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Was für ein Ende: Gleich zu Beginn der Superheldenkomödie «Deadpool 2» kehrt Wade Wilson (Deadpool) zu seiner Freundin Vanessa Carlysle zurück, um ihren Jahrestag zu feiern. Doch aus Feiern wird nichts: Vanessa wird vor den Augen ihres Freundes erschossen – von Deadpools Feind.
Ein unschönes Ende für einen weiblichen Filmcharakter und leider kein unübliches. Denn, hinter einer solchen Szene versteckt sich ein Muster. Eines, das in leicht variierender Form nicht selten ein fester Bestandteil bekannter Kinohits und Comics ist.
So ist es in zahlreichen James Bond Filmen, dem Thriller «Se7en» von David Fincher und der Comicverfilmung «The Amazing Spiderman 2» gang und gäbe, dass weibliche Charaktere in eine Geschichte eingeführt werden, um später auf brutale Art und Weise das Leben zu lassen.
Tot der Handlung zuliebe
Der dadurch freigesetzte Zorn und die Wut der männlichen Charaktere wird dann zum Motor der Handlung. Die ermordeten Frauen werden somit zum Instrument, das dazu dient, die Geschichte um den männlichen Helden voranzutreiben.
Es war die Schriftstellerin und Comicautorin Gail Simone, die diesem Muster einen Namen verpasste: «Fridging». Ein Begriff, der 1999 das erste Mal auf einer von ihr gegründeten Website erschien.
Mit dem Begriff «Fridging» bezog sich Gail Simone auf eine Ausgabe des Comics «Green Lantern», in dem der Titelheld seine Freundin ermordet im Kühlschrank findet. Getötet wurde sie von seinem Erzfeind.
Darüber hinaus veröffentlichte Simone auf der Website mit dem Titel «Women in Refrigerators, Link öffnet in einem neuen Fenster» eine Liste mit weiblichen, fiktionalen Charakteren, denen ein ähnliches Schicksal widerfuhr
Wirbel auf Twitter
Zwar landeten nicht alle diese Frauen im Kühlschrank, der Begriff «Fridging» konnte sich aber trotzdem als Bezeichnung für das Phänomen durchsetzen.
Ein Phänomen, das seit der Premiere von «Deadpool 2» in Onlineforen wieder für rege Diskussionen sorgt. Auf zahlreichen Twitter-Kanälen äusserten sich Personen sowohl ironisch wie auch kritisch zur unerwarteten Wendung des Films.
Die einen schreiben den weiblichen Figuren die Fähigkeit zu, den ganzen Plot zu beeinflussen – sehen sie als einflussreiche Charaktere. Die anderen betrachten es als Instrumentalisierung und Degradierung der Frau, die sie zu einer Requisite machen.
Debatte besteht weiterhin
Und was ist mit den Machern des Films? Die zwei Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick wollen von dem «Fridging»-Phänomen nichts gewusst haben.
Vielmehr sei es ihnen darum gegangen, aus «Deadpool 2» das Maximum an Emotionen herauszuholen. Dies sei die beste Möglichkeit gewesen. Umso mehr ein Zeichen dafür, dass die Debatte um die Rolle der Frau im Film auch nach bald 20 Jahren noch nicht abgeschlossen ist.