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in ordine cronologico l per autore del progetto l g l l l r l domenico gilardi l12l Gianbattista gilardi l2l afanasy grigoriev, domenico gilardi l1l giovanni lucchini l1l carlo rossi l16l luigi rusca l15l
Ein damals ungewöhnliches Haus, das zum Modell für ähnliche moskauer Gebäude wurde. Statt an der Strasse liegt es etwas zurückversetzt. Statt mit einer Kolonnade im Empire-Stil ist die Fassade mit vier Nischen geschmückt. Das Treppenhaus mit Zenitallicht führt zum Ballsaalsaal und zu einer Suite von Wohn- und Empfangsräumen. Säulen aus Kunstmarmor, schöne Kapitelle, Stuck, Skulpturen, ein marmorner Kamin... Aus finanziellen Gründen musste S. Gagarin das Haus vor Abschluss der Ausbauarbeiten zu verkaufen.
Die erste grosse Auftrag von Domenico Gilardi war der Wiederaufbau des Moskauer Universitätsgebäudes, dessen verkohltes Gerippe nach dem Brand von 1812 bereits fünf Jahre im Zentrum von Moskau stand. Der neue Komplex entsprach dem Kanon des russischen Klassizismus, war jedoch eine Spur triumphaler: eine Kuppel als Krönung des zentralen Gebäudes sowie ein Portikus mit dorischen Säulen. Die skulpturalen Elemente und die Malereien in der Aula Magna basieren auf Zeichnungen von Domenico Gilardi (s. Video).
Ungewöhnlich für Moskau ist auch die private Manege. Prinz Gagarin Direktor der kaiserlichen Theater, 1831 eröffnete er das Alexandrinski-Theater in Sankt Petersburg war Pferdeliebhaber. Das Anwesen verkaufte er einem Pferdezüchter und Philanthropen. 1843 ging es an die Verwaltung der Staatlichen Pferdezucht Moskau. In der Manege fanden Pferdeschauen und Verkäufe statt. Zur Sowjetzeit u. a. Kavallerieschule. Bekannte Schüler: Stalins und Mikojans Söhne. Seit 1937 ist im Haus das Literaturmuseum Gorky.
Der Jelagin-Palast auf der Jelagin-Insel im Flussdelta der Neva wurde als Sommerpalast für die Mutter von Zar Alexander l. errichtet. Er ersetzte ein als palladianische Villa errichtetes Herrenhaus, das vermutlich von Giacomo Quarenghi entworfen wurde. Während der Belagerung Leningrads wurde er von Bomben getroffen und brannte vollständig nieder. In den 50'er Jahren wurde er wieder aufgebaut. Heute beherbergt er eine Sammlung von Kunstobjekten aus dem 18. und 19. Jh., insbesondere wertvolle Glaswaren.
Das Küchengebäude wurde im Rahmen des Umbaus des Anitschkow-Palais (1817-1821) zusammen mit den beiden Gartenpavillons errichtet. Die Küche ist bei vielen Herrenhäusern und Palästen in einen separaten Pavillon ausgelagert. Es ging darum, das Problem der Verbreitung von Küchengerüchen in repräsentative Räume gar nicht erst entstehen zu lassen. Momentan beherbergt das Gebäude das Anitschkow-Lyceum, eine experimentelle 10. Klasse, die 1989 als Abteilung des Leningrader Palastes der Pioniere gegründet wurde.
Im Rahmen der Gestaltung des Suworow-Platzes erweiterte Carlo Rossi das Saltykow-Palais zum Platz hin und schuf eine repräsentative Fassade. Bild 1 zeigt die ehemalige Brandwand des Gebäudes von Quarenghi. Heute beherbergt es die Universität der Künste. Im selben Jahr wurde auf Anregung von Carlo Rossi der Rumjanzew-Obelisk auf die Wasilewski-Insel gebracht und stattdessen eine Statue von Alexander Suworow aufgestellt. Suworow wird in den Kantonen Uri, Schwyz und Glarus bis heute als Befreier verehrt.
