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‹Kiste im Koffer›
Kuro Tanino / Niwagekidan Penino
Ein ewiger Student, Mitte Vierzig, überfordert mit sich selbst und dem Leben, flieht vor dem tadelnden Vater in einen Wandschrank. Hinter der Tür entdeckt er eine geheimnisvolle Parallelwelt und begibt sich auf eine aussergewöhnliche Reise. Ähnlich wie Carrolls ‹Alice im Wunderland› begegnet er einem Ensemble skurriler Fantasiefiguren, zu gewissen Teilen bestehend aus Mensch, Tier oder Phallus. Die immerzu rotierende Drehbühne ist eine Wunderkammer, deren Räume ein Abbild des Geisteszustands der männlichen Hauptfigur sind. Der Mitvierziger macht nichts anderes als einen Trip durch seine eigene Psyche: So intensiv der fleissige Student nämlich jeweils für seine Prüfungen lernt, genauso unterdrückt ist auch sein emotionales und sexuelles Begehren.
Der ehemalige Psychoanalytiker Kuro Tanino (*1976) hinterfragt in seinen Inszenierungen die Abgründe des Alltags. Fasziniert von den Problemen seiner Patienten, entschied er sich den erlernten Beruf an den Nagel zu hängen, um sich der darstellenden Kunst zu widmen. Tanino gründete seine Theatergruppe ‹Niwagekidan Penino› (dt. ‹Gartentheatergruppe Penino›) im Jahr 2000 mit Universitätsfreunden. Er wurde mit einem Schlag bekannt, als er im November 2007 Ibsens ‹Wildente› inszenierte und dem ‹Theater 1010› in Tokios Kitasenju damit fast einen Monat ein ausverkauftes Haus bescherte. Die ‹Kiste im Koffer› basiert auf drei vorherigen Arbeiten und vereint diese zu einem bildgewaltigen und kafkaesken Kaleidoskop.
Autor und Regie: Kuro Tanino
Japanisch mit deutschen Übertiteln, Dauer 90 Min.
Hier geht's zum Trailer.