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|Amorphis|
|Biografie / Portrait|
|Anfangs wenig mehr als eine von vielen Death Metal-Bands, betreten Amorphis 1990 zum ersten Mal die Bühnen dieser Welt. Gitarrist Esa Holopainen und Drummer Jan Rechberger gründen die Band und finden in Tomi Koivusaari an der Gitarre und dem Mikro und Basser Olli-Pekka Laine weitere Mitstreiter, mit denen sie im folgenden Jahr ein Demo einspielen.|
Relapse Records werden auf die Finnen aufmerksam und bieten ihnen einen Deal an, der auch schnell besiegelt wird. Amorphis nehmen sechs weitere Songs auf, wovon zwei auf einer heute gesuchten 7"-Single erscheinen. Die anderen sollen eigentlich auf einer Split-EP mit Incantation rauskommen, aber daraus wird leider nichts. Dafür erscheint 1992 "The Karelian Isthmus", welches nach einem historischen finnischen Schlachtfeld benannt ist und durchschnittlichen Death Metal mit Keyboards präsentiert. Dennoch verkauft sich die Scheibe ansprechend, weswegen Relapse die aufgenommenen Songs schließlich unter dem Namen "Priviledge Of Evil" veröffentlichen. Auch diese ist nicht unbedingt zwingend, ganz im Gegensatz zu der '94er Scheibe "Tales From The Thousand Lakes".
Darauf werden die Keyboards von Neuzugang Kasper Martenson erstmals melodiegebend, und mit Pasi Koskinen taucht ein zweiter Sänger auf, der für die cleanen, melodischen Vocals verantwortlich zeichnet, jedoch nur Gast ist. Hier greifen die Finnen textlich die Welt der Kalavela auf, einer Sammlung finnischer Gedichte(n), die konzeptionell mit der Musik und dem genialen Cover sehr schön umgesetzt werden. Auch verwende sie verstärkt Elemente des 70er Rocks auf, vor allem die Hammond Orgel, die später zu einem wichtigen Bestandteil des Sounds werden sollte. Folgerichtig findet sich auch eine Coverversion der Doors auf dem Album. Für die anstehende US-Tour mit Entombed wird Keyboarder Kasper Martenson durch Kim Rantala ersetzt, der somit auch in Europa mit Tiamat die Tasten bearbeitet.
Nach der Tour legen Amorphis 1995 die 4-Track EP "Black Winter Day" nach, mit dem Titeltrack und drei neuen Songs aus der "Tales..."-Session. Schon ein Jahr darauf trumpfen Amorphis mit "Elegy" auf, worauf Pasi, inzwischen vollwertiges Mitglied der Band, mit seiner Stimme mehr und mehr in den Vordergrund tritt. Drummer Jan gibt die Sticks an Pekka Kasari ab und textlich vergreifen sich die Jungs an einem weiteren finnischen Meisterwerk, der (oder dem) "Kanteletar". Selbiges ist eine Sammlung von über 700 finnischen Gedichten und Balladen, die teilweise über tausend Jahre alt sind. Die Death Metal-Roots sind nur noch ansatzweise zu erkennen und die 70s-Anleihen verstärken sich deutlich, wobei auch Wert auf traditionelle, finnische Instrumente gelegt wird.
1997 schieben sie "My Kantele" nach, mit einer Akustik-Version vom Titeltrack, einer Coverversion von Hawkwinds "Levitation", "I Hear You Calling" von Kingston Wall und einem Zweiteiler namens "Brother's Slayer", bevor man den Rest des Jahres auf Tour durch Deutschland und Finnland verbringt. Nach der Tour gönnt sich die Band eine Pause und beginnt an neuen Songs zu feilen.
