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Das irisch-schweizerische Unternehmen hat zwischen August 2016 und Januar 2016 einen 2,8% geringeren Umsatz von 1,91 Mrd EUR geschrieben. Organisch resultierte ein Rückgang von 1,6%, wie die Gesellschaft am Montag mitteilt. Schlecht lief das Geschäft vor allem im grössten Markt Nordamerika (org. -5,2%), während es in Europa (+1,0%) und im "Rest der Welt" (+9,5%) zulegte.
Der markante Rückgang in Nordamerika wird mit "anhaltenden Auswirkungen von Vertragserneuerungen" sowie Einnahmeausfällen wegen eines beschleunigten In-Sourcing bei Kunden erklärt.
DER ERWARTETE GEWINNEINBRUCH
Der operative Gewinn auf Stufe EBITA verringerte sich derweil um satte 31% auf 158,5 Mio EUR, womit die entsprechende Marge um 350 Basispunkte auf 8,3% sank. Vor allem im Nordamerikageschäft (-42%) war der operative Gewinn rückläufig, aber auch in Europa (-26%) bildete er sich markant zurück, während er im "Rest der Welt" (+21%) zunahm.
Der Margenrückgang wird mit Folgen der Umsatzeinbusse in Nordamerika, den dortig steigenden Arbeitskosten und Ausgaben für die Markenstrategie sowie mit Anlaufkosten neuer Bäckereien in Deutschland und einem Wechselkurseffekt wegen des Brexit erklärt. Der Reingewinn (underlying) nahm derweil um 22% auf 109,4 Mio EUR ab und der Gewinn pro Aktie (EPS) um ebenfalls 22% auf 123,2 Euro-Cent.
Die Zahlen waren keine grosse Überraschung, nachdem das Unternehmen Ende Januar eine massive Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. Trotzdem wurden die Prognosen der Analysten (AWP-Konsens) vor allem beim Betriebsergebnis nochmals verfehlt.
INTERIM-CFO VON KPGM
Für das Gesamtjahr gibt es keine Prognose: "Unter diesen Umständen ist der Verwaltungsrat nicht in der Lage, eine Guidance abzugeben", heisst es bloss.
Damit wird angesprochen, dass sich das Unternehmen in einem grossen personellen Umbruch befindet. Dieser Managementwechsel wird nun beschleunigt. So verlassen CEO Owen Killian, CFO/COO Patrick McEniff und CEO Americas John Yamin das Unternehmen schon per Ende März und nicht erst Ende Juli, wie es bei der Ankündigung der Abgänge im Februar noch geheissen hatte. Ausserdem hat der Verwaltungsrat David Wilkinson zum Interim-CFO ernannt; er wird von seinem Arbeitgeber, dem Beratungsunternehmen KPMG, vorübergehend zu Aryzta entsandt.
Der Verwaltungsrat bekräftigt ausserdem früher gemachte Aussagen, wonach mit einer Personal-Rekrutierungsfirma ein neuer CEO und ein neuer CFO gesucht werden.
FOKUS AUF CASH-GENERIERUNG
Zudem betont die Gesellschaft in der Mitteilung, dass der Free Cash Flow kurzfristig die entscheidende Kennzahl sei. Die Cash-Generierung von 99 Mio EUR im ersten Halbjahr wird als stark bezeichnet. Bekanntlich ist die finanzielle Lage bei Aryzta mit einer Nettoverschuldung von 1,85 Mrd EUR angespannt. In diesem Zusammenhang wird auf tiefere Finanzierungskosten und einen im Durchschnitt etwas tieferen Zinssatz von 1,62% verwiesen.
Gleichzeitig wurden die Kreditbedingungen (Covenants) auf 4,0x von 3,5x Nettoverschuldung/EBITDA aber etwas gelockert. Per Ende Halbjahr lag dieses Verhältnis bei 3,41x. Sollte es auf einen Wert zwischen 3,5x und 4,0x steigen, hätte dies einen Effekt auf die Finanzierungskosten von 40-50 Basispunkten, heisst es weiter.
Die Überprüfung der Joint-Venture-Strategie laufe, heisst es weiter. Damit wird die 49%-Beteiligung am französischen Tiefkühlproduktehersteller Picard angesprochen, die zur Disposition steht - wobei mögliche Erlöse laut früheren Angaben zur Stärkung der Bilanz verwendet werden sollen.
rw/uh
(AWP)