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Ob Handelsnetze und politische Systeme vorkolonialer Zeit, europäische Erkundungsreisen und koloniale Grenzziehungen, oder postkoloniale Entwicklungsprojekte – Flüsse bieten einen idealen Ort um soziale, politische, wirtschaftliche und ökologische Prozesse darzustellen. Die Beiträge zu unserem Heft wurden im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Fachbereich Geschichte Afrikas an der Universität Basel verfasst.
Editorial
Veit Arlt
Fliessendes Kapital
Flüsse in Afrika
Wasser für die Landwirtschaft, Routen für den Handel, Strom für Industrialisierung und Urbanisierung – Königreiche, Kolonien und Nationalstaaten bauten und bauen auf das symbolische und wirtschaftliche Potential von Flüssen. Julia Tischler beleuchtet ihre Bedeutung in Afrikas Geschichte und Gegenwart.
Wider den Imperialismus
Die Proteste gegen Cahora Bassa
Nach einer Phase der Euphorie in der Nachkriegszeit, als grosse Staudammprojekte als Zeichen des Fortschritts gefeiert wurden, gerieten vermehrt die negativen Folgen für die lokale Bevölkerung und die Umwelt in den Fokus. Der transnationale Protest gegen den Cahora Bassa-Damm in Mozambique hatte jedoch andere Gründe, wie Elias Feleke Gebretsadik, Max Hufschmidt, Delia Nutz und Tibor Rechsteiner basierend auf Quellen in den Basler Afrika Bibliographien (BAB) zeigen.
Christianisierung und Handel am Volta Fluss
Die Gründung der Basler Missions-Handlungs-Gesellschaft
Für die Handelsgesellschaft der Basler Mission stellte der Volta in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Transportweg dar. Monika Huber, Matthew Osei-Gyawu, Charlotte Schwenke, Nestor Zante, Vanessa Zubler und Anika Züchner beleuchten mit Blick auf den Fluss im Südosten des heutigen Ghana den Zusammenhang zwischen christlicher Agrarwirtschaft und Handel.
Die Niger Expedition von 1841
Europäische Reiseberichte als historische Quellen
Europäische Flussexpeditionen in Afrika verfolgten in der Regel wirtschaftliche Interessen, hatten aber auch zum Ziel, Informationen über die Lokalbevölkerung, die Geographie und die Rohstoffe im Landesinneren zu sammeln. Dokumentationen solcher Expeditionen sind heute wichtige Quellen zur vorkolonialen Geschichte Afrikas. Die Bilder, die sie vermitteln sind allerdings einseitig und von Vorurteilen geprägt. Am Beispiel der Niger-Expedition von 1841 haben sich Luisa Cardenas Ramirez, Andrea Graf, Claudio Simoni und Linus Suter kritisch mit europäischen Reiseberichten auseinandergesetzt.
Afrika in Kürze
Eine Übersicht über aktuelle Themen
Susy Greuter
Augenschein in Marikana
Die Realität vier Jahre nach dem Massaker
Vor vier Jahren erschoss die Polizei in Marikana 34 streikende Minenarbeiter des Unternehmens Lonmin. Dieses Jahr wurde der Bericht der staatlichen Untersuchungskommission veröffentlicht, der Lonmin erhebliche Verantwortung für die Ursachen der Proteste sowie an der Gewalteskalation zuschreibt. Barbara Müller war vor Ort.
Literatur und Musik. Besprechungen von Neuerscheinungen
Mit Beiträgen von Elisa Fuchs, Beatrice Felber und Pius Frey
Aktualität:
Die Tagung «Rohstoffkonzerne vs. Staat und Gesellschaft – Eine komplexe Beziehung am Beispiel Südafrikas» in den Basler Afrika Bibliographien (28.–29.10.2016).