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Dynastie des Circus Nock
Ihre Anfänge findet die Nock–Dynastie im 17. Jahrhundert und seit 1860 reist die Familie Nock mit dem Circus in der Schweiz. Alte Inserate erinnern an Gastspiele in Richterswil (1890) und Davos (1891). Schon damals war Nock ein etabliertes Unternehmen mit Orchester, Generator und Elefanten. Bereits zu dieser Zeit wurden ausländische Arbeitskräfte beim CIRCUS NOCK beschäftigt. Allein das Erscheinen dieser fremdländischen Leute musste eine Attraktion gewesen sein. Während des ersten Weltkrieges reiste die dritte NOCK–Generation getrennt. 1940 trafen sich die drei Söhne von Pius Nock und beschlossen wieder gemeinsam zu reisen. Franz, Karl und Gustav Nock schafften ein 4-Mast-Zelt an, das jedoch ein Jahr später vom Sturm zerfetzt wurde. Zum Glück hatte man noch ein Zeltteil als Reserve in Lyss. So konnte nach einigen Spieltagen unter freiem Himmel wieder in einem Chapiteau gespielt werden. 1942 wurde der Traum von kommender Grösse erneut vom Sturm zerstört und die nächsten zwölf Jahre musste sich der CIRCUS NOCK ohne Zelt aushelfen. Die Krisenzeit verunmöglichte den Kauf eines neuen Chapiteaus. Dies war erst 1954 wieder möglich. Seither wurde das Nock-Zelt mehrmals zerstört, zuletzt 1992 nach der letzten Vorstellung in Luzern. Trotzdem konnte das Unternehmen stets mit eigenen Mitteln und ohne fremde Hilfe weitergeführt werden. Seit 1985 wird das Circusunternehmen in Form einer Familien–Aktiengesellschaft mit Sitz in Oeschen AG geführt. Am 30. April 1994 wurde Francesco Nock, der erste Sohn von Verena Nock jun., geboren. Er ist der erste Vertreter der 8. Nock–Generation.
Mittlerweilen ist aus ihm ein Nachwuchstalent geworden und er begeistert die Zuschauer mit immer neuen Darbietungen. Zum ersten Mal stand er 2004 in der Manege. Für die Tournée 2003 konnten wir zum ersten Mal Eugène Chaplin als Regisseur engagieren. Gemeinsam stellen er und Alexandra Nock bis 2009 jedes Jahr ein buntes Programm zusammen. Im gleichen Jahr erblickte Brandon Nock, der zweite Sohn von Verena Nock jun., das Licht der Welt. Am 27. September 2004 erweiterte Brian Bellu–Nock die Dynastie und die Mutter Alexandra Nock durfte Ihre Aufgabe als Mutter wahrnehmen. Seither geht die Geschichte weiter mit der jüngeren Nock–Generation...
Dynastie des Circus Knie
Als sich der österreichische Arztsohn Friedrich Knie im Jahre 1803 in Innsbruck in die Kunstreiterin Wilma verliebt, ahnt er nicht, dass diese Liebschaft den Grundstein legen wird für eine der dereinst weltweit renommiertesten Zirkus-Dynastien. Kurzerhand schmeisst der in Erfurt geborene, 19-jährige Medizinstudent sein Studium und zieht mit der Künstlertruppe durch die Lande. Die Liebe ist von kurzer Dauer, doch Friedrich Knie hat Geschmack am Artistenleben gefunden und gründet sein eigenes Seiltänzer- und Künstlerunternehmen. 1807 lernt er Antonia Stauffer kennen. Um die Hochzeit mit einem Fahrenden zu verhindern, steckt der Bader Stauffer seine Tochter jedoch ins Kloster. Laut Überlieferung soll Friedrich Knie sie von dort in einer stürmischen Nacht entführt haben. Noch im selben Jahr werden die beiden getraut.
