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Europas Wälder sind grosse Kohlendioxidspeicher und haben damit eine klimaregulierende Funktion. Sie nehmen während der Photosynthese Kohlendioxid (CO2) auf und wandeln ihn mit Hilfe von Wasser und Sonnenlicht zu Sauerstoff und Glucose um. Dieser Zucker wird von der Pflanze als Reservestoff und als Baustein für die Zellstruktur verwendet.
Alle fünf bis zehn Jahre wird im Wald eine Inventur durchgeführt, um die Gesundheit der europäischen Wälder zu überprüfen. Dabei wird ermittelt wie sich das gesamte Stammvolumen aller Bäume in Europa entwickelt hat. Mittels des Stammvolumens lässt sich dann auf die Sauerstoffproduktion und den CO2-Verbrauch der Wälder rückschliessen. Viele Jahre wuchsen die Wälder prächtig und nahmen dabei jährlich immer mehr CO2 aus der Atmosphäre auf – 1995 waren es rund 370 Millionen Tonnen CO2. Doch seit 2005 ist es damit vorbei.
Eine aktuelle Studie, welche vor kurzem im „Nature Climate Change“ publiziert wurde, weist darauf hin, dass die europäischen Wälder ihre Pufferwirkung verlieren könnten. Das internationale Forscherteam mit Wissenschaftlern aus den Niederlanden, Finnland, Schweiz und Italien schreiben, dass es bereits drei Warnzeichen gibt, welche für die Sättigung der Wälder als Kohlenstoffspeicher sprechen.
Ursachen für die Abnahme der Kohlenstoffspeicher
Seit 2005 ist ein Rückgang im Stammvolumenwachstum zu verzeichnen. Ein Grund dafür könnte das Alter der Bäume sein, aber auch die sinkende Luftfeuchtigkeit oder die geringen Stickstoffablagerungen könnten Mitschuld am Wachstumsrückgang haben. „Noch fungiert der Wald als Kohlenstoffsenke, doch dieser Trend scheint sich jetzt umzukehren“, schreiben die Wissenschaftler.
Die intensive Landnutzung könnte auch Teil des Problems sein, da oftmals Wälder für neue Fabriken, Städte und Strassen gerodet werden. Die Waldfläche wuchs bis 2005 noch um 700.000 Hektar pro Jahr. Zwischen 2005 und 2010 betrug das Wachstum lediglich 500.000 Hektar pro Jahr.
Den wichtigsten Grund für die Abnahme der CO2-Aufnahme, sehen die Forscher in der zunehmenden Anfälligkeit der Wälder. Stürme, Brände und Insektenplagen setzen den immer älter werdenden Wäldern zu. Insbesondere im Mittelmeerraum brennt es immer häufiger während den heissen und trockenen Sommermonaten.
Gert-Jan Nabuurs weist dringend darauf hin, dass der europäische Waldbestand besser gepflegt werden muss. Sei es durch die Pflege der älteren Baumbestände, durch das Schlagen von Holz in anfälligen Wäldern und durch besseren Schutz vor Waldbränden.
Bild: Woodland of Hampshire/Newbury, New Hampshire [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons