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Der Franzose Rieussec hatte 1821 einen echten Chronographen, also einen Zeitschreiber, erfunden und
1822 zum Patent angemeldet. Ein Gerät, bei dem sich ein Zifferblatt drehte und ein Schreibmechanismus
darauf die Zeitintervalle in Form von Strichen und Punkten festhielt.
Taschenuhren mit einem stoppbaren Sekundenzeiger gab es zwar schon seit etwa 1800, doch wurde durch
das Auslösen des Stoppmechanismus das ganze Werk angehalten und somit die Uhrzeit danach natürlich
unbrauchbar verfälscht wurde.
Es folgten weitere Erfindungen zur Messung eines Zeitabschnittes wie z.B. ein von J.T. Winnerl
konstruierter Mechanismus mit zwei Zeigern, von denen einer den Beginn, der andere das Ende des
zu messenden Zeitabschnitts anzeigte. Leider konnten die Zeiger aber nicht auf Null gestellt werden,
und somit war auch dies keine befriedigende Lösung.
Als eigentlicher Erfinder des Chronographen gilt Adolphe Nicole. Nicole war Mitinhaber der im Vallée
de Joux ansässigen Firma Nicole & Capt. Im Jahre 1844 erfand Nicole das, auf der Welle des
Sekundenrades befestigte Nullstellherz und meldete es zum Patent an. Unter Mithilfe des, in seiner
Firma beschäftigten, Henri Féréol Piguet entstand schliesslich die erste uneingeschränkt
brauchbare Taschenuhr mit Chronographen. 1862 erfolgte die Präsentation dieser neuen Erfindung.
Die endgültige Form wie sie heute bekannt ist und verwendet wird, war damit aber noch nicht
gefunden. Bis diese Form mit dem werksseitig über den Brücken und Kloben angeordneten
Zusatzmechanismus gefunden war, dauerte es fast weitere zwanzig Jahre.
Diese, auf Auguste Baud zurückzuführende Entwicklung fand um 1880 ihre uhrmacherische Realisation
und somit war der Chronograph endlich alltagstauglich geworden.
Was ein Chronograph genau definiert, ist aber auch heute immer noch ein umstrittenes Thema.