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Parasite
Regie: Joon-ho Bong
Darst.: Kang-ho Song, Sun-kyun Lee, Yeo-jeong Jo, Woo-sik Choi, Hye-jin Jang, So-dam Park, Kang Echae, Andreas Fronk, Jung Hyeon-jun, Pak Hyo-Shin u.a.
Die vierköpfige Familie von Ki-taek lebt in Südkoreas Hauptstadt Seoul in einer miesen Kellerwohnung; alle Mitglieder sind arbeitslos und selbst für einen eigenen WiFi-Zugang zu arm. Da erhält der halbwüchsige Sohn Ki-woo dank eines Freundes die Möglichkeit, bei der reichen Familie Park als privater Englischlehrer anzuheuern. Klug wie er ist, ergreift er die Gelegenheit, auch seine Schwester sowie Vater und Mutter bei den Parks unterzubringen: die Schwester als Kunsttherapeutin für den hyperaktiven Sohn, den Vater als Chauffeur und die Mutter als Haushälterin. Der südkoreanische Regisseur Joon-ho Bong zeichnet in seinem siebten Spielfilm ein ätzend satirisches Bild der gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Land und gewann dafür am diesjährigen Filmfestival Cannes die Goldene Palme. Wie Joon-ho Bong in Cannes erklärte, ist «Parasite» für ihn realistisches Drama, Sozialkomödie und Horrorthriller zugleich. Michael Sennhauser schrieb in seinem Blog: «Joon-ho Bong hat das Talent, mit seinen Filmen auf dem soliden Grund des Genrekinos alle Grenzen zu sprengen. ‹The Host› (2006) war ein Gesellschaftsporträt im Gewand eines Monsterfilms und ‹Snowpiercer› (2013) zeigte eine postapokalyptische Zweiklassengesellschaft in einem Hightech-Zug. ‹Parasite› überführt nun dieses Szenario alltagstauglich ins gegenwärtige Korea, mit diesen zwei spiegelbildlich angelegten Familien an entgegengesetzten Enden der Wohlstandsgesellschaft. Wenn es dabei bliebe, wäre das schon spannend genug. Die Schauspieler verstehen sich auf genaue Zwischentöne, die Figuren sind tiefer gezeichnet als im klassischen Genrekino, jede der Persönlichkeiten ist gut ausgearbeitet. Joon-ho Bong vermeidet jeden vordergründigen Klassenantagonismus. Vor allem die Familie Park ist eigentlich sympathisch und freundlich gezeichnet, bis auf wenige, aber starke Details: So beklagt sich Mr. Park einmal bei seiner Frau, dass der neue Fahrer ja ok sei, aber immer ein wenig rieche wie diese Luft, die von der U-Bahn hochkomme. Doch Joon-ho Bong dreht noch weiter auf. Auch die Villa der Parks hat ihre Geheimnisse. Und mit denen eskaliert der bis dahin eher spielerische Klassenkampf. ‹Parasite› ist, wie schon ‹The Host›, ein mehrdeutiger Titel für einen mehrdeutigen Film.»