Am 14. Juli 1808 erblickt Rudolf, der erste Vertreter der zweiten Generation das Licht der Welt. Vier weitere Kinder folgen: Georg (1809), Karl (1813), Fanny-Adelheid (1814), Franz (1816). Die Zeiten im Gefolge der Napoleonischen Kriege sind unruhig und hart. Doch ihr Wille und ihre Liebe zur Artistik geben der Künstlerfamilie die nötige Kraft, sich immer wieder über Wasser zu halten. Bereits 1814 und 1818 tritt Knies Arena in der Schweiz auf. Und die Gastspiele in diesem Land häufen sich rasch. 1828 sind Knies zum ersten Mal in Zürich und im selben Jahr auch in Rapperswil zu sehen.
Da Rudolf und Franz, der älteste und der jüngste Sohn Friedrich Knies, eigene Unternehmen gegründet haben, fällt nach Friedrichs Tod im Jahre 1850 die Arena in Karls Hände. Der zu jenem Zeitpunkt 37-Jährige hat mit seiner Frau Anastasia Knie-Staudinger sieben Kinder, die alle bereits als Artisten in dem Unternehmen mitwirken – die dritte Generation: Clara (geboren 1832), Sophie (1834), Marie (1836), Ludwig (1842), Nina (1844), Charles (1845) und Antoinette (1846). Karl Knie macht sich vor allem als Seiltänzer einen Namen. Er gilt als «erster Akrobat Europas», doch seine Karriere ist kurz: Noch nicht 47-jährig, verstirbt er 1860 ganz unerwartet während eines Aufenthaltes in Freiburg im Breisgau. Von da an sind die Plakate gezeichnet von «Karl Knie’s Witwe, Direktorin.» Anastasia Knie-Staudinger leitet
das Unternehmen mit fester Hand. Sohn Ludwig tritt in des Vaters Fussstapfen und brilliert auf dem hohen Seil. Inzwischen fühlt sich die Familie Knie in der Schweiz heimisch, obwohl sie weiterhin auch Deutschland und Österreich bereist. 1866 stellen Ludwig und Charles Knie ein erstes Einbürgerungsgesuch im Kanton Solothurn. Doch da die Künstler es versäumen, der Einbürgerungsgemeinde Rüttenen die geforderte Taxe zu entrichten, verläuft die Sache im Sande.
Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 bedeutet einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Familie Knie. Die Arena muss aufgelöst werden, Mutter Anastasia zieht sich 1872 in Bern zurück, wo sie neun Jahre später stirbt. An Ludwig und Marie Knie-Heim ist es, die Arena dank harter Arbeit und eisernen Sparens wieder hoch zu bringen. Ihre fünf Söhne treten schon als Vierjährige in der Arena auf: Louis (geboren 1880), Friedrich (1884), Rudolf (1885), Karl (1888) und Eugen (1890). Ludwig wünscht sich zusätzlich ein Töchterchen und findet es 1896 in der vierjährigen Nina Zutter. Mit dem Pflegekind Anneli Simon (geboren 1905) kommt später ein weiteres Mädchen hinzu. Der älteste Sohn Louis hingegen gründet in Deutschland seine eigene Arena. Am 26. Dezember 1900 werden Knies Bürger vom thurgauischen Gerlikon. 1907 erfolgt die erste endgültige Anmeldung in Rapperswil. Zwei Jahre später stirbt Vater Ludwig in Meilen und wird als erster Knie in Rapperswil bestattet. Seine Witwe Marie übernimmt das Zepter.
