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Triebschnee blieb auch in dieser Wochenberichtsperiode verbreitet die Hauptgefahr. Die Wetterentwicklung war dabei dynamisch: Neuschnee im Norden mit starkem Westwind ... Nordwindschub am zentralen Alpensüdhang ... Ostwind mit stellenweise Verfrachtung ... kurze Ruhephase ... einsetzender Föhn im Norden ... starker bis stürmischer Westwind ... Schnee, im Westen und Süden ergiebig ... wieder Nordwind am Alpensüdhang ... kalt - mild - kalt. Neu- und Triebschnee waren teils recht stabil, teils aber auch leicht auslösbar (vgl. Abbildung 1). Darunter schien der Altschnee im Norden und Süden stabil zu sein. Die grosse Frage war, ob Altschneebrüche in den inneralpinen Gebieten durch die Überlast von Neu- und Triebschnee wieder häufiger auftraten.
Am Freitag, 24.02. fiel im Norden Schnee. Die Schneefallgrenze sank im Westen von rund 2000 auf 1500 m, im Nordosten von 1500 auf 1000 m. Oberhalb von rund 1800 m fielen folgende Schneemengen (vgl. Abbildung 2):
Vom Samstag, 25.02. bis Montag, 27.02. war es abgesehen von einigen hohen Wolkenfeldern recht sonnig und mit +4 °C wurde es am Sonntag mild. In der Nacht auf Samstag blies am zentralen Alpensüdhang starker Nordföhn, der tagsüber abflaute (Windphase 1). In den übrigen Gebieten wehte am Samstag ein mässiger Nordostwind, der vor allem den lockeren Schnee im Norden verfrachten konnte (Windphase 2; vgl. auch Abbildung 3). Nach einer Windpause in der Nacht auf Sonntag, drehte der Wind am Sonntag auf West und wehte am Alpennordhang in exponierten Lagen mässig, im Hochgebirge und im Jura stark (Windphase 3). Am Montag drehte der Wind auf Südwest, wehte vorerst schwach bis mässig, am Nachmittag aber oft stark. In den nördlichen Alpentälern setzte der Föhn ein (Windphase 4).
Von Dienstag, 28.02. bis Donnerstag, 02.03. lagen die Alpen in einer kräftigen Westströmung mit eingelagerten Fronten. Der Wind erreichte bereits in der Nacht auf Dienstag Sturmstärke. Am stärksten wehte der Südwestwind auf den Jurahöhen. In den Alpentälern blies starker Südföhn (Windphase 5). Nach einer kurzen Beruhigung am Dienstagmorgen nahm er im Laufe des Nachmittags bereits wieder zu und blies in der Nacht auf Mittwoch im Norden stark, im Hochgebirge teils stürmisch aus West bis Nord. Im Süden kam vorübergehend starker Nordföhn auf (Windphase 6). In der Folge liess zwar der Wind etwas nach, wehte aber insbesondere in der Höhe weiterhin zeitweise stark aus westlichen Richtungen. Mit den verschiedenen Frontdurchgängen fiel auch Niederschlag, oberhalb von rund 1500 m meist in Form von Schnee. Mit einer markanten Abkühlung am Dienstag sank die Schneefallgrenze zwischenzeitlich unter 1000 m. Am Dienstag fiel vor allem ganz im Westen und im südlichen Graubünden Schnee, am Mittwoch und Donnerstag dann im Westen und Norden. Von Dienstagmorgen bis Donnerstagmittag fielen oberhalb von rund 1800 m folgende Schneemengen (vgl. Abbildung 4):
Die Hauptgefahr ging erst vom Triebschnee, ab Dienstag dann vom Neu- und Triebschnee aus. Inneralpin wurde zudem das Altschneeproblem wieder prominenter.
Der Neu- und Triebschnee vom Freitag, 24.02. fiel verbreitet auf eine Kruste, die durch den Regen und die Wärme am Dienstag 21.02. und die anschliessende Abkühlung unterhalb von rund 2200 bis 2400 m entstanden war. Auf dieser Kruste lag gebietsweise ein Oberflächenreif, welcher allerdings mit dem Wind zu Niederschlagsbeginn meist zerstört wurde. An eher windgeschützten Stellen dürte er aber noch vorhanden gewesen sein (vgl. Abbildung 5). Dort, wo der Oberflächenreif zerstört wurde, war die Verbindung vom Neu- und Triebschnee zur Kruste meist günstig. Lawinen konnten eher innerhalb der Neu- und Triebschneeschichten als am Übergang zur Kruste ausgelöst werden (vgl. Abbildung 6).
In der Folge, beruhigte sich dieses Triebschneeproblem relativ rasch und am Sonntag, 26.02. und Montag, 27.02. herrschten mehrheitlich günstige Verhältnisse mit verbreitet mässiger Lawinengefahr (Gefahrenverlauf).
Am Dienstag, 28.02. stieg dann die Lawinengefahr mit Neuschnee und Wind rasch und verbreitet an. Die Verhältnisse blieben in der Folge heikel, in der Nacht vom Mittwoch, 01.03. auf den Donnerstag, 02.03. sogar mit grosser Lawinengefahr in den westlichsten Gebieten des Wallis. Gute Sprengerfolge und auch spontane Lawinenabgänge bestätigten vor allem in den Hauptniederschlagsgebieten im Wallis und in den südlichen Gebieten Graubündens, die heikle Lawinensituation. Der Lawinenaktivitätsindex zeigte am Mittwoch, 01.03. erstmals seit anfangs Februar wieder einen markanten Anstieg (vgl. Abbildung 7).
Wie reagierte die Schneedecke in den inneralpinen Regionen mit schwachem Altschnee?
Der Lawinenwarndienst ging davon aus, dass durch den Neu- und Triebschnee und die damit verbundene Zusatzbelastung und Veränderung der Schneebretteigenschaften Brüche in der schwachen Altschneedecke wieder zunehmen würden. Dies wurde vor allem in Graubünden durch einige Lawinenauslösungen bestätigt. Wobei oft primär der Triebschnee als Lawine ausgelöst wurde, dieser dann aber in den schwachen Altschnee hinunter riss. Die Lawinen rissen meist nicht extrem in die Breite. In wenigen Fällen war die Bruchausbreitung aber gut und es gab mittlere Lawinen (vgl. Abbildung 8).
Trotz den Schneefällen in dieser Wochenberichtsperiode blieb die allgemeine Schneelage unterdurchschnittlich. Auf 2000 m lag am meisten Schnee in den westlichsten Gebieten des Alpennordhanges sowie in einem Streifen vom östlichen Berner Oberland über die Zentralschweiz bis ins Alpsteingebiet mit 120 bis 200 cm Schnee. Am wenigsten Schnee lag in den südlichen Vispertälern, im südlichen Simplongebiet sowie im zentralen Engadin, im Puschlav und im Münstertal mit rund 20 bis 50 cm (Schneehöhe auf 2000 m).
Am Donnerstag, 02.03. erreignete sich im Gebiet Obersaxen ein tödlicher Lawinenunfall. Bis Redaktionsschluss waren jedoch noch keine Details bekannt. Im Weiteren wurden diverse Lawinen durch Personen ausgelöst, jedoch blieben alle Vorfälle ohne gravierende Folgen.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.