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Paul Hubschmid, (Prof. Higgins, in der deutschsprachigen Berliner Erstaufführung am 26. Oktober 1961, im Theater des Westens) schrieb in seinem Buch “Schöner Mann, was nun?: “Am Sonntag, dem 13. August 1961, stieg ich in Berlin aus dem Flugzeug. Ein schicksalhafter Tag. In der Nacht war die Stadt durch Stacheldraht zweigeteilt worden. Der Mauerbau hatte begonnen. Der Flughafen war voller Menschen, die die Stadt panikartig verliessen, darunter auch einige Kollegen.
In der Tat bedeutete die neue Situation ein erhebliches Risiko auch für die geplante, teure Produktion. Die Veranstalter hatten eine lange Laufzeit mit Zuschauern aus dem ganzen Berlin und dem östlichen Hinterland kalkuliert.
Die Aufführungsrechte waren an die Bedingung geknüpft, dass die Brodway-Inszenierung haargenau übernommen würde. Die Dekorationen von Oliver Smith, die Kostüme von Cecil Beaton – von Elizas Blumenhut bis zum Westenknopf von Higgins und natürlich auch das Arrangement für die Schauspieler. Die Übersetzung besorgte Robert Gilbert, der in Ascona sass und sich weigerte, nach Berlin zu kommen. Er hatte Angst vor den Russen. Hans Wölffer, Wolfang Spier, der die Dialogregie führte, und ich sassen jeden Tag zusammen, um die Texte durchzugehen. Für Rückfragen und Gegenvorschläge telefonierten wir stundenlang mit Ascona. Eines Abends begegnet ich Friedrich Luft (Anmerkung d.R.: der gefürchtete Kritiker Berlins). „Herr Hubschmid, verraten Sie mir doch bitte eine Kleinigkeit. Ich weiss, dass es streng geheim gehalten wird, und ich werd’s auch nicht weitersagen, aber ich möchte es unbedingt wissen: Wie habt ihr das berühmte „The rain in Spain stays mainly in the plain“ übersetzt?“ Ich weihte ihn ein: „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh’n!“ „Genial!“ strahlte er.
Spätestens bei diesem Song hätte es einem warm werden sollen ums Herz während der Vorstellung von MFL in Luzern, aber es blieb kalt wie das aktuelle Wetter!
Apropos aktuell: Der Inhalt des guten Stückes, mit witzigen, weisen Dialogen, ist es nach wie vor! Es bräuchte überhaupt nicht aktualisiert werden. Nun, der Ehrgeiz beinahe aller heutigen Theaterschaffenden ist, es unbedingt anders machen zu wollen.
Hervorzuheben sind in ihrer hervorragenden Darstellung: Eliza, (Marie-Luise Dressen), Oberst Hugh Pickering, (Christoph Künzler), besonders Alfred P. Doolittle, (Patrick Zielke), Mrs. Higgins, (Heidi Maria Glössner), Freddy Eynsford-Hill, (Robert Maszl) und der Chor mit den schmissigen Tanzeinlagen. Nicht zu vergessen, die Statisterie des Luzerner Theaters.
Die eigene Akustik des schönen, kleinen Stadttheaters Luzern wäre auch ohne die überhöhte technische Tonverstärkung ausgekommen.
Dem Luzerner Sinfonieorchester (Musikalische Leitung, Florian Pestell) gebührt ein Extradankeschön. Sie verwöhnten das Ohr der Zuhörer.
Epilog:
My Fair Lady ist eine Musicalverfilmung aus dem Jahr 1964, deren Handlung auf dem gleichnamigen Bühnenmusical von Alan Jay Lerner (Text) und Frederick Loewe (Musik) nach dem Stück Pygmalion von George Bernard Shaw basiert. Der Film wurde bei der Oscarverleihung 1965 als beste Produktion des Jahres ausgezeichnet.
text: irène hubschmid
fotos: luzerner theater, ingo höhn
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