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Lampen
Inhalt1. 6-Volt-Spot-Lampe
2. Leinen-Lampe
3. Steck-Lampe
4. Steh-Lampe
5. Turm-Lampe
6. Tisch-Lampen
7. Tensegrity-Lampe
8. Halter-Lampe
Über die Jahre entwarf und fertigte ich einige Lampen für den Eigenbedarf, für die Räume, in denen ich lebe und arbeite.
1. 6-Volt-Spot-Lampe ↑ Anfang
Die Zeit der Niedervolt-Lampen ausserhalb ihrer Anwendung im Auto begann in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Leuchtmittel hatten noch ähnliche Fassungen wie im Auto, wurden aber zusätzlich mit Reflektoren versehen, denn Spot-Lampen waren im Trend (2. Bild). An der Niedervolt-Technik faszinierte mich, dass erstmals im Wohnbereich Lampen möglich waren, deren metallische Teile stromführend sein konnten.
Als "Stiel" für ein Spot-Leuchtmittel mit Bajonett-Fassung verwendete ich ein dünnes Kupfer-Rohr. Die Lampe lässt sich durch Verbiegen dieses Rohres beliebig im Raum positionieren (1. Bild). Das Rohr machte ich stromführend, der eingeschobene flexible isolierte Elektrodraht ist die zweite stromführende Leitung (4. Bild).
Anzufertigen war nur noch ein technisch und ästhetisch passendes Stück zwischen Rohr und Bajonett-Fassung. Es wurde ein Aluminium-Zylinder (2. Bild). Um den Spalt zwischen Zylinder und Leuchtmittel, der bei dessem Wechsel in der Bajonett-Fassung nötig ist, im Normalfall zu schliessen (3. Bild), kann die Fassung vom Zylinder gelöst und ein Stück herausgezogen werden (5. Bild).
2. Leinen-Lampe ↑ Anfang
Anfangs der 90er Jahre hatte ich eine neuartige, mit Seilen zwischen den Wänden gespannte Lampe zu montieren. Es gab jetzt Halogen-Leuchtmittel in Normalspannung, der bisher oft schamhaft versteckte Transformator für die vorher verwendeten 12-Volt-Leuchtmittel fiel weg. Die für den Personen-Schutz gegenüber der 230-Volt-Spannung nötigen Massnahmen wogen aber die für die Gestaltung gewonnene Freiheit wieder auf, besonders bei der mir damals begegneten Lampe. Sie war klobig, die Stromversorgung erfolgte über ein normales Kabel, das an eins der beiden Seile gebunden wurde. Die beiden End-Teile der Seile (Befestigung an den Wänden) waren gleich voluminös wie die Lampe selbst.Ich stellte mir die Aufgabe, dass die Seile (Leinen) mehrere Aufgaben erfüllen:
Die Spannkraft für die Seile ist eindeutig mit Federn zu erzeugen.
Beim ersten Prototyp verwendete ich abgeschirmte Kabel. Die Abschirmung diente als Schutzleiter und war auch mit den Metall-Teilen (Reflektor u.a.) verbunden. Die Hoffnung, einmal abgeschirmte Kabel mit genügend grossem Querschnitt der Seele zu finden erfüllte sich nicht. Beim nächsten Prototyp verwendete ich normale Kabel mit flexibler Seele, wodurch ich auch die unschöne Führung der Abschirmung zur anderen Seite an der Lampe vorbei vermeiden konnte.
Die Metallteile des zweiten Prototyps sind "genullt", eine ALternative zur Erdung über einen separaten Schutzleiter. Die Fassung am Null-Leiter ist z.T. aus Metall (3. Bild, links), um die Verbindung des Null-Leiters auch mit den Metall-Flügeln an den Fassungen und dem Metallfolien-Reflektor herzustellen. Die Verbindung zwischen den Flügeln und dem Reflektor ist mit je einer Schraubenfeder druck-schlüssig gemacht (4.Bild, am unteren Flügel-Rand).
Die Kabel sind an den End-Stücken isoliert geklemmt. Der Null-Leiter ist mit einer Kabelbride an den Endstücken angeschraubt (Anschluss-Seite: direktes Leiterstück aus der Anschlussdose kommend) (5. Bild).
Die Spannkraft der Seile wird mit Hilfe der Schraubenfedern unter den vier Wandanschluss-Schrauben erzeugt (6. Bild)
3. Steck-Lampe ↑ Anfang
Die Idee zu dieser Form eines Lampen-Körpers kam mir bei meiner Beschäftigung mit dem "umstülpbaren Würfel" von Paul Schatz. Ich nahm einen Vierflächner aus der Schatz-Kette, machte ihn allerdings zu einem symmetrischen Körper (aus 4 Dreiecken mit je 2 gleichen Kanten-Längen bestehend). Darin war Platz für eine damals oft verwendete (und oft im Abfall zu findende) Fassung mit Reflektor für ein 12-Volt-Halogen-Leuchtmitttel (2. Bild).
