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Am 4. August kündigte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer an, das Recht, mit Bargeld zu bezahlen, in der Verfassung des Landes zu verankern, da kontaktlose Kartenzahlungen in Europa immer beliebter werden.
Nehammer schlug den Änderungsantrag vor, nachdem die österreichische Freiheitliche Partei, die derzeit in den Umfragen zulegt, die derzeitige Regierung beschuldigt hatte, Bargeld zu verbieten, um ihre Bürger zu verfolgen. Nehammer ist der Vorsitzende der konservativen österreichischen Volkspartei, die in einer Koalition mit der linksgerichteten Grünen Partei regiert.
„Allein in Österreich werden jedes Jahr 47 Milliarden Euro an Geldautomaten abgehoben und jeder Österreicher hat im Durchschnitt 102 Euro Bargeld bei sich“, schrieb Nehammer in einem Tweet (Original auf Deutsch). „Deshalb setze ich mich … dafür ein, dass Bargeld als Zahlungsmittel verfassungsrechtlich geschützt wird.“
Der Plan sieht vor, Bargeld als Zahlungsmittel zu garantieren und die Österreichische Nationalbank zu beauftragen, eine Grundversorgung mit Papiergeld sicherzustellen. Nehammer hat Finanzminister Magnus Brunner beauftragt, die Bemühungen zu leiten und mit anderen Ministerien und Vertretern des Privatsektors zusammenzuarbeiten.
Kreditkartenunternehmen verkaufen Ihre Daten an Werbetreibende
Der Verdacht, dass große Banken und Finanzinstitute ihre Kunden überwachen und persönliche Daten auswerten, hat die Alarmglocken in Bezug auf den Übergang zu einer digitalen Währung läuten lassen, und Aktivisten argumentieren, dass Bargeld die einzige Möglichkeit ist, die Privatsphäre zu schützen.
Kreditkartenunternehmen – darunter Visa, American Express und Mastercard – sind zunehmend dazu übergegangen, personenbezogene Transaktionsdaten zu sammeln und an Werbeunternehmen zu verkaufen, um damit große Gewinne zu erzielen. Die Daten, die hinter einem Großteil der digitalen Transaktionen stehen, werden nun an Vermarkter, Unternehmen und andere Firmen weitergegeben, die diese Daten auswerten, um Trends zu beobachten und personalisierte Werbung zu erstellen.
Dieser Eingriff in die Privatsphäre ist legal, weil es ein Schlupfloch gibt, das als Tokenisierung bekannt ist, eine in den 90er Jahren entwickelte Finanztechnologie, die persönliche Daten aus Transaktionen mit einem eindeutigen Identifizierungscode anonymisiert, der später von einem Unternehmen mit der individuellen Kundendatei einer Bank abgeglichen werden kann.
Diese Systeme sind inzwischen so ausgefeilt, dass sie oft vorausschauend sind. So können beispielsweise viele Geschäfte anhand der Einkaufsgewohnheiten ihrer Kunden auf Tage genau feststellen, ob diese schwanger sind. Im Jahr 2012 berichtete die New York Times über einen Vater, der durch gezielte Postwurfsendungen, in denen für Umstandskleidung und Kinderzimmermöbel geworben wurde, erfuhr, dass seine Tochter im Teenageralter schwanger war.
Darüber hinaus stellen bargeldlose Zahlungen eine finanzielle Belastung für die Unternehmen dar, da die großen Finanzinstitute eine Gebühr für die Kreditkartenabwicklung erheben. Diese Gebühren können bis zu 3,5 % betragen, was sich sowohl auf die Händler als auch auf die Kunden auswirkt.
Quelle: The Expose