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Antibiotika im Akuten Schub einer Chronischen Bronchitis ?
Der Nutzen einer antibiotischen Therapie für die Exacerbation einer chronischen Bronchitis wird kontrovers beurteilt. Eine neue Arbeit im NEJM weist auf einen möglichen Nutzen hin.Vor mehr als 20 Jahren wurde gezeigt, dass man bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sowohl während den symptomlosen Phasen wie auch während dem akuten Schub (Exacerbation) der Bronchitis die gleichen Bakterien im Sputum nachweisen kann. In der Folge geriet die antibiotische Therapie eines akuten Schubes der COPD etwas in Verruf. Dennoch bestätigt die klinische Erfahrung, dass im akuten Schub mit eitrigem Auswurf eine Antibiotische Therapie nicht ohne Effekt bleibt. Nun haben Autoren der NY-Veterans Administration eine interessante Studie zu diesem Thema publiziert. Die Autoren haben 81 Patienten mit COPD während 56 Monaten monatlich untersucht. Dabei interessierten sie sich – wie schon die Wissenschafter in den 70-er Jahren – für den Nachweis von Bakterien im Sputum dieser Patienten. Das besondere an dieser modernen Untersuchung war nun, dass man sich nicht auf den Nachweis von Bakterien beschränkt hat, sondern dass die Autoren eine Typisierung der Bakterien vorgenommen haben. Dabei haben die Wissenschaftler festgestellt, dass die Patienten immer mit dem gleichen Bakterium besiedelt sind. Von Zeit zu Zeit tritt aber ein neuer Bakterienstamm auf und verdrängt die früher nachgewiesenen Bakterien. Nun konnten die Autoren zeigen, dass akute Exacerbationen einer COPD signifikant häufiger beim Nachweis eines neuen Bakterienstamms auftreten als ohne (33% vs. 15%, RR=2.15, 1.83-2.53, p<0.001). Dieser Unterschied galt für H. influenzae, S. pneumoniae und M. catharalis, jedoch nicht für P. aeruginosa. Die vorliegende Studie weist darauf hin, dass die akuten Schübe eventuell doch auf eine neue Infektion zurückzuführen sind. Das würde auch bedeuten, dass sich das Immunsystem irgendwie mit den "alten" Keimen abfinden kann und dort in der Regel die Infektion in Schach hält. Selbstverständlich gibt es noch zahlreiche weitere Faktoren, die eine akute Exacerbation hervorrufen können.Sethi et al, NEJM 2002;347:465-71