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Man könnte sagen, dass (fast) alle etwas für die nachhaltige Entwicklung tun. In der Schweiz unternehmen Bund und Kantone Anstrengungen zugunsten der sozialen Gerechtigkeit, der Erhaltung einer gesunden Umwelt und des wirtschaftlichen Fortschritts. Um jedoch eine wirklich nachhaltige Gesellschaft zu erreichen, müssen alle Ziele mit derselben Ambition umgesetzt und unter Berücksichtigung ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten angegangen werden. So stellt sich etwa die Frage, wie der wirtschaftliche Fortschritt und die soziale Gerechtigkeit gefördert werden können, ohne der Umwelt zu schaden. Und umgekehrt: Wie kann der Umweltschutz zu sozialer Gerechtigkeit und Wohlstand beitragen? Dies sind nur zwei Beispiele für die Wechselwirkungen und gegenseitigen Abhängigkeiten.
Je nachdem, auf welches Thema sie sich eine Zielvorgabe bezieht (Biodiversität, Migration, Tourismus usw.) trägt es eher zum Schutz des Planeten, zum Wohlergehen der Menschen oder zum wirtschaftlichen Wohlstand bei. Keine der Zielvorgaben bleibt jedoch von den anderen vollständig unberührt. Alle 31 Zielvorgaben der Strategie beeinflussen sich gegenseitig. So können beispielsweise ehrgeizige Ziele für die einheimische Erzeugung erneuerbarer Energien Innovationen und KMU-Gründungen auslösen und sich gleichzeitig positiv auf die Wasserressourcen auswirken; eine Verringerung der Prekarität führt zu einer geringeren Exposition gegenüber psychischen Erkrankungen und kann es den Eltern ermöglichen, mehr Zeit für die Erziehung ihrer Kinder oder für Tätigkeiten zugunsten der Gemeinschaft bzw. der Umwelt aufzuwenden. Ein sozial verantwortliches Unternehmen wird für gute Arbeitsbedingungen sorgen (insbesondere durch Verzicht auf illegale Beschäftigung) und die Auswirkungen seiner Tätigkeit auf die Umwelt verringern – zwei positive Faktoren für die Bekämpfung von Prekarität, die Verbesserung der Sicherheit am Arbeitsplatz und die Bewahrung der Biodiversität. Eine kohärente Raumentwicklung dank Qualitätsverdichtung, die mit der Schaffung nachhaltiger Quartiere verwirklicht wird, wird die sozialen Beziehungen fördern, insbesondere durch die Stärkung der Solidarität zwischen den Generationen, ein brennendes Thema angesichts der Alterung der Bevölkerung.
Abbildung F veranschaulicht das Zusammenspiel der 31 für diese Strategie ausgewählten Zielvorgaben. Sie zeigt, auf welche Weise und in welchem Ausmass die Zielvorgaben in den Spalten die Zielvorgaben in den Zeilen beeinflussen. Ein solches Analyseraster basiert auf den subjektiven Einschätzungen der Personen, die die Bewertung vornehmen, und nicht auf Beobachtungen oder Messungen. Entsprechend können sich die Bewertungen von einer Person zur anderen unterscheiden. In gewissen Fällen ist der Einfluss einer Zielvorgabe auf eine andere nicht eindeutig und kann somit nicht
definiert werden, weil er von der Umsetzung der Zielvorgabe abhängt. Weiter darf nicht vergessen werden, dass die Zielvorgaben eine Vision zum Ausdruck bringen und nicht unbedingt der aktuellen Realität entsprechen. Deshalb stehen sie kaum in einem Spannungsfeld zueinander. Die meisten von ihnen verstärken sich gegenseitig und können miteinander vereinbart werden. Es wurde versucht, die verbleibenden Konflikte durch eine geschickte Wahl der Wirkungs- und/oder der Leistungsziele zu lösen. Positive Wechselwirkungen wurden im Aktionsplan so weit wie möglich hervorgehoben.
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Die sechs Zielvorgaben mit dem grössten Einfluss auf die anderen gelten als Schwerpunktzielvorgaben. Nur wenn diese erreicht werden, können auch die anderen auf sinnvolle Weise verwirklicht werden. Entsprechend ist es wichtig, dass der Kanton hier tätig ist. Die Schwerpunktzielvorgaben lauten:
- Zielvorgabe 1.1 Verhinderung und Bekämpfung von Armut
- Zielvorgabe 4.1 Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Zielvorgabe 9.1 Etablierung von Freiburg als Innovationsstandort für nachhaltige Entwicklung
- Zielvorgabe 11.3 Stärkung der nachhaltigen Siedlungsentwicklung
- Zielvorgabe 11.4 Förderung einer kohärenten und inklusiven Raumentwicklung für eine rationelle Nutzung der Ressourcen und die Stärkung der Klimaresilienz
- Zielvorgabe 13.1 Anpassung an den Klimawandel und Reduktion der Treibhausgasemissionen
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Nachhaltige Entwicklung
Chorherrengasse 17
1701 Freiburg