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Nachdem bereits am 14.08.1950 Dr. Martin Gumpert Dianetik in einem Schmähartikel kritisierte, folgte Erich Fromm kurz darauf mit dem Artikel „For Seekers of Prefabricated Happiness“ in der New York Herald Tribune Book Review vom 3. September 1950 mit einer Frontalattacke gegen das Dianetik-Buch und dessen Autor L. Ron Hubbard.
Nach der Veröffentlichung des Dianetik-Buches am 09. Mai 1950 erschien es 26 Wochen in Folge auf der Bestsellerliste der New York Times und entfachte in den gesamten Vereinigten Staaten einen Sturm des Interesses und vier weitere Stiftungen entstanden. Obwohl L. Ron Hubbard in genau diesem Buch schrieb, dass noch vieles unbeantwortet sei und er die Menschen aufforderte die Dianetik weiterzuentwickeln und zu helfen die Anwendung der Grundlagen zu verfeinern, zeigte Erich Fromm keine Bereitschaft sich pragmatisch damit auseinander zu setzen. Die Arroganz welche er L. Ron Hubbard gegenüber an den Tag legte, ist unvergleichlich. Erich Fromm war klug genug um zu erkennen, dass die enorm steigende Popularität und die Einfachheit der Dianetik eine Gefahr für die Finanzquellen der Psychologie und Psychiatrie darstellten. Auch heute ist dies ein wichtiger Faktor, um die Kritik an Dianetik zu verstehen.
So äusserte sich Fromm am Ende seiner Tirade über Dianetik sehr deutlich darüber, was ihn zu seiner Agitation veranlasste. Während er zwar Dianetik kritisierte unwissenschaftlich zu sein, gab er selber zu, dass er sich bewusst war, dass die Psychiatrie und Psychologie auch keine zufriedenstellenden Lösungen hatten. Er vertraute aber darauf, dass die Psychiater und Psychologen sich dessen bewusst seien und die Methoden sich verbessern würden.
„Meine negative Ansicht über Dianetik gründet nicht in der Überzeugung, daß die heutigen Methoden der Psychiatrie zufriedenstellende Lösungen bieten; ihnen mangelt es in der Tat an neuen Ideen und Versuchen. Glücklicherweise sind sich aber viele Psychiater und Psychologen dieses Mangels bewußt und suchen nach wirkungsvolleren Zugängen zur Ebene des Unbewußten (so zum Beispiel Slesingers „Looking-in“-Test). Voraussetzung muß dabei jedoch immer die Stärkung der Verantwortlichkeit des Patienten, seiner Fähigkeit zur Kritik und Einsicht, sein.“ Während L. Ron Hubbard in seinen weiterführenden Werken der Dianetik und Scientology genau das tat – die Stärkung der Eigenverantwortung eines Wesens für seinen Zustand – ist die Psychologie und Psychiatrie auch heute noch weitestgehend dabei, die Unfähigkeit eines Wesens zu kultivieren. Akzeptieren der Situation, Psychopharmaka und Elektroschocks können wohl kaum die Verantwortlichkeit eines Wesens fördern.
Ja auch heute, mehr als 70 Jahre nach den Worten Fromms, ist in der Psychiatrie „die Stärkung der Verantwortung des Patienten“ kaum sichtbar. Nach wie vor werden Zwangsmedikation, Elektroschocks als „Elektrokonvulsionstherapie“ angewendet. Neu hinzu kommt die irreversible Abgabe von Hormonblockern an Teenager die in der Pubertät sind. Bereits kleinen Kindern wird das Etikett ADHS verpasst und Ritalin verschrieben, aus schierer Unfähigkeit heraus eine wirkliche Ursache zu finden.
Alarmierend und schockierend war für Fromm wie auch für seinen Berufskollegen Martin Gumpert der Gedanke, dass sich gemäss Dianetik ein erwachsener Mensch wieder an Worte und Geräusche erinnern könnte, welche er als Fötus während der Schwangerschaft im Leib der Mutter miterlebte. Vielleicht könnte Frieda Reichmann, seine Frau Aufschlussreiches darüber berichten was Erich Fromm während den gemeinsamen Schäferstündchen alles von sich gab von dem er nicht wollte, dass sich das gezeugte Kind später daran erinnert.