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zuerst noch ein erst später entdecktes Grüsschen vom kambodschanischen Knabber-Hasen
Yangon, ca. 4.5 Millionen Einwohner
Fast doppelt so gross wie Deutschland, erstreckt sich Burma (auch Birma oder Myanmar) von den Ausläufern des Himalaya bis zur Malaiischen Halbinsel und grenzt an folgende sechs Länder: Indien, Bangladesch, Tibet, China, Laos und Thailand!
Nach dem 3. Anglo-Birmanischen Krieg, musste der letzte König des Landes abdanken und Burma wurde 1886 offiziell zu einer Provinz der Kolonie “Britisch-Indien” degradiert. Im 2. Weltkrieg entpuppten sich die Japaner als brutale und arrogante Besatzer, die selbst die britischen Kolonialherren in den Schatten stellten! Abertausende Menschen verloren ihr Leben und grosse Teile des Landes wurden zerstört. Erst im Jahre 1948 wurde Burma zu einem souveränen Staat erklärt. In den 50er Jahren ging der damalige Präsident mit seiner Synthese von Buddhismus und Sozialismus jedoch einen zweifelhaften Weg. Er liess Ländereien von Grossgrundbesitzern an landlose Bauern verteilen und Betriebe verstaatlichen. Die Folgen waren Misswirtschaft und Korruption. 1962 gab es einen Militärputsch und General Ne Win übernahm die Macht. Ausländische Firmen wurden des Landes verwiesen und Burma wurde kompett isoliert. Die wirtschaftliche Lage war miserabel und noch heute gehört Burma zu einem der ärmsten und korruptesten Länder der Welt. 2010 wurde Thein Sein zum 1. zivilen Präsidenten seit 50 Jahren gewählt und seit dem gleichen Jahr ist auch die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi nicht mehr unter Hausarrest.
Die Veränderungen der letzten Jahre führten zu vermehrten ausländischen Investitionen und einem Tourismus Boom. In vielen Bereichen funktionieren jedoch die alten Strukturen des Militärs noch. Korruption bestimmt den Alltag, die Armut ist gross und es fehlt an so vielem. Die profitabelsten Bereiche des Aussenhandels wie Gas, Öl, Holz, Mineralien und Edelsteine unterliegen nach wie vor der Regierungskontrolle. Oft sind daran staatliche oder halbstaatliche Unternehmen beteiligt, die zwangsläufig enge Verflechtungen mit dem Militär haben.
Die komplizierte und traurige Vergangenheit so wie die gegenwärtigen Probleme spiegeln sich auch im Strassenbild wieder:
ein paar extremst renovierungsbedürftige Kolonialbauten
Wir haben Stunden damit verbracht, bei 38 Grad in Yangon herum zu marschieren, aber wir wollen uns ja nicht über Hitze und Schweiss beklagen !
Im Gegensatz zu den meisten anderen asiatischen Ländern, werden die Touristen hier (noch) nicht grossartig verwöhnt. Die Auswahl an Restaurants und Unterkünften ist sehr überschaubar. Da also kaum Konkurrenz vorhanden ist, sind die Preise verglichen mit den Nachbarländern eher hoch, bei jedoch oft schlechterer Qualität. Auch öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum, und die schrottreifen Busse sind alle in burmesisch angeschriben. Im Gegensatz zu den anderen Städten welche wir hier besucht haben, sind in Yangon keine Motorräder erlaubt. Dafür wimmelt es im ganzen Land von Toyotas, alles voller “Earls”, nur heissen sie hier “Caldina” und nicht “Carina” !
Auch sehr interessant ist, dass die Regierung nach der Kolonialisierung in den 1970er Jahren vom Links- zum Rechtsverkehr überging. Die meisten Autos haben das Lenkrad jedoch immer noch auf der rechten Seite! Somit ist der Lenker eines Fahrzeugs auf einen aufmerksamen Beifahrer angewiesen, vor allem bei einem Überholmanöver!!!
