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Die Notenbank dürfte das Tempo der Unternehmensbondkäufe beibehalten, weil sie erst vor kurzem an den Markt gekommen ist und kein Mangel an kaufbaren Papieren besteht, sagen Investoren wie TwentyFour Asset Management und BlueBay Asset Management. Stattdessen dürfte sich die geplante Reduzierung der Aktiva-Käufe um 20 Mrd. Euro pro Monat auf den Staatsanleihemarkt konzentrieren, wo das Angebot an in Frage kommenden Papieren knapp wird, sagen sie.
“Ich gehe nicht davon aus, dass sie das Tempo der Unternehmensanleihekäufe reduzieren", sagt Geraud Charpin, Portfolio-Manager in London bei BlueBay. “Es gibt keinen Mangel an Unternehmensbonds und wir werden mehr Neuemissionen sehen."
Fortgesetze EZB-Käufe dürften den Markt für Unternehmensanleihen stützen, nachdem die Renditen von Staatsanleihen angesichts erster Anzeichen einer Verlangsamung der quantitativen Lockerung angezogen haben. Die Notenbank kündigte am Donnerstag an, dass sie ab April die Aktiva-Käufe auf 60 Mrd. Euro im Monat reduzieren werde. Sie verlängerte das Kaufprogamm um neun Monate bis Ende nächsten Jahres.
Längerfristige Staatsanleihen sind am Donnerstag nach der EZB-Ankündigung gefallen, die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen kletterte auf den höchsten Wert seit Januar. Die Renditen von italienischen Papieren gleicher Laufzeit legten um elf Basispunkte zu. Unternehmensanleihen blieben von dem Ausverkauf verschont, die durchschnittliche Rendite von Bonds der Kategorie Investmentgrade sank auf 1,01 Prozent, von zuvor 1,02 Prozent, wie aus Bloomberg Barclays Indexdaten hervorgeht.
Seit Beginn der Käufe im Juni hat die EZB monatlich für etwa 8 Mrd. Euro Unternehmensanleihen gekauft. Sie hält nun Investmentgrade-Papiere im Höhe von 48 Mrd. Euro. Das ist nur etwa 8 Prozent des zur Verfügung stehenden Volumens, was signalisiert, dass die Käufe wohl kaum zurückgefahren werden, sagt Juan Esteban Valencia, Kreditstratege bei Société Générale in Paris.
“Das Unternehmensanleihe-Kaufprogramm wird als letztes betroffen sein, weil es ein junges Programm ist", sagte er. "Sie haben reichlich Spielraum, sehr viel mehr zu kaufen."
(Bloomberg)