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Schräglift Palace Hotel
Beim Bau dieses Erstklass-Hotels stellte sich das Problem, wie auf einfache Weise die Kurgäste zu dem zirka 30 Meter tiefer liegenden Eisfeld, beziehungsweise zu den Tennisplätzen gelangen konnten. Die Firma C. Wüst & Cie. in Seebach hat im Jahre 1907 zu diesem Zweck einen Schrägaufzug erstellt, der bei einer schrägen Länge von 70 bis 75 Metern einen Höhenunterschied von 30 Metern bei Steigungen von 34 bis 60 Grad überwand.
Wie aus der nebenstehenden Abbildung zu ersehen ist, waren zwei parabolische Fahrbahnträger in Fachwerkkonstruktionen mit einem Gleisabstand von 2000 mm errichtet worden, die wenige Meter über dem gewachsenen Boden auf den Fundamenten der Endpunkte und fünf Zwischenstützen ruhten.
Zwischen diesen Fahrbahnträgern war eine Kabine für sechs Personen pendelnd aufgehängt. Der Antrieb erfolgte durch einen Drehstrommotor, 240V / 50 Hz, mit zirka 25 PS Antriebsleistung. Die Fahrgeschwindigkeit wird mit 0,75 m/sec angegeben.
Zum Gewichtsausgleich war in einem vertikalen Schacht ein Gegengewicht vorhanden, dessen Weg zirka ¼ desjenigen der Kabine betrug.
Leider war es nicht möglich, weitere Angaben über diese interessante Anlage zu bekommen. Herr Andrea Badrutt, der Seniorbesitzer des Hotels Palace, dem auch die Photo zu verdanken ist, konnte lediglich noch ermitteln, dass bereits 1922/23 die Anlage wieder abgebrochen wurde. Ob technische Mängel oder wirtschaftliche Überlegungen zu diesem Abbruch führten, war nicht mehr zu erfahren.
Quelle: Walter Hefti, Schienenseilbahnen in aller Welt
Dank an D. Honegger für das zur Verfügung stellen des Materials
Auf einer Postkarte mit grandioser Ansicht des Grand Hotels entdeckt man am linken Rand noch knapp den Schrägaufzug zum Palace Hotel. Im Winter transportierte er Eisläufer statt Tennisspieler.
Sensationell!
Auf der interessanten Webseite der der "Ortsgeschichtlichen Sammlung [Zürich] Seebach" ist nebst der detaillierten Geschichte der Seebacher Herstellerfirma Wüst & Cie. und dessen Gründer auch eine Werbebroschüre mit verschiedenen Ansichten zu sehen.
Darunter diese tolle Aufnahme der Kabine und der massiven Träger - Eine in der Schweiz einmalige Konstruktion. Und eine aufwendige dazu - das Palace Hotel konnte oder musste es sich offenbar leisten. Die Kabine scheint über 2 Schiebetüren zu verfügen.
Die Firma Wüst & Cie. war übrigens auch die Erstellerin des berühmten Hammetschwand-Lifts am Bürgenstock, wie aus dem gleichen Prospekt hervorgeht.
Herzlichen Dank an Arnold Wirz, der diese Aufnahme aus dem Archiv der OGS zur Verfügung gestellt hat.