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Das wegen seiner politischen Stabilität und seiner relativen wirtschaftlichen Prosperität auch als «Schweiz Zentralamerikas» bezeichnete Land pflegt seit vielen Jahren gute diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen mit der Schweiz. Auf multilateraler Ebene, beispielsweise in den Vereinten Nationen (UNO), arbeiten die Schweiz und Costa Rica oft eng zusammen, um gemeinsame Anliegen voranzubringen.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Costa Rica
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die Schweiz und Costa Rica haben eine Vielzahl von bilateralen Abkommen, die in Kraft sind. Diese reichen von Investitionsschutz, Visumspflicht, technische und wissenschaftliche Zusammenarbeit, Luftfahrt über Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten. Die EFTA-Staaten, Costa Rica und Panama haben 2014 ausserdem ein Freihandelsabkommen abgeschlossen.
Die engen diplomatischen Beziehungen erstrecken sich auch auf die multilaterale Ebene, wo die beiden Länder der ACT-Staatengruppe (Accountability, Coherence and Transparency) angehören, die sich in der UNO für gemeinsame Werte und Ideen engagiert, so etwa die Reform des UNO-Sicherheitsrats und dessen Arbeitsmethoden. Schon bevor die Schweiz der UNO beitrat, erarbeitete sie zusammen mit Costa Rica verschiedene Initiativen zur Verbesserung des Völkerrechts.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Costa Rica ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz in Zentralamerika. 2022 importierte die Schweiz Güter im Wert von 142 Millionen CHF aus Costa Rica, vorwiegend Landwirtschaftsprodukte. Die Schweizer Exporte nach Costa Rica beliefen sich auf 224 Millionen CHF, zu einem Grossteil pharmazeutische und chemische Produkte sowie Präzisionsinstrumente, Uhren und Schmuck und Maschinen. Die Schweizer Direktinvestitionen in Costa Rica beliefen sich Ende 2021 auf knapp 1,5 Milliarden CHF, und Schweizer Firmen im Land beschäftigten 2962 Angestellte.
Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation
Forschende aus Costa Rica können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Im Februar 2014 unterzeichnete Costa Rica mit dem CERN ein Abkommen, das die wissenschaftliche Zusammenarbeit und den Zugang von Studierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu Stipendien erleichtern soll.
Der SNF finanziert ausserdem ein von der ETHZ durchgeführtes Projekt zur Identifizierung der notwendigen Voraussetzungen zum Aufbau eines dualen Bildungssystems in Costa Rica (bis 2023).
Schweizerinnen und Schweizer in Costa Rica
Ende 2022 lebten 1735 Schweizerinnen und Schweizer in Costa Rica.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
1912 ernannte der Bundesrat einen Honorarkonsul, 1957 nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf. Gleichzeitig wandelte die Schweiz ihre Vertretung in ein Generalkonsulat um. Zehn Jahre später eröffnete sie in der Hauptstadt San José eine Botschaft. Costa Rica unterhält seit 1981 eine Botschaft in Bern.