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ro. Im Mittelpunkt der siebten wissenschaftlichen Konferenz des Forschungsinstituts direkte Demokratie sollen Forschungsresultate stehen, welche aufzeigen, inwiefern der Kanton Graubünden die direkte Demokratie in der Schweiz gefördert hat. Mit der Konferenz möchten wir den Forschungsstand diesbezüglich aufzeigen und zu weiteren Forschungsprojekten anregen.
Der französische Staatstheoretiker Jean Bodin macht 1583 in seinem Hauptwerk «Sechs Bücher über den Staat» einige aufschlussreiche Bemerkungen über die Schweizerische Eidgenossenschaft. So ordnet er sämtliche Landsgemeindeorte, einschliesslich Graubünden, den «demokratischen Staatswesen» zu. Die «Graubündner Orte» seien «nach Verfassung und Regierung so rein demokratisch wie sonst kein Staat». Neben dieser Fremdbeschreibung finden sich in den Quellen kurze Zeit später auch Selbstbeschreibungen der Eidgenossen, am frühesten offenbar für das Bündnerland, wo sich 1618 in einem bestimmten historischen Kontext die früheste Verwendung des Begriffs der Demokratie für die Schweizerische Eidgenossenschaft findet: «Die Form unseres Regiments ist Democratisch.» Die «demokratische Form» Graubündens wird dann im 19. Jahrhundert immer wieder als Vorbild genannt, wenn es darum geht, die Volksrechte auszubauen. Was heisst «demokratisch» in den unterschiedlichen historischen Kontexten und welche Bedeutung erhielt die vormoderne demokratische Form Graubündens für die Entwicklung der modernen direkten Demokratie? Diesen und weiteren Fragen soll die Konferenz in Ilanz nachgehen.
Im Anschluss an die letztjährigen Konferenzen zur Bedeutung des katholischen Konservatismus, des Liberalismus und des Frühsozialismus für die direkte Demokratie in der Schweiz sowie der theoretischen Grundlagen des Naturrechts und des Genossenschaftsprinzips befasste sich das Forschungsinstitut im Rahmen der sechsten Konferenz mit der Landsgemeinde und dem Kanton Glarus. Nun sollen fortgesetzt die Kantone mit ihrem Beitrag für die direkte Demokratie im historischen Fokus stehen, nach dem Kanton Graubünden soll nächstes Jahr der Kanton Tessin folgen.
Programm
9.30: Begrüssung und Einführung
Dr. phil. René Roca, Leiter Forschungsinstitut direkte Demokratie
Dr. Carmelia Maissen, Gemeindepräsidentin von Ilanz/Glion
10.00: Dr. phil. René Roca: «Der Kanton Graubünden und sein Beitrag für die direkte Demokratie in der Schweiz – ein Überblick»
10.45: Pause
Referate
11.15: Prof. Dr. theol. Jan-Andrea Bernhard: «Kirche und Staat – die Wirkung der Ilanzer Artikelbriefe und Disputations-thesen»
12.00: Dr. phil. Florian Hitz: «Das altbündnerische Referendum. Seine Praxis im Ancien Régime und seine Rezeption bei bündnerischen Rechtshistorikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (A.R. Ganzoni, Zaccaria Giacometti, Peter Liver)»
12.45: Mittagessen
14.15: Prof. em. Dr. Jon Mathieu: «Formen ‹demokratischer› Politik im frühneuzeitlichen Freistaat der Drei Bünde»
15.00: Prof. Dr. iur. Stefan G. Schmid: «Florian Gengel (1834–1905) – ein Bündner Theoretiker der direkten Demokratie»
15.45: Prof. Dr. Randolph C. Head: «Gab es eine frühneuzeitliche Demokratie? Eine zeitgenössische Perspektive aus graubündnerischer Sicht» (ev. per Video-Konferenz)
16.30: Ausblick und Schlussdiskussion mit Referenten und Publikum
Anmeldungen bitte über die Webseite: www.fidd.ch
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