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ESG-Engagement von Private-Equity-Gesellschaften nimmt zu
Das ESG-Engagement von Private-Equity-Gesellschaften nimmt zu. Dabei spielen in Europa ansässige Firmen eine Vorreiterrolle, wie eine Umfrage von Aberdeen Standard Investments zeigt.
02.04.2020, 11:15 Uhr
Redaktion: rem
Bei Private-Equity-Gesellschaften steigt eindeutig das Bewusstsein für Themen wie Klimawandel, CO2-Ausgleich und verringerte Nutzung von Einweg-Kunststoffen. Eine Erhebung von Aberdeen Standard Investments (ASI) zeigt in Europa ein anhaltend starkes und im asiatisch-pazifischen Raum (APAC) ein zunehmendes Engagement.
Nur 38% der befragten Unternehmen sind jedoch Unterzeichner der Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortliches Investieren (United Nations Principles for Responsible Investment, UNPRI), des Global Compact der Vereinten Nationen (United Nations Global Compact, UNGC) oder ähnlicher Initiativen. Die Studienergebnisse verdeutlichen auch, dass in Nordamerika ansässige Firmen diesbezüglich offenbar hinter ihren europäischen und den APAC-Pendants zurückbleiben.
Die nunmehr das fünfte Jahr in Folge durchgeführte Umfrage zielt darauf ab, den aktuellen Stand des Engagements sowohl auf der Ebene der General Partners (GPs, Private-Equity-Gesellschaften) als auch auf der Ebene der zugrundeliegenden Portfoliounternehmen zu überprüfen. Die Umfrage wurde an 176 GPs in Europa (60), Nordamerika (82) und APAC (34) verschickt, 52% haben daran teilgenommen und haben anhand ihrer Antworten ein ESG-Rating nach folgenden Kritierien erhalten:
Grün: Der GP verfügt über einen transparenten Prozess zur Überwachung der Kriterien, der in den meisten seiner Portfoliounternehmen umgesetzt wird.
Gelb: Der GP berücksichtigt die Kriterien bis zu einem gewissen Grad (oder hat Pläne, dies zu tun), jedoch ist der Prozess noch nicht vollständig nachvollziehbar bzw. noch nicht bei der Mehrheit der Portfoliounternehmen umgesetzt.
Rot: Der GP verfügt nicht über einen entsprechenden Prozess und hat keinerlei diesbezügliche Pläne.
Unternehmen in Nordamerika hinken hinterher
Die Anzahl der an der Umfrage beteiligten Unternehmen, die mit Grün eingestuft wurden, blieb 2019 konstant. In Europa wurde in keinem Fall das Rating Rot vergeben. Über die Hälfte der Teilnehmer haben während des Jahres mindestens eine positive ESG-Veränderung durchgeführt und viele haben mehrere Initiativen ergriffen.
Aus den Ergebnissen geht hervor, dass Nordamerika nach wie vor nicht mit Europa und der APAC-Region mithalten kann. Weniger als ein Drittel der befragten GPs haben die Prinzipien der Vereinten Nationen für verantwortliches Investieren (United Nations Principles for Responsible Investment, UNPRI), den Globalen Pakt der Vereinten Nationen (United Nations Global Compact, UNGC) oder ähnliches formell unterzeichnet oder erwägen, dies zu tun. Tatsächlich haben 39% keine entsprechenden Pläne.
Die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (United Nations Sustainable Development Goals, UNSDG) rücken zwar zunehmend in den Fokus. Viele der GPs suchen allerdings innerhalb der Branche nach Orientierung für deren Anwendung.
Die folgenden Angaben beziehen sich ausschliesslich auf .
Mehr als die Hälfte der befragten Private-Equity-Gesellschaften mit Sitz in Europa gab an, sinnvolle Massnahmen in Bezug auf ESG ergriffen zu haben, darunter CO2-Ausgleich, Reduzierung von Flugreisen und eine verringerte Nutzung von Einweg-Kunststoffen.
Über 80% erklärten, dass sie Initiativen zur Förderung der Vielfalt vorantreiben und die Vielfalt auf der Ebene der Portfoliounternehmen unterstützen, wenngleich oftmals noch keine Überwachungsverfahren eingeführt wurden.
Raum für Verbesserungen
Merrick McKay, Head of European Private Equity, Aberdeen Standard Investments, meint zu den Resultaten der Studie: "Es ist ein allgemeiner Trend erkennbar, dass Private-Equity-Gesellschaften ESG-Aspekten eine immer grössere Bedeutung beimessen, wobei in Europa ansässige Firmen eine Vorreiterrolle einnehmen. Es gibt immer noch Raum für Verbesserungen in Bezug auf die Fähigkeit der Unternehmen, wichtige ESG-bezogene Kennzahlen zu messen und zu überwachen – ein Punkt, den wir bei unseren Diskussionen mit den GPs vorantreiben werden."
Die Ergebnisse von Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum würden zuversichtlich stimmen, denn eine Reihe von Befragten hätten im vergangenen Jahr Initiativen zur Verbesserung ihrer ESG-Performance umgesetzt. "Mit GPs, die sich nicht an der Erhebung beteiligt oder im Vergleich schwach abgeschnitten haben, werden wir diesbezüglich in Kontakt treten. ESG gehört nach wie vor zu den Kernkomponenten unserer Anlagephilosophie und fliesst in unsere Due-Diligence- und Überwachungsprozesse mit ein“, sagt McKay.
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