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Sonates Pour le Clavecin, ou Pianoforte avec l'accompagnement d'un Violon ist die Sammlung von sechs Violinsonaten betitelt, die Wolfgang Amadeus Mozart als Opus 2 gegen Ende des Jahres 1781 bei Artaria in Wien herausbrachte, quasi als musikalische Visitenkarte nach seiner Übersiedelung von Salzburg in die Habsburger Kapitale im Sommer des gleichen Jahres. Die fünfte Sonate der Sammlung in G-Dur (KV 379) ist auch Teil unseres Programms. Der Titel des Drucks beschreibt, woher die Gattung kommt: nämlich aus Sonaten für Tasteninstrumente, zu denen die Violine oft "ad libitum" als Begleitinstrument dazu gesetzt werden konnte und die Melodiestimme der rechten Hand verdoppelte. Dies war eine geschickte Massnahme, um vor allem Liebhaber auf dem Streichinstrument mit Literatur zu versorgen, ohne dass sie fortgeschrittene technische Fähigkeiten besitzen mussten.
Mozart freilich hatte weit ambitioniertere kompositorische Ansprüche. Seine Sonaten für ein Tasteninstrument und Violine begleiteten ihn von den ersten kompositorischen Dokumenten als 6- bzw. 7-Jähriger, bis in seine reifen Wiener Jahre. In seinen Briefen betont er mehrmals die besonderen Herausforderungen, die die Gattung für ihn bereit stellten, und nicht zuletzt komponierte er für die beiden Instrumente, die er selbst am besten beherrschte. Die Sonaten für Violine und Klavier können folglich als ein Nukleus betrachtet werden, von dem aus Mozart seine grossen musikalischen Intentionen mit dem kleinsten materiellen Aufwand im Zusammenspiel verwirklichen konnte. Alternierend zu drei exemplarischen Violinsonaten erklingen Klavierwerke (Rondo a-Moll, KV 511; Fantasie c-Moll, KV 475), die weitere Facetten von Mozarts unerschöpflichem Erfindungsreichtum zu Gehör bringen.
Wir freuen uns Louis Creac'h und Kristian Bezuidenhout erstmals bei den FAMB begrüssen zu dürfen. Höchste Zeit, dass wir diese leidenschaftlichen Musiker im Konzert kennen lernen.
Thomas Drescher