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Es ist nun das eine zu sagen, Aktivisten würden bestimmte Kommunikationstechnologien benutzen – und etwas völlig anderes zu sagen, Technologie spiele die ultimative Rolle für den Erfolg einer Bewegung. Dieser Aufsatz fragt nach den wesentlichen Eigenschaften eines erfolgreichen Aufstandes, und ich glaube nicht, dass – wenn wir hinter die oberflächlichen Unterschiede von Kommunikationsmitteln schauen – sich die Antwort durch die Geschehnisse in Nordafrika und im Nahen Osten verändert hat.
Protest 1.0
Um vier Uhr dreissig, am Montagnachmittag des 1. Februar 1960, setzten sich vier Universitätsstudenten an die Theke des Woolworth-Imbisslokals im Zentrum von Greensboro, North Carolina. Sie waren Studienanfänger am North Carolina A. & T., einem schwarzen College, das eine Meile entfernt lag. «Ich hätte gern eine Tasse Kaffee», sagte einer der vier, Ezell Blair, zur Kellnerin. «Wir bedienen hier keine Neger», lautete ihre Antwort.
Die Woolworth-Imbisstheke war eine lange L-förmige Bar, mit Platz für 66 Gäste und einer Stehbar für Snacks. Die Sitze: reserviert für Weisse. Die Snackbar: für Schwarze. Eine andere Angestellte, schwarz, näherte sich den Studenten und versuchte, sie zu warnen. «Euer Verhalten ist blöde und ignorant!», sagte sie. Die Studenten jedoch bewegten sich nicht. Gegen fünf Uhr dreissig wurden die Vordertüren des Ladens geschlossen. Die vier bewegten sich noch immer nicht. Letztlich verliessen sie das Gebäude durch eine Seitentüre. Draussen hatte sich eine kleine Menge versammelt, inklusive eines Photographen des Greensboro Record, der Lokalzeitung. «Ich werde morgen zurück sein – mit dem A. & T. College», sagte einer der Studenten.
Bis zum nächsten Morgen war der Protest auf 27 Männer und 4 Frauen angestiegen, die meisten davon kamen aus dem gleichen Studentenwohnheim wie die ursprünglichen vier. Die Männer trugen Anzug und Krawatte, brachten ihre Schulaufgaben mit und studierten sitzend an der Theke. Am Mittwoch beteiligten sich Studenten von Greensboros «Neger»-Sekundarschule, Dudley High, und die Anzahl der Protestierenden schwoll auf nunmehr 80 an. Donnerstags zählten die Protestierenden 300 Personen, inklusive 3 weisser Frauen des Greensboro Campus der University of North Carolina. Samstags beteiligten sich am Sitzstreik ganze 600 Menschen: die Leute standen bis zur Strasse. Weisse Teenager schwenkten die Flagge der Konföderation, einige warfen Feuerwerkskörper. Mittags kam die Footballmannschaft des A. & T. «Hier kommt der Schlägertrupp», rief ein weisser Student.
Am darauffolgenden Montag hatte sich der Sitzstreik nach Winston Salem ausgebreitet, 26 Meilen entfernt, und nach Durham, 50 Meilen entfernt. Am Folgetag beteiligten sich die Studenten des Fayetteville State Teachers College und des Johnson C. Smith College in Charlotte, am Mittwoch kamen Studenten des St. Augustine’s College und der Shaw University in Raleigh hinzu. Am Donnerstag überquerte der Protest die Staatsgrenzen nach Hampton und Portsmouth, Virginia, nach Rock Hill, South Carolina, und nach Chattanooga, Tennessee. Ende des Monats gab es im gesamten Süden der USA Sitzstreiks, westlich bis nach Texas.
«Ich fragte jeden Studenten, den ich traf, wie der erste Tag des Sitzstreiks auf ihrem Campus war», schrieb der Politikwissenschafter Michael Walzer in seinem Buch…