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Johann Christian Bach (1735–1782) war der jüngste Sohn von Johann Sebastian Bach, er wurde auch der Mailänder oder Londoner Bach genannt. Als Komponist der Frühklassik hatte er großen Einfluss auf den Stil des jungen Mozart.
Johann Christian gilt als Lieblingssohn seines Vaters und erbte nach dessen Tod drei Pedalklaviere im Wert von je 50 Talern und 38 Taler Bargeld. Nach dem Tod des Vaters zog er nach Berlin zu seinem Halbbruder Carl Philipp Emanuel Bach, der ihn zu einem virtuosen Pianisten ausbildete.
1754 reiste Johann Christian Bach nach Italien und trat in Mailand in die Dienste des Grafen Agostino Litta, der ihm ein Kontrapunktstudium bei Padre Martini in Bologna finanzierte. Bis 1760 komponierte Bach Instrumentalwerke für das Privatorchester des Grafen und einige grössere Kirchenmusikwerke, darunter eine Messe, ein Dies irae, ein doppelchöriges Magnificat und ein Te Deum.
1760 konvertierte er zum Katholizismus und wurde zweiter Organist am Mailänder Dom. Neben seiner Tätigkeit als Kirchenmusiker begann er auch für die Oper zukomponieren und wurde dadurch auch im Ausland bekannt. Die britische Königin Sophie Charlotte engagierte ihn 1762 als ihren persönlichen Musiklehrer. In Mailand wurde er für ein Jahr beurlaubt, kehrte aber nie zurück und blieb 10 Jahre in London.
Von besonderer Bedeutung ist die Begegnung mit Wolfgang Amadeus Mozart, der 1764 und 1765 zusammen mit seinem Vater in London weilte. Im April 1764 musizierten Johann Christian Bach und der 8-jährige Mozart erstmals gemeinsam. Leopold Mozart empfahl seinem Sohn die gefälligen Kompositionen Bachs ausdrücklich zur Nachahmung.
Orgelmusik von Johann Christian Bach
Obwohl Johann Christian Bach einige Jahre als Kirchenmusiker tätig war, komponierte er keine gottesdienstliche Orgelmusik. In London schrieb er drei Konzerten für Orgel und Orchester, welche aber beim Publikum gegenüber den populären Konzerten von Georg Friedrich Händel nicht besonders gut ankamen. Seine Spielweise wurde als „der Orgel nicht gemäss“ empfunden.