Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03253.jsonl.gz/1849

Projekt
Ziel
Ziel des Projekts Nergi ist die Unterstützung und Stärkung für die von
Bürgerkriegen traumatisierten Kinder in Tiflis (Georgien) sowie die
Erhöhung ihrer Bildungschancen.
Nergi bildet Fachpersonen vor Ort aus, damit sie in Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus der Schweiz Therapiegruppen für traumatisierte Kinder und Jugendliche durchführen können.
Entstehungsgeschichte
Therapiegruppen für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen (Scheidung der Eltern, Gewalt, Mobbing, soziale Schwierigkeiten, Traumatisierungen etc.) sind seit zwanzig Jahren fester Bestandteil des therapeutischen Angebots der kantonalen Erziehungsberatung der Stadt Bern. Gearbeitet wird nach dem Mythodrama, einer von Prof. Dr. Allan Guggenbühl entwickelten Therapiemethode, bei welcher Geschichten als Mittel der Kontaktnahme und Aufarbeitung von Problemen eingesetzt werden. Das Projekt Nergi wurde durch Lela Schmid, eine georgische Psychologin, angeregt, welche in diesen Therapiegruppen mit Allan Guggenbühl zusammenarbeitet.
Georgien
Georgien liegt mit seinen 4.7 Millionen Einwohnern an der Grenze von Europa zu Asien. Das Land ist etwa 1½ Mal so gross wie die Schweiz. Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 gewann das einstige Königreich seine Unabhängigkeit zurück. Leider wurden die folgenden zwei Jahrzehnte von internen Wirren und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt, die zur Abtrennung der Provinzen Abchasien und Südossetien führten. Trotz den demokratischen Reformen, die der langjährige Präsident Eduard Schewardnadse einführte, leidet das Land weiterhin unter Korruption, Armut und internen Spannungen. Die Zustände haben sich nach der Wahl Michail Saakaschwilis zum Präsidenten minimal verbessert. Zu den politischen Problemen kommen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch die Abtrennung Georgiens von seinem traditionellen Exportraum Russland bedingt sind.
Kinder
Die Sezessionskriege der Abchasen und Südossetier im Jahre 1991 hatten Tausende von Toten und mehr als 250.000 Flüchtlinge zur Folge. Diese Flüchtlingszahl vergrösserte sich um 100.000 nach der Invasion der russischen Armee im georgischen Kernland im Jahre 2008. Der Grossteil dieser internally displaced persons lebt heue in provisorischen Flüchtlingslagern oder Notunterkünften in Tbilisi. Ihre Lebensbedingungen sind vielfach katastrophal. Neben Armut, Arbeitslosigkeit und gesundheitlichen Problemen kommt das Problem der Entwurzelung, Traumatisierung und des Mangels an Perspektiven der Kinder und Jugendlichen hinzu. Viele Kinder wachsen in zerrütteten Verhältnissen auf und sind sich selbst überlassen. Entwicklungsstörungen und Aggressionen sind mögliche Folgen.
Warum Gruppentherapie?
Gruppentherapien haben den Vorteil, dass einer grossen Zahl Kinder oder Jugendlicher geholfen werden kann. Einzeltherapien sind bei grossen Flüchtlingsströmen kaum durchführ- und finanzierbar. In professionell durchgeführten Gruppentherapien kann einer Vielzahl von Kindern oder Jugendlichen geholfen werden. Ein zentrales Element der Gruppenpsychotherapie ist die Unterstützung durch Gleichaltrige, die eine ähnliche persönliche oder familiäre Ausgangslage haben.
Als Kontaktperson und Koordinator in Tbilisi konnte Prof. Dr. Rezo Korinteli, Professor für Psychiatrie an der Universität in Tbilisi, gewonnen werden. Zusammen mit Prof. Keti Makhaschwili, Giorgi Geleischwili und Nino Siradse bilden sie die Steuerungsgruppe in Georgien. Ihnen zur Seite stehen 15 Psychologen und Psychologinnen, die nach ihrer Einführung in die gruppentherapeutische Arbeit für die verschiedenen Gruppen zuständig sind.
Standorte
- Tbilisi, Waisenhaus Gldani
- Rustavi, Tageszentrum für Strassenkinder
- Tbilisi, Caritas
- Tbilisi, Schule