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Der Werbetext «Wir haben für Sie in Seuzach das Netz auf Glasfaser ausgebaut» sei unlauter, findet die Winterthurer Internetfirma Init7. Sie hat gegen die entsprechende Facebook-Werbung der Swisscom bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission Beschwerde eingereicht.
Die Gemeinde Seuzach ist mit der Technologie «Fibre to the Street» erschlossen. Auf der letzten Meile kommt deshalb ein herkömmlicher Telefondraht zum Einsatz. «Die Swisscom suggeriert aber in der Werbung, dass der Kupferanschluss von der Strasse bis ins Haus jetzt Glasfaser ist», kritisiert Fredy Künzler, Geschäftsführer von Init7, einer Mitbewerberin der Swisscom. «Das ist irreführend.»
Auf ihrer Webseite bietet die Swisscom einen Verfügbarkeitscheck für Glasfaser an. Init7 hat eine zufällig ausgewählte Adresse in Seuzach geprüft. Dieser Test habe ergeben, dass die Swisscom dort lediglich ein Zehntel der Download-Bandbreite anbiete und im Upload-Bereich gar nur ein Fünfzigstel von Fibre to the Home, heisst es in der Beschwerde. Die Swisscom suggeriere aber in der fraglichen Werbung, dass der nun zwar etwas bessere Kupferanschluss jetzt Glasfaser sei.
Init7 bezieht sich in der Beschwerde auch auf Kundenanrufer. Diese würden aufgrund der Werbung glauben, sie hätten leistungsfähige Glasfasern bis in die Wohnung, was aber nicht der Fall sei.
Zu den Vorwürfen äussert sich die Swisscom wie folgt: «Den Begriff Glasfaser setzt Swisscom heute durchgehend für ihr Technologieportfolio ein, welches unterschiedliche Netzarchitekturen umfasst.» Zwar kämen bei den verschiedenen Technologien auf den letzten wenigen Metern Kupferkabel zum Einsatz.
Die Swisscom rechtfertigt ihre Werbung hauptsächlich mit Kundenfreundlichkeit. Für den Kunden sei es schwer verständlich, wenn ein Infrastrukturbetreiber zum Beispiel mit vier verschiedenen Begriffen kommuniziere und diese vermarkte. «Eine einheitliche Terminologie, wie in diesem Fall Glasfaser oder Glasfasertechnologien, vereinfacht die Orientierung.»
Die Beschwerde wird nun von der Schweizerischen Lauterkeitskommission behandelt. Diese ist kein Gericht, sondern eine unabhängige Institution der Kommunikationsbranche. Sie besteht aus drei Kammern, in denen Konsumenten, Medienschaffende und Werbende paritätisch vertreten sind.
Quelle: Der Landbote
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