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Red. Die Ärzte der Privatklinik Clienia Schlössli Oetwil ZH (Eigenwerbung: «Führend in Psychiatrie») stopften den Vater mit Medikamenten voll und fixierten ihn mit einem Klemmbrett an einen Stuhl, so dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Das Patientengesetz des Kantons Zürich erlaubt solche Freiheitsberaubungen nur in «Notsituationen», um eine «unmittelbare» Gefahr für die Gesundheit oder das Leben der betroffenen Personen oder von Dritten abzuwenden.
Im Folgenden die Original-Schilderung des Sohnes, nachdem er vom Fall vernahm, über den Infosperber im zweiten Teil dieser Artikel-Reihe berichtet hat («Nie werde ich das Schreien meiner Frau vergessen»). Die Namen des Vaters und des Sohnes sind der Redaktion Infosperber bekannt.
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BERICHT DES SOHNES
Ich bin ebenso schockiert wie fassungslos, wie diese Frau behandelt wurde. Mein Vater ist ebenfalls an Alzheimer erkrankt, und als es zu Hause wirklich nicht mehr ging wegen seiner Aggressionen und Stimmungsschwankungen, wurde er auf Anraten unseres Hausarztes in die Klinik Clienia Schlössli in Oetwil verlegt. Ziel war es, meinen Vater innert wenigen Tagen medikamentös so einzustellen, dass er bald wieder zu Hause sein könnte.
Kaum in Oetwil angekommen, verschlechterte sich der Zustand meines Vaters täglich und endete darin, dass wir nach zwei Versuchen übers Wochenende, ihn zu Hause mit Hilfe der Spitex zu betreuen, ihn im Pflegeheim Nidelbad in Rüschlikon ZH platzieren mussten.
In den nachfolgenden Monaten ging, abgesehen von einer starken Durchfall-Erkrankung, soweit alles gut. Bei einer Kontrolle im Spital in Horgen haben Ärzte festgestellt, dass seine Medikation, die er in der Klinik Schlössli in Oetwil erhalten hatte, viel zu hoch war. Nach wenigen Tagen konnte er das Spital Horgen gesund verlassen, selbständig gehen und war sehr fit.
Nach einiger Zeit verhielt er sich wieder sehr aggressiv, weshalb ihn der Hausarzt erneut in die Klinik Clienia Schlössli in Oetwil einweisen musste. Ich kann die Erfahrungen der geschilderten Frau in der Clienia-Klinik Oetwil nur bestätigen. Ich besuchte meinen Vater damals an zwei darauffolgenden Tagen mit meiner Mutter. An beiden Tagen sass er in seinem Sessel, mit einem Klemmbrett fixiert, und war im Tiefschlaf, nicht aufzuwecken. Ich war in Angst, dass er gar nicht mehr atme, aber das Personal fand, es sei alles in bester Ordnung, sein Gesichtsausdruck sei gut, auch wenn nicht ansprechbar, es sei sicher alles in bester Ordnung.
Mehrere Nächte im Isolierzimmer eingeschlossen
Doch sein Zustand verschlechterte sich und er wurde mehrere Nächte im Isolationszimmer eingeschlossen. Es ging sogar soweit, dass uns an einem Montag Morgen der Oberarzt der Station B1 anrief, wir möchten doch bitte schnellstens vorbeikommen, denn es gehe mit meinem Vater zu Ende! Im Nachhinein war erwiesen, dass er schlicht zu viele Medikamente erhalten hatte und völlig sediert war. Dennoch wurden wir von Aussagen des Oberarztes wie: «Sollte ihr Vater nicht mehr selbständig trinken können, werden wir nichts tun» oder von einer Pflegerin, welche uns mit den Worten begrüsste: «Könnte er doch nur friedlich einschlafen und gehen!».
Natürlich bestanden mein Bruder und ich beim Oberarzt darauf, dass mein Vater – falls er nicht mehr selbständig trinkt – zumindest eine Infusion erhält.
Kaum zehn Tage danach ging es meinem Vater wieder so gut, dass er ins Pflegeheim Nidelbad zurückkehren konnte und es ihm wieder gut ging – sogar sechs Monate nachdem uns der Oberarzt in Oetwil bat, so schnell wie möglich zu kommen, da es zu Ende gehe.
Ein schöner Tag an der Sonne
Nachdem ich den Fall der Frau mit der Klinik in Oetwil gelesen habe, war es mir ein Bedürfnis, auch einen kleinen Teil unserer Erfahrungen mitzuteilen. Meine Mutter leidet sehr unter dem Zustand meines Vaters, und ich denke, dass die Behandlung in Oetwil viel mit der Verschlechterung des Zustandes meines Vaters zu tun hat. Es wäre für uns alle, meine Mutter, meinen Bruder und natürlich im Sinne meines Vaters, wenn wir mehr tun könnten, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen! Demente Personen mit Medikamenten ruhig zu stellen, also zu sedieren, ist keine Behandlung! Ich sah meinen Vater kürzlich im Pflegeheim Nidelbad auf der Terrasse lächeln, seinen Kaffee selbständig trinken, seinen Dessert selbständig essen. mit mir sprechend. Ein schöner Tag an der Sonne, sechs Monate nachdem uns der Oberarzt der Station B1 in Oetwil zu sich bestellt hatte, dass es mit meinem Dad zu Ende geht.
Ich wünsche, dass wir noch mehr auf diese unhaltbaren Zustände der Privatklinik Clienia Schlössli Oetwil ZH aufmerksam machen könnten! Das Pflegeheim Nidelbad in Rüschlikon dagegen kann ich wärmstens empfehlen.
Der Sohn (Name der Redaktion bekannt)
Im Mai 2012
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Stellungnahme der Clienia Schlössli AG
Martin E. Keck, ärztlicher Direktor sowie Thomas Zetzsche, Chefarzt Alterspsychiatrie in der Clienia-Privatklinik, bestreiten die vom Sohn dargelegten Fakten nicht. Sie weisen lediglich pauschal «die Vorwürfe einer Fehlbehandlung entschieden zurück». Die Klinik habe «fachlich einwandfreie Massnahmen» getroffen, diese jedoch «wohl nicht verständlich genug kommuniziert». Und weiter: «Im geschilderten Fall verbesserte sich durch unsere Behandlung der Gesundheitszustand des Patienten nachweislich. Dadurch wurde eine Betreuung im vertrauten Pflegeheim zum Entlassungszeitpunkt wieder möglich.»
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Bericht des Sohns über seinen an Alzheimer erkrankten Vater