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Unter den Menschenrechten werden Rechte verstanden, die jedem Menschen dadurch zustehen, dass er als Mensch geboren ist. Sie sind unabhängig von der Stellung des Menschen in Staat, Gesellschaft, Beruf, Religion, Kultur und Familie. Im Laufe der Zeit hat sich der Menschenrechtsbegriff inhaltlich weiterentwickelt: Es sind Freiheits- und Persönlichkeitsrechte, sowie soziale, ökonomische und kulturelle Rechte und die seit kurzem im Rechtsstatus strittigen „Rechte der Dritten Generation“ hinzugekommen. Unter diesen Rechten versteht man z.B. das Recht auf Frieden, eine lebenswerte Umwelt sowie Teilhabe am gemeinsamen Erbe der Menschheit und Entwicklung.
Die Menschenrechte sind wahrscheinlich schon so alt wie die Menschheit. Als Geburt der Menschlichkeit gilt allerdings die Antike. Die ersten Ansätze finden sich in dem Gedanken einer naturrechtlich begründbaren Gleichheit aller Menschen, da alle Menschen im selben Maße an der Weltvernunft teilhaben.
Erst im 17. Jahrhundert erlangte der Gedanke staatsrechtliche Bedeutung, dass dem Menschen von Natur aus unveräußerliche Rechte zustehen, nachdem der absolutistische Machtstaat und die politische Philosophie der Aufklärung anfingen. John Locke, Rousseau, Kant und Montesquieu definieren Menschenrechte als unveräußerliche und immergültige Rechte. John Locke erklärte in seinem Herrschaftsvertrag, dass die staatliche Herrschaft den Schutz der natürlichen Rechte des Einzelnen zum eigentlichen Sinn und Zweck des Staates machen muss.
In diesem Sinne wurde am 12. Juni 1776 in der britischen Kolonie Virginia zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Menschenrechtskatalog formuliert. Die amerikanischen Revolution begründete sich auf die „Declaration of Independence“ vom 4. Juli 1776. Ihre politischen Forderungen basierten auf dem naturrechtlichen Gleichheitsgedanken.
In Europa begann der Erfolgszug der Menschenrechte mit der Französischen Revolution in der „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“.
In Deutschland zog sich die Revolution der ersten Menschenrechte jedoch hin. In der Frankfurter Nationalversammlung beschloss man am 21.Dezember 1848 erstmals ein Gesetz über die „Grundrechte des deutschen Volkes“, in dessen Mittelpunkt die klassischen Freiheits- und Gleichheitsrechte standen. Jedoch scheiterte diese Revolution. Erst in der Weimarer Nationalversammlung 1919 wurden die Menschenrechte in den Grundrechtskatalog der Paulskirche aufgenommen. Diese Reichsverfassung umfasste einen umfangreichen Bestand von „Grundrechten und Grundpflichten der Deutschen“, in dem nun Mann und Frau als gleichberechtigt galten und ökonomische und soziale Forderungen aufgegriffen wurden. Jedoch trugen die verfassten Grundrechte den Charakter positiven Staatsrechts.
So konnte 1933 der damalige Reichspräsident nach dem Reichstagsbrands die elementaren Grundrechte außer Kraft setzen und die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus begründen.
Im Parlamentarischen Rat wurde deshalb auf den konsequenten Schutz der Grundrechte bei der Ausarbeitung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik geachtet.
Die Vereinten Nationen verabschiedeten am 10. Dezember 1948 die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ mit dem Ziel die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern oder festigen.