Die Jahre des Ersten Weltkrieges sind für das Unternehmen einmal mehr eine schwierige Zeit. Knies Arena kann nicht mehr im nahen Ausland gastieren. Nach Beendigung des Krieges wollen die vier Söhne Maries in die Tat umsetzen, was schon seit längerem immer wieder zur Diskussion stand: die Arena in einen Zeltzirkus umzuwandeln. Doch Mutter Marie wehrt sich vehement gegen solch «grössenwahnsinnige» Ideen und verweigert ihren Söhnen jegliche finanzielle Unterstützung. Diese sehen sich gezwungen, zum ersten Mal ihr Prinzip zu brechen, nichts zu kaufen, was man nicht bar bezahlen kann. Sie erstehen 1919 ein 2500 Personen fassendes Zweimasten-Zelt – auf Pump. Auf der Schützenmatte in Bern wird das Chapiteau zum ersten Mal aufgebaut. «Cirque Variété National Suisse Frères Knie» steht in grossen Lettern über dem Eingang. Eröffnungsvorstellung ist am 14. Juni 1919. Sophie Knie-Griesser und Margrit Knie-Lippuner, die beiden frisch gebackenen Ehefrauen von Rudolf und Friedrich Knie – die Doppelhochzeit hat am 25. März stattgefunden –, sitzen an der Kasse. Im Gedränge der Menschen werden die Kassenhäuschen einfach weggeschoben, die beiden Frauen müssen die Flucht ergreifen. Das Publikum ist ganz wild auf diesen neuartigen Zirkus. Nur wenige Monate nach dem Erwerb des Zeltes können die vier Brüder das geschuldete Geld zurückerstatten. In diesem denkwürdigen Jahr wird auch das erste Winterquartier in Rapperswil eingerichtet. Das Unternehmen gedeiht. 1920 führt Friedrich
Knie zum ersten Mal seine Pferde vor. Im selben Jahr, am 29. Mai, erblickt Friedrich jun., kurz Fredy genannt, das Licht der Welt. Eineinhalb Jahre später folgt sein Brüderchen Rudolf, Rolf geheissen. Als Vierjähriger tritt Fredy zum ersten Mal mit einer akrobatischen Nummer im Programm auf. Auch Rolf muss nach dem Willen des Vaters die artistische Grundschulung absolvieren. Unermüdlich probieren die zwei Buben, und mit ihnen Cousine Eliane, die 1915 geborene Tochter von Eugen und Hélène Knie-Zeller. Friedrich, der älteste der vier Direktoren, arbeitet hart für den Zirkus und bringt im Zelt das Publikum als Weissclown zum Lachen. Rudolf ist der Stille. Früh zieht er sich aus der Manege zurück, widmet sich der Tournee-Planung und den Finanzen. Eugen, zu Arena-Zeiten ein kühner Seiltänzer und als «der schöne Eugen» umschwärmt, zieht sich ebenfalls in den Hintergrund zurück. Karl hingegen liebt das Prunkvolle. Dabei verliert er gern die Grenzen des Möglichen aus den Augen. 1926 reist der Circus Knie bereits mit über 80 eigenen Wohn-, Transport-, Menagerie- und Bürowagen und disloziert mit einem Extrazug von 42 Eisenbahnwagen. Zu seinem neunten Geburtstag erhält der kleine Fredy sein erstes Pferd. Als «jüngster Schulreiter der Welt» macht er sich zunächst im In- und bald auch im Ausland einen bedeutenden Namen. 1933 stirbt Rudolf Knie 48-jährig. Kurz darauf macht Karl den Vorschlag, das Familienunternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Friedrich wehrt ab. Doch Eugen gibt seine Einwilligung, und 1934 wird die Aktiengesellschaft besiegelt. Karl bestimmt jetzt den Kurs, Friedrich ist verbittert. Die Wasserpantomime, die Karl noch im selben Jahr vom deutschen Circus Busch «mietet», ist eine Sensation. Im Jahr 1935 holt er an die 50 Artisten aus Indien für eine eigene gigantische Inszenierung. Doch das Publikum bleibt aus. Ein finanzielles Debakel ist die Folge. Friedrich schiesst private Mittel ein, um die drohende Pleite abzuwenden. Das Unternehmen fängt sich mit bescheideneren Programmen wieder auf. 1936 stirbt Marie Knie-Heim im Alter von 78 Jahren. Ein Jahr später beendet Friedrich Knie seine artistische Karriere, nachdem ihn ein Pferd beim Abgang so touchierte, dass er stürzte. Sein Sohn Fredy dressiert seine Pferde zu dieser Zeit bereits selbstständig.
