Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03310.jsonl.gz/2306

Militärische Vorarbeiten und Vorschläge für neue Landeskarten der Schweiz
Studienblatt der Eidgenössischen Landestopographie.Von K. Schneider.
Die leitenden Organe des Schweizer Alpenclubs haben die Bestrebungen eidgenössischer Militärstellen für die Erstellung neuzeitlicher Landeskarten, welche den veränderten kartographischen Bedürfnissen unserer Landesverteidigung angepasst sind, mit wachsamem Interesse verfolgt. Das Zürcher Centralcomité hat während seiner Wirksamkeit von 1929—1931 diese Interessen des S.A.C. an den militärischerseits unternommenen Vorarbeiten wiederholt wahrgenommen durch Einholung von Informationen über den Stand der Kartenangelegenheit an höchsten, zuständigen Stellen des Eidgenössischen Militärdepartements. Ausserdem hat das Zürcher Centralcomité aus eigener Initiative selbständig zur Kartenfrage Stellung genommen anhand der in der Öffentlichkeit bekanntgewordenen Kartenvorschläge, wobei es sich hat orientieren und beraten lassen durch einzelne Gewährsleute und durch eine von ihm eingesetzte Kartenkommission. Als Ergebnis dieser Tätigkeit und Massnahmen hat sich das Zürcher Centralcomité entschieden für das Kartenprojekt, das durch die Masstabsreihe 1:10,000 — 1:33,333 — 1:100,000 gekennzeichnet ist; es hat die C. Sektionen aufgefordert, zur Kartenangelegenheit und zu diesem Vorschlag des C. C. und seiner Kartenkommission Stellung zu nehmen und sich insbesondere zu äussern zur Ausführung einer neuen Landeskarte im Masstab 1:33,333, der sogenannten 3-cm-Karte oder « Feldkarte ».
Das Badener Centralcomité hat bei der Übernahme der Clubgeschäfte im Winter 1931/32 die Kartenangelegenheit entsprechend ihrem damaligen Stand übernommen und sofort weiter verfolgt.
Die einsetzenden Bestrebungen des Badener Centralcomités entsprachen dem Bedürfnis, die C. Mitglieder anhand geeigneter Vorlagen über die Möglichkeiten neuzeitlicher Kartenausführungen zu orientieren und über die militärischerseits in Aussicht genommenen Vorschläge für neue Armeekarten auf dem laufenden zu halten. Der Publikationenchef des Badener C. C. hat sich diesbezüglich im Einvernehmen mit dem Chef der Generalstabsabteilung mit der Eidgenössischen Landestopographie in Verbindung gesetzt. Am 4. Dezember 1931 hat in Bern die Direktion der Landestopographie die Vorsitzenden und die Publikationenchefs des Zürcher und Badener Centralcomités anhand der im Laufe des Jahres 1931 von einer Militärexperten-kommission begutachteten und gutgeheissenen Kartenmuster für neue Armeekarten und anderweitiger Kartenstudien der Landestopographie über den damaligen Stand der Kartenangelegenheit orientiert. Bei diesem Anlass machten die Zürcher C. C. Vertreter Angaben über die in der S.A.C.Karten-kommission mehrheitlich zur Geltung gebrachten turistisch-alpinistischen Bedürfnisse und Ansprüche an neue Landeskarten; gleichzeitig wurden die Gründe mitgeteilt, weshalb die bisher in der Öffentlichkeit bekanntgewordenen militärischen Kartenabsichten und privaterseits publizierten Entwürfe und Proben für neue Armeekarten von den leitenden Organen des S.A.C. als unzweckmässig und ungenügend beurteilt und abgelehnt worden sind. Insbesondere vertraten die Zürcher C. C. Delegierten die Auffassung, dass der Inhalt der in der Öffentlichkeit bekanntgewordenen Kartenproben im Massstab 1:50,000 zu gedrängt erscheine und dadurch die Lesbarkeit der Karte erschwert werde, weshalb durch eine angestrebte Vergrösserung des Massstabes die notwendige Auflockerung der Kartendarstellung und prägnantere Wiedergabe der Einzelheiten des Kartenbildes erreicht werden müsse. Die von der Direktion der Landestopographie im Zeitpunkte der Besprechung erstmals in bereinigter Ausführung den C. C. Vertretern vorgelegten Aus-führungsmuster für neue Armeekarten im Masstab 1:50,000 fanden allgemeine Anerkennung und wurden als wesentliche Verbesserung gegenüber den bisher zugänglichen Kartenproben beurteilt. Die Vertreter des Zürcher C. C. anerkannten die von der Direktion der Landestopographie vorgelegten und erläuterten Kartenmuster für eine neue Armeekarte im Masstab 1:50,000 hinsichtlich Inhalt und Ausführung als zweckmässig und ausreichend für die Bedürfnisse des S.A.C., dagegen traten sie nach wie vor ein für eine Auflockerung des Kartenbildes und Ausführung der Karte im grössern Massstab 1:33,333 bei sonst gleichbleibendem Inhalt.
An der Konferenz war der Direktor der Landestopographie nicht in der Lage, dem schon früher schriftlich eingereichten Gesuche der C. C. Organe zu entsprechen, dahinlautend, die Landestopographie solle ein vollständiges Kartenblatt im Masstab 1:33,333 aus einer Gebirgsgegend nach den Intentionen des Zürcher C. C. auf Kosten des S.A.C. herstellen. Diese Absage musste erfolgen im Hinblick auf die Tatsache, dass im damaligen Zeitpunkt keine neuzeitlichen Originalaufnahmen im Gebirge im gewünschten Umfange vorhanden waren und innert der kurzen vorgesehenen Frist zu solchen Karten verarbeitet werden konnten, da die hierfür erforderlichen Arbeitskräfte der Landestopographie durch laufende Arbeiten und ausserordentliche Vorarbeiten für neue Armeekarten ständig beansprucht werden. Die Direktion der Landestopographie sicherte dagegen möglichstes Entgegenkommen zu und stellte gleichzeitig verschiedene Lösungen und Massnahmen in Aussicht, um den Wünschen der C. C. Delegierten in anderer Weise entsprechen zu können.
