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Minia ist in Bewegung…
Plötzlich ist sie allein für ihre Familie verantwortlich, entweder wegen des Todes des Ehemannes oder nach der Scheidung. Vielleicht hat der Mann einfach seine Familie ver- und im Stich gelassen. Es kann auch sein, dass er krank ist und darum nicht arbeiten und Geld verdienen kann: Offizielle Statistiken zeigen, dass etwa 40 Prozent der ägyptischen Familien von Frauen geleitet werden.
Diese Frauen sind oft arme Analphabetinnen, die nun grosse Familien ernähren, und die sehr oft in ländlichen Dörfern mit begrenzten Ressourcen und Beschäftigungsmöglichkeiten leben. Ausserdem ist die Arbeit der Frauen ausser Haus in der Gesellschaft eher geächtet, besonders wenn sie keinen Ehemann haben. Angesichts dieser dramatischen Situation will die IDAM (Integral Development Actions of Minia) dafür da sein, mit diesen Frauen ihr Leben und ihre Sorgen zu teilen und inmitten dieser schwierigen Umstände mit diesen Frauen zusammen eine Zukunft zu bauen.
Diese Frauen sind oft arme Analphabetinnen, die nun grosse Familien ernähren, und die sehr oft in ländlichen Dörfern mit begrenzten Ressourcen und Beschäftigungsmöglichkeiten leben. Ausserdem ist die Arbeit der Frauen ausser Haus in der Gesellschaft eher geächtet, besonders wenn sie keinen Ehemann haben. Angesichts dieser dramatischen Situation will die IDAM (Integral Development Actions of Minia) dafür da sein, mit diesen Frauen ihr Leben und ihre Sorgen zu teilen und inmitten dieser schwierigen Umstände mit diesen Frauen zusammen eine Zukunft zu bauen.
Vom Nähen bis zum Gemüseanbau
Das Büro des koptisch-katholischen Erzbistums von Minia (IDAM) organisiert zweimal pro Woche ein regelmässiges Treffen für solche Frauen, um die sozialen Barrieren zu durchbrechen und Frauen die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen und vielfältige Unterstützung durch juristisches und gesundheitsbezogenes Wissen und Informationen zu erhalten. Ebenso werden sie in verschiedenen Gebieten aus- oder weitergebildet in häuslicher Betreuung und Erziehung durch Fachpersonen, daneben können sie Lese- und Schreibfähigkeiten erwerben und eine Ausbildung in einfachen Hausaufgaben (wie Backen, Haushaltsreinigung, Geflügelzucht, Nähen oder Anbau von Gemüse und Obst auf Dächern) für den Verkauf erhalten. Darüber hinaus werden sie aufgrund einer Machbarkeitsstudie befähigt, ihre kleinen Projekte zu verwalten. Zuschüsse und Darlehen werden den ärmsten Familien zur Verfügung gestellt, um eine so geartete wirtschaftliche Tätigkeit zu entwickeln oder zu beginnen.
Breit vernetzt
Ebenfalls bietet die IDAM umfassende medizinische Untersuchungen und Behandlungen für die bedürftige, rechtliche und psychologische Unterstützung durch Spezialisten an. So kooperiert IDAM mit Regierungsbehörden, NGOs und Medien, und wird in ihrer Arbeit auch von diesen unterstützt.
Frauen im Zentrum
Der Schweizerische Heiligland-Verein unterstützt dieses Engagement des Bischofsordinariats der koptisch-katholischen Kirche in Minia. Die verschiedenen Klein-Projekte (siehe nachfolgend) sollen dazu beitragen, die wirtschaftliche Situation der Frauen und ihrer Familien zu verbessern, indem kleine finanzielle Projekte für Frauen finanziell unterstützt werden, um das Familieneinkommen zu erhöhen. Die eine Frau engagiert sich im Projekt mit dem Nähen von Kleidung, eine andere betätigt sich als Coiffeuse. Eine dritte Frau führt einen kleinen Lebensmittelladen, weitere verkaufen Zubehör oder Konfektionskleidung. Weitere Frauen betätigen sich in der Schafs- und Ziegenzucht oder von Hühnern und Enten. Nicht zu vergessen ist auch die Herstellung von Milchprodukten wie Yoghurt. Die monatlichen Gewinne für diese Projekte reichen von 400 LE bis 500 LE (ca. CHF 23.– bis 28.–).
