Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/241376

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, als Voraussetzung für Direktzahlungen im Landwirtschaftsgesetz eine Pflicht zur Weiterbildung festzulegen, mit einem Schwerpunkt auf dem ökologischen Wandel. Er legt die Leitlinien dieser Weiterbildung auf Bundesebene fest.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz sind hinsichtlich Produktionsrichtung, Lage, Grösse und Bewirtschaftungsintensität sehr unterschiedlich. Dementsprechend sind die Anforderungen an die Kenntnisse und Fähigkeiten der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter ebenfalls sehr heterogen. Die berufliche Grundbildung, die mit dem eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen wird, trägt den unterschiedlichen Anforderungen Rechnung. Mit der Berufsreform, welche derzeit durch die Trägerschaft der landwirtschaftlichen Berufe (OdA AgriAliForm) vorangetrieben wird, soll die landwirtschaftliche Berufsbildung aktualisiert und auf die künftigen Herausforderungen ausgerichtet werden. Dem Anliegen der Motionärin, die Transformation der Landwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit zu unterstützen, kann damit bereits mit der Reform der beruflichen Grundbildung Rechnung getragen werden.</p><p>Es existiert eine Vielzahl an öffentlich-rechtlichen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten, die nicht verkaufsorientiert sind und von den meisten Kantonen in ihren landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungsinstitutionen angeboten werden. Zudem besteht mit dem modular aufgebauten System der Höheren Berufsbildung zur Vorbereitung auf die Berufsprüfung (BP) sowie die höhere Fachprüfung (HFP) ein schweizweit koordiniertes und periodisch aktualisiertes Bildungsangebot, das der Vielfalt der Betriebe und den Ansprüchen zur nachhaltigen Entwicklung Rechnung trägt. Die Module, beispielsweise jene in den Bereichen Ökologie und Betriebswirtschaft, können auch als einzelne Weiterbildungskurse besucht werden. Der Bundesrat erachtet es als wichtig, dass die Kantone diese Angebote zusammen mit der OdA AgriAliForm erhalten, stärken und weiterhin auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen ausrichten.</p><p>Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass neben einer fundierten Berufsbildung auch in der Landwirtschaft eine regelmässige Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens wichtig ist. Allerdings erachtet er den Ansatz der Motionärin als nicht zielführend, die Ausrichtung der Direktzahlungen an die Voraussetzung einer regelmässigen Weiterbildung mit dem Schwerpunkt ökologischer Wandel zu knüpfen. Einerseits ist eine derartige Fokussierung auf einen Schwerpunkt kaum für alle Betriebe sinnvoll. Andererseits ist die Motivation zum Lernen bei einem faktischen Obligatorium nicht immer gegeben. Besser sind Anreizsysteme und die Förderung der intrinsischen Motivation für die Weiterbildung. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt der Bundesrat, im Rahmen der zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik (Bericht in Erfüllung des Postulats 20.3931 der WAK-S und des Postulats 21.3015 der WAK-N) Vorschläge zu erarbeiten, wie das Know-how im Landwirtschaftssektor durch eine Stärkung der ständigen Weiterbildung gesteigert werden kann.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.