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In der St.-Georgs-Kathedrale von Kapstadt fand am Samstagmorgen die Trauerfeier für den am Sonntag zuvor verstorbenen weltbekannten Menschenrechtler und emeritierten anglikanischen Erzbischof statt.
«Wenn wir den Begriff ,globale Ikone' so verstehen, dass sie grosse moralische Statur hat, aussergewöhnliche Qualitäten und einen Dienst an der Menschheit vollbringt, kann es keinen Zweifel geben, dass er sich auf den Mann bezieht, den wir heute beerdigen», sagte Präsident Cyril Ramaphosa während seiner Trauerrede. Tutu sei ein Kreuzritter im Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden gewesen, nicht nur in Südafrika, sondern weltweit.
Gemeinsam mit Nelson Mandela hatte Tutu gegen das südafrikanische System der Apartheid gekämpft, das die Menschen nach Hautfarbe in Rassen einteilte und den Weissen die Vorherrschaft über die grosse Mehrheit der Schwarzen sicherte. Während Mandela 27 Jahre lang in Haft war, wurde Tutu zur Stimme des Widerstands. 1984 wurde ihm für seinen gewaltfreien Einsatz der Friedensnobelpreis verliehen.
Der Geistliche war am Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Seither wehen die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf halbmast; die Kirchenglocken in ganz Südafrika werden seit Sonntag täglich zu Tutus Ehren geläutet. Am Donnerstag und Freitag konnten sich Südafrikaner von Tutu an seinem in der St.-Georgs-Kathedrale aufgebahrten Sarg verabschieden.