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Medien
Grundlagen der Stimme:
Warum klingt eine Stimme hoch bzw. tief?
Was ist Aphasie?
Radio Grishun, 5.März 2013
Einführung in Sprechventile / normaler Schluckakt und Atmung
(Englisch)
Deutscher Zusammenzug
David Muir erfand das Passy-Muir-Sprech-Schluckventil, das auch bei Beatmungsmaschinen eingesetzt werden kann. David hatte Muskeldystrophie. Bald nach der Einführung des Sprechventils begannen die Patienten die positiven Effekte auf das Sekretmanagement und das Schlucken zu bemerken. Seit 1985 gibt es dazu unabhängige Studien, die die positiven Effekte des Passy-Muir-Ventils beschreiben.
Normale Physiologie: die Einatmung und die Ausatmung finden über Nase und Mund statt. Der Luftfluss durch die Luftwege ermöglicht den Geruchsinn, normale Sensibilität und die Stimmgebung, die im Kehlkopf mit den Stimmlippen erzeugt wird. Beim normalen Schluckakt hebt sich der Kehlkopf (Larynxelevation) und bewegt sich vorwärts (Superior-Anterior-Bewegung). Diese Bewegung führt zur Wölbung des Kehldeckels (Epiglottis) über die Luftröhre (Trachea). So wird die Luftröhre geschützt und die Nahrung/Flüssigkeit in die Speiseröhre (Ösophagus) geleitet. Beim normalen Schluckakt schliessen sich die Stimmlippen und die Atmung wird kurz unterbrochen. Unter den Stimmlippen (subglottisch) gibt es einen positiven Druck. Der Schluckakt ist durch die Druckverhältnisse und durch die Mechanik (Epiglottiskippung) gelenkt und somit wird die Nahrung in die Speiseröhre geleitet und die Luftröhre freigehalten.
Tracheotomie: Folgen der Tracheotomie und deren Komplikationen
(Englisch)
Deutscher Zusammenzug
Wenn eine Trachealkanüle eingesetzt wird, kann die Funktion des Luftweges grundlegend verändert sein.
Einige Trachealkanülen besitzen einen Cuff (Ballon), sodass die gesamte Atemluft (von der Beatmungsmaschine) via Kanüle in die Lunge geleitet wird. Ein angemessener Cuffdruck sollte die ganze Zeit aufrechterhalten werden. Überdruck im Cuff kann viele Komplikationen mit sich bringen: Nekrose sowie Trauma der empfindlichen Trachealschleimhaut oder Zusammendrücken der Speiseröhre und damit Schluckprobleme und Reflux.
Mit einem Manometer kann ein angemessener Cuffdruck erreicht werden. Auch beim richtigen Cuffen können Komplikationen auftreten, da die oberen Luftwege (Nase und Mund) umgangen werden. Normale Sensibilität und Druckverhältnisse in den oberen Luftwegen sind abhandengekommen. Daraus resultieren fehlende oder veränderte Funktionen des aerodigestiven Traktes (Luft- und Speiseweg):
- Das Fehlen des Luftflusses durch die Stimmlippen führt zum Ausbleiben der Stimme
- Dies kann zu psychischem Leiden (Stress und Angst) führen
- Bei Kindern kann die Unfähigkeit zu Sprechen zu signifikanten Sprachentwicklungsverzögerungen führen
- reduzierter Geruchs- und Geschmacksinn kann den Appetit mindern und somit den Ernährungszustand beeinträchtigen
- Schluckstörung können durch die gecuffte Kanüle mitbegünstigt werden. Damit ist ein erhöhtes Aspirationsrisiko verbunden
- teilweise benötigen die Patienten nasale Magensonden oder PEG-Sonden
- gecuffte Kanülen können den Kehlkopf „verankern“, d.h. die Larynxelevation kann eingeschränkt sein und der Schutz vor Aspiration ist somit verringert.
- während des Schluckens kann bei einer gecufften Kanüle kein positiver subglottischer Druck aufgebaut werden.
