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Je reicher ein Land ist, desto stärker muss es den Ausstoss von Treibhausgasen senken. Dieses Prinzip hat die EU-Kommission festgelegt und vorgeschlagen, wie viel jedes einzelne EU-Land zur Reduktion beitragen soll. Sieben Monate nach dem historischen Abkommen der Pariser Klimakonferenz sind die Fortschritte jedoch ungenügend. Auch in der Schweiz, wie Umweltschützer behaupten.
Die Europäische Union will ihren Ausstoss des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) bis 2030 um mindestens 40 Prozent senken (im Vergleich zu 1990). Um dieses im Rahmen des Abkommens der Pariser Klimakonferenz vereinbarte Ziel zu erreichen, verlangt die EU von ihren reichsten Mitgliedern auch die grössten Anstrengungen.
Deutschland als grösste Wirtschaft der Europäischen Union muss die Emissionen um 38% senken (im Vergleich zu 2005). Die Quoten von Frankreich, Grossbritannien (dessen Verbleib in der EU nach der Brexit-Abstimmung fraglich ist), Italien und Österreich betragen zwischen 33 und 37%.
Das ambitionierteste Ziel wurde Schweden und Luxemburg auferlegt, deren BIP zu den höchsten des Kontinents gehören. Am Ende der Listeexterner Link stehen osteuropäische Länder, von denen eine Reduktion von 2 bis 9% verlangt wird.
Die Reaktionen der Umweltschutzorganisationen liessen nicht lange auf sich warten. Gemäss dem Netzwerk "Climate Action Networkexterner Link" ist das europäische Projekt "ungenügend", um das Abkommen von Paris einzuhalten, das die Erderwärmung auf 2°C beschränken möchte.
Sinken die Emissionen in der Schweiz?
Die Schweiz hat eine Reduktion von 50% bis 2030 beschlossen. Dieses Ziel der Regierung muss noch vom Parlament genehmigt werden, das seit den Eidgenössischen Wahlen des letzten Oktobers viele Umweltschutzvertreter verloren hat.
Gemäss der jüngsten CO2-Statistikexterner Link sinken die Emissionen in der Schweiz. Im Jahr 2015 betrug der Rückgang der Emissionen aus Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr 2,8%, bei den Treibstoffen reduzierten sich die Emissionen um 4,3%, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilt.
Wenn man allerdings die Zahlen von den Auswirkungen der Witterung und des starken Frankens bereinigt, ändert sich das Bild. Ohne Witterungsbereinigung sind die CO2-Emissionen aus Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr um 5% angestiegen, schreibt das BAFU. Und der Rückgang der Emissionen aus Treibstoffen sei grösstenteils auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank und den dadurch verursachten Veränderungen des Tanktourismus zurückzuführen.
Mit anderen Worten deutet nichts darauf hin, dass die Schweiz ihre Abhängigkeit von fossilen Energien wesentlich reduziert hätte. "Der Schein trügt", schreibt auch WWF Schweizexterner Link in einer Mitteilung. "Wegen dem hohen Frankenkurs ist der Tanktourismus von Ausländern in der Schweiz zusammengebrochen und es wird nun in den Nachbarländern entsprechend mehr getankt. Ohne diesen Sondereffekt bleibt ein witterungsbereinigter Rückgang zwischen 2014 bis 2015 von bloss knapp 2 Prozent. Das reicht nicht, um mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens mithalten zu können."
177 der 195 Länder und Organisationen, die das Klimaabkommen letzten Dezember aushandelten, haben dieses bereits unterschrieben. Aber bis jetzt haben bloss 19 das Abkommen auch ratifiziert, vor allem kleine Inselstaaten.
Wären Sie auch mit drastischen Massnahmen zur Reduktion des Ausstosses von Treibhausgasen in Ihrem Land einverstanden? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren.
(Übertragung aus dem Italienischen: Sibilla Bondolfi), swissinfo.ch