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Heute wollen wir etwas über den Familienbetrieb des Campings „SUNRISE“ in Struga und des täglichen Lebens in Mazedonien berichten.
Mazedonien hat eine der schwächsten Volkswirtschaften Europas und befindet sich in einem Transformationsprozess, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Das Land hat mit hohen Arbeitslosenzahlen und einer schwachen Infrastruktur sowie fehlenden Investitionen zu kämpfen.
Mazedonien ist ethnisch gemischt. Neben der größten Volksgruppe, den Mazedoniern, die etwa 64 % der Gesamtbevölkerung stellen, gibt es eine große Minderheit an Albanern (25 %).
Auch kleinere Minderheiten von Türken (3,85 %), Roma (2,66 %), Serben (1,78 %), Bosniaken (0,84 %) und Aromunen/Meglenorumänen (0,48 %) sowie anderen Ethnien (1,04 %) sind vorhanden.
Durch diese Situation gab und gibt es immer wieder ethnisch motivierte Konflikte, vor allem zwischen Mazedoniern und Albanern. Nach den bürgerkriegsähnlichen Zuständen 2001 und dem danach unterschriebenen Friedensvertrag hat sich die Gesamtlage im Land deutlich verbessert. Eine gesellschaftliche Gleichstellung aller Ethnien ist jedoch immer noch nicht erreicht.
Bereits morgens um 0400 Uhr ertönt die Stimme des Muezzin aus dem Lautsprecher der örtlichen Moschee Kalishta . Danach kann wieder weiter geschlafen werden. Mazedonien ist eine gemässigte, islamische Republik. Die meisten Bewohner tragen keine Scharia und sind meist unaufällig westlich bekleidet. Mohamed – so nennen wir unseren Senior-Chef des Campings Sunrise arbeitete vor 23 Jahren noch in Glattbrugg in der Schweiz, wie er selbst erzählte.
Ob er allenfalls seine 1. Frau dabei hatte, wissen wir nicht, jedenfalls bezeichnete er zwei Söhne (ca. 35 und 25 Jahre alt) von unterschiedlichem Model und eine Tochter als seine Kinder.
Als wir am vergangenen Donnerstag hier ankamen empfing uns sein älterer Sohn (Geschäftsführer) in mazedonischer Sprache herzlich und bot uns – wie an anderer Stelle bereits berichtet – zwei Getränke an. Seine Tochter (20 Jahre) spricht fliessend englisch und ist im Service des kleinen Restaurants tätig. Hier genehmigten wir uns zum Abendessen einen einheimischen Fisch aus dem vor uns liegenden See.
Ich glaubte, es könnte eine Forelle gewesen sein doch sein mittlerer Sohn verneinte dies, den eine Forelle habe weisses Fleisch und dieses sei ja rot. Er nannte dann etwas aus „Zucht“ oder so etwas was wir jedoch nicht genau verstanden. Jedenfalls war der Fisch mitsamt Frites vorzüglich gebraten und wurde von ihm pünktlich um 1800 Uhr serviert. Uebrigens – nicht von ihm gebraten sondern von einer anderen Person welche sich zwischendurch als Koch betätigte.
Bei zwischenzeitlich regnerischem Wetter unter 17 Grad schalteten wir bei unserm Camper die Bodenheizung an. Der Muezzin hielt auch um 1230 und 1300 Uhr nachmals eine Ansprache doch niemand in unserer Umgebung kniete sofort Richtung Osten nieder. Ein besonderer Brauch dürfte dagegen das kleine 1. August Feuerwerk zwischen 2315 und 2330 Uhr von gestern gewesen sein, welches mich weckte, Heidy aber ruhig weiterschlafen liess.
Koordinaten: 41°09’37,3″N – 20°39’00.5″O
Email: <email-pii>
Der Camping/Stellplatz liegt etwa 3 km südlich von Struga und 800 m nördlich von Kalishta direkt am See. Der Seespiegel ist derzeit übervoll mindesten 1 Meter über Normalmass.
Ausser einer Familie mit zwei Kinder aus der Tschechei sind wir die einzigen Gäste und werde morgen Pfingstmontag zurück nach Albanien und dann nach Griechenland reisen.