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Nachzucht Königsnattern 2018
Die Geschichte der Königsnatter-Haltung bei I love my snakes ist ein grosses Hin- und Her.
2012 kaufte ich mir ein pechschwarzes Männchen als Liebhabertier. Damals hatte ich gerade die ersten Kornnatter-NZ und an eigenen schwarzen Nachzuchten kein Interesse. Mit den ersten tollen Korni-Gelegen änderte sich dies aber recht schnell, so dass ich Ende 2013 noch ein passendes Weibchen als Gegenstück bei einem befreundeten Züchter kaufte.
Dieses Tier schien gesund, aber als es eine gewisse Grösse erreichte sah man immer deutlicher, dass etwas mit dem Kopf nicht stimmt, was ich vorher durch die stark glänzenden Schuppen beim kleinen Jungtier nicht sehen konnte: Das Weibchen hatte auf einer Seite eine runde Schuppe an Stelle des Auges und auf der anderen Seite nur ein ganz kleines trübes Auge. Das war ein ziemlicher Schreck. Ich entschied mich, zwar eine Verpaarung zu versuchen, aber keine Nachzuchten abzugeben, sondern ein Männchen mit der Mutter rückzuverpaaren, um zu schauen, ob dies ein genetischer Defekt ist. Das Tier war und ist bis heute überhaupt nicht eingeschränkt, sondern aktiv, neugierig, sehr friedlich und ein gieriger Fresser.
2015 war es dann soweit. Ich setzte meine beiden im Frühling zusammen und machte mich auf eventuelle Angriffe gefasst (Königsnattern sind als Kannibalen bekannt). Aber es passierte nichts, keine Futterbisse, aber auch überhaupt kein Interesse aneinander. Beide krochen entspannt übereinander in der Paarungsbox hin und her. Weitere Versuche bis in den Sommer hinein zeigten immer das gleiche Ergebnis.
Daraufhin hinterfragte ich die Geschlechter und sondierte einige Monate schliesslich beide Tiere. Überraschenderweise war mein erstes Männchen scheinbar ein Weibchen!
Einerseits ärgerte mich das, denn entweder der Verkäufer sieht Hemipenes oder nicht, ein Weibchen als Männchen zu verkaufen geht eigentlich nur durch Vertauschen von Tieren. Andererseits hatte ich so immerhin ein gesundes Weibchen ohne Defekte. So hatte ich also zwei Weibchen grossgezogen und musste die Suche nach einem neuen Männchen für mein erstes Tier beginnen.
Dieses Männchen fand ich erst mehr als ein Jahr später Anfang 2017. Das Tier war schon 16 Jahre alt und extrem gross (ca 160cm), aber fit und munter.
Nach einigen Wochen Eingewöhnung und Quarantäne versuchten wir im Frühling 2017 die Verpaarung mit unserer grossen Dame. Leider sah das Männchen im Weibchen nur Futter. Wir waren vorbereitet und konnten beide sofort trennen. Ein weiterer Versuch einige Wochen später endete ähnlich. Somit legten wir das Projekt "schwarze NZ" ein weiteres Jahr auf Eis.
Nun, im Frühling 2018, wollten wir es wieder wagen.
Das erste Zusammensetzen im März (nach guter Fütterung) verlief ruhiger, eigentlich sogar zu ruhig. Beide hatten nicht gross Interesse. Das liess mich wieder am Geschlecht meines ersten Tieres zweifeln, wobei ich im Sondieren eigentlich eine gute Erfolgsquote habe.
Aber am 22. April war es dann endlich soweit. Das Zusammensetzen führte schnell zu 3 kurzen Verpaarungen von 1-3 Minuten, beim 4. Mal gab es dann eine richtige Verpaarung nach Königsnatter-Manier, mit Nackenbissen und Gerangel. Dieses Mal paarten beide ununterbrochen fast 3 Stunden!
Wir sind extrem froh und hoffen so sehr, dass es diesmal mit NZ klappt. Mehr erfahrt ihr hier!
1. Die Verpaarung
Am 22. April erfolgte die Verpaarung.
2.5.: Madame hat ihr Verhalten geändert, liegt plötzlich recht versteckt, aber frisst gierig. Das lässt uns hoffen...
12.5.: Das Weibchen geht in die Haut! Das wäre perfektes Timing.
31.5.: Das Weibchen hat sich gehäutet und verweigert das Futter. Sie wirkt im hinteren Bereich recht dick und ist sehr aggressiv, was uns hoffen lässt.
11.6.: Das Weibchen ist unruhig und wechselt im Moment zwischen den beiden Wetboxen. Es kann jederzeit losgehen, wir sind so gespannt!
15.6.: Überraschung! Das Weibchen geht schon wieder in die Haut. Sie ist immer noch deutlich gewölbt. Es kann sein, dass die erste Häutung eine reguläre war und diese die Häutung vor dem Legen ist. Es bleibt weiter spannend.
2. Die Eiablage
Mittlerweile ist es Juni und das Weibchen trägt gut sichtbar Eier, macht aber noch keine Anstalten zu legen. Sie frisst, ist entspannt und daher warten wir weiter ab.
Update Anfang November:
Das Ganze wird wohl zur kuriosesten Geschichte, die wir je erlebt haben. Das Weibchen trägt immer noch deutlich sichtbar 5 Eier, macht aber seit Mai keine Anstalten zu legen. ABER es sind auch (ausser der Wölbungen) keine Anzeichen für eine Legenot vorhanden: Das Weibchen ist entspannt, frisst gierig, kotet gut ab und verhält sich ganz normal. Wir gehen davon aus, dass sie die Eier resorbieren wird. Trotzdem werden wir demnächst den Tierarzt im Rat fragen, irgendwann müssen die Eier ja mal raus.
Update April 2019:
Das Weibchen hat immer noch spürbare Beulen, macht sich aber weiterhin absolut super. Wir werden sie dieses Jahr nicht verpaaren, sondern müssen wohl ein weiteres Jahr auf schwarze Nachzuchten warten.