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Das Wichtigste in Kürze
- Die Magnavox Odyssey war die erste Videospielkonsole und wurde 1972 veröffentlicht.
- Nintendo gelang mit der NES der Durchbruch in der Branche.
- 54 Prozent der Bevölkerung spielt noch immer gelegentlich Videospiele.
Videospiele sind für viele Menschen nicht mehr wegzudenken – ob nun auf dem PC, einer Konsole oder am Smartphone. Besonders Spielkonsolen sind für viele Fans jedoch die bevorzugte Alternative. Millionen deutscher Haushalte haben eine Konsole von Nintendo, Sony oder Microsoft an die Fernsehgeräte angeschlossen.
Eine braune Schachtel
Der Siegeszug der Spielkonsole begann vor mittlerweile 50 Jahren, mit einem Gerät, von dem viele noch nie gehört haben: der Magnavox Odyssey. Es war die erste für den Heimgebrauch gedachte Konsole, ähnlich wie man sie heute kennt. Das Grundprinzip: Verbraucherinnen und Verbraucher kaufen ein Zusatzgerät, das sie einfach an den Fernseher anschliessen können, um auf dem TV-Gerät zu spielen.
Das erste Konzept für die Konsole entwickelte Ralph Baer 1966. Zusammen mit Bill Harrison und Bill Rusch arbeitete der «Vater der Videospiele» an mehreren Prototypen. Schliesslich stellte er seine «Brown Box», also braune Schachtel, dem Elektronikunternehmen Magnavox vor.
Der Hersteller entschied sich dazu, das Gerät unter dem Namen Magnavox Odyssey zu vertreiben. Es kam im September 1972 in den USA auf den Markt. Verbraucherinnen und Verbraucher konnten die erste Spielkonsole für rund 100 US-Dollar erstehen. Mit Inflation entspricht das einem heutigen Preis von mehr als 700 Dollar.
Spielkonsolen vor dem Aus
Konsolen erfreuten sich zunächst wachsender Beliebtheit, doch in den USA kam es 1983 zum grossen Videospiel-Crash. Mehrere Faktoren, darunter die Überflutung des Marktes mit unterschiedlichen Systemen und qualitativ minderwertigen Spielen, bedingten den Zusammenbruch der Industrie.
Vor allem Nintendo konnte dem Markt jedoch neues Leben einhauchen, als 1985 das Nintendo Entertainment System (NES) erschien. Zahlreiche beliebte Reihen feierten mit dem NES ihren Einstand auf dem heimischen Fernseher. So erschienen dafür etwa auch «Super Mario Bros.», «The Legend of Zelda» und «Metroid».
Schon zu diesem Zeitpunkt waren Spielkonsolen weit gekommen. Statt einiger Punkte, die über den Bildschirm jagten, eröffneten sich Spielerinnen und Spielern bunte Welten. Noch heute erscheinen viele Games in «Pixelgrafik». Sie erinnern an Games von 8-Bit- und 16-Bit-Konsolen wie dem NES oder dem 1992 erschienenen Super Nintendo Entertainment System (SNES).
Mehr als jeder zweite spielt
Auch aktuell ist Nintendo (Nintendo Switch) neben Sony (PlayStation 5) und Microsoft (Xbox Series X/S) einer der «Big Player». Magnavox, die seit Mitte der 1970er Jahre zu Philips gehören, haben sich komplett aus dem Spielkonsolen-Markt zurückgezogen. Wie stark dieser in den vergangenen Jahrzehnten nach dem grossen Crash gewachsen ist, zeigen die Verkaufszahlen der Konsolen.
Sollen von der Magnavox Odyssey bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1975 noch rund 350.000 Geräte verkauft worden sein, habe Sony unter anderem laut eines Berichts von «Gameswirtschaft.de» alleine nach dem Start der PlayStation 5 zwischen November 2020 und März 2021 weltweit 7,8 Millionen Exemplare ausgeliefert.
Und die Nachfrage ist weiterhin riesig. Seit bald zwei Jahren ist die PS5 auf dem Markt. Noch immer hat nicht jeder, der sie möchte, eine im Wohnzimmer stehen. Aufgrund weltweiter Chipengpässe durch die Corona-Pandemie konnten bisher weniger Geräte als vermutlich gewünscht ausgeliefert werden.
Auch die in den vergangenen Jahrzehnten meistverkaufte Spielkonsole stammt von Sony. Laut des Portals «VGChartz» wurden von der PlayStation 2 weltweit insgesamt fast 159 Millionen Exemplare ausgeliefert. Es folgen mit dem Nintendo DS (etwa 154 Millionen) und dem Game Boy (rund 119 Millionen) zwei Handheld-Geräte von Nintendo. Aktuelle Umfragen zeigen zudem, wie viele Menschen gerne spielen.
Videospiele auch bei Älteren begehrt
Laut einer repräsentativen Erhebung des Branchenverbands Bitkom gaben 54 Prozent an, zumindest gelegentlich Video- und Computerspiele zu spielen. 1175 Personen ab 16 Jahren wurden befragt. Das entspreche mehr als 37 Millionen Menschen ab 16 Jahren in Deutschland. Einen Unterschied bei Frauen und Männern gebe es dabei nicht.
Und nicht nur jüngere Semester sind hier berücksichtigt. Denn 54 Prozent der Befragten zwischen 50 und 64 Jahren gaben an, zum Smartphone, zu Maus oder Controller zu greifen. Bei den ab 65-Jährigen sind es immerhin noch 18 Prozent.
83 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielen auf dem Smartphone, 82 Prozent auch auf einer Heim- oder Handheld-Konsole. 72 Prozent spielen am Laptop, 45 Prozent auf einem Tablet und noch 36 Prozent am Desktop-PC.