Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03596.jsonl.gz/991

Farbtemperatur
Farbtemperatur
Je höher die Farbtemperatur,
desto "kälter" ist das Licht
- Kerzenflamme: ~2000 K
- Klassische Glühbirne:
~2700 K
- Halogenglühlampe:
~2900 K
- "Energiespar"-Leuchtstofflampen:
von 2400 K bis 6500 K
- LED-Lampen:
von 2400 K bis 6500 K
Weisse Farbe
Im Fachbereich Beleuchtung gibt die Farbtemperatur Auskunft über den allgemeinen Farbton des Lichts, das die Lampe produziert: von den sogenannten "warmen" Farben mit vorherrschendem Rotanteil, bei welchen die Gegenstände wie bei Sonnenauf- bzw. -untergang beleuchtet werden, bis zu den "kalten" Farben mit überwiegendem Blauanteil, was einem Licht wie demjenigen der intensiven Sonnenbestrahlung um die Mittagszeit entspricht.
Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) angegeben. Hier einige Beispiele: 2700 K entsprechen dem gelblichen Licht einer klassische Glühbirne, 2900 K dem leicht hellgelben Licht einer Halogenglühlampe, 4000 K einem neutralen Weiss und 6000 K einem Licht mit hohem Blauanteil, wie es bei Sonnenhöchststand am Mittag im Freien der Fall ist. Je höher die Farbtemperatur, umso grösser ist der Blauanteil des Lichts. Das Licht am Mittag in den Tropen hat einen sehr grossen Blauanteil.
Von Rot nach Blau durch Erhitzung !
Wenn ein Schmied ein Stück Metall stufenweise immer stärker erhitzt, wird es zuerst rotglühend, dann gelb, weiss und schliesslich blau: das vom Metall emittierte Licht zeigt seine Temperatur an. Deshalb ist eine rötliche Kerzenflamme weniger heiss als die blaue Gasflamme eines Küchenherdes. Und der Glühfaden einer klassischen Glühbirne mit gelbem Licht ist weniger heiss als derjenige einer Halogenglühlampe, die ein helleres, blassgelbes Licht produziert. Es ist allgemein üblich, das Licht am Mittag als "kaltes" Licht zu bezeichnen, obwohl es sehr viel energiereicher ist als das "warme" Morgen- bzw. Abendlicht.
Kompaktleuchtstofflampen und LEDs produzieren ihr Licht nicht mit einem stark erhitzten, weissglühenden Glühfaden. Bei diesen Lampentypen werden phosphorhaltige chemische Substanzen in Bewegung versetzt, was ermöglicht, dass die Lampe ein ganzes Spektrum sichtbarer Lichtstrahlen emittiert, dessen Mischung wir als weisses Licht wahrnehmen. Je nach Phosphormischung kann ein Farbton des Lampenlichts gewählt werden, und auf diese Weise kann die gesamte Skala der Farbtemperaturen des Lichts nachgebildet werden: vom Sonnenaufgang bis zur Mittagssonne in den Tropen. Diese Temperatur ist auf der Verpackung der Glühlampen (und oft auch auf den Glühlampen selbst) in Kelvin angegeben. In Worten werden die Farbtemperaturen wie folgt angegebens :
- Warm white (warmweiss) ~2700 K
- White (neutral-weiss) ~3000-4000 K
- Cool white (kalt-weiss) ~5000 K
- Daylight (Tageslicht, tageslicht weiss) > 6500 K
Kennziffer der Farbtemperatur
Auf den Leuchtstofflampen ("Neon-" und Kompaktleuchtstoff- bzw. "Energiespar-Lampen") sowie auf einigen LEDs wird die Farbtemperatur mit einer Kennziffer angegeben (827, 840, 930…), welche die Farbtemperatur und den IRC-Farbwiedergabeindex miteinander kombiniert. Nur die letzten zwei Ziffern betreffen die Farbtemperatur. So bedeutet der Code 830 einen IRC von mindestens 80 und eine Farbtemperatur von 3000 K. Und der Code 927 bedeutet einen IRC von wenigstens 90 und eine Farbtemperatur von 2700 K.
Farbtemperatur und IRC-Farbwiedergabeindex sind zwei ganz verschiedene Dinge, die aber eng miteinander zusammenhängen: denn nur weil eine Leuchtstoffröhre oder eine LED-Lampe die Bezeichnung "Tageslicht" trägt, besitzt sie noch lange nicht eine gute Farbwiedergabekapazität.
Unser Gehirn möchte weiss sehen
Unser Gehirn ist so veranlagt, dass es die Farben, die wir wahrnehmen, automatisch in eine gewisse Übereinstimmung bringt. Wird zum Beispiel eine weiss gestrichene Wohnzimmerwand von einer klassischen Glühlampe angeleuchtet, so sehen wir die Wände in weiss – auch wenn sie für ein Instrument, mit welchem das Licht gemessen wird, ganz klar gelb sind. Eine digitale Fotokamera geht mit ihrer automatischen "Weissabgleich"-Funktion nach dem gleichen Prinzip wie unser Gehirn vor: mit dieser Funktion ermittelt die Kamera die Farbtemperatur und gleicht diese mit den bestehenden Lichtverhältnissen ab, so dass die Wohnzimmerwände immer noch weiss auf dem Bild erscheinen, auch wenn sie mit Lampen unterschiedlicher Farbtemperaturen beleuchtet werden.
Möchte man ein Zimmer beleuchten, ist es wichtig, die Farbtemperatur der verschiedenen Lampen zu berücksichtigen. Sind die Farbtemperaturen aufeinander abgestimmt, muss unser Gehirn nicht verschiedene Arten von "weiss" verwalten. Umgekehrt kann man natürlich auch Lampen unterschiedlicher Farbtemperaturen miteinander kombinieren, um ein besonderes Ambiente zu schaffen.