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Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen entzündet. Diese häufige Entzündung kann akut und chronisch verlaufen. Meist sind Viren oder Bakterien für die Entzündung verantwortlich, teilweise in Verbindung mit begünstigenden Faktoren.
Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann alleine auftreten oder Zeichen einer allgemeinen Atemwegserkrankung sein. Typische Symptome einer Sinusitis sind Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen sowie Schnupfen mit gelb-grünem Nasensekret. Die Diagnose lässt sich leicht anhand dieser Beschwerden in Verbindung mit bildgebenden Untersuchungsverfahren, wie Ultraschall oder Röntgenbildern, stellen.
Um das Ausmass der Nasennebenhöhlenentzündung sowie begleitende Fehlbildungen zu bestimmen, sind in einigen Fällen zusätzliche Aufnahmen mithilfe einer Computertomographie sinnvoll. Zur Behandlung der Nasennebenhöhlenentzündung kommen Medikamente und unterstützende Massnahmen zum Einsatz. Treten Nasennebenhöhlenentzündungen wiederholt auf, kann eine Operation erforderlich sein. Schwere Komplikationen, wie zum Beispiel eine Hirnhautentzündung oder Abszessbildung, sind in einigen Fällen möglich und verschlechtern die bei einer Sinusitis sonst günstige Prognose.
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Diese Entzündung kann sowohl akut auftreten (akute Nasennebenhöhlenentzündung) als auch – wenn sie über eine Dauer von drei Monaten besteht – chronisch verlaufen (chronische Nasennebenhöhlenentzündung).
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist meist die Folge einer Entzündung, die sich von der Nase in die Nasennebenhöhlen ausbreitet. Die Nasennebenhöhlen sind Hohlräume in den Gesichtsknochen und befinden sich neben (Kieferhöhle), über (Stirnhöhle) und hinter der Nase (Keilbeinhöhle und Siebbeinzellen). Alle Nasennebenhöhlen sind mit der Nasenhöhle verbunden und mit Schleimhaut ausgekleidet. Im Zellsystem der Nasennebenhöhlen bildet sich regelmässig Schleim, den der Körper über die Nase durch sich bewegende winzige Flimmerhärchen (Zilien) abtransportiert.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung kann sich jede der Nasennebenhöhlen entzünden:
Sind bei der Nasennebenhöhlenentzündung mehrere oder alle Nebenhöhlen zur selben Zeit betroffen, bezeichnet man dies als Polysinusitis oder Pansinusitis.
Die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist sehr häufig. Je nach Alter ist bei Kindern akut vor allem das Siebbein, bei Erwachsenen (nach Häufigkeit in absteigender Reihenfolge) die Kieferhöhle, das Siebbein, die Stirnhöhle und die Keilbeinhöhle betroffen. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung tritt meist in der Kieferhöhle oder im Siebbein auf.
Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht meist nach einem Schnupfen oder einer Rachenentzündung, deren häufigste Ursachen Viren sind. Die betroffene Schleimhaut schwillt an und kann so zu einer Verlegung der Nebenhöhleneingänge führen. Dadurch und weil die Schleimhaut durch die virusbedingte Entzündung geschwächt ist, können sich leicht bakterielle Zweitinfektionen bilden. Als Auslöser finden sich vor allem die Bakterien Haemophilus influenzae, Pneumokokken und A-Streptokokken.
Obwohl eine entzündete Nasenschleimhaut fast immer eine Entzündung der Nebenhöhlen verursacht, zeigt sich diese nicht immer in Form einer typischen Nasennebenhöhlenentzündung mit den entsprechenden Symptomen. Welches Ausmass eine akute Sinusitis zeigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Begünstigend wirken sich beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem, aggressive Erreger, verlegte Nebenhöhleneingänge und anatomische Besonderheiten aus: So können zum Beispiel eine verbogene Nasenscheidewand, vergrösserte Nasenmuscheln oder auch Nasenpolypen die Ursachen dafür sein, dass sich eine typische akute Sinusitis ausbildet.
