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Das Dorf liegt auf dem oberen Teil eines Schwemmkegels, welcher in weiten Teilen die Hoch- und Niederterrasse der Birsschotter verdeckt. Östlich von Arlesheim steigen die Schenkelberge mit der Burg Reichenstein, dem Schloss Birseck und des Hollenberges auf, deren Malm-Korallenkalke steil nach Westen fallen. Ihr Fuss bezeichnet die geologische Grenze zwischen Tafeljura und Rheingraben und wird als Rheintalflexur bezeichnet.Diese Grenze war zu gewissen Zeiten im Tertiär auch Küste eines Meeres (Oligozän, Rupélien). Diese Küstenlinie wird durch von Bohrmuscheln angebohrte Malmkalk-Strandgerölle zum Beispiel im Wald südlich der Ermitage bezeugt. Östlich dieser Schenkelberge ist der Malmkalk ausgeräumt (Bruchlinien, Schollen). Die Malmkorallenkalke sind 160–158 Mio. Jahre alt. Die Höhlenbildung und somit die Verkarstung begann zum Teil schon in der Brandung des oligozänen Meeres.
Daniel Knecht beschreibt die Landschaft anhand einer alten Luftaufnahme:
Die Luftaufnahme des Ballonfliegers Spelterini zeigt das Dorf Arlesheim und seine Umgebung in Jahr 1895. Im Hintergrund sind die bewaldeten Hänge des Tafeljuras sichtbar. Die flachgründigen und steinigen Böden des Juras sind mit Wald bestockt. Darin kann man verschiedene Rodungen mit wenig bis gar nicht parzelliertem magerem Wies- und-Weideland erkennen (Allmenden). Sie liegen auf Ton- und Mergelschichten beziehungsweise in den Auen der Seitentälchen. An den offenen Hängen liegen die Rebberge und das stark parzellierte, als Fettwiesen und Acker genutzte, mit Obstbäumen bepflanzte Land.
Die Talaue war bis zu Beginn der Industrialisierung und den Flusskorrektionen dem Auenwald und den Wässermatten vorbehalten. Im Vordergrund links erkennt man die Wässergräben und Wässermatten im Gebiet Gehrenmatten. Am Dorfrand wird ein dichter Gartenobstbau betrieben. Viele Bäume auf den Wiesen oder im Getreide sind frisch gepflanzt. Verschiedene Gewanne sind in viele kleine Äckerchen und Gärten eingeteilt (Bündten, Feldgartenbereiche). Der Anteil der Äcker am Offenland (ohne Reben) betrug um diese Zeit etwa 30 %. ln dieser Landschaft fehlen weitgehend die Hecken. Im Erosionsgraben im Vordergrund, entlang der Wassergräben, in Feldecken und ab und zu an Ackerrainen gibt es Gebüsche und Feldgehölze. Unten rechts sind erste Villen und Parkanlagen zu erkennen.
Am linken Bildrand ist der Steinbruch im Rogenstein sichtbar (Luftbild 1937). Schon 1929 wurde der stillgelegte Steinbruch im unteren Teil verändert. Im Zeitraum 1968–88 wurde er als (Bauschutt-)Deponie verwendet. In der Folgezeit wurde er renaturiert und als Rebland genutzt.
Im 19. Jh. wurde Arlesheim zum bevorzugten Wohnort baslerischer Familien, von denen die Alioth 1826 die Schappespinnerei begründeten.Ein natürlicher Wasserfall bei Dornachbrugg war der Ausgangspunkt für die Ansiedelung der ersten Industrien in den Talauen der Birs. In der ersten Hälfte des 19. Jh. wurde die Birs hier gestaut und durch die damalige «Industriegesellschaft für Schappe» zuerst mechanisch und später zur Erzeugung von elektrischem Storm verwendet. Schon früher wurde diese Wasserkraft genutzt: In einem Plan von Meyer sind bereits 1665 bei der Schappe eine Mühle, genannt Dornachmühle, und der zugehörige Kanal eingezeichnet. Ausserdem wurden die Wässermatten mit Wasser versorgt.
Beim heutigen Heidebrüggli, das zur Reinacher Heide führt, befand sich ebenfalls ein Stauwehr. Das Wasser wurde dort durch Kanäle den Kraftzentralen der Industrie zugeführt, die sich in der Talsohle an der Grenze zu Münchenstein angesiedelt hatte.
Die 1830 gegründete Schappefabrik, die 1890–1990 entstandene Fabrik Brown-Boveri (vormals Alioth) und die Metallwerke Dornach (1895) brachten tiefgreifende soziale und landschaftliche Veränderungen mit sich. Die vielen Fabrikarbeiter beziehungsweise ehemaligen Bauern betrieben die Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb. Deshalb erfolgten die Modernisierung und die Intensivierung der Landwirtschaft schleppend und verspätet.
Bis zur Eröffnung der Bahnstrecke Basel – Delsberg 1875 war die Entfernung nach Basel sehr gross. Nur etwa 20 wohlhabende Basler Kaufleute und Industrielle bauten ihre Villen mit grossen Gärten, meist als Sommersitze. Einer dieser wohlhabenden Basler war Alioth, der Begründer der Schappespinnerei. Erst nach dem Bahnbau entstanden in den 1880er-Jahren Arbeiterviertel in Neu-Arlesheim zwischen Bahn und Birs in der Nähe der Schappe beziehungsweise zehn Jahre später in der Kreuzmatt an der Grenze zu Münchenstein. Arlesheim wurde aber zum bevorzugten Wohngebiet für wohlhabende Städter, die ihre Villen vor allem im Gemeindeareal bauten, welches gegen Dornach lag. Die Bevölkerung nahm bis zur Jahrhundertwende um mehr als die Hälfte zu! Mit dem Bau der Birseckbahn 1902 erfolgte ein erneuter Bevölkerungsschub.
Die Wohnsiedlung «Die Schappe» ist 1999 auf dem Areal der ältesten Fabrik im Baselbiet, der ehemaligen Schappe-Spinnerei, nach städtebaulichen Ansätzen erstellt worden. Sie nimmt die Struktur der alten Industriebauten auf. Die rund 170 Haushalte umfassende Überbauung ist vollständig autofrei. Die Schappe ist ein gutes Beispiel für den Umgang mit einer ländlichen Industriebrache.
HPM