Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03310.jsonl.gz/2591

«Wie alt bist du?» Diese Frage wird in modernen Gesellschaften nicht nur sehr häufig gestellt, sie ist auch äusserst wirkungsmächtig: Das Alter verweist Menschen auf bestimmte soziale Positionen. Die Bedeutung von Lebensalter war (und ist) allerdings in höchstem Masse kontingent: Wie die verschiedenen Lebensalter voneinander abzugrenzen sind, war vielfältigen historischen Aushandlungsprozessen unterworfen, ebenso wie die Frage, welches Lebensalter als das «glücklichste» oder «produktivste» gilt. Das Heft fragt nach der Herstellung von Lebensaltern im Zusammenspiel von Diskursen, institutionellen Settings und sozialen Praktiken. Die Beiträge gehen der Wissensproduktion zum Lebensalter seit der Frühen Neuzeit bis ins ausgehende 20. Jahrhundert nach und zeigen auf, wie in der Herausbildung spezifischer Berufsfelder, in diplomatischen Verhandlungen oder in der Ausgestaltung sozialer Sicherheit spezifische Konzeptionen von Lebensalter wirksam wurden.