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Wie Geld und Religion zusammenhängen, beschäftigt verschiedene Wissenschaftsdisziplinen seit geraumer Zeit. Bereits 1905 erschien das Buch «Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus» von Max Weber. Der Soziologe befasste sich darin mit der Frage, inwiefern protestantische Werte den Kapitalismus begünstigen. Weber behauptete, dass zwischen der Protestantischen Ethik und wirtschaftlichem Erfolg ein enger Zusammenhang bestehe.
Fast ein Jahrhundert später, genauer 2003, publizierten Robert J. Barro und Rachel M. McCleary ihre Studie «Religion and Economic Growth across Countries». Gemäss ihren Resultaten korreliert der Glaube an die Hölle positiv mit wirtschaftlichem Wachstum, Kirchgänge hingegen negativ. Die Untersuchung stützt also die These, dass bestimmte mit Religion verknüpfte Werte mit Wirtschaftserfolg zusammenhängen.
Stephen Knack und Philip Keefers haben einige Jahre zuvor nachgewiesen, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Vertrauen gibt. Letzteres ermöglicht erst, Geschäfte miteinander zu machen, was wiederum Wohlstand kreiert. Andererseits belegt eine weitere Studie, dass religiöse Erziehung und religiöse Teilnahme Vertrauen stärken. Die Zahlen variieren allerdings von Konfession zu Konfession.
Eine Untersuchung, die im Sommer 2018 veröffentlicht wurde, stellt eine andere Relation zwischen Religion und Wirtschaftsentwicklung fest. Ein Team aus Forschern der Universitäten Bristol und Tennessee zeigte anhand von Daten des gesamten 20. Jahrhunderts, dass Wirtschaftswachstum allenfalls nach der Säkularisierung einer Gesellschaft einsetzt.
Das bedeutet allerdings nicht zwingend, dass die Säkularisierung der Grund für Wirtschaftswachstum ist. Zudem erklärte Damian Ruck, der leitende Forscher, gegenüber Deutschlandfunk: «Ein Respekt gegenüber den Rechten des Individuums, und das schliesst die Rechte der Frauen ein, ist deutlich enger mit der ökonomischem Fortschritt verknüpft, als die Säkularisierung.»