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Die Ausnahme für Novak Djokovic, der die Australian Open dank einer Sondergenehmigung doch noch bestreiten darf, ruft bei der Konkurrenz unterschiedliche Reaktionen hervor.
Schnell wie ein Lauffeuer verbreitet sich am Dienstag die Meldung, dass Novak Djokovic wider Erwarten eine Sonderbewilligung erhält und seiner Mission Titelverteidigung beim Grand-Slam-Turnier in Melbourne nichts mehr im Weg steht. Nachdem der Entscheid viele kritische Reaktionen auslöst, versichern die Verantwortlichen mit Nachdruck, dass der Serbe im Vergleich mit anderen Spielern aber keine Sonderbehandlung geniesse.
Das sehen nicht alle Konkurrenten gleich. «Wenn ich nicht geimpft wäre, würde ich keine Ausnahmegenehmigung bekommen», nimmt Jamie Murray, der Bruder von Andy, bei einer Pressekonferenz am ATP Cup kein Blatt vor den Mund. Mit einer Prise Sarkasmus fügt er an: «Aber Glückwunsch an ihn, dass er sicherstellen konnte, nach Australien einreisen und am Turnier teilnehmen zu können.»
De Minaur und Schwartzman schweigen
Ähnlich sehen die Reaktionen auf der Pressekonferenz von Team Australien aus. «Ich kenne die Kriterien nicht, aber wenn er sie erfüllt, sollte er kommen dürfen», sagt der Australier James Duckworth, worauf ihn Teamkollege Alex de Minaur hochnimmt: «Sehr politisch korrekt von dir», so der 22-Jährige mit einem Lachen. «Ich finde es einfach sehr interessant. Mehr will ich dazu nicht sagen.»
De Minaur ist nicht der einzige Spieler, der sich bei der Thematik nicht auf die Äste rauslassen will. «Ich möchte nicht sagen, was ich denke», weicht der Argentinier Diego Schwarztman den entsprechenden Fragen aus und erklärt: «Ich denke nicht, dass wir etwas sagen müssen. Ich meine, wir sind hier, um zu spielen, und Novak hat bereits mit dem Turnier und der Regierung gesprochen, jeder spricht darüber. Also müssen wir Spieler uns damit abfinden.»
«Er sollte es besser wissen»
Weit weniger zurückhaltend äussert sich Noah Rubin, der in der Weltrangliste auf Position 391 abgerutscht und eher für seine klaren Statements bekannt ist. Rubin fordert von Djokovic eine klare Stellungnahme: «Ich habe mit ein paar Spielern gesprochen. Letztendlich ist es ganz einfach: Entweder organisierst du eine Pressekonferenz, oder du verfasst eine Mitteilung, in der du die Situation erklärst, warum du eine medizinische Sonderbewilligung erhalten hast.»
Mehr Informationen erhofft sich auch Toni Nadal, der Onkel von Rafael. «Es wäre gut, wenn Novak Erklärungen liefern würde. Ich glaube, das würde die Zweifel klären als Zeichen von menschlicher Sensitivität und Verständnis», so der 60-Jährige.
Dafür schon fast zu spät ist es für den 2018 zurückgetretenen Sam Groth. «Bei seiner Ankündigung am Dienstag hat er es verpasst, die richtigen Töne zu treffen. Er sollte es besser wissen», wählt der Australier in seiner Kolumne deutliche Worte und fügt an: «Ich halte Djokovic immer noch für einen der Grössten aller Zeiten, aber mit der Grösse kommen auch die Erwartungen. Und er versagt jedes Mal. Er lässt seine Mitstreiter im Stich und lacht den Viktorianern ins Gesicht.»