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64 Boote auf dem Bach
Von Martin Pütter
Der «Bach», wie Basler den Rhein auch liebevoll nennen, strafte die Prognosen Lügen: Der Streckenrekord sei wegen des Pegelstandes und den damit verbundenen Strömungen nicht gefährdet, hatte eine Regionalzeitung Mitte November vor der vierten Austragung des Ruderrennens «Basel Head» gemutmasst. Der siegreiche Achter in der Top-Kategorie Elite Männer, «Pole France Aviron Nancy», legte die Strecke von 6,4 Kilometern jedoch in 19,09 Minuten zurück – sieben Sekunden schneller als der bisherige Rekord aus dem Jahr 2011.
Ein anderer Rekord fiel ebenso. Nachdem die Organisatoren beschlossen hatten, die Maximalzahl der teilnehmenden Boote auf 80 zu erhöhen, meldeten sich 64 Crews an – zwar nur drei mehr als letztes Jahr, aber trotzdem so viele wie noch nie, und mehr als doppelt so viele wie bei der ersten Austragung vor vier Jahren. Jetzt sind die Organisatoren natürlich gespannt, ob bei der fünften Austragung nächstes Jahr (am 15. November 2014) dieser Rekord wieder gebrochen wird.
Langstreckenrennen im Rudern sind keine Seltenheit. Eines der bekanntesten Rennen in dieser Hinsicht ist das «Head of the River Race», das seit 1926 in London im Gezeitenbereich der Themse zwischen den Stadtteilen Mortlake und Putney stattfindet (Streckenlänge 6,8 Kilometer, bei Ebbe). Ebenso bekannt ist auch das «Head of the Charles» in Boston (4,8 Kilometer). Um nun herauszustechen aus der Masse, braucht es Besonderheiten – und die hat Basel Head.
Während die Achter-Boote in London auf der Themse mit der Strömung fahren (zum niedrigsten Zeitpunkt der Ebbe), legen die Crews in Basel die Hälfte der Strecke gegen die Strömung zurück. Und wer den Rhein schon einmal mit einer der Personenfähren überquert hat, hat eine gute Ahnung, wie stark die Strömung des Flusses sein kann. Und nach der Hälfte der Strecke müssen die Boote, im Gegensatz zu anderen Rennen, eine Kehrtwende machen – die zweite Hälfte der Strecke verläuft stromabwärts. Ein früherer Teilnehmer beschrieb dies einmal so, dass man drei Viertel des Rennens für die erste Hälfte der Strecke bräuchte.
Und mehr als in anderen Rennen spielen bei «Basel Head» die Steuermänner eine besondere Rolle. Je näher am Kleinbasler Ufer entlang, umso geringer ist die Strömung – doch da sind Hindernisse wie Bojen, Fischergalgen (siehe dazu auch Ausgabe 2/2012) oder Anlegestellen. Und selbst kleinste Kurskorrekturen durch die Steuerleute haben kraftzehrende Auswirkungen auf die Ruderer.
Lesen Sie mehr über dieses Rennen auf der Webseite von „Basel Head“.