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Margrit Winter
Margrit Winter wurde am 13. November 1917 in Luzern als Tochter eines Kaufmanns geboren. Nach einer Ausbildung zur Schneiderin startete sie 1934 ihre künstlerische Laufbahn als Mitglied der Luzerner Spielleute. Ihre erste Filmrolle war 1941 das Vreneli in der Gottfried-Keller-Adaption «Romeo und Julia auf dem Dorfe» unter der Regie von Hans Trommer und Valérien Schmidely. Der junge Erwin Kohlund, den sie schon von den Spielleuten kannte, war Sali, ihr Geliebter. Ihr tragisches Ende im Film erhielt eine glückliche Wendung im realen Leben. 1943 heiratete das Paar und wurde Eltern von zwei Kindern - Franziska (*1949) und Christian (*1950) . Beide Sprösslinge sollten später ebenfalls Karrieren im Theater, im Film und am Bildschirm machen. Nach dem Erfolg von «Romeo und Julia…» debütierte Margrit Winter im Städtebundtheater Biel-Solothurn, spielte in Basel und am Schauspielhaus in Zürich und wurde oft als die beste Schweizer Schauspielerin ihrer Generation bezeichnet.
Nach Auftritten in den Filmen «Matura Reise» (Sigfrit Steiner, 1942) und «Marie Louise» (Leopold Lindtberg, 1944) dauerte es 13 Jahre, bis Margrit Winter als Bäckerstochter in Kurt Frühs Meisterwerk «Bäckerei Zürrer» (1957) wieder auf der Leinwand zu sehen war. 1958 schliesslich holte sie Franz Schnyder für seinen Gotthelf-Film «Die Käserei in der Vehfreude» vor die Kamera. Nach «Café Odeon» (Kurt Früh, 1958) spielte sie auch in den letzten zwei Filmen, die Schnyder nach Vorlagen von Gotthelf drehte: «Anne Bäbi Jowäger» (1960, in zwei Teilen) und «Geld und Geist» (1964). In beiden verkörperte die Charakterdarstellerin die weiblichen Hauptrollen und wurde fortan von unzähligen Fans mit diesen starken Gotthelf-Figuren identifiziert. Mit dem Ende des «alten» Schweizer Films Mitte der 60er-Jahre blieben Rollenangebote im Kino aus.
Margrit Winter spielte auch auf der Bühne viele grossen Frauenrollen - Mutter Courage, Lady Macbeth, Rose Bernd, Maria Stuart - und war 1957 die erste Trägerin des Hans-Reinhart-Rings, der bis heute wichtigsten Theaterauszeichnung der Schweiz. 1961 ehrte sie ihre Heimatstadt mit dem Kunstpreis der Stadt Luzern. Als man ihr Ende der 60er-Jahre auch immer weniger attraktive Theaterrollen anbot, zog sich Margrit Winter für eine Dekade von der Bühne zurück. Ab 1984 startete sie allerdings noch einmal durch: In der von ihrer Tochter Franziska gegründeten Theatergruppe «Il Soggetto» engagierte sie sich – zuerst gemeinsam mit ihrem 1992 verstorbenen Mann – bis zu ihrem eigenen Tod für das freie Theaterschaffen. Margrit Winter starb am 18. Juni 2001 in ihrem Heim in Stäfa.
Ein Jahr später wurde die unvergessene Schauspielerin posthum mit dem Zürcher Armin-Ziegler-Preis ausgezeichnet. Margrit Winter bleibe als Schauspielerin in vielen Filmen und als leidenschaftliche Theaterprinzipalin in Erinnerung, schrieb die Stiftung in ihrer Medienmitteilung.