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Imkern im Juli
Das Bienenjahr neigt sich nach der Sonnenwende dem Ende zu. Die Brutnester werden kleiner, nur die Jungvölker sind weiterhin am Wachsen, und der Schwarmtrieb der Völker geht zu Ende. Mit dem Verblühen der letzten Tracht und die Vorbereitung auf das Einwintern der Bienen.
Mit der Honigernte beginnt für den Imker die schönste Zeit des Jahres. Zuerst wird die Honigqualität kontrolliert. Zu früh geschleuderter Honig kann einen zu hohen Wassergehalt aufweisen. Idealerweise sind die Waben ganz oder zu 2/3 verdeckelt. Zusätzlich kann der Imker die Spritzprobe durchführen. Er stösst die Waben mit den Zellen nach unten. Dabei darf kein Honig heraustropfen. Eine weitere Möglichkeit ist die Benutzung des Honigrefraktometers. Dieser liefert einen genauen Wassergehaltswert des Honigs. Die Honigentnahme sollte am frühen Morgen stattfinden, da zu dieser Zeit die Gefahr der Räuberei sehr gross ist. Die Waben werden entnommen und die Bienen abgekehrt. Die abgeräumten Völker werden noch am gleichen Abend eingefüttert. Sie bekommen 5 Liter Flüssigfutter. Die erste Futtergabe sollte nicht zu gross sein um die Brutfläche nicht vorzeitig einzuschränken.
Während der Honigentnahme bilde ich Kunstschwärme. Die Honigwaben werden entnommen und die auf ihnen sitzenden Bienen abgekehrt. Jeder Kunstschwarm, der jetzt gebildet wird, sollte rund 2 kg schwer sein. Den Bienen wird eine begattete Königin im Zusetzkäfig eingehängt. Anschliessend wird der Kunstschwarm mit Oxalsäure gegen die Varroa behandelt und am nächsten Tag auf neue Mittelwände gekehrt. Der Verschluss des Zusetzkäfigs wird geöffnet und der Zusetzkäfig zwischen zwei Mittelwänden eingehängt. Niemals sollte man Mittelwände mit ausgebauten Waben mischen, da sonst die Mittelwände schlecht ausgebaut werden. Anschliessend werden die Bienen gefüttert (ca. 5 Liter), da sie über keine Vorräte verfügen.
Etwa eine Woche nach der Honigentnahme beginnt die Varroabekämpfung mit Ameisensäure oder ätherischen Ölen (Thymol). Die Ameisensäure wird gekühlt. Als Abstandhalter können zwei Abdeckbretter oder zwei Leisten dienen. Auf diesen wird der mit Ameisensäure gefüllte Langzeitverdunster aufgelegt (Bitte Anweisungen der Hersteller beachten). Die Behandlung sollte an einem nicht zu heissen Tag frühmorgens durchgeführt werden. Die Bienen reagieren mit einem leichten Brausen und dem Zurückziehen in die Wabengassen. Flüchten die Bienen zum Flugloch hinaus, sollte sofort die Dosierung verringert werden. Es ist zu beachten, dass bis zu 12 Tage nach der Behandlung immer noch Varroen abfallen können. Nach der ersten Varroabehandlung füttert man mit weiteren 5 l Futter auf. Anschliessend wird die 2. Ameisensäurebehandlung durchgeführt. Danach sollte fertig aufgefüttert werden. Sollte eine 3. Ameisensäurebehandlung notwendig sein, kann diese anschliessend durchgeführt werden. Den Erfolg der Varroabehandlung sollte man kontrollieren. Dies kann durch das Abwiegen der Verdunstungsmenge geschehen als auch durch das Abzählen der gefallen Varroen.
Nicht vergessen werden dürfen jetzt die Ableger. Diese müssen weiterhin langsam aufgefüttert werden. Im Juli sollten die Ableger schon Jungvölker sein und auf 8 bis 10 Waben sitzen. Auch bei diesen Völkern wird die Varroabehandlung durchgeführt. Welche Methode man dabei anwendet, bleibt jedem Imker selbst überlassen; never change a winning team!
Nach der Varroabehandlung werden die Völker auf ihre Weiselrichtigkeit überprüft. Dabei wird nicht nur festgestellt, ob eine Königin vorhanden ist, sondern auch das vorhandene Brutnest auf die Menge und die Anlage hin überprüft.
Nur wer starke und gesunde Völker einwintert, besitzt im Frühling starke und gesunde Völker.
Oggier Bernarda Inden, Juni 2013