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Ich bekam ein wunderschönes Pflaumenblütestrauss von einem fliegenden Fahrer. Diese auf Blühen wartenden Pflaume wurde eingeflogen in einem Land, das Pflaume als Blumen des Februars nicht kennt. Ein Zufall vielleicht, dass wir gestern im Teeunterricht von den Pflaumen sprachen. Tobiume, ein fliegender Pflaumenbaum, der seinem Herrn folgte und nach Kyushu flog.
東風吹かば にほひおこせよ 梅の花 主なしとて 春を忘るな
Kochi Fuka ba / Nioi koyoseyo / Ume no Hana / Hariji nashi tote / Haruna Warure so.
Wenn der Wind aus dem Osten weht, dann schickte bitte Deinen Duft, meine liebe Pflaumeblüte, an Deinem Herrn (auch wenn Dein Herr nicht mehr bei Dir ist), vergesse nciht, dass es schon Frühling ist.
菅原道真 Sugawara Michizane (862-993)
Michizane war eine hervorragende Persönlichkeit in der japanischen Hean-Periode. Ein Gelehrter von einer historischen Bedeutung war allerdings ungeschickt in der Intrige und im Politisieren, so dass er nach Kyushu verbannt wurde und dort in der Einsamkeit starb. Nachdem er Kyoto verliess und in Kyushu lebte, schrieb er ein Gedicht an seinem Pflaumenbaum in Kyoto, wo er einst so liebte und für immer verlor. Dieser Pflaumenbaum sollte das Gedicht in dem Moment gehört haben und noch in der gleichen Nacht aus Kyoto nach Kyushu flog, um seinen Herrn für immer zu folgen. In Kyushu sollte heute dieser Baum noch in dem Tempel stehen, wo Michzane verehrt wird.
Michizane starb unglücklich und unerfüllt. Er sollte einen ganz bösen Dämon geworden sein, der der Kyotostadt und dem Kaiser keine Ruhe gönnte und terrotisierte. Er war so böse, dass andere unglückliche Seele, die ebenfalls in dieser traurigen Stadt herum geisterten auch Angst vor ihm hatte. Wenn Michizane seinen Gang durch Kyoto in der Nacht machte, vermieden andere Geistern seinen Weg, der Kaiser und Nachkommen seiner Feinde versteckten sich und er sang seine Wut in den grauen Himmel. Auch ein furchterlicher Dämon hat eine Seele, eine sentimentale und zugleich einsame. Es hieß, die beste Methode mit Michizane umzugehen war seine Gedichte zu rezitieren. Er sollte immer geweint und geseufzt haben, wenn er seine Gedichte von einem fremden Mund hörte. Er verschwand weinend im den dunklen Himmel, wenn das rezitierte Gedicht zu Ende gesungen wurde. Auch eine böse Seele will verstanden werden.
Dazaifu Tenmangu, Tempel für Michizane in Fukuoka Kyushu
Kyoto ist eine Stadt, die gelegt wurde wegen Intrigen, Epidemie und Furcht vor Geistern. Diese Stadt gebaut nach dem chinesischen Vorbild sollte grundlegend nach Fengshui-Prinzip geplant haben, um Ruhe vor den geisternden Seele zu bewahren. 1200 Jahren sind vergangen. Hass, Intrige und Gier schreiben die Geschichte Kyotos. Lebenden und Toten spazieren durch die gleichen Gassen, Reiche und Arme teilen die Kirschblüte, die jedes Jahr blühen. Die Zeit in Kyoto ist nicht durchlässig. Die Unesco verehrt diese Stadt, um die schönen eigentlich vergänglichen Gebäude zu bewahren, um Postkarten Motiven zu verewigen. Aber die wandernden Seele, die an diese Stadt hängen – ich bin eine von diesen, haften nicht an den Materialismus der Geschichte, sondern an das Leben und Erinnerung, die in den verwickelten Gassen gespeichert sind. Ich bleibe gerne bei ANA, wenn ich im jeden Frühling diese Stadt besuche. Ein westliches Bett und ein modernes Zimmer gefallen mir besser, als zwischen den Papiertüren zuzuhören, was die Nachbaren treiben. Neben ANA sind die unauffälligen traditionreichen Handwerker, Dessertladen, Tee- und Räucherwaren-Geschäfte. Ich habe mein Herz an diese Stadt verloren und kann nur durch das immer wiederholten Besuch, das Gefühl zu vergegenwärtigen, den andere Teil von mir wieder zu erkennen.
Aber was mache ich mit diesen eingelfogenen Pflaumeblüten? Es muss ein wirklicher Poet sein, diese Pflaumenblüte einfliegen zu lassen. Aber wo ist die Nachtigall, die diese Pflaumenblüte bewundert und nächtet?
Wenn der Kaiser ihn unbedingt will, muss ich meinen Pflaumenbaum entbehren,
Aber was soll ich der Nachtigall antworten, wenn sie nach dieser Pflaume fragt?
Der Kaiser sollte das Gedicht gehört haben, als der bescheidene machtlose Gärtner seinen Pflaumenbaum nachtrauerte. Seine Gefolgeschaft fand einen wunderschönen Pflaumenbaum in einem privaten Garten und vereinnahmte ihn. Darauf hin schrieb der trauernde Gärtner das Gedicht. Es wurde gesagt, dass er seine Pflaume wieder zurück bekam. Oshukubai, „die Pflaumen, wo die Nachtigall nächtet“ bekommt den Einzug in die japanische Geschichte.
Dinge erzählen Geschichte. Menschen pflegen die Dinge, um wieder den Zugang zu sich selbst und zu ihrer Gefühlswelt zu erhalten. Ohne die Dinge ist das Leben scheinbar ohne Halt und ohne Identität.
Im Februar, wenn Teeleute sich treffen, wird immer im Lauf des Tees ein Name bez. ein Motiv für das Treffen ausgetauscht. Tobi Ume (Fliegender Pflaumenbaum) und Oshukubai (die Pflaume, wo die Nachtigall nächstet) sind nach dem japanischen Formalismus die geeigneten Name für das Motiv eines Teetreffens.