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Die Rechnung ist leicht gemacht. 68 Minuten Musik verteilt auf 43 Tracks, unter dem Strich also viele kurze Stücke. Das schlägt sich auf das Hörvergnügen nieder. Jerry Goldsmith hatte mit Arthur Hillers Verfilmung des Bestsellers THE LONELY GUY kein leichtes Spiel, kommt dazu, dass es zu jener Zeit eine der wenigen Ausflüge ins Komödienfach für den Komponisten war, nicht unbedingt die Stärke von Goldsmith in einer Phase, in der unter anderem UNDER FIRE, TWILIGHT ZONE: THE MOVIE, PSYCHO II, RUNAWAY oder FIRST BLOOD: PART II aber auch der durchaus schräge GREMLINS entstanden. Besetzt mit dem wunderbaren Steve Martin und einem umwerfenden Charles Grodin erzählt THE LONELY GUY von Liebeskummer und dem Single-Dasein von Männern mittleren Alters.
Gestartet wird die CD mit vier Songs, einer davon, der als „Main Title“ dient, stammt von Jerry Goldsmith und wird von der Band America interpretiert, die bei uns vor allem mit dem gleichnamigen Song zum Film THE LAST UNICORN bekannt wurde. Goldsmiths eigentlicher Score beginnt mit der insgesamt achten Version (alle sind auf dieser CD enthalten) von „Also sprach Zarathustra“ und man kann sich gut vorstellen,wie undankbar die Aufgabe gewesen sein muss, etwas ähnliches wie diese ikonischen 2001 Klänge zu fabrizieren. Danach folgt auch gleich das Hauptthema aus Goldsmith Titelsong entnommen Dieses verwendet er mal sanft (mit Streichern und E-Piano), mal schrullig, wofür die Synthesizersounds oder in der Mischung synthesized-orchestral am besten funktionieren. Der Song ist auch in „Instrumentalversionen“ bereit gestellt: Track 12 als schönes Pianosolo (ein Highlight des Scores) und Track 23 für E-Drums, Synthies und einem Cembalo ähnlichen Piano-Sound.
Ein zweites Hauptmotiv der süsseren Natur, vielleicht sowas wie ein „vergangene Liebe-Thema“ ist von den Streichern intoniert in „House Hunt“ zu hören. Daneben gibt es noch ein im Tempo gesteigertes, zügigeres Motiv („The Wedding“), ein typisch schräges Goldsmithstück mit GREMLINS-Rag-Anleihen und das Längste des Scores dazu. Aber auch HOOSIERS ist wie im beschwingten „Abandon Ship“ zu vernehmen, enthalten.
THE LONELY GUY läuft im „light“ Modus, mit einigen kleinen, hübschen Ideen, einem netten Hauptthema, viel Elektronischem und einer eher kleinen bis mittleren Besetzung in einer Filmmusik von 27 Minuten Dauer. Daneben also gibt es satte 31 Minuten verschiedener Versionen, mal mit anderem Tempo, mal mit mehr, dann mit weniger Elektronik etc. THE LONELY GUY, damals übrigens nur auf einer jener typischen Geffen Kurz-LPs mit den Songs und zwei Filmmusikstücken erschienen und lange Zeit ein gesuchtes Exemplar, ist sicher kein must have und gehört eher in die MR. BASEBALL Abteilung des Komponisten. Also kurzum, vor allem was für die Sammlung des beinharten Goldsmith-Fans.
Phil, 27.9.2018
THE LONELY GUY Jerry Goldsmith Intrada Special Collection 68 Min. 43 Tracks Limitiert