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1. Fragen zum Cloud-Computing
Was ist eine Cloud?
Eine Cloud ist eine Kombination von Netzwerken, Hardware, Software, Speichern und Schnittstellen, die dazu dient Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen.
Was ist Cloud-Computing?
Cloud-Computing beschreibt die Nutzung einer IT-Infrastruktur, die über ein Netzwerk (sehr oft das Internet) verfügbar ist. Die Infrastruktur wird in der Regel als verrechenbare Dienstleistung (Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware) zur Verfügung gestellt. Sie ist nicht auf dem lokalen Rechner installiert.
Was ist ein Cloud-Service?
Ein Cloud-Service stellt einem Cloud-Kunden Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als verrechenbare Dienstleistung zur Verfügung.
Welche Cloud-Liefermodelle (deployment models) gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen den folgenden vier Liefermodellen unterschieden:
- Public Cloud: Eine Public Cloud stellt der Allgemeinheit verschiedene Ressourcen wie Anwendungen (SaaS), Entwicklungsumgebungen (PaaS) oder virtuelle Computer (IaaS) über das Internet zur Verfügung. Public Cloud Angebote können kostenfrei angeboten oder entsprechend der tatsächlichen Nutzung abgerechnet werden. Beispiele: Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS), Google Cloud.
- Private Cloud: Eine Private Cloud stellt ihre Ressourcen nur einer einzigen Organisation zur Verfügung. Sehr oft betreiben Firmen aus Sicherheits- und Datenschutzgründen ihre private Cloud.
- Community Cloud: Eine Community Cloud ist eine Public Cloud mit einem eingeschränkten Nutzerkreis. Beispielsweise können mehrere städtische Behörden, Universitäten oder Betriebe mit ähnlichem Betätigungsfeld zusammen eine Cloud nutzen (und betreiben).
- Hybrid Cloud: Eine Hybrid Cloud ist eine Mischform der beiden Ansätze Public und Private Cloud. Gewisse Services werden bei einem öffentlichen Anbieter bezogen, andere aus der eigenen Private Cloud.
Welche Cloud-Servicemodelle (service models) gibt es?
Grundsätzlich wird zwischen den folgenden drei Servicemodellen unterschieden:
- Software as a Service (SaaS): Der Cloud-Anbieter stellt dem Kunden eine Software (z.B. ein Textverarbeitungsprogramm) zur Verfügung. Der Kunde nutzt die Software über das Internet (z.B. im Browser), ohne sie lokal bei sich zu installieren.
- Platform as a Service (PaaS): Der Cloud-Anbieter stellt dem Kunden eine Entwicklungsumgebung für Programmierung und Bereitstellung seiner eigenen Applikationen zur Verfügung.
- Infrastructure as a Service (IaaS): Der Cloud-Anbieter stellt dem Kunden virtuelle Computer/Server (z.B. Windows oder Linux Rechner) zur Verfügung, die unter der vollständigen Kontrolle des Kunden stehen und von diesem für beliebige Zwecke eingesetzt werden können.
Welches sind die Stärken von Cloud-Computing?
- Sicherheit und Service-Qualität: Daten sind sicher abgelegt. Anwendungen laufen zuverlässig. Vor allem die grossen Cloud-Anbieter betreiben ihre Rechenzentren mit sehr hoher Professionalität.
- Arbeitsteilung/Spezialisierung: Die eigenen Spezialisten konzentrieren sich auf diejenigen Aufgaben, die nicht ausgelagert werden können/sollen. In den Cloud-Rechenzentren arbeiten Personen, die für ihre Aufgaben hoch spezialisiert sind.
- Flexibilität: Unkomplizierte Anpassung an variierenden Ressourcenbedarf.
- Kosteneffizienz: Es muss nur genau diejenige Leistung bezahlt werden, die auch genutzt wurde. Es gibt keine brachliegenden Investitionen aufgrund von (noch) nicht ausreichend ausgelasteten Systemen.
