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Der Teamarzt der Schweizer Nati spricht mit uns über seinen Einfluss auf den Erfolg der Spieler.
Neben seinem Posten als Chefarzt für Sportmedizin an der Clinique romande de réadaptation ist Dr. Pierre-Etienne Fournier Mitglied der medizinischen Kommission des Schweizer Fussballverbands und Teamarzt der Schweizer Fussballnationalmannschaft.
Herr Fournier, wie wurden Sie Arzt der Schweizer Fussballnationalmannschaft?
Vor etwa fünfzehn Jahren suchte der Verband Ärzte für seine Juniorenauswahl, und ich habe mich beworben. Sie haben mich angestellt, und ich habe mit den Mannschaften der 15– bis 20- Jährigen angefangen. Danach habe ich 5 Jahre lang die U-21-Mannschaft betreut. Als dann ein Platz im A-Team frei wurde, hatte ich das Glück, den Posten zu bekommen.
Was unternehmen Sie, um die Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft in Form zu halten und Verletzungen zu vermeiden?
Zum Stab gehören ein Arzt für Physiologie, ein Konditionstrainer, Physiotherapeuten und ein Ernährungswissenschaftler. Diese Spezialisten verfolgen die Leistung der Spieler, stellen individualisierte Trainings- und Ernährungspläne auf und achten auf eine gute Erholung. Dr. Cuno Wetzel und ich arbeiten eng mit ihnen zusammen und schalten uns ein, wenn ein Spieler verletzt oder krank ist. Es ist ganz einfach Teamarbeit.
Denken Sie wirklich, dass die Ernährung einen Einfluss auf die Leistung hat?
Eine gute Ernährung und eine gesunde Lebensweise fördern eindeutig die Leistung. Und je höher die Leistungsfähigkeit, desto weniger Verletzungen. So ist es möglich, regemässig und wiederholt Anstrengungen zu bewältigen.
Wie sieht eine gute Ernährung für einen Sportler aus?
Eine ausgewogene Ernährung setzt sich aus Kohlenhydraten, Früchten und Gemüse, Proteinen und Fett – Letzteres jedoch in geringen Mengen – zusammen. Die Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig; zwei Liter Wasser am Tag sind zu empfehlen.
Kann ein leicht verletzter Spieler zum Erfolg einer Mannschaft beitragen?
Ein Schlüsselspieler, der nicht auf der Höhe ist, kann die Leistung einer Mannschaft verringern. Jeder muss zu 100 % fit sein beim Spielen, körperlich wie auch mental. Falls dies nicht der Fall ist, sollte er ausgewechselt werden, er kann aber dennoch im Hintergrund eine wichtige Rolle behalten.
Wie wird Ihre Stimme gewichtet im Entscheid, ob ein Spieler auf dem Feld eingesetzt wird?
Die Entscheidung eines Arztes ist endgültig. In Graubereichen wird der Spieler informiert über die Risiken, die er eingeht, wenn er spielen möchte. Somit kann er in voller Kenntnis der Risiken eine Entscheidung fällen. Mit einer Verletzung zu spielen birgt immer das Risiko einer Verschlimmerung. Und der Spieler ist „Angestellter“ seines Clubs, dem er Rechenschaft schuldet.
Wie entscheiden Sie, ob ein verletzter Spieler spielen kann?
Der Arzt darf kein Anhänger seiner Mannschaft sein. Seine Rolle ist es, den Spieler zu beschützen, selbst wenn dieser das Herzstück der Mannschaft ist. Er muss in der Lage sein, eine neutrale Entscheidung zu fällen, um den Schutz zu gewährleisten. In der Nationalmannschaft wird dies respektiert, und Trainer Petkovics Haltung erleichtert die Umsetzung. Die Stimmung im Stab und zwischen den Spielern ist sehr angenehm. Der ausgezeichnete Zusammenhalt ist spürbar.
Welche Verletzung beobachten Sie am häufigsten bei Nati-Spielern?
Es treten hauptsächlich Verletzungen der Muskulatur auf der Rückseite der Oberschenkel auf (der ischiocruralen Muskulatur). Dies ist die typische Sprinter-Verletzung. In den letzten Jahren haben sich die Anforderungen im Fussball geändert. Der Sport verlangt vermehrt Einsätze von hoher Intensität mit kurzen, explosiven Sprints.
Welche Ratschläge würden Sie „Amateur“-Fussballern geben zur Vorbeugung von Verletzungen?
Die Ratschläge sind simpel: regelmässiges Training, präventive Übungen wie Krafttraining und Dehnungen, eine ausgewogene Ernährung und gute Erholung, sprich Schlaf, Ernährung, Rehydratation.