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Was möchtest du in deinem Leben unbedingt erreichen?
Ich würde gerne in einer grossen Firma wie Microsoft, Dell oder sogar bei Google arbeiten, denn das Programmieren bereitet mir grosse Freude. Ich liebe neue Erfahrungen, und so werde ich leben, wo mich der Beruf hinzieht. Mein Ziel ist es, etwas zu erfinden oder etwas Einzigartiges zu machen. Ich möchte etwas Gutes für mein Land tun. Und natürlich würde ich gerne heiraten und Vater von zwei oder drei Kindern werden.
Wovor hast du Angst, wenn du an die Zukunft denkst?
In Mexiko ist die Arbeitslosigkeit ein grosses Problem. Es gibt so viele Menschen, die kompetent, aber trotzdem ohne Stelle sind. Ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe, aus der Menge herauszustechen, um einen guten Job zu bekommen. Deshalb mache ich an der Uni auch zwei Abschlüsse statt nur einen.
Was gefällt dir an deinem Land besonders?
Das traditionelle Essen. Das mexikanische Essen ist eines der besten der Welt, wenn nicht das beste. Und zweitens: Früher gab es das stereotype Bild vom Mexikaner als fauler, Tequila trinkender Mann, der sich auf einem Kaktus ausruht. In den letzten Jahren hat sich dieses Bild in der Weltpresse, so hoffe ich zumindest, geändert. Wir sind ein hart arbeitendes Volk–und das gefällt mir.
Was würdest du in deinem Land verändern wollen?
Als Erstes die hohe Kriminalitätsrate, die arme Familien noch ärmer macht und so viele Kinder nicht zur Schule gehen können. Deswegen fehlt einem grossen Teil der zukünftigen Generation die Grundlage, einem guten Beruf nachzugehen. Andererseits wäre da noch die Korruption, die es Leuten mit den richtigen Kontakten erlaubt, «exklusive Privilegien» zu erhalten. Sie müssen zum Beispiel keine Steuern zahlen oder können Verbrechen begehen, ohne mit einer Verhaftung rechnen zu müssen. Für ein Problem, das so tief in der mexikanischen Regierung verankert ist, eine Lösung zu finden, ist wirklich sehr schwer. Vielleicht sollten sich alle Polizisten einem disziplinierteren Training unterziehen, um kein Schmiergeld anzunehmen.
Was ist typisch für die Jugend in deinem Land?
Das ist abhängig vom Einkommen der Familie. Kinder, deren Eltern ein stabiles Einkommen haben, gehen morgens zur Schule und vergnügen sich am Nachmittag mit Sport und anderen Aktivitäten. Als Sohn eines Ärztepaares habe ich das Glück, zu dieser Gruppe zu gehören; so spiele ich nach den Vorlesungen Tennis oder Videospiele mit meinem Bruder. Am Freitag gehen wir in Clubs, um zu feiern. Die Kinder ärmerer Familien müssen nach der Schule meist arbeiten oder gehen gar nicht zur Schule. Was die beiden Gruppen verbindet, ist Fussball, die mexikanische Nationalsportart. chr
Zur Person
José Carlos Zamorano Pérezist 21 Jahre alt, in Mexiko Stadt geboren, aufgewachsen und wohnhaft. Er hat ein Studium in Angewandter Mathematik und wissenschaftlichem Rechnen am «Instituto Tecnológico Autónomo de México» absolviert.chr