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Carna,
eine der zahlreichen röm. Gottheiten, die den einzelnen Momenten, Stufen und Verhältnissen des Lebens vorstanden. Der Bedeutung des Wortes entsprechend (von caro, d. h. Fleisch) sollte sie den Leib kräftigen. Sie hatte auf dem Cälischen Hügel in Rom [* 2] ein Heiligtum, das ihr der Sage nach von Brutus errichtet worden war, und am 1. Juni pflegte man ihr zu Ehren die alten Hauptspeisen: gepökeltes Schweinefleisch und Bohnenbrei, zu opfern und zu speisen. Infolge einer Verwechselung und Vermischung mit der Göttin Cardea wird sie in Ovids «Fasten» auch als Göttin der Thürangeln geschildert und von ihr erzählt, sie habe die Liebe des Gottes Janus [* 3] genossen und von ihm die wunderthätigen Schutzmittel gegen jede Vezauberung zum Geschenk erhalten. Damit habe sie einst den nachmaligen sagenhaften König von Alba longa, [* 4] Procas, als Kind vor den Strigen oder Hexen, welche den kleinen Kindern das Blut aussaugen, zu schützen gewußt, indem sie eben die abergläubischen Mittel anwandte, die im Gebrauche waren: ein Ferkelopfer, einen Erdbeerbaumzweig, mit dem man Pfosten und Schwelle berührte, und einen Weißdornzweig, den man ins Fenster legte.