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Artikel MAZ
Nicht weit vom ehemaligen Bauernhof in der Au bestand über Jahrhunderte eine Fähre nach Grenzach. So wird im 14. Jh. eine Fährverbindung erwähnt, welche zwischen dem Weiler Bertlikon, dem ehem. Rheinhäuser von Grenzach, und dem linksrheinischen Ufer bestand. Die Fähre besass erst ab 1865 eine Drahtseilverbindung.
Der Fährbetrieb im 19. Und 20. Jh. war immer wieder mit Problemen betroffen.
So wurde 1878 den Fähre-Unternehmern von Schweizer Seite die Konzession entzogen, weil sie Schmuggel geduldet haben sollen. 1910 wurde bemängelt, dass das Herabhängen (Durchhängen) des Drahtseiles eine Gefahr für die Durchfahrt grösserer Schiffe sowie die Flösserei sei, ebenso für die Fischer, welche in der Nacht die Stelle passieren würden. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 wurde der Betrieb der Fähre eingestellt. Dabei ist man recht übereilt vorgegangen, denn anstatt das Drahtseil einzuziehen, liess man es einfach auf den Rheinboden absinken.
Erst 1925 wurde der Fährbetrieb wieder aufgenommen. Die Gebühren für eine Überfahrt betrugen damals für Erwachsene 16 Pfennig oder 20 Rappen für Erwachsene und 8 Pfennig oder 10 Rappen für Kinder zwischen 4 und 14 Jahren. Zum Vergleich: Ein Kilo Brot kostete 1924 60 Rp. Passkontrollen fanden stichprobenartig statt.
Auch gab es im 20 Jh. zwischen Grenzach/Lörrach und dem Kanton Basel-Landschaft immer wieder Streitigkeiten wegen den Betriebszeiten.
Betriebszeiten Fähre
|1879||April bis September||4 Uhr morgens bis 22 Uhr|
|Oktober bis März||5 Uhr morgens bis 21 Uhr|
|1925||6 bis 8 Uhr und 15 bis 18 Uhr (Werktage)

6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (Sonn- und Feiertage)
|1928||1. Mai bis 31. Oktober||6 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit (Werktage)

sonst gilt die Regel von 1925
|1931||November bis März||6 bis 9 Uhr und 14 bis 19 Uhr (Werktage)

sonst Regel von 1925 und 1928
In den dreissiger Jahren kam es dann zu einer längeren Unterbrechung des Fährbetriebs wegen der herrschenden Maul- und Klauenseuche. In der Folge wurden dann wegen dem Bau des Auhafens und der Ausbaggerung des linksseitigen Rheinbettes 1938 der Fährbetrieb eingestellt. 1957 wurde noch einmal der Versuch unternommen, mit einer Motorfähre die alte Tradition erneut fortzusetzten. Die Fähre fuhr jetzt folgende Route: Grenzach-Waldhaus-Grenzach-Rheinufer Wyhlen bei der Suttergrube-Schweizerhalle-Wyhlen-Grenzach. aber auch dieser Versuch endete mangels genügenden Besuchern 1966.
Weitere Einzelheiten zur Au-Fähre und zum Auhof findet man unter
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz