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Irgendwann bekommt jeder Spieler, der irgendwie an Black Jack interessiert ist, den Begriff „ Card Counting“ zu hören. Die wunderbare Geschichte, dass es möglich ist, den überlegenen Gegner Casino mittels Kartenzählen beim Black Jack zu schlagen. Bei mir war es Mitte der achtziger Jahre soweit und einige Freunde und ich begannen damit uns in diese Materie zu vertiefen. “Spielend“ Geld zu verdienen – eine wunderbare Aussicht tat sich uns auf. Doch schon die Beschaffung der notwendigen Fachliteratur erwies sich alles andere als einfach. Zur Erinnerung: kein Internet, also keine Foren, kein Wikipedia, keine Blogs.
Ganz oben auf der Wunschliste natürlich das Buch der Bücher für Kartenzähler „Beat the Dealer“ von Ed Thorpe. Thorpe, ein Mathematiker, entwickelte als erster ein Konzept, bei dem der Spieler einen Vorteil gegenüber der Spielbank hat und veröffentlichte die Erstauflage 1962. Wir bestellten die Bücher in den Vereinigten Staaten und warteten teilweise wochenlang auf die Lieferung. Danach begann ein zeitaufwändiges Training, bevor das erste Mal die Theorie in die Praxis umgesetzt wurde. Wie aber funktioniert das Kartenzählen eigentlich?
Grundlagen des Black Jack Kartenzählen
Die Chancen
Eine statistisch ungleiche Verteilung der hohen Karten im Schlitten bevorzugt den Spieler weil
- die Wahrscheinlichkeit auf einen Black Jack steigt. Der Spieler bekommt eine Auszahlung von 3:2 während einem Black Jack des Dealers nur der ursprüngliche Einsatz verloren geht.
- teilen und verdoppeln nur dem Spieler erlaubt ist und sich die Gewinnerwartung erhöht.
- bei einer höheren Anzahl von zehnerwertigen Karten auch die Versicherung profitabel werden kann.
Dem Gegenüber profitiert die Bank von vielen kleinen Karten im Schlitten, weil sie sich mit Händen von 12 bis 16 seltener überkauft.
Das Zählen
Die meisten Zählsysteme basieren daher auf einer signifikanten Anzahl von zehnerwertigen Karten und Assen, die sich noch im Schlitten befinden müssen. Wenn also 13 Karten offen auf dem Tisch liegen und weder ein Ass noch eine zehnerwertige Karte darunter ist, befinden sich vier zehnerwertige Karten und ein Ass mehr im Schlitten als es die Statistik sagt.
Den Karten werden positive, negative und neutrale Werte zugeordnet. Beim „ Einstiegssystem“ Hi-Lo zum Beispiel:
- 2 bis 6: +1
- 10, Bube, Dame, König und Ass: -1
- und 7-9: Null
Für die Karten in diesem Spiel ergibt sich folgender Count:
- Vier und Neun: +1 und 0 Summe Plus 1
- König und Sieben: – 1 und 0 Summe Minus 1
- Fünf und Acht: +1 und 0 Summe Plus 1
- Vier und Sechs: +1 und +1 Summe Plus 2
- König und Fünf: – 1 und +1 Summe Null
- Drei (Dealer): +1 Summe Plus 1
Die Gesamtsumme ist somit plus Vier. Falls das das erste Spiel des neuen Schlittens wäre, ist das der „Running Count“. Jede weitere Karte aus dem Schlitten wird dann berücksichtigt. Natürlich hat ein Wert eine ganz andere Auswirkung auf das Einsatz,- und Spielverhalten je weniger Karten sich noch im Schlitten befinden. In „ Balanced“ (die Summe der Kartenwerte ergibt null) Systemen wie Hi-Lo, wird aus dem running der „True Count“ gebildet. Der Counter dividiert den Running Count durch die geschätzte Anzahl der noch im Schlitten verbleibenden Decks. Auch dieses Abschätzen erfordert einige Übung.
