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Einer der befragten hochrangigen Banker sagte der Nachrichtenagentur Reuters, von konkreten Plänen habe er dabei nicht erfahren. "Sind bereits Entscheidungen getroffen worden? Ich hoffe nicht." Er wünsche sich, dass die Regierung wirklich zu einem offenen Dialog bereit sei "und notfalls ihre Haltung ändern könnte".
Andere Banker sagten, die Regierung wolle, dass vermögende Kunden mehr Staatsanleihen kaufen und stärker Start-Ups unterstützen, die gegenwärtig Probleme bei der Finanzierung haben könnten.
133 Milliarden Pfund Belastungen
In Grossbritannien ist es ungewöhnlich, dass die Regierung die Banken bei politischen Fragen zurate zieht. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, man prüfe ständig alle Aspekte des Steuersystems. Nach der gegenwärtigen Krise werde man die Konjunktur und die öffentlichen Finanzen überprüfen "und dann die richtigen Entscheidungen treffen".
Die britischen Massnahmen gegen die Pandemie dürften den Haushaltsprüfern (OBR) zufolge in diesem Fiskaljahr zu Belastungen von 133 Milliarden Pfund (Etwa 159 Milliarden Franken) führen. Das Haushaltsdefizit dürfte demnach eine Grössenordnung erreichen, die sonst nur aus Kriegszeiten bekannt ist.
Experten spekulieren daher, dass die konservative Regierung von Boris Johnson zusätzliche Mittel durch Steuererhöhungen auf Vermögen, Kapitalerträge, Immobilien oder einer höheren Mehrwertsteuer anpeilen könnte. Dies könnte auch trotz der traditionellen Verbindung der Partei zu wohlhabenderen Bürgern geschehen.
(Reuters/cash)