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Angesichts der verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen (Alterung, Individualisierung und Zerfall traditioneller Formen von Gemeinschaften) besteht der Bedarf für die Entwicklung zukunftsfähiger Care-Modelle. Die Idee «Sorgender Gemeinschaften» (engl. Caring Communities) beschreibt ein Sorge-Modell, welchem sowohl national wie international das Potential zugesprochen wird, den zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.
In der Schweiz werden «Sorgende Gemeinschaften» insbesondere im Rahmen der Alterspolitik thematisiert, so etwa auf kantonaler Ebene (Frischknecht und Hornung 2016). Während das Thema Alter einen sinnvollen Ausgangspunkt darstellt, ist eine Sorgende Gemeinschaft - wie im Begriff bereits
sichtbar wird - eine Zielsetzung und Qualität des Zusammenlebens, die sich auf alle Menschen in einem Quartier, in einer Gemeinde oder in einer Region bezieht.
Bisher gab es in der Schweiz Projekte zu einzelnen Themenbereichen (z. B. Einsamkeit, Behinderung, soziale Benachteiligung), welche bestimmte Entwicklungselemente «Sorgender Gemeinschaften» (z.B. die Nachbarschaftshilfe) aufnahmen. Das Konzept «Sorgende Gemeinschaften» ist umfassender, indem der Fokus insgesamt auf die regionalen und lokalen Gemeinschaften gerichtet wird, welche in selbstbestimmten Aushandlungs- und Gestaltungsprozessen eine ihnen entsprechende Sorgekultur gestalten und nachhaltig sichern. «Sorgende Gemeinschaften» (im Verständnis des Projekts) bündeln bereits Vorhandenes und bieten ein Dach, unter welchem verschiedene lokale Initiativen miteinander in Verbindung gebracht werden können. Das Konzept «Sorgende Gemeinschaften» ist ein Ansatz, der systematisiert, strukturiert, unterstützt, vernetzt und eine orientierende Entwicklungsrichtung vorgibt.
Die verpflichtende Verankerung (beispielsweise via Integration in die Legislaturziele der Gemeinden) sichert die Nachhaltigkeit der Prozesse zur Gemeinschaftsbildung. Hauptziele der Entwicklungsprozesse des Pilotprojekts sind die Prozesse zurVergemeinschaftung der Sorgeverantwortung in den Gemeinden und dieEntwicklung einer entsprechenden Sorgekultur. Die Notwendigkeit, die Sorgeaufgaben
neu zu verhandeln, zeigt sich gemäss Thelen (2014) auch in derVeränderung der Debatten um die Zuschreibungen der Sorgeverantwortung zwischen Staat, Markt und Familie (Thelen 2014).
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