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Der Begriff «koronare Herzkrankheit» (KHK) steht für eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels, die als Folge verengter Herzkranzgefässe (Koronararterien) entsteht. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, verspürt der Betroffene in der Regel Schmerzen in der Brust (sog. Angina-pectoris-Symptome). Angina pectoris bedeutet übersetzt «Brustenge» oder «Herzenge».
Besonders bei erhöhtem Sauerstoffbedarf des Herzens durch körperliche oder seelische Belastungen kommt es zu den Beschwerden. In manchen KHK-Fällen sind die Schmerzen auch nur gering oder bleiben ganz aus.
Die typischen Schmerzen einer Angina pectoris sind meist von kurzer Dauer. Sie enden innerhalb weniger Minuten in Ruhe oder durch Einnahme eines Nitro-Präparats. Bessern sich die Schmerzen nicht, kann dies auf einen Herzinfarkt hindeuten.
Die Ursache einer KHK ist in der Regel eine Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Herzkranzgefässe. Zu den wichtigsten Risikofaktoren, welche die koronare Herzkrankheit begünstigen, gehören:
Der Arzt kann die koronare Herzkrankheit (KHK) anhand der typischen Beschwerden erkennen. Die endgültige Diagnose stellt er durch eine Herzkatheter-Untersuchung. Basis der KHK-Behandlung ist es, die Risikofaktoren auszuschalten. Darüber hinaus gibt es verschiedene Verfahren, um die Herzkranzgefässe zu dehnen. Auch Medikamente können die Beschwerden lindern. Im Rahmen einer Bypass-Operation am Herzen kann der Chirurg verengte Gefässe durch ein Gefässtransplantat überbrücken.
Zu den möglichen Folgen einer koronaren Herzerkrankung (KHK) gehören der Herzinfarkt, die Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und der plötzliche Herztod.
Eine koronare Herzkrankheit (KHK) liegt laut Definition dann vor, wenn ein oder mehrere Herzkranzgefässe durch Ablagerungen in der Gefässwand (Arteriosklerose) verengt oder verschlossen sind. Dies führt dazu, dass der Herzmuskel hinter der Verengung nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und somit Schaden nimmt.
Die linke und rechte Herzkranzarterie (sog. Koronararterien oder Koronarien) versorgen das Herz mit Blut. Die linke Herzkranzarterie (Arteria coronaria sinistra) versorgt den vorderen Bereich des Herzens, die rechte (Arteria coronaria dextra) den hinteren Teil. Wenige Zentimeter nach ihrem Abgang aus der Hauptschlagader (Aorta) verzweigt sich die linke Herzkranzarterie in zwei Äste, den sogenannten Ramus circumflexus sowie den Ramus interventricularis anterior (RIVA). Der Ramus circumflexus versorgt insbesondere die linke Herzkammer, der RIVA die Herzscheidewand und in geringerem Masse die linke Herzkammer.
Um zu beurteilen, wie ausgeprägt die koronare Herzkrankheit (KHK) ist, werden die rechte Herzkranzarterie, der Ramus interventricularis anterior und der Ramus circumflexus der linken Herzkranzarterie jeweils als einzelnes Gefäss aufgefasst. Abhängig davon, in welchen und wie vielen der drei Gefässe die Verengungen liegen und wie gross diese sind, unterteilen Mediziner die koronare Herzkrankheit in eine Ein-, Zwei- oder Dreigefässerkrankung.
Wie alle Schlagadern (Arterien), bilden die Herzkranzarterien Abzweigungen und Verästelungen bis hin zu den kleinsten Blutgefässen (Kapillaren), die durch den Herzmuskel ziehen und diesen mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Venen transportieren Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte ab.
Gesunde Herzkranzgefässe können sich bei Bedarf ausdehnen, um den Blutfluss zu erhöhen – so etwa, wenn das Herz gerade stärker arbeiten muss und mehr Sauerstoff braucht.
Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört in den Industrienationen zu den häufigsten Erkrankungen. Sie ist dort die führende Todesursache.
Mit dem Alter nimmt die Erkrankungswahrscheinlichkeit zu. Frauen sind bis zu den Wechseljahren weniger oft von der koronaren Herzkrankheit betroffen. Nach dem 75. Lebensjahr erkranken etwa gleich viele Frauen wie Männer.
