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Mit einem überzeugenden 6:2-6:3-Sieg gegen den Österreicher Dominic Thiem wahrte Roger Federer an den ATP Finals in London seine Chancen auf die Halbfinalqualifikation.
Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Trat Federer am Sonntag gegen den Japaner Kei Nishikori noch unsicher und äusserst fehlerhaft auf, ergriff er gegen Thiem sofort die Initiative, fand schnell seinen Rhythmus, schaffte früh ein Break und liess den Österreicher in der Folge nie mehr ins Spiel kommen.
Je zwei Breaks pro Satz waren klarer Ausdruck der deutlichen Überlegenheit des 37-jährigen Schweizers. Nach nur 66 Minuten nutzte er seinen zweiten Matchball und wahrte so seine Chancen auf den Einzug in die Halbfinals. Dafür muss er wahrscheinlich am Donnerstag gegen den bisher ungeschlagen und sehr überzeugend aufspielenden Kevin Anderson gewinnen, am besten in zwei Sätzen.
Die Ausgangslage ist äusserst delikat. Zum einen wird ein Sieg gegen den 2,03 m grossen Wimbledonfinalisten, der am Dienstag Nishikori gleich mit 6:0, 6:1 deklassierte, ein ganz hartes Stück Arbeit. Zum andern könnte bei einem Erfolg neben Federer und Anderson auch Nishikori auf zwei Siege kommen, wenn er Thiem ebenfalls bezwingt.
Dann entscheiden die Sätze oder bei Gleichstand sogar die Games über das Weiterkommen. Anderson und Federer hätten da nach ihren klaren Zweisatz-Erfolgen sicher gute Karten. Sollte Federer verlieren und Thiem gegen Nishikori gewinnen, hätten diese drei Spieler jeweils einen Sieg. Auch dann würden Sätze oder Games über den zweiten Halbfinalplatz entscheiden.
Völlig überraschend kam Federers Reaktion auf die enttäuschende Leistung vom Sonntag nicht. Bei seinen mittlerweile 16. ATP Finals gewann er zum 16. Mal seine zweite Partie des Turniers. Erst einmal, 2008, als er unter einer Lebensmittelvergiftung litt, scheiterte der Masters-Rekordsieger bereits in der Gruppenphase.
Thiem machte ihm die Aufgabe mit 34 unerzwungenen Fehlern allerdings auch ziemlich einfach. Im ersten Satz war Federer in jedem Aufschlagspiel des zwölf Jahre jüngeren Niederösterreichers nahe an einem Break, zum 2:1 und zum 5:2 nutzte er seine Chancen auch.
Nachdem der Basler Thiem auch zu Beginn des zweiten Durchgangs gleich im ersten Game den Service abgenommen hatte, war bereits mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Zwar steigerte sich der Chelsea-Fan aus Lichtenwörth im zweiten Satz wie gegen Anderson, zur Wende reichte es jedoch bei Weitem nicht. Er kam in der gesamten Partie zu keinem Breakball.
Federer verlor bei eigenem Aufschlag nur sechs Punkte und zeigte sich nicht nur spielerisch deutlich verbessert, er packte diesmal auch seine Möglichkeiten resolut und stellte so in der Bilanz der Direktbegegnungen mit Thiem auf 2:2. (pre/sda)