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Er glaubte an die humanitäre Kraft der Kunst und nannte sein Schaffen ein politisches Bekenntnis: Mit geometrisch-abstrakten Gemälden, Skulpturen und Projekten für den öffentlichen Raum hat Gottfried Honegger zeitlebens an der Einung von Gegensätzen gearbeitet und das kreative Potenzial der farblichen und formalen Reduktion ausgelotet.
Aufgewachsen im Unterengadin, besuchte Honegger von 1932 bis 1933 den Vorkurs der Schule für Gestaltung Zürich und absolvierte danach eine Lehre als Schaufensterdekorateur. Mit dem Atelier für Grafik, Dekoration und Fotografie, das er und seine spätere erste Frau Warja Lavater 1938 in Zürich gründeten, sowie als Dozent und Publizist prägte er in den Folgejahren die Schweizer Grafik. Die Distanz zur Heimat förderte den Schritt in die freie Kunst: Bei einem Arbeitsaufenthalt in New York von 1958 bis 1960 konnte sich Honegger erstmals ganz seinen Tableaux-Reliefs widmen. Dabei handelt es sich um Leinwände mit manuell applizierten Kartonstrukturen, die meist auf dem Quadrat aufbauten und mit Schichten von Ölfarbe, in späteren Phasen auch Grafit oder Acryl übermalt wurden. Wieder in Zürich, gab Honegger den Grafikerberuf auf. Er verlegte seinen Hauptwohnsitz bald nach Paris und trieb sein Œuvre, das die Prinzipien der konkreten Kunst mit jenen des Zufalls vereint, konsequent in Werkserien voran. Mit den ersten öffentlichen Aufträgen Anfang der 1970er-Jahre gewann die Skulptur, bevorzugt aus Stein oder Chromstahl, eine zunehmend wichtige Stellung für ihn. Ab 2000 schliesslich gestaltete Honegger, der mittlerweile in Cannes lebte, Bilder und Objekte aus Aluminium. 2005 kehrte er in seine Geburtsstadt Zürich zurück. Bis ins hohe Alter arbeitete er dort täglich im Atelier an seiner Kunst, die er als sozialen Auftrag verstand – im Dienste der Solidarität.
Gottfried Honegger hat als Mitbegründer der Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst in Zürich 1987 und als Initiator des Éspace de l’Art Concret im französischen Mouans-Sartoux 1990 die konkrete Kunst nachhaltig gefördert. Vor allem in seiner Wahlheimat Frankreich wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1990 mit dem Orden der Légion d’honneur.
Gottfried Honegger, 1917 geboren in Zürich (CHE), starb 2016 in Zürich.
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Skulptur, Druckgrafik, Zeichnung, Kunst im öffentlichen Raum