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Der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den brasilianischen Mindestlohn als zu gering bezeichnet. „Er ist zu niedrig für Brasilien und er ist zu gering für die Welt“ erklärte Lula heute in seinem Radioprogramm „Café com o Presidente“. Der Mindestlohn liegt derzeit bei 380 R$ (138 Euro). Vor einem Monat hatte er noch bei 350 R$ (127 Euro) gelegen.
Lula ist jedoch optimistisch, zum morgigen Tag der Arbeit eine positive Bilanz vorlegen zu können. Wichtig sei vor allem, dass man vergleiche, welchen Warenkorb man 2003 von dem Geld kaufen konnte und welchen Warenkorb man heute davon kaufen kann. Laut dem Staatspräsidenten wurde der Mindestlohn immer stärker als die Inflation angehoben, damit die Arbeitnehmer immer in der Lage wären, sich und ihre Familie zu versorgen.
Der Präsident erinnerte zudem daran, dass rund 86% aller Arbeiter im letzen Jahr Lohnerhöhungen erhalten hätten, die höher als die Inflationsrate ausgefallen waren. Als er noch Gewerkschaftsführer gewesen sei, wäre es bereits ein riesiger Erfolg gewesen, lediglich einen Inflationsausgleich zu erkämpfen, so Lula.
Die Lohnerhöhungen kosten zwar die Unternehmen im ersten Moment rund 15 Milliarden R$ (5.45 Mrd. Euro), aber laut dem Präsidenten geht das Geld ja der Wirtschaft nicht verloren. „Es zirkuliert und die Menschen konsumieren es. Und wenn sie mehr kaufen, bestellen die Geschäfte mehr Waren, die Fabriken produzieren mehr. Letztendlich werden dadurch Arbeitsplätze geschaffen.“
Auf die genauen Auswirkungen will Lula sich allerdings noch nicht festlegen. Man müsse erst abwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Aber „alle Zahlen“ würden dank des von ihm initiierten Programms für Wirtschaftswachstum (PAC) und aufgrund von damit beschlossenen Steuervergünstigungen in diese Richtung zeigen. Man müsse immer bedenken, so Lula abschliessend in Richtung seiner Kritiker, dass Brasilien praktisch über 20 Jahre keine Arbeitsplätze geschaffen habe.