Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03640.jsonl.gz/1846

Die Schweiz hängt (noch) am Erdöl-Tropf.
Die Schweiz ist vom Erdöl abhängig. Beinah 50 Prozent des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs beruhen auf Erdölprodukten (2019). Da die Schweiz selbst nicht im Besitz von Erdölvorkommen, ist sie wie die meisten Industriestaaten von Energieimporten abhängig.
Grosse Abhängigkeit
Das importierte Rohöl stammte in den letzten 30 Jahren hauptsächlich aus Nigeria, den USA, Mexiko, Kasachstan und Russland. Das Rohöl wird anschliessend in Cressier (NE), der einzigen Raffinierie der Schweiz, zu Treib- und Brennstoffen sowie zu Ausgangsstoffen für die chemische Industrie verarbeitet. Rund ein Viertel aller verkauften Erdölprodukte stammen aus der Cressier-Raffinerie. Der Grossteil wird bereits von ausländischen Raffinerien verarbeitet eingekauft. Hierbei ist zwar das Importland, das ursprüngliche Förderland aber nicht mehr bestimmbar. Die Schweiz gibt jährlich rund 8 Milliarden Franken für fossile Importe aus (Erdöl inklusive Erdgas).
Das meiste Erdöl wird als Treibstoff verwendet.
Bei 70% handelt es sich um Benzin, Flugtreibstoffe oder Dieselöl (2019). Die restlichen 30% dienen als Brennstoffe wie etwa Heizöl für die Wärmeerzeugung. Der Konsum von Erdölbrennstoffen ist seit Jahren leicht rückläufig. Das ist auf die Einführung einer Lenkungsabgabe auf Brennstoffe zurückzuführen, welche die Substitution weg vom Heizöl hin zu Erdgas, Wärmepumpen oder Holz beflügelt. Der Treibstoffkonsum hingegen stagniert auf hohem Niveau. Entsprechend hoch sind die Treibhausgasemissionen des Verkehrssektors, in welchem die Schweiz ihre Klimaziele erneut nicht erreicht hat (2020).
Die SES sagt:
Die Klimakrise gebietet dringendst, auf die Verwendung von Erdöl zu verzichten und das Energiesystem zu dekarbonisieren. Wichtigste Massnahme hierzu ist der Ausbau der Erneuerbaren. Dies ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll: Statt für fossile Energieimporte Milliarden ins Ausland abfliessen zu lassen, empfiehlt sich die Wertschöpfung ins Land zu holen.