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Die Kirchen des Bergells
Vor und nach der Reformation
Im Bergell können Besucherinnen und Besucher zahlreiche alte Kirchen mit ihren schlanken Glockentürmen bewundern.
In den Kirchen von Borgonovo und Coltura befinden sich Werke des aus dem Tal stammenden Künstlers Augusto Giacometti. In Bondo wurden bei Restaurierungsarbeiten in der Kirche San Martino wunderbare Fresken aus dem 15. Jh. entdeckt. In der Nähe von Promontogno erhebt sich die Kirche Nossa Donna, in der die Überreste der Barone von Castelmur ruhen. In Castasegna kann man zwei kirchliche Bauwerke besichtigen, die wie in Vicosoprano täglich zugänglich sind.
In Maloja beherbergt jetzt die entweihte Kirche Chiesa Bianca Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Natürlich darf auch ein Besuch der schönen kleinen Kirche von Soglio nicht fehlen. Im Sommer werden in verschiedenen Kirchen des Tals Konzerte aufgeführt.
Vor der Reformation war das gesamte Tal einem einzigen Pfarrer unterstellt. Die Hauptkirche war die von Castelmur, Santa Maria Nossa Donna, wo der vom Churer Bischof gewählte Pfarrer lebte. Um 1520 gab es im Bergell neun Priester, jeder von ihnen wurde von einem Kaplan unterstützt, der sich um die Gemeinde kümmerte.
Dann brachten die der Inquisition entkommenen italienischen “Ketzer” die Reformation ins Tal. Der erste Reformator im Tal war Bartolomeo Maturo, Prior des Dominikanerklosters von Cremona. Am Anfang war die Begeisterung nicht sehr gross, aber mit der Ankunft von Pietro Paulo Vergerio, einem ehemaligen päpstlichen Botschafter, änderte sich die Lage schnell.
In zwei Jahren gelang es Vergerio mit seinen feurigen Predigten ohne grosse Zwischenfälle die gesamte Bevölkerung zu konvertieren. Nur im Ort Casaccia drang die Menge in die Kirche San Gaudenzio ein und warf die Heiligtümer in den nahegelegenen Bach Orlegna. Alle Reformatoren, die ins Bergell kamen, waren Italiener und deshalb ist die offizielle Sprache des Bergells heute die von Dante.