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An das schönste Weihnachtsgeschenk, an das ich mich heute noch erinnere und das in späteren Jahrzehnten durch nichts mehr zu toppen war, erhielt ich in meiner Kindheit. Meine Puppenstube, mit der ich täglich gespielt hatte und die bereits frühere Generationen erfreute und aus feinstem Holz kunstvoll geschnitzt war, verwandelte sich auf wundersame Weise . Am Heilig Abend – und ich werde den Moment nie mehr vergessen – stand das Puppenhaus mit winzigen Lichtern ausgestattet unterm Christbaum: In einer Ständerlampe, die vorher genügsam in einer Ecke stand, schimmerte ein winziges Licht; aus dem kleinen Radio blinkte es munter; im Ofen wärmte ein dunkelrotes Feuer die Stube. „Jetzt bin ich im Paradies“, dachte ich. Meine Mutter schloss mich in die Arme und hatte Freudentränen in den Augen. Sie hatte wenig Geld, aber für den Kauf der Batterien hatte es gerade noch gereicht.
Mit dem Organspendeausweis wird ein grossherziges Einverständnis erteilt, seine Organe einem entsprechend bedürftigen Kranken zu spenden. Mit dem Spenden soll in Deutschland nun aber Schluss sein. Das deutsche Bundesparlament wird darüber beschliessen, ob zukünftig niemand mehr selbst über eine allfällige Weiterverwendung seiner Organe entscheiden kann, sondern durch eine staatliche Enteignung darüber verfügt wird. Mit dem sperrigen Begriff der "doppelten Widerspruchslösung" ist die Möglichkeit eingeräumt, sich schriftlich dagegen auszusprechen.
Wir sind in der Schweiz um einiges besser dran. Wir entscheiden selbst, ob wir der Initiative über die körperliche Verstaatlichung unserer Organe zustimmen werden. Im Text der Initiative Art. 119a Abs. 4 4 ist zu lesen: „Die Spende von Organen, Geweben und Zellen einer verstorbenen Person zum Zweck der Transplantation beruht auf dem Grundsatz der vermuteten Zustimmung, es sei denn, die betreffende Person hat zu Lebzeiten ihre Ablehnung geäussert.“ Diese Information ist irreführend. Von Toten stammende Organe können nicht transplantiert werden, sondern nur solche, die von noch Lebenden entnommen werden, die also im Sterben liegen und deren Sterbeprozess nicht organisch erfolgt, sondern beschleunigt wird. Dass dies ausschliesslich unter Vollnarkose geschehen darf, sollte zwar beruhigen, macht aber hellhörig.
Ich gehe davon aus, dass sich das Schweizer Volk gegen die Organenteignung aussprechen wird, damit wir wieder zur ursprünglichen Idee einer mitmenschlichen Spende zurückfinden, die freiwillig erfolgt. Etwas, das uns ja nicht mehr gehört sondern bereits dem Staat übereignet wurde, könnte auch nicht mehr als Gabe gespendet werden.
In der heutigen Zeit wird viel über Toleranz geredet. Den einen kann sie nicht weit genug gehen, andere hingegen sehen darin auch eine Gefahr, die eigenen Werte zu verleugnen. Was steckt nun hinter dem Begriff, der so unterschiedliche Reaktionen auslöst?
Unser AutorInnen-Team hat sich intensiv damit auseinandergesetzt. Die Beiträge wollen Impulse setzen und dazu anregen, selbst darüber nachzudenken und für sich eine mögliche Orientierung herauszuarbeiten.
Die meisten kennen das unangenehme Gefühl, sich zwischen einer vernünftigen und realisierbaren und einer etwas gewagten Variante entscheiden zu müssen. Es gibt viele, die haben zwar gute Idee, hocken aber am Boden fest, der ihnen Sicherheit verspricht, mehr noch, sie kleben daran. Hinterher wundern sie sich, dass aus dem gedanklichen Höhenflug wieder einmal nichts geworden ist. Andere kurven ständig in schwer zu realisierenden Ideen herum, um wundern sich ebenfalls, dass daraus nichts wird.
Die beste Möglichkeit besteht darin, beide Pole zu verbinden: mit den Füssen auf dem Boden stehen und mit dem Hirn alle möglichen Denkflüge zu unternehmen. Und dann beides miteinander verknüpfen. Klingt ziemlich einfach ist aber eine hochanspruchsvolle Herausforderung. Trotzdem: es lohnt sich.