Der Zweite Weltkrieg bricht aus. Bei den Nazis steht die Familie Knie auf der schwarzen Liste, weil sie 1938, anlässlich des Programms zum Thema «Olympiade» unter all den Fahnen das Hakenkreuz wegliess. Weithärter aber trifft die Familie der Verlust Karls, der sich 1940 aus einer seelischen Depression heraus das Leben nimmt. Friedrichs physische Gesundheit ist ebenfalls angeschlagen. 1941 geht er nicht mehr mit auf Tournee. Am 27. April stirbt er. Fredy und Rolf Knie zeichnen ab 1942 als artistische und technische Direktoren. Ein Teil der Zirkuspferde wird vom Militär eingezogen. Erst nach Eingreifen des deutschen Botschafters in Bern können wieder neue Nummern aus dem damals besetzten Ausland für die Schweiz engagiert werden. Als Gegenleistung müssen die Knies ein
Wintergastspiel mit ihren Tiernummern in Berlin absolvieren. Wie durch ein Wunder überstehen Fredy und Rolf mit ihren Pferden und Elefanten das Bombardement von Berlin im Winter 1943 unbeschädigt. Im Spätherbst 1945 vermählt sich Fredy Knie mit Pierrette Dubois. Am 30. September 1946 kommt der erste Sohn, Fredy jun., zur Welt. Die sechste Generation ist da. Drei Jahre später wird der zweite Sohn, Rolf, geboren. In diesen ersten Nachkriegsjahren kann der Schweizer National-Circus die renommiertesten Artisten engagieren, die sich geradezu drängen, in der unversehrten Schweiz Arbeit zu finden. 1950 läuten für Rolf Knie und Tina di Giovanni die Hochzeitsglocken. Auch in dieser Ehe lässt der Nachwuchs nicht lange auf sich warten: 1951 wird Louis geboren, 1954 Franco.
Wie die Generationen zuvor steht auch die sechste von Kindesbeinen an in der Manege. Mit vier Jahren reitet Fredy jun. in Antwerpen zum ersten Mal vor Publikum, als fünfjähriger Artist erlebt er 1951 seine erste Schweizer Tournee. Der kaum vierjährige Louis gibt 1955 als jüngster Elefantendresseur der Welt sein Debüt. Dieses Jahr wird jedoch durch den Tod von Grossonkel Eugen Knie überschattet. 1956 bezieht der Circus Knie sein neues Winterquartier südlich des Bahnhofs Rapperswil. Eugens Tochter Eliane Knie, die während vielen Jahren zusammen mit ihren Cousins Fredy und Rolf sen. in der Manege stand, scheidet 1959 aus dem Unternehmen aus. An Pfingsten 1962 wird in Rapperswil Knies Kinderzoo eröffnet. 1969 führt Rolf Knie sen. zum letzten Mal seine Elefanten selber vor und zieht sich anschliessend aus der Manege zurück. Sohn Louis ist längst in seine Fussstapfen getreten.
Für kurze Zeit sind in den siebziger Jahren vier Generationen Knie im Familienbetrieb vereint. Aus der 1972 geschlossenen Ehe von Fredy jun. und Mary-José Galland geht am 19. Januar 1973 mit der Geburt von Géraldine-Katharina die siebte Generation Knie hervor. Ende desselben Jahres heiratet Louis die amerikanische Kunstrad-Artistin Germaine Theron. Ihr Sohn Louis jun. wird im Dezember 1974 geboren. Ihn erlebt Urgrossmutter Margrit nicht mehr. Im April ist sie nach kurzer, schwerer Krankheit entschlafen. Wenige Monate später werden auch Rolf jun. und Erica Brosi getraut. Ihr Sohn Gregory kommt 1977 zur Welt. Auch bei Familie Franco Knie freut man sich über Nachwuchs: 1978 über Franco jun., 1980 über Doris-Désirée. 1989 folgt aus zweiter Ehe Sohn Anthony.
1983 verlässt Rolf Knie jun. den Zirkus, um sich zunächst als Bühnenkünstler zu bewähren, bevor er sich ganz seinem bevorzugten Hobby widmet: dem Malen. Genau zehn Jahre später, Ende 1993, verlässt auch sein Cousin Louis das Unternehmen und kauft den Österreichischen National-Circus. Bereits Ende 1992 haben sich Fredy und Rolf Knie sen. endgültig aus dem Geschäft zurückgezogen. So liegt die Leitung des Unternehmens nun ganz in den Händen von Fredy jun. als artistischem und Franco als technischem Leiter. Rolf Knie sen. stirbt 1997 nach langer Krankheit. Ein Jahr später erleidet sein Bruder Fredy einen Hirnschlag, seine linke Körperhälfte bleibt gelähmt. Seine zweite Gattin Erica Sigel betreute ihn liebevoll bis Fredy Knie sen. im Jahr 2003 im Alter von 83 Jahren stirbt.
