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Doch keine Stadt aus Holz
Sidewalk Labs, eine Tochter der Google-Muttergesellschaft Alphabet, wollte in Toronto hoch hinaus. Eine Smart City am Ufer des Lake Ontario sollte aus Holz gebaut werden. Jetzt ist das als mit Abstand als grösstes Holzbauprojekt weltweit angekündigte Vorhaben gescheitert. Offiziell wird als Grund die unsichere wirtschaftliche Perspektive genannt, die sich unter dem Eindruck der Coronapandemie entwickelt habe.
Das Projekt sah sozusagen als Testlauf vor, zunächst ein Wohnviertel mit 3000 Einheiten zu erstellen. Dafür waren aus Brettsperr- und Brettschichtholz erstellte Hochhäuser vorgesehen mit bis zu 30 Stockwerken. Mit fast 300.000 m2Nutzfläche wäre schon der sogenannte Testlauf auf dem 5 ha grossen Areal das grösste Holzbauprojekt der Welt gewesen. Die eigentliche Stadt aus Holz auf rund 325 ha hätte man als Jahrtausendprojekt bezeichnen können.
Für Beobachter kommt das Ende des Quayside-Projekts nicht ganz überraschend. Schon länger wurde Sidewalks Labs vorgeworfen, eine Smart City der Überwachung bauen zu wollen. Was mit den 30 Personen passieren wird, die in Toronto an der Umsetzung des Projekts gearbeitet hatten, ist offen. Wichtige Erkenntnisse und Ideen werde das Unternehmen in künftige Projekte mitnehmen.
Die vorgesehenen Gebäude sollten modular konzipiert und so recht einfach erweitert werden können. Ein Drittel aller Wohneinheiten sollte ausdrücklich «bezahlbar» bleiben. Strom und Wärme wollte das Smart-City-Viertel durch Solarenergie und geothermale Hitze gewinnen. Ausserdem sollte es ein Entsorgungssystem mit unterirdischen Robotern geben, das den Müll um bis zu 80% reduziert. Die dafür notwendigen Tunnel sollten auch für robotergestützte Lieferungen genutzt werden.