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21. Februar 1998: Real Madrid verliert bei Teneriffa trotz zweimaliger Führung mit 3:4. Mehr als das Resultat bleibt der erste Treffer der «Königlichen» in Erinnerung. Aus vollem Lauf hämmert Roberto Carlos den Ball von der Grundlinie mit spektakulärem Effet ins Netz.
Der Brasilianer Roberto Carlos besitzt bis heute Kultstatus. Der Weltmeister von 2002 gilt als der Fussballer mit den dicksten Oberschenkeln der Geschichte und als einer, der dadurch unfassbar wuchtig schiessen konnte. Sein berühmtestes Tor erzielt er 1997 ein Jahr vor der WM in Frankreich: Ein Freistoss für die Ewigkeit.
Aber Carlos erzielt noch ein anderes Tor, das schier unmöglich scheint. Gegen Teneriffa wird der stürmende Aussenverteidiger von Real Madrid steil geschickt. Er erläuft sich den Ball kurz vor der Grundlinie. Jeder andere Spieler würde jetzt entweder direkt flanken oder versuchen, den Ball zu stoppen.
Doch Roberto Carlos ist kein Spieler wie jeder andere. Er drischt auf den Ball – und der senkt sich nach einer unwirklichen Flugkurve hinter Goalie Marcelo Ojeda zum 1:1 ins Tor.
Real Madrid verliert die Partie beim Tabellen-16. mit 3:4 – trotz der Riesenkiste von Roberto Carlos. Als er Jahre später gefragt wird, welcher Treffer für ihn der bessere sei, sagt er:
Ohnehin verläuft die Meisterschaft enttäuschend, die «Königlichen» schliessen sie bloss auf Rang 4 ab. Da nützt es Trainer Jupp Heynckes auch nichts, dass er dank eines 1:0-Siegs über Juventus Turin die Champions League gewinnt: Die Tage des Deutschen sind nach der Saison gezählt.
Roberto Carlos hingegen bleibt bis 2007 bei Real Madrid. In 370 Spielen erzielt er 47 Tore, er wird vier Mal Meister und gewinnt drei Mal die Champions League.