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Der Krapp spielte seit der Antike bis zur Ablösung vom Einsatz von synthetischen Farbstoffen eine zentrale Rolle. Der Lebensraum der wärmeliebenden Pflanze sind Äcker, Weinberge, Schuttplätze und Wegränder. Zum Färben werden die drei Jahre alten Wurzeln im Frühjahr und Herbst ausgegraben, getrocknet und zerkleinert. Der Farbton kann von kräftigem Rot über Orange bis zu hellrosa reichen. Der rote Farbstoff Alizalin entwickelt sich erst beim Trocknen. Die Farbkraft von den getrockneten Wurzeln nimmt stetig zu und erreicht ihren Höhepunkt nach drei Jahren. Danach schwächt sie sich wieder ab.
Die Wurzeln müssen in kleine Stücke geschnitten werden.
Danach werden sie pulverisiert. Für einen kräftigen Farbton müssen 300g Krapp auf 1 kg Wolle gerechnet werden. Der Krapp wird über Nacht in lauwarmen Wasser eingeweicht. Das ganze durch ein Tuch seihen und die Krappstücke im Tuch einbinden.
Mit 40 L Wasser auffüllen und die angefeuchtete Wolle mit dem Krapp zusammen etwa 1Stunde auf 65°-75° C erhitzen und die Temperatur halten. Wird Krapp über 75° erhitzt, verwandelt sich das Rot in Braun. Die Wolle aus dem Farbbad nehmen, im Schatten trocknen lassen. Danach spülen und waschen, und wieder im Schatten trocknen lassen. Das Farbbad kann wiederverwendet werden.