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Abstecher zur Jakobskirche nach Lommis und zum Schloss Sonnenberg
Der Grundriss der Jakobskirche in Lommis weist auf eine bescheidene romanische Kirche hin, deren Mauerwerk in der nördlichen Kirchenmauer noch vorhanden ist. In der Gotik wurde das Kirchenschiff verbreitert, wobei die noch bestehende Südmauer des Schiffes entstand. Die heute prägende Gestalt erhielt die Kirche um 1500 von den Edlen von Spiegelberg.
Jakobus in Lommis
Fast gleichzeitig mit dem Bau der Fischinger St. Idda-Kapelle wurde 1701 die alte, St. Michael geweihte Beinhaus-Kapelle in ein bezauberndes Idda-Heiligtum umgewandelt, womit eine zusätzliche Wegstation zu dieser Toggenburger Heiligen geschaffen wurde.
Die Legende, deren älteste, noch erhaltenen Fassungen auf den Einsiedler Benediktiner P. Albrecht von Bonstetten 1481/85 zurückgehen, erzählt von der heiligen Idda Folgendes:
Idda war eine Tochter des Grafen von Kirchberg bei Ulm. Sie heiratete Diethelf IV. von Toggenburg und nach dessen Tod Gottfried von Märstetten. Dieser schenkte ihr zur Hochzeit einen kostbaren goldenen Ring. Eines Tages kam aus dem Wald, der tief unterhalb der Burg liegenden Schlucht, welche Rappen-stein heisst, ein Rabe geflogen und trug vom Fenstergesims den goldenen Ring der Gräfin weg. Nun traf es sich, dass ein Jäger den Ring im Rabennest fand und an seinen Finger steckte. Ein anderer Knecht erkannte den Ring am Finger des Jägers als den Ring, den der Graf der Gräfin geschenkt hatte. Darauf verdächtigte er beim Grafen den Jäger des ehebrecherischen Umgangs mit der Gräfin. In unbeherrschtem Jähzorn liess der Graf den Jäger zu Tode schleifen und die unschuldige Idda stürzte er über die Burgzinne in die tiefe Schlucht.
Gott aber hörte den Hilfeschrei der Gräfin und bewahrte sie, sodass sie den Absturz unversehrt überlebte. Nun entschloss sich Idda, ihr Leben allein Gott zu widmen. Als Einsiedlerin lebte sie zunächst in einer Höhle des Rappensteins. Eines Tages wurde sie, die Totgeglaubte, entdeckt, worauf der Graf sie sofort aufsuchte, um sie in die Burg zurückzuholen. Idda verzieh ihrem Gemahl alles, wollte aber nicht von ihrem einsamen Leben mit Gott abweichen. Auf ihre Bitte hin liess der Graf in der Nähe der Marienkirche von Au eine Klause bauen. Darin lebte sie viele Jahre. Die Bevölkerung, die von ihrem heiligen Leben vernahm, sorgte für ihren Lebensunterhalt. Jede Nacht ging sie zum nächtlichen Gottesdienst nach Fischingen. Ein Hirsch begleitete sie und erleuchtete mit seinen zwölf Lichtern auf seinem Geweih ihren Weg. Später lebte sie als Inklusin im Benediktinerinnen-Kloster Fischingen. Dort wurde sie vom Teufel arg bedrängt. Als der Böse ihr einmal das Licht auslöschte, rief sie aus ihrem Fensterlein: "Steh auf und zünde mir ein Licht an!" Da erhob sich ein Toter aus seinem Grab, brachte ihr Licht und sprach: "Nimm hin das Licht aus meiner Hand, von Toggenburg bin ich genannt." Von da an konnte ihr der Teufel nichts mehr antun bis an ihr Ende. Sie starb um das Jahr 1226 und wurde vor dem Altar des hl. Niklaus in der Klosterkirche Fischingen begraben. - Bonstetten schreibt am Ende seiner Legende: "Idda erwarb von Gott die grosse Gnade, dass allen, die sie anrufen, kein Gespenst des Teufels schaden könne. Darum bitten sie die Menschen in allerlei Gebrechen..."
Am 3. November - daher der Gedenktag - soll sie von ihrem Sohn nördlich der damaligen Klosterkirche Fischingen beigesetzt worden sein; bald nach ihrem Tod wurde über dem Grab eine Kapelle errichtet, Idda wurde als Heilige verehrt. Der Neubau der Klosterkirche führte 1704 zum Abbruch der alten Kapelle und zu einem architektonisch reich gegliederten Neubau. Das Kloster wurde 1848 aufgehoben, aber 1977 wiederhergestellt als Männerkloster "Abtei Unserer Lieben Frau bei der heiligen Idda".