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«Weihnachten? So ein Humbug!» Diesen Satz haben wahrscheinlich die meisten von euch schon gehört, wenn nicht, dann wird es höchste Zeit. Dieses Statement stammt vom alten Geizkragen Ebenezer Scrooge aus Die Weihnachtsgeschichte. Die Story wurde schon zigmal verfilmt, hat ihre Bedeutung und ihre Wichtigkeit aber dennoch nicht verloren. Wir haben euch daher unsere Favoriten der Verfilmungen ausgesucht und verglichen. Dabei gibt es nur minimale Unterschiede.
Die Geschichte von Ebenezer Scrooge
Ebenezer Scrooge ist ein alter und verbitterter Geldverleiher aus dem London des 19. Jahrhunderts. Für Weihnachten, Güte und Mitgefühl hat er nicht viel übrig, für ihn zählt nur das grosse Geld. Seinen Mitarbeiter Bob Cratchit behandelt er wie den letzten Dreck und spendet erst recht kein Geld für die Armen.
An Heiligabend erscheint ihm der Geist seines mittlerweile verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley. Er warnt ihn davor, nach seinem Tod die schwere Last seiner Kaltherzigkeit mit sich zu tragen, sofern er sich nicht ändere. Kurz vor seinem Abschied kündigt Marley drei weitere Geister an, die Ebenezer besuchen und belehren werden.
Der erste Geist ist jener der vergangenen Weihnacht. Die als eine Art Engel beschriebene Gestalt führt Scrooge auf eine Reise in seine Vergangenheit. Sie besuchen einige Weihnachtsfeste in Ebenezers Kindheit, auch jenes, an dem er seine grosse Liebe kennenlernte. Dann zeigt der Geist die Feier, an der Scrooge diese grosse Liebe endgültig des Geldes wegen verlässt. Ebenezer ist von diesen Erinnerungen erschüttert und bittet den Geist, ihn gehen zu lassen.
Als zweitens besucht ihn der Geist der gegenwärtigen Weihnacht. Dieser sieht wie ein Weihnachtsmann aus, nur trägt er einen grünen Mantel und einen Stechpalmenkranz auf dem Kopf. Der Geist zeigt zuerst die Weihnachtsfeier von Scrooges Neffen. Dieser wollte seinen kaltherzigen Onkel schon seit Jahren zu seinem Fest einladen, wurde aber kaltschnäuzig abgewiesen. Anschliessend bringt der Geist Scrooge zu seinem verarmten Sekretär Bob Cratchit und dessen Familie. Hier erfährt Scrooge, dass sein Arbeiter einen behinderten und stark abgemagerten Sohn namens Tim hat, der sterben würde, falls die Familie nichts unternimmt. Obwohl die Familie sonst fast nichts besitzt, feiert sie ein schönes Weihnachten und spricht sogar einen Trinkspruch auf Scrooge aus. Zum ersten Mal seit langer Zeit zeigt Scrooge Mitgefühl und fragt den Geist, ob Tim noch lange zu leben hat. Der Geist verneint und verschwindet.
Der dritte Geist, der Scrooge besucht, ist der Geist der zukünftigen Weihnacht. Er ist unheimlich, trägt eine Kutte und erinnert einen dadurch stark an die Dementoren aus den Harry Potter-Filmen. Er spricht nicht und bringt den mittlerweile zur Einsicht kommenden Scrooge an die Londoner Börse. Dort lästern die Geschäftsleute über einen alten, geizigen Mann, der vor kurzem verstorben sei, und dem wohl niemand nachtrauert. Zudem zeigt der Geist Scrooge die nicht mehr benutzte Krücke vom kleinen Tim und die trauernde Familie Cratchit. Als die beiden später noch einen gruseligen Friedhof mit einem rustikalen Grab besuchen, welches mit dem Namen «Ebenezer Scrooge» beschriftet ist, stockt dem alten Mann den Atem. Er versteht, dass es sich bei dem unbeliebten Geizkragen um ihn selbst handelt und ist nun vollends gebrochen. So verspricht er dem Geist verzweifelt, sich zu ändern und wird von ihm weinend auf dem Grab zurückgelassen.
