Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03563.jsonl.gz/2070

Wenn es innerhalb der Familie einen fähigen und gewillten Nachfolger gibt und der abtretende Unternehmer über genügend nicht im Unternehmen gebundenes privates Vermögen verfügt, um weitere Familienmitglieder sofort oder auch später wertmässig mindestens vergleichbar wie den Nachfolger berücksichtigen zu können, stellen sich in der Regel keine grossen Probleme. Wenn aber neben dem Unternehmenswert im Privatvermögen zu wenig andere Vermögenswerte vorhanden sind, muss der Nachfolger das Unternehmen aus dem Familienvermögen herauskaufen. Hier kommt der Frage des angemessenen Unternehmenswerts bzw. Übernahmepreises besondere Bedeutung zu, denn wenn der Preis zu tief ist werden die übrigen Familienmitglieder benachteiligt und wenn der Preis zu hoch ist, kann der Nachfolger die finanzielle Belastung unter Umständen nicht mehr tragen. Bei einer familieninternen Lösung besteht ein gewisser Handlungsspielraum, um dem Nachfolger die Übernahme zu einem tragbaren Preis zu ermöglichen. Dies kann auch an Leistungen gekoppelt werden, die im Rahmen eines Ermessenspielraums indirekt noch an den übergebenden Unternehmer und in dessen Familienvermögen fliessen. Da man sich innerhalb der gleichen Familie befindet, ist der Handlungsspielraum grösser als beim Verkauf an einen Dritten (wozu auch die Variante MBO gehört), wo die Transaktion in der Regel mit einem bestimmten Kaufpreis definitiv abgerechnet wird. Die Grenzen dieses Handlungsspielraums bilden immer steuer- und erbrechtliche Bestimmungen.
Seite 2 von 10