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Frankreich braucht 35 neue Kernkraftwerkseinheiten
Bigot warnte die französische Regierung anlässlich der European Nuclear Conference, die am 11. bis 14. Mai 2014 in Marseille stattfand, davor, allzu schnell aus der Kernenergie auszusteigen, auch wenn einige Werke bald das Ende ihrer Betriebsdauer erreichen würden. Die Kernenergie sei – zusammen mit den erneuerbaren Energien – einer der beiden Hauptpfeiler des französischen Stromversorgungsmix.
In Frankreich sind gegenwärtig 58 Kernkraftwerkseinheiten in Betrieb. Viele davon nahmen gegen Ende der 1970er- sowie Anfang der 1980er-Jahre den Betrieb auf. Ihre Lebensdauer wird derzeit mit 40 Jahren veranschlagt. Bigot betonte in seiner Rede, dass es ohne den Ersatz bestehender Kernkraftwerkseinheiten «sehr schwierig» würde, mittelfristig einen Atomstromanteil von 50% zu halten. Gegenwärtig liegt dieser in Frankreich bei 75%. Ohne entsprechende Massnahmen, davon geht Bigot aus, müsste Frankreich 2050 oder 2060 ohne Kernkraftwerke auskommen.
Frankreichs Präsident François Hollande will den Kernenergieanteil von heute rund 75% bis 2025 auf 50% reduzieren. Doch bereits gibt es kritische Stimmen gegen diese Pläne. So warnte die interparlamentarische Delegation für Wissenschaft- und Technologie-Folgeabschätzung der Nationalversammlung und des Senats (Opecst) im Oktober 2013 vor den Auswirkungen einer schnellen Reduktion des Kernenergieanteils im Strommix. Die Opecst sprach sich dafür aus, die Reduktion des Kernenergieanteils erst ab 2030 in Angriff zu nehmen und den Zeithorizont für einen vollständigen Ausstieg auf 2100 auszudehnen.