Als Scrooge am Morgen in seinem Bett aufwacht, stellt er fest, dass nur eine Nacht vergangen und nun Weihnachten ist. Er ist nicht wiederzuerkennen, begrüsst freundlich die Menschen und spendet ihnen Geld. Zudem unterstützt er fortan die Familie Cratchit und nimmt die Einladung seines Neffen zum Weihnachtsessen an.
Eine wunderbare Vorlage für viele Filme
Der Schöpfer dieser traurigen und belehrenden Geschichte ist Charles Dickens. Eine Weihnachtsgeschichte erschien am 19. Dezember 1843 unter dem Namen A Christmas Carol und wurde schnell bekannt. Da es damals noch keine Urheberrechte gab, verdiente Dickens praktisch nichts an der Publikation.
Die Geschichte wurde bisher 29 mal fürs Kino oder fürs Fernsehen verfilmt, die erste Umsetzung erschien bereits 1901 als Stummfilm. Zudem gibt es Variationen, die stark an die Vorlage angelehnt sind, aber mit anderen Charakteren verfilmt wurden. Beispielsweise Die Geister die ich rief oder Big Fat Important Movie.
Hier zeigen wir euch nun diese vier Verfilmungen und weisen auf die grössten Unterschiede hin. Was am meisten auffällt, ist, dass bei jeder Umsetzung die Dialoge bis auf ein paar Ausnahmen identisch sind. Das liegt aber nicht an einer möglichen Faulheit der Drehbuchautoren. Liest man die Romanvorlage von Dickens, stellt man fest, dass die gesprochenen Sätze exakt denjenigen des Buchs entsprechen. Sie sind sehr poetisch und symbolhaft gehalten. Das wurde auch bei den neueren Verfilmungen beibehalten, um die Authentizität und die Worte von Dickens zu wahren.
Die Weihnachtsgeschichte (1997)
Hier handelt es sich um einen Zeichentrickfilm. Scrooge wird im englischen Orignal von Pennywise-Darsteller Tim Curry gesprochen. Der grosse Unterschied zu den anderen Umsetzungen ist, dass es viele Musical-Szenen gibt. Auch entsprechen die Dialoge zwar stark der Romanvorlage, wurden aber kindgerecht aufbereitet. Bei den Figuren hat man auch Veränderungen vorgenommen. Der Geist der vergangenen Weihnacht erinnert an einen jugendlichen Lausbub und beim zweiten Geist hat man eine dunkelhäutige Frau eingebaut. Erstaunlich ist nur, dass die Macher den letzten Geist ebenfalls so gruselig wie in den anderen Filmen dargestellt haben.
Ausserdem bekommt Scrooge noch einen tierischen Sidekick an die Seite gestellt: Die mürrische Dogge Debit, die der Geizkragen gerne auf Spendensammler und auf die Geister hetzt. Die Umsetzung ist auch hier gut gelungen und berührt den Zuschauer stark – egal in welchem Alter er sich befindet. Die musikalische Untermalung leistet dazu einen grossen Beitrag. Als Kind habe ich ihn mir praktisch alle Jahre auf Super RTL angeschaut
Mickys Weihnachtserzählung (1983)
Auch diese Umsetzung ist ein Zeichentrickfilm, der aber nur gerade 25 Minuten dauert und mit den Disney-Figuren besetzt ist. Die Hauptrolle «spielt» dabei natürlich Dagobert Duck. Witzigerweise verdankt Dagobert, der im englischen Scrooge McDuck heisst, seinen namen dem Geizkragen aus Dickens’ Geschichte. Sein Schöpfer Carl Barks hat das jedenfalls passend ausgewählt. Micky Maus ist als Bob Cratchit zu sehen. Auch hier hat man die Sprache deutlich angepasst und auf Musical-Einlagen verzichtet. Diese Variante der Weihnachtsgeschichte habe ich als erstes entdeckt, und war damals schnell von der Geschichte vom kaltherzigen Geizkragen, der sich dann zum Gutmenschen wandelt, angetan.
