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Candelaria
Regie: Jhonny Hendrix
Darst.: Verónica Lynn, Alden Knigth, Manuel Viveros, Philipp Hochmair u.a.
Havanna, 1994. Kuba erlebt das schlimmste Jahr der sogenannten «Sonderperiode». Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist die Wirtschaft auf der grössten Karibikinsel im freien Fall, nichts geht mehr. Vor diesem Hintergrund führt das alte Ehepaar Candelaria und Victor Hugo seinen täglichen Überlebenskampf. Candelaria, zu besseren Zeiten eine gefeierte Schauspielerin, arbeitet tagsüber in der Wäscherei eines Hotels und nachts als Sängerin, derweil ihr Mann kleine Gelegenheitsjobs hat. In ihrem ärmlichen Zuhause ziehen die beiden hingebungsvoll fünf Küken auf, in der Hoffnung, so irgendwann wieder einmal Fleisch zu haben – ein starkes Bild für den verzweifelten Zustand des Landes. Als Candelaria eines Tages in der Wäsche die vergessene Videokamera eines Touristen findet, schmuggelt sie das kostbare Gerät aus dem Hotel nach Hause. Von da an ist zwischen den beiden alten Leuten, die sich immer noch zärtlich lieben, nichts mehr wie davor. Die Kamera wird zum Mittelpunkt in ihrem Alltag. Regisseur und Drehbuchautor Jhonny Hendrix ist Kolumbianer. Die Idee zu seinem dritten Spielfilm «Candelaria», der 2017 in Venedig den Regiepreis in der Sektion Giornate degli Autori gewann, beruht auf einer Geschichte, die ihm eine alte Frau bei seinem ersten Kuba-Aufenthalt in den 1990ern-Jahren erzählte. Mit Verónica Lynn als Candelaria ist die weibliche Hauptrolle mit einer kubanischen Schauspiellegende besetzt. Die Karriere der 1931 geborenen Kubanerin, eine gefragte Theaterschauspielerin, reicht bis in die 1950er-Jahre zurück. Ab den 1970er-Jahren nahm sie auch Filmrollen an und hat seither mit so bekannten Regisseuren wie Tomás Gutiérrez Alea, Enrique Piñeda Barnet und Fernando Pérez gearbeitet. Trotz ihrer 86 Jahre strahlt sie eine unglaubliche Frische, Jugendlichkeit und Spielfreude aus. Das gilt auch für ihren Filmpartner, den fünf Jahre jüngeren Alden Knigth, der trotz seines fortgeschrittenen Alters noch als Dozent an der Schauspielschule von Kubas TV arbeitet. Und mit dem Österreicher Philipp Hochmair, einem bekannten Burgtheater-Schauspieler, in der Rolle eines ausländischen Hehlers ist auch ein Europäer mit von der Partie in dieser Liebesgeschichte der schrägen Art.