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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Egon Klemp:
Georg Markgraf als Naturforscher, Landmesser und Kartograph in Brasilien (1638–1643)
Cartographica Helvetica 8 (1993) 44–46
Zusammenfassung:
Der sächsische Naturforscher Georg Markgraf beteiligte sich von 1638 bis 1643 an der Erforschung der niederländischen Kolonie «Brasilia Belgica», die seit 1636 unter der Statthalterschaft von Johann Moritz von Nassau-Siegen stand. Markgraf befuhr und vermass die Küstengegenden, nahm an Expeditionen ins Landesinnere teil und stellte astronomische Ortsbestimmungen an. Er untersuchte ferner die Tier- und Pflanzenwelt und widmete sich ethnographischen sowie landeskundlichen Fragen.
Sein Hauptverdienst liegt jedoch in der kartographischen Leistung, den von Joan Blaeu herausgegebenen Teilkarten Brasiliens und einer grossen Wandkarte, die das Küstengebiet zwischen dem Rio Grande im Norden und dem Rio São Francisco im Süden detailliert wiedergibt. Einige Flussläufe sind bis weit ins Landesinnere dargestellt.
Markgrafs Brasilienkarten fanden starkes Interesse und wurden mehrmals kopiert. Noch bis weit ins 18. Jahrhundert hinein prägten seine Karten das Bild Brasiliens. Auch seine botanischen und landeskundlichen Arbeiten sind beachtenswert, so dass er mit Recht als der bedeutendste deutsche Forschungsreisende in Brasilien des 17. Jahrhunderts gilt.