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Was heisst F-Scale ? Als F-Scale bezeichnet man, vorwiegend in Amerika, eine Modelleisenbahn im Massstab 1:20,32, bezogen auf die Gleis-Spurweite 45 mm als 3-Fuss Narrow Gauge im Vorbild.
Bei Schmalspur, 3’ Narrow Gauge, spricht man von Fn3. Der Massstab von 1:20,32 ergibt sich daher aus der Spurweite von 3-Fuss, 914,4 mm, geteilt durch 20,32 = exakt 45 mm.
Normalspur, Standard Gauge: im Original 1’435 mm. Im Modell bei Massstab 1:20,32 Spurweite 70,64 mm.
Dual Gauge , übersetzt «zweifach Spurweite», bedeutet im deutschen Sprachgebrauch ein Dreischienen-Gleis. Zu finden bei Bahnanlagen, auf denen Standard- und Narrow Gauge Rollingstock kombiniert verkehrt. Dual Gauge Tracks waren speziell bei der ehemaligen Bahngesellschaft «Rio Grande», der D&RGW, in Colorado zu finden.
Dreischienen-Weiche und Gleissystem in Alamosa CO ca. 1960. Man beachte im HinterGrund den Umlad von Schüttgut von einer Narrow- zu einer Standard-Gauge Gondola.
Wie kam es dazu, dass in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, vorallem in Colorado, solch recht komplizierte Gleissysteme entstanden? Hauptsächlich die Weichen sind recht aufwendig, mit zwei Herzstücken, drei Zungen und einem längeren «Schienenkreuz» bei der Schmalspur-Schiene (siehe obiges Bild von Alamosa).
Im Grundsatz lag das daran, dass die D&RG Bahngesellschaft ursprünglich, bei der Gründung 1870, praktisch ausschliesslich auf die 3 Fuss Schmalspur setzte. Die Schmalspur wurde aufgrund der geringeren Baukosten und der schnelleren Bauzeit gewählt. Eigentlich wollte der Gründer der Rio Grande Railroad, General William Jackson Palmer, Denver CO mit Mexico verbinden. Bei der geplanten Streckenführung über den Raton Pass in New Mexico geriet er aber mit der AT&SF, der Santa Fe Railroad, in einen massiven Konflikt. Drei Jahre «Krieg» mit Revolverhelden und korrupten Politiker hatten zur Folge, dass die AT&SF die Stecke über den Raton Pass bauen konnte und General Palmer sich vorerst gegen Westen wenden musste. Der einsetzende Bergbau-Boom mit dem Abbau von verschiedensten Mineralien in ganz Colorado hat für diese Entscheidung wohl den Ausschlag gegeben.
In der Folge entstand ein weit verzweigtes Bahnnetz in 3-Fuss Narrow Gauge, westwärts erschlossen einmal ab Pueblo durch die Royal Gorge nach Salida und Leadville. Weiter über den Tennessee Pass Richtung Nordwesten mit Ziel Glenwood Springs. Sodann eine zweite Linie westwärts ab Walsenburg (südlich von Pueblo) über den La Veta Pass nach Alamosa. Diese Railroad-Town liegt zentral in der südlichen Hochebene von Colorado. Alamosa entwickelte sich zu einem Bahnzentrum mit einer Strecke nordwestwärts Richtung Creede und südwärts nach Antonito. In Antonito sodann verzweigte sich die Bahnlinie. Südwestlich über den Cumbres Pass nach Chama NM und Richtung Durango. Und Richtung Süden mit Ziel Santa Fe, der sogenannten «Chili-Line». Wie erwähnt, ursprünglich alles in Schmalspur 3- Fuss (Spurweite 914 mm).
Bereits ab der Jahrhundertwende 1900 begann D&RG (Denver & Rio Grande, das W für «Western» fehlte damals noch), die Hauptstrecken auf Normalspur umzubauen. Dies vorallem aufgrund der höheren Transportkapazität der Normalspur-Wagen und natürlich auch, da nach und nach in der ganzen USA ein weit verzweigtes Bahnnetz in Standard Gauge entstand. Jedoch die Schmalspurstrecke über den Cumbres Pass und die Chili-Line verblieben in Narrow Gauge. Die Folge davon war, dass vorallem in Alamosa, aber auch in Antonito das Güter-Transportgut umgeschlagen werden musste. Zudem war Antonito quasi eine sogenannte Helper Station, wo eine zusätzliche Dampflok in die Züge über den Cumbres-Pass in der Mitte einrangiert wurde. Um die Flexibilität des Bahnbetriebes in Alamosa und auch in Antonito zu erhöhen, wurden sinnvollerweise Dual Gauge Tracks eingebaut. Verbunden auch mit stärkeren und höheren Schienenprofilen.
Verzweigung Antonito CO Ende der fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Blick von Norden in Richtung Süden. Die gerade Strecke ist die Chili-Line mit Ziel Santa Fe und nach rechts die Strecke nach Chama.
Mit meinem F-Scale Modellbauprojekt will ich diesen kleinen Yard auf diversen Modulen im Massstab 1:20,3 nachbilden. Zeitepoche gemäss obigem Bild um 1955. In Antonito existierten damals verschiedene Gebäude und Anlagen, die sich für einen Nachbau im Modell sehr gut eignen. Vom Water Tank bis zum Depot. Das non plus ultra jedoch wird der Rollingstock in zwei Spurweiten sein, mit dem man auf Ausstellungen und Conventions Rangierbetrieb zeigen kann.
Zwei Boxcar in F-Scale, links Standard Gauge und rechts Narrow Gauge. Da ich noch keine solche Wagen besitze, hat mir dieses Bild unser Kamerad Dave Queener aus Amerika zur Verfügung gestellt.
Auf nebenstehendem Bild ist die erste Dual Gauge Weiche zu sehen, die ich aus Teilen eines Weichen-Kits von Heyn her-gestellt habe. Dieser käufliche Kit hat jedoch die Spurweiten 64/45 mm, sodass natürlich eine Spurerweiterung der Normalspur auf 70,64 mm notwendig wurde.
Die Schwellen sind aus Fichtenholz in unterschiedlichen Höhen, damit die Weiche gemäss dem Original-Bild von Alamosa am Anfang dieses Berichtes nachgebildet werden kann. Die Messingschienen Code 332 werden auf die Schwellen genagelt.
Als nächstens folgt das Gelände in und um die Weiche mit schwarz/braunen Sand (kein Schotter), die definitive Montage der Schienen mit den elektrischen Anschlüssen und dann der Einbau auf dem ersten Modul.
Fortsetzung folgt!
18.07.2022 Urs Weibel US G-Scale Friends Switzerland