Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03109.jsonl.gz/1050

Traumafolgestörungen
Charakteristische Merkmale
• Intrusionen (Wiedererinnern oder -erleben eines traumatischen Ereignisses)
• Vermeidungsverhalten
• Übererregung
• Dissoziative Zustände (Veränderte Wahrnehmung, z.B. «neben sich stehen»)
• Ängste
• Depressionen
• Abhängigkeiten
• Somatoforme Störungen (Schmerzen)
Ursachen
Ein Trauma führt zu einer massiven Überforderung des Stress-Systems. Unser Körper produziert während einem ausserordentlichen Ereignis Stresshormone (Adrenalin und Cortisol), welche unsere Gedächtnisleistung negativ beeinflussen können. Traumaerinnerungen sind unzusammenhängend; sie werden im Alltag durch ähnliche Wahrnehmungen ausgelöst (getriggert); sie verfolgen Patientinnen und Patienten in Form von Bilderfetzen, unkontrollierbaren Angstgefühlen und Ohnmacht. Die Patientin oder der Patient wird gezwungen, sich zurückzuziehen, um den Triggern auszuweichen. Betroffene stehen unter einer dauernden hohen Anspannung, die den Schlaf und die Konzentration negativ beeinflussen und oft zu Schmerzen führen. Suchtmittel versprechen Entspannung – die Gefahr, davon abhängig zu werden, ist jedoch gross.
Behandlung
Die Behandlung einer Traumafolgestörung ist grundsätzlich in drei Phasen unterteilt.
Zu Beginn benötigen Patientinnen und Patienten mit einer ausgeprägten Traumafolgestörung eine Stabilisierung. Diese erfolgt in der Privatklinik Meiringen im stationären Rahmen auf einer Akutstation mit Schwerpunkt Traumafolgestörungen. Im Vordergrund der Symptomatik steht eine Störung der Affektregulation, diese kann zu Selbstverletzungen und Dissoziation führen (Kontaktabbruch, Verlust der motorischen Kontrolle u. ä.). In einem psychoedukativen Gruppentraining werden die Hintergründe der Symptome erklärt und Techniken erarbeitet, um die Affekte besser zu kontrollieren. In der Einzeltherapie wird dies vertieft. Täglich findet ein Achtsamkeitstraining statt, das das Vertrauen in das eigene Erleben stärkt. Imaginationstechniken unterstützen die eigene Sicherheit.
In einer zweiten Phase folgt die Traumakonfrontation. Diese sprengt den stationären Rahmen und muss meist ambulant erfolgen. Die dritte Phase dient der Integration des Traumas in das eigene Lebensbuch und konzentriert sich auf die Zukunft.
Im Anschluss an die Stabilisierungsphase wird in einem Gespräch zwischen der Ärztin oder dem Arzt und der Patientin oder dem Patienten der weitere Verlauf der Therapie festgelegt.
Die Privatklinik Meiringen ist Partnerorganisation des 6. Kongresses der European Society for Trauma & Dissociation (estd) vom 9.-11. November 2017 in Bern.
Weitere Informationen zum Kongress finden Sie hier.