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Neue Plattform für Open-Access-Zeitschriften an der Universität Freiburg
Ab Herbst 2021 wird die Universität Freiburg zusammen mit vier weiteren Hochschulen über eine neue Plattform für die Publikation von Diamond (oder Platinum) Open-Access-Zeitschriften verfügen. Dies dank SOAP2, einem der Projektvorschläge, die swissuniversities in ihrer ersten Ausschreibung für Open-Access-Projekte angenommen hat. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer gemeinsamen Open-Access-Publikationsplattform und die Entwicklung von Dienstleistungen rund um diese Plattform, um das nachhaltige Publizieren von wissenschaftlichen Open-Access-Zeitschriften zu fördern. SOAP2 bildet damit einen weiteren wichtigen Baustein in der Open-Access-Politik der Universität.
SOAP2 (= Shared Open Access Publishing Platform) ist ein gemeinsames Projekt der Universität Freiburg (Leading House), der Universität Lausanne, der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern (zusammen mit der Fachhochschule Luzern), der Universität Neuenburg und der Pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt. Es wird von swissuniversities mit CHF 164'400 vom 1. Juli 2021 bis 30. Juni 2023 finanziert. Das Herzstück des Projekts ist eine Online-Publikationsplattform, die von einem externen Dienstleister eingerichtet und verwaltet wird. Dies erlaubt den Projektpartnern, ihre Hauptanstrengungen auf die Entwicklung einer Vielzahl von Serviceangeboten rund um die (ab Herbst 2021 verfügbaren) Plattform zu konzentrieren und die Kosten für die technische Verwaltung zu teilen. Zu den Dienstleistungen gehören die Einrichtung von Zeitschriften und Workflows auf der Plattform, die Beratung von Zeitschrifen-Herausgeber(inne)n in Bezug auf die Organisation des Arbeitsablaufs und der Umsetzung von Open-Access-Standards, Hilfe bei kleineren Problemen mit der Plattform und der Erstellung von Dokumenten. Die Unterstützung kann auch die Einrichtung und Erleichterung der Indexierung von Zeitschriften in allgemeinen und spezifischen Informationsdiensten umfassen. Teilnehmende Institutionen haben die Möglichkeit, ihre Zeitschriften separat zu präsentieren.
Basierend auf dem Open Journal System
Die geplante Plattform wird auf Open Journal System (OJS) basieren, der meistgenutzten Software für Zeitschriftenveröffentlichungsplattformen. OJS ist Open Source und wird von der kanadischen interuniversitären Initiative Public Knowledge Project (PKP) gepflegt. OJS ermöglicht es Zeitschriftenherausgeber(Inne)n, den gesamten Einreichungs- und Redaktionsworkflow bis hin zur Online-Publikation von Artikeln und Ausgaben zu verwalten. Es ist ein sehr flexibles Redaktionssystem, das durch eine große Anzahl von Plug-ins erweitert werden kann und vollständig mit wissenschaftlichen Informationsdiensten wie Crossref, ORCiD und DOAJ integriert ist.
Für bestehende und zukünftige Zeitschriften
Zunächst wird die neue Plattform für Zeitschriften offen sein, die an den beteiligten Institutionen herausgegeben werden. Auf diese Weise wird das Projekt bestehende Open-Access-Zeitschriften unterstützen, denen SOAP2 eine stabile und nachhaltige Infrastruktur bietet, die die redaktionelle Arbeit erleichtert und den Impact der Zeitschriften erhöht. Es ist auch möglich, Closed-Access-Zeitschriften beim Umstieg auf Open Access zu unterstützen. Und schließlich lädt das Projekt Forschende und Studierende dazu ein, ihre eigene neue Open-Access-Zeitschrift zu gründen. Das Projektteam berät und unterstützt sie gerne auf dem Weg zu ihrer künftigen Zeitschrift.
SOAP2 wird aber nicht nur den teilnehmenden Institutionen zugute kommen. Im letzten Projektjahr wird die Plattform auch für andere Hochschulen und sogar kleine Verlage offen sein, die nach einer Möglichkeit suchen, ihre OA-Zeitschriften zu veröffentlichen.
Ein weiterer Schritt zur Förderung von Open Access
Mit der Bereitstellung einer eigenen Publikationsinfrastruktur für die Forschenden weitet die Universität Freiburg ihre Unterstützung für Open Access auf Diamond (oder Platinum) Open-Access-Zeitschriften aus. Neben dem institutionellen Repositorium RERO DOC, über das bereits veröffentlichte Publikationen offen zugänglich gemacht werden können (Green Road), und der finanziellen Unterstützung von Open-Access-Publikationen durch Read-&-Publish-Verträge (Hybrid OA) und denFonds für Open-Access-Publikationen (Golden Road) zur Reduzierung der Publikationskosten (APC) für Forschende, bietet die Universität mit SOAP2 nun auch die Möglichkeit, Zeitschriften ganz ohne Publikationsgebühren in Open Access zu veröffentlichen.
Weitere Informationen: Thomas Henkel (Projektleiter), <email-pii>