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Die überwiegende Mehrheit der Schweizer Städte rechnet für nächstes Jahr mit roten Zahlen. In einer Umfrage des Städteverbandes gaben 70 Prozent der Städte an, für 2015 ein Defizit zu budgetieren.
Lediglich knapp ein Viertel der Städte rechnet mit einem Überschuss, wie der Schweizerische Städteverband am Donnerstag mitteilte. Sechs der 85 Städte, die an der Umfrage teilnahmen, gehen von einem ausgeglichenen Budget aus.
Zusammengerechnet weisen die 85 Städte und städtischen Gemeinden einen budgetierten Fehlbetrag von 350 Millionen Franken aus, wie der Städteverband schreibt. Fast die Hälfte davon stammt allerdings von der Stadt Zürich: Diese budgetiert ein Defizit von 160 Millionen Franken.
Die Städte in der Deutschschweiz budgetieren häufiger rote Zahlen als jene in der Westschweiz, wie die Umfrage zeigt. Mit einem Defizit rechnen in der Romandie rund 62 Prozent der Städte und städtischen Gemeinden, während es in der Deutschschweiz etwas mehr als 70 Prozent sind.
Unterschiede zeigen sich auch zwischen grösseren und kleineren Städten: Während 64 Prozent der mittelgrossen Städte (zwischen 20‘000 und 50‘000 Einwohnern) von roten Zahlen ausgehen, sind es bei den Klein- wie auch bei den Grossstädten rund 70 Prozent.
Mit einem grossen Defizit rechnen sieben Städte und städtische Gemeinden: Küsnacht ZH, Langenthal BE, Rheinfelden AG, St.Moritz GR, Wallisellen ZH, La Tour-de-Peilz VD, Le Locle VD und Val-de-Travers NE. Diese Gemeinden gehen von einem Fehlbetrag aus, der 5 Prozent des Gesamtaufwandes übersteigt.
Über die Hälfte der Städte und Gemeinden erwartet ein Defizit, das zwischen 1 und 5 Prozent des Gesamtaufwandes liegt. Gut ein Viertel der Städte, die mit roten Zahlen rechnen, gehen von einem Fehlbetrag aus, der weniger als 1 Prozent des Gesamtaufwands beträgt.
Bei jenen, die mit schwarzen Zahlen rechnen, ist der budgetierte Überschuss bescheiden: Vier von fünf Städten und Gemeinden rechnen mit einem Überschuss von weniger als 1 Prozent des Gesamtaufwands. Lediglich drei Städte budgetieren einen Überschuss zwischen 1 und 5 Prozent; und einzig Lenzburg AG liegt oberhalb der 5-Prozent-Marke.
Trotz des erwarteten Defizits vieler Städte kommt es nur vereinzelt zu Steuererhöhungen: Elf Städte und städtische Gemeinden (13 Prozent) erhöhen ihre Steuern für das kommende Jahr, sechs (7 Prozent) senken sie. Alle anderen Städte gaben an, die Steuern unverändert belassen zu wollen.
In der Umfrage wurde auch erfasst, wie die Städte 2013 abgeschlossen haben. Dabei zeigt sich ein freundlicheres Bild als nun beim Budet 2015: Der Rechnungsabschluss fiel 2013 für rund 55 Prozent der Städte und Gemeinden positiv aus.
Ob sich die Finanzlage in den Städten nach 2013 gravierend verschlechtert habe oder ob die Städte eher pessimistisch budgetierten, lasse sich im Moment noch nicht schlüssig beantworten, schreibt der Städteverband. Künftige Erhebungen sollen dazu weitere Daten liefern.
Der Städteverband führte die Umfrage vom 4. November bis am 10. Dezember 2014 bei seinen Mitgliedern durch. Die Angaben beziehen sich laut Städteverband in den meisten Fällen auf das Budget, welche die Exekutive verabschiedet hatte. Von den insgesamt 130 Mitgliedern des Städteverbandes haben 85 den Fragebogen ausgefüllt. (sda/gag)