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Historienmaler, geb. zu Paris, Sohn des vorigen, Schüler seines Vaters und
Gérômes, brachte bis jetzt historische
Gegenstände meistens aus dem christlichen und heidnischen Altertum von trefflicher Zeichnung und etwas derbem Naturalismus.
Noch unter der Leitung seines Vaters debütierte er erfolgreich mit dem Verrat der Delila, dem bald nachher
Faun und
Nymphe folgten (Museum in Montauban). Unter
Gérôme malte er, von diesem beeinflußt, Äsop im Haus des Xanthos (Museum
in Dijon) und Simson, der seine Bande zerreißt (1864, Museum in Mülhausen).
Unter seinen später folgenden Schöpfungen nennen wir nur: Christus und die zehn Aussätzigen, die Nächte der Penelope,
Herkules zwischen Tugend und Laster (1867), die meisterhaften Porträte seiner Mutter und eines kleinen Mädchens, das erste
Duell (1870, Museum in Arles), Tod des heil.
Ludwig (Kirche St.
Louis d'Antin). 1875 kopierte er im Auftrag der Regierung die
Staalmeesters von Rembrandt im Museum zu Amsterdam (Palais des beaux-arts), brachte in demselben Jahr
den in seinem Naturalismus fast ekelhaften Schwur der römischen Jünglinge, die sich zur Wiedereinsetzung des Tarquinius
Superbus verbinden (nach Plutarch), 1877 die Flucht der Athener und 1878 ein Porträt seines Vaters. 1877 erhielt er das
Ritterkreuz der Ehrenlegion.
Adam Goswin, Kupferstecher, geb. zu Dorsten (Regierungsbezirk
Münster), war auf der Akademie in Düsseldorf 1835-44 Schüler Joseph v.
Kellers und führte hier als erste bedeutende Arbeit
den Stahlstich der Verkündigung nach
Deger aus, verweilte dann 1½ Jahr in Dresden, wo er die Zeichnung zu dem bedeutenden
Stich nach Francesco Francias Anbetung der
Könige machte, der, 1851 vollendet, das Gemälde mit großer
Treue und gewandtem Grabstichel wiedergibt und den Auftrag auf den Stich nach Tizians Zinsgroschen (erschienen 1860) zur
Folge hatte. Später folgten noch als nicht minder bedeutende Blätter: die Regina pacis, nach Ittenbach;
Rudolf, Historienmaler, geb. zu Hüfingen (Baden), bezog auf Veranlassung
von Julius Schnorr 1843 die Akademie in München und folgte diesem Meister 1846 nach Dresden, wo er zunächst auf der Gallerie
mehrere Bilder kopierte. Dann bezog er die Frankfurter Kunstschule, widmete sich hier vorzugsweise der
monumentalen Malerei, schmückte das neue Karlsruher Theater, malte in München einenFries für das Schloß Heiligenberg
am Bodensee und wurde mit der Ausführung des Kinderfrieses in der Trinkhalle zu Baden beauftragt. Dazu kamen später noch
mehrere Altarbilder, Kartons für die Glasgemälde im Dom zu Bern,
die hübsche Komposition aus Scheffels «Aventiure»:
die Dörper Tanzweise, und acht allegorische Freskobilder im Treppenhaus des Gebäudes der vereinigten Sammlungen in Karlsruhe.
Grafvon (PrinzVictor von Hohenlohe-Langenburg), Bildhauer, geb. zu
Langenburg, Neffe der Königin von England, ehemals Kapitän in der englischen Marine, machte den Feldzug gegen Sebastopol 1855 und
den Krieg in China 1857 mit, stellte seit 1857 in der Londoner Akademie mehrere plastische, oft stark realistisch gehaltene
Arbeiten aus, darunter eine Marmorgruppe der Sündflut, eine Idealgestalt für das Grabmal seiner Mutter, der Fürstin von
Hohenlohe, in Baden, mehrere Büsten der Familie der Königin Victoria und eine liegende Statue des Sir
George Seymour. 1875 begann er eine Kolossalstatue Alfreds d. Gr., die 1877 vom Obersten
Lindsay der Stadt Wantage (Berkshire), Geburtsort Alfreds, geschenkt wurde. Er ist Constable des Schlosses Windsor.
Heinr.
Ludwig, Freiherrvon, Enkel Schillers, Landschaftsmaler, geb. zu Greifenstein
ob Bonnland in Bayern, begann 1869 seine Ausbildung als Landschaftsmaler an der Kunstschule in Weimar
unter
MaxSchmidt und Theodor
Hagen. Er malt stimmungsvolle, oft allzu derb natürliche Landschaften mit charakteristischer
¶
forlaufend
Staffage, z. B.: am Hafendamm bei Bregenz, Sommermittag, Buchenwald im Herbst, zur Erntezeit
u. a.