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Am 2. April 2021 endet bei den SBB der planmässige Einsatz einer Wagenflotte aus einer vergangenen Epoche. Kaum einem Passagier sind die «Einheitswagen Eins» (EW I) unbekannt, prägten diese doch jahrelang die Bahnlandschaft in der Schweiz. Diese typischen Schweizer Reisezugwagen mit den Einstiegen über den Drehgestellen bildeten während 40 Jahren das Rückgrat des Reiseverkehrs der SBB und zahlreichen Privatbahnen. Zwischen 1956 und 1967 lieferte die Schweizer Wagonindustrie nicht weniger als 1’252 EW I in verschiedenen Ausführungen. Weitere rund 170 Einheiten bestellten die Privatbahnen. Mit 1’322 gebauten Wagen sind die EW I die grösste je gebaute Wagenserie der Schweizer Bahnen. In Österreich wurden die beliebten Wagen in modifizierter Form bis 1981 in Lizenz gefertigt. Die 800 Wagen werden dort als «Schlierenwagen» bezeichnet.
Die EW I der SBB wurden anfänglich mit händisch zu öffnenden Drehtüren und Faltenbälgen als Personenübergang an den Wagenenden ausgerüstet. Ab 1973 erhielten die meisten Wagen verlängerte Wagenkästen und Gummiwulstübergänge. Bis 1984 waren bis auf wenige Ausnahmen alle Wagen grün. Ab den 1990er Jahren erhielt ein grosser Teil der Wagen den blau-weissen Kolibri-Anstrich für den Einsatz in den neuen Pendelzügen NPZ. Dafür wurden auch die neuen Aussenschwingtüren verbaut, die einen Betrieb ohne Zugpersonal ermöglichten. Zusammen mit den im gleichen Stil umgebauten RBe 540 spielten sie eine wichtige Rolle beim Aufbau des S-Bahnes Netzes des ZVV sowie in Einsätzen als Dispozüge und Zussatzzüge. Diese Umbau-Version der EW I wurde bis vor kurzem zusammen mit Re 420 weiterhin als S-Bahnen und Zusatzzüge in anderen Gebieten eingesetzt. Diese Einsätze haben nun anfangs April 2021 geendet. Gleichzeitig endet mit der Ausserbetriebssetzung dieser Wagen auch die Zeit der Senkfenster, welche sich zum Abschiedsgruss beim Start der Reise öffnen liessen.
Die EW I haben mit ihrer langen Nutzungsdauer viele jüngere Fahrzeuge überlebt. EW II, EW III, und diverse RIC-Wagen. Der Grund ist einfach: der EW I war mit seiner einfachen Technik günstig im Unterhalt. Nach 65 Jahren ist nun Schluss im Planbetrieb.
Der Verein Depot und Schienenfahrzeuge Koblenz (DSF) besitzt insgesamt 13 EW I in verschiedenen Varianten, welche der Nachwelt erhalten bleiben.
Weiter sind drei Lizenzbauten aus Österreich vorhanden:
Mit den vereinseigenen DSF-Triebfahrzeugen wird die Sammlung der Einheitswagen ideal vervollständigt. Mit den beiden RBe 4/4-Triebwagen und der Re 4/4 II 11173 lassen sich je nach Bedarf die passenden Reisezüge zusammenstellen. Wer die Zeitreise in die 60 Jahre weiterhin erleben möchte, kann dies bei unseren beliebten Extrafahrten oder auch bei einer privaten Charterfahrt tun.