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Problem basierte Curricula
Selbstgesteuertes und kooperatives Lernen
Die Problem basierten Curricula von Careum F+E sind auf den Prinzipien des gemässigten Konstruktivismus und auf dem methodisch-didaktischen Konzept des Problem basierten Lernens aufgebaut.
Gemässigter Konstruktivismus
Der konstruktivistische Lernprozess bildet die theoretische Grundlage des Problem basierten Lernens. Unter dem Begriff «Konstruktivismus» versteht man in diesem Zusammenhang, Wissen individuell aufzubauen, abhängig vom eigenen Vorwissen und eigenen Vorerfahrungen. Lernende bauen ihr Wissen dabei mit ihren ursprünglichen Fähigkeiten und Möglichkeiten auf. Neuerworbenes Wissen lässt sich auf diese Weise leichter im Langzeitgedächnis verankern.
Problem basiertes Lernen
Kernidee des Problem basierten Lernens ist es, schulisches Lernen als Problemlösung zu gestalten. Niemand geht ohne Vorwissen an ein Problem heran. Immer gibt es eigene Erfahrungen sowie Einstellungen zu einer Problemsituation, die mitgebracht und verknüpft werden. Eine formulierte Problemsituation bildet die Ausgangslage, welche in einer Kleingruppe mit Unterstützung einer Tutorin oder eines Tutors gelöst wird. Das Ziel ist, transferfähiges Wissen und fachspezifische Lern- und Denkstrategien zu erwerben. Gleichzeitig werden dabei Lernende im selbständigen Lernen gefördert. Insgesamt führt dies zum Erwerb von tief verstandenem, integriertem Wissen, welches einfach abgerufen und auf andere Problemsituationen angewendet werden kann.
Problem basierte Curricula
Careum F+E definiert ihre Problem basierten Curricula als Modell-Curricula. Modell-Curriculum in diesem Kontext bedeutet, dass das Curriculum in seinem Aufbau und seiner Ausführung ein vollständiges, in sich geschlossenes Curriculum darstellt, aber leicht auf andere Rahmenbedingungen und Bedürfnisse adaptiert werden kann.
Jedes Problem basierte Modell-Curriculum besteht übergeordnet aus drei Teilen: Dem konzeptuellen Rahmen, der Ausbildungsstruktur und den Ausbildungsinhalten.
Der konzeptuelle Rahmen
- Bestimmungen: Gesetzliche Vorgaben des Bundes und des Kantons bestimmen die pädagogische und fachliche Konzeption, die Ausbildungsstruktur, die Ausbildungsinhalte sowie die betriebliche Organisation.
- Verständnis der Fachrichtung: Das Verständnis der jeweiligen Fachrichtung prägt den beruflichen Inhalt der Ausbildung sowie das Handeln und Verhalten der an der Ausbildung beteiligten Lehrpersonen. Grundlagen des jeweiligen Berufverständnisses sind die der Profession eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Theorien, ihre ethischen Werte, die in der Praxis bewährten Erfahrungen, sowie die neuen Erkenntnisse in den Bezugswissenschaften des jeweiligen Berufes.
- Verständnis Pädagogik: Damit werden die pädagogisch-didaktischen Grundsätze des Lehrens und Lernens für die drei Lernbereiche Schule, Training und Transfer sowie berufliche Praxis beschrieben. Die Theorie des Problem basierten Lernens prägt die Lern- und Lehrformen, die Lern- und Lehrmittel sowie die Rahmenbedingungen für das individuelle Lernen. Die an der Ausbildung beteiligten Fach- und Lehrpersonen richten ihr berufliches Verhalten und Handeln nach den Grundsätzen des gemässigten Konstruktivismus aus.
- Konzeption Lernen und Lehren: Die Lernformen «Problem based Learning» (PBL) im Lernbereich Schule sowie das Skillstraining im Lernbereich Training und Transfer verlaufen entsprechend den ihnen eigenen Schritten. Das Lernen im Lernbereich berufliche Praxis baut seine Ausbildungskonzeption weitgehend auf dem Ansatz des Modells «Cognitive Apprenticeship» auf. Die Lern- und Lehrmittel, das Assessment und die geeignete Infrastruktur unterstützen das individuelle Lernen im Sinne des Blended Learning (Lernen mit neuen Medien). Die Fähigkeit der Vernetzung und des Transfers von Wissen, Erfahrung, beruflichen wie persönlichen Skills auf verschiedene theoretische und reale Problemsituationen wird durch diese Lernformen gefordert und gefördert.
Die Ausbildungsstruktur
Die Ausbildungsstruktur beschreibt den Ausbildungsplan, den Baukasten des modularen Bildungssystems und die Organisationsform der Ausbildung. Der Ausbildungsplan zeigt die Aufteilung der Ausbildungszeit zwischen dem Einsatz im Lernbereich berufliche Praxis und im Lernbereich Schule. Organisatorisch ist die jeweilige Ausbildung in thematische Blocks à 4 bis 6 Wochen in Basis-, Aufbau- und Vertiefungsblocks aufgeteilt. Jeder Block schliesst mit einer Prüfung ab.
Die Ausbildungsinhalte
Die Problem basierten Modell-Curricula Careum sehen thematische Blocks vor. Die beiden Lernformen PBL und Skillstraining ergänzen sich, so dass das relevante Wissen und Können fächerintegrativ gelernt und vernetzt wird. Weitere Lernformen wie Vorlesungen, Rollenspiele und Projektarbeit werden ergänzend eingesetzt. Die Ausbildungsinhalte stützen sich dabei auf reale Praxissituationen der einzelnen Pflegefelder.
Entwicklungen
Problem basierte Curricula wurden für folgende Bildungsgänge entwickelt:
- HF biomedizinische Analytik
- HF Dentalhygiene
- HF medizinisch-technische Radiologie
- HF Operationstechnik
- HF Pflege
In Zusammenarbeit mit Fachverantwortlichen des Curriculumsverbundes Problem basiert Lernen aus CBZ, BZGS, BZSL und BGS sowie Fachexpert/-innen werden die Lern- und Lehrmittel kontinuierlich evaluiert.
Beratung & Schulung
Careum F+E ist Ihre kompetente Ansprechpartnerin für selbstgesteuertes und interprofessionelles Lernen und unterstützt Sie bei Ihnen vor Ort mit Beratungsangeboten und Inhouse-Schulungen. Der Nachdiplomkurs «Problem basiertes Lernen und Lehren» wird neu in Kooperation zwischen Careum F+E und Careum Weiterbildung durchgeführt.
Sie finden alle Weiterbildungsangebote hier bei Careum Weiterbildung >>
Careum F+E inormiert Sie gerne über die Curricula und weiteren Angebote – nehmen Sie Kontakt auf.