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| Cassian († 430/35) - Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (Collationes patrum)

Vierte Unterredung, welche die mit Abt Daniel ist über die Begierlichkeit des Fleisches und des Geistes.
[S. 399] 13. Über die Nützlichkeit der Verzögerung, welche [Seitenwechsel, d. Bearb.] aus dem Kampfe des Fleisches und Geistes entsteht.
Aus dem Kampfe dieses Unterschiedes entsteht uns insofern eine nützliche Verzögerung und ein heilsamer Aufschub aus dem Streite, als wir durch den Widerstand des schwerfälligen Körpers von der Durchführung dessen, was wir boshaft ausgedacht haben, zurückgehalten und dann zuweilen zu einer bessern Gesinnung bestimmt werden, sei es durch die nachfolgende Reue oder durch eine gewisse gute Sinnesänderung, die aus dem Aufschub der Handlung und dem nochmaligen Nachdenken zu folgen pflegt. Wir sehen ja, daß Diejenigen, welche, wie wir wissen, in der Ausführung ihrer Willensneigungen durch kein Hinderniß des Fleisches aufgehalten werden, nemlich die Dämonen und bösen Geister, obwohl sie aus der höhern Ordnung der Engel herabgestürzt sind, doch abscheulicher sind als die Menschen, weil ihren Begierden die Möglichkeit beiwohnt und sie also nicht zögern, den einmal gefaßten boshaften Plan in unwiderruflicher Unthat zu vollführen; denn wie ihr Geist schnell ist zum Ausdenken, so ist er auch rasch in der Ausführung als reine Substanz; und während so die leichte Behendigkeit ihnen ermöglicht, das zu thun, was sie wollen, verbessert den bösen Gedanken keine Dazwischenkunft einer heilsamen Überlegung.