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Man kann auch satirisch nach dem Sinn des Lebens suchen… aber aufgepasst! Hier handelt es sich um rabenschwarzen englischen Humor, und der ist nicht jedermanns Sache. Zartbesaitete sollten auf eine Betrachtung verzichten. Der Film wurde 1983 veröffentlicht und hat teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Die Chicago Sun-Times schrieb: «a barbed, uncompromising attack on generally observed community standards”.[15].
Ein paar Informationen zum Film (aus Wikipedia): «Der Sinn des Lebens ist eine Satire der britischenKomikertruppeMonty Python. Er enthält komische bis skurrile Episoden aus den verschiedenen Lebensabschnitten, die sich alle direkt oder indirekt mit dem Sinn des Lebens beschäftigen, genauer gesagt mit dem Scheitern sämtlicher Versuche, eine befriedigende Antwort auf die Frage zu finden, worin er denn bestehe.»
Idealerweise schaut man sich «The Meaning of Life» auf Englisch an, in der Übersetzung sind die Witze nur noch halb so lustig. Auf YouTube ist nicht der ganze Film zu sehen, aber doch einzelne Episoden daraus. Zum Beispiel:
«Mr Creosole» (Achtung, vielleicht nicht gerade beim Abendessen anschauen…):
Dieselbe Szene im Original auf Englisch:
Kleine Lebensphilosophie in der Szene «The French Waiter» («der französische Kellner») im Original auf Englisch:
Eine ausgesprochen skurrile Szene auf Deutsch:
Weitere Szenen aus «The Meaning of Life» findet man hier auf Deutsch und Englisch.
«Ausgangspunkt ist eine Auffassung über die Welt. Camus ist davon überzeugt, daß die Welt ohne einen vorgegebenen (objektiven) Sinn ist, nicht von Vernunft bestimmt wird. Er meint, das Leben an sich habe keinen Sinn.»
«Das Absurde gibt es nur, wenn man sich ihm zuwendet. Denn das Absurde ist ein Verhältnis und ist als solches nur im Bewußtsein gegenwärtig, wenn jemand Sachverhalte einander gegenüberstellt und sie so in ein Verhältnis setzt. Die Beschaffenheit der Welt, an sich ohne Sinn und nicht von Vernunft bestimmt zu sein, gibt es unabhängig davon, ob jemand sich ihr betrachtend zuwendet oder abwendet. Die Gegenüberstellung des Menschen mit einem Verlangen nach Sinn und einer an sich sinnlosen, das Verlangen nicht erfüllenden Welt geschieht aber, indem beides in einer Betrachtung/Erkenntnis in ein vergleichendes Verhältnis gesetzt wird. Bei einem Abwenden (keine Gegenüberstellung ausführen, das Absurde nicht in den Blick nehmen) verschwindet („stirbt“) das Absurde. Das Absurde leben lassen heißt: ihm ins Auge sehen.»
Nietzsche und der Nihilismus: das Sinnlose ist ewig
Der folgende Text ist ein Auszug aus Nietzsches Nachlass der 1880er Jahre (Text online hier).
«Extreme Positionen werden nicht durch ermäßigte abgelöst, sondern wiederum durch extreme, aber umgekehrte. Und so ist der Glaube an[852] die absolute Immoralität der Natur, an die Zweck- und Sinnlosigkeit der psychologisch-notwendige Affekt, wenn der Glaube an Gott und eine essentiell moralische Ordnung nicht mehr zu halten ist. Der Nihilismus erscheint jetzt, nicht weil die Unlust am Dasein größer wäre als früher, sondern weil man überhaupt gegen einen »Sinn« im Übel, ja im Dasein mißtrauisch geworden ist. Eine Interpretation ging zugrunde: weil sie aber als die Interpretation galt, erscheint es, als ob es gar keinen Sinn im Dasein gebe, als ob alles umsonst sei.
Daß dies »Umsonst!« der Charakter unseres gegenwärtigen Nihilismus ist, bleibt nachzuweisen. Das Mißtrauen gegen unsere früheren Wertschätzungen steigert sich bis zur Frage: »sind nicht alle ›Werte‹ Lockmittel, mit denen die Komödie sich in die Länge zieht, aber durchaus nicht einer Lösung näherkommt?« Die Dauer, mit einem »Umsonst«, ohne Ziel und Zweck, ist der lähmendste Gedanke, namentlich noch, wenn man begreift, daß man gefoppt wird und doch ohne Macht ist, sich nicht foppen zu lassen.
