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Divisionär Patrick Gauchat übernimmt Kommando der UNTSO
Er löst als 38 UNTSO-Chef Generalmajor Kristin Lund, Norwegen, ab, der das Kommando im Oktober 2017 angetreten hatte. Mit Divisionär Gauchat übernimmt zum ersten Mal ein Schweizer Offizier das Kommando über eine Friedensmission der UNO.
Divisionär Patrick Gauchat zum Chef der UNO-Friedensmission UNTSO ernannt
Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) vom 29.10.2021
Divisionär Patrick Gauchat leitet derzeit die Schweizer Delegation bei der neutralen Überwachungskommission in Korea. Er kann auf eine langjährige Erfahrung in internationalen Friedensmissionen zurückblicken und hat verschiedene Funktionen im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Korea sowie am UNO-Hauptquartier in New York wahrgenommen.
UNTSO, UNO-Überwachungsorganisation aus der Zeit von Israels Staatsgründung
Die United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO; Organisation der Vereinten Nationen zur Überwachung des Waffenstillstands), ist die älteste Friedensmission der Vereinten Nationen, 1948 gegründet. Sie ist eine noch andauernde Mission zur Wahrung des Waffenstillstandes im Nahen Osten, entstanden aus einer Resolution des UN-Sicherheitsrates vom 29. Mai 1948.
Im November 1947 hatte die Generalversammlung der Vereinten Nationen einen Plan für die Teilung Palästinas gebilligt, der die Schaffung eines arabischen und eines jüdischen Staates vorsah, wobei Jerusalem unter internationalen Status gestellt werden sollte. Dieser Plan wurde von den palästinensischen Arabern und den arabischen Staaten nicht akzeptiert. Am 14. Mai 1948 gab das Vereinigte Königreich sein Mandat über Palästina auf, und der Staat Israel wurde proklamiert.
Nach der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel am 14. Mai 1948 rückten am 15. Mai, kurz nach Mitternacht, reguläre Armeeeinheiten einer Allianz, die von den arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und Irak gebildet worden war, in das ehemalige britische Mandatsgebiet ein und griffen Israel an.
UNTSO: Von 1948 bis heute
Am 29. Mai 1948 rief der Sicherheitsrat in der Resolution 50 zur Einstellung der Feindseligkeiten in Palästina auf und beschloss, den Waffenstillstand durch den UN-Vermittler mit Hilfe einer Gruppe von Militärbeobachtern zu überwachen. Das erste UNTSO-Kontingent erreichte das Gebiet 1949 nach dem von Israel «Unabhängigkeitkrieg», von den Arabern «Palästinakrieg» genannten Waffengang.
Die UNTSO-Militärbeobachter blieben seither im Nahen Osten, um Waffenstillstände zu überwachen, Waffenstillstandsabkommen zu kontrollieren, eine Eskalation einzelner Zwischenfälle zu verhindern und andere friedenserhaltende Massnahmen der Vereinten Nationen in der Region zu unterstützen.
Nach den Kriegen von 1956, 1967 und 1973 änderten sich die Aufgaben der Beobachter angesichts der sich verändernden Umstände, aber sie blieben in der Region und fungierten als Vermittler zwischen den verfeindeten Parteien und als Mittel, um einzelne Zwischenfälle einzudämmen und eine Eskalation zu größeren Konflikten zu verhindern.
Im Nahen Osten sind heute Gruppen von UNTSO-Militärbeobachtern den dortigen Friedenstruppen zugeordnet: der United Nations Disengagement Observer Force (UNDOF) auf dem Golan und der United Nations Interim Force in Lebanon (UNIFIL). Darüber hinaus unterhält die UNTSO ihr Hauptquartier in Jerusalem und Verbindungsbüros in Beirut (Libanon), Kairo (Ägypten) und Damaskus (Syrien). Die Verbindungsbüros für Israel und Jordanien befinden sich am Hauptsitz in Jerusalem. Die Verbindungsbüros Beirut, Damaskus, Kairo und Amman/Tel Aviv koordinieren die regionalen Verbindungsbesuche des Missionsleiters/Stabschefs und des leitenden Beraters im Libanon, in Syrien, Ägypten, Jordanien bzw. Israel. Das Verbindungsbüro in Kairo führt auch Patrouillen auf der Sinai-Halbinsel durch.
Die UNTSO-Verbindungsbüros im gesamten Mandatsgebiet stehen in regelmässigem Kontakt mit den nationalen Beauftragten in den jeweiligen Ländern, um Trends und Auswirkungen auf die Stabilität/Sicherheit zu erörtern, sowie mit truppenstellenden Ländern, internationalen Vertretern und regionalen UN-Organisationen.
(RK)