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Am Donnerstag wurde Michael Jacksons Neffe und Titos Sohn Taj in den Zeugenstand gerufen. Dessen Bruder T.J. hatte bereits am 30. Juni ausgesagt (siehe hier). Taj sprach unter anderem über die herzliche Beziehung zwischen Michael und seinen drei Kindern. Um die liebevolle Beziehung näher zu illustrieren, wurden den Geschworenen unter anderem zwei handschriftliche Notizen vorgelesen, die man nach Michael Jacksons Tod in dessen Schlafzimmer gefunden hatte (für die Kopie der Originale siehe hier). AEG erhob Einspruch gegen die Zulassung der Notizen als Beweismaterial, da nicht ersichtlich wäre, von wann diese stammten. Dem Einspruch wurde jedoch nicht stattgegeben.
Die eine Notiz stammte von der damals 11-jährigen Paris Jackson: „Lieber Daddy, ich liebe Dich so sehr & ich bin so glücklich, dass ich eine Gutenachtumarmung bekommen hab. Schlaf gut. Ich liebe Dich und gute Nacht. Bis morgen. XOX gute Nacht. Viel Liebe Paris Jackson“. Die zweite Notiz stammte von Michael selbst. Er schrieb: „Worte von Blanket, meinem Sohn, 6 Jahre jung. ‚Was sind Deine Lieblingsbuchstaben, Daddy? Meine sind ‚G‘ für Gott und D für Daddy‘. 6 Jahre alt. Blanket“. Diese Notiz, so die Anwältin der Jacksons zu den Geschworenen, zeige insbesondere, wie wichtig Michael seine Kinder waren; denn er hatte sich die Zeit genommen, die Worte seines jüngsten Sohnes niederzuschreiben.
Die liebevolle Beziehung zwischen Michael und seinen Kindern ist insofern von Bedeutung in diesem Prozess, da falls die Geschworenen AEG Live für den Tod von Michael Jackson haftbar machen, sie den emotionalen Verlust, den die drei Kinder dadurch erlitten haben, mittels eines Geldbetrags bemessen müssen.
AEG Live hatte sich übrigens erneut ein riesen Ei gelegt am Donnerstag. So hatte die AEG Anwältin im Kreuzverhör Nancy Grace, eine TV-Reporterin, mit Grace Rwaramba, dem ehemaligen Kindermädchen der Jacksons, verwechselt. Taj hatte gerade die enge und liebevolle Beziehung zwischen Michael und seinen Kindern beschrieben, als ihn die AEG Anwälten fragte, ob er denke, dass Grace Rwarambe manchmal unehrlich war. Die Jackson Anwälte erhoben zuerst Einspruch gegen diese Frage, da sie nicht relevant sei für diesen Fall. Die Richterin gab dem Einspruch jedoch nicht statt und sie wies Taj auf, die Frage zu beantworten. „Ich habe sie nicht als unehrlich empfunden“, so Taj. Die AEG Anwälten zeigte daraufhin eine TwitLonger Nachricht von Taj, die — so dachte sie zumindest — die Aussage von Taj hätte diskreditieren sollen. In jener Nachricht vom 11. Dezember 2011 hatte Taj darüber geschrieben, wie ihm der Journalist Roger Friedman zuwider sei. Er nannte ihn „Anti-Jackson“ und eine „falsche Schlange“. Zudem schrieb Taj darin: „Sorry… aber es gibt da ein paar Leute, die mich echt anwidern. Und für mich gehört er in die gleiche Kategorie wie Grace, Dimond und Bashir“. Ob diese Nachricht nun sein Gedächtnis aufzufrischen vermochte, fragte die AEG Anwältin Taj. „Das ist nicht das Gleiche. Damit ist Nancy Grace gemeint!“, stellte Michaels Neffe richtig. Der Gerichtssaal brach in lautes Gelächter aus und er brauchte ein paar Sekunden, bis wieder Ruhe eingekehrt war. Wenn man bedenkt, was für sie alles auf dem Spiel steht, macht AEG Live seit Prozessbeginn im April so einen amateurhaften, wenn nicht sogar schlichtwegs dummen Eindruck. Man kann es kaum glauben.
Am Montag soll ein weiterer Experte für die Jacksons aussagen: Buchhalter Arthur Erik. Wie es heisst, soll die Jackson Seite nächste Woche ihre letzten Zeugen befragen. Anschliessend ist AEG Live mit ihren Zeugen dran. Wir dürfen ja gespannt sein, wie sie sich vorstellen, das Ruder noch umdrehen zu können – vor allem wenn sie so weitermachen wie bisher. AEG Lives Konkurrenz lacht sich ja kaputt, wenn sie diesen Prozess soweit mitverfolgt hat. Und sie können sich dieses Jahr definitiv viel Marketing und hohe Werbekosten ersparen.