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In der Gemeinde Köniz laufen zur Zeit zwei sehr interessante Projekte: die Revision der Ortsplanung und die Planung des Ersatzes der Buslinie 10 durch eine Tramlinie zwischen Köniz und Ostermundigen. Wie man dem Artikel im Bund vom 7. November 2009 entnehmen kann, ist eine der Hauptsorgen der Ortsplanung, dass die Bewohner immer weniger im Quartier und immer mehr im Zentrum von Köniz oder noch weiter weg einkaufen, und die Gefahr besteht , dass die Filialen von COOP in Schliern bzw. Migros im Spiegel schliessen könnten, und mit ihnen wahrscheinlich auch die anderen Geschäfte verschwinden würden.
In einem zweiten Artikel konnte man lesen, dass die Bewohner von Schliern, zumindest diejenigen welche an der Informationsveranstaltung vom Donnerstag Abend teilgenommen haben, mehrheitlich diejenige Tramvariante (A3) vorziehen, welche das Quartier und die Geschäfte in Schliern am schlechtesten erschliesst, da sie Angst haben, dass das Tram zu laut sein würde. Anstatt die Gelegenheit des Tramprojektes zu ergreifen, um das Zentrum von Schliern besser zu erschliessen und seine Attraktivität für die Einwohner zu stärken, nimmt diese Gruppe eine weitere Verschlechterung in Kauf. Es ist klar, wenn man sowieso mit dem Auto unterwegs ist, ist die Versuchung gross, auf dem Heimweg auch noch in Köniz oder andernorts die Einkäufe zu erledigen. Aber zumindest diejenigen, welche heute mit dem Bus und in Zukunft mit dem Tram unterwegs sind, sollten auf dem Heimweg so nahe wie möglich am Quartierzentrum vorbeikommen, damit sie ihre Einkäufe möglichst dort erledigen. Eine im Uhrzeigersinn betriebene Schlaufe (VarianteI5) erscheint mir dafür die beste Lösung zu sein. Spätestens wenn sie nicht mehr erwerbstätig und auch nicht mehr so mobil sind, werden viele die heute ihre Einkäufe im Zentrum von Köniz machen, froh um ein lebendiges Quartierzentrum und ein paar zusätzliche Haltestellen im Quartier sein.
Ein Quartierzentrum kann allerdings auch unter einer besseren Erschliessung des Quartiers durch den ÖV leiden. Dies ist vor allem dann, der Fall wenn neue Verbindungen mit grösseren Zentren geschaffen werden. Im Fall des Ortsbusses in den Spiegel habe ich mich immer gewundert, mit welchem Enthusiasmus sich die Bevölkerung für den Ortsbus ins Zentrum von Köniz eingesetzt hat, obwohl klar war, dass dadurch die Geschäfte im Spiegel zusätzlich konkurrenziert werden und nur an Umsatz verlieren können.
Wie der geneigte Leser sicher festgestellt hat, bin ich ein Verfechter einer möglichst dezentralen Versorgung. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich als Nichtautofahrer gerne häufig und dafür in unmittelbarer Nähe einkaufe, und es auch noch nicht verwunden habe, dass die Migrosfiliale am Neuhausplatz im Zusammenhang mit dem Neubau Bläuacker geschlossen hat. Ich finde aber auch, dass die Quartiere viel lebendiger und weniger anonym sind, wenn sie über ein möglichst vielfältiges Ladenangebot verfügen, wo sich die Bewohner des Quartiers treffen können. Also, liebe Quartierbewohner, wenn ihr ein attraktives Quartier wollt, dann kauft auch in euren Quartierläden ein und spart dabei auch gleich noch ein wenig Benzin ein. Think globally, act locally!