Jedes Zählsystem ist darauf ausgelegt, den Punkt zu finden, an dem die Wahrscheinlichkeit für den Spieler spricht und er eine positive Gewinnerwartung hat.
Die Kartenwerte in einigen anderen Zählsystemen:
Je „feiner“ ein Zählsystem ist, desto effizienter ist es. Doch mit mehr Levels (unterschiedliche Zahlenwerte der Karten) steigt auch der Trainingsaufwand zur Beherrschung dieses Systems. Die sogenannte Betting Correlation (BC) bringt zum Ausdruck wie effektiv ein System über diese Situation informiert. Die Playing efficiency (PE) ist ein Massstab dafür, wie effizient der Spieler seine Strategien aufgrund der veränderten Kartenzusammensetzung im Restschlitten ändern kann.
Die Strategie beim Black Jack Kartenzählen
Ziehverhalten
Je nach True Count ändert sich das Ziehverhalten. Bei sehr hohen Werten kann es sogar richtig sein zwei Zehner zu teilen. In der Literatur finden sich dazu fast endlos viele Tabellen. Natürlich sind diese geänderten Ziehregeln von den geltenden Spielregeln des Casinos abhängig. (z.B.: Anzahl Decks, Holecard …. zu den vielen Varianten siehe den Blog „das ist Black Jack“.)
Einsätze
Je extremer der Count zugunsten des Spielers ausfällt, desto höher werden auch seine Einsätze. Bei diesen Steigerungen der Einsätze ist wichtig, dem Casinopersonal nicht allzu sehr aufzufallen. Das Kartenzählen ohne technische Hilfsmittel ist zwar nicht illegal, aber die Hausordnung der meisten Casinos besagt, dass ein Spieler des Hauses verwiesen werden kann.
Um die Einsätze zu Beginn eines Schlittens zu vermeiden, bzw. nicht wegen höherer Einsätze aufzufallen, gibt es die Strategie des „Back-counting“ auch „Wonging“ genannt. (Nach dem Pseudonym Stanford Wong unter dem John Ferguson seine Bücher veröffentlichte.) Dabei steht der Spieler hinter dem Tisch und setzt nur wenn der Vorteil auf seiner Seite ist.
Daraus hervorgegangen sind Team Strategien, wie die des bekannten M.I.T. Teams, bei denen verschiedene Teammitglieder an den Tischen spielen und anderen die Information weiter geben, wenn die Wahrscheinlichkeit günstig für den Spieler. Der setzt dann hohe Beträge.
Fazit des Black Jack Kartenzählens
Über die Mathematik habt Ihr schon einiges erfahren.
Die Rainman-artigen Märchen, dass ein Counter sich nur an den Tisch zu setzen braucht und Geld mitnehmen kann, halten sich leider immer noch hartnäckig. Auch wenn der Vorteil manchmal einige Prozent für den Spieler ausmachen kann, bleibt es ein Glücksspiel und diese Hände können verloren gehen, was besonders schmerzt, da ja die Einsätze hoch sind.
Bleiben die Mühen, wie das Training ohne das Kartenzählen beim Black Jack sehr schnell teuer werden kann. Weiters sollte der Spieler dem Casino Personal nicht auffallen, da sonst eine mitunter weite Anreise schnell vergebens war. Das erfolgreiche Kartenzählen besteht aus dem „ Zählen“ der Spielstrategie und der Möglichkeit lange zu spielen. Casinos sind untereinander vernetzt und so ist es schon passiert, dass mir nach dem Eintritt gesagt wurde, ich könne gerne Roulette spielen, aber bei Black –Jack sei ich nicht erwünscht. In einem Casino in dem ich das erste Mal war.
Viele Märchen beginnen mit den Worten „ es war einmal“ und so ist es auch mit dem Kartenzählen. Da fast in allen Casinos mit Mischmaschinen gespielt wird, die für die Wahrscheinlichkeit praktisch „endlos“ Schlitten sind, bleibt nur die Erinnerung an eine aufregende Zeit.
Spielt Black Jack bei 777.ch und bleibt neugierig.