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- Barbara Russ |
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Die amerikanische Vogue ist untrennbar verbunden mit Anna Wintour. Neben der ikonischen Vogue-Chefin gab es, das ist seit dem Film „The September Issue“ von 2009 auch über die Branche hinaus bekannt, immer das kreative Mastermind Grace Coddington. Dass es auch noch eine dritte Stimme in diesem Kanon gab, wird dabei häufig vernachlässigt. Als Fashion Director der amerikanischen Vogue zeichnete Tonne Goodman 20 Jahre lang verantwortlich für über 150 Vogue Cover. Ein neuer Bildband würdigt nun ihr Schaffen.
Tonne Goodman wuchs in New York auf und wurde im Alter von 15 Jahren auf der Upper East Side als Model entdeckt. Ihr wirklicher Karrierebeginn dürfte allerdings auf eine Anstellung als Assistentin von Diana Vreeland datiert werden, der sie beim Metropolitan Museum of Art unter die Arme griff. Diana Vreeland war dort als Special Consultant angeworben worden, um die angestaubte Kostümsammlung des Museums wortwörtlich aus dem Keller ans Licht zu holen.
Der Sprung in die Moderedaktion
Während ihrer Arbeit für Diana Vreeland wurde Tonne Goodman eine Position bei der New York Times als „Fashion Reporter“ angeboten. Sie überlegte nicht lange und arbeitete bereits bei ihrer ersten Modestrecke mit Helmut Newton zusammen. Die nächste Station auf der Karriereleiter bildete einige Jahre später die Selbständigkeit als Stylistin, während der Goodman Werbekampagnen für Modehäuser und Zigarettenmarken verantwortete, aber auch regelmäßig im Life Magazine Strecken platzierte.
1987 schloss sie ihre Agentur, um sich voll auf eine Marke und deren Image zu konzentrieren: Calvin Klein. Die Redakteurin, heute bekannt für ihre „Uniform“ bestehend aus weißer Jeans, italienische Loafer und Seidenschals, trug maßgeblich zur Markenidentität der All-American Brand bei. Als Vice President of Marketing setzte sie auf Kampagnen in Schwarz-Weiß-Optik, mit Supermodels und Superfotograf Bruce Weber.
1992 ging sie als Fashion Director zu Harper’s Bazaar, wo sie mit den dort unter Vertrag stehenden Fotografen Patrick Demarchelier und Peter Lindbergh zusammenarbeitete. 1999 schließlich wechselte sie zur Vogue, nachdem Grace Coddington sie Anna Wintour empfohlen hatte. „Anna wollte, dass jeder Redakteur sich auf eine spezielle Richtung fokussierte. Grace Coddington kreierte Fantasiewelten, Phyllis Posnick beschwor das Außergewöhnliche herauf und Camilla Nickerson kümmerte sich um die Edgyness. Ich sollte die moderne Frau einfangen, mit dem besonderen Schwerpunkt auf Titelseiten“, sagt sie in dem Buch. „Ich bin um den Globus gereist […], war Teil der Evolution von Models zu Celebritys auf dem Titel. […], habe erlebt, wie die sozialen Medien unseren Blick auf die Welt verändern. Veränderung ist die einzige Konstante.“
Point of View.
Four decades of Defining Style
By Tonne Goodman
46 Euro
Erschienen bei Abrams&Chronicle Books
ISBN: 9781419734588
Credits: Tonne Goodman: Point of View (Abrams) Image credits: © Inez&Vinoodh (pg 322-323, Image name 0317-VO-WELL92-01) © Steven Klein (pg 196-197, Image name 0808-VO-WE42.01) © Steven Klein (pg 250-251, Image name 0912-VO-WELL62.01) © Peter Lindbergh (pg 92-93, Image name 28519-3)