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Das Spar-Paradoxon ist eine der keynesianischen Erkenntnisse, die vom ökonomischen Diskurs weitgehend verschwunden sind, hält Paul Krugman fest, weil Ökonomen immer mehr (und zu Unrecht) mit dem Glauben wuchsen, dass die Zentralbanken immer in der Lage sind, die Wirtschaft zu stablisieren. Jetzt ist es wieder so ein Begriff. Ist es aber tatsächlich in den Daten erkennbar? Die Antwort ist, und wie!, schreibt Krugman in seinem Blog und liefert zwei anschauliche Abbildungen.
Angenommen: Eine Gruppe von Menschen entscheidet, mehr zu sparen. Man könnte denken, dass dies notwendigerweise einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Ersparnisse bedeuten würde. Wenn aber die Wirtschaft wegen des Rückgangs des Konsums in eine Rezession gerät, dann fallen Einkommen und auch die Ersparnisse. Der induzierte Rückgang der Ersparnisse kann den anfänglichen Anstieg der Ersparnisse weitgehend oder vollständig ausgleichen. Mehr Ersparnis der privaten Haushalte führt also nicht zu mehr Investitionen. Wenn alle Haushalte gleichzeitig ihre Ausgaben kürzen, vermindern sie die Absatzchancen der Unternehmen. Da ihre Gewinne zurückgehen, investieren Unternehmen weniger. Es kommt zu Entlassungen. Das Volkseinkommen sinkt. Kollektives Sparen hat also verheerende Folgen für die Wirtschaft. Das nennt man Spar-Paradoxon („paradox of thrift“). Wenn manche Zuschauer in einem Fussballstadium aufstehen, um ihre Sicht aufs Spielfeld zu verbessern, werden sie überrrascht, dass sich ihre Ausgangsposition verschlechtert, weil alle anderen Zuschauer auch aufstehen. Am Schluss sieht niemand besser und alle müssen stehen.
Weitere Postings zum Thema Spar Paradoxon in diesem Blog: hier, hier und hier.
Privates Sparen: S(p)= Y – T – C
Staatliches Sparen: S(g)= T – G
Nationales Sparen= S(p) + S(g)
Y=Einkommen, T=Nettosteuern, C=Konsum der privaten Haushalte, G=Konsum der öffentlichen Haushalte.