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193 Savorgnan de Brazzas (1875–78) mit Marcke und Ballay, der 1877 nicht nur das Quellgebiet des Ogowe erreichte, sondern auch die Wasserscheide zum Kongo bis zur Alima überschritt. Damit wurde die frühere Vorstellung, daß der Ogowe ein Arm des Kongo sei, vollständig aufgehoben. An der weitern Erforschung von Französisch-Kongo (s. d.) beteiligten sich noch: Koppenfels (1877), Dutreuil de Rhins, Grant Elliot, Dolisie (1881), Mizon (1883);
letztere eröffneten den Weg vom Stanley Pool durch das Niadi-(Kuilu-)Thal nach der Loangoküste, die von einer deutschen Expedition unter Güßfeldt, Falkenstein und Pechuel-Lösche schon 1873–76 mit allen Mitteln der Wissenschaft auf das gründlichste erforscht worden war.
Nach Osten zum Quellgebiet der Licona und des Ivindo kam 1885 Giac. de Brazza, und vom Oberlauf des Ivindo nördlich zum Campofluß 1888–89 Crampel. Über zwei Jahrhunderte besaß Portugal [* 2] die Kolonie Angola, ohne von dem Lande mehr als den äußern Küstenstreifen kennen gelernt zu haben. Die ersten Schritte in das Innere wagten 1795 Silva Texeira nach Lobale und 1802 die Pombeiros quer durch den ganzen Kontinent. Im nächstliegenden Binnenlande machten Saldanha 1807 und Cardoza 1816–19, und nach langer Pause Graça 1843–46 Reisen von geringerer oder größerer Bedeutung.
Über die Landschaft Bihe verschaffte Ladislaus Magyar 1847 verlässige und genaue Kunde. Wissenschaftlich Brauchbares ergab aber erst Livingstones Reise (1852–54), die von Südafrika [* 3] über den Sambesi, Kassai und Kuango nach St. Paul de Loanda führte. Im Königreich Kongo machte Bastian 1857 ethnograph.-histor. Studien. Neues und Ergänzendes leisteten zur Kenntnis der Länder zwischen Kuango und Meeresküste: Welwitsch 1853–65, Monteiro 1858–73;
im südlichern Teil: Duparquet 1868, Ivens, Capello und Serpa Pinto 1877–79;
am Kunene und Kubango A. de Paiva und in Bihe Veth 1885–86. f. Äquatoriale Ostküste.
Das Osthorn A.s, das Somalland, ist wegen der Feindseligkeit seiner Bewohner noch einer der schwierigst zugänglichen Teile des Kontinents. Die Küstenfahrten Owens (1824–26) und Guillains (1846–48) gaben den genauen Umriß des gefährlichen und unwirtlichen Strandes und seiner Häfen. Burton und Speke versuchten 1855 vom Norden [* 4] aus, von Zeila, einzudringen;
Burton kam aber nur bis Harrar;
von derselben Basis gingen aus: 1874 Haggenmacher, dem es glückte, den 8.°30' nördl. Br. zu erreichen, 1878/79 Révoil von Las Gori bis zum Laba Koran Berg;
von Berbera 1884–85 Menges bis zum Gebirge Gan Libach;
von Hardegger und Paulitschke 1885 bis Bia Woraba (im Süden von Harrar);
in das Herz des Landes, nach Ogaden, drang zuerst James 1885;
Graf Hoyos überschritt 1893–94 den Webi Schebeli bis zu den Aulihan und Donaldson Smith 1894 bis zum 40.° östl. L. von Greenwich.
Von der Decken machte vom Jub aus 1865 einen Vorstoß nach Bardera, wo er ermordet wurde, Brenner 1867–68 vom Tana nordwestlich, Munzinger 1875 von Schoa aus nach Süden und Révoil 1881–82 von Mogdischu bis Gelidi. Erfolgreicher waren die Unternehmungen an der Südgrenze, am Tana; ihn und seine nächste Umgebung bereisten Krapf 1851, Wakefield und New 1865–67, Denhardt mit Dr. Fischer 1877 und endlich bis zum Kenia und seiner nordöstl. Umgebung Chanler und Höhnel 1892–93. Die ersten sichern Nachrichten über das Binnenland der Sansibarküste, zwischen Tana und Rovuma, verdankt man den Missionaren Krapf und Rebmann, die von Mombas aus, wo sie seit 1843 wirkten, von 1848–52 Reisen nach Usambara, nach dem Dschaggaland und Ukamba unternahmen.
Sie verkündeten das Vorhandensein von Schneebergen unter dem Äquator (d. i. Kilima-Ndscharo und Kenia). Wenn auch alle spätern Expeditionen, die von Sansibar [* 5] aus nach den Seen des Innern strebten, die Küstenlandstriche nur als Durchzugsgebiete betrachteten, so enthalten doch die darüber veröffentlichten Werke von Burton und Speke, Stanley und Cameron die Grundlage unsers Wissens von jenen Gegenden. Burton leistete 1857–58 Vorzügliches am Pangani, Wann und Kingani.
