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«Es lebe unser Bazar!»
Am 6. und 7. Mai findet in Ostermundigen der Bazar der spanischsprachigen Mission statt. Der Anlass hat sich in all den Jahren zu einem bedeutenden Ereignis für die ganze Region Bern entwickelt.
Von Nhora Boller
Der Bazar, wie er sich noch heute präsentiert, startete vor 35 Jahren. Damals im Jahr 1982 ging das Projekt ab wie eine Rakete. Die alte Missionsgemeinschaft rief etwas ins Leben, das schliesslich wie von alleine weiter wuchs und sich entwickelte. Aus einer akuten Notlage heraus gegründet, wurde der Bazar innerhalb von 35 Jahren zu einem Hoffnungsträger für viele Bedürftige. So wurden schon im ersten Jahr 3500, später sogar 50 000 Franken für eine Ambulanz in Afrika gesammelt. In all den Jahren konnte in Ländern wie Äthiopien, Haiti, Kolumbien, Kuba, Peru, Spanien und Sri Lanka geholfen werden. Es wurden Projekte wie Gemeinschafts- und Beschäftigungsräume für Jugendliche und Behinderte, Kantinen für arme Kinder oder Hilfe für Erdbebenopfer unterstützt.
Geschichte der Mission
Die Wurzeln des Bazars reichen weit zurück und liegen im Jahr 1967. Damals befand sich die spanischsprechende Mission am Frohbergweg in Bern. Die Missionare unterstützten Einwanderer, die in der Schweiz Arbeit «Es lebe unser Bazar!»suchten. Hier zu arbeiten, hatte für die Migranten damals ihren Preis. Die Arbeitsbedingungen waren teilweise prekär, Kinder mussten während der ersten fünf Jahre bei den Grosseltern in Spanien bleiben. Für Ausländer war es schwierig, eine angemessene Wohnung zu finden. In manchen Fällen wohnten mehrere Familien unter einem Dach. Möbel und Kleider kauften sie sich in Brockenstuben. Trotz diesen Sparanstrengungen blieb den Familien am Monatsende nicht viel übrig. Aber man war solidarisch und die geteilten christlichen Werte formten aus diesen ersten spanischsprechenden Einwanderern eine Gemeinschaft, eine grosse Familie.
Die Räumlichkeiten der Mission am Frohbergweg wurden schliesslich für die Verwaltung und die Internetredaktion gebraucht. Die Mission musste an die Mittelstrasse umziehen. Eine Gruppe von Frauen traf sich damals regelmässig zu Handarbeiten. Die Augustinerschwester, welche die Gruppe betreute, schlug den Frauen vor, diese Handarbeiten zu verkaufen, um Geld für Bedürftige zu sammeln. Das wurde dann auch gemacht und 1982 konnte der erste Bazar stattfinden.
Schon bald aber drohte wieder ein Umzug. Die Gemeinschaft wehrte sich zunächst, schliesslich erhielt sie 1983 die heutigen Räumlichkeiten in Ostermundigen. Es fiel ihnen nicht leicht, zum zweiten Mal ihr «Zuhause» aufgeben zu müssen. Als aber eine eigene Kirche genutzt werden konnte, heute die Kirche «El buen Pastor», wurde das neue Zuhause in Ostermundigen bereitwillig akzeptiert. Die neuen Räumlichkeiten boten zudem die Möglichkeit, endlich einen grösseren Bazar durchzuführen.
Bazar heute
Heute ist der Bazar als Verein organisiert, die Aufgaben werden unter den Mitgliedern aufgeteilt. Unterstützungswürdige Hilfsprojekte werden jeweils bis Ende März eingereicht, von der zuständigen Kommission geprüft und dann auf Plakaten vorgestellt. Diese werden zur Begutachtung für alle ausgestellt und die Gemeinde wählt an einem Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst jenes Projekt aus, das unterstützt werden soll. Zwei Wochen vor dem Bazar werden Zelte aufgestellt, Verkaufsstände und eine Bühne montiert. Eine Gruppe von Frauen sortiert sorgfältig jene Gegenstände, die dann am Flohmarkt verkauft werden sollen: Kleider, Geschirr, Handarbeiten und vieles mehr.
Am ersten Wochenende im Mai findet dann der eigentliche Bazar statt. Am Samstag werden «sardinas asadas y churrasco» angeboten. Der berühmte galizische Tintenfisch am Sonntag darf nicht fehlen. Ebenso gibt es Paella und beliebte Spezialitäten aus Brasilien, Mexiko, Peru und Venezuela. Ein Höhepunkt sind jeweils die Tanzgruppen, Dudelsäcke und Folkloreklänge aus Südamerika und Spanien am Sonntag.
Gemeinschaft stärken
Wir lieben unseren Bazar, er stärkt den Zusammenhalt unserer Gemeinde und die Freundschaft zwischen den Mitgliedern. Er ist unsere Agape, unser brüderliches Mahl, das schon in der Apostelgeschichte des Lukas bei der Beschreibung der Urgemeinde in Jerusalem genannt wird, mit dem Zweck, den Zusammenhalt unter den ansonsten weitgehend autonomen Gemeinden zu fördern. Bei diesen Veranstaltungen spielen neben Predigt, Gebetsgemeinschaft und gemeinsamen Mahlzeiten der Austausch und die persönlichen Erfahrungsberichte aus dem Glaubensalltag eine bedeutsame Rolle. So auch bei uns ¡Qué viva nuestro Bazar!
Hinweise zum Bazar
Daten: Samstag, 6. Mai, von 12.00 bis 21.00 und Sontag, 7. Mai, von 10.00 bis 21.00.
Ort: Sophiestrasse 5A, 3072 Ostermundigen. Spendenkonto: Bazar Mision Ostermundigen <iban-pii>
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