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Für die elektrische Speisung der Gotthardlinie liess die SBB im frühen 20. Jahrhundert auf der Nord- und Südseite je ein Kraftwerk sowie fünf Unterwerke bauen. Das Vorgängerunternehmen von ABB, die Brown Boveri & Cie. (BBC), hatte daran grossen Anteil: Sie lieferte verschiedene Komponenten für die Anlagen. Eines der Unterwerke befand sich in Steinen.
Die zentrale Umsteigestation für die Gotthardbahn befand sich in Flüelen. Dort legten beispielsweise die Kursschiffe aus Luzern an. Um die Erschliessung weiter zu verbessern, wurde 1906 eine Tramlinie zwischen Altdorf, dem Hauptort des Kantons Uri, und Flüelen eröffnet. Die elektrische Ausrüstung der Wagen (Typ Ce 2/2) stammte von der Elektrizitätsgesellschaft Alioth AG, deren Werk 1912 an die BBC verkauft wurde. Der Betrieb wurde 1951 eingestellt. Seither kommen Busse zum Einsatz.
Die SBB beschloss 1916, die Gotthardstrecke mit Strom aus den Kraftwerken Amsteg und Ritom zu versorgen. Die BBC lieferte zentrale Komponenten wie Generatoren oder Transformatoren.
Für die elektrische Speisung der Gotthardlinie liess die SBB im frühen 20. Jahrhundert auf der Nord- und Südseite je ein Kraftwerk sowie insgesamt fünf Unterwerke bauen. Die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), die 1967 von der BBC übernommen wurde, lieferte Transformatoren für das Unterwerk Göschenen.
Die SBB beschloss 1916, die Gotthardstrecke mit Strom aus den Kraftwerken Amsteg und Ritom zu versorgen. Für das Kraftwerk Ritom bei Piotta wurde der natürliche Lago Ritom aufgestaut und als Speichersee genutzt. Der Betrieb begann 1920. Die Anlage erwies sich als wegweisend für spätere Kraftwerkbauten in der Schweiz. Sie versorgte die ganze Gotthardstrecke mit Elektrizität, bevor das Kraftwerk Amsteg fertiggebaut war. Das Kraftwerk Ritom speiste bei der Station Ambri-Piotta Strom mit einer Spannung von 15 000 V direkt in die Fahrleitung ein. Daneben leitete es Strom mit 60 000 V an die fünf Unterwerke, wo die elektrische Energie dann wieder auf die Betriebsspannung heruntertransformiert wurde. Die BBC lieferte wichtige Komponenten für die Anlage wie Generatoren, Schnellregler, Messwandler oder Relais. Zudem wurde ein automatischer Parallelschaltapparat mit Synchronoskop von der BBC verwendet, um die Generatoren (etwa nach Kurzschlüssen) zu synchronisieren und mit anderen Kraftwerken zu kuppeln. Die Bedingungen in Bahnkraftwerken galten als besonders hart. So waren die Generatoren hohen Belastungsschwankungen unterworfen und mussten gleichzeitig äusserst betriebssicher sein.
Für die elektrische Speisung der Gotthardlinie liess die SBB im frühen 20. Jahrhundert auf der Nord- und Südseite je ein Kraftwerk sowie insgesamt fünf Unterwerke bauen. Das Unterwerk in Giornico war 1921 fertig. Die BBC baute und installierte dort die Transformatorenanlage.
1895 lieferte die BBC die elektrische Ausrüstung für die weltweit erste Drehstrombahn – die Strassenbahn in Lugano (Tramvie Elettriche Luganesi TEL). Die vier Trams vom Typ TEL Ce 1/2 wurden mit 400 V Wechselstrom betrieben. 1910 erfolgte die Umstellung auf 1000 V Gleichstrom. Der Fuhrpark bestand danach aus zwölf Wagen vom Typ TEL Ce 2/2, bei denen die BBC wiederum für die elektrische Ausrüstung sorgte. Der Betrieb endete 1959. Trolleybusse ersetzten die Trams. Die bestehende Stromversorgung wurde weiterverwendet. Zentrale Komponenten dafür stammten von der Elektrizitätsgesellschaft Alioth AG, die 1912 von der BBC gekauft wurde. Die elektrische Ausrüstung der Trolleybusse lieferten die später von der BBC übernommene Société Anonyme des Ateliers de Sécheron (SAAS) sowie in jüngerer Zeit die BBC und ABB.
Für die elektrische Speisung der Gotthardlinie liess die SBB im frühen 20. Jahrhundert auf der Nord- und Südseite je ein Kraftwerk sowie insgesamt fünf Unterwerke bauen. Die BBC lieferte für das Unterwerk Melide zwei Transformatoren.
