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Der Staatsrat hat Anfang Mai beim Bundesgericht interveniert, um die kontrollierte Ursprungsbezeichnung (AOC) «Commune de Champagne» anerkennen zu lassen. Denis Pittet, Sprecher des Wirtschaftsdepartements, bestätigte am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA Berichte in mehreren Westschweizer Zeitungen. Die Regierung hatte der Bezeichnung «Commune de Champagne» erst im Januar die Zulassung erteilt.
Der französische Wirtschaftsverband der Champagner-Produzenten legte umgehend Rekurs ein. Im April entschied das Verfassungsgericht des Kantons Waadt zugunsten der Franzosen. Der französische Begriff «Champagne» geniesse durch das bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der EU einen exklusiven Schutz, lautete die Begründung.
Die Waadtländer Winzer ihrerseits betonen den Unterschied zwischen den Bezeichnungen «Commune de Champagne» und «Champagne». Zudem würde die geschützte Ursprungsbezeichnung nur Wein der Sorte Chasselas betreffen. Die geringe Menge der Flaschen aus dieser Genossenschaft stellten gewiss keine Konkurrenz für den französischen Champagner dar, sagen sie.
Jahrzehntelanger Kampf
Die Waadtländer und die Franzosen liegen sich wegen der Bezeichnung «Champagne» seit über 30 Jahren in den Haaren. Der Streit geht auf die bilateralen Verhandlungen mit der EU zurück. Frankreich hatte darauf bestanden, dass der Begriff «Champagne» künftig nur für den französischen Schaumwein verwendet werden dürfe.
Der Zwist hatte die Verhandlungen schwer belastet und drohte das gesamte Paket der Bilateralen 1 zu blockieren. 2007 blitzten die Waadtländer Winzer mit einer Klage beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ab.