Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03129.jsonl.gz/995

Der "Vater des Dialogs", der Quantenphysiker David Bohm (1917 - 1992) hat sich in seiner letzten Schaffensperiode intensiv mit Dialog als "Form des gemeinsamen Denkens" beschäftigt. Während es in einer "Diskussion" (lateinisch von discutere = zerschlagen, zerteilen, zerlegen) darum geht, die Ganzheit auseinanderzunehmen, zu sezieren, verstand Bohm "Dialog" (griechisch von Dia = durch, Logos = Wort) als "freien Sinnfluss" - als "Bedeutung, die unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fliesst" (Zitat). Es ging ihm um Partizipation, miteinander denken, sich beteiligen, um Teilhaben am Ganzen.
Er bezeichnete individuelles Bewusstsein als "emergente Qualität des Gehirns": das, was entsteht, wenn das Gehirn als Ganzes zusammenwirkt. Emergenz kommt aus dem lateinischen Verb „emergere“ – entstehen - und wird definiert als „das spontane Auftauchen neuer, noch nie da gewesener Einsichten oder Entwicklungen in einem offenen System aufgrund des Zusammenspiels seiner Elemente“. Emergente Phänomene gibt es in der Physik, Chemie, Biologie, aber auch in der Gehirn- und Bewusstseinsforschung sowie in der Soziologie. Je kohärenter (geordneter) die Gehirnfunktionen zusammenarbeiten, umso klarer und umfassender die Wahrnehmung und das Denkvermögen. Der Alpha Zustand ist ein höchst geordneter Gehirnmodus und bietet damit die ideale Voraussetzung für innovatives Denken.
Bohms grösstes Anliegen jedoch war, erfahrbar machen zu können, wie im kollektiven Bewusstsein durch "gemeinsames Denken" echte Innovation entsteht. Innovation ist nicht die Weiterentwicklung von Bestehendem oder Bekanntem. Echte Innovation ist Emergenz.
Er und seine Nachfolger (Willliam Isaacs, Otto Scharmer, Peter Senge und andere) zeigen beispielhaft auf, dass die stärkste Form der Emergenz im Bewusstsein entsteht, wenn Menschen ihre Bewusstseinsenergie zusammenführen mit der gemeinsamen Intension, Neues zu schaffen. Was in einem solchen Verbund entstehen kann, ist nicht auf seine Individuen zurückzuführen, sondern entsteht im kollektiven Bewusstsein und übersteigt die innovativen Fähigkeiten des Einzelnen.
Menschen müssen lernen, miteinander zu reden und nicht gegen einander. Eine Führungsrkaft oder ein Teamleiter muss in der Lage sein, „seine Leute“ dahin gehend zu führen, dass sie dialogfähig werden und damit die Ressourcen ihres kollektiven Bewusstseins im gemeinsamen Denken aktivieren und nutzen - Emergenz in Teams und Gruppen herbeizuführen - gemeinsam, innovativ zu werden.
Die Erfahrung und Anleitung zum „innovativen Dialog“ bietet dafür einen praktikablen Ansatz. Er befähigt, echte Innovation und nachhaltige Lösungen in Teams oder Gruppen – in Sitzungen oder Gesprächen - entstehen zu lassen.
Eine neue Idee, die allen gehört...
"Wenn Leute in der beschriebenen Art und Weise miteinander kommunizierten, schufen sie mit der Zeit etwas Neues, Unerwartetes. Eine neue Idee tauchte auf, nicht selten eine Integration aller vorher ausgedrückten Positionen. Sehr oft war diese neue Idee besser und kreativer als alle Ideen vorher. Das Faszinierende an diesem Prozess war, dass kein einzelner Teilnehmer diese Idee hätte alleine kreieren können. Erst die dialogische Interaktion aller geäusserten Meinungen konnte zu diesem Resultat führen. Das Phänomen des Auftauchens dieses neuen, integrativen Elementes bezeichnete Bohm als Emergenz."
Dr. med. Markus Fischer, Leiter ibp-Institut