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Laut den Zahlen aus dem Meldewesen des Bundesamts für Gesundheit BAG sind Erstgenerations-Migranten (60+) aus Italien durchschnittlich häufiger von Hepatitis C betroffen als andere Bevölkerungsgruppen. Als mögliche Ansteckung werden nicht sterile paramedizinische Vitamin- und Nährstoffinjektionspraktiken im Herkunftsland vermutet. Italien gehört zu den am meisten betroffenen Ländern mit einer Prävalenz von bis zu 8%, s. Figur 1b zur Häufigkeit von Hepatitis C in Europa. Da die Krankheit oft schleichend über Jahre und Jahrzehnte voranschreitet und keine eindeutigen Symptome zeigt (Müdigkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit), ist sie auch als «stille Krankheit» bekannt.
Unbehandelt kann eine Hepatitis C zu chronischen Erkrankungen und sogar zum Tod führen. Dies muss aber heute nicht sein, denn dank antiviralen Medikamenten ist sie in über 95 Prozent der Fälle unkompliziert und in wenigen Wochen heilbar.
Das Projekt «Bel Paese» will durch die gezielte Sensibilisierung dieser Bevölkerungsgruppe und der Hausärzte möglichst viele dieser Personen diagnostizieren und sie einer Behandlung zuführen. So kann Hepatitis C in dieser Bevölkerungsgruppe eliminiert werden.
Was ist Hepatitis C?
Hepatitis C ist eine chronische Entzündung der Leber, die unentdeckt schlimme Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs verursachen oder gar tödlich verlaufen kann. Zudem kann sie zu zahlreichen Krankheiten ausserhalb der Leber führen, wie zum Beispiel Diabetes.
Welche Symptome hat eine chronische Hepatitis C?
- Müdigkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schmerzen im rechten Oberbauch
- Depressionen
- Glieder- und Gelenkschmerzen
Hepatitis C ist heilbar!
Hepatitis C lässt sich einfach therapieren. Es genügt nämlich ein einfacher Bluttest beim Hausarzt, einem Labor oder im Testzentrum. Bei positivem Testergebnis folgt eine medikamentöse Behandlung von 8 - 12 Wochen.
Ein ehemaliger Patient erzählt
Wenn man von schweren Krankheiten spricht, denkt man immer an die anderen, als würde es uns nicht betreffen. Doch auch wir sind die anderen."
Im Jahr 2006 wurde bei mir, als asymptomatischem Patienten ohne spezifische Symptome, Hepatitis C diagnostiziert.
Eine infektiöse Entzündung der Leber durch ein Virus, Hepatitis C, hervorgerufen. Die Krankheit wird durch Blutkontakt mit einer infizierten Person übertragen. Für mich ist die Übertragung unbekannt geblieben, unsicher, da es keine Bluttransfusionen gegeben hat, Transplantationen, Verwendung von Spritzen und Nadeln für die Verabreichung von Drogen, usw. Ich habe mich anderen gegenüber stets vorsichtig und verantwortungsbewusst verhalten.
Ich habe meinen Gesundheitszustand immer offen kommuniziert, um weitere Übertragungen zu vermeiden. Ich wurde über viele Jahre von hochspezialisiertem medizinischem Personal am Kantonsspital St. Gallen betreut und beraten. Die Tests wurden fast alle sechs Monate oder jedes Jahr durchgeführt und umfassten die folgenden Kontrollen:
a) Unterleib-Ultraschall, um den Gesundheitszustand der Leber, Nieren und anderen Organen zu kontrollieren sowie ein Fibroscan zur Beurteilung einer möglichen Leberfibrose.
b) Eine hämatologische Untersuchung für die Diagnose und eine eventuelle spezifische Therapie der Krankheit.
c) Ein persönliches Gespräch mit den zuständigen Ärzten (in meinem Fall Dr. Remus Frei und Dr. Patrizia Künzler), das meiner Meinung nach unverzichtbar und nützlich ist, um die psychologische Situation des Patienten zu beurteilen.
Hepatitis C ist tödlich, aber behandelbar
Seit vielen Jahren gibt es Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C. Eines davon, wurde mir zu Beginn der Krankheit und später vorgeschlagen, aber von mir immer abgelehnt oder aufgeschoben wegen der Nebenwirkungen sowie meiner asymptomatischen Erkrankung. Dank neuen Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C auf den Markt, habe ich mich dieses Jahr entschieden, mich einer Behandlung mit einem dieser Medikamente zu unterziehen.
Eine Tablette jeden Morgen zur gleichen Zeit an neunzig aufeinanderfolgenden Tagen. Keine Nebenwirkungen. Perfekt. Die nach der Behandlung durchgeführten Tests und Kontrollen waren negativ. VOM VIRUS GEHEILT.
Mein Rat an Sie alle: Lassen Sie sich untersuchen, lassen Sie sich behandeln. Das Leben gehört uns und es auf gesunde Weise zu leben ist schön.
L. F. (76), seit Dezember 2020 geheilt, Rorschacherberg SG