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Die Organisation
Die Bevölkerung von Süd-Marokko (mehrheitlich Berberfamilien) betreibt wie eh und je nebst Subsistenzwirtschaft eine Ziegen- und Schafzucht. Eine ihrer wichtigsten natürlichen Ressourcen sind die ausschliesslich in dieser Gegend wachsenden Arganbäume; diese verschaffen ihnen nicht nur Viehfutter, Brenn- und Bauholz, sondern auch ein wertvolles Öl, das seit Jahrhunderten für die Zubereitung von Speisen und Schönheitsmitteln sowie für medizinische Zwecke verwendet wird. Da der Arganwald überdies einen natürlichen Schutzwall gegen die Ausdehnung der Sahara bildet, sein Bestand jedoch durch Überweidung, wachsende Industrialisierung und Ausfall der ohnehin seltenen Niederschläge gefährdet ist, wurde er von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit dem Ziel, ebenfalls die Erhaltung des Arganwaldes bzw. seine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung zu fördern, entstand 1996 ein Projekt namens Targanine, das Frauenkooperativen aus der Gegend von Agadir bei der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung des Arganöls unterstützt. Gleichzeitig geht es darum, in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsorganisation Ibn Al Baytar, den Frauen (in der Regel Analphabetinnen) mit Einkommensbeschaffung und Bildungsmassnahmen zu der sozialen Stellung zu verhelfen, die ihnen in der traditionellen Berberkultur zusteht, im Zuge der Islamisierung aber verloren ging. Seit 2003 als GIE (Groupement d’Intérèt Economique) offiziell anerkannt, sorgt Targanine nicht nur für Schulungen im Produktions- und Qualitätsbereich, sondern auch für Allgemeinbildung und verbesserte Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen. Ferner lernen die Frauen, den Arganwald mit nachhaltigen Erntemethoden und Wiederaufforstung zu erhalten. Die BIO-Zertifizierung, deren Kosten Targanine übernimmt, hat den Wert des Arganöls bzw. das Einkommen der Produzentinnen (zur Zeit 240) zusätzlich erhöht.
Das Produkt
Die Kerne der wild gesammelten Arganfrüchte werden auf traditionelle Weise ausgelöst und ebenfalls von Hand zu Öl gepresst. Drei Kooperativen sammeln die Kerne und lösen sie aus, die drei anderen sind mit den notwendigen Einrichtungen für die EU-konforme Herstellung von Öl aus BIO-Produktion ausgestattet. Für die BIO-Zertifizierung steht Ecocert ein.
Die Auswirkungen des fairen Handels
- Förderung von Verdienstquellen und Bildungsmöglichkeiten für Berberfrauen
- Anerkennung und Stärkung ihrer kulturellen Identität und sozialen Rolle
- Erhalt und schonende Nutzung des Arganwaldes
- Mehrwertschöpfung durch die Vermarktung eines BIO-zertifizierten, vor Ort verarbeiteten Produkts