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"Alte" 3Com wird geschrumpft.
3Com-CEO Scott Murray hat die im März angekündigten "harten Entscheidungen"
in die Tat umgesetzt: Der Hersteller von Netzwerkinfrastruktur hat gestern Abend anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen und der Bilanz des letzten Geschäftsjahrs die Streichung von rund 250 Vollzeitstellen angekündigt.
Im März hatte 3Com die Mehrheit beim Joint Venture mit Huawei
übernommen, das vor allem im High-end-Bereich und im Carrier-Geschäft sowie im asiatischen Raum tätig ist. Die 250 Stellen sollen aber alle im neu benannten Unternehmensbereich "Secure, Converged Networking" (SCN) gestrichen werden, der mit dem traditionellen Tätigkeitsbereich von 3Com gleichzusetzen ist. Die Belegschaft der "alten" 3Com, die Ende 2005 weltweit noch 1750 Mitarbeitende beschäftigte, wird also um etwa 15 Prozent reduziert, zusätzlich sollen 21 Fabrikationsstätten rund um die Welt geschlossen werden.
Im vierten Quartal seines Geschäftsjahrs 2006, das am 2. Juni endete, verbuchte 3Com 255 Millionen Dollar Umsatz, 44 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das Unternehmen konnte seinen Verlust zwar deutlich senken, bleibt aber in den roten Zahlen: Der Nettoverlust betrug 15 Millionen Dollar, verglichen mit 58 Millionen Dollar vor einem Jahr.
Das Umsatzwachstum im vierten Quartal ist darauf zurückzuführen, dass 3Com nun auch Umsätze des Huawei-3Com-Joint Ventures mitzählen darf. Kompliziert wird die Rechnung allerdings dadurch, dass 3Com in der Bilanz seines vierten Quartals (bis 2.6. 2006) den Umsatz (108 Millionen Dollar) des Joint Ventures aus den beiden Monaten Februar und März einrechnet. Während der Umsatz des SCN-Segments im vierten Quartal um 6 Prozent sank, wuchs der H-3C-Umsatz um 90 Prozent.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2006 verbuchte 3Com 795 Millionen Dollar Umsatz (Vorjahr 651 Millionen) und einen Nettoverlust von 101 Millionen Dollar (Vorjahr 196 Millionen). (Hans Jörg Maron)