Die an der Konferenz teilnehmenden Organe der Landestopographie machten Hinweise auf solche technische Möglichkeiten und unterbreiteten Vorschläge hinsichtlich Benützung der vorliegenden Kartenmuster für neue Armeekarten 1:50,000 als Aufklärungsmittel über die Kartenangelegenheit im Schosse des Schweizer Alpenclubs.
Gestützt auf grundlegende Zeit- und Kostenberechnungen für die Erstellung der vom Badener Centralcomité des S.A.C. vorgesehenen Kartenproben als Diskussionsunterlagen und entsprechenden Übernahmeofferten durch die Landestopographie entschloss sich das Badener C. C. auf Antrag seiner Zeitschriftkommission, das vorliegende Juliheft der S.A.C.Zeit-schrift « Die Alpen » als besonderes « Kartenheft » bearbeiten zu lassen und herauszugeben unter Beilage von zwei Studienkartenblättern. Das « Studien-kartenblatt der Landestopographie » enthält den nunmehr in bereinigter und vom Eidgenössischen Militärdepartement gutgeheissenen Militärvorschlag für eine neue Landeskarte, d.h. das Minimalprogramm für dringlichst zu erstellende neue Armeekarten, ausserdem etwelche Ausführungsvariationen dieser vorgeschlagenen Armeekarten sowie eine Kartenstudie bzw. Probe der Landestopographie für eine grossmasstäbliche Kartenausführung 1:25,000. Dem Berichterstatter fällt die Aufgabe zu, über dieses Studienkartenblatt der Landestopographie die C. Mitglieder zu informieren, welchem Auftrage des Badener Centralcomités durch nachfolgende Ausführungen Folge gegeben werden soll.
Die verantwortlichen Verwaltungsstellen des Bundes, Generalstabsabteilung und Landestopographie, haben seit 1922 ununterbrochen den Problemen hinsichtlich Erstellung neuer Landeskarten zur Anpassung an die veränderten Bedürfnisse unserer Landesverteidigung ihre volle Aufmerksamkeit zukommen lassen, sie eingehend geprüft und zweckentsprechende Lösungen angestrebt. Verhandlungen im Schosse einer von 1922-1927 eingesetzten Militärkartenkommission ergaben die wegleitenden Gesichtspunkte, nach welchen die Landestopographie eingehende und weitläufige Studien und Proben für neue Armeekarten durchführte. Ein Bericht des Eidgenössischen Militärdepartements an den Bundesrat über die Frage der Erneuerung der eidgenössischen Kartenwerke zeitigte am 5. Februar 1924 einen Beschluss des Bundesrates, nach welchem dieser dem Eidgenössischen Militärdepartement den Auftrag erteilt, die weitern Vorarbeiten für neue Kartenwerke mit aller Beschleunigung durchzuführen.
Die schon erwähnte, von 1922-1927 eingesetzte Militärkartenkommission behandelte in mehreren Sitzungen und bei Geländerekognoszierungen die wichtigsten und massgebenden Hauptfragen des weitschichtigen Problems betreffend Erstellung neuer Armeekarten. Insbesondere veranlasste sie Probeausführungen für neue Armeekarten durch die Eidgenössische Landestopographie nach den von der Kommission als massgebend erachteten Gesichtspunkten hinsichtlich militärisch wichtigem Inhalt und dessen kartographisch zweckmässige und geometrisch genaue Darstellung. Derartige Kartenproben wurden von der Landestopographie in den Masstäben 1:25,000, 1:33,333, 1:40,000 und 1:50,000 in verschiedenen Ausführungsvarianten erstellt und 1924 und 1926 in Schiesskursen der Artillerie insbesondere auch auf ihre Leistungsfähigkeit hinsichtlich des Genauigkeitsgrades der planimetrischen und hypsometrischen Geländedarstellung praktisch erprobt. Das Hauptergebnis dieser praktischen Anwendungsversuche neuer Armeekartenaus-führungen war die hierbei gewonnene Erkenntnis, dass eine auf Grund neuzeitlicher Kartenaufnahmen im vorliegenden kleinsten Masstab 1:50,000 erstellte Höhenkurvenkarte von 20 m Kurvenäquidistanz der von der Artillerie beanspruchten Genauigkeit für die praktischen Aufgaben des Kartenschiessens genügt, sofern von dieser Karte ausserdem einfarbige Vergrösserungen mindestens im Masstab 1:25,000, bei sonst gleichbleibendem Inhalt, für schiess-plantechnische Vorkehrungen und Operationen vorhanden sind. Neben der Genauigkeitsfrage wurden noch andere Teilfragen überprüft und durch Kartenproben abzuklären versucht. Die wichtigsten derselben seien hier genannt: die zweckmässigste Aequidistanz der Höhenkurven, die unterschiedliche Darstellung der verschiedenen Kommunikationen ( Eisenbahn-, Strassen-und Wegnetz ) und der Bodenbedeckungen ( Wälder, Rebgelände und Obst-baumlandschaften ), die Auswahl und kartographische Wiedergabe der militärisch wichtigen Kartengegenstände, die besondere Hervorhebung des Terrainreliefs, die Nomenklatur und Geländekotierungen. Zu diesem Zwecke erfolgte 1928 die Wahl von zwei Versuchsgebieten in der Ausdehnung eines Siegfriedkartenblattes, welche in den Masstäben 1:25,000, 1:33,333 und 1:50,000 kartographisch bearbeitet und reproduziert wurden. Diese Kartenbearbeitungen bildeten die Unterlagen für