Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03149.jsonl.gz/2502

Was passiert mit einem Mann wenn die Welt, wie er sie kennt, vom einen Moment zum nächsten zerstört wird? So in etwa könnte die Prämisse von „Demolition“, des neuen Films von Regisseur Jean-Marc Vallée, wohl zusammengefasst werden.
Als seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kommt, beginnt das scheinbar perfekte Leben des erfolgreichen Investmentbankers Davis Mitchell (Jake Gyllenhall) in sich zusammen zu brechen. Völlig unfähig Trauer oder auch sonst irgendwelche Emotionen zu fühlen, beginnt Davis sein Leben auseinander zu nehmen – ja, er fängt an es buchstäblich zu demolieren – get it? Das fängt an damit, dass er sein Kühlschrank auseinander nimmt. Es folgen sein Computer, eine Kaffeemaschine, ausgelassenes Getanze in den Strassen von Manhattan, Eigensabotage am Arbeitsplatz, ein Bulldozer mit dem er sein Haus abwrackt, und seine irritierten Schwiegereltern, die er mit seinem Verhalten vor völlig den Kopf stösst.
Getragen werden sollte das Ganze von der Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Davis und der alleinerziehenden Kundenservice-Angestellten Karen (Naomi Watts), welcher Davis beginnt Beschwerdebriefe zu schreiben, nachdem die M&M’s aus dem Automaten im Krankenhaus nicht rauskommen wollten. In den Briefen schüttet der sonst so benommene Davis Karen sein Herz aus und diese ist davon so gerührt, dass sie ihn unbedingt kennen lernen will. Das wirkt leider dermassen konstruiert und unglaubwürdig, dass auch die wenigen ehrlichen Momente darüber komplett untergehen. „Everything has become a metaphor“, sinniert Davis in einem seiner Briefe, was wohl als ironischer Wink gemeint war. Aber der Satz bringt treffend auf den Punkt, was das Problem des Films ist.
Das Problem des Films
„Demolition“ ist überfüllt mit Metaphern und Symbolen, die nach Abbruch, Aufbruch, Katharsis und Neuanfang schreien. Auch wenn Gyllenhall sich redlich Mühe gibt, seine Figur nicht zu plump erscheinen zu lassen, wirkt „Demolition“ leider durchwegs ziemlich dünn. Und bis zum Schluss lässt einem das Gefühl nicht los, dass diese ganze Zerstörung auch nur möglich ist, wenn man wie Davis so viel Geld hat, dass man ohne mit der Wimper zu zucken sein Einfamilienhaus mit dem selbstgekauften Bulldozer dem Erdboden gleich machen kann. #FirstWorldProblems
Kinostart: 25.08. / Regie: Jean-Marc Vallée / Darsteller: Jake Gyllenhall, Naomi Watts, Chris Cooper, Judah Lewis