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SANTIGOLD
Master Of My Make Believe
Warner
hug. Da war der Jubel gross, als Santigold, die damals noch Santogold mit o hiess, 2008 ihr Debüt veröffentlichte: Das sei nun die Musik 2.0 – in Verkennung des Umstands, dass M.I.A. drei Jahre zuvor die wesentlich beeindruckendere Blaupause zur globalen Zukunftsmusik geliefert hatte, Terry Lynn sich gerade aufgemacht hatte, dasselbe zu tun, und Ebony Bones kurz darauf debüttierte. Inzwischen haben ihr M.I.A. und Nicki Manaj nur schon durch Madonnas Ritterschlag (sprich ihrer Gastauftritte auf «MDNA») den Rang abgelaufen, und wahrscheinlich ist Die Antwoord sogar mehr 2.0 als Santigold. Das zeigt sich in Santigolds zweitem Album: Es fängt zwar ganz lüpfig very M.I.A.-like an, fällt dann aber drei, vier Songs lang in ein tiefes Loch tanzmusikalischer R&B-Massenware und kumuliert im Rihanna-mässigen Selbstbetrachtungs-Gedudel «Freak Like Me», das in etwa so glaubwürdig wirkt wie wenn Madonna «I’m such a bad girl» singt. Immerhin folgen in der zweiten Hälfte noch einige durchaus treibende Dancefloor-Nummern, insbesondere das wuchtige «Look At These Hoes» und «Big Mouth». Das sind die einzigen Tracks, in denen Santigold die Kraft und das selbstsichere Auftreten-für-die-Sache von M.I.A. erreicht. «Master Of My Make Believe» ist unter dem Strich kein schlechtes Album. Es ist «bloss» nicht die bestmögliche Antwort auf die Frage: Was ist Sound 2.0?