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Diese Grafik versucht die Beschleunigung der Innovationsdichte seit Mitte des 20 Jh. darzustellen. Die zeitliche Achse ist verzehrt dargestellt (es ist eine Mathe-Aufgabe). Trotzdem ist sichtbar, wie das Produktionsverfahren in der Kunst im direkten Zusammenhang mit der Entwicklung des Geldmarkts (Gesammtsumme der Investitionen in die Kunst) steht. Die Frage stellt sich nur noch, ob der Innovationsdruck, der in der Wirtschaft herrscht, sich irgendwann positiv auf die Liquidität der Künstler auswirkt, die unter demselben Druck stehen, aber bisher von den Investitionen ausgenommen waren. Der Realersatz durch die Öffentliche Hand kann da nicht mithalten. Das System stützt sich demnach auf intere Abmachungen oder auf die Verlagerung der Produktion in Felder mit niedrigen Löhnen (aussereuropäische Produktion oder in sich-selbst-finanzierte Zirkeln des oberen Mittelstandes). 20.08.2019
Die Ausrichtung politischer ParteienEntsprechend den Interessen ihrer Mitglieder fördern die Parteien unterschiedliche Kulturverständnisse und -konzepte. Sie repräsentieren (Anteil aktiver Wähler*innen in der Gesellschaft) in etwa 30 % der Gesellschaft. Tendenz sinkend. Eine Mehrheit der Bevölkerung hat gegenüber der klassischen Künsten ein ambivalentes bis kein Verhältnis. Es gibt ein Bewusstsein, dass die Kultur wichtig ist für das System Demokratie. Interesse zeigt die Breite der Gesellschaft nur dort, wo sie sich dafür legitimiert sieht. Im Öffentlichen Raum benutzt sie rege die meist kostenlosen Angebote und bevorzugt dann, wenn ein Rahmenprogramm mit Getränken und Food vorhanden ist und häufig ausschliesslich nur, wenn das Programm kinderfreundlich ist (Theaterspektakel).
Mitspieler, Interessengruppen und Stakeholder
Klassenkampf und ungerechte VerteilungDie Kultur wird von dem Bildungsbürgern und Bürgerräten dazu benutzt, um ihren Status Quo zu behalten oder ihre spezifischen Kulturangebote zu finanzieren. Seit den 1970igern Jahren wird gegen die Leuchttürme opponiert und teils ziemlich roh gestritten. In einem absurden Stellvertreterkrieg, der aktuell nur noch rund um die Reithalle in Bern und selten auch an der Limmat zwischen Aktivisten und Polizei stattfindet, werden seit Jahrzehnten die gleichen Standpunkte vertreten. So wie es aussieht, trifft die Polizei zurzeit in der Gesellschaft auf mehr Symphatien. Im oberen Kultursegment sind keine Einsparungen oder Verlagerungen erwirkt worden. Die Schere hat sich, gemessen an den Mitspielern, wie in der realen Welt, noch mehr geöffnet. Antagonismen werden verhindert indem man die künstlerische Tätigkeit auf das Hochschulniveau hob und damit einen Keil zwischen der Kulturschaffenden und den Arbeitnehmern getrieben hat. Ist der Klassenkampf noch eine Realität, könnte man festhalten, dass eine neue feudalistische Gesellschaftsschicht entstanden ist. In Europa ist, im Gegensatz zum amerikanischen Tellerwäscherepos, eine Blitzkarriere nur auch durch einen herausragenden Intellekt oder musisches Talent möglich. Mit dem anheben der künstlerischen Berufe auf das Hochschulnineau hat man das ökonomische Risiko dieser Karrieren reduziert, obwohl es auf der Leistungsebene des dualen Bildungssystems dafür keinen zwingenden Grund gibt. Die Absicht dahinter war vorauseilend. Es galt zu verhindern, dass die volkswirtschaftlich begründete Einführung des Grundeinkommen (unser Wirtschaftssystem kollabiert ohne Wachstum) zugunsten der Arbeitnehmern und Bedürftigen ausfällt. Die unteren Einkommensschichten verlieren damit doppelt. Sie zahlen dem feudal positionierten Nachwuchs ihrer Ausbeuter die Musestunden und werden dazu darüber belehrt, wie kleinlich sie sind, wenn sie sich über diesen Deal aufregen.
Die vielen neuen Kulturfunktionäre geniessen ihre Pfründe auf Kosten der unteren Schichten, zu der man aus einem neu-philosophischen Blickwinkel (Bazon Brock) auch die Tierwelt (Massentierhaltung) und die Natur (Klimawandel) zählen muss.
Bestätig die vorgängige Grafik hinsichtlich der Veränderung von freiem künstlerischem Schaffen zu zielorientierten Berufen innerhalb schulischer und sozialer Institutionen oder wirtschaftsnahen Bereichen, die von Politik/Wirtschaft erwünscht ist. Zusätzlich sieht man eine Überhitzung durch die Fokussierung auf jüngere Kunstschaffende. Damit einher geht eine handwerkliche Differenz, die durch die Digitalisierung und den Einsatz sozialer Medien auf einer psychologischen Ebene auf gruppendynamische Prozesse fokussiert.