Zur Umsetzung des Entwicklungsplans für das Gebiet rund um das zukünftige Alexandrinski-Theater wurde als erstes zwei symmetrische Pavillons mit Figuren der russischen Helden sowie ein Zaun gebaut, der den Rest des Gartens des Anitschkow-Palais abtrennt. Dadurch wurde die östliche Grenze des neuen Bereichs markiert und die Stellung des Schlosses im Ensemble gestärkt. Im Sommer 1832 wurde auf dem Platz vor dem Theater ein Garten angelegt und durch einen Gussrost mit vier Doppelflügeltoren eingezäunt.
Katharina ll. gewährte Alexei Orlow der sie inthronisiert, Peter lll. im Ropshapalast erdrosselt und in der Cesme-Bucht die türkische Flotte versenkt hatte 120'000 Hektar Land. Orlov nutzte es zur Zucht von einzigartigen Pferden, den Orlov-Trottern: grosse, ausdrucksstarke Augen, geschwungener Hals was mit den Schlitten gut aussah sowie klar endende Bewegungen im Trab. Gilardi ersetzte die Holzställe durch einen Gebäudekomplex von 4.5 Hektar Dachfläche, 5 km Umfang und einer Wandstärke von 90 cm.
Die Kirche wurde von Kaufleuten gestiftet, die auf dem nahe gelegenen Platz Handel trieben. Sie prunkte mit einem dreistöckigen Glockenturm, einer vergoldeten Ikone sowie mit wertvollen Gegenständen. Die Kirchgemeinde war eine der reichsten in der Stadt. in der Stalinzeit blieb sie intakt, 1923 erhielt sie gar den Status einer Kathedrale. Auf der Höhe von Chruschtschows antireligiöser Kampagne wurde sie gesprengt (1961), um einer U-Bahnhalle Platz zu machen. 1995 wurde ein Wiederaufbauprojekt bewilligt.
Der Grundstein für den Bau der Kathedrale wurde bereits 1805 gelegt, im Jahr der Stadtgründung. Die Bauarbeiten begannen jedoch erst sechs Jahre später. Nachdem Luigi Rusca Russland 1818 verlassen hatte, wurde ein neuer Architekt mit dem Bau beauftragt. Dessen Entwurf erwies sich als nicht stabil genug, die Hauptkuppel zu tragen. 1846 brachen Teile in sich zusammen. Das Selbe geschah 1863 mit dem Entwurf eines weiteren Architekten. Der Bau konnte 1904 durch einen vierten Architekten fertigstellt werden.
Die klassizistische Kirche wird von einer tiefen Kuppel gekrönt. Ein Portikus mit sechs Säulen betont die Hauptfassade. Der Innenraum ist als Rotunde ausgebildet, die mit vierundzwanzig ionischen Säulen aus weissen Kunstmarmor (Scagliola) geschmückt ist. Im Jahr 1932 wurde die Kirche aller Leidtragenden geschlossen. Danach wurde das Gebäude erst das Museum für Religionsgeschichte genutzt, nach 1970 beherbergte es einen Ableger der Vserosssiyskogo, der russischen Gesellschaft zum Schutz von Baudenkmälern.
Gianbattista Gilardi, 1787-1817 in Russland tätig, war seit den 1790er Jahren leitender Architekt des Moskauer Waisenhauses. Im russischen Encyklopedischen Wörterbuch steht nach seiner Projektliste folgender Vermerk: während des Krieges von 1812 sei er nicht geflohen, sondern im besetzten Moskau geblieben, um die Kinder des Waisenhauses zu schützen, für deren Evakuation die Zeit nicht gereicht hatte. Im Brand von Moskau wurde der östliche Gebäudeflügel zerstört. Er fehlt auch im historischen Foto.
1802-1812 war der «English Club» im Gagarin-Palast am Strastnoy Boulevard eingemietet, wo er auch das Gala-Dinner abhielt, das Tolstoi im Roman «Krieg und Frieden» beschreibt (s. Video). 1831 zog er in das ehemalige Haus Kheraskow, das Domenico Gilardi nach der Verwüstung 1812 wiederaufgebaut hatte. Der Club, grösster Treffpunkt der Oberschicht in Mokau, war bekannt für seine Kartenspiele, prunkvollen Dinners und politischen Diskussionen. Hier verkehrten u. a. Alexander Pushkin, Leo Tolstoi und Gogol.
