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São Paulo, 18. Februar 2007
In der zweiten Nacht der Paraden in São Paulo, mit 38.000 Zuschauern gegenüber 23.000 am ersten Umzugstag, konnten die Sambaschulen die Begeisterung des Publikums bis zum Ende aufrechterhalten. Herausragend waren die Schulen Vai-Vai, Águia de Ouro und Rosas de Ouro. Die Paraden wurden mit Pérola Negra eröffnet, die jedoch aus technischen Problemen Punkte bei der Wertung verlieren wird.
Der erste allegorische Wagen verlor die Lenkung und konnte nur mit enormen Schwierigkeiten durch die Avenida des Anhembi gebracht werden. Weitere Probleme führten dazu, dass die Ordnung einiger Gruppen vertauscht werden musste, so dass so mancher der Tänzer schon aus Enttäuschung weinend den Umzug antrat. Weiter ging es mit Vai-Vai, die sich dem ökologischen Trend vom Vortag anschloss und das Recycling, die Verschwendung der natürlichen Ressourcen und den exzessiven Konsum zum Thema hatte. Das Publikum sang voller Begeisterung über die luxuriösen Kostüme und Wagen sowie die technische Perfektion den Samba mit bis zur letzten Minute des Umzugs. Unidos do Peruche, die in 40 Jahren keinen Sieg in der Grupo Especial erobern konnte, setzte diesmal auf den bekannten Comiczeichner Maurício de Souza, um das Publikum zu begeistern. Doch nur die Anwesenheit des Künstlers selbst und seiner Familie erntete Applaus.
Die vierte Schule, Mancha Verde, zeigte ihren Umzug ausserhalb des Wettkampfs um den Titel, da sie als einzige der Sport-Sambaschulen in der Grupo Especial auftrat. In der Avenida präsentierte Mancha Verde einen interessanten Kampf des Guten gegen das Böse, mit Anspielungen auf den zweiten Weltkrieg, göttliche Erscheinungen, Katastrophen, Astrologie und die Apokalypse. Spiritualität zeichnete auch die Schule Águia de Ouro aus, die ihren Samba über die Schöpfungskraft Gottes vorstellte und durch die ihre mitreissende Percussiongruppe begeisterte. Die Erschaffung der Welt war das Thema der folgenden Schule, Rosas de Ouro, die Glanz und Luxus ins Anhembi brachte.
Die Darstellung des Big-Bang, des Regens, aus dem sich die Ozeane formten, des Blicks aus dem Weltall auf die Erde sowie der Aufruf zur nachhaltigen Entwicklung rissen das Publikum zum Applaus hin. Als letzte Schule zog Mocidade Alegre durch die Avenida, die sich über den nationalen Humor ausliess, der die Brasilianer befähigt, Schwierigkeiten fröhlich zu ertragen, und Komiker aus Theater und Fernsehen ins Anhembi brachte. Die Sieger-Sambaschule wird am kommenden Dienstag bekannt gegeben werden.
Annette Runge für BrasilienPortal