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Die berühmte italienische Adels-Familie in
der Toskana widmet sich bereits seit 26 Generationen dem Weinbau und zählt zu
den grössten und bedeutendsten Wein-Produzenten und Handelshäusern Italiens.
Gründer war Giovanni di Piero Antinori im Jahre 1385. Er stammte aus einer
Florentiner Händlerfamilie mit langer Weinbautradition. Giovanni wurde
erfolgreich und so nahm die Weinproduktion, zusammen mit dem Seidenhandel und
dem internationalen Bankgeschäft, eine wichtige Stellung in den
Familien-Aktivitäten ein.
Über die Jahrhunderte hinweg hat sich eine hochwertige
Weinkultur entwickelt, der heutige Hauptsitz ist ein im Jahre 1469 fertiggestelltes Renaissance-Palazzo in Florenz (Palazzo Antinori).
Die Firma
wird heute von Piero Antinori geleitet, der Leitfigur der önologischen
Revolution, der in den letzten 30 Jahren die Qualität der italienischen Weine
wesentlich beeinflusst und verbessert hat. Unter anderem begann er als einer der
ersten mit Barrique-Ausbau zu experimentieren. Die Töchter Albiera, Allegra und
Alessia folgen der Familientradition und sind im Unternehmen in verschiedenen
Funktionen tätig. Niccolò Antinori, der Vater des jetzigen Besitzers, legte mit
hochwertigem Chianti- und Orvieto-Weinen die Basis für höchste Qualität. Der
Önologe Giacomo Tachis (eine lebende Legende des toskanischen Weinbaues) gab als
ehemaliger Kellermeister den Anstoß zur Verwendung der Rebsorte Cabernet
Sauvignon im Chianti-Gebiet. Der Besitz umfasst heute zahlreiche Weingüter und
Kellereien in den Weinbau-Regionen Apulien, Piemont, Toskana und Umbrien sowie
seit kurzem auch in Kalifornien mit einer Gesamt-Rebfläche von rund 1.200
Hektar. Der Gesamtbesitz ist weit größer, es wird auf einigen dieser Güter auch
Olivenöl erzeugt. Zusätzlich zählen noch zum Besitz drei Restaurants "Cantinetta
Antinori" in den Städten Florenz, Zürich und Wien.
Das Gut "Badia a Passignano" wurde im Jahre 1987 erworben und liegt in der Nähe
von Santa Christina. Es umfasst 50 Hektar vor allem mit Sangiovese bestockte
Rebflächen und zählt zu den besten Lagen im Gebiet Chianti-Classico. Weinbau hat
hier uralte Tradition. Der Heilige Giovanni Gualberto gründete im Jahre 1049 den
Vallombroser Orden, eine Abzweigung der Benediktiner, die sich auf Weinbau und
Forstwirtschaft spezialisierten. Hier wurde 1983 eine fossile Vitis vinifera
gefunden. Das Gut „Belvedere“ mit 106 Hektar liegt südlich der Hafenstadt
Livorno. Das nach der mittelalterlichen Burg benannte Gut „Castello della Sala“
nahe der historischen Stadt Orvieto in Umbrien wurde im Jahre 1940 gekauft. Auf
den 160 Hektar Rebflächen werden die Sorten Procanico (Trebbiano-Klon),
Grechetto (es werden Versuche mit verschiedenen Klonen gemacht), Chardonnay,
Sauvignon Blanc und Pinot Nero kultiviert. Neben vielen anderen Weinen wird hier
der Orvieto-Classico produziert. Das Gut „Guada al Tasso“ (Furt des Dachses)
liegt bei Bolgheri an der toskanischen Küste und umfasst 300 Hektar. Es wird der
DOC-Weißwein Bolgheri und der nach dem Gut benannte Rotwein (aus Cabernet
Sauvignon, Merlot und Syrah) produziert. Im Jahre 1994 wurde hier eine Rebschule
angelegt, um vor allem Vermentino, aber auch Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc,
Merlot und Sangiovese für die anderen Güter zu vermehren. In unmittelbarer
Nachbarschaft liegt das Gut Ornellaia, das früher Ludovico Antinori (jüngerer
Bruder von Piero) gehörte.
Das im Jahre 1990 erworbene Gut "La Braccesca" in der Nähe von Montepulciano
umfasst 243 Hektar Rebflächen und ist mit Prugnolo Gentile (Sangiovese), Merlot
und Syrah bestockt. Es wird ein Vino Vino Nobile di Montepulciano produziert.
Das Gut "Pèppoli" wurde im Jahre 1985 anlässlich der 600-Jahre-Jubiläums der
Antinori als Weinerzeuger erworben und umfasst 62 Hektar Rebflächen, die vor
allem mit den Sorten Sangiovese sowie kleinen Mengen Merlot und Malvasia
bestockt sind. Hier wird der DOCG Chianti-Classico erzeugt. Das nach einem
Bahnhof benannte Gut "Pian delle Vigne" in der Nähe von Montalcino wurde im
Jahre 1995 erworben und umfasst 60 Hektar Rebflächen. Hier wird Brunello di
Montalcino erzeugt. Das Gut "Tignanello" wurde bereits Mitte des 19.
Jahrhunderts von einer Nebenlinie des Medici-Geschlechtes gekauft und liegt im
Herzen von Chianti-Classico, 30 Kilometer südlich von Florenz. Es umfasst 147
Hektar Rebflächen mit den berühmten Einzellagen Tignanello (47 ha) und Solaia
(10 ha). Der Rotwein Tignanello aus den Sorten Sangiovese, Cabernet Sauvignon
und Cabernet Franc gilt als "Vater" der populären VdT- und IGT-Weine, der so
genannten Super-Toskaner. Hier wird auch mit verschiedenen Sangiovese-Klonen
experimentiert. Zusätzlich werden auch die weißen Sorten Malvasia und Trebbiano
kultiviert. Das ehemals Ruffino und nachher Francesco Giuntini-Antinori
gehörende Weingut "Selvapiana" in Pontassieve mit rund 40 Hektar Rebfläche ist
nun in Besitz von Stucchi Prinetti, einem weiteren Zweig der Antinori. Weitere
große Weingüter in der Toskana sind Fonterutoli, Frescobaldi, Ricasoli und
Ruffino.

Palazzo
Antinori - bisheriger Hauptsitz
Palazzo Antinori, Stadtresidenz der Familie,
befindet sich in Piazza Antinori, wenige Schritte vom Fluss Arno entfernt. Im
Palast, Meisterwerk der Renaissancearchitektur mit ca. 50 Räumen, befinden sich
seit 1506 die Büros der Marchesi Antinori und die Wohnstätte der Familie. Er
wurde von Giuliano da Maiano 1461 erbaut und von Baccio d‘Agnolo 1543 vollendet.
Das Antinori-Wappen wird der berühmten Künstler-Familie Della Robbia
zugeschrieben.
Die Renaissance-Fassade aus Naturstein war weltweit Vorbild für viele Paläste.
Im Erdgeschoß befindet sich ein schöner Hof mit Garten, darüber eine verglaste
Loggia, überall Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten, Statuen und Gobelins. Im
Unter- und im Erdgeschoß sowie in einem Teil der zweiten Etage sind die Büros
untergebracht, die zwei oberen Etagen sind die private Residenz des Markgrafen
Antinori. Demnächst soll ein neuer Hauptsitz für die Antinori's auf dem Lande
gebaut werden.
Mehr über die
Tokskana und ihre Weine, hier ...
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