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Mit seiner Ausstellung «The Wayward Line»–die launische Linie–findet der Fotograf Edgar Martins den Weg ins Schloss Greyerz. Dort sind in erstmaliger Zusammenarbeit mit dem Fotofestival «Alt. + 1000» in Rossinière Martins Fotografien zu sehen. Diese orientieren sich am Thema des Fotofestivals, das sich um den vieldeutigen Begriff des «Territoriums» dreht, etwa in geografischer oder politischer Hinsicht.
Martins arbeitet mit langen Brennweiten und Belichtungszeiten, womit er Bilder kreiert, welche zwar ein durchaus reales Antlitz haben, jedoch nicht ohne eine gewisse fiktive Atmosphäre zu vermitteln. Der Fotograf erforscht mit «The Wayward Line» verschiedene Territorien–allen voran Wohnviertel und fiktive Nutzbauten. So hauchte er in der Serie «A Metaphysical Survey of British Dwellings» grauen, monotonen Gebäuden eines Übungsgeländes der britischen Armee mit grellen Leuchtreklamen neues Leben ein. Ein Leben, das aufgrund der Verlassenheit solcher Orte den erwähnten surrealen, fiktiven Eindruck schaffen soll.
Leere Bauruinen
Mit der Serie «This is not a House» thematisiert Martins die 2008 ausgebrochene amerikanische Subprime-Krise, aufgrund derer etliche vor kurzem errichtete Immobilien plötzlich ohne Bewohner dastanden. Edgar Martins greift die Leere dieser Bauruinen, entstanden durch eine regel- und zügellose Konsumgesellschaft, in seinen Fotografien in erstaunlicher Weise auf.
Der Brite, welcher ursprünglich aus Portugal stammt, widmete sich nach einem abgebrochenen Philosophiestudium am Royal College in London der Fotografie, wo er sich auf diesem Medium ausbilden liess. Martins stellte seine Werke unter anderem bereits in renommierten Institutionen wie dem Victoria & Albert Museum in London oder im Dallas Museum of Arts aus.
Schloss Greyerz.11. Juli bis 1. November.