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Kommentare zu den Variablen
E.1 Pferdepost
Allgemeine Bemerkungen zu den Pferdepostkursen
Die Pferdepost umgibt eine eigentümliche Aura von Romantik und Gemütlichkeit, die den Funktionen des lange Zeit einzigen öffentlichen Strassenverkehrsmittels wenig gerecht wird. Der Reisedienst stellte dabei zwar lange und auch finanziell ein prioritäres Geschäftsfeld der 1848 gegründeten eidgenössischen Post dar, doch mit dem Aufkommmen der Eisenbahnen und mit dem rasanten Wachstum anderer Unternehmensbereiche (Korrespondenzen, Pakete, Zeitungen, Telegramme usw.) verschoben sich die Gewichte zunehmend. Zur primären Aufgabe wurde mehr und mehr die (Fein-)Verteilung von Postgut. Der Reisedienst verlagerte sich von den Hauptlinien wie etwa Städteverbindungen auf kürzere Nebenlinien, oft als Zubringer für die Bahnen. Detailliertere Informationen enthalten die Kommentare zu den einzelnen Variablen. Als Quellen dienten:
- Bretscher, Ulrich: Von der Postkutsche zum Postauto – Geschichte der Reisepost, Schaffhausen 1982.
- Historische Statistik (HS; diese stützt sich weitgehend auf Bretscher).
- Schweizerische Oberpostdirektion (Hg.): Schweizerische Post- und Telegraphen-Statistik (ab 1908 Schweizerische Post-, Telegraphen- und Telephon-Statistik), Bde. 1869ff.
- Statistische Jahrbücher (St.Jb), Bde. 1891ff.
Als wichtigste Quelle ist die ab 1869 jährlich geführte «Schweizerische Post- und Telegraphen-Statistik» hervorzuheben, auf die wir uns hauptsächlich beziehen. Die Bände enthalten diverse Reihen, die bis 1849 zurückreichen.
Es kommt vor, dass unsere Angaben von denjenigen der HS oder der St.Jb abweichen. Wo dies der Fall ist, geben die Variablenkommentare nähere Auskunft. Grundsätzlich handelt es sich bei Bretscher um eine problematische Quelle, weil er nirgends angibt, woher seine Informationen stammen. Auch die Angaben der Schweizerischen Post- und Telegraphen-Statistik werfen mitunter Fragen auf. Allerdings ist sie jedoch eine offizielle amtliche Publikation.
Ergänzend zur Gesamtzahl der Posten bietet die Datenbank Einblick in die Betriebs- und Finanzverhältnisse von 60 Einzellinien für die Jahre 1900 und 1910. Die Zahlen stammen aus den offiziellen Sommerfahrplänen 1900/1910 sowie vor allem aus den handschriftlichen «Kursbüchern der Pferdeposten» (PTT Archiv, Bern). Diese enthalten Angaben über die Kursstrecken, die Wagenplätze und die Bespannung, die Reisendenzahlen sowie zu den Einnahmen und Ausgaben. Die Erhebung beschränkt sich weitgehend auf die Kantone Zürich, Luzern, Sschwyz, Zug und Aargau. Erfasst wurden in der Regel nur Kurse, die 1900 und 1910 identische Linienverläufe aufwiesen. Vielerorts kamen in dieser Dekade neue Verbindungen hinzu, andere hingegen verschwanden. Oft wurden sie durch Bahnen ersetzt (zum Beispiel Aarau–Menziken).
Unter www.bahndaten.ch ist umfangreiches Zahlenmaterial zu den Pferdetrams verfügbar.