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Laut gedacht: Kulturförderung via Crowdfunding?
Mehr Transparenz und ein erster Bewährungstest mit realem Publikum: Wie wäre es, wenn öffentliche Fördergelder über Crowdfunding-Plattformen vergeben würden?
Crowdfunding, die Finanzierung von Projekten durch einen öffentlichen Aufruf, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Über den amerikanischen Dienst Kickstarter kamen so im letzten Jahr 100 Millionen Dollar zusammen, in den letzten Wochen gingen mit WeMakeIt und 100-Days gleich zwei Crowdfunding-Plattformen in der Schweiz an den Start.
Natürlich ist Crowdfunding auch für Kulturschaffende ein interessantes Modell, um Projekte zu finanzieren. Als eines der ersten Projekte auf WeMakeIt hat die Zürcher Musikerin Anna Känzig über 6000 Franken von 51 Unterstützern für die Produktion ihres nächsten Albums gesammelt.
Beim Nachdenken über Crowdfunding und Kulturförderung ist mir folgendes in den Sinn gekommen:
Wäre es nicht sinnvoll, wenn ein grosser Teil öffentlicher Fördergelder für Kultur über Crowdfunding-Plattformen vergeben würde? Die Idee: Projekte werden nicht zu Handen von Gremien eingereicht, sondern sind öffentlich und werben auf der entsprechenden Plattform um Publikum und finanzielle Unterstützung. Jeder, der möchte, kann Projekte unterstützen (Crowdfunding), Förderinstitutionen würden genau wie alle anderen als potenzielle Geldgeber auftreten, bloss mit grösserem Budget. Vorteil: Die Vergabe von Geldern würde transparenter ablaufen und Förderinstitutionen könnten bereits bei der Vergabe von Geldern abschätzen, wie ein Projekt ankommt (sofern dies Teil ihrer Vergabekriterien ist). Wenn alle mitmachen, hat es den zusätzlichen Vorteil, dass man als Kulturschaffender sein Projekt nur an einem Ort eingeben muss.
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Präszisierungen als Antwort auf Kritikpunkte:
Kritik: Muss denn ein Projekt immer ankommen, damit es förderungswürdig ist?
Die öffentliche Ausschreibung würde nicht zwingend bedeuten, dass nur die populärsten Projekte auch von Förderinstitutionen unterstützt werden. Jede Idee müsste sich beweisen. Eine eher Mainstream-orientierte Idee hat es vielleicht leichter, viele kleine Unterstützungsbeiträge von Privaten zu erhalten, wogegen eine andere, die sehr sinnvoll und gut, aber nicht für die Masse gedacht ist, einen grossen Beitrag einer Institution erhalten würde. Die Förderinstitution würde weiterhin gemäss ihren Statuten jene Projekte unterstützten, die sie für die geeignetsten hält, auch wenn sie dann die einzige Geldgeberin ist. Es könnte gar umgekehrt so sein, dass ein Projekt von einer Förderinstitution nicht mehr unterstützt wird, weil auf der Crowdfunding-Plattform klar wird, dass das Projekt auch ohne öffentliches Fördergeld genügend Unterstützung erhält.
(wird laufend erweitert)
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