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Leitung: Dr. Reinhold Henneck, Physiker, Brugg
1. Kursabend: Vom Wesen der Zeit im Wandel der Zeit
Wir nehmen uns die Zeit und stellen uns so fundamentalen Fragen wie: Was ist Zeit? Was war vor der Zeit? Was kommt nachher? Gibt es Zeit ohne uns? Gibt es eine Analogie zum Begriff «Raum»? Was lässt sich daraus ableiten, dass man zur Messung der Zeit einen Bewegungsvorgang braucht? Ist Zeit absolut oder gibt es eine individuelle, gefühlte Zeit? Wir werden diese Fragen aus dem Blickwinkel der Philosophie und der Wissenschaft der letzten Jahrtausende diskutieren. Und zuletzt auf aktuelle Fragen kommen: Bedeutung der Zeit im Wirtschaftsleben, im Arbeitsprozess? Wie wichtig nehmen wir die Zeit? Beschleunigt sich die Zeit? Haben wir mehr Zeit, wenn wir länger leben? Ist Zeit wirklich Geld? Den Schluss bilden Spekulationen zu Zeitmaschinen und Zeitreisen.
2. Kursabend: Die Vermessung der Zeit
Wir begeben uns auf eine Zeitreise und verfolgen die Entwicklung der Zeitmessung, angefangen von ägyptischen Sternuhren, Wasseruhren und Sonnenuhren über die antiken Kalender in Ägypten, Babylonien und Griechenland, über die bereits den Babyloniern bekannten astronomischen Zeitzyklen bis hin zum ersten astronomischen Kalenderrechner (Mechanismus von Antikythera). Im ersten Jahrtausend nach Christus folgen die grossen, wassergetriebenen «Uhren» mit musikalischen Schlagwerken und astronomischen Instrumenten der Araber und Chinesen.
Die «moderne» Uhr ist charakterisiert durch einen mechanischen Regelmechanismus, der in rudimentärer Form bereits in den grossen chinesischen Uhrwerken des 11. Jh. erkennbar war. Die Entwicklung in Europa setzte ein mit den ersten mechanischen Uhren in Italien, England und Frankreich um 1300, sezte sich fort mit federgetriebenen Tisch- und Taschenuhren und erreichte einen vorläufigen Höhepunkt mit der Pendeluhr von Huygens 1657, die Messungen im Sekundenbereich erlaubte. Harrisons Schiffschronometer 1755 revolutionierte die Längengradbestimmung und damit die Schiffsnavigation. Im 20. Jh. erfolgte die Entwicklung der automatischen Uhr, der Quartzuhr und der Atomuhr, die extrem genaue und kurzzeitige Messungen erlaubt. Auf der anderen Seite ermöglichen Datierungsmethoden mit radioaktiven Kernen und astronomische Instrumente einen Rückblick über Tausende bis Milliarden von Jahren.