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- Die Partei Ennahda ist als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl in Tunesien hervorgegangen – trotz Verlusten.
- Die Wahlkommission hat am Mittwochabend die vorläufigen Ergebnisse des Urnengangs vom vergangenen Sonntag bekanntgegeben.
- Demnach sicherte sich die moderat islamistische Ennahda 52 der 217 Parlamentssitze – was 23,9 Prozent der Stimmen entspricht.
Die Ennahda ist damit auf ein Bündnis mit anderen Parteien angewiesen, um das nordafrikanische Land regieren zu können. Mit 38 Mandaten kam die neugegründete Partei «Qalb Tounes» (Herz Tunesiens) des Präsidentschaftskandidaten Nabil Karoui auf Platz zwei.
Tunesien steht wegen des Wahlergebnisses – die dritt- und viertplatzierten Parteien holten 22 und 21 Sitze – eine schwierige Regierungsbildung bevor. Während die etablierte Ennahda deutlich an Stimmen verlor, schnitt «Qalb Tounes» stark ab. Bislang hatte die Ennahda gemeinsam mit der Mitte-Partei «Nida Tounes» der verstorbenen Staatspräsidenten Beji Caid Essebsi die Mehrheit im Parlament.
Stichwahl im Präsidentenamt
Nabil Karoui, Parteichef der «Qalb Tounes», tritt kommenden Sonntag in einer Stichwahl um das Präsidentenamt gegen den Verfassungsrechtler Kais Saied an. Beide sind politische Aussenseiter.
Karoui war wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Geldwäsche festgenommen worden und war wochenlang in Haft, kam am Mittwoch aber wieder auf freien Fuss. Karoui war mit 15,6 Prozent der Stimmen knapp hinter Saied (18,4 Prozent) in die Stichwahl eingezogen.
Im Gegensatz zur Wahl des Staatsoberhaupts war die Parlamentswahl in der Bevölkerung auf geringes Interesse gestossen. Es war die zweite Parlamentswahl in Tunesien, seitdem sich das Land 2014 im Gefolge des Arabischen Frühlings eine neue Verfassung gab.