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Der Begriff TENS Gerät entstammt aus der Beschreibung der transkutanen elektrischen Nervenstimulation. Dies dient der Behandlung von Schmerzen. Die Tensbehandlung eignet sich zur Therapie chronischer Schmerzsyndrome, die kausal nicht beeinflussbar sind. Dazu gehören beispielsweise chronische Kopfschmerzen, Neuralgien oder auch postoperative Schmerzsyndrome.
Was ist ein Tensgerät?
Mit einem Tensgerät werden elektrische Impulse über die Hautoberfläche übertragen. Hierbei kommen Frequenzen von 1 bis 100 Hertz zur Anwendung. Die Elektroden werden in der Nähe der schmerzenden Stelle auf der Haut befestigt. Nach dem Anschalten des Gerätes verspürt man an der Stelle der aufgeklebten Elektrode ein leichtes Kribbeln. Ein Schmerz ist durch den elektrischen Reiz nicht gegeben.
Wirkungsweise eines Tensgerätes
Der durch das Gerät zur Stimulation erzeugte Reizstrom blockiert die Weiterleitung der Erregung der Nervenfasern, sodass diese den Schmerz nicht weitertransportieren können.
Das Ziel der Behandlung mit elektrischen Reizen ist es die afferenten Nervenbahnen zu beeinflussen, so dass die Weiterleitung des Schmerzes zum Gehirn verhindert wird.
Die Schmerzschwelle wird durch den Einsatz des Tensgerätes heraufgesetzt. Hierbei werden körpereigene Mechanismen zur Hemmung für die Schmerzfasern im Rückenmark getriggert, indem afferente, sogenannte A-delta-Fasern stimuliert werden. Die Frequenzen setzen die im Gehirn chemischen Substanzen frei, die die die Schmerzwahrnehmung weitestgehend dämpfen.
Eine Therapiesitzung mit einem Tensgerät dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Man klebt meist zwei oder vier Elektroden auf die Haut auf, um eine gute Therapie zu gewährleisten.
Vor- und Nachteile eines Tensgerätes
Die Wirksamkeit der Tensbehandlung wird als eher kontrovers angesehen. Zu einer nachvollziehbaren Beurteilung über die Wirksamkeit liegen keine hinreichenden Daten aus durchgeführten Studien vor. Nach Ansicht von Fachleuten eignet sich die Tenstherapie lediglich als Begleittherapie, um Beschwerden für kurze Zeit zu verringern. Bei Hüft- und Kniegelenksarthrose beispielsweise wird die Therapie als ergänzende Behandlung zur Linderung der Schmerzen empfohlen.
Vorteilhaft wirkt sich die Behandlung bei Muskelbeschwerden aus. Die Muskelfasern werden durch den Strom gereizt und auch wieder entspannt. Dadurch kommt es zu einer Zunahme der Muskelkraft und eine Atropie wird somit wirkungsvoll bekämpft.
Ein Tensgerät eignet sich auch sehr gut zur Selbstbehandlung zuhause. Hierfür sind im Handel kleinere Geräte, die batteriebetrieben sind erhältlich. Man sollte sich hier vom Arzt oder Physiotherapeuten jedoch die genau die Anwendung des Gerätes erklären lassen.
Auch die Signalstärke ist bei vielen Geräten variabel einstellbar. Frequenzen zwischen 50 und 150 Hertz sind von mittlerer Stromstärke und sollen den akuten, örtlichen Schmerz für kurze Zeit lindern. Für eine längere Wirkungsdauer werden niedrige Frequenzen bei einer hohen Stromstärke verwendet.
Ein großer Nachteil der Therapie ist, dass sie nicht bei allen Patienten angewandt werden kann. Menschen, die einen Herzschrittmacher besitzen dürfen nicht behandelt werden, da der Reizstrom die Funktion beeinflussen kann. Auch für Patienten mit Thrombose ist die Tenstherapie ungeeignet. Blutgerinnsel können sich durch den elektrischen Strom lösen. Bei Schwangeren ist mit der Behandlung ebenfalls Vorsicht geboten, vor allem bei der Anwendung in der Nähe des Bauches.