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Da hatten es die Pferde fast besser! Sie wurden laufend ausgewechselt, denn kein Pferd schafft im Trab auf die Dauer 13 Touren oder 70 km - die durchschnittliche Tagesleistung eines Tramomnibusses. Zudem muss ein hart arbeitendes Pferd alle vier Stunden gefüttert und getränkt werden. Zusammen mit den Vorspannpferden, die an der Heuwaage und in der Freien Strasse stationiert waren, benötigte Settelen mindestens viereinhalb Pferde pro eingesetzten Omnibus. Jedes Pferd verzehrte täglich für zwei Franken Futter. Die Stallknechte kümmerten sich um Auswechslung, Pflege und Fütterung der Pferde. Für den Unterhalt der Wagen und Geschirre sowie den Pferdebeschlag waren Sattler, Schmiede und Wagner fest angestellt. Zusammen mit den Vorspannjungen, Kontrolleuren und «Commis» (so wurde damals in Basel ein Büroangestellter bezeichnet. Frz. commis de bureau) brauchte es letztlich für den Betrieb eines Wagens gegen vier Mann! Wiederholt bat Settelen den Regierungsrat um Erlass der Gebühren. Er begründete seine Gesuche mit der ungenügenden Rentabilität und dem Hinweis auf die «Wohlthätigkeit» seines Betriebes. Der Regierungsrat lehnte alle Gesuche ab, da er keinerlei öffentliches Interesse an der Tätigkeit Settelens sehen wollte. Auch aus heutiger Warte betrachtet, war dieses Geschäft kein wirkliches. 1891 wurden die Bahnhöfe im Sechs-Minuten-Takt bedient und dabei rund 765 000 Passagiere befördert. Dazu standen dauernd neun bemannte Omnibusse und die bereits erwähnte Reserveequipe im Einsatz. Den geschätzten Einnahmen aus dem Billettverkauf von wenig über 100 000 Franken standen Lohnkosten von gut 55 000 und Kosten für das Pferdefutter von mindestens 40 000 Franken gegenüber. Der allgemeine Betriebsaufwand inklusive Versicherungen machte ca. 7500 Franken aus, dazu zahlte Settelen der Bank Fr. 5415.15 Schuldzins. Zusätzlich hätte er jährlich Rückstellungen für den Pferdeersatz von ca. 6000 Franken und für die Omnibusse von 3500 Franken machen müssen. Es verwundert deshalb kaum, dass Settelen, der sich auf eine jährliche Rückzahlung von 5000 Franken des Bankkredites und maximal 5% Zins verpflichtet hatte, bald mit der Amortisation in Rückstand geriet. Er vermochte diesen Rückstand erst nach der Liquidation des Tramgeschäftes auszugleichen. Settelen stellte nicht nur seine Billette, sondern auch die Rückseiten der Plattformen und die Fensterflächen der Tramomnibusse für Fremdwerbung zur Verfügung. Wieweit dieser zusätzliche Ertrag das miserable Betriebsergebnis verbesserte, lässt sich heute nicht mehr abschätzen. Nur die Tatsache, dass Settelen den Betrieb zu einem Preis kaufen konnte, der etwa einen Drittel unter dem ursprünglichen Wert lag, verhinderte wohl den sonst sicher scheinenden zweiten Konkurs.
1894 lud der Regierungsrat auf Druck des Publikums Settelen ein, quasi als Zubringer Pferdetramlinien in den schnell wachsenden Vorstädten zu betreiben. Er war nun plötzlich bereit, diese Linien zu subventionieren. Frustriert vom Gebaren der Regierung, lehnte Settelen höflich ab. Er hatte 1892 auf Einladung dem Kanton unentgeltlich eine umfangreiche Studie über die temporäre Pferdetraktion des neuen Schienentrams abgeliefert (Im Nachhinein entschädigte der Grosse Rat Settelen mit 15 000 Franken für alle seine Vorarbeiten). Am 5. Mai 1895 nahm das Basler Publikum Abschied vom Pferdetram. Zusammen mit seinem Bruder Ernst widmete Settelen sich fortan vor allem der 1892 gegründeten «Basler Droschkenanstalt Gebrüder Settelen», die er in den wenigen, ihm verbleibenden Lebensjahren zu grosser Blüte führte (s. perseenlig Winter 2000/01 oder unter www.settelen.ch/de/ueber-uns/settelen-stories).