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Kirche Spalen, Eine Kirchgemeinde im Bund der Evangelischen Täufergemeinden (etg)
Kontakt
Kirche Spalen, Eine Kirchgemeinde im Bund der Evangelischen Täufergemeinden (etg)
Missionsstrasse 37, 4055 Basel
Telefon 061 381 74 73
Mail: <email-pii>
Geschichte
Der Ursprung der ETG liegt im 19. Jahrhundert und ist eng mit dem Wirken des schweizerischen reformierten Pfarrers Samuel Heinrich Fröhlich (1803 - 1857) verbunden. Dieser wurde 1830 wegen seiner erwecklichen Predigten und seinem Widerstand gegen den Liberalismus in der Landeskirche als Pfarrer der aargauischen Kirche abgesetzt.
Durch Fröhlichs eigene Missionstätigkeit entstanden vor allem in der Schweiz und in den angrenzenden deutschsprachigen Gebieten Gemeinden. Durch Wandergesellen, Auswanderer und andere Kontakte gelangte Fröhlichs Gedankengut nach Deutschland, Frankreich, Österreich, Ungarn und schliesslich über den Atlantik in die Vereinigten Staaten und nach Südamerika.
Fröhlich hatte der jungen Gemeinde nicht nur ein positives erweckliches, sondern auch ein schwieriges Erbe hinterlassen. Die extrem perfektionistischen Heiligungspredigten Fröhlichs hinterliessen eine grosse Gesetzlichkeit. Die Fragen um die Absonderung von der Welt führten dann auch um die Jahrhundertwende zu schweren inneren Spannungen, die schliesslich in einer Spaltung der Gemeinschaft ihren Höhepunkt fanden. Die konservativere Richtung schlug in der Folge einen streng gesetzlichen Weg ein. Die gemässigte Richtung - von der hier die Rede ist - musste sich nach dem 1. Weltkrieg verschieden Herausforderungen stellen: Der Sorge um die Gemeindeglieder in Osteuropa, die Not litten; der Frage nach der rechten Lehre und deren Verkündigung; dem Umgang mit der Jugend, die nicht mehr problemlos in die Gemeinde integriert werden konnte; dem Wiederbeginn der Mission, nachdem der Missionseifer fast ganz eingeschlafen war.
Der Umgang mit diesen Fragen führte zu einem Aufbruch und zu einer Öffnung, die jedoch eine Identitätskrise der Gemeinde verursachte: Ein entscheidender Schritt war schliesslich die Gründung des Bundes Evangelischer Täufergemeinden in den Jahren 1983/84. Damit gaben sich die westeuropäischen Gemeinden eine Struktur, welche half, die Einheit und Identität neu zu definieren. 1995 wurde ein Leitbild ausgearbeitet, das zusammen mit dem bereits früher publizierten Glaubensbekenntnis die Basis für die Zukunft der ETG darstellt.
Seit 2006 hat die Gemeinde einen Pastor angestellt.
Im September 2014 ändert die Gemeinde den Namen von «Evangelische Täufergemeinde (ETG)» zu «Kirche Spalen, Eine Kirchgemeinde im Bund der Evangelischen Täufergemeinden (etg)».
Die Kirche Spalen zählt aktuell rund 100 Mitglieder aller Altersgruppen (ältere Jahrgänge sind stärker vertreten) aus Basel und der Region. Die Zahl ist tendenziell stagnierend. Es ist jedoch ein Zuwachs an jungen Familien feststellbar. Ausserdem gibt es vermehrt neue Gottesdienstbesucherinnen und –besucher.
Lehre und Ziele
Selbstdarstellung:
«Wir glauben an den in der Bibel geoffenbarten dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Wir glauben, dass das Universum durch das Wort Gottes geschaffen ist.
Wir glauben, dass alle Menschen erlösungsbedürftig sind, weil sie durch die Sünde aus der ursprünglichen Gemeinschaft mit Gott gefallen sind.
Wir glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, welcher um der Sünde willen am Kreuz gestorben ist. Christus ist auferstanden, in den Himmel gefahren und wird wiederkommen.
Wir glauben, dass die zerbrochene Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wieder hergestellt wird, wenn der Mensch umkehrt und sich durch den Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnen lässt.
Wir glauben, dass in den an Christus gläubig gewordenen Menschen der Heilige Geist das neue Leben wirkt, dessen Grund und Mitte Jesus Christus ist. Dieses neue Leben im Geist ist ewiges Leben, welche über den Tod hinausführt.
Wir glauben, dass die Bibel Gottes Willen für die Gemeinde und unser persönliches Leben offenbart. Sie ist das durch Gottes Geist eingegebene Wort, welches nicht in Frage gestellt werden darf.
Wir glauben, dass Gott die Menschen auch zurück in eine erneuerte Gemeinschaft untereinander führen will. Alle an Jesus Christus Glaubenden aus allen Völkern und Rassen bilden die weltweite Gemeinde, welche sich in lokalen Gemeinden konkret ausdrückt.
