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Zweitwärmster Herbst: Nur 2006 war noch milder!
- Donnerstag, 27. November 2014, 11:52 Uhr
Der Herbst 2014 war im ganzen Land extrem mild. Vielerorts war es der zweitwärmste Herbst. In Sitten war es sogar der wärmste Herbst seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen im Jahre 1864! Gleichzeitig war es im Süden viel zu nass, 2002 fiel allerdings an vielen Orten noch mehr Regen.
Nach dem inexistenten Sommer holte der Herbst 2014 kräftig nach. Im ganzen Land war es viel zu warm. Im Vergleich zur klimatologischen Referenz 1961 bis 1990 war es verbreitet rund 2,5 Grad zu warm, im Churer Rheintal fast 3 Grad und im Rhonetal stellenweise sogar mehr als 3 Grad. Damit geht der Herbst 2014 insgesamt als zweitwärmster nach 2006 in die meteorologischen Jahrbücher ein. Damals war es an den meisten Orten noch rund ein halbes Grad wärmer.
Oktober und November nahe am Maximum
Vor allem die Monate Oktober und November trugen zum extremen Wärmeüberschuss bei. War der September rund 1,5 wärmer als sonst, betrug der Temperaturüberschuss im Oktober und November jeweils rund 3 Grad. Beide Monate lagen im Bereich des absoluten Monatsrekordes.
Neuer Rekord in Sitten
Im Rhonetal war der Herbst 2014 zum Teil sogar noch wärmer als der Jahrhundertherbst 2006. In Sitten lagen die Temperaturen in diesem Herbst bei 12,6 Grad und damit noch 0,2 Grad höher als vor acht Jahren. In Lugano bewegen sich der Herbst 2006 und der Herbst 2014 auf Augenhöhe bei rund 14,5 Grad.
Süden sehr nass
Südlich der Alpen war es nicht nur ungewöhnlich mild, sondern auch extrem nass. Im November traten der Lago di Lugano und der Lago Maggiore über die Ufer. In Locarno gingen während der drei Herbstmonate 1068 Millimeter Regen nieder, in Lugano waren es 719 Millimeter. An den meisten Orten südlich der Alpen war allerdings der Herbst 2002 noch deutlich nasser, und auch damals fiel die Hauptniederschlagsmenge im November. Nördlich der Alpen war das Niederschlagsbild uneinheitlich. An vielen Orten lagen die Niederschlagsmengen im Bereich des langjährigen Mittels oder knapp darüber.
Durchschnittlicher Sonnenschein
Für die rekordhohen Temperaturen war vor allem der Transport von feucht-warmen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum verantwortlich. Vor allem im Süden hielt sich der Sonnenschein in engen Grenzen. Im Mittel- und Südtessin gab es nur rund 80 Prozent des üblichen Herbst-Sonnenscheins. In den Alpen waren die Sonnenscheinstunden biederer Durchschnitt und nur im Mittelland war es sonniger als normal.
Kommt der Winter?
Am Montag geht aus meteorologischer Sicht der Winter los. Pünktlich zum Winterbeginn wird es im Norden deutlich kühler. Wo letztendlich die Schneefallgrenze zu liegen kommt ist noch ungewiss, zumal die Niederschlagsmengen aus heutiger Sicht wahrscheinlich gering bleiben.