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Helgoland, eine kleine Insel in der Nordsee, rund 36 Meilen nordwestlich der Elbemündung war seit 1714 dänisch. Die Engländer erkannten während den napoleonischen Kriegen die Wichtigkeit der Insel. 1807 wurde die Insel von den Briten besetzt. Sie wollen von hier aus die Kontinentalsperre unterlaufen, mit der Napoleon den Handel mit England zu unterbinden versuchte. Helgoland wurde zum Schmugglerparadies. Mit der Niederlage von Napoleon und dem Kieler Friedensabkommen ging Helgoland definitiv an das Vereinigte Königreich.
Der Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Vereinigten Königreich von Grossbritannien und Irland über die Kolonien und Helgoland vom 1. Juli 1890 regelte die Beziehungen zwischen Gebiets- und Hoheitsansprüchen des Deutschen Reiches und dem Vereinigten Königreich im kolonialisierten Afrika. Vor allem ging es um Klärungen mit Bezug auf die afrikanischen Kolonien, allerdings übertrug Grossbritannien auch die Nordsee-Insel Helgoland an das Deutsche Reich. Dieses deutsch-britische Abkommen wird oft als Helgoland-Sansibar-Vertrag bezeichnet, obwohl nicht Sansibar, das nie deutsch war, gegen Helgoland getauscht wurde, sondern Deutsch-Wituland, ein Küstenstreifen im heutigen Kenia.
Schon 1796, noch in dänischem Besitz, wurde auf Helgoland eine Postagentur der Freien Stadt Hamburg eingerichtet. Der frühere hamburgische Postagent Paul Volkers wurde am 1. Juli 1866 Posthalter im ersten englischen Postbüro und war dem General Post Office in London unterstellt. Ab 1862 wurden auf Helgoland die ersten Briefmarken verwendet. Diese Hamburger Marken tragen den Rundstempel Heligoland, den Langstempel Helgoland oder beide zusammen.
Im März 1867 gab die britische Postverwaltung eigene Marken für Helgoland heraus. Entworfen wurden sie von Wedding, gedruckt im Buchdruckverfahren mit farblosem Prägedruck durch die Staatsdruckerei Berlin. Die Wertstufen waren ½, 1, 2, und 6 Schilling in Hamburger Kurantwährung. Das Portrait von Königin Victoria im Oval wurde rechteckig umrahmt mit der Länderbezeichnung Heligoland und der Wertangabe. Es folgten weitere Ausgaben in gezähnter Ausführung auf verschiedenen Papiersorten.
Am 15. Februar 1875 erschienen infolge des Postabkommens zwischen britischen G.P.O. und der deutschen Reichspost neue Marken mit geänderter Zeichnung. Während das Portrait gleich blieb, wurde die Länderbezeichnung und die Währung um das Oval angeordnet. Als Besonderheit wurde die Wertangabe links in englischer, rechts in deutscher Reichswährung angegeben: 1 Farthing = 1 Pfennig. Diese Wertangaben wurden auch bei den Ergänzungswerten von 1876 und 1879, die das Landeswappen mit Krone zeigen, beibehalten.
Helgoland ist ein sehr schwieriges Sammelgebiet. Von vielen Marken gibt es Neudrucke (1875-1895), wobei man drei Gruppen unterscheidet: amtliche Neudrucke, amtlich vermittelte Privatneudrucke und reine Privatneudrucke. Es gibt Markenfälschungen, meist im Tiefdruck statt Buchdruck und fast alle Helgoland-Marken gibt es mit falschen oder mit rückdatierten Stempeln. Die Prüfung durch einen anerkannten Prüfer ist in fast allen Fällen ratsam.
Weiterführende Informationen zur Postgeschichte und allen Markenausgaben von Helgoland finden sie » hier (in englisch).
Helgoland, und mit ihm auch der gebürtige Helgoländer Detlef J. Hornsmann als Postmeister, wurde am 9. August 1890 an das Deutsche Reich übergeben und postalisch der Reichspost unterstellt. Die Marken von Helgoland waren bis am 10. August 1890 um 12 Uhr mittags gültig.
Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Helgoland zur britischen Besatzungszone und blieb bis 1952 britisches, militärisches Sperrgebiet und Bombenabwurfplatz für die britische Luftwaffe. Nachdem der Deutsche Bundestag im Januar 1951 einstimmig die Freigabe der Insel gefordert hatte, gaben die Briten am 1. März 1952 Helgoland an die Bundesrepublik Deutschland zurück. Die Bevölkerung erhielt die Erlaubnis, auf ihre Insel zurückzukehren.