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m westlichen Dorfausgang nehmen wir die Gemsstockbahn für einen kleinen Ausflug in das Hochgebirge, der uns einen prächtigen Blick auf Andermatt und das Urserntal und gleichzeitig einen Einblick in die Geschichte des Skitourismus in der Region gewährt. Nach dem Bau des Eisenbahntunnels durch den Gotthard gingen die Einkünfte aus dem Passverkehr zurück. Der Tourismus wurde deshalb zu einem immer wichtigeren Teil der Wirtschaft. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts gewann Andermatt an Bedeutung als Winterkurort. Das Angebot an Hotels wurde laufend ausgebaut, obwohl die Tourismusbranche unter den Weltkriegen und der Weltwirtschaftskrise litt. 1937 ging einer der ersten Skilifte der Schweiz in Betrieb er führte von der Station Nätschen der Matterhorn Gotthard Bahn (ehemals Furka-Oberalp-Bahn) auf den Gütsch. Mit der Luftseilbahn von Andermatt über den Gurschen auf den Gemsstock und dem Skilift Gurschenalp wurde 1963 ein weiteres Skigebiet erschlossen.
Der Blick ins Urserntal während der Fahrt mit der Gemsstockbahn lässt einen kaum glauben, dass hier 1920 ein gigantisches Stauseeprojekt geplant war, das Hospental und Andermatt vollständig unter Wasser gesetzt hätte. Die Idee zum Bau eines Wasserkraftwerks geht auf die Verknappung der Kohle während des 1. Weltkriegs zurück. Damit die Energieversorgung der Schweiz nicht vom Ausland abhängig wurde, sollte Elektrizität durch Stauwerke in den Gebirgen gewonnen werden. Der Plan zum Stauwerk Ursern sah eine 7590 Meter hohe Staumauer im Bereich des Urnerlochs vor die versenkten Dörfer hätten unter den Namen Neu-Andermatt und Neu-Hospental am Rand des gewaltigen Stausees wieder aufgebaut werden sollen. Den Einwohnern wurde versprochen, dass das Leben in den geplanten Siedlungen sonniger und idyllischer werde. Die Planung der beiden Dörfer geschah durch die führenden Luzerner Architekturbüros Möri&Krebs sowie Meili-Wapf und Sohn. Trotzdem kam das Projekt aufgrund zahlreicher Einsprachen nicht in Gang. Die Neuauflage von 1943/44 mit einer Staumauer von über 200 Metern Höhe in der Schöllenen hätte noch grössere Teile des Tals überflutet. Das Projekt wurde lange und mit Erfolg von den Einheimischen bekämpft und blieb glücklicherweise Makulatur.
Baujahr: 1963
Baukultur entdecken
Gemsstockbahn
AdresseGotthardstrasse 110, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz