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Quelle: pilatustoday
Über die Hälfte aller Männer auf der Erde tragen einen Bart. Ein Mann verbringt fast 140 Tage seines Lebens mit dem Rasieren. Das ist nötig, denn durchschnittlich wächst ein Bart etwa 0,4 Millimeter am Tag, beziehungsweise 13,97 Zentimeter im Jahr. Wenn du dich also nie rasieren würdest, könnte dein Bart am Ende deines Lebens auf knappe 10 Meter Länge kommen.
Bärte werden als sekundäres Geschlechtsmerkmal charakterisiert, da sie zwar geschlechtsspezifisch eindeutig sind, aber keine primäre Rolle bei der Fortpflanzung spielen. Aber nicht nur bei Männern, sondern auch Frauen kann ein Bart wachsen. Der längste Damenbart, der je gemessen wurde, misst ganze 30 Zentimeter. Der längste männliche Bart, der jemals gemessen wurde, war unglaubliche 5,33 Meter lang und gehörte dem Norweger Hans Langseth. Es ist übrigens ein Mythos, dass der Bart schneller wächst, wenn man ihn öfter rasiert.
Bärte in der Geschichte
Bärte hatten in der Geschichte des Menschen schon immer einen Stellenwert in der Gesellschaft. Im antiken Ägypten gehörte zur Haarpflege die regelmässige Rasur, bei Priestern war sie sogar Vorschrift. Herrscher im antiken Ägypten und Assyrien schmückten ihre Bärte mit Gold oder puderten sie mit Goldstaub.
In der Antike befahl der Grieche Alexander der Grosse seinen Kriegern damals die Rasur – aus strategischen Gründen. Damit die Gegner im Nahkampf nicht daran ziehen konnten.
Der russische Zar Peter der Grosse war nach seiner Zeit in Westeuropa der Meinung, Bärte gelten als fortschrittsfeindlich. Deswegen schnitt er all seinen Höflingen persönlich die Barthaare ab. Russische Männer, welche trotzdem auf einen Vollbart bestanden, mussten stattdessen hohe Steuern zahlen.
In bestimmten Perioden waren Schnur- und Vollbärte beliebt.
Förderlich bei der Intelligenz, aber nicht beim Reichtum?
Wenn man sich übrigens durch den Bart streicht, erhöht dies beim Nachdenken die Konzentrationsfähigkeit. Aber Bärte und Weisheit scheinen sowieso seit hunderten von Jahren Hand in Hand zu gehen. Das sieht man an Sokrates, Marcus Aurelius und Shakespeare: all diese intelligenten Männer trugen Bärte. Wenn man jedoch auf die Forbes 100 Liste schaut, scheint der Bartwuchs nicht wirklich förderlich für den Reichtum zu sein – 98 Prozent der reichsten Männer sind glattrasiert. Ausserdem wächst der Bart schneller, je weniger Sex man hat. Denn der Körper nimmt das überschüssige hormonelle Potential, um es in etwas Sinnvolles wie den Bartwuchs zu investieren.
Angst vor Bärten?
Bartträger leben grundsätzlich gesünder, weil Bärte Staub und Pollen aus der Luft filtern. Zudem erkranken deutlich weniger von ihnen an Kinn-, Backen- und Oberlippenkrebs, weil gerade diese Stellen vom Bart gegen schädliche UV-Strahlung geschützt werden. Aber auch andere Substanzen filtert der Bart: Ein durchschnittlicher Schnurbart absorbiert jedes Jahr etwa eineinhalb Liter Bier. Gleichzeitig pflegt das im Bier enthaltene Malz das Barthaar. Dafür kommt jetzt das grosse ABER: Schweizer Forscher haben dank einer Ministudie herausgefunden, dass sich im Bart eines Mannes mehr Bakterien befinden als im Fell eines Hundes. Andere Forscher kamen zur Erkenntnis, dass ein Männerbart mehr Bakterien aufweist als eine Toilette. Diese Erkenntnis kann schon gewisse Ängste hervorrufen. Eine Angst vor Bärten heisst Pogonophobie. Diese kann unter anderem Symptome wie Angstschweiss, Übelkeit und Herzrhythmusstörungen hervorrufen.
(mja)