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Der englische Schwergewichts-Boxweltmeister Anthony Joshua verteidigte seine WM-Titel (WBA-Super und IBF) mit Erfolg.
Der 28-Jährige besiegte in Cardiff den Herausforderer Carlos Takam durch technischen K.o. in der 10. Runde. Der Ringrichter nahm den Boxer aus Frankreich mit Wurzeln im Kamerun nach einer unbeantworteten Schlagserie von Joshua aus dem Kampf.
Takam wirkte zum Zeitpunkt des Abbruchs trotz Unterlegenheit und einem Cut über dem rechten Auge immer noch reaktionsfähig. Da Takam nach Punkten diskussionslos zurücklag, hätte er den Kampf indes nur noch mittels eigenem Knockout gewinnen können.
Für Joshua war es der 20. vorzeitige Sieg im 20. Profikampf. "Ich habe meine Arbeit im Ring getan, der Ringrichter übernahm seinen Teil. Über dessen Entscheidungsbefugnis hatte ich keinen Einfluss. Mein Ziel war schon ein klarer K.o. Darauf hätte ich auch weiter hingearbeitet", sagte Joshua.
Takam hofft auf zweite Chance
Für Takam war klar, dass Joshua zwar "ein grosser Boxer und Champion" sei, "aber der Entscheid des Ringrichters ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich würde gerne eine zweite Chance erhalten." Der knapp 37-jährige Takam weist nun eine Bilanz von 35:4 Siegen (27 vorzeitig) und einem Remis auf.
Takam konnte Joshua zwar nur vereinzelt in Verlegenheit bringen, bestätigte aber seinen Ruf als harte Knacknuss, weil er aus einer äusserst kompakten Deckung heraus agierte und nicht einfach zu treffen war.
Zum Ende der vierten Runde ging Takam nach einem linken Haken von Joshua kurz auf die Knie und wurde angezählt. Im gleichen Umgang hatte der Ringrichter auch kurz das Gefecht unterbrochen, um sich einen Blick über Takams Cut über dem rechten Auge zu machen. In der folgenden Runde sah sich auch der Ringarzt die Platzwunde an, liess aber weiter boxen.
In der 7. Runde, in der Takam selbst seine besten Treffer landete, erlitt Takam auch noch eine Schnittwunde am linken Auge. Vor der 9. Runde sahen sich gleich zwei Ringärzte vorab den rechten Cut von Takam an und liessen weiterboxen.
Joshua mit gebrochener Nase
Der mit 115,1 kg knapp neun Kilogramm schwerere Joshua (1,98 m) setzte gegen den elf Zentimeter kleineren Herausforderer seine Reichweiten-Vorteile von Beginn an durch und beherrschte die Ringmitte. Ab der zweiten Runde drehte Joshua mit Hakenserien auf. Joshua agierte von da an auch deshalb aggressiver, weil er sich in diesem Umgang bei einem Kopfzusammenstoss eine blutige Nase holte. Später bestätigte Joshua, dass er sich beim Zusammenstoss die Nase gebrochen hatte.
Das Duell Joshua vs. Takam wurde vor 80'000 Zuschauern im überdachten Stadion von Cardiff ausgetragen. Eigentlich sollte der vom früheren Champion Wladimir Klitschko einst brutal k.o. geschlagene Kubrat Pulev gegen Joshua antreten. Der Bulgare musste aber wegen einer Schulterverletzung absagen. Auch der Kampf gegen Takam wurde nun als Pflichtherausforderung für Joshua gewertet.
Titelvereinigung im Visier
Joshua strebt eine lange Regentschaft im Schwergewicht an. Der Engländer mit nigerianischen Wurzeln will 2019 einen Titel-Vereinigungskampf gegen den WBC-Weltmeister Deontay Wilder aus den USA oder WBO-Champion Parker austragen.
Joshua würde auch in diesen Kämpfen als deutlicher Favorit kämpfen. Wirklich gefährlich könnte ihm wohl nur sein im Ring schwer auszurechnender Landsmann Tyson Fury werden, der allerdings aus diversen Gründen in nächster Zeit kein Thema sein wird.
"Anthony will sich alle WM-Gürtel holen und wird deshalb gegen jeden antreten. Wer auch immer da kommt, es gibt keine Ausnahmen", sagte Joshuas Promoter Eddie Hearn.
SDA-ATS