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In Brasilien sind drei neue Salamander-Arten sind entdeckt worden. Jetzt, mit den anderen zwei bereits ordentlich registrierten Arten, besitzt Brasilien insgesamt fünf anerkannte Salamander-Spezies. Forscher aus dem Bundesstaat Pará haben erst kürzlich die drei neuen Salamander entdeckt und ihre Entdeckung in der Juli-Ausgabe des internationalen Fachzeitschrift “Zootaxa“ veröffentlicht.
Die Studie hat zirka zwei Jahre lang gedauert und wurde erstmals als abschliessende Folgerung aus der Doktorarbeit der Biologin Isabela Carvalho Brcko, an der Staatlichen Universität von Pará (UFPA) veröffentlicht – unter Beteiligung des Goeldi-Museums (MPEG). Ausserdem wirkten mit ein Forscher des Goeldi-Museums und ein Forscher von der Staatlichen Universität in Santa Catarina.
Wie Brcko berichtet, hat man fast vierzig Jahre lang die inzwischen neu registrierten Salamander Bolitoglossa paraensis und Bolitoglossa altamazonica als eine einzige Spezies betrachtet – was von ihr und den erwähnten Wissenschaftlern ebenfalls durch ihre Forschungen widerlegt werden konnte. Diesem Irrtum war die Wissenschaft damals durch die grosse morphologische Ähnlichkeit zwischen beiden und fehlendes Material in entsprechenden Sammlungen aufgesessen.
“Jedoch hat man während der letzten dreissig Jahre neues Material von Bolitoglossa an verschiedenen Orten des brasilianischen Amazoniens gesammelt – inklusive des Habitats von Bolitoglossa paraensis, das ist Santa Isabel do Pará. So wurde es möglich, die Spezies Bolitoglossa paraensis neu zu definieren und jene irrtümlichen Interpretationen über die in Amazonien existierenden Arten der Gatttung Bolitoglossa zu korrigieren“, erklärt die Biologin.
Für den Abschluss der korrekten Registrierung wurden verschiedene Reisen zum Sammeln von Individuen aus unterschiedlichen Regionen Amazoniens unternommen. Das Material wurde dann analysiert und mit nationalen und internationalen Spezies verglichen.
“Die bedeutendsten Unterschiede zwischen den beiden Arten, die ehemals von der Wissenschaft als eine einzige Spezies betrachtet wurden, liegen bei der Länge ihres Körpers und des Schwanzes, in der Anzahl der Zähne und der Körperfärbung. Wir habe auch festgestellt, dass die Spezies Bolitoglossa paraensis im Westen des Bundesstaates Pará vorkommt, während Bolitoglossa altamazonica auf den Osten des Bundesstaates Amazonas beschränkt ist“, ergänzt die Biologin.
Insgesamt wurden 278 Arten der Gattung Bolitoglossa in den Bundesstaaten Acre, Amapá, Amazonas, Pará und Rondônia analysiert. Ausser der korrekten Beschreibung für die Neuregistrierung der beiden bereits bekannten Arten, konnten die Forscher unterdessen drei weitere neue Arten entdecken – sie sind inzwischen als „Bolitoglossa tapajônica“, “Bolitoglossa caldwellae“ und als “Bolitoglossa madeira“ registriert.
“Die neu entdeckte Spezies B. tapajônica, verteilt sich auf den Westen von Pará, im Umfeld des Rio Tapajós. Die Spezies B. caldwellae dagegen findet man nur in der Westregion des Bundesstaates Acre. B. madeira ist begrenzt auf die Ufer des Rio Madeira, nahe des Wasserkraftwerks von Santo Antônio und Jirau, im Bundesstaat Rondônia“, erklärt die Biologin.
Wettlauf gegen die Zeit
Diese neuen Arten haben wir erst jetzt entdeckt, und ganz sicher haben wir bisher die Zahl der Salamander-Arten in Brasilien unterschätzt. Unglücklicherweise leiden die Gebiete, auch der erst jetzt entdeckten Arten, bereits unter der kontinuierlichen Waldzerstörung, dem Mineralienabbau oder der Konstruktion grosser Wasserkraftwerke, sowohl am Rio Madeira als auch am Rio Tapajós“, bedauert die Wissenschaftlerin.
Die Forscherin erzählt weiter, dass Informationen über Ernährung, Lebensweise und Reproduktion der fünf Arten bisher kaum bekannt sind. Das gesamte Wissen beschränkt sich auf Informationen über ihr Mikro-Habitat, aus dem sie gesammelt wurden.
“Es gibt noch sehr viel zu erforschen, denn wir wissen zu wenig über die Salamander und ihre Funktionen innerhalb der Natur. Es handelt sich um eine Gruppe, von denen wir dank ihrer besonderen Eigenschaften noch bedeutende Informationen erwarten dürfen, inklusive für den medizinischen und pharmakologischen Bereich“, beendet Brcko das Gespräch.