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Jaquelle Ferris (24) ist Bestseller-Autorin und lebt in Kanada. Mit 18 Jahren verfasste sie das lesenswerte Buch „Das verändert alles: Wie das Evangelium die Jugendjahre verwandelt“.
- Vielen Dank für die Möglichkeit dich zu interviewen! Was hat sich seit der Veröffentlichung deines Buchs in deinem Leben verändert?
Eine ganze Menge! Ich habe geheiratet, zwei Kinder bekommen, einige schwierige gesundheitliche Probleme durchgemacht. Dadurch bin ich geistlich reifer geworden, da der Herr mich geheiligt hat.
- Dein Buch handelt davon, wie das Evangelium alle Bereiche des Lebens verändert. Was war die grösste Veränderung, die das Evangelium in deinem Leben bewirkt hat?
Das ist schwierig zu sagen, denn das Evangelium hat wirklich alles verändert! Doch eine der grössten Veränderungen bestand darin, dass ich mit Mittelmässigkeit unzufrieden wurde. Durch meine Identität in Christus wollte ich mich nicht mehr damit zufriedengeben, so zu leben, wie die Welt es einem Teenager vorgibt. Ich wollte einen Unterschied machen. Ich wollte ein radikal heiliges Leben führen. Ich wollte schwierige Dinge tun und mich durch mein Engagement für das Evangelium von unserer Kultur unterscheiden.
- In welchen Bereichen im Leben von jungen Menschen siehst du den grössten Bedarf an Veränderung durch das Evangelium?
Ich würde sagen darin, wie junge Menschen ihre Zeit verbringen. Wenn das Evangelium das Leben eines Teenagers verändert, wird die Art und Weise, wie er seine Zeit verbringt, ganz anders aussehen. Er wird sich andere Filme anschauen, andere Musik hören, Zeit für geistliche Disziplinen aufwenden, in eine Gemeinde investieren, gottesfürchtige Freundschaften schliessen und seine Zeit auskaufen.
- Ein grosses Thema in deinem Buch ist Sünde. Du sagst, dass man sie hassen und gegen sie ankämpfen soll. Was würdest du jemandem sagen, der den Kampf gegen Sünde in seinem Leben aufgegeben hat?
Lies folgende Bibelstellen: Galater 5,19-21; 1 Thessalonicher 4,3-8; und Kolosser 3,1-17.
Gott nimmt die Sünde sehr ernst. Wenn du den Kampf gegen die Sünde aufgegeben hast, dann prüfe dein Herz. Hast du das Evangelium wirklich verstanden? Weisst du, warum Jesus ans Kreuz ging? Kennst du die Folgen der Sünde (sowohl in diesem als auch im kommenden Leben)? Denke ernsthaft darüber nach, was die Heilige Schrift darüber sagt, wie Christen gegen die Sünde kämpfen sollen!
- Viele junge Leute verbringen viel mehr Zeit am Gerät als in der Gemeinde oder mit Gott. Wie entgehst du diesem Suchtpotenzial und welche Strategien wendest du an, dass du inhaltlich nicht in erster Linie von Social Media geprägt wirst?
Ich setze mir feste zeitliche Grenzen für die sozialen Medien. Momentan nutze ich Instagram nur am Wochenende. Auch habe ich schon einmonatige Pausen von den sozialen Medien eingelegt. Zudem denke ich, dass der Aspekt die Rechenschaftspflicht zentral ist. Vertraue dich einem Elternteil oder einem Freund an, der dir hilft, diese Sucht zu bekämpfen.
Es ist wichtig sich bewusst zu machen, wie diese Apps und Geräte darauf ausgelegt sind, süchtig zu machen. Viele wurden von Leuten ausgedacht, die auch Spielautomaten oder andere Glücksspiele entwickeln.
Um dich vor dem negativen Einfluss dieser gottlosen Medien zu entziehen, solltest du sicherstellen, dass du in einer starken lokalen Gemeinschaft eingebunden bist, die dich unterstützt und zum Guten beeinflusst. Die Menschen, mit denen du Zeit verbringst, haben den grössten Einfluss auf dich. Wenn du die meiste Zeit online verbringst, wirst du von diesen Menschen beeinflusst. Unsere Gewohnheiten prägen unser Herz. Sei also vorsichtig, welche Medien du konsumierst… und verbringe viel mehr Zeit mit guten Inhalten!
- Du berichtest in deinem Buch, dass du zusammen mit deinem Vater ganze Bücher der Bibel auswendig gelernt hast. Warum ist das Auswendiglernen von Bibelversen so wichtig für dich und in welchen Situationen haben dir die gelernten Verse geholfen?
Die Heilige Schrift ist Gottes Wort und enthält alles, was wir zum Leben und zur Gottesfurcht brauchen. Die Heilige Schrift hilft uns gegen die Sünde anzukämpfen, uns an die Wahrheit zu erinnern, anderen weisen Rat zu geben. Sie überführt und tröstet uns und fordert uns heraus.
Eine der Situationen, in denen mir die Erinnerung an auswendig gelernte Bibelverse am meisten geholfen hat, war inmitten von Leid. Ich kann auf den Vorrat an Versen zurückgreifen, die ich in unbeschwerten Zeiten auswendig gelernt habe, um mich in Zeiten der Not zu nähren.
- Viele junge Christen befürchten Einsamkeit und Spott, wenn sie sich in ihrem Umfeld als Christen zu erkennen geben würden. In deinem Buch sprichst du von einer 180° Drehung und der Bereitschaft, für das Evangelium sogar Freunde zu verlieren. Wieso lohnt es sich, Freundschaften oder sogar noch mehr zu riskieren, und wie kann man Christus mehr als die Anerkennung von anderen lieben?
Jesus sagt in Matthäus 16,26: «Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?» Zuvor sagt Jesus (Mat 10,37-39): «Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden.»
Jesus ist alles wert. Bedenke, was er um unsertwillen geopfert hat. Bedenke die Belohnung und Hoffnung, die er uns schenkt. Die Anerkennung Gottes ist viel wichtiger als die Anerkennung der Menschen. Denke daran, dass Gott gerecht ist, und glaube, dass es am wichtigsten ist, ihm zu gefallen.