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«Der FC Basel ist schuld, wenn die Schweizer Meisterschaft schwächelt.» Dieser Satz, den wir am Sonntag in der «SonntagsZeitung» gelesen haben, hat uns dazu gebracht, Carlos Varela anzurufen, um zu erfahren, was er über unsere Meisterschaft sagt, die am Samstag mit den Spielen Luzern gegen Zürich und GC gegen YB fortgesetzt wird.
Carlos Varela, ist der FCB wirklich für das Spielniveau in der Super League verantwortlich?
Carlos Varela: Es ist ein bisschen komplexer als das. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass es nicht mehr zwei oder drei grosse Mannschaften gibt, die die Lokomotiven vorne spielen. Die Berner haben bereits einen Zehn-Punkte-Vorsprung und es sind noch nicht einmal die Hälfte der Spiele gespielt. Sie sind alleine an der Spitze. Der Schweizer Fussball war besser, wenn Basel, YB oder auch Zürich gemeinsam auftraten. Deshalb habe ich gesagt, dass Basel für das aktuelle Niveau verantwortlich ist, weil sie nicht mehr um den Titel mitspielen können.
Vor nicht allzu langer Zeit dominierte der FC Basel jedoch oft die Meisterschaft, ohne die Spielqualität in der Super League zu beeinträchtigen.
Aber der FCB war noch nie so dominant wie die Young Boys heute. Es gab immer Vereine wie GC oder Zürich und dann YB, die mithalten konnten, und Saisons endeten oft in einem Zwei- oder Dreikampf.
Ist die Meisterschaft in dieser Saison schon entschieden?
Angesichts der Konstanz von YB in den letzten Jahren und seiner «fairen» Arbeitsweise sehe ich nicht, wie sie am Ende den 10 Punkte Vorsprung noch verspielen können. Aber wir sind nie sicher vor einer Überraschung. Servette ist für mich das einzige Team, das YB ärgern kann, weil es einen stabilen Kader hat und noch nicht sein volles Potenzial ausgeschöpft hat.
Sie sagten an diesem Sonntag gegenüber der «SonntagsZeitung», dass das Niveau in der Super League gesunken sei. Allerdings sind viele Leute im Stadion. Wie erklären Sie sich dieses Paradoxon?
Die Attraktivität der Meisterschaft ist das eine, die spielerische Qualität das andere. Das Niveau ist gesunken, das ist mir absolut klar. Schauen Sie sich nur die Entwicklung unserer Klubs in Europa in den letzten fünf Jahren an: Wir wurden von Mannschaften aus Nordeuropa und von ungarischen oder georgischen Klubs ausgeknockt. Noch nie haben wir so viele Enttäuschungen erlebt wie in den letzten zehn Jahren. Es gibt sogar Teams, die ich nicht kannte, die uns in der ersten Runde eliminiert haben.
Die Meisterschaft bleibt trotz allem attraktiv. Die zehn Klubs der Super League kamen in der vergangenen Saison auf durchschnittlich 11.388 Zuschauer. Der höchste Wert seit 2012/13.
Denn viele Teams sind im Rennen um die europäische Qualifikation. Da sich das Niveau angleicht, aber nach unten geht, sind sie bis zum Saisonende fast alle im Spiel. Es ist ein Problem; es bedeutet, dass Vereine wie Luzern oder Lugano eine schlechte Meisterschaft spielen können, während sie in Europa aktiv sind. Sie sagen sich, dass alles in Ordnung ist. Und erweisen sich als selbstgefällig. Ausserdem war das Transferfenster noch nie so ruhig wie in diesem Winter, und das ist normal: in Europa dabei zu sein, während man in der Liga nur Durchschnitt ist, ermutigt dich nicht, deine Arbeitsweise zu ändern.
Trotz des aktuellen Niveaus stellt manch einer erfreut fest, dass die Schweiz eine Ausbildungsliga ist. Und das ärgert dich sehr.
Absolut! Ich bin es leid, das zu hören. Heisst das, wir müssen die Spieler nach zwei guten Saisons bei uns gehen lassen? Dann respektieren wir unsere Liga nicht. Denn den Fans ist es egal, wie viele Spieler ihr Verein trainiert hat, vor allem, wenn dieselben Spieler dann bei einem grossen Klub glänzen.
Was oft vorkommt.
Ja. Wir sehen immer weniger Spieler, die sich mit ihrer Mannschaft identifizieren und stolz auf ihr Trikot sind. Als ich für Basel spielte, war ich von Montag bis Sonntag rot-blau. Wenn jemand gegen meinen Verein sang, nahm ich das persönlich. Tatsächlich war ich ein Fan auf dem Platz.
Gibt es noch mehr?
Die meisten sind für eine Saison im Einsatz. Sie wollen Tore schiessen, um dann an einer anderen Meisterschaft teilzunehmen, und das merkt man. Sobald sie in Schwierigkeiten sind oder Spiele verlieren, ziehen sie die Reissleine oder es ist ihnen egal. Natürlich gibt es in den Stadien der Super League immer noch viele Zuschauer, aber wenn die Klubs Spieler holen, um sie aufzubauen und dann zu verkaufen, schiessen sie sich selbst in den Fuss. Es ist nicht die Art von Emotion, die Fans suchen, wenn sie ins Stadion gehen.
Nach dem ausgeglichenen ersten Tag war klar gewesen, dass die Schweizer entweder im Doppel oder gegen den zweifachen Masters-Sieger Alexander Zverev (ATP 14) einen Exploit brauchten. Diesen lieferte Marc-Andrea Hüsler (ATP 53), einer der Aufsteiger des letzten Jahres. Den entscheidenden dritten Punkt holte dann der nimmermüde Marathon-Mann Stan Wawrinka (ATP 135), der als einziger dreimal auf dem Platz stand. Doch er musste dafür leiden.