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Unter dem Begriff „Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung“ werden spezifische Massnahmen verstanden, die behinderungsbedingte Nachteile ausgleichen sollen. Einschränkungen durch Behinderungen sollen aufgehoben oder verringert werden. Es geht dabei um die Anpassung der Bedingungen, unter denen Lernen respektive Prüfen stattfinden. Um Nachteile zu kompensieren, welche aus der Behinderung entstehen, werden formale Anpassungen gewährt. Insgesamt muss jedoch das ganze Bildungsziel der Lehre / der Berufsfachschule erreicht werden.
Nachteilsausgleich bedeutet NICHT eine Änderung der Lern- und Ausbildungsziele oder eine Noten- bzw. Fächerdispens. Die fachlichen und kognitiven Kompetenzen müssen den in den Verordnungen formulierten Anforderungen entsprechen. Es muss möglich sein, den Beruf trotz Beeinträchtigung auszuüben.
Nachteilsausgleich kann für die Dauer der Ausbildung oder nur für das Qualifikationsverfahren oder die Berufsmaturitätsprüfungen beantragt werden, ungeachtet der Ausbildungsstufe (EBA, EFZ, BM).
Wichtig:
- Massnahmen zum Nachteilsausgleich können nur in Anspruch genommen werden, wenn die Behinderung von einer anerkannten Fachstelle (Facharzt, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, Schulische Abklärung und Beratung, fachpsychologische Praxis, etc.) bestätigt wird.
- Personen mit nachgewiesenen Behinderungen haben Anspruch auf einen angemessenen Nachteilsausgleich im Unterricht der Berufsfachschule respektive der Berufsmaturitätsschule und in den überbetrieblichen Kursen – falls diese sich über die Erfahrungsnoten auf das Qualifikationsverfahren auswirken
- Ebenso kann Nachteilsausgleich beantragt werden für das Qualifikationsverfahren und für die Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität.
- Die benötigten Gesuche und Gutachten sind rechtzeitig vor Inanspruchnahme des Nachteilsausgleichs im Hinblick auf Promotionsentscheide und Prüfungen einzureichen.
- Ein Nachteilsausgleich wird gewährt, wenn die Art der Behinderung die Ausübung des Berufes nicht verhindert oder massgeblich beeinträchtigt. Können die Kernkompetenzen des Berufs trotz Nachteilsausgleich nicht erfüllt werden, muss die Berufswahl überdacht werden.
- Mangelnde Sprachkenntnisse berechtigen nicht zu einem Nachteilsausgleich.
- Nachteilsausgleich kann für die Dauer der Lehre oder nur für das Qualifikationsverfahren/die Berufsmaturitäts-Prüfung beantragt werden.
Weitere Dokumente:
- Nachteilsausgleich während der Ausbildung (Lehre und BM)
- Nachteilsausgleich beim Qualifikationsverfahren / bei Aufnahme- und Abschlussprüfungen der Berufsmaturität
- Formulare, Merkblätter, Kontakt
Rechtliche Grundlagen
- Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101)
- Behindertengleichstellungsgesetz (SR 151.3)
- Berufsbildungsgesetz (SR 412.10)
- Berufsbildungsverordnung (SR 412.101)
Externe Links
- http://www.sbbk.ch/dyn/bin/20100-22307-1-empfehlung_layout_d-1.pdf (Empfehlung der SBBK zum Thema Nachteilsausgleich)
- http://www.berufsbildung.ch/download/mb213.pdf (Merkblatt 213 SDBB)
- http://www.peterlienhard.ch/download/120506_nachteilsausgleich_wegleitung.pdf (Wegleitung HfH)
- http://www.berufsbildung.ch/dyn/bin/18421-18423-1-sdbb-nachteilsausgleich-ganz.pdf (Bericht Nachteilsausgleich SDBB)