Besteht eine Koronare Herzkrankheit (KHK), liegen die Ursachen dafür in den Blutgefässen, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen: Diese als Herzkranzgefässe oder auch Koronarien bezeichneten Gefässe sind bei einer KHK durch Ablagerungen verengt (Arteriosklerose, Arterienverkalkung). Mediziner sprechen in diesem Fall auch von einer Koronarsklerose. Über Jahre hinweg bilden sich dabei in den Gefässwänden Fettablagerungen (vor allem Cholesterin), die sich mit Kalzium zu einer zähen Masse verbinden. Es entsteht eine sogenannte Plaque. Durch die Plaque wird das Gefäss stark geschädigt und verliert die Fähigkeit, sich auszudehnen. Bei körperlicher Anstrengung kann das unflexible Gefäss den erhöhten Blutbedarf des Herzmuskels nicht mehr decken und es kommt zu den typischen Beschwerden.
Schreitet die KHK fort, verengen die Ablagerungen die Herzkranzgefässe zunehmend. Schon bei geringen Belastungen kann es dann zu Beschwerden kommen, im Extremfall auch in Ruhe. Ein völliger Verschluss des Gefässes einschliesslich seiner Folgen heisst Herzinfarkt.
Eine Reihe von Risikofaktoren führen über längere Zeit zur Entwicklung einer Arteriosklerose. Da diese Faktoren die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit begünstigen, spielen sie bei der Frage nach den genauen Ursachen eine wichtige Rolle. Liegen mehrere Risikofaktoren vor, erhöht dies deutlich die Wahrscheinlichkeit, an einer KHK zu erkranken.
Hauptrisikofaktoren für eine KHK sind:
Zu den weiteren Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer KHK erhöhen, zählen
Die koronare Herzkrankheit (KHK) verursacht schmerzhafte Symptome, die unter dem Begriff Angina pectoris zusammengefasst werden. Typische KHK-Symptome, häufig auch als Angina-pectoris-Anfall bezeichnet, können während aller Aktivitäten auftreten, die zu schnellerem Puls führen oder den Blutdruck steigern und somit das Herz belasten.
Mögliche Auslöser sind:
Die meisten KHK-Betroffenen klagen über Symptome wie Schmerzen und ein dumpfes Druckgefühl bis hin zum Brennen hinter dem Brustbein, das typischerweise durch körperliche oder seelische Belastung ausgelöst wird. Die Schmerzen können in den rechten oder linken Arm bis in die Fingerspitzen, die Schultern, den Hals, die Zähne und selten auch in die Magengegend ausstrahlen. Es handelt sich um einen eher kurzen Schmerz, der meist zwischen 5 und 15 Minuten anhält und gewöhnlich wieder verschwindet, wenn die körperliche Belastung endet.
Während eines Angina-pectoris-Anfalls kann den Betroffenen zusätzlich auch der Schweiss auf die Stirn treten. Häufig fällt auch das Atmen schwer und die Leistungsfähigkeit ist stark eingeschränkt. Einige Erkrankte berichten zudem über starke Angstgefühle.
Viele KHK-Erkrankte führen als Notfallmedikament (Kapsel oder Spray) Nitrate (Nitroglyzerinpräparate, z.B. der Wirkstoff Glyceroltrinitrat) bei sich. Nitrate beenden bei der koronaren Herzkrankheit die schmerzhaften Symptome innerhalb von ein bis zwei Minuten oder lindern den Schmerz zumindest. Wenn trotz Nitro-Präparaten keine Besserung eintritt, kann das ein Hinweis auf einen Herzinfarkt sein. In diesem Fall sollte umgehend der Rettungsdienst gerufen werden.
Eine stumme Angina pectoris zeigt kaum Symptome. Nur ein plötzlicher Leistungsabfall oder ein leichtes Druckgefühl im Brustkorb können auf einen Angina-pectoris-Anfall hinweisen. Aufgrund der fehlenden Beschwerden besteht die Möglichkeit, dass die Erkrankung lange Zeit unbemerkt bleibt und somit nicht behandelt wird. Auch ein Herzinfarkt kann dann kaum Beschwerden bereiten und leicht übersehen werden. Besonders häufig tritt die stumme Angina pectoris bei Diabetikern und älteren Menschen auf. Bei Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt sie rechtzeitig entdecken und behandeln.
Die stabile Angina pectoris tritt nur bei körperlicher Belastung auf und die dabei entstehenden Symptome sind über Monate und Jahre hinweg immer gleich, ohne sich deutlich zu verstärken. Beim Ausruhen verschwinden die Brustschmerzen meist innerhalb weniger Minuten. Nitro-Präparate können die Angina pectoris-Symptome ebenfalls rasch beenden.
