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665 Winkelhaken und
Tenakel hält; auf den Schild
[* 2] ist ein
Helm mit goldener
Krone aufgesetzt, aus der als
Helmkleinod ein bald
nach links, bald nach rechts (im heraldischen
Sinne vom Wappen
[* 3] aus genommen, wie bei der eingedruckten Abbildung, die einen
Entwurf des Frhrn. v. Rosenfeld in
Wien
[* 4] wiedergiebt) gewandter Greif
[* 5] wächst, der in den Klauen zwei aufeinander
gesetzte Druckballen hält. Nicht zu verwechseln mit diesem sog. Buchdruckerwappen
[* 6] sind
die Drucker- und Verlegerzeichen (Marques typographiques, s.
Druckerzeichen).
Die schwarze Buchdruckfarbe
(Buchdruckerschwärze) besteht ausschließlich aus
Ruß und Firnis
und unterscheidet sich in der Qualität durch den Gehalt von feinerm
Gas-, Lampen- oder Flammenruß. Zur Gewinnung des Gasrußes
wird ein aus Mineralöl erzeugtes
Ölgas
[* 8] bei regulierbarem Luftzutritt in einer stark rußenden Flamme
[* 9] verbrannt, die an eine
mit Wasser gefüllte, sich drehende Scheibe anschlägt und den
Ruß absetzt.
Lampenruß wird teils aus
fetten, teils aus mineralischen Ölen mittels Dochtlampen gewonnen, indem die Flammen unter mangelhaftem Luftzutritt in eine
Röhre schlagen, die in einen Sack aus durchlässigem
Stoss mündet, in welchem sich der
Ruß ansetzt, während die warme Luft
entweicht.
Flammenruß wird gewonnen aus
Teer,
Teeröl und Naphthalin, indem diese Materialien einer geeigneten Feuerungsanlage
zugeführt werden, in welcher sie bei regulierbarem Luftzutritt stark rußen. Dieser
Rauch und
Ruß geht bei großen
Anlagen
oft einige hundert
Meter durch gemauerte
Kanäle und Kammern; während der
Ruß sich an den
Wänden ansetzt, wird die warme Luft
durch eine
Esse abgeführt. Der zur Buchdruckfarbe dienende Firnis wird aus Leinöl,
Harzöl und Harz hergestellt,
indem diese Materialien in großen
Blasen destilliert und zu einer geeigneten Konsistenz eingekocht werden.
Diesem Firnis werden 18-20 Proz.
Ruß zugesetzt, in einer Mischmaschine vermengt und auf Reibmaschinen möglichst fein gemahlen.
Für die zum Illustrationsdruck dienenden sog. Illustrationsfarben können
nur
Gas- oder
Lampenruße, für gute Werk- und Accidenzfarben
Lampenruße, event. mit Flammenrußen gemischt, verwendet werden.
Von der größern oder geringern Menge feinen
Rußes hängt es ab, ob eine
Farbe rein und tiefschwarz druckt und nicht abschmiert.
Zeitungsfarben werden ihres billigen Preises wegen nur aus Flammenruß hergestellt. Die buntenDruckfarben
werden von den Fabriken trocken (als mineralische oder Erdfarben) oder zu
Teig angerieben geliefert und sind in diesem Fall
von dem
Buchdrucker zum Druck derart zu präparieren, daß er sie entsprechend mit Firnis sättigt und fein reibt. Die Fabriken
liefern aber auch gleich in dieserWeise fertig präparierte
Farben, die man nach kurzem Durchreiben sofort
verwenden kann.
(FagusL.), Pflanzengattung aus der Familie der Cupuliferen (s. d.), in Europa
[* 10] nur durch eine Art, die gemeineRotbuche
(FagussilvaticaL.), die auch vorzugsweise Buche heißt, vertreten. Die
hat hängende,
fast kugelige, gestielte männliche
Kätzchen, derenBlüten aus einer glockigen, fünf- bis sechsspaltigen
Blütenhülle und 8-15
Staubgefäßen bestehen. Die weiblichen, an der
Spitze der jungen
Triebe stehenden
Blüten werden durch
einen unterständigen
Fruchtknoten gebildet, der mit dem fünf- bis sechsteiligen Saume der
Blütenhülle und drei Griffeln
bekrönt ist.
Diese
Blüten stehen zu zwei, sehr selten zu drei, in einer gestielten, vielspaltigen, außen mit vielen
fleischigen Fäden besetzten Hülle, die nach der Blütezeit sich schließt und zu einer bei der Reife in vier
Klappen aufspringenden,
außen mit zahlreichen Weichstacheln besetzten, kapselartigen Hülle (cupula) heranwächst, in der die zwei (sehr selten
drei) dreikantigen
Früchte, die sog.
Bucheckern (s. d.), eingeschlossen sind. Die gemeine
Rotbuche besitzt eirund-ovale, undeutlich ausgeschweift-gezähnte, am Rande zottig gewimperte
Blätter.
