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Doppelsieg der Warriors in Lausanne
Die Warriors starten mit einem 27:7 Auswärtssieg in Lausanne gegen die Owls in die neue Saison und übernehmen nach der ersten Runde die Tabellenspitze der Nationalliga A. Die Junioren besiegen ihre Gegner gleich mit 89:0.
Abstimmungsschwierigkeiten zu Beginn der Saison
Die NLA-Partie war über weite Strecken ein typisches Erstrundenspiel in welchem nach der richtigen Abstimmung gesucht wurde. Der neue Quarterback der Warriors, Holt Claiborne, war erst am vergangenen Donnerstag zur Mannschaft gestossen und konnte lediglich zweimal mit seinen Receivern und den Runningbacks trainieren. So richtig sichtbar wurde das jedoch nicht. Claiborne agierte sicher und nahm zwischenzeitlich das Heft bzw. den Ball gleich selber in die Hand und sorgte für zusätzliche Yards. Die ersten Punkte erzielten die Warriors gleich zu Beginn und man konnte mit 7:0 in Führung gehen. Zu viele individuelle Fehler und zahlreiche Strafen verhinderten weitere Winterthurer Punkte.
Die sieben Gegenpunkte waren die Folge eines hochriskanten Manövers als man einen vierten Versuch ausspielte statt zu punten und dabei fast noch Raumverlust hinnehmen musste. Die Lausanner nutzten das Geschenk der guten Feldposition und konnten ausgleichen. Der Druck der Westschweizer wurde daraufhin deutlich spürbarer und sie waren der Führung vor der Halbzeitpause deutlich näher als die Warriors es waren.
Platzverweise als Druckerzeuger
Nach der Pause kassierten die Warriors einen Dämpfer. Gleich zwei Spieler wurden innerhalb von Minuten des Feldes verwiesen. Beim einen handelte es sich um Yves Rietmann, den zuverlässigen Nationalspieler. Rietmann griff einen Gegenspieler in der Luft an und verhinderte, dass dieser den Ball fangen konnte. Weil die Schiedsrichter den Angriff aber als sogenanntes Targeting bewerteten, musste Rietmann vom Platz. Diese harte Entscheidung ist vertretbar, insbesondere weil den Schiedsrichtern innert Sekunden für oder gegen den Verteidiger entscheiden müssen. Den zweiten Platzverweis betraf den Importspieler EJ Woods wegen unsportlichen Verhaltens. Woods wollte den Schiedsrichter auf die Regelauslegung aufmerksam machen und suchte das Gespräch mit dem Schiedsrichter. Trotz einer Ermahnung kommentierte Woods das Schiedsrichterverdikt mit den Worten „this is a horrible call“ (übersetzt: „eine schreckliche Entscheidung“) was den Head Ref so erzürnte, dass er Woods ebenfalls frühzeitig unter die Dusche schickte. Die Strafe gegen den Winterthurer Spieler lässt durchaus die Frage nach der Verhältnismässigkeit zu.
Wie auch immer, die beiden Platzverweise waren ein Weckruf für die Winterthurer, die nun mächtig aufdrehten und die Angriffe der Lausanne Owls bis zum Spielende neutralisieren konnten. Umgekehrt konnte die Offense der Warriors endlich weitere 20 Punkte bzw. drei Touchdowns erzielen und damit den ersten Sieg der jungen Saison erzielen. Dank dem 27-7 übernehmen die Winterthurer zumindest für die erste Woche die Tabellenspitze.
Die beiden Neuzugänge Jeremias Medici und Vinzenz Honegger erzielten alle vier Touchdowns für die Warriors. Moritz Boller buchte drei von vier Extrapunkten. Head Coach Evan Harrington zeigte sich nach dem Spiel grundsätzlich zufrieden. Selbstverständlich war er erfreut, den ersten Sieg für die Warriors in der Saison 2017 verbuchen zu können, aber sein Kommentar „a win is a win“ unterstreicht, dass auch er der Meinung ist, dass hier noch viel Raum nach oben besteht. Die Defense zeigte sich als sehr solide, im Angriff steckt sicherlich noch ganz viel Potenzial.
Hoher Sieg der U19
Die Junioren konnten ihre Gegner mit 89:0 besiegen. Dieses viel zu hohe Resultat reflektiert die krassen Unterschiede der beiden Mannschaften. Die Warriors stellten ein fast volles Kader mit 44 Spielern während der Gegner knapp die Hälfte an Spielern aufbieten konnte. Nach etlichen Touchdowns stand es bereits nach der Pause 59:0 für die Warriors. Deshalb kam die sogenannte „Mery Rule“ oder eben Gnadenregel zur Anwendung und die Zeit wurde nicht mehr angehalten. Auf Winterthurer Seite kamen spätestens ab der Halbzeit fast ausschliesslich Rookies bzw. Ersatzspieler zum Einsatz und man erzielte weitere 30 Punkte. Die jungen Owls haben aber bis zum Schluss gekämpft und nicht aufgegeben was angesichts des Spielstands bemerkenswert ist. Die Warriors sollten sich aber von diesem Resultat nicht blenden lassen, denn das Lausanner Team gehört nicht zu den Anwärtern auf einen Platz in den Playoffrängen.