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Der aus bescheidenen Verhältnissen in "Little Italy" stammende La Motta (Robert De Niro) kämpft lange vergeblich um die Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Obwohl er jeden Kampf gewinnt und sogar den amtierenden Champ auf die Bretter schickt, bleibt ihm der Gürtel vorenthalten.
Durch seinen Bruder Joey Joe Pesci lernt er die junge Vickie Cathy Moriarty kennen und verliebt sich in sie. Doch richtig glücklich wird die junge Familie nicht. Ausserdem setzt sich La Motta vehement dem Einfluss der örtlichen wise guys entgegen, eine sportlich für ihn nicht allzu kluge Entscheidung. La Motta verkraftet den nun bevorstehenden Erfolg nicht und zerbricht an seiner Persönlichkeit.
Raging Bull ist ein stilistisches Meisterwerk in der eloquenten Schwarzweiss-Fotografie von Michael Chapman, gleich zu Beginn in der wunderschönen Titelsequenz zu geniessen, und einem überwältigenden Robert DeNiro in einer seiner besten - und davon gibt es sicherlich nicht wenige - und "gewichtigsten" Rollen.
Martin Scorseses biografisch detailreiche und zugleich knochenharte Studie des eigentlichen und dennoch unterschätzten Weltklasseboxers Jake La Motta spielt in einer anderen Liga als der du-kannst-alles-erreichen-wenn-du's-willst-Film à la Rocky (ganz zu schweigen von den dann fragwürdigen Sequels), doch ich will gar nicht auf einen weiteren Vergleich aus gehen. Scorsese baut die wichtige Beziehung zwischen La Motta und seinem Bruder Joey (brillant: Joe Pesci) über einen Zeitraum von gut 25 Jahren auf, zeigt die prägsam gewalttätige Seite des Boxers, die ihn im Ring siegen lässt, auf privater Ebene wegen seiner cholerischen Anfälle und extremen Eifersüchteleien aber zum totalen Versager stempelt und untermalt glaubwürdig La Mottas Abneigung, sich auf krumme Geschäfte einzulassen.
Alleine aus dieser Beschreibung sollte hervor gehen, dass Raging Bull alles andere als ein blosser Sportfilm ist. Zwar sind die Boxkämpfe einzigartig choreographiert, je länger der Film dauert umso mehr von grafischer Gewalt geprägt (aka. Kill Bill) und meisterhaft geschnitten, aber insgesamt nehmen diese Sequenzen relativ wenig Zeit in Anspruch. Vom Aufstieg zum Fall zeigt Scorsese die ungestüme Welt des Profiboxers in einem skeptischen Licht, lässt äusserliche Einflüsse von Familie, Politik und Mafia (eines der "Lieblingsthemen" von Scorsese) einfliessen und ihn an seiner Persönlichkeit zerschellen. Einer der wichtigsten Filme der letzten 30 Jahre, unvergleichlich in seiner Darstellungskraft und überzeugenden Kompaktheit. 8 Oscar-Nominationen, davon erhielt der Film 2 der Goldmännchen: DeNiro und für den Schnitt.
Auf der Habenseite der Doppel-DVD ist ein Interview mit dem "echten" Jake La Motta, doch ein überzeugendes Making Of, zumeist ein Erlebnis, wenn ein Regisseur wie Martin Scorsese die Hände im Spiel hat, ist mit 27 Minuten halt doch zu kurz. Es wäre schön gewesen, das ein oder andere Zeitdokument aus La Mottas Aera, ebenso wie von den Dreharbeiten miterleben zu können - und ein Audiokommentar fehlt komplett. Nun, immerhin hat man ein 16-seitiges Booklet beigelegt. Egal ob Gold Edition oder Special Edition, hier hätte mehr Material Platz gehabt. Das Bild ist sehr überzeugend ausgefallen, hie und da ein bisschen körnig, aber kaum störend. Der Tonbereich kann in der Deutschen Synchroversion nur in Mono genossen werden, doch kommen italienischer Bronxakzent ohnehin nur in der Originalfassung wirklich zum Tragen - und die ist in Dolby Surround 2.0.
Raging Bull stand schon (zu) lange auf meiner "noch zu sehen Liste". Und der Film hat mich in keinster Weise enttäuscht. Eine sehr gute Arbeit von Scorsese.
Die Boxkämpfe sind grandios gefilmt, das Schwarz-Weiss Bild verdichtet die Atmosphäre noch mehr und die Akteure spielen einfach nur genial. Das einzige was ich vielleicht als Kritikpunkt hinzufügen will, ist das ich gerne etwas von La Motta?s Kindheit sehen wollte.
Wow, was war das den für ein Film! Brillant gespielt (alle beide: de Niro und Pesci!) und bestechend gefilmt. Schwarz-Weiss kommt wirklich gut rüber. Raging Bull besticht ausserdem durch einen sehr guten (und oscarprämierten) Schnitt und kurze, harte Kampfszenen. Zudem ist es interessant, dass La Motta hier als "Executive Consultant" mitgewirkt hat, denn er kommt ja alles andere als gut weg (auch ein Grund, nehm ich an war $$$...). Der Film endet zwar sehr abrupt, doch die Bibelzitate machen das Ende furios. Ebenfalls zu erwähnen sei hier die immerzu passende Musikuntermalung, die den Film sehr gut trägt. Leider hängt der Film im zweiten Teil ein bisschen, doch trotzdem ist Raging Bull ein zweistündiges, hinterfragendes und virtuoses Biopic von Martin Scorsese.
[Editiert von El Chupanebrey am 2008-08-19 17:52:42]