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Logopädinnen sind zuständig für Abklärungen, Beratungen, Coachings, Therapien bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter, also vom Kindergarten bis zur Oberstufe. Sie bieten Unterstützung an bei Auffälligkeiten in der mündlichen oder schriftlichen Sprache, im Redefluss, in der Stimme, im Stimmklang oder beim Schlucken.
Sie begleiten auch Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Behinderung (geistige, körperliche, Seh-, Hörbehinderung, Autismus-Spektrum-Störung usw.) in der Regelschule integriert oder in einer Sonderschule eingeschult sind. Logopädinnen arbeiten eng mit Lehrpersonen, Sonderpädagogen und anderen Fachpersonen zusammen.
Falls Sie Fragen haben oder unsicher sind bezüglich der Sprachentwicklung Ihres Kindes , dann kontaktieren Sie die Logopädin an der Schule Ihrer Wohngemeinde. Die Schulleitung oder Lehrpersonen können bei der Anmeldung oder Kontaktaufnahme Unterstützung anbieten.
Betroffen sind oft mehrere Bereiche gleichzeitig wie Kommunikation, Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik und Artikulation.
Störungen im Bereich der Artikulation, des Wortschatzes, der Grammatik oder der Kommunikation können aber auch isoliert auftreten.
Betroffene Schülerinnen und Schüler fallen trotz regulärer Lese- und Schreibinstruktionen im Lernen der Schriftsprache klar zurück. Sie haben Probleme beim Schreiben und Lesenlernen und/oder weisen fehlendes Lesesinnverständnis auf. Standardisierte Tests prüfen, ob eine Lese-Rechtschreibstörung vorliegt.
Stottern beginnt meist im Vorschulalter. Es äussert sich in Form von Wiederholungen, Verlängerungen von Lauten und Blockierungen. Diese Kernsymptome werden oft durch Begleitsymptome ergänzt (wie z.B. Mitbewegungen des Kopfes, Vermeidung von Sprechsituationen und Blickkontakt).
Poltern zeigt sich in schnellem und/oder unregelmässig schwankendem Sprechtempo. Typisch dabei sind Abbrüche, Auslassungen, Verschmelzungen sowie artikulatorische Veränderungen von Lauten, Silben, Wörtern und Sätzen. Die Verständlichkeit ist stark eingeschränkt. Oft ist Poltern mit Störungen der Sprachentwicklung kombiniert.
Eine länger anhaltende Heiserkeit (ohne Erkältung oder sonstigen Infekt) oder eine Stimme, die wenig belastbar ist und sogar ganz wegbleibt, können auf eine Stimmstörung hinweisen. Die Stimme tönt rau, gepresst, kraftlos und/oder hauchig. Eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist in jedem Fall angezeigt, um herauszufinden, ob organische Ursachen zugrunde liegen.
Stimmklangstörungen (Näseln) entstehen durch eine gestörte Nasenresonanz. Wenn zu viel Luft bei der Bildung von Lauten durch die Nase entweicht, spricht man von einem offenen Näseln. Beim geschlossenen Näseln entweicht keine Luft durch den Nasenraum, was bei den Nasallauten /m/, /n/, und /ng/ deutlich wird (wie bei einer Erkältung). Die Verständlichkeit kann deutlich eingeschränkt sein. Eine Untersuchung bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist angezeigt um eine organische Ursache auszuschliessen.
(Orofazialstörung/ kindliche Essstörung/ Fütterstörung)
Ess- und Schluckprobleme zeigen sich auf unterschiedliche Weise. So können Nahrungsverweigerung, Gedeihstörung, orale Aversion, rezidivierende/ chronische Lungenerkrankungen oder häufiges Erbrechen Zeichen dafür sein. Oft sind Saugen, Kauen, Schlucken, Abbeissen, Muskeltonus und Sensibilität im Mundbereich betroffen, auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen und/ oder Entwicklungsauffälligkeiten.
Fütterstörungen äussern sich in extrem wählerischem Essverhalten bis hin zur Nahrungsverweigerung, deutlich verlängertem oder extrem häufigem Füttern. Kombinationen der Störungsbilder sind häufig.
Abklärung, Beratung und Therapie werden in Zentren wie Kinderspitälern angeboten, wo sich multidisziplinäre Teams, bestehend aus Logopädie, Ernährungsberatung, PsychologInnen, GastroenterologInnen, usw. um Kind und Eltern kümmern.
Dabei handelt es sich um eine Störung der Muskulatur im Mund- und Gesichtsbereich. Bewegungs- und Koordinationsabläufe sowie das Gleichgewicht aller am Schlucken beteiligten Muskeln sind betroffen. Grund ist eine isolierte Fehlfunktion der Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur. Mögliche Symptome sind inkompletter Mundschluss, Mundatmung, vermehrter Speichelfluss, falsche Zungenruhelage und Vorverlagerung der Zunge beim Sprechen und Schlucken. Oft wird der falsche Schluckvorgang vom Zahnarzt entdeckt.
Gebräuchlich sind auch die Begriffe „Dyskalkulie“ oder „Rechenstörung“. Kinder und Jugendliche mit Rechenschwäche zeigen trotz regulärem Mathematikunterricht in einem standardisierten Test unterdurchschnittliche Leistungen. Mögliche Symptome sind z.B. Schwierigkeiten im Zählen, Schwierigkeiten beim Verständnis des Stellenwertsystems.
Eine Rechenschwäche kann kombiniert mit Lese-Rechtschreibstörungen auftreten.
Erkundigen Sie sich bei der Schulgemeinde oder der Abklärungsstelle, wer für die Therapien von Schul-Kindern und Jugendlichen verantwortlich ist. Meistens passiert dies in der Schulgemeinde, in seltenen Fällen in logopädischen Praxen.
Bei Jugendlichen in der Berufslehre oder im Gymnasium erkundigen Sie sich beim kantonalen Bildungsdepartement.