- Ortsunabhängige Datenbearbeitungen: Cloud-Computing ermöglicht Datenbearbeitungen auf verschiedensten Endgeräten an beliebigen Orten (solange eine Netzwerkverbindung vorhanden ist).
Welche Probleme können beim Cloud-Computing entstehen?
- Unzureichende Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen: Wenn Verantwortungsbereiche, Aufgaben, Leistungsparameter oder Aufwände ungenügend oder missverständlich beschrieben wurden, kann es passieren, dass der Cloud-Anbieter unbeabsichtigt oder aufgrund fehlender Ressourcen Sicherheitsmassnahmen nicht oder nur ungenügend umsetzt mit der Folge von Verlust der Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit der ausgelagerten Daten. Es sind Fälle bekannt geworden, bei denen es beim Cloud-Anbieter zu einem kompletten Datenverlust gekommen ist.
- Verstoss gegen rechtliche Vorgaben: Wenn der Datenbesitzer und/oder der Cloud-Anbieter Datenbearbeitungen in der Cloud nicht mit der notwendigen Sorgfalt planen und Ausführen, kann es zu Verstössen gegen das Datenschutzgesetz oder gegen das Amtsgeheimnis kommen.
- Vendor Lock-in: Der Cloud-Kunde läuft Gefahr einen Cloud-Service nicht ohne weiteres durch eine gleichwertige Lösung eines anderen Cloud-Anbieters austauschen zu können. Ursachen: proprietäre Technologien (z.B. wegen fehlender Standards) oder vertragliche Beschränkungen. Gefürchtet wird auch der Aufwand des kniffligen Migrationsprozesses. Folge: Die Abhängigkeit wird von Cloud-Anbietern ausgenützt, um Preiserhöhungen durchzusetzen.
- Kontrollverlust: Die Nutzung von Cloud-Services führt zu einer Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter. Prozesse, die beim Cloud-Kunden abgewickelt werden, lassen sich nicht mehr vollständig kontrollieren. Davon betroffen sind insbesondere auch Sicherheitsmassnahmen.
- Probleme beim Beenden einer Cloud-Nutzung: Bei Insolvenz, Verkauf des Cloud-Anbieters oder schwerwiegenden Sicherheitsbedenken kann ohne ausreichende Vorsorge ein rascher Wechsel zu einem anderen Anbieter oder ein Re-Insourcing der Daten und Services sehr problematisch sein.
Welche Bedenken gibt es gegenüber dem Cloud-Computing?
Cloud-Computing sieht sich seit Beginn seiner Entwicklung mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Einige dieser Probleme beschäftigen die Cloud-Anbieter auch heute noch: Daten rechtmässig, fehlerfrei, zuverlässig und mit der notwendigen Vertraulichkeit bearbeiten zu können, sind nach wie vor grosse Herausforderungen. Die zunehmenden Cyber-Bedrohungen tragen das ihre zu dieser Situation bei.
Was ist bei der Nutzung von Cloud-Computing zu bedenken?
- Abhängigkeit vom Cloud-Anbieter (Vendor Lock-in).
- Erfüllung aller vertraglichen und rechtlichen Auflagen (Compliance).
- Etablieren von tauglichen vertraglichen Regelungen mit dem Cloud-Anbieter.
- Anwendung aller notendigen Sicherheitsmassnahmen beim Cloud-Anbieter und Prüfung der Umsetzung dieser Massnahmen (gegebenenfalls über die Prüfung von Zertifikaten, die der Anbieter erlangt hat).
2. Fragen zur Cloud-Security
Welches sind die wichtigsten Aspekte der Cloud-Security?
- Erfüllung der Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherheit (Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit).
- Erfüllung von rechtlichen und vertraglichen Anforderungen (Compliance).
- Zuverlässige Umsetzung aller notwendigen technischen Sicherheitsmassnahmen, wie z.B. Identity Management, Authentication/Authorization, Access Control, Encryption.
