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Flieg, Schriki, flieg!
Vorsichtig öffneten wir den Käfig mit dem Eisvogeljungen. «Mach’s gut, Schriki.»
Das zarte Geschöpf witterte Freiheit und schlug heftig mit den Flügeln. Sein Federkleid schimmerte wie ein winziger Regenbogen im Sonnenlicht, das durch das offene Fenster hineinfiel. Das Vögelchen hüpfte ein paarmal hin und her, stieß an die Gitterstäbe und fand schließlich den Weg aus seinem Gefängnis.
Auf dem Fensterbrett ließ es sich kurz nieder und drehte sich um, als wollte es sich von uns verabschieden. Ein hoher, schmerzhafter Laut entrang sich seiner Kehle, dann flatterte es auf, flitzte wie ein bunter Blitz durch den Garten und verschwand im nahem Birkenwäldchen.
Das war’s
Sabine platzierte das sorgfältig zusammengefaltete Blatt gut sichtbar auf dem Mahagonitischchen. Das war’s, dachte sie und sah sich ein letztes Mal um.
Die schweren Möbel, zwischen denen sie unzählige Abende im stummen Warten auf ihren Mann verbracht hatte, blickten ihr gleichgültig entgegen. Die Wanduhr tickte laut und feindselig. Auch dem pompös gerahmten Spiegel über der Kommode, in dem sie gewöhnlich jünger ausgesehen hatte, schien ihre Anwesenheit nicht länger genehm zu sein. Erbarmungslos präsentierte er ihr vorzeitig verwelktes Gesicht, stellte jede Falte und jeden Schatten bloß.
Sie unterdrückte einen Seufzer, nahm ihren Koffer und schritt durch den dunklen Flur in den Sommertag hinaus.