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Der Nationalpark könnte seinen UNESCO-Titel verlieren
Nach einer Abstimmung könnte dem Nationalpark Schweiz und dem angrenzenden Münstertal (Val Müstair) bald der UNESCO-Titel entzogen werden. Lediglich 41 Stimmen waren beim Entscheid an der Urne ausschlaggebend.
Der Grund dafür, dass die Auszeichnung aufgehoben werden könnte, ist das Scheitern einer von der UNESCO geforderten Vergrösserung der Reservatsfläche. Die Fläche sollte durch die drei Gemeinden S-chanf, Zernez und Scuol erweitert werden, um die Auflagen zu erfüllen.
In einer Abstimmung entschieden sich S-chanf und Zernez nun aber gegen die Aufnahme in das Reservat. Gerade einmal 41 Stimmen gaben den Ausschlag dafür, dass der Antrag an der Urne scheiterte. Nun bleibt es an der UNESCO zu entscheiden, ob auch mit kleinerer Fläche noch Anspruch auf den Titel besteht, oder ob dieser aberkannt wird.
Zum Hintergrund der Abstimmung über die UNESCO-Biosphäre
Seit 1979 trägt der Nationalpark Schweiz den Titel eines «UNESCO-Biosphärenreservat». Mitte der 1990er Jahre führte die UNESCO-Organisation neue Richtlinien für den Zuspruch des Biosphären-Titels ein. Der Nationalpark Schweiz wurde demzufolge nun als Kernzone angesehen, die jedoch vollständig mit einer sogenannten Pflegezone umgeben sein sollte.
Zu diesem Zweck nahm, in Absprache mit der UNESCO, der Schweizer Nationalpark das Val Müstair 2010 mit in die Biosphäre auf. Dieses sollte unter dem Titel «UNESCO Biosfera Val Müstair-Parc Naziunal» die Pflegezone bilden. Da die Grösse der Pflegezone jedoch nicht ausreichte, solten nun auch die Gemeinden S-chanf, Zernez und Scuol mit einbezogen werden. Dies wurde jedoch durch die negative Abstimmung verhindert.
Quellen: tagesanzeiger.ch, srf.ch, Text: Regina Rohland