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Die Initiative „Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot“ verlangt, Versuche an Tieren und Menschen sowie den Import von Medikamenten, bei deren Entwicklung Tierversuche angewendet wurden, gesetzlich zu verbieten.
Tierversuche werden weltweit in der Forschung und bei der Entwicklung von Medikamenten, Therapien und Lebensmitteln sowohl zugunsten von Menschen, als auch von Tieren angewendet. Tierversuche dienen dazu, die Biologie der Lebewesen zu verstehen und daraus geeignete Massnahmen für die Gesunderhaltung und Gesundheits-Verbesserung zu erarbeiten. Ohne Tierversuche in der Schweiz in den vergangenen Jahren wäre das Gesundheitssystem in der Zeit vor fünfzig Jahren stehen geblieben. Heute gängige Therapien und Operationen müssten wir, vor allem auch bei untersagten Medikament-Importen, im Ausland durchführen lassen. Damit das auch zukünftig nicht der Fall ist, muss die Initiative abgelehnt werden.
Im Jahre 2020 wurden in der Schweiz an 19'000 Tieren Versuche mit starken Belastungen durchgeführt. Diese Anzahl mag hoch erscheinen. Es gilt aber zu bedenken, dass aufgrund solcher Versuche, hunderttausende von Menschen von Schmerz und Leid über mehrere Jahre hinweg befreit werden. Die Sachlage umzukehren, durch Verbot der Medikament-Entwicklung an Tieren, Menschen anstelle der Tiere leiden zu lassen, lässt sich nur mit einer übernatürlichen Tierliebe begründen. Sachdienlicher ist der ausgewogene Kompromiss der gegenwärtigen Schweizer Gesetzgebung, der weltweit den schärfsten Schutz der Tiere beinhaltet. Tierversuche dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung und nur dann durchgeführt werde, wenn keine Alternativen zur Klärung spezifischer Fragen verfügbar sind. Bei mehr als der Hälfte der Tierversuche wird den Tieren kein Schmerz zugefügt oder sie werden nur kleinen Belastungen ausgesetzt. Der aus den Versuchen resultierende Nutzen ist in vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Schmerzen erfahren Tiere im Übrigen nicht nur bei Tierversuchen. In der Natur ist ihr Leiden, durch Krankheit, Unfall, Hunger, Naturereignisse und nicht zuletzt durch aufgefressen werden, um ein Vielfaches grösser.
Gerade in der heutigen Zeit, mit weltweit sich ausbreitenden Virus-Infektionen, wird die Bedeutung der Tierversuche und die dadurch erarbeiteten medizinischen und therapeutischen Behandlungen als auch die Herausforderung der sich ändernden Lebensbedingungen zu meistern, von höchster Bedeutung. Im Jahr 2020 wurden zur Entwicklung und Erprobung von Medikamenten und Impfstoffen in Zusammenhang mit Corona an 1'328 Tieren Versuche, meist mit leichter Belastung (73 %), durchgeführt. Die Versuche hatten zum Ziel Impfstoffe und die Übertragbarkeit der Krankheit zu erforschen. Diese Versuche werden zur Überwindung der Pandemie und zum Abwenden von Todesfällen beitragen. Es wäre unvernünftig, der Wissenschaft Fesseln anzulegen und die in Erscheinung tretenden Gesundheitsprobleme tatenlos den Viren zu überlassen. Eine katastrophale Entwicklung wäre, beispielsweise auch bei Aids, voraussehbar.