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In den Jahren 1883 bis 1896 wurden insgesamt 1’750’050 Zwanzig-Franken-Münzen mit dem Namen »Helvetia« in Gold geprägt. Die Goldmünzen wurden mit einem Gewicht von 6,45 g, einem Durchmesser von 21 mm und einer Dicke von 1,25 mm gefertigt. Sie bestehen aus einer Legierung, welche einen Goldgehalt von 90% und einen Anteil von 10% Kupfer aufweist.
Das Bild unten zeigt die Vorder- und die Rückseite der Goldmünze »Helvetia«. Auf der Vorderseite ist der Kopf der »Libertas«, die in der römischen Mythologie personifizierte Göttin der Freiheit, abgebildet. – In den gerippten Rand sind dreizehn Sterne und die Worte »Dominus Providebit« (Der Herr wird versorgen) geprägt.
Die Goldmünze »Helvetia« entsprach somit den Normen der »Lateinischen Münzunion«, welche zwischen den Ländern Belgien, Frankreich, Italien, Griechenland und der Schweiz abgeschlossen wurde. Bis zur faktischen Ausserkrafttretens des Vertrages galt sie entsprechend den Bedingungen als offizielles Zahlungsmittel.
Die obenstehende Abbildung zeigt den Vertrag der »Lateinischen Münzunion«, die vom 23. Dezember 1865 de facto bis 1914 und formal bis zum 31. Dezember 1926 dauerte. Mit dem Ersten Weltkrieg befolgten – ausser der Schweiz – die Mitgliedstaaten den Vertrag nicht mehr. Dieser wurde nach und nach aufgehoben und am 1. Januar 1927 setzte auch die Schweiz die Münzen der anderen Staaten ausser Kraft.
Als im Jahr 1895 der Bundesrat beschloss die Herstellung der Goldmünze »Helvetia« per 1896 einzustellen und festlegte, dass die neue Zwanzig-Franken-Münze ein schweizerisches, nationales Motiv – eine allegorische oder historisch-symbolische Darstellung – der Schweizerischen Eidgenossenschaft tragen solle, begutachtete eine von ihm einberufene Jury im gleichen Jahr die einundzwanzig eingegangenen Entwürfe. Da die Jury am Entwurf des aus Neuenburg stammenden Künstlers Fritz Ulysse Landry einiges zu bemängeln hatte, empfahl sie dem Bundesrat Landry »nur« den zweiten Preis zu vergeben. Der Künstler überarbeitete daraufhin seinen Entwurf. Die junge Frau, die er als Vorderseite der Münze wählte, wirkte nun, wie von der Jury gefordert, älter. Sie trug das Haar nicht mehr offen, sondern zu einem Zopf gebändigt und um den Hals trug sie nun statt eines Kranzes aus Rhododendronzweigen einen Kranz aus Edelweissblüten. Nach erneuter Beurteilung empfahl die Jury dem Bundesrat diesen neuen Entwurf zur Ausführung.
Zum nachstehenden Bild: In den ersten Probeprägungen des überarbeiteten Entwurfes des Künstlers Fritz Ulysse Landry besass die Frau noch eine Stirnlocke. Ein besorgter Bundesrat bemängelte das Ergebnis: «Die Stirnlocke gibt dem Frauenzimmer ein frivoles Aussehen.» Bei der definitiven Prägung wurde die Stirnlocke daher weggelassen.
Einem der Bundesräte missfiel jedoch die Stirnlocke der Frau. Die Münze wurde schlussendlich, nach Beseitigung der Stirnlocke, zur regulären Prägung freigegeben. Heute vor 115 Jahren, am 12. April 1897 wurden die ersten 20-Franken-Goldmünzen, die den Kopf der Helvetia tragen, in den Umlauf gebracht. Vorerst stiess die neue Goldmünze auf Ablehnung; Fachleute empfanden die Frau als zu jung – als unwürdig die Schweiz zu repräsentieren und meinten: «Besser wäre unser Land durch Wilhelm Tell oder durch die Mannen vom Rütli dargestellt worden.»
Bei der Bevölkerung kam die neue 20-Franken-Münze jedoch gut an und erhielt bald den Namen »Vreneli«. Ab Beginn der Herstellung bis ins Jahr 1949 sind 58,6 Millionen dieser Goldmünzen in den Umlauf gebracht worden. Das »20-Franken-Vreneli« ist die bekannteste Goldmünze unseres Landes. Von 1911 bis 1922 prägte man 2,6 Millionen »10-Franken-Vreneli«. Heute sind die »Zehner- und Zwänzger-Gold-Vreneli« – als Geschenke und kleinere Wertanlagen sehr beliebt.
Das eigentliche »Vreneli« ist die Zwanzig-Franken-Münze. Die Goldmünze entspricht in Gewicht und Grösse, wie auch in der Legierung – die beiden anderen »Vreneli« ebenfalls – den Vertragsbestimmungen der »Lateinischen Münzunion«.
Im Jahr 1925 wurden zudem 5000 »100-Franken-Vreneli« geprägt. Diese Prägungen stellen einen ganz besonderen Sammlerwert dar, denn, von den hergestellten Stücken wurden 1200 Exemplare im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank wieder eingeschmolzen. – Eine Randbemerkung sei noch erlaubt: «Wer war wohl im Besitz der 3800 übriggebliebenen »100-Franken-Vreneli«, die im Wert infolge der Reduzierung des Bestandes an Wert zugenommen haben? In unserer heutigen Gesellschaft könnte die Einschmelzung ein Indiz für unlautere Machenschaften sein – gegebenenfalls müsste eine PUK eingesetzt werden.»
Hinweis: Wenn Sie mehr und fundierte Informationen über das Goldvrenelei erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die entsprechende Seite »Das Goldvreneli« der selbständigen Einheit der Eidgenössischen Finanzverwaltung – Eidgenössische Münzstätte Swissmint – aufzusuchen.
Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia (modifiziert: buchplanet.ch; JBS)
Bild D: Wikipedia