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Als mir der Stress wegen der Bachelor-Arbeit zu viel wurde, ging ich raus in den Wald. Mit aufgesetzten Kopfhörern spazierte ich in einen Seitenweg, genoss die Atmosphäre, das Licht, das Grün. Schliesslich setzte ich mich auf eine Bank. Ich hatte gerade mal einen Absatz geschrieben, da kam ein Hund wild bellend auf mich zu.
Kürzlich habe ich einen Zettel an meinem Briefkasten angebracht: "Bitte keine Gratiszeitungen einwerfen (ich lese sie sowieso nicht)." Damit wollte ich endlich diesen Stapel an Käseblättern reduzieren, den ich jeden Monat entsorgen muss und der 90% meines Altpapiers ausmacht. Irgendwann klingelte es dann morgens - der Briefträger.
Gestern war ich völlig blockiert. Und dann hab ich angefangen, mich mit der Möglichkeit des Scheiterns auseinanderzusetzen. Ich glaub, viele wollen sich gar nicht vorstellen, dass sie scheitern könnten.
Im ersten Schuljahr ist man sehr unsicher. Bin ich gut, bin ich schlecht? Wo muss ich mich in der Klasse einsortieren - bei den Strebern, den Losern oder dem langweiligen Durchschnitt?
Es gibt so schöne Abläufe, wie man einen Film macht. Da gibts ein Script, das wird dann als Storyboard umgesetzt, daraus macht man dann ein Animatic und dann wird das Ding gefilmt und beim Filmen ist alles schon ziemlich genau definiert und dann wird noch alles vertont. So macht "man"s. Ich mache alles gleichzeitig.
Stephen King hat mal geschrieben, dass er seinen Roman "misery" im Drogenrausch geschrieben hat - und dass er es schade findet, dass er sich kaum mehr daran erinnern kann, wie er ihn geschrieben hat. Ich merke auch gerade, dass wir teils so vorwärts stressen, als ging es darum, ein Rennen zu gewinnen.
Ray Bradbury hat mal etwas in der Art gesagt: Du erstellst Charaktere, die rennen davon und du rennst ihnen so schnell wie möglich hinterher. Ungefähr so geht es mir gerade auch. Und ich denke nur: "Meine Güte, was hast du da schon wieder für einen Hirnfurz?
Ein ehrlicher Satz von einer Person und ein nicht so enthusiastisches "tönt gut" von einer anderen haben gereicht, um zu merken, dass die Geschichte in der Mitte durchhängt. Ungefähr so wie ein Action-Film, der mit jeder neuen Action-Szene die vorherige nochmals überbieten will und damit den Zuschauer ermüdet.
Einige Leute "hören" sich Fernsehdokus an, während sie zeichnen. Oder ein Hörbuch. Bei Routine-Tätigkeiten kann das helfen, denke ich. Eine Kollegin hat mir ein Hörbuch ausgeliehen - gedacht war es, um nebenbei an der Bachelor-Arbeit zu arbeiten. Ich merke, es geht nicht. Und gestern gab es einen Moment, in dem ich gemerkt habe, wieso nicht.
Die Arbeit am Skript sieht folgendermassen aus: In meiner Wohnung (oder was davon übrig ist) stehen ja diese zwei Filmkulissen, jede steht für eine Person. Ich stelle mich immer zur jeweiligen Kulisse und spreche laut aus, was diese Person gerade macht und denkt.