Von der Decken erforschte mit Kersten 1861–62 Usambara, Teita, den Dschipesee, das Dschaggaland und bestieg als erster den Kilima-Ndscharo bis zu beträchtlicher Höhe. 1866–70 war Horner als Missionar und Forscher an der Suaheliküste und in Ukami thätig. Usambara und Bondei wurden 1874 von New, der den Kilima-Ndscharo 1871 zum Teil erstiegen hatte, 1875 von Farler und Belleville durchzogen. Von großem Wert sind die zoolog., botan. und mineralog. Sammlungen, welche Hildebrand (1875–77) von dem Lande der Wakamba zurückbrachte.
Die Expedition Keith Johnstons 1879 von Dar es-Salaam [* 6] durch Uhehe nach dem nördl. Ende des Njassasees wurde nach dessen Tode von Thomson durchgeführt. 1880 erforschte eingehend Beardall den Rufidschi und 1881 Last die Gebirgslandschaft Nguru. 1882–83 wagte sich Dr. Fischer als erster Europäer von Pangani aus bis tief in das Land der Massai hinein und kam bis zum Naiwaschasee. Thomson gebührt das Verdienst, 1883–84 einen neuen Weg von der Ostküste nach dem Victoria-Njansa, durch Massailand, am Kenia und Baringosee vorbei, aufgefunden zu haben. 1885 erschloß Graf Pfeil das Thal [* 7] des Ulanga in Mahenge, in das er von Usagara aus eingetreten war.
Graf Teleki und Höhnel stellten durch ihre denkwürdige Reise (1887–88) den Zusammenhang des abessin. Hochlandes mit der Vulkankette des Kenia und Kilima-Ndscharo fest und entdeckten statt des rätselhaften Samburusee zwei große Binnengewässer im Norden des Baringosees, die sie Rudolf- und Stephaniesee benannten. Dr. Peters verfolgte 1889–90 den Tana bis zu seinem Quellgebiet und Jackson beschritt zu derselben Zeit den Karawanenpfad vom Naiwaschasee direkt westlich nach Kosova und dann nördlich nach Kavirondo, von wo aus er über das Elgongebirge bis nahezu an das Südufer des Rudolfsees gelangte.
Pigott bereiste 1889 die Hochflächen zwischen Tana, Sabaki und Kenia. Baumann entdeckte 1892 den Manjara und Eiassisee und durchzog den Norden der Massaisteppe, deren südl. Teil Stuhlmann in demselben Jahr und Werther 1893 durchquerte. Den Kilima-Ndscharo hat Rebmann 1848 zuerst gesehen, von der Decken 1861 bis zu 4600 m, New 1871 bis zur Schneegrenze erstiegen;
H. H. Johnston 1884 machte ihn zum Gegenstand eingehendster botan. und zoolog. Studien;
Ehlers erreichte 1888 nahezu die Kante der obersten Eismauer;
Hans Meyer und Purtscheller erstiegen zuerst den höchsten Gipfel (6010 m).
Genauere Kenntnis der Südhälfte des deutschen Schutzgebietes brachten: über Uhehe und das Quellgebiet des Ruaha ¶
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194 und Ulanga die Expediton von Scheles 1894; über die Gebirgsländer nördlich vom Njassasee Merensky 1892 und Bumiller 1893; über die Wakuasteppe zuerst Behr 1891. Von der Küste Mozambiques, zwischen Rovuma und Sambesi in das Innere lockte gegen Ende des 18. Jahrh. das märchenhafte Reich des Kasembe portug. Händler und Abgesandte: so 1786 Pereira, 1798 Lacerda und später (1831–32) Monteiro und Gamitto. Wirklich der geogr. Kenntnis erschlossen wurde aber das nächstliegende Innere erst durch die Reisen Livingstones 1858–66. Dieser verfolgte zuerst den Sambesi und Schire aufwärts, fand den Schirwasee und betrat als erster Europäer die Ufer des Njassasees, den einen Monat später Roscher vom Rovuma aus erreichte. 1860 ging er den ihm seit 1856 bekannten Sambesi bis zur Mündung des Kafue hinauf, und erforschte 1862 einen Teil des Rovuma, 1863 die Hochebenen westlich vom Njassasee bis zum Loangwa; bei Beginn seiner letzten großen Reisen (1866–73) ging er vom Rovuma aus und gelangte über das Randgebirge nach dem Südende des Njassasees und von da nach den Muschingabergen.
