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Chronik 1922 bis 1929
1922
Erster Auftritt: 12. St. Gallischer Katholikentag vom 10. September 1922 in Wil. Getrommelt wurden die „Walliser“. Für diesen Anlass wurden Landsknechtuniformen gemietet.
1922 ist es soweit:
An der Interessenversammlung vom 20. Juli 1922 im Restaurant Schöntal, werden die Stadttambouren Wil gegründet.
Der Auszug aus dem Gründungsprotokoll liest sich wie folgt:
Veranlassung zur Gründung eines Tambourenvereins
Schon oftmals wurde unter den hiesigen Tambouren die Meinung geäußert, sämtliche Intressenten zu sammeln, behufs Gründung eines Tambourenvereins, um den Mitgliedern Gelegenheit zu bieten, sich nach einheitlichem System auszubilden. Verschiedene Tambourenvereine sind in den letzten Jahren neu erstanden, wie in Zug, Lenzburg, Bremgarten Zofingen etc, und das Publikum hat bei patriotischen Feiern, und lokalen Festivitäten solchen Institutionen stets große Sympathie bekundet.
Tatsache ist, daß hierorts Hr. Hans Good, Rangiervorarbeiter zum Wiesental vor geraumer Zeit die Gründung eines solchen Vereins inscenierte, dabei aber nicht den gewünschten Erfolg erzielte, wodurch die Sache wieder liegen blieb.
Der Zufall wollte es, daß der Schreiber dies, als ehemaliges Aktivmitglied des Tambourenvereins Luzern, mit Hr. Good Bekanntschaft machte. Der altehrwürdigen Äbtestadt mit seiner historischen Vergangenheit ein schneidiges Trommler- und Pfeiferkorps zu gründen; dieser Gedanke beschäftigte uns bald intensiv. Um das Ideal zur Verwirklichung zu bringen, beschlossen wir die Sache sofort an die Hand zu nehmen und keine Opfer zu scheuen. Ein Besuch bei sämtlichen hiesigen Tambouren erzeigte, daß zur Organisation eines Tambourenvereins nichts im Wege stehe, weshalb sofort eine Intressentenversammlung einberufen wurde.
Intressentenversammlung vom 20. Juli 1922 im Restaurant Schöntal Abends 8½ Uhr
Zu derselben hatten sich folgende Herren eingefunden:
Good Hans
Schildknecht Joachim
Holenstein Karl
Stierli Franz
Öhninger Gottlieb
Enz Albert jun.
Zur Zusammenkunft wurden ferner eingeladen:
Enz Albert, Vater u.
Bachmann Bernhard, welche aber wegen anderweitiger Inanspruchnahme nicht erschienen.
Als erster ergriff Hr Hans Good das Wort und forderte die Anwesenden zu einer allgemeinen Aussprache auf. Dieselbe wurde rege benützt und man fand den Moment für geeignet um an die Gründung eines Vereins heranzutreten. An erster Stelle wurde der Vorstand bestimmt.
Es beliebten
1. als Präsident: Good Hans
2. als Aktuar u. zugleich Übungsleiter: Schildknecht Joachim
3. als Kassier: Holenstein Karl
Um mit dem Trommeln sofort beginnen zu können, wurde eine wöchentliche Übungsstunde (obligatorisch) festgesetzt, und zwar, um allen die Teilnahme an derselben zu ermöglichen, jeweils auf Sonntag Vormittags 10½-11½ Uhr. Da niemand ein passendes Lokal in Vorschlag bringen konnte, bestimmte man als Übungsplatz, vorläufig die Umgebung der oberen Thurauhütte.
Der Monatsbeitrag wurde auf 50 cts fixiert, und um die Vereinskasse auch ins Leben zu rufen leistete Hr. Öhninger Fr. 5.- als erster Einsatz, was zu Protokoll gebührend registriert sein soll. Es wurde ferner die Anregung gemacht und nachher zum Beschlusse erhoben, daß jedes Mitglied als Eintrittsgebühr Fr 5.- zu entrichten habe. Um unsern Verein auf die richtige Basis zu stellen, das heißt, auf rechtlicher Grundlage aufzubauen, erhielt der Vorstand Kompetenz, einen Statutenentwurf auszuarbeiten, zu Handen der nächsten Hauptversammlung.
