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| Hilarius von Poitiers († 367) - Über die Synoden oder über den Glauben der Orientalen.

Vierundsechzigstes Hauptstück.
Ja, wir bekennen es, durch die Gabe des heiligen Geistes immer schuldlos, und schreiben es gerne nieder: Nicht zwei Götter gibt es, sondern nur Einen Gott; und daraus folgt nicht, daß der Sohn Gottes nicht auch Gott sey; denn er ist Gott aus Gott. Nicht zwei Ungeborne gibt es, weil der Würde des Nichtgeborenseyns zu Folge Ein Gott ist; aber daraus folgt nicht, daß nicht auch der eingeborne Gott sey; denn sein Ursprung ist die nichtgeborne Substanz. Nicht Eine Person, sondern Eine gleiche Substanz gibt es. Nicht der Name Gottes ist bei verschiedenen Naturen Einer; sondern die Wesenheit Eines Namens und Einer Natur ist gleich. Es ist nicht der Eine durch die Art seiner Wesenheit vorzüglicher, als der Andere, sondern der Eine ist dem Andern durch die Geburt der Natur unterworfen. Der Vater ist dadurch größer, daß er Vater ist, der Sohn aber ist deßwegen nicht kleiner, weil er Sohn ist. Die Benennung ist verschieden, die Natur aber ist nicht verschieden. Wir glauben, daß der Vater nicht innerhalb der Zeiten sey, verneinen aber nicht, daß der Sohn mit dem Vater gleichzeitig sey. Wir lehren, daß der Vater in dem Sohne ist, weil der Sohn nichts von dem Vater Verschiedenes in sich hat; wir behaupten, daß der Sohn in dem Vater ist, weil das nicht anderswoher ist, was Sohn ist. Wir wissen, daß sie eine wechselseitige und gleiche Natur haben, weil sie gleich sind; wir glauben nicht, daß sie Eine Person seyen, weil sie Eins sind; wir lehren, daß sie wegen der Nichtverschiedenheit der gleichen Natur Eins seyen, auf eine solche Weise, daß sie nicht Eine Person sind.
[S. 17]