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Erste Künsterinnen-Generation
Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung zwischen 1880 und 1980 in vier Stufen nach: In der sogenannten Gründerzeit konnten sich nur Töchter aus der bürgerlichen Oberschicht als Künstlerinnen betätigen. Mit Mathilde van Zùylen (1842–1914), Martha Haffter (1873–1951) oder Sophie Egger-Looser (1879–1969) lässt sich eine erste Generation von Frauen festmachen, die aus reichem Hause stammend mehr oder weniger erfolgreich eine Karriere als Malerinnen anstrebten, immer wesentlich bestimmt und behindert durch ihr bürgerlich-familiäres Umfeld.
Zweite Künsterinnen-Generation
Nicht wesentlich jünger ist eine zweite Gruppe von Künstlerinnen, zu der Helen Dahm (1878–1968), Margrit Roesch (1880–1969) oder Nina Brühlmann-Bindschedler (1877–1954) gehören. Diese Frauen – ebenfalls aus dem gehobenen Bürgertum – erkämpften sich eine professionelle Ausbildung in den Zentren der europäischen Kunst wie München oder Paris. Im Werk dieser Frauen, die alle durch die kunstgewerbliche Bewegung beeinflusst wurden, verband sich avantgardistischer Kunstausdruck immer auch mit der Vorstellung der Befreiung der Frau aus den gesellschaftlichen Fesseln der Männerwelt.
Dritte Künsterinnen-Generation
Neben den avantgardistischen Experimentatorinnen gab es mit Friedel Grieder (1890–1980) oder Elsbeth Meyer (1911–1948) auch Plastikerinnen, die auf dem Feld der Bildhauerei ihren eigenen, eher konservativen Ausdruck suchten. Daneben fand Isabelle Waldberg (1911–1990) mit ihren abstrakten Plastiken den Weg in die Metropolen Paris und New York.
Eine Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Handwerk und freiem Bild gab es im Bereich der Fotografie, die allerdings erst nach 1980 die Kunstweihe erfuhr. Mit Martha Gubler (1902–2005), Saskia Egloff (1902–1994) Susi Iff-Kolb (1932) und Rosmarie Baer (1933–2003) gab es gleich mehrere Fotografinnen, die sich im Tätigkeitsfeld zwischen Reportagefotografie und Porträtaufträgen im dörflichen Atelier ein Auskommen sicherten.
Vierte Künsterinnen-Generation
Erst die Generation der nach dem 2. Weltkrieg tätigen Künstlerinnen wie Inge Schön (1916–1995), Charlotte Kluge-Fülscher (1929–1998), Eva Wipf (1929–1978) oder auch Hedy Zuber (1916–1996) erreichten formell einen gleichberechtigten Stand mit ihren männlichen Kollegen. Sie sind ebenbürtige Mitglieder in Künstler/innen-Organisationen und haben mit den gleichen Herausforderungen des Berufes wie ihre männlichen Kollegen zu kämpfen.