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Fokale Anfälle
Fokale Anfälle beginnen in einem umschriebenen Abschnitt des Gehirns, zum Beispiel in einem Teil des Schläfenlappens oder im Stirnlappen. Zum Teil bleiben sie auch auf diesen Abschnitt beschränkt. Sie können mit oder ohne Bewusstseinsstörung auftreten und sehr unterschiedliche Formen annehmen. Teilweise sind sie für Fremde kaum zu bemerken.
Bei nicht bewusst erlebten Anfällen wirken die Betroffenen abwesend entrückt, losgelöst ohne normalen Kontakt, wie in Trance oder im Traum; die Betroffenen weisen danach eine Erinnerungslücke für das Geschehene auf.
Tonisch-klonische Anfälle
Generalisierte tonisch-klonische Anfälle sind die dramatischste Form epileptischer Anfälle, auch Grand mal genannt. Diese Anfallsart hat drei Phasen. Zeichen der tonischen Phase sind Bewusstlosigkeit, Sturz, Versteifung des ganzen Körpers sowie ein kurzer Atemstillstand und weite, lichtstarre Pupillen. In der klonischen Phase treten ein grobes Zucken im Gesicht sowie an Armen/Beinen und Rumpf auf; die Atmung setzt wieder ein. In der Nachphase, das Bewusstsein kehrt zurück und die/der Betroffene ist erschöpft.
Grand mal-Anfälle können sich auch aus fokalen Anfällen entwickeln. Man nennt sie dann bilateral ausgebreitete tonisch-klonische Anfälle. Manchmal kann hinterher aus Schilderungen oder Beobachtungen auf den Ausgangspunkt des Anfalls im Gehirn geschlossen werden.
Status epilepticus
Als Status epilepticus werden länger als fünf Minuten anhaltende einzelne epileptische Anfälle oder so rasch aufeinander folgende Anfälle bezeichnet, bei denen es zwischenzeitlich nicht zu einer Erholung kommt. Es gibt epileptische Staten mit und ohne Krampfen und solche mit und ohne Bewusstseinsverlust. Ein generalisierter konvulsiver Status epilepticus ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort konsequent behandelt werden, aber auch die anderen Formen erfordern rasche Diagnose und sofortiges entsprechendes Handeln.
Autoren: Günter Krämer, Stephan Rüegg; letzte Aktualisierung dieser Seite: Februar 2021