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Über uns
Die Geschichte
Der älteste schriftliche Hinweis auf den Erzabbau in unserer Region stammt aus dem Jahre 1207. Das Hauptabbaugebiet lag bei Wölflinswil, wo östlich und nordöstlich des Dorfes bis in das 18. Jahrhundert Eisenoolith in offenen Gruben abgebaut wurde. Im Gebiet Boll lagen die Hauptgruben. Ehemalige Erzschürfstellen sind im Junkholz erkennbar.
Ursprünglich verhüttete man das Erz in der Nähe der Gruben. Bereits im 12. Jahrhundert entstanden die Schmelzöfen am Hochrhein, weil der Holzbedarf sehr gross war.
Eisenoolith und Bohnerz
Im Gebiet von Wölflinswil-Herznach-Ueken-Zeihen präsentiert sich die Geologie äusserst vielfältig und komplex. Wir befinden uns hier nicht nur an der Überganszone vom Tafel- zum Faltenjura sondern auch zwischen Erdmittelalter und Erdneuzeit mit Gesteinsschichten die sowohl von uralten Jura-Meeres- wie auch von Festlandablagerungen stammen.
Der braune Jura (Dogger)
Das Eisenflöz von Wölflinswil-Herznach-Ueken ist im obersten braunen Jura vor ca. 150 Mio. Jahren als Meeresablagerung entstanden. Zahlreiche Wassertiere belebten damals das warme Meer. Die Ablagerungen enthalten deshalb auch besonders zahlreiche Fossilien mit vielfältigen Ammoniten. Das dunkelrostbraune, oft auch violette Doggererz ist als mergeliger Eisenrogenstein ausgebildet, der Eisenoolith genannt wird. Dieser besteht aus 0.5 – 1 mm grossen Kügelchen, den Ooiden, mit einem Eisengehalt von 30 bis 50 Prozent, die in einer Grundmasse eingebetet sind (verfestigter Meeresschlamm). Das Erzvorkommen ist bei den Fürberghöfen, nordöstlich von Wölflinswil, bis 7 m mächtig und beim ehemaligen Bergwerk Herznach bis 3 m.
Der weisse Jura (Malm)
Diese Gesteinsformationem beginnen direkt über dem Erzhorizont mit Ablagerungen von hellgrauen bis blaugrauen Mergeln und Kalken und sind oberhalb von Zeihen auf der Summerhalde aufgeschlossen. Nachdem das Jurameer zurück ging, wurden auf den Kalkbänken, den sogenannten Malmkalken, vor ca. 55 Mio. Jahren (im Siderolithikum) festländische Verwitterungsprodukte, u.a. Bohnerz, in Karstlöchern eingeschwemmt. Die millimeter- bis faustgrossen Erzkörner sind in einem braunen Lehm (Boluston) eingelagert und weisen einen hohen Anteil von bis zu 50% Eisen auf.
Bergwerk Herznach
Der Hauptstollen war 370 m lang und endete im Gebiet Weichlen, Gemeinde Ueken. Es wurde durch Untersuchungen um 1920 ein abbauwürdiger Erzvorrat von 30 Millionen Tonnen festgestellt. 1937 nahm das Bergwerkseinen Betrieb auf. 1941 wurden 211 783 Tonnen Erz gefördert, die grösste Abbaumenge in der Geschichte der Mine. Das Betonsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1000 Tonnen Erzgestein.Eine 4.2 km lange Seilbahn führte das Material zur Bahnstation Frick, von Basel per Schiff zur Verhüttung in das Ruhrgebiet. Später wurde auch der Hochofen von Choindez beliefert. Die Umstellung der Produktion in Choindez auf Sphäroguss im Jahr 1967 bedeutet für das Bergwerk Herznach einen Absatzrückgang um 50%, da das Herznacher Erz mit seinem relativ hohen Phosphat-Gehalt dafür nicht geeignet war. Da dieser Umsatzausfall nicht anderweitig kompensiert werden konnte, legten die Jurabergwerke AG die Grube noch im selben Jahr still. Insgesamt lieferte das Bergwerk Herznach 1.7 Millionen Tonnen Erz.