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Die Afrikanische Union steht dem am Freitag von Russland und der Ukraine unterzeichneten Abkommen positiv gegenüber, das es ukrainischen Frachtschiffen ermöglichen wird, wieder Getreide durch das Schwarze Meer zu transportieren. Der afrikanische Kontinent ist in Bezug auf seine Ernährungssicherheit stark von Russland und der Ukraine abhängig, die zusammen als Kornkammer Europas bezeichnet werden.
Das Abkommen ermöglicht es beiden Ländern, trotz ihres Krieges den Export von Getreide aus ukrainischen Häfen über das Schwarze Meer zu garantieren. Die beiden Länder produzieren zusammen etwa 30 Prozent der weltweiten Weizenexporte.
In einer Erklärung spricht die Union von einer „willkommenen Entwicklung“ für Afrika. Der Kontinent ist aufgrund des Krieges in der Ukraine auch einem erhöhten Risiko einer Nahrungsmittelkrise ausgesetzt.
Die Regierung des Tschad hatte Anfang Juni den Ausnahmezustand ausgerufen. Das afrikanische Land entschied sich dafür, weil es aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine nicht genug Weizen importieren konnte.
Der Präsident der Afrikanischen Union, Macky Sall, sprach zuvor mit Präsident Wladimir Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj über die drohende Nahrungsmittelknappheit und die Wiederaufnahme der Getreideexporte. In Brüssel betonte er auch die Bedeutung der Sicherung der Lebensmittelversorgung.
Die Vereinten Nationen planen die Einrichtung eines Koordinierungszentrums in Istanbul. Dort werden UN-Mitarbeiter zusammen mit Gesandten aus der Ukraine, Russland und dem Gastland Türkei den Getreideexport über das Schwarze Meer überwachen und die Ladung der beteiligten Schiffe inspizieren.
In der Erklärung zum Getreideabkommen fordert die Union auch einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine. Die Organisation Afrikanischer Nationen bekräftigt auch ihren früheren Aufruf an Moskau und Kiew, Friedensverhandlungen unter Aufsicht der Vereinten Nationen aufzunehmen.