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Die Burgruine Alt Wülflingen gehört zu den wichtigsten Zeitzeugen der Winterthurer Stadtgeschichte. Eindringendes Wasser beschädigte die Aussenmauern und löste aufwendige Restaurierungsarbeiten aus. Der originale Charakter der Anlage sollte dabei möglichst erhalten bleiben und ihr langfristiger Erhalt gesichert werden. Heute wurde die restaurierte Ruine Alt Wülflingen eingeweiht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Im 11. Jahrhundert entstand in Wülflingen auf dem heute bewaldeten Schlossberg eine Burg mit einem 18 Meter hohen Turm. Gut zweihundert Jahre später übernahmen die Habsburger die Anlage, auf sie folgten weitere Besitzer, darunter auch die Stadt Zürich. 1644 verlor die Burg ihre Funktion, da der damalige Burgherr ins neu erbaute Schloss Wülflingen umzog und war ab 1678 gänzlich unbewohnt. In der Folge verfielen Teile der Anlage, insbesondere die Wohnbauten. 1761 ging die Ruine in den Besitz der Stadt Winterthur über.
Im Jahr 2013 zeigten sich an den Aussenmauern des zweischaligen Mauerwerks grossflächige Ausbauchungen und Risse, die vor allem durch eindringendes Wasser verursacht worden waren. Die Ruine wurde deshalb provisorisch gesichert. In der Folge erarbeiteten die Stadt, die kantonale Denkmalpflege und spezialisierte Planer Massnahmen zum Erhalt der Anlage. Ziel war es, die Ruine statisch zu sichern und vor weiterem Eindringen von Feuchte zu schützen sowie möglichst viel von der historischen Bausubstanz zu erhalten. Im Rahmen der Untersuchungen erfolgte auch eine geophysikalische Vermessung des Burgplateaus. Sie zeigt, wo einst Mauern verliefen und Annexbauten standen. Zudem fand man heraus, dass die Turmfundamente ursprünglich gut ein Stockwerk tiefer lagen als der heutige Erdboden.
Um den Erhalt der Ruine sicherzustellen, wurde 2016 zuerst ein weit auskragendes Schutzdach aus Holz erstellt. Danach folgte die Sicherung des Mauerwerks durch eine sogenannte Vernadelung. Dabei werden die beiden Mauerschalen mit Metallankern verbunden. Anschliessend konnte das Mauerwerk repariert werden. Dabei war es nötig, einen Teil der schadhaften Steine durch neue zu ersetzen. Auch wurden die hohlen Stellen zwischen den beiden Schalen wieder mit Mörtelmasse gefüllt.
Die Arbeiten im steilen Waldgelände auf dem Schlosshügel gestalteten sich zum Teil schwierig. So musste für die Materialtransporte eine Seilbahn erstellt werden, und für Montagearbeiten kam ein Helikopter zum Einsatz. Nach Abschluss der Renovation präsentiert sich die Burgruine nun wieder in annähernd authentischem Zustand und ihr Erhalt ist für die nächsten Jahrzehnte gesichert.
Die gesamten Sanierungskosten betragen rund 2,1 Millionen Franken. Der Kredit kann eingehalten werden. Da es sich bei der Ruine um ein Kulturgut von überregionaler Bedeutung handelt, beteiligt sich der Kanton Zürich mit einer knappen Million Franken aus dem Denkmalpflegefonds an den Restaurierungskosten.
Dieser Artikel wurde zuerst publiziert in Medienmitteilungen.