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Verstaatlichung der Schweizer Bahnen
Geschichte
Am Anfang der Eisenbahngesichte wurde heiss diskutiert wer die Eisenbahnen bauen und betreiben soll. Zunächst setzte sich die Privatwirtschaft durch. Der junge Bundesstaat wurde erst gegründet und hatte zunächst keine grossen Ambitionen dieses neue Verkehrsmittel zu fördern. So lag es anfänglich bei den Kantonen ob und wie sie Eisenbahnen zuliessen. Schon bei den ersten Konzessionen wurde ein möglicher Rückkauf der Eisenbahnstrecke durch den Konzessionsgeber geregelt. Schon bald merkte das Militär, das eine Eisenbahn ihr von Nutzen sein kann. Bereits im ersten Betriebsjahr der Schweizerischen Nordbahn, transportierte sie Truppen zum Sonderbundskrieg.
Im Kanton Bern gab es Eine Staatsbahn, weil der Kanton die gezahlten Subventionen retten wollte, die er der Ost-West-Bahn gezahlt hatte. Der Kanton Neuenburg wollte bessere Verkehrserschliessung des Neuenburger Jura haben. Meist konnte die Kantone ihren Einfluss mit kräftigen Subventionen und Aktienzeichnung stärken.
Dis in die 1870er Jahre war der Eisenbahn bau Sache der Kantone, der Bund spielte eine untergeordnete Rolle. Mit den Gotthard-Verträge mit den Nördlichen und Südlichen Nachbarländer wurde dem Bundesrat die Aufsicht über den Bau der Gotthardbahn übertragen. Es änderte auch das Eisenbahn-Gesetz, das neu der Bund die Konzessionen für die einzelnen Eisenbahnstrecken erteilt. Die Kantone sicherten ihren Einfluss mit grosszügigen Subvention Zahlungen an die Eisenbahngesellschaften.
Nach und nach wurde das Eisenbahngesetzt verschärft, z.B. wurde eine einheitliche Rechnungslegung für die Eisenbahngesellschaften verfügt. Mit dem Konkurs der Schweizerischen-Nationalbahn änderte die Stimmung das der Bund die Bahnen übernehmen solle.
Die zweimalige Verstaatlichung, die Eisenbahn im Neuenburger-Jura
Die Eisenbahnlinie von Neuenburg nach Le Locle hatte eine sehr wechselvolle Geschichte. Die Bahnstrecke von der Kantonshautstadt Neuchâtel zum Grenzbahnhof Le Locle wurde zweimal verstaatlicht. Das erste Mal auf den 1.Januar 1886 vom Kanton Neuenburg und das zweite Mal von der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Jahr 1913.
Die Linie vom Neuenburgersees in die Höhen des Neuenburger Juras wurde von der Compagnie neuchâteloise du chemin de fer par le Jura industriel gebaut und bis 1865 auch betrieben. Die Bahn erwirtschaftete nicht genug Betriebsüberschüsse, um die Zinsen das für den Bau benötigte Kapital zu entrichten. 1865 musste die erste Betreiberfirma liquidiert werden. Der Betrieb wurde mit einer neuen Betriebsgesellschaft «Nouvelle Compagnie du Chemin de fer par le Jura industriel» mit Absprache mit dem Gläubigem weiter betrieben. Nach 10 Jahren der Übergangszeit, wollte der Staatsrat des Kantons Neuenburg, sie Strecke kaufen. Bei einer Volksabstimmung im Januar 1875 Stimmte das Stimmvolk nicht für diese Vorlage.
Daraufhin wurden Verhandlungen mit der Jura-Bern-Luzern-Bahn wieder aufgenommen, betreff der Übernahme der Eisenbahn im Neuenburger Jura. Die JBL übernahm mit dem Vertrag von 10. März1875 die Linie und verlängerte die Strecke bis zum Grenzübergang Le Locle-Col-des-Roches.
Nach nur knappe 10 Jahren entschloss sich der Kanton Neuenburg die Bahnstrecke zu verstaatlichen. Er war mit dem Zugsangebot der JBL auf der Strecke unzufrieden. Der Kanton nahm sein Rückkaufsrecht für die Bahnlinie Neuenburg-Le Locle war und gründete eine Eigene Betriebsgesellschaft Jura neuchâtelois (JN). Die JN konnte die Betriebseinamen steigern, doch die Ausgaben taten dies es ebenso.
Als der Rückkauf der fünf grossen Schweizer Privatbahnen durch die Eidgenossenschaft begonnen hat, überlegte sich der Bund auch die Neuenburger-Jura-Bahn auf diesen Zeitpunkt zu übernehmen. Er sah von diesem aber ab und beschränkte sich erstmals auf die Jura-Simplon-Bahn, Schweizerische Centralbahn, Schweizerische Nordostbahn, Vereinigten Schweizerbahnen und die Gotthardbahn Gesellschaft.
Im Jahr 1902 regte die Neuenburger Kantonsregierung dem Bundesrat die Neuenburger-Jura-Bahn zum Kauf an. Über den Kaufpreis wurden die beiden Seiten nicht einig. Da der Bund auf keinen Fall mehr ausgeben will als die Eisenbahnstrecke wert ist, rechneten die Experten des Bundes und der Schweizerischen Bundesbahnen die Sache genau durch. Erst gegen Ende des Jahrs 1912 konnte sich der Bundesrat mit der Neuenburger-Regierung einigen, dass die Neuenburger-Jura-Bahn auf den 1.April 1913 in Besitz der Eidgenossenschaft über geht. Der Kanton Neuenburg wurde für die Abtrettung der Bahn mittels Obligationen der Schweizerischen Bundesbahnen entschädigt.