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Das neue Jahr ist erst ein paar Tage alt, doch in Sachen spektakulärer Weinguts-Verkäufe hat es bereits bedeutende Marken gesetzt. Mit Bonneau du Martray wechselte ein emblematischer Erzeuger weissen Burgunders die Hände: Die Familie des bisherigen Eigentümers Jean-Charles le Bault de la Morinière hatte das namhafte Weingut nur wenige Jahre nach der französischen Revolution erworben. De la Morinière bleibt Minderheits-Eigentümer und für die Weinbereitung verantwortlich, doch mit dem Einstieg des Sport-Magnaten Stanley Kroenke endet auf dem elf-Hektar-Weingut mit seinem ausschliesslich am Grand Cru Corton gelegenen Lagenbesitz die lange Tradition des Familienbesitzes. Allerdings ist auch der neue Mehrheitseigner in der Weinwelt kein unbeschriebenes Blatt: Kroenke, dem auch Anteile an US-amerikanischen Eishockey- und Basketball-Teams sowie am englischen FC Arsenal gehören, erwarb im Jahr 2006 das kalifornische Kultweingut Screaming Eagle – zunächst gemeinsam mit einem Partner, im Jahr 2009 übernahm er das Gut in Alleinbesitz. «Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Stan Kroenke und seinem höchst angesehenen Team,» wird Jean-Charles Le Bault de la Morinière in einer Verlautbarung des Weinguts zitiert, «diese Partnerschaft wird uns in die Lage versetzen, unsere internationale Reichweite auszubauen.»
Biondi Santi
Ebenfalls in die Hand eines berühmten Partners gelangt Montalcinos historisches Weingut Biondi Santi. Hier stammt der Investor aus dem Nachbarland Frankreich: Mit Christopher Descours übernimmt der Eigentümer der Champagnerhäuser Charles Heidsieck und Piper-Heidsieck über seine Holding Européenne de Participations Industrielles eine Mehrheit an jenem Weingut, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Alleingang den Brunello erfunden hat. Jacopo Biondi Santi und sein Sohn Tancredi werden die operative Leitung des Weinguts behalten, dennoch muss der Schritt als eine Folge des Ablebens von Franco Biondi Santi gewertet werden. Der grosse alte Mann des Brunello war im April 2013 im Alter von 91 Jahren verstorben. Sein Sohn Jacopo erhofft sich nun von der Liaison mit dem Champagnerhaus einen know-how-Transfer vor allem in Sachen Marketing. Ob auch finanzielle Gründe – etwa im Zusammenhang mit der Entrichtung von Erbschaftssteuern – beim Teil-Verkauf eine Rolle gespielt haben, darüber kann nur spekuliert werden.
Clos Rougeard
Wahrscheinlich nur eine Falschmeldung ist ein Bericht, der von der website der Revue de Vin de France kolportiert wird: Auch das berühmte Loire-Weingut Clos Rougeard der Familie Foucault sei verkauft. Als Käufer wird der Unternehmer Martin Bouygues genannt, der neben der Leitung des familieneigenen Bauunternehmens auch den Fernsehsender TF1 sowie das Deuxième Cru Classé Château Montrose in Saint-Estèphe kontrolliert. Unplausibel wäre ein Verkauf zumindest von Anteilen des Weinguts nicht: Das Ableben von Charly Foucault im Dezember 2015 hatte das berühmte Brüderpaar Charly und Nadi an der Spitze der Saumur-Legende auseinander gerissen. Bereits nach dem Tode Charly Foucaults war über die Zukunft des Weinguts gerätselt worden, da dieser als der ökonomische Kopf des Brüderpaars galt, während sich Nadi Foucault vorrangig um Weinberge und Keller kümmert. Zudem werden in Frankreich bis zu 40 Prozent des Verkehrswertes des Lands als Erbschaftssteuer fällig: So würde es nicht erstaunen, wenn auch in diesem Fall eine alt eingesessene Familie – die Foucaults bewirtschaften den Clos Rougeard seit 1664 – ihren Besitz nicht mehr hätte halten können. Andererseits wirkt es unwahrscheinlich, dass Nadi Foucault – seit Ende der sechziger Jahre ein Pionier der Biodynamik und berühmt für seine Schrulligkeit – einen Investoren vom Schlage Bouygues’ neben sich dulden könnte. Auf Nachfrage von Falstaff, ob an der Meldung etwas dran sein könne, hat der deutsche Clos Rougeard-Importeur Bernd Kreis dann auch eine eindeutige Antwort: «Das ist nur ein Gerücht, das hat mir Nadi Foucault gestern persönlich bestätigt».
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