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St. Urban Ziegelei liegt an der ab Langenthal nach Süden führenden Strecke.
Nachdem sich einige Normalspurprojekte zerschlagen hatten wurde 1917 die Langenthal - Melchnau Bahn LMB als elektrische Schmalspurbahn eröffnet. Ausgangspunkt war der Schmalspurbahnhof der Langenthal-Jura Bahn LJB in Langenthal. Dieser Bahn wurde auch die Betriebsführung übertragen. 1958 fusionierten die LJB und die LMB zur Oberaargau-Jura Bahn OJB.
In den 70er Jahren wurden in der Region Oberaargau die Verkehrserschliessungen neu beurteilt. Für die Verbindung Langenthal - Melchnau, die Bahn erreicht Melchnau in einem grossen Bogen via Roggwil, wurde festgehalten, dass bei einer direkten Buslinie die Fahrtdauer um die Hälfte reduziert würde. 1982 wurde der Personenverkehr zwischen St. Urban und Melchnau dann auf Bus umgestellt. Ab 1989 wurde der Bahnbetrieb infolge von Neuan-siedlungen wieder bis St. Urban Ziegelei verlängert. Für den Güterverkehr (Normalspurwagen auf Rollschemeln) sowie Personen-Extrazüge blieb die Strecke nach Melchnau offen.
Da der Güterverkehr nach Melchnau stark rückläufig ist wird die Strecke wohl spätestens beim Anstehen von neuen Investitionen gänzlich geschlossen. Seit 1990 nennt sich die Unterneh-mung die übrigens auch die Schmalspurverbindung Solothurn - Niederbipp und mehrere Buslinien betreibt, Regionalverkehr Oberaargau RVO, später Aare Seeland mobil ASm.
2012 wurde auf Antrag der ASm die Konzession für die Strecke St. Urban Ziegelei - Melchnau durch den Bundesrat aufgehoben. Die Extrazugfahrten nach Melchnau sind also nicht mehr möglich. 2015 wurden Gleis und Fahrleitung zwischen der Ziegelei (Fabrik) und Melchnau abgebrochen.
Ab St. Urban Ziegelei führt die Strecke durch schwach besiedeltes Landwirtschaftsgebiet. In stetiger Steigung wird zuerst die Haltestelle Sängi und anschliessend die kleine Station Untersteckholz erreicht, nur einige Häuser liegen hier. Immer noch ansteigend kommt man zur kleinen Haltestelle Gjuch, bereits am Dorfrand von Melchnau. Einige hundert Meter weiter sind wir dann in der Endstation. Die Strecke weist abgesehen von einer kleinen Betonbrücke keine nennenswerten Kunstbauten auf.
Die Fahrzeit betrug 9 Minuten.
Streckenskizze map.search.ch
Da die Strecke bis 2012 gelegentlich noch befahren wurde, blieb eigentlich noch alles im Zustand wie zu Zeiten des fahrplanmässigen Personenverkehrs. Einzig die Gleisanlagen in Untersteckholz wurden bis auf das Streckengleis entfernt. Die Stationsgebäude in Untersteckholz und Melchnau, ebenso die Remise in Melchnau blieben erhalten. Der Güterschuppen in Melchnau wurde abgebrochen und durch einen privaten Neubau ersetzt. Nachdem 2012 die Konzession für die Strecke St. Urban Ziegelei - Melchnau aufgehoben wurde, kam es 2015 zum Abbruch der Gleis- und Fahrleitungsanlagen.
Betriebsaufnahme Strecke:
St. Urban Ziegelei - Melchnau
6.10.1917
Einstellung Personenverkehr
22.05.1982
Betriebseinstellung Strecke:
St. Urban Ziegelei - Melchnau
2012
Wiederaufnahme des Personenverkehr
St. Urban - Ziegelei
28.05.1989
Streckenabbruch
2015
Ersatzbetrieb
Bus
Streckenlänge
5,1 km
Spurweite
1000 mm
Grösste Neigung
45 0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben
4
Tiefste Station (Ziegelei)
449 m.ü.M.
