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Schulstoff Indoktrination? Ein Plakat mit einer Auswahl von insgesamt 262 «kolonialen Komplizen» aus der Schweiz.
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- Politcal Correctness
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An den Schulen etabliert sich ein neuer Lernstoff: Die Anprangerung der Schweiz als Komplizin von Sklaverei und Kolonialismus.
Unter dem Titel «Schweiz, Sklaverei und Kolonialismus» präsentiert Cooperaxion, eine Stiftung für interkulturellen Austausch, im Internet ihre «Bildungsarbeit». Mit einem Strauss von Aufklärungsmassnahmen wie Stadtrundgängen zur «verdrängten Geschichte», entkolonialisierten Stadtplänen sowie von der Pädagogischen Hochschule Bern konzipierten Unterrichtsmaterialien sollen «die Rolle der Schweiz im Sklavenhandel und Kolonialismus zum Thema gemacht» und die Schulkinder für die Nachwirkungen dieser frühen Globalisierung sensibilisiert» werden.
Auf einem Ausstellungsplakat präsentiert Cooperaxion die schlimmsten «kolonialen Komplizen» der Schweizer Geschichte im Weltformat. Neben der «Republik Bern», die im 18. Jahrhundert laut Plakat die grösste Aktionärin der britischen South Sea Company war, handelt es sich um die Herren David de Pury (1799-1786), Christophe Bourcard (1766-1815), Jacob Laurenz Gsell (1815-1896), Jacob Samuel Guisan (1740-1801), Heinrich Escher (1776-1853) und Louis Agassiz (1807-1873). Nach letzterem, einem zu seiner Zeit bekannten Gletscherforscher und Rassentheoretiker, ist das Agassizhorn im Berner Oberland benannt. Eine Kampagne von Cooperaxion zur Umbenennung des Fast-Viertausenders ist unlängst am Veto der Gemeinden Grindelwald, Guttannen und Fieschertal gescheitert.
Finanziell unterstützt wird die Stiftung von zahlreichen Organisationen und Amtsstellen. So etwa von der eidgenössischen Fachstelle für Rassismusbekämpfung, von reformierten und katholischen Kirchenorganisationen, der Julius Baer Foundation oder dem Migros Kulturfonds.
262 koloniale Komplizen
Die plakatierten «kolonialen Komplizen» sind für Cooperaxion nur die Spitze eines Eisbergs. In ihrer «Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer» finden sich mittlerweile die Namen von 262 Übeltätern. Ähnlich wie bei ihrem Stadtplan-Projekt «Bern kolonial» will die Stiftung diesen historischen Pranger mithilfe des Publikums aber laufend erweitern. Denn eigentlich sei es unmöglich, schreibt sie, «eine fertige, entkolonialisierte Karte anzubieten. Wir laden deshalb unsere Besucher*innen ein, eigene Spuren zu melden, Hinweise und Ergänzungen einzugeben, Ideen vorzuschlagen».
Verlinkt ist die Kolonialisten-Datenbank mit der Website der Pädagogischen Hochschule Bern, die für die didaktische Umsetzung der Kampagne in den Schulen besorgt ist. Mit allerlei Hintergrund- und Unterrichtsmaterialien bereitet die Hochschule die Lehramt-Studierenden auf ihre emanzipatorische Aufgabe vor. Zur Verfügung stehen ihnen dafür unter anderem eine «Medienkiste Postkoloniale Schweiz», Arbeitsanleitungen und «Materialien zur Modellbildenden Methode zum selber drucken». Unter dem Link «Ergebnissicherung für Lernende» finden sich schliesslich fixfertige Schüler-Prüfungsbögen mit Fragen wie: «Wir haben in dieser Lektion gelernt, dass sich die Schweiz, auch wenn sie selber keine Kolonien besass, in verschiedenen Formen am Sklavenhandel beteiligte und Teil des Kolonialismus war. Nenne nachfolgend 3 unterschiedliche Beispiele, inwiefern Schweizerinnen und Schweizer darin verwickelt waren.»
Struktureller Rassismus als Lernstoff
Was mit dem Unterrichtsstoff erreicht werden soll, macht der didaktische Kommentar dazu klar. Keinesfalls geht es um eine Abwägung der negativen und allenfalls positiven Wirkungen des Kolonialismus. Vielmehr wird der Kolonialismus als in jeder Beziehung menschenverachtendes, tief rassistisches System präsentiert, das vorbehaltslos zu verurteilen ist. Den Schülern soll klar gemacht werden, dass «der Rassismus, der im Zuge des Sklavenhandels entstand, bis heute wirkmächtig und in den Strukturen unserer Gesellschaft verankert» ist. Es handle sich demnach um «institutionellen und strukturellen Rassismus», der in den Strukturen öffentlicher und privater Organisationen und der eurozentristischen westlichen Gesellschaft insgesamt verankert sei. Weisse Europäer und Schweizer seien deshalb häufig auch gegen ihren Willen rassistisch: «Die meisten Menschen wollen sich nicht rassistisch verhalten, verfügen aber über rassistische Denkstrukturen und Verhaltensmuster, die durch Sozialisierung angelernt sind.» Mit anderen Worten: Nicht was gesagt wird, sondern wer es sagt, ist entscheidend. Oder im Jargon der Berner Hochschuldidaktiker: «Rassismus kann nicht durch eine Zensur bestimmter Begriffe und Bilder aufgelöst werden, es ist wichtig zu bedenken, dass Begriffe nicht nur von ihrem Entstehungskontext geprägt werden, sondern auch durch ihre SprecherInnen».
«Empowerment Schwarzer SchülerInnen»
Ziel des Lernstoffes zur Kolonialzeit muss laut PH Bern insbesondere die «Stärkung und das Empowerment von Schwarzen SchülerInnen» sein. Wobei Schwarz unbedingt mit einem grossen S zu schreiben sei, um sichtbar zu machen, «dass es sich dabei nicht um ein Adjektiv „schwarz“ handelt und somit nicht auf die Farbe bezieht, sondern um eine politische Selbstbezeichnung».
Im Stil der in US-amerikanischen Universitäten verbreiteten identitätspolitischen Lehre wird schliesslich der grosse Bogen zur allumfassenden «Intersektionalität» geschlagen: «Diskriminierungen sind immer komplex und mehrschichtig. Diskriminierungsformen überschneiden sich und sind verwoben». Als Beispiel dafür nennt der Didaktische Kommentar der Hochschulpädagogen «die Erfahrung einer nicht-hörenden lesbischen Person, die aufgrund des Lesbisch-Seins und der Behinderung ausgeschlossen und diskriminiert wird».