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Auch bekannt als “Caracará, Carancho, Caracaraí (auf der Insel Marajó), Gavião-de-queimada” und “Gavião-calçudo”. Der Carcará ist taxonomisch kein Adler, sondern ein entfernter Verwandter der Habichte. Man sieht ihn sowohl allein als auch in großen Schwärmen um Säugetiere und Kadaver. Er kommt auf offenen Feldern, in Savannen, an Waldrändern und sogar in urbanen Zentren von Großstädten vor.
Der Song “Carcará“, komponiert von João do Valle und José Cândido, wurde durch die Stimme von Maria Bethânia berühmt. Er beschreibt die Angewohnheit des Vogels, bei Buschfeuern zu jagen:
Carcará – fängt, tötet und frisst,
Carcará wird nicht verhungern
Carcará, hat mehr Mut als ein Mann
Carcará – fangt, tötet und frisst.
Carcará dort im “Sertao”
Ist ein Tier, das fliegt wie ein Flugzeug.
Er ist ein böser Vogel,
hat einen Hakenschnabel wie ein Falke.
und wenn er ein verbranntes Feld sieht,
fliegt er singend hin, der Carcará –
los, beginne deine Jagd, Carcará –
er frisst sogar verbrannte Schlangen !
Der Name
Sein wissenschaftlicher Name bedeutet: Aus der indigenen Tupi-Sprache ist “caracará“ eine einheimische Lautmalerei für den Schrei, den dieser Vogel aus der Familie der Falconidae von sich gibt – sein wissenschaftlicher Name Caracara plancus stammt aus dem Latein von
“plancus plangos“ = Adler mit dem Ruf “cará“, “cará“.
Merkmale
Das Männchen misst vom Kopf bis zum Schwanz etwa 50-60 Zentimeter und wiegt 834 g; das Weibchen wiegt 953 g. beide haben eine Flügelspannweite von circa 123 Zentimetern. Der Carcará ist bei der Landung leicht an seinem schwarzen Schopf zu erkennen, außerdem hat er einen hohen, stumpfen Schnabel, der der Klinge eines Hackbeils ähnelt, sein Gesicht ist rot.
Er ist auf der Oberseite schwarz befiedert, und seine Brust ist eine Kombination aus hellbraun mit schwarzen Streifen. Er hat lange gelbe Beine und im Flug ähnelt er einem Geier, ist aber an zwei hellen Flecken am Ende der Flügel zu erkennen. Zur besseren Identifizierung dieses Vogels im Flug genügt es zu beobachten, dass seine Flügel schmaler sind als die eines Geiers, und auch der Schwanz ist länger.
Unterart
Monotypische Art (Unterarten sind nicht bekannt).
Individuen mit “flavistischem“ Federkleid
Was ist Flavismus?
Dabei handelt es sich um das teilweise Fehlen von Melanin (in diesem Fall ist noch etwas von der ursprünglichen Farbe des Vogels zu sehen), jedoch auch das Vorhandensein von Carotinoid-Pigmenten. Der flavistische oder zimtfarbene Vogel hat eine verdünnte Färbung durch den teilweisen Verlust von Melanin, sowohl Eumelanin (schwarzes Pigment) als auch Phäomelanin (braunes Pigment).
Ernährung
Er ist kein spezialisierter Räuber, sondern ein Opportunist, ebenso wie sein naher Verwandter, der Gelbkopfkarakara (Milvago chimachima). Er ist ein Allesfresser und ernährt sich von fast allem, was er findet, von lebenden oder toten Tieren bis hin zu vom Menschen produziertem Müll, sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten.
