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Das Postkarten-Japan von 1920
Bereits Mitte 19. Jahrhunderts wurden die erste Kamera über Nagasaki nach Japan importiert. Ab den 1860ern wurde schliesslich ein Geschäft aus dieser neuen Technologie. Die Hafenstadt Yokohama, wo sich viele Amerikaner und Europäer zu Beginn der Modernisierungszeit niedergelassen hatten, war das Zentrum der Fotografie.
Hier gab es die grösste Ansammlung an Fotostudios, die anfänglich von Ausländern und schliesslich von Japaner geführt wurden (Asienspiegel berichtete). Viele Fotos wurden damals von Hand koloriert und in aufwendig gestalteten Alben verkauft. Besonders unter den westlichen Besuchern waren diese besonders begehrt. Schöne japanische Szenerien, Sitten und Bräuche standen im Fokus (Asienspiegel berichtete). Diese Art der Fotografie wird unter dem Begriff Yokohama Shashin («Yokohama-Fotos») zusammengefasst.
Die Postkarten
Ein weiterer wichtige Einnahmequelle für die Fotografen jener Zeit war der Verkauf von Postkarten. Die New York Public Library hat Dutzende davon digitalisiert und auf ihrer Website veröffentlicht. Die meisten Postkarten stammen aus den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und zeigen ein lebendiges Japan, dessen Alltag trotz rasanter Industrialisierung immer noch sehr traditionell geprägt war.
Diese Postkarten werden heute als wichtige historische Zeitdokumente angesehen, da sie ein Japan vor dem grossen Erdbeben in Tokio von 1923 und vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg zeigen.