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Ist gesundes langes Leben gesellschaftsverträglich?
Man mag über diese Frage erstaunt sein, doch die Indizien zeigen klar auf, dass die Antwort «Ja» eigentlich «Nein» lautet.
Der Verein Ethik und Medizin Schweiz hat in einem langen Indizienprozess Argumente für und wieder die Vorteile des langen gesunde Lebens für den Einzelnen und die Gesellschaft zusammengetragen.
Folgende Negativ-Fragen, welche auch umgekehrt formuliert werden sollen, stehen im Raum:
- Gibt es mehr Krankheitskompression oder mehr Krankheitsexpansion durch medizinische Massnahmen?
- Soll man hoffen, ab dem 75 Lebensjahr sterben zu können?
- Soll die Lebensqualität darüber entscheiden, ob ein Leben erhalten werden soll?
- Soll bei absehbaren Kostenfolgen einer Krankheit im Alter mit Schwinden des finanziellen Polsters (auf welches ev. die Kinder und andere Angehörige warten) auf diese Kosten unter Preisgabe des Lebens alter Personen verzichtet werden?
- Soll man bei alten Personen mit Demenz in jedem Fall medizinische Erhaltungsmassnahmen verweigern?
- Sollen alte Menschen bei drohender Invalidität aufgrund künstlicher Intelligenz (crowd intelligence) auf lebenserhaltende Massnahmen verzichten?
- Sollen Menschen ab 65 einen Chip implantiert bekommen, der sie ab einen gewünschten Datum tötet?
- Sind alte Menschen eine nicht akzeptierbare ökonomische Belastung für die Gesellschaft?
- Soll die Altersgrenze 75 eine gesellschaftliche Norm werden für Massnahmen irgendwelcher Art?
- Soll die Schwelle für Alterssuizid gesenkt werden durch entsprechenden Druck auf alte Menschen?
- Soll man im Alter auf Operationen und anderen medizinische Therapien verzichten
- soll man auch auf Medikamente verzichten, die das Leben im Alter verlängern?