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Die Blutstillung ist ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers, den mit Sicherheit alle schon einmal durchgemacht haben, denn bei jeder kleinsten Schnittwunde wird der Blutverlust durch diesen Mechanismus gestoppt. Der Fachbegriff für die Blutstillung lautet Hämostase. Die Hämostase wird in eine primäre und eine sekundäre Phase unterteilt. Auf die Hämostase folgt die eigentliche Wundheilung, welche vor allem Gefäss- und Gewebserneuerung umfasst.
Zuerst ein kurzer Ausflug zum Aufbau des Blutes: Blut besteht aus drei Zelltypen und dem Plasma. Die drei Zelltypen sind Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind die Erythrozyten die roten Blutkörperchen, die Leukozyten die weissen Blutkörperchen und die Thrombozyten die Blutplättchen. Die zentrale Funktion der Thrombozyten ist die Blutstillung. Aber auch die anderen Zelltypen übernehmen enorm wichtige Funktionen im Körper. Die roten Erythrozyten dienen dem Sauerstofftransport im Blut und sind somit unabdingbar für den Gasaustausch im Körper. Die Gesamtheit aller Leukozyten und den Unterkategorien bildet das Immunsystem. Das Plasma hingegen beschreibt den flüssigen Anteil des Blutes und besteht zu mehr als 90% aus Wasser. Den Rest des Plasmas bilden Proteine (Transportproteine und Antikörper) sowie einige Salze. Die Gesamtheit aller Zellen im Blut wird Hämatokrit genannt. Der Hämatokrit macht ungefähr 40% des Blutes aus und besteht zu einem Grossteil aus den Erythrozyten. Das heisst also, dass die roten Blutkörperchen gegenüber den Leuko- und Thrombozyten deutlich in der Überzahl sind.
Dieses Bild vom Schweizerischen Roten Kreuz dient als Leitbild für meine Ausführungen zur Blutstillung. Wie oben ewähnt, wird die Hämostase in eine primäre und eine sekundäre Phase unterteilt. In Bezug auf das Bild ist die primäre Hämostase der Schritt von eins nach zwei und die sekundäre Hämostase ist der Schritt von zwei nach drei.
Die primäre Hämostase wird initiiert durch einen Einriss im Blutgefäss. Das Blutgefäss ist innen von einer Zellschicht ausgekleidet, die nur einschichtig, aber dafür sehr dicht ist und Endothel genannt wird. Wenn das Endothel an einer Stelle defekt ist, entsteht eine Blutung. Die Stillung der Blutung in der primären Hämostase geschieht dadurch, dass die Thrombozyten mit spezifischen Rezeptoren an das dadurch freiwerdende darunterliegende, zellfreie Gewebe binden. Durch das Binden an das zellfreie Gewebe werden die Thrombozyten aktiviert und interagieren dann auch untereinander über das Protein Fibrinogen. Bei der Aktivierung machen die Thrombozyten eine starke Formveränderung durch. Wie das Bild zeigt, werden aus Plättchen ungleichförmige Zellen mit kleinen Füsschen, die zur Verbesserung der Interaktion dienen. Die GP-Rezeptoren auf dem Bild dienen der Interaktion über das erwähnte Fibrinogen. GP bedeutet Glykoprotein. Ein Glykoprotein ist ein Protein, das auch Zuckerketten (Glyko-) trägt. Insbesondere die Zuckerketten dieser GP-Rezeptoren dienen der Interaktion. Ein weiterer wichtiger Punkt der primären Hämostase, der auf dem Leitbild ersichtlich wird, ist die Verengung des blutenden Gefässes (dargestellt durch die Pfeile). Diese Verengung dient dazu, den Blutfluss zu reduzieren.
In der sekundären Hämostase läuft eine mehrstufige Kaskade ab, welche zum Ziel hat, den Pfropf, den die Thrombozyten ausbilden, zu stabilisieren. Kaskade bedeutet hier stufenweise Aktivierung. Das oben erwähnte Fibrinogen ist die Vorstufe von Fibrin, welches den Pfropf der sekundären Hämostase bildet. Wie im Leitbild dargestellt, bildet das Fibrin Fasern aus. In diesen Fasern verfangen sich rote Blutkörperchen, weshalb das Produkt der sekundären Hämostase ein roter Verschlusspfropf ist. In der Kaskade wird Fibrinogen final zu vernetztem, faserigem Fibrin. Zuvor laufen viele andere Aktivierungsschritte ab. Unter anderem wird Prothrombin zu Thrombin. Thrombin ist das Enzym, das aus Fibrinogen Fibrin macht.
Nach der sekundären Hämostase folgt die Wundheilung, welche im Leitbild dem Schritt von drei nach vier entspricht. Dort ist vor allem die Angiogenese zentral. Angiogenese bedeutet Gefässneubildung. Dabei muss diese jedoch von der Vaskulogenese unterschieden werden. Die Vaskulogenese beschreibt die erstmalige Gefässneubildung während der Entwicklung des Embryos und die Angiogenese beschreibt eine Sprossung von bereits bestehenden Gefässen oder die Reparatur von beschädigten Gefässen. Insbesondere das erwähnte Endothel und umliegendes Bindegewebe muss nach Gefässverletzungen repariert werden. Während der Wundheilung, welche in der Regel einige Tage dauert, entsteht eine Kruste, die zum Schutz vor Keimen von aussen dient.
