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Was kommt dabei heraus, wenn ein Cello- und Gitarrenbauer seine beiden Leidenschaften miteinander vermischt? Eine «Guitarre d’amour»! So geschehen 1823 in Wien. Die «Liebesgitarre» des Wiener Instrumentenbauers Johann Georg Staufer wurde auch unter dem Namen «Arpeggione» bekannt und als neue Errungenschaft gefeiert. Das ungewöhnliche Streichinstrument kam allerdings zehn Jahre später bereits wieder aus der Mode. Dass es heute überhaupt noch ein Begriff ist, hat mit einem einzigen Werk zu tun: mit Franz Schuberts Sonate für Arpeggione und Klavier. Längst spielt man sie nicht mehr auf dem exotisch anmutenden Originalinstrument, doch lebt sie noch immer durch die Interpretation auf Violoncello oder Viola. Für letztere und eigens für den Bratschisten Maxim Rysanov fertigte die bulgarische Komponistin Dobrinka Tabakova die Orchesterversion an, die wir in unserem 4. Tonhallekonzert auf dem Programm haben. Sie steht neben einem wahren Schwergewicht: Anton Bruckners 3. Sinfonie d-Moll dauert eine knappe Stunde, ist über einen Zeitraum von 18 Jahren in drei Fassungen entstanden, steht in derselben Tonart wie Beethovens 9. Sinfonie – und ist dem, so Bruckner, «unerreichbaren, weltberühmten und erhabenen Meister der Dicht- und Tonkunst in tiefster Ehrfurcht gewidmet»: Richard Wagner. Die Sinfonie hat bei der Uraufführung der Endfassung 1890 in solchem Masse beeindruckt, dass Bruckner von Jean Sibelius zum grössten lebenden Komponisten erkoren wurde.
Arpeggione
Schubert Bruckner | Tonhallekonzert
Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn