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Felsenheide
An den nach Süden exponierten Felsen und Geröllhalden des Vorbergs steigen die Temperaturen im Sommer stark an. Die humusarmen Kalkböden sind stark durchlässig und der trockene, sommerliche Abendfallwind («Bärgluft») sowie die «Leuziger-Bise» sorgen für eine zusätzliche Austrocknung. Nur speziell angepasste, wärme- und trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten können hier gedeihen.
Flaumeiche
Die Flaumeiche (Quercus pubescens) ist ein sommergrüner, 5 m - 20 m hoher Baum. Der Stamm ist meist krumm und reich verzweigt. Ihren Namen trägt die Flaumeiche, weil ihre jungen Zweige anfangs flaumig dicht behaart sind. Nicht selten wächst der Baum aus Felsspalten und es scheint, als ob er ohne Humus auskommen könnte.
Am Vorberg sind die Flaumeichenbestände meist mit Hagebuchen durchmischt. Hier ist der einzige Flaumeichenstandort im Kanton Bern, neben den Restvorkommen am Bielersee, wo die Bäume zum grössten Teil dem Rebbau weichen mussten.
Buchs
Der Buchs (Buxus sempervirens) ist ein immergrüner, buschiger Strauch mit lederartigen, kleinen Blättern. Er kann über 5 m hoch und bis zu 500 Jahre alt werden.
Der wärmeliebende Buchs ist im atlantischen Europa und im Mittelmeergebiet zu Hause. Bei uns findet man ihn vorwiegend als Ziergehölz in Gärten und Parkanlagen. Grossflächige Buchswälder wie am Fuss der Chilcheflue sind erst wieder im Rhonetal unterhalb von Genf anzutreffen.
Österreichische Schwarzwurzel
Von schwer zugänglichen Felsbändern der Westerfluh leuchten bereits im April die gelben Blüten der Österreichischen Schwarzwurzel (Scorzonera austriaca). Es handelt sich um eine sehr seltene Pflanze, welche ausser in Pieterlen nirgends im Kanton Bern vorkommt.
Mit einem Wachsüberzug, der die Verdunstung reduziert, passt sich die Österreichische Schwarzwurzel dem trockenen Lebensraum an; so kann sie mit geringen Wassermengen auskommen.
Zur gleichen Pflanzengattung wie die Österreichische Schwarzwurzel gehört auch die Garten-Schwarzwurzel, deren längliche Wurzeln in den Wintermonaten als Gemüse gegessen werden.
Wanderfalke
Der etwa krähengrosse Wanderfalke (Falco peregrinus) gilt als der wendigste, mutigste und schnellste Greifvogel. Er jagt in erster Linie fliegende Vögel. Mit eng an den Körper angelegten Flügeln stürzt er sich wie ein Geschoss auf seine Beute. Im Sturzflug erreicht er so bis zu 200 km pro Stunde – die höchste Geschwindigkeit, die je bei einem Wildtier gemessen wurde!
Als Horstplatz wählt der Greifvogel mit Vorliebe passende Höhlen oder Nischen in Felswänden, seltener in Steinbrüchen.
Vor 30 Jahren war der Wanderfalke vom Aussterben bedroht. Heute leben wieder über 200 Paare in der Schweiz.
Mauereidechse
Die Mauereidechse (Podarcis muralis) ist vorweigend in Südeuropa beheimatet. Bei uns kommt sie ausschliesslich in felsigen und steinigen Lebensräumen vor. Sie bevorzugt offene südexponierte Standorte, die nur wenig bewachsen sind. Zudem müssen genügend Spalten und Hohlräume als Versteckmöglichkeiten vorhanden sein.
Die Mauereidechse wird 15 cm – 18 cm lang (inkl. Schwanz). Die Oberseite der Tiere ist graubraun bis braun gefärbt und mit einem schwarzen Fleckenmuster gezeichnet.
Als einzige Reptilienart des Kantons Bern lässt sich die Mauereidechse praktisch ganzjährig beobachten.