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Berninabahn
|Kürzel||BB|
|Bahntyp||Schmalspurbahn|
|Betriebseröffnung||1908-07-01|
|Mutiert||Ab 1943-01-01 Rhätische Bahn|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1908 teilweise, 1910 vollständig eröffnete und von Beginn an elektrifizierte (Gleichstrom) BB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Zu den Geldgebern gehörte auch die Elektrizitätswirtschaft, welche die Bahn zum Kraftwerkbau nützen wollte. Die BB verband den berühmten Fremdenort St. Moritz über Bernina Hospiz (2253 m ü.M.) mit dem italienischen Tirano und war damit (bis heute) die höchstgelegene durchgehende Adhäsionsbahn Europas. Auf der Südrampe hinunter nach Tirano überwand die BB über 1800 Höhenmeter.
Obwohl touristisch äusserst attraktiv und mit teils aussergewöhnlichen Kunstbauten wie etwa dem Kreisviadukt bei Brusio bestückt, hatte die BB permanent finanzielle Schwierigkeiten – nicht zuletzt aufgrund der stark beeinträchtigten touristischen Konjunktur in und zwischen den Weltkriegen. Der Personenverkehr der BB brach 1914 dramatisch ein, die Betriebsergebnisse stürzten tief in den Minusbereich ab. Laut den Bemerkungen in der Statistik fand allerdings bereits 1913 eine Reduktion des Aktienkapitalwerts um 2 Mio. Franken oder um ein Drittel statt. Ausgewiesen wurde dies in der Zahlenreihe «Aktienkapital» indessen nicht (gleich bleibendes Aktienkapital von 6 Mio. Franken). Aus der Rubrik «Veränderungen im Anlagekapital» geht hervor, dass die BB gleichzeitig wieder für 2 Mio. Franken neue Aktien ausgab, die man vermutlich den Gläubigern zuteilte. Bei der Dividende von 50'000 Franken 1913 dürfte es sich um ein Trostpflaster für die eingetretenen Verluste gehandelt haben. Die durch den Kapitalschnitt frei gewordenen Mittel wurden primär für Rückstellungen eingesetzt. Die «Reserven» stiegen 1913 von 181'000 Franken auf 1.7 Mio. Franken an.
Die Finanzzahlen der BB werfen angesichts der Ergebnisse des Transportgeschäfts, des rasant anwachsenden Passivsaldos sowie der massiven schwebenden Schulden generell etliche Fragen auf, die aber in der Statistik nicht näher kommentiert wurden. Die aufgeführten Zinsdienste konnte die BB offensichtlich nicht leisten. Die namhaften Betriebssubventionen stammten vom Bund, vom Kanton Graubünden und von Gemeinden für die Aufrechterhaltung des Winterbetriebs.
1915 buchte die BB Kosten für Hochbauten auf die elektrischen Einrichtungen um. Entsprechend veränderten sich die jeweiligen Werte in der Baurechnung. Die Angaben zu den Baukosten 1908 und 1909 sind überdies als approximativ zu betrachten. 1924 musste die BB ihre Bilanz erneut bereinigen, indem 1.5 Mio. Franken des Aktienkapitalwerts abgeschrieben und schwebende Schulden in feste Anleihen umgewandelt wurden. An der prekären Finanzsituation änderte sich indes nicht viel.
Auf den 1. Januar 1943 wurde die existenzbedrohte BB in die Rhätische Bahn (RhB) integriert, was ihren Fortbestand sicherte.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: