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Der schwedisch-schweizerische Elektrotechnik-Konzern hat den Bereich Öl, Gas und Petrochemie an eine Gruppe von privaten Investoren verkauft. Preis: 925 Mio. Dollar (1,14 Mrd. Franken).
Käufer ist ein internationales Konsortium, angeführt von Candover Partners, 3i und JP Morgan.
Der Verkauf des Geschäfts markiert für das in der Schweiz ansässige ABB-Unternehmen einen weiteren Schritt auf seinem Weg der Restrukturierung. Diese wurde nötig, nachdem ABB in den letzten Jahren einen riesigen Schuldenberg angehäuft hatte.
Der Abschluss eines Verfahrens in den USA wegen Bestechungszahlungen durch zwei ABB-Tochtergesellschaften in der vergangenen Woche hatte den Weg für den Verkauf des Upstream-Geschäfts geebnet.
ABB hatte Ende Oktober 2003 mit Candover Partners Ltd, 3i und JPMorgan Partners eine vorläufige Verkaufsvereinbarung getroffen.
Neben der ursprünglich vereinbarten Summe von 925 Mio. Dollar erhält ABB nach weiteren Angaben von Montag einen zusätzlichen Verkaufserlös von bis zu 50 Mio Dollar. Dieser ist vom operativen Ergebnis (Ebitda) des laufenden Jahres abhängig.
Ölförderung-Support
Der Verkauf beinhaltet das US-Unternehmen Vetco Gray sowie den ABB-Bereich Offshore Systems mit Sitz in Norwegen. Diese Upstream-Bereiche seien in über 30 Ländern tätig und beschäftigten rund 8700 Personen.
2003 erwirtschaftete ABB mit OPG einen Gesamtumsatz von 1,7 Mrd. Dollar, wie das Unternehmen mitteilt. Nicht im Verkauf enthalten ist ABB Lummus Global, die hauptsächlich im Downstream-Bereich tätig sei, heisst es weiter.
Der Netto-Barerlös aus dem Verkauf betrage nach Abzug der nicht übertragenen Barmittel und dem Ausgleich untergedeckter Rentenansprüche 800 Mio.Dollar. Der Betrag werde im dritten Quartal verbucht.
Schuldig bekannt
Letzte Woche hatten sich zwei ABB-Tochtergesellschaften in einem US-Verfahren zu Bestechungen in Afrika und Asien schuldig bekannt. ABB werde 10,5 Mio. Dollar an Strafe zahlen sowie weitere 5,9 Mio. Dollar wegen rechtswidriger Gewinne, hatte die US-Börsenaufsicht SEC am Dienstag mitgeteilt.
Die beiden Tochtergesellschaften gaben zu, afrikanische und asiatische Regierungsvertreter zwischen 1998 und 2003 bestochen zu haben, um sich Aufträge zu sichern, so die SEC weiter. Insgesamt hätten die beiden ABB-Firmen über 1,1 Mio. Dollar in Nigeria, Angola und Kasachstan bezahlt.
ABB selbst hatte den Fall vor die amerikanische Börsenaufsicht sowie vor die US-Justiz gebracht.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Der Verkauf des Öl- und Gas-Geschäfts von ABB ist abgeschlossen.
Dadurch fliessen rund 1,1 Mrd. Franken in die ABB-Kassen.
Der Verkauf ist Teil einer ABB-Restrukturierung.
ABB war in die Kritik geraten, weil 2001 zwei Manager Abgangsentschädigungen von insgesamt 233 Mio. erhalten hatten.