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Mit der Verbreitung von Computern
wurden auch Systeme für die Erstellung von Schnittmuster
entwickelt. Das Augenmerk lag dabei weniger beim Zeichnen. Vielmehr wurde die neue Technik für das Gradieren
der Schnitte verwendet, dem Erstellen von Grössen anhand einer Basisgrösse. Diese Arbeit benötigte von Hand sehr viel Zeit und Platz. Daher wurde sie zuerst automatisiert. Im Bild ist die Rechnungseinheit sowie der Digitalisiertisch des Systems
Zuse Z 451
zu sehen. Das System wurde 1968 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Am Computer funktioniert das
Gradieren
üblicherweise gleich wie von Hand: Jedem Eckpunkt eines Schittteils werden pro Grösse zwei Werte zugewisen, welche bestimmen wie sich dieser Punkt gegenüber der nächst kleineren oder grösseren Grösse verhält. Man nennt diese Werte auch Gradierregel. Ein Wert gibt an, um wieviele Millimeter sich ein Punkt nach links oder rechts verschiebt und der andere, um wieviele nach oben oder unten. Danach wird jede Grösse mit Hilfe der gradierten Punkte neu gezeichnet. Alle Grössen zusammen formen ein
Diagramm
,
auch Nestzeichnung genannt.
GRAFIS CAD Software
Die Software GRAFIS verfolgt nebst dem konventionellen Gradieren auch einen anderen Ansatz. Einerseits kann ein Grundschnitt unter Verwendung von variablen Werten gezeichnet werden und anderseits sind alle daraus abgeleiteten Schnittteile über eine Vererbungsstruktur
miteinander verbunden. Ein Grundschnitt, das Mutterteil, begründet dabei die oberste Ebene. Die eigentlichen Schnittteile werden davon abgeleitet. Die variablen Werte
können für jede Grösse hinterlegt
werden und bestimmen die Gradierung.
Damit nicht jedes Mutterteil neu gezeichnet werden muss, können Basiskonstruktionen geladen und angepasst werden. Üblicherweise werden die
GRAFIS eigenen Basiskonstruktionen
oder Applikationen verwendet. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich solche Applikationen selber zu schreiben. Denn nebst der Zeichnungsumgebung, enthält Grafis auch eine Programmierumgebung
, wo solche Applikationen in einer speziellen Programmiersprache, der Fachsprache
, geschrieben und kompiliert werden können. Die kompilierten Applikationen können danach wie die GRAFIS eigenen Applikationen eingerichtet und verwendet werden.
Interaktive Applikationen
Mit der Fachsprache können einfache Applikationen erstellt werden, welche den Code einmal durchlaufen und dann enden. Zum Beispiel kann eine Applikatione ein Quadrat mit einer Seitenlänge von X mm zeichnen, wobei der Wert X in jeder Grösse hinterlegt werden kann. Es ist jedoch auch möglich eine Applikation zu schreiben, welche Änderungen an einer gezeichneten Form in Echtzeit ausführt. Im Falle des Quadrates hiesse dies, dass sich die Grösse des Quadrates verändert, sobald mit der linken Maustaste auf eine Ecke des Quadrates geklickt und diese an eine neue Position geschleppt wird.
Um dies zu ermöglichen, muss eine Applikation in einer Endlosschlaufe ausgeführt werden. Während dem Durchlaufen dieser Schlaufe wird in Sekundenbruchteilen kontinuierlich abgefragt, wo sich die Maus befindet, sowie ob eine Maustaste gedrückt wird. Ebefalls wird die Mausposition abgefragt. Danach wird geprüft, ob sich die Maus in der Nähe eines sensitiven Bereichs, meistens eines Punktes, befindet. Falls dies der Fall ist, wird die Konstruktion anhand der abgefragten Werten der Mausposition durch die Applikation neu berechnet und am Bildschirm ausgegeben. Die Zeichnung wird somit interaktiv angepasst.
Meine interaktiven Appliktionen für GRAFIS
An dieser Stelle möchte ich meine Applikationen vorstellen, welche ich seit langer Zeit in der Fachsprache schreibe. Es ist mir natürlich bewusst, dass dies aus heutiger Sicht etwas anachronistisch daherkommt, und ich sehe auch durchaus Parallelen zu Peter Bichsels Erfinder.
Dank einem kleinen Kodemuster, welches ich um 2005 von Prof. Dr. Claus Friedrich der Firma GRAFIS erhalten habe, war es mir möglich, über mehrere Jahre die aktuelle interaktive Umgebung, oder Schleppumgebung, zu entwicklen. Fünf der der sechs Applikationen, welche ich hier vorstelle, funktionieren mit dieser Schleppumgebung. Alle bis auf eine verfügen über untergeordnetet Applikationen, welche wie Optionen ein- oder ausgeschaltet werden können. Interaktiv ist jeweils nur eine, was ein Stocken beim Schleppen verhindert.
Um die Applikationen auszuprobieren, müssen sie heruntergeladen und installiert werden. Keine der Applikationen ändert Einstellungen an der bestehenden Programmumgebung von GRAFIS. Auch manipuliert keine der Applikationen bestehende Dateien. Der Einfluss der Applikationen beschränkt sich auf die Modelldatei, worin sie sich befinden, und auch da nur auf die von ihnen abhängigen Teile.
Ich weise darauf hin, dass alle, die sich eine meiner Applikationen auf einem Computer installieren, dies auf eigene Verantwortung tun. Support leiste ich im Rahmen des zeitlich und technisch Möglichen. Die Firma GRAFIS kann und soll nicht für Support angefragt werden, denn sie hat mit diesen Applikationen nichts zu tun.
à suivre!