Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03330.jsonl.gz/2042

Es ist in der Regel nicht möglich, bei zu kleinen Kindern die ererbte genetische Endgrösse zu beeinflussen. So gibt es heute in der Regel keine effiziente Behandlung, um beispielsweise die Endgrösse der Tochter einer 149 cm messenden kleinen Mutter und eines 160 cm messenden kleinen Vaters zu verbessern. Unser Ziel ist es, so frühzeitig wie möglich eine eventuell vorhandene behandelbare Störung zu diagnostizieren und dann durch eine effiziente Behandlung der Störung, die Endgrösse entscheidend zu verbessern.
Die Behandlung war dann erfolgreich, wenn es gelingt, diejenige Endgrösse zu erreichen, welche das Kind erreicht hätte, wenn es keine Störung gehabt hätte. Mit anderen Worten ist das Ziel dann erreicht, wenn ein Kind in den Zielgrössenbereich hineinwächst, der durch die Gene der Eltern vorgegeben ist. Wichtig ist das frühzeitige Erkennen einer Wachstumsstörung und die genaue Abklärung und Beurteilung durch einen erfahrenen Arzt, damit krankhafte Störungen frühzeitig erfasst und behandelt werden können.
Kinder mit einer verzögerten Knochenreifung, welche um das Pubertätsalter herum wegen dieser Verzögerung leiden, können mit niedrigdosierten Geschlechtshormonen, also Testosteron bei Knaben und Östrogene bei Mädchen, behandelt werden. Eine solche Behandlung führt nicht zu einer Verbesserung der ererbten Endgrösse. Sie führt aber dazu, dass diese schneller erreicht wird. Kinder mit einer Verzögerung der Knochenreifung sind ja biologisch jünger als die Gleichaltrigen. Deshalb setzt in aller Regel ihre Pubertätsentwicklung entsprechend später ein. Solche Kinder und Jugendliche wachsen dann länger als die anderen und werden später als die anderen zu erwachsenen Männern und Frauen.
Vor allem junge Männer, leiden im Alter von 14 Jahren sehr wegen dieser Verzögerung, so dass es dann sinnvoll sein kann, mit niedrig dosiertem Testosteron die Pubertätsentwicklung zu induzieren. Der Leidensdruck ist bei den verzögerten Knaben grösser als bei den Mädchen, weil sich die Mädchen physiologischerweise zwei Jahre früher entwickeln als die Knaben und sich spät entwickelnde Knaben deshalb in ihrer Altersgruppe völlig isoliert finden: Die Mädchen sind bereits weitgehend erwachsene Frauen und die gleichaltrigen Knaben sind auch bereits deutlich entwickelt. Bei den verzögerten Mädchen ist der Leidensdruck in der Regel weniger ausgeprägt, weil diese dann meist etwa gleichzeitig mit den Knaben die Pubertätsentwicklung beginnen.
Die Behandlung mit niedrig dosiertem Testosteron führt dazu, dass die Pubertätsentwicklung und insbesondere der Pubertätswachstumsspurt sofort einsetzen und dass Betroffene nicht noch Jahre auf den Beginn der Pubertätsentwicklung warten müssen. Die verwendete Dosis ist sehr gering, Nebenwirkungen sind keine zu erwarten und wir haben auch nie Nebenwirkungen gesehen.