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Anlässlich ihrer Aktion von vergangener Woche in Buenos Aires erklärte die Vereinigung der Fruchterzeuger im wichtigen Anbaugebiet Rio Negro und Neuquén, angesichts von Produzentenpreisen deutlich unterhalb der Produktionskosten, müsse der Staat regulierend wirken und zum Beispiel mit einem Mindestpreis oder Steuererleichterungen eine kostendeckende und gewinnbringende Produktion sichern.
Laut Medienberichten bekommen die argentinischen Erzeuger für das Kilogramm Birnen aktuell 1,80 Pesos (0,12 Rp.) bis 2,10 Pesos (0,14 Fr.) und für ein Kilogramm Äpfel 3,00 Pesos (0,2 Fr.) bis 3,50 Pesos (0,23 Fr.). Demgegenüber betragen die Produktionskosten pro Kilogramm schätzungsweise 4,00 Pesos (0,26 Fr.) bis 4,50 Pesos (0,3 Fr.). Gewinnbringend sei das Geschäft mit Äpfeln und Birnen derzeit nur für den Handel, kritisierte die Erzeugervereinigung. Im Laden müssten die Konsumenten für die beiden Obstarten bis zu 59 Pesos/kg (3,87 Fr.) zahlen.
Auch der Export biete keine Lösung. Dieser schwächle schon seit längerem, etwa wegen einer rückläufigen Nachfrage in Brasilien und niedriger Preise in Russland. Ausserdem sei die internationale Wettbewerbsfähigkeit der argentinischen Obstbranche gering - vor allem wegen hoher Produktionskosten, bedingt durch eine noch relativ hohe Arbeitsintensität und teure Importe an Betriebsmitteln. An der schlechten Wettbewerbsfähigkeit habe auch die Abschaffung der Exportabgaben durch die neue Staatsregierung nur wenig geändert, erklärte die Erzeugervereinigung.
Inzwischen habe sich der Strukturwandel in der argentinischen Apfel- und Birnenproduktion kräftig beschleunigt. Verschiedenen Berechnungen zufolge sei die Zahl der Höfe 2015 um ein Drittel gesunken. Das US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) geht davon aus, dass im laufenden Jahr in Argentinien etwa 640'000 t Äpfel und 580'000 t Birnen geerntet wurden. Die Prognosen zum diesjährigen Auslandsabsatz belaufen sich auf 105'000 t Äpfel und 330'000 t Birnen.