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Der Verein im Wandel der Zeit - die Geschichte von 50 Jahren HCR
Mitgliederbewegung und Vereinsgeschichte
Am 27. April 1960 fand im Gasthaus „Zum Hirschen“ in Regensdorf die Gründungsversammlung des Handharmonika-Clubs Regensdorf und Umgebung statt. Der Initiant, Fritz Stirnemann, war zu dieser Zeit nebenberuflich Akkordeon-Lehrer und hatte im Jahre 1959 ein Ensemble aus seinen Schülern gebildet. Er stellte fest, dass die Freude am gemeinsamen Musizieren sehr gross war und wagte so die Gründung eines Vereins, den er musikalisch leitete. An der Gründungsversammlung war auch der damalige Gemeinderat Bader anwesend und bemerkte, dass der Handharmonika-Club Regensdorf und Umgebung der 13. Verein war, der in Regensdorf gegründet wurde und wünschte, dass die Zahl 13 dem Verein Glück bringen möge.
An der Gründungsversammlung wurden 16 Mitglieder aufgenommen und bereits ein Jahr später stieg die Zahl auf 30 aktive Spieler. Der Mitgliederbestand in den kommenden Jahren pendelte immer so zwischen 12 und 42 Personen (im Jahr 1995). Im Jahr 1964 wurde das an der Gründungsversammlung von Gemeinderat Bader gewünschte Glück auf die Probe gestellt: Ein drastischer Mitgliederschwund trat ein. Ende 1964 bestand der Verein nur noch aus drei Vorstandsmitgliedern und 12 Spielern. Man sprach darüber, dass Dirigent Fritz Stirnemann den Verein allein „übernehmen“ soll. Doch man gab nicht auf und das Schiff wurde wieder auf Kurs gebracht. Hans Bühler übernahm das Präsidium. Er war kein aktiver „Handörgeler“, hatte jedoch aus beruflichen Gründen enge Verbindungen zur Akkordeon-Literatur und stand somit dem Akkordeon-Spiel sehr nahe.
Im Jahre 1968 trat Fritz Stirnemann aus hauptberuflichen Gründen als Dirigent zurück und fand in Bruno Raimann einen würdigen Nachfolger, der auch seine Musikschule übernahm. Bedingt durch den Dirigentenwechsel, fand dann in diesem Jahr keine Abendunterhaltung statt. Das Vereinspräsidium wechselte in der Folge von Hans Bühler zum Aktivmitglied Rolf Meier.
Im Jahr 1979 übernahm Erika Kuczynski das Präsidium von Rolf Meier und leitet seither die Geschicke des Vereins.
Bruno Raimann hielt dem Harmonika-Club Regensdorf und Umgebung, wie der Verein in der Zwischenzeit genannt wurde, während 28 Jahren die Treue. Als Dank für seine Treue ernannte ihn der HCR zum Ehrendirigenten. Doch auch er musste aus beruflichen Gründen kürzer treten und übergab am 30-jährigen Vereinsjubiläum den Dirigentenstab an Marino Rotella. Auch in der jüngeren Vereinsgeschichte musste der HCR eine Abendunterhaltung ausfallen lassen. Grund war 1998 der kurzfristige Rücktritt von Marino Rotella.
Das damalige Jugendorchester schrumpfte auf 2 Spieler zusammen und wurde, mit Verstärkung der Aktiven, während 5 Jahren von Paul Baumann weitergeführt und im Jahre 2003 mangels „echter“ Junioren auf Eis gelegt. Roger Bär, der zusammen mit Paul Baumann die Dirigentenausbildung mit Erfolg absolviert hatte, übernahm die musikalische Leitung der „Erwachsenen“ und machte uns mit viel Elan zu dem, was wir heute sind: eine kleine, motivierte „Truppe“ mit dem musikalischen Schwerpunkt in der modernen Unterhaltungsmusik.
Zur Mitgliederbewegung ist noch folgendes zu sagen: Im Jubiläumsjahr 2010 ist Paul Frei unser „dienstältestes“ Mitglied (Eintritt 1961) und unser Orchester zählt 13 Personen, womit sich die „Glückszahl“ 13 in anderer Form nach 50 Jahren wiederholt – wenn das kein gutes Omen ist??!!