Unsere Unterkunft in Yangon:
…hinter dem Haus…
Das Highlight in Yangon ist zweifelsohne die Shwedagon Pagode. Erbaut wurde diese heilige Stätte vor rund 2500 Jahren, damals war sie 10 Meter hoch. Im Verlauf der Jahre wurde jedoch stetig an- und ausgebaut, so dass dieser wichtigste Sakralbau des Landes inzwischen 100 Meter hoch sowie mit tausenden Diamanten, Rubinen und Saphiren geschmückt ist. Das Gesamtgewicht der Pagode ist 149 Tonnen und davon sind rund 10 Tonnen Gold!!! Momentan ist das Meisterwerk zwar gerade von einem Renovations-Mäntelchen umhüllt, beindruckend ist es jedoch allemal:
Auch wenn vieles in Burma nicht auf dem neusten Stand ist, bei der Shwedagon Pagode gibt’s WIFI :
Andy bekommt eine Longyi-Wickel-Lektion:
Unser zweites Highlight in Yangon war ein Besuch im Kino, welches vor mindestens 50 Jahren gebaut wurde. Als wir das Werbeplakat von “Hunger Games lll” gesehen haben, konnten wir einfach nicht widerstehen, schon gar nicht bei einem Eintrittspreis von gerade mal 2 USD und erst noch in Originalsprache. Nach etwa 30 Minuten Werbung für Kondome, Pickel-Wunder-Salben, Kekse, amerikanische Sonnenbrillen und Vorschau von gefühlten 15 weiteren Filmen, erschien auf der Leinwand die birmanische Flagge mit dem Text “Please show respect to the national flag”, und aus den Lautsprechern erklang die Nationalhymne. Schwups standen alle vor ihren Sesseln, inklusive zwei verwirrten Schweizern. Nachdem das auch erledigt war, begann endlich der Film und er war fantastisch (sorry Schwö, esch wörkli so ). Das Kino überraschte uns mit einem beindruckenden Dolby Surround Soundsystem, nur mussten die Birmanen stendig irgend etwas wichtiges besprechen oder wie wild Popcorn und Nüsse schmatzen (lag ev. auch daran, dass es keinen birmanischen Untertitel gab, und somit wohl die meisten der Gäste nicht gerade viel verstanden haben). Am Ende der Vorstellung verliessen alle blitzschnell den Saal und wir sahen 2 Reihen vor uns eine Ratte vorbei huschen !
So sah’s nach der Vorstellung aus:
Nach drei Tagen in Yangon sassen wir am grössten Busbahnhof, den wir je gesehen haben (es war eigentlich mehr eine Bus-Stadt), und warteten auf unseren Nachtbus. Kaum waren alle Sitze besetzt, wurde der Bus auf angenehme 15 Grad herunter gekühlt, dafür gab es aber für jeden eine kuschlige Decke:
Etwas verdrückt kamen wir morgens um 5 Uhr in Bagan an, wo wir sogleich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüsst wurden.
Die Tempel von Bagan wurden zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert von verschiedenen Königen errichtet. Das ganze Tempelareal ist rund 40 qm2 gross und zählt 2230 aufgelistete Bauwerke. Wenn die ersten oder letzten Sonnenstrahlen diese einmalige Tempellandschaft in ein warmes Licht hüllen, dann fühlt man sich in eine andere Welt versetzt, wirklich mystisch.
Obwohl Bagan ein sehr belibtes Reiseziel für ausländische Touristen ist, waren wir in einigen Tempeln die einzigen “Anderen”, was teilweise schon fast in richtigen Shootings ausartete
Um sich vom einen Tempel zum anderen zu bewegen, gibt es drei umweltfreundliche Möglichkeiten: Kutsche, Velo oder neu E-Bike:
Allerdings sind Zweiräder auf den sandigen und steinigen Strassen eigentlich absolut ungeeignet, so sammelten wir ein paar Kratzer und blaue Flecken, sowie einen gestauchten Fuss. Der führte wiederum dazu, dass wir eine geplante 3-tägige Wanderung nicht antreten konnten und dafür direkt zum Inle See reisten.
Nyaungshwe am Inle See, 875 Meter über Meer
Hier fuhren wir stundenlang mit dem Velo durch das lebhafte Städtchen und zum See, wo wir immer wieder lachenden und winkenden Menschen begegneten sowie enorm vielen Hunden und vor allem Hundebabys.
Immer wieder sahen wir das…:
…und deswegen so viele niedliche Puppys:
Die Birmanen sind wirklich ein extrem freundliches und neugieriges Volk und meistens bereit für ein Schwätzchen oder ein Foto:
Natürlich haben wir auch eine Bootstour über den Inle See gemacht, vorbei an vielen Stelzenhäusern und an Fischern, die durch ihre einzigartige “Intha-Bein-RuderTechnik” weltberühmt sind:
Innerhalb des Inle Sees sowie am Seeufer gibt es insgesamt 17 Dörfer, in denen ca. 70’000 Menschen wohnen.
Von Nyaungshwe aus nahmen wir unsere LETZTE Fahrt im Nachtbus in Angriff! Nachdem wir über zwei Stunden an einer Verzweigung auf den richtigen Bus gewartet haben, kam kurz vor 20 Uhr doch noch der richtige vorbei und wir waren “on board”. Abermals bei kühlen 15 Grad, nur diesmal leider ohne Decke. Lustigerweise gibt es anscheinend keine Busse, die tagsüber vom Inle See nach Yangon oder Mandalay fahren und so kam es, dass wir morgens um 3 Uhr in Mandalay am Busbahnhof standen. Die Logik der birmanischen Busfahrpläne haben wir also noch nicht ganz begriffen, aber die netten Leute vom Hotel liessen uns auch schon um 4 Uhr morgens in unser, eigentlich erst für die nächste Nacht, reserviertes Zimmer (vielleicht wollten sie uns auch einfach nicht für die nächsten Stunden in der Lobby sitzen haben, denn da schliefen sie bereits ) Glück gehabt!
