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An einem schönen Herbstabend kaufte ich mir einen Apfel am Bahnhof, und als ich genüsslich hineinbiss, stellte ich mir die Frage, was dieser Apfel in 25 Jahren bei meiner Pensionierung wohl kosten werde, und wie ein Gedanke dem andern folgt, ging mir unsere Altersvorsorge durch den Kopf. «Ich spare schon seit langem für mich selbst, damit ich diesen Apfel noch im Alter bezahlen kann», dachte ich. «Ist das nicht egoistisch? Ich könnte eigentlich schon heute einem Alten einen Apfel bezahlen und hätte wenigstens die Genugtuung, mir vorstellen zu können, wie er genüsslich hineinbeisst. Ich spare eigentlich unfreiwillig seit Jahren, und bis zu meiner Pensionierung werde ich zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag wohl eine halbe Million zusammengerafft haben, die mir im Alter bröckliweise zu Verfügung stehen wird. Wie viele Milliarden macht das aus, wenn man die gesamten Ersparnisse aller Angestellten zusammenzählt, die darauf warten, einmal verbraucht zu werden? Wer profitiert davon? Ich kann mir den Inhalt der dogmatischen Reden der Finanzexperten gut vorstellen.
Jahre später erhielt ich einen Brief von meiner Pensionskasse, sie habe eine Statutenänderung vorgenommen, mein Rentenguthaben sei entsprechend neu berechnet worden, und eventuelle Verluste der Kasse würden ab sofort den Renten belastet. Ich hatte nichts dazu zu sagen und unternahm nichts. Kurz darauf gingen alle meine Mitangestellten mit 62 Jahren in Pension. Ich war sechs Tage zu jung, um ihnen zu folgen. Ich sagte nichts dazu, weil ich es mir nicht leisten konnte zu gehen. Zum Glück liebte ich meine Arbeit und fühlte mich dort wie in einer grossen Familie, in der ich plötzlich der Älteste geworden war.
Eines Tages wird man mir mitteilen, dass meine Rente wegen Börsenproblemen weiter gekürzt werden müsse. Eines Tages wird man mich auffordern, meine Wohnung zu verlassen, weil ich die Miete nicht mehr zahlen kann. An diesem Tag wird es zu spät sein zu protestieren.