Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03623.jsonl.gz/1365

Schwaderloch AG, Oberes Bürkli
- Infotafel 1: Schwaderloch, Oberes Bürkli [PDF (254 KB)]
- Infotafel 2: Schwaderloch, Oberes Bürkli [PDF (4.4 MB)]
Das Obere Bürkli steht am Rand einer heute rund 400 m vom Rhein entfernten Geländestufe welche dem südlichen Ufer eines wahrscheinlich bereits in der Spätantike weitgehend verlandeten Altarms entspricht. Der Standort bietet gute Sicht auf die vorgelagerte Schwemmlandzone des Rheins und auf das gegenüberliegende (deutsche) Rheinufer mit dem Mündungsgebiet der Alb.
Erstmals beschrieben wurde das Obere Bürgli 1871 von Ferdinand Keller (1800-1891): „Unterhalb des Dorfes Schwaderloh befindet sich auf dem alten Rheinbord, etwa 10' über dem Niveau des Flusses, ein mit Gesträuch bewachsener Mauerstock, Bürgli genannt. Die Nord- und Ostseite desselben stehen rechtwinklich zu einander, an der Süd- und Westseite ist die Mauermasse jetzt abgerundet“. Eine erste Ausgrabung fand 1913 unter der Leitung von Karl Stehlin (1859-1934) statt. Er beschränkte sich dabei auf die punktuelle Freilegung der Mauerkronen, um den Grundriss und die Dimensionen des Wachturms erschliessen zu könnenund legte im Umfeld zwei Sondierschnitte an. Auf Anregung der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde wurde der Wachturm 1977 von der KA AG vollständig freigelegt und anschliessend umfassend konserviert.
Die 2015 durchgeführten Arbeiten beinhalteten die Entfernung des Bewuchses, die Entfernung des modernen Mergelbelags im Inneren des Wachturms, die Reinigung des Mauerwerks, die Dokumentation der antiken Bausubstanz und der älteren Konservierungsmassnahmen sowie die Sanierung des konservierten Mauerwerks. Bei der Dokumentation kamen fotogrammetrisch entzerrte Maueran- und aufsichten, Luftaufnahmen mittels Quadrocopter sowie aus Fotografien generierte 3D-Modelle zum Einsatz.
Nach der Reinigung des Mauerwerks zeigte sich, dass v.a. die Übergangszone zwischen dem antiken und dem 1977 aufgemauerten Teil der Mauerschalen sowie die Mauerkrone stark unter den Witterungseinflüssen gelitten hatten. Die kleineren und grösseren Schadstellen an den Mauerschalen ermöglichten jedoch auch Einblicke in das hervorragend erhaltene antike Gussmauerwerk und die Entnahme von Mörtelproben, u.a. auch im Hinblick auf die Eichung von 14C-datierten Mörtelproben. Bemerkenswert ist, dass im opus caementitium der Südmauer eine deutlich ausgeprägte horizontal verlaufende Fuge beobachtet werden konnte. Dies deutet darauf hin, dass man das aufgehende Mauerwerk offensichtlich nicht in einem Arbeitsgang hochzog, sondern einige Zeit verstreichen liess, damit der Weisskalkmörtel aushärten konnte.