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2920 – Morombe
Das Städtchen Morombe liegt etwas verloren zwischen Morondava und Tulear an der Westküste von Madagaskars.
Dieses einstige Strandparadies liegt 200 km südlich von Morondava. Eine abenteuerliche Route führt ab Morondava entlang der Westküste Madagaskars via Belo sur Mer, Morombe, Andavadaoka, Salary und Ifaty. Die Reise endet dann in Tulear.
Morombe oder “grosser Strand“ war auch in der Nachkolonialzeit ein sehr beliebter Badeort der Franzosen. Aber ab 1970 kamen wegen der Uneinigkeit zwischen Frankreich und Madagaskar nur noch wenige Reisenden an diesen Ort. Die Hauptattraktion von Morombe ist die herrliche Lagune, denn sie wird gegen das Meer hin durch ein riesiges, atemberaubendes Korallenriff begrenzt. Auf der Höhe der Stadt und gegen Norden hin zieht sich ein 10 km langer, streckenweise guter Badestrand. Dieser Strand ist immer von Fischern und Bootsbauern belebt.
Morombe
Auf Madagaskar gibt es 18 Ethnien und jede hat ihre eigene Kultur und Tradition. Eine dieser Ethnien sind die Vezo, sie werden auch “Nomaden des Meeres“ genannt, denn sie sind eine der letzten nomadischen Volksgruppen im Land. Diese Untergruppe der Sakalava lebt heute rund um die Stadt Tulear in Anakao, Ifaty, Salary bis Morombe und weiter nördlich bis Morondava und Maintirano.
Die Vezo leben hauptsächlich vom Fischfang und dafür fahren sie weit aufs Meer hinaus. Für die Vezo ist das Meer ein heiliger Ort, denn sie glauben an einen Gott, der das Meer beherrscht. Im Allgemeinen sind sie mit ihrer Tradition sehr verbunden, beispielsweise muss ein Vezo am Ort seiner Geburt begraben werden, um den Faden mit seinen Vorfahren nicht zu verlieren. Deshalb haben die Vezo viele Fady (Verbote), die zu respektieren sind.
Ab Morombe bis Tulear hat man viele Gelegenheiten, um das Alltagsleben des Vezo kennenzulernen. Bemerkenswert ist aber vor allem die Lebensfreude der Bevölkerung. Die Vezo sind die einzige madagassische Volksgruppe, die keine Beschneidungen der Knaben vornimmt, obwohl es sich bei den anderen madagassischen Ethnien um ein wichtiges Ritual handelt.
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Früher war die Stadt Morombe für den Anbau der sogenannten Mondbohnen und Limabohnen bekannt. Dank der Flüsse leben die Bewohner in Morombe auch vom Maniok-, Mais- und Reisanbau. Verschiedene Produkte des Mangoky-Tales und -Deltas wie Baumwolle, Zucker, Bananen werden hierher transportiert.
Etwa 40 km nordöstlich von Morombe befindet sich der Ihotry-See. Es handelt sich um den drittgrössten See von Madagaskar, sein Wasser ist leicht salzig. Dieses Gebiet ist wenig bekannt, obwohl es der Lebensraum für viele Wasservögel ist. Ornithologen und Naturliebhaber kommen oft hierher.
Morombe
In Morombe und seiner Umgebung befinden sich zahlreiche Baobabs. 80 Kilometer von Morombe entfernt liegt der Ampanonga-Wald (“Forêt d’Ampanonga“). Hier findet man viele Affenbrotbäume, darunter ist der Adansonia grandidieri, der auch „Reniala“ genannt wird. Es ist quasi ein Baobab-Wald, obwohl die Bäume eher vereinzelt stehen. Neben den Baobabs ist die Küste auch mit artenreichen Mangrovensystemen bestückt. Nördlich von Morombe und in der Region um Belo sur Mer liegt der Nationalpark Kirindy-Mitea, der zwei Vegetationstypen umfasst: im Westen der Trockenwald und im Süden der Dornenwald. In allen Gebieten leben auch Lemuren.
Es ist empfehlenswert, zwei oder drei Tage in Morombe zu verweilen, um das Meer und den Strand zu geniessen. Auch wenn Morombe keine nennenswerten Sehenswürdigkeiten aufweist, lohnt sich hier ein Stopp auf der Fahrt entlang der Westküste. Eine Autostunde südlich von Morombe erreicht man den Badeort Andavadaoka mit seinen langen und weissen Stränden. Dies ist das Ferienparadies schlichthin. Aufgrund seiner Abgelegenheit ist Andavadaoka aber nur wenig besucht – was ja Vorteile und Nachteile hat.
Januar 2021, geschrieben von Koloina PRIORI Antananarivo
Redigiert von Peter Elliker www.madagaskarhaus.ch