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Der österreichische „Kurier“ publiziert gerade ein paar Tipps gegen Mundgeruch. Einer davon bezieht sich auf Schwarztee:
„Statt Kaffee, der meist schlechten Atem verursacht, sollte man lieber zur Tasse Tee greifen. Die im Schwarztee enthaltenen Polyphenole können das Wachstum von Bakterien im Mund hemmen und damit Mundgeruch reduzieren. Besonders das enthaltene Theaflavin verhindert das Wachstum von Plaquebakterien. Den Tee entweder trinken oder damit gurgeln.“
Quelle:
http://kurier.at/lebensart/gesundheit/tipps-das-hilft-bei-mundgeruch/49.573.488/slideshow#49573488,49569294
Kommentar & Ergänzung:
Polyphenole sind eine sehr vielfältige Wirkstoffgruppe, die in einer ganzen Reihe von Heilpflanzen von zentraler Bedeutung sind.
Theaflavin entsteht durch Umwandlung von Catechinen bei den enzymatischen Veränderungsprozessen während dem Welken der Teeblätter beim Übergang von Grüntee zu Schwarztee. Theaflavin kommt daher nur im Grüntee vor, Catechine dagegen findet man in Grüntee und Schwarztee.
Der eigentliche Auslöser für den Mundgeruch sind gewisse schwefelhaltige Stoffe, zum Beispiel Hydrogensulfid. Bestimmte Bakterien im Mund erzeugen diese Substanzen, wenn sie unter Sauerstoffabschluss leben, also etwa an der Rückseite der Zunge oder in den tiefen Falten der Mundschleimhaut.
Forscher der Universität von Illinois in Chicago konnten diese Bakterien mit Teepolyphenolen hemmen. Die Wissenschaftler besprühten die Bakterien für 48 Stunden mit Polyphenolen aus Tee.
Eine hohe Konzentration stoppte das Wachstum vollständig, geringere Mengen verhinderten die Produktion des bakteriellen Enzyms, das für die Bildung der übel riechenden Substanzen verantwortlich ist.
Je nach Konzentration erzeugten die Bakterien bis zu 30 Prozent weniger Schwefelwasserstoffe – die dem Mundgeruch die charakteristische Note verleihen – oder hörten gar ganz auf, sich zu vermehren. Daraus wir aber auch ersichtlich: Das war eine Laborstudie, bei noch offen bleibt, wie überzeugend der Effekt beim Menschen ausfällt.
Um solche Wirkungen in der Mundhöhle zu erzielen, reicht aber wohl eiliges Teetrinken kaum. Regelmässiges, ausdauerndes Spülen dürfte nötig sein, um eine einigermassen wirksame Einwirkungszeit zu erreichen.
Eine Bakterienkultur im Labor mit Teepolyphenolen zu traktieren ist verhältnismässig einfach.
In der Mundhöhle leben diese sauerstoffscheuen Bakterien aber ziemlich versteckt.
Schwarztee und Grüntee wirken durch Hemmung der Plaque-Bakterien auch gegen Karies.
Zum Theaflavin:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch