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F. Mendelssohn Dampfnudeltrios – Clara Riccucci (Klarinette), Sawako Ushimado (Klarinette), Daria Vasilieva (Klavier)
4 April @ 8:30 pm - 9:30 pm
Als die damals am Münchener Hof tätigen Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann und dessen Sohn Carl, der auch als Bassetthornist auftrat, Ende 1832 bei Mendelssohn in Berlin einkehrten, kam es zu einer kuriosen Abmachung: Sie versprachen dem befreundeten Komponisten eine üppige Portion der geliebten Dampfnudeln und Rahmstrudel – bayerisch-österreichischen Spezialitäten, die der Komponist bei einem Besuch in München kennen gelernt hatte, aber in Berlin nicht bekommen konnte –, wenn dieser ihnen ein Stück schriebe, das sie für ihre Tourneen einsetzen könnten.
Aufträge oder Widmungen zu Werken ließen sich Komponisten entlohnen, meist mit Geld oder Wertsachen – man denke an die im 18. Jahrhundert beliebten Tabatieren –, gelegentlich auch mit Anstellungen oder Jahrespensionen. Dagegen dürfte die Niederschrift eines Musikstückes als Gegenleistung für die Zubereitung einer Mahlzeit doch sehr ungewöhnlich sein. Aber die Devise „Leibgericht gegen Leibmusik“ trifft tatsächlich für die Entstehung von Mendelssohns Konzertstück f-moll op. 113 (MWV Q 23) für Klarinette, Bassetthorn und Klavier zu.
In seinen „Erinnerungen eines alten Musikanten“ (1882) beschrieb Carl Baermann die Geschehnisse des 30. Dezember 1832 wie folgt:
„Als ich mich zur bestimmten Zeit (9 Uhr früh) bei ihm einfand, setzte er [= Mendelssohn] mir eine Küchenhaube auf, band mir eine Schürze um und steckte mir einen Kochlöffel in das Band der Schürze. Dieselbe Prozedur nahm er mit sich selber vor, nur statt des Löffels steckte er eine Feder hinter das Ohr, und führte mich, zum großen Ergötzen seines Küchenpersonals, in die Küche hinab. Er selbst kehrte nun, wie er sagte, an seinen Klavierherd zurück, woselbst er die Töne umrühren, kneten, salzen, pfeffern, zuckern, eine pikante Sauce dazu machen, und das ganze an einem höllischen Feuer kochen wollte. […] Denselben Abend probirten wir das Duo, und nach kleinen technisch instrumentalen Änderungen waren der Vater und ich noch entzückter über die reizende Komposition, als Mendelssohn über die Nudel und Strudel, obwohl Letzterer immer behauptete: meine Nudel-Komposition sei viel geistreicher als die seinige. Es wurde daher gleich eine Wiederholung der heutigen Scene verabredet, welche auch einige Tage später mit gleichem Erfolge stattfand.“
Die 1996 geborene italienische Klarinettistin Clara Riccucci absolvierte ihren Bachelor mit Auszeichnung an der Fiesole Musikhochschule, wo sie in der Klasse ihres Vaters Giovanni Riccucci studierte. Sie hat ein Master Performance in der Klasse von Paolo Beltramini absolvierte und Seit September 2020 belegt sie den Masterstudiengang mit Vertiefung Orchester an der Hochschule Luzern in der Klasse von Robert Pickup. Sie bildet sich ausserdem weiter bei Calogero Palermo in Rom und sie besuchte Meisterkurse bei Alessandro Carbonare, Reiner Wehle und Sabine Meyer, Yehuda Gilad, sowie Enrico Maria Baroni.
Im November 2020 hat Clara Riccucci den ersten Preis am Edwin Fischer Wettbewerb und das Stipendium des Rahn Kulturfonds gewonnen. Ausserdem ist sie Preisträgerin des Riviera Etrusca Wettbewerbs sowie des Crescendo Preises, und des Fiesole Musikhochschule Preis.
