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Kunststoff als Rasenersatz
Ein Kunstrasen besteht aus einem Kunststoff, der wegen seiner Strapazierfähigkeit und Hautverträglichkeit für Fussballplätze besonders geeignet ist.Weiterlesen … Kunststoff als Rasenersatz
Ein Fussball muss nicht nur leicht und elastisch sein, sondern auch stabil. Die Stabilität erhält er durch seine musterartige Oberflächenstruktur.
Die Oberfläche eines traditionellen Fussballs besteht aus 20 regelmässigen Sechsecken und 12 regelmässigen Fünfecken aus Leder oder Kunstleder. Werden diese Flächen an den Ecken und Kanten zusammengenäht, entsteht eine runde Oberfläche, die wegen ihrer Stabilität optimal für ein Sportgerät geeignet ist. Im Innern des Fussballs sorgt eine mit Luft gefüllte Gummiblase für den Druck und die Sprunghaftigkeit des Balls.
Heutzutage haben Fussbälle aber meist eine andere, und trotzdem stabile Oberflächenstruktur. Möglich machen das neue Materialien und Herstellungsverfahren. An der WM 2010 in Südafrika hatte der offiziellen Spielball mit dem Namen „Jabulani“ (= feiern) nur noch 8 Flächen, die nicht mehr genäht, sondern zusammengeklebt sind. Weil dabei keine Nähte mehr die Oberfläche durchziehen, ist der Ball noch runder. Der offizielle Spielball für die EM 2012 hiess Tango 12 und war eine technische Weiterentwicklung des Jabulani.
Die Struktur mit den fünf- und sechseckigen Flächen ist nicht nur im Sport bekannt. Diese "Fussballstruktur" ist eine der stabilsten natürlichen Strukturen des Kohlenstoffs. Er kommt nicht nur in Form von beispielsweise Diamant oder Graphit vor, sondern eben auch in der Fussballform. Diese runden Kohlenstoffteilchen heissen Fullerene. Deren Entdeckung war in den 80er Jahren eine Sensation. Dafür erhielt unter anderem der Chemiker Sir Harald W. Kroto den Nobelpreis. Die Struktur der Fullerene wurde übrigens ursprünglich von einem Architekten namens Buckminster Fuller entworfen, der in den 1950er Jahren als erster Kuppeln aus Fünf- und Sechsecken gebaut hatte. Die Teilchen wurden deshalb bei ihrer Entdeckung in den 80er Jahren nach ihm benannt. Wegen der fussballartigen Struktur nennt man sie auch "Buckyballs".
Die Entdeckung der Fullerene leistete einen grossen Beitrag zur Entwicklung der Nanotechnologie. Denn Fullerene sind winzig klein und lassen sich mit besonderen Techniken zu Kohlenstoff-Nanoröhren (auch Nanotubes genannt) zusammenbauen. Mit diesen können zum Beispiel elektrische Schaltkreise gebaut und in Automotoren eingesetzt werden. Die Motoren sind mit Hilfe der Nanoröhren kleiner und effizienter.
Auch in der Medizin werden die Nanoröhren voraussichtlich - zum Beispiel in Form von Nanokapseln - zum Einsatz kommen. In ihnen können Wirkstoffe eingepackt werden. Dadurch werden auf dem Weg zum Ziel im Körper Wechselwirkungen des Wirkstoffes mit der Umgebung verhindert. In Nanokapseln gepackte Wirkstoffe gelangen so in unveränderter und wirksamer Form durch Speiseröhre, Magen und Darm zu ihrem Ziel, zum Beispiel zu Krebszellen. Noch braucht es jedoch intensive Forschung, um die Verträglichkeit der Nanokapseln abzuklären.