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Die Diversifikation der brasilianischen Flora ist abhängig von der unterschiedlichen Beschaffenheit der Böden, den Reliefs und den Klimata. Die Originalvegetation hat grosse Veränderungen hinnehmen müssen, um für die produktiven Aktivitäten der Bevölkerung Raum zu schaffen. Allerdings sind noch 67,1% des brasilianischen Territoriums von der ursprünglichen nativen Vegetation bedeckt.
Diese kann man unterteilen in:
Amazonas-Regenwald, Atlantischen Regenwald (Küstenwälder), Araukarien-Wälder, Kokospalmen-Wälder, Cerrado, Pantanal, Caatinga, Campos, Restingas und Mangroven.
Um repräsentative Beispiele der wichtigsten Ökosysteme zu bewahren, wurden von der Regierung Schutzgebiete geschaffen, in Form von Nationalparks, biologischen und ökologischen Reservaten.
DER AMAZONAS-REGENWALD
Der Urwald selbst bedeckt mehr als 50% des brasilianischen Territoriums. Die Biologen unterteilen ihn in drei verschiedene Vegetationsformen, deren Klassifikation von ihrer jeweiligen Nähe zu einem Fluss abhängt.
Mata de Igapó
Ist eine Art „Wald unter Wasser“, den man in den Tiefebenen antrifft, die permanent vom Fluss überschwemmt bleiben. Die Victoria Régia (Wasserlilie) ist eine Symbol-Spezies dieser Vegetationsform.
Mata de Várzea
Hier handelt es sich um eine zeitweise überschwemmte Fläche, auf der z.B. die Seringueira (Latex-Baum) und viele Palmenarten wachsen. Auch grosse Bäume, wie der Jatobá (Hymenaea stilbocarpa) und der Maçaranduba (Mimusops elata) sind hier anzutreffen.
Mata de Terra Firme
Der Festland-Wald, ein Teil, der nie überschwemmt wird, und der auch den grössten Teil der Region bedeckt. Seine Bäume sind jene Urwaldriesen mit einer Höhe bis zu 65 Metern, und ihre Kronen sind in der Lage, bis zu 95% des Sonnenlichts abzuhalten – wie zum Beispiel die Castanha do Pará (Bertholletia excelsa), der Caucho (Sapium bogotense) und der Guaraná (Paullinea cupana).
Mangue Litorâneo
Die Küsten-Mangroven treten an tiefliegenden Stellen auf, die durch das Meerwasser überschwemmt werden. Charakteristisch sind ihre Luftwurzeln, die bei Ebbe sichtbar werden. Reich an organischem Material, spenden sie Schutz und Nahrung für eine fast unübersehbare Kette von Meereslebewesen.
Restinga
Dies ist die typische Vegetationsform der sandigen und salinen Terrains an der Küste. Sie setzt sich aus Pflanzen der Gattung „Herbaceae“ und verschiedenen Baumarten zusammen.
Die Caatinga
Diese Vegetations-Form besetzt die trockenen Gebiete des Nordostens. Ihre Allgemeinfärbung ist weisslich, wegen der fehlenden Feuchtigkeit des Bodens – die Tupi-Indianer nannten sie „Weisser Wald“ (Ca-a-tinga). Die Bäume haben Krüppelwuchs, ihre Rinde erinnert an Kork, mit vielen Dornen, und einige werfen ihre Blätter ab. Der Boden, trotz alledem, ist fruchtbar. Die Caatinga ist reich an Früchte tragenden Spezies. Viele der Pflanzenarten bringen Fasern hervor, Wachs und Pflanzenöle.
Der Cerrado
Dies ist die typische Vegetations-Form Zentral-Brasiliens. Sie präsentiert grasbewachsene Areale, ohne andere Pflanzen, und den „Cerradão“, wo die Grasebenen von Wäldern unterbrochen werden. Seine besonders charakteristische Vegetation besteht aus kleineren Bäumen mit Krüppelwuchs, mit grossen, dicken Blättern und einer dicken Rinde um den Stamm.
Das Pantanal
Umfasst ein Areal von 150.000 km2 (in seinem brasilianischen Teil) und erstreckt sich vom Südosten Mato Grossos und Westen von Mato Grosso do Sul bis zur Grenze mit Bolivien und Paraguay. Hier haben wir eine Kombination zwischen Wald, Cerrado und Sumpf-Vegetation, mit vielen Gräser-Arten dazwischen, was der Viehzucht in diesem Gebiet zugute kommt.
Mata Atlântica
Der Atlantische Regenwald kommt in Bahia, Minas Gerais, São Paulo, Paraná und Santa Catarina vor. Er gehört zur charakteristischen Vegetationsform der bevölkerten Areale, deshalb ist er auch schon fast ausgerottet. Heute muss man sich mit einem kläglichen Rest von 8% seines Originalbestandes begnügen, die man hauptsächlich in der Südostregion findet. Es handelt sich um sehr dichten, verschlossenen Wald, mit hohen tragenden Bäumen. Die häufigsten Spezies sind: Ipês (Tecoma ipe), Cedros (Cedrela fissilis), Palmiteiros (Euterpe edulis), Canelas (Lauraceae), Guapuruvus (Schizolobium excelsum).
Mata de Araucária
Typischer Wald der kühleren Zonen, der höheren Lagen und der Gebirge der Südregion – einige Bestände auch im Bundesstaat São Paulo. Der Name des Waldes stammt von seinem typischsten Baum, der „Araukarien-Fichte“ (Araucaria brasiliana), einem Nadelbaum Brasiliens. Diese Wälder sind relativ offen – die Frucht der Araukarie, der „Pinhão“, wird als Nahrungsmittel sehr geschätzt. Der Baum kann eine Höhe von 30 m erreichen. Grosse Bestände sind durch Raubbau verschwunden – sie wurden zum Hausbau und als Rohmaterial für die Zellulose- und Papier-Herstellung verbraucht.
Mata de Cocais
Palmenwälder verschiedener Spezies, die in der Regel in den Übergangszonen zwischen dem Amazonas-Regenwald und den Caatingas vorkommen. Sie sind reich an verschiedensten Palmenarten, wie zum Beispiel der Babaçu (Orbignia martiana) – benutzt zur Ölproduktion, oder der Carnaúba (Copernicia cerifera) – aus der man Wachs und Textilien herstellt.
Campos Gerais
Sind die Vegetations-Formen der südlichen Savannen- und Steppengebiete – besonders im Bundesstaat Rio Grande do Sul, wo diese Vegetation den Namen „Campanha Gaúcha“ trägt. Sie setzt sich aus immensen Grasflächen und Galeriewäldern zusammen, die einen Fluss an seinen Ufern begleiten. Die Grasflächen sind gute Weiden für die Viehzucht – Lebensgrundlage dieses Teils von Brasilien.