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Leserbrief
In der Schweiz einkaufen
Im «Matin dimanche» vom 17. Juli 2011 forderten Politiker verschiedenster Herkunft die Schweizer Bürger auf, im Ausland einzukaufen: Sie sollten so Druck auf die Preise und Händler in der Schweiz ausüben. Schlimm! Jeder würdige Politiker muss sich für die Schweiz einsetzen. «Kauft im Ausland ein» ist schlichtweg eine verantwortungslose Haltung. Es sind just diese Politiker, die für die Regelung der Preiskontrolle zuständig sind.
Ein Lohnempfänger, der seine Kaufkraft aufrechterhalten will, muss in der Schweiz einkaufen. Tut er das nicht, zwingt er seinen Arbeitgeber, entweder die Löhne anzupassen – sicherlich nicht in Form von Lohnerhöhungen – oder die Produktion ins Ausland auszulagern. Kurz gesagt: Arbeitsplätze in der Schweiz werden abgeschafft, Leute werden entlassen.
In Japan kauft ein Angestellter einer Autofabrik sein Auto bei seinem Arbeitgeber, auch wenn er mehr bezahlen muss, jedoch trägt er mit dieser Geste zum Wohlstand seiner Firma bei und sichert sich so seine Stelle. Muss man Japaner sein, um das zu verstehen?
Jene, die das Gegenteil behaupten, waren sicherlich nie in der Unternehmensführung tätig und haben auch bestimmt nie um den Erhalt von Arbeitsplätzen in einem extrem harten Arbeitsmarkt kämpfen müssen. Im Herbst werden die Urnen diese Politiker sanktionieren. Die Schweiz braucht Vertreter, welche die Wirtschaft und ihre Mechanismen kennen; Verteidiger unserer Schweiz und ihres Reichtums.
Autor: Sandro Arcioni, Sorens