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Klimakterische Beschwerden sind bei allen Frauen ähnlich, können jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Um sie zu lindern, greifen viele Betroffene zu Hormonen. Langfristig sind sie für den Körper aber nachteilig. In Kanada, wo Cannabis seit 2018 legal ist, soll sich laut einer Umfrage eine von drei Frauen in den Wechseljahren mit Cannabis behelfen. 65 Prozent lösen mit der Droge ihre Schlafprobleme, 45 Prozent kämpfen damit gegen Angstzustände, 33 Prozent gaben an, so ihre Muskel- und Gelenkschmerzen zu lindern. Ein Drittel bekommt die Reizbarkeit in den Griff und ein Viertel nimmt Cannabis gegen Depressionen.
Beruhigt den gesamten Organismus
Ob Cannabis die Symptome lindern kann, die sich aus dem Ausfall der Östrogenproduktion in den Ovarien ergibt, ist bisher nicht in Studien untersucht worden. Laut einer Forscherin der Harvard Universität gibt es jedoch plausible Gründe für eine Wirkung. Sie beruht in erster Linie darauf, dass Cannabidiol das körpereigene Endocannabinoid-System stimuliert. Dadurch soll unter anderem die verminderte Wirkung des nur noch in geringen Mengen produzierten weiblichen Hormons Östrogen auf das Endocannabinoid-System ausgeglichen werden. Insgesamt wird der Droge nachgesagt, dass sie einen beruhigenden und ausgleichenden Effekt auf den gesamten Organismus hat.
Gegen Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen
Nach den Ergebnissen der Harvard-Umfrage scheinen viele betroffene Frauen das ähnlich zu sehen. 131 Frauen in der Perimenopause und 127 Frauen in der Postmenopause wurden zu ihrem Cannabiskonsum interviewt. Insgesamt 92 Prozent hatten die Substanz schon einmal konsumiert, 86 Prozent taten dies auch aktuell. Die meisten Frauen nutzen die Droge gegen Allgemeinsymptome wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Libido oder Freude am Sex. Deutlich seltener gegen Hitzewallungen und Nachtschweiss. Zur Behandlung von vaginaler Trockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr wurde Cannabis nur selten eingesetzt.
CBD als Alternative
Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist für eine Legalisierung von Cannabis. Beim BAG ist es noch immer als verbotenes Betäubungsmittel eingestuft. Die Verschreibung von Cannabis-Arzneimitteln bei chronischen Schmerzzuständen, Multipler Sklerose, Epilepsien oder Übelkeit im Falle einer Chemotherapie wurde per 1. August 2022 gelockert. Eine Ausnahmebewilligung des BAG braucht es nicht mehr. Der Umgang mit Cannabis für nicht-medizinische Zwecke bleibt ausserhalb von Pilotversuchen weiterhin verboten. Ein Trost bleibt: CBD, ein Extrakt aus der Hanfpflanze, mildert auch Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme, Kopfschmerzen und Verdauungsschwierigkeiten. Entzündungshemmende CBD-Cremes helfen bei Pickeln und regulieren die Talgproduktion.