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Bis ins frühe Mittelalter wurde der Samstag, das heisst der jüdische Sabbat, als der geheiligste Wochentag gefeiert und die an diesem Tag geborenen Kinder waren in besonderer Weise gesegnet.
Um den Unterschied zwischen Judentum und Christentum deutlich zu machen wurde im 13. Jahrhundert, auf dem Konzil von Arles, der geheiligte Wochentag auf den Sonntag gelegt. Der Glaube, dass die am heiligen Wochentag geborenen Kinder besonders begabt seien, blieb bestehen und es entstand der Begriff «Sonntagskinder». Sonntagskindern sprach man besondere Fähigkeiten zu – sie konnten zum Beispiel dämonische Wesen erkennen und bekämpfen.
Der Glaube an die magischen Kräfte der Sonntagskinder nahm mit der Zeit ab. Sie konnten allenfalls noch den Tod von Menschen voraussagen. Aber auch diese Gabe war unerwünscht und liess die Betreffenden zu Aussenseitern der Gesellschaft werden. Die Fähigkeit, durch Handauflegen oder durch die Verabreichung besonderer Medizin heilen zu können, war dann schon viel sympathischer. Zuletzt glaubte man noch, dass ein derart begabter Mensch Glück bringen könne oder dass man für sich das Glück sichere, wenn man ein Sonntagskind berühre. I
ch meine, auch das ist vorbei und ich bin, als einer der an einem Sonntag auf die Welt gekommen ist, eigentlich froh darüber – auch wenn die Fähigkeit Glück zu bringen doch verlockend ist.
Alfred Ziegler, Kirchenpfleger
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