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Hotdog: Wie Amerika auf den Hund kam
Oh my dog! Der Street-Food-Trend hat uns definitiv erfasst. Dazu gehört auch der Hotdog. Entdecke den Klassiker der Imbiss-Kultur neu. Übrigens: Die Amerikanerinnen und Amerikaner verschlingen rund 20 Milliarden Hotdogs im Jahr und zelebrieren jedes Jahr den National Hot Dog Day!
Bild: istock | kajakiki
Brötchen statt Handschuh
Ende des 19. Jahrhunderts waren deutsche Händler auf den Strassen New Yorks gang und gäbe. Sie boten die verschiedensten Waren an, auch Speisen und Getränke. Die Kunden eines Wursthändlers erhielten zur Wurst einen schützenden Handschuh, damit sie sich die Finger nicht verbrannten. Doch der wurde kaum zurückgegeben. Eine neue Lösung war nötig, der Händler suchte Rat bei seinem Schwager, einem Bäcker. Das passende Brötchen wurde erfunden. Um 1900 verkauften sich die Hotdogs sehr gut, als Verbesserung wurde das Brötchen nun ebenfalls erwärmt.
Pro Jahr essen die Amerikanerinnen und Amerikaner rund 20 Milliarden Hotdogs, ein Drittel davon (7 Milliarden) in der Hauptsaison zwischen Memorial Day (letzter Montag im Mai) und Labor Day (erster Montag im September). Seit 1916 findet jeweils am Independence Day (4. Juli) in Coney Island, New York, ein Hotdog-Wettessen statt. Sieger ist, wer binnen 10 Minuten die meisten verschlingen kann. Allein an diesem Tag verzehren die Amerikanerinnen und Amerikaner 150 Millionen Stück.
Der National Hot Dog Day findet in den USA jeweils am Mittwoch der dritten vollen Woche im Juli statt.
Gourmet-Hotdogs, very hot
Die meisten Hotdogs werden auf der Strasse schnabuliert und nicht unbedingt als besondere Delikatesse angesehen. Kommen sie dagegen in guter Fleisch- und Brotqualität daher, vermögen sie selbst Gourmets zu betören.
Im Zentrum steht die Wurst
Die mittelalterliche Vorfahrin der Frankfurter Wurst, heute eine Siedwurst, war eine Bratwurst. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Wurst im Wasser gekocht. Diese gewürzte und geräucherte Wurst wies eine leicht gekrümmte Form wie der Rücken eines Dackels auf. Umgangssprachlich wird dieser im Englischen liebevoll «sausage dog» genannt. Schon lange bevor die Wurst in Amerika zum «heissen Hund» wurde, bestand somit eine Verbindung zwischen Hund und Wurst.
Doch es blieb nicht bei der Frankfurter Wurst. Eine zweite kam hinzu, mit dem grossen Unterschied, dass sie nur Rindfleisch enthielt. In Frankfurt waren die Metzger strikt nach zu verarbeitender Fleischart getrennt. Kurz vor 1900 eröffnete ein junges Paar eine Metzgerei und suchte eine Marktlücke. Die koschere Variante des Frankfurters wurde für die jüdische Bevölkerung kreiert.
Frankfurter Würstchen dürfen nur dann Frankfurter oder Frankfurter Würstchen heissen, wenn sie im Raum Frankfurt hergestellt werden. Werden sie in einer anderen Region produziert, müssen als Würstchen nach Frankfurter Art bezeichnet werden. Findige Produzenten kreierten auch neue Namen wie Frankfurther oder Frankforter.
Vergeblich gesucht: das Wienerli in Wien
Die Wurststände Wiens bieten eine grosse Auswahl an: Burenwurst, Debreziner, Leberkäse, Frankfurter u.v.m. Doch die Wiener Wurst sucht man vergebens.
Der Metzgergeselle Johann Georg Lahner (1772–1845), der seine Lehre in Frankfurt gemacht hatte, blieb während der Walz in Wien hängen. Hier durfte ein Metzger um 1800 jede Fleischsorte verarbeiten. Dies machte er sich zunutze und fabrizierte eine Wurst, die die Vorzüge einer Schweins- und einer Rindswurst in einer Schafsaitlinghülle vereinte. Er nannte sie Wiener Frankfurter, wir nennen sie heute Wienerli.
Text: Alexandra M. Rückert
Aktualisiert: 14. Juli 2021
Wienerli-Varianten: Hotdogs mal anders
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