die entscheidende Prüfung und Beurteilung der militärisch massgebenden Gesichtspunkte, in welchen Massstäben und nach welchen Ausführungsgrundsätzen die notwendigsten Armeekarten für die veränderten Bedürfnisse und gesteigerten Anforderungen unserer Landesverteidigung zu erstellen sind. Hierbei wurden durch vergleichende Gegenüberstellung die in verschiedenen Bearbeitungen vorliegenden Kartenausführungen in den Masstäben 1:33,333 und 1:50,000 ernsthaft in Erwägung gezogen. Wegleitend und grundlegend hierfür war die bisher gewonnene Einsicht und Erkenntnis, dass eine für das ganze Land in einheitlicher Bearbeitung erstellte Höhenkurvenkarte grossen Masstabes als Ersatz der bisherigen, als veraltet und unzureichend beurteilten, taktischen Armeekarte 1:100,000, als notwendigste und dringlichste Massnahme innert kürzester, technisch möglicher und finanziell erträglicher Frist auszuführen sei. Die Beurteilung der von der Eidgenössischen Landestopographie in Siegfriedblattgrösse erstellten und vorgelegten Kartenausführungen durch die massgebenden, eidgenössischen Militärbehörden zeitigten im Juli 1929 grundsätzliche EntSchliessungen bezüglich der Kartenmasstäbe, der Aequidistanz der Höhenkurven und anderer, wichtigster Ausführungsgrundsätze für neue Armeekarten. Diese für das weitere Vorgehen und für die anschliessenden Vorarbeiten der Landestopographie zur Beschaffung endgültiger Kartenmuster massgebenden und wegleitenden EntSchliessungen sind ersichtlich aus dem im « Studienblatt der Landestopographie » wiedergegebenen Kartenausschnitt 1 a—c, welcher mit dem Kartenmuster « Bergell » für eine neue Armeekarte identisch ist.
Ende Oktober 1930 sind einer vom Eidgenössischen Militärdepartement bestellten Militär-Fachexpertenkommission die durch die Landestopographie von verschiedenen Landschaftsausschnitten aus der Gegend des Col du Mollendruz, Porrentruy, Emmen, Flums, Saanen und Bergell inzwischen erstellten Kartenmuster in verschiedenen Ausführungsvarianten mit zugehörigen Erläuterungen zur Prüfung und Begutachtung zugestellt worden. Verhandlungen im Schosse dieser Kommission fanden statt unter dem Vorsitz des Direktors der Landestopographie im Januar 1931 in Bern; sie bezweckten die gemeinsame Besprechung und Begutachtung der Kartenmuster und der damit zusammenhängenden Fragen hinsichtlich Erstellung neuer Armeekarten durch die als militärisch sachverständig ausgewiesenen Vertreter der Haupt-waffengattungen, der Kartenwissenschaft, des privaten Vermessungsgewerbes sowie der eidgenössischen Vermessungs- und Kartenbehörden. Als Verhandlungsgegenstände standen zur Diskussion und Begutachtung zwanzig an die Experten gerichtete Fachfragen, deren gemeinsame Beantwortung in einem Protokoll festgehalten wurde. In ihrer endgültigen und zusammenfassenden Stellungnahme hat diese Kommission am 24. Januar 1931 folgende Ent-schliessungen einstimmig gutgeheissen:
1. Die Eidgenössische Landestopographie führt die aus den Verhandlungen der Expertensitzungen hervorgegangenen und mehrheitlich gutgeheissenen Abänderungen und Ergänzungen für die zur Ausführung empfohlenen Kartenmuster in technisch möglichem Umfange ohne Verzug durch.
2. Die Eidgenössische Landestopographie stellt die in dieser Weise bereinigten Kartenmuster mit dem Sitzungsprotokoll den Experten zur Vernehmlassung zu.
3. Die Eidgenössische Landestopographie, unter der Voraussetzung, dass die bereinigten Kartenmuster und das Sitzungsprotokoll durch die Experten mehrheitlich gutgeheissen werden, wird nach vorheriger Zustimmung der Generalstabsabteilung die zur Ausführung empfohlenen Kartenmuster mit dem Sitzungsprotokoll an das Eidgenössische Militärdepartement weiterleiten.
Noch im Verlaufe des Jahres 1931 wurden nach vorangegangener Zustellung an die Experten die nunmehr von der Landestopographie bereinigten Kartenmuster und das ausgefertigte Sitzungsprotokoll durch die Mitglieder der Expertenkommission auf Grund des Ergebnisses einer schriftlichen Rundfrage mehrheitlich gutgeheissen. Die genannten Unterlagen wurden am 15. Dezember 1931 an die Generalstabsabteilung zwecks eigener Stellungnahme und zur Weiterleitung an das Eidgenössische Militärdepartement seitens der Eidgenössischen Landestopographie abgeliefert. Das Eidgenössische Militärdepartement hat nach vorangegangener zustimmender Stellungnahme der Generalstabsabteilung die Vorschläge der Fachexpertenkommission für neue Armeekarten am 22. Januar 1932 genehmigt und gleichzeitig der Eidgenössischen Landestopographie folgende Aufträge erteilt:
1. Die Landestopographie hat nach Massgabe der gutgeheissenen Kartenmuster einige Kartenblätter in definitiver Ausführung aus verschiedenen Landesgegenden ( Jura, Mittelland und Vor- und Hochgebirge ) im Rahmen der technischen Möglichkeiten zu erstellen.
