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Umweltbewegungen und deren Wirkungen in den letzten 60 Jahren
Im Zusammenhang mit unserer interdisziplinären Arbeit (IdPA) habe ich mich als Mediamatiklernende im 3. Lehrjahr mit einer Kollegin an das Thema Politikbewegungen gewagt. Wir haben beide ein grösseres Interesse an den Frauenrechts- und Umweltbewegungen und uns schon immer gefragt, wie diese ihren Anfang gefunden haben. Aus zeitlichen und technischen Gründen haben wir je eine dieser Bewegungen behandelt; ich habe den Teil zur Umweltbewegung erarbeitet.
Die historische Seite
Mir ist sehr schnell aufgefallen, dass das Thema sehr viele Aspekte beinhaltet. Deshalb beschränkte ich mich auf grosse internationale Umweltvorfälle und deren Folgen, sowie grössere Bewegungen und Organisationen, welche nicht nur lokal sondern auch international für viel Aufsehen sorgten. Ich fokussierte mich pro Jahrzehnt auf wenige, aus meiner Sicht wichtige Ereignisse.
Ich recherchierte hauptsächlich im Internet zu vielen Unfällen, wie zum Beispiel den Seveso Chemie-Unfall (1979) mit der darauffolgenden Einführung der Seveso I und Seveso II Richtlinien für Chemikalien. Ein Vorfall, der für ältere Generationen zum Allgemeinwissen gehört. Dadurch ist mir erst klar geworden, wie viel bereits geschehen ist und wie viel nach einigen Jahren gar nicht mehr aufgegriffen wird, trotz des grossen Einflusses auf unser Umgehen mit der Umwelt.
Mir fiel auf, dass viele Umweltkatastrophen im Zusammenhang mit der Energie- oder Chemieindustrie stehen. So sind bereits viele Ölkatastrophen (z.B. Deepwater Horizion, Frühling 2010) oder Proteste zur Produktion von Öl (z.B. Stamm der Ogoni, Nigeria seit 1992 und Greenpeace auf der Brent Spar, Nordsee 1995) in den Medien erwähnt worden. Auch sind die zwei Super GAUs von Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) weltbekannt.
Meine weiteren Recherchen zu Umweltorganisationen und –bewegungen haben gezeigt, dass globale Auswirkungen massgebend durch die Empörung und den Willen der Weltbevölkerung, etwas zu ändern, zu Handlungen führen. Bei den Umweltorganisationen habe ich Informationen von grossen internationalen Organisationen ausgewertet, wie zum Beispiel vom WWF (World Wildlife Fund) oder von Greenpeace. Für Informationen von Umweltbewegungen fokussierte ich mich auf solche, die international aktiv sind und einen grossen Beitrag für die Umwelt leisten. Beispielsweise die Chipko-Bewegung. Diese versucht, die Waldrodung durch das Umarmen von Bäumen zu verhindern. Ihren Ursprung hat sie aus der Region Uttarakhand in Indien. Ein neueres Beispiel ist die FridaysForFuture-Bewegung. Diese wurde von Greta Thunberg, Klimaschutzaktivistin, in Schweden ins Leben gerufen und ruft Schüler und Studentinnen zum Protest an Schultagen auf.
Durch die vielen Veränderungen in der Umweltbewegung entschloss ich mich, die aktuelle Meinung zu diesem Thema mittels einer Umfrage herauszufinden. Damit konnte ich die Wirkung auf unser Handeln für mich besser veranschaulichen.
Erkenntnisse aus unserer Umfrage
Ziel meiner Umfrage war, die Meinung über den Fortschritt der Umweltbewegungen und Hilfsorganisationen herauszufinden. Ich habe die Umfrage-Teilnehmenden zu ihren Vorkenntnissen und ihrer Einstellung zum Thema Umwelt und deren Schutz befragt. Ich konnte durch die Antworten die Wichtigkeit der vergangenen Erfolge oder des Versagens sehen und wie die Meinungen der befragten Gruppe dadurch beeinflusst wurden.
Ich konnte aus den ersten Antworten schliessen, dass meine ursprüngliche Eingrenzung der Vorfälle und Organisationen/Bewegungen gut war, und sich die Mehrheit an einige dieser Vorfälle erinnern kann. Weiter fiel mir auf, dass je öfter eine Bewegung, eine Organisation oder ein Vorfall in den Medien ist, desto mehr Personen werden sich daran erinnern.
Bei den Antworten zu den Fragen über das Handeln für die Umwelt überwogen positive Aspekte. Viele der Befragten setzen sich durch kleinere bis grössere Aktionen für die Umwelt ein. So trennen viele ältere Befragte (> 25 J.) ihren Müll und sparen Strom, jüngere Befragte (< 25 J.) organisieren Events oder machen bei Protesten mit. Nur wenige meiner Befragten finden, dass wir genug für die Umwelt gemacht haben oder sagen, dass die Umweltbewegung sogar übertrieben ist.
Die wirtschaftlichen Folgen
Informationen zu den wirtschaftlichen Folgen von oder durch die Umweltbewegung konnte ich ohne grosse Probleme auffinden. Wie zum Beispiel der Boykott von Shell Oil, als dieser versuchte, die Ölplattform Brent-Spar zu versenken, oder die Kosten für die Aufräumaktionen der Chemieunfälle von Seveso, Bophal und Schweizerhalle. Jedoch musste ich für verständliche Informationen zu wirtschaftlichen Folgen der Energiewende, dem langsamen Aufkommen der erneuerbaren Energiequellen und dem Rückgang der Fossilenergie, lange Zeit suchen. Das kam zustande, da viele Beiträge für Wirtschaftsexperten und Fanatiker geschrieben sind und nicht für Alltagsmenschen wie ich verständlich sind.
Durch den gezielten Vergleich von Geschichte und Wirtschaft wurde mir der mehr oder minder grosse Einfluss auf unsere Wirtschaft bewusst, den die Vorfälle und Bewegungen haben. So war die Wirtschaft gezwungen, sich sehr schnell an das in den 80er Jahren verhängte FCKW-Verbot anzupassen. Jedoch kam es in den 70er Jahren nur zu einem kurzzeitigen Umdenken der Energiewirtschaft infolge der Ölkrisen von 1973 und 1979.
Meine Erkenntnisse aus dieser Arbeit
Dank der Vorgaben meiner Schule und der Absprache mit meiner Kollegin, setzte ich mich mit dem Thema Umweltbewegung und den wirtschaftlichen und geschichtlichen Vorkommnissen auseinander. Durch die intensive Recherche entdeckte ich viele Berichterstattungen über schlimme Umweltschäden und umweltschädigende Katastrophen. Ich muss sagen, dass mich viele der älteren Handlungsweisen, vor allem jene der 60er und 70er Jahren, sehr enttäuschten jedoch nicht überraschten. Besonders der Bophal Chemieunfall 1984 hat bei mir ein Unverständnis bewirkt. Denn die Aufarbeitung dieses tragischen Ereignisses hinterlässt bei mir Fragen, da ich keine entsprechenden Berichte dazu gefunden habe, was für die Widergutmachung der betroffenen Personen gemacht wurde. Meiner Meinung nach konnten zwar bereits viele Erfolge verzeichnet werden, jedoch bedarf es noch an weiteren Massnahmen für den Schutz der Umwelt.
Fiona Dooley
Mediamatiklernende im 3. Lehrjahr