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In dem recht gut strukturierten Video über die Entstehung des Lehre des Zenon ist von der bemalten Säulenhalle „Stoa Poikile“ die Rede, welche mich spontan an einen eigenen, früheren Spruch von mir in Sachen „Sinnstiftung“ erinnerte, nämlich: „Man muss eine Säule ins Chaos seines Lebens stellen, damit es für Einen selber einen Sinn bekommt, weil es sonst sinnlos wäre!“
Mittlerweile sehe ich das jedoch etwas anders, denn es spielt eigentlich keine Rolle, wodurch das eigene Leben für Einen selber oder für Andere einen Sinn bekommt, weil das sogar ohne das eigene Wollen geschieht - auch, wenn es vielleicht nicht der ist, den man seinem Leben vielleicht ursprünglich verleihen wollte - , sodass es lediglich drauf ankommt, richtig zu erkennen, für wen man welche Bedeutung hat, bzw. in welche Richtung man gerade geht, und warum das so ist.
Den „Logos“, als das „Prinzip von Ursache und Folge“, nennen Hindus und Buddhisten auch das „Karma“, welches jedoch keinen eigenen, (göttlichen) Willen hat, um die Gehorsamen zu belohnen und die Ungehorsamen zu bestrafen, sodass ihm die Ängstlichen folgen müssten und die Übermütigen ihm nicht zu folgen brauchten, um ihre Voraussetzung für das zukünftige Leben (Zukunft) zu verbessern oder zu verschlechtern, denn das geschieht erst durch das „Dharma“.
Das wiederum besteht im Praktizieren einer Vorgehensweise, welche sich folgerichtig aus dem Kausalzusammenhang zwischen dem ergibt, was man bewirken MUSS, um das zu erreichen, was man WILL, und nicht aus einer Anweisung, pflichtgemäß irgendwelche pauschal gültigen Regeln zu befolgen, um die Schicksalsgöttin gnädig zu stimmen, deren Willkür man auf Gedeih und Verderb hin ausgeliefert ist.
So ergibt sich für jeden Menschen ein ganz individuelles Schicksal (oder auf Chinesisch: „Tao“), dem er auch völlig willensunabhängig folgen muss, weil er nun mal der ist, der er geworden ist, und daher auch niemand Anderer sein kann.
Die immer gleichlautende Empfehlung nach jedem Wurf der Schachtelhalme beim Schafgabenorakel des I Ging: „Bleiben Sie auf Ihrem Weg!“ mutet sehr stoizistisch an, weil sie vor Allem dazu dient, das Gemüt zu beruhigen, wenn es darum geht, den Orakelspruch als eine Anregung hinzunehmen, über seine Probleme in Ruhe nachzudenken, anstatt als die Ankündigung eines unabwendbaren Schicksals.
Eine echte Alternative jedoch, seinen eigenen Lebensweg verlassen zu können, wenn er Einem nicht mehr gefällt, kann es gar nicht geben, weil Niemand aus seiner Haut heraus und auch nicht über sich selber hinauswachsen kann.
Daher gibt es auch insgesamt nur so viele Wege zur Glückseligkeit, wie es Menschen gibt, wobei jeder Einzelne seinen eigenen „Weg“ geht, den die Chinesen „Tao“, die Japaner „Do“ und die Inder „Yoga“ nennen, und der sowohl dessen „Werdegang“, als auch sein „Vergehen“ miteinschließt.