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Hintergrund: Patientinnen und Patienten mit einer chronisch kritischen Erkrankung (chronic critical illness = CCI) sind Personen, welche nach einer lebensbedrohlichen, akuten Erkrankung längerfristig auf lebensunterstützende Therapien auf der Intensivstation angewiesen sind. Dort sind sie über lange Zeit vielen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Ein kaum untersuchtes, häufiges und belastendes Symptom ist Angst. Ziel: Mit der Studie sollte ein Einblick in das Angsterleben erwachsener Patientinnen und Patienten, welche während des Intensivstation-Aufenthaltes eine CCI entwickelten, gewonnen werden. Methode: Ein interpretierender phänomenologischer Ansatz wurde verwendet. In einem iterativen Prozess wurden die Daten aus leitfadengestützten Interviews von sieben Teilnehmenden analysiert. Ergebnisse: Die intensiven Angsterfahrungen der Teilnehmenden gingen mit ihrem Bewusstseinszustand einher: Ängste in einer anderen Wirklichkeit, Angst durch Albträume, Angst beim ersten Erwachen und Ängste der wachen Patientinnen und Patienten. Angst war häufig mit Gefühlen wie Ohnmacht, Verlorensein, Unsicherheit, Hilflosigkeit und Ungewissheit gekoppelt. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass anwesende Personen, vor allem Pflegefachpersonen, zum Teil Einfluss auf das Angsterleben der Patientinnen und Patienten mit CCI haben können. Das Wissen aus dieser Studie kann Gesundheitsfachleute sensibilisieren, diese Patientinnen und Patienten entsprechend aufmerksam zu betreuen und Angst wahrzunehmen.
Angst während der chronisch kritischen Erkrankung auf der Intensivstation – eine interpretierende phänomenologische Studie
Michaela Moser (Olten | CH)