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Deutsche Redewendungen
Die Deutsche Sprache ist vielfältig und sie bietet zahlreiche kreative, lustige und manchmal auch schräge Redewendungen. An dieser Stelle stellen wollen wir sie dir fortlaufend erklären.
Du hast eine Redewendung gehört und willst wissen, was sie bedeutet? Dann frag uns doch einfach auf Instagram oder Facebook.
Deutsche Redewendungen einfach erklärt
Redewendung: Den Buckel runterrutschen
«Rutsch mir doch den Buckel runter».
Wenn man zu jemandem sagt, er soll einem den Buckel runterrutschen, dann ist es einem genug. Es ist ein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber der anderen Person. Man hat keine Lust mehr, sich mit ihr abzugeben.
Beispiel
Ich habe mir grosse Mühe beim Kochen gegeben. Entweder isst du das jetzt, oder du kannst mir den Buckel runterrutschen.
Redewendung: Einen Zahn zulegen
«Wir müssen jetzt einen Zahn zulegen».
Wenn jemand einen Zahn zulegen muss, bedeutet das, dass etwas schneller gemacht werden muss, da man ansonsten zu spät ankommt oder mit einer Arbeit nicht fertig wird.
Beispiel
Wir müssen einen Zahn zulegen, wenn wir noch vor Ladenschluss einkaufen gehen wollen.
Redewendung: Etwas durch die Blume sagen
«Ich sage es lieber durch die Blume.»
Diese Redewendung wird benutzt, wenn man jemanden kritisieren will oder ihm eine etwas unangenehme Botschaft übermitteln muss. Wenn man etwas durch die Blume sagt, will man etwas vorsichtig andeuten und die unangenehme Wahrheit mit netten Worten umschreiben.
Beispiel
Dieses rote Kleid steht mir überhaupt nicht. Meine Mutter hat mir das durch die Blume gesagt. Sie meinte, ich solle doch lieber das grüne Kleid anziehen.
Redewendung: Alte Schachtel
«Das ist doch eine alte Schachtel.»
Eine Schachtel ist meist aus Karton und dient der Aufbewahrung von allerlei Gegenständen. Der Ausdruck «alte Schachtel» wird meist jedoch nicht im Zusammenhang mit Karton gebraucht, vielmehr ist es eine eher respektlose Bezeichnung für eine ältere Frau. Bezeichnet sich eine Frau selbst als alte Schachtel, ist das in der Regel ironisch gemeint.
Beispiel
Mit 40 bin ich eine alte Schachtel, die keiner mehr heiratet.
Redewendung: Jemandem die Leviten lesen
«Der Lehrer hat mir ganz schön die Leviten gelesen.»
Diese Redewendung wird benutzt, wenn jemand getadelt oder ermahnt wird. Sie stammt aus dem Mönchswesen. Bereits im 8. Jahrhundert wurden bei Bussübungen der Mönche aus dem "Levitikus", dem dritten Buch Mose, vorgelesen.
Beispiel
Ich habe habe meine Deutsch Hausaufgaben nicht gemacht und deshalb schimpft der Lehrer nun mit mir (was unsere Deutschlehrer selbstverständlich nie tun würden;-)).
Redewendung: Nur Bahnhof verstehen
«Ich verstehe nur Bahnhof.»
Diese Redewendung wird benutzt, wenn man das, was einem die Person gegenüber erklärt, überhaupt nicht versteht. Auch wenn wir ein Gespräch zurückweisen wollen, weil wir keine Lust haben, dieses zu führen, können wir die Redewendung als Vorwand nutzen.
Beispiel
Der Lehrer erklärt Max die Formel des Pythagoras. Darauf antwortet dieser dem Lehrer: «Ich verstehe nur Bahnhof».
Redewendung: Einen guten Rutsch wünschen
«Ich wünsche dir einen guten Rutsch.»
Zum Jahreswechsel wünschen sich die Schweizer einen guten Rutsch. Aber was genau bedeutet das? Was ist ein guter Rutsch?
Aufgrund der Jahreszeit könnte man vermuten, dass die Leute wegen des Glatteises hoffen, gut zu rutschen und in diesem Sinne gut ins neue Jahr zu starten. Mit der Witterung hat diese Redewendung jedoch nichts zu tun. Man geht davon aus, dass die Redewendung aus dem missverstandenen jiddischen Feiertagswunsch «a git Rosch», was so viel heisst wie «einen guten Kopf», entstanden ist.
Redewendung: Pi mal Daumen
"In diesem Brunnen haben, Pi mal Daumen, 200 Liter Wasser Platz. "
Wenn jemand diese Redewendung anwendet, dann will er damit aussagen, dass es sich bei seiner Angabe um eine grobe Schätzung handelt. Er weiss also beispielsweise nicht ganz genau, wie viel Wasser tatsächlich im Brunne Platz hat. Er schätzt, dass es ungefähr 200 Liter sind.
In der Schweiz verwenden wir oft die Redewendung "Handgelenk mal Pi" dafür.
Redewendung: Seine Pappenheimer kennen
"Ich kenne meine Pappenheimer."
Wenn jemand diese Redewendung verwendet, will er damit sagen, dass er genau weiss, was er von einer bestimmten Personengruppe erwarten kann. Er sagt damit aus, dass er die Schwächen dieser Personengruppe kennt. Er ahnt voraus, wie sie in einer Situation handeln werden.
Beispiel
Der Fussballtrainier sagt: "Ich kenne meine Pappenheimer. Damit die Fussballer vor dem Fussballspiel keine wilden Partys feiern, erinnere ich sie daran, dass um 22 Uhr Bettruhe ist".