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Perlen aus dem Archiv
Spezifisch persönliche Strahlung
Die Erfolge des Polizeihundes sind bekannt. Bei einzelnen Haustieren, neben dem Hunde auch beim Pferde, sind die Wurzeln des sensitiven Gefühlssinnes bedeutend stärker ausgebildet als bei den meisten Menschen. Es ist nicht nur die, jedem Menschen charakteristische, sogenannte Ausdünstung, die es dem auf die Spur des Verbrechers gesetzten Hundes meistens ermöglicht, ihn aufzufinden. Es sind ausserdem wenig bekannte physische Strahlungen, die jedem lebenden Menschen eigen sind und welche sich ebenso wie die Ausdünstungen auf Kleider und Gegenstände des täglichen Bedarfs übertragen und hieran haften bleiben.
Im Jahr 1913 hat Friedrich Kallenberg die Beobachtung gemacht, dass diese spezifischen Strahlungen vor allem von dem fotografischen Bildnis, sowie von der Handschrift festgehalten werden und mittels eines geeigneten Instrumentes, des siderischen Pendels, wahrgenommen werden können. Es war Kallenberg nun möglich, durch erhaltene Pendellinien festzustellen, dass die Strahlungen der Fotografien für jedes Individuum als charakteristisch zu bezeichnen sind, unabhängig von der Beschaffenheit des fotografischen Papieres, mit welchem das positive Bild hergestellt worden ist.
Wie anzunehmen war, standen den Feststellungen Kallenbergs viele Skeptiker gegenüber. Einesteils wurde behauptet, der Pendel würde durch unbewusste Bewegung des Armes oder der Handmuskeln in Schwingung versetzt. Weiter wurde die Behauptung aufgestellt, leichte Luftströmungen könnten den Pendel in Schwingung versetzen.
Der Verfasser hat sich damals für Kallenbergs Versuche interessiert, dieselben einer eingehenden Nachprüfung unterzogen, mit dem Ergebnis, dass sämtliche Behauptungen in jeder Beziehung bestätigt werden konnten.
Die Pendelversuche wurden später wesentlich ausgedehnt, sowie erweitert. Ich führe kurz meine Prüfungsergebnisse an, die ich vor einigen Jahren auf Anfrage des Herrn Dr. Alexander Schachwitz in Kiel mitgeteilt habe.
1. Nachprüfen der wesentlichsten Versuche Kallenbergs mit dem freien Pendel mit dem Resultat, dass der Pendel wohl Charaktereigenschaften über fotografischen Bildern und über Handschriften anzeigt, jedoch über fotografischen Reproduktionen nicht einwandfrei, was wohl auf die Ausstrahlung der Metallplatten zurückzuführen ist, mit deren Hilfe die Vervielfältigung zu Stande kommt.
2. Versuche mit dem Pendel, bei denen der Zeigefinger nach Möglichkeit auf einem Isoliergerüst mit Hartgummi befestigt wurde. Ergebnis: Die Pendelfiguren sind nicht auf unbewusste Bewegungen des Fingers beziehungsweise der Hand zurückzuführen.
3. Versuche, ob durch Gedankenwirkung (Telepathie) der Pendel geleitet werden kann, mit dem Ergebnis, dass dies ziemlich leicht ist.
4. Experimente in der Richtung, ob durch Gedankenübertragung Pendelbewegungen erzeugt werden können, bei welchem der Pendelträger passiv ist, während die zweite Person den Geber bildet. Anordnung: Die den Pendel haltende Versuchsperson verhält sich möglichst abwartend, fasst mit der freien linken Hand die rechte Hand der zweiten Person an, die nun versucht, dem Pendel bestimmte Bahnen vorzuschreiben. Dieser Versuch glückt meistens, sofern es nur die erste Person versteht, sich passiv zu verhalten. Die Möglichkeit der Linienführung des Pendels durch gedankliche Kraft ist also vorhanden und weiter die Möglichkeit gegeben, die Pendellinien zu beeinflussen.
5. Pendelbeobachtung über chemischen Elementen, Verbindungen, Nahrungsmitteln, Flüssigkeiten in einem unverfälschten Zustand mit den Resultaten: Die Pendellinien über denselben chemischen Verbindungen sind stets gleich, zeigen jedoch immer an, wenn ein Stoff entfernt, oder ein anderer hinzugefügt wurde.
6. Pendelschwingungen über Personen, die vom Pendel nichts wussten und im kranken Zustand untersucht wurden. Der Pendel zeigt allgemein über kranken Organen Pendelstillstand an.
