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“Wir laufen auf dem Zahnfleisch” oder “wir freuen uns auf die Pause und darauf, uns erholen zu können”. Diese Sätze waren zuletzt an den Pressekonferenzen der Super-League-Klubs immer wieder zu hören.
Trainer wie Zürichs Sami Hyypiä oder Adi Hütter von den Young Boys werden nach ihren Verpflichtungen im August ab dem Trainingsstart Anfang Januar 2016 erstmals Gelegenheit bekommen, Automatismen über mehrere Wochen einüben zu können. Bei YB ist das womöglich weniger dringend nötig. Es war eine gewisse Aufwärtstendenz zu erkennen. Die Berner haben sich unter Hütter von Rang 5 auf 3 verbessert, “und wenn wir in Luzern gewinnen, kann ich eine positive Bilanz meiner bisherigen Zeit ziehen”. In den zehn Spielen unter dem Österreicher holte YB 19 seiner 28 Punkte.
Auch wenn der FC Luzern zuletzt nur eines von sieben Spielen gewonnen hat: Er hat zehn Punkte mehr auf dem Konto als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres. Diesbezüglich besser sind nur die Grasshoppers (+14). Die Young Boys haben, positiv formuliert, erst einmal verloren, seit Adi Hütter Trainer ist. Das 2:1 gegen St. Gallen war aber der erste Sieg nach fünf Spielen. In Luzern ist YB seit Mai 2013 ungeschlagen.
Für den FCZ war die höchste Derby-Niederlage gegen die Grasshoppers seit 1977 (0:5) ein weiterer Rückschlag. “Nach dem 0:2 war der Glaube weg. Jeder Spieler hat für sich selbst gespielt. Die Mannschaft funktionierte nicht mehr als Ganzes”, fand Hyypiä. Gegen Sion und dann im Cup in Thun hat der FCZ die letzten beiden Chancen, sich wenigstens mit positiven Eindrücken in die Winterpause zu verabschieden.
Zürichs Heimbilanz des Kalenderjahres 2015 ist erschreckend schwach. Aus 17 Partien resultierten nur gerade zwei Siege (4:3 in der letzten Runde der letzten Saison gegen GC und 5:3 am 22. November gegen Lugano). Sions einziger Auswärtssieg seit Saisonstart war das 2:0 am 30. August in Thun, seither sind die Walliser in vier Partien sieglos. Auswärtssiege in Zürich sind seit der Jahrtausendwende eine Rarität. Von 23 Partien gewann Sion nur drei.
(SI)