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Canzlei des Stadtrathes
ZÜRICH.
Zürich,
25. April 1865.
Hochgeachteter Herr!
Ihrer Äußerung vom letzten Samstag über die Abordnung, welche der Stadtrath zur Eröffnung der Bülach–Regensberger bahn zu bezeichnen hatte, glaubte ich entnehmen zu sollen, daß es Ihnen erwünscht gewesen wäre, mich mit der Abordnung erscheinen zu sehen. Jedenfalls hätte ich einer Abordnung des Stadtrathes in diesem Falle aus naheliegenden politischen Gründen besonders gerne Folge gegeben; der Stadtrath überhob mich aber der Mühe, indem bei der Abordnung meiner gar nicht gedacht, sondern Herr Mousson und (nach einigen Ablehnungen), Herr Pestalozzi delegirt wurden. Ich glaubte, Ihnen vor dem Vorgange vertraulich Kenntniß geben zu sollen, damit Sie es nicht etwa Mangel an politischem Verständniß von meiner Seite zuschreiben, wenn ich bei diesem Anlasse nicht erscheinen werde. |
In der wichtigen Angelegenheit der Gewinnung einer englischen Baugesellschaft für die hiesige Stadt hoffe ich Ihnen in den nächsten Tagen einige Mittheilungen, welche ein Gelingen der Sache in ziemlich sichere Auskunft nehmen lassen, machen zu können. Eine Reise des Herrn Schoch z. Falkenburg nach London hat die Angelegenheit einem entscheidenden Wendepunkt zugeführt. Der engl. Ingenieur, mit dem er zunächst verkehrte, heißt I. D. Ikin und hat u. A. die unterirdische Eisenbahn in London gebaut; von ihm soll heute oder morgen von 1 oder 2 engl. Capitalisten ersten Ranges eine Vollmacht an Hn Schoch zum Abschluß eines vorläufigen Vertrages mit Staat und Stadt eingelangen. Sobald ich die Namen dieser Capitalisten kenne, werde ich Ihnen Weiteres berichten.
Genehmigen Sie die erneuerte Versicherung meiner vollkommnen Hochachtung und freundschaftlicher Ergebenheit.
Dr E. Escher