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<h2>SubmittedText<h2><p>Zur Abdeckung der sich abzeichnenden Energielücke ist die Schweiz zunehmend auf den Import von Öl, Gas und elektrischer Energie angewiesen. Die Energieabhängigkeit unseres Landes gegenüber dem Ausland nimmt dadurch stetig zu.</p><p>Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Schweiz die Möglichkeit hätte, im eigenen Land Gas zu fördern. Bisher wurde darauf aus wirtschaftlichen Gründen verzichtet.</p><p>Aufgrund der Entwicklung der Energiekosten und der sich abzeichnenden Engpässe in der Energieversorgung lohnt es sich, die seinerzeitigen Untersuchungen zu aktualisieren und allenfalls an den bestgeeigneten Standorten die Gasgewinnung aktiv zu fördern. Ich bitte den Bundesrat in diesem Zusammenhang, zu folgenden Fragen Stellung zu beziehen:</p><p>1. Teilt er die Auffassung, dass alle wirtschaftlich vertretbaren Möglichkeiten zur Verringerung unserer Auslandabhängigkeit in der Energieversorgung zu prüfen und auszuschöpfen sind?</p><p>2. Ist er bereit, bei der Aktualisierung der Untersuchungen zur Gasgewinnung in unserem Land eine aktive Rolle zu spielen?</p><p>3. Ist er bereit, sowohl politisch wie auch finanziell, Explorationsprogramme an den bestgeeigneten Standorten zu unterstützen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>In der Schweiz besitzen die Kantone die Hoheit über Suche und Ausbeutung der Bodenschätze. Alle Firmen, welche nach Erdöl oder Erdgas suchen, müssen um eine Explorationskonzession ersuchen. Die Kantone erhalten hierfür in der Regel jährlich Konzessionsgebühren. Zur Vereinheitlichung der Konzessionsbedingungen haben sich die betroffenen Kantone 1955 zum Konkordat über Schürfung und Ausbeutung von Erdöl vereinigt. Auch Erdgas fällt unter dieses Konkordat.</p><p>In der Schweiz wird seit Ende des 19. Jahrhunderts nach Kohlenwasserstoffen gesucht. Zu diesem Zweck sind bisher rund 40 Bohrungen durchgeführt und mehr als 300 Millionen Franken investiert worden. Der grösste Teil der Explorationskosten wurde dabei von Grossfirmen getragen.</p><p>Lediglich in Finsterwald konnte zwischen 1985 und 1994 eine kleine Menge Gas gefördert werden, jedoch mit einem Verlust von rund 27 Millionen Franken. Trotz aller Misserfolge gilt die Schweiz bei den Spezialisten immer noch als möglicher Standort für Öl- und Gasvorkommen: Die Geologie zeigt gewisse Ähnlichkeiten mit anderen Regionen der Welt, wo Kohlenwasserstoffe gefunden wurden; in den Nachbarländern, unweit der Schweizer Grenze, wird exploriert, gebohrt und zum Teil auch Gas gefördert. Weil in der Schweiz bis jetzt nur kleinste, kommerziell nicht abbaubare Vorkommen entdeckt wurden und die Explorationskosten in der Schweiz zu den höchsten auf der Welt zählen, gilt die Exploration in unserem Land als sehr riskant.</p><p>1. Seit 1973 ist die Erdöl- und Erdgasintensität der Schweizer Volkswirtschaft (benötigte Menge pro Einheit Bruttoinlandprodukt) um etwa einen Drittel gesunken. Nach wie vor spielen aber fossile Energieträger die Hauptrolle in der schweizerischen Energieversorgung. Insgesamt decken sie etwa 70 Prozent des Endenergieverbrauchs (Gas 12 Prozent). Aufgrund der hohen Auslandabhängigkeit sind die Diversifikation der Bezugsquellen und eine ausreichende Krisenvorsorge von grosser Bedeutung. Durch Massnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz sowie der Nutzung erneuerbarer Energien kann die Auslandabhängigkeit reduziert werden.</p><p>Im Rahmen der Perspektivarbeit des Bundesamtes für Energie wurden die langfristigen energiepolitischen Ziele und Massnahmen untersucht und mit den interessierten Kreisen diskutiert. Der Bundesrat setzt sich zurzeit mit den Ergebnissen dieser konzeptionellen Arbeit auseinander und wird Grundsatzentscheide über die langfristige Energiepolitik treffen.</p><p>2./3. Swisspetrol, die Dachorganisation der Öl- und Gassuche, wurde 1994 nach rund dreissig Jahren Exploration liquidiert. Deren Tochterfirma Seag, Aktiengesellschaft für schweizerisches Erdöl, hat 1997 die Explorationsarbeiten wieder aufgenommen und lässt die umfangreichen vorhandenen geologischen Daten von ausländischen Partnerfirmen mit Hilfe modernster Methoden auswerten.</p><p>Aufgabe des Bundes ist es, Rahmenbedingungen für eine langfristige Energiepolitik zu setzen. Die Sicherstellung der Erdgasversorgung ist jedoch Aufgabe der Energiewirtschaft. Der Bundesrat sieht daher von einer finanziellen Unterstützung für die Erdgasgewinnung ab.</p>  Antwort des Bundesrates.