Quellen:
Bild 1: Blutspende SRK, https://www.blutspende.ch/de/magazin/wundverschluss (zuletzt am 28.11.2021 um 16:30)
Bild 2: Störungen der primären Hämostase, Dr. med. Jürgen Koscielny, https://cme.medlearning.de/ferring/stoerungen_primaere_haemostase/pdf/cme1.pdf (zuletzt am 28.11.2021 um 16:30)
Wer an Diabetes leidet, fühlt sich vielleicht manchmal eingeschränkt im Bereich Ernährung. In meiner Weiterbildung zur medizinischen Praxiskoordinatorin durfte ich im Diabetesmodul aber lernen, dass man als Diabetiker(in) praktisch alles essen darf. Wichtig ist jedoch die Menge und wann man was isst. Fakt also ist, Dessert & Co. sind für Diabetiker kein Verbot oder Tabuthema. Man muss das Leben auch geniessen, denn auch die Psyche spielt bei jeder Krankheit eine grosse Rolle. Aber eben halt im Mass – wie mit allem.
Als Diabetiker sollte man grundsätzlich 3 Hauptmahlzeiten pro Tag (Frühstück, Mittagessen, Nachtessen) zu sich nehmen, damit der Blutzuckerspiegel konstant ist und es nicht zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen kann. Wer zum Znüni/Zvieri Hunger bekommt, kann Nüsse oder Früchte mit einer Proteinquelle (Naturjoghurt, Naturquark, Käse etc.) essen. Denn Fruchtzucker mit einer Proteinquelle stabilisiert den Blutzuckerwert und das Sättigungsgefühl hält länger an.
Früchte sollten am besten unmittelbar nach dem Frühstück/Mittagessen oder zur Hauptmahlzeit gegessen werden (oder wie oben beschrieben). Nach dem Abendessen sollte man besser auf Zucker verzichten. Achtung: Trockenfrüchte, Bananen, Papaya und Mangos enthalten sehr viel Zucker! Diese Früchte sollte man besser nur in kleinen Mengen essen. Dessert am besten auch direkt nach den Hauptmahlzeiten und nur selten. Am allerbesten verwendet man frische Produkte, keine verarbeiteten Lebensmittel (Fertiggerichte) sättigende Vollkornprodukte, wenig schlechte Fette etc.
1/3 Drittel des Tellers: Kohlenhydrate/Stärke
1/3 Drittel des Tellers: Proteine
1/3 Drittel des Tellers: Gemüse / Salate
Wer sogenannte: «Sulfonylharnstoffe» (Medikamentenname: Gliclazid/Diamicron) oder kurzwirksame Insuline zu sich nimmt, muss zwingend am Morgen etwas essen. Da es sonst zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen kann! Wer keine solchen Medikamenten nimmt, kann das Frühstück auch ausfallen lassen.
Wichtig ist auch das Trinken. Ein Glas Milch, Kaffee, heisse Schokolade, Latte Macchiato etc. gelten nicht als Trinken, sondern als Essen. Es wird empfohlen, viel Wasser oder ungesüssten Tee zu trinken. Zero Produkte sind in Massen ok. Beim Abnehmen ist es umso wichtiger, noch mehr Wasser zu trinken, denn dies unterstützt die Gewichtsabnahme. Achtung auch Alkohol (vor allem Bier) hat viele Kalorien und können im schlimmsten Fall zu einer Unterzuckerung führen.
Wer Gewicht verlieren möchte, soll die energiereduzierte Ernährung bestmöglichst einhalten. Dazu können beispielsweise der Stärke/Kohlenhydrate-Anteil und der Proteinanteil je auf ¼ reduziert und der Gemüse/Salat-Anteil auf ½ erhöht werden (wichtig: viel Gemüse essen). Zusätzlich soll auch regelmässige Bewegung in den Alltag integriert werden. Aber das Wichtigste: Essen muss Spass machen, damit man nie die Freude und Motivation verliert!
Fast alle haben das schon einmal erlebt: Kurz vor einem Bewerbungsgespräch, einem Abgabetermin einer Arbeit oder vor einer Prüfung macht sich ein ungutes Gefühl im Magen breit. Verstimmungen oder lautstarkes Knurren können auftreten. Die Ursache dafür liegt meistens im Stress. Der Mensch befindet sich in ständiger Interaktion mit der Umwelt. Er nimmt Sinneindrücke wahr, verarbeitet sie und reagiert darauf. Die Reaktion kann vom somatischen oder vom vegetativen Nervensystem aus erfolgen. Das somatische Nervensystem steuert kontrollierte Bewegungen wie beispielsweise das Heben der Arme oder die Bewegung der Beine. Das vegetative Nervensystem steuert lebenswichtige Funktionen wie zum Beispiel die Atmung, Verdauung oder den Stoffwechsel. Obwohl sich die vegetativen Vorgänge selbst steuern, werden sie von äusseren Aspekten beeinflusst – Stress ist einer dieser Einflüsse.
