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Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein hat am 1.August 2020 die zu berücksichtigenden Erdbebeneinwirkungen bei Bauprojekten in der Norm SIA 261 «Einwirkungen auf Tragwerke» revidiert. Je nach Situation fallen diese tiefer, gleich oder höher als nach der vorherigen Version der Norm aus.
Der schweizerische Erdbebendienst (SED) hat 2015 ein aktualisiertes Erdbebengefährdungsmodell für die Schweiz publiziert. Als Folge hat der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) die zu berücksichtigenden Erdbebenkräfte bei Bauprojekten in der Norm SIA 261 «Einwirkungen auf Tragwerke» revidiert.
Die wichtigsten Änderungen sind eine angepasste Karte der Erdbebenzonen («Erdbebenzonen» auf map.geo.admin.ch suchen) mit neu fünf Erdbebenzonen anstatt vier, sowie eine bessere Berücksichtigung des Einflusses vom lokalen Baugrund mit einer Anpassung der Form der elastischen Antwortspektren für die verschiedenen Baugrundklassen.
Die Einführung der neuen Erdbebenzone 1b führt zu einer Erhöhung des Referenzwertes der Bodenbeschleunigung vor allem im Mittelland in der Westschweiz. Die neue Zonierung führt auch in gewissen Regionen der Alpen und Voralpen, sowie in der Region Basel zu einem tieferen Referenzwert der Bodenbeschleunigung.
Die Antwortspektren für die verschiedenen Baugrundklassen wurden für steifere Bauten (z.B. Gebäude mit wenigen Stockwerken) tendenziell erhöht und für flexiblere Bauten (z.B. hohe Brücken) reduziert.
Je nach geographischer Lage, Baugrund und dynamischen Eigenschaften eines Bauwerks (Grundschwingzeit) fallen damit die revidierten Erdbebeneinwirkungen tiefer, gleich oder höher als nach der vorherigen Version der Norm aus. Zu beachten ist auch, dass der Bedeutungsbeiwert für Bauwerke mit einer lebenswichtigen Infrastrukturfunktion von 1,4 auf 1,5 erhöht wurde.
Letzte Änderung 04.11.2020