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«Wenn jemand etwas verändern kann, dann Renho»
Die Demokratische Partei Japans (DPJ) verlor bei den vergangenen Wahlen die Mehrheit im Oberhaus. Es war eine Ohrfeige der Wähler an die unentschlossene Politik des abgetretenen Premierministers Yukio Hatoyama, der noch im August 2009 für die Hoffnung auf den politischen Wandel stand. Eine Abgeordnete der DPJ stach bei den Wahlen jedoch heraus.
Renho Murata wurde mit einem Rekordresultat ins Oberhaus wiedergewählt, obwohl sie nur ein Minimum von 5 Tagen für ihren Wahlkampf aufwendete (Asienspiegel berichtete). In der restlichen Zeit machte sie im ganzen Land Werbung für ihre Parteikollegen. Zugleich wurde die 42-Jährige vor einem Monat von Premierminister Naoto Kan zur neuen Budgetministerin erkoren.
Die Verkörperung des Wandels
Damit entschied sich der Premier für eine Person, die das DPJ-Parteiversprechen des Wandels am meisten verkörpert. «Wenn jemand unsere Gesellschaft verändern kann, dann ist es eine Person, die so direkt denkt und spricht wie Renho», sagt eine 33-jährige Frau aus dem Tokioter Viertel Sumida gegenüber der Asahi Shimbun.
Renho wurde bekannt als Vorsteherin eines Ausschusses zur Kürzung der Staatsausgaben. Durch ihre direkte Art im Umgang mit den etwas hölzerne wirkenden Verwaltungsangestellten wurde sie schlagartig zu einem Aushängeschild ihrer Partei (Asienspiegel berichtete).
Breite Unterstützung
Laut dem Wochenmagazin Aera unterstützt ein Grossteil der Bürger Tokios zwischen 20 und 40 Jahren die Politikerin, deren Vater aus Taiwan stammt. Arbeitslose, Teilzeitarbeiter aber auch gut Verdienende können sich mit der 42-Jährigen identifizieren.
«Renho ist wahrscheinlich die einzige in der Politik, welche den Frust der unter 40-Jährigen versteht», sagt Wirtschaftsexperte Kazuyo Katsuma gegenüber der Asahi Shimbun. Sie verköpere «Mitgefühl und Fairness». Gerade diese beiden Aspekte mache sie sehr populär.
Der Vergleich mit Koizumi
Der 31-jährige Soziologe Tsunehiro Uno vergleicht Renho mit Junichiro Koizumi, der im Eiltempo mit seiner frischen, charismatischen Art der angestaubten Monopolpartei LDP wieder Leben eingehaucht hatte. «Obwohl viele Wähler angewidert sind von der Politik der regierenden DPJ, die sich in keiner Weise von der LDP unterscheidet, haben trotzdem viele Menschen Vertrauen in Renho.»
Mir ihrer direkten Art beim Budgetausschuss habe sie gezeigt, dass sie gewillt ist die allmächtige Bürokratie herauszufordern. Schon früh bemängelte sie auch das Auftreten und Handeln der alten Männer in ihrer Partei. «Unsere Wähler haben einen neuen Politstil und ein sauberes Image von unseren Parteiführern erwartet», sagte sie im Mai in einem Interview mit der Japan Times. «Wir Politiker, die neu dabei sind, können uns diese Art der Politik nicht mehr erlauben.»
Noch muss sie sich beweisen
Trotz der viele Lobpreisungen, die Renho erfährt, gibt es auch kritische Stimmen. «Um eine politische Führerin auf hoher Ebene zu werden, muss sie noch mehr über die Finanzpolitik und Diplomatie lernen. Zudem sollte sie einen Kabinettsposten anstreben, bei dem sie tatsächlich ein ganzes Ministerium führen kann», sagt Journalist Soichiro Tahara, der Renho 2004 ermunterte in die Politik einzusteigen.
Der ehemalige Weggefährte und heutiger Bürgermeister des Tokioter Viertels Bunkyo, Hironobu Narisawa, meint, dass sich Renho in ihrer Defensivarbeit noch zu beweisen habe: «Wie wird Renho reagieren, wenn sie einmal als Ministerin von der Opposition angegriffen wird? Sie muss zu einer Politikerin werden, die nicht nur die Fragen stellt, sondern sie auch beantwortet.» ja.
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