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| Hilarius von Poitiers († 367) - Kommentar zum Evangelium des Matthäus

Zehntes Hauptstück
1.
Inhalt.
Jesus sendet1 die zwölf Jünger mit der Lehre voraus.
„Indem er nun das Volk ansah, hatte er herzliches Mitleid mit ihm; denn es war geplagt und niedergeschlagen,“ u. s. w. Man muß den Sinn der Worte nicht minder erwägen, als den der Thaten; weil, wie wir gesagt haben, hinsichtlich der Bedeutung die Worte eine eben so große Wichtigkeit, wie die Werke haben. Der Herr hat herzliches Mitleid mit dem geplagten und niedergeschlagenen Volke, wie mit einer Heerde, welche ohne Hirten zerstreuet ist. Und er spricht, die Aerndte sey groß, aber gering sey die Anzahl der Arbeiter; sie sollen den Herrn der Aerndte bit- [S. 128] ten, daß er mehr Arbeiter zu seiner Aerndte sende.2 „Hierauf rief er seine Jünger zu sich, und gab ihnen Gewalt, die unreinen Geister auszutreiben, und alle Krankheiten und jedes Gebrechen zu heilen.“ Ungeachtet nun dieses für die Gegenwart geschehen ist, so muß man doch sehen, was es für die Zukunft bedeute.
1: Nämlich die, welche mit ihm durch täglichen Umgang vertrauter, als die übrigen, und auch früher gewählt worden waren.
2: Matth. X, 1.