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Die offene Chirurgie des menschlichen Gehirns ist aufgrund der Beschaffenheit und Zartheit des Organs eine der komplexesten und riskantesten Arten der Chirurgie. Zum ersten Mal bereiten sich die Ärzte jedoch darauf vor, ein Gehirn-Computer-Interface zu testen, das in das Gehirn implantiert werden kann, ohne den Schädel überhaupt öffnen zu müssen. Dies könnte sich als eine ziemlich revolutionäre Entdeckung erweisen und Tausenden von Menschen helfen. Durch das Angebot dieses Geräts ohne offene Operation können Patienten ihre neuronalen Implantate erhalten, ohne das erhöhte Risiko von Anfällen, Schlaganfällen oder sogar dauerhaften Hirnschäden, die mit der Operation einhergehen, einzugehen. Die Frage, die sich jeder stellt, ist jedoch, was genau diese Schnittstelle tut.
Dieses neue Gehirn-Computer-Interface wurde als Stentrode bezeichnet, ein neuronales Implantat, das es gelähmten Menschen ermöglicht, zu kommunizieren. Das Beste daran ist, dass es über die Halsvene an das Gehirn eines Patienten abgegeben werden kann, wodurch die Notwendigkeit einer offenen Operation am Gehirn entfällt. Synchron, die Firma hinter diesem Gerät, hat gerade den Startschuss für die Durchführung von Studien an Menschen erhalten.
In den nächsten Monaten werden fünf Menschen mit gelähmten Händen oder Mündern, die nicht kommunizieren können, Stentroden in ihr Gehirn implantiert bekommen, um die Auswirkungen und Nebenwirkungen zu testen und zu sehen, wie gut es funktioniert. Thomas Oxley, Synchron-Gründer und CEO, hat gesagt, dass sie in den letzten Wochen damit begonnen haben, mögliche Patienten zu rekrutieren.
Zur Sicherheit der Patienten müssen sie sich vor Beginn der Studie einer Reihe von Tests unterziehen. Zunächst müssen potenzielle Teilnehmer mehrere Hirnscans durchführen. Danach folgt eine Untersuchung durch einen Neurologen, um sicherzustellen, dass er wahrscheinlich von der neuronalen Schnittstelle der Stentrode profitieren wird. Darüber hinaus müssen Ärzte sicherstellen, dass ihre Blutgefäße in einem guten Zustand sind, damit das Gerät auf dem Weg zum Gehirn durch sie hindurch gesteuert werden kann.
Schließlich, wenn die Patienten entlastet sind, dann und erst dann können die Studien beginnen, in denen die Patienten mit der Schulung beginnen, das Gerät und seine Software zu benutzen, um Text mit ihren Gedanken zu erzeugen. Ziel ist es, Patienten zu helfen, die aufgrund eines Schlaganfalls, einer ALS oder einer Rückenmarktverletzung gelähmt sind und daher nicht so kommunizieren können, wie sie es für ihre Arbeit oder ihre sozialen Aktivitäten benötigen. Das Team arbeitet an einer Kommunikationsgeschwindigkeit, die mit der des Textens in einem Mobiltelefon vergleichbar ist.
Das sind definitiv gute Nachrichten, aber es gibt immer noch eine Reihe von Problemen. Zum Beispiel könnte sich ein permanentes neuronales Implantat wie die Stentrode, das die Hirnaktivität liest und in Textform ausgibt, als wertvolles medizinisches Werkzeug erweisen, aber es könnte auch Ärzten einen beispiellosen 24/7-Datenstrom an neuronalen Daten bieten. Das Lesen der Gehirnaktivität von jemandem den ganzen Tag über jeden Tag hat einige Negative Effekte. Niemand will, dass all seine persönlichen Gedanken und Momente mit den Forschern geteilt werden.
Um diese Bedenken auszuräumen, hat Oxley erklärt, dass es Sicherheitsprotokolle gibt, die Gehirndaten sicher speichern. Es gibt derzeit keine Pläne und keine Zukunftspläne, diese Daten zu untersuchen. Während die Teilnehmer um ihre Zustimmung gebeten werden, ist es für den Zweck des Experiments, nicht um ihre Zustimmung zur Übergabe aller zukünftigen neuronalen Daten zu geben.
Es gibt einen großen Markt für diese Art von Technologie, nicht nur für Sprache und Kommunikation. Während derzeit niemand daran arbeitet, kann es eines Tages möglich sein, ein Implantat herzustellen, das die Bewegung von Robotergliedern, Prothesen usw. kontrollieren kann. Dies erscheint zwar auch sehr vielversprechend, aber es gibt noch mehr ethische Bedenken, wenn es um Bewegung geht. Zum Beispiel, was ist, wenn das Implantat bewirkt, dass ein Glied etwas tut, was es nicht soll, oder jemanden drückt und er verletzt wird. Wer ist schuld? Die Person oder das Implantat? Was kann man dagegen tun? Es ist viel komplizierter, als nur ein Stück Metall hineinzulegen.
Es gibt auch ein Video in englisch dazu