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Nicaragua
(Text: Mathias Hock)
Endlich Schienenfrei!
FC Incenio San Antonio
Wie ein erneuter Besuch von Mathias Hock zu Tage brachte, ist nun auch die Ingenio San Antonio Bahn (FC del Ingenio San Antonio) stillgelegt worden.
Die Sache ereignete sich nach dem 11. September 2001. Ein aus den USA geholter "Sicherheitsbeamter" hatte in Nicaragua für neue Standards zu sorgen, worunter auch die einzige noch betriebene Bahn fiel. Offenbar wurde im Lande alles abgeschafft, was irgendwie ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte (ausser natürlich solche Dinge wie Autos, Strassen, Waffen usw.).
Schon am 20. September 2001 konnte man nicht mehr bis auf Gelände des Ingenio kommen. Allerdings war zu jenem Zeitpunkt das Geleise der Bahn in bestem Zustand. In Chichigalpa war allerdings die Weiche zur Likörfabrik ausgebaut und der ganze Anschluss abgeräumt; die entstandene Lücke wurde perfekt zum Durchgangsgleis umgebaut. Somit war ja auch kein Güterverkehr mehr möglich. In der Zwischenzeit ist jedoch das Streckengeleise auf weiten Teilen zwischen Chichigalpa und dem Ingenio abgebaut worden, zum Teil durch die örtliche Bevölkerung. Diese Bahn wird somit nie mehr verkehren, wie auch die Staatsbahn.
Staatsbahn
Auch diese hat nun aufgehört zu existieren, nachdem das Gelände der vormaligen Hauptwerkstätte und Direktion in Managua komplett leer geräumt wurde und sich im Umbau zum neuen Hauptquartier der Policia Nacional befindet. Alle Schrottfahrzeuge, Schienen usw. sind verschwunden; es ist nicht mehr möglich, sich dem Gelände zu nähern. Im Hauptbahnhof Managua stehen noch der vergammelnde hölzerne Präsidentenwagen und einige Draisinen herum, sonst nichts mehr.
Der Bahnhof Granada wird nicht zu einem kommerziellen Zentrum umgebaut, sondern mit spanischer Hilfe sehr aufwendig renoviert und innen mit Edelhölzern ausgekleidet; danach sollen die Fahrzeuge aus Managua darin aufgestellt werden.
Das Eisenbahnzeitalter in Nicaragua ist somit endgültig vorbei.