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Die Lautsprache ist eine akustische Kommunikationsform. Sie wird durch die Artikulationsorgane (Kehlkopf, Mund, Zunge usw.) erzeugt. Eine Lautsprache besteht aus einer gewissen Menge von Sprachlauten. Diese werden auf eine spezifische Weise ausgesprochen und in bestimmte Einheiten – Wörter und Sätze – gegliedert.
Die Lautsprache ist die in nahezu allen Kulturen gebräuchlichste verbale Kommunikationsform der zwischenmenschlichen Interaktion (inter = lat. zwischen, actio = lat. Handlung). Im Gegensatz dazu finden andere vollwertige Kommunikationsformen, wie die Gebärdensprache, andere Zeichensprachen, die geschriebene Sprache oder die Kommunikation mittels Piktogrammen (Bildsymbolen), nicht annähernd so häufig Gebrauch.
Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung kann es eine Herausforderung sein, die Lautsprache auf ähnlichem Niveau wie ein gut hörender Mensch zu beherrschen. Die grosse Mehrheit der Menschen mit Hörbeeinträchtigung hat jedoch das Ziel, im Alltag mit gut hörenden Menschen interagieren zu können, zum Beispiel in der Schule, bei der Arbeit, beim Einkaufen oder bei Behörden. Dank moderner technischer Hilfsmittel erlernen heutzutage auch die meisten äusserst stark hörbeeinträchtigten Menschen die Lautsprache. Dies steigert ihre Selbständigkeit allein schon dadurch, dass sie an Unabhängigkeit gewinnen.
Mutter- und Fremdsprache
Für Kinder ist es in der Regel ein Vorteil, wenn sie die Muttersprache der Eltern erwerben. Haben die Eltern mehrere Muttersprachen, lernen Kinder oft sehr schnell beide Sprachen. Dasselbe gilt für hörbeeinträchtigte Kinder, auch wenn die Hürden zu mehreren Sprachen für sie höher sind.
Trotz Hindernissen lernen heute viele Menschen mit Hörbeeinträchtigung eine oder mehrere Fremdsprachen. Es gibt Menschen, die bevorzugt die Lautsprache benutzen und solche, die lieber in Gebärdensprache kommunizieren. Wiederum andere verwenden sowohl die Lautsprache als auch die Gebärdensprache – sie kommunizieren also bilingual. Bilingualität bedeutet Zweisprachigkeit (bi = lat. zwei, lingual = Sprachweise).
Ablesen von den Lippen
Obwohl nur ca. 30 Prozent der Lautsprache von den Lippen abgelesen werden können, ist das Ablesen für Menschen mit Hörbeeinträchtigung eine unentbehrliche Unterstützung beim Verstehen der Lautsprache. Ablesen tut man nicht nur vom Mundbild, sondern auch die ganze Körpersprache wird miteinbezogen. Da das Ablesen keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine Fähigkeit, die man erst durch Übung erwirbt, gibt es für Menschen mit Hörbeeinträchtigung ein gutes Angebot an Ablese- und Verständigungskursen. So bietet beispielsweise die IGGH ein Verständigungstraining an.
LKH ist eine 1994 als Verein gegründete Selbsthilfeorganisation für lautsprachlich kommunizierende Hörbeeinträchtigte jeden Alters.
Ziele:
- Der LKH engagiert sich für eine frühzeitige sowie individuelle lautsprachliche Bildung.
- Die Lautsprache bietet hörbeeinträchtigten Menschen eine faire Chance, ihr Potenzial zu entfalten, sei dies in der Schule, auf dem Arbeitsmarkt oder in der Freizeit.
- So können persönliche Beziehungen erfüllend gepflegt werden, was die Lebensqualität erheblich steigert.
Dienstleistungen
- Interessensvertretung in verschiedenen Organisationen rund um das Hören sowie in der Öffentlichkeit.
- Information und Erfahrungsaustausch, zum Beispiel durch Newsletter und Veranstaltungen.
- Batterien für Hörgeräte und Cochlea-Implantate zu günstigen Konditionen.