Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/1374

Carole Roussopoulos. Mit Video die Welt verändern.
Vom 13. April bis 28. Oktober 2018 zeigt die Mediathek Wallis - Martinach die Ausstellung Carole Roussopoulos. Mit Video die Welt verändern. Die Videofilmemacherin war eine Zeitzeugin der 1970er-Jahre, eine Pionierin der Videotechnik wie auch, mithilfe des Mediums Films, eine Aktivistin für Menschenrechte. Die Ausstellung zeigt eine bedeutende Etappe der Videokunst und des Mediums Video: Die Nutzung der ersten tragbaren Videokamera durch Carole Roussopoulos.
Carole Roussopoulos (1945–2009)
Carole Roussopoulos verbrachte ihre Kindheit in Sitten und liess sich 1967 in Paris nieder. Zwei Jahre später kaufte sie auf Anraten von Jean Genet eine der ersten tragbaren Videokameras, das Modell «Portapack» von Sony. Mit Paul Roussopoulos gründete sie «Vidéo Out», das erste Videoaktivistenkollektiv, und gab fortan den Stimmlosen, Unterdrückten und Ausgeschlossenen eine Stimme und ein Gesicht. Zu ihren bekanntesten Produktionen gehören Debout! Une histoire du mouvement de libération des femmes (1999), Scum Manifesto (1976) sowie Cinquantenaire du deuxième sexe, 1949-1999 (2001).
Der Bestand Roussopoulos in der Mediathek Wallis - Martinach
Carole Roussopoulos überliess ihre Videoarchive und die dazugehörige Dokumentation 2007 in der Mediathek Wallis - Martinach. Im Jahr 2009, kurz nach Carole Roussopoulosʼ Tod, begann die Mediathek ein Projekt zur Rettung und Aufwertung der audiovisuellen Archive der Videofilmerin. Dies wurde durch den Verein MEMORIAV (Dachorganisation für die Rettung der audiovisuellen Erinnerung der Schweiz) unterstützt. Der Bestand Carole Roussopoulos wurde geschaffen. Die Dokumente wurden erschlossen, inventarisiert, katalogisiert und in die audiovisuellen Kulturgütersammlungen der Mediathek Wallis - Martinach integriert. Seit 2013 ist der Grossteil des Bestands digitalisiert und über den Online-Katalog der audiovisuellen Archive öffentlich zugänglich.
Die Geschichte eines Mediums und der Kampf einer Pionierin
Die Ausstellung fokussiert auf die 1970er-Jahre und somit auf eine Periode, die international durch soziale Bewegungen, insbesondere den Feminismus, geprägt war. Sie schildert die Entwicklung der Videotechnik, eine einmalige Technologie, die es zum ersten Mal ermöglichte, bewegte Bilder und Ton gleichzeitig zu erfassen. Als Medium revolutionierte es den Umgang mit der Aktualität. Carole Roussopoulos war eine Pionierin in diesem Bereich. Die Ausstellung zeigt in erster Linie den Werdegang, die Wut, die Entscheidungen und die Einflüsse einer Videofilmemacherin, deren aussergewöhnliche Laufbahn zugleich Sinnbild einer Epoche ist.Tweet