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Soziale, politische und wirtschaftliche Ausgrenzung erschweren die Lebensbedingungen der Roma und anderer benachteiligter Gruppen in Serbien. Während der Balkankriege und der Kosovo-Krise wurde die serbische Provinz Vojvodina zu einem Auffanggebiet für Geflüchtete und intern Vertriebene, darunter viele Roma. Zudem sind in den letzten Jahren viele Serben und Serbinnen von Westeuropa nach Serbien zurückgeschickt worden. Auch diese Menschen gehören überwiegend der Roma-Bevölkerung an. Sie haben häufig keine legale Wohnadresse und damit keinen Zugang zur Basisinfrastruktur oder zum öffentlichen Gesundheits und Sozialwesen. Die Wohnverhältnisse in den RomaSiedlungen sind nach wie vor schwierig. Es gibt inzwischen gesetzliche Grundlagen, die es den Bewohner:innen erlauben, ihre Häuser nachträglich zu legalisieren. Vielen Familien fehlen jedoch Geld und Wissen, um ihr Grundstück zu vermessen und im Grundbuch eintragen zu lassen. Trotz einiger Verbesserungen in den letzten Jahren ist der Bildungsrückstand der Roma-Bevölkerung nach wie vor markant: Nur 64 % der Roma-Kinder schliessen die Primarschule (8. Klasse) ab, gegenüber 98 % der Mehrheitsbevölkerung, und nur ca. 22 % besuchen eine Schule auf Sekundarstufe 2, gegenüber 90 % der Gesamtbevölkerung.
Projektteilnehmende:
Am Projekt nehmen Familien teil, die in informellen Roma-Siedlungen leben. Dabei sind auch Gemeindebehörden von 10 ausgewählten Gemeinden, Schulen, Lehrpersonen, benachteiligte Schulkinder in den ausgewählten Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen.
Ziele:
Ziel des Projektes ist die soziale Inklusion von Menschen zu fördern, die zur untersten Einkommensschicht gehören. Viele Roma-Minderheiten gehören dazu. Haus-Legalisierungen sind eine Voraussetzung für die Verbesserung der Wohnverhältnisse. In den Schulen stärken Weiterbildungen für Lehrpersonen und Initiativen zur Vermittlung interkultureller Werte die Inklusionsfähigkeit. Der Zugang zu einer Rechtsberatung ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen, ihren Status zu sichern und staatliche Leistungen zu erhalten.
Aktivitäten:
Für die Verbesserung der Wohnverhältnisse fordert HEKS von den Behörden, die Roma-Siedlungen zu legalisieren, deren Infrastruktur zu verbessern und Sanierungsprogramme durchzuführen. Gleichzeitig werden durch einen Selbsthilfe-Ansatz die Bewohner:innen darin unterstützt, die Möglichkeit einer nachträglichen Legalisierung ihrer Häuser in Anspruch zu nehmen und ihre Häuser instand zu setzen. Dabei werden sie von Fachpersonen angeleitet und erhalten das nötige Baumaterial. Für die Ausführung der Arbeiten sind sie selbst verantwortlich. Ein wichtiges Förderinstrument im Bereich Bildung sind sogenannte Roma-Schulassistent:innen. Sie begleiten und unterstützen die Roma-Kinder bei den Hausaufgaben oder bei Problemen und erteilen ihnen bei Bedarf Förderunterricht. Auch vermitteln sie zwischen den Eltern und der Schule. Zusätzlich werden Lehrpersonen in Methoden der inklusiven Bildung und interkultureller Erziehung ausgebildet und integrative Schulprojekte gefördert. In Rechtsberatungen werden die Bevölkerung und insbesondere die lokalen Roma-Gemeinschaften über ihre Rechte und über dieses neue Angebot informiert.