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Natürliche Hintergrundstrahlung und Krebsrisiko bei Kindern in der Schweiz20. August 2018
Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) in Bern untersucht in einer landesweiten Studie, ob natürliche Hintergrundsstrahlung in der Schweiz das Risiko für Krebs bei Kindern begünstigt.
Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) in Bern untersucht das von der natürlichen Hintergrundstrahlung ausgehende Krebsrisiko bei Kindern. Die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki haben gezeigt, dass ionisierende (radioaktive) Strahlung Krebs, insbesondere Leukämien verursacht, wobei Kinder ein erhöhtes Risiko tragen. Unklar ist, ob ionisierende Strahlung auch im Niedrigdosisbereich wie die natürliche Hintergrundstrahlung oder die Computertomographie ein Krebsrisiko darstellt.
Eine frühere Studie des ISPM fand für die Schweiz einen Zusammenhang zwischen natürlicher Hintergrundstrahlung und dem Risiko von Leukämie bei Kindern. Die gleiche Fragestellung wurde auch von anderen Studien in Europa untersucht mit widersprüchlichen Ergebnissen. Im vergangenen Juni fand am ISPM eine Fachtagung dieser Forschungsgruppen statt. Ziel der Tagung war es, die Gründe für die divergierenden Ergebnisse zu eruieren und den Weg für eine grosse, länderübergreifende Studie zu ebnen.
Im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützten Projekts untersucht die Forschungsgruppe von Ben Spycher diesen Zusammenhang neu. Zuerst versuchen wir aufgrund neuer Messungen und einer besseren räumlichen Modellierung die örtliche Belastung durch die natürliche Hintergrundstrahlung (terrestrische und kosmische Strahlung, Belastung durch Radon) für das ganze Gebiet der Schweiz abzuschätzen. Parallel dazu führen wir eine nationale Befragung von Familien mit Kindern durch, um deren Aktivitäts- und Freizeitverhalten zu erfassen. Eine kleine Gruppe von Freiwilligen wird dabei zusätzlich mit tragbaren Dosimetern ihre effektive Strahlenbelastung während 5 Tagen messen. Diese Daten erlauben es uns, das von der natürlichen Hintergrundstrahlung ausgehende Krebsrisiko bei Kindern besser abzuschätzen, was wertvolle Rückschlüsse etwa für den Strahlenschutz oder für medizinische Anwendungen ermöglicht.
Weitere Informationen:
Ben Spycher, Email: <email-pii>
Spycher et al., Environmental Health Perspectives 2015zurück