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Zersiedelung in der Schweiz - Explorative statistische Untersuchung wichtiger Einflussgrössen
Willhauck, R., 2013: Zersiedelung in der Schweiz - Explorative statistische Untersuchung wichtiger Einflussgrössen. Master thesis. 112 p.
Willhauck, R. 2013: Zersiedelung in der Schweiz - Explorative statistische Untersuchung wichtiger Einflussgrössen. Masterarbeit geleitet von Felix Kienast, WSL und Christian Schwick, WSL, D-USYS, ETH Zürich
Die Zersiedelung ist in der Schweiz schwierig einzudämmen. Aus verschiedenen Studien sind gewisse Ursachen der Zersiedelung erforscht. Gerade für die Schweiz fehlen jedoch quantitative Untersuchungen, welche die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlichen/politischen Faktoren und der Zersiedelung beschreiben. Um diesen Fragen nachzugehen, wurde der statistische Zusammenhang ausgewählter Variablen mit der Zersiedelung für den Zeitpunkt 2010 untersucht. Für diese Untersuchung konnte auf Zersiedelungsdaten zurückgegriffen werden, welche anhand einer neuen Messgrösse, der sogenannten AD-gewichteten Zersiedelung, erhoben wurden. Die Zersiedelung wurde mit generalisierten linearen Modellen (GLMs) für 2356 Schweizer Gemeinden, sechs biogeographische Regionen sowie für neun Gemeindetypen quantitativ untersucht und modelliert. In einer kleineren Teiluntersuchung wurden mit statistischen Gruppentests ausgewählte Fragen einer Gemeindeschreiberbefragung analysiert und es wurde untersucht, inwiefern die Strukturen und das Handeln der Gemeinden mit der Zersiedelung zusammenhängen.
Die statistischen Modelle erklären 50-93 Prozent der Varianz der Zersiedelung. Die regionalen und kommunalen Modelle zeigen teilweise deutliche Unterschiede bezüglich der erklärenden Variablen, was die heterogenen sozialen, politischen, wirtschaftlichen und landschaftlichen Strukturen in der Schweiz wiederspiegelt. Siedlungsbezogene Variablen zeigen eine deutlich positive Korrelation mit der Zersiedelung. Demgegenüber zeigen einige physisch-geographische Variablen und Variablen der Landnutzung eine negative Korrelation mit der Zersiedelung. Die Untersuchung der Gemeindeschreiber-befragung hat gezeigt, dass Gemeinden, in welchen die verkehrs- und umweltpolitische Auseinandersetzung härter geworden ist, in welchen Leistungsgrenzen bezüglich Arbeitsbelastung oder Fachwissen auftreten, in welchen Reform- und Reorganisations-massnahmen erfolgreich waren sowie in Gemeinden, welche mit Nachbargemeinden zusammenarbeiten, die Zersiedelung tendenziell höher ist.
Die vorliegende Arbeit liefert in einem explorativen Ansatz neue Erkenntnisse über statistisch signifikante Einflussgrössen der Zersiedelung. In Hinsicht auf eine vertiefte Untersuchung der treibenden Kräfte der Zersiedelung in der Schweiz bietet sie wichtige Grundlageninformationen.