Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03446.jsonl.gz/621

1931: Gründung des St.Galler Hochschulvereins (heute HSG Alumni) Die Gründung einer Vereinigung der Studierenden der Handelshochschule St.Gallen wurde erstmals 1916 ins Auge gefasst. An einer Sitzung des A.H.V. Mercuria sprachen zwei Vorstandsmitglieder, Henri Stucki und Emil Walder, über die «Frage einer allgemeinen Vereinigung aller ehemaligen Handelshochschüler». Sie schlugen vor, einmal jährlich einen «Dies academicus» zu veranstalten, an dem sich alle Absolventen wieder treffen sollten. In den harten Zeiten des Ersten Weltkriegs wurde die Gründung eines ordentlichen Vereins aber immer wieder auf Eis gelegt. Erst 1919 entwarf dann eine Gruppe Ehemaliger die Statuten und gründete den «Handelshochschulverein St.Gallen». Die Bedeutung des Vereins blieb in den folgenden Jahren jedoch gering, und die Gründung eines offiziellen Netzwerks konnte sich nicht durchsetzen. Erst der Hochschultag des Wintersemesters 1930/31 führte zur offiziellen Gründung des Hochschulvereins, der künftig das wichtigste Bindeglied zwischen Hochschule und Öffentlichkeit sein sollte – ein Wunsch, der von Anfang an in Erfüllung ging. Rektor Oettli stellte in einem Rückblick auf die Gründung des Hochschulvereins fest: «Noch nie war in unserer Stadt der Handels-Hochschul-Gedanke so allseitig und so freudig bejaht worden». Die Gründung des Hochschulvereins war besonders der Tatkraft von Dr. Emil Duft zu verdanken. Der Hochschulverein fand bei Behörden, Volk und der Kaufmannschaft Unterstützung und zählte am Ende des ersten Vereinsjahres bereits 253 Mitglieder. Besondere Verdienste um den Hochschulverein erwarb sich auch Dr. h.c. Curt E. Wild, der dem Verein von der Gründung 1931 bis 1964 präsidierte und durch Spenden-Sammelaktionen wesentlich zur Finanzierung der Hochschule beitrug. Curt E. Wild Der Verein konnte in den ersten 25 Jahren seines Bestehens nicht weniger als 2.000 Mitglieder um sich scharen. Durch Mitgliederbeiträge und Sammlungen konnte er wiederholt die Hochschule mit namhaften Summen unterstützen und nahm Kritik, Wünsche und Anregungen auf. Seit dem Wintersemester 1935 gab er die Zeitschrift «St.Galler Hochschulnachrichten» heraus, in der Informationen über das Geschehen an der Hochschule sowie die neuesten Publikationen der Dozierenden veröffentlicht wurden. In den Folgejahren wuchs auch der Einfluss des Hochschulvereins, und er erhielt immer mehr Mitspracherecht in Bezug auf die Entwicklung der Hochschule. Dies ermöglichte das Anstossen wichtiger Veränderungen wie die Einführung von Zwischenprüfungen oder die Pflicht, vor der Zulassung zum Diplomstudium ein kaufmännisches Praktikum zu absolvieren. Im Jahr 1964 übernahm Walter Rheiner (von 1964 bis 1969) die Präsidentschaft des Vereins. 1965 wurde im Hochschulverein die Idee geboren, einen «geistigen Wiederholungskurs» für Ehemalige zu initiieren. 