Elektrische Kräfte
Ähnliche Schwingungen des Pendels über Fotografien können nun hervorgerufen werden, wenn derselbe anstatt an dem Zeigefinger der rechten Hand aufgehängt, an einem Isoliergerüst zwischen zwei Metallplättchen befestigt wird, wobei in die letzteren der Wechselstrom einer Induktionsmaschine geleitet wird. Ich stellte fest, dass diese Schwingungen, allerdings in geringerem Massstabe, eintreten, wenn die Pendelspitze etwa 2-3cm über dem Foto hängt. Bei diesen Versuchen machte ich zufälligerweise die Entdeckung, dass, wenn die Fotografie direkt zwischen die Metallplättchen eingeklemmt wird, jedoch so, dass sich die Plättchen nicht berühren, die mit der Fotografie korrespondierende Persönlichkeit schwache elektrische Ströme im Körper wahrnimmt, also ein Gefühl hervorgerufen wird, als wenn sie selbst elektrifiziert würde. Nach einer längeren Reihe von Wiederholungen wurden diese Ergebnisse bestätigt und ich habe dieselben unter dem Titel Persönlichkeit und Photographie Anfang 1915 in einer kurzen vorläufigen Mitteilung veröffentlicht. Damals schrieb ich an Kallenberg, dass es mir gelungen ist, meine angestellten Versuche mit Erfolg weiterzuführen und dass, ohne vorerst zu einem abschliessenden Endergebnis gekommen zu sein, doch bereits feststeht, dass zwischen Persönlichkeit und Fotografie bestimmte Beziehungen und Verbindungen bestehen.
Seit meiner ersten Veröffentlichung war ich nun ununterbrochen bestrebt, durch geeignete Veränderungen an der Apparatur die Reaktion zu verstärken, was mir endlich gelang. Da meine Arbeiten nun als abgeschlossen zu betrachten sind, will ich kurz beschreiben, wodurch die Einwirkung auf die Persönlichkeit, durch Behandeln des entsprechenden Fotos, mittels elektrischen Wechselstromes, wesentlich verstärkt werden kann.
Während früher, wie oben beschrieben, das Foto zwischen die Metallplättchen am Isoliergerüst eingeklemmt wurde, habe ich später gefunden, dass es zweckmässig erscheint, ein inniges Berühren der Metallplättchen mit dem Foto zu bewerkstelligen. Die neue Apparateanordnung besteht darin, dass auf ein Isoliergerüst aus Holz oder dergleichen eine Korkplatte gelegt wird, dann die Messingplatte, eine weitere Korkplatte und als Beschwerungsmittel ein Gewichtsstein von etwa 500 Gramm. Um keinen Stromschluss zu erreichen, dürfen sich die Messingplatten natürlich nicht berühren, es muss also das Foto zweckmässig auf allen vier Seiten herausragen. Wenn nun in die Metallplatten ein Wechselstrom von etwa 4-20 Volt oder auch höher eingeschaltet wird, empfindet die mit der Fotografie korrespondierende Persönlichkeit eine mehr oder minder starke Reaktion.
Was die Wirkungsweite der Wellen anbetrifft, so scheint die Entfernung ohne wesentlichen Einfluss hierauf zu sein, denn es konnten noch zufriedenstellende Erfolge beobachtet werden auf eine Distanz von zirka 550 Kilometer.
Wichtig für das Gelingen des Versuchs ist folgendes: Wenn sich die Versuchsperson mit körperlicher oder geistiger Arbeit betätigt, wird seine Aufnahmefähigkeit erschwert. Die bei der Tätigkeit entwickelten Kräfte sind stärker und hemmen die Aufnahmefähigkeit für Strahlen. Vorzügliche Ergebnisse hatte ich, wenn sich die Versuchsperson in passivem Zustande befand, zum Beispiel des Nachts oder in den frühen Morgenstunden.
Krankheiten im Anfangsstadium können durch intensive Behandlung der Fotografie in genannter Weise zum Ausbruch kommen. Missbräuchliche Anwendung der Experimente kann zweifellos empfindliche Gesundheitsstörungen und bei sehr starkem Strom auch noch Schlimmeres verursachen.
Was die Wirkung der Reaktion im allgemeinen betrifft, so äussert sich dieselbe mindestens darin, dass ein fremdartiges, unangenehmes, nicht zu erklärendes Gefühl bei der Versuchsperson eintritt. Meist äussert sich das körperliche Unbehagen in Kopfdruck, Herzklopfen und ähnlichen Erscheinungen, bei einer durchschnittlichen Einwirkungsdauer von 15-30 Minuten.
Nur ein Beispiel von den vielen erfolgreichen Versuchen sei mitgeteilt: Ich schrieb einem Freund, dass ich ihn an einem Freitag Vormittag mittels elektrischer Wellen aus dem Schlummern wecken würde, obgleich ich, um jede Suggestion zu vermeiden, den Apparat bereits 24 Stunden zuvor einschaltete. Nun erhielt ich einige Tage später ein Schreiben, worin mir mitgeteilt wurde, dass meine Karte am Donnerstag Abend eintraf, er aber am Donnerstag früh, mit so eigentümlichem Gefühl erwachte, wie er es noch nie empfunden hatte. Seine Behauptung nun, dass ich bereits am Donnerstag in den Morgenstunden die Einwirkung hervorzubringen suchte, war Tatsache.
