Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03455.jsonl.gz/560

Der 1,62 m grosse und 53 kg leichte Domenico Pozzovivo (ITA/ALM) ist der grosse Sieger der Königsetappe. Der Giro-Sechste gewann die 6. Etappe Locarno – La Punt. Zugleich liess sich Pozzovivo ins Leadertrikot einkleiden.
Dank den 10 Sekunden Zeitgutschrift und dem Rückstand im Ziel von Damiano Caruso (ITA/BMC) ergab sich im Gesamtklassement unter den beiden Italienern Zeitgleichheit. Dem Reglement des Weltverbandes UCI zufolge werden in einer solchen Situation die Hundertstelsekunden aus dem Zeitfahren für die Erstellung der Rangliste herangezogen. So war es am Samstag in Cham: Caruso 47 Hundertstel, Pozzovivo 12 Hundertstel – Vorteil Pozzovivo also.
„Das war ein grossartiges Teamwork. Unser Plan ist voll aufgegangen, indem wir Jan Bakelants in der Fluchtgruppe unterbrachten.“ Der Belgier war 14. Des Gesamtklassmentes und stellte für die Gegner eine gewisse Gefahr dar. Danach konzentrierte sich das Geschehen unter den Gesamtbesten auf die letzten Kilometer am Albula-Pass. Solange Caruso Helfer um sich hatte, vermochte er seine Stellung zu behaupten.
„Der Etappensieg stand im Vordergrund. Bei der Heirat hatte ich meiner Frau versprochen, Wieder einmal zu siegen. Meinen Erfolg widme ich auch meinem am 22. April bei einem tragischen Unglück verstorbenen Kollegen Michele Scarponi“, sagte Pozzovivo, der die unregelmässige Gangart der Hauptgruppe 4 km vor dem Scheitelpunkt des Albula zum entscheidenden Angriff nutzte, auf der Passhöhe Michael Woods (CAN/CDT) einholte und sich in der Abfahrt auf der vom Regen nassen Strasse knapp ins Ziel rettete. Seit zwei Jahren hatte Pozzovivo kein Rennen mehr gewonnen. Seit zwei Jahren wohnt er in Morcote am Luganersee. Und seit vier Jahren fährt er für ein französisches Team – viel internationaler kann ein italienischer Radprofi kaum sein.
Matthias Frank (SUI/ALM) hielt sich in der Favoritengruppe und traf mit den ersten Verfolgern im Ziel ein (4. mit 4 Sekunden Rückstand). Der Schweizer, Mannschaftskollege von Pozzovivo, belegt im Gesamtklassement den 5. Platz, womit das Team Ag2R-La Mondiale am Freitag bei der enorm anspruchsvollen Bergankunft am Tiefenbachferner oberhalb von Sölden (AUT) gleich zwei Karten spielen kann. „Die Taktik wird wohl keine Rolle spielen, sondern eher die Kraft und die guten Beine“, meinte Pozzovivo zur Ankunft auf 2780 Metern über Meer.