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11.05.2020
Seit 2017 waren laut Medienmitteilung Mitarbeiter des Amts für Archäologie jeweils von Februar bis Mai für einige Wochen bei einer etwa 240 Meter vor dem Hafen Güttingen liegenden Untiefe tätig. Auf dieser befindet sich der sogenannte Mäuseturm, ein 15x15 Meter grosses Geviert aus massiven Eichenpfählen und Schwellhölzern. Wie dendrochronologische Untersuchungen ergaben, stammt diese Konstruktion aus dem 11. Jahrhundert. Sie war von mehreren Palisaden umgeben. Funde von mittelalterlichen Gefässen bezeugen, dass der Turm bewohnt war. Besondere Objekte wie ein Silberglöckchen mit vier Menschenköpfen, das vermutlich in liturgischem Zusammenhang verwendet worden ist, unterstreichen die Bedeutung der Anlage, um die sich Sagen ranken.
Bei den Arbeiten entdeckten die Taucherinnen und Taucher in der Umgebung des Mäuseturms ein 1,5 Hektar grosse Pfahlfeld. In der Zwischenzeit wurden über 2300 Hölzer vermessen und beprobt. Sie stammen demnach von spätbronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen, aus der Zeit von etwa 1100 und 930 v.Chr. Aus dem Seegrund ragenden Pfahlköpfe und stark verschliffene Keramikfragmente zeugen davon, dass die Fundstelle ständiger Erosion ausgesetzt ist.
Zu den wichtigsten Funden gehören laut Amt für Archäologie mehrere Lappenbeile aus Bronze oder bronzene Schmucknadeln. Ein kleines Stück Goldblech, das vielleicht ursprünglich als Dekor eines anderen Gegenstandes diente, werde derzeit noch genauer untersucht, heisst es weiter. In etwa 200 Meter Distanz lokalisierten die Taucher ein weiteres Pfahlfeld mit Hölzern aus der Römerzeit. Auch einige der Pfähle im Bereich des Mäuseturms datieren ins 2./3. Jh. n.Chr., von der römerzeitlichen Nutzung der Untiefe selbst zeugen Gefässscherben und Ziegelfragmente.
In diesem Jahr wurden die Arbeiten aufgrund der regelmässigen Bisen unter erschwerten Bedingungen durchgeführt. Mit Abschluss der diesjährigen Kampagne seien die taucharchäologischen Arbeiten beim Mäuseturm vorläufig beendet, so das Amt für Archäologie. Die bisherigen Ergebnisse machten deutlich, dass auch auf grosse Distanz zum heutigen Ufer mit durch die Zeiten genutzten Fundstellen zu rechnen sei. Es müsse daher Ziel kommender Untersuchungen unter Wasser sein, weitere solcher Fundstellen aufzufinden.
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