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Bis in die Zeit der Romantik kannte man kaum Touristen. Reisende waren vor allem Pilger, Kreuzfahrer ins Heilige Land aber auch Reisläufer, fahrende Gesellen, Händler und Marktfahrer. Für sie alle gab es Unterkünfte in mittelalterlichen Städten, in Postgasthäusern und in Hospizen an den Passwegen. Die ersten Gasthöfe entwickelten sich aus Häusern von Privatpersonen, die Reisende beherbergten.
Erste Wurzeln eines modernen Tourismus finden sich in den Badeorten, – am bedeutendsten war Baden – wo übrigens auch die sozialen Schranken zwischen den Geschlechtern niedriger waren als üblich. Wer keine Heilquelle vorzuweisen hatte, erklärte sich zum Luftkurort. Die Vorstellung von der Heilkraft der reinen Alpenluft, der ländlichen Ruhe und der simplen Ernährung hat Johanna Spyri 1881 in ihrem Roman «Heidi» beschrieben.
In den 1830er–Jahren begann der Bau von Grosshotels, vorwiegend in den Städten an den grossen Schweizer Seen. Dieser neue Bautyp setzte die drei tragenden Säulen für das Programm der Hotels im 19. Jahrhundert fest: aussichtsreiche Lage, standesgemässer Komfort und eine Infrastruktur für Vergnügen und Sport. Nach 1860 entdeckte man die Höhenlage, die eine spektakuläre Aussicht bot und zugleich als Ausgangspunkt für die Eroberung der Berggipfel diente.
Die Hotelarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts war geprägt von einer vorher nie gekannten Vielfalt an historisierenden Stilen. Die Bauten waren geprägt von der Palastarchitektur und kurz vor 1900 tauchte auch der Hotelname «Palace» zum ersten Mal auf. Charakteristisch für diese Anlagen war ihre Distanz zu den Dörfern der einheimischen Bevölkerung. Im Innern dieser Grand Hotels funktionierte das Leben wie in der autarken Welt eines Ozeandampfers. Die Gäste hatten alles, um, den Aufenthalt zu geniessen: Essen, Unterhaltung, Körperpflege, Sport. Dies veranlasste Alphonse Daudet in den 1880er–Jahren zu seiner Satire «Tartarin», worin er die Schweiz als riesigen Kursaal beschreibt.
Bild: Swiss Historic Hotels