Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03471.jsonl.gz/172

«Ich weiss noch immer nicht, ob ich träume», sagte Wawrinka unmittelbar nach der Pokalübergabe. Dass er sich von nun an «Grand-Slam-Champion» nennen darf, schien selbst ihm irgendwie surreal.
Erstmals Nadal und Djokovic besiegt
«Ich habe so viele Major-Finals vor dem Fernseher gesehen. Aber ich habe mir nie vorstellen können, dass ich es einmal bin, der einen solchen Final gewinnt.» Verdient hat sich der Romand die 2,3 Millionen US Dollar Preisgeld mit einer historischen Leistung in Melbourne. Als erster Spieler seit 20 Jahren schlug er an einem Grand-Slam-Turnier die Weltnummern 1 und 2. Und erstmals wurden Rafael Nadal (ATP 1) und Novak Djokovic (ATP 2) an einem Turnier vom selben Spieler bezwungen.
Erster Sieg nach 12 Pleiten ohne Satzgewinn
«Nach der Niederlage gegen Djokovic im letzten Jahr habe ich geweint», gestand Wawrinka. Nun schaltete er den Serben im Viertelfinal aus und liess sich auch von Nadal, gegen den er zuvor in 12 Duellen keinen einzigen Satz hatte gewinnen können, nicht stoppen. Dass Nadal mit physischen Problemen zu kämpfen hatte, trübte seine Freude nicht. Dennoch meinte Wawrinka: «Man möchte natürlich nicht unbedingt so gewinnen. Aber am Ende habe ich die Trophäe und das ist alles, das zählt. Nadal ist ein guter Freund und ich wünsche ihm gute Besserung.»
23. Grand-Slam-Titel für die Schweiz
Das Spiel gegen den 13-fachen Grand-Slam-Sieger war für Wawrinka auch ein mentaler Test. «Ich musste konzentriert bleiben, denn Nadal hat sein Können immer wieder aufblitzen lassen.» Beim Matchball sei ihm dann so vieles durch den Kopf gegangen. Dass er down under den Titel gewann, bedeute ihm alles, sagte die künftige Weltnummer 3. «Deshalb spiele ich Tennis!»
Wawrinkas Triumph bedeutet der 23. Grand-Slam-Titel eines Schweizer Tennis-Profis. Roger Federer hat 17 Major-Turniere gewonnen, Martina Hingis deren 5.