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HIV-X
Erforschung der Virus-Wirt-Wechselwirkungen zur Behandlung von HIV-Infektion
Noch immer gibt es keine Behandlung, mit der sich das HI-Virus vollständig aus dem Körper eliminieren lässt. Ein Grund dafür ist die Fähigkeit des Virus zur Bildung eines Reservoirs. Die Wissenschaftler des MRD-Projekts HIV-X untersuchen nun, wie das HI-Virus sich der Behandlung entzieht, und wollen Modelle erarbeiten, mit denen sich individuell voraussagen lässt, wie Patienten und Patientinnen auf bestimmte Therapien ansprechen.
Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) ist der Erreger einer verheerenden Pandemie mit derzeit rund 35 Millionen Infizierten weltweit und etwa 3,4 Millionen Neuinfektionen pro Jahr. Aufgrund seines Lebenszyklus kann das Virus lebenslang im menschlichen Körper verbleiben, indem es sein Genom ins menschliche Erbgut integriert und ein sogenanntes Virenreservoir bildet. Dabei handelt es sich um eine Population infizierter Zellen, die sich der Wirkung einer Behandlung entzieht.
Verstehen, wie das HI-Virus überdauert
Heute lässt sich die Sterblichkeit von infizierten Patienten mit hochwirksamen Kombinationen von antiretroviralen Arzneimitteln drastisch senken. Diese Therapien verhindern allerdings nur die Vermehrung der Viren. Das Virenreservoir können sie nicht eliminieren. Herauszufinden, wie es das HI-Virus schafft, die Behandlung zu überdauern, ist deshalb die Voraussetzung, um Strategien entwickeln zu können, mit denen sich das Reservoir beseitigen lässt.
Die Wissenschaftler des MRD-Projekts HIV-X haben das ehrgeizige Ziel, wirts- und virusspezifische Faktoren zu identifizieren, die für die Mechanismen der Latenz von HIV wichtig sind. Sobald sie diese Faktoren kennen, wollen die Forschenden Modelle entwickeln, mit denen sie vorhersagen können, ob ein Patient auf eine bestimmte Behandlung anspricht. Ausserdem planen sie mit ihren Modellen diejenige Gruppe von HIV-positiven Personen zu identifizieren, welche die besten Aussichten hat, mit Arzneimitteln, die das Reservoir angreifen, geheilt zu werden.
Die Faktoren identifizieren, die Latenz ermöglichen
Um Ihre Ziele zu erreichen, nutzen die Forschenden die Schweizerische HIV-Kohortenstudie (Swiss HIV Cohort Study, SHCS). Diese seit 1988 laufende, landesweite Studie umfasst über die Hälfte aller registrierten HIV-Infizierten in der Schweiz. Im Rahmen der Studie wurden bisher klinische Daten sowie Zell- und Plasma-Proben von mehr als 18'000 HIV-positiven Personen archiviert.
Das HIV-X-Forscherteam untersucht eine Gruppe von zirka 1'600 Personen, die mindestens fünf Jahre lang eine antiretrovirale Therapie (ART) erhalten haben und deren Viruskonzentration im Plasma in diesem Zeitraum auf Werte unterhalb der Nachweisgrenze zurückging. Die Wissenschaftler werden den Rückgang der reservoirspezifischen Viruslast sowie das Wirts- und Virusgenom dieser Personen mithilfe modernster Methoden untersuchen. Die Forschenden werden die komplexen Datensätze der Studie dazu nutzen, wirts- und virusspezifische Faktoren herausarbeiten, die einen Einfluss auf die Mechanismen der HIV-Latenz besitzen. Das Wissen um diese Faktoren lässt sich zur Entwicklung wirksamerer Behandlungen nutzen.
|Projektleitung||Prof. Dr. med. Huldrych Günthard, Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene, UniversitätsSpital Zürich|
|Beteiligte Institutionen||UZH/USZ, ETHZ, EPFL, UZH, UniBas, SIB, IBM|
|Anzahl Forschungsgruppen||8|
|Projektdauer||Feb. 2015 – Jan. 2018|
|Durch SystemsX.ch bewilligte Mittel||CHF 2.182 Millionen|
Stand: Juni 2015