Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03554.jsonl.gz/1486

Die Prinzipien des Goldenen Schnitts lassen sich auf unterschiedlichste Weise einsetzen. Oft werden sie intuitiv genutzt, weil ihre Allgegenwärtigkeit unsere Sehgewohnheiten beeinflusst. Schon die altgriechischen Architekten nutzten die Proportionsregel, um ästhetisch ansprechende dimensionale Beziehungen zwischen der Breite und der Höhe eines Gebäudes sowie der Grösse seines Portikus oder der tragenden Säulen zu bestimmen. So schufen sie Bauwerke, die in sich vollkommen harmonisch wirken.
Schon vorher sollen die Baumeister der alten Ägypter mit stetigen Teilungen im Goldenen Schnitt gearbeitet haben, etwa bei der Konstruktion ihrer Pyramiden. Die alte Petersbasilika in Rom weist die typischen Massverhältnisse ebenso auf wie die Kathedrale von Notre Dame in Paris. Einen besonderen Stellenwert hatte das ‘Göttliche Verhältnis’ in der Architektur der Renaissance. Ein Beispiel hierfür ist das 1556 bis 1557 errichtete ‘Alte Rathaus’ von Leipzig, dessen Turm die Frontansicht nach Phi teilt.
Ein Paradebeispiel für den Goldenen Schnitt in der Architektur ist die ‘Blume des Lebens’. Das prachtvolle Ornament findet sich auf Bauwerken rund um die Welt, unter anderem in Griechenland, Italien, Ägypten, Tibet, China und Japan. Vermutlich erhofften sich die Auftraggeber, dass sich die Energie des magischen Symbols auf die Gebäude überträgt und dieses vor schädigenden Einflüssen und Zerstörung schützt.