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Die drittgrösste Insel des Mittelmeers Zypern ist durch seine wilde Geschichte in mehrere Teile geteilt: im Süden und Westen befindet sich die Republik Zypern, über die wir hier berichten werden. Im Norden und Osten liegt die Türkische Republik Nordzypern, welche allerdings nur von der Türkei anerkannt wird.
Zypern gehört mit Sicherheit zu einer sehr schönen Feriendestination - wir freuen uns darüber berichten zu dürfen. Lesen Sie auch noch viele weitere interessante Berichte in unserem Reiseblog!
Zypern ist übrigens die wärmste Insel des Mittelmeers. Im Sommer wird es regelmässig 37°C im Landesinneren und 30-35°C an den Küsten. Das Meerwasser wird im August angenehme 28°C warm und ist dann selbst für verfrorene Schwimmer perfekt geeignet. Im Winter ist es an der Küste immer noch angenehme 16 Grad warm, perfekt für Wanderungen oder Besichtigungen.
Durch die Lage im östlichen Mittelmeerraum bietet Zypern eine einmalige Geschichte, die bis vor den Beginn der schriftlichen Erfassung von Ereignissen zurückgeht.
Die ersten dauerhaften Siedler erreichten die Insel von Syrien kommend vor etwa 11.000 Jahren. Durch die Kupfervorkommen wurde Zypern bereits in der Bronzezeit zu einem wichtigen Rohstofflieferanten und Handelsplatz.
Stets unabhängig, aber unter verschiedenen kulturellen Einflüssen der Mykener, Assyrer, Perser und Ägypter, entwickelten sich hier viele Stile. 332 v. Chr. wurde Zypern an das Reich Alexander des Großen angegliedert.
58 v. Chr. übernahmen die Römer die Herrschaft von den Griechen und Zypern blieb für lange Zeit byzantinisch-römisch, bis 1185 unter Kaiser Isaak Komnenos die Unabhängigkeit erklärt wurde.
Die Unabhängigkeit hielt aber nur für kurze Zeit, denn nur 6 Jahre später eroberte Richard Löwenherz die Insel, um sie als Basis für den Dritten Kreuzzug zu nutzen. Nach vielem Hin und Her gab es zum einen ein Königreich auf Zypern, zum anderen aber auch ein genuesisches Protektorat, da Genua einen strategischen Handelsposten im Ost-Mittelmeer suchte.
Mithilfe der Venezianer wurde Genua irgendwann verdrängt und Zypern gehörte zur Republik Venedig.
1571 traten die Osmanen auf den Plan, verpachteten die Insel 1878 an Grossbritannien, was im ersten Weltkrieg Zypern schliesslich annektierte.
Durch den Vertrag von Lausanne wurde Zypern 1925 offiziell britische Kronkolonie. Daher gibt es bis heute zwei grosse Britische Militärbasen an der Südküste.
Zypern wurde 1960 unabhängig, litt aber 14 Jahre lang unter einem Bürgerkrieg von Separatisten, Griechen und Türken. Die Türkei besetzte den Nordteil Zyperns, um die türkischen Inselbewohner zu schützen und 1974 wurde ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet, das eine Pufferzone zwischen den Grenzen der Republik Zypern und dem türkischen Teil Zyperns einrichtete, wo bis heute UN-Blauhelme stationiert sind.
Erst 2003 öffnete der erste Grenzübergang seine Tore.
Paphos, was sich in Nea Pafos, Pano Pafos und die neuere Hotelsiedlung unterteilt, liegt im Westen Zyperns und ist alleine schon die Ferien wert. Nehmen Sie sich hier viel Zeit und geniessen Sie ihre Ferien.
Es gibt nicht nur einen wunderschönen Hafen und kilometerlange Sandstrände, sondern so viele historische Gemäuer, dass selbst Geschichtsmuffel begeistert werden.
Laut griechischer Sage ist Paphos der Geburtsort der Aphrodite, jener Göttin der Schönheit und Liebe. Nur 20 Minuten südlich der Stadt liegt der Aphroditefelsen, an welchem sie angeblich an Land kam.