2. Diese Kartenblätter sind dem Eidgenössischen Militärdepartement nach erfolgter Erstellung mit einem Arbeitsplan und Kostenvoranschlag für ein Armeekartenprogramm vorzulegen.
3. Die Landestopographie soll in Verbindung mit der Generalstabsabteilung die erforderlichen Massnahmen treffen und dem Eidgenössischen Militärdepartement Vorschläge unterbreiten betreffend Bestellung und Zusammensetzung der vorgesehenen grössern Studienkommission, in welcher Vertretungen der wichtigsten zivilen und außerdienstlich militärisch tätigen Vereinigungen, Gesellschaften und Verbände zur Vernehmlassung über die Vorschläge für Erstellung neuer Armeekarten Gelegenheit erhalten sollen.
Die Eidgenössische Landestopographie ist gegenwärtig mit der Erstellung dieser Kartenblätter beschäftigt; die diesbezüglichen Arbeiten für je ein Kartenblatt im Waadtländer Jura und der schweizerischen Hochebene ( Blätter Mollendruz und Luzernersee ) sowie für sechs Vor- und Hochgebirgsblätter im Berner Oberland ( die Blätter Boltigen, Wimmis, Zweisimmen, Adelboden, Lenk, Gemmi ) sind in vollem Gange.
In dieser Situation ist zurzeit die Kartenangelegenheit angelangt; sie ist militärischerseits von den zuständigen eidgenössischen Amtsstellen und Behörden ununterbrochen seit 10 Jahren verfolgt und gefördert worden, soweit die personellen und zeitlichen Rücksichten auf möglichst ungestörte und ungehemmte Erledigung der laufenden und ordentlichen Arbeiten der Eidgenössischen Landestopographie dies als zulässig haben erscheinen lassen.
Die vorliegende Kartenbeilage « Studienblatt der Landestopographie » enthält eine Zusammenstellung verschiedener Kartenausführungen des Muster ausschnittes aus dem Kartenversuchsgebiet « Bergeil ».
Die mit la, b und c bezeichnete Gruppe von Kartenausschnitten stellt den nunmehr bereinigten und vom Eidgenössischen Militärdepartement am 22. Januar 1932 genehmigten Vorschlag des Minimalkartenprogramms für dringlichste neue Armeekarten dar. Die Militär-Fachexpertenkommission hat die Ausführung 1 a, d.h. die vierfarbige Kurvenkarte im Masstab 1:50,000 mit einheitlicher Aequidistanz der Kurven von 20 m ohne besondere Hervorhebung des Geländereliefs, als eigentliche Armeekarte befürwortet. Die Ausführungsvariante 1 b unterscheidet sich von der Ausführung 1 a nur durch die zusätzliche Geländeschummerung, d.h. durch besondere Hervorhebung des Terrainreliefs mit einfachsten Mitteln. Im Hinblick auf den Übergang von der jetzt im militärischen Gebrauch stehenden Karte 1:100,000 mit stark ausgesprochenem Reliefcharakter zur vorgeschlagenen Höhenkurvenkarte nach Ausführung 1 a hat die Expertenkommission mit Rücksicht auf die militärische Ausbildung im Kartenlesen und die Übungen im praktischen Gebrauch der neuartigen Armeekarte für die Verwendung zu Instruktions-zwecken die Ausführung einer Kartenausgabe mit Geländeschummerung nach Ausführung 1 b empfohlen und gutgeheissen. Der Kartenausschnitt 1 c ist eine auf photomechanischem Wege hergestellte Vergrösserung der Armeekarte 1 a, ausgeführt als Einfarbendruck für militärische Sonderzwecke, vorwiegend der Artillerie und auch der technischen Truppen. Der vorliegende Graudruck ist die Wiedergabe der vorgeschlagenen Ausführungsart der sogenannten « Artilleriekarte 1:25,000 ».
Die auf dem « Studienblatt der Landestopographie » wiedergegebene Gruppe 2 a, b und c von Kartenausführungen gibt zu folgenden Erläuterungen Anlass. Der Kartenausschnitt 2 a ist ein Teil der Siegfriedkarte entsprechend dem Zustand des Blattes Nr. 520 Maloja, wie dieses Blatt bis 1927 im praktischen Gebrauch war, d.h. bis zum Zeitpunkt, in welchem der auf dieses Blatt fallende Bergelleranteil auf Grund stereophotogrammetrischer Aufnahmen in neuer Bearbeitung publiziert worden ist. Der Siegfriedkartenausschnitt 2 a soll zur vergleichsweisen Gegenüberstellung bisheriger und neuester Kartenausführungen im Masstab 1:50,000 ( Ausschnitt 1 a und b sowie 2 b ) dienen.
Für diese vergleichende Beurteilung kommen folgende Verhältnisse in Frage: Umfang, Detaillierung und Differenzierung des Karteninhaltes, Ausdrucksfähigkeit und Zuverlässigkeit der Kartendarstellung, Wiedergabe der Höhenverhältnisse, der Formen und Böschungsverhältnisse der Bodenerhebungen als Ergebnisse zweier verschiedener Aufnahmeverfahren, nämlich der altern Messtischmethode und des neuern photogrammetrischen Verfahrens und endlich die Auswirkung der voneinander abweichenden Aequidistanz der Höhenkurven von 30 m in der Siegfriedkarte gegenüber der engern von 20 m in der vorgeschlagenen neuen Armeekarte.
