Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03369.jsonl.gz/869

oder Charade, ein Rätsel, dessen Gegenstand ein mehrsilbiges Wort ist, das man zu erraten aufgiebt,
indem man die einzelnen Silben als für sich bestehende Wörter und dann das Ganze nach den Hauptmerkmalen
umschreibt.
Die verschiedenere Rätsel, die ein S. enthält, sind in Beziehung zu einander und zum ganzen Worte zu bringen.
In Deutschland
[* 2] erscheint das S. um 1780.
(franz. charade), Wort- und Silbenrätsel, d. h. Rätsel, bei welchem der Name oder das Wort, das man zu erraten
aufgibt, in
seine einzelnen Silben zerteilt, diese nach einzelnen Merkmalen charakterisiert und zuletzt in Eins zusammengefaßt
werden. Die S. ist also ein zusammengesetztes Rätsel; sie enthält in den einzelnen, als selbständige Wörter genommenen
Silben mehrere Rätsel, welche in gegenseitiger Beziehung stehen und sich sinnreich zusammenschließen müssen.
Dazu eignen sich besonders die Sprachen, welche, wie die griechische, französische und deutsche, reich an zusammengesetzten
Wörtern sind. Eine Sammlung von Scharaden lieferte Th. Hell unter dem Titel: »Agrionien« (Leipz. 1811-12). Lebende Scharaden
sind solche, welche in geselligen Zirkeln durch Handlung dargestellt werden, indem man die einzelnen Silben,
wie sie aufeinander folgen, durch kleine pantomimische, auch wohl dramatische Darstellungen personifiziert und zuletzt das
Ganze ebenso gibt, woraus die Gesellschaft zu raten hat, was das dargestellte Wort sei.