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In der Corona Pandemie wird deutlich, wie wertvoll Kreativität, Resilienz, Gemeinschaft und Fitnessroutinen sind. Fitnesstraining musste noch vor einigen Monaten für viele Menschen unabhängig von einem lokalen Standort funktionieren. Die Motivation (M.), sich anzupassen und auf ein Online Fitnessstudio umzusteigen, brachten viele Fitnessenthusiasten nicht mit.
Noch schwerer scheint es, ein Online Fitnessstudio tatsächlich dauerhaft zu nutzen. Was sind die Ursachen einer lediglich temporären Nutzung eines Online Fitnessstudios? Wie kann die M. gesteigert werden? Welche Tipps haben sich in der Praxis bewährt?
Was ist Motivation?
Der Begriff M. wird grundsätzlich dahingehend diskutiert, unter welchen Bedingungen zielgerichtetes Verhalten funktioniert bzw. nicht funktioniert. Dabei werden insbesondere folgende Faktoren begutachtet:
- Richtung
- Ausdauer
- Intensität
Im Kontext des Textes stellen sich damit folgende Fragen: Warum sollten Sie in regelmäßigen Abständen ein Online Fitnessstudio aufsuchen (Richtung)? Wie lange bleiben Sie unter Einwirkung von Widerständen im Online Fitnessstudio (Ausdauer)? Welche Anstrengungen werden unternommen, um das Online Fitnessangebot dauerhaft zu nutzen (Intensität)? – Wir werden uns schrittweise den Antworten nähern.
Welche Arten von Motivation können in diesem Kontext unterschieden werden?
Der griechische Philosoph Epikur (341 – 270 v. Chr.) hat sich in seinen praktischen Lehren mit motivationalen Aspekten auseinandergesetzt. Dabei ist ihm ausgehend von dem damaligen gesellschaftlichen System aufgefallen, in dem wenige privilegierte auf Kosten vieler unterprivilegierter Menschen leben, dass menschliche Handlungen in ihren Grundzügen dazu dienen, Schmerz zu vermeiden und Freude oder Lust zu gewinnen. Epikur leitete daraus das Grundprinzip des sogenannten Hedonismus (griech. hedone = Lust, Freude) ab, wonach Menschen nach physischer und psychischer Sinneslust streben. In der Psychologie wird es auch das Lust-Unlust-Prinzip genannt. Es wird näher im Themenfeld der Annäherungs- und Vermeidungsmotivation untersucht.
Epikur erkannte eine Verbindung des Lust-Unlust-Prinzips zur Befriedigung von menschlichen (Grund-)Bedürfnissen. Das würde erklären, warum viele Menschen fit und gesund sein bzw. bleiben wollen, um mittels angepasste Ernährung, Bewegung und Regeneration Erkrankungen zu vermeiden. Andererseits schadet ein ausschließlich nach dem Lustprinzip ausgerichtetes Leben, was beispielsweise heute die hohe Anzahl der Übergewichtigen und an psychischen Erkrankungen leidenden Menschen erklären würde.
Nun könnten Sie fragen, was das mit Leistungsmotivation zu tun hat. Sich online einem Trainingskonzept, Kursangebot oder Personal Training hinzugeben, muss doch etwas mit Leistung zu tun haben. No pain no gain. Der Motivationsforscher John Atkinson (1915 – 2002) betont die Leistungskomponente unter dem Aspekt individueller Unterschiede und Motive. Menschen streben nach Erfolg, wenn das Erfolgsmotiv, die Erfolgserwartung und der Anreiz auf Erfolg erhöht sind. Während erfolgsmotivierte Personen sich mittelschwere Aufgaben suchen sollten, sollten weniger erfolgsmotivierte Menschen nach Ansicht von Atkinson eher leichte Aufgaben ansteuern, um länger motiviert zu bleiben und Misserfolg zu vermeiden.
Der Psychologe Fritz Haider (1896 – 1988) sieht darüber hinaus eine Verbindung zwischen Anstrengung, Fähigkeit, Aufgabenschwierigkeit und Zufall (Attributionstheorie). Wenn die Fähigkeiten einer Person größer sind als die kollidierenden Umweltfaktoren (Schwierigkeit, Widerstand), dann tritt nach Haider Können ein. Können und M. sind multiplikativ verknüpft. Ein Fehlen einer der beiden Faktoren führt zum Nichterreichen eines Handlungsergebnisses.
Das Flow-Konzept scheint viele der genannten Theorien zu vereinigen, wobei die Tätigkeit selbst in den Fokus der M. gerät und weniger die Folgen und Anreize der Handlung. Der ungarisch-amerikanische Psychologe Michály Csikszentmihalyi (1934 – 2021) hatte z. B. bei Malern erkannt, dass sie vertieft an ihren Werken arbeiteten und sich weniger für (äußere) Belohnungen interessierten. Schließlich erkannte er in seinen Experimenten, dass nahezu alle Berufsgruppen von dem “in-der-Tätigkeit-versunken”-Phänomen betroffen sind und Flow ein Zustand höchster Kreativität darstellt.
Das Flow-Konzept erklärt heute, warum es intrinsische und extrinsische M. gibt. Also einerseits ein Erfolgserlebnis, dass allein durch die Handlung selbst ausgelöst wird und andererseits auf eine Handlung positive oder negative Konsequenzen folgen (z. B. Vergütung, soziale Anerkennung).
Nach Csikszentmihalyi wird das Flowerlebnis durch folgende Voraussetzungen begünstigt:
- Kompetenz
- Selbstbestimmung
- Kongruenz von Fähigkeit und Handlungsanforderung
- Person ist weder überfordert noch unterfordert
Wie die genannten Arten bzw. Theorien der Motivation konkret im Kontext Online Fitnessstudio angewendet werden können, sehen wir anhand von Praxistipps.
