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Kaum ein Begriff, kaum ein Konzept erfährt derzeit eine ähnliche Hochkonjunktur wie der "interkulturelle Dialog". Auf den verschiedensten politischen Ebenen wie auch durch die unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Institutionen propagiert und in einer Vielzahl von Projekten umgesetzt, hat sich der "interkulturelle Dialog" insbesondere nach dem 11. September 2001 zu einem mit grossen Erwartungen verbundenen politischen Instrument entwickelt. Politische und zivilgesellschaftliche Akteure stellen dieses Instrument ganz bewusst der von Samuel Huntington vertretenen These des "clash of civilizations" (Zusammenprall der Kulturen) entgegen und messen ihm in den verschiedensten Kontexten – etwa Migration/Integration, Barcelona-Prozess, EU-(Ost)Erweiterung, Terrorismus- und Konfliktprävention, Reconciliation (Aussöhnung) – grosse politische Bedeutung bei.
Bisher fehlte jedoch eine kritische Sammlung und Analyse des umfangreichen zu diesem Stichwort produzierten Materials. Dieser Arbeit widmete sich 2009-2010 der Politik- und Islamwissenschaftler Dr. Jürgen Endres im Rahmen einer Studie im Auftrag des Eidgenössischen Departments des Innern (Staatssekretariat für Bildung und Forschung) am Religionswissenschaftlichen Seminar und am Zentrum Religionsforschung. Ziel des Projekts war eine Bestandsaufnahme des Konzepts des interreligiösen und interkulturellen Dialogs auf Ebene des Europarates, der Europäischen Union und der UNESCO. Im Zentrum der Analyse stand dabei die vergleichende Untersuchung des jeweiligen konzeptionellen Verständnisses, der Konzeptgeschichte, der an den interkulturellen Dialog gerichteten politischen Erwartungen wie insbesondere der unter dem Label des interkulturellen Dialogs realisierten Projekte.
Im September 2010 hat das Staatssekretariat für Bildung und Forschung die Studie auf Deutsch und Französisch publiziert: