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DORNIER – Flugzeugvisionär am Bodensee
Schwerer als Luft – Zeppelin, RS II/III
Um 1900 wird der Traum vom Fliegen wahr: Otto Lilienthal absolviert erste Gleitflüge, den Wright-Brüdern gelingen gesteuerte Motorflüge, Graf Zeppelin experimentiert mit dem Luftschiff. In dessen Versuchsabteilung wird Claude Dorniers technische Kreativität erstmalig gefordert. Und mit Claude Dornier kommt nicht nur die zentrale Wende von »Leichter als Luft« zu »Schwerer als Luft«, sondern auch zu fortschrittlichen Ganzmetallflugzeugen. 1918 stellt Claude Dornier das erste Flugzeug vor, bei dem die mit Spanten verstärkten Hautbleche am Rumpf wie am freitragenden Flügel die Belastungen aufnehmen.
Diese vom Schiffbau beeinflusste Bauweise setzt sich im Flugzeugbau durch.
Höher, schneller, weiter – Wal, Merkur, Do X
Verlässlichkeit, Kapazität, Sicherheit und Reichweite sind Voraussetzung für den entstehenden Luftverkehr nach dem Ersten Weltkrieg. Dornier produziert in dieser Zeit unzählige Flugboote: 1926 wird in Europa ein Drittel aller Flugleistungen von Junkers- oder Dornier-Flugzeugen erbracht. Spektakuläre Langstrecken- und Expeditionsflüge bringen Dornier weltweiten Ruhm ein. Besonderes Aufsehen erregt 1929 das Flugschiff Do X, damals das weltweit größte Flugzeug.
Militärflugzeuge - Do 17, Do 217, Do 335
Die Luftrüstung beschert der darniederliegenden Flugzeugindustrie ab 1933 umfangreiche Bau- und Entwicklungsaufträge, bringt sie aber in zunehmende Abhängigkeit vom NS-Staat. Dornier wird wegen seiner führenden Kompetenz zunächst vorrangig bei staatlichen Aufträgen berücksichtigt, fällt dann aber gegenüber Junkers, Heinkel und Messerschmitt zurück. Während des Zweiten Weltkriegs kommen bei den Dornier-Werken, wie auch bei den anderen deutschen Flugzeugherstellern, zahlreiche Zwangsarbeiter zum Einsatz. Nach schweren Angriffen auf die Dornier-Werke liegt das Lebenswerk Claude Dorniers bei Kriegsende in Trümmern.
Phönix aus der Asche – Do 31 und neue Technologien
1955 erlangt die Bundesrepublik Deutschland ihre Souveränität. Die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie neue Technologien gewinnen stark an Bedeutung. Der „Kalte Krieg“ rückt die Luftwaffe wieder in den Fokus. Flugzeuge sollen künftig von der Infrastruktur der Fliegerhorste unabhängig sein. Dornier setzt die Latte für Konkurrenten hoch und entwickelt die Do 31: das einzige senkrecht startende und landende Strahltransportflugzeug Flugzeug der Welt.
Mit Gründung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) im Jahr 1972 fördert die Regierung eine breite Palette zukunftsweisender Forschungsgebiete. Dornier wird mit zahlreichen Innovationen in den Bereichen Meeres-, Umwelt-, Verkehrs-, Energie- und Raumfahrttechnik zum Wegbereiter zukunftsfähiger Systemlösungen.
Die Dornier-Firmengruppe erhält zunächst 1985 die Daimler-Benz AG als Mehrheitsgesellschafter und geht schließlich in das Eigentum der heutigen EADS Deutschland über, in der viele Dornier-Technologien weiter entwickelt werden bzw. noch immer im Einsatz sind.