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Vor einiger Zeit hat ein Leser den Wunsch geäußert, dass ich auch öfter mal die 1980er einfließen lassen soll. Nach dem letzten Beitrag über Daydream Nation, dem 1988er-Album von Sonic Youth jetzt noch ein Beitrag über einen Film aus dem Jahr 1988, der in New York entstand: Coming to America. Was, kennt keiner? Ich denke, da liegt Ihr falsch. In den deutschen Kinos lief Coming to America allerdings unter einem andern Titel: Der Prinz aus Zamunda. Regie führte John Landis, der in den 1980ern einige erfolgreiche Komödien auf dem Gewissen hatte, darunter den legendären ersten Blues Brothers-Film und natürlich American Werewolf.
In den Hauptrollen sieht man u.a. Eddie Murphy, Arsenio Hall und James Earl Jones. Kleine Nebenrollen wurden unter anderem von den damals noch nicht so bekannten Samuel L. Jackson und Cuba Gooding Jr. gespielt.
Die Handlung basiert auf einem sehr erfolgreichen deutschen Theaterstück namens "Alt Heidelberg" aus dem Jahr 1901, das 1924 auch Grundlage für die ebenso erfolgreiche Broadway-Operette "The Student Prince" von Sigmund Romberg (Musik) und Dorothy Agnes Donnelly (Text) war.
In Coming to America wird der Schauplatz der Handlung von Heidelberg nach New York verlegt.
Mehr über den Film gibt es hier zu erfahren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Prinz_aus_Zamunda
Jetzt will ich mich noch auf die Suche nach ein paar zentralen Film-Locations begeben.
Informationsquellen:
http://www.movielocationsguide.com/Coming_to_America/filming_locations
http://www.gb93.com/2011/05/famous-movie-locations-mcdowells-from-coming-to-america-queens-ny.html
Quelle Karten: http://gis.nyc.gov/doitt/nycitymap/
Street View: http://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl
Standbilder Film: Google Bildersuche
1. Das McDowall Restaurant
In diesem Restaurant findet der Prinz aus Zamunda Arbeit und lernt dort zugleich auch seine große Liebe kennen. Wir erinnern uns:
Bei dem unverkennbar an die Optik der Kette McDonalds angelehnten Schnellrestaurant handelt es sich im wirklichen Leben um eine Filiale von Wendy's. Und die findet man an der Hausnummer 85-07 Queens Boulevard im Stadtteil Queens, Elmhurst-Viertel.
Schön, auch mal außerhalb von Manhattan auf die Suche gehen zu können. Also, zuerst mal die virtuelle Stadtkarte zücken und nachsehen:
Und nun etwas näher ran:
Und noch näher ran. Und jetzt kann man das Restaurantgebäude auch gut erkennen.
Ok, die Position des Restaurants, das als Kulisse für das fiktive Schnellrestaurant Mc Dowell's diente, kennen wir jetzt. Mal schauen, ob das Gebäude auch im Google Street View wiederzufinden ist.
Und siehe da, auch wenn es nicht ganz einfach fällt, so gelingt ein ähnliches Bild von der nächsten Kreuzung im Osten aus. Das Problem ist, das der Street View nicht direkt auf der rechten Spur am Gebäude vorbeigefahren ist, sondern nur im mittleren Bereich der vierspurigen Straße. Von daher bekommen wir keine direkten Nahaufnahmen. Das Wendy's kann man aber trotzdem gut wiederkennen in der Bildmitte hinter der blauen Mauer.
Zwei Aufnahmen habe ich mir dann aber doch noch geleistet:
2. Das Apartment
Wir wechseln jetzt zu dem Ort, an dem der Prinz eine einfache Bleibe für den Aufenthalt in New York findet. Dieser Drehort befindet sich nicht in Queens, sondern ein Stück weiter südlich in Brooklyn und zwar im Viertel Williamsburg. An einer schönen Adresse namens 392 South 5th Street. Also wieder die Karte raus und nachsehen.
Und nun näher ran:
Und noch näher ran. Das gesuchte Gebäude ist jenes, welches wie ein um 90 Grad gedrehtes H aussieht.
Schauen wir jetzt mal ein Stückchen Film von der Ankunft an diesem Drehort und versuchen das dann mit dem Street View nachzuvollziehen.
Starten wir mal mit diesem Bild:
Das Taxi mit dem Prinzen und seinem Diener (großer Koffer auf dem Dach) biegt hier vom Broadway (Brooklyn) aus in die Hooper Street ein. Über dem Broadway verläuft eine Hochbahnlinie. Dieser Ort lässt sich in der Gegenwart gut wiederfinden:
Ich spurte mal eben ein paar Meter geradeaus unter der Hochbahnlinie durch und zeige Euch den Blick in die Hooper Street hinein von der anderen Seite des Brooklyn-Broadways aus:
Danach folgt eine Kameraschwenk, den wir auf der Karte mit nachvollziehen wollen:
Der Kameramann (K) steht irgendwo an der Nordwestecke der Kreuzung Hooper Street / South Fifth Street. Er filmt zunächst die Hooper Street hinunter auf das vom Broadway her einbiegende Taxi (pink, 1). Dann folgt er dem Taxi und schwenkt dabei langsam hinüber in östliche Richtung, bis das Taxi vor dem Apartmenthaus an der Südostecke zum Stehen kommt (blau, 2). Und da sehen wir dann dieses Bild:
Nachdem wir schon die Hochbahntrasse gefunden haben, ist es kein Problem, diesen Schwenk im Street View nachzuvollziehen. Das Apartmenthaus hat inzwischen eine andere Farbe an der Frontseite erhalten und auf der rechten Seite ist ein kleiner neuer Nachbar hinzugekommen. Aber ansonsten gibt es noch jede Menge Übereinstimmungen, einschließlich der Nachbarschaft im Hintergrund.
Nächstes Bild: das Taxi vor dem Apartmenthaus.
Na gut, ein bisschen was verändert hat sich schon, ist ja auch schon 23 Jahre her.
Prinz Akeem sieht sich zum Leidwesen seines Dieners voller Begeisterung um. Zum Beispiel in östliche Richtung in South 5th Street hinunter:
Großaufnahme Akeem mit verschneitem Zaun und Gebäude im Hintergrund, das ist die Hooper Street hinunter in südliche Richtung.
Die trübe graue Fassade findet man an der Nordostecke der Kreuzung Hooper / South Fifth Street schräg gegenüber vom Apartmenthaus.
Nochmal Akeem vor dem Haus.
Und schließlich Akeem vor einem gerade aus dem Fenster gefallenen Müllhaufen, der Blick geht in westliche Richtung die South Fifth Street hinunter.
Und dann gibt es noch diesen Barbershop im Untergeschoss des Gebäudes. Ich nehme mal an, dass es sich dabei um den rechten Eingang handelte unter dem Schild MY T-SHARP.
Eddie Murphy trat hier in unterschiedlichen Masken auf, unter anderem als Friseur und als älterer weißer Mann.
Auf dem folgenden Bild hat Eddie Murphy gerade den Friseurladen im Keller betreten und durch die Fenster sehen wir auf die gegenüberliegende Straßenseite. Also mal schauen, wie das heutige Gegenüber aussieht.
Dank der seltsam gestalteten Fensterbänke im Erdgeschoss ist der Wiedererkennungswert hoch. Zum Ende gehen wir noch einmal in den Barbershop, um den Friseuren und Kunden beim Palavern zuzuschauen.