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(Bockshorn, Caroben, Siliqua dulcis, fructus ceratoniae, frz. caroube,
engl. carob); es sind dies die schotenartigen Früchte eines Baumes (Ceratonia Siliqua), der
in allen um das Mittelländische Meer gelegenen Ländern wie auf dessen Inseln häufig wächst und gepflanzt
wird. Er gehört zu den Hülsenfrüchtlern oder Leguminosen, erreicht eine ziemliche Höhe, wächst oft krumm und treibt
eine Menge Äste und rote Zweige. Die gefiederten Blätter bestehen aus 2-3 Paar lederartiger, dem Buchsbaum ähnlicher Blättchen.
Die Blüten bilden traubenartige Stände, haben einen fünfspaltigen roten Kelch und keine Blumenblätter.
Die Frucht ist eine nicht aufspringende Schote, deren Beschaffenheit im getrockneten Zustande bekannt genug ist. Der Baum
ist sehr volltragend und gibt ein einziger zuweilen wohl 40 kg Früchte; doch kommen auch Mißjahre, wo über mehrere Länder
hin wenig geerntet wird. Die Früchte reifen im Juli und August; man sammelt sie jedoch noch unreif und
läßt sie dann auf trocknen Plätzen an der Sonne nachreifen, wobei sie zugleich trocknen und den innern Prozeß durchmachen,
infolge dessen sich die Bestandteile des Fleisches,
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forlaufend
das im frischen Zustande weich ist, in Fruchtzucker umsetzen, der bis zu 50% darin enthalten ist. Außerdem enthalten sie
etwas Fett, Gerbsäure und Buttersäure, die ihnen einen besondern Geruch nach ranziger Butter erteilt. Die Schoten halten sich
nicht lange und verlieren teils durch Einschrumpfen an Wert, teils sind sie dem Milbenfraß so stark
ausgesetzt, daß sie dadurch ganz unbrauchbar werden können. Die Frucht ist nach den Erzeugungsländern und Spielarten verschieden
an Größe und Fülle; am meisten werden die levantinischen Caroben geschätzt, aus Kleinasien etc.,
namentlich aber die von Cypern, welches jährlich bis zu 100000 kg versendet, dann folgen die italienischen,
unter welchen die Puglieser die besten sind.
Außerdem sind Sicilien, Malta, Neapel, Dalmatien, Candia etc. ertragreich; auch Spanien gehört
zu den Exportländern. Die Ware kommt teils über Triest in Fässern, teils geht sie zu Schiffe und oft als Ballast nach
den westlichen und nördlichen Ländern. In den Erzeugungsländern bildet die Frucht eine allgemeine
Volksspeise, während sie in geringerer Beschaffenheit als Viehfutter dient. Man extrahiert daraus auch den Zucker in Syrupform,
und benutzt sie hier und da, zum Branntweinbrennen. Außerdem gebraucht man die Frucht bei Bereitung von Tabakssaucen, die
Samenkerne als Kaffeesurrogat. Auch benutzt man das J. als Gärungserreger bei Bereitung der Buttersäure
aus Stärkezucker. Die stärksten auswärtigen Abnehmer sind die Engländer, denen die Frucht bei der geringen Seefracht
so wohlfeil zu stehen kommt, daß sie dieselbe als ein sehr anschlägliches Mastfutter verwenden können.
- Das Holz des Johannisbrotbaums (Siliquaholz) ist ein ausgezeichnetes Material für feine Tischlerarbeiten, wird aber, wie
es scheint, nur an Ort und Stelle verarbeitet. - Zoll: s. Tarif im Anh. Nr. 25 p 2.