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Die Gründung des Asian Network to End Female Genital Mutilation/Cutting im Frühling 2020 wird von der Publikation einer neuen Studie zu FGM/C in Asien begleitet. Die Studie liefert neue Fakten zu FGM/C auf dem asiatischen Kontinent.
(Bildquelle: Asia Network to End FGM/C Consultation Report, S. 22).
«Ich wusste nicht, dass diese Praxis auch hier existiert».
Dieser Aussage sind die AutorInnen der Studie bei ihrer Arbeit immer wieder begegnet. FGM/C scheint nur begrenzt als ein asiatisches Phänomen bekannt zu sein. Und dies, obwohl in zahlreichen Staaten Asiens (z.B. Malaysia, Singapur, Sri Lanka, Thailand, Philippinen, den Malediven, Indien und Pakistan) Millionen von Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalbeschneidung bedroht sind.
Die vorliegende Studie beschreibt die Situation in 11 Ländern und hebt zwei Besonderheiten hervor: Die weitverbreitete Medikalisierung von FGM/C (häufig einhergehend mit einer Legitimierung der Praxis). Und zweitens die tiefe religiöse Verankerung der Tradition in einigen Ländern, wo Fatwas (islam. Rechtsgutachten, Anm. d. Redaktion) weibliche Genitalverstümmelung – obwohl nachweislich falsch – als eine religiöse Pflicht darstellen. Der verstärkte Einbezug medizinischer Fachleute und religiöser Autoritäten in die FGM-Prävention scheint für Asien daher zentral.
Die Studie soll einen Beitrag leisten zur Beendigung der Praxis der weiblichen Genitalbeschneidung bis 2030.
Das Asia Network to end FGM/C wurde 2020 von den beiden Organisationen «Orchid Project» und dem «Asia-Pacific Resource and Research Centre for Women (ARROW)» mit finanzieller Unterstützung des Wallace Global Fund lanciert.