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Foratom: EU soll Nuklearindustrie als strategische Industrie anerkennen
Das Foratom erklärte, die europäische Nuklearindustrie sei bereit, Europa bei der Bereitstellung sauberer Energie und der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit zu unterstützen.
In der am 10. März 2020 veröffentlichten neuen «Industriestrategie für ein global wettbewerbsfähiges, umweltfreundliches und digitales Europa» wird Kernenergie nicht erwähnt. Es werden eine Reihe von Massnahmen zur Unterstützung der europäischen Industrie festgelegt, darunter der Abbau von Bürokratie und die Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln. Eine der wichtigsten Herausforderungen besteht darin, sicherzustellen, dass die europäische Industrie Zugang zu einer sicheren Versorgung mit sauberer Energie zu einem wettbewerbsfähigen Preis hat. Dies sei entscheidend für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit Europas. «Kernenergie kann dazu beitragen, dass dies Realität wird», sagte Foratom-Generaldirektor Yves Desbazeille. «Es ist nicht nur kohlenstoffarm, sondern auch flexibel, lieferbar und kostengünstig.»
Laut Foratom ist die Kernenergie, die rund 26% des EU-Stroms aus 126 kommerziellen Reaktoren in 14 Ländern liefert, von entscheidender Bedeutung: Sie kann zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie beitragen, da Energie häufig einen erheblichen Anteil der Herstellungskosten ausmacht. Sie kann zum europäischen Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 beitragen und kann der Industrie die Energie liefern, die sie benötigt, wenn sie diese benötigt. Dies ist besonders wichtig für Prozesse, die rund um die Uhr laufen.
«Es ist wichtig zu bedenken, dass die europäische Nuklearindustrie nicht nur Strom liefert, sondern auch medizinische Isotope und andere Anwendungen für Industrie und Landwirtschaft bereitstellt, sagte Desbazeille. «Vor diesem Hintergrund sind wir der festen Überzeugung, dass der Nuklearsektor als strategische europäische Industrie anerkannt werden sollte.»
Das Foratom fordert deshalb die politischen Entscheidungsträger auf, einen stabilen politischen Rahmen für die EU einzuführen, der Investitionen in kohlenstoffarme Technologien mit hohen Kapitalkosten wie die Kernenergie fördert.
Im Bulletin 1/2020 erscheint ein ausführliches Interview mit Foratom-Generaldirektor Yves Desbazeille.