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Ob und wie medial dargestellte Gewalt und reale Aggressivität respektive reale Gewalt zusammenhängen, ist in der Forschung bis heute umstritten. Ein vor kurzem veröffentlichter Übersichtsartikel weist darauf hin, dass mediale Gewalt einer von verschiedenen Risikofaktoren für erhöhte Aggressivität ist (Anderson et al., 2017). Demgegenüber betonen andere Forscherinnen und Forscher, dass eine Vielzahl von Studien keinen Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und Aggression finden (Ferguson & Beresin, 2017). Sie weisen zudem darauf hin, dass viele Studien, welche keinen Zusammenhang finden, nicht publiziert werden (Publikationsbias). Bei vielen Studien wiederum kann keine Aussage über die Kausalwirkung gemacht werden, da sie auf einem Querschnittsdesign basieren.
Mediale Gewalt ist in bestimmten Fällen ein Risikofaktor für Aggression. Ob diese Aggression auch zu realer Gewalt führt, ist umstritten.
Andere Autorinnen und Autoren wiederum kommen allerdings zum Schluss, dass der Effekt umgekehrt ist, dass also physische Aggression die Wahl von aggressiven Medieninhalten begünstigt. Dieser Zusammenhang gilt aber nur für das frühe Jugendalter zwischen 14 und 17 Jahren. Bei älteren Personen ist der Effekt nicht mehr nachweisbar (Breuer, Vogelgesang, Quandt & Festl, 2015). Bushman et al. (2015) zeigen auf, dass die meisten Eltern wie auch Fachpersonen überzeugt sind, dass von einem Zusammenhang zwischen medialer Gewalt und Aggression auszugehen ist. Einzig ob diese Aggression auch zu realer Gewalt führt, ist unter den befragten Fachpersonen umstritten (Bushman, Gollwitzer & Cruz, 2015).