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Der verminderte Akkord ist viel weniger weit verbreitet, als ein Dur- oder Moll-Akkord. Dennoch ist es wichtig, ihn zu kennen und zu verstehen. Einige bekannte Lieder wie Michelle von den Beatles oder Nature Boy könnten ohne Kenntnis der verminderten Akkorde nicht gespielt werden.
Der verminderte Akkord ist einer der 7 verschiedenen Dreiklang-Typen. Wenn du mehr über die wichtigsten Dreiklang-Typen lernen willst, empfehle ich den folgenden Artikel:
Wie ist ein verminderter Akkord aufgebaut?
Ein Dreiklang besteht immer aus drei Tönen: dem Grundton, der Terz und der Quinte. Wenn wir von einem verminderten Akkord sprechen, sprechen wir meist von einer verminderten Quinte innerhalb des Akkords. Das heisst der dritte Ton im Akkord wird um einen Halbtonschritt vertieft – man sagt, das Intervall wird vermindert.
Die Verminderung der Quinte wird in der Akkorde-Notation meist mit b5 oder -5 notiert. Wenn dir z.B. mal ein Cm7(-5) begegnet, dann weisst du: die Quinte in diesem Akkord ist vermindert.
Die verschiedenen Symbole für den verminderten Akkord
Die drei gängigsten Arten verminderter Akkorde sind:
- Verminderter Dreiklang
Notation: Cdim (dim steht für «diminished», engl. vermindert) oder C°
- Halbverminderter Vierklang
Notation: Cm7b5 oder Cm7-5 oder Cø
- Vollverminderter Vierklang
auch verminderter Septakkord genannt
Notation: Cdim7 oder C°7
Wie werden verminderte Akkorde angewendet?
Wenn du dich schon mal mit den 7 Stufenakkorden einer Tonart beschäftigt hast, dann weisst du, dass es in einer Tonart drei Dur-Akkorde, drei Moll-Akkorde und einen verminderten Akkord gibt. Aber wie kann dieser schräg klingende Dreiklang eingesetzt werden? Was ist seine Funktion?
Beispiel: Michelle
Beim Lied Michelle von den Beatles fängt jede Strofe mit einem F-Dur-Akkord an und endet mit den beiden Akkorden Bdim und C.
Und das ist ein typischer Einsatz eines verminderten Akkords: er kommt nur kurzzeitig vor, sozusagen als «Übergangs-Akkord» und er ersetzt eine Zwischendominante.
Eigentlich wäre hier ein G7 angebracht
In der Regel wird als Zwischendominante der Akkord der fünften Stufe eingesetzt, d.h. vor dem C-Dur-Akkord würde man einen G-Dur oder einen G7 platzieren.
Spannung durch «Tritonus»
Die Spannung, die ein Septakkord erzeugt, und die hier durch die Quintfall-Auflösung wieder aufgelöst wird, entsteht durch das im Septakkord versteckte Intervall namens Tritonus, auch bekannt als verminderte Quinte. Dieses Intervall befindet sich im Septakkord immer zwischen dem Terz-Ton und der Septime des Akkords:
Dieses Intervall, wenn isoliert, klingt schräg. Wenn es jedoch kurzzeitig verwendet wird, erzeugt es eine Spannung die abgebaut wird, indem sich die beiden Töne als Leittöne jeweils um einen Halbtonschritt bewegen: Der Ton H bewegt sich nach oben zum C hin, der Ton F bewegt sich nach unten zum Ton E hin. Probier’s aus, du wirst hören, was hier gemeint ist.
Wenn du die anderen beiden Töne des Septakkords – den Grundton (G) und die Quinte (D) – weglässt, funktioniert dieser Akkord trotzdem. Er baut trotzdem eine Spannung auf, die mit dem folgenden C-Dur-Akkord aufgelöst wird.
Und nicht zufällig ergibt es sich, dass wenn du nur den Grundton (G) weglässt, dein G7-Akkord zum Bdim-Akkord wird:
Der verminderte Dreiklang hat also hier dieselbe Funktion wie ein G7 – es ist einfach eine (um den Grundton verkürzte) Zwischendominante zum C-Dur-Akkord hin.
Und übrigens gilt dieser Zusammenhang immer: Ein um den Grundton verkürzter Septakkord ist immer ein verminderter Dreiklang.
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