Inzwischen ist bereits ist die achte Generation geboren: Am 5. August 1999 hat in Österreich David-Louis, Sohn von Louis jun. und Gipsy Knie-de Rocchi das Licht der Welt erblickt. Am 6. Juli 2001 kommt der Sohn von Géraldine Knie, Ivan-Fréderic, zur Welt. Er hat mittlerweile schon Manegenluft geschnuppert. Franco Knie jun., der Sohn von Franco Knie heiratete am 16. Mai 2003 die chinesische Artistin Linna Knie-Sun. Seit dem 22. Juli 2006 sind sie die stolzen Eltern von Chris-Rui Knie.
Dynastie des Zirkus Stey
Erstmals urkundlich erwähnt in der Schweiz, im Jahre 1437, ist die Dynastie Stey die älteste in der Schweiz. Aus den damals sogenannten "Gauklern" wurde um das Jahr 1800 die weltweit bekannte ARENA STEY mit den fantastischen Hochseil Artisten welche für spezielle Engagements um die ganze Welt zogen. In der Schweiz bewältigte die Familie das ganze Programm praktisch ohne verpflichtete Artisten. Auch hier waren die Höhepunkte des jeweiligen Programmes das hohe Seil sowie der schwankende Mast. Im Laufe der Jahre wuchs die Familie, also musste man mehr bieten um eben diese Familie zu er-
nähren. Der Wagen Park zählte nicht mehr drei Wagen sondern fünf bis sechs, denn die Personen brauchten Unterkunft und das extra mit geführte Material verlangte nach mehr Platz. Aus den Pferde gezogenen Wagen wurde eine kleiner motorisierter Konvoi, welcher für die damalige Zeit viel Geld kostete und dieses wiederum rief nach mehr Einkommen.
Im Jahre 1949 tätigte die Familie Stey eine für damalige Begriffe fast unglaubliche Investition, sie kauften das erste Zweimast Zelt. Die Zirkus Saison konnte nun dem entsprechend verlängert werden, denn man war nun nicht mehr Wetter abhängig. Ab diesem Zeitpunkt wuchs das Unternehmen saisonal um zwei bis drei Personen und einige Zirkus-Wagen. 1962 war der Zirkus Stey erstmals mit einem vier Mast Zelt unterwegs. Das Unternehmen zählte nun bereits ca. 20 Personen einige Tiere und ca. 30 Wagen. In der Zeit von 1965 bis 1985 gab es wieder eine weltberühmte Nummer aus der Familie. Rolf und Irene Stey unter dem Namen "Two Tornados" bereisten in den Wintermonaten die ganze Welt mit Ihrer einzigartigen Messer Wurf Nummer, um in den Sommermonaten jeweils wieder treu der Familie zu dienen. Im Jahre 1983 starb Mathilde Stey - Speichinger und somit war der Name Stey nicht mehr offiziell vertreten. Diese Tatsache bewog die heutige Direktion den Namen von Speichinger auf Stey zu ändern. Im Dezember 1996 wurde dieses von den Behörden geprüft und auch bewilligt. Als einige Jahre später auch Willi Speichinger, der Ehemann von Mathilde starb war die Zeit an den zwei Brüdern Rolf der Ältere und Bruno, das Geschäft weiter zu führen. 1993 trennten sich die zwei Brüder und Rolf übernahm den Zirkus Stey alleine mit seiner Frau Irene und dem Sohn Martin. Heute zählt der Zirkus Stey jährlich 40 - 60 Personen, über 30 Tieren und mehr als 70 Fahrzeugen und bereist die ganze Schweiz mit 60 - 70 Ortschaften und weit über 320 Vorstellungen. Der Zirkus Stey hat sich einen Namen mit einigen Europa Premieren, wie dem mongolischen, russischen, chinesischen und dem kubanischen Nationalzirkus gemacht.
