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1881. Die erste internationale Elektrizitätsausstellung wird in Paris eröffnet. Neben Graham Bells Telefon und Thomas Edisons Glühbirnen debütierte auch das erste Elektroauto.
Das erste Elektroauto der Geschichte wurde allerdings bereits einige Jahre zuvor gebaut. Der französische Ingenieur und Erfinder Gustave Trouvé liess sich von den Arbeiten des Schotten Anderson und des Amerikaners Davenport über die Anwendung eines Elektromotors in einem Fahrzeug inspirieren. Schon damals hatte die Elektrizität viele praktische Vorteile gegenüber der Dampfkraft oder dem aufkommenden Verbrennungsmotor, die als «schmutzig und laut» galten.
Indem man dem Elektromotor die ersten wiederaufladbaren Batterien hinzufügte, die 1859 von Gustave Planté erfunden wurden, war es möglich, eine bereits angemessene Reichweite zu erreichen und sich vor allem eine Serienentwicklung des Elektroautos vorzustellen.
Die Erfindungen von Trouvé und Planté inspirieren die Entwicklung neuer Fahrzeuge. Damit begann das grosse Abenteuer der Elektroautos, viele Jahre bevor das erste Automobil mit Verbrennungsmotor auf den Markt kam.
Im Jahr 1899 schrieb der Belgier Camille Jenatzy mit seinem Elektromodell «Jamais Contente» Automobilgeschichte. Es war das erste Automobil, das die symbolische Grenze von 100 km/h überschritt!
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es schwer vorherzusagen, welche Antriebstechnologie sich auf den Strassen durchsetzen würde. Der noch in den Kinderschuhen steckende Weltmarkt teilt sich zu gleichen Teilen auf Dampf, Strom und Benzin auf, und die Hauptabnehmer sind Unternehmen und Behörden.
Da die Schweiz über keine Kohlevorkommen verfügte, musste sie schon früh die Nutzung von Elektrizität für die Eisenbahn in Betracht ziehen, um ihre Unabhängigkeit vom Ausland zu gewährleisten. Die ersten Anwendungen erfolgten auf kurzen Streckenabschnitten, wie zum Beispiel bei der Strassenbahn Vevey–Montreux–Chillon im Jahr 1888.
Von 1906 bis in die 1920er Jahre folgte die Elektrifizierung des Netzes der SBB, die auch ihre eigenen Kraftwerke errichtete. Die Schweiz gilt als führend bei der Elektrifizierung des Verkehrs.
Auf der Seite von Feldbach am Zürichsee arbeitet Johann Albert Tribelhorn an der Entwicklung der ersten Elektrofahrzeuge für den Strassenverkehr und sogar für Boote.
Seine Kunden sind Hotels, Krankenwagen, Ärzte und verschiedene Unternehmen, die sie für den Transport von Waren nutzen.
Im Jahr 1912 entwickelte er sogar das erste Aufladenetzwerk, hauptsächlich in der Deutschschweiz, mit 24 dedizierten Stationen – dies mehr als 100 Jahre vor Elon Musk und seinem Netzwerk von Superchargern!
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Elektroauto durch die Wiederbelebung und den wirtschaftlichen Aufschwung der Roaring Twenties in die Ecke gedrängt. Sie galt dann als Antithese zum Fortschritt, als altmodisch, langsam und teuer. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor haben sich aufgrund ihrer Leistung, der Benutzerfreundlichkeit, der Reichweite und auch ihrer Ästhetik als modern etabliert. Bis zur ersten Ölkrise im Jahr 1973 war ihre Entwicklung unaufhaltsam.
Abgesehen davon schreitet die Elektrifizierung immer noch voran, allerdings hauptsächlich bei Anwendungen im Haushalt. Was die Mobilität betrifft, so wird sie sich in Zukunft auf ganz bestimmte Nischen beschränken, wie Gabelstapler oder Plattformversorger (Bahnhöfe und Flughäfen).
Als krönenden Abschluss des Jahres 2022 setzen wir uns hinters Steuer einer Diva unter den Spitzenmodellen der Automobilindustrie. Bisher haben nur wenige Prestigemarken ihren Wandel hin zur Elektromobilität im «grossen Stil» eingeleitet: Porsche hat bereits vor einiger Zeit den Reigen eröffnet, bevor Ferrari und Bentley ihre Pläne in die Realität umgesetzt haben und zur Produktion von Plug-in-Hybrid-Modellen übergegangen sind. Bei den Italienern sind es die fabelhaften Modelle SF90 und 296, bei den Engländern der Bentayga und der Flying Spur. Im Übrigen hat Bentley seine Ambitionen klar formuliert: 2026 soll der erste vollelektrische Wagen auf den Markt kommen, und 2030 sollen alle Modelle als E-Autos angeboten werden.