Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/3156

Malaria - ein Reisemitbringsel der üblen Art
Was ist Malaria?
Malaria ist eine Infektionskrankheit und wird oft auch "Sumpffieber" oder "Wechselfieber" genannt. Sie ist weltweit in tropischen, teils auch in subtropischen Regionen verbreitet. Übertragen wird die Krankheit durch die Anopheles-Mücke (eine bestimmte Mückenart), welche durch ihren Stich winzige einzellige Parasiten (sogenannte Plasmodien) überträgt. Wenn Menschen hierzulande erkranken, dann in der Regel aufgrund einer Infektion in einem Reiseland.
Je nach Art des Erregers kann die Erkrankung einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO kam es 2013 weltweit zu 128 Millionen Erkrankungsfällen, wobei über eine halbe Million Menschen starben.
Ursachen der Malaria
Die Malaria-Erreger gelangen über einen Stich der Anopheles-Mücke in den menschlichen Organismus. Mit dem Blutstrom wandern sie in die Leber, vermehren sich dort und befallen anschließend rote Blutkörperchen. In einem weiteren Schritt platzen die Blutkörperchen, und die Erreger werden in die Blutbahn entlassen. Dort können sie wieder von einer saugenden Mücke aufgenommen werden und der Zyklus beginnt von Neuem. Etwa zehn bis 15 Tage nach der Übertragung treten die ersten Symptome einer Malariainfektion auf. Typisch sind Fieberschübe, die mit dem Zerfall der Blutkörperchen (Erythrozyten) einhergehen. Sie wiederholen sich je nach Art des Erregers alle 46 bis 72 Stunden.
In welchen Gebieten besteht ein Risiko an einer Malaria zu erkranken?
Da ein Risiko für eine Übertragung einer Malaria ist nicht in allen Regionen gleich und hängt von vielen Faktoren ab. Die Jahreszeit, die Aufenthaltsdauer, die persönlich getroffenen Schutzvorkehrungen, das Vorkommen von Resistenzen sowie der Anteil der infizierten Stechmücken (Anopheles) tragen u.a. zum Gesamtrisiko bei. Im Jahr 2014 verzeichnete die WHO Malariaübertragungen in 97 Ländern.
In der folgenden Karte von B.R. Beck, M. Funk und O. Veit sind die gefährdeten Reiseregionen gekennzeichnet.
Bitte suchen Sie mindestens 4-6 Wochen vor der Abreise in ein Malariarisikogebiet einen Arzt auf, um sich über notwendige Schutzmassnahmen zu Ihrem Reisegebiet zu informieren sowie um sich individuell beraten zu lassen.
Wie bemerke ich, dass ich an Malaria erkrankt bin und wie verhalte ich mich richtig?
Die Symptome einer Malaria-Erkrankung sind vielfältig. U.a. können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, ausgeprägtes Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und trockener Husten auftreten. Das Auftreten der Symptome beginnt frühestens nach 6 Tagen (die sogenannte Inkubationszeit) nach Betreten eines Malaria-Risikogebietes und meist innerhalb von 3 Monaten nach Verlassen des Risiko-Gebietes. Für eine sichere Diagnosestellung sind die Symptome nicht ausreichend, sondern es muss ein Nachweis des Krankheitserregers im Blut erfolgen. Daher gilt es jedes unklare Fieber in Malaria-Risikogebieten, sowie bei einem Auftreten nach dem Verlassen der Malariaregion (auch wenn dies schon mehrere Monate her ist), unbedingt von einem Arzt abklären zu lassen. Bitte informieren Sie Ihren Arzt über Ihre Reise und das Gebiet. Da bestimmte Formen der Malaria sich schnell zu einer schweren Erkrankung entwickeln und sogar lebensbedrohlich werden können, sollten Sie bei einem Verdacht sofort einen Arzt aufsuchen, auch wenn dies noch im Risikogebiet erfolgen muss.
Was kann ich tun, um einer Erkrankung vorzubeugen?
Es besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe, zu welcher Sie Ihr Spezialist für Reisemedizin gerne näher berät. Ob eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll ist, hängt von dem Reiseziel, der Reisezeit, der Dauer und dem Stil der Reise ab. Da auch Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten eine Rolle spielen, muss der Arzt individuell von Fall zu Fall bestimmen, wie einer Malaria vorgebeugt werden soll.
Jedoch können Sie unabhängig von einer medikamentösen Prophylaxe durch Massnahmen zum Schutz vor Mückenstichen das Risiko einer Erkrankung deutlich senken. Meist stechen Malaria-übertragende Stechmücken (die Anopheles Moskitos) zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Daher ist in dieser Zeit besondere Vorsicht geboten.
Zur Vorbeugung werden folgende Vorsichtsmassnahmen empfohlen:
1. Verwendung von Moskitonetzen, welche mit geeigneten Insektenvertilgungsmitteln imprägniert sind
2. Haut durch mückenabweisende Mittel (Repellent) schützen
3. Möglichst viel Haut mit heller, imprägnierter Kleidung bedecken
4. Sich in vor Mücken sicheren Räumen aufhalten (Fliegengitter, Klimaanlage)
5. Insektenvertilgungsmittel (Insektizide) verwenden: In Räucherspiralen und Verdampfern („mosquito coils“) und zur Imprägnierung von Moskitonetzen und Kleidungsstücken sind Insektizide sinnvoll. Bei einer Kombination von imprägnierter Kleidung mit einem mückenabweisenden Mittel kann ein maximaler Schutz erreicht werden.
Für weiterführende Informationen rund um sicheres Reisen empfehlen wir Ihnen folgende Lektüre
Wir wünschen Ihnen eine gute Reise!