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Kammerkonzert
Maria Ehmer, Violine
Anna Knopp, Violine
Milan Milojicic, Viola
Leonhard Roczek, Violoncello
Thorsten Johanns, Klarinette
Künstlersekretariat Rolf Sudbrack, Hamburg
Das Programm
LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)
Streichquartett D-Dur op. 18/3
GYÖRGY LIGETI (1923–2006)
Streichquartett Nr. 1 „Métamorphoses Nocturnes“
WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)
Quintett für Klarinette und Streichquartett A-Dur KV 581
„Das Minetti-Quartett ist eine musikalische Sensation aus Österreich", titelte „Der Tagesspiegel“ nach dem Debüt in der Berliner Philharmonie. Der Name des Ensembles bezieht sich auf ein Schauspiel des Schriftstellers Thomas Bernhard, der lange Zeit in Ohlsdorf wohnte, dem Geburtsort der beiden Geigerinnen. Als „Rising Star“ präsentierte sich das Minetti-Quartett in der Saison 2008/09 erstmals auf den Bühnen der bedeutendsten europäischen Konzerthäuser. Seither ist das Ensemble weltweit zu Gast und vielfach preisgekrönt.
Nach Singen wird das Minetti-Quartett von Thorsten Johanns begleitet, Professor für Klarinette an der Musikhochschule „Franz Liszt“ in Weimar. Als erster und bis heute einziger deutscher Klarinettist war Thorsten Johanns vom Chefdirigenten Alan Gilbert persönlich wiederholt nach New York eingeladen, um dort als Solo-Klarinettist mit dem New York Philharmonic Orchestra zu spielen.
Das Singener Kammerkonzert bietet Wiener Klassik in höchster Qualität (Mozart, Beethoven) und ungarische Frühmoderne in reicher Klangphantastik (Ligeti). Beethoven war noch keine 30 Jahre alt, aber bereits eine Kompositionsgröße in Wien, als der kunstliebende Fürst von Lobkowitz sechs Quartette bei ihm bestellte. Dieser schwerreiche Fürst war 15 Jahre später bankrott, aber musikgeschichtlich unsterblich, denn außer den Quartetten, von denen das zuerst komponierte erklingt, widmete Beethoven ihm die „Eroica“, die „Schicksalssymphonie“ und das „Tripelkonzert“.
György Ligetis erstes Streichquartett „Métamorphoses Nocturnes“ (nächtliche Verwandlungen) entstand in einer Zeit, wo man im kommunistischen Ungarn derlei Modernität von Staatswegen nicht schätzte: Drum galt es als „Ehre, für die Schublade zu komponieren“ (Ligeti). Da lagen die Noten der „Métamorphoses“ seit 1953 – ein Quartett mit zwölf pausenlos verbundenen Sätzen in etwa 22 Minuten, Klangstenogramme von hoher Expressivität und zugleich konstruktiv ohne (etwa zwölftönige) Dogmatik. Ein packendes, immer noch nagelneues Nachtstück.
Mozarts einziges Klarinettenquintett (zuerst für Bassetthorn entworfen) ist für den Freund und Kammervirtuosen Anton Paul Stadler komponiert worden. Am 29. September 1789 war es fertig und wurde bald ein Erfolg. Denn alles, was man an Mozart liebte, war hier zusammen, vom lyrischen Lied als Thema des ersten Satzes, in das die Klarinette lustige Sechzehntelornamente hineinmusiziert, über ein opernhaftes Duo von Klarinette und Violine, ein höfisches Streicher-Menuett und einen Klarinettenländler wie aus Grinzing bis hin zum Finale mit virtuosem Überschwang.