Mandalay, 1 Million Einwohner
25 Jahre lang war das 1857 am Ufer des Ayeyarwady gegründete Mandalay die Hauptstadt Burmas und Residenz des letzten Königs. Das 4km2 grosse Palastgelände präsentiert sich sozusagen als Stadt in der Stadt, geschützt hinter 8 Meter hohen Mauern. Während des 2. Weltkrieges wurde der aus Holz gebaute Palast jedoch komplett zerstört, so dass heute lediglich Nachbauten aus den 1990er Jahren zu sehen sind. Natürlich fehlt es auch in Mandalay und Umgebung keinesfalls an schönen Stupas, Klosterschulen und Buddha Statuen.
Ausserdem konnte ich mir in Mandalay durch eine Fahrt im Seitenwagen eines Motorbike-Taxis einen lang ersehnten Kindheitstraum erfüllen
Um etwas von der Umgebung der Stadt zu sehen, haben wi uns aber auch nochmals selber auf ein Motorrad gewagt. Andy ist mittlerweilen ein richtiger “Easy Rider”! Jedoch sind zwei Bleichgesichter auf einem Motorrad bis jetzt noch ein ziemlich seltenes Bild auf Burmas Strassen. Sobald wir irgendwo angehalten haben, wurden wir von den erstaunten Birmanen angestarrt als ob wir soeben mit einem fligenden Teppich gelandet wären !
Hier waren wir zwar nicht im Kino, dafür aber an einer ziemlich schrägen Aufführung der “Moustache Brothers”, die so mutig sind, und sich seit Jahren als Comedians über die Zustände des Landes und das Verhalten der Regierung lustig machen. Wie so viele andere Birmanen die zu viel reden oder an Demonstrationen teilnehmen, blieben auch die “Moustache Brothers” nicht von einem Gefängisaufenthalt verschont. Einer von ihnen starb vor 2 Jahren sogar an den Folgen dieser Gefangenschaft.
Vor einem Tempel kamen wir mit einer alten Frau ins Gespräch, die perfektes Englisch gesprochet hat. Sie war Jahrelang Lehrerin in der Stadt und verbringt ihre Tage heute damit auf einer Bank zu sitzen, um mit Touristen ins Gespräch zu kommen. So kann sie einerseits englisch sprechen, andererseits erhält sie auf diese Weise genügend Geld, oder wie sie es lieber nennt “Spenden”, um sich Essen zu kaufen. Nachdem ich sie auf Aung San Suu Kyi angesrpochen habe, die Oppositionsführerin und bekannteste Frau des Landes, schaute sich die alte Dame sofort nervös umher und drückte ihren Zeigefinger auf den Mund.
Auch die Aussicht auf einen Golfplatz mitten in der Stadt spricht dafür, dass die Prioritäten in diesem Land nicht ganz richtig gesetzt werden und einfach so vieles noch nicht so läuft wie es sollte.
Kaum ein Land hätte gegensätzlicher zur Schweiz sein können als unsere letzte Reisedestination. Der tiefe buddhistische Glauben mit allen Tempeln und Stupas, die Landschaft und die freundlichen Menschen haben uns extrem begeistert. Die sauberen Strassen, die frische Luft und die Auswahl an ALLEM in der Heimat wird uns nach den letzten zwei Wochen bestimmt umso mehr umhauen.
Summary Myanmar
Bevölkerung: 60 Millionen
Reisedauer: 7.12.14 bis 21.12.14
benutzte Betten: 5 Betten 2 Nachtbusse
Unseren allerletzten Tag in purer Freiheit verbringen wir morgen in Bangkok, wo wir ein warmes Outfit für die Heimreise suchen werden! Unsere Gefühlswelten bewegen sich aktuell zwischen nervös, vorfreudig, ängstlich, schwermütig, überglücklich und leicht verwirrt! So viel durften wir erleben und sehen, wunderbare neue Freundschaften haben wir geschlossen, einige liebe Menschen aus der Heimat durften wir treffen und überhaupt sind wir unglaublich dankbar dafür, dass wir die Möglichkeit hatten, ein solche Reise zu machen!
Ich könnte stundenlang über die Vorzüge des Reisens schreiben, aber das meiste habt ihr bestimmt schon irgendwo gehört oder gelesen. Ja, auch wir lernten so einiges über uns selber, wir spürten immer wieder unsere Wurzeln und wir wurden unserer Meinung nach toleranter und offener. Die Aussage “Reisen ist die beste Schule der Welt” können wir also definitiv bestätigen.
Schlussendlich denke ich aber immer wieder an diesen einen Spruch, der für mich eigentlich alles sagt:
Und für alle diejenigen, die umsetzbare Träume haben, aber sich nicht richtig getrauen diese zu verwirklichen, hier nochmals ein anderer Favorit:
Summary Traveluttis trip around the world:
Reisedauer: 9. September 2013 bis 23. Dezember 2014 = 15 Monate und 2 Wochen oder au 470 Tage!
bereiste Länder: 25
benutzte Betten: 169 (mit liebe Grüess a mini Masseurin Jutta )
Mer möchte allne DANKE säge wo emmer weder a eus dänkt händ, de Blog gläse händ, eus e ergend ere Form onterstötzt händ, gschrebe händ und vorallem danke mer dene wo eus deheime wärded omarme, öpe die öpis zässe werded ge ond es Dach öberem Chopf zor Verfüegig stelle . Mer freue eus of ganz vel Ziit met EUCH!