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Die Entwicklung der wirtschaftlichen Freiheit in der Schweiz während des Französischen Zeitalters (Helvetik und Mediation 1798-1813)
Die Bundesverfassung der Schweiz enthielt nach ihrer Totalrevision 1874 viele Neuerungen wirtschaftlicher Art. Nur hundert Jahre zuvor, im Ancien Régime, war die wirtschaftliche Situation eine völlig andere. Die vorliegende Arbeit untersucht die Wurzeln dieser Entwicklung zur wirtschaftlichen Freiheit, welche zumeist in der Helvetik (1798–1803) liegen. Sowohl während der Helvetik wie auch während der nachfolgenden Mediation (1803–1813) stand die Schweiz unter starkem französischem Einfluss. Deshalb wird vor der Behandlung der Schweiz die Situation in Frankreich vor und während der Französischen Revolution betrachtet, um präzise Aussagen über den französischen Einfluss auf die wirtschaftsrechtliche Entwicklung der Schweiz während den Epochen der Helvetik und Mediation, dem «Französischen Zeitalter» der Schweiz, geben zu können.
Bernd Marquardt
Die alte Eidgenossenschaft und das Heilige Römische Reich (1350–1798)
Wann und wie wurde die Schweiz zu einem souveränen, gleichberechtigten Mitglied der europäischen Staatengemeinschaft? Die Antwort hat weniger mit dem gerne genannten Schwabenkrieg von 1499 und dem Westfälischen Frieden von 1648 zu tun, als mit langfristigen Staatsbildungsprozessen im europäischen Raum sowie mit Umformierungstendenzen der europäischen Völkerrechtsgemeinschaft. Die Verdichtung des Heiligen Römischen Reiches zum Friedens- und Justizstaat zwischen 1495 und 1648 gab den Rahmen ab, der eine bis anhin nicht sonderlich auffällige Reichsregion unter den übrigen, die an der lockeren privilegienbasierten Delegationsstaatlichkeit des Mittelalters festzuhalten gewillt war, zu einer Zone augenfällig gesteigerter Autonomierechte werden liess. Das lange Zeit gültige Autonomiemodell wollte allerdings weder den Verbleib im Reichsverband in Frage stellen, noch konnte es das in einem usurpationsfeindlichen, reproduktionsbedachten Jus Publicum Europaeum...