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Auslaugen,
aus einem Gemenge von Körpern einen bestimmten Gemengteil durch ein Auflösungsmittel
(gewöhnlich Wasser) wegnehmen, wobei die entstehende
Auflösung (Lauge) das gewünschte Produkt ist und das Übrigbleibende
(der
Rückstand) oft wertlosen
Abfall bildet. So wird die
Holzasche ausgelaugt, um die darin enthaltene
Pottasche zu gewinnen;
in den
Alaun- und Vitriolfabriken werden die gerösteten und verwitterten
Erze, in der Sodafabrikation
die Rohschmelzen ausgelaugt u. s. w. Die Hauptaufgabe beim
Auslaugen besteht darin,
daß der
Rückstand von allem Löslichen vollständig erschöpft und dabei so wenig wie irgend möglich später zu verdampfendes
Lösungsmittel aufgewendet wird.
Beides erreicht man durch systematisches
Auslaugen, bei dem die entstehenden verdünnten Laugen mit reichhaltigem
Material nach und nach zusammengebracht werden, bis man eine gesättigte Lösung erhält, während man reines Wasser nur
zur letzten Behandlung des fast vollständig erschöpften
Rückstandes verwendet. Dazu dienen in der chem.
Industrie besondere
mit Druck arbeitende Vorrichtungen, wie die
Aerostatische Presse (s. d.). Manche gebrauchen den
Ausdruck
Auslaugen als gleichbedeutend
mit
Auswaschen. Wenngleich ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden
Operationen nicht besteht, so sollte
von
Auslaugen doch nur gesprochen werden, wenn die erhaltene Lösung das wichtigere Produkt ist.
Unter den Gesteine [* 2] zerstörenden Prozessen besteht derjenige der Auslaugung in der zersetzenden und die löslichen Zersetzungsprodukte wegführenden Wirkung des atmosphärischen, Kohlensäure und Sauerstoff haltenden Wassers. Dieses dringt durch Klüfte, Risse und Haarspalten in das Innere der Gesteine und löst auf seinem Wege eine Anzahl ihrer Bestandteile auf (Salz, [* 3] Gips, [* 4] Kalk, Dolomit), während es andere mit Hilfe seines Sauerstoffgehalts erst in lösliche Oxyde (so die Schwefelmetalle in schwefelsaure Metallsalze) umwandelt, noch andere, z. B. gewisse Silikate, mittels seines Kohlensäuregehalts zersetzt und die gebildeten Carbonate fortführt.
Auf diese Weise werden den Gesteinen ungeheure Mengen von Mineralsubstanz entzogen und durch die Quellen an die Erdoberfläche geschafft. Dadurch bilden sich im Innern der Erdrinde Hohlräume, die oft beträchtliche Ausdehnung [* 5] annehmen und dann nicht selten zu Einbrüchen der obern Gesteinsschichten Veranlassung geben. So entstehen z. B. die sog. Erdfälle, trichterförmige Vertiefungen an der Oberfläche. Die von solchen Einstürzen verursachten Erschütterungen können sogar als Erdbeben [* 6] bemerkbar werden.