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Antiparasitikum für Schafe
ATCvet: QP54AB52
ZusammensetzungMoxidectin 1 mg, Triclabendazol 50 mg,
Antioxid.: Butylhydroxytoluol
Conserv.: Benzylalkohol
Excip. ad solut. pro 1 ml
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenMoxidectin ist ein Endektozid, das gegen viele Parasiten wirkt. Es ist ein makrozyklisches Lakton der zweiten Generation aus der Milbemycin-Familie. Sein Wirkungsmechanismus besteht im Wesentlichen in der Beeinflussung der neuromuskulären Übertragung der GABA (Gamma-Aminobuttersäure)-gesteuerten oder der Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle. Moxidectin stimuliert die Freisetzung von GABA und verstärkt seine Bindung an die postsynaptischen Rezeptoren und bindet an die Glutamat-gesteuerten Chloridkanäle. Dadurch öffnen sich die Chloridkanäle an der postsynaptischen Verbindung, die Chloridionen strömen ein und induzieren einen irreversiblen Stillstand. Dies führt zur schlaffen Paralyse und schliesslich zum Tod der dem Arzneimittel ausgesetzten Parasiten.
Triclabendazol ist ein Flukizid und gehört der Klasse der Benzimidazol-Anthelminthika an. Der Wirkungsmechanismus sowie die pharmakodynamischen Interaktionen zwischen Leberegeln und den diversen Metaboliten von Triclabendazol sind noch nicht aufgeklärt.
PharmakokinetikMoxidectin verteilt sich in allen Körpergeweben, aber aufgrund seiner Lipophilie reichert es sich überwiegend im Fettgewebe an. Moxidectin unterliegt einer Biotransformation durch Hydroxylierung. Es wird überwiegend über die Fäzes ausgeschieden. Die wesentlichen pharmakokinetischen Parameter von Moxidectin nach Verabreichung der Endformulierung sind: AUCtot 58 ± 28.6 ng*Tag/ml, Cmax 12 ± 2.6 ng/ml, Tmax 19 ± 7.2 Stunden, und die Plasmahalbwertszeit 3.5 Tage
Der Hauptanteil von Triclabendazol als Lösung zum Eingeben wird bei Ratten, Schafen, Ziegen und Kaninchen entweder unverändert oder über biliäre Ausscheidungsprodukte innerhalb von 6 - 10 Tagen über die Fäzes ausgeschieden. Die Ausscheidung über den Urin ist minimal. Sulfon-, Sulfoxid-, Keton- und 4-Hydroxy-Triclabendazol-Derivate sind die Hauptmetaboliten, die im Blutplasma nachgewiesen wurden.
Die wesentlichen pharmakokinetischen Parameter des wirksamen Metaboliten Triclabendazol-Sulfoxid nach Verabreichung der kombinierten Endformulierung sind: AUCtot 608 ± 108 µg*Stunde/ml, Cmax 10 ± 1.1 µg/ml, Tmax 21 ± 6.5 Stunden, und die Plasmahalbwertszeit 20 Stunden.
IndikationenAusschliesslich zur Behandlung von Mischinfektionen mit Moxidectin- bzw. Triclabendazol-empfindlichen Nematoden und grossen Leberegeln. Dieses Arzneimittel nicht zur Behandlung einer Monoinfektion anwenden.
Das Tierarzneimittel hat eine persistierende Wirkung und schützt Schafe über einen definierten Zeitraum gegen eine Infektion bzw. Reinfektion durch die folgenden Parasiten:
Nach experimentellen und natürlichen Infektionen wurde in klinischen Studien nachgewiesen, dass das Tierarzneimittel gegen bestimmte Benzimidazol-resistente Stämme wirksam ist, wie:
1,0 ml pro 5 kg Körpergewicht entsprechend 0,2 mg Moxidectin pro kg Körpergewicht und 10 mg Triclabendazol pro kg Körpergewicht als Einzelgabe unter Verwendung einer standardisierten Vorrichtung für Lösungen zum Eingeben verabreichen.
Für eine korrekte Dosierung sollte das Körpergewicht so genau wie möglich bestimmt werden. Wenn Tiere in Gruppen und nicht einzeln behandelt werden, sollten sie entsprechend ihrem Körpergewicht in Gruppen eingeteilt und behandelt werden, um eine zu geringe Dosierung oder eine Überdosierung zu vermeiden.
