Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/44552

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt:</p><p>1. dem Parlament konkrete Massnahmen im Rahmen einer nationalen Krebsbekämpfungspolitik gegliedert nach zeitlicher Dringlichkeit und in geeigneter Rechtsform vorzulegen; und</p><p>2. die erforderlichen finanziellen Mittel zur Umsetzung dieser nationalen Krebsbekämpfungspolitik dem Parlament zu beantragen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Krebs ist auch in der Schweiz eine der häufigsten tödlichen Krankheiten. Im Gegensatz zu einigen anderen grossen Gesundheitsbereichen wie Tabak, Aids, Alkohol und Drogen besteht allerdings bisher keine einheitliche, von den verschiedenen Akteuren gemeinsam getragene nationale Strategie zur Krebsbekämpfung.</p><p>Der Bund hat im Krebsbereich im Rahmen seiner derzeitigen Verantwortlichkeiten folgende Aktivitäten entwickelt:</p><p>- Insbesondere aufgrund des Bundesgesetzes über die Forschung (Forschungsgesetz) werden namhafte Forschungsinstitutionen wie das Schweizerische Institut für Experimentelle Krebsforschung (ISREC) und das Schweizerische Institut für Angewandte Krebsforschung (SIAK) seit Jahren mit beträchtlichen Mitteln unterstützt: Diese betragen für die Periode 2000 bis 2003 insgesamt 46 Millionen Franken. Für 2004 bis 2007 ist eine deutliche Erhöhung vorgesehen. Dabei hat sich der Bundesrat auf die in der Vereinigung Oncosuisse - dem Zusammenschluss von SIAK, ISREC und der Schweizerischen Krebsliga (SKL) - erarbeiteten "Empfehlungen bezüglich der künftigen Krebsforschungs- und -bekämpfungspolitik" gestützt. </p><p>- Schliesslich fördert der Bund die grundlagenorientierte Krebsforschung auch im Rahmen der kürzlich neu eingeführten Nationalen Forschungsschwerpunkte über eine auf zehn Jahre angelegte Laufdauer (NFS "Molecular Oncology - from Basis Research to Therapeutic Approaches"; SNF-Beitrag für die ersten vier Jahre: 20,2 Millionen Franken).</p><p>- Der Bund unterstützt die Bestrebungen zur Sicherstellung der Krebsepidemiologie. Die Direktionen der für Krebsmonitoring, -prävention und -forschung zuständigen Bundesämter (BFS, BAG und GWF/BBW) liessen 2001/02 einen Bericht über die "Zukunft der epidemiologischen Krebsforschung" erarbeiten. Dort wurde die Problematik der fehlenden flächendeckenden Auswertung der Krebsregistrierung erörtert, und es wurden Lösungsvorschläge erarbeitet.</p><p>- Das BAG trägt seit 1994 die nationalen Krebspräventionsprogramme der SKL in den Bereichen Haut-, Brust-, Lungen- und Darmkrebs mit. Die finanzielle Beteiligung des BAG ist weitgehend auf den gesetzlichen Grundlagen zur Tabakprävention und zur Ernährung begründet. </p><p>Es fehlt allerdings - wie der Motionär richtig feststellt - eine Gesamtstrategie und Politik, die insbesondere auch von den Kantonen, denen bei der Bekämpfung der Krebsleiden eine ganz wesentliche Verantwortung zukommt, mitgetragen wird.</p><p>Das BAG und die schweizerische Sanitätsdirektorenkonferenz SDK haben deshalb 2001 Oncosuisse einen Auftrag erteilt, wonach ein Vorschlag für ein umfassendes Krebsbekämpfungsprogramm erarbeitet werden soll, das die Bereiche Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation von Krebserkrankungen und psychoonkologische Betreuung der Betroffenen beinhaltet.</p><p>Der Bundesrat befürwortet dieses Vorhaben. Der von Oncosuisse erarbeitete Bericht kann dem Parlament frühestens im Jahre 2005 vorgelegt werden. Der Bericht wird die Basis liefern für einen möglichen Massnahmenplan. Der Bundesrat wird auf das Anliegen des Motionärs zurückkommen, sobald er den Bericht von Oncosuisse prüfen konnte.</p><p>Es muss allerdings festgehalten werden, dass der Bund aufgrund der derzeitigen finanziellen und personellen Lage in dieser Vorphase keine zusätzliche Unterstützung bieten kann. Im Bereich Krebs sind die Kompetenzen von Bund und Kantonen komplementär, deshalb sollte die nationale Strategie zur Krebsbekämpfung auch im Rahmen des Projektes nationale Gesundheitspolitik diskutiert werden.</p><p>Über die erforderlichen finanziellen Mittel zur Umsetzung einer künftigen nationalen Krebspolitik kann der Bundesrat erst nach Vorliegen des erwähnten Berichtes diskutieren.</p>  Der Bundesrat beantragt, die Motion in ein Postulat umzuwandeln.