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Der Seeteufel, ein Tiefseefisch des Nordatlantiks, ist ein beliebter Speisefisch in Europa und Amerika. Normalerweise ist er in Tiefen bis 600 m zu finden, wo er auf seine Beute wartet. Eine Studie hat gezeigt, dass dieser Tiefseebodenbewohner auch selbst Seevögel, meist Krabbentaucher nicht verschmäht. Um zu verstehen, wie dieser Tiefseefisch eine nicht sehr tief tauchende Vogelart in den Küstengebieten erbeutet, beobachteten die Forscher das Verhalten der Vögel und Seeteufel. Von Interesse war auch das Timing wie diese Tiere zur selben Zeit am gleichen Ort auftreten.
Seeteufel leben hauptsächlich auf weichem Meeresgrund in Tiefen von 10 bis 1000 Metern. Sie ernähren sich vor allem von Fischen. Mit einer Art Angelrute, die vor seinem Maul hin und her wedelt, lockt er seine Beute an. Durch plötzliches aufreißen des riesigen Mauls wird die Beute eingesaugt. Die Überreste von Krabbentauchern wurden aus den Mägen von 14 Seeteufeln geborgen, die im Winter 2010 gefangen worden waren. Die Fische wurden mit Netzen in Tiefen zwischen 80 und 150 m in den Gewässern vor der amerikanischen Stadt Boston, rund 120 Kilometer von der Küste entfernt, gefangen. Die Forscher wollten wissen, wie die Vögel so weit von der Küste entfernt von einem Fisch gefressen wurden. Ihre Ergebnisse zeigen, dass es nur eine Frage des Timings ist.
Der Seeteufel ist ein ausgesprochen opportunistischer Jäger. Man findet ihn in weiten Gebieten des Atlantiks, von der Küste Marokkos bis nach Norwegen und der Südküste Islands, aber auch bei den Azoren, im Mittelmeer, in der Adria, der Ägäis und im Schwarzen Meer.
Krabbentaucher als Beute für Seeteufel
Dagegen sind Krabbentaucher eine kleine schwarz-weiß gefärbte Alkenart, die entlang der arktischen Küstengebiete brütet und im Winter nach Süden zieht. Es ist der kleinste Vertreter der Alkenvögel und wird rund 19 cm lang und durchschnittlich 130-160 Gramm schwer. Während der Brutzeit sucht er im Umkreis von ca. 5 Kilometer von der Brutkolonie entfernt nach Nahrung. Bei der Wanderung im Winter findet man Krabbentaucher auch in offen Gewässer weit von der Küste entfernt. Er jagt auf dem offenen Meer nach kleinen Fischen, Krebsen und Zooplankton und taucht dabei in Tiefen von über 30 m. Die bislang beobachteten Tauchgänge sind sehr kurz und betrugen im Durchschnitt 25 Sekunden.
Anne Richards vom NEFSC und Mitautorin der Studie sagte, dass Markierungsstudien von ihr und von Kollegen an Seeteufeln gezeigt hätten, dass die Fische beträchtliche vertikale Wanderungen vornehmen. Vor allem während des Frühlings und des Herbstes wandern sie aufgrund der Temperaturbedingungen vom Meeresgrund in die Nähe der Küste und weniger tiefe Gewässer. Seeteufel verlassen den Meeresboden, um mit den Strömungen zu wandern oder um an der Oberfläche abzulaichen. Wenn sie während dieser Zeit Beute auf ihrer vertikalen Wanderung antreffen, nutzen sie die Gunst der Stunde. Damit ist das richtige Timing der Schlüsselfaktor, um Krabbentaucher und Seeteufel zusammenzubringen. «Der Name „Seeteufel“ kommt nicht von ungefähr, wenn man sich anschaut, was dieser Fisch alles frisst. Daher ist es auch nicht überraschend, auch Vögel in ihren Mägen zu finden», erklärt Richards. «Seeteufel suchen nicht aktiv nach Krabbentauchern. Aber wenn ein solch leckerer Happen zur Verfügung steht werden sie selbstverständlich gefressen».
Quelle: Anne Richards, NEFSC (Northeast Fisheries Science Center)