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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Fünftes Buch
VII. Kapitel
41.
1. Deshalb führten auch die Ägypter nicht jeden beliebigen in ihre Geheimweihen ein und machten das Wissen von den göttlichen Dingen den Uneingeweihten nicht bekannt, sondern nur denen, die zur Königsherrschaft emporsteigen sollten, und denen von den Priestern, die auf Grund ihrer Erziehung und Bildung und Herkunft als die Bewährtesten anerkannt worden waren.
2. Was die Geheimhaltung des Sinns betrifft, so sind die Sinnbilder der Ägypter denen der Hebräer ähnlich. So zeichnen von den Ägyptern die einen die Sonne auf einem Nachen, die anderen auf einem Krokodil.1
3. Damit wollen sie andeuten, daß die Sonne, die ihren Lauf durch die süße und feuchte Luft nimmt, die Zeit erzeugt, die auf Grund irgendeiner anderen Erzählung der Priester sinnbildlich mit dem Krokodil gemeint ist.
4. Ferner ist in dem ägyptischen Diospolis auf dem sogenannten heiligen Tempeltor ein Kind dargestellt als Sinnbild des Entstehens, ein Greis als Sinnbild des Vergehens, ein Falke als Sinnbild der Gottheit, sowie ein Fisch als Zeichen des Abscheus und wieder in einer anderen Bedeutung ein Krokodil als Zeichen der Schamlosigkeit.
1: Vgl. Porphyrios bei Eusebios, Praep. Evang. III 11,48; Plut. Moral. p. 364 C; Porphyrios, De antr. nymph. 10 p.63,13 ff. Nauck. Nach ägyptischer Vorstellung (vgl. Kurt Sethe, Altägyptische Verstellungen vom Lauf der Sonne, Sitzungsber. d. Preuß. Akad. d. Wiss., Phil.-hist. Kl. 1928 S. 259 ff.) fährt der Sonnengott am Tage in einer Barke über den Himmel hin, durchwandert während der Nacht das Totenreich und erhebt sich am Morgen wieder aus der Tiefe, wie das Krokodil aus der Tiefe emporsteigt; daher wird die Sonne als eine Scheibe auf dem Kopf eines Krokodils dargestellt. Das ist zugleich ein Ausdruck dafür, daß Suchos, der Krokodilsgott, z.B. in Komombo mit dem Sonnengott gleichgesetzt wurde.