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In einem neuen Bericht berichtet Amnesty International über die Diamantenindustrie. Der Fokus liegt auf der Zentralafrikanischen Republik, wo der Handel mit Diamanten trotz des Konfliktes und einer neuen Welle der Gewalt weiterhin blüht.
Der Bericht «Chains of Abuse: The global diamond supply chain and the case of the Central African Republik» beruht auf Recherchen in der Zentralafrikanischen Republik, in deren Nachbarländern sowie in den grössten Handelszentren für Diamanten, Antwerpen und Dubai. Er dokumentiert das systematische Versagen aller Beteiligten, wenn es um die Eindämmung des Handels mit Blutdiamanten geht und deckt illegale und unethische Verhaltensweisen des ganzen Industriesektors auf.
- Bewaffnete Gruppierungen in der ZAR bereichern sich in grossem Stil am Handel mit Blutdiamanten.
- Diamantenhändler in der ZAR und globale Handelszentren profitieren von diesem illegalen und unethischen Geschäft.
- Unternehmen, die Diamanten produzieren und mit ihnen handeln, schaffen es nicht, den Schmuggel von Blutdiamanten in den Weltmarkt zu verhindern.
- Internationale Diamantenhändler hinterziehen Steuern und Unternehmen schlagen maximalen Profit aus dem Geschäft, zu Lasten der Menschenrechte in armen Ländern mit Diamantenminen und -Produktion.
- Der Kimberly-Prozess trägt dazu bei, dass Menschenrechtsverletzungen und illegaler Handel verschleiert werden.
Mit Blick auf den Gipfel der Diamantenindustrie im März 2016 ruft Amnesty International die betroffenen Regierungen und die internationalen Unternehmen wie Beers und Signet dazu auf, dafür zu sorgen, dass der Diamantenhandel strenger reguliert wird. Unternehmen, die Diamanten produzieren oder mit ihnen handeln, müssen ihre Zulieferer besser überprüfen, damit diese keine Menschenrechte verletzen oder illegal und unethisch handeln (zum Beispiel Kinderarbeit und Steuerhinterziehung). Sie müssen alle getroffenen Massnahmen offenlegen. Die Diamantenindustrie muss ihrer Sorgfaltsprüfungspflicht nachkommen, die Schwächen des Kimberly-Prozesses ansprechen und Verbesserungen vereinbaren.
Verantwortung von Unternehmen auch in der Schweiz
Auch wenn in diesem Fall keine Unternehmen mit Sitz in der Schweiz involviert sind, setzt sich die Schweizer Sektion von Amnesty International mit der Konzernverantwortungsinitiative dafür ein, dass multinationale Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gesetzlich verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt überall auf der Welt zu respektieren. Die Sorgfaltsprüfungspflicht muss in der Schweizer Verfassung verankert werden.