Dynastie des Circus
Starlight
In der Schweiz gibt es fünf grosse und bedeutende Circusdynastien, die sich im Laufe der Jahre und durch zahlreiche Heiraten verwandtschaftlich immer mehr vermischt haben. Der Circus Starlight ist aus der Dynastie Gasser hervorgegangen, der ältesten Circusfamilie mit Schweizer Wurzeln. Es war einmal… Seit fünf Generationen erfreut die Artistenfamilie Gasser ihr Publikum. Man sagt häufig, dass man zum Circusleben geboren sein muss, dass sich die Leidenschaft in der Familie weitervererbt, von den Eltern an ihre Kinder, von den Kindern an die Enkel. Doch da stellt sich unweigerlich die Frage: Wer wagte als Erster den Schritt ins Rampenlicht und wurde zum funkelnden Stern in der Manege? Der Gründer der Circusdynastie Gasser, Heinrich Gasser, geboren am 4. Mai 1880, packte das Circusfieber vollends und so legte er – ohne es zu wissen – den Grundstein einer neuen Artistendynastie. Er begeisterte mit seinem akrobatischen Können das Publikum in ganz Europa und kehrte in die Schweiz zurück, nachdem er mit der deutschen Artistin Elisabeth Schubert eine Familie gegründet hatte. Dominik Gasser, geboren 1903 und das Älteste von 14 Kindern, war ein wagemutiger Seiltänzer und Akrobat am schwankenden Matrosenmast. Er zog mit der „Adler-Truppe“ durch die Lande, die ihr Spektakel damals unter freiem Himmel zeigte. Solche Freiluftspektakel wurden als „Arena“ bezeichnet, auf öffentlichen Plätzen aufgeführt und endeten mit einer Hut-Kollekte beim Publikum. Um endlich bei jedem Wetter auftreten zu können, schaffte sich Dominik Gasser 1949 sein erstes Zelt an, einen Einmaster mit 24 Metern Durchmesser – der Circus Olympia ist geboren! Der am 19. Februar 1931 geborene Dominik Gasser jr. übernahm 1974 alleine den Familienbetrieb, während seine Brüder nach Australien auswanderten, um dort erfolgreich ihre eigenen Circusse zu gründen. Auch Dominik war ein hervorragender Artist, was sich vor allem in seiner Vielfältigkeit in den akrobatischen Disziplinen zeigte: während einer Vorstellung präsentierte er sieben verschiedene Nummern! Im weiteren Verlauf seiner Karriere wendete er sich der Dressur von Raubtieren und Pferden zu. 1953 heiratete er Susanne Kaufmann. Dieser Ehe entsprossen zwei Söhne, Dominik und Heinrich. Heinrich Gasser, der heutige Direktor des Circus Starlight, gab sein Manegen-Debüt mit neun Jahren. Sein Talent als Gleichgewichtskünstler auf dem Drahtseil bekam er in die Wiege gelegt und so wurde er zu einer tragenden Stütze des Trio Sonjanas. Später bildete er gemeinsam mit seiner zukünftigen Ehefrau Jocelyne Gasser-Christe das Duo Starlight, das eine sehr riskante Messerwurf-Nummer auf dem Drahtseil zeigte! Schon seit jungen Jahren war Heinrich von den technischen Aspekten des Circuslebens begeistert und so verliess er 1987 den Familienbetrieb, um mit Jocelyne den Circus Starlight zu gründen. Im zarten Alter von zwei Jahren zeigte Johnny Gasser seine ersten Heldentaten in der Manege, stets unter dem wachsamen Auge des Grossvaters.
Louis Knie jun. & Die Knie´s in Österreich
LOUIS KNIE JUN. - EIN LEBEN FÜR DEN CIRCUS
Aufgewachsen zwischen Elefantenstall und Manege war er schon von klein auf mit den Tieren vertraut und debütierte bereits sehr früh in Knie´s Kindercircus. Bei der Pflege der Tiere und bei den Probe seines Vaters war der Knirps stets dabei und lernte somit vond er Pike auf den Umgang und die Dressur der grauen Riesen. eboren wurde Louis Aimé Knie am 25. Dezember 1974 in Zürich. Als Sohn von Louis Knie und Germaine Knie-Theron, vertritt er die 7. Generation dieser traditionsreichen Circusfamilie.
1980 ist Louis jr. erstmals im Saisonprogramm des Schweizer Nationalcircus, als jüngster Elefantendompteur, mit dem großen Bullen "Sahib", in einer Tarzan- Fantasie aufgetreten.