Zufällig besass ich einen ringförmigen Transformator für diese Spannung und Leistung (nur 20 Watt). Mit diesem im Inneren liess sich ein runder Fuss genügender Schwere gestalten, was zudem dazu einlud, den Lampenstiel rundum drehbar zu behalten. Durch die Verwendung eines 2-poligen Koaxial-Steckers wurde es möglich, den Stiel samt Lampe herausnehmbar zu machen (3. Bild). Die Belastung von immerhin fast 2 Ampére hat dieser Stecker bis heute klaglos ausgehalten.
Wer will, kann in der Lampe eine Persiflage auf die Fähnchen sehen, die auf Golfplätzen bis kurz vorm "Einputten" in den Löchern stecken.
4. Steh-Lampe ↑ Anfang
Diese Steh-Lampe hat zwei gleich geformte Lampen-Körper wie die Steck-Lampe (siehe 3.) Leuchtmittel sind zwei Halogen- Stäbe für Normalspannung (230 Volt,100 Watt). Sie sind in die Lampen-Körpern parallel zur Vorderkante eingefügt und werden von je einem zylindrischen Glas-Schirm umgeben. Über die Hälfte des Umfangs erstreckt sich je eine metallische Reflektor-Folie. Jeder Glaszylinder wird von einem Ring-Griff umgeben, mit dem er samt Reflektor um seine Achse drehbar ist (2. Bild).
Die vorderen Teile der Seitenwände sind zum Leucht-Stab-Wechsel abschraubbar und samt Fassung seitlich wegschschwenkbar. (2. Bild).
5. Turm-Lampe ↑ Anfang
Die Idee, eine Leuchtstoffröhre in vertikaler Position mit Seilen zu halten, stammt von einer Wanderung rund um einen hohen dünnen Funkmast.
Gewählt wurde die lägste handelsübliche Leuchtstoffröhre: 150 cm, 58 Watt. Die Gesamthöhe des Turmes ist etwa 200 cm. Die Röhre wird von einem Zylinder aus Aluminium-Lochblech umgeben. Darum sind 4 Flügel aus demselben Blech befestigt (2. Bild). Auf deren Rändern befinden sich aufgeschlitzte dünne Rohre; zwei von ihnen umschliessen die beiden Kabel, die zur oberen Röhren-Fassung führen.
Von der Mitte jeden Flügels aus führen die beiden Enden eines Drahtseiles (3. Bild) zu zwei benachbarten Ecken der Grundplatte. Das Drahtseil stützt sich auf das obere Ende einer Schraubenfeder, deren unteres Ende auf die Verschluss-Schraube des überhängenden oberen Flügel-Rohres. Durch Verdrehen der Verschluss-Schrauben werden die Seile eindeutig gespannt und der Turm senkrecht eingestellt.
Auf der Grundplatte befindet sich ein mit dem Fuss zu betätigender Schalter und der Starter (konventionelle Zündung). Die Drosselspule ist in das Anschluss-Kabel verbannt.
Um die Röhre wechseln zu können, ist der obere Teil der Lampe zwischen Fassung und abschliessender Holzkugel abhebbar und zur Seite kippbar ausgelegt (4. Bild). Die Holzkugel ist geteilt und hohl. In ihr befindet sich etwas Kabel-Vorrat, der beim Abheben in den beiden Flügelrohren nachrutscht (5. Bild).
Die Bodenplatte hängt am Schutzleiter (Erde). In der unteren Kugel sind die dort hineinführenden Metall-Teile auch direkt am Schutzleiter angeschlossen (angeschraubt). Die oberen Metallteile sind ebenfalls mit dem Schutzleiter verbunden, indem sie an die direkt geerdeten Teile geklemmt und zusätzlich elektrisch leitend geklebt sind.
6. Tisch-Lampen ↑ Anfang
Von Tisch-Lampen Habe ich zwei "im Programm": eine Bauhaus-Immitation und eine weitere, einfachere Kugel-Lampe.
1. Bauhaus-Immitation
Der Aufwand dafür, diese Lampe zu bauen, war klein. Der Kugel-Lanpenschirm aus Glas, die Kunststoff-Lampenfassung (E27), das 2-adrige Kabel und der Schnurschalter sind im Baumarkt erhältlich. Acrylglas-Rohre und -Platten sind auch leicht zu beschaffen. Eine Lampe aus diesen Teilen und Werkstoffen unterscheidet sich bereits "materiell" von einer aus der Bauhauszeit, als es noch keine Kunststoffe (einschliesslich Acrylglas) gab. Selbst zwei gemeinsam in einem Kabel zusammengefasste Elektro-Drähte waren noch unbekannt.
