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Hermiswil

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In einer Urkunde vom 20. April 1289, die sich heute im Staatsarchiv Luzern befindet, wird der Ortsname von Hermiswil zum ersten Mal erwähnt. Ritter Ulrich von Stein verzichtet darin auf seine Ansprüche auf Wälder und Obstgärten in Homberg und erhält dafür vom Kloster St. Urban die lebenslängliche Nutzung eine Schuppose (eine alte Flächeneinheit) zu Äschi. Gleichzeitig bestätigt er die Schenkung von zwei Schupposen in Hermiswil (Hermanswile) an das Kloster für die Feier einer Jahrzeit (alljährliche Gedenkfeier zugunsten eines Verstorbenen).
Später, um 1361 erschienen die Bezeichnungen Hermenswile, später Hermannswyl (1386). Bis 1539, also rund 150 Jahre danach, wandelte sich der Name auf Hermenschwyl und letztlich nach weiteren 250 Jahren, um 1784 auf Hermiswyl. Der Ortsname geht auf den althochdeutschen Personennamen Hariman zurück und bedeutet somit "beim Gehöft des Hariman".
Wahrscheinlich gehörte Hermiswil seit dem Mittelalter den Herren von Stein, welche unter der Oberhoheit der Kyburger standen. Durch eine Erbschaft kam das Dorf um 1466 an die Stadt Solothurn. Erst mit der Unterzeichnung des Wyniger Vertrages im Jahr 1665 gelangte Hermiswil unter Berner Herrschaft und wurde der Landvogtei Wangen sowie dem Gerichtskreis Bollodingen zugeordnet. Der Ort war im 17. Jahrhundert Pferdewechselstation für Postkutschen (Gasthof "zum weissen Rössli"). Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime 1798 gehörte Hermiswil während der Helvetik zum Distrikt Wangen und ab 1803 zum Oberamt Wangen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.