Er hat sich an die Anwesenheit des Menschen angepasst und frisst Nahrungsreste aus dem Müll der Häuser oder Fischdärme in den Lagern der Fischer. Seine Strategien zur Nahrungsbeschaffung sind vielfältig: Er jagt Eidechsen, Schlangen, Frösche und Schnecken; er stiehlt die Jungen anderer Vögel, sogar von großen Arten wie Reihern, Löfflern und Jabiru (Jabiru mycteria); er kratzt den Boden mit seinen Füßen auf um nach Erdnüssen und Bohnen zu suchen; er sammelt Ölpalmenfrüchte; er greift die neugeborenen Jungen von Lämmern und anderen Tieren an. Er folgt auch Traktoren, die die Felder pflügen, auf der Suche nach Würmern und Larven oder kleinen Wirbeltieren, wie z. B. den Amphibien Leptodactylus fuscus.
Er ist häufig entlang von Autostraßen zu sehen, um sich von überfahrenen Tieren zu ernähren. Er hält sich in der Nähe von Nistplätzen auf, um Nahrungsreste zu fressen, die auf den Boden fallen, sowie Eier oder Küken, die ohne die Anwesenheit ihrer Eltern zurückgelassen werden. Er kann sich sogar mit anderen Karakaras zusammentun, um eine größere Beute zu erlegen.
Er ist auch ein aasfressender Vogel und man sieht ihn häufig friedlich neben Geiern fliegen oder hocken, vor allem entlang von Autostraßen oder in der Nähe von Mülldeponien und Müllhalden. Zwei wenig bekannte Gewohnheiten sind die Jagd auf Krustentiere in den Mangroven (entweder geht er ins Wasser, um die zu schnappen, welche in der Nähe sind, oder läuft bei Ebbe durch die Mangroven) und die Piraterie (er jagt nämlich auch Möwen und Fischadler (Pandion haliaetus) und zwingt sie ihre Beute fallen zu lassen – die er dann im Flug fängt).
Fortpflanzung
Schopfkarakaras bauen ihr Nest mit Zweigen in Palmblattscheiden oder anderen Bäumen. Oft benutzen sie auch die Nester anderer Vögel. Das Weibchen legt zwei oder drei Eier – es ist selten, dass ein viertes Ei gefunden wird. Die Eier sind weiß bis rötlichbraun gefärbt, wobei es Variationen in den Schattierungen zwischen diesen Farben geben kann. Die Eier haben rote oder braune Flecken und messen etwa 56 bis 61 mm in der Länge und 44 bis 47 mm in der Breite. Die Inkubation dauert etwa 28 Tage und wird von beiden Elternteilen durchgeführt. Der Nestling verlässt das Nest etwa im dritten Lebensmonat, beansprucht aber noch einige Zeit die elterliche Fürsorge. In der Regel ziehen die Eltern a jedoch nur ein Küken pro Saison auf !
Gewohnheiten
Der Carcará lebt als Einzelgänger, paarweise oder in Gruppen und profitiert von der Umwandlung des Waldes in Weideflächen, wie es im nordöstlichen Bundesstaat Pará geschehen ist. Er hält sich in Bäumen oder auf Zäunen auf und wird häufig am Boden, in der Nähe von Buschfeuern und entlang von Straßen gesehen. Er verbringt viel Zeit auf dem Boden, was durch seine langen, an das Laufen angepassten Beine begünstigt wird, aber er ist auch ein hervorragender Flieger und Gleiter; er folgt gewöhnlich aufsteigenden Luftströmungen.
Nachts, oder während der heißesten Stunden des Tages, hockt er meist auf den höchsten Ästen, unter dem Kronendach einzelner Bäume in Galeriewäldern. Um andere Carcarás vor seinem Territorium abzuschrecken, oder um zwischen den Paaren zu kommunizieren, stößt er Rufe aus, von denen sein Name stammt, sie klingen wie “carcará – carcará”. Bei diesem Ruf beugt er den Hals und dreht den Kopf auf den Rücken (einige Raubvogelarten haben die gleiche Angewohnheit, den Hals beim Ausstoßen des Tons nach hinten zu beugen).
Geografische Verteilung
Schopfkarakaras haben eine weite geografische Verbreitung, die von Argentinien bis in den Süden der Vereinigten Staaten reicht, und sie besiedeln eine Vielzahl von Ökosystemen außerhalb der Anden. Die größte Population befindet sich im Südosten und Nordosten Brasiliens.