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Dysmorphophobie – Körperdysmorphe Störung
Der Begriff „Dysmorphophobie“ wurde 1886 vom italienischen Psychiater Morselli geprägt. Er beobachtete wie Betroffene ein subjektives Gefühl von Hässlichkeit oder körperlicher Missgestaltung trotz normalen Aussehens empfanden und gleichzeitig überzeugt waren, dies würden andere in gleicher Weise wahrnehmen. 1980 fand die Störung erstmalig unter dem Begriff „Dysmorphophobie“ Eingang in die Klassifikationssysteme psychischer Störungen. 10 Jahre später wurde der Begriff durch Körperdysmorphe Störung ersetzt und nicht mehr den Angsterkrankungen, sondern den Somatoformen Störungen zugeordnet. Wir gehen gemäss neuesten Studien davon aus, dass zwischen 2 bis 5% der Bevölkerung und einer Körperdysmorphen Störung leiden.
Wir erwähnen sie hier, da Angst bei dieser Erkrankung ein wichtiges, wenn auch nicht vorherrschendes Symptom ist. Hauptmerkmal dieser relativ häufigen Störung – englisch «Body Dysmorphic Disorder» genannt – ist die ständige Beschäftigung mit einem objektiv nicht bestehenden Mangel der körperlichen Erscheinung und der damit verbundenen Befürchtung, deswegen negativ aufzufallen.
Ein für andere völlig normal erscheinender Körperteil oder ein kleiner Schönheitsfehler werden als entstellend, zu gross, zu klein oder falsch proportioniert empfunden. Die häufigsten Klagen beziehen sich auf das Gesicht, aber auch auf andere Körperteile, z.B. Brüste oder Hände. Betroffene kontrollieren sich oft im Spiegel, vergleichen sich mit anderen und versuchen, die als unproportioniert empfundenen Körperteile zu verdecken. Sie lassen sich nicht oder nur für kurze Zeit von anderen überzeugen, dass sie völlig normal aussehen.
Über die genauen Ursache dieser Störung, die der Zwangsstörung in verschiedener Hinsicht ähnelt, ist wenig bekannt. Wir gehen aber davon aus, dass sowohl biologische als auch soziokulturelle Faktoren (z.B. moderne Schönheitsideale, mediale Bilderwelten) aber auch soziale Faktoren (Hänseleien) hierbei eine Rolle spielen könnten, Betroffene wenden sich nicht selten an einen Hautarzt oder Schönheitschirurgen. Sie sollten aber vorzugsweise psychologisch/ psychiatrisch behandelt werden, da Operationen keinen Einfluss auf die Fehlwahrnehmung haben und oft nur der Wunsch nach erneuten Eingriffen entsteht.
Ohne Behandlung entwickeln sich oft zusätzlich Depressionen oder andere Angsterkrankungen.
Erythrophobie
«Erythrophobie» bezeichnet die übersteigerte Angst vor dem Erröten.
Betroffen sind vor allem hell- und dünnhäutige Personen. Vielmals schwächt sich die Erythrophobie nach der Pubertät ab, der Leidensdruck kann aber auch erheblich zunehmen. Denn je mehr sich Betroffene vor dem Erröten fürchten, desto häufiger kommt es tatsächlich dazu und sie meiden deshalb Situationen, in denen sie befürchten zu erröten. Nicht wenige verstecken sich hinter Sonnenbrillen, Frauen schminken sich übermässig und einige Männer lassen sich einen Bart wachsen. Oft ziehen sich an Erythrophobie Leidende sozial immer mehr zurück. Wegen des Errötens allein suchen sie nur selten einen Psychiater auf.
Häufig ist sie Begleitsymptom einer Sozialen Phobie (Soziale Angststörung).
Trennungs-, Schul- und Prüfungsängste
Ängste, die sich auf Schule und Beruf beziehen, sind in der heutigen leistungsorientierten Gesellschaft ein grosser Nachteil. Besonders bei Kindern werden diese Ängste oft nicht erkannt oder unterschätzt. Neben der Trennungsangst, die sich durch übermässige Angst vor der Trennung des Kindes von zu Hause oder von seinen Bezugspersonen auszeichnet, muss die Schulphobie beachtet werden.
Die angstbedingte Verweigerung oder Vermeidung des Schulbesuchs wurde früher als eigene Störung (Schulangst/Schulphobie) klassifiziert. Sie wird heute als Begleitproblematik anderen Angststörungen zugeordnet (z.B. der Trennungsangst, der Sozialen Phobie, der Agoraphobie etc.). Betroffene Kinder klagen oft über diverse körperliche Beschwerden wie Müdigkeit, Schmerzen oder Übelkeit. Sie wollen sich nicht anziehen und trödeln herum, um den Gang zur Schule hinauszuzögern. Auf dem Schulweg oder beim Betreten der Schule befällt sie dann panische Angst.
Während sich eine leichte Prüfungsangst eher positiv auf die Schulnoten auswirkt, sind starke Prüfungsängste, die immerhin bei jedem 10. Schüler vorkommen, eine grosse Qual und verringern die Leistungsfähigkeit und damit die schulische und berufliche Entwicklung erheblich. Prüfungsängste können sich bis zur Panikattacke steigern, führen zu Konzentrationsstörungen, zur Arbeitsunfähigkeit und begünstigen Schlafstörungen. Fürchten sich ausreichend vorbereitete Prüflinge v.a. davor, sich durch Misserfolge bei Familie und Freunden zu blamieren, liegt eine Unterform der Sozialen Phobie vor.