Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03361.jsonl.gz/179

Die Funktion des Gesichtsnervs drückt spontane und willkürliche Emotionen durch Aktivität der Gesichtsmuskeln aus. Eine Fazialisparese lässt sich im Alltag kaum verstecken und kann zu einer Stigmatisierung und sozialen Abgrenzung führen (Kiese-Himmel et al., 1993). Die mimische Kommunikation ist durch die eingeschränkte Gesichtsbeweglichkeit häufig beeinträchtigt.
Störungen des emotionalen Gesichtsausdrucks können im Umgang mit anderen negative psychische Folgen hervorrufen.
Huang et al. (2012) belegen eine Verbindung zwischen psychischer Belastung und der Schwere einer Gesichtslähmung. Die psychische Belastung bei weiblichen Patienten mit schwerer Fazialisparese (House and Brackmann Score IV – VI) ist signifikant höher im Vergleich zu männlichen Patienten mit leichter Fazialisparese (House and Brackmann Score I – III). Auch Fu et al. (2011) argumentieren, Frauen schildern stärkere psychische Belastungen aufgrund der Fazialisparese, möglicherweise weil sie mehr Wert auf ihr Aussehen legen.
Nach Dobel et al. (2013) führt eine Fazialisparese häufig zu Störungen der zwischenmenschlichen Kommunikation. Betroffene Patienten klagen, dass beim Anblick ihres Gesichts bei anderen Personen negative Gefühle hervorgerufen werden. Außerdem kann ihr innerer Gefühlszustand nicht mehr angemessen abgelesen werden. Dies kann bei einigen Patienten Stress, Angstzustände oder Depressionen auslösen.
Spontanes Lächeln oder Lachen fördert die Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Oxytocin. Bei Patienten mit einer Fazialisparese ist hingegen die Ausschüttung dieser "Glückshormone" gehemmt oder verändert, da ein symmetrisches Lachen nicht möglich ist.
Nach VanSwearingen et al. (1999) zählt die Beeinträchtigung des Lächelns als wichtiger Prädikator für die Auslösung einer Depression.
Britische Forscher haben in einer Studie nachgewiesen, dass Lächeln einen energiesparenden Effekt bei Läufern hat. Zum Artikel