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Geschichte
Unsere Gesellschaft wurde im Jahr 1836 als Historische Gesellschaft vom Ratsherrn Andreas Heusler und einem Dutzend weiterer Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen. In dieser Zeit äusserst knapper öffentlicher Mittel (nach der Kantonstrennung von 1833) hat sie zusammen mit einer Reihe ähnlicher Vereinsgründungen mitgeholfen, das intellektuelle Leben in Basel durch Vorträge in- und ausländischer Gelehrter zu beleben. So wurden Jacob Burckhardts skeptische Deutungen der Moderne oder Johann Jakob Bachofens Theorie des archaischen Mutterrechts erstmals im Kreis unserer Gesellschaft vorgetragen.
Von Anfang an etablierte sich ein 14-tägiger Vortragszyklus im Winterhalbjahr, wobei die Vorträge zunächst am Donnerstag in der Lesegesellschaft am Münsterplatz, im alten Vereinslokal der Gesellschaft, stattfanden. Als dieses wegen des wachsenden Publikumsinteresses zu eng wurde, fanden die Vortragsabende in verschiedenen Zunfthäusern statt, vor allem im grossen oberen Saal der Schlüsselzunft. Weil immer mehr Referenten Diapositive zur Untermalung ihrer Vorträge einsetzten, entschloss man sich Mitte der 1950er Jahre, in die Alte Aula der Universität in dem von Melchior Berri erbauten Museum an der Augustinergasse zu wechseln.
1875 erfolgte die Fusion der Historischen Gesellschaft mit der 1842 gegründeten Antiquarischen Gesellschaft zur heutigen Historischen und Antiquarischen Gesellschaft zu Basel. Die Antiquarische Gesellschaft, auch Gesellschaft für vaterländische Altertümer genannt, setzte sich mit den unterschiedlichsten Facetten des klassischen Altertums auseinander und beschäftigte sich mit zahlreichen neuen archäologischen Funden. Dies führte auch dazu, dass einzelne Vorstandsmitglieder der Gesellschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts systematische Ausgrabungen in Augst veranlassten (u.a. durch den Basler Gymnasiallehrer Theophil Burckhardt-Biedermann) und Land erwarben. So sicherte sich unsere Gesellschaft im Jahre 1884, dank einer grosszügigen Schenkung von Johann Jakob Merian, das ganze Gelände des römischen Theaters mitsamt dem gegenüberliegenden Schönbühl-Areal. Bis zu seinem Tode im Jahre 1934 setzte der Jurist, Historiker und Archäologe Karl Stehlin die Arbeit seiner Vorgänger zielstrebig fort. 1935 errichtete die HAG die Stiftung Pro Augusta Raurica, die die archäologischen Aktivitäten nachhaltig sichern sollte.
Neben archäologischen Belangen beschäftigte sich die HAG auch mit der Dokumentation alter Basler Baudenkmäler, was sich in einer Zahl von Publikationen niederschlug. In diesem Zusammenhang ist auch die im Jahre 1899 ins Leben gerufene Delegation für das alte Basel zu sehen, die sich zusammen mit dem Verein für das Historische Museum und die Erhaltung baslerischer Altertümer für die vollständige Inventarisierung von Baudenkmälern und Bodenfunden einsetzte und wichtige Grundlagenarbeit leistete. Erst mit der Gründung der archäologischen Bodenforschung im Jahre 1962 und der Einsetzung eines hauptamtlichen Kantonsarchäologen wurde ihr Tätigkeitsbereich teilweise obsolet.
Die von der Gesellschaft erworbenen archäologischen Objekte (Altertümer) bildeten einen wichtigen Grundstock der von 1849 an im Museum an der Augustinergasse aufbewahrten historischen Sammlung, ebenso wie die vom Germanisten Wilhelm Wackernagel im Jahre 1856 begründete Mittelalterliche Sammlung. Sie sind heute als Leihgaben auf verschiedenen staatlichen Museen verteilt. Max Burckhardt bemerkte in seinem Rückblick auf die 150-jährige Geschichte der HAG treffend, dass sich unter den Objekten nicht nur Nebensächliches, sondern auch eine imposante Reihe auserlesener Kostbarkeiten befindet.
Wer ist die HAG heute?
Die Historische und Antiquarische Gesellschaft zu Basel vereinigt Fachhistoriker/innen, Archäolog/innen sowie an der Geschichte und Archäologie interessierte Laien. Sie verzeichnet knapp 400 Mitglieder. Falls auch Sie Mitglied werden möchten, können Sie uns über das Beitrittsformular kontaktieren.
Ziel
Damals wie heute setzt sich die HAG die Pflege historischer Studien und historischen Wissens im weitesten Sinn zur Aufgabe. So unterstützte die HAG das Projekt Stadt.Geschichte.Basel mit einem einmaligen Betrag von 30’000 Franken.
Vorträge
Für ihre Mitglieder veranstaltet sie, teilweise in Zusammenarbeit mit Koopertionspartnern wie der Stadt.Geschichte.Basel, der Stiftung Militärbibliothek Basel, den Burgenfreunden beider Basel oder dem Schweizerischen Wirtschaftsarchiv Basel, im Winterhalbjahr Vorträge in 14-tägigem Turnus, jeweils montags um 18.15 Uhr in der Regel in der Aula des Naturhistorischen Museums an der Augustinergasse 2. Die Vorträge werden von Fachleuten der historischen und archäologischen Disziplinen gehalten; sie präsentieren aktuelle Forschungen, Ergebnisse und Diskussionen, sind wissenschaftlich auf dem neusten Stand, aber pointiert und für Nicht-Fachleute verständlich. Die Veranstaltungen sind öffentlich und Gäste willkommen.
Zweiter Akt
Anschliessend an jeden Vortrag findet in einem geselligen Kreis von Interessierten der so genannte Zweite Akt statt, zurzeit meist in einem der Räume im Hotel Basel an der Münzgasse 12. Nach einem einfachen Nachtessen folgen der kurze Beitrag eines zweiten Referierenden, der das Hauptthema des Vortrags ergänzt oder kontrastiert, sowie eine Diskussion mit beiden Referierenden.
Exkursion
Jedes Jahr führt eine Exkursion die Mitglieder der Gesellschaft zu historisch oder kunsthistorisch interessanten Orten im benachbarten In- oder Ausland, unter kundiger Führung von Fachleuten aus der Region.