Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03480.jsonl.gz/2050

Der Kombinierte Verkehr (KV) lässt sich in zwei Hauptkategorien unterscheiden: den unbegleiteten Kombinierten Verkehr (UKV) und den begleiteten Kombinierten Verkehr, der mitunter auch Rollende Landstrasse (RoLa) genannt wird. UKV beschreibt den Umschlag einer Güterware von einem Verkehrsmittel auf ein anderes. Die RoLa umfasst den Umschlag eines Verkehrsmittels (d. h. inklusive Zugfahrzeug) auf ein anderes Fahrwerk, wie zum Beispiel das Aufladen ganzer Lkws auf Züge. Container werden beim UKV i.d.R. in Terminals umgeladen. Anzahl, Lage und Konstituierung der Umschlagsterminals sind damit von zentraler Relevanz für die Abwicklung kombinierter Verkehre und stehen aus diesem Grund im Fokus der folgenden Untersuchungen.
Im Zuge der Analysen wird die Betrachtung der Terminalinfrastruktur zudem auf die für die Schweiz potenziell relevanten KV-Terminals in den Anrainerstaaten ausgeweitet, da die intermodalen Strasse-Schiene-Verkehre der Schweiz aufgrund der vergleichsweise geringen geografischen Ausmasse oft grenzquerend verlaufen. Aufgrund der zentralen Bedeutung internationaler Verkehre wird daher zunächst allgemein auf die Rolle des schweizerischen KV im Kontext des europäischen Güterverkehrsgeflechts eingegangen, bevor in einem nächsten Schritt Bezug auf die konkrete Terminalinfrastruktur in der Schweiz genommen wird.203 Da innerhalb der Schweiz aufgrund regionaler Unterschiede bezüglich des Angebots und der Nachfrage nach derartigen Umschlagsleistungen unterschiedliche Marktsituationen anzutreffen sind, wird zudem eine weiterführende Unterscheidung nach den sieben Grossregionen204 vorgenommen. Hierfür werden ergänzend zu den infrastrukturellen Aspekten unter anderem die Hauptcharakteristika jeder Grossregion in Bezug auf die demografischen und volkswirtschaftlichen Kenndaten erläutert.
Abschliessend wird die gesamte KV-Situation in und um die Schweiz zusammengefasst und die möglichen zukünftigen Herausforderungen werden diskutiert. Am Kapitelende findet sich eine detaillierte Darstellung der beschriebenen Terminalbetreiber und -standorte in Tabellenform. Ziel ist es dabei, über eine kombinierte Betrachtung von Status quo und sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklungen Aussagen bezüglich der Potenziale und Bedarfe von heute und morgen treffen zu können.
Datengrundlage
Die für die Analysen notwendigen Daten über die allgemeine Marktsituation im Güterverkehr stammen aus verschiedenen Quellen. So wurden unter anderem Sekundärstatistiken des Bundesamtes für Statistik und des Bundesamtes für Raumentwicklung verwendet. Um tiefer gehende Informationen zu den Terminals zu erhalten, wurde darüber hinaus eine kompakte empirische Umfrage durchgeführt. Eine länderspezifische Übersicht über die Teilnehmer findet sich in Tabelle 37.
203
Ergänzend zu den Terminals für den Umschlag bei Strasse-Schiene-Verkehren werden zudem die Terminals der Basler Rheinhäfen berücksichtigt, um ein möglichst ganzheitliches Bild der KV-Infrastruktur der Schweiz zu erhalten.
204
Es wird differenziert nach den sieben Grossregionen Genfersee, Espace Mittelland, Nordwestschweiz, Zürich, Ostschweiz, Zentralschweiz und Tessin.