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Schweizer Jugendliche verlieren im Durchschnitt im Alter von 16 Jahren ihre Unschuld, stehen auf Analsex und achten auf Verhütung. Das sind die Ergebnisse einer gross angelegten Studie zum sexuellen Verhalten junger Erwachsener in der Schweiz.
Die Studie wurde vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (IUMSP) des Universitätsspitals Lausanne in Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich durchgeführt.
7'142 junge Menschen im Alter zwischen 24 und 26 Jahren wurden dazu befragt.
Die Zahlen sprechen für sich:
- Fünf Prozent der Befragten sind noch Jungfrauen. Die Mehrheit hatte aber bereits zwischen zwei und sieben Sexpartner.
- 14 Prozent hatten auch schon Sex mit dem gleichen Geschlecht.
- Fast alle Befragten haben bereits Oralverkehr (96 Prozent) praktiziert.
- 49 Prozent aller Männer und Frauen gaben an, Analsex gehabt zu haben.
- 53 Prozent der Frauen hatten schon Sex, obwohl sie ihn nicht wirklich wollten, nur um die Beziehung aufrecht zu erhalten. Bei den Männern sind es 23 Prozent.
- 16 Prozent der Frauen wurden schon mal missbraucht oder vergewaltigt. Die Prozentzahl bei den männlichen Befragten liegt bei 2,8 Prozent.
- Jeder dritte Mann hat Funktionsstörungen beim Sex, bei 17,5 Prozent handelt es sich um vorzeitige Ejakulation. Jede neunte Frau leidet ebenfalls an sexuellen Funktionsstörungen.
- Männer gehen häufiger mit anderen ins Bett, wenn sie dafür Geld oder Geschenke kriegen, als Frauen (3,7 Prozent im Vergleich zu 2,8 Prozent).
- Nur eine sehr kleine Minderheit gab an, Sex in Gruppen zu praktizieren oder Medikamente zu nehmen, um die sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern.
Jeder Zehnte hatte trotz Kondom eine Geschlechtskrankheit
- Fast alle verhüten beim ersten Sex mit Kondom (93 Prozent).
- Danach bleibt das Kondom (54 Prozent) neben der Pille (45 Prozent) das beliebteste Verhütungsmittel.
- Jeder zehnte Befragte hatte trotz Verhütung mit Kondom schon mal eine sexuell übertragbare Infektion gehabt.
- Fast die Hälfte der Frauen hat schon mal die Pille danach genommen.
Das Internet beeinflusst das Verhalten
Durch das Aufkommen des Internets hat sich in den letzten Jahrzehnten auch die Sexualität verändert.
- Mehr als die Hälfte der jungen Leute (62 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen) hat bereits eine Dating-Plattform wie Tinder genutzt.
- Knapp die Hälfte (48 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen) traf sich dann auch mit der Online-Bekanntschaft.
- Zur Sache gings dann auch bei jedem dritten Mann (35 Prozent) und knapp jeder fünfter Frau (22 Prozent). (man)