Seine gesamte Schulzeit absolvierte er in Knie´s fahrenden Klassenzimmer. In den folgenden Jahren assistierte er seinem Vater, und im Programm. 1987 präsentierten sie gemeinsam eine abwechslungsreiche Nummer mit sieben indischen Elefanten. Zwei Jahre später bewies Louis jr., mit Schleuderbrettsprünge auf Elefanten, dass er als echtes Circuskind, auch artistisch begabt ist. Mit 16 Jahren lernte man Louis jr. Mit der Präsentation von Hunden einmal in einer ganz anderen Rolle kennen. Diese spielerische und witzige Hundenummer war für ihn eine gänzlich neue Erfahrung im Umgang mit Tieren. 1993 übernahm er die schwierige Aufgabe, Knie´s großes Exotentableau vorzuführen. Auch diese Aufgabe meisterte er bravourös und Giraffe, Nashorn und Co. folgten ihm aufs Wort.
Louis Knie jun. ein Circusmann mit Leib und Seele, der die Tradition des klassischen Circus aufrecht erhält. Seit 1994 hat Louis Knie jun. nun sein neues Zuhause in Österreich gefunden. Auch hier begeistert er mit den verschiedensten Tiernummern in der Manege und leitet die Geschicke seines eigenen Unternehmens, dem " CIRCUS LOUIS KNIE JUN.".
DIE KNIE´S IN ÖSTERREICH
Der Ursprung der Familie Knie ist in der alten österreichisch-ungarischen Monarchie zu finden. Zwei Städte – Wien und Innsbruck – waren von besonderer Bedeutung.
1784 wurde Friedrich Knie als Sohn des Leibarztes der Kaiserin Maria Theresia in Erfurt geboren. Er studierte wie sein Vater Medizin. Bei seinem Studienaufenthalt in Innsbruck begeisterte er sich an den Leistungen einer Kunstreitergesellschaft, gab sein Studium auf und reiste mit dieser Truppe mit.
Bald gründete er mit eigenen Pferden ein eigenes Unternehmen. 1807 kehrte er nach Innsbruck zurück und lernte seine zukünftige Frau, Antonia Stauffer, kennen. Ab 1807 reiste die Familie als „Wiener Seiltänzertruppe“ durch die Länder der alten Donaumonarchie, gastierte auch in Bayern, Baden, Preußen und der Schweiz.
Friedrichs Kinder und Kindeskinder setzten seine Seilakrobatik fort. Einer seiner Nachkommen, Ludwig Knie, bereiste mit seiner Truppe hauptsächlich die Schweiz. Im Dezember 1900 erhielt Ludwig den „Schweizer Bürgerbrief“. So wurde der gebürtige Wiener und seine Familie in die Thurgauer Gemeinde Gerlikon - Gachnang eingebürgert.
Als Ludwig 1909 verstarb, übernahm seine Witwe das Unternehmen und übergab es fünf Jahre später den Söhnen. Und immer deutlicher nahm die Idee Gestalt an: die Umwandlung von der offenen Arena in einen Circus mit geschlossenem Zelt.
In der Nacht vom 31. Mai 1919 war es soweit: die vier Söhne Ludwigs – Friedrich, Rudolf, Charles und Eugen Knie – bauten ihr erstes Zelt auf. Imposant stand es am Morgen auf der Schützenmatte in Bern – und es war ein überwältigender Erfolg !
Der „Schweizer National-Circus Gebrüder Knie“ war gegründet.
Friedrichs Söhne, Fredy und Rolf übernahmen 1941 das Geschäft nach dem Tod des Vaters.
Aus Fredys Ehe entsprossen die Söhne Fredy und Rolf, aus der Ehe von Rolf die Söhne Louis und Franco. Wie einst ihr Vorväter, wählten auch die vier Junioren als sechste Generation Knie die harte Arbeit des Circusartisten. Heute sind sie nicht nur in der Schweiz als Tierdresseure berühmt.
Louis Knie jun. vertritt nun bereits die siebente Generation der Circusfamilie Knie und kehrte 1994 zu seinen österreichischen Wurzeln zurück.