Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/1001

Gian Franco Kasper kündigte am Samstag anlässlich der FIS-Vorstandssitzung auf der Bodenseeinsel Mainau seinen Rücktritt als Präsident des Ski-Weltverbandes für das kommende Jahr an. Der 75-jährige Engadiner steht dem Internationalen Skiverband seit mehr als zwei Jahrzehnten vor. Die Wahl des neuen FIS-Präsidenten erfolgt am 52. FIS-Kongress im Mai 2020 in Thailand.
Mit Gian Franco Kasper tritt einer der einflussreichsten Schweizer Funktionäre von der internationalen Sport-Bühne ab. Der St. Moritzer, zuvor schon während 23 Jahren Generalsekretär des Ski-Weltverbands, war am 22. Mai 1998 beim Kongress in Prag als Nachfolger des Berners Marc Hodler zum FIS-Präsidenten gewählt worden. Zuletzt wurde er im Mai 2018 auf dem FIS-Kongress in Costa Navarino (GRE) ein weiteres Mal für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt.
Im September 2000, gut zwei Jahre nach seiner Wahl zum obersten Skisport-Funktionär, stieg Kasper bei der IOC-Session in Sydney auch in den erlauchten Mitglieder-Kreis des Internationalen Olympischen Komitees auf. Dem Komitee, in welchem er in diversen Kommissionen Einsitz nahm, gehörte Kasper bis 2018 an. Seitdem ist er IOC-Ehrenmitglied.
Weitere Aufgaben und Ämter ergaben sich in Kaspers Karriere als Sportfunktionär fast automatisch aufgrund seiner Stellung als Generalsekretär und Präsident der FIS. So gehörte der sprachgewandte Bündner unter anderem von 2003 bis 2016 dem Exekutivausschusses der Welt-Antidoping-Agentur WADA an. Zudem war er von 1975 bis 1999 Generalsekretär und von 2000 bis 2002 Präsident der Vereinigung der olympischen Wintersport-Verbände (AIOWF), der er seit 2014 erneut vorsteht. Auch war er jahrzehntelang Mitglied der gewichtigen IOC-Fernsehkommission sowie in den jeweiligen Koordinationskommissionen für die Winterspiele ab 2002.
1974 gehörte der Sohn des legendären ehemaligen St. Moritzer Kurdirektors Peter Kasper sowohl bei den alpinen Ski- als auch bei den Bob-Weltmeisterschaften in seinem Heimatort zum Organisationskomitee. In seiner Verantwortung lag der Bereich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.
In ihrer Geschichte hatte die FIS mit Ivar Holmquist (SWE/1924-1934), Nikolai Ramm Østgaard (NOR/1934-1951), Marc Hodler (SUI/1951-1998) und Kasper (seit 1998) bislang erst vier Präsidenten. Der Rücktritt Kaspers während der laufenden Amtsperiode – der Engadiner ist bis 2022 gewählt – kommt nicht völlig überraschend, gleichwohl stellt er eine ausserordentliche Situation dar. Swiss-Ski wird die neuen Umstände deshalb eingehend analysieren und intern diskutieren.