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Typus
(grch.), Urbild, Vorbild; die allen einzelnen Exemplaren einer und derselben Art
gemeinsame Grundform,
Grund-, Urgestalt.
Typisch oder den
Typus ihrer Gattung nennt man eine einzelne Erscheinung,
wenn in ihr die allgemeinen
Merkmale der Gattung in besonders vollkommener und durchsichtiger
Weise hervortreten. In der
Philosophie
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mehr
wird der Ausdruck
Typus häufig in den Systemen gebraucht, welche die Einzelwesen in ihrer sinnlichen Erscheinung als die Abbilder
von Urbildern betrachten, die in einen: urbildlichen Verstände vorgebildet existieren. So sind die Ideen Platos (s. d.) die
Typen der sinnlichen Dinge. Durch die Neuplatoniker wurde diese Ansicht ins Mittelalter fortgepflanzt. Die
Scholastiker sprechen häufig von einer mens archetypa, d. h. einem urbildlichen göttlichen
Verstande, in dem die ewigen Muster liegen, die in den Dingen in der Sinnenwelt nur unvollkommen ausgeprägt sind.
In der Geschichte besteht die typische Auffassung darin, daß man in den frühern, vielleicht unscheinbaren Begebenheiten die spätern wichtigern nicht bloß vorbereitet, sondern vorgezeichnet findet. In dieser Beziehung hatte das Typische in der ältern Theologie lange Zeit sogar eine dogmatische Bedeutung. Indem man nämlich annahm, daß gewisse Personen, Ereignisse, Einrichtungen und Aussprüche des Alten Testaments zu Personen, Ereignissen u. s. w. des Christentums in vorbildlicher oder typischer Beziehung stehen sollten, bildete man eine eigene Theorie dieser Typen (Typik, Typologie) aus.