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Im Vergleich mit den vielen anderen regionalen Schweizer Festen wie dem Jahrestag der Ausrufung der Republik Neuenburg oder auch der Näfelser Fahrt, ist das traditionelle Sechseläuten ein viertägiges Event, bei dem sowohl die Mitglieder der Zünfte als auch die Bevölkerung und Besucher miteinander feiern. Das Sechseläuten gilt auch das als Zürcher Frühlingsfest und wird im regionalen Idiom als Sächsilüüte bezeichnet. Der Termin ist normalerweise der dritte Montag im April, kann aber auch auf den vierten oder den zweiten Montag fallen. Bestimmt werden die Daten im Einklang mit Feiertagen wie dem Ostermontag oder der Karwoche sowie den alljährlichen Ferien und liegen jeweils fünf Jahre im Voraus fest. Es handelt sich somit um ein klassisches Frühlingsfest, wenngleich seitens der Veranstalter von den drei Wurzeln (Fest der Zünfte, Beginn der Frühlingszeit, Austreibung des Winters) gesprochen wird.
Umzug der Zünfte mit viel Musik durch die Bahnhofstrasse bis zum Sechseläutenplatz
Was geschieht an Sechseläuten?
Im Zentrum der Feiern zum Sechseläuten steht die Verbrennung des Böögg. Es bestehen hier durchaus Parallelen zu den Bräuchen an Fasnacht bzw. Karneval. In Zürich stellt der Böögg einen Schneemann dar, der sowohl mit Holzwolle als auch mit Feuerwerkskörper gefüllt wird. Interessanterweise wird die Brenndauer des Böögg Jahr für Jahr minutiös dokumentiert und liegt meist zwischen fünf und ca. 45 Minuten. Die Verbrennung findet seit 1902 auf dem Sechseläutenplatz in der Zürcher Innenstadt statt, jeweils um Punkt 18 Uhr (daher der Name). Die Bedeutung lässt sich auch daran ablesen, dass das Sechseläuten traditionell von viel Prominenz begleitet wird und auch eine TV-Übertragung stattfindet.
Woher kommt der Name?
Der Name Sechseläuten geht auf einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 1525 zurück. Seinerzeit wurde festgelegt, dass nach der Tagundnachtgleiche Ende März der Feierabend jeweils um sechs Uhr abends von der zweitgrössten Glocke des Grossmünsters geläutet wurde.
Sechseläuten und die Zünfte
Wenn man so will, markiert das Sechseläuten den Feierabend, weshalb auch den 25 Zürcher Zünften besondere Bedeutung zukommt. Jahr für Jahr tragen rund 3.500 Zunftmitglieder ihre traditionellen Gewänder und Uniformen und marschieren mit rund 350 Reitern und Pferdewagen sowie viel Musik durch die Bahnhofstrasse bis zum Sechseläutenplatz. Nach der Böögg-Verbrennung und einem gemeinsamen Abendessen ziehen die Zünfte feierlich aus, wobei farbige Laternen geschwenkt werden.
Weitere Bräuche an Sechseläuten
Im Rahmen der vier Tage, an denen das Sechseläuten in Zürich stattfindet, ist auch der Kinderumzug erwähnenswert, der am Sonntag vor dem eigentlichen Ereignis anberaumt wird. Kinder verkleiden sich nach Lust und Laune und nehmen zu Tausenden an dem Ereignis teil.Eine weitere Tradition ist die viertägige Präsentation eines Gastkantons, die seit 1991 auf dem Plan steht.