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|Degustation Weine aus den Hügeln von Imola (Romagna) mit
Vittorio und Roberta Navachia, Tre Monti, Imola, zusammen mit
Martin Riedi und Vinoteca Martino,

Samstag, 16. Dezember 2006, Hotel Spitzhorn Saanen
Degustierte Weine
Tre Monti
Das Weingut Tre Monti wurde in den frühen 60er-Jahren von Sergio Navachia, mit der Unterstützung seiner Frau Thea, gegründet. Lange Zeit war sie die wahre Antriebskraft des Weinguts, bis sie leider im Jahre 1989 verstarb.
In den frühen 80er Jahren brach eine wahre Revolution aus, die im Weinberg begann und im Weinkeller fortgeführt wurde. Es wurde begonnen mit den besten italienischen Oenologen zusammenzuarbeiten: Zuerst mit dem noch sehr jungen Francesco Spagnoli in den frühen 80er Jahren, darauf folgend mit Vittorio Fiore und schliesslich mit Donato Lanati, dessen Anweisungen von fundamentaler Bedeutung für das Wachstum des Weinguts waren. All dies wurde mit grossem Enthusiasmus von Vittorio und David, gemeinsam mit ihrem Vater Sergio, geleitet.
Der Wille und die Hingabe zu wachsen, haben dazu geführt, dass die Arbeiten im Weinberg Jahr für Jahr vorangetrieben wurden, was die notwendige Grundlage gebildet hat, um das Terroir auf bestmögliche Weise zu interpretieren. Das Terroir ist hier im weiteren Sinne gemeint und umfasst nicht nur die Zusamensetzung der Böden, die klimatischen Bedingungen und das Ausmass der Sonneneinstrahlung, sondern auch die Denkweise und das Verhalten der Menschen, die hier seit Generationen leben und somit ein einzigartiges Umfeld schaffen.
Weinkellerei im Herzen von Imola
Die Kellerei ist im Herzen des Landgutes von Imola angesiedelt. Hier findet auch die Weinerzeugung statt, bei der ausnahmslos Trauben aus eigenem Anbau verwendet werden. Alle Weinreben werden nach der Methode des integrierten Pflanzenschutzes kultiviert, welche eine Anpflanzung von Grasstreifen zwischen den einzelnen Rebreihen vorsieht und den Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln auf ein gesundes Mass reduziert. Auch die Arbeit im Weinkeller, welcher mit Vittorio Navachia seinen erfahrenen und talentierten Meister gefunden hat, ist beschränkt auf die notwendigen Eingriffe. All dem gilt der Respekt gegenüber den Trauben und insbesondere gegenüber dem jeweiligen Jahrgang, der nicht nur das Endprodukt, sondern auch all die Umstände, die zu dessen Entstehung geführt haben, voll zum Ausdruck bringt.
Landgüter auf den Hügeln um Imola und um Forli
Das Weingut besteht aus insgesamt zwei Landgütern, eines auf den Hügeln um Imola und das andere auf den Hügeln um Forli. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche erstreckt sich über etwa 55 Hektar, welche ausschliesslich mit Weinreben bepflanzt ist. Das Landgut von Imola, im Herzen dessen sich auch die Kellerei befindet, liegt im Gebiet „Tre Monti“, auf den ersten Hügeln von Imola, auf einer Höhe von circa 100 Metern über dem Meeresspiegel, mit einer Fläche von circa 30 Hektar, die ausnahmslos dem Weinanbau gewidmet ist. Die Ausrichtung der Weinberge ist Richtung Süd-Südost. Die Böden bestehen überwiegend aus Sandstein, Ton und Kies und sind charakterisiert durch eine grosse Dichte. Eine Bodenprobe hat bestätigt, was jahrelange Erfahrung bereits gezeigt hat: Die besondere Position der Böden um Imola und deren Zusammensetzung schaffen die optimalen Voraussetzungen für den Anbau von weissen Trauben.
Mikrokosmos im Valle del Rio Sanguinario und der Romagna Ebene
Das Mikroklima des Valle del Rio Sanguinario ist geprägt durch einen hohen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht, was besonders wichtig bei Weissweinen ist und zu der Entstehung von Aromen führt. Das Landgut von Petrignone, welches sich über circa 25 Hektar erstreckt, erfreut sich einer wunderschönen Position auf den Hügeln um Forli und liegt auf einer Terrasse auf der Romagna Ebene, auf einer Höhe von 150 Metern über dem Meeresspiegel. Sämtliche Weinberge sind gegen Süden gerichtet. Die Böden bestehen aus Sand und sind durchzogen von Kieselsteinen. Man kann in der Tat von einem wahren Mikrokosmos an verschiedenen Bodentypen sprechen. Die sehr unterschiedliche Zusammensetzung der Böden hat es daher notwendig gemacht, den Grund des Weinguts, je nach unterschiedlichen Gegebenheiten, in verschiedene Unterzonen aufzuteilen.Die genaue Kenntnis der Böden hat es ermöglicht, die jeweils am besten geeigneten Rebsorten anzupflanzen und somit ihre Besonderheiten speziell zum Ausdruck zu bringen. Das Resultat sind Trauben einer hohen Qualität und einer reichen Vielfalt. Und genau dieser Respekt gegenüber den Weintrauben ermöglicht es Weine hervorzubringen, die zunehmend ihre eigenständige Identität vermitteln. Besonders bei den traditionellen Rebsorten ist es das Ziel, das richtige Gleichgewicht zwischen langjähriger Erfahrung und den modernen Weinbaumethoden zu finden. All dies könnte man gewissermassen als eine Mission bezeichnen, auch wenn dies ein wenig utopisch klingen mag, die jedoch darauf abzielt ein wichtiges Kulturerbe, zu dem auch das Weingut gehört, zu bewahren.
Wissen und Bewahren der Weinbaugeschichte Romagna
Ein gutes Beispiel sind hierbei die ältesten Rebstöcke der Sangiovesetraube, welche in der Auslese die besten Qualitäten hervorbringen. Diese werden reproduziert in der Hoffnung, somit einen Weg der Einigung zu finden, um im Weinbau die Erfahrungen der Vergangenheit, mit der Leidenschaft und den Träumen für die Zukunft zu vereinen. Die heimischen Rebsorten sind Albana, Trebbiano und natürlich Sangiovese. Die Rebsorte Albana ist die erste weisse Rebsorte, die in Italien bereits 1987 die Bezeichnung DOCG erhalten hat und ist heutezutage Ausdruck langjähriger Tradition und modernen Wissens. Die genaue Bezeichnung der hier verwendeten Rebsorte ist „Alabana della Serra“, welche einen wundervollen und ausdrucksvollen Wein hervorbringt und somit seine Herkunftsregion bestens wiederspiegelt. Ein Ensemble aus Originalität, das weltweit geschätzt wird. Das Weingut kann zudem als eine wahre Forschungsstation gesehen werden: in der Vergangenheit sowie heutzutage verkörpern die zwei Anbauzonen im Bestmass die Rebsorte der Romagna par excellence, die Sangiovesetraube.
Während das Landgut bei Imola frische und spritzige Weine hervorbringt, produziert jenes bei Forli komplexe und kräftige Weine, denen es nicht an Mineralität mangelt und die den Einfluss des nicht weit entfernten Meeres spüren. Dieser Wille, sich für diese heimischen Reben einzusetzen, entspringt nicht nur der genauen Kenntnis des Terroirs und der langjährigen Erfahrung bei der Weinernte, sondern stellt zudem einen wichtigen Beitrag für die Weinbaugeschichte der Romagna dar.
Gutsbesitzer Vittorio Navachia und seine Ehefrau
Schon zum vierten Mal fand unser Italien-Abend im Hotel Spitzhorn in Saanen statt, wo seit Beginn unser Mitglied Martin Riedi verantwortlich zeichnet. Diesmal war einer der Gutsbesitzer, nämlich
Vittorio Navachia und seine Ehefrau persönlich anwesend, so dass wir in den Genuss einer sehr
eindrucksvollen Präsentation der Weine von „Tre Monti“ wurden. Signor Navachia gab seine Kommentare vorerst in Italienisch und Martin Riedi, als Spezialist, übersetzte dann ins Schweizerdeutsch, kompetent und ausführlich wie wir es von ihm gewohnt sind. Vittorio Novacchia
versetzte uns mit seinen ersten Worten in seine Gegend und wir glaubten uns sofort versetzt nach
Imola, seinen Hügeln und den dort verarbeiteten Weinen.
Herzliche Gratulation für 13 Punkte von Gault et Millau !!!
Insgesamt 36 WeinfreundInnen waren an diesem Abend dabei und freuten sich wie immer am Dargebotenen. Bevor wir zum eigentlichen Beginn der Degustation schritten, machte der Präsident der Weinfreunde noch die Ankündigung, dass wir das relativ seltene Vergnügen hätten, (fast wie in Gstaad üblich) bei einem neuen Gault et Millau
Punktewirt dinieren zu dürfen. Er gratulierte Martin Riedi und seiner Frau für die erst in diesem
Sommer erhaltenen, jedoch absolut wohlverdienten -13- Punkte von Gault et Millau, was unseren Anlass bereits zu Beginn um etliches aufwertete.
Wie gewohnt wurde das Apéro im
Seminarraum des Hotels, d.h. im Untergeschoss serviert. Es gab also
Piada prosciutto, salame aus der Gegend von Imola sowie eine phantastische Focaccia al formaggio tartufato von Martin Riedi.
Der passende Wein dazu war der Albana secco (trocken) di Romagna, Jahrgang 2005.
Die übrigen Gänge durften wir im wiederum prall gefüllten Restaurant des Hotels Spitzhorn einnehmen. Die Stimmung war perfekt und die Ambiance stimmte wie schon im letzten Jahr.
Die von Martin Riedi servierten Menus mundeten uns allen hervorragend und zeigten, dass die Gault-Millau Punkte zu Recht verdient waren. Die Weine waren wiederum zu den einzelnen
Speisen abgestimmt und verführten unsere Sinne mit folgenden Kompositionen:
Zu Variazione die pesce tiepido con insalata erhielten wir einen
Salcerella, Colli d’Imola Bianco, 2005.
Ravioli al tartufo bianco, ausgezeichnet zubereitet und den dazu passenden
Thea Bianca 2004.
Die Tortellini alla bolognese wurden zu einem
Sangiovese Riserva 2003 serviert.
Zum Hauptgericht, einer Tagliata di manzo al balsamico su verdura mista schmeckte der passende
Thea Rosso, 2004 ausgezeichnet.
Zum Formaggio di Fossa e marmellata di melocotogne tranken wir
den Rotwein, Boldo, 2004.
Ein Tiramisu all’Alkermes rundete das ausserordentliche Menu ab und dazu durfte natürlich der
süsse Dessertwein, Albana Passito, nicht fehlen.
Zum Abschluss respektive zu Café e Cantucci erhielten alle Teilnehmer den
Grappa di Albana oder wahlweise den mittlerweise zur Berühmtheit gewordenen Limoncello fatto da Martino.
Mille grazie
Hiermit danken wir Herrn und Frau Riedi für den unvergesslichen Abend sowie Ihnen und ihrem Personal und natürlich auch Herrn und Frau
Vittorio und Roberta Navacchia „mille grazie“ für die hervorragende Gastfreundschaft. Die Weinfreunde werden auch im nächsten Jahr einen italienischen Abend bei Martin Riedi im Hotel Spitzhorn durchführen. Darauf können wir uns schon jetzt freuen…
Die Bilder des Abends