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Palast der Miserablen
Der Medientipp von Maya Coureau, Bibliotheksmitarbeiterin PBZ Altstadt
Die Geschichte beginnt in einem Dorf namens «Herzliche Hölle» im Süden Iraks um 1980. Der Junge Shams wächst hauptsächlich im Krieg auf, er kennt seinen Vater nur in Militäruniform. Das Dorfleben ist einfach, ohne Wasser und Strom. Shams erlebt aber auch glückliche Momente mit seinem Grossvater und seiner Schwester Qamer. Bald müssen sie aus politischen Gründen fliehen. Da die Lage dort sicherer ist, entscheiden sie sich, in den Norden zu gehen. Nach Bagdad, auch «Saddam City» genannt. Das Viertel, in dem sie sich eine Blechhütte bauen, gehört mehr zum Müllberg als zur Stadt.
Vater beginnt als Lastenträger zu arbeiten, Mutter als Putzfrau und Wahrsagerin. Später bringt die Schwester die Familie in eine unmögliche finanzielle und gesellschaftliche Situation. Als Shams anfängt, verbotene Bücher auf dem Büchermarkt zu verkaufen, um seine Familie über Wasser zu halten, wird es für ihn gefährlich.
Der teilweise autobiografische, aus der ich-Perspektive geschriebene Roman erzählt die Geschichte aus irakischen Gefängnissen heraus. Bevor er nach Europa fliehen konnte, war der Autor zwei Jahre inhaftiert. Er zeigt uns eine Welt voller Krieg und Gewalt gegen die eigenen Bürger, die wir so in Europa nicht kennen. Das Buch gibt einen Einblick in die Zustände, aus denen viele Menschen heute nach Europa fliehen.