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Karl Heinz Bohrer ist im Alter von 88 Jahren in London verstorben. Dies meldete der Suhrkamp-Verlag am Donnerstag. Bohrer war Literaturkritiker und Theoretiker und galt als einer der scharfsinnigsten Intellektuellen Deutschlands.
Bohrer, 1932 in Köln geboren, verfasste mehrere Bücher und schrieb während seiner Karriere für verschiedenste Medien als Kulturredaktor, Essayist und Literaturkritiker - darunter für die «Welt», den Rundfunk, die «Deutsche Zeitung» und für die «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ).
Bei der FAZ leitete er zudem ab 1968 das Literaturressort. In dieser Funktion wurde er 1973 vom bekannten Kritiker Marcel Reich Ranicki abgelöst, der ihn später mit dem Satz lobte, er habe «mit dem Rücken zum Publikum» redigiert.
1975 ging Karl Heinz Bohrer für die FAZ als Korrespondent nach London. Zwei Jahre später habilitierte er an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld und lehrte dann an mehreren Hochschulen in Deutschland, Frankreich und den USA. 1984 wurde er Herausgeber der Kulturzeitschrift «Merkur».
Bohrer war mit der Schriftstellerin Undine Gruenter verheiratet und wurde 2007 mit dem Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet.