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Industrielle Altlasten im Oberwallis - Der Kanton Wallis begrüsst das Engagement der Lonza AG
Die Lonza AG zeigt sich fest entschlossen, die durch ihre vergangene industrielle Tätigkeit im Oberwallis belasteten Standorte zu sanieren. Der Staat Wallis begrüsst dieses Engagement. Gleichzeitig wird er die Durchführung der Untersuchungen begleiten und den Fortschritt der Sanierungsarbeiten aufmerksam verfolgen.
Im Dezember 2017 einigten sich der Staat Wallis, die Lonza AG, die Nationalstrassen (Kanton und Bund) sowie die Gemeinden Visp, Raron, Baltschieder und Niedergesteln über die Aufteilung der Kosten der Quecksilberuntersuchung und Sanierung. Lonza führt nun die notwendigen Untersuchungen und Arbeiten zur Sanierung aller belasteten Standorte fort, die auf ihre industrielle Tätigkeit im Oberwallis zurückzuführen sind. Der Kanton begrüsst das Engagement der Lonza, das heute anlässlich einer Medienkonferenz verkündet wurde und wird die Umsetzung der Sanierungsmassnahmen in Übereinstimmung mit der geltenden Gesetzgebung, insbesondere durch die Dienststelle für Umwelt (DUW), weiterhin unterstützen und überwachen.
Die Bodensanierungen im Wohngebiet verlaufen planmässig. In der Landwirtschaftszone zwischen Raron und Visp wird eine Methode getestet, die es ermöglichen soll, verschmutzte Zonen unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen zu identifizieren und wirksam abzugrenzen. Diese Methode soll anschliessend schrittweise auf die gesamte betroffene Zone ausgedehnt werden. Auch innerhalb des Werksgeländes und entlang des Grossgrundkanals laufen detaillierte Untersuchungen. Schliesslich werden im Zusammenhang mit der ehemaligen Deponie Gamsenried besonders komplexe Untersuchungen im Hinblick auf ein Sanierungsprojekt durchgeführt.
Die alte Deponie Gamsenried enthält mehrheitlich rund 1.5 Millionen Kubikmeter Produktionsabfälle der Lonza AG, welche zwischen 1918 und 1978 abgelagert wurden. Es handelt sich hauptsächlich um Kalkhydrat, Gips und Abwasserschlämme aus der chemischen Produktion, welche mit verschiedenen organischen Schadstoffen und Quecksilber belastet sind. Seit 1990 wird das Grundwasser am Rande der Deponie gepumpt und in der Kläranlage der Lonza behandelt. Da die Schadstoffkonzentrationen im abgepumpten Wasser nur langsam abnehmen, hatte die DUW von der Lonza 2011 ein Projekt für die definitive Sanierung dieser aussergewöhnlich umfangreichen Deponie verlangt. Ein erstes vom Unternehmen vorgelegtes Projekt wurde durch die DUW 2014 zwecks Neubewertung zurückgewiesen, um Zweifel an der Wirksamkeit der vorgeschlagenen Massnahme und der Gefahr der Remobilisierung der geschätzten 40 bis 63 Tonnen Quecksilber, die sich auf der Deponie befinden würden, auszuräumen.
Seitdem hat Lonza auf Verlangen der DUW die hydraulische Sicherungsbarriere der Deponie verstärkt und die Überwachung möglicher Grundwasserschäden 2 / 2
intensiviert. Kontrollen der Luftimmissionen wurden ebenfalls durchgeführt und ermöglichten es, einen Einfluss auf die Luftqualität auszuschliessen.
Ein umfassender ergänzender historischer Untersuchungsbericht wurde der DUW im Jahr 2016 vorgelegt. Parallel dazu bat die DUW Lonza um detailliertere Untersuchungen zur genauen Verteilung von Schadstoffen im Deponiekörper (Quecksilber und organische Schadstoffe). Die Etablierung der Detailuntersuchung war bereits Gegenstand verschiedener Kampagnen vor Ort. Die erste grosse Phase der Detailuntersuchung ist abgeschlossen und wurde in verschiedenen Berichten dokumentiert. Die DUW wird sich nächstens über diese Berichte festlegen. Auf der Grundlage der laufenden Detailuntersuchungen und der anschliessenden Variantenstudie muss ein Sanierungsprojekt entwickelt werden, um diesen Fall nachhaltig zu lösen.Tweet