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Der Weg des Zigarren-Geniessers führt zielbewusst an den Quai du Mont-Blanc 19, wo auch nach dem Umbau in der Halle des Grand Hotel Kempinski das Geschäft von Vahé Gérard steht.
Früher konnte der Aficionado seine gekauften Zigarren gleich in der Lobby-Bar des Grand Hotel Kempinski testen. Nach dem Umbau darf hier nur noch ein modernes Kaminfeuer brennen.
Das letzte Hotel am Quai wird in den Jahren 1978-1980 im Auftrag von Nessim Gaon durch die Architekten René Favre, André Gaillard und Jean Hentsch gebaut. Es nennt sich Noga-Hilton und steht auf dem Grundstück des ehemaligen Kursaal de Genève. Als Reminiszenz an den Kursaal sind ein kleines Casino und ein Theater in den grossen Gebäudekomplex integriert.
Inzwischen wurde das Noga-Hilton von Kempinski übernommen und renoviert. Neu nennt es sich Grand Hotel Kempinski und verfügt über die grösste Suite in Europa. Die grosszügigen Bars und Restaurants befinden sich in den oberen Stockwerken und bieten einen fantastischen Blick auf den See und die Stadt.
Fast zwanzig Jahre nach der Eröffnung erhält das Hotel d’Angleterre 1884 mit dem Kursaal de Genève endlich eine adäquate Nachbarschaft am Quai du Mont-Blanc. Gebaut wird der Kursaal im Auftrag der Société du Kursaal International vom Genfer Architekten Marc Camoletti (1857-1940).
Camolettis Sohn gleichen Namens war ein bekannter Bühnenautor, dessen Stück „Boeing-Boeing“ mit Tony Curtis und Jerry Lewis in den Hauptrollen 1965 verfilmt wurde. Schnell entwickelt sich der Kursaal zu einem beliebten und attraktiven Ort für die Genfer und ihre Gäste.
Aber er steht auch im Mittelpunkt polemischer Debatten, bei der calvinistische Zurückhaltung touristischen Interessen gegenübersteht. Obwohl 1874 per Verfassung das Glücksspiel verboten wurde, konnte der Kursaal de Genève mit einer Ausnahmebewilligung bis 1920 erfolgreich wirtschaften.
In dem Jahr wird in einer Volksabstimmung auch diese Bewilligung rückgängig gemacht. Um dem Kursaal eine Zukunft zu sichern, kauft die Stadt das Gebäude 1921 und lässt es restaurieren. Um die Finanzierung zu sichern, wird eine Kurtaxe erhoben, die vor allem bei den Hoteliers unbeliebt ist.
1929 wird das Glücksspiel mit einer Obergrenze von zwei Franken (ab 1958 fünf Franken) wieder zugelassen. Als 1951 das Grand-Théâtre brennt, fällt dem Kasino die Ehre zu, der Oper als Provisorium zu dienen. 1964 verkauft die Stadt das Gebäude. Mit dem Abriss 1969 endet die Geschichte des Kursaal de Genève.
Was bleibt, sind die Erinnerungen an einen Ort mit attraktiver und aussichtsreicher Terrasse, an nachmittägliche Thé dansants, an Konzerte mit Orcherstern wie Ray Ventura und Auftritte berühmter Solisten wie Edith Piaf, Yves Montand oder Suzy Solidor.
Restaurants: FloorTwo - innovativ, Tse Yang - chinesisch, Le Grill; Zimmer: 412 Zimmer & Suiten; Adresse: Grand Hotel Kempinski, 19, Quai du Mont-Blanc, CH-1201 Genève / http://www.kempinski.com/de/geneva/Seiten/Welcome.aspx