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Seit über 20 Jahren stellt man sich die Frage, ob Menschen, die in der Nähe von Kernkraftwerken leben, dadurch gesundheitlich gefährdet sind. Insbesondere wurde das Auftreten von Krebserkrankungen bei Kindern untersucht, da diese strahlungsempfindlicher sind als Erwachsene. Die Strahlenbelastung durch Kernkraftwerke ist allerdings um ein Vielfaches kleiner als die natürliche Strahlung aus der Umwelt, der wir konstant ausgesetzt sind.
Um einen allfälligen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Kinderkrebs und dem Wohnort in der Nähe von Kernkraftwerken zu untersuchen, wird in der Schweiz nun erstmals vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern eine umfassende Studie durchgeführt: Studie zu Kinderkrebs im Umfeld von Schweizer Kernkraftwerken, kurz: CANUPIS-Studie.
Eine im Dezember 2007 veröffentlichte Studie aus Deutschland zeigte ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern, welche im Umkreis von fünf Kilometern von Kernkraftwerken wohnen. Das Risiko war insbesondere für Leukämien bei Kleinkindern erhöht.
Allerdings konnten die Autoren der deutschen Studie keine gesicherten Aussagen über die Ursachen des vermehrten Auftretens von Krebserkrankungen bei diesen Kindern machen. Die durch den Betrieb von Kernkraftwerken bedingte zusätzliche Strahlenexposition der Bevölkerung ist sehr gering und kann das Resultat wahrscheinlich nicht erklären.
Die Resultate dieser sogenannten KiKK-Studie («Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kern-Kraftwerken») sind auf der Homepage des deutschen Kinderkrebsregisters im Detail dargestellt.
In der Schweiz werden fünf Kernkraftwerke betrieben (Beznau I und II, Mühleberg, Gösgen und Leibstadt, siehe Karte), die zusammen 42% der schweizerischen Stromproduktion erzeugen (Stand 2006). Insgesamt lebt 1% der Schweizer Bevölkerung im Umkreis von 5 km von einem Kernkraftwerk, ungefähr 10% leben im Umkreis von 15 km.
Karte: Kernkraftwerkstandorte in der Schweiz