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Behandlung:
Eine einzelne radiäre Hautincision zur Entleerung des Eiters ist genügend. In der Folge werden Sitzbäder nach jedem Wechsel der Windeln verordnet, und die Eltern sollen die Haut im Bereiche der Incision bei jedem Windelwechsel dehnen, um die Incision offen zu halten. Antibiotische Salben oder gar systemische Antibiotika sind nicht angezeigt. Ebenso ist eine Anorektoskopie mit Kryptotomie nicht notwendig.
Die häufigste Komplikation ist ein einmaliges oder gar mehrmaliges Rezidiv, ungeachtet, der initialen Massnahme.
Bei primär bestehender Fistel oder falls eine Fistel nach Abszessincision
auftritt, soll bei Säuglingen eine konservative Behandlung durchgeführt
werden. Falls das Kind dünne Stühle hat, welche eine Fistelbildung
provozieren oder die Fistel unterhalten, sollen Massnahmen ergriffen werden,
um die Stuhlkonsistenz zu verbessern. Eine Fistulotomie oder gar Fistulektomie
soll nur erwogen werden, falls die Perianalfistel nach dem 2. Lebensjahr nicht
verschwunden ist.
PS: Beim seltenen Krankheitsbild der sog. "double termination of the
alimentary tract"handelt es sich um eine konnatale perineale oder rektovestibuläre
Fistel, die im Gegensatz zu den häufigsten Lokalisationen der Perianalfistel
in der Medianen liegt.
Sowohl bei der Perianalfistel als auch beim Perianalabszess des älteren Kindes muss an eine sekundäre Genese der Fistel bei einer entzündlichen Darmerkrankung oder einer septischen Granulomatose gedacht werden, wo es in etwa die Hälfte der Fälle zu rezidivierenden perianalen Abszessen und Fisteln kommt.
Weiterführende Literatur:
Watanabe Y, Todani T, Yamamoto S: ěConservative management of fistula in ano in infantsî, Pediatr Surg Int 13:274-276, 1998
Poenaru D, Yazbeck S: ěAnal fistula in infants: etiology, features, managementě J Pediatr Surg 28:1194-1195, 1993
http://www.kinderchirurgie.ch