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Er sei nicht überzeugt von der Zentralisierungsstrategie des Freiburger Spitals (HFR), und er finde es falsch, dezentrale Spitäler zu schliessen. Das sagte Antoine Hubert in einem Interview der Zeitung «La Liberté» von gestern. Hubert ist Delegierter des Verwaltungsrates der Privatklinikgruppe Genolier, der die Clinique Générale in Freiburg angehört. Im selben Interview sagte er: «Wir würden das Spital Tafers gerne übernehmen.»
Das Freiburger Spital will den Standort Tafers zwar nicht schliessen, allerdings soll die Akutversorgung 2022 eingestellt werden. Der Operationsbetrieb ist bereits jetzt eingeschränkt und soll ebenfalls geschlossen werden. Die Strategie des HFR sieht vor, den Notfallbetrieb in Tafers in eine Permanence umzuwandeln.
Gemäss Hubert wird das zu «medizinischen Wüsten» führen, da sich nur dort Ärzte ansiedeln würden, wo es auch Spitäler gebe.
«Wir brauchen Tafers»
Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre widerspricht Antoine Hubert. «Auch wenn unsere Strategie eine Zentralisierung vorsieht, können wir nicht auf die peripheren Standorte verzichten», sagt sie. «Wir brauchen Tafers.» Mit der HFR-Strategie solle eine medizinische Wüste gerade vermieden werden. «Würden wir nicht handeln, entstünde diese.» Mit Tafers, und auch den anderen dezentralen Standorten, könne das Kantonsspital die Nähe zur Bevölkerung wahren. Das Spital Tafers abzugeben steht für sie nicht zur Diskussion. «Wir wurden von Genolier auch nie angefragt.»
Demierre betont, dass es bei Privatkliniken keinen Notfalldienst, keine Permanence und auch keine Intensivpflege gebe. «Die Clinique Générale ist im Sommer und an Weihnachten oft auch einige Wochen geschlossen», sagt Demierre. Grundsätzlich würden Privatkliniken nur gewisse Mandate erfüllen, aber längst nicht alle Bereiche abdecken. «Um die Bedürfnisse der Sensler Bevölkerung decken zu können, muss Tafers zum Freiburger Spital gehören.»
Der Kanton pflege gute Beziehungen zu den Privatkliniken, diese nähmen aber eine andere Rolle wahr als das Kantonsspital. Die Aussagen Huberts kommentiert Demierre mit den Worten: «Ich glaube, er kennt die Freiburger Spitallandschaft nicht.»
«Sind offen für alles»
Für Marcel Kolly, Präsident der Taskforce Pro Akut Tafers, die sich für den Erhalt des Spitals Tafers einsetzt, stellt die Privatisierung eine Option dar. «Offizielle Kontakte gab es keine, aber wir sind offen für alles, das Tafers stärken würde.» Die Taskforce wolle jedoch die neue Generaldirektorin des HFR abwarten. Der für eine Privatisierung nötige Entscheid liege sowieso beim Kanton.