Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03119.jsonl.gz/2323

In einer Medienmitteilung vom 1. Juli 2010 schrieb das Bundesamt für Umwelt BAFU, dass der Kormoran an Netzen der Berufsfischer einkommensrelevante Schäden verursachen würde. Im Auftrag des BAFU hat die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Neuenburgersee untersucht, welche Massnahmen die Fischer treffen können um Schäden zu reduzieren. Im Schlussbericht „Schäden an Fischernetzen durch Kormorane“ werden verschiedene Empfehlungen beschrieben.
Im Bericht ist zur Entnahme von Fischen bei Fängen von Flussbarschen und Felchen zu lesen, dass für beide Fangarten ein Schaden von rund CHF 800.- pro Berufsfischer entstehe. Obwohl Materialschäden an Netzen im Bericht nicht behandelt werden, wurden sie in früheren Publikationen auf ca. CHF 1200.- je Berufsfischer und Jahr geschätzt. Gemäss dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, gehe maximal die Hälfte der in einer Selbstdeklaration von Berufsfischern gemeldeten Schäden auf den Kormoran zurück. Die Gesamtschäden machen maximal 1,4 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttoeinkommens der Berufsfischer von 100 000 Franken aus. Deshalb sieht der SVS die BAFU-/ZHAW-Studie als Bestätigung, dass der Kormoran kein Schädling ist und dass die dem Kormoran zugeschriebenen Schäden im Gegensatz zur Behauptung des BAFU nicht einkommensrelevant sind.