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| ||Die ... Gemeinde Courlevon umfasst(e) die Dörfer Courlevon und Coussiberlé. Soweit bekannt gehören diese beiden Ortschaften seit jeher zur Herrschaft Murten, der späteren gemeinen Herrschaft unter Bern und Freiburg, nach der Helvetik zum Bezirk Murten und seit 1848 zum Seebezirk. |
Der Name Courlevon wird erstmals als Familienname 1214 erwähnt und zwar ein C. de Curlivin als Zeuge einer Liegenschaftsübergabe im Kloster Hauterive, 1278 ein Uldricus de Corlovon. Im Murtenbiet erscheint der Familienname Courlevon 1428 in Ried bei Kerzers, 60 Jahre später in Galmiz. Im Notarbuch des Theobaldus Loys erscheint Collovon 1409 und erstmalige Erwähnung von Coursibellay im Jahre 1413. Die französisch klingenden Ortsnamen werden von Sprachforschern wie folgt erklärt, Cour gleich Hof, sowie die Männernamen Lobo, Leubo, Lupinus, Lupus, Levon, Levonon, bei Coussiberlé auch Cour und der Familienname Berilo.
Im Steuerrodel von Murten im Jahre 1428 werden für Courlevon und Coussiberlé je 9 Steuerpflichtige erwähnt und knapp 100 Jahre später bei den beiden Orten je 6 Waffenfähige gezählt. Auch bei späteren Rödeln werden die beiden Ortschaften separat erwähnt.
Bei der Auseinandersetzung zwischen Freiburg und Bern in den Jahren 1448/49 sowie 1476 vor der Schlacht bei Murten wurde das Dorf Courlevon in Mitleidenschaft gezogen. Ein grosser Dorfbrand im März 1790 zerstörte 7 Häuser, so dass nur 3 übrig blieben. Wie aus Dokumenten aus dem Gemeindearchiv hervorgeht, hatten die beiden Dörfer 1798 beim Einmarsch der Franzosen (Frantzen genannt) Truppen einzuquartieren und die Bevölkerung hatte einiges auf sich zu nehmen.
Ein gut erhaltenes Pergament mit Siegel aus dem Jahre 1717 erwähnt die Teilung des bisher gemeinsam genutzten Landes im Crau zwischen Courlevon und Coussiberlé. Die seit 1761 geführten Rechnungsbücher sind im Archiv vorhanden und geben auch Auskunft über das Leben der beiden Ortschaften.
Die wirtschaftlichen Beziehungen waren immer hauptsächlich nach Murten ausgerichtet. Die Stadt Murten besitzt als Oberholz ausgedehnten Wald. So verkaufte 1554 Courlevon an Wilhelm Gurni von Murten 2 Parzellen von je 6 Jucharten, wobei die einte an den Spitalwald von Murten grenzte. Nach anderen Unterlagen erweiterte Murten den Waldbesitz im Oberholz später von Auswärtigen. Im Weiteren besassen Murtner Bürger, zuletzt die Familie Weibel ein beträchtliches Landgut in Courlevon, in der Regel erwarben sie auch das Bürgerrecht. Nach Möglichkeit suchten sie immer Land an sich zu ziehen. Nach dem Aussterben eines Zweigs der Weibel im Jahre 1799 gelangte das Gut durch Erbgang an die vornehme Berner Familie Lüthart, ein Sohn Generaleinnehmer des Kantons Bern, der andere Senator der Helvetischen Republik. Diese Familie verkaufte das Gut 1819 an zehn Teilhaber von Courlevon, wodurch das seinerzeit günstig verkaufte Land wieder in hiesigen Besitz gelangte.
Das grosse Landgut in Coussiberlé besass früher eine Familie Lamberger von Freiburg, dann Ammann von Freiburg, weiter an Monney von Cournillens und Auderset von Cressier. Im Jahre 1920 wurde es von den Pächtern Kilchherr erworben.
