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KASTELS
Der Name lässt darauf schliessen, dass hier oder in der Nähe ein römisches Kastell = Castellum bestand, das in der mittelalterlichen Burg seine Fortsetzung fand. Diese lag nicht weit von der Strasse Freiburg-Bern, bei der Abzweigung nach Düdingen, wo sich das alte Burggelände noch sehr deutlich abzeichnet. Es bildete fast ein Quadrat von etwa 65 Meter und war auf drei Seiten von tiefen, teilweise Schluchtenartigen, natürlichen Gräben umgeben, während auf der Südseite ein künstlicher Graben von etwa 15 Meter Breite ausgehoben wurde. Dies war die Zugangsseite mit Zugbrücke. Das ganze Gelände war ringsum anscheinend von einer Mauer umzogen, die längs des Grabenrandes ging und in ihren Resten, zumal auf der West und Nordseite deutlich erkennbar ist. Auf der Westseite Steht sie noch in einer Länge von etwa 10 Meter und einer Höhe von 70 cm aus sorgfältig geschichteten grossen Kieseln in starker Mörtelbettung.
Die Burg wurde vielleicht im 12. Jahrhundert errichtet. Im Gümenenkriege wurde sie 1331 von den Bernern eingeäschert und anscheinend vorläufig nicht wieder hergestellt. Denn 1386, so schreibt der Chronist Rudella, hätten die Berner mit Tasberg, Niedermaggenberg und Schönfels auch Kastels wiederum zerstört, „das noch nit vom Güminenkrieg, in dem es zerbrochen ward, widergebuwen und also nit vil wärt was“. Ob es später wiederhergestellt wurde, wissen wir nicht. Wir hören zwar 1674 von Bauarbeiten in der Burg, ausserdem 1758 von Zahlungen, die für das durch Feuersbrunst beschädigte Schloss Kastels geleistet wurden. Aber es handelt sich dabei kaum um die alte Burg, sondern wohl um einen andern Bau, auf den ihr Name übertragen wurde, möglicherweise um den angrenzenden Bauernhof. Denn eine Ansicht vom Anfang des 19. Jahrhunderts zeigt von der Burg nur noch die Reste der äussern Umfassungsmauern und von zwei Türmen, die auf der Ostseite und in der Südostecke noch heute festzustellen sind. Man hört aber nichts von einer Zerstörung der Burg seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, und es war doch eine sehr grosse Anlage, die in neuerer Zeit nicht so ohne weiteres ganz hätte verschwinden können. Auch das anschliessende Gelände macht den Eindruck einer alten befestigten Anlage, die dann aber beträchtlich älter wäre, vielleicht eine Fliehburg darstellte. Der angrenzende Bezirk ist ebenfalls von tiefen, anscheinend teilweise künstlich hergestellten Gräben umzogen.
Weiter westlich sind auf dem kleinen von der Saane umflossenen Hügel, ebenfalls Reste von Mauerwerk vorhanden, möglicherweise die Überbleibsel der vermuteten römischen Anlage. Denn eine Burg ist nicht anzunehmen, das Plateau, 30 m lang und 10-15 m breit, wäre dazu zu klein gewesen. Es stand hier vielleicht ein Turm mit einem Anbau, der auf dem zum Flusse hin jäh abfallenden Hügel mit der weiten Rundsicht einen denkbar vorteilhaften Platz hatte.
Bibliographie