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| Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).

Zweites Buch
XVIII. Kapitel
78.
1. Offenbar haben auch alle übrigen Tugenden, die bei Moses verzeichnet sind, den Griechen Anlaß zu ihrer ganzen Sittenlehre gegeben, ich meine die Tapferkeit, die Besonnenheit, die Klugheit und die Gerechtigkeit, ferner die Ausdauer, die Beharrlichkeit, die Keuschheit, die Enthaltsamkeit und die außer ihnen noch zu nennende Frömmigkeit.1
2. Was nun die Frömmigkeit betrifft, so wird dies2 jedem klar sein, da sie den höchsten und erhabensten Urgrund aller Dinge anzubeten und zu verehren lehrt.
3. Das Gesetz selbst läßt aber auch Gerechtigkeit und Klugheit in Erscheinung treten, indem es durch das Verbot der Verehrung der mit unseren Sinnen wahrnehmbaren Götzenbilder und durch das Gebot der Hingabe an den Schöpfer und Vater des Weltalls erzieht. Diese Auffassung ist aber gleichsam die Quelle, aus der alle Einsicht entspringt.3
4."Denn die Opfer der Gottlosen sind dem Herrn ein Greuel; die Gebete der Aufrichtigen aber sind ihm angenehm";4 denn "Gerechtigkeit ist Gott angenehmer als Opfer."5
1: Außer den griechischen Kardinaltugenden ist hier noch eine Anzahl anderer Tugenden genannt.
2: Daß die Griechen sie von Moses kennengelernt haben.
3: Vgl. Philon, De virt. 34.35.
4: Spr 15,8.
5: Ebd. 16,7.