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Vermutlich meinen Leute, die im Radio oder Fernsehen angesichts aussichtsloser Umstände erklären, die Hoffnung stirbt zuletzt, sie hätten einen weisen oder tröstlichen Satz gesagt. Ich glaube das nicht.
Tröstlich kann es für einen Verzweifelten nicht sein, auf eine Hoffnung hingewiesen zu werden, die er ja gerade nicht hat. So fühlt er sich eher vertröstet, wenn nicht gar verkohlt.
Ein bisschen weise wäre der Satz, wenn er Ciceros «dum spiro spero» verdeutschen würde: Solange ich atme, hoffe ich. Doch der Satz beruht auf einem Wortspiel, dessen Witz nur versteht, wer Latein kann. Unstimmig in ihm ist aber, dass man auch während eines hoffnungslosen Albtraums noch atmet, denn atmen erfolgt spontan, hoffen nicht.
Wirklich weise finde ich die antike Geschichte der Brüder Prometheus, des im Voraus Denkenden, und Epimetheus, des im Nachhinein Denkenden: Prometheus hat den Göttern das Feuer gestohlen, um es den Menschen zu bringen, damit sie besser leben und Kultur entwickeln. Aus Rache haben die Götter die schöne Pandora erschaffen und ihr als Aussteuer eine Büchse mitgegeben. Epimetheus heiratet sie, und als sie die Büchse öffnen, entfliegen ihr alle Übel in die Welt. Entsetzt tun sie den Deckel wieder drauf und klemmen die Hoffnung ein. So sind alle Übel freigesetzt, die Hoffnung aber, das einzige Positive, ist eingeklemmt. Die Weisheit? Hoffen kann, wer vorher denkt!
Wirklich tröstlich finde ich im Gedicht des Paulus über die Liebe die Zeilen: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die grösste unter ihnen aber ist die Liebe. Der Trost? Wer glauben und lieben kann, darf hoffen!