In den frühen Namenlisten erscheinen französische Personennamen, wie Collon, Collombin, Froment, Poncet, Villan, Cabudet, Chollet, Mayentzar.
Die Kinder besuchen die französische Pfarreischule in Courgevaux. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lassen sich Belk (gebürtig aus Preussen), Liniger von Wohlen bei Bern, Meyer von Corcelles, jedoch ursprünglich von Zürich, sowie Helfer von Lurtigen einbürgern. Im Jahre 1768 erhält Courlevon von Bern die Bewilligung, eine deutsche Schule einzurichten. Vorerst kommt aber dies nicht zustande, die Schüler können aber die Schule in Münchenwiler besuchen. Aus Platzgründen ist dies aber nicht lange möglich. Im Jahre 1796 unternimmt Pfarrer Sigmund Bitzius in Murten (Vater von Jeremias Gotthelf) einen weiteren Versuch und verhilft Courlevon zu einer deutschen Schule. Diese wird in einer misslichen Zeit gebaut, 10 Jahre nach dem Dorfbrand und während der Besetzung durch die Franzosen.
Mit der deutschen Sprache kann sich ein namhafter Bürger von Coussiberlé nicht abfinden und dieses Dorf sucht den Anschluss an Courgevaux. Gemäss Beschluss vom 23. April 1817 bildet die kleine Gemeinde Coussiberlé mit Gurwolf eine Syndikatur. Mit einem Mitglied im Gemeinderat, separater Kasse und gemeinsamer Verwaltung wird während 54 Jahren zusammen gewirtschaftet. Schliesslich, im Jahre 1871, mit einer zunehmenden Zahl von deutschsprachigen Einwohnern, spannt Coussiberlé in ähnlicher Weise mit Courlevon zusammen. Die Gemeindefusion erfolgte dann 1974.
Die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden wurde in Courlevon schon in frühester Zeit praktiziert. Aus dem Murtenbuch A ist bekannt, dass im Jahre 1441 Cressier und Courlevon wegen der Weidfahrt vereinbarten. Aus der ältesten Dokumentabschrift im Gemeindearchiv ist auch bekannt, dass 1655 Chandossel, Courgevaux, Coussiberlé und Courlevon wegen des Schutzes des gemeinsam anliegenden Waldes eine Verordnung trafen.
Text von Hans Herren; 2008; Murten
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1414-18: Konzil von Konstanz: Ende der 3 Gegenpäpste
1432: Universität in Basel
1476: Einfluss von Burgund in Murten geschlagen
1492: Cristoforo Colombo aus Genua landet in Amerika
1530: Guillaume Farel aus Gap reformiert in Murten
1577: Curlevau und Carsibale auf der Karte des Arztes Thoma Schepfio
1582: Petrus Canisius (Peter de Hondt) am Collège Saint-Michel in Fribourg
1590 -1600: Höhepunkt von Hexenverfolgungen im Mittelland
1632: Galileo Galilei widerruft Weltbild
1648: Unabhängigkeit eidgenössicher Orte vom Deutschen Reich
1762: "Contrat Social" von Jean-Jacques Rousseau
1789: Französiche Revolution schafft Ständegesellschaft ab
1818: nach Napoleon: Wiener Kongress mit Wiederherstellung europäischer Monarchien und einer sich neutral zu verhaltenden Schweiz
1825: Johann Heinrich Pestalozzi als Internatsleiter in Yverdon
1848: vom Staatenbund zum schweizerischen Bundesstaates mit Verfassung
1855: ETH Zürich
1872-82: Gotthardbahn
1912: schweizerisches Zivilgesetzbuch
1918: Auswirkungen des 1. Weltkrieges führen in der Schweiz zum Landesgeneralstreik
1921: Eidg. Arbeitsamt
1948: nach Ende des 2. Weltkrieges Erklärung der allgemeinen Menschenrechte durch die UNO
1971: Frauenstimmrecht in der Schweiz
2014: Fusionsabstimmung CJLSM