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Seit gestern bin ich offiziell 17 Jahre und 2 Tage in der Schweiz. Und seit 17 Jahren und 2 Tagen verfolgt mir diese Frau und versucht mir das leben zu erschweren, was ihr auch einmal im Jahr gelingt. Diese Frau ist Verena. Eigentlich soll ich sagen: die Heilige Verena, geboren um 260 Jahre nach Christi Geburt in Ägypten und etwa 320 Jahre nach Christi Geburt in Bad Zurzach, damals noch Zurzach, gestorben, entweder am Brunnen im Flecken oder auf der Rheinbrücke, denn da liegt respektive steht eine Statue von ihr. Offiziell heisst es, sie sei eine frühchristliche Jungfrau aus Theben. Da ein gewisser Viktor, ein Soldat der thebäischen Legion, aber ihr Verlobter gewesen sein soll, lassen wir das Jungfrau mal auf sich bewenden. Ich bin ja schliesslich auch offiziell Jungfrau (4.9. geboren).
Verena scheint, wie Hildegard von Bingen und Johannes Anglicus, auch bekannt als Päpstin Johanna, eine (Wunder-)heilerin gewesen zu sein. Und da Heilige, die Wunder vollbringen, gerne gewürdigt werden, bekam die Heilige Verena ausgerechnet den 1. September zugewiesen. Der 1. September, der im Jahre 2001 der erste Tag, ein Samstag, eines neuen Physiotherapeuten in der Schweiz sein sollte, der spät am Tag zuvor angekommen war und von einer gewissen Frau Wagner in eine WG in Rietheim verbannt worden war. Der 1. September, an dem besagter Physiotherapeut einkaufen gehen wollte in seinem neuen Wohnort. Es war der Tag an dem der besagte Physio erleben sollte, dass eine ihm absolut unbekannte Heilige dafür sorgte, dass er nicht einkaufen konnte, denn am 1. September waren in Zurzach alle Läden zu. Da der Physio aus den Niederlanden, aus Holland also, kam, ging er davon aus, dass ein Feiertag, in einem Ort gefeiert, auch in den anderen Orten des Landes gefeiert wird. Er wusste damals noch nicht, dass die Feiertage ``von Kanton zu Kanton``, ja sogar ``von Dorf zu Dorf`` unterschiedlicher nicht sein können. In der Übersicht sind die verschiedenen festgelegten Feiertage vermerkt. So werden der Ostermontag, Pfingstmontag, Maria Himmelfahrt und Maria Empfängnis in Bad Zurzach nicht als Feiertag gesehen. Der 1. September sehr wohl, aber weil nur in Bad Zurzach gefeiert, wird er auf der kantonalen Liste nicht mal vermerkt.
Und so konnte es geschehen, dass ich schon am ersten Tag meines Aufenthaltes im Jahre 2001 ein, sei es damals notgedrungenermassen, Einkaufstourist wurde. Und ich 17 Jahre später, am, jawohl, 1. September (einem Samstag) vor einer geschlossenen Tiefgaragentür stand, als ich im Migros das einzige kaufen gehen wollte, was ich noch in einem Schweizer laden kaufe: Müllsäcke von Bad Zurzach a CHF 3,30 das Stück, weil man nur in denen seinen Müll entsorgen darf, und Nespressokapseln zu CHF 5,25 pro 30 Stück Packung. Ich hatte vergessen, dass es Verenatag war. Werde ja bald wieder ein Jahr älter.
Schon damals war ich einer von vielen Einkaufstouristen. Nur dass mir der Einkauf schwer gemacht wurde durch den schweizer und deutschen Zoll. Eine Woche nach meinem Arbeitsanfang war ja der berüchtigte 11. September. Wo ich davor ungehindert von neugierigen Zollblicken über die Grenze fahren konnte, stand ich ab dem 11.9.2001 sowohl an der deutschen als an der schweizer Seite der Grenze an der Seite bis jemand meine Personalien genauestens untersucht hatte. Heute sehe ich viel netter aus und darf meistens ungehindert weiterfahren.
ÜBRIGENS HABE ICH AM 4. SEPTEMBER (SIEHE OBEN) GEBURTSTAG UND BIS JETZT HABEN MEHR FRAUEN ALS MÄNNER MICH AUF FACEBOOK ZUM GEBURRI GRATURLIERT, NÄMLICH 66% FRAUEN UND 34% MÄNNER. Das hätten mehr Frauen sein können, aber Jasper hat inzwischen die Seiten gewechselt und Irma empfängt auf Facebook noch immer von all ihren Freunden die Geburtstagswünsche, ist aber nicht mehr im Stande selber Wünsche zu verschicken, was ich ihr aber nicht übelnehme. Sie lebt nämlich nur noch auf Facebook weiter seit dem 22.11.2013. Ihr Account besteht immer noch und das ist gut so. Ein Denkmal für die Ewigkeit.