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Amt für Natur und Umwelt
Uffizi per la natira e l'ambient
Ufficio per la natura e l'ambiente
Abteilungsleiter; Bau und Sanierung von öffentlichen ARATel. +41 81 257 29 <email-pii>
Das Amt für Natur und Umwelt (ANU) ist seit Sommer 2020 in Kontakt mit der Eidgenössischen Anstalt für Wasser Abwasser und Gewässer (EAWAG), um die Möglichkeiten für ein Monitoring des Pandemieverlaufs über das Abwasser auszuloten. Die Beobachtung der Pandemie über das Abwasser hat den Vorteil, dass die gesamte Bevölkerung im Einzugsgebiet der ARA einbezogen wird und alle infizierten Personen von Anfang an und über den gesamten Verlauf ihrer Erkrankung detektiert werden. Es ist zwar derzeit noch nicht möglich, über das Abwasser eine direkte Bestimmung der Infektionszahlen vorzunehmen, aber der Verlauf der Pandemie kann im Sinne eines Frühwarnsystems verfolgt werden.
Die PCR-Analysen (Polymerase chain reaction, Polymerase-Kettenreaktion) erfolgten anfänglich in einem externen Labor im Auftrag des ANU und seit Februar 2021 im Labor des Amts für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit (ALT). Die Aufbereitung der Abwasserproben für die nachfolgende PCR-Analyse ist herausfordernd. Sie wurde vom ALT methodisch detailliert mit dem Vorgehen der EAWAG abgestimmt.
Es war das Ziel, einen möglichst grossen Anteil der Bevölkerung durch Abwasserproben zu erfassen. Aus diesem Grund wurden die ARA mit den meisten ständigen Einwohnern beprobt. Die Anzahl beprobter ARA wurde sukzessive erhöht und lag im August 2021 bei 20 von total 129 ARA im Kanton. So konnten rund 158 830 von den total 184 977 ständigen, an Bündner ARA angeschlossenen Einwohnern auf die Ausscheidung von SARS-CoV-2 Gensequenzen überwacht werden. Dies entsprach 85,9 % der ständigen Einwohner im Kanton Graubünden. Mit dem Auftreten der Omikronvariante stellten sich neue Herausforderungen an die Detektierung der Virensequenzen. Die Methode musste neu evaluiert und mit anderen Labors abgestimmt werden. Im Februar 2022 wurde die Anzahl an beprobten ARA auf 11 verringert. Gegenwärtig wird das Abwasser von 132 763 ständigen Einwohnern untersucht, was 71,8 % der gesamten ständigen Bevölkerung entspricht.
Im Dokument «SARS-CoV-2 Untersuchungen im Abwasser» finden Sie Grafiken mit dem Verlauf der im Einzugsgebiet auf SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen (bis April 2022) sowie der im Abwasser vorgefundenen Genfrachten. Die unterschiedlich stark ausgeprägte «Sommerwelle 2022» geht aus den Daten klar hervor.
SARS-CoV-2 Untersuchungen im Abwasser (Stand 01.12.2022)
SARS-CoV-2 Untersuchungen im Abwasser (Nov. 2020 - Dez. 2021)
Karte der ARA, bei welchen Abwasserproben für die SARS-CoV-2 Analytik entnommen werden.