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Behindertenheim La Branche
Mollie-Margot
WETTBEWERB: 2007, 1. RANG | 1. PREIS
AUSFÜHRUNG: 2008–2010
BAUHERRSCHAFT: ASSOCIATION LA BRANCHE, MOLLIE-MARGOT
ENERGIESTANDARD: LABEL MINERGIE-ECO
Die verschiedenen Gebäude des Behindertenheimes La Branche bilden für sich ein kleines Dorf, welches inmitten einer ländlichen Gegend mit Aussicht auf die Alpen liegt. Die Anlage an leicht geneigter Südlage sollte durch polyvalente Bauten mit einem Platz als Dorfzentrum komplettiert werden.
Zwei neue Gebäude definieren eine zentrale Platzsituation auf drei Ebenen. Mit den nahe gelegenen Baukörpern von Saalbau und Schule ist ein Ort der Begegnung entstanden, ein Dorfplatz, das neue Herz der Anlage. Die Treppenanlage ist gleichzeitig Aussentribüne und kann für Aufführungen genutzt werden. Um den Kontakt und Austausch zu fördern, wurde die bestehende Fahrstrasse aufgehoben und um das Dorfzentrum herumgeführt. Der Zugang zum Platz erfolgt ausschliesslich über kleine Fusswege, die mit dem bestehenden Wegenetz verflochten sind.
Um den ländlich-topografischen Charakter zu bewahren, wurde der natürliche, leicht abfallende Geländeverlauf kaum verändert. Die Gebäudekörper sind als Solitäre präzise in die Grünflächen eingesetzt. Aus der anthroposophischen Lehre heraus entwickelt, erscheinen die Gebäude in einer übersetzten polygonalen kristallinen Form. Um eine direkte Übersetzung zu brechen, wurden die Volumen jedoch mit einer vertikal strukturierten Holzverkleidung überzogen. Scheinbar willkürlich eingesetzte, unterschiedlich dimensionierte, aber immer formgleiche Fenster beleben die Erscheinung.
Die Hangsituation erlaubt eine ebenerdige Erschliessung auf allen Geschossen. Die unteren Erdgeschosse, in direkter Beziehung zum grossen Platz stehend, vereinen öffentliche Funktionen wie Ladenlokal, Restaurant und Administration. Die oberen Erdgeschosse mit Therapieräumen, Atelierräumen und Therapiebäckerei werden unabhängig über den oberen Platzbereich erschlossen.
Die beiden Gebäude sind in die Organisationsbereiche Produktion, Verkauf, Administration sowie Therapie und Pflege gegliedert. Die funktionale Trennung ist einerseits horizontal durch die unabhängigen Häuser, andererseits vertikal durch die verschiedenen Funktionen gegeben. Die einfache Organisation der Gebäude trägt den Orientierungs- und Koordinationsschwierigkeiten seiner Nutzenden Rechnung. Die vertikalen Erschliessungen stehen in nächster Verbindung zu den jeweiligen Eingängen und dienen fast ausschliesslich als Abkürzung der Aussenwege. Zentrale, leicht bombierte Korridore, an beiden Gebäudeenden natürlich belichtet, erschliessen die einzelnen Räume auf jedem Geschoss.