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Der Strassenname ist offiziell. Privatstrasse. Diese Privatstrasse war schon um 1900 geplant und noch vor 1915 realisiert worden. Sie hatte bis am 17.10.1933 keinen Namen und wurde dann vom Seebacher Gemeinderat noch kurz vor der Eingemeindung als Rohwiesenstrasse bezeichnet, unter Meldung an das Strassen- und Polizeiwesen der Stadt Zürich. Diese scheinen aber mit dem Namen nicht zufrieden gewesen zu sein, denn schon 1934 wird die Strasse im Verkehrsplan der Stadt Zürich als Rickenstrasse bezeichnet. Es kannn vermutet werden, dass die Strasse durch das Fabrikareal gar nie mit Rohwisenstrasse angeschrieben wurde. Der offizielle Name lautet vermutlich von Anfang an Rickenstrasse. Sie blieb aber Privatstrasse. Ursprünglich war sie durchgängig und mündete in die Nordstrasse. Nach dem Bau der Neunbrunnenstrasse um 1924 wurde sie zur Sackgasse. Heute besteht die Durchgängigkeit nur noch für die Fussgänger und Autos während der Geschäftszeit. Nach Feierabend wird die Strasse geschlossen.
Die im Strassenverzeichnis von Zürich aufgeführte Erklärung für den Strassennamen von Dr. Paul Guyer mit dem fernen Rickenpass ist nur schwer nachvollziehbar, wenn in nächster Nähe ein Ricken (Geländeeinschnitt) existierte. Zwar haben die Seebacher in den 1930er Jahren drei Strassen nach Bergen im Zürcher Oberland benannt, weil man die betreffenden Berge vom Standort aus sehen konnte. Dieser Umstand dürfte zu Guyers Vermutung geführt haben.
Doch bei genauer Prüfung stellt man fest, dass dies nur für Strassen im Gebiet Bühl zutrifft. Die Rickenstrasse aber gehört nicht zum Bühl. Und der Ricken wiederum liegt weder im Zürcher Oberland, noch ist er vom Himmeri, geschweige denn von der Rickenstrasse aus zu sehen. Ganz im Gegenteil! Der Bachtel verdeckt die Sicht in diese Richtung. Und zweitens wäre der Passübergang, auch wenn es den Bachtel nicht gäbe, uneinsehbar, da er ja in einer tiefen Senke hinter dem Atzmännig liegt.
Die Strasse hiess vermutlich von Anfang an Rickenstrasse, doch wurde die Umbenennung von Rohwiesen- in Rickenstrasse nicht mehr protokolliert oder das Protokoll wurde bei der Suche nach Strassennamen übersehen, weil es als kleine Notiz in anderem Zusammenhang unterging. Dafür spricht, dass das Zuteilungsjahr von Dr. Paul Guyer mit 1933 angegeben wird. Die Rickenstrasse müsste demnach zwischen dem 17.10.1933 und dem 31.12.1933 so benannt worden sein. Sie bekam ihren Namen wohl nach dem Volksmund, welcher für den unteren Kiesbogen den Namen Ricken benützte. Ricken ist aber ein Wort, welches schon im letzten Jahrhundert vom Volksmund kaum mehr benützt wurde, sodass der Seebacher Ricken um einiges älter sein dürfte.
Quellen: - OGS-eigene - Stadtarchiv, Gemeinderatsprotokolle - Stadtplan 1934 - Strassennamenbuch der Stadt Zürich 1970, 2. Auflage