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Mitbegründerin des "Kreisauer Kreis" 98-jährig gestorben
Washington - Eine der letzten Zeitzeuginnen des Widerstandskampfes gegen das Nazi-Regime ist tot: Freya Gräfin von Moltke, die Witwe des 1945 hingerichteten Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke, starb im Alter von 98 Jahren im US-Bundesstaat Vermont.
Wie ihr Sohn Helmuth Caspar von Moltke der Deutschen Presse-Agentur dpa in Washington bestätigte, starb die gebürtige Kölnerin am 1. Januar an einer Virusinfektion. Am kommenden Freitag soll sie in ihrer Wahlheimat Vermont beerdigt werden, in die sie in den 1960er Jahren gekommen war.
Freya Deichmann wurde 1911 als Tochter einer Bankiersfamilie geboren. Ihren Ehemann Helmuth James Graf von Moltke lernte sie mit 18 Jahren kennen. 1935 promovierte Freya von Moltke an der juristischen Fakultät in Berlin.
Gemeinsam mit ihrem Mann - ebenfalls Jurist - gründete sie auf dem Familiengut Kreisau nahe Breslau den "Kreisauer Kreis", der ein Zentrum des Widerstandes war. Als das Attentat gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 gescheitert war, flog auch der "Kreisauer Kreis" auf. Helmuth von Moltke wurde im Januar 1945 hingerichtet, obwohl ihm eine Verwicklung in das Attentat nicht nachgewiesen werden konnte.
Freya von Moltke zog mit ihren Söhnen nach Kriegsende nach Südafrika. Dort arbeitete sie als Sozialarbeiterin und bezog auch Stellung gegen die Apartheid. Die Geschichte des deutschen Widerstandes arbeitete sie mit zahlreichen Publikationen und Vorträgen auf.
Den Gutshof stellte sie für die Begegnung deutscher und polnischer Jugendlicher zur Verfügung. 1989 erhielt die Witwe den Geschwister-Scholl-Preis, ein Jahr später wurde ihr der Brückepreis verliehen.