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Rund 20 Familien haben sich laut einem Bericht der Zeitung «Le Temps» vom Montag in Thônex niedergelassen. Die Wohnwagen sind praktisch unter den Fenstern des Rathauses parkiert.
Die Aktion sei Ausdruck der Verzweiflung der Schweizer Fahrenden angesichts des Mangels an Plätzen, die ein nomadisches Leben ermöglichten, sagte Stève Gerzner, der Vertreter der Gemeinschaft, zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Wir haben nichts im Kanton Genf, obwohl dies einer der reichsten Kantone der Schweiz ist, mit einer Stadt, die sich als Hauptstadt der Menschenrechte präsentiert», ergänzte Gerzner.
Die Jenischen seien bereit, so lange zu bleiben, wie es nötig sei, um die Behörden zum Handeln zu bewegen. Sie hoffen, mehr Durchgangsplätze mit Zugang zu Wasser und Strom zu erhalten.
«Das steht im Gesetz», stellt Gerzner klar. Die Jenischen seien als Minderheit anerkannt, und die Schweiz müsse die Ausübung ihrer fahrenden Lebensweise erleichtern. Das Recht lasse sich aber nur schwer durchsetzen. Die Jenischen hätten bei den Gemeinden vermehrt um Standplätze ersucht, aber immer wieder Ablehnung erfahren.
Gemeinde will nicht nachgeben
Die Genfer Gemeinde will auch in diesem Fall nicht nachgeben. In einer Pressemitteilung erklärte Bürgermeister Pascal Uehlinger, dass die Gemeinde eine Strafanzeige «wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Energiediebstahls (Wasser und Strom)» einreichen werde.
Die Exekutive der Gemeinde Thônex hofft, «dass die Unterstützung durch die kantonalen Behörden es ermöglichen wird, diese Situation so schnell wie möglich zu normalisieren und folglich den Bewohnerinnen und Bewohnern von Thônex den Zugang zu diesem festlichen und sommerlichen Platz wieder zu ermöglichen».
In der Schweiz leben rund 35'000 Jenische, von denen einige zwischen März und Oktober ein Nomadenleben führen, während die meisten im Winter sesshaft werden. Ein Gutachten der Stiftung «Zukunft für Schweizer Fahrende» hat gezeigt, dass die Anzahl Stand- und Durchgangsplätze in den letzten Jahren ab- statt zugenommen hat.