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Raucheffekte - 2022
Smoke effects
Rauch machen –
das war schon früh hin und wieder gewünscht. Es gab einfach Rauchpulver – und natürlich die Rauchmaschinen, welche die Beleuchter hatten um dem Licht Knusprigkeit zu verleihen. Die brauchten aber sowohl Platz wie auch Strom..
Etwa 2001 musste ich mal auf den Dächern der Kerichtverbrennungsanlage Hagenholz viel Rauch produzieren, wir verwendeten einige Schalen, Pfannen, Alu-Cakeformen etc., füllten insgesamt ein paar Kilo Rauchpulver ein und brannten das dann mit einigen Helfern möglichst gleichzeitig ab.
Es sollte auch ein Zigarettenstummel in eine Pfütze geworfen werden, der dann sofort zu brennen anfangen musste. Letzteres machte ich mit einem bisschen reinem Natrium, das ich in den Stummel steckte..
Das Internet gabs samt Youtube noch nicht, ich wusste das bloss noch irgendwoher und konnte mir welches besorgen.
Der Film war für die Expo 02
Dann kam 2003 die Anfrage, einen Fiat 500 rauchen zu lassen.
Die Geschichte war, dass ein alter Mann in seinem Fiatchen an der Ampel sass.
Dann fuhr Tom Lüthi, der Rennfahrer, auf seinem Motorrad neben ihn und gab ein paarmal Gas, wie das ja oft gemacht wird von Motorradfahrern. Und der Alte nahm das als Herausforderung: Wenns grün wurde, sprang er auf sein Gaspedälchen und versuchte, das Fiatchen ähnlich schnell loszuschicken, wie das Motorrad..
Dann eben musste hinten aus dem Auspuff möglichst viel Rauch kommen, um zu erklären, dass nun wohl der Motor hinüber wäre..
Wir versuchten auf den Rat und mit Hilfe eines Garagisten, den Motor durch Beimischen von Oel zum Rauchen zu bringen, ich baute dafür eigens einen kleinen Tank, der an die Benzinpumpe angehängt wurde dafür. Nun, der Motor begann trotz der Versicherung des Garagisten nie mit dem Rauchen, dafür sprang er dann aber sehr, sehr lange nicht mehr an..
Schon während der Versuche mit dem Oel baute ich meine Idee weiter: Einen Stahleimer mit dichtem Deckel und Druckluftanschluss. Da hinein kam eine Handvoll Rauchpulver und ein Elektrozünder. Mein Kompressor kam auf die Rückbank des Fiat 500 – und ich leider auch.
Ein Luftschlauch ging durch ein vorhandenes Loch in der Rückwand in den Motorraum zu dem Rauchkessel. Wenn über Funk für mich ein «Jetzt!» kam, zündete ich das Rauchpulver, drückte den Lufthahn auf und hoffte, dass etwas sichtbar sein würde.. Dann fuhren wir wieder zurück für den nächsten Take..
(Die Verkehrsampel war durch die Ausstattung gefälscht und hingestellt, die Strasse gesperrt und wir machten das mindestens zehnmal. Jedesmal musste eine neue Rauchpetarde in den Kessel getan werden. Und meine Beine schliefen mir ein..)
Etwas ähnliches musste ich später noch für Tom Gerber’s Abschlussfilm «Vampire» machen, da rauchte dem Vampir in einem Sonnenstrahl der Kopf.. Wieder ein kleiner Behälter fürs Rauchpulver mit Luftanschluss etc..
Und mehrarmige Kerzenleuchter mussten zu brennen anfangen, wenn der Vampir hinsah.. (das machte ich mit Dochten aus Messingrohr, wodurch Gas geleitet wurde, anfangs nur so wenig, dass man die Flämmchen nicht sehen konnte, dann kam im richtigen Moment mehr Gas – die Kerzen flammten auf.)
Inzwischen gibt es andere Rauchmaschinen, Akkubetriebene kleine, welche für ein mittleres Zombie-Friedhofsgelände ausreichen.. Die sind bloss noch teuer..
Und die kleinen Tiny Foggers von Look Solution. Auch teuer und anfällig für Aussetzer..