Stress ist die physiologische Antwort unseres Körpers auf jegliche Art von Veränderung, die uns aus dem Gleichgewicht bringt. Der Mediziner und Stressforscher Dr. Hans Selye hat ihn wie folgt definiert: «Stress ist die unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung» (Fink 2009, S. 5). Dabei werden zwei Arten von Stress unterschieden – Eustress und Distress. Eustress wird oft als positiv oder angenehm wahrgenommen. Beispiele dafür sind Hochzeiten, das Wiedersehen von Freunden oder die Spannung vor dem ersten Kuss. Distress hingegen ist überfordernd, unangenehm und gesundheitsschädlich. Der Körper reagiert auf beide Arten von Stress, indem er Stresshormone freisetzt. Dazu gehören Katecholamine, welche Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin umfassen und bei Belastungen des Körpers ausgeschüttet werden.
Dopamin: Dopamin wird im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirnes) produziert und ist ein Neurotransmitter des zentralen Nervensystems. Es steigert die Wahrnehmungs- sowie Konzentrationsfähigkeit und sorgt für Glücksgefühle. Zudem erhöht Dopamin die Durchblutung der Bauch – und Nierengefässe.
Adrenalin: Adrenalin ist ein im Nebennierenmark gebildeter Neurotransmitter. Dieser steigert den Blutdruck, erhöht die Herzfrequenz und fördert den Glukosestoffwechsel. Zusätzlich aktiviert Adrenalin den Tonus (Spannung) der glatten Gefässmuskulatur und fördert somit die Durchblutung. Die glatte Gefässmuskulatur sind Muskeln, die nicht aktiv gesteuert werden, wie beispielsweise die Verdauungsorgane.
Noradrenalin: Noradrenalin wird ebenfalls im Nebennierenmark und zusätzlich in gewissen Teilen des Gehirnes gebildet. Noradrenalin verengt die Blutgefässe und steigert somit den Blutdruck. Zudem fördert Noradrenalin die Wachheit, Motivation und Konzentration.
Ein weiteres Stresshormon ist Cortisol, welches durch die Stimulation in der Hirnanhangsdrüse produziert wird. Dieses ist an sehr vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Beispielsweise steigert es den Glukosestoffwechsel und sorgt damit für ausreichend Glukose im Körper. Auch Schmerzreaktionen werden von Cortisol unterdrückt. Dabei steigt die Körpertemperatur und der Energiestoffwechsel wird angeregt. Zusammengefassend ist festzuhalten, dass Stress eine regelrechte Hormonexplosion auslöst, die auf den Körper einwirkt. Natürlich ist die Wirkung der oben genannten Neurotransmitter vereinfacht dargestellt und auf das Wichtigste reduziert. Es soll damit verdeutlicht werden, dass jeder dieser Neurotransmitter auf die eine oder andere Weise das Verdauungssystem beeinflusst.
Kommen wir nun also zum Zusammenhang zwischen Verdauung und Stress. Dieser ist keineswegs eine böse Laune der Natur, um Stresssituationen noch beschwerlicher zu gestalten. Der Ursprung liegt in der Geschichte der Menschheit. Schon den Urzeitvorfahren des Menschen waren die körperlichen und psychischen Reaktionen auf Stress bekannt – zwar nicht im Zusammenhang mit einem Bewerbungsgespräch, jedoch in der Überlebenssicherung. Während der Jagt blieb für die Verdauung keine Zeit. Entweder wurde alles sofort ausgeschieden oder die Verdauung wurde bis zum Ende der Stresssituation aufgeschoben. Dieses Uhrzeitphänomen kommt noch im heutigen Menschen zum Ausdruck. Somit ist der Zusammenhang zwischen Verdauung und Stress keinesfalls zufällig, sondern ein Versuch, sich der Umwelt und der jeweiligen Situation anzupassen.
Häufig wird Stress mit etwas Negativem assoziiert, obwohl er in der richtigen Dosierung leistungsfördernd ist. Der Treibstoff für das Gehirn ist Glukose und dieser wird bei Stress vermehrt freigesetzt. Das Gehirn ist konzentrierter, wacher und motivierter – kurz gesagt: leistungsfähiger. Was als Stress empfunden wird, ist bei jedem Menschen anders und nicht beinflussbar – wie damit umgegangen wird hingegen schon. Mit dem flauen Gefühl im Magen während einer Stresssituation zeigt der Körper, dass er die Ausnahmesituation erkannt hat und versucht, zu helfen. Diese Tatsache zu erkennen und vor allem zu akzeptieren kann den belastenden Distress in euphorischen Eustress umwandeln. Von der zusätzlich gewonnen Energie kann dann sogar profitiert werden.
Quellen
Fink, G. (2015). Stress Science: Neuroendocrinology. Elsevier Academic Press.
