Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03529.jsonl.gz/2763

Stan Wawrinka: Der Unberechenbare
Der Weg von Stan Wawrinka in seinen sechsten Grand-Slam-Halbfinal war ein Auf und Ab. Der 30-Jährige wirkte unkonzentriert, fahrig und teilweise lustlos auf dem Platz, auch wenn er sportlich nie in Schwierigkeiten geriet. Seine Auftritte gaben Rätsel auf. Wie steht es um seine Gesundheit nach den Schulter- und Rückenproblemen in den letzten Wochen? Wie stark belastet ihn der «Fall Kyrgios», das nicht bestätigte Verhältnis zu Kollegin Donna Vekic, die in New York wiederholt in der Box des Romands sass, und vor allem die Trennung von seiner Frau Ilham, die Mutter seiner Tochter Alexia?
Wawrinka schien in Flushing Meadows mit seinen Gedanken nicht immer bei der Sache zu sein. Fragen zu seinem Privatleben blockte er ab. Dieses auszublenden, wenn er auf den Platz trete, sei sein Job, merkte er nur an. Dass er dies kann, bewies er im Viertelfinal gegen Kevin Anderson mit Bravour. «Nahe an der mentalen Perfektion nach vier Niederlagen in Serie gegen Kevin», twitterte sein Coach Magnus Norman. Früher habe es bei Stan oft am fehlenden Vertrauen gelegen, heute sei dies nicht mehr der Fall, sagte Federer.
«Er weiss, dass er unter Druck gut Tennis spielen kann und muss sich das nicht mehr beweisen.» Seine neue Stärke stellt Wawrinka in erster Linie an Grand-Slam-Turnieren unter Beweis. An acht der letzten neun Majors erreichte er die Viertelfinals, in den letzten zwei Jahren hat nur Novak Djokovic mehr Grand-Slam-Titel gewonnen als der Romand. Zu den Grossen seines Sports zählt er sich aber noch lange nicht. Und in New York sei der Titel für ihn noch weit weg, so Wawrinka. «Aber ich weiss, dass ich ihn gewinnen kann.» (si)