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Gesellschaftstänze
Wie so viele Tänze ist auch der Foxtrott zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus Übersee nach Europa gekommen; und wie von so vielen jener Tänze befürchteten die konservativen Behörden jener Tage auch vom Foxtrott, dass er einen schlechten Einfluss auf die Sitte und Moral der Tanzenden haben könnte. So versuchte ihn beispielsweise die Reichsmusikprüfstelle im nationalsozialistischen Deutschland durch drastische Geldstrafen aus den zeitgenössischen Tanzhäusern zu verbannen. Nichtsdestotrotz gehört der Foxtrott zu denjenigen Tänzen, die heute in jedem Einführungskurs ins Tanzen behandelt werden. Obschon der Name, der übersetzt Fuchsgang bedeutet, angeblich auf den Schauspieler Harry Fox und nicht auf Füchse generell zurückgeht, hat der Foxtrott sehr viel von einem über die Tanzfläche schreitenden Fuchspaar. In federndem Gang und zackigen Schrittes verfolgen die Tanzpaare die Fährte ihrer Beute, nur um dann im geeigneten Moment plötzlich die Richtung zu wechseln und sich auf eine neue Spur zu begeben.
Der Marsch ist ein Gesellschaftstanz aus dem 20. Jahrhundert und ging aus dem Exerzieren der Soldaten hervor. Der Grundschritt ist vergleichbar mit einfachem, geradlinigem Gehen. In Deutschland wurde in grossen Gruppen zu Marschmusik im 4/4-Takt getanzt. Parallel dazu entwickelte sich in den Benelux-Staaten eine Variante, die sich an der slawischen, slowenischen und bayrischen Volksmusik inspirierte: Die Polka im 2/4-Takt war hier die musikalische Grundlage zum Marsch.
Der Marsch ist rhythmisch geradlinig und kann sehr schnell in „einfacher Ausführung“ getanzt werden. Für Fortgeschrittene bietet der Marsch eine Hülle von Variationen von wechselnden Bildern (Diagonalen, Halbkreis, Sternform usw.) bis hin zu akrobatischen Einlagen wie Beinschwünge, Spagat und sogar Rad.
In der Schweiz ist der Marsch als Kombination von Schottisch, Marschmusik und Foxtrott vor allem in der Ländlermusik bekannt und beliebt.
In vielerlei Kreisen ist die Polonaise heutzutage weniger als Tanz denn als ein lautstarker Umzug in feuchtfröhlicher Atmosphäre bekannt. Dabei hat die Polonaise ihre Ursprünge noch im 17 Jahrhundert und hat – als Tanz, nicht als Umzug – bis heute ihren eleganten und feierlichen Charakter behalten. Der Name „Polonaise“ ist dabei nicht zu verwechseln mit der sehr ähnlich klingenden Bezeichnung für eine italienische Pasta-Sauce, sondern beschreibt vielmehr ihren Ursprung als Tanz von polnischen Würdenträgern. In neuerer Zeit wird die Polonaise in erster Linie zur Eröffnung von Bällen getanzt, sehr häufig findet dabei das Musikstück „Die Fächerpolonaise“ von Carl Michael Ziehrer Verwendung.
Der Legende nach soll im Jahre 1830 ein einfaches tschechisches Bauernmädchen die Polka erfunden haben und seiner Ursprungsgeschichte entsprechend präsentiert sich der Tanz beschwingt, fröhlich und unkompliziert: Als rhythmischer Rundtanz im Zweivierteltakt lässt die Polka die Tanzenden abwechselnd mit zwei kurzen und einem langem Schritt tanzen, wobei die Schrittfolge entweder mit einem Hüpfer eingeleitet oder abgeschlossen wird. Der Name Polka bedeutet übrigens analog der Polonaise sowohl im tschechischen als auch im polnischen „Polin“.
Der Two-Step hat seinen Ursprung in der Cajun-Musik. Cajun werden die frankophonen Einwanderer in die Südstaaten von Amerika nach dem britisch-französischen Krieg Mitte des 18. Jahrhunderts genannt. In Lousiana fanden sie eine neue Heimat und neue Lebensfreude, welche sie in der Cajun-Musik ausdrückten. Die Musik und die Texte dazu folgen dem Motto „Geniesst das Leben“ und damit hat der zugehörige Tanz, eben der Two-Step, einen fröhlichen Ausdruck. Er hat Ähnlichkeit mit der Polka, es gibt aber auch Figuren, die in den Disco-Swing übergegangen sind.
Aus der Cajun-Musik heraus entwickelte sich unter anderem auch die Country-Musik. Heute wird der Two-Step deshalb auch häufig zu Country getanzt.