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Gästebuch

Ausstellung Juragewässerkorrektion und Wasserregulierung Mittelland
Tourenleiter:
Rolf Vogt, Erde
Teilnehmer: 13
Datum:
Freitag, 6. November 2015
Wetter:
Vormittag Hochnebel, dann schön
Bericht:
Wanderung
Wanderroute:
Bahnhof Biel – Schloss Nidau – Port – Seeland Bräu – Bahnhof Biel.
Nach dem Startkaffee führte uns ein kurzer Spaziergang zum Schloss Nidau, wo uns Frau Minnier für die Führung durch die Ausstellung über die Geschichte der Juragewässerkorrektionen erwartete. Ohne sich in Details zu verlieren gelang es ihr, uns die komplexen Zusammenhänge zu erläutern, z.B.
- häufige Überschwemmungen verursachten Missernten und Seuchen
- die Landbevölkerung hatte noch nicht die heutigen Mitspracherechte
- die Lösungsvorschläge sahen grosse Kosten vor
- mehrere Kantone mit zum Teil unterschiedlichen Interessen waren betroffen.
Der aus Meienried stammende Arzt Rudolf Schneider kannte die Misere von seiner Jugend an und wandte sich später der Politik zu, um seine Ideen vorantreiben zu können. Doch erst mit der Gründung des Bundesstaates 1848 fand er die nötige Unterstützung. Die Arbeiten der 1. Juragewässerkorrektion dauerten von 1868 – 1878 nach dem Projekt des Bünder Ingenieurs Richard La Nicca. Neben den grossen Kanalbauten und der Absenkung der Seespiegel mussten auch grosse Gebiete mit einem Kanalsystem entwässert werden, was aber zu einem Absacken des Bodens führte wegen der Verhärtung der tiefer liegenden Torfschicht. Später dienten diese Kanäle dem bewussten Zuführen von Wasser, so dass sich das Seeland zum grossen Gemüsegarten entwickeln konnte.
Trotzdem gab es immer wieder Überschwemmungen, die bauliche Verbesserungen erforderten, insbesondere die 2. Juragewässerkorrektion von 1962-73 und die 2015 abgeschlossene Sanierung des Hagneckkanals. Anschliessend spazierten wir durch die Hauptstrasse des malerischen Städtchens Nidau und dem Nidau-Büren-Kanal entlang zum Restaurant Romantica zur Fortsetzung mit dem Vortrag von Hanspeter Früh über die Wasserregulierung Mittelland. Mit Reguliermöglichkeiten in Interlaken, Thun und Port sollen Überschwemmungen in den Seen des Einzugsgebietes der Aare und im Mattequartier in Bern vermieden und der Aareabfluss in Murgenthal beim Eintritt in den Kanton Aargau begrenzt werden. Dabei gilt es nicht nur kommende Niederschlagsmengen und Schneeschmelze zu berücksichtigen sondern z.B. auch die Schifffahrt auf den Seen und der Aare (Solothurn-Biel) und die Interessen der Fischer (während der Laichzeit der Hechte kann das Seeniveau nicht beliebig abgesenkt werden, da der Laich am Schilf festklebt). Gewitter im Bereich der Emme, die unterhalb von Solothurn in die Aare mündet, müssen im Regulierwerk Port ausgeglichen werden. Die Regulierung basiert auf einem Regulierreglement, das 2008 um die Prognoseregulierung erweitert wurde. Erschwert wird die Regulierung, wenn wie diesen Frühling die Wetterfrösche ausserordentliche Niederschläge nicht voraussagen und so keine vorsorgliche Absenkung der Seen gemacht werden kann. Die Schleusenregulierung erfolgt ferngesteuert von Bern aus mit einem Pikettdienst rund um die Uhr.
Da pro Bediensteten der Wasserregulierung pro Jahr nur 2 Führungen zugelassen sind, hatten wir das Glück ausgewählt zu werden, da Hanspeter Früh aus Herisau stammt und gemäss Beat Frei kennen sich ihre Väter. Nach dem feinen Mittagessen konnten wir noch das nahe Regulierwerk Port besichtigen, das auch als Schleuse und Strassenbrücke dient und seit 1995 ein Kraftwerk hat.
Der letzte Wanderabschnitt führte uns der Zihl entlang, dem natürlichen Abfluss aus dem Bielersee, zur Seeland Bräu wo wir in der warmen Abendsonne den Abschlusstrunk genehmigten. Rundum zufrieden und beeindruckt von der Komplexität der Aufgaben versuchten wir das Gehörte zu verarbeiten, bevor wir uns vom nahen Bahnhof aus in alle Himmelsrichtungen verabschiedeten.
Die Themen unseres Besuches findet sich zusammengefasst in der Broschüre Regulierung der Jurarandseen, Grundlagen und Vorgehen des bernischen Amtes für Wasser und Abfall, detailliertere Informationen über den Link Wasser Bern.
Reine Wanderzeit: 1h 45', flach
Der Tourenleiter:
Rolf Vogt, Erde
Fotos:
Rolf Vogt, Erde

Aufmerksame Zuhörer
Der untere Ausgang der Schleuse
Wanderroute
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