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Inhaltsverzeichnis
Ziele der RSD-Messungen
Die RSD-Messungen bringen Erkenntnisse über die Emissionen der Fahrzeuge in realen Verkehrssituationen – beispielsweise über den Anteil hochemittierender Fahrzeuge am gesamten Fahrzeugbestand, dem Alterungsverhalten von Abgasreinigungssystemen sowie der Abhängigkeiten der Schadstoffwerte von einzelnen Abgasstufen (EURO-Normen).
Ein weiteres Ziel der RSD-Messungen ist es, den Einfluss von verkehrsbedingten Faktoren wie beispielsweise der Fahrdynamik (Beschleunigung, Geschwindigkeit) auf den Abgasausstoss zu analysieren.
Messungen an Einzelfahrzeugen haben nur indikativen Charakter und sind rechtlich nicht verbindlich. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen primär als Grundlage für die Planung und den Vollzug von Luftreinhalte-Massnahmen.
Messresultate
Seit Messbeginn vor mehr als zwanzig Jahren wurden mit dem RSD-Messverfahren über eine Million Fahrzeuge gemessen.
Bei den benzinbetriebenen Fahrzeugen entspricht die Abnahme der realen NOx-Emissionen dem generellen Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen.
Hingegen gibt es bei den dieselbetriebenen Personen- und Lieferwagen folgende Erkenntnisse:
- Dieselfahrzeuge emittieren je nach Abgaskategorie zwischen Euro 2 und Euro 6b rund 5- bis 20-mal mehr NOx als Benzinfahrzeuge, für Euro 6c und vor allem Euro 6d sind die Unterschiede zwischen Benzin- und Dieselfahrzeugen viel weniger stark ausgeprägt.
- Die Messungen von Diesel-Personen- und Lieferwagen der Abgasnormen Euro 6c und der neuesten Abgasnorm 6d zeigen eine substantielle Verminderung der realen NOx-Emissionen auf. Die NOx-Emissionen bewegen sich im realen Fahrbetrieb im Durchschnitt aller Euro 6d Dieselfahrzeuge im Bereich des vorgegebenen Grenzwertes. Erstmals seit mehr als zwanzig Jahren stossen somit neue Diesel-Personen- und Lieferwagen auch im realen Fahrbetrieb nicht mehr NOx aus, als gesetzlich vorgeschrieben.
- Diesel-Personenwagen der Abgasnorm Euro 6b (Inbetriebnahme September 2015 bis September 2018) sind im Durchschnitt sauberer als Euro 5 Fahrzeuge. Sie stossen zwar halb so viel NOx aus wie Euro 5 Fahrzeuge, aber fünfmal so viel, wie aufgrund der Abgasnorm zu erwarten wäre und weisen somit im Mittel nur leicht niedrigere NOx-Emissionen auf als die Diesel-Personenwagen zu Beginn der 90er-Jahre. Das liegt daran, dass für Euro 6b zwar rund die Hälfte der gemessenen Fahrzeuge auch unter realen Fahrbedingungen ähnlich viel NOx ausstossen, wie bei der Typenzulassung vorgegeben, der Rest allerdings weiterhin bei Weitem zu viel.
- Der Verlauf der gemessenen realen NOx-Emissionen war bis etwa 2014 gegenläufig zum Verlauf der Abgasnorm-Verschärfungen. Die Emissionen haben seit Anfang der 90er Jahre (Euro 1) bis 2000 (Euro 3) stark zugenommen. Danach stagnierten sie auf hohem Niveau bis 2014 (Euro 5). Dies bedeutet, dass Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 4 und 5 (rund die Hälfte der aktuellen Diesel-PW Fahrzeugflotte) mehr NOx ausstossen als alte Fahrzeuge mit Abgasnorm Euro 1.
Fazit
Die Hypothek der im realen Fahrbetrieb erhöhten Emissionen von Dieselfahrzeugen der Abgasnormen Euro 2 bis Euro 6b besteht noch für Jahre, weil diese Fahrzeuge als Teil in der Fahrzeugflotte weiterhin im Strassenverkehr unterwegs sind. Ihr Anteil nimmt nun mit der Zeit langsam ab, während die Abgasnorm Euro 6d die Flotte weiter durchdringt. Die mittlere NOx-Emission aller gemessenen Diesel- und Benzinfahrzeuge hatte in den Jahren 2014/2015 ihren Höchststand. Aufgrund der Verbesserungen der neuesten Fahrzeuge beginnt sie nun langsam zu sinken und bewegt sich gegenwärtig ungefähr auf dem Niveau von 2008 bis 2011. Diese Abnahme wird sich in den nächsten Jahren weiter fortsetzen.