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Ukraine: «Das Schwierigste ist im Kopf.»
Die Lage in der Ukraine ist nach wie vor sehr kritisch, doch Terre des hommes (Tdh) engagiert sich unerlässlich für die vertriebenen Kindern und ihren Familien. Ob in den Nachbarländern wie Moldawien, Rumänien und Ungarn, die eine grosse Zahl von Flüchtlingen aufgenommen haben, oder innerhalb der Ukraine selbst, die vorhandenen Bedürfnisse sind vielfältig.
Sehen Sie sich verschiedene Video-Erfahrungsberichte unserer Mitarbeitenden an, die den Konflikt hautnah miterlebten:
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine haben die Tdh-Teams in Moldawien, Ungarn und Rumänien ein Notfallprojekt aufgegleist, indem sie in den Aufnahmezentren sowie in den Bahnhöfen dringend benötigte Unterstützung für Kinder und ihre Mütter leisteten. In der Ukraine kümmerten wir uns prioritär um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden, die im Osten des Landes und in der Hauptstadt Kiew tätig waren. Dennoch sind wir seit Mai auch im Westen des Landes aktiv. Ziel ist es, vertriebenen Familien im Landesinneren zu helfen.
Zehn Tdh-Teams helfen Kindern
Wir haben zehn mobile und stationäre Teams gebildet, die sich aus mehreren Fachleuten aus verschiedenen Bereichen wie SozialarbeiterInnen, AnimateurInnen und PsychologInnen zusammensetzen. Diese Teams ermitteln zuerst die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung, insbesondere der jüngeren Generation. Anschliessend definieren sie angemessene Massnahmen, um darauf zu reagieren.
Wie sehen diese Bedürfnisse konkret aus und was tut Tdh, um sie zu decken? «Es ist sehr schwierig, alle Anfragen zu beantworten, da die Situation im Land chaotisch ist. Es gibt Bedürfnisse nach Nahrung, Hygiene, Geld usw., aber viele Menschen fragen auch nach Informationen, psychologischer Hilfe, logistischer Unterstützung oder anderen Dingen. Ausserdem sind die Vertriebenen ständig in Bewegung, was es schwierig, wenn nicht gar unmöglich macht, ihnen zu folgen», sagt Rehina Chulinina, Kinderschutzmitarbeiterin bei Tdh in der Ukraine.
Das Problem ist auch, dass die Mehrheit der Ukrainerinnen und Ukrainer, die fliehen mussten, kein Aufnahmezentrum aufsuchen. «Der Migrationsstrom wird von lokalen Gemeinschaften, Freunden, Familien oder sogar Fremden absorbiert. Man muss zu diesen Menschen gehen und ihnen helfen, man kann nicht einfach in den Aufnahmezentren warten», erklärt Arina Cretu, Tdh-Kommunikationsbeauftragte für Europa und Asien.
Unsichtbare Narben
Abgesehen von Tod und körperlichen Verletzungen hinterlässt der Krieg enorme Narben, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Ganze Bevölkerungsgruppen sind von den psychologischen Traumata und dem damit verbundenen Leid betroffen. Konflikte und Zwangsumsiedlungen greifen tief und manchmal unwiderruflich in die psychische Gesundheit von Kindern ein. «Wir müssen Kinder vor den Schrecken des Krieges schützen und ihnen Zugang zu humanitärer Hilfe, Bildung und Gesundheitsversorgung gewährleisten. Ausserdem müssen wir in die geistige Gesundheit und das psychologische Wohlbefinden von Kindern investieren. Dies sollte der Grundstein für die Wiederaufbaubemühungen des Landes sein», sagt Barbara Hintermann, Generaldirektorin von Tdh.
«Die Kinder erzählen uns, dass sie ihr Zuhause, ihre Freunde, ihre Familie und alles, was sie kannten, sehr vermissen. Sie wollen, dass alles aufhört, damit sie wieder nach Hause und in die Schule gehen können», berichtet Rehina sichtlich bewegt. Neben den bereits bekannten Schwierigkeiten stehen unsere Teams heute und in Zukunft vor zahlreichen Herausforderungen, wie Arina aufzählt: «Einige Vertriebene wollen trotz der Gefahr nach Hause zurückkehren. Es ist schwierig, Zugang zu allen Gemeinden zu bekommen, es gibt viele Bewegungen in den verschiedenen Regionen. Die Schulen werden im September wieder geöffnet, aber die Situation ist komplex und viele Kinder sind vom Schulabbruch bedroht. Wir müssen bereits jetzt mit den Vorbereitungen für den nächsten Winter beginnen. Es gibt auch einen Faktor, den die Menschen gerne vergessen: Kinder, die nicht geflüchtet sind und in "sicheren" Gebieten leben, brauchen genauso viel psychosoziale Unterstützung, da ständig Bombenalarme ertönen, und die Angst sowie die geringe Zukunftsperspektive in ihren Köpfen allgegenwärtig sind.»
Während der Krieg weitergeht, sind Antworten auf die dringenden Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien sowie eine angemessene psychologische Unterstützung unerlässlich, um ihr Leid ein wenig zu lindern.
In diesem Zusammenhang findet diese Woche die Ukraine Recovery Conference 2022 in Lugano statt, an der unsere Mitarbeitenden teilnehmen. Verfolgen Sie die Konferenz am 4. und 5. Juli per Livestream, indem Sie hier klicken.
Ukrainische Flüchtlinge brauchen noch Ihre Hilfe, spenden Sie hier!