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Die italienische Grossbank UniCredit hat unterrichteten Kreisen zufolge Vertretern der Europäischen Zentralbank mitgeteilt, unter Umständen eine deutsche Holdinggesellschaft zu gründen, die einen Teil der Geschäfte der Bank kontrollieren würde.
Dies könnte die Finanzierungskosten senken und dazu beitragen, die italienische Bank vor künftigen Krisen in ihrem Heimatland zu schützen.
Auch andere Standorte werden in Betracht gezogen
Der Plan, der noch nicht abgeschlossen ist, könnte am 3. Dezember beim Investorentag der Bank bekannt gegeben werden, erklärten Personen mit Kenntnis der Angelegenheit, die nicht namentlich genannt werden wollten.
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UniCredit könnte einige oder alle seiner nicht-italienischen Vermögenswerte in die neue Holding verlagern, hiess es. Eine Möglichkeit sei, später bis zu 30% des neuen Unternehmens an die Börse zu bringen, teilte eine der Personen mit. Auch andere Standorte neben Deutschland würden in Betracht gezogen, sagte eine andere Person.
Neuer Chef hat Ambitionen im Ausland
Jean Pierre Mustier, Chef von UniCredit, hat die internationalen Ambitionen der Bank seit seinem Amtsantritt im Jahr 2016 betont. Nachdem er den ersten Teil seiner Amtszeit mit der Bereinigung notleidender Kredite, dem Abbau von Arbeitsplätzen und der Stärkung der Bilanz verbracht hatte, rechnet er nun damit, Nicht-Kernbereiche schneller abzubauen, die Bestände an italienischen Staatsanleihen anzupassen und die Kapitalpuffer zu verbessern.
Die Verlagerung von Vermögenswerten nach Deutschland könnte UniCredit helfen, die Finanzierungskosten zu senken. Kreditausfallversicherungen (CDS) deuten darauf hin, dass die österreichischen und deutschen Töchter deutlich günstiger Geld aufnehmen können als die italienische Muttergesellschaft. Zudem könnten so Vermögenswerte vor potenziellen politischen oder wirtschaftlichen Krisen in Italien abgeschirmt werden.
UniCredit besitzt die Hypovereinsbank, einer der grössten Kreditgeber Deutschlands, mit einer Bilanzsumme von 287 Milliarden Euro Ende letzten Jahres. Die italienische Bank hat es grösstenteils nicht geschafft, den Widerstand der Aufsichtsbehörden zu überwinden, mit der HVB-Liquidität Teile des Konzerns ausserhalb Deutschlands zu unterstützen.
Frankfurt hat Jobs hinzugewonnen
Mehrere andere Banken, darunter UBS, Goldman Sachs und JPMorgan Chase & Co., haben im Zuge der Vorbereitung auf den Brexit mehrere Hundert Milliarden Euro an Aktiva nach Deutschland verlagert und ihre Frankfurter Tochtergesellschaften in europäische Hubs umgewandelt.
Der Transfer geht in der Regel mit einem Anstieg der lokalen Belegschaft einher -auch weil die Aufsichtsbehörden sicherstellen möchten, dass das zusätzliche Vermögen von mehr Mitarbeitern, einschliesslich Risikomanagern, überwacht wird.
(bloomberg/mbü)