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Der dänische Gitarrist, Sänger und Komponist Tim Lothar hat 2014 den German Blues Award gewonnen, wurde am «Copenhagen Blues Festival» als Blues Artist Of The Year ausgezeichnet und erhielt 2008 den dänischen Musikpreis für das beste Musikalbum. Er repräsentierte Dänemark 2011 an der European Blues Challenge und war Halbfinalist an der International Blues Challenge 2014. Fünfundzwanzig Jahre lang sass er am Schlagzeug, bevor er 2004 die Gitarre in die Hand nahm und zwei Jahre später seine Debut CD «Cut To The Bone» einspielte. Seither hat er fünf weitere Alben produziert. Wir haben die beiden neusten angehört.
Die 2016er Ausgabe des Blues Caravan wurde bestritten von drei Frauen mit starken Stimmen, die auf dem hier veröffentlichten Sampler alle als Solo-Act sowie als All-Star-Formation zu hören sind. Es sind dies Ina Forsman, Layla Zoe und Tasha Taylor, und die drei Damen werden begleitet von einer kleinen Band, bestehend aus Gitarrist Davide Floreno, Bassist Walter Latupeirissa und Schlagzeuger Markku Reinkainen, die den Namen zufolge wohl die reguläre Begleitband von Finnlands Blues-Export Ina Forsman darstellen dürften. Das Album ist ein kombiniertes Doppelformat von CD und DVD. Das Album umfasst drei bis vier Solo-Performances jeder Künstlerin mit eigenem Material und dann einen gemeinsamen Auftritt alles drei, bei der sie sich auf den kleinsten musikalischen Nenner einigten und u.a. einen Song der Beatles, Stones und B.B. Kings covern.
Ein weiteres gutes Album legt der dänische Bandleader mit Change My Game vor, professionell eingespielt, schöner Gesang, mit stilistischer Vielseitigkeit. Aber es gilt weiterhin, was hier bereits bei der Rezension eines früheren Albums festgestellt wurde: Die Musik der Band bleibt eine stilistische Wundertüte, wo für jeden etwas dabei ist, aber auch für niemanden alles. Somit bleibt wirklich die grösste Frage, wieso dieses Album Change My Game heisst. Sogar die Ästhetik des Cover Shots gleicht den früheren Veröffentlichungen. Aber die Band bleibt dem Konzept treu: Musik, die nicht zu auffällig ist, die im Mix leben kann, und die sich an unterschiedliche Vorlieben richtet, indem sie für jeden was dabei hat.
Was passiert, wenn man einen Texas-Style Gitarristen und einen Chicago-Style Pianisten in einer Band von einer Hammer-Rhythmusgruppe treiben lässt, das führt die GProject Blues Band auf ihrer CD Diversified vor, wo sie schwere Chicago-Rhythmen und perlendes Piano mit der brachialen Gitarre «Leo» Kyriakakos im Texasstil mischt. Was die GProject Blues Band spielt ist moderner Blues, der die Traditionen in sich verarbeitet hat, und die Band spielt ihn meisterlich. Seien es Covers oder eigene Titel, jedes Stück ist eine Freude für Bluesfans. Auf der Website gibt es fünf Hörbeispiele. Die Band ist in jeder Hinsicht gut besetzt und die Jungs wissen, was zu tun ist: Blues der in die Füsse geht und ins Herz, Blues mit stilistischer Variation. Ein schönes Album einer Band, die Freude an ihrem Sound hat und die Fähigkeit, dies auch rüber zu bringen.
Der äusserst umtriebige Gitarrist und Sänger Mike Zito hat sein dreizehntes Album veröffentlicht. Nach seiner Trennung von der Royal Southern Brotherhood ging er zu Ruf Records, um dort mal wieder richtig die sprichwörtliche Sau rauszulassen. Zumindest klingt die neue Scheibe genauso: Spielfreude, starke Verzerrung, treibende bis leicht gehetzte Rhythmen und eine in die Ohren sägende Gitarre, die Echos von Luther Allisons Slidespiel und von Roy Buchanans Solospiel in sich vereint. Auch der Künstler selbst bezeichnet es als «Really fun Album», und das ist auch zu hören: Hier kann Mike Zito so ans Werk gehen, wie er das will und das tut er dann auch.
Musik von Hand gemacht
Die Deutsche Sprache verdankt das inzwischen etwas angestaubte Wort «Liedermacher» angeblich Wolf Biermann, der es als proletarisches Äquivalent zum «Schumacher» verstanden haben wollte, also als ehrlichen, fast handwerklichen Beruf, bei dem der Liedermacher einsteht für sein Produkt, das er selbst plant und ausführt. In dem Sinn ist Bad Temper Joe ein Liedermacher – seine Musik ist von A bis Z sein eigenes Ding: er schreibt die Titel selbst und spielt die Saiteninstrumente dazu. Entsprechend authentisch und engagiert klingt das auch: akustischer Blues der edlen Sorte, mit viel Gefühl gesungen und gespielt.