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gehört und widergegeben
Vor 100 Jahren (1838 - 1915) lebte in Bengalen der Bhaktalehrer Srila Gaurakishora Dasa Babaji. Viele Menschen fühlten sich spontan zum Wesen Srila Babaji Maharajas, wie der Weise genannt wurde, hingezogen, suchten seine Gemeinschaft und wollten seine Schüler werden. Doch der Babaji entzog sich nach Möglichkeit jedem Aufsehen und Gefolgschaft, da er dies als Störung für seine Meditation, seinen Bhajana, empfand. Trotzdem verbreitete sich sein Ruhm, ähnlich wie das Licht der Sonne sich ausbreitet, wenn der Tag anbricht.
In Indien ist es üblich, dass Bhagavatam-Sprecher unter freiem Himmel mehrtägige öffentliche Lesungen aus den Schriften halten. Ein solcher berufsmässiger Bhagavatam-Sprecher hielt es für eine gute Idee, zu einer Bhagavatam-Lesung einzuladen und sein Zelt direkt gegenüber dem schlichten Bhajan-Kutir Srila Babaji Maharajas aufzuschlagen. Er überlegte sich: “Viele Leute werden denken: 'Oh, Srila Babaji Maharaja ist auch dort. Da muss ich hingehen'. So werden dann bestimmt unzählige Menschen an meiner Lesung teilnehmen.”
Bald darauf fand das Ereignis statt, der Bhagavatam-Sprecher las einige Tage aus den Schriften vor und wie erwartet, fand sich eine grosse Zuhörerschaft ein. Nach einigen Tagen endete die Vorlesung und der Sprecher verschwand wieder.
Da wies Srila Babaji Maharaja, der während der ganzen Zeit seinen Bhajana-Kutir nicht verlassen hatte, einen Getreuen an, den Platz, wo die Lesung stattgefunden hatte, mit Kuhdung und Wasser zu reinigen.
Verwirrt fragte ihn der Angewiesene: “Aber Maharaja! Wozu soll das gut sein? Gerade wurde an diesem Platz viele Tage lang aus dem Bhagavatam vorgelesen. Eine bessere Reinigung kann es für diesen Ort doch gar nicht geben!”.
“Du hast also tatsächlich das Bhagavatam gehört?” wunderte sich Srila Babaji Maharaja. “Ich habe die ganzen Tage nur die Worte 'Geld, Geld, Geld' vernommen.”