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SRF-Korrespondent Patrik Wülser fährt mit dem Auto quer durch Südafrika. Er fängt die Stimmung im Land knapp 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid ein.
«Auf ersten Blick fährt man durch ein hochentwickeltes Land», erklärt er. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern sei die Infrastruktur hervorragend, es gebe keine Stromausfälle und praktisch überall Telefon und Internet.
Grosse soziale Unterschiede
«Auf den zweiten Blick ist die Stimmung explosiv», weiss Wülser. Es gebe nirgends auf der Welt ein Land, in dem die sozialen Unterschiede so gross seien wie in Südafrika.
Es seien immer noch die Schwarzen, die Hilfsarbeiten erledigten. «Die Weissen sitzen im Restaurant am Tisch, und es sind vorwiegend Schwarze, die sie bedienen», sagt der Korrespondent. Vor allem die Schwarzen seien arbeitslos. Und es seien auch die Schwarzen, die in der Landwirtschaft oder in Minen für mickrige Löhne arbeiteten.
Diese Unterschiede gebe es nicht nur zwischen schwarzer und weisser Hautfarbe, sondern auch innerhalb der schwarzen Bevölkerung im Land.
«Es gibt eine schwarze Minderheit, eine Elite, die reicher ist als die weissen Reichen», so Wülser. «Diese politische Elite bereichert sich durch Korruption und Geschäfte und verfolgt vor allem eigene Interessen.» Und dazu gehörten nicht die Wohlfahrt aller Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrem Land.