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Storchenschutz in der Vergangenheit
Um 1900 waren im schweizerischen Mittelland rund 140 Nester bekannt, in denen regelmässig gebrütet wurde. Bis 1949 ging der Bestand auf ein einziges Paar zurück und 1950 blieb auch dieser letzte Horst verwaist.
Gründe für den dramatischen Bestandesrückgang gab es viele, in erster Linie war die Witterung, Nässe und Kälte im Frühling mitverantwortlich, zudem wurden immer mehr Flüsse und Bäche verbaut, Feuchtgebiete trockengelegt und die Mechanisierung der Landwirtschaft schuf eine immer eintönigere Landschaft. Auch starben viele Störche auf ihrem Zug in den Süden.
1948 gründete Max Bloesch die Storchensiedlung Altreu. Jungstörche, anfänglich aus Europa, später aus Nordafrika, wurden über die kritischen Jugendjahre im Gehege behalten und nach Erlangung der Brutreife und Paarbildung freigelassen. Diese Vögel verbleiben auch heute noch im Winter bei uns.
In den 1960er Jahren beginnen sich erste Erfolge einzustellen. Die Vögel brüten erfolgeich und vermehre sich. Das Pionierprojekt macht Schule. 1965 wurde in Uznach die erste Aussenstation gegründet. Während der nächsten Jahre entstehen in der Schweiz 24 Aufzuchtstationen zwischen Denens am Genfersee und Kriessern im St. Galler Rheintal.
Unter dem Patronat der Schweizerischen Vogelwarte wurde 1976 die "Gesellschaft zur Förderung des Storchenansiedlungsvesuches" gegründet. 1993 erhielt sie den neuen Namen "Schweizerische Gesellschaft für den Weissstorch, Altreu", und 2002 gab die Mitgliederversammlung der Gesellschaft den Namen "Storch Schweiz".
Am 03. März 1990 erlitt Dr. Max Bloesch im 82, Lebensjahr einen schweren Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr richtig erholte. Auf seinen Wunsch und im Einverständnis des Vorstandes übergab er die Leitung an Peter Enggist, dem heutigen Geschäftsführer.
Am 09. August 1997 stirbt Max Bloesch im Alter von 89 Jahren.
Umorientierung im Weissstorchschutz
Die Wiedereinbürgerung des 1950 in der Schweiz ausgestorbenen Weissstorchs ist ein Erfolg. Dank der erfolgreichen Massnahmen stehen nicht mehr Zucht und Auswilderung im Mittelpunkt. Vielmehr soll der Lebensraum des Storches erhalten und verbessert werden. Heute leben hierzulande über 300 Brutpaare, deutlich mehr als Anfangs des 20. Jahrhunerts. An einer internationalen Tagung 1995 in Russhem bei Karlsruhe (D) beschliessen die Storchenexperten deshalb mit der Zucht und Haltung aufzuhören und sich auf die Etablierrung sich selbst erhaltender Population von freifliegende Wildvögeln zu konzentrieren.
Die Rettung des Weissstorchs kann nur gelingen, wenn auf eine Zufütterung verzichtet werden kann und der Zug in die Winterquartiere eine Reise mit Rückkehr wird. Auch die Internationale Zusammenarbeit wurde im Storchenschutz immer wichtiger.
Um das Weiterbestehen des wundebaren Stelzvogels zu sichern, hat die Gesellschaft Storch Schweiz einen nationalen "Aktionsplan für den Weissstorch" erarbeitet. Er wurde vom Bundesamt für Umwelt in Absprache mit den Kantonen für den Naturschutz verteilt. Sie können sich dieses Dokument als pdf-Datei herunterladen oder als html Datei anschauen und ausdrucken.