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An Herr Stiehm, 14. April 1999
Es geht um Ihren Vortrag über Geheeb und Buber. Inhaltlich könnten wir dazu natürlich noch viel und lange reden, doch das will ich heute nicht tun. Nur Eines möchte ich Sie sehr bitten, falls Sie je wieder zu diesem Thema sprechen oder sich schriftlich dazu äussern: Sehr störend fand ich die Art und Weise, wie Sie über die Arbeit von Matthias Schief gesprochen haben. M. Schief erhebt darin ja nicht den Anspruch, die Frage Geheeb/Buber historisch letztgeltend zu klären. Es geht ihm um eine Annäherung der Menschenbilder! Dies das Eine. Zum anderen habe ich Ihnen im Verlauf der letzten Monate mehrmals davon erzählt, mit wieviel liebe zur Sache Herr Schief seither versucht hat, weitere Quellen zur Frage der persönlichen Beziehung Bubers zu Geheeb und zur Odenwaldschule ausfindig zu machen und zusammenzutragen. Ihre an jenem Abend vorgebrachte Kritik an den "schiefen Thesen" des Herrn Schief wirkte auf mich deshalb sehr billig und ungerecht! - Ich hoffe, dass Sie diese mit mir als "Ausrutscher" ansehen, und dass Sie mit entsprechenden Äusserungen (auch im Rahmen Ihrer Buber-Biographie) vorsichtiger sind!
Sollten Sie an der weiteren Erhellung der Frage der persönlichen Beziehungen Bubers zu Geheeb und zur Odenwaldschule nach wie vor interessiert sein, empfehle ich Ihnen übrigens bei dieser Gelegenheit noch einmal, sich mit Herrn Schief in Verbindung zu setzen, um von ihm zu erfahren, was er in dieser Sache während der vergangenen 5 Jahre herausgefunden hat.
Und jetzt noch - zum guten Schluss - einen grossen Korb voller Frühlingsgrüsse! Möge das aufsteigende Jahr Ihnen viel Gutes und Schönes bringen!
Herzlichst