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Weitere Luftaufnahmen von Aubonne
Es ist beim Aufstieg vom Viertel von Es-bons, über zwei Wege (La Pra und Les Morts), abwechselnd begrenzt von Getreidekulturen und von Rebstöcken, dass man am besten das Schloss Trévelin und seine eindrucksvolle Südfassade entdeckt, die eifersüchtig auf dem breiten Weinberg, der zu seinen Füssen liegt, zu blicken scheint. Denn von der Strasse Allaman-Aubonne oder von der Route du Vignoble, an der linken Seite von Féchy bemerkt man nichts von diesem Gebäude, das aus dem Ende des 16. Jahrhunderts datiert. Auf den ersten Blick, sieht der Ort friedlich aus und kontrastiert mit den weniger ruhigen Ereignissen, die dort früher stattfanden. Der Hof von Trévelin war in der Tat das Theater eines tragischen Ereignisses. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai wurden 1802 nach der Eroberung des Schlosses durch die Bourla-Papeys die feudalen Archive des Gebiets in einem gigantischen "Freudenfeuer" verbrannt. Es war natürlich kein Freudenfeuer für den edlen Jean Crinzoz, der gezwungen war, den Revolutionären seine Dokumente aus zu liefern, um dem Tod zu entgehen!
Ausser der schönen Anordnung des Hauptgebäudes und seiner Abhängigkeiten kann man hier die prächtige Terrasse bewundern, die den Weinberg überblickt. Aufgeheitert durch einen Strauss von vier Platanen, ist das Schloss von einer Brüstung versehen, von welcher man die Sicht auf die Ebene, dem See und Savoyen in der Ferne betrachten kann. Ein wertvoller Napfstein ("Cupules"), der wahrscheinlich, wie alle solchen Entdeckungen im Waadtland, bis ins Neolithikum zurückdatiert, steht noch immer als gräuliche Granitmasse auf dem zarten Grün des Rasens. Er stammt aus Saint-Livres, und wird klassifiziert.
Die Geschichte dieses Schlosses wird oft mit der der Territorien von Trévelin verwechselt, dessen Ursprung auf die ersten Einwohner des Landes zurückgeht. Es war in der Tat hier "Terra Bellini", auf dem die Überreste entdeckt wurden von Druiden Kult der alten Galliers sowie die Reste des heidnischen Tempel, der der Göttlichkeit der alten Helvetier gewidmet war, und insbesondere für die Fruchtbarkeit der Ernten verwendet wurde.
Man nimmt an, dass die Weinberge von Trévelin durch die Legionen des Cesars vor unserem Zeitalter festgetreten wurde: so liegen sie nicht ideal am Rand der römischen "Via strata", die zur Rue Etraz Strasse wurde? Nichtsdestoweniger wurden viele römische Entdeckungen des Ortes (Kolonnen, Kapitelle, Flachreliefs oder Mosaiken) zerstreut oder zerstört im Laufe der Jahrhunderte. Somit wurde im 10. und 12. Jahrhundert Steine von Trévelin für die Konstruktion des Wachtturmes von Aubonne benutzt. Das trifft auch zu für ein Flachrelief, das zwei Gladiatoren zeigt, und das römische Kranzgesims, das an der Rückseite zum Fusse des Turmes des Schlosses zu besichtigen war. Im Laufe des hohen Mittelalters wurde eine Kirche auf dem Ort des heidnischen Tempels von Trévelin aufgerichtet: Sie wurde die parochiale Kirche von Aubonne bis 1306 mit einem Offiziantenpfarrer für die zwei Dörfer.
L'Abbaye de la Vallée de Joux
Man stellt fest, dass ab 1141 bis zur Reform die Abtei des Joux Sees, dessen religiösen Mitglieder den Abhang von Trévelin urbar gemacht hatten, hier einen Weinberg und eine Scheune besassen, zweifellos von gutem Ertrag, da die jährlichen Einkommen hundert Livres in 1324 betrugen. Ab 1536 wurde das Gebiet in ein edles Gebiet mit Gerichtshof von Ihren Exzellenzen aus Bern umgewandelt und an den Herren von Montricher belehnt...
