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Weihnachten aus aller Welt
Wussten Sie, dass in Finnland der Weihnachtsmorgen traditionell heiss mit einem Sauna-Gang beginnt? Wussten Sie, dass in Griechenland anstelle von Tannenbäume feierlich Boote dekoriert werden? Wussten Sie, dass in Venezuela die Menschen mit den Inline-Skates zur Weihnachtsmesse rollen? Allerlei Kurioses und Traditionelles aus der ganzen Welt rund um Weihnachten...
Niederlande & Belgien
In diesen beiden Ländern wird der Nikolaus als Sinterklaas bezeichnet und hat einen Gehilfen namens Zwarte Piet, was übersetzt Schwarzer Peter heisst. Sinterklaas trägt einen Bischofshut und einen gekrümmten Stab. Es wird gesagt, dass er das Jahr über in Spanien lebt und dann Mitte November mit einem Dampfschiff ankommt. Am Nikolausabend lassen die Kinder, ebenso wie in Deutschland, ihre Schuhe draussen. Diese werden dann über Nacht vom Sinterklaas mit Süssigkeiten befüllt. So sind der 5. bzw. 6. Dezember als eigentliche Geschenktage üblich, wohingegen der 25. Dezember mehr als religiöses Fest gefeiert wird.
Frankreich
In Frankreich heisst der Weihnachtsmann «Père Noel» und trägt ein langes rotes Gewand und eine Zipfelmütze. Er legt traditionell in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke für die Kinder unter den geschmückten Baum. Ausgepackt werden sie allerdings erst am ersten Weihnachtsfeiertag. Dabei transportiert der französische Weihnachtsmann die Präsente nicht in einem grossen braunen Sack, sondern in einem Korb auf seinem Rücken. An Heiligabend besuchen die gläubigen Franzosen die Christmesse und lassen sich anschliessend ein mehrgängiges Weihnachtsessen (Réveillon de Noel) schmecken, entweder daheim oder im Restaurant. Typische Speisen, die in Frankreich zum Fest aufgetischt werden, sind Gänsestopfleber, Austern, Muscheln, Pasteten und ein mit Maronen gefüllter Truthahn. Natürlich dürfen auch die traditionelle Käseplatte sowie Butter und Brot nicht fehlen. Abgeschlossen wird das Festmahl mit der Bûche de Noel, einem Kuchen, der einem Baumstamm ähnelt.
Spanien
In Spanien werden die Weihnachtsfeiertage jedes Jahr mit einer ganz besonderen Tradition eingeläutet: Die alljährliche Weihnachtslotterie gilt, aufgrund ihrer hohen Gewinnsumme, als grösste Lotterie der Welt. Ganz Spanien verfolgt gespannt die Auslosung am 22. Dezember, die bereits seit über einem Jahrhundert feierlich begangen wird.
Die eigentliche Bescherung, wie wir sie kennen, findet in Spanien übrigens erst am 6. Januar durch die «Reyes Magos», die Heiligen drei Könige, statt. Der 24. Dezember wird für ein ausgiebiges Mahl mit der kompletten Familie genutzt. Übrigens: In Spanien gehört ein Weihnachtsbaum an Heiligabend nicht unbedingt zur Tradition, stattdessen ist es hier üblich, mit Krippen und Lichterketten zu dekorieren.
Australien
In Australien herrschen zur Weihnachtszeit über 30 Grad, die Leute laufen in kurzer Hose und T-Shirt herum und sonnen sich am Strand. Auch hier gibt es schöne Weihnachtsbeleuchtung, geschmückte Tannenbäume und weihnachtlich dekorierte Kaufhäuser. Ausserdem werden die Hauswände sowie die Vorgärten ganz im amerikanischen Stil in Weihnachtsoasen verwandelt.
Am 24. Dezember gibt es bei vielen Familien traditionell Putenbraten sowie den beliebten Plumpudding. Am Abend legen die Kinder dann meist eine Möhre mit einer Schale Milch raus, damit Santa Claus und seine Rentiere auch versorgt sind. Der 26. Dezember wird bei den Australiern auch als Boxing Day bezeichnet. An diesem Tag haben alle Geschäfte geöffnet und es gibt besondere Schnäppchen. Alles, was während des Weihnachtsgeschäfts nicht verkauft werden konnte, wird hier zu extrem günstigen Preisen verkauft.
