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Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Frage nach dem diskursiven Erkenntniswert von Notaten des Tanztheaters im 19. Jahrhundert – vor allem der Livrets de Mise en Scène, Tanzschriften, Tanztheorien und Libretti. Dieser Frage wird exemplarisch nachgegangen anhand des ‚close readings‘ einer handschriftlichen ‚Partitur‘ von Quasimodo ou la Bohemienne, einer Fassung des Balletts Esmeralda, die der französische Choreograph Henri Justamant 1859 in Lyon erstellte.
Durch die Exploration des Esmeralda-Textes, die neben kulturellen und tanzhistorischen Kontextualisierungen einen großen Anteil an praktischen, d.h. tänzerischen Improvisationen beinhalten wird, ist einerseits intendiert, die methodologischen Felder der Tanzwissenschaft abzustecken und durch korporales Wissen zu erweitern; andererseits ermöglicht die (diskursive wie tänzerische) De-Stabilisierung der Notate die Re-Vision der bislang in der Forschung gültigen tanztheatralen Profile des 19. Jahrhunderts.