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- Alexej Nawalny ist in ein Spital für Gefangene verlegt worden.
- Der russische Kremlgegner war im Straflager vor mehr als zweieinhalb Wochen in einen Hungerstreik getreten.
- Der Gesundheitszustand des Oppositionellen wurde von der Gefängnisbehörde am Montag als «zufriedenstellend» bezeichnet.
Nawalny trat in den Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Sein Team bezeichnete Nawalnys Gesundheitszustand am Wochenende als bedrohlich und warnte eindringlich vor einem drohenden Herzstillstand.
EDA verlangt Nawalnys Freilassung
Das EDA äussert sich besorgt über Meldungen zum sich verschlechternden Gesundheitszustand von Alexej Nawalny. Es fordert die sofortige Freilassung des russischen Oppositionellen. Über Sanktionen im Zusammenhang mit Nawalny hat der Bundesrat noch nicht entschieden.
Die russischen Behörden müssten Sicherheit und Wohlergehen für Nawalny sicherstellen, schreibt das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in einer Stellungnahme. Es sei problematisch, dass Nawalny im Zusammenhang mit einem Strafverfahren verurteilt worden sei, das der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2017 als «willkürlich und offenkundig unangemessen» bezeichnet habe.
Russland verletze mit der Verurteilung internationale Konventionen, zu deren Einhaltung es sich verpflichtet habe, schreibt das EDA weiter. Staaten unterstünden gegenüber Personen in ihrem Gewahrsam besonderen Verpflichtungen.
Den Behörden zufolge wird der 44-Jährige jeden Tag von einem Allgemeinmediziner untersucht. «Mit Zustimmung des Patienten wurde ihm eine Vitamintherapie verschrieben», heisst es in der Mitteilung. Das Spital in der Region Wladimir östlich von Moskau sei auf «die laufende Beobachtung» solcher Patienten spezialisiert.
Washington drohte mit Konsequenzen
Die USA, EU und Deutschland hatten am Sonntag die russische Führung aufgefordert, dem Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin medizinischen Zugang zu gewähren. Washington drohte sogar mit Konsequenzen, sollte Nawalny in Haft sterben.
Nawalny hatte im August in Russland einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt und war monatelang in Deutschland behandelt worden. Er wurde im Februar zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.