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Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) gehört zu den sogenannten sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse. Bei solchen Erkrankungen kommt es zu einem Ausfluss von verschiedenartigem Sekret aus der Brustwarze (Mamille).
Beim krankhaften Brustmilchausfluss handelt es sich bei diesem Sekret um eine milchige Absonderung. Die Galaktorrhoe kann ein- oder beidseitig auftreten. Auch kann krankhafter Brustmilchausfluss unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während in einigen Fällen nur ein einzelner Tropfen durch Druck auf die Brust austritt, kann der Milchausfluss in anderen Fällen auch stärker bestehen. Dann treten Einzeltropfen spontan aus oder es fliesst milchiges Sekret. Die Galaktorrhoe ist in der Regel schmerzlos. Teilweise kann sich die Brust auch gespannt anfühlen und leicht schmerzen.
Während einer Schwangerschaft oder bei Wöchnerinnen in den Stillpausen ist die Absonderung von milchigem Sekret normal. Der Körper ist in solchen Phasen darauf eingestellt, Milch für die Ernährung des Säuglings zu produzieren. Die Muttermilch ist reich an Nährstoffen, vor allem Fett, Eiweiss und Milchzucker. Bereits in der Schwangerschaft kann sich erste Milch bilden und als Brustmilchausfluss bemerkbar sein. Tritt ein Milchfluss aber spontan, das heisst ohne eine direkt ersichtliche Ursache ausserhalb einer Stillenperiode auf, müssen seine Ursachen genau abgeklärt werden.
Galaktorrhoe wie auch der natürliche Milchfluss in der Stillzeit geht aus den Brustdrüsen hervor. Die weibliche Brust besteht unter anderem aus Fettgewebe wie auch aus einzelnen Drüsen (Drüsenlappen und Drüsenläppchen). Meist sind diese Drüsen inaktiv. Unter dem Einfluss von bestimmten Hormonen beginnen sie jedoch, Milch zu produzieren. Das milchige Sekret verlässt die einzelnen Drüsen über Milchgänge, die in die Brustwarze münden.
Häufigste Ursache für Galaktorrhoe ist eine vermehrte Produktion eines bestimmten Hormons, dem Prolaktin. Neben den Geschlechtshormonen Progesteron und den Östrogenen und weiteren Hormonen steuert Prolaktin die Milchbildung. Viele Ursachen sind bekannt, welche die Hormone aus dem Gleichgewicht bringen, darunter bestimmte Medikamente oder Stress. Eventuell muss auch die Anatomie der Milchgänge genau untersucht werden. Mögliche Ursache von Galaktorrhoe können unter anderem auch gutartige Tumoren im Gehirn sein, die Prolaktin produzieren (sogenanntes Prolaktinadenom oder Prolaktinom). Die Therapie richtet sich nach der jeweiligen Ursache.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) gehört zu den sezernierenden Erkrankungen der Brustdrüse (sezernierenden Mamma). Bei solchen Erkrankungen tritt – ausserhalb der Stillzeit – Flüssigkeit aus der Brustdrüse aus. Die Brust sondert Milch oder Sekret entweder spontan ab oder nach einem leichten Druck auf das Brustgewebe.
Krankhafter Brustmilchausfluss ist nur eine Form von krankhafter Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustdrüse Mediziner unterscheiden dabei zwischen einer Milchabsonderung, der genannten Galaktorrhoe, und der Ausscheidung anderer Sekrete, der krankhaften Brustdrüsensekretion. Der Name Galaktorrhoe leitet sich vom griechischen Wort für Milch (galaktos) und ich fliesse (rheo) ab.
Eine Milchabsonderung im Sinne der Galaktorrhoe ist eigentlich als Ausdruck verschiedener hormoneller Störungen oder Hormonschwankungen anzusehen, nicht als eigenes Krankheitsbild. Bei der Steuerung der Milchbildung spielen mehrere Hormone, wie Gestagen, Östrogen, Schilddrüsenhormone und sogar Insulin oder auch Kortikosteroide eine Rolle. Die zentrale Bedeutung hat dabei das Prolaktin, welches von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird.
