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|Marlies Kobler|
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Heirat am 11. August 1967, Scheidung 28. April 1972, Meine Schwester Christina und Kurt Wälle (kirchlich), sowie Peter Heimann (zivil) waren unser Trauzeugen
Es war im 1965 an der Fasnacht in Dübendorf beim Abverdienen meines Leutnant-Grades. Da traf ich Marlies. Sie wohnte zwar in Glattbrugg, verbrachte aber die Fasnacht bei einer Freundin in Dübendorf. Marlis arbeitete als Lageristin bei der Papyria in Glattbrugg. Wir trafen uns in einem Restaurant beim Tanz. Marlies sah gut aus, war blond und anhänglich. Wir tanzten zusammen und kamen uns dabei näher, und immer näher. Wir schmusten und landeten schlussendlich im Treppenhaus zur Wohnung ihrer Freundin, wo wir uns entdeckten und sie mich schlussendlich in der Küche entjungferte.
Rückblickend war es eine Katastrophe, was meine Eltern mit mir anstellten. Rund 5 Jahre meiner Jugend habe ich durch die strenge Erziehung meiner Eltern verloren. Mit Marlies hatte ich zum ersten Mal Sex im Alter von 22 Jahre notabene. Ich war ein extremer Spätzünder. Ich durfte nie eine Freundin nach Hause bringen. Meine Eltern und später auch meine Mutter duldeten dies nicht. So musste ich Marlies, als ich sie erstmals nach Basel mitbrachte, um sie meiner Mutter vorzustellen, im Hotel Jura beim Bahnhof unterbringen. Ich war zu der Zeit 24 Jahre alt! Daraus kann man ersehen, wie streng ich kontrolliert und erzogen wurde.
Bis Mitte 1965 leistete ich in Dübendorf meine militärische Grundausbildung bis zum Offizier. Anschliessend fuhr ich mit meiner Lambretta am Wochenende zu Marlies in Glattbrugg, wo sie eine kleine 1-Zimmerwohnung bewohnte. Im Sommer 1966 flogen wir nach Gambrils an der Costa Dorada in Spanien und im darauffolgenden Sommer fuhren wir mit der Lambretta über den Gotthard in den Tessin zum Camping!
Marlies war eine hübsche Blondine mit der damals modernen Farah Diba Frisur. Sie liebte die Sonne, trug beim baden kleine Bikinis, ihr Lieblingsgericht war Riz Casimir.
Ich war in der Zwischenzeit seit Frühling 1967 am Technikum in Winterthur, wo ich Chemie studierte, und wohnte anfänglich in einem Zimmer in Winterthur. Am 11. resp. 12. August 1967 heirateten wir in der Basler Peterskirche (Pfr. Schatz) und zogen zusammen in eine 2-Zimmer-Wohnung an der Bruggackerstrasse 15 in 8152 Glattbrugg. Ich heiratete meine erste Liebe, weil ich Liebe und Nähe suchte. Es war eine typische Studentenehe.
In meinem letzten Tech-Jahr konnte ich vom Bruder von Marlis für Fr. 300.-- einen alten DKW-1000 2-Takter kaufen. In viel Fronarbeit und mit Ersatzteilen vom Abbruch brachte ich den DKW wieder zum laufen und ihn sogar durch die Motorfahrzeug-Kontrolle. Sein Unterboden war schlimm durchgerostet, aber mit Polyester-Glasfaser-Gewebe kaschierte ich dies Schäden.
|Auf dem Greifensee|
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Wir fuhren anschliessend mit unserem DKW rund 30'000 km. Fuhren mit ihm nach Novi Vinodolsk bei Zadar (Ex-Jugoslavien/Kroatien) in die Camping-Ferien. Ich hatte 2 Unfälle mit ihm, aber bei beiden war der andere zu 100% schuldig. Den Schaden liess ich mir auszahlen und reparierte die Dellen mit Poyester-Massen. Auf diese Art und Weise finanzierte ich mir den Unterhalt des Autos, da ich als Student ja kein Gehalt hatte.
Einmal kam ich in eine Polizei-Kontrolle. Dabei wurde mir eine defekte Abblend-Lampe und die noch nicht raparierten Dellen beanstandet. Ich musste ihn vorführen. Also wieder unters Auto liegen und reparieren.
Am Tag vor dem Vorführ-Termin sprang mir der DKW nicht mehr an. Die Kohle-Kontakt im Anlasser war schlecht. Ich musste dem Anlasser mit dem Hammer einen Schlag geben, damit der Kohle-Stift nachrutschte. Dann ein zweiter Schock. Der Unterboden unter dem hinteren Fussraum war total durchgerostet. Wasser lief hinein, wenn die Strasse nass war. Den Anlasser reparieren und den Fussraum abdichten konnte ich nicht mehr.
Am Tag der Vorführung regnete es. Auf dem Weg zur Kontroll-Zentrum füllte sich der hintere Fussraum mit Wasser. Vor dem Areal der Motorfahrzeugkontrolle hielt ich deshalb an, schöpfte mit einer Schaufel das Wasser aus dem Fussraum, gab dem Anlasser den obligaten Schlag und fuhr zum Vorführplatz. Dort bekam der Anlasser nochmals einen Schlag, um sicher zu gehen, dass ich ohne Ueberraschung zur Kontrollgrube fahren konnte.
Ich hatte anfänglich Glück, denn der Experte schaute sich das Auto auf dem Abstellplatz an und fuhr nicht zur Kontrollgrube. Zu meinem Schreck startete er dann aber den DKW und machte eine Probefahrt. Mir blieb fast das Herz stehen. Aber der Anlasser funktionierte. Er kam zurück und beanstandete nur etwas den Blinker. Es leuchte nicht mehr optimal. Die verschromte Innenseite der Blinker-Lampe sei abgeblättert. Ich soll sie mit weisser Farbe überstreichen. Er schwärmte vom DKW. Er hat noch gute Leistung, meinte ich, er sei einzig etwas zu laut, aber dies könne man durchlassen. Ich meinte, der Auspuff könne es nicht sein, denn Teile davon hätten wir ersetzt! Nein, meinte der Experte, der Auspuff kann es bei einem 2-Takter nicht sein, denn bei einem Loch im Auspuff würde die Leistung rapide absinken.
Der Experte war zufrieden und begab sich zum nächsten Prüfling. Ich bekam die Zulassung. Mein Anlasser bekam von mir den Hammerschlag und ich fuhr aus dem Kontroll-Areal. Keine 100 m ausserhalb tschäpperte es. Ich hatte meinen Auspuff verloren.
Es war verrückt. Ich war Student und hatte keinen regelmässigen Verdienst. Einzig in den Sommerferien ging ich ein paar Wochen in die CIBA arbeiten. Aber trotzdem konnte ich mir neben dem Auto DKW-1000 einen gebrauchten Wohnwagen anschaffen und dann auch noch ein TOY-Segelboot. Glücklicherweise hatte ich Erspartes auf meinem Bankbüchlein.
Den KIP-Wohnwagen stellte ich über den Sommer am Greifensee auf und machte dann auch noch Wintercamping im Toggenburg. Mehr darüber berichte ich in meinen Ferien-Kapiteln.

Autobiografie von Max Lehmann

Schafmattweg 13, CH-4102 Binningen
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