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Seit Sara immer wieder mit einem Buch in der Hand an einem bequemen Ort liest, hat auch Olivia (knapp 4 Jahre alt) das Bedürfnis erhalten, lesen zu lernen. Alleine hat sie sich vom Buchstabengestell ein Körbchen mit "Sprechbewegungsbildern" aus der Lesemethode "lose, luege, läse" von Ursula Rickli ausgewählt und wollte von mir wissen, wie man das liest. Diese Bilder stellen in leicht stilisierter Weise die Mundstellungen aller in der deutschen Sprache vorkommenden Sprechlaute dar. Auf den Zeichnungen sind auch die Atemführung und der Artikulationsdruck bei der Lautbildung angegeben. Diese Bilder vermitteln den Kindern, wie wenn sie beim Sprechen in den Spiegel schauen würden, ein Bewusstsein der eigenen Sprechbewegung. Das Kind schaut also das Bild genau an und ahmt dann mit Hilfe eines Spiegels die Mundstellung möglichst genau nach, um dann den Laut zu sprechen. So einfach und so wirkungsvoll. Kennt das Kind die insgesamt neunzehn Sprechbewegungsbilder, so wird oben am Bild der dazugehörige Buchstaben dran geheftet und prägt sich unbewusst ins Gehirn des Kindes ein. Als Olivia im vergangenen Herbst diese Bilder zum ersten Mal in der Hand hielt und auch sogleich die ersten Bilder lesen konnte, war natürlich ihre Begeisterung gross. Ca. zehn dieser Bilder fächerte sie täglich mehrmals durch und legte sie abends sogar zum Schlafen neben sich. Seither sind nun zwei Monate vergangen und ohne dass wir sie je gedrängt oder motiviert haben, liest sie seit gestern bereits ganz kurze und einfache Wörter aus diesen Buchstaben (A, E, I, O, U, S, F, L, M, SCH) und sucht dazu das passende Bild. Es ist offensichtlich, dass Olivia reif fürs Lernen der Buchstaben war und ist und dass die Lernumgebung ihr dies auch erlaubt. Eine Mutter erzählte mir vor einiger Zeit, dass ihre Tochter so gerne lesen lernen würde, aber dass sie es ihr verbiete, da die Tochter in einigen Monaten in die 1.Klasse käme und es nicht gut wäre, wenn sie dann schon lesen könne. Zudem habe sie auch Angst, dass sie ihrer Tochter etwas Falsches beibringen würde oder dass es ihr in der Schule dann langweilig sein könnte, wenn sie schon lesen könne, usw. usw. Traurig, aber so läufts in der Schlule. Wir machen es gerade umgekehrt: Wir lehren nichts, das Kind bringt es sich selber bei. Wir als Eltern sind die Lernbegleiter und helfen bei Bedarf. Und wie man sieht, funktioniert es bestens. Interessant ist, dass Sara von diesen Sprechbewegungsbildern nie etwas wissen wollte, obwohl sie ihr ebenfalls zur Verfügung standen.
Leseentwicklung von Olivia
By Elternkunst|2008-01-02T21:00:00+01:002. Januar 2008|Lernumgebung, Lesen|0 Kommentare
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