Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/81226

<h2>SubmittedText<h2><p>Da von italienischer Seite noch keine Entscheidung getroffen wurde,</p><p>weshalb erwägt man nicht die für die Schweiz wirtschaftlichste und für das Tessin umweltfreundlichste Lösung, indem man die Linien Cadenazzo-Luino und Lugano-Chiasso für den Personenverkehr reserviert und eine eingleisige Strecke von Vezia Richtung Valcuvia und weiter nach Busto-Arsizio und Novara baut, wie dies die italienischen Transporteure bevorzugen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Frage über die langfristige Infrastrukturplanung südlich des Gotthards ist zurzeit in beiden Ländern in Prüfung. Dabei geht es um einen Realisierungshorizont ab 2030. Die Schweiz prüft vier Varianten zwischen Lugano und Chiasso. Die Vergabe der Studien, die durch einen Rekurs blockiert war, soll in den nächsten Wochen erfolgen. Italien prüft drei Varianten für die Strecke Bellinzona-Novara (Gronda Ovest). Die Studien in Italien laufen ebenfalls bereits, und die von Ihnen angesprochene Linienführung ist Teil des von Italien untersuchten Variantenspektrums.</p><p>Aus der Sicht des Bundes ist es weder möglich noch sinnvoll, die Strecke Lugano-Chiasso für den Güterverkehr zu sperren. Aus technischen Gründen (Stromsystem, erlaubte Zugslänge im Netz) braucht es an der Staatsgrenze auch künftig einen grösseren Rangierbahnhof, in dem Güterzüge nötigenfalls neu zusammengestellt und Lokwechsel vorgenommen werden können. Die bestehende Anlage in Chiasso kann hervorragend dazu genutzt werden und garantiert dem Kanton Tessin auch Arbeitsplätze. Zudem sollen in Italien Güter sowohl westlich wie östlich um Mailand herum geführt werden, wozu auch die Linie über Chiasso-Como notwendig ist.</p><p>Die Resultate der Studien werden in naher Zukunft vorliegen. Entgegen Ihren Aussagen besteht kein mangelnder Entscheidungswille auf italienischer Seite. Die Arbeiten laufen, die Zeit ist noch nicht reif, sich für eine Variante festzulegen.</p>