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Die Fußball-WM 2022 wird am Arabischen Golf in klimatisierten Stadien stattfinden. Trotz internationaler Proteste schuften die südasiatischen Arbeitsmigranten auf den Baustellen nach wie vor unter Lebensgefahr, für wenig Geld und weitgehend rechtlos.
von David Garcia
Unser Konvoi fährt heimlich los, um nicht die Aufmerksamkeit der Polizei zu erregen – sie hat ein Auge auf Neugierige, die sich zu sehr für das Schicksal der ausländischen Arbeitskräfte interessieren. An der Biegung eines staubigen Wegs tauchen aus dem Dunkel Baracken auf. Mit den unverputzten Fassaden und dem überall herumliegenden Schutt sieht das „Arbeitercamp“ eher wie ein Slum aus. Hier in ar-Rayyan, der zweitgrößten Stadt des Emirats Katar, sollen 2022 im Stadion Ahmed bin Ali mehrere Spiele der Fußballweltmeisterschaft ausgetragen werden.
Wir sind unterwegs mit einer Delegation der internationalen Bau- und Holzarbeiter-Gewerkschaft (BHI). Im Camp werden wir von etwa einem Dutzend indischer und nepalesischer Arbeiter empfangen, die auf dieser Baustelle beschäftigt sind. In ihrer winzigen, neun Quadratmeter großen Unterkunft stehen acht Stockbetten mit schmutzigen, durchgelegenen Matratzen. „Wir haben seit vier Monaten keinen Lohn bekommen“, berichten sie. Da sie über keine weiteren Mittel verfügen und ihre Grundbedürfnisse decken müssen, verschulden sie sich zu Wucherzinsen bei den örtlichen Lebensmittelhändlern, die ebenso skrupellos sind wie ihre Arbeitgeber. Neben diesen Schulden müssen sie auch noch die Kredite zurückzahlen, die sie aufgenommen haben, um die illegale „Vermittlungsgebühr“ zu bezahlen: Mehr…