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- Algerien hat Spanien wegen eines Streits mit dem Nachbarland Marokko mit der Unterbrechung seiner Gaslieferungen gedroht.
- Das Energieministerium in Algier warnte die Regierung in Madrid am Mittwoch davor, algerisches Gas an andere Länder weiterzuleiten.
- Spanien hatte davor mitgeteilt, es werde Marokko mit Gas versorgen.
Algeriens staatlicher Energieriese Sonatrach deckte im Jahr 2021 mehr als 40 Prozent der spanischen Erdgasimporte. Der grösste Teil davon fliesst durch die 750 Kilometer lange Medgaz-Tiefwasserpipeline.
Ausserdem betrieb Algerien noch bis im vergangenen November die Gaz-Maghreb-Europe-Pipeline (GME) durch Marokko. Den Betrieb dieser Pipeline stellte Algerien jedoch ein, um das Nachbarland von der Versorgung abzuschneiden. Zwischen Algier und Rabat herrschen schon länger Spannungen, die auf den Westsahara-Konflikt zurückgehen.
Darum geht es beim Westsahara-Konflikt
Hintergrund des Streits zwischen Marokko, Algerien und jetzt auch Spanien ist der Konflikt um die Westsahara, eine ehemalige spanische Kolonie, die seit 1974 von Marokko illegal besetzt wird. Marokko will die dortige Bevölkerung nicht über ihre Unabhängigkeit abstimmen lassen, wie es die UNO verlangt hat. Marokko will nur eine Autonomie zulassen und wird seit kurzem durch Spanien darin unterstützt. Deshalb ärgert sich Algerien über die Regierung in Madrid, die Marokko nun gegen den Willen Algiers algerisches Gas via Spanien zukommen lassen will.
Ein Jahr nach Algeriens Unabhängigkeit im Jahr 1963 hatte Marokko Algerien überfallen und versucht, sich an der westlichen Grenze zur Westsahara ein Gebiet zu holen, das es schon länger für sich beanspruchte. Es gilt als strategisch wichtig und wirtschaftlich interessant, weil dort grosse Phosphatreserven vermutet werden.
Rohstoffe gibt es auch in der Westsahara: Sie ist für Marokko landwirtschaftlich wichtig. Die Küstengewässer sind sehr fischreich, und das Land verfügt mit dem Phosphatgestein über Bodenschätze. (vold)
Algeriens Energieminister Mohamed Arkab erklärte inzwischen, seine spanische Amtskollegin Sara Aagesen Muñoz habe ihn darüber informiert, dass Madrid den Betrieb der GME-Pipeline in umgekehrter Richtung – also von Spanien in Richtung Marokko – genehmigen werde. Dies verletze geltende Verträge, betonte die algerische Seite.