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Drahtwürmer verursachen erhebliche Ernteausfälle bei Kartoffeln. In dieser Studie wurde untersucht, wie sie sich mit Hilfe eines Pilzes während der Zwischenfrucht dezimieren lassen. Die Strategie war teilweise erfolgreich, muss aber für die Anwendung in der Praxis weiter optimiert werden.
Drahtwürmer, die im Boden lebenden Larven der Schnellkäfer, können durch ihren Lochfrass an Kartoffeln erhebliche Ernteausfälle verursachen. Massnahmen zur Bekämpfung der Drahtwürmer sollten im Idealfall effektiv, aber auch umwelt- und anwenderfreundlich sein. Der Mangel an solchen effizienten Bekämpfungsmassnahmen erfordert es, nach neuen Möglichkeiten zu suchen.
Insektenpathogener Pilz als Gegenspieler
Eine Möglichkeit ist der Einsatz von natürlich im Boden vorkommenden Pilzen, wie Metarhizium brunneum, die Insekten befallen. In dieser Studie wurde ein Verfahren zur vorbeugenden Bekämpfung von Drahtwürmern in der Zwischenfrucht getestet und mit aktuell zugelassen chemisch synthetischen Insektiziden verglichen.
Die Anwendungsmethode wurde an die Biologie des Pilzes wie auch der Drahtwürmer angepasst. So lässt es die mehrjährige Larvenentwicklung der Drahtwürmer im Boden zu, dass der Zeitpunkt der Behandlung nicht zwingend während der Kartoffelsaison erfolgen muss, sondern verschoben werden kann. Bei der Ausbringung gemeinsam mit der Aussaat der Zwischenbegrünung im Spätsommer findet der Pilz bei hohen Bodentemperaturen bessere Infektionsbedingungen vor. Durch die Pflanzendecke und die Bodenruhe über den Winter, wird er vor Umwelteinflüssen geschützt und damit die Wirkungsdauer verlängert.
Erhöhte Drahtwurmsterblichkeit, aber zu grosse Kartoffelschäden
Der Pilz liess sich in den behandelten Böden in erhöhter Konzentration nachweisen und blieb über acht Monate bis zum Kartoffelanbau praktisch gleich vital. Die behandelten Böden erhöhten in Laborversuchen die Drahtwurmsterblichkeit stark, und der ausgebrachte Pilz konnte von im Feld gesammelten Individuen zurückgewonnen werden. Eine statistisch signifikante Reduktion der Kartoffelschäden konnte allerdings nur in zwei von zehn Versuchsfeldern festgestellt werden.
Die Behandlungen mit den chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln waren nicht erfolgreicher. Auch damit liess sich der Drahtwurm-Schaden nicht genügend reduzieren. Die Ausbringung in der Zwischenfrucht hat sich für die Anreicherung des Drahtwurmgegenspielers M. brunneum im Boden als günstig erwiesen. Für den zuverlässigen Einsatz in der Praxis muss die Pflanzenschutzstrategie noch weiter verbessert werden.
Fazit
- Die Ausbringung des Pilzes Metarhizium brunneum als natürlichen Gegenspieler von Drahtwürmern konnte dessen Präsenz im Boden über mehrere Monate hinweg stark erhöhen und hatte Auswirkungen auf die Überlebensrate der Drahtwürmer.
- Weder das biologische Bekämpfungsverfahren noch die Anwendung der zugelassenen chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel führten zu einer ausreichenden Schadensbegrenzung.
- Die Hintergründe, die den Erfolg der Drahtwurmkontrolle limitieren, sind noch nicht ausreichend erforscht. Unsere Studie unterstreicht die Bedeutung und Dringlichkeit weiterer Untersuchungen um effizienten Schutz vor Drahtwurmschäden zur Verfügung zu stellen.