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Siedlung Büelrain, Winterthur
Auf dem topografisch anspruchsvollen Gelände werden drei an ihren Ecken gerundete Gebäudekörper positioniert. Die einzelnen Volumen werden entsprechend dem Höhenverlauf des Terrains im Grundriss und Schnitt gegliedert.
Die dadurch erzeugte horizontale und vertikale Staffelung ermöglicht einerseits eine feine, auf das Quartier abgestimmte städtebauliche Massstäblichkeit, andererseits eine optimale Gebäudesetzung im Hang und Perimeter. Durch den steilen Höhenverlauf und die Gliederung der Volumen «überblickt» das hintere Gebäude jeweils immer seinen vorderen Nachbarn, wodurch ein hohes Mass an Zusammenhalt der Volumen untereinander und gleichzeitig ein identitätsstiftendes gestalterisches Siedlungselement entsteht. Die daraus resultierenden Gebäudezwischenräume führen zu einer spannenden aussenräumlichen Verzahnung und verbinden in ihrer Abfolge die Büelrainstrasse und die Gutstrasse auf selbstverständliche Art und Weise miteinander. Durch das Runden der Ecksituationen werden die Übergänge weich und fliessend gehalten. Weiter kann durch dieses Setzungsprinzip auch der baurechtlichen Mehrlängenproblematik Rechnung getragen werden, ohne dass nachbarrechtliche Zustimmungen beansprucht werden müssen.
Die Gebäude sind als sogenannte Zweispänner organisiert: Ein Treppenhaus erschliesst pro Stockwerk zwei Wohnungen. Durch die Staffelung, die Hanglage und die Ausrichtung bedingt, werden zwei unterschiedliche Wohnungstypen konzipiert.
Die auf der Südostseite gelegene Wohnung entwickelt sich aus einem grossen zentralen Eingangsraum, einer Art Vestibül, heraus. Von hier aus werden zwei Zimmer und die Nasszellen erschlossen. Der Zugangsraum entwickelt sich räumlich weiter zum Wohn- und Essraum, in den übers Eck eine Loggia eingeschrieben ist. Diese vergrössert optisch den Wohnraum.
Die auf der Nordostseite gelegene Wohnung wird als versetzter «Durchwohner»-Grundriss konzipiert: Sie wird an der Schnittstelle Wohnraum – Wohnküche betreten. Dieser Wohnraum zeigt sich als z-förmiges Raumkontinuum, das auf der Ostseite in den Wohnraum, auf der Südwestseite in die versetzte Wohnküche führt. Beide Abschlussräume erhalten eine Loggia. So profitiert der Bewohner einerseits von der ostwärts gerichteten Hanglage, andererseits von der attraktiven Südwestseite. Über einen kleinen Verteilraum gelangt man in die Kinderzimmer und Nasszellen.
Die vertikale Verzahnung der Gebäude wird durch den Zugang im Sockelgeschoss eingeleitet und findet ihren Abschluss in einem Attikakörper.
Das Haus eins beherbergt als Grundtypen vor allem 4½- und 3½-Zimmer-Wohnungen, das Haus zwei 4½- und 2½-Zimmer-Wohnungen, die ähnlich konzipiert sind. Im Haus drei sind aufgrund der reduzierten Grundstücksverhältnisse vor allem 2½-Zimmer-Wohnungen untergebracht. Diese sind von der Einstellhalle her direkt mit Lift erschlossen und eignen sich für etwas ältere Personen.
Die Gebäude werden in Massivbauweise errichtet. Die äussere Haut soll nach unseren Vorstellungen als Holzschindelschirm ausgebildet werden und der Formgebung und Konstruktionsweise der abgerundeten Ecken Rechnung tragen sowie gleichzeitig der Siedlung zusätzliche Identität und Eleganz verleihen. Wichtig erscheint uns vor allem ein homogenes Erscheinungsbild der Fassade, das die volumetrische Ausbildung und Präsenz der Häuser unterstreicht.