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Der Gesuchsteller hat sich seit langem als Philosoph mit den Grundbausteinen der Physik auseinander gesetzt. Im letzten Jahr verbrachte er sein Sabbatical am Zentrum für Mathematische Philosophie der Ludwig-Maximillians-Universität München, um an einem Buch über die grundlegende Beschreibung der Physik in atomistischer und strukturenrealistischer Denkart zu arbeiten. Dort hat er Kontakt zu mathematischen Physikern geknüpft, die von der physikalischen Seite her zu ähnlichen Schlüssen wie er gekommen sind. D. Lazarovici wird er nun dank der Unterstützung der cogito foundation zur Fertigstellung seines Buches als Postdoc für 20 Monate an die Universität Lausanne einladen. Das Projekt verbindet in vorbildlicher Weise die Expertise sowohl aus den Geisteswissenschaften wie den Naturwissenschaften.
Das Ziel ist, eine fundamentale Ontologie der physikalischen Welt zu formulieren, die auf der einen Seite möglichst einfach und möglichst generell ist und auf der anderen Seite in der Lage ist, die experimentellen Daten zu erklären. Der klassische Atomismus erfüllt diese Bedingungen. Aber die Atome so anzusehen, dass sie durch intrinsische Eigenschaften gekennzeichnet sind, scheitert spätestens in der Quantenphysik an den Zustandsverschränkungen. Es bleibt daher die räumliche Verteilung als Charakteristikum der Atome. Daraus ergibt sich die Hypothese einer räumlichen Konfiguration von Materie, die aus Punktteilchen besteht, welche allein strukturell individuiert sind, nämlich durch die räumlichen Beziehungen zwischen ihnen und deren Veränderung. Dynamische Parameter – wie Masse in der klassischen Mechanik, oder die Wellenfunktion in der Quantenmechanik – beschreiben die zeitliche Entwicklung dieser Konfiguration. Während mit dieser Hypothese auch eine Lösung des Messproblems der Quantenphysik erreicht werden kann (wie anhand der de Broglie-Bohm-Bell Quantentheorie ersichtlich), ist die grösste Herausforderung, wie sich diese Hypothese zu Feldern – sowohl klassisch als auch quantenphysikalisch – stellt. Im Ausgang von Feynmans Kritik an Feldern als physikalischen Objekten wird exemplarisch die Wheeler-Feynman Theorie des Elektromagnetismus daraufhin untersucht, wie eine relativistische Theorie der direkten Wechselwirkung zwischen Teilchen aussehen kann und was deren Konsequenzen für das Verständnis der Naturgesetze sind. Die geplanten Arbeiten haben das Potential etwas spannendes Neues hervorzubringen.