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Mittelfeldspieler Admir Mehmedi gibt im Alter von 30 Jahren seinen Rücktritt aus der Schweizer Schweizer-Nati. Er bestritt 76 Länderspiele und nahm an der WM 2014 sowie an den Europameisterschaften 2016 und in diesem Jahr teil.
Mit seinem verwerteten Penalty trug der Winterthurer entscheidend zum Achtelfinalsieg im Penaltyschiessen gegen den Weltmeister Frankreich bei, ansonsten spielte er unter Nationalcoach Vladimir Petkovic aber keine grosse Rolle mehr. Er habe sich den Entscheid reiflich überlegt. «Mein Wunsch war es immer, den Zeitpunkt des Abschieds selber bestimmen zu können. Zuletzt hatten mich Verletzungen ausgebremst», begründete der Offensivspieler seinen Entscheid. «Die Euro war ein wunderschöner und würdiger Schlusspunkt.»
Mehmedi war ein Mann für die speziellen Tore. An der WM 2014 in Brasilien traf er als Joker im Startspiel gegen Ecuador zum 1:1-Ausgleich, zwei Jahre später wurde er durch einen Treffer gegen Rumänien zum ersten Schweizer, der bei einer WM und einer EM traf. Die WM 2018 in Russland verpasste er wegen einer Mittelfuss-Verletzung.
Via Kiew in die Bundesliga
Seine ersten Spiele als Profi absolvierte Mehmedi beim FC Zürich, ehe er nach einem Abstecher zu Dynamo Kiew in die Bundesliga wechselte. Für Freiburg, Leverkusen und Wolfsburg absolvierte er knapp 200 Spiele in der Bundesliga. Daneben gehörte der gebürtige Mazedonier zur Schweizer U21-Nationalmannschaft, die 2011 den EM-Final erreichte und nahm an den Olympischen Spielen 2012 teil.
Nationalcoach Petkovic bedauerte den Entscheid, er könne die Gründe aber nachvollziehen.
Mit diesen Worten verabschiedet sich der allseits geschätzte Team-Player aus der Nationalmannschaft:
Es gibt mindestens zwei Spiele, an die sich ein Fussballer zeitlebens erinnert: an sein erstes mit dem Nati-Trikot (das war für mich 2011 England:Schweiz 2:2 im Wembley-Stadion) – und an sein letztes. Mein letztes Nati-Spiel wird jedoch nicht nur mir in besonderer Erinnerung bleiben, sondern wohl auch sehr lange sehr vielen Menschen in unserem Land. Weil das EURO-Achtelfinale Frankreich:Schweiz als Jahrhundert-Match in die Geschichte eingehen wird und für den Schweizer Fussball einen historischen Meilenstein darstellt. Ich hatte das Glück und die Ehre, einen der entscheidenden Penaltys schiessen zu dürfen – und die Nerven, den Ball auch zu versenken.
Als kleiner Bub schon war es mein grosser Traum, einmal für die Schweizer Nationalmannschaft zu spielen. Ganze 76-mal sollten es dann werden. Jedes einzelne dieser Spiele, welches ich mit dem Schweizer Trikot bestreiten durfte, war für mich besonders. Dieses Trikot habe ich mit Stolz und Ehre getragen. Doch eine Nati-Karriere auch noch so abschliessen zu können, übertrifft jegliche Traumvorstellung. Ein wunderschöner Tag. Zugegeben: Es gab auch weniger schöne. Aber ich bin für jeden einzelnen Tag meiner Nationalmannschafts-Laufbahn dankbar.
Der Rücktritt fällt mir alles andere als einfach. In letzter Zeit hatten mich jedoch diverse Verletzungen ausgebremst. Also habe ich beschlossen, mich künftig auf meinen Club VfL Wolfsburg zu konzentrieren. Ausserdem werde ich automatisch mehr Zeit für meine wachsende Familie aufbringen können.•Mein besonderer Dank geht in Zusammenhang mit der Schweizer Nationalmannschaft an Coach Ottmar Hitzfeld, der mir das Debut erst ermöglichte. An Coach Vlado Petkovic, an alle Mitspieler und Staff-Mitglieder, an die zahllosen Fans und Freunde und an meine Familie. Sie alle haben an mich geglaubt und mich stets unterstützt. Darum nochmals: ganz ganz herzlichen Dank und weiterhin hopp Schwiiz! 🇨🇭
sda