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Gibt es ein Argument, weshalb man bei einer guten Geschichte keinen Namen nennen soll? Ja, anscheinend schon. Denn wenn die Geschichte eines Arbeitskollegen dritten Grades, verschwägert mit der Freundin meines zweiten Cousins, der Verwandt ist mit dem Lehrer, den ich in der sechsten Klasse hatte, und der wiederum der Sohn meins Stiefonkels ist zu persönlich zu sein scheint, sollte man einfach von Kolleg reden.
Also, was ist das für eine Art, wenn jemand, der nicht gern namentlich in Geschichten erwähnt wird, darum bittet als Kolleg bezeichnet zu werden? Eine Welt voller namenlosen Kollegen, Geheimnissen, unbekannten Freunden, verfeindeten Partnern, nervenden Chefs und unbedeutenden Cousins. Weshalb tragen wir Namen, um uns davor zu schämen zu schätzen oder uns dahinter zu verstecken? Wir tragen Namen, um einer Erfahrung, deren Inhalt nicht die Geschichte des Kollegen sein muss, einen persönlichen Charakter zu geben. Namen sagen mehr aus als nur eine Geschichte, sie sind Identifikation, Charakterzug und stehen trotz vielen anderen gleichen Namen für die Einzigartigkeit einer Geschichte. Sie sollen erwähnt werden, sind sie doch genauso geläufig wie viele Eigennamen, wie Baum, Rot oder Lampe, wer darauf in einer Geschichte verzichtet, oder darauf besteht nicht namentlich in einer persönlichen Erfahrung erwähnt zu werden, kann genauso gut von Idee von heute Mittag, blauer Freund oder Sache in der rechten Hälfte der Schublade sprechen. Übrigens bin ich Karim, Kolleg des Namenlosen und ich stehe dazu und mein Kolleg ebenso.