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Wie man ein Land ruiniert
Die Berichterstattung über Nordkorea erinnert daran, wie verheerend eine falsche Wirtschaftspolitik sein kann. Das Land ist mausarm, es herrscht immer wieder Hunger, und wer nicht spurt, wird eingesperrt.
Die Kim-Dynastie steht mit ihrer verheerenden Politik jedoch keineswegs alleine da. Auch Robert Mugabe in Zimbabwe oder das Duo Chávez/Maduro in Venezuela haben ihre Länder ruiniert. In Zimbabwe resultierte vorübergehend eine Hyperinflation, die seit dem Machtwechsel wieder unter Kontrolle ist. Venezuela erlebt gerade eine Hyperinflation. Die Verhältnisse erinnern an Deutschland im Jahr 1923.
Hier ist die Inflationsrate Venezuelas (Quelle):
Und hier ist die Inflationsrate Deutschlands von 1918 bis 1923 (Quelle):
Die Gefahr, dass Diktatoren ihr Land ins Chaos stürzen können, ist natürlich nichts Neues. Man braucht nur an Napoleon oder Hitler zu erinnern. Die bisher effektivste Form, das eigene Land zu ruinieren, hat jedoch Paraguay im 19. Jahrhundert gewählt. Es ist ein Beispiel, das kaum bekannt, aber durchaus erinnerungswürdig ist.
Die Hälfte des Staatsgebiets verloren
In den Jahren 1864/65 erklärte Paraguay den Krieg gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay (Tripel-Allianz), in dessen Folge etwa 384’000 seiner Einwohner starben und etwa die Hälfte des Staatsgebiets verloren ging. Es ist umstritten, wie gross die Bevölkerung Paraguays am Vorabend des Kriegs war. Die Schätzungen reichen von 500’000 bis 1,3 Millionen. Wie auch immer: Fast 400’000 Kriegsopfer sind eine schwindelerregende Zahl, der Tripel-Allianz-Krieg gilt als der blutigste Konflikt in der jüngeren Geschichte Lateinamerikas.
Der tiefer liegende Grund für den Konflikt waren die ungeklärten Grenzen der neu gegründeten lateinamerikanischen Staaten. In diesem Sinne war der Krieg auch Ausdruck von strukturellen Problemen, die sich aus der Kolonialzeit ergaben. Aber die Art und Weise, wie der Diktator Paraguays, Solano López, mit den Grenzkonflikten umging, lässt sich nicht einfach auf das schwierige koloniale Erbe zurückführen. Er trägt ganz allein die Verantwortung für den katastrophalen Plan, die Besetzung Uruguays durch brasilianische Truppen zu verhindern.
Apologeten haben immer wieder argumentiert, Solano López habe keine Wahl gehabt. Um das regionale Gleichgewicht zu erhalten und die Souveränität des eigenen Landes zu sichern, sei es nötig gewesen, zugunsten von Uruguay einzugreifen. Diese Argumentation erinnert an die Aussagen, die der Generalstab Österreich-Ungarns am Vorabend des Ersten Weltkriegs machte. Auch damals hiess es, man müsse Serbien bestrafen, um das regionale Gleichgewicht zu erhalten. Genau das Gegenteil ist passiert.