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„Gesundheit ist nicht alles. Aber alles ist nichts ohne Gesundheit“.
Ein Spruch, so richtig gemacht für Festreden und Gesundheitsbroschüren.
Mit den Kalendersprüchen ist es so eine Sache. Sie haben es darauf angelegt, gedankenloses Kopfnicken zu provozieren. Aber sagt der Spruch auch das, was man zu hören glaubt: Nämlich, dass Gesundheit zwar wichtig, aber nicht der letzte Lebenszweck sei?
Machen wir ein kleines Experiment. Ersetzen wir einmal „Gesundheit“ durch das Wort „Geld“.
Also: „Geld ist nicht alles. Aber alles ist nichts ohne Geld“.
Der Spruch vergeht auf der Zunge wie Zuckerwatte. Und hinterlässt einen schalen Nachgeschmack.
Er täuscht Weisheit vor und stellt doch nur eine dreiste und herabsetzende Behauptung auf.
Zuerst wird auf falsche Bescheidenheit gemacht: Geld, Gesundheit (was auch immer) ist nicht alles. Nach dem Bückling dann der Hammer: Ohne Geld, Gesundheit (was auch immer) ist alles andere, was es an Werten auch noch geben könnte, null und nichts.
Das ist etwa so, wie wenn der Stürmerstar des FC Stupfwil seinen siegreichen Sonntagsschuss so kommentiert: „Ich bin nicht der FC Stupfwil. Aber ohne mich wäre der FC Stupfwil nichts.“ Ein solcher Mann gehört für die nächsten paar Spiele auf die Reservebank.