Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03204.jsonl.gz/1323

Pilatus mit Drachen
Auflage: 50 (Sonderedition)
Token ID: 13
Rund um den Pilatus ranken viele Sagen und Mythen. So flog zum Beispiel im Sommer 1421 ein gewaltiger Drache zum Pilatus und stürzte so nah bei Bauer Stämpflin in die Tiefe, dass dieser in Ohnmacht fiel. Als er wieder zu sich kam, fand er einen Klumpen geronnenes Blut und den Drachenstein, einen Heilstein, der heute im Naturmuseum Luzern zu sehen ist und dessen Heilwirkung 1509 sogar amtlich bestätigt wurde. In der Chronik des Schweizer Chronisten Petermann Etterlin (ca. 1430/40 bis ca. 1509) steht wiederum zu lesen, wie der Landamann Winkelried einen der Pilatusdrachen tötete: Er umwickelte einen Speer mit Dornengestrüpp und stiess ihn in den offenen Rachen des Drachens, dann vollendete er sein Werk mit dem Schwert. Dabei spritzte ein Tropfen des giftigen Drachenblutes auf seine Hand. Dieser Tropfen – und der vergiftete Atem des sterbenden Drachens – liess das Blut in Winkelrieds Adern gefrieren und brachte auch ihm den Tod. Welche Kräfte dem Drachen – nicht nur am Pilatus – auch nachgesagt werden. Durchs Band steht er als Symbol für Urkraft und Herr über alle Elemente: Feuer, Wasser, Luft und Erde.