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Evolva hatte bereits am vergangenen Donnerstag bei der Vorlage der Jahreszahlen eine Mitteilung zur weiteren Zukunft mit Cargill angekündigt. Wie nun dem Communiqué vom Montag zu entnehmen ist, wird Evolva in Abhängigkeit von der Effizienz der Stammkulturen mit bis zu 30% am EverSweet-Geschäft beteiligt werden.
Im Rahmen der Vereinbarung habe Evolva zudem das Recht, Cargill um finanzielle Unterstützung bei einigen frühen Barverpflichtungen zu ersuchen, wobei Cargill einen vorteilhaften Zinssatz gewähren werde. Die Einschränkung: Unter der neuen Vereinbarung werde Evolva keine weiteren Meilensteinzahlungen von Cargill erhalten.
Zum Hintergrund: EverSweet ist ein Stevia-Süssstoff der nächsten Generation. Er stellt laut Evolva eine Lösung für die geschmacklichen Defizite von Stevia und die schwierige Skalierbarkeit von Reb M und Reb D dar. "Im Rahmen des Produktionsprozesses von EverSweet werden durch Fermentation grosse Mengen der beiden gesuchtesten Stevia-Komponenten - Reb M und Reb D - gewonnen, die im Stevia-Blatt nur in minimen Mengen vorkommen", führt Evolva weiter aus.
AUFTEILUNG DER PRODUKTION
Die beiden Unternehmen haben sich darauf geeinigt, EverSweet zunächst in einer Fermentationsanlage am Cargills-Standort Nebraska zu produzieren. Die weiterhin von Cargill betriebene Anlage werde zu diesem Zweck umgerüstet. Darüber hinaus werde sie zusätzlich zur Fermentation weiterer Produkte von Evolva dienen.
"Parallel dazu wird Evolva auf einem von Cargill gepachteten benachbarten Grundstück eine neue hochmoderne Bioprozesstechnikanlage aufbauen und betreiben", führt Evolva weiter aus. Dort werde Evolva voraussichtlich ab 2019 Produkte wie Nootkaton und Resveratrol herstellen.
Evolva selbst sieht in der Produktionsstrategie eine Möglichkeit, das Risiko durch diese Zusammenarbeit zu reduzieren, während es gleichzeitig eine eigene kostengünstige Produktion für seine Spezialingredienzien aufbaut.
SUCHE NACH PROJEKTFINANZIERUNG
Im Zuge dieser Vereinbarung werde Evolva in den kommenden drei Jahren voraussichtlich rund 60 Mio USD in die kombinierte Fermentations- und Bioprozesstechnikanlage für EverSweet und die anderen Produkte investieren. "Die jüngst erfolgte Eigenkapitalzusage von Yorkville in Höhe von 30 Mio CHF dient als Grundlage für diese Investition", erklärt Evolva in der Mitteilung. Ein weiteres Projektfinanzierungspaket in Höhe von etwa 30 Mio CHF hoffe man sich, bis Ende 2017 sichern zu können.
Die ersten Kommentare sind dagegen eher zurückhaltend. Carla Bänziger von Vontobel hebt hervor, dass die 30% für Evolva weniger sind als die 45%, die früher einmal im Gespräch waren. Dennoch sei die Einigung an sich positiv zu werten.
An der Börse fokussieren sich die Anleger zunächst darauf, dass mit der Einigung ein Unsicherheitsfaktor entfernt wurde. Die Aktien ziehen bis 9.06 Uhr um 15,4% auf 0,75 CHF an. Der SPI steht zeitgleich um 0,18% höher.
hr/rw
(AWP)