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Körperfunktionen
Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine zirka vier Zentimeter grosse walnussförmige Drüse. Sie sitzt direkt unterhalb der Harnblase und umschliesst dort ringförmig die Harnröhre, die den Urin von der Blase durch die Prostata und den Penis bis zur Eichel leitet. An der Rückseite grenzt er an den Enddarm (Rektum).
Bei einem 20jährigen Mann wiegt die Prostata etwa 20 Gramm. Ihr Gewicht nimmt im Laufe des Lebens zu und kann auf über 100 Gramm anwachsen. Zusammen mit den Hoden gehört die Prostata zu den Fortpflanzungsorganen des Mannes.
Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, einen Teil der Samenflüssigkeit zu produzieren, welche die Samenzellen (Spermien) transportiert. Diese Flüssigkeit ist für die Beweglichkeit der Spermien und somit für die Befruchtungsfähigkeit wichtig. Ein weiterer Teil der Samenflüssigkeit wird in den beiden Samenblasen produziert, die der Prostata aussen aufliegen. Bei einem Samenerguss (Ejakulation) ziehen sich die Muskeln der Prostata zusammen und pressen die Flüssigkeit durch die zahlreichen Ausführgänge der Drüse in die Harnröhre. Zur gleichen Zeit werden auch die von den Samenblasen produzierten Sekrete und die aus den Hoden stammenden Spermien in die Harnröhre eingebracht. Im Bereich der Prostata laufen also Harn- und Samenwege zusammen. Das Sekret der Prostatadrüsen ist milchig-trübe, dünnflüssig und leicht sauer. Neben zahlreichen anderen Stoffen enthält es Enzyme. Das sind Eiweisse mit wichtigen Aufgaben wie die saure Prostata-Phosphatase und das PSA, dass das Sperma, den Samen, verflüssigt.
Ein weiterer Inhaltsstoff ist Spermin; es schützt die DNA der Spermien und verleiht dem Sperma seinen charakteristischen Geruch.
Wachstum und Funktion der Prostata werden vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron gesteuert, das hauptsächlich in den Hoden – zu einem geringen Teil aber auch in den Nebennieren – gebildet wird. Ohne die Stimulation durch das Hormon bleibt die Drüse unterentwickelt und bildet kein Sekret.
Die Tatsache, dass die Prostata unter dem Einfluss von Testosteron unterliegt, kann zur Behandlung des Prostatakrebses genutzt werden.
In der Vorsteherdrüse wird neben der Samenflüssigkeit eine Substanz namens PSA, kurz prostata-spezifisches Antigen, gebildet. Sie ist nicht nur in der Samenflüssigkeit, sondern auch im Blut nachweisbar. PSA spielt die Schlüsselrolle bei der Früherkennung von Prostatakrebs, da bei Prostatakrebs der PSA-Blutwert erhöht sein kann.
Krankheiten
Erkrankungen
Als Prostatitis bezeichnet man eine Entzündung der Prostata. Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine gutartige Vergrösserung der Prostata, die oft zu einer Harnabfluss-Störung führt. Prostatakrebs nennt man einen bösartigen Tumor der Prostata. Er ist das häufigste Malignom und nach Lungen- und Dickdarmkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern in der Schweiz. Während die BPH in der Regel die zentrale (paraurethrale) Organzone betrifft, geht das Prostatakarzinom meist von den peripheren Drüsenanteilen aus. Beide Erkrankungen sind typischerweise Leiden des höheren Lebensalters.
Die Prostatahyperplasie ist die bei männlichen Patienten am häufigsten diagnostizierte urologische Erkrankung. In der Altersgruppe der 50- bis 60-jährigen ist sogar jeder zweite von ihr betroffen.
Symptome der benignen Prostatahyperplasie
Die Vergrösserung der Prostata zeigt sich vor allem mit den folgenden Symptomen:
- Schwacher Harnstrahl bis hin zum Harnverhalten
- Unterbrochener Harnstrahl
- Verzögertes Wasserlassen
- Pressen bei Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, aber nur geringe Harnmengen
- Nächtlicher Harndrang
- Nachträufeln
- Restharngefühl
- Schmerzen bei Wasserlassen
- Männliche Impotenz
Falls Sie eines oder mehrere der genannten Symptome bei sich beobachten, empfiehlt es sich möglichst bald die Hilfe eines Urologen in Anspruch zu nehmen.
Schulmedizinische Behandlung
Grundsätzlich ist eine gesunde Lebensweise das A und O um Krankheiten zu vermeiden. Vorhandenes Übergewicht zu reduzieren oder besser erst gar kein Übergewicht entstehen zu lassen, sind Massnahmen, die gegen das Entstehen von Erkrankungen der Vorsteherdrüse vorsorglich helfen. Gesunde Ernährung und viel Bewegung sind grundsätzlich von Vorteil.