Russland
Russische Weihnachten fallen ein wenig aus dem Rahmen. Denn hier sind weder der Weihnachtsmann oder das Christkind die zentralen Figuren, sondern Väterchen Frost, Ded Moros genannt. Den erwarten die Kinder sehnsüchtig auf seinem Schlitten, zusammen mit seiner Enkelin Snegurotschka, einem Schneemädchen. Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird am 7. Januar gefeiert. Nach dem Julianischen Kalender entspricht das dem 25. Dezember – also unserem ersten Weihnachtsfeiertag. Gläubige Russen fasten vor dem Fest 40 Tage lang. Der Gottesdienst an Weihnachten spielt für sie eine wichtige Rolle. Die Hauptmesse in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau wird live im Fernsehen und Internet übertragen. Zum Weihnachtsfest tischt man in Russland typische Speisen wie Salat, Kutja, Hering, Pastete oder Kaviar auf.
Estland
Die Kinder stellen in der Vorweihnachtszeit Pantoffeln auf die Fenstersimse. Diese werden dann von den »päkapikud« (Weihnachtselfen) mit Süssigkeiten gefüllt. Alljährlich ruft der estnische Präsident den Weihnachtsfrieden aus und wohnt auch einem Weihnachtsgottesdienst bei. Am Heiligabend werden die Kinder vom »jõuluvana« (alter Weihnachtsmann) besucht und müssen diesem Lieder vorsingen oder Gedichte vortragen. Erst dann bekommen sie ihre Geschenke. Zum Abendessen gibt es häufig Schweinefleisch mit Sauerkraut, gebackenen Kartoffeln, Weisswurst und Blutwurst, Kartoffelsalat mit Roter Bete und Pastete. Als Nachtisch gibt es Lebkuchen und Marzipan. Bier und Glühwein werden als Getränke gereicht. Das übriggebliebene Weihnachtsessen lässt man über Nacht stehen, denn man glaubt, dass die Geister der verstorbenen Verwandten und Bekannten zu Besuch kommen.
Schweden
«Julfest» nennen die Schweden ihr Weihnachtsfest. Das beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Ein wichtiger Feiertag in der Vorweihnachtszeit ist am 13. Dezember das Fest der heiligen Lucia. Das traditionelle schwedische Weihnachtsbüffet «Julbord» besteht aus vielen unterschiedlichen Speisen. Im Mittelpunkt stehen aber der saftige Weihnachtsschinken (Julskinka), Heringshappen, Butter und Brot.
Früher brachte der Julbock, ein Ziegenbock, zu Weihnachten die Geschenke für die Kinder, später löste ihn der Weihnachtsmann ab, der in Schweden «Jultomte» genannt wird. Der Ziegenbock schmückt als Fruchtbarkeitssymbol auch Tannenbäume als Deko und grosse Stroh-Ziegenböcke werden an öffentlichen Plätzen und Weihnachtsmärkten aufgestellt.
Indien
Weihnachten ist in Indien ist ein offizieller Feiertag. Denn die indische Bevölkerung besteht zu 2,4 Prozent aus Christen, was bei einer Einwohnerzahl von einer Milliarde etwa 24 Millionen Menschen ausmacht.
Weihnachten beginnt an Heiligabend mit der Mitternachtsmesse. Am nächsten Morgen, dem 25. Dezember, wird ein besonderer Brauch zelebriert, der in anderen Ländern unbekannt ist: Dabei wird dem Familienoberhaupt feierlich eine Zitrone überreicht. Das Geschenk symbolisiert die Wertschätzung der Familie und geht mit Glückwünschen und Segenssprüchen für die Zukunft einher.
Bei der Weihnachtsdekoration in Indien lautet die Devise: Je bunter, desto besser. Statt Tannenbäumen schmücken die Inder Bananenstauden, Palmen oder Mangobäume mit bunten Lichterketten und schillerndem Lametta.
