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Es sollte eigentlich ein Hobby sein, sagte Linus Torvalds zur Lancierung von Linux vor 25 Jahren. Heutzutage arbeiten hauptsächlich bezahlte Profis am Kernel.
Am 25. August 1991 präsentierte Linus Torvalds ein neues, kostenloses Betriebssystem. Linux solle kein grosses professionelles Projekt wie Gnu werden, sondern ein Hobby, so Torvalds
damals zum neuen OS. Damit hat er sich arg getäuscht.
Dass es sich bei Linux zudem schon lange nicht mehr um ein Hobby von einer handvoll von Programmierern handelt, ist schon länger bekannt. Jüngste Zahlen der Linuxfoundation
zeigen aber, wie professionell das Projekt über die Jahre weiter entwickelt wurde.
Der zum 25-jährigen Jubiläum des Linux Kernels veröffentlichte Bericht, den wir über 'Ars Technica'
gefunden haben, zeigt, wie über die Jahre die Zahl der Beiträge von freiwilligen, unbezahlten Programmieren gesunken ist. Der Bericht geht insbesondere auf die Jahre ab 2005 ein, da ab dann mit der Einführung eines Code-Management-Systems die Entwicklungs-Geschichte genau dokumentiert ist.
Beim ersten Release im Jahr 1991 bestand der Kernel aus rund 10'000 Code-Zeilen. Die im Juli 2016 lancierte Version 4.7 besteht aus über 21 Millionen Code-Zeilen; 21'724'632 um genau zu sein, wie aus dem Bericht hervorgeht. Wer aber macht nun diese Arbeit?
Seit 2005 haben insgesamt über 13'500 Entwickler zum Linux-Kernel beigetragen. Ein Grossteil davon wird von Unternehmen unterstützt. Rund 250 Unternehmen stecken so dem Bericht zufolge hinter einem Grossteil der Entwicklungsarbeit eines Releases - Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren relativ konstant blieb. Einen neuen Release gibt es ungefähr alle neun bis zehn Wochen. Im Schnitt entstehen 4600 Code-Zeilen täglich.
Intel, Red Hat, Linaro und Samsung
Am aktivsten zum Linux-Kernel beigetragen haben Entwickler von Intel, wie aus dem Bericht hervorgeht. Zu den Versionen zwischen Februar 2015 und Juli 2016 haben Intel-Mitarbeiter über 14'000 Änderungen beigetragen. Dem Bericht zufolge gibt es im Schnitt mit jedem einzelnen Kernel-Release etwa 10'000 Patches.
Auf Platz zwei folgen Entwickler von Red Hat mit 9000 Eingaben. Gemeinsam haben diese beiden Unternehmen fast 20 Prozent der Beiträge geleistet. Dahinter folgt eine Gruppe von Entwicklern von denen man nicht weiss, ob sie von einem Unternehmen für die Entwicklungsarbeit bezahlt werden und "freie" Entwickler. Also solche, die in ihrer Freizeit zur Linux-Kernel-Entwicklung beitragen. Dies sind weniger als acht Prozent.
Weitere Unternehmen, deren Mitarbeiter zu grossen Teilen an der Linux-Kernel-Entwicklung mitwirken, sind das auf Open-Source-Software spezialisierte britische Unternehmen Linaro, Samsung, SUSE und IBM. Insgesamt, so der Bericht, stammen 80 Prozent der Kernel-Entwicklung von professionellen Entwicklern, die von einem Unternehmen für ihre Arbeit bezahlt werden. Ebenfalls in den Top 10 sind der japanische Chip-Hersteller Renesas, Google, AMD sowie Texas Instrument und ARM. (kjo)