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In Bangkok hat am Sonntag eine internationale Artenschutz-Konferenz begonnen. Die Delegationen aus mehr als 160 Ländern beraten über den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.
Die Schweiz warnt vor zu grossen Hoffnungen, denn der Handel mit bedrohten Arten bringe grossen Profit.
Alle zwei bis drei Jahre kommen die Vertrags-Staaten des Washingtoner Artenschutz-Abkommens (CITES) zu einer Konferenz zusammen. Das Abkommen hat zum Ziel, den legalen Handel mit Tier- und Pflanzen-Arten oder deren Produkten zu regeln. "Um damit einen nachhaltigen Gebrauch natürlicher Ressourcen zu gewährleisten", erklärt Thomas Althaus, Chef der Sektion Artenschutz beim Bundesamt für Veterinärwesen, gegenüber swissinfo.
Die gefährdeten Tier- und Pflanzen-Arten werden unter CITES auf einer abgestuften Skala erfasst. Bei der Vertragsstaaten-Konferenz wird überprüft, ob die Einstufungen angepasst werden müssen.
Dazu können die Vertrags-Staaten Vorschläge einreichen. Zurzeit sind insgesamt rund 5000 Tier- und 28'000 Pflanzenarten erfasst. Für die Konferenz in Bangkok, die bis am 14. Oktober dauert, liegen 50 Vorschläge auf dem Tisch.
Kenia möchte den Schutz der afrikanischen Elefanten verbessern, während Namibia jährlich zwei Tonnen Roh-Elfenbein verkaufen möchte. Zudem möchten Namibia und Südafrika Elefanten-Leder vertreiben. Daneben gibt es unter anderem Vorstösse zu Zwergwalen, Haien, aber auch Pflanzen.
Wissenschaft kontra Profit
Das Abkommen wende "objektive und wissenschaftliche" Kriterien an, um festzulegen, welche Arten in die Liste aufgenommen werden, sagte Althaus weiter. "Gewisse Länder mögen politische Motivationen haben beim Abstimmen. Aber was wir unterbinden wollen, ist der Handel zwischen Staaten, welche das Abkommen unterzeichnet haben."
Die Schweiz ist Depositärstaat und Sitz des internationalen Sekretariates des Abkommens. CITES wurde 1973 in Washington unterzeichnet und trat 1975 in Kraft.
CITES verbietet unter anderem den Handel mit Elfenbein und will die Ausrottung des afrikanischen Elefanten verhindern. Aber Althaus stellt fest, das Abkommen könne den profitablen Handel mit Wildtieren nicht verhindern.
"Das Nashorn zum Beispiel ist ein grosses Geschäft im Fernen Osten. Vor allem wird es in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Solange Nashorn-Produkte so hohe Preise erzielen, ist es schwierig, den Handel zu kontrollieren."
Lukrativer als Drogenschmuggel
Althaus fügt an, dass die Schweizer Delegation in Bangkok auf einen konstruktiven Dialog mit den betroffenen Ländern hoffe. "Die Schweiz ist ein kleines Land und kann selber nicht viel ausrichten. Die traditionelle chinesische Medizin ist ein umfassendes Thema, aber wir werden versuchen, die Verantwortlichen zu überzeugen, dass sie Ersatzstoffe einsetzen."
Der für den Vollzug des Artenschutzabkommens zuständige John Sellar sagte, es sei eine Priorität, die internationale Gemeinschaft vom Sinn des Abkommens zu überzeugen. "Wildtier-Kriminalität steht bei den meisten Zollbehörden nicht zuoberst auf der Liste. Aber Wildtier-Schmuggel kann grössere Gewinne abwerfen, als Drogenschmuggel."
"Pflanzen- und Tierlieferungen werden am Zoll geprüft und deren Herkunft auf die Artenschutzkonvention überprüft", sagte Althaus.
Jährlich wird am Zürcher Flughafen 200 Kilogramm illegale Handelsware sichergestellt.
swissinfo, Ramsey Zarifeh
(Übertragung aus dem Englischen: Andreas Keiser)
In Kürze
Die Schweiz ist Depositärstaat des Artenschutz-Abkommens CITES.
Das Abkommen verbietet seit 1989 zum Schutz des afrikanischen Elefanten den Handel mit Elfenbein.
Auf der Liste von CITES sind 5000 bedrohte Tierarten und 28'000 Pflanzen.