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Dieser wird entweder von fettem, schlammigem Thon (dem Knick der Norddeutschen) oder von einem eigentümlichen Mergel (Wiesenmergel,
Alm in Südbayern) gebildet. Auch auf spaltenfreien Gesteinen, die ein Versinken des Wassers nicht gestatten,
und namentlich auf solchen, welche bei ihrer Verwitterung einen undurchlassenden Thon liefern, können Moore entstehen. Ferner
müssen die klimatischen Bedingungen einer schnellen Verdunstung des Wassers entgegenarbeiten, wie in regen- und nebelreichen
Gegenden, weshalb namentlich die gemäßigten Zonen die eigentliche
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Heimat der Moore bilden, während sie sich in der heißen Zone auf hoch gelegene Plateaus und auf undurchdringliche Wälder beschränken.
Außer durch die atmosphärischen Niederschläge, beziehen die Moore das Wasser aus Seen, Schnee- und Eisfeldern, aus Flüssen,
welch letztere sie oft saumartig umziehen. Ferner können Landseen mit flachen Ufern der Vermoorung unterliegen.
Von den Uferrändern aus zieht sich eine das Wasser überwuchernde Vegetation immer tiefer in den See hinein; schwimmende Vorposten
werden abgerissen, bilden bewegliche Inseln, auf denen sich eine reiche Sumpfflora ansiedelt, bis die Masse zu schwer wird
und zu Boden sinkt, um durch Wiederholung des Spiels eine immer mächtigere, das Wasser allmählich verdrängende
Schicht zu bilden, die sich endlich mit der vom Ufer her fortschreitenden Moorbildung vereinigt. So besitzt der Federsee in Oberschwaben
heute nur noch eine Wasseroberfläche von 256 Hektar, während er noch gegen das Ende des vorigen Jahrhunderts 1100 Hektar groß
war.
Ihr Hauptsitz sind die Ufer der Flüsse
[* 6] und Seen und zwar namentlich (den Bedürfnissen der aufbauenden Pflanzen entsprechend)
derer mit kalkhaltigem Wasser. Sie umsäumen die Wasserbehälter, vom Trocknen aus zum Nassen hin immer weiter wachsend.
Dieser Richtung des Wachsens entsprechend, besitzen sie eine flache, mitunter selbst nach dem Innern zu eingesenkte Oberfläche.
Ihre Torflager sind gewöhnlich nur 1-2 m mächtig, selten bis 3 m, ganz selten 6 m und mehr.
Hierher zählen viele norddeutsche Torflager, die Donau- und Isarmoore, die vertorfenden Seen etc. Die zweite
Art der Moore bildet sich in Mulden und Becken, in denen sich etwas Wasser ansammelt, das zunächst Kolonien von Sphagnum entstehen
läßt, auf denen sich dann besonders Erica und Calluna ansiedeln. Bei günstigen Wässerungsverhältnissen immer größere
und größere Kreise
[* 7] schlagend, gibt sich hier die Richtung der Ausbreitung durch eine Wölbung zu erkennen,
deren Gipfelpunkt im Innern bis zu 10 m höher liegen kann als der Rand, eine Eigenheit der Erscheinung, auf welche der Name
Hochmoor hinweist.
Die solchergestalt gebildeten und zusammengesetzten Moore, die sich in Norddeutschland, dann namentlich auch in den mittel-
und süddeutschen Gebirgen finden, besitzen meist stärkere Torflager als die Wiesenmoore, und es werden
aus der Emsgegend Mächtigkeiten bis zu 11 m, aus Südbayern solche von 7,5 m und darüber, aus dem Jura bis 12 m angegeben.
