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Batumi, früher Batum, wurde im antiken Griechenland als Kolonie unter dem Namen Batis gegründet, was so viel wie Hafen bedeutet. 1564 wurde die Stadt durch das Osmanische Reich annektiert und am 13. Juli 1878 mit dem Berliner Vertrag an Russland angegliedert.
Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk wurde die Stadt am 3. März 1918 zunächst Teil der Türkei. Nach der Niederlage der Mittelmächte besetzte Anfang Dezember 1918 Grossbritannien das Gebiet für 19 Monate. Nach dem Abschluss des Orientvertrages zwischen Sowjetrussland und der Türkei fiel Batumi am 18. März 1921 an Georgien und damit an die spätere Sowjetunion und wurde die Hauptstadt der Region Adscharien.
Bereits ab 1870 war Batumi ein wichtiger Exporthafen für Wolle, Baumwolle, Holz, Seide und Mangan. Seit 1883 ist die Stadt zudem ein bedeutender Umschlagplatz für Erdöl und damit auch immer wieder umkämpft.
Für den zivilen Postverkehr war die Stadtverwaltung von Batum zuständig, die den Briefverkehr ab Februar 1919 in Betrieb nahm. Die Briefe wurden in bar bezahlt und die Zahlung mit einem Textstempel mit Visum bestätigt. Der Brief erhielt einen runden Negativstempel, wie er im osmanische Reich üblich war.
Am 4. April 1919 erschienen die ersten Marken in den Werten von 5 (grün), 10 (ultramarin) und 50 (gelb) Kopeken sowie zu 1 (schokoladebraun), 3 (violett) und 5 (braun) Rubel. Sie wurden in Bogen von 198 (18x11) Marken gedruckt. heraus. Die Briefmarken sind geschnitten und zeigen einen Aloe-Baum und tragen die Inschrift БАТУМСКАЯ ПОЧТА (BATUMSKAYA POCHTA) oder Batum Post.
Ab dem 13. April 1919 wurden auch verschiedene russische Marken mit einem 10-Rubel-Aufdruck versehen, um die gestiegenen Portokosten abdecken zu können.
Am 10. November 1919 wechselten die Farben und neue Wertstufen wurden herausgegeben. Diese Marken wurden mit dem Überdruck BRITISH OCCUPATION versehen.
Ab dem 27. November 1919 bis zur Übergabe von Batum an die Republik Georgien am 7. Juli 1920 erschienen fünf verschiedene Auflagen von russischen Marken mit zweisprachigem, englischem und russischem, Überdruck.
Bereits im November 1922 wurde in der Berner Briefmarken Zeitung vor Fälschungen der Aufdrucke gewarnt. Ein Fabrikant dieser Fälschungen, ein gewisser Roman Sterblitch, konnte 1923 in Wien verhaftet werden. Man geht davon aus, dass 90% der » Aufdrucke gefälscht sind. Auch die » Briefmarken sind grossenteils gefälscht.
Seit der Auflösung der Sowjetunion werden in der sich als autonom bezeichnenden Region Adscharien wieder Briefmarken mit der Länderbezeichnung Batumi herausgegeben. Diese sind jedoch Mache zum Schaden der Sammler. Zu diesem Thema wird es gelegentlich einen Artikel unter dem Kapitel Briefmarken ohne Land geben.