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In Münchenbuchsee befand sich eine bekannte Johanniterkomturei mit einem Spital, welches im Jahre 1180 Cuno, der letzte Freie von Buchsee, angesichts seiner Kinderlosigkeit, auf seinem Stammsitz gestiftet hatte. Cuno von Buchsee war dreimal zum Heiligen Grab gezogen und war selbst auch dem Johanniter-Ritter-orden beigetreten. Ob die im 14. und 15. Jahrhundert in Bern auftretende kiburgische Ministerialfamilie von Buchsee in verwandschaftlicher Beziehung zu den Freien stand, ist unbekannt. Dem Spital und dem Ritterhaus Buchsee haben die adligen Herren des Landes reiche Zuwendungen gemacht, so dass schliesslich die Herrschaft der Johanniter eine ziemliche Ausdehnung in der Umgebung annahm. Unter den Komturen von Buchsee begegnen wir Angehörigen angesehenster Adelsfamilien des Landes und Schwabens.
Der für uns hier interessanteste Besutz des Hauses Buchsee bildete, ausser dem nahen Seedorf oder Mooseedorf, das 1256 von Ritter Ulrich Moser, genannt von Seedorf, eingetauscht wurde Schloss und Herrschaft Bremgarten, welche die letzten Freiherren von Bremgarten im Jahre 1306 den Johannitern verkauft hatten. Bei Einführung der Reformation und Säkularisierung der geistlichen Stiftung im Bernbiet mussten, auch die Johanniter aus Buchsee weichen. Im Jahre 1529 übergab der letzte Komtur, der hier seit 1508 residierende Peter von Englisberg, ohme Wissen und Willen des Ordens die von Schulden überladene Kommende der Stadt Bern und erhielt dafür nebst einer reichen Pension das Schloss Bremgarten zu lebenslänglicher Wohnung angewiesen. Das Haus Buchsee und seine Güter wurden zu einer selbständigen bernische Landvogtei umgewandelt, und das Komtureigebäude diente von 1529-1798 als Amtsitz.
Vom Aussehen der alten Komtureigebäude haben wir keine Nachricht. Jedenfalls bestanden dieselben aus dem heutigen Pfarrhaus und dem daran ostwärts anchliessenden alten Kostergebäude nebts der Kirche, welche heute in den hohen Fenstern ihres eleganten gotischen Chores bedeutende Glasmalereien aus dem 14. Jahrhundert enthält. Das Pfarrhaus, noch heute ein mächtiger, imposanter Bau, wurde 1740 wohnlich eingerichtet. Vermutlich waren Kirche und Komturei von einer hohen Ringmauer umgeben.
Für den bernischen Landvogt wurde im 17. Jahrhundert ein wohnliches neues "Schloss" errichtet, das heutige Hauptgebäude der Anstalt. Eine ältere Ansicht von Buchsee, von L. Nöthiger vom Jahre 1745, zeigt neben diesem "Neubau" noch ein gewaltiges steinernes Okonomiegebäude, das wohl noch aus der Zeit der Komturei stammen könnte. Es musste zu Beginn unseres Jahrhunderts dem Erweiterungsbau der seit 1890 in den Gebäuden untergebrachten Taubstummenanstalt für Knaben weichen.
Im Landvogteischloss zu Buchsee richtete 1804 Heinrich Pestalozzi für kurze Zeit siene Schule ein, dann verwandte Fellenberg in Hoffwil die Gebäulichkeiten für sein landwirtschaftliches Institut, und von 1833-1884 befand sich hier das bernische Lehrerseminar, das seither in Hofwil ist.
Heute "Pädagogisches Zentrum für Hören und Sprache" HSM
Bibliographie