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Darunter versteht man die Wiedereröffnung von bisher in Röhren geführten ehemaligen Bächen. Ebenso gemeint sind aber auch Renaturierungen von kanalisierten Bächen. Da solche Projekte meist nicht ganz kostenlos zu verwirklichen sind, hört man oft Vorwürfe an die Behörden, dass man heute für viele Millionen Franken frühere Fehlentscheidungen korrigiere. Hierzu muss aber gesagt werden, dass vor 100 bis 70 Jahren diese Kanalisationen erfolgten, weil man damit den Spülungseffekt der damals frisch erstellten Kanalisationen verbessern wollte, insbesondere in Gegenden, wo noch wenig Häuser standen. Da war jede gefasste Quelle willkommen, damit in den neu erstellten Röhren regelmässig Wasser floss. Es war damals ein Gebot der Hygiene.
Heute, wo mehr als genug Häuser Abwasser liefern, besteht dieses Problem nicht mehr. Im Gegenteil, man würde gerne solches Quellwasser wieder an der Oberfläche fliessen lassen, um die Kläranlagen zu entlasten. Selbstverständlich gibt es auch ökologische Argumente. In Seebach gibt es den Binzmühlebach, den man inzwischen an mehreren Stellen wieder freigelegt hat, doch kam er nun auf der Ã?rlikerseite der Neunbrunnenstrasse zu liegen. Er bildet aber nach wie vor die Quartiergrenze zwischen Ã?rlikon und Seebach. Im Gebiet Leutschenbach hingegen liegt der stellenweise offen gelegte Bach auf Seebacher Boden. Man nennt ihn hier wieder Binzmühlebach und nicht Andreasgraben, weil er jetzt kein Graben mehr ist, sondern wieder ein Bach. Das ist aber noch nicht allen Leuten bewusst, denn nach wie vor liest man von einem Andreasgraben.
Daneben hat man den Unterlauf des Katzenbachs 2005 renaturiert. Vorgesehen ist das gleiche auch für den Riedgraben ab 2006 und den mittleren Abschnitt des Katzenbachs. Wenn der Riedgraben dereinst wieder wild fliessen kann und kein Graben mehr ist, stünde auch hier zur Diskussion, dem Riedgraben wieder seinen alten Namen Riedbach zurückzugeben, denn ein Graben wird er dann ja nicht mehr sein. Inzwischen sind diese Arbeiten abgeschlossen, doch von einem wilden Fliessen des Baches kann keine Rede sein, denn sein etwa 6 Meter tiefes Bachbett liess nur ein Mäandrieren im Bereich von einem Meter nach links und rechts zu. Daher blieb er ein Graben und behielt dementsprechend den Namen Riedgraben.
Zu guter Letzt ist auch vorgesehen, dem Leutschenbach wieder einen natürlicheren Verlauf zu verpassen. Auch diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und auch hier war es verständlicherweise nicht möglich, dem Bach den früheren Charakter wieder zu geben, denn auch er fliesst in einem Kanal von 6 Metern Tiefe. Doch scheint die Situation heute um einiges besser zu sein als früher.
Inzwischen sind die meisten Projekte in Seebach bereits realisiert. Es fehlt nur noch der Oberlauf des Katzenbachs ab dem roten Brüggli bis zum Rundwegbrüggli. Dieser Abschnitt ist in Planung und wird zwischen 2010 und 2020 verwirklicht. Da 2010 noch nicht mit der Renaturierung begonnen wurde, verschiebt sich auch dieses Projekt wohl noch etwas in die spätere Zukunft.