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Heimatschutzzentrum
Villa Patumbah
Geschichte
Die aussergewöhnliche Villa verdankt ihre Entstehung dem Zürcher Kaufmann Karl Fürchtegott Grob (1823-1893). Mit seinen Tabakplantagen in Sumatra reich geworden, kehrte er 1883 nach Zürich zurück und liess sich im Riesbach-Quartier eine Villa erstellen. Die Architekten Alfred Chiodera und Theophil Tschudy entwarfen ein Haus, das dem damaligen grossbürgerlichen Lebensstil entsprach. Für die Gestaltung des Parks beauftragte Grob 1890/91 Evariste Mertens, einen der grossen Landschaftsarchitekten seiner Zeit.
1911 schenkten die Töchter Grobs Villa und Garten einem gemeinnützigen Werk, welches darin ein Altersheim einrichtete. 1976 erwarb die Stadt Zürich den südlichen Parkteil mit der Villa und den Nebengebäuden und stellte das Haus unter Schutz. Von 1986 bis 1992 konnte der städtische Parkteil originalgetreu restauriert werden. 2006 ging die Villa von der Stadt ins Eigentum der Stiftung Patumbah über. Der Schweizer Heimatschutz wird die Villa langfristig mieten, um darin im Sommer 2013 ein öffentliches Heimatschutzzentrum und seinen Geschäftssitz zu eröffnen.
Die Villa
Die Villa aus dem Jahre 1885 ist ein Meisterwerk des Historismus. Umgeben von einem prachtvollen Park, gehört sie zu den wichtigsten Villenanlagen des ausgehenden 19. Jahrhunderts in der Stadt Zürich. Ganz dem Zeitgeschmack entsprechend kombinierten die Architekten Stilelemente der Gotik, der Renaissance und des Rokoko sowie fernöstlich inspirierte Motive zu einem harmonischen Ganzen.
Der durch Evariste Mertens angelegte Park ist dem so genannten englischen Garten verpflichtet. Verschlungene Wege, abwechselnd offene Rasenflächen und Gehölzgruppen sowie sorgfältig angelegte Staudenbeete bieten immer wieder überraschende Aussichten.
"Patumbah" ist malaiisch, bedeutet "ersehntes Land" und verweist auf die Bedeutung, welche die Villa und der Garten für den Bauherrn hatten.
Die Renovation
Seit dem Sommer 2010 laufen die dringend notwendigen Renovationsarbeiten, für welche die Stiftung Patumbah als Eigentümerin zeichnet. Jahrzehntelang war der Unterhalt vernachlässigt worden. Dennoch – oder gerade deshalb – befindet sich die Villa in einem aussergewöhnlich ursprünglichen Zustand. Das Erdgeschoss mit dem Eingangstrakt, das Treppenhaus und das erste Obergeschoss sind praktisch original erhalten. Dringend mussten die Malereien an der Fassade restauriert werden. Im Inneren war die Originalbemalung in den meisten Räumen überdeckt und wird nun sorgfältig wieder hervorgeholt.