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Schwefeläther,Vitriolnaphta, lat. Aether sulfuricus, Naphta vitrioli), ein Produkt der chemischen
Großindustrie. Der Ä. wird durch Erwärmen von
Spiritus (Äthylalkohol) mit konzentr.
Schwefelsäure dargestellt, wobei sich
die beim Zusammenbringen der beiden Flüssigkeiten zunächst entstehende Ätherschwefelsäure in Äther und verdünnte
Schwefelsäure
zersetzt. Der gebildete Rohäther wird dann durch wiederholte Destillation vom größten Theile des anhängenden
Wassers und
Alkohols befreit und heißt dann rektifizierter Ä. (Äther rectificatus); ganz wasserfreier und alkoholfreier
Ä. wird absoluter Ä. (Aether absolutus) genannt. Die Ätherfabrikation gehört zu den sehr feuergefährlichen Industriezweigen.
- Der Ä. unterscheidet sich vom
Alkohol in der Zusammensetzung nur durch einen Mindergehalt von Wasserstoff
und Sauerstoff;
Schwefel enthält der Ä. nicht, wie man aus dem im Handel sehr gebräuchlichen Namen Schwefeläther leicht
schließen könnte.
Der Ä. ist eine farblose, wasserhelle, sehr leicht bewegliche, schnell verdampfende Flüssigkeit von starkem, durchdringendem,
betäubendem Geruch und brennendem Geschmack; er ist äußerst leicht entzündlich und brennt mit blaßblauer Flamme.
Mit Wasser mischt er sich nicht, sondern schwimmt darauf; hierbei nimmt er jedoch etwas Wasser auf und wird auch umgekehrt
vom Wasser in geringer Menge gelöst; in
Alkohol löst er sich leicht. Die Prüfung des Ä. hat sich zunächst auf die Ermittelung
des spezifischen Gewichtes zu erstrecken, was am schnellsten mittelst eines genauen, für diesen Zweck
angefertigten Aërometers (Ätherwaage) geschieht.
Reiner absoluter Ä. muß bei 15° C. ein spez. Gewicht von 0,722 besitzen; außer diesem führt man im Handel noch einen
von 0,725 und einen von 0,728, die beide auf den Preiskuranten auch noch als Äther absolutus bezeichnet werden; der
von 0,728 spez. Gew. ist die gangbarste Sorte und führt die Bezeichnung Ph.
G. (Pharmacopoea Germaniae). Die geringste Sorte von 0,750 heißt Aetherrectificatus, eine von 0,733 Aetherbisrectificatus
oder doppeltrektifizierter Ä. Die Preise des Ä. sind schwankend und richten sich nach den Spirituspreisen. - Ein guter
Ä. darf beim Verdampfen keinen Rückstand hinterlassen und darf auch nicht sauer reagieren, was man
am besten durch Schütteln desselben in einem Reagensröhrchen mit einigen Tropfen Lackmustinktur erkennt, die dadurch nicht
rot gefärbt werden darf, sondern blau bleiben muß.
Verwendung findet der Ä. teils in Apotheken, teils bei der Bereitung verschiedener chemischer Präparate, so
z. B. bei der Fabrikation von Tannin,
Milchsäure, photographischem
Kollodium. Die Aufbewahrung muß in sehr kühlen, feuersicheren,
von den Sonnenstrahlen nicht getroffenen Lokalen geschehen. Die Versendung auf Eisenbahnen geschieht nur mit separaten Güterzügen,
sogenannten Feuerzügen und muß auf dem Frachtbriefe das Wort «feuergefährlich»
stehen. Die Verpackung darf nur entweder in Flaschen geschehen, welche, in starke Holzkisten gestellt,
mit Kleie oder Sägemehl ausgefüttert sind, oder in Glasballons, deren Inhalt 35 k nicht übersteigt, mit
hinreichendem
Verpackungsmateriale umgeben in Körben mit gutschliessendem Deckel. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 5 a.
Öle (flüchtige Oele, lat. Olea aetherea, fr. essences,
engl. volatile oils). Mit diesem Namen belegt man eine große Zahl stark
riechender, beim Erwärmen flüchtiger Stoffe von ölartigem Aussehen, die jedoch von den eigentlichen oder fetten
Ölen sowohl
hinsichtlich ihrer Eigenschaften, als auch ihrer chemischen Zusammensetzung nach vollständig verschieden sind und auch unter
sich keine bestimmt ausgeprägte Gruppe chemischer Verbindungen bilden, sondern meist aus natürlichen
Gemischen verschiedener Kohlenwasserstoffe mit zusammengesetzten
Äthern,
Aldehyden und organischen Säuren bestehen.
