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Abwasserreinigung Schritt für Schritt
Dieser Ablauf zeigt die verschiedenen Etappen, die das Abwasser in der ARA durchläuft, bevor es gereinigt in die Aare fliesst.
Das Abwasser fliesst von den Gemeinden über Kanäle ins Einlaufhebewerk. Mit 6 Exzenterschnecken wird das Abwasser auf eine Höhe von rund 5.6 m befördert damit es die Anlagen anschliessend im freien Gefälle durchfliessen kann.
Vom Einlaufhebewerk gelangt das Abwasser zu den Rechen. Diese entnehmen dem Wasser alle Stoffe, die grösser sind als 6mm.
Dieses Rechengut wird gewaschen und entwässert. So aufbereitet geht es zur Müve, die es thermisch verwertet.
Das vom Rechengut befreite Abwasser wird in den Sand-/Ölfang geleitet. Hier sinkt der Sand zu Boden und wird in den Sandwäscher gefördert.
Nach der Sandwäsche ist er sauber genug, um als Baustoff verwendet oder in einer Deponie abgelagert zu werden.
Öl und Fett schwimmen an die Wasseroberfläche. Dort werden sie abgeschöpft und gelangen in die Schlammvorbehandlung.
Vom Sand-/Ölfang fliesst das Abwasser in die Vorklärbecken. Hier sinken die verbliebenen ungelösten Stoffe zu Boden oder steigen an die Oberfläche. Anschliessend werden sie entnommen und der Schlammvorbehandlung zugeführt.
Das Phosphat wird mit Hilfe von chemischen Zusatzstoffen gefällt.
Die Belüftungsbecken sind von unzähligen Mikroorganismen (z.B. Bakterien) bevölkert, die mit Sauerstoff versorgt werden. Diese «natürlichen Helfer» ernähren sich von den gelösten Schmutzstoffen, die jetzt noch im Abwasser enthalten sind und bauen sie so ab.
Die Mikroorganismen verbinden sich zu so genannten Belebtschlammflocken. Diese schweben frei in den Becken und entziehen mit Zusatz von Eisensulfat dem Abwasser den Phosphor.
Das Gemisch aus gereinigtem Abwasser und Belebtschlamm gelangt in die Nachklärbecken. Hier wird es getrennt: Der Schlamm sinkt zu Boden, wird abgesaugt und in den Einlauf der Belüftungsbecken gepumpt.
Die Flocken werden so mehrmals in den Belüftungsbecken «gefüttert». Dadurch entsteht immer mehr Schlamm.
In den Nachklärbecken kann nur eine begrenzte Schlammmenge abgetrennt werden. Ein Teil davon wird deshalb als Überschussschlamm in die Schlammvorbehandlung gepumpt.
Das gereinigte Abwasser wird nach dem Durchlauf der Nachklärbecken in die Aare geleitet.
Sämtliche Schlämme werden gemischt und unter Druck gesiebt. Dies bewirkt, dass die Qualität konstant ist und allfällige Fremdstoffe (z.B. Haare) entfernt sind. Jetzt wird der dünne Schlamm mit Entwässerungsmaschinen vorentwässert.
Der Schlamm gelangt nun in beheizte Behälter. In diesen luftdichten Faulräumen zersetzen Bakterien einen Teil des Schlamms in Gas. Das Gas gelangt in den Gasspeicher.
Nach dem Zwischenstapeln in den Eindickern wird der Schlamm in einer Zentrifuge entwässert und anschliessend getrocknet. Die nötige Wärme für das Trocknen liefert das Verbrennen des Faulgases aus dem Gasspeicher.
Der getrocknete Klärschlamm wird als Brennstoffersatz in einem Zementwerk eingesetzt.
Bei den verschiedenen Prozessen und vor allem bei der Schlammvorbehandlung entstehen unangenehme Gerüche. Sämtliche belastete Luft wird deshalb gezielt abgesaugt und in einen Biofilter geleitet. Hier wird sie mit Hilfe von Bakterien gereinigt, bevor sie geruchlos zurück in die Umgebung gelangt.
Im Gasspeicher wird das in den Faultürmen hergestellte Gas gespeichert.
Hier wird das Gas in Strom und Wärme umgewandelt.
Die Abwärme der Mikrogasturbine wird hier für die Heizung von Anlagenteilen der Kläranlage verwendet
Der Klärschlamm wird der ST Biel-Seeland AG geliefert. Dort wird der Klärschlamm entwässert und getrocknet. Das getrocknete Granulat wird danach der Zementindustrie als Brennstoffersatz geliefert.