzungen eines Sturzes (Prellungen an Rücken und Rippen) auf.
Der Schweizer Rennstall hatte 2004 (Tyler Hamilton/USA) und 2005 (Santiago Botero/Kol) jeweils den Gesamtsieger gestellt.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Der Sieger der 60. Auflage der Tour de Romandie ist der Australier Cadel Evans.
Der Radfahrer des Teams DVL positionierte sich im klassischen Final vor den Spaniern Alberto Contador und Alejandro Valverde.
Der erste Schweizer, Alexandre Moos, kam auf den 8. Rang. Dies kommt für die Schweizer dem schlechtesten Resultat seit 1991 gleich.
In Kürze
An der 60. Tour de Romandie, die vom 25. bis zum 30. April stattfand, nahmen 22 Teams teil.
Die Rundfahrt umfasste einen Prolog und fünf Etappen, auf insgesamt 656,3 Kilometer Distanz und 7393 Meter Höhenunterschied.
Das Budget für den diesjährigen Anlass betrug 2,5 Mio. Franken.
Unter den früheren Gewinnern figurieren Schweizer Namen wie Ferdi Kübler (1948, 1951), Hugo Koblet (1953), René Strehler (1955), Kurt Gimmi (1959), Rolf Maurer (1964), Jörg Müller (1985), Tony Rominger (1991, 1994), Pascal Richard (1993, 1995) und Laurent Dufaux (1998).
Unter den Siegern aus dem Ausland rangieren Namen wie Gino Bartali, Eddy Merckx, Felice Gimondi, Giuseppe Saronni, Bernhard Hinault, Laurent Jalabert, Pavel Tonkov oder Paolo Savoldelli.