Der Schlaf und die damit verbundene Erholung haben einen immensen Einfluss auf die Gesundheit. Während des Schlafens regeneriert sich unser Körper, verarbeitet Erlebnisse, Emotionen, Gedanken und tankt Energie für den nächsten Tag. Doch was passiert mit unserem Schlaf, wenn er durch äussere Einflüsse gestört wird? Einer der grössten Störfaktoren ist der Alkoholkonsum. Dennoch ist der Irrglaube, ein Glas Wein würde der Schlaf verbessern, weit verbreitet. Ein Blick auf die Physiologie Schlafes bringt Klarheit.
Obwohl der Schlaf zur Erholung dient, ist das Gehirn währenddessen alles andere als inaktiv. Zahlreichen Studien, welche mit einem Elektroenzephalographen (EEG) die Hirnströme von schlafenden Personen gemessen haben, fanden heraus, dass der Schlaf in unterschiedlichen Phasen abläuft. Dabei gibt es vier verschiedene Stadien, die sich zyklisch wiederholen.
Stadium 1: Die sogenannte Einschlafphase lässt sich kaum vom Wachzustand unterscheiden. Man wird müde und die Augen werden schwerer. Dieses Stadium dauert einige Minuten, wobei das EEG erste Verlangsamungen der Hirnwellen anzeigt. Das Gehirn signalisiert dem Körper herunterzufahren, um sich auf das Schlafen vorzubereiten.
Stadium 2: Deutlicher vom Wachheitszustand zu unterscheiden ist das zweite Stadium. Neurotransmitter, wie zum Beispiel GABA oder Glyzin, werden dabei ausgeschüttet. Damit wird die Erregbarkeit der Nervenzellen herabgesetzt und die Aktivität des Nervensystems verringert sich. Zudem beginnen die Muskeln zu entspannen und es gibt keine Augenbewegungen mehr.
Stadium 3 & 4: Diese beiden Schlafphasen sind die sogenannten Tiefschlafphasen. Der Muskeltonus entspannt sich weiter. Die Hirnwellen werden im dritten Stadium zwischen 20 und 50 Prozent langsamer, im vierten sogar über 50 Prozent. Diese Phase ist für die Erholung besonders wichtig, da hier Wachstumshormone ausgeschüttet werden, die zur Regeneration beitragen. Das Immunsystem wird aktiviert und bekämpft Viren sowie Bakterien.
Zu diesen vier Stadien kommt eine weitere Schlafphase hinzu, die eine besondere Rolle im Schlafzyklus einnimmt: der sogenannte REM-Schlaf. Die Namensgebung stammt von der ausfälligsten Eigenschaft dieser Phase; den schnellen Augenbewegungen – REM steht für ‘’Rapid Eye Movement’’. Die REM-Phase ist eine aktive Schlafphase. Obwohl sich der Körper im Tiefschlaf befindet, ist das Gehirn hochaktiv. Der Blutdruck sinkt und die Atmung wird unregelmässig. Die Muskeln der Haltemuskulatur, also diejenigen, die wir zum Sitzen oder Stehen benötigen, sind völlig atonisch (maximal entspannt). Trotzdem kommt es während der REM-Phase zu Zuckungen.
Wurden die Studienteilnehmer während dieser Schlafphase geweckt, berichteten sie von lebhaften und farbigen Träumen. Deswegen sind sich Forscher heutzutage einig, dass hauptsächlich während dieser Phase des Schlafes geträumt wird. Auch gehen viele Forscher davon aus, dass in der REM-Phase Sinneseindrücke und Emotionen verarbeitet werden. Nach 60 bis 90 Minuten sind alle vier Stadien inklusive des REM-Schlafes beendet und der ganze Prozess beginnt von vorne. Die REM-Phase wird nach jedem Zyklus länger. Gleichzeitig werden die Tiefschlafphasen mit jedem Zyklus kürzer oder fallen gegen Ende der Nacht sogar ganz weg. Nach fünf bis sieben Zyklen ist die ganze Prozedur vorbei. Der durchschnittliche Mensch braucht rund acht Stunden Schlaf. Dies variiert jedoch je nach Alter, Geschlecht und Anstrengung des Tages.
Zurück zum Störfaktor Alkohol. Dieser hat eine stimulierende wie auch sedierende Wirkung. Diese zwei Eigenschaften passen eigentlich nicht zueinander, denn einerseits macht Alkohol euphorisch und steigert die Herzfrequenz, andererseits verursacht er eine motorische Verlangsamung und eine kognitive Beeinträchtigung. Doch was hat das jetzt genau mit dem Schlafen zu tun?
Stimulierend wirkt Alkohol vor allem auf die Blase. Das antidiuretische Hormon (ADH) ist für die Wasserrückresorption des Harnes in den Nieren verantwortlich. Alkohol stoppt die ADH-Produktion, wodurch die aufgenommene Flüssigkeit schneller ausgeschieden wird. Häufiges Aufwachen während der Nacht für den Gang auf die Toilette verhindern ein Durchschlafen.
Die sedierende Wirkung sorgt dafür, dass die vorhin erwähnte Einschlafzeit deutlich verkürzt wird. Der Tiefschlaf tritt schneller ein, da die ersten zwei Schlafstadien verkürzt oder sogar übersprungen werden. Irrtümlicherweise wird dies häufig als ein positiver Effekt angesehen. Doch durch das Fehlen der ersten zwei Stadien fehlt dem Körper die Zeit, sich auf das Schlafen vorzubereiten. Die erwähnten Neurotransmitter werden nicht ausgeschüttet, ein unruhiger Schlaf ist die Folge.