- reduzierte Empfindung im Rachen und Kehlkopfbereich führen dazu, dass Reste nicht gespürt werden und können in die Luftwege gelangen (Aspiration). Zugleich sind die Schutzmechanismen wie das Husten aufgehoben.
- Probleme mit dem Sekret: wenn die Patienten nicht durch die Nase einatmen können, können sie die Atemluft nicht vorwärmen, filtern und befeuchten. Dies hat eine Auswirkung auf die Art und die Menge des Sekrets. Die Patienten können das Sekret nicht mehr wahrnehmen und es nicht hinaushusten. So häuft sich das Sekret in den Luftwegen an. Dies erfordert wiederum, dass Pflegepersonen das Sekret absaugen müssen. Dadurch kann die Schleimhaut verletzt werden und das Infektrisiko kann steigen.
- Verlust des PEEP(positiver end-exspiratorischer Druck) und schlechte Sauerstoffzufuhr: ohne physiologischen PEEP können die Alveolen (kleine Lungenbläschen; Ort des Gasaustausches) kollabieren und zu Atelektasen (unzureichend belüftete Lungenabschnitte) führen. Erhebliche Atelektasen resultieren in schlechter Belüftung der Lunge und schlechter Sauerstoffsättigung.
Klinische Vorteile des Sprechventils
(Englisch)
Deutsche Zusammenfassung
Durch den Luftfluss über die oberen Atemwege sind Sensibilität, positiver Druck und ein normaleres, physiologisches System wiederhergestellt. Folglich erleben die Patienten erhebliche klinische Vorteile:
- Verbesserung des Sprechens/Stimme: lautere Stimme, längere Sprechdauer. Die Möglichkeit, mit anderen zu sprechen, reduziert die Ängstlichkeit sowie die Frustration und erhöht den sozialen Austausch und das Wohlbefinden.
- Geruchs- und Geschmackssinn sind verbessert.
- verbesserter Schluckakt: durch das Entcuffen hat der Kehlkopf ein grösseres Bewegungsausmass. Ein geschlossenes Atmungssystem (wenn sich der Kehldeckel und die Stimmlippen schliessen) stellt den positiven subglottischen Druck wieder her.
- verbesserte Sensibilität der oberen Atemwege kann das Aspirationsrisiko vermindern.
- stärkerer Hustenstoss; dadurch ist das Sekretmanagement verbessert und es muss weniger abgesaugt werden.
- physiologischer PEEP kann wieder aufgebaut werden.
- somit sind der Gasaustausch und die Sauerstoffanreicherung im Blut verbessert.
- die Lebensqualität bei tracheotomierten und beatmeten Patienten kann sich mit Sprechventil deutlich erhöhen.
- Beschleunigung des Weanings und der Dekanülierung: die Wiederherstellung eines geschlossenen Respirationssystem und normalere Stimmfunktion, des Hustens und des Schluckens unterstützt das Entwöhnen der Beatmungsmaschine (Weaning) und die Dekanülierung.
- Einsparungen für die Institutionen: die Behandlungskosten können gesenkt werden durch ein reduziertes Aspirationsrisiko, verbesserter Sekretkontrolle und kürzerer stationären Aufenthaltsdauer.
Seit seiner Entwicklung wurde das Passy-Muir-Ventil zum Pflegestandart für tracheotomierte und beatmete Patienten (Erwachsene und Kinder).
Sprechventile bei mechanischer Beatmung
Dieses Video gibt eine elementare Einsicht in die Verwendung des Sprechventils mit Beatmungsmaschine
(Englisch)
Deutsche Zusammenfassung
Das Passy-Muir-Ventil wurde so gestaltet, dass es „in-line“, d.h. während der mechanischen Beatmung und vollständig entcuffter Kanüle eingesetzt werden kann. Oft wird bei Beatmung die Kanüle gecufft, damit die gesamte Luft in die Lunge zugeführt werden kann. Je nach Beatmungsgerät fliesst die Ausatemluft wieder zurück zur Beatmungsmaschine, wo sie überwacht und gemessen wird. Bei einem Zwei-Schlauchsystem wird im ersten Schlauch die Einatemluft abgegeben und im zweiten Schlauch entweicht die Exspirationsluft. So wird der obere Atemweg umgangen und normale Funktionen wie Sprechen, Schlucken und Husten werden in Mitleidenschaft gezogen.
