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Die Gibb River Road durch die Kimberleys ist eine der beliebtesten Outback Strassen in Westaustralien. Der grösste Teil der Gibb River Road ist nicht asphaltiert und die Schotterstrasse verläuft durch die wunderschöne Landschaft der Kimberley Region. Entlang der Gibb River Road führen immer wieder Seitenstrassen zu Nationalparks, Schluchten, Wasserfällen und anderen Sehenswürdigkeiten.
Die Gibb River Road ist rund 660 Kilometer lang und verläuft von Derby nach Kununurra in Westaustralien. Die Strasse wurde gebaut um Vieh von den entlegenen Farmen zum Hafen von Wyndham oder Derby zu transportieren. Es gibt keine grösseren Versorgungsorte oder Einkaufsmöglichkeiten. Mobiltelefon Empfang gibt es nicht und so ist eine gute Vorbereitung erforderlich.
Die Gibb River Road ist nicht schwierig zu befahren, es gibt aber ein paar Flussdurchquerungen zu meistern. Der Strassenzustand kann je nach Saison unterschiedlich sein und die Strasse ist während der regenreichen Zeit von November bis März, oder auch später, oft gesperrt. Während der Hauptsaison zwischen Juni bis August kann es entlang der Gibb River Road und den Campingplätzen recht voll werden.
Für die Fahrt auf der Gibb River Road ist ein Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit sicher zu empfehlen. Das Fahrzeug sollte in gutem Zustand sein und genügend Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff sollte mitgeführt werden.
Wir sind die Gibb River Road bereits zwei Mal von Ost nach West gefahren und waren beide Mal sehr begeistert von der wunderschönen Landschaft und den vielen Schluchten und anderen Sehenswürdigkeiten. Dieses Mal wollen wir die Gibb River Road von West nach Ost fahren. Wir sind noch ein bisschen früh dran und die Regensaison ist dieses Jahr ausgesprochen nass und hält lange an. Normalerweise wird die Gibb River Road Anfang Mai wieder eröffnet.
Die Attraktionen entlang der Gibb River Road sind noch nicht zugänglich
Es ist Ende April, wir sitzen in Broome in der Library und recherchieren im Internet. Leider sieht es dieses Jahr nicht gut aus. Die Gibb River Road ist zwar seit ein paar Tagen für Allradfahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit wieder offen. Leider sind aber sämtliche Nationalparks und die Zufahrtsstrassen immer noch geschlossen. Und gerade wurde gemeldet, dass sich dies vor Mitte Mai auch nicht ändern wird. Die sehr intensiven und langanhaltenden Regenfälle in den letzten Wochen haben viele der Stassen und vor allem die Flussdurchquerungen unpassierbar gemacht.
Leider haben wir aber Ende Mai Flüge in die Schweiz gebucht und so können wir nicht mehr länger auf die Öffnung der Strassen und Nationalparks warten. So müssen wir für den Moment in unseren Erinnerungen kramen und die Fotos der letzten beiden Male durchschauen. Nach unserem Urlaub in der Schweiz werden wir ja nochmals nach Westaustralien fahren und vielleicht werden wir dann die Gibb River Road doch nochmals fahren können.
Nach unserem Urlaub in der Schweiz klappt es doch noch mit der Gibb River Road
Nun ist bereits Anfang Juli, wir sind zurück von unserem Urlaub aus der Schweiz und wieder auf dem Weg Richtung Westen. Auf unserem Plan steht die Canning Stock Route, die wir mit Freunden Mitte August fahren werden. So bleibt uns noch genügend Zeit die Gibb River Road vorher zu fahren. Für uns ist der Roadtrip durch die Kimberleys entlang der Gibb River Road eines der Highlights in Australien. Lass dich von der wunderschönen Landschaft verzaubern und folge uns entlang dieser staubigen, roten Strasse.
