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Demokratische Republik Kongo: Im Glauben verankert
Die Demokratische Republik Kongo ist 57-mal so gross wie die Schweiz. Landwirtschaftlich ist das Land durch den Anbau von Kaffee, Kakao, Gummi, Palmöl und Tee gesegnet. Es ist reich an Bodenschätzen wie Erdöl, Gold, Diamanten, Lithium, Kupfer, Kobalt, Wolfram und Coltan. Letzteres ist für die Herstellung von Mobiltelefonen und Computern unabdingbar. Trotz der Fülle an Bodenschätzen, kommt bei der Bevölkerung kaum etwas von diesem Reichtum an. Der Grossteil der 89,5 Millionen Einwohner lebt in tiefer Armut. Der Abbau der Mineralien, die unter zweifelhaften Zuständen gewonnen werden, führt zu blutigen Konflikten, an denen verschiedene Rebellengruppierungen, darunter islamistische Terrormilizen, beteiligt sind. Man schätzt, dass es in der D.R. Kongo inzwischen Tausende Tote, drei Millionen Binnenflüchtlinge und mindestens 7.500 Verschleppte gibt.
Einsatz für Dialog und Versöhnung
«Die Christliche Antwort auf die Gewalt darf nicht in Gegengewalt bestehen. Die Kirche setzt auf Dialog und Versöhnung», sagt Nicolas Cishugi, «dabei ist es vor allem wichtig anderen zuzuhören, um Krankheiten und Verletzungen zu heilen ist medizinische Versorgung nötig, aber auch seelische Wunden benötigen Therapie: Hier helfen Singen, Musik und Tanz, aber auch die Verkündigung des Glaubens. Dieser ist wichtig, da er zu Barmherzigkeit und Vergebung aufruft» Der Glaube ist im Kongo sehr lebendig. „Die Kirche setzt sich für den Frieden ein, indem sie ein Bewusstsein für Dialog und Versöhnung schafft, aber sie braucht unsere Hilfe», berichtet Pfarrer Cishugi.
Die Kirche steht den Menschen bei
Oft ist die Kirche die einzige Organisation, die den Menschen in der D.R. Kongo Halt gibt. Sie erhebt ihre Stimme gegen die Gewalt und die Untätigkeit der korrupten Regierung. Während der Staat meist unfähig ist, sich um sein Volk zu kümmern, betreibt die Kirche unzählige Schulen, Waisenhäuser und Kliniken und bietet neben in vielen Bereichen Hilfe an. Seit 1966 unterstützt das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» die Menschen in der D.R. Kongo indem es den Dienst der Kirche an den Menschen durch zahlreiche Projekte im fördert, beispielsweise die Finanzierung von Fahrrädern für Katecheten, durch den Bau und Erhalt von Kirchen und kirchlichen Gebäuden, die Sanierung von Pfarrhäusern, die Unterstützung von Bibliotheken von Ausbildungseinrichtungen und Nothilfe für die Flüchtlinge in Goma. Es unterstützt zudem die Priesterausbildung und Ordensfrauen, die den traumatisierten Menschen zur Seite stehen und für das Überleben der Kirche an den gefährlichsten Orten kämpfen
Aus der Demokratischen Republik Kongo in die Schweiz
Nicolas Cishugi wurde 1981 geboren und ist in Bukavu, D.R. Kongo, aufgewachsen. 2008 wurde er als Seminarist von seinem Bischof für sein Pfarreipraktikum in das Dorf Kaniola geschickt, kurz nachdem es dort zu einem grausamen Massaker gekommen war. Zwischen 1996-2008 wurden in dieser Pfarrei 400 von Hutus getötet, 4000 Frauen und Mädchen vergewaltigt und unzählige Kinder entführt. Nach seinem Pastoralpraktikum in diesem gefährlichen Umfeld wurde er 2010 zum Priester geweiht. Danach war er in drei Pfarreien in der Erzdiözese Bukavu und als Schulleiter tätig. 2013 kam Nicolas Cishugi für eine Weiterbildung in die Schweiz. An der Uni Fribourg erlangte er 2021 den Doktor im Fach Pastoraltheologie. Er wird in Hagendorn über die Situation der Christen in Zentralafrika berichten und über eine christliche Antwort auf diese Gewalt sprechen.
Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in der Demokratischen Republik Kongo für die Betroffenen der Gewalt!