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Bei Ihrem Kind liegt eine Abweichung in der Beinlänge oder Beinachse (X-Bein, O-Bein) vor. Da Ihr Kind sich noch im Wachstum befindet, kann die Fehlstellung durch eine vorübergehende Blockade der Wachstumsfuge (genannt Epiphyseodese) korrigierend beeinflusst werden.
Behandlung
Die Blockade erfolgt durch ein kleines Plättchen mit zwei Schrauben, das wie eine Klammer über den Wachstumsfugen eingebracht wird. Je nach Art des Plättchens findet weniger oder gar kein Wachstum mehr statt. Wenn die Beinlänge beeinflusst werden soll, wird sowohl auf der Innen- als auch auf der Aussenseite des zu langen Knochens ein Plättchen eingebracht.
Für eine Achsenkorrektur ist nur auf einer Seite eine Blockade nötig, beim X-Bein auf der Innenseite, beim O-Bein auf der Aussenseite. Sobald die gewünschte Korrektur erreicht ist, werden die Plättchen wieder entfernt. Anschliessend wächst der Knochen wieder normal weiter. Für das Einbringen der Plättchen planen wir in der Regel einen stationären Aufenthalt von zwei bis vier Tagen ein. Die Entfernung der Plättchen ist ambulant möglich. Die Haut wird mit einem resorbierbaren Faden verschlossen, eine Fadenentfernung entfällt daher. Eine Vollbelastung ist postoperativ direkt möglich. Im Sinne einer ungestörten Wundheilung empfehlen wir jedoch während zehn bis vierzehn Tagen, für das Gehen Stöcke zu benutzen. Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, besteht keine Sportdispens mehr. In der Regel dauert dies zehn bis vierzehn Tage.
Nachbehandlung
Im weiteren Verlauf werden alle drei Monate Röntgenkontrollen durchgeführt, um die Korrektur zu überwachen und den richtigen Zeitpunkt für die Entfernung der Plättchen planen zu können. Letzteres wird sehr individuell gehandhabt und ist abhängig von der Fehlstellung und von der Wachstumsgeschwindigkeit. Angestrebt wird in der Regel eine leichte Überkorrektur, um den Rebound-Effekt – dass es erneut zu einem X- bzw. O-Bein kommt (Rezidiv) – während des weiteren Wachstums abzufangen.
Risiken
Der Eingriff ist risikoarm, da der Knochen nicht verletzt wird und auch die Wachstumsfuge nicht direkt tangiert wird. Neben den üblichen Risiken wie Blutergussbildung, Wundheilungsstörungen und Infektionen kann es gelegentlich zu einem Reiben der Weichteile an der Platte kommen. Dies kann schmerzhaft sein, legt sich jedoch meist nach wenigen Tagen. Um eine Bewegungseinschränkung des Gelenkes durch eine Schonhaltung zu vermeiden, ist es wichtig, vom ersten Tag an die Beugung und die Streckung des Gelenkes zu üben. In seltenen Fällen reissen die Schrauben aus dem Knochen aus oder brechen. In diesem Fall muss das Material ausgewechselt oder bei ausreichender Korrektur entfernt werden. Die Häufigkeit von Über- und Unterkorrekturen wird durch regelmässige Kontrollen und durch eine gewissenhafte Wahl des Zeitpunktes der Materialentfernung minimiert. Trotzdem können Über- oder Unterkorrekturen auftreten. Zu Letzteren kommt es meist dann, wenn die Fehlstellung zu spät erkannt wurde und deshalb das Wachstum für eine vollständige Korrektur nicht mehr ausreicht.