Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03547.jsonl.gz/599

Burkina Faso: Was unternimmt Terre des hommes für den Schutz von Kindern in Goldminen?
1) Worin konkret besteht die Hilfe von Tdh für in Goldminen arbeitende Kinder?
Dank der Mithilfe von Freiwilligen, die aus den lokalen Gemeinschaften rund um die Abbaustätten stammen, tritt Tdh mit Kindern in Kontakt, die in Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Goldabbau vielerlei Gefahren ausgesetzt sind. Die Kinder werden einzeln angehört. Wir analysieren ihre Situation, um die Ursachen und Beweggründe zu verstehen, die sie dazu bringen, diese Arbeit aufzunehmen. Dann werden Alternativen vorgeschlagen und mit dem Kind, seinen Eltern oder einem Vormund diskutiert, um das Kind zu ermutigen, die Arbeit in den Minen aufzugeben.
Solche Vorschläge können die Wiedereingliederung in die Schule, eine Berufsausbildung oder eine Einkommen schaffende Aktivität umfassen. Tdh hat in Burkina Faso ein Dispositiv für die sozioökonomische Wiedereingliederung aufgebaut. Es bietet verschiedene Ausbildungsmodule je nach den in den Rückkehrgebieten der Kinder vorhandenen Möglichkeiten und Berufsbildungszentren. Dazu gehört auch Sozialhilfe für das Kind und/oder seine Eltern während seiner Ausbildungszeit.
Sämtliche Alternativen zielen darauf ab, das Kind aus den Minen herauszuholen, um eine andere Beschäftigung zu finden und es bis zur Selbstständigkeit zu begleiten.
2) Was unternimmt Tdh für Kinder, die nicht in Goldminen arbeiten, aber gefährdet sind, dies eines Tages zu tun?
In Dörfern in der Nähe von Abbaustätten werden Präventionsaktionen durchgeführt. Denn diese Dörfer liefern den Grossteil der Arbeiter für die Goldminen, darunter auch Kinder. Diese Präventionsaktionen konzentrieren sich auf die Mobilisierung der Gemeinschaft, mit dem Ziel, sie zu sensibilisieren und ihr Verantwortungsbewusstsein für einen besseren Kinderschutz zu wecken.
Tdh bietet auch Unterstützung für Kinder, die versucht sind, die Schule abzubrechen oder deren Familien Schwierigkeiten haben, das Schulgeld aufzubringen. In Zusammenarbeit mit UNICEF verteilt die Stiftung Schul-Sets. Sie leistet ausserdem Sensibilisierungsarbeit in Schulen, bei Elternvereinigungen und leitenden Mitgliedern der Gemeinschaft, um die Schulabbruchquote in Zusammenhang mit der Arbeit in den Minen zu reduzieren.
3) Sensibilisieren Sie auch Eltern und Arbeitgeber?
Unserer Animateure, Kontaktpersonen in den Gemeinschaften und Sozialarbeiter (Beamte des Ministeriums für Sozialarbeit und nationale Solidarität) sensibilisieren täglich Arbeitgeber und Eltern. So werden zum Beispiel Sensibilisierungs- und Informationsworkshops zum Thema Gesetze und Kinderrechte organisiert. Alle diese Aktionen zielen darauf ab, das Verantwortungsbewusstsein der Arbeitgeber zu wecken, um die Arbeitsbedingungen von Kindern zu verbessern, wenn sie die Minen nicht verlassen wollen.
Wir wollen die Arbeitgeber oder Eltern nicht kriminalisieren, sondern sie zu Verbündeten machen. Ziel ist, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst werden und sich für den Kinderschutz einsetzen, in einem Kontext, in dem die Regierung Gesetze nur begrenzt umsetzt.
Eltern und Arbeitgeber gehen uns jetzt nicht mehr aus dem Weg und akzeptieren die Zusammenarbeit. Sie verstehen die Berechtigung unserer Arbeit und die Notwendigkeit des Kinderschutzes.
4) Hat die Arbeit von Tdh konkrete Auswirkungen auf das Schicksal dieser Kinder?
Unsere Arbeit hat konkrete Auswirkungen für Kinder, die nach ihrer Berufsausbildung eine Stelle finden und einen Beruf ausüben können. Sie profitieren so von einem stabilen Arbeitsplatz, regelmässigen Einkünften und einer gewissen Sicherheit für die Zukunft. Einige arbeiten in Restaurants, andere in Motorradwerkstätten, in Schneiderateliers oder Schweisswerkstätten. Einige Kinder, die ein eigenes Geschäft eröffnet haben, konnten sogar ehemalige Kollegen aus den Goldminen herausholen. Sie haben sie ausgebildet und ihnen Arbeit gegeben. Dies ist wahrscheinlich das beste Beispiel dafür, was die Aktionen von Tdh alles bewirken können.