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Der dritte Beitrag zum Thema Schulabsentismus beleuchtet mögliche Folgen und beschreibt das Behandlungsangebot in der Clienia.
Schulabsentismus beschreibt das unerlaubte Fernbleiben vom Unterricht aufgrund von unterschiedlichen Ursachen. Die Ursachen können in zwei Formen eingeteilt werden: die primär dissoziale und die primär ängstliche Form. Die primär dissoziale Form beschreibt das absichtliche Fernbleiben vom Unterricht aufgrund einer dissozialen Problemkonstellation. Die primär ängstliche Form schliesst verschiedene Ursachen in Zusammenhang mit Angst, wie Trennungsangst oder Schulangst, mit ein. Die Behandlung richtet sich nach Form und Ausprägung des Schulabsentismus. Die Ausprägung setzt sich aus Dauer und Muster der Absenzen zusammen. Bleiben Schüler dem Unterricht über eine längere Zeit fern, kann dies ernste Folgen nach sich ziehen. Es ist wichtig, diese Folgen zu kennen und einen ungünstigen Verlauf vorzubeugen. Das Behandlungsangebot richtet sich nach den Bedürfnissen des Kindes oder des Jugendlichen und kann je nach Ursache unterschiedlich aussehen.
Folgen von Schulabsentismus
Schulabsentismus kann eine Reihe unangenehmer Folgen nach sich ziehen. Ausschlaggebend dafür ist, wie ausgeprägt der Schulabsentismus ist und wie lange das Kind bzw. der Jugendliche dem Unterricht bereits fernbleibt. Bei einer schnellen, erfolgreichen Intervention können langfristige Folgen abgewendet werden. Besteht der Schulabsentismus jedoch längere Zeit, kommt es häufig zu Lerndefiziten und schlechten Zeugnisnoten. Dies kann dazu führen, dass betroffene Kinder und Jugendliche eine Klasse wiederholen müssen. Die schlechten Noten können zu einem niedrigeren Schulabschluss führen, was die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verringert. Letztendlich beeinflusst dies die Berufswahl sowie die Erfolgschancen in der Arbeitswelt. Die Lerndefizite erschweren weiterführende Ausbildungen. Dies kann das psychische Wohlbefinden senken und die Zukunftsperspektive von Betroffenen beeinträchtigen. Die Schule dient jedoch auch der Ausbildung von sozialen Kompetenzen. Wenn ein Kind die Schule über einen längeren Zeitraum nicht besucht, so wird die sozial-emotionale Entwicklung ungünstig beeinflusst. Die Entwicklung der Sozialkompetenz sowie die Ausbildung der Persönlichkeit leiden unter dem Fernbleiben der Schule. Zudem leiden Kinder und Jugendliche häufig psychisch unter sozialer Isolation oder dem fehlenden Anschluss zu Gleichaltrigen. In schweren Fällen gehören zu den Langzeitfolgen Kriminalität sowie Drogenabhängigkeit. Im Gegensatz dazu stellen gesunde zwischenmenschliche Beziehungen einen Schutzfaktor für Abhängigkeitserkrankungen und kriminelles Verhalten dar. Zuletzt stehen vermehrte schulische Absenzen in Zusammenhang mit dem Auftreten von psychischen Erkrankungen. Die fehlende soziale Einbindung begünstigt das spätere Auftreten von psychischen Störungen wie z.B. soziale Phobien, Depressionen und Zwangsstörungen.
Behandlungsangebot in der Clienia
Schulabsentismus führt zuerst zu einem vermehrten Austausch zwischen Schule und Familie. Wenn damit keine Besserung erreicht werden kann, werden weitere Institutionen, darunter psychiatrische Fachpersonen, hinzugezogen. Der schulpsychologische Dienst wird benachrichtigt und es kann eine Empfehlung für Erziehungsberatung ausgesprochen werden. Je nach Ursache für den Schulabsentismus ist eine psychiatrische Behandlung indiziert. Die Clienia bietet sowohl ambulante als auch stationäre Dienstleistungen an. Eine ambulante Behandlung ist indiziert, wenn dem Schulabsentismus psychische oder familiäre Ursachen zugrunde liegen. Eine stationäre Behandlung wird dann empfohlen, wenn der Schulbesuch nicht binnen weniger Monate sichergestellt werden kann oder schwerwiegende psychische Erkrankungen vorliegen. Zu Beginn der Behandlung wird eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung, die zum Schulabsentismus führt. Bei primär dissozialen Formen wird bei der Behandlung ein starker Fokus auf Erziehungsmassnahmen sowie Belohnungssysteme im Sinne eines Verstärkerplanes gelegt. Bei primär ängstlichen Formen liegt der Fokus auf der Behandlung der Angst. Die genauen Interventionen werden auf den Einzelfall und die individuellen Lebensumstände abgestimmt. Besonders wichtig ist dabei ein enger Austausch mit der Familie und der Schule sowie dem schulpsychologischen Dienst. Je nach Art der Grunderkrankung ist zusätzlich eine medikamentöse Therapie indiziert. Auch dies wird im Einzelfall geklärt und mit der Familie besprochen. Das Ziel der ambulanten sowie stationären Behandlung ist die Wiedereingliederung in die Schule. Eine adäquate Behandlung kann häufig ernste Folgen verhindern und das Kind bzw. der Jugendliche lernt Strategien, wie der regelmässige Schulbesuch gelingen kann.