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Zwei Denkmäler zieren unsere Gemeinde Neuenegg.
Das Denkmal auf dem Bramberg erinnert an den Schlachtsieg der Berner Truppen von 1339 über ein regionales Koalitionsheer - Bern wird mächtig.
Der über dem Dorf thronende Obelisk gedenkt des siegreichen Gefechts der bernischen Soldaten von 1798 gegen die anrückende feindliche Armee der Franzosen - nach der entscheidenden Niederlage der Berner im Grauholz geht der Stadtstaat Bern unter.
Auf die Frage, weshalb wir Neueneggerinnen und Neuenegger gerade zwei monumentale Erinnerungsstätten in Ehren haben sollen, gibt es folgende Antwort:
Die Angriffe von 1339 und 1798 galten beide der nahe liegenden Stadt Bern und die Anmarschrouten des Feindes führten über das Gemeindegebiet von Neuenegg. 1339 erfolgte der Angriff über Laupen; 1798 griff die französische Armee von Freiburg her über die Sensebrücke von Neuenegg an.
LAUPENKRIEG UND SCHLACHT AUF DEM BRAMBERG 21. JUNI 1339
Grund des Waffenganges: Tüchtige Gewerbler und Handwerker machen die Stadt Bern im 14. Jahrhundert einflussreich. Die erstarkte Stadt kauft 1324 Burg und Herrschaft Laupen und macht diese zur ersten bernischen Landvogtei. Die neidische Schwesterstadt Freiburg und der Westschweizer Adel wollen deshalb der stets nach Landgewinn greifenden Berner Bärenpranke die Krallen ziehen. Zahlreiche Fehden, Plünderungen und Belagerungen folgen.
Der Laupenkrieg
Wer befeindet sich? > Link. Der Heerführer der feindlichen Koalitionsarmee, Rudolf von
Nidau - er fällt im Gefecht – befehligt rund 6'500 Mann mit Söldnern aus dem Waadtland, aus Savoyen, aus dem Elsass, dem Jura und dem westlichen Habsburgergebiet mit Freiburg als Hauptstadt.
Darunter befindet sich praktisch der ganze Adel westlich der Aare bis zum Genfersee mit gegen 1000 Berittenen.
Die damals etwa 6'000 Einwohner zählende Stadt Bern schickt rund 2'000 Mann unter die Waffen. Mit etwa 2'000 Kämpfern sind Ausburger > Link und umliegende Dörfer beteiligt. Je 300 wohl kriegserprobte und Sold beziehende Männer kommen aus Uri Schwyz und Unterwalden, dazu kommen Kontingente aus dem Haslital und dem Simmental des Freiherrn von Weissenburg. Darum kann der bernische Truppenführer, Rudolf von Erlach, auch etwa 6'000 Kampfwillige in die Schlacht führen.
Entscheidung
11 Tage lang belagert der Feind erfolglos Laupen. Am längsten Tag des Jahres, am 21. Juni 1339, haben hier auf dem Bramberg Bern und seine Helfer risikofreudig in offener Feldschlacht ein stattliches Ritterheer geschlagen. Bern bewahrt sich dadurch seinen Landbesitz und erwirbt grösseres Ansehen. Der Sieg bei Laupen ist auch ein Grund dafür, dass Bern schon 1353, Freiburg aber erst 1481, also 128 Jahre später in die Eidgenossenschaft aufgenommen werden.
(K)eine Schlachtkappelle
Das Denkmal ist heute das einzige Monument, das an den Waffengang erinnert. Bis 1530 aber stand auf dem Schlachtfeld eine Kapelle. Der Flurname «Chäppeli» – die schöne Linde gegenüber der ehemaligen Käserei Bramberg – zeugt von ihrem Standort.
Dass die Erschlagenen vom Feind nicht weggeführt werden, erwähnt schon Chronist Justinger: «Do wart geheissen grosse gruben und greber machen bi der walstatt». Die «capelli am stritt ze louppen» mit Namen «zen rosen» wird in der Reformationszeit abgerissen. Der religiöse Radikalismus bezwingt patriotische Gefühle. Der Landvogt von Laupen bekommt am 27. Juni 1530 den Befehl, dass «er die khapple dannen schlysse, die pfetten (Balken) bruchen und die stein verkhoffen möge». Das erste Denkmal auf dem Bramberg verschwindet also vor knapp 500 Jahren.
Übrigens
Dem militärischen Erfolg folgt kurz darauf das politische Ereignis. Die diplomatische Vermittlerin, Königin Agnes von Ungarn, erreicht, dass 1340 Bern mit Freiburg
und dem Haus Österreich Frieden schliesst.
Der Vorläufer des Schweizerkreuzes in unserer Landesflagge kann auch auf den Laupenkrieg bezogen werden. Die Berner und ihre Helfer tragen nämlich erstmals als gemeinsames Kennzeichen ein weisses Leinenkreuz über dem Wams. Dieses Feldzeichen benützen in der Folge die Eidgenossen bei ihren Feldzügen immer. Das rote Feld kommt später dazu.
Der Chutzen war im alten Bern Standort eines Wachtfeuers, ein Glied in der Alarmanlage, die von der Limmat bis an den Genfersee reichte.
Hans Peter Beyeler / Dr. Erich Gäumann