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Zwei bisher noch nie veröffentlichte Musiken von Dave Grusin sind bei Kritzerland erschienen. Heaven Can Wait ist eine herrliche Komödie aus dem Jahr 1978 mit Warren Beatty (der auch als Co-Regisseur und Co-Autor verantwortlich zeichnete), Julie Christie, James Mason, Charles Grodin und Jack Warner. Beatty spielt einen Footballprofi, der in der Blüte seines Könnens beim Joggen überfahren wird. Mit dem verantwortlichen Oberengel macht er einen Deal, damit er auf die Erde zurückkehren kann, allerdings muss dazu zuerst noch die geeignete Hülle gefunden werden. Der Film war ein Hit, heimste mehrere Oscarnominationen (u.a. für die Musik) ein und gewann drei Golden Globes (u.a. als beste Komödie).
Heaven Can Wait erfuhr auf dem mit dem London Symphony Orchestra eingespielten Sampler Cinemagic Premiere, hier nun ist also zum ersten Mal das Origianl zu hören. Von Grusins Musik hört man im Film gerade mal um die 15 Minuten und wie Kimmel in den Liner Notes treffend schreibt: Es kommt einem vor, als seien es deutlich mehr. Das ist zweifellos Grusins ungemein eingängigem Hauptthema zu verdanken, einmal das Haupt- und Titelthema „Heaven Walk“ und als Liebesthema zu hören (gespielt von den Violinen beispielsweise in „Garden Walk“ oder in „New Goodbye“). Letzteres gehört wird vom Hauptthema extrahiert. Grusins Heaven Can Wait Thema ist eines seiner eingängigsten überhaupt, ein mitreissendes, augenzwinkerndes, kleines und sympathisches, Marsch ähnliches Stück. Weil Beattys Charakter im Film das Sopransax spielt, verwendet Grusin dieses ebenfalls als ein Hauptinstrumente seines Scores. Kritzerland bietet nebst den 15 Filmminuten noch rund deren 8 nicht verwendeter Musik (nebst alternativen Cues).
Weit unbekannter ist Racing with the Moon (1984) von Richard Benjamin, der später Hits wie Made in America, Little Nikita, Mermaids aber auch Flops wie The Money Pit und My Stepmother is an Alien inszenierte. In diesem Film, der während des 2. Weltkriegs spielt und von den letzten Tagen vor der Einberufung zweier Freunde erzählt, sind die späteren Stars Sean Penn und Nicolas Cage in ihren ersten Leinwandrollen zu sehen. Auch der Score zu Racing with the Moon ist mit rund 23 Minuten knapp ausgefallen – hinzu kommen mehrere von Billy May arrangierte Big Band Nummern. Der Score beginnt mit „Main Title Boogie“ sowie „Moon Boogie“ ehe wir in „Movie Madness“ Trademark Dave Grusin hören. Ein Flügelhorn übernimmt und spielt das nostalgische Thema, welches kurz darauf vom Tenorsax gespielt wird. Grusin beschränkt sich hier auf nur ein Thema, welches er umorchestriert und tempomässig verändert, nur fragmentarisch und sehr selten leitet er Motive, davon ab, alle eng verbunden mit dem Thema. „Taking the Plunge“ ist eines jener unverkennbaren Grusin Arrangements, mit der romantischen Klavier/Violinen Kombination, während „Funeral Theme“ (überraschenderweise?) mehr Tempo aufweist, aber immer mit diesem melancholischen Touch versehen. Zwischendurch treten die ansteckenden Swingnummern hervor, im abschliessenden „Moon Boogie/End Credits“ wird schlussendlich nochmals in vollem Glanz Grusins Hauptthema gespielt.
Ob sich auch ein Nicht-Grusin-Fan diese CD zulegen soll? Schwierig zu sagen. Heaven Can Wait ist ein wundervolles Bonbon, wenn auch die knapp viereinhalb Minuten auf Cinemagic inhaltlich alles bieten was der Score enthält. Racing with the Moon ist durchaus hübsch und kommt mit den Swingnummern auf eine ganz angenehme Spielzeit.