Die im Handel vorkommenden ä. Ö. sind, mit Ausnahme des
Bernsteinöls, sämtlich Produkte des Pflanzenreiches und werden
aus verschiedenen Pflanzenteilen durch Destillation mit gespannten Wasserdämpfen gewonnen. Nur einige
Öle, wie z. B. Citronenöl,
Pommeranzenöl, kann man auch durch Auspressen der betr. Fruchtschalen
erhalten. Werden die ä. Ö. einer nochmaligen Destillation unterworfen, so nennt man sie rektifizierteÖle. Die Fabrikation
der ä. Ö. hat sich auf gewisse Gegenden konzentriert, doch findet man auch vereinzelt an verschiedenen Orten Fabriken ä. Ö.
Einen Hauptfabrikations und Handelsplatz für diesen Artikel bildet Leipzig mit seinen Vororten; vereinzelte
Fabriken sind in Aken, Zerbst, Lützen, Cölleda, Rudolstadt, Dresden u. s. w.; die meisten
derselben fabrizieren sehr viele
Öle und handeln mit sämtlichen Sorten von ä. O., andere handeln nur mit gewissen
Ölen,
die sie selbst fabrizieren, wie z. B. die in Lützen, Cölleda.
Auch in Berlin, Hamburg, Altona, Prag, Brunn und Wien ist dieser Industriezweig vertreten. Italien, namentlich
Sicilien, liefert hauptsächlich Citronenöl, Pommeranzenöl und Bergamottenöl, das südliche Frankreich Neroliöl, Petitgränöl,
Lavendelöl und Thymianöl, Algier vorzugsweise
Geraniumöl, die Türkei
Rosenöl und
Geraniumöl, England liefert Pfefferminzöl
und
Lavendelöl, Nordamerika Pfefferminzöl und Wintergrünöl, Rußland
Anisöl.
Aus Ostindien undChina werden die Gewürzöle importiert, namentlich
Cassia- und Zimmtöl, Nelkenöl,
Macisöl, Cardamomöl u. s. w., doch fabriziert man dieselben auch schon seit langer Zeit
in dem außerhalb des Zollvereins liegenden Hamburg. Seitdem jedoch die zur Ölfabrikation bestimmten
Gewürzezollfrei eingehen,
werden diese
Öle auch im Zollverein, allerdings unter Kontrole von Steuerbeamten, fabriziert; hierbei
müssen die nach der Destillation zurückbleibenden, vom
Öle befreiten
Gewürze vernichtet werden. - Die gangbarsten ä. Ö.
sind außer den bereits genannten:
Kümmelöl,
Fenchelöl,
Angelikaöl, Wermutöl, Zedernholzöl, Kalmusöl,
Wachholderöl,
Bittermandelöl,
Senföl, Sternanisöl, Rosmarinöl, Zitronellöl und
Terpentinöl. Verwendung finden die ä. Ö. in der Medizin und Likörfabrikation,
ferner zur Herstellung feiner
Parfümerien, wie
Eau de Cologne und anderer Riechwässer, zum Parfümieren
von
Seifen, Pomaden,
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Haarölen, einige werden auch in der Conditorei verwendet, die billigen, wie Terpentinöl, in der Lackfabrikation. - Die allgemeinen
Eigenschaften der ä. Ö. lassen sich dahin zusammenfassen, daß sie sämtlich einen starken, mehr oder weniger angenehmen
Geruch besitzen, sich leicht entzünden lassen, mit stark rußender Flamme brennen, auf Papier einen in
der Hitze wieder verschwindenden Fettfleck machen, in Wasser sich nur in sehr geringer Menge lösen, aber leicht löslich
in starkem Alkohol und in Äther sind.
Die meisten sind leichter, einige auch schwerer als Wasser; sie besitzen ein starkes Lichtbrechungsvermögen und drehen die
Ebene des polarisierten Lichtes, einige nach rechts, andere nach links in verschiedener Stärke. Der Siedepunkt
der ä. Ö. ist sehr verschieden, liegt aber durchgängig ziemlich hoch (zwischen 160 und 260° C.); mit den Wasserdämpfen
verflüchtigen sie sich jedoch schon bei viel niedrigerer Temperatur. Wie ihr Geruch beweist, sind sie auch schon bei gewöhnlicher
Temperatur etwas flüchtig.
Einige erstarren leicht zu weißen kristallinischen Massen (z. B. Rosenöl, Anisöl), während andere gar
nicht erstarren. Viele ä. Ö. sondern sich mit der Zeit und beim Stehen an kalten Orten in einen starren, kristallinischen
Teil, Stearopten genannt, und in einen flüssig bleibenden Eläopten. Hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung teilt
man die ä. Ö. zuweilen in sauerstoffhaltige und sauerstofffreie ein, letztere werden auch Terebene
genannt, erstere sind meist Gemenge der letzteren mit anderen chemischen Verbindungen. Es gibt ferner auch schwefelhaltige
ä. Ö.; wie z. B. Senföl, Knoblauchöl. - Was die Aufbewahrung der ä. Ö. anlangt, so müssen dieselben in sehr gut verschlossenen,
möglichst vollgefüllten Flaschen an einem dunkelen und kühlen Orte aufbewahrt werden. Durch Einwirkung
von Luft und Licht verändern sie sich leicht, nehmen einen fremdartigen Geruch an und verharzen schließlich. Die Versendung
geschieht gewöhnlich in Glasgefäßen oder in Flaschen von Weißblech; die sicilianer Öle kommen in kupfernen Gefäßen
(Ramieren), die Öle aus China in Bleiflaschen. - Wegen ihres meist sehr hohen Preises sind die ä. Ö.
häufig Verfälschungen ausgesetzt, die nicht so leicht zu entdecken sind, weil man hierzu meistenteils andere billigere
ä. Ö. verwendet.
