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Snoezelen
Das Snoezelen-Konzept wurde in den Niederlanden für die Arbeit mit Menschen mit Mehrfachbehinderungen entwickelt. Ausgesprochen als «Snuselen», ist der Begriff eine Verbindung aus den holländischen Wörtern «snuffelen» (schnüffeln/schnuppern) und «doezelen» (dösen/schlummern).
Das Snoezelen löst Sinnesempfindungen aus, die in verschiedensten Wahrnehmungsbereichen entspannende oder aktivierende Wirkung zeigen. Es wird oft mit Wohlfühlen und Beschäftigung assoziiert und als Konzept heute sowohl in Therapiesettings wie auch zur gezielten Förderung eingesetzt.
Dem Snoezelen liegt die Annahme zugrunde, dass die Umwelt mit ihren gebündelten Reizinformationen auf Menschen mit einer geistigen und/oder mehrfachen Behinderung überfordernd wirken kann. Schwierigkeiten in der Differenzierung und Unterscheidung verschiedener Reize verhindern in bestimmten Situationen unter Umständen eine angemessene Reaktion. Demgegenüber werden beim Snoezelen Reize selektiv angeboten. Dies verhindert die Reizüberflutung und -überforderung, und Betroffene können sich auf einen einzelnen Reiz konzentrieren.
Das Snoezelen kommt heute auch bei Menschen im Alter und Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zur Anwendung. Im Snoezelen-Raum kann eine entspannte Atmosphäre geschaffen werden, was in einem anderen Setting sonst oftmals schwer zu erreichen ist. Je nach Setting kann anstelle eines Snoezelen-Raums auch eine mobile Snoezelen-Station sinnvoll sein, z.B. bei bettlägerigen Personen. Das Snoezelen kann Betroffene auch dabei unterstützen, sich auszudrücken oder schöne Erinnerungen aus dem eigenen Leben wachzurufen.
Zahlreiche Studien aus verschiedenen Ländern belegen die Wirkung des Konzepts. Eine Studie der Universität Utrecht (2004) in Altenpflegeheimen konnte z.B. festhalten, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weniger apathisches und aggressives Verhalten und insgesamt eine positivere Grundstimmung zeigten. Sie zogen sich weniger zurück, zeigten mehr Freude und sprachen häufiger in ganzen Sätzen. Bei den Mitarbeitenden stieg zudem die Arbeitszufriedenheit, und die Interaktion zwischen Pflegepersonal und Betroffenen verbesserte sich.
Weiterführende Literatur
- Pflegeportal.ch. Das Pflegeportal für Gesundheitsberufe.
- Mertens, K. (2004). Snoezelen. Eine Einführung in die Praxis. Dortmund.
- Löding, C. (2004). Snoezelen. München.