Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03469.jsonl.gz/456

Musikalisierter Englischunterricht in der 3. Primarklasse
Projektbeschrieb
Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird in den Primarschulen ab der 3. Klasse Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. An der PHTG haben Dozentinnen aus den Fachbereichen Musik und Englisch eine Sammlung von englischen Liedern zusammengestellt und an die Lektionen des Lehrmittels für die 3. Klassen (Young World I) angepasst. Diese Liedersammlung kann – als Begleitung des regulären Englischunterrichts – im Musikunterricht verwendet werden und soll so zur Vertiefung des Englischerwerbs der Kinder beitragen.
In einer Pilotstudie wurde im Schuljahr 2009/2010 untersucht, ob und in welchen Teilbereichen das zusätzliche Singen dieser englischen Lieder die Englischkompetenzen in der 3. Primarklasse unterstützt. Für diese Überprüfung wurde eine quasi-experimentelle Untersuchung mit einer Interventionsgruppe (Englischunterricht mit zusätzlichem Singen englischer Lieder im Musikunterricht) und einer Kontrollgruppe (Englischunterricht ohne zusätzliche englische Lieder) durchgeführt. Den Lehrpersonen der Interventionsgruppe stand die Liedersammlung zur Verfügung und sie nahmen an mehreren didaktisch ausgerichteten Treffen mit den Entwicklerinnen des Liedmaterials teil. Nach der ersten Hälfte des Schuljahres schätzten sie mittels Fragebogen die konkrete Umsetzung (Häufigkeit und Dauer des Singens, Aufgewendete Zeit pro Lied, Anzahl verwendete Lieder pro Lerneinheit und Aufnahme der Lieder durch die Kinder) des Singens englischer Lieder ein. Ausserdem gaben sie am Ende des Schuljahres auf einer Liederliste an, welche Lieder sie intensiv bearbeitet und öfter gesungen, welche sie nur kurz, und welche sie gar nicht bearbeitet hatten.
Am Ende des Schuljahres wurde in beiden Gruppen ein Englischtest, welcher sich in vier Teiltests gliederte, durchgeführt. Zwei Teiltests beinhaltete Aufgaben zum Hörverstehen und zwei Teiltests beinhalteten Aufgaben zum Leseverstehen, wovon einer das Verstehen und Zuordnen von ganzen Sätzen (Satzverstehen) und der andere das Gruppieren von Wörtern verlangte (Vokabular). Gruppenvergleiche zeigten auf, dass die Schulkinder der Interventionsgruppe in den Tests höhere Leistungen zeigten als die Schulkinder der Kontrollgruppe. Einzig im Vokabulartest war statistisch gesehen kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen auszumachen. Im Schuljahr 2011/12 fand eine zweite Durchführung statt.