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06.09.2022
Woche 35, 2022
Insights
Bestseller:
Unser Bestseller der letzten Woche in Gold war der Gold Maple Leaf 1oz und das Gold Vreneli 20 Franken. Der Silber Philharmoniker 1oz konnte sich in der letzten Woche wieder an die Spitze setzen.
Frequenz:
Die Frequenz hat sich in der letzten Woche um 9% erhöht.
Ankauf vs. Verkauf:
In der letzten Woche sahen wir das Verkauf- zu Ankaufverhältnis bei 1:14. Das heisst, es wurden 14-mal mehr Anlageprodukte gekauft als verkauft.
Edelmetalle
Auf dem Jackson-Hole Symposium in der Vorwoche bestätigte der Vorsitzende der Federal Reserve (FED), Jerome Powell, dass es unwahrscheinlich ist, dass die FED ihr aggressives Tempo der Zinserhöhungen der letzten Monate drosseln wird.
Die einleitenden Worte seitens Powell:
Das Hauptaugenmerk des Federal Open Market Committee (FOMC) liegt derzeit darauf, die Inflation wieder auf das Ziel von 2 Prozent zu senken. Die Preisstabilität liegt in der Verantwortung der Federal Reserve und ist das Fundament unserer Wirtschaft. Ohne Preisstabilität funktioniert die Wirtschaft für niemanden. Insbesondere werden wir ohne Preisstabilität keine anhaltend guten Arbeitsmarktbedingungen erreichen, die allen zugutekommen. Die Lasten einer hohen Inflation treffen diejenigen am stärksten, die sie am wenigsten tragen können.
Powell erklärte auch ausdrücklich, dass die FED eine Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit tolerieren würde, ja sogar erwartet, und führte weiter aus:
Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird einige Zeit in Anspruch nehmen und erfordert den konsequenten Einsatz unserer Instrumente, um Angebot und Nachfrage in ein besseres Gleichgewicht zu bringen. Die Rückführung der Inflation wird wahrscheinlich eine anhaltende Periode eines unter dem Trend liegenden Wachstums erfordern. Darüber hinaus wird es sehr wahrscheinlich zu einer gewissen Aufweichung der Arbeitsmarktbedingungen kommen. Höhere Zinssätze, ein langsameres Wachstum und eine Aufweichung der Arbeitsmarktbedingungen werden zwar die Inflation senken, aber auch den Haushalten und Unternehmen einige Schmerzen bereiten. Dies sind die unglücklichen Kosten der Inflationsbekämpfung. Gelingt es jedoch nicht, die Preisstabilität wiederherzustellen, würde dies weitaus größere Schmerzen bedeuten.
Den Anlegern gefiel dies nicht, und die Rede gab den Ton für eine sehr schwache letzte Woche an den Anlagemärkten an. Auch die Edelmetalle wurden von der Marktturbulenz erfasst, Gold fiel in der letzten Woche um 1,74 % (in USD) und 0,58 % (in CHF), während Silber um 4,1 % (in USD) und 2,56 % (in CHF) zurückging. Diese Rückgänge, die in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung des Abwärtstrends sind, den wir bei den Edelmetallpreisen seit März 2022 beobachten, führten dazu, dass das Gold-Silber-Verhältnis (GSR) Ende August bei 96 lag.
Gold schloss die letzte Woche bei 1,712 USD respektive 1,683 CHF pro Unze. Silber lag im US-Dollar 18.12 bei und der Schweizerfranken bei 17.71 pro Unze.
Die momentane Korrektur bringt Gold wieder auf eine wichtige Unterstützung zurück. Da das Edelmetall nun in etwa 20% unter seinem Allzeithoch vom August 2020 liegt.
Vor diesem Hintergrund ist klar, dass der Edelmetallkomplex zumindest kurzfristig mit Gegenwind zu kämpfen hat. Folgende Faktoren halten den Goldpreis derzeit auf einem niedriegen Niveau:
- Die Erwartung höherer Zinssätze, die sich seit dem Jackson-Hole Symposium durchgesetzt hat. Wobei die Renditen in der letzten Woche über das gesamte Laufzeitenspektrum hinweg gestiegen sind.
- Ein immer noch starker US-Dollar, der in der letzten Woche um 1,6 % und im bisherigen Jahresverlauf um 14 % gestiegen ist.
- Rückläufige Inflationserwartungen: die 10-Jahres-Breakeven-Inflationsrate, die misst, wie hoch die Marktteilnehmer die Inflation in den nächsten 10 Jahren im Durchschnitt erwarten, fiel bis Ende August 2022 unter 2,50 %. Im April diesen Jahres lag sie noch über 3 %.
