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Vor Kurzem berichteten wir über die bevorstehende Schliessung zahlreicher Auslandsrepräsentanzen des Mexikanischen Fremdenverkehrsamts. Dies bezog sich auf Aussagen betroffener Personen.
Inzwischen hat die mexikanische Bundesverwaltung die lang ersehnte neue Tourismusstrategie publiziert. Diese basiert auf Vorschlägen des Leiters des Tourismussekretariats (Sectur), Miguel Torruco Marqués, und sieht fünf Pläne und fünf Projekte vor. Vorgestellt wurden die Pläne in Chetumal (Provinz Quintana Roo), wohin Sectur Ende März in einen neuen Hauptsitz umziehen wird.
Ausgangspunkt der neuen Strategie ist die Feststellung von Torruco Marqués, dass Mexiko zwar auf Rang 6 weltweit bei der Anzahl empfangener internationaler Besucher sei, jedoch nur auf Rang 15 hinsichtlich der touristischen Einkünfte. Das Ziel lautet demzufolge, die durchschnittlichen Ausgaben der Touristen zu erhöhen.
Die fünf «Pläne», welche vorgesehen sind, lauten wie folgt:
- Verstärkte touristische Entwicklung im mexikanischen Südosten
- Regionale Neuordnung der Destinationen mit touristischem Potenzial
- Touristische Ausgaben erhöhen
- Wirtschaftswachstum mit sozialem Wachstum in Einklang bringen
- Märkte diversifizieren, um mexikanische Reiseziele und -Produkte besser zu vermarkten und zu positionieren
Der «Maya-Zug» hat höchste Priorität
Diese fünf «Pläne» gehen Hand in Hand mit fünf Tourismusförderungs-Projekten. Das erste und wichtigste darunter ist der «Tren Maya», also der «Maya-Zug» - ein Bahnprojekt, welches die touristische Entwicklung der fünf Staaten im Südosten Mexikos befeuern soll. Ein Grossteil des touristischen Budgets, welches bisher für Auslandrepräsentanzen eingesetzt wurde, soll für dieses Projekt aufgewendet werden. Mit dem Bau soll demnächst begonnen werden.
Das zweite Projekt besteht darin, das Land in acht Makroregionen zu unterteilen, um die 134 Tourismusdestinationen ausgewogener zu vermarkten. Die acht Regionen sind: Golf von Kalifornien, Zentraler Norden, Nordwesten, Golf von Mexiko, Zentrum-Nordwesten, Zentrum, Südliche Pazifikregion und Halbinsel Yucatan.
An dritter Stelle stehen zwei Programme, mit denen der Inlandstourismus gefördert wird. «Enjoy Mexico» wird die neue Version von «Viajemos Todos por Mexico» sein. Dabei wird mit Reiseveranstaltern und anderen touristischen Dienstleistern daran gearbeitet, preiswerte Ferienpakete für Einheimische zu schnüren. Weiter wird «Sonrisas por México» ein Sozialtourismusprogramm sein, welches Ferienreisen für benachteiligte Bevölkerungsgruppen erleichtern soll. Im Übrigen sollen 600 Millionen Pesos (rund 32 Millionen Franken) für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Tourismusangestellten in Playa del Carmen, Acapulco, Los Cabos und Puerto Vallarta investiert werden.
Die Diversifizierung der Märkte, die Förderung von Unternehmen und neue Absatzförderungsprogramme sind das vierten Projekt der Nationalen Tourismusstrategie 2019-2024. Auch hier gibt es zwei Programme: «Operación Toca Puertas», welches internationale Märkte mit hoher Kaufkraft anpeilt (die Rede war primär von den V.A.E., Japan, Korea, Grossbritannien, Frankreich und Italien; ob die Schweiz darunter ist, ist unklar), sowie «Reencounter with my roots», welches mexikanische Expats in den USA und in Kanada ansprechen will.
Zu guter Letzt sollen regulatorische Änderungen dem Tourismus zugutekommen. So sollen etwa Betriebszertifikate leichter erhältlich sein, um mehr touristische Unternehmensgründungen zu ermöglichen, sowie das nationale Tourismusregister überarbeitet werden. Dazu wurden auch Arbeiten zur Regulierung des zusätzlichen Hotelangebots, das von Hosting-Plattformen wie Airbnb angeboten wird, angekündigt.
Auch an der Sicherheit wird gearbeitet
Ein weiteres Problem betrifft die öffentliche Wahrnehmung der Sicherheitssituation in Mexiko. Unter anderem gab es an der beliebten Riviera Maya in den letzten Jahren vermehrt Mordopfer. Der mexikanische Präsident Manuel Lopez Obrador hat persönlich angekündigt, dass die Staatsministerien für Sicherheit (SSPC), Verteidigung (Sedena), die Marine (Semar) und den Tourismus (Sectur) gemeinsam einen Plan für die Sicherstellung der Sicherheit in Touristenorten ausarbeiten.
Aus Reisebranchen-Sicht wichtig zu vermelden ist, dass an der Incomingmesse Tianguis Turistico festgehalten wird. Diese soll künftig im Zweijahresrhythmus in Acapulco stattfinden.
Was in Chetumal jedoch nicht klar adressiert wurde, ist die Frage, welche Auslandbüros nun konkret von Schliessungen betroffen sind und per wann dies vollzogen wird.