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Ein Zusammenschluss aus 21 Laboren weltweit will erforschen, wie das Gehirn von Mäusen Entscheidungen fällt. Das "International Brain Lab" soll damit Erkenntnisse liefern, für die jedes einzelne der Labore nicht genug Ressourcen hätte. Mit dabei ist auch die Universität Genf.
Es sei eine Weltpremiere in der Neurowissenschaft, schrieb die Uni Genf in einer Mitteilung zum Startschuss für das "International Brain Lab" am Dienstag. 21 Labore in den USA und Europa - darunter auch das von Alexandre Pouget von der Universität Genf - werden gemeinsam zu entschlüsseln versuchen, wie das Gehirn Entscheidungen fällt. Dazu sollen in allen beteiligten Laboren extrem standardisierte Experimente mit Mäusen durchgeführt werden.
Bei den Versuchen zeigen die Forschenden den Tieren einen nach rechts oder links verschobenen schwarzen Strich auf einem weissen Hintergrund. Die Mäuse müssen entscheiden, ob sich der Strich rechts oder links befindet, und ihn mithilfe eines aus Lego gebauten Rads wieder in die Mitte verschieben.
Das Experiment wird in allen Laboren exakt gleich ablaufen - mit hoch standardisiertem Versuchsaufbau und nach den gleichen Regeln, was das vorherige Training der Mäuse und den Versuch selbst angeht. Die einzelnen Teams werden dabei aber die Aktivität in unterschiedlichen Regionen des Gehirns messen. Insgesamt sollen so Daten zur Aktivität von 5000 bis 10'000 Nervenzellen zusammenkommen.
Eine solch umfassende Karte der Nervenzell-Aktivität sei noch nie dagewesen, schrieb die Universität Genf. Keines der Labore hätte die Ressourcen, diese Datenmenge auf eigene Faust zu gewinnen. Auf Basis dieser Daten wollen die Wissenschaftler Computermodelle der Entscheidungsfindung im Gehirn erstellen, um den jeweiligen Beitrag der einzelnen Hirnareale besser zu verstehen.