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Konzert im Rahmen der Reihe «Saxophon im Wandel»
Das Saxophon, im Jahre 1840 erstmals konstruiert, fand bald Einzug in Militärkapellen und später vor allem im Jazz. In der sogenannten E-Musik ist es durch sein spätes Erscheinen im Vergleich zu Geige oder Cello eher spärlich vertreten. Unter anderen schrieben Bartêk und Bizet Stücke für dieses Instrument. Zeitgenössische Komponisten verwenden das Saxophon immer öfter als Kontrast zu den herkömmlichen Streicher- und Hornsätzen, wie beispielsweise Zbigniew Preisner in seinem vor einigen Jahren erschienenen «Requiem for a Friend».
Schmales Angebot an Partituren
Trotz allem bleibt das Angebot an Konzertpartituren eher schmal. Aus diesem Grund entschied sich die «Association pour le Développement du Saxophone Classique (A.D.Sax.C)», 1998 in Freiburg gegründet, bei verschiedenen Schweizer Komponisten «Konzert-Werke» in Auftrag zu geben. Das Ergebnis wurde letzten Freitag in verschiedenen Schweizer und ausländischen Konzertsälen präsentiert. Jeder interessierte Musiker musste sich verpflichten, an diesem Abend mindestens zwei der sechs zur Verfügung stehenden Neukompositionen uraufzuführen.
Nachdem Daniel Gaggioli bei verschiedenen Gemeinden des Sensebezirks überraschend auf Ablehnung gestossen ist, entschied sich Wünnewil, zusammen mit einigen Sponsoren das Konzertprojekt zu fördern. Dadurch geriet die Gemeinde in die eher ungewöhnliche Situation, neben Freiburg, Zürich und einigen internationalen Städten Austragungsort zweier Uraufführungen zeitgenössischer Musik zu sein. Es ist also nicht verwunderlich, wenn Helene Flammer, Musiklehrerin und Mitorganisatorin des Abends, von Stolz spricht, einen solchen Anlass aufs Land gebracht zu haben. Die Überzeugung, nicht nur ein urbanes Publikum, sondern auch Bewohner einer Landgemeinde könnten Interesse für zeitgenössische Musik aufbringen, bewahrheitete sich im gefüllten Singsaal.
Die Uraufführung des Stücks «Mosaïque», komponiert vom Freiburger Jean-Daniel Lugrin, eröffnete den Abend. Ein Saxophon-Quartett, bestehend aus Gaggioli und drei seiner SchülerInnen, versuchte sich an der Interpretation des Stücks, konnte jedoch nicht überzeugen. Das für zeitgenössische Musik typische Fehlen von Harmonien fordert von den Musikern fehlerfreies, aber vor allem einfühlsames Spielen. Beides war aufgrund der schweren Partitur bei dieser Vorführung stellenweise nicht möglich.
Als zweites Stück spielte Gregor Camenzind die «Sonate in einem Satz für Klavier» von Laurent Mettraux. Das saubere Spiel des Freiburger Klavierlehrers überzeugte und diente als angenehmes Intermezzo des auf Saxophon ausgerichteten Abends.
Zusammen mit Reka Jaksics spielte Giaggioli in der Folge Raphael Günters «Improvisation, Serenade und Elegie für Saxophon und Cello». Die Komposition weckte Interesse durch das gegenseitige Entwickeln von Spannungen zwischen den beiden Instrumenten. Ein monotones Cello agierte dabei oftmals als Grundlage für das eher virtuose Saxophon.
Unsicherheiten in den hohen Tönen
Symptomatisch für die gesamte erste Hälfte des Konzertabends, waren die Schwierigkeiten bei der Interpretation des nächsten Stücks: «Trio für Cello, Saxophon und Klavier» von Laurent Mettraux war die zweite Uraufführung des Abends. Die kleinen Unsicherheiten des Cellos in den hohen und leisen Töne waren nicht zu überhören und trübten den Gesamteindruck der ansonsten guten und vor allem interessanten Darbietung.
Nach der Pause kam das Publikum erstmals in den vollen Genuss von Daniel Gaggiolis Können. Das von François Rossé geschriebene Stück «Le Frêne Egaré» erinnerte stark an die Sax-Improvisationen von Michel Doneda, einer der führenden Interpreten zeitgenössischen Saxophon-Spiels. Das Unkonventionelle war für die meisten Zuhörer sicherlich neu und forderte viel von ihnen.
Nach einer Gitarreneinlage Eric Crausaz, beendete eine dritte Uraufführung den Abend. «Au Coeur du Tibet» von Caroline Charrière setzt dem Saxophon die klassische Gitarre gegenüber. Das äusserst rhythmische und auf Steigerungen ausgelegte Stück beendete dank der gelungenen Interpretation von Gaggioli und Camenzind den nicht immer überzeugenden Abend als Höhepunkt.