Die Sehenswürdigkeiten und Stopps entlang der Gibb River Road durch die Kimberleys
Nebst der traumhaften Landschaft entlang der Gibb River Road gibt es sieben Gorges (Schluchten), die besucht werden können. Ein sehr lohnenswerter, aber weiter und teilweise beschwerlicher Abstecher ist die Fahrt zu den Mitchell Falls. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es entlang der Gibb River Road genügend. Entweder auf einer der Stations, die einen Campingplatz betreiben, in einem der Campingplätze der Nationalparks oder auf einem der Gratisplätze, welche es entlang der Gibb River Road gibt. Das Mt Barnett Roadhouse bietet wie auch der Imintji Store eine Versorgungsmöglichkeit für Treibstoff (letzterer nur für Diesel) und Lebensmittel.
Kununurra ist der östliche Ausgangspunkt der Gibb River Road
Der Ort Kununurra ist die letzte grössere Versorgungsmöglichkeit am östlichen Ende der Gibb River Road. Hier können wir nochmals Frischwaren und andere Lebensmittel einkaufen. Kununurra bietet super Infrastruktur mit zwei guten Cafés, einem kleinen Einkaufszentrum und alles, was das Herz eines Reisenden begehrt. Kununurra erscheint uns wie eine Oase mit dem vielen Wasser, das Dank dem Ord River vorhanden ist. Es gibt Seen, Flüsse und sattgrüne Wiesen sowie Obst- und Gemüseplantagen.
Gleich ausserhalb der Stadt befindet sich der Mirima Nationalpark. Dieser kleine Nationalpark besticht mit seiner wunderschönen Landschaft aus Sandsteinfelsen und erinnert ein wenig an die Felsformationen der Bungle Bungles im Purnululu Nationalpark. Wir campen im Hidden Valley Caravan Park und können von dort aus sogar zu Fuss die kurzen Wanderungen durch den Mirima Nationalpark starten.
70 Km südlich von Kununurra liegt der riesige Lake Argyle Stausee der 1972 durch den Bau des Staudammes entstanden ist. Dies ist der grösste Frischwasserstausee Australiens.
In Wyndham fliessen fünf Flüsse zusammen
Kununurra verlassen wir in westliche Richtung auf dem Victoria Highway und fahren zuerst auf diesem Highway nach Wyndham. Der ehemalige Goldgräberort Wyndham wurde im Jahre 1886 gegründet und hat heute rund 900 Einwohner. Vom Five Rivers Aussichtspunkt, auf dem 325 Meter hohen Mt. Bastion, können wir im schönen Abendlicht die Umgebung um Wyndham bestaunen. Von diesem Aussichtspunkt sehen wir, wie die fünf Flüsse King River, Pentecost River, Durack River, Forrest River und Ord River in den Cambridge Gulf fliessen.
Von Wyndham gibt es eine sehr schöne Abkürzung direkt auf die Gibb River Road. Der unbefestigte Karunjie Track verläuft durch Farmland und wir müssen immer wieder aussteigen um die Gates zu öffnen und hinter uns wieder zu schliessen. Teile der Strecke sind extrem karg und verlaufen durch ausgetrocknete Salzpfannen, an anderen Orten gibt es aber auch Wasserlöcher mit vielen Tieren die dorthin zum trinken kommen.
Diese direkte Verbindung von Wyndham zur Gibb River Road gefällt uns sehr gut. Allerdings verpassen wir so die Attraktionen des El Questro Parks, welche sich auf den ersten Kilometern der Gibb River Road befinden.
El Questro Wilderness Park und die Emma Gorge
Der El Questro Wilderness Park mit der El Questro Gorge, Emma Gorge und anderer Attraktionen, ist ein privater Park der bei Reisenden und vor allem auch bei Australiern sehr beliebt ist. Das Gelände auf der ehemaligen El Questro Farm ist wegen der wunderschönen Schluchten und Flüssen so beliebt. Die Infrastruktur für Touristen wird immer mehr ausgebaut und in der Zwischenzeit bietet El Questro sowohl für Camper als auch für luxusverwöhnte Gäste die passende Infrastruktur.
Die Attraktionen können entweder selbständig oder im Rahmen einer der vielen Touren erkundet werden. Die Landschaft ist wirklich sehr schön, aber diese zu erkunden ist auch nicht ganz günstig. Willst du Zutritt auf das Gelände kostet das pro Tag und Person AUD 12. Wenn du mehr als einen Tag auf dem Gelände verbringen möchtest musst du dir einen Wochenpass für AUD 20 pro Person kaufen. Auch die Stellplätze, Zimmer und Touren sind sehr teuer und so haben wir uns gegen einen Besuch entschieden. Entlang der Gibb River Road gibt es noch viele andere Schluchten, die wir besichtigen wollen.