Die Verfälschung mit fetten Ölen oder mit Alkohol kommt jetzt nicht mehr so häufig vor, weil diese leichter zu entdecken
sind. Um eine Beimengung von Alkohol (Spiritus) zu entdecken, kann man verschieden verfahren. Grössere Mengen von diesem lassen
sich durch Schütteln gleicher Volumina von ä. Ö. und Wasser in einer graduierten Glasröhre nachweisen; nachdem sich beide
Flüssigkeiten wieder gesondert haben, wird das Volumen des Wassers durch die Aufnahme des Alkohols zugenommen
haben.
Man kann auch das betreffende Öl in einer kleinen Glasretorte in einem Sandbade kurze Zeit erhitzen, der Alkohol destilliert,
mit nur wenig Öl gemengt, zuerst über und läßt sich an seinen Eigenschaften und Reaktionen leicht erkennen. Die vielfach
empfohlene Methode mit Fuchsin paßt nicht für alle Öle, da manche Öle,
die ganz frei von Alkohol sind,
das Fuchsin ebenfalls lösen und sich dadurch rot färben. Fette Öle lassen sich in ä. Ö. leicht daran erkennen, daß sie
nicht flüchtig sind, daher auf Papier einen auch beim Erhitzen nicht verschwindenden Fettfleck verursachen.
Teilweise verharzte Öle hinterlassen allerdings auch einen bleibenden Fettfleck, der jedoch meist nur
an dem Rande durchscheinend ist und auch durch Aufgießen von Weingeist verschwindet, was bei Vorhandensein von fettem Öl
nicht der Fall ist. Daher kann man auch durch Auflösen des zu prüfenden Öles in 90procentigem Alkohol die Gegenwart von
fettem Öl finden, da sich dieses hierbei nicht löst. Eine Ausnahme hiervon macht nur das Ricinusöl,
welches in Alkohol leicht löslich ist und daher auf diese Weise nicht erkannt werden kann.
Zur Erkennung einer Verfälschung mit Terpentinöl bedient man sich häufig des Jods, besser jedoch des Nitroprussidkupfers,
welches beim Kochen mit den betreffenden Ölen in einem Reagensgläschen seine Farbe behält, sowie sie
mit Terpentinöl oder einem diesem ähnlichen Öle verfälscht sind, während wenn die Öle rein sind, das Nitroprussidkupfer
dunkel schiefergrau oder schwarz wird und das Öl sich mehr oder weniger dunkel färbt. Zur Ausführung dieser, sowie der
Jodprobe, gehört jedoch schon eine gewisse Übung, um sich vor Irrtümern zu bewahren; in den Händen
Geübter gibt jedoch die Nitroprussidkupferprobe sehr gute Resultate (vergleiche ferner die einzelnen Öle). - Zoll: S. Tarif
im Anh. Nr. 5 a; 5 b Rosmarin- u. Wachholderöl; Nr. 5 i Terpentinöl.
Wässer (abgezogene oder aromatische Wässer); dieselben erhält man als Nebenprodukt
bei der Fabrikation der ätherischen Öle, indem sich ein Teil des Öles in dem mit letzterem übergehenden oder aus den Dämpfen
verdichteten Wasser löst und diesem den Geruch des Öles oder des Pflanzenteils, aus dem das Öl destilliert wurde, mitteilt.
Die meisten dieser ätherische Wässer werden in Apotheken verwendet, doch einige auch in
der Conditorei, wie z. B. Orangenblütenwasser und Rosenwasser. Letztere werden von Nizza,
Grasse und Cannes aus in großen Mengen versendet. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 5 a alkoholhaltige
zum Gewerbe- u. Medizinalgebrauch; Nr. 31 e wohlriechende
alkoholhaltige in Umschließungen bis zu 10 kg; Nr. 31 d solche in
größeren Umschließungen.
(Chloräthylen, Elaylchlorür, Elaylchlorid, Chlorelayl, Ätherinchlorid, Öl der
holländischen Chemiker, Aethylenum chloratum, Elaylum chloratum,Oleumhollandicum); farblose, dünnflüssige, ölähnliche
Flüssigkeit von süsslichem, ätherartigem Geruche und brennendem Geschmacke, von 1,247 spez. Gew.
bei 18° C., unlöslich in Wasser, leicht löslich in Alkohol und Äther; siedet bei 85° C., ist brennbar und
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brennt mit grüngesäumter Flamme unter Entwickelung von stechend riechendem Chlorwasserstoffgas. Das Ä. wird durch Zusammenbringen
von Äthylengas (aus Spiritus und Schwefelsäure zu bereiten) mit Chlorgas gewonnen. Jetzt erhält man es gewöhnlich als Nebenprodukt
bei der Chloralbereitung. Man benutzt es wie Chloroform als Anästheticum. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 5 a.
