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Hela of Beaulieu

Evelyn Forsyth-Forrest
Hela kam zu uns im Alter von fünf Monaten. Damals hatten wir nur einen Hund, einen winzigen Yorkshire Terrier, dem die Ankunft eines zweiten Hundes gar nicht passte und der Hela unbarmherzig terrorisierte. Ich befürchtete, dass Hela, wenn sie älter wurde, sich revanchieren würde, aber sie hielt weiterhin die andere Wange hin und "the Weasel" (das Wiesel) nutzte ihre Duldsamkeit voll aus.
Pedigree von Hela of Beaulieu
Eines Tages, als wir am Strand entlang spazierten - Hela war in einen Kaninchenbau verschwunden und Weasel lief stöbernd voraus - tauchte plötzlich und lautlos eine Meute von zehn Border Terriern aus den Ginsterbüschen auf und kaum hatten sie Weasel erspäht gingen sie allesamt auf sie los. Das arme kleine Ding, ausser sich vor Angst, ergriff die Flucht und stürzte sich ins Meer. Hela, die den Tumult gehört hatte, machte sich kurz ein Bild der Situation und ging mit gesträubten Haaren auf die Angreifer los, die Hals über Kopf davon rannten. Dann sprang sie ins Meer, ergriff Weasel am Schopf und brachte sie an Land. Alle Überheblichkeit war aus ihr verflogen und fortan war sie Hela treu ergeben und es entstand eine feste Freundschaft zwischen den beiden.
Hela hatte einen ausgeprägten Beschützerinstinkt gegenüber kleinen Tieren und nahm Küken und junge Vögel, die aus dem Nest gefallen waren, unter ihre Fittiche. Sie hatte eine Leidenschaft für Kätzchen, die sie ihren Müttern entwendete und herumtrug. Eines Abends kratzte sie an der Tür und kam rein in Begleitung eines Kätzchens, mit dem sie anfing zu spielen. Nach kurzer Zeit kroch das Kätzchen zum Cheminée und begann es zu erforschen. Hela fürchtete sich schon immer vor dem Feuer und tat ihr Bestes, um mich zu überzeugen, ihren kleinen Freund doch bitte in Sicherheit zu bringen. Genau in dem Moment rollte ein brennendes Scheit heraus und bevor ich rettend eingreifen konnte, hatte Hela das Kätzchen gepackt und in die entfernteste Ecke des Raums gebracht, wo sie es genau untersuchte, um zu sehen, ob es zu Schaden gekommen war.
Ein anderes Mal hatte sie mich begleitet und anstatt ihre Freunde bei unserer Rückkehr mit der üblichen Begeisterung zu begrüssen, ignorierte sie sie und rannte die Treppe zum oberen Stock hinauf. Kurz darauf erschien sie wieder mit der eindringlichen Aufforderung, ihr zur Tür eines Gästezimmers zu folgen. Kaum hatte ich die Tür geöffnet, ging sie schnurstracks zu einem Schrank, wo ich eine hungrige Katze und ihre vier Jungen vorfand, die niemand bemerkt hatte, weil das Zimmer während mehreren Tagen unbenutzt gewesen war. Wie Hela instinktiv merkte, dass sie da waren, ist und bleibt ein Rätsel.
Ihre Fähigkeiten als Hütehund fielen mir erst auf, als ich sie im Alter von ungefähr einem Jahr nach Wales mitnahm. Diejenigen, die Devil's Bridge (Teufelsbrücke) kennen, werden George Borrow zustimmen, dass "es eine der bemerkenswertesten Lokalitäten auf dieser Welt" ist, eine gewaltige, tiefe und steile, felsige Schlucht.
Wir hatten den gefahrvollen Abstieg hinter uns und betrachteten einen der Wasserfälle, als Hela verschwand. Weit oben entdeckte ich eine kleine Gestalt, die sich einem Felsvorsprung näherte. Dort befand sich ein Lamm und etwa zwei Meter weiter oben seine Mutter, die verzweifelt versuchte, es zur Umkehr zu bewegen. Irgendwie gelang es Hela, zum Lamm vorzudringen und es dazu zu bringen, sich in Bewegung zu setzen, bis es wieder Fuss fassen und sich über die Kante in Sicherheit bringen konnte. Dann sauste Hela den Felshang hinunter ohne einen einzigen Fehltritt. Seither war sie eine unschätzbare Hilfe, wenn es um Nutztiere ging.
Hela war eine fabelhafte Hündin, eine grosse Persönlichkeit, die uns immer wieder mit ihrer Intelligenz und Begabung überraschte.
Aus Welsh Corgi League Handbook 1959
Übersetzung: Ano
Evelyn Forsyth-Forrest züchtete Pembroke Corgis unter dem Zwingernamen Helarian und Hela of Beaulieu war ihr erster Corgi. EF-F war eine bekannte Richterin der Rasse und hat auch ein Buch Welsh Corgis geschrieben, das 1955 bei Ernest Benn, London, erschienen ist.