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Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon forderte einen Ausstieg Frankreichs aus den europäischen Verträgen, die Rechtspopulistin Marine Le Pen erneuerte ihre Forderung nach einem Referendum über den Austritt aus der EU.
Der als Favorit gehandelte Sozialliberale Emmanuel Macron und der Konservative François Fillon verteidigten dagegen Frankreichs Platz in der Europäischen Union. «Wir brauchen Europa, um uns zu beschützen», sagte Fillon. Die EU müsse sich aber auf bestimmte strategische Ziele konzentrieren.
In der Debatte der Sender BFMTV und CNews trafen erstmals alle elf Präsidentschaftskandidaten aufeinander. Bei der ersten Fernsehdebatte für die diesjährige Präsidentschaftswahl waren vor zwei Wochen nur die fünf wichtigsten Kandidaten eingeladen worden, sehr zum Verdruss der anderen Bewerber.
Die erste Runde der Wahl findet am 23. April statt, die Stichwahl zwischen den zwei stärksten Kandidaten am 7. Mai. Umfragen erwarten derzeit ein Duell zwischen Macron und Le Pen, für das Macron deutlich vorne liegt. An dritter Stelle steht derzeit der durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre angeschlagene Fillon, gefolgt von Linkspartei-Gründer Mélenchon und dem Sozialisten Benoît Hamon.
Die anderen Kandidaten liegen in Umfragen allesamt unter fünf Prozent: der Rechtspolitiker Nicolas Dupont-Aignan, Nathalie Arthaud von Lutte Ouvrière (Arbeiterkampf), Philippe Poutou von der Neuen Antikapitalistischen Partei, der zentrumsliberale Abgeordnete Jean Lassalle, der Unabhängige Jacques Cheminade und der Rechtsnationalist François Asselineau.
Für sie war die TV-Debatte am Dienstagabend eine Möglichkeit, einem grösseren Publikum bekannt zu werden. Mehr als zehn Millionen Menschen hatten die erste Fernsehdebatte vom 20. März verfolgt. Die TV-Debatten – eine dritte ist für den 20. April geplant – sind auch deswegen für die Kandidaten wichtig, weil viele Franzosen noch nicht entschieden haben, wem sie bei der Wahl ihre Stimme geben werden.
(SDA)