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Erst seit 1971 dürfen Frauen in der Schweiz an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen.
Erst seit 1971 dürfen Frauen in der Schweiz an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen.
2021 feiert die Schweiz 50 Jahre Frauenstimmrecht. In wenigen Gemeinden im Kanton Solothurn können die Frauen aber noch nicht so lange mitentscheiden. Zehn Jahre hat es gedauert, bis es das Frauenstimmrecht auf allen Ebenen und überall im Kanton gab.
Etwas weniger als die Hälfte aller Stimmberechtigten im Kanton Solothurn hat am vergangenen Abstimmungssonntag teilgenommen. Wie hoch der Frauenanteil war, wird im Kanton nicht erfasst. In den beiden Gemeinden Feldbrunnen und Balm bei Günsberg ist die Stimmbeteiligung regelmässig überdurchschnittlich hoch. Die Verantwortlichen der Wahlbüros haben die Stimmzettel nach Geschlecht sortiert und das Ergebnis lautet: Fast 50% der Stimmzettel kamen von Frauen. Ausserdem wurde festgestellt: Über 60% der stimmberechtigten Frauen nutzen ihr Stimmrecht.
Heutzutage ist in der ganzen Schweiz selbstverständlich, dass Frauen mitbestimmen. Vor nicht allzu langer Zeit war das aber noch anders. Erst seit 1971 dürfen Frauen in der Schweiz an eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen teilnehmen. Bis aber die Frauen in allen Gemeinden im Kanton Solothurn bei allen Vorlagen mitentscheiden durften, ging es nochmals zehn Jahre.
Die Schweiz war eines der letzten Länder in Europa, welches das Frauenstimmrecht eingeführt hat. Finnland war mit 1906 das erste Land in Europa. Vom Osten ging es Richtung Mitteleuropa und dann in den Westen. Als Norwegen als zweites europäisches Land 1913 das Frauenrecht einführte, ging der “Trend” los und das Frauenstimmrecht wurde schnell fast überall eingesetzt. Nach Italien (1946) gab es eine Pause, die 25 Jahre dauerte, bis es auch die Schweiz einführte.
Das männliche Stimmvolk sagte wiederholt Nein
Erst seit ca. 40 Jahren dürfen Frauen in allen Solothurner Gemeinden auch Mitglieder des Gemeinderats wählen oder über den Kredit für die Sanierung des Kindergartens mitbestimmen. Die Gemeinden Steinhof (Einwohner- und Bürgergemeinde) und Eppenberg-Wöschnau (Bürgergemeinde) führten das kommunale Frauenstimmrecht erst 1981 ein. Und auch dann führten sie es nicht freiwillig ein. Der Kanton tat es von Amtes wegen. 1980 nahm das Stimmvolk im Kanton eine Wahlgesetz- und Verfassungsänderung an, welche das Frauenstimmrecht auf allen Ebenen (Bund, Kanton und Gemeinde) beinhaltete. 1981 trat es dann in Kraft.
Dabei hätte der Kanton Solothurn der erste sein können, der das Frauenstimmrecht freiwillig einführte. Bis das Frauenstimmrecht aber auch beim Stimmvolk durchkam, welches damals nur aus Männern bestand, dauerte es. 1948 wurde es ganz knapp abgelehnt mit 50.5% Nein-Stimmen. In den darauffolgenden 20 Jahren wehrten sich die Männer in Solothurn auch gegen das Frauenstimmrecht auf eidgenössischer und kantonaler Ebene. Erst 1970 hiessen sie das freiwillige Frauenstimmrecht auf Gemeindeebene gut.
Zwei Gemeinden im Kanton Solothurn liessen ihre Frauen schon abstimmen, bevor das Frauenstimmrecht auf Bundesebene kam. Trimbach und Däniken. Auch in Trimbach haben die Verantwortlichen vergangenen Sonntag Stimmrechtsausweise gezählt und sortiert. Das Ergebnis lautet: Etwas über die Hälfte der Stimmzettel kam von Frauen. Sie stellten aber auch fest, dass nur etwa ein Drittel aller stimmberechtigten Frauen von ihrem Recht Gebrauch machen.
Kategorie
News
Publiziert am
07.01.2021
Hashtag
#diewirtschaftsfrau #politik