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Das Schloss
Die Glarisegg ist ein Schloss zwischen Steckborn und Mammern im Kanton Thurgau in der Schweiz.
Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Heinrich von Gündelhart hier einen ersten repräsentativen Bau. 1774-75 liess der in Paris zu Reichtum gekommene Bankier Daniel Labhart das heutige Schlossgebäude nach Plänen von Franz Anton Bagnato erstellen. Labhart starb bald nach Vollendung des Baues. 1779 kaufte es Christoph Kaufmann aus Winterthur (bekannt als der „Genieapostel“). 1779 sprach Goethe in Glarisegg vor. Der Schlossherr war aber gerade nicht zu Hause, und Goethe schrieb aufs Hauptportal die Verse:
Ich hab als Gottes Spürhund frei
Mein Schelmenleben stets getrieben;
Die Gottesspur ist nun vorbei,
Und nur der Hund ist übrig blieben.
1783 wurde es zum Freisitz erhoben (bis 1798). 1806-1843 war das Schloss bewohnt von Graf Hermann von Elking aus Rudolstadt; 1843-1891 war es Eigentum des Fürsten von Schaumburg-Lippe; 1901 erwarben die Reformpädagogen Werner Zuberbühler und Wilhelm Frei Schloss Glarisegg und eröffneten 1902 ein Landerziehungsheim, das zu den frühesten und bekanntesten derartigen Instituten Europas gehörte. 1980 wurde der Schulbetrieb eingestellt. 1987-2001 war im Schloss eine Waldorfschule untergebracht.[1] 2003 erwarb das Projekt Schloss Glarisegg die Liegenschaft um einen Ort der Begegnung aufzubauen, der künstlerisches, therapeutisches sowie handwerkliches Schaffen vereint und von einer Lebensgemeinschaft getragen wird.
[1] Quelle: R. Labhart: Alte Ansichten von Steckborn