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Novartis hat in den USA einen bereits Ende Oktober angekündigten Vergleich mit den US-Behörden im Fall von Spezial-Apotheken abgeschlossen. Dabei geht es um ein Abkommen mit der Staatsanwaltschaft des südlichen Distrikts von New York und betrifft die Zusammenarbeit zwischen Novartis und diesen Apotheken im Fall der beiden Novartis-Medikamente Exjade und Myfortic, wie der Konzern am Freitagabend mitteilte.
Novartis wird vorgeworfen, Apotheken dafür bezahlt zu haben, eigene Medikamente statt Konkurrenz-Arzneien zu verkaufen. Dadurch seien die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid, die die Kosten für die Behandlung übernahmen, geschädigt worden.
390 Millionen Dollar
Zudem sei Novartis auch noch daran, ein Abkommen mit anderen US-Staaten, welche ähnliche Zivilklagen im Fall von Exjade eingereicht hätten, abzuschliessen, heisst es in der Mitteilung. Das heutige sowie die angekündigten zusätzlichen Abkommen würden alle Zivilklagen auf Bundes- oder Staatenebene in diesem Zusammenhang beschliessen.
In Übereinstimmung mit der Ankündigung vom 27. Oktober (zusammen mit den Q3-Zahlen) wird Novartis insgesamt 390 Millionen US-Dollar an die US-Regierung bzw. die staatlichen Medicaid-Programme zahlen. Novartis musste sich zudem zu verschiedenen Massnahmen in der Zusammenarbeit mit den Apotheken verpflichten. Diese würden mehr Klarheit in der Zusammenarbeit bringen, schreibt der Konzern. Novartis wolle jedenfalls weiterhin mit diesen unabhängigen Spezial-Apotheken zusammenarbeiten.
Regierung fordert mehr als eine Milliarde
Die Klage geht ursprünglich auf einen ehemaligen Pharmavertreter von Novartis zurück, der sich die US-Regierung und zahlreiche Bundesstaaten anschlossen. Die Regierung forderte bis zu 1,52 Milliarden US-Dollar Schadenersatz – das Dreifache der von den staatlichen Gesundheitsprogrammen in den Jahren 2004 bis 2013 angeblich zurückerstatteten Summe. Zudem war Mitte Jahr in diesem Zusammenhang noch von einer zusätzlichen Strafe von bis zu 1,83 Milliarden US-Dollar die Rede.
Das Präparat Exjade wird eingesetzt, um den Eisengehalt im Blut von Patienten zu senken, die Blutinfusionen erhalten. Myfortic dient bei Nierentransplantationen zur Unterdrückung von Abstossungsreaktionen.
(sda/ise)