Während die vorherigen Faktoren bedeuten, dass ein weiterer Abwärtstrend nicht überraschen sollte, vor allem, wenn wir einen starken Bericht über die Beschäftigtenzahlen ausserhalb der Landwirtschaft in den USA sehen, gibt es einige Anzeichen dafür, dass wir uns einem wichtigen Wendepunkt auf dem Edelmetallmarkt nähern könnten.
Faktoren für den Wendepunkt könnten sein:
1. Potenzial für eine Korrektur des US-Dollars
Wie bereits angedeutet, ist der US-Dollar in diesem Jahr in die Höhe geschossen, wobei der Dollar-Index (DXY) im Jahr 2022 um fast 15 % gestiegen ist. Im Vergleich zum Euro (EUR) und zum britischen Pfund (GBP) wird er auf einem Mehrjahrzehnthoch gehandelt, wobei EURUSD kürzlich die Parität erreicht hat.
Zwar könnte der DXY kurzfristig weiter steigen, doch besteht die Gefahr eines ernsthaften Rückschlags, insbesondere wenn sich die Energiesituation in Europa und im Vereinigten Königreich, die unbestreitbar eine Katastrophe ist, auch nur geringfügig verbessert.
Sollte sich der DXY von hier aus abschwächen, würde dies den Goldpreis wahrscheinlich unterstützen.
2. Die Aktienmärkte bleiben anfällig
Ein echter Bärenmarkt bei Aktien dürfte in der Regel aus drei Komponenten bestehen:
- Eine Neubewertung, da die Anleger nicht mehr bereit sind, einen extremen Preis für einen Dollar Unternehmensumsatz oder -gewinn zu zahlen
- Gewinnherabstufungen, da die Unternehmen Schwierigkeiten haben, ihr Rentabilitätsniveau zu halten
- Ein psychologischer Wandel, da die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), in Angst umschlägt
Die Bewertungen sind gesunken, wobei das zyklisch bereinigte Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) jetzt bei 30 liegt. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem Höchststand von 36 im Januar 2022, aber es liegt immer noch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt, der bei ungefähr 17 liegt und weit über den Niveaus, die bei richtigen Bärenmarkttiefs zu beobachten sind, bei denen das CAPE-Verhältnis unter 10 gefallen ist.
Auch die Erträge haben sich als robust erwiesen, ebenso wie die operativen Margen, die derzeit auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten sind. In dem Masse, wie sich das Wachstum verlangsamt und die Inflation den Spielraum der Verbraucher aufzehrt, ist jedoch damit zu rechnen, dass die Gewinnspannen unter Druck geraten und die Gewinne nach unten korrigiert werden.
Als Anhaltspunkt dafür, wie gross das Problem werden könnte, man beachte, dass seit Anfang der 2000er Jahre die Erträge bei globalen Aktien in Zeiten grösserer Verlangsamung/Krisen um durchschnittlich 27 % gesunken sind.
Sollte sich so etwas in den kommenden ein oder zwei Jahren ereignen, wird dies einen erheblichen Gegenwind für Aktien bedeuten.
Und schliesslich gab es trotz der pessimistischen Äusserungen der Anleger kaum Massenverkäufe, wie man sie bei einer Marktpanik beobachten kann. Die Aktienallokationen der Anleger sind immer noch so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Angesichts dieser Positionierung besteht weiterhin ein erhebliches Potenzial für eine Schwäche der Aktienmärkte. Sollte dies der Fall sein, dürften Edelmetalle, grosse Unterstützung finden und im Preis zulegen.
Aktienmärkte
Amerikanische Märkte:
Die amerikanischen Märkte verzeichneten eine negative Woche, nach dem Jackson Hole Summit und dem Entscheid der FED weiter die Leitzinssätze zu erhöhen, verschlechterte sich der Kurs des US 500 bis am Freitag um ganze 4%. Der US 500 zeigt einen klaren Abwärtstrend und bewegt sich weiter und weiter auf sein Tief von diesem Jahr zu. Der Index endete die Woche unter 4000 Punkten.
Europäische Märkte:
Die europäischen Märkte bewegten sich seitlich in der vergangenen Woche. Der Markt versucht die erhöhten Leizinssätze der USA und die Ukraine-Krise einzubuchen. Auch die Zuspitzung der Energieknappheit in Europa erschwert den Märkten weitere Steigungen. So schloss der DE40 zwar im Plus von 0.4% am Freitag, jedoch wurde zu diesem Zeitpunkt die Schließung der Nordstream 1 Pipeline noch nicht eingebucht.
Krypto
Der Krypto-Markt konsolidierte vergangene Woche weiter. Bitcoin hat mit der wichtigen Marke von 20000 USD pro Coin zu kämpfen, aber findet Unterstützung bei 19500 USD. Die Woche verlief nur wenig positiv für die beliebteste digitale Währung. In der letzten Woche hat der Markt einiges an Volatilität abgegeben. Die aktuelle Konsolidierung zeigt erneut auf, dass Kryptowährungen eine schwere Zeit durchlaufen.