Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03629.jsonl.gz/100

Radikale Kandidaten und Parteien scheinen in fortgeschrittenen Demokratien auf dem Vormarsch zu sein. Zuletzt erlebte Deutschland den Einzug der rechtsextremen Partei "Alternative für Deutschland (AfD)" in den Bundestag (2017), während in Spanien ("Podemos") und Griechenland ("Syriza") extrem linke Parteien in das Parlament oder in Regierungsämter eingetreten sind. Derartige Eintritte von extremen Parteien in Parlamente und Regierungen könnten entscheidende Konsequenzen für die politische Landschaft mit sich bringen: Etablierte Parteien könnten sich inhaltlich an die extreme Partei annähern, um Wählerverluste einzudämmen; Die Medienlandschaft könnte überflutet werden mit Themen und Inhalten, welche die extreme Partei propagiert; und die öffentliche Meinung könnte sich polarisieren. In der Politikwissenschaft gibt es bereits zahlreiche Forschungsstränge, die sich mit der Entstehung extremer Parteien beschäftigen (Bsp. Kitschelt and McGann 1995; Mudde 2007; March 2011; Dunphy and Bale 2011). Allerdings steht hierbei zumeist der langfristige Aufstieg der Parteien im Zentrum des Forschungsinteresses, jedoch selten die direkten Konsequenzen des parlamentarischen Erfolgs für die Gesellschaft, die Medien und die Parteienlandschaft. Im Gegensatz hierzu waren die Wahlerfolge und Parlamentseinzüge verschiedenster extremer Parteien oftmals plötzlich und unerwartet. In meinem SNF Ambizione Projekt möchte ich mich daher mit den unmittelbaren gesellschaftspolitischen Konsequenzen des parlamentarischen Eintritts von extremen Parteien auseinandersetzen. Zum einen möchte ich unter Zuhilfenahme neuster statistischer Verfahren herausfinden, welche Auswirkungen auf die Gesellschaft wir tatsächlich den radikalen Parteien zusprechen können. Zum anderen möchte ich verstehen, inwiefern die Gründe für die Entstehung extremer Parteien sich von deren Auswirkungen unterscheiden.