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Die ältesten Teile der Burgkirche von Valeria im hochromanischen Stil entstanden in den Jahren 1100 bis 1130. Nach 1130 baute man über der halbkreisförmigen Apsis polygonale (mehreckige) Fenstergeschosse und begann die Kirche über den Pfeilern mit einer Steintonne zu überwölben. Im 13. Jahrhundert erhielt das Chor ein gotisches Rippengewölbe und zwischen 1235 und 1267 versah man das Langhaus und die zwei Seitenschiffe nach dem Vorbild der Kathedrale von Lausanne mit einem Kreuzgurtengewölbe. Zum Abschluss dieser Bauperiode wurde ein Lettner eingebaut, der den Chorraum für die Geistlichkeit vom Schiff für die Laien trennt. Die Ausstattung der Valeriakirche widerspiegelt die Frömmigkeitsideale im Verlauf der Jahrhunderte. Zu "Unserer Lieben Frau von Valeria" kamen Pilger aus dem ganzen Bistum. Das Gnadenbild, eine gotische Marmorstatue der Madonna mit dem Jesuskind aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts, steht heute noch über dem Hochaltar.
Als die Kathedrale "Notre-Dame-du-Glarier" unten in der Stadt an Bedeutung gewann, konzentrierte sich die Verehrung der Gottesmutter Maria immer mehr auf diese Bischofskirche, und auf Valeria wurde die hl. Katharina von Alexandrien, die zweite Patronin des Wallis, besonders verehrt. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Chorwände mit den Bildern der Propheten und Apostel und der Landesheiligen geschmückt.
Die Kapelle des hl. Königs Sigismund erinnert an die Gründung der Abtei St-Maurice. Der Altar des hl. Karl d. Gr. erinnert an die Zeit, als die Bischöfe von Sitten ihre Herrschaftsrechte über das Wallis irrtümlicherweise auf eine Schenkung Kaiser Karl d. Gr. (768-814) an Bischof Theodul (2. Hälfte des 4. Jh.) zurückführten.
Erwähnenswert in der Valeriakirche sind u.a. auch die Chorstühle aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und die älteste spielbare Orgel der Welt von 1435. Die Kirche von Valeria wurde 1987 von Papst Johannes Paul II. mit dem Ehrentitel "Basilika" ausgezeichnet.
Wer sich während der Sommermonate einer Führung anschliesst, hat die Möglichkeit, auch den Chorraum zu besichtigen, der ansonsten nur für die Gottesdienste geöffnet wird.
Pfarrer Josef Lambrigger