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Das Wichtigste in Kürze
- Die Olympischen Spiele waren früher Teil eines Zyklus, der weitere drei Spiele umfasste.
- Der römische Kaiser Theodosius II. verbot die Spiele im Jahr 426 endgültig.
- 1896 wurden in Athen die ersten Spiele der Neuzeit durchgeführt.
Die Anfänge der Geschichte von Olympia liegen in der Antike. Siegerlisten reichen bis ins Jahr 776 v. Chr. zurück.
Im antiken Griechenland war die Zählung nach Olympiaden ein Zeitmass. Eine «Olympiade» stand damals für einen Zeitraum von vier Jahren und wurde nicht als Synonym für die «Olympischen Spiele» verwendet. Letztere Bedeutung wird inzwischen vom Duden akzeptiert. Dieser Zeitraum begann jeweils mit den Olympischen Spielen, welche nach ihrem Austragungsort Olympia benannt wurden.
Olympische Spiele der Antike: Vom religiösen Fest bis zum Verbot
Die Olympischen Spiele waren Teil eines Zyklus, welcher zudem drei weitere Panhellenische Spiele umfasste: die Pythischen Spiele in Delphi, die Nemeischen Spiele in Nemea und die Isthmischen Spiele auf dem Isthmus von Korinth. Panhellenische Spiele waren griechische Wettkämpfe zu Ehren der griechischen Götter.
Zu Beginn gab es bei den Laufdisziplinen nur einen Wettkampf über die Stadions-Distanz. Mit der Zeit bekamen die Spiele jedoch immer mehr Bedeutung. Sie galten als eine Art religiöses Fest zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops. Die sportliche Komponente verblieb dabei eher im Hintergrund.
Die Spiele haben jeweils mit dem Umzug der Beteiligten zum Tempel des Zeus begonnen. Hier mussten die Athleten schwören, sich an die Regeln zu halten. Die Sieger wurden hoch angesehen und man verewigte sie in Gedichten oder mit Statuen. Als berühmtester Olympionike der Antike zählt der Ringer Milon von Kroton.
Frauen durften nicht teilnehmen und gelangten nur als Besitzerinnen von siegreichen Pferden zu höchsten Ehren.
Aus heutiger Sicht werden die antiken Spiele als sehr brutal angesehen, da Kampfsportler durchaus auch mit dem Tod rechnen mussten.
Als die Römer 148 v. Chr. Griechenland eroberten, ging der panhellenische Charakter der Olympischen Spiele verloren. Seither ist es auch nichtgriechischen Athleten erlaubt, daran teilzunehmen.
Im Jahr 393 wurden heidnische Zeremonien, unter anderem auch die Olympischen Spiele, vom römischen Kaiser Theodosius I. verboten. Jedoch wurde der Betrieb in Olympia fortgeführt und erst Theodosius II. verbot die Spiele im Jahr 426 endgültig.
Allerdings gab es Hinweise, dass die Wettkämpfe danach heimlich stattfanden, bis Naturkatastrophen die Kultstätte im 6. Jahrhundert zerstörten.
Olympia: Heiligtum des Zeus
Olympia liegt im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes und war der Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike. Entstanden ist das Heiligtum Mitte des 11. Jahrhunderts v. Chr.
Regelmässige Wettkämpfe wurden vor Beginn des 7. Jahrhunderts v. Chr. abgehalten.
Im Jahr 551 zerstörte ein Erdbeben die Kultstätte und eine Überschwemmung liess sie unter Schlamm und Geröll verschwinden. Wiederholte Überschwemmungen sorgten für eine komplette Aufgabe der Siedlung im frühen 7. Jahrhundert.
Wichtige Bauten von Olympia sind beispielsweise der Zeustempel, der Heratempel sowie das Stadion.
Entwicklungen der Neuzeit
Die Idee der Olympischen Spiele ging jedoch nicht komplett verloren. Verschiedene Vorläufer versuchten die Spiele wiederzubeleben.
In England fanden beispielsweise im 17. Jahrhundert erstmals die «Cotswold Olympick Games» statt. In Frankreich wurden zudem von 1796 bis 1798 jährlich die «Olympiades de la Républiques» ausgetragen.
In der englischen Grafschaft entwickelten sich die «Wenlock Olympian Games», welche bis heute als «Wenlock Olympian Society Annual Games» bestehen. 1866 organisierte der Vorsitzende der Wenlock Olympian Society nationale Olympische Spiele in London.
Das Interesse an der Wiedereinführung der Olympischen Spiele erwachte in Griechenland nach der griechischen Revolution. 1859 wurde bereits im Stadtzentrum Athens eine Ausgabe durchgeführt.
Wiederbelebung
1766 wurden die Sport- und Tempelanlagen von Olympia wiederentdeckt. Kurze Zeit später begannen Ausgrabungen unter der Leitung des deutschen Archäologen Ernst Curtius. Der Wunsch und das Interesse nach einer Wiederbelebung des olympischen Gedankens verbreitete sich immer mehr.
Der französische Baron Pierre de Coubertin strebte die Einführung des Sportunterrichts an Schulen an. Weiter sollte sich die Jugend bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf den Schlachtfeldern bekämpfen. Mit der Wiederbelebung der Olympischen Spiele schien dies gut erreichbar zu sein.
Er besuchte die «Wenlock Olympian Games», was ihn in der Idee einer Wiedereinführung im grossen Rahmen bestärkte. Er fügte das Prinzip der Rotation zwischen verschiedenen Austragungsländern hinzu und präsentierte seine Vorstellungen 1894 in Paris. Dieser Anlass ging als erster olympischer Kongress in die Geschichte ein.
An diesem Kongress wurde die erste Austragung Olympischer Spiele der Neuzeit beschlossen. Diese sollten 1896 in Athen stattfinden. Zur Organisation der Spiele wurde das Internationale Olympische Komitee (IOC) gegründet.
Die ersten Spiele der Neuzeit waren sehr erfolgreich. Trotz weniger Teilnehmer waren die Spiele ein grosses Ereignis. Nach diesem Erfolg schlugen die griechischen Offiziellen vor, die Spiele künftig immer in Griechenland durchzuführen. Das IOC hielt jedoch am Rotationsprinzip fest.
Olympia in der Krise
Danach geriet die Olympische Bewegung jedoch in eine Krise. Die Spiele von 1900 und 1904 waren in zeitgleichen Weltausstellungen eingebettet. Die Spiele wirkten schlecht organisiert und die Wettkämpfe wurden kaum beachtet.
Bei den Zwischenspielen 1906 in Athen geriet der Sport wieder in den Vordergrund und die Bedeutungslosigkeit konnte verhindert werden. Deshalb werden sie auch heute noch als Rettung der olympischen Idee angesehen.
Neuste Veränderungen und Einführung weiterer Variationen
Das IOC wollte die Liste der Sportarten vergrössern und auch vermehrt winterliche Aktivitäten abdecken. Am Olympischen Kongress 1921 entschied man sich zur Veranstaltung einer «internationalen Wintersportwoche». Diese wurde in Chamonix ausgetragen und erwies sich als grosser Erfolg.
Daher beschloss das IOC 1925, diese rückwirkend als die ersten Olympischen Winterspiele anzuerkennen. Künftig sollten im selben Jahr wie die Sommerspiele auch Winterspiele stattfinden. 1986 entschloss man sich dann aber, ab 1994 einen separaten Zyklus für die Winterspiele zu starten.
Weitere existierende Variationen sind die Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung, die Deaflympics für Gehörlose sowie die Jugendspiele.