Erkrankte Zahnwurzeln (Wurzelspitzeneiterung) oder eine Zahnentfernung, bei der versehentlich eine Verbindung zwischen dem Hohlraum der Kieferhöhle und dem Mundraum (eine sog. Fistel) entstanden ist, können die Ursachen für eine akute Nasennebenhöhlenentzündung sein, die die Kieferhöhle betrifft. Weitere Sonderformen der akuten Sinusitis sind die sogenannte Badesinusitis, deren Ursachen im Wasser befindliche Erreger sind, die beim Baden in die Nase eindringen, und die Barosinusitis, die durch Druckschwankungen beim Fliegen und Tauchen entsteht.
Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht immer dadurch, dass die Nasennebenhöhlen unzureichend belüftet und verengt sind. Als Ursachen kommen unterschiedliche Faktoren infrage; begünstigend wirken:
Durch diese begünstigenden Faktoren ist der Schleimtransport anhaltend gestört. Dies ist die Ursache dafür, dass zunächst eine wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündung entsteht. Später entwickelt sich daraus eine chronische Sinusitis.
Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) beginnt meist mit einem über Tage anhaltenden Schnupfen. Als wichtigste Symptome der entzündeten Nasennebenhöhlen kommen Gesichtsschmerzen und ein Stauungsgefühl im Gesichtsbereich hinzu. Typischerweise nehmen die Schmerzen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung zu, wenn die Betroffenen sich schnell nach vorne beugen, aufstehen oder auf einem Bein hüpfen. Die Schmerzen sind stechend, bohrend oder pulsierend und drückend, besonders über der betroffenen Nebenhöhle. Die betroffenen Stellen reagieren empfindlich auf Klopfen und auf Druck von aussen.
Das Nasensekret ist bei einer Sinusitis meist eitrig, gelb-grünlich gefärbt und zäh. Es fliesst sowohl aus der Nase als auch im Rachen ab. Die Nasenatmung ist durch die geschwollene Schleimhaut und das Sekret behindert, die Betroffenen nehmen Düfte nicht mehr richtig und den Geschmack von Essen weniger intensiv wahr. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung kann sich ausserdem durch allgemeine Symptome wie Fieber äussern.
Neben diesen Hauptsymptomen kann eine akute Nasennebenhöhlenentzündung sogenannte Nebensymptome auslösen. Beispiele für solche Symptome sind: Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Zahnschmerzen, Husten oder Ohrenschmerzen.
Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) liegt vor, wenn die Symptome über eine Dauer von mindestens drei Monaten bestehen. Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung tritt als seröse Form mit Polypen und als eitrige Form mit chronisch vereiterter Nebenhöhle auf.
Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist mit geringer ausgeprägten Schmerzen verbunden als akute Nasennebenhöhlenentzündungen. Häufig fehlt dieses Symptom auch ganz. Die Nasenatmung ist oft nur einseitig behindert und es tritt dauerhaft ein schleimiges oder eitriges Sekret auf, besonders im Nasenrachenraum (chronisch-eitriger Schnupfen). Eine Riechstörung kann ebenfalls bestehen, besonders dann, wenn sich durch die chronische Sinusitis Nasenpolypen gebildet haben.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) liegt die Diagnose bereits nahe, wenn die Betroffenen folgende Beschwerden haben: Schmerzen im Stirn- oder Oberkieferbereich, eine verstopfte Nase, eitrigen Schnupfen oder eine Riechstörung. Bei der Untersuchung der entsprechenden Nasennebenhöhlen fällt bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung die typische Schmerzsymptomatik auf. Der Verdacht auf eine Sinusitis bestätigt sich, wenn sich der Schmerz gezielt auslösen lässt, zum Beispiel durch ein schnelles Vorbeugen des Kopfs oder durch den Druck auf bestimmte Nervenausstrittspunkte im Gesicht.
