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Ich war mit dem dritten Kind schwanger, als mein Mann nicht mehr nach Hause kam. Er ist geflüchtet vor dem Militär und den Gesetzen. Er hat mir nichts gesagt von dem; er ist einfach gegangen. Das war für mich sicherer. Ich war dann alleine mit drei kleinen Kindern und meiner Mutter zusammen. Das war eine ganz schwierige Zeit für mich. Ich habe gewusst, dass er in der Schweiz angekommen ist. Er hat mir gesagt, es hat Bomben auf dem Weg raus aus Eritrea und es war für uns schwierig, welchen Weg wir nehmen. Sie haben mich dann auch erwischt und ich musste ins Gefängnis in Eritrea. Mein Onkel hat eine Kaution bezahlt nach drei Jahren und ich ging wieder zu meiner Mutter. Dann kam der Frieden zwischen Eritrea und Äthiopien und ich konnte auf legalem Weg nach Äthiopien. Meine Mutter war mir immer eine grosse Stütze. Ich bin ihr einziges Kind, als ich geboren wurde, starb mein Vater. Sie hat mich wie ein Vater und eine Mutter zusammen erzogen; sie hat wegen mir nicht mehr geheiratet.
Für mich war der Entscheid, zu meinem Mann in die Schweiz zu gehen, schwierig. Wenn ich gehe, lasse ich meine Mutter zurück. Sie sagte mir immer, ich soll zu meinem Mann gehen. Ich sei verheiratet und gehöre zu meinem Mann. Mein Mann hat auch immer wieder gesagt, ich soll jetzt kommen.
Die ganzen vier Jahre, die es dauerte, bis ich meinen Mann wieder sah, waren sehr schwierig und hart für mich. Alleine mit drei kleinen Kindern unterwegs zu sein, hat mich an meine Grenzen gebracht. Ich war sehr froh, als mein Mann mich da wieder unterstützen konnte. Doch meine grosse Sorge gilt meiner Mutter, welche ich zurückgelassen habe.
In Äthiopien waren wir zuerst in einem Durchgangszentrum in kleinen Zimmern mit vier verschiedenen Personen /Familien; wir mussten uns überall registrieren. Nur wenn man Verwandte vorweisen konnte, durfte man das Camp verlassen und selbstständig wohnen. Die Frau vom Bruder meines Mannes sagte, wir können zu ihr kommen. Das erste Mal seit langem erlebten wir Ruhe und etwas Erholung. Mein Mann hat über die Schweizer Botschaft den Familiennachzug beantragt. So erhielten wir die Papiere und Reisepässe. Es ging schnell. Sie haben auch Blut genommen und die DNA erstellt, damit klar ist, dass meine Kinder die leiblichen Kinder vom Mann in der Schweiz sind.
Wir sind mit dem Flugzeug in die Schweiz geflogen. Dann sind wir zwei Tage bei Kollegen gewesen alle zusammen. Nachher mussten wir einige Wochen ins Camp, bis wir bei meinem Mann wohnen durften.
Er sah anders aus, auch körperlich. Meine jüngste Tochter kannte den Vater gar nicht, weil sie noch nicht geboren war, als er flüchtete. Die älteren zwei Kinder haben den Vater vermisst und immer wieder von ihm gesprochen. Sie mussten ihn hier wieder kennen lernen.
Ich fühle mich geborgen und zu Hause jetzt in der Familie. Ich bin froh, ist mein Mann an meiner Seite. Aber dass meine Mutter alleine in Eritrea ist, macht mich traurig. Ich vermisse sie so fest und sie selber kann es fast nicht bewältigen. Sie fragt immer wieder, ob wir nicht nach Äthiopien oder Sudan kommen können, damit wir uns sehen.
Ruth Barmet
Hostettliweg 6
6056 Kägiswil
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Die Weiterbildungen vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund stehen auch den Vorstandsfrauen der Familientreffs gratis zur Verfügung.
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