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Das Kunsthaus Zürich zeigt den in der Schweiz ersten umfassenden Überblick über das Schaffen der bedeutendsten italienischen Maler des ausgehenden 19. Jahrhunderts: der Divisionisten.
Was George Seurat und Paul Signac für den französischen «Neoimpressionismus» darstellen, ist Giovanni Segantini für den «Divisionismus»: ein Meister der Farbe, Leuchtkraft und Brillanz. «Divisionismus» nennt man die italienische Spielart der in Paris auch als «Pointillismus» bekannten Nachfolgeströmung des Impressionismus. Die Analyse des Lichts und der Farben begründet die divisionistische Malweise. Segantini und seine Zeitgenossen stehen am Anfang der klassischen Moderne in Italien. Sie bringen Prinzipien der Farbtheorie und der Optik zur Anwendung. Punkte oder Striche, oft in komplementären Kontrasten reiner Primärfarben, fügen sie zu schillernden, lichtdurchfluteten Kompositionen.
Die wichtigsten Vertreter der älteren Generation sind Giuseppe Pellizza da Volpedo, Gaetano Previati und Giovanni Segantini. In der zweiten Generation finden wir die Maler, welche ihre Karriere als Divisionisten beginnen und später im Futurismus zur Reife gelangen: Giacomo Balla, Carlo Carrà und Umberto Boccioni.
Im Unterschied zum idyllischen französischen Postimpressionismus versteht sich die italienische Malerei als politische, progressive Ausdrucksform. Neben Landschaftsbildern und symbolistischen Themen gibt es unter den in der Ausstellung versammelten Gemälden Werke, die das gesellschaftspolitische Engagement der Maler zum Ausdruck bringen.
Nicht zuletzt spielt der Divisionismus auch in der Geschichte der Schweizer Kunst eine Rolle. Vor allem Maler aus der Südschweiz sympathisierten mit der modernen Bewegung und setzten dieselben stilistischen Mittel ein: Edoardo Berta, Filippo Franzoni sowie Giovanni Giacometti.
Die rund 80 Gemälde der Ausstellung stammen aus bedeutenden italienischen und internationalen Museen wie der Galleria Nazionale d’Arte Moderna in Rom, dem Musée d’Orsay in Paris oder dem Museum of Modern Art in New York sowie aus privaten Sammlungen.
Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Kunsthaus Zürich und der National Gallery, London. Sie wurde kuratiert von Simonetta Fraquelli, Tobia Bezzola und Christopher Riopelle.[ PDF ]