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|Abt Konrad von Gundelfingen (1288-1291)

Abt Konrad von Gundelfingen
Konrad von Gundelfingen, 1288-1291. Konrad entstammte dem frei-herrlichen Geschlecht der Gundelfingen, das seinen Stammsitz, Hohen-Gundelfingen, im heutigen württembergischen Amt Münsingen hatte. Im Kloster Kempten war er Nachfolger des Administrators Rudolf von Hohenegg, wie erstmals 1284 urkundlich nachzuweisen ist. Er wurde von König Rudolf persönlich als Nachfolger des geächteten Wilhelm von Montfort in St.Gallen zwischen dem 10. und 15.10.1288 als Abt eingesetzt. Seine erste Urkunde vom 12.5.1289 hält eine Veräußerung zugunsten der Herzöge von Österreich fest. Konrad war oft im Gefolge des Königs abwesend, 1288 weilte er in Ulm, 1290 in Erfurt, 1291 in Konstanz und Baden. Im Kampf gegen Wilhelm gewann er zusammen mit dem Klostervogt, Ulrich von Ramschwag, die wichtigsten st. gallischen Burgen Appenzell, Wildberg, Istein und Alt-Toggenburg. Konrads Regentschaft ruinierte die Wirtschaft des Klosters; noch vor Beendigung der Fehde geriet er in derartige Schulden, daß er kaum mehr den Lebensunterhalt seines Heeres decken konnte. Mit dem Tod des Königs im Jahre 1291 änderte sich die Lage in St. Gallen, die Bürger erhoben sich, Konrad und der Vogt mußten die Stadt verlassen, Abt Wilhelm kehrte zurück. Konrad begab sich nach Schwarzenbach, schloß sich dem habsburgischen Bund unter Ritter Jakob von Frauenfeld an und versuchte einen kriegerischen Vorstoß gegen Wil, nach 1292 zog er sich aber endgültig nach Kempten zurück. Mit Abt Wilhelm kam ein Ausgleich zustande, denn er bescheinigte am 26. 10.1298 die Abzahlung von 100 Mark, die ihm Abt Wilhelm von St.Gallen infolge eines freundschaftlichen Vergleichs schuldete.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)