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Am letzten Freitag verbuchte der Widerstand indischer Holcim-Beschäftigter einen Zwischenerfolg. Seit Jahrzehnten kämpfen die ArbeiterInnen, die sich in der Progressiven Zementarbeitergewerkschaft (Pragatisheel Cement Shramik Sangh, PCSS) vereint haben, für verbesserte Arbeitsbedingungen im Zementwerk des indischen Unternehmens ACC in Jamal, das seit 2005 dem Schweizer Zementkonzern Holcim gehört. Sie fordern insbesondere die Gleichstellung der LeiharbeiterInnen mit den Festangestellten (siehe WOZ Nr. 44/2014).
2011 hatte das oberste Gericht des Bundesstaats Chhattisgarh festgestellt, dass die Leihverträge Scheinverträge sind und dem Arbeitsrecht widersprechen. Das Gericht forderte Holcim auf, die LeiharbeiterInnen, die teilweise seit mehr als zwanzig Jahren bei ACC arbeiten und viel weniger verdienen, fest anzustellen. Holcim ging in Revision und verzögert damit eine Lösung, wie die schweizerische Solidaritätsstiftung Solifonds schreibt. Auch eine Klage wegen Verletzung der OECD-Richtlinien für mulitnationale Unternehmen beim schweizerischen Staatssekretariat für Wirtschaft hat offenbar zu keinen Ergebnissen geführt.
Am Freitagmorgen blockierten die Familien der LeiharbeiterInnen kurzerhand die drei Zufahrtstore zu einem neuen ACC-Holcim-Werk, das sich im Bau befindet. Kurz darauf standen Hunderte Bauarbeiter vor den Toren. Sie leiden gemäss PCSS ebenfalls unter miserablen Arbeitsbedingungen und seien bereits seit zwei Monaten nicht bezahlt worden. Sie sollen sich spontan mit den LeiharbeiterInnen und ihren Familien solidarisiert haben. Nach Arbeitsschluss kamen mehrere Hundert Beschäftigte des bestehenden Werks hinzu.
Schliesslich einigten sich das Management, die lokalen Behörden und die PCSS auf tripartite Verhandlungen. Bis zum Ende der Verhandlungen wird die Fabrikblockade ausgesetzt.