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Gemäss Art. 19 Abs. 3 des Arbeitsgesetzes (ArG) hat der Arbeitnehmer Anspruch auf einen Lohnzuschlag von 50% bei vorübergehender Sonntagsarbeit. Dabei handelt es sich um Sonntagsarbeit, die bei sporadisch vorkommenden Einsätzen nicht mehr als sechs Sonntage, gesetzliche Feiertage inbegriffen, pro Betrieb und Kalenderjahr umfasst (lit. a), oder bei zeitlich befristeten Einsätzen von bis zu drei Monaten einen einmaligen Charakter aufweist (lit. b) (Art. 40 Abs. 3 der Verordnung 1 zum ArG – ArGV1). Hingegen ist kein Lohnzuschlag geschuldet bei dauernder oder regelmässig wiederkehrender Sonntagsarbeit (durch Auslegung e contrario von Art. 19 Abs. 2 ArG), das heisst wenn die oben genannten zeitlichen Kriterien überschritten werden. Ist der Arbeitnehmer für dauernde oder regelmässig wiederkehrende Sonntagsarbeit angestellt, wird angenommen, dass sein vereinbarter Lohn die Inkonvenienzen dieses Arbeitsregimes einschliesst.
In dieser Sache behält Art. 71 ArG allgemein Vorschriften des öffentlichen Rechts vor, insbesondere Vorschriften des Bundes, der Kantone und der Gemeinden über das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis, oder auch die Verordnung des Bundesrats über die Arbeits- und Ruhezeit der berufsmässigen Motorfahrzeugführer (ARV1).
Nicht ausgeschlossen ist auch, dass das betroffene Arbeitsverhältnis in den Anwendungsbereich eines Gesamtarbeitsvertrags (GAV) fällt, ob allgemeinverbindlich erklärt oder nicht. In einem solchen Fall haben die normativen Bestimmungen des GAV, gegebenenfalls nur die allgemeinverbindlich erklärten, insbesondere über den Lohn und allfällige Lohnzuschläge, eine direkte und zwingende Wirkung, bei Allgemeinverbindlicherklärung sogar für die Arbeitnehmer ohne gewerkschaftliche Mitgliedschaft.
Die Parteien des GAV sind jedoch frei, für die Arbeitnehmer eine vorteilhaftere Regelung einzuführen. Sieht der GAV zum Beispiel vor, dass alle an Sonntagen beschäftigten Arbeitnehmer Anspruch auf einen Lohnzuschlag von 50% haben, ohne Unterscheidung zwischen regelmässiger und vorübergehender Arbeit, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf einen Lohnzuschlag von 50% für alle an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen geleisteten Arbeitsstunden. Nach der gesetzlichen Regelung (ArG) wäre ein solcher Zuschlag nur für vorübergehende Sonntagsarbeit geschuldet.
Das Kapitel III-8 des Handbuch des Arbeitgebers enthält weitergehende Ausführungen zur Sonntagsarbeit.