Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03124.jsonl.gz/2738

Der Kommentar zum internationalen Brennpunkt der Woche.
Nach der Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran könnte der Erdölmarkt über Jahre am Boden bleiben. Bereits jetzt wurde mit 27.70 Dollar pro Barrel ein historisches Tief erreicht.
Mit der Umsetzung des Atomabkommens und der damit verbundenen Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran können die Pumpen in der «Islamischen Republik» wieder angeworfen werden. Eine Überproduktion von fast 1 Mio. Barrels Rohöl pro Tag liess den Ölpreis aber in den letzten 18 Monaten um 75 Prozent nach unten sacken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass keines der relevanten Ölförderländer Teile der eigenen Produktion zurückhielt.
Gemäss der Internationalen Energieagentur (IEA) kommen weitere Herausforderungen auf den Markt zu: Der Iran hat während seiner wirtschaftlichen Isolation sein Bestes gegeben, den Ölsektor für die Aufhebung der Sanktionen fit zu halten. Nun ist es soweit und es kommen weitere 300’000 Barrels pro Tag auf den Markt.
Die OPEC verlässt sich auf ein Ansteigen der Nachfrage der globalen Märkte bis Ende Jahr, doch das dürfte mehr als schwierig werden. Schon 2015 verzeichnete die IEA einen der grössten Sprünge in der Nachfrage nach Rohöl: «Wir glauben nicht, dass sich dies 2016 wiederholen kann», sagt dazu der Vorsitzende der IEA, Fatih Birol. In Saudi-Arabien wird der Abbau von Treibstoffsubventionen zu einem Rückgang der Nachfrage nach Öl um rund die Hälfte führen. Währenddessen werden auch die kränkelnden Volkswirtschaften von China und Brasilien in einer geringeren Nachfrage resultieren.
Wie sich der niedrige Ölpreis konkret auf die politische Situation im Mittleren Osten auswirkt, bleibt noch abzuwarten. Was für die Verbraucherländer aber gute Neuigkeiten sind, führt im krisengeschüttelten Osten zweifelsohne zu einer Verschärfung der sicherheitspolitischen Lage. Die grösstenteils von Ölexporten abhängigen Volkswirtschaften am Persischen Golf dürften sich aufgrund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage weiter in Richtung eines heillosen politischen Chaos bewegen.
(Bilder: Pixabay)