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SITUATION #34
„Statt mit Winchesters sind die Jäger mit Hasselblads ausgerüstet; statt mit Hilfe eines Zielfernrohrs ihr Gewehr in Anschlag zu bringen, spähen sie durch einen Sucher, um den richtigen Bildausschnitt zu erhalten.“ Susan Sontag, Über Fotografie
Kent Sheely beschäftigt sich seit 2007 ausgiebig mit der Verschränkung von Videospiel und Fotografie, wobei er das „Spielmedium“ vielfach manipuliert, die Programmierung modifiziert und die Funktionsweise ändert, um aus der ursprünglichen Spielmechanik etwas Neues zu schaffen. In seiner Arbeit DoD verwandelt Sheely das Videospiel Day of Defeat: Source – ein klassisches, im Zweiten Weltkrieg verortetes Ego-Shooter-Spiel – in einen Simulator für Kriegsfotografie. Durch die Appropriation der Software und die Modifizierung des Codes entfernt er das Gewehr, die Trefferstatistik und die Munition des Avatars und schafft für sich eine Rolle ausserhalb der Kampfdynamik des Spiels. Indem er den Schussknopf durch einen virtuellen Kameraauslöser ersetzt, wird aus dem Videospiel-Soldaten ein virtueller Robert Capa, der Screenshots des virtuellen Krieges festhält. Das Werk wirft Fragen zur Uneindeutigkeit des Realen und des Simulierten auf und impliziert eine Verbindungslinie zwischen Krieg und Fotografie, bzw. dem Schiessen eines Fotos und dem Abfeuern einer Waffe, die sich im Zeitalter virtueller Kriegstechnologien abermals zuspitzt.
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