Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03456.jsonl.gz/652

In der Schweiz ist die Anzahl Todesfälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner (Mortalitätsrate) durch Herz-Kreislaufkrankheiten in den letzten Jahrzehnten stark gesunken, von 442 im Jahr 2000 auf 242 im Jahr 2018. Dieser Trend, der auch international nachzuweisen ist, lässt sich auf verbesserte Therapien, einen gesünderen Lebensstil und auf eine Abnahme der Risikofaktoren zurückführen. Experten befürchten jedoch eine Trendumkehr beim Risikofaktor Übergewicht. Bei den Hospitalisierungen sind keine grösseren Veränderungen über die Zeit zu finden.
Im Jahr 2018 sind etwa ein Drittel aller Todesfälle und 10 Prozent aller Hospitalisierungen auf Herz-Kreislaufkrankheiten zurückzuführen.
Dieser Indikator ist Teil des Monitoringsystems Sucht und NCD (MonAM) des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Herz-Kreislaufkrankheiten haben weltweit einen grossen Anteil an den wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten (NCD). Zu den Herz-Kreislaufkrankheiten gehören die ischämischen Herzkrankheiten wie Angina pectoris und Herzinfarkt, die cerebrovaskulären Krankheiten (v.a. Hirnschlag), Bluthochdruck und weitere Erkrankungen des Herzens und der Gefässe. In der Schweiz, wie in vielen Ländern, sind Herz-Kreislaufkrankheiten die häufigste Todesursache, wobei sie vor allem im Alter dominieren. Viele Menschen leben auch mit Beeinträchtigungen, zum Beispiel mit Lähmungen nach einem Hirnschlag oder mit einer einschränkenden Herzschwäche nach einem Herzinfarkt.
Die «Dämpfung des durch nichtübertragbare Krankheiten bedingten Anstiegs der Krankheitslast» ist das erste übergeordnete Ziel der NCD-Strategie der Schweiz. Todesfälle und Hospitalisierungen weisen auf das Ausmass der Belastung der Bevölkerung durch Herz-Kreislaufkrankheiten hin. Hospitalisierungen sind aber nur als Indiz für diese Last zu verstehen, denn nicht alle Personen mit einer entsprechenden Krankheit werden hospitalisiert und zudem fehlen Angaben zu den negativen Auswirkungen der Erkrankung auf das praktische Leben, sei es zuhause oder bei der Arbeit.
Definition
Der Indikator zeigt die Anzahl Todesfälle bzw. Hospitalisierungen pro 100'000 bzw. pro 1'000 Einwohnerinnen und Einwohner an. Zudem wird der Anteil der Todesfälle und Hospitalisierungen durch verschiedene Herzkreislauf-Erkrankungen an allen Todesfällen bzw. Hospitalisierungen gezeigt.
Diagnosen:
Bei den Hospitalisierungen wird die Hauptdiagnose verwendet, bei den Todesfällen die endgültige Grundursache, je gemäss der ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, 10th Revision): Herzkreislauferkrankungen: I00-I99 (davon ischämische Herzkrankheiten: I20-I25 und Hirnschlag: I60-I64).
Hospitalisierungen:
Alle Austritte eines bestimmten Jahres nach stationärem Aufenthalt in einem Akutsomatik-Spital mit einer der obgenannten Diagnosen. Auswahl der Spitäler: alle akutsomatischen allgemeinen Spitäler (Ausschluss Typen K211, K212, K221, K234 gemäss BFS-Typologie und Ausschluss Kostenstellen M500, M900, M950).
Standardisierung:
Gewichtung zur Elimination allfälliger Unterschiede der Altersverteilung der betrachteten Bevölkerungen. Die standardisierte Rate (Mortalität und Hospitalisierungen) wurde anhand der direkten Methode mit der europäischen Standardbevölkerung 2010 wie folgt berechnet:
Ni: Zahl der Personen in der Altersgruppe i der europäischen Standardbevölkerung 2010
ri: Altersspezifische Rate der Altersgruppe i je 100‘000 Einwohner und Einwohnerinnen
Quellen
- Bundesamt für Statistik (BFS): Todesursachenstatistik
- Bundesamt für Statistik (BFS): Medizinische Statistik
- Bundesamt für Statistik (BFS): Bevölkerungsstatistik
Weiterführende Informationen
- Cardiovascular Disease and Diabetes: Policies for Better Health and Quality of Care, OECD, Paris: Health Policy Studies (englisch
- Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan): Indikator Myokardinfarkt
- Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan): Indikator Hirnschlag
- Schweizerisches Gesundheitsobservatorium (Obsan): Indikator Mortalität
Medienauskünfte
Bundesamt für Gesundheit BAG
Tel. +41 58 462 95 05
<email-pii>