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Die wichtigsten Industriegase
Acetylen (C₂H₂)
Acetylen ist ein farbloses, schwach riechendes Brenngas, das etwas leichter ist als Luft. Es wird in Acetylenentwicklern aus Carbid oder petrochemisch gewonnen.
Universell verwendbares Brenngas für autogene Schweiss- und Schneidverfahren. Acetylen wird in Druckgasflaschen mit poröser Füllmasse in Aceton gelöst transportiert und gelagert (kastanienbraune Flaschenschulter).
Argon (Ar)
Argon, ein farb- und geruchloses reaktionsträges Gas, wird aus der Luft gewonnen (Volumenanteil 0,93%).
Inertgas in der Metallurgie und beim Lichtbogenschweissen. Argon wird in der Schweisstechnik in zahlreichen Gemischvarianten verwendet, wobei Argon meist die Hauptkomponente ist und so die Eigenschaften dominiert. Argon wird gasförmig in Druckgasflaschen (dunkelgrüne Flaschenschulter) oder tiefkalt verflüssigt in vakuumisolierten Tanks transportiert und gelagert (Siedepunkt: minus 186°C).
Flüssiggas
Flüssige Brenngase sind Kohlenwasserstoffe, die im allgemeinen aus Mineralöl gewonnen werden. Im Industriegasebereich finden in nennenswertem Umfang vor allem Propan/Butan-Gemische Verwendung. Sammelbegriff: Flüssiggas nach DIN 51622. Flüssiggas läßt sich schon bei normalen Umgebungstemperaturen unter relativ geringem Druck verflüssigen.
Sauerstoff (O₂)
Sauerstoff, ein farb- und geruchloses Gas, wird aus der Luft gewonnen (Volumenanteil 21%).
Sauerstoff ist ein nicht toxisches Gas. Sauerstoff brennt nicht. Er fördert jedoch die Verbrennung. Eine geringfügige Erhöhung des Sauerstoffgehaltes der Luft kann Verbrennungsvorgänge erheblich beschleunigen. In reinem Sauerstoff brennen sogar vermeintlich unbrennbare Stoffe wie z. B. Stahl. Direkter Hautkontakt mit flüssigem Sauerstoff ist zu vermeiden (Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen!).
Stickstoff (N₂)
Eigenschaften/Herstellung:
Stickstoff, ein farb- und geruchloses, reaktionsträges Gas, wird aus der Luft gewonnen (Volumenanteil 78%).
Stickstoff ist ein nicht toxisches, inertes Gas. Beim Umgang mit Stickstoff ist zu beachten, dass er den zum Atmen nötigen Sauerstoff in der Luft verdünnen bzw. verdrängen kann. Beim Verdampfen vom flüssigem Stickstoff entsteht etwa das 700fache Gasvolumen. Verdampfender Flüssigstickstoff kann daher in geschlossenen Räumen den Sauerstoff-Gehalt merklich herabsetzen. Diese Gefahr ist durch Lüften oder Absaugen zu beseitigen. Direkter Hautkontakt mit flüssigem Stickstoff ist zu vermeiden (Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen!).
Wasserstoff (H₂)
Wasserstoff, ein brennbares, nicht toxisches Gas, wird durch die Chloralkali-Elektrolyse aus Wasser und chemisch aus Erdöl oder Erdgas gewonnen.
Wasserstoff bildet mit Luft explosionsfähige Gemische (Zündbereich 4 – 75 Vol.%). Wasserstoff ist wesentlich leichter als Luft und steigt bei Leckagen rasch nach oben. Die Gefahr einer Explosion besteht daher beim Ausströmen von Wasserstoff meistens nur für kurze Zeit (im Gegensatz zum Flüssiggas). Wasserstoff verbrennt mit Luft in einer fast farblosen, nahezu unsichtbaren Flamme.
Kohlendioxid (CO₂)
Kohlendioxid, ein farb- und geruchloses, reaktionsträges, gut in Wasser lösliches Gas, wird aus natürlichen Quellen oder durch Nachreinigung von Rohkohlendioxid aus unterschiedlichen chemischen Prozessen der Erdöl- und Erdgasverarbeitung gewonnen.
Kohlendioxid ist ein sehr schwach toxisches, nahezu inertes Gas. Beim Umgang mit Kohlendioxid ist zu beachten, dass es den zum Atmen nötigen Sauerstoff in der Luft verdünnen bzw. verdrängen kann. Kohlendioxid ist 1,5 mal schwerer als Luft. Bei grösseren Gasaustritten kann es deshalb zu gefährlichen Anreicherungen in Bodennähe, in Vertiefungen und Kellerräumen kommen. Direkter Hautkontakt mit Trockeneis (Temperatur minus 78°C) ist zu vermeiden (Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen!).