Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03608.jsonl.gz/1367

Die vielversprochenen Gesundheitseffekte von Kokosöl sind eher kritisch zu betrachten, da sie vielfach nicht auf ausreichender Forschung und längerfristigen Studien beruhen. Kokosöl hat wie jedes Fett einen hohen Kaloriengehalt und zusätzlich einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Diese werden mit einem steigenden Cholesterinspiegel und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Mediziner empfehlen weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr aus gesättigten Fettsäuren aufzunehmen.
Herkunftsländer von Kokosöl
Kokosöl wird in den Tropen von kleinen Inselstaaten wie Fiji und Samoa, aber hauptsächlich von Grossproduzenten wie Indonesien, Philippinen und Indien produziert. Jedoch können diese Länder der steigenden Nachfrage von Kokosöl bald nicht mehr gerecht werden.
„Kokospalmen wachsen in den gleichen oder ökologisch ähnlich sensiblen Regionen wie Palmöl, sodass der Austausch des Öls durch ein anderes das Problem nicht löst, sondern nur verlagert teilweise sogar verschlimmert.“
WWF-Studie "Auf der Ölspur"
Kokosöl als Alternative zu Palmöl
Aus umweltbewusster Perspektive ist Kokosöl ähnlich zu diskutieren wie Palmöl. Grundsätzlich unterscheiden sie sich jedoch im Ertrag pro Anbaufläche beträchtlich. Während die Ölpalme 3,3 Tonnen Öl pro Hektar produziert, ist es bei der Kokospalme nur ein Bruchteil davon, nämlich 0,7 t/ha. In einer Studie untersuchte der WWF die Möglichkeiten eines Ersatzes von Palmöl durch verschiedene andere Öle, mitunter auch Kokosöl. Die Produktion von Kokosöl in denselben Mengen wie Palmöl würde ein Vielfaches des heutigen Flächenverbrauches bedeuten und weitere Flächenumwandlungen mit den bekannten Folgen, wie Regenwaldabholzung und Lebensraumverluste bedrohter Arten, erfordern. Der mengenmässige Ersatz von Palmöl durch andere Öle wäre laut WWF nicht vertretbar und hätte enorme Auswirkungen auf den Flächenverbrauch. Die einzige Lösung meint die Studie: Die Gesamtmenge an Verbrauch von pflanzlichen Ölen reduzieren!
Was können wir tun?
- Europäische Öle, wie Olivenöl, Rapsöl und Sonnenblumenöl mit kürzeren Transportwegen anstatt tropische Öle verwenden.
- Möchte man dennoch Kokosöl verwenden, auf Biozertifizierung achten.
- Auf pflanzliche Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückgreifen, wie beispielsweise Distelöl, Kürbiskernöl oder Leinöl.
- Jedes Öl hat seine Stärken und Schwächen: Die Vielfalt nutzen!
- Palmöl grundsätzlich vermeiden oder auf Bio-Zertifizierung achten.
- Frische Lebensmittel verwenden anstatt industrielle Fertiggerichte zu kaufen.