1968 wurde die Weiterbildungsstufe schliesslich gegründet und unter Adrian Hemmer kontinuierlich ausgebaut. Unter der Führung von Präsident Heinz R. Wuffli (1969 bis 1982) kaufte der Hochschulverein nach einer Sammelaktion 1972 den ersten Kleincomputer an der Hochschule und läutete damit das EDV-Zeitalter der Hochschule ein. Unter seiner Präsidentschaft stieg der Mitgliederbestand ausserdem auf über 5.000 Personen an. In den 1980er Jahren hatte der Hochschulverein durch Öffentlichkeitsarbeit grossen Anteil an der Bewilligung des Neubaus auf dem Rosenberg, der 1989 eingeweiht werden konnte. Während der 1990er Jahre setzte der Verein besonders im Ausbau der Weiterbildung und in der internationalen Vernetzung der HSG Akzente. Auch für die Frauenförderung setzte man sich verstärkt ein, und so wurde 1997 mit Dr. Carla Wassmer die erste Frau Präsidentin von HSG Alumni. Der St.Galler Hochschulverein erlebte über die Jahre also einen beeindruckenden Wandel, wie Dr. Frank Schnewlin, Alumnus und Vizepräsident des Verwaltungsrats der SwissLife, beschreibt: «Die Handelshochschule wurde zu einer Universität und die Alumni vom lokalen Altherrenclub zu einem professionellen, internationalen Netzwerk, fokussiert auf Geschäft, permanente Weiterbildung und persönliche Entwicklung, mit garantiert lebenslänglichem «Return on Education». Seit einem ersten Professionalisierungsschritt 1997, als die Geschäftsstelle zur Betreuung der Vereinsarbeit geschaffen wurde, hat sich HSG Alumni zu einer der drei grössten Alumni-Organisationen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Durch die Unterstützung von Projekten und Initiativen im Graduate- und Postgraduate-Bereich der HSG wurden für die Alumni, die Universität und deren Studierende und Lehrkörper Mehrwerte geschaffen. An der Generalversammlung vom 13. Juni 2003 wurde der Gesamtvorstand von HSG Alumni neu besetzt. Unter dem ebenfalls neu gewählten Präsidenten Dr. Urs Landolf wurden drei Ressorts im Vorstand gebildet, um eine wirkungsvolle Strategie für eine weitere Professionalisierung zu entwickeln: «Friendraising» zur Pflege und zum Ausbau des Netzwerks der Ehemaligen, «Brainraising» zur Unterstützung des Wissens- und Erfahrungsaustausches zwischen der Universität und den Ehemaligen, «Fundraising» zur Förderung der finanziellen Unterstützung der Universität durch die Ehemaligen in Bereichen, die vom Leistungsauftrag der öffentlichen Hand nicht abgedeckt sind. Ein zentrales Projekt für die kommenden Jahre bildete der geplante Ausbau des WBZ Holzweid sowie der Bau des über die Stiftung HSG Alumni zu finanzierenden «Campus». Unter der Leitung des ehemaligen HSG-Rektors Prof. Peter Gomez wurde 2006 die «Executive School of Management, Technology and Law» (ES-HSG) initiiert. Nach erfolgter Erweiterung des Weiterbildungszentrums sollte dieses zur Residenz der Executive School werden. Im Mai 2008 konnte das Weiterbildungszentrum Holzweid (WBZ), neu unter dem Namen «Executive Campus HSG», offiziell eröffnet werden. Der von den Alumnae und Alumni finanzierte Teil der Erweiterung, bislang als «Projekt Campus» bekannt, wurde neu als Teil des Executive Campus HSG zum «HSG Alumni Gebäude». Damit sollte insbesondere der wichtigen Rolle von HSG Alumni bei der Realisierung des Ausbaus Rechnung getragen werden. Im Rahmen der Digitalisierung realisierte HSG Alumni in den Folgejahren verschiedene Projekte. Durch das Mitgliederprogramm «Member Benefits», die Förderbörse «HSG InSite» oder die Webinar-Reihe «HSG Spotlight», die in Zusammenarbeit mit der Execute School der Universität geschaffen wurde, konnte das mediale Netzwerk stark ausgebaut werden. Bei HSG Alumni sind inzwischen fast 32'000 Mitglieder vernetzt. Im Fokus steht der Wissenstransfer durch hochkarätige Anlässe im In- und Ausland sowie das Engagement für die Mitfinanzierung eines weiteren Ausbaus der Universität durch das «HSG Learning Center».