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| Hilarius von Poitiers († 367) - Abhandlungen über die Psalmen.

Vorrede zu dem Buche der Psalmen
10.
Die Aufschrift des fünfzigsten Psalms aber ist der Geschichte nach später, als die Ueberschrift des ein und fünfzigsten Psalmes. Allein die Bedeutsamkeit und Vollkommenheit der Zahl Fünfzig erheischte, und des Idumäers Doek unversöhnlicher Haß gegen David erforderte, daß man den frühern nachsetzte und den spätern vorzog; damit die Vergebung der Sünden in die Zahl fünfzig gesetzt würde, und die Strafe des Unglaubens, welche über die Zahl der bestimmten Verzeihung hinausging, ohne Vergebung wäre, da sie sowohl die Zeit, als auch die Zahl der Reue verloren hatte. Denn da in dem fünfzigsten Jahre, in welchem der Sabbat der Sabbate ist, nach dem Vorbilde des Jubeljahres, die Verzeihung der Sünden bestimmt ist, so ist ganz füglich dieser Psalm, in dem nach vorhergegangener Busse um Verzeihung der Sünden gebeten wird, an die Stelle dieser Zahl gesetzt worden.