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Die nachfolgende Abbildung zeigt die Seismogramme der Überwachungsstationen im Raum St. Gallen. Die Seismogramme geben den zeitlichen Verlauf der Bodenbewegung (Schwinggeschwindigkeit) wieder, der innerhalb der letzten fünf Minuten an den Erdbebenstationen SGT00.BT, SGT04, SGT05 und SGT18 aufgezeichnet wurde.
Die auf der horizontalen Achse angegebene Zeit entspricht der Weltzeit (UTC). Sie liegt eine Stunde vor der Mitteleuropäischen Zeit (CET). Während der Sommerzeit (CEST) beträgt der Vorsprung zwei Stunden. Die vertikalen Achsen zeigen die Schwinggeschwindigkeit des Erdbodens in Mikrometern pro Sekunde (μm/s) an. Die Seismogramme werden vor der Darstellung gefiltert (Bandpassfilter von 2 bis 10Hz), um kleine lokale Erdbeben besser sichtbar zu machen.
Seismogramme (vertikale Bodenbewegung) von Seismometern in der Nähe von St. Gallen: letzte 5 Minuten
Seismogramme (vertikale Bodenbewegung) von Seismometern in der Nähe von St. Gallen: letzte 20 Minuten
In der Regel lässt sich in den Seismogrammen die natürliche Bodenunruhe an den Stationsstandorten ablesen. Besonders ruhige Standorte zeichnen sich durch eine dünne wellige Linie mit kleiner Auslenkung aus (z. B. Station SGT04). Dieses gleichmässige wellige Signal wird von Sturmsystemen im Atlantik verursacht und als Meeresmikroseismik bezeichnet. Sie hat im Sommer eine höhere Amplitude als im Winter und kündigt mit einigen Tagen Vorsprung die Ankunft von Tiefdruckgebieten an.
An Standorten mit höherer Bodenunruhe wird die Meeresmikroseismik zunehmend durch kurzwellige Störungen überlagert (z. B. Station SGT01, die sehr nahe bei St. Gallen liegt). Diese Störungen werden im Allgemeinen durch den Menschen verursacht und zeigen einen typischen Tagesgang. Aber auch starke Winde oder Unwetter verursachen solche Störungen. Vom Menschen ausgelöste Störungen können kurzzeitig sehr gross sein, zum Beispiel wenn ein Fahrzeug in der Nähe der Station vorbeifährt. Diese Störungen sind jedoch meist lokal beschränkt und nur an der betroffenen Station zu sehen.
Mit etwas Glück lassen sich die Signale eines Erdbebens oder einer Sprengung in den Seismogrammen erkennen. Typisch für diese Signale ist eine kurzzeitige Zunahme in der Seismogrammamplitude, die im Bereich von wenigen Sekunden an mehreren Stationen auftritt. An den Stationen des Überwachungsnetzes können Erdbeben und Steinbruchsprengungen aus der Schweiz und dem benachbarten Ausland beobachtet werden. Auch Erdbeben aus grossen Entfernungen, sogenannte teleseismische Ereignisse, werden an den Stationen aufgezeichnet und können in den Seismogrammen beobachtet werden. Aufgrund der Filterung werden teleseismische Ereignisse in der Darstellung jedoch stark unterdrückt.