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Mittelalter
Der Lauf der Aare zwischen Aarberg und Büren hatte nur ein sehr geringes Gefälle. Der Flusslauf war an keine Dämme gebunden. Das Wasser wurde allein durch Sand- und Kiesbänke gelenkt und fand die Grenze an den aus Lockermaterial bestehenden und daher leicht wegzuschwemmenden Rändern der Ackerterrassen, auf welchen am Rande der Ebene die Dörfer lagen. Bei grösseren Niederschlägen wurde die Ebene überschwemmt, Sand- und Kiesbänke wurden verschoben und neue Hauptarme geschaffen.
Nennenswert sind die grossen Überschwemmungen von 1440, 1473, 1480, 1550, 1566, 1570, 1580, 1758, 1817 und 1851.
Karte vom Juli 1763 Plan von Bollin, 1803
19. Jahrhundert
Nach 1860 erreichte das „Grien“ wahrscheinlich seine maximale Ausdehnung. Die 1874/75 ge-baute Eisenbahnlinie Lyss-Büren brachte die Wende: Durch die Aufschüttung des Bahndammes wurden etwa 70 bis 100 ha Land von der Flusslandschaft abgetrennt und somit vor neuen Über-schwemmungen gesichert.
Bereits 1840 wurde dem Bündner Oberingenieur Richard La Nicca der generelle Projektauftrag er-teilt, die Vorbereitungsarbeiten zur Korrektur der Juragewässer vorzunehmen. Zehn Jahre später legte La Nicca ein Ausführungsprojekt für 9 Millionen Franken vor. Vehemente Gegner des Vor-habens aus allen Interessensgruppen – sogar aus dem Bundesrat – versuchten das Projekt zu Fall zu bringen. So erfolgte der Baubeginn erst 1868 und 1879 konnte der neu geschaffene Nidau-Büren-Kanal in Betrieb genommen werden. Im Jahre 1891 wurde das grosse Bauwerk der 1. Jura-gewässerkorrektion mit einem Kostenaufwand von 18,5 Mio. Franken vollendet.
Karte um 1840
Karte um 1876
1952 bis 1972 - 2. Juragewässerkorrektion
Die 1. Juragewässerkorrektion brachte nicht nur Sicherheit vor neuen Überschwemmungen, sondern ermöglichte auch eine umfassende Urbanisierung dieser vorher sehr unwirtlichen Gegend. Als Folge der Entwässerung und der intensiven Bewirtschaftung senkte sich mancher-orts – vor allem im Grossen Moos – der Torfboden. Während der Wintermonate traten wieder neue Hochwasser auf. Erwähnenswert sind jene von 1944, 1950, 1952 und 1955. In der Folge wurde eine 2. Juragewässerkorrektion durchgeführt, welche 1972 mit 150 Mio. Franken Kosten beendet wurde.
Überschwemmung von 1944
Überschwemmung 1944 unterhalb Büren aA.
26. September 1987
Andauernde Regenfälle lassen den Eichibach stark anschwellen. Die Pumpen im Pumpwerk ZAG Dotzigen versanden und versagen ihren Dienst. Der Alarm funktioniert nicht. Im Gebiet Eichibach und Schulhausstrasse kommt es zum Kanalisationsrückstau und zur Überschwemmung der Keller.
25. Januar 1995
Starke Niederschläge während Tagen – teilweise auf gefrorenen Boden – lassen den Eichibach stark anschwellen. Die Pumpen im Pumpwerk ZAG Dotzigen können das anfallende Wasser nicht bewältigen und versagen ihren Dienst. Teile des Dorfes werden schnell überschwemmt und viele Keller müssen ausgepumpt werden.
25. Dezember 1995
Schwere Niederschläge während Tagen lassen den Eichibach anschwellen. Allein am 25. Dezem-ber 1995 fallen während 24 Stunden über 40 Liter/m². In höheren Lagen beginnt wegen steigen-den Temperaturen der gefallene Schnee zu schmelzen. Die Wasserstände des Nidau-Büren-Kanals und der Alte Aare steigen stetig an. Um etwa 03.30 Uhr kommt es zu einem Rückstau der Kanalisation ab dem Pumpwerk Dotzigen. Die vorhandenen Pumpen können die anfallenden Wassermengen nicht mehr bewältigen und versagen ihren Dienst. Die Wehrdienste Dotzigen be-ginnen mit dem Auspumpen der Keller im Gebiet der Sternenmatte. Nach 04.00 Uhr werden die Pumpen durch Fachkräfte der ZAG manuell eingeschaltet; der Wasserspiegel der Kanalisation sinkt rasch ab. Die Überschwemmungen führen dazu, dass die Wehrdienste Dotzigen während des ganzen Tages mit dem Auspumpen von Kellern beschäftigt sind.
In der Sitzung vom 6. Februar 1996 einigen sich die Behörden der Einwohnergemeinde Dotzigen mit der Geschäftsleitung ZAG über die vorzukehrenden Massnahmen.
2005
Am 4. und 9. März, sowie am 11. April tritt der Eichibach wiederum über das Ufer. Der Hydrologe Christoph Lehmann stellt fest, dass Eichibach und Alte Aare sehr viel Wasser führen. "Auffallend war, dass beide Gewässer trotzdem sehr gemütlich flossen". Der optische Eindruck ist mittler-weile durch Messungen erhärtet worden. Je mehr Wasser die Alte Aare herabfliesst, desto ge-ringer ist die Fliessgeschwindigkeit. Hydrologische Untersuchungen sollen die entsprechenden Antworten bringen.
Innerhalb kurzer Zeit stieg der Eichibach im östlichen Teil des Dorfes und trat über die Ufer.
4. März 2006 - 11:59 Uhr
4. März 2006 - 15:28 Uhr
2007
Der 8. und 29. August wird nicht so schnell vergessen gehen. Vor allem das Hochwasser vom 29. August hat absolute Rekordwerte erreicht. Die Region steht unter Wasser (Lyss wird zum nationa-len Thema) und der Bielersee droht zu überlaufen.