Bevor bei BPH medikamentös behandelt wird, können Betroffene durch Veränderungen des Lebensstils einiges erreichen:
- abends weniger trinken
- Koffein und Alkohol meiden
- Beckenbodentraining
- Anwenden spezieller Techniken beim Wasserlassen
Falls die Erkrankung noch keine Beschwerden verursacht, reicht es aus, sie in regelmässigen Abständen zu kontrollieren. Im Stadium I der Erkrankung oder – bei leichteren Fällen – im Stadium II erhält der Patient Medikamente verabreicht.
- Alphablocker sind synthetisch hergestellte Medikamente, die die Prostata und Harnröhren-Muskeln entspannen und so ein weniger behindertes Wasserlassen ermöglichen. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören beispielsweise Tamsulosin, Doxazosin und Alfuzosin.
- Chemische 5-Alpha-Reduktase-Hemmer sind die Wirkstoffe Dutasterid und Finasterid. Da es sich bei Patienten, denen man dieses Mittel verschreibt, häufiger zu Potenz-Problemen und sexueller Unlust kommt, verabreicht man neuerdings bevorzugt PDE-Hemmer wie Tadalafil.
Komplementärmedizin
Leichtere Beschwerden können durch eine Vielzahl von pflanzlichen Medikamenten, die den Vorteil haben, völlig nebenwirkungsfrei zu sein, angegangen werden.
Zu den am häufigsten eingenommenen pflanzlichen Mitteln gehören: Brennnessel-Wurzel, Kürbiskerne, Roggen, Afrikanische Pflaume oder Sägepalme.
Sie verhindern die Bildung von Wachstumsfaktoren, der 5-Alpha-Reduktase – das ist das Enzym, das Testosteron in DHT umwandelt – oder lassen die Zellen schneller absterben. Ausserdem blockieren sie das männliche Geschlechtshormon.
Alle zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung verwendeten Medikamente verlangsamen das Fortschreiten der Erkrankung. Mitunter kommt es sogar zur Schrumpfung der Prostata.
Beim operativen Eingriff zur Beseitigung der benignen Prostatavergrösserung gibt es verschiedene Verfahren. Welches letztlich zum Einsatz kommt, hängt von dem jeweiligen Patienten ab. Standardmässig setzt man die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ein.
Empfohlenes Arzneimittel
ProstaVit – Prostatatropfen
ProstaVit ist eine Mischung von 4 pflanzlichen Urtinkturen der Firma Herbamed, die sich ideal ergänzen. Das Präparat erzielt eine gute Wirkung bei frühzeitiger Behandlung der benignen Prostatavergrösserung, Reizblase und bei Miktionsbeschwerden.
ProstaVit hat folgende Zusammensetzung:
1 ml enthält
|Serenoa repens UT||0.5 ml|
|Chimaphila umbellata UT||0.2 ml|
|Echinacea purpurea UT||0.2 ml|
|Chamomilla recutica UT||0.15 ml|
|Populus tremuloides UT||0.10 ml|
Die einzelnen Bestandteile haben folgende Wirksamkeit:
Serenoa repens
Einsatz bei Miktionsbeschwerden bei gutartiger Prostatahyperplasie (Stadium 1 – 2), wirkt antiproliverativ (wucherungshemmend), antiandrogen (hemmend auf männliche Sexualhormone), permeabilitätshemmend auf Gefässe, Beta-Sitosterin hat einen oestrogenartigen Hormoneffekt und hemmt die Prostaglandinsynthese.
Chimaphila umbellata
wirkt bei chronischen Entzündungen der ableitenden Harnwege und der Vorsteherdrüse, ausserdem wird es verordnet bei chronischem Blasen- und Nierenbeckenkatarrh mit schleimig-eitrigem Sediment und übelriechendem Harn.
Echinacea purpurea
stimuliert die körpereigene Immunabwehr und kann Entzündungen wegen nicht restlos entleerter Blase verhindern oder abheilen.
Populus tremuloides
wirkt gegen akute und chronische Blasenentzündung und Entzündungen der Harnröhre. Bei Prostatahypertrophie mit chronischer Entzündung und krampfhaften Schmerzen hinter dem Schambein nach dem Wasserlassen.
Indikation
Frühbehandlung der Prostatavergrösserung, Miktionsbeschwerden, Reizblase.
Dosierung
Zweimal täglich 30 Tropfen in wenig Wasser einnehmen.
Kontraindikationen und Einschränkungen
Keine Kontraindikationen bekannt