Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03344.jsonl.gz/2585

Jede Sprache hat ein eigenes Konzept und einen eigenen Aufbau. Ebenfalls gibt es auch je nach Sprache eine genaueres Wort für eine Sache, für welches in einer anderen Sprache nur ein Oberbegriff besteht. So hat das Schottische 421 Wörter für das, was bei uns „Schnee“ bedeuted. Daher gehen wir der Frage nach, wie sich Sprache und Kultur beeinflussen. Einerseits beeinflusst die Sprache das Denken einer Kultur. Aber auch die Kultur beeinflusst die Sprache. Was was beeinflusst ist meist nicht klar erkennbar.
So ist in der Kultur von Korea durch den Konfuzianismus eine grosse Hierarchie erkennbar, welche sich auch in der Sprache wiederspiegelt. Die Verben werden zum Beispiel nach der Beziehung zu der angesprochenen Person verändert und nicht wie im Deutschen nach der Anzahl Personen. Im Japanischen gibt es verschiedene Wörter für einen männlichen Sprecher bzw. eine weibliche Sprecherin. Dies vedeutlicht soziale Normen und Erwartungen.
Bei den Dani in Papauaneuginea gibt es nur ein Wort für „grün“ und „blau“. Es findet keine Unterscheidung statt. Dies wahrscheinlich daher, da es für sie in ihrer Kultur keine Relevanz hat.
Ein sehr spannendes Zeitkonzept hat das Volk der Aymara aus den Anden. Sie deuten für die Vergangenheit nach vorne und für die Zukunft nach hinten. Die Begründung liegt darin, dass sie die Vergangenheit schon erlebt haben, daher können sie sie sehen und daher liegt sie vor ihnen. Ein weiteres Sprachkonzept, das überracht, besitzen die Pirahã. Sie haben keine bestimmten Zahlwörter, da das für ihr Leben im Dschungel nicht relevant ist. Dadurch können sie die Mathematik aber nicht verstehen.
Ein anderes Beispiel ist bei den Aborigines des Stammes Guugu Yimithirr erkennbar. Für dieses Volk ist die Orientierung sehr wichtig für das Überleben. Daher brauchen sie auch im Alltag absolute Himmelsrichtungen für Ortsangaben. So heisst es bei ihnen: „Du stehst südöstlich von mir.“ Durch diesen Sprachgebrauch wissen sie immer ganz genau, wo sie sich befinden.
Im Spanischen wird bei Missgeschicken der Täter nicht genannt. So „hat sich zum Beispiel eine Vase zerbrochen“. Dadurch werden Missgeschicke nicht so stark verurteilt, wie es bei uns meistens passiert.
Durch diese Beispiele wird deutlich, wie stark Kultur und sprachliche Ausdruckweisen zusammenhängen.
Anhand von Sprichwörter und Redewendungen kann man sehr gut erkennen, wie sich der Sprachgebrauch ändern kann. Daher haben wir eine Umfrage gemacht, welche unten hörbar ist.
Hör dir Redewendungen.mp3 von KingCom an #np auf #SoundCloud
Es ist erkennbar, dass vor allem ältere Menschen Sprichwörter besser erkennen und auch häufiger gebrauchen. In der Audiodatei nicht hörbar sind jüngere Schüler. Diese haben meist nicht viel Ahnung von der Bedeutung der Sprichwörter und benützen diese auch in ihrem Alltag nicht. Es ist daher klar eine Veränderung in der deutschen Sprache erkennbar.