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Historische Frauenbewegungen westlicher Länder sind eng mit dem Begriff des Internationalen verknüpft. Obwohl das Attribut international in Quellentexten allgegenwärtig ist, wurde bislang noch wenig darüber reflektiert, welche unterschiedlichen Bedeutungen es im Laufe der Jahrzehnte implizierte. In diesem Beitrag diskutiere ich zunächst einen begriffsgeschichtlichen Zugang zur Geschichte internationaler Frauenbewegungen, der bislang vernachlässigt wurde und dabei das Potential hätte, durch eine Historisierung des Begriffes international die Geschichte von Frauenbewegungen weiter auszudifferenzieren. Gegenwärtig greifen Historiographien von Frauenbewegungen vielfach auf den Begriff des Transnationalen zurück. Ein begriffsgeschichtlicher Zugang einerseits und ein Zugang über das Konzept der transnationalen Geschichte andererseits bilden zwei mögliche Perspektiven auf internationale Frauenbewegungen, die in ihrem Kern als Gegensätze verstanden werden können. Während eine Begriffsgeschichte den verschiedenen Bedeutungen und Konnotierungen des Internationalen in Frauenbewegungen synchron und diachron nachspürt, sucht ein der transnationalen Geschichte verpflichteter Zugang nach Phänomenen in der Vergangenheit, die mit dem in jüngerer Zeit entstandenen und durch eine gegenwärtige Perspektive geprägten Begriff des Transnationalen erfasst und erläutert werden können.
Internationale Frauenbewegungen. Perspektiven einer Begriffsgeschichte und einer transnationalen Geschichte
Erschienen in: traverse 2016/2, S. 25