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Die offenen Adern Lateinamerikas
„Die internationale Arbeitsteilung besteht darin, dass einige Länder sich im Gewinnen und andere im Verlieren spezialisieren“ – so beginnt Eduardo Galeanos bekanntestes Buch „Die offenen Adern Lateinamerikas. Die Geschichte eines Kontinents“. Der uruguayanische Autor ist diese Woche im Alter von 75 Jahren verstorben.
Die offenen Adern Lateinamerikas. Verständlich geschrieben. In einfachen Worten die Geschichte des südamerikanischen Kontinent seit der Kolonialisierung: Beschreibend wie der Kontinent ausgeblutet worden ist, einseitig auf die Interessen der Kolonialmächte ausgerichtet, und wie nach der Kolonialisierung die Ausbeutung fortgesetzt wird, bis heute.
Über 500 Jahre Geschichte eines Kontinents auf 300 Seiten, das geht nicht ohne Vereinfachung. Das Hauptaugenmerk der Wirtschaftsgeschichte auf der Abhängigkeit und Ausbeutung, das geht nicht ohne Vernachlässigung anderer Gesichtspunkte. Das tut der Grundaussage des Buches keinen Abbruch: Dass es Gewinner und Verlierer gibt, dass es reich Gewordene und arm Gemachte gibt, dass es Strukturen gibt, die ausschliessen und töten, dass es handelnde Akteure gibt und nicht eine unsichtbare Hand, die alles steuert, und dass das Leben von Riccardo aus Potosì mit dem meinen in Bern zu tun hat.