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Sanierung
Bereits im Jahre 1977 wurde an einer GV des VVVOB beschlossen, dass das unter Denkmalschutz stehenden Zollhüsli saniert werden soll. Jedoch konnte für die Renovation erst im Jahr 2003 grünes Licht gegeben werden.
Mit dem Vertreter des kantonalen Denkmalschutzes und dem Eigentümer des Zollhüsli wurden die Details sowie die Materialwahl besprochen und am 17. September 2003 endgültig mit den Arbeiten begonnen. Nach der Entfernung der Ziegel sowie der Demontierung der Dachlatten wurde festgestellt, dass der Dachstuhl einen grösseren Schaden aufwies als angenommen. Das Dachgesims wurde darauf vollständig ersetzt.
Das im rechten Winkel zum Zollhüsli stehende Waschhaus der Familie Rudolf ist Bestandteil der ganzen schützenswerten Gebäudegruppe. Auch hier wurde der ganze Dachstuhl inklusive der Balkenlage ersetzt. Am 13. Dezember 2003 war die Dachsanierung endlich fertig und es konnten weitere Arbeiten in Angriff genommen werden.
Es wurden Risse an der Südfassade ausgebessert, der Verputz erneuert und die schadhaften Fensterleibungen repariert. Der Eingang besteht nun aus zwei schön gehauenen Sockel aus Naturstein sowie zwei massiven Pfosten aus Eichenholz. Es wurden zudem Elektrokabel verlegt, die innere Bruchsteinmauer ausgefugt und die Aussenwände neu gestrichen.
Um das Zollhüsli wieder neu erstrahlen zu lassen, wurden durch den VVVOB insgesamt mehrere hundert Stunden Fronarbeit geleistet.
Geschichte
Der Zoll zu Oberbuchsiten (Auszug aus der Chronik "Oberbuchsiten im Wandel der Zeiten" von Heinrich Kissling)
1359 nahm Edelknecht Henman von Ifenthal bei einer Teilung den Zoll zu Oberbuchsiten für sich. Einen Teil davon musste er 1363 seinem Bruder, dem Ritter Heinrich von Ifenthal, unter anderem „den Zoll zu obern Buchsiten“ abtreten. Weitere Teile mussten ihm bald verloren gegangen sein, denn 1370 verkaufte Johanns von Bechburg dem Heinrich von Ifenthal „den zoll zu Buchsiten meinen teil“. Landgraf Sigmund II. von Thierstein, dem durch seine Gemahlin Verena von Neuenburg-Nidau die froburgischen Allodien und Lehen zugefallen waren, verzeichnete 1376 in seinem farnsburgischen Urbar: „Item ze obren Buchsiten der halb zol, x schilling stebler; und das gleite bi xij guldinen“.
Ob es sich dabei um den bechburgischen Teil oder um den unbekannten anderen handelt, lässt sich nicht bestimmen. Sigmund scheint kurz danach auch die zweite Hälfte erworben zu haben. 1379 verpfändete er dem Edlen Grimm von Grünenberg den Zoll und das Geleite zu Oberbuchsiten nebst den Zehnten zu Ober- und Niederbuchsiten samt Zugehöre für geleistete Dienste.
Über den Wert des Zolls zu „Obrenbuchsiton“ vermerkte das bernisch-solothurnische Urbar von 1423: „Item der zoln da selbs so vil er ôch jerlich giltet“. Die Taverne von Oberbuchsiten, auch ein Merkmal des Passverkehrs, galt 1423 dreissig Schilling Stebler.
Am 23. Juli 1426 verkauften die Freiherren Hans von Falkenstein und Hans Friedrich von Falkenstein den Städten Bern und Solothurn mit Wissen und Willen des Bischofs Johann von Fleckenstein die Landgrafschaft im Buchsgau; sie sei an den Bischof aufgegeben und von den beiden Städten zu Lehen empfangen worden. Am 6. Mai 1427 verzichtete Hans von Falkenstein für sich und seine Erben gänzlich auf die Landgrafschaft im Buchsgau und die beiden Städte einigten sich darin, dass Solothurn im Thal und Guldental allein und im Gäu mit Bern zusammen die landgräflichen Rechte ausüben dürfe.
Weder in den Solothurner Säckelmeisterrechnungen noch in denen von Bern aber erscheint während der Zeit dieses Kondominates ein Zoll zu Buchsiten. Entweder wurde er nicht besonders angeführt und mit den Bechburger Einnahmen verrechnet, oder er fiel mit dem Geleit auf dem Hochgesträss im Gäu zusammen. Ein einzelner Betrag von 11 Pfund, den der Vogt von Falkenstein „von dem zoll der under alten Bechburg uf genomen ist“ abgeliefert hatte, erscheint im Jahre 1442.
