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Wie gut würden die Behörden auf eine grosse Cyberattacke reagieren?
Der Bundesrat hat an seiner gestrigen Sitzung beschlossen, eine strategische Führungsübung durchzuführen, bei der ein Cyberangriff auf die Schweiz simuliert wird. Dabei soll die nationale Strategie zum Schutz vor Cyber-Risiken geübt werden – die allerdings noch gar nicht ausgearbeitet ist. Eine Arbeitsgruppe unter der Ägide des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) soll das Strategiekonzept erst noch austüfteln und dieses in den kommenden Monaten dem Bundesrat vorlegen.
Mit der Durchführung der Übung, die in vier Phasen zwischen dem September dieses Jahres und dem Mai 2013 stattfinden soll, wurde die Bundeskanzlei beauftragt. Die Armee oder gar die Bevölkerung wird dabei nicht involviert sein. Einige Tage Stress, vor allem im letzten Teil, wird es dagegen für die Krisenstäbe der Departemente absetzen. In den ersten drei Phasen sollen die Stäbe in halbtägigen Seminaren die konkreten Massnahmen formulieren, welche sie dem Bundesrat in bestimmten Situationen vorschlagen würden.
Fünfzigköpfiges "Volk"
In der letzten Phase, einer zweitätigen Übung, soll es dann richtig zur Sache gehen. Die Stäbe werden dann mit verschiedenen, wechselnden Krisensituationen konfrontiert werden. Für das Feedback beziehungsweise eine angemessene (Katastrophen-)Stimmung soll dabei eine Gruppe von fünfzig Leuten sorgen, welche die Reaktionen von Kantonen, Wirtschaft, Medien und der Bevölkerung simulieren.
Strategische Führungsübungen, so führt die Bundeskanzlei aus, haben vor allem zwei Funktionen. Einerseits sollen sie dabei helfen, auf strategischer Ebene genauer herauszufinden, was im Fall einer Krise, die vom Bundesrat klare Entscheidungen verlangt, alles zu tun ist. Andererseits soll dabei die Zusammenarbeit und Koordination zwischen den Departementen geprüft werden. Bisher wurden zwei solche Übungen durchgeführt. 2005 wurde der Ausbruch einer Pandemie simuliert, 2009 ein allgemeiner Strommangel. (Hans Jörg Maron)