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Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Wie und warum Improvisationskonzepte die Kunstmusik des frühen 20. Jhds beeinflussten, soll durch eine Untersuchung spezifischer Beispiele: von Manuel de Fallas Siete Canciones Espanolas (1914-15) über Erwin Schulhoffs Fünf Pittoresken (1919) und Jazzimprovisationen (1933), Henry Cowells Sonate Progressive (1913) und Mosaic Quartet (1935) bis zu Darius Milhauds La Création du Monde (1922-23), gezeigt werden.
Mit dem Projekt soll auch die aktuelle Forschungsansicht in Frage gestellt werden, dass Improvisation in der Kunstmusik entweder gar nicht vorhanden oder bestenfalls eine rein akademische Übung war. Stattdessen soll bewiesen werden, dass der Dialog zwischen Improvisation und Kunstmusik ein wichtiger Inspirationsfaktor für die Musikpraxis blieb. Außerdem soll gezeigt werden, dass die Beschäftigung mit Improvisation – ein Sammelbegriff, der die nicht-westlichen Kulturen, populäre Musik und den frühen Jazz kennzeichnete - auch durch die sozialen und geschichtlichen Veränderungen der Epoche ausgelöst wurde. Diese Veränderungen spielten darüberhinaus eine nicht unwesentliche Rolle bei der Formulierung von Schlüsselideen der Moderne und der Avantgarde-Kunst der ersten Hälfe des 20. Jhds.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Durch eine Zusammenstellung und Ausweitung bereits bestehender Forschungsarbeiten sowie durch eine kritische Analyse geschichtlicher Quellen soll einem besseren Verständnis der gegenseitigen Beeinflussung zwischen Improvisationskonzepten und Kunstmusik der Epoche zu gelangen. Außerdem versucht das Projekt zu zeigen, wie Aspekte einer möglichen Improvisationstheorie für die Kunstmusik der ersten Hälfe des 20. Jhds in der heutigen Zeit Aufführungen des damaligen Repertoires beeinflussen könnten.