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Schädlicher Gebrauch
Von einem schädlichen Gebrauch spricht man, wenn Medikamente zum Erreichen eines bestimmten Befindens „funktionalisiert“ werden, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Merkmale sind die schädlichen körperlichen oder psychischen Konsequenzen dieser Einnahme.
Mögliche Anzeichen eines schädlichen Medikamentengebrauchs
Die folgenden Symptome können bei älteren Menschen auf einen schädlichen oder abhängigen Konsum von benzodiazepinhaltigen Medikamenten hinweisen. Dazu gehören Schlaf- und Beruhigungsmittel mit einem Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine:
- Sturz, insbesondere wiederholte Stürze
- kognitive Defizite: mangelnde Konzentration, nachlassende Leistungsfähigkeit, mangelnde Aufmerksamkeit
- Interesselosigkeit oder Interessensverlust
- Rückzug aus familiären und freundschaftlichen Beziehungen, gefühlsmässige Abstumpfung
- Vernachlässigung des Äussern und des Haushalts
- Schwindel
- Störungen der Bewegungskoordination, motorische Unsicherheit, Gleichgewichtsstörungen
- Sprechstörungen
- Tremor (unwillkürliches, sich rhythmisch wiederholendes Zusammenziehen von Muskelgruppen)
- Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Ängste
- als paradoxe Reaktionen (Eintritt des Gegenteils der beabsichtigten Wirkung eines Medikamentes): gesteigerte Unruhe, Verwirrung, Erregungszustände
Treten diese Symptome auf, sollte an einen schädlichen Medikamentengebrauch oder auch an einen Alkoholmissbrauch gedacht werden.
Hinweise auf einen Medikamentenmissbrauch können unspezifische Symptome wie ständige Müdigkeit, Schwindel, Konzentrationsprobleme oder unklare Schmerzen ohne körperlichen Befund sein. Viele der genannten Symptome können auch altersbedingt sein. Eine genaue ärztliche Abklärung ist daher angezeigt.