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Die Grenze durch den Bodensee fehlt auf der Meteo-Karte aus gutem Grund: Weder mit Österreich noch mit Deutschland gibt es Staatsverträge, die den Grenzverlauf durch den Bodensee festlegen.
Anders beim Genfersee: Dort war im Jahr 1957 das «Abkommen zwischen der Schweiz und Frankreich über die Festlegung der Grenze im Genfersee» in Kraft getreten.
SRF-Mediensprecher Christoph Siegrist erklärt den fehlenden Grenzverlauf durch den Bodensee auf der Meteo-Karte damit, dass «der Grenzverlauf nicht geregelt ist, weil Deutschland, Österreich und die Schweiz sich uneinig sind, wie die Grenze definiert sein soll».
Deshalb gilt auf Teilen des Bodensees, was wir als Buben über den Rhein bei Basel erzählten: Wenn man den Finger ins Wasser steckt und er nach Kühen stinkt, ist man noch auf Schweizer Seite. Stinkt der Finger nach Schweinen, ist deutsches Territorium erreicht.
14 Kilometer umstrittene Grenze zwischen der Schweiz und Österreich
Zum Grenzverlauf zwischen der Schweiz und Österreich ist im WikiVisual Folgendes nachzulesen:
«Die Grenze zwischen Österreich und der Schweiz hat eine Länge von insgesamt 180 Kilometern nach Schweizer Auffassung oder von 166 Kilometern nach Auffassung Österreichs. Die Differenz erklärt sich mit dem ungeklärten Grenzverlauf im Tiefenbereich des Obersees, eines Teils des Bodensees.
Während die Schweiz davon ausgeht, dass der Obersee des Bodensees im Sinne einer Realteilung den Anrainerstaaten zuzurechnen ist, herrscht in Österreich die Kondominiumstheorie vor, der zufolge das Gebiet des ‹Hohen Sees› (also ab einer Seetiefe von mehr 25 Metern) gemeinsam verwaltetes Gebiet aller Anrainerstaaten sei.»
31 Kilometer umstrittene Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland
Die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland hat nach deutscher Auffassung eine Länge von 316 Kilometern, nach Schweizer Auffassung aber von 347 Kilometern. Die Differenz von 31 Kilometern hängt mit dem ungeklärten Grenzverlauf auf dem Obersee genannten Teil des Bodensees zusammen.
Karte des Bayerischen Landesamts für Vermessung und Geoinformationen. Grosse Auflösung der Karte hier.
Vorkriegsgrenzen von 1937
Das Schweizer Fernsehen verzichtet wohl zu recht darauf, die Schweizer Gebietsansprüche auf dem Bodensee in der Wetterkarte zu markieren. Anders handhabten es die Westdeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg: Bis Anfang der Siebzigerjahre waren auf den Karten in den staatlichen westdeutschen Zügen die Vorkriegsgrenzen von 1937 eingezeichnet. So weit wollte das deutsche Fernsehen nicht gehen: Es zeigte für das Wetter eine Karte von Deutschland und den Nachbarstaaten, auf der – im Gegensatz zu heute – gar keine Grenzen sichtbar waren.
Bis 1806 ein freier Binnensee
Die Grenzen durch den Bodensee sind ein Jahrhunderte alter Streit. Ulrich Nachbaur schreibt in seinem «Beitrag zur Geschichte der Landesgrenzen seit 1805»:
«Ungeklärt und umstritten waren und blieben die Hoheitsverhältnisse auf dem Bodensee. Diese territoriale Frage stellte sich theoretisch erst seit 1648, seit dem offiziellen Ausscheiden der Schweizer Eidgenossenschaft aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches. Bis dahin, so ein rechtshistorischer Kern der Kondominiumslehre, war der Bodensee rechtlich ein freier Binnensee des Alten Reichs, das 1806 ein Ende fand.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine