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Als Golfprofessional hat Adilson da Silva 15 Turniersiege angehäuft. Den schönsten und wohl wichtigsten Moment seiner Karriere erlebte er aber an einem Turnier, das er nicht gewann – man schrieb den 11. August 2016.
Als der Golfsport 2016 in Rio de Janeiro nach 92 Jahren das Comeback im Programm der Olympischen Sommerspiele gab, richteten es die Organisatoren so ein, dass Adilson da Silva, der einzige Brasilianer im Feld der Männer, in der ersten Spielgruppe den allerersten Drive schlagen konnte. Es war wie das Durchschneiden des Bandes bei einer wichtigen Einweihung. Nie vorher und nie seither stand Adilson da Silva in einem so schönen, weltweit beachteten Scheinwerferlicht. Er beendete das erste olympische Golfturnier seit 1924 im 39. Rang, aber er wurde eine Symbolfigur.
Sieben Jahre später wird Adilson da Silva in dieser Woche in einer etwas familiäreren Umgebung erstmals am Swiss Senior Open in Bad Ragaz abschlagen. Er ist quasi ein Jungsenior, am 24. Januar 2022 50 Jahre alt geworden.
Der Einstieg in den europäischen Ü50-Circuit fiel ihm leichter als manchem vor ihm. Nach der Debüt-Saison 2022 wurde er als Rookie of the Year gewählt. Dazu trug der Sieg Ende August an der PGA Seniors Championship bei Liverpool einiges bei. Er distanzierte den zweitplatzierten Joakim Haeggman um sechs Schläge, sodass man den Schweden kaum noch als «Runner-up» bezeichnen konnte.
In der neuen Saison, 2023, schlug er schon bei der ersten Gelegenheit wieder zu. Er siegte im Golfclub Murhof nördlich von Graz, diesmal jedoch in einer knappen Entscheidung. Er rang Keith Horne aus Südafrika in einem Stechen nieder.
Südafrika ist ein wichtiges Stichwort im Lebenslauf von Adilson da Silva. Man kann sich leicht vorstellen, dass er seine nicht für Golfsport auf höchstem Niveau bekannte Heimat Brasilien verlassen musste, wenn er als Professional ein Auskommen haben wollte. Tatsächlich verschlug es ihn nach Südafrika, nach Natal, wo er 1994 mit 22 Jahren den Pro-Status annahm. Es folgte eine erfolgreiche Reise, deren einzelne Etappen man nicht aufzählen kann, ohne den Rahmen dieses Beitrags zu sprengen. Von 1997 bis 2013 siegte er zwölfmal auf der Sunshine Tour im südlichen Afrika (auch Turniere in Simbabwe oder Sambia stehen jeweils im Jahresprogramm).
Herausstreichen wollen wir einen Erfolg ausserhalb der Sunshine Tour. Im September 2018, also mit bereits 46 Jahren, triumphierte er auf der Asian Tour, am Taiwan Masters. Auf allerhöchstem Level bestritt er dreimal das British Open. Er schaffte 2012, beim Sieg von Ernie Els, den Cut und kam auf den 69. Platz.