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stanz in genauer Berührung steht, in die vorzüglichste Lebensquelle unmittelbar eingreift, und durch dieses unmittelbare Eingreiffen auf die Nerven der ganzen Constitution schneller eine fehlerhafte Richtung zu geben im Stande ist. Letzteres beginnt als eine weiche, elastische, fast fluctuirende Geo schwulst. Auch dieser Krebs ist gewiss anfangs örtlich, allein · schnell bildet sich ein Leiden der ganzen Constitution, so, dafs der Moment, in welchem das Uebel örtlich ist, dem Arzte entgeht.
Die Entwicklung des Krebses findet im Auge selbst oder in den ihm anhängenden Parthien Statt, wornach auch das Uebel verschiedenartig sich gestaltet. Er geht von den Augenliedern, von dem Augapfel, von der Thränendrüse oder von dem Zellgewebe der Augengrube aus.
Die Krankheit, wenn sie an dem Augenliede entsteht, spricht sich zuerst als Scirrhus aus. Es entwickelt sich in Folge vorausgegangener Entzündung oder ohne diese eine harte, oft begränzte, dem Chalazion ähnliche, oder eine schwielichte, weniger genau begränzte, der Tylosis gleichende, oder endlich eine warzenartige oder knotichte Geschwulst auf einer oder der andern Fläche, oder auf dem freien Rande des Augenliedes. Es unterscheidet sich der Scirrhus von den ihm gleichenden Zuständen durch die Unbeweglichkeit der Haut, durch die beträchtliche Härte, durch die livide verdächtige Farbe, und durch den Reichthum der Gefässe, die in varikösem Zustande sich befindend, die Geschwulst umlagern und durchströmen. Das Uebel ist im Beginnen schmerzlos, aber bald entsteht ein stechender heftiger Schmerz, die Hautfarbe wird bläulichtroth, die Gefässe, welche die Geschwulst umlagern, werden varicoser, die Haut öffnet sich, und es bildet sich ein Krebsgeschwür •).
*) Die verschiedenen Ausbildungsstuffen sind Scirrhus, ver
ie roni
, und der
Augenai
Das Krebsgeschwür giebt sich durch voraus
gegangenen Scirrhus, durch die aufgeworfenen, Versen leicht blutenden, harten, umgestülpten Ränder, bafte Ri den pilzartig wuchernden Grund, durch die tief res bege greifenden Schmerzen, durch die weit ausgedehnirende ten Gefässe, welche von den Rändern aus in den ils auf Grund des Geschwüres sich versenken, zu erLeidai kennen.
Die Conjunctiva de's Bulbus bekömmt ent, inte ein livides Ansehen, und schwillt zuweilen blasenentges artig an.
Die Entfernung eines verdächtig verhärteten O Port Theiles am Augenliede ist angezeigt, und man chiedene
bedient sich hiezu des Messers oder der Aetzeder, * mittel
. Die Ausrottung mit dem Messer scheint e oude v mir vorzüglicher, als die Zerstörung durch Aetz
mittel zu seyn, wobei man sich zum Gesetze macht, alles krankhafte zu entfernen. Ist die Ent
artung oberflächlich, so dass die Stelle auf eine gener Ei
Anwendung des Aetzmittels zerstört werden kann, begrund dann kann die Anwendung desselben Statt finden.
Das Glüheisen ist den vibrigen Cauterien vorzu
ziehen. Auf die Exstirpation sowohl, wie auf die kovit Zerstörung durch das Cauterium erfolgt eine DifCache, formität, ein Ectropium oder ein Entropium, je . Est nachdem das Heilverfahren auf die innere oder die ihm äussere Platte des Augenliedes eingewirkt hat; chelle dieselbe wird jedoch nach der Anwendung der Cau. durcht terien auffallender seyn. Hat die krebshafte Enten his artung über das ganze Augenlied sich verbreitet, mrande dann kann, jedoch unter zweifelhafter Prognose od dus die Abtragung des Augenliedes vorgenommen werbmerai den, wenn nicht das Krebsübel an anderen Thei
len, z. B. durch Anschwellung der Hals -, der Achseldrüsen etc, sich äussert. Verdächtige Stellen der Conjunctiva, des Zellgewebes zwischen
ch w jeliti gleichen
-Schma se, üser, 1
7 Krebs
borgener Krebs, ausgebildeter offener Krebs. Bei Vorhandenseyn des letztern ist gewöhnlich ein allgemeines Leiden der Constitution zngegen.
rthus
dem Augapfel und der Orbita müssen ebenfalls exstirpirt werden 1).
Wird das obere Augenlied abgetragen, dann wird die Hornhaut durch die fortwährende Entblössung des Augapfels getrübt, und das Sehvermögen aufgehoben. Bei Abtragung des untern Augenliedes wird das Auge durch das in seiner Integrität verbleibende obere Augenlied hinlänglich bedeckt 2). Die Abtragung des Augenliedes geschieht, indem der Wundarzt einen halbelyptischen Schnitt an der äussern Fläche, am untern Theile des untern Augenlieds, am obern Theile des obern, dann einen ähnlichen an der innern Fläche bildet, um die Conjunctiva da durchzuschneiden, wo sie vom Augapfel zum Augenliede übergeht. Mittelst der Schere wird dann längst diesen Schnitten die völlige Ablösung des Augenliedes bewirkt, die Blutung gestillt, und der Verband mit trockener Charpie gemacht. Zeigen sich auf der Wunde . luxurirende Stellen, so müssen sie durch Höllenstein zerstört werden.