Zum Schlusse verdankte der gewählte Präsident die Aufmerksamkeit der Anwesenden und gab der Freude Ausdruck, daß mit dieser Versammlung der Grundstein zu einem Tambourenverein gelegt sei.
Schluß 10¼ Uhr, Der Aktuar, J. Schildknecht
An der ersten Hauptversammlung vom 12. Oktober im Restaurant Hof wurden die ersten Statuten genehmigt. Als neue Mitglieder konnten in den Verein aufgenommen werden: Flammer Notker und Kern J. Der Passivbeitrag wurde auf Fr. 3.- festgesetzt. Als Probelokal konnte das Uebungszimmer der Stadtmusik benützt werden. Für eine neue Instrumentierung war der Präsident die treibende Kraft. Von der Trommelbaufirma O. Stieber in Basel wurden 9 Trommeln à Fr. 150.- gekauft. Eine Hauskollekte brachte den schönen Betrag von Fr. 955.- ein. Von Herrn Otto Stiefel zum Hof erhielt der Verein ein Darlehen von Fr. 500.-.
Empfang der Turner vom Eidg. Turnfest in St. Gallen. Mitwirkung am Bezirksschützenfest in Bronschhofen. Als erster grosser Auftritt gilt die Mitwirkung am 12. St. Gallischen Katholikentag, vom 10. September 1922 in Wil. Für diesen Anlass wurden Landsknechtuniformen gemietet. Hier wirkten die Stadttambouren am Zapfenstreich des Vorabends und Festzugsmusik mit.
1923
Auftritt am Kant. Turnfest in Wil vom 30. Juli 1923
Mitwirkung am Kant. Turnfest in Wil. Man entschliesst sich gegen das Abholen des Arbeiter-Männerchors Eintracht um die „Bürger“ von Wil nicht zu vertäuben. Teilnahme am Bezirkswettschiessen.
1924
Ostschweizerischer Tambourentag 1924 in Sirnach mit Tambouren und Pfeifern
Herr Vollmar Albert (Mitglied der Stadtmusik) übernahm die Schulung der Pfeifer für 50 Rp. pro Uebungsstunde. Die Bürgerversammlung beschloss, auf Antrag von Herrn Kantonsrat Schildknecht, dem Verein eine Subvention von Fr. 200.- zukommen zu lassen. Teilnahme am Ostschweiz. Tambourentag in Sirnach und zugleich Beitritt zum Ostschweiz. Tambourenverband.
1925
Kant. Sängerfest in Wil, Aufnahme datiert vom 6. Juli 1925
Mitwirkung am Kant. Sängerfest in Wil, erstmals mit dem Pfeifercorps. Abhaltung der OTV-Delegiertenversammlung in Wil. Die Gemeinde stellt als Probelokal den oberen Stock im Hause an der Weiherwiese (ehemaliges Waschhaus) zur Verfügung. Auch dieses Jahr wurde der Verein von einem Schicksalsschlag getroffen. Aus dem Protokoll entnehmen wir: „Da immer grosse Auslagen und keine Einnahmen zu verzeichnen sind, wird die Abschaffung der Pfeifer einstimmig beschlossen“.
1926
Teilnahme am Wiler Fasnachtsumzug 1926.
Die Tambouren verkleiden sich als Wöschwiber und trommeln auf Waschzubern statt auf Trommeln.
Erster Fasnachtsumzug. Die Presse zollte dem Verein sehr viel Lob. Erste «Reise» des Vereins nach Rapperswil.
1927
1928
Austritt aus dem OTV, da der Verband nur Kosten verursacht.
1929
Mitwirkung am Sängertag des Männerchors «Harmonie». Da der Verein immer wieder an viele Vereine Tambouren stellen musste, wurde für die Unkosten (Felle etc.) ein Tarif aufgestellt (Auszug aus dem Protokoll):
Ganztags Fr. 8.- (werktags Zuschlag von Fr. 8.- für Lohnausfall) und Verpflegung.
Halbtags Fr. 5.- (werktags Zuschlag von Fr. 5.- für Lohnausfall) und Verpflegung.
Mitwirkung bei Festumzügen Fr. 50.- und Verpflegung.
Bei Ausmärschen 50 Prozent Zuschlag zu diesen Tarifen. Die traditionellen Ortsbräuche: Steckliträge, Silvesterumzug, Schulausflüge etc. fallen nicht unter diesen Tarif.
Teilnahme am Kant. Jungmännertag in Wil.