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Das Engagement der Schweiz in Syrien und den Nachbarländern reicht nicht aus, sagt die Caritas. Die NGO für humanitäre Hilfe fordert vom Bund mehr finanzielle Mittel für Ausbildung und Wiederaufbau.
Der achtjährige Krieg in Syrien hat Millionen von Menschen gezwungen zu flüchten, innerhalb des Landes oder in die Nachbarstaaten und nach Europa. "In Jordanien und im Libanon stehen die Sozialsysteme kurz vor dem Zusammenbruch", sagt Fabrice Boulé, Kommunikationschef der Caritasexterner Link Westschweiz.
Im vergangenen Januar traf er Flüchtlinge in der Nähe von Damaskus sowie in Beirut und der Bekaa-Ebene im Libanon. "Familien werden getrennt. Die Menschen sind ständig auf der Suche nach Lösungen zum Überleben", beobachtete er. Zwei Personen sagten mir, dass sie versucht hätten, nach Hause zu gehen. Aber es war unmöglich, weil ihr Haus zerstört oder besetzt war. Die Bedingungen für eine Rückgabe sind nicht erfüllt."
Seit Beginn des Konflikts sind viele Schweizer NGOs in Syrien und den Nachbarländern aktiv, um Flüchtlingen und lokalen Gemeinschaften zu helfen. Die Caritas hat 44 Millionen Franken investiert, hauptsächlich in Soforthilfe und Ausbildung.
Seit 2011 hat der Bund nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mehr als 397 Millionen Franken zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung in der Region bereitgestellt (rund 50 Millionen Franken pro Jahr). Das EDAexterner Link erklärt: "Dies ist das bisher wichtigste humanitäre Engagement der Schweiz."
Noch mehr tun
"Dies ist das bisher wichtigste humanitäre Engagement der Schweiz."
EDAEnde des Zitats
Aber diese Investition wird von der Caritas als unzureichend bezeichnet. Die Organisation fordert den Bund auf, mehr zu tun, um von der Soforthilfe zur mittelfristigen Hilfe überzugehen. Das Hilfswerk fordert vom EDA, jährlich 20 Millionen Franken für Wiederaufbauprojekte in Zusammenarbeit mit Schweizer Unternehmen bereitzustellen.
Mit diesem Geld würden Lehrer bezahlt und Ausbildungszentren eingerichtet. "Dies wäre ein Zeichen für ein kohärentes und nachhaltiges Engagement der Schweiz in Syrien", sagt Fabrice Boulé.
Laut Caritas waren die Ausgaben für die Flüchtlingshilfe in den letzten Jahren rückläufig. Das Hilfswerk fordert den Bund daher auf, das in der Schweiz eingesparte Geld zur Unterstützung der Flüchtlinge vor Ort zu verwenden.
Das EDA hat auf diesen Vorschlag nicht geantwortet. Es schreibt jedoch, dass sich der für die humanitäre Hilfe in und um Syrien vorgesehene Betrag für 2019 auf 61 Millionen Franken beläuft: "Aufgrund der verheerenden Auswirkungen des Konflikts auf die gesamte Region und der hohen Belastung der Nachbarländer wegen der Ankunft von Millionen von Flüchtlingen hat die Schweiz ihr Engagement in der syrischen Krise im Rahmen eines Programms der regionalen Zusammenarbeit für den Zeitraum 2019-22 definiert."
Internationale Koordination
"Dies wäre ein Zeichen für ein kohärentes und nachhaltiges Engagement der Schweiz in Syrien."
Fabrice Boulé, CaritasEnde des Zitats
Die Schweiz ist vor allem in den Bereichen "Schutz der Bevölkerung, Bildung, Konfliktprävention und Wasserversorgung" tätig. "Diese Interventionen sind Teil des von den Vereinten Nationen entwickelten humanitären Plansexterner Link für Syrien", schreibt das EDA. Dieser Plan beinhaltet derzeit keine gross angelegten Wiederaufbau-Massnahmen."
Die Schweizer Regierung hat zudem beschlossen, im Jahr 2019 weitere 7 Millionen Franken bereitzustellen, um im Rahmen des Friedensprozesses der Vereinten Nationen in Genf gegen die Ursachen des Konflikts in Syrien vorzugehen.
Die Caritas ist auch besorgt über die Zukunft der Syrer, die in der Schweiz Asyl gesucht haben. Die Hälfte von ihnen hat keinen Flüchtlingsstatus, sondern nur eine vorübergehende Aufnahme, bedauert die Organisation. "Die derzeitige Situation erlaubt es diesen Menschen nicht, nach Hause zurückzukehren", erklärt Fabrice Boulé.
"Man muss für sie Zukunftsperspektiven schaffen, Unsicherheiten überwinden, ihnen eine Ausbildung und Arbeit ermöglichen und ihren Kindern eine dauerhafte Schulbildung anbieten."
(Übertragung aus dem Französischen: Peter Siegenthaler)