Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03265.jsonl.gz/2530

Der Sohn eines Bauers wurde in Places geboren, den Häusern oberhalb von Le Pont, am Rande der Strasse die das Dorf mit Pétra-Félix verbindet. Er war dazu bestimmt, den Familienbetrieb zu übernehmen. Aber sehr jung schon war er von der Malerei angezogen und malte sein erstes Werk im Alter von vierzehn Jahren. Es handelt sich um ein Ölbild welches als Thema die Familie hat. Die Kulisse besteht aus der Ansicht der Vorderseite seines Geburtshauses welches Tell im Verlauf seiner ganzen Karriere immer wieder malen wird.
Nachdem er das zwanzigste Lebensjahr erreicht hat, verlässt Tell das Vaterhaus immer wieder, um sich auf die Suche nach Kunst zu machen. Il besucht verschieden Akademien, unter anderem die in Lausanne und Paris. Er reist viel. Er kehrt von Zeit zu Zeit in das Haus seiner Eltern zurück, um ihnen bei der Ernte zu helfen. Aber trotzdem ist sein Weg schon gezeichnet, er wird Maler werden.
Tell Rochat, der ledig bleiben wird, wird sich völlig seiner Leidenschaft widmen. Er hat Diabetes. Diese Krankheit behindert ihn. Das Klima im Vallée de Joux stellt sich als zu schwer zu ertragen für ihn. Aus diesem Grund kauft er sich ein Haus in der Ebene, in Villars-sous-Yens.
Bis anhin war sein Werk vor allem durch die Orte inspiriert, die er auf seinen zahlreichen Reisen entdeckt hatte, aber auch durch das Vallée de Joux, das er nie vergessen wird und das er in verschiedenen Formen wiedergeben wird. Er verspürt später aber er eine unwiderstehliche Anziehungskraft für seine neue Adoptivheimat. Als Folge davon wird er zahlreiche Bilder der Jurafusskette malen, deren sanfte Linien seinem Stil entsprechen. Er glänzt vor allem darin, die reifen Weizenfelder zum Zeitpunkt der Ernte zu malen, mit diesen berühmten "Garben" in welche die Weizenbüschel auf den Feldern gebunden werden. Er zeigt dort einen meisterlichen Pinselstrich, ähnlich dessen von Van Gogh. In seiner Sammlung gibt es wahre Kunststücke.
Tell Rochat stellte regelmässig aus. Er tat dies unter anderen im grossen Saal seines Dorfes, wo er einigen Erfolg erntete. Die Kritiken, die nicht von den Mengen seiner Bewunderer verfasst wurden, sondern von Journalisten, waren hingegen nicht immer zu seinem Vorteil, da sie einige Mühe hatten, die Tiefe seiner Werke zu verstehen. Sein Werk war sicherlich unregelmässig, umfasst aber trotzdem eine Gesamtanzahl von über 700 Bildern, wahre Schmuckstücke.
Tell glänzte auch im Porträt malen. In dem, mehr noch als für den Rest seiner Produktion, zeigte er sich als grosser Meister. Seine Selbstbildnisse sind immer wunderschön, die der Personen, die ihm nahe standen, voll Zärtlichkeit. Man verspürt bei ihm und seiner Art einen gewissen Einfluss von Cézanne.
Er starb ohne zu wissen, dass die Liebhaber seiner Kunst ihn niemals vergessen würden.