Im Juni 2022 musste ich wieder ein Auto rauchen lassen, kurzfristig bekam ich den Job. Da hängte ich eine relativ grosse Maschine unters Auto, was schwierig war und ich hatte nachher ein schwarzes Gesicht.
Die Maschine lässt sich mit Kabelfernsteuerung stufenlos steuern, d.h. man kann die Rauchabgabe sehr fein dosieren. Mit einem Akkupack von FTK liess sich die Maschine bestens im fahrenden Auto betreiben. (Da mussten ein paar Bankräuber in einer Tiefgarage in einen bereitstehenden Fluchtwagen einsteigen.. Dann raste er los..)
Hier lag ich wieder im Auto, hatte wieder nicht allzuviel Platz und zudem war das Akkupack eckig, worauf ich lag..
Da ab und zu nach ganz feinem Rauch nachgefragt wird, baute ich mir vor Jahren eigens eine Rauchpumpe. Zuvor hatte ich erst eine Rauchmaschine in einen Melkeimer gesteckt, der dicht war. Wenn die im Inneren Rauch produzierte, konnte man mit wenig Druckluft ganz sanft Rauch rausblasen (damit Kartoffeln Dampf-Rauchzeichen machen konnten)..
Aber praktisch war das nicht. Mit Seitenkanalverdichtern geht das besser, aber das ist für stärkeren Rauch..
2021 Musste für ein Film für Mobiliar eine ganze Wohnküche möglichst rasch mit Rauch gefüllt werden.. Ich verwendete einige Seitenkanalverdichter und einige Rauchmaschinen. Den Rauch leitete ich z.T. in eine Pfanne auf dem Herd.
Die Rauchpumpe ist für nicht übertrieben viel Rauch, der aber ein- und ausgeschaltet werden kann.. Z.B. für Food, weil das Schnitzel nicht mehr dampft, wenn der Foodstylist es endlich wirklich so appetitlich hergerichtet hat, wie es sein muss. Ich entwicklete sogar eine Heizung für den Rauch, damit er am Ende immer noch ein bisschen aufsteigen mag..
2013 musste ich das machen..
Im selben Jahr hielt der Künstler Christian Ratti einen Vortrag über seine Zeit in Nairs als Kamindirektor. Dort gibt es in dem ehemaligen Heizhaus des Grandhotels nebenan einen Kulturort. Der Heizkamin war schon lange abgebrochen, Ratti machte damit und darin einige Kunstaktionen.
Er wollte, dass ich ihm auf einer Landkarte einen kleinen Kamin bauen würde, der rauchen sollte. Mit einem Modell-Danklokomotiven-Raucherzeuger gelang das einigermassen.. Ich schlug ihm noch vor, er solle sich meine Tiny Fogger umschnallen. Dann würde ich, wenn er seinen Vortrag hielte und übers Kamin zu reden käme – ihn qualmen lassen. Das gelang.
Nachher war noch grosse Party mit viel Trubel wie Bier. Ich hatte immer noch die Funkfernbedienung bei mir und drückte ab und zu drauf. Worauf eine Frau, die mit Ratti redete plötzlich rief: «Ratti!! Du brönnsch!!»
(Ich hatte mit solchen Tiny Foggers einige Tänzerinnen, die farbige LEDs trugen, rauchen lassen für einen grossen VW – Event.)
Zuletzt brauchte ich die Rauchpumpe für einen Mixer, der plötzlich kaputt gehen sollte.
Erst baute ich die Tiny Fogger in den Mixer ein sowie einen Ventilator, damit der Rauch nicht einfach nach unten raussackte. Dann bekam ich noch das Storyboard und erfuhr, dass der Mixer laufend gesehen wird.
Also legte ich dort einen Schlauch und pumpte den Rauch in den intakten Mixer, nachdem ich ihn ausgeschaltet hatte. Im Beispielfilm sieht man den Mixer mit Rauch von der inliegenden Rauchmaschine.. Da ist der Motor draussen, damit Rauchmaschine, Akku und Ventilator überhaupt Platz haben.
Und hier sind noch Rauchversuche mit Wasser zu sehen, die ich 2013 machte:
Jörg Bühlmann T
Diverse
2022