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Peter Ludwig von Donatz: Der General, der die Luzerner Revolte beendete
Am 8. Dezember 1844 fand der erste der beiden Versuche statt, die Luzerner Kantonsregierung gewaltsam zu stürzen. Diesen als Freischarenzüge bekannten Aufständen ging der Beschluss der Luzerner Regierung voraus, den Unterricht an den höheren Schulen den Jesuiten anzuvertrauen. Die Aufstände hatten die Gründung des Sonderbunds zur Folge. Sie führten zu einer Reihe von Unruhen, aufgrund deren die Tagsatzung ihre Truppen unter dem Kommando von General Peter Ludwig von Donatz mobilisierte.
Peter Ludwig von Donatz, von Ils im Domleschg (GR), wurde am 20. September 1782 in Valenza, Piemont, geboren. Sein Vater, Brigadegeneral Peter Konrad von Donatz, stand im Dienste des Königreichs Sardinien. Nachdem er die Schulen in Jenins und Reichenau abgeschlossen hatte, trat Peter Ludwig von Donatz als Sechzehnjähriger, der militärischen Familientradition folgend, als Kadett in das Schweizer Regiment Salis-Marschlins im Dienst von England ein und wurde im Jahr 1800 zum Leutnant brevetiert. Von 1806 bis 1830 stand er im Dienste Frankreichs in den Schweizer Regimentern Castella, Graffenried und May.
Er geriet in die Gefangenschaft Englands, kehrte aber nach Frankreich zurück und wurde im 3. Regiment der Schweizer Division der Grossen Armee Napoleons eingesetzt. Als Major bei den Grenadieren kämpfte er mutig bei Polozk und führte nach der Schlacht an der Beresina, obwohl er verwundet war, den Rest der Schweizer Verbände nach Wilna. Nach seiner Rückkehr aus Russland umfasste das 3. Regiment nur noch 4 Offiziere und 60 Mann, sodass eine neue Schweizer Brigade aufgestellt wurde, in die auch von Donatz eingegliedert wurde, der in Holland, am Rhein, bei Bremen und Wesel kämpfte. Nach seiner Rückkehr aus Paris wurde er 1816 zum Oberstleutnant und Kommandanten des Regiments von Salis befördert.
Nach der Julirevolution 1830 kehrte von Donatz in die Schweiz zurück, wo er 1831 zum eidgenössischen Oberst befördert wurde. Die Schweiz, in welcher der Bundesvertrag von 1815 viele Freiheiten aus der napoleonischen Zeit abgeschafft hatte, wurde von zivilen und religiösen Aufständen erschüttert. Um die durch die Freischarenzüge entstandenen Unruhen zu unterdrücken, ordnete die in Zürich tagende Tagsatzung am 30. März 1845 die Mobilisierung eines Armeekorps (bestehend aus der 1. und 2. Division) an und ernannte Oberst Peter Ludwig von Donatz zum Oberbefehlshaber der Schweizer Armee und General. Der Militäreinsatz beendete die Auseinandersetzungen rasch und im Mai wurde die Armee demobilisiert.
Zwei Jahre später, während des Sonderbundkriegs, war Peter Ludwig von Donatz unter dem Kommando von General Dufour Kommandant der 3. Division. Der wenig bekannte Schweizer General war dreizehn Jahre lang Mitglied der zentralen Militärüberwachungsbehörde und leitete die Ausbildungsanlage Wettingen. Vor allem als Instruktor prägte er, dank seiner dreissigjährigen Erfahrung in ausländischen Diensten, die Schweizer Milizarmee. Peter Ludwig von Donatz starb am 12. August 1849 in Chur.
Quelle: Schweizer Armee
28.12.2019