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18. Feb. 2014
20 Minuten
Kinder können manche Dinge durchaus selber entscheiden
Für SP-Nationalrat Andreas Gross ist der belgische Entscheid ein Schritt in die richtige Richtung. Natürlich sei die Sterbehilfe bei Kindern ein schwieriges Thema: «Kinder sind nicht unbedingt in der Lage, zu beurteilen, was der Tod bedeutet.» Das belgische Gesetz sehe aber strenge Voraussetzungen vor. Ein Psychiater müsse bestätigen, dass sich das Kind der Tragweite des Entscheides bewusst sei. Ausserdem brauche es die Zustimmung der Eltern.
«Ich befürworte die Sterbehilfe für Minderjährige auch in der Schweiz – unter den Voraussetzungen, wie sie in Belgien vorgesehen sind», sagt Gross. Unheilbar kranke Kinder sollten über einen Freitod entscheiden dürfen. Die Sterbehilfe für todkranke Kinder sei schliesslich «ein Kann und kein Muss.»
Eine Lösung, wie sie das belgische Parlament verabschiedet hat, würde Gross auch in der Schweiz begrüssen. Im Moment sehe er allerdings keine Mehrheit für das Anliegen. Vielleicht finde in einigen Jahren, wenn in Belgien Erfahrungen gesammelt worden seien, ein Umdenken statt.
Belgien könne, wie Holland, auf eine jahrzehntelange Tradition der Sterbehilfe für Erwachsene zurückblicken. Die Schweiz sei seit einigen Jahren in Fragen der Sterbehilfe für Erwachsene zwar auch liberal eingestellt. Im Bereich der Kinderrechte sei das Land im internationalen Vergleich aber rückständig: «Kinder haben bei uns nicht viel zu sagen.» Erwachsene hätten den Anspruch, besser zu wissen, was für Kinder richtig sei, als diese selber. Diese Haltung wird noch auf viele Jahre hinaus eine Lösung verhindern, die beachte, dass Kinder manche Dinge selber entscheiden können.
Kontakt mit Andreas Gross
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