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Nadal hatte seit dem Turnier in Paris-Bercy vor einer Woche, wo er vor dem Halbfinal aufgegeben hatte, unter einer Bauchmuskelverletzung gelitten und lange um den Start in London gebangt. Diese sei aber kein Problem gewesen, erklärte er danach. "Ich hatte keine Schmerzen", erklärte er.
Zverev war aber in allen Belangen überlegen und brauchte für seinen Sieg nur gerade 1:24 Stunden. Bei Nadal waren keine offensichtlichen Beschwerden zu sehen, er kam aber nie richtig ins Spiel. Bei eigenem Service war der Deutsche absolut unantastbar. Der erste Aufschlag war im Schnitt (!) fast 228 km/h und er brachte eine hohe Prozentzahl ins Feld. Nadal hingegen gab seinen Aufschlag bei 2:2 im ersten Satz zu null ab und verlor gleich sechs Games in Serie. "Das war einfach ein schlechter Tag heute", gab der 33-jährige Spanier offen zu, der nach dem Halbfinal in Wimbledon gegen Roger Federer erst seinen zweiten Match seit dem French Open verlor. "Es gelang mir nicht, den Match enger zu machen." Mit etwas mehr Training, das in der letzten Woche zu kurz kam, hoffe er aber, am Mittwoch in der Revanche für den US-Open-Final gegen Daniil Medwedew besser zu sein.
Nadal befand sich konstant in der Defensive und konnte nicht verbergen, dass er sich nicht in Bestverfassung befindet. Das muss ihm für den weiteren Verlauf des Turniers zu denken geben. Falls Novak Djokovic an den ATP Finals wie von den meisten erwartet gewinnt, muss der Spanier den Final erreichen, um die Nummer 1 in der Weltrangliste zu bleiben.
Zverev, der auf ein bislang durchzogenes Jahr mit nur einem Turniersieg (im Mai in Genf) zurückblickt, scheint von der O2 Arena hingegen regelrecht beflügelt. Er hat an den ATP Finals nun hintereinander Roger Federer, Novak Djokovic (Halbfinal und Final im letzten Jahr) und Nadal bezwungen.
Tsitsipas mit der süssen Rache
Im Duell zweier Masters-Debütanten hatte sich am Nachmittag der Grieche Stefanos Tsitsipas etwas überraschend 7:6 (7:5), 6:4 gegen den Russen Daniil Medwedew durchgesetzt. Das einzige Break der Partie gelang Tsitsipas im vierten Anlauf zum 5:4 im zweiten Satz.
Der 23-Jährige aus Moskau war ein veritabler Angstgegner für Tsitsipas. Erst im sechsten Anlauf gelang diesem nun der erste Sieg. "Das bedeutet mir mehr als nur extra viel", machte diese keinen Hehl aus seiner Befriedigung. "Nach diesem Sieg habe ich mich so sehr gesehnt."
Nicht nur wegen der bisher so niederschmetternden Bilanz freute sich der noch zwei Jahre jüngere Grieche über diesen Erfolg besonders. Die beiden jungen Stars sind sich nämlich alles andere als grün. Nachdem er in Schanghai im Halbfinal gegen Medwedew verloren hatte, meinte Tsitsipas verächtlich: "Sein Tennis ist so was von langweilig. Er hat einen gewaltigen Aufschlag, aber sonst? Einfach unzählige Bälle, die er ins Feld spielt."
Es war nicht das erste Mal, dass die beiden aneinander gerieten. Nach der Partie im letzten Jahr in Miami gingen sie nach Spielende fast aufeinander los, nachdem sich beide eine lange Toilettenpause gegönnt hatten. "Er ist nur ein kleines Kind, das nicht weiss, wie man kämpft", meinte Medwedew. An den ATP Finals zeigte Tsitsipas nun, dass er doch einiges dazu gelernt hat.