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Rennbericht MX-Wängi 2012
Premiere versank (fast) im Morast
Auf einen traumhaften Samstag folgte ein verregneter Sonntag, so dass am Motocross Wängi das Programm umgestellt werden musste. Erstmals war die Piste bei Eggetsbühl Schauplatz eines Rennens mit EM-Status.
Text: Albert Büchi
Wängi. Vor einem Jahr nahmen die Veranstalter des Motocross Wängi erstmals eine reine Damenklasse ins Programm auf. Dieses Jahr gingen sie noch einen Schritt weiter, sie organisierten das erste Europameisterschaftsrennen für Frauen auf Schweizer Boden. Leider erschienen die angekündigten Engländerinnen und Französinnen nicht in der Ostschweiz, so dass sich nur 26 Fahrerinnen aus fünf Nationen einschrieben. Sie wurden am Sonntagmittag im Festzelt dem Publikum vorgestellt.
Drei Teilnehmerinnen hatten beim letzten Rennen der Saison noch Chancen auf den Titel. In Führung lag die Titelverteidigerin Nicky van Wordragen aus Holland. Dicht auf den Fersen folgte die Belgierin Brenda Wagemans. Dritte war die Dänin Catja Rasmussen.
Das Finale der zweiten Amateur-Europameisterschaft für Frauen fiel beinahe dem Wetter zum Opfer. Nach einem fantastischen Samstag setzte in der Nacht Regen ein, der den gegenüber den Vorjahren leicht veränderten Parcours beim Restaurant „Hühnerstall“ in ein Schlammbad verwandelte. Die internationale Jury unter der Leitung des Deutschen Willi Jütten fasste gar ins Auge, den zweiten Lauf zu streichen, schickte die Frauen dann aber doch auf die Piste, allerdings mit verkürzter Laufzeit. Vom Pistenrand aus beobachtete sie die dreifache Weltmeisterin Steffi Laier aus Deutschland, die derzeit an Krücken geht.
Mit ihrem Sieg im ersten Lauf rückte Brenda Wagemans der EM-Leaderin nahe. Lediglich einen Punkt betrug die Differenz nun noch. Wagemans kam auch im zweiten Rennen am besten mit den sehr schwierigen Verhältnissen zurecht und schnappte Nicky van Wordragen den Titel im allerletzten Moment noch weg. Catja Rasmussen konnte nicht in diesen Zweikampf eingreifen und beendete die EM damit als Dritte. Eindrücklich war die Vorstellung der kleinsten Schweizerin. Florence Pillet aus Biel mischte in beiden Läufen ganz vorne mit und verpasste das Podest äusserst knapp. Da sie in Eggetsbühl ihren Einstand in der EM gab, trat sie in der Meisterschaftswertung aber kaum in Erscheinung. Die Schweizerinnen zeigten Kampfgeist, vier von ihnen schafften einen Top-Ten-Platz – das gab es bisher noch nie.
Hinterthurgauer Doppelsieg
Am Motocross Wängi trugen auch die Lizenzierten des Schweizerischen Jugend Motocross Clubs (SJMCC) ihr Meisterschaftsfinale aus. Die drei Kategorien 50, 65 und 85 Kubikzentimeter hätten am Samstag und Sonntag je zwei Läufe absolvieren sollen. Wegen der misslichen Bedingungen am Sonntag wurde dieses Programm jedoch geändert. Die Kategorie 85 ccm bestritt vor dem Mittag zwar noch einen Lauf, doch dann entschied die Rennleitung, den zweiten Lauf zu streichen.
Am Samstag musste sich Pablo Zablonier aus Rickenbach noch mit dem undankbaren vierten Platz abfinden. Im sonntäglichen Rennen liess er aber sämtliche Gegner klar hinter sich. Mit diesem Sieg sicherte sich der Rickenbacher den Meistertitel bei den Maschinen bis 85 ccm. Der Balterswiler Loris Gloor sorgte dafür, dass auch der zweitgrösste Meisterschaftspokal in den Hinterthurgau geht. Erwähnenswert ist sicher der dritte Rang von Sandra Keller aus dem zürcherischen Schlatt. Wer weiss, vielleicht steigt sie bald einmal in die Frauen-EM ein.
