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J-Alert: Japans Raketen-Warnsystem
Um 7:22 Uhr des 4. Oktobers 2022 feuerte Nordkorea eine ballistische Langstreckenrakete ab, die sieben Minuten später über die nördlichen Regionen Japans flog und nach einer zurückgelegten Distanz von 4600 Kilometern um 7:44 Uhr in den Pazifik fiel. In diesem Jahr wurden 23 solcher hochgefährlicher Tests registriert. Zumeist stürzen die Geschosse vor Japan in das Meer. Dass eine nordkoreanische Rakete die japanischen Hauptinseln überfliegt, kam das letzte Mal 2017 vor (Asienspiegel berichtete).
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J-Alert ausgelöst
In diesem Zusammenhang wurden zum ersten Mal seit fünf Jahren ein J-Alert ausgelöst. Bei einem solchen Alarm werden die Menschen in den betroffenen Regionen aufgefordert, Schutz zu suchen. Touristen, die nicht Japanisch sprechen, können diese Funktion über die englischsprachige App von NHK World aktivieren.
Kurz nach dem Alarm stellten die Bahngesellschaften im Nordosten und Hokkaido den Betrieb für rund 20 Minuten ein. Im Flughafen Aomori kam es zu Verspätungen. Zudem wurde das Personal, das auf dem Flugfeld arbeitete, evakuiert. Glücklicherweise kam es weder zu Verletzten noch zu Schäden. Die Zunahme der nordkoreanischen Tests in den vergangenen Wochen ist jedoch beunruhigend. Japan spricht von einer Gefahr für die nationale Sicherheit und einer Herausforderung für die internationale Gemeinschaft.
Das japanische Warnsystem
Der J-Alert wurde 2007 in Japan eingeführt. Es ist ein satellitenbasiertes Warnsystem, das in kürzester Zeit die Bevölkerung bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Tsunami, Extremwetterlagen oder eben auch bei militärischen Gefahren sofort informieren und sämtliche Gemeinden des Landes erreichen kann. Die J-Alert-Warnungen werden an die Fernsehkanäle und Smartphones übermittelt. Zusätzlich geben die Lokalbehörden die Warnungen über Lautsprecher durch.
Flugzeuge und Schiffe rund um Japan werden ebenfalls unverzüglich gewarnt. Zu sehen war dies am Beispiel der Bewegung des Flugs BC703 von Tokio nach Sapporo (siehe Foto). Das Flugzeug drehte eine Runde, bevor sie zur angestammten Route in Richtung Norden zurückkehrte. Sollte das japanische Territorium unmittelbar bedroht sein, besässe die Luftverteidigung die Mittel, eine Rakete abzufangen.
Ein Manga über den J-Alert
Da ein J-Alert wegen einer ballistischen Rakete nicht alle Tage vorkommt, ist vielen Menschen unklar, wie man in solchen Fällen zu reagieren hat. Um die richtige Reaktion in einer solchen Gefahrenlage einzuüben, hat die Präfekturregierung von Hokkaido auf die visuelle Kraft der Manga zurückgegriffen (Asienspiegel berichtete).
In einem kurzen Comic, das online einsehbar ist, wird erklärt, wie man sich in den verschiedensten Situationen verhalten und worauf man achten sollte. Szenen in der Schule, auf dem Feld, beim Joggen, im morgendlichen Pendelverkehr, bei der Arbeit und auf hoher See werden darin wiedergegeben. Die einfache Botschaft dieses Mangas ist, dass man sich überall minimal schützen kann, um sich vor Einschlägen oder berstenden Fenstern zu schützen. Öffentliche Toiletten, Gräben, solide Wände oder ein Tisch können in solchen Situationen lebensrettend sein.
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