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Der Titel des vorangehenden Beitrags, „Das passiert dir nicht nochmals!“, hat mich gerade inspiriert, heute hier etwas zu veröffentlichen zur gegenteiligen Situation: Warum passiert mir immer wieder das Gleiche?
Eine Leserin stellte mir einmal folgende Frage: „Warum passiert mir mit einer gewissen Regelmässigkeit alle paar Jahre das Gleiche? Beispiele: Mein Auto wurde schon drei Mal aufgebrochen in den letzten fünf Jahren; ich musste meine Stelle schon mehrmals wechseln, weil mein Chef oder meine Kollegen mich mobbten.“
Nachfolgend meine Antwort.
Dafür gibt es zwei Erklärungen.
Erstens. Falls das Ereignis mit seinen Konsequenzen, also den direkten Folgeereignissen, wirklich völlig gleich ist, so liegt der Schluss nahe, dass du etwas daraus lernen müsstest, was du bisher nicht verstanden hast. Sonst ergäbe es keinen Sinn, dass haargenau das Gleiche mehr als einmal geschieht. Wenn es tatsächlich so ist, dann solltest du in dich gehen und herausfinden, welche Lektion ansteht, die zu lernen dir bisher nicht gelungen ist.
Zweitens. Meistens weisen die Ereignisse – scheinen sie auf den ersten Blick auch identisch – jedoch kleinere oder grössere Unterschiede auf; diese finden wir oft nicht im Ereignis selbst, sondern im Umfeld. Beispiele:
• Unterschiede in unserem Verhalten. Habe ich mich wirklich genauso stark geärgert über das aufgebrochene Auto wie letztes Mal oder konnte ich es mit mehr Gleichmut ertragen?
• Unterschiede in den Konsequenzen. Im Gespräch mit dem Versicherungs-Sachbearbeiter, der meine Schadenanzeige entgegen genommen hat, habe ich nebenbei erfahren, dass bei seiner Versicherung eine Stelle frei geworden ist, für die ich mich dann beworben habe.
• Unterschiede in unserer Wahrnehmung des Ereignisses. Es hat mich tief berührt, wie hilfsbereit ein Unbekannter war, der gerade vorbeikam, als ich den Schaden entdeckte: Er hat mir geholfen, die 1000 Glassplitter der Fensterscheibe aus dem Wageninnern zu entfernen, hat für mich die Polizei angerufen, ist mir die ganze Zeit beigestanden und hat mich schliesslich, als Trost, zu einem Kaffee eingeladen.
• und so weiter.
Die Ereignisse sind also nur oberflächlich betrachtet gleich. Nur ein, vielleicht sogar unbedeutender, Bestandteil des Gesamtgeschehens ist gleich wie früher, die übrigen – vielleicht die wichtigeren! – sind jedoch jedes Mal verschieden. Ob wir da noch von Wiederholung sprechen können?
Drittens. Alles geschieht uns zwei Mal: Das erste Mal lernen wir daraus, das zweite Mal müssen wir beweisen, dass wir die theoretischen Erkenntnisse aus der ersten Erfahrung nun auch praktisch umsetzen können.