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Wie der Mensch wolfifiziert wurde...
Wissenschaftsautor Tim Flannery bespricht drei Fachbücher über die Domestikation von Hunden - und von Füchsen. Sein Artikel macht Lust auf mehr, denn Raymond Pierotti und Brandy R. Fogg bringen mit "The First Domestication: How Wolves and Humans coevolved" einige neue Denkansätze, wie der Mensch auf den Wolf kam, insbesondere dass der Wolf nicht nur Kommensale war, sondern Partner in einer gegenseitigen Kooperationsbeziehung bei Jagd und Futterteilen. Oder dass es Homo sapiens-Neanderthal-Hybriden waren, die so innovativ waren, diese Beziehung mit Wölfen einzugehen, nicht reine Homo sapiens, denn Arthybriden sind meist robuster, flexibler, innovativer.
Flannery bespricht auch das Buch von Gregory Berns "What It's like To Be a Dog: And Other Adventures in Animal Neuroscience", in dem der Kognitionsforscher unter anderem davon berichtet, wie er seine Hunde dazu brachte, in die Röhre zu steigen, sich beim MRI ruhig zu verhalten oder Aufgaben zu lösen, damit er ihren Hirnen dabei live zusehen konnte - dies an sich schon eine grosse Leistung (siehe Post über Gregory Berns vom 17. September 2017, oben nochmals gepostet).
Zuletzt erwähnt Flannery noch das Buch "How to Tame a Fox (And Build a Dog)", das Lyudmila Trut und Lee Alan Dugatkin über die bahnbrechenden Arbeiten des russischen Genetikers Dmitri Belyaev verfasst haben - erstmals in Englisch eine Übersicht über seinen jahrzehntelange Arbeit, die beweist, wie schnell es möglich ist, einen Caniden auf Zahmheit und Menschenfreundlichkeit zu selektionieren. Links zu den einzelnen Büchern, die Flannery bespricht, sind im (kostenlosen) Artikel zu finden.
Artikel von Tim Flannery in The New York Review of Books Nr. 6 vom 5. April 2018