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Das Brasilianische Forstamt (Serviço Florestal Brasileiro – SFB) hat in der vergangenen Woche seine dritte Bekanntmachung in diesem Jahr veröffentlicht – sie betrifft die Holz-Konzession im Nationalforst von Altamira, im Bundesstaat Pará, und ein Areal von 360.000 Hektar, offiziell freigegeben für die erhaltende Ausbeutung von tropischen Hölzern.
Ausserdem sind offiziell die Nationalforste von “Crepori“ und “Amana“ für den Holzschlag freigegeben, beide ebenfalls im Bundesstaat Pará, zusammen 740.000 Hektar. Ein Hektar entspricht 10.000 Quadratmetern, vergleichbar mit einem offiziellen Fussballfeld. Die für die Ausholzung freigegebenen Flächen befinden sich in der Region unter Einfluss der Strasse BR-163 (Cuiabá-Santarém) und stehen unter Druck zur Abholzung.
Das Ziel der Konzessionsvergaben ist es, die Aktivitäten der Holzverarbeitung in den Griff zu bekommen und eine Waldwirtschaft auf erhaltender Basis anzukurbeln, mit legalisiertem Holz aus kontrollierter Herkunft, die angebotenen Arbeitsplätze zu steigern und sowohl Einkommen wie regionale Steuereinnahmen anzuheben. “Die Politik der Waldkonzession bringt eine starke Präsenz des Staates in Gebiete, die bisher als abgelegen galten. Um in Amazonien eine legale Aktivität auf waldwirtschaftlicher Basis aufzubauen, ist es notwendig, die Frage der Regulierung von Grundbesitzrechten anzugehen, das ist ein kritischer Punkt“, sagt Senhor Alves, der Direktor der “Concessão Florestal e Monitoramento do SFB“.
“Der Prozess der territorialen Ungeregeltheit, der illegale Übernahme und Abholzung provoziert, ist assoziiert mit einer fehlenden Kontrolle dieser Gebiete. Da die Regierung der grösste Grundbesitzer in Amazonien ist, fällt ihr die Aufgabe zu, diese Region zu kontrollieren. Und die beste Geschäftsführung eines Waldes basiert auf seiner Forstverwaltung. Die Regierung erreicht dies durch Dritte auf der Basis von Konzessionen“, erklärt Direktor Alves.
Um Konzessionäre werden zu können, müssen die interessierten Unternehmer an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen, welche die technischen Vorschläge sowie den Preis enthält, der pro Kubikmeter Holz bezahlt werden wird. Der technische Vorschlag besteht aus verschiedenen Kriterien, wie der Implantierung eines Systems zur Qualitätssicherung der Waldoperationen, dem lokalen Verarbeitungsgrad des Produkts, der Nutzung von technologischen Innovationen und der Investitionen für die lokalen Kommunen. Die Konzessionsverträge für Territorien der Union haben eine Gültigkeit von 40 Jahren.
Die grössten Herausforderungen bei den Versteigerungsprozessen sind Probleme mit Dokumenten, das Problem der Holzverarbeiter, sich von ihren ungesetzlichen Praktiken zu lösen und das technische wie geschäftliche Unvermögen, mit der Regierung zu verhandeln. “Der Widerstand gegen diese Legalisierung existiert in einem ziemlich grossen Teil des holzverarbeitenden Sektors, weil diese Legalisierung ihnen eine Reihe von Verpflichtungen auferlegt. Ein Unternehmen, welches sich als Konzessionär bewirbt, muss mit seinen Steuerabgaben up-to-date sein, mit dem Arbeitsamt und mit der Justiz im reinen“, erklärt Alves.
Gegenwärtig hat der SFB bereits 200.000 Hektar an Forst-Konzessionen vergeben. Die Konzessionäre der Nationalforste “Jamari“, im Bundesstaat Rondônia, und “Saracá-Taquera“, im Bundesstaat Pará, haben ihre Operationen begonnen. Die Verträge des Nationalforstes von “Jacundá“, ebenfalls in Rondônia, sind unterzeichnet, aber im Moment noch in der Implantationsphase, in der die Konzessionäre ein Aufstellung des “Waldinventars“ erstellen und einen Behandlungsplan. Bis zum vergangenen Jahr wurden 85.000 Kubikmeter Holz entnommen und 5,5 Millionen R$ (rund 2 Millionen Euro) dafür an die Regierung bezahlt.
Die erhaltende Extraktion des Holzes sieht vor, dass im Durchschnitt fünf Bäume aus den zirka 500 existierenden Bäumen eines Hektars herausgenommen werden. Und da der Fäll- Zyklus auf 25 bis 30 Jahre festgelegt ist, dürfen erst nach dieser Periode erneut Bäume im selben Abschnitt gefällt werden. Die häufigsten Spezies sind “Maçaranduba, Jatobá, Muiracatiara-rajada, Angelim-vermelho“ und “Roxinho“.
Die Konzessionäre kämpfen zum Beispiel mit den Operationskosten der Ausrüstungen und mit der Unterhaltung der Strassen. Die “AMATA“ ist eine der Konzessions-Unternehmen, die im Nationalforst von “Jamari“ tätig ist, auf einer Fläche von 46.000 Hektar, mit einer Jahresproduktion von 20 Kubikmeter Baumstämmen. Wie der Präsident des Unternehmens, erklärt, hat die Investition in den letzten drei Jahren zirka 2 bis 3 Millionen R$ pro Jahr eingebracht. Die “AMATA“ agiert in der gesamten Skala der Holzindustrie – von der Produktion bis zur Kommerzialisierung.
“Wir glauben an eine Kompensation der Investition in einem mittleren bis längeren Zeitraum, besonders wenn die Konditionen auf dem Markt gerechter werden. Solange unser Sektor mit den illegalen Holzausbeutern konkurrieren muss, werden wir allerdings draufzahlen“. Die “AMATA“ exportiert zwischen 60% und 70% von dem, was sie produziert, und hat 100 direkte und indirekte Arbeitsplätze mit der Konzession geschaffen.
Trotz der kurzen Zeit der Implantierung dieser Konzessionen – drei Jahre – ist die Bilanz des SFB positiv. Man hat einen Rückgang der Waldinvasion und der Abholzung in jenen Regionen festgestellt. “Es gibt jetzt Personen, die in diesen Gebieten operieren und sie kontrollieren. Wir müssen aus dem Wald ein Aktivum machen, das Arbeitsplätze und Einkommen für die lokalen Kommunen schafft“, beschliesst Alves das Gespräch.