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«Geringe Gefährdung»: Der Mörder der 17-jährigen Boi kommt frei
sda
31.8.2018 - 13:17
Der Mann, der im Jahr 2009 als Minderjähriger eine 17-jährige Vietnamesin erschlagen hat, kommt frei. Dies hat das Bezirksgericht Baden AG entschieden.
Das Gericht begründet die Freilassung mit dem Therapiefortschritt, den der Mann gemacht habe. Die Tat liegt fast zehn Jahre zurück. Der damals Minderjährige erschlug in Sessa im Tessin eine 17-jährige Vietnamesin mit einem Holzhammer.
Das Risiko, dass er wieder jemandem etwas antut, ist laut Gericht klein. In der Mitteilung vom Freitag ist von einem geringen Gefährdungsrisiko gegenüber Dritten die Rede. Das Gericht ordnete zugleich eine enge Nachbetreuung an.
Der Mann muss seine psychotherapeutische Behandlung fortsetzen. Zudem wird er weiterhin durch einen Beistand eng betreut. Der Entscheid sei von den Parteien nicht angefochten worden, schreibt das Gericht in der Mitteilung.
Flucht aus der Psychiatrie
Das Jugendgericht Baden hatte gegen den Mann 2013 wegen Mordes die Höchststrafe im Jugendrecht verhängt. Er wurde zu einem Freiheitsentzug von vier Jahren und zu einer geschlossenen Unterbringung verurteilt. Weil die jugendstrafrechtlichen Massnahmen jedoch bis zum Erreichen des 22. Altersjahres befristet sind, wurde der Mann im Frühling 2015 auf Antrag der Jugendanwaltschaft fürsorgerisch untergebracht.
Der Mann flüchtete im Frühling 2016 aus der Psychiatrischen Klinik Königsfelden. Geschnappt wurde er nach knapp einer Woche von der deutschen Polizei in der Nähe von Stuttgart. Daraufhin wurde er in die Justizvollzuganstalt Lenzburg gebracht.
Seine Mutter hatte ihm zur Flucht verholfen, indem sie ihm Werkzeuge beschaffte. Sie wurden deswegen wegen Fluchthilfe zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt.
sda