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Gustave Revilliod (1817-1890) liess von 1877 bis 1884 ein privates Museum erbauen. Der grosse Sammler und Mäzen wollte darin seine persönliche Sammlung unterbringen.
Revilliods Kulturprojekt war ein ambitiöses Vorhaben ganz im Sinne des Zeitgeists, der Ende des 19. Jahrhunderts herrschte. Seine enzyklopädische Sammlung widerspiegelte die ganze Vielfalt des menschlichen Schaffens in Europa, im Mittleren Osten und im Fernen Osten und umfasste den Zeitraum von der Antike bis zu seiner Zeit. So beherbergte das Museum ursprünglich nebst Keramik, Glas und Glasmalerei auch Gemälde- und Skulpturensammlungen, alte Bücher, Münzen, Silber, Mobiliar sowie zahlreiche andere Raritäten.
Gustave Revilliod vermachte das Museum und seine gesamte Sammlung der Stadt Genf. So wurde 1890 mit dem Tod des Philanthropen aus dem Ariana ein städtisches Museum.
Als 1910 im Stadtzentrum das grosse Musée d'art et d'histoire eröffnet wurde, geriet das Musée Ariana allmählich in Vergessenheit. Deshalb entschied die Stadt 1934, das Ariana in ein Museum für Keramik zu verwandeln. Nach diesem Beschluss wurden alle Keramikbestände mit Ausnahme der antiken Objekte vom Musée d'art et d'histoire ins Musée Ariana verlegt. Diese Übersiedlung wurde 1956 abgeschlossen.
1986 fanden die Glasbestände ihren Weg ins Ariana und 2000 kam die Glasmalerei hinzu. Damit zählt das Musée Ariana zu den fünf bedeutendsten Institutionen in Sachen Keramik, Glas und Glasmalerei in Europa.
Das Musée Ariana sollte nicht nur durch seine aussergewöhnliche Architektur glänzen, sondern auch alle Annehmlichkeiten eines modernen Museums bieten. Deshalb wurde das Ariana einer grundlegenden Renovation unterzogen. Nach fast zwölfjähriger Bautätigkeit konnte das Museum 1993 schliesslich wieder eröffnet werden.
Nachdem das Musée Ariana über sechzig Jahre lang Teil des Musée d'art et d'histoire gewesen war, beschloss der Genfer Stadtrat 2010, ihm die administrative Eigenständigkeit zu verleihen. Seither empfängt das Ariana jährlich durchschnittlich 55'000 Besucher. Seine institutionelle Sichtbarkeit bei verschiedensten Zielgruppen hat merklich zugenommen.