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Wenn ich beim Frühstück den Monde Diplomatique oder die WOZ lese, habe ich ab und zu das Gefühl, ich hätte etwas begriffen. Ein Satz, zwei Sätze, nur wenig vielleicht, und wie einer, der nach Worten sucht und dem es jetzt auf der Zunge liegt, versuche ich es auszusprechen, mir selber vorzusagen, doch dann kommt noch ein Biss, und noch ein Satz, ein Absatz gar, noch ein Artikel bevor ich mich ins Geschäft aufmache… Und irgendwo war doch noch etwas.
Über den Konsum, die Revolte des Einzelnen, über die Arbeitszeitreduktion, den Produktionsgewinn, die unausweichliche Verteuerung der nicht rationalisierbaren Dienstleistungen und dessen soziologischen Folgen (William Baumol, “The Cost Disease. Why Computers Get Cheapter and Health Care Doesn’t”, zitiert in Wie produktiv ist ein Streichquartett?), über die Muße, über die Klimaerwärmung und unsere Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen.
Das Problem ist nicht nur die Aufmerksamkeit der Informationskonsumenten sondern auch die Konzentrationsfähigkeit der Informationsproduzenten. Alles buhlt um meine Aufmerksamkeit, so dass ich kaum noch weiss, was ich selber denke. Was ich selber denken will.
Mal schauen, ob der Blog hilft, mich zu konzentrieren.
Tags: Politik