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Der Oberrheinraum ist ein geografisch gemeinsamer Lebensraum und umfasst auf Schweizer Seite die Kantone Jura, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn, in Frankreich das Elsass als Teil der Région Grand Est und in Deutschland Teile von Baden-Württemberg und von Rheinland-Pfalz (siehe Karte). Im Oberrheinraum leben 6 Mio. Menschen, davon 2.75 Mio. in Deutschland, 1.75 Mio. in Frankreich und knapp 1.5 Mio. in der Schweiz.
Die trinationale Zusammenarbeit auf regionalstaatlicher Ebene findet in der Oberrheinkonferenz (ORK) statt. Seit 1975 besteht auf der Grundlage eines Notenaustauschs zwischen Bern, Bonn und Paris das grosse Mandatsgebiet für die offizielle Kooperation am Oberrhein. Unter dem nationalstaatlichen Dach der Deutsch-französisch-schweizerischen Regierungskommission finden sich seither die regionalstaatlichen Partner drei- bis viermal jährlich zur Oberrheinkonferenz zusammen, um über Ergebnisse und Vorschläge ihrer zwischenzeitlich tätigen, ständigen 11 Fachgruppen und rund 35 Expertenausschüsse zu beraten, Empfehlungen zu vereinbaren und Projekte zu lancieren. Ein trinational besetztes Sekretariat in Kehl (D) verantwortet in erster Linie die Organisation und die Durchführung der Plenar- und Präsidiumssitzungen, die Begleitung der Umsetzung der getroffenen Beschlüsse, die Betreuung der Arbeitsgremien sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Wichtige Themen der Zusammenarbeit am Oberrhein sind insbesondere die Wirtschafts- und Gesundheitskooperation, die Verkehrspolitik, Raumordnung, Umwelt sowie Bildung und Kultur.
Ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist das Energie-Netzwerk TRION-climate, das den Oberrhein auf dem Weg zur Energie-Vorbildregion unterstützt und begleitet. Genannt sei auch der 1999 eingeführte Trinationale Museums-Pass-Musées, der in der Bevölkerung auf grosses Interesse gestossen ist. Der Pass ist eine Eintrittskarte für über 320 französische, schweizerische und deutsche Partnermuseen am Oberrhein.
Der Oberrheinrat (ORR) ist das „trinationale Parlament“ im Oberrheinraum. Ihm gehören 71 gewählte Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern an, darunter 11 Mitglieder der kantonalen Parlamente der Nordwestschweiz. Primäre Aufgaben des Oberrheinrats sind die gegenseitige Information und die politische Absprache zu wichtigen und für die Oberrheinregion relevanten Fragen. Er verfügt über die vier Kommissionen Landwirtschaft/Umwelt/Klima/Energie, Kultur/Jugend/Ausbildung/Sport, Wirtschaft/Arbeitsmarkt/Gesundheit sowie Verkehr/Raumordnung/Katastrophenhilfe. Seine Anregungen und Forderungen richtet er in Form von Resolutionen an die nationalen und regionalen Regierungen und an weitere Adressaten. So ist er ein zentraler Impulsgeber in der dreistaatlichen Zusammenarbeit. Die Sitzungen des Oberrheinrats sind öffentlich.
Im Rahmen des Projekts Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) tauschen sich schliesslich die vier Säulen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft aus und entwickeln gemeinsame Projekte. Bezweckt werden damit die Verbesserung der Koordination und Zusammenarbeit zwischen den traditionellen Akteuren der Oberrheinkooperation sowie die Umsetzung einer europäischen und nationalen Lobbying Strategie.