Ab 1577 begann die Konstruktion des derzeitigen Schlosses mit den Materialien der alten Kirche von Trévelin, die ein Jahr zuvor abgerissen wurde, denn sie drohte in den Ruin zu fallen. Tatsächlich war es eine Kunst, aus dem Alten Neues zu bauen, in diesen Zeiten von Ersparnissen, von Arbeitskräften (obwohl billig) und von Beförderungskosten! Aber, wie viele historische waadtländische Gebäude wurden so errichtet, wenigstens zum Teil mit wieder verwendeten Materialien... ! Ab dem 17. Jahrhundert lösten sich die Eigentümer im Schloss ab. In 1627 wurde es vom edlen Simon de Wurstemberger von Bern von den Herren von Montricher erworben; die Familie von Watteville nahm danach das Eigentümerrecht bis 1716, dem Jahr, in dem die Witwe von Francois de Watteville das Gebiet für 42.000 Berner Livres an Gabriel Gros verkaufte, Kanzler von Bern, von Trévelin und Holland, obendrein Vogt von Lausanne von 1725 bis 1731. Seine Wappen schmücken noch immer die Südfassade des Gebäudes. Sein Sohn Charles Gros, Vogt von Romainmôtier beerbte ihn in 1763. Der letzte Eigentümer vor der Revolution war Jean Crinzoz, Herr von Givrins, der das Schloss in 1777 zum Preis von 74.000 Schweizer Livres kaufte.
Die Familie Crinzoz behielt den Besitz von Trévelin 121 Jahre lang. Man musste 1898 abwarten, bis der Genfer Julien Steinbrecher es erwarb. Seitdem wechselte das Schloss nur noch zweimal den Eigentümer bis zu unseren Tagen. Im Jahre 1932 erbten die zwei Kinder von Julien Steinbrecher, Emma und Julien, das Eigentum, bis Emma, die Ehefrau von Edouard Bordier, die einzige Eigentümerin wurde. Im Jahre 1948 kam es als Erbe zu Edouard Bordier und zu seinen Kindern. Und es war schliesslich einer unter ihnen, der Genfer Bankier Ernest Bordier, der Trévelin im Jahre 1958 an Frau und Herrn Agostino Soldati verkaufte; Letztere besetzte unter anderen sehr hohe Funktionen auch den Posten des Schweizer Botschafters in Paris, von 1961 bis 1966. Herr Soldati starb im Dezember 1966.
Frau Agostino Soldati erzählt, wie sie und ihr Ehegatte Trévelin gekauft haben... "Mein Ehemann suchte ein Eigentum in dieser Küsten-Region, für die er eine besondere Vorliebe hatte. Eine Freundin, Frau de Salis, wusste dass Trévelin zu verkaufen war, und machte uns dann eine so begeisterte Beschreibung, dass wir uns sehr schnell entschieden. Und von Paris aus wurde die Angelegenheit per Telefon abgeschlossen." Die Angelegenheit war das Schloss und seine Rebberge mit einem kleinen Feld. Frau und Herr Soldati wurden wortwörtlich durch das Ganze verführt: die Ruhe, die prächtige Sicht. Sie unternahmen schnell wichtige Instandsetzungsarbeiten im Innern. Die zentrale Heizung wurde installiert, und acht Trennwände wurden abgeschafft, um grössere Zimmer zu schaffen. Die alte Presse auf parkettierter Eiche und mit Fliesen ausgelegten Boden, wurde zum grossen Salon; ein grosser Steingutofen fügt seinen rustikalen Stempel zur reizenden Umgebung des Ortes hinzu. Es wurde noch komfortabeler und freundlicher gemacht und somit wurde der Wohnsitz das Theater für Empfänge und grosser Abendessen, die von Frau Soldati hier gegeben wurden. Französische Politiker wie Alain Poher und René Pléven waren Gäste auf Trévelin ebenso wie der Professor Henri Rieben, der Gründer des Zentrums für europäische Forschungen.
Bibliographie