Als instabil bezeichnet man jede Angina pectoris, die neu auftritt oder in Situationen Symptome verursacht, bei denen bislang keine Schmerzen entstanden sind. Auch Angina-pectoris-Beschwerden, die in ihrer Dauer und Häufigkeit rasch zunehmen, heissen instabil. Da bei dieser Form der KHK die Gefahr eines Herzinfarkts sehr hoch ist, sollte der Rettungsdienst gerufen und der Betroffene sofort in ein Spital gebracht werden. Die instabile Angina pectoris stellt eine Form des sogenannten akuten Koronarsyndroms dar.
Bei dieser seltenen Form der Angina pectoris, der Prinzmetal-Angina, verengen sich die Herzkranzgefässe krampfartig (sog. Koronarspasmus). Die Prinzmetal-Angina tritt nicht unbedingt im Zusammenhang mit Belastungen auf, sondern kann auch während der Nacht und in Ruhe zu plötzlichen Beschwerden führen. Die Brustschmerzen halten dabei meist länger an als bei den anderen Formen der Angina pectoris.
Die koronare Herzkrankheit (KHK) erfordert eine frühzeitige Diagnose, um Spätschäden wie einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) vorzubeugen. Die KHK geht mit einer Verkalkung der Herzkranzgefässe einher. Sie äussert sich zumeist in Form von sogenannten Angina-pectoris-Beschwerden: Schmerzen und ein dumpfes Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen macht die KHK mit einem akuten Koronarsyndrom zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Zu diesem Krankheitsbild gehören verschiedene Formen des Herzinfarkts sowie die instabile Angina pectoris. Bei zehn Prozent tritt der plötzliche Herztod ein, ohne dass zuvor Herzbeschwerden aufgetreten wären. Auch wer keine Beschwerden hat, sollte regelmässig an Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Gesundheits-CheckUp) teilnehmen, damit der Arzt frühe Zeichen einer KHK rechtzeitig erkennen und behandeln kann.
Bei der koronaren Herzkrankheit ist die Diagnose daher von zentraler Bedeutung. Erste Schritte sind:
Ausserdem gibt es spezielle Herzuntersuchungen, um eine koronare Herzkrankheit zu diagnostizieren.
Das Belastungs-EKG ist eine Sonderform des Elektrokardiogramms, bei der die Herzströme gemessen werden, während der zu Untersuchende auf einem Veloergometer fährt. Falls eine KHK vorliegt, entwickelt sich im Herzmuskel bei Anstrengung ein Sauerstoffmangel, der im EKG sichtbar wird.
Ein kleiner Kasten, der bequem am Gürtel zu tragen ist, zeichnet bei einem Langzeit-EKG die Herzströme über einen Zeitraum von 24 Stunden auf. So kann der Arzt die Reaktion des Herzens auf Belastungen unter den natürlichen Bedingungen des Alltags (Arbeit, Freizeit, Nachtruhe) beurteilen. Insbesondere bei der Diagnose nächtlicher Angina-pectoris-Beschwerden ist diese Untersuchung wichtig.
Eine Angiographie ist eine Röntgenuntersuchung der Herzkranzgefässe, bei der von der Leiste aus ein Katheter über ein Gefäss bis in die Herzkranzgefässe vorgeschoben und dort ein Röntgenkontrastmittel eingespritzt wird (Herzkatheteruntersuchung). Auf den Röntgenaufnahmen sind die Herzkranzgefässe im Verlauf zu sehen. Insbesondere Verengungen werden dabei sichtbar. Die Angiographie gehört zu den wichtigsten Untersuchungen bei koronarer Herzkrankheit (KHK) und einem akuten Koronarsyndrom.
Das akute Koronarsyndrom umfasst sowohl die instabile Angina pectoris als auch verschiedene Formen des Herzinfarkts. Mittels Herzkatheteruntersuchung kann der Arzt einen Herzinfarkt ausschliessen. Zudem ist die Angiographie für die Planung einer Bypass-Operation unverzichtbar. Zu den seltenen möglichen Nebenwirkungen der Herzkatheteruntersuchung zählen der Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, ein Schlaganfall und Blutungen an der Einstichstelle.
Statt mit einem Röntgengerät, kann die Angiographie auch mit einem Magnetresonanztomographen (MRT) erfolgen (sog. MR-Angiographie) – diese Technik ermöglicht noch schärfere Bilder.
