Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03552.jsonl.gz/2226

Nachhaltigkeit Definition
Zur Nachhaltigkeit gibt es unzählige Definitionen und Begriffserklärungen. Eine allgemein gültige Definition von Nachhaltigkeit gibt es nicht. Hier wird dennoch der Versuch gewagt, Nachhaltigkeit zu definieren.
Das Konzept der Nachhaltigkeit basiert auf dem Gedanken, dass die Nutzung von regenerierbaren, nachwachsenden Ressourcen in dem Masse erfolgt, wie die Ressourcen sich wieder regenerieren und nachwachsen können. Diese ursprüngliche Definition stammt aus der Forstwirtschaft, wo Hans Carl von Carlowitz im Jahr1713 in einer Publikation von der nachhaltigen Nutzung von Wäldern sprach.
Eine Ausweitung des Begriffs Nachhaltigkeit erfolgt 1972 mit einem Bericht des Club of Rome (NGO, die einen globalen Gedankenaustausch zu verschiedenen internationalen politischen Fragen betreibt) unter dem Titel «Die Grenzen des Wachstums». Der Bericht befasst sich mit der Zukunft der Weltwirtschaft und äussert darin die düstere Prognose, wonach die «absolute Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht wird, wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, der Industrialisierung, der Umweltverschmutzung, der Nahrungsmittelproduktion und der Ausbeutung von natürlichen Rohstoffen unverändert anhält.» Der Club of Rome suchte in der Folge ein nachhaltiges Weltwirtschaftsmodell, welches den prognostizierten Kollaps verhindern sollte.
Die Vereinten Nationen beriefen aufgrund der anwachsenden Besorgnis um eine zukunftsfähige Weltwirtschaft schliesslich die Weltkommission für Umwelt ein. Die Kommission hat die Ausarbeitung einer Entwicklungspolitik zum Ziel, welche die Umwelt und die Gesellschaft nicht belastet. Unter der Vorsitzenden Gro Harlem Brundtland (damalige norwegische Ministerpräsidentin) wurde 1987 der abschliessende Brundtland-Bericht veröffentlicht. Dieser Bericht wird häufig als Quelle für einen Definitionsversuch von Nachhaltigkeit herangezogen. Nachhaltige Entwicklung heisst dort «eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können».
Das darauf basierende Nachhaltigkeits-Konzept besteht aus drei Säulen. Die Säule der ökologischen Nachhaltigkeit befasst sich mit dem Erhalt der Natur und Umwelt für die nachfolgende Generation. Die Säule der ökonomischen Nachhaltigkeit umfasst eine Wirtschaftsweise, welche die natürlichen Ressourcen nicht ausbeutet, langfristig tragfähig ist und Grundlage für allgemeinen Wohlstand ist. Die Säule der sozialen Nachhaltigkeit setzt weniger auf die Gerechtigkeit zwischen den Generationen, als vielmehr auf die Gerechtigkeit zwischen dem Norden und Süden der Welt. Dabei sollen die Grundbedürfnisse aller Menschen gesichert und den Zugang zu den Ressourcen dieser Welt gerecht verteilt sein.
Quelle: wikipedia.org, Text: Lea Schwer