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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Zweites Buch
5. Kapitel: Kein anderer Schöpfer ist möglich
2.
Wenn ferner einige von ihnen das „Innerhalb und außerhalb des Pleroma“ auf die Kenntnis und Unkenntnis deuten, insofern der, welcher in der Erkenntnis ist, innerhalb dessen ist, was er erkennt, dann müssen sie doch zugeben, daß sogar der Erlöser, den sie auch das All nennen, in der Unkenntnis gewesen ist. Sagen sie doch, er habe ihre Mutter gestaltet, nachdem er aus dem Pleroma ausgetreten war. Wenn sie also unter dem Außensein die Unkenntnis des Weltalls verstehen und der Erlöser, um ihre Mutter zu gestalten, aus dem Pleroma austrat, dann trat er eben auch aus der Erkenntnis des Weltalls und fiel in die Unkenntnis. Wie konnte er dann also die Erkenntnis verleihen, da er selbst außerhalb der Erkenntnis sich befand? Sollen wir doch außerhalb des Pleroma uns befinden, da uns ihre Erkenntnis abgeht! Wenn ferner der Erlöser, um das verlorene Schaf zu suchen, das Pleroma verließ, das Pleroma aber die Erkenntnis bedeutet, dann verlor er eben auch die Erkenntnis und fiel in Unkenntnis. Entweder muß man nämlich „außerhalb des Pleroma“ örtlich verstehen und dann stößt man auf die oben erwähnten Widersprüche — oder man deutet „innerhalb des Pleroma“ als Erkenntnis und „außerhalb des Pleroma“ als Unkenntnis, und dann ist ihr Erlöser sowohl wie noch viel zuvor ihr Christus in Unkenntnis gefallen, indem sie, um ihre Mutter zu erschaffen, das Pleroma verließen, d. h. außerhalb der Erkenntnis sich befanden.