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Am Montag, dem 4. Oktober, waren Facebook, einschliesslich Instagram und WhatsApp, für etwa sechs Stunden nicht erreichbar. Die plötzliche Abwesenheit einer wichtigen Kommunikationsplattform, die von Milliarden Menschen genutzt wird, schien komplett aus dem Internet zu verschwinden und machte deutlich, wie abhängig die Welt von diesem Unternehmen geworden ist. Aus technischer Sicht konnten die DNS-Namen von Facebook nicht mehr aufgelöst werden, und die IPs der Infrastruktur waren nicht erreichbar. Wie Cloudflare es in ihrer ausgezeichneten Erklärung des Ereignisses ausdrückt: „Es war, als hätte jemand die Kabel aus den Datenzentren auf einmal gezogen und sie vom Internet getrennt.“
Facebook zu den Ereignissen
Natürlich erwarteten die Menschen von dem Unternehmen eine Erklärung oder einen Kommentar zu den Vorgängen. Zunächst gab Facebook am Montagabend eine recht allgemeine Erklärung für den Facebook-Ausfall ab, die besagte, dass es sich um ein Konfigurationsproblem handelte.
Am Dienstagnachmittag, nachdem sich der Staub etwas gelegt hatte, gaben die Facebook-Ingenieure eine detailliertere Erklärung ab. Sie erklärten, dass die Backbone-Verbindung des Unternehmens zwischen den Datenzentren während routinemässiger Wartungsarbeiten ausfiel, was dazu führte, dass die DNS-Server offline gingen. Die Kombination dieser beiden Faktoren bedeutete, dass es keine einfache Lösung gab und war daher der Grund, warum die Dienste so lange offline waren.
Wer von dem Facebook-Ausfall betroffen war
Die Behebung des Ausfalls dauerte fast sechs Stunden und hatte eine Reihe von Auswirkungen auf der ganzen Welt. Dies ist der schlimmste Ausfall für Facebook seit einem Vorfall im Jahr 2019, bei dem die Website für mehr als 24 Stunden offline war. Und wie beim letzten Mal hatte die Ausfallzeit die grössten Auswirkungen für kleine Unternehmen und Kreative, die auf diese Dienste angewiesen sind, um ihr Einkommen zu sichern. Auf einer allgemeineren Ebene bedeutete es jedoch einfach, dass die 3,5 Milliarden Menschen weltweit, die auf Facebook, Instagram, Messenger und WhatsApp angewiesen sind, um mit Freunden und Familie zu kommunizieren, politische Nachrichten zu teilen und Geschäftsinteressen durch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zu pflegen, im Dunkeln gelassen wurden.
Auswirkungen für Facebook
Der Zeitpunkt des Ausfalls war auch etwas ironisch. Antigone Davis von Facebook war buchstäblich live auf CNBC, um das Unternehmen wegen der Anschuldigungen eines Whistleblowers zu verteidigen, als das gesamte Netzwerk der Dienste plötzlich offline ging.
Facebook steht seit Wochen unter Beschuss, weil Frances Haugen, eine Whistleblowerin und ehemalige Produktmanagerin von Facebook, Dokumente vorgelegt hatte. Die Informationen, die ihr zur Verfügung gestellt wurden, zeigen, dass Facebook von vielen Schäden wusste, die seine Dienste verursachten, einschliesslich der Tatsache, dass Instagram dazu führte, dass sich Mädchen im Teenageralter schlechter fühlten.
Auswirkungen auf andere Dienstanbieter
Inmitten all der negativen Publicity bot der Facebook-Ausfall einen weiteren Anreiz für die Menschen, Alternativen zum Titanen der sozialen Medien zu suchen. Cloudflare berichtet: „Als Facebook nicht mehr erreichbar war, haben wir vermehrt DNS-Anfragen an Twitter, Signal und andere Messaging- und Social-Media-Plattformen gestellt.“ Und obwohl sechs Stunden keine grosse Zahl zu sein scheint, waren selbst die Umsatzeinbussen für das Unternehmen beträchtlich.
In unserem internen GANDT Slack-Insights-Kanal wurde darüber gewitzelt:
„Fun fact; wenn ich mich nicht verrechnet habe, verursachte der 6-stündige Ausfall einen Umsatzverlust von etwa 60 Millionen Dollar für Facebook“, sagte Cecilia.
„Oder -5,5% Wert an der Börse … bye bye 7-9 Milliarden USD“, antwortete daraufhin Remco.
Könnte ein Facebook-Ausfall wieder passieren?
Da sowohl für das Unternehmen als auch für die Nutzer viel auf dem Spiel steht, ist die Frage berechtigt, ob sich so etwas wiederholen könnte. Und in der Tat besteht bei zentralisierten sozialen Mediendiensten wie Facebook – wo es einen primären Datenspeicher für alle Nutzer gibt und die einzige zentrale Behörde, die auf diese Daten zugreifen kann, Facebook selbst ist – immer ein Risiko des Scheiterns. Ein gutes Beispiel dafür, wie weitreichend die Auswirkungen sind, ist, dass sogar einige Facebook-Mitarbeiter keinen Zugang zu ihren Büros hatten, weil ihre Sicherheitsausweise während des Ausfalls nicht mehr funktionierten.
Auch wenn dies wahrscheinlich kein Grund zur Beunruhigung ist, hat der Vorfall wahrscheinlich einige dazu veranlasst, ihr gesamtes Vertrauen in eine einzige Plattform zu überdenken. Zumindest ist es für uns, die wir in der digitalen Welt arbeiten, eine eindringliche Erinnerung daran, dass das Internet ein sehr komplexes und voneinander abhängiges System ist, in dem Millionen von Systemen und Protokollen zusammenarbeiten. Mehr als fünf Milliarden Nutzer auf der ganzen Welt verlassen sich darauf, dass diese Prozesse reibungslos ablaufen, aber wie bei allem, was menschlichen Eingriffen unterliegt, passieren manchmal Fehler.