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Nach ihrem famosen vergangenen Jahr in der Altersklasse Kadetten mit dem Gewinn gleich zweier Medaillen, sowohl an den kontinentalen, als auch interkontinentalen Meisterschaften, startete Svenja Jungo’s erstes Jahr bei den Juniorinnen ebenfalls erfolgversprechend.
Mit einem 5ten Platz an der EM machte die junge Senslerin bereits erneut auf sich aufmerksam, nicht nur durch die tolle Platzierung, sondern auch ihren Kampfstil. Es hatte nicht viel gefehlt zum Gewinn einer erneuten internationalen Medaille und die letzten Schwachpunkte wurden vom Trainerteam schnell ausgemacht und in Vorbereitung auf die WM noch einmal expliziert angegangen.
Nach dem starken Auftritt am int. Frauenturnier in Bukarest verletzte sich Svenja jedoch kurz vor dem Saisonhöhepunkt und die Saison schien frühzeitig beendet zu sein. Natürlich enttäuscht, aber keinesfalls niedergeschlagen setzte Svenja alles daran, so schnell wie möglich wieder auf die Matte zurückkehren zu können. Der Mittelhandbruch verheilte tadellos und somit konnte Svenja auch an der Mannschaftsmeisterschaft der RS Sense teilnehmen und gleich wieder ihr Können unter Beweis stellen.
Dies alles war Anlass genug für Swiss Wrestling ihr doch noch ein Saisonhighlight auf internationaler Ebene ermöglichen zu wollen und sie wurde für die U23 WM selektioniert.
Im spanischen Pontevedra findet aktuell eben dieses Grossereignis statt. Gecoacht von Vater Pascal Jungo stand Svenja am Mittwoch in der Gewichtsklasse bis 50kg auf der Matte. In der Qualifikation traf die 17-jährige Heitenriederin auf die Tunesierin Sarra Hamdi, ihrerseits 23 Jahre alt, amtierende Afrikameisterin bei den Frauen und Teilnehmerin der olympischen Spiele im vergangenen Jahr.
Neben der absoluten Überringerin, Yui Susaki aus Japan, also eine der Mitfavoritinnen auf die Medaillenränge.
Svenja startete etwas verhalten in den Kampf und liess sich in der ersten Kampfminute wieder in einer Armklammer binden, das Problem, welches ihr auch an der EM zum Verhängnis wurde. Doch nachdem sie eine erste 2er Wertung abgeben musste, besann sie sich auf ihre Stärke und versuchte von nun an mehr aus der Distanz ihre Angriffe vorzubereiten und liess sich nicht mehr auf Halteversuche ihrer Gegnerin ein. Beim Versuch eines Beinangriffs wurde sie leider ausgekontert und musste erneut eine 2er Wertung durch Überführung in die Bodenlage hinnehmen. Somit stand zur Pause ein knapper 0:4 Rückstand. Im zweiten Kampfabschnitt merkte man Svenja deutlich den Willen an, hier den Kampf noch einmal zu ihren Gunsten drehen zu wollen, doch ein weiterer Beinangriff wurde erneut von der starken Tunesierin abgefangen und zur eigenen Wertung genutzt. Dessen unbeirrt legte Svenja erneut nach und der nächste Angriff führte nach hartem Auskämpfen zum Erfolg und zum zwischenzeitlichen 2:6. Bei verbleibenden 90 Sekunden auf der Uhr lancierte Svenja den nächsten Beinangriff, im Auskämpfen schaffte ihre Gegnerin Svenja’s Bein zu kontrollieren und eine 4er Wertung zu erzielen. Aufgeben gehörte noch nie zu den Schwächen von Svenja und so versuchte sie es unermüdlich weiter. Doch mit vorangeschrittener Kampfdauer und schwindenden Kräften wurden die nächsten Versuche erneut abgefangen und nach einer Beinschraube am Boden, musste sich Svenja 30sec vor Ende 2:12 geschlagen geben.
Doch dies war keinesfalls eine Punkteniederlage, für die sie sich auf solch hohen Niveau grämen müsste.
Leider gelang Hamdi der Einzug in den Final nicht, da sie nach einem weiteren Sieg im 1/8 Finale, bereits im 1/4 Final auf eben jene Yui Susaki, die spätere Weltmeisterin, traf. Sie selbst konnte durch den Finaleinzug der Japanerin nochmals in das Geschehen eingreifen, die Repechage gewinnen und sich im kleinen Finale sogar die Bronzemedaille verdienen, doch für Svenja war das Turnier leider frühzeitig beendet.
Einige lehrreiche Tage liegen nun also hinter der jungen Senslerin und wir dürfen auf ihren weiteren Weg, den sie sicher gehen wird, gespannt und voller Vorfreude blicken, wenn sie nächstes Jahr wieder gegen Juniorinnen in ihrem Alter antreten wird.