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Kreuzbandriss beim grossen Hund
Welche Hunderassen sind betroffen?
Zu einem Riss/Anriss des vorderen Kreuzbandes kann es bei jedem Hund kommen. Grosse schwere Hunde sind jedoch mit bis zu 66% der wegen eines Kreuzbandes operierten Hunde deutlich überrepräsentiert. Bei Zwerghunden, wie z. B. Yorkshire Terriern oder Zwergpudeln, kann ein vorderer Kreuzbandriss auch in Zusammenhang mit einer Kniescheibenluxation auftreten. Bei diesen Patienten muss chirurgisch, neben dem gerissenen Kreuzband, auch die luxierte Kniescheibe korrigiert werden. Grosse Hunde erleiden Kreuzbandrisse in jüngeren Lebensjahren (durchschnittlich mit 4,9 Jahren), wohingegen kleine Hunde zum Zeitpunkt der Erkrankung älter sind (durchschnittlich 8 Jahre). Es gibt bestimmte grosse Hunderassen, die eine Prädisposition für die Erkrankung haben. Hierzu zählen Boxer, Bullmastiff, Chow Chow, deutsche Doggen, Rottweiler, Labrador und Golden Retriever. Eine neuere Studie konnte für die drei zuletzt genannten Hunderassen nachweisen, dass diese Hunde wegen ihrer stärker nach hinten geneigten Unterschenkel-Gelenksfläche häufiger Kreuzbandrisse erleiden als andere. Ausserdem haben sterilisierte Hündinnen und zu dicke, fettleibige Hunde ein erhöhtes Risiko einen Kreuzbandriss zu entwickeln.
Wie bereits erwähnt muss zwischen einem kompletten Riss und einem Anriss des vorderen Kreuzbandes unterschieden werden. Hunde mit einem kompletten Riss sind deutlich lahm und brauchen das betroffene Bein fast nicht mehr. Diese Verletzung kann z.B. beim Spielen, Katze hinterherrennen oder aber auch ohne grosse Belastung auftreten. Nach einigen Tagen bessert sich diese Lahmheit etwas, wobei ohne Operation der Hund niemals lahmheitsfrei werden wird.
Bei einem Anriss des vorderen Kreuzbandes, wie er vor allem bei grossen Hunden zu sehen ist, haben die Tier Mühe beim Aufstehen, laufen sich aber nach einigen Schritten wieder ein. Eine längere Belastung des Beines führt aber nach einiger Zeit wieder zu einer Verschlimmerung der Lahmheit.
Ein Riss sowie ein Anriss des vorderen Kreuzbandes ist kein Notfall, sollte aber, um weitere Folgeschäden zu vermeiden, innerhalb einer Woche operiert werden.
Die Diagnose vorderer Kreuzbandriss kann vom Tierarzt anhand einer orthopädischen Untersuchung gestellt werden. Hierzu ist keine Narkose nötig. Mit dem "Schubladentest" wird der Tierarzt die Stabilität des vorderen Kreuzbandes prüfen. Der so genannte "Sitztest"ist bei Hunden mit einem Riss, aber auch Anriss des vorderen Kreuzbandes positiv. Dies bedeutet, dass durch die entstandene Entzündung im Knie das Gelenk verdickt und der Hund nicht in der Lage ist, es schmerzfrei voll zu beugen. Zur Entlastung wird er deshalb das betroffene Knie nach aussen stellen.
Beim Verdacht auf einen Kreuzbandanriss wird der Tierarzt eine seitliche Röntgenaufnahme des betroffenen und des gegenseitigen Knies anfertigen, um die Diagnose zu bestätigen, das Ausmass der Arthrose des Kniegelenkes zu beurteilen und sicherzustellen, dass das andere Knie in Ordnung ist.
Dieser Artikel ist erschienen im Hundemagazin
Verlangen Sie eine Probenummer unter Tel. 044 / 835 77 35
Autor:
Dr. med. vet. C. von Werthern
Fachtierarzt für Chirurgie, Fachtierarzt für Kleintiere
Dipl. ECVS (europ. dipl. Spezialist für Kleintierchirurgie)
6210 Sursee LU