Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03158.jsonl.gz/64

Unicef Schweiz hat in Zusammenarbeit mit Pro Juventute und weiteren Organisationen ein Positionspapier zur Situation der Kinderrechte veröffentlicht, so die Organisationen in einer Medienmitteilung. Dieses Positionspapier formuliere konkrete Forderungen, um Defizite bei der Einhaltung der UN-Kinderrechtskonvention, die in der Schweiz, insbesondere durch die Covid-19 Pandemie offenkundig geworden sind, aufzuarbeiten.
Das Papier baut auf die Zusammenarbeit verschiedener Kinder- und Jugendorganisationen während der Corona-Pandemie auf. Konkret nehme das Papier auf mehrere Kinderrechte Bezug, so die Mitteilung weiter. Um diese Rechte für Kinder angemessen umzusetzen, brauche es konkrete Massnahmen. Dazu zähle die Erarbeitung von Konzepten zur Überwindung von Lernunterschieden als Folge von Schulschliessungen oder Fernunterricht, die Aufrechterhaltung von Freizeit- und Erholungsangeboten, die Kontakte mit Gleichaltrigen und Möglichkeiten der Erholung bieten, sowie die Einführung eines nationalen Monitorings und Datenerhebung zur psychischen Verfassung von Kindern und Jugendlichen.
Weiter sei eine Krisenkommunikation mit Fokus auf Kinder und Jugendliche nötig, die sich angemessener Sprache bedient, ausserdem die partizipative Ausarbeitung von Massnahmen und Kernbotschaften mit Kindern und Jugendlichen und die Berücksichtigung ihrer Anliegen; die Anerkennung von Unterschieden bei Kindern, das heisst, Kinder und Jugendliche dürfen nicht als homogene Gruppe betrachtet werden, sowir die Förderung von Ausgleichsmassnahmen für vulnerable Gruppen von Kindern, um Chancengerechtigkeit zu gewährleisten.
Das Positionspapier dient laut Mitteilung als Hilfestellung für Behörden, um kinderrechtliche Perspektiven bei der Aufarbeitung der Pandemiebekämpfung zu berücksichtigen, indem es Informationen und Entscheidungsgrundlagen vermittelt. Zudem richte das Papier konkrete Forderungen an die Entscheidungsträgerinnen und -träger, namentlich an Bundesbehörden und interkantonale Konferenzen. Diese müssten die Kinderrechte in künftigen Pandemien höher gewichten und diese auch bei der Aufarbeitung der Pandemiefolgen berücksichtigen.
Die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen müssen in zukünftigen Pandemien auch auf nationaler Ebene und von Beginn an stärker mitberücksichtigt werden, insbesondere mit Blick auf die Folgen bestimmter Massnahmen auf das psychische und soziale Wohlbefinden sowie die Chancengerechtigkeit, so die Organisationen.
Dabei gelte es auch darauf zu achten, dass die Interessen und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen nicht für Partikularinteressen instrumentalisiert würden, wie dies in der Covid-19-Pandemie teilweise durch massnahmenkritische Stimmen der Fall war. Schliesslich sei es unabdingbar, die langfristigen Folgen der Massnahmen zum Gesundheitsschutz zu erforschen und, wo nötig, Massnahmen zu ergreifen, um erfolgte Nachteile auszugleichen.