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Marrakech 2014
Im Februar 2014 organisierten wir zusammen mit dem verstorbenen marokkanischen Gartenexperten Mohammed El Faïz eine geschichtlich ausserordentlich interessante Tour zu den bedeutendsten historischen Gärten Marrakeschs. Er gehörte zu den wichtigsten, zahlreich ausgezeichneten Autoren von Büchern über historische Gärten und Wassersysteme in Marokko und anderen Ländern im arabischen Raum. Er zeigte uns während jenen Tagen die wichtigsten Gartenanlagen und den kleinen Rest der alten Bewässerungssysteme in und um Marrakech und veranschaulichte in grossartiger Weise die enorme Bedeutung des Wassers in ariden und semiariden Zonen der Welt. Er machte sichtbar, wie bereits vor 1000 Jahren Marrakesch als «Gartenstadt» konzipiert wurde.
Mohammed El Faïz: «Gärten sind der konzeptuelle Schlüssel zur Entwicklung von arabischer Stadtplanung. Im Mittelalter priesen Historiker – diese Städte beschreibend – die Spazierwege, die Obstgärten und den Anbau von Pflanzen rund um die Stadt. Von Damaskus nach Bagdad, von Cordoba nach Fes – überall setzte sich das Modell der Gartenstadt durch: Häuser erschienen wie Kuben, die in einem Ozean von Grün nisteten.
Araber verbanden Gärten in ihren Städten mit städtebaulicher Planung. Die Kunst der Gartengestaltung, die als einer der wertvollsten Beiträge der islamischen Zivilisation gilt, begleitete die Städtebildung – gut sichtbar in den Stadtgärten von Andalusien und Nordafrika.
Die Stadt Marrakech, an der von 1071 an gebaut wurde, hatte neun Jahrhunderte lang einen beeindruckenden Ruf als eine grüne Kapitale. Tatsächlich wurde in dieser Stadt im zwölften Jahrhundert die islamische Gartenkunst geboren. Ein neuer Stil, der Stil der Almohaden, tauchte in jener Zeit mit grossen Obstgärten, tiefen Teichen, Wasser-Monumenten, Pavillons auf, und dies alles umfasst von Befestigungsanlagen und Einfriedungen. Die Schöpfer dieser Gärten wussten, wie sie Gärten anlegen mussten – wie ein „Traum-Plätzchen“ oder ein Stück des Paradieses – und dies in der Wüste.»