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Übermenschliche Fähigkeiten durch Augmented-Technologien, Autonome Dinge und weitere IT-Trends des Marktforschers für 2020.
Seit Jahrhunderten würden Menschen Technologien nutzen, um ihre Fähigkeiten zu steigern, schreibt Gartner zu Augmented-Technologien. Dabei gehe es weniger um das Bild von futuristischen Cyborgs, als um "banale" Technologien wie Brillen, Hörgeräte oder jüngst auch Wearables. "Aber was wäre, wenn Wissenschaftler das Gehirn vergrössern könnten, um den Speicherplatz zu vergrössern, oder Chips implantieren könnten, um neuronale Muster zu entschlüsseln?", fragen die Marktforscher von Gartner anlässlich der jährlich erscheinenden Top-10 Technologie-Trends.
Die Technologie wandle sich von einer Erweiterung, die eine menschliche Fähigkeit ersetzt, hin zu einer Technologieunterstützung, die übermenschliche Fähigkeiten schaffe. Was wäre, wenn Exoskelette zu einer Standarduniform für Arbeiter würden, die es ihnen ermöglicht, Gewichte zu heben, die für den Menschen eigentlich unmöglich wären? So eine weitere Frage der Marktforscher. Das Potenzial von Augmented-Technologien und wie sich diese in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf die Welt und das Business auswirken werden, mache sie zu einem der Top-10 strategischen Technologie-Trends von Gartner.
IT-Verantwortliche und Führungskräfte sollten diese Trends evaluieren, so die Marktforscher, um abzuschätzen, wie eine Technologie, oder eine Kombination daraus, Innovation in ihrem Unternehmen vorantreiben könnte. Die vom Marktforscher gelisteten Trends seien nicht isoliert zu betrachten. Denn die Demokratisierung von Technologie führe dazu, dass mehr Menschen ein einfacherer und günstiger Zugang zu Technologie ermöglicht werde. Beispielsweise würde eine Demokratisierung es Software-Entwicklern ermöglichen, Datenmodelle zu erstellen, ohne über die Fähigkeiten eines Datenwissenschaftlers zu verfügen. Stattdessen würden sie sich auf KI-gesteuerte Entwicklung verlassen, um Code zu generieren und Tests zu automatisieren. Gleichzeitig sieht Gartner Transparenz und Nachvollziehbarkeit als Trends. Nutzer würden sich immer mehr bewusst werden, dass ihre Daten von Unternehmen erhoben, gespeichert und verwendet würden. Hinzu kommen Datenschutz-Regulierungen wie die DSGVO.
Ein weiterer Top-Trend für 2020 ist gemäss Gartner Hyperautomatisierung. Mit Automatisierung können Aufgaben, die bislang von Menschen erledigt wurden, mittels Technologie-Einsatz übernommen werden. Da kein einzelnes Tool den Menschen ersetzen könne, bestehe Hyperautomation immer aus einer Kombination von Werkzeugen, darunter Robotik-Prozessautomatisierung (RPA), intelligente Business-Management-Software (iBPMS) und KI. Ziel sei es, in einem Unternehmen zunehmend KI-gesteuerte Entscheidungen zu treffen. Auch autonome Dinge, zu denen Drohnen, Roboter oder weitere Geräte gehören, nutzen KI aus, um Aufgaben auszuführen, die ebenfalls normalerweise von Menschen erledigt werden. Noch seien diese autonomen Dinge hauptsächlich in kontrollierten Umgebungen, wie etwa in einem Lager, zu finden. Sie werden sich aber letztendlich auch in öffentlichen Räumen durchsetzen, schreibt Gartner.
Hyperautomation und autonome Dinge bieten neue Möglichkeiten in der Geschäftswelt. Sie schaffen aber auch neue potenzielle Angriffspunkte, mahnt Gartner. Sicherheitsteams müssen sich diesen Herausforderungen stellen und sich darüber im Klaren sein, wie sich KI auf Security auswirkt. Mittels KI-Security sollen Angriffe vorhergesehen, Muster entdeckt und Security-Prozesse automatisiert werden können.
Keine Tech-Trend-Liste wäre komplett ohne...
Es gebe eine Veränderung weg von der Idee eines Computers als einzelner Interaktionspunkt hin zu multisensorischen und Multi-Touchpoint Erlebnissen, so Gartner weiter. Als Beispiel von Multiexperience, wie es Gartner nennt, wird Domino's Pizza genannt. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, die autonome Autos, einen Pizza-Tracker und Kommunikation via Smart-Speaker zusammenführt.
Bei Edge Computing werden Inhalte näher an den Informationsquellen gesammelt oder bereitgestellt, was unter anderem die Latenzzeiten verringere. Empowered Edge untersucht, wie der Einsatz von Edge-Geräten wächst und wie diese Devices genutzt werden, beispielsweise als Basis für smarte Gebäude.
Ähnlich verhält es sich mit der Distributed Cloud, der Verteilung von Public-Cloud-Diensten an Standorte ausserhalb der physischen Rechenzentren des Cloud-Providers. Dabei bleibe der Provider für Architektur, Betrieb oder Governance der Cloud-Services verantwortlich, schreibt Gartner. Aber die "verteilte Cloud" ermögliche es, dass Rechenzentren überall platziert werden können. Dies löse sowohl technische Probleme wie Latenzzeiten als auch regulatorische Herausforderungen wie die Frage der Datenhoheit.
Keine Tech-Trend-Liste wäre komplett ohne Blockchain. Die Distributed-Ledger Technologie ermöglicht es den Parteien, Vermögenswerte bis zu ihrer Herkunft zurückzuverfolgen. Die Technologie ebne den Weg für neue Anwendungen, wie beispielsweise die Rückverfolgung von durch Lebensmittel verursachten Krankheiten bis zum ursprünglichen Lieferanten. In Kombination mit AI und IoT habe Blockchain das Potenzial Branchen aufzumischen. So könne man sich vorstellen, schreibt Gartner, dass das Auto irgendwann – basierend auf den Daten seiner Sensoren – die Versicherungspreise direkt mit der Versicherungsgesellschaft verhandle. (kjo)