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Nachqualifikation von Primarlehrern an der Sekundarschule
TG. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat das Departement für Erziehung und Kultur (DEK) beauftragt, eine einmalige berufsbegleitende Nachqualifikation für Primarlehrpersonen, die an der Sekundarschule unterrichten, in die Wege zu leiten.
Seit einigen Jahren besteht im Kanton Thurgau, wie in anderen Kantonen auch, ein ausgeprägter Mangel an Lehrerinnen und Lehrern für die Sekundarschule. Während die Stellen an der Sekundarschule E (mit erweiterten Anforderungen) meist noch mit für die Stufe ausgebildeten Lehrpersonen besetzt werden können, unterrichtet an der Sekundarschule G (mit grundlegenden Anforderungen) ein Viertel der Lehrpersonen ohne Qualifikation für diese Stufe.
Zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 hatten zwölf von 366 Lehrpersonen an der Sekundarschule E keine stufengemässe Ausbildung, an der Sekundarschule G waren es 65 von 266. Die Lücken füllen schon seit mehreren Jahren Primarlehrerinnen und Primarlehrer, insbesondere an der Sekundarschule G. Auch zu Beginn des neuen Schuljahres 2009/2010 mussten weitere Primarlehrpersonen für die Sekundarstufe rekrutiert werden.
Um die Qualität des Unterrichts an der Sekundarschule längerfristig zu sichern, hat der Regierungsrat nun das Departement für Erziehung und Kultur beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Thurgau eine einmalige berufsbegleitende Nachqualifikation vorzubereiten. Die Nachqualifikation soll in mindestens zwei und höchstens drei Jahren durchlaufen werden können. Sie soll im Herbst 2011 beginnen und Ende 2013 oder 2014 abgeschlossen werden.
Zur Nachqualifikation zugelassen sind grundsätzlich Thurgauer Lehrpersonen, die über ein Lehrdiplom an Primarschulen verfügen und bereits mindestens während zweier Jahre auf der Sekundarstufe I unterrichten. Zudem gilt grundsätzlich eine Alterslimite von 53 Jahren. Wer die Nachqualifikation erfolgreich abgeschlossen hat, erhält vom DEK die kantonale Anerkennung als Lehrperson für die Sekundarstufe I.
Insgesamt wird bei 30 Teilnehmenden mit Kosten von rund 0,8 Mio. Franken für die Entwicklung und die Durchführung der Kurse gerechnet. Um die Situation auch längerfristig zu entspannen, wurde mit der Einrichtung eines Master-Studienganges für die Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Thurgau reagiert. Künftig können angehende Sekundarlehrpersonen ihre Ausbildung im eigenen Kanton absolvieren.