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Kapuzinerkresse - Tropaeolum majus
Tropaeolum majus (syn. Tropaeolum elatum);
Kapuzinerkresse (syn. Blumenkresse, Gelbes Vögerl, Grosse Kapuzinerkresse).
VORKOMMEN
Die Kapuzinerkresse ist in warmen Gebieten Südamerikas beheimatet, von Mexiko bis Argentinien. Vor etwa 300 Jahren wurde die Pflanzen nach Europa eingeführt. Sie ist heute eine bekannte und beliebte Zierpflanzen in Mitteleuropa und wird entsprechend kultiviert. Vielerorts Tropaneolum majus verwildert, die Pflanze ist nicht winterhart und kann sie sich deshalb im mitteleuropäischen Raum nicht definitiv einbürgern.
MERKMALE
Die Kapuzinerkresse ist eine meist einjährige, kriechende oder kletternde (bis zu 0.5 m) Pflanze.Findet sie eine geeignete Unterlage, kann sie als Blattstielranker drei Meter hoch klettern. Die Hauptwurzel ist dünn. Die grünen Blätter sind langgestielt, unbehaart und exzentrisch an den glatten Stengeln ansetzend. Ihre Form ist rundlich-schildförmig, bis 5 cm gross und am am Stengelansatz tief gelappt. Die Blüten sind glockenförmig, gelb bis rot, selten weiss und auf langen Stielen in den Laubblattachseln entspringend. Der Kelch ist fünfblättrig.
DROGEN (verwendete Pflanzenteile)
Tropeoli herba (syn. Herba Tropeoli) - Kapuzinerkressekraut, das frische Kraut.
WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE
Glucosinolate: Glucotropaeolin (= Benzylglucosinolat) ist das
Hauptglucosinolat des frischen Krautes. Aus dem frischen Kraut wurde
wenig ätherisches Öl gewonnen, das etwa 90 % Benzylisothiocyanat enhält.
Ascorbinsäure: In frischen Blättern wurden etwa 300 mg, in frischen Blüten etwa 130 mg Ascorbinsäure pro 100 g gefunden.
Enzyme: In allen Pflanzenteilen Myrosinase. In frischen Keimpflanzen weitere Enzyme.
Weitere Inhaltsstoffe:
Alle oberirdischen Teile der Pflanze enthalten mehrere Polyphenole, darunter Chlorogensäure und ein in seiner Struktur nicht endgültig aufgeklärtes Quercetinglucosid, dieses gilt als Hauptflavonoid in den oberirdischen grünen Pflanzenteilen. In den Blüten wurde eine geringe Menge eines Kämpferolglucosids sowie Anthocyane vom Cyanidin- und Pelargonidintyp gefunden. Carotinoide sind in den Blüten in grösserer Menge enthalten.
PHARMAKOLOGIE
Klinische Angaben der Kommission E:
Ärztliche und/oder klinische Berichte aus neuerer Zeit liegen nicht vor. Ältere klinische Unterlagen geben Hinweise auf eine Wirksamkeit bei Harnwegsinfektionen und Katarrhen der oberen Luftwege.
Die Kommisssion E beurteilt die Kapuzinerkresse, mit folgender Begründung, positiv:
Auf Grund der pharmakologischen Eigenschaften kann qualitativ ein positiver Beitrag zur Wirksamkeit in Kombinationen zur unterstützenden Behandlung von Infekten der ableitenden Harnwege, Katarrhen der Luftwege sowie äusserlich bei leichten Muskelschmerzen angenommen werden.
ANWENDUNG
Innerlich wird die Kapuzinerkresse zur unterstützenden Behandlung von Infekten der ableitenden Harnwege, und Katarrhen der Luftwege angewendet.
Die innerliche Anwendung von reinen Benzylisothiocyanat-Präparaten wird, wegen der relativen hohen Toxizität, nicht empfohlen.
Volkstümliche Anwendungen:
Die Kapuzinerkresse wird in ihrer Heimat Peru zur Behandlung von infizierter Wunden verwendet. In Mittel- und Südamerika nimmt man den Saft frischer Blätter bei Hautkrankheiten sowie gegen Skorbut ein,was durch den Gehalt an Vitamin C plausibel ist.
In der europäischen Volksmedizin nimmt man die Frischpflanze bei Infektionen der Atem- und Harnwege, bei Menstruationsstörungen, zur Blutreinigung sowie gegen Skorbut ein; selten werden auch frische Blätter als Wundauflage verwendet. Es liegen kaum Studien für die genannten Indikationen vor, die Wirkung ist somit nicht ausreichend belegt.
Kapuzinerkresse wird in Ferigpräparaten gerne gemischt mit z.B: Pfefferminze, Schachtelhalm, Frauenmantel, Thymian, Ringelblumen, Echinacea, Meerrettich und/oder auch Alpenrose.
ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG
Etwa 30 g frische Blätter auf 1 L Wasser als Aufguss, davon trinkt man 2
bis 3 Tassen pro Tag (bei langen Kochen verliert die Droge die
Wirksamkeit).
Die Kapuzinerkresse gibt es auch als Fertigarzneimittel (Kapseln, Tabletten und CERES® Tropfen). Die enthaltenen Wirkstoffe (Senföle) werden gut vertragen, wenn sie in magensaftunlöslichen Weichgelatinekapseln eingenommen werden.
STATUS
- Kommission E: - positive Bewertung (in Kombination mit anderen Heilpflanzen)
- ESCOP: - keine Bearbeitung
- HMPC: - keine Bearbeitung
HOMÖOPATHIE
Tropaeolum majus hom. PFX - Die frische blühende Ganzpflanze.
Anwendungsgebiete: unklar
KAPUZINERKRESSE IM GARTEN
Kapuzinerkresse mag es sonnig, gedeiht aber auch im Halbschatten noch
recht gut. Ein humushaltiger, gleichmässig feuchter Boden ist ideal für
die Pflanze. Auch etwas Kalk und Sand wird gut vertragen. Zu magere
Böden werden durch das Einarbeiten von Blumenerde oder Kompost
verbessert. Kapuzinerkresse braucht viel Wasser aber kaum Dünger. Ob als
Berankung von Zäunen, Mauern oder Gittern, die Kapuzinerkresse ist
immer ein echter Blickfang, egal ob kletternd oder kriechend.
Die Kapuzinerkresse ist nicht winterhart und wird normalerweise nur einjährig kultiviert. Die Aussaat ab Mitte Mai erfolgt an Ort und Stelle ins Beet. Dazu nimmt man jeweils zwei bis drei Samen und bedekt diese mit ca. 3 cm Erde.
Neben den jungen Blättern lassen sich auch die Blüten der Kapuzinerkresse verwenden. Diese sind essbar und eignen sich bestens zu Dekorationszwecken.
SONSTIGES
Mönche haben sich mit der Heilkunde der Indianer befasst und dabei auch die Kapuzinerkresse als Heilpflanze beschrieben. Bei den Indianern Südamerikas wird die Pflanze heute noch bei Hautkrankheiten, Skorbut, Vergiftungen, Kopfschmerzen, Husten und Bronchitis verwendet. Vor etwa 300 Jahren wurde die Kapuzinerkresse auch in Europa bekannt. Zunächst verwendete man sie als Zierpflanze. Im 18. Jahrhundert wurde sie, aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehaltes, vor allem gegen Skorbut eingesetzt.
Letzte Änderung: 04.03.2017 / © W. Arnold