Der Ausschnitt 2 b ist eine dreifarbige Ausführungsvariante der vier-farbigen Armeekarte, die sich von letzterer lediglich unterscheidet durch Weglassung des grünen Waldtones. Für wissenschaftliche und technische Verwendungszwecke bietet diese Ausführungsvariante 2 b der vorgeschlagenen Armeekarte besondere Vorteile, da dieselbe bei ungeschmälertem Karteninhalt das Kartenbild ausschliesslich in Strichzeichnung wiedergibt, d.h. ohne Anwendung von flächenhaften Farbtönen auskommt. Diese Ausführungsart 2 b ist deshalb eine jederzeit auf einfachstem Wege herstellbare Ableitung der vorgeschlagenen Armeekarte; sie ist auch rascher und billiger herzustellen, da sie einen Druckgang weniger erfordert ( Grünton ).
Die Gegenüberstellung der beiden Kartenausschnitte 2 a und 2 b eignet sich ausserdem ganz besonders zur direkten beurteilenden Vergleichung von veralteten mit neuesten Kartenausführungen sowie zu augenfälligen Feststellungen und Nachweisen von Mängeln und Fehlern der heute im Gebrauch befindlichen Gebirgskarten im Masstab 1:50,000 des Siegfriedatlasses.
Der Kartenausschnitt 2 c ist eine Vergrösserungsvariante 1:25,000 der vorgeschlagenen Armeekarte; sie unterscheidet sich von dem schon erläuterten Graudruck der « Artilleriekarte 1:25,000 » ( 1 c ) dadurch, dass sie einen Dreifarbendruck in Übereinstimmung mit der Ausführungsvariante 2 b der Armeekarte darstellt. Diese dreifarbige Kartenvergrösserung kann, ausgehend von den Originalstichplatten der vorgesehenen Armeekarte 1:50,000, nach einfachstem photomechanischem Verfahren erstellt und bis vierfarbig ausgeführt werden. ( Situation schwarz, Höhenkurven braun, Gewässer blau, Waldflächen grün oder in andern Farbkombinationen. ) Der vorliegende Dreifarbendruck stellt den Typus einer grundlegenden Kartenausführung dar für die von der Schweizerischen Geologischen Kommission im Massstab 1:25,000 besorgte Publikation des geologischen Atlasses der Schweiz.
Die dritte Gruppe von Kartenbeispielen auf dem Studienblatt der Landestopographie, die Ausschnitte 3 a und b, repräsentieren vorläufige Ergebnisse von Studien und Proben der Landestopographie für allfällige neue Landeskarten der Schweiz im Masstab 1:25,000, abgeleitet aus einer kartographischen Umarbeitung der sogenannten « Übersichtspläne der schweizerischen Grundbuchvermessung » und reproduziert nach einfachsten, photomechanischen Verfahren. Infolge der grossen Bedeutung, welche diesen Grundbuchübersichtsplänen für die Erstellung neuer eidgenössischer Kartenwerke zukommt, hält es der Berichterstatter für nützlich und notwendig, dass an dieser Stelle den C. Mitgliedern etwelche Aufschlüsse hierüber gegeben werden.
Die Übersichtspläne der schweizerischen Grundbuchvermessung sind grossmasstäbliche, topographische Pläne in den Masstäben 1:5000 oder 1:10,000, deren Originalaufnahmen in der Regel gemeindeweise als Bestandteil jeder, nach eidgenössischen Vorschriften durchzuführenden Grundbuchvermessung durch frei erwerbende Grundbuchgeometer erstellt werden. Vor deren Genehmigung und Subventionierung aus dem Eidgenössischen Grund-buchvermessungsfonds durch den Bund ( Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement ) werden diese Originalübersichtspläne durch Organe der Eidgenössischen Landestopographie einer technischen Verifikation unterworfen. Die Originalaufnahmen dieser Übersichtspläne werden der Eidgenössischen Landestopographie abgeliefert und von letzterer verwaltet sowie auf Grund der durch die Kantone jährlich einzuliefernden Nachführungsunterlagen ständig nachgetragen. Die Vervielfältigung der Übersichtspläne und Nachführung der Reproduktionsoriginale erfolgt einheitlich als Vielfarbendruck auf Veranlassung der kantonalen Vermessungsbehörden nach Massgabe eidgenössischer Vorschriften und diesbezüglichen Bestimmungen in den Vermessungsverträgen.
Die Grundbuchübersichtspläne entstehen normalerweise entsprechend dem hierfür massgebenden eidgenössischen Vermessungsprogramm und Finanzierungsplan für die schweizerische Grundbuchvermessung während eines langem Zeitraumes, der sich programmgemäss bis 1976 erstrecken wird. Die Fertigstellung der Übersichtspläne des der Grundbuchvermessung unterliegenden produktiven Gebietes unseres Landes erfolgt demnach in einem zu späten Zeitpunkte ( insbesondere im Gebirge, wo die Grundbuchvermessung langsamer vorwärtsschreitet ), als dass dringlichste, neue Armeekarten ausschliesslich aus diesen Übersichtsplänen erstellt werden könnten. Entsprechend einer im Jahre 1927 getroffenen Vereinbarung zwischen dem Eidgenössischen Militärdepartement und dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement betreffend die Erneuerung der offiziellen Kartenwerke der Schweiz sollen im Mittelland und Jura die Übersichtspläne vorgängig der notwendigen Erneuerung veralteter Gemeindevermessungen erstellt werden. Dies soll erfolgen innerhalb der vorgesehenen Erstellungsperiode neuer Armeekarten von längstens 20 Jahren durch die an der schweizerischen Grundbuchvermessung beteiligten Kantone und Gemeinden nach den geltenden eidgenössischen Vorschriften, so dass durch diese beschleunigte Erstellung die Grundbuchübersichtspläne für die Herstellung neuer, dringlichster Kartenwerke innert nützlicher Frist der Landestopographie zur Verfügung stehen.
