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Verstorben am 13. November 2020 im Alter von 91 Jahren.
Thomas Marthaler war seit 1974 ausserordentlicher Professor für orale Epidemiologie und Präventiv-Zahnmedizin. Seine langjährige Tätigkeit in der Kariesforschung führte zu beachtenswerten sozialmedizinischen Ergebnissen.
Nach dem Studium der Zahnmedizin arbeitete Thomas Marthaler zuerst ein Jahr lang an der Forsyth Dental Infirmary in Boston, wo er erste Kontakte zur wissenschaftlichen Zahnheilkunde hatte. Zurück in der Schweiz richtete er in der zahnärztlichen Praxis des Vaters eine eigene Privatpraxis ein und arbeitete dort nachmittags, während er morgens als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie der Universität Zürich tätig war.
1956 erhielt er eine Unterstützung aus dem Schweizerischen Nationalfonds, worauf er seine Praxis wieder schloss und sich ganz der Forschung widmete. Ein Jahr später wurde ihm, im Rahmen der Förderung des akademischen Nachwuchses an der Universität Zürich, ein weiterer Kredit zugesprochen. Seine wissenschaftliche Tätigkeit begann mit der Dissertation, einer Untersuchung über die mitotische Aktivität der Nebennierenrinde. 1958 begann er erstmals eine klinische Studie über die kariostatische Wirkung fluoridhaltiger Zahnpasten.
Thomas Marthaler führte während mehr als 40 Jahren Untersuchungen bei der Zürcher Schuljugend durch, die alle vier Jahre wiederholt wurden. 1969 wurde er zum Assistenzprofessor ernannt. In der Zeit von 1964 bis 2006 konnte er so zu einer 95-prozentigen Reduktion der Karies bei Jugendlichen in Zürich und der Schweiz beitragen. Mitverantwortlich für diesen Erfolg waren die Entwicklung und die Kennzeichnung von zahnfreundlichen Süssigkeiten. Marthaler entwickelte dafür ein zahnärztlich-epidemiologisches Befundsystem zur Messung der Zahnschädlichkeit von Süssigkeiten. Produkte, für die geringe Zahnschädlichkeit nachgewiesen werden konnte, erhielten die Möglichkeit diesen zahnmedizinischen Fortschritt im Marketing zu nutzen. Dazu initiierte er gemeinsam mit seinem Arbeitskollegen Prof. Dr. Mühlemann ein Signet, welches zahnfreundliche Produkte kennzeichnet. Dieses Signet, ein glücklicher Zahn unter einem Schirm, ist heute weltweit als «Zahnmännchen» bekannt.
Thomas Marthaler war hilfsbereiter Altruist und begabter Ländlerklarinettist.
Carlotta Superti-Furga