Hinzu kommt, dass der Tiefschlaf zwar verlängert, jedoch gestört abläuft. Der Körper ist damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen, und hat deswegen nicht die Kapazität, sich zu regenerieren und zu reparieren. Durch diesen verlängerten Tiefschlaf leidet der REM-Schlaf. Dies hat verehrende Konsequenzen auf das Wohlbefinden am nächsten Morgen – der sogenannte Kater stellt sich ein. Der Körper ist nicht ausgeruht, schlechte Laune und Unpässlichkeit sind die Folge. Bei gelegentlichem Alkoholkonsum ist das nicht weiter tragisch, da der Körper sich seine benötigte Erholung in der nächsten Nacht holt. Problematischer wird es hingegen bei exzessivem und regelmässigem Konsum. Studien ergaben, dass alkoholabhängige Menschen signifikant höher gefährdet sind, Schlafstörungen zu entwickeln. Diese verursachen häufig psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Angststörungen und Depressionen.
Daher ist es empfehlenswert, nach einem erhöhten Alkoholkonsum, wie zum Beispiel nach einer Feier, dem Körper genügend Zeit zur Erholung zu geben, mit anderen Worten am nächsten Abend früher ins Bett zu gehen, um den verpassten Schlaf nachzuholen. Regelmässiges Alkoholtrinken sollte man vermeiden und das Trinken möglichst frühzeitig vor dem Schlafengehen einstellen.
Die Müllabfuhr im Körper, wie sich Frank Oberle, Leitender Arzt des INUSpherese® Zentrum in Gais ausdrückt, wird durch den Plasmareinigungsvorgang leicht gemacht. Ein Verfahren, das nur zwei Kliniken in der Schweiz anbieten, eine davon in Gais (AR).
Was genau ist eine INUSpherese®?
Das ist eine Möglichkeit, mit einem Filtersystem unser Blutplasma von toxischen Belastungen zu reinigen und damit unsere körpereigene Regulation und Entgiftung wieder in ausreichendem Masse zu aktivieren. Es ist eine Erweiterung der schon seit Jahrzehnten bewährten Plasmapherese, allerdings mit enorm erweitertem Spektrum, was alles aus dem Körper an Schadstoffen herausgefiltert werden kann. Die Geräte und patentierten Filter werden von Schweizer Firmen hergestellt.
Haben wir alle Schadstoffe in uns?
Ja, wir haben als Menschheit seit 1950 ca. 450 000 neuartige Fremdstoffe erfunden. Viele davon sammeln sich in unserem Körper an, zusätzlich zu denen, die schon länger als Problemauslöser bekannt sind, zum Beispiel Schwermetalle wie Quecksilber, das auf Platz drei der gefährlichsten Toxine eingeschätzt wird. Selbst im Nabelschnurblut eines Neugeborenen können solche Stoffe regelmässig nachgewiesen werden. Je älter wir werden, desto mehr Zeit hatten wir, diese im Körper zu sammeln – sie können zur Entstehung vieler Krankheiten beitragen. So hat sich das Auftreten von Autoimmunkrankheiten oder Allergien in den letzten drei Jahrzehnten teilweise bis zu verdreifacht, so auch Probleme im Alter wie frühzeitige Demenz. Selbst beim Alzheimer verdichten sich immer mehr die Zusammenhänge mit Umwelttoxinen.
Welche Substanzen können durch die INUSpherese® im Körper verringert werden?
Das reicht von Schwermetallen über Pestizide, Holzschutzmittel, Lösungsmittel, Farbstoffe – also alles, was wir beruflich oder am Wohnort, auch zum Beispiel in Neubauten, oder eben durch unsere Ernährung in uns aufnehmen. Diese Stoffe fliessen nicht frei im Körper, sondern gehen chemische Verbindungen ein. Unter anderem sind das Proteine, die so eine unnatürliche Form annehmen und auch ihre Funktion im Körper verlieren. Diese werden bei der INUSpherese® erkannt und eliminiert. Aber auch Antikörper bei Autoimmunkrankheiten, Silikonpartikel und sogar Viren können im Eluat nachgewiesen werden.
Was ist ein Eluat?
Das ist quasi das, was in unserem Abfallsack dann übrigbleibt – all das, was nicht in den Körper zurückdurfte. Dieses können wir dann auf Wunsch in einem Speziallabor, das nach gerichtsmedizinischem Standard Analysen durchführt, untersuchen lassen. Manchmal führt uns dann diese Analyse auch zur Diagnose. Das Verfahren ist also sozusagen Therapie und gegebenenfalls auch Diagnostik in einem.
Wie stellen wir und den Vorgang am Patienten vor?
Es ist erfreulich einfach und schonend durchführbar. Wir legen zwei Infusionsleitungen meist in beide Ellbeugen und das Blut fliesst zum Einweg-Filtersystem der Maschine, wird gereinigt und am anderen Arm zurückgegeben. Der ganze Vorgang dauert etwa zwei bis drei Stunden.