Carlos Rossis Innenausbau des Anitschkow-Palais wurde nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern auch vom königlichen Hof sehr positiv aufgenommen. Dies führte dazu, dass er unmittelbar darauf neun Zimmer im Winterpalast wieder herrichten konnte. Diesmal ging darum, die Prinzessin Charlotte von Preussen (die spätere Zarin Alexandra Fjodorowna) und ihren Vater, König Friedrich Wilhelm lll., bei ihrem Besuch des Zarensohns Nikolaus standesgemäss zu beherbergen. Die Arbeiten dauerte fünf Monate.
Älteste Hochschule in der Ukraine, als Prinz Bezborodko Gymnasium gegründet, einer Bildungseinrichtung für männliche Adelssprösslinge. Das Hauptgebäude von Luigi Rusca wurde 1805-1817 fertiggestellt, die Schule jedoch erst drei Jahre später eröffnet. In den frühen 1860er Jahren verlor sie an Popularität. Um 1863 lag ein Entwurf vor, sie zu schliessen. Eine Justizreform brachte den Aufschwung, 1869 gab es bereits 200 Studenten. Aktuell hat die Universität 7 Fakultäten mit etwa 8'000 Studenten (2014).
Nowotscherkassk, zwölf Jahre zuvor gegründet, war die einzige Stadt im Gebiet der Donkosaken, die keine städtische Kultur kannten. Kosaken waren Gemeinschaften freier Reiterverbände aus flüchtigen Leibeigenen, Abtrünnigen manchmal auch Delinquenten. Die Triumphbögen wurden errichtet, um Alexander l. bei seinem geplanten Besuch zu empfangen. Nach Nowotscherkassk führten zwei Strassen. Niemand wusste genau, von welcher der Kaiser kommen würde. Zur Sicherheit baute man also auf jeder Strasse einen.
Nowotscherkassk, zwölf Jahre zuvor gegründet, war die einzige Stadt im Gebiet der Donkosaken, die keine städtische Kultur kannten. Kosaken waren Gemeinschaften freier Reiterverbände aus flüchtigen Leibeigenen, Abtrünnigen manchmal auch Delinquenten. Die Triumphbögen wurden errichtet, um Alexander l. bei seinem geplanten Besuch zu empfangen. Nach Nowotscherkassk führten zwei Strassen. Niemand wusste genau, von welcher der Kaiser kommen würde. Zur Sicherheit baute man also auf jeder Strasse einen.
Die einstige Palastkirche, 1734-47 durch Michael Zemtsow erbaut, wurde im Verlauf der Zeit mehrmals umgestaltet: 1772 durch Vasili Ivánovich Neyelov (Chefarchitekt Katharinenpark), 1817 durch Luigi Rusca (Neubau Glockenturm), 1898 durch Silvio Danini. Nach der Oktoberrevolution verlor die Kirche einen Teil ihres liturgischen Inventar, wurde aber nicht geschlossen. Dies geschah erst 1941, nachdem die Deutschen das Chorgestühl entfernt hatten. Auf ihrem Rückzug 1943 nahmen die Soldaten die Ikone mit.
Badehäuser waren bei den Anwesen der russischen Aristokratie sehr verbreitet. Das Badehaus von 1765 wurde 1801 demontiert. 1816-1817 liess Sergey Golitsyn ein verputztes Holzhaus im Empire-Stil mit Aussicht zum Park errichten. Eine Loggia mit zwei Säulen führte zu einem Umkleideraum mit Kuppel. Von da aus ging es zur Sauna sowie zu einem kalten Bad. Hinzu kam ein Ruheraum und ein Wohn-, Ess- und Arbeitszimmer. Je ein Seiteneingang führte zur Heizung sowie zu einem Speicherbecken für Wasser von 7.5 x 5 m.
