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Einen interessanten Ansatzpunkt bietet Bavinck durch seine Bemerkung, dass nicht nur die Pädagogik ein „historisch gegebenes, objektives, sich weiter entwickelndes Gebiet“ sei (Paedagogische Beginselen, S. 110), sondern auch die vermittelnden Inhalte eine objektive Grösse darstellen. Bavincks „organische“ Konzeption betrachtet die religiöse Bildung als Zentrum der Bildung. Um diesen Kern herum gruppieren sich sprachliche und naturwissenschaftliche Fächer (S. 111). So hätten unsere Vorfahren absolut keine Einwände dagegen gehabt, die Kinder Texte, Psalmverse, biblische Geschichte und Katechismus zu lehren. Noch als Erwachsene hätten sich diese in Versuchungen und Prüfungen des Lebens an diese erinnert und sich darauf abgestützt (ebd. S. 153). Durch die Loslösung der Bildung von Gott sei die Konzentration und Einheit innerhalb des Lehrstoffes jedoch verloren gegangen (ebd. S. 163). Es fehle der „neutralen“ Schule dadurch die Einheit (S. 170).
Ausgehend von diesen Gedanken wäre die Umkehrfrage interessant: Wie sieht ein Curriculum aus, das Gottes Geschichte mit dem Menschen ins Zentrum stellt? Welche Inhalte aus der Bibel und aus der (Kirchen-)Geschichte stärken die Heranwachsenden im Hinblick auf die Erfüllung ihrer Lebensaufgaben? Inwiefern kann diese Betrachtung aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen beantworten?
John Bolt entfaltet in seinem engagierten Plädoyer für die reformierte christliche Schule die These, dass eben diese sich erinnernde Gemeinschaft („community of memory“) wesentliche Fundamente lege. Ausgehend von Gottes Heils- und Kirchengeschichte, dargelegt in Bibel und Bekenntnissen, könne ein solider weltanschaulicher Rahmen geschaffen werden, der die gesellschaftlichen Strömungen – Bolt nennt Pluarlismus/Relativismus, Individualismus, Säkularismus und Neuheidentum – aufgreift und bewertet. Siehe John Bolt. The Christian Story and the Christian School. Christian Schools International: Grand Rapids 1993.