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In Bosnien und Herzegowina nehmen psychische Störungen wie Depression, Angst und Störungen im Zusammenhang mit Stress und häuslicher Gewalt ständig zu. Besonders besorgniserregend sind Alkoholmissbrauch und Betäubungsmittelsucht bei jungen Erwachsenen, die an einem generationenübergreifenden Trauma leiden. Ein solches Trauma tritt auf bei Kindern von Eltern, die von einem Konflikt betroffen waren. Diese Störungen werden verschärft durch die hohe Arbeitslosigkeit und die Verarmung breiter Schichten. Die alternde Bevölkerung und die steigende Lebenserwartung führen zudem zu einer Zunahme von psychischen Problemen bei älteren Menschen, insbesondere zu Demenz.
Zur Bewältigung dieser Herausforderungen hat das Land 1996 eine umfassende Psychiatriereform lanciert. Ziel ist es, die psychiatrischen Dienste schrittweise in die allgemeine Gesundheitsversorgung zu integrieren. Seit 2010 wird das Land dabei von der DEZA in Partnerschaft mit den Kantonen Jura, Freiburg, Bern und Genf unterstützt.
Zugang zu psychiatrischen Dienstleistungen für alle
Mit dem Projekt soll die Gesundheit und das Wohlergehen von Menschen mit psychischen Problemen oder mit einem erhöhten Risiko für psychische Störungen verbessert werden. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes werden mehrere Ziele verfolgt: Dazu gehören beispielsweise die gemeindenahe Betreuung von Patientinnen und Patienten, die Bekämpfung der Stigmatisierung und die Verbesserung der sozialen Integration von Menschen mit psychischen Störungen. Bis heute wurde ein Netzwerk mit 74 Psychiatriezentren aufgebaut, das die ganze Bevölkerung des Landes abdeckt.
Das Projekt ist auf dem bestehenden System aufgebaut. Ziel ist, damit den Reformprozess zu fazilitieren undgleichzeitig die individuellen und organisatorischen Kompetenzen der beteiligten Institutionen zu verbessern. Die Kantone leisten ebenfalls einen bedeutenden Beitrag an die technische Unterstützung.