Um die Diagnose der Nasennebenhöhlenentzündung zu sichern, führt der Arzt ein Endoskop in die Nasenlöcher oder in den Mund ein: Hierbei ist meist der Ausgangsort des Nasensekrets erkennbar. Ausserdem lassen sich anatomische Veränderungen endoskopisch beurteilen. Falls erforderlich, kann der Arzt bei der Untersuchung Sekret (z.B. durch Punktion der Kieferhöhle) entnehmen und den Erreger direkt nachweisen. So ist es möglich, ein entsprechendes Medikament gezielt einzusetzen.
Ultraschall und Röntgen sind zur Diagnose vor allem bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung sinnvoll, da sie einen Sekretspiegel oder eine Schleimhautschwellung in den Nasennebenhöhlen sichtbar machen können.
Um anatomische Veränderungen beurteilen zu können und zu ermitteln, wie weit sich die Entzündung ausdehnt, kann eine Computertomographie (CT) erfolgen. Auch zur Diagnose der chronischen Nasennebenhöhlenentzündung kommt eine CT zum Einsatz. Dies ist besonders vor einer geplanten Operation notwendig. Blutuntersuchungen, Allergietests, Riechtests und zahnärztliche Kontrollen sind in einigen Fällen zusätzlich sinnvoll.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kommen für die Therapie sowohl konservative als auch operative Massnahmen infrage. Die akute Nasennebenhöhlenentzündung lässt sich mit den konservativen Massnahmen meist beheben, während eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung häufig nur durch eine Operation heilbar ist.
Wenn der Arzt bei Ihnen eine beginnende akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) feststellt, erhalten Sie als konservative Therapie abschwellende Nasentropfen (z.B. kortikoidhaltige Präparate). Eine Alternative hierzu ist die sogenannte hohe Einlage, bei der Sie ein in abschwellende Medikamente getränktes Stück Watte in den mittleren Nasengang eingesetzt bekommen. Ausserdem kommen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung schleimlösende, entzündungshemmende und gegebenenfalls fiebersenkende Medikamente zur Behandlung zum Einsatz. Bestehende Schmerzen lassen sich medikamentös lindern.
Weitere unterstützende, nicht medikamentöse Massnahmen gegen eine Sinusitis bestehen darin, mit Mikrowellen und Rotlicht zu bestrahlen und Wärme zu inhalieren (jeweils nachdem Sie abschwellende Nasentropfen angewendet haben). Ausserdem kann die konservative Therapie einer Nasennebenhöhlenentzündung Akupunktur und homöopathische Medikamente umfassen.
Bei akuten Beschwerden der Nasennebenhöhlenentzündung können Sie zur Entlastung Ihre Kieferhöhle oder Stirnhöhle spülen lassen. Dabei spült der Arzt das Innere der Nebenhöhle von aussen. Diese Therapieform erfolgt heute dank wirkungsvoller Antibiotika selten. Sie ist meist nicht angenehm, schafft dafür aber schnell Erleichterung.
Ist eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) die Folge einer Allergie, kann die konservative Therapie aus Antiallergika und kortikoidhaltigem Nasenspray bestehen. Oft ist es ratsam, eine Hyposensibilisierung durchzuführen oder die Ernährung umzustellen, zum Beispiel bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) erfordert zur Therapie eine Operation, wenn eine Heilung mit konservativen Massnahmen nicht möglich ist. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist nur operativ heilbar. Gleiches gilt auch bei Komplikationen.
Ein meist einfacher operativer Eingriff zur Therapie einer Nasennebenhöhlenentzündung ist die Nebenhöhlenpunktion. Ihr Zweck besteht darin, Eiter beziehungsweise Sekret abzulassen. Ziel eines grösseren chirurgischen Eingriffs ist es, anatomische Engstellen und die erkrankte Schleimhaut zu beseitigen. So kann der Operateur zum Beispiel gleichzeitig die Nasenscheidewand begradigen und die Nasenmuscheln verkleinern. Die Operation erfolgt unter Allgemeinnarkose. In der Regel führt der Operateur sie durch die Nasenlöcher mit einem Endoskop und mit mikrochirurgischen Instrumenten aus. Kleinere Eingriffe sind ambulant möglich, grössere erfolgen stationär. Bei einer stationären Sinusitis-Behandlung ist mit einem Spitalaufenthalt von bis zu einer Woche zu rechnen.