In der Antike war dieser Felsen deshalb ein berühmter Pilgerort, vergleichbar mit Santiago de Compostela oder Lourdes in heutigen Zeiten.
Fest steht jedenfalls, dass die Stadt mindestens 3.400 Jahre alt ist und dementsprechend hat sich hier einiges angesammelt.
Keiner sollte einen Besuch des Archäologieparks verpassen, denn hinter dem neutralen Namen verbirgt sich ein Teil der UNESCO-Welterbestätte von Paphos.
Hier gibt es die Reste mehrerer römischer Villen, in denen beeindruckende und filigrane Mosaikböden Geschichten über Götter und deren Liebesdramen erzählen.
Natürlich auch über Aphrodite, deren römischer Name Venus lautet.
In Nea Paphos befinden sich ptolemäische Königsgräber.
Eigentlich sind hier gar keine Könige begraben, aber die Verstorbenen müssen dennoch von hohem Rang und Namen gewesen sein, denn sie wurden mit derart viel Pomp begraben, als wären sie Hochadel.
In diesen roten Sandsteingebäuden scheint die Zeit still zu stehen und man fühlt sich beinahe ins dritte Jahrhundert vor Christus versetzt.
Am Hafen liegt ein Kastell aus dem Mittelalter, das die Venezianer zunächst teilweise zerstörten und die Osmanen 1592 wieder renovierten und nutzten.
Hier sieht man übrigens die besten Sonnenuntergänge Zyperns, mit dem Kastell im Vordergrund und dem Mittelmeer dahinter.
Unweit von Paphos liegt der Akamas Nationalpark, der sich entlang der Küste die Berge hinaufzieht. Auf dem Wanderweg Aphrodite Trail gibt es wunderschöne Aussichten über die verschiedenen Buchten, Hügel und Dörfer der zyprischen Küste.
Auf der zweieinhalb Stunden langen Wanderung kommt man sogar an den legendären Bädern der Aphrodite vorbei.
Limassol ist die grösste Hafenstadt Zyperns, wo die meisten Frachtschiffe an- und ablegen. Ausserdem befindet sich hier das Zentrum zyprischen Weinbaus.
Wenn es Sie nicht an den Strand, aber dennoch ans Meer zieht, bietet sich ein langer Spaziergang an der Promenade entlang an. Sie ist sehr gepflegt, voller Plätze und Bänke, die zum Verweilen einladen und bietet einen wunderbaren Blick auf die Stadt und das Meer.
In der Altstadt gelegen, befindet sich das Kastell von Limassol. Das genaue Alter ist unbekannt, aber da hier Richard Löwenherz 1191 Berengaria von Navarra heiratete, stammt es mindestens aus dem zwölften Jahrhundert.
Nachdem es von mehreren Erdbeben stark beschädigt wurde, lag das Kastell einige Zeit ungenutzt da, bis die Osmanen es wieder herrichteten und nutzten.
Das Gefängnis im Keller wurde sogar bis 1950 als solches genutzt. Heute befindet sich hier das Mittelaltermuseum, was unbedingt gesehen werden sollte, wenn man sich auch nur entfernt für die Zeit der Kreuzzüge interessiert.
Unweit von Limassol liegt die Ausgrabungsstätte des antiken Stadtstaates von Kurion. Wie durch ein Wunder ist auf dem Boden der ehemaligen Stadt nichts mehr errichtet worden und man kann ungestört viele Schätze der Antike bewundern.
Darunter befindet sich zum Beispiel das Theater, das im 2. Jahrhundert v.Chr. gebaut und 15 v.Chr. nach einem Erdbeben erweitert wurde und bis heute perfekt erhalten ist. Zudem gibt es hier die Ruine einer frühchristlichen Basilika aus dem 5. Jahrhundert, zusammen mit dem Bischofssitz von Kurion.
Und natürlich gibt es auch hier diverse Ruinen von Häusern mit wunderschönen Mosaiken.