(Chloräthyliden, Aldehydenchlorid, Chloräthylchlorür); farblose, chloroformartig riechende Flüssigkeit,
schwerer als Wasser, unlöslich darin, löslich in Alkohol und Äther, brennbar, siedet schon bei 64,8° C., besitzt einen
süßen, zugleich pfefferartigen Geschmack. Das Ä. besitzt dieselbe chemische Elementarzusammensetzung wie das Äthylenchlorid,
unterscheidet sich aber von diesem durch die verschiedene Gruppierung der Atome und verschiedenen Eigenschaften.
Natriummetall bleibt in reinem Ä. unverändert, während es in Äthylenchlorid unter Zersetzung des letzteren in Chlornatrium
verwandelt wird. Das Ä. wird zuweilen als Anästheticum verwendet;
man gewinnt es als Nebenprodukt bei der Chloralbereitung;
letzteres destilliert erst bei 99° über, während Äthylenchlorid bei 85° und Äthylidenchlorid schon
bei 64,8° C. überdestillieren;
es lassen sich daher diese drei durch fraktionierte Destillation trennen.
(Adlerholz, Paradiesholz, Aloëholz, fr. bois aigle, engl. satin wood). Diesen Namen
führen drei verschiedene Holzarten, die jedoch in unserem Handel fast nicht mehr vorkommen. Alle drei zeichnen sich durch
einen starken, aber verschiedenen Geruch aus, weshalb man diese Hölzer in Ostindien als Räuchermittel
benutzt. Die eine Sorte ist dicht, sehr schwer, von rötlichbrauner Farbe, stammt von Excoecaria Agalocha und wird auch Colambacholz
genannt. Eine zweite Sorte, von Aquilaria Agalocha stammend, ist dunkelbraun und bitter schmeckend und die dritte schmutzig
gelb bis grünlich, Aquila brava der Portugiesen, sie stammt von Aquilariamalaccensis aus Sumatra und
der Halbinsel Malakka.
Unter diesem
Namen kommen im Handel verschiedene aus getrockneten ostindischen Meeresalgen bestehende Produkte
vor, die meistens als Appreturmittel für Seide und andere Gewebe, seltener als Nahrungsmittel verwendet werden. Hierher gehören:
das Ceylon-Agar-Agar-A., auch Chylonmoos, Jaffnamoos, Dongi-Dongi oder Bulong genannt, besteht aus gabelig geteilten,
nach oben hin verjüngten, gelblichweißen, rundligen Algenstämmchen;
ferner das Makassar-Agar-Agar-A. oder ostindische Carraghen,
besteht aus hornartig durchscheinenden, verästelten, gelblichen Fäden, die von der Euchema spinosa abstammen sollen.
Das
japanesische Agar-Agar-Agar (Tientjan, chinesische Hausenblase) soll aus Gelidium amansii verfertigt werden, es hat das Aussehen einer
Gänsefederseele; es kommt auch von Sumatra, Singapore und Neuguinea. - In Singapore kostet das Pikul
(133 engl. Pfund) gewöhnlich 30 engl. Schillinge, von dort gehen
nach China jährlich mehr als 12 Mill. k dieser Waare. - Zollfrei.
(fr. érable, engl. maple). Das Holz der verschiedenen Arten von Ahornbäumen (Acer) hat vielseitige Verwendung
gefunden. Das weiße A. vom Bergahorn oder Waldahorn (A. Pseudoplatanus) wird teils im Block verarbeitet, teils zu Fournüren
geschnitten; man benutzt es zu feinen Tischler- und Drechslerarbeiten, sowie zu Schnitzereien; es nimmt eine schöne Politur
an. Sehr viel wird es auch beim Instrumentenbau benutzt, namentlich zu Guitarren, Violinen u. s. w.
Französisches A. nennt man häufig das von unregelmäßig gewachsenen Stämmen herrührende, Pfaunenholz (Anmerkung des
Editors: richtig: Pfauenholz), solches, welches sich durch schön marmorierte Maserung auszeichnet.
