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Der Magen, ein erstaunliches Organ!
Zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm
Der Magen (Gaster) befindet sich im linken Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell. Er verbindet die Speiseröhre (Oesophagus) mit dem Zwölffingerdarm (Duodenum) und übernimmt zahlreiche wichtige Funktionen für die Verdauung. Er dient vor allem zur Speicherung und Zerkleinerung von Speisen, bevor diese zur Verdauung in den Darm weitergeleitet werden. Beim Magen handelt es sich um einen gekrümmten Muskelgewebeschlauch. An der Oberseite bildet der Magenmund oder Kardia (Cardia ventriculi) den Mageneingang.
Der Magenkörper bildet den Hauptteil des Magens
Direkt über dem Magenmund wölbt sich der Magengrund oder das Magengewölbe (Fundus). Dieser Abschnitt enthält in der Regel eine grosse Luftblase, die durch verschluckte Luft entsteht. Der Magenkörper (Corpus ventriculi) bildet schliesslich den Hauptteil des Magens. Er erstreckt sich bis zum Pförtnerabschnitt. Dieser wiederum wird unterteilt in das Eingangssegment (Antrum pyloricum), den bis zu drei Zentimeter breiten Pförtnerkanal, der für die Beförderung der vorverdauten Nahrung in den Zwölffingerdarm zuständig ist und den Magenpförtner (Pylorus), der ringförmige Schliessmuskel.
Der Magensaft
Hat die Nahrung den Magen erreicht, wird Magensaft freigesetzt, welcher in der Magenschleimhaut produziert wird. Die Menge hängt von der Zusammensetzung der Speisen ab. Gewürzhaltige Nahrung, Alkohol, Nikotin und Koffein fördern z.B. eine grössere Ausschüttung. Der Magensaft enthält verschiedene wichtige Komponenten. Verdauungsenzyme; Pepsinogen beziehungsweise Pepsin für die Eiweissverdauung und Lipasen für die Verdauung von Fetten. Salzsäure; sie wandelt die inaktive Vorstufe Pepsinogen in das aktive Pepsin um und sorgt für das saure Milieu, welches das Pepsin für seine Arbeit braucht, und tötet Bakterien ab.
Kleiner Exkurs – Magen, Leber und Galle
Sie sind an unserer Verdauung mitbeteiligt: der Magen- sowie der Gallensaft. Der Magensaft wird in der Magenschleimhaut in vielen kleinen Drüsen produziert, etwa drei bis vier Liter pro Tag. Er enthält Salzsäure und Verdauungsenzyme und andere Substanzen, die für die Nährstoffaufnahme wichtig sind. Die Salzsäure zersetzt die Nahrung und tötet auch Bakterien ab. Die Verdauungsenzyme spalten Eiweisse aus der Nahrung auf. Die Leber, eines der grössten Organe in unserem Körper, ist das zentrale Stoffwechselorgan und erfüllt verschiedenste lebenswichtige Funktionen in unserem Körper. So baut die Leber beispielsweise das mit der Nahrung aufgenommene Eiweiss in körpereigenes Eiweiss um. Sie bildet die Ausgangsprodukte zur Bildung unserer Sexualhormone und körpereigener Fette. Sie stellt Faktoren der Blutgerinnung her und baut alte Blutkörperchen ab und speichert Eisen. Auch an der Regulation des Blutzuckerspiegels und der Blutfette ist die Leber beteiligt. Ihre bekannteste Funktion ist wohl die der Entgiftung des Körpers; sie baut Schadstoffe, Alkohol, Medikamente sowie auch körpereigene Substanzen um und ab, um diese unschädlich zu machen. Weiter produziert unsere Leber bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit pro Tag, welche an die Gallenblase weitergeleitet wird. Die Gallenblase liegt in einer kleinen Einbuchtung direkt unterhalb der Leber, mit welcher sie über den Gallengang verbunden ist. Die Gallenblase dient als Zwischenspeicher für die Galle, eine zähflüssige gelb-grüne Flüssigkeit, welche für die Verdauung von Fetten notwendig ist. Diese wird bei Bedarf über den Gallengang in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet.
Salzsäure in unserem Magen!
Wenn man bedenkt, dass Salzsäure eine sehr starke Säure ist, erstaunt es, dass sich der Magen nicht sozusagen selbst verdaut! Dafür sorgt eine dicke Schleimschicht, welche die Magenwand vor der aggressiven Salzsäure schützt und die ebenfalls von der Magenschleimhaut gebildet wird. Wie lange der Speisebrei im Magen bleibt, hängt von der Zusammensetzung der Nahrung ab. Leicht verdauliche Speisen, wie z.B. Obst und Gemüse, verbleiben nur etwa 1-2 Stunden im Magen, schwer verdauliche, fetthaltige Nahrung dagegen etwa 5-8 Stunden. Die wellenartigen, kräftigen Muskelbewegungen des Magens (Magenperistaltik), helfen die Nahrung zu verkleinern und durchmischen die Speisen ständig mit dem Magensaft, bis daraus der halbverdaute Speisebrei (Chymus) entsteht. Diesen Vorgang können Sie von Zeit zu Zeit auch spüren, wenn sich Ihr Magen mit einem Glucksen, Rumoren oder Magenknurren bemerkbar macht.
Der Speisebrei wird schlussendlich durch den Magenpförtner schubweise in den Zwölffingerdarm befördert.
Was kann einem «auf den Magen schlagen»?
