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Von Tony Evers hat kaum jemand in den USA jemals gehört. Und doch bringt der Vorsteher des öffentlichen Bildungswesens in Wisconsin Gouverneur Scott Walker in Bedrängnis. Tony Evers postete eine zwanzigminütige Autofahrt in Begleitung seines Teams auf Facebook. Er machte sich lustig darüber, dass Scott Walker für dieselbe Strecke auch schon ein Flugzeug benutzte.
Für Gelächter sorgten die unzähligen Löcher in der Strasse – «Potholes» auf englisch – «Scott-Holes», wie sie der demokratische Kandidat ironisch nennt.
Kaputte Stassen und darbende öffentliche Schulen sind direkte Folgen der Sparpolitik und Steuersenkungen von Gouverneur Scott Walker. Die Wahl des Republikaners führte zu ähnlichen Tumulten, wie es sie heute – nach der Wahl Trumps – im ganzen Land gibt, wie Politologe David Canon von der Universität von Wisconsin sagt.
Die Polarisierung sei extrem, und habe sofort begonnen, als Walker die Gewerkschaften entmachtet habe. Hunderttausende gingen in Wisconsin auf die Strasse.
Walkers Botschaft: Tiefe Steuern und Jobs
Walker wurde zweimal knapp wiedergewählt, und nun wirbt er ein drittes Mal um die Wählergunst, vor allem der ländlichen Bevölkerung. Seine Botschaft: Tiefe Steuern, Wirtschaftsförderung und Jobs, Jobs, Jobs.
Politologe David Canon sagt, die Wirtschaft sei tatsächlich erstarkt, aber hinke hinter vergleichbaren Gliedstaaten im Mittleren Westen her.
Evers im Rennen vorn
Die fehlende Investitionen im öffentlichen Bereich hätten bremsend gewirkt. Umfragen besagen, dass der ehemalige Lehrer Tony Evers im Rennen um fast fünf Prozentpunkte voraus ist. Wohin bläst der Wind in Wisconsin?
Wie das Resultat auch ausfällt: Es könnte ein Omen sein für die Entwicklung der US-Politik in den kommenden Jahren.