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«Die Verwendung von akademischen Titeln im umgangssprachlichen Verkehr hängt ab von zwei Faktoren: erstens von den umgebenden kulturellen Gepflogenheiten und zweitens vom Verhältnis zur fraglichen Person.
Zu Punkt eins: Die Schweiz versteht sich als Eidgenossenschaft der Gleichen. Titel werden ausserhalb des akademischen Bereichs wenig exponiert und auch bei der Anrede nicht verwendet.
Wichtiger aber ist Punkt zwei: das Verhältnis zum Titelträger. Eine Studentin oder ein Angestellter eines Professors sollte den Titel eher benutzen (Achtung: bei mehreren Titeln nur den höchsten verwenden!).
Handelt es sich hingegen um ein Klientenverhältnis wie etwa beim Arzt, der vom Klienten bezahlt wird, kann man auf den Titel verzichten. Grundsätzlich gilt: ‹Herr› oder ‹Frau› ist nie falsch. Ausser bei königlichen Hoheiten. Aber das ist ein anderes Thema.»
Autor: Philipp Tingler
Illustrationen: Andreas Klammt