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Die Geschichte des Autos Teil 1
Wie alles begann
Das Auto, so wie wir es kennen, gibt es in seiner Form erst seit rund 150 Jahren. Doch die Entwicklungsgeschichte bis dahin ist bereits viel älter. Tauchen Sie mit uns ein in die Geschichte des Autos und erfahren Sie, wie die Grundsteine unserer heutigen Mobilität bereits zur Steinzeit gelegt wurden.
Der Stein, der die Geschichte des Autos ins Rollen brachte, war die Erfindung des Rades um das Jahr 4000 v. Chr. in Mesopotamien, im Gebiet des heutigen Irak. Zuvor war das Transportieren von schweren Lasten nur durch menschliche Muskelkraft und, wenn vorhanden, durch gezähmt Zugtiere möglich. Vom Pferd als Nutz- und Reittier machte sich der Mensch erst vor rund 5000 Jahren Gebrauch. Von da an blieb es jedoch lange Zeit das bedeutendste Transportmittel auf dem Land für Mensch und Ware. In der Zwischenzeit war es vor allem die Seefahrt, die sich weiterentwickelte. So ermöglichte sie Christopher Columbus im Jahre 1492 die Entdeckung der neuen Welt.
Mit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 18. Jahrhunderts flammte jedoch ein erneutes Interesse am Transport auf dem Land auf. Zuvor standen vor allem naturgegebene Fortbewegungsmittel zur Verfügung; nun stellten jedoch der Erfindergeist dieser Zeit und die verbesserte Mechanik unbegrenzte Möglichkeiten. So entstand die wohl für den weiteren Verlauf der Industrialisierung wegweisendste Erfindung, die Dampfmaschine. Diese Innovation stammt in ihren Grundsätzen vom Engländer Thomas Newcomen. James Watt, der fälschlicherweise oft als eigentlicher Erfinder der Dampfmaschine bezeichnet wird, hat lediglich den Wirkungsgrad der Newcomen’schen Dampfmaschine erhöht, indem er den Kondensationsprozess aus dem Zylinder in einen separaten Kondensator umleitete. Somit konnte der Kolben effizienter arbeiten, da er nicht wechselweise erhitzt und wieder abgekühlt werden musste.
Um in Zahlen angeben zu können, welche Arbeit seine abgeänderte Dampfmaschine nun leisten konnte, erfand James Watt die Masseinheit Pferdestärke (PS). Sie gibt an mit welcher Geschwindigkeit Energie freigesetzt werden kann und spielt heute vor allem bei Sportwagen noch eine zentrale Rolle.
Von der Dampfmaschine war es noch ein weiter Weg bis hin zum Automobil. Sie legte jedoch den Grundstein der mechanischen Mobilität: Die Energie, die für die Fortbewegung des Fahrzeuges benötigt wird, ist in einem Medium (Kohle, Wasserstoff, flüssiger Treibstoff, etc.) gespeichert. Durch chemische Umwandlung entzieht der Motor diese Energie dem Medium und überträgt sie in mechanische Bewegung des Getriebes.
Da eine Dampfmaschine über ein Zwischenmedium, das Wasser, die Energie von der Verbrennung in die Bewegung der Mechanik überträgt, ist ihr Wirkungsgrad mit maximal 10% eher gering. Man versuchte trotzdem Autos mit Dampfmaschinen, sogenannte Dampfwagen, zu entwickeln. Diese konnten sich jedoch schlussendlich nicht weiter durchsetzen, da eine grosse Menge an Wasser und brennbarem Material wie Kohle mitgeführt werden muss. Einzig für Schienenfahrzeuge, die so oder so viel Platz und Masse hatten, erwies sich die Dampfmaschine als taugliche Antriebslösung.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, zur Blütezeit der Industriellen Revolution, begann ein verstärktes Wettrennen um die Erfindung der sogenannten «pferdelosen Kutsche». Man erprobte Verbrennungsmotoren mit Gas, Öl, Wasserstoff, Schiesspulver und Batterien. Zu Beginn war die Batterie durchaus erfolgreich; so hatte New York 1897 eine Flotte an elektrischen Taxis und 1899 wurde der damalige Landgeschwindigkeitsrekord von 109 km/h mit einem elektrischen Auto aufgestellt. Doch die Batterien waren sehr schwer, gaben damals noch relativ wenig elektrische Energie ab und brannten durch, wenn man etwas zu viel Gas gab.
Es gab aber auch Skeptiker, die dem Automobil kritisch gegenüberstanden. So der deutsche Kaiser Wilhelm der 2., der einst Folgendes sagte:
«Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung, ich glaube an das Pferd»
Die Bastler und Tüftler dieser Zeit liessen sich jedoch nicht unterkriegen und so kam es 1876 zum entscheidenden Durchbruch. Der deutsche Nikolaus Otto hatte die Grundsatzidee des Verbrennungsmotoren vom französischen Erfinder Joseph-Étienne Lenoir weiterentwickelt. Die Grundidee des Franzosen bestand darin, den Kraftstoff in einem geschlossenen Raum, direkt beim arbeitenden Kolben, zu verbrennen. Lenoirs Verbrennungsmotor funktionierte mit Gas. Nikolaus Otto veränderte ihn so, dass er mit flüssigem Kraftstoff, namentlich Benzin, betrieben werden konnte. Nach weiteren Verbesserungen setzte sich diese Antriebsart durch und ist heute noch die am weitesten verbreitete Antriebsart neben dem Diesel-Motor.