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Kohlendioxid (CO2) kann Meerestieren auf den Magen schlagen. Dies zeigten Wissenschaftler in einer Studie, welche in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Das CO2 wirkt sich zwar nicht direkt auf die Tiere aus, aber indirekt, indem es die Meere saurer macht.
Etwa ein Viertel des CO2, welches durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangt, wird vom Meer aufgenommen. Dort reagiert es zu Kohlensäure, welches das Wasser saurer macht. Bereits frühere Studien zeigten negative Auswirkungen des saureren Milieus auf Meerestiere. Schalentiere oder Korallen können zum Beispiel den lebenswichtigen Kalk schlechter aufnehmen. Nun hat die neue Studie gezeigt, dass zudem die Verdauung von grünen Seeigellarven deutlich schlechter funktioniert, je saurer das Wasser ist.
Der grüne Seeigel (Strongylocentrotus droebachiensis), welcher ökologisch wichtige Funktionen übernimmt, kommt überall in den nördlichen Meeren der Welt vor. Bei den Larven läuft in saurerem Milieu die Verdauung erstens langsamer und zweitens auch weniger effektiv ab. Das liegt daran, dass die Enzyme in den Mägen der Larven bei hohen pH-Werten optimal arbeiten; im Gegensatz zu uns Menschen, welche dafür einen niedrigen pH-Wert benötigen. Die Larven müssen also Energie aufbringen, um den hohen pH-Wert in den Mägen aufrecht zu erhalten. Dadurch müssen sie mehr fressen. Wenn das Nahrungsangebot begrenzt ist, kann das dazu führen, dass die Seeigel schlechter wachsen, weniger fruchtbar sind oder sogar frühzeitig sterben. Diese Erkenntnisse haben gezeigt, dass dem Prozess der Ozeanversauerung weiterhin Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.
Bild: André-Philippe D. Picard [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons