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Waren Sie einmal in dieser sehr unangenehmen Situation? Sie stehen in einem Geschäft und von einer Sekunde zur anderen wird Ihnen unerträglich heiß, Schweißtropfen bilden sich auf Stirn und Oberlippe, Ihr Gesicht wird rot und Sie haben das Gefühl, Sie müßten alle Kleider ausziehen. Hormonelle Schwankungen beeinflussen auch die vegetativen Gehirnzentren, die für Körpertemperatur und Kreislauf zuständig sind. Dies führt dann zu Hitzewallungen. Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die veränderten Bedingungen des Hormonhaushalts und die Hitzewallungen werden schwächer und legen sich schließlich ganz. Jede Frau empfindet Hitzewallungen anders – während sie bei einer Frau schwach sind und nur über Monate anhalten, quälen sie andere Frauen sehr stark über Jahre.
Hitzewallungen treten meist als starkes Wärmegefühl, ausgehend von Brust oder Hals auf. Viele Frauen schwitzen schlagartig aus allen Poren. Auf der Oberlippe, der Stirn und im Nacken sind Schweißperlen deutlich sichtbar. Mit Hilfe des Schweißes versucht der Körper die Hauttemperatur abzusenken. Die dadurch entstehende Verdunstungskälte ruft ein leichtes Frösteln hervor. Während einer Hitzewallung erhöht sich auch die Herzfrequenz, Sie werden dies als starkes Herzklopfen empfinden. Begleitet werden Hitzewallungen von Rötungen im Gesicht, Hals und Dekolleté. Nach wenigen Augenblicken ist die Wallung vorbei.
Uterine Blutungsstörungen
Zur Menopause hin (Menopause wird die letzte menstruelle Blutung genannt) treten immer häufiger anovulatorische Blutungen auf. Das bedeutet, dass es zwischen den normal auftretenden Menstruationen zu Zwischenblutungen kommen kann.
Psychische Beschwerden
Oft sind Frauen aufgrund der körperlichen und seelischen Veränderungen während der Wechseljahre nervös, ängstlich und traurig. Diese Symptome gehören zu den so genannten depressiven Verstimmungen, die nicht mit Depressionen zu verwechseln sind. Oft gehen diese Verstimmungen mit Reizbarkeit, Leistungseinschränkung, Konzentrationsschwäche, Aggressivität und Müdigkeit einher
Insbesondere der Mangel des stimmungsaufhellenden Hormons Estrogen wird spürbar. Daher hat eine Hormonersatztherapie bei vielen Frauen zu einer Verbesserung der Verstimmungen geführt.
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr -Oft verschwiegen
Manchmal macht sich der Estrogenmangel langfristig jedoch durch ein juckendes und brennendes Gefühl in der Scheide bemerkbar, das auf Trockenheit der Schleimhäute zurückzuführen ist.
Damit verbunden können Schmerzen und Probleme beim Geschlechtsverkehr und häufigere Entzündungen auftreten. Gegen Symptome dieser Art hat die moderne Medizin eine Vielzahl gut verträglicher Präparate zur lokalen Behandlung entwickelt. Mit ihnen lassen sich die Beschwerden schnell und dauerhaft beseitigen.
Trockene Schleimhäute
Der sinkende Estrogenspiegel während der Wechseljahre kann dazu führen, dass Ihre Schleimhäute leicht austrocknen. Sie werden vielleicht bemerken, dass sich die Mundschleimhaut leichter entzündet und der Zahnersatz nicht mehr so perfekt sitzt wie vorher. Oder Sie vertragen plötzlich Ihre Kontaktlinsen nicht mehr so gut.
Auch die Scheidenschleimhaut wird empfindlicher, trockener und damit anfälliger für Infektionen. Wenn Sie beim Wasserlassen plötzlich Schmerzen verspüren, kann das auch an der Trockenheit der Schleimhäute liegen.
Sie müssen diese Beschwerden nicht ertragen, denn oft verschaffen kleinere Hilfsmittel bereits Linderung. Halten Sie die Raumluft stets feucht und trinken Sie viel. Gegen die Trockenheit der Schleimhäute helfen auch Medikamente, die lokal angewendet werden.
Osteoporose
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden, stark an.
Warum leiden viele Frauen unter dieser Krankheit, der “Osteoporose”?
Bereits ab dem 35. Lebensjahr geht die Knochendichte jährlich um einen kleinen Prozentsatz zurück, in und nach den Wechseljahren sinkt die Knochendichte noch stärker. Das Resultat ist, dass die Stabilität Ihrer Knochen gefährdet ist und diese leichter brechen.
Ihre Ärztin / Ihr Arzt kann Ihnen anhand Ihrer Familiengeschichte und einer allgemeinen Untersuchung Ihr persönliches Risiko, an Osteoporose zu erkranken, nennen. In einzelnen Fällen kann auch Ihre aktuelle Knochendichte gemessen werden. Sollte diese Messung ergeben, dass Ihre Knochendichte stark abgenommen hat, steigt das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden, mit zunehmendem Alter.
Was können Sie tun, um dem Knochenabbau vorzubeugen? Essen Sie kalziumreiche, Vitamin D-haltige Nahrung. Täglich eine Stunde an der frischen Luft genügt, um UV-Strahlung über Gesicht und Hände aufzunehmen, damit bildet der Körper die Vorstufe des stoffwechselwirksamen Vitamin D. Bleiben Sie körperlich aktiv. Zudem ist erwiesen, dass auch eine Hormonsubstitution, die zur Linderung der klimakterischen Beschwerden eingesetzt wird, das Osteoporose-Risiko senken kann.
THERAPIE

