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Flüssiges Gärgut aus Biogasanlagen, auch Presswasser genannt, kann eine gute und kostengünstige Alternative zur Düngung von Biogemüsekulturen sein, wie ein Versuch und Berechnungen des FiBL zeigen.
Im Versuch mit Knollensellerie wurde die gleiche Menge Presswasser aus einer Kompogasanlage in einer, zwei oder drei Gaben zur Kultur ausgebracht und mit üblichen organischen Handelsdüngern verglichen. Die Presswasserverfahren, zwischen der 1. und der 8. Kulturwoche gedüngt, führten tendenzmässig sogar zu einem leicht höheren Ertrag als organischer Handelsdünger. Alle Verfahren bekamen dabei gleichviele Nährstoffe verabreicht.
Die Gesamtkosten sind trotz des aufwändigen Ausbringens deutlich kleiner als beim Handelsdünger, dies sogar, wenn der Gärguttransport ans Feld bezahlt werden muss. Bei Kulturen mit hohem Stickstoffbedarf ist eine zweimalige Gabe ein guter Kompromiss zwischen guter Einsickerung in den vorgelockerten Boden und Ausbringaufwand. Die Verhältnisse von Sticksoff, Phosphor und Kali stimmen ziemlich gut mit dem Bedarf vieler Gemüsearten überein. Gärgut sollte nur bei Kulturen mit längerer Kulturzeit verwendet werden und aus Anlagen stammen, die mit einer Fermentertemperatur von über 50 °C laufen. Wenn das Gärgut mehrere Tage bei diesen sogenannten thermophilen Bedingungen in der Anlage verweilt, ist es hygienisch unbedenklich. Martin Koller
Weiterführende Informationen
Nährstoffversorgung im Biogemüsebau (ganze Rubrik)
Letzte Aktualisierung dieser Seite: 24.01.2019