Bei der Belastungs-Echokardiographie fährt der Betroffene halb liegend auf einem speziellen Veloergometer. Während der Belastungsphasen betrachtet der Arzt das Herz mittels Ultraschall. Die Teile des Herzens, die schlecht durchblutet werden, bewegen sich auffällig und weisen so auf eine koronare Herzkrankheit hin.
Eine ähnliche Diagnosemethode ist das Belastungs-MRT, wobei statt des Ultraschalls die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz kommt.
Die Myokardperfusions-Szintigraphie oder Myokardszintigraphie ist ein Untersuchungsverfahren, das die Durchblutung des Herzens darstellt. Ein leicht radioaktiver Stoff (Thallium oder Technetium) wird hierbei in die Gefässe gespritzt. Auf Spezial-Fotoaufnahmen kann der Arzt dann die Verteilung der Substanzim Herzen beurteilen. In gut durchbluteten Gebieten des Herzmuskels sammelt sich mehr radioaktives Thallium oder Technetium – schlecht durchblutete Areale erscheinen blass. Insbesondere die Feindurchblutung (Mikroperfusion) des Herzens kann mit dieser Form der Szintigraphie genau untersucht werden.
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein spezielles Verfahren, das Stoffwechselvorgänge im Gewebe sichtbar macht. So kann der Untersucher bei koronarer Herzkrankheit (KHK) einschätzen, welche Gebiete des Herzmuskels noch aktiv sind und welche aufgrund von Sauerstoffmangel bereits starke Schäden erlitten haben. Dies ermöglicht es vorauszusagen, welche Teile des Herzmuskels ihre Funktion durch die Behandlung (z.B. eine Bypass-Operation) wieder aufnehmen werden. Die Methode ist aufgrund der hohen Kosten häufig nur an grossen Kliniken verfügbar und findet daher nur in speziellen Fällen Anwendung.
Eine besonders schnelle und moderne Computertomographie-Technik, die sogenannte MSCT (Mehrschicht-Spiral-CT), macht Verkalkungen (Arteriosklerose) in den Herzkranzgefässen sichtbar.
Liegt eine koronare Herzkrankheit (KHK) vor und tritt Angina pectoris auf, erfordert dies eine konsequente Therapie. Sie gliedert sich in die Behandlung eines akuten Angina-pectoris-Anfalls und die Intervalltherapie. Die KHK-Therapie hat zum Ziel, weitere Anfälle zu verhindern und die Verkalkung der Herzkranzgefässe aufzuhalten.
Ein akuter Angina-pectoris-Anfall kann mit sogenannten Nitraten (Nitroglyzerin, Nitro) rasch beendet werden. Den Wirkstoff (z.B. Glyceroltrinitrat) gibt es als Spray oder Zerbeisskapsel. Nitrate werden sehr schnell über die Mundschleimhaut aufgenommen und entfalten innerhalb weniger Minuten ihre Wirkung. Ein Hinunterschlucken des Medikaments ist nicht sinnvoll, da es nach der Aufnahme in Magen und Darm von der Leber abgebaut würde, bevor es das Herz erreicht.
Um einen Anfall in einer Situation zu vermeiden, bei der es wissentlich zu Angina-pectoris-Beschwerden kommt, kann Glyceroltrinitrat auch kurz zuvor vorbeugend genommen werden.
Achtung: Bei instabiler Angina pectoris muss umgehend der Notarzt gerufen und der Betroffene im Spital behandelt werden. Warnzeichen, die auf eine instabile Angina pectoris (oder einen Herzinfarkt) hinweisen, sind:
Die Intervalltherapie der koronaren Herzkrankheit zielt darauf ab, ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Nur so lassen sich weitere und unter Umständen schwerere Angina-pectoris-Anfälle vermeiden. Weitere Ziele sind eine erhöhte Belastbarkeit sowie eine verbesserte Lebensqualität des Betroffenen.
Basis der KHK-Intervalltherapie ist es, Risikofaktoren für eine Arteriosklerose und damit die Ursachen einer koronaren Herzkrankheit auszuschalten. Dazu gehören:
Wenn der Nikotinverzicht und das Abnehmen aus eigener Kraft nicht gelingen, lohnt es sich, für diese Probleme ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit professioneller Unterstützung schaffen es deutlich mehr Menschen, ihre Nikotinsucht zu überwinden und ihre Ernährung umzustellen und langfristig erfolgreich beizubehalten.
