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«Carnival droht Ungemach wegen Umweltvergehen», titelten wir im April. Noch war damals kein Urteil gesprochen, nun liegt es aber vor: Der Cruise-Gigant Carnival Corporation hat Umweltvergehen eingestanden, welche nach einer früheren Verurteilung erfolgten und deshalb gegen Bewährungsauflagen verstossen, und sich zur Zahlung einer Busse von 20 Millionen US-Dollar verpflichtet.
Die ursprüngliche Verurteilung aus dem Jahr 2016 stammte von einem Richterspruch, der gefällt wurde, nachdem Carnival eingestanden hatte, dass Schiffe ihrer Tochtergesellschaft Princess Cruises Öl ins Meer abgelassen hatten. Damals betrug die Busse 40 Millionen Dollar; die Bewährung wurde auf fünf Jahre angesetzt. Im Rahmen der neuen Gerichtsverhandlung in Miami musste Carnival Corporation nun eingestehen, dass die Schiffe weiterhin die Meere absichtlich verschmutzten. CEO Arnold Donald, welcher der Gerichtsverhandlung beiwohnte, musste kleinlaut zugeben, dass Schiffe von Carnival - die Reederei betreibt insgesamt neun Marken - so genanntes Grauwasser in die geschützten Gewässer des Glacier Bay National Park in Alaska abliessen, und dass Plastikabfälle im Meer nahe den Bahamas illegal entsorgt wurden.
Nebst der Busse wird sich Carnival mitsamt all seinen Tochtergesellschaften vermehrten Kontrollen für die restliche Bewährungszeit ausgesetzt sehen. In einer Mitteilung liess Carnival wissen, dass man mit neuen Initiativen, verstärktem Training, speziellen Investitionen und einer Überarbeitung der Klärprozesse an Bord eine starke Umwelt-Compliance aufbauen wolle.
Die Verurteilung wirft ein schlechtes Licht auf die Kreuzfahrtbranche, welche sich immer wieder mit Umweltthemen konfrontiert sieht.