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Unter Boden wird der oberste Teil der Erdkruste verstanden.
Die Bodenschicht kann Millionen Jahre alt sein.
Sie ist sehr belebt und befindet sich in einem steten Ab- und Aufbau.
Wenn wir diesen wertvollen Boden bewirtschaften, tragen wir dafür grosse Verantwortung.
Bodenarten
Die Mineralische Substanz des Bodens besteht aus Steinen, Kies und Feinerde. Als Feinerde bezeichnet man Sand, Schluff und Ton. Die Zusammensetzung der Feinerde bestimmt die Bodenarten.
Leben im Boden
In einer Handvoll Erde existieren mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt.
Die meisten Bodenbewohner leben von der Zersetzung organischer Substanzen. Der grösste Anteil der Bodenlebewesen sind Bakterien, Pilze und Algen. Die unzähligen tierischen Bodenbewohner werden nach ihrer Grösse eingeteilt: Zur Makrofauna zählen insbesondere Regenwürmer, Käfer und andere Insekten, Asseln oder Tausendfüssler. Die Mesofauna besteht hauptsächlich aus Milben und Springschwänzen. Die Mikrofauna besteht aus kleinen tierischen Bewohnern wie Amöben, Ciliaten oder Fadenwürmer.
Pflanzen bilden mit Bodenlebewesen Symbiosen. Pflanzenwurzeln gehen häufig Verbindungen mit Mycorrhizapilzen ein. Der Pilz erleichtert der Pflanze die Beschaffung von Mineralelementen und wird von der Pflanze mit Kohlenhydraten versorgt. Einige Pflanzen, wie beispielsweise die meisten Hülsenfrüchtler, gehen eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die es ihnen ermöglichen, auch in stickstoffarmen Böden zu leben.
Spatenprobe
Bei der Spatenprobe hebst du ein Loch bis zum Muttergestein aus und schaust dir die Zusammensetzung des Bodens an. Nimm die Erde in die Hand, und du erkennst schon einiges über den Zustand des Bodens.
Mehr Wissen zur Spatenprobe findest du hier:
PH-Wert des Bodens
Wenn du den pH-Wert des Bodens bestimmst, erkennst du, ob der Boden sauer oder basisch ist, und erfährst dadurch, welche Pflanzen du darauf anbauen kannst.
Die meisten Nutzpflanzen wachsen bei einem pH-Wert nahe 7,0 gut.
Torfböden sind meist sauer bis leicht sauer <7,0
lehmige Böden sind eher neutral und
kalkhaltige Böden meist alkalisch >7,0.
Wenn du den pH-Wert misst, erhältst du auch Hinweise auf den Humusgehalt in deinem Boden, da Humus den pH-Wert ausgleichen (puffern) kann.
So bestimmst du den pH-Wert:
Fülle deine Bodenprobe in ein Glas mit verschliessbarem Deckel. Füge destilliertes Wasser (kein Leitungswasser) dazu und schüttle die Probe gut. Lass das Glas 10 Minuten ruhen und miss dann mit einem Messstreifen aus der Apotheke den pH-Wert.
Mulchsorten
Welkes Gras, Kräuter, Heu, Stroh, Laub, Brennnesseln oder Kompost eignen sich besonders als Mulchmaterial. Zweige oder Rinden müssen zerkleinert werden, damit sich das Material zersetzen kann. Zudem macht zerkleinertes Holz den Boden sauer und entzieht ihm Stickstoff. Dafür kann es Wasser sehr gut speichern. Für Pflanzen, die gerne auf saurem Boden wachsen, kann also Rindenmulch bessere Bedingungen schaffen.
Aus Kompost wird Humus
Kompost ist organisches Material aus abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Bestandteilen, die durch Bodenlebewesen und chemische Reaktionen ab- und umgebaut werden. Schliesslich entsteht daraus Humus.
Das solltest du bei deinem Kompost beachten:
Kompostieren ist eine grosse Kunst! Wie beim Kochen kommt es beim Kompostieren auf die Zusammensetzung der verschiedenen Komponenten an und in welchem Verhältnis sie zueinanderstehen.
Visio Permacultura
Diese Faktoren beeinflussen den Kompostierungsprozess
- Art des Ausgangsmaterials: Verholzte Pflanzenteile werden weniger schnell abgebaut als krautige Pflanzenteile.
- Grösse des Ausgangsmaterials: Kleines Material wird schneller abgebaut, da die Angriffsfläche für die Mikroorganismen vergrössert ist.
- Belüftung und Luftporenvolumen: Für den Abbau des organischen Materials wird Sauerstoff benötigt.
- Wassergehalt: Durch Wasser werden Mikroorganismen verteilt und Abbaustoffe gelöst und verteilt.
- Temperatur: Durch den Abbauprozess wird Energie als Wärme freigesetzt, die den Abbauprozess beschleunigt. Zu hohe Temperaturen beeinträchtigen wiederum den Abbauprozess.
- pH-Wert: Der pH-Wert ändert sich im Verlauf des Abbauprozesses und kann diesen beschleunigen oder beeinträchtigen.
- Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis: Dieses Verhältnis beeinflusst die Vermehrung der Mikroorganismen und dadurch die Abbaugeschwindigkeit. Weiches und frisches Material wie Rasenabschnitt hat in der Regel einen geringeren Kohlenstoffanteil, daher einen höheren Stickstoffanteil als grobes, hartes Material wie Holzabfälle. Mikroorganismen benötigen in ausreichenden Mengen Stickstoff. Stickstoff beeinträchtigt jedoch den Abbauprozess.
Kompostmaterial
Die Mischung macht es aus, ideal kombinierst du 50‒75% braunes Material, also trockenes Material, mit 25‒50% grünem, also frischem Material. Das Ausgangsmaterial sollte gut durchmischt und geschichtet sein: feuchtes sowie trockenes Material, weiches und hartes Material, frisches und abgelagertes Material. Dadurch können ein ausgewogenes Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis erreicht und die Durchlüftung und die Wasserzufuhr gewährleistet werden.
Permakultur Auenhof / Feldbach / @down-to-earth.ch
Folgendes kann dem Kompost auch noch beigefügt werden:
- Pflanzenkohle speichert unter anderem Nährstoffe und gibt sie langsam wieder ab.
Näheres zur Pflanzenkohle erfährst du hier: ithaka-institute.org, oder du kannst Terra Preta (schwarze, sehr nährstoffreiche mit Pflanzenkohle angereicherte Erde) kaufen, dafür empfehlen wir dir verora.ch
- EM und Pflanzenjauchen können zur Aktivierung des Komposts verwendet werden.