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Clearwater Picket Tag 3Einige mussten an diesem Tag leider schon wieder abreisen. Dennoch kam eine beeindruckende Zahl von Picketern wieder zusammen, um vor dem Fort Harrison zu demonstrieren. Paul Kellerhals kam aus dem Haupteingang und beobachtete uns von der anderen Strassenseite aus. Jemand erzählte mir, dass aus den Logs von Lisa's Isolation hervorgeht, dass dieser Mann - kein Leichtgewicht - mindestens einmal auf ihrer Brust sass und sie festhielt. Nun stand er dort und sah scheinbar ungerührt zu uns herüber. Ich rief ihm zu: "Hey, P.K., wie war es für Dich, auf ihrer Brust zu sitzen? Was hast Du gefühlt? War es Macht? Wie hast Du Dich gefühlt?" Er begann, sich sichtlich unwohl zu fühlen, und verschwand hinter den Tannenbäumen, die vor der Vorderfront aufgestellt waren. Dies veranlasste uns nachzuhaken. "Hey, P.K., wo steht 'sich verstecken' auf der Tonskala?"
Ben Shaw, der furchtbar schlecht aussah, bekam zu hören, er solle doch bitte, bitte einen Arzt aufsuchen, Scientology könne ihm sichtlich nicht bei seinem Problem helfen.
Wie auch am Vortag war der Zuspruch durch die Einwohner von Clearwater gross. Manche wagten nur versteckt uns zu zeigen, dass sie hinter uns standen, andere winkten und hupten und passierten mehrmals die Strasse, um uns zu ermuntern. Zwischendurch sahen wir auch mal einen Stinkefinger :-)), aber das war eher selten. Besonders lautstarke Resonanz kam von vorbeifahrenden Truckfahrern, die über ihre Köpfe griffen und ihre Hupe ausdauernd dröhnen liessen. Selbst Polizisten in ihren Autos zeigten uns den Daumen nach oben.
An beiden Tagen waren mehrere von uns in den Farben der RPFler gekleidet: graues Oberteil, schwarze Shorts bzw. lange Hose, weisse Socken und Tennisschuhe.
Mittags trafen wir uns alle wieder bei Emilie's. Die Lotticks erzählten, dass die Kreuzung vor dem Clearwater Bank-Building von Scientologen bevölkert war. Sie wurden anscheinend alle umgeleitet, damit wir sie nicht allzusehr enturbulieren konnten. Daher entschlossen einige von uns sich, den Ort des Geschehens ein wenig zu verlagern. Es gab dabei nur ein Problem, dass wir schnell mit den Polizisten vor Ort klärten. An drei Ecken der Kreuzung war uns das Demonstrieren ausdrücklich erlaubt, direkt vor dem Clearwater Bank-Building jedoch nach der gerichtlichen Verfügung untersagt. Wenn wir diese Ecke kreuzten, mussten wir unsere Schilder unten halten. So bevölkerten wir die belebte Kreuzung an den freigegebenen Plätzen, und ich machte mir einen Spass daraus, bei jeder Ampelschaltung die Strassenseiten im Kreis zu wechseln.
Jedesmal, wenn ich vor dem CBB den Bürgersteig berührte, liess ich die Arme sinken (was auch zwischendurch eine Wohltat ist) und hob das Schild wieder hoch, wenn der Weg weiter über die Kreuzung wieder freigegeben war. Manchmal hatte ich Begleitung dabei, und ich/wir wurde/n unentwegt von verschiedenen Scientologen bzw. PI's gefilmt. Der Dicke, der von Tilman Pinguin und von anderen Ollie genannt wird, stand meist direkt vor dem Coachman Building, obwohl das völlig unsinnig war, da direkt über ihm eine High-Tech-Kamera sowieso alles aufnahm. Als ich ihn auf diese Materialverschwendung aufmerksam machte, wechselte er unwillig ein wenig die Position, was aber nicht wesentlich die Effizienz verbessern konnte. Als eine Deutsche, die in der Nähe lebt, mit mir zusammen in seine Richtung marschierte, skandierten wir "Take Slim Fast, Slim Fast Slim Fast.... Take Slim Fast, Slim Fast, Slim Fast....". Das war zuviel für ihn. Er verschwand in dem Gebäude. Später tauchte er wieder auf und filmte von einer schmalen Stelle des Bürgersteiges aus (an der Stelle ist der Steig durch Abfalleimer, Bäume und Blumenschalen geteilt), wobei er Rod Keller am Vorbeigehen behinderte. Rod bat ihn mehrfach freundlich, ihn vorbeizulassen, aber anscheinend verbessert die Tech die Hörfähigkeit nicht. Schliesslich wurde es einem Polizisten zu bunt, der ja darauf achten musste, das wir uns an die Spielregel hielten und uns ständig bewegten. Er forderte Ollie auf, Platz zu machen, was dieser dann schnaubend auch tat.
Gegen drei Uhr beendeten wir das Picketing an diesem Tag. Manche gingen zum Winter Wonderland, um Bernetta Slaughter ein wenig bei ihrer Arbeit dort zu beschäftigen, andere ruhten sich im LMT ein bisschen aus, bevor es zum Hotel zurückging.
Später hörten wir, dass es an diesem Abend noch ein weiteres Picketing gegeben hat. Etwa zehn junge Leute, wohl gerade eben volljährig, tauchten auf, weil sie von der Demo gehört hatten und teilhaben wollten. Sie wurden von Frank und anderen instruiert und hielten sich auch strikt daran, während sie eine Menge Spass bei der Demo zu haben schienen.
Abends trafen wir uns zum Dinner in Joe's Crab Shack. Tikk kam ziemlich spät, denn jemandem ging es an diesem Tag gar nicht gut, und Tikk ersparte ihr den langen Weg mit dem Bus zurück nach Hause, indem er sie einfach ins Auto verfrachtete und nach Hause fuhr. Würden Scientologen etwas so grossherziges für ihre Freunde tun?
Danke, Tikk!!
Und Dank an die Lotticks, die mich mit guten Ratschlägen und Tabletten für meine noch nicht ganz ausgeheilte Mittelohrentzündung versorgten. Es geht mir jetzt schon viel besser.
Nach einem Abstecher in einer Billard-Poolbar, in der ich einmal mehr unter Beweis gestellt habe, dass ich dieses Spiel nicht beherrsche, aber trotzdem eine Menge Spass hatte, ging es zurück ins Hotel.
Fortsetzung folgt
Andrea