Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/159164

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Bereich Prävention (Gesundheit, Ernährung, Konsum, HIV usw.) das Budget und den Personalbestand zu halbieren.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Prävention stellt eine wesentliche Aufgabe des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) dar. Alle heutigen Kampagnen und Aktivitäten im Präventionsbereich verfügen über eine spezifische Rechtsgrundlage. Die Massnahmen sind evidenz- und wissenschaftsbasiert, halten sich an die Vorgaben des Bundes (u. a. Forschung), werden evaluiert und erzielen nachgewiesenermassen Wirkung.</p><p>Nichtübertragbare Krankheiten verursachen heute den grössten Anteil bei den Gesundheitskosten - mehr als 50 Milliarden Franken pro Jahr im Jahr 2011, dies entspricht 80 Prozent der gesamten Kosten. Prävention und Gesundheitsförderung tragen zur Eindämmung des Anstiegs der Gesundheitskosten bei, und Investitionen in diesem Bereich bringen einen belegbaren Return on Investment (ROI). Eine gemeinsame Studie des Weltwirtschaftsforums und der Weltgesundheitsorganisation kommt zum Schluss, dass pro 1 Franken, der durch Unternehmen am Arbeitsplatz in Gesundheitsförderungsprogramme investiert wird, ein ROI von Fr. 5.81 erzielt wird. Eine vergleichende Studie des Winterthurer Instituts für Gesundheitsökonomie und des Institutes für Wirtschaftsforschung der Universität Neuenburg zur Prävention von Alkoholmissbrauch und Tabakkonsum hat 2010 gezeigt, dass jeder investierte Franken einen noch beträchtlicheren ROI einbringt (Alkohol 1 zu 23; Tabak 1 zu 41). Diese Studie wurde auf einer gesamtgesellschaftlichen Basis durchgeführt. Das heisst, es wurden einerseits alle relevanten Kosten der Präventionsmassnahmen und andererseits der gesamte Nutzen der Massnahmen für die Gesellschaft berücksichtigt.</p><p>2013 betrugen die Ausgaben für Prävention in der Schweiz 2,2 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben (1,5 von etwa 70 Milliarden Franken). Damit liegt die Schweiz deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 3,1 Prozent. Diese 1,5 Milliarden Franken Präventionsausgaben umfassen sämtliche Ausgaben von Bund, Kantonen und Gemeinden (40 Prozent), Sozialversicherungen (23 Prozent) sowie private Ausgaben (37 Prozent). Das BAG verfügt über einen Präventionskredit von 17 Millionen Franken (1,1 Prozent von 1,5 Milliarden Franken) für die Umsetzung sämtlicher Präventionsprogramme. Dieser Kredit wurde zwischen 2004 und 2014 halbiert. Die weiteren Ausgaben des BAG betreffen unter anderem die Bekämpfung der Infektionskrankheiten und die Kosten für Impfstoffe.</p><p>Vor diesem Hintergrund ist der Bundesrat der festen Überzeugung, dass auf die Präventionsmassnahmen des BAG nicht verzichtet werden kann. Im Rahmen der zukünftigen Strategie zur Reduktion nichtübertragbarer Krankheiten und der Strategie Sucht sollen Ziele, Massnahmen und Mittel noch präziser formuliert und vermehrt mit den kantonalen Anstrengungen in diesem Bereich koordiniert werden. Dies ermöglicht eine Vermeidung von Doppelspurigkeiten und eine Priorisierung der Aktivitäten, sodass Effizienz und Wirksamkeit verbessert werden können.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.