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| Armenische Väter - Beschreibung des Lebens und Sterbens des hl. Lehrers Mesrop

23. Mesrops Tod.
Während er so das heilige Feuer bei den ihm Nahen entfachte und viele Schreiben1 zur Mahnung und Belehrung in alle Provinzen sandte, da kam, als sich dort im gleichen Jahre sechs Monate nach dem Ende des seligen Sahak mit dem heiligen Lehrer das Hoflager der Armenier in Airarat in Norkhaghakh [Neustadt] befand, dort die von Christus gerufene Vollendung des Heiligen in seinem geistlichen Wandel nach wenigen Tagen einer Erkrankung am 13. des Monats Mehekan [Februar]. Und als er inmitten seiner ergebenen Jünger weggenommen wurde und er zur Vereinigung mit der Schar Christi gelangte, setzte er sich erleichtert und erfrischt von seinen Schmerzen aufrecht inmitten der Versammlung und er erhob die Hände beständig ausgestreckt zum Himmel; er empfahl alle Zurückbleibenden der Gnade Gottes. Um Hilfe für sie betete er.
Die Namen der bedeutendsten Jünger in der Versammlung sind diese: der erste Joseph, von dem wir auch im Beginn2 geschrieben haben, der zweite Thadik, ein angesehener Mann, von Klugheit und Umsicht in der Lehre der Gebote. Auf Seiten der militärischen [Persönlichkeiten] war der erste, Wahan mit Namen, aus dem Geschlechte der Amatunier. Er war der Hazarapet [Oberheerführer] von Groß-Armenien. Der zweite war Hemajeak aus dem Hause der Mamikunier, Männer in [hohen] Ehren, gottesfürchtig, Vollführer der Gebote der Lehre. Und während die Hände des Heiligen zum Himmel ausgestreckt waren, zeigte sich ein wunderbares Gesicht, eine einem Kreuze ähnliche, leuchtende und strahlende Gestalt über dem Hause, in welchem der Selige entschlief. Das hat jedermann mit eigenen Augen gesehen, und es ist ihm nicht [bloß] vom Nebenmenschen erzählt worden. Während dieses [den Gruß der] Liebe und Einigkeit mit dem Heiligen überbrachte, umschloß er die Nahen und Fernen mit seinem Segen und ging in die Ruhe ein, indem er sein wohlgefälliges Gebet zu Christus brachte.
Wahan und Hemajeak nahmen nun den Verstorbenen unter gebührender Zurichtung, und unter dem Geleite einer Menge Volkes bei Psalmengesang und Segensgebeten und mit geistiger Freude, mit brennenden Lampen und glühenden Fackeln und mit der ganzen lichtstrahlenden Schar, voran dieses Zeichen des lichtbringenden Kreuzesbildes, kamen sie nach Oschakan3 und setzten ihn dort im Heiligtum der Märtyrer bei mit Vollbringung der vorgeschriebenen Gedächtnisfeierlichkeiten. Darauf wurde das [Wunder]zeichen unsichtbar und alle kehrten für sich zurück. Jedoch, als drei Jahre verflossen waren, gelang es Wahan, dem Amatunier, mit dem Eifer eines Christus in Liebe Ergebenen eine herrliche Kapelle zu errichten, aus gehauenen Steinen sie aufbauend. Im Unterbau der Kapelle legte er die Ruhestätte des Heiligen an. Eine angemessene Ausstattung bereitete er aus schönen, bunten und glänzenden Zieraten mit Gold, Silber und kostbaren Perlen für das Mal des Altares des lebenspendenden Leibes und Blutes Christi zu. Er sammelte auch die heiligen [Reste] aller Zeugen Christi in der Religion des Kreuzes zusammen und übertrug sie zugleich mit dem seligen Maschthotz in die Ruhestätte dieser Kapelle. Und ein Jünger desselben mit Namen Thadik, einen verständigen und frommen Mann mit Brüdern, die zur Gottseligkeit gelangt waren, bestellte man zum Diener der Heiligen und zur Ehre Gottes.
1: Wieder ein Beleg für die schriftstellerische Tätigkeit Mesrops auf homiletischem und erbauendem Gebiet. [S. 1.Anm. v.Kap.18.]
2: S. 1.Anm. v.Kap.24.
3: Oschakan liegt im Gau Aragatzotn in der Provinz Ararat in der Nähe von Walarschapat,