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Ruine Surselva
Burgruine Grüneck, Ilanz
Die Ruine Grüneck befindet sich auf einem Felsvorsprung östlich von Strada über dem alten Talweg.
Beschreibung
Die Ruine Grüneck befindet sich auf einem Felsvorsprung östlich von Strada über dem alten Talweg. Dabei handelt es sich um ansehnliche Reste eines massiven Wohnturmes mit axialsymmetrischem, fünfeckigem Grundriss. Die Mauerstärke beträgt 2,8 bis 3 m. Das lagerhafte Mauerwerk besteht aus grösseren Blöcken. Das Gebäude bestand anscheinend aus vier Geschossen, einem Kellergeschoss, zwei Hauptgeschossen und einem Dachraum. Die Möglichkeit eines hölzernen, aufgesetzten Oberstockes ist nicht auszuschliessen. In der Westwand sind folgende Öffnungen erkennbar: Am Mauerabbruch Austritt auf einen Balkon, daneben (stichbogige und abgewölbte) Schartenfenster, sowie Austritt auf einen Aborterker. Im Verputz des zum Aborterker führenden Mauerdurchlasses wurde nachträglich die Inschrift „Joh. Gaudentius Castelberg 1704“ eingeritzt.
Weder Burg noch ein darnach benanntes Geschlecht ist urkundlich erwähnt, sodass unsicher bleibt, wer auf Grüneck sass. Die Bauweise spricht für eine Datierung ins ausgehende 12. oder noch eher ins frühe 13. Jahrhundert. Im Zinsbuch des Klosters St. Nicolai in Chur von 1515 wird der Name Gryenegg erwähnt. Die Schmid von Grüneck führen das Adelsprädikat erst seit dem 16. Jahrhundert. Damals war die Burg vermutlich bereits eine Ruine.
In den Jahren 1811 und 1904 wurden grössere Münzfunde am Fusse des Burgfelsens, besonders Münzen Karls des Grossen und des Langobardenkönigs Desidrius entdeckt. Die Münzen kamen zwischen 790 und 794 in ihr Versteck, vielleicht im Zusammenhang mit einem Awarenzug. Ob zu dieser Zeit bereits eine Befestigungsanlage bestand, ist unbekannt, muss aber als unwahrscheinlich gelten. Näheres wäre nur durch eine umfassende Grabung zu ermitteln.
(Erfasst von Regiun Surselva)
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