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Alles für das Spektakel
In einigen Tagen beginnt der Swiss Climbing Cup. Während die Kletterer trainieren, tüfteln die Routenbauer: Beim Einrichten der «Lines» geht es um mehr als nur um den Schwierigkeitsgrad.
Auf den ersten Blick ist alles klar: Gemäss den Normen, die der SAC den Routenbauern vorschreibt, liegt der Schwierigkeitsgrad der Routen im Final des Schweizer Cups bei den Herren bei 8b und bei den Damen bei 8a+. Beim Bouldern bewegen sie sich zwischen 7a und 7c für die Herren und zwischen 6c und 7b für die Damen.
Für Olivier Michellod, Routenbauer auf nationaler und internationaler Ebene, dienen diese Werte aber vor allem als Anhaltspunkte, und die Schwierigkeit der Routen schwankt in Berücksichtigung einiger Parameter. Entscheidend ist das durchschnittliche Können der Athleten. «Vor dem Wettkampf betrachten wir die Liste der Eingeschriebenen», erklärt der Walliser. «Die Routen sind weniger schwierig, wenn die Spitzenathleten der Disziplin nicht anwesend sind, denn idealerweise muss mindestens einer der Kletterer die Route im Final durchklettern, dem Spektakel zuliebe!»
Bisher wurde dieser Idealfall immer erreicht, wie die Genfer Wettkämpferin Anouk Piola erklärt: «Bis jetzt ist es den Routenbauern gelungen, für Spektakel zu sorgen, denn die Besten, zum Beispiel Cédric Lachat und Petra Klingler, haben fast jedes Mal die Finalroute ganz geklettert. Dieses Jahr, wenn Cédric bei den Männern nicht mehr dabei ist, wird die Aufgabe kniffliger.»
Je nach Jahreszeit
Ein weiteres Element, das die Schwierigkeit der «Lines» beeinflusst: die Jahreszeit, die einen Hinweis gibt auf den Formstand des Sportlers. «Die Intensität des Trainings variiert im Verlauf des Jahres. Wir berücksichtigen auch diesen Faktor», erklärt Olivier Michellod.
Die Arbeit der Routenbauer ist anspruchsvoll, ein Fehler in der Einschätzung der Bewertung nie auszuschliessen, wie Laurent Laporte, oberster Routenbauer im Swiss Climbing Cup sagt: «Man kann nie sicher sein, dass man das ideale Niveau erreicht, aber ich denke, dass man mit der Erfahrung eine gewisse Intuition entwickelt.»
Erst einfach, dann schwierig
Das Niveau im Wettkampf kann nicht exakt in Zahlen ausgedrückt werden. Ein Prinzip wird aber eingehalten: Die Qualifikationsrouten müssen machbar sein, diejenigen im Halbfinale selektiv, und die Finalroute muss Spektakel garantieren. Ausserdem sorgt man dafür, dass alle Athleten während des Wettkampfs ihr Können zeigen können.
«In der Disziplin Lead ist der Einstieg einfacher, und die Schwierigkeit nimmt zu, sodass alle Kletterer einige Züge machen können», ergänzt Olivier Michellod. «Beim Bouldern werden mehrere Routen im Final vorgeschlagen. Normalerweise kommt da jeder auf seine Kosten.»