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Am Ende seines Lebens entwickelte Matisse eine völlig neue Ausdrucksform, die man als Summe seiner Bemühungen um ein harmonisches Bild, um seine Idee einer »grande décoration« sehen kann: Schwer krank und in seiner Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt, konzentrierte er sich zunehmend auf das grossformatige Zeichnen mit Kohle und auf Scherenschnitte. Er reduzierte Figur, Farbe und Raum auf eine Art System von Zeichen. Diese schnitt er mit der Schere aus Papierbögen aus, die seine Assistentinnen vorher mit Goauche eingefärbt hatten.
Unter seiner Regie wurden die ausgeschnittenen Formen zunächst an den Wänden seiner grossen Wohnung zu Bildern arrangiert, dann unter der Aufsicht seiner engsten Mitarbeiterin und Vertrauten Lydia Delectorskaya übertragen und meist auf Leinwand aufgezogen. Für Matisse waren diese Bilder die perfekte Symbiose aus Zeichnung, also dem Herstellen einer Kontur, aus Malerei, dem Arbeiten mit den farbigen Flächen des Papiers, und aus Skulptur: Das Schneiden in das Papier empfand Matisse als plastisches Arbeiten.