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Gleichberechtigung für Frauen? Ja, aber nur, wenn sich Frauen dann auch für öffentliche Ämter zur Verfügung stellen. So lautet ein oft gehörter Stammtischspruch. Zwei Beispiele zeigen, dass sich Urner SP-Frauen schon seit Jahrzehnten engagierten.
huwy. 1967 war ein bewegtes Jahr. Die Beatles veröffentlichen ihr epochales Album „Stg. Peppers Lonely Hearts Club Band“. Boxer Muhammed Ali verweigert den Kriegsdienst in Vietnam. In Deutschland kann Fernsehen in Farbe empfangen werden. Felice Gimondi gewinnt den Giro d’Italia. In Kapstadt wird das erste menschliche Herz transplantiert. Schauspielerin Julia Roberts wird geboren. Und die Erstfelder Männer wählen mit Eleonora Läubli-Bleiker zum ersten Mal eine Frau in den Schulrat.
Wahl trotz Widerstand
Eleonora Läubli-Bleiker war zum Zeitpunkt ihrer Wahl 35 Jahre alt, verheiratet und Mutter dreier Kinder. Für den Schulrat war sie von der SP Erstfeld und vom Eisenbahnerverband SEV vorgeschlagen worden. Trotz Widerstand verschiedener Seiten wurde sie von den stimmberechtigten Erstfelder Männern in den Schulrat gewählt., wo sie 11 Jahre tätig war. Nach ihrer Zeit im Schulrat Erstfeld arbeitete sie während 14 Jahren im Mittelschulrat der Kantonalen Mittelschule mit.
Erste linke Urner Landrätin
Nach drei CVP-Politikerinnen wurde die ebenfalls in Erstfeld wohnhafte Hedy Burgener 1986 als erste SP-Frau in den Urner Landrat gewählt. Dort politisierte sie 10 Jahre lang. Hedy Burgener war auf einem liberalen Bauernhof im Kanton Luzern aufgewachsen, wo die Grossmutter die unangefochtene Chefin war. Durch Heirat kam Hedy Burgener nach Erstfeld, wo sie sich zuerst in der Kindergartenkommission engagierte. Den Sprung ins Parlament schaffte sie in einer spannenden Kampfwahl.
Jahrelang hat sich Hedy Burgener ausserdem für die Alpeninitiative eingesetzt. Sie engagierte sich an vorderster Front, sammelte Unterschriften und hielt in der Schweiz, Österreich und Deutschland mehr als 150 Vorträge. Es sei die interessanteste Zeit ihres Lebens gewesen, hat sie kürzlich der Zeitung „Links“ gesagt.
Ein Einsatz, der sich lohnt
Gleichberechtigung und Gleichstellung wird nur dann erreicht, wenn Frauen das Heft in die Hand nehmen und sich engagieren. Wer sich aber für den Einsatz in der Öffentlichkeit rechtfertigen muss und in der Familie, im Bekanntenkreis oder vom Arbeitgeber keine Rückendeckung erhält, kann praktisch keine Karriere machen.
Auch im Arbeitsleben gibt es noch viele offene Forderungen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit oder genügende und bezahlbare Betreuungsplätze für Kinder sind nur zwei Beispiele.
Eleonora Läubli-Bleiker und Hedy Burgener sind zwei Frauen, die sich trotz Gegenwind engagiert haben. Ein Einsatz, der sich für uns alle gelohnt hat. Und der sich auch in Zukunft lohnt. Darum ist der Tag der Frau vom 8. März mehr als ein gewöhnlicher Tag im Jahr. Mehr denn je.