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Australischer Minister verlangt umfassende Studie über Atomenergie
Bereits in April 2005 hatte Brendan Nelson eine öffentliche Debatte über die Option Kernenergie gefordert. Mit der nun eingebrachten Motion soll erreicht werden, dass die «Australian Academy of Science» zusammen mit anderen Wissenschaftsinstituten eine grundlegende Prüfung der Kernenergie als ergänzende Technologie für die Stromproduktion und die Wasserentsalzung unter Einbezug aller möglichen Einflussfaktoren hinsichtlich Physik, Geologie, Umwelt und Gesellschaft vornimmt. Die Kosten für die Studie dürften knapp AUD 1 Mio. (rund CHF 980'000) betragen.
Nelson betonte, dass Australien es nicht verantworten könne, als Grossproduzent von Uran weltweit Kernkraftwerke zu beliefern, ohne diese Option auch für sich selbst ernsthaft in Betracht zu ziehen. «Darüber zu befinden ist nun Sache von Premierminister und Regierung», fügte er hinzu. Auf eine Frage betreffend Nuklearabfälle antwortete Nelson, dass in Australien ein Endlager für schwach- und mittelaktive Abfälle gebaut werden müsse, allein schon wegen des zu entsorgenden Nuklearabfalls aus medizinischen und industriellen Anwendungen.
Australien hat bisher keine kommerziellen Kernkraftwerke gebaut. Gegenwärtig gibt es einzig den Forschungsreaktor Hifar (Lucas Heights High Flux Australien Reactor), der Mitte 2006 durch den offenen Vielzweck-Leichtwasser-Schwimmbadreaktor (Opal) mit 20 MW thermischer Leistung ersetzt werden soll.