Schön gesagt. Gut gemeint. Doch, wenn sie fehlt, woher nehmen und nicht stehlen? Und bei wem etwas Zeit abzwacken? Wer gäbe freiwillig etwas davon her? Und wie könnte ein Überschuss an Zeit auf ein defizitäres Konto übertragen werden?
Die Sache mit der Zeit ist eine grosse Herausforderung und wirft uns auf uns selbst zurück. Also selbst damit haushalten müssen, Mass halten, in eigener Verantwortung. Sündenböcke zu finden, ist schwierig, sie entziehen sich bei genauem Hinschauen.
Trotzdem, irgendwann sind wir am Ende unserer Mühen angekommen und es bleibt nur noch zusagen: Die Zeit ist gekommen.
Für die einen schwierig, bei anderen hingegen hat es die poetische Ader in Schwingung gebracht. Eine bunte Palette ist nun entstanden, sie zeichnet den weiten Bogen von Sehnsüchten bis zur realistischen Landung auf dem Boden der Realität auf.
Ich für meinen Teil bin gerade dabei, das hormonelle Tanztheater in umfassender Freude zu entdecken; am Morgen unter der Dusche ein Halleluja trällernd, verliebt in das Leben, dankbar dafür, dass ich bin; oder wenn mein Blick über die Weite des vor mir liegenden Wassers schweift, der See silbern wie eine grosse Seele daliegt, da kann es schon vorkommen, dass ich denke, im Paradies zu sein. Ob das alles mit Hormonen zu tun hat, weiss ich nicht. Eigentlich auch nicht nötig.
Manchmal habe ich den Eindruck, es ist alles aus den Fugen geraten und wir drehen durchgeknallt im Hamsterrad. Irgendwann landen wir dann in einer Falle und wundern uns, dass wir selbst dafür gesorgt haben, unsere Lebensgrundlage systematisch selbst zerstört zu haben. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, noch können wir das Ruder herumreissen, bevor wir am selbst produzierten Überfluss ersticken.
Umdenken ist angesagt. Schluss mit der Gedankenlosigkeit, Schluss damit, in der Feudalagonie vor sich hinzudämmern. Oft beginnt es damit, aufmerksam auf die tausend kleinen Fallstricke im Alltag zu achten und diese klipp und klar zu benennen.
Die meisten kennen das aus eigener Erfahrung: Irgendwann geschieht etwas Unverhofftes. Vielleicht nimmt etwas eine unerwartet gute Wendung, oder aber wir stehen plötzlich vor einem Scherbenhaufen. Manchmal sind es auch ganz leise Töne, die sich überraschend einstellen. Immer aber ist es lohnend, darüber nachzudenken, um vielleicht mehr über sich zu erfahren und sich wieder ein Stück näher zu kommen.
In den nachfolgenden Texten wird ein bunter Strauss von unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten abgebildet, ob als gedanklicher Exkurs, als Erinnerung, als Erzählung oder als Gedicht.
Schön wäre es, wenn sich die Texte inspirierend auswirken! Das AutorInnenteam freut sich auf Ihre Kommentare!
Es gibt immer wieder besondere Momente, da gerät unser Herzschlag aus dem Takt, schlägt Purzelbäume, poltert wild um sich oder hüpft ungeordnet. Manchmal steckt Freude dahinter, gelegentlich auch ein Schreckensmoment immer aber lässt es uns aufhorchen, zwingt uns aus dem normalen Trott heraus und vielleicht gelingt es sogar, dahinter auch den Fingerzeig zu erkennen, der uns weiterbringt.
Zehn Autorinnen und ein Autor nehmen dazu Stellung. Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Meinungen.
Ist dieser Tag nicht längst überfällig? Schließlich können sich doch heute Frauen selbstbewusst durchsetzen, jeden Beruf ergreifen den sie gerne möchten, ebenso sind sie doch finanziell unabhängig! Oder ist das alles doch eine Illusion und die Realität sieht ganz anders aus?
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Die einen atmen auf – endlich kommt das Elend ans Tageslicht. Andere nerven sich darüber, welche Hysterie ausgebrochen ist. Und es gibt nicht wenige, die bedauern, dass da plötzlich alle Männer unter Verdacht gestellt werden.
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