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Tradition und Moderne
Die Latinistik versteht sich als Textwissenschaft. Die lateinische Sprache, die Literatur und die Gebrauchstexte der römischen Kultur vom 3. Jh. v.Chr. bis zur Spätantike (6. Jh. n.Chr.) sind ihr zentraler wissenschaftlicher Gegenstand. Doch auch die Erforschung der lateinischen Literaturen nachantiker Epochen, insbesondere des Mittelalters, des Humanismus und der Renaissance, gehören in Basel gemäss internationalen Standards in den Bereich der Latinistik.
Die Edition, die Kommentierung und die Interpretation der antiken und frühneuzeitlichen Texte stellen die grundlegenden Aufgaben der Latinistik dar. Dies geschieht auf der Basis der traditionellen philologisch-historischen Methode der wissenschaftlichen Texterschliessung, aber auch unter Einbeziehung ausgewählter, relevanter neuerer Theorien der Textwissenschaften.
Die Basler Latinistik setzt Schwerpunkte in der Literatur der späten Republik, der frühen Kaiserzeit sowie der Spätantike. Bevorzugte Themen sind die Poesie - Epos, Epigramm, Elegie - sowie die römische Philosophie.
Im Bereich der neulateinischen Literatur stehen die Ersterschliessung und die Interpretation lateinischer Texte der Regio, vor allem der oberrheinischen Humanisten, im Vordergrund. Die Rezeption der römischen Literatur in den modernen Literaturen ist ein weiterer zentraler Forschungsbereich.
Ein kulturwissenschaftlicher Zugang bildet das einigende Band der vielfältigen Forschungsthemen der Basler Latinistik. Zu ihrem Profil trägt die Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft wesentlich bei. Altlatein und nachklassisches Latein, speziell die pompejanischen Wandinschriften, wie auch das Nachleben der lateinischen Sprache in den modernen Sprachen Europas zählen zu den Schwerpunkten in Lehre und Forschung.