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Schweizer Geschichte
Gregorianischer Kalender
Die meisten katholischen Stände der Eidgenossenschaft führten den Gregorianischen Kalender im Januar 1584 ein, wobei man auf den 12. direkt den 23. Januar folgen liess. Unterwalden folgte – nach Überwindung von Widerständen im Volk – im Juni 1584 und das Wallis im März 1655. Die protestantischen Stände Bern, Zürich, Basel und Schaffhausen verharrten bis zum Jahresanfang 1701 beim alten Julianischen Kalender (auf den 31. Dezember 1700 folgte sogleich der 12. Januar 1701), ebenso Genf und Thurgau. Glarus, Appenzell und St. Gallen (Stadt) wechselten 1724. In Graubünden verhinderte das Fehlen einer zentralen Regierung und die konfessionelle Spaltung eine einheitliche Regelung der Kalenderfrage. In den katholischen Gemeinden wurde der gregorianische Kalender zwischen 1623 und 1624 eingeführt und in den evangelischen Gemeinde folgte der Übergang zwischen 1783 und 1812 (1783 im Oberengadin und Bergell, in den übrigen Gemeinden später und zu verschiedenen Zeit. Schiers und Grüsch verweigerten, trotz einer Verfügung des Grossen Rats, die Annahme des neuen Stils bis 1812 und wurden deshalb gebüsst. Als letzte Gemeinde (in West- und Mitteleuropa) nahmen sie 1812 den neuen Kalender an).
Julianischen Kalender
Der Name des Kalenders leitet sich aus dem Namen Julius Caesars ab.
Die Einführung dieses Kalenders beendete eine Zeit höchster Unordnung im Kalenderwesen des Römischen Reiches. Der bis dahin gültige Kalender hatte zwar das tropische Jahr zur Grundlage, allerdings wurde der Monatsanfang beim Erscheinen des Neumondes verkündet. Vier aufeinanderfolgende Jahre hatten Längen von 355, 377, 355 und 378 Tagen, also insgesamt 1465 Tage. Vier Sonnenjahre haben aber nur etwa 1461 Tage, weshalb der Kalender bald vom Laufe der Jahreszeiten abwich und durch willkürliche Einschaltungen von Tagen und Monate letztlich vollkommen in Unordnung geriet. Im Jahre 47 v. Chr. wich der Kalender von der Natur um etwa 3 Monate ab.
Julius Caesar beauftragte angesichts dieser Unordnung den alexandrinischen Astronomen Sosigenes mit der Ausarbeitung eines neuen Kalenders. Die wichtigste Neuerung war die Einführung der Schaltregel: Auf drei Gemeinjahre mit jeweils 365 Tagen sollte ein Schaltjahr mit 366 Tagen folgen. Damit wurde die Bindung der Monate an die Mondphasen vollkommen aufgegeben, und die Monate erhielten 30 bzw. 31 Tage, mit Ausnahme des Februars.
Bei der Einführung des Kalenders musste Julius Caesar zunächst mit einem aussergewöhnlichen Schaltjahr mit 445 Tagen Länge für 46 v.Chr. beginnen, um die Fehler des zuvor geltenden alten römischen Kalenders auszugleichen. Das folgende Jahr 45 v.Chr. war ein gewöhnliches Schaltjahr mit 366 Tagen.
Nach Caesars Tod (44 v.Chr.) wurde die Schaltregel fehlerhaft angewendet und alle drei Jahre ein Schalttag eingefügt. Dies wurde von Kaiser Augustus (63 v.Chr. – 14 n.Chr.) erkannt und dadurch korrigiert, dass er auf einen Zeitabschnitt von 12 Jahren (8 v. Chr. – 8 n. Chr.) die Schaltjahre ausfallen lies.
Das Julianische Jahr war aber mit seiner Länge von 365.25 Tagen um 0.0078 Tage oder 11 Minuten und 14 Sekunden länger als das tropisches Jahr. Dieser Unterschied war zwar nicht mehr innerhalb weniger Jahre spürbar, er akkumulierte sich aber im Laufe von Jahrhunderten. Den Astronomen fiel als erstes auf, dass der wahre Frühlingsbeginn (wenn die Sonne durch den Frühlingspunkt läuft) sich von dem nominalen Frühlingsbeginn am 21.März entfernte. Die Differenz betrug Anfang des 16. Jahrhundert bereits 10 Tage!
Gregorianischer Kalender
Der Name des Kalenders leitet sich aus dem Namen Papst Gregor XIII. ab
Der 1572 gewählte Papst Gregor XIII. beauftragte den Jesuitischen Astronomen Christoph Clavis mit der Aufgabe. Clavis fand zusammen mit dem Astronomen und Arzt Luigi Lilio heraus, dass die wirkliche Länge des Tropischen Jahres 365,2422 Tage war und nicht 365,25 Tage wie es Julius Caesar angenommen hatte.
Die Astronomen schlugen vor, während 40 Jahren den Schalttag oder 10 Tage auf einmal auszulassen. Am 24. Februar 1582 unterschrieb der achtzigjährige Papst Gregor XIII. eine päpstliche Anordnung, die bestimmte, dass 10 Tage auszulassen seien. Wer da am Donnerstag, 4. Oktober 1582 ins Bett ging, wachte am Freitag, 15. Oktober 1582 wieder auf!
Gleichzeitig legte die Kalenderreform eine verfeinerte Schaltregel fest. Schaltjahre sind alle Jahre, die durch 4 teilbar sind (identisch mit dem Julianischen Kalender). Die durch Hundert teilbaren Jahre sind nur dann Schaltjahr, wenn sie auch durch 400 teilbar sind.
Das Gregorianische Jahr besteht damit aus 365,2425 Tagen. Die Differenz zur wahren Länge des tropischen Jahres von 365,2422 Tagen beträgt 0,0003 Tage und würde sich erst in 3333 Jahren auf einen Tag summieren.