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Die meisten fortgeschrittenen Demokratien haben in den letzten Jahrzehnten einen Anstieg der wirtschaftlichen Ungleichheit erlebt. Eine der wichtigsten Ursachen für die Stratifizierung in den postindustriellen Gesellschaften von heute ist der tiefgreifende Wandel der Beschäftigungsstruktur. In der Forschungsgruppe «Politik und Ungleichheit» fragen wir nach den ökonomischen und politischen Folgen von Deindustrialisierung, Globalisierung und technologischem Wandel. Wir analysieren die distributiven Konsequenzen von struktureller Veränderung im Arbeitsmarkt und untersuchen, wie politische Parteien auf Ungleichheit reagieren, ob sich öffentliche Meinung und politische Präferenzen systematisch verändern und wie sich das auf das politische Gleichgewicht auswirkt. Einen speziellen Fokus legen wir dabei auf den Einfluss von (fehlender) sozialer und räumlicher Mobilität. Schliesslich interessieren wir uns auch explizit für die Rolle des Wohlfahrtsstaates: Inwiefern können Regierungen durch gezielte Policy-Interventionen die Verbindung zwischen strukturellem Wandel und individuellem politischen Verhalten moderieren?
Diese Fragen untersuchen wir primär mit diversen Methoden der quantitativen Sozialforschung basierend auf einer grossen Bandbreite von Datenquellen. Zum Beispiel Survey- und Paneldaten zu individuellen Arbeitsmarkterfahrungen und politischen Entscheidungen, administrativen Daten zur Erfassung räumlicher Ungleichheit, Millionen von geokodierten Online-Stelleninseraten zur Analyse des Jobangebots in sich verändernden Arbeitsmärkten oder detaillierte Daten zu Mietpreisen zur Untersuchung des Wohnungsmarktes.