Gewisse Redensarten weisen darauf hin, dass der Magen nicht nur ein Organ im Körper darstellt, sondern darüber hinaus auch für die Psyche eine grosse Rolle spielt. Seelische Belastungen und negativer Stress (Distress) können durchaus zu Magenbeschwerden führen. Denn das vegetative Nervensystem hat eine enge Verbindung mit dem Verdauungsapparat. Aber auch gewisse Speisen, wie z.B. Rohkost, blähende Speisen, Kaffee, fettes oder süsses Essen und Süssungsmittel können zu den verschiedensten Magenproblemen führen. Die einen Menschen reagieren empfindlicher als andere auf gewisse Speisen. Auch hier gibt es wieder Redewendungen, die daran erinnern: «Einen guten Magen haben» oder eben «einen empfindlichen Magen haben».
Wenn der Magen Probleme macht
Magenprobleme machen sich auf verschiedenste Art bemerkbar. So kommen Schmerzen, Blähungen, Völle- und Druckgefühl und Übelkeit vor. Oder kennen Sie die Redensart „das stösst mir sauer auf“? Auch Sodbrennen (Reflux) kann einen belasten. Es ist normal, dass man von Zeit zu Zeit an solchen Beschwerden leidet, sollten sie aber häufiger vorkommen, sollte man genauer hinschauen. Liegt es an bestimmten Nahrungsmitteln oder hat man grösseren Kummer? Wenden Sie sich bei schwereren und länger dauernden Magenleiden bitte an einen Arzt. Im Folgenden schauen wir uns zwei häufige Magenleiden kurz an.
Sodbrennen (Reflux)
Sodbrennen, Reflux, saures Aufstossen, Magenbrennen, verschiedenen Namen, die für dasselbe Übel stehen. Magensäure fliesst in die Speiseröhre oder im Extremfall sogar bis in den Mund zurück und sorgt dort für ein brennendes Gefühl. Geschieht dies in einem krankhaften Ausmass, wird von einer «gastroösophagealen Refluxerkrankung» gesprochen. Durch den aggressiven Magensaft kann es zu Schädigungen der Speiseröhrenwand führen. Diese Entzündung ist als oberflächliche Verletzung der Schleimhaut sichtbar und ähnelt einer Schürfwunde. Man spricht dann von einer «Refluxösophagitis». Vor allem fettes Essen, aber auch Alkohol und Kaffee können sich sehr stark auf bereits an Sodbrennen leidende Personen auswirken.
Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Eine Gastritis kann akut oder chronisch verlaufen. Hier widmen wir uns nur der akut verlaufenden. Durch verschiedene Einflüsse kann die schützende Magenschleimschicht beschädigt werden, dann dringt die Magensäure bis zur darunterliegenden Magenwand vor, wodurch eine schmerzhafte Entzündung entsteht. Für eine akute Gastritis kommen beispielsweise folgende Ursachen in Frage: Eine Lebensmittelvergiftung, Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen, starker Nikotin-, Alkohol- oder Koffeinkonsum, starke psychische Belastungen, sowie regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln wie z.B. nicht-steroidalen Antirheumatika. Letzteres ist ein weitverbreitetes Problem! Deshalb werden bei einer Antirheumatikum-Gabe meist gerade prophylaktisch Protonenpumpenblocker (sogenannte Magensäureblocker) dazu verordnet. Doch diese haben wiederum eine nicht zu verachtend lange Liste an Nebenwirkungen!
Wie sorgt man für einen gesunden Magen?
Wie bereits erwähnt, reagiert nicht jeder Magen gleich empfindlich auf die selben Speisen. Doch bei den meisten sorgen am ehesten fettes oder süsses Essen, sowie Alkohol und Kaffee für Magenprobleme. Auch viele Kohlsorten und Zwiebeln vertragen nicht alle gut. Dafür ist Ingwer bekannt als äusserst magenfreundlich, er kann sogar gegen Übelkeit helfen. Fenchel, Kümmel und Anis (auch als Tee) sind verdauungsfördernd. Zimt ist entzündungshemmend, Kurkuma ebenfalls, es wirkt zusätzlich auch noch krampflösend und hemmt das Wachstum von Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen! Und so paradox es klingen mag, um den Magen zu schützen kann man Chili einsetzen! Früher ging man davon aus, dass scharfes Essen dem Magen schadet. Doch der Schutz der Magenschleimhaut durch Chili ist so frappant, dass es z.B. bei Magenbrennen und Reflux eingesetzt werden kann. Das im Chili enthaltene Capsaicin kurbelt die Schleim-Produktion der Magenschleimhaut an. Die schützende Schleimschicht wird dicker und der Magen ist besser vor der Magensäure geschützt. Cayenne-Pfeffer besteht aus gemahlenen Chili-Schoten. Es gibt über 400 Sorten Chili, die ursprünglich aus Südamerika stammen und sich in ihrem Schärfegrad massiv unterscheiden.
Stressabbau
Es wird zudem empfohlen mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu essen. Damit kann der Magen besser umgehen als mit zwei oder drei grossen Portionen. Wichtig ist auch, sich genügend Zeit für das Essen zu nehmen, sich darauf zu konzentrieren und ausreichend zu kauen. Ein schön hergerichtetes Essen kann Wunder bewirken, schliesslich sagt man ja auch «das Auge isst mit»! Essen sollte Freude machen und nicht Stress bereiten!
Stressabbau ist ein weiteres Stichwort im Zusammenhang mit einem gesunden Magen. Das ist meist nicht einfach, aber nicht nur der Magen wird Ihnen ein ausgewogenes Leben mit genügend freudvollen Pausen verdanken!
Wir wünschen Ihnen und Ihrem Magen eine gute Gesundheit und hoffen, Ihnen mit unseren Informationen gedient zu haben!