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Modul VIII, Prof. Dr. Kay Axhausen
Die Personen- und Warenflüsse auf verschiedenen Zeitskalen ermitteln, um sie im Kontext mittel- und langfristiger Entscheidungspolitik und Städteplanung zu bewältigen, zu planen und zu optimieren.
Der Personen- und Warenfluss in städtischen Gebieten und durch sie hindurch ist eine grundlegende Grösse für die Planung, Gestaltung und Verwaltung heutiger Städte. Wie diese Flüsse untergebracht und ins Stadtgefüge eingebunden sind, hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesundheit und Zufriedenheit der Einwohner ebenso wie auf den wirtschaftlichen Wohlstand und die langfristige Zukunftsfähigkeit einer Stadt. Die Simulation solcher Flüsse, ob makroskopisch oder mikroskopisch, statisch oder dynamisch, fahrten- oder personenbezogen, dient dem Ziel, die Verkehrsnachfrage (Bedarf an Mobilität) und das Verkehrsangebot (Infrastruktur für Mobilität) aufeinander abzustimmen. Während die Wechselwirkung zwischen den täglichen Verkehrsflüssen und der gebauten Umwelt auf der theoretischen Ebene und im grösseren Massstab recht gut begriffen ist, bleiben die Wechselspiele zwischen den Darstellern, welche diese Umwelt beleben, schwer zu fassen, da ein feineres Verständnis für dieses Geschehen fehlt.
Das hier beschriebene Modul will die Forschung in diesem Feld vorantreiben und sich der Komplexität annehmen, die aufscheint beim Versuch, den Fluss einer grossen Bandbreite an Personen und Gütern für verschiedene Zeitskalen zu optimieren. Es tut dies, indem es ein Programm zur agentenbasierten Transportsimulation erweitert (matsim, entwickelt an der eth Zürich, der TU Berlin und nun in Singapur), mit sozialen, aus Volkszählungen und Haushaltbefragungen gewonnenen Daten zum Alltagsleben verknüpft und auf mittel- wie langfristige Zeiträume anwendet. Die mittelfristige Skala beginnt mit der gegenwärtigen Situation und beschäftigt sich mit Fragen wie Umbau der Infrastruktur, der Regulierung und der Preisgestaltung. Die Langzeitskala erfasst struktureller geartete Änderungen wie Auswahl der Haushaltstandorte oder Dienstleister. Die Erkenntnisse aus dieser Forschung werden genutzt, um erstens die Entscheide für oder gegen tägliche Fahrten zwischen Wohn-, Arbeits- und anderen Orten oder die Kunden-/Lieferantenverhältnisse zwischen Firmen besser zu verstehen und zweitens die Politik zur Transportplanung für Singapur und darüber hinaus auf geradem Wege mitzubestimmen.