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Modul VI, Prof. Dr. Marc Angélil, Prof. em. Franz Oswald
Die symbiotische Beziehung von Städten zu ihren regionalen und globalen Umfeldern erforschen, durch die demographische, ökologische, ökonomische, logistische, ordnungspolitische Brille betrachten und anhand gebauter Projekte als integrierte metabolische Systeme erkennen.
Die symbiotische Beziehung zwischen Stadt und Land spielt in der Geschichte der Stadt als einer Triebkraft für Veränderung eine bedeutsame Rolle. Sie unterstützt Vorgänge, durch die Bestände und Ströme von Gütern umgewandelt werden, damit menschliche Siedlungen erhalten bleiben. So werden natürliche Rohstoffe durch Landwirtschaft zu Lebensmitteln veredelt, Niederschlagswasser zur Trinkwassersorgung gesammelt oder Abfälle zur Energieerzeugung genutzt. Sichtbar werden die Bande zwischen Stadt und Land auch in unterschiedlichen Mustern menschlicher Migration. Deshalb können Prozesse der Urbanisation nicht verstanden werden, solang die Beziehung der Städte zu ihrem Hinterland aussen vor bleibt. Heutzutage beschränkt sich das städtische Hinterland allerdings nicht auf die unmittelbare ländliche Nachbarschaft, sondern schliesst auch Gebiete in regionaler oder gar globaler Reichweite ein.
Das hier beschriebene Modul nimmt dieses erweiterte Hinterland in den Brennpunkt. Es untersucht die Frage städtebaulicher Nachhaltigkeit im Kontext der verschiedenen metabolischen Systeme, die das betreffende Gebiet gliedern oder prägen und tut dies anhand zweier Projekte, die einander ergänzen. Das erste, theoretisch ausgerichtete Projekt beleuchtet das Phänomen der Raumordnung aus demographischer, ökologischer, ökonomischer und logistischer Sicht und bezieht auch die Regierungsform mit ein. Die Forschungsarbeit setzt bei der Analyse städtischer Verhältnisse und Entwicklungstendenzen an und wird mit der Formulierung theoretischer Modelle eine Grundlage für Planungs- und Entwurfsstrategien abgeben. Das zweite, praxisnahe Projekt findet im Rahmen eines wirklichkeitstreuen Experimentes statt, nämlich des Baus einer Neustadt nahe der Stadt Bahir Dar in Äthiopien. Dabei werden städtebauliche Vorschläge entworfen, getestet und eingesetzt, um nützliche, allgemeiner gültige Leitlinien für die Gestaltung nachhaltiger Stadtumwelten abzuleiten. Während das erste Projekt einen allgemeinen Diskurs zur territorialen Volkswirtschaftspolitik innerhalb eines globalen Kontexts bietet, liefert das zweite konkrete Strategien bezogen auf die Frage, wie eine Stadt innerhalb eines bestimmten geografischen Kontexts am besten zu bauen ist.