Magnetische Kräfte
Ähnlich Reaktionen lassen sich beim korrespondierenden Individuum durch Anwendung des Magnetismus hervorrufen. Sie sind meistens etwas schwächer. Ein Beispiel soll erörtern, wie diese Experimente ausgeführt werden: In einer Entfernung von etwa 20 Kilometer befanden sich der Experimentator und die Versuchsperson mit je einem Abzug der fotografischen Platte. Die Fotografie stellte den entblössten Unterarm dar. Zu einer vorher vereinbarten Zeit liess der Experimentierende einen in spitzer Stahlnadel aufgespeicherten persönlichen Magnetismus, während etwa 15-30 Minuten ununterbrochen via Fotografie auf die gleiche Stelle des Arms einwirken. Die Versuchsperson markierte die am Körper empfundenen, leicht stechenden Schmerzen an der entsprechenden Stelle auf dem zweiten Foto. Zur Kontrolle wurden die beiden Fotos von der Aufgabe- und Empfangsstation einem unparteiischen Dritten zugesandt, welcher nach Empfang feststellen konnte, dass die beiden auf den Fotos markierten Stellen haarscharf übereinstimmten. Solche Versuche können nur dann zufriedenstellend gelingen, wenn der Experimentierende im Besitz von starken magnetischen Kräften ist und wenn er im Stande ist, dieselben stark zu konzentrieren.
Übersinnliche Kräfte
Ich halte es nun durch eine grössere Reihe jahrelang ausgeführter Versuche für vollkommen zweifelfrei bewiesen, dass zwischen einer Persönlichkeit und der entsprechenden Fotografie, ein bestimmter Zusammenhang besteht. Die von Kallenberg bereits 1914 aufgestellte Behauptung kann ich durch die einwandfreien Versuche in jeder Beziehung bekräftigen.
Über der Erklärung der Erscheinung schwebt noch ein gewisses Dunkel. Viele Vorgänge im Weltall sind bis jetzt wissenschaftlich nicht aufgeklärt. Nur zum Teil ist der Schleier über rätselhaften Vorgängen gelüftet worden. Nicht zum mindesten ist das darauf zurückzuführen, dass sich die exakte Wissenschaft der Lösung sogenannter okkulter Probleme gegenüber bis jetzt meistens ablehnend verhielt. Vielleicht schafft aber die neue Zeit auch hierin Wandel und wird der gesamten Menschheit in mannigfacher Hinsicht beträchtlichen Nutzen bringen können!
Früher vertrat ich den Standpunkt, dass bei der fotografischen Aufnahme eine wahrscheinlich radiumhaltige, persönliche, chemisch physikalische Ausstrahlung mitfotografiert wird und den Entwicklungsgang des Fotos mitmacht, während ich nun die Behauptung aufstellen muss, dass die Fotografie als solche, ähnlich wie Kleider und Gegenstände des täglichen Bedarfs, physikalische Ausstrahlungen des Besitzers aufspeichert, Strahlungsstoffe des Individuums magnetisch annimmt, also mit dem Original gewissermassen verbunden ist. Hierfür spricht die Annahme, dass über den Fotografien Verstorbener keine Pendellinien hervorzubringen sind. Das Foto ist von seinem verstorbenen Original nicht getrennt, daher werden auch hier Schwingungen ausgelöst. Ob die Behauptung richtig ist, soll dahingestellt bleiben.
Durch die Ergebnisse der geschilderten Untersuchungen ist es wahrscheinlich möglich, der Deutung vieler bisher als übersinnlich bezeichneten Vorgänge näher zu kommen. Ich behaupte sogar, es ist nicht ausgeschlossen, dass eine sich selbst vollständig in der Gewalt habende, willensstarke Persönlichkeit im Stande ist, durch Anziehung der Ausstrahlungen eines willensschwachen Individuum, besonders in dessen passivem Zustande, unter Anwendung der verschiedenen Manipulationen schädigend auf das Letztere einzuwirken. Wir bekämen hierdurch eine Erklärung für das sogenannte Bannen oder Behexen, denn es ist nicht abzuleugnen, dass diese Tatsache bestanden hat. Kein Zweifel wird auch darüber herrschen, dass die menschlichen Gedanken, ebenso persönliche Strahlungen, sich in Kräfte umsetzen können, wofür ja der traurige Ausgang des Weltkrieges ein Beispiel ist. Der Materialismus rechnet hier nicht mit Gedankenkräften, sondern nur mit Körperkräften, während die praktische Lebensführung beide Faktoren zu berücksichtigen hat. Indem ich meine Aufzeichnungen der Öffentlichkeit übergebe, verknüpfe ich hiermit den Wunsch, es möge an geeigneter Stelle eine Nachprüfung meiner Versuche stattfinden, was im Interesse der Ausdehnung und Anwendung in der Praxis zweifellos von allgemeinem vaterländischem Interesse sein würde.
Karl Büchner, Chemiker, Eberstadt-Darmstadt, im Februar 1919
Auszug aus Friedrich Kallenberg Der Siegeszug des siderischen Pendels, Verlag Jos. C. Huber, Diessen 1934.
In dem Buch kommen einige Autoren zu Wort. Sie geben Hinweise auf die Vielfalt und den Umfang der damaligen Forschung mit Hilfe des Pendels im medizinischen Bereich.