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Die afghanische Ärztin Sima Samar erhält den Paul Grüninger Preis 2001. Sie wird ausgezeichnet für ihren Eisatz für das Recht der Frauen auf Gesundheit und Bildung. Der Preis ist mit 50'000 Franken dotiert und wird zum ersten Mal vergeben.
Sima Samar hat seit 1989 in Afghanistan und in Pakistan mehrere medizinische Kliniken für Frauen und Mädchen eingerichtet und Bildungsprojekte aufgebaut, wie der Stiftungsrat der Paul Grüninger Stiftung mitteilte.
Ihre Initiativen werden von der Organisation "Shuhada" getragen, die Sima Samar selbst gründete.
Der St. Galler Polizeikommandant Hauptmann Paul Grüninger (1891-1972) rettete in den Jahren 1938 und 39 mehrere hundert jüdische und andere Flüchtlinge vor der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung. Trotz schweizerischer Grenzsperre nahm er sie in St. Gallen auf, missachtete die Weisungen des Bundes und übertrat auch Gesetze, um die Flüchtlinge zu schützen.
1939 wurde Paul Grüninger von der St. Galler Regierung fristlos entlassen. 1940 wurde er vom Bezirksgericht St. Gallen wegen Amtspflichtverletzung und Urkundenfälschung verurteilt. Er wurde verfemt und später vergessen. Bis zu seinem Tod lebte er in Armut.
1993 ist Paul Grüninger durch die St. Galler Regierung politisch rehabilitiert worden. 1994 hat der Schweizer Bundesrat eine Ehrenerklärung für Paul Grüninger veröffentlicht.
swissinfo und Agenturen