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Am 9. März 1857 hat der Kantonsrat auf Antrag des Regierungsrates die erste Verordnung über die Förderung und Veredelung der Viehzucht, als Haupterwerbsquelle des Landes erlassen. Zu diesem Zwecke wurde die alljährliche Abhaltung von Viehausstellungen verbunden mit einem Markt auf den Plätzen Schwyz, Lachen und Einsiedeln eingeführt. Total wurden an der Austragung der ersten Ausstellung im Herbst 1857 auf den drei verschiedenen Plätzen 405 Tiere ausgestellt.
Der Regierungsrat bezweckte mit den Bezirksviehausstellungen die Förderung des Viehabsatzes. Eine wichtige Bedeutung hatte aber seit Beginn der Ausstellungen die Zuchtförderung. Die erste offizielle Beschreibung des Rassenstandards des Schwyzer Viehs ist in der regierungsrätlichen Verordnung betreffend die Viehausstellung vom 28. August 1869 enthalten. Von der Behörde wurde damals bewusst eine von den Züchtern schon vorher angestrebte Vereinheitlichung der Rasse gefördert.
Konstant hohe Auffuhrzahlen
Heute zählt der Kanton Schwyz fünf Ausstellungsplätze. Die Austragungsorte Arth/Küssnacht kamen im Jahr 1877 und Schindellegi im Jahr 1947 hinzu. Um 1900 wurden an den Bezirksviehausstellungen rund 2'000 Tiere präsentiert. Die Auffuhr stieg in den 30er-Jahren auf rund 3'000 Stück an und variierte anschliessend zwischen 2'600 Tieren bis zur Rekor-dauffuhr im Jahre 1989 mit 4'180 Stück Rindvieh. Noch heute beträgt die Auffuhr 3'000 Kühe, Rinder, Maisen, Jungvieh und Stiere.
Zuchtförderung und Tradition
Die Bedeutung der Bezirkviehausstellungen hat sich im Laufe der Jahre verändert. Die Ausstellungen dienen noch heute den Züchtern als Standortbestimmung und fördern die Exterieurzucht, welche sich wiederum positiv auf die Nutzungsdauer der Tiere auswirkt. Zudem werden Mindestzuchtwerte verlangt, um die Leistungsbereitschaft der Tiere zu fördern. Die Ausstellungen stellen hauptsächlich ein Schaufenster für das Schwyzer Vieh dar. Sie machen beste Werbung für das heimische Zuchtvieh und dienen so dem Viehabsatz. Der direkte Handel an den Ausstellungen hat aber an Wichtigkeit verloren. Von grosser Bedeutung ist aber auch der Meinungsaustausch unter den Züchtern und nicht zuletzt dient jede Ausstellung auch der Weiterbildung der Züchter.
Neben der landwirtschaftlichen Bedeutung haben die Ausstellungen heute einen hohen kultu-rellen und traditionellen Wert. Sie sind zudem ein Treffpunkt der bäuerlichen mit der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung. Hervorzuheben ist dabei der Viehumzug durchs Dorf, welcher von Hunderten von Zuschauern besucht wird. Er wird angeführt von der Kindertrachtengruppe, der Trachtengruppe mit Fahnenschwinger, ihnen folgen die Politiker, die Funktionäre, Experten und Ehrengäste und anschliessend die prämierten Stiere, Kühe und Rinder.