Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03101.jsonl.gz/1372

Er versucht, dass im Internat Ordnung und Disziplin herrscht, so wie es sein Nachname beschreibt. Sein Lieblingshilfsmittel sind die Regeln, denen man ohne Widerspruch zu folgen hat. Laut Herrn Eichrodt ist er auch ,,vielfältig wie ein Taschenmesser’’, was seine Führerausweise betrifft. Immerhin fährt und lenkt Herr Stahl Strassenbahn, Car, Motorrad, Auto und Schiff.
Joachim Stahl ist 43 Jahre alt und kommt aus der Umgebung von Köln, wo er anschliessend Sport und Erziehungswissenschaft studierte und über 10 Jahren lebte. Während seines Studiums arbeitete er bei den Verkehrsbetrieben in Köln als Strassenbahn-Fahrer und später auch bei der Produktion der Harald Schmidt TV-Show, wo er auch nach seinem Studium für zwei Jahre weitergearbeitet hat. Die Ausbildung als Pilot ging für ihn sehr schnell: Er gehörte zu einer Testgruppe, die ihre Ausbildung in 3 Monaten statt neun Monaten absolvierten. Dafür konnten sie nur auf vier Linien fahren, da sie nicht alle Strecken lernen mussten. Dann verlies er die grosse Stadt und zog nach St. Gallen, um dort sechs Jahre lang im Internat es Institut auf dem Rosenberg als Internatslehrer und Sportlehrer zu arbeiten. Danach heiratete er seine Frau, die erstaunlicher Weise auch aus Köln stammte, die er aber erst in der Schweiz kennengelernt hatte.
Nach sechs Jahren Rosenberg und der Geburt seiner Tochter entschloss er sich etwas Neues zu machen und ging nach Deutschland zurück, trotzdem blieb sein Wohnort sowie der seiner Familie in der Schweiz: es war ein atypisches Pendeln. In St. Blasien war er unter anderem Internatspädagoge, Fussballtrainer und er organisierte die Aktivitäten für 200 Schüler, die im Internat lebten. Anschliessend wurde er stellvertretender Internatsleiter und musste seine Funktionen erweitern. ,,Das Pendeln zwischen Sankt Blasien und Sankt Gallen war manchmal anstrengend und ich sah meine Familie für lange Zeit nicht’’. Zwischen den beiden Städten liegen 150 km und er konnte manchmal erst nach sieben Tagen nach Hause fahren. Daher entschloss er sich zu kündigen, damit er mehr Zeit für sich selbst und die Familie haben konnte.
Plötzlich sah er auf der Webseite der Stiftsschule die offene Stelle als Internatsleiter. Er kannte die Stiftsschule schon seit einiger Zeit, dank der jährlichen Treffen der katholischen Schulen in der Schweiz. Für ihn eröffnerte sich so eine neue Perspektive und er bewarb sich sofort, da es für ihn die beste Möglichkeit wäre. Nach der Bewerbungsverfahren ging es sehr schnell und zum 1. August 2019 trat er die neue Stelle als Internatsleiter der Stiftsschule an. Einsiedeln gefiel ihm von Anfang an sehr gut, auch dank der guten Gespräche, die er mit der Schulleitung führte. Darüber hinaus ist Einsiedeln eine Region, in der er sich vorstellen könnte, zu leben.
Fast vier Monate sind für ihn nun schon vorbei und ihm gefällt diese Stelle sehr. Er denkt, dass er diese Arbeit langfristig mit Freude ausüben kann. An die neue Umgebung hat er sich gewöhnt und hat auch seine neuen Kolleginnen schon besser kennengelernt. Das Schuljahr ist für ihn gut gestartet und er fühlt sich mit den SchülerInnen sehr wohl und von diesen akzeptiert: ,,Ich würde diesen Wechsel jeder Zeit wieder machen’’.
In seiner Freizeit geht er gerne ins Kino oder besucht Konzerte. Als ehemalige Sportlehrer treibt er sehr gerne Sport, wenn er dafür bei seinem neuen Job Zeit findet. Ausserdem ist er ein grosser Fussballfan und hat den Internatsfussball wiederbelebt.
Als vielfältiger Mann hat er viel erlebt und bringt ins Internat ebenso viel Neues ein, damit wir ,,MEHR’’ erleben können, wie sein Jahresmotto heisst.