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Der von einem hohen Schuldenberg geplagte indische Carrier Jet Airways versucht mit einem riskanten Manöver, aus der Bredouille zu kommen: Die Aktienmehrheit der Fluggesellschaft, genauer 50,1 Prozent, könnte für 1 Indische Rupie - umgerechnet rund 1,4 Rappen - die Hand wechseln. Eine Gruppe von Darlehensgebern, angeführt von der State Bank of India, hat dieses Angebot unterbreitet, und würde gleichzeitig 114 Millionen neue Aktioen ausgeben. Damit würde die Airline Zeit erhalten, um neue Investoren anzulocken, wie «Bloomberg» schreibt. Abgestimmt wird über dieses Vorhaben am morgigen 21. Februar - es braucht nämlich die Zustimmung aller Beteiligen inklusive den Minderheitseignern Etihad Airways und Gründer Naresh Goyal.
Der Zeitpunkt für das Manöver ist insofern nachvollziehbar, als in Kürze wichtige politische Wahlen in Indien anstehen - und bei der Airline sind 23'000 Jobs in Gefahr, weshalb diese auch zu einem politischen Spielball geworden ist. Deshalb mischt sich der Staat indirekt wieder ein.
Jet Airways ist eine der drei grössten indischen Airlines. Sie wurde in den frühen 90er Jahren von Unternehmer Naresh Goyal gegründet, der einst seine Karriere im Reisebüro gestartet hatte. Aktuell besitzt Etihad Airways 24 Prozent an der Airline, welche im Milliarden-Einwohner-Markt Indien über 13,9 Prozent Marktanteil verfügt. Auf der Langstrecke fliegt Jet Airways unter anderem nach London-Heathrow und Amsterdam-Schiphol.
Trotz dieser eigentlich guten Position haben die vielen Low-Cost-Carrier der Full-Service-Airline Jet Airways das Leben schwer gemacht, ebenso wie spezielle Treibstofftaxen in Indien. In den letzten 11 Jahren hat Jet Airways nur gerade in zwei Jahren Geld verdient; die aktuelle Nettoverschuldung beläuft sich auf 72,99 Milliarden Rupien (ca. 1,02 Milliarden Franken). Zwar hatte die Airline Ende 2018 noch umgerechnet rund 500 Millionen Franken in Cash übrig, hat aber seither einige Darlehen nicht zurückgezahlt und Entschädigungen von Mitarbeitenden wie auch von Leasingfirmen zurückgestellt.