Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03165.jsonl.gz/2360

Informations sur le bâtiment / l'institution
Die ehemals dem hl. Ulrich geweihte und heute reformierte Kirche in Erlach besteht aus einem spätgotischen Chor und dem darüber errichteten Käsbissenturm der 1460er Jahre und einem breiten flachgedeckten Kirchenschiff, das um 1678–80 von Abraham I. Dünz zum Predigtsaal umgestaltet wurde. Das Schiff wurde zu dieser Zeit nach Westen hin verlängert und mit zweilanzettigen Rundbogenfenstern versehen. Eine tiefgreifende Renovation fand 1954 statt.
Die Scheibenstiftungen von 1678 stehen in Zusammenhang mit dem damaligen Umbau des Gotteshauses. Laut den Amtsrechnungen von Erlach des Jahres 1679 erhielt damals der Berner Glasmaler Hans Jakob Güder 32 Kronen für sechs vom Stand Bern gestiftete Ehrenwappen: "für die 6 Ehrenwappen in der Kirchen allhier, die mir von Hr. Güder überschickt worden, 32 Kr.". Dabei handelt es sich um die Bernscheibe (signiert) sowie die Scheiben des Deutschseckelmeisters Samuel Fischer und der vier Venner Engel, Tillier, Willading und Wurstemberger. Von diesen Werken gelangten die beiden vormals im Kirchenchor befindlichen Scheiben des Standes Bern und des Seckelmeisters Fischer (nur noch Fragment) im 19. Jahrhundert als Eigentum des Staates ins Berner Kunstmuseum und 1894 ins Bernische Historische Museum (Inv.-Nr. BHM 1906 und 1912). Von den 4 Vennerscheiben befinden sich diejenigen Engels, Tilliers (fragmentarisch) und Willadings noch in der Kirche. Wurstemberges Scheibe hingegen ist verschollen. Gleichzeitig stifteten der Erlacher Bürger Jakob Pfosi und der Schultheiss von Erlach Christian Schaufelberger Scheiben in die Kirche, wo sie noch heute erhalten sind. Der Zyklus wurde im 19. Jahrhundert durch eine Erinnerungsscheibe für den Oberamtmann Anton Carl von Gingins-Chevilly, wohl aus der Hand Johann Jakob Müllers 1823/24 nach einem Riss von Johann Emanuel Wyss im Schloss La Sarraz, und einer Scheibe der "Kirchgemeinde Erlach 1890" von Johann Heinrich Müller ergänzt. Letztere ersetzte sicher die 1890 vom Berner Staat eingezogene Standesscheibe. 1992 schuf Pascale Fretz ein weiteres Glasgemälde unter dem Titel: "Rede, dein Knecht hört".
Bibliographie
Heinz Matile, Die Glasgemälde des 16. bis 19. Jahrhunderts in den Kirchen des Amtes Erlach, in: Aus der Geschichte des Amtes Erlach. Festgabe, Bern 1974.
Zita Caviezel, Georges Herzog, Jürg A. Keller u. Ursula Maurer (2006). Erlach, in: Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Bern, Solothurn. Kunstführer durch die Schweiz. Bern: Ges. für Schweizerische Kunstgeschichte, S. 651–652.