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Cuchi Corral - Rio Pintos - San Marcos Sierra

Vom Ausgangspunkt La Cumbre startet man auf den Ausflug zum Cuchi Corral und Rio Pintos. Man nimmt die alte Strasse von La Cumbre in Richtung Ruta Nacaional 38. Hier quert man über die Hauptstrasse.
Der Cuchi Corral, vor allem sein Aussichtspunkt der Mirador ist seit 1941 ein historisches Monument. Cuchi Corral heisst Schweinepferch und hat durch seine hervorragende Lage als Beobachtungsposten den Indianern, den Comenchingones als heiliger Berg gedient. Von hier aus konnte jeglicher Verkehr von Cruz del Eje am Rio Pintos entlang beobachtet werden. Die Strasse durch die Schlucht herauf war der einzige Verbindungsweg auf die Hochebene.
Am Cuchi wurden Zeremonien gefeiert, um die Mutter Erde oder die Sonne zu verehren. Hier betranken sich die Indianer mit einer Art Bier, um dann in Trance zu fallen und ihre Rituale zu feiern.
Die antike Estancia am Cuchi Corral ist ebenfalls ein historisches Monument, jedoch leider nicht für Besucher geöffnet. Im noch heute erhaltenen Corral, der mit Steinmauern begrenzt ist, wurden Maultiere gehalten. Die Jesuiten, die in der ganzen Provinz eine Reihe von Estancias und Kirchen gebaut haben, benötigten diese Maultiere zum Transport ihrer Güter bis nach Peru und tauschten diese Waren gegen Gold.
Auf Grund eines Erlasses des Königs Carlos III von Spanien wurden die Jesuiten aus Argentinien vertrieben. Die Spanier glaubten das Gold der Jesuiten auf den Estancias zu finden. Was sie fanden, waren jedoch nur noch Möbel und Tiere. Der Schatz blieb bis heute verschwunden. Die Legende besagt, dass die Jesuiten ihr Gold in der Nähe des Cuchi Corrals versteckt haben.
Am höchsten Punkt dieser Staubstrasse öffnet man ein Gatter, um entweder dem Weg zum Rio Pintos zu folgen oder rechts auf den Mirador abzubiegen. Hier schlängelt sich eine Naturstrasse noch weitere 2 km hoch. Je nach Witterung ist man hier froh, ein 4-Rad angetriebenes Auto zu haben, das sich mit einer hohen Bodenfreiheit den Weg nach oben bahnt.
Der Aussichtspunkt ist heute der Startplatz der Gleitschirmpiloten oder Deltapiloten. Bei Nord- oder Nordwestwind hat man die idealen Bedingungen. Der Höhenunterschied zum Rio Pintos, wo sich auch ein grosser Landeplatz befindet, beträgt 400 m. Bei idealen Flugbedingungen herrscht hier ein buntes Treiben. Jeder bringt seine Verpflegung selber mit, da es hier kein Restaurant oder Bar gibt.
Bei Sonnenuntergang finden nur noch wenige Leute den Weg zum Mirador. Dann kehrt hier Ruhe ein und Pferde kommen auf den Cuchi zum Weiden. Ein Sonnenuntergang am Cuchi und der darüber glitzernde Sternenhimmel verleihen diesem Ort dann einen sehr romantischen Anstrich.
Uns jedoch ist langsam die Sonne etwas zu warm hier oben und der Fluss unterhalb verlockt mit seinem erfrischenden Nass zu einem Bad. Also, wir machen uns auf die Fahrt durch die Schlucht zum Rio Pintos. Seit der Saison 2001 hat die Gemeinde La Cumbre beschlossen, die Staubstrasse etwas zu verbessern. Gegenüber von früher ist es heute fast eine „Autobahn“, denken wir, bis wir am letzten Drittel stehen. Alle Bemühungen hier die Natur zu besänftigen, dass auch „normale“ Autos passieren können, wird vom Rio und vom Regen immer wieder zunichte gemacht. Wer hier jedoch seinen Spass hat, das sind die Enduro-Fahrer. Mit ihren Motorrädern können sie Flussquerungen und steinige Abschnitte richtig geniessen.
Wer zum Rio Pintos geht und keine Badehose im Gepäck hat, ist selber schuld. Der Fluss hat natürliche Badewannen, das Wasser ist sehr sauber, sogar trinkbar und warm. Wer sich die Mühe macht und dem Flusslauf ein wenig folgt, findet Sandstrände und Buchten, sanfte Stromschnellen oder grosse sonnenbeschienene Steine, die aus dem Wasser ragen. Nur leider ist es an den Wochenenden in der Hauptsaison ein Ausflugsziel der ganzen Umgebung. Dann sieht man auch die Spuren der Zivilisation an den lauschigsten Plätzen.
Wer der Naturstrasse weiter folgt, zu Fuss, mit dem Motorrad oder dem Auto, der kommt nach der Flussquerung an einen alten Friedhof. Die Jahreszahlen auf den Grabsteinen sind nicht mehr alle zu erkennen. Etwa zwei Kilometer vom „Badeort“ entfernt hat Pastor Justo Olmos 1924 eine Kapelle gebaut. In ihrem Inneren hängt ein Christusbild des berühmten Malers Emilio Caraffa.
Wer genug vom Baden hat und auch nicht auf dem gleichen Weg durch die Schlucht zurück möchte, der folgt der Naturstrasse. Auf der rechten Seite erhebt sich die Bergkette, auf der linken Seite sind nur noch sanfte Hügelchen. Man fährt hier durch verschiedene Bäche, öffnet hin und wieder weitere Gatter, um dann nach 27 km ins heutige San Marcos Sierra einzufahren. San Marcos Sierra hiess früher Tay Pichín, was soviel wie schönes Dorf bedeutet.
In San Marcos Sierra hat auch heute keine asphaltierten Strassen. In den 60er Jahren haben sich hier viele Studenten und Aussteiger getroffen, so dass auch jetzt noch ein gewisser Hauch der Hippie-Generation haften geblieben ist.
Wer sich von hier aus auf den Heimweg nach La Cumbre macht, fährt in Richtung Capilla del Monte und von dort aus auf der Ruta Nacional 38 die restlichen Kilometer nach Hause.
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