Der Pentecost River mit den Cockburn Ranges
Die Furt durch den Pentecost River ist steinig und es rüttelt uns ganz schön durch in unserem Fahrzeug. Allerdings ist die Durchquerung des Pentecost River dadurch auch recht einfach, da der Untergrund sehr griffig ist. Während der Saison ist das Wasser meist nicht tiefer als Achshöhe und so ist sie wirklich nicht schwierig. Allerdings ist wegen dem unebenen Steinbett ein Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit sehr empfehlenswert.
Der Blick von Westen mit der Cockburn Range im Hintergrund ist ein absoluter Klassiker und die Fotos mit dieser Kulisse haben wir schon oft in Zeitschriften und Büchern gesehen. Natürlich wollen wir auch ein Bild, wie wir mit unserem Fahrzeug den Pentecost River durchqueren. Wir fahren rüber, ich lade Reni aus und fahre zurück durch den Fluss während Reni mit der Kamera bereit steht.
Die Home Valley Station bietet Unterkünfte
Die Home Valley Station ist vergleichbar mit El Questro und auch hier werden Unterkünfte zu recht hohen Preisen angeboten. Uns reizt vor allem die Natur der Kimberleys und so besuchen wir auch die sehr kommerzielle Home Valley Station nicht.
Die Ellenbrae Station mit dem ausgefallensten Badezimmer
Das Ellenbrae Homestead ist eine weitere Station entlang der Gibb River Road, welche für Touristen zugänglich ist. Die Infrastruktur für Touristen ist viel einfacher und gemütlicher. Die Station ist eine sehr einsame Farm inmitten der Kimberleys. Die Familie, die die Station betreibt, lebt von der Viehzucht und bietet nebenbei auch Campingmöglichkeiten und betreibt ein kleines Café.
Die Infrastruktur ist sehr einfach, aber es hat alles was das Camper-Herz begehrt. Auf dem Campingplatz gibt es ein WC, fliessend Wasser und sogar eine Dusche ist vorhanden. Um eine warme Dusche zu geniessen, müssen wir aber zuerst den Holzboiler Marke Eigenbau einfeuern. Ein bisschen Holz sammeln, Feuer im Boiler anzünden und 15 Minuten später können wir uns mit einer warmen Dusche verwöhnen.
Am Gibb River gibt es traumhafte Stellplätze
Bei der Kreuzung, wo die Kalumburu Strasse zum Mitchell Plateau weggeht, gibt es einen kleinen Rastplatz mit Picknicktischen und Toiletten. Nur ein paar Kilometer nach der Kreuzung muss der Gibb River überquert werden. Durch den Fluss, der zurzeit nur etwa knöcheltief Wasser führt, verläuft eine betonierte Furt. So ist die Flussdurchfahrt sehr einfach.
Auf beiden Seiten des Gibb Rivers hat es sehr schöne Stellplätze und der idyllische Ort lädt zum verweilen ein. Wir suchen uns einen schönen Platz mit einem grossen, schattenspendenden Baum. Es ist Mittagszeit und so geniessen wir unser Mittagessen mit Aussicht auf den Fluss. Uns gefällt es so gut, dass wir hier gleich zwei Nächte verbringen. Am Morgen und am Abend kommen sehr viele Vögel zum Fluss und auch Bullen kommen zum Trinken ans Wasser.
Der Mitchell River National Park ist ein absolutes Muss entlang der Gibb River Road
Frisch ausgeruht starten wir recht früh am Morgen. Wir überqueren den Gibb River und fahren entlang der Kalumburu Road Richtung Norden. Diese Strasse führt auf das Mitchell Plateau zu den spektakulären Mitchell Falls. Die ersten 160 km auf der Kalumburu Road wurden zwar erst vor ein paar Wochen Instand gesetzt und die Fahrt auf der Schotterstrasse ist erträglich. Der rege Verkehr während der Australischen Schulferien hat der Strasse aber schon wieder arg zugesetzt.
