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Die Spitzenkandidaten der wichtigsten politischen Fraktionen im Iran haben ihre Bewerbung zur Präsidentenwahl am 18. Juni eingereicht. Am Samstag, dem letzten Tag für eine Registrierung, meldete sich ein als Favoriten gehandeltes Trio – ein Reformer, ein Konservativer und ein Erzkonservativer - im Innenministerium in Teheran offiziell für die Wahl an. Präsident Hassan Ruhani darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.
Aus dem Regierungslager bewarb sich Vizepräsident Eshagh Dschahangiri. Er gilt als Reservekandidat, da die Reformer um Ruhani eigentlich Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif als Spitzenkandidaten ins Rennen schicken wollten. Der 61-Jährige sagte aber ab, genauso wie der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, als Sarifs Alternative. Übrig blieb nur Dschahangiri, der lange Zeit einer der beliebtesten Politiker im Land war. Doch als Vizepräsident führte der 64-Jährige in den letzten drei Jahren einen zu konservativen Kurs. Er enttäuschte damit viele Reformanhänger.
Unumstrittener Topkandidat der Erzkonservativen und Hardliner ist Justizchef Ebrahim Raeissi. Der 60 Jahre alte, regimetreue Kleriker gilt auch als Wunschkandidat des Establishments. Raeissi kandidierte auch vor vier Jahren, scheiterte jedoch an Ruhani. Als Politiker ist er bislang ein unbeschriebenes Blatt, gilt aber in Kleruskreisen als sehr einflussreich. Reformer werfen ihm vor, gesellschaftliche Freiheiten und Frauenrechte einschränken zu wollen.
Der Dritte im Bund ist der ehemalige Parlamentspräsident Ali Laridschani. Der 63-Jährige galt lange Zeit als reformfeindlich. Als Atomchefunterhändler arbeitete er in der Hardliner-Regierung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Nach einigen Differenzen mit Ahmadinedschad distanzierte er sich aber nicht nur von ihm, sondern auch vom gesamten Hardliner-Lager. Seitdem gilt er als moderat-konservativ. Er würde aus Sicht von Kommentatoren einen ähnlichen politischen Kurs wie Ruhani verfolgen.
Insgesamt haben sich Dutzende ehemalige Regierungs- und Behördenvertreter, unter ihnen auch einige Ex-Generäle der Revolutionsgarden, für das Amt beworben. Noch nie hat es in der Geschichte der Islamischen Republik so viele Bewerber für eine Präsidentenwahl gegeben. Registriert hat sich auch Ahmadinedschad. Er wird aller Voraussicht nach wegen seiner harschen Kritik am Wahlsystem vom sogenannten Wächterrat abgelehnt.
Der Wächterrat agiert laut Verfassung als Kontrollgremium für die ideologische Qualifikation der Kandidaten im Vorfeld der Wahl. Die Namen der letztendlich zugelassenen Kandidaten werden Ende des Monats bekanntgegeben. (aeg/sda/dpa)