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Alexander der Grosse war ein Schüler von Aristoteles, ein genialer Feldherr und ein unersättlicher Eroberer. Bereits im Alter von 32 Jahren herrschte er über ein Weltreich, das sich von Griechenland bis Indien erstreckte. Gross war nicht nur sein Fussabdruck in der Weltgeschichte, sondern auch seine Liebe zum Wein. Das hatte für die Teilnehmer eines Trinkwettbewerbs fatale Folgen.
Alexander der Grosse (356 – 323 v. Chr.) war Makedone. Die nördlichen Nachbarn galten bei den antiken Griechen als Barbaren: Denn sie tranken ihren Wein unverdünnt, ohne die Zugabe von Wasser, was kein anständiger Grieche tun würde. Die Griechen hatten ausgefeilte Regeln, wann, wo und wie stark der Wein verdünnt werden musste … doch das ist der Stoff für eine andere «TrinkGeschichte».
Schon Alexanders Vater Philipp II. soll dem vergärten Traubensaft gerne und reichlich zugesprochen haben. Da erstaunt es nicht, dass auch Alexander einer, zwei oder auch drei Amphoren Wein nicht abgeneigt war. Das hinderte ihn nicht daran, seine «zivilisierten» Nachbarn zu erobern und gleich dazu die halbe Welt. In den 13 Jahren seiner Herrschaft errichtete er ein Weltreich, das sich von Griechenland bis nach Indien erstreckte, wurde nebenbei Pharao und gründete in Ägypten die noch heute existierende Stadt Alexandria (wer sich für das Leben von Alexander dem Grossen interessiert, findet im gleichnamigen, über 600-seitigen Werk von Alexander Demandt eine hervorragende Biografie. Wer es gerne etwas kürzer hat, dem empfehle ich folgendes YouTube-Video oder die etwas längere musikalische Version der Metal-Band «Iron Maiden»).
Der epische Song «Alexander The Great» der Metal-Band «Iron Maiden» erzählt die Geschichte von Alexander dem Grossen:
Geschichte soll nicht langweilen, sondern unterhalten. Darum konzentrieren wir uns hier auf die wirklich wichtigen und spannenden Fakten: Alexanders Liebe zu Wein … und zu Trinkspielen. Das trifft sich gut, denn auch Wermutwölfe lieben Wein und Trinkspiele (zum Beispiel den «Stiefel» oder «SchleFaZ»). Doch unsere Trinkspiele sind zum Glück harmloser als die der alten Makedonen; zumindest, wenn man dem griechischen Schriftsteller Plutarch (45 – 125 n. Chr.) glaubt.
Plutarch schreibt in seiner Alexander-Biografie von einem ganz besonderen Trinkspiel. Es ereignete sich 324 v. Chr. in der persischen Stadt Susa, im Südwesten des heutigen Iran nahe der irakischen Grenze. Alexander der Grosse weilte in dieser Stadt, als sein Kumpel Calanus ihn besuchte – leider nicht, um Wein zu trinken, sondern aus weniger erfreulichem Anlass. Er unterrichtete Alexander, dass er vom Leben genug habe und er ihm doch einen Scheiterhaufen errichten möge.
Der indische Gelehrte Calanus war 73-jährig und litt laut Plutarch schon seit Längerem an einer Darmstörung. Was macht man in einem solchen Fall? Calanus betete, benetzte sich mit Wasser, warf einen Teil seiner Haarpracht auf den Scheiterhaufen und stieg danach selbst hinauf. Er ermunterte die Makedonen, diesen besonderen Tag mit einem Gelage zu feiern. Danach legte er sich hin, bedeckte seinen Kopf – und ging in Flammen auf.
Alexander nahm seinen Freund beim Wort und trommelte seine Kumpels und Offiziere zusammen. Der Tod von Calanus sollte so richtig mit einem ausgelassenen Trinkwettbewerb gefeiert werden. Die Regeln waren einfach: unverdünnter Wein, so viel wie möglich. Als Preis winkte eine wertvolle Krone. Diese ging an Promachus, der sage und schreibe 13 Liter seine Kehle hinunterschüttete. Doch lange konnte er sich nicht an seinem Sieg freuen: Er starb drei Tage später.
Auch die übrigen 41 Teilnehmer segneten das Zeitliche, da sie nach ihrer Ausschweifung eine heftige Erkältung erlitten, berichtet Plutarch nüchtern. Ob die ungeheure Menge Wein oder die Erkältung an ihrem Tod schuld war oder der übermässige Genuss von Wein zur Erkältung führte … bei 13 Litern käme wohl fast jeder ans Limit. Denn Gérard Depardieu lebte damals leider noch nicht und Hamster waren wohl von der Teilnahme ausgeschlossen.
Wem bei dieser Geschichte der Durst nicht vergangen ist: Es gibt auch einen bekannten Drink namens «Alexander» (wir stellen die Version mit Gin statt mit Brandy vor). Ob ihn sein makedonischer Namensvetter gerne gehabt hätte?
Wies im Detail geht, zeigt folgendes Video – inklusive witziger Geschichte, dass auch in Drink-Form ein «Alexander» nicht unbedingt guttut. Wir lernen zudem, dass die Menschen nach über 2300 Jahren kein bisschen klüger geworden sind.