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Alle tun es: das französische Parlament, die Schulen der Kanarischen Inseln...
Die Parlamentsabgeordneten von Frankreich werden ab nächster Legislaturperiode, also ab nächsten Juni, mit Linux-PCs ausgerüstet. Welche Distribution eingesetzt werden soll, ist noch nicht bekannt. Sicher ist hingegen, dass Firefox als Browser und Open Office als Büro-Suite zum Zuge kommen werden. Die französischen Abgeordneten werden damit völlig "Microsoft-frei" arbeiten, denn auch das Dokumentenmanagement-System des französischen Parlaments beruht auf Open Source Software.
Das französische Parlament ist für Microsoft mit etwas über 1'100 PCs sicher nicht ein entscheidender Kunde. Doch dürfte die Signalwirkung des Entscheids des Parlamentsvorsitzenden Jean-Louis Debré und der Quästoren (Verwalter) des Parlaments nicht zu unterschätzen sein.
Gegenwind ist für Microsoft in Frankreich nichts Neues. Bereits die Gendarmerie, die Pariser Stadtverwaltung, die Steuerverwaltung und diverse Ministerien des Hexagons arbeiten mit Linux und Open Source Software.
Ein Pinguin auf den Kanaren
Eine weitere europäische Behörde, die mindestens teilweise auf Linux setzt, sind die Schulbehörden der Kanarischen Inseln. Die autonome Region der zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln möchte im Rahmen des Projekts Medusa seinen Schulen eine Linux-Alternative zur Verfügung stellen. Dabei wird ein eigenes, von der Schulbehörde zusammen mit lokalen Open Source-Unternehmen entwickeltes Softwarepaket namens "mEDUXa"
zum Einsatz, dessen 1.0-Version gerade veröffentlicht wurde. Potentiell sind davon 35'000 PCs in 1100 Schulen betroffen.
Dass Hauptziel von "mEDUXa" ist es allerdings, zumindest vorerst, nicht, Windows-Umgebungen generell zu verdrängen. Wie die Initianten schreiben, gibt es bei den Kanarischen Schulen aber gegenwärtig nur Windows- als Betriebssystem und Active Directory als User-Management-System. "mEDUXa" soll eine gleichwertige Alternative mit den gleichen Funktionalitäten bieten, so dass beide Systeme koexistieren können.
Linux auch für Dreikäsehochs
"mEDUXa" basiert auf der Linux-Distribution "Kubuntu" und hält sich im allgemeinen lizenztechnisch an die Richtlinien des "Debian-Projekts"
für freie Software. Eine Besonderheit ist aber, dass einige Teile der Software nur für Ausbildungszwecke zum freien Gebrauch freigegeben sind.
Das Open Source-Softwarepaket stellt verschiedene Profile für verschiedene Usergruppen zur Verfügung. Besonderes Augenmerk wurde dabei anscheinend auf ein angemessenes Profil für besonders junge Schüler zwischen vier und acht Jahren gelegt. (Christoph Hugenschmidt / Hans Jörg Maron)