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Cherbuliez, Antoine-Elisée (1888–1964)
Musikwissenschaftler, Cellist, Bauingenieur
Signatur: Mus Ms A 78–201, 215–250, 458, 477–499, 574–577, Ms Q 930, Mus WB 299–503
Antoine-Elisée Cherbuliez wurde am 22. August 1888 als Bürger von Genf und Burger von Bern in Mühlhausen im Elsass geboren. An den Universitäten Strassburg und Zürich studierte er Mathematik, Philosophie und Kunstgeschichte. Seine Ausbildung zum Bauingenieur absolvierte er an der ETH Zürich und als Assistent an der Technischen Hochschule in Darmstadt am Lehrstuhl für Eisenbahnbau (Promotion 1914).
Am Konservatorium in Strassburg erhielt er ab 1901 Cello-Unterricht bei Norbert Salter, bei Albert Schweitzer privaten Orgel-Unterricht. Später belegte er am Zürcher Konservatorium Kammermusikklassen unter Friedrich Hegar und Willem de Boer. 1915 folgten weitere Cellostudien bei Georg Wille in Dresden. Von 1913 bis 1916 war er Privatschüler in Theorie und Komposition bei Max Reger in Meiningen und Jena. In Berlin und Dresden studierte er Musikwissenschaft und wirkte als Cellist in der Dresdner Hofoper bzw. der Charlottenburger Oper. 1915 bis 1917 erfolgte die Ausbildung zum Chorleiter bei Siegfried Ochs, Dirigent des Berliner Philharmonischen Chores, zuletzt als dessen Assistent. 1917 kehrte Cherbuliez in die Schweiz zurück und wurde Musikdirektor in Wattwil SG. Von 1921 bis 1941 war er Musikdirektor in Chur und Arosa und Hauptlehrer an der Musikschule Chur (Klavier, Cello, Theorie, Musikgeschichte). Er war zudem als Musikkritiker bei der Neuen Bündner Zeitung tätig.
1923 habilitierte sich Cherbuliez in Musikwissenschaft an der Universität Zürich. Dort gründete er 1930 das Musikwissenschaftliche Seminar, dem er bis 1958 als Professor vorstand. Von 1942 bis 1958 war er zudem Dozent für Musikgeschichte und Musikwissenschaft an der ETH Zürich. Zahlreiche Publikationen und Vorträge im In- und Ausland zeugen von seiner regen Aktivitäten.
Antoine-Elisée Cherbuliez ist am 15. Oktober 1964 gestorben.
Siehe auch Archiv der ETH Zürich →