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Geschichte des Pfalzer Weinbaugebiets
Die Kultivierung von Reben wurde von den Römern eingeführt. Das belegen alte Kelteranlagen, die im Zuge umfangreicher archäologischer Ausgrabungen freigelegt wurden. Nach dem Ende des römischen Reiches übernahmen Klöster die Traubenproduktion. Der Eifer der Mönche trug schon bald Früchte: Ab dem 7. Jahrhundert erlebte der Weinbau in der Pfalz einen Aufschwung.
Historischen Quellen zufolge besass die Region im 8. Jahrhundert bereits 100 kleinere Anbaugebiete.
Einige Terroirs entpuppten sich als Spitzenlagen
und waren bereits im 12. und 13. Jahrhundert etabliert. Noch heute tragen sie die Namen, die sie damals erhielten. Wie auch in anderen Weinregionen Deutschlands
verwüstete der Dreissigjährige Krieg weite Teile des Landes, was zum Zusammenbruch des Pfälzer Weinbaus führte. Über viele Jahre hinweg lag die Weinproduktion brach.
Etwa Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Weinbaugebiet Pfalz dann eine Renaissance
, ehe Reblaus und Mehltau der Blüte ein jähes Ende bereiteten und den Bestand Ende des 19. Jahrhunderts grossflächig vernichteten. Erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts genasen die Rebflächen wieder. Nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg weniger experimentierfreudigen Winzern nicht gelungen war, den alten Ruf wiederherzustellen, traten ab den 1980er-Jahren innovativere Weinbauern auf den Plan. Grossen Erfolg hatten sie vor allem mit ihren finessreichen Rieslingen
. Und auch den bisherigen Sortenspiegel mischten Sie auf. Heute erfreut sich das Pfalzer Weinbaugebiet einer grossen Vielfalt an weissen Sorten, aber auch rote Trauben haben Konjunktur. In den letzten Jahren stieg ihr Anteil an der Produktion stetig.
Rote und weisse Tropfen aus dem Weinbau Pfalz
Der Riesling führt das Sortenspektrum an. Er belegt etwa ein Viertel der gesamten Rebfläche. Generell überwiegen weisse Sorten
, doch der Anteil roter Trauben nahm in den letzten Jahren deutlich zu. Der Dornfelder
nimmt nun den zweiten Rang in der Produktion ein. Mehr als die Hälfte der Weine bauen die Pfälzer Kellermeister trocken oder halbtrocken aus. Von dem Qualitätsanstieg ab den 1980er-Jahren zeugen zahlreiche Auszeichnungen.
Pfälzer Weisswein
Auch das Weinbaugebiet Pfalz zeigt, dass Deutschland das Land des Rieslings ist. Insbesondere der Bereich Mittelhaardt wartet mit den besten Lagen für diese Edelrebe auf. Entsprechend hervorragend strukturiert, trocken und frisch fallen die Rieslinge hier aus.
Auch Müller-Thurgau
belegt einen grossen Teil der Rebflächen, wobei seine Tendenz leicht rückläufig ist. Ihm folgen Kerner und Silvaner. In grösserem Umfang werden auch Pinot Blanc
(Weissburgunder, Pinot Gris (Grauburgunder) und Gewürztraminer angebaut.
Rotes Sortiment des Pfälzer Weinbaus
In den letzten Jahren machten rote Trauben dem Weisswein seinen einstigen Spitzenplatz streitig. So fand der Dornfelder ein begeistertes Publikum und avancierte zur zweitbeliebtesten Weinsorte des Pfälzer Weinbaugebiets.
Die Produktion des vormals bedeutendsten roten Tropfens, Portugieser
, ging hingegen stark zurück. Heute verwenden ihn die Kellermeister vornehmlich entweder für leichte Massenweine oder das Prädikatserzeugnis Weissherbst. Damit belegt er unter den roten Tropfen immerhin noch den zweiten Platz.
Sehen lassen können sich auch die sortenreinen Pinot Noirs
(Spätburgunder) des Weinbaugebiets Pfalz. Mit Cabernet Sauvignon und Merlot erfreuen sich weitere typischen französische Weine grosser Beliebtheit. In mässigem Umfang finden auch die Trauben Regent und St. Laurent Eingang in die Pfälzer Weinerzeugnisse.
Rebfläche und Produktionsmenge
Der Weinbau der Pfalz verfügt über eine etwa 23 000 Hektar grosse Gesamtrebfläche und produziert jährlich circa 2,5 Millionen Hektoliter Wein.
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