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Die Krankenversicherungsbeiträge werden im nächsten Jahr vermutlich um etwa 0,5 Prozent steigen. Das bedeutet, dass die Erhöhung im Vergleich zu den letzten Jahren gering ausfällt und es im nächsten Jahr keinen drastischen Anstieg der Beiträge geben wird, trotz der anhalten Pandemie.
Die letzten Jahre ist die Prämie teilweise um etwa vier Prozent gestiegen, da dürften viele mit einer etwaigen Erhöhung um 0,5 Prozent zufrieden sein, doch auch dieses halbe Prozent ist für einige eine zusätzliche Belastung.
Wie funktioniert die Krankenversicherung in der Schweiz überhaupt?
Historisch gesehen wurde die Krankenversicherung in der Schweiz von vielen kleinen Privatversicherern angeboten. Nach mehreren Versuchen, ein System mit universeller Deckung einzuführen, verabschiedete die Regierung im Jahr 1994 das Krankenversicherungsgesetz, das auf einem privaten Versicherungsmodell basiert. Die Ziele des Gesetzes waren:
- Stärkung der Gleichberechtigung durch Einführung einer universellen Deckung und Subventionen für einkommensschwache Haushalte.
- Erweiterung des Leistungskatalogs und Sicherstellung eines hohen Standards der Gesundheitsleistungen.
- Die wachsenden Kosten des Gesundheitssystems einzudämmen.
Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 1996 liegt der Krankenversicherungsschutz bei nahezu 100 Prozent. Die Bürger sind gesetzlich verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen, und die Kantone sorgen für deren Einhaltung.
Versicherungspolicen gelten in der Regel für Einzelpersonen, für Angehörige muss eine separate Versicherung abgeschlossen werden. Neuankömmlinge müssen innerhalb von drei Monaten nach ihrer Ankunft in der Schweiz eine Versicherung abschließen, die rückwirkend ab dem Datum der Ankunft gilt. Besucher, die vorübergehend nicht in der Schweiz leben, müssen die Kosten für die Behandlung selbst tragen und können die Kosten von einer Versicherung in ihrem Heimatland erstatten lassen.
Das Fehlen einer obligatorischen Krankenversicherung für Einwanderer ohne Papiere bleibt jedoch auch heute noch ein ungelöstes Problem.
Wie viel kostet die Schweizer Krankenversicherung?
In der Regel müssen Sie einen monatlichen Beitrag zahlen, der je nach Krankenkasse und Leistung variieren kann. Jedes Jahr werden die Schweizer Krankenversicherungsbeiträge anhand einer Reihe von Faktoren überprüft. Hierzu gehören Dinge wie Gesundheitskosten und Unternehmensschulden. Dies kann bedeuten, dass die Prämienkosten von Jahr zu Jahr stark schwanken können, wenn die Unternehmen nicht kostendeckend arbeiten.
2017 stiegen die Prämien beispielsweise um durchschnittlich 4,5 % in allen Kantonen, einige Anbieter erhöhten ihre Prämien sogar um 15-20 %.
Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) werden die Krankenkassenprämien in der Schweiz auch die nächsten Jahre weiter steigen. Durch die vorherrschende Corona-Pandemie ist jedoch deutlich schwerer abzuschätzen, wie sich die Belastung in den nächsten Jahren entwickeln wird. Schuld daran ist auch die teilweise noch ungewissen Langzeitfolgen der Pandemie, die uns wohl noch einige Jahre oder gar Jahrzehnte begleiten werden.
Zu den Kantonen mit den höchsten monatlichen Versicherungskosten gehören Basel-Stadt, Genf, Waadt, Jura und Basel-Landschaft. Die günstigsten fünf Kantone sind Appenzell-Innerrhoden, Nidwalden, Ury, Zug und Obwalden.
Weitere Informationen und einen Übersicht über viele Tarife und Prämien in ihrem Kanton und ihrer Stadt finden Sie auf krankenkassencheck.ch.
Die Auswirkungen von Corona auf die Krankenkassenprämien
Laut BAG sind die Prämien so kalkuliert, dass sie die voraussichtlichen Kosten im Jahr 2021 decken. Wie sich die Pandemie Corona auf die Kosten im laufenden Jahr auswirkt, konnte wie gesagt noch nicht genau ermittelt werden. Es gibt viele Unwägbarkeiten und es ist zu früh, um eine Schätzung vorzunehmen. Sollten die Gesundheitskosten höher oder niedriger ausfallen als bei der Festlegung der Prämien geschätzt, wird sich die Höhe der Rücklagen der Krankenkassen entsprechend verändern.
Die Krankenversicherungsprämien belasten die Haushalte zunehmend stärker. Aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinisch-technischen Fortschritts werden die Gesundheitskosten in Zukunft aber weiter steigen, so eine Vielzahl an Prognosen.
Der Blick in die Zukunft
Die Prämien werden auf der Grundlage einer Kostenschätzung für das kommende Jahr, einer Prognose für das laufende Jahr und dem Abschluss der Fälle im Vorjahr festgelegt. Gerade die Corona-Pandemie macht es schwierig, die Kosten für das laufende und kommende Jahr abzuschätzen. Die Versicherungsgesellschaften können aber auch einen eventuellen Anstieg der Prämien im nächsten Jahr mit Reserven auffangen, welche die letzten Jahre gebildet wurden.
Viele Versicherungsgesellschaften haben laut Sicht einiger Experten derzeit sowieso zu hohe Reserven und wollten diese die nächsten Jahre stärker reduzieren, als bis jetzt. Dies würde helfen, die Kosten der Pandemie abzufangen und diese nicht 1:1 auf die Gesellschaft zu übertragen. Hierfür müsste bei mehr Spielraum eingeräumt werden, damit sich der Abbau der Reserven positiv auf die Gestaltung der jährlichen Prämien auswirken kann.
Trotz der prognostizierten, eher moderaten Erhöhung für das Jahr 2022 ist die jährliche Erhöhung für zahlreiche Versicherte eine Belastung. Durch geplante Sparpakete möchte der Bundesrat hier unterstützen und die Prämien abfedern, trotz des demographischen Wandels und des Voranschreiten des medizinischen Fortschrittes.