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Kirchenkonzert 2017
«Es erwartet Sie ein Wechselbad der Gefühle.»
So begrüsste Sandro Forni die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Kirchenkonzert in der Goldauer Pfarrkirche.
Er meinte dies natürlich musikalisch und bezog sich auf die vier hoch-emotionalen Blasmusikwerke, die der Musikverein auf dem Konzertprogramm hatte.
Die sanften Passagen, die pulsierenden Steigerungen, die kräftigen, warmen Tutti, die teils schrillen, schmetternden Schreie; all diese musikalischen Ausdrücke kamen im Konzert unter der Leitung von Nino Wrede zusammen und wurden von den Musikantinnen und Musikanten ebenso genossen wie vom Publikum.
Zum Schluss blieben vom Gefühlsbad die Hoffnung und die Zuversicht übrig, Und natürlich die Freude an der Musik, am Musizieren und an einem sehr gelungenen Kirchenkonzert.
Presseartikel
Ein Wechselbad der Gefühle (Silvia Bühler, Rigi-Post, 14. Dezember 2017)
Hoffnungen und Sehnsüchte in concert (Flavian Imlig, Rigi-Post, 30. November 2017)
Mitschnitte
Auszug aus «Foundation» von Marc Camphouse
«Dusk» von Steven Bryant
«Canzone di Francesco« von Thomas Doss
Konzertprogramm
(*1954)
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Das Werk «Foundation» wurde 2006 als Auftrag der City of Fairfax Band vom 1954 in Illinois, USA, geborenen Mark Camphouse komponiert. Zu Ehren des verstorbenen und in Nord Virginia sehr geschätzten Kunstmäzens Ray Abell liess Camphouse die traditionelle amerikanische Hymne «How Firm a Foundation» von 1787 und die in Europa bekannte Hymne «Be Still, My Soul» von 1899 ins Werk einfliessen – beides Hymnen, die an der Beerdigung von Abell gespielt wurden.
Dass Camphouse genau diese zwei Hymnen miteinander verschmelzen lässt, scheint wohlüberlegt zu sein. Beiden Hymnen ist die Hoffnung als Kernaussage gemeinsam, wobei die Gospel-Hymne «How Firm a Foundation» ihren geschichtlichen Ursprung eher in der Hoffnung nach der persönlichen Glückseeligkeit, nach Bescheidenheit und nach dem perfekten amerikanischen Landleben hat. Die Hymne «Be Still, My Soul» stammt ursprünglich aus dem epischen Tongedicht «Finlandia» des finnischen Komponisten Jean Sibelius und entstand als direkte Reaktion zu einer Zeit, in der Finnland vom Russischen Kaiserreich besetzt und unterdrückt wurde. Durch den tiefgründigen Inhalt wurde die Hymne sehr schnell zu einer Quelle für neue Hoffnung und Standhaftigkeit, zum nationalen Freiheitssymbol und sogar zur inoffiziellen finnischen Nationalhymne.
Durch das Zusammenspiel beider Hymnen verspricht das Werk Foundation eine tiefgründige und eindrückliche Verarbeitung der Hoffnung, welche mal intim, mal furios klingt.
(*1972)
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Der Schweizer Komponist Thomas Trachsel ist für seine melancholischen, tiefbewegten und berührenden Kompositionen bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Alle seine Werke haben einen autobiographischen Charakter, so auch «Magic Child».
Das ganze Werk dreht sich um eine Melodie, welche seine Tochter in einem verträumten Moment gesungen hat. Trachsel selbst schreibt darüber:
Diese kleine Melodie hat mich durch ihr Wesen, das in kindlicher Verträumtheit entstanden ist, so fasziniert, dass ich sie für mein Stück unbedingt übernehmen musste und so habe ich daraus die einzelnen Sätze entwickelt. In diesem Sinne entstand auch der Titel zu diesem Werk.
Trachsel lässt die Melodie seiner Tochter mal verletzlich und unschuldig, mal frech und vorlaut in einem grandiosen Finale zum Höhepunkt kommen. Immer wieder kann man dabei die väterliche Fürsorge und den Wunsch nach der bestmöglichsten Zukunft für einen heranwachsenden Menschen deutlich spüren.
(*1972)
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In «Dusk» beschreibt der amerikanische Komponist Steven Bryant die etwas widersprüchliche Stimmung eines in Zeitlupe zu Ende gehenden Tages während der Abenddämmerung, bei welcher die am Horizont zu verglühen scheinende Sonne den Himmel mit letzter Kraft zu einem feurigen Farbspektakel einfärbt. Während die Sonnenstrahlen weniger und schwächer werden, verwandelt sich der immer dunkelblauer werdende Himmel in eine tiefschwarze Decke und der Tag wird zur Nacht, bevor in wenigen Stunden ein neuer Tag anbricht – ebenfalls in Zeitlupe.
Das Werk Dusk besticht durch ein farbiges, gehaltvolles und dennoch filigranes Klangerlebnis und zieht so den Zuhörer in seinen Bann.
(*1956)
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Das Werk «Et in Terra Pax», komponiert 1998, ist ein Plädoyer an den Frieden auf Erden. Der belgische Komponist Jan Van der Roost verzichtet dabei auf jegliche Form der Vertonung von Aggression und Krieg, dennoch ist die Angst vor Gewalt und Zerstörung vor allem in den schnelleren Passagen des Werks deutlich zu fühlen und zu hören.
Verzweifelt nach Frieden flehende Stimmen geben dem Werk gleich zu Beginn in einen düsteren Charakter, welcher durch die immer wiederkehrenden Glockenschläge auf dem Ton D unterbrochen werden. Die Wahl der Tonart scheint indes kein Zufall zu sein, so steht in der Musikgeschichte d-Moll vermehrt für einen Nullpunkt, das Fehlen von Kraft und die Ermüdung einer zu grossen Last. Der individuelle Wunsch nach Glück und Frieden wird bald zu einer gemeinsamen Sache. Das abwechslungsreiche Werk nimmt den Zuhörer mit auf einen emotionalen Kampf zwischen Resignation und der Sehnsucht nach Frieden. Am Ende macht die anfängliche Spannung jedoch der Hoffnung Platz und lässt das wiederkehrende d-Moll zu D-Dur werden – in der Musikgeschichte die Tonart des Triumphs oder des Erfolgserlebnis.