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Der russische Vizepremierminister Arkadi Dworkowitsch betonte vergangene Woche, dass der Zoll offensichtlich keine negativen Auswirkungen auf die Getreideausfuhren habe. Russland sei im vergangenen Wirtschaftsjahr 2015/16 zum grössten Getreideexporteur der Welt aufgestiegen.
Tkatschowhatte in einem Schreiben an den Vizepremier darauf hingewiesen, dass sich der Preisverfall für Getreide auf dem Binnenmarkt im Zuge der reichlichen Ernte fortsetzen werde, wenn der Ausfuhrzoll das Exportwachstum weiterhin deutlich hemme. So sei der Preis für Brotweizen von Juni bis Juli 2016 imeuropäischen Teil Russlands bereits um 13% auf 9 500 Rubel/t
(127,43 Euro/t) gesunken.
Gleichzeitig habe sich Futterweizen um 17% verbilligt und erlöse nur noch 8'600 Rbl/t (144 Fr/t). Der Russischen Getreideunion zufolge wurde in manchen Teilen Russlands sogar die Linie von 8'000 Rbl/t (121,5 Fr./t) nach unten durchbrochen. Der Preis für russischen Weizen auf dem Weltmarkt liegt momentan bei etwa 163 USD/t (160 Fr./t). Das sind 6% weniger als vor vier Wochen und würde in heimischer Währung etwa 10'860 Rbl/t entsprechen. Die Exportabgabe beläuft sich auf 50% des Warenwerts abzüglich 6'500 Rbl (98,70 Fr.) bei einem nominalen Mindestsatz von 10 Rbl (0,15 Fr.) pro Tonne.
Unterdessen sind sich die Experten über die Folgen der möglichen Zollabschaffung uneins: Nach Einschätzung des grössten russischen Getreideexportunternehmens Rif ist keine nennenswerte Wirkung zu erwarten, da die Abgabe erst ab 13'000 Rbl/t (197,50 Fr./t) negativ wirkt. Dagegen wird von Seiten des landwirtschaftlichen Berufsstandes damit gerechnet, dass sich die Einkommen der Bauern deutlich erhöhen dürften.
Der Zoll war im Februar 2015 eingeführt worden, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Im Zuge der starken Abwertung des Rubels war die Ausfuhr von Getreide lukrativer geworden als der Verkauf auf dem Binnenmarkt.