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Viele Dorfgemeinschaften in Malawi und Mosambik sind nahezu unerreichbar für konventionelle Hilfe. Zusätzlich haben sie oft noch unter den schweren Schäden zu leiden, die der Zyklon Idai im Mai diesen Jahres angerichtet hat. Viele Nothilfeorganisationen sind bereits in andere Krisenregionen gezogen, doch Amref Health Africa ist weiterhin vor Ort.
Besonders wichtig sind dabei die mobilen Outreach-Kliniken, wie zum Beispiel auf Mgwinya Island im Süden von Malawi: Hier leben zurzeit 10.000 Menschen. Um im Notfall medizinische Hilfe zu erhalten, müssen die Bewohner den Fluss überqueren und anderthalb Stunden unter sengender Sonne laufen. Einer unserer Mitarbeiter vor Ort berichtet von der letzten Visite:
„Wir erreichen eine Ansammlung von Häusern, die das Zentrum der Insel markieren, wie man mir sagt. Unter einem großen Jujube-Baum erwarten uns hunderte Kinder, Frauen und Männer. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Drei mobile Kliniken finden zeitgleich statt: eine ambulante Sektion wird unter dem Baum errichtet, Kinder unter 5 Jahren werden unter einem anderen Jujube-Baum behandelt und der “Mutterschaftsflügel” befindet sich hinter dem Haus gegenüber des großen Baums. Schwangere Frauen werden unter einem Baum gewogen, aber die Untersuchungen finden in einem unfertigen Haus statt, das zumindest etwas Privatsphäre ermöglicht.
Ich höre wie ein junger Mann einem Arzt erzählt, dass er seit drei Tagen unter starken Bauchschmerzen leidet. Er sieht schwach aus. Ich bezweifele, dass er den Weg bis zur Anlegestelle und erst recht nicht den 10-Kilometer-Fußweg bis zur nächsten Gesundheitsstation geschafft hätte.
Mgwinya Island könnte ein Ort ohne Hoffnung sein. Für die 10.500 Menschen, die hier leben, sind zwei Gesundheitshelfer zuständig, ein Krankenhaus gibt es nicht. Die einzige Schule endet nach der 5 Klasse und wird von zwei ehrenamtlichen Lehrern geleitet. Ihr Trinkwasser holen die Menschen aus ungeschützten Brunnen, was eine hohe Gefahr von wasserbürtigen Krankheiten birgt. Amref verteilt Chlor an die Gemeinschaften, aber sie brauchen eine nachhaltige Lösung.
Als wir auf dem Rückweg den Fluss überqueren, denke ich, dass es doch ein wenig Hoffnung gibt. Sie spiegelt sich in den kleinen Gesten der freiwilligen Helfer und Helferinnen.„
Einmal pro Woche nehmen Gesundheitshelferinnen und -helfer sowie Ärztinnen und Ärzte von Amref den langen Weg zur Insel auf sich, um dort eine mobile Klinik einzurichten und die Bewohner medizinisch zu versorgen. Und mit Erfolg: 4.000 Menschen wurden bereits behandelt, die Gefahr der Ausbreitung einer Infektionskrankheit eingedämmt.
Amref bildet zusätzlich Freiwillige aus, die sich um Schwangere, Mütter, und Kinder kümmern, da diese üblicherweise am schwersten von den harten Bedingungen in abgelegenen Gegenden betroffen sind. Die Freiwilligen werden geschult, ihr Wissen um eine verbesserte Hygiene und ausgewogenere Ernährung weiterzuvermitteln.
Rund 70% aller medizinschen Behandlungen können von Krankenschwestern, Hebammen und Pflegern vorgenommen werden. Doch für die komplexeren Fälle und die Regionen, in denen keine Gesundheitsstrukturen vorhanden sind, ist die Fortsetzung der Outreach Visiten weiterhin essentiell.