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Zu diesem Schluss kommt die von der Europäischen Kommission finanzierte Studie Marina II, die unter der Leitung des britischen Nuklearingenieurunternehmens NNC Ltd. in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitätsinstituten und Umweltorganisationen durchgeführt wurde. Dieses Resultat hat die am Ospar-Abkommen (Oslo-Paris-Abkommen) beteiligten Parteien dazu bewogen, eine genaue Erfassung der Abwässer auch aus der nicht-nuklearen Industrie vorzuschlagen. Das Ospar-Abkommen für den Schutz des Nordostatlantiks und der Nordsee wurde 1992 unterzeichnet und hat als Zielsetzung die Reduktion der Abgabe radioaktiver Industrieabwässer an die See "auf praktisch Null" bis ins Jahr 2020.
Während die Abwässerabgabe der Nuklearindustrie an die Nordsee bis heute auf das Niveau von 1950 zurückgegangen sind, zeichnete die Öl-, Gas- und Düngerindustrie im Jahre 2000 für 90% der Strahlenbelastung der europäischen Bevölkerung durch in die Nordsee eingeleitete Abwässer in vom Ospar-Abkommen abgedeckten Gebieten verantwortlich. 35,3% dieser Strahlenbelastungen stammen aus der Öl- und Gasindustrie, wobei Norwegen und Grossbritannien Hauptverursacher sind. 55,4% stammen aus Phosphatabgaben. Diese Beiträge gilt es zu vergleichen mit den Beiträgen von BNFL in Sellafield (3,8%), Cogema in La Hague (1,7%) sowie den Fallouts verursacht durch Kernwaffenversuche (0,2%) und Tschernobyl (0,1%). Die natürliche Strahlenbelastung in der maritimen Umgebung dieser Region übersteigt heute die anthropogene aber um einen Faktor 20.
Der Schlussbericht der Marina-Il-Studie soll im Juni 2003 veröffentlicht werden.
Quelle
P.S. nach Nucleonics Week vom 15. Mai 2003