In voralpinen und alpinen Gegenden unseres Landes, in denen noch keine Grundbuchvermessungen vorliegen und solche vorgesehen sind, jedoch innert nützlicher Frist nicht erstellt werden, muss die Eidgenössische Landestopographie die erforderlichen Kartenaufnahmen selbst durchführen; ebenso trifft letzteres zu für die der Grundbuchvermessung nicht unterliegenden, unproduktiven Gebiete.
Die Landestopographie erstellt solche Aufnahmen nach den stereophotogrammetrischen Geländevermessungsverfahren im Masstab 1:25,000; sie verarbeitet die aus diesen Aufnahmen hervorgehenden Auswertungsergebnisse nach erfolgter Reduktion in den Masstab 1:50,000 und vorher in letzterem Masstab durchgeführten topographischen Feldergänzungen nach dem Messtischverfahren zu Kartenvorlagen für Erstellung der Kupferstichplatten.
Für die kartographische Verarbeitung der Grundbuchübersichtspläne zu Stichvorlagen für die vorgesehene Armeekarte 1:50,000 soll der Vorgang anhand der Ausführungsbeispiele 1 a und b bzw. 3 a und b auf dem Studienblatt der Landestopographie erläutert werden. Vom vorliegenden Kartenausschnitt « Bergell » ist eine Übersichtsplanausführung im Masstab 1:10,000 erstellt worden, dessen planimetrischer Inhalt mit den Gegenständen des Grundbuchplanes übereinstimmt und ergänzt wurde durch eine Höhenauf-nahme mittels Höhenkurven von einheitlich 10 m Aequidistanz. Der Übersichtsplan wird auf photographischem Wege masstäblich verjüngt in einem Verhältnis, das nach einer zweckmässigen und ökonomischen Arbeitsweise die kartographische Umarbeitung des Ubersichtsplaninhaltes zum angestrebten Kartenbild ermöglicht. Diesbezügliche Erfahrungen der Landestopographie haben gezeigt, dass eine masstäbliche Verjüngung vom Übersichtsplanmass-stab 1:10,000 auf den Kartenmasstab 1:50,000 die Planzeichnung der Übersichtspläne derart verkleinert, verfeinert und zusammendrängt, dass im reduzierten Gesamtbild die Einzelheiten von blossem Auge nur mühsam erkannt und auseinandergehalten werden können, so dass die redaktionellen und kartenzeichnerischen Arbeiten sehr unökonomisch werden. Abweichend von diesem Vorgang ist die Landestopographie deshalb zur Anwendung eines Zwischenmasstabes übergegangen, in welchem der Inhalt der in diesen Massstab photographisch reduzierten Übersichtspläne kartographisch vorbearbeitet wird. Von diesem derart erhaltenen kartographischen Zwischenprodukt werden durch photographische Reduktion in den Kartenmasstab 1:50,000 die erforderlichen Unterlagen für die Erstellung der Reproduktionsvorlagen einer Karte dieses Masstabes erhalten. Als Zwischenmasstab hat die Landestopographie im vorliegenden Beispiel das Verjüngungsverhältnis 1:25,000 ( bei andern Gelegenheiten versuchsweise auch 1:20,000 ) angewendet. Hierbei zeigte sich, dass das im Zwischenbearbeitungsmasstab erhaltene kartographische Produkt ohne wesentlichen Mehraufwand an Zeit und Kosten als Vorlage für eine photomechanische Vervielfältigung einer im Zwischenmassstab erstellten Kartenausführung ausgearbeitet werden kann. In dieser Weise ist die Kartenausführung 3 a auf dem Studienblatt der Landestopographie für den Masstab 1:25,000 entstanden; die Ausführung 3 b unterscheidet sich von 3 a nur durch probeweise Ergänzung mittels der zur Hervorhebung des Geländereliefs mindestens erforderlichen Schummerungstöne. Aus den vorstehenden Erläuterungen ergeben sich hinsichtlich der sich möglicherweise in zivilen Kartenbenützerkreisen geltend machenden Bedürfnisse für Karten in grössern Masstäben als derjenige der nunmehr vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000 folgende Feststellungen und Möglichkeiten, denen zufolge solchen Bedürfnissen entsprochen werden kann:
1. Die in Kupfer gestochenen Originalplatten der vorgeschlagenen Armeekarte im Masstab 1:50,000 ermöglichen im Bedarfsfalle jederzeit Kartenvergrösserungen, erstellt auf photomechanischem Wege, als ein- bis dreifarbige Kartendrucke, ohne oder mit Wiedergabe des Geländereliefs ( hierzu Beispiele 1 c und 2 e auf dem Studienblatt der Landestopographie sowie 2 a und 2 è auf dem Studienblatt des S.A.C. ).
