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| Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte Gesänge gegen die Grübler über die Glaubensgeheimnisse

12. An Gott. (Gefühle der Dankbarkeit, der Demuth und Anbetung vor Gottes Erhabenheit und liebevoller Herablassung.) Der zweiunddreissigste Gesang des Originals.
4. Fortsetzung von der Herablassung des Allerhöchsten.
Klein geworden bist du schon, da du schufst; denn von jener deiner erhabenen Majestät ließest du dich zur Erniedrigung herab. Die Schöpfung nämlich konnte nur kleinweise von dir zur Gestaltung kommen. Kleinheit legte zuerst Derjenige an, der da Schöpfer ist; denn wie hätte er sonst erschaffen können? Wenn er nämlich nicht klein werden konnte, so konnte er auch nicht groß machen.1 Gepriesen sei dein Wille! Kleiner wardst du, als du bist; allein auch größer als du bist. Kleiner, weil du von jener (dir eigenen) Größe dich herabließest; größer aber, weil du dich erbarmtest und die Geschöpfe erschufst.
1: Diese Stelle ist so zu verstehen: Es war für den Höchsten eine Herablassung, daß er schuf und bei der Erschaffung sich nach der ihnen von ihm gegebenen Empfänglichkeit der endlichen Wesen richtete. Die Beschränktheit der Geschöpfe zeigt nicht Mangel an Allmacht bei Gott, sondern ist Folge der Natur geschaffener Wesen. Gott läßt sich zu ihrer Empfänglichkeit herab nnd erhebt sie eben dadurch.