Im frühen 19. Jh. gestaltete Carlo Rossi die Innenräume des Anitschkow-Palais im neoklassischen Stil. Ausserdem fügte er dem Palast die beiden Hofpavillons hinzu, die die Grenze zwischen dem Garten und dem neu geschaffenen Ostrowski-Platz definieren. Nach dem Umbau von Carlo Rossi wurde der Palast die Winterresidenz des Thronfolgers und späteren Kaisers Nikolaus l. Als 1837 der Winterpalast nach dem verheerenden Brand wieder aufgebaut wurde, zog die Familie für einige Zeit in das Anitschkow-Palais.
Von Beginn an gab es in diesem Bereich des Parks Gebäude und Strukturen für unterschiedlichste Zwecke: Orangerien, um Pflanzen des Parks zu überwintern, Treibhäuser für das Gemüse des Grossfürsten, Wohnhäuser für Höflinge, Diener und die Palastverwaltung. Hier wohnte auch der gebürtige Türke Ivan Kutaisov sowie die Sekretärin von Maria Fjodorowna. Neben den Treibhäusern lagen die Häuser der Gärtner. 1816 gestaltete Carlo Rossi einen im Jahr zuvor von einem unbekannten Architekten erbauten Wintergarten um.
Die Gouvernante Charlotte von Lieven (1742-1828) genoss am Hof aufgrund ihres pädagogischen Geschicks und ihrer Gelehrsamkeit hohen Einfluss. Im Alter von 39 Jahren war sie Witwe geworden, vollkommen mittellos und gleichzeitig alleinerziehende Mutter von fünf Kindern. 1783 engagierte sie Katharina ll. auf Empfehlung des Gouverneurs von Riga für die Erziehung ihrer Enkel. 1799 erhielt sie in Anerkennung ihrer Verdienste den Rang einer Gräfin, am Tag der Krönung von Zar Nikolaus l. den einer Prinzessin.
Wie auch andernorts haben die Aufwertungsmassnahmen der Innenstadt dazu geführt, dass wohlhabende Einwohner ihre Häuser im klassizistischen Stil umgestalten bzw. neue errichten liessen. Das genaue Baujahr dieses Herrenhauses im Empire-Stil ist unbekannt. Es wurde irgendwann im Zeitraum zwischen 1810 und 1820 errichtet und gilt als das beste Baudenkmal der Wohnarchitektur dieser Zeit, das in Twer erhalten geblieben ist. Allerdings wurde eines der beiden Nebengebäude in den 1970'er Jahren abgerissen.
Auf der Liste der in Twer erhaltenen Bauten von Carlo Rossi ist auch dieses Herrenhaus. 1813 starb sein Schirmherr, der Generalgouverneur Fürst Oldenburg. Katharina Pawlowna reiste ab. Der Ausschuss zur Verbesserung der Stadt gab danach seine Arbeit auf. Carlo Rossi beendete die Wohnprojekte für Kaufleute und zog 1815 wieder nach Sankt Petersburg. Auch in anderen Städten der Provinz basieren Bauten auf Entwürfen von Rossis Tätigkeit in Twer (1809-14): in Torschok, Kaschin, Beschezk sowie im Ort Staritsa.
Auf der Liste der in Twer erhaltenen Bauten von Carlo Rossi ist auch dieses einfache Wohnhaus. 1813 starb sein Schirmherr, der Generalgouverneur Fürst Oldenburg. Katharina Pawlowna reiste ab. Der Ausschuss zur Verbesserung der Stadt gab seine Arbeit auf. Carlo Rossi beendete die Wohnprojekte für Kaufleute und zog 1815 wieder nach Sankt Petersburg. Auch in anderen Städten der Provinz basieren Bauten auf Entwürfen von Rossis Tätigkeit in Twer (1809-14): in Torschok, Kaschin, Beschezk sowie im Ort Staritsa.
Bei der Erweiterung des Herrenhauses tastete Domenico Gilardi das bestehende Gebäude nicht an, sondern platzierte in einem klaren Abstand zwei schlichte, symmetrische Kuben. Sie waren aus Holz und verputzt. Geschwungene Kolonnaden ebenfalls aus Holz verbanden sie mit dem Haupthaus. Als Schmuck ein Portikus mit sechs Säulen sowie zwei ägyptische Löwen aus Gusseisen. Am Eingang des sichtfreien Vorplatzes eine Brücke mit gusseisernen Greifen. Sie halten vier Kandelaber, in denen nachts Fackeln brannten.
