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Die Verschärfungen des Zugangs zum Zivildienst sind vom Tisch. Nach drei Jahren der Debatte und angesichts der Bereitschaft von CIVIVA, ein Referendum durchzuführen, lehnte der Nationalrat das Projekt in der Schlussabstimmung ab. Eine solche Wende ist im Parlamentsbetrieb selten. Sie beweist, dass dieser Angriff auf den Zivildienst nicht auf Tatsachen beruhte, die einer Wahlkampagne standgehalten hätten.
Die Befürworter der Revision waren eher gegen den Zivildienst eingestellt als um die Armee besorgt. Junge Menschen, die bereit sind, 1,5-mal so lange als Zivis zu dienen, wie sie in der Armee dienen müssten, stellen den Sinn der Armee grundlegend infrage. Sie tun dies noch mehr als die zahlreichen anderen Soldaten, die sich krank melden und den blauen Weg gehen.
Für den Zivildienst ist es ein grosser Sieg. Eine Anerkennung des Werts der Hunderttausenden von Tagen, die Zivis mit alten Menschen, auf Bergweiden oder in
Schulen verbringen. Durch die Beseitigung der Bedrohung aus der politischen Arena haben wir jedoch noch keine Fortschritte erzielt.
Heute werden die, die sich für den Zivildienst entscheiden, nach wie vor diskriminiert. Und der Zivildienst wird in den Hintergrund gerückt. Wir haben es während der Coronakrise gesehen. Es wäre möglich gewesen, in sehr kurzer Zeit Tausende von Zivis mit Erfahrung auf dem Gebiet der Pflege und Betreuung heranzuziehen.
Ein weiterer wichtiger Vorteil des Zivildiensts ist es, dass sich das Virus unter Zivis nicht wie unter den Soldaten in den engen Kasernen ausbreiten kann. Dennoch war das Engagement der Zivis im Kampf gegen das Coronavirus marginal. Die Lage war zu verlockend für die Armee. Sie wusste diese Gelegenheit zu nutzen, um von sich reden zu machen. Der Pomp, mit dem der Armeeeinsatz kommuniziert wurde, kontrastiert mit dem Fakt, dass der Zivildienst in der Krise fast vergessen wurde. Der Zivildienst wird wie vor abgewertet.
Es ist höchste Zeit für das Parlament, die Bedingungen für den Zivildienst zu verbessern.
Lisa Mazzone, CIVIVA-Co-Präsidentin