Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03449.jsonl.gz/1653

So drückte es Jacques Bouchard, Direktor für Kernenergie beim französischen Commissariat à l'Energie Atomique (CEA) und Präsident der Société Française d'Energie Nucléaire (SFEN), anlässlich der diesjährigen Versammlung des Japan Atomic Industry Forum (JAIF) aus.
Gemäss Bouchard garantiert die weltweite Verfügbarkeit von Uran eine geopolitische Stabilität und unterstützt eine nachhaltige Entwicklung. Die langfristigen Aspekte der Uran-Versorgung müssten aber erst noch angegangen werden. Mit der gegenwärtigen Leichtwasserreaktor-Technologie würden nur 1% des Natururans verwertet, der Rest verschwindet in provisorische Zwischenlager oder in Endlager. Ohne diese Praxis zu ändern, würden in einigen Jahrzehnten diejenigen Uranquellen versiegen, welche mit vernünftigen Kosten noch ausgebeutet werden können.
"Abgebrannter Kernbrennstoff ist kein Abfall, er enthält noch sehr viel Energie. Im Weiteren kann mit der Art, wie der abgebrannte Kernbrennstoff weiterbehandelt wird, die Radiotoxizität des späteren Abfalls stark beeinflusst werden, d.h. sie wird durch Wiederaufarbeitung und Plutoniumrezyklierung minimiert."
Nach Bouchard's Aussagen sind in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in den letzten 15 Jahren 15'000 Tonnen Brennstoff wiederaufgearbeitet worden. In Frankreich werde heute an Lösungen gearbeitet, um Plutonium anders als in Mischoxidform im Leichtwasserreaktor zurückzuführen, dies bei bescheidenen finanziellen Auswirkungen. Mit solchen Lösungen könne die zur Energiegewinnung genutzte Plutoniummenge allmählich erhöht werden, so dass in ungefähr 20 bis 30 Jahren die vorhandene französische Plutoniummenge stabilisiert wird. Mit dieser Strategie könne Frankreich Schnelle Reaktoren dann einsetzen, wenn sie benötigt würden.
Quelle
H.K. nach NucNet vom 24.4.2002