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Kleiner Welpe ganz grossEs war einmal ein kleiner Cardigan Welpe, der noch keinen Namen hatte. Er hatte keinen Namen, weil er von einem herzlosen Mann gezüchtet war, der sich weder um den Verstand noch das Herz der Welpen kümmerte sondern nur an die 50$ dachte, die er für jeden bekommen konnte. (Das, liebe Leserinnen und Leser, ist äusserst ungewöhnlich. Cardigan Züchter sind in der Regel sehr nette Leute.)
So wurde der namenlose Welpe zusammen mit anderen namenlosen Welpen auf den Transporter geladen, wo sie in eine alte orangenfarbene Box gepfercht und zum Flughafen gefahren wurden. Weil aber der namenlose Welpe der siebte Sohn eines siebten Sohns war, hatte er eine Vorahnung. Er sah voraus, was auf ihn zukommen würde, und das gefiel ihm gar nicht.
Es war eine lange Fahrt und der herzlose Mann musste schliesslich anhalten und kurz in die Büsche am Rand der Strasse verschwinden. Die orange Box war alt und nicht besonders stabil und hatte nahe beim Boden ein grösseres Loch. Es brauchte nur wenig Druck und der namenlose Welpe befand sich auf der Ladefläche. Mit klopfendem Herzen und den Pfoten vor den Augen rollte er zur Kante, liess sich in das weiche Gras fallen und kugelte wie eine kleine Beutelratte immer weiter, bis er fühlte, dass die Zweige der Büsche entlang der Strasse ihn decken würden. Er lag ganz still. Es vergingen nur wenige Augenblicke, dann hörte er das Geräusch des Motors, zuerst laut und dann immer leiser. Nun war er war allein und die Welt war sehr gross.
An jenem Abend waren ein Farmer namens O'Shaughnessy und sein kleiner Sohn mit den letzten Arbeiten des Tages beschäftigt, als sie einen kleinen Welpen erblickten, der völlig erschöpft in die warme Scheune krabbelte. O'Shaughnessy Jr. war behindert, was vielleicht beide O'Shaughnessys einfühlsamer gegenüber den Schwächen anderer machte. "Wir werden ihn bis morgen behalten", sagte O'Shaughnessy Sr. "Denkst du, dass er warme Maische fressen wird?"
Aber als der Morgen kam, hatte der namenlose Welpe neuen Auftrieb bekommen. Was für eine schöne Welt! Niemand hatte ihm von Kühen erzählt, von Hühnern und Schweinen und jenen lauten Geschöpfen, den Perlhühnern. Voller Begeisterung stellte er sich vor, wie er dafür sorgen würde, dass dieses Federvieh sich anständig aufführte und in regelmässigen Abständen ein Staubbad nahm.
Es ist enorm praktisch, wenn man der siebte Sohn eines siebten Sohns ist. Der kleine Welpe wusste genau, dass der erste Tag der schwierigste sein würde. Was konnte er tun, um O'Shaughnessy Sr. von seinen nützlichen Fähigkeiten zu überzeugen? O'Shaughnessy Jr. hatte er bereits für sich gewonnen.
Wie so oft wenn man es beim Schopf packt, spielte das Schicksal in die Pfoten des Welpen. Noch zu klein und zu schwach für die Arbeit mit den Kühen, war er nicht zu klein, um sich um die Hühner zu kümmern. Und der siebte Sohn eines siebten Sohns wusste, dass dieser Tag äusserst verheissungsvoll aussah. Schwere Wolken zogen auf und ein plötzlicher, kräftiger Windstoss legte die Hälfte des Hühnerhauses um; die andere Hälfte blieb stehen. Hühner und Federn flogen wie Schneeflocken über den Scheunenhof. Mit seinem voll erwachten Hüteinstinkt sammelte der Welpe die überlebenden Hühner zusammen und trieb sie geschickt in den unbeschädigten Teil des Hühnerhauses.
"Wir sollten den kleinen Kerl lieber noch etwas länger behalten", sagte O'Shaughnessy Sr. "Und wir sollten ihm auch einen guten irischen Namen geben, wie zum Beispiel O'Reilly."
Das könnte das glückliche Ende einer Geschichte sein. In der Tat eilte O'Reilly seither von Erfolg zu Erfolg. Da es sich aber um eine wahre Geschichte handelt, müssen gewisse Fakten erwähnt werden:
Erstens: O'Reilly ist inzwischen ein Experte im Hüten von Schweinen und hat eine unerwartete Technik im Umgang mit Sauen und Ebern entwickelt. (Wir wollen hier nicht in Details gehen, aber es hat mit einem leichten Zwicken in die hinteren Körperteile zu tun.)
Zweitens: O'Reilly hat seine ursprüngliche Leidenschaft für das Federvieh weiter verfeinert und hütet Haus- und Wildtruthühner, Perlhühner, ob Hähne oder Hennen, usw. Er versteht es, sie am Grenzzaun auf äusserst photogene Art aufzureihen, so dass die Fotografen der lokalen Bauernzeitungen den O'Shaughnessys hohe Preise für Aufnahmen ihrer Tiere bezahlen.
Drittens: Im Laufe der Monate lernte O'Reilly auch die Arbeit mit den Kühen. Als der viele Schnee kam und sich zwei junge Prämienrinder verirrten, war es O'Reilly, der sie fand. Und gerade rechtzeitig fand er auch den kleinen O'Shaughnessy Jr., der ebenfalls auf der Suche nach den Rindern in eine mit Schnee gefüllte Wasserrinne gefallen war, aus der er sich kaum selbst hätte befreien können. Aber O'Reilly buddelte, zerrte und zog und schliesslich kehrten alle siegreich und unversehrt zur Scheune zurück.
Kurz gesagt: O'REILLY IST SPITZE!
Wünscht vielleicht jemand eine Registrierung beim American Kennel Club oder eine Ahnentafel?
Die O'Shaughnessys würden nur den Kopf schütteln. Und O'Reilly ebenfalls.
Autor unbekannt.
Aus The Cardigan News-Bulletin 1973, Nr. 1
Übersetzung: ANo