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Der mit 10'000 Euro dotierte Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2002 geht an den Kabarettisten und Schriftsteller Franz Hohler.
"Hohler erzählt in zeitnahen Parabeln variantenreich die Geschichte von der Sehnsucht des Menschen nach einem Leben ohne Entfremdung", heisst es in der Begründung des Stiftungsrates. Sein Humor schärfe den Blick für die Abgründe hinter den Banalitäten des Alltags. Der Preis soll am 22. November in der deutschen Stadt Kassel überreicht werden.
Vielseitiges Talent
Hohler wurde am 1. März 1943 in Biel geboren, wuchs in Olten auf, machte in Aarau Matura und studierte in Zürich Germanistik und Romanistik. Der Erfolg seines ersten Soloprogramms "pizzicato" veranlasste ihn, das Studium aufzugeben und mit Cello und wechselnden Ein-Mann-Programmen Europa, Nordamerika und Nordafrika zu bereisen.
Hohler ist nicht nur Solo-Kabarettist, Liedermacher und Satiriker, er ist auch ein bekannter Schriftsteller: Seit 1967 veröffentlichte er neben skurrilen Erzählungen und Kindergeschichten auch Gedichte und verfasste Theaterstücke, Hör- und Fernsehspiele.
1989 erschien sein bislang einziger Roman "Der neue Berg". Wie in diesem Roman geht es auch in der bekannten Erzählung "Die Rückeroberung" (1982) um den Menschen, der die Natur verdrängt. Franz Hohler wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet. Er lebt in Zürich.
Wichtige Auszeichnung
Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wird seit 1985 von einer Stiftung vergeben, welche die Schriftsteller Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner gegründet hatten. Preisträger waren bisher unter anderen Loriot, Ernst Jandl, Robert Gernhardt und der Dramatiker George Tabori. Nebst Peter Bichsel ist Franz Hohler der einzige Schweizer, der den Kasseler-Humor-Preis erhalten hat.
swissinfo und Agenturen