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Die Kapelle San Ponzio wird in den Kirchenbüchern von Saluzzo erstmals 1592 als Kirche von Marsaglia erwähnt. Das Gebäude kann aber wesentlich älter sein, archäologische Schätzungen zufolge dürfte es um 700 gebaut worden sein. Bis in die Jahre um den Zweiten Weltkrieg fanden regelmässig am Samstag oder Sonntag Messen statt. Durch die Nähe zu den Bauernhöfen wurde nicht zuviel Zeit für den Weg verloren, so dass die Arbeit schnell wieder aufgenommen werden konnte.
Nach vielen Jahren, in welchen die Kapelle nicht mehr regelmässig genutzt wurde, sind im Jahre 1976 das Dach und Teile der Frontfassade eingebrochen. Glücklicherweise wurde die Apsis mit den mittelalterlichen Fresken von diesem Einsturz verschont. Dank einer finanziellen Zusage der Provinz Cuneo und der Vereinigung der Berggemeinden (Comunità Montana Alta Langhe) konnte der Verein San Ponzio, grossteils in Fronarbeit, die notwendigsten Arbeiten ausführen, um das Gebäude zu erhalten.
Erst im Jahre 2008 war dann genügend Geld beisammen, um eine vollständige Restauration der Kapelle und auch der Fresken in Angriff zu nehmen. Bei Grabungen am Fundament wurde ein Grabfeld mit diversen Skeletten entdeckt welche aus dem Zeitraum 1200 – 1700 stammen. Diese Funde verzögerten natürlich die ganzen Arbeiten, so dass erst im September 2011 die Kapelle im Beisein des Bischof von Mondovì feierlich neu eingesegnet wurde. Die fachgerechte Restauration der mittelalterlichen Fresken war auch sehr zeitintensiv, leider konnten wegen fehlender Teile des Verputzes nicht alle wieder hergestellt werden. Weisse Stellen in den Fresken zeugen heute vom damaligen schlechten Zustand.
Einmal im Jahr, Mitte September, findet in der Kapelle eine Messe zu Ehren von San Ponzio statt mit der anschliessenden „Festa di San Ponzio“. Bei dieser Gelegenheit kommen gut 150 Einheimische und Zugezogene zusammen, geniessen den Imbiss und ein Glas Wein, ein gesellschaftlicher Höhepunkt des Jahres untermalt von Handorgeln und Volksliedern.
Nach Absprache und Voranmeldung kann die Kapelle auch an anderen Tagen besichtigt werden.
Text Alexander Schilter