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Die Geschichte des Greiffenclau Bettes
1711 ließ Graf Ludwig von Hohenlohe für das Schlafgemach seiner Frau Elisabeth Friederike Sophie ein hinreißend schönes Bett erstellen. Johann-Philipp von Greiffenclau, Fürstbischof von Würzburg und Herzog von Franken der auf Schloss Weikersheim zu Besuch weilte war von der Gestaltung und handwerklichen Finesse des Bettes so angetan das er ein solches für sich anfertigen ließ. Allerdings mit einer kleinen Änderung versehen, die vorderen Füße stellten zwei Greifen dar was den heraldischen Bezug zu den Reichsfreiherrn von Greiffenclau herstellte.
Die Suche nach dem historischen Bett
Das Bett wurde 1714 in die Residenz verbracht und von dort zog es 1719 in das Greiffenclau Palais in der Stadt Würzburg um.
Im Jahre 1806 ward Würzburg von Napoleon erobert welcher den Gross-Herzog Ferdinand von Toskana als Herrscher einsetzte. Mit dem Niedergang Napoleons verlor Gross-Herzog Ferdinand seine Herrschaft über Würzburg und Franken im Jahr 1814 an den König von Bayern. Mit dem Abzug Ferdinands verlor sich auch die Spur des Greiffenclau Betts.
In Jahr 2018 beauftragte die Familie der Grafen Matuschka v.Greiffenclau die Historikerin Annie Wannawongsorn mit der Suche nach dem Greiffenclau Bett. Frau Wannawongsorn spezialisiert auf das Auffinden historischer Gegenständen nahm den Auftrag an und wie sich herausstellte war die Suche kein einfaches Unterfangen. Frau Wannawongsorn fand schließlich in den USA einen Brief von Francis Davies Millet, welcher zu seiner Zeit ein berühmter Künstler und gleichzeitig Vorstand, von 1904 – 1911, der American Academy in Rom war.
Ein Brief der alles veränderte
In diesem Brief äußert Francis Millet lebhaftes Interesse an dem Erwerb des Greiffenclau Bettes im Namen seines Freundes Major Archibald Willingham Butt. Major Archibald Willingham Butt und er selbst würden jetzt zurück in die USA reisen, dort die nötigen Arrangements treffen um dann das Bett zu erwerben. Es hat einen sehr unglücklichen Grund, dass wir diese Details kennen und wissen das Major Archibald Willingham Butt das Bett letztlich nicht erworben hat. Beide Freunde war Reisende auf der Titanic welche am 10.April 1912 Southhampton in Richtung Amerika verließ.
Der Brief allerdings bestärkte die Vermutung das 1814 Gross-Herzog Ferdinand bei seinem Rückzug nach Süden das Bett mitnehmen ließ und dieses nun in der weiteren Umgebung von Rom zu finden sei. Frau Wannawongsorn begab sich in das heutige Italien und verfolgte akribisch die Reiseroute von Francis Davies Millet und Major Archibald Willingham Butt.
Historikerin findet Bett
Und endlich, nach dreimonatiger Suche entdeckte Frau Wannawongsorn das Bett am 07. August 2021 in einer Villa in der Nähe von Rom. Man wurde sich mit den Besitzern handelseinig und unterzog das Bett einer elf Monate dauernden, sorgfältigen Restauration. Nun steht das Greiffenclau Bett in Schloss Hauptwil.