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Mein Verehrtester!
Zum Beweis, daß man seine Pflicht auch dann zu thun weiß, wenn man unverdienter Weise maltraitirt worden, erlaube ich mir, Dir beiliegende Nummer der Basler-Nachrichten mit meiner Korrespondenz vom 18. dß., die ich expreß für Dich bestellt habe, zu übersenden; es wird mir Vergnügen machen, wenn Du dieselbe als Andenken an einen früheren Freund behalten willst.
Es hätte mir zum Vergnügen gereicht, über unsere Verwaltungsverhältnisse gelegentlich mit Dir zu sprechen; nach der Prügelsuppe, mit der Du uns im letzten Großen Rathe beschert hast, wird es aber kaum mehr angehen; und ich werde es versparen müssen,| in der nächsten Groß-Rathssitzung mit der Wahrheit hervorzutreten, wenn Du es vorziehst, Deinen schützenden Schild so gewaltig über Felix Wild & Compie emporzuhalten. Es ist zwar sehr bequem, das Urtheil eines Mannes, der so viel durchgemacht, wie ich, beständig auf Rechnung seines persönlichen Malkontentismus zu schreiben, und dieß wird wol auch dieß Mal wieder geschehen sollen; dessen ungeachtet werde ich zur Wahrheit stehen & fühle durchaus keine Verpflichtung in mir, mich vor Herrn wie ein Wild, Benz, Hagenbuch etc. zu verleugnen oder zu verkriechen, wenn es auch Andere vielleicht thun mögen.
In der Hoffnung, Du werdest diesen vielleicht unerwarteten Schritt in keiner Weise mißdeuten grüßt Dich
Dein ergebenster
K. Walder