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Ilanzer Dominikanerinnen
Die Ilanzer Schwesterngemeinschaft trauert um Sr. Raphaela Gasser. Sie starb am 2. Dezember 2021 im 88. Lebensjahr und im 65. Jahr ihrer Profess. Als Mitglied des Predigerordens, als Dominikanerin, widmete sie der Verkündigung des Wortes Gottes in der Predigt, in Exerzitien, in Vorträgen, jedoch auch in literarischen Beiträgen, mit Begeisterung einen bedeutenden Teil ihrer Schaffenskraft. Viele Jahre ihres Ordenslebens nahm sie in der Kongregation der Ilanzer Dominikanerinnen Leitungsverantwortung wahr, als Direktorin der Institutsschule und als Ratsschwester im Generalrat. Sie prägte die Liturgie im Mutterhaus der Dominikanerinnen in Ilanz mit und trug instrumental und mit Gesang bis ins hohe Alter viel zur Bereicherung der Gottesdienste in Ilanz bei. Mit grossem Elan machte Sr. Raphaela an der Synode 72 mit. Die Aufbruchstimmung nach dem Konzil war für sie, wie für viele andere, mit grosser Hoffnung verbunden. Für Sr. Raphaela war die Verbesserung der Stellung der Frau in der Katholischen Kirche ein dringendes Anliegen. Sr. Raphaela war Germanistin, und die Liebe zur Sprache erlaubten ihr einen vertieften Zugang zur ursprünglichen Literatur der Mystiker des Mittelalters. Sie teilte ihr Wissen und ihre Erfahrung der Mystik gerne mit ihren Mitschwestern und weiteren interessierten Gruppen und führte entsprechende Seminare durch. Sie arbeitete daran mit, Teile der Übersetzung der ältesten vollständig erhaltenen Bibel in deutscher Sprache des Dominikaners Marchwart Biberli unserem Verständnis zugänglich zu machen. Sie ist nun in der Dimension Gottes angekommen, die uns noch verborgen bleibt.
Die Ilanzer Schwesterngemeinschaft trauert um Sr. Eugenia Jörger. Sie starb am 17. Dezember 2021 ganz unerwartet nach kurzem Unwohlsein im 65. Lebensjahr und im 39. Jahr ihrer Profess. Sr. Eugenia war ausgebildete Primarlehrerin und studierte später Theologie. 1994 wurde sie in die Generalleitung und neun Jahre später zur Generalpriorin gewählt. Sie leitete die Kongregation der Ilanzer Dominikanerinnen während zwölf Jahren mit viel Umsicht, Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Vor wenigen Wochen wurde sie erneut in den Generalrat sowie in den Stiftungsrat der Ilanzer Dominikanerinnen berufen, um ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrung der gesamten Kongregation zur Verfügung zu stellen. Ihr plötzlicher Tod ist ein grosser Verlust für die Ilanzer Dominikanerinnen und macht sie alle tief betroffen. In der Dunkelheit und Schwere dieser Tage glauben und vertrauen sie trotz allem, dass Gottes Kraft alle Wege mit ihnen geht. Möge Sr. Eugenia nun in Gottes Frieden ruhen.
Medienstelle Kloster Ilanz
Kapuziner Wil SG
Im Herrn verschieden
Paul Krummenacher wurde am 24. August 1935 in Escholzmatt LU geboren, trat 1953 in den Kapuzinerorden ein und legte am 30. April 1957 die ewigen Gelübde ab. Aus einer Bauernfamilie mit neun Geschwistern stammend, begann Franz Krummenacher, der spätere Br. Paul, schon mit 17 Jahren die Kandidatur bei den Kapuzinern. Gewandt in den üblichen Hausdiensten, war er schon früh Sekretär des Schulleiters im Kloster Näfels GL und später beim Rektor des Kapuzinergymnasiums in Appenzell. Mehrere Jahre im Dienst der Missionsprokura in Olten, war Paul aber vor allem als Pförtner das Aushängeschild für ein Kloster und Vertrauensperson der Brüdergemeinschaft. Er kam elegant und überzeugend daher, bis ins hohe Alter liebenswürdig, dankbar und hilfsbereit. Dennoch fragten sich die Brüder: «Wer ist dieser so eifrige Paul, der nur wenig in sein Inneres blicken lässt und kaum Persönliches preisgibt?» Bei der Beerdigung im Kloster Luzern erst zeigte sich in schriftlichen und mündlichen Beileidsbezeugungen, wie kommunikativ unser Paul doch war, wie vielen Menschen er über Briefe, Telefone und Besuche in seelischen und materiellen Sorgen zu helfen verstand. Hätte er sich uns mehr öffnen sollen, hätten wir «gespüriger» sein sollen? Gelassen und ruhig, mit grossem Vertrauen, begleitet von einem Mitbruder und einer Krankenpflegerin, übergab sich Br. Paul am 8. November 2021 im Spital Wil SG dem Geheimnis Gottes, in dem auch all unser Geheimnis geborgen ist.
Br. Karl Flury
Missionsgesellschaft Bethlehem
Im Herrn verschieden
Dominik Neuhaus, geboren am 19. August 1925 in Plaffeien FR, besuchte das Gymnasium in Rebstein und Immensee. Nach der Lehre als Bauschlosser arbeitete er zehn Jahre lang in verschiedenen Betrieben. Er trat am 1. Dezember 1958 in der Missionsgesellschaft bei. Im Missionsseminar Schöneck NW war er bis 1973 für Reparaturen und Neuinstallationen (Sanitär, Heizung, Elektro) zuständig. Nachdem die Infrastruktur des Barral-Ferienhauses der Missionsgesellschaft auf dem Simplonpass vermehrt seine Aufmerksamkeit verlangte, übernahm er von 1968 bis 2007 die Leitung dieses Hauses während jährlich acht Monaten und wurde für die Benützenden des Hauses sowie für die nachbarlichen Bewohner der Bergalpen zu einem umsichtigen Ansprechpartner. Seit 2008 war seine Dienstbereitschaft für verschiedene Aufgaben im Mutterhaus Bethlehem in Immensee gefragt. Am 19. November 2021 verstarb er im Mutterhaus in und wurde auf dem Friedhof der Missionsgesellschaft beigesetzt.
Johannes Bitterli, geboren am 9. Dezember 1936, wuchs in Basel auf und machte eine Lehre als Laborant. Nach dem Besuch einer privaten Mittelschule trat er am 23. September der Missionsgesellschaft bei. Seine Priesterweihe erhielt er am 7. April 1968 von Bischof Anton Hänggi von Basel in Hitzkirch LU. Nach priesterlichen Aufgaben am Progymnasium Rebstein, in Cham und in St. Karli Luzern reiste er 1974 als Missionar nach Tansania aus. Nach dem Studium des Suaheli war er 21 Jahre Seelsorger in Ruaha (Diözese Mahenge). 1996 zog er nach Handeni und zwei Jahre später nach Mangoma (Diözese Tanga) um. Johannes fühlte sich innerlich zerrissen von der Not der ihm anvertrauten Menschen in Tansania und versuchte sie zu unterstützen. Eine Bluterkrankung zwang ihn 2017 zur Rückkehr in die Schweiz. Er musste akzeptieren, dass die Krankheit nicht zu heilen und eine Rückkehr nach Tansania nicht mehr möglich war. Nachdem er jede mögliche medizinische Assistenz erhalten hatte, verstarb er am 3. Dezember in der Pflegeabteilung des Missionshauses in Immensee und wurde am 9. Dezember auf dem Friedhof der Missionsgesellschaft beerdigt.
Josef Elsener