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Der in Benin aufgewachsene und in Amsterdam lebende Künstler Meschac Gaba setzt sich seit Mitte der 90er Jahre mit seiner Interpretation eines Museums für zeitgenössische afrikanische Kunst auseinander. Sein Museum ist eine Kritik an museologischen Institutionen nach westlichen Vorstellungen und gleichzeitig die Utopie eines Modells für eine noch zu schaffende Institution.
Anlässlich der Ausstellung South Meets West (2000) in der Kunsthalle und im Historischen Museum Bern hatte Gaba einen Museumsshop eingerichtet und Originalkunstwerke, Multiples und Drucke von befreundeten oder anonymen Künstler/innen sowie Kunsthandwerk, Bücher, Kleider und Spiele angeboten. Auch Kalotten, Osterhasen oder Schmuckstücke aus zerschredderten und zusammengepressten Banknoten konnten in diesem Bazar erworben werden. Das aus dem Verkehr gezogene Geld geriet somit in veränderter Form wieder in Umlauf.
Ein Jahr später wurde Meschac Gaba eingeladen, den Informationsraum der Kunsthalle im Untergeschoss zu gestalten. In einem roh zusammengezimmerten Kiosk und auf verschiedenen Ständern präsentierte er Kataloge der Kunsthalle, Bücher aus dem Schriftentausch, Kunstzeitschriften und Videos. Ein Computer ermöglichte kostenlosen Internetzugang. Die Kataloge und Zeitschriften wurden nicht wie in eine Bibliothek eingereiht („in Afrika klassifiziert man nicht wie in Europa“); von allen musste die Umschlagseite wie ein Bild sichtbar sein („einem Besucher wendet man nicht den Rücken zu“). Auf alle Regale und Tische, ja auf die Videomonitore, hatte Meschac Gaba aus afrikanischen Banknoten ausgeschnittene Rondellen geklebt.
Damit will er uns vor Augen führen, dass Information nie gratis ist, sondern einen ernormen Geldfluss generiert. Sein Berner Inforaum hinterfragt auf subtil-perverse – weil spilerische und ironische – Art und Weise die gegenseitigen Abhängigkeiten von Information und Geld, von Kunst und Markt, von Norden und Süden, von wirtschaftlicher Dominanz und Unterdrückung.