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Reformation und Eidgenossenschaft
Im Rahmen der Dodekade der reformierten Baselbieter Kirche zur Reformation widmet sich das Jahr 2019 der Eidgenossenschaft.
Wichtige Themen sind u.a.:
- Am 1. Januar 1519 beginnt Zwingli am Grossmünster zu predigen. Er hält sich dabei nicht an die vorgegebene Ordnung biblischer Texte für den Messgottesdienst, sondern legt das Matthäusevangelium Kapitel für Kapitel aus («lectio continua»). Schon vorher hat er sich gegen die Reisläuferei gewandt (Schweizer in fremden Kriegsdiensten). Er sucht den Kontakt zum Rat der Stadt Zürich und setzt sich für soziale Anliegen («Mushafen») ein. Zusammen mit einem Kreis von Theologen erarbeitet er eine eigenständige Bibelübersetzung (Zürcher Bibel genannt).
- Die Reformation in der Eidgenossenschaft nimmt durch zahlreiche Reformatoren der ersten Generation (Oekolampad in Basel, Zwingli in Zürich, Haller in Bern u.a.m.) und ihren Nachfolgern (Bullinger, Zürich, Myconius, Basel, Calvin, Genf etc.) einen eigenen Weg: Anliegen der Reformation werden zusammen mit den örtlichen politischen Behörden zum Wohl der Bevölkerung umgesetzt. Anders als in Deutschland, wo der Thesenanschlag Luthers 1517 als herausragendes Zeichen zu einem klaren geschichtlichen Datum geworden ist, entwickeln sich in der Eidgenossenschaft die Ideen und Anliegen der Reformatoren eher prozesshaft. Nicht der Einzelne steht im Vordergrund, sondern das gemeinsame Erarbeiten neuer Erkenntnisse führt zu gesamtgesellschaftlichen Reformen.
- Eigenart der eidgenössischen Reformation: Die Städte als Zentren der Reformation beeinflussen das umliegende Land, und so werden einzelne Orte der Eidgenossenschaft reformiert (Zürich, Basel, Bern, Schaffhausen, St. Gallen), andere Orte bleiben katholisch (vor allem die Innerschweiz). Das führt im 16. Jahrhundert zu konfessionellen Auseinandersetzungen (Kappeler Kriege).
- Beziehung der Basler Kirchen zu anderen Städten (wie Zürich, Bern, Biel, Strasbourg, Mulhouse etc.): Dem Rat der Stadt Basel war es ein grosses Anliegen, über den Kreis der damaligen Eidgenossenschaft hinaus auch die Verbindungen zu Strasbourg (Capito und Bucer) weiterhin zu pflegen.
- Reformatoren der zweiten Generation: Myconius, Bullinger, Calvin ist es gelungen, die Reformideen nach Europa hinauszutragen, so z.B. nach Ungarn und nach Schottland. Die Eidgenossenschaft wird damit gleichsam zur «Wiege der europäischen Reformation».
- Die schweizerische Eigenart der Reformation ist nicht unwidersprochen geblieben (Auseinandersetzung zwischen Luther und Zwingli). Ein spezielles Kapitel ist der Umgang mit den Täufern.
Es lohnt sich, Fragestellungen der damaligen Zeit in der Eidgenossenschaft heute neu zu überdenken. Dazu dienen die im pdf angeführten Materialien (Homepage, Musical, Filme, Computerspiel, Bücher und Dokumentation).