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Weltcup-Dominatorin Mikaela Shiffrin verzichtete bei der WM nicht nur auf die Kombination, sondern auch auf die Abfahrt. Obwohl die US-Amerikanerin in beiden Disziplinen zu den Favoritinnen gehört hätte. Dafür erntete Shiffrin auch von Landsfrau Lindsey Vonn Kritik, die sie nun kontert.
In der Kombination jubelte am Freitag Wendy Holdener über Gold, am Sonntag war es in der Abfahrt Ilka Stuhec, die auf dem Podest zuoberst stand. Chancen auf den WM-Titel hätte in beiden Disziplinen auch Mikaela Shiffrin gehabt. Doch die 23-Jährige verzichtete sowohl in der Kombi, als auch in der Abfahrt auf einen Start.
Dafür erntete Shiffrin Kritik – unter anderem auch von Lindsey Vonn. «Sie hätte in jeder einzelnen Disziplin eine Medaille gewinnen können», sagte die 34-Jährige, die in der Abfahrt mit Bronze ihre erfolgreiche Karriere beendete.
In einem ausführlichen Instagram-Post hat Shiffrin, die am Donnerstag im Riesenslalom und am Samstag im Slalom zwei WM-Goldmedaillen im Visier hat, auf die Kritik reagiert. Sie fühle sich von Vonns Worten zwar geschmeichelt, aber «so etwas wie einen leichten Sieg gibt es nicht», so die Super-G-Weltmeisterin. «Es ist klar, dass viele meinen Weg nicht verstehen, aber das ist komplett in Ordnung für mich, denn ich bin ICH und niemand anderer.»
Niemand könne dies besser verstehen als sie, die alleine in dieser Saison in allen fünf Disziplinen schon gewinnen konnte, fährt Shiffrin fort: «Jede, die an den Start geht, hat Gold im Visier. Wenn also jemand denkt, ich könnte herkommen und mit vier oder fünf Medaillen davontanzen, wäre das eine wilde Fehleinschätzung und wirklich respektlos den anderen talentierten Athletinnen gegenüber.»
«Ich habe noch nichts in der Tasche»
Shiffrin macht klar, dass sie sich auf ihre beiden «Haupt-Disziplinen» Slalom und Riesenslalom konzentrieren will. «Ich habe weder die Slalom- und Riesenslalom-Kristallkugel, noch WM-Medaillen in diesen Disziplinen in der Tasche. Die anderen Mädchen sind konkurrenzfähig und jedes einzelne Rennen ist ein Kampf.»
Sehr bescheiden von der Weltcup-Dominatorin, die das Gesamt-Klassement mit mehr als 600 Punkten Vorsprung anführt. «Die Leute sehen von aussen die Rekorde und Statistiken. Aber diese Zahlen nehmen dem Sport den menschlichen Aspekt und das, was jeder Athlet zu erreichen versucht», schreibt sie.
In ihrem jungen Alter hat Shiffrin schon 53 Weltcup-Rennen gewonnen. Dass sie die Rekord-Marke von Ingemar Stenmark, der 86 Mal siegte, schlagen wird, steht bei den Experten ausser Frage. Von Rekorden will Shiffrin aber noch lange nichts wissen. «Es war nie mein Ziel, den Rekord von Weltcup-Siegen oder WM-Medaillen zu brechen. Mein Ziel ist es, jedes Mal, wenn ich an den Start gehe, die Chance auf den Sieg zu haben», schreibt sie. «Mit meinen 23 Jahren bin ich noch immer dabei, mein volles Potenzial und meine Grenzen zu suchen. Ich habe definitiv gelernt, dass ich mir meine Erwartungen und Ziele nicht von Überheblichkeit diktieren lasse.»