Von der Kalumburu Road zweigt die Port Warrender Road ab, welche bis zur Küste führt. Diese letzten 85 km bis zum Mitchell River Nationalpark waren bei unserem ersten Besuch vor acht Jahren von der übelsten Sorte. Die recht schmale und kurvenreiche Holperpiste hatte extrem tiefes Wellblech und so ist das Fahren zur Tortur für uns und unser Fahrzeug geworden.
Entlang der Piste sahen wir immer wieder Überreste von Fahrzeugen und vor allem Anhängern, welche den Härtetest der Wellblechpiste nicht überstanden haben. Achsbrüche, Probleme mit der Aufhängung und losvibrierte Schrauben sind keine Seltenheit. Einige Leute mit Campinganhängern haben diese am Strassenrand stehen gelassen und sind ohne weitergefahren.
Auch dieses Mal werden wir sehr strapaziert von dem Geholper. Es ist unglaublich laut und alles hüpft und springt und knallt dann wieder zurück wo es hin gehört. Wir fahren maximal 50 km/h, meist allerdings noch langsamer, denn die Strecke ist kurvenreich und immer wieder müssen wir grossen Steinbrocken und Schlaglöchern ausweichen. Ich muss mich höllisch konzentrieren und die Fahrt ist sehr anstrengend. Allerdings hatten wir die Strecke noch schlimmer in Erinnerung und so waren wir schon aufs Schlimmste gefasst. Oder vielleicht sind wir uns inzwischen auch einfach an die Schotterpisten gewöhnt.
Wir sind auf jeden Fall glücklich, dass wir unseren Schlafplatz im Mitchell River Nationalpark ohne grösseren Schaden erreichen und geniessen die Ruhe nach der Achterbahnfahrt.
Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf die Socken, denn wir wollen in den kühleren Morgenstunden zu den Mitchell Falls wandern. Der 4.3 km lange Wanderweg ist gut ausgeschildert. Nach etwa einem Viertel der Wanderung schauen wir uns die Little Mertens Falls an. Dieser Wasserfall stürzt in einen schönen Pool in dem wir auch baden können. Der Wasserfall hat den Fels so ausgewaschen, dass ein riesiger Überhang entstanden ist. Hier befindet sich eine grosse Galerie von Aborigine Zeichnungen und wir können sogar hinter den Wasserfall gehen.
Nach rund drei Viertel der Wanderung erreichen wir die Big Mertens Falls. Dieser imposante Wasserfall stürzt in die Tiefe in eine enge Schlucht und hat den Namen „Big“ wirklich verdient. Der Wanderweg führt entlang der Abbruchkante von der das Wasser unter unseren Füssen ins bodenlose stürzt.
Nach knapp zwei Stunden erreichen wir die Mitchell Falls. Diese Wasserfälle sind mitunter die Eindrücklichsten, die wir bis anhin in Australien gesehen haben. Über mehrere Kaskaden ergiesst sich das Wasser von einem Pool in den nächsten bis es schliesslich in einen riesigen Pool stürzt. Am Fusse des Wasserfalls ist das Baden nicht erlaubt, aber oberhalb des Wasserfalls gibt es sehr schöne Plätze, wo wir ein erfrischendes Bad geniessen können.
Wir wollen den Wasserfall noch von der gegenüberliegenden Seite der Schlucht aus sehen. Um diese spektakuläre Aussicht geniessen zu können, müssen wir eine viertel Stunde über Felsen klettern. Die Klippe fällt senkrecht über 100 Meter in den Pool am Fusse des Wasserfalls. Es gibt kein Zaun oder Absperrung und äusserste Vorsicht ist geboten, denn ein Fehltritt hätte verheerende Folgen.
Nach zwei Nächten im Mitchell Falls Nationalpark fahren wir wieder zurück zur Gibb River Road. Leider ist die Strasse über Nacht nicht besser geworden und so werden wir nochmals kräftig durchgeschüttelt.
