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Als die USA vor gut dreizehn Jahren von Terroristen attackiert wurden, hielt die Welt den Atem an. Bei dem Anschlag steuerten die Angreifer zwei entführte Verkehrsflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers.
Ein weitere Maschine lenkten die Extremisten in das Pentagon in Virginia. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, bevor sie von den Terroristen als Waffe eingesetzt werden konnte. In New York verloren an diesem Tag 2753 Menschen ihr Leben.
Nach jahrelanger Bauverzögerung wurde das 9/11-Museum nun eröffnet. Der Ort soll einerseits an die Opfer erinnern und andererseits die Ereignisse reflektieren.
Ort der Heilung und der Hoffnung
Die Eröffnungszeremonie fand direkt am Ground Zero statt – dort, wo einst das Word Trade Center stand. US-Präsident Barack Obama, New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und zahlreiche Angehörige der Getöteten nahmen daran teil. «Dieses Museum ist ein heiliger Ort der Heilung und der Hoffnung», sagte Obama.
Das Museum bleibt eine Woche lang den Hinterbliebenen vorbehalten. Ab dem 21. Mai wird es für alle Besucher offen sein. Der Weg von der Planung bis zur Fertigstellung war geprägt von Kontroversen und Rückschlägen. Der emotionale Charakter des Baus, die vielen involvierten Akteure sowie der Wirbelsturm «Sandy» hatten die Arbeiten verzögert.
Fakten und Kontroversen um das 9/11-Denkmal
Das Museum
An der Stelle der Twin Towers wurden zwei Pools in den Boden eingelassen. Zwischen diesen liegt der Eingang in das Museum, welches sich über mehrere Stockwerke im Untergrund erstreckt. Das Denkmal und das Museum stammen aus den Federn der Architekten Michael Arad und Peter Walker. Mit dem Entwurf «Reflecting Absence» setzten sie sich 2004 gegen mehr als 5000 Mitbewerber durch.
Die Kosten
Obwohl bereits 2004 über den Grundentwurf für das Museum und das Denkmal entschieden wurde, dauerte es noch zwei Jahre bis zum Baustart. Dabei schwankten die geschätzten Kosten für das Projekt über die Jahre zwischen 500 Millionen Dollar und einer Milliarde. Die Behörden machten unter anderem die Veränderung auf dem Markt für Bausubstanzen wie Stahl und Beton verantwortlich. Am Ende pendelten sich die Kosten bei 700 Millionen Dollar ein.
Der Anschlag von 1993
Das World Trade Center war 1993 bereits Ziel eines terroristischen Anschlags. Mit einer Bombe versuchten islamische Terroristen das Gebäude zum Einsturz zu bringen. Die Explosion forderte sechs Menschenleben. Mehr als tausend Personen wurden verletzt. Im Museum zu den Anschlägen vom 11. September kann auch die Stelle besichtigt werden, wo die Bombe 1993 detonierte.
Die Namen
Für Konflikte bei der Planung sorgte die Platzierung der Namen entlang des Denkmals. Am Anfang wollte man diese in alphabetischer oder zufälliger Reihenfolge in die Tafeln gravieren. Doch es wurde auf eine kompliziertere Anordnung gedrängt. Diese sollte die Beziehung der Opfer zueinander widerspiegeln. So wurden die Passagiere, welche gemeinsam in einem der entführten Flugzeuge sassen, nebeneinander aufgelistet. Aber auch Feuerwehrleute von derselben Wache sollten nebeneinander verewigt werden. Zusätzlich konnten Angehörige Wünsche und Vorschläge einbringen. Wer nun einen spezifischen Namen sucht, sollte sich vorher im Internet informieren, wo dieser zu finden ist.
Die unidentifizierten Opfer
Von den 2753 Opfern der Anschläge konnten bis heute mehr als 1100 Opfer nicht identifiziert werden. Die sterblichen Überreste, knapp 8000 kleine Fragmente, wurden an einem speziellen Ort im Museum zur Ruhe gebettet. Dieser ist nur für Angehörige zugänglich. Hinterbliebene der Opfer protestierten gegen den Entscheid. Die Kritik: Ein unterirdischer Raum im Museumsbau sei nicht der richtige Ort.
Das Kreuz
Die Gruppe Amerikanischer Atheisten hat Klage gegen das Museum eingereicht und fordert die Entfernung eines Stahlträger-Kreuzes. Die Gruppe ist der Meinung, das Aufstellen des Kreuzes verstosse gegen die Verfassung. Entweder seien alle religiösen Denkarten in dem Museum vertreten, oder keine. Die Gruppe fordert, dass auch ein Denkmal für die Atheisten errichtet wird.
Der Islam und Al Kaida
Für Diskussionen sorgt ein Dokumentarfilm mit dem Titel «The Rise of Al Kaida», welcher im Museum gezeigt werden soll. Muslimische Gruppen haben ihr Bedenken angekündigt, nachdem ein Mitglied der interreligiösen Beratungsgruppe des Museums aus Protest zurückgetreten war. Der Film schüre antiislamische Ressentiments und stelle den Islam mit Al Kaida und Terrorismus gleich, so der Vorwurf. Die Museumsleitung wird aufgefordert, die Dokumentation zu überarbeiten.