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Die globalen Klimaerwärmung führt bei Bäumen in allen gemäßigten Klimazonen der Welt zu einer früheren Blattentfaltung und Blühzeitpunkt. Die Menschen beobachten solche Saisonale Ereignisse seit Jahrhunderten, da sie nach manchmal strengen Wintern den Frühling ankündigen.
Ein internationales Forscherteam hat kürzlich die fünf längsten phänologischen Zeitreihen der Welt vorgestellt, von denen einige mehrere Jahrhunderte an Beobachtungen umfassen. Die Forscher machen darauf aufmerksam, dass die Geschwindigkeit, mit der der Vegetationsbeginn im Laufe der Jahre voranschreitet, die Beschleunigung der globalen Erwärmung widerspiegelt, die seit den 1950er Jahren zu beobachten war und sich in den 1980er Jahren noch einmal intensiviert hat.
Zwei dieser fünf Zeitreihen stammen aus der Schweiz: Der Kanton Genf beobachtet seit 1808 jedes Jahr den Austrieb der ersten Knospe einer Rosskastanie (Marronnier de la Treille), und das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain und MeteoSchweiz beobachten seit 1894 die Blüte einer Wildkirsche im Kanton Basel-Landschaft. Die anderen Serien umfassen die Kirschblüte in Kyoto, Japan, ein wichtiges kulturelles Ereignis, dessen Beginn seit 812 n. Chr. aufgezeichnet wird, das Auftreten von Eichenblättern, das von der Familie Marsham im Südosten Großbritanniens von 1736 bis 1958 aufgezeichnet und seit 1950 durch die Beobachtungen einer Bürgerin weitergegeben wurde, und schließlich die Rekonstruktion der Blütezeitpunkte mehrerer Missbräuche in China seit 1834 mithilfe von Beobachtungen und Aufzeichnungen seit 1834.
In allen fünf Reihen begannen der Blattaustrieb und die Blüte im Zeitraum von 1985 bis 2020 sechs (in China) bis 30 Tage (in der Schweiz) früher als vor 1950. Besonders beeindruckend: Die Kirschblüte im Jahr 2021 in Kyoto, Japan, war die früheste, die in den letzten 1200 Jahren beobachtet wurde.
Die Beobachtung der ersten Knsopen und Blüten im Frühjahr sind nicht nur interessante Indikatoren für die Wissenschaft, sondern auch Phänomene, die von der breiten Öffentlichkeit, einschließlich Kindern, leicht beobachtet werden können. Es handelt sich um konkrete und greifbare Indikatoren für einen sich beschleunigenden Klimawandel. Die Autoren argumentieren, dass diese Serien daher ein sehr gutes Instrument sein könnten, um über die Auswirkungen des Klimawandels auf lebende Organismen zu kommunizieren und Politiker und zukünftige Generationen für die Dringlichkeit des gegenwärtigen Klimawandels und seine Auswirkungen auf die lebende Welt zu sensibilisieren.
Kontakt
Dr Yann Vitasse
Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (Eidg. Forschungsanstalt WSL)
Zürcherstrasse 111
8903 Birmensdorf