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Sie waren in Spitälern, in Privat-, Armen- und Gemeindepflege und in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Mit dem neuen Verein bezweckten sie, "auf dem Gebiete der Schweizerischen Eidgenossenschaft die dem Evangelium entsprechende christliche Lebens- und Glaubenseinheit aller Christen zu verwirklichen". Die Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl im religiösen als auch im sozialen und politischen Lebensbereich den Mitmenschen tatkräftiger und in uneigennütziger Weise zu dienen.
Der Dienst am Nächsten, der im Rahmen des Schweizerischen Diakonievereins geleistet wurde, bestand zunächst vorwiegend in der Pflege von Kranken. Die Gründer, Jakob Schelker-Kellenberger und Gotthilf Haug hatten ihre Ausbildung als Krankenpfleger im Basler Diakonenhaus (1888-1908) erhalten. Aber nach und nach leisteten die Mitglieder ihren Dienst dort, wo immer ihr Einsatz benötigt wurde, innerhalb oder ausserhalb der Vereins.
Dem Schweizerischen Diakonieverein gehörten sowohl ledige Brüder und Schwestern, wie auch verheiratete Geschwister mit ihren Familien an. Das Diakonenhaus St. Stephanus im Nidelbad diente seit 1908 als Ausbildungsstätte. In der Diakonieschule Nidelbad und in der Pflegeschule Nidelbad erhielten die Brüder und Schwestern den theoretische Unterricht und in den vereinseigenen Einrichtungen, konnten sie die ökumenisch-praktische Diakonie umsetzen. Der innerste Kreis (helfende und dienende Mitglieder) lebten zudem in verbindlicher Dienst-, Lebens- und Gütergemeinschaften.
Während die einzelnen Mitglieder ihrer Herkunftskonfession treu blieben, hatte der Schweizerische Diakonieverein ganzheitlichen Charakter. Dieser zeigt sich auch in der Gestalt der ökumenischen Kapelle im Nidelbad. In ihr werden auch heute noch täglich Gebete und Gottesdienste in verschiedenen konfessionellen Traditionen gehalten. Als "Dienst an der Einheit" verstanden sich aber auch die verschiedenen Veranstaltungen während des Jahres. Zu diesen Anlässen zählte zwischen 1921 und 2011 der jährlich im Nidelbad öffentlich durchgeführte Ökumenische Kirchentag - wohl einer der ersten seiner Art.
Im Nidelbad beherbergte zudem das Gästehaus Nidelbad sowohl Einzelgäste wie auch Seminare und Tagungen. Auf demselben Areal befanden sich noch das Pflegezentrum Nidelbad, das Betreuungszentrum, die Kinderkrippe, verschiedene Personalhäuser und die Wohnhäuser der Lebensgemeinschaft. In Rüschlikon gab es noch die landwirtschaftlichen Pachtbetriebe Hinter und Vorder Längimoos, in Zürich stand das Pflegezentrum Erlenhof, das Brüderhaus Philadelphia an der Tellstrasse 2 (eigentliches ”Geburtshaus” des Schweizerischen Diakonievereins) und das Haus Hildastrasse 16, mit zehn günstigen Stadtwohnungen; für kleine und grosse Familien gab es vier Toggenburger Ferienhäuser und in der Sonnenstube der Schweiz lud die Casa Emmaus in Losone, sowie die Casa Santa Maria in Ronco über Ascona zu erholsamen Ferien ein.
Die zunehmend erforderliche Professionalisierung der Betriebe fühte 2009 dazu, dass das Diakonenhaus St. Stephanus und die noch verbleibenden Häuser und Betriebe in die Diakonie Nidelbad übergingen, mit einem Verwaltungsrat und einer Geschäftsleitung. Die Mitglieder wurden neu in der Kommunität Nidelbad gesammelt.
2021 schliesslich, wurde die Diakonie Nidelbad in die Stiftung St. Stephanus umgewandelt. Sie führt nun den operativen Teil des geistlich-diakonischen Werkes weiter, während der Schweiserische Diakonieverein bemüht ist, mit seinen Mitgliedern und durch seine Kontakte das geistliche Erbe des Werkes weiterzuleben und weiterzugeben.