Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03448.jsonl.gz/955

Untere Geflechtfabrik, zur Zeit als die Classic AG (s. Firmenschild) in diesem Gebäude produzierte. Dies dürfte in den 1960er- und 1970er- Jahren der Fall gewesen sein.
Geflechtfabrik und Geflechtmaschinenfabrik, gegründet 1904 durch Jean Kappeler.
Später hiess die Fabrik Schmid, Kappeler & Co. AG. Diese Firma ging um 1917 in Konkurs.
Die Firma wurde ab 1917 von Jean und Adolf Schmid, von Hägglingen, als Argovia AG weiterbetrieben.
Jean Kappeler baute dann die untere Geflechtfabrik (Stetterstrasse 21.
Bild-Nr.: 01040
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Untere Geflechtsfabrik, Stetterstrasse 21, ca. 1975, damals Sitz der Classic AG
Die sogenannte „Untere Geflechtfabrik“ (nicht Argoviagebäude, sondern das untere Gebäude gegen den Zentralplatz hin) präsentiert sich mit seinem mit Treppengiebeln bewehrten Fabriktrakt und dem hübsch gestalteten Bürogebäude mit zweigeschossigem Erker über dem Eingang gegen die Stetterstrasse hin als Gewerbebau von spezieller Qualität. In diesem schlossähnlichen Gebäude widerspiegelt sich der echte Stolz eines Industriepioniers.
Erbaut wurde die Liegenschaft laut Recherchen von Kutay Saxer, dem Leiter der heute in diesen Gebäuden tätigen Firma Sato, 1922/23. Bauherr war Jean Kappeler, Gründer der nachmals Argovia genannten Firma.
Dieser war der Erfinder verschiedener Geflechtsmaschinen. 1917 trennte er sich nach dem Konkurs der Firma von den
andern Geschäftspartnern der Schmid, Kappeler & Cie. AG und baute die sog. untere Geflechtfabrik, die 1924 "Geflechtfabrik und Zwirnerei AG" hiess und 1928 in "Geflechtfabrik Mellingen AG" umbenannt wurde. Die Firma, die etwa bis 1940 bestand, war unter anderem für ihre Klöppelspitzen bekannt.
Kappelers Frau war eine Gredinger, von Mellingen. Deren Schwester war Lena Gredinger. Diese heiratete Eugen Diebold,
Kaufmann und Wirt zum „Bären“ in Schwyz. Diebolds zogen dann nach Mellingen, nahmen im grossen Haus neben dem
„Rosengarten“ (Bahnhofstrasse Nr. 11) Wohnsitz. Eugen Diebold übernahm die Fabrik von seinem Schwiegervater.
Später traten auch seine Kinder Lena und Alfons in die Firma ein. Laut Aussagen eines direkt Betroffenen sollen in diesem
Betrieb während des Zweiten Weltkriegs u.a. Gewehrpatronen für das Dritte Reich hergestellt worden sein. Rund 140 Personen hätten damals in drei Schichten gearbeitet. Die Ära Diebold endigte wohl inden 1960er-Jahren.
Etwa in den folgenden zwei Jahrzehnten fabrizierte die Firma Classic von Herrn Götschi Einrichtungen für Ladengeschäfte und Archive sowie Kunststoffprodukte. (Hinweise von Franz Peterhans, der lange in dieser Firma arbeitete.)
Später war Martin von Reding Besitzer der Liegenschaft, bis sie 1986 von Beat Saxer übernommen wurde.
Heute betreibt dessen Sohn Kutay Saxer den Familienbetrieb, die Sato AG, welche internationalen Handel mit technischen Komponenten betreibt.
Von 1976 bis 1986 hatte die Firma ihren Sitz in Oberrohrdorf.
U.a. Mitteilungen von Beat und Kutay Saxer
s. im Weiteren Online-Inventar Aarg. Denkmalpflege
Bild-Nr.: 01040.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli / Online-Inventar Aarg. Denkmalpflege
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Untere Geflechtfabrik, Stetterstrasse 21, vor 1981
Zu diesem Gebäude s. Bild-Nr. 01040.1
Zur Datierung: Das ca. 1981 abgebrochene alte Fabrikgebäude Zentralplatz 2b steht noch.
Bild-Nr.: 01039
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen