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|"In allen Kulturen, in denen Alkohol frei zugänglich ist, gibt es offizielle und informelle politische Ansätze, um die alkoholbedingten Probleme und negativen Folgen des Alkoholkonsums für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft insgesamt zu verringern." (WHO, EAAP 2000)|

Alkoholpolitische Massnahmen
Empfehlungen für “best practices” bei alkoholpolitischen Massnahmen (nach “Alcohol: no ordinary commodity. Research and public policy” (Babor et al.)
• Verdachtsfreie Kontrollen
des Blutalkoholspiegels durch Atemluftkontrollen im Strassenverkehr

Seit 100 Jahren
setzt sich die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere
Drogenprobleme (SFA, früher Schweiz. Abstinenz-Sekretariat, SAS)
für Prävention und eine darauf ausgerichtete Politik ein.
Zum Jubiläum lud die SFA im Oktober 2002 Fachleute aus aller Welt
zu einem Fachsymposium im Berner Kursaal ein: "Von
der Wissenschaft zur Aktion? 100 Jahre später - die Alkoholpolitik
im Rückblick" lautete der Titel. Hier einige
bemerkenswerte Zitate:
Sitemap Alkoholpolitik (Alkoholkontrollpolitik)
Die "Europäische Charta Alkohol", verabschiedet von der "Europakonferenz Gesundheit, Gesellschaft und Alkohol" in Paris, 12.-14. Dezember 1995, finden Sie auf der folgenden Seite.

Zweitens hat sich gezeigt, dass Werbeverbote mit Alkoholkonsum zusammenhängen. Im Durchschnitt kann durch Verhängung von solchen Verboten der pro-Kopf-Konsum um 5% bis 8% gesenkt werden; im gegenteiligen Fall einer Aufhebung von solchen Verboten steigt der pro-Kopf-Konsum um 5% bis 8%.
Bislang war immer nur von Konsum die Rede und nicht von alkoholbedingten Schäden. Hierzu lässt sich sagen, dass pro-Kopf-Konsum mit alkoholbedingten Schäden ceteris paribus in einem Zusammenhang steht, der durch Trinkmuster moderiert wird. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Konsumsteigerungen, insbesondere in Ländern mit bereits überdurchschnittlichem pro-Kopf-Konsum (fast alle europäischen Länder), zu mehr alkoholbedingten Schäden sowohl im Gesundheits- wie im Sozialbereich führen.
(J. Rehm, Wissenschaftliche Grundlagen und Konsequenzen für politische Massnahmen, Januar 2004)
http://www.suchtundaids.bag.admin.ch/imperia/md/content/alkohol/34.pdf
Alkohol verursacht ebenso viele Todesfälle wie Tabak - - ein internationales Alkoholabkommen nach dem Vorbild der Anti-Tabak-Konvention der Weltgesundheitsorganisation ist nötigLaut Professor Robin Room von der Universität Stockholm et. al. ist Alkohol weltweit gesehen ein ebenso grosser Krankmacher wie Tabak. Rund vier Prozent der globalen Gesundheitslast gehen auf das Konto des Alkohols. Tabak ist für 4,1 Prozent der weltweiten Gesundheitsprobleme verantwortlich; 4,4 Prozent werden dem Bluthochdruck zugeschrieben.
Alkohol kann mit mehr als 60 verschiedenen Leiden in Verbindung gebracht, darunter Brustkrebs und Herzkrankheiten. In den meisten Fällen ist Alkohol der Gesundheit abträglich.
Höhere Preise und eine eingeschränkte Verfügbarkeit können den Konsum senken. In Grossbritannien könnte eine Preiserhöhung um zehn Prozent die Zahl der Alkohol-Toten um etwa 30 Prozent reduzieren.
Room kritisiert: "Forschungsergebnisse und Politik der meisten Staaten laufen völlig auseinander. Die Interessen der Industrie sorgen dafür, dass der Hauptschwerpunkt auf ineffektiven Strategien wie Aufklärung liegt... Ein internationales Alkoholabkommen nach dem Vorbild der Anti-Tabak-Konvention der Weltgesundheitsorganisation ist nötig."
(Nach "The Lancet", Februar 2005, und dpa)
Alkoholkonsum in der Schweiz 1880/2005

