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Wir sind im ständigen Austausch mit unserer Umwelt, erhalten pro Sekunde Tausende von Informationen, welche wir verarbeiten, priorisieren und beurteilen müssen. Während die ersten beiden Schritte weitgehend im Unbewussten passieren, beurteilen wir eine Information durchaus bewusst, indem wir sie mit unserem bereits vorhandenen Wissen oder unseren Erfahrungen vergleichen.
Treffen wir uns nun beispielweise mit einem alten Bekannten, der uns erzählt, dass er auf Safari einen gestreiften Elefanten gesehen hat, wird ziemlich schnell klar: Der will uns wohl den Elefanten direkt auf die Nase binden. Zumal wir wissen, dass diese Tiere doch grau sind und gestreifte Elefanten höchstens in einer fiktiven Geschichte vorkommen. Somit wird die Information schnell als unwahr eingestuft.
Doch was passiert, wenn es eine viel komplexere Information ist, welche wir aus unserem Wissens- und Erfahrungsstand nicht eindeutig entschlüsseln können? Und was, wenn diese Informationen scheinbar aus vertrauenswürdigen Quellen kommen?
Die Rede ist hier von Fake-News. Während das Beispiel mit dem Elefanten wohl eher ein übertriebener Scherz dieser Person ist und in diesem Sinne harmlos, können als echte Nachrichten getarnte Falschmeldungen im Internet drastische Folgen verursachen.
Was sind Fake-News?
Der Duden definiert Fake-News als «in den Medien und im Internet, besonders in sozialen Netzwerken, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen». Solche Meldungen sind also frei erfunden oder stark faktenverzerrt. Ihr Ziel ist es, anderen Personen oder Personengruppen zu schaden und diese zu manipulieren. Die Manipulation kann zum Beispiel einem finanziellen oder politischen Interesse dienen.
Im Format «My School» hat das Schweizer Radio und Fernsehen SRF ein ganzes Dossier zu diesem Thema aufgearbeitet. Darin wird festgehalten, dass Fake-News vor allem Reizthemen wie Flüchtlinge, Krieg oder soziale Ungerechtigkeiten beinhalten. Also Themen, welche sich durch die vermeintliche Sensation besonders über soziale Medien schnell verbreiten – und somit Einfluss auf die Meinungsbildung nehmen.
Welche Folgen können die Verbreitung von Fake-News haben?
Fake-News können auf verschiedenen Ebenen Schaden anrichten, aber auch Einfluss nehmen. So zum Beispiel kommerzielle Fake-News: Im Internet wird für eine Bitcoin-Handelsplattform geworben, mit der man einfach zu Geld kommt. Du selbst möchtest schon lange in die Goldgrube Kryptowährung investieren, hast dich vielleicht jedoch bisher zu wenig damit auseinandergesetzt. Nun bietet dir diese Plattform eine einfache Lösung, sogar Prominente haben dazu positive Bewertungen abgegeben. Nach der Investition siehst du das Geld nie wieder – hinter der Bitcoin-Handelsplattform stehen Betrüger, die Empfehlungen von Prominenten waren erfunden.
Solche Falschmeldungen und Manipulationen sind nichts Neues. Von der Mondlandung, die nie stattgefunden haben soll, bis zur angeblichen Verbreitung vom Aids-Virus durch den amerikanischen Geheimdienst CIA – und was wir während der Corona-Pandemie erlebten: «News», wonach Bill Gates zur Überwachung der Menschen mit der Impfung einen Mikrochip in die Körper der Geimpften initiiere.
Die nationale Plattform zur Förderung von Medienkompetenz «Jugend und Medien» gibt als für Fake-News anfälligste Gruppe Jugendliche an, welche sich ohnehin wenig oder gar nicht für das aktuelle Weltgeschehen interessieren. Dadurch würden ihre Kompetenzen im Umgang mit Nachrichten als gering eingestuft. Ebenfalls problematisch seien Jugendliche, welche sich hauptsächlich im Familien- und Freundeskreis oder eben online informieren würden. So bestehe das Risiko, dass sie Meinungen unreflektiert übernehmen und weitergeben könnten.
Faktencheck!
Um diesem Risiko vorzubeugen und Fake-News als solche zu enttarnen, lautet die wichtigste Grundregel: Ist die Quelle vertrauenswürdig? Dazu braucht es eine gewisse kritische Medienkompetenz. Gerade für die 84 Prozent der Schweizer Kinder und Jugendlichen, welche gemäss «Jugend und Medien» soziale Netzwerke als regelmässige Infoquelle nutzen, ist eine kritische Medienkompetenz durch ihre Eltern oder Lehrpersonen von zentraler Bedeutung.
Ist man sich nicht sicher, ob es sich bei der verbreiteten Information um Fake-News handelt oder nicht, gibt es verschiedene Online-Tools, welche zur Identifizierung des Wahrheitsgehalts beitragen können:
Überprüfung von Fakten
Erste Informationen zum Wahrheitsgehalt einer News erhält man durch eine Google-Suche, wobei auf folgende Punkte geachtet werden sollte:
- Kann einer Meldung kein seriöses Medienunternehmen zugeordnet werden, sollte mit der Information vorsichtig umgegangen werden.
- Gibt es noch Zusatzinformationen durch andere Medien?
- Wie aktuell ist die Nachricht?
Überprüfung von Quellen
Um eine Quelle auf ihre Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen, helfen diese Grundsätze:
- Ist die Quelle ein realer Ort beziehungsweise eine reale Person?
- Wird die News auch von anderen, grösseren Medienunternehmen verbreitet, allenfalls mit ergänzenden Informationen?
- Wie aktuell ist die Nachricht?
- Von welchen Leuten beziehungsweise Accounts wird die Information geteilt?
Überprüfung von Bildern und Videos
Mit den heutigen Bild- und Videobearbeitungsprogrammen können gefälschte Dateien so echt aussehen, dass man sie nur schwer als solche erkennen kann.
Um die Echtheit eines Bildes zu überprüfen, bietet sich die Google-Bildersuche an. Durch Eingabe der Bilddaten kann die Suchmaschine Ort und Zeit der Veröffentlichung des Bildes ermitteln. Auf ähnliche Weise können Videos überprüft werden. Ein geeignetes Werkzeug bietet dazu der Youtube DataViewer von Amnesty International.
Wenn du weitere Fragen zu Fake-News hast, stehen wir im Entlebucher Medienhaus dir gerne zur Verfügung und unterstützen dich gerne bei deiner Recherche.