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In Joseph Haydns «Orlando Paladino», einer heroisch-komischen Erzählung, treten die unterschiedlichsten Figuren einer mittelalterlichen Fantasy-Welt auf: Der vor Liebe verrückte Orlando verfolgt die chinesische Prinzessin Angelica und rastet aus, als er die Liebesschwüre seiner Angebeteten und ihres Geliebten Medoro in einen Baum geritzt findet. Der Rasende wird von der Zauberin Alcina in einen Stein verwandelt und durch Charon und den Fluss des Vergessens geheilt. Der Barbarenkönig Rodomonte will sich mit Orlando duellieren, und die Schäferin Eurilla und Orlandos Knappe Pasquale nähern sich einander an.
Innerhalb Joseph Haydns Schaffen spielen die Opern nur eine untergeordnete Rolle und sind heute beinahe in Vergessenheit geraten. Dies, obwohl er zu seiner Zeit extrem erfolgreich mit diesen Kompositionen war. Haydn veröffentlichte schon sehr früh Singspiele, Marionettenopern und Opere buffe. Stets versuchte er ernste und komische Elemente zu mischen.
Die niederländische Regisseurin Jetske Mijnssen – nominiert für den FAUST-Preis 2014 in der Kategorie Beste Regie Musiktheater – inszeniert Haydns bekannteste Oper von 1782 mit Sängern des Internationalen Opernstudios Zürich. Sie wird das verrückte Personal mit ihrem Sinn für Psychologisches und Menschliches ins Visier nehmen und zeigen, wie modern die Fragen sind, die Ariostos Epos aufwirft.
Nach «ll Matrimonio segreto» wird dies die zweite grosse IOS-Opernproduktion sein, die im Theater Winterthur mit dem Musikkollegium zur Premiere kommt.
Bilder © Danielle Liniger