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Am vergangenen Samstag wurden bereits zum zehnten Mal die Big Brother Awards verliehen, mit denen Datenschutz-Verletzungen „ausgezeichnet“ werden. In der Kategorie Business wurde der Award an die Swisscom verliehen. Angeprangert wird dem Telko-Riesen die Einstellungsmöglichkeiten von ADSL- und VDSL-Routern, die bei der Swisscom über ein Webportal vorgenommen werden und welche dafür sorgen, dass persönliche Einstellungen wie der WLAN-Schlüssel beim Provider gespeichert werden. So hat die Swisscom die Möglichkeit, jederzeit auf den Router und dessen Datenverkehr zuzugreifen. In der Kategorie Staat ging der Preis an den Dienst für die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (UePF), welche dafür sorgt, dass Provider nicht nur Verbindungsdaten, sondern auch Inhalte von VoIP-Telefongespräche oder E-Mails speichern können. Sämtliche Provider wurden verpflichtet, bis Ende Juni 2010 eine Schnittstelle einzurichten, damit der Datenverkehr in Echtzeit überwacht werden kann.
In der Kategorie Arbeitsplatz schliesslich ging der Preis an die Berufsbildungsschule Winterthur, welche Nachbarn und Anwohner aufgefordert hatte, Schüler zu fotografieren und zu melden, wenn diese rauchten oder Abfall fortwerfen würden. Und der Lebenswerkaward schliesslich ging an das Unternehmen Deltavista, das kommerziell private Daten sammelt.
Der positive Preis des Abends – der Publikumspreis, der an eine Person oder Organisation geht, die sich im Jahr 2009 besonders gegen Überwachung und Kontrolle einsetzte – wurde an die Studentengewerkschaft CUAE vergeben, die sich gegen die fremdenpolizeiliche Kontrolle der ausländischen Studenten wehrt.