Primärpräventive Massnahmen
Grundsätzlich lassen sich drei Kategorien präventiver Massnahmen gegenüber Alkoholproblemen unterscheiden:
Alkoholpolitische Massnahmen (Primärprävention)
Angebotslenkung
Nachfragebeeinflussung
Einwirkung auf die physische
Umwelt
Möglichkeiten zur Steuerung der Erhältlichkeit alkoholischer Getränke
Ökonomische EbeneBeschränkung der Produktion und alternative Verwertung von Rohstoffen
Beschränkungen des Handels
Preisgestaltung alkoholischer Getränke und naher Substitutionsgüter
Physische
Ebene
Eine aktuelle Konkretisierung finden im Dokument Nationaler Alkoholaktionsplan 2000.Quelle: Richard Müller: Die Lenkung des Angebotes alkoholischer Getränke als primärpräventive Massnahme gegenüber Alkoholproblemen, SFA 1984
Alkoholpolitik aus Solidarität
Politische Forderungen der Organisatoren des "Nationalen Tages der Solidarität mit alkoholkranken Menschen" 1997
Die auf Alkoholprobleme spezialisierten Fachorganisationen A+S (Alkohol- und Suchtfachleute), GREAT (Groupement romand d’études sur l’alcoolisme et les toxicomanies), STCA (Servizio Ticinese di Cura dell’Alcolismo) und SFA (Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme) stellen anlässlich des "Nationalen Tages der Solidarität mit alkoholkranken Menschen 1997" folgende politischen Forderungen, die auch mittel- und längerfristig die Solidarität unserer Gesellschaft mit den Betroffenen unterstreichen sollen:
Schweizerische Alkoholpolitik - wohin?
Die schweizerische Alkoholpolitik steht ganz im Zeichen der Liberalisierung und Deregulierung sowie der Eurokompatibilität. (1997)
Dabei verliert das Produkt "Alkohol" zunehmend seinen Sonderstatus - es wird zum normalen Konsumgut. Alkoholische Getränke werden günstiger und unbeschränkt zugänglich. Die aus dem Alkoholzehntel den Kantonen zufliessenden finanziellen Mittel für Vorbeugung und Behandlung von Abhängigkeiten werden sinken. Der der Alkoholabhängigkeit zugeordnete Krankheitswert wird zunehmend aberkannt. Angesichts dieser Entwicklungen ist die Formulierung eines alkoholpolitischen Konzeptes dringlich. Zehn Postulate für eine solche Politik werden vorgestellt. Unter anderem wird eine sozialkostendeckende Weinsteuer gefordert, deren Ertrag den Sozialwerken, aber auch der präventiven sowie der therapeutischen Arbeit zufliessen soll.
Ein Wort über Gesetze
Josef Odermatt, Wirtshaus und Gesetz - Die schweizerischen Wirtschaftsgesetze und ihre Reform, Verlag Francke, Bern, ca. 1932, in "Schriften zur Alkoholfrage, herausgegeben vom Schweizerischen Verein abstinenter Lehrerinnen und Lehrer"
Wir möchten aber nicht über Gesetzesrevisionen schreiben, ohne zunächst vor einer gewissen Überschätzung der Gesetzesmacht zu warnen. Im Kampfe um die Volksnüchternheit liegt die Bedeutung der Gesetze gewöhnlich weniger in dem, was sie schaffen, als in denn, was sie abschaffen. Die Hauptsache, auf die es ankommt, neue Anschauungen, neue Sitten, einen neuen Lebensstil zu bilden, das vermögen Gesetze für sich allein nicht! Das vermag nur eine starke, das ganze Volk erfassende Antialkoholbewegung.
Gesetze sind zwar unentbehrlich, sie sind aber nicht Ziel, sondern nur Hilfsmittel. Auch kommt es im allgemeinen weniger auf den Buchstaben des Gesetzes an, als auf den Ernst, mit dem Volk und Behörden dessen Durchführung fordern. Gesetze gegen Volksunsitten sind nur soviel wert, als der Volkswille wert ist, der dahinter steht. Sonst gleichen sie, um ein Wort des weisen Solon zu gebrauchen, den Spinngeweben: fällt etwas Leichtes und Schwaches hinein, so wird es festgehalten, wenn aber etwas Grösseres, so schlägt es durch und kommt heil davon.
Gewiss darf sich der Gesetzgeber nicht nach den Anschauungen des rückständigsten Viertels der Wählerschaft richten: aber wenn er in seiner Arbeit auf Erfolg zählen will, muss er zum mindesten den fortschrittlichern Viertel der Wähler entschlossen hinter sich haben.
Diese Voraussetzungen für
die Einführung eines Gesetzes gelten in keinem Lande mehr als
im unsrigen. Erstens muss jedes Gesetz, entweder von Verfassungswegen
oder dann infolge eines Referendums, dem Volke zur Abstimmung unterbreitet
werden. Zweitens müssen wohl in keinem Lande die Gesetzesvollstrecker,
vom Regierungsrat bis zum Dorfpolizisten, derart auf das Volksempfinden
Rücksicht nehmen wie in unserer ältesten Demokratie der
Welt.

