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Das antike Apollonia, das heutige Marsa Susa, war einst als Hafenstadt von Kyrene gegründet worden und war als solche von grosser Bedeutung gewesen. Von hier aus wurde Sylphium, eine in der Antike äusserst begehrte Heilpflanze, in alle Welt verschifft. Grosses Ansehen erlangte die Stadt im 5. und 6. nachchristlichen Jahrhundert, als Apollonia die Hauptstadt der Provinz Pentapolis war. Hier hat auch Theodora, die spätere Gemahlin des Kaisers Justinian gelebt, damals noch die Geliebte des byzantinischen Statthalters Hekebolios. Die Ruinen, die hier zu sehen sind, stammen fast alle aus byzantinischer Zeit. Das antike Stadtgebiet erstreckte sich längs der Küste zum Mittelmeer und war von einer in byzantinischer Zeit errichteten Mauer umgeben. Die noch vorhandenen Baureste stammen ebenfalls aus römischer und byzantinischer Zeit – drei Basiliken, der Palast des byzantinischen Statthalters, Thermen und ein Theater.
Die Westbasilika ist ein dreischiffiger Bau, dessen Säulen teilweise aus Gebäuden stammen, die aufgegeben worden waren. Nicht weit von dieser Kirche entfernt befindet sich der nächste grosse Komplex, die fünfschiffige Zentralbasilika, und dahinter liegen die römischen Bäder. Die Kirche wurde mit eigens für den Kirchenbau hergestellten Säulen erbaut, eine Innovation – sie sind mit christlichen Symbolen dekoriert. Die ausgedehnten Thermen stammen vermutlich aus der römischen Kaiserzeit. An die Stadtmauer angebaut ist der Palast des byzantinischen Statthalters. Wenn man dem Hofchronisten des Kaisers Justinian, Prokopius, Glauben schenken will, hat hier Theodora mit ihrem Liebhaber Hekebolios gelebt. Die dritte und grösste Kirche auf dem Gelände ist die Ostkirche, sie stammt aus dem 5. Jahrhundert, und die Cippolino-Säulen, die hier verbaut wurden, standen ursprünglich vor dem Bühnenhaus des Theaters. Dieses befindet sich ausserhalb der Stadtmauer und bildet den östlichen Abschluss des gesamten Ruinengeländes. Erbaut wurde das Theater schon in griechischer Zeit, unter Kaiser Domitian (1. Jahrhundert n. Chr.) wurde es jedoch aus- und umgebaut. Schon in byzantinischer Zeit wurde das Theater als „Steinbruch“ genutzt: das Bühnenhaus wurde abgetragen und seine gesamte Bausubstanz anderweitig verwendet. Nur die Sitzreihen des Theaters sind noch erhalten.