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Die Firma Welte wurde 1832 von Michael Welte (1807-1880) in Vöhrenbach (Schwarzwald) gegründet. Im Jahre 1872 zog er nach Freiburg im Breisgau und liess dort seine Firma unter dem Namen M. Welte & Söhne registrieren. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Firma beträchtlich und wurde durch ihre Orchestrien weltbekannt. 1904 entwickelte Edwin Welte (1876-1958, Enkel des Firmengründers) gemeinsam mit seinem Schwager Karl Bockisch (1874 -1952) das System Welte-Mignon, das 1905 auf den Markt kam und innert kürzester Zeit weltweit für Furore sorgte. In den darauffolgenden Jahren wurde diese Klaviertechnologie auch auf die Welte-Philharmonie-Orgel (in den USA bekannt unter dem Namen Philharmonic) übertragen und man konstruierte in Freiburg eine entsprechende Aufnahmeorgel.
An der Weltausstellung von Turin im November 1911 präsentierte Welte diese Welte-Philharmonie-Orgel erstmals einer breiteren Öffentlichkeit. Das Unternehmen produzierte in der Folge erfolgreich mechanische Orgeln und Kino-Orgeln und später, als dieser Markt in den 1930er Jahren zusammenbrach, auch Kirchenorgeln. Man veröffentlichte zwischen 1912 und 1930 Aufnahmen der grossen Organisten jener Zeit auf perforierten Musikrollen aus Papier und verkaufte diese mit beträchtlichem kommerziellem Erfolg.
Von 1865 bis 1917 unterhielt Emil Welte (1841-1923, Sohn des Firmengründers) unter dem Namen M. Welte & Sons auch eine Filiale in New York. Diese musste jedoch als ausländisches Unternehmen während des Ersten Weltkriegs wieder geschlossen werden.
Der Freiburger Firmenkomplex wurde 1944 durch Bombenangriffe vollständig zerstört - und so gingen auch die Aufnahmeapparate für Welte-Mignon und Welte-Philharmonie und das von der Firma geheim gehaltene Aufnahmeverfahren verloren.
Ein glücklicher Zufall wollte es, dass in den USA um 1990 ein Aufnahmeapparat für die Welte-Philharmonie-Orgel aufgetaucht ist, der wohl in den Aufnahmestudios in New York im Einsatz stand und heute zur Sammlung des Museums für Musikautomaten Seewen gehört.