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MANUFAKTOR BLOG
Die Herstellung von Infused Vodka ist denkbar einfach: in einem Einmachglas reinen Vodka über gewaschene und geschnittene Früchte giessen. Luftdicht verschliessen, dunkel lagern und täglich bewegen. Wenn das gewünschte Aroma nach 3-7 Tagen erreicht ist, die Früchte abfiltrieren und den aromatisierten Vodka servierbereit in eine Flasche abfüllen.
Langsam!
Zu den Details:
Vodka kann aus verschiedenen Zutaten wie Getreide, Kartoffeln oder Zuckerrübenmelasse hergestellt werden. Geruch und Geschmack vom Vodka müssen möglichst neutral sein, die Basis sollte höchstens noch ganz schwach erkennbar sein. Je neutraler und reiner der Vodka ist, je besser eignet er sich für die Infusionen. Auf Vodka mit Zusätzen soll verzichtet werden, denn wir wollen kontrolliert aromatisieren. Der Vodka kann zwischen 37.5% und 45.0% Vol. Alkohol aufweisen.
Bevor Du mit der Infusion beginnst, brauchst Du einen luftdichten Behälter, in welchem Du deine Vodka-Infusion produzieren kannst. Idealerweise nimmst Du hierzu ein Einmachglas, welches sich verschrauben oder mittels Bügel dichten lässt. Ältere Gläser aus grünem Glas eignen sich hervorragend, da sie gleichzeitig gegen die Sonneneinstrahlung schützen. Verwende keine Plastikbehälter, da sie einen chemischen Geschmack hinterlassen können.
Die Zutaten für Deinen Lieblings-Vodka sollen frisch, reif und möglichst biologisch produziert sein. Ob Ananas, Zitronen, Äpfel, Preiselbeeren oder Wassermelonen, es kommen fast alle Obstarten, Beeren und einige Gemüsearten (wie Gurke oder Jalapenos) in Frage. Kombiniere diese Hauptzutat mit Kräutern (Minze, Basilikum, Lavendel) und/oder Gewürzen (Zimt, Ingwer, Nelke). Hab keine Angst, Kombinationen wie Himbeere-Jalapenos oder Blaubeere-Basilikum zu versuchen.
Wasche die Zutaten und entferne Stängel, Samen, Kerne, etc. Schneide oder hacke grössere Produkte wie Ananas, Papaya und Äpfel, um ihre Oberfläche zu vergrössern. Dies erzeugt einen stärkeren Geschmack und hilft den Infusionsprozess zu beschleunigen. Wenn Du Beeren verwendest, quetsche sie vorsichtig, um ihre Aromen freizusetzen. Wenn Du Zitrusfrüchte verwendest, verwende nur die Schale, das Innere gibt Bitterstoffe ab.
Die Frage nach der Menge kann mit einer Faustregel beantwortet werden: Die Zutaten müssen gut bedeckt sein, meist ist dies bei einem Verhältnis 1:1 - Zutaten zu Vodka - gegeben. Zum Beispiel 2 Tassen Obst mit Kräutern und 2 Tassen Vodka.
Fülle alle vorbereiteten Zutaten in das Einmachglases. Gib den Vodka auf die Zutaten und decke mit einem Deckel ab. Bewahre das Glas an dunkler Stelle bei Raumtemperatur auf.
Lasse den Wodka 3-7 Tage ziehen. Bewege das Glas einmal am Tag. Verkoste den Vodka regelmässig bis er den gewünschte Geschmack erreicht hat.
Sobald der Vodka passend aromatisiert ist, müssen die Feststoffe entfernt werden. Am einfachsten mittels Filtration durch einen handelsüblichen Kaffeefilter. Entsorge Filter und Rückstände. Das Filtrat ist nun Dein eigener Infused Vodka. Vermutlich ist er nicht mehr so rein wie der ursprüngliche Vodka, sondern hat durch die Infusion leicht die Farbe der Frucht angenommen.
Der Infused Vodka kann nun mithilfe eines Trichters in Flaschen abgefüllt werden. Die Flaschen müssen Luftdicht verschlossen und dunkel gelagert werden, da es sonst zu Oxidationen kommen kann, welche sich durch Geschmacks- und Farbveränderungen zeigen können. Fertig!
Der Infused Vodka kann pur oder auf Eis serviert werden. Oder man verwendet ihn in klassischen Logdrinks. Oft zubereitet und verwendet wird ein Infused Vodka (Sellerie, Knoblauch, Pfefferkörner, Jalapeno, Paprika, Tomate, Oliven, Gurke) zur Herstellung der „Bloody-Mary“.
Seitdem Cocktails auf der ganzen Welt auf dem Vormarsch sind, hat sich auch Gin zur regelrechten Trend-Spirituose entwickelt.
Kannte der gewöhnliche Bar-Besucher ihn bislang nur in der wenig spektakulären Mischung Gin-Tonic, so erfreut sich der Wacholderbrand heute weltweit immer mehr Liebhaber. Dies liegt nicht zuletzt an der Vielzahl an Aromen, die den neuen, modernen Gin-Varianten beigesetzt werden. Gin ist längst nicht mehr einfach nur Gin, sondern kann je nach Geschmack fruchtig bis herb, süss bis trocken sein und eine regelrechte Geschmacksexplosion im Mund bewirken.
