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Mit etwas Verspätung, aber noch bevor ich nochmals auf dem Flughafen von Kuala Lumpur ankomme, ist hier die Beschreibung von Malaysia.
Malaysia besteht aus zwei, durch das Südchinesische Meer getrennten Landesteilen. Im Westen befindet sich die Malayische Halbinsel auf der ein Grossteil (ca 80%) der ca 28.3 Millionen Malaysier leben. Die Halbinsel grenzt im Norden an Thailand und im Süden and die Insel des Stadtstaats Singapur. Im Osten gehört die nördliche Hälfte von Borneo, mit den beiden Provinzen Sarawak und Sabah, ebenfalls zu Malaysia. Die südliche Hälfte der Insel ist indonesisches Gebiet. Ausserdem wird das Sultanat Brunei von Malaysia umschlossen.
Das Land ist multi-ethnisch und multikulturel. In der Verfassung ist zwar der Islam als Staatsreligion festgeschrieben, es wird aber auch Religionsfreiheit garantiert. Dies ist jedoch ausser im Bundesstaat Sabah, wo das Zusammenleben der Religionen recht gut funktioniert, nicht immer der Fall.
Als Staatsform dient eine föderale, parlamentarische Wahlmonarchie (gemäss Wikipedia). Das bedeutet etwa so viel, dass die 13 Bundesstaaten eine gewisse Autonomie geniessen, ein Parlament und eine Regierung nach britischem Vorbild vorhanden sind und der König alle 5 Jahren nach dem Rotationsprinzip aus den 9 Sultanaten gewählt wird. Sultanate sind die Bundesstaaten mit Ausnahme der bornesischen zwei (Sabah und Sarawak) und Melakka und Penang.
Wirtschaftlich und in Bezug auf die Infrastruktur steht Malaysia im Vergleich mit anderen Südostasiatischen Staaten sehr gut da. Seit der Gründung und bis auf wenige Ausnahmen, wie die Asienkrise 1997 oder der Finanzkrise 2008, wächst das BIP durchschnittlich und ziemlich konstant um 6.5%.
Quelle wko.at
Malaysia ist reich an Rohstoffen, beheimatet einige sehr grosse Unternehmen (Petronas, Proton) und hat eine rasante industruelle Entwicklung hinter sich. Ausserdem wächst der Tourismussektor immer stärker.
In der Kritik steht das Land allerdings wegen der strikten Bevorzugung Einheimischer Personen und Unternehmen (Bumiputra-Politik) und vor allem wegen massiven Umweltzerstörungen. Wegen der Holzgewinnung wurden etwa 60% der Regenwälder des Landes zerstört und noch heute sieht man in den geschützten Gebieten von Sabah regelmässig Holztransporter, bei deren Ansicht unser Tourguide aus dem Fluchen kaum mehr heraus kam. Ausserdem wurden extrem grosse Dschungelgebiete durch Palmölplantagen ersetzt. So sieht man im östlichen Teil von Sabah (auf dem Weg von Semporna nach Sandakan) praktisch nichts anderes als Palmöl-Plantagen. Cuno hat dazu noch ein Bild von oberhalb des Kinabatangan-Flusses. Die Grenze des Nationalparks ist gut zu erkennen 😦
Geschichte
Die ersten malayischen Königreiche entstanden im 10. Jahrhundert, als der Handel zwischen Indien und China zu florieren begann und über die Häfen im heutigen Malaysia führte. Von den Königreichen tat sich besonders Melaka hervor, das immer mehr an Einfluss gewann. Der grosse Reichtum zog dann das Interesse der europäischen Seemächte auf sich und so wurde Melaka zuerst portugiesisch (1511), dann holländisch (1641) und schliesslich britisch (1795).
Die Briten gewannen dann immer mehr an Einfluss in der Region und kontrollierten bis zum Zweiten Weltkrieg das gesamte Gebiet des heutigen Malaysias mehr oder weniger direkt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem das Land von den Japanern besetz wurde, wuchs der Wunsch nach Unabhängigkeit. Diese wurde dann auch 1957 erlangt. Allerdings gab es viele Konflikte, vor allem mit Indonesien. 1963 schlossen sich auch noch die beiden bornesischen Bundesstaaten und Singapur (das aber 1965 wieder austrat) der Föderation Malaya an.
Die Zeit danach war vor allem geprägt durch gewalttätige Rassenkonflikte zwischen Malaien und Chinesen. 1969 griff die Regierung schlichtend ein.
Danach wurde jedoch die Bumiputra-Politik eingeführt, bei der die Malaien stark bevorzugt wurden, was auch heute noch (obwohl offiziell seit einigen Jahren abgeschaft) zu Spannungen führen kann.