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US-Staudamm vor dem Kollaps Leichte Entspannung am Oroville-Staudamm
- Aktualisiert am Dienstag, 14. Februar 2017, 14:10 Uhr
In mehreren Bezirken im Norden des US-Bundesstaats Kalifornien ist der Notstand ausgerufen worden. Es besteht die Gefahr von Überflutungen durch überfliessende Wassermassen aus dem übervollen Staudamm Oroville.
Die kritische Lage hat sich am Montagmorgen (Ortszeit) zwar leicht entspannt. Nach Mitteilung der Behörden konnte der unkontrollierte Wasserabfluss über einen Notfall-Überlauf aufgehalten werden. Dieser musste im Verlauf des Montags nicht mehr verwendet werden, da der Wasserspiegel des Sees zurückgegangen war. Stattdessen wurde mehr Wasser über einen Seitenkanal abgelassen, der ebenfalls beschädigt ist. Um beide Anlagen schnell zu befestigen, wurden mit Steinen gefüllte Säcke per Hubschrauber abgesetzt. Der 235 Meter hohe und 2300 Meter breite Erdstaudamm selber ist nicht gefährdet.
Notstand in drei Bezirken
Gouverneur Jerry Brown hatte am Sonntagabend den Notstand für die betroffenen Bezirke unterhalb des Staudamms ausgerufen. Die Lage sei komplex und verändere sich sehr schnell. In den betroffenen Bezirken wurden auch schon Notunterkünfte für die Einwohner bereitgestellt.
Schon zuvor hatte die Polizei rund 188'000 Anwohner aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Es müsste mit einer Flutwelle gerechnet werden, die weite Teile der Region rund um den See treffen könne. Am Montag wurde zudem ein Gefängnis im Butte-Bezirk geräumt. Alle 578 Häftlinge wurden in eine Haftanstalt im 200 Kilometer entfernten Alameda County gebracht.
Riesige Wassermenge erodiert Abflusskanal
Nach wochenlangen Regenfällen war der Pegel des Stausees stark angestiegen. Um den Staudamm zu entlasten, wurde die Wassermenge im Abflusskanal stark erhöht. Nach kurzer Zeit traten aber auf dem Grund des Abflusskanals Erosionsschäden auf: Im Betonkanal klafft ein rund 14 Meter tiefes Loch mit den Dimensionen von rund 90 auf 150 Metern.
48 Jahre nach dem Bau der Stauanlage Oroville wurde darum erstmals der Notfall-Abfluss bzw. -Überlauf in Betrieb genommen, um den daneben liegenden Abflusskanal sanieren zu können. Das überfliessende Wasser erodierte aber den darunter liegenden Hang und gefährdet damit die gesamte Betonkonstruktion des Notfall-Überlaufs.
Heftiger Regen folgt auf Dürre
In Teilen des von Dürre geplagten Kaliforniens gab es in den vergangenen Tagen heftige Regenfälle. Bewohner mussten aus ihren Häusern gerettet werden, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war.
Der 235 Meter hohe Erdstaudamm erstreckt sich über eine Länge von 2300 Meter. Die Stauanlage für die Stromgewinnung liegt etwa 125 Kilometer nördlich der kalifornischen Hauptstadt Sacramento.
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