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MFO, BBC und ABB
Die ABB ist die direkte Nachfolgerin von BBC und somit auch der MFO. Die Wege der beiden Firmen haben sich aber schon vorher gekreuzt. P. E. Huber stand auch nach seiner Lehre bei Sulzer in Kontakt mit Charles Brown. Brown machte Huber auf die Werkzeugmaschinenfabrik Daverio, Siewerdt & Giesker in Rorschach aufmerksam, die 1872 in die Gebäude von Hubers erster Unternehmung in Oerlikon umzog und der Vorläufer der späteren MFO wurde. 1884 stellte Huber seinen ehemaligen Meister Charles Brown als Direktor der elektrischen Abteilung der MFO ein. Er brachte seine beiden Söhne, Charles E. C. und Sidney, ebenfalls beide Ingenieure, mit nach Oerlikon. Charles Brown senior blieb aber nicht lange und zog schon bald weiter. Seine Söhne blieben in Oerlikon und Charles E. C. Brown wurde Leiter der elektrischen Abteilung.
Die Elektrotechnik war damals noch im Aufbau begriffen, jede Anlage ein Prototyp und es gab zahlreiche Anfangsschwierigkeiten. Zunächst fuhr die elektrische Abteilung nur Verluste ein und Huber musste die Gewinne aus der Porzellanwalzenstuhlherstellung für Mühlen in die schwierigen Anfänge des Baus von Bogenlampen, Dynamos und Schnelläufer-Dampfmaschinen stecken.
1886 machte die MFO das erste Mal in der Fachpresse Furore, als es Charles Browns Abteilung gelang, hochgespannten Gleichstrom über 8 Kilometer von Kriegstetten nach Solothurn zu leiten und dabei einen Nutzeffekt von 70% zu erzielen. Charles E. C. Brown fand in Huber einen grosszügigen Förderer, der immer an die Fähigkeiten seines Ingenieurs glaubte. Spätestens mit dem Erfolg in Frankfurt war Brown in der Branche weltbekannt. Und er hatte eigene Pläne. Wenige Wochen nach der Ausstellung verliess Brown die MFO und gründete mit seinem Kollegen Walter Boveri, der ebenfalls Ingenieur bei der MFO und bereits 1890 gegangen war, in Baden die Brown, Boveri & Cie.
In den folgenden Jahren waren beide Firmen, die MFO und BBC, oft Konkurrenten auf dem boomenden Markt für Kraftmaschinen und Elektrolokomotiven. Die unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Firmen von der Elektrifikation der Schweizer Bahnen führte zu langen Diskussionen; die MFO sprach sich für das auf der Strecke Seebach-Wettingen erprobte System des einphasigen Wechselstroms aus, die BBC favorisierte den dreiphasigen Wechselstrom, den sie auf der Simplonstrecke im Einsatz hatte. Beide hatten beträchtliche Summen in die Testbetriebe gesteckt und hofften auf eine späte Amortisation.
Aber MFO und BBC arbeiteten oft auch gemeinsam an Lokomotiven für die SBB.
1890 fusionieren im schwedischen Västerås die beiden Firmen Elektriska Aktiebolaget und die Elektriska Kraftbolag zu der Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (Asea). Zwei Jahre nach der Frankfurter Ausstellung baut sie in Schweden die erste Kraftübertragung von dreiphasigem Wechselstrom.
1967 übernimmt die BBC die Maschinenfabrik Oerlikon.
1987 fusionieren BBC und Asea zur ABB.
Die Geschichte der BBC begann mit der MFO, in der Brown und Boveri arbeiteten und mit ihren Erfolgen weltberühmt wurden.