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Konzept: Renata Jakobs-Rüedi und Thomas Pfluger, dipl. Architekten ETH SIA
Das bestehende, in den 50er Jahren erstellte Gebäude wurde mehrheitlich als Bürogebäude genutzt und soll neu zu einem Wohnheim umgenutzt werden. Das Gebäude weist eine einfache Struktur auf, mit Zimmern, die sich beidseits eines Innenkorridors in einem modularen Raster aufreihen. Die klare Struktur beizubehalten war Ziel des Entwurfskonzeptes. Die Rigorosität des innenliegenden Korridors wird durch eine Abfolge von Raumerweiterungen auf beiden Längsseiten mit den entsprechenden Ausblicken und Tageslichtbezügen neu interpretiert. Es entsteht ein zusammenhängendes Gefüge offener Raumzonen, welche sich um die geschlossenen Volumen der Zimmer gruppieren. Mit dem Betreten des Gebäudes gelangt man im Erdgeschoss über einen Vorraum in einen grossen Essraum.
Breite Schiebefenster geben einen weiten Blick in den baumbestandenen Garten frei. Dem Essraum wird neu ein gedeckter Aussensitzplatz vorgelagert, welcher als Raumskelett die Stützenstruktur der Längsfassade thematisch aufnimmt. Die zwei Wohngruppen sind übereinander auf die beiden Geschosse verteilt. Die aufgrund der Fluchtweglänge notwendige zweite Treppe wird aussen an der ostseitigen Stirnfassade geführt und ermöglicht aus der oberen Wohngruppe ebenfalls einen direkten Zugang zum Garten. Das Prinzip der Normalisierung, welches den psychisch behinderten Bewohnern des Wohnheimes eine im Vergleich zu nichtbehinderten Menschen adäquate Lebensform ermöglichen will, bildet den Kern des Entwurfsgedankens. Die gemeinsamen Aufenthaltsflächen innerhalb der Wohngruppen sind bewusst grosszügig gehalten. Sie orientieren sich auf beide Gebäudeseiten und ergeben eine entsprechend angenehme Tageslichtwahrnehmung. Die Doppel-Pflegezimmer sind den beiden Wohngruppen zugeordnet und werden als Bestandteil der Wohnung verstanden. Bettlägrige Bewohner bleiben so in der Gruppe integriert.