Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03635.jsonl.gz/834

Was bedeutet für dich Glück und Zufriedenheit? Bist du glücklich und zufrieden? Jetzt, in diesem Moment? Oft denken wir, wenn das oder jenes eintrifft, wenn sich das oder jenes erfüllt, dann werde ich glücklich und zufrieden sein. Wenn unser Traum in Erfüllung gegangen ist. Ist das so? Sind wir glücklich, wenn wir erreicht haben, wonach wir strebten? Ja, vielleicht. Und wenn das Glücksgefühl anhält, umso besser. Doch in unserer Gesellschaft ist es leider eher so, dass die Zufriedenheit und das Glück von kurzer Dauer sind, denn wir wollen immer mehr. Unsere Wünsche, Bedürfnisse und Träume wachsen, wir streben nach Grösserem, nach Besserem. Und wenn sich dann dieses oder jenes erfüllt hat, ja, dann werde ich glücklich und zufrieden sein…
Warum nur fällt es uns so schwer, den Augenblick zu geniessen, unser Glück bewusst wahrzunehmen, zu schätzen, was wir haben, zu erkennen, wie reich wir sind. Auch ohne materiellen Reichtum. Oder gerade deswegen.
Das Gute ist, dass Zufriedenheit wie ein Muskel ist, den wir trainieren können. Indem du dir Zeit nimmst, den Augenblick wahrzunehmen und achtsam zu sein. So kannst du Glück spüren und dich in deiner Zufriedenheit stärken.
In der folgenden Geschichte erklärt ein alter Zen-Meister auf schlichte Weise, was Achtsamkeit bedeutet.
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zen-Meister.
„Meister", fragte einer von ihnen „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Ich wäre auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden betrachtend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr, wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen - nicht messbaren - Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein." - nach einer zen-buddhistischen Parabel
Ich ermutige dich, lebe den Augenblick, stärke deine Zufriedenheit und sei achtsam. Denn dieser Augenblick kommt nicht wieder.