Inzwischen ist für Keyboarder Kim mit Santeri Kallio ein ehemaliges Kyyria Mitglied dabei und auch Basser Olli hat sein Langholz an Niclas Etelavuori abgegeben, der ebenfalls zuvor bei Kyyria gespielt hat. Die Aufnahmen für "Tuonela" sind 1999 abgeschlossen und es ist schnell klar, dass das Thema Death Metal definitiv gegessen ist. Der Begriff Metal wird dem Ganzen auch nicht mehr gerecht, Amorphis haben die Grenzen eindeutig gesprengt. Zusammen mit The Kovenant gehen sie auf eine ausgedehnte US-Tour und beginnt im Anschluss schon mit den Arbeiten am neuen Album.
Im Frühherbst 2000 belegen sie zum wiederholten mal die Finnvox Studios, um "Am Universum" einzuspielen. Die Scheibe vereint alle Stärken, die Amorphis bis dato ausmachen. Sphärische 70er-Keyboards, geniale Melodien von Gitarre, Keys und Gesang und eine Ausstrahlung, die den Hörer gefangen nimmt. Davon dürfen sich auch im Anschluss primär die Amis überzeugen, denn dort sind Amorphis mit Opeth im Gepäck unterwegs. An der träumerischen Stimmung ihrer Songs ändert sich auch auf dem zwei Jahre später erscheinenden "Far From The Sun" wenig bis nichts. Auffällig ist, dass sich Amorphis scheinbar auf die eigenen Stärken besonnen haben und nicht mehr auf unzählige Gastmusiker zurückgreifen müssen, wie das bei "Am Universum" noch der Fall war.
"Far From The Sun" klingt somit etwas reduzierter, aber auch schlüssiger und bringt die Songs deutlicher auf den Punkt. Nachdem sie Nuclear Blast verlassen haben, stehen sie inzwischen beim Major Virgin unter Vertrag und haben somit ein finanzstarkes Label im Rücken, das ihnen noch einen Schritt weiter helfen könnte. Im Frühjahr 2002 hat sich Drummer Pekka aber schon entschieden, dass er sich mehr um Privates kümmern will und nimmt seinen Hut. Für spielt somit der ehemalige Skinsman Jan Rechberger auf dem Album, derweil sich einige Bandmitglieder ihre Zeit mit diversen Nebenprojekten vertreiben.
Das langjährige Label Relapse Records bringt 2003 noch eine Best-Of mit dem Titel "Chapters" auf den Markt, der auch eine kurze DVD mit fünf Videoclips beigelegt ist und die einen angenehmen Überblick über die Schaffensgeschichte der Band bietet. In der Zwischenzeit starten ein paar Amorphis-Mitglieder zusammen mit ein paar Jungs von HIM das Grindcore-Projekt To Separate The Flesh From The Bones, ehe Amorphis mit Paradise Lost in Skandinavien auf Tour sind.
Leider muss Drummer Jan sein Gastspiel mit der Band schon wieder beenden, denn persönliche Problem verhindern eine weitere Zusammenarbeit. Atte Sarkima nimmt seine Platz ein und spielt mit dem Rest ein paar Demos für das neue Album ein. Der Deal mit Virgin ist Geschichte, aber Nuclear Blast sind schon ganz erpicht darauf, die Finnen wieder unter Vertrag zu nehmen. Der große Schock folgt, denn im Sommer 2004 kündigt Pasi an, dass er seinen Job am Mikro bei Amorphis hinschmeißen will, um sich ganz seinem Death Metal Projekt zu widmen.
Zwischenzeitlich springt Charon/Ex-Poisonblack-Fronter Juha-Pekka Leppäluoto ein, doch letztendlich bekommt der ehemalige Sinisthra-Fronter Tomi Joutsen das Mikro in die Hand. Nachdem die komplette Musikfraktion von Amorphis dem ehemaligen Carcass-Shouter Jeff Walker bei dessen Country-Album aushilft, gehen sie in den Staaten zusammen mit Into Eternity, Beyond The Embrace und Bullet Theory auf Tour. Kaum wieder zurück in Finnland geht es ins Studio, um dort das nächste Album "Eclipse" einzuspielen. Darauf zeigt Tomi, dass er Pasi in nichts nachsteht und dass Amorphis auch 2006 immer noch wissen wie man ordentlich rockt.
(Quelle: www.laut.de)