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Um die Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Gemeinde Pfungen ein wirtschaftlicher Umbruch ein. 1854 siedelte sich an der neu korrigierten Töss die Textilindustrie an, 1876 wurde die Eisenbahnlinie in Betrieb genommen und 1889 erstellte Johann Jakob Keller im Riedäcker eine mechanische Ziegelei. Dies bedeutete für das arme Dorf zusätzliche Verdienstmöglichkeiten, und mit der Eisenbahn rückten die Arbeitsplätze der Winterthurer Metallindustrie näher. Im Jahre 1757 lebten in Pfungen 478 und 1850 522 Personen. Als Folge der Industrialisierung verdoppelte sich die Menschenzahl bis 1900 und nahm im anschliessenden Jahrzehnt nochmals um 25% zu. Lebensweise, Lebensstandard und die soziale Struktur des Dorfes hatten sich innert kurzer Zeit kräftig gewandelt. Das in diesem Zeitabschnitt geprägte Dorf behielt seinen Charakter bis der wirtschaftliche Aufschwung der sechziger Jahre und die damit verbundene Bauentwicklung das Dorf wiederum nachhaltig veränderten.
Der Arbeitsplatz der meisten Einwohner liegt heute ausserhalb der Gemeinde: in Winterthur oder in der Agglomeration Zürich. Die einst blühende örtliche Industrie ist verschwunden. Die Eskimo Textil AG, vormals Schweizerischen Decken- und Tuchfabrik, stellte nach 129 Jahren 1983, die Keller Ziegelei AG nach 111 Jahren 2000 ihre Produktion ein. Auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten des ehemaligen Textilunternehmens blüht ein Gewerbezentrum.
Das Siedlungsbild hat sich mit dem Einsetzen der Bautätigkeit ab den sechziger Jahren grundlegend verändert. Die alten Quartiere Hinderdorf, Oberdorf, Reckholdern und Buck, das Pfungen des 19. Jahrhunderts, sind an die westliche Peripherie gerückt und zeugen, abseits der grossflächigen und wuchtigen Überbauungen, von den bescheidenen Anfängen des Dorfes.
Die Industrie hat Pfungen als Folge des Strukturwandels verlassen. Baustoffe und Textilien werden anderswo billiger produziert. Das ca. 60’000 m2 umfassende Areal der Eskimo wird als Gewerbezentrum genutzt, das Areal der Ziegelei soll ebenfalls einer andern Nutzung zugeführt werden. Die dafür notwendigen baurechtlichen Voraussetzungen sind seitens der Gemeinde bereits geschaffen worden. Neben diesen alten Industrieflächen stehen noch weitere grosse Zonen für die industrielle Nutzung zur Verfügung. Dank der guten Verkehrslage bieten diese Flächen für die Bedürfnisse von Logistikunternehmen beste Standortbedingungen.
In Pfungen sind das Bauhaupt- und Nebengewerbe, das Klein-, Grosshandels-, Detailhandels- und Gastgewerbe, das Dienstleistungs, das Auto- und das Transportgewerbe vertreten.
Die Landwirtschaft ist in der Gemeinde noch mit vier Betrieben im Vollerwerb vertreten: die Bauernsiedlungen im Waldi, in der Stubenwis, der Salhof und der Gutsbetrieb im Rumstal. 1946 zählte man noch 31 Grosviehhalter. Die Güter- und Waldzusammenlegung zwischen 1970 und 1980 hat die „Redimensionierung“ in der örtlichen Landwirtschaft zusätzlich beschleunigt.
quelle pfungen.ch