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Die Geschichten sind eindrücklich, in denen Unternehmer die Hauptrolle spielen. Am Anfang steht eine Idee, von der die Hauptdarsteller vollkommen besessen sind. Sie geben nicht auf, bis die Idee erfolgreich umgesetzt wurde.
Karl Elsener, Sohn eines Hutmachers, gründete 1884 den Schweizerischen Messerschmiedverband. Die ländlichen Regionen der Schweiz zählten im 19. Jahrhundert zu den Armenhäusern Europas. Elsener hatte ein klares Ziel vor Augen: Er wollte Arbeitsplätze schaffen und die Schweizer Armee mit Offiziersmessern beliefern. 1891 erfolgte die erste Lieferung, doch ein Jahr später gaben 25 Messerschmiede auf, weil ein Industriebetrieb im deutschen Solingen die Messer günstiger produzierte.
Schweizer Kultobjekt «Swiss Army Knife»
Messerschmied Elsener liess sich nicht entmutigen, obwohl er das ganze Vermögen verloren hatte. Es waren schliesslich seine Verwandten, die ihn vor dem Konkurs retteten. Er blieb dran, das Offiziersmesser wurde ein Erfolg, und Elsener konnte seinen Industriebetrieb aufbauen. Damit war der Grundstein für das «Swiss Army Knife» gelegt - und für eine der erfolgreichsten Schweizer Firmengeschichten. Neben der Beharrlichkeit, welche Unternehmer auszeichnet, waren Glück und Persönlichkeit des Tüftlers ausschlaggebend.
Wenn nun Carl Elsener, Nachfahre des Messerschmieds und Chef das Familienunternehmens Victorinox, zum Unternehmer des Jahres 2013 ausgezeichnet wird, ist dies letztlich eine Hommage an das reiche und tief verwurzelte Unternehmertum in der Schweiz. Unter den Top 10 der «Handelszeitung»-Rangliste finden sich neben den prominenten Peter Spuhler (Stadler Rail) und Nick Hayek (Swatch Group) weitere initiative Persönlichkeiten: Gabriela Manser (Mineralquelle Gontenbad), Jürg -Lä-derach (Läderach Confiseur), Jean-Claude Biver (Hublot) oder Sara und Christoph Hürlimann (Zahnarztzentrum).
Die Unternehmer und die KMU standen nicht immer derart im Rampenlicht. In den 1990er- und 2000er-Jahren liess man sich von den Managern blenden, die im Zuge der Globalisierung zu Superstars aufstiegen und sich entsprechend vergolden liessen. «Der Himmel hat keine Grenzen» lautete ihr Slogan. Eine entfesselte Finanzbranche, expandierende Grosskonzerne und fiebrige Börsengänge dominierten die Schlagzeilen – bis mit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 ein allmähliches Umdenken einsetzte.
Absage an pubertär-marxistische Vorstellungen des Staates
Plötzlich begannen auch die Vertreter des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse zu realisieren, dass sie in den Boomjahren ihren Blick zu wenig auf den Werkplatz und Indus-triestandort Schweiz, die KMU und die Unternehmer gerichtet hatten. Dafür brauchte es die Abzocker-Initiative von Unternehmer und Ständerat Thomas Minder, die primär als Blitzableiter für eine kochende Volksseele diente.
Auch die Diskussion um die 1:12-Initiative war für den Wirtschaftsstandort Schweiz wichtig. Mit der deutlichen Absage an die pubertär-marxistischen Vorstellungen der Jungsozialisten und ihrer Anhänger, wie der Staat und die Wirtschaft funktionieren sollten, sprachen sich die Schweizer klar für das hiesige Erfolgsrezept aus. Der Staat soll optimale Rahmenbedingungen schaffen, den Unternehmen aber möglichst viel unternehmerische Freiheit lassen.
Ein Blick ins benachbarte Frankreich zeigt, wohin ein übermächtiger Staat führt. Er steckt die gesamte Wirtschaft in ein regulatorisches Korsett, das die Unternehmer zusehends er-sticken lässt. Das ist genau das Gegenteil dessen, was den Erfolg der Schweiz und ihrer Unternehmer ausmacht. An diesen Säulen des Erfolgs zu rütteln wäre nicht nur fahrlässig, sondern schlicht und einfach dumm.