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Risikosportarten für ein femoro-acetabuläres Hüft-Impingement
Does the Type of Sport Influence Morphology of the Hip? A Systematic Review
Doran Ch et al., Am J Sports Med 2022;50:1727
In dieser systematischen Review wurde untersucht, ob das Risiko der Entwicklung eines femoro-acetabulären Hüftimpingments Typ CAM (FAI) in verschiedenen Sportarten unterschiedlich ist.
Es wurde eine Korrelation gefunden zwischen dem Auftreten einer CAM-Konfiguration der Hüfte und/oder einem symptomatischen FAI in Abhängigkeit der Sportart und auch der Dauer und Intensität, mit welcher diese Sportart ausgeübt wurde. Es waren vor allem «high impact» Sportarten, bei welchen eine repetitive Innenrotation im Bereich der Hüfte notwendig ist. Sportarten mit einem gehäuften Vorkommen einer CAM-Konfiguration der Hüfte (gemessen mit dem alpha Winkel) oder einem symptomatischen FAI sind Fussball, Skifahren, Golf, Basketball und Eishockey. Davon war beim Eishockey das Risiko am höchsten. Interessanterweise war die CAM Konfiguration bei Eishockeygoalies anatomisch anders als bei Feldspielern.
Arthroseschmerz korreliert mit Übergewicht
Associations of Body Mass Index With Pain and the Mediating Role of Inflammatory Biomarkers in People With Hand Osteoarthritis
Gløersen M. et al. Arthritis Rheumatol 2022;74:810
Bei 281 Nor-Hand-Studienteilnehmern wurde die Assoziation zwischen BMI und Handarthroseschmerzen überprüft. Jeder Anstieg des BMI um 5 Einheiten war mit stärkeren Handschmerzen (erhöhter AUSCAN um 0.64), Fussschmerzen (erhöhte NRS um 0.65), Knie-/Hüftschmerzen (erhöhter WOMAC um 1.31), generalisierten Schmerzen und Schmerzsensibilisierung verbunden. Mediationsanalysen deuten darauf hin, dass die Auswirkungen des BMI auf Handschmerzen teilweise durch Leptin bzw. hochempfindliches C-reaktives Protein (hsCRP) vermittelt wurden. Die Effektstärken für die Mediation durch Leptin waren für die Hände grösser als für Gelenke der unteren Extremitäten und waren nur für die Hände statistisch signifikant.
Bei Menschen mit Handarthrose ist ein höherer BMI mit einer höheren Schmerzstärke in den Händen, Füssen und Knien/Hüften verbunden. Systemische Auswirkungen von Fettleibigkeit, gemessen an Leptin, können eine stärkere vermittelnde Rolle bei Schmerzen in den Händen spielen als in den unteren Extremitäten. Eine niedriggradige Entzündung, gemessen mit hsCRP, kann bei übergewichtigen Personen zu generalisierten Schmerzen beitragen.
Optimaler Zeitpunkt für eine postoperative intraartikuläre Steroidinjektion nach Rotatorenmanschetten – Rekonstruktion
The Time of Postoperative Corticosteroid Injection Can Be Individualized After Arthroscopic Rotator Cuff Repair
Cho, Sung-Hyun, et al. Journal of orthopaedic science : official journal of the Japanese Orthopaedic Association, 2022(27);3:621
In dieser prospektiven Studie wurde eine Kortikosteroid-Injektion 4 und 8 Wochen nach einer arthroskopischen Rotatorenmanschettenreparatur verglichen. Zwischen Dezember 2016 und Januar 2018 wurden 42 Patienten eingeschlossen, die sich einer arthroskopischen Supraspinatussehnenreparatur unterzogen. Neunzehn Patienten erhielten 4 Wochen nach der Operation eine Injektion von 40 mg Triamcinolon (Gruppe 1), während 23 Patienten die gleiche Injektion 8 Wochen nach der Operation erhielten (Gruppe 2). Klinische Verlaufskontrollen (ROM, ASES-Scores (American Shoulder and Elbow Surgeons), Constant-Scores, Korean Shoulder Scores und visueller Analogskala (VAS)) erfolgten vor der Operation sowie postoperativ 3, 6 und 12 Monate. Die Integrität der Sehne wurde 12 Monate nach der Operation mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und Sonographie untersucht.
Bei der lezten Kontrolle 12 Monate nach Operation wurden in beiden Gruppen signifikante Verbesserungen der Schmerz- und Funktionswerte festgestellt und es gab zu keinem Zeitpunkt nach der Operation einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Re-Rupturen der reparierten Sehne wurden 12 Monate postoperativ bei zwei Patienten aus Gruppe 1 (10,5%) und zwei Patienten aus Gruppe 2 (8,7%) beobachtet.
Kommentar:
Eine postoperative «Frozen-shoulder» ist nach Rotatorenmanschettenrekonstruktion häufig; und bereits 2019 konnte eine Überlegenheit von Steroiden intraartikulär gegenüber NaCl gezeigt werden (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31084488/). Steroide können früh postoperativ resp. in der entzündlichen Heilungsphase (bis 4 Wochen) die Kollagenkomponenten/extrazelluläre Matrix verändern und so den Heilungsprozess beeinträchtigen. Deshalb wurde in dieser Studie 4 Wochen als frühster Zeitpunkt definiert.
Eine postoperative intraartikuläre Kortikosteroidinjektion kann 4–8 Wochen nach Rotatorenmanschettenreparatur individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Insbesondere unter Berücksichtigung von weiteren Risikofaktoren, zBsp. Infektrisiko (Injektion eher nach 6–8 Wochen), kann der Injektionszeitpunkt präzisiert werden.
Die beobachtete Re-Ruptur – Rate ist vergleichbar mit anderen Studien.
Temporalarterien-Biopsie notwendig?
Necessity of Temporal Artery Biopsy for Giant Cell Arteritis: A Systematic Review
Ponich B et al. Plast Reconstr Surg Glob Open 2022:online ahead of print
Die Temporalarterien-Biopsie gilt als Gold-Standard in der Diagnostik der Riesenzellarteriitis (RZA). Obwohl hochspezifisch, erwies sich die Sensitivität recht tief mit einer falsch negativen Rate bis zu 44%.
Diese systematische Review identifizierte alle Studien, welche die Therapie mit Steroiden zwischen Biopsie negativen und positiven Patienten verglichen.
Resultate der 13 identifizierten Studien mit insgesamt 1355 Patienten: Bei Patienten mit positiver Biopsie wurden vor der Biopsie häufiger Steroide angewandt, aber die Dauer der Steroidbehandlung war nicht unterschiedlich zwischen Biopsie positiven und Biopsie negativen Patienten.
Fazit
Das Resultat der Biopsie bei RZA scheint nur minimal wichtig für die Behandlung und der Nutzen sollte gemäss Autoren hinterfragt werden, wenn die Diagnose einer RZA klinisch möglich ist.
In der Tat haben heute Bildgebungen wie MRI, Ultraschall und auch PET die Bedeutung einer Temporalarterien-Biopsie deutlich vermindert. In der Praxis wird deshalb die Biopsie immer weniger häufig angewandt. Der Ultraschall rückt zunehmend in den Vordergrund, wobei die Erfahrung des Untersuchers sehr wichtig ist.