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Gonzalez, span. Staatsmann, geb. 1811 zu Cadiz,
[* 6] studierte in Henares die Rechte und ward Advokat in Madrid,
[* 7] widmete
sich aber bald dem journalistischen Beruf und verfocht in mehreren Oppositionsblättern die radikalsten Anschauungen in leidenschaftlichster
Weise. Plötzlich ging er unter der Regentschaft Esparteros zu der Partei der Moderados über und trat als
ihr Führer nach Esparteros Sturz, an die Spitze des Ministeriums, mußte aber schon 1844 den reaktionären Monarchisten
weichen und wurde Gesandter in Lissabon.
[* 8] 1864-65 und wieder 1866-68 war er unter Narvaez Minister des Innern und vertrat in
den Cortes mit rücksichtsloser Entschiedenheit die freiheitsfeindlichsten Maßregeln und Gesetze gegen
die Presse
[* 9] und die Wahl- und Gemeinderechte.
Nach Narvaez' Tod im April 1868 übernahm er den Vorsitz im Kabinett. Während er sich gegen die unwürdige Umgebung der Königin
Isabella konnivent zeigte und Marfori zu hohen Posten beförderte, verhängte er über die Liberalen die
strengsten Maßregeln, welche die allgemeine Erbitterung steigerten, und rief durch die Verbannung Montpensiers und acht oppositioneller
Generale, die er eigentlich hatte erschießen lassen wollen, den Aufstand im September 1868 hervor, der nicht bloß seinen Sturz,
sondern auch den Isabellas zur Folge hatte.
Bravo floh nach Frankreich und starb in Biarritz, nachdem
er noch vorher zu den Karlisten übergegangen war.