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Kurz, präzise und poetisch wirft Willemsen in Wer wir waren, seinem letzten (und unvollendeten) Werk, einen kritischen Blick auf die (westliche) Gesellschaft, derer Teil wir alle sind, liefert wertvolle Denkansätze und Anregungen zur Auseinandersetzung, ohne dabei den moralischen Zeigefinger hochzuhalten. War phasenweise aufgrund der Dichtheit doch eher anspruchsvoll, am Ende ist es das aber wert.
Ein Blick zurück ins heute. Um die Gegenwart in Worte zu fassen, lässt sie Willemsen weit hinter sich. In vielen Rezensionen werden gerne die anscheinend leicht fassbaren Sätze zum Smartphone zitiert. Das ist verkürzt. Die Dinge spielen eine nebengeordnete Rolle. Es geht vielmehr um die Frage, wie wir derzeit mit dem, was uns umgibt umgehen. Zudem wird der Vorwurf erhoben, dass wir aus Bequemlichkeit die Freiheit opfern, selbst unsere freie Zeit wollen wir optimieren. Man tut sich einen Gefallen, vor dem eigentlichen Text zunächst die kurze editorische Notiz am Ende des Bändchens zu lesen. Die von Willemsen so genannte "Zukunftsrede" war tatsächlich eine Rede, die in mehreren Varianten vorliegt. Sie skizziert nur einen groben Abriss, eines größeren Textes, an dem er arbeitete.
Eine glasklare, scharfe und kluge Analyse unserer Zeit und unserer Gesellschaft auf wenigen Seiten. Schade, dass Roger Willemsen während der Arbeit an der endgültigen Fassung dieses Buchs gestorben ist .