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Huser
Die Vorfahren des 1878 in Visp eingebürgerten Jost Huser (1851-1918) stammten ursprünglich aus Wädenswil im Kanton Zürich, wo der Familienname Huser bereits 1455 genannt wird. Heinrich Huser, wohnhaft im Weiler Herrlisberg bei Wädenswil, wanderte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Kanton Luzern aus und nahm dort in den 1670er Jahren den katholischen Glauben an. Durch diesen Religionswechsel verlor er sein Heimatrecht im Kanton Zürich. Er und seine Nachkommen waren von nun an “Heimatlose“. Der Verlust des Heimatrechts hatte massgeblichen Einfluss auf den Lebensstil der Familie. Die Nachkommenschaft des Heinrich Huser war von nun an gezwungen, ihren Lebensunterhalt als fahrende Händler und Handwerker zu verdienen. Die Familie Huser betätigte sich vor allem als Geschirrhändler, Korbmacher und Kessler.
Das Schweizerische Bundesgesetz über die Heimatlosigkeit vom 3. Dezember 1850 verpflichtete die Schweizer Kantone zur Einbürgerung der vielen heimatlosen Familien, die seit Generationen auf dem Gebiet der Schweiz lebten.
Mit dem kantonalen Gesetz über die Heimatlosigkeit von 1870 war das Wallis einer der letzten Kantone, der die Einbürgerungen vollzog. Erst im Jahr 1878 war der Einbürgerungsprozess im Wallis abgeschlossen. Insgesamt wurden über 5100 Personen eingebürgert.
Auch die Familie des Michael Huser (1822-1876) gehörte zu den Walliser Heimatlosen. Durch die von den Behörden nicht bewilligte Heirat seiner Eltern, Joseph Ludwig Remigius Huser (1775-1836) und Maria Elisabeth Dietrich (1787-1868) am 4. September 1811 in Oberwald, Goms, war Michael Huser, drei seiner Schwestern und seine verwitwete Mutter bereits im Jahr 1843 dem Kanton Wallis zur Einbürgerung zugesprochen worden. Es dauerte aber noch 35 Jahre, bis der Einbürgerungsprozess der Familie Huser abgeschlossen war. Im Jahr 1878 erhielten die damals noch lebenden sieben Kinder des Michael Huser in verschiedenen Walliser Gemeinden Bürgerrechte. Jost Huser wurde der Gemeinde Visp zugeteilt:
Jost Huser war am 25. April 1851 in Zell LU geboren und auf den Namen Jakob getauft worden. Seine Eltern, Michael Huser (1822-1876) und Josepha Klara Huser (1823-1864), beides Geschirrhändler, waren zwar meist im Wallis wohnhaft. Bedingt durch ihre Arbeit hielt sich die Familie aber auch in anderen Kantonen auf. So kauften sie das Geschirr für ihren Handel jeweils in Heimberg bei Thun. Jost Huser starb unverheiratet am 9. März 1918 in Visp.
Die interessante Geschichte der Einbürgerung des Walliser Zweiges der Huser hat der Historiker Dr. Patrick Willisch in seinem 2004 erschienen Buch „Die Einbürgerung der Heimatlosen im Kanton Wallis (1850-1880)“ ausführlich beschrieben.