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Ein kurzes, aber intensives Niederschlagsereignis brachte besonders im Süden viel Schnee bis in mittlere Lagen. Die Lawinengefahr stieg verbreitet an, im Süden gebietsweise auf Stufe 4 (gross). Besonders an Nordhängen lösten sich zahlreiche Lawinen. In den inneralpinen Gebieten brachen diese teils in bodennahen Schichten der Schneedecke und wurden gross.
Von Donnerstag, 20. April bis Freitag, 21. April lag die Schweiz im Einflussbereich eines Höhentiefs (vgl. Blog MeteoSchweiz). Dieses brachte im Süden den langersehnten Niederschlag, welcher gebietsweise auch sehr intensiv ausfiel. In der Nacht auf Donnerstag setzten zunächst schwache Niederschläge ein, die sich in der Nacht auf Freitag, 21. April intensivierten und tagsüber am Freitag nachliessen (Abbildung 1). Die Schneefallgrenze sank im Süden von 2000 m auf 1100 bis 1400 m, im Norden von 1600 m auf 800 m. Am Freitag stieg sie im Tagesverlauf wieder auf rund 1500 m an. Der Wind blies zeitweise mässig bis stark aus Süd bis Südwest.
In den Hauptniederschlagsgebieten fielen insgesamt bis zu 70 cm Neuschnee (Abbildung 2). Niederschläge in dieser "Grössenordnung" gab es im Süden zuletzt im Dezember 2022.
Der Neu- und Triebschnee wurde an Nordhängen oberhalb von rund 2600 m auf einer lockeren, kantig aufgebauten Altschneeoberfläche und teils auch auf Oberflächenreif abgelagert.
Die Lawinengefahr stieg verbreitet an, im Süden auf die Stufe 4 (gross). Während des Schneefalls lösten sich zahlreiche mittelgrosse, teils auch grosse Lawinen spontan. Besonders in den inneralpinen Gebieten Graubündens brachen Lawinen teils tief in der Schneedecke an (Abbildungen 3 und 4). Unerwartet waren die zahlreichen grossen Schneebrettlawinen an Nordhängen oberhalb von 2700 m im Gebiet Arosa – Lenzerheide. Die Lawinen lösten sich mit der Sonneneinstrahlung am Freitag, obwohl dort nur 30 bis 40 cm Schnee gefallen war. Zudem lösten sich mit der tageszeitlichen Erwärmung und Sonneneinstrahlung vermehrt nasse Lockerschneelawinen. Die Gefahr von Gleitschneelawinen bestand nach wie vor, besonders am Alpennordhang und im nördlichen Wallis. In diesen, vergleichsweise schneereichen, Gebieten nahmen die Gleitschneelawinen teils grosse Ausmasse an (Abbildung 5).
Die Schneehöhen waren im Süden über den ganzen Winter stark unterdurchschnittlich. Die letzten Niederschläge führten an einzelnen Stationen kurzzeitig für durchschnittliche Schneehöhen (Abbildungen 6 und 7).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.