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News
Hintergrund
Vom Segen zum Fluch
Die Minentätigkeiten von Glencore in der Demokratischen Republik Kongo haben in der Bevölkerung grosse Hoffnung geweckt. Heute herrschen angesichts von verseuchtem Wasser, gesperrten Strassen und fehlenden Steuereinnahmen vor allem Ernüchterung und Frustration.
Aufbau der Zivilgesellschaft
Zwar sind die Pflichten der Konzerne im kongolesischen Bergbaugesetz geregelt. Doch diese halten sich wenig daran, und der Staat kontrolliert die Einhaltung nicht. Mit Unterstützung von Brot für alle versucht die lokale Zivilgesellschaft, sich gegen die Missstände zu wehren. Sie klärt die lokalen Gemeinschaften über ihre Rechte auf und zeigt ihnen, wie sie diese durchsetzen können. Und sie hilft den lokalen Dorfoberhäuptern, die komplizierten Verträge besser zu verstehen, die ihnen von Konzernjuristen zur Unterschrift vorgelegt werden. Und schliesslich hilft Brot für alle dabei, die Kompetenzen der Zivilgesellschaft selber zu stärken – zum Beispiel durch Wissen zu möglichen Recherchemethoden sowie zum Verfassen von Berichten und Plädoyers.
Zahlen und Fakten
Glencore in der DR Kongo
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Fehlende Grundversorgung80 Prozent der lokalen Bevölkerung in Katanga hat keinen Zugang zu einer staatlichen Grundversorgung (Schulen, Spitäler etc.) und ¾ der Ackerflächen sind in den Händen von Bergbaukonzernen.
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SteuervermeidungIn den letzten fünf Jahren sparte Glencore in der DR Kongo mit aggressiven Steuerpraktiken 140 Millionen Franken Steuern. Im gleichen Zeitraum zahlte die Schweiz 54 Millionen Schweizer Franken Entwicklungshilfe an die DR Kongo.
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Reicher Konzern, armes Land2014 machte Glencore einen Umsatz von über 220 Milliarden Dollar. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) der DR Kongo belief sich auf 35 Milliarden Dollar.
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Gemeinschaftsausgaben im eigenen InteresseVon den 11 Millionen Franken, die Glencore im Jahr 2011 für Gemeinschaftsausgaben (Schulen, öffentliche Gesundheitseinrichtungen, Landwirtschaftsprojekte) verbuchte, waren 90 aus Kosten für Infrastrukturbauten wie Strassen, die in erster Linie dem Konzern nützen.
Das tut Brot für alle
Handeln vor Ort und in der Schweiz
In der DR Kongo
Afrewatch, Partnerorganisation von Brot für alle in der DR Kongo ist nicht per se gegen Minentätigkeiten. Ziel der Organisation ist es sicherzustellen, dass der Rohstoffabbau in einem gesetzlichen Rahmen geschieht und die Bevölkerung auch davon profitiert. Zu diesem Zweck bietet Afrewatch Informations- und Weiterbildungsprogramme für die betroffenen Gemeinschaften an. Dabei können sie sich austauschen und erfahren mehr über Bergbaurechte und -vorschriften, die Verhinderung von Arbeitsunfällen oder Menschenrechte. Gleichzeitig lernen sie, wie sie ihre Anliegen mit den Behörden und den Verantwortlichen der Minen diskutieren können. Auch Dokumentationstechniken werden vermittelt, damit sie Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen publik machen und Druck auf die Unternehmen aufbauen können. Die Menschenrechtsorganisation Centre d’action judico-judiciare (CAJJ), die Brot für alle ebenfalls unterstützt, erleichtert vom Bergbau Betroffenen den Zugang zu Rechtsmitteln.
In der Schweiz
Öffentlich und politisch Druck machen: In der Schweiz engagiert sich Brot für alle auf politischer Ebene für mehr Konzernverantwortung und eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung. Zudem veröffentlicht Brot für alle Berichte über Glencore, um die Öffentlichkeit und die Politik für die ökologischen und sozialen Folgen der Investitionen zu sensibilisieren.
Das Bewusstsein der Konzerne erhöhen: Brot für alle legt ihre Recherchen und Berichte den betroffenen Konzernen vor, um sie dazu zu bringen, ihre Geschäftspraktiken zu verbessern. In der Schweiz nimmt Brot für alle zudem an einem vom Bund initiierten Prozess teil, der sich mit einer Sorgfaltsprüfungspflicht für Rohstoffhändler befasst. Ziel ist die Entwicklung von Richtlinien, dank denen sich die Unternehmen vergewissern können, dass der Abbau der Rohstoffe keine Verletzungen der Menschen- und Umweltrechte verursacht.