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| Gregor v. Nyssa (†394) - Große Katechese (Oratio catechetica magna)

Kapitel 13. Geburt und Tod beweisen nicht die bloße Menschheit Jesu.
2.
Der Mensch allerdings wird durch Paarung erzeugt und nach seinem Tod verfällt er der Verwesung. Würde die Predigt dieses vom Herrn verkünden, so könntest du niemals an seine Gottheit glauben, weil alsdann Merkmale unserer Menschennatur wie unwiderlegliche Zeugnisse an ihm haften würden. Wenn dir dagegen gesagt wird, er sei zwar geboren worden, er sei aber auch sowohl durch die Art und Weise seiner Geburt als auch [S. 33] durch die Fernhaltung der Verwesung dem gewöhnlichen Verlauf des menschlichen Lebens entrückt worden, so wird es nur gut und folgerichtig sein, wenn du deinem Denken eine andere Richtung gibst und dich zu dem Glauben entschließest, Jesus Christus gehöre nicht zu den Menschen, die durch ihre ganze Natur als solche sich erweisen; denn wer nicht glaubt, daß ein mit solchen Merkmalen Ausgestatteter ein bloßer Mensch sei, muß notwendig zum Glauben gelangen, daß dieser wirklich Gott sei. Denn der nämliche, der uns seine Geburt berichtet, berichtet auch, daß er aus einer Jungfrau geboren sei. Ist es nun auf Grund der Berichte glaublich, daß er geboren ward, so kann es auf den nämlichen Grund hin nicht unglaubhaft sein, daß er in der angegebenen Weise geboren wurde; denn derselbe, der uns seine Geburt erzählt, fügt auch bei, daß sie eine jungfräuliche war. Und ebenso legt jener, der uns seinen Tod berichtet, auch Zeugnis dafür ab, daß er nach dem Tode auferstanden sei. Willst du nun auf Grund dessen, was dir gepredigt wird, seine Geburt und seinen Tod zugeben, so wirst du unter allen Umständen aus dem nämlichen Grund auch zugeben müssen, daß seine Geburt fern von Leidenschaft und sein Tod fern von Leiden gewesen sei; dies geht aber über die Natur hinaus; folglich steht jener auch nicht innerhalb der Grenzen der Natur, von dem nachgewiesen wurde, daß er auf übernatürliche Weise geboren wurde.Kapitel 14. Seine Liebe zu uns veranlaßt Gott, Mensch zu werden.