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Impfstoffe gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zur Vorbeugung von FSME sind wirksam. Nach der Grundimmunisierung werden regelmässige Auffrischimpfungen empfohlen. Berichte über Durchbruchsinfektionen sind sehr selten. Trotzdem kann es bei Personen, die gegen FSME geimpft wurden, zu einer Enzephalitis beziehungsweise Meningoenzephalitis mit Nachweis einer akuten Infektion mit FSME kommen. In solchen Fällen sollen die Ursachen (z.B. unvollständiger Impfzyklus oder Impfdurchbruch anderer Ursachen) abgeklärt werden.
Enzephalitis/Meningoenzephalitis nach Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Daten Ereignis

Beschreibung

Fall: 2022
Alter: 48 Jahre
Geschlecht: männlich
Arzneimittel: FSME-Impfung
Wirkstoff: Inaktiviertes FSME-Virus
Indikation: Auffrischimpfung gemäss Schweizer Impfplan
UAW: Enzephalitis
Outcome: unbekannt

Fall von Enzephalitis in einem 48 Jahre alten Mann, 10 Tage nach der Auffrischimpfung gegen FSME – die 12 Jahre nach der Grundimmunisierung verabreicht wurde. Der Patient wurde notfallmässig hospitalisiert mit Aphasie, Fieber und Kopfschmerzen und anschliessend 8 Tage im Spital gegen Enzephalitis behandelt. Die Labor-Tests haben die Diagnose bestätigt, dennoch konnte ein Erreger, viral oder bakteriell, nicht nachgewiesen werden. Zum Zeitpunkt der Meldung war der Ausgang der Enzephalitis unbekannt.

Fall: 2022
Alter: 15 Jahre
Geschlecht: männlich
Arzneimittel: FSME-Impfung
Wirkstoff: Inaktiviertes FSME-Virus
Indikation: Immunisierung
UAW: virale FSME, Impfversagen
Outcome: in Erholung

Fall von viraler FSME in einem 15 Jahre alten Mann, 7 Jahre nach der letzten FSME-Impfung. Anamnestisch hielt sich der Patient im Ausland auf, wo er viele Zeckenbisse gehabt hatte.
Aufgrund des reduzierten Allgemeinzustands, mit Fieber bis 40°C sowie frontalen Kopfschmerzen, wurde der Patient mit Verdacht auf eine virale Meningitis hospitalisiert.
Bei fehlendem Nachweis von Keimwachstum wurde der Patient jedoch für FSME IgM- sowie IgG-positiv getestet, weshalb die Diagnose FSME im Rahmen eines Impfdurchbruchs gestellt wurde. Der Ausgang war zum Zeitpunkt der Meldung «in Erholung».

Fall: 2022
Alter: 59 Jahre
Geschlecht: weiblich
Arzneimittel: FSME-Impfung (genauer Impfstoff unbekannt)
Wirkstoffe: Inaktiviertes FSME-Virus
Indikation: aktive Immunisierung
UAW: Enzephalomyelitis
Outcome: unbekannt

Ein Monat nach der FSME-Impfung (genauer Impfstoff unbekannt) ist bei der 59-Jährigen Patientin eine symmetrische proximal betonte Muskelschwäche der oberen und unteren Extremitäten aufgetreten. Der behandelnde Neurologe hatte den Verdacht einer Enzephalomyelitis nach FSME-Impfung gestellt.
Zum Zeitpunkt der Meldung war nicht bekannt, ob sich die Patientin von der vermuteten UAW erholt hat, oder ob ein Erreger der Enzephalomyelitis nachgewiesen werden konnte.
Fazit und Empfehlung
Wenn es bei Personen, die gegen FSME geimpft wurden, zu einer Enzephalitis beziehungsweise Meningoenzephalitis mit Nachweis einer akuten Infektion mit FSME kommt, ist meistens von einem inkompletten Impfzyklus oder einem Impfdurchbruch anderer Ursache auszugehen.
Nach einer unvollständigen Immunisierung kann eventuell kein kompletter Impfschutz aufgebaut werden. Zudem kann – wie bei anderen Impfstoffen – auch nicht garantiert werden, dass bei allen geimpften Personen ein vollständiger Schutz gegen FSME gewährleistet wird (Ref. 1).
Um einen optimalen Impfschutz zu erreichen, sind generell die Impfempfehlungen gemäss dem aktuellen Schweizerischen Impfplan zu beachten (Ref. 2). Das produktspezifische Impfschema (Grundimmunisierung sowie Auffrischimpfungen) ist einzuhalten.
Einzelfälle von Enzephalitis, oder Meningoenzephalitis ohne Erregernachweis können auch als unerwünschte Wirkungen von FSME-Impfungen auftreten. Diese Nebenwirkungen sind in der Fachinformation der FSME-Impfstoffe aufgeführt. Bei Personen mit vorbestehenden entzündlichen ZNS-Erkrankungen ist die Indikation zur FSME-Impfung sorgfältig zu stellen (Ref. 1).
Gesetzliche Meldepflicht unerwünschter Arzneimittelwirkungen (UAW) durch medizinische Fachpersonen
In der Schweiz müssen medizinische Fachpersonen, die zur Abgabe oder Anwendung von Arzneimitteln berechtigt sind, schwerwiegende und/oder bislang nicht bekannte Nebenwirkungen melden. Meldungen an Swissmedic können mit dem Elektronischen Vigilance-Meldeportal «ElViS» erfasst und übermittelt werden (ElViS-Login).