Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03205.jsonl.gz/1477

Inhaltsbereich
Regen: 7 Fakten
Wie lange ist ein Regentropfen unterwegs? Wo regnet es am meisten? Lohnt es sich, bei Regen schneller zu gehen, um möglichst trocken zu bleiben? Häufige Fragen rund um Regen werden hier beantwortet.
Wie lange ist ein Regentropfen unterwegs? Wo regnet es am meisten? Lohnt es sich, bei Regen schneller zu gehen, um möglichst trocken zu bleiben? Häufige Fragen rund um Regen werden hier beantwortet.
Der britische Wetterdienst MetOffice hat Fakten zum Regen zusammengestellt. Diese werden ergänzt durch Angaben von MeteoSchweiz.
Unter bestimmten Bedingungen können Regentropfen vom Himmel fallen, ohne den Boden zu erreichen. Dieser Ereignis wird als Fallstreifen oder Virga bezeichnet: Niederschlag fällt aus einer Wolke und verdunstet noch in der Luft oder sublimiert, das heisst geht vom festen unmittelbar in den gasförmigen Aggregatzustand über.
Fällt Niederschlag durch Schichten mit unterschiedlich starken Winden oder verschiedenen Windrichtungen, weisen die Fallstreifen eine gekrümmte Form auf. Fallstreifen können bei folgenden Wolkentypen vorkommen: Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Nimbostratus, Stratocumulus, Cumulus und Cumulonimbus.
Regnet es, stellen sich viele eine Frage, wenn sie möglichst trocken bleiben wollen: Lohnt es, im Laufschritt eine bestimmte Strecke zurückzulegen, um weniger lange dem Regen ausgesetzt zu sein? Oder ist es besser, zu flanieren, so dass einen weniger Regentropfen treffen?
Die Frage lässt sich nicht abschliessend beantworten. Zu viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis, ob und wie nass eine Person im Regen wird. Dazu gehören unter anderem die Windrichtung, die Grösse der Regentropfen sowie Grösse und Umfang der betroffenen Person.
Der italienische Physiker Franco Bocci, der dazu geforscht hat, erklärte im SPIEGEL ONLINE: «Es gibt keine allgemeingültige Lösung.» Er kommt aufgrund komplizierter mathematischer Untersuchungen dennoch zum Schluss, dass es in der Regel besser sei, so schnell wie möglich zu laufen – allerdings nicht immer.
Fallen Regentropfen auf staubig-trockenen Boden, schliessen sie kleine Luftblasen ein und schiessen nach oben, wie in einem Glas Champagner. Dann lösen sich die Luftblasen wieder aus dem Regentropfen, und der Duft wird vom Wind verteilt. So entsteht der vertraute Geruch des Regens. Der Duft wird auch als Petrichor bezeichnet.
Regentropfen werden oft in Form von Tränen gezeigt, was (leider) nicht korrekt ist. In der Atmosphäre nehmen sie eine kugelige Form an: Die Wassermoleküle verbinden sich und werden durch die Oberflächenspannung zusammengehalten. Sobald die Regentropfen zu fallen beginnen, ändert sich ihre Form ständig. Regentropfen treffen aufeinander und der Luftwiderstand glättet die Unterseite der Tropfen. Die Regentropfen nehmen dabei die Form von Bohnen an.
Die Frage, wie lang der Fall eines Regentropfens dauert, ist nicht einfach zu beantworten. Das hängt davon ab, aus welcher Höhe der Tropfen fällt und wie gross er ist. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,5 km/h benötigt ein Regentropen 2 Minuten, um von einer Wolke in 760 m Höhe die Erde zu erreichen. Grössere Regentropfen fallen mit rund 32 km/h und brauchen 1,5 Minuten, während kleine Regentropfen für die gleiche Strecke bis zu 7 Minuten unterwegs sind.
Die Ortschaft Mawsynram im Bezirk Maghalaya in Indien gilt als der Ort mit den höchsten Niederschlägen der Welt. Durchschnittlich fallen 11‘971 mm Regen pro Jahr. Mawsynram liegt in der Nähe des Golfs von Bengalen und in den Garo Hills im Süden des Himalaya . Der Monsun aus Südwesten führt warmfeuchte Luftmassen zu den Bergen, wo sie gestaut wird. Dies führt zu grossen Niederschlagsmengen.
Als nässester Ort der Schweiz gilt der Säntis (2‘502 m ü. M.) mit einem mittleren Jahresniederschlag von 2‘840 mm (1991-2020).
Die höchste in der Schweiz an einem Tag gemessene Regenmenge wurde am 26. August 1935 mit 455 mm in Camedo (550 m ü. M.) im Tessin registriert. Die grösste 1-tägige Neuschneemenge gab es mit 130 cm am 15. April 1999 auf dem Berninapass (2‘307 m ü. M.).