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In Italien macht eine Bärin, die ihre Jungen gegenüber einem Pilzsammler verteidigte, von sich reden. Sie wird von den Behörden als Problembär eingestuft und soll eingefangen werden. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA fordert die Verantwortlichen in einem Offenen Brief dazu auf, erst Beweise für die Bösartigkeit der Mutterbärin vorzulegen, bevor man gegen sie vorgeht.
Der Umgang mit Grossraubtieren führt immer wieder zu emotionalen Reaktionen. So in den letzten Tagen in Trentino, Italien. Um ihre Jungtiere zu verteidigen, hatte die Bärin Daniza einen Pilzsammler angegriffen und verletzt. Die Mutter soll nun gefangen und eingesperrt werden, während ihre beiden Jungen im Alter von sieben Monaten alleine in Freiheit weiterleben sollen.
Die Entscheidung ist voreilig und entbehrt jeglicher Grundlagen. Es ist nicht erwiesen, dass Daniza ein Problembär ist. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA wehrt sich gegen diese Vorverurteilung. Sie wendet sich in einem Offenen Brief an den Präsidenten der Autonomen Provinz Trient, Ugo Rossi, und die Umweltminister_innen der Alpenländer. Die Verantwortlichen sollen die Jagd nach der Bärin einstellen und erst zu prüfen, inwiefern die Bärin für weitere Menschen gefährlich werden kann.
Damit eine Koexistenz zwischen Grossraubtieren und Menschen gelingen kann, ist eine gemeinsame Vorgehensweise der Alpenstaaten unerlässlich. Die Umweltminister_innen der Alpenstaaten – ebenfalls Adressaten des Offenen Briefs – sollen sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass das Zusammenleben zwischen Grossraubtieren und Menschen möglich ist. Den Ordnungsrahmen hierfür bietet die Alpenkonvention, insbesondere mit dem Protokoll Naturschutz und Landschaftspflege.