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Wie viele von euch wissen, verbrachte ich (Verena Brons Stahel) im Jahr 2000 einen Teil meines Sabbatjahres im südindischen Tamil Nadu, in Auroville - dem Experiment einer internationalen Stadt, das durch den indischen Staat und die UNESCO anerkannt ist.
Das Erziehungsministerium in Indien betrachtet Auroville als internationalen Ort für Bildung und Verständigung. Auroville ist die Vision einer Stadt, wo Menschen aus allen Ländern der Erde in Frieden und fortschreitender Harmonie, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren weltanschaulichen und religiösen Hintergründen miteinander und füreinander leben sollen und wollen.
Menschen aus 121 Nationen haben am 21. Februar 1968 mit einer Handvoll Erde aus ihrem Heimatland, die sie in eine grosse Marmor-Lotosblüte gaben, den Grundstein für Auroville gelegt. Rund um dieses Symbol ist heute ein riesiger Begegnungsplatz. In Auroville leben gegenwärtig etwa 2000 Menschen aus 35 Ländern der Welt, davon ca. 40% Inder.
In den 50 Jahren seit der Gründung wurde von den Aurovilleanern sehr viel Aufbauarbeit geleistet. Das Land war völlig erodiert, da die Bevölkerung die Bäume für Brennholz und zum Bauen abgeholzt hatte und die jährlichen Monsunregen die gute Erde ins Meer geschwemmt hatten. Die Pioniere leisteten viel Aufforstarbeit, bauten Dämme, die das Wasser zurückhalten, was dazu führte, dass heute die Gegend wieder sehr bewaldet ist. Die heutigen Aurovilleaner haben auf ökologischen, wirtschaftlichen, gesundheitsdienstlichen und schulischen Ebenen sehr viel für die Region getan. So haben sie viele Arbeitsstellen für die Einheimischen geschaffen und eben auch Schulen.
Kireet, ein aus Holland stammender Aurovilleaner mit ursprünglichem Beruf Lehrer, lernte ich in meinem Sabbatjahr kennen. Er begeisterte mich für seine Idee, für das Dorf Bommayapalayam eine neue Schule zu gründen. Ich sagte ihm meine Mithilfe zu. Der Kuyilappalayam School Trust (KST) übernahm die Schirmherrschaft, jedoch ohne die Verantwortung für die Finanzierung. Seit 2004 sind die beiden Schulen auch in dieser Hinsicht zusammengeschlossen.
Im Jahr 1993 wurde der Kuyilappalayam School Trust (KST) gegründet, dem die Palayam-School-India angegliedert ist. Ein paar Aurovilleaner hatten sich entschlossen zu versuchen, das Bildungsniveau der Kinder und Jugendlichen in den näheren Tamil-Dörfern zu erhöhen. Dies als Chance für sie, einen verbesserten Lebensstandard zu erlangen. Das Dorf Kuyilappalayam war - und ist es zum Teil heute noch - ein typisches Beispiel: 50-80% der Bevölkerung sind Analphabeten und weniger als 1% hat eine Oberschule besucht. Es gibt zwar eine staatliche Schule, doch die Qualität und das Engagement der Lehrer sind sehr niedrig. Hier will der KST einen Gegenpol setzen. Er will eine Schule mit einem möglichst guten Unterrichtsniveau und verlangt grosses Engagement der Lehrer und Lehrerinnen sowie der Schüler und Schülerinnen. Die Schulform ist bis heute vorwiegend traditionell indisch. Der Eintritt in die Schule (Kindergarten) erfolgt mit ca. 3 1/2 Jahren, jedes Kind trägt nach englischem Vorbild eine Schuluniform, und eine Klasse zählt 30-40 Kinder (in der staatlichen Schule sind es 50-60 Kinder pro Klasse). Lesen und Schreiben lernen beginnt im 1. Kindergartenjahr, der Unterricht spielt sich in viel Vor- und Nachsprechen ab, bis hinauf in die Oberstufe.
Der Eintritt in die Schule (Kindergarten) erfolgt mit ca. 3 1/2 Jahren, jedes Kind trägt nach englischem Vorbild eine Schuluniform, und eine Klasse zählt 30-40 Kinder (in der staatlichen Schule sind es 50-60 Kinder pro Klasse). Lesen und Schreiben lernen beginnt im 1. Kindergartenjahr. Der Unterricht spielte sich bis hinauf in die Oberstufe, wie es in Indien zum Teil heute noch sehr üblich ist, in viel Vor- und Nachsprechen ab. Heute 2018 sind jedoch viele neue Lern- und Unterrichtsmethoden eingeführt sowie gute Lehr- und Lernmittel vorhanden.
Im Laufe der Jahre wurde die Schule des KST ständig vergrössert und im Jahr 2004 bis zur Matura erweitert. Die Maturanden und Maturandinnen haben in den vergangenen Jahren immer als die besten im Distrikt abgeschlossen, die Schule ist mit Recht etwas stolz darauf.
In der Palayam-School führt der KST Kindergarten, Unter- und Mittelstufe. Ab Oberstufe sind alle Schüler und Schülerinnen in der Mutterschule in Kuyilappalayam. Für weit entfernte Schülerinnen und Schüler gibt es Schulbusse. Viele grössere Kinder kommen jedoch zu Fuss oder mit dem Fahrrad.
Dank vieler Spenderinnen und Spender aus der Schweiz, Deutschland und Indien konnte der KST das schulische und bauliche Angebot für die unterdessen 2'700 (Stand 2018) Schülerinnen und Schüler ständig erweitern und verbessern.
Im Moment belaufen sich die Kosten des Betriebes auf rund 175'000 CHF im Jahr. Das heisst, die jährlichen Schulkosten für ein Kind sind durchschnittlich 165 CHF. Dies inklusiv Schulbücher, Schulmaterial, Schulbus sowie Ausflüge und Uniform mit Sandalen.
Die Eltern bemühen sich sehr, ihren Möglichkeiten entsprechend, einen Beitrag zu leisten, doch bleibt in der Regel ein jährliches Defizit von rund 95'000 CHF. Keine leichte Aufgabe für den KST, diese Summe durch Spenden einzubringen...
Unser Verein konnte in den vergangenen Jahren zwischen 38% - 48% dieses Defizites decken.
Jede Spende ist für die Schule wirklich eine grosse Hilfe und wir danken auch im Namen des Stiftungsrates des KST, der Schuldirektion, der Lehrer, der Eltern und der Kinder.
Der Staat zahlt keine Beiträge, im Gegenteil, er verlangt Geld für die Betriebsbewilligung und die Anerkennung der Schule. Dies ist sehr wichtig, damit die Schülerinnen und Schüler nach der Matur auch an eine öffentliche Universität zugelassen werden.
Wir garantieren, dass jeder Spendefranken der Schule zugute kommt. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung.