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Theater National
SEHNSUCHT
Antje Weithaas Violine, Leitung und Solistin
18:45 Uhr Konzerteinführung
MAURICE RAVEL (1875 – 1937)
Le Tombeau de Couperin
SERGEI S. PROKOFJEW (1891 – 1953)
Sinfonie Nr. 1 in D-Dur, op. 25 „Klassische“
PJOTR I. TSCHAIKOWSKI (1840 – 1893)
Violinkonzert in D-Dur op. 35
Sehnsucht nach der Vergangenheit: Die französischen Barockkomponisten
schrieben die «Tombeaux» als Trauerstücke für verstorbene
Kollegen. Mit dem Tombeau de Couperin würdigt Ravel
den grossen François Couperin und die Empfindsamkeit der
französischen barocken Instrumentalsuite.
Sehnsucht nach Frieden: Das während des Ersten Weltkriegs
entstandene Werk wurde zu einer tragischen Trauermusik. Ravel
widmet jeden Satz dem Gedenken an einen im Krieg gefallenen Freund.
Der 25-jährige Prokofjew sagte: «Wenn Haydn heute noch lebte,
dachte ich, würde er seine Art zu schreiben beibehalten und dabei
einiges vom Neuen übernehmen. Solch eine Sinfonie wollte ich
schreiben – eine Sinfonie im klassischen Stil.» Klassisch ist Prokofjews
erste Symphonie insofern als ihre Form und Tonsprache
liebevoll- parodistisch an Haydn und den frühen Tschaikowski erinnern.
Der legendäre amerikanische Komponist, Dirigent und
Musikvermittler Leonard Bernstein bezeichnete sie als Musterbeispiel
für «Humor in der Musik».
«Die Canzonetta ist geradezu herrlich. Wieviel Poesie und welche
Sehnsucht in diesen ‹Sons voilés›, diesen geheimnisvollen Tönen!»,
schrieb Tschaikowski seiner Mäzenin und Brieffreundin Nadeshda
von Meck über den zweiten Satz seines einzigen Violinkonzerts.
Er weilte zu dieser Zeit in Clarens bei Montreux und suchte Erholung
von einem Nervenzusammenbruch, der durch die katastrophale
Ehe mit seiner Studentin Antonina Miljukova ausgelöst worden war.
In der Villa Richelieu war auch sein früherer Student Iosif Kotek anwesend,
ein guter Violinist, der Tschaikowski inspirierte und ihn mit
einer «Leidenschaft» erfüllte, die ihn mit «unvorstellbarer Kraft»
bestürmte, wie Tschaikowski seinem Bruder schrieb.