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Jannicke Systad Jacobsen erster Spielfilm ist ein einfühlsames und immer wieder urkomisches Porträt einer 15-jährigen und ihrer erwachenden Sexualität.
Alma (Helene Bergsholm) leidet unter ihrer erwachenden Sexualität. Die 15jährige, die in einem fiktiven Kaff in Norwegen lebt, ist Stammkundin bei einem Telefonsex-Dienst; sie träumt aber auch von Artur, einem Klassenkameraden. Dieser scheint sich nicht für sie zu interessieren. An einer Party entblösst er aber ihr gegenüber sein Geschlechtsteil, was Alma so verblüfft, dass sie es sofort ihren Freundinnen erzählen muss. Artur streitet jedoch alles ab. War alles doch nur ein Tagtraum?
Annicke Systad Jacobsens erster Spielfilm basiert auf einem Roman von Olaug Nilssen, die selber aus der norwegischen Provinz stammt. Die Schauspielerinnen sind fast ausschliesslich Laien; Helene Bergsholm ist hier zum ersten Mal im Film zu sehen. «Der Kinohit aus Norwegen – ein bunter Mix aus ‚Feuchtgebiete‘ und ‚American Pie’» steht auf der DVD-Hülle. In Wirklichkeit ist Systad Jacobsens Film eher das Gegenteil des amerikanischen und des deutschen Films. «American Pie» ist ja eine typische amerikanische Teeniekomödie, und «Feuchtgebiete» erzählt aus dem Leben einer sexuell aktiven jungen Frau. Alma hingegen hat gar keinen Sex, auch wenn sie viel daran denkt. Auch will sie anders als die Protagonistin in der Charlotte-Roche-Verfilmung nicht ihre geschiedenen Eltern wieder zusammenbringen – und dies, obwohl auch Almas Eltern eindeutig nicht mehr zusammen sind. Der abwesende Vater ist aber etwas, das im Film überhaupt nicht zur Sprache kommt. Nur Mammas neuer Freund deutet darauf hin, dass sie sich ihre Partner vielleicht nicht allzu sorgfältig aussucht.
Dazu passt auch, dass Systad Jacobsen im Bonusmaterial der DVD in einem Interview die Frage nach einer feministischen Stossrichtung des Films durchaus bejaht. (Weibliche) Sexualität ist hier etwas ganz Natürliches, und selbst die Homosexualität wird hier (anders als in «American Pie») nicht ausgegrenzt. Kurz und gut: Jannicke Systad Jacobsen legt einen wirklich kurzen, aber restlos überzeugenden Film vor, ein einfühlsames Werk mit viel Humor Die nicht verwendeten Szenen sind übrigens auch auf der DVD enthalten – der Film ist ohne ebendiese aber wirklich besser.
«Faa meg paa, for faen». Norwegen 2011 . Regie: Jannicke Systad Jacobsen. Mit Helene Bergsholm, Malin Bjoernhovde, Beate Stoefring, Matias Myren u.a. DVD bereits erschienen.
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