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Die Behörde teilte mit, dass gegen sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Gleichzeitig stritt sie die Vorwürfe ab: Sie habe «nie geleugnet, dass einige Patienten beim Wechsel zur neuen Zusammensetzung Schwierigkeiten hatten», erklärte sie am Montagabend.
Mitte Oktober war ein Ermittlungsverfahren wegen mutmasslich schwerer Täuschung gegen die französische Sparte des deutschen Pharmakonzerns Merck eingeleitet worden. Die Merck KGaA hatte 2017 die Zusammensetzung des Medikaments Levothyrox geändert. Der Pharmakonzern war damit einer Aufforderung der französischen Behörde für Arzneimittelsicherheit nachgekommen. Das Medikament sollte dadurch länger wirksam bleiben.
Der Wirkstoff blieb derselbe, aber es kamen andere Hilfsstoffe hinzu, um es stabiler zu machen. Dies führte bei vielen Patienten zu Nebenwirkungen wie Krämpfen, Kopfschmerzen, Schwindel und Haarausfall.
Die neue Zusammensetzung war zwischen 2017 und 2018 von rund 31.000 Patienten beanstandet worden. Die Behörde für Medikamentensicherheit veröffentlichte 2019 eine Studie, nach der die neuen Zusammensetzung «keine schweren gesundheitlichen Probleme» ausgelöst habe.
Im Zivilverfahren war Merck bereits 2020 dazu verurteilt worden, mehr als 3300 Patienten zu entschädigen, die nach der Änderung der Rezeptur des Medikaments über Nebenwirkungen geklagt hatten. Wenn ein Hersteller die Zusammensetzung ändere und dies nicht bekannt gebe, verletze er seine Informationspflicht, urteilte das Gericht. Das oberste französische Gericht hatte im vergangenen März einen Revisionsantrag des Unternehmens abgelehnt.
Derzeit nehmen etwa 2,5 Millionen Menschen in Frankreich das Medikament in der neuen Zusammensetzung ein. Knapp 100.000 Patienten nutzen es noch in der alten Rezeptur unter dem Namen Euthyrox. Dessen Vermarktung wurde mehrfach verlängert und soll Ende des Jahres auslaufen.