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Auch wenn nicht mehr so häufig wie früher gebetet, zählt der Rosenkranz zu den meditativsten und schönsten Gebetsschätzen der katholischen Kirche.
Der Rosenkranz besteht aus 50 kleineren und fünf größeren Perlen. Eine weitere größere Perle verbindet die Kette mit drei zusätzlichen kleinen und einer größeren Perle. An diesem Ende ist ein Kreuz mit dem Korpus Christi angebracht. Perle um Perle gleiten die teils wunderschön gestalteten Rosenkränze durch die Hände. So betend gedenkt man Stationen aus dem Leben Jesu, eingebettet in den «englischen» Gruss, der Anrede des Engels an Maria als er ihr verkündet, dass sie den Sohn Gottes gebären solle.
Die Geheimnisse des Rosenkranzes
Ein voller Rosenkranz wird immer unter einem Blickwinkel, den sogenannten «Geheimnissen» betrachtet. Es gibt vier Verschiedene, die oft auch einem bestimmten Wochentag zugeordnet werden. In den «freudenreichen Geheimnissen» wird die Kindheit Jesu betrachtet. In den «schmerzhaften» über sein Leiden meditiert, um schliesslich in den «glorreichen» den Sieg über Tod und seine Auferstehung in den Blick zu nehmen. Die «lichtreichen» Geheimnisse, erst später hinzugekommen, betrachten wichtige Stationen im Leben Jesu, von der Taufe bis zur Einsetzung der Eucharistie.
Eine gewonnene Seeschlacht als Ursprung
Die heutige übliche Form des Rosenkranzes entstand im 15 Jahrhundert aus älteren Mariengebeten. Aber wie kam es, dass dieses Gebet prägend für den Monat Oktober werden sollte?
Dies hat mit einer gewonnenen Seeschlacht zu tun: Lepanto 1571. Die die Flotte der päpstlichen Allianz «Heilige Liga» erringt überraschend einen Sieg über die zahlenmäßig überlegene osmanische Flotte.
Da Rosenkranzbruderschaften währenddessen unentwegt für den Sieg gebetet haben, ordnete Papst Pius V für den ersten Jahrestag der Schlacht ein Rosen-kranzfest zur Ehre der Muttergottes an, die er als Fürsprecherin würdigte. Fokus und Charakter des Festes änderte sich im Laufe der Zeit. Im 18. Jahrhundert wurde es auf die gesamte Kirche ausgedehnt, mit der Anordnung, dass im Monat Oktober in allen katholischen Pfarrkirchen der Rosenkranz gebetet werden solle. Eine Vorschrift, die zwar 1958 aufgehoben wurde, aber gleichwohl ans Herz gelegt wurde.
Maria, ein Glaubensvorbild
Was uns heute bleibt ist die ursprüngliche Intention des Rosenkranzes, Jesu Leben mit den Augen Mariens meditativ zu betrachten. Sie ist damit unbestreitbar zu einem Glaubensvorbild geworden. Viele Christen konnten sich ihrer Spiritualität gemäss, mit ihren Sorgen, Nöten und Wünsche an die Mutter Gottes wenden.
«Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit Dir» ist die starke Zusage Gottes auf der Maria ihr freies Ja zum Heilsplan Gottes gibt. Maria lädt uns ein, selbst unser Ja zu sprechen.
Am 12. Oktober ist um 18 Uhr Rosenkranzgebet in St. Agnes Erlenbach.