Wenn Sie einen Tag extra Zeit übrighaben, mieten Sie sich ein Auto und fahren Sie über die Krasochoria, die Weindörfer der Region Limassols, in denen es bis zu 10 Weinkeller gibt – pro Dorf!
Traditionell werden die lokalen und trockenresistenten Rebsorten Xynisteri und Mavro kultiviert, aber auch Cabernet Sauvignon, Mataro, Grenache und Syrah. Alternativ können Sie sich gleich in einem der Dörfer einquartieren und die Weinprobentour zu Fuß geniessen.
Die Hauptstadt Zyperns liegt im Landesinneren, zwischen zwei Gebirgen und direkt an der Grenze zum türkischen Teil der Insel. Genauer gesagt, läuft die Grenze durch Nikosia hindurch – dies ist die letzte geteilte Hauptstadt der Welt.
Die Altstadt Nikosias, durch deren Mitte die Grenze verläuft, ist kreisrund und noch komplett von der alten Stadtmauer aus venezianischen Zeiten umgeben.
Man kann heutzutage relativ einfach über die Grenze, denn in der Haupteinkaufsstrasse Lidra Street befindet sich ein Übergang für Fussgänger, wo die Abfertigung gerade mal 2 Minuten dauert. Scheuen Sie sich also nicht vor einem Besuch im türkischen Teil der Stadt.
Im griechischen Teil Nikosias ist das Altstadtviertel Laiki Yitonia besonders sehenswert, da es wunderschön restauriert wurde und hier die Seele zyprischen Lebens liegt.
Schlendern Sie gemütlich durch die Gassen und das bunte Treiben. Ab und zu kann man einen Blick auf die neutrale Pufferzone werfen.
Sie wurde 1974 geräumt und seither darf sie niemand mehr betreten. Dadurch hat sich eine unglaublich eindrucksvolle Geisterstadt und Zeitkapsel entwickelt.
Die Kirche Agios Ioannis ist die Kathedrale der griechischen Seite, deren Innenraum vollständig ausgemalt ist. Wirklich, jeder Quadratzentimeter der Wände und Decken ist Teil von farbenfrohen Gemälden über biblische Szenen und das Leben der Heiligen.
Auch das Levantis-Museum ist einen Besuch wert, es bietet einen guten Überblick über die zypriotische Geschichte und der Eintritt ist sogar frei!
Im türkischen Teil Nikosias sollten Sie nicht die gotische Sophienkathedrale, heute Selimiye-Moschee, verpassen. Auch die ehemalige Karawanserei Büyük Han mit ihren Geschäften und Restaurants ist sehr sehenswert.
Übrigens können Sie im Hotel Saray ins Roof Garden Restaurant gehen, von wo aus Sie einen wunderbaren Blick auf ganz Nikosia haben. Da zeigt sich dann auch wieder, dass es sich eigentlich um eine Stadt handelt, nicht um zwei, Grenze hin oder her.
Polis ist noch ein Geheimtipp unter Zypernreisenden. Hier gibt es bis heute keine grossen Hotels oder Touristenströme, sondern nur kleine Anlagen mit Ferienwohnungen oder Pensionen. Der Ort mit 4.000 Einwohnern liegt 40 km nördlich von Paphos, direkt an der Küste.
Polis ist ebenso wie Paphos ein guter Ausgangspunkt für Besuche im Akamas Nationalpark. Im Umland kann man auch wunderbar Touren mit dem Mountainbike unternehmen und die zypriotische Landschaft gemütlich von zwei Rädern aus erkunden.
Zwischen Polis und dem Fischerort Latsi liegt ein langer Strand, an dem Sie verschiedene Wassersportarten ausüben können.
Surfen, Windsurfen, Schnorcheln, beinahe alles ist hier möglich. In Latsi gibt es übrigens wunderbare Tavernen, die aus dem täglichen Fang einheimische Fischgerichte zubereiten.
