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Mitarbeitende in Grossraumbüros haben mehr gesundheitliche Probleme und fehlen häufiger am Arbeitsplatz als jene in kleinen Büros. Auch die Produktiviät wird dort als höher eingeschätzt, wie eine Umfrage des Seco ergab.
Wer in einem Grossraumbüro arbeitet, ist häufiger krank und unzufriedener, als jemand, dem ein kleines Büro zur Verfügung steht. Zudem sind die Arbeitskräfte in Grossraumbüros weniger produktiv. Das ergab eine Befragung, welche das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern – Technik & Architektur über die Arbeitssituation in Büros durchgeführt hat.
1230 Angestellte in 125 Betrieben gaben Auskunft
Insgesamt nahmen 125 Betriebe respektive 1230 Personen zwischen 16 und 65 Jahren an der Befragung teil, davon 56 % Männer. Die Erhebungsperiode dauerte von März bis Mitte April 2009. Gefragt wurde nach der Häufigkeit von beeinträchtigenden Umgebungsbedingungen (Raumklima, Luftqualität, Lärm etc.) und gesundheitlichen Symptomen. Die häufigsten Faktoren, die zu Beeinträchtigungen führten, waren dabei “Lärm im Raum” (durch Gespräche im Hintergrund, Telefonate anderer und Geräte), “trockene Luft”, “schlechte/stickige Luft”, Probleme mit der Temperatur (zu hoch, zu niedrig, wechselnd), “ungenügendes Licht” und Zugluft.
Diese negativen Faktoren wurden mit zunehmender Bürogrösse häufiger genannt. In grösseren Büros wurde die Temperatur eher als zu niedrig, in kleineren Büros eher als zu hoch eingestuft. Die Umgebung wurde in Räumen mit mechanischer Lüftung schlechter eingestuft als in Räumen mit natürlicher Lüftung. Generell wurden die Umgebungsfaktoren in kleineren Büros besser eingestuft als in grossen.
Brennende Augen und Konzentrationsprobleme
Die am häufigsten monierten gesundheitlichen Symptome waren gereizte, brennende oder juckende Augen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schweregefühl im Kopf und Kopfschmerzen, sowie Müdigkeit. Alle diese Symptome traten in kleineren Büros signifikant weniger häufig auf als in grossen Büros und führten dort im Vergleich zu weniger krankheitsbedingten Absenzen.
Beträchtliche Unterschiede bei den verschiedenen Bürotypen wurden auch bei den Faktoren genannt, welche die Arbeit im engeren Sinne betrafen. Die allgemeine Zufriedenheit mit der Arbeit ist in kleinen Büros grösser in grossen Büros, die Arbeit wurde dort weniger häufig unterbrochen und die Attraktivität des Arbeitsplatzes wurde als besser bewertet. Generell gaben Personen in kleineren Büros häufiger an, dass der Arbeitsplatz ihnen erlaube, produktiv zu sein.
Schalldämmende Trennungen empfohlen
Die Studie kommt zum Schluss, dass in Grossraumbüros Lärm oder Störungen die grössten Konfliktfaktoren sind. Das sollte bei der Planung und beim Betrieb berücksichtigt werden, etwa durch eine schalldämmende Trennung oder speziell abgetrennte Arbeitsbereiche. Auch technische Einrichtungen wie Beleuchtung und Lüftung sollten bedürfnisgerecht gestaltet werden, schreibt das Seco. So könnten die Unternehmen mittel- und langfristig Kosten etwa wegen mehr Absenzen vermeiden.