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Baum des Monats
Mai 2020:
Rosskastanie
(Aesculus hippocastanum L)
Die Gewöhnliche Rosskastanie kennt jedes Kind. Sie ist mit ihren herrlichen Blütenständen und ihren dicken, glänzenden Samen einer der beliebtesten Parkbäume. Ihre Heimat erstreckt sich von Albanien, Mazedonien und Griechenland bis zum Himalaja.
Die Rote Rosskastanie (Aesculus pavia) stammt ursprünglich aus dem Westen Nordamerikas, wo sie wild vorkommt. Dort wächst diese markante Kastanienart an Flussufern.
Die echte Rote Rosskastanie ist eine Elternart der in Mitteleuropa gezüchteten Varianten, welche als kleinwachender Garten oder Parkbaum eingesetzt wird.
Geschichte
Ursprünglich stammt die Rosskastanie vom östlichen Balkan. Sie wurde Mitte des 16. Jahrhunderts durch die Osmanen über Konstantinopel nach Wien gebracht. Die Osmanen führten Kastanien als Pferdefutter mit sich und hin und wieder fiel eine zu Boden und entwickelte sich zu einem Baum.
Die zufällig ausgesäten Bäume gefielen offenbar vielen Menschen, denn im Laufe der Zeit wurde die gross wachsende Rosskastanie zu einem beliebten Baum in grossen Parks und als dominante Begrünung in Städten.
Blüten
Im Mai bilden sich die so prägnanten und aufwändig geformten Blütenrispen. Die bis zu 30 cm grossen aufrechtstehenden Rispen erinnern an einen Kerzenschmuck. Diese «Kerzen» setzen sich aus bis zu 100 Einzelblüten zusammen.
Die Gewöhnliche Rosskastanie hat weiße, offene Blüten mit einem zunächst gelben, später roten Farbfleck. Der Farbfleck signalisiert Bienen und Hummeln, ob in der Blüte Nektar vorhanden ist. Gelb bedeutet, „hier gibt es Nektar“, Rot bedeutet dagegen „diese Blüte ist bereits bestäubt, Nektarproduktion eingestellt.“
Die roten Blüten der Pavie zeigen diese Signale nicht. Das ist auch nicht erforderlich, denn in ihrer Heimat wird die Pavie vorwiegend von Kolibris bestäubt, die nicht in die Blüte hineinkriechen müssen.
Blütenduft
Die zartgefransten Blüten verströmen einen feinen süsslichen und Duft. Das Aroma ist voll und herb, dem in dem daraus gewonnen Honig nachzuschmecken ist.
Medizinische Wirkung
Vieles an der Rosskastanie findet in der Heilkunde Verwendung. Der heilende Wirkstoff der Früchte wird als Tee zur Stärkung der Blutgefässe angewandt. Ein Tee aus den Blüten der Kastanie wirkt besonders gut gegen Husten. Eine Tinktur daraus ist hilfreich bei rheumatischen Schmerzen. Die Rinde wirkt, innerlich eingenommen, entzündungshemmend, harntreibend, fiebersenkend und schmerzlindernd.
April 2020:
Gelbe Magnolie
(magnolia grandifora)
Die Magnolie ist die Königin der Gehölze.
Magnolien zaubern eine einzigartige Blütenfülle in jeden Garten, wo sie mit ihren grossen, üppigen und fantastischen Blüten einen Hauch von Exotik verbreiten. Sie sind fast schon untrennbar mit dem Aufkommen der ersten zarten Frühlingsgefühle verknüpft.
Eine Besonderheit unter den zahlreichen ist die gelbe Magnolie. Obwohl sie nur sehr geringe Pflegeansprüche stellt, ist sie nur sehr selten in unseren Gärten zu finden.
Blütenduft
Ihre Blüten öffnen sich mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im April und verströmen einen wundervollen, zarten und exotischen Duft. Er erinnert an eine Zitrusfrucht. Mit einem vollen Aroma ist der Duft unaufdringlich und fein.
Geschichte
Magnoliengewächse gehört zu einer uralten Pflanzenfamilie, welche ihre Entwicklung bereits vor 100 Millionen Jahren begann. Die über 230 Magnolienarten stammen aus Ostasien und Nordamerika.
In ihrer chinesischen Heimat sind Magnolien alte Kulturpflanzen. Ursprünglich standen sie nur dem Kaiser zu. Er verschenkte sie als besondere Auszeichnung. Magnolien stehen in China als Symbol weiblicher Schönheit, Reinheit und Süsse.
Medizinische Wirkung
Magnolien dienten seit alters her auch medizinischen Zwecken. Ein Extrakt aus der Rinde der Echten Magnolie (Magnolia officinalis) liefert ein Medikament mit stark belebender Wirkung. Ihre ätherischen Öle können in pflanzlichen Rezepturen bei Bluthochdruck und Herzbeschwerden verwendet werden.