Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03431.jsonl.gz/1141

Personenwagen B 119 der A.St. / SGA
Beschaffung
1889 eröffnete die Appenzeller Strassenbahn (ASt) die Bahnlinie St. Gallen - Gais.
1904 kam die Verlängerung der Strecke nach Appenzell in Betrieb. Hierfür war zusätzliches Rollmaterial nötig. Unter anderem beschaffte die Bahn bei der SIG in Neuhausen drei baugleiche Personenwagen mit den Bezeichnungen C3 68 - 70. Die neun Meter kurzen und 7,5 Tonnen schweren Wagen boten in zwei Abteilen zusammen 36 Sitzplätze.
In seiner Spezifikation weicht der Wagen vom A 101 nur im Innenausbau und in der Befensterung ab.
Lebenslauf
Die drei Wagen der später zur St. Gallen - Gais - Appenzell Bahn (SGA) umfirmierten Gesellschaft erfuhren im Gegensatz zum restlichen Fahrzeugpark im Laufe ihres Lebens nur verhältnismässig geringe Veränderungen. In den 30er Jahren wurde den Dreiachsern die mittlere Achse entfernt und die automatische GF-Kupplung installiert. In dieser Zeit hielt auch die elektrische Beleuchtung in den Wagen Einzug- Damit verschwanden die alten Petroleum-Wandlampen und die "Kanonenöfen". Der Anstrich wechselte von "tannengrün" auf die SGA-Farben grün/crème Wie bei allen anderen SGA-Wagen auch wurde eine Bremsumschaltung eingebaut, damit die Wagen zwischen Altstätten und Gais verkehren konnten.
Nach vielen Umbezeichnungen erhielten die Wagen die Bezeichnungen B117 - B119. Der B117 wurde in den 80er Jahren an die Jagsttalbahn nach Deutschland verkauft. B118 und 119 dienten als Verstärkungswagen sowie für Nostalgiezüge. Der Zustand der beiden Wagen wurde zusehends schlechter. Der B118 wurde abgestellt, während der B119 beim Verein AG2 Historische Appenzeller Bahnen in die Restaurierung kam.
Restaurierung
Was anfangs als "Pinselrenovation" geplant war wuchs zu einer Total-Restauration aus, bei welcher der Wagen mit Ausnahme des Fahrwerks total zerlegt und neu aufgebaut wurde. Der B119 erhielt dabei aussen wie innen weitgehend originalgetreu das Aussehen etwa der 1940-er Jahre. Die alten Wandleuchten wurden optisch ähnlich nachgebaut, jedoch mit elektrischen Glühbirnen ausgestattet. Aus praktischen Gründen fiel auch die Abteiltrennwand. Die Inneneinrichtung erfuhr ein paar dem Zweck als Nostalgiefahrzeug angepasste Veränderungen, so dass heute 32 Sitzplätze vorhanden sind. Am 19. September 2009 erfolgte die erste Fahrt des frisch restaurierten Wagens.