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Im Kontext der Säuglingssozialisation im Wandel, die einhergeht mit einem gewissen gesamtgesellschaftlichen Bedarf an Orientierung, wenn nicht sogar mit einer Ratlosigkeit in Bezug auf familiäre Rollengestaltungen, ging die Arbeit der Frage nach, auf welche kulturellen Vorgaben und Deutungsangebote Eltern zurückgreifen können, um ihr Leben mit ihren Säuglingen zu gestalten. Es wurde davon ausgegangen, dass Ratgeber und somit auch die Elternbriefe der Pro Juventute, einen solchen Zugang ermöglichen. Die konkrete Fragestellung lautete daher: Was genau bieten die Elternbriefe ihrer Leserschaft an Deutungsangeboten und kulturellen Vorgaben zu den verschiedenen Rollenbildern von Familie, Eltern, Mutter, Vater und Kind? Das heisst, die Briefe wurden untersucht im Hinblick darauf, inwiefern sie gesellschaftliche Entwicklungen abbilden und welche Verhaltensweisen zum Zusammenleben mit Kindern sie vorschlagen. Dabei wurde der Gender-Aspekt bei allen drei Forschungsfeldern immer mitgedacht. Die Untersuchung der verschiedenen Rollenbilder wurde entlang von drei ausgewählten, in der Forschung beschriebenen, gesellschaftlichen Entwicklungen durchgeführt und die Ergebnisse der Quellenauswertung somit in einen sozialhistorischen Kontext eingeordnet werden. Es sind dies die drei folgenden Forschungsfelder: 1. Pluralisierung der familialen Lebensformen, 2. Verwissenschaftlichung des kindlichen Sozialisationsprozesses, 3. Konzeptualisierung des Kindes als Akteur.
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