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Saisonale Grippeimpfung: Die beste Vorbeugung gegen die Grippe
Wenn es eine Sache gibt, auf die man sich jedes Jahr verlassen kann, dann sind es die zahlreichen Hinweise zur nahenden saisonalen Grippeimpfung.
Jedoch ist vielen Personen nicht klar, dass die Grippeimpfung saisonal aufgefrischt werden soll, da die wird die meisten sonstigen Impfungen jeweils nur ein- bis dreimal erhalten. Bevor COVID-19 aufgetaucht ist, benötigte keine andere Impfung eine jährliche Auffrischdosis. Warum ist das bei der Grippeimpfung erforderlich?
Der Grund dafür liegt in der schnellen Anpassung des Grippevirus und seiner vielen verschiedenen Stämme.
Die saisonale Grippeimpfung: Was ist das?
Die Influenzaimpfung, auch bekannt als Grippeimpfung, schützt vor den vier Viren, die in der kommenden Grippesaison voraussichtlich am häufigsten auftreten werden. Diese vier Grippeviren werden aufgrund vorherigen Ausbrüchen in fernen Länder ermittelt, da erwartet wird, dass diese vier Viren im Winter dann auch bei uns auftreten werden.
Die Grippeschutzimpfung wird meist mit einer Nadel verabreicht, jedoch existieren auch Nasenspray-Impfungen.
Zusätzlich gibt es verschiedene Grippeimpfstoffe, die für bestimmte Personengruppen erhältlich sind. So gibt es zum Beispiel einen Impfstoff für Kinder im Alter von sechs Monaten, andere Grippeimpfungen sind dagegen für Menschen über 65 Jahre gedacht.
Eine kurze Geschichte der Grippeimpfung
In den 1930er Jahren wurden erstmals Grippeviren von Menschen isoliert, was zeigte, dass die Grippe durch ein Virus und nicht durch Bakterien verursacht wird.
Die Entwicklung der Grippeimpfung
Die Forschung zur Grippeimpfung begann mit der Unterstützung der US-Armee. Sie war an der Forschung beteiligt, weil sie während des Ersten Weltkriegs eine große Anzahl ihrer Soldaten durch die Grippe verloren hatte. Da die Soldaten auf engem Raum zusammenlebten, konnten sich Krankheiten leichter verbreiten.
Für den allerersten Grippeimpfstoff wurden befruchtete Hühnereier verwendet. Auf dieser Methode basieren auch noch heutige Produktionstechniken für die Grippeimpfung.
1940 wurden auch die Influenza-B-Viren entdeckt, und nur zwei Jahre später wurde ein entsprechender Impfstoff hergestellt, der sowohl gegen das Influenza-A- als auch gegen das Influenza-B-Virus schützte.
Influenza-Stämme
Bei der saisonalen Grippeepidemie im Jahr 1947 realisierten Wissenschaftler, dass die Influenzaviren ständigen Veränderungen ihrer Antigenen unterliegen und das damalige Impfstoffe an Schutzwirkung verlieren könnten. Antigene sind die Teile des Virus, die Ihren Körper zu einer Immunreaktion veranlassen. Wenn der Körper ein Antigen wahrnimmt, bildet er Antikörper, die dieses bestimmte Antigen entdecken und sie zur Eliminierung durch das andere Immunzellen markieren.
Impfstoffe wirken auf eine ähnliche Weise, indem sie den Körper veranlassen, Antikörper auf ein bestimmtes Antigen zu produzieren, welche Ihrem Körper Schutz bieten. Da sich das Influenzavirus jedoch verändert und somit seine Antigene sich ebenfalls verändern, schützen Antikörper für den einen Stamm oft nicht effektiv gegen einen anderen.
Dies war die erste Entdeckung, die zu saisonalen Grippeimpfstoffen führte, die auf den am häufigsten vorkommenden Stämmen basieren.
Überwachung der Stämme
1952 schuf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Global Influenza Surveillance and Response System (GISRS), das bis heute die Entwicklung des Grippevirus überwacht.
Seitdem hat das Influenzavirus eine lange Geschichte hinter sich, einschließlich der Entdeckung von Vogel- und Schweinegrippenvarianten und der Bewältigung mehrerer Pandemien.
Wer sollte sich gegen die saisonale Grippe impfen lassen?
Alle Personen über 6 Monate können die saisonale Grippeimpfung erhalten. Eine Empfehlung besteht aber nur für Personen, die anfälliger für die Grippe sind und schwer erkranken können. Dazu gehören:
- schwangere Frauen
- Personen über 65 Jahre
- Personen mit chronischen Krankheiten
- Bewohner in Pflegeheime
- Personen, die regelmässig mit den oberen Gruppen in Kontakt sind
Die Grippeimpfung ist insbesondere für die oben erwähnten Gruppen empfohlen, aber jede und jeder kann davon profitieren.
