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Deren Auslegung beruht auf dem System 80 der ABB Combustion Engineering und entspricht weitgehend den Referenzeinheiten Ulchin-3 und -4 in Südkorea. Kumho wird von südkoreanischen Firmen und Arbeitern unter der Leitung der Kepco im Auftrag der Kedo gebaut. Die Bauarbeiten begannen offiziell bereits 1997 und die Inbetriebnahme war ursprünglich für 2003 vorgesehen, doch hat das Projekt mit seinem politischen Hintergrund erhebliche Verzögerungen erfahren.
Die Kedo (Korean Peninsula Energy Development Organisation) wurde 1994 als Ergebnis internationaler Verhandlungen im Gefolge einer militärischen Krise gegründet, die ein Jahr zuvor durch die Weigerung der Volksrepublik Nordkorea ausgelöst worden war, den Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) Zutritt zu bestimmten Kernanlagen zu gestatten. Geheimdienste waren überzeugt, das Land habe aus dem von Russland gelieferten, mit Graphit moderierten Reaktor von Yongbyon Plutonium abgezweigt und daraus eine bis fünf Plutoniumbomben hergestellt. In der 1994 unterzeichneten Vereinbarung erklärte sich Nordkorea bereit, Yongbyon stillzulegen, die Arbeiten an anderen Reaktorprojekten einzustellen und später umfassende Kontrollen der IAEO zuzulassen. Im Gegenzug sicherten die USA den Bau des Kernkraftwerks Kumho am von russischen Ingenieuren vorbereiteten Standort bei Sinp'o zu. Ferner erklärten sie sich bereit, die jährliche Lieferung von 500'000 t Schweröl zu finanzieren, bis Kumho den Betrieb aufnehmen könne.
An der zur Umsetzung des Abkommens gegründeten Kedo partizipieren neben den USA auch Südkorea und Japan sowie die EU. Das ursprünglich auf USD 4,5 Mrd. geschätzte Budget wird gemäss einem Zusatzabkommen von 1999 hauptsächlich durch Beiträge Südkoreas (USD 3,2 Mrd.) und Japans (USD 1 Mrd.) finanziert. Ob und wann Kumho fertiggestellt und in Betrieb genommnen wird, hängt zwingend vom Erfolg der Nonproliferations-Überprüfungen ab. Wie die IAEO in ihren Berichten an die UNO jedoch feststellt, gestattet Nordkorea, das den Nonproliferationsvertrag ratifiziert hat, den Inspektoren den uneingeschränkten Zugang zu allen Anlagen weiterhin nicht. Immerhin konnte die IEAO seit 1994 feststellen, dass der graphitmoderierte Reaktor von Yongbyon mit zugehörigen Anlagen tatsächlich eingemottet ist. Da eine umfassende Verifikation aller anderen möglichen Kernanlagen einige Jahre in Anspruch nehmen dürfte, müsste laut IAEO die Zustimmung Nordkoreas bald vorliegen, soll es nicht zu einer weiteren Verzögerung bei der Fertigstellung und Inbetriebnahme von Kumho kommen.
Quelle
P.B. nach NucNet, 7. August 2002, sowie Unterlagen der IAEO und des Europarats