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Käsereinen und Milchkondensierung: Anzahl der im Jahre 1900 in dieser Industrie beschäftigten Personen.
Anzahl der Pferde auf 1000 Einw. Durchschnittszahl für die Schweiz 38%. ¶
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Hochwasser, Erdrutschungen, Unterspülungen, Abbrüche etc. verursacht werden und zuweilen beträchtliche Flächen landwirtschaftlichen Bodens auf lange hinaus der Produktionsfähigkeit berauben. Ausserdem überlässt man auch oft ausgedehnte Bodenflächen deshalb der natürlichen Berasung, weil ihre natürliche Feuchtigkeit sie für die Kultur untauglich macht. Um all' diesen ungünstigen Einflüssen entgegenzuarbeiten, lassen sich zweierlei Kategorien von Arbeiten ausführen:
1) Flusskorrektionen und Wildbachverbauungen, neben denen auch noch die zur Regulierung des Wasserhaushaltes so nützlichen Aufforstungen genannt zu werden verdienen;
2) Entwässerungsarbeiten vermittels Drainage und, in selteneren Fällen, auch durch Kolmation.
Die Beteiligung des Bundes an Korrektions- und Aufforstungsarbeiten wird vorgesehen durch Art. 23 und 24 der Bundesverfassung von 1874. Auf dem speziellen Gebiete der Landwirtschaft ist zunächst das Gesetz von 1881, das die Organisation des jetzigen Landwirtschaftsdepartementes festsetzt, als der entscheidende Schritt in der Richtung des Schutzes und der Förderung der Landwirtschaft durch den Bund zu betrachten. Auf dieses Gesetz stützt sich der wichtige Bundesbeschluss von 1884, der die Beteiligung des Bundes am landwirtschaftlichen Unterrichtswesen und an landwirtschaftlichen Versuchsanstalten, sowie an den Verbesserungen des Bodens und des Viehstandes postuliert und ordnet, dem Bundesrat die nötigen Kompetenzen für die vorzunehmenden Schutzmassregeln gegen die Phylloxera und andere Schädlinge einräumt, sowie ihm das Recht der Subventionierung landwirtschaftlicher Vereine erteilt. Dieser Bundesbeschluss ist sodann im Jahr 1893 durch das Bundesgesetz betreffend die Förderung der Landwirtschaft ersetzt worden, das noch gegenwärtig in Kraft besteht und auf die Entwicklung der Landwirtschaft einen allgemein anerkannten günstigen Einfluss ausgeübt hat.
[Prof. E. Chuard.]
X. Industrie.
A. Allgemeine Uebersicht.
1. Historischer Gang der Entwicklung.
Die starke Entfaltung und die örtliche Verteilung der Industrie in der Schweiz ist in der Hauptsache nicht geographisch sondern rein historisch bedingt. Das gilt vor allem für die grossen textilen Hauptindustrien der deutschen Nord- und Ostschweiz, aber auch für die jurassische Uhrenfabrikation und die meisten andern Hauptindustrien.
Anfänge der Industrie - das Wort Industrie (im Gegensatz zur Urproduktion) in dem Sinne der Umformungs-, Veredlungs- und Finierungsproduktion über den lokalen Bedarf hinaus zum Absatz nach aussen angewendet - weist die Schweiz schon im Mittelalter auf. Zürich hatte im 13. und 14. Jahrhundert seine Seidenindustrie, Basel seine Wollweberei und im 15. Jahrhundert eine blühende Baumwollbuntweberei. Das Konzil (1431-1449) fügte dazu die Papierfabrikation, und die Gründung der Universität (1460) zog eine glänzende Entfaltung der Buchdruckerkunst in Basel nach sich.
St. Gallen und Bern hatten ihre Leinwand- und letzteres seine Woll- und Halbleinweberei. In Bern und Freiburg stand die Gerberei in hoher Blüte. Aber im Ganzen bewegte sich das gewerbliche Leben doch in den engen Formen des Zunftwesens. Die Ostschweiz war und blieb ein Stück des schwäbischen und die deutsche Westschweiz ein solches des rheinischen Zunfthandwerks. Der höhere Flug zum Verlegertum und zur grösser organisierten Exportindustrie datiert in der Schweiz zur Hauptsache erst aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Und zwar waren es die Glaubensverfolgungen der Gegenreformation, die der Schweiz namentlich seit 1555 die Locarner, in den 1560er und 1570er Jahren (Alba) evangelische Niederländer und seit der Guisenzeit ganze Scharen französischer Hugenotten zutrieben, teils direkt, teils indirekt aus pfälzischen und elsässischen Zwischenstationen, letzteres namentlich während des 30jährigen Krieges. Die Flüchtlinge fanden vornehmlich in Genf, Zürich und Basel dauernde Stätten, und die Schweiz verdankt diesen welschen Protestanten eine tiefgreifende Umgestaltung und eine mächtige Hebung ihrer gesamten wirtschaftlichen Kultur. Neben andern Fortschritten des kaufmännischen Betriebes im Speditions- und im Bankwesen haben sie hauptsächlich die heutige Seidenindustrie ¶