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Mettau AG
Die Militäranlage «Im Räusel» ist einzigartig in der Schweiz. Der mit zwei Prototyp-Waffenstellungen versehene Infanteriebunker soll laut Mittelland Zeitung zum Museumsobjekt werden.
Der Verein Militär- und Festungsmuseum (VMFM) Full-Reuenthal beabsichtigt, die Parzelle bei der Panzersperre Mettau käuflich zu erwerben. Die dortige militärhistorische Anlage aus der Zeit des Kalten Krieges soll der Nachwelt als Museumsobjekt erhalten bleiben.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1940, ist in Mettau im Gebiet Im Räusel (von Mettau Richtung Wil) ein Geländepanzerhindernis mit flankierenden Verteidigungsanlagen erstellt worden: ein Infanteriebunker, ausgerüstet mit einem Maschinengewehr. Da diese Anlagen - Bunker und Sperre - den Anforderungen nicht mehr genügten, wurden sie 1986 saniert.
Links und rechts vom alten Bunker entstanden zwei Raketenrohrstellungen. Es handelte sich hierbei um zwei Prototyp-Waffenstellungen für die Panzerabwehr (Stellungen für je ein Raketenrohr für die Panzer-Nahbekämpfung). Bei diesem Umbau vor 21 Jahren hat das damalige Eidgenössische Militärdepartement (heute VBS) den Infanteriebunker zu einem Mannschaftsunterstand umbauen und die Scharte zuschütten lassen.
«Es handelt sich dabei um die einzige in der Schweiz erstellte Anlage dieses Bautyps und somit um militärhistorische Unikate aus der Zeit des Kalten Krieges», macht Fritz Gehring auf die Einzigartigkeit der militärischen Bauten in Mettau aufmerksam. Fritz Gehring ist beim Verein Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal Ressortverantwortlicher für Aussenanlagen
Weshalb nur in Mettau die Sperre mit Raketenrohr-Stellungen versehen wurde, weiss Fritz Gehring nicht genau, hat aber folgende Vermutung: «Aufgrund der Breite der Sperre und der Einsatzdistanz der Raketenrohre wurde in Betracht gezogen, das Objekt damit für die Panzerabwehr zu versehen. Dafür waren auf der Ostseite der Sperranlage zwei Rak-Rohre notwendig (auf der Westseite befinden sich im Wald nochmals zwei Stellungen). Damit der Rak-Rohr-Trupp nicht in offenen Feldstellungen dem feindlichen Vorbereitungsfeuer ausgesetzt sein würde, wurden diese Stellungen betoniert.» Offensichtlich hat sich diese Bauart von Rak-Stellungen nur in Mettau bewährt, weshalb keine weiteren Anlagen gebaut wurden.
Bis zur Armeereform 2004 wurde die Anlage denn auch für militärische Übungen genutzt. Durch die globale politische Entwicklung und die Einführung der Armee XXI wurde der Standort Mettau überflüssig. Armasuisse als Eigentümerin der Anlage hat sich nun an den Verein Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal gewandt und diesem die «Liegenschaft» in Mettau zum Kauf und damit zur Erhaltung als museales Objekt angeboten.
Vonseiten des Vereins zeigte man sofort grosses Interesse. Neben dem Betrieb seiner beiden Museen ist der Verein auch an speziellen Militärobjekten interessiert. Die Mettauer Prototyp-Anlage mit verbunkerten Rak-Stellungen sei ein solch erhaltungswürdiges militärhistorisches Objekt, ist VMFM-Mitglied Fritz Gehring überzeugt.
Noch im Dezember des vergangenen Jahres wurde bei der Gemeinde Mettau ein entsprechendes Gesuch - Kauf VBS-Parzelle mit militärischer Anlage und Umnutzung zwecks Erhaltung als Museumsobjekt - eingereicht. Wie den Gesuchsakten zu entnehmen ist und dies auch von Gemeindeschreiberin Doris Steinacher bestätigt wurde, steht der Mettauer Gemeinderat dem Anliegen des VMFM sehr positiv gegenüber. Dieses Wohlwollen drückt die Gemeindebehörde in ihrem Gesuch an das Baudepartement Bau, Verkehr und Umwelt in einem kurzen Satz aus. Das Gesuch muss auch vom Kanton genehmigt werden, da das Bauvorhaben des VMFM ausserhalb der Bauzone von Mettau liegt. Wird dem Anliegen vonseiten der Gemeinde und des Kantons entsprochen, so wird der Verein die Parzelle mit der östlich gelegenen militärischen Anlage von der armasuisse käuflich erwerben. Die Panzersperre wird im Eigentum des VBS verbleiben. So weit notwendig wird die Mettauer Anlage von den Vereinsmitgliedern restauriert, das Gelände gepflegt und als Gesamtes zugänglich gemacht. Diese Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit ist sehr wichtig. «Wir möchten die Bevölkerung dazu einladen, unsere Museen und die verschiedenen Aussenanlagen in einer fachlich versierten Führung zu besuchen und dabei etwas von Zeitzeugen unserer jüngeren Geschichte zu erfahren», lädt Fritz Gehring zum Besuch der militärhistorischen Museen und Aussenanlagen ein.
Ergänzungen von Markus Meier: Ähnliche Waffenstellungen habe ich bis jetzt nur bei der Gz Br 8 in der Sperre ab dem Flugplatz Altenrhein über Buechen-Thal gesehen. Zwei Stellungen befinden sich vor dem Eingang zum IW Halden mit seinen 3x9 cm Pak (W-Buechen, Gemeinde Thal) und vier Stellungen auf dem Plateau nördlich des IW (2x an einen BBB-Bunker angelehnt) und ausgelegt für den Kampf auf kürzeste Entfernung.
1986 – während die Stellung Mettau im Bau war, absolvierte ich im Nachbardorf Wil einen EK. Den Bunker «Mettau Süd» benutzten wir als Munitionsmagazin für das ganze Batallion. Um den Bunker, inkl. ASU und Kugel-Bunker, legten wir einen Ring aus Stacheldrahtrollen. Ein Zug mit OST-Bestand (28 Mann) jeder Kp wurde übungshalber für eine 24h-Wache mit scharfer Munition eingesetzt. Im Kugel-Bkr hatten wir 2 Füsiliere. Im ASU haben wir geschlafen. Die Rak-Stellung Süd haben wir nicht einbezogen. Sie war im Oktober 1986 aber fertig, an der Stellung Nord wurde noch gearbeitet.
Der Mg-Bunker A4340 Mettau-N, zwischen den beiden Rak-Stellungen wurde zu einem Unterstand umgebaut. Verwundert hat mich der kurze Kampfraum der Rak Stel von 3.00 m,da beim Schiessen aus geschlossenen Räumen der Feuerstrahl hinter dem Rak-Rohr reflektiert werden kann. Im Ortskampf hätte wir, bei einer Rak-Feuerstellung in einem Haus, deswegen ein Loch in die Zimmerrückwand gebrochen! Bei diesen Rak-Stellungen Mettau wäre der Feuerstrahl durch die offene Türe nach aussen geleitet worden! Mit der Panzerfaust war dieses Problem behoben.
Bekannte Objekte
> A4340 Infanteriebunker