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II. Jahresbericht des Club 1866-67
Jahresbericht des Club
Ton M Ulrich.
ri '.
Bericht
des Centralcomite des Schweizer-Alpenclubs
über die Geschäftsführung vorn 1. November
1866 bis 31. Juli 1867.
JNach 9 der Statuten hat das Centralcomite der Generalversammlung einen kurzen Jahresbericht über seine Geschäftsleitung vorzulegen. Derselbe erstrekt sich dieses Mal bloss über neun Monate, da die Geschäftsleitung erst unterm 1. November 1866 an das neue Centralcomite, das in St. Gallen für die nächsten drei Jahre nach Zürich verlegt wurde, überging. Unterm 31. Oktober 1866 traf das Archiv des Clubs in bester Ordnung von St. Gallen ein, und unterm 16. November 1866 wurde in einem Circulare an sämmtliche Clubgenossen die Uebernahme und Constituirung des Centralcomite berichtet.
Das Centralcomite hatte seine Verrichtungen mit einer etwas schwierigen Aufgabe zu beginnen.
Das in St. Gallen erneuerte Redaktionscomité weigerte sich nämlich, seine Verrichtungen ferner fortzusetzen, mündliche Verhandlungen des Präsidiums in Bern führten zu keinem Erfolg. Es war daher Sache des Centralcomite, sich nach einem Redaktor für die nächsten drei Jahre umzusehen, der glücklicher Weise sich in der Person des Herrn Professor Theobald in Chur finden liess. An Stellvertretung für das laufende Jahr konnte nicht gedacht werden, sondera es handelte sich sogleich um die definitive " Wahl.
Eine Versammlung der Abgeordneten bloss zu diesem Zwecke hätte schwerlich zu Stande gebracht werden können, und wurde daher der Ausweg ergriffen, die sämmtlichen Sektionen zur Wahl aufzufordern, und bis Ende des Jahres 1866 konnte Herrn Theobald berichtet werden, dass er von allen Sektionen mit Acclamation zum Redaktor für die nächsten drei Jahre erwählt worden sei.
Mit der Wahl des Redaktors steht die Abfassung des Vertrages betreffend die Herausgabe des Jahrbuches für die nächsten drei Jahre in genauer Verbindung. Die bisherige Verlagshandlung Schmid ( Dalp ) in Bern mit Herrn Georg ( Neukirch ) in Basel waren zur Uebernahme bereit. Es wäre nach 16 der Statuten Sache der Redaktion gewesen, mit einer Buchhandlung einen Vertrag abzuschliessen, unter Genehmigung und Unterzeichnung des Centralcomite. Der Redaktor, Herr Theobald, ersuchte aber den Centralpräsidenten, die Sache von sich aus an die Hand zu nehmen, und so wurde im Februar 1867 unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Lindt der Vertrag abgeschlossen, vom Centralcomite den 26. Februar 1867 genehmigt und von den drei verschiedenen Partheien unterzeichnet. Derselbe lautet im Wesentlichen wie der frühere Vertrag.
An diese Verhandlungen schloss sich nun der Vertrag liber den Verlag der französischen Uebersetzung mit denselben beiden Buchhandlungen in Bern und Basel an, wobei die drei Romanischen Sektionen von Genf, Waadt und Wallis in Mitwirkung kamen, dagegen die Redaktion sich ferne hielt. Es bedurfte mannigfacher Unterhandlungen bis auch dieser Vertrag zu Stande kam, zumal die Romanischen Sektionen in pleno darüber beriethen, was natürlich den Abschluss verzögern musste. Doch konnte auch dieser Vertrag unterm 19. Mai 1867 vom Centralcomité genehmigt werden.
Ein anderer Kreis der Thätigkeit des Centralcomite bezieht sich auf das Exkursionsgebiet und die Exkursionskarten. Für das Jahr 1866 wurde seiner Zeit die Gebirgsgruppe zwischen dem Grand Combin und dem Mont Colon bestimmt, und von der Sektion St. Gallen, die für dieses Jahr die Oberleitung hatte, ein einlässliches Itinerarium ausge- arbeitet. Die Witterung des Jahres war aber so ungünstig gewesen, dass in St. Gallen in der Generalversammlung beschlossen wurde, dasselbe Exkursionsgebiet auch für 1867 festzusetzen. Die Exkursionskarte bestand für 1866 nur in einem Blatte, der Hintergrund des Bagne, Heremence und Arol-lathathales umfassend. Gegen Norden hatte dasselbe keinen bestimmten Abschluss, und auch der Grand Combin musste dem Titel weichen. Das Centralcomite in Zürich fand es daher angemessen, die Exkursionskarte für 1867 mit einem genau sich anschliessenden Blatt gegen Norden bis zur Rhone hin zu vergrössern, den Titel auf die Westseite des obern Blattes zu verlegen und dem Grand Combin sein Recht zu Theil werden zu lassen.
