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Viel wurde in den letzten Tagen darüber spekuliert, was Elon Musk mit Twitter anstellen will, sollte er den Kurznachrichtendienst tatsächlich für 44 Milliarden Dollar übernehmen. Nun ist es der «New York Times» gelungen, eine Präsentation Musks in die Finger zu kriegen, die er in den letzten Tagen Investoren vortrug.
Wie mit seinen Firmen Tesla und Space X auch, scheint sich der Tech-Gigant nicht mit Mittelmass zu begnügen. Er hat grosse Pläne. Ein kleiner Einblick in Musks Absichten für den Social-Media-Dienst.
In seinem Pitch behauptete Musk, dass er den Jahresumsatz von Twitter bis 2028 auf 26,4 Milliarden Dollar steigern würde, gegenüber 5 Milliarden Dollar im letzten Jahr.
Musk prognostiziert, dass der Anteil der Werbung an den Gesamteinnahmen von rund 90 Prozent im Jahr 2020 auf 45 Prozent sinken wird.
Im Jahr 2028 würde die Werbung 12 Milliarden Dollar an Einnahmen generieren und Abonnements fast 10 Milliarden Dollar, so die Präsentation. Weitere Einnahmen würden aus Geschäften wie der Datenlizenzierung stammen.
Laut der «New York Times» plant Musk, bis im Jahr 2028 etwa 1.3 Milliarden Dollar jährlich mit einem Zahlungsdienst einzunehmen. Wie genau ein solches Bezahlsystem aussehen soll, darauf geht Musk in seiner Präsentation nicht ein.
Das heutige Zahlungsgeschäft des Unternehmens, das Trinkgelder und Einkäufe umfasst, ist unbedeutend. Es gab bereits Spekulationen, dass Musk Zahlungsfunktionen bei Twitter einführen könnte. Musk ist Mitbegründer des Zahlungsdienstes Paypal und es geschafft, diesen populär zu machen.
Musk geht davon aus, dass die Gesamtzahl der Twitter-Nutzer von 217 Millionen Ende letzten Jahres auf fast 600 Millionen im Jahr 2025 und 931 Millionen in sechs Jahren ansteigen wird.
Der Löwenanteil dieses Wachstums wird von Twitters werbegestütztem Geschäft kommen, einschliesslich Twitter Blue, für das die Nutzer 3 Dollar pro Monat zahlen. Laut dem Pitch Deck erwartet Musk 69 Millionen Nutzer von Twitter Blue bis 2025 und 159 Millionen im Jahr 2028.
In der Präsentation gibt es Hinweise auf ein neues Produkt namens «X», das im Jahr 2028 104 Millionen Nutzer haben soll. In dem Dokument wurde nicht näher erläutert, worum es sich bei «X» handelt, aber der Tech-Mogul habe laut der «New York Times» die Einführung eines werbefreien Angebots auf Twitter angedeutet.
Mit all diesen Änderungen geht Musk davon aus, dass er Twitters durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer – eine wichtige Kennzahl für Social-Media-Unternehmen – von 24.83 US-Dollar im letzten Jahr auf 30.22 US-Dollar im Jahr 2028 steigern kann.
2022 soll die Zahl der Twitter-Angestellten auf 9225 steigen, 2023 auf 8332 sinken und bis 2025 wieder steigen – auf 11'072 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Heute arbeiten rund 7500 Menschen für den Kurznachrichtendienst.
Wie ein Insider verraten haben soll, will Musk sich im Rahmen seiner Übernahme wahrscheinlich von Mitarbeitern trennen, bevor er neue Talente im Technikbereich einstellt.
Twitter wird im Rahmen des Übernahmeplans Schulden in Höhe von etwa 13 Milliarden Dollar aufnehmen. Musk geht jedoch davon aus, dass diese Schulden abgebaut werden können, da der free Cashflow – ein Mass dafür, wie viel Geld einem Unternehmen zur Bedienung seiner Schulden zur Verfügung steht – laut dem Pitch auf 3,2 Milliarden Dollar im Jahr 2025 und 9,4 Milliarden Dollar im Jahr 2028 steigen soll.
Der free Cashflow würde selbst dann steigen, wenn die Betriebsausgaben ebenfalls zunehmen, heisst es in der Präsentation. (dfr)
Kleider kaufen, die man sich nicht leisten kann, Festivals besuchen, für die man noch zu jung ist, einen Tag das Geschlecht wechseln, ins Weltall oder in eine andere Dynastie reisen: Im Metaverse ist (fast) alles möglich.