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Das Ehepaar zog gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit einer Anzahl Arbeiter, die bei Luigi Belleri arbeiteten, aus Monticelli Brusati (Provinz Brescia, Italien) in die Schweiz. Luigi Belleri war Unternehmer, vorab im Tiefbau, und reiste mit seiner Bauequippe in der Schweiz der Arbeit nach.
Dies war damals so üblich. Gesichtert ist, dass der Tross in Walenstatt Halt machte. Belleri’s Equipe arbeitete am Lindth-Limmern-Kanal. Wo man auch war, betrieb Maria Carolina eine Belegschaftskantine, wie sie es im Übrigen auch in Zukunft immer tat. Sie verköstigte zwischen 12 und 35 Leute, je nach Auftragsumfang am jeweiligen Aufenthaltsort.
Sohn Marco wurde 1908 in Walenstatt, als zweitjüngstes Kind neben drei Mädchen geboren. Etwa 1910 zog man mit „Mann und Maus“ in die Schynschlucht zwischen Sils i.D. und Tiefencastel. Bei der Abzweigung der Muttnerstrasse beim Lochtobel wurde ein einfaches Wohnhaus mit Speisesaal für Belegschaft und Passanten erstellt.
Der Ort wird heut enoch „Calabria“ genannt (wohl wegen der dort wohnhaft gewesenen Italienern). Die Belegschaft logierte wenig talauswärts an der Westflanke des Lochtobels in Baracken. Von hier aus arbeitete man am Trassee der RhB Thusis-Tiefencastel, wo bereits die ersten Schwellen auszuwechseln waren. Die Belegschafts-Baracken wurden nach Abschluss der Arbeiten abgebrochen und das Haus verkauft.
Luigi Belleri starb 1914 im Schyn. Giuseppe Ronchi war der Capo bei Luigi Belleri und führte für Maria Carolina das Geschäft weiter. 1915 zog man vom Schyn nach Luvreu (Cazis), von wo aus man beim Bau der Klinik Beverin arbeitete.
In Luvreu bewohnte man das Haus Pirovino, das später als Amerikanerhof bekannt war. Zu den Belleri-Zeiten war es mit Osteria angeschrieben, was darauf schliessen lässt, dass Maria Carolina wie eh und je ihre Arbeiter und weitere Gäste selbst verköstigte.
Marco Belleri ging etwa 5 Jahre lang in Luvreu zur Schule. In den 1960er Jahren erinnerten sich noch einige alte Leute in Ratitsch und Luvreu an ihn.
1917 heiratete Giuseppe Ronchi Maria Carolina Belleri mit ihren 3 Töchtern und dem Sohn. Selbst hatten die beiden noch eine Tochter und einen Sohn.
1919 wurde die neue Klinik Beverin eröffnet. Die Bauarbeiten waren beendet – und im Prättigau wartete eine neue Herausforderung. 1920 zog der ganze Tros „in die Steilegi“ nach Saas i.P., wo man beim Bau der Bündner Kraftwerke (BK) arbeitet.
Etwa 1930 wurde die Familie in Küblis sesshaft und baute das Haus „Alpina“. Darin waren ein Restaurant (Kostgängerei), ein Lebensmittel-Laden, zwei Wohnungen und drei Gästezimmer vorhanden. Das Geschäft erledigte seit dieser Zeit auch Hochbauarbeiten.
1933 wurde Marco Belleri in Cazis eingebürgert. Er heiratete noch im gleichen Jahr Maria Manzoni und übernahm 1939 das Geschäft seiner Mutter, das er bi szu seinem Tod 1963 führte. Maria war ihm dabei in vielen Belangen eine grosse Hilfe. So besorgte sie u.a. das ganze Buchhaltungs- und Korrespondenzwesen.
1963 wurde das Geschäft vom Sohn Beat für kurze Zeit als Belleri & Co. geführt und seit 1966 als Einzelunternehmung Beat Belleri selbst weiter betrieben.