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Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura
Der dritte Bieler Bahnhof von 1923Region / Agglomeration Biel - Stadt Biel - übrige Orte - Bahnhöfe - Baustile
Zu Beginn der Planungsphase für den dritten Bieler Bahnhof schrieb die „Schweizerische Bauzeitung“:„Biel soll endlich einen neuen Bahnhof und Postbau erhalten, die der heutigen Bedeutung und Entwicklung der Stadt Rechnung tragen. Diese werden auf neuem, freiem Platz erstellt und nehmen zwei volle Seiten davon ein. Hier läge also für die schweizerische Architektenschaft wieder einmal eine Aufgabe vor, die ihrer schöpferischen Anstrengung würdig wäre.“ Die Zeitschrift bedauerte, dass die eidgenössische Baubehörde bereits wesentliche Vorgaben entschieden und nur noch einen Fassadenwettbewerb zugelassen hatte.
Für den Wettbewerb «zur Erlangung von Entwürfen für die einheitliche architektonische Gestaltung der Fassaden des neuen Bahnhofsgebäudes und des Postgebäudes» vom Juni 1916 konnten folgende Personen als Preisrichter gewonnen werden: der damalige Generaldirektor der SBB Wilhelm Otto Sand, der damalige Stadtpräsident von Biel Louis Leuenberger, der damalige Oberpostdirektor Anton Stäger, die Architekten E. Baumgartner aus Bern, Charles Chamorel aus Lausanne, Alphonse Laverière aus Lausanne, Martin Risch aus Chur, Robert Rittmeyer aus Winterthur, sowie Oskar Weber, der damalige Adjunkt der Eidgenössischen Baudirektion in Bern.
Die Entscheide der Preisrichter: Zwei Projekte von Moser & Schürch errangen den ersten und den zweiten Platz, nämlich das Siegerprojekt „Au pied du Jura“ und „Biel-Bienne ! – Alles aussteigen“.
Den dritten Platz erreichte der Entwurf „Chanterelle“ von Schnell und Thévenaz aus Lausanne, insgesamt wurden 7 von 45 Entwürfen rangiert. Die Ausführung wurde an Moser & Schürch vergeben.
Somit entstand ein neuklassizistisches Gebäude, das auf die Achse der Bahnhofstrasse ausgerichtet ist. Der Haupteingang ist als mächtige Tempelfront ausgebildet und wirkt wie ein neues Stadttor. Ein treffendes Symbol, dient ein Bahnhof doch als Tor zur Welt. Auf beiden Seiten des Mittelrisalits sind zwei Seitenflügel angebaut.
Quellen: Wikipedia / "Schweizerische Bauzeitung" vom 3. Februar 1917
Autor: Christoph Lörtscher / Quelle: Christoph Lörtscher, Biel 2010