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Aglaja Veteranyi
Wörter statt Möbel
Fundstücke
edition spoken script 28
Der gesunde Menschenversand, 2018
Klappenbroschur, 180 Seiten
978-3-03853-083-1
In ihrem kurzen Leben hat Aglaja Veteranyi zahlreiche Notizbücher und Makulaturblätter mit Texten gefüllt. Sie hat ihre Wörter und Sätze fortlaufend durchgestrichen, um- und neu geschrieben und von einem Text in den andern wandern lassen. So umfasst ihr Nachlass trotz der zwei postum veröffentlichten Bücher „Das Regal der letzten Atemzüge“ und „Vom geräumten Meer“ noch eine beträchtliche Anzahl unveröffentlichter Texte. Die Nachlass-Erschliessung im Schweizerischen Literaturarchiv wurde Ende 2016 abgeschlossen. Das erlaubte es Jens Nielsen, Ursina Greuel und Daniel Rothenbühler ab Anfang 2017, zwei Bände mit bisher unveröffentlichten oder nur in Zeitschriften zugänglichen Texten Aglaja Veteranyis zur Veröffentlichung vorzubereiten. Unterstützt wurde diese Arbeit durch das Projekt „Schätze heben“ des Migros-Kulturprozents.
Der erste der zwei Bände „Wörter statt Möbel“ enthält Kurz- und Kürzestgeschichten, Gedichte, Sprüche und Tipps, Minidramen und den grossen Monolog „Mamaia“. Diese Texte hat die Autorin auch für Bühnenauftritte geschrieben, die sie allein oder gemeinsam mit ihrem Lebens- und Schaffensgefährten Jens Nielsen bestritt. Allen gemeinsam ist die der Autorin eigentümliche Mischung von surrealer Groteske, tieftraurigem Sarkasmus und abgründiger Komik.
Aglaja Veteranyi
Geboren 1962 in Bukarest. Sie stammte aus einer Zirkusfamilie, reiste als Kind mit dem Zirkus in Europa, Afrika und Südamerika und trat als Mädchen in Varietés auf. Seit 1982 lebte sie in Zürich als freischaffende Schauspielerin und Autorin und leitete 1988-2001 die Schauspiel-Gemeinschaft Zürich mit Christian Seiler. Sie gründete die literarische Experimentiergruppe DIE WORTPUMPE mit René Oberholzer und die Performance-Theatergruppe DIE ENGELMASCHINE mit Jens Nielsen.
Zahlreiche Theaterprojekte entstanden und Texte erschienen in Anthologien, Literaturzeitschriften und Zeitungen. Bei der DVA in München erschienen der Roman "Warum das Kind in der Polenta kocht", nach ihrem Tod „Das Regal der letzten Atemzüge“ und die Geschichtensammlung "Vom geräumten Meer, den gemieteten Socken und Frau Butter". Aglaja Veteranyi nahm sich 2002 in Zürich das Leben.
Bild: Ayse Yavas
Presse
NZZ am Sonntag, 4. November 2018
Aglaja Veteranyis Schaffen ist dem des russischen Avantgardisten Daniil Charms verwandt: in der Liebe zum Grotesken und Absurden, in der Dringlichkeit und Glut, in der Neigung zum Paradox.
Jungle World, Berlin, 1. November 2018
Die beiden Bände unterstreichen eindrucksvoll, dass Veteranyi eine Meisterin der kleinen Form war, der radikalen Verkürzung. Auch in diesem Insistieren auf der kleinen Form bildete sie die eigene Distanz zum Literaturbetrieb ab, der in ihr eine Fremde, einen „Paradiesvogel“ sehen wollte (…).
Aargauer Zeitung, 1. November 2018
Zwei Bände mit Texten aus dem umfangreichen Nachlass zeigen nun die ganze Breite von Veteranyis Schreibprojekten (…). In der Lakonie, im paradoxen Aperçu der kurzen Form erkennt man sogleich den Sound, der auch Veteranyis bekannte Texte prägt.
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