Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03645.jsonl.gz/1792

Im Kanton Wallis, an der südlichen Talabgleitung der Berner Alpen, bahnt sich der Große Aletschgletscher seinen Weg durch das Hochgebirge. Seinen Ursprung nimmt dieser längste und flächenmäßig größte Gletscher der Alpen auf 3800 Meter Höhe, in der sogenannten Jungfrau-Region. Im Bereich des hier liegenden Konkordiaplatzes, einer etwa 6 Kilometer großen, sich nur leicht beugenden „Iisflächi“ (dt.: Eisfläche), fließen drei gewaltige Firnströme zusammen. Als Firn bezeichnet man Schnee der mindestens ein Jahr alt ist und sich durch stetiges Gefrieren und Tauen zu einem körnigen Gebilde formt. Der Aletschgletscher ist „nach hüttige Ahgobe“ (dt.: nach heutigen Angaben) etwa 22,7 Kilometer lang und verfügt unter Einbeziehung der Quellgletscher über 81,7 Quadratkilometer Fläche.
Entstehung und Wissenswertes
Ein Gletscher ist nichts anderes als eine gewaltige Eismasse, die talwärts strömt und in den unteren Bereichen durch Abschmelzung an Volumen verliert. Das Schmelzwasser des Aletschgletschers speist die beiden Flüsse Rhone und Massa. Noch in den 70er Jahren waren von der Fläche des Gesamteinzugsgebietes der Massa, rund 195 Quadratkilometer, zwei Drittel vergletschert. Die hierzu vorliegenden Angaben variieren, da zu dieser „Ziit“ (dt.: Zeit) der obere und der mittlere Teil des Gletschers mit dem großen Aletschgletscher verbunden waren. So betrug die Gesamtgletscherfläche Mitte der 70er Jahre 128 Quadratkilometer.
Für die Mitte des 19. Jahrhunderts errechneten Experten eine Gletscherfläche von 163 Quadratkilometern, woraus man deutlich ersehen kann, wie sehr der Gletscher im Laufe der Zeit an Größe verloren hat. Die durchschnittliche Breite des Gletschers beträgt 1,5 Kilometer und immer noch kann der Aletschgletscher mit beträchtlichen Eisdicken aufwarten, die beispielsweise am Konkordiaplatz bis zu 900 Meter betragen. Der Gletscher ist in Bewegung. 180 Meter wandert der mächtige Eisstrom pro Jahr gen Südosten Richtung Rhonetal.
Das besondere Tourismuserlebnis
Das gesamte Gebiet des Aletschgletschers mit den umliegenden Regionen sowie der einzigartige Aletschwald, ein oberhalb des unteren Aletschgletschers gelegener, urwaldartiger Arven-Lärchenwald, ist seit dem Jahr 2001 Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer-Alpen Jungfrau-Aletsch.
Dem Besucher bietet sich ein außerordentliches Naturschauspiel mit unvergleichbaren „Ihdrück“ (d.: Eindrücken). Hierbei bietet sich zwar vielerorts nicht mehr die einst vorhandene polare Landschaftsstruktur, aber die überdimensionale Postkartenidylle mit Urkraftcharakter lässt den Betrachter immer noch Erstaunen. Gut erschlossen sind einige Regionen, so beispielsweise zwischen dem Berggrat, dem Riederhorn und dem Eggishorn. Durch das Gebiet führen zahlreiche Seilbahnen und von hier kann man sehr schöne Blicke auf den unteren Teil des Gletschers erhalten.
Mit der Jungfraubahn haben auch nicht wandererprobte oder bergunerfahrene Touristen die Möglichkeit den oberen Teil des Gletschers zu sehen. Am Faulberg östlich des Konkordiaplatzes befindet sich auf 2800 Meter Höhe die Konkordiahütten des Schweizer Alpen Clubs (SAC). Die Hütten dienen als wichtige Stationen für die hochalpine Gletscherroute.
Wanderrouten
Es gibt zahlreiche und unterschiedlichste Wander- und Ausflusgrouten für den alpinen Touristen in der Region des Aletgletschers. Eine hiervon ist der sogenannte Gletscherweg Aletsch, mit den Knotenpunkten Moosfluh, Bettmerhorn, Grosses Gufer, Märjelenseen und Fiescheralp. In Begleitung zahlreicher, majestätischer 4000er wartet nicht weit von der Bergstation Bettmerhorn mit dem Aletschgletscher, ein spektakuläres berauschendes „Erläbnis“ (dt.: Erlebnis) auf den Reisenden. Die Route gilt als eine der beliebtesten der Region und wird mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad eingestuft. Je nach Wegstrecke dauert die Tour zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Stunden sowie bis zu 14 Kilometern Wegstrecke. Dafür bietet diese Tour vom Juli bis in den Oktober alles, was sich der Tourist von einem alpinen Wandererlebnis verspricht.
Achtung: das Wetter
Grundsätzlich gilt für den Touristen, sich stetig über die Wettersituation vor Ort zu informieren. Die vorherrschenden Wetterverhältnisse sind Bedingung, ob Touren entsprechend stattfinden und Routen problemlos zu bewältigen sind. Zu einer genussreichen Tour gehört immer eine ausreichende Planung. In der Region finden sich zahlreiche lokale Informationsstellen. Für längere Aufenthalte oder einen Familienurlaub bietet das Aletschgebiet einige individuelle Destinationen. Bettmeralp, Riederalp und Fiesch-Eggishorn sind Bestandteil des sogenannten Ferienparadieses Aletsch-Arena, welches für eine bequeme Anreise, einen autofreien und abwechslungsreichen „Feriä“ (dt.: Urlaub) steht.
Fazit
Du lebst bereits in der Schweiz und warst noch nie auf dem Aletsch – Gletscher? Dann weisst du, was du zu tun hast. All unseren Touristen legen wir einen Besuch natürlich auch ans Herz – das Naturschauspiel zahlt sich allemal aus.
Wenn du mehr über die Schweiz, solche „Hotspots“ erfahren möchtest und dazu noch Schweizerdeutsch lernen, dann empfehlen wir dir unser Buch „Schweizerdeutsch in 30 Tagen“ – welches dich durch die Schweiz begleitet und dir alles von Kultur bis hin zum Sport erklärt.
Liegt der Fokus auf dem Lernen der Sprache raten wir dir zum Online Video-Kurs:
Wir entschuldigen uns vielmals für die technischen Probleme wegen der hohen Nachfrage
Vokabular – Liste
|Schweizerdeutsch||Hochdeutsch|
|1||Iisflächi||Eisfläche|
|2||nach hüttige Ahgobe||nach heutigen Angaben|
|3||Ziit||Zeit|
|4||Ihdrück||Eindrücken|
|5||Erläbnis||Erlebnis|
|6||Feriä||Urlaub|