Das Spitzahornholz, von A. platanoides, auch Lenneholz genannt, ist noch etwas härter als das vorige,
dagegen nicht so weiß und feinfaserig, die Jahresringe sind sehr feinwellig, während sie beim vorigen schön gerundet sind;
man benutzt es hauptsächlich zu Stellmacherarbeiten, Axt- und Beilstielen u. s. w. Das
Feldahornholz (Maßholderholz, Esperlenholz, Wasseralmenholz), von A. campestre ist mehr rötlich und die Jahresringe verlaufen
etwas winkelig; es wird hauptsächlich zu Holzstiften¶
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für Schuhmacher, zu Tischler- und Drechslerarbeiten, namentlich zu Schrauben und zu Peitschenstöcken verarbeitet. Das amerikanische
Negundoahornholz (Box elder-wood), von A. Negundo, liefert das weißeste Holz, das zu Pianofortekästen mit Vorliebe verwendet
wird. Ebenfalls aus Nordamerika erhalten wir noch folgende Sorten: das Silberahornholz (Erable blanc) von A. dasycarpum;
das Zuckerahornholz (Maple sugar) von A. saccharinum;
beide werden zu Fournüren geschnitten;
ebenso
auch das seltener im Handel vorkommende pensylvanische A. (Erable jaspé) von A. pensylvanicum. - Zoll: S. Tarif im Anh.
(fr. Sucre d'érable, engl. maple-sugar);
der aus dem Safte des Zuckerahorns ( Acer saccharinum) in Nordamerika gewonnene Zucker; derselbe stimmt
im gereinigten Zustande hinsichtlich seiner Zusammensetzung und seiner Eigenschaften mit dem gewöhnlichen Zucker (Saccharose)
überein. Der A. hat für den deutschen Handel kein Interesse, da er nicht ausgeführt, sondern nur in Nordamerika selbst
und zwar im rohen, nicht raffinierten Zustande verbraucht wird.
Die nördlichen Staaten der Union und Kanada sind die Produktionsländer dieses Zuckers: man gewinnt ihn
durch Anbohren der Stämme und Verdampfen des Saftes bis zu dem Punkte, wo er zu erstarren beginnt. Der Saft des Baumes enthält
½ bis 5% Zucker; ein Baum liefert 2½ bis 3 k Zucker jedes Jahr. Die Gewinnung geschieht von Ende Februar
bis Anfang Mai. Auch die anderen Arten des Ahorns enthalten Zucker in ihrem Safte, jedoch nicht so viel. Die Größe der Produktion
beläuft sich in Kanada auf jährlich 3 bis 3.5 Mill. k, in den Vereinigten Staaten auf 17,8 Mill. k, wovon auf den Staat
Newyork allein 5,35 Mill. k, auf Ohio 3 Mill. k kommt. - Zoll: S: Tarif im Anh. Nr. 25 x 1.
Diesen Namen führt ein aus Australien kommendes Harz, von welchem man zwei Arten unterscheiden kann,
das rote und das gelbe A. 1. Das rothe A. ( Nuttharz, Xanthorrhöaharz, Erdschellack, engl. Grass-tree
Gum) stammt von der Xanthorröa australis, aus deren Stamm es ausschwitzt und denselben in Lagen von 2 bis 4 cm Dicke bedeckt.
Es besitzt eine rote bis braunrote Farbe, orangefarbigen Strich, lebhaften Glanz. Auf dem Bruche zeigt dieses Harz zahlreiche
Zellgewebsreste, der Geruch ist schwach benzoëartig, der Geschmack unangenehm, nebenher
an Zimmt erinnernd.
Die untere Seite der Stücke ist grauweiß.
2) Das gelbe A. (Botanybayharz, gelbes Xanthorröaharz, engl. Grass-tree Gum oder Blackboygum,
lat. Resinalutea novi Belgii) stammt von der Xanthorrhöa hastilis; man erhält es in länglichrunden, bis 3 cm im Durchmesser
haltenden Stücken von tiefbraunroter Farbe, die auf dem Bruche gelb sind und auch ein gelbes Pulver
geben. Das Harz ist ziemlich hart, es läßt sich mit dem Fingernagel nur schwer ritzen, besitzt einen angenehmen benzoëartigen
Geruch und aromatischen, etwas süßlichen Geschmack. -
Beide Sorten enthalten außer verschiedenfarbigen Harzsäuren, Zimmtsäure, Benzoësäure und ein ätherisches Öl. - Man benutzt
sie zur Darstellung gefärbter Weingeistlacke und von Harzseifen zum Leimen des Papiers, früher fertigte
man auch Pikrinsäure daraus. - Das A. ist, wie das Öl daraus, zollfrei. Tarif Nr. 36 bezw. 5 i.
(Acacienholz, Robinienholz, fr. acacie, engl.
acacia); das Holz der in Nordamerika heimischen, bei uns jetzt überall verbreiteten Robinia Pseudacacia:
es ist gelblichbraun, feinkörnig, biegsam, zäh und fest, läßt sich gut polieren und leicht färben, widersteht der Fäulniß
und dem Wurmfraße sehr gut. Unter Wasser hält es sich von allen Holzarten am besten. In Europa benutzt man es zu Tischler-
und Drechslerarbeiten, namentlich auch zu Radspeichen, in Amerika auch zum Schiffsbau. - Zoll: S. Tarif
im Anh. Nr. 13
c 1. oder Nr. 13
c 2.
