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Sprachmelodie in Gedichten
Ein Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main hat sich der Schnittstelle zwischen Musik und Sprache in drei aufeinander aufbauenden Studien gewidmet.
Gedichte haben je eine eigene Sprachmelodie, die auch als solche wahrgenommen wird. Diese lässt sich mittels statistischer Messgrössen beschreiben, wie dem sogenannten Wiederholungsmass, das auf Reim, Metrum- und Strophenstruktur basiert. In ihrer ersten Studie analysierten das MPI-Team mithilfe des Wiederholungsmasses Rezitationen von 40 relativ unbekannten deutschen Gedichten.
Sie fanden heraus, dass einzelne Gedichte beziehungsweise Strophen deutliche textgesteuerte Tonhöhen- und Tondauer-Konturen aufweisen, genau wie gesungene Lieder und andere Musikstücke. Dabei stellten sie fest, dass Gedichte mit höheren Wiederholungsmassen eher vertont worden waren als solche mit niedrigen Wiederholungsmassen. Je stärker die Sprachmelodie ausgeprägt ist, desto höher ist also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gedicht vertont wird.