Wir glauben, dass Jesus der Gemeinde mit Taufe und Abendmahl zwei zeichenhafte Handlungen geboten hat, welche ihr helfen, Marksteine des christlichen Lebens zu bekommen und zu feiern.»
- Ökumene
Die Evangelischen Täufergemeinden arbeiten mit beim «Verband Evangelischer Freikirchen und Gemeinden in der Schweiz (VFG)» zusammen und sind Mitglied in der Evangelischen Allianz Basel.
Sie sind offen für die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinden.
Organisation, Finanzen
Die Gemeinde in Basel ist als Verein nach ZGB organisiert.
Sie ist angeschlossen beim Bund der ETG, der wiederum beim Verband der evangelischen Freikirchen und Gemeinden der Schweiz (VFG) angeschlossen ist.
Der Vorstand nimmt rechtliche Belange wahr.
Er ist integriert in die Gemeindeleitung, die aus mindestens drei Personen besteht. Männer und Frauen können dieselben Aufgaben übernehmen, je nach Möglichkeit, Begabung und Berufung. Es gilt das allgemeine Priestertum, z.T. gibt es ausgebildete Prediger im Nebenamt.
Vollzeitliche Mitarbeitende haben die Aufgabe, Vision zu vermitteln, zu coachen, zu koordinieren und zu lehren.
Mitglied kann werden, wer seine Umkehr zu einem Leben mit Jesus Christus vor der Gemeinde respektive der Gemeindeleitung bezeugt und die Glaubenstaufe empfangen hat. Ein Austritt geschieht durch mündliche oder schriftliche Mitteilung an die Gemeindeleitung.
Finanziert wird die Gemeinde durch freiwillige Beiträge und Kollekten. Der Zehnte wird als Richtlinie empfohlen. Es gibt eine offene Jahresrechnung. Die Gemeinde ist finanziell autonom. Pro Mitglied werden im Jahr Fr. 130.- an den Bund überwiesen. Die Mission läuft finanziell getrennt.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Das Gemeindehaus befindet sich an der Missionsstrasse 37 in Basel. Im Neubau von 1995 gibt es einen Gemeindesaal mit maximal 240 Plätzen.
Im Hinterhaus, wo früher der Gemeindesaal war, befinden sich der Speisesaal, die Küche und andere Nebenräume. Für den internen Gebrauch steht eine Bibliothek zur Verfügung. Die Gebäude sind im Besitz der Gemeinde.
- Gottesdienste
Jeden Sonntag findet um 10.00 Uhr ein Gottesdienst statt.
Parallel dazu gibt es einen «Kids-Treff» und den Kinderhütedienst «Igelnest».
Alle 14 Tage im Winter findet anschliessend ein Gemeindeessen statt.
- Kinder und Jugendliche
An ein bis zwei Nachmittagen im Monat findet gemeinsam mit der GEC eine Jungschar-Aktivität statt.
Die «Youth Community» (Jugendgruppe) trifft sich jeden Dienstagabend.
- Frauen
Jeweils am Donnerstagmorgen wird Frauenturnen angeboten.
- Seniorinnen und Senioren
Die Seniorengruppe trifft sich einmal im Monat zu einem Zvieri.
- Weitere Angebote
Es finden regelmässig Alphalive-Kurse statt, wo in kleinen Gruppen Glaubensfragen diskutiert werden.
Es gibt einen Besuchsdienst der Gemeinde und eine Fürsorgekasse für Härtefälle.
Das Projekt «Heilandsack» (Lebensmittel für Bedürftige) der Vineyard-Gemeinde wird unterstützt.
- Seelsorge
Die Seelsorge geschieht durch die Gemeindeleitung sowie befähigte Gemeindeglieder (Männer und Frauen).
Es findet eine Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Basel statt.
Veranstaltungen werden auf der Homepage der Kirche Spalen publiziert. Für die Gottesdienste werden jeweils Flyer gedruckt.
Unterstützt wird der Evangelische Missionsdienst von Mitarbeitern verschiedener Missionsgesellschaften.
Literatur, Zeitschrift
- Bernhard Ott: Missionarische Gemeinde werden. Verlag ETG. 1996.
- Hermann Rüegger: Aufzeichnungen über Entstehung und Bekenntnis der Evangelisch Taufgesinnten
- Gemeinden (Nazarener). Biel 1962, 2. Aufl. (200 S.)
- Garfield Alder: Die Tauf- und Kirchenfrage in Leben und Lehre des Samuel Heinrich Fröhlich, VDM, von Brugg 1803-1857. Verlag Peter Lang Bern 1976
ETG News (für die lokale Gemeinde, zweimonatlich)
ETG Unterwegs (Zeitschrift des Bundes; zweimonatlich)
Weitere Links
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