Dirigenten und Präsidenten während 50 Jahren HCR
Dirigenten:
- 1960 – 1968 Fritz Stirnemann
- 1968 – 1990 Bruno Raimann
- 1990 – 1998 Marino Rotella
- 1998 – 2003 Paul Baumann (Jugendorchester, das 2003 auf Eis gelegt wurde)
- ab 1998 Roger Bär (Aktive)
Präsidenten:
- 1960 – 1965 Ernst Hausammann
- 1965 – 1972 Hans Bühler
- 1972 – 1976 Fritz Jenni
- 1976 – 1979 Rolf Meier
- ab 1979 Erika Kuczynski
Musikalische Highlights
Highlights waren sicher alle unsere Auftritte in den vergangenen 50 Jahren. Seit der Gründung des Vereins traten wir an den verschiedensten Veranstaltungen auf (eigene Aktivitäten und Engagements). Einige Glanzlichter seien hier erwähnt.
Der wichtigste Anlass im Jahr war und ist die Abendunterhaltung, die, wie schon erwähnt, im Verlaufe der Vereinsgeschichte zweimal ausfallen musste. Die „Hochzeit“ des Vereins, in musikalischer und finanzieller Hinsicht, fand in der Regel im letzten Quartal des laufenden Jahres statt. Jedes Jahr musste für die Abendunterhaltung ein Lokal gesucht werden, bis sie ab 1973 im Saal des damaligen Hotels "Holiday Inn" stattfinden konnten. Seit 1983 ist die Mehrzweckhalle des Schulhauses Pächterried unser "Stamm-Ausführungsort". Übrigens: Sowohl im „Holiday Inn“ als auch in der Mehrzweckhalle war der HCR der erste Verein, der eine Veranstaltung durchgeführt hatte.
Der erste im Protokoll erwähnte Auftritt war ein Konzert anlässlich der Jungbürgerfeier im Januar 1961. Im gleichen Jahr fand zum ersten Mal ein sogenannter "Altersnachmittag" statt, der in der Folge regelmässig durchgeführt wurde. Seit einigen Jahren gestalten der Frauenverein, die Kirchgemeinden, die Damen der Altersarbeit und der HCR diesen Anlass gemeinsam mit grossem Erfolg.
Im Laufe der 50 Vereinsjahre nahm der HCR an insgesamt 19 kantonalen und eidgenössischen Wettspielen teil. Alle Vorträge erreichten das Prädikat "sehr gut" oder "vorzüglich", worüber der HCR sicher sehr stolz sein kann.
Nachdem der Eidgenössische Harmonika- und Akkordeon-Musikverband – heute unter dem Brand „Akkordeon Schweiz“ - die neue Sparte "Unterhaltungsmusik" ins Wertungsprogramm aufgenommen hatte, versuchten wir 2004 am eidgenössischen Wettspiel in Lyss in eben dieser Sparte unser Glück und erreichten ein "sehr gut". Das spornte uns natürlich an, uns weiterhin in der Unterhaltungsmusik messen zu lassen.
In Luzern im Jahre 1968 und in Innsbruck im Jahre 1989 nahmen wir auch am internationalen Weltfestival teil. Es hat Spass gemacht, denn mitmachen kommt vor dem Rang!
Eine sehr schöne Tradition wurde seit dem Jahr 1982 auch der Auftritt in der Adventszeit, wo der HCR den reformierten Gottesdienst von Pfarrer Wolfgang Göller musikalisch begleitete. Zunehmend waren dann in der Kirche auch Klänge zu vernehmen, die früher in einem Gotteshaus als undenkbar galten. Den Besuchern des Gottesdienstes gefielen die "neuen Töne" jedoch sehr und nicht selten wurden dann am Schluss noch eine oder zwei Zugaben mehr als vorgesehen gespielt.
