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Der Sonnenschirm für Hutträgerinnen
Die Frauenfelder Firma Glatz stellt schon seit über 120 Jahren Sonnenschirme her. Alles begann mit der Produktion von Handsonnenschirmen für Damen. Gänzlich unpopulär war der Gartenschirm oder Standschirm, da die meisten Gärten als reine Nutzgärten dienten. Die Schirme waren relativ einfach konstruiert und es wurde vor allem auf modische Details geachtet. Der Schirm war eine Art Statussymbol der bürgerlichen Frau. Hier abgebildet ist ein Seidenschirm mit Holzgriff und Eisenverstärkungen. Das Kopfende des Griffs ist mit einem Frauenkopf verziert.
Da die bürgerliche Frau um 1900 üblicherweise einen Hut trug, hat dieses Model einen verlängerten Griff. Als der bürgerliche Garten aufkam, veränderte sich der Produktionsschwerpunkt der Firma Glatz auf Standschirme. Die Schirme wurden optisch immer schlichter und technisch ausgereifter. Heute ist der Handsonnenschirm in der Schweiz komplett in Vergessenheit geraten.