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Um diesen viel diskutierten Brauch zu verstehen, muss man die Geschichte des ‚coperto‘ betrachten. Anfangs 1900 war es für weniger wohlhabende Leute absolut normal, in einer sogenannten ‚osteria‘ (einfachem Restaurant) einen ‚fagotto‘ (Bündel) mit dem eigenen Essen mitzunehmen. In der Tat konnten sich nur hochrangige Sozialschichten dort das Essen und Trinken leisten. Der ‚oste‘ (Wirt) tolerierte die nichtzahlende Kundschaft nur, weil sie gelegentlich auch ein Glas Wein bestellte. Mit der Zeit wurde der Aufwand für den ‚oste‘ immer grösser, darum wurde diese Gebühr ‚coperto‘ eingeführt, durch welche die Umkosten (Aufräumen, Putzen, Besteck, Abwaschen, ein Stück Brot, Trinkwasser, usw.) bezahlt wurden.
Heute tendiert man diese altmodische Gebühr zu eliminieren und die dazu verantwortlichen lokalen Behörden haben das ‚coperto‘ entweder total abgestellt oder mit sinnvolleren Dienstleistungen ersetzt, wie ‚pane‘ oder ’servizio‘. Aber ist das ‚coperto‘ wirklich so falsch? Eigentlich könnte man durch die Wiederbelebung des alten traditionellen ‚coperto‘ die Leute animieren, die sich wegen der heutigen Wirtschaftskrise eine komplette Mahlzeit in einem Restaurant nicht leisten können. Sie dürften damit zu einem erträglichen Preis zu dem selbstversorgten Essen ein gutes Glas Wein, ein Espresso und vor allem die gesellige Atmosphere geniessen.