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Was die Sterne in Paris so flüstern
Streichen wir uns den 12. August mal ganz fett an, für alle Fälle. Elizabeth Teissier rät dazu. Und wenn Elizabeth Teissier rät, tut man ja manchmal gut daran, den Rat zu befolgen: Sie redet mit den Sternen. Die Sterne künden nun offenbar davon, dass am kommenden 12. August eine vermeintliche Amourette, eine kleine Liebschaft also, zu einer regelrechten Ehe festgezurrt werde. Da diese Liebschaft auch politisch von einer gewissen Bedeutung ist, harren nun also Frankreich, la France entière!, und der Pariser Medienzirkus im Besonderen mit einiger Spannung der Realisierung von Teissiers Prognose. François Hollande, Präsident der Republik, soll dann seine bisherige Geliebte, die Schauspielerin Julie Gayet, heiraten. Den 12. August hält die Astrologin auch deshalb für besonders wahrscheinlich, weil Hollande dann Geburtstag hat, einen runden obendrein, seinen sechzigsten. Julie Gayet ist etwas jünger, 42.
Als man den Präsidenten beim alljährlichen Interview zum Nationalfeiertag am 14. Juli fragte, ob er den Franzosen sein Privatleben etwas erläutern möchte, sagte er: «Ich halte mich an meine Devise und behalte Privates privat. Wenn es Neuigkeiten gäbe, würde ich sie mitteilen, doch im Moment gibt es keine.» Im Moment! Wenn das mal keine Ankündigung ist.
Lanciert hatte das Gerücht der Journalist und Buchautor Yves Azéroual, der in seinem neuen Werk «Passions d’Etat», das von dieser viel diskutierten Beziehung handelt, von einer baldigen Formalisierung schreibt. Gayet, behauptet er, sei ihres Status als Geliebte überdrüssig, fühle sich in ihrem Stolz verletzt und habe ihren François deshalb zu einem klaren und langfristigen Bekenntnis gedrängt. Aufgeflogen war ihre heimliche Geschichte ja im letzten Januar. Das Klatschmagazin «Closer» hatte zwei Paparazzi auf das Paar angesetzt. Sie campierten an der Pariser Rue du Cirque, zwei Minuten mit Motorrad vom Elysée-Palast entfernt, und fotografierten dort einen eiligen Herrn mit Helm, der ins Haus der Schauspielerin verschwand. Die Schuhe verrieten ihn und der Bodyguard, der am Morgen danach Croissants vorbeibrachte. Es war einer der Leibwächter des Präsidenten.
Doch kein Pudding, sondern ein echter Kerl
Die Enthüllung sorgte für zweierlei Reaktionen: Die einen fanden, das Bild des verliebten Präsidenten auf dem Motorrad werfe ein unseriöses Licht auf sein Amt. Andere gaben sich im Gegenteil irgendwie positiv verwundert darüber, dass Hollande, den man gerne als Pudding verhöhnte, offenbar ein echter Kerl mit echter Affäre sei. Die Liaison mit der Verflossenen Valérie Trierweiler beendete er in einem Communiqué mit lakonischer Kälte. Viel Drama also, viel mehr Passion als erwartet. Seither ist es etwas ruhiger geworden, so ruhig sogar, dass man zwischenzeitlich munkelte, das Paar habe sich schon wieder getrennt. Hollande richtete einem Freund aus, er vereinsame im Elysée, was der dann umgehend der Presse erzählte. Wahrscheinlich waren das nur Ablenkungsmanöver.
Der Teissier aber verheimlicht man nichts. Es wäre das erste Mal, dass Hollande heiratet. Selbst seine langjährige Lebenspartnerin Ségolène Royal, Mutter seiner vier Kinder und mittlerweile Umweltministerin der sozialistischen Regierung, mochte er nicht ehelichen. Er hält offenkundig nicht so viel von der Institution. Und so harrt man nun also in Frankreich der frohen Kunde. Wohin Hollande in diesem Sommer in die Ferien fährt, scheint niemand zu wissen. Wird es eine Hochzeitsreise mit Postkarte? Dienlich wäre dem Präsidenten, wenn das private Glück mit der dannzumaligen Première Dame auch in politische Popularität umschlüge. Möglichst bald.