Bei der Erweiterung des Herrenhauses tastete Domenico Gilardi das bestehende Gebäude nicht an, sondern platzierte in einem klaren Abstand zwei schlichte, symmetrische Kuben. Sie waren aus Holz und verputzt. Geschwungene Kolonnaden ebenfalls aus Holz verbanden sie mit dem Haupthaus. Als Schmuck ein Portikus mit sechs Säulen sowie zwei ägyptische Löwen aus Gusseisen. Am Eingang des sichtfreien Vorplatzes eine Brücke mit gusseisernen Greifen. Sie halten vier Kandelaber, in denen nachts Fackeln brannten.
Eines der wenigen Beispiele der Architektur des Empire mit Motiven der Alt-Ägyptischen Architektur. Glattpolierter Putz, abgeschrägte Wände und sich nach oben verjüngende Fenster erinnern an Monumente des Alten Ägypten. Der Dekor unterstreicht den Effekt. Lebensmittel wurden im Untergeschoss gelagert. Das gesamte Erdgeschoss konnte als Palastküche genutzt werden. In der Attika die Zimmer des Kochs. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Projektidee vom ehemaligen Leibeigenen Andrei Woronichin stammt.
Domenico Gilardi, ursprünglich Landschaftsmaler, gestaltete das Anwesen auch als Landschaftsarchitekt um. Sein prägendster Eingriff war die Lindenallee - siebenhundert Meter kugelig gestutzte Lindenbäume, feierlich auch «Avenue Vlakhernskoye» genannt. Sie teilte den Park in zwei Bereiche. Links der französische Park mit klaren Geometrien und in Form geschnittenen Bäumen; im Zentrum eine kreisförmige Lichtung, aus der zwölf Allen ausstrahlen. Rechts die unendliche Weite des englischen Landschaftsparks.
Die Auferstehungskirche am Ufer der Wolga wurde 1731 durch Spende eines reichen Kaufmanns im Stil des Barocks errichtet. 1797-1805 wurde sie auf Kosten eines Privatmanns renoviert sowie im Stil des damals modischen Klassizismus umgebaut und dekoriert. 1815-22 wurde sie durch Spende des Bürgermeisters durch Carlo Rossi um eine Kapelle im Süden erweitert. Zur Sowietzeit wurde die Kirche geschlossen, das Gebäude als Schachklub und Museum genutzt. Der Glockenturm wurde abgerissen, die Statuten entfernt.
Mit 81 m Höhe und der goldenen Kuppel gilt der Turm als Wunder der Architektur des 16. Jh. Die ersten Geschosse wurden 1505-08 durch Marco Frjasin errichtet, 1600 wurde er aufgestockt. Sein pyramidenförmiges Fundament reicht 10 Meter tief in den Boden. Beim Einmarsch in Moskau 1812 hielt Napoleon das vergoldete Kreuz für pures Gold und liess es abmontieren. Er wollte es als Souvenir nach Paris verfrachten, um damit den Invalidendom zu schmücken. Als er den Rückzug antrat, liess er den Turm sprengen.
1814 wurde das Grundstück billig verkauft billig, da darauf nur noch die Steinsockel von zwei im Feuer von 1812 verbrannten Holzhäuser standen. Noch im selben Jahr wurde auf den alten Fundamenten abermals ein Holzhaus hochgezogen. Er war kleiner als die alten Gebäude, so dass eine kleine Terrasse entstand. Das Haus wirkt wie ein Miniaturpalast. Jede der beiden Strassenfassaden ist mit einem Portikus geschmückt, der jeweils anders gestaltet ist. Seit 1957 beherbergt es das Alexander Pushkin Museum.
Das Herrenhaus Kuzminki 1916 durch einen Schornsteinbrand zerstört, später durch einen Neubau ersetzt war ein einstöckiges Holzhaus mit Zwischengeschoss, die Hauptfassade durch einen Portikus mit vier ionischen Säulen geschmückt, im Zentrum ein ovaler Ballsaal mit 12 Fenstern. Im Jahr 1812 plünderten und verwüsteten Napoleons Truppen das Landgut. Laut offizieller Website des Ministeriums für Kultur der Russischen Föderation führte Gilardi bereits 1812-1814 im Anwesen Kuzminki Arbeiten durch.