Höchste Station (Melchnau)
524 m.ü.M.
Anzahl Tunnel
----
Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
1
Betriebsart
Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab
Eröffnung
Stromsystem
Gleichstrom
Spannung
1200 V
Anzahl Zugspaare
21
Name
Bahn km
Höhe m.ü.M.
HG
NG
UA
R
St. Urban Ziegelei
7,0
449
1
noch in Betrieb!
Sängi
7,8
468
1
Untersteckholz
9,3
492
2
1
1
Gjuch
11,6
512
1
Melchnau
12,1
524
2
2
1
1
HG
=
Hauptgleis
NG
=
Nebengleis
UA
=
Umsetz-Anlage für Normalspurwagen
R
=
Remise
Von Melchnau kommender Zug fährt in Ziegelei ein. St. Urban Ziegelei ist heute Endstation für reguläre Personenzüge.
St. Urban Ziegelei. Normalspuriges Industriegleis mit Rollschemelanschluss.
Bei der Ziegelei. 1982 Foto J. Ehrbar
Zwischen Ziegelei und Sängi. 1982 Foto J. Ehrbar
Der Richtung Melchnau fahrende Zug verlässt die Haltestelle Sängi
Bei Untersteckholz.
Der Be 4/4 108 vor Untersteckholz. 1997 Foto A. Knoerr
Der Zug erreicht die Station Untersteckholz.
Eröffnungsfeier in Untersteckholz 1917 Archiv OJB
Zug nach Langenthal in Untersteckholz.
Untersteckholz, der Zug fährt Richtung Melchnau.
Untersteckholz, der Zug begibt sich auf die Reise nach Langenthal.
Der moderne Be 4/4 86 in Untersteckholz. 1982 Foto J. Ehrbar
Etwas vorzeitig entladener Schüttgutwagen. Ehemals auf Rollschemel.
Unterhalb Gjuch in Richtung Melchnau.
Unterhalb Gjuch.
Unterhalb Gjuch auf der Fahrt nach Langenthal.
Bei Gjuch 1943 Archiv OJB
Auf der Haltestelle Gjuch 1974 Foto C. Jeanmaire
SNB BDe 4/4 4 in Gjuch. 1973 Foto P. Willen
Be 4/4 86 erreicht Melchnau. 1982 Foto J. Ehrbar
Station Melchnau 1963 Foto J.-L. Rochaix
Station Melchnau um 1950 mit der Ge 4/4 56 Archiv OJB
Station Melchnau um 1950 mit CFe 4/4 1 Foto E. Gfeller
Endstation Melchnau, Blick Richtung Gleisende.
Der Be 4/4 8 ist in Melchnau angekommen. 1971 Coll. BVA
Hochbetrieb in Melchnau. 1950 Foto K. Wyrsch
In Melchnau einfahrender Zug mit BDe 4/4 8 1963 Foto J.-L. Rochaix
Melchnau mit modernem Pendelzug Foto R. Schwob
Der im Rollschemelverkehr eingesetzte De 4/4 53 beim Rangieren in Melchnau. 1982 Foto J. Ehrbar
Station Melchnau mit Be 4/4 86 1982 J. Ehrbar
Station Melchnau. 1982 Foto J. Ehrbar
Endstation Melchnau mit dem Be 4/4 108. 1997 Foto A. Knoerr
Die kleine Remise bietet zuwenig Platz für den modernen Steuerwagen.
Alle Fotos ohne Autorenname: P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1971
Der neue, erst wenige Tage im Einsatz stehende Be 4/8 110 hat uns in die heutige Endstation Ziegelei gebracht.
Ziegelei ist seit 1989 Endstation im Personenverkehr.
Die durch eine Sperrtafel gesicherte Reststrecke Richtung Melchnau.
