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Am Sonntag, 27.01.2008 starb der indonesische Ex-Diktator (1967-1998) Haji Mohamed Suharto im Alter von 86 Jahren. Am Montag wurde er mit allen militärischen Ehren beerdigt. Trotz der zahlreichen Gräueltaten wird Suharto von vielen Indonesiern verehrt, weil er dem Land Stabilität und einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. “Er hat dem Land beispielhaft gedient”, erklärte Yudhoyono bei der Trauerfeier. In einer kurzen Zeremonie in Jakarta sagte Parlamentspräsident Agung Laksono: “Gott segne seine Seele und vergebe ihm seine Fehler und Sünden.” (Quelle: Tagi)
Eine der “Sünden” Suhartos war die völkerrechtswidrige Besetzung Osttimors, bei der rund ein Drittel der Bevölkerung Osttimors ausgelöscht wurde.
[…] für die 1975 erfolgte Invasion, Annektierung und brutale Unterdrückung Osttimors ist Suharto nie zur Rechenschaft gezogen worden. Die Einverleibung der ehemals portugiesischen Kolonie wurde erst nach einem von Suhartos Nachfolger Habibie zugestandenen Referendum 1999 wieder rückgängig gemacht. Andere Verbrechen in Aceh und Westpapua, die während Suhartos Regentschaft Tausende das Leben kosteten, gehen zwar in erster Linie auf das Konto der Militärs [Anm: des indonesischen Militärs], aber der bis 1997 unumschränkt herrschende Suharto trägt letztlich auch dafür einen Teil der Verantwortung. (Quelle: NZZ)
Democracy Now widmete sich mit der Sendung vom 28.01.2007 Suhartos. Als “kritischen Nachruf” zeigte die Sendung einen Ausschnitt aus der Dokumentation “Massacre: The Story of East Timor” von Amy Goodman (Mitbegründerin, Host und Executive Producer von Democracy Now) und Allan Nairn. Beide Journalisten berichteten 1990/91 über die Unabhängigkeitbewegung in Osttimor und wurden Zeugen des Dili-Massakers bzw. Santa Cruz Massaker. Der Journalist Max Stahl konnte Filmmaterial über das Massaker aus dem Land schmuggeln, das für die Dokumentation verwendet wurde.
Mit dem Begräbnis von Suharto stellte das National Security Archive deklassifizierte Akten ins Internet, die Aufschluss auf die US-amerikanische Unterstützung des Suharto-Regimes geben sollen.