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Ihre Mütter sind Eisbären, ihre Väter Grizzlys. In Teilen Alaskas und Kanadas breiten sich Bären mit weiss-braun-meliertem Fell aus; sogenannte „Pizzlys“ oder „Grolars“. Warum geschieht das?
Eisbären sind nah verwandt mit Braunbären. Sie haben sich vor etwa 600‘000 Jahren abgespalten. Grizzlys sind eine Unterart des Braunbären. Mischlinge zwischen diesen beiden Arten sind aus Zoos bekannt und dürften auch in der Natur hin und wieder entstanden sein. Da sorgt übrigens der Artbegriff immer wieder für Diskussionen: Zwei Arten, die räumlich getrennt sind, müssen keine Fortpflanzungsbarrieren aufbauen. Es gibt in Nordamerika eine kleine Kontaktzone zwischen Grizzly- und Eisbären: Einerseits dringen Grizzlybären in Bereiche vor, wo sie bisher nicht waren, andererseits müssen Eisbären durch die schwindenden Eisflächen vermehrt auf das Festland ausweichen.
Warum sind es meist Grizzly-Väter und Eisbären-Mütter und nicht auch umgekehrt?
Erstbesiedler neuer Habitate sind vielfach Männchen, und männliche Grizzlybären haben auf der Partnersuche viel grössere Streifgebiete als Weibchen. So sind es eher männliche Grizzlybären, die auf weibliche Eisbären stossen. Das Festland ist nicht das angestammte Jagdgebiet der Eisbären, und so werden männliche Eisbären ausserhalb der Küstenlinie nicht auf dem Festland nach potentiellen Partnerinnen suchen.
Grizzlys und Eisbären leben unterschiedlich, auch in ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Müssen sich ihre Jungen anpassen?
Eisbären haben eine hochspezialisierte Lebensweise auf Eis und im Wasser. Wenn Mischlinge im Grenzbereich der Eisbär-/Grizzly-Lebensräume aufwachsen, haben sie aufgrund ihrer genetischen Ausstattung und der „Ausbildung“ bei ihrer Mutter dort Überlebenschancen (man hat Mischlinge in zweiter Generation nachgewiesen). Im angestammten Lebensraum der Eisbären dürften es solche Jungtiere allerdings schwer haben. Da solche Mischlinge selten auftreten, stossen sie für die (menschlichen!) Jäger auf besonderes Interesse und stehen wohl unter erhöhtem Jagddruck.
Schreitet der Klimawandel weiter voran, besteht dann die Gefahr, dass die Eisbären ganz aussterben?
Gut möglich! Eisbären sind Lebensraumspezialisten. Sie haben sich mit Robben und Walen eine Nahrungsquelle erschlossen, die ans Wasser gebunden ist und primär vom Eis aus bejagt wird. Geht die Eisfläche zurück, wird die Jagd und damit der Zugang zu Futter für die Eisbären erschwert. Bei einer raschen Veränderung des Lebensraumes wird es für den Eisbären als Art wohl schwierig, sich an gänzlich andere Bedingungen anpassen zu können. Zudem könnte der Eisbär durch besser an die veränderten Bedingungen angepasste Arten verdrängt werden. Ohne Eis muss sich der „Eisbär“ eine neue Nische - und vielleicht auch einen neuen Namen - suchen.