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Schloss Thun
Thun
Schloss Thun – Das Mächtige
Pünktlich zum 800. Todestag seines Bauherrn, Berchthold V. von Zähringen, und 130 Jahre nach der Museumsgründung wurde 2018 auf Schloss Thun der Abschluss der kompletten Erneuerung der Dauerausstellungen gefeiert. Der monumentale Bau wird dabei selbst zum Ausstellungsobjekt und steht im Zentrum, der sich darin entfaltenden Geschichte(n). Mit einer Grundfläche von 28 mal 21 Metern und einer Gesamthöhe von 42 Metern thront der Donjon über der Stadt Thun.
Um 1200 erbaut, erlebte er mehrere Umbauten und Umnutzungen. 1434 erhielt er beispielsweise ein neues Dach, 1617 erfolgte der Ausbau zum Kornlager, zu welchem auch die Schaffung des heutigen Zugangs gehörte. Der dafür notwendige Durchbruch der 4.80 Meter starken, mittelalterlichen Grundmauern erforderte 300 Manntage Schwerstarbeit. Wie archäologische Untersuchungen während des letzten grösseren Umbaus der Gesamtanlage 2013 zeigen, liess Berchthold V. den Donjon – nach einer wohl nicht ganz friedlichen Übernahme – in eine bereits vorher bestehende Burganlage mit Ringmauer und und Wohngebäuden einsetzen.
Der mächtige Donjon wurde als prachtvolles und eindrückliches Machtsymbol erbaut. Anders als in Burgorf, wo sich Berchthold einen Residenzsitz schuf, sollte der Turm in Thun nicht als weiterer Wohnsitz, sondern als explizites Zeichen der Herrschaft über das Gebiet und die lokalen Handelswege dienen. Dazu passt, dass in seinem Innern nur ein einziger Raum errichtet wurde. Auf 14 Metern Höhe befindet sich der heute als «Rittersaal» bezeichnete Repräsentationsraum. Der originale Zugang zum Saal erfolgte von aussen über eine Hochtreppe. Der Raum imponiert durch seine Schlichtheit und Grösse, deren Wirkung durch das Fehlen jeglicher Stützsäulen noch verstärkt wird. Erst im Zug des Umbaus zum Kornhaus werden im 17. Jahrhundert weitere Böden eingezogen.
1886 errichtet der Kanton Bern entlang der Ringmauer ein Regionalgefängnis. Sein Wärter amtierte gleichzeitig als Ticktverkäufer des bereits 1888 im Donjon eingerichteten Museums. Mit Ausnahme des Donjons verkauft die Stadt Thun 2010 die Liegenschaften des Burgareals. Heute befindet sich darin ein Konferenz- und Ausbildungszentrum mit Hotel und Restaurant.
Adresse
Telefon
033 223 20 01
Website
Öffnungszeiten
Februar und März: täglich | 13 bis 16 Uhr
April bis Oktober: täglich | 10 bis 17 Uhr
November bis Januar: Sonntags | 13 bis 16 Uhr