Einen Bauhaus-ähnlichen Lampenschirm sah ich in den Glaskugeln für einfache Wand- und Decken-Lampen. Den Gewinde-Hals wollte ich ursprünglich abschneiden, hätte damit etwa eine 7/8-Kugel gewonnen (Bauhaus: etwa 2/3). Nach dem ersten Misserfolg mit Scherben gab ich es schon auf und freundete mich mit dem Hals in seiner vollen Länge (auch seine Kürzung gelang nicht auf Anhieb) notgedrungen an. Ich stellte einen Halter mit dem Gegengewinde her: Gewinde aus Messing-Draht. Es wäre vollständig mit zwei Gängen, ich liess es aber bei einem Gang bewenden (4. Bild). Damit brachte ich bereits die Schrauben-Form ein, an die ich vorher aus einem anderen Grund gedacht hatte: Das Kabel sollte im Inneren des durchsichtigen Stiels gewendelt nach oben führen.
Dieses Form-Element war für mich die Konsequenz aus dem in der Literatur zur Bauhaus-Lampe immer wieder hergestellten Zusammenhang mit den Treppenhäusern, die Walter Gropius bereits vor dem ersten Weltkrieg für das Bürogebäude auf der Werkbundausstellung in Köln entwarf. Diese durchsichtigen Halb-Zylinder erlauben den Blick von aussen auf die Wendel-Treppen. Die Entwerfer mögen dadurch zum durchsichtigen Lampen-Stiel inspiriert worden sein, die Elektro-Drähte wurden aber in allen Varianten der Lampe gestreckt nach oben geführt (2. Bild, darin rechts eins der Treppenhäuser von Gropius).
In meiner Lampe ist das Kabel in den Stiel unten tangential eingeführt (3. Bild) und verschwindet oben tangential in der Fassung (4. Bild).
2. Kugel-Lampe
Diese Lampe besteht nur aus einem Sport-Pokal, einer Glühlampe mit großem kugelförmigem Glaskolben und einer Lampenfassung (E27). Die Abmessungen des Pokals und der Glühlampe (Kugeldurchmesser 120 Millimeter) ermöglichten eine Kombination mit dem Eindruck eines Bechers mit Schaumkrone (1. Bild). Die Fassung wird von der Glühlampe getragen (2. Bild), die lediglich im auskragenden Rand des Pokals liegt. Der Pokal und die metallene Fassung sind am Schutzleiter angeschlossen.
7. Tensegrity-Lampe ↑ Anfang
Der äusserst vielseitige Amerikaner Richard Buckminster Fuller (1895 - 1983) hat u.a. interessante geometrische Strukturen entworfen. Eine ist das Tensegrity (tension + integrity), das ich in einer Lampe verwendete.
Diese Struktur enthält Stäbe und Seile, wobei die Seile in der Überzahl sind. Jeder Stab ist mit einem anderen nur mit Seilen verbunden. Dennoch entsteht ein stabiles räumliches Gebilde, wovon z.B. eine bereits seit langem produzierte Lampe aus sechs kleinen Leuchtstoff-Lampen (Peter Hamburger und Ingo Maurer, 1970, 2. Bild) zeugt.
Das einfachste Tensegrity enthält nur drei Stäbe, die alle durch den Mittelpunkt der Struktur gehen müssten. Das wird i.d.R. schamhaft verschwiegen, die Stäbe werden aneinander vorbei gezwängt. Ich habe dieses Manko in zwei Varianten vermieden. Zuerst liess ich die Stäbe in der Mitte einen Halb-Bogen um den Knoten-Punkt machen (3. Bild). Aus der zweiten Variante (4. Bild) entstand meine Lampe (1. Bild).
Die Halb-Bögen gehen von Ecke zu Ecke des von den Seilen gebildeten Oktaeders. Von dort aus sind sie ein Stück verlängert, so dass ihr Schwerpunkt zwischen den Anschluss-Stellen der Seile liegt. Damit wird verhindert, dass sich die Bögen infolge der Schwerkraft verdrehen. Die gespannten Seile greifen zwar etwas ausserhalb der Mitte der Stab-Querschnitte an, das dabei erzeugte Moment gegen allfälliges Verdrehen der Halb-Bögen ist aber klein. Dreht man das 4. Bild um 90° im Uhrzeigersinn, so kommt man zu meiner Lampe. Sie ist in der Mitte eines Bogens aufgehängt.
An den verlängerten Enden der Halb-Bögen sitzen die Glühbirnen (E14). Die Seile sind flexible Elektro-Drähte, die Hälfte von ihnen ist an der Phase der 230-Volt-Quelle angeschlossen, die andere Hälfte am Null-Leiter. Der Null-Leiter ist auch der Schutz-Leiter: alle Metall-Teile der Lampe sind "genullt".
8. Halter-Lampe ↑ Anfang
Die Halter dieser Leuchtröhre sind die Enden eines ehemaligen Handtuch-Halters, dessen Durchmesser gleich wie der Durchmesser der Leuchtröhre ist. Der "leuchtend gemachte Halter" ist senkrecht montiert, damit nicht doch jemand ein Tuch an ihm aufhängen kann. Beide Halter-Teile sind getrennt an einer Regalwand montiert und am Schutzleiter angeschlossen.
Siegfried Wetzel, CH 3400 Burgdorf, Oktober 2009 / März 10 / Nov. 10 ↑↑ Anfang