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Covid-19 belastet physische und psychische Gesundheit des Gesundheitspersonals
20.04.2021 Zwei Studien, welche die Auswirkungen der ersten Welle der Pandemie auf das Schweizer Gesundheitspersonal unter die Lupe genommen haben, zeigen: Die COVID-19-Pandemie gefährdet sowohl die physische als auch psychische Gesundheit von Gesundheitsfachpersonen.
Shkumbin Gashi, Doktorand an der Berner Fachhochschule Gesundheit, führte in Zusammenarbeit mit Marco Riguzzi und Irene Bischofberger von der Careum Hochschule Gesundheit zwei Studien zu den Auswirkungen der ersten Welle der COVID-19-Pandemie auf Schweizer Gesundheitsfachpersonen durch. Ziel der Studien war es, arbeitsbedingte Folgen, emotionale Not, sicherheitsbewusstes Verhalten sowie klinisches Wissen über Covid-19 von Gesundheitsfachpersonen in der Schweiz zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurden 185 Personen befragt, die während der Pandemie direkt Patient*innen betreuten.
Die Studien untersuchten, über welche Kanäle die Gesundheitsfachpersonen Informationen über Covid-19 erhalten oder beziehen, ihre persönliche Risikowahrnehmung sowie die Einhaltung präventiver Richtlinien. Dabei wurden insbesondere auch die veränderte Arbeitssituation aufgrund der Pandemie und die Wahrnehmung der Gesundheitsfachpersonen über den Umgang des Gesundheitssystems mit der Pandemie erfragt.
Forderung nach besserem Schutz der psychischen Gesundheit
Die Ergebnisse zeigen, dass 44 % der befragten Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen einen erhöhten Schutz ihrer psychischen Gesundheit bedürfen. Zudem gaben in der ersten Studie 58 % der Befragten an, mehr und bessere medizinische Ausrüstungen zu benötigen, als ihnen während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie zur Verfügung standen. Über ein Drittel forderte mehr zugewiesenes Personal und war der Ansicht, dass die Stundenlöhne aufgrund der aussergewöhnlichen Umstände höher sein sollten. Deutlich wurde auch der Wunsch nach detaillierteren und präziseren Informationen über COVID-19.
Ungewissheit und Angst
Die Gesundheitsfachpersonen berichteten in der zweiten Studie über eine erhebliche Erhöhung des individuellen Stresses. Gründe dafür waren die Ungewissheiten bezüglich des Coronavirus in Kombination mit erhöhtem Arbeitsvolumen, aber auch die Angst vor einer Infizierung während der Arbeit. Dazu gab ein hoher Anteil der Befragten an, dass sie nicht über ausreichende Schutzmaterialien verfügten und es an notwendigen Entscheidungen mangelte, um sich selbst und andere effektiv vor einer Infektion mit COVID-19 zu schützen. Auch in der zweiten Studie zeigt sich, dass das Wissen, hinsichtlich der Wirksamkeit von Standardhygiene als Präventionsmassnahme, erheblich eingeschränkt war.
Rubrik: Forschung, Studium, Weiterbildung