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Die Geschichte des Wolseley

1895 baute Herbert Austin sein erstes Fahrzeug, einen direkten Vorgänger der Wolseley-Automobile. Wolseley war bis dahin in der Produktion von Schafschermaschinen und im Fahrradbau tätig gewesen. 1900 wurde sie vom Rüstungskonzern Vickers übernommen, Austin blieb bis zur Gründung seiner eigenen Automobilfirma als Ingenieur bei Wolseley. In dieser Zeit entstanden diverse Fahrzeuge, die dank hervorragender Qualität zum Ansehen der Firma beitrugen.
Unter John Davenport Siddley als Direktor, stellte die Firma zwischen 1905 und dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges grössere und kleinere Limousinen her, aber auch Busse und Lastwagen.
Während des Krieges produzierte Wolseley Waffen, Munition, Schiffs- und Flugzeugmotoren sowie gepanzerte Fahrzeuge. Das wohl bekannteste Produkt war der Viper-Flugzeugmotor mit obenliegender Nockenwelle nach den Plänen von Hispano-Suiza.
1926 geriet die Firma in Konkurs und wurde versteigert. Den Zuschlag erhielt William Morris, der spätere Lord Nuffield. Dadurch kam er vor allem in den Besitz einer leistungsfähigen Motorenentwicklungsabteilung von der die Marken MG und später auch Morris profitieren konnten. Zwischen 1927 und 1935 entwickelte Wolseley eine eigenständige Modellpalette mit unterschiedlichen Karosserietypen und Motorengrössen. 1934 wurde das beleuchtete Kühleremblem eingeführt, das jeden Wolseley von weitem erkennbar machte

1935 verkaufte William Morris die Firma an den Morris Konzern. Von nun an wurden gewisse Fahrzeugkomponenten sowohl für Morris- als auch für Wolseley-Fahrzeuge verwendet. Waren sich die Fahrzeugtypen beider Marken hinsichtlich Mechanik sehr ähnlich, so hob sich Wolseley durch mehr Luxus klar von Morris klar ab.
Während des Zweiten Weltkrieges produzierte Wolseley wieder in grossem Stil für die Rüstungsindustrie. Unter anderem stellte die Firma die Horsa-Glider, die bekannten Lastensegler für die Luftlandungen am D-Day (Pegasus Bridge) her.
Nach dem Krieg wurde mit der bisherigen Modellpalette gestartet. Bald folgte der Wolseley Eight mit selbsttragender Karosserie, eine Luxusversion des Morris 8. Es folgte die Typen 4/50 als Parallelmodell zum Morris Oxford und der 6/80, das Pendant zum Morris Six, beide jedoch mit obenliegender Nockenwelle.
1952 erfolgte der Zusammenschluss des Nuffield-Konzerns mit der Austin Corp. zur British Motor Corp. (BMC). Im Herbst des gleichen Jahres erschien der von Gerry Palmer entworfene Wolseley 4/44, der als MG-Limousine geplant war. Ihm folgte der 6/90, der bereits den 6-Zylinder BMC-Motor hatte.
1958 präsentierte BMC die neue Modellreihe, entworfen von Pinin Farina. Alle im Konzern zusammengefassten Marken führten die gleichen Modelle, aber mit unterschiedlichen Ausführungen. Der letzte Wolseley wurde 1975 produziert, kurze Zeit nach der Überführung der BMC in den British Leyland-Konzern.
Hier endet der Name, der seit der Pionierzeit über viele Jahre hinweg in der englischen Automobilindustrie Geschichte geschrieben hat. Die vielen heute noch erhaltenen Fahrzeuge lassen die Marke aber weiterleben. Die unzähligen Enthusiasten auf der ganzen Welt pflegen ihre Autos als ein Kulturgut und möchten dieses auch kommenden Generation überliefern. Nicht nur in England gibt es Leute, die sich auch für den politischen und historischen Hintergrund der Marke und ihrer Personen interessieren. In der Schweiz und im ganzen deutschsprachigen Raum setzten sich die Austin-Morris-Wolseley-Freunde dafür ein, die Fahrzeuge und die Erinnerung an einen grossen Namen zu erhalten.
Hier einige Patente der Firma Wolseley: