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Zwischen Rheinsulz und Ezgen rief dem Fährmann, der Abends sich eben heimmachen wollte, vom jenseitigen Rheinufer her noch eine Stimme, und sogleich stiess er ab, um den Fremden herüber zu holen. Drüben stand in der Dämmerung eine grosse, hagere Gestalt, die ohne ein Wort zu sagen, ins Schiffchen trat. Schon war man mitten auf dem Rheine, da fieng die Gestalt an plötzlich eine so grosse Hitze auszusprühen, dass es der Schiffer kaum zu ertragen vermochte. Eilig stiess er zu Lande; der Andere sprang mit aus dem Kahne und streckte nun im Weggehen ihm die Hand wie zum Danke dar.
Misstrauisch that der Fährmann, als wäre er, noch mit dem Schiffchen beschäftigt, nicht im Stande, ihm die Hand zu bieten, und hielt nur die Schalte hin. Sogleich drückte jener seine brennende Hand tief hinein und verschwand. Lange bewahrte der Fährmann die Schalte mit den fünf schwarzen Fingergriffen daheim auf, bis sein Sohn, der solche Märchen nicht glauben mochte, dieselbe nahm und in den Ofen warf.
Nach einer andern Erzählung wurde demselbigen Fährmann dreimal nach einander vom jenseitigen Ufer her „Fritz, Fritz!“ gerufen, und dreimal war er darauf umsonst hinüber gefahren. Als er das letzte Mal wieder Niemanden traf, nahm er einen am Flussbord liegenden Baumstamm ins Schiff, um doch wenigstens einen Nutzen für seine vergebliche Bemühung zu haben. Mit einem Male gieng der Weidling so tief, dass der Schiffer schon zu versinken meinte; ebenso schnell aber stieg dann eine Feuersäule vor seinen Augen auf und eine Stimme rief: „Du hast mich erlöst, Fritz!“ Der geladene Baumstamm war darauf im Schiffe nicht mehr zu finden. (A. Birrcher in Laufenburg.)
Gleiches erzählt man von der Fähre, welche zwischen dem badischen Grenzorte Hauenstein und dem schweizerischen Rheinufer geht.
Band 1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856, Seite 45
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchen.ch.