Glücklich, stolz, selbstbewusst
Soweit die wirtschaftliche Seite. Dass die Frauen in derartigen Projekten mitarbeiten können und so wichtige zusätzliche Einnahmen für ihre Familien generieren können, macht sie glücklich und stolz. Sie können damit einen Traum verwirklichen. Der Einsatz der Frauen bringt ihren Familien nicht nur mehr Geld, sondern schenkt den Frauen auch Selbstbewusstsein.
Die koptisch-katholische Kirche in Minia engagiert sich auch in vielen anderen Projekten, wie der Jugend- und Gemeindepastoral, der Unterstützung von Kleinbauern, oder beteiligt sich vielfältig in Projekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen in den Dörfern der Region.
+ Ludwig Spirig-Huber, Bern
Heba Mohamed Abd el-Karim besitzt einen Lebensmittelladen
Mein Name ist Heba Mohamed Abd el-Karim aus El Fokaey. Ich bin 31 Jahre alt, Witwe und habe drei Kinder, alle besuchen die Primarschule. Mein Mann ist vor drei Jahren an Krebs gestorben. Somit hatten wir keine Einkommensquelle mehr. Wir hatten alles Geld für seine Medikamente ausgegeben. Ich ging zum örtlichen Sozialamt, erhielt dort aber nur eine Pension von 310 ägyptischen Pfund (ca. CHF 18.–). Um eine vierköpfige Familie zu unterstützen, ist das doch sehr wenig.
So dachte ich über ein Projekt bei mir zu Hause nach, nur: woher bekomme ich das Geld, um mein Projekt zu starten?! Als ich jedoch hörte, dass es möglich sei, von IDAM einen Zuschuss zu bekommen, bewarb ich mich erfolgreich darum. Mein Wunsch wurde wahr! Mein Projekt «kleines Lebensmittelgeschäft» konnte bei mir zu Hause beginnen. Ich kaufte einige Waren wie Reis, Teigwaren, Zucker, Tee, Seife, Guetzli und anderes mit dem Grosshandelspreis. Nun kann ich all diese Waren an die Nachbarn und Verwandten verkaufen. Jetzt kann ich jeden Tag fast 30 LE (ca. CHF 1.70) einnehmen. Dadurch kann ich meine Familie unterstützen.
Heba Emad Rizk hat ihren Coiffeursalon eröffnet
Mein Name ist Heba Emad Rizk aus Towa. Ich bin 26 Jahre alt, lebe seit vier Jahren von meinem Mann getrennt. Ich habe zwei Töchter, 9 und 5 Jahre alt. Mein Ehemann
unterstützt uns nie und wir haben keine Einkommensquelle…
Ich dachte daran, einen Coiffeursalon bei mir zu Hause zu eröffnen, aber ich konnte die notwendige Ausrüstung dafür nicht kaufen. Dann hörte ich von der Möglichkeit, von IDAM einen Zuschuss zu bekommen.
Ich bewarb mich darum, ich erklärte meine schwierigen Bedingungen. IDAM stimmte meinem Stipendium zu. Da war ich sehr glücklich, dass Gott mir half, das Projekt zu eröffnen, von dem ich träumte, und gleichzeitig ein Einkommen zu haben, um meine Töchter unterstützen zu können.
Als das Stipendium ausbezahlt worden war, habe ich mir einen Fön, einen Haarglätter, ein Verlobungskleid und ein Hochzeitskleid gekauft (die Kleider zur Miete). Den Coiffeursalon konnte ich in einem Raum in meinem Haus einrichten. Nachbarn und Verwandte kamen. So wurden sie meine Einkommensquelle und ich bekomme fast 50 LE täglich (knapp CHF 3.–). Das ist genug, um meine Familie zu unterstützen.