Bei der Behandlung der koronaren Herzkrankheit werden verschiedene Medikamente eingesetzt, die den Sauerstoffverbrauch senken, die Herzarbeit optimieren und auf diese Weise die Anfallshäufigkeit vermindern sowie die Schwere der Angina-pectoris-Anfälle lindern. Sie werden einzeln oder in Kombination verwendet.
Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Blutplättchen (Thrombozyten), die zur Blutgerinnung wichtig sind. Dadurch verringert sich die Gefahr für eine Thrombose und in der Folge für einen Herzinfarkt und Schlaganfall. Wer ASS nicht verträgt, kann eventuell auch Clopidogrel zu diesem Zweck einnehmen.
Nitrate erweitern die Blutgefässe und senken den Sauerstoffverbrauch des Herzens. Neben den Nitraten, die als Akut-Medikamente bei einem Angina-pectoris-Anfall helfen (Glyceroltrinitrat [Nitroglyzerin] als Kapsel oder Spray), gibt es auch länger wirksame Präparate, die einem Anfall vorbeugen. Zu den möglichen Nebenwirkungen der Nitrate gehören Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck und ein beschleunigter Herzschlag.
Achtung: Nitrate dürfen bei KHK nicht gemeinsam mit Potenzmitteln und anderen Phosphodiesterase-5-Hemmern eingenommen werden. Dabei kann es zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen, der einen Sauerstoffmangel im Herzmuskel nach sich ziehen kann.
Betablocker (Beta-Rezeptoren-Blocker) senken die Herzfrequenz und den Blutdruck bei Belastung. Dadurch verbraucht das Herz weniger Sauerstoff und die Beschwerden nehmen ab. Betablocker sind bei der stabilen Angina pectoris ein Standardpräparat. Alternativ zu Betablockern können auch ACE-Hemmer den Blutdruck senken. Diese Wirkstoffe können die Beschwerden eines Angina-pectoris-Anfalls allerdings nicht lindern.
Kalziumkanalblocker (sog. Kalziumantagonisten) verordnen Ärzte eher selten zur Behandlung einer KHK. Sie sind das bevorzugte Mittel bei Prinzmetal-Angina und bei speziellen Arten von Herzrhythmusstörungen. Sie finden ausserdem Anwendung, wenn Betablocker nicht einsetzbar sind.
Statine (Fachbegriff: HMG-CoA-Reduktasehemmer) hemmen ein Enzym, welches der menschliche Körper benötigt, um Cholesterin herzustellen. Der Cholesteringehalt in den Zellen sinkt – dies führt dazu, dass das schädliche LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein) aus dem Blutkreislauf entfernt wird. Auf diese Weise sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Der Wirkstoff Molsidomin gehört zu den gefässerweiternden Mittel auf Nitroglyzerin-Basis. Molsidomin wirkt im Gegensatz zu Glyceroltrinitrat nicht sofort, sondern erst nach etwa einer halben Stunde. Daher ist es in der Anfallsbehandlung der Angina pectoris unwirksam und eignet sich lediglich zur Vorbeugung und Dauerbehandlung.
Eine Reihe von Therapieverfahren zielt darauf ab, Verschlüsse beziehungsweise Einengungen der Herzkranzgefässe bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) direkt zu beseitigen.
Bei einer Angiographie der Herzkranzgefässe führt der Arzt über die Leisten- oder Armschlagader einen Katheter ein und schiebt ihn bis in die Herzkranzgefässe vor. An der Spitze des Katheters befindet sich ein aufblasbarer Ballon. Der Arzt spritzt Kontrastmittel in das Gefäss ein und kontrolliert unter Röntgentechnik, an welcher Stelle das Herzkranzgefäss verengt oder verschlossen ist. Mit dem Ballon weitet er die Engstelle, fachsprachlich wird dies als perkutane transluminare coronare Angioplastie oder kurz PTCA bezeichnet
Damit das Herzkranzgefäss nach der Erweiterung offen bleibt, setzt er oft gleichzeitig ein röhrenförmiges Metallgitter (Stent) als Gefässstütze ein. Manche Stents geben fortlaufend Medikamente in das Gefäss ab, die verhindern sollen, dass ein Blutgerinnsel (Thrombus) entsteht. Mit der Ballondilatation kann der Arzt mehr als 90 Prozent der Behandelten helfen und das Gefäss wieder durchgängig machen. Allerdings kommt es im darauf folgenden halben Jahr bei bis zu 40 Prozent (mit Stent-Einlage weniger als 30 Prozent) zu einem erneuten Verschluss und die Behandlung muss wiederholt werden.
