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Getreidehohlmass, so genanntes Viertel
Das Getreidehohlmass aus Nussbaumholz und Eisenbeschläge kann den Inhalt von 23.3 l fassen, was dem Zuger Viertel entspricht. Auf der Bodeninnenfläche befinden sich zwei eingebrannte Zuger Wappen mit der Inschrift «Z/TS» und auf der Bodenaussenfläche vier Zuger Wappen mit der gleichen Inschrift. Weiter besitzt das Hohlmass eine eiserne Strichstange mit der Inschrift «Anno 1817 kostet der Mütt Kernen 37 G[ulden] 32 S[chilling] und das Brod 1 G[ulden] 25 S[chilling]».
Die Strichstange ist ein Hinweis, dass der Inhalt nicht «gehäuft» gemessen wurde, sondern mit einem Holzstab zum Rand hin glattgestrichen wurde. Weiter erinnert die Inschrift an die letzte grosse Hungerkrise im Kanton Zug in den Jahren 1816/1817. Das Jahr 1816 war extrem nass und kalt. Auf den langen Winter folgte ein frostig-nasser Frühling und der Sommer war inexistent. Dies führte zu massiven Ausfällen bei der Getreide-, Gemüse- und Obsternte. Und dies wiederum führte zu enormen Preissteigerungen. So stieg zum Beispiel der Brotpreis von Woche zu Woche. Im Januar 1817 kosteten 5 Pfund Brot (2.64 kg) 36 Schilling, nur sechs Monate später am 10.06.1817, als die Teuerung ihren Höhepunkt erreichte, kostete die gleiche Menge Brot 63 Schilling. Dies war beinahe doppelt so viel wie sechs Monate zuvor und fast viermal so viel wie Mitte Juni 1815. Weitere Informationen zur Hungerkrise 1816/1817 im Kanton Zug können im Artikel «Hungers gestorben, In: Personalziitig 40/2007, S. 18/19» von Renato Morosoli, dem ehemaligen Staatsarchivar des Kantons Zug, online nachgelesen werden.
Beim Viertel handelte es sich um das wichtigste ehemalige Hohlmass für Getreide im Handel, wobei sich der Inhalt von Ort zu Ort unterschied. Das Viertel wiederum war der vierte Teil eines Mütts.