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<h2>SubmittedText<h2><p>Mehrere Studien zeigen, dass in der Schweiz ein Ingenieursmangel herrscht. Eine im Mai 2014 publizierte Umfrage der Schweizerischen Vereinigung Ingenieurunternehmungen (Usic) zeigt, dass in der Schweiz ein jährlicher Bedarf von rund 4000 zusätzlichen Ingenieurinnen und Ingenieuren besteht. Dieser Mangel betrifft vor allem die Ingenieure im Bereich Bau, Geomatik, Verkehr und Energie.</p><p>Fakt ist, dass die Schweiz im internationalen Vergleich weniger Ingenieure ausbildet. Gemäss einer Studie der Unesco von 2014 bildet die Schweiz teilweise erheblich weniger Ingenieure aus als andere industrialisierte OECD-Länder. </p><p>Die Annahme der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" wird dieses Problem noch verschärfen: Die Ingenieurbranche wird den Arbeitskräftemangel mit einer beschränkten Anzahl an ausländischen Spezialisten beheben müssen.</p><p>Deshalb möchte ich vom Bundesrat Folgendes wissen:</p><p>1. Ist er sich bewusst, dass sich derzeit in der Schweiz ein eklatanter Mangel an Ingenieuren abzeichnet?</p><p>2. Falls ja: Wie soll dieser Mangel behoben werden? Durch zusätzliche Einwanderung oder durch zusätzliche Ausbildung? Was bedeutet das für die Stufe Universität/ETH und Fachhochschule?</p><p>3. Was wird er konkret und schnell unternehmen, um diesen Mangel zu beheben?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat ist sich der Bedeutung qualifizierter Fachkräfte, insbesondere auch von Ingenieurinnen und Ingenieuren, für den Wissens- und Innovationsstandort Schweiz bewusst (vgl. Bericht des Bundesrates "Mangel an Mint-Fachkräften in der Schweiz" vom September 2010).</p><p>Der Bundesrat hat am 18. Dezember 2015 die Verstärkung der bestehenden Fachkräfte-Initiative (FKI) beschlossen, welche 2011 vom WBF lanciert wurde. Ziel der Initiative ist eine vermehrte Abdeckung der Schweizer Fachkräftenachfrage durch Personen aus der Schweiz. Dazu stehen vier Handlungsfelder, die unterschiedliche Politikbereiche betreffen, im Fokus: die Nach- und Höherqualifizierung entsprechend den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes, die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Erwerbstätigkeit bis zur Pensionierung und darüber hinaus, die Schaffung guter Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer sowie Innovationen zur Entschärfung der Fachkräfteknappheit. Zur Verstärkung der FKI wird in diversen Bereichen, die insbesondere auch Ingenieursberufe umfassen, in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Bundesstellen, den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt abgeklärt, wie mehr inländische Arbeitskräfte aus- und weitergebildet oder umgeschult werden können. Im September 2016 sollen die Resultate an einem Fachkräftegipfel präsentiert und die Kräfte für das nächste Vorgehen gebündelt werden.</p><p>Ingenieurinnen und Ingenieure werden in der Schweiz an den Hochschulen, insbesondere an den beiden ETH, sowie an den kantonalen Fachhochschulen ausgebildet. Die Hochschulen bzw. ihre Trägerschaften entscheiden eigenständig über die von ihnen angebotenen Studiengänge im Rahmen ihrer verfassungsgemäss gewährleisteten Hochschulautonomie. Zu berücksichtigen ist dabei auch der Grundsatz der Studienwahlfreiheit. Die Studierendenzahlen an den Schweizer Hochschulen in den Mint-Fächern haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. In Berücksichtigung der erwähnten Kompetenzverteilung geht es dem Bundesrat im Hochschulbereich darum, die Hochschulen bei der Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren zusammen mit den Kantonen durch eine bedarfsgerechte Grundfinanzierung sowie über das Instrument der projektgebundenen Beiträge zu unterstützen. So wird z. B. mit dem laufenden Bundesprogramm Chancengleichheit an den Fachhochschulen 2013-2016 speziell die Förderung von Frauen in den Mint-Bereichen unterstützt.</p><p>Solche gesamtschweizerischen Projekte stehen auch für die Periode 2017-2020 im Zentrum. Dazu gehören Projekte von Swissuniversities zum Aufbau eines nationalen Kompetenzzentrums zur Förderung der Mint-Bildung, zur Chancengleichheit und zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Weitere Massnahmen zur spezifischen Förderung des Mint-Nachwuchses sind das vom WBF verabschiedete Massnahmenpaket zur Stärkung der Praxisorientierung beim Fachhochschulzugang im Mint-Bereich, das den Fachhochschulen ermöglicht, befristet qualifiziert praxisorientierte Mint-Studiengänge für Gymnasialmaturandinnen und -maturanden anzubieten sowie Inhaberinnen und Inhaber von eidgenössischen Fähigkeitszeugnissen direkt mittels Aufnahmeprüfung in ein Mint-Fachhochschulstudium aufzunehmen.</p><p>Zum Massnahmenpaket gehören schliesslich auch Massnahmen zur Förderung der Berufsmaturität. Zur Klärung der Durchlässigkeit zwischen der höheren Berufsbildung und den Fachhochschulen hat Swissuniversities Zulassungsgrundsätze in Form von Best Practice erlassen. Auch werden Fragen einer möglichen Optimierung bezüglich der Anerkennung von Bildungsleistungen und Diplomen namentlich von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen im Rahmen verschiedener Projekte geprüft. Wichtig sind schliesslich auch Massnahmen auf anderen Bildungsstufen, die der Sensibilisierung und Motivation der Kinder und Jugendlichen für die Mint-Bereiche dienen, z. B. Informationsveranstaltungen der ETH an Primar- und Sekundarschulen und die Mint-spezifischen Aktivitäten der Akademien.</p><p>Der Bundesrat wird dem Parlament im Rahmen der BFI-Botschaft 2017-2020 die Förderschwerpunkte und Massnahmen zur Stärkung des Mint-Bereichs präsentieren.</p>  Antwort des Bundesrates.