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“Das war keine gute Woche”, gestand Cameron am Samstag beim Parteitag seiner Konservativen in London ein. “Ich weiss, dass ich damit besser hätte umgehen müssen.”
Weder sein Büro noch “unbekannte Berater” könnten für die misslungene Reaktion auf die Enthüllungen der Panama Papers verantwortlich gemacht werden, sagte Cameron, sondern nur er selbst. Er habe seine Lektion gelernt.
Cameron versprach zudem, in Kürze seine Steuererklärungen der vergangenen Jahre offenzulegen. “Ich möchte vollkommen offen und transparent sein.” Er werde der erste Premier überhaupt sein, der so etwas tue.
Cameron hatte am Donnerstag unter dem Druck der Medien eine Beteiligung an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters eingeräumt. Demnach besass er zusammen mit seiner Frau vor seiner Zeit als Regierungschef Anteile im Wert von rund 30’000 Pfund (etwa 40’400 Franken) am Blairmore Investment Trust. Er verkaufte die 5000 Anteile aber vier Monate vor seinem Amtsantritt im Jahr 2010.
Wenige Tage vor dem Eingeständnis hatte Cameron noch mitteilen lassen, dass es sich bei den Finanzgeschäften seiner Familie um eine “private Angelegenheit” handle. Britische Medien hatten berichtet, der Investmentfonds von Camerons 2010 verstorbenem Vater habe über Jahrzehnte die Zahlung von Steuern vermieden.
Cameron sagte nun erneut, er habe stets seine Steuern bezahlt. Dann habe er “alle Aktien verkauft”, als er Premierminister wurde. Schon zuvor hatte er unterstrichen, er habe “wirklich nichts zu verbergen”.
Am Regierungssitz in der Londoner Downing Street protestierten zeitgleich zum Parteitag der Tories hunderte Menschen gegen den britischen Regierungschef. “Cameron muss gehen”, riefen einige Demonstranten.
Viele von ihnen hatten Panama-Hüte auf, andere trugen Hawaii-Hemden. Die Menge zog anschliessend zu dem Hotel weiter, in dem der Parteitag der Konservativen stattfand.
Versammelt waren die Delegierten der Konservativen, um die Lokalwahlen im Mai vorzubereiten. Im Juni sind die Briten zudem aufgerufen, per Referendum über die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU zu entscheiden. Cameron fährt eine Kampagne für den Verbleib in der EU. Umfragen sagen aber derzeit ein knappes Ergebnis voraus.
(SDA)