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Zum zweiten Mal im Vorwahlkampf zu den US-Wahlen steigen die Republikaner in der Nacht von heute auf morgen in einer national übertragenen Debatte in den Ring. Diverse eben erschienenen Umfragen versprechen eine spannende und vor allem wegweisende Schlacht.
Polls (Umfragen) gibt es in den USA zu praktisch allem. So publizierten die Fernsehsender diese Woche unter anderem, dass 75% der Amerikaner den meisten Politkern nicht trauen (ABC, Washington Post) und 88% das Thema Immigration als erste oder zweite Priorität für einen neuen Präsidenten betrachten. Die einst belächelte Idee von Trump, einen Grenzzaun zu Mexico (immerhin ein paar Tausend Kilometer) zu errichten, unterstützen mittlerweile 52% der Amerikanerinnen und Amerikaner.
Jeb Bush gerät ins Hintertreffen
Die Ergebnisse im ersten Primary (New Hampshire) haben oft Signalwirkung für die folgenden Vorwahlen und sind entsprechend wegweisend. Die aktuellste Umfrage in New Hampshire (Monmouth University) führt Donald Trump mit 28% (+4% gegenüber der Juliumfrage) vor Ben Carson mit 17% (+12%) an. Ebenfalls gut im Rennen liegt John Kasich mit 11% (+4%), Ted Cruz mit 8% (+5%) und Carly Fiorina mit 7% (+4%). Weniger gut läuft es für die einstigen Frontrunner Jeb Bush (7%) und Scott Walker (2%), sie haben in den letzten zwei Monaten beide 5% an potentiellen Wählern verloren.
Die Kandidatur von Donald Trump (Bild) wurde lange nicht ernst genommen. Das geringe Vertrauen in Politiker (er ist kein Politiker) und die Sorge um die illegale Immigration (seine Zaunidee gefällt vielen) sind zwei Gründe für seinen Erfolg. Als erfolgreicher Geschäftsmann und Polterer traut man ihm zudem zu, gegen das böse China und Russland wieder mal zu gewinnen. Er betont denn auch regelmässig: „We are losing to China“ und viele denken: Ja, siegen wir doch wieder mal und dieser Trump scheint böse genug, das auch zu können.
Wer legt sich mit Donald Trump an?
Interessant wird sein, ob seine Gegenkandidaten ihn diesmal etwas härter in die Mangel nehmen werden. In der ersten Debatte schien es nämlich noch so, dass keiner einen Fehler machen wollte und sich deshalb niemand direkt mit ihm anlegte. Da es jedoch nun für einige bereits um „Sein oder Nichtsein“ geht, ist davon auszugehen, dass in der zweiten Debatte aggressiver miteinander umgegangen wird.
Ob Trump damit ein Problem haben wird, ist zumindest fraglich. Er scheint es geradezu zu lieben, wenn er angegriffen wird, um dann mit einem Rundumschlag zu kontern. Vor zwei Wochen fragte er in einem Interview auf Carly Fiorina angesprochen: „Schaut ihr Gesicht an, wieso sollte jemand für sie wählen?“.
Die angesprochene Fiorina reagierte äusserst souverän und zeigte Verständnis für die Nervosität von Trump. Fiorina war übrigens in der ersten Debatte noch nicht auf dem Podium der Top 10, sondern musste in der vorgängig stattfindenden kleinen Debatte teilnehmen. Diese gewann sie nach Umfragen jedoch souverän und hat in der Folge auch in der Wählergunst zugelegt. Für die ehemalige Chefin von HP wurde nun ein 11. Platz in der Debatte geschaffen, denn immerhin liegt sie in den meisten Umfragen zwischen Platz 4 und 7.
Die Fragen an der Debatte stellt übrigens Jake Tapper. Jeder Kandidat hat für seine Antworten maximal eine Minute Zeit. Spricht er in seiner Antwort einen anderen Kandidaten an oder attackiert er einen Mitstreiter, so hat dieser wiederum 30 Sekunden Zeit, sich zu wehren. Los geht’s heute um Mitternacht mit der kleinen Debatte der Plätze 12-16 und dann um 2.00 Uhr morgens mit der grossen Debatte der Top 11. CNN und CNN.com übertragen die Top-11-Debatte live.