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SNF Forschungsprojekt 2014-2017
Die Alpenbegeisterung, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im nördlichen Europa aufkam, stand stark unter dem Einfluss der Aufklärung und ihrer bürgerlichen Freiheitsideale. Doch seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde die Gleichsetzung von Bergen und republikanischer Freiheit konkurrenziert durch romantische Strömungen, welche zur Monarchie tendierten und die Ergebenheit und Treue der alpinen Gesellschaften hervorhoben. Die europäischen Königshäuser fanden jetzt Gefallen am Alpenraum und bereisten ihn selbst, was bei den Zeitgenossen Aufmerksamkeit erregte und die Tourismusentwicklung antrieb.
Das im Mai 2014 gestartete und auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt untersucht die Verbindung von Monarchie, Alpenideologie und Tourismus anhand der europäischen Königshäuser von Grossbritannien, Savoyen/Italien und Österreich im Gebiet des ganzen Alpenraums. Die Untersuchungsperiode reicht von den 1760er Jahren, als Alpenreisen und Aufklärung einen starken Aufschwung erlebten, bis in die Belle Epoque vor dem Ersten Weltkrieg.
Wilhelm Tell und Andreas Hofer sind als Freiheitshelden der Berge bis heute präsent. Andere alpine Ikonen wie Erzherzog Johann, Kaiser Franz Joseph I. und seine Gattin Elisabeth „Sisi“ von Österreich stammen aus den Monarchien des 19. Jahrhunderts und sind in den Erinnerungskulturen ebenfalls lebendig. Aber wie „republikanisch“ oder „monarchisch“ wurden die Alpen in jener Zeit imaginiert? Und inwiefern reflektierten die aufkommenden Alpenreisen der europäischen Monarchen einen gesamtgesellschaftlichen Wandel von kulturellen Präferenzen und Lebensstilen? In welcher Weise wirkte das touristische Verhalten der Monarchen auf die allgemeine Tourismusentwicklung zurück?
Für jede dieser Fragestellungen gibt es in der bisherigen Forschung bestimmte Vorarbeiten, neu am vorliegenden Projekt ist ihre Verbindung und der systematische, komparative Ansatz. Das Forschungsprojekt ist in drei Teilstudien aufgeteilt, welche von Ursula Butz, Eva Bachmann und Jon Mathieu durchgeführt werden und am Ende in ihrer Kombination eine repräsentative Verteilung über den Alpenraum ermöglichen sollen.