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Die Ermatinger Kirche ist eine der wenigen Kirchen im Kanton Thurgau, die auch heute noch paritätisch genutzt wird.
Reformiert und katholische Christen feieren ihre Gottesdienste und Kasualien im gleichen Gebäude.
Gründung
Die dem heiligen Albin (einem fränkischen Fürstensohn und späteren Bischof) geweihte Kirche wurde vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet.
Die Katharinenkapelle im ehemaligen Turmchor stammt aus dem Jahre 1387.
Bemerkenswert ist der Salvatorkopf am Schlussstein des Deckengewölbes: ein lächelnder Christus (s. Foto oben).
Mittelalter
Das Schiff wurde 1488 und der polygonale Chor 1494 erbaut. Im Schwabenkrieg (die Deutschen sagen "Schweizerkrieg") 1499 wurde das Langhaus zerstört und 1501 in der heutigen Form wieder aufgebaut.
Reformation
1524 brachte Pfarrer Alexius Bertschin das Gedankengut Luthers nach Ermatingen, floh in der Folge nach den Drohungen der Frauenfelder Landvögte, die die Reformation nicht zulassen wollten, wieder nach Konstanz.
Erst nachdem 1529 Bern den reformierten Glauben angenommen hatte und sich in der Folge auch im Thurgau die reformierte Konfession ausbreitete, kam Bertschin als evangelischer Pfarrer nach Ermatingen zurück.
Da protestierte allerdings der Reichenauer Abt gegen die "Besetzung der Frühmesspfründe" und schickte 1536 einen katholischen Geistlichen als Frühmessner und katholischer Priester nach Ermatingen.
Seit dieser Zeit teilen sich Reformierte und Katholiken die Kirche.
Umbau
In den Jahren von 1696 bis 1780 erfolgte ein grosser Umbau, insbesondere wurden die Schiffsdecke mit Stukkaturen versehen und das Chorgewölbe bemalt. Die Deckengemälde des Konstanzer Malers Franz Ludwig Hermann zeigen Abbildungen von verschiedenen Kirchenvätern, grossen Päpsten und Heiligen. Die drei Statuen im Chor stellen Maria mit dem Kind, den Kirchenpatron St. Albin und die Märtyrerin St. Katarina dar.
Jede Kirche ist nicht nur ein historischer oder kunsthistorischer Ort, sonder vor allem ein Raum, wo über Generationen hinweg Menschen Gott gesucht und gefunden haben.