2. Ausgehend von vorhandenen Grundbuchübersichtsplänen als Kartengrundmaterial können im Bedarfsfalle die ohnehin für die Erstellung der vorgeschlagenen Armeekarte notwendigen Kartierungen im Zwischenmassstab 1:25,000 bzw. 1:20,000 als Vorlagen für photomechanische Erstellung und Publikation ein- bis vierfarbiger Karten in diesen grossen Masstäben ohne oder mit Geländerelief ausgeführt werden. ( Als Beispiel hierfür sei hingewiesen auf die Studie 3 a und b für eine Kartenausführung 1:25,000 auf dem Studienblatt der Landestopographie. ) Es sei in bezug auf diese beiden unter 1 und 2 hiervor genannten Möglichkeiten ganz besonders auf folgende Verhältnisse aufmerksam gemacht. Während Kartenvergrösserungen entsprechend Vorgang nach Ziffer 1 jederzeit während der Erstellungsperiode der vorgesehenen Armeekarte 1:50,000 von längstens 20 Jahren im Bedarfsfalle erhältlich sind, sobald die Kupferstichplatten der Armeekarte vorliegen, können Kartenausführungen entsprechend Vorgang nach Ziffer 2 während der vorgesehenen Erstellungsperiode der vorgeschlagenen Armeekarte nur von solchen Gebietsteilen unseres Landes erstellt werden, von welchen Grundbuchübersichtspläne für die Erstellung der Stichvorlagen der Armeekarte 1:50,000 vorgelegen haben, d.h. für letztere seitens der Landestopographie kartographisch verarbeitet worden sind. Das letztere wird vorwiegend zutreffen für ausgedehnte und zusammenhängende Gebiete des schweizerischen Hügellandes und Juras sowie im Südtessin, d.h. im jetzigen Masstabsgebiet 1:25,000 der Siegfriedkarte, und seltener vorkommen in voralpinen und alpinen Landesgegenden.
Neben den beiden unter Ziffer 1 und 2 hiervor angegebenen Möglichkeiten ergeben sich weitere auf dem « Studienblatt des Schweizer Alpenclub » veranschaulichte Kartenausführungen ( Beispiele 3 a und b, 4 a und b ). Diese sind entstanden durch Vergrösserung der vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000 in die Masstäbe 1:33,333 bzw. 1:25,000 und nachfolgender masstabent-sprechender Umzeichnung des ungekürzten Karteninhaltes für photomechanische Reproduktion und Druck als mehrfarbige Karte ohne oder mit Geländerelief.
Der Berichterstatter legt Wert darauf, die vorliegenden Erläuterungen zum Studienblatt der Landestopographie im folgenden zu ergänzen durch seine in der Eigenschaft als Direktor der Landestopographie den Präsidenten der Zürcher und Badener Centralcomités und deren Zeitschriftkommis-sionen anlässlich der schon erwähnten Konferenz am 4. Dezember 1931 in Bern geäusserte Auffassung über die bisherige Stellungnahme der leitenden Organe des S.A.C. zur Wahrung der turistischen und alpinistischen Interessen bei der vorgesehenen Erstellung neuer Landeskarten.
Das Zürcher C. C. des S.A.C. und die von ihm bestellte Kartenkommission haben zur Erstellung neuer offizieller Landeskarten, insbesondere aber zur Masstabsfrage Stellung genommen und dem folgenden, von privater Seite vorgeschlagenen dreiteiligen Kartenprogramm den Vorzug gegeben:
1:10,000 — 10-cm-Karte — Technische Karte, 1:33,333 — 3-cm-Karte — Feldkarte, 1:100,000 — 1-cm-Karte — Übersichtskarte.
Der ausschlaggebende Grund zu dieser Stellungnahme und Bevorzugung insbesondere des Masstabes 1:33,333 für eine neue, turistisch-alpinistischen Zwecken dienende Karte gegenüber dem von militärischer Seite vorgeschlagenen Masstab 1:50,000 liegt in der angeblich für die Alpenclubisten als notwendig erachteten stärkern Auflockerung des in den bisher öffentlich zugänglichen Kartenproben im Masstab 1:50,000 zu gedrängt dargestellten und deshalb für ungeübtere Kartenbenützer nur unter erschwerenden Umständen lesbaren Karteninhaltes. Hieraus ergibt sich die Feststellung, dass eine im grössern Masstabe 1:33,333 aufgelockerte Wiedergabe des Karteninhaltes, wie er nach Umfang und Darstellung in den bisher öffentlich bekanntgewordenen Studien und Proben für militärischerseits beabsichtigte Kartenausführungen 1:50,000 enthalten ist, für die praktischen Bedürfnisse und Ansprüche des Alpenclubs, nach geäusserter Auffassung der Vertreter des Zürcher C. C. des S.A.C., als notwendig erachtet und ausreichen wird. Kartographisch ausgelegt leitet sich von dieser Auffassung und Begründung zur Masstabfrage neuer Landeskarten die Wünschbarkeit und Notwendigkeit einer Ausführung und Ausgabe der in Aussicht genommenen Armeekarte 1:50,000 für die Zwecke des Alpenclubs im Masstab 1:33,333 ab. Die leitenden Organe des Zürcher C. C. des S.A.C. befürworten und verlangen demnach eine Kartenausführung und Ausgabe im Masstab 1:33,333, welche im Grunde genommen einer Vergrösserung der im Masstab 1:50,000 vorgesehenen und vorgeschlagenen Armeekarte gleichkommt.
