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Das Mittelalter wird grundsätzlich als die Epoche vom 5. Jhd. n.Chr. (Antike) bis 15.Jhd. n.Chr. (Neuzeit) klassifiziert. Auch wenn Epochenübergänge fliessend vonstatten gehen, leiten zwei für die Philosophie wichtige Ereignisse den Beginn dieser Epoche ein: Der Kaiser Justinian liess 529 die platonische Akademie in Athen, die beinahe tausend Jahre alt wurde, schliessen. Im gleichen Jahr gründete Benedikt von Nursia jenen Orden, den wir heute als Benediktinerorden kennen. Somit verlagert sich der philosophische Schwerpunkt vom Mittelmeerraum zum Norden und in den nahen Osten.
Mittelalterliche Philosophen beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, ob und wie sich theologische und philosophische Erkenntnisse vereinen liessen.
Patristik
Folgt man den oben genannten Daten, so würden einige mittelalterliche Philosophen und Theologen in die Spätantike gezählt werden. Man zählt jedoch die Patristik, welche vom 1. bis 7. jhd. n.Chr. bestand, ebenfalls zu der mittelalterlichen Philosophie. Die Patristik beschäftigt sich mit den Kirchenvätern und erlebt mit Augustin ihren Höhepunkt. Augustin versuchte die Platonische Ideenlehre mit der christlichen Lehre zu vereinen.
Frühes Mittelalter
Mit Boethius, einem Neuplatoniker, wird der Übergang zum frühen Mittelalter bereitet. Er wird als den letzten Römer und ersten Scholasten bezeichnet. Zusätzlich zu Boethius gibt es den Pseudo-Dionysius, welcher eine weitreichenden Einfluss für das restliche Mittelalter aufwies. Der Originalverfasser konnte dabei nie identifiziert werden. Seine Schriften erklären das hierarchische Reich der Engel und die Funktionen der kirchlichen Ämter und Stände. Er beschäftigt sich mit der Frage, wie aus einem Einzigen (Gott) eine so unterschiedliche Vielheit entstehen kann.
Scholastik
Mit einigen Ausnahmen abgesehen gab es einen Stillstand der Philosophie im frühen Mittelalter. Kennzeichnend für die Scholastik war die scholastische Methode, die an den Universitäten gelehrt wurde. Es lassen sich drei Hauptmerkmale der Scholastik benennen: Lernender Rückgriff auf das Wissen der Vergangenheit, kritische Auseinandersetzung sowie systematische Verarbeitung und lehrendes Weitergeben. Auch die sieben freien Künste ( septem artes liberales) waren ein wichtiger Bestandteil des Lehrprogramms. Die freien Künsten bestanden aus dem Trivium (Grammatik, Rhetorik, Logik/Dialektik) und dem Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie) und bildeten die Grundausbildung für alle wissenschaftlichen Disziplinen.
Ab dem 12. Jhd. wurden die Werke des Aristoteles den Scholastikern vollständig zugänglich, aber aufgrund der Offenbarung widersprechenden Inhalts teilweise verboten. Trotz des Verbotes beschäftigten sich viele Gelehrte mit den Texten von Aristoteles. Albertus Magnus und Thomas von Aquin haben sich bemüht, eine Synthese mit der Theologie und den Erkenntnissen des Aristoteles zu erarbeiten. Weitere wichtige Philosophen und Theologen des Mittelalters sind: Anselm von Canterbury, Petrus Abaelard, Johannes Duns Scotus, Wilhelm von Ockham, Meister Eckhart und abschliessend Niklaus von Kues.
Philosophie des Islams
Arabische Philosophen waren für die Entwicklung der lateinischen Philosophie von höchster Bedeutung. Für arabische Denker waren die Werke des Aristoteles um 1000 schon fast vollständig übersetzt. Im lateinischen Westen war dagegen bis ins 12. Jhd. nur ein Teil der Logik bekannt. Al-kindi liess zahlreiche griechische Werke übersetzen und verfasste ein nachhallendes Werk über den Intellekt. Neben Al-Kindi wird Al-Farabi als Begründer der arabisch-islamischen Theologie und Philosophie anerkannt. Angelehnt an Platons Politeia entwarf Al-Farabi ein utopisches Staatsmodell, das von einem Philosophenkönig regiert wurde. So seien alle Völker unabhängig von der Religion zu Tugendhaftigkeit fähig und die Philosophen erkennen die zentralen Wahrheiten. Avicenna benutzte ebenfalls die griechische Philosophie, um die Glaubensinhalte zu untermauern. Er differenzierte die Seelen-vermögen des Aristoteles folgend weiter aus. Averroes machte es sich zur Lebensaufgabe, die Werke des Aristoteles zu kommentieren, was ihm den Namen “den Kommentator” einbrachte. Er vertrat die These, dass Offenbarung und philosophisches Wissen verschiedene, sich nicht widersprechende Wahrheiten beinhalteten.
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