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| Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe

LXVII. (Mauriner-Ausgabe Nr. 223)
7.
Doch nicht der Brief ist der Grund der Trennung. Der Vorwand zur Spaltung ist ein anderer. Ich schäme mich, ihn zu nennen und hätte immer ihn verschwiegen, wenn nicht die gegenwärtigen Vorkommnisse mich in die Notwendigkeit versetzt hätten, im Interesse so vieler ihren ganzen Plan aufzudecken. Die guten Leute meinten nämlich, ihre Gemeinschaft mit uns stehe ihnen hindernd auf dem Wege zur Wiedererlangung der Macht. Und weil sie sich bereits festgelegt hatten mit der Unterzeichnung eines Glaubensbekenntnisses, das wir ihnen vorgelegt hatten, nicht aus Mißtrauen gegen ihre Gesinnung — offen gestanden —, sondern zur Beseitigung des Verdachtes, den die Mehrzahl unserer gleichgesinnten Brüder gegen jene hegte, so haben sie, um nicht wegen jenes Bekenntnisses ihre Aufnahme bei den jetzigen Machthabern1 zu gefährden, von der Gemeinschaft mit uns sich losgesagt und als Vorwand für den Bruch dieses Schreiben ersonnen. Der augenscheinlichste Beweis für unsere Behauptungen ist der, daß sie sich öffentlich von uns losgesagt haben und beliebige Klagen gegen uns ersannen und das Schreiben überall herumsandten, ehe sie es an uns schickten. Denn schon sieben Tage zuvor, ehe wir den Brief in die Hand bekamen, wurde er bei andern gesehen, welche ihn von andern empfangen hatten und wieder an andere schicken wollten. Hatten sie doch beschlossen, einer sollte ihn dem andern geben, damit er so rasch im ganzen Lande [S. 267] verbreitet würde. Das wurde schon damals von denen erzählt, die uns über ihr Treiben aufs genaueste Aufschluß gaben. Wir glaubten aber schweigen zu müssen, bis derjenige, der das Verborgene offenbart, ihre Anschläge mit den sichersten und unwiderleglichen Beweisen aller Welt kundgeben würde.
1: Zu denken ist an Euzoius von Antiochien (vgl. Brief Nr. 226 (der Mauriner-Ausgabe) c. 3), der augenblicklich beim Kaiser Valens in hoher Gunst stand.