Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1394

Das von Cesare Bazzani 1911 errichtete Museum für italienische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Rom erhebt sich massig zwischen Villen und Palazzi in der grünen Valle Giulia. Das 1933 in einer Art Verdoppelung des Baukörpers erweiterte monumentale neoklassizistische Bauwerk steht in der typologischen Tradition der Museumsbauten des 19. Jahrhunderts. Seit 1995 befindet sich die Galleria Nazionale d’Arte Moderna im Wandel. 1999/2000 wurde ein Wettbewerb für die Erweiterung um neue Ausstellungsflächen, ein flexibles Auditorium sowie einen neuen, architektonisch signifikanten Eingang veranstaltet.
Das Projekt von Diener & Diener greift auf das bereits im Konzept Cesare Bazzanis angelegte Potential für Erweiterungen zurück und transformiert die unvollendet gebliebene Erweiterung Luigi Cosenzas (1964–1978). Dessen prominenter Kopfbau «Testata» bildet den Zugang zu einem Ausstellungsraum, der unbeheizt in einer engen Beziehung zum Garten steht.
Der neue Flügel setzt als eine dritte Gebäudeschicht an der Nordseite an. Er bleibt wie der Südflügel hinter der äussersten Flucht der Westseite zurück, der mittig gefasste Gebäudetrakt tritt dadurch hervor. Es ergibt sich eine der Eingangsfront im Süden analoge Dreiteilung der Fassade, die nun gleichrangige Westseite wird zur neuen, mit der bisherigen Hauptfassade korrespondierenden Eingangsfassade. Durch diese Umorientierung erfährt das Gebäude eine den übrigen Solitären um die Piazza Thorvaldsen entsprechende Erschliessung und nimmt mit ihnen Beziehung auf. Die Stirnflächen der Stufen der monumentalen Freitreppe der ursprünglichen Schauseite werden analog zum Architrav zu modernen Schriftträgern, die auf aktuelle Veranstaltungen im Haus verweisen. Die Fassade des neuen Baukörpers auf der Westseite ist offen, als Vitrine ausgebildet. Durch die depotartig übereinander aufgestellten Skulpturen hindurch blickt man in das wandelbare Auditorium.
Die neuen Ausstellungsräume setzen sich von der Raumeinteilung des Altbaus ab und folgen keiner Hierarchie, sondern bieten vielmehr eine bislang fehlende Vielfalt unterschiedlicher Raumtypen. Die Ausführungsplanung wurde 2003 vorläufig unterbrochen.
in Zusammenarbeit mit Peter Suter
Wettbewerb: 1. Preis, 2000
Datum: 2000—
Auftraggeber: Ministero delle Infrastrutture e dei Trasporti
Ort: Viale delle Belle Arti, Rom, Italien
Bruttogeschossfläche (BGF): 8.168 m², Ausstellungsfläche: UG 1.644 m², EG 1.780 m²
Programm: Wechselausstellungsräume, neuer Eingang
Bauingenieur: Proger SpA Engineering
Technische Gebäudeplaner: Waldhauser Haustechnik
Landschaftsarchitekt: Vogt Landschaftsarchitekten
Lichtplaner: Institut für Tageslichttechnik