Für wen ist die Methode geeignet?
Ich würde es anders formulieren: Für wen ist es nicht geeignet. Da wir alle die gleiche Problematik der Umweltbelastung haben, ist schon allein aus prophylaktischen Gründen eine Reduktion der toxischen Belastung ein spannender Gedanke. Für alle, die chronische Gesundheitsherausforderungen haben und bisher mit Therapien keinen Durchbruch stattfand, könnte das eine Möglichkeit sein. Es gibt aber natürlich viele Erkrankungen, bei denen eine direkte Indikation gegeben ist. Das haben wir auf unserer Homepage detailliert aufgeführt.
Ist das INUSpherese® Zentrum eine separate Abteilung der Alpstein Clinic?
Oh nein, ganz und gar nicht. Das ist ja gerade unsere Stärke, diese Methode mit anderen Behandlungen von unseren Ärzten, Heilpraktikerinnen, und MPAs zu kombinieren. Wir stellen immer individuell die Indikation für die Behandlung und können zum Beispiel dann die Plasmareinigung mit unterstützenden Infusionen, Fiebertherapien oder Ausleitungsverfahren wie die Colonhydrotherapie, bei der auch die Belastungen im Darm eliminiert werden, kombinieren. Das Ziel ist immer, das Immunsystem des Patienten zu stärken und ihn wieder in seine eigene Regulation zu bringen, so verbinden wir Hightech-Verfahren mit Naturheilkunde.
Endometriose ist eine gutartige, chronische Erkrankung, bei der es zu einer Ansiedelung von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter kommt. Es bilden sich Gebärmutterschleimhaut-Inseln, so genannte „Herde“, die sich typischerweise an den Eierstöcken oder am Bandapparat der Gebärmutter – grundsätzlich aber auch im sonstigen Bauchraum – ansiedeln. Es kann aber auch sein, dass sich dieses „Gewebe“ innerhalb der Muskulatur der Gebärmutter bildet (Adenomyose).
Typische Beschwerden einer Endometriose sind z.B. starke Schmerzen während der Periode (Dysmenorrhoe), verlängerte Blutungen und/oder verstärkte Blutungen (Hypermenorrhoe) sowie Übelkeit/Erbrechen oder Schmerzen schon vor der monatlichen Menstruation. Anderweitige Symptome wie Beschwerden beim Stuhlgang/Wasserlösen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind allerdings keineswegs ausgeschlossen. Oder man verspürt überhaupt keine Schmerzen oder Beschwerden! Denn die Grösse und Tiefe dieser „Herde“ steht nicht im direkten Verhältnis zum Schmerzausmass. Vielmehr sind die Symptome sehr unterschiedlich und bei jeder Frau individuell, was die Früherkennung nicht unbedingt einfacher macht.
Man geht davon aus, dass ca. 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter an Endometriose leiden. In den meisten Fällen verstreichen 7-10 Jahre von den ersten Symptomen bis zur sicheren Diagnosestellung mittels Bauchspiegelung (Laparoskopie). Vielfach werden die Regelschmerzen auch einfach als „normal“ bezeichnet und nicht ernst genommen – mit fatalen Folgen.
So kann die Endometriose ursächlich für Unfruchtbarkeit (unerfüllter Kinderwunsch), eine psychische Erkrankung oder Einschränkungen im Alltag bzw. Absenz am Arbeitsplatz infolge der Schmerzen sein.
Die Behandlung ist individuell – in Frage kommen Hormonpräparate, Schmerzmittel, eine Operation, psychotherapeutische Unterstützung oder sonstige komplementärmedizinische Methoden wie z.B. Entspannungstechniken oder Akupunktur.
Eine Operation (Laparoskopie) wird meist erst bei einem konkreten Kinderwunsch, im Falle des Scheiterns anderer Behandlungsmöglichkeiten oder nicht mehr aushaltbaren Schmerzen in Betracht gezogen. Denn eine Operation ist immer auch ein Risiko, auch für neue Verwachsungen/Verklebungen im Bauchraum. Aber es kann sich auch sehr positiv auswirken. Die Behandlung muss für jede Frau individuell angepasst werden.
Die Ursachen der Endometriose ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Man vermutet aber, dass während der Periode ein Teil des Menstruationsblutes über die Eileiter in den Bauchraum fliesst. Dieses Menstruationsblut enthält lebensfähige Gebärmutterschleimhaut-Zellen, die sich im Bauchraum ansiedeln können. Auch Gene spielen eine grosse Rollen, da die Krankheit vielfach auch vererbt wird.
Wichtig ist, dass jede Frau einen guten Frauenarzt bzw. eine gute Frauenärztin hat, der/die ihre Leiden ernst nimmt und eine individuell angepasste Therapie einleitet. Leider ist die Endometriose immer noch ein rechtes Tabuthema, was viel mehr Aufmerksamkeit und Frühaufklärung verdient. Wir tun unser Bestes, um unseren Beitrag hierzu zu leisten.
