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Die Worte extrem, radikal und populistisch kommen in politischen Diskussionen und in der Medienberichterstattung immer wieder vor. Doch was bedeuten Sie eigentlich? Die Frage ist berechtigt, denn viele verwenden sie falsch.
Extrem
Als extrem wird eine Haltung in weltanschaulichen oder religiösen Fragen angesehen, die von der normativen Haltung bzw. normativen Werteordnung einer Gesellschaft abweicht.
Radikal
Als radikal wird eine politische, philosophische oder religiöse Weltanschauung bezeichnet, die eine Änderung der herrschenden politischen Ordnung anstrebt.
Populistisch
Als populistisch wird eine opportunistische Politik angesehen, welche die Gunst der Massen sucht.
Nach diesen Definitionen sind die Parteien als extrem zu bezeichnen, die sich für eine Politik einsetzen, welche den normativen Werten und der normativen Ordnung einer Gesellschaft widerspricht.
Radikal sind die Parteien, welche eine Änderung der normativen Werte bzw. der normativen Ordnung einer Gesellschaft anstreben. Als radikal kann somit z.B. die Grüne Partei der Schweiz bezeichnet werden. Vertreter der Grünen Partei streben eine Änderung vieler normativer Werte der Gesellschaft und eine Änderung der Gesellschaft an.
Populistisch sind Parteien und Politiker, die Politik nach Meinungsumfragen betreiben und an Unterhaltungs- und Satireshows der Medien auftreten um auf sich aufmerksam zu machen und sich bei der Bevölkerung anzubiedern.
Je nach vorherrschenden gesellschaftlichen Normen können sich extreme und radikale Ansichten in einem politischen Spektrum verschieben. Was einst als extrem angesehen wurde, kann plötzlich normal sein. Was einst normal war, kann sich plötzlich in einer Minderheitenposition wiederfinden, die versucht wieder zur Mehrheit zu werden. Sie gilt somit plötzlich als radikal. Normen ändern sich mit der Zeit. So waren Gladiatorenkämpfe einst willkommene Spektakel. Römische Machthaber bauten dafür imposante Arenen wie z.B. das Amphitheatrum Novum auch als Kolosseum bekannt. Heute sind echte Gladiatorenkämpfe verboten und gelten als Verbrechen.
Populistisch sind interessanterweise oft nicht jene Parteien, welche die Medien gerne als solche bezeichnen. Linke Medienschaffende neigen dazu hauptsächlich rechte Parteien als populistisch zu bezeichnen. Im Grunde genommen sind jedoch vor allem die Mitteparteien populistisch. Denn sie betreiben eine Windfahnenpolitik, die mehr von Meinungsumfragen als von politischen Werten abhängt.