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Der von der Finma suspendierte KPT-Verwaltungsrat Willi Morger erhält vor dem Verwaltungsgericht recht.
Frühere Verwaltungsräte der KPT liessen sich ihr Mandat zum Teil gleich mehrfach vergolden: Mit dem Honorar, welches im Branchenvergleich zu den höchsten zählte, zweitens mit Aufträgen, die sie
für den Krankenversicherer ausführten. Der 1943 geborene Willi Morger war ein solcher Verwaltungsrat. Von 2001 bis zu der von der Finanzmarktaufsicht verordneten Suspendierung anfangs 2012
gehörte er dem obersten Gremium der KPT an. Daneben führte er Beratungstätigkeiten für die gesamte KPT-Versicherungsgruppe durch.
Ungerechtfertigt bereichert
Geht nicht, befand die Finanzmarktaufsicht. Sie schrieb am 11. Januar 2012 nach aufwändigen Abklärungen, «dass die KPT ihre aufsichtsrechtlichen Pflichten schwer verletzt hat». Die Verwaltungsräte hätten sich ungerechtfertigt bereichert: Sie liessen sich zusätzlich zu den vereinbarten Honoraren «teils substanzielle Zahlungen» aus Mandatsverträgen auszahlen, ohne dafür eine Leistung erbracht zu haben.
Beim früheren Suva-Manager Willi Morger sollen sich die ungerechtfertigt bezogenen Bezügen auf 353’000 Franken belaufen. Da nun die Kaderversicherung der KPT Willi Morger eine Altersleistung von 353‘000 Franken schuldete, verrechnete sie diesen Betrag und hielt die Auszahlung zurück. Dies wiederum hält das Verwaltungsgericht des Kantons Bern nicht für rechtens, wie einem gestern veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Die KPT muss somit dem von der Finma suspendierten Willi Morger die Altersleistung überweisen und Gerichtskosten von 14‘000 Franken übernehmen.
Mit Bosch und Liechti geeinigt
Bereits einigen konnte sich die KPT mit dem früheren Präsidenten Walter Bosch und seinem Vize Bernhard Liechti. Sie zahlen je 900‘000 Franken dem Berner Krankenversicherer zurück. Für sie ist aber damit die Sache nicht erledigt. Die Berner Staatsanwaltschaft erhob mitte Juli eine Klage gegen die beiden wegen «qualifizierter ungetreuen Geschäftsbesorgung».
Weiterhin am Laufen sind Vergleichsverhandlungen mit den übrigen Verwaltungsräten, wie Reto Egloff, der CEO der KPT bestätigt. Neben Willi Morger sind dies der ehemalige SVP-Nationalrat und Eishockeyexperte Simon Schenk sowie Sandra von May-Granelli, Besitzerin der Feusi-Privatschule.
Ob die KPT den Entscheid des Verwaltungsgerichts an das Bundesgericht weiterzieht, will CEO Reto Egloff nicht kommentieren. «Laufende Vergleichsverhandlungen kommentieren wir nicht. Ich gehe davon aus, dass wir uns einigen können, ohne den Fall weiterziehen zu müssen».
Erschienen in der BZ am 5. August 2014