Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03252.jsonl.gz/2082

Villa Webergasse/Rathausstrasse Rapperswil
Das Haus Webergasse.. wurde im 16. Jahrhundert als Handwerkerhaus direkt an die südliche Stadtmauer angebaut. Diese ursprünglich fensterlose Südwand wurde, wie bei den Nachbarhäusern, im 19. Jahrhundert in eine regelmässige Hausfassade transformiert. In der Gestaltung der Eingangs- und Schaufensterfront, die die ganze Tiefe der Stadtmauer nachzeichnet bleibt diese ablesbar. Im Erdgeschoss wurde ein Ladenlokal eingebaut und der letzte Vorgarten in dieser Zeile in eine städtische Flanierzone umgewandelt.
- Jahr
- 2002-2003
- Art
- Umbau / Wohnen
- Kosten
- 1 - 5 Mio
An der Webergasse hat das Haus durch das über das Parterre vorkragende Obergeschoss, „Tillenen“ genannt, seinen mittelalterlichen Charakter bewahrt. Die äusserern Raumschichten, die Zimmer an der Webergasse und an der Rathausstrasse sind von der Denkmalpflege geschützt und mussten in Ihrer Grundstruktur erhalten bleiben. Die mittlere Raumschicht, in der die Treppe und zwei kleine Licht- und Belüftungsschächte vorhanden waren, musste aus statischen Gründen durch eine Betonstruktur ersetzt werden.
Innerhalb dieser mittleren Raumschicht wurde eine neue Treppenskulptur geschaffen, die die Nutzungsbedürfnisse auf den verschiedenen Stockwerken befriedigt und zum räumlichen Ereignis im umgebauten Haus wird. Im Erdgeschoss knapp neben dem Hauseingang an der Webergasse startend, um für einen Laden maximal Platz zu schaffen, schiebt sich die Treppe Stock für Stock gegen die Hausmitte und liegt im Dachgeschoss mitten unter dem First.
Leichte Ausdrehungen schaffen eine zusätzliche Spannung und harmonieren mit den Unregelmässigkeiten des mittelalterlichen Hauses. Die „röhrenartige“ Gestaltung der Treppe erinnert an einen Wehrgang.
Die ganze Treppenskulptur wurde in Kalk-Ortbeton gegossen und sowohl im Treppenraum als auch auf der Aussenseite sichtbar belassen. Im Treppenhaus wurde der Kalkbeton gestockt. Die Treppenstufen und Böden sind mit Gauinger Travertin belegt. Dieses homogene Farb- und Materialbild kontrastiert mit den Eichenholztüren im Treppenhaus. Das Eichenholz der Türen und Böden in den privaten Räumen schafft eine warme, weiche Atmosphäre.