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Floristische Entwicklung der Magerwiesen in den Alpen
Magerwiesen der Alpen zählen zu den artenreichsten Habitaten Europas. In dieser Studie wurde untersucht, wie sich die Diversität und Zusammensetzung dieser Pflanzenbestände in den letzten 25 Jahren verändert haben. Dazu wiederholten wir in Château-d’Oex, Grindelwald, Tujetsch und Sent insgesamt 151 Vegetationsaufnahmen aus den Jahren 1975 bis 1985. Es zeigte sich, dass die Magerwiesen nach wie vor sehr artenreich sind. Mit durchschnittlich 52 bis 60 Pflanzenarten pro Aufnahme (25-100 m2) wurden in drei der vier Regionen gegenüber der Ersterhebung 2 bis 11 Arten mehr gezählt. Der hohe Anteil von Habitatspezialisten der Magerwiesen – darunter geschützte Pflanzen – begründet den besonderen Naturschutzwert dieser Pflanzenbestände. Gerade diese Pflanzen gingen aber in den letzten 25 Jahren in allen Regionen zurück (-4 % bis -12 %), während Fettwiesenarten und Generalisten zunahmen. Der Anstieg des Nährstoffzeigerwerts (+0,07 bis +0,24 Einheiten) weist darauf hin, dass diese Entwicklung auf eine Nährstoffanreicherung in den Magerwiesen zurückzuführen ist. Die Habitatspezialisten blieben einzig in den ungedüngten ökologischen Ausgleichsflächen (öAF) mit extensiver Mähnutzung erhalten, während in allen anderen untersuchten Nutzungstypen (in Schafweiden umgewandelte Mähwiesen, Rindviehweiden, nicht als öAF angemeldete Mähwiesen und wenig intensiv genutzte öAF) ein deutlicher Rückgang erfolgte. Diese Resultate zeigen, dass zur Erhaltung der floristisch wertvollen Magerwiesen in den Alpen die extensive Mähnutzung weitergeführt werden muss und Massnahmen zur Eindämmung der Nährstoffanreicherung erforderlich sind.
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Floristische Entwicklung der Magerwiesen in den Alpen