Zigarettenland
Schweiz

Links zu Alkoholpolitik als Alkoholprävention
Alkoholpolitik
ist der wirksamste Teil der Alkoholprävention.
AKIS Oesterreich, die ALKOHOL- KOORDINATIONS- UND INFORMATIONS-STELLE.
WHO Europa: Alkoholkonsum
WHO International: Substance Abuse Department
Eurocare: Advocacy for the Prevention of Alcohol Related Harm in Europe
The Marin Institute - Preventing Alcohol Problems (USA)
The Global Alcohol Policy Alliance is a rapidly developing network of non-government organizations and people working in public health agencies.
Weltbank, November 2003: Why is reducing alcohol-related problems a priority?
Bridging the Gap - Alcohol Policy Network in the Context of a Larger Europe - Switzerland
Links zu Alkoholprävention i. A.

Besuchen Sie unbedingt die Seite mit dem aussagekräftigen URL und dem spannenden Inhalt:
http://www.alkoholpolitik.ch/
"Wir möchten mit dieser Dienstleistung über aktuelle Trends und Hintergründe auf dem Gebiet der Alkoholpolitik informieren, Sie zum Mitdenken und vielleicht sogar zum Handeln anregen. Alkoholpolitik ist in der Schweiz wie auch in andern Ländern ein eher unbeliebtes Thema, weil sehr oft die eigene Konsumhaltung, wirtschaftliche Eigeninteressen oder einfach die gesellschaftliche Wirklichkeit einer objektiven Betrachtungs- und Handlungsweise im Wege stehen."
| Hier:

1. Alkoholpolitik im Dienste der Gesundheit
Weiter:
1a. Sitemap
2 .WHO und Alkoholpolitik
3. WHO zu Alkohol und Gesundheit 1998 - 2001
3.1. Declaration on Young People and Alcohol Stockholm 2001
3.2 Erklärung zu Jugend und Alkohol Stockholm 2001
4. Schweizerische Alkoholpolitik - wohin?
5. Entwicklungen des Alkoholkonsums, der Alkoholkonsummuster und Probleme in der Schweiz
6. Chronik der Alkoholpolitik
7. Chronik der Alkoholpolitik im 21. Jahrhundert
7a. Alkoholpolitik unter der Bundeskuppel
9. Alkoholkonsum in der Schweiz
10. Historische Aktualitäten zur Alkoholpolitik
11. Alkoholpolitische Stellungnahmen
12. Europäischer Aktionsplan Alkohol
12a. Europäische Charta "Alkohol" 1995
13. Nationaler Alkoholaktionsplan Schweiz
14. Schweizerische Gesetze über den Alkohol
15. Die neue Promille-Grenze
16. Prävention von Alkoholproblemen (Theoretischer Rahmen)
17. EU - Alkohol und Gesundheit
18. Welche Zukunft für die Schweizerische Alkoholpolitik?
19. Nationales Programm Alkohol 2008–2012
und ausserdem:
Beiträge zur Alkohol-Geschichte der Schweiz
Sechs alkoholpolitische Kraftakte: Volksabstimmungen
Zitate zu Alkohol
Gegen das überhandnehmende Brantweintrinken (1845)
http://www.edimuster.ch: Hier ist die Familie Muster in Ecublens VD - Eduard Muster: <email-pii> 30/09/2007