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Ausgangslage
Der Tunnel Crapteig ist Teil der Nationalstrasse A13 zwischen Chur und San Bernardino. Er muss im Rahmen der Erhöhung der Tunnelsicherheit mit Fluchtwegen nachgerüstet werden. Im Rahmen der Projektstudie wurde in einer Variantenstudie die Bestvariante für den Bau von Fluchtwegen ermittelt. Daraus ging ein paralleler Sicherheitsstollen mit Querverbindungen als Bestvariante für die weitere Bearbeitung hervor. Die Fluchtwege verlaufen über acht Querverbindungen aus dem Tunnel in den talseitig verlaufenden Sicherheitsstollen (SISTO) und von dort über die Portalstationen Süd und Nord ins Freie. Weiterhin wird die zusätzlich erforderliche Neue Zentrale Mitte mit den Zentralenräumen für die BSA / Lüftung des Tunnels in der Mitte des SISTO erstellt.
Strecke
A13, SISTO Tunnel Crapteig,
Unterhaltskilometer: 84.28 - 86.42
Kanton: GR
Gemeinde: Rongellen, Thusis
Bauzeiten inkl. BSA
2017 bis 2022
Bau
Der Fluchtweg aus dem Tunnel Crapteig führt über acht Querverbindungen in den parallelen SISTO, welcher über je ein Portal im Norden und im Süden ins Freie führt. Der SISTO befindet sich östlich des Haupttunnels mit einem regulären Abstand Tunnelachse – SISTO-Achse von rund 26 m. Die Stollenlänge (exkl. Querverbindungen, exkl. Portalstationen) beträgt rund 2’009 m. Das minimale Lichtraumprofil SISTO beträgt Breite x Höhe = 2.00 x 2.50 m. Das minimale Lichtraumprofil der QV für flüchtende Personen beträgt Breite x Höhe = 1.5 x 2.2 m. Der SISTO wird abgesehen der Portalbereiche (der Ausbruch erfolgt maschinenunterstützt mit Hilfe eines Tunnelbaggers) in konventioneller Bauweise im Sprengvortrieb in steigender Richtung von Norden nach Süden vorgetrieben. Die Ausbruchsicherung erfolgt mit Netzen, Spritzbeton und Stabankern. Als Rückfallebene bei schlechter Geologie ist ein Stahleinbau vorgesehen.
Parallel zu den Hauptvortriebsarbeiten erfolgt ab dem Portal Süd im Bereich der Lockergesteinsstrecke ein Gegenvortrieb. Der Ausbruch erfolgt ebenfalls maschinenunterstützt mit Hilfe eines Tunnelbaggers. Als vorauseilende Bauhilfsmassnahme wird eine Rohrschirmetappe mit einer Länge von ca. 12 m eingebracht. Anschliessend erfolgt der Vortrieb auf einer Länge von ca. 5 m im Schutz eines Spiessschirms.
Die Querverbindungen und der Verbindungsstollen werden konventionell im Sprengvortrieb vom SISTO her ausgebrochen. Die Ausbruchsicherung erfolgt mit Netzen, Spritzbeton und Stabankern. Die Neue Zentrale Mitte wird ebenfalls konventionell im Sprengvortrieb vom SISTO her ausgebrochen. Die Ausbruchsicherung erfolgt mit Netzen, Spritzbeton und Stabankern.
Die SISTO-Portale Süd und Nord befinden sich an der Alten Viamalastrasse. Bei den Portalen des SISTO befinden sich die Portalstationen mit Lüftungsstation, Elektroanlagen für den SiSto und Schleusenbauwerk. In der Tunnelmitte befinden sich die zusätzlich erforderlichen, neuen Zentralenräume für die BSA / Lüftung des Tunnels.
Verkehr
Die Verkehrsführung während der Bauausführung wird grundsätzlich unverändert beibehalten. Die vorübergehend erforderlichen Anpassungen der Verkehrsführung werden im Folgenden Beschrieben. Für die Anschlüsse der Querverbindungen an den Haupttunnel und für die Bemalung und Signalisation der Notausgänge sind Nachtsperrungen des ganzen Tunnels der N13 erforderlich, bei welchen der gesamte Verkehr (Ausnahmetransporte nur bedingt möglich) von 22 - 05 Uhr zwischen der Überleitung Rongellen und dem Anschluss Thusis Süd über die Kantonsstrasse (Italienische Strasse) umgeleitet wird. Für das Erstellen des Voreinschnittes und der Portalstation Süd muss die Rongellerstrasse temporär während ca. 10 Monaten einspurig mit Lichtsignalanlage betrieben werden. Weiterhin sind für das Abgreifen der Kabel für Transitleitungen und das Erstellen der entsprechenden Kabelrohrblöcke halbseitige Sperrungen mit Lichtsignalsteuerung der Kantonsstrasse am Portal Süd von insgesamt rund 2 Wochen erforderlich. Am Portal Nord muss für das Erstellen des Voreinschnittes und der Portalstation Nord die Alte Viamalastrasse während ca. 4.5 Jahren temporär umgelegt werden.
Bauherr
Bundesamt für Strassen ASTRA, Abteilung Strasseninfrastruktur Ost, Filiale Bellinzona
Kosten
Die Kosten sind mit 42,0 Mio. CHF veranschlagt.