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Um das Potential von passiven Rohstoff-Anlagen auszuschöpfen, kommt der Wahl des richtigen Index eine zentrale Bedeutung zu. Der Optimised Commodity Index (EBCI) hat seit Jahresbeginn 9 % zugelegt und andere breit angelegte Rohstoffstrategien wie den Bloomberg Commodity Index (BCOM) und den Thomson Reuters CRB um nahezu 200 Basispunkte übertroffen. Diese Outperformance illustriert die beiden Grundpfeiler der auf dem EBCI-Index basierenden Strategie. In diesem Beitrag wird im Vergleich zu anderen WisdomTree-Rohstoffstrategien untersucht, wie ein Engagement in diversifizierte Rohstoffe in Verbindung mit einer Optimierung der Terminkurve die Volatilität dämpft und gleichzeitig Alpha generiert.
Stärkere Streuung führt zu drastisch niedrigerer Volatilität
Einer der wichtigsten Vorteile eines breit angelegten Rohstoffkorbes ist die im Vergleich mit einem einzelnen Rohstoff niedrigere Volatilität. Der Hauptgrund hierfür ist, dass einzelne Rohstoffe miteinander nicht korrelieren; sobald sie in einem Korb zusammengefasst sind, können sie grosse Preisschwankungen untereinander auffangen. Ein Korb mit stärkerer Streuung führt zu einer drastisch niedrigeren Volatilität. Dies erklärt, warum die annualisierte Volatilität von 13 % gut diversifizierter Rohstoffkörbe niedriger als sogar die von Gold (17 %) sein kann.
Der EBCI-Index nutzt dieses Prinzip, wenn er bei seiner Anlage in Rohstoffen einem breit basierten und nach Sektoren ausgewogenen Ansatz folgt. Durch die Übernahme der Anfangsgewichtungen des Bloomberg Commodity Index bei jeder jährlichen Neugewichtung im Januar, jedoch mit strikten Obergrenzen je Sektor von 35 % repräsentiert der Rohstoffkorb die einzelnen Rohstoffe ausgeglichener.
Abbildung 1: Performance seit Jahresbeginn
EBCI im Vergleich zu ähnlichen Indizes
Quelle: WisdomTree. Stand der Daten: 31. August 2016
Frühere Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf zukünftige Renditen zu.
Ohne diese Caps sind Strategien wie der Thomson Reuters CRB und der S&P GSCI in bestimmten Sektoren wie beispielsweise im Energiesektor (der normalerweise bis zu 60 % des Korbes ausmacht) deutlich stärker gewichtet, was eine höhere Volatilität mit sich bringt.
Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung der Ölpreise im Jahr 2016, deren Volatilität durch laufende Spekulation über Angebot und Nachfrage befeuert wird. Abbildung 1 zeigt, dass die Rohstoffkörbe mit einer starken Gewichtung von Energie (CRB und S&P GSCI) unter dieser zu hohen Gewichtung gelitten haben. Sie profitierten zwar von Preisanstiegen, wurden jedoch auch durch Preiseinbrüche belastet. Dadurch haben sich solche Strategien nicht nur schlechter entwickelt als ähnliche, sie waren zudem auch zyklischer.
Der häufigste Grund für strategische Allokationen in breit gestreute Rohstoffe folgt normalerweise dem Bedürfnis, die Volatilität eines Aktien- oder Anleihenportfolios zu reduzieren. Stattdessen kann eine schlecht diversifizierte Rohstoffstrategie genau dieses Bedürfnis nicht erfüllen. Anleger sollten daher ein überhöhtes Engagement in bestimmten Sektoren vermeiden, indem sie Rohstoffstrategien in Betracht ziehen, die ein Instrument für eine ausgewogene Sektorgewichtung enthalten.
Alpha generieren durch das Optimieren der Terminkurve
Während die Gewichtung der einzelnen Rohstoffe einen riesigen Einfluss auf die Bestimmung des Risikoprofils von Gesamtstrategien hat, sind im Hinblick auf langfristige Investments in Rohstoffe die Rollrendite oder Haltekosten wahrscheinlich ebenso wichtig. Rollrendite oder Haltekosten sind eine zusätzliche Quelle für Rendite (oder für Renditebelastungen), der Anleger in Rohstoffen nicht entkommen können. Trotzdem werden sie häufig entweder übersehen oder nicht vollständig verstanden.
Konventionelle, breit angelegte Rohstoffstrategien wie der BCOM und CRB folgen normalerweise einem einfachen Ansatz bei Ablauf von Terminkontrakten: Sie ersetzen die ablaufenden Kontrakte durch ebensolche für die nächsten Monate, die etwas weiter auf der Terminkurve liegen. Dadurch sind diese Strategien häufig stark am Beginn der Terminkurve eines bestimmten Rohstoffs engagiert, was für die Anleger erhebliche Folgen hat.
In einer Backwardation-Situation (Preis für die Lieferung in der Zukunft liegt unter dem aktuellen Kurs) ist ein Engagement am Anfang der Terminkurve ideal, da dies genau die Stelle mit der steilsten Steigung ist. Genau dort wo die positive Rollrendite maximiert werden kann. Umgekehrt haben Anleger unter Umständen erhebliche Kosten zu tragen, wenn Rohstoffe strategisch über lange Anlagezeiträume in Contango-Situationen (Preis für die Lieferung in der Zukunft liegt über dem aktuellen Kurs) gehalten werden, in denen die Haltekosten am Beginn der Kurve am höchsten sind.
Die optimierte Rollstrategie setzt bei konventionellen Rollmethoden an, indem sie sich in Terminkontrakten engagiert, die durch das Profil der Terminkurve der Basisrohstoffe bestimmt werden. Grob gesagt: Wenn die Märkte einzelner Rohstoffe in einer Contango-Situation sind, wäre eine optimierte Rollstrategie in weiter vom Beginn der Terminkurve entfernten Terminkontrakten investiert. Dort verläuft sie flacher (und Zeit und Rollen untergraben die Terminpreise weniger). Dadurch werden Anleger weniger durch die Haltekosten belastet als bei einem konventionellen Rollen. In Backwardation-Situationen würde eine flexible Optimierungsmethode sich am Beginn der Kurve positionieren.
Ein Blick auf die Wertentwicklung seit Jahresbeginn für einzelne Rohstoffe vermittelt ein Gefühl dafür, wie wichtig eine Kurvenoptimierung für die Alpha-Generierung beim Anleger ist.
Abbildung 2: Performance-Beiträge von Rohstoff YTD
Um Gewichtung bereinigte Performance