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Die Geschichte von Danaë und Perseus >>
Betrachtung zur Geschichte von Danaë >>
Danaë soll etymologisch „ausgedörrt“, „am Verdursten“ bedeuten, also vom griechischen Adjektiv δανóς her kommen, so hergeleitet z.B. in Wikipedia .
Obwohl das angesichts der möglicherweise nach Liebe dürstenden Danaë, welche ja auch mit einem goldenen Regen beglückt wird, inhaltlich plausibel erscheint, sprechen m.E. sprachliche Gründe dagegen:
- Das erste „a“ in δανάη ist kurz, während dasjenige in δανóς =„trocken, dürr“ lang ist. Vokallängen in Wortstämmen sind sprachgeschichtlich aber eher konservative Elemente.
- Das Adjektiv δανóς ist endbetont, während δανάη auf der zweitletzten Silbe betont wird.
- Der Wortstamm „dăn“ mit kurzem „a“ bedeutet im indoeuropäischen „Wasser“.
- Der Wortstamm „dān“ mit langem „a“ bedeutet im semitischen „Richter“ und findet sich auch in der Bibel. Eine Verbindung zur Danaë und dem Stamm der Danaër in der antiken Argolis ist nicht ersichtlich.
- Ein „αν–“ oder „α–“ als Präfix könnte im griechischen durchaus eine Negation („wasserlos“) sein.
Dass dies auch für ein nachgestelltes „-α(ν)“ gälte, ist mir als Laien noch nie begegnet.
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Die Schöpfung geschah um des Liebesspiels willen.
Solange nur EINSSEIN existierte, gab es kein Entzücken.
Aber als die EINHEIT aufgehoben wurde und
die ZWEI sich wieder miteinander verbanden,
war das Entzücken gross.
Rabbi Haikel, 18. Jhdt, chassidischer Meister
Gestern abend haben wir im Goetheanum in Dornach das Schauspiel „Nathan der Weise“ genossen. Lessing nannte es ein „dramatisches Gedicht“. In der Tat ist es nicht nur eine Lehrgeschichte, sondern ein spannender Krimi ! (Fotos: Charlotte Fischer www.lottefischer.de)
Nathan der Weise: Recha und Nathan
Der Plot des Stücks ist zumindest im 2.Teil etwas „gesucht“, aber er soll ja auf die wichtige Aussage hinführen, dass alle Menschen Brüder und Schwestern und in erster Linie Menschen, nicht Angehörige eines Volkes, einer Religion, eines Ordens oder sonst einer Ego-Identifikation sind.
Neben dem bekanntesten Teil, der Ringparabel, die Lessing übrigens von Boccaccio übernommen hatte, sind mir eine ganz Reihe noch fast wichtigerer Vers-Passagen aufgefallen. Die vordergründige Ausage des „Geschichtchens“, welches Nathan dem Sultan Saladin erzählt, ist die, dass alle drei abrahamitischen Religionen legitime Nachkommen eines ursprünglichen Gottesverständnisses sind. Weiterlesen
Die Brüder Grimm betrachteten Märchen auch unter dem Aspekt der Erinnerung an alten Glauben (germanisch, griechisch-römisch) und alte religiöse Praktiken, verpackt in poetische Geschichten der aktuellen Zeit.
Die Absicht der (Zauber-) Märchen ist es, Herzenskräfte zu wecken, an erster Stelle die Liebe. In den Märchen begegnet die Liebe den dunklen Kräften und dem Tod und überwindet diese.
Von Wilhelm Grimm kann vermutet werden, dass er eine grosse Spiritualität im Sinne des Johannes-Evangeliums pflegte, in welchem die allumfassende Liebe als Gebot und der Gedanke der Präsenz Gottes als Ursprung von Allem (Jesus Christus als Vereinigung von Gott und Welt; Ich und der Vater sind eins. Joh. 10,30) im Vordergrund stehen.
Diesen beiden Aspekten widmete er auch seine Forschungstätigkeit in den antiken und germanischen religiösen Schriften sowie in den mittelalterlichen deutschen Epen.
Diese Vermutungen über Wilhelms Verhältnis zur Religion sind begründbar durch eine Analyse seiner Hervorhebungen und Randnotizen in seiner Bibel und in den relevanten Werken der Literatur. Die dazugehörigen Forschungsresultate verdanken wir vor allem G. Ronald Murphy, S.J., welcher eine Interpretation seiner Arbeiten in seinem Buch „The Owl, the Raven, and the Dove“ (2000, Oxford University Press) publizierte.