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Wahrscheinlich wurde die Rebsorte von Mönchen aus Cluny auf dem Jakobsweg in Umlauf gebracht. Tempranillo ist vor allem als Verschnittpartner in Rioja-Weinen bekannt. Da sie wenig Süsse und Säure besitzt, wird die Traube selten sortenrein ausgebaut.
Tempranillo: Die bedeutendste Rebsorte für Rotwein in Spanien
Tempranillo ist zusammen mit Garnacha die wichtigste Rebsorte der Rioja im Norden Spaniens. Sie gedeiht in den kühleren Teilen der Rioja Alta und Alavesa und nimmt etwa die Hälfte der regionalen Anbaufläche ein.
Die geografische Verbreitung der Rebsorte Tempranillo ist begrenzt. Man findet sie hauptsächlich in Spanien. Auch in Portugal ist die Sorte anzutreffen, vor allem in den Gebieten des Alentejo und als Portweintraube im Douro-Tal. Dort ist Tempranillo jedoch eher als Tinta Roriz und Aragonez bekannt. Zunehmend wird die Rebsorte auch in Australien, den USA und Südafrika angebaut.
In Katalonien wird sie unter anderem von Miguel Torres mit Rebsorten wie Monastrell und Cabernet Sauvignon verschnitten. Die Weine gelangen dann unter dem katalanischen Namen Ull de Llebre in den Handel. Tempranillo ist auch in der Region La Mancha verbreitet, wo sie mit der weissen Sorte Airén verschnitten wird.
Der Tempranillo: Ein guter Verschnittwein
Tempranillo-Beeren sind recht dickschalig, ergeben im Wein viel Tannin und Gerbstoffe und besitzen dadurch Lagerpotenzial. Wird eine noch längere Lagerzeit gewünscht, wird Tempranillo mit Garnacha und Mazuelo verschnitten. Mit dem Alter werden die präsenten Tannine samtig.
Die Beeren haben grundsätzlich wenig Säure und reifen früh – eben „temprano“, was auf Spanisch „früh“ heisst. Trotz der geringen Säure sind sie lebendig und frisch, leicht und elegant. Ist die Rebsorte hohen Temperaturen ausgesetzt, ergibt sie relativ flache Weine. Tempranillo wird selten sortenrein ausgebaut, sondern meist mit anderen Rebsorten verschnitten.
Sortenreiner Wein aus Tempranillo wird vor allem in Ribera del Duero in Spanien hergestellt und wird dort sehr kraftvoll.
Die Aromen der Rebsorte Tempranillo
Die Aromen variieren je nach Boden und Klima. In kühleren Lagen lassen sich rote Johannisbeeren, Himbeeren und Kirschen herausschmecken, war die Traube höheren Temperaturen ausgesetzt, rücken Aromen von Pflaumen und Gewürzen in den Vordergrund.
In der Rioja werden traditionell neue Fässer aus amerikanischer Weisseiche eingesetzt, die dem Wein einen speziellen Geschmack verleihen und seine Qualität bestimmen. Der kräftige Vanillecharakter, den die meisten Rioja-Weine von der unverbrauchten Eiche erhalten, verbirgt leider oft die speziellen Sorteneigenschaften. Dafür ist die elegante, sanfte Frucht der Tempranillo-Traube in den besten Exemplaren spürbar und ein wahrer Genuss.
Typische Merkmale

Farbe
|Jung||Rubinrot|
|Reif||Rotbraun|

Duft

Heidelbeeren, Kirschen; traditionell ausgebaut mit zusätzlichen Noten von Erdbeeren, Kräutern und Kaffee

Geschmack
|Tiefe Frucht von Kirschen, Heidelbeeren; in Eiche ausgebaut an Vanille, Sahnebonbons und Tabak erinnernd|