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Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 2016 von Mariska Beirne / Christian Winkler
Eduard Fürst
1866 9.3.
Geburt in Affoltern bei Zürich
Sekundarschule, danach kaufmännische Lehre in Zürich
Welschlandaufenthalt
1890
Als «Reisender» (Aussendienstmitarbeiter) kommt er nach Wädenswil und nimmt eine Stelle in der Mützenfabrik Fisch an
1898 25.3.
Heirat mit Lina Zurlinden in Langenthal, mit ihr hat er fünf Kinder, von denen eines früh stirbt
1902
Patron Fisch nimmt Fürst als Kommanditär ins Geschäft auf
1908
Eduard Fürst übernimmt nach dem Tod von Jacques Fisch dessen Mützenfabrik an der Eintrachtstrasse
1916–1944
Mitglied der Sparkassagesellschaft
1944 3.4.
Eduard Fürst stirbt 78-jährig in Wädenswil
Der Mützenfabrikant
Eduard Fürst wuchs in einfachen Verhältnissen in Affoltern bei Zürich auf. Sein Vater arbeitete als Seidenfärber und besorgte zusätzlich mit seiner Frau einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb. Seine beiden Brüder starben früh, dafür durfte Eduard die Sekundarschule besuchen und eine kaufmännische Ausbildung machen, wofür er seinem Vater sehr dankbar war. 1890 kam er nach Wädenswil in die Mützenfabrik von Jacques Fisch, die er nach dem Tod seines Patrons im Jahr 1908 übernahm. Im selben Jahr baute er sich ein Haus an der Schönenbergstrasse, auf das er den Spruch «Zur Herberg hier für kurze Zeit, die Heimat ist die Ewigkeit» anbringen liess. Fürst galt als rastloser, zäher «Chrampfer», der sich selber keine Weichheit zugestand, seinen Arbeitnehmern gegenüber aber wohlwollend war. Langjährige Mitarbeiter, die eigentlich nicht mehr «rentabel» waren, behielt er dennoch in seinem Unternehmen, damit sie ohne existierende Vorsorgeeinrichtungen nicht Mangel leiden mussten. Langjährige Mitarbeiter nannten ihn denn auch liebe-, aber respektvoll «Papa Fürst».
Eduard Fürst (1866-1944)
Mützenfabrik Fürst an der Eintrachtstrasse.
Briefkopf der Hutfabrik Hochstrasser 1886.
Wädenswil als Hutmacherstandort
Wädenswil war seit Mitte des 19. Jahrhunderts führend in der Kopfbedeckungsindustrie. Es gab drei wichtige Fabrikationsbetriebe: Der älteste war die 1848 gegründete Hutmacherei H.J. Hochstrasser bei der Reformierten Kirche. Karl Felber, ehemaliger Angestellter von Hochstrasser, gründete 1870 die Hut- und Mützenfabrik Karl Felber. Die dritte Fabrik ging aus einem ehemaligen Angestellten Felbers hervor: Jacques Fisch gründete 1884 die spätere Mützenfabrik Fürst. Berühmtheit wurde der Betrieb für seine «Büsi-Mützen», die Fürst 1923 patentieren liess.
«Durch Fleiss, Sparsamkeit und Tüchtigkeit, gepaart mit sozialem Edelsinn, nicht zuletzt auch dank der tatkräftigen Mithilfe seiner beiden Schwiegersöhne Fritz Zurschmiede und Armin Staub, brachte er das Geschäft aus kleinen Anfängen zu grosser Blüte.»