Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03162.jsonl.gz/3185

Anfang, Ursprung und Herkommen des Thurniers inn Teutscher Nation
Mit handschriftlichen Vermerken auf Vorsatz; mit zeitgenössischen Kommentaren auf eigenen Blättern
Man geht heute davon aus, dass die ersten 14 Turniere frei erfunden sind und man erst ab dem 15. Turnier den Angaben, von obenerwähnten Datierungsfehlern abgesehen, einigermaßen vertrauen darf. Die Angaben über die früheren Turniere dienen demnach dem Zweck, die adelige Turnierberechtigung zu legitimieren und sie besonders gegen bürgerliche Ansprüche abzusichern. In der Einleitung zu seinem Turnierbuch schreibt Rüxner, dass er zu dessen Verfassung durch ein „Tracträtlin“ des Augsburger Bürgers Marx Wirsung veranlasst wurde. In dessen Ausführungen werde aber die Position des Adels falsch dargestellt, weshalb er „auß phlichten schuldig“ sei, „dieselben zu corrigirn und endern, nach erkentnus des rechten Originals“. Er erläutert dann weiter, dass ihm von Johann Kirchberger, dem Vikar des Stifts St. Mauritius zu Magdeburg ein in Niederdeutsch geschriebenes Turnierbuch übergeben worden sei, das er mit dessen Hilfe ins Hochdeutsche übersetzte und das dann von Kirchberger verbrannt worden sei. Somit sei sein Turnierbuch die einzige Beschreibung des älteren Turnierwesens.[7] Der Text der Ausgabe des Turnierbuchs von 1530 enthält die Beschreibung von insgesamt 36 Turnieren, die zwischen 938 und 1487 stattfanden bzw. stattgefunden haben sollen. Die Beschreibungen beinhalten eine komplette Aufzählung aller Teilnehmer.