Eines der poetischsten Gebäude im Park von Pawlowsk; erbaut 1811-12 durch Andrei Woronichin. Der blassgelb gestrichene Holzpavillon inmitten eines Rosengartens ist geschmückt mit Putenfries, Portici von jonischen Säulen sowie einer kleinen Kuppel. 1814 fügte Carlo Rossi unterstützt vom Künstler und Bühnenbildner Pietro Gonzaga einen mit Rosenfries geschmückten Ballsaal an. Es wurde der von Maria Feodorowna bevorzugte Ort, um im kleinen Kreis Dichter, Schriftsteller und Maler zu empfangen.
Das Mausoleum für Prinz Wolonski, der 1812 gefallen war. Entworfen hat es Domenico Gilardi (1785-1845), errichtet der ehemalige Leibeigene Afanasy Grigoriew (1782-1868). Die einzigartige Form der Rotunde wurde 1934 verzerrt, der Glockenturm abgerissen. Ebenso ging die ziegelrote Färbung verloren, die im Kontrast zum Grün der Bäume, zum Weiss des Portikus sowie der Zackenkrone stand. Die Russische Union der Architekten nutzte das Gehöft als Ferienhaus, im Mausoleum war der Speisesaal (s. Foto von 1950).
1757 schenkte Katharina ll. das Palais ihrem Lebensgefährten Graf Potjomkin, welcher den Umbau des Palastes in dessen heutigen Formen durchführen liess. Nach Potjomkins Tod ging das Palais zurück an den Hof und galt ab 1793 offiziell als Kaiserresidenz. Das Palais blieb bis zur Februarrevolution 1917 im Besitz der Romanows, 1918 wurde es verstaatlicht. Erst wurde hier das Stadtmuseum Leningrads eingerichtet, 1937 schliesslich der Palast der Leninpioniere, eine ideologisch geprägte Kinder-Freizeitstätte.
Nachdem Tod von Peter ll. machte der Geheimrat 1730 Anna Iwannowna zur Kaiserin, in der Hoffnung, dass sie aus Dankbarkeit eine Alibi-Kaiserin würde. Sie war jedoch am Hof aufgewachsen und daher sehr gut darauf vorbereitet, wie mit politischen Strukturen umzugehen ist und welchen Weg sie gehen muss. Da sie vom Establishment des Militärs ablehnt wurde, gründete sie zwei neue Regimenter, darunter das Ismailowsky-Regiment; ebenso eine Kadettenschule, an der auch Kunst und Wissenschaft vermittelt wurde.
1763 fiel ein Grossteil von Twer einem Brand zum Opfer. Daraufhin liess Katharina ll. die Stadt im neoklassizistischen Stil wieder aufbauen. Die Novotorzhskaya ist eine jener Strassen, für die Peter Nikitin zum Wiederaufbau einen Gestaltungsplan schuf. Leider ist die Novotorzhskaya auch eine jener Strassen, die im Winter 1941 durch die Besatzer zerstört wurde. In der Nachkriegszeit mangelte es an allen Ecken und Enden. Einige Häuser wurden wieder aufgebaut, andere durch Neubauten ersetzt.
Zwischen 1809 und 1812 war Twer das Zentrum des neu entstandenen Gouvernements Twer, Yaroslawl und Nowgorod; der Reisepalast die Residenz des Generalgouverneurs, dem Prinzen von Oldenburg. 1809 wurde ein Komitee zur Stadtverbesserung aufgestellt, dem Carlo Rossi 1809 bis 1815 angehörte. Rossis private und öffentliche Bauten beeinflussten die Stadtentwicklung und prägten das Stadtbild. Die Bebauung an der Uferstrasse der Wolga ist eng mit seinem Namen sowie mit jenem von Matwei Kasakow verbunden.
