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29.04.2013
Das Gesamt-Umschlagsergebnis der Schweizerischen Rheinhäfen per Ende März 2013 liegt im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 16% tiefer. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass im Gegensatz zur Vergleichsperiode im Vorjahr beide inländischen Raffinerien voll arbeiten und die Einfuhr von Mineralölprodukten damit wieder auf Normalmass zurückging. Erfreulich ist die Entwicklung im Containerverkehr: Nach einem schon guten Ergebnis im Jahr 2012 konnte nun ein weiterer Zuwachs um knapp 11% registriert werden.
Gesamthaft wurden im ersten Quartal 2013 1'535'045 t umgeschlagen, 1'833‘365 t waren es in der Vergleichszeit des Vorjahres. Dies entspricht einem Rückgang um 16,3% gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres.
Der Import- oder Bergverkehr – mit 1'265'293 t (Vorjahr: 1'603’308 t) der wichtigere der beiden Sektoren – nahm gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres um 21,1% ab. Der Export- oder Talverkehr stieg mit 269’752 t (Vorjahr: 230’057 t) zwar um 17,3% an, konnte aufgrund der gegenüber dem Bergverkehr deutlich kleineren Gesamtmenge aber kaum Kompensation leisten.
Containerverkehr
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahm der Containerverkehr um 10,6% auf gesamthaft 26'767 TEU (Vorjahr: 24’207 TEU) zu. Dies ist eine klare Verbesserung eines ohnehin schon guten Ergebnisses und gibt einen Hinweis darauf, dass die Containerverkehre langfristig im Steigflug begriffen sind. Dieses deutlich über der Wirtschaftsentwicklung liegende Wachstum ist auf eine Verlagerung von Logistikketten zwischen den Seehäfen Hamburg und Rotterdam/Antwerpen zurückzuführen. Die Containerverkehre ab Hamburg sind seit 2012 rückläufig, während die Verkehre ab den Benelux-Seehäfen auf der Rheinschifffahrt zunehmen. Die Dringlichkeit für weitere Kapazitätssteigerungen und eine effiziente Verknüpfung der Containerschifffahrt mit der Bahn im Hafen Kleinhüningen wird durch die Seehafenentwicklung unterstrichen. Diese strukturelle Stärkung der Wettbewerbsposition der Häfen Rotterdam und Antwerpen bildet damit einen wesentlichen Einflussfaktor in der aktuellen Erarbeitung der Terminalstrategie des Bundes.
Der einkommende Verkehr entwickelte sich mit einer Steigerungsrate von 17% deutlich stärker. Das Wachstum ist zu einem guten Teil auf die Verkehre mit Leercontainern zurückzuführen: 4'675 TEU bedeuten einen Zuwachs um 30%. Nimmt man nur die vollen Container im Import, so liegt das Total bei 9'206 oder +12%.
Der Exportverkehr stieg mit einem Total von 12'886 TEU um 4,1% an, wobei sich die Entwicklung bei leeren und vollen Behältern genau entgegengesetzt zum Import entwickelte. Im Export wurden 7'547 TEU (+22%) volle und 5'339 TEU (-13%) leere Container umgeschlagen.
Flüssige Treib- und Brennstoffe
Im ersten Quartal 2012 sind 650'000 t flüssige Treib- und Brennstoffe über die Schweizerischen Rheinhäfen importiert worden (-30%).Der Rückgang ist keineswegs alarmierend sondern die Rückkehr zum Normalzustand. Im ersten Quartal des Vorjahres waren beide inländischen Raffinerien und damit die Produktion von raffinierten Endprodukten wie Benzin, Heizöl oder Diesel stillgestanden. Die Rheinschifffahrt war in die Bresche gesprungen und hatte den Import dieser Güter übernommen. Im ersten Quartal 2013 arbeiteten beide Raffinerien wieder normal, so dass sich die Menge des Imports via Rheinhäfen wieder auf dem Niveau früherer Jahre einpendelte.
Allerdings liegen die Mengen vor allem beim Heizöl unter den Erwartungen. Anscheinend hielten sich die Endverbraucher aufgrund des eher hohen Preisniveaus im ersten Quartal mit Bestellungen zurück.
Stark angestiegen sind im Mineralölbereich die Abfuhren. Der Grund liegt ebenfalls bei den inländischen Raffinerien. Es handelt sich bei den Exporten um Schweröl, das in den Raffinerien nicht verarbeitet werden kann und deshalb exportiert werden muss. Mit gut 90'000 t im ersten Quartal 2013 fällt diese Sparte mengenmässig allerdings nicht sonderlich ins Gewicht.
Feste mineralische Brennstoffe
Die Einfuhr von festen Brennstoffen liegt mit mit 6‘913 t auf einem rekordtiefen Niveau; in der Vorjahresperiode waren 32‘212 t importiert worden. Verantwortlich dafür sind neben der Verwendung von Alternativbrennstoffen in den schweizerischen Zementwerken Lieferungen ab einem Lager im Rheinhafen Karlsruhe, von wo Steinkohle zu tieferen Kosten direkt mit Blockzügen an die Zementwerke erfolgen.
Eisen und Stahl
Beim Import in die Schweiz und beim Transitverkehr nach Italien liegen die Mengen mit 104‘010 t nur leicht (-3,86%) unter den Mengen der Vorjahresperiode (108‘190 t), was zuversichtlich stimmt.
Ein grosser Einbruch ist jedoch bei den Exporten der schweizerischen Stahlindustrie zu verzeichnen. Diese beliefen sich auf 14‘723 t, was einem Rückgang von 56,57% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht, als noch 33‘898 t exportiert worden waren. Dies kommt überraschend, da die Mengen in den letzten zwei Jahren trotz des hohen Schweizerfrankens auf stabilem Niveau verblieben.
Landwirtschaftliche Erzeugnisse / Nahrungs- und Futtermittel
Alles in allem ist bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen ein guter Start in das neue Jahr geglückt: Im Vergleich zum Vorjahr sind fast 40‘000 t mehr in Basel eingetroffen, was einer Mengensteigerung von über 70% entspricht.
Waren die Monate Januar und Februar mengenmässig in etwa auf Vorjahresniveau so waren die Ankunftsmengen im März ausserordentlich hoch und lagen fast 30‘000 t über Vorjahresniveau. Der Grund dieser massiven Zunahme bei den Ankünften im März ist teilweise auf grosse Verzögerungen bei den Seeschiffsankünften zurück zu führen.
Bei den Nahrungs- und Futtermitteln konnte im ersten Quartal 2013 mit rund 136‘000 t eine etwas grössere Menge umgeschlagen werden als in der gleichen Periode 2012. Der Zuwachs betrug 3‘000 t, was einer Zunahme von 2,4% entspricht.
Zellstoff und Chemische Produkte
Die Zellstoffimporte haben sich nach der Redimensionierung der schweizerischen Papierfabriken in den letzten zwei Jahren stabilisiert und beliefen sich im ersten Quartal 2013 noch auf 25‘795 t. Durch die endgültige Stilllegung einer weiteren Papierfabrik im März dieses Jahres werden diese Importe nochmals zurückgehen, um sich dann auf tiefem Niveau einzupendeln.