Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2649

Fast zehn Jahre nach Beginn des Krieges in Afghanistan hat US-Präsident Barack Obama den Abzug der US-Truppen eingeläutet. Er habe sein nationales Sicherheitsteam darüber informiert, bis Ende 2012 rund ein Drittel der 100'000 Soldaten heimholen zu wollen, liess Obama verlauten.
Details wollte der Präsident am Mittwochabend um 20.00 Uhr (Ortszeit, Donnerstag 2.00 Uhr MESZ) in einer Fernsehansprache an die Nation verkünden. Der Abzug soll wie lange angekündigt im Juli beginnen.
Obamas Plan sehe vor, die Militärpräsenz am Hindukusch sofort um 5000 Soldaten zu reduzieren, hiess es in den Berichten unter Berufung auf Regierungsbeamte. Ebenso viele sollen das Land bis zum Jahresende verlassen. Die restlichen 20'000 folgen demnach bis Dezember 2012.
Dieser stufenweise Rückzug erlaube den Generälen, für zwei weitere Sommer mit einer grossen Truppenstärke rechnen zu können. In der warmen Jahreszeit sind die Kampfhandlungen gewöhnlich intensiver, weil die radikalislamischen Taliban stärker angreifen.
Stichtag 31. Dezember 2014
Mit dem geplanten Abzug würde die Stärke der US-Truppen auf rund 70'000 zurückgehen und damit bei der Zahl von Ende 2009 liegen. Damals beschloss Obama eine massive Aufstockung, um mehr militärische und strategische Erfolge im Kampf gegen die Aufständischen erzielen zu können.
Bei einem Abzug der damals 30'000 zur Verstärkung entsandten Kräfte wäre aber immer noch unklar, wie lange die übrigen Soldaten noch bleiben. Offiziell haben die USA und ihre Verbündeten den 31. Dezember 2014 als Stichtag zur Beendigung des Kampfeinsatzes in Afghanistan gesetzt.