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Angesichts der heutigen Informationsflut und ihrer rasanten Verbreitung steht die offizielle Statistik, symbolisiert in diesem Jahrbuch, vor einer komplexen Herausforderung. Dies gilt nicht nur für die Zahlenangaben, welche die Statistik liefert, sondern für jegliche Art von Information. Bei den traditionellen Medien ist die Lage ähnlich wie in der öffentlichen Statistik. Oft wird die öffentliche Meinung, noch bevor die offizielle Information zur Verfügung steht, bereits von rasch in Umlauf gebrachten, zumeist sensationellen Nachrichten beeinflusst, deren Quellen nicht eindeutig sind. Es besteht somit das Risiko, dass Informationen von schlechter Qualität oder gar „fake news" die „korrekte" Nachricht der öffentlichen Statistik oder, um den Vergleich weiterzuverfolgen, der traditionellen Medien verdrängt und der demokratische Meinungsbildungsprozess be- oder verhindert wird. Ist es deshalb Zeit, eine Art Informationspolizei ins Leben zu rufen?
So ausgedrückt klingt die Frage arrogant. Ist die offizielle Statistik wirklich besser? richtiger? genauer? Nichts ist weniger gewiss. In der Auswertung von „big data" sind soziale Netz-werke, Suchmaschinen, Banken oder Grossverteiler, um nur ein paar Beispiele zu nennen, der öffentlichen Statistik sicher weit voraus, weil sie meist grösser und landesübergreifender sind und womöglich mehr Spielraum beim Schutz der Privatsphäre haben. Also könnten die Informationen von diesen Quellen von recht guter Qualität sein. Das Merkmal der öffentlichen Statistik ist a priori nicht bessere Qualität, sondern bessere Transparenz. Die öffentliche Statistik arbeitet nach jedermann zugänglichen, anerkannten und harmonisierten Prinzipien und Methoden, so dass man sich selbst ein Bild über die Datenqualität machen und entscheiden kann, ob diese für die gestellte Aufgabe ausreichend ist. Die Statistiker müssten lernen, sich einfacher auszudrücken, während die Benutzer genügend Vorwissen und Verständnis mitbringen müssten, aber dies ist die einzige Alternative zur Willkür einer Behörde, die beauftragt wäre, echte Informationen von „fake news" zu unterscheiden. In diesem Jahrbuch sind die Tabellen, die als „transparent" gelten (siehe Erläuterungen zu unserem OTP-System auf Seite 7) nicht unbedingt besser als die anderen, aber jedermann kann herausfinden, woher die Zahlen stammen und wie sie produziert worden sind. Und dies gilt zum Glück für die überwiegende Mehrheit der Tabellen in diesem Werk!
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