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116 000 Thurgauerinnen und Thurgauer hatten im Zeitraum 2010 bis 2012 einen Arbeitsweg zu bewältigen. Zwei Drittel der Arbeitspendler wohnten und arbeiteten im Thurgau. Von diesen arbeiteten zwei von fünf in der Wohngemeinde. Etwa 40 000 überschritten die Kantons- oder Landesgrenze. In umgekehrter Richtung pendelten rund 23 500 Personen zur Arbeit in den Thurgau. Die Pendlerströme haben zwischen den Jahren 2000 und 2010/2012 stark zugenommen. Die Zahl der Wegpendler erhöhte sich um rund 50 Prozent, jene der Zupendler um knapp 60 Prozent.
Dies geht aus den Strukturerhebungen im Rahmen der Volkszählungen 2010 bis 2012 hervor. Erstmals seit der Volkszählung 2000 sind detaillierte Auswertungen zu den Pendlerströmen im Kanton Thurgau bis auf Ebene Bezirke oder den grössten Gemeinden möglich.
Die meisten Wegpendler arbeiten in den Kantonen Zürich und St. Gallen
85 Prozent der Wegpendler aus dem Thurgau arbeiteten entweder im Kanton Zürich (etwa 18 000 Personen) oder im Kanton St. Gallen (etwa 16 500 Personen). Aus den beiden Kantonen St.Gallen und Zürich stammten auch zwei Drittel der Zupendler (insgesamt 15 500 Personen). Bereits an dritter Stelle folgten die Grenzgänger aus Deutschland, welche Ende 2012 gut ein Sechstel (rund 4000 Personen) aller Zupendler ausmachten.
Wie häufig und in welche Richtungen gependelt wird, unterscheidet sich laut Medienmitteilung je nach Bezirk deutlich. So gibt es im Bezirk Münchwilen fast doppelt so viele Wegpendler als Zupendler, während in den Bezirken Kreuzlingen und Weinfelden das Verhältnis beinahe ausgeglichen ist. Die Zu- und Wegpendlerbewegungen widerspiegeln die geographische Lage. Die Erwerbstätigen pendeln vor allem in benachbarte Regionen. Ausnahmen sind die Bezirke Frauenfeld und Münchwilen, aus denen relativ viele Erwerbstätige in die Stadt Zürich und im Fall von Münchwilen zusätzlich in den Wahlkreis St. Gallen pendeln.
Über 60 Prozent der Pendler benutzen Auto
Über 60 Prozent der Thurgauer pendelten mit dem Auto. Damit ist es das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel für den Arbeitsweg, und dies quer durch alle Altersgruppen. Das am zweitmeisten genutzte Verkehrsmittel war die Bahn (14 %). Weitere 16 Prozent der Pendler bewältigten den Arbeitsweg zu Fuss oder per Velo. Busse und Postautos kamen auf einen Anteil von etwa 3 Prozent.
Pendler aus dem ländlichen Raum wählten mit 70 Prozent überdurchschnittlich oft das Auto als Verkehrsmittel. Bei Personen aus urbanen Gemeinden war dies nur bei etwa 60 Prozent der Fall. Dementsprechend mehr Personen aus urbanen Gebieten bewältigten ihren Arbeitsweg mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Personen mit einem Arbeitsweg von mehr als einer Stunde pendelten am häufigsten mit der Bahn. Bei Strecken unter einer Stunde ist das Auto das beliebteste Verkehrsmittel, wobei bei kurzen Arbeitswegen unter 15 Minuten auch häufig der Arbeitsweg zu Fuss oder per Velo bewältigt wird.
Zwei Drittel pendeln weniger als eine halbe Stunde
Der grösste Teil der Thurgauer hat einen kurzen Arbeitsweg. Zwei von drei Pendlern waren weniger als eine halbe Stunde unterwegs, 40 Prozent weniger als eine Viertelstunde. Nur knapp jeder Zehnte benötigte für den Weg zur Arbeit mehr als eine Stunde. (pd)