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1961 wurde das erste Wort des „genetischen Codes“ entschlüsselt. Das ist wahrscheinlich die bedeutendste Entdeckung, welche Naturwissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten machten. Sie wird von einigen sogar als Gottesbeweis betrachtet und ist jedenfalls ein sehr starker Hinweis auf die Existenz eines hochintelligenten Schöpfers.
Was ist der genetische Code? Er enthält schriftliche Anweisungen für den Aufbau und die Funktionen der Lebewesen. Schriftlich ist er zwar nicht auf einem Papier festgehalten, sondern in Form von chemischen „Buchstaben“ oder Bausteinen in den Zellen der Lebewesen verborgen. Jeweils drei Buchstaben bilden ein Wort (Aminosäure). Und durchschnittlich 1‘000 Wörter braucht es (für einen Satz) zur Bestimmung eines Ei¬weisses. Der genetische Code des Menschen enthält etwa 22‘000 verschiedene Eiweissarten. Das ergibt in fast jeder Zelle drei Milliarden Buchstaben, eine unvorstellbar grosse Zahl. Würde man ein Buch schreiben mit ebenso vielen Buchstaben, so ergäbe das nicht nur ein Buch, sondern einen Bücherturm, der etwa ebenso hoch ist wie ein zehnstöckiges Gebäude.
Der genetische Code wird nicht nur durch verschiedene Buchstaben, Wörter und Sätze gebildet, er ist in einer Sprache abgefasst, die man erst teilweise versteht. Die Entschlüsselung des Codes besteht darin, dass man die Bedeutung der Buchstaben, Wörter und Sätze zu verstehen versucht. Diese „Übersetzung“ ist seit über 40 Jahren im Gang. Eine der grossen Schwierigkeiten dabei ist, dass man die Bedeutung der Buchstaben und Wörter weitgehend versteht, dass aber ein einzelner Satz (Gen) mehrere verschiedene Bedeutungen oder Wirkungen haben kann. Das führt zu einer komplizierten Sprache und immer wieder zu neuen Überraschungen. Sprache ist Information. Wir wissen aus der Erfahrung heraus, dass keine sinnvolle Sprache zufällig entstehen kann. Wie ist also diese Sprache der Gene zustande gekommen?
Noch kleiner geht nicht
Trotz des riesigen Informationsinhalts, den der genetische Code enthält, ist der Platzbedarf winzig. Wenn man die drei Milliarden Buchstaben zu einem Faden zusammensetzen könnte, wäre dieser nur etwa einen Meter lang und so dünn, dass man ihn nicht sieht, weil er dünner ist als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. In den meisten Schulbüchern steht, dass der genetische Code zufällig entstanden sei. Doch weist ein solch komplexes Gebilde nicht eher auf einen hochintelligenten Schöpfer hin, wie er in der Bibel beschrieben ist?
Die Natur kann sich nicht selbst erschaffen. Die ungeheure Menge an Informationen, die in den Genen der Lebewesen enthalten ist, konnte nicht mit den Mechanismen von Mutation (zufällige Veränderung einzelner Buchstaben) und Selektion (Auswahl des Stärksten) entstehen. Diese Mechanismen sind nicht einmal imstande, einen einzigen sinnvollen Satz zu bilden. Müsste dies aber nicht möglich sein, wenn eine Ent¬wicklung (Evolution) der Lebewesen stattgefunden haben soll? Und müsste man die zufällige Entstehung solcher Informationen auf dem Labortisch nicht vorführen können?
Was die Naturwissenschaftler beobachten, ist jedoch nicht die Entwicklung neuer Organe oder Lebewesen, sondern das Gegenteil, nämlich das Aussterben vieler Arten. Der WWF schreibt: „Von 47‘677 untersuchten Arten von Tieren und Pflanzen sind weltweit mehr als ein Drittel (17‘291) vom Aussterben bedroht. Neueste Erhebungen gehen davon aus, dass die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Arten pro Tag um den Faktor 100 bis 1‘000 über dem natürlichen Wert liegt. Von den weltweit untersuchten Arten sind laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion IUCN beispielsweise eine von drei Amphibienarten, ein Viertel aller Säugetier- und Nadelbaumarten sowie jede achte Vogelart gefährdet.“1 Berichte über die Entstehung von neuen Arten liest man hingegen nur spärlich. Und die müsste es haufenweise geben, denn in der Vergan¬genheit haben sich angeblich alle bestehenden und ausgestorbenen Arten entwickelt. Sie müssten Spuren der Entwicklung hinterlassen haben.2 Doch diese fehlen weitgehend. Nun, vielleicht sind die sinnvollen Buchstaben, Wörter, Sätze und die Sprache des genetischen Codes doch viel eher Hinweise auf einen intelligenten Schöpfer? Ein Nachdenken lohnt sich.
1 http://www.wwf.de/themen/artenschutz/bedrohte-tiere-und-pflanzen/
2 S. C. Meyer: “Signature in the Cell: DNA and the Evidence for Intelligent Design”, New York, 2009
Hansruedi Stutz