1913 fällte die SBB den Entscheid, die Gotthardstrecke zu elektrifizieren. Sie gab vier Probelokomotiven in Auftrag. Die BBC und die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) lieferten dafür die elektrische Ausrüstung. Der Kohlemangel während des Ersten Weltkriegs bestätigte die SBB in ihrem Vorgehen. Es folgten der Bau der Kraftwerke Amsteg und Ritom sowie die Serienfertigung der Elektrolokomotiven. Die Elektrifizierung der Gotthardstrecke war ein wegweisendes Projekt. Ausgehend von diesem ersten Ausbauschritt, der Strecke Erstfeld – Bellinzona, liess die SBB nach und nach weitere Teilstrecken des Schweizer Bahnnetzes elektrifizieren, so den ganzen Abschnitt Luzern – Chiasso und später Zürich – Basel. Bis 1960 betrieb die SBB das gesamte Bahnnetz mit Elektrizität. Die BBC und die MFO hatten mit der Lieferung von Komponenten im Bereich Fahrleitungen, Kraftwerke und Rollmaterial einen erheblichen Anteil an dieser Errungenschaft. 1967 übernahm die BBC die MFO.
Die BBC und die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO), die 1967 von der BBC übernommen wurde, betätigten sich von Anfang an als Hersteller von Komponenten für Elektrolokomotiven. Meist baute die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) die mechanischen Teile, die BBC und der MFO stellten die elektrische Ausrüstung bereit. 1917 bestellte die SBB vier Probelokomotiven – je zwei bei BBC und MFO. In der Folge kamen immer neuere Typen zum Einsatz, die teils speziell für die Gotthardstrecke konstruiert worden waren. Mit einem Klick auf den jeweiligen Link unten sind die drei Lokomotiven zu sehen: die Be 4/6, die allererste in Serie gebaute Elektrolokomotive für die Gotthardstrecke, die legendäre Ce 6/8 II (genannt «Krokodil») und die letzte Vollbahnlokomotive aus Schweizer Produktion, die Re 460 (bekannt als «Lok 2000»).
Erscheint die Beleuchtung von Eisenbahnwagen aus heutiger Betrachtung als einfache Angelegenheit, so entpuppte sie sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als knifflige Aufgabe. Der Fahrstrom war für Lampen ungeeignet. Deshalb kamen Gleichstromgeneratoren zum Einsatz, die über die Radachsen angetrieben wurden. Weitere Probleme ergaben sich durch die schwankende Spannung beim Anfahren und Bremsen sowie bei der Steuerung der Batterie, die den Strom bei Stillstand lieferte. Eine bahnbrechende Erfindung aus dem Hause BBC räumte die Probleme vom Tisch: Der Konstrukteur Heinrich Güttinger entwickelte den Wälzsektorregler. Er konnte sinkende oder steigende Spannungen ausgleichen und den Generator im richtigen Moment ein- und ausschalten. Den entsprechenden Geistesblitz soll Güttinger bei einem Spaziergang an einem Sonntagmorgen im Mai 1907 gehabt haben. Schnell zeigte sich, dass der Wälzsektorregler nicht nur für die Zugsbeleuchtung geeignet war. Eine ganze Reihe von Anwendungsbereichen eröffnete sich, etwa für die Regelung der Generatoren in Kraftwerken, für Unterstationen, in der Industrie, auf Schiffen und eben in Eisenbahnen. Ohne Schnellregler wäre der elektrische Betrieb am Gotthard undenkbar gewesen. Das Produkt trug entscheidend zum guten Ansehen von Brown Boveri bei. 1963 produzierte die BBC den 100 000. Schnellregler System Güttinger. In den 1970er-Jahren löste die moderne Elektronik den Apparat schliesslich ab.
Die Schöllenenbahn verband ab 1917 Andermatt mit Göschenen und damit die Furka-Oberalp-Bahn (FOB) mit der Gotthardbahn. Die 3,75 Kilometer lange Strecke war von Anfang an elektrisch betrieben (1200 V Gleichstrom). Die BBC stattete die vier Triebwagen mit der elektrischen Ausrüstung aus und montierte die Fahrleitung. Die Stromversorgung erfolgte durch das Kraftwerk Arniberg bei Amsteg, für das die BBC Komponenten wie Generatoren, Schnellregler oder Pumpengruppen lieferte. 1939/40 wurde die Schöllenenbahn auf 11 000 V Wechselstrom umgebaut. Die BBC fungierte als Generalunternehmerin für die drei neuen Triebwagen vom Typ BCFe 2/4 und lieferte ausserdem deren elektrische Ausrüstung.
Die BBC war nicht nur stark beteiligt bei der Produktion der Lokomotiven und dem Bau der Kraftwerke für die Gotthardstrecke. Sie installierte auch die Fahrleitungen – nicht zuletzt im Gotthardtunnel. Der erste elektrisch betriebene Zug durchquerte den Tunnel am 1. Juli 1920. Zunächst fuhren neben den Elektrolokomotiven auch weiterhin Dampflokomotiven. Die Folge war, dass die Isolatoren der Stromleitungen stark verrussten und daher nur mit halber Spannung gefahren werden konnte. Mit der Einstellung des Dampfbetriebs auf der Strecke Erstfeld – Bellinzona im Mai 1921 entfiel dieses Problem.