Nun gehts entlang des Ziegeleigebäudes und der Grube.
An der Seite eines kleinen Baches wird ein Wäldchen traversiert.
Beim Klubhaus der Hornusser vorbei.
Hinten bei den Büschen wird ein kleiner Graben überquert.
Die einzige Brücke an der Strecke von Ziegelei nach Melchnau.
Nun gehts in die 45 0/00 Steigung.
Plötzlich begegnet uns auf der gesperrten Strecke der neue Be 4/8 111 welcher hier auf diesem eingestellten Bereich die Probefahrten absolviert.
Mit geringerer Steigung nähert sich das Gleis Untersteckholz.
Die Einfahrkurve von Untersteckholz. Links ist bereits das Stationsgebäude in Sicht.
Und wieder kommt der neue Be 4/8 111 auf Probefahrt vorbei.
Auf der Station Untersteckholz. Ursprünglich lag rechts vom Streckengleis noch ein Kreuzungs- gleis mit einem Ladegleis Seite Melchnau.
Das nicht mehr für Bahnzwecke genutzte Stationsgebäude.
Nach der Stationsausfahrt gehts wieder in die Maximalsteigung.
Blick zurück auf die Station Untersteckholz.
Mit schwacher Steigung taleinwärts.
Durch Aecker und Wiesen Richtung Melchnau.
Die ersten Häuser von Melchnau kommen ins Blickfeld.
Und ein Blick zurück auf die ehemalige Haltestelle Gjuch, kurz vor Melchnau.
Nun führt das Gleis parallel zur Hauptstrasse.
Und schon ist die Endstation Melchnau erreicht.
Die bescheidene Stationsanlage. Das Stationsgebäude ist vermietet, der Güterschuppen abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt.
Die Stationsausfahrt Richtung Langenthal mit einem verwaisten Güterwagen.
Das frisch renovierte Stationsgebäude. Hinten links die kleine Fahrzeugremise.
Das durch Dritte genutzte, schön renovierte Stationsgebäude.
Und am Schluss der Gleisanlage die kleine Fahrzeugremise.
Alle Fotos: J. Ehrbar Juli 2008
BRe 4/4 116 (Triebwagen mit Barabteil) bei Untersteckholz. 2007
BRe 4/4 116 vor Melchnau. 2002
BRe 4/4 116 in der Endstation Melchnau. 2007 Alle Fotos: G. Diezi
Wir beginnen die Wanderung in Melchnau.
Die Strassenseite des Stationsgebäudes Melchnau.
Das ehemalige Gleisfeld ist nun zugestopft mit Caravan Material.
Die ehemalige Freiverladerampe mit einem Gleisrest.
Das Ende vom Stationsgebiet direkt an der Hauptstrasse. Bis Gjuch ist das Trassee rekultiviert.
Das einzige noch vorhandene Schienenstück bei diesem Hauszugang.
Links vom Schotterbett lag die Haltestelle Gjuch. Ab hier bis St. Urban Ziegelei ist das Trassee noch erhalten und begehbar.
Beim Ortsteil Gjuch.
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Einige Fahrleitunsmasten am Trasseerand.
Ein Schotterberg neben der Strecke. Der lose Schotter auf dem Trassee wurde entfernt wie auch sämtliche Mastfundamente.
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Vor dem ehemaligen Niveauübergang.
Nun senkt sich die Strecke nach Untersteckholz.
In Untersteckholz sind die beiden einzigen, noch erhalten gebliebenen Fahrleitungsmasten.
Das gut erhaltene Stationsgebäude in Untersteckholz.
Die ehemalige Stationsausfahrt Richtung St. Urban.
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Vor diesem Strassenübergang auf der linken Seite vom Trassee lag die äusserst schwach frequentierte Haltestelle Sängi.
Die kleine Betonbrücke war der einzige Kunstbau auf diesem eingestellten Abschnitt.
Linkerhand ist bereits die Grube der Ziegelei zu sehen.