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Wenn ein Baby schreit gibt es einen Grund dafür. Den Grund heraus zu finden, ist allerdings nicht immer leicht. Wenn alle Massnahmen, ein Baby zufrieden zu stellen, wie Nahrung geben oder Windeln wechseln oder halten und sanft schaukeln, nicht helfen und das Baby immer weiter schreit, dann gibt es erst einmal nur eins: Das Kind auf den Rücken in sein Bettchen legen und den Raum ein wenig abdunkeln. Türe schliessen. Abstand gewinnen - und sich selbst die Chance geben, ruhig zu werden.
Gegebenenfalls ist es auch angezeigt, den Kinder- oder Hausarzt zu kontaktieren, nämlich, wenn das Baby einen kranken Eindruck macht, anders oder länger schreit als sonst.
Es schadet einem Baby nicht, wenn es im Bettchen eine kurze Weile weiter schreit. Jedenfalls ist es viel weniger schlimm, als würde ein Baby geschlagen oder entnervt geschüttelt!
Das Schütteln ist eine wenig bekannte Form der Kindesmisshandlung. Viele Eltern wissen nichts von der Gefährlichkeit des Schütteltraumas, obwohl von Fachpersonen immer wieder darauf hingewiesen wird:
Ein kleines Kind kann den Kopf noch nicht mit eigener Muskelkraft halten. Die Nackenmuskulatur ist dafür noch zu wenig ausgebildet. Wird es geschüttelt, schlägt sein Kopf deshalb unkontrolliert vor und zurück. Das Gehirn wird durch die abrupten Bewegungen hin und her verschoben, was zu Gefässrissen und Hirnblutungen sowie Gewebeverletzungen führen kann. Typische Zeichen eines solchen Traumas sind Bewusstseinsstörungen, Apathie bis hin zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand.
Die meisten Verletzungen bei Kindern heilen rasch und ohne schwere Folgen. Dies gilt aber nicht für Hirn und Schädelverletzungen: Sie können Entwicklungsverzögerungen oder eine bleibende geistige und/oder körperliche Behinderung hinterlassen - oder sogar zum Tode führen.