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Louis Spohr: «Die Letzten Dinge»
|LOUIS SPOHR||DAS WERK||DIE SOLISTEN||DAS ORCHESTER||DER CHOR|

Der Komponist Louis Spohr
Der Violinist, Komponist und Dirigent Louis Spohr, geboren am 5. April 1784 in Braunschweig, ist heute nicht vielen bekannt, obwohl er zu seiner Zeit einer der bedeutendsten Persönlichkeiten war und wesentliche Impulse zur Entwicklung des Violinspiels und der allgemeinen Bildung des Menschen gegeben hatte. Nachdem er sich neben dem Violinisten Pierre Rode an die Spitze der Geigenvirtuosen gearbeitet hatte, liess er sich, nach mehreren Kunstreisen und verschiedenen Aufenthalten u.a. in Wien und Frankfurt, 1822 in Kassel nieder. Viele Violinisten nahmen bei ihm Unterricht. Seine «Kasseler Schule» beruhte nicht nur im Unterrichten auf der Violine, für ihre Orchesterroutine mussten die Studenten auch Bratsche und mindestens ein Blasinstrument beherrschen können. Die Kammer- und Vokalmusik hatte bei Spohr ebenfalls einen grossen Stellenwert. 1822 wurde durch ihn der «Cäcilienverein» gegründet, mit welchem Spohr besonders Adelige und das «höhere Bürgertum» zum Chorgesang heranbilden wollte. Ab 1825 wurden zusammen mit der «Singakademie» regelmässige Karfreitags- und Pfingstkonzerte mit instrumentalbegleiteter Chormusik zur Aufführung gebracht. Spohr gab dem Musikwesen in Kassel neue Impulse, das Niveau des dortigen Orchesters stieg unter seiner Leitung stetig an. Am 22. Oktober 1859 starb Spohr in Kassel.
Die Violinschule von Louis Spohr (erschienen 1832) dokumentiert uns die Musizierweise von damals. Im ersten Teil geht Spohr auf den Bau der Violine und den Umgang mit ihr ein, im zweiten werden Grundkenntnisse der Notenkunde, der Haltung der Violine, Tonleitern, Arpeggien, Verzierungen etc. gelehrt, im dritten Teil äussert er sich über den «richtigen» und «schönen» Vortrag.
Für einen Solisten seiner Zeit war es üblich, dass man sich mit eigenen Werken dem Publikum vorstellte: es entstanden mehr als 15 Violinkonzerte, die er zur Uraufführung brachte. Weiter entstanden Konzerte, Sinfonien, kleinere geistliche Werke und Oratorien, Opern und Kammermusikwerke (für Streich- und Blasinstrumente und Klavier). Da seine erste Frau Dorette (Dorothea Henriette Scheidler, 1787-1834) u.a. eine hervorragende Harfenistin war, entstanden etliche Werke für Violine und Harfe bzw. für Harfe solo. Das Oratorium «Die Letzten Dinge» entstand 1826.
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