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Gleitender Mittelwert über drei Jahre der Wasserzuflussmenge zu den ARAs pro angeschlossener-/m Einwohner/in und Jahr.
Mit dem Indikatorwert wird die Zuflussmenge vor der mechanischen Behandlungsstufe erfasst: Die nach dem Vorklärbecken (zwischen mechanischer und biologischer Behandlungsstufe) entlasteten Abwassermengen werden im Indikatorwert mitberücksichtigt, nicht aber die Mischwasserentlastungen vor der ARA.
Die Industrie-ARAs sind nicht berücksichtigt.
Der Indikator zielt darauf ab, die dem natürlichen Wasserkreislauf entzogene Wassermenge zu messen.
Durch den Trink- und Nutzwasserverbrauch sowie durch die Bodenversiegelung werden dem natürlichen Wasserkreislauf erhebliche Wassermengen entzogen. Ein wesentlicher Teil davon fliesst in die Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Diese Wassermenge weist auf den Umgang mit der Ressource Wasser hin. Sie wird am Zufluss zur ARA gemessen, womit auch ein Teil der Regenwassermenge erfasst wird, die in die Kanalisation gelangt ist. Der Indikator wird dadurch auch von der Witterung beeinflusst.
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse hängt von der Qualität der von den Kantonen gelieferten Daten ab.
Gewisse Daten sind in einem Kanton verfügbar und in anderen hingegen nicht. Einige Kantone verfügen beispielsweise über Daten zur Zahl der an eine ARA angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohner, andere wiederum müssen dabei auf den Wert der ständigen Wohnbevölkerung zurückgreifen.
Kontextuelle Angaben
Bei Quervergleichen gilt es, verschiedene Elemente zu berücksichtigen.
- Nicht immer macht die Tätigkeit einer ARA an der Kantonsgrenze halt. In diesen Fällen umfassen die ARA-Angaben in der Regel alle Gemeinden – einschliesslich jener, die ausserhalb des Kantons liegen – deren Wasser von der betreffenden ARA gereinigt wird.
- Die Industrie-ARA werden vom Indikator nicht berücksichtigt, obschon einige davon die Abwässer von Haushalten behandeln. Diese Information wird vom Indikator also nicht wiedergegeben.
- In bestimmten Fällen ist das Abwassernetz vom Regenwassernetz getrennt (Trennsystem). Ist dies nicht der Fall (Mischsystem), d.h. Regenwasser und Abwasser werden beide in die ARA geführt, können das Niederschlagsvolumen und die Intensität der Niederschläge den Indikatorenwert stark beeinflussen.
- Nicht berücksichtigt werden vom Indikator Entlastungen von unbehandeltem Abwasser und von Mischwasser in den Lebensraum, wenn Kanalisationen oder die ARA gesättigt sind (namentlich bei sehr starken Niederschlägen). Eine ARA, die im Verhältnis zum von ihr zu behandelnden Wasservolumen zu knapp dimensioniert ist, könnte einen guten Indikatorenwert aufweisen, obschon die ARA in Wirklichkeit unbehandeltes Wasser in den Lebensraum abgibt. Die Interpretation des Indikators wäre einfacher, wenn eine Schätzung dieser Wasservolumen vorliegen würde. Diese Schätzungen sind jedoch nicht für alle ARA verfügbar.
- Weitere Schwierigkeiten entstehen, wenn Fremdwasser in das Abwassersystem einsickert. Bei Fremdwasser handelt es sich um Wasser, das ein nicht dafür vorgesehenes Abwassersystem durchläuft (z.B. Grundwasser im Trenn- oder Mischsystem aufgrund mangelnder Dichtigkeit dieser Systeme). Das Volumen dieser Fremdwasser kann den Indikatorenwert ebenfalls beeinflussen.
Schliesslich muss berücksichtigt werden, dass der Indikator nicht das umfassende Phänomen des Wasserentzugs aus dem natürlichen Kreislauf abbilden kann. Das Wasservolumen, das von den Atomkraftwerken, von den Wasserkraftwerken sowie – teilweise – von der Industrie genutzt wird, wird von den Daten des Indikators nicht widergespiegelt, da dieses Wasser nicht von den kommunalen ARA behandelt wird. Dasselbe gilt auch für Wasser, das zur Bewässerung genutzt wird (Gärten, Landwirtschaftsflächen).
Wasser ist eine lebenswichtige Ressource für Menschen, Tiere und Pflanzen. In vielen Ländern ist der Wassermangel ein Problem erster Priorität. In der Schweiz ist der Erhalt des natürlichen Wasserhaushaltes bedeutender. Mit dem Wasserverbrauch, durch die Bodenversiegelung und durch die Energieproduktion werden dem natürlichen Wasserkreislauf erhebliche Wassermengen entzogen. Ausserdem erfordern die Aufbereitung von Trinkwasser und die Abwasserentsorgung viel Energie sowie technischen und finanziellen Aufwand.