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Phthalate in Spielzeug und Kleinkinderartikeln
Phthalate werden vor allem als Weichmacher für Polyvinylchlorid (PVC) und andere Kunststoffe eingesetzt. Durch ihre Zugabe wird aus sprödem Material ein elastischer Kunststoff, der in verschiedenen Babyartikeln und Spielzeugen, aber auch in weiteren Gebrauchsgegenständen, eingesetzt wird.
Früher wurden die Phthalate DEHP, DBP und BBP am häufigsten als Weichmacher eingesetzt. Diese kurzkettigen Phthalate sind in der EU seit 2015 in Spielzeug und Kleinkinderartikeln verboten. Sie wurden mehrheitlich durch langkettige Phthalate (DINP, DIDP und DNOP) ersetzt.
Risiken und Bewertungen
Kurzkettige Phthalate weisen eine hormonähnliche Wirkung auf. Sie werden verdächtigt, auch beim Menschen negative Auswirkungen auf die männliche Fortpflanzungsfähigkeit zu haben und die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane der Nachkommen zu stören. Einige langkettige Phthalate können die Leber schädigen.
Der Einsatz von Phthalaten in Spielzeug und Babyartikeln ist in der Schweiz und der Europäischen Union rechtlich geregelt. In Babyartikeln und Spielzeugen dürfen nur die Mengen an Phthalaten vorhanden sein, die für Kinder auch bei längerem Kontakt kein gesundheitliches Risiko hervorrufen. Die Anforderungen für den Einsatz von Phthalaten sind in der Verordnung über Gegenstände für den Humankontakt sowie in der Spielzeugverordnung geregelt.
Empfehlung des BLV
Kleine Kinder nehmen Gegenstände oft in den Mund. Deshalb sollten Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren nur Zugang zu Spielzeug haben, welches ausdrücklich für den Mundkontakt vorgesehen ist. Dadurch kann die Aufnahme von Phthalaten über Spielzeugartikel vermieden werden.