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Die nachfolgenden Antworten beziehen sich auf Arbeitsvertragsverhältnisse des Privatrechts. Öffentlich-rechtliche Arbeitsverhältnisse wie Anstellungen in der Verwaltung oder in staatlichen Unternehmen unterstehen meist eigenen Regeln, sodass die nachfolgenden Antworten für sie nicht oder nur eingeschränkt gelten.
Welches ist der Mindestferienanspruch des Arbeitnehmers?
Der Mindestferienanspruch gemäss Art. 329a OR ist wie folgt geregelt:
Hat ein Arbeitnehmer, der während den Ferien krank wird, Anspruch auf Nachgewährung von Ferientagen?
Wer bestimmt über den Zeitpunkt der Ferien des Arbeitnehmers?
Zuständig für die Festsetzung des Ferienzeitpunkts ist der Arbeitgeber. Er hat hierbei jedoch auf die Wünsche des Arbeitnehmers soweit Rücksicht zu nehmen, als dies mit den Interessen des Betriebs vereinbar ist (Art. 329c Abs. 2 OR).
Die Respektierung der Persönlichkeitsrechte des Arbeitnehmers kann in gewissen Fällen verlangen, dass nicht in erster Linie auf die betrieblichen Erfordernisse abgestellt wird. Bei Arbeitnehmenden mit schulpflichtigen Kindern muss auf die Schulferien Rücksicht genommen werden. Ein Arbeitnehmer, der als intensives Hobby Wettkämpfe in einer bestimmten Jahreszeit bestreitet, soll seine Ferien wenn irgend möglich in dieser Jahreszeit beziehen dürfen.
Ein Arbeitnehmer möchte im Verlaufe eines Dienstjahres drei zusammenhängende Ferienwochen beziehen. Sein Arbeitgeber gesteht ihm jedoch nur zwei zusammenhängende Wochen zu. Darf er das?
Das Gesetz sieht vor, dass je Dienstjahr mindestens zwei Ferienwochen zusammenhängen müssen (Art. 329c Abs. 1 OR).
Kann der Arbeitgeber anordnen, dass der Arbeitnehmer seine Ferien während den Betriebsferien bezieht?
Muss für den Besuch eines J&S-Leiterkurses oder für die Leitung eines Pfadfinderlagers das allgemeine Ferienguthaben beansprucht werden?
Hat der Arbeitnehmer, wenn er einen J&S-Leiterkurs besucht, trotzdem Anspruch auf Lohn?
Unter welchen Voraussetzungen und wie lange können dem Arbeitnehmer die Ferien gekürzt werden?
|Verhinderung des/der Arbeitnehmers/in:||Kürzung zulässig:||Beispiel:|
3 ½ Monate verhindert
|durch eigenes Verschulden||wenn der Arbeitnehmer insgesamt um mehr als einen vollen Monat an der Arbeitsleistung verhindert ist. Die Ferien können dies falls für jeden vollen Monat, den er verhindert ist, um einen Zwölftel gekürzt werden (Art. 329b Abs. 1 OR).||um 3/12 kürzen|
|ohne eigenes Verschulden; jedoch aus Gründen, die den Arbeitnehmer speziell betreffen |
(Krankheit, Unfall, Erfüllung gesetzlicher Pflichten, Ausübung eines öffentlichen Amtes oder Jugendurlaub)
|bei einer Abwesenheit von zwei vollen Monaten oder mehr (Art. 329b Abs. 2 OR). Für den ersten Monat der Abwesenheit darf keine Kürzung erfolgen.||3/12 - 1/12 |
= um 2/12 kürzen
|durch Schwangerschaft||bei einer Abwesenheit von drei vollen Monaten oder mehr (Art. 329b Abs. 3 OR). Für die ersten beiden Monate der Abwesenheit darf keine Kürzung erfolgen. |
Wegen Abwesenheit zufolge des 14-wöchigen Mutterschaftsurlaubs dürfen die Ferien nicht gekürzt werden.
|3/12 - 2/12|
= um 1/12 kürzen
Können Ferienansprüche verjähren?
Enthält der Ferienlohn auch die Zulagen?
Dürfen die Ferien mit einer Geldzahlung abgegolten werden?
Grundsätzlich Nein. Der Erholungszweck der Ferien verlangt, dass diese in natura bezogen werden. Bei Teilzeitarbeit mit unregelmässigen Pensen lässt es die Gerichtspraxis zu, dass eine Ferienentschädigung zusätzlich zum Lohn bezahlt wird. Diese Entschädigung muss jedoch sowohl im Arbeitsvertrag als auch auf jeder Lohnabrechnung speziell aufgeführt sein. Dies kann in Form einer Prozentzahl oder eines Frankenbetrags geschehen. Es genügt demnach nicht, in den Vertrag zu schreiben «Ferien im Stundenlohn inbegriffen». Unterlässt der Arbeitgeber diese Angaben, so riskiert er eine doppelte Bezahlung der Ferien.
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