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Als wir noch echte Philosophen hatten, wie Friedrich Nietzsche einer war, schrieb er als junger Mann „Ein produktiver Geist muss Fleisch haben“ und liess sich auch im Alter Würste und Schinken von seinen beiden Schwestern auf seine Reisen nachsenden.
Jetzt haben wir nur noch Sekundär-Philosophen, wie Richard David Precht einer ist, der als Wiederkäuer grosser Gedanken seiner philosophischen Vorgänger dem Fleischgenuss absagen will und auf Laborfleisch wartet.
Natürlich esse ich schon lange keine Garnelen mehr, aber nicht, weil ich sie als „denkende Lebewesen“ (Precht) betrachte, sondern weil das Wasser, wo sie aufwachsen, meist verschmutzt ist. Natürlich esse ich gerne Eier und trinke Milch, beides tierische Produkte, ohne mir darüber Gedanken zu machen, ob ich damit Hühnern oder Kühen schade.
Der Mensch, ein Protein- und nicht ein Lignin-Verdauer, der Holz und Pflanzenstiele zu sich nimmt, ass in seiner Frühzeit leicht erreichbare Fleischprodukte. Sein Herz, die Muskeln und sein Hirn, ja sein ganzer Körper wuchsen seit der „Afrikanischen Lucy“ überproportional. Er begann die Tierwelt zu dominieren.
Erst 1782, als James Watt die Dampfmaschine erfand, um die menschliche Kraft zu ersetzen und zu erweitern, begann die Explosion der Weltbevölkerung. Damals, vor 234 Jahren, trug die Erde erst rund 100 Mio. Menschen.
Mit nur neun domestizierten Tiergattungen soll die Menschheit nun fleischlich am Leben gehalten werden. Von daher ist es kein Wunder, dass der heutige Konsum von Fleisch- und anderer tierischer Produkte nicht geringer ist als früher und global sogar ansteigt.
Die jetzt auch in der Schweiz auf den Markt kommenden Alternativprodukte „Heuschrecke mit Mehlwurm“ bestätigen diesen Trend.
Ich empfehle dazu eine Flasche Cornalin von Provins und eine Cigarre von Heinrich Villiger, beides echt schweizerische Produkte.
Dann können wir auf die Vegetarier und Veganer anstossen und ihnen mit Nietzsche „Die menschliche, allzu menschliche Lust auf den Fleischgeschmack“ vorleben.
Übrigens: Der schwierigste Gedanke über Essen ist für einen Vegetarier der Verzicht auf ein Rinder-Rib-eye.