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Schaufensterkrankheit / PAVK
PAVK = periphere arterielle Verschlusskrankheit
Der Begriff Schaufensterkrankheit beschreibt in treffender Art und Weise die Problematik des Erkrankten: Das Gehen von längeren Strecken ist für ihn schmerzhaft, weshalb er genötigt ist, schon nach wenigen Metern einen Halt einzulegen. Der Betroffene gewöhnt sich an, in den erzwungenen Pausen die Umgebung und eben die Schaufenster zu betrachten. Daher der diese Situation passend beschreibende Begriff: Schaufensterkrankheit.
Symptome
Die Beschwerden sind typischerweise Schmerzen und Krämpfe der Muskulatur in den Beinen, meist in den Waden. Die Schmerzen verstärken sich bei Belastung und verschwinden in Ruhe oft gänzlich.
Ursache
Der Grund dafür ist eine schlechte Durchblutung der Muskulatur. Die Schmerzen und Krämpfe sind somit Ausdruck eines Sauerstoffmangels der betreffenden aktiven Muskulatur. Der Sauerstoffbedarf ist bei Belastung erhöht, weshalb auch die Beschwerden vor allem bei Belastung auftreten. Die Ursache für die verminderte Durchblutung ist meist eine Arterienverkalkung.
Arteriosklerose
Die Arteriosklerose oder Arterienverkalkung ist eine krankhafte Veränderung der Arterien, welche zur Einengung oder sogar zum Verschluss der Adern führt. Da die Arterien für die Blutversorgung im Körper verantwortlich sind, wird die betroffene Region nicht mehr versorgt und stirbt ab, was mit dem Wort «Infarkt» beschrieben wird. Die Arteriosklerose findet sich nicht nur in den Beinen. Grundsätzlich läuft dieser Prozess der Veränderung in allen Arterien im Körper ab, beispielsweise im Herzen oder im Hirn, und führt damit zu den bekannteren Herz- oder auch Hirninfarkten. Verschiedene Risikofaktoren sind für diese Verkalkungen verantwortlich. Das zunehmende Alter ist ein wesentlicher Faktor. Auch ist man selber mehr gefährdet, wenn in der Familie bereits Herzinfarkte in eher jüngerem Alter aufgetreten sind. Es gibt also eine genetische Komponente. Männer sind zudem häufiger betroffen als Frauen.
Die klassischen Risikofaktoren, welche durch uns selbst beeinflussbar und in jedem Checkup erhoben und diskutiert werden, sind Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhtes Cholesterin, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsarmut und Stress. Diese Faktoren sollten regelmässig kontrolliert und bei Bedarf behandelt werden, um ein Fortschreiten der Arterienverkalkung zu verhindern. Leider ist ein Entkalker, welcher die Arterien wieder in den Ursprungszustand zurückführt, noch nicht erfunden.
Diagnose
Die Diagnose kann anhand der typischen Symptome und einer Ultraschalluntersuchung der Arterien gestellt werden. Gelegentlich braucht es zur genaueren Untersuchung auch eine Computertomographie mit Kontrastmittel.
Komplikation
Bei zunehmender Symptomatik bestehen die Beschwerden nicht nur bei Belastung, sondern auch in Ruhe. Dieser Zustand ist kritisch, weil dies ein Zeichen für eine dauerhafte Unterversorgung ist.
Therapie
Die Behandlung konzentriert sich primär auf die Behebung und Kontrolle der oben beschriebenen Risikofaktoren, welche zur Arterienverkalkung geführt haben. Teilweise wird es notwendig, den Patienten zusätzlich mit einem sogenannten Blutverdünner, meist Acetylsalicylsäure, zu behandeln. Sind die Verkalkungen bereits ausgeprägt, können auch Stents oder Bypassoperationen notwendig werden. Bei der Stenteinlage wird ein Katheter in die Arterie eingeführt, um im Bereich der starken Verengungen ein «Gittergerüst» aus Metall, den sogenannten Stent, einzusetzen. Diese Technik wird im Herzen und auch im Bereich der Beine angewendet. Der erste Stent wurde übrigens 1986 in Lausanne durch Ulrich Siegwart bei einem Herzen eingesetzt. Sind die Verkalkungen generell, genügen einzelne Stents nicht und es muss ein Bypass, eine operativ angelegte Umgehung des verengten Abschnitts, erstellt werden. Diese Umgehung konstruiert der Chirurg aus gesunden Arterien, Venen oder auch aus synthetischem Material.
Prophylaxe
Die wichtigsten Vorbeugemassnahmen sind sicherlich das Vermeiden von Rauchen und Übergewicht, sowie regelmässige sportliche Betätigung. Selbst bei bereits an der Schaufensterkrankheit erkrankten Patienten, führt die sportliche Bewegung zu einem Reiz, der die Bildung von natürlichen, neuen Arterien fördert. Die Patienten sind angehalten trotz der Schmerzen, tägliche Spaziergänge zu absolvieren.
überarbeitet am 04.09.2022