Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03644.jsonl.gz/202

Lizenzsystem
Die Assoziation Montessori (Schweiz) als Inhaberin der Rechte an der gesetzlich geschützten Wortmarke „Montessori“unterhält ein System selektiver Markenlizenzierung. Das bedeutet konkret, dass schweizerische Einrichtungen - vor allem Kinderhäuser und Schulen - den Namen „Montessori“ nur in Verbindung mit einer Lizenzvereinbarung benutzen dürfen, die vorher zwischen der Assoziation und dem jeweiligen Träger der Einrichtung abgeschlossen worden ist. Das Markenlizenzsystem dient in erster Linie der Sicherung hoher pädagogischer Standards.
Dem Abschluss des Lizenzvertrages geht ein nicht-öffentliches Anerkennungsverfahren voraus, bei dem die für das Kinderhaus oder die Schule verantwortlichen Personen gegenüber der Assoziation darlegen, in welchen Räumen, mit welchem Material und mit welchen pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Einrichtung betrieben wird. Sehr häufig findet ausserdem eine Begutachtung durch einen unabhängigen pädagogischen Experten oder eine Expertin statt, die sich dann für ein bis zwei Tage in der Einrichtung aufhalten. Neu gegründete Einrichtungen vereinbaren zunächst einen von vorneherein auf einen Zeitraum von einem oder zwei Jahren befristeten Lizenzvertrag, der ihnen einen konsequenten Auf- oder Ausbau ermöglicht. Die bestehenden Einrichtungen erneuern etwa alle drei Jahre ihre Lizenz zum Markengebrauch.
Die Einzelheiten zum Anerkennungsverfahren stehen im „Reglement zur Qualitätssicherung – RegQS“ der Assoziation (aktueller Stand: Mai 2006). Die Regelsätze für die Lizenzgebühren sowie für den Expertenbesuch finden sich in der aktuellen Tarifordnung (Stand: Mai 2006). Zwischen dem Vorstand der Assoziation und den Verantwortlichen in den Einrichtungen findet ein reger Erfahrungsaustausch über pädagogische und organisatorische Fragen statt.Die Assoziation fungiert hinsichtlich der ihr angeschlossenen oder als Lizenznehmer verbundenen Einrichtungen indessen nicht als allgemeines Aufsichtsorgan und übt auch keinerlei Disziplinargewalt aus. Für Beschwerden, die wegen des Verhaltens einzelner Kinder oder wegen des Verhaltens einzelner Lehrpersonen erhoben werden sollen, sind ausschliesslich die jeweiligen Einrichtungen, oder gegebenenfalls die öffentlichen Stellen, zuständig.