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Jeden Mittwoch habe ich mich mit Hildegard im GFA Wolfswinkel getroffen. Normalerweise setzten wir uns entweder ins Bistro oder in die Küche im Obergeschoss, wo sie wohnt. Hildegard hat mir auch ihr Zimmer gezeigt. Sich die Zeit zu nehmen, einen Kaffee zu trinken und sich mit Hildegard zu unterhalten, war eine sehr schöne Erfahrung. Hildegard hat mir immer etwas zu essen oder zu trinken angeboten: einmal hatten wir Prosecco und einmal habe ich Kirschtorte probiert.
Hildegard ist 91 Jahre alt und hat zwei Söhne und ein Enkelkind. Hildegard hat mir viel über ihr Leben erzählt. Als sie 20 war, hat sie in Paris gearbeitet. Sie kümmerte sich um der Hausalt einer französischen Familie. Ihre Schwester kümmerte sich um die Kinder. Einer ihrer Söhne hat eine ukrainische Frau zu Hause aufgenommen, weil sie nicht zürück in die Ukraine konnte, als der Krieg ausbrach. Diese Frau lernt auch Deutsch und sogar den Zürcher Dialekt (Züri Dialekt).
Hildegard wohnte gern in der Stadt. Sie hat auch viel Zeit in Wien verbracht, weil ihr Sohn dort eine Wohnung hat. Ihr Mann ist in Stuttgart in Deutschland aufgewachsen und arbeitete als Maler.
Hildegard wanderte gern in der Schweiz. Deshalb habe ich ihr von den Wanderungen erzählt, die ich am Wochenende mit meinen Mitbewohnern unternahm. Sie hat vor, im Sommer mit ihrer Familie auf dem Säntis essen zu gehen. Hildegard hört auch gern klassische Musik und hat mir geraten, in Zürich in die Oper zu gehen. Ich habe diesen Rat befolgt. „Romeo und Julia“ war eine wunderschöne Erfahrung. Hildegard findet, dass ich mich immer bewegen muss und vielleicht zu viel tue !
Dank des wöchentlichen Austausches mit Hildegard konnte ich wieder Deustch sprechen. Während diesen drei Monaten, meint Hildegard, habe ich Fortschritte gemacht. Ich muss zwar noch viel üben und Vokabeln lernen, aber ich glaube, dass unsere Treffen mir geholfen haben, im Alltag Deutsch zu sprechen.
Justine Duval, 24.05.2023