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| Cyprian von Karthago († 258) - Über gute Werke und Almosen (De opere et eleemosynis)

7. Am nachdrücklichsten hat uns Christus selbst bei zahlreichen Gelegenheiten zur Barmherzigkeit gemahnt.
Daher wird uns im Evangelium von dem Herrn, dem Lehrer unseres Lebens und dem Führer zum ewigen Heile, der das Volk der Gläubigen zu neuem Leben erweckt und für die Neubelebten auf die Ewigkeit bedacht ist, unter seinen göttlichen Geboten und himmlischen Lehren nichts häufiger eingeschärft und vorgeschrieben als das eine: wir sollten uns eifrig zeigen im Almosengeben und nicht an irdischem Besitz hängen, sondern vielmehr himmlische Schätze sammeln. "Verkaufet", sagt er, "Eure Habe und gebt Almosen!"1 und wiederum: "Sammelt euch keine Schätze auf Erden, wo Motte und Rost sie verzehren und wo die Diebe nachgraben und stehlen! Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie verzehren und wo die Diebe nicht nachgraben [und stehlen]! Denn wo dein Schatz ist, dort wird auch dein Herz sein"2 . Und als er uns einen durch die Beobachtungen das Gesetzes Vollkommenen und Vollendeten vor Augen stellen wollte, sagte er: "Willst du vollkommen sein, so gehe hin und verkaufe all das Deinige und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!3 Ebenso sagt er an einer anderen Stelle, wer sich die himmlische Gnade erkaufen und das ewige Heil erwerben wolle, der müsse seine ganze Habe veräußern und die kostbare Perle, das heißt das durch Christi Blut so kostbare ewige Leben, von dem Betrage seinen Vermögens erstehen. "Das Himmelreich", sagt er, "ist ähnlich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte. Sobald er aber eine kostbare Perle gefunden hatte, ging der hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie"4 .
1: Lk 12, 33
2: Mt 6, 19 ff.
3: Ebd. 19, 21.
4: Ebd. 13, 45 f.