Internationale Beteiligung
Das Motocross Wängi lockt jeweils namhafte Fahrer an, die teilweise stundenlange Anfahrten auf sich nehmen. Vor allem zu Sportlern aus dem Grossraum Aachen pflegen Armin Sprenger und seine Neffen gute Beziehungen, weshalb gleich mehrere Deutsche in den Hinterthurgau reisen. Die lizenzierten Piloten trugen ihre Läufe am Samstag bei traumhaften Bedingungen aus. Schnellster Mann war der Holländer Mart de Jong. Die andere Gruppe wurde vom Deutschen Tom Pölderl gewonnen. In der grössten Jugendklasse – Maschinen bis 150 ccm – erreichte Luca Weber aus Bichelsee als Zweiter einen Podestplatz.
Insgesamt benützten über 300 Fahrerinnen und Fahrer die Startgelegenheit zum Saisonende. OK-Chef Armin Sprenger und seine vielen fleissigen Helferinnen und Helfer durften für die Organisation manches Kompliment entgegennehmen. Der Feuerwehrverein Wängi war zuständig für die Verkehrsregelung.ängi 2011 (15.10.2011)
Ein tolles Rennen zum Saisonschluss
Albert Büchi
Der Schweizerische Jugend Motocross Club (SJMCC) beendete
seine Saison am Motocross in Eggetsbühl-Wängi. Erstmals war an diesem Anlass
eine reine Frauenklasse am Start.
Das Dutzend ist voll. Schon zum zwölften Mal gelangte am
vergangenen Wochenende das Plausch- und Jugend-Motocross Wängi (kurz MX Wängi)
zur Austragung. Und bereits zum zehnten Mal stand Armin Sprenger an der Spitze
des Organisationskomitees. Ins Leben gerufen wurde der Anlass vor zwölf Jahren
durch den erfolgreichen Radprofi Beat Breu, der auf dem Gelände in Eggetsbühl
ein Radquer organisierte. Der war übrigens auch dieses Jahr dabei, allerdings
motorisiert.
Im Laufe der Jahre ging das Interesse der Pedaleure immer
mehr zurück, und so wurde aus dem anfänglichen „2-Rad-Event“ für Fahrräder und
Motorräder schliesslich ein reines Motocross. Doch auch da gibt es immer wieder
Neuerungen. Erstmals figurierte dieses Jahr eine Kategorie im Programm, in der
ausschliesslich Frauen am Start waren. Das Interesse war erstaunlich gross.
Aus Holland angereist
Eggetsbühl-Wängi zählt als letztes Rennen der Saison in vier
Kategorien zur Meisterschaft des SJMCC. Für die übrigen Klassen steht der
Plausch im Vordergrund. Dennoch nahmen dieses Jahr einige Piloten den weiten
Weg aus der Region Aachen in Deutschland auf sich, ja sogar aus Holland. Also
rund sieben bis acht Stunden Autofahrt für ein Plauschcross. Der Holländer Mart
de Jong kommentierte, die Piste sehe zwar einfach aus, sei aber schwierig zu
befahren. Und er meinte, er habe schon lange nicht mehr soviel Spass gehabt an
einem Rennen.
Insgesamt beteiligten sich in neun verschiedenen Klassen
über 250 Fahrer (und Fahrerinnen) am MX Wängi, das bei herrlichem Wetter und
idealen Pistenverhältnissen ausgetragen wurde. Dem bewährten OK rund um Armin
Sprenger standen nebst dem für die Verkehrsregelung zuständigen Feuerwehrverein
Wängi zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer zur Seite.
Weber Meisterschaftszweiter
Luca Weber aus Bichelsee stand am Samstag in der Kategorie
85 ccm als Dritter auf dem Podest. Das allerletzte Rennen der Saison am Sonntag
entschied er zu seinen Gunsten. Die Meisterschaft beendete er auf dem zweiten
Platz, nachdem er zwei Rennen verletzungsbedingt auslassen musste. Gute
Leistungen zeigten auch Pablo Zablonier aus Rickenbach und Loris Gloor aus
Balterswil.
Die grösste Klasse im SJMCC (Motorräder bis 150 ccm) fuhr
nur am Samstag. Alain Kappeler aus Seelmatten wurde Zweiter. In der
Meisterschaft verpasste er das Podest als Vierter knapp.