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Die Biokratie ist eine erweiterte Demokratie, in der nicht allein die Menschen, sondern sämtliche Lebewesen als Staatsvolk anerkannt, mit Grundrechten ausgestattet und parlamentarisch vertreten sind.
Die Entwicklung der Staatsformen von der Monarchie über die Oligarchie zur Demokratie markiert eine schrittweise Erweiterung des Kreises derjenigen, die zur staatlichen Willensbildung beitragen. Auf diesem geschichtlichen Hintergrund ist die Erweiterung der Demokratie zur Biokratie folgerichtig.
Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtssprechung sind in der Biokratie so organisiert, dass die existenziellen Interessen und Rechte nicht allein der Menschen, sondern sämtlicher Lebewesen – unter Einschluss zukünftiger Generationen – ausgewogen berücksichtigt werden.
Die Biokratie ist darüber hinaus Teil einer Überlebensstrategie für den Menschen, der gegenwärtig seine eigene Existenz durch Raubbau an der Biosphäre und an deren Artenreichtum gefährdet.
Die Evolution ist rechtssetzende, rechtssprechende und vollziehende Gewalt, indem sie allen lebenden Arten die Mindestanforderungen für das Überleben vorgibt, Defizite und Verstöße registriert und die Auslöschung von Arten – und sei es der Mensch – vollstreckt.
Die Erweiterung der Demokratie zur Biokratie ist also kein Gnadengeschenk des Menschen an die Evolution, sondern der Selbstrettungsversuch des Menschen, die Mindestanforderungen der Evolution für sein Überleben durch Anpassung seiner Staatsform und gesamten Rechtsordnung so gut und so rechtzeitig zu erfüllen, dass er der Auslöschung durch die Evolution zuvorkommt.
Auf internationaler Ebene sind die Vereinten Nationen aufgefordert, die Erklärung der Menschenrechte durch eine Erklärung der Rechte der Natur zu ergänzen. Die Vereinten Nationen müssen Verantwortung nicht nur für alle Menschen in allen Staaten, sondern darüber hinaus für alle Lebewesen in allen Staaten übernehmen.