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Während es in der griechischen Mythologie Herkules ist, der für seine aussergewöhnlichen Stärken bekannt ist, ist es in der Währungsrangliste der Schweizer Franken. Seine Stärke sorgt für Furore, so auch wieder Ende 2023, als er einen neuen Höchststand erreichte. Doch diese Stärke war dem Franken bei seiner Geburt 1850 keineswegs in die Wiege gelegt. Ganz im Gegenteil – in seinen ersten 50 Jahren blieb er ein «zur Schwäche nei-gendes Anhängsel des französischen Franc», wie Ernst Baltensperger, der Doyen der schweizerischen Geldpolitik, in seinem Buch «Der Schweizer Franken» ausführt.
Mit der Errichtung des Bundesstaates 1848 wurde die Münzhoheit neu geregelt und damit der Weg zur Schaffung des Schweizer Frankens im Jahr 1850 frei gemacht. Um das bis dahin herrschende Münzwirrwarr zu überwinden, lehnte die Eidgenossenschaft den Schweizer Franken schlussendlich an den französischen Franc an, nachdem man zuvor auch mit dem süddeutschen Guldensystem geliebäugelt hatte. Ein Schweizer Franken entsprach exakt einem französischen Franc mit einem Silbergehalt von 4,5 Gramm. Als reine Silberwährung legte der Franken allerdings einen veritablen Fehlstart hin.
Die französische Gesetzgebung liess im Gegensatz zur schweizerischen die Möglichkeit einer Goldprägung zu. Da nach 1850 der Silberpreis stärker stieg als der Goldpreis, floss das Silber aus der monetären Verwendung. Entsprechend nahm in Frankreich die Goldprägung des Franc zu. In der Schweiz wurden aus Kostenüberlegungen nur ungenügende Mengen an Münzen geprägt. So mussten letztlich die eidgenössischen Kassen französische Goldmünzen akzeptieren, da praktisch keine Silbermünzen im Umlauf waren. Schon kurz nach ihrem Start war die Schweizer Währung praktisch inexistent.
In der Folge sah sich die Schweiz gezwungen, den Feingehalt des Silbers auf 80 Prozent herabzusetzen. Dadurch sollte es sich nicht mehr lohnen, das Silber einzuschmelzen. Da aber Länder wie Frankreich, Italien und Belgien einen höheren Silbergehalt vorsahen, flossen die Schweizer Münzen nun in diese Länder ab. Dort lohnte es sich, die hochreinen heimischen Silbermünzen einzuschmelzen und den Franken als Zahlungsmittel zu verwenden. Dieser unhaltbare Umstand führte 1865 zu einer Währungskonferenz in Paris, woraus die «Lateinische Münzunion» zwischen Frankreich, Belgien, Italien, der Schweiz und später auch Griechenland resultierte. Insbesondere aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Banknoten blieb der Währungsunion aber ein durchschlagender Erfolg von Anfang an verwehrt.
Da Frankreich infolge des deutsch-französischen Krieges von 1870 unter anderem den Goldexport verbot, wurde die Schweiz von ihrer Geldversorgung abgeschnitten. Dieses Hin und Her im Münzwesen führte zu einer grossen Akzeptanz des Notengeldes bei der Schweizer Bevölkerung. So trat 1881 das eidgenössische Banknotengesetz in Kraft und 1907 nahm die Schweizerische Nationalbank ihre Tätigkeit auf, womit die wilden Jugendjahre des Frankens zu einem Ende kamen. Spätestens mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs begann der Aufwertungstrend des Frankens. Dieser hält bis heute an.