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Vorbeugende Massnahmen, wie das Vermeiden von Brutstätten und das Anbringen von Insektenschutznetzen, können die Vermehrung von Stechmücken reduzieren bzw. sie am Eindringen in Gebäude hindern. Aufgrund des Gesundheitsrisikos sollten im Ausland, in Malariagebieten Mückenschutzmittel verwendet werden.
Stechmücken erfüllen in der Natur als Larven und Adulte eine wichtige Funktion als Nahrungsquelle für zahlreiche Amphibien-, Fisch-, Vogel- und Insektenarten.
Stechmücken legen ihre Eier ins Wasser oder in dessen Nähe ab. Ihre Larven entwickeln sich im Wasser, verpuppen sich dort und die ausgewachsene Mücke verlässt das Wasser. Adulte Stechmücken ernähren sich von Nektar, Wasser und die weiblichen Stechmücken benötigen für die Eierproduktion eine Blutmahlzeit. Die Weibchen der einheimischen Stechmückenarten saugen in der Regel in der Dämmerung und nachts Blut, manche Arten aber auch tagsüber.
In der Schweiz gibt es rund 35 einheimische und bis heute drei gebietsfremde Stechmückenarten. Eine weit verbreitete, heimische Art ist beispielsweise die Gemeine Hausmücke (Culex pipiens).
In der Schweiz kommen momentan drei gebietsfremde Stechmückenarten vor: die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) und die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus). Diese drei gebietsfremden Arten sind aggressiv und saugen auch tagsüber Blut. Sie sind Gefässbrüter, d.h. sie legen ihre Eier an die Wände von Gefässen, in denen sich stehendes Wasser befindet. Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-, Chikungunya- und das Zika-Virus sowie ca. 20 weitere Krankheitserreger übertragen. Diese Stechmückenart wird in der Schweiz durch den Bund und die Kantone überwacht und bekämpft. Wenn eine schwarz-weiss gestreifte Mücke gefunden wird, sollte sie einer der vier regionalen Meldestellen für gebietsfremde Mückenarten (siehe Früherkennung) geschickt werden.
Brutstätten vermeiden
Viele Mückenarten, darunter auch die invasive, gebietsfremde Asiatische Tigermücke, legen ihre Eier auf oder über Gewässeroberflächen ab. Als Brutstätten können jegliche Behälter wie Untersetzer unter Pflanztöpfen, Vasen, Dachrinnen, Regenwassertonnen, Futternäpfe und Badebecken benützt werden. Um der Mückenvermehrung entgegenzuwirken, sollten von Mai bis September alle Behälter, die stehendes Wasser enthalten können, vollständig abgedeckt werden oder mindestens einmal pro Woche ausgeleert und gereinigt werden.
Zugänge abdichten
Um Mücken am Eindringen in Gebäude zu hindern, können Insektenschutznetze an viel geöffneten Fenstern und Insektenschutzvorhänge an Türen montiert werden. Über dem Bett kann ein Moskitonetz (max. 2 mm Maschenweite) angebracht werden.
Fressfeinde fördern
Natürliche Fressfeinde regulieren den Mückenbestand um die Gebäude auf natürliche Weise. Um die Zahl unerwünschter Insekten wie Fliegen und Mücken um das Gebäude zu reduzieren, können deren natürliche Feinde wie Vögel, Fledermäuse, Wespen und Amphibien gefördert werden. Dazu können semi-natürliche Habitate und Kleinstrukturen für Nützlinge z.B. durch Blumenwiesen, Steinhaufen, Totholz und Nisthilfen angeboten werden. Auf die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden im Garten sollte so weit wie möglich verzichtet werden.
Fernhaltemittel verwenden
Verschiedene, stark duftende Pflanzen wie Lavendel, Rosengeranien, Zitroneneukalyptus, Citronella und Tomaten sollen Mücken fernhalten. Die Wirksamkeit solcher Hausmittel ist nach wissenschaftlichen Kriterien allerdings nicht bewiesen. Stark duftende Pflanzen können zum Beispiel auf der Fensterbank und auf dem Balkon gepflanzt werden. Frische oder getrocknete Pflanzenteile können auf Fensterbänken oder auf dem Esstisch platziert werden. Auch halbierte Zitrusfrüchte, gespickt mit Gewürznelken, sollen Mücken fernhalten.
Abends kann das Tragen von hellen und langen Kleidern vor Mückenstichen schützen. Auf unbedeckten Stellen kann ein Mückenschutzmittel aufgesprüht werden.
Einstichstellen auf unbedeckter Haut können von Stechmücken stammen. Die Stiche treten in der Regel vereinzelt auf und es kommt oft zu leichten Hautreizungen, Rötungen oder Quaddeln.
Nächtliches Surren stammt sehr wahrscheinlich von weiblichen Stechmücken, welche auf der Suche nach einem Blutmahl sind. Die durch die Blutmahlzeit gewonnenen Proteine werden vom Weibchen zur Eiproduktion benötigt.
Gebietsfremde Stechmücken
Zur Überwachung gebietsfremder Mückenpopulationen sind Meldungen und Einsendungen von unbekannten Stechmücken an regionale Meldestellen für gebietsfremde Mückenarten hilfreich.
Zur eindeutigen Artenbestimmung benötigen Fachpersonen möglichst unbeschädigte Mücken oder sehr gute Fotos. Da die invasiven Mückenarten für den Laien schwer zu erkennen sind, sollten schwarz-weiss gestreifte Mücken mit einem Becher eingefangen, im Tiefkühler getötet und danach unter Angabe der Fundadresse, in einer mit Watte gepolsterten Schachtel, an eine regionale Meldestelle (siehe Tabelle) geschickt werden.
Alle drei gebietsfremden Arten stechen auch tagsüber zu. Ihre Beine sind auffällig schwarz-weiss geringelt (siehe Abbildung).
|Meldestelle
||Organisation
||Kontakt

