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Die Szenarien für die Sekundarstufe II stützen sich auf den Erhebungen der Lernenden und der Abschlüsse im schweizerischen Bildungssystem (siehe oben) und verlängern die Zeitreihen aus diesen Statistiken. Um die Entwicklung der Zahl der Lernenden der Sekundarstufe II zu antizipieren, erweist sich eine gute Modellierung des Übergangs am Ende der obligatorischen Schule als entscheidend. Diese Etappe des Bildungsverlaufs der Lernenden bildet nämlich eine komplexe Nahtstelle, bei der diverse Faktoren mitwirken (siehe oben).
Die Berechnung der Szenarien stützt sich hauptsächlich auf die Modellierung der Lernendenströme im Bildungssystem. Um von jährlichen Erhebungen zu einer Längsschnittoptik zu gelangen, werden die aufeinander folgenden Lernendenzahlen über eine Reihe von Quoten verknüpft: Übergangsquoten für die Lernenden des 1. Jahres in der einzelnen Bildungswege, Interklassenquoten für die nächst höheren Bildungsjahre und Erfolgsquoten für die Erlangung der Abschlüsse. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass damit der überwiegende Einfluss der demografischen Dynamik auf die Entwicklung der Zahl der Lernenden und der Abschlüsse automatisch einbezogen wird.
Um die erwarteten Lernendenzahlen des 1. Jahres der Sekundarstufe II zu berechnen, werden zuerst die Quoten der sofortigen und der aufgeschobenen Übergänge vom letzten Jahr der Sekundarstufe I in die einzelnen Bildungswege ermittelt. Bis 2012 (Schuljahr 2012/13) wird der Anteil der sofortigen Übergänge auf Grund der „vorjährigen Ausbildung“, eine Variable der SdL, und des Alters der Lernenden geschätzt. Ab 2013 (Schuljahr 2013/14) werden die sofortigen Übergänge durch Längsschnittkoppelungen der aufeinander folgenden Erhebungen erkannt, die auf den individuellen Identifikatoren der Lernenden basiert.
Daraufhin wird die Entwicklung der Übergangsquoten in Bezug auf die Zeit, die Arbeitslosenquote und die Zahl der Lernenden, die im Vorjahr das letzte Jahr der obligatorischen Schule besuchten, modelliert. Auf diese Weise werden Trends, wirtschaftliche Einflüsse und die Effekte der Bevölkerungsdynamik auf die bisherige Entwicklung der Übergangsquoten bestimmt. Gestützt auf vorgegebene demografische (BFS) und konjunkturelle (Expertengruppe des Bundes für Konjunkturprognosen) Szenarien wird dann die erwartete Entwicklung der Übergangsquoten gemäss den geschätzten Modellen berechnet. Schliesslich werden Hypothesen auf dieser Grundlage formuliert und die daraus abgeleiteten Zahlen bestimmt.
Alle Berechnungen werden auf einer hohen Detaillierungsstufe durchgeführt, das heisst gegliedert nach Übergangsfrist oder Bildungsjahr, Geschlecht, Kanton, Bildungsdauer, Bildungsfeld oder Ausrichtung. Diese feine Gliederung ermöglicht eine präzise Darstellung der komplexen Verhältnisse im System, um seine Entwicklung besser zu antizipieren.