Um die Entstehung von krankhaftem Brustmilchausfluss zu verstehen, ist ein Blick auf die Anatomie der Brust sinnvoll. Die weibliche Brust ist eine Drüse und stammt entwicklungsgeschichtlich von den Schweissdrüsen der Haut ab. Sie setzt sich aus dem Brustdrüsenkörper, der Brustwarze (Mamille) und dem Warzenhof (Areola mammae) zusammen. Die Brustdrüse besteht aus 15 bis 20 Einzeldrüsen, Bindegewebe und individuell unterschiedlich viel Fettgewebe.
Jede Einzeldrüse besteht aus mehreren Drüsenläppchen (Lobuli), die durch ein Mantelgewebe voneinander abgegrenzt sind. Die Drüsenläppchen bestehen aus winzigen Bläschen, den sogenannten Alveolen, die traubenförmig über ein Milchgangsystem miteinander verbunden sind. Normalerweise sind die Alveolen flüssigkeitsleer und flach, während der Stillzeit wird in ihnen aber die Muttermilch produziert. Diese Milch fliesst dann über die Milchgänge in einen Hauptmilchgang. Die einzelnen Hauptmilchgänge aus den Einzeldrüsen laufen strahlenförmig auf die Brustwarze zu und enden dort. Kurz vor der Mündung befindet sich eine Aufweitung (Sinus lactiferi), die in der Stillzeit als Milchreservoir dient. Die Hauptmilchgänge sind von Epidermisepithel bedeckt, was sie vor Keimen schützt, die sonst leicht in die Milchgänge einwandern und Entzündungen hervorrufen könnten.
Die Brustdrüse ist sämtlichen hormonellen Schwankungen während des Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft und Stillzeit bis zur Menopause, sogar bis ins hohe Alter unterworfen.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) kommt mit unterschiedlicher Häufigkeit vor: Ungefähr ein Prozent aller Frauen vor den Wechseljahren ist irgendwann von einem Galaktorrhoe betroffen. Diese Zahl erhöht sich drastisch bei Frauen, die bereits mehrere Schwangerschaften hinter sich haben. Jede Vierte dieser Frauen kennt solche Symptome einer Galaktorrhoe aus eigener Erfahrung.
Krankhafter Brustmilchausfluss kann aber auch bei Männern und Kindern auftreten. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, die Ursachen des Milchausflusses von einem Arzt abklären zu lassen. Sogar bei Säuglingen beiderlei Geschlechts kann Milch aus der Brust austreten – die sogenannte Hexenmilch. So stehen Babys kurz nach der Geburt noch häufig unter dem Einfluss des mütterlichen Prolaktins. Diese Form der Galaktorrhoe endet jedoch schnell von selbst wieder.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigste Ursache ist eine Überproduktion des Hormons Prolaktin (sog. Hyperprolaktinämie). Prolaktin fördert die Milchbildung und damit Galaktorrhoe (als sog. laktotrophes Hormon). Das Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Andere Hormone hemmen wiederum das Hormon Prolaktin und damit die Milchbildung.
Bei Galaktorrhoe können als Ursachen also Hormonstörungen infrage kommen, die das Prolaktin betreffen. Eine davon ist ein sogenanntes Prolaktinom (Prolaktinadenom), einen Prolaktin produzierenden Tumor der Hypophyse. Solche Tumoren sind fast immer gutartig. Ebenso können Tumoren oder Raumforderungen an der Hirnbasis die Bildung eines Hormons hemmen, das seinerseits die Prolaktinproduktion hemmt. Fällt dieser hemmende Faktor weg, wird übermässig Prolaktin gebildet.
Eine Galaktorrhoe kann auch aufgrund von Erkrankungen der Brustdrüse wie zum Beispiel einer Entzündung der Brust (Mastitis), einem Milchgangspapillom (gutartiger Tumor der Brust) oder aber auch in einem frühen Stadium von Brustkrebs (Mammakarzinom) auftreten.
Weitere Ursachen für eine Hyperprolaktinämie sind Medikamente, wie einige Psychopharmaka, Blutdruckmittel oder Magen-Darm-Medikamente, aber auch Opiate und Heroin. Eine Schilddrüsenunterfunktion oder die Einnahme der Antibabypille können bei Galaktorrhoe ebenso als Ursachen beteiligt sein.
