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Die Lakers aus Rapperswil verpflichten nach Pavel Brendl auch Janne Niinimaa
Die Rapperswil-Jona Lakers sind nicht zu beneiden. Um die richtigen Entscheide der letzten Jahre zu zählen, braucht es keinen Zählrahmen. Diesen nimmt man besser für die falschen. Aber aufgeben wollen die Seebuben noch lange nicht.
Die St. Galler vermelden die Zuzüge des Tschechen Pavel Brendl (30) bis Saisonende und des Finnen Janne Niinimaa (36) für vorerst einen Monat. Funktionieren diese beiden Spieler, könnte dies vor allem die Offensive der Lakers befeuern. Die Frage ist allerdings, ob sie funktionieren. Beide Transfers können sowohl Top als auch Flop sein.
Pavel Brendl galt als Supertalent und stellte dies als junger Spieler auch unter Beweis. In der NHL setzte sich der Wandervogel indes nie richtig durch. Zuletzt bestritt er in der Saison 2005/06 für die Phoenix Coyotes zwei Spiele in der besten Liga der Welt, konnte da aber seine Skorer-Qualitäten nicht in Punkte ummünzen. In der letzten Saison spielte der Tscheche zuerst 16 Spiele in der finnischen SM-liiga bei KalPa Kuopio, wo er sich in 16 Spielen 15 Punkte (7 T, 8 A) und eine +7 Bilanz gutschreiben liess. Etwas weniger gut liest sich seine Ausbeute danach in der russischen KHL, wo er für Nizhnekamsk Neftekhimik 24 Spiele bestritt und dabei 9 Tore und 1 Assist erzielte, aber eine recht unerfreuliche -9 Bilanz aufwies. Nizhnekamsk qualifizierte sich als 8. Team in der Eastern Conference mit 75 Punkten aus 54 Spielen und einem beinahe ausgeglichenen Torverhältnis von 159:162 für die Playoffs, und scheiterte da äusserst knapp in 7 Spielen an Avangard Oms. Damit zeigt sich, dass Brendl mit seiner -9 – Bilanz nicht zu den Top-Leistungsträgern seines Teams gehört haben kann. In der aktuellen Saison stand er beim tschechischen Verein Pardubice HC zwar erst 6 Spiele im Einsatz, erzielte dabei aber 5 Tore und 3 Assists. Nach einer Testphase unterbreiteten ihm die Ost-Boehmen ein Angebot bis Ende Saison. Brendl favorisierte jedoch das Angebot der Lakers.
Ein grosses Kaliber ist auch Janne Niinimaa, wovon sich auch die SCL Tigers in der Saison 2008/09 überzeugen konnten. Für die Tiger absolvierte der Finne 20 Spiele und brachte es dabei auf 18 Skorerpunkte. Noch besser: Niinimaa brachte es als Verteidiger bei den damals nicht unbedingt als Defensivkünstler bekannten Emmentalern auf eine +6 Bilanz. Dies erstaunt allerdings wenig, denn Niinimaa absolvierte in seiner Karriere 741 NHL-Partien für die Philadelphia Fliers, die Edmonton Oilers, die New York Islanders, die Dallas Stars und die Montreal Canadiens und erspielte dabei 319 Punkte (54 T, 265 A). Seine +/- Bilanz steht über seine ganze NHL-Karriere mit 43 im Plus. Keine Frage: Wenn Janne Niinimaa gesund ist, wird er sich für die Lakers als Toptransfer erweisen. Der Finne hatte es allerdings in jüngster Zeit des Oeftern mit dem Rücken. Er bestritt in dieser Saison noch keine Spiele.
Für die Rapperswiler bleibt zu hoffen, dass ihre Serie von unglücklichen, aber zum Teil auch dummen Entscheiden rund um das Team und die Fans mit den jüngsten Verpflichtungen endlich abreist. Andernfalls ist es für das Team vom Obersee wahrlich langsam an der Zeit, sich aus der höchsten Spielklasse zu verabschieden. Seit aus dem altehrwürdigen Lido die «Diners-Club Arena» wurde, geht es mit den Lakers ständig bergab.