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Die Stiftung Bauen und Wohnen (SBW) entstand im Kreis der bürgerlichen Parteien der Stadt Zürich als Reaktion auf eine substantielle Subventionspolitik im Wohnungsbau der Jahre 1943 bis 1951. Nicht weniger als 14'300 Wohnungen wurden mit durchschnittlich 8800 Franken aus der öffentlichen Hand subventioniert. Genau waren es 47 Millionen von der Stadt Zürich, 45 Millionen aus der Staatskasse des Kantons Zürich und 34 Millionen Franken vom Bund. Zusammengerechnet als 126 Millionen Franken. Index- und kaufkraftbereinigt kann man diese Summe ohne weiteres mit dem Faktor 10 multiplizieren, um sich vorzustellen, dass beträchtliche Summe an öffentlichen Geldern in den Wohnungsbau flossen.
In dieser Situation regte sich Widerstand im bürgerlichen Zürich. Eine Gruppe von Gemeinderäten setzte sich zum Ziel, günstigen Wohnraum ohne staatliche Unterstützung zu realisieren und gründete am 31. Juli 1952 die «Stiftung zur Förderung des Baues billiger Wohnungen ohne öffentliche Beiträge (SBW)». Sämtliche bürgerlichen Parteien engagierten sich beim Gründungsakt, nämlich die
- Bauern-, Gewerbe und Bürgerpartei der Stadt Zürich (BGB, die heutige SVP)
- Christlich-Soziale Partei der Stadt Zürich (die heutige CVP)
- Evangelische Volkspartei der Stadt Zürich (EVP)
- Freisinnige Partei der Stadt Zürich (FDP)
- Landesring der Unabhängigen der Stadt Zürich (LdU, gegründet 1936, aufgelöst 1999)
Erster Präsident der Stiftung wurde Rudolf Huber-Rübel.
Wesentlich später kam noch eine weitere Organisation zur SBW. Im Jahr 2005 wurde die Wohnbaustiftung des Gewerbevereins der Stadt Zürich in die SBW integriert.
Preiswerte Mietshäuser oder günstiges Bauland zu finden, war damals (wie auch heute) nicht einfach. Im Geschäftsbericht der SBW von 1955 lesen wir: «Die Nachfrage nach Wohnungen der Stiftung ist immer noch sehr gross. Es ist bedauerlich, dass infolge Mangel an geeignetem Bauland nicht mehr billige Wohnungen durch die SBW erstellt werden können. Das ständige Ansteigen der Bodenpreise gefährdet in zunehmendem Masse den sozialen Wohnungsbau. Bei der Suche nach Bauland hat die Stiftung besonders gegenüber dem Liegenschaftenhändler einen schweren Stand. Einerseits ist ihr durch die erstrebten niederen Mietzinse eine enge Grenze im Preisangebot gesetzt, und andererseits ist es der Stiftung auch unmöglich, ein angebotenes Landstück sofort zu kaufen, ohne durch eine Bauausschreibung vorher sicher zu wissen, ob und was gebaut werden kann. Es steht heute ausser Zweifel, dass das Problem der Erstellung genügender Wohnungen zu niederen Mietzinsen nur in Koordination mit einer einwandfreien Verkehrs-Erschliessung von günstigen Wohnbau-Zonen ausserhalb des Stadtgebietes gelöst werden kann.»
Ein Blick auf die Zeittafel zeigt, dass gerade in den Gründerjahren seitens der SBW eine rege Bautätigkeit erfolgte. Die SBW pflegte bei ihrer Anstrengung, günstiges Wohneigentum zu generieren auch einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit anderen Akteuren, welche sich in diesem Bereich engagierten. Im Kanton Zürich waren dies folgende Institutionen:
- Stiftung für Personalfürsorge der Firma J. Vannini u. Fürsorgestiftung der Firma E. Göhner, Zürich
- Firma E. Göhner, Zürich
- Genossenschaft einfaches Wohnen, Dübendorf
- Baugenossenschaft Zürileu
- Reppischwerke AG, Dietikon
Gemeinderat Jean Vannini gehörte übrigens auch zu den Gründervätern der SBW. Eine Zusammenarbeit etablierte sich alsbald auch zwischen der Stiba (Stiftung der Baugewerbegruppe zum Bau preiswerter Wohnungen) und der SBW.
Fünf Jahre nach der Gründung, im Geschäftsbericht 1957 listete die SBW stolz die bereits realisierten und die sich noch im Bau befindlichen Wohnungen auf. Total waren dies 823 Einheiten:
- Altwiesenstrasse bezogen 200
- Glattwiesenstrasse bezogen 152
- Greifenseestrasse bezogen 54
- Kleeweidstrasse bezogen 70
- Saumackerstrasse bezogen 36
- Wehntalerstrasse bezogen 44
- Bernerstrasse bezogen 267