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Der Schweizerpsalm wird Pflichtstoff an Tessiner Schulen. Das hat der Tessiner Grosse Rat in Bellinzona beschlossen. Bisher konnten Musiklehrer selbst darüber entscheiden, ob sie die Landeshymne mit den Schülern durchnehmen wollten.
Die Debatte basierte auf einer SVP-Motion aus dem Jahr 2008. In dieser wurde gefordert, den Schweizerpsalm obligatorisch ins Unterrichtsprogramm aller Primar- und Mittelschulen aufzunehmen. Als Vorbild diente eine analoge Entscheidung des Aargauer Parlaments aus dem Jahr 2008.
48 Parlamentarier unterstützten am Montag den Minderheitsantrag der zuständigen Schulkommission, der zur Annahme der SVP-Motion riet. 22 Politiker, vor allem der Grünen und Sozialdemokraten, waren dagegen. Es gab fünf Enthaltungen.
Der Kommissionsantrag dagegen, der mit 53 zu 30 Stimmen und einer Enthaltung zurückgewiesen wurde, sah die Ablehnung der Motion vor. Auch die Regierung sprach sich in ihrer Botschaft dagegen aus, die Hymne im Unterricht zur Pflicht zu machen. Unter anderem machte der Staatsrat formale Gründe geltend.
Es müssten sich plötzlich auch Schulen mit dem Thema beschäftigen, die eigentlich gar keinen Musikunterricht vorgesehen haben, hiess es in der Regierungsbotschaft. Die Unterstützer der Motion, darunter Vertreter von SVP, Lega, CVP und FDP, betonten, dass der Schweizerpsalm ein wichtiges Symbol für die nationale Verbundenheit sei.
Befürchtet wurde, dass er immer weniger Menschen bekannt ist. Den Gegnern der Motion gefiel vor allem die verpflichtende Komponente des Antrags nicht. "Jeder muss über seinen Patriotismus selbst entscheiden können", sagte beispielsweise der Grünen-Chef Sergio Savoia.
Ausserdem wurde im Kommissionsbericht - ebenso wie in der Botschaft der Regierung - davon ausgegangen, dass die Hymne bereits heute ausreichend Thema in der Schule ist. Dennoch setzten sich am Montag die Anhänger des Minderheitsantrags durch.