Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03660.jsonl.gz/1941

Die Geschichte der Schmitte
Bis 1947 betrieb ein gewisser Jordi am Dorfplatz in Jens eine Schmiede. Auf Verlangen der Erben sollten als Nachfolger zwei Schmiede nun weiterarbeiten. Denn Arbeit gab es zu der Zeit mehr als genug. Ueber 60 Pferde aus der Umgebung mussten regelmässig beschlagen werden. Da der Preis fürs Beschlagen der Pferde fix gewesen war, suchten sich die Pferdehalter den Schmied aus, welcher dieses Handwerk ihrer Meinung nach bestens beherrschte. Dies bedeutet für einen guten Schmied viel Arbeit, aber auch guten Verdienst.
Minders kommen ins Dorf
Eher zufälligerweise kamen Hans und Fritz Minder aus Wyssachen nach Jens. Nach kurzer Zeit überliess Fritz die Schmiede seinem Bruder allein. Zudem war Hans als Militärhufschmied bekannt und damit auch begehrt. Wegen der vielen Arbeit kam der dritte Bruder zu Hilfe. Albert Minder zog so um 1952 vorerst als Aushilfe für sieben Wochen nach Jens. Aus den sieben Wochen wurden fast siebzig Jahre, denn Albert Minder wohnt heute noch in Jens. „Gegenüber der Schmitte arbeitete auch der Wagner Gerber“, erinnert sich Minder. „Da haben wir natürlich auch die Metallreifen für die Räder gefertigt“, fügt er an. Es müsse so im Jahre 1992 gewesen sein, als „Schmitte-Hans“ seinen Hammer endgültig niederlegte. Daraufhin hätten sich noch einige Schmiede in der Werkstatt versucht. Doch die Nachfrage nach Schmieden sank stetig. Obwohl längst nicht nur Pferde beschlagen, sondern Motor-mäher revidiert oder Traktoren verkauft wurden. Die Liegenschaft stand zum Verkauf.
Von der Schmiede zum Restaurant
Für den Kauf der Liegenschaft interessierte sich zunächst die Gemeinde Jens. Sie sah darin die Möglichkeit, eine von der Obrigkeit geforderte Asylantenunterkunft zu erstellen. Doch der Preis und die anfallenden Renovationskosten liessen dieses Projekt an einer Gemeindeversammlung scheitern. Schliesslich kaufte Vroni Corail die Liegenschaft und richtete eine im Westernstyl gehaltene Gaststätte unter dem Namen „Old Smith Saloon“ ein. Nach ihrem frühen Tod wurde der Saloon noch einige Zeit weitergeführt.
Heute nach intensiver Auffrischung und verschiedenen Renovationsarbeiten erstrahlt das Restaurant wieder unter dem Namen ‚Zur Schmitte‘.