Es ist nun das ganze Eringer, Heremence und Nendaz- thal nebst dem hintern Theile des Bagnethales in dieser Exkursionskarte von zwei Blättern enthalten, und nur zu wünschen, dass der Sommer von 1867 die Exkursions-, fahrten in diesem höchst interessanten Gebiete mehr begünstigen möge, als der von 1866.
In St. Gallen wurde ferner beschlossen, künftig das Exkursionsgebiet für je das zweite Jahr festzusetzen, und für den Sommer von 1868 das Exkursionsgebiet vom Mont Colon bis zum Lyskamm, das Einfisch-, Turtmann- und Nicolaithal enthaltend, bestimmt. Die Exkursionskarte für dieses Gebiet soll ebenfalls in zwei Blättern, die Rhone als.
Nordgrenze, angefertigt werden, und ist bereits in Arbeit genommen, so dass sie im Frühjahr 1868 den Mitgliedern des Clubs bereit liegen wird. Diese zwei Blätter werden sich genau an die von 1867 anschliessen.
Damit ist aber die Aufgabe des Alpenclubs, ein vollständiges Bild der Gebirgswelt des Südwallis zu geben, und dieses Gebiet genau zu durchforschen, noch nicht gelöst. Es bedarf noch der Ergänzung gegen Westen und Osten.
Es wird daher vom Centralcomite in dieser Richtung noch ein doppelter Vorschlag gemacht werden.
Vorerst der: die Westseite am Col de Balme bis zum Grand Combin, das Ferret-, Entremont- und Bagnethal enthaltend, in zwei Blättern ebenfalls auf das Jahr 1868 erscheinen zu lassen. Die Kosten, circa 1000 Fr., lassen sich damit rechtfertigen, dass für 1867 keine neue Exkursionskarte angefertigt werden musste, sondern bloss eine Ergänzung zu der von 1866.
Für 1869 wird dann als Exkursionsgebiet die Gebirgsgruppe vom Lyskamm bis zum Monte Leone, das Saasthal und den Simplonpass einschliessend, vorgeschlagen.
So erhalten wir in dem Zeitraum von drei, oder wenn man 1866 auch noch dazu rechnet, von vier Jahren im Maasstabe von 50,000 in acht gleich grossen Blättern von 32 Min. Breite und 47 Min. Höhe, das erste Blatt wegen des Velan einige Minuten höher, in Curvenmanier bearbeitet, einen Ueberblick über die grossartige Gebirgswelt des südlichen Wallis, der nicht bloss für die Zwecke des Alpenclubs, sondern auch in viele andere Gebiete hinein vorzügliche Dienste leisten kann, und dem Alpenclub zur Ehre gereichen wird. Um von diesen Blättern stets Abzüge machen und Verbesserungen darin anbringen zu können, wurden vom Centralcomite die Lithographie-Steine angekauft und bleiben Eigenthum des Club.
Auch in einer dritten Richtung war das Centralcomite thätig, in der Subventionirung besonderer Unternehmungen. Es gelangten mehrere Gesuche in dieser Beziehung an uns, die alle berücksichtigt wurden.
Vorerst wurde für die Silvrettahütte, die 1865 bereits einen Beitrag von 600 Fr. erhalten hatte, von der Sektion Rhätia ein weiterer Beitrag von 67 % Fr. gewünscht, und bewilligt, um in derselben noch einige Ergänzungsarbeiten vorzunehmen. Sie soll den letzten Winter gut bestanden haben, wie die öffentlichen Blätter melden.
Die Section Tödi gelangte ebenfalls mit einem Gesuche an das Centralcomite. Diese hatte im Jahr 1863 auf dem Grünhorn am Wege auf den Tödi eine geräumige Clubhütte errichtet, und von der Centralcassa in drei Beiträgen 946 Fr. erhalten. Es handelte sich nun um Errichtung einer Schirmhütte im Steinthäli am Fusse des Rüchen Glärnisch. deren Gesammtkosten auf 400 Fr. berechnet wurden. Das Centralcomite bewilligte dazu 200 Fr.
Auch die Sektion Bern wünschte neben der alten Hütte im Triftgebiet, für welche 1864 vom Verein 150 Fr. beigetragen wurden, eine neue steinerne Hütte, deren Gesammtkosten auf 867 Fr. berechnet wurden, zu errichten, und erhielt vom Centralcomite die Zusicherung von 500 Fr. Die alte Hütte, wenn sie den Winter glücklich überstanden hat, soll daneben fortbestehen zur Unterbringung der Führer und Vorräthe.
