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Hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) bei HIV
Fundierte Daten über die Wirksamkeit der HAART bei HIV sind rar. Surrogatendpunkte und zu kurze Beobachtungszeiten waren studienlimitierend und ein Placebovergleich war ethisch nicht vertretbar. Die Autoren untersuchten hier die Wirksamkeit der HAART über einen längeren Zeitraum.
3245 Patienten der Swiss HIV-Kohorte, die bei Randomisierung zwar HIV positiv, jedoch nicht an AIDS erkrankt waren, wurden in die Studie eingeschlossen. Die Patienten wurden nur in die Analyse einbezogen, wenn sie nach 1996, nach Einführung der HAART-Therapie in der Schweiz, untersucht wurden. Die HAART-Gruppe wurde mit 2161 Patienten ohne Therapie und 1276 Patienten mit Zweifachtherapie verglichen. Der mittlere Follow up betrug 54 Monate. Die Analyse umfasste insgesamt 13'562 Personenjahre, davon 7'145 (53%) unter HAART Therapie. Die Autoren verwendeten ein neues Analyseverfahren um den Confounder der Therapieindikation (Patienten mit niedrigeren CD4-Werten und höherem Virusload wurden eher mit der HAART behandelt) zu berücksichtigen.
Insgesamt erkrankten 400 Patienten an AIDS oder starben. Im einzelnen waren es:
- Beim Vergleich HAART versus keine Therapie 202 Fälle: 54 Fälle in 2261 Personenjahren mit HAART gegenüber 148 Fällen in 4063 Personenjahren ohne Therapie.
- Beim Vergleich HAART versus Zweifachtherapie waren es 196 Fälle: 126 Fälle in 4871 Personenhahren mit HAART gegenüber 70 Fällen in 2187 Personenjahren mit Zweifachtherapie.
HAART reduzierte die Progressions- und Sterberate gegenüber der behandlungsfreien Gruppe um 86% und gegenüber der Zweifachbehandlung um 51%. Im Vergleich mit der Gruppe ohne Therapie nahm die Wirksamkeit von HAART mit zunehmender Behandlungsdauer zu. Bei Patienten, deren Infektion mit intravenösem Drogenkonsum assoziiert war, war sie weniger von Vorteil.
Konklusion der Autoren: Diese Analyse, die auch den Confounder der Therapieindikation zu berücksichtigen versuchte, spiegelt die sinkenden AIDS- und Todesraten durch die Anwendung der HAART in den Industrieländern und bietet einen Rahmen, die Nebenwirkungen der Therapie abzuwägen.
Lancet 2005;366:378-384 - Sterne et al
05.08.2005 - gem