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Siehe Art. 3 Gleichstellungsgesetz und Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung
Der Grundsatz der Lohngleichheit basiert nicht nur auf dem Gleichstellungsgesetz, sondern ergibt sich auch aus der Bundesverfassung (Art. 8 Abs. 3 Bundesverfassung). Diese Garantie umfasst alle unselbständigen Arbeitsverhältnisse und zwar sowohl im privatrechtlichen als auch im öffentlichrechtlichen Bereich. Es ist Pflicht der Arbeitgebenden, allen Arbeitnehmenden gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit zu bezahlen. Bei einer Lohngleichheitsklage im öffentlichrechtlichen Bereich ist die Klage nicht nur basierend auf den bestehenden Lohngesetzen zu untersuchen. Vielmehr muss auch kontrolliert werden, ob nicht allenfalls das Lohngesetz selbst dem verfassungsrechtlichen Lohngleichheitsgebot widerspricht.
Bei einer Lohngleichheitsklage prüft das Gericht folgende Fragen: «Hat die Arbeitgeberschaft den vollen Beweis dafür erbracht, dass a) die Lohnfestsetzung im Ergebnis keine nachhaltige Auswirkungen auf ein Geschlecht im Vergleich zum anderen Geschlecht hat oder dass b) solche Auswirkungen vollumfänglich gerechtfertigt sind, weil die Lohnbemessungskriterien und deren Anwendung sachlich […] gerechtfertigt und geschäftsnotwendig sind und keine Alternativen möglich sind, die weniger unterschiedliche Auswirkungen auf die Geschlechter hätten» (Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, 2009). Im Falle einer Diskriminierung besteht ein Anspruch auf Lohngleichheit unabhängig davon, ob die Diskriminierung unbewusst oder mit Absicht erfolgt ist. Anspruch auf Lohnnachzahlung ist nicht nur ab dem Zeitpunkt der Klageeinreichung, sondern für die gesamte Dauer des Arbeitsverhältnisses zu prüfen. Ausgenommen davon sind Ansprüche, welche nach der Verjährungsfrist von fünf Jahren bereits verjährt sind.