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Geschichte
Ein Kapitel Technik- und Flugzeuggeschichte
Der Band "Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1992-1932" von Volker Koos setzt die im Jahr 2003 begonnene Reihe der Typenbücher Deutsche Luftfahrt fort. Ziel der Reihe ist es, eine Übersicht über den deutschen Flugzeugbau zu bieten. In diesem Band werden die ersten zehn Jahre der Ernst Heinkel-Flugzeugwerke in Warnemünde beschrieben. Die danach folgenden Jahre im Werk Marienheide waren bereits Inhalt des ersten Bandes.
In einer Einleitung wird die Entwicklung der Flugzeugwerke in Warnemünde den Jahren 1922-1932 kurz skizziert. Als die Sieger des Ersten Weltkrieges im Jahre 1922 das Flugzeugbauverbot für Deutschland lockerten, gründete der 34-jährige Ernst Heinkel ein eigenes Unternehmen. Zu dieser Zeit war Heinkel bereits ein international bekannter Flugzeugkonstrukteur. Mit einem getarnten Auftrag der Marine über zehn Seeaufklärer, sowie dem Bau eines Schul- und Sportflugzeuges (HE 3), das nicht nur in der Fachpresse Anerkennung fand, sondern auch einen Flugwettbewerb für Sportflugzeuge gewann, begann seine Arbeit. Herausragend war Heinkels Schnelligkeit: Er nahm fast jeden Auftrag an und lieferte in kürzester Zeit Entwürfe und Mustermaschinen. Die frühen Heinkel-Typen waren dadurch gekennzeichnet, dass sie sich leicht von Rädern auf Schwimmer oder Skifahrwerke umrüsten ließen. In den Anfangsjahren erhielten die Auftraggeber meist nur ein bis zwei Mustermaschinen und die Lizenz zum Bau dieser Maschinen. Die Maschinen selber wurden dagegen nur in Ausnahmefällen gebaut. Ernst Heinkel war sehr am technischen Fortschritt interessiert, neben Flugzeugen konstruierte er zum Beispiel auch pressluftbetriebene Katapulte, die zum Abschuss der Flugzeuge von Schiffen dienten. So begann ab 1929 der regelmäßige Einsatz von Heinkel-Postkatapultflugzeugen auf den Schiffen des Norddeutschen Lloyd. Die militärische Aufrüstung ab 1933 erforderte nicht nur eine Werkserweiterung, sondern auch den Bau größerer Serien.
Im zweiten Teil des Bandes folgen 58 Beschreibungen einzelner Flugzeugtypen, wobei jedem Typ durchschnittlich 2 - 3 Seiten gewidmet werden. Die Vorstellung der einzelnen Muster erfolgt durch Fotos und technische Daten. Unter dem Stichwort "Entwicklung und Einsatz" findet sich jedoch weitaus mehr: Die Einbettung in die Zeitgeschichte, Erfolge der Flugzeuge und andere interessante Details.
Den Abschluss des Bandes bildet ein kurzer Überblick über die sonstigen Projekte, die im Werk Warnemünde bearbeitet worden sind.
"Ernst Heinkel Flugzeugwerke 1922 - 1923" ist ein Buch, dass durch präzise technische Übersichten informiert. Alle Angaben dieser Reihe sollten, soweit dies möglich ist, auf Originaldokumenten und zeitgenössischen Quellen basieren. Daher wäre eine Auflistung der besuchten Archive und der dort benutzten Bestände wünschenswert gewesen. Fußnoten und ein Literaturverzeichnis fehlen ebenfalls. Neben den technischen Übersichten bietet das Buch dem Flugzeuginteressierten viele interessante Informationen rund um die Heinkel-Flugzeuge.