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Bis Ende des 19. Jahrhunderts bezogen die Oberägerer ihr Wasser aus dem Brunnen vor dem Haus oder aus den öffentlichen Brunnen, die von der Nachbarschaft oder besonderen Brunnengenossenschaften betreut wurden.
Der Wasserbezug war mühevoll, weil jeder Tropfen ins Haus getragen werden musste. Zudem mangelte es an Wasser als Feuerlöschmittel. Deshalb ergriff der Löwenwirt Josef Blattmann 1890 die Initiative, baute am Dorferberg ein Reservoir und leitete das Wasser ins Dorf. Dort versorgte es einige Haushaltungen und ein kleines Hydrantennetz. Dabei blieb es während langer Zeit.
Das Fehlen einer ausgebauten Wasserversorgung erwies sich jedoch immer mehr als Nachteil für die Dorfentwicklung. 1926 bildete sich deshalb die Wasserversorgungsgenossenschaft Oberägeri, die innert kurzer Zeit eine Wasserversorgung für das Dorf und dessen Umgebung erstellte.
Da die rasche Bedarfszunahme durch die wachsende Bevölkerung und der Bauboom
in den 1960er und 1970er Jahren die Genossenschaft zusehends überforderte, verkaufte sie 1974 ihre Anlagen an die Gemeinde. Seit 1980 sind die Wasserversorgungen von Oberägeri und Unterägeri verbunden. Seit 1992 ist das gemeinsame Seewasserwerk Ägerital bei Oberägeri in Betrieb. Bild:
Dorfbrunnen bei der Oberägerer Dorfbrücke, Anfang 20. Jahrhundert, und Pumpengruppe im 1992 eingeweihten Seewasserwerk Ägerital. Bis zum Aufbau zentraler Wasserversorgungen musste alles im Haushalt benötigte Trink- und Brauchwasser bei einem Brunnen geholt werden. Die öffentlichen Brunnen waren wichtige Treffpunkte.