Endlich hat die Sektion Pilatus ein Relief des Pilatus anfertigen lassen, dessen Gesammtkosten sich auf circa 300 Fr. belaufen werden. Das Centralcomite hat 150 Fr. daran bewilligt, unter der Voraussetzung, dass dasselbe den Mitgliedern des Alpenclubs leicht zugänglich sei.
Alle diese Subventionirungen sind jedoch erst beschlossen, die Auslagen werden in der künftigen Rechnung erscheinen, da bis jetzt keine Rechnungen eingeliefert worden sind.
In dieses Gebiet gehören auch zwei Privatunternehmungen, die das Centralcomite freudig begrüsst.
Herr Statthalter Studer in Bern hat nämlich ein Verzeichniss der ersten Ersteigung von Berggipfeln von 12,000 Fuss Höhe und darüber in Arbeit, und Herr Direktor Szadrowsky in Chur ist vom Centralcomite veranlasst worden, ein alphabetisches Register der Romanischen und Ladinischen Orts- und Berg-Namen nach ihrer Bedeutung und richtigen Schreibart anzufertigen, das jedoch längere Zeit in Anspruch nehmen wird. Beide Arbeiten werden je nach dem Umfang den sie gewinnen, entweder selbstständig erscheinen, oder Beiträge für das Jahrbuch liefern.
Neben diesen Aufgaben von grösserer Bedeutung hat das Centralcomite unter gütiger Mitwirkung des Herrn Bernus, Präsidenten der Sektion Diablerets, eine französische Ausgabe der Statuten, und von der französischen Uebersetzung der Beobachtungsnotizen, welche die Sektion Genf veranstalten liess, eine Anzahl Exemplare für die neuen Mitglieder der Romanischen Sektionen anfertigen und an die Mitglieder des Alpenclubs unterm 31. Mai 1867 ein revidirtes Verzeichniss der Mitglieder, und eine Uebersicht der vier ersten Rechnungen des Alpenclubs vertheilen lassen, wobei zu bemerken ist, dass in der vierten Rechnung unter den Einnahmen bei dem Titel Zinse 13 Fr. statt 31 Fr. zu lesen ist, welche Zahlenverschiebung leider bei der Correktur übersehen wurde.
Die Imfangersammlung im Betrage von 1113 Fr. mit Ausschluss von 800 Fr., welche die Sektion Basel für sich kapitalisirt hat, wurde seiner Zeit von der Sektion Rhätia an das Centralcomite laut Beschluss der Generalversammlung Jahresbericht
in St. Gallen abgeliefert, und von demselben bei einem soliden Institute an Zins gelegt.
Somit ist das Centralcomite zum Schlüsse seiner Berichterstattung gelangt. Ueber die Geschäftsführung ist Folgendes zu bemerken. Das Centralcomite hat nur zwei Sitzungen gehalten, zur Abfassung des Antrittcirculars, und der Festsetzung der Tranktanden für die Abgeordnetenversammlung und die Generalversammlung. In der Zwischenzeit wurden die Geschäfte entweder circulariter oder durch Präsidialverfügungen erledigt und letztere in der 2. Sitzung bestätigt.
Indem das Centralcomite diesen Bericht Ihrer wohlwollenden Prüfung unterbreitet, theilt es Ihnen noch die Resultate der fünften Rechnung vom 1. September 1866 bis 31. Juli 1867 in kurzem Ueberblick mit.
Zürich, den 27. Juni 1867.
Namens des Centralcomite des Schweizer-Alpenclub:
Melch. Ulrich, Professor, Centralpräsident.
1 - I OK a*fc.,... « ju.i.,
*»* w-,. Schweizer Alpen-Club.
Fünft« » Jahresrechnung
des Schweizer Alpen-Clubs
1. September 1866 bis 31. Juli 1867
von J. Siegfried-Bürgi in Zürich.
Einnahmen.
1. Uebertrag voriger Rechnung
2. Jahrgeld von 760 Mitgliedern à 5 Fr.
3. Eintrittsgeld von 140 Mitgliedern à 5 Fr......
4. Clubzeichen
5. Jahrbuch 2. Band 1865..
6. Excursionskarte 1866 19 Fr. 1867 18 Fr
7. Zinse.....
8. Verschiedenes
Summa der Einnahmen
Ausgaben.
1. Clubzeichen
2. Druck und Bureauspesen.
3. Excursionskarte 1865 Nachtrag 195 Fr. 1867 1302 Fr. 80 Rp
4. Clubhütten, Medels 115 Fr., Silvretta 67 Fr. 48 Rp..
5. Porti etc
6. Verschiedenes
Uebertrag auf 1867/68 Uebertrag auf 1867.
Vorschlag:
Franken.
Rappen.
Franken. 5251
30
3800
700 20 98
37
157
12
30
80 30
4825
40
10076
70
256 647
30 95
1497
182 126 106
80
48 50 60
2817
63
7259 5251
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2007
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Fahrten im Clubgebiet.
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