Auf dem Rückweg schauen wir uns entlang der Port Warrender Road, nahe beim King Edward River noch zwei Aborigine Kunststätten an. Zwei kurze Wanderwege führen jeweils durch die Baumsavanne und zu Felsformationen mit Überhängen und Sheltern. Hier bestaunen wir die spektakulären Malereien mit Gwion-Gwion-Figuren (Bradshaw) und Wandjinas. Diese Malereien haben uns bereits bei unserem ersten Besuch fasziniert. Aufs Neue sind wir wieder von den riesigen Gesichtern fasziniert.
Vor der Gibb River Road müssen wir wieder den Gibb River überqueren. Da uns der Platz so gut gefällt, bleiben wir nochmals ein paar Nächte. Wir geniessen die Aussicht auf den Fluss, beobachten die Vögel und lassen es uns gut gehen. Nach ein paar entspannten Tagen am Gibb River, geht unser Roadtrip auf der Gibb River Road weiter Richtung Westen.
Die Barnett River Gorge ist nur wenig besucht
Ein Stück nach der Abzweigung zum Mitchell Falls Nationalpark erreichen wir die Abzweigung zur Barnett River Gorge. Über eine schmale Schotterstrasse erreichen wir nach 3 km einen kleinen Wendeplatz mit Parkmöglichkeiten. Einige Stellen der rauen Piste sind extrem ausgewaschen und wir brauchen für die 3 km länger als für 20 km auf der Gibb River Road. Infotafeln oder markierte Wanderwege suchen wir vergebens. Wir packen unsere Rucksäcke und folgen einfach den Fussspuren. So finden wir schliesslich den Weg zur Schlucht, der mit kleinen Steinhaufen markiert ist. Nach einer halben Stunde Marsch erreichen wir einen schönen Aussichtspunkt mit Blick über die Barnett River Gorge.
Die Schlucht sieht von oben so schön aus, da wollen wir runter. Wir finden einen mit Steinhaufen markierten Weg runter zum Barnett River. Das Wasser ist kristallklar und eiskalt. Der ideale Platz für die Mittagspause und ein erfrischendes Bad.
Die Manning Gorge mit dem schönen Wasserfall und Badepool
Die Manning Gorge liegt auf Aborigine Land und der Besuch der Gorge ist kostenpflichtig. Die Gorge besticht weniger durch den Schluchtencharakter, dafür gibt es einen schönen Badepool in dem sich ein hübscher Wasserfall ergiesst.
Wir haben die Gorge bereits auf einer anderen Australien Reise besucht und wollen heute noch ein Stück weiterfahren. So entscheiden wir uns die Manning Gorge dieses Mal auszulassen.
Im Mt Barnett Road House gibt es Treibstoff und einen kleinen Shop
Bei diesem Roadhouse kannst du deine Treibstofftanks auffüllen. Allerdings sind die Preise recht hoch und wir sind froh, dass wir mit unseren beiden Dieseltanks genügen Treibstoff dabei haben und nicht tanken müssen. Im Shop gibt es zudem die nötigsten Dinge zu kaufen.
Die Galvans Gorge bietet eine Oase der Ruhe
Der Parkplatz der Galvans Gorge befindet sich direkt an der Gibb River Road und ein kurzer Gehweg führt zu einer Oase der Ruhe. Wir geniessen den schattigen Platz und beobachten, wie Vögel zum Trinken kommen.
Wir sind zwar fast alleine an diesem idyllischen Ort und trotzdem fühlen wir uns beobachtet. Ich mache mich auf die Suche und siehe da, in einem der Überhänge finde ich eine Wandjina Malerei mit einem der typischen runden Gesichter, welche die Besucher beobachtet.
Der Imintji Store bietet Versorgung für die Reisenden
Das Imintji Roadhouse verfügt über ein Restaurant, einen kleinen Shop eine Tankstelle und einen neu eingerichteten Campingplatz. Die Dieseltanks wurden neu gestrichen und befinden sich gleich hinter der Zapfsäule. Es gibt hier allerdings nur Diesel und kein Benzin. Der Cappuccino ist zwar nicht der Welt-Beste, aber entlang der Gibb River Road trotzdem eine sehr gute Abwechslung. Wir fühlen uns schon fast ein bisschen in der Zivilisation.
