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Die Formel 1 steht offenbar vor einem Eigentümerwechsel. Der Inhaber des US-Football-Teams Miami Dolphins will zusammen mit dem Scheichtum Katar einem Insider zufolge die Beteiligung des Finanzinvestors CVC an der weltgrössten Automobil-Rennsportserie kaufen.
Dabei geht es zunächst um einen Anteil von 35,5 Prozent, der bis zu acht Milliarden Dollar wert sein könnte, wie der Insider sagte. Die Verhandlungen könnten in sechs Wochen abgeschlossen sein. Auch Dieter Hahn, der frühere Vertraute des ehemaligen Formel-1-Miteigentümers Leo Kirch, spiele in dem Konsortium eine Rolle.
Kopf des Vorhabens ist der US-Investor Stephen Ross, dem das NFL-Team aus Miami gehört. Die Finanzierung sei durch Katar gesichert. Der erfahrene Medienmanager Hahn solle sich unter anderem um eine bessere Vermarktung der Fernsehrechte für das Motorsport-Spektakel kümmern. Ob er auch finanziell beteiligt ist, blieb zunächst unklar.
Börsengang scheiterte
CVC hatte zweimal vergeblich versucht, die Formel 1 an die Börse zu bringen, zuletzt 2013. Sie verkaufte dann Teile ihres Anteilspakets von ursprünglich 63 Prozent, unter anderem an die US-Vermögensverwalter Blackrock und Waddell & Reed sowie an den norwegischen Staatsfonds, der die Öleinnahmen des Landes anlegt. Dabei war die Rennsportserie einschliesslich Schulden mit 9,1 Milliarden Dollar bewertet worden. Derzeit steckt sie aber in der Krise. Die Zahl der Teams schrumpft wegen der steigenden Kosten, Fans kritisieren, dass das Reglement für Langeweile sorge. Zudem sorgt die Dominanz von Mercedes für wenig Spannung.
Geführt wird die Formel 1 seit mehr als vier Jahrzehnten von dem Briten Bernie Ecclestone, einem ehemaligen Gebrauchtwagen-Händler, der damit zum Milliardär aufgestiegen ist. Ecclestone sagte der Londoner Zeitung «The Times», es gebe drei oder vier Interessenten für den CVC-Anteil. Ecclestone soll dem Insider zufolge auch unter neuer Führung der Zampano der Formel 1 bleiben.
Katar will ein Rennen durchführen
Hahn und Kirchs Erben sind die Grossaktionäre der Münchener Constantin Medien, die aus der ehemals an der Formel 1 beteiligten EM.TV hervorgegangen ist. Hahn ist dort auch Chef des Aufsichtsrats. Constantin hatte Ecclestone 2014 wegen seiner Rolle beim Einstieg von CVC vor einem Gericht auf 100 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt, war aber damit gescheitert. Hahn wird dem Insider zufolge von der Investmentbank Leonardo beraten, Goldman Sachs arbeitet für CVC und JPMorgan berät die Bieter. Die Banken wollten sich dazu ebenso wenig äussern wie ein Sprecher Hahns. CVC war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Katar war bisher daran gescheitert, ein Formel-1-Rennen zu bekommen, weil Ecclestone den einzigen Grand Prix am Golf nach Bahrain ausrichten lässt. Dabei ist mit Nasser Khalifa Al-Attiya ein Vertreter der Herrscherfamilie von Katars Vizepräsident des internationalen Motorsportverbandes FIM und des Formel-1-Aufsichtsgremiums, der FIA. In den USA trägt die Formel 1 zwar ein Rennen pro Jahr in Austin im Bundesstaat Texas aus. Sie spielt dort aber im Buhlen um die Aufmerksamkeit des Publikums eine Nebenrolle.
(reuters/mbü/chb)