Nicht nur in der Adventszeit spielte der HCR in der Kirche. Zusammen mit dem Mauritius-Chor gestaltete der HCR ein Konzert in der katholischen Kirche. An Hochzeiten von Vereinsmitgliedern waren wir natürlich auch gerne bereit, einen Überraschungsauftritt zu organisieren. Wir spielten an Taufen der nächsten "Akkordeon-Generation", aber auch bei Abschiedsgottesdiensten uns nahestehender Personen.
Im Jahr 1984 fand erstmals die Regensdorfer Musikwoche statt, an der sich auch der HCR musikalisch beteiligte, was sich noch einige Male wiederholte. Wir spielten für die Kranken im Spital, die Senioren im Altersheim, konzertierten am „Rägifäscht“, an diversen Jubiläen anderer Vereine, als Geburtstagsüberraschung, hatten Auftritte an Dorf- und Quartierfesten, an Generalversammlungen… alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.
Zu erwähnen ist aber auf jeden Fall die Beteiligung an den drei Benefiz-Veranstaltungen in Kloten, Regensdorf und im Hauptbahnhof Zürich für die Aktion „Denk an mich - Ferien für behinderte Kinder". Verschiedene Akkordeon-Vereine nahmen an diesen Veranstaltungen teil und insgesamt konnte an diesen drei Veranstaltungen ein Betrag von Fr. 18'000.— an die "Aktion denk an mich" überwiesen werden.
Freizeitaktivitäten
Neben den musikalischen Aktivitäten, die das Jahresprogramm einmal mehr und einmal etwas weniger füllten, war seit Gründung des Clubs der „Chlausabend" Bestandteil des Jahresprogrammes und anfangs einziger „nicht-musikalischer" Anlass. Im Jahre 1966 fand ich dann den ersten Eintrag einer Clubreise, die im Oktober auf den Rhein führte. Es vergingen wieder Jahre ohne Freizeitaktivitäten, bis dann ab den 1970er Jahren regelmässig von Anlässen ohne „Handorgel“ berichtet wurde.
Im Laufe der Vereinsgeschichte fanden einige Orientierungsläufe mit HCR-Beteiligung statt. Es gab Kegelabende, natürlich auch Clubreisen an die verschiedensten Orte und erstmals im Jahr 1977 auch ein Skiweekend zusammen mit dem Harmonika-Club Wollishofen. Seit einigen Jahren verbringen wir dieses Winterwochenende zusammen mit dem Handharmonika-Orchester Kloten, das bekanntlich auch von Roger Bär dirigiert wird.
Am Dorffest in Regensdorf ebenfalls 1977, an dem die Vereine die Möglichkeit hatten, einen Stand aufzubauen, entschied sich der HCR für einen Ballonwettbewerb, jedoch mit einem mässigen Erfolg, denn Petrus spielte dem Verein einen gewaltigen Streich.
In den 1980er Jahren rief der Zürcher Kantonale Harmonika-Musikverband das Freundschaftstreffen für die Kantonal-Zürcher Akkordeon-Sektionen ins Leben, an dem sich Teilnehmer verschiedener Vereine in manchmal nicht alltäglichen Sport-Disziplinen messen konnten: Fahren mit einem Fahrrad, das nach links geht, wenn man rechts abbiegen will, Sackhüpfen, Stelzenlaufen, Pfeilwerfen und vieles Lustiges mehr. Für unseren Verein resultierte beim ersten Treffen der 7. Schlussrang. Zwei Jahre darauf steigerten sich unsere Junioren bereits auf Rang 3. Und wieder zwei Jahre später in Glarus wuchs der Verein fast über sich selbst hinaus und erzielte den zweiten Platz. Zum Glück reichte es nicht zum Sieg, denn sonst hätten wir den Anlass zwei Jahre später organisieren müssen! Danach lautete das Motto: „Mitmachen kommt vor dem Rang“.
Im Jahre 1987 verbrachten wir einen Abend im Schulhaus, jedoch nicht wie gewohnt im Singsaal mit den Instrumenten zur Probe, sondern im Handarbeitszimmer, bewaffnet mit Schere, Nadel und Faden. Dort versuchten wir uns mit Erfolg an der Kreation und Fertigung einer Vereinsfahne für das jubilierende Akkordeon-Orchester Hinwil.
