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Das Wichtigste in Kürze
- Steigende Temperaturen in der nördlichsten Region der Erde haben zu einer deutlichen Zunahme von so genannten Taurutschungen geführt, wie die ETH Zürich am Donnerstag mit Verweis auf eine neue Studie mitteilte.
Bei den Erdrutschen im auftauenden Permafrost können grosse Mengen Kohlenstoff freigesetzt werden, die dort zuvor während zehntausenden von Jahren gespeichert waren. Mithilfe von Satellitendaten konnten die Forschenden eine neue Methode entwickeln, um diese Mobilisierung von Kohlenstoff im Permafrostboden zu quantifizieren.
Seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet ein internationales Team von Forschenden Taurutschungen im Permafrost. Die darauf basierende Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift «The Cryosphere» veröffentlicht wurde, zeigt erhebliche Veränderungen in der Topographie der sibirischen Halbinsel Tynmyr im Norden Russlands.
So sei ein 43-facher Anstieg von Taurutschungen und eine 28-fache Zunahme von Kohlenstoffmobilisierung festgestellt worden. Diese Beobachtungen fallen mit einer extremen Hitzewelle zusammen, die 2020 in Nordsibirien für Rekordtemperaturen von bis zu 38 Grad sorgte.
«Der starke Anstieg der Taurutschungen aufgrund der sibirischen Hitzewelle zeigt, dass die Kohlenstoffmobilisierung in Permafrostböden durch steigende Temperaturen stark zunehmen und nicht linear verlaufen kann», wird der Hauptautor der Studie, Philipp Bernhard vom Departement Umwelt, Bau und Geomatik der ETH Zürich, zitiert.
Die neu entwickelte Methode zur Quantifizierung der Mobilisierung von Kohlenstoff im Permafrostboden kann die Veränderung sehr hoch aufgelöst darstellen. Dies ermöglicht Forschenden, den Einfluss von Kohlenstofffreisetzung auf das globale Klima genauer einzuschätzen.