«Zu hoher Zucker, zu schwer, zu füllig an den Rippen, zu hoher Blutdruck, zu hohe Fettwerte… Wenn Sie so weiter machen, dann endet das in einer metabolischen Gefäss-Herzkreislauf-Katastrophe mit Insulinspritzen, Arthrosen, Schlaganfall und Herzinfarkt! Ausser Sie tun genau das, was wir Ihnen sagen». So oder so ähnlich beginnen viele Ratgeber zum metabolischen Syndrom. Nun, das Schüren der Angst mag bei einigen Betroffenen zu einer Verbesserung der soeben aufgeführten Parameter führen. Der Impuls zur Änderung des Lifestyles – so bleibt jedoch auf Basis meiner jahrzehntelangen Erfahrung in der ambulanten Medizin zu befürchten – entspringt viel zu häufig Bedenken und Angst. Angst ist leider ein mächtiger und manipulativer Ratgeber. Drohende gesundheitliche Folgeerkrankungen und gesellschaftliche Schönheitsideale sorgen für ein schlechtes Gewissen und Angst, am “Schaufeln des eigenen Grabs” oder der sozialen Isolation am Ende selbst Schuld zu sein. In unserer Leistungsgesellschaft ist der Druck auf dem Einzelnen, seines eigenen Glückes Schmied zu sein, sehr hoch.
Kommen wir zunächst zu den Komponenten des Metabolischen Syndroms, um ein einheitliches Verständnis für die damit bezeichneten Symptome zu kreieren.
Erhöhter Blutzucker
Ein erhöhter Blutzucker geht meist einher mit Übergewicht oder kann die Folge von Inaktivität sein. Es ist ein Phänomen des 21. Jahrhunderts, dass wir uns immer weniger Zeit für reale Bewegung nehmen. Damit meine ich Zeitfenster für sportliche Aktivitäten oder ein erholsamer Waldspaziergang und nicht die omnipräsente Rastlosigkeit und Angst, etwas zu verpassen. Es ist grotesk: Termindruck und Alltagshektik sorgen für psychische Dynamik (oft unvorteilhaft), aber für körperliche Bequemlichkeit und Stillstand. Lösen wir uns doch von der Angst, nicht effektiv zu sein, und gönnen uns öfter einmal eine längere Wanderung. Ja, auch Sport darf sein – und gerne mehr als die notwendigen 20 min/Woche, die uns die Hightech-Fitnessindustrie empfiehlt. Sport und Bewegung ist Zeit für uns: Wir müssen sie uns nur nehmen.
Arterielle Hypertonie
Der erhöhte Blutdruck ist ein Phänomen für sich und kann natürlich auch bei nicht metabolischen Betroffenen auftreten. Sollte man aber Gewicht, Blutzucker und Blutfette in den Normbereich senken, kann man in der Regel auch mit einer Verbesserung des Blutdrucks rechnen. Wieso straft uns die Natur denn überhaupt mit unterschiedlichen Werten des Blutdrucks? Ein dauerhafter Paradeblutdruck von 120/80 mmHg wäre doch viel einfacher. Nun, fragen Sie sich einmal, wieso ein PKW mehrere Gänge und ein Gaspedal hat. Nach dieser Logik benötigt der Körper bei hoher körperlicher Belastung mehr Versorgung mit sauerstoffreichem Blut als im Ruhezustand. Diese Variabilität hilft uns, uns bestmöglich an eine abwechslungsreiche Umwelt anzupassen. Aber auch hier wird mit den Folgen einer Bluthochdruckerkrankung viel zu aktiv geworben und vorschnelle Therapien in die Wege geleitet. Zunächst einmal geht nichts über eine saubere Dokumentation der Blutdruckwerte (z.B. in Form eines Tagebuchs). Wie gesagt: Unser Körper passt sich an. Eine Behandlung auf Basis eines einzelnen gemessenen Wertes ist fahrlässig und unseriös. Ich plädiere grundsätzlich für eine Entmystifizierung des Bluthochdrucks: Er ist häufig gut zu verstehen und gut zu therapieren – und muss nicht zwingend ein lebenslanges Schicksal sein, dem man sich nun beugen muss.
Hat sich jemand eigentlich schon mal Gedanken gemacht, was aus der Angst wird, wenn das metabolische Syndrom (teilweise) zu akzeptablen Normwerten reguliert wurde? Viele der Indikatoren eines Metabolischen Syndroms sind nämlich reversibel, also bei entsprechenden Anpassungen des Lebensstils umkehrbar – oft ohne bleibende Schäden je nach Schwere der Symptomatik und Zeitpunkt der Intervention.
