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Kleinbrauereien erleben derzeit einen Boom in Brasilien, und das, obwohl der Bierkonsum in den vergangenen Jahren abgenommen hat. Der ist von 67,8 Litern pro Kopf auf 60,7 Liter gesunken. Die Zahl der Mikrobrauereien ist trotzdem um 91 Prozent gestiegen.
Laut offiziellen Zahlen gibt es in Brasilien derzeit 8.903 verschiedene Biertypen und Biermarken. Ein Teil von ihnen wird in kleinen Brauereien hergestellt. Von denen gab es im Jahr 2014 insgesamt 356. Drei Jahre später (2017) wurden hingegen 679 gezählt.
Produziert wird das Getränk aus Hopfen und Malz vor allem im Süden und Südosten Brasiliens. Dort befinden sich 80 Prozent der Brauerein des Landes. Vertreten sind sie mittlerweile aber in sämtlichen Regionen. Weiße Flecken sind lediglich die zwei nördlichen Bundesstaaten Acre und Amazonas.
Der Anteil der Mikrobrauereien am Gesamt-Biermarkt ist mit nur einem Prozent noch äußerst gering. Während die drei größten Biergiganten Brasiliens für die Produktion von 95 Prozent der Biere verantwortlich sind.
Die meisten der Kleinen setzen jedoch nicht auf den großen Markt, sondern auf den vor ihrer Haustüre. Das Ergebnis sind regionale Spezialitäten. Viele produzieren Biere, die für den europäischen Geschmack exotisch erscheinen.
Zum Hopfen und Malz mixen sie heimische Früchte der verschiedenen Regionen. Im Braukessel landen Kakaobohnen, Kokosnüsse, Acerola und auch die Früchte des im trockenen Nordosten Brasiliens heimischen Umbu-Baumes.