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Die Herstellung und Verbrauch chemischer Substanzen, die die Ozonschicht gefährden, ist seit 1987 im Montreal-Protokoll geregelt. Seither sind acht internationale Expertenberichte veröffentlicht worden, die den aktuellen Stand und die Zukunft der Ozongefährdung beleuchten. Der jüngsten Bericht – vorgestellt am 10. September am UN-Sitz in New York – gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich das Ozonloch schliesst. Einige Fragen bleiben jedoch offen.
Nachdem in den 1970er Jahren die Schädlichkeit von Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs) auf die Ozonschicht vorausgesagt wurde, schreckten 1985 die Daten von Satellitenmessungen die Menschheit auf. Über der Antarktis wurde eine klaffende Lücke in der Ozonschicht entdeckt, die die Erde vor gefährlicher, krebserregender UV-Strahlung abschirmt.
1987 verständigten sich Politiker auf der ganzen Welt auf das Montreal-Protokoll, das ozonschädliche Stoffe, vor allem Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), verbietet. 197 Staaten haben diesen völkerrechtlichen Vertrag ratifiziert. Eine Reihe von wissenschaftlichen Experten-berichten begleitet seither den Prozess zur Rettung der Ozonschicht. Der achte dieser Berichte wurde am 10. September 2014 veröffentlicht. Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt Empa waren bei dessen Erarbeitung massgeblich beteiligt.
Noch immer öffnet sich das Ozonloch jeden September über der Antarktis. Doch anders als in den 1980er- und 1990er-Jahren wird es nicht mehr grösser. Seit der Jahrtausendwende blieb es unverändert; einige Hinweise deuten gar auf eine langsame Verbesserung der Lage hin. Modellrechnungen ergeben, dass die Ozonschicht im Jahr 2050 wieder im Zustand von 1980 sein könnte. Die Konzentration der meisten im Montreal Protokoll genannten Ozonkiller geht dann auch wie erwartet zurück.
Eine signifikante Bedrohung der Ozonschicht rührt nach wie vor von FCKW her, die vor Jahren etwa in Isolierschäumen und Kühlanlagen eingebaut wurden. Beim Recycling dieser Anlagen in allen Teilen der Welt ist es wichtig, dass die FCKW abgetrennt und durch Verbrennung vernichtet werden, sonst würden diese Altlasten die Ozonschicht stärker schädigen als alle neu produzierten Stoffe zusammen.
Während die klassischen Ozonkiller also langsam verschwinden, steigt die Menge an Fluorkohlenwasserstoffen (FKW), mit denen die ozonabbauenden Stoffe in den letzten 20 Jahren ersetzt wurden, um etwa sieben Prozent pro Jahr an. Diese Substanzen schädigen die Ozonschicht nicht, haben jedoch oft ein hohes Treibhauspotential und tragen stark zur globalen Erwärmung bei. Sie sollen in Zukunft ersetzt werden. Aber auch zu diesen Ersatzstoffen, die den Treibhauseffekt mindern sollen, sind noch einige Fragen offen. So können aus diesen Substanzen zum Teil Abbauprodukte entstehen, die sich in der Umwelt anreichern.