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Evangelische Täufergemeinden ETG
Kontakt
Geschichte
Durch Fröhlichs eigene Missionstätigkeit entstanden vor allem in der Schweiz und in den angrenzenden deutschsprachigen Gebieten Gemeinden. Durch Wandergesellen, Auswanderer und andere Kontakte gelangte Fröhlichs Gedankengut nach Deutschland, Frankreich, Österreich, Ungarn und schliesslich über den Atlantik in die Vereinigten Statten und nach Südamerika.
Fröhlich hatte der jungen Gemeinde nicht nur ein positives erweckliches, sondern auch ein schwieriges Erbe hinterlassen. Die extrem perfektionistischen Heiligungspredigten Fröhlichs hinterliessen eine grosse Gesetzlichkeit. Die Fragen um die Absonderung von der Welt führten dann auch um die Jahrhundertwende zu schweren inneren Spannungen, die schliesslich in einer Spaltung der Gemeinschaft ihren Höhepunkt fanden. Die konservativere Richtung schlug in der Folge einen streng gesetzlichen Weg ein. Die gemässigte Richtung von der hier die Rede ist musste sich nach dem 1. Weltkrieg verschiedenen Herausforderungen stellen: Der Sorge um die Gemeindeglieder in Osteuropa, die Not litten; der Frage nach der rechten Lehre und deren Verkündigung; dem Umgang mit der Jugend, die nicht mehr problemlos in die Gemeinde integriert werden konnte; dem Wiederbeginn der Mission, nachdem der Missionseifer fast ganz eingeschlafen war.
Der Umgang mit diesen Fragen führte zu einem Aufbruch und zu einer Öffnung, die jedoch eine Identitätskrise der Gemeinde verursachte: Ein entscheidender Schritt war schliesslich die Gründung des Bundes Evangelischer Täufergemeinden in den Jahren 1983/84. Damit gaben sich die westeuropäischen Gemeinden eine Struktur, welche half, die Einheit und Identität neu zu definieren. 1995 wurde ein Leitbild ausgearbeitet, das zusammen mit dem bereits früher publizierten Glaubensbekenntnis die Basis für die Zukunft der ETG darstellt.
Die Evangelischen Täufergemeinden ETG wurden auch unter anderen Namen bekannt, zum Beispiel «Fröhlichianer» oder Nazarener und in Amerika als Apostolic Christian Church (Nazarean).
107 Mitglieder (Basel und Region), 45 Kinder und ca. 20 weitere Gottesdienstbesucher. Alle Altersgruppen sind vertreten, ältere Jahrgänge jedoch überproportional.
Lehre
Wir glauben, dass alle Menschen erlösungsbedürftig sind, weil sie durch die Sünde aus der ursprünglichen Gemeinschaft mit Gott gefallen sind.
Wir glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, welcher um der Sünde willen am Kreuz gestorben ist. Christus ist auferstanden, in den Himmel gefahren und wird wiederkommen.
Wir glauben, dass die zerbrochene Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch wieder hergestellt wird, wenn der Mensch umkehrt und sich durch den Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnen lässt.
Wir glauben, dass in den an Christus gläubig gewordenen Menschen der Heilige Geist das neue Leben wirkt, dessen Grund und Mitte Jesus Christus ist. Dieses neue Leben im Geist ist ewiges Leben, welches über den Tod hinausführt.
Wir glauben, dass die Bibel Gottes Willen für die Gemeinde und unser persönliches Leben offenbart. Sie ist das durch Gottes Geist eingegebene Wort, welches nicht in Frage gestellt werden darf.
Wir glauben, dass Gott die Menschen auch zurück in eine erneuerte Gemeinschaft untereinander führen will. Alle an Jesus Christus Glaubenden aus allen Völkern und Rassen bilden die weltweite Gemeinde, welche sich in lokalen Gemeinden konkret ausdrückt.
Wir glauben, dass Jesus der Gemeinde mit Taufe und Abendmahl zwei zeichenhafte Handlungen geboten hat, welche ihr helfen, Marksteine des christlichen Lebens zu bekommen und zu feiern.»
Die Evangelischen Täufergemeinden arbeiten mit beim Verband der evangelischen Freikirchen und Gemeinden der Schweiz (VFG) und sind Mitglied der Evangelischen Allianz. Sie sind offen für die Zusammenarbeit mit anderen christlichen Gemeinden.
Organisation, Finanzen
Finanziert wird die Gemeinde durch freiwillige Beiträge und Kollekten; die Statuten schreiben einen Jahresbeitrag vor. Der Zehnte wird als Richtlinie empfohlen. Es gibt eine offene Jahresrechnung. Die Gemeinde ist finanziell autonom. Pro Mitglied werden im Jahr 125 Franken an den Bund überwiesen. Die Mission läuft finanziell getrennt.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit
Jeden Sonntag 10.00 ist Gottesdienst, gleichzeitig mit Sonntagsschule, Unterricht und Kinderhüte. Alle 14 Tage im Winter findet anschliessend ein Gemeindeessen statt. Es gibt mehrere Hauskreise, die sich alle 14 Tage in Privatwohnungen treffen. Jeden Freitag ist Jugendgruppe, alle zwei Wochen am Samstag Jungschar und «Ameisli».
Es gibt einen Besuchsdienst der Gemeinde und eine Fürsorgekasse für Härtefälle.
Die Seelsorge geschieht durch «Älteste» und «Lehrbrüder» (Prediger, ehrenamtlich) sowie geeignete Gemeindeglieder (Männer und Frauen).
Für den internen Gebrauch steht eine Bibliothek zur Verfügung.
Über Veranstaltungen informieren der Kirchenzettel im Baslerstab und gelegentliche Inserate.
Unterstützt wird der Evangelische Missionsdienst EMD Basel.
Literatur, Zeitschrift
Hermann Rüegger: Aufzeichnungen über Entstehung und Bekenntnis der Evangelisch Taufgesinnten Gemeinden (Nazarener). Biel 1962,
Garfield Alder: Die Tauf- und Kirchenfrage in Leben und Lehre des Samuel Heinrich Fröhlich, VDM, von Brugg 18031857. Verlag Peter Lang Bern 1976.
Monatsbrief (für die lokale Gemeinde).
ETG Unterwegs (Zeitschrift des Bundes; zweimonatlich).
Weitere Links:
[int.Nr.: 1011]
Aktualisiert: 4.3.2004