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Entdeckung des Lebenswerks zweier Pariser Künstler im Areal im Tobel, Hadlikon, Hinwil
Die Sammlung LIPSI zeigt den aus Frankreich stammenden umfangreichen Nachlass aus dem Pariser Atelier des Bildhauers Morice Lipsi (1898 Lodz – 1986 Küsnacht) mit Skulpturen, Entwürfen, Zeichnungen und Werkzeug. Lipsi hatte seine Skulpturen durch häufiges Skizzieren, Zeichnen und Modellieren in Ton entwickelt. Durch die ausgestellten Arbeiten des international bekannten Meisters der «taille directe» (direkt in Stein gemeisselt) kann der Besucher die Vereinfachung der Formen bis zur Abstraktion nachvollziehen.
Hildegard Weber-Lipsi (1901 Wädenswil – 2000 Küsnacht), war die Gattin von Morice Lipsi. Der Künstlerdialog zwischen zwei Menschen mit völlig verschiedenem Temperament und verschiedener Herkunft dauerte von 1927 bis zum Lebensende von Morice Lipsi. Das Werk dieser Schweizer Malerin mit Kriegserfahrung in Frankreich, als Retterin der jüdischen Familie von M. Lipsi aus Polen, Gewinnerin einer Goldmedaille für ihre Stabpuppen an der Pariser Weltausstellung 1937 und weiteren Ausstellungen in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und in Tokyo, kehrt nun in die Schweiz zurück. Bemerkenswert ist der Film mit ihren historischen Marionetten «L’histoire du petit tailleur» (Das tapfere Schneiderlein).
Beide Künstler, Morice und Hildegard Weber-Lipsi, arbeiteten seit den 40er-Jahren in ihren Ateliers sowohl in Chevilly-Larue als auch in Goldbach- Küsnacht, von wo aus auch
einige Ausstellungen in der Schweiz erfolgten. Nach dem Krieg pendelte die Familie zwischen Zürich und Paris.
Nach dem Tod beider Künstler nahm die Sammlung-Lipsi ihre eigenen Wege: Von Chevilly-Larue wurden alle sich noch dort befindlichen Werke in die Haute-Saône, nach Rosey, Nähe Vesoul auf ein Grundstück von Hans Jacob Beck gebracht, wo das Musée Morice Lipsi 1990 unter dem Patronat des Kulturministers Jack Lang eröffnet wurde und während 28 Jahren ein touristisches Ziel für lokales und internationales Publikum sowie für zahlreiche Schulen und Studentengruppen bedeutete. Der Ort war traumhaft und die Skulpturen im Freien genossen saubere Luft und schönes Licht im Obstgarten, der dem Grundstück der Familie Lipsi in Chevilly-Larue ähnelte.
Jetzt ist die ganze Sammlung in die Schweiz gezogen, ins Areal im Tobel in Hadlikon, Hinwil, wo sie einem anderen Publikum neue Entdeckungen ermöglicht. Die Werkschau befindet sich in zwei Räumen:
1. Im Tobel 4, im zweiten Stock sowie
2. Im Tobel 5, Erdgeschoss, ganz hinten beim Wasserfall
All dies wurde möglich dank dem Einverständnis aller Erben und dem grossen Einsatz von Familienmitgliedern, besonders des jetzigen Geschäftsführers der Sammlung LIPSI GmbH, Hans Jacob Beck, dem Schwiegersohn von Morice Lipsi.
Die Zukunft
Die Unterbringung der Sammlung LIPSI im Areal im Tobel ist erneut eine Zwischenstation. Das Ziel wäre, mehr Raum zur Verfügung zu haben um die Werke noch besser zu präsentieren. Vor allem die grossen, schweren Skulpturen, die sich im Erdgeschoss befinden, bräuchten Tageslicht und viel mehr Raum.
Die meisten Werke dürfen aber nicht mehr – wie bisher – im Freien stehen, da sie unter der Witterung leiden. Das ist ein ungelöstes Problem. Abgesehen von Skulpturen, welche verkauft werden können, sucht die gemeinnützige GmbH Sponsoren, Mäzene und Helfer, die es ermöglichen, dass die Sammlung unabhängig von den direkten Erben überlebt. In der Hoffnung, dass dieses Kulturgut gebührend geschätzt wird, machen wir uns ab November 2018 auf die Suche nach einer dauerhaften Lösung.
Vorerst soll die Sammlung einem breiten Publikum zugänglich sein und lokales wie auch internationales Publikum erfreuen.