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TECHNIK
Die SIG 510 war eine sehr robuste und höchst präzise Waffe, die einen feststehenden Lauf und einen Rollenverschluss besaß. Dieses System ist dem der spanischen CETME und den deutschen G3-Waffensystemen sehr ähnlich. Nur einige Details wurden abgeändert. Sogar die Entlastungsrillen im Patronenlager wurden vom G3 übernommen. Dadurch kann das Gas nach dem Abschuss um die Hülse strömen. So wird das Entriegeln des Verschlusses erleichtert. Als Materialien wurden Stahl und Kunststoff verwendet.
Insgesamt war diese Waffe bei den Benutzern sehr beliebt, da sie praktisch nicht totzukriegen war. So kursieren Gerüchte, dass eine Waffe z.B. eine 30 m tiefe Schlucht herabgeworfen wurde. Und nachdem sie geborgen worden war, stellten die Soldaten fest, dass das Visier zwar völlig verbogen aber sonst nichts ernsthaft beschädigt war. Auch wird erzählt, dass aus Sturmgewehren so lange geschossen wurde, bis der Lauf rot glühte. Anschließend wurde die Waffe ins Wasser geworfen und dann wurde weitergeschossen. Stabilität und Robustheit war also groß geschrieben worden bei dieser Konstruktion. Das hatte aber auch Nachteile: so war die Waffe ungeladen mit 5,9 kg schwerer als andere vergleichbare Waffen (M14: 4,4 kg ungeladen). Zudem war sie in der Produktion teuer, da sie statt im günstigen Blechprägeverfahren aus dem Vollen gefräst werden musste.
Nach dem letzten Schuss bleibt der Verschluss nicht offen. Stattdessen zeigt ein “Ladeanzeiger“, gleich wie bei der Walther PP-Pistole, sicht- und fühlbar an, ob sich eine Patrone im Lauf befindet. Die Visierung ist abklappbar.
GESCHICHTE
Im Zweiten Weltkrieg war die Schweizer Armee mit Repetier-Karabinern Typ Karabiner 31, der Maschinenpistole Modell 1943/44 und leichten Maschinengewehren Modell 1925 ausgerüstet. Nach dem Zweiten Weltkrieg entsprachen diese Waffen nicht mehr dem Stand der Technik und mussten abgelöst werden. Bereits 1930 hatte man bei der Schweizerischen Industrie Gesellschaft (SIG) begonnen an automatischen Waffen zu arbeiten. Nach einer ganzen Reihe von Versuchswaffen und Prototypen war schließlich 1955 eine Waffe serienreif. Da sie jedoch den Anforderungen wiederum nicht ganz entsprach musste sie erneut überarbeitet werden. Nach erneuten Überarbeitungen wurde sie dann ab 1957 als Sturmgewehr 57 eingeführt.
In der zivilen Nutzung ist das Sturmgewehr 57 in der Schweiz für das sportliche Schiessen zugelassen. Seit der Einführung des Sturmgewehr 90 im Jahre 1990 ging die sportliche Nutzung jedoch stark zurück.
Seit 2003 kann das Sturmgewehr mit einem Diopter und einer Ringkornvisierung aufgerüstet werden. Wenn die Visierlinienlänge dabei durch Montage auf dem Lauf verlängert wird, ist es dem Sturmgewehr 90 auf 300m überlegen. Die Bezeichnung im Schiesssport lautet dafür Stgw 57/03 und datiert auf das Jahr 2003. Die nicht aufgerüsteten Stgw 57 werden als 57/02 bezeichnet. Für beide Waffen ist ein Hilfmittelverzeichnis des VBS vorhanden, das für sämtliche Ordonnanzgewehre die Abzugsgewichte und erlaubten Hilfsmittel regelt.
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