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Tagesspruch
Katharina Emmerich
Das Leben der heiligen Jungfrau Maria
08.12.2021
Das Leben der heiligen Jungfrau Maria
Anbetung der Hirten
Die drei Vorsteher der Hirten vom Hügel der Hirten beten das neugeborene Kind Jesus an und bringen Ihm Geschenke dar
Sonntag, den 25. November morgens.
In der Morgendämmerung nach der Geburt Christi kamen die drei Vorsteher der Hirten von dem Hügel mit ihren Geschenken, welche sie vorher zusammengeholt hatten, zu der Krippenhöhle. Ihre Geschenke bestanden in kleinen Tieren, die eine Ähnlichkeit mit Rehböcken hatten. Wenn es Ziegenböckchen waren, so sehen sie dort verschieden von denen hierzulande aus. Sie hatten lange Hälse, sehr klare, schöne Augen und waren sehr fein und schnell. Die Hirten führten sie, an langen, feinen Fäden gebunden, neben und hinter sich. — Die Hirten hatten außerdem Bündel von geschlachteten Vögeln über den Schultern hängen und trugen größere lebendige Vögel unter dem Arm.
Als sie schüchtern an der Tür der Krippenhöhle gepocht, trat ihnen der heilige Joseph freundlich entgegen. Sie sagten ihm, was ihnen die Engel in der Nacht verkündiget und wie sie kämen, das Kind der Verheißung zu verehren und mit ihren armen Gaben zu beschenken. — Joseph nahm ihre Geschenke mit demütigem Dank an und ließ sie die Tiere in den Kellerraum bringen, dessen Eingang neben der südlichen Türe der Krippenhöhle ist, wohin er sie begleitete.
Hierauf führte er die drei Hirten zu der heiligen Jungfrau, die neben der Krippe an der Erde auf der Decke saß und das Jesuskind vor sich auf dem Schoß hielt. — Die Hirten warfen sich, ihre Stäbe im Arm haltend, demütig vor Jesus auf die Knie, sie weinten vor Freude und blieben lange in großer Süßigkeit ohne Worte, dann sangen sie den Lobgesang der Engel dieser Nacht und einen Psalm, den ich vergessen habe. — Als sie nun Abschied nehmen wollten, gab ihnen die heilige Jungfrau noch das kleine Jesulein nach der Reihe auf ihre Arme, und sie gaben es ihr unter Tränen zurück und verließen die Höhle.