Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03598.jsonl.gz/576

Cefalu (gro) Roger II. aus dem Hause Hauteville, 1130 zum König von Sizilien gekrönt, galt als wohlhabendster Herrscher seiner Zeit. Er hatte Tunis erobert, nannte zahlreiche Besitzungen in Nordafrika sein Eigen und am Hofe von Palermo unterhielt er, in diesem Falle ganz an seinen arabischen Freunden orientiert, einen prächtig ausgestatteen Harem. Auf der anderen Seite war Roger auch ein frommer Christ. Als er während einer Seereise zwischen Messina und Palermo im Norden der Insel in einen schweren Sturm geriet und sich mit knapper Not an Land retten konnte, entschloss er sich, eben dort zum Dank für sein Überleben eine Kirche errichten zu lassen. So entstand der Dom von Cefalù.
Buntes Gemisch von Menschen und Religionen
Diese Kirche, mit deren Bau 1131 begonnen wurde, ist mit der Kathedrale von Palermo und dem Dom von Monreale das bedeutendste Zeugnis der so genannten normannischen Baukunst, eines Baustils, der nur auf Sizilien zu finden ist. Rogers Vater hatte zwar die muslimischen Araber bezwungen, die auf der Insel ein Kalifat errichtet hatten. Doch unter den Normannen lebten sie als Handwerker, Architekten und hochangesehene Wissenschaftler weiter auf der Insel, neben griechisch-orthodoxen Christen, kleinen jüdischen Gemeinden und Anhängern der römisch-katholischen Kirche.
Den normannischen Baustil gibt es nur auf Sizilien
Im normannischen Stil mischen sich christlich-romanische Elemente, byzantinische Einflüsse und arabische Baukunst. Von Roger II. heisst es, dass er fliessend Arabisch sprach. Er galt als weltoffen und kunstsinnig. An der gewaltigen Kirche von Cefalù wurde über 130 Jahre gebaut. Roger II. starb 1154. Der Dom, auch heute noch Sitz eines Bischofs, wurde erst 1267 geweiht. Am eindrucksvollesten ist im Innenraum das riesige Goldmosaik, das Christus als den Herrscher der Welt darstellt. Der Platz vor dem Dom am Fusse einer grossen Freitreppe, die Cefaludeser Piazza Duomo, gilt als einer der schönsten Plätze Siziliens.