Doch so mancher Gourmet ist bei der Auswahl überfordert. Was bedeuten die vielen Bezeichnungen, die im Umlauf sind? Was unterscheidet einen London Dry Gin von einem Plymouth Gin, was den Old Tom Gin vom New Western Dry Gin?
Ein kurzer Überblick über die einzelnen Sorten gibt Aufschluss.
12 shades of Gin - die 12 Sorten
Es gibt genau 12 Sorten Gin, die sich klar voneinander unterscheiden.
Zunächst müssen offizielle und inoffizielle Bezeichnungen differenziert werden. Nur sieben der zwölf Gin Sorten gelten als offizielle Bezeichnungen.
Des Weiteren gibt es innerhalb der verschiedenen Sorten zwei Gruppen: Jene, deren Bezeichnung sich auf die jeweilige Region beziehen, und jene, die ihren Namen unabhängig von einer Ortschaft erhielten.
Die Sorten im Überblick:
Der Distilled Gin basiert nicht nur auf destilliertem Alkohol – das tun nämlich alle Gin-Sorten –, sondern verdankt seine Bezeichnung der abschliessenden Destillierung mit Botanicals. Dies bedeutet, dem Getreidealkohol werden nach der ersten Destillation Botanicals zur Aromatisierung zugefügt, bevor der Gin ein weiteres Mal destilliert wird. Nach der abschliessenden Destillation wird der Gin nicht mehr verändert.
Distilled Gin weist meist einen merkbaren Wacholdergeschmack auf. Der Mindestalkohol liegt bei 37,5 %Vol. Die Bezeichnung wird offiziell in der EU-Spirituosenverordnung geführt.
Dem gegenüber steht der Compound Gin. Dieser erhält seine Aromatisierung nach der Destillation. Dies ist eine inoffizielle Variante, die sich unter Kennern jedoch keiner so grossen Beliebtheit erfreut. Vielmehr gilt sie als „gepanschte“ Gin-Sorte von meist minderer Qualität.
Der Dry Gin ist eine eigene offizielle Sorte, aber als Untergruppe unter den Distilled Gins anzusehen. Auch hier wird nach der letzten Destillation nichts mehr am Aroma des Brands verändert. Die Besonderheit des Dry Gins besteht in der nur sehr geringen Menge an Zucker. Diese beträgt lediglich 0,1 Gramm auf 1 Liter Alkohol.
Ebenfalls zu den Dry Gins und damit zu den Distilled Gins gehört der New Western Dry Gin. Der Begriff „New“ ist hier bereits Programm. Es handelt sich hierbei um eine sehr moderne Variante, bei der die ersten Hersteller begannen, mit verschiedenen Botanicals aromatisch zu spielen. Mit der Entdeckung des New Western Dry Gins verabschiedete man sich von der festen Vorstellung, ein Gin müsse nur nach Wacholder schmecken. Es handelt sich hierbei um eine inoffizielle Sorte mit einer überraschenden aromatischen Vielfalt.
Wer es weniger Dry, also trocken mag, dafür aber lieblicher und bekömmlicher, kann zu dem historischen Topfen Old Tom Gin greifen. Dieser gilt quasi als Gegenpart zum Dry Gin und besitzt eine grössere Portion Zucker. Hierbei handelt es sich um eine inoffizielle Variante.
Ebenso verhält es sich mit dem Cream Gin bzw. Cream of the Valley. Bei dieser inoffiziellen Variante ist der Name Programm. Dem Gin wird hierbei Sahne zugesetzt, was insgesamt für einen cremigen, weichen Likörcharakter sorgt.
Sloe Gin ist zwar gemäss der EU-Spirituosenverordnung eine offizielle Sorte, doch sie muss kurioserweise nicht zwangsläufig Gin enthalten. Sloe Gin ist vielmehr Schlehenlikör, der traditionsgemäss auf Basis von Gin hergestellt wird. Doch hierbei handelt es sich tatsächlich nur um eine traditionelle Herstellungsart, faktisch dürfte offizieller Sloe Gin auch auf Basis einer anderen Spirituose hergestellt werden.
Der Reserve Gin wird nach der Destillation im Holzfass gelagert, wodurch er ein besonderes Aroma und eine dunklere Färbung erhält. Allerdings ist dies eine kleine Wissenschaft für sich und bedarf der Geduld des Herstellers. Nur die richtige Lagerungszeit sorgt für einen ausgewogenen, runden Geschmack.
Vier Sorten verdanken ihren Namen einer Ortschaft. Der London Gin ist eine Variante des Dry Gin. Für diese offizielle Sorte gilt die strenge Auflage, dass höchstens 5 g Methanol in einem halben Liter reinen Alkohol enthalten sein darf. Der maximale Alkoholgehalt beträgt 70 %. Allerdings darf der London Gin überall destilliert werden, er ist geografisch nicht an die gleichnamige Stadt gebunden.
Anders verhält es sich mit den übrigen drei Sorten Gin de Mahón, Plymouth Gin und Vilnius Gin. Hierbei handelt es sich um Gins mit geschützter Herkunftsbezeichnung und dürfen nur dort produziert werden.
Wer die Welt des Wacholderbrands für sich entdecken möchte, sollte sich Zeit nehmen und jede der zwölf Sorten in Ruhe testen.