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"Die Luft war voller Spannung und Bosheit"
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Muriel hat das Haus verloren, in dem sie mit ihrer Mutter lebte. Irgendetwas ist vor zehn Jahren dort passiert. Und dabei spielt die Sozialarbeiterin Isabel Field eine dunkle Rolle. Zu dieser Zeit war Fields die Geliebte des verheirateten Lehrers Colin Sydney. Muriel kam in die Klappse, und die Sydneys konnten das Haus ihrer Mut... Muriel hat das Haus verloren, in dem sie mit ihrer Mutter lebte. Irgendetwas ist vor zehn Jahren dort passiert. Und dabei spielt die Sozialarbeiterin Isabel Field eine dunkle Rolle. Zu dieser Zeit war Fields die Geliebte des verheirateten Lehrers Colin Sydney. Muriel kam in die Klappse, und die Sydneys konnten das Haus ihrer Mutter billig erwerben. Nun, nach vielen Jahren, ist Muriel wieder draußen und putzt bei den Sydneys. Natürlich völlig unerkannt. Und offenbar hat sie auch Rache geschworen. Aber das erweist sich als überflüssig. Denn: "Es war nicht nötig, sich mit dem Schicksal zu verschwören, die Familie schaffte es auch aus sich heraus." Und das kann man in diesem frühen Roman der späteren Erfolgsschriftstellerin Hilary Mantel über viele Seiten mitverfolgen. Quälend verläuft dieser trostlose Prozess der Selbstzerstörung. Und quälend liest sich auch diese freudlose Geschichte, in der Mantel vielleicht auch ihre eigenen Erfahrungen als Sozialarbeiterin verarbeitete. Fast 300 Seiten geballte Hoffnungslosigkeit heben nicht gerade die Freude beim Lesen. Wenn man es dennoch bis zum Ende schafft, ist man wahrscheinlich froh, es hinter sich zu haben. Vielleicht ist dies ein Roman für Soziologen, die am moralischen Verfall der unteren englischen Mittelschicht aus intellektuellen Gründen interessiert sind. Die Geschichte selbst jedenfalls gibt bestenfalls die stumpfsinnige Langeweile wieder, die dort vorherrscht und die gelegentlich in mit Selbsthass beladene Boshaftigkeit ausartet. Dabei wirkt Muriel, die außenstehende Irre, noch von allen am normalsten. Mantels angeblichen Humor zu entdecken, war mir im Detail nicht vergönnt. Die Geschichte selbst hat vielleicht in ihrer Konstruktion etwas von schwarzem Humor. Aber wirklich offensichtlich ist das auch nicht. Auf dem Weg in eine Herbst- oder Winterdepression ist sie sicher ein guter Begleiter. Leider besitzt die Erzählweise hier auch noch nicht die späteren Qualitäten Mantels. Wenn man ihre letzten Romane kennt, könnte man bei diesem frühen Buch durchaus enttäuscht sein, wenngleich man ihm sicher keine großen Vorwürfe machen kann, außer vielleicht, dass es sich einer wohl nicht ganz so seltenen Trostlosigkeit menschlicher Schicksale widmet. Ich fand es in der Tat nicht schlecht, aber auch anstrengend und ermüdend.