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Das "grösste australische Infrastrukturprojekt aller Zeiten" soll rund 35 Milliarden Franken kosten.
"Down under" soll es keinen Glasfaserkrieg zwischen privaten und öffentlichen Netzwerk-Betreibern geben: Australiens Premierminister Kevin Rudd hat heute morgen ein Projekt für ein einheitliches nationales Breitbandnetzwerk angekündigt. Damit möchte die Regierung Australien vom "Internet-Hinterland" in einen der globalen Vorreiter in Sachen Internetversorgung verwandeln.
Das neue National Broadband Network (NBN) soll 90 Prozent der Einwohner, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen des Riesenlandes mit direkten, bis zu 100Mbps schnellen Glasfaseranschlüssen ans Internet versorgen. Die restlichen zehn Prozent sollen über drahtlose Anschlüsse ebenfalls eingebunden werden, mit Tempi von bis zu 12 Mbps.
Das nationale Breitbandnetzwerk wird als reines, offenes "Wholesale"-Netzwerk betrieben werden, in das sich die Provider einmieten können, um darauf ihre eigenen Services anzubieten.
Die Gesamtkosten für das Netzwerkprojekt werden auf rund 43 Milliarden Australische Dollar (knapp 35 Milliarden Franken) geschätzt. Die ersten Arbeiten sollen dieses Jahr beginnen, und die ersten Glasfasern ab dem nächsten Jahr verlegt werden. Der Bau dürfte insgesamt sieben bis acht Jahre lang dauern und gemäss Rudd durchschnittlich rund 25'000 Jobs schaffen.
Zuerst staatlich, dann privat
Der Entschluss der Regierung, selbst das Heft für den Bau einer Glasfaserinfrastruktur in die Hand zu nehmen, fiel gemäss Rudd nach langen Verhandlungen mit Privatunternehmen. Diese waren letztes Jahr dazu aufgefordert worden, Vorschläge für den Aufbau eines Breitbandnetzwerkes in Partnerschaft mit der Regierung zu machen. Aber keiner dieser Vorschläge, so Rudd, auch nicht der des privatisierten Ex-Monopolisten Telstra, hätte die Vorgaben der Regierung erfüllt und die investierten Steuergelder optimal ausgenützt.
Das nationale Breitbandnetzwerk soll aber nicht komplett und auf Dauer staatlich sein. Die Regierung will für den Grossteil der Kosten geradestehen und damit die Mehrheit an der Betreiberfirma besitzen, hofft aber auch auf Beteiligung aus dem privaten Sektor. Und nach dem Abschluss der Bauarbeiten soll der staatliche Anteil im Verlauf von höchstens fünf Jahren abgestossen werden, zumindest sofern dies die Marktgegebenheiten dann erlauben. (Hans Jörg Maron)
(Der Bau des nationalen Netzwerks soll, so Rudd in seiner Rede, zu einem ebenso historischen Akt für Australien werden wie der Bau der Harbour Bridge für Sidney. Foto: Aschraf, creative commons
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