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Heute, am Tag zur Erhaltung der Ozonschicht, machen wir uns auf zu einer Reise in die Stratosphäre. In einer druckdichten Kapsel begeben wir uns auf eine Höhe von 20‘000 Metern über Meer. Hier sind wir umgeben von endlosem Blau, die Wolken haben wir längst hinter uns gelassen. Auf den verlässlichen Dichteverschluss unserer Kapsel sind wir absolut angewiesen, denn um uns herum herrschen 50 C° unter null und ein 23mal kleinerer Luftdruck als auf Meereshöhe. Wenn wir noch höher fliegen würden, würde es wieder wärmer: Grund dafür ist die Ozonschicht, in dessen unterem Bereich wir uns gerade befinden. Weiter oben wird die Schicht deutlich dicker, die Konzentration des Ozons nimmt also zu. Die höchste Konzentration (rund 8ppm) wird auf ca. 40‘000 Metern erreicht. Auf 20'000 Metern Höhe, wo wir uns gerade befinden, nimmt die Ozonkonzentration seit Jahren ab. Und dies, obwohl ozonzersetzende FCKW-Gase seit Jahren verboten sind. Warum das so ist, ist noch unklar.
Ein lokaler Erfolg
Die Ausdünnung der Ozonschicht war Ende des letzten Jahrhunderts eines der vorherrschenden Umweltthemen in den Medien. Im Jahr 1985 wurde in der Antarktis zum ersten Mal ein Ozonloch - ein Bereich mit sehr niedriger Ozonkonzentration - entdeckt. Kurz darauf unterschrieb die internationale Staatengemeinschaft das Montreal-Protokoll, welches die Erholung der Ozonschicht zum Ziel hatte. Das darin festgelegte Verbot für ozonzersetzende FCKW-Gase zeigte Wirkung: Der Verkauf und Verbrauch von Ozon abbauenden Substanzen sank seither um mehr als 90 Prozent. Die zu erwartende Erholung der Ozonschicht – der Zustand von 1980 gilt als Referenz - blieb allerdings bisher aus. Um das Jahr 2000 konnte die Abnahme der Ozonschicht zwar gestoppt werden, die Gesamtozonkonzentration stagnierte jedoch seither mehr oder weniger.
In der oberen Stratosphäre nahmen die Konzentrationen seit 1998 wieder zu. Das FCKW-Verbot zeigte hier also Wirkung. Als mögliche Erklärungen für die zeitgleiche Ausdünnung der unteren Stratosphäre zwischen 60° S und 60° N werden eine Veränderung in der atmosphärischen Zirkulation und eine Zunahme von sehr kurzlebigen, chlor- und bromhaltigen Chemikalien angeführt.
Einfluss des Klimawandels
Mehrere Studien kamen zum Schluss, dass der Klimawandel den Ozonabbau beeinflusst. Indem Treibhausgase die Wärmestrahlung der Erde zurückhalten, kühlt sich die Stratosphäre ab. Während sich das in den meisten Regionen positiv auf die Ozonschicht auswirkt, trägt diese Abkühlung in den Polarregionen zum weiteren Abbau der Ozonschicht bei. Grund dafür ist die vermehrte Bildung von polaren Wolken in der Stratosphäre. Die detaillierteren Wirkungen des Klimawandels auf die Ozonschicht müssen weiter untersucht werden.