Endlich kommen Moore von gemischtem Charakter vor, indem bald Inseln mit Wiesenmooren in Hochmooren, bald mit Hochmooren in Wiesenmooren
auftreten. -
In schon abgebauten Torflagern
pflegt der Torf nachzuwachsen, wenn mit der Entfernung der Torfmasse nicht zugleich auch die
Ursachen zur Moorbildung hinweggenommen wurden. Nur wo (natürliche oder künstliche) Entwässerung und (natürliche oder künstliche)
Änderung des wasserundurchlassenden Untergrundes in einen durchlassenden vorliegt, unterbleibt das Nachwachsen, wie denn
die sogen. Fehnkolonien (s. d.) nur dort durchführbar sind, wo
eine gründliche Entwässerung und eine sorgfältige Entfernung der torfbildenden Masse stattfinden. -
Durch eigne Schwere und durch den Druck nachwachsender Generationen sinken die Massen zusammen, verdichten sich und unterliegen
einer stetig fortschreitenden Umsetzung, als deren gasige Hauptprodukte sich Kohlensäure und Kohlenwasserstoffe
bilden, während die Masse selbst schwärzer, homogener und reicher an Kohlenstoff wird. Die Gasexhalationen rufen mitunter
in der zähflüssigen Masse Aufblähungen hervor, welche, wenn das Magma den Rand übersteigt, zu Moorausbrüchen führen können.
Übrigens ist die große wasseraufsaugende Kraft
[* 9] des Torfs ebenfalls oft die Ursache solcher Aufblähungen und Ausbrüche. Das
Produkt des Vertorfungsprozesses, der Torf, besitzt keine bestimmte chemische Zusammensetzung und ist auch in seinen physikalischen
Eigenschaften je nach dem Grad, bis zu welchem die Umsetzung sich bereits vollzogen hat, bedeutend verschieden. So ist der
Torf bald schlammartig, bald dicht, hellgelb, dunkelbraun oder pechschwarz. Oberflächlich getrocknet, kann er 50-90
Proz. Wasser aufnehmen und gibt dasselbe in trockner Luft nur sehr allmählich ab, verliert aber diese
Eigenschaft, sobald er vollkommen ausgetrocknet ist.
angenommen haben. Ihn unterteufend und die untersten Lagen einnehmend, tritt häufig Pechtorf auf, schwärzlichbraun bis dunkelschwarz,
strukturlos, auf der Schnittfläche wachsglänzend. Die ungefähre Mitte zwischen beiden, zugleich aber auch stark mit Erdteilen
gemengt, hält die Torferde. Der Fasertorf ist eine dem Pechtorf ähnliche Masse, von Pflanzenteilen, die einen geringen Grad
der Zersetzung zeigen, durchzogen. Im Papiertorf ist unvollkommen zersetzte Pflanzenmasse in dünne, leicht voneinander abzuhebende
Lagen geteilt.
Der Bagger- oder Schlammtorf endlich stellt frisch einen Brei dar, welcher mit Netzen gebaggert oder geschöpft wird, getrocknet
aber fest und kompakt ist. Als gelegentliche Bestandteile finden sich im T., außer Fragmenten noch nicht
vollkommen zersetzter Vegetabilien, menschliche und tierische Reste. Erstere befinden sich meist in einem sehr vollkommnen
Erhaltungszustand. Besonders hervorzuheben sind außer den vertorften Pfahlbauten
[* 12] Knochen
[* 13] vom Riesenhirsch, vom Bos primigenius
und Elephas primigenius, weil dieselben für ein sehr hohes, bis in die Diluvialperiode zurückreichendes Alter der betreffenden
Moore zeugen, während die meisten Torfbildungen jüngern Datums sind und dem Alluvium angehören.