Der HCR betätigte sich neben den Freundschaftstreffen nochmals sportlich und nahm zweimal mit mässigem Erfolg, aber mit viel Spass, am Grümpelturnier in Regensdorf teil. Wie beim einen oder anderen Freundschaftstreffen hiess es auch hier, „Mitmachen kommt vor dem Rang“ oder, „Dabei sein ist alles“.
Etwas zwischen Freizeitaktivität und Musikalischem ist das Probe-Weekend, das der HCR seit 1995 einmal jährlich ausserhalb von Regensdorf durchführt. Das gemeinsame Üben und das kameradschaftlich-familiäre Beisammensein in der probefreien Zeit erweist sich als gute Kombination.
Diverse Sommerfeste, Helferfeste und Geburtstagsfeiern in den Sommermonaten wurden im Laufe der Vereinsgeschichte zur festen Institution. Fast ohne Unterbruch rundet der bereits erwähnte „Chlausabend“ den geselligen Teil des Jahres ab und gestärkt gehen wir dann in ein neues Vereinsjahr, nachdem die Mitglieder am Jahresschlusshöck mit dem neuen Jahresprogramm vertraut gemacht werden.
PR-Aktionen
Unsere „nicht-musikalische“ Präsenz im Dorf hat im Laufe der letzten Jahre ebenfalls einen festen Platz im Jahresprogramm erhalten. Während sich der Verein bis in die 1980er Jahre meist musikalisch präsentierte, folgten in den 1990er Jahren auch Anlässe, an denen wir uns von einer völlig anderen Seite zeigten. Der HCR trat mehrmals als „Festwirt“ am „Rägifäscht“ auf. Einmal mit dem Samariterverein und einmal mit dem Männerchor bewirtschafteten wir ein Festzelt, gaben Konzerte und schlugen uns tapfer im Service. Danach übernahmen wir alleine die Verantwortung über unsere Beiz „Zum Örgeli-Grill“ unter tatkräftiger Mithilfe des Akkordeon-Orchesters Dielsdorf und des Handharmonika-Orchesters Kloten sowie unseren Familien und Freunden. Ein grosser Erfolg war uns beschieden.
An einem kalten Novembertag stellten wir uns am Weihnachtsmarkt 2001 mit einem Stand zur Schau, präsentierten unseren Verein, schenkten Kaffee, mit und ohne „Gügs“, Punsch und Tee aus und offerierten selbstgebackenen Kuchen. Leider war es sehr kalt, um nicht zu sagen „saukalt“. Im darauffolgenden Jahr kam noch ein musikalischer Auftritt dazu, auf den wir jedoch aus „Temperaturgründen“ wegen unseren Instrumenten in den kommenden Jahren verzichteten und der Auftritt beschränkte sich wieder auf einen Info-Stand.
Im Jahre 2004 konnten wir unseren Info-Stand am Willkommenstag für Neuzugezogene wiederum präsentieren. Der Erfolg war jedoch nicht so gross, kamen doch von den geladenen ca. 1000 Neuzuzügern nur gerade ungefähr 100 Personen.
Im Wechsel mit dem „Rägifäscht“ findet jeweils das „Watterfäscht“ statt. Die Idee der Familie Ruedi und Regula Frei, im Jahre 2003 zusammen mit uns „Öpfelchüechli“ zu produzieren und zu verkaufen, schlug wie eine Bombe ein: Es kam zu langen Warteschlangen vor unserem Stand. Vier Jahre später wiederholten wir das Angebot mit gleichem Erfolg, jedoch mit leistungsstärkeren Geräten, sodass sich die Warteschlange etwas verkürzte.
Wie Sie dem Rückblick entnehmen können, ist in den vergangenen 50 Jahren in unserem Verein einiges geschehen. Mit viel Elan nehmen wir nun mit dem Accordissimo die nächsten 50 Jahre in Angriff und hoffen auf ein weiterhin zahlreiches Publikum an all unseren zukünftigen Anlässen, denn ohne SIE wären all unsere Anstrengungen nur die Hälfte wert, danke für Ihre Treue!
Susi Landenberger