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Im Rahmen der Hespresso-Themenmagazine hat die HES-SO Valais Wallis den folgenden Artikel über Calixte Mayoraz, Forschungs- und Entwicklungsingenieur bei Eversys SA und Spezialist für Machine Learning, verfasst. Er studierte Informatik an der HES-SO Valais Wallis und absolvierte ein Praktikum am Institut für Informatik, im Swiss Digital Center in Siders. Anschließend absolvierte er einen Master in Künstlicher Intelligenz bei UniDistance und in Zusammenarbeit mit dem Idiap.
Für viele von uns ist künstliche Intelligenz etwas, das von Geeks eingesetzt wird, um die Welt zu überwachen und zu beherrschen. Einerseits fürchten wir uns davor, andererseits sind wir fasziniert vom Potenzial, das sie bietet. Calixte ist mit der Informatik aufgewachsen. Sein Vater war Senior Manager bei Google im Silicon Valley. Der zweisprachige Sittener absolvierte seine High School in Kalifornien, bevor er im Alter von 18 Jahren ins Wallis zurückkehrte.
Eine Karriere in der Informatik
Calixte ist in die Fussstapfen seines Vaters getreten und absolvierte zunächst beim Institut Informatik ein Praktikum, um anschliessend an der Hochschule für Wirtschaft ein Studium der Wirtschaftsinformatik aufnehmen zu können. Danach kehrte er als Forschungsassistent zum Institut zurück. „Im Team von Professor Dominique Genoud arbeiteten wir mit Daten und Machine Learning. Das war sehr spannend. Aber tief in meinem Inneren spürte ich, dass die Möglichkeiten noch viel grösser waren.“ So absolvierte Calixte an der FernUni einen Master in Künstlicher Intelligenz und schrieb seine Abschlussarbeit für das Unternehmen Eversys SA, bei dem er noch heute angestellt ist.
Kaffee und künstliche Intelligenz
Eversys SA stellt hochautomatische Kaffeemaschinen für den Fachhandel her. Diese Maschinen werden in Siders entwickelt, getestet und zusammengebaut. Letztes Jahr hat das Unternehmen einen grossen Vertrag mit Starbucks für die Herstellung von kaltem Kaffee an Land gezogen. Calixtes Job ist die vorausschauende Wartung, d. h. die Vorbeugung von Pannen: „Sobald jemand eine unserer Maschinen benutzt und einen Kaffee macht, erhalten wir eine ganze Reihe von Daten wie Wassertemperatur, Boilerdruck, Öffnung der Mühle, Spülung usw. Anhand dieser Informationen versuchen wir, die Ursache von Störungen zu verstehen, um die Einstellungen entsprechend anzupassen. Mit unseren grössten Maschinen werden zwischen 2‘000 und 3‘000 Kaffees pro Tag hergestellt“. Unter den 300 Angestellten ist Calixte der einzige KI-Spezialist, der sich mit Statistiken und komplexen Informatikproblemen gut auskennt. Wenn er keine Lösung für ein bestimmtes Problem findet, wird ChatGPT zu einem guten Verbündeten. „Ich verwende den Chatverlauf, um den Überblick über die – meist interessanten – Vorschläge der KI zu behalten und Ideen weiterzuentwickeln.“ Auch die Idee, ChatGPT zu nutzen, um die Mitarbeitenden von Eversys bei ihren Aufgaben zu unterstützen, nimmt ihren Lauf…
Einsatz der KI in der Kunst
Der passionierte Informatiker liebt alles, was auch nur im Entferntesten mit Computern zu tun hat. Doch Calixte lebt auch seine musischen Seiten aus: Er ist nicht nur als DJ tätig, sondern hat eine neue Herausforderung im Bereich der Kunst gefunden – eine Art künstlerisches Cadavre Exquis: „Ich verwende ein weitgehend leeres künstliches neuronales Netz, also eine schlecht trainierte KI, um gemeinsam mit ihr zu zeichnen. Mit diesem Experiment will ich herausfinden, wie sehr die KI trainiert werden muss, um zu erkennen, was ich skizziert habe, damit das Ganze anschliessend ein kohärentes Bild ergibt. Ich habe Spass daran und ich teile meine „ästhetischen Errungenschaften“ gerne mit meinen Künstlerfreunden.“
Die Grenzen der KI
Für Calixte bietet KI ungeahnte Möglichkeiten, birgt aber auch gewisse Risiken. Auf die Frage, ob KI uns alle eines Tages ersetzen wird, antwortet er differenziert: „Sie kann uns ersetzen, aber nicht immer durch gut gemachte Arbeit. Wenn man nicht gegenliest, überprüft, was sie macht, und ihr blind vertraut, könnte es schlussendlich böse Überraschungen geben.“