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Der Verlauf der Krankheit kann in Stadien eingeteilt werden.
Die folgende Tabelle zeigt das in der Schweiz mehrheitlich verwendete 3-Stadien Modell.
|Stadium||Erklärung|
|leicht||Kognitive Beeinträchtigungen:

Komplexe tägliche Aufgaben können nicht (mehr) ausgeführt werden.
Lebensführung:
Die selbstständige Lebensführung (Alltag) wird zwar beeinflusst,
ein unabhängiges Leben ist dennoch möglich
Häufige affektive Störungen:
Depression, Antriebsmangel, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
Benötigte Hilfe:
fallweise notwendig.
|Mittelschwer||Kognitive Beeinträchtigungen:

Einfache Tätigkeiten können selbstständig ausgeführt werden, komplexe Tätigkeiten werden nicht mehr vollständig oder angemessen ausgeführt.
Lebensführung:
Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. Ein unabhängiges Leben ist nicht mehr möglich. Patientinnen/Patienten sind auf fremde Hilfe angewiesen, eine selbständige Lebensführung ist noch teilweise möglich
Häufige affektive Störungen:
Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln.
Benötigte Hilfe:
ist notwendig, jedoch keine ununterbrochene Betreuung oder Beaufsichtigung.
|schwer||Kognitive Beeinträchtigungen:

Gedankengänge können nicht mehr nachvollziehbar kommuniziert werden.
Lebensführung:
Es ist keine unabhängige, selbstständige Lebensführung möglich.
Häufige affektive Störungen:
Unruhe, psychotische Störungen, aggressive Verhaltensweisen, Schreien, gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, Nesteln (wie mittelschwere Demenz).
Benötigte Hilfe:
dauerhafte Betreuung und Beaufsichtigung sind notwendig.
Eine differenziertere Einteilung hat der amerikanische Psychiater Barry Reisberg entwickelt. Er definiert 7 Stadien die in der folgenden Tabelle abgebildet sind. Die Dauer ist ein Mittelwert und dient nur als Orientierung.
Für die Bestimmung der Betreuungsdienstleistungen ist dieses Modell hilfreicher.
|Stadium||Erklärung||Dauer|
|1||Die Krankheit entwickelt sich aus einem normalen Leistungsniveau||---|
|2||In der Folge nimmt die/der Betroffene leichte kognitive Störungen wahr. Die Merkfähigkeit und das Gedächtnis sind beeinträchtigt. Namen und Termine werden vergessen. Bei manchen Situationen fehlt die Erinnerung und öfters werden Dinge verlegt.||---|
|3||Die Arbeitsleistung ist beeinträchtigt. Auch bei der räumlichen Orientierung zeigen sich Probleme. Gegenstände werden öfter verloren. Diese Symptome einer leichten kognitiven Störung können einerseits Anzeichen einer beginnenden Alzheimer-Demenz sein, aber auch andere Ursachen haben||7|
|4||Im weiteren Verlauf sind die kognitiven Störungen deutlich merkbar. Die betroffene Person hat Schwierigkeiten, komplexe Aufgaben selbstständig durchzuführen, z.B. ein Gericht zubereiten, mit Geld umgehen. Sich in gewohnten Orten zurechtzufinden macht Probleme. Die erkrankte Person leidet psychisch unter dem Verlust ihrer Fähigkeiten und ihrer Selbstständigkeit. Als Reaktion werden oft Defizite geleugnet und Fehler anderen zugewiesen. Ein verändertes Verhalten kann auch Selbstschutz sein. Depressionen können entstehen. Viele Fähigkeiten sind jedoch vorhanden. Die Förderung selbstständiger Aktivitäten hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Vonseiten der sozialen Umgebung (Familie, Partner, Pflegekräfte etc.) vermittelt ein verständnisvolles Verhalten Sicherheit||2|
|5||Die erkrankte Person kommt im Alltag zunehmend nicht mehr ohne Unterstützung zurecht, z.B. wird Hilfe bei der Auswahl der Kleidung benötigt. Die Erinnerung an wichtige, persönliche Daten (z.B. Adresse, Geburtsdatum) fällt schwer. Oft treten starke Erlebnisse der Orientierungslosigkeit auf. Die Person leidet unter unspezifischen Ängsten und kann auch zornig auf den Verlust bestimmter Fähigkeiten reagieren||1.5|
|6||Die Fähigkeit, Basisaktivitäten durchführen zu können, geht verloren. In sehr vielen Lebensbereichen wird Unterstützung notwendig, z.B. Waschen, Toilettengang. Verhaltensauffälligkeiten und Inkontinenz können sich ausprägen. Die Namen von nahestehenden Personen können meist nicht benannt werden. Oft wird auf die wahrgenommenen Defizite sehr emotional, z.B. mit Zorn, Auflehnung oder Verzweiflung, reagiert||2.5|
|7||In diesem fortgeschrittenen Stadium reduziert sich die Sprechfähigkeit der betroffenen Person zunehmend, ebenso die Gehfähigkeit. Im weiteren Verlauf ist es u.a. nicht mehr möglich, aufrecht zu sitzen. Die/der Erkrankte entwickelt ein Harmoniebedürfnis und ist sowohl emotional als auch körperlich sehr verletzlich und ihrer/seiner Umwelt völlig ausgeliefert. Aber auch derjenige, der die Sprache verliert, hat viel zu sagen. Die non-verbale Kommunikation wird zur Grundlage der Pflegebeziehung||6 >|
In der Praxis gibt es viele Überlappungen. Die Stadien beider Modelle können nicht strickt abgegrenzt werden. Sie zeigen aber auch deutlich, dass die Bedürfnisse in den jeweiligen Stadien unterschiedlich sein müssen und die regelmässige Einschätzung in welchem Zustand sich der Patient momentan befindet deshalb essentiell ist.
Im Bemühen dem Patienten und seinen Angehörigen die effektivste Betreuung angedeihen zu lassen ist das Krankheitsstadium ein wichtiger Faktor. Aber auch viele andere Faktoren spielen bei der Auswahl der Betreuungsmassnahmen eine Rolle . Die Beschreibung aller relevanten Faktoren bilden zusammen das Patientenprofil, welches so früh wie möglich erstellt, laufend ergänzt und den sich ständig verändernden Umständen angepasst werden sollte.
In Stadium 7 wird beschrieben, wie sich die Sprechfähigkeit sowie die Gehfähigkeit der betroffenen Person zunehmend reduzieren. Der nächste Link zeigt einen Artikel über weitere Erkrankungen, die durch Demenz verursacht werden können.
https://link.springer.com/article/10.1007/s00391-015-0897-9