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Einen Hund per Bluttest einer bestimmten Rasse zuzuordnen, das klingt für viele Menschen immer noch wie eine Zukunftsvision. Im Labor ist es bereits Wirklichkeit. Lesen Sie in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten die genetische Rassezuordnung bietet und auch, welche Grenzen sie hat.
Text: Dr. Anna Laukner
Was ist eine Rasse?
Bevor man einen Hund einer Rasse zuordnet, muss man sich klar darüber sein, was eine «Rasse» überhaupt ist. Es gibt in der Literatur verschiedene Rassedefinitionen. Ich möchte Ihnen ein paar davon vorstellen:
Patricia J. Wilkie («Future Dog Breeding for Genetic Soundness», 1999): «Rasse: Eine Gruppe genetisch verwandter Hunde mit spezifischen Merkmalen, die durch selektive Züchtung erhalten werden, leicht wiedererkennbar sind und bei der Verpaarung dazugehöriger Zuchtpaare vorhersehbar erwartet werden können.»
Wolf Herre und Manfred Röhrs («Haustiere ‒ zoologisch gesehen», 1990):
«Rassen sind (…) Untereinheiten der Haustiere einer Art, welche sich in mehreren erblichen Merkmalen voneinander stärker unterscheiden. Sie werden nach subjektivem Ermessen abgegrenzt. Es sind Kollektiveinheiten, deren Besonderheiten oft durch statistische Methoden erfasst werden können; ihre Heraushebung im zoologischen Nomenklatursystem ist nicht gerechtfertigt, eine Bezeichnung durch Vulgärnamen genügt. Sind die Eigenarten einer Rasse im Wesentlichen als Folgen von Umwelteinflüssen zu deuten, ist von Landrassen zu sprechen, stellen sie hingegen weitgehend Ergebnisse menschlicher Auslese dar, ist die Bezeichnung Kulturrassen oder Hochkulturrassen angebracht.»
«Doch auch innerhalb der Rassen gibt es Einheiten, deren Herausstellung berechtigt sein kann: die Schläge, Untereinheiten von Rassen, welche sich nur in wenigen Merkmalen oder Genen voneinander unterscheiden.»
Wikipedia: «Rasse ist eine abgrenzbare Population einer Haustierart.»
«Rasse ist ein abstrakter Ordnungsbegriff, vergleichbar mit der Klasse in der Logik oder der Sorte, der Art im umgangssprachlichen Sinne. Er bezeichnet beliebige Zusammenfassungen von nach subjektivem Ermessen gruppierten Lebewesen einer Art. Seine fachlich korrekte Verwendung beschränkt sich auf die Klassifikation von Zuchtformen (…).»
Hellmuth Wachtel («Hundezucht 2000», 1998): «In der Tierzucht bedeutet Population die Gesamtheit aller Tiere einer Art oder Rasse oder Teile davon, die in einem Land oder in einer Region leben oder die zu einer Zuchtvereinigung gehören und ausschliesslich oder vorwiegend untereinander vermehrt werden. Mit anderen Worten, eine Population ist eine Gruppe von Tieren, die miteinander eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden. So können auch Farb- oder andere Varianten einer Rasse eine Population sein, wenn sie genetisch mehr oder weniger separiert sind, das heisst wenn Paarungen nur oder vorwiegend innerhalb der Gruppe erfolgen.»
Lesen Sie den ganzen Artikel von Dr. Anna Laukner im Schweizer Hunde Magazin 8/2013.