England
Fröhlich-bunt wird Weihnachten in England gefeiert – mit vielen Girlanden und Luftschlangen. Ein Brauch ist es, eine Leine durchs Zimmer zu spannen, an der die geschenkten Weihnachtskarten aufgehängt werden. Übrigens: Die Weihnachtskarte wurde im Jahr 1843 in Grossbritannien erfunden!
In England bringt Father Christmas als Weihnachtsmann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Präsente. Er kommt durch den Schornstein und füllt die Strümpfe der Kinder, die am Heiligabend an den Kamin gehängt wurden. Das traditionelle britische Weihnachtsessen besteht aus einem gefüllten Truthahn sowie flambiertem Plumpudding zum Nachtisch.
Eine weitere Weihnachtstradition, die vor allem in England, Schottland und Irland weit verbreitet. Jedes Mal, wenn zwei Leute unter einem Mistelzweig stehen, müssen sich diese – so verlangt es der Brauch – küssen und eine Beere vom Zweig zupfen. Diese Geste soll vor allem Glück, Mut, Fruchtbarkeit und Gesundheit mit sich bringen.
Italien
Im katholischen Italien ist Weihnachten eines der wichtigsten Feste des Jahres, bereits in der Vorweihnachtszeit wird gefeiert. Ein bedeutender Feiertag ist Mariä Empfängnis am 8. Dezember. An diesem Tag besorgen die Italiener traditionsgemäss ihren Tannenbaum und kleiden das Haus in ein weihnachtliches Gewand. Bei den Italienern steht vor allem die prächtig geschmückte Weihnachtskrippe im Mittelpunkt des Festes.
An den Weihnachtsfeiertagen dreht sich alles um die Familie und ein leckeres Festmahl, bei dem natürlich auch Pasta ein fester Bestandteil sind. Auch der Besuch der Messe gehört an Heiligabend zum festlichen Ritual. Der letzte Festtag im weihnachtlichen Kalender ist «La Befana» am 6. Januar. Befana heisst die Hexe beziehungsweise die Frau des Weihnachtsmanns, die der Legende nach in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt: Brave Kinder bekommen von ihr Süssigkeiten und Geschenke, ungezogene Kinder „bestraft“ sie mit einem Stück Kohle.
USA
In den USA ist alles etwas grösser und bunter – das trifft oft auch auf das Weihnachtsfest zu.
Schön festlich geschmückte Häuser und bunte Weihnachtsdekoration, wohin das Auge schaut. So ist auch der geschmückte Tannenbaum nicht wegzudenken. Es gehört jedes Jahr zur Tradition, den Weihnachtsbaum bereits Tage vorher mit Freunden bei einer sogenannten „Tree-Party“ zu schmücken. Am 24. kommt, ähnlich wie an Thanksgiving, ein grosser Truthahn auf den Tisch. Geschenke gibt es am Morgen des 25. Dezembers, denn erst nachts kommt der Weihnachtsmann durch den Kamin, isst die bereitgestellten Kekse, trinkt die kalte Milch und füllt schliesslich die aufgehängten Weihnachtssocken der Familie.
Japan
Weihnachten ist in Japan mittlerweile sehr populär, obwohl es kein offizieller Feiertag ist – anders als Neujahr. Völlig im Gegensatz zum Westen ist Weihnachten in Japan eine Gelegenheit für Paare, sich kennenzulernen, und für andere Gruppen, um Partys zu feiern, während Neujahr der Familie gewidmet wird. An Weihnachten schenken sich Verliebte Geschenke, haben ein besonderes Date und spazieren an den Weihnachtsbeleuchtungen vorbei, die von Firmen und Behörden organisiert werden, um für eine romantische Stimmung zu sorgen.
Ein spezieller Teil des japanischen Weihnachtsfestes ist die Weihnachtstorte, weiss und oft mit Erdbeeren geschmückt, die eine Geburtstagstorte für das Christkind darstellen soll.
Texte & Bilder von:
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