Im Jahre 1460 stellte Bern das Begehren, die gemeine Herrschaft im Buchsgau zu teilen. Am 23. Mai 1463 fiel die Entscheidung: Solothurn wählte das Gäu von Oensingen bis vor Olten – Bern erhielt Bipp. Sofort wurde ein solothurnischer Zollstock in Oberbuchsiten aufgestellt. In der Säckelmeisterrechnung von 1469-70 wurde der Zoll mit „zoll uff dem hochgesträss“ näher beschrieben. Diese Bezeichnung gibt einen Hinweis auf das hohe Alter der Strasse über den Buchsiterberg.
- 1463 „Ingenomen vom zoll zuo Buchsyten vij Pf. xix Sh.“
- 1464 x Pf.
- 1465 xj Pf.
- 1466 xiiij Pf.
- 1470 „Ingenomen von Werli Bertschin zuo Buchsiten vom zoll uff dem hochgesträss xvij Pf.“
- 1471 „Item ingenomen von der geleitzbuch zuo Oberbuchsyten xvj Pf. xij Sh.“
Bis zur Jahrhundertwende stieg der Ertrag bis auf zwanzig Pfund. Der Zoller zu Buchsiten erhob die Abgaben nach dem Zollrodel in der Klus. Wer nicht bezahlte – ob Einheimischer oder Fremder – wurde um 10 Pfund gebüsst.
Im Jahre 1500 musste der Rechnungsführer beim Posten „Zoll zu Buchsiten“ die Bemerkung „nütz“ eintragen, denn der Zoll hatte keinen Ertrag abgeworfen. Von 1501 bis 1550 brachte der Zoll im jährlichen Durchschnitt 6 Pfund 9 Schilling 3 Pfennige ein.
Noch im 16. Jahrhundert hatte Solothurn ein lebhaftes Interesse am Übergang über den Buchsiterberg. 1541 haben die gnädigen Herren geraten, einen neuen Weg zu machen, da „die alte strasse nit mer zu bruchen“ war. Nach dem Abschluss der Arbeiten bestimmte man in Solothurn: Die Leute von Wolfwil, die den Weg auf den Hauenstein haben machen helfen, geben darum jetzt (1546) keine Landgarben; die von Neuendorf, die ebenfalls mitgeholfen haben, verlangen die gleiche Begünstigung.
Nach dieser Wegverbesserung stellte sich zuerst eine leichte Abnahme, dann ein leichtes Ansteigen der Zolleinnahmen ein. Diese Zunahme spiegelt sich auch im durchschnittlichen Ertrag aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Für die Zeit von 1551 bis 1600 liess sich aus 48 Jahren eine Summe von 7 Pfund 14 Schilling 6 Pfennige errechnen. Der Verkehr hatte also seit 1500 zugenommen, aber den Umfang in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht zu erreichen vermocht. 1562 brachte die Zollerhebung nur 9 Schilling ein. Vier Jahre später, 1566, verzeichnete man den Höchstbetrag von 19 Pfund 10 Schilling 8 Pfennig. Die Einnahmen schwankten sehr stark; sie waren von vielen, heute nicht mehr erfassbaren Einflüssen abhängig. Es ist fraglich, ob das Ansteigen der Zolleinnahmen – und damit die Zunahme des Verkehrs in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts – der Wegverbesserung von 1541 zugeschrieben werden darf.
Auch im 17. und 18. Jahrhundert nahm stets ein mehr oder weniger bedeutender Verkehr den Weg über den Pass am Buchsiterberg. 1621 erfuhr der solothurnische Rat, dass ein Wegmacher namens Motschi die Strasse über den Buchsiterberg ohne obrigkeitliche Bewilligung derart verbessert hatte, dass „man mit den Lastwägen über den Buchsiten Berg fharen könne, da man sonst hievor by Olten für und durch Trümbach fharen müsse, was zu grossem abbruch“ der Zölle in Olten und Trimbach gereiche. Der Rat liess durch Seckelmeister Glutz und Altrat Brunner die Buchsibergstrasse besichtigen, um festzustellen, wie sie zerstört werden könnte. So sah der Rat den Buchsiterberg im 17. Jahrhundert im Wettbewerb mit dem Unteren Hauenstein; im 18. Jahrhundert fürchtete er den offenbar stark gebrauchten Übergang als Konkurrenten für den Strassenzoll in der Klus am Oberen Hauenstein.
Im 19. Jahrhundert sank der Weg über den Buchsiterberg zur lokalen Verbindung und zum Spazierweg herab. Auch heute werden die Wege, die zur Wishöchi, Egg und Schlosshöchi führen, meist von Touristen begangen, von denen kaum einer daran denkt, dass der Buchsiterberg „vor altem die Rittgass genannt“ worden ist.