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Bekenntnisse einer Quotenfrau
Schweizer Quotenfrau? Gibt's doch noch gar nicht.
"Es gibt genug ausgebildete Frauen.
Angestellt zu werden aus einem Grund, der nichts mit den Anforderungen an die beruflichen Fähigkeiten zu tun hat, ist unfair. Es muss ein jeder, eine jede das Recht haben, aus rein sachlichen, objektiven und mit dem Beruf in direktem Zusammenhang stehenden Gründen eingestellt zu werden. Es braucht die Akzeptanz im Team. Die Chemie zwischen den Kollegen muss stimmen. Nur dann kann produktiv gearbeitet werden. Wer stur Frauenquoten für das obere Kader verlangt, hat keine Ahnung, was das für Betroffene heisst. Wir haben heute genug gut ausgebildete Frauen, wir sind keine spezie rara mehr. Wenn es heute weniger Frauen als Männer im oberen Kader hat, dann hat dies andere Gründe.
4. Februar 2013
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"Mir war egal Quotenfrau gewesen zu sein"
Interessant, wie Angehörige verschiedener Generationen offenbar anders damit umgehen, "Quotenfrau" gewesen zu sein. Mit Jahrgang 1934 war ich immer mal wieder die erste oder die einzige Frau in einem Gremium. Manchmal aufgrund geschriebener oder ungeschriebener "Quoten". Das war mir egal. Wenn ich nur meinen Einflussbereich erweitern konnte!
Mit anderen zusammen habe ich mich vehement für die Einsitznahme von Frauen in Gremien eingesetzt. Auch mit dem Quotenargument, ob es nun vorgeschrieben oder von uns nur reklamiert war. Ganz klar war aber für uns, dass wir nur geeignete Frauen vorschlugen und unterstützten. Darüber mussten wir nicht einmal sprechen. Das ist ja auch bei den Männern so. Wenn noch "einer von der Gewerkschaft", "ein Romand", "ein Wissenschafter" in einem Gremium benötigt wird, gehen wir selbstverständlich davon aus, dass uns geeignete Leute vorgeschlagen werden.
Der Quotenmann par excellence war für mich Bundesrat Flavio Cotti. Er war "der Tessiner Bundesrat". Hat er sich je darüber beklagt? Nein, er hat sich gefreut und dafür gesorgt, dass sich auch die Tessiner in der Landesregierung wieder einmal vertreten fühlen konnten.
Gleiches könnten wir von unseren Romands im Bundesrat sagen. Unsere Gesellschaft besteht aus vielen Gremien, die nach einem irgendwie gearteten Proporz (nach irgendwelchen Quoten) zusammengesetzt sind. Quoten dienen dazu, Entwicklungen vorwärts zu treiben wie bei Frauenquoten oder Minderheiten angemessen zu berücksichtigen wie bei der Vertretung der Sprachregionen.
Quotenfrau zu sein oder gewesen zu sein, ist für mich kein Makel sondern der Hinweis darauf, dass es verschiedene Mittel und Wege gibt, Gerechtigkeit herzustellen.
Judith Stamm, Luzern
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