In besonderen Fällen kann anstelle des Ballons auch ein rotierendes Mikro-Messer an der Katheterspitze (sog. Rotationsangioplastie, Rotablation), Ultraschall (Ultraschallangioplastie), ein kleines Schälmesser (Atherektomie), ein Laser (Laser-PCTA bei verkalkten Engstellen) oder ein Sauger (Aspirationsthrombektomie) die Engstelle beseitigen. Welche Methode im Einzellfall die beste ist, hängt davon ab, wo die Engstelle liegt und aus welchem Gewebe die Wandverdickung besteht.
Je nachdem, wie viele Gefässe die koronare Herzkrankheit betrifft, kann eine Bypass-Operation nötig sein. Auch dann, wenn die sogenannte Ballondilatation (Herzkatheter) nicht zu einer dauerhaften Verbesserung der koronaren Herzkrankheit (KHK) führt oder technisch nicht möglich ist, werden die verengten Blutgefässe mit einem Bypass umgangen (Bypass = Umleitung). Zwei Varianten kommen dabei infrage:
Die Operation erfolgt als klassische Bypass-Operation (am offenen Herzen unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine) oder als sogenannte Schlüssellochchirurgie. Hierbei versucht der Chirurg, die operative Öffnung des Körpers möglichst klein zu halten. So verletzt er weniger Gewebe, mindert das Infektionsrisiko und hinterlässt kleinere Narben. Ein Beispiel wäre die sogenannte MIDCAB (Minimal invasive direkte Coronararterien-Bypassoperation), bei welcher der Chirurg den Brustkorb mit einem kleinen Schnitt seitlich zwischen den Rippen öffnet.
Auf lange Sicht ist die Bypass-Operation bei der koronaren Herzkrankheit effektiver als die Katheter-Methoden. So sind nach zehn Jahren nur etwa 10 bis 50 Prozent der Bypässe (je nach Art des Bypasses) wieder verschlossen. Demgegenüber stehen jedoch die Risiken, die eine grosse Operation mit sich bringt. Nach der Bypass-Operation sind rund 80 Prozent der Betroffenen beschwerdefrei.
Die kombinierte Therapie aus Medikamenten und die operative Beseitigung der Engstelle in den Koronargefässen können die koronare Herzkrankheit (KHK) stoppen und die Prognose verbessern – den Betroffenen werden dadurch viele Jahre beschwerdefreies Leben ermöglicht. Hauptsächlich kommt es jedoch darauf an, die Ursache der KHK, also die Arterienverkalkung (Arteriosklerose), aufzuhalten. Hierzu kann jeder selbst aktiv beitragen:
Je schwerer und häufiger die Angina-pectoris-Anfälle sind, desto höher ist das Risiko eines Herzinfarkts. Wenn sich aufgrund der Herzmuskelschädigung eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entwickelt, ist dies für den weiteren Verlauf der Erkrankung nachteilig.
Wer eine koronare Herzerkrankung nicht behandeln lässt, riskiert mitunter sein Leben. Die Prognose hängt unter anderem davon ab, wie viele Engstellen bestehen und wo genau diese liegen. Ohne jede Behandlung versterben pro Jahr bei einer Ein-Gefässerkrankung 3 bis 4 Prozent der Erkrankten, bei einer Zwei-Gefässerkrankung 6 bis 8 Prozent und bei einer Drei-Gefässerkrankung 10 bis 13 Prozent.
Die koronare Herzkrankheit (KHK) erfordert eine intensive Nachsorge: Bei einer KHK sind regelmässige ärztliche Kontrolluntersuchungen notwendig, um die Risikofaktoren der Arteriosklerose dauerhaft auszuschalten. Dies gilt insbesondere für den Blutdruck, Blutzucker und die Blutfettwerte. Im Rahmen der regelmässigen Untersuchung kann der Arzt – falls notwendig – die Dosierung der entsprechenden Medikamente anpassen und auch die Dosierung der Medikamente gegen die KHK überprüfen.
Sport ist eine wichtige unterstützende Massnahme bei der koronaren Herzkrankheit (KHK). Körperliche Bewegung bessert sämtliche Risikofaktoren für Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und hält das Fortschreiten der Erkrankung somit auf. Zugleich steigt die körperliche Leistungsfähigkeit. Gut ist, sich regelmässig zu bewegen und darauf zu achten, dass die Belastung stimmt; man sollte sich aber nicht überfordern. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportart für Sie geeignet ist. Mit einem Belastungs-EKG kann der Arzt Ihre persönliche Leistungsgrenze genau ermitteln.
