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Tippi Hedren: «Das Zusammenleben mit dem Löwen war irre gefährlich»
In der Villa von Schauspielerin Tippi Hedren und ihrer Tochter Melanie Griffith lebte in den 1970er-Jahren ein Raubtier. Der Löwe hiess Neil – und durfte sogar im Bett der damals 14-Jährigen schlafen. Heute gibt Hedren zu: «Es war irre gefährlich, wir waren so naiv.»
Lebensgefährlich, aber leider wahr: 1971 lebte der Löwe mit Namen Neil in einer Villa in Kalifornien. Ein Fotograf des renommierten «Life»-Magazins dokumentierte die Szenerie, denn die Bewohner mit dem Spleen sind weltberühmt.
Das Kind, damals 14, heisst Melanie Griffith. Schon damals trat sie in Filmen auf. Ihre Mutter ist Tippi Hedren, Heldin aus Hitchcocks Filmen «Die Vögel» und «Marnie».
Hedren hat seit Ewigkeiten eine Vorliebe für Löwen, Leoparden und andere Raubkatzen. Löwe Neil, heisst es, hat sie von einem Hohepriester der Church of Satan (gibt es seit dem jahr 1966 wirklich) adoptiert, der das Tier nicht mehr in seiner kleinen Wohnung in San Francisco halten wollte oder konnte. Zuvor war Hedren mit ihrem Mann Noel Marshall, einem Hollywood-Agenten, in Afrika gewesen und hatte dort beschlossen, den Abenteuerfilm «Roar» über Löwen und andere Raubkatzen zu drehen.
Löwe Neil planscht mit Tochter Melanie
Vor allem die Bilder von Löwe Neil und Tochter Melanie machten die Hollywood-Familie noch berühmter – wahrscheinlich auch deshalb, weil sie eine Idylle vermittelten, wie die «NZZ» kürzlich schrieb: «Hedren liest auf dem Bauch eines Löwen ein Buch, Löwen planschen mit Melanie im Pool, liegen bei der Familie im Bett und dösen.»
Der Fotograf machte auch Aufnahmen, wie Neil mit der Pranke nach Melanie Griffith packte, als sie gerade in den Pool sprang. Unfassbar, wie naiv und selbstverständlich das Ehepaar Hedren/Marshall damals mit der 200 Kilogramm schweren Raubkatze umgingen.
Sie erschaudere, wenn sie diese Bilder jetzt sehe, kam Tippi Hedren (heute 89) vor einigen Jahren zur späten Erkenntnis: «Ich muss sagen, wir waren unglaublich dumm. Wir hätten niemals so ein Risiko eingehen dürfen.»
In der «NZZ» erzählte sie, was wirklich los war, wenn der Fotograf in der Villa kam: «Um jedes Tier», so Hedren, «und das ist auf den Bildern nicht zu sehen, standen stets Dresseure und Sicherheitsleute, es war irre gefährlich, was wir da machten.»
Die Wildkatzen kratzten und bissen Hedren und die gesamte Crew. Auf dem Filmposter ist Melanie Griffith mit blutendem Gesicht zu sehen – die Wunde ist echt. Es gab scheinbar keine Bereiche in der Villa, in die der Löwe nicht durfte.
Asyl für misshandelte Raubtiere gegründet
Heute ist zum Glück alles anders – und durchaus tierfreundlicher: Hedren gründete 1983 das Privatreservat «Shambala Preserve», wo sie misshandelten und ausgesetzten Raubtieren Asyl bietet. Heute leben in Shambala 36 Wildkatzen. Auch Michael Jacksons bengalische Tiger kamen da unter, als die Neverland-Ranch geschlossen wurde.
Tochter Melanie Griffith besucht ihre Mutter allerdings nicht mehr häufig: «Sie kommt nur selten hierher. Sie mag die Löwen und Tiger nicht und wirft mir vor, meine Tiere hätten ihr die Kindheit genommen.»Zurück zur Startseite