Brustmilchausfluss ist in der Stillzeit und in der Schwangerschaft normal. Daneben gibt es aber auch noch einige andere Ursachen einer Galaktorrhoe, die nicht als krankhaft zu verstehen sein. So kann es in Stresssituationen, bei körperlicher Anstrengung, im Schlaf, aber auch beim Geschlechtsverkehr oder einer Stimulation der Brustwarzen zu einem Milchausfluss kommen.
Bei Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) sind die typischen Symptome milchige, klare bis bernsteinfarbene Absonderungen aus der Brustwarze. Diese Milch tritt meist aus beiden Brüsten aus, kann aber auch einseitig auftreten. Die Menge des Milchausflusses kann dabei mehrere Milliliter oder auch nur ein paar Tropfen am Tag betragen.
Bei Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) ist die Diagnose durch einen Arzt sinnvoll. Dazu erkundigt sich der Arzt zunächst nach dem genauen Auftreten und nach der Dauer der Beschwerden (Anamnese). Bei Galaktorrhoe ist zur genauen Diagnose auch die Farbe und Konsistenz des Sekrets wichtig. Ausserdem sind für den Arzt Informationen zum Menstruationszyklus und einer möglichen Medikamenteneinnahme entscheidend. Anschliessend tastet der Arzt die Brust sorgfältig ab, wobei er auf fühlbare Veränderungen des Brustgewebes achtet.
Bei einer Blutuntersuchung lässt der Arzt die Konzentrationen von Prolaktin, Östrogen und Gestagen bestimmen. Ebenfalls sind für ihn meist die Schilddrüsenwerte und die Blutwerte anderer Hormone entscheidend, welche ebenfalls auf die Milchbildung einwirken.
Bei Galaktorrhoe setzt der Arzt zur Diagnose oftmals auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonographie) ein. Die Milchgänge lassen sich mit einer sogenannten Galaktographie kontrollieren. Bei dieser spritzt der Arzt mithilfe eines dünnen Schlauchs ein Kontrastmittel in den Milchgang. Anschliessend führt er eine Mammographie durch. Dadurch kann der Arzt den Verlauf der Milchgänge erkennen und feststellen, ob die Milchgänge unter Umständen geweitet oder aber verschlossen sind.
Wenn ein Verdacht auf einen Tumor im Bereich der Schädelbasis besteht, lässt sich dies mit einer Röntgenaufnahme des Kopfes klären. Noch genauere Aussagen liefern dann die Computertomographie (CT) oder die Magnetresonanztomographie (MRT).
Bei Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. Ist der Auslöser der Galaktorrhoe ein Überschuss des Hormons Prolaktin (sog. Hyperprolaktinämie), verordnet der Arzt meist eine medikamentöse Behandlung mit Bromocriptin. Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um einen sogenannten Dopamin-Antagonisten, also eine Substanz, welche die Wirkung des Prolaktins hemmt. Bromocriptin wird auch bei einem Prolaktinom eingesetzt. Eine chirurgische Entfernung ist nur in seltenen Fällen notwendig, wenn eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg zeigt.
Ist die Galaktorrhoe ein Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, muss diese zielgerichtet therapiert werden. Eine Brustentzündung kann beispielsweise mit Entzündungshemmern oder Antibiotika behandelt werden. Mögliche Abszesse (eitrige Entzündungsherde) öffnet der Arzt chirurgisch, um den Eiter zu entfernen und so die Entzündung zu bekämpfen.
Tritt die Galaktorrhoe aufgrund der Einnahme von bestimmten Medikamenten auf, verschwindet sie wieder, wenn diese abgesetzt werden.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) zeigt meist in einen guten Verlauf und hat entsprechend generell eine sehr gute Prognose. Die Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen sehr gut behandeln und verschwinden nach Abschluss der Therapie. Medikamente helfen meist, die Milchsekretion zu stoppen. Löst Brustkrebs krankhafte Galaktorrhoe aus, richtet sich die Prognose und der Verlauf unter anderem danach, in welchem Stadium der Krebs erkannt wird und auf welche Therapie er anspricht.
Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss) lässt sich nicht gezielt vorbeugen. Da der Milchausfluss verschiedene Ursachen haben kann, gibt es keine pauschalen Vorbeugemassnahmen.