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Gordola TI
Diese Sperre in der Magadino-Ebene umfasst eine Flankiergalerie mit 2x 7,5 cm Kanonen, ein Infanteriefort und einige Nebenwerke mit der Aufgabe, die von Locarno her kommende Strasse zu sperren.
Die Hauptwerke wurden 1913-18 und 1939-45 errichtet und später wesentlich modernisiert. Das Artilleriefestungswerk (Flankierbatterie) von Gordola und das dazugehörige Infanteriefort sind zwei äusserst interessante Objekte. Das Infanteriewerk ist heute fast vollständig in die Agglomeration von Gordola integriert und wurde zu einem modernen Kantonnement umgebaut. Die Sperrstelle Gordola und die symmetrische Schwester-Sperre Magadino repräsentieren vor allem die für den Ersten Weltkrieg typische Wehrkonzeption mit flankierender Artillerie und infanteristischer Sperrstellen.
Im Januar 1913 wurden die drei Sperren Gordola, Magadino und Monte Ceneri für zusammen 1,9 Millionen Franken bewilligt. Der Baubeginn in Gordola stiess jedoch auf Probleme, denn auf die Ausschreibung der Bauarbeiten gingen keine Offerten ein. So musste der Regiebau in Angriff genommen werden. Der Hang, wo das Infanteriewerk entstand, war damals noch vollständig bewaldet, eine Strasse fehlte. Als im August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, war beim Werk der Aushub beinahe fertig. Mit der Mobilmachung musste allerdings der grösste Teil des Personals des Büro für Befestigungsbauten (BBB) sowie die meisten der Arbeiter einrücken.
So standen die Bauarbeiten einige Tage ganz still. Der Befehl des Armeekommandos an den Chef des BBB erging, die begonnenen Werke in Bellinzona möglichst rasch in einen verteidigungsfähigen Zustand zu bringen und mit behelfsmässigen Feldbefestigungen zu ergänzen. Dazu wurden ihm neben Ingenieuroffizieren eine Gebirgs-Sappeurkompanie und ein Landsturm-Geniedetachement zur Verfügung gestellt. Ende 1916 wurden die Arbeiten am Infanteriefort beendet.
Heute (ca. 1995) ist das Infanteriewerk vollständig in die Hangüberbauung oberhalb Gordola integriert. Das Fort bildet auf der Rückseite eines bewaldeten Hügelvorsprungs eine willkommene Grünzone. Das Werk wurde in der Folge in eine moderne Unterkunft umgebaut, die sowohl militärische als auch zivil genutzt werden sollte. Über die aktuelle Nutzung sowie den Zustand der speziellen Gewehrgalerie ist mir nichts bekannt.
Die Flankierbatterie Gordola wurde oberhalb des Infanteriewerks erstellt. Sie war auf drei Etagen angelegt: Im Erdgeschoss 2x 7,5 cm Kan, darüber 3 Beobachter und 2 Scheinwerfer und zuoberst zwei Mg sowie ein Beobachter.
Bekannte Objekte
- Infanteriewerk Gordola
- Kehlkaserne Gordola
- Flankierbatterie Gordola
Batterie Verzasca (1916)
Die Verzasca war im unterstem Bachlauf durchwatbar. 1916 wurden deshalb unterhalb der Eisenbahnbrücke auf dem linken Ufer zwei Kasematten für 8,4 cm Kanonen sowie ein rund 500 Meter langer Schützengraben und vier Unterstände gebaut. (Auszug aus: Befestigtes Tessin)
- Kasematte 1 - 709’780/115’120
- Kasematte 2 - 709’820/115’070