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Allgemeine Indikationen
- Venöse Stauungen und Venenentzündung (Krampfadern)
- Arthrose
- Baker-Cyste
- Muskelverspannungen
- Verstauchungen und Zerrungen
- Tinnitus
- Kopfschmerzen
- Furunkel,Karbunkel und Abszess.
Gegenanzeigen
- Angeborene und erworbene
Blutgerinnungsstörungen (Antikoagulation)
- Bekannte Allergien gegen das Sekret des Blutegels
- Vorhandene Immunschwäche und Schwäche als Folge von starkem Blutverlust nach Operationen oder kurz nach einer Geburt
- Akute, fieberhafte Erkrankungen
Wie und wo wird der Blutegel aufbewahrt?
In der Regel werden die Blutegel nach der Anlieferung in ein großes
Wasserglas oder einen Krug gegeben und an einen ruhigen dunklen Ort in der
Praxis abgestellt. So können sich die Tiere beruhigen. Ruhe ist sehr wichtig für
die Blutegel, da die sehr empfindlich auf äußerer Umstände wie Transport,
Luftdruckveränderungen und ähnliches reagieren. Werden Blutegel zu schnell im
Anschluß an den Transport angesetzt, oder ist der Therapeut nervös oder ist das
Wetter „gewittrig“, kann es sein, dass die Tiere nicht beißen.
Wie wird der Blutegel angesetzt?
Bei der Behandlung wird der Egel möglichst ohne Stress und Hektik aus dem
Glas geholt. Man nimmt dazu einen Mundspatel. Dann wird der Blutegel auf die
ausgewählte Stelle gesetzt und mit einem Glas oder dem Zylinder einer
Spritze sanft auf dieser Stelle gehalten.
Der Biss eines Blutegels ist
meist kaum zu spüren, er fühlt sich an wie ein kleiner, kurzer Piks mit einer
Nadel. Danach kommt es manchmal vor, dass die Stelle in ihrer Umgebung für ein
paar Minuten ein wenig brennt oder schmerzt. Dies ist vermutlich darauf
zurückzuführen, dass sich die Gefäße an dieser Stelle erweitern – vergleichbar
dem Brennen in den Fingerspitzen, wenn man aus der Kälte in ein warmes Zimmer
kommt, die Hände sich erwärmen und die Durchblutung plötzlich stark
einsetzt.
Sollte der Blutegel nicht sofort beißen, kann die Haut mit
warmen Kompression angewärmt oder durch einen kleinen Stich mit einer
Blutentnahme-Lanzette ein Bluttropfen erzeugt werden. Es kann schon einmal etwas
dauern, bis die Blutegel Therapie beginnt und der Patient sollte deshalb eine
gewisse Wartezeit einplanen.
Wie lange dauert eine Blutegelbehandlung?
Hat der Blutegel angebissen, so lässt man ihn solange saugen, bis er von alleine loslässt.Dies dauert zwischen 30 Minuten bis 120 Minuten. Danach beginnt
die Wunde tropfenweise nachzubluten.
Wie hoch ist der Blutverlust?
Der Blutegel nimmt in der Zeit des Saugens ca. 10 ml Blut und
Lymphflüssigkeit auf. Auf die Nachblutungszeit entfallen noch einmal ca. 40 ml.
Wie ist es nach Beendigung der Behandlung?
Nachdem der Blutegel abgefallen ist, wird eine
stecknadelkopfkleine Biss-stelle sichtbar, aus welcher tröpfchenweise Blut
austritt. Dieses Nachbluten sollte nicht unterbrochen werden, da es mit zu dem
komplexen Vorgang der Stauungsauflösung gehört. Darüber hinaus ist die
Nachblutung im Grunde ein willkommener, natürlicher Aderlass, der reaktiv zu
einer Blutauffrischung und Erneuerung führt.
Wie wird die Behandlung abgeschlossen?
Ist der Blutegel abgefallen, wird die Ansatzstelle mit
geeigneten Mitteln abgedeckt und zwar so, dass das Blut aufgesaugt, aber
zugleich die Blutung nicht unterdrückt wird.Die Nachblutung dauert ungefähr 12-24 Stunden. Nach der ersten Behandlung ist die Nachblutung in der Regel am stärksten und wird bei jeder weiteren Behandlung weniger intensiv und lange dauern.
Nebenwirkungen und Risiken
Rund um die Biss-Stelle kann es zu leichten Blutergüssen kommen, die nach einigen Tagen abklingen. In der Regel kommt es zu einer leichten Schwellung der Stellen, verbunden mit mehr oder weniger starkem Juckreiz.Sie erhalten nach der Therapie ein spezifisches homöopathisches Mittel um diesen unangenehmen Nebenwirkungen vorzubeugen.
Das Aufkratzen der Krüsteli über den Biss-Stellen könnte eine sekundäre Wundinfektion auslösen und sollte darum unbedingt vermieden werden. Die Biss-Stellen verheilen im Normalfall innerhalb einiger Wochen, in seltenen Fällen bleiben jedoch kleine Narben zurück.
Direkt nach der Behandlung kann es zum momentanen Absinken des Blutdruckes kommen. Wichtig ist es darum, vor, während und nach der Behandlung ausreichend Wasser zu trinken.
Bei bekannter Kreislaufschwäche und oder der Einnahme von blutdrucksenkenden und blutverdünnenden Medikamenten empfehle ich Ihnen, zuvor mit Ihrem Hausarzt Rücksprache zu nehmen.