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Er ist der drittbeste in der Schweiz: Rupperswiler nimmt an Functional-Fitness-WM teil
«Während des Wettkampfes habe ich die Konkurrenz komplett ausgeblendet», erinnert sich Tobias Plüss. Bis zum Ende der Schweizer Funcional-Fitness-Meisterschaft im Sommer habe er nicht gewusst, wie viele Punkte er gemacht hat. «Ich habe einfach den Plan durchgezogen, den ich im Vorfeld mit meinem Trainer besprochen habe», sagt er. Der Plan ging auf: Am Ende belegte der Rupperswiler den dritten Platz und qualifizierte sich somit für die Weltmeisterschaft in Mexiko. «Die Top 5 der Männer und der Frauen sind jeweils qualifiziert», so Plüss.
Die besten drei Frauen und die besten drei Männer starten als Einzelathleten, die anderen vier als Team. Weil die beste Athletin und der beste Athlet aus der Qualifikation wegen eines internationalen Wettbewerbs nicht an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen konnten und direkt für die Weltmeisterschaft qualifiziert waren, wird Plüss in Mexiko im Team antreten. «Natürlich wäre ich lieber alleine angetreten. Die Entscheidung hat jedoch der Verband beziehungsweise der Nationaltrainer getroffen. Jetzt freue ich mich sehr auf den Teamwettkampf», so der 31-Jährige.
Nun gelte es, aus den vier Einzelathleten ein funktionierendes Team zu machen. «Keiner von uns hat Erfahrung in einem Team», sagt er. Bis im Dezember haben sie noch Zeit, um beispielsweise synchron Klimmzüge zu machen. Dann geht es nach Hermosillo im mexikanischen Bundesstaat Sonora, wo sie gegen die besten Teams weltweit antreten werden.
Der noch junge Verband bezahlt den Schweizer Athletinnen und Athleten die drei Wettkampftage. Den Rest der Reise müssen sie selber bezahlen. Aus diesem Grund hat sich das Team dazu entschieden, eine Crowdfunding-Seite zu starten. Die Seite wird in den nächsten Tagen aufgeschaltet.
Was sie am Wettkampf genau machen müssen, erfahren die Athleten erst rund zwei Wochen vorher. «Im Crossfit würden wir es erst am Morgen vor dem Anlass erfahren», so Plüss. Die vergleichsweise frühe Info gibt es unter anderem, weil der internationale Functional-Fitness-Verband die Sportart olympisch machen will. «Dafür müssen die Leistungen klar messbar sein und die Disziplinen im Voraus kommuniziert werden.»
Die Unterscheidung zwischen Crossfit und Functional Fitness ist nicht immer ganz einfach. Plüss erklärt: «Functional Fitness ist die eigentliche Sportart und Crossfit die Marke. In etwa wie bei Triathlon und dem Ironman.»
Gemessen werden die Fähigkeiten der Athletinnen und Athleten an Wettkämpfen in sechs Kategorien: Ausdauer, Kraft, Mixed, Skills, Bodyweight und Power. «An einer Europameisterschaft musste beispielsweise 750 Meter geschwommen und dann ein 5-km-Trailrun absolviert werden», so Plüss. Das wird dann noch zum Beispiel mit Gewichtheben, Liegestützen, Klimmzügen und Handstandlaufen ergänzt.
«Im Team müssen alle alles können.»
Die Voraussetzungen zum Alleskönner hat sich Plüss schon als Kind antrainiert. Mit fünf Jahren fing er mit Kunstturnen an. «Mein erster Trainer war mein Vater», sagt er. Aufgehört habe er erst, als er seine Lehre zum Hochbauzeichner antrat. «Zum Crossfit kam ich vor rund acht Jahren durch einen Freund.» Fasziniert habe ihn das Gemeinschaftsgefühl im Sport. Crossfit wird in der Regel in Gruppen trainiert. «Wenn jemand neben mir eine Aufgabe schneller als ich macht, dann spornt mich das natürlich an», so Plüss. Am wichtigsten sei aber immer, die Übungen richtig zu machen.
«Verletzen will sich ja niemand.»
Mit dem Crossfit-Fieber hat Plüss auch seinen Bruder und seine Verlobte angesteckt. Beide trainieren in derselben Box – so heissen die Fitnessstudios im Crossfit – wie er, dem Southfoot Crossfit in Lenzburg. Seine Eltern habe er noch nicht davon überzeugen können, in die Box mitzukommen. «Das ist ein grosses Ziel von mir», sagt er und lacht. Im Dezember würden sie ihn aber mit Sicherheit anfeuern, wenn auch von zu Hause aus.