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St. Urban-Backsteine
An der Rosengasse 7 entdeckte die Archäologie anlässlich einer renovations- begleitenden Bauuntersuchung im Jahre 2006/07 zwei St. Urban-Backsteine, beide mit Stempelmotiven verziert.
St. Urban-Backsteine sind ganz spezielle Backsteine, die ihren Namen dem Herstellungsort im Kanton Luzern verdanken. Die Mönche des Zisterzienserklosters St. Urban produzierten von 1232 bis ins erste Viertel des 14. Jahrhunderts Bodenfliesen, Grabplatten, Backsteinstufen und Backsteinwerkstücke, die für Tür- und Fenstergewände, Gewölberippen, Gesimse oder Kreuzgangarkaden verwendet wurden. Die Backsteine zeichnen sich durch ihre grossen Formate und durch wunderschöne Stempel aus, die in den ungebrannten Ton eingedrückt wurden.
Inzwischen belegen Untersuchungen, dass die massiven Backsteinwerkstücke auch in Tochterwerkstätten oder sogar in unabhängigen Produktionszentren hergestellt worden sind. Auch die Backsteine aus Zürich sind an einem anderen, bisher unbekannten Ort produziert worden.
Die beiden St. Urban-Backsteine von der Rosengasse 7
Auf dem grösseren der beiden St. Urban-Backsteine von der Rosengasse 7, einem Bogenkeilstein, sind zwei Stempelmotive zu sehen: Die vordere Längsseite zeigt ein Flechtband, auf der Schmal- und auf der abgewinkelten Seite findet sich insgesamt dreimal derselbe Stempel mit zwei sich verschlingenden Drachen. Auf dem kleineren Stein präsentiert sich ein Rahmenwerk mit Blättern und zwei Sphingen, wobei der Shpingen-Stempel an mittelalterliche orientalische Stoffmuster erinnert.
Die Steine von der Rosengasse 7 waren sekundär in der ehemaligen Ostfassade des mittelalterlichen Kernbaus vermauert, und es ist unbekannt, für welches Bauwerk in Zürich sie ursprünglich hergestellt worden sind. Bereits in den 1950er Jahren sind an der Weingasse 7 ein Spitzbogenfenster und an der Spiegelgasse 11 ein Portal aus St. Urban-Backsteinen gefunden worden. Im Unterschied zu den Funden an der Rosengasse 7 sind diese an ihrem originalen Standort entdeckt worden.