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Alfred Ellena wurde am 20. November 1916 in Plaffeien geboren. Er war das vierte Kind der Seraphine und des Charles Ellena-Noth. Sein Vater kam als italienischer Gastarbeiter nach Plaffeien. 1923 zügelte die Familie in das Elternhaus der Mutter im Telmoos. Seine Schulzeit verbrachte Alfred in Plaffeien. Sein Wunsch, zu studieren, ging nicht in Erfüllung
Für ihn hiess es 1931, als Knecht ins Welschland zu gehen. 1932 begann er in der Firma Dubey in Freiburg eine Lehre als Maler und Gipser. Um der damaligen grossen Arbeitslosigkeit zu entrinnen, suchte er 1938 bei der italienischen Gesandtschaft in Bern eine Stelle als Dolmetscher oder Kurier. Man gab ihm jedoch zu verstehen, dass er dafür zuerst seinen Militärdienst in der Heimat Italien machen müsse.
«Aus diesem Grund und wohl auch ein wenig aus Abenteuerlust hatte ich mich zu diesem Schritt entschlossen», schrieb er später in seinen «Erinnerungen an meine Militär- und Kriegsdienstzeit».
Als am 30. Mai 1938 in Novara seine Diensttauglichkeit festgestellt war, begann für ihn eine siebenjährige Militär- und Kriegsdienstzeit, die so nicht geplant war.
Nach der 15-monatigen Rekrutenschule wollte er in die Schweiz zurückkehren. Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg. Einen Tag vorher traf ein Telegramm des Kriegsministeriums aus Rom ein. Sein Jahrgang musste unter den Waffen bleiben.
Alfreds Einheit wurde in die Gegend von Neapel versetzt. In Appulien traf er zu seiner grossen Freude seinen Bruder Dominik, der mittlerweile auch in der italienischen Armee Dienst tat.
In Bozen absolvierte er die Furierschule. Über Venedig, Kroatien, Jugoslawien und Albanien ging es nach Griechenland. Anfang November 1942, in Athen, erlebte Alfred, wie er schreibt, den traurigsten Moment seiner langen Militärzeit. In einem Telegramm der italienischen Gesandtschaft in Bern wurde ihm mitgeteilt, dass sein Bruder Dominik an der ägyptischen Front in Nordafrika gefallen sei.
Durch Albanien, Jugoslawien und Ungarn führte der Weg nun an die russische Front.
Nach Kriegsende, am 8. Mai 1945, begann der lange und mühsame Rückweg nach Italien. Zu Fuss und als blinder Passagier in Güterzügen konnte er mit seinen Kameraden in der Gegend von Innsbruck, als Gleisarbeiter verkleidet, die Grenze zu Italien überschreiten.
Nach seiner glücklichen Heimkehr arbeitete Alfred wieder als Maler und Gipser. 1951 wurde er in Zumholz eingebürgert. 1952 heiratete er Marie Lötscher aus Zumholz. Es war Alfred vergönnt, zusammen mit seiner Frau Marie eine lange und schöne Zeit zu verbringen, während der sie manche Herausforderung gemeinsam meisterten. Sein italienisches Temperament bot zusammen mit der Ruhe seiner Frau den fünf Kindern eine lebhafte und sichere Kinder- und Jugendzeit. Er setzte sich aktiv dafür ein, dass alle eine gute Ausbildung erhielten. Später interessierte er sich auch für den Werdegang seiner Grosskinder, von denen er sehr geschätzt wurde.
Der Aufbau des eigenen Malergeschäfts erfüllte ihn mit Stolz und Genugtuung. Nach der Meisterprüfung 1959 bildete er Lehrlinge aus und war auch als Gewerbelehrer und Examensexperte in Freiburg tätig.
Alfred liebte die Geselligkeit. Er wusste stets interessant zu erzählen und nahm Anteil am öffentlichen Geschehen. Der Kontakt zu seinen Verwandten im Tessin, in Italien und in Frankreich war ihm zeitlebens wichtig. Zahlreiche Reisen brachten ihn auch an Orte seiner Militärzeit zurück. Er liebte aber auch die Berge im Sommer und im Winter.
Mit zunehmendem Alter wurde sein Augenlicht immer schwächer. Die Hörbücher der Blindenbibliothek boten ihm weiterhin Lektüre. Im letzten Juli musste er ins Altersheim Bachmatte eintreten. Nach dem Tod seiner Frau im September nahmen seine Kräfte langsam ab. So konnte er am Donnerstagmorgen, dem 18. Dezember, friedlich einschlafen. Eing.