(frz. Alabâtre, engl. Alabaster); diesen Namen
führen die feinkörnigen, weißen, mehr oder weniger durchscheinenden Arten des natürlichen wasserhaltigen schwefelsauren
Kalkes oder Gipses. Der schönste wird zu Voltera bei Florenz und bei Sestri umweit Genua gebrochen; nächstdem
liefern Tirol, Thüringen, Schlesien, Würtemberg, das Amt Liebenburg (Prov. Hannover) und Frankreich
(bei Cluny) guten A. Da der A. sehr weich ist, so läßt er sich in den Steinbrüchen sehr leicht ohne Anwendung von Sprengmitteln
gewinnen und ebenso leicht verarbeiten.
Man fertigt daraus allerlei kleinere und größere Kunst- und Gebrauchsgegenstände ( Alabasterwaaren)
teils an den Fundorten selbst, teils an anderen Orten, so in Paris, Voltera, Florenz, Siena, Gröden in Tyrol, Nürnberg,
Niederachswerfen (bei Nordhausen), am Harze u. s. w. Die Alabastergegenstände können nicht im Freien, sondern nur in geschlossenen
Räumen aufbewahrt und aufgestellt werden, da sie vom Regen stark angegriffen werden. Vom Marmor unterscheidet
sich der A. leicht dadurch, daß er beim Befeuchten mit Säuren kein Aufbrausen zeigt, was beim Marmor infolge der Kohlensäureentwickelung
der Fall ist. - Roher A. ist zollfrei, bearbeiteter A. oder Alabasterwaren s. Zolltarif im Anh.
Nr. 33 d 1 und 2.
(Oland, Ottwurz, Glockenwurzel, lat. radix Inulae, r. Helenii, r. Enulae,
fr. grande inule, engl. Helicampany oder Horseheel);
stammt von einer in Mitteleuropa, namentlich in Ungarn wild wachsenden
Komposite,
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Inula Helenium, und wird auch in Thüringen und in der Gegend von Nürnberg angebaut;
die getrocknete Wurzel ist graubräunlich,
innen heller, hart, schwer zu zerbrechen, auf dem Bruche unter der Rinde zeigt sich ein bräunlicher Ring;
im Holzkörper
erkennt man zahlreiche gelbe Ölbehälter;
Geruch und Geschmack sind aromatisch.
Man erhält sie teils
in Scheiben geschnitten, teils der Länge nach gespalten. Die ungarische kommt ungeschält, die Nürnberger geschält in
den Handel. Die charakteristischen Bestandteile der A. sind: ein ätherisches Öl, Harz, Inulin (s. d.) und Alantcampher oder
Helenin. Verwendung: in Apotheken und zur Likörfabrikation. - Zollfrei.
(lat. Alumen, franz. alun, engl.
Alum). Früher kannte man nur eine Art von A., jetzt gibt man diesen Namen einer ganzen Gruppe von chemischen Verbindungen,
die sämtlich wasserhaltige schwefelsaure Doppelsalze von gleicher chemischer Konstitution sind, in denen stets ein Äquivalent
Monosulfat mit einem Äquivalent neutralem Sesquisulfat und 24 Äquivalenten Wasser verbunden ist: sie kristallisieren sämtlich
im tesseralen Systeme, meist in Oktaedern. Von diesen Alaunen kommen im Handel nur der Kalialaun, Ammoniakalaun und der Chromalaun
vor, der Natronalaun selten, da er an der Luft trübe wird und nach und nach zu einem weißen Pulver zerfällt. - 1)
Der Kalialaun oder gewöhnliche A. ist stets gemeint, wenn das Wort. A. ohne jede nähere Bezeichnung
gebraucht wird;
er besteht aus schwefelsaurem Kali und schwefelsaurer Thonerde mit 45,5% Wasser;
er bildet farblose, durchsichtige,
zuweilen sehr große Kristalle, die sich nur nach längerem Liegen an der Luft mit einem feinen weißen Häutchen bedecken,
wodurch sie ihre Durchsichtigkeit verlieren. In kaltem Wasser ist der A. schwer, in heißem leicht löslich;
er schmeckt herbe und süßlich zugleich, wirkt in größeren Dosen giftig.
