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Die Bastille in Paris, die zum Schauplatz unendlich vieler und wichtiger Ereignisse in der französischen Geschichte geworden ist, kann heute in
ihrer ursprünglichen Form nicht mehr bestaunt werden. Im 18. Jahrhundert war die Bastille eine Stadttorburg, die später im Osten von Paris als
Gefängnis genutzt wurde. Berühmt wurde diese Sehenswürdigkeit weltweit im Jahr 1789, als der "Sturm auf die Bastille" den Beginn der Französischen
Revolution einläutete.
Über viele Jahre hinweg konnte die Bastille sich ihren Glanz erhalten, schliesslich wurde sie bereits im 14. Jahrhundert erbaut. Damals gab König
Karl V. den Auftrag und wollte sich damit einen Eckpfeiler schaffen, um die französische Hauptstadt vor Angriffen englischer Truppen schützen zu können.
Massgeblich daran beteiligt, dass das östliche Tor erbaut wurde, war demnach der Hundertjährige Krieg. Schon damals spielte die Bastille also eine
wichtige Rolle in der Geschichte der Franzosen.
Als Ludwig XIII. an die Macht kam, wurde die Bastille als Staatsgefängnis genutzt, in welchem es 80 Kerker gab, die sich teilweise unter der Erde
befanden. Viele berühmte Menschen hat es unfreiwillig hierhin verschlagen, zum Beispiel den Schriftsteller Voltaire oder den Marquis de Sade. Es
reichte alleine das Wort des Königs, damit Menschen hier festgehalten wurde, ein Gerichtsurteil war nicht nötig.
Viele bedauern heute, dass man die Bastille nicht mehr betreten und die Geschichte der Franzosen förmlich einatmen kann. An der Stelle, wo sich lange
Zeit die Bastille befand, thront heute die Juli-Säule. Wahrscheinlich war die Bastille für viele Franzosen mit zu viel Schmerz verbunden und das war
auch der Grund, warum man die Bastille nach der Französischen Revolution ziemlich schnell abtragen liess. Es gibt nicht mal mehr Überreste des damals
so imposanten Bauwerks.
Wenn man sich dennoch ein wenig mit der Bastille und deren Geschichte beschäftigen möchte, sollte man sich das Bastille-Viertel ansehen. Heute lässt
sich auf dem Bastille Platz (auf französisch Place de la Bastille genannt) ein grosser Kreisverkehr finden, in der Mitte allerdings wird ein Stück
Geschichte lebendig, denn hier wurde die beeindruckende Bronzestatue "Colonne de Juillet" aufgestellt. Auf Grund der imposanten Höhe von 50 m kann man
dieses Wahrzeichen schon von weitem bestaunen. Aufgestellt wurde die Statue zum Gedenken an die Juli-Revolution 1830. Ebenfalls im Bastille Viertel
bestaunen kann man die Opera Bastille, die 1989 eröffnet wurde und nicht zuletzt durch ihre Architektur auffällt. Sofern man als Tourist eine
Vorstellung in dieser Oper sehen möchte, sollte man rechtzeitig Karten vorbestellen.
Neben diesen berühmten Sehenswürdigkeiten lassen sich im Bastille Viertel noch viele weitere alte Bauwerke und Fassaden finden, so dass sich ein Besuch
durchaus lohnt.