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Die Loire ist 1012 Kilometer lang. Bekannt als Loiretal ist aber die Region zwischen Orléans und Saumur. Hier findet man eine Vielzahl an Schlössern und malerischen Städten. Viele Touristen besuchen die bekannten Schlösser. Es gilt, keinen Schlösser-Marathon zu absolvieren, sondern sich drei auszulesen.
Das Loiretal ist eine liebliche, harmonische Landschaft. Wer sich Zeit nimmt, wird von der Loire, den Nebenflüssen und Seitenkanälen und den Dörfern abseits vom Touristenstrom begeistert sein. Das Loiretal kann man am besten mit dem Fahrrad, wandernd oder mit dem Auto entdecken.
Historisches
Entlang der Loire gibt es 400 Schlossanlagen zu entdecken. Während des Hundertjährigen Krieges von 1337 bis 1453 bildete die Loire die Grenze zwischen Frankreich und den von den Engländern besetzten Gebieten. Deshalb wurden hier Wehranlagen erbaut. In der Renaissance liessen Adelige auf den Grundmauern Schlösser erbauen. Im 15. und 16. Jahrhundert, der Zeit der Loire-Könige, spielte sich hier das gesellschaftliche Leben ab. Auch nach der Rückkehr des Hofes nach Paris wurden die Schlösser als Jagdschlösser und Sommerresidenzen genutzt. Ein gutes Beispiel ist das Schloss Chambord, das als Prestige-Objekt gebaut und eigentlich während der Renaissance nie wirklich bewohnt wurde. Lediglich prunkvolle Feste wurden hier abgehalten. Wer es besucht, ist beeindruckt, aber irgendwie fehlt die Seele. Es gilt sich drei Schlösser auszulesen, die irgendwie besonders sind, beispielweise Chenonceau, Cheverny und Chaumont.
Chenonceau
Einzigartig ist die Form des Wasserschlosses: Es ist eine Brücke über den Cher. Man nennt es auch Schloss der Damen. Diana von Poitiers veranlasste den Bau einer Brücke und die Anlage des Gartens. Später wurde sie von ihrer Rivalin Katharina von Medici aus dem Schloss vertrieben. Diese erweiterte die Gartenanlagen und liess auf die Brücke über den Cher eine Galerie im italienischen Stil mit Carrara-Marmor aufbauen. Faszinierend sind die Gärten, die vom amerikanischen Landschaftsarchitekten Nicholas Tomlan gestaltet werden. Zwei Floristen bestücken die Räumlichkeiten regelmässig mit frischen Blumenarrangement. Wer Blumen liebt, muss dieses Schloss unbedingt besuchen.
Cheverny
Seit mehr als sechs Jahrhunderten wird das Schloss Cheverny von derselben Familie bewohnt. Es gilt als das am grossartigsten möblierte Loireschoss. Da die Besitzerfamilie Jagden organisiert, wohnen über hundert dreifarbige Jagdhunde im Zwinger beim Schloss. Sie wurden speziell aus englischem Foxhound und französischem Poitevin gezüchtet. Der Zwinger wurde 1850 errichtet und 2012 restauriert. Selbstverständlich entspricht der Hundezwinger den gesetzlichen Vorschriften des Umweltschutzes, der Nutztierhaltung sowie des öffentlichen Gesundheitswesens. Auch der Küchengarten neben dem Hundezwinger ist sehenswert.
Das Schloss ist von einem Park im englischen Stil umgeben. Hier findet man prächtige Mammutbäume, Zedern und Linden, die zwischen 1820 und 1860 gepflanzt wurden. Den Park kann man auch per Elektroboot entdecken.
Kinder mögen die interaktive Ausstellung zur Welt von Tim und Struppi. In einem Band der Comics von Hergé kommt das Schloss vor.
Chaumont
Für diesen Park muss man sich Zeit nehmen. Hier finden sich nicht nur viele alte Bäume und weite Rasenflächen, dazwischen stösst man auch immer wieder auf Landart-Projekte namhafter Künstler. Katharina von Medici, Besitzerin des Schlosses und Anhängerin von Nostradamus und Ruggieri, den sie zu ihrem persönlichen Astrologen ernannte, übergab es später Diana von Poitiers. Das Schloss erlebte im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert seine intellektuelle Glanzzeit, als die Familie Le Ray de Chaumont abwechselnd den Bildhauer Nini, den Amerikaner Benjamin Franklin und den Schriftsteller Germaine de Staël beheimatete. Jedes Jahr werden im Rahmen des Internationalen Gartenfestivals überraschende Werke aus der internationalen Landschaftsgärtnerei neu gestaltet. Schloss Chamoun nennt sich das «erste Zentrum für Kunst und Natur», das sich vollständig der Beziehung von Natur, Kultur, künstlerischer Kreationen und landschaftsgärtnerischer Erfindungen, Kulturerbe und der Moderne widmet.
Stilvoll übernachten
Im Loiretal findet man Schlösschen und Herrenhäuser, wo man in alten Gemäuern stilvoll übernachten kann. Beispielsweise im «Le Manoir de Contres». Seine Besitzer, ein Franzose und eine Deutsche, die beide die Hotelfachschule in der Schweiz absolvierten, waren jahrzehntelang Hoteliers in Paris und erfüllten sich aufs Alter den Traum vom Landschlösschen mit dem Herrenhaus aus dem Jahr 1818. Hier isst man hervorragend, schläft tief in der ländlichen Ruhe und ist morgens fit für einen Besuch der nahen Loire-Schlösser.