Beim Erwärmen schmilzt der A. in seinem Kristallwasser
und nach dem Verdampfen des letzteren bleibt eine lockere, weiße, undurchsichtige Masse zurück, die man gebrannten Alaun
(Alumen ustum) nennt. - Die Darstellung des A. geschieht jetzt gewöhnlich durch Behandlung von schwach
gebranntem Thon mit konzentrierter Schwefelsäure in der Wärme; es bildet sich schwefelsaure Thonerde (Aluminiumsulfat) und
Kieselsäure wird abgeschieden. Nach dem Verdünnen mit Wasser und Absonderung der Kieselsäure wird die Lösung mit schwefelsaurem
Kali (Kaliumsulfat) oder mit Chlorkalium versetzt, wodurch der A. als feines Mehl zu Boden fällt. Dieses
Alaunmehl wird durch Umkristallisieren aus heißem Wasser gereinigt und in große Kristalle verwandelt. - In einigen Gegenden
fabriziert man den A. auch noch aus dem Alaunschiefer, einem schwarzen, schiefrigen, Kohle und Schwefeleisen enthaltenden
Thon, sowie auch aus alaunhaltigen vulkanischen Erden. Die Alaunschiefer werden geröstet und dann ausgelaugt,
das Schwefeleisen liefert hierbei den Schwefel zur Bildung von Schwefelsäure. - Bei Tolfa in Italien, auch in Ungarn kommt
ein natürlicher A. vor, der Alaunstein oder
Alunit genannt wird, und nur einen geringeren Wassergehalt als der gewöhnliche
A. besitzt; man bereitet aus diesem Minerale durch schwaches Rösten, Auflösen in heißem Wasser und
Kristallisierenlassen ebenfalls A.; diese Sorte ist unter dem Namen römischer Alaun (Alumen romanum) bekannt. - In neuerer
Zeit sollen auch große Mengen A. in losen Kristallen aus China über London in den Handel kommen. Unter gewissen Umständen
kann der A. auch in Hexaedern (Würfeln) kristallisieren und heißt dann kubischer Alaun. - Verwendung
findet der A. in der Papierfabrikation, Weißgerberei und Färberei; für letzteren Zweck muß der A. vollkommen frei von
Eisen sein, welches er häufig in kleiner Menge enthält. Man erkennt die Gegenwart des Eisens mittelst Blutlaugensalz; es entsteht
dann eine blaue Färbung. Auch für medizinische Zwecke muß der A. ganz rein und frei von fremden Beimengungen
sein. In der Färberei und Weißgerberei benutzt man jetzt häufig anstatt des A. die schwefelsaure Thonerde (s. d.). -
2) Ammoniakalaun (Alumen ammonicale); ist ein Doppelsalz von schwefelsaurem Ammoniak (Ammoniumsulfat) und schwefelsaurer Thonerde
mit 49,62 Proc. Kristallwasser. Der Ammoniakalaun ist leichter löslich in Wasser als der Kalialaun,
er wird wie dieser verwendet; sehr häufig ist die Ware ein Gemisch von Kalialaun und Ammoniakalaun. -
3) Chromalaun (Alumen chromatum, Chromokali sulfuricum); ein aus schwefelsaurem Kali und schwefelsaurem Chromoxyd bestehendes
Doppelsalz, besteht aus bei auffallendem Lichte fast schwarzen, bei durchfallendem dunkelroten Kristallen,
die sich in Wasser mit violetter Farbe lösen. Man verwendet den Chromalaun in der Färberei. -
Die Versendung der A. geschieht in Fässern. Einfuhrzoll mit Ausnahme des Chromalauns, der nach Nr. 5 i
zollfrei ist, Tarif Nr. 5 e. Der Einfuhrwert von A. in das deutsche Zollgebiet
belief sich 1880 auf 420000 Mk., der Wert der Ausfuhr auf 563000 Mk.
(Eiweiss, lat. Albumen, franz. albumine); das
bei niedriger Temperatur eingetrocknete tierische Eiweiß; es bildet einen nicht unwichtigen Handelsartikel, da es in großen
Mengen als Verdickungsmittel der Farben in der Kattun- und Wolldruckerei, zum Klären trüber Flüssigkeiten und zur Bereitung
des Albuminpapiers verwendet wird. Das A. ist ein allgemein verbreiteter Bestandteil der organischen
Welt, findet sich in dem Safte der Pflanzen, im Blute und der Fleischflüssigkeit der Tiere, in größter Menge aber in den
Eiern der Fische und Vögel. Im Handel hat man nur Eieralbumin und Blutalbumin; ersteres ist teurer als letzteres.
Das frische Hühnereiweiß zeigt
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am Aräometer 6° Bm., nach dem Absetzen von 10% Unreinigkeiten 5½° Bm., und 1 Lit. davon liefert
12½ bis 14% seines Gewichtes an trockenen A., von welchem das Kilo unter dem Namen Albuminum ex ovo mit circa 6½ Mk.
verkauft wird. Im Durchschnitte sollen 331 Eier, oder, 10% Unreinigkeiten mit in Rechnung gebracht, 366 Eier 1 k
trockenes A. und 4 k Eigelb liefern. Eine Zeugdruckmaschine konsumiert täglich nach Waitz 36 k Albumin. Im Handel erhält
man das Eieralbumin in Form kleiner spröder, durchsichtiger, dem arabischen Gummi ähnlicher Körnchen von blaßgelber Farbe;
sie müssen sich in kaltem Wasser leicht und vollständig zu einer farblosen, beim Schütteln stark schäumenden
Flüssigkeit lösen. Das Blutalbumin (Albuminum e sanguine) in bester Qualität besitzt ein dem Eieralbumin ähnliches Aussehen,
ist nur etwas dunkler gefärbt; die zweite Qualität ist dagegen bräunlichrot und undurchsichtig. - Die Darstellung dieser
beiden Arten von A. geschieht auf folgende Weise: das Hühnereiweiß, seltener das von Gänsen- und Enteneiern,
wird, nachdem es vom Dotter getrennt, sofort durch ein sehr feines Haarsieb geseiht, welches alle Unreinigkeiten zurückhält;
hierauf wird es in flachen Porzellantellern, welche auf Lattengestellen stehen, in einem gleichmäßig geheizten Räume bei 35 bis
40° C. eingetrocknet.