Clara trat an verschiedenen Festivals auf wie dem Aurora Festival 2020 (Old-Ox Festival), Rome Chamber Music Festival, Lucerne Festival (KKL), Szenen Wechsel Festival, Associazione Culturale Pordenone, Livorno Music Festival, Walton Foundation Ischia und Accademia Chigiana. Sie wird mit Diemut Poppen und dem Ensemble D’Accordo in Zürich und in Italien auftreten sowie an der Eröffnung des Hirzenberg-Festivals in Zofingen.
Als Solistin spielte die junge Klarinettistin mit dem Galilei-Orchester. Ausserdem ist sie bereits mit dem Luzerner Sinfonieorchester, dem Orchester des Olympischen Theaters, dem Italienischen Jugendorchester, dem Toscana Classica Orchester aufgetreten sowie zusammen mit Dirigenten und Solisten wie D. Gatti, K. Blacher, P. Auguin, M. Baremboim, D. Sitkovetsky, A. Lonquich und J. Rohrer.
Sawako Ushimado begann im Alter von 13 Jahren Klarinette zu studieren. Von 2013 -2017 studierte sie bei Shigeru Ikushima, Kaori Tanaka, Kei Ito und Masayoshi Ubukata am Kunitachi College of Music in Japan.
Nach ihrem Abschluss tritt sie weiterhin als Freelancer auf und konzentriert sich auf Orchester- und Kammermusik. Ab 2018 studiert sie zwei Jahre an der Toho Orchestra Academy.
Darüber hinaus nahm sie an Meisterkurse in Japan und in Europa teil, mit Dozenten wie Alessandro Carbonare, Charles Neidich, Michel Arrignon, Philippe Berrod, Roamin Guyot, Junko Otani und Yuji Murai.
Seit Herbst 2020 studiert sie an der Hochschule Luzern Master-Performance mit Hauptfach Klarinette bei Robert Pickup und Paolo Beltramini sowie im Nebenfach Bassklarinette bei Heinrich Mätzener.
Daria Vasilieva ist eine stimmungsvolle und glänzende Klavierspielerin. Ihr Auftritt zeichnet sich durch emotionelles und professionelles Engagement aus. Künstlerischer Ausdruck, hohes Niveau beruflichen Könnens, Beherrschung feinster Tönungen und Virtuosität von Daria lassen keinen Zuhörer kalt.
Daria ist 1996 in der Stadt Kasan` (Republik Tatarstan der Russischen Föderation) geboren. Von Kindheit an war sie sehr musikalisch und trat bereits mit 8 Jahren mit dem Symphonieorchester der Republik Tatarstan auf. 2019 hat sie ihr Studium am Konservatorium Kazan in der Klasse von Professorin Stella Fedoseeva abgeschlossen. Während des Studiums konnte Daria dank ihrer ständigen professionellen Weiterentwicklung bei über zehn internationalen Wettbewerben sowohl in Russland, als auch im Ausland Hauptpreisträgerin werden, darunter seien zum Beispiel 33. Internationales Smetana-Klavierwettbewerb (Tschechische Republik 2012), sowie Grand Prix vom 4. Internationalen Eshpai-Wettbewerb (Russland 2019) zu nennen. Dies alles, sowie ihre aktive Konzerttätigkeit haben es ihr ermöglicht, das Bundes-Exzellenz-Stipendium für ausländische Kunstschaffende zu bekommen. Zurzeit setzt Daria ihr professionelles Wachstum bei einem der renommiertesten Pianisten seiner Generation, Benjamin Moser.
Außerdem hat Daria im Rahmen von Meisterklassen erfolgreich mit folgenden Pianisten zusammengearbeitet: Vladimir Ovchinnikov, Rostislav Krimer, Maksim Mogilevsky, Daria Rabotkina Yuri Slesarev, Yanis Maletskis, Marje Lohuaru, Liimatainen Katariina.
Außerdem trat Daria mit folgenden Orchestern auf: Pilsen Philharmonic Orchestra, Republic of Tatarstan State Symphony Orchestra, Rostov Philharmonic Symphony Orchestra, State Chamber Orchestra “La Primavera”.
Programm:
C. Baermann – Duo Concertant op. 33 für zwei Klarinette und Klavier
L. Bassi – Fantasia su temi di Rigoletto
F. Mendelssohn – Koncertstück für Clarinette und Bassethorn mit Begleitung des Pianoforte Nr.1, Op. 113
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