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Über das Gebäude am Steinbrüchliweg 6 ist leider nur sehr wenig bekannt. Da es in mehreren Etappen gebaut wurde, war im Inneren des Gebäudes eine sehr heterogene Bausubstanz vorzufinden. Die Liegenschaft wurde 1960 unter Denkmalschutz gestellt. Bevor es für Wohnzwecke umgenutzt wurde, war es unter anderem ein Internat für Knaben. Direkt unter dem Schloss Lenzburg fussend, richtet sich die Hauptfassade gegen Westen hin zum historischen Stadtkern, getrennt durch eine grosszügige Gartenanlage. Der vom Garten aus zugängliche Gebäudeteil, in der Folge als Untergeschoss bezeichnet, war ursprünglich als eingeschossiger Pavillon konzipiert. Um 1800, im Stil des Neoklassizismus entstanden, zeigt sich die Fassade in fein gegliederten Elementen aus Mägenwiler Muschelkalk, der typisch für die Region ist. Ursprünglich auf beiden Seiten von grosszügigen Treppenanlagen begrenzt, besteht heute nur mehr eine davon, die andere wurde durch einen Schuppen ersetzt. die ursprüngliche Fassade ist im Schuppen zu erkennen. Leider war im Inneren des Untergeschosses keine Originalsubstanz vorzufinden, die schützenswert gewesen wäre. Heute befinden sich dort unter anderem ein grosszügiges Gartenzimmer mit angrenzender Küche und einem Bad.
In einer weiteren Etappe um 1870 ist der darüberliegende Gebäudeteil entstanden, im Folgenden als Erdgeschoss bezeichnet. Erschlossen durch eine sehr schmale Treppe aus dem Untergeschoss, befinden sich dort die Hauptwohnräume mit Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, zwei Nebenzimmern, sowie Eingangshalle und Bad. Hier befindet sich auch der Haupteingang des Hauses. Aufgrund des ehemals fehlenden Dachgeschosses liegt die Annahme nahe, dass es sich hierbei ursprünglich um einen grossen Festsaal handelte, die heutige Raumeinteilung wurde circa 1945 ausgeführt. Auch in diesem Geschoss waren neben ein paar Holztäfern und -schränken, sowie einer Holzdecke und einem schönen Fischgrätparkettboden im Wohnzimmer nur wenig «alte» Bausubstanz vorzufinden.
Im Jahr 1990 wurde der Dachstock zu Wohnraum ausgebaut, um die Lichtsituation zu verbessern wurden eine Vielzahl an Lukarnen eingebaut, sowie im Bereich des Steinbrüchliwegs ein separater Hauszugang. Wie auch schon vom Untergeschoss zum Erdgeschoss ist der Verbindungsweg vom Erdgeschoss in das Dachgeschoss mittels einer schmalen Treppe ausgebildet. Zwar sind die Erschliessungswege wenig repräsentativ, so lässt sich das Haus jedoch mit einfachen Mitteln in 3 separate Einheiten aufteilen. In diesem Geschoss befinden sich alle Schlafräume mit einem Bad sowie eine Waschküche.
Vorher
Zentraler Entwurfsgedanke war durch vereinzelte Eingriffe wie neue Durchbrüche, eine neue Farbgebung, sowie die Erneuerung der meisten inneren Oberflächen und Bodenbeläge, dem Haus ein neues Gesicht zu geben.
Der Umbau beschränkt sich auf einige Räume im Untergeschoss und Erdgeschoss, das Dachgeschoss und die Küche werden erst zu einem späteren Zeitpunkt renoviert.
Die Wände und Decken des Entrées wurden vom relativ groben Abrieb befreit und durch Glattputz ersetzt. Die keramischen Bodenplatten aus den 90er Jahren wurden durch Zementfliesen erneuert. Zusätzlich wurden eine neue Sitzgelegenheit mit darüberliegender Kleiderstange aus Messing eingebaut.
Die Haupthalle dient als Verteiler zu den anderen Geschossen, sowie den meisten Räumen des Erdgeschosses. Durch einen grosszügigen neuen Durchbruch hin zum Esszimmer, wurde es möglich dem Raum einerseits mehr Licht zu geben, sowie direkten Ausblick in Richtung Altstadt zu gewährleisten. Die fremdartige Holzbalkendecke wurde mit einer Gipsdecke verkleidet. Die dunkle Farbgebung der Wände ist eine Anspielung auf die vormals introvertierte Verteilerfunktion in Richtung hellere Räume. Die keramischen Bodenplatten mit den darunterliegenden Elektroheizmatten wurden entfernt und durch einen Fischgrätparkett mit Randfries ersetzt, um mit dem Wohn- und Esszimmer eine Einheit zu bilden.
Alle alten Apparate mussten entfernt und durch neue ersetzt werden, leider war auch der Plattenboden in einem schlechten Zustand. In Anspielung auf den Fischgrätparkett in den anderen Räumen wurde auch hier bewusst diese Verlegetechnik für die Plattenbeläge angewendet. Der alte Schrank konnte erhalten werden und wurde mit einem neuen Einbaumöbel in der Nische ergänzt.
Der Boden im Esszimmer musste mittels Ausgleichplatten etwas angehoben werden, damit eine einheitliche Höhe des neuen Parketts von Halle und Esszimmer möglich war. Der bestehende Einbauschrank wurde zu Gunsten einer Vergrösserung des Raumes entfernt. Die neuen Durchbrüche zu Halle und Wohnzimmer erlauben einen offenen modernen Wohnraum. Durch die Vergrösserung des Raumes mussten die Decke mit ihren Zierleisten teilweise ergänzt werden.
Das Wohnzimmer war der Raum mit der besten Bausubstanz, die schöne Holztäferdecke, sowie die einzelnen seitlichen Holztäfer konnten weitgehend erhalten bleiben. Der bestehende Parkettboden im Fischgrät wurde abgeschliffen und neu geölt. Der Einbauschrank an der Wand zum Esszimmer musste aufgrund der Vergrösserung des Esszimmers entfernt werden. An dieser neuen Wand mit dem neuen Durchgang zum Esszimmer wurde der Holztäfer angepasst sowie die Tapete ergänzt.
Der bestehende Parkettboden in Büro und Gästezimmer wurde geschliffen, die alten minderwertigen Fensterbänke entfernt und durch neue Fensterbänke mit Profilierung ersetzt.
Derselbe Plattenboden aus den 90er Jahren, welcher im Erdgeschoss vorzufinden war, wurde im Gartenzimmer durch ein neues Parkett mit Fischgrätverlegeart ersetzt. Die Schreinerarbeiten wurden abgebrochen, damit ein neues grosszügiges Bücherregal seinen Platz finden konnte. Die minderwertigen Fensterbänke wurde durch neue Fensterbänke mit Profilierung ersetzt, darunter wurden demontierbare Heizkörperabdeckungen platziert. Die voluminöse Treppe aus purem Beton wurde abgebrochen, um einer neuen filigraneren Treppe aus Holz zu weichen.
AuftraggeberIn
Privat
Auftragsart
Direktauftrag
Fotos
Atelier für Architekturfotografie, Seraina Wirz