Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/1876

- Reduziert
- Reduziert
Musik voller Ruhe, wie ein still daliegendes Meer. Satie schuf Musik, die in größter Einfachheit eine unendliche Tiefe in sich trägt. Von den originalen Klaviernoten für die Chromatische Harfe übertragen, lediglich einige tiefe Bassnoten wurden nach oben oktaviert. Aufgrund der oft wiederkehrenden, einfachen Harmonien und des ruhigen Tempos leicht zu spielen.
Die Fingersätze sind für die chromatische Harfe in Ganztonanordnung bestimmt.
Faszinierend und geheimnisvoll sind die Gnossiennes. Über einfachen Bässen und schlichten Harmonien liegen verschnörkelte, oft fast orientalische Melodien. Die Stimmung dieser Kompositionen ist von großer Ruhe - wie in Trance - ein kultischer, meditativer Tanz, ohne wirklichen Anfang, ohne Ende.
Eric Satie beschäftigte sich mit Mystik und alten Religionen, und es kann sein, dass der Titel „Gnossiennes” auf kultische Tänze der Gnosier (die Einwohner von Knossos auf Kreta) Bezug nimmt.
Musikgeschichtlich betrachtet schafft Satie ein bewusstes Gegengewicht zu dem ständig komplizierter werdenden Musikschaffen der Spätromantik. Ironisch kommentiert er dies so: „Nach einer ziemlich kurzen Jugend wurde ich ein ganz passabler junger Mann, nicht mehr. Es war zu diesem Zeitpunkt meines Lebens, dass ich begann, musikalisch zu denken und zu schreiben. Ja. Fatale Idee! ... Sehr fatale Idee! ... In der Tat, denn es blieb nicht lange aus, dass ich anfing, eine Originalität zu entwickeln, die missfiel. Dadurch wurde mein Leben derart unerträglich, dass beschloss, meine Tage in einem Elfenbeinturm zu verbringen.”
Und so sind die Gnossiennes klanggewordene Stille, eine Insel in der lauten Welt.
Gnossienne No. 1
Gnossienne No. 2
Gnossienne No. 3