Tipps für die dauerhafte Motivation im Online Fitnessstudio
Die nachfolgenden Anregungen werden von vielen der genannten Motivationstheorien begleitet und durch ihre Praxistauglichkeit verifiziert.
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Finden Sie (eine) Sportart(en), die Ihnen Spass und Freude bereiten
Um herauszufinden, welche Sportart Ihnen tatsächlich im Online Fitnessstudio liegt, sollte sie zunächst einige bewährte Sportarten (Joggen, Radfahren, Joga, Spinning, Step, Tanzen oder Kick & Box) austesten. Mit der Zeit entwickelt der Körper eine Art “Spieltrieb”, so dass Sie alternative Sportarten entdecken werden.
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Visualisieren Sie ihr Wunsch-Ich
Erfolgreiche SportlerInnen wissen um die Vorteile der gedanklichen Veranschaulichung eines Zielzustandes, den sie durch die harte Vorbereitung anstreben. Das hilft auch Ihnen, wenn Sie sich beispielsweise emotional und bildhaft vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn Sie eine bessere Haltung haben, keine Rückenschmerzen oder sich einfach wohler fühlen.
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Machen Sie feste Trainingstermine
Wir planen regelmäßige Arztbesuche, Besprechungen und das Treffen mit Freunden. Regelmäßige Trainingstermine gehören nur selten zu den wichtigen “Dates”. Dabei garantieren Sie schon nach wenigen Wochen eine wertvolle Routine, die keinerlei große M. benötigt, um ein Leben lang davon zu profitieren.
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Laden Sie Freunde zum Workout ein
Ein(e) Partner(in) oder Gruppe kann die M. zum Sport hochhalten. Durch die gemeinsame Verabredung zum Fitnesssport können Sie mehr Spass und Freude am Sport entwickeln. Wenn Sie sich nicht von anderen Menschen abhängig machen wollen, dann ist es erfahrungsgemäß ratsam, eher allein trainieren.
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Freuen Sie sich auf das nächste Workout
Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Die emotionale und positive Koppelung an eine Tätigkeit, die die Gesundheit fördert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie länger bzw. ausdauernder bei einer Tätigkeit bleiben. Insbesondere dann, wenn die Tätigkeit die Vorfreude untermauert. Freuen Sie sich also bewusst, wenn sie etwas Gutes für ihren Körper tun, es könnte sie länger bereichern.
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Ihr Outfit kann die Motivation steigern
Fitnesstraining ist mit jeder Klamotte möglich. Natürlich stimmt dieser Sachverhalt. Sportpsychologe Jonathan Fader (New York Mets) präzisiert: Sportkleidung lässt uns in eine Rolle schlüpfen. Professionelle und schöne Kleidung überträgt sich auf das Wohlfühlgefühl des Nutzers/der Nutzerin. Eine höhere M. und Selbstsicherheit ist die Folge.
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Nutzen Sie Gespräche mit einem zertifizierten (Personal-)Trainer
Wenn es einem einmal nicht gut geht, dann wissen viele Menschen Familie, Freunde und Bekannte zu schätzen. Sie geben Halt, Sicherheit und Zuversicht. Warum sollten sie das nicht auch beim Fitnesstraining nutzen? Professionelle Fitness-/Personal Trainer können im Rahmen eines Online-Coachings auf individuelle Probleme eingehen und praxiserprobte Tipps für das weitere Training geben.
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Lassen Sie sich von professionellen Sportlern inspirieren
In diversen Fitnessstudios sind Flachbildschirme installiert, die Workout-Videos von professionellen Fitnesssportlern zeigen. Wenn Sie ein solches Motivations-Video einmal gesehen haben und sich mit Fitnesssport identifizieren, dann kennen Sie das Gefühl, das beim Zuschauen entsteht: Man möchte sofort mit dem Training beginnen und alles aus sich heraus holen. Dieser Tipp bietet sich als Routine vor dem Fitnesstraining oder bei Unlust unmittelbar zur Motivationssteigerung an.
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Dokumentieren Sie ihre Erfolge
Die Verschriftlichung von Erfolgs- bzw. Misserfolgserlebnissen löst bewusste Feedbackmechanismen aus. Ihre Erfolge werden visualisiert und verstärkt. Misserfolge werden bewusst wahrgenommen und lösen Lerneffekte aus. Zahlreiche Studien belegen, dass verschriftliche Ziele motivierender wirken und eher erreicht werden als mündlich ausgesprochene Ziele oder nicht verbalisierte Gedanken.
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Belohnen Sie sich
Der menschliche Körper existiert auf Grundlage von wiederkehrenden gestillten Grundbedürfnissen wie Schlafen, Essen, Trinken oder soziale Zuwendung. Daher wirken nach einem absolvierten Workout Belohnungen so gut, weil sie einen entlastenden und triggernden Effekt haben. Gönnen Sie sich daher hin und wieder z. B. ein neues Kleidungsstück oder ein Wellnesswochenende für eine Reihe erfolgreicher Workouts. Es ist entscheidend, dass ihre Fitnessziele erreichbare Etappenziele sind.
Fazit:
Es gibt viele Möglichkeiten, um die Motivation im Rahmen eines Online Fitnesstrainings auf einem hohen Niveau zu halten. Eine Motivationsempfehlung sollte allerdings stets zur Persönlichkeit des Trainierenden passen, damit sie in der Praxis wirklich umgesetzt wird und die Freude am Fitnesstraining ein Leben lang erhalten bleibt.