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Gemäss dem aktuellsten Quartalsindex des Outsourcing-Consulters TPI war das Gesamtvolumen der vergebenen grösseren Outsourcing Projekte in Europa zum ersten Mal höher als in den USA. (Zu den "major outsourcing contracts" zählt TPI Projekte ab einem Auftragsvolumen von 40 Millionen Euro). Das Gesamtvolumen solcher Grossaufträge erreichte 2004 gemäss TPI die Rekordhöhe von 58 Milliarden Euro. 49% davon entfielen auf Europa, 44% auf Nord- und Südamerika sowie 7% auf Asien und den Pazifikraum.
Die Verschiebung in Richtung Europa erfolgte vor allem aufgrund der starken Zunahme der Menge der Grossaufträge in unseren Regionen. Gegenüber 2002 hat sich deren Volumen mehr als verdoppelt, errechnet TPI.
"Big Six" wachsen weniger schnell
Interessanterweise konnten dabei die "Big Six", – IBM, CSC, EDS, Accenture, ACS und HP – die sechs weltweit grössten Outsourcer, gemäss dieser Studie von diesem Wachstum nicht im vollen Umfang profitieren. Insgesamt haben sie letztes Jahr 44% Prozent dieser Aufträge gewonnen, während es 2003 noch 71% waren. Marktanteile eingebüsst haben dabei IBM, CSC, EDS und Accenture. ACS, in Europa noch weg bekannt, konnte sogar zulegen und HPs Marktanteil blieb statisch, was bedeutet, dass so schnell wachsen konnte, wie der Markt.
In Europa ist der Anteil der grossen Sechs an den Grossaufträgen noch etwas stärker gesunken. Beim IT-Outsourcing, das gemäss TPI 2004 etwa zwei Drittel des gesamten Outsourcing-Volumens ausmachte, sank er von 73% im Jahr 2003 auf 36% im letzten Jahr. Im schneller wachsenden Segment des Business Process Outsourcings, bei dem Firmen ganze Businessprozesse wie zum Beispiel die Beschaffung, die Personalverwaltung oder die Buchhaltung outsourcen, sank er von 21% auf 12%.
Anti-Konsolidierung
Die Unternehmen, die gemäss TPI den globalen Überfliegern Aufträge wegschnappen konnten, waren gemäss TPI Unternehmen wie Capgemini, Siemens, Xchanging oder T-Systems, also alles europäische Firmen mit zum Teil starken regionalen Wurzeln. In der Schweiz dürfte man wohl auch Swisscom IT Services zu dieser Kategorie zählen.
Die Verschiebung bedeute aber nicht nur, dass eine neue Riege von zusätzlichen "Top"-Anbietern entstehe, meinte dazu Duncan Aitchison von TPI. Auch allgemein nehme die Diversität der Anbieter zu. "Das ist zum Teil der zunehmenden Verbreitung des Business Process-Outsourcings zuzuschreiben, bei dem eher als beim IT-Outsourcing für den gleichen Auftrag Leistungen von verschiedenen Anbietern, die verschiedene Funktionen wahrnehmen, bezogen werden." (Hans Jörg Maron)