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Wir haben heute nur ein lückenhaftes Bild der Armutssituation in der Schweiz. Viele Kantone wissen wenig darüber, wie stark ihre Bevölkerung von Armut betroffen ist und welche Gruppen ein besonders hohes Armutsrisiko haben. Und dies, obwohl sie gemäss Verfassung dazu verpflichtet sind, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Ohne fundierte und regelmässige Analyse der Situation und Entwicklung von Armut in der Schweiz ist eine wirksame Armutsprävention und -bekämpfung aber nicht möglich.
Caritas Schweiz und die Berner Fachhochschule haben ein Modell eines Armutsmonitorings entwickelt, mit dem die Kantone ihre Armutssituation und -entwicklung regelmässig auf einer vergleichbaren Grundlage beobachten können. Das Modell baut auf verfügbaren Daten auf und kann von allen Kantonen ohne viel Aufwand umgesetzt werden. Ein Vergleich der Armutssituation über die Zeit und zwischen den Kantonen ist wichtig, um den Erfolg von politischen Massnahmen und sozialstaatlichen Leistungen in Bezug auf die Bekämpfung von Armut zu messen und die Armutspolitik falls nötig anzupassen. Ein Armutsmonitoring auf kantonaler Ebene ist die Basis einer nachhaltigen gesamtschweizerischen Armutspolitik.