Es gibt einige seltene Fälle, in denen jemand aufgrund seines Gesundheitszustands, seines Alters oder bestehender Allergien keine Grippeimpfung erhalten sollte. So sollten zum Beispiel Personen, die jünger als sechs Monate sind, oder Personen, die gegen einen Teil des Grippeimpfstoffs allergisch sind, keine Grippeimpfung erhalten. Ihr Arzt kann Ihnen weitere Informationen darüber liefern, ob die Grippeimpfung für Sie sinnvoll und sicher ist.
Die Wichtigkeit der Grippeprävention
Es existieren viele Grippevirus-Stämme, die Grippeimpfung schützt jedoch vor allem vor den vier Stämmen, die in der jeweiligen Saison am häufigsten erwartet werden.
Können Sie Pech haben und trotz Grippeimpfung an der Grippe erkranken? Leider ja, das ist möglich. Wenn Sie sich mit einem Virusstamm infizieren, der nicht von der Grippeimpfung abgedeckt wird, können Sie trotzdem an der Grippe erkranken. Durch den Schutz gegen die vier häufigsten Virusstämme verringern Sie dieses Risiko jedoch erheblich.
Außerdem haben mehrere Studien gezeigt, dass eine Impfung den Schweregrad der Erkrankung verringert, sollten Sie sich trotzdem mit der Grippe anstecken. Es besteht also immer noch die Möglichkeit, dass Sie an der Grippe erkranken, jedoch wird der Krankheitsverlauf weniger schwerwiegend sein.
Der Schutz einer einmaligen Grippeimpfung ist nicht ausreichend für Grippe-Wellen der kommenden Jahre. Um sich und andere wirklich zu schützen, sollten Sie sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen. Der Grund dafür ist, dass sich die häufigsten Grippeviren stetig anpassen und die Grippeimpfung daher jedes Jahr einen anderen Schutz bietet.
Zusätzliche Vorteile
Ganz unabhängig von der Grippe wird die Grippeimpfung auch mit einer geringeren Rate bestimmter kardialer Ereignisse bei Menschen mit Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die im vergangenen Jahr ein kardiales Ereignis erlitten haben.
Eine Grippeimpfung kann auch das Risiko einer Verschlechterung einer chronischen Lungenerkrankung sowie den daraus resultierenden Spitalaufenthalt aufgrund einer Grippe verringern.
Die Grippeimpfung wird auch für Schwangere empfohlen. Dies nicht nur, um die Mutter während der Schwangerschaft vor der Grippe zu schützen, sondern auch das Baby in den ersten vulnerablen Monaten seines Lebens. Denn in den ersten Lebensmonaten ist ein Neugeborenes noch zu jung, um selbst eine Impfung zu erhalten.
Die Grippeimpfung: Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und Rettung von Menschenleben
Insgesamt ist die Grippeimpfung ein wertvolles Instrument für die öffentliche Gesundheit. Sie schützt nicht nur diejenigen, die sich impfen lassen, sondern auch diejenigen, die sich nicht impfen lassen können.
Auch wenn Sie eine Grippeimpfung erhalten haben, besteht die Möglichkeit, dass Sie die Grippe bekommen. Das liegt daran, dass es viele Grippestämme gibt und nur die vier häufigsten im Impfstoff enthalten sind. Dennoch bietet die Grippeimpfung Vorteile, wie die Verringerung der Symptomstärke sowie ein reduziertes Risikos eines Krankenhausaufenthalts.
Das Influenzavirus verursachte in der Vergangenheit mehrere Pandemien mit einer grossen Belastung für das schweizerischen Gesundheitssystem. Das zeigt, wie wichtig es ist, alles zu tun, um sich und die Menschen in Ihrer Umgebung vor der Grippe zu schützen. Lassen Sie sich in dieser Grippesaison gegen die Grippe impfen, um das Risiko einer Grippeerkrankung oder einer schweren Infektion zu verringern.
Wir können die Grippeviren vielleicht nicht vollständig ausrotten, aber eine jährliche Grippeimpfung ist der beste Schutz für Sie sowie für Ihre Mitmenschen.
Referenzen
- Ferdinands, J., Thompson, M., Blanton, L., Spencer, S., Grant, L., & Fry, A. (2021). Mildert die Grippeimpfung den Schweregrad von Durchbruchsinfektionen? Ein narrativer Überblick und Empfehlungen für weitere Forschung. Vaccine, 39(28), 3678-3695. doi: 10.1016/j.vaccine.2021.05.011
- Grippe (Influenza). Geschichte der Grippepandemie 1930 - heute. (2019). https://www.cdc.gov/flu/pandemic-resources/pandemic-timeline-1930-and-beyond.htm
- Bouvier, N., & Palese, P. (2008). Die Biologie der Grippeviren. Vaccine, 26, D49-D53. doi: 10.1016/j.vaccine.2008.07.039
Smith, D., Lapedes, A., de Jong, J., Bestebroer, T., Rimmelzwaan, G., Osterhaus, A., & Fouchier, R. (2004). Mapping the Antigenic and Genetic Evolution of Influenza Virus. Science, 305(5682), 371-376. doi: 10.1126/science.1097211