Eine angemessen und rechtzeitig behandelte Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) zeigt einen günstigen Verlauf mit meist sehr guter Prognose. Wenn sich im Anschluss an eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung Narben bilden oder durch die chronische Entzündung entstandene Polypen nach ihrer operativen Entfernung erneut wachsen, ist manchmal jedoch eine Zweitoperation notwendig.
Komplikationen einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sind selten, können aber einen äusserst gefährlichen Verlauf nehmen und in einigen Fällen zu bleibenden Schäden führen. Daher ist es wichtig, solche Komplikationen zu vermeiden und rechtzeitig zu erkennen.
Wer entzündlich oder anatomisch bedingte Engen in den Nasennebenhöhlen nicht dauerhaft beseitigen lässt, muss damit rechnen, dass die Nasennebenhöhlenentzündung immer wieder auftritt und unter begünstigenden Umständen in einen chronischen Verlauf übergeht. Liegt eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vor, sind andererseits immer wieder akute Schübe möglich. Dadurch können sich als Komplikationen eine chronische Rachenentzündung und Kehlkopfentzündung sowie eine akute Bronchitis ausbilden. In diesem Fall liegt ein sogenanntes sinubronchiales Syndrom vor.
Ohne angemessene Therapie der Nasennebenhöhlenentzündung können sich weitere schwere Komplikationen entwickeln: Im weiteren Verlauf der Entzündung können die anatomischen Strukturen in der Umgebung der betroffenen Nasennebenhöhlen mit einbezogen sein. So sind beispielsweise bei einer durchbrechenden Stirnhöhlenentzündung die Stirnhaut und das Oberlid teigig geschwollen und gerötet. Bei einer Kieferhöhlenentzündung besteht vor allem eine Schwellung im Bereich der Wange und des Unterlids. Ein Durchbruch der Entzündung in die Augenhöhle kann zu einem geschwollenen Lid, zu Sehstörungen bis hin zum Sehverlust und zu einer eingeschränkten Augenbeweglichkeit führen.
Leitet sich die Nasennebenhöhlenentzündung in Richtung Gehirn fort, kann es zu einer Hirnhautentzündung mit typischen Nackenschmerzen (Nackensteife) und zur Eiteransammlung in den Hirnstrukturen (Hirnabszess) kommen. Im Extremfall entstehen als Komplikationen neurologische Auffälligkeiten wie Krampfanfälle oder Lähmung einzelner Nerven. Es ist auch möglich, dass sich ein Blutgerinnsel in den Hirngefässen (Sinus-cavernosus-Thrombose) ausbildet und eine Weichteil- oder Knochenentzündung (Osteomyelitis) entsteht.
Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entwickelt sich meist durch einen Schnupfen oder eine Rachenentzündung. Wenn Sie einer Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen möchten, ist es demnach wichtig, eine solche Erkältungskrankheit ausreichend zu behandeln. Dazu sind folgende Massnahmen geeignet:
Wer einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) vorbeugen möchte, kann auf ein bewährtes Hausmittel zurückgreifen: die Nasenspülung mit einer Kochsalzlösung. Diese Massnahme ist hilfreich, um Infektionen vorzubeugen und akute Infektionen mit Schnupfenviren zu behandeln. Die entsprechende Nasendusche erhalten Sie in der Apotheke – ebenso wie die dafür bestimmten Salzlösungen. Diese können Sie aber auch selbst zubereiten. Dazu geben Sie 1 Esslöffel Kochsalz (etwa 9 Gramm) in 1 Liter lauwarmes Wasser. Spülen Sie die Nase bei Schnupfen drei- bis viermal täglich, danach einmal täglich zur Vorbeugung. Die Salzlösung befeuchtet und reinigt die Nase. Die Schleimhaut erholt sich anschliessend wieder.