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Rue Mayskaya
2015 werden im ländlichen Weissrussland die Präsidentschaftswahlen vorbereitet, die Lukaschenkos Amtszeit einmal mehr verlängern werden. Kostja feierte kurz zuvor seinen achtzehnten Geburtstag. Das kleine Dorf Krupki, wo er so viel Zeit wie möglich verbringt, wenn er nicht an der Universität von Minsk ist, ist sein Revier. An seiner Seite verwandelt sich die Mayskaya-Strasse dank ihrer BewohnerInnen zu einem Fenster auf Weissrussland. Man trifft auf junge Leute, die versuchen, sich ein Leben aufzubauen, ohne ihren Kindheitsträumen zu entsagen, und Ältere, die kritischer urteilen und der Ereignisse müde sind, die die Region zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Katastrophe von Tschernobyl erdulden musste. Ein ernüchtertes Land, in dem Gabriel Tejedor diese Strasse mit ihren schmeichelnden Farben zwischen wundersamen Heidelbeerernten, Picknicks im dichten Gras und der kleinen, für die ganze Gemeinde offenen orthodoxen Kirche wie einen Hort des Friedens scheinen lässt. Vielleicht gibt es hier dank der Geselligkeit, der gegenseitigen Hilfe in der Nachbarschaft und des Gemeinschaftslebens eine Zukunft, die der Vorstellung von Kostja und seinen Freunden entspricht.
Madeline Robert
Mit anschliessender Debatte
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