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Hochgeachteter Herr Schultheiß!
Leider lauten die letzten Nachrichten, die wir aus dem Tessin erhalten, sehr ungünstig. Obgleich Hr. Peyer in den Zugeständnissen bei den Conzessionsunterhandlungen mit der Commission schon sehr weit gegangen war, so wird nun jeden Tag von der Commission neues verlangt. Sie sind bereits auf dem Puncte angekommen, den Ausschuß des Lucmanier's auch nur während des nächsten Jahres, während dessen die Gesellschaft für den Gotthard gebildet werden soll, nicht zuzugeben. Wahrscheinlich werden sie morgen oder an einem andern schönen Tage beschließen, den Gotthard & den Lucmanier zu conzediren & die Thalbahnen demjenigen zuzusichern, welcher den einen oder den andern Alpenpaß überschient! Auch an der | Subvention wird gemäkelt, weil Luzern gemarktet habe & es ist bereits davon die Rede, die Subvention nicht ausschließlich dem Gotthard, sondern demjenigen Alpenpasse zuzusichern, der die größten Chancen des Zustandekommens eröffne!
Ich denke, es werde bald, vielleicht etwa am künftigen Dienstag oder Mitwoch, eine Sitzung des Ausschusses nothwendig werden. Ich werde mir erlauben, dießfalls telegraphisch an Sie zu gelangen, wenn die Situation noch klarer vorliegt.
Peyer wird, wie ich hoffe, in der Mitte der nächsten Woche wieder nach dem Tessin abgehen, um während der Verhandlungen des Großen Rathes über die Alpenbahnfrage in Lugano zu sein.
In ausgezeichneter Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebene
Dr A Escher
Bern
17 Novb 65