Die Bell Gorge und der Silent Grove Campingplatz
Sehr lohnenswert ist auch der Abstecher zur Bell Gorge. Auf dem Weg zur Schlucht liegt auch der Silent Grove Campingplatz. Es ist bereits später Nachmittag und so entscheiden wir uns auf dem Silent Grove Campingplatz zu übernachten und die Bell Gorge Morgen in aller Ruhe zu besichtigen. Wir suchen uns einen schönen Platz und geniessen den Abend mit anderen Reisenden.
Die Wasserfälle und der Badepool am Bell Creek zählen zu den schönsten entlang der Gibb River Road. Vom Silent Grove Campingplatz sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Parkplatz der Bell Gorge.
Wir ziehen unsere Badehosen an und machen uns auf die Wanderung. Nach einer viertel Stunde erreichen wir bereits den oberen Teil der Schlucht. Hier hat es bereits schöne Pool, die zum Baden einladen. Wir wollen allerdings zum Fusse des Wasserfalls weiter und dazu müssen wir erst den Fluss überqueren. Aufgepasst, denn die Felsen sind extrem rutschig.
Wir klettern über die Felsen in die Bell Gorge hinunter zum Fusse des Wasserfalls. Vormittags sind die Temperaturen sehr angenehm zum Wandern. Ich springe gleich ins Wasser und bin erstaunt über das sehr kühle Wasser. So bin ich froh, dass ich mich in der Sonne wieder aufwärmen kann. Wir geniessen diese wunderschöne Landschaft und beobachten eine Echse beim Sonnenbaden. Dann kommen immer mehr Menschen und es wird uns plötzlich zu voll. Auf dem Parkplatz sehen wir, wieso es plötzlich so viele Menschen in der Bell Gorge hatte. Es stehen fünf Tour-Busse da.
Wir finden ein weiteres Mal einen wunderschönen Schlafplatz und campen direkt am Wasser beim Dog Chain Creek.
Auf Tuchfühlung mit Krokodilen in der Windjana Gorge
Die Windjana Gorge ist ein absolutes Muss entlang der Gibb River Road. Wer gerne Süsswasser Krokodile in freier Wildbahn sehen will, kommt hier voll auf seine Kosten. Süsswasser Krokodile sind, im Gegensatz zu den Salzwasser Krokodilen, friedlich und relativ harmlos. Dennoch sollte man aber genügend Abstand halten, denn auch die Süsswasser Krokodile haben scharfe Zähne.
Der Lennard River fliesst durch die Windjana Gorge, versiegt aber in der Trockenzeit. Trotzdem bleiben einige permanente Wasserlöcher übrig und bieten so perfekten Lebensraum für die Krokodile während dieser Zeit.
In den Morgenstunden schaffen es die Sonnenstrahlen noch nicht in die Schlucht und es ist kühl im Schatten. Wir sehen erst vereinzelt Krokodile im Sand liegen. Wenn aber die Sonne in die Schlucht scheint, dann kommen die Krokodile aus ihren Verstecken und lassen sich von den Sonnenstrahlen aufwärmen. Sie schwimmen im Wasser liegen auf den Felsen oder kriechen an Land und lassen sich im warmen Sand aufwärmen.
Es ist schon sehr faszinierend, diese urzeitlichen Tiere in freier Wildbahn aus nächster Nähe zu sehen. Die Krokodile lassen sich kaum von uns stören und bleiben regungslos liegen. Allerdings ist ein sichererer Abstand unbedingt einzuhalten. Denn wir sehen die scharfen Zähne und wollen nicht wissen, wie schmerzhaft ein Biss von einem der Krokodile sein kann.
Der Wanderweg führt am Lennard River entlang durch den Windjana Gorge bis ans Ende der Schlucht. Der erste Teil, wo sich die meisten Krokodile befinden, ist für uns der spannendste Teil dieser Wanderung. Auf dem Weg gibt es mehrere Bäume, die von Flughunden bewohnt werden. Die über Kopf in den Ästen hängenden Tiere werden schnell nervös und sobald wir zu nahe kommen, fliegen sie davon.
