Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03586.jsonl.gz/423

Während zehn Jahren war Mich Gerber live unterwegs und bespielte mit der Konzertserie L'Heure Bleue an Gewässern die blaue Stunde der Abenddämmerung, daher wohl der Name seines lang erwarteten neuen Albums: «Shoreline». Es ist eine Rückbesinnung auf die Instrumentalmusik und knüpft damit an «Mystery Bay», Gerbers Debut von 1996 und dem darauffolgenden Livealbum von 1997 an, bei dem er von Gert Stäuble und DJ Dustbowl unterstützt wurde.
Mich Geber während seinem L'Heure Bleue Konzert im Zürcher Seeband Enge im August 2010.
«Shoreline» spielte Mich Gerber mit dem Perkussionisten Andri Pupato in den Powerplay Studios in Maur ein. Pupato ist seit fünf Jahren Gerbers Konzertpartner, wenn dieser keine Solokonzerte gibt. War «Mystery Bay» einst das Verarbeiten von Gerbers Eindrücken, die er auf Weltreise gewonnen hat, führen die Klanglandschaften von «Shoreline» weniger in ferne Länder, denn in vergangene Zeiten: «Longitude» etwa beginnt als mittelalterliches Lied. Ebenso spürbar werden Gerbers musikalische Wurzeln als ausgebildeter Kontrabassist, der als 22-jähriger vom Berner Sinfonieorchester verpflichtet worden war, «Serenade» ist nicht nur vom Titel her eine klassische Komposition.
Während die zweite Hälfte des Albums die klassische Hälfte ist, welche die Brücke zu «Mystery Bay» schlägt, enthält Gerbers traumwandlerisch-lautmalerische Musik in der ersten Hälfte neue Schattierungen mit Phrasierungen aus Jazz und Blues, so in «River Man». «Shoreline» überzeugt als abgerundetes Ganzes.

Tracklist:
Ostinato
Clouds In The Sky
Sudest
River Man
Latitude
Col Legno
Est
Arco
Serenade
Longitude