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Bosmeler Güselmaschine
Güselmaschinen kannte man in Boswil und den umliegenden Gemeinden die Torfmull produziert haben, vor allem in den Kriegsjahren bis in die 60er Jahre.
Im Prinzip ist es eine Bodenfräse, man hat damit auf Torbenplätzen die oberste Schicht aufgekratzt. Dieses lockere Material wurde getrocknet und anschliessend auf Haufen gelagert bis zum Abtransport. Dieses Torfmull wurde in Gärtnereien verwendet, Boswiler Landwirte benutzen Torfmull auch als Einstreu im Stall bis es verboten wurde weil die Milch von Torfmullstaub verschmutz war.
Es gab mehrere Güselmaschinen in Boswil sowohl in der Forre als auch im Feldenmoos. Die meisten Güselmaschinen waren mit einem Töffmotor angetrieben allerdings hatten diese thermische Probleme da der Fahrtwind fehlte. Unsere Güselmaschine wird von einem Automotor angetrieben und war eine der grössten. Hergestellt wurde sie wahrscheinlich von Edi Wiederkehr in der oberen Schmitte, dabei wurde Material verwendet das gerade zur Verfügung stand. Der Motor ist ein Mathis Typ PY, Jahrgang 1932 mit 1226 cm3, der Kühler ist von Auto übernommen. Die Achse stammt von einem Fiat Auto. Der Benzintank ist von einem BSA Motorrad wahrscheinlich ein Modell B2 die von 1928 bis 1935 gebaut wurden.
Diese Güselmaschine wurde im Auftrag eines Landwirtes hergestellt in der oberen Schmitte, vermutlich zwischen 1935 bis 1940. Im Einsatz war diese Maschine im Forrenmoos und da war sie auch stationiert bis die Hütten dort abgerissen wurden und das Forrenmoos wieder kultiviert wurde. Ab dann stand sie vergessen in der Scheune. Ein Boswiler Oltimerliebhaber hat sie dann ausgegraben und den Wert dieser Maschine für die Nachwelt erkannt. So wartete nun die Güselmaschine auf die Restauration. Da er aber noch andere, wertvollere Restaurierungsobjekte hat musste dieses Projekt warten. Bald hat er die Möglichkeit gesehen diese Maschine dem Kulturverein zu übergeben damit sie der Nachwelt als Zeitzeuge erhalten bleibt. Damit kam sie in die Hände von zwei Liebhabern die sie komplett restauriert haben.
Einer selber Eigentümer eines Mathis Auto hat die Kenntnisse und Fähigkeiten den Motor zu restaurieren und sein Kollege hat universelle Fähigkeiten und beide hatten den Willen und die Freude diese Maschine wieder funktionsfähig zu machen. So ist die Maschine, funktionsfähig und so restauriert dass man sie der Nachwelt erhalten kann und die ältere Garde ihre alten Geschichten vom Güseln erzählen können.