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Das fög hat gemeinsam mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IKMZ) die Darstellung der Frauen in den Schweizer Online- und Printmedien untersucht. Das Resultat der automatisierten Inhaltsanalyse zeigt, dass Frauen in Schweizer Nachrichtenmedien nach wie vor deutlich unterrepräsentiert sind. Seit 2015 stagniert der Frauenanteil in Schweizer Medien bei durchschnittlich 23%. Dieser Befund besteht über alle Themenbereiche hinweg und weist in Sport- (13%) und Wirtschaftsnachrichten (17%) die tiefsten Werte auf. Zwischen den Sprachregionen und Medientypen konnten nur geringe Unterschiede festgestellt werden.
Deutlichere Unterschiede zeigen sich auf Ebene der einzelnen Medientitel. Die Frauenanteile divergieren zwischen 19% und 29% und hängen auch mit dem thematischen Schwerpunkt des Mediums zusammen. Ein Fokus auf Wirtschaft oder Sport haben einen grösseren, eine stärkere Gewichtung von Kultur und Human Interest Themen haben einen weniger ausgeprägten Gender Gap zur Folge.
Auch das Beitragsformat spielt eine Rolle. Die Präsenz von Frauen fällt doppelt so hoch aus bei der redaktionellen Berichterstattung als bei Medienbeiträgen, die auf Agenturmeldungen basieren. Wenn also Journalist:innen Beiträge selber schreiben wird die Medienpräsenz von Frauen positiv beeinflusst.
In einer vertiefenden manuellen Analyse der Medienberichterstattung im Jahr 2020 zeigte sich zudem, dass Frauen im Vergleich zu Männern seltener in beruflichen und öffentlichen Kontexten dargestellt werden (24% Frauenanteil). Der Unterschied wird auch in der Ausdifferenzierung unter den Rollenbilder nochmals deutlich, wo Sprecherinnen und Expertinnen stark unterrepräsentiert sind (21% bzw. 23%). Wenn über Privates berichtet wird, ist der Gender Gap weniger ausgeprägt (33% Frauenanteil).
Die starke Unterrepräsentation von Frauen in Schweizer Medien ist ein Ergebnis von bestehenden gesellschaftlichen Strukturen und journalistischen Routinen. Die Medien sind gefordert, zukünftig für eine ausbalanciertere Berichterstattung zu sorgen, Frauen vermehrt als Expertinnen, Sprecherinnen und Führungspersonen zu Wort kommen zu lassen und damit zu einem Abbau gesellschaftlicher Ungleichheiten beizutragen. Die Studienergebnisse legen nahe, dass es dafür vor allem eine Stärkung journalistischer Recherche und entsprechender Ressourcen braucht.
Finanzierung
Die Studie wurde von Alliance F/Stiftung Mercator Schweiz, Migros Kulturprozent, NZZ, Post CH AG, SRG SSR sowie aus Eigenmitteln des IKMZ/fög finanziert.