Die Gewinnungsweise des Torfs richtet sich nach der physikalischen Beschaffenheit desselben. Der Stechtorf wird
mittels Handspaten oder besonderer Maschinen in Stücke von regelmäßiger Ziegelform gestochen, an der Luft getrocknet und
als Loden von 314-525 mmLänge, 52-78 mmDicke und 105-157 mmBreite
[* 27] in den Handel gebracht. Das Abstechen des Torfs geschieht entweder
horizontal oder vertikal. Beim horizontalen Torfstich arbeitet man in der Weise, daß ein Brett neben den
Rand der Torfgrube gelegt wird, welches vom Rand so weit absteht, als die Lange der Loden beträgt; hierauf werden mit einem
scharfen herzförmigen Spaten der Länge und Breite nach vor dem Brette die Loden abgestochen; nach entsprechendem Weiterrücken
des Bretts wird dann das eben beschriebene Verfahren wiederholt. Ein zweiter, niedriger stehender Arbeiter
hebt die Torfstücke in 78-105 mmDicke ab, legt sie in einen bereit stehenden Schubkarren und fährt sie nach den Trockenplätzen.
Beim vertikalen Torfstich sticht der Arbeiter am Rande der Grube mit einem scharfen, mit zwei rechtwinkeligen Seitenkanten versehenen
Spaten (s. Textfig. 1) im Torfboden auf die Länge eines Ziegels nieder, schneidet dann mittels eines Stecheisens
das Torfstück an der untern Seite ab und bringt es später mittels des Schubkarrens zum Trockenplatz.
Bei dieser Handarbeit müssen die Moore vorher genügend entwässert werden; geschieht letzteres nicht, und muß der Torf unter
Wasser gestochen werden, so benutzt man besondere Stechmaschinen. Der auf vorstehend beschriebene
Art gewonnene Torf enthält oft noch 80-90 Proz. Wasser und wird in Haufen, auf Hiefeln oder auf Stellagen getrocknet, wobei der
Torf mindestens zwei Monate im Freien bleibt und bei andauerndem Regenwetter sehr große Verluste erleidet. Bei dem Trocknen auf
Hiefeln werden die Torfloden, nachdem sie einige Tage auf dem Boden gelegen haben, auf kleine, zugespitzte
Holzstäbe aufgesteckt, welch letztere an etwa 2 m hohen Pfählen angebracht sind.
BeimTrocknen auf Stellagen werden die Loden auf einem mit Dach
[* 28] versehenen Lattengerüst ausgebreitet und getrocknet. Dies letztere
Verfahren wird bei weniger konsistentem Torf angewendet. Erdiger, schlammiger Torf, welcher wegen mangelnden
Zusammenhangs kein Stechen zuläßt, wird gewöhnlich durch Schöpfen mit eisernen Eimern, deren Ränder geschärft sind, und
deren Böden aus einem Stück groben Zeugs bestehen, gewonnen (Baggertorf). Die Masse wird auf den geebneten Erdboden gegossen,
wo sich noch Wasser abscheidet, und dann in breiförmigem Zustand in einen flachen Raum, der durch aufrecht
stehende Bretter abgegrenzt ist, gebracht.
Wenn der Torf hier eine genügende Konsistenz erreicht hat, wird er in Formen gebracht, resp. zerschnitten. Das Austrocknen wird
wohl hierbei noch dadurch befördert, daß man die Masse durch Schlagen mit Knütteln oder Dreschflegeln bearbeitet, oder
daß Arbeiter mit Brettern, welche sie sich an die Füße geschnallt haben, darauf herumtreten. Modell- oder Streichtorf und
Backtorf werden gewonnen, indem man die Torfmasse in unregelmäßigen Stücken aus der Torfgrube nimmt, durch Schlagen mit
Hölzern oder Treten mit den Füßen oder mit Zusatz von Wasser durcheinander mengt und dann in entsprechende
Formen bringt. Besser als dieser Handtorf mit seinem geringen spezifischen Gewicht, wodurch große Feuerungsanlagen
[* 29] bedingt werden,
und seiner Neigung, beim Transport zu zerbröckeln, ist der Maschinentorf, dessen Substanz auf irgend eine Weise verdichtet wird.
Man preßt die Torfmasse entweder, nachdem sie zerkleinert und in Öfen
[* 30] getrocknet ist (Trockenpreßmethode,
System Exter-Gwynne), oder, sobald die Masse aus