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Am 11. September 2001 eilte ich als braver Staatsangestellter kurz nach 16 Uhr in den Grossen Rat rüber und teilte jemandem mit, was in New York passiert sei – die Antwort lautete “aha, hm… nun, das ist für den Kanton Bern nicht so relevant, das müssen wir den Parlamentariern nicht mitteilen.”
Als ich zurückkam, sagte ein Bürogenosse: “Der eine Turm ist soeben zusammengestürzt.” Ich glaubte ihm nicht; dachte, er übertreibe masslos – und ging davon aus, allenfalls seien Teile davon zu Boden gestürzt. CNN, das längst lief (SF brachte, wenn ich mich richtig erinnere, bis in den Abend hinein Kindersendungen), belehrte mich eines Besseren.
Begonnen hatte alles mit einer höchstens Augenrunzeln erzeugenden Meldung auf DRS3, das im Büro meist lief. Kurz vor 15 Uhr Schweizer Zeit meldete die Moderatorin, dass vermutlich ein Sportflugzeug in einen der Türme geflogen sei – und dass es in den News zur vollen Stunde mehr dazu gebe. Die 15.30-News sind hier abrufbar, das “Echo” hier. [Links angepasst am 11.9.2011]
Ebenso unwirklich muten fünf Jahre später die ersten Website-Bildschirmfotos an. Es sind fast die einzigen erhaltenen Online-Zeugnisse; das Internet brach in den Stunden nach den Anschlägen praktisch zusammen.
“Yellowworld” war damals der Versuch der Post, ein Newsportal aufzubauen (klicken für grössere Fassung) – der letzte Abschnitt ist Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern.
Kurz bevor es auf den Servern dieser Welt nur noch Timeouts gab, konnte ich noch den Tagi screenshotten – gewisse Teile wurden schon nicht mehr geladen (klicken für grössere Fassung):
Gegen die Nacht hin schaltete CNN einen serverschonend entschlackten Auftritt auf:
Zuguterletzt noch einige Kurzmitteilungen dieses Tages, empfangen auf einem guten alten Nokia 8210, und die Zeitungsheadlines an einem Berner Kiosk am 12. September.