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Rechtsnatur
Der Vermächtnisnehmer erwirbt einen obligatorischen Anspruch auf Aushändigung des Vermächtnisses (Einzelrechtsnachfolge) gegenüber dem Vermächtnisbeschwerten; dies im Gegensatz zum Erwerb der Erbschaft durch den Erben infolge Gesamtrechtsnachfolge.
Entstehung
Die Vermächtnisforderung entsteht im Zeitpunkt des Erbganges, d.h. im Zeitpunkt des Erblasser-Todes.
Mit der Entstehung des Vermächtnisanspruchs tritt Erfüllbarkeit (OR 75) ein.
Achtung
Zu beachten ist, dass mit der Vermächtnis-Entrichtung das Ausschlagungsrecht des Erben aufgrund „Einmischung“ verwirkt.
Fälligkeit
Vom Erblasser festgelegter Zeitpunkt
Der Erblasser kann den Zeitpunkt der Fälligkeit der Vermächtnisforderung in der Verfügung von Todes wegen (Testament / Erbvertrag) bestimmen (ZGB 562 II).
Ohne erblasserische Festlegung
Mangels Festlegung in der Verfügung von Todes wegen (Testament / Erbvertrag) wird der Vermächtnis-Anspruch fällig, sobald der Beschwerte die Erbschaft angenommen hat bzw. nicht mehr ausschlagen kann (ZGB 562 II.
Achtung
Sind mit der Vermächtnisforderung mehrere Erben beschwert, wird die Vermächtnisforderung fällig, sobald alle die Erbschaft angenommen haben bzw. diese nicht mehr ausschlagen können.