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Entgegen der landläufigen Meinung macht «explosives» Training die Muskelfasern auf Stufe ihrer molekularen Motoren langsamer (Switch von Muskelfasertyp 2X nach 2A). Inaktivität (freiwillig oder erzwungen) macht die Muskelfasern «schneller» (Switch von 2A nach 2X). Man geht davon aus, dass beim Menschen die Überschreitung der Grenze zwischen 2 und 1 unter normalen Umständen wenig wahrscheinlich ist. Ausdauertraining führt daher, entgegen der landläufigen Meinung, im Mittel nicht zu einer Zunahme der Typ 1 Fasern.
Zusammenfassung der Muskelfasertypusveränderungen
Abbildung 1: Abbildung reproduziert mit freundlicher Genehmigung von Dr. sc. nat. Marco Toigo
Wir empfehlen daher auch Leistungssportlern die Übung langsam, kontrolliert und über die grösstmögliche Gelenksamplitude auszuführen. Einerseits sind viele Sarkomer in Serie sicherlich förderlich um auf Muskelstufe schnell zu sein (siehe Blog Kraft-Längen-Verhältnis). Auch braucht es relativ zu der zu bewegenden Masse resp. relativ zu den externen zu bewältigenden Drehmomenten eine angemessene Muskelmasse (parallele Sarkomere). Zudem nimmt die Muskelkraft mit zunehmender Verkürzungsgeschwindigkeit ab (siehe Blog Geschwindigkeit-Kraft-Relation).
Es ist zwar wahrscheinlich, dass bei angemessenem Training die RFD (rate of force development oder Kraftanstieg pro Zeiteinheit) am Gerät gesteigert werden kann. Leider bleibt jedoch vollkommen offen, welche physiologische Bedeutung dies für Alltagsbewegungen haben kann. Was sportartspezifisches Training bewirkt ist kaum untersucht, weil die Messmethoden im Feld oft problematisch sind.
Quellen: Zürich Forum for Applied Sport Sciences Diskussion 2011, Theorie Kraft, Scientifics AG