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annabelle.ch: Welches sind Ihre typisch pariserischen Gewohnheiten?
MARIE COURROY: Ich beobachte die Menschen in der Metro, laufe viel, benutze die Vélib und Autolib (Velos und Elektroautos, die man sich in ganz Paris nach Bedarf ausleihen kann), flaniere und träume dabei.
Was fehlt Ihnen am meisten, wenn Sie auf Reisen sind?
Die alten Mauern und die Geschichte. Jedes Mal, wenn ich zurückkomme, habe ich den Eindruck, die Schönheit meiner Stadt neu zu entdecken. Ausserdem vermisse ich: eine gute Bäckerei, die praktische Metro, um mich in einer Stadt zu bewegen, die guten Bistrots und die hübschen Boutiquen.
Wie sehen Sie die Pariserin?
Ungezwungen, unbeschwert, unterhaltend, natürlich und spontan.
Welche Pariserinnen inspirieren Sie?
Ich bin nicht sicher, ob es sich um Pariserinnen handelt. Ich habe keine spezifische Faszination für «die» Pariserin, eher für schöne und unabhängige Frauen. Mir gefallen Frauen mit leicht gebräunter Haut, die barfuss gehen, mit einer gewissen Attitüde, die an Sonne und Meer erinnert: die junge Brigitte Bardot.
Welches sind Ihre «schlechten» pariserischen Angewohnheiten?
Eher französische Angewohnheiten: Ich versuche immer, in einer Warteschlange beim Bus oder im Kino zwei bis drei Personen zu überholen, mir ist immer zu kalt oder zu warm, ich spreche laut ins Handy im Treppenhaus meines Wohnhauses und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das kommt bei den Nachbarn nicht so gut an.
Und Ihre guten Angewohnheiten?
Ich bin freundlich und kann mich entschuldigen. Ich versuche, in der Metro nicht zu telefonieren, um nicht alle zu stören.
Fühlen Sie sich als Pariserin?
Ich fühle mich mit Paris verbunden. Ich liebe die Stadt und fühle mich hier wohl. Man sagt, die Pariser sind unfreundlich und unzufrieden. Das mag stimmen, aber ich übersehe das, ich sehe nur, was mir gefällt: die Schönheit der Stadt und das Privileg, hier leben zu können.
Wo entspannen Sie sich?
In meiner Wohnung! Ich lebe mit Batignolles-Quartier im 17. Arrondissement von Paris. Hier fühle ich mich wohl und mein Quartier ist wie ein kleines Dorf mit vielen kleinen Läden: Metzgerei, Fleischerei, Käsehändler, Bäcker, Konditor, Schokoladenhersteller … Ausserdem ist das Quartier sehr grün, ich könnte nicht leben umgeben von anderen Gebäuden.
Wie können Sie abschalten?
Ich besuche jede Woche einen Keramikkurs, bei dieser manuellen Tätigkeit kann ich total abschalten und mich entspannen.
Welcher süssen Sünde können Sie nicht widerstehen?
Ganz klar: der Schokolade, in allen ihren Formen. Dabei muss die Schokolade nicht von einem bekannten Patissier kommen. Ich liebe Kinderschokolade, und auch eine Tafel von Milka mit Tuc-Biscuits machen mich glücklich!
Ihr Power-Look als Pariserin?
Blazer und Hose von Modetrotter, T-Shirt und Sneakers.
annabelle-Pariskorrespondentin Tanja Ursoleo berichtet für uns regelmässig über das, was die typische Pariserin ausmacht. In ihrem Lifestyleblog Missindustrious.ch lesen Sie weitere spannende Interviews und Backstage-Reports aus der Welt der Mode.
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