Für Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten ist dieser Ort ein Muss. Auch die Fischerboote selbst sind eine Attraktion, denn deren Besitzer geben sich sehr viel Mühe mit der Dekoration und Bemalung.
Dadurch besitzt der Fischereihafen eine wunderschöne Farbvielfalt, die mit dem Meer und den Bergen im Hintergrund beinahe unwirklich erscheint.
Im Hinterland, im Marathasa Tal, liegt das Kloster Kykkos, eines der wohlhabendsten und schönsten Klöster Zyperns.
Auf einem 1318 Meter hohen Berg gelegen, ist es hier im Sommer angenehm kühl und auf der Anfahrt bieten sich Ihnen wunderbare Aussichten auf die Landschaft, Berge und Küste der Insel.
Larnaca, an der Südküste Zyperns gelegen, ist die älteste durchgehend bewohnte Stadt der Insel – seit 6.000 Jahren!
Der Legende nach hat Noahs Enkel Khittim einst die Stadt gegründet.
Im 13. Jahrhundert vor Christus gab es hier das mykenische Königreich Kition, in dem Larnaca eine Drehscheibe für den Handel mit Kupfer und dementsprechend reich war.
Larnaca ist auch ein berühmter Pilgerort. Für die Christen, weil Lazarus nach seiner Heilung durch Jesus hier sein neues Zuhause fand und erster Bischof von Larnaca wurde und für die Muslime, weil hier eine Tante Mohammeds begraben liegt.
Da Larnaca bis zur Teilung Zyperns sowohl von griechisch- als auch türkischsprachigen Zyprioten bewohnt war, gibt es bis heute ein wunderschönes türkisches Viertel rund um die Moschee Al Kebir, mit Bazaar, Cafés, kleinen Boutiquen und mehr.
Hier können Sie authentisches, zypriotisches Leben entdecken und schnell die Zeit vergessen.
Sehenswert ist auch die Kirche Panaya Angeloktist, die mitsamt ihren Fresken aus dem 6. Jahrhundert stammt, der Blütezeit des byzantinischen Reiches.
Im Fort gibt es ein archäologisches Museum, welches auch eine Aussenanlage beinhaltet, wo bis heute die Überreste des mykenischen Königreiches ausgegraben werden. Über 3.200 Jahre hat sich vieles gut gehalten.
Ganz in der Nähe Larnacas gibt es den Salzsee Oroklini. Am Ufer entlang kann man wunderbar spazieren und tausende Vögel, darunter viele Flamingos, beobachten.
Hier wird aktiv viel Naturschutz betrieben und es leben bis zu 58 Vogelarten zur selben Zeit in der Gegend rund um den mit Inseln gesprenkelten See.
Natürlich ist Larnaca auch für die Strände bekannt. Der Yiannades Strand ist am besten für Familien mit Kindern geeignet, durch flaches kristallklares Wasser und einer breiten Sandfläche.
Rund um Larnaca sind über die Jahre hinweg viele Schiffe gesunken, weshalb die Stadt auch viele Taucher anzieht.
Unter anderem liegt hier das grösste Wrack des Mittelmeers in Tauchtiefe, die Fähre Zenobia, welche 1980 nur eineinhalb Kilometer vom Strand entfernt unterging.
Das Schiff liegt in 43 Metern Tiefe, doch durch die Grösse des Rumpfes befindet sich der obere Teil nur 18 Meter unter dem Wasserspiegel – das perfekte Tauchziel für Anfänger.
Wer einen kleinen Ausflug unternehmen möchte, sollte nach Famagusta fahren. Die hübsche Kleinstadt ist voller Erdbebenruinen aus allen Epochen der Geschichte.
Dazwischen befinden sich intakte Gebäude, als wäre nichts gewesen. Wenn Sie traditionelle zypriotische Küche mögen, sollten Sie unbedingt hier essen gehen.
Hier wird noch so gekocht, wie schon vor mehreren Jahrhunderten, zum Teil immer noch auf offenem Feuer. Ob Meeresfrüchte oder Fleischspiesse, auch in Zypern gilt: Liebe geht durch den Magen.