Nachdem Young 1877 bis zum nördl. Ende des Njassasees gekommen war, wandte sich in demselben Jahre Cotterill weiter nordwärts über das Kondegebirge nach Ugogo und Stewart fand 1879 die Verbindung mit dem Südende des Tanganikasees. Nach diesen Erfolgen warf man sich erst auf die Erforschung der dicht am Meere liegenden Landschaften: Maples ging 1879 in die Länder der Masasi am Novuma, O'Neill zu den Makua und Last 1886 bis zu den Namulibergen, östlich des Schirwasees. Smythies fand die Quellen des Rovuma auf und betrat 1886 als erster den nördl. Teil des Ostufers des Njassasees. Johnston und Kerr Croß drangen 1889/90 vom Njassa- zu dem von Thomson entdeckten Rikwasee vor. Genauere Nachrichten über das Land zwischen Njassa, Bangweolo und Sambesi lieferten Sharpe und Jos. Thomson 1890–91.
g. Südafrika. Bis zum Anfang des 19. Jahrh. wußte man von den landeinwärts gelegenen Ländern an der Süd- und Ostküste sehr wenig, wenn auch Patterson schon 1777–90 nach dem Oranjefluß, Galvao de Silva nach Manika gekommen waren und Barrow 1796–1801 Kaffernland bereist hatte. Die ersten eingehenden und wertvollen Schilderungen über das Kapland lieferte Lichtenstein (1803–6). Bis in die dreißiger Jahre beruhte die geogr. Kenntnis auf den Berichten von Missionaren, wie Robert Moffat, Gardiner, Casalis u.a., und in den vierziger Jahren auf den Mitteilungen der Reisenden Cole, Flemming, Chapman, Coqui, von denen der letztere bis zum Limpopo und von da nach der Delagoabai gelangte.
Mit Livingstone begannen die Entdeckungen im großen Stil. 1841 war er nach Kuruman und 1847 nach Kolobeng als Missionar gekommen. Sein erster Schritt in das unbekannte Innere durch die Kalahari führte zur Entdeckung des Ngamisees 1849. Dann folgte 1852–54 die große Reise von der Kapstadt [* 9] durch das Betschuanenland über die Wasserscheide des Sambesi und Kassai nach Lunda und Angola; 1854–56 führte der Rückweg von Loanda nach Mozambique zur Entdeckung der Victoriafälle und zur Erforschung des ganzen Laufes des Sambesi.
Mit diesen Aufsehen erregenden zweimaligen Durchquerungen des südlichen A. war der Anstoß zu einer Reihe von bedeutenden Forschungsunternehmungen gegeben. Galton und Andersson durchzogen 1851–53 Damaraland, das Alexander schon 1836–37 betreten hatte, bis zum Ngamisee, 1853-55 Chapman in umgekehrter Richtung;
Baldwing 1852–60 die Küstenlandschaften von Natal bis zum Sambesi, Baines 1853 von Grahams-Town bis zum Limpopo, Robert Moffat erschloß als erster 1854 das Matabeleland bis zum Longwe;
Montanha drang 1855 von Sofala an der Ostküste nach Transvaal, Andersson und Baines 1858 vom Hereroland zum Okavango (Kubango) im Norden;
Chapman und Baines 1861–63 von der Walfischbai quer durch die Kalahari über den Ngamisee bis zu den Victoriafällen des Sambesi.
Hahn, [* 10] Green und Snuts untersuchten 1857–66 den Kunene. Fritsch studierte 1863–66 Sprache [* 11] und Sitten der Südafrikaner zwischen Natal und dem Betschuanenlande und legte die erste feste Grundlage zur Ethnographie [* 12] Südafrikas. Der erfolgreichste Forscher in den Goldländern der Matabele und Maschona zwischen Limpopo und Sambesi bis Manika im Osten war Mauch (1865–72); seinen Spuren folgte Mohr 1869–70. Die genauere Kenntnis des Limpopo, Olifant, Sabi, Buzi und von Umzilas Reich verdankt man Erskine (1868–75). 1870 durchwanderte Elton Matabeleland nach Süden bis Lorenzo Marquez, Holub dreimal 1872–74, 1875–76 und 1886–87 das Betschuanenland bis zum und über den Sambesi; Palgrave 1876 das Hereroland.
Die Streifzüge Selous von 1878–89 brachten die Bestätigung des durch Manch entdeckten Goldreichtums des Matabele- und Maschonalandes und zugleich die Kunde seiner Kulturfähigkeit. Die Niederlassungen der Englisch-Südafrikanischen Gesellschaft verbreiteten Kenntnisse über die Länder zwischen Limpopo, Sambesi und der Ostküste. Über das Ovamboland brachte 1878 Duparquet, Büttner über Damara neue Aufschlüsse; Schinz richtete 1884–86 seine Aufmerksamkeit auf die Kulturfähigkeit und die Flora von Deutsch-Südwestafrika, für dessen Kartographie und Geographie C. von François 1890–92, Graf Pfeil 1892 und Dove 1892–93 wertvolle Beiträge lieferten. Im Osten war Paiva O'Andrade von Sofala aus in das frühere Reich Umzilas, zu Gungunhana gekommen. Von Basutolano lieferte Clarke 1887 die erste umfassende geogr. und kartogr. Darstellung.
Übersicht der Durchquerungen von A. s. S. 195.