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Die Fachhochschulen hat die WOZ nicht befragt.
FürsprecherInnen eines stärkeren Zusammengehens von Wissenschaft und Wirtschaft verweisen jeweils gerne auf die USA, wo sich die besten Universitäten der Welt befinden – wo allerdings, was seltener gesagt wird, das Niveau durchschnittlicher Unis sehr bescheiden ist. Die Situation der USA ist nur bedingt mit der Schweiz vergleichbar, weil viele der renommierten Universitäten in den USA private Institutionen sind, also keinen staatlichen Regeln unterstehen.
In den USA zumindest öffentlichBemerkenswert ist aber immerhin: 1998 hat die Novartis-Agrarsparte (die heutige Syngenta) mit der staatlichen University of California at Berkeley eine Kooperation über 25 Millionen Dollar abgeschlossen, was eine öffentliche Kontroverse auslöste. Einem Wortführer der KritikerInnen, Ignacio Chapela, wurde später eine Professur verweigert, auf die er Anspruch hatte – laut einem externen Untersuchungsbericht strafte ihn die Uni damit für seinen Widerstand ab.
Doch der Vertrag zwischen der UC Berkeley und Novartis war von Anfang an öffentlich. Im Streit, der sich darob entspann, wussten mithin alle, worüber sie stritten. In der Schweiz sind dagegen bisher nur jene Verträge öffentlich, deren Offenlegung gegen den Widerstand der jeweiligen Hochschule erkämpft wurde.
Ist es ein Skandal, wenn die Wirtschaft an öffentlichen Universitäten mitreden darf, oder ist es das Normalste der Welt? Man kann darüber streiten. Aber es ist sehr schlechter Stil, wenn man die Öffentlichkeit zuerst belügt und ihr nachher Realitätsferne vorwirft, wenn sie sich empört.
Marcel Hänggi