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Tagungsleitung: Stefan Siegfried im Team mit Heinz Robert und Margrith Bachmann

Am 5.6.2010 fand die 3. Tagung des Integralen Forums Schweiz in Bern statt. Thema dieser Tagung war die achtsame Kommunikation im Spiegel der Transaktionsanalyse und des Integralen Betriebssystems nach Ken Wilber. Im Changels Workshopraum fanden sich auch dieses Mal wieder verschiedene Menschen zusammen, die sich gemeinsam Gedanken darüber machten, in wieweit das integrale Betriebssystem (IBS) von Ken Wilber und die aus der Psychoanalyse abgeleitete Transaktionsanalyse (TA) nach Eric Berne kongruent sind, oder sich ergänzen.
Die Ziele dieser Tagung waren:
Als erstes stellte sich die Frage, wodurch sich achtsame Kommunikation auszeichnet und was im Allgemeinen unter achtsamer Kommunikation verstanden werden kann. Die möglichen Umschreibungen der Achtsamkeit sind vielfältig: achtsam könnte als offener, wohlwollender, präsenter Umgang miteinander bezeichnet werden. Im Buddhismus wird Achtsamkeit in der Meditiation geübt.
Die TA geht von der Annahme aus, dass jeder Mensch aus drei verschiedenen Ich-Zuständen heraus reagieren kann, die er bereits in der Kindheit entwickelt hat: das Kind-Ich, das Eltern-Ich und das Erwachsenen-Ich. Das Erleben und Verhalten des Menschen wird als Ausdruck wechselnder Ich-Zustände aufgefasst und führt die Beziehungen zwischen den Personen auf die Transaktionen zwischen diesen Zuständen zurück.
Die Bewusstseinsebenen des IBS gehen von 6 verschiedenen Stufen aus: archaisch, magisch, mythisch, rational, pluralistisch und integral. Die verschiedenen Stufen zeigen jeweils einen Schritt der geistigen Evolution der Menschheit an.
Wir haben versucht herauszufinden, wie die beiden Modelle zueinander passen, und in wieweit sie überhaupt kongruent sind. Kann man auf allen Bewusstseinsstufen aus dem Kind- Eltern- oder Erwachsenen-Ich heraus reagieren oder ist das Kind-Ich der archaisch magischen, das Eltern- Ich der mythisch-rationalen und das Erwachsenen-Ich der pluralistischen-integralen Bewusstseinsstufe zuzuordnen?
Um die Theorie der Transaktionsanalyse konkret erfassen zu können, haben wir in Rollenspielen Alltagssituationen dargestellt. Die beobachtende Person hat während des Gespräches verfolgt, aus welchem Ich heraus die einzelnen Gesprächspartner reagiert haben und wie diese Ich-Zustände die achtsame Kommunikation beeinflussten.
In einem weiteren Schritt haben wir versucht, eine Alltags Situation aus den acht Perspektiven des AQAL Raumes zu betrachten. Dafür haben sich die Teilnehmer räumlich im AQAL Modell aufgestellt und versuchten, die vorgegebene Situation aus dieser Zone heraus zu beschreiben mit ihren konkreten Handlungen in der realen Welt.
Die Tagung zur achtsamen Kommunikation war ein Eintauchen in die komplexen Modelle der integralen Philosophie. Durch die direkte Anwendung der Modelle auf reale Situationen konnten wir nachfühlen, wie die praktische Anwendung im Alltag aussehen könnte. Wir haben aber auch gemerkt, wie schwierig die Modelle zu verstehen sind, und dass man sich immer wieder mit ihnen befassen muss, möchte man wirklich begreifen, was mit ihnen gemeint sein könnte.