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Selina Weber flüchtet nach dem Tod ihres Vaters nach Pompeji, eine Stadt, die noch immer von den Geistern derer bewohnt ist, die vor zweitausend Jahren beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurden. Er filmte sie als Kind, als Jugendliche. Sie filmte ihn in der Blüte seines Lebens. In ihren Gedanken tauchen Bilder ihrer Reisen auf - strahlende und kostbare Fragmente gemeinsam verbrachter Sommer, aber auch Bilder der Krankheit, im kalten Licht des Spitals. Gefilmte Archive und der Fluss des Bewusstseins scheinen eins zu werden. Sie sammelt Erinnerungssplitter, wühlt in ihren Erinnerungen, um sie präsent zu halten und in ihnen Zuflucht zu finden. Aber die Gegenwart holt sie ein. Als ob sie auf dem Kamm eines Vulkans wandeln würde, versucht vom Anblick des Abgrunds wie ihr Vater vor ihr, überlässt sie sich jedoch nicht der tragischen Wollust der Verzweiflung. Sie bleibt offen für die Lebenden, denen sie begegnet, spricht mit ihnen und befragt sie und nimmt uns mit auf eine zugleich intime und universelle Suche, für die es kein besseres Instrument gibt als das Kino.