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Capoeira (DE version)
Sein Ursprung, die Geschichte
Das Wort « Capoeira » kommt aus der Sprache Tupi (Brasilianischer Dialekt) und bedeutet « kurzes Gras ». Es ist die Bezeichnung für Orte, an denen sich Capoeiristas gerne versammeln, um Capoeira auszuüben.
Niemand weiß wirklich, wer Capoeira erfunden hat. Es scheint, dass Sklaven aus Angola im Jahr 1600 mit einer ersten Form der Capoeira begonnen haben: eine Mischung aus Kampf, Tanz und Ritualen. Was sicher ist, dass Historiker aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert « Capoeiristas » in ihren Schriften beschrieben: Es waren Männer mit agilen Körpern, welche mit listigen und dominierenden Bewegungen vor der Polizei flüchteten. Sie können außerdem mit Messern oder Klingen, versteckt in Halstüchern oder zwischen den Zehen, umgehen.
Zum Problem wurde das Phänomen in Rio de Janeiro zwischen 1800 und 1850. Sogar die Polizei praktizierte Capoeira um dies zu bekämpfen.
Zunächst einmal war Capoeira ein Kampf, ein Kampf ums Überleben. Sei es um der Polizei zu entkommen oder um sich tagtäglich zu verteidigen. Die Regierung schickte gefangene Capoeiristas an die Front des Krieges mit Paraguay, weil sie begabt im Nahkampf waren. Wer überlebte, gewann seine Freiheit.
1890 wurde Capoeira verboten, dies war notwendig, um die Verbreitung zu unterbinden, da viele diese für Abrechnungen oder Straftaten verwendeten.
In den 1930er Jahren eröffnete ein Mann, der liebte zu kämpfen, Manuel dos Res Machado, besser bekannt unter dem Namen von Mestre Bimba die erste Capoeira Schule. Er hatte den afrikanischen Kampf namens « Batuque » von seinem Vater gelernt. Er vereinte Capoeira, welche er auf den Straßen erlernte, mit Elementen dieses Kampfes und andere Kampfkünste. Es war die erste große Entwicklung der Capoeira: Jetzt gab es die CAPOEIRA ANGOLA , die « Mutter der Capoeira » von Vicente Ferreira Pastinha, bekannt als Mestre Pastinha, die man auf der Straße von den Alten erlernte und die CAPOEIRA REGIONAL gelehrt durch Mestre Bimba.
Mestre Bimba hat dazu beigetragen, dass Capoeira bekannt und respektiert wurde. Dank ihm, hat der Präsident Getulio Vargas 1937 die Capoeira wieder erlaubt und im Jahr 1952 als « Volkssport » anerkannt.
Heute gibt es hunderte von Capoeira Schule, manche nur für Capoeira Angola oder Capoeira Regional die anderen für beide.
Seine Praxis
Die Praxis der Capoeira hat viele Aspekte. Es ist Musik, die das Spiel begleitet, gespielt von einer Musikgruppe (weiter unten beschrieben). Es ist der Gesang, alte Volkslieder und neue Lieder über die Geschichte der Capoeira, die berühmtesten Capoeiristas oder Übertragung einer Moral, welche im Leben angewendet werden kann , oder sie geben eine Nachricht an die Capoeiristas in der Roda. Das Spiel, bei dem zwei Capoeiristas spielen oder sich je nach Moment gegenüberstehen: es werden Bewegungen oder Bewegungsfolgen, welche im Training gelernt wurden, improvisiert. Es ist ein Dialog, in dem Körpersprache das Gesprochene ersetzt. Während dem Spiel benutzt jeder Spieler seine List, um den anderen zu überraschen. Dies erfordert Reaktionsfähigkeit, Körperbeherrschung und Beherrschung der Bewegung, Kreativität, Agilität, Flexibilität und Strategie.
Die Roda
Der Kreis der Capoeiristas hat sicher seine Wurzeln im rituellen afrikanischen Tanz, welcher die Sklaven in Gefangenschaft aufführten. Die Portugiesen trennten die Stämme, um Komplotte zu verhindern. Die afrikanischen Sklaven aus verschiedenen Stämmen wurden in Sklavenhäusern, sogenannten « senzalas », untergebracht. Diese Mischung förderte der Entwicklung der Capoeira, weil jeder die Traditionen seines Stammes einbrachte: den Kampf, die Tänze und die Rituale.
In der Roda, bilden die Capoeiristas in einem Kreis. Derjenige, der das Berimbau » Gunga » hat, ist der Dirigent. Es zwingt den Teilnehmern das Tempo und Spielweise auf. In der Regel singt er das erste Lied an, während der Roda jedoch, singen abwechselnd auch andere Capoeiristas. Die im Kreis stehenden Teilnehmer klatschen im Rhythmus die Hände und antworten singend mit den Refrains.
Die zwei Teilnehmer platzieren sich in der Hocke vor dem Berimbau « Gunga ». Sobald diese ein Zeichen macht, welches den Beginn bedeutet, begeben sich die beiden Capoeiristas die Roda und das Spiel beginnt. Beide aufmerksamen Spieler machen Schläge und wehren die des anderen Spielers ab und zeigen ihre Beweglichkeit und Geschicklichkeit. Jeder der Protagonisten versucht den anderen mit einer kontrollierten und präzisen Bewegung zu überraschen. Der Schlag ist in der Regel markiert, aber es kann auch Schläge gegen um den anderen aus dem Gleichgewicht oder zu Fall zu bringen. Die Capoeiristas, die Rund um die Roda stehen, können sich in das Spiel « kaufen », das heißt, sie begeben sich in die Roda und spielen mit einem der beiden Capoeiristas.
Der Anfänger kann in die Roda ab seinem ersten Kurs mitspielen. Seine Bewegungen werden ungenau und nicht sehr abwechslungsreich sein, er wird jedoch Freude an dem tanzenden Spiel haben. Je mehr der Capoeirist trainiert und spielt desto dominierender werden seine Bewegungen. Seine Erfahrung erlaubt ihm sein Spiel anzupassen; wenn er mit Anfängern spielt, so dass diese ihr Spiel zu entwickeln, wenn er mit jemandem mit seinem Niveau spielt, wird er alles tun, um ihn mit Technik, Anmut und Leichtigkeit zu überraschen, und spielt er mit einem höher graduierten Capoeirist, bringt er den nötigen Respekt mit und begleitet das Spiel des erfahrenen Gegners.
In der Capoeira bekommt man einen Spitzname
Als die Capoeira verboten war, wurden diejenigen, die es dennoch taten verraten und nur aus diesem Grunde auch inhaftiert. In der Roda, trafen sich Menschen aus allen sozialen Schichten und um zu vermeiden verraten zu werden, sagte man nicht seinen Namen. Aus diesem Grund gab man Spitznamen: dieser konnte ein Merkmal des Charakters sein, z.B. « Zangado », was bedeutet « jemand, der wütend ist », eine Ähnlichkeit mit einem Tier sein, zB. « Esquilo », was « Eichhörnchen » bedeutet, das Gegenteil von dem was man war, wie zB. » Gigante « , was « Riese » heisst, obwohl man ganz klein war.
Wurde jemand von der Polizei verhört, so nannte er nur diesen Spitznamen, « o apelido ».
Heute, spätestens bei der Taufe (erster Kordelwechsel des Capoeirist), erhält er einen Spitznamen vom den Lehrer oder vom Mestre.
Die Instrumente
Die verwendeten Instrumente in Capoeira und die Anzahl haben sich im Laufe der Zeit entwickelt. Es scheint, dass in den ersten Jahren nur Schlaginstrumente verwendet wurden: Atabaque und Pandeiro, und schließlich das Berimbau, welches als letztes eingeführt wurde.
Die verwendeten Instrumente sind das Berimbau, es leitet die Roda, gibt das Tempo und die Spielweise an, das « Atabaque » (eine Seiltrommel), das « Pandeiro » (ein Schellentamburin) und manchmal auch das » Agogo » (kleines, handgefertigtes Instrument aus Schalen der Paranüsse oder aus Metall). In offiziellen Rodas, kann es bis zu drei Berimbaus haben: die « Gunga » (der Chef), die « Medio » und die « Viola », die kleinsten die improvisiert. Das Reco- Reco und die Gonza sind optionale Instrumente. Jede Gruppe kann besondere Regeln für sein Orchester haben.
Maculelê
Maculelê ist eine Stammes-Tanz, dessen Ursprung in einer Legende erzählt, dass eines Tages, als alle Männer im Jagdalter das Dorf verlassen hatten, ein junger Mann, die im Dorf verbliebenen Frauen und Kinder, mit zwei Holzstücken gegen Feinde verteidigte.
Maculelê ist ein Tanz aus der brasilianischen Folklore, und wird mit Stöcken ausgeübt. Es erlaubte Sklaven sich von ihrer Frustrationen und Wut im Tanz zu befreien. Scheinbar haben Sklaven, ein bestimmter Tiajo mit seinen Nächsten, eine Form der Maculelê in einem Zuckerrohrfeld, « o Engenho Partido » im Jahre 1844 praktiziert. Es war aber, Paulinho Almeida de Andrade (1876-1908), besser bekannt unter dem Namen Popó aus dem Dorf Santo Amaro, im Bundesstaat Bahia, der wichtigster Vertreter, weil er versuchte diese Kultur seiner Vorfahren zu erhalten. Er rettete diese Kultur nicht nur, indem er die Alten nachahmte und durch Wiederholen der alten Lieder, sondern er entwickelte auch zusätzliche Elemente aus der Musik camdomblé (praktizierte Religion in Brasilien, vor allem im Bundesstaat Bahia). Sein Sohn « Zezinho », führte die Schwerter in das Maculelê ein (Popó war mit dieser Initiative nicht einverstanden).
(Aus dem Dokumentarfilm » A historia tun verdadeira Maculelê » gemacht durch das Kulturministerium Brasilien)
Dieser traditionelle Kriegstanz wäre verloren gewesen, wenn Mestre Popo ihn nicht an Jugendliche des Dorfes Santo Amaro, im Bundesstaat Bahia, im Jahre 1944 gelehrt hätte. Seitdem wird er von der Capoeiristas ausgeübt und begleitet oft Capoeira – Demonstrationen.