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Scherzo
(ital., spr. skérzo, »Scherz«),
Bezeichnung eines launigen, meist schnell bewegten, rhythmisch und harmonisch pikanten, fein phrasierten, daher delikat vorzutragenden Satzes, der seit Beethoven meist zwischen den langsamen Satz und das Finale (Rondo) oder (neuerdings häufig) zwischen den ersten und den langsamen Satz der Sonate, Symphonie etc. eingeschoben ist, an Stelle des früher (bei Haydn und Mozart) üblichen Menuetts. Der Name S. ist indes viel älter und kommt wie Capriccio sowohl für weltliche Lieder (schon im 16. Jahrh.) als auch für Instrumentalstücke (im 17. Jahrh.) vor.
In der dritten Partita J. S. Bachs steht ein aus zwei Reprisen bestehendes Klavierstück, welches »S.« betitelt ist, und auch J. Haydn und Mozart haben in ihrer Kammermusik unter dem herkömmlichen Titel »Menuett« schon Scherzi geliefert, insofern beide Meister von dem für das Menuett charakteristischen Rhythmus vielfach abwichen; dennoch ist erst Beethoven als Erfinder des S. zu betrachten. Er war nicht allein der erste, welcher überall, wo er nicht ein wirkliches Menuett gab, sich prinzipiell des Titels S. bediente, sondern er erweiterte auch die überkommene Form extensiv und intensiv in einer bis dahin kaum geahnten Weise.
Seit Mendelssohn und Gade haben sich auch der 2/4 und 6/8-Takt neben dem bis dahin vom Menuett übernommenen ¾-Takt das Bürgerrecht für das S. errungen. Ersterer hat diese Gattung von Musikstücken durch sein berühmtes S. im »Sommernachtstraum« sogar zu selbständiger Bedeutung erhoben. Während das S. als Sonatensatz meist die Tanzform festhält (zwei achttaktige Reprisen, ein ebenso langes Trio, sodann Wiederholung des S.), ist die Form des selbständigen S. (Mendelssohn, Chopin, Schumann etc.) ganz frei (vgl. Capriccio).