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Vor vier Jahren, am 8. September 2016, war die Sonde vom US-Raumfahrtbahnhof in Cape Canaveral mit einer Atlas-V-Rakete ins All gebracht worden.
Bis zu ihrem Ziel, dem nach einem altägyptischen Gott benannten Asteroiden Bennu, musste «Osiris-Rex» rund 330 Millionen Kilometer zurücklegen. Der Himmelskörper war mit Bedacht aus den 500'000 bekannten Asteroiden ausgewählt worden.
Bennu ist schon mehr als 4,5 Milliarden Jahre alt, relativ erdnah, kohlenstoffreich und hat mit rund 490 Meter Durchmesser ideale Masse. Ausserdem schien er durch Teleskope betrachtet von einer Sandschicht überzogen zu sein, was die Probenentnahme erleichtert hätte.
Ende 2018 zeigten Bilder des Asteroiden aber, dass er in Wirklichkeit von Felsen überzogen ist. Die Nasa-Forscher suchten daher lange nach einem geeigneten Landepunkt für «Osiris-Rex». Schliesslich wählten sie den sogenannten Nightingale-Krater aus, der einen Durchmesser von 16 Metern und eine relativ ebene Fläche von acht Metern Durchmesser hat.
Noch ein Versuch in Reserve
«Osiris-Rex» blieb in der Nacht zum Mittwoch nur wenige Sekunden auf dem Asteroiden, sammelte mit dem Roboterarm Proben und stiess sich dann ins Weltall zurück. Dabei musste die etwa Kleinbus-grosse Sonde darauf achten, nicht von herumliegendem Geröll beschädigt zu werden.
Ziel ist es, dass «Osiris-Rex» mindestens rund 60 Gramm Gestein und Staub von Bennu zur Erde bringt. Um das Material aufzuwirbeln und so besser einsammeln zu können, pustete die Sonde Stickstoff auf die Oberfläche des Asteroiden.
Weil die Signale von «Osiris-Rex» so eine lange Strecke bis zu unserem Planeten zurücklegen müssen, dauerte es gut 18 Minuten, bis die Nasa den Erfolg des Landemanövers verkünden konnte. Sollte die Sonde nicht genug Material vom Asteroiden gesammelt haben, wäre am 12. Januar ein weiteres Landemanöver in einem anderen relativ geröllarmen Krater des Asteroiden möglich.
Staub für kommende Generationen
Kommenden März soll «Osiris-Rex» die Rückreise zur Erde antreten. Am 24. September 2023 soll das kleine Robotorraumschiff dann das Behältnis mit den Asteroid-Proben mit einem Fallschirm über einer Wüste im Bundesstaat Utah abwerfen. Danach können Nasa-Forscher das Material auswerten und Rückschlüsse über unsere Ursprünge ziehen.
Einen Teil des Materials wollen sie aber unangetastet lassen, damit kommende Wissenschaftlergenerationen mit womöglich besseren Technologien und mehr Wissen weitere Erkenntnisse daraus ziehen können.