Die Buche, einer der schönsten
Waldbäume Europas, erreicht eine Höhe von über 30 m und eine
Stärke
[* 13] von
mehr als 1 m. Das Holz
[* 14] ist rötlichweiß, im
Kern, wenn ein solcher vorhanden, dunkler, auf der Spaltfläche durch die starken,
dunkel gefärbten Markstrahlen leicht kenntlich, schwer und hart, sehr leicht spaltbar und von ausgezeichneter
Brennkraft. Seine geringe Dauerhaftigkeit macht es ungeeignet für Bauzwecke, nur ganz unter Wasser dauert es gut, daher
auch brauchbar für Schiffskiele. Vielfache Verwendung findet es seitens der Tischler und
Wagner zu mancherlei Hausgerät,
Radfelgen,
Rudern u. s. w., neuerdings namentlich zur Anfertigung der sog.
gebogenen Möbel.
[* 15] Auch Eisenbahnschwellen können aus Buchenholz hergestellt werden, jedoch nur dann,
wenn es mit Metallsalzen oder
Kreosot imprägniert ist. Immerhin ist der Nutzwert des Holzes verhältnismäßig gering.
Die Rotbuche ist vorzüglich in Mitteleuropa verbreitet; nordwärts wird sie bis ins südl.
Schweden,
[* 16] England und
Irland, westwärts
noch in Centralspanien und Nordportugal, südwärts bis
Sicilien und
Apulien, ostwärts bis zum
Kaukasus
und gegen Nordosten bis über Königsberg
[* 17] in Ostpreußen
[* 18] hinaus angetroffen. Gegen die südl.,
südwestl. und südöstl. Grenzen
[* 19] ihres Verbreitungsbezirks ist sie ein entschiedener Gebirgsbaum (in
Sicilien z. B. findet
sie sich nur zwischen 1500-2000 m
ü.
d. M.), während sie im Norden
[* 20]
(Schweden,
Dänemark)
[* 21] in der Ebene und in der
Nähe des Seestrandes wächst und daselbst noch schöne
Wälder bildet (besonders
¶
mehr
auf den Ostsee-Inseln). In Deutschland
[* 23] liebt sie bereits mehr die frischen Gebirgshänge als die Ebenen. Sie eignet sich namentlich
für den Hochwald-, weniger für Mittel- und Niederwaldbetrieb. Für letztern ist sie wegen der geringen Ausschlagfähigkeit
der Stöcke und des langsamen Wuchses der Äusschläge wenig tauglich, als Oberholz im Mittelwalde beschattet
sie mit ihrer dichten Krone das Unterholz zu stark. Der Buchenhochwald wird fast immer im Femelschlagbetrieb (s. d.) bewirtschaftet.
Reiche Samenjahre (s. d.) sind indessen ziemlich selten, im mittlern Deutschland treten sie nicht häufiger als alle 8 - 10 Jahre
auf. Obgleich die Wurzeln der Buche ziemlich flach verlaufen, ist sie doch sturmfester als z. B.
die Fichte.
[* 24]
Feinden und Gefahren ist die Buche weniger ausgesetzt als die Nadelhölzer,
[* 25] doch nicht frei davon. Vielfach leidet sie durch
Spätfröste. Überhälter (s. d.) erkranken gewöhnlich durch Rindenbrand (s. d.).
Die jungen Pflanzen werden durch Blattfraß verschiedener Rüsselkäfer
[* 26] beschädigt, namentlich aber in den Saatschulen oft
durch einen Pilz,
[* 27] Phytophthora omnivora de Bary, zerstört (Buchenkeimlingskrankheit). Buchenverjüngungen,
nämlich die Bestände der jüngsten Altersklasse, werden durch Fraß der Mäuse, die am untern Stammteil die Rinde abschälen,
häufig stark beschädigt, ganz besonders geschieht dies durch die Feldmaus (Arvicola arvalis Pall.).
Im spätern Alter tritt nicht selten der Buchenkrebs auf, eine die Stämme verändernde Krankheit, die meist
durch einen parasitischen Pilz, Nectria ditissima R. Hart.,
in äußerlich ähnlicher Weise auch durch Einwirkungen des Frostes oder durch die zweier Läuse, Lachnus exsiccator R. Hart.
und Chermes fagi R. Hart.,
hervorgerufen wird. In Norddeutschland werden oft ganze Waldstrecken durch die Raupe des Rotschwanzes (Dasychira pudibundaL.) entlaubt, indessen ohne besonders nachteilige Folgen. Im Holz alter Buche, namentlich in alten
Ästen, tritt der sog. Zunderschwamm auf (Polyporus fomentarius Fr.), er veranlaßt eine
Weißfäule.
Eine sehr beliebte Varietät der gemeinen Buche ist die rotblätterige Blutbuche (Fagus purpurea), ferner finden sich noch Varietäten
mit fiederlappigen, schmal- und spitzlappigen und anders gestalteten Blättern (Fagus incisa, asplenifolia,
cristata u. s. w.). Von den vier amerik. Buchenarten wird in Gärten bei uns nur FagusferrugineaAit. angebaut; sie zeichnet
sich durch große Blätter und röteres Holz aus.