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Karpaltunnelsyndrom, Nerven-Engpasssyndrome
Nein, es hat meist nichts mit der Durchblutung zu tun, wenn einige Finger kribbeln, es grueselt oder die ganze Hand einschläft. Die häufigste Ursache für diese Symptome und Schmerzen ist ein Engpass im Verlauf eines Nerven, das so genannte Karpaltunnelsyndrom. Wird ein Nerv in seinem Verlauf eingeengt, kommt es in seinem Versorgungsgebiet zu Gefühlsstörungen, Schmerzen und Muskelschwäche. Zahlreiche Engpassyndrome sind bekannt: Karpaltunnelsyndrom, Kubitaltunnelsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom und andere.
Warnsymptome
Typischerweise sind Zeige- und Mittelfinger sowie der Daumen betroffen. Nächtliches Einschlafen der Hand und brennendes Taubheitsgefühl im Bereich des Daumenballens und des Zeigefingers können erste Anzeichen sein. Schmerzen und Gefühlsstörungen auch am Tag mit Ausstrahlung in den Arm folgen. Ein Karpaltunnelsyndrom kann auch beidseits auftreten (50-60%). Ähnliche Beschwerden wie beim Karpaltunnelsyndrom können auch bei einer Nervenwurzelreizung z. B. bei einem Bandscheibenschaden an der Halswirbelsäule auftreten, was durch eine neurologische Untersuchung ausgeschlossen werden kann.
Was will der Arzt wissen?
Die Diagnose des Karpaltunnelsyndroms stützt sich auf die typische Schilderung der Beschwerden, die neurologische Untersuchung und die elektrische Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneuromyographie). Neuerdings erlaubt die hochauflösende Sonographie, den Nerven selbst in seinem Verlauf darzustellen, womit die Diagnosesicherheit nochmals erhöht wird.
Symptome
Wird ein peripherer Nerv geschädigt, so treten Schmerzen, Gefühlsstörungen, Kraftminderung oder Lähmungen auf. Das Karpaltunnelsyndrom kann schleichend mit Einschlafen der Hand beginnen oder zum Beispiel nach starker Belastung oder in der Schwangerschaft akut auftreten. Der eingeengte Nerv ist in diesem Fall der mittlere Handnerv, der Nervus medianus.
Zu Beginn ist die Hand meist tagsüber symptomfrei. Im weiteren Verlauf kommt es zu ausstrahlenden Armschmerzen, die oft bis zur Schulter reichen und den Schlaf stören. Das Schütteln der Hände lindert dieses Symptom meist rasch, bis man erneut erwacht. Je länger der Druck auf den Nerven anhält, umso stärker und anhaltender werden die Symptome. Durch eine bleibende Taubheit der Finger wird die Fingerfertigkeit gestört: So gelingt zum Beispiel das Knöpfschliessen nur schwer, der Verschluss einer Kette kann kaum noch geöffnet werden. Der kleine Finger ist von dieser Taubheit meist ausgespart.
Beim Kubitaltunnelsyndroms ist eine Kompression des Ellennerv (Nervus ulnaris, das „bös Öderli“) am Ellenbogen die Ursache. Taubheitsgefühle an der äusseren Handkante und am Ring- und Kleinfinger und eine Schwäche der Fingermuskulatur weisen darauf hin.
Beim Tarsaltunnelsyndrom ist eine Kompression des Nervus tibialis am Fuss im Bereich des Innenknöchels die Ursache. Die Folge sind Schmerzen und Missempfindungen am Vorfuss und an den Zehen.
Häufige Ursachen
In den meisten Fällen entstehen Engpassyndrome, ohne dass eine genaue Ursache gefunden wird. Beim Karpaltunnelsyndrom wird der Nervus medianus (Mittelnerv) unter einem Band (Ligamentum carpi transversum) eingeengt. Dieser Tunnel am Handgelenk wird mit dem Alter, bei Frauen sehr viel häufiger als bei Männern, zunehmend enger, bis der Nerv durch diesen Druck Schaden nimmt. Als Risiken für die Verengung des Tunnels werden wiederholte einförmige Handgelenksbewegungen, Hormone in der Schwangerschaft, Übergewicht, Computerarbeit, Vibrationsarbeit etc. angeführt.
Wesentlich seltenere Ursachen für ähnliche Symptome wie beim Karpaltunnelsyndrom kommen aus dem rheumatischen Formenkreis oder durch Entzündungen der Nerven (z.B. Borreliose).
Behandlung und Massnahmen
Engpasssyndrome sind meist gut zu behandeln. Die konservative Therapie mit Handgelenkschiene oder Kortisoninjektionen helfen bei leichteren Fällen des Karpaltunnelsyndroms. Durch eine Operation, bei der der Nerv wieder Platz erhält, werden die Beschwerden meist sehr rasch und dauerhaft gelindert.