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Natürlich ist es immer ein Ritt auf Messersscheide, einen Roman auf der Basis von historischen Fakten zuschaffen. Schnell passiert es, daß es einem so "schön in den Kram passt" auch ein wenig an den Fakten vorbei in die Fiktion abzugleiten. Das nennt man Künstlerischefreiheit. Tanja Kinkel verweist im Nachwort ihres Romans "Die Löwin von Aquianien", auf das italienische Sprichwort: "Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte." Sie meint hierbei die Homosexualität von Richard, König von England, die sie ihm unterstellt.
Ansonsten ist das Buch "Kinkel-Style": Sehr gut recherchiert, detailverliebt und wortreich.
Es geht um die Geschichte vom Eleonore, der Enkelin von Wilhelm IX. von Aquitanien, das, wie so viele Gebiete in jender Zeit, noch unabhängig vom König agierte. Alienor, in der Sprache Südfrankreichs; Eleonore, Helienordis, Eleanor in den Sprachen anderer Völker, wurde als Tochter von Aenor und Guillaume geboren. Ihr Schicksal war schon mit 15 Jahren, durch die Manipulation eines Kirchenfürsten, politisch gelenkt und führte zur Hochzeit mit dem französischen König Louis. Ihn, der sie unsterblich liebte, konnte sie manipulieren und sogar dazu bringen, sie mit auf einen Kreuzzug zu nehmen. Da die Ehe "nur" Töchter hervorbrachte, wurde sie nach 15 Jahren anuliert.
Ihr neues Leben begann schon während ihrer Ehe mit Louis, beim Zusammentreffen mit dem, im Vergleich zu Louis, so gegensätzlichen Henry Plantagenet. Herzog der Normandie. Er entsprach ihrem Charakter, ihn liebte sie. Ihm schenkte sie Söhne, unter anderem die zwei, die zur Legende wurden: Richard und John...
Der Einfluß Alienors, aber auch die Mißgunst, der Neid, die Politik jener Zeit machen den Roman aus und lesenswert.
Das Buch ist beim "Goldmann Verlag", München, 1989 erschienen. Es liegt als Sammelband vor.
ISBN: 9783442481385
Zu erhalten bei Amazon und bei Lesen.de.
Die Homepage von Tanja Kinkel.
Weitere, hier im Blog besprochene Bücher der Autorin:
Unter dem Zwillingsstern,
Die Puppenspieler