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„Das Infektionsrisiko, der landesweite Lockdown, Absperrmassnahmen, Monsunüberschwemmungen, die Notwendigkeit, weite Strecken zurückzulegen… nichts kann mich und mein Team davon abhalten, weiterhin die Patienten und Patientinnen von Calcutta Rescue zu behandeln und zu betreuen.”, sagt Dr. Ghosh, die medizinische Direktorin von Calcutta Rescue.
Nachdem das Programm für Strassenmedizin im Oktober unter sorgfältig beachteten Bedingungen wieder aufgenommen werden konnte, sind nun alle Calcutta Rescue Kliniken wieder in Betrieb. Dabei hat die Zahl der Covid-Fälle in Kolkata massiv zugenommen. Dr. Ghosh erläutert einige der Herausforderungen, die dabei zu bewältigen waren und sind:
„Wir haben sehr hart daran gearbeitet, klare Richtlinien und Vorgaben zum Schutz der Patienten und des medizinischen Personals zu entwickeln.
Dazu gehörte die Einrichtung von sicheren Zonen in den Kliniken, eine effektive Personalplanung, die im Rotationsverfahren arbeitet, und die deutliche Reduzierung der Patientenzahl. Wir haben auch ein Konzept zur Unterstützung des Personals entwickelt, das positiv getestet wird oder Symptome des Virus zeigt.
Während des gesamten Verlaufs der Covid-Krise haben die Mitarbeitenden von Calcutta Rescue weiterhin Medikamente an all die Menschen geliefert, die nicht in unsere Kliniken kommen konnten.
Munna, einer der Mitarbeiter der Talapark-Klinik, brachte lebensrettende Medikamente für einen Diabetiker mit Nierentransplantation 110 km mit dem Fahrrad ins Zentrum der Sundarbans und überquerte dabei drei Flüsse. Rehana, eine Wundversorgerin der Nimtala-Klinik, die durch den Superzyklon Amphan verletzt und deren Haus schwer beschädigt wurde – machte trotz allem zahlreiche Hausbesuche bei Patienten, die im Slumdistrikt South 24 Parganas leben, um dort Medikamente zu verteilen. Wir haben auch damit begonnen, einige Patienten, die weit ausserhalb von Kolkata leben, mit Medikamenten per Kurier zu beliefern.
Die digitale Konsultation durch unsere Ärzte läuft gut, auch wenn dies für uns völlig neu und für die Ärzte schwierig ist, eine klare Diagnose zu stellen und Medikamente zu verschreiben, ohne eine klinische Untersuchung durchzuführen – was derzeit wegen des Covid-Risikos nur dann geschieht, wenn es für absolut notwendig erachtet wird.
Eine weitere Herausforderung für uns besteht darin, dass unsere Nicht-Covid-Patienten in den staatlichen Krankenhäusern keine angemessene Primär- und Sekundärversorgung erhalten.
Die Versorgung der Patienten mit Lebensmitteln, Hygiene-Kits und immunitätssteigernden Medikamenten ist ein fortlaufender Prozess.
Mein medizinisches Team ist überzeugt, dass diese Notlage zu meistern ist. Was auch immer geschieht, wir werden weiterhin eine ganzheitliche Versorgung unserer Patienten gewährleisten.”