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Jugendherberge Davos Youthpalace
Bildergalerie
Geschichte -Ein Hauch von Zauberberg
Davos steht für eine Welt der Sanatorien, welche anfangs des 20. Jahrhunderts nicht nur mit Krankheit gleichzusetzen war. Geist und Muse der Patienten wurden in der für viele Patienten unvergleichlichen Bergwelt angeregt und gediehen unter der alpinen Schicksalsgemeinschaft, fern von Alltag und Pflichten, zu einer besonderen Lebensform.
Tuberkulose
Als Beginn des Davoser Kurtourismus darf der Winter 1865/66 betrachtet werden, als zwei kranke Gäste in Davos überwinterten und sich ihr Zustand im Höhenklima rasch besserte. Der Landschaftsarzt Dr. Alexander Spengler liess darauf mit Davoser Partnern ein Kurhaus, das spätere Hotel Europe, errichten. 15 Jahre später folgte ein Heim für Schwerkranke, das spätere Alexanderhaus. Aufgrund der Krankheit seiner Frau entschied sich auch Jan Wilem Holsboer für den Zuzug aus Holland und stand dem Kurhaus längere Zeit als Direktor vor. Es gelang ihm, Davos mehr und mehr bekannt zu machen und erreichte einen frühen Anschluss des Kurortes ans Eisenbahnnetz der Rhätischen Bahn.
Unterdessen wurde der Tuberkulosebazillus entdeckt und es bestätigte sich seine längst vermutete Ansteckungsgefahr. Dr. Karl Turban begann als erster, in seinem eigenen Sanatorium die vormals noch schlechten hygienischen Verhältnisse zu verbessern und führte eine Liegetherapie mit strikten Ruhezeiten ein. Dazu liess er eigens entwickelte Liegestühle produzieren, welche noch heute das Bild der Sanatoriumswelt nachhaltig prägen.
Wurden die ersten Sanatoriumsbauten noch in städtischer Bauweise mit historisierenden Stilelementen errichtet, bildete sich um die Wende zum 20. Jahrhundert ein mehr und mehr eigener Bautyp heraus. Grosse Liegehallen in Form von vorgelagerten, feingliedrigen Balkonkonstruktionen bestimmten die Hauptfassaden der Gebäude.
Die Zeit der Avantgarde
Ein Jahr nach der Eröffnung des neu errichteten Waldsanatoriums weilte die Frau des Schriftstellers Thomas Mann 1912 dort zur Kur. Es ist davon auszugehen, dass er die wesentlichen Eindrücke der in Manns Roman «Der Zauberberg» thematisierten Abgeschlossenheit dieser Davoser Krankengemeinschaft bei seinen Besuchen aufgenommen hatte.
Die eigentliche Blüte erlebte Davos aber erst in den Zwischenkriegsjahren. Eine Intelligenzia um Schriftsteller, Maler und Architekten propagierten ein neuzeitliches Davos. Es wurde für Neubauten eine Flachdachpflicht eingeführt. Selbst das Giebeldach des Rathauses wurde in dieser Zeit abgebrochen und nachträglich durch ein Flachdach ersetzt. Als architektonischen Höhepunkt darf die 1932 erstellte Klinik Clavadel von Rudolf Gabarel genannt werden, welche heute als ein bedeutender Vertreter der klassischen Moderne in der Schweiz steht.
Sanatorium Beau-Site
So handelt es sich bei der heutigen Jugendherberge in Davos-Dorf um das 1913 erbaute ehemalige Sanatorium «Beau-Site». Leicht erhöht thront es über Davos-Dorf und richtet sich mit seiner grosszügigen Liegehallenschicht talabwärts gegen die Sonne. Nach einem ersten Umbau 1927 in klassizistisch-expressionistischer Manier wurde es in Sanatorium Albula umbenannt. 1957 folgte der Ersatz des steilen Giebeldaches durch ein Flachdach.
Als jüngster baulicher Eingriff wurde das Gebäude 2000–2001 von den Schweizer Jugendherbergen in das erste Schweizer «Youthpalace» umgebaut.
Youthpalace Davos heute
Sanatorium «Albula»
Kurgäste in den Liegestühlen