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Sitzungsprotokolle der SVP Basel enthüllen einen parteiinternen Skandal: Präsident Sebastian Frehner soll einen Spendenbrief der SVP für eigene Zwecke missbraucht haben. Der Beschuldigte weist jede Schuld von sich.
Im März 2012 trägt sich an der Generalversammlung der Basler SVP Ungewöhnliches zu: Eine Gruppe von Verschwörern (unter anderem Patrick Hafner, Felix Meier (heute CVP) und der im Februar verstorbene Karl Schweizer versucht, den Präsidenten Sebastian Frehner abzusetzen – und scheitert kläglich.
Jetzt hat die «Basler Zeitung» erstmals die Hintergründe des Putschversuchs veröffentlicht. Aus Sitzungsprotokollen und Dokumenten rekonstruiert die Zeitung, warum Frehner hätte abgesetzt werden sollen.
Demnach hatte der Präsident im Jahr 2011 einen Spendenbrief, mit dem die SVP Geld für den Nationalratskampf sammeln wollte, heimlich umgeschrieben und ihn so gestalten lassen, als gehe es um seine persönliche Ständeratskandidatur. Dies, obwohl die SVP von einem Ständeratssitz absehen wollte.
Frehner, dessen Firma Aspargo (unter der Leitung seines Assistenten Joël Thüring) für das Versenden der Briefe zuständig gewesen wäre, nutzte dazu die Adresskartei, die der bestens vernetzte Karl Schweizer der SVP zu Verfügung gestellt hatte.
Frehner bestritt, etwas mit der Sache zu tun zu haben, Thüring sei verantwortlich. Im Juni 2011 willigte er aber ein, einen Teil der Spenden zurückzuzahlen. Ein «implizites Schuldeingeständnis», resümiert die «Basler Zeitung».
Die SVP beschloss, die Sache der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Frehner selber kommt im Bericht der «Basler Zeitung» nicht zu Wort, hat dem Blatt aber ein Interview in Aussicht gestellt. (dwi)