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Grossbritannien: Ausschreibungsverfahren für Kernbrennstofffonds eröffnet
Die britische Regierung hat am 2. Januar 2023 den aktuell mit GBP 50 Mio. (CHF 56 Mio.) ausgestatteten Kernbrennstofffonds für Anträge geöffnet. Mit den Fördermitteln will sie die Abhängigkeit von Russland bei der zivilen Nutzung der Kernenergie reduzieren und dadurch die Energieversorgungssicherheit stärken. Erreicht werden soll dies durch die einheimische Produktion von Kernbrennstoff über einen vielfältigen und widerstandsfähigen Markt.
«Die Kernbrennstoffproduktion in Grossbritannien soll mit bis zu GBP 75 Mio. [derzeit CHF 84 Mio.] von der britischen Regierung unterstützt werden, um die Entwicklung von Alternativen zu russischen Brennstofflieferungen zu fördern und die Energiesicherheit Grossbritanniens zu stärken», kündigte Energie- und Klimaminister Graham Stuart am 2. Januar 2023 an. Laut dem Department for Business, Energy & Industrial Strategy (BEIS) sollen damit «Investitionen in neue und robuste Kapazitäten zur Herstellung von Brennstoffen in Grossbritannien gefördert und das Ziel der Regierung unterstützt werden, bis zu 24 GW aus Kernenergie bis zum Jahr 2050 bereitzustellen».
Westinghouse erhielt im Dezember 2022 bereits einen Zuschuss über GBP 13 Mio. (derzeit CHF 15 Mio.) für Vorbereitungs- und Planungsarbeiten für die Urankonversion am Standort Springfields aus dem Brennstofffonds. Vom 2. Januar 2023 an stehen somit noch rund GBP 50 Mio. für die Förderung von Investitionen in die Entwicklung und Kommerzialisierung der heimischen Produktion von Kernbrennstoffen für heutige und künftige Kernreaktoren – einschliesslich fortschrittlicher Brennstofftechnologien – bereit. Von den Projekten erhofft sich die britische Regierung auch eine Förderung der Fachkenntnisse sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Exportmöglichkeiten. Anträge können gemäss BEIS bis zum 20. Februar 2023 eingereicht werden.
«Unterstützt werden sollen Projekte zur Schaffung neuer einheimischer Brennstoffkapazitäten, zu denen auch mögliche Brennstofflieferungen für Leichtwasserreaktoren, einschliesslich künftiger kleiner, modularer Reaktoren [SMR], gehören, die einen Grossteil unseres derzeitigen Kernenergiebedarfs decken könnten», schrieb das BEIS. Man werde sich aber auch um die Unterstützung von Projekten bemühen, bei denen neue Brennstofftypen hergestellt würden, die für die Versorgung fortgeschrittener, modularer Reaktoren (AMR) benötigt werden. AMR werden gemäss BEIS «voraussichtlich ab den 2030er-Jahren in Betrieb sein» und zum Beispiel Brennstoffe wie High-assay low-enriched uranium (Haleu) benötigen.
Quelle
B.G. nach BEIS, Medienmitteilung, 2. Januar 2023
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