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Impfung gegen Otitis media bei Kindern
Mittelohrentzündungen gehören zu den häufigsten Infektionen im Kindesalter, meist verursacht durch Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae. Prymula und Kollegen untersuchten die Wirkung eines neuen Impfstoffes zur Verhinderung einer akuten Otitis media bei Kindern.
4'968 Kinder wurden in dieser randomisierten, doppelblinden Studie nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt und entweder mit dem Pneumokokkus-Protein D-Impfstoff oder einem Hepatitis A-Impfstoff (Kontrollgruppe) geimpft. Die Impfung erfolgte im Alter von 3, 4, 5 und 12-15 Monaten. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres wurden die Kinder beobachtet. Bei Kindern mit Veränderungen des Trommelfells oder Mittelohrsekretion plus zwei klinischen Symptomen wurde ein Abstrich für eine Kultur und Serotypisierung entnommen. Primärer Endpunkt war die Verhinderung einer ersten durch Pneumokokken verursachten Mittelohrentzündung.
In der Pneumokokkus-Protein D-Gruppe (n=2’455) traten in der 2-jährigen Beobachtungszeit 333 Mittelohrentzündungen auf. In der Kontrollgruppe waren es 499 von 2'452 geimpften Kindern. Dies entspricht einer signifikanten Reduktion der Inzidenz durch die Impfung um 33.6%. Ein Impfschutz für eine erste Episode einer akuten Otitis media durch Pneumokokken zeigte sich bei 52.6% und für irgendeine Episode bei 57.6%. Eine Wirksamkeit bestand auch bei durch H. influenzae verursachter Mittelohrentzündung (35.3%).
Konklusion der Autoren: Der Pneumokokkus-Protein D-Impfstoff schützt nicht nur vor durch Pneumokokken verursachten akuten Mittelohrentzündungen, sondern auch vor solchen, die durch Haemophilus influenzae verursacht werden.
Lancet 2006;367:740-748 - Prymula R et al
07.03.2006 - gem