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Smog-Situationen
Sommersmog
Sommersmog-Situationen mit hohen Ozonbelastungen können sich während lang andauernden Schönwetterlagen im Sommer bilden. Starke Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen bilden die idealen Voraussetzungen für die fotochemische Umwandlung von Vorläuferschadstoffen wie Stickoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) in Ozon (O3). Im Sommer können oft sehr hohe Ozonwerte erreicht werden, welche den Stundenmittel-Grenzwert der Luftreinhalte-Verordnung von 120 µg/m³ erheblich übersteigen.
Bodennahes Ozon und Ozonschicht
Bei der Problematik des Sommersmogs handelt es sich um bodennahes Ozon, dessen Bedeutung vom Ozon in der Stratosphäre unterschieden werden muss. Die Ozonschicht in der Stratosphäre schützt uns vor schädlicher UV-Strahlung, weshalb ein Abbau der Ozonschicht in der Stratosphäre verhindert werden muss. Bodennahes Ozon hingegen hat negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt.
Unterschied Stadt - Land
Obwohl der dichte Verkehr und die Industrie in den Städten grosse Mengen an Vorläuferschadstoffen für die Ozonbildung ausstossen, werden auf dem Land häufig höhere Ozonwerte gemessen als in der Stadt. Dieses Phänomen erklärt sich dadurch, dass das Ozon in der Nacht in städtischen Gebieten infolge einer chemischen Reaktion mit anderen Schadstoffen (z.B. Stickstoffmonoxid NO) wieder abgebaut wird. Auf dem Land mit relativ sauberer Luft hingegen bleibt das Ozon bestehen. Am nächsten Tag kommt durch die erneute Ozonbildung wieder Ozon hinzu. Dies führt dazu, dass die Ozonbelastungsspitzen während andauernder Smogsituationen fast täglich zunehmen.
Massnahmen
Zum Schutz der Bevölkerung – insbesondere von empfindlichen Personen – haben die Kantone (konkret die Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz BPUK) am 21. April 2005 nach Absprache mit den Bundesbehörden entschieden, die Bevölkerung bei hohen Ozonwerten aktiv zu informieren. Sie orientiert sich dabei am europäischen Schwellenwert von 180 μg/m³; ab dem die Bevölkerung verstärkt informiert werden soll. 180 μg/m³ entsprechen dem anderthalbfachen Wert des Ozon-Immissionsgrenzwertes der Schweizer Luftreinhalte-Verordnung. Die BPUK orientiert über die Belastungssituation und deren Entwicklung, gibt Verhaltensempfehlungen und macht Hinweise über freiwillige Massnahmen.
Verhaltensempfehlungen bei hohen Ozonwerten
Im Allgemeinen ist der Aufenthalt im Freien - z.B. Spaziergang, Baden oder Picknick – unproblematisch. Bei empfindlich reagierenden Personen können aber Schleimhautreizungen in Augen, Nase und Hals auftreten. Bei körperlicher Anstrengung kann bei diesen Personen auch die Lungenfunktion reduziert werden.
Sportanlässe, Ausdauersport und sonstige starke körperliche Anstrengungen im Freien sollten so geplant werden, dass diese Leistungen möglichst dann erbracht werden, wenn tiefere Ozonwerte zu erwarten sind, d.h. meist vormittags. Auf Menschen, die Beschwerden infolge der Ozonbelastung verspüren, soll kein Leistungszwang ausgeübt werden. Es empfiehlt sich das Sport treiben im Wald, da es dort schattiger und kühler ist und damit weniger belastend für den Körper als auf offenem Feld.
Was kann der Einzelne tun:
- Velofahren, zu Fuss gehen, öffentlichen Verkehr benutzen anstatt das Privatauto;
- Fahrgemeinschaften bilden, statt allein in einem Auto zu fahren;
- 2-Takt-Motoren, Fahrzeuge ohne Katalysator und Dieselfahrzeuge älter als 10 Jahre möglichst wenig benutzen;
- Im Hobby- und Gartenbereich elektrische statt benzinbetriebene Geräte benutzen. Falls unumgänglich, sollte z.B. ein Rasenmäher mit Viertaktmotor und Gerätebenzin verwendet werden.
- Lösemittelfreie oder –arme Produkte verwenden (Farben, Reinigungsmittel, Kleber, Spraydosen und Holzschutzmittel).
Regionale und internationale Massnahmen
Da das Ozon und seine Vorläuferschadstoffe über weite Strecken transportiert werden, haben kurzfristige Massnahmen nur einen beschränkten Einfluss auf die Luftqualität. Für eine wirksame Reduktion der Ozonbelastung sind langfristige Massnahmen notwendig. Im Rahmen des Massnahmenplans Luftreinhaltung werden im Kanton Zürich verschiedene Massnahmen umgesetzt, welche die Vorläuferschadstoffe reduzieren. Zudem werden die Vorläuferschadstoffe auch durch stetige Verschärfungen von Emissiongrenzwerten im schweizerischen und europäischen Recht vermindert. Wie Studien zeigen, lassen sich damit die Ozon-Belastungsspitzen während Sommersmog-Episoden senken. Um die mittlere Ozonbelastung zu senken, sind jedoch zusätzliche internationale Anstrengungen notwendig. Der Import von Ozon aus asiatischen Ländern hat in den letzten Jahren zugenommen.