A Christmas Carol – Die Nacht vor Weihnachten (1999)
In dieser Umsetzung schlüpft Raumschiff Enterprise-Star Patrick Stewart in die Rolle des Ebenezer Scrooge und spielt ihn grandios. Ihm nimmt man die Darstellung, trotz der eher eingeschränkten Mimik, sofort ab. Generell kann ich sagen, dass mir die Verfilmungen mit echten Darstellern besser gefallen, da sie einen deutlich mehr berühren, als die gezeichneten Versionen. Dieses Umsetzung entspricht fast 1:1 der Buchvorlage und bietet mehrere Schauplätze als beispielsweise in den Zeichentrickfilmen. Dafür sehen die visuellen Effekte ein bisschen dürftig aus. Das lag aber sicherlich auch am Budget und den damals noch nicht ausgereiften Computerprogrammen.
Disneys Eine Weihnachtsgeschichte (2009)
Hier handelt es sich um die bisher letzte Verfilmung von Charles Dickens Meisterwerk. Realisiert wurde sie von Robert Zemeckis, der bereits die Zurück in die Zukunft-Trilogie und Polarexpress gedreht hatte. Auch dieses mal setzte er auf die Motion-Capture-Technik. Allerdings kommt sie hier deutlich besser zur Geltung als beim 2005 erschienenen Polarexpress. Klar, hier ist die Technologie natürlich deutlich besser als noch vor 15 Jahren. Gedreht hat er ihn in 3D, welches dank den Kamerafahrten und entsprechender Bildgestaltung den Film besonders aufwertet. Die Inszenierung mit den Geistern und die Art, wie sie Scrooge durch die Sequenzen führen, ist optisch sehr hochwertig. Komponist Alan Silvestri hat den Soundtrack beigesteuert, der ebenfalls ein Highlight des Films ist.
Jim Carrey spielt nicht nur Scrooge, sondern auch die drei Weihnachtsgeister. Gary Oldman ist als Bob Cratchit, Tim Cratchit und Marleys Geist zu sehen. Die beiden nutzen die Technologie gekonnt und spielen ihre Charaktere grandios. Ich hatte zuerst gar nicht gewusst, dass die beiden mehrere Figuren spielen. Allerdings geht dank den Animationen die Glaubwürdigkeit der Mimik verloren. Deswegen hat mich diese Umsetzung jetzt nicht so stark berührt wie die Realfilme.
Eine Weihnachtsgeschichte: Packende Story die berührt
Egal wie diese Geschichte neu verfilmt ist, sie packt den Zuschauer automatisch. Daher spielt es keine Rolle, ob man sich jetzt einen Zeichentrick- oder einen Spielfilm ansieht. Die Story bietet auf ihre Art und Weise eine Moral, wie sie wohl keine andere Geschichte aufweist. Klar, wer nicht in guter Stimmung ist, sollte sie sich lieber nicht ansehen, dafür berührt sie einen zu sehr und treibt einem an manchen Stellen die Tränen in die Augen.
Ähnlich wie Drei Nüsse für Aschenbrödel wird die Weihnachtsgeschichte von vielen TV-Sendern ausgestrahlt. Wer sie trotz des starken Tobaks gerne anschauen möchte, muss nur die Augen und Ohren offenhalten. Schade nur, dass Charles Dickens diesen Erfolg seiner Geschichte nicht miterlebt hat – er wäre begeistert.
Das war das letzte Türchen unseres Whatthefilm-Adventskalenders! Gestern haben wir euch noch etwas gruseliges präsentiert. Habt ihr den Artikel schon gelesen?