Bei der Hormonersatztherapie geht es in erster Linie darum, jene Beschwerden, die durch einen Hormonmangel auftreten und die Gesundheit, aber auch das Wohlbefinden der Frau erheblich stören, durch die Gabe des entsprechenden, fehlenden Hormons wieder zu beseitigen.
Die Substitutionstherapie induziert eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität und kann darüber hinaus viele endokrine und metabolische Störungen heilen. Gleichzeitig stellt sie eine Prophylaxe für zahlreiche Erkrankungen dar. Dieser nicht zu unterschätzende Tatbestand sollte in den grundsätzlichen Diskussionen berücksichtigt werden.
Sicher haben auch Sie die eine oder andere Frage zum Thema Wechseljahre. Ab wann soll man Hormone nehmen?
- Gibt es alternative Methoden zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden?
- Welche Therapie ist für mich die Richtige?
- Muss ich mit monatlichen Blutungen unter einer Hormonersatztherapie rechnen?
- Wie wirkt eine Hormonersatztherapie?
- Wie sieht es nach gynäkologischen operativen Eingriffen mit der Hormonersatztherapie aus?
- Wie lange soll man Hormone einnehmen?
- Überwiegen die Vorteile einer Hormoneratztherapie die möglichen Risiken?

Hormonbestimmung
APPLIKATIONSFORMEN
Orale Verabreichung
Die orale Hormonersatztherapie ist eine bewährte Therapie, die effektiv wirkt und leicht zu steuern ist, große Akzeptanz bei Patientinnen und Ärzten und eine Vielfältigkeit in der Auswahl der Präparate besitzt.
Transdermale Applikation
Eine weitere Darreichungsform bieten Hormonpflaster, die regelmäßig auf Oberschenkel oder Hüfte aufgeklebt werden und gleichmäßige Dosen Estrogen und Gestagen abgeben. Lange Zeit gab es nur reine Estrogenpflaster, so dass Gestagene zusätzlich oral eingenommen werden mussten. Mittlerweile gibt es jedoch kombinierte Pflaster.
Sie können mit dem Pflaster duschen oder schwimmen gehen, da sich der Klebstoff nicht so schnell löst. Lediglich in der Sauna oder im Dampfbad könnte sich das Pflaster aufgrund der hohen Temperaturen lösen – Sie müssten das Pflaster dann durch ein neues ersetzen.
Vaginale Verabreichung
Wenn Sie besonders mit Scheidentrockenheit und Juckreiz zu kämpfen haben, können Sie estrogenhaltige Vaginaltabletten, Zäpfchen oder Cremes lokal in der Scheide einsetzen. Im Vergleich zu einer oralen Therapie muss bei einer lokalen Anwendung viel weniger Estrogen verabreicht werden.

Hormonersatztherapie nach gynäkologischen Operationen
Dauer einer Hormonersatztherapie
Die Wechseljahre sind ein langjähriger Prozess. Ihr Körper stellt sich nicht von heute auf morgen um – er benötigt viel Zeit, um sich auf den Hormonmangel einzustellen und mit veränderten Bedingungen zu “funktionieren”.
Wird dieser Hormonmangel durch eine Hormonersatztherapie behoben, werden viele Körperfunktionen, die von Hormonen geregelt werden, Ihrem Körper erhalten bleiben.
Für die Dauer der durch den Hormonmangel bedingten Wechseljahrsbeschwerden (z.B. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen) kann eine Hormonersatztherapie erwiesenermaßen helfen, die Symptome wirksam zu lindern.
Generell sollte heute eine Hormonersatztherapie so kurz wie möglich angewendet werden. Gehen Sie regelmäßig ein- bis zweimal jährlich) zu Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt und wägen Sie mit ihr oder ihm ab, ob die Hormonbehandlung fortgesetzt werden soll. Sprechen Sie auch offen über eventuelle körperliche Veränderungen oder Bedenken, die Sie beunruhigen. Wichtig ist grundsätzlich, dass Sie sich wohl fühlen!
Sollten Sie sich dazu entschließen, Ihre Hormonersatztherapie nicht mehr fortzuführen, sollten Sie dies nicht alleine und von heute auf morgen durchführen. Sprechen Sie Ihre Ärztin / Ihren Arzt an und stimmen Sie mit ihm das weitere Vorgehen ab.
Ihr Frauenarzt/ Ihre Frauenärztin ist für eine solche Entscheidung der kompetente Gesprächspartner, der Ihnen hilft Ihr eigenes Risikoprofil zu erstellen und für Sie eine individuelle Entscheidung zu treffen.