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Das Weizen und das Bier
Die Geschichte des Weizenbiers ist ein grosses auf und ab. So ist etwa im 16. Jahrhundert das Brauen von Weizenbier untersagt worden. Es wurde als unnützes Getränk abgetan, welches nur zum Betrinken reize und zusätzlich unverhältnismässig viel Weizen verbrauche. Als jedoch die Familie Degenberger verstarb, die als einzige das Recht auf das Brauen dieses Bieres behalten hatte, übernahm das bayrische Herrenhaus unter der Führung von Maximllian I. den Besitz und das Baurecht. So wurde im Jahr 1605 das "Weisse Bräuhaus" an der Stelle gegründet, wo sich heute das weltberühmte Hofbräuhaus befindet. Ausserdem wurden im ganzen Land weitere Brauhäuser eröffnet. Im 18. Jahrhundert verlor das Weizenbier jedoch seine Popularität und das Herrschaftshaus gab sein Privileg darauf auf. Die Popularität sank immer weiter, bis nun in der Gegenwart eine kleine Revolution dieser Biersorte stattfindet.
Die Beliebtheit des Weizenbiers - denn vor allem Männer lieben es - zeigt sich schon dadurch, dass jährlich in etwa 6 Millionen Hektar an die Einzelhandelsmärkte verkauft werden. Jedoch wird es - so reichhaltig das Angebot dieses Bieres in den Supermärkten auch sein mag - hauptsächlich in Gaststätten und Restaurants konsumiert. Dort wird es den Gästen nicht aus einer Flasche gereicht, sondern aus einem Fass. Das hat selbstverständlich Einfluss auf den Geschmack. Denn aus dem Fass gezapftes Weizenbier schmeckt deutlich intensiver als das aus der Flasche.
Im Weizenbier muss mindestens 50% Weizenmalz enthalten sein. Es ist ein sehr fruchtiges und erfrischendes Getränk, weshalb es gerade bei jungen Leuten äusserst beliebt ist. Ausserdem ist es gut für die Gesundheit und wird im Sommer bevorzugt von den Biergartenbesuchern getrunken. Sowohl Schweizer lieben dieses kühle und belebende Getränk als auch die Bewohner anderer Länder - vor allem die in Deutschland. Nicht umsonst ist es das Lebensmittel Nummer 1 auf dem bayrischen Oktoberfest, einem der grössten Volksfeste der Welt.
Weizenbier enthält ca. 5,4% Alkohol und besteht neben dem Weizenmalz auch aus Gerstenmalz. Des Weiteren beinhaltet es, aufgrund der Art und Weise wie es gelagert wird, viel Kohlensäure. Zudem gibt es verschiedene Weizenbiersorten, von denen sich die meisten durch ihre Färbung voneinander unterscheiden lassen. So gibt es die naturtrübe Variante mit Alkohol, die entweder hell oder dunkel gefärbt sein kann und am weitesten verbreitet ist. Aber es existieren beispielsweise auch die Weizenbiersorten ganz ohne Alkohol, die sich zwar nicht einer solch grossen Beliebtheit erfreuen, aber dennoch gerne getrunken werden.
Vor allem für Bierkenner ist die Qualität ein Kriterium für oder gegen ein bestimmtes Weizenbier. Um diese festzustellen, beurteilt man die drei Aspekte "Aussehen", "Geruch" und "Geschmack". Das Aussehen wird massgeblich vom Schaum, welcher am besten feinporig sein sollte, abhängig gemacht. Der Geruch ist wiederum danach zu beurteilen, welche Noten in dem Bier enthalten sind. Bezüglich des Geschmacks wird vorzugsweise auf eine Vollmundigkeit des Weizenbiers Wert gelegt.
Hauptsächlich trinken Männer dieses Lebensmittel, weshalb insbesondere für sie der Aspekt "Aussehen" sehr wichtig ist. Wie Weizenbier aussieht, hat auch immer etwas mit der Qualität des Ausschanks zu tun. Für Männer müssen dabei das richtige Glas, die korrekte Technik zum Halten der Flasche und des Glases und eine gute Geschwindigkeit, damit sich der Schaum optimal bilden kann, gewählt werden.
Weizenbier scheint also gegenwärtig wieder auf dem Vormarsch zu sein - unter anderem weil es positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit hat und einen sehr intensiven Geschmack besitzt. Denn Weizenbier regelt den Vitamin-B-Haushalt, was ursächlich dafür ist, dass es sich so gut auf die Gesundheit eines Menschen auswirkt. Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist noch nicht abzusehen, ob und wann dieses Lebensmittel wieder seine Popularität einbüssen wird.
Bildquelle: Wandersmann / pixelio.de