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Je mehr Zeit Menschen für ein bestimmtes Problem aufwenden, desto eher kommen sie vom Status quo weg.
Je mehr Zeit Menschen für ein bestimmtes Problem aufwenden, desto eher kommen sie vom Status quo weg.
Im Bewerbungs- und Beförderungsprozess werden häufig Shortlists erstellt. Das sind Listen mit Menschen, welche für die Position passen würden. Auf diesen Shortlists stehen hauptsächlich Männernamen, da nach wie vor Führungspositionen als «Männeraufgabe» gesehen werden. Ein Amerikanisches Forschungsteam hat untersucht, wie man den Frauenanteil auf diesen Shortlists erhöhen kann.
Angeleitet wurde dieses Forschungsteam vom Verhaltensforscher Brian J. Lucas von der Cornell University. Sie haben untersucht, wie geschlechterspezifische Diskriminierung beim Einstellungs- und Beförderungsprozess verhindert werden kann. Dazu führten sie 10 Experimente durch.
Eine Shortlist ist aus verschiedenen Connections und Empfehlungen aufgebaut. Um sich alle diese Namen zu merken, schreibt man sie auf. Dass hauptsächlich Männer in hohen Positionen sind, ist ein Teufelskreis. Wurde eine Stelle schon von einem Mann besetzt, denkt man automatisch nur an Männer, wenn sie frei wird. Ausserdem denkt man auch, Frauen seien weniger geeignet, da es nur wenige von Ihnen auf diesen Positionen gibt.
Folgende Experimente wurden durchgeführt, um Shortlists weiblicher zu machen
Ein Experiment lautete: Stellen Sie sich vor, Sie sind Produzent und müssen einen Film besetzen. Sie sollen eine Shortlist erstellen, mit drei Schauspielerinnen und drei Schauspielern. Die Forschenden sagen Ihnen dann, sie sollen drei weitere Namen auf die Liste schreiben. Die Liste wurde so um 33.3% weiblicher.
In einem weiteren Experiment sollten Menschen aus der IT-Branche eine Shortlist mit drei potenziellen CEOs für ein Technologie-Unternehmen erstellen. Danach sollten sie ihre Shortlist um drei Namen erweitern. Durch dieses Experiment standen danach 44% mehr Frauen auf der Liste, als auf der ursprünglichen Liste.
Warum braucht es diese Experimente, für mehr Frauen?
Das Forschungsteam sagt, je mehr Zeit Menschen für ein bestimmtes Problem aufwenden, desto eher kommen sie vom Status quo weg. So ist es auch, wenn man die Shortlist um einige Namen verlängert. Eine lange Shortlist bringt einem dazu, mehr Zeit zu investieren und Alternativen zu entwickeln, welche vom Geschlechterprototyp abweichen.
Das Forschungsteam macht aber auch darauf aufmerksam, dass durch eine längere Shortlist noch längst keine Gleichberechtigung entsteht. Es ist aber sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
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Kategorie
News
Publiziert am
11.10.2021
Hashtag
#diewirtschaftsfrau #politik