Aus dem Blute bereitet man das A. dadurch, daß man frisch aufgefangenes Blut
stehen läßt, bis der Blutfaserstoff (Fibrin) und der Blutfarbstoff von dem gelblichen Serum abgesondert und zu einen festen
Blutkuchen vereinigt sind; dieser hält noch viel Eiweiß zurück, wird daher in kleine Stücke geschnitten und zum Abtropfen
auf Siebe gebracht. Die abtropfende Flüssigkeit wird dann mit dem Serum ähnlich wie das Eiereiweiß
zum Trocknen gebracht. Man erhält 25 bis 30% des Blutes an Serum; das gesamte Blut eines Ochsen liefert 750 bis 800 Gramm
trockenes A., das eines mittelgroßen Kalbes 350 bis 400 und das eines Hammels 200 Gramm A. - Die Versuche
A. aus Fischroggen darzustellen, haben zu keinem günstigen Resultate geführt, da solches A. für die Zwecke der Zeugdruckerei
unbrauchbar war.
Frankreich, Österreich und Deutschland sind hauptsächlich Produzenten von A. Die Ausfuhr aus Frankreich belief sich 1875 auf 216280
k, wovon 128325 k nach Deutschland gingen. Nordamerika importierte früher gegen eine Million engl.
Pfunde A., 1877 war der Import jedoch auf 184000 Pfd. gesunken. Der Wert der Einfuhr von
A. in das deutsche Zollgebiet belief sich 1880 auf 1422000 Mk., der der Ausfuhr auf 860000
Mk. -
Das A. muß in gut verschlossenen Gefäßen an ganz trockenen Orten aufbewahrt werden, da es leicht Feuchtigkeit
anzieht und dann verdirbt. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 51 (zollfrei); Albuminoide (Eiweissleim)
Tarif Nr. 25 q 1.
(Acetaldehyd, Äthylaldehyd, Aldehydum); ein farblose, dünne, leichtbewegliche Flüssigkeit von ätherartigem
erstickendem Gerüche, ist leichter als Wasser, mischt sich mit diesem, sowie auch mit Alkohol und mit Äther in jedem Verhältnisse,
siedet schon bei 20,8° C. und verdampft sehr schnell, ist leicht entzündlich. Im Handel erhält man
das A. nur im alkoholhaltigem Zustande, wodurch sein Siedepunkt erhöht ist. Aus der Luft zieht das A. Sauerstoff an und
verwandelt sich nach und nach in Essigsäure. Verwendung findet das A. zur Darstellung von Aldehydgrün. Einfuhrzoll: S. Tarif
im Anh. Nr. 5 a.
ist ein englisches obergäriges Nationalbier, von welchem man zwei Hauptsorten unterscheidet, nämlich bitteres
A., auch India-Ale oder Pale-Ale genannt, welches vorzugsweise in England konsumiert wird, und mildes
A. oder Scottish-Ale, das in Schottland vorgezogen wird. Zum Export, namentlich nach heißen Ländern, eignet sich nur die
erstere, sehr stark gehopfte Sorte. Außer diesen beiden Hauptsorten unterscheidet man noch je nach den Orten, wo dasselbe
gebraut wird, verschiedene Untersorten, so z. B. London-Ale, Bourton-Ale,
Leeds-Ale u. s. w. Gutes A. hat eine blaßgelbe Farbe, moussiert stark und zeichnet sich
durch seine Klarheit aus; es besitzt durchschnittlich 8% Alkohol und 15 bis 16% Extraktgehalt, ist demnach sehr dick und alkoholreich.
Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 25 a.
gemischtes, im Stück gefärbtes Köperzeug, dessen Kette aus weicher Seide, der Einschlag
aus weichem feinem Kammgarn besteht, wird in Amiens, Paris, Gera, Rochlitz u. s. w. fabriziert.
- Zoll: S. Tarif im Anh.
(Halfa, Sparto, Espartofaser); ein Faserstoff, der aus der in Marokko, Tunis und Algier in großer Menge wachsenden
und dort auch in Plantagen kultivierten Stipa tenacissima einer Grasart, gewonnen wird und dort einen bedeutenden Ausfuhrartikel
bildet. Man benutzt die A. in Spanien, Italien und seit 1870 auch in Österreich in der Korbflechterei
und daselbst auch als Durchzugsstroh der Virginier Zigarren, die grobe Faser zu Seilerarbeiten, die feine gebleichte Faser
in der Papierfabrikation, namentlich
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