Gut geeignet sind beispielsweise Ausdauersportarten wie Walking, leichtes Joggen, Skilanglauf, Schwimmen und Velofahren. Sie sollten über einen längeren Zeitraum (optimal: 30 Minuten) mit niedriger bis mittlerer Anstrengung trainieren, wobei die Faustregel gilt: Öfter ist besser als länger. Also lieber dreimal pro Woche für eine halbe Stunde trainieren als einmal anderthalb Stunden. Wichtig ist, sich nicht zu viel vorzunehmen. Zu Angina-pectoris-Beschwerden sollte es beim Sport auf keinen Fall kommen. Wer es etwas ruhiger angehen möchte oder muss: Schon ausgedehnte Spaziergänge drei- bis viermal in der Woche sind ein guter Anfang, gesünder zu leben.
Weniger günstig sind Kraftsportarten, bei denen eine kurze aber starke Belastung auftritt. Negativ-Beispiele sind Tennis, Mountainbike-Fahren, Squash oder Hanteltraining mit grossen Gewichten.
In vielen Städten und kleineren Gemeinden treffen sich Herzsport-Gruppen, um gemeinsam unter ärztlicher Aufsicht zu trainieren. Dort können Sie mit grosser Sicherheit das für Sie optimale Herz-Kreislauf-Training absolvieren. Neben dem Sport hilft auch der Austausch mit anderen Betroffenen dabei, mit der Erkrankung besser umzugehen. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen Termine und Treffpunkte der Herzsportler nennen.
Auch Sex ist für Personen mit koronarer Herzkrankheit keinesfalls verboten. Er belebt das Herz im direkten und im übertragenen Sinn. Zur Überforderung, sprich Angina-pectoris-Beschwerden, sollte es jedoch auch hierbei nicht kommen. Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von erektionsfördernden Medikamenten (PDE-5-Hemmer) und nitrathaltigen Medikamenten gegen die koronare Herzkrankheit (Nitroglyzerinspray oder -kapsel). Die blutdrucksenkende Wirkung der Nitrate kann durch PDE-5-Hemmer lebensgefährlich gesteigert werden.
Falls für befriedigenden Sex beide Medikamente notwendig sind, kann mit dem Arzt eine Therapiealternative für eines der beiden Mittel gefunden werden. Vielleicht steckt auch ein anderes Medikament, etwa eines gegen Bluthochdruck, hinter den Potenzproblemen und lässt sich durch ein anderes ersetzen.
Eine gesunde Ernährung verringert das Risiko der Arteriosklerose und kann das Fortschreiten einer koronaren Herzkrankheit aufhalten. Als besonders günstig hat sich die sogenannte mediterrane Kost herausgestellt, die das Risiko für Herz- und Gefässkrankheiten sowie das Risiko, erneut einen Herzinfarkt zu erleiden, senken kann.
Die wichtigsten Merkmale der mediterranen Kost sind der Verzicht auf tierische Fette und ihr Ersatz durch Pflanzenöle, häufiger Verzehr von Fisch anstelle von Landtieren sowie viel Obst, Salat und Gemüse.
Pflanzliche Öle (besonders Olivenöl) enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die Fettstoffwechselstörungen vermeiden helfen. Wer Olivenöl nicht mag, kann als Quelle für ungesättigte Fettsäuren geschmacksneutrale Pflanzenöle wie Sonnenblumen-, Raps-, Soja- Distel-, Weizenkeim- und Maiskeimöl verwenden.
Rapsöl und Seefisch enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren, die in wissenschaftlichen Studien schon mehrfach ihre Schutzwirkung vor Herzinfarkt und anderen Arteriosklerosefolgen bewiesen haben.
Salz sollte nur sparsam verwendet werden, da es den Blutdruck bei manchen Menschen erhöht. Der Spass am Essen sollte dabei jedoch nicht zu kurz kommen: Zum Verfeinern von Speisen können stattdessen frische Kräuter verwendet werden.
Statt Wurst und fettem, rotem Fleisch, sollten zudem öfter Geflügel und Fisch (frischer Seefisch) auf den Tisch kommen. Auch Pastagerichte können öfter den Braten ersetzen.
