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Auch in einem herausfordernden nationalen und internationalen Umfeld stehen die Banken in der Schweiz solide da. Sie konnten ihren Geschäftserfolg im Jahr 2015 um fünf Prozent auf CHF 64,6 Mrd. steigern und versorgten die Wirtschaft und Privatpersonen ungebrochen mit Krediten. In der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung ist der Finanzplatz Schweiz mit einem Weltmarktanteil von 25 Prozent weiter die Nummer 1. Steigende Regulierungskosten, Margendruck und Investitionen in den technologischen Fortschritt beschleunigen jedoch den Strukturwandel der Branche, der sich auch in den Kennzahlen niederschlägt: Im Berichtsjahr 2015/2016 nahm die Zahl an Banken in der Schweiz ab, auch die Beschäftigung im Bankensektor sank.
Der Bankensektor trug auch 2015 wesentlich zum Wohlstand der Schweiz bei. Er erbrachte rund 6 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung. Insgesamt verbuchten die Banken einen aggregierten Jahresgewinn von CHF 15,8 Mrd. und einen Geschäftserfolg von CHF 64,6 Mrd., beschäftigten über 103'000 Personen (in Vollzeitäquivalenten) und bezahlten Ertrags- und Gewinnsteuern von CHF 2,2 Mrd.
Die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2015 im Überblick:
- Im Jahr 2015 reduzierte sich die Anzahl Banken von 275 auf 266. Von den Weglassungen sind insbesondere die ausländisch beherrschten Banken (-8) betroffen.
- Die Banken in der Schweiz verwalteten per Ende 2015 insgesamt Vermögen in der Höhe von CHF 6'567,6 Mrd. Gegenüber dem Vorjahr nahm das inländische Kundenvermögen um CHF 74,3 Mrd. (+2,3%) zu, während das ausländische Kundenvermögen um CHF 162,5 Mrd. (-4,8%) abnahm. Dies entspricht insgesamt einer Reduktion des in der Schweiz verwalteten Vermögens um CHF 88,2 Mrd. (-1,3%). Diese Reduktion ist vorwiegend auf Währungseffekte zurückzuführen. Der Anteil an ausländischen verwalteten Vermögen liegt bei knapp 50 Prozent. Der Schweizer Bankensektor bleibt mit einem Anteil von 25 Prozent die Nummer 1 in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung.
- Der aggregierte Jahresgewinn betrug CHF 15,8 Mrd. (2014: CHF 7,4 Mrd.), der aggregierte Geschäftserfolg CHF 64,6 Mrd. (+5,0%). Die Banken entrichteten Steuern in der Höhe von CHF 2,2 Mrd. (-12,3%).
- Die Kreditvergabe von Banken in der Schweiz an Unternehmen und Private ist intakt. Das inländische Kreditvolumen betrug CHF 1'076,4 Mrd. Dies entspricht einer moderaten Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 0,4 Prozent. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite war 2015 mit 2,6 Prozent geringer als in den beiden Jahren zuvor (2013: +4,2%, 2014: +3,6%). Dies dürfte auch den von den Banken getroffenen Massnahmen im Hypothekarbereich, darunter die Anpassungen der Selbstregulierungen, zuzuschreiben sein.
- Die Entwicklung der Arbeitsplätze war 2015 von der anhaltenden Konsolidierung sowie von Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmassnahmen geprägt. Der inländische Personalbestand (in Vollzeitäquivalenten) nahm um 1'012 Stellen auf 103'041 ab (-1,0%). Den grössten Teil zum Personalrückgang trugen die Auslandbanken mit einer Stellenreduktion von 2'036 beziehungsweise 11,2 Prozent ihres Personalbestands bei. Im ersten Halbjahr 2016 wurden im Schweizer Bankensektor bereits 3'454 Beschäftigte weniger (-4,1%) verzeichnet, wie eine Umfrage der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) im Sommer 2016 ergab. Im Ausland stellten Schweizer Banken dagegen netto mehr als 6'700 Personen ein. Für den weiteren Verlauf des Jahres zeigt sich die Beschäftigungstendenz stabil.
Das Jahr 2015 stellte die Banken in der Schweiz vor zahlreiche Herausforderungen. Einerseits führten das anhaltend niedrige Zinsumfeld und der starke Wettbewerb zu grossem Margendruck. Regulierungen in Sachen Eigenkapital oder Steuertransparenz treiben die Kosten in die Höhe. Zusätzlich beeinflusste die Digitalisierung die Banken-Grosswetterlage markant und beschleunigte den Strukturwandel in der Branche. Noch offen ist, wie sich durch den Entscheid der Briten, die EU zu verlassen (Brexit), die Bedingungen für die Schweizer Banken verändern werden. Dass die meisten Banken in diesem schwierigen Umfeld dennoch ansprechende Gewinne erzielen, spricht für die Krisenfestigkeit und Wandlungsfähigkeit der Schweizer Banken. Der Finanzplatz konnte seine international führende Stellung sogar weiter ausbauen. So erhielt zum Beispiel die China Construction Bank als erste chinesische Bank im Herbst 2015 eine Schweizer Banklizenz und eröffnete im Januar 2016 ihre erste Filiale in Zürich. Auf die Errichtung eines Renminbi-Hubs hat die SBVg zusammen mit weiteren Akteuren seit 2012 hingearbeitet. Langfristig besteht darin ein erhebliches Potential für den hiesigen Finanzplatz.
Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik bei der SBVg, erklärt: "Für weiteres Wachstum bleibt die Sicherung des EU-Marktzugangs unerlässlich. Im Bereich Beschäftigung zeigt sich ein Trend dazu, vermehrt Arbeitskräfte im Ausland aufzubauen; ein Indiz dafür, dass die Exportfähigkeit des Finanzplatzes ein Thema ist. Dieser Trend muss jetzt durch verbesserte Rahmenbedingungen umgekehrt werden. Namentlich müssen wir zu einer kostengünstigen Regulierung finden. Die SBVg hat dazu bereits Vorschläge zuhanden von Politik und Regulierungsbehörden erarbeitet. Diese umfassen namentlich eine unabhängige Regulierungsprüfstelle und ein Preisschild für Regulierungen."