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841 Meter lang und 2,4 Meter breit – das sind die Masse der längsten neuzeitlichen Holzbrücke der Schweiz.
von Florencia Figueroa
Bereits im 12. Jahrhundert war das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela im spanischen Galicien ein wichtiges Ziel für Pilger. Doch nachdem in der frühen Neuzeit die Pilgerfahrten an Bedeutung verloren, geriet auch der bis anhin beliebte Jakobsweg in Vergessenheit. Erst Mitte des 17. Jahrhunderts erfuhren die Pilgerfahrten einen Aufschwung. Die Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela wurde in den siebziger und achtziger Jahren wiederbelebt.
Im Zuge der Wiederherstellung erneuerte man auch die Wege in der Schweiz. Tatsächlich führen mehrere Pfade zum Grab des Apostels Jakobus durch die Schweiz. Der bekannteste ist der Schwabenweg von Konstanz zum Wallfahrtsort Einsiedeln. Auf dieser Route liegt der Zürichsee, über den der Holzsteg Rapperswil–Hurden führt. Bereits in der frühbronzezeitlichen Kultur existierte eine Verbindung an dieser Stelle, die als engste Stelle zwischen Rapperswil und Hurden gilt.
Die erste Holzbrücke wurde 1360 mit losen Brettern erbaut, die jedoch mit der Eröffnung des Seedamms 1878 abgebrochen wurde. Mit der Wiederbelebung der Wallfahrten beschloss man auch den Holzsteg neu zu eröffnen. Die Brückenführung wurde dem ursprünglichen Holzsteg und teilweise der historischen Wegführung (im Wesentlichen der Streckenführung von 1816) nachempfunden, weshalb heute auch der Schwabenweg, von Konstanz über den Etzelpass nach Einsiedeln, in seiner frühesten Form begangen werden kann. Eröffnet wurde der Holzsteg im April 2001. Mit 841 Metern Länge und 2,4 Metern Breite gilt die Brücke als die längste neuzeitliche Holzbrücke der Schweiz. Verbaut wurden 415 Kubikmeter Eichenholz in Form von 233 Pfählen, die zwischen sieben und sechzehn Meter lang sind, und 61 Tonnen Stahl. Mit wenigen Ausnahmen besteht die Brücke aus unbehandeltem Eichenholz. Im Mittelalter befanden sich mehrere Kapellen auf ihr, die für die Pilger gestiftet wurden.
Das «Heilig Hüsli» hat die Jahrhunderte überdauert und wurde in die Linienführung der rekonstruierten Brücke einbezogen. Dieser historische Überrest ist bedeutsam und steht deshalb unter Denkmalschutz – er ist Eigentum der Ortsgemeinde Rapperswil-Jona. Die Brücke eingeweiht hat der Abt des Klosters Einsiedeln Georg Holzherr. Als erstes Lebewesen durfte ein Geissbock über die Brücke gehen – so wie dies auch in früheren Jahrhunderten Brauch war.
Preise
Eintritt frei
Öffnungszeiten
Die Brücke kann das ganze Jahr über begangen werden.
Informationen
Holzbrücke Rapperswil-Hurden
Strandweg, 8640 Rapperswil-Jona SG
Verkehrsverein Rapperswil-Jona,
Tel. 055 220 57 57
www.vvrj.ch