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Bei der vom Thema Homo-Ehe dominierten Präsidentschaftswahl in Costa Rica hat der konservative evangelikale Pastor Fabricio Alvarado Teilergebnissen zufolge die meisten Stimmen erhalten. Die erforderliche Mehrheit verfehlte er aber klar.
Nach Auszählung von über 80 Prozent der Stimmzettel kam er auf 24,8 Prozent, wie das Oberste Wahlgericht des Landes am Sonntag (Ortszeit) mitteilte. Der ehemalige Arbeitsminister Carlos Alvarado von der regierenden Bürgeraktion (PAC) erhielt 21,6 Prozent.
Der drittplatzierte ehemalige sozialdemokratische Abgeordnete Antonio Alvarez Desanti erhielt rund 19 Prozent und räumte am späten Abend seine Niederlage ein. Da kein Kandidat den für einen Wahlsieg in der ersten Runde erforderlichen Stimmenanteil von 40 Prozent erreichte, findet am 1. April eine Stichwahl statt.
Die Wahlbeteiligung war mit 66 Prozent hoch. Insgesamt hatten sich 13 Kandidaten um die Nachfolge von Staatschef Luis Guillermo Solis beworben, der gemäss der Verfassung nicht noch einmal antreten durfte.
"Strukturell konservative Gesellschaft"
Zentrales Wahlkampfthema war die gleichgeschlechtliche Ehe. Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (CIDH) hatte Anfang Januar den Ländern der Region empfohlen, gleichgeschlechtliche Ehen anzuerkennen. Dagegen stemmte sich der evangelikale Kandidat Alvarado, woraufhin seine Umfragewerte stiegen.
Die Unterstützung für Fabricio Alvarado erklärten Politiker mit der "strukturell konservativen Gesellschaft" des kleinen zentralamerikanischen Landes. Diese sei mit grosser Mehrheit gegen die Homo-Ehe, den Konsum von Drogen und eine Trennung von Kirche und Staat.
"Die Religion hat in dieser Wahl eine sehr starke Rolle gespielt", erklärte der Analyst Carlos Chinchilla. Obwohl nur eine Empfehlung, habe die Aussage des CIDH "einen religiösen Schock" in dem Land ausgelöst, erklärte das Zentrum für politische Forschung und Studien (CIEP). Vor der CIDH-Entscheidung war der Wahlkampf vor allem um Themen wie Korruption, innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit gekreist.
Die 3,3 Millionen Stimmberechtigten waren zudem aufgerufen, die 57 Abgeordneten des Parlaments zu wählen.