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Der Name des Quartiers leitet sich vom einstigen Klybeckschloss ab, einem auf das Mittelalter zurückgehenden Weiherhauses, das im 18. Jahrhundert den Landvögten von Kleinhüningen als Amtssitz diente und Mitte des 20. Jahrhunderts abgerissen wurde.
Ein grosser Teil des Klybeckquartiers (das heutige Entwicklungsareal «klybeckplus») wird von den Arealen der chemischen Industrie eingenommen, die auf die erste, von Alexander Clavel 1864 hierher verlegte Fabrikationsstätte, zurückreicht. Damals noch ausserhalb der Stadt, wurde das freie Feld nördlich der heutigen Dreirosenbrücke nach und nach überbaut und das Flusswasser für die industrielle Herstellung von Farben genutzt. Mit dem Wachstum der chemischen Fabrik, die als kleine Industrieanlage für die Farbenproduktion begann und 1884 in Gesellschaft für Chemische Industrie in Basel (Ciba) umbenannt wurde, setzte auch eine Verdichtung der Wohnbebauung ein. Das Klybeck entwickelte sich zu einem typischen Arbeiterquartier.
Der südliche Teil des Klybeck hat eine mehr als 100-jährige industrielle Geschichte
«Bis etwa 1870 wurde das unbebaute Land zwischen der Stadt Basel und dem Fischerdorf Kleinhüningen hauptsächlich als Weide genutzt. (…) Neben den Hafenanlagen war es vor allem die Chemische Industrie, die sich in diesem Quartier niederliess. Einen Einfluss auf die Standortwahl hatte sicher die Lage am Rhein, ausserhalb der damaligen Stadt. Wohl aber auch das weiche und klare Wasser der aus dem Schwarzwald stammenden Wiese, das sich gut für die Färberei eignet. Aus der Färberei wiederum hat sich die für Basel bedeutende Chemische Industrie entwickelt. Ihre Anfänge bildeten erfolgreiche Versuche, Farbstoffe für die Seidenbandfärberei synthetisch herzustellen. Die Prägung des Quartiers durch die Industrie war bereits bei seiner Entstehung so deutlich, dass das Statistische Amt bei der Darstellung der Ergebnisse der Volkszählung von 1910 festhielt: ‹Zwischen Horburgstrasse und der Wiese liegt das Industrieviertel Klybeck. (…)›.»Quelle: statistik.bs
Ein Industriegebiet wandelt sich
Für die Bebauungsstruktur des Klybeck ist das zwar stark voneinander getrennte und doch enge Nebeneinander von Industrie- und Wohnbauten charakteristisch. Grundlage für die Bebauung bildete ein gegen Ende des 19. Jahrhunderts festgelegtes Strassennetz, das unter Anpassung an die expandierenden Industriebetriebe auch weitgehend umgesetzt wurde.
Die chemische Industrie prägte nicht nur die soziale Bevölkerungsstruktur, sondern auch das städtebauliche Erscheinungsbild des südlichen Quartierteils. Ihren Anfang nahm die chemische Fabrik mit wenigen, vor allem eingeschossigen Shedbauten (Fabrikhallen mit Sägezahndach). Bereits ab 1895 wurde der alte Nebenarm des Rheins aufgefüllt, um die Klybeckinsel nutzbar zu machen – der Altrheinweg und die Inselstrasse erinnern noch heute daran. Ab 1922 entstanden hier der Umschlagplatz für Brennstoffe und der Hafenbahnhof.
Das Chemie-Areal ist in den rund 150 Jahren seit seiner Gründung stetig gewachsen und hat sich immer wieder stark verändert. Die Bauten wurden den jeweiligen Bedürfnissen angepasst, d.h. sukzessive umgebaut, vergrössert oder neu erstellt. Heute sind die Areale beidseits der Klybeckstrasse von Bauten unterschiedlicher Grösse aus verschiedenen Epochen geprägt. Entlang der Mauerstrasse hingegen hat die durchgehende Verwendung von rotem Sichtbackstein für ein einheitliches Erscheinungsbild gesorgt. In diesem Bereich stehen auch die ältesten erhaltenen Fabrikbauten des weitläufigen Areals.
Das Klybeckareal ist seit seinen Ursprüngen ein Industriegebiet. Seit 2019 befindet es sich nicht mehr im Grundbesitz jener Unternehmen, die hier geforscht, entwickelt und produziert haben. Auch die neuen Grundeigentümerinnen, die Rhystadt AG und die Swiss Life, werden es im Rahmen der bereits im Jahr 2016 geschlossenen Planungsvereinbarung zusammen mit dem Kanton Basel-Stadt in den nächsten Jahrzehnten zu einem lebendigen Stadtteil entwickeln.
BASF im Klybeckareal
Seit 2009 und der Akquisition der Ciba Spezialitätenchemie ist BASF in Basel aktiv. Im Klybeckareal befindet sich die Schweizer Landesvertretung von BASF. Neben der Vermarktung und dem Vertrieb von Pigmenten und Pflanzenschutzprodukten werden von hier aus Dienstleistungen, unter anderem in den Bereichen Personal, Gebäudemanagement, Finanz, Sicherheit, Einkauf, IT und Ingenieurswesen, für die BASF-Gruppengesellschaften in der Schweiz erbracht. Die für BASF zukünftig benötigten Büro-Arbeitsplätze sollen mittelfristig in angemieteten Immobilien im Grossraum Basel untergebracht werden.
Novartis im Klybeckareal
Am früheren globalen Hauptsitz von Ciba-Geigy AG am Standort Basel im Werkareal Klybeck befand sich neben BASF und Huntsman auch die Novartis Pharma AG mit Labor- und Büroarbeitsplätzen. Die Novartis-Fläche im Klybeckareal beträgt rund 165 000 Quadratmeter, wo Novartis heute noch mit einigen Büros temporär eingemietet ist.