Das Abnehmen gelingt Ihnen, wenn Sie Ihre Ernährung dauerhaft umstellen und sich regelmässig mehr bewegen. So bauen Sie die Pfunde langsam ab und halten Ihr Wunschgewicht langfristig.
Zu schneller Gewichtsverlust belastet das Herz und sollte unbedingt vermieden werden. Daher sind Crash-Diäten nicht zu empfehlen. Die radikale Umstellung des Stoffwechsels sorgt nach dem Ende einer solchen Diät dafür, dass das Gewicht schnell wieder steigt (sog. Jo-Jo-Effekt).
Eine empfehlenswerte Ernährung hat folgende Merkmale:
Natürlich können Personen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) in den Urlaub fahren. Der Abbau von Stress sowie die erhöhte körperliche und geistige Aktivität in der ungewohnten Umgebung wirken sich sehr positiv auf die Herz-Gesundheit aus.
Allerdings müssen KHK-Erkrankte den Anforderungen der Reise auch gewachsen sein. Die Angina-pectoris-Beschwerden sollten auf jeden Fall stabil sein und sich nicht verschlimmern. Auch die körperliche Leistungsfähigkeit sollte unter normalen Alltagsbedingungen nicht wesentlich eingeschränkt sein, das heisst eine kleine Stadtbesichtigung mit Pausen möglich sein. Wenn bei stärkerer körperlicher Belastung Schmerzen auftreten, zum Beispiel beim Wandern bergauf, sollten Sie auf solche Urlaubs-Aktivitäten vorsichtshalber verzichten.
Für einen sicheren Urlaub sollten KHK-Erkrankte ihre medizinischen Unterlagen mitführen, damit die Ärzte am Urlaubsort – falls nötig – schnell die richtigen Entscheidungen treffen können. Dazu gehört eine Liste der verordneten Medikamente, am besten nicht nur mit dem Handelsnamen des Präparats (sie unterscheiden sich im Ausland möglicherweise von den in der Schweiz üblichen), sondern auch mit ihren Wirkstoffen. Die Ergebnisse der Herzuntersuchungen (Echokardiographiebefund, Katheterbericht) sowie eventuell vorhandene Ausweise für einen Herzschrittmacher oder die Therapie mit gerinnungshemmenden Mitteln gehören ebenfalls mit ins Gepäck.
Die KHK-Medikamente sollten Sie auch am Traumstrand regelmässig nehmen. Das plötzliche Weglassen der Medikamente kann die Beschwerden verschlechtern, was gerade dort besonders ungelegen kommt. Vor der Abreise sollten Sie die Medikamente abgezählt in ausreichender Menge einpacken. Auch an die Notfallmedikamente (Nitrat-Spray oder -Kapseln) sollte man denken, selbst wenn sie schon lange nicht mehr nötig gewesen sind. Im Urlaub können unvorhergesehene Situationen aufkommen, etwa ein längerer Fussmarsch vom Auto zur nächsten Tankstelle.
Insbesondere bei der Reise in Länder mit weniger gut ausgestattetem Gesundheitssystem kann sich der Abschluss einer Reise-Rückholversicherung lohnen.
Durch eine gesunde Lebensführung können Sie Ihr Risiko für die koronare Herzkranheit (KHK) senken und so auch Komplikationen wie einem Herzinfarkt vorbeugen: Verzichten Sie dazu vor allem auf Nikotin. Übergewicht und Stress sollten Sie ebenfalls vermeiden. Dazu ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren und sich viel zu bewegen. Wenn Sie diese Risikofaktoren ausschalten, können Sie verhindern, dass die Arteriosklerose (Arterienverkalkung) weiter fortschreitet. Davon profitiert nicht nur Ihr Herz: Arteriosklerose ist häufig auch die Ursache von Schlaganfällen, Durchblutungsstörungen der Beine, Sehstörungen und Nierenschäden.
Indem Sie regelmässig Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, kann Ihr Arzt weitere wichtige Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheit erkennen und therapieren, noch bevor Schäden durch Arteriosklerose entstehen:
Diese Erkrankungen verursachen oft über längere Zeit keine oder wenig Beschwerden und werden daher jahre- und jahrzehntelang nicht bemerkt. Mit einer einfachen Blutdruckmessung und einer Blutuntersuchung kann der Arzt sie feststellen. Aktuelle Studien zeigen ausserdem, dass eine Grippeimpfung die Sterblichkeit bei koronarer Herzkrankheit (KHK) deutlich senkt. Daher wird die jährliche Schutzimpfung allen Betroffenen empfohlen.