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BRASILIEN 08/2017
Ausbildungshilfe für 16 Seminaristen im Amazonasgebiet
Die Diözese Rio Branco erstreckt sich über ein riesiges Gebiet von mehr als 104.000 Quadratkilometern im Westen Brasiliens. Weite Teile der Diözese liegen im Urwald, es ist ein unwegsames Terrain mit großen Entfernungen, und viele Orte sind nur per Boot erreichbar. Von den rund 602.000 Einwohnern sind 450.000 katholisch. Der Priestermangel ist gravierend: Die Gläubigen werden von nur 26 Diözesanpriestern und 28 Ordensmännern betreut. Derweil breiten sich Sekten rasch bis in den Urwald aus, weil sie viel schnellausgebildetes Personal und viele Mittel haben und den Menschen Wunder versprechen.
Das wohl bekannteste Gesicht der Kirche in dieser Region war der italienische Missionar Pater Paolino Baldassarri, der fast 70 Jahre lang in Brasilien tätig war, die meiste Zeit davon im Amazonasgebiet. Er verstarb am 8. April 2016 im Alter von 90 Jahren im Rufe der Heiligkeit. Noch mit fast 90 Jahren unternahm er auf seinem einfachen Boot lange Fahrten in die Wildnis, um die Gläubigen zu besuchen. Dabei war er immer mit Schwimmweste und Motorradhelm bekleidet, denn er konnte nicht schwimmen. Noch im hohen Alter praktizierte er zudem als Arzt und behandelte unzählige Patienten.
Als er vor fast einem halben Jahrhundert in dem Gebiet ankam, wäre er gleich in der ersten Woche fast der Malaria zum Opfer gefallen. Aber wie durch ein Wunder überlebte er, und er begann bald darauf damit, die Siedlungen im Urwald mit einem einfachen Kanu zu besuchen. Viele Familien hatten sich aufgrund des Priestermangels vom katholischen Glauben entfernt. Der Missionar führte sie zurück zum Glauben. Am Ende waren 100 Prozent der Menschen in seiner Pfarrei katholisch. In einem seiner Briefe schrieb er, dass in diesen isolierten Urwaldgemeinden „der Same des Reiches Gottes real ist, der in der Stadt verborgen ist von unserem abgeklärten Fortschritt und von unserem dominanten und allmächtigen Fernsehen“.
Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig die Anwesenheit von Priestern ist und welche guten Früchte ihr Wirken hervorbringt. Allerdings ist es immer schwieriger, Missionare aus dem Ausland zu gewinnen. Zum einen haben die Ordensgemeinschaften in den Ländern des Westens immer weniger Berufungen, zum anderen ist sich Dom Joaquín Pertíñez Fernández, der Bischof von Rio Branco, aber auch dessen bewusst, dass einheimische Priester benötigt werden, die an die schweren Bedingungen in dem Urwaldgebiet gewöhnt sind.
Zur Zeit bereiten sich 16 junge Männer aus der Diözese auf die Priesterweihe vor. Da die Ortskirche arm ist, hat Bischof Joaquín uns um Hilfe gebeten. Wir haben ihm 6.500 Euro versprochen.
Code: 212-02-79
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