Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03527.jsonl.gz/2034

Heute Abend hatte ich im Kreuz eine wunderschönes Konzert mit dem Traditional Irish Quartet von Shirley Grimes. Der irische Dudelsackspieler Joe McHugh erzählte in einer Ansage eine berührende Geschichte eines englischen Seefahrers, dessen Suche nach der Nordwestpassage ein tragisches Ende nahm.
Der unglückliche Seefahrer hiess Sir John Franklin und lebte von 1786 bis 1847. Er war britischer Konteradmiral und Polarforscher. Und er war vom Gedanken besessen, die Nordwestpassage zu finden. 1845 machte er sich mit zwei Schiffen und 129 Mann Besatzung auf die Suche. Schon einmal war eine seiner Expeditionen so verheerend verlaufen, dass er und seine Mannschaft gezwungen waren, Flechten zu essen um zu überleben. In der Not hätten sie sogar versucht, ihre Lederstiefel zu verzehren. Doch diesmal hatte Lord Franklin und seine Mannen weniger Glück. Als sie im Packeis stecken blieben, mussten sie ihre Schiffe aufgeben und starben in der Folge wahrscheinlich an Skorbut. Die Umstände ihres Todes konnten nie restlos geklärt werden. Anyway, Joe McHugh meinte lakonisch, sie hätten sich wohl besser etwas weniger britisch verhalten und etwas mehr auf die Ratschläge der Inuit hören sollen.
Nach dieser Ansage spielte das Quartett diesen wunderschönen Song über das tragische Ende eines Seefahrer-Traums:
Viele hätten den Song „Lord Franklin“ (Lyrics) schon gespielt — Dylan, Sineád O‘ Connor, Pentangle und John Renbourn — aber diese Version von Micheál Ó’Domhnaill und Kevin Burke sei definitiv die Beste, meint Frankmck45, der das Video auf Youtube hochgeladen hat. Ich meine: Heutzutage hätte Lord Franklin keine Chance mehr, als tragischer Held zu enden, denn wegen der Klimaerwärmung ist die Nordwestpassage im Sommer eisfrei.