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Dsud Dsud ist ein Wetterphänomen, das in der Mongolei auftritt. Auf Dürre im Sommer folgt extreme Kälte im Winter, woraufhin Tiere verhungern oder erfrieren.
In der Mongolei ist auf die Dürre im Sommer ein bitterkalter Winter gefolgt. Das hat dazu geführt, dass Hirtenfamilien ihr Vieh verloren haben und darum kämpfen müssen, ihren Grundbedarf zu decken.
In 13 der 21 Provinzen der Mongolei herrscht derzeit ein sogenannter „Dsud“ – ein Naturphänomen, das nur in der Mongolei auftritt. Auf eine sommerliche Dürre folgen starker Schneefall und extreme Kälte. Diesen Winter fielen die Temperaturen unter -40° Celsius – viele ohnehin unterernährten Tiere verhungerten oder erfroren.
Als Folge ist die Lebensgrundlage von knapp 200’000 Familien, darunter 80’000 Kinder, bedroht. Denn sie erzielen ihr Einkommen mit dem Hüten von Ziegen, Schafen, Rindern, Pferden, Yaks und Kamelen.
Hirtenfamilien brauchen dringend Unterstützung, damit sie lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Medikamente und Tierfutter kaufen können, um ihr Vieh zu retten und ihre künftige Existenzgrundlage zu sichern.
Klimaextreme haben sich verfünffacht
Zwischen 1940 und 2015 wurde im Schnitt alle fünf Jahre ein offizieller Dsud erklärt. Heute tritt das Wetterphänomen jährlich auf. Gemäss Klimaexpert:innen nimmt nicht nur die Häufigkeit der Dsuds zu, sondern auch deren Schweregrad. Das kann auf die Klimakrise zurückgeführt werden. Die Temperaturen in der Mongolei steigen doppelt so schnell an wie der weltweite Durchschnitt.
Psychische Belastung für Kinder
Ein Dsud kann die Kinder psychisch belasten, da sie sich um ihre Familienmitglieder und Tiere Sorgen machen. Der 39-jährige Delgerbat lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Dorf Ikh-Uul im Westen des Landes. Die Familie gehört zu den gut 40 Prozent der mongolischen Bevölkerung, die von der Viehzucht lebt.
Der Dsud kommt, wenn es viel Schnee und kein Gras gibt. Mein Vater und meine Mutter sagten zueinander, dass sie kein Geld haben, um Futter für die Tiere zu kaufen. Es tut weh, unsere Tiere sterben zu sehen.
Da die Hirtenfamilien herumziehen, leben die Kinder oft nicht mit ihren Eltern, sondern in Schulwohnheimen. Dennoch sind die Kinder auf die finanzielle Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, um beispielsweise Hygieneartikel wie Zahnpasta, Seife und Menstruationshygieneartikel kaufen zu können. Während des harten Winters können es sich jedoch viele Familien kaum leisten, für die Grundbedürfnisse ihrer Kinder aufzukommen.
Save the Children vor Ort
Save the Children unterstützt Hirtenfamilien in den Provinzen Khovd, Zavkhan, Gobi-Altai, Bayankhongor und Tuv mit Bargeldhilfe und hat Hygienesets an über 2’000 Kinder in Schulwohnheimen verteilt.