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Zecken sind blutsaugende Ektoparasiten (leben „aussen“ auf dem Tier), welche Säugetiere, Vögel und Reptilien befallen. Für Tiere und Menschen spielen die Zecken als Überträger (Vektoren) von Krankheiten eine grosse Rolle. Die Entwicklung von Zecken erfolgt über 3 Stadien: Zeckenweibchen legen Eier, daraus entwickeln sich ca. 0.5mm grosse Larven. Die Larven saugen vor allem auf kleinen Nagetieren (z.B. Mäusen) Blut. Anschliessend an die Blutmahlzeit erfolgt eine Häutung und es entwickeln sich ca. 1mm grosse Nymphen. Nach einer weiteren Blutmahlzeit und Häutung entstehen die adulten Zecken.
Entwicklungsstadien der Zecke (Foto: www.hs-bremen.de)
Zecken sind Milben, diese besitzen 8 Beine. Sie lassen sich von vorüberziehenden Wirten (Hund, Katze, Mensch usw.) von Gräsern und Gebüschen abstreifen, krabbeln auf dem Körper einige Zeit herum, stechen an geeigneter Stelle durch die Haut und saugen Blut. Besonders betroffen sind wenig behaarte Körperpartien mit dünner Haut zum Beispiel an Kopf, Ohren, Achseln und Innenschenkeln. Der Saugakt dauert je nach Zeckenart und Entwicklungsstadium unterschiedlich lang:
- Larve 2-6 Tage
- Nymphe 3-7 Tage
- Adulte Weibchen 5-14 Tage
Weibliche Zecken saugen deutlich mehr Blut als männliche Zecken, sie brauchen das Blut zur Bildung von Eiern. Männliche Zecken saugen nur Blut zur eigenen Ernährung.
Die wichtigsten in der Schweiz vorkommenden Zecken bei Hunden und Katzen sind der Holzbock (Ixodes ricinus), die Auwaldzwecke (Dermacentor reticulatus) sowie die die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus (selten)).
Der Holzbock (Ixodes ricinus)
Der Holzbock ist die häufigste Zecke in der Schweiz. Sie bevorzugt Nadel-, Laub- und Mischwälder mit dichtem Unterholz, kommt jedoch auch in Gärten und Parks vor. Der Holzbock ist weltweit verbreitet und kann sich im Gebirge bis 1200 m.ü.M aufhalten. Die Zeckendichte kann lokal sowie auch von Jahr zu Jahr sehr stark variieren. Die Zeckensaison für den Holzbock ist variabel und hat je einen Höhepunkt im Mai/Juni und August/September. Der Holzbock kann bei Hunden Überträger der Anaplasmose (canine granulozytäre Ehrlichiose) und der Borreliose sein.
vollgesogenes Weibchen (Foto: www.wikipedia.org)
Auwaldzecke (Foto: www.wikipedia.org)
Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Die Auwaldzecke lebt in feuchten Habitaten wie Mooren und in Laubwälder der Westschweiz und fokal im schweizerischen Mittelland. Die Zeckensaison beginnt bereits früh und endet spät, unter guten klimatischen Bedingungen dauert sie sogar von Februar bis Dezember. Die Zecke kann Überträger der Babesiose sein.
Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
Die braune Hundezecke lebt südlich der Alpen und stellt vor allem bei Reisen in den Süden eine Gefahr für die Hunde dar. Sie hält sich nur in der warmen Jahreszeit nördlich der Alpen auf, in der Schweiz haben sich jedoch Populationen in warmen Räumen etabliert (Zwinger, Hundeheime, Wohnung usw). Die braune Hundezecke kann bei Hunden die Ehrlichiose und die Babesiose übertragen.
Braune Hundezecke (Foto: www.wikipedia.org)
Ein Zeckenbiss ist meist mit Juckreiz und einer kleinen Entzündung verbunden. Dies ist aber für das betroffene Tier in der Regel kein Problem. Der Schutz vor Zecken dient vor allem der Verhinderung einer Übertragung gefährlicher Krankheiten. Zeckenkrankheiten können beim Hund teilweise lebensbedrohliche Folgen haben. Die Krankheitsübertragung findet mit dem Biss und Saugakt der Zecke statt, es kann Stunden bis wenige Tage dauern, bis es zu einer Übertragung des Erregers kommt. Wird eine Zecke nicht sachgerecht entfernt, entwickeln sich zum Teil durch die in der Haut verbliebenen Zeckenreste kleine entzündliche Reaktionen. Diese heilen meist problemlos ab.
Wichtig ist die sachgerechte Entfernung der Zecke
Werden Zecken auf einem Tier entdeckt, sollten diese umgehend entfernt werden, um eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Zwar dauert es in der Regel Stunden bis wenige Tage, bis eine Erregerübertragung stattfindet, meist ist aber unbekannt, wie lange sich die Zecke bereits auf dem Tier aufhält. Öl, Alkohol, Klebstoff oder Äther sollten nicht zum Einsatz kommen, da die Zecke während dem langsamen Absterben allfällige Krankheitserreger in das Tier „erbrechen“ kann. Zecken sind in die Haut eingekittet. Es kann eine halbe Minute dauern, bis sich die Zecke löst, dann aber gleitet sie ganz leicht aus der Haut. Ist das Tier nicht bereits vorbehandelt, wird nach Entfernung der ersten Zecke die Anwendung eines Zeckenschutz-Präparates empfohlen, da sich nicht unbedingt alle auf dem Tier befindlichen Zecken, vor allem kleine Zeckenstadien, sicher finden und entfernen lassen. Auch anschliessend sollten das betroffene Tier und alle zum Haushalt gehörenden Hunde und Katzen bis zum Ende der Zeckensaison vorbeugend gegen Zecken behandelt werden. Für die Behandlung sollten ausschliesslich Zeckenschutz-Präparate angewendet werden, die für die zu behandelnde Tierart zugelassen sind.
Die Behandlung kann mit einem Spot-on (Flüssigkeit wird auf die Haut aufgetragen), einem Halsband oder einer Tablette erfolgen. Die Tablette bekämpft zusätzlich die gefürchtete Fuchsräude.
Wir informieren Sie gerne über das bei Ihrem Vierbeiner geeignete Präparat.