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Die Vermehrung des Reichtums von Milliardär:innen während der Pandemie sei in der Geschichte bespiellos, schreibt Oxfam im kurz vor Beginn des Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichten Bericht. So konnten die zehn reichsten Männer ihr Vermögen in nur zwei Jahren verdoppeln. Gleichzeitig rutschten weitere 163 Millionen Menschen weltweit in die Armut. Dies zusätzlich zu den 3,2 Milliarden, die bereits vor der Pandemie unter der Armutsgrenze mit weniger als 5,50 Dollar pro Tag auskommen müssen. Auch in der Schweiz trieb die aktuelle Inflation weitere 78’000 Menschen in die Armut.
Ursache dieser wachsenden Ungleichheit ist laut Oxfam die Profitlogik der Wirtschaft:
Oxfam fordert einen grundlegenden Wandel im aktuellen Wirtschaftssystem. So müssten wirtschaftliche Entscheidungen demokratisch gefällt werden. Handlungsleitendes Prinzip dürfe nicht mehr der Profit, sondern soll das Gemeinwohl sein.
Besteuerung der Reichen
Mit einer Besteuerung der Reichen könnte zudem die Kluft zwischen Arm und Reich verringert werden. Oxfam fordert, dass die Zahl der Milliardär:innen bis 2030 halbiert werden soll. Dazu empfiehlt die Organisation eine Vermögenssteuer für das reichste Prozent der Welt. Eine solche Steuer von zwei Prozent für Millionär:innen, drei Prozent für Vermögende von mehr als 50 Millionen und fünf Prozent für Milliardär:innen würden jährlich 1,7 Billionen Dollar einbringen. Laut Oxfam wäre das genug, um zwei Milliarden Menschen aus der Armut zu befreien und einen globalen Plan zur Beendigung des Hungers zu finanzieren.
Schweiz: Vermögenssteuer nach Oxfam hätte grosse Wirkung
Das Vermögen der reichsten Schweizer:innen ist 2022 im Vergleich zum Rekordjahr 2021 um minimale 0,1 Prozent geschrumpft. Trotzdem besitzen die Milliardär:innen seit 2020 um gut die Hälfte (52 Prozent) mehr als vor der Pandemie. Am meisten Geld gewann mit elf Milliarden die Reedereifamilie Aponte dazu.
Dementsprechend hätte auch in der Schweiz eine Vermögenssteuer wie von Oxfam eine grosse Wirkung. Die Schweizer Entwicklungsorganisation Solidar berechnet jährliche Mehreinnahmen von 37,1 Milliarden. Dies würde die Steuereinnahmen um 4,6 Prozent des Bruttoinlandprodukts erhöhen.
Das politische Klima geht aber in die entgegengesetzte Richtungen: Seit Jahren versucht der Bundesrat mit diversen Steuervorlagen Konzerne und deren Besitzer:innen zu begünstigen. Aktuell hängig ist die Tonnagesteuer, von der Rohstoffkonzerne und Reedereien wie die Mediterranean Shipping Company (MSC) der Familie Aponte profitieren können.