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Weitere Haarausfall Ursachen
Telegeneffluvium
Unter Telogeneffluvium versteht man ein Lichten des Kopfhaars, wobei dies nicht ebenmässig geschehen muss. Der Haarwuchs durchläuft mehrere Stadien. Haare wachsen während einiger Jahre, ruhen dann (Telogenphase), fallen aus und wachsen schliesslich nach. Wenn die Ruhephase bei Haarwurzeln vorzeitig eintritt, spricht man von Telogeneffluvium.
Gerade bei Frauen kann diese Art von Haarausfall auch nach plötzlichem körperlichem (Operation, strenge Diät) oder mentalem Stress auftreten. Telogeneffluvium wird häufig durch einen „Systemschock“ hervorgerufen, wobei der Haarausfall Wochen wenn nicht Monate nach dem eigentlichen Schockereignis einsetzen kann. Mögliche Ursachen von TE sind u. a.:
- Hohes Fieber
- Geburt
- Schwerer Infekt
- Chronische oder schwere Erkrankung
- Schwere psychische Belastung
- Grösserer chirurgischer Eingriff
- Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
- Radikaldiäten
- Medikamente wie Retinoide, Betablocker, Kalziumkanalblocker, Antidepressiva oder nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs).
Da auf die Ruhephase die Wachstumsphase folgt, ist keine Behandlung erforderlich. Das Haar wächst in der Regel wieder normal nach. Wichtig ist, erst abzuklären, ob der Haarverlust nicht durch eine andere zugrunde liegende Erkrankung verursacht wird.
Alopecia areata
Bei den meisten Patientinnen und Patienten mit Alopecia areata, oder kreisrundem Haarausfall, fällt das Haar an bestimmten Stellen aus und wächst 1–2 Jahre später wieder nach. Diese Flecken können einzeln oder an mehreren Stellen überall auf der Kopfhaut auftreten und haben einen Durchmesser von 2.5–5 cm. Das Haar kann an einer Stelle nachwachsen und gleichzeitig an einer anderen Stelle ausfallen. In den meisten Fällen von Alopecia areata beschränkt sich der Haarausfall auf den Kopf.
Alopecia areata totalis führt zum Verlust aller Kopfhaare. Glücklicherweise leidet nur ein geringer Prozentsatz aller Menschen mit Haarausfall an dieser Form von Kahlheit. Eine weitere Form des Haarverlusts – Alopecia areata universalis genannt – betrifft alle Körperhaare, inklusive Augenbrauen, Bart und Schamhaar.
Bei einer Alopecia areata spielen mehrere Ursachen mit, darunter Hormone, Allergien und Viren. Es handelt sich dabei vermutlich um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher der Körper selbst das Haar angreift und in manchen Fällen für immer zerstört – wie wenn er Haare als körperfremde Objekte betrachten würde. Alopecia areata ist vielfach unheilbar und irreversibel. Das gilt insbesondere, wenn die Erkrankung bereits im Kindesalter auftritt oder wenn der Patient oder die Patientin an einer anderen Autoimmunkrankheit wie Schilddrüsenerkrankung, Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) oder Allergien leidet.
Vernarbende Alopezie & Pseudopelade Brocq
Vernarbende Alopezie (Alopecia cicatricialis) ist eine Form von Kahlheit, die infolge von Narbenbildung (auf der Kopfhaut) entsteht. Diese Narben können durch einen Unfall, eine Verbrennung oder Verbrühung, gewisse Infektionen (u. a. Pilzinfektionen) oder eine angeborene Anomalie verursacht werden. Alopecia cicatricialis ist gut erkennbar, weil das Narbengewebe glatter ist und oft auch eine andere Farbe als die nicht befallene Haut aufweist.
Pseudopelade Brocq ist eine spezielle Form der vernarbenden Alopezie und möglicherweise die Folge einer Entzündung der Kopfhaut, deren Ursache meistens nicht bekannt ist. Es wird vermutet, dass die Ursache in einer Störung des Autoimmunsystems liegt. Bei Pseudopelade Brocq ist die Kopfhaut aufgrund von fehlenden Follikelöffnungen und stellenweise auftretenden Narben meist weisser und glatter als üblich. Bei Ausbruch der Krankheit sollte so schnell wie möglich ein Facharzt zu Rate gezogen werden, um den Schaden zu begrenzen.