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Die rechtlichen Grundlagen der schweizerischen Kernenergiepolitik reichen zurück auf das Jahr 1946, als das Parlament den ersten Bundesratsbeschluss zur Förderung der Atomenergie guthiess. 1957 wurde die Gesetzgebung auf dem Gebiet der Kernenergie in der Bundesverfassung verankert. Zwei Jahre später am 23. Dezember 1959 verabschiedete das Parlament das Atomgesetz. Mit dem Bundesbeschluss zum Atomgesetz von 1978 wurde das Atomgesetz ergänzt; dabei wurden die Rahmenbewilligung und der Bedarfsnachweis zum Bau von Kernkraftwerken eingeführt und den Erzeugern radioaktiver Abfälle die Verantwortung für deren sichere Beseitigung übertragen. Atomgesetz und Bundesbeschluss wurden am 1. Februar 2005 durch das neue Kernenergiegesetz und die Kernenergieverordnung abgelöst. Nach dem Reaktorunfall in Fukushima (Japan) beschloss Bundesrätin Doris Leuthard Mitte März 2011, die laufenden Verfahren für die Rahmenbewilligungsgesuche für neue Kernkraftwerke zu sistieren. Im weiteren Verlauf des Jahres 2011 legten Bundesrat und Parlament mit ihrem Entscheid, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen, den Grundstein für eine neue Energiepolitik (Energiestrategie 2050). Die fünf Schweizer Kernkraftwerke sollen am Ende ihrer Betriebsdauer stillgelegt und nicht durch neue Kernkraftwerke ersetzt werden. Mit der Botschaft zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 schlägt der Bundesrat eine entsprechende Anpassung des Kernenergiegesetzes vor.
Kernenergie wird in der Schweiz ausschliesslich zu friedlichen Zwecken genutzt: zur Stromerzeugung und für Anwendungen in Medizin, Industrie und Forschung. Der Anteil der Kernenergie an der inländischen Stromproduktion beträgt im 10-Jahresdurchschnitt 39 Prozent, im Winter bis zu 45 Prozent. Die fünf schweizerischen Kernkraftwerke haben eine Gesamtleistung von 3,2 GW; ihre jährliche Verfügbarkeit liegt bei rund 90 Prozent.