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Wenn medikamentöse und operative Behandlungen keine ausreichende Verminderung der Anzahl und/oder des Schweregrades der epileptischen Anfälle bewirken, gibt es im Bereich der nicht kurativen Epilepsiechirurgie elektrische Stimulationsverfahren, die eine Verbesserung des Anfallsleidens bewirken können. Es handelt sich um Erkrankte, bei denen schon ein epilepsiechirurgischer Eingriff ohne ausreichendem Erfolg durchgeführt wurde oder bei denen nicht operable Gebiete im Gehirn die Epilepsie verursachen.
Zwei neuromodulative Operationsmethoden finden hier Anwendung, welche die epileptischen Gehirnströme unterbrechen sollen: Vagusnervstimulation (VNS) und Tiefe Hirnstimulation (DBS, Deep Brain Stimulation). Bei beiden Methoden schicken Impulsgeneratoren (Neurostimulator, Schrittmacher) ihre elektrischen Impulse über spezielle Elektroden – entweder direkt in das Zwischenhirn (anterior thalamische DBS) oder indirekt über den zehnten Hirnnerv neben der linken Halsschlagader (VNS). Operativ gesehen sind es sehr unterschiedliche Eingriffe, was das Anbringen der Elektroden anbelangt, nämlich mittels Stereotaxie (DBS) oder mittels Mikrochirurgie (VNS). Die Schrittmacher hingegen werden jeweils in das Unterhautfettgewebe am Bauch oder unter dem Schlüsselbein eingesetzt und mit den Elektroden verbunden.
Der Schweregrad und die Form der Epilepsie sind ausschlaggebend, um im Rahmen des interdisziplinären Behandlungsteams eine der beiden Operationsoptionen auszuwählen und sie den Erkrankten anzubieten. Bei beiden Behandlungsmethoden handelt es sich um sehr sichere Eingriffe, sodass Chancen und Risiken individuell abgewogen und in Einklang mit dem Leidensdruck und den möglichen Nebenwirkungen gebracht werden müssen: Eine Voraussagbarkeit der Wirkung ist bei beiden Verfahren nicht möglich, wobei die Chancen für eine Anfallsreduktion bei der VNS bei etwa 30–50% bei der Hälfte der Patienten mit fokalem Anfallsursprung und bei der DBS bei 50–70% liegen.
Nachdem die Kostengutsprache von der Krankenkasse eingeholt wurde, kann die Operation elektiv durchgeführt werden. In den darauf folgenden Monaten wird die Programmierung der Impulsgeneratoren in Abhängigkeit der Wirkung und Nebenwirkungen zusammen mit der Anpassung der Medikamente vorgenommen.
Typische Therapieeffekte, die mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergehen, sind die Reduktion
- der Anfallsfrequenz
- der Dauer der einzelnen Anfälle
- der Schläfrigkeit nach Anfällen
- der Medikamente