Denken wir diesen Gedanken in seiner furchtbarsten Form: das Dasein, so wie es ist, ohne Sinn und Ziel, aber unvermeidlich wiederkehrend, ohne ein Finale ins Nichts: »die ewige Wiederkehr«.
Europäische Form des Buddhismus: Energie des Wissens und der Kraft zwingt zu einem solchen Glauben. Es ist die wissenschaftlichste aller möglichen Hypothesen. Wir leugnen Schluß-Ziele: hätte das Dasein eins, so müßte es erreicht sein.
Da begreift man, daß hier ein Gegensatz zum Pantheismus angestrebt wird: denn »alles vollkommen, göttlich, ewig« zwingt ebenfalls zu einem Glauben an die »ewige Wiederkunft«. Frage: ist mit der Moral auch diese pantheistische Ja-Stellung zu allen Dingen unmöglich gemacht? Im Grunde ist ja nur der moralische Gott überwunden. Hat es einen Sinn, sich einen Gott »jenseits von Gut und Böse« zu denken? Wäre ein Pantheismus in diesem Sinne möglich? Bringen wir die Zweckvorstellung aus dem Prozesse weg und bejahen wir trotzdem den Prozeß?
– Das wäre der Fall, wenn etwas innerhalb jenes Prozesses in jedem Momente desselben erreicht würde – und immer das Gleiche.[853] Spinoza gewann eine solche bejahende Stellung, insofern jeder Moment eine logische Notwendigkeit hat: und er triumphierte mit seinem logischen Grundinstinkte über eine solche Weltbeschaffenheit.
[…]
Welche werden sich als die Stärksten dabei erweisen? Die Mäßigsten, die, welche keine extremen Glaubenssätze nötig haben, die, welche einen guten Teil Zufall, Unsinn nicht nur zugestehn, sondern lieben, die, welche vom Menschen mit einer bedeutenden Ermäßigung seines Wertes denken können, ohne dadurch klein und schwach zu werden: die Reichsten an Gesundheit, die den meisten Malheurs gewachsen sind und deshalb sich vor den Malheurs nicht so fürchten – Menschen, die ihrer Macht sicher sind und die die erreichte Kraft des Menschen mit bewußtem Stolze repräsentieren.»
Was ist der Sinn des Lebens? Das neue Wort zum Sonntag vom 7. August 2022
Was ist der Sinn des Lebens? Es gibt viele Antworten darauf. Ist persönliches Glück der Sinn des Lebens? Und woraus besteht solches Glück? Im neuen Wort zum Sonntag überlegen wir, wie diese Antworten zu überzeugen vermögen. Dabei geht es im Kern auch um eine Auseinandersetzung zwischen dem Nihilismus und dem Christentum. Schlussendlich verdichtet sich die Antwort des christlichen Glaubens in nur gerade vier Buchstaben: «A.M.D.G.» Eine alte Formel und erst noch lateinisch… Aber eben doch: eine ewige Wahrheit. Versuchen wir, sie mit neuen Worten zu sagen.
Für Kommentare bitte zuerst das Video öffnen, dann unterhalb des Videos in der Youtube-Kommentarspalte eintragen. Man kann das Video ab Samstagabend auch hier schauen – hier ergibt sich manchmal eine interessante Diskussion.
Keineswegs! Der Autor ist kein Pessimist. Aber ein Realist, er sieht das Leben, wie es ist und nicht, wie wir es gern hätten. Zudem freut er sich über die Genüsse des Lebens.
Auf, iss dein Brot mit Freude, und trink deinen Wein mit frohem Herzen; denn längst schon hat Gott dieses Tun gebilligt. 8 Jederzeit seien deine Kleider weiss, und an Öl auf deinem Haupt soll es nicht fehlen. 9 Geniesse das Leben mit einer Frau, die du liebst, all die Tage deines flüchtigen Lebens, die er dir gegeben hat unter der Sonne, all deine flüchtigen Tage. Das ist dein Teil im Leben, bei deiner Mühe und Arbeit unter der Sonne.
Bibel, Altes Testament, Buch Kohelet («Prediger»), Kapitel 9.