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Der Kanton Waadt hat eine Studie über die Auswirkungen von Windenergieanlagen im Waadtländer Jura und den benachbarten Regionen auf die Vogelwelt in Auftrag gegeben. Eine Analyse der Studie zeigt, dass Windenergieanlagen im Vergleich zu anderen möglichen Todesursachen nur geringe Auswirkungen auf Vögel haben, selbst wenn alle 13 geplanten Windparks realisiert werden.
Im kantonalen Richtplan sind derzeit 500 bis 1000 GWh pro Jahr als Spanne für die Windstromproduktion in den 19 Windparks festgeschrieben. Die vom Kanton Waadt in Auftrag gegebene Studie stellt alle Massnahmen zusammen, die von den Windparkentwicklern getroffen wurden, um die Vogelwelt zu schützen und um gleichzeitig einen bedeutenden Anteil des Schweizer Windstroms produzieren zu können. Aus dem Bericht geht hervor, dass diese Massnahmen die Auswirkungen nicht nur begrenzen, sondern dass sie sogar zur Revitalisierung der Arten beitragen können. Die Hauptbedrohungen für Vögel sind auf andere Bereiche zurückzuführen, die eine weit grössere Rolle spielen. So stellen Freizeitaktivitäten wie Mountainbike, Schneeschuh-Wandern und ähnliche Sportarten oder die ständige Zunahme an geschlossenen Waldflächen weit grössere Gefährdungen für Vögel dar.
Windkraft und Jagd
Eine Anlyse des Berichts zeigt, dass die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf die Vogelwelt verglichen mit den anderen Todesursachen von Vögeln sehr gering sind. So könnten zum Beispiel alle 133 Schweizer Windenergieanlagen zusammen, die Gegenstand der Studie sind, für die Waldschnepfe einen Lebensraumverlust für 12 Vögel pro Jahr verursachen. Die Waadtländer Jäger dagegen erlegen durchschnittlich 108 Waldschnepfen pro Jahr (von 2006 bis 2015). Beim Auerhuhn geht die Studie von einer Kollisionswahrscheinlichkeit von 0,58 Individuen jährlich aus, und das bezogen auf die 145 Windenergieanlagen, die im Waadtländer Jura und Umgebung geplant sind.
Grosse Unsicherheiten
Die Unsicherheiten, die in manchen Studien enthalten sind, sind beeindruckend und es stellt sich die Frage, wie es überhaupt möglich ist, daraus ernsthafte Schlüsse zu ziehen. Offensichtlich wird das bei der Zwergfledermaus. Ihre Population wird im untersuchten Gebiet auf 14'380 bis 56'900 Individuen geschätzt, die Verluste aufgrund von Kollisionen mit Windkraftanlagen auf 0,5 bis 957 pro Jahr, bezogen auf die 145 Windenergieanlagen, die im Waadtländer Jura und Umgebung geplant sind. Trotzdem werden Ausgleichsmassnahmen gefordert, wie das Anhalten der Windenergieanlagen zu bestimmten Zeitpunkten. Bei der Waldschnepfe gibt es grosse Unsicherheiten hinsichtlich der Ausgangsdaten. Es ist die Rede von einer Population, die zwischen 285 und 608 Individuen umfasst, und einer Wachstumsrate, die zwischen -9 % und 3 % liegt. Schwer zu sagen, ob ein Lebensraumverlust von 7% eine ausschlaggebender Bedeutung für diese Art hat. Dagegen hätte ein Jagdverbot für die Waldschnepfe weit grössere Auswirkungen.
700 ha zusätzlicher Waldlebensraum für das Auerhuhn
Die vom Kanton Waadt in Auftrag gegebene Studie stellt alle Massnahmen zusammen, die von den Windparkentwicklern getroffen wurden, um die Vogelwelt zu schützen. Diese Massnahmen werden nicht nur die Auswirkungen begrenzen können, sondern sie könnten sogar zur Revitalisierung der Arten beitragen. Für das Auerhuhn ist vorgesehen, 700 ha Wald als Lebensraum herzurichten und eine Ruhezone von 840 ha zu schaffen, während sich der Lebensraumverlust auf geschätzte 77 bis 929 ha beläuft. Für den Uhu werden über 17 km Mittelspannungsleitungen unter die Erde verlegt und mehr als 200 Masten saniert. Alle diese Massnahmen könnten ohne die geplanten Windenergieprojekte überhaupt nicht finanziert werden.
Monitoring ab Inbetriebnahme
Suisse Eole ist der Meinung, dass es vernünftiger und sinnvoller wäre, die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf die Vogelwelt ab Inbetriebnahme zu beobachten und gegebenenfalls passende Massnahmen zu ergreifen, bei denen wirklich mit positiven Auswirkungen zu rechnen ist. Unsere Vereinigung steht auf dem Standpunkt, dass es angebrachter ist, Hunderttausende Franken in aufschlussreiche Followup-Studien und adaptive Massnahmen zu investieren, als in Vorstudien, mit denen zwar Aussagen über die Zukunft getroffen werden sollen, die aber aufgrund der Unsicherheiten, die sie bergen, nicht zu greifbaren Ergebnissen führen können.
Erneuerbare Zukunft der Schweiz
Ganz allgemein möchte Suisse Eole daran erinnern, dass Windenergie die Art der Stromproduktion ist, bei der am wenigsten CO2 entsteht. Es gilt also die richtigen Fragen zu stellen, statt sich auf die Windenergieanlagen zu fokussieren. Der Rückgang der Population der Heidelerche ist nicht auf Windenergieanlagen zurückzuführen, sondern auf die Intensivierung der Landwirtschaft und die Klimaveränderungen, die durch die enormen CO2-Emissionen der Kohlekraftwerke hervorgerufen werden. Den Bau von Windenergieanlagen einzuschränken, indem immer weitere Studien gefordert oder immer mehr missbräuchliche Einsprachen eingereicht werden, führt lediglich dazu, dass Atomkraftwerke länger am Netz bleiben. Die energetische Zukunft unseres Landes hängt von Energieeinsparungen und den erneuerbaren Energien ab, und dazu gehört auch die Windenergie.