Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/2875

Liselotte Moser. Weihnachtskugeln
Objekt des Monats Februar 2013
Liselotte Moser, Weihnachtskugeln, 63.5x81, NM 10293
Weihnachtskugeln
Das Leben in Detroit beeinflusste die Künstlerin Liselotte Moser genauso wie die Jahre in Stans, wo sie ihren Lebensabend verbrachte .
Eine Schweizerin in der Fremde
In der Region kaum bekannt, aber doch mit Nidwalden stark verbunden war Liselotte Moser, die Künstlerin des Bildes «Weihnachtskugeln». Sie verbrachte die letzten achtzehn Jahre ihres Lebens in Stans. 1906 wurde sie in Luzern in eine wohlhabende Familie hineingeboren und verbrachte dort einen Teil ihrer Kindheit. Schon mit fünf Jahren traf sie das Schicksal hart, sie erkrankte an Kinderlähmung und hatte als Folge davon zeitlebens mit Schmerzen zu kämpfen.
Mit gut zwanzig Jahren siedelte sie 1927 mit ihrer Mutter nach Detroit in den USA um. Über den Verbleib des Vaters ist nichts bekannt. In den knapp vierzig Jahren, die sie in Amerika verbrachte, betätigte sie sich künstlerisch und fertigte viele Bilder an. Nach dem Tod ihrer Mutter kehrte sie 1965 in die Schweiz zurück und liess sich in Stans nieder. Sie lebte zurückgezogen, ihr Heimatland musste ihr mittlerweile fremd erscheinen. Alle amerikanischen Gepflogenheiten legte sie aber auch in Stans nicht ab; so liess sie sich anscheinend als «Miss Moser» ansprechen und pflegte trotz ihrer zurückhaltenden Lebensweise viele Bekanntschaften im In- und Ausland. Sie war am Geschehen der Zeit interessiert und sehr belesen.
Amerikanischer Realismus
Da ihre Mutter eine beachtete Fachfrau in der Textilabteilung des Detroiter Kunstinstitutes war, hatte auch Liselotte Kontakt zur amerikanischen Kunstszene. Ein illustrer Kreis von Künstlern und Lehrern traf sich mit Vorliebe bei Adele und Liselotte Moser. Betrachtet man ihre Werke, kann man den amerikanischen Einfluss dem sie ausgesetzt war, erkennen. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich als Antwort auf den Klassizismus eine neue Kunstrichtung, der Realismus, der einer gegenständlichen Darstellungsweise verpflichtet war. In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstand daraus in den USA der «Amerikanische Realismus», der als erster amerikanischer Kunststil bezeichnet werden kann. Bei diesem stand die möglichst detailgenaue Wiedergabe der Wirklichkeit im Zentrum; dies bedeutete oft eine sozialkritische Darstellung des amerikanischen Lebensstils.
Weihnachten ausgestellt
Als Dauerleihgabe der Gemeinde Stans befinden sich fast 300 Werke von Liselotte Moser in der Sammlung des Nidwaldner Museums. Diese Portraits, Stilleben, Aquarelle und Zeichnungen hat sie der Gemeinde Stans vermacht. Viele Motive dieser Werke deuten auf ihre Schaffenszeit im Amerika der 1950er Jahre hin.