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Nahrung und Sprache verbinden sich in Paolo Ruffillis neuem Gedichtband «Piccola Colazione - Kleines Frühstück» bereits im ersten Gedicht, das dem Buch seinen Titel gab und nach der Herkunft des Wortes fragt: «... So wurde es ausgesprochen / und gegen einen Körper / geworfen, der durch / das Sagen plötzlich / wieder greifbar wurde.»
Paolo Ruffilli, der, 1949 geboren, im norditalienischen Mestre lebt, schreibt Gedichte, die radikal subjektive Wahrnehmung zum Gegenstand machen, die durch den Rhythmus der Sprache das Eigene zusätzlich betonen und einen Textkörper entstehen lassen, der in seiner Individualität derjenigen eines menschlichen Körpers entspricht.
Die Themen hingegen sind sehr allgemein. Von der Art, wie man sie kennt und wie sie uns schon immer beschäftigt haben. Die sechs Gedichtzyklen befassen sich mit dem Nähren und Genährtsein durch Nahrung und Sprache, dem Erwachen der Sexualität in der Jugend, ersten Erfahrungen in der Ehe, dem Eintritt ins Berufsleben, Gewalt in Liebe und Leidenschaft und einer langsam einsetzenden Reife, die sich gewisser resignativer Töne nicht erwehren kann.
Das Profane, das in den Gedichten Ruffillis auch durch Zeichen italienischer Kleinbürgerlichkeit zum Ausdruck kommt, verbindet sich mit raffinierter Spracharbeit, die auch Dialoge und Geschichten einflicht, und formuliert so gleichzeitig den Kampf, den das Individuum mit den Normen der Umgebung ausficht. So streift der Jugendliche vom Bad ins Bett durch die elterliche Wohnung, drückt sich an den Spiegeln vorbei, um das ausgegorene, von Forderungen gequälte Selbst nicht sehen zu müssen. Das süsse Ausschlürfen erster Liebe erstickt wiederum im Wohnzimmer englischen Stils, und die Langeweile verkommt zum moralischen Vergehen. In dieser selbstironischen Komödie in sechs Akten können die Liebenden keinem Geliebten das Lieben verzeihen, und schlussendlich bleibt: «Doch fügen sie sich gleichzeitig / in das Offensichtliche: / dahinsegelnd / driften sie ab.»