Der Berichterstatter hat bereits darauf hingewiesen, unter welchen Voraussetzungen jederzeit im Bedarfsfalle Möglichkeiten zur Erstellung und Ausgabe von Vergrösserungen der vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000 während der vorgesehenen Erstellungsperiode von längstens 20 Jahren der letztern Kartenausführung bestehen. Insbesondere ist ausgeführt worden, dass von der über das ganze Land einheitlich zur Ausführung vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000 für militärische Sonderzwecke und Bedürfnisse der Artillerie sowie der technischen Truppen einfarbige Vergrösserungen im Masstab 1:25,000, die sogenannten Artilleriekarten 1:25,000 erstellt und zur Verfügung der Armee gehalten werden sollen. In gleicher Weise lassen sich, wie darauf hingewiesen wurde, mehrfarbige Vergrösserungen für zivile Sonderzwecke aller Art ohne wesentliche Mehrkosten ausführen. Kartenvergrösserungen in yierfarbiger Ausführung im Masstab 1:25,000 ohne oder mit Gelände-Relief bearbeitungen sind geeignet, der vom Zürcher C. C. und seiner Kartenkommission gestellten Forderung aufgelockerter Darstellung des Inhaltes der vorgeschlagenen Armeekarten 1:50,000 in weitgehendem Masse zu entsprechen, wie schon das Beispiel der dreifarbigen Kartenvergrösserung 2 c auf dem Studienblatt der Landestopographie veranschaulicht. Zu teilweiser Beanstan-dung mag bei dieser Kartenvergrösserungsart Anlass geben die zufolge der Vergrösserung gelegentlich schwerfällig und grob wirkende Kartenschrift, welchem Mangel beim praktischen Gebrauch solcher Kartenvergrösserungen jedoch nicht ausschlaggebende, nachteiligeBedeutung beizumessen ist. Dieseund andere augenfällige Mängel und Schönheitsfehler solcher Kartenvergrösserungen können im Bedarfsfalle ohne weitgehende Folgen finanzieller und technischer Art durch partielle Umarbeitungen und Retouchen ausgemerzt werden.
Nach Feststellung dieser Sachlage kommt der Berichterstatter zum Schlüsse, dass die Interessen und allgemeinen wie besondern Bedürfnisse und Ansprüche der im Schweizer Alpenclub zusammengeschlossenen Kartenbenützer hinsichtlich Erstellung neuer Landeskarten ausreichende Berücksichtigung finden, wenn in Zukunft für turistische und alpinistische Zwecke folgende Kartenausführungen zur Verfügung stehen oder von der Landestopographie besonders ausgefertigt und gegen Übernahme der Herstellungskosten durch die Besteller geliefert werden können:
a ) für allgemeine Zwecke:
eine nach den vorliegenden militärischen Vorschlägen ausgeführte Landeskarte im Masstab 1:50,000 mit Aequidistanz der Höhenkurven von 20 m in vierfarbiger Ausführung, erhältlich in zwei Ausgaben, entweder ohne oder mit einfachstem Geländerelief, und längstens erstellt innerhalb einer Zeitperiode von 20 Jahren; b ) für besondere Zwecke:
vierfarbige Vergrösserungen im Masstab 1:25,000 ( eventuell 1:20,000 ) der vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000 in analoger Ausführung wie die von der Artillerie und den technischen Truppen für besondere Verwendungzwecke benötigten einfarbigen « Artilleriekarten 1:25,000 »; c ) für ausserordentliche Bedarfsfälle ( z.B. Alpenclubkarten bestimmter Exkursions- oder Übungsgebiete ):
provisorische Kartenausführungen im Masstab 1:25,000 ( eventuell 1:20,000 ), benötigt während der vorgesehenen Erstellungsperiode der vorgeschlagenen Armeekarte 1:50,000, entweder in der Art der auf dem Studienblatt der Landestopographie angegebenen Studien 3 a und b für eine Karte 1:25,000 oder entsprechend Ausführung in der Art der im Masstab 1:25,000 bzw. 1:33,333 umgezeichneten Vergrösserungen der vorgeschlagenen Armeekarte, wie solche enthalten sind auf dem Studienblatt des Schweizer Alpenclub ( Ausführungsbeispiele 3 a und b bzw. 4 a und b ).
Für den Fall, dass der bisherigen Auffassung des Zürcher C. C. und der von ihm seinerzeit eingesetzten Kartenkommission von den Sektionen des Schweizer Alpenclub mehrheitlich beigepflichtet wird, dahinlautend, dass eine nach dem vorliegenden Militärvorschlag ausgeführte Landeskarte im Massstab 1:50,000 auch unter Berücksichtigung der erwähnten Möglichkeiten ihrer Überführung in grössere Masstäbe den Bedürfnissen und Ansprüchen der Alpenclubisten nicht in ausreichendem Masse zu entsprechen vermag, d.h. an deren Stelle besondere Kartenausführungen in grössern Masstäben beansprucht werden, empfiehlt der Berichterstatter in Anpassung an die vorhandene Sachlage folgendes Vorgehen des Schweizer Alpenclubs:
I.
Der Schweizer Alpenclub befürwortet das in Aussicht genommene Kartenprogramm für die raschmöglichste Erstellung einer für das ganze Land einheitlich im Masstab 1:50,000 nach den vorliegenden Militärvorschlägen auszuführenden Armeekarte.
II.
Der Schweizer Alpenclub befürwortet und unterstützt die bisherigen Bestrebungen wissenschaftlicher, technischer und wirtschaftlicher Kreise der zivilen Kartenbenützer, dahinzielend, dass eine neue Landeskarte im Massstab 1:25,000 oder 1:20,000 im Anschluss an die zeitlich vorausgehende Erstellung einer Armeekarte im Masstab 1:50,000 ausgeführt und publiziert wird, sobald hierfür geeignetes und ausreichendes Kartengrundmaterial in Form von Grundbuchübersichtsplänen oder geeignete neuzeitliche Kartenaufnahmen der Eidgenössischen Landestopographie vorhanden sind.