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Das Jahr 2023 hat gerade begonnen. VIER PFOTEN möchte alle wichtigen Meilensteine feiern, die im vergangenen Jahr im Kampf gegen die Stopfmast - die Zwangsfütterung von Enten und Gänsen zur Gewinnung von Stopfleber - erreicht wurden. Diese wichtige Arbeit wäre ohne die Unterstützung von Spendern nicht möglich. Dieser Rückblick bietet zudem die Gelegenheit, die zahlreichen gesundheitlichen Skandale, von denen die Branche betroffen ist, noch einmal Revue passieren zu lassen.
Leid der Enten enthüllt
Eine neue Untersuchung (Triggerwarnung) der Organisation L214 enthüllt das Leiden der Enten im Produktionsgebiet IGP im Südwesten Frankreichs. Die Tiere werden in Käfigen zusammengepfercht. Der Maschendraht fügt ihnen Wunden zu., die sich entzünden. Sie werden zwangsernährt, bis sie krank werden und leben in ihren Exkrementen. Die Sterblichkeitsrate ist zehmal höher als normal.
Motion zum Importverbot
Der SVP-Nationalrat Martin Haab reicht eine Motion ein, die ein Importverbot für Stopfleber in die Schweiz fordert. Die Motion wird vom Nationalrat mit 119 zu 61 Stimmen (9 Enthaltungen) angenommen.
Nun muss der Ständerat noch darüber abstimmen.
Unzureichende Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen
Eine Studie der französischen Regierung belegt, dass 46 % der Lebensmittelhersteller, die Stopfleber in ihren Produkten verarbeiten, die gesetzlichen Bestimmungen nicht einhalten: nicht zugelassene Zusatzstoffe, Zugabe von Wasser, Entenleber in «Gänse»-Produkten, betrügerische Etikettierung und vieles mehr.
Versorgungsengpass durch Vogelgrippe
Die Organisation L214 veröffentlicht mehrere exklusive Untersuchungen (Triggerwarnung) über die Tötung von Geflügel im Zusammenhang mit der Vogelgrippe. Die Vögel werden vergast und dann mithilfe von Baumaschinen in Sammelgruben gepfercht. In Frankreich sind 22,5 Millionen Geflügeltiere, darunter 10 Millionen Enten, betroffen. Für das Jahresende werden Engpässe bei der Versorgung mit Stopfleber erwartet.
Unterschriften werden gesammelt
Eine Koalition von Tierschutzorganisationen startet die Unterschriftensammlung für die Stopfleber-Initiative, die ein Importverbot in die Schweiz erzielen möchte.
Bis November 2023 müssen 100'000 Unterschriften gesammelt werden, damit das Volk über die Vorlage abstimmen kann. VIER PFOTEN unterstützt die Initiative.
Wenn Sie ebenfalls unterstützen möchten, können Sie hier unterschreiben.
Stopfleber Alternative
Better Meat Co. stellt seine Alternative zu Stopfleber auf der Basis von Myzel (Pilz) vor. Stopfleber aus Stopfmast ist in diesem Bundesstaat seit 2012 verboten.
Gourmey
Das Start-up-Unternehmen Gourmey sammelt 48 Millionen Euro für den Bau seiner Fabrik in Paris. Sein Hauptprodukt ist eine Fettleber, die mit der sogenannten In-vitro-Methode gewonnen wird.
Durch die Kultivierung von Leberzellen in Bioreaktoren soll das Töten und die Zwangsernährung von Tieren vermieden werden.
Integriculture
Das japanische In-vitro-Fleisch-Start-up Integriculture beginnt mit der Vermarktung seines Zellkulturträgers für Leberzellen von Enten und Hühnern.
Happy foie
«Happy foie», eine Alternative aus der biologischen Entenzucht ohne Stopfmast, ist im Schweizer Onlinehandel erhältlich.
Britischer König gegen Stopfleber
Nach einer Anfrage der Tierschutzorganisation PETA kündigt König Charles III. an, dass Stopfleber aus allen seinen königlichen Residenzen verbannt wird.
Voie gras (Nestlé)
Nestlé kündigt die Vermarktung seiner veganen Alternative, Voie gras, in der Schweiz und in Spanien an.
Nach der Testphase im Winter 2022 könnte Nestlé die Vermarktung in grösserem Umfang in Betracht ziehen.
Welttag gegen Foie gras
Anlässlich des Welttag gegen Foie gras (25. November) organisieren VIER PFOTEN und Stop Gavage Suisse eine Verkostung der veganen Alternative zu Stopfleber. Vor Ort waren auch nationale Schweizer Politiker, Kulturschaffende und die Presse. Das Event zeigt deutlich, dass es möglich ist, auf Alternativen auszuweichen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung.
Foie gras-Rückrufaktion
Im Dezember musste ein Foie gras-Hersteller aufgrund eines auffälligen, unangenehmen Geruchs seine Produkte zurückrufen. Der Fall zeigt erneut die Gesundheitsrisiken auf, die mit dem grausamen Produkt der Stopfleber verbunden sind.
Stopfleber-Knappheit
France info meldet einen Mangel an Stopfleber in den französischen Geschäften, der mit dem Ausbruch der Vogelgrippe zusammenhängt, die seit den letzten beiden Wintern wütet.
In einem Jahr wurden in Europa aus gesundheitlichen Gründen 50 Millionen an Geflügel geschlachtet.
Stopfmast weiblicher Tiere wegen Foie gras-Knappheit
Aufgrund des Mangels an Tieren für die Stopfmast, haben die Produzenten dieses Jahr auch weibliche Tiere verarbeitet. Die Organisation L214 hat eine neue Untersuchung veröffentlicht (Triggerwarnung) und erinnert daran, dass die Hersteller weibliche Tiere normalerweise ausschliessen, da sie für die Produktion von Stopfleber weniger geeignet sind.
Flandern frei von Zuchtbetrieben
Die flämischen Behörden kündigen an, dass der letzte Züchter in Flandern, Belgien, der die Stopfmast praktizierte, diese am 1. Januar 2023 einstellt.
Das Jahr 2022 verzeichnet im Kampf gegen die Stopfmast viele Erfolge! Neue Produkt-Alternativen werden entwickelt und die Gesetzgebung wird angesichts dieser barbarischen Praxis in vielen Ländern immer restriktiver.
VIER PFOTEN setzt sich auch im Jahr 2023 für eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Enten und Gänse und somit für das Ende der Stopfmast ein.