Könnte es sein, dass diese Angst sich irgendwo in uns als dauerhafte Triebfeder eingenistet hat und uns somit «schützt»? Das mag wohl die positive Theorie zu unserer Verhaltensänderung darstellen – die Angst als natürliche Schleife, damit wir überleben. Es könnte aber doch auch sein, dass wir dauerhaft von dieser kleinen, lästigen Angst unbewusst geplagt sind, welche sich nur allzu gerne mit weiteren kleinen Ängsten zu einem beträchtlichen Konvolut von Angst entwickeln kann. Hier das Übergewicht, dort eine gescheiterte Beziehung und an anderer Stelle eine chronische Unzufriedenheit im Job: Unglück kommt selten allein, genauso wenig wie eine manifeste Depression. Ich denke eine etwas andere Betrachtungsweise hätte ebenso einmal einen Gedanken verdient. Am Ende ist vielleicht alles gar nicht so schlimm und türmt sich auf, wenn wir der ursprünglichen Ausgangslage etwas Positives abgewinnen – ohne die Angst als extrinsischen Reiz zu instrumentalisieren.
Ich habe versucht aufzuzeigen, dass ein Metabolisches Syndrom – aus physiologischen Ängsten entstehend – bei falscher Herangehensweise dauerhaft zum generellen Angstgefühl beitragen kann. Was also wäre mein Vorschlag? Reden Sie mit Ihrem Arzt – er wird Ihnen (hoffentlich) das richtige Team zur Seite stellen, um eine etwas andere, weniger bedrohliche Perspektive zu schaffen. Aber auch Sie selbst sind gefordert – und zwar in einem schönen, motivierenden Sinn: Nehmen Sie sich auch Zeit für sich, bewegen Sie sich, kochen Sie gemeinsam mit Familie und Freunden. Fokussieren Sie sich auf das, was Ihr Körper zu leisten imstande ist – nicht nur auf Defizite im Vergleich zu anderen Menschen. Sie werden sehen, dass Ihr Körper Ihnen bei vielen der aufgeführten Aktivitäten ein positives Feedback geben wird, welches Sie motiviert, weiterzumachen. Unsere Gesellschaft ist zu ängstlich geworden. Kopf einziehen und verstecken hilft hier nicht. Mit positiver Energie lässt sich nachhaltiger Wandel am besten umsetzen. Viele meiner Patienten, die von Ausprägungen eines Metabolischen Syndroms betroffen waren und sich selbst geheilt haben, würden mir hier zustimmen.
Wissen Sie, dass Diabetes oder die sogenannte “Zuckerkrankheit” Folgen für den gesamten Körper haben kann?
Der zu hohe Zucker im Blutkreislauf strömt durch den ganzen Körper und es kann dabei zu Schädigungen an Organen sowie am Bewegungsapparat kommen.
Aber wie entsteht eigentlich ein Diabetes? Zunächst ist zwischen zwei Typen zu unterscheiden:
Aber was ist denn eigentlich dieses Insulin? Insulin ist ein so genanntes “Speicherhormon”: Es sorgt dafür, dass der Zucker im Blut vom Körper aufgenommen, gespeichert und letztlich bei Bedarf in Energie umgewandelt werden kann. Es ist somit wie ein Schlüssel für die Körperzellen. Da ein Diabetiker zu wenig oder gar kein Insulin mehr produzieren kann, bleibt der Zucker im Blut „stecken“ statt in den dafür vorgesehenen Depots in der Leber und den Muskeln gelagert zu werden.
Die Konsequenzen sind oft verheerend. Zum Beispiel droht eine Fettleber – ja, richtig gelesen: Fett. Um sich des steten Zustroms an Kohlenhydraten zu entledigen, neigt die Leber bei einer Insulinresistenz dazu, Kohlenhydrate in Fette umzuwandeln. Auch die Füsse, die uns im besten Fall durch unser gesamtes Leben tragen, können durch Diabetes auf verschiedenste Weisen geschädigt werden, z.B. an den Nerven, wodurch es zu einer Schmerzunempfindlichkeit kommen kann. Die Fussgelenke reagieren oft mit Bewegungsstörungen, auch Hornhaut und Nagelveränderungen sollten nicht ignoriert werden.
Auch unsere Nieren, Gefässe, das Herz oder unsere Augen können durch Zucker beschädigt werden. Daher ist es wichtig, regelmäßige Kontrollen – auch und gerade präventiv – durchzuführen. Man kann in etwa ausrechnen, wann erste Folgeschäden auftreten können. Abgesehen von einer Ernährungsweise mit vielen Einfachzuckern (z.B. Softdrinks, Süssigkeiten) sorgen auch weitere Risikofaktoren wie z.B. Rauchen oder ein hoher Blutdruck zu einer Komplikation der vielfältigen Symptome.
Am besten beugen Sie Diabetes mit einer ausgewogenen Vollwertkost mit wenig zuckerhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln sowie regelmässiger sportlicher Betätigung vor. Während z.B. der häufige Konsum von zuckerhaltigen Softdrinks unsere Insulinsensitivität verringert, wirkt Sport als das Gegenteil davon: Er erhöht die Fähigkeit der Zellen, auf Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse zu reagieren.
Am Ende haben wir es selbst in der Hand! Nicht umsonst werden Diabetes, Hypertonie (Bluthochdruck) oder Herzkreislauferkrankungen als Zivilisationskrankheiten bezeichnet. Wenn derartige Krankheitsbilder in den meisten europäischen Gesellschaften auf dem Vormarsch sind, sollten wir etwas an unserer “Zivilisation” ändern. Unser Körper reagiert nur so, wie er es evolutionär gelernt hat.