Wenige Jahre nach dem Bau des Katharineninstituts wurde eine Schule für Töchter der Mittelschicht sowie der unteren Klassen gebaut. Die Grundlage für die Zulassung an der Schule konnte auf dem Tod des Vaters basieren oder auf der finanziell schwierigen Situation der Familie. Das Gebäude wurde 1803-1806 durch Gianbattista Gilardi und Andrey Alekseevich nach einem Projekt von Giacomo Quarenghi errichtet. Zur Sowjetzeit war hier das Tuberkulose-Forschungsinstitut der Medizinischen Wissenschaften der UdSSR.
Die beiden zweigeschossigen, winkelförmigen Gebäude vor dem Anitschkow-Palais (an der Uferpromenade durch einen offenen Säulengang verbunden, erbaut 1803-1805 von Giacomo Quarenghi) sollten ursprünglich als Einkaufsmeile oder z. T. zu Wohnzwecken dienen. 1809-1811 baute Rusca die Gebäude zum Kabinett seiner Kaiserlichen Majestät um, welches den kaiserlichen Schatz, das Eigentum sowie die Ländereien verwaltete. Er fügte zudem im Westen einen Gebäudeteil hinzu, vermutlich auch einen Zaun mit Tor zum Palais.
Der Entwurf des ursprünglichen Pavillons, 1796 für Musikabende gebaut, ist vom Landschaftsarchitekten Peter Neyelov, Sohn des Vasily Neyelov (s. Marmor- bzw. Palladio-Brücke). Rusca ersetzte sein exotisches Design durch ein strengeres im klassischen Stil. Die Hauptfassade erhielt einen Portikus mit ionischen Säulen. Neben den Fenstern stehen Karyatiden. Fenster wurden geschlossen, der Innenraum mit Kunstmarmor (Scagliola) ausgekleidet (im ll. Weltkrieg zerstört), Decke und Fries mit Malereien verziert.
Im Katharinenpark gab es ein Vergnügungspavillon, die sog. «Rodelbahn» (s. Zeichnungen). Mit den Jahren wurde sie baufällig und musste abgerissen werden. An ihrer Stelle errichtete Rusca eine Terrasse aus rosa und grünem Granit, die nach ihm benannt ist. Die Terrasse bietet inszenierte Ausblicke auf den grossen Teich mit der Schiffsanlagestelle. Rusca wollte die Terrasse mit zwei Marmorstauten ausschmücken, was nicht umgesetzt wurde. Die jetzigen Stauten wurden fünfzig Jahre später hinzugefügt.
Es wird angenommen, dass das Haus in den 1750er bis 1760er Jahren von Alexander Kokorinov erbaut wurde. 1809-10 wurden die Fassaden 1809-10 von Luigi Rusca und Sergej Prokofevic Bernikow im Stil des typisch russisch reifen Klassizismus neugestaltet. Der Palast des Grafen Ivan Shuvalow (Kammerjunker und Liebhaber der Kaiserin Jelisaweta), wurde später zum Amtshaus, dann zum Theater, 1913 wurde ein Kino eröffnet, 1915 das Kafeehaus Empire, 1917 ein Verlagshaus, eine Kreditgesellschaft, eine PTT, usw.
Auf Initiative von Katharina ll. entstanden in ganz Russland Innenstadt-Ensembles, die eine Beziehung von Bestehendem und Neuem suchten. Die Gebäude waren klassisch und den Möglichkeiten von Provinzstädten angemessen. Carlo Rossi war de facto Leiter des Ausschusses für die Verbesserung von Twer. Seine wichtigste Aufgabe bis April 1810 war die Planung und Entwicklung des Stadtzentrums. Leider hatten die Stadtplaner in den 1960er Jahren nichts Besseres zu tun, als Alles dem Erdboden gleich zu machen.
Einst gab es hier eine Fährverbindung, mit der man zur Insel übersetzen konnte, nachdem man die Rodelbahn runtergerutscht ist. Zeitgleich mit dem Bau der Granit-Terrasse entstand der Pier, klein und zurückhaltend, so dass er sich in die Natur einbindet. Die architektonische Haltung ist lakonisch: eine rechteckige Plattform mit vier Ebenen, die zum Wasser führen. Der Abstieg wird von vier Zylindern flankiert, die als Basis für Tischplatten gedient haben sollen. Die Skulpturen wurden erst 1850 hinzugefügt.