Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/1209

In Südkorea wird Anfang März 2022 ein neuer Präsident gewählt. Da die Amtszeiten in Südkorea beschränkt sind, ist es Amtsinhaber Moon Jae-in nicht erlaubt, sich erneut zu bewerben.
Anlässlich seines Besuchs der derzeit stillgelegten Baustelle im Küstenbezirk Ulchin, 330 Kilometer südöstlich von Seoul, versprach Yoon, bei einem Wahlsieg den Bau der beiden Einheiten des südkoreanischen Typs APR-1400 Shin-Hanul-3 und -4 wiederaufzunehmen. Die Bauarbeiten sind seit 2017 im Rahmen des Kernenergieausstiegs der jetzigen Regierung ausgesetzt worden. Yoon kündigte ausserdem an, er werde die nukleare Zusammenarbeit mit den USA vertiefen. Auch werde er 100ʼ000 Arbeitsplätze schaffen, indem er Aufträge für mehr als zehn Kernkraftwerke von Osteuropa und vom Nahen Osten gewinnt. Er werde «eine regierungsübergreifende Organisation für den Export von Kernkraftwerken gründen und ein Verfahren aufbauen, um diesen Export zu fördern.
Jetzige Regierung plant Kernenergieausstieg
Der von Moons Regierung festgelegte Kernenergieausstieg zielt darauf ab, allmählich aus der Kernenergie auszusteigen, indem auf den Bau weiterer Anlagen verzichtet wird und alte Anlagen stillgelegt werden. Der Fahrplan sieht vor, dass Südkorea die Zahl der in Betrieb stehenden Kernkraftwerkseinheiten bis 2034 von 24 auf 7 verringert.
Die Regierung plant, den Anteil der Kernenergie an der gesamten Stromerzeugung des Landes bis 2030 von heute rund 30% auf 23,9% zu reduzieren. Im gleichen Zeitraum soll der Anteil der erneuerbaren Energien von 6,6% auf 20% steigen.
Yoon erklärte, er hingegen wolle den Anteil der Kernenergie bei etwa 30% halten, indem er den Betrieb von Kernkraftwerksblöcke genehmigt, sofern diese sicher sind. Denn die Kernenergie trage zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei.
Südkorea hat sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Yoon kritisierte Moons Plan zur Kohlenstoffneutralität, weil er «zu negativen Ergebnissen führt, einschliesslich eines Anstiegs der Strompreise, einer Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit der Nuklearindustrie und eines Rückgangs der Arbeitsplätze.
Quelle
M.A. nach Yonhap News Agency, 29. Dezember 2021