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Die Schweizer Sport-Fans hatten an den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona wenig Grund zur Freude. Bis tief in die 2. Woche hatte man vergeblich auf eine Medaille einer Schweizerin oder eines Schweizers gehofft. Selbst Trümpfe wie Kugelstösser Werner Günthör stachen nicht.
Rosset eliminiert Hochkaräter um Hochkaräter
Am 6. August dann die Erlösung: Im Tennis-Turnier der Männer setzte sich Marc Rosset im Halbfinal gegen den klar favorisierten Goran Ivanisevic durch. Der damals 21-jährige Genfer, die Nummer 43 der Welt, schlug den in Barcelona an Nummer 4 gesetzten Kroaten glatt mit 6:3, 7:5 und 6:2 und zog in den Final ein. Das erste und letztlich einzige Edelmetall für die Schweiz war damit Tatsache.
Der Erfolg gegen Ivanisevic war ein weiterer Exploit von Rosset in Barcelona. Auf dem Weg in den Halbfinal hatte er zuvor mit dem Südafrikaner Wayne Ferreira, dem Weltranglisten-Ersten Jim Courier aus den USA und dem Spanier Emilio Sanchez 3 Hochkaräter eliminiert.
Episches Final-Duell mit Arrese
Nach dem Halbfinal-Sieg gegen Ivanisevic stand Rosset auf dem Weg zu Gold nur noch der Spanier Jordi Arrese im Weg. Am 8. August lieferten sich der Schweizer und der Spanier auf dem Sand in Barcelona einen epischen Kampf. Bei brütender Hitze und mit dem Publikum gegen sich rang Rosset Arrese nicht zuletzt dank 33 Assen in über 5 Stunden 7:6, 6:4, 3:6, 4:6, 8:6 nieder.
Rosset feierte mit diesem Sieg den grössten Erfolg seiner Karriere und bescherte der Schweiz mit seinem Triumph am vorletzten Olympia-Tag ein erfreuliches Ende der Spiele. Bis heute ist der Genfer der am schlechtesten platzierte Olympiasieger im Tennis.