Wie werden Daten beim Transport in die Cloud geschützt?
Daten werden beim Transport in die Cloud verschlüsselt und so vor unberechtigten Zugriffen geschützt.
Wie werden Daten bei der Bearbeitung in der Cloud geschützt?
Um Daten in der Cloud vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, werden geeignete Zugriffskontrollmechanismen implementiert. Bei höherem Schutzbedarf können Daten in der Cloud zusätzlich verschlüsselt werden. Ein vollständiger Schutz der Daten vor dem Cloud-Anbieter ist nur möglich, wenn der Schlüssel ausschliesslich im Zugriff des Cloud-Kunden ist. Dies ist unter Umständen schwierig zu implementieren und bei gewissen Cloud-Services gar unmöglich.
Welche Sicherheitsmassnahmen haben Cloud-Anbieter implementiert?
Vor dem Hintergrund zunehmender Cyber-Angriffe gehört die Sicherheit von Cloud-Services heute zu den Hauptanliegen von Cloud-Kunden. Cloud-Anbieter setzen zahlreiche Sicherheitsmassnahmen ein, damit ihre Daten im Falle eines Angriffs sicher sind oder wiederhergestellt werden können. Zu diesen Massnahmen gehören Verschlüsselung, Identity Management und Authentisierung/Autorisierung. Im Weiteren erarbeiten die Anbieter auch Business-Continuity-Pläne, zu denen redundante Hardware, Backup-Systeme und andere Massnahmen zur Vermeidung von Ausfallzeiten gehören. Schliesslich verfügen die Rechenzentrumsstandorte über Sicherheitsvorkehrungen wie Zutrittskontrollsysteme, Sicherheitskameras, Zäune und weitere Absicherungen.
Dürfen Personendaten in der Cloud bearbeitet werden?
Ja, wenn geeignete technische und organisatorische Massnahmen zum Schutz der Daten implementiert sind, dürfen Personendaten in der Cloud bearbeitet werden. Die aus dem Datenschutz resultierenden Anforderungen an die Bearbeitung von Personendaten in der Cloud sind vielfältig: Zugriffskontrollsystem, vertragliche Verpflichtung des Cloud-Anbieters, die Anforderungen an die Datenbearbeitung zu erfüllen, Überprüfung der implementierten Massnahmen durch den Cloud-Kunden, Überprüfung von Zertifizierungen bei der Auswahl des Anbieters etc.
Wieso ist der Datenschutz bei Cloud-Lösungen so relevant?
Das Datenschutzgesetz dient dem Schutz von sensiblen Personendaten vor missbräuchlicher Bearbeitung. Jede Datenbearbeitung muss den Anforderungen des Datenschutzgesetzes genügen. Wer Daten auslagert – z.B. in der Cloud bearbeitet – bleibt dabei in der Pflicht, ist also für eine datenschutzkonforme Bearbeitung verantwortlich. Da Cloud-Lösungen eine grosse Angriffsfläche bieten, sind die bearbeiteten Daten besonders gefährdet. Somit kann es leicht zu Verletzungen des Datenschutzes z.B. durch missbräuchliche Zugriffe kommen.
3. Fragen zur Nutzung von Cloud-Services an der HSLU / PHLU
Was passiert mit meinen Cloud-Daten nach der Exmatrikulation?
Abhängig vom Studiengang erhalten immatrikulierte Studierende Software-Lizenzen, die den Zugang und die Nutzung verschiedener Cloud-Services beinhalten (z.B. Microsoft OneDrive). Mit der Exmatrikulation erlöschen diese Lizenzen und damit auch die Möglichkeit, die zugehörigen Services zu verwenden. Die Studierenden werden aus diesem Grund dringend gebeten, vor der Beendigung des Studiums Daten, die im Rahmen einer HSLU-Lizenz in der Cloud gespeichert worden sind, lokal zu sichern oder den Zugriff über eine privat erworbene Lizenz sicherzustellen.