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Dieses Wohnhaus wurde um 1588/89 erbaut, eine zweite Bauphase erfolgte im 18. Jahrhundert. In der Frühen Neuzeit begann man die Häuser schlanker, aber mehr in die Höhe zu bauen. Im Innern des Gebäudes steht ein aus gewöhnlichen Steinplatten gemauerter Stubenofen, was äusserst selten ist. Auch bei diesem Haus wurde der Küchenteil an die Seitenwand gebaut, da auf der Rückseite bereits ein Bau stand. Heute ist das Haus unbewohnt und droht auf Grund des schadhaften Daches zu zerfallen.
Details
Dieses traditionelle Wohnhaus ist, wie es im Wallis seit der Frühen Neuzeit häufiger üblich wurde, von schlanker, hoher Erscheinung. Auch die Kammer diente zuletzt als Wohngeschoss: Bis in die 1960er Jahre wohnte hier tagsüber im Sommer der Zermatter Schäfer Theodor Kronig (1901–1982).
Einige unregelmässige Eckvorstösse, kleine Fensteröffnungen und eine firstquere Binde (Deckenunterzug der Stube) lassen auch hier auf ein beträchtliches Alter schliessen. Weiter ist der Stubenofen nicht wie gewohnt aus Speckstein (Giltstein) hergestellt, sondern aus gewöhnlichen Feldsteinen – wie die äusserst selten erhaltenen Vorgänger der bekannten Walliser Giltsteinöfen. Der Ofen trägt die nachträglich und ungelenk eingemeisselte Jahrzahl 1749. Bauweise und Dimension des Ofens aber weisen, zusammen mit dem Spillbord (Sims) an der Stubenwand, auf das 15./16. Jahrhundert. Tatsächlich massieren sich die Dendrodaten im Wohngeschoss auf das Jahr 1588/89 und zeigen eine nächste Bauphase für das 18. Jahrhundert.
Die Hauptfront des Hauses ist nach Westen orientiert, sie ist im Wohngeschoss und in der Kammer befenstert. So müsste gegenüberliegend im Osten eigentlich der steinerne Küchenteil an den hölzernen Wohnteil anschliessen. Die Ostseite aber zeigt keine Öffnung, weder Tür noch Fenster. Da rückwärtig bereits ein anderer Bau den Platz beanspruchte, konnte man den Küchenteil nicht wie üblich anbauen. Die Küche, im Dialekt das Naahiischi, platzierte man daher seitlich zum Dorfplatz hin; eine ähnliche Lösung zeigt am Dorfplatz auch das Wohnhaus von 1444.
Labornummern Dendrosuisse 2017/2020: 621119-125 vom 17. August 2017 und 621325-327 vom 8. Oktober 2020
Koordinate 2 621 575 / 1 095 023. Parzellennummer 651267