Wenn der Augapfel der Sitz der carcinomatösen Entartung ist, so fängt diese entweder in der Conjunctiva und Cornea, in der Sclerotica und Chorioidea, oder in der Retina an, und verbreitet sich von hier aus über den ganzen Bulbus.
Die wuchernde Entartung der Conjunctiva und die dadurch gesetzte Exophthalmie 3) ist nicht 1) Delpech ( im a W. B.3. S. 545) von der Ansicht ausgehend, dass der Krebs auch selbst in seinem Entstehen schon nicht örtliche, sondern allgemeine Krankheit sey, verwirft die Exstirpation des Augenliedes wegen der Enlblössung des Auges, welches dann den irritircnden Potenzen ausgesetzt,
krebshaft ausarte. 2) In einem Falle, in welchem ich das untere Augenlied
wegen carcinomatöser Verbildung entfernte, wurde das Auge vollständig durch das obere Augenlied bedeckt,
und behielt auch das Sehvermögen. 3) Exophthalmie wird immer durch Entartung des Aug
apfels oder eines Theiles desselbou bedingt.
immer carcinomatöser Natur. Die Conjunctiva der Sclerotica artet in weiche, blafsrothe, unförmliche Wülste aus; die Bindehaut der Augenlieder participirt an dieser Entartung beim hohen Grade des Uebels. Die schwammichten Aftergebilde rücken zwischen der Augenliedspalte vorwärts, verdrängen die Augenlieder, wenn das Uebel auf einer hohen Stuffe steht, erlangen die Grösse einer Mannsfaust und darüber. Die Hornhaut ist nun verborgen durch die wuchernde, an allen Puncten sich zusammendrängende Adnata, wobei das Bindehautblättchen im zweckmässigen Zustande verharrt *), oder in dieselbe krankhafte Entartung gezogen wird.
Die wuchernde Masse, welche leicht blutet, bedeckt sich mit einer Kruste, und leicht könnte dieser Zustand mit der völligen Entartung des Augapfels verwechselt werden, wenn man nicht sehr sorgfältig bei Besichtigung des Uebels zu Werke gehen würde. Dieser Zustand wird Sarcosis bulbi, Exophthalmia fungosa genannt, geht nicht in Krebs über, ist das Product blennorhoischer Entzündungen, und findet sich bei Individuen mit schlaffer Faser und phlegmatischem Habitus. Die Prognose in Hinsicht der Herstellung des Sehevermögens ist, weil man den Zustand der Hornhaut vor der Operation nicht zu beurtheilen vermag, ganz unsicher, Gewöhnlich aber werden Geschwülste dieser Art mit dem besten Erfolg und gänzlicher Herstellung des Sehvermögens entfernt. Beim Entstehen des Uebels dient der Höllenstein, gleichzeitig mit Ausschneidung der grösseren Wülste, zur Entfernung desselben; bei völliger Ausbildung der Geschwulst muss die Abtragung der Bindehaut in ihrem ganzen Um
*) Beer (im a. W. 2. B. S. 224) behauptet, jedoch mit
den Erfahrungen anderer guter Beobachter im Widerspruche stehend, dass das Bindehautblättchen der Hornhaut niemals an der schwammichten Entartung Antheil nehme.
tange mit der gehörigen Vorsicht, die unterliegenden Membrane nicht zu verletzen, verübt werden. Um das Wiederentstehen von Geschwülsten dieser Art zu verhüten, müssen Abführmittel, strenge Diät, Ableitungen durch Bewirkung eiternder Flächen *), und ein der Krankheitsursache entsprechendes Verfahren angewandt werden.
Nicht immer sind die Entartungen der Conjunctiva von gutartiger Natur, sondern zuweilen bilden sie den Anfang zur carcinomatösen Entartung des, Auges. Sie sind dann sehr schmerzhaft, entwickeln sich mit einer hestigen Geschwindigkeit, gleichzeitig mit der Conjunctiva wird die Cornea afficirt, und bald greift die Entartung auf die übrigen Theile des Augapfels ein. Zuweilen beginnt das Uebel mit dunkelrothen, warzenähnlichen Knötchen (papulae rebelles) auf der Conjunctiva oder Cornea, von wo aus dann die Entartung sich fortsetzt.
In den Fällen der Entstehung des Uebels von der Cornea und Conjunctiva aus, und der scheinbaren Begränzung desselben auf diese Theile hat man die partielle Exstirpation des Entarteten, die Abtragung der vordern Hemisphäre des Bulbus empfohlen. Lässt sich nicht bestimmt die Grenze der Entartung erkennen, so ist es sicherer, den ganzen Bulbus zu exstirpiren.
Geht die Entartung von der Chorioidea und Sclerotica aus, so geschieht dieses gewöhnlich unter der Form des Hydrophthalmos und der Cirsophthalmia: Die Entwicklung geschieht langsam, und kann daher um so mehr zur falschen Beurtheilung des Falles verleiten. Allein die beträchtliche Anschwellung der Häute, die bald sich einstellenden lanzinirenden Schmerzen, lassen den Charakter des Uebels vermuthen, das durch seine Ausbildung bald im wahren Lichte
1) Besonders wird das Haarseil empfohìen. (Memoires de l’Academie de Chirurgie. T. V, pag. 181)...