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Ernährung: Wie viel Salz darf es sein?
Die gängige Erklärung: Salz halte Wasser im Körper zurück, dem Herzen falle es schwerer, dagegen anzupumpen, und der Blutdruck steige. Das erhöhe das Risiko für Schlaganfall und Herzversagen und damit für einen frühzeitigen Tod.
Die US-Herzgesellschaft AHA rät zu weniger als 2,4 Gramm Salz pro Tag – oder im Optimalfall sogar nur zu maximal 1,5 Gramm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist mit ihrer Empfehlung von maximal sechs Gramm oder zwei Teelöffeln Salz pro Tag laxer. Wer liegt richtig?
Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Ratschlag der DGE ausreichend ist. In diese Richtung weisen jedenfalls Daten, die der Internist Salim Yusuf von der McMaster University im kanadischen Hamilton auf internationalen Kardiologie-Kongressen vorgestellt hat.
Zwar zeigten Forscher von den Unis in Neapel und Warwick in einer Gesamtauswertung mit 177.025 Teilnehmern, dass Menschen mit einem hohen Salzkonsum ein höheres Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkte hatten, aber wie häufig bei solchen Metaanalysen widersprachen sich die einzelnen Studien. Manche belegten diesen Zusammenhang, andere nicht. (…)
Thomas Lüscher, Chefkardiologe an der Uni-Klinik in Zürich, weist auf weitere Studien hin, in denen Teilnehmer, die wenig Salz zu sich genommen hatten, eher Schlaganfälle und Herzinfarkte erlitten. Das könnte daran liegen, dass der Körper bei einem sehr geringen Salzkonsum Hormone ausschüttet, die den Blutdruck erhöhen. “Das ist ähnlich wie mit dem Blutzucker bei Diabetikern”, meint der Kardiologe, “zu viel ist gefährlich, zu wenig aber auch.” (…)
Zusammengefasst: Forscher streiten über die Grenzwerte für den täglichen Salzkonsum. Wahrscheinlich ist nicht nur eine große tägliche Salzmenge (mehr als sechs Gramm pro Tag), sondern auch eine sehr niedrige (weniger als drei Gramm pro Tag) ungesund.
April 2015 – Quelle: www.spiegel.de