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Der Brotkuchen ist - wie es der Name schon vermuten lässt - ein Kuchen, der mit altbackenem Brot in Milch aufgeweicht hergestellt wird und viele andere Zutaten wie getrocknete und kandierte Früchte enthält. Dieser Kuchen entsprang der Notwendigkeit, altbackene Brotreste zu verwerten. Aber wie war es möglich, dass grosse Familien der damaligen Zeit, die nicht über allzu viele Nahrungsquellen verfügten, Brot im Überfluss hatten? Das Brot wurde nur gelegentlich gebacken, alle zwei Wochen oder in längeren Zeitabschnitten, allerdings dann in grossen Mengen. Alles, was nicht frisch gegessen werden konnte, wurde für die Brotkuchen verwendet. In städtischen Gebieten, in denen seltener Brot zu Hause hergestellt wurde, war das Brot, das in der Bäckerei gekauft wurde, sogar bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, bereits ein oder zwei Tage alt: Solange es Brot gab, verkauften es die Bäcker auch, vor allem in der Zeit des Krieges. Ob auf dem Land oder in der Stadt, um das altbackene Brot zu essen, musste es aufgeweicht werden: In der Brühe zur Zubereitung einer Brotsuppe; oder in der Milch zur Herstellung des Brotkuchens.
(Texte: Verband Kulinarisches Erbe der Schweiz, www.patrimoineculinaire.ch. Bild: smppc.ch)
Jede Familie hat ein anderes Rezept.
Zutaten:
- 550 g. altgebackenes weisses Brot
- 180 g. (oder mehr) Zucker
- 2 Eier
- eine Tasse gehackte Mandeln
- 1 Löffel Zimt
- 1 Löffel Kakao
- Muskatnuss
- gehackte Zitronenschale
- Vanille
- 6 Amaretti
- Butter
- Milch
- Pinienkerne
- Mandeln
- 200 g. Rosinen.
Die Brotschnitten, die zerbröckelten Amaretti und die Zitronenschale in eine Terrine geben und mit kochender Milch übergiessen, bis alles bedeckt ist. Zudecken und einweichen, ab und zu aufrühren. Wenn es lauwarm geworden ist, mit einem Holzlöffel oder mit dem Schneebesen gut schlagen, damit der Teig gleichmässig wird. Den Zucker, die Eier, die gehackten Mandeln, den Zimt, den Kakao, etwas Muskatnuss, Vanille und die gewaschenen Rosinen beifügen. Den Teig in eine oder zwei Formen 4 bis 5 cm hoch giessen. Mit Pinienkernen und geschälten Mandeln garnieren. Mit Butterflöckchen belegen und im Ofen 1 Stunde lang (15 Minuten auf gutem Feuer, dann 45 Minuten auf mässigem Feuer) backen. Abkuühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen.
Man kann die Brottorte auch nach folgender Art anrichten:
Über Nacht 4 Brötchen in1 l Milch einweichen lassen. Mit 4 geschlagenen Eiern, 100 g zerbröckelten Amaretti, 100 g mit etwas Zucker gerösteten und feingehackten Mandeln, 200 g Rosinen, 6 Löffeln Zucker, gehackter Zitronenschale, 1 Löffel Zimt und einer Prise Salz gut verarbeiten. Den Teig in eine gebutterte Form giessen und im Ofen backen.
Aus: "Le ricette della nonna", Tessiner Rezeptsammlung von Noride Beretta-Varenna und Giovanna Sciaroni-Moretti, Herausgeber Dadò-Verlag Locarno.
War die begehrteste Festagstorte.
Eigenschaften
- TYPISCHE PRODUKTE Spezialitäten