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gotthard eisenbahntunnel
Jahrhundertlang war die Überquerung des Gotthardpasses nur
beschwerlich zu Fuss oder später mit der Postkutsche möglich. Im Jahr
1882 änderte sich dies schlagartig mit der Eröffnung des
Gotthard-Eisenbahntunnels, der die Kantone Uri und Tessin auf der
Strecke zwischen Göschenen und Airolo verbindet.
Heute ist sich kaum jemand bewusst, dass sich diese eindrucksvolle Pionierleistung vor über 125 Jahren hinsichtlich Waghalsigkeit und Bedeutung nur mit dem Suezkanal in Ägypten oder dem Eiffelturm in Paris vergleichen lässt. Tatsächlich bedeutete sie die kühnste Alpenquerung. Die überwiegend aus Italien stammenden Männer arbeiteten unter extrem schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen; zur Verfügung standen nur einfachste technische Mittel. Im Stollen herrschte eine Temperatur von über 30 Grad und die schlecht funktionierende Lüftung erschwerte das Atmen.
Die Gotthardbahn wurde nach zehn Jahren Bauzeit am 1. Juni 1882 fahrplanmässig in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt war der Gotthard Eisenbahntunnel der längste seiner Art auf der Welt. Er wurde erst 1906 mit dem Simplontunnel übertroffen.
Projektdaten
Baubeginn: 1872
Fertigstellung: 1882
Erbauer: Louis Favre
Erster Zug: 23. Mai 1882
Fahrplanmässige Inbetriebnahme: 1. Juni 1882
Länge: 15 km, Doppelspur