Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03378.jsonl.gz/2009

Die Balanced Scorecard als Führungsinstrument für das Wissensmanagement:
Die Knowledge Balanced Scorecard (KBSC) ist eine Anwendung des Balanced Scorecard-Konzepts auf das Wissensmanagement. Ganz allgemein findet durch die Einführung einer BSC ein erster Wissensmanagementprozess statt: Durch die Verknüpfung der Führungskennzahlen mit der Strategie wird innerhalb der Organisation das implizit vorhandene Geschäftsmodell (tacit knowledge) explizit und durch die Ausbreitung auf alle Mitarbeiter wird dieses Wissen auch in der jeweiligen Organisation verbreitet. Die Perspektive Lernen und Entwicklung trägt aufgrund ihrer Definition mit dem Bezug zu den Mitarbeitern, also den Wissensträgern und -produzenten, den Hauptanteil der Kennzahlen in Scorecards der operativen Tätigkeiten. Für die BSC des Wissensmanagements, also den KBSC, lassen sich aber auch für alle Perspektiven Kennzahlen ermitteln.
Aus den BSC-Perspektiven lassen sich für die jeweilige Perspektive strategische Initiativen ableiten. Für das Wissensmanagement werden diese vor allem aus der Perspektive Lernen & Entwickeln hergeleitet. In der Finanzperspektive sind Budgetkennzahlen für die Wissensmanagementmassnahmen enthalten. Werden die Mitarbeiter einer Organisation als Kunden für das Wissensmanagement betrachtet, so enthält die Perspektive Kunde beispielsweise Ziele in den Bereichen Teamentwicklung, Aufbau von Interessengemeinschaften oder ganz allgemein in der Personalentwicklung.
Die Perspektive Kunde erhält ausserdem Bedeutung bei dem Aufbau von Kundenbeziehungen, deren Basis das Wissen über den Kunden ist und bei der Entwicklung strategischer Partnerbeziehungen, zum Beispiel bei Forschungskooperationen. In der Perspektive Interne Prozesse können Ziele aus den Bereichen Wissensdatenbanken, Personalmanagementwerkzeuge, Kollaborationswerkzeuge oder wissensunterstützende Prozesse dargestellt werden. Für die letzte Perspektive lassen sich Ziele ableiten, welche direkt der Wissensentwicklung, dem Wissenserhalt und Wissensverteilung innerhalb einer Organisation dienen. Die folgende Darstellung enthält eine Übersicht: dazu.
Durch die Steuerung einer Organisation mittels der BSC hat jeder Mitarbeiter implizit Ziele innerhalb des Wissensmanagements. Da sich die BSC problemlos zu einer KBSC ausbauen lässt, kann durch die Einführung einer BSC in einer Organisation das Wissensmanagement gesteuert werden. Gleichzeitig wird damit das Wissensmanagement in bereits vorhandene Führungsinstrumente der Organisation integriert. Die KBSC ist ein dynamisches Instrument zur zukunftsorientierten Steuerung des Unternehmens über die Finanzkennzahlen hinaus. Wissenskennzahlen sind kritische Erfolgsfaktoren des Wissens und Lernens und Kennzahlen zur Messung des Wissens und Lernens. Erfolge im Wissensmanagement können in eine BSC eingebracht werden. Die KBSC bietet selbst die Möglichkeit zu lernen, indem sie einen einzigartigen Einblick in das Funktionieren des Unternehmens gibt. Defizite und Potenziale, die zuvor unerkannt blieben, zeigen ihre wahre Bedeutung. BSC geben somit kontinuierlichen Ansporn zur Erneuerung und Repositionierung.