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Emilie Boillat & André Aepli
- MA International Relations and Governance
Nach der Rückkehr
Ein Jahr waren wir in der Region Urabá im Einsatz, nahe an der Grenze zu Panama. In diesem geostrategischen Puffergebiet zwischen Zentral- und Südamerika ist die Vertreibung von Kleinbauern die Hauptproblematik. In Kolumbien ist die Anzahl der intern Vertriebenen weltweit am höchsten mit 4 Millionen Personen nach Regierungsangaben.
Die Menschen, die wir begleiteten, engagieren sich in Gemeinschaften oder lokalen NGOs für die Landrückgabe und gegen weitere Vertreibungen. Trotz Drohungen und Angriffen gegen sie und ihre Angehörigen schrecken sie nicht davor zurück, sich weiter dafür einzusetzen. Eine Bauerngemeinschaft, der die Rückkehr auf ihr Land gelingt, würde einen Präzedenzfall schaffen.
Eine abwechslungsreiche Tätigkeit
An unserer Arbeit schätzten wir besonders die Abwechslung zwischen Büroarbeit und Feldeinsätzen. An einem Tag hatten wir zum Beispiel Sitzungen mit Behörden oder anderen internationalen Organisationen, an einem anderen verfassten wir eine Risikoanalyse während dem Pikettdienst oder begleiteten eine Grundstückvermessung in einem abgelegenen Gebiet.
Hohe Risiken für Menschenrechtsaktivisten
Beim Verlassen von Kolumbien sind wir besorgt über die Zukunft der Menschen, die wir als mutige Menschenrechtsverteidiger und manchmal sogar als enge Freunde schätzen gelernt haben. Trotz Friedensverhandlungen bleiben die Risiken für die Landrechte-Aktivisten hoch. Während unserem Aufenhalt gab es schwierige Momente; unter anderem einen bewaffneten Angriff auf Jesús Emilio Tuberquia, Vetreter der Friedensgemeinschaft von San José de Apartadó, oder den Mord an Manuel Ruíz, Vertreter von Vetriebenen im Landrückgabeprozess von Curvaradó, und seinem Sohn.
Die Arbeit von PBI trägt Früchte
Dennoch erhielten wir immer wieder die Bestätigung, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Etwa wenn Leute uns anvertrauten, dass sie ohne internationale Begleitung aus ihrem Weiler weggezogen wären oder die riskante Reise zu einer gerichtlichen Anhörung nicht gewagt hätten.
Nach einem Jahr im Einsatz sind wir weiterhin von der Strategie der unbewaffneten Schutzbegleitung überzeugt. Als Augen der internationalen Gemeinschaft ermöglicht es PBI engagierten Kolumbianerinnen und Kolumbianern, ihre Sichtweise vom Aufbau des Friedens mit der Gewissheit zu verteidigen, dass sie nicht alleine dastehen.
Vor der Abreise
Ab Dezember 2011 werden wir für ein Jahr als Menschenrechtsbeobachter für Peace Brigades International (PBI) in Kolumbien tätig sein.
Wir werden in der Region Urabá im Nordwesten Kolumbiens stationiert sein und dort bedrohte Menschenrechtsverteidiger physisch begleiten. Zudem werden wir Informationen sammeln und analysieren, um die Begleitungen vorzubereiten. Öffentlichkeitsarbeit gehört auch dazu, genauso wie die Kommunikation mit Behörden, Armee und Vertretern der internationalen Gemeinschaft.
Der Ansatz von Peace Brigades International hat uns überzeugt. Als wichtiger Bestandteil des Schutzmechanismus ist unser ausländischer Pass im Einsatzland nützlich. Zudem bringt PBI selber keine Lösungen für einheimische Probleme, sondern verschafft lokalen Menschenrechtsverteidigern den nötigen Freiraum für ihre eigenen Initiativen.