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Guinea: Interview mit Mariama Bah Diallo, die nach 26-jährigem Engagement bei Terre des hommes in Pension geht
Wann begannen Sie bei Terre des hommes zu arbeiten?
Das war 1988. Ich begann in einem Pilotprojekt im Gesundheitszentrum von Conakry zur Bekämpfung der Mangelernährung. Auch beim Aufbau der medizinischen Spezialbehandlungen und des Schutzes für Strassenkinder wirkte ich mit.
Sie haben Tausenden von Kindern das Leben gerettet, die unter anderem an Mangelernährung litten. Wie sehen Sie die vollbrachte Arbeit?
Ich bin sehr stolz, zur direkten Rettung Tausender von Kindern beigetragen zu haben. Ich erinnere mich auch an eine Begegnung mit Edmond Kaiser in Guinea im Rahmen meiner Arbeit für Sentinelles. Er war ein sehr einfacher Mann. Eines Tages sah ich ihn vom Boden aufstehen und nicht von seinem Bett; er wollte spüren, wie es sich anfühlte, wie alle anderen auf einer Matte zu schlafen.
Welches waren in Ihrer 26-jährigen Laufbahn die wichtigsten Ereignisse und Veränderungen?
Am Anfang arbeiteten wir mit dem Kugelschreiber, dann mit der Schreibmaschine und schliesslich mit dem Computer. Dann wurde die Komponente Wasser und Siedlungshygiene in die Ernährungsprojekte eingeführt. Was die Arbeitsbedingungen betrifft, so musste ich zunächst in den Privatwohnhäusern von sechs Delegierten arbeiten, weil Terre des hommes kein Büro hatte. Das waren noch andere Zeiten.
Im Alter von 25 Jahren wurden Sie Opfer eines schrecklichen Verkehrsunfalls, von dem Sie eine Behinderung davontragen. Inwiefern hat dieses Ereignis Ihren Werdegang beeinflusst?
Am 3. Oktober 1974 erhielt ich einen Studienplatz für Medizin. Doch am 14. September war es zu dem Unfall gekommen, der mich daran hinderte, mein Studium aufzunehmen. Die guineische Regierung schickte mich dann während zweieinhalb Jahren zur Behandlung nach Polen, nach Jugoslawien und in die DDR. Nach meiner Rückkehr nach Guinea absolvierte ich schliesslich dank einem Stipendium der WHO eine Ausbildung in Ernährung und Ernährungswissenschaften.
1979 hatte ich das Glück, trotz meiner Behinderung Mutter eines Mädchens zu werden. Sie ist heute Beamtin beim Sicherheitsministerium, mit einem Heereskommandanten verheiratet und selbst Mutter von fünf Kindern.
Hatten Sie jemals Lust, das Handtuch zu werfen und sich beruflich neu zu orientieren?
Nein, meine Arbeit hat mir immer gefallen. Trotz des schwierigen, manchmal feindseligen Umfelds hatte ich die Kraft durchzuhalten und verstand es, Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Welches ist die schönste Erinnerung, die Sie mitnehmen?
Die schönste Erinnerung ist zweifelsohne die Bereitstellung einer Behandlung für mangelernährte HIV-infizierte Kinder, dank der Lobbyarbeit von Tdh im Jahr 2006. Seither sind für sie Medikamente kostenlos erhältlich.
Es hat mir auch sehr gefallen, nach Benin, Burkina Faso, Senegal und Mauretanien zu reisen, um Gesundheits- und Gemeinwesenarbeiter auszubilden und beim Aufbau mehrerer Gesundheitszentren in Guinea und Mauretanien mitzuwirken.
Terre des hommes war sehr wichtig für mich. Ich habe wunderbare Momente erlebt, aber auch Leid und Enttäuschungen. Man steht immer wieder auf und beginnt von vorne. Man kommt weiter.
Heute bin ich 65. Ich ruhe mich im Haus meiner Tochter und meines Schwiegersohns etwas aus und kümmere mich um ihre fünf Kinder. Das örtliche Gesundheitszentrum ruft mich manchmal bei komplizierten Fällen. Es gibt noch Schönes zu tun und ich übernehme gerne Aufträge, wenn meine Kompetenzen gefragt sind.
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