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Die Materialien zur Gewinnung des Alauns enthalten zum Teil alle zur Alaunbildung erforderlichen Stoffe; manche verwitterte
Lava braucht nur ausgelaugt zu werden und liefert sofort eine Alaunlösung (Neapel).
[* 5] Der Alunit oder Alaunstein, welcher mit
Quarz den Alaunfels bildet, besteht aus einer in Wasser unlöslichen Verbindung von Alaun mit Thonerdehydrat
und gibt nach mäßigem Erhitzen beim Auslaugen mit Wasser eine Alaunlösung, die nur verdampft zu werden braucht, um Kristalle
[* 6] zu erhalten.
Alaun schmilzt bei 92° in seinem Kristallwasser und verliert dasselbe bei 100° unter starker Aufblähung
vollständig. Der poröse Rückstand, gebrannter Alaun, löst sich sehr langsam in Wasser. Erhitzt man ihn stärker, so entweichen
schweflige Säure und Sauerstoff, und es hinterbleiben Thonerde und schwefelsaures Kali. Weil der Alaun sauer reagiert, zersetzt
er viele Ultramarinsorten. Versetzt man Alaunlösung mit Kalilauge, bis Thonerde sich dauernd ausscheidet,
so entsteht neutraler Alaun: K2SO4 , Al23SO4 ^[Al23SO4], Al2O6H6 . Aus
der Lösung dieses Salzes, welches richtiger basischer Alaun genannt wird, fällt bei 40° eine noch basischere Verbindung, der
sogen. unlösliche Alaun: K2SO4 , Al23SO4 ^[Al23SO4],
2Al2O6H6 , welcher einen künstlichen Alunit darstellt.
Der Natronalaun ist wegen seiner großen Löslichkeit (bei 13° in 2,14, bei 100° in 1 Teil
Wasser) schwieriger darzustellen, die Lösung verliert auch beim Kochen die Fähigkeit zu kristallisieren;
er verwittert an trockner Luft und hat keine praktische Bedeutung.
Bei den meisten Verwendungen des Alauns kommt lediglich sein Thonerdegehalt in Betracht, und man hat daher den konzentrierten
(s. unten) dargestellt, welcher reicher an Thonerde ist. Die schwefelsaure Thonerde kann sehr billig aus den Alaunerzen erzeugt
werden, ist aber wegen ihrer Leichtlöslichkeit schwer zu reinigen, während der Alaun schwer
löslich ist, gut kristallisiert und daher namentlich auch leicht frei vonEisen erhalten werden kann.
Alaun war den Alten nicht bekannt, das Alumen des Plinius war Eisenvitriol und enthielt höchstens schwefelsaure Thonerde. Geber
aber kannte unsern Alaun aus Rocca in Mesopotamien, und im 13. Jahrh. bestanden bei Smyrna und im Neapolitanischen
Alaunsiedereien, welche Alaunfels verarbeiteten. Im 15. Jahrh. gründeten Genuesen Alaunwerke
auf Ischia,
[* 14] auch entstand damals das Alaunwerk zu Tolfa im Kirchenstaat, und der römische Alaun galt bis in die Neuzeit als der
beste. In der ersten Hälfte des 16. Jahrh. wurde bei Schwemsal Alaun fabriziert.
Seitdem blühte die deutsche Alaunsiederei auf und gewährte Fabrikstädten wie Elberfeld
[* 15] und Barmen durch
billigen reinen Alaun wesentliche Vorteile vor belgischen und französischen Manufakturen. In neuerer Zeit erwuchs
den ältern Werken, welche Schwefelkies führende Materialien verarbeiten, starke Konkurrenz durch neuere Methoden.