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Lavaux stellt eine Landschaft dar, wo das Werk der Natur und die Prägung durch den Menschen in perfekter Symbiose stehen. Der Mensch hat sich in den strukturellen Kontext eingebracht, indem er sich hier auf die Konglomeratbänke stützte und an anderer Stelle Wände aus Stein schuf.
Strukturrelief
Denn Lavaux ist vor allem ein Strukturrelief, dessen Hauptformen die geologische Struktur des felsigen Untergrunds widerspiegeln. Der Wechsel von mehr oder weniger erosionsbeständigen Bänken ermöglichte die Errichtung eines treppenstufenförmigen Reliefs, auf dem sich das Weinbaugebiet entwickelt hat. Im Osten spielen die Konglomeratbänke des Mont-Pèlerin diese strukturgebende Rolle. Weiter westlich verschwimmt diese Cuesta-Morphologie auf Grund des allmählichen Verschwindens der Konglomeratbänke.
Was die Bedeutung des Lavaux ausmacht, ist gerade die Nutzung, die der Mensch hiervon machte, indem er das Relief herrichtete und es für die Landwirtschaft erschloss. Es handelt sich um eine Landschaft die durch Menschenhand hergestellt und geformt wurde.
Der Mensch hat sich an das Land angepasst
In diesem Prozess haben sich die Gesellschaften, die dieses Land hergerichtet haben, an den morphologischen Kontext angepasst. So wurden am Fusse und an den Hängen des Mont-Pèlerin, da, wo das Gefälle sanfter wird und das Klima feuchter, nur die durch Konglomeratsteilhänge getrennten Abflachungen urbar gemacht. Die für die Viehzucht nicht sehr sinnvollen und sogar gefährlichen Köpfe der Bänke blieben bewaldet.
Im steilsten Teil des Lavaux, da, wo die Konglomeratbänke am höchsten sind und am nächsten liegen, hat der Mensch sie für die Terrassierung des Weinbergs genutzt. An manchen Orten spielen die Steilhänge selbst die Rolle der Mauern, die die Weinberge in Terrassen trennen. Es kommt bisweilen vor, dass diese Bänke heute eine künstliche Verstärkung benötigen.
Bibliografie: REYNARD, Emmanuel, « Géographie », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, pp. 40-42.