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26. Februar 2018: Sea Shepherd Frankreichs Präsidentin Lamya Essemlali startet OPERATION DOLPHIN BY-CATCH, um die Öffentlichkeit auf das Schicksal der Delfine entlang der französischen Küste aufmerksam zu machen.
Von Januar bis Ende März werden an Frankreichs Westküste jedes Jahr ungefähr 6.000 Delfine durch grosse, industrielle Schleppnetz- und Fangschiffe getötet, die paarweise nebeneinander fahren und Netze zwischen sich spannen. Nach der Forschungseinrichtung L’Observatoire PELAGIS mit Sitz in La Rochelle könnte es sich sogar um bis zu 10.000 tote Delfine handeln. Damit wäre die Zahl höher als bei den Delfin-Massakern auf den Färöern und im japanischen Taiji zusammen.
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Diese Schiffe fischen in erster Linie Seebarsche und fahren dazu gezielt während der Brutzeit in die Laichgebiete – ein Vorgehen, das nicht nur die Seebarsch-Bestände bedroht, sondern auch tödlich für Delfine ist, die sich als Beifang in den Netzen verheddern und ertrinken. Auf ihrer Patrouillenfahrt mit der BOB BARKER im Plateau de Rochebonne filmte die Sea Shepherd-Crew die beiden Fangschiffe JEREMI SIMON und PROMETHÉE beim Heraufziehen ihrer Netze. Darin hatten sich zwei Delfine verfangen. Einer der Delfine war scheinbar schon ertrunken, doch der andere lebte noch und gab Angstpfiffe von sich, die auf dem Video zu hören sind. Doch anstatt die Delfine vor der Sea Shepherd-Crew zurück ins Wasser zu werfen, brachte man sie an Bord eines der Schiffe. Grausame Szenen wie diese wiederholen sich an der französischen Küste jede Nacht, das ganze Jahr über und erreichen ihren Höhepunkt zwischen Januar und März.
Werden Delfine bald völlig aus den französischen Küstengewässern verschwinden?
L‘Observatoire PELAGIS veröffentlicht seit Jahren beunruhigende Berichte über die rückgängigen Delfin-Vorkommen, ohne dass man ihnen Gehör schenkt. In einem Gutachten aus dem Jahr 2016, das von dem französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), PELAGIS und der Universität von La Rochelle unterschrieben wurde, wird ausdrücklich dargelegt, dass die Sterberate von Delfinen durch Fangschiffe das Überleben der Bestände mittelfristig aufs Spiel setzt. Meeressäuger sind besonders anfällig, denn sie haben eine niedrige Fortpflanzungsrate und sind sehr empfindlich gegenüber Verschmutzung durch Plastik und chemische Substanzen. Zudem steht ihnen Nahrungsknappheit durch Überfischung bevor. Wenn wir auch morgen in Frankreich noch Delfine sehen wollen, müssen wir dringend sofortige Schutzmassnahmen ergreifen. Allerdings ignoriert der französische Staat entsprechende Warnungen der Wissenschaftler und die beteiligten Fischer nutzen die Unwissenheit der Öffentlichkeit aus.
Gefangene Delfine durchleben die Hölle
Delfine leben normalerweise neben dem Seebarsch und verheddern sich in den Fischernetzen, die, ohne Unterschiede zu machen, alles fangen, was ihren Weg kreuzt. Den gefangenen Delfinen steht ein qualvoller Tod durch Ertrinken im Netz bevor. Sollten Delfine noch lebend heraufgezogen werden, sterben sie in der Regel an Verletzungen, die ihnen von Fischern an Bord der Schiffe zugefügt werden. Die Kadaver, die regelmässig an Frankreichs Stränden angespült werden, weisen Knochenbrüche, gebrochene Schwanz- und Schwimmflossen und tiefe, durch die Netze verursachte, Schnittwunden in der Haut auf.
Absichtlich undurchsichtiges Melden von Tötungen, die alles andere als „unbeabsichtigt“ sind
„Beifang“ ist der undefinierte Begriff, der zur Beschreibung des Massenopfers an Delfinen dient, das jedes Jahr vor französischen Küsten stattfindet. Ein Abschlachten, das in völliger und streng bewachter Dunkelheit passiert.
Obwohl das Gesetz von den Fischern verlangt, ihre Delfinfänge zu deklarieren, hat der Staat in der Praxis keine einzige Aufsichtsbehörde für den Erhalt dieser Daten beauftragt. Diese Lücke verhindert jegliche Beobachtung des tödlichen Beifangs von Meeressäugern durch Schleppnetzschiffe. L‘Observatoire PELAGIS wäre qualifiziert und in der Lage diese Daten auszuwerten, hat aber keine Erlaubnis zur Durchführung erhalten.
Ausserdem wurden keine finanziellen Mittel für die Umsetzung von selektiveren Fangtechniken zugeteilt, obwohl es diese Gelder gibt. Industrieller Fischfang wird in Frankreich stark bezuschusst, aber das Delfinsterben zu reduzieren, gehört nicht zu den Prioritäten der Fischereipolitik des Landes.
Wie können die Delfine gerettet werden?
Sea Shepherd Frankreich fordert den französischen Staat zu folgenden Massnahmen auf:
1) Verbot der Schleppnetzfischerei in Seebarsch-Laichgebieten. Frankreich vergibt Genehmigungen für besonders zerstörerischen Fischfang in empfindlichen Gebieten, aber wendet parallel dazu keine angebrachten Überwachungsmassnahmen an.
2) Einführung einer besseren Überwachung des Fischfangs und die Verhinderung des Verkaufs nicht ausgewachsener Fische. Frankreich musste bereits mehrere Millionen Euro Strafe bezahlen, da der Verkauf zu kleiner Fische toleriert wurde, was von der Europäischen Union, mit dem offensichtlichen Ziel Bestände zu erhalten, verboten wurde.
3) Schliesslich die Beauftragung einer Organisation (wie PELAGIS) zur Datenauswertung des Delfin-Beifangs in Fischfanggeräten.
Was jeder tun kann:
1) Weniger Fisch essen.
2) Zu kleine (noch nicht geschlechtsreife) Fische komplett meiden.
3) Fisch aus Schleppnetzfischerei boykottieren.