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Viele aufwärts wachsende Stengel
[* 9] führen ihren überhängenden Gipfel im Kreis oder in einer Ellipse herum,
weil die Zone des stärksten Wachstums kontinuierlich die Wachstumsachse umläuft. Der während des Wachstums aufsteigende
Gipfel beschreibt in seiner Bewegung eine Schraubenlinie (rotierende oder revolutive Bewegung). Bei den Seitenorganen mit bilateraler
Symmetrie wächst gewöhnlich die Außen- oder Rückseite stärker als die Innenseite, was als Hyponastie bezeichnet
wird; das betreffende Organ muß sich daher nach der Mutterachse hin krümmen.
Wächst dagegen die Innenseite stärker als die Außenseite (Epinastie), so stellt sich das wachsende Organ gerade oder krümmt
sich sogar auf der Rückseite konkav. Sehr auffallend sind die Nutationen bei den anfangs eingerollten Blättern der Farne
[* 10] und den Keimstengeln der Dikotylen, die mit scharf überhängendem Gipfel über die Erde treten. Um die
Erscheinungen der Hyponastie und Epinastie hervorzurufen, kann man horizontale Sprosse, wie Ausläufer oder Zweige, in umgekehrte
Lage, d. h. mit der natürlichen Oberseite nach unten, in feuchten Sand legen; die epinastischen krümmen sich dabei in der
Regel aufwärts, die hyponastischen abwärts.