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Ein Mitglied der Schwedischen Akademie hat dem frisch gekürten Literaturnobelpreisträger Bob Dylan Arroganz vorgeworfen, weil er bislang mit keinem Wort auf die Ehrung reagiert hat.
«Das ist unhöflich und arrogant. Das muss man einfach mal so sagen», sagte der schwedische Autor Per Wästberg am Freitag dem Fernsehsender SVT. So etwas sei bislang noch nie vorgekommen. Dylan war vor einer Woche als erstem Musiker überhaupt der Nobelpreis für Literatur zugesprochen worden - doch er äusserte sich bislang nicht dazu.
«Die Akademie hat mit dem Agenten von Dylan gesprochen und auch mit dem Verantwortlichen seiner Tournee», sagte Akademie-Vertreter Odd Zschiedrich. Aber es habe bisher keine Möglichkeit gegeben, mit dem Preisträger direkt zu sprechen. Bislang ist unklar, ob Dylan zur Verleihung der Nobelpreise im Dezember nach Stockholm reist.
1964 hatte der französische Existenzialist Jean-Paul Sartre, der aus Prinzip keine Ehrungen akzeptierte, den Literaturnobelpreis abgelehnt. Er begründete seine Haltung in einem «Le Monde»-Artikel durch «die einseitige politische Parteinahme für den Westen», die für ihn mit der Annahme des Preises verbunden gewesen wäre. «Jeder Preis macht abhängig.» Boris Pasternak wiederum verzichtete 1958 auf Drängen des Sowjet-Regimes auf den Preis. (sda/afp)