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Richtig gelesen, bereits zum vierten Mal flimmert die Geschichte von einer aufstrebenden jungen Sängerin und dem langsamen Untergang eines älteren Sängers über die Kinoleinwand. In der jüngsten Version des Hollywood Dramas stehen Bradley Cooper und Lady Gaga gemeinsam im Rampenlicht.
Handlung: Ein Stern geht auf, der andere versinkt
Als der gegenwärtige Musikstar Jackson Maine (Bradley Cooper) seine Show beendet hatte, befindet er sich kurze Zeit später in einer Drag-Bar, umgeben von Drag Queens. Bis die junge Ally (Lady Gaga) die Bühne betritt und ihn mit einer Performance von «La vie en rose» in den Bann zieht. Jack verliebt sich und bemerkt rasch das aufblühende Talent der jungen Sängerin. Die beiden gehen auf Tour und Ally wird als neues Musiktalent zum nächsten Popstar gepuscht. Währenddessen versenkt Jackson sein Leben und Karriere im Alkoholrausch.
Die historische Geschichte des aufgehenden Sterns
1937 verkörperten Janet Gaynor und Fredric March die beiden Hauptfiguren im Film «Ein Stern geht auf». Das Konzept war – wie auch bei Cooper und Gaga – dasselbe. Der eine Stern geht auf, der andere verlässt die Bühne. Auf den Erfolg des Erstlings folgte 1954 ein Remake mit Judy Garland und James Mason, sowie auch 1974 mit Barbra Streisand und Kris Kristofferson. Die Vorgänger der gegenwärtig laufenden Franchise sind jedoch trotz gleicher Geschichte sehr unterschiedlich. Dies ist besonders an den schauspielerischen Leistungen als Trunkenbold aufzutreten zu erkennen.
Hollywood basiert auf Remakes
Diverse bekannte Kinohits aus dem 21. Jahrhundert werden offiziell als «Neuverfilmung» oder sehr späte Fortsetzung eingeordnet. Die Geschichte Oceans Eleven wurde 1960 zum ersten Mal gedreht. Der kürzlich erschienene Blade Runner darf ebenfalls in die Kategorie eingeschlossen werden, obwohl der Film laut diverser Kritiken nicht mit dem Original aus dem Jahr 1982 verglichen werden darf. True Grit erschien 2010 als Neuverfilmung des 1969 veröffentlichten Originals. Es folgen hundert weiterer Neuverfilmungen wie jene von Ben Hur, Charlie und die Schokoladenfabrik, Peter Pan und The Fly. Remakes üben starken Druck auf die Produzenten aus, insbesondere wenn das Original ein voller Erfolg war. Und trotzdem entscheiden sich immer wieder Filmemacher an eine neue Verfilmung einer alten Geschichte. Man könnte meinen, Hollywood gehe die Ideen aus.
Nicht die Ideen – das Geld. Es besteht die Angst, dass eine neue Geschichte als Flop in die Geschichte eingehen wird. Franchisen rufen alte Erinnerungen in den Köpfen der Zuschauer aus. Obwohl wir gerne äussern offen für Neues zu sein, beruhen wir uns oftmals auf das altbekannte und sehen uns neue Versionen von Bambi und Ariel gerne an.
Oskar Anwärter trotz Neuverfilmung
«A Star Is Born” erlebt intensives und meist positives Feedback. Besonders der Soundtrack des Musikdramas geht unter die Haut und erreicht in den USA bereits einige Stunden nach der Veröffentlichung die Spitze der iTunes Charts. Die Songs, die zum Teil von Lady Gaga und Bradley Cooper geschrieben wurden, fassen das Thema des Films passen zusammen. Der Hit «Shallow» erhielt zudem eine Nominierung als Bester Filmsong an den Hollywood Music in Media Awards 2018.
„Ich habe mich selbst so offen gezeigt wie noch nie. Ich habe mich komplett fallen lassen und das war das Beängstigendste, was ich jemals getan habe.“ – Lady Gaga
Schlussendlich…
Obwohl die Geschichte bereits zum vierten Mal erzählt wurde, lässt sich nicht leugnen dass Bradley und insbesondere Gaga hervorragende Schauspielkünste an den Tag gelegt. Ebenso kann Sam Elliott auf eine Oskar-Nominierung als bester Nebendarsteller in der Rolle von Bradleys Bruder hoffen. Die Beziehung zwischen den beiden beruht auf wenige Worte, mehr Wutausbrüche als liebevolle Bruderfreundschaft und doch können Elliot und auch Cooper in ihren harschen und rauen Rollen überzeugen. Auch zwischen Lady Gaga und ihrem Schauspielpartner Bradley Cooper stimmt die Harmonie. Ihre Beziehung wird glaubhaft vorgezeigt und Cooper beweist einmal mehr, dass er weitaus mehr kann als «Hangover». Einen Platz als Regisseur hat er sich mit «A Star Is Born» reichlich verdient – es ist auf mehr zu hoffen.