Am Ende des Weges öffnet sich die Schlucht auf eine riesige, mit einzelnen Bäumen bewachsene, Ebene. Der Weg ist hier zu Ende, aber wir gehen trotzdem weiter, denn wir haben von Australiern einen Tipp bekommen. Nach weiteren 20 Minuten Marsch der Hügelkette entlang erreichen wir einen grossen Felsüberhang mit einer Höhle. Wir klettern über die Felsen und kommen zu dem Überhang, der von den Aborigines als Unterstand genutzt wurde. Wir finden Felsmalereien und sogar Stalaktiten gibt es in einer kleinen Höhle zu bestaunen.
Die Aussicht über die mit Boabs bewachsene Ebene ist traumhaft und wir geniessen die Ruhe an diesem fantastischen Ort.
Durch die düstere Höhle des Tunnel Creek
Auf der Seitenstrasse zum Windjana Gorge kannst du weitere 33 Kilometer fahren und so gelangst du zum Tunnel Creek. Hier kannst du durch eine 750 Meter lange Höhle wandern. Allerdings musst du dabei durch Wasser waten, indem Süsswasser Krokodile leben. Ein bisschen Mut ist also Voraussetzung.
Zurück in der Zivilisation in Derby
Derby ist der westliche Ausgangspunkt für die Gibb River Road. Hier treffen wir nach fast zwei Wochen Wildnis und traumhafter Landschaft wieder auf Zivilisation. Derby ist zwar nicht ein riesiger Ort, aber es gibt alles was wir brauchen. Zuerst gibt es natürlich einen Cappuccino. Im Wharf Café geniessen wir einen feinen Cappuccino, der von einem ausgewanderten Italiener zubereitet wurde. Dann schauen wir uns die E-Mails an, kaufen ein paar Frischwaren ein und tanken Diesel auf.
Der halbkreisförmige Landesteg von Derby ist für die extremen Gezeitenunterschiede gebaut. Während eines Tages kann sich der Wasserstand um über 11 Meter verändern. Dementsprechend hoch sind die Säulen des Piers, wenn das Wasser seinen Tiefststand hat.
Ausserhalb von Derby gibt es den Prison Boab Tree zu bestaunen. Dieser Gefängnisbaum wurde als Gefängniszelle verwendet. Wie funktioniert das denn? Ganz einfach. Der wuchtige Stamm dieses Boabs ist ausgehöhlt und durch ein Loch im Stamm wurden die Sträflinge in den Baumstamm eingesperrt.
10 km in östlicher Richtung von Derby befindet sich das Kulturzentrum Mowanjum. Hier gibt es eine Kunstausstellung und die Kunstwerke können auch gekauft werden. Im Juli findet jeweils das grosse Mowanjum Festival mit Darbietungen der lokalen Aborigines statt. Leider haben wir das Festival dieses Mal verpasst. Vor ein paar Jahren waren wir aber genau zur richtigen Zeit hier und waren von den Aufführungen der lokalen Bevölkerung sehr beeindruckt.
Informationen zur Gibb River Road
Die Gibb River Road ist keine anspruchsvolle 4WD Strecke. Dennoch sind eine gute Vorbereitung, ein einwandfrei gewartetes Fahrzeug und genügend Lebensmittel Voraussetzung für die Fahrt entlang der Gibb River Road. Denn die Streck ist einsam und es gibt ausser ein paar Farmen und Roadhouses keine Versorgungsmöglichkeiten.
Von Kununurra bis Derby sind es 733 km. Es gibt aber viele Attraktionen, welche wie im Falle der Mitchell Falls weit von der Gibb River Road entfernt sind. So haben wir am Ende 1‘300 km zurückgelegt. Es hätten auch durchaus noch mehr sein können.
Wir haben für die Gibb River Road 14 Tage benötigt. Wir haben uns Zeit gelassen und sind zwischendurch zwei Nächte am gleichen Ort geblieben. Natürlich kann die Strecke auch in kürzerer Zeit bewältigt werden, aber wir haben es sehr genossen. Für uns war es genial, dass wir uns Zeit lassen konnten und so die Landschaft der Kimberleys in vollen Zügen geniessen konnten.
Informationen zum Strassenzustand: Main Roads Western Australia
Bist du die Gibb River Road durch die Kimberleys in Westaustralien auch schon gefahren? Welche Strasse auf dieser Welt möchtest du gerne einmal fahren?