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IBMs Mainframe-Geschäftsgebaren steht wieder unter Beschuss.
T3, ein kleiner US-Hersteller von Mainframe-Hardware, will heute bei der EU eine Beschwerde gegen IBM einreichen, wie das 'Wall Street Journal' berichtet. IBM, so die Beschwerde, habe T3 mit unfairen Mitteln faktisch aus dem Markt gedrängt. Die Beschwerde muss von den EU-Wettbewerbshütern geprüft werden, die dann entscheiden, ob eine Anklage erfolgt.
T3 stellt aus Standardkomponenten bestehende Server her, auf denen über Emulatoren IBMs Mainframe-Software laufen kann, und ist damit einer der letzten übrig gebliebenen IBM-Konkurrenten im Mainframe-Hardware-Geschäft. Das in Florida beheimatete Unternehmen machte, wie President Steven Friedman dem 'Wall Street Journal' erklärte, bis 2006 jährlich 10 bis 20 Millionen Dollar Umsatz. Danach weigerte sich IBM, eine Lizenz für einen der Lieferanten von T3 zu verlängern und verkaufte T3-Kunden keine OS-Lizenzen mehr. Die Umsätze von T3 brachen fast gänzlich zusammen.
Ob die T3-Beschwerde Chancen bei der EU hat, scheint fraglich. IBM müsste gezwungen werden, seine Software an Konkurrenten zu lizenzieren. Voraussetzung dazu wäre eine sehr starke Marktdominanz. Big Blue beherrscht zwar das Mainframe-Geschäft, aber Mainframes werden von High-end-Servern mit anderen Betriebssystemen konkurrenziert.
T3 ist auch in den USA in einen juristischen Kampf mit IBM verwickelt. Das Unternehmen aus Florida hatte sich ursprünglich einer Klage von Platform Solutions, einem weiteren IBM-Konkurrenten und Technologielieferanten für T3, angeschlossen. IBM hatte darauf gegen beide Unternehmen Gegenklage wegen Patentverletzungen eingereicht
, was die Händel natürlich beendete. Es ist gut möglich, dass man auch bei T3 auf die gleiche "Lösung" des Konflikts hofft. (Hans Jörg Maron)