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Methodisches Vorgehen
Modul Berichterstattungsqualität Die Berichterstattungsqualität wird anhand einer Inhaltsanalyse von 51 ausgewählten Medientiteln gemessen.
Aus der Gesamtberichterstattung der Medientitel im Untersuchungsjahr 2021 wird eine repräsentative Stichprobe von 16 561 Beiträgen gezogen. Jeder Beitrag wird von geschulten Codiererinnen und Codierern nach wissenschaftlichen Konventionen codiert (keine automatisierte Qualitätsbewertung). Um den Zeitvergleich zu gewährleisten, wurden die Verfahren zur Stichprobenziehung und Codierung der Beiträge seit der ersten Ausgabe des Medienqualitätsratings im Jahr 2016 nicht verändert.
Die vier Qualitätsdimensionen werden mit verschiedenen «Codes» operationalisiert: Die Qualitätsdimension der Relevanz wird mit den Indikatoren Beitragsrelevanz und Akteursrelevanz gemessen, die Einordnungsleistung mit den Indikatoren Themenorientierung und Interpretationsleistung und die Professionalität mit den Indikatoren Sachlichkeit, Quellentransparenz und Eigenleistung. Die Vielfalt der Medientitel wird anhand der beiden Indikatoren inhaltliche Vielfalt und geografische Vielfalt bestimmt, welche jeweils die statistischen Verteilungen der Codes über alle Beiträge hinweg erfassen.
Die Indikatoren werden zu Scores für die Qualitätsdimensionen verrechnet. Pro Medientitel wird ein Score für die Berichterstattungsqualität gebildet. Die Skala reicht von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität).
Modul Qualitätswahrnehmung Die Qualitätswahrnehmung wird – wie in den vorherigen Berichten – anhand einer Onlinebefragung gemessen. Mit der Durchführung wurde 2022 erstmals das Schweizer Sozial- und Marktforschungsunternehmen DemoSCOPE beauftragt. Vom 10. bis 30. März 2022 wurden 3 630 repräsentativ ausgewählte Personen aus der Deutschschweiz und der Suisse romande befragt, wie sie die 51 Medientitel in Bezug auf Qualität und Vertrauen einschätzen. Um Veränderungen über die Zeit festzustellen, wurde die Befragung inhaltlich auf die gleiche Weise wie in den Vorjahren durchgeführt. Darüber hinaus wurden im Rahmen des neuen Impact-Scores weitere Kennzahlen erhoben. Zum einen Reichweite und Nutzungshäufigkeit, zum anderen wie die Befragten die Medientitel in Bezug auf den persönlichen Informations- und Verständnisgewinn beurteilen.
Der Ablauf der Befragung erfolgte in drei Stufen. In der ersten Stufe gaben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, welche Medienangebote sie in letzter Zeit genutzt haben – egal für welchen Zweck, egal auf welchem Medium (gedruckt, E-Paper, online, App usw.) und egal wie oft.
Die Qualität der Berichterstattung wird – deckungsgleich mit dem Modul Berichterstattungsqualität – anhand von vier Dimensionen operationalisiert: Relevanz, Vielfalt, Professionalität und Einordnungsleistung. Zum Beispiel: Kennt ein Teilnehmer die Sendung Echo der Zeit, kreuzt er auf einer fünfstelligen Skala an, wie schwach oder stark er einzelnen Aussagen zustimmt, darunter: «Echo der Zeit stellt gesellschaftlich bedeutende Themen ins Zentrum der Berichterstattung» (Relevanz), «...berichtet über viele unterschiedliche Themen» (Vielfalt), «...ordnet Ereignisse in grössere Zusammenhänge ein» (Einordnungsleistung) und «...trennt klar zwischen Nachrichten und Meinungen» (Professionalität). Um die Lesbarkeit zu vereinfachen, werden die Ergebnisse zu Scores für die Qualitätsdimensionen verrechnet. Pro Medientitel wird ein Score für die Qualitätswahrnehmung des Publikums gebildet. Die Skala reicht von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität).
Verrechnung der zwei Methoden In den vorherigen MQR aus den Jahren 2016, 2018 und 2020 konnte gezeigt werden, dass die Ergebnisse der beiden Methoden Inhaltsanalyse und repräsentative Befragung in hohem Masse korrelieren. Dies bedeutet, die inhaltsanalytisch erfassten Qualitätswerte decken sich stark mit den davon unabhängig erhobenen Befragungsdaten. Die hohe Korrelation zeigt sich auch im aktuellen MQR-22. Der Korrelationskoeffizient ist für die 51 Medientitel mit 0,87 sogar der höchste je gemessene Wert.
Vor diesem Hintergrund ist es auch dieses Mal möglich, die jeweiligen Scores aus den beiden Erhebungsmethoden zu einem Gesamtscore zusammenzufassen. Die Verrechnung erfolgt durch eine Mittelwertbildung aus dem Score der Inhaltsanalyse und dem Score der Befragung. Die Skala reicht auch hier von 0 (minimale Qualität) bis 100 (maximale Qualität). Damit wird die Qualität eines Titels anhand eines einzigen Scores erfassbar. Darüber hinaus wurden nach dem gleichen Berechnungsschema zusammengefasste Scores für die vier Qualitätsdimensionen gebildet.