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Allergische Reaktionen auf Krebsmedikamente
Tumorpatienten erhalten heutzutage häufig Medikamente, die ihre Erkrankung über längere Zeit kontrollieren können. Mit steigender Anzahl an Behandlungen erhöht sich aber auch das Risiko, eine Medikamenten- unverträglichkeit zu erwerben. So können Patienten Allergien gegenüber Krebsmedikamenten entwickeln und damit eine Situation entstehen, in der ein Patient eine bestimmte Krebstherapie bräuchte, diese aber wegen einer Unverträglichkeit nicht mehr verabreicht werden kann. In der Literatur ist dieses Phänomen vor allem für die Medikamente Cisplatin und Carboplatin beschrieben. Man geht davon aus, dass bis zu 15% aller Patienten, die mit diesen Medikamenten behandelt werden, eine Unverträglichkeit entwickeln.
Diese Unverträglichkeitsreaktion drückt sich bei einem Teil der Patienten in einer Reaktion vom sogenannten Soforttyp aus und kann von einer Hautreaktion bis zum Kreislaufstillstand reichen (anaphylaktische Reaktion, Type β, Table 1).
Für diese Situation kann ein Behandlungskonzept erarbeitet werden, das eine erneute Verabreichung des nicht mehr vertragenen Medikaments ermöglicht. Nach genauer Prüfung des therapeutischen Nutzens und Abschätzung der potentiell schweren Nebenwirkung kann eine sog. hyperfraktionierte Gabe von Medikamenten erwogen werden. Ausserdem muss bei einer Kombination mehrerer Medikamente (sog. Polychemotherapie) herausgearbeitet werden, welches Medikament die Unverträglichkeitsreaktion ausgelöst hat. Das kann manchmal auch ein Begleitmedikament sein, das zur besseren Verträglichkeit (Antiemetika – Medikamente gegen Übelkeit) verabreicht wurde. Insbesondere Antikörper werden immer häufiger als neuartige Tumormedikamente eingesetzt und sind häufig mit Unverträglichkeitsreaktionen vergesellschaftet. Die hyperfraktionierte Gabe von Medikamenten verfolgt das Ziel, dass durch eine sukzessive Steigerung der verabreichten Konzentration und der Dosis eine anaphylaktische Reaktion vermieden wird.
Diese hyperfraktionierte Gabe findet je nach Medikament und Grad der abgelaufenen anaphylaktischen Reaktion (Table 2) im Rahmen einer sehr engmaschigen Patientenkontrolle statt. Dies kann zum Teil in enger Kooperation mit unseren Intensivmedizinern auf der Intensivstation stattfinden, um auf eventuelle Komplikationen rasch reagieren und somit Probleme schnell beherrschen zu können.