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Coriolanus (2011)
Coriolanus (2011)
Oder: Ein Film mit viel Kraft
Rom, Anfang des 4 Jahrhunderts vor Christus: Das römische Volk ist in Aufruhr, Hauptzielscheibe ist der hochmütige General Caius Martius (Ralph Fiennes). Seine Verachtung für das Volk führt dazu, dass sich die Volsker, angeführt durch Caius' Erzfeind Tullus Aufidius (Gerard Butler), zu einem Aufstand versammeln.
Bei der Stadt Corioles kommt es zur entscheidenden Schlacht, die das römische Heer für sich entscheiden kann und Caius aufgrund seiner Tapferkeit den Beinamen Coriolanus einbringt. Er ist nun so bekannt, dass er ranghoch in die Politik gehen könnte. Neben seiner Mutter Volumnia (Vanessa Redgrave) macht sich auch sein Mentor Menenius (Brian Cox) für ihn stark. Doch seine Wahl steht unter keinem guten Stern. Bei einem öffentlichen Auftritt vom Volk beschimpft und abgelehnt, bleibt Caius zur Besänftigung der Massen letztlich nur die lebenslange Verbannung aus der Stadt. Coriolanus verlässt Rom, sinnt auf Rache und sucht nach militärischer Unterstützung, die er ausgerechnet bei seinem ärgsten Feind Tullus Aufidius findet.
Film-Rating
Sowohl Gerard Butler als auch Ralph Fiennes spielten einst auf der Bühne in William Shakespeares Theaterstück Coriolanus. Butler besetzte eine der Nebenrollen, Fiennes, wie auch in seiner ersten Regiearbeit, die Rolle des Caius Martius. Das um 1607 entstandene Stück, angesiedelt im Rom des vierten Jahrhundertsvor Christus, transformierte Fiennes in die Gegenwart des heutigen Rom, übernahm aber die Dialoge der Vorlage unverändert.
Die Handlung könnte inzwischen in vielen Ländern der Welt angesiedelt sein, überall dort, wo sich Menschen gegen die Demokratie erheben, wo Missstände das Volk dazu treiben, sich rebellisch zu erheben. Fiennes hat sich keinen einfachen Stoff für sein Debüt ausgesucht, doch es gelingt ihm erstaunlich gut. Es ist die Geschichte eines Mannes, der einem leidtun kann, der erst hochgelobt wird und dann tief fällt, es niemandem recht machen kann, erst recht nicht der eigenen Mutter, die ihren Sohn ganz oben sehen möchte. Der Ehrgeiz der Mutter überträgt sich auch auf den Sohn. Die ganze Anspannung, der Druck, dem er sich auszusetzen hat, explodiert in einer der einprägendsten Szenen des Films, als sich Martius in einem Fernsehstudio dem Volk und seinen Fragen stellen muss. Fiennes lebt diese Szene, er schreit und fuchtelt und legt all seine Kraft hinein. Aber auch Vanessa Redgrave als Volumnia oder Gerard Butler als der Erzfeind leben in ihren Rollen.
So wird Shakespeares Coriolanus nach all den Jahrhunderten zu einem blutigen, herben Bilderreigen, zu einem Drama über einen Mann, der hoch hinaus will und an seinen eigenen Zielen scheitert. Zugleich aber auch zu einer Parabel auf die politischen Bewegungen auf der Welt und zugleich zu einer politischen Botschaft.
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16.02.2011 / jst
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