Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03225.jsonl.gz/1918

Vs. Baselstab, Umschrift, Jahreszahl
Rs. Ansicht des Platterhauses, Legende
Silber, geprägt
Dm. 28 mm, Gewicht 9,059 g
Inv. 2012.398.2.
Die Inschrift auf der Silbermedaille von 1969 preist das Thomas Platter-Haus als "Miraculum parvum Basileae", als „kleines Wunder Basels“. Wie kommt ein auf den ersten Blick eher unspektakuläres Bauwerk zu dieser Beschreibung?
Das Haus wird 1398 erstmals urkundlich erwähnt und kam 1549 in den Besitz des sozialen Aufsteigers und Humanisten Thomas Platter. Das "untere mittlere Gundeldingen" war eines der vier Gundeldinger "Schlösser“, wie die Weiherhäuser aus dem ausgehenden Mittelalter unterhalb des Bruderholzes genannt wurden, und diente Platter als Rückzugsort während der Pest 1550-1553 sowie als Landgut zur landwirtschaftlichen Produktion.
1945 wurde das Haus, stark renovationsbedürftig, zwar in das Verzeichnis der kantonal geschützten Baudenkmäler aufgenommen, bereits 1958 aber kaufte der Kanton Basel-Stadt das ganze Areal, um es zu überbauen. So wurde es Mitte 1960er Jahre wieder aus dem Verzeichnis gestrichen. Um den damaligen Denkmalpfleger formierte sich darauf ein "Aktionskomitee zur Erhaltung des Thomas Platter-Hauses", welches mit der Sammlung von Spendengeldern begann. In diesem Zusammenhang wurde wohl auch die Silbermedaille geprägt, die möglicherweise als Spendenmedaille verkauft wurde. So wird auch die Inschrift "Miraculum parvum Basileae" auf der Medaille verständlich, welche den besonderen Wert eines solchen Hauses angesichts der Zerstörung zahlreicher historischer Gebäude im Bauboom der 1960er Jahre betonen sollte. Das Aktionskomitee war erfolgreich: Eine Stiftung kaufte die Liegenschaft und 1974 wurde das frisch restaurierte und wieder unter Denkmalschutz stehende Thomas Platter-Haus feierlich eingeweiht.