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Koordination und Pendel
Die meisten Trainer denken, dass der Armswing einer der wichtigsten Elemente der Bowlingtechnik ist. Wir sagen, dass ein sogenanntes freies Pendel beim Gebrauch der neuesten Spieltechnik - die später erklärt wird - auch von herkömmlichen Irrtümern belastet ist. Der augenblickliche US Head Coach Palmer Fallgren hat verschiedene Artikel über den Armswing und dessen Richtung geschrieben. Viele Trainer, aber nicht alle, haben sich mit dem Thema stark auseinandergesetzt und auch darüber geschrieben, wie wichtig das Lernen des Pendelschwungs ist.
Was ist ein Pendelschwung?
Der Pendel einer Uhr zeigt es am besten. Es ist ein Gewicht am Seil (Arm), da frei schwingt, entlang einer identischen Bahn. Der Pendelschwung beim Bowling benützt ebenfalls Gewicht (Ball) und Impulse, die der selben Linie folgen. Es kann aber kein freies Pendel sein, wenn der Schwung rückwärts wie vorwärts nicht die gleiche Höhe hat.
Die Form des Schwungs
Zuerst die Ausrichtung. Man sollte aufrecht und gerade stehen, bevor man den ersten Schritt ausführt. Die Knie sollten nicht durchgedrückt (nicht Strammstehen wie beim Militär) aber auch nicht zu weit gebeugt sein. Bringe mit dem ersten Schritt den Ball (Pushaway) aus deiner Schulterlinie nach vorne, lasse ihn dann an der Seite deines Körpers ohne Muskeleinsatz schwingen. Lass deiner Hand die Möglichkeit dem Ball zu folgen, drücke oder ziehe ihn aber nicht und du hast den freien Pendelschwung. Der Ball beschreibt grob gesehen die Bahn eines Halbkreises. Ist dies so bei deinem Spiel ?? Lass uns dabei an eine U-FORM des Schwungs denken. Viele Bowler versuchen bei Training ihres Pendels eine UForm des Schwungs zu erreichen. Das heißt, sie drücken den Ball vom höchsten Punkt des Rückschwungs (Backswing) nach unten, damit sie zusätzlichen Schwung erzielen, um dann nach Erreichen des tiefsten Punktes ein starkes nach oben liften des Armes durchzuführen. Diese Spielart war in den 60ern und 70ern sehr populär und man sieht sie heute immer noch. Das Problem ist, das bei dieser Ausführung des Schwungs, runterdrücken vom höchsten Punkt zum heraufziehen aus dem niedrigsten Punkt eine V-FORM entsteht. Wir werden später noch darauf eingehen, denn es gibt einige, wenige Spieler, die mit diesem V-Stil tatsächlich hohe Ergebnisse erzielen. Es gibt nun eine dritte Schwungform, die mehr und mehr nicht nur beliebt wird, sondern auch auf Grund der neuesten Technologien und Oberflächen der Bälle absolute Vorteile bringt. Wir können hierbei den Lift bei den heutigen Bahnkonditionen nahezu vergessen. Selbst ein Profi wie Pete Weber sagt : Der Ball ist der Lift.
Dies bedeutet, dass das oft überstrapazierte Hochziehen der Hand (Lift) einem Vorwärtsfolgen in flacher Form (Loft) weichen sollte.
Kommen wir noch einmal auf den Pendelschwung zurück. Warum können wir eigentlich für unser modernes Spiel keinen exakten Pendelschwung gebrauchen? Bowler stehen mehr aufrecht und gleiten meist langsam die Bahn entlang nach vorne. Um beim Zustand des Schwungs ein sicheres Pendel zu haben, müsste man in einer exakten Ebene bleiben.
Palmer Fallgren meinte: Ich habe noch keinen Spieler gesehen, der dies kann, da die eingeschlagene Ebene der Abwärtsbewegung beim Pushaway sich bei der Abgabe verändert. Deshalb benützen alle Spieler, die ich sah eine Form von einem modifizierten Pendelschwung. Entweder flacher am Boden (Fischhakenform) oder vereinzelt auch die V-Form.
Die Fischhakenform
Zur Fischhakenform gibt es folgendes zu beschreiben. Dieser Schwungtyp führt im Zusammenhang mit der heutigen Balltechnologie zu den besten Ergebnissen, wenn man sie beherrscht. Sie ist nicht allzu schwierig. Man beginnt seinen Einsatz und sein Pendel individuell, so wie man es gewohnt ist, in einem Halbkreisbogen als Backswing. Die meisten Spieler, die die U-Form einsetzten, beschleunigen erst ab dem tiefsten Punkt, nämlich wenn der Ball neben dem Slidefuss (Gleitfuß) ist. Das Geheimnis des Fischhakenschwungs besteht aber darin, nicht erst, wie vorhin beschrieben, beim Einsatz des Slidefusses das Oberkörpergewicht auf diesen zu bringen, sondern während des Back- und Vorwärtsswings das Schwunggewicht auf beide Füße zu verteilen. Dadurch ist man in der Lage, einen verzögerten Armpendel (fast ein spätes Timing) zu realisieren, so das beim Einsatz zur Ballabgabe der Ball nicht am tiefsten Punkt ist, sondern diesen etwas später erreicht. Der Einsatz sollte also etwas vor dem tiefsten Punkt beginnen. Beispiel: (Patricia Schwarz Mannheim). Sehr hoher Backswing, daher Gleitfuss schneller als Swing, stehen des Slidefusses und dann flacher Folgeeinsatz nach vorne. Wichtig ist dabei nur noch der Fingereinsatz, nicht der Armlift. Wie gesagt, der Ball ist der Lift.
Die V-Form
Die V-FORM erfordert eine etwas spezielle Ausführung des Pendels und ist sehr schwierig. Wenn man bei der Ausführung etwas falsch macht, kann man den Wurf vergessen, denn es wird kein Fehler toleriert. Stroker und Tweener sind daher nicht sehr erfolgreich mit dieser Form. Auf der anderen Seite ist es das erfolgreiche Spiel der modernen Cranker. Cranker bekommen den Ball schneller zum höchsten Punkt des Backswings und üblicherweise auch höher als andere mit dem klassischen Stil. Wenn der Ball mit einem schnellen Pushaway startet, kommt er in einem steilen Winkel nach hinten und vor allem auch wieder mit einem steilen Winkel nach vorne auf den tiefsten Punkt of Relaxed. Wenn nun der Cranker, auch Power Bowler genannt, den Ball abgibt, sieht es aus, als ob das Handgelenk schnappt, als ob ein Ruck durch seinen Arm beim Folgen geht, und dies passiert auch. Dadurch, das seine Hand schon frühzeitig weit unter dem Ball ist, ist ein besonderer Fingereinsatz (Fingerzug) möglich (Beispiel : Michael Grabovac / München). Generell sollte man diese Spielart möglichst in jungen Jahren erlernen und über eine lange Zeit versuchen, diese zu perfektionieren und zwar in Verbindung mit einem ausgebildeten Trainer. Wer sie beherrscht, kann bei den heutigen Ölmustern und Materialien ein sehr hohes Scoring erreichen, aber diese Wurfart ist schwer zu kontrollieren und kann so manche Ungenauigkeit beinhalten.