|Regionale Tigermücken-Meldestelle Südost- und Zentralschweiz
||LMA-SUPSI

Antenna - Laboratorio Microbiologia Applicata - SUPSI
Eleonora Flacio
Via al Castello
CH-6952 Canobbio
Tel: 058 666 62 <email-pii>
|Regionale Tigermücken-Meldestelle Nordwestschweiz
||Swiss TPH

Tigermücken-Meldestelle
Schweizerisches Tropen- und Public Health Institut
Socinstrasse 57
Postfach
CH-4002 Basel
Tel: 061 284 81 <email-pii>

Regionale Tigermücken-Meldestelle Westschweiz
|Plateforme Cantonale Néobiota-Romandie

Daniel Cherix
Département d'écologie et d'évolution
Université de Lausanne
CH-1015 Lausanne
Tél 079 324 54 <email-pii>

Regionale Tigermücken-Meldestelle Nordostschweiz
|Schädlingsprävention und –beratung der Stadt Zürich

Für Briefe:
Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich
Schädlingsprävention und –beratung
Walchestr. 31
Postfach
8021 Zürich
Für Pakete:
Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich
Schädlingsprävention und –beratung
Walchestr. 31
8006 Zürich
Tel: 044 412 28 <email-pii>
Gelangen nach Anwendung der vorbeugenden Massnahmen Stechmücken trotzdem ins Gebäudeinnere, so können einzelne Mücken mit der Fliegenklatsche getötet werden.
Im Handel sind geprüfte Fallen erhältlich, welche die Mücken mit Duftstoffen anziehen und durch einen Ventilator oder eine Klebefolie fangen.
Mückenschutzmittel können in Form von Sprays oder Lotionen verwendet werden und schützen vor Mückenstichen.
Mückenstecker verdampfen ein Biozid (in der Regel ein Pyrethroid) von Plättchen oder einer Flüssigkeit und töten damit vorhandene Mücken in Innenräumen. Die dauerhafte Benützung solcher Produkte ist nicht zu empfehlen, da sie gesundheitsschädlich sein können. Nach der Anwendung sollten die Zimmer gut durchlüftet werden. Damit nicht neue Mücken ins Zimmer gelangen, sollten Insektenschutznetze an den Fenstern montiert werden.
Falls im Verkauf angebotene Mittel privat eingesetzt werden, soll eine umfassende Beratung eingeholt und das Produkt sorgfältig, unter Berücksichtigung der Gefahrenhinweise ausgesucht werden. Bei der Verwendung müssen die Vorschriften gemäss Gebrauchsanweisung eingehalten werden. Eine unsachgemässe Anwendung von Bioziden kann zu Vergiftung von Menschen, Haus- und Wildtieren führen.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 28.04.2020