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Der Bau des Längholztunnels begann Mitte Februar 2010. Die 110 Meter lange Tunnelbohrmaschine «Belena» bohrte die erste der beiden Röhren des 2,48 Kilometer langen, vierspurigen Längholztunnels.
Längholztunnel
Der 2,48 Kilometer lange Längholztunnel umfasst die Tunnelstrecke von der Gasstation in Orpund bis zur Unterquerung der SBB-Gleise bei der Bielstrasse in Brügg.
Die Tunnelbohrmaschine «Belena» legte im Schnitt täglich 14 Meter zurück, bei einer Höchstleistung von 38 Meter pro Tag. Der Durchstich der ersten der beiden Röhren fand planmässig am 4. Oktober 2010 statt. Daraufhin wurde die Maschine in Einzelteile zerlegt und zurück ins Bözingenfeld transportiert. Dort wurde sie wieder aufgebaut und für den Ausbruch der zweiten Tunnelröhre des Büttenberg- und des Längholztunnels bereit gemacht. Am 18. Februar 2012 waren alle Tunnelrohre gebohrt.
Beim Südportal des Längholztunnels entstand der Übergang zur Verzweigung Brüggmoos im Tagbau. Dazu mussten vier provisorische Eisenbahnbrücken sowie zwei provisorische Strassenbrücken erstellt werden.
Die SBB-Hilfsbrücken wurden in zwei Etappen, in der Nacht vom 6. und 13. Juni 2009, erstellt - eine Präzisionsarbeit, die unter grossem Zeitdruck durchgeführt werden musste.
Von Ende Oktober 2010 bis Ende März 2012 erfolgten die Tagbauarbeiten. Danach wurden die Provisorien wieder demontiert.
Alle 300 Meter sind die beiden zweiröhrigen Tunnel mit einer Querverbindung versehen. Jeder dritte Querschlag ist so gross, dass ihn Feuerwehr und Ambulanz befahren können. Die Verbindungen dienen im Ereignisfall als Flucht- und Rettungswege. Zudem können sie vom Unterhaltsdienst genutzt werden.
Eine besondere Herausforderung war die Erstellung des Querschlags Nummer drei im Madretschried (Mösliquartier). Wegen den schwierigen geologischen Verhältnissen (Lockermaterial und Grundwasser) wurde der Boden auf der Höhe der Tunnelröhren verfestigt. Zur Anwendung kam eine für die Schweiz neuartige Baumethode, das so genannte CSM-Verfahren. Diese Bauarbeiten wurden von der Terrainoberfläche her ausgeführt. Dazu wurde die Waldfläche gerodet, welche inzwischen wieder aufgeforstet wurde.
Tunnelbohrmaschine
Der Tunnelausbruch erfolgte mit einer Erddruck-Tunnelbohrmaschine. Anders als der konventionelle Sprengvortrieb, der vor allem in Felsformationen der Alpen angewandt wird, erlaubt diese Methode die Unterquerung von städtischen Überbauungen, wichtigen Verkehrsachsen oder Werkleitungen sowie den Vortrieb in heterogenen Gesteinsschichten mit Grundwasser, wie das im Längholztunnel der Fall war.
Die Tunnelbohrmaschine legte täglich rund 14 Meter zurück. Für die erste Röhre des Büttenbergtunnels ergab sich eine Bohrzeit von ca. 150 Tagen, für diejenige des Längholztunnels gut 210 Tagen.
Die 2500 Tonnen schwere Tunnelbohrmaschine besteht aus:
- einem kreisrunden, elektrisch angetriebenen Schneidrad, das mit vielen Schneidwerkzeugen und Rollenmeisseln bestückt ist, Bohrdurchmesser 12,6 Meter,
- einem 11 Meter langen Stahlrohr, dem Schild, das den ausgebrochenen Hohlraum stützt,
- einer Druckwand, wo der Aushub gesammelt und weiterverarbeitet wird,
- einer Förderschnecke mit Förderband zum Abtransport des abgetragenen Bodens,
- einer Druckluftschleuse für Unterhaltsarbeiten am Schneidrad,
- Vortriebszylindern und Gelenkzylindern zum Vorpressen und zur Lenkung der Tunnelbohrmaschine bei Kurvenfahrten,
- und einem Nachläufer, der die gesamte Energieversorgungs-, Steuerungs- und Entsorgungslogistik enthält.