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Goldblase? Warren Buffett hat es gewusst
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- Donnerstag, 18. April 2013 07:06
Der Goldpreis purzelt, Investoren verlieren Milliarden – aber einer dürfte sich ins Fäustchen lachen: Warren Buffett. Er hat es schliesslich schon immer gesagt.
Im letzten Jahr erlebte der Goldpreis einen Höhenflug nach dem anderen. Die schwache Weltwirtschaft trieb Investoren aller Schichten zum Edelmetall.
Einer, der dem Gold stets misstraute und auch bei den Höhenflügen des letzten Jahres cool blieb, war Warren Buffett. Das «Orakel von Omaha» veröffentlichte vor gut einem Jahr eine Warnschrift: «Was der weise Mann als Erster tut, macht der Idiot zuletzt», schrieb Buffett in einem Brief an Investoren von Februar 2012. Darin verglich er Gold mit Aktien – und machte recht bildlich klar, warum er auf letztere setzt.
Lieber Exxon Mobil?
Wenn man statt auf das Edelmetall zum Beispiel auf Exxon Mobil, «die rentabelste Firma der Welt», setze, dann stehe man langfristig auf der sichereren Seite: Der Gold werde nach vielen Jahren noch derselbe Würfel sein, aber Exxon Mobil werde derweil Milliardengewinne und -Dividenden ausgeschüttet haben.
Wir haben uns die Entwicklung des Goldpreises und die von Exxon Mobil seit Buffetts berühmter Schrift angesehen. Und tatsächlich: Wer damals auf Buffett hörte, hätte nun immerhin rund 3 Prozent an Plus erwirtschaftet – gegenüber mehr als 20 Prozent Minus beim Gold.
Zufall oder nicht? Was meinen Sie?
Hier aus sehr aktuellem Anlass nochmals Buffetts Investorenbrief vom Februar 2012:
«Blasen, die zu gross wurden, platzen unweigerlich. Und dann bestätigt sich das alte Sprichwort erneut: 'Was der weise Mann als Erster tut, macht der Idiot zuletzt.'Heute beträgt der Goldvorrat der Welt etwa 170'000 Tonnen. Würde all dieses Gold zusammengeschmolzen, ergäbe es einen Würfel von jeweils 20,7 Meter Seitenlänge. (Stellen Sie sich vor, dass er auf einem Baseball-Infield komfortabel Platz hätte.)
Bei einem Unzenpreis von 1'750 Dollar – so der Goldpreis im Augenblick, wo ich dies schreibe – würde der Wert des Würfels ungefähr 9,6 Billionen Dollar betragen. Nennen wir diesen Würfel «Haufen A».Lassen Sie uns nun einen Haufen B bilden, der gleichviel kostet. Dafür könnten wir zum Beispiel das gesamte Ackerland der USA erwerben (162 Millionen Hektaren mit einem Ertrag von etwa 200 Milliarden Dollar pro Jahr) plus 16 Mal Exxon Mobil (die rentabelste Firma der Welt, die pro Jahr etwas über 40 Milliarden Dollar Gewinn erzielt).
Und nach all diesen Käufen hätten wir immer noch etwa eine Billion übrig für allerlei Ausgaben (falls wir nach jenem Kaufrausch noch das Bedürfnis danach hätten).Können Sie sich einen Anleger vorstellen, der 9,6 Billionen hat – und dann Haufen A vorziehen würde?
Abgesehen von der schwankenden Bewertung, die sich bereits bei den vorhandenen Goldbeständen ergeben, wird pro Jahr für ungefähr 160 Milliarden Dollar Gold gefördert. Um also nur schon bei den aktuellen Preisen ein Gleichgewicht zu halten, müssten die Käufer – ob Bijoutiers oder industrielle Anwender, ob verängstigte Individuen oder Spekulanten – kontinuierlich dieses Zusatzangebot absorbieren.
«Sie können den Goldwürfel streicheln, aber er wird nicht reagieren»
Von heute aus in einem Jahrhundert werden die erwähnten 162 Millionen Hektaren Farmland atemberaubende Mengen an Mais, Weizen, Baumwolle und anderen Gütern hervorgebracht haben, und sie werden dann noch weiterhin diese wertvollen Erträge produzieren, ganz gleich in welcher Währung. Und Exxon Mobil wird bis dahin wahrscheinlich Billionen an Dividenden ausgeschüttet haben, und es wird Anlagen besitzen, die viele weitere Billionen wert sind (und vergessen Sie nicht, dass sie 16 Exxons kriegen).
Die 170'000 Tonnen Gold indes werden unverändert sein – und weiterhin nicht in der Lage, irgendetwas zu produzieren. Sie können den Würfel streicheln, aber er wird nicht reagieren. Zugegeben, wenn die Menschen in einem Jahrhundert verängstigt sein werden, so ist es auch wahrscheinlich, dass sie sich auch dann aufs Gold stürzen. Ich bin aber zuversichtlich, dass die 9,6 Billionen Dollar, die wir im Haufen A haben, deutlich weniger an Wert zulegen werden als die Summe von Haufen B.»
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