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Brauerei
Als der Basler Röntgenarzt Dr. Hans Jakob Nidecker im Jahre 1973 die Liegenschaft an der Rheingasse 45 übernahm, dachte er noch nicht daran, eine eigene Brauerei zu eröffnen. Sein primäres Ziel war, die alte Quartierwirtschaft Fischerstube vor der Schliessung zu retten.
Erst kurze Zeit später fasste er den Entschluss, in der Fischerstube sein eigenes Bier zu brauen und auszuschenken. Grund dafür war der Zwang des schweizerischen Bierkartells, nach dem man bei jeder Restaurantübernahme dazu verpflichtet war, das Bier ausschliesslich von einer bestimmten Grossbrauerei zu beziehen.
Nach einer Umbauphase wurde am 13. November 1974 die Brauerei Fischerstube als erste Gasthausbrauerei der Schweiz eröffnet. Diese Pionierleistung blieb nicht unbeachtet und löste sogar in der Schweiz wie auch im Ausland manche Nachahmung aus. Anfänglich wurde das Ueli Bier in der eigenen Gaststätte ausgeschenkt sowie dort in 2 Liter Syphonflaschen und Partyfässchen verkauft. Mittlerweile gibt es "weltweit" (d.h. in und um Basel) über 30 Verkaufsstellen und Restaurants, die Ueli Bier im Offenausschank oder in Flaschen anbieten. Mit der käuflichen Übernahme der Nachbarliegenschaft Restaurant Linde konnte das Bierlager verdoppelt und die drohenden Engpässe in der Lagerhaltung vermieden werden. Um 1990 wurde das bis dahin als Einzelfirma geführte Unternehmen in eine Familien-Aktiengesellschaft umgewandelt.
Keine Schweizer Brauerei ist wohl so eng mit ihrer Stadt verbunden wie die Brauerei Fischerstube in Basel. Das seit der Gründung der Brauerei kaum veränderte Logo (Ueli) und der Markenname "Ueli Bier" stammen vom traditionellen Kleinbasler Ehrenfest "Vogel Gryff", das jedes Jahr im Januar von den drei Kleinbasler Ehrengesellschaften durchgeführt wird. Die drei Hauptfiguren, der Leu (Löwe), Wildmaa (wilder Mann) und Vogel Gryff (Greifen) werden von vier Narren, den Uelis begleitet. Während ihren Tänzen in Kleinbasel wenden sie immer dem Grossbasel den Rücken zu. Die Grossbasler haben dafür bei der Mittleren Brücke, dem Rheinübergang nach Kleinbasel, ihren Lällekönig ("Zungenkönig"), der den Kleinbaslern die Zunge herausstreckt. Der Lällekönig wird übrigens auf den Etiketten der Brauerei Unser Bier AG abgebildet, die in Grossbasel ist. Jedes Jahr zum Vogel Gryff braut die Brauerei Fischerstube ein spezielles Bockbier, und gibt einen streng limitierten und nummerierten Bierdeckel heraus, den man nur bekommt, wenn man im Restaurant Fischerstube am Festtag ein Glas Bockbier bestellt.
Entsprechend der Kleinbasler Ehrengesellschaft, die den Vogel Gryff organisiert, wird auch das Bockbier benannt. So gibt es abwechslungsweise den Gryffe-Bogg (Greifen-Bock), Laie-Bogg (Löwen-Bock) oder den Wildmaa-Bogg bzw. Häre-Bogg (wilder Mann-Bock).
Quelle:
Ueli Bier Zyttig, Extrablatt "20 Jahre Brauerei Fischerstube 1974 - 1994", Brauerei Fischerstube AG Basel, 3. Ausgabe, November 1994
N. Nidecker, "Die 12. Bier-Idee", Broschüre der Brauerei Fischerstube AG Basel, November 1994
"Ueli Bier", Broschüre der Brauerei Fischerstube AG Basel