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Verschiedene Akteure suchen nach Lösungen, um den Herbizideinsatz auf landwirtschaftlichen Betrieben zu reduzieren. Die Implikationen solcher Schritte sind jedoch oft unklar. Mit Hilfe eines bio-ökonomischen Modells analysieren wir in diesem Artikel, wie sich Pflanzenschutzstrategien, Erträge und Deckungsbeiträge im Schweizer Extenso-Winterweizenanbau bei einem Verzicht auf Glyphosat oder auf alle Herbizide verändern. Es zeigt sich, dass mechanische Unkrautbekämpfungsstrategien den Einsatz von Herbiziden gut substituieren können. Die Ressourceneffizienzbeiträge des Bundes für die schonende Bodenbearbeitung mit Herbizidverzicht reduzieren dabei Deckungsbeitragseinbussen deutlich, wenn nicht Mais oder Triticale als Vorfrucht angebaut oder die gesamte Ackerfläche gepflügt wird. Ertragseinbussen durch Herbizidverzicht werden durch die Wahl alternativer Strategien reduziert und betragen zwischen 0,8 und 1,6 dt/ha im Falle eines Glyphosatverzichts und zwischen 1,6 und 2,7 dt/ha im Falle eines totalen Herbizidverzichts, wobei einzelne Betriebe auch höhere Verluste verzeichnen würden. Ein kohärentes Set an Politikmassnahmen kann die Risiken des Pflanzenschutzmitteleinsatzes reduzieren, alternative Strategien stärken und so Trade-offs minimieren.
Politische Massnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft sind effektiver und effizienter, wenn sie auf regionaler anstatt einzelbetrieblicher Ebene festgelegt werden. Dies kann helfen, die Klimaziele kosteneffizienter zu erreichen.
Die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln dürfte mittelfristig stabil bleiben. Herausforderungen für die Ernährungssicherheit in der Schweiz sind die pro Kopf sinkende Agrarfläche, zunehmende Extremwetterereignisse und ein verstärkter Schaderregerdruck.
An der deutsch-französischen Sprachgrenze innerhalb der Schweiz werden Agrarumweltmassnahmen zur Förderung der Biodiversität unterschiedlich stark umgesetzt. Wirtschaftspolitische Anreize könnten diesen kulturbedingten Unterschied verringern.