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Wie kommt es dazu, dass wir einen Vor- und Nachnamen haben? Früher, in Sippengemeinschaften, war man der Sohn oder die Tochter von. Hiess man zum Vornamen Maria und war man die Tochter von Hans, hiess man ergo mit vollem Namen Maria Hans. In vielen muslimischen Ländern wird dieses System der Namensgebung immer noch angewandt.
Spätestens im europäischen Mittelalter, wo die Menschen in grösseren städtischen Siedlungen zusammenlebten, identifizierte man sich zunehmend mit seinem Berufsstand. Namen wie Müller, Gerber und Fischer etablierten sich und wurden – wie auch der Beruf – vererbt. Heute, wo man seinen Beruf frei wählt und bei einer Heirat nicht selbstverständlich der Name des Mannes übernommen wird, hat sich eine eingehende Logik verflüchtigt.
Gemein haben alle Namen dieser Welt, dass sie von ihren Trägern nicht frei gewählt wurden. So passiert es, dass Menschen sich – wenn sie mündig sind – für eine Namensänderung entscheiden. Ein Beispiel ist der von der Netflix-Doku «Counterpunch» porträtierte US-Boxer Lenroy Thompson, der sich vor einigen Jahren zu Cam F. Awesome unbenannt hat. Gefragt, was das F in seinem Namen bedeute, meinte er zu Yahoo! Sports: «Fun, Family, Friend… Frog Eyes».
Wer in der Schweiz seinen Vor- und / oder Nachnamen ändern möchte, muss dafür einen Antrag stellen und erklären, welche Nachteile ihm der verpasste Vor- bzw. Nachname einbringt. So kann es sein, dass man den Namen seines Vaters ablegen möchte, weil man in der Kindheit bis heute psychisch schwerwiegende Erfahrungen mit seinem Erzeuger gemacht hat. Oder man wird seit Gedenken mit einem Kosenamen angesprochen und identifiziert sich deshalb nicht mit dem richtigen Namen.
Jährlich beantragen hierzulande bis zu 10’000 Menschen eine Namensänderung, Tendenz steigend. Die grosse Mehrheit kommt bei den Zivilstandsämtern, die die Anträge prüfen, durch. Die Kosten variieren je Kanton. Im Schnitt kostet die Bearbeitung des Antrags und die anschliessende Neuausstellung amtlicher Dokumente wie Pass, Führerschein usw. rund 600 Franken für einen Namen und 1000 Franken für beide.