ÜberdosierungAnzeichen einer Überdosierung wurden beim 3-fachen oder dem 5-fachen der empfohlenen Dosis nicht beobachtet. Als Anzeichen einer Überdosierung waren in Übereinstimmung mit der Wirkungsweise von Moxidectin und/oder Triclabendazol vorübergehend vermehrter Speichelfluss, Depression, Schläfrigkeit, Ataxie und verminderte Nahrungsaufnahme 8 - 12 Stunden nach der Behandlung zu erwarten. Eine symptomatische Behandlung ist selten erforderlich und die Symptome klingen innerhalb von 1 - 5 Tagen vollständig ab. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenNicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.
Nicht anwenden bei laktierenden Tieren, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht anwenden innerhalb der 2 Monaten vor dem Ablammen (vgl. Rubrik "Absetzfristen").
VorsichtsmassnahmenBesondere Sorgfalt sollte auf die Vermeidung nachfolgend aufgeführter Vorgehensweisen verwendet werden, da sie das Risiko der Entwicklung von Resistenzen erhöhen und schliesslich zu einem Therapieversagen beitragen können:
Bei klinischen Fällen mit Verdacht auf Resistenzen gegen Anthelminthika sollten geeignete weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden (z.B. Bestimmung der reduzierten Eizahl im Kot). Wenn die Testergebnisse den Verdacht auf Resistenz gegen ein bestimmtes Anthelminthikum erhärten, sollte ein Anthelminthikum einer anderen Substanzklasse mit einem unterschiedlichen Wirkmechanismus angewendet werden.
Über eine Resistenz von Teladorsagia bei Schafen gegen makrozyklische Laktone wurde in vielen Ländern berichtet. Eine Moxidectin-Resistenz trat 2008 in ganz Europa sehr selten auf; es wurde ein einziger Fall eines Levamisol-, Benzimidazol- und Ivermectin-resistenten Stamms für Teladorsagia circumcincta gemeldet. Über eine Resistenz von Fasciola hepatica gegen Triclabendazol bei Schafen wurde in einigen europäischen Ländern berichtet. Daher sollte die Anwendung des Tierarzneimittels unter Berücksichtigung lokaler epidemioiogischer Informationen (regional, pro Hof) über die Empfindlichkeiten der Parasiten, die lokale Anwendung des Tierarzneimittels in der Vergangenheit und Empfehlungen, unter welchen Bedingungen das Tierarzneimittel dauerhaft angewendet werden kann, erfolgen, um weitere Resistenzselektionen gegen Antiparasitika einzuschränken. Diese Vorsichtsmassnahmen spielen vor allem eine wichtige Rolle, wenn Moxidectin zur Bekämpfung resistenter Stämme eingesetzt wird.
Dieses Tierarzneimittel ist unschädlich bei der Anwendung bei Zuchttieren.
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Keine bekannt.
Milch: Nicht anwenden bei laktierenden Tieren, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Nicht anwenden innerhalb der 2 Monate vor dem Ablammen.
WechselwirkungenKeine bekannt.
Sonstige Hinweise
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den AnwenderDirekten Kontakt mit Haut und Augen vermeiden.
Nach der Anwendung Hände waschen.
Während der Anwendung des Tierarzneimittels nicht rauchen, trinken oder essen.
Undurchlässige Schutzhandschuhe während der Anwendung tragen.
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Tierarzneimittel nicht mit anderen Tierarzneimitteln gemischt werden.
LagerungshinweiseNicht Über 25°C lagern.
Nicht einfrieren und vor Licht geschützt lagern.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "Exp." bezeichneten Datum verwendet werden.
Arzneimittei für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Haltbarkeit nach erstmaligem Öffnen der Primärverpackung: 6 Monate Moxidectin ist giftig für Fische und anderen im Wasser lebende Organismen. Leere Flaschen und Arzneimittelreste müssen unschädlich beseitigt werden.
Packungen1 Liter und 2,5 Liter Polyäthylen-Behältnisse mit Polypropylen-Schraubverschluss.
Informationsstand: 11/2011
Dieser Text ist behördlich genehmigt.