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Polen: Gründung der Projektgesellschaft zur Umsetzung des Patnow-Kernkraftwerksprojekts eingeleitet
Die polnischen Energieunternehmen ZE PAK und Polska Grupa Energetyczna (PGE) haben einen Vorvertrag über die Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft unterzeichnet. Am Standort des stillzulegenden Kohlekraftwerks Patnow soll diese das Projekt zum Bau eines Kernkraftwerks mit Reaktoren des südkoreanischen Herstellers Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP) umsetzen.
ZE PAK und PGE unterzeichneten am 7. März 2023 einen Vorvertrag über die Gründung einer gemeinsamen Projektgesellschaft und legten die Eckpunkte der gemeinsamen Zusammenarbeit fest. Die Projektgesellschaft soll das Patnow-Projekt in Zentralpolen mit dem angestrebten Bau von Kernkraftwerkseinheiten des Typs APR-1400 von KHNP umsetzen. Der Gründungsantrag werde nun beim Office of Competition and Consumer Protection (UOKiK) eingereicht, welche ihn prüfen und dann hoffentlich schnell gutheissen werde, schrieben die beiden Unternehmen in einer Mitteilung. Sie werden je einen 50%-Anteil an der Projektgesellschaft halten und somit Entscheidungen gemeinsam treffen.
«Die Projektgesellschaft wird die polnische Seite in allen Phasen des Projekts vertreten, u.a. bei der Durchführung der Standort- und Umweltstudien, der Beschaffung von Finanzmitteln und der Ausarbeitung eines detaillierten Investitionsplans zusammen mit der koreanischen Seite, aber auch in den nachfolgenden Phasen bei der Einholung von Genehmigungen und Verwaltungsentscheidungen», gab ZE PAK bekannt.
Privatwirtschaftliches Patnow-Projekt geniesst Regierungssupport
Der Start zum Patnow-Kernkraftwerksprojekt erfolgte bereits am 31. Oktober 2022 mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen ZE PAK, PGE, KHNP, dem polnischen Ministerium für Staatsvermögen und dem koreanischen Ministerium für Handel, Industrie und Energie. «Das Hauptziel der Absichtserklärung besteht darin, einen Plan für den Bau eines Kernkraftwerks in Patnow auf der Grundlage der APR-1400-Technologie zu entwickeln», so ZE PAK, die das Kohlekraftwerk Patnow betreibt. Das Kohlekraftwerk mit zwei Blöcken soll im Rahmen der Dekarbonisierung des Energieerzeugungsportfolios des Unternehmens bis 2030 stillgelegt werden.
Das Patnow-Projekt soll konsequent vorangetrieben werden und wird das polnische Kernenergieprogramm – geplant ist das staatlich finanzierte Kernkraftwerk am Standort Lubiatowo-Kopalino – ergänzen. «Obwohl es sich [beim Patnow-Projekt] um ein privatwirtschaftlich organisiertes Projekt handelt, geniesst es die volle Unterstützung der polnischen Regierung», bekräftigte Jacek Sasin, der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Staatsvermögen. «Ich bin zuversichtlich, dass seine Umsetzung zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit und -unabhängigkeit Polens sowie zur Stärkung unserer Position auf der internationalen Bühne beitragen wird», so Sasin weiter.
Erste Abklärungen haben Standorteignung von Patnow bestätigt
Das Patnow-Projekt komme seit Oktober 2022 zügig voran. «Bis Ende 2022 erstellten die Projektpartner einen vorläufigen Plan für die Entwicklung eines Kernkraftwerks in Patnow und führten anschliessend weitere ergänzende Analysen durch», schrieb ZE PAK und merkte an: «Im Rahmen der Arbeiten zur Erstellung des Plans wurden vorläufige Analysen der geotechnischen, seismischen und ökologischen Bedingungen durchgeführt. Zudem wurden ein geschätztes Budget für die Vorbereitungsarbeiten und die Bauphase, mögliche Finanzierungsszenarien und ein Zeitplan mit Meilensteinen für die Projektdurchführung erstellt.»
Die ersten Analysen haben gemäss ZE PAK gezeigt, dass der Kohlekraftwerksstandort Patnow auch ein vielversprechender Standort für ein Kernkraftwerk ist: «Auf der Grundlage der bisher durchgeführten vorläufigen Analysen wurde festgestellt, dass der Standort für mindestens zwei APR-1400-Kernkraftwerkseinheiten mit einer Gesamtkapazität von 2800 MW in Frage kommt. Die Inbetriebnahme des ersten Blocks des Kernkraftwerks ist bereits 2035 möglich.» Für Patnow würden insbesondere die zentrale Lage im polnischen Stromnetz und die bereits bestehende Infrastruktur rund um die Stromerzeugung sprechen.
Quelle
B.G. nach ZE PAK und PGE, Medienmitteilungen, 8. März 2023
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