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Entwicklung
Fernwärmeversorgungen gibt es in der Schweiz seit mehr als 50 Jahren. Als Fernwärme gilt dabei jene Wärmeversorgung, in der für das Haupttransport- und Verteilnetz öffentlicher Boden beansprucht wird und in der die Wärme an Dritte zu im voraus bestimmten Tarifen verkauft wird. Die Endenergie Fernwärme zeichnet sich dadurch aus, dass für ihre Erzeugung fast alle Primärenergieträger eingesetzt werden können, darunter auch solche, die in kleinen Einzelheizungen aus Bedienungs- und Umweltgründen Schwierigkeiten bringen würden, wie etwa Müll. Auch die Verwendung von Abwärme im Rahmen einer Wärme-Kraft-Kopplung oder die Nutzung von Umgebungswärme, wobei das Temperaturniveau mit einer Wärmepumpe angehoben werden muss, ist möglich. Die beim Betrieb von grossen thermischen Elektrizitätswerken anfallenden Wärmemengen bieten sich zur Nutzung in Fernwärmenetzen an, wobei eine Verteilung auf tiefem Temperaturniveau mit anschliessender Anhebung mit Wärmepumpen oder eine direkte Nutzung möglich ist. Da solche Werke aber nicht mitten in sehr dicht besiedelten Gebieten liegen, wird die Wirtschaftlichkeit bei tiefen Preisen anderer Energieträger oft fraglich.
Durch die Grösse der Anlagen ist es wirtschaftlich vertretbar, die Voraussetzungen für einen raschen Wechsel von einem auf den ändern Energieträger oder für die parallele Verwendung bereitzustellen. Der tatsächliche Einsatz wird durch Verfügbarkeit und Preis der Energieträger sowie den Wärmebedarf bestimmt. Die Verluste bei der Verteilung hängen verschiedenen Faktoren wie Temperaturniveau, Isolation der Rohre und Abgabemenge im Verhältnis zur Netzgrösse ab, sie bewegen sich bei rund 10%.
Die ersten Fernwärmeversorgungen in der Schweiz wurden in grösseren Städten zumeist im Zusammenhang mit Kehrichtverbrennungsanlagen realisiert und dauernd weiter ausgebaut. Als erstes entstand 1928 in Zürich das Netz bei der Anlage Josefstrasse, es folgte das Fernheizkraftwerk der ETH Zürich, die Fernwärmeversorgung Lausanne und jene von Basel, welche als grösste der Schweiz 1985 eine Netzlänge von 130 km hatte und eine Spitzenleistung von über 300 MW abgeben konnte. Ab 1954 entstand die Fern-Wärmeversorgung der Stadt Bern, die seit 1975 auch das Bundeshaus beliefert, und ab 1965 diejenige von Genf. Im Jahre 1980 wurden 8920 TJ Fernwärme erzeugt. Nach Abzug der auf 1000 TJ geschätzten Verluste betrug der Endverbrauch 7920 TJ. 1985 wurden 9430 TJ als Endenergie abgegeben, was einen Anteil von 1,3% am schweizerischen Endenergieverbrauch ausmachte.
Statistische Methodik
Die Statistiken über Fernwärme in der Schweiz wurden erst im Rahmen der GEK an die Hand genommen, verlässliche Zahlen existieren seit dem Jahr 1978.