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Streckenrekorde von Elisabeth Krieg und Tesfaye Eticha am 26. Bösinger Waldlauf
Für Elisabeth Krieg war dies nach dem Kerzerslauf (10. Rang) erst das zweite Rennen in diesem Jahr. In Kerzers lag sie noch 32 Sekunden hinter Janina Saxer zurück. Diesmal liess sie die Züricherin um 17 Sekunden hinter sich. Die 39-jährige Elisabeth Krieg bestätigte: «Ich hatte einen besseren Rhythmus als in Kerzers. Gezielt um den Rekord bin ich heute aber nicht gelaufen». Sie hatte Janina Saxer nach 3,5 km abgehängt, doch kam die Zürcherin noch zweimal wieder heran: «Den letzten Kilometer bin ich gespurtet, um sie abzuhängen», erklärte Krieg, die in Bösingen zum ersten Mal am Start war und nun für die Halbmarathon-SM trainiert.
Ruth Gavin lief als Dritte und beste Freiburgerin ein: «Ich habe gar nicht probiert, vorne mitzulaufen. Einen Moment lang war Colette Borcard bei mir, dann bin ich mein Rennen alleine gelaufen.» Borcard wurde später noch von Regula Jungo vom 4. Platz verdrängt.
Eticha wusste nichts von Sommerzeit
Erst 15 Minuten vor dem Start war der Äthiopier Tesfaye Eticha in Bösingen angekommen. Der 26-jährige musste ohne Einlaufen auf die Strecke, was man als Zuschauer nie bemerkt hätte, denn schon nach 500 Metern hatte er sich vom Feld abgesetzt: «Ich wusste nicht, dass die Sommerzeit begonnen hatte. Deshalb bin ich zu spät gekommen», erklärte er. Eticha lief einen absoluten Sololauf. Dass er Jacques Krähenbühls Rekord um 4 Sekunden unterbot, spricht für seine Klasse, denn der Freiburger war anno 1989 in Bestform und gehörte damals zu den besten fünf Schweizer Langstrecklern.
Eticha war im Klassefeld von Kerzers «nur» auf dem 13. Rang; in den beiden Vorjahren hatte er den Lausanne-Marathon gewonnen, 1999 in 2:12 Stunden.
Als Verfolgerduo kristallisierten sich rasch der Berner Stefan Kneubühl und der Algerier Mohamed Boudifa heraus. Kneubühl setzte sich am Ende durch. Kneubühl ist ein ehemaliger Bahnlangstreckler. Jetzt ist er vermehrt an den Volksläufen anzutreffen.
Boudifa hatte übrigens den Bösinger Waldlauf auch schon gewonnen und dabei Krähenbühls Rekord egalisiert. Auf die Frage, wieso er nicht mehr die gleiche Form habe, sagte er: «Ich arbeite jetzt und trainere weniger.»
Geissbühler schlug Nicolet
Für die Überraschung des Rennens sorgte Alex Geissbühler (TVBösingen), der sich als Siebter und bester Freiburger einlief. «Ich hätte nicht gedacht, dass mir dies gelingt. Claude Nicolet war immer in meiner Nähe. Auf den letzten 700 Metern hängte ich ihn ab», freute sich der ex-internationale Mittelstreckler. Nicolet hatte 2 km vor dem Ziel erfolglos einen Zwischenspurt angesetzt. Dahinter folgte Veteran Jean-Pierre Berset vor Hugo Raemy, der erstmals seit dem Estavayer lief.