Für die Sprechventilanwendung „in-line“ (zwischen Beatmungsgerät und Kanüle) muss der Cuff vollständig entleert sein. Dann kann die Exspiration über die oberen Atemwege entweichen. Studien haben gezeigt, dass eine adäquate Belüftung der Lungen mit Sprechventil möglich ist.
Vor dem Entcuffen sollten der PIP – Peak Inspiratory Pressure und das ausgeatmete Volumen notiert werden. Wenn der Cuff entleert ist, kann das Volumen und der Druck neu eingeschätzt und angepasst werden. Bei der Inspiration kann ein reduzierter PIP festgestellt werden, da Volumen über Nase oder Mund ausströmen kann.
Bei der Ausatmung wird ein niedrigeres Ausatemvolumen gemessen. Durch den Verlust von Druck und Volumen kann die Durchgängigkeit des Luftflusses (neben der Kanüle) bestätigt werden und somit ist die Möglichkeit der Anwendung des Sprechventils gegeben.
Das PMV 007 Sprechventil wird nahe der Kanüle in den Beatmungskreislauf eingeschlossen. (…)
Bei der Inspiration ist das Sprechventil geöffnet. Es schliesst sich, sobald die Inspiration aufhört.
- Die gesamte Exspiration wird über die oberen Atemwege geleitet.
- Daraus resultieren verbesserte Funktionen des aerodigestiven Traktes wie Sprechen, Husten und Schlucken.
- Das Ventil ist so gestaltet, dass es sich am Ende der Inspiration verschliesst (bevor die Ausatmung beginnt). So kann keine Luft entweichen(Closed Position No Leak Design). Es bleibt eine Luftsäule in der Trachealkanüle bestehen. Diese wirkt wie ein Puffer, der die Kanüle und das Sprechventil vor Verstopfung durch Sekret schützt.
- es kann nötig sein, dass Anpassungen am Beatmungsgerät vorgenommen werden müssen.
- das Tidalvolume kann erhöht werden
- Alarmeinstellungen: da kaum mehr Luft in das Gerät zurückgeführt wird, müssen die Alarmgrenzen geändert werden.
Soda Pop Can Model
Mary Massery, Dr. in Physiotherapie, vergleicht auf anschauliche Weise in ihrem Model „Soda Pop Can Model“ den Rumpf und dessen Stabilisatoren mit einer Dose. Die Komplexität der Haltung und Rumpfstabilität kann so in ein alltägliches Bild verpackt werden.
Deutsche Zusammenfassung
Das "Limonaden-Dosen-Modell der Haltungskontrolle":
Die Dose ist nur stark, wenn sie geschlossen ist. Es gibt einen positiven Druck aus dem inneren der Dose, der höher ist als der atmosphärische Druck. Die Dosenwand ist dünn, aber der interne Druck erzeugt funktionelle Kraft.
Wenn man sich eine Dose als Rumpf vorstellt, wäre der Dosenboden der Beckenboden, das Zwerchfell (Diaphragma) in der Dosenmittellinie, und die Dosenöffnung die Stimmritze (Glottis, Spalt zwischen den Stimmlippen im Kehlkopf).
Das Zwerchfell wird oft als „der“ Atemmuskel verstanden. Jedoch spielt es im Körper noch weitere wichtige Rollen: es ist der Hauptdruckregulator. Die Aufgabe des Zwerchfells ist es, die Brusthöhle mit der Bauchhöhle zu trennen. Es reguliert den Druck zwischen beiden Räumen. Unterhalb des Zwerchfells reagiert der Beckenboden auf positive und negative Drucke und der oberste Druckregulator in diesem Modell ist die Glottis. Deshalb stehen Stimmritze und Beckenboden indirekt in Zusammenhang.
Passy Muir Newsletter Fall 2014: Passy Muir Around the World:
Besuch im Silvercrest Center for Nursing and Rehabilitation, New York, USA: Seite 5
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Erfassungsbogen für Pflegepersonal in Alters- und Pflegeheimen
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