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Die Reformierte Kirche Muri Sins umfasst die folgenden sechzehn politischen Gemeinden:
Abtwil, Aristau, Auw, Beinwil, Besenbüren, Boswil, Bünzen, Buttwil, Dietwil, Geltwil, Kallern, Merenschwand, Mühlau, Muri, Oberrüti, Sins.
Alle Reformierten, die in einem dieser Dörfer wohnen, gehören zu unserer Kirchgemeinde, die ca. 4’600 Mitglieder zählt.
Der Anteil der Reformierten an der Gesamtbevölkerung beträgt 12-15%.
Die Geschichte unserer Kirchgemeinde
Obwohl unser Kirchengebäude in Muri erst seit 1955 steht, gehen die Wurzeln der Gemeinde weiter zurück. Schon im 19. Jahrhundert organisierten sich die Reformierten im Freiamt in einer Genossenschaft. Gottesdienste wurden lange im Singsaal der Bezirkschule abgehalten. Die ersten Ansätze zu einer reformierten Gemeinde in Muri sind natürlich wesentlich älter, traten doch bereits zu Zwinglis und Bullingers Zeiten anno 1529 neun Freiämter Gemeinden – darunter Boswil und Bünzen – zum reformierten Glauben über. Auch in Muri wurde nach einem Zürcher Prediger verlangt, was aber nach der Niederlage der Protestanten und Zwinglis Tod im zweiten Kappelerkrieg 1531 hinfällig wurde: der katholische Glaube gewann im Freiamt für die nächsten dreihundert Jahre wieder Oberhand.
Im 19. Jahrhundert jedoch schwappte die Befreiungswelle der Französischen Revolution und der damit zusammenhängenden Industrialisierung auch ins Freiamt über, das Kloster in Muri wurde 1841 aufgehoben, eine Durchmischung der bis anhin streng getrennten Gemeinden wurde möglich, eine kleine Diaspora entstand. Noch musste man aber für den Gottesdienst-Besuch in den Nachbarkanton Zürich reisen.
Anno 1887 wurde der erste reformierte Gottesdienst in der Pflegeanstalt Muri abgehalten, die jedoch nach zwei Jahren durch einen Brand zerstört wurde. 1894 gründeten etwa 150 wackere Glaubensgenossen dann die „Reformierte Genossenschaft Muri und Umgebung“, die zu einer tragfähigen Gemeinschaft wurde und 1938 erstmals einen eigenen Pfarrer wählte.
Ab 1955 dann konnte sich die reformierte Glaubensgemeinschaft erstmals in ihrer eigenen Kirche versammeln, im Jahre 1960 wurde aus der kleinen Gemeinschaft eine Kirchgemeinde mit Steuerrecht. Ein Bazar, der von der Bevölkerung mit grossen Einsatz durchgeführt wurde, ermöglichte den Kauf der Orgel. Die Chorwand wurde 1994 von der Luzerner Künstlerin Irma Ineichen gestaltet.
Auf der Homepage der Reformierten Landeskirche Aargau finden sich ausführliche Beschreibungen der 90 Reformierten Kirchen im Aargau, so auch von unserer Kirche in Muri: weiterlesen
Glockenaufzug am 2. September 1955 Bilder: Murikultur Stenz-Archiv