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Herkunft
Die Geschichte des Berner Sennenhundes
Die Vorläufer des Berner Sennenhundes lebten im bernischen Mittelland, im Emmental und im Voralpengebiet. Um 1900 herum traf man auf vielen Höfen Bauernhunde an, die zwar nicht ganz einheitlich im Äussern waren, die aber dennoch eine Einheitlichkeit in Bezug auf Grösse, Charakter und Zeichnung aufwiesen. Sie waren vor allem Hofwächter, später auch Käsereihunde, die an kleinen Wagen angespannt die Milchkannen zur Hütte zogen. Als kurz nach Beginn dieses Jahrhunderts ein bescheidener Berner Kaffeewirt einige Freunde dazu überredete, ihre «Dürrbächlerhunde» an einer Berner Hundeschau vorzuführen, ahnte er wohl nicht im entferntesten, dass diese schlichten Bauernhunde dereinst ihren Weg in alle Welt hinaus machen würden. Die schmucke Erscheinung und das freundliche spontane Wesen haben Tausende von Hundefreunden für sie eingenommen.
Zurückführend auf den Weiler und die Gaststätte "Dürrbach", wo diese Hunde am häufigsten anzutreffen waren, nannte man sie damals "Dürrbächler".
Zu dieser Zeit wurden ein paar Kaufleute und Züchter aus Burgdorf auf diese imposanten Hunde aufmerksam. 1902 wurden erstmals vier „Dürrbächler“ an einer Hundeausstellung vorgestellt. 1907 schlossen sich Züchter und Förderer dieser Hunde zusammen, gründeten den Schweizerischen Dürrbach-Klub und setzten einen einheitlichen Standard fest. In Anlehnung an die anderen drei Sennenhunderassen wurde 1913 der "Dürrbächler" zum "Berner Sennenhund" umbenannt.
Wir müssen uns damit zufrieden geben, festzustellen, dass der Berner Sennenhund seit der Jahrhundertwende aus bernischen Bauernhunden herausgezüchtet worden ist, deren Ursprung und Alter niemand mehr weiss. Vieles lässt vermuten, dass die Rasse sehr alt ist und wohl auch ganz auf dem hiesigen Boden gewachsen.
Als eigentlicher Initiant zur Förderung dieser bisher in Kynologenkreisen unbekannten Rasse muss Fritz Probst(1867-1945) betrachtet werden. Die «Dürrbächler» hatte er nicht nur bei seinen Streifzügen durch die Waldungen des Gurnigel- und Giebeleggebietes auf den abgelegenen Gehöften kennengelernt, er traf sie auch recht häufig in der Stadt, wo sie als Zughunde ihren Dienst versahen. Diese Rasse hatte er von Kind auf ganz besonders in sein Herz geschlossen. – Im Kreise der «Berna» fand Probst für seinen Gedanken, den «Dürrbachhunde» zu fördern und der Reinzucht zuzuführen, die nötige Unterstützung. An der Internationalen Hundeausstellung in Bern 1904, die die «Berna» mit grossem Aufwand durchführte, wurde erneut eine Versuchsklasse für «Schweizerische Hirtenhunde, Appenzeller Sennenhunde und Dürrbachhunde», ausgeschrieben. Diesmal erschienen sechs Hunde. Vier Hunde wurden mit Preisen ausgezeichnet und deshalb in Band 9 (1907) des Schweizerischen Hundestammbuches eingetragen.
Diese Ausstellung muss als der entscheidende Durchbruch betrachtet werden. Nicht nur fanden die Dürrbachhunde erstmals öffentliche Beachtung in der Kynologiewelt, sondern sie wurden von einigen Hundefreunden ins Herz geschlossen, die die Reinzucht nun an die Hand nehmen wollten. Dies waren in erster Linie einige Fabrikanten und Geschäftsleute von Burgdorf. Mit anderen Hunderassen, wie Bernhardinern, Neufundländern, usw. hatten sie bereits Zuchterfahrungen gesammelt und sich dem «Berna»-Kreis angeschlossen. Im «Dürrbächler» erkannten sie den Hund wieder, der früher auch um Burgdorf herum verbreitet gewesen war und dort geschätzt wurde. So beschlossen sie, sich Zuchthunde anzuschaffen und die Rasse neu aufzubauen.
Schon 1908 konnte der «Dürrbach-Klub» an der Internationalen Jubiläumsausstellung zum 25-jährigen Bestehen der SKG dem Sennenhundrichter Prof. Heim 22 Dürrbachhunde vorstellen, wovon rund die Hälfte aus den Stämmen der Burgdorfer Züchter stammten und die anderen neu aufgefunden worden waren. Damit hatte der «Dürrbächler» seinen Platz unter den anerkannten Hunderassen gefunden und sein Fortbestand war gesichert.
In Langenthal schlug Heim dem jungen Klub vor, den Hund, in Angleichung an die anderen schweizerischen Sennenhunde, doch «Berner Sennenhund» zu nennen, was bei den Burgdorfer und Berner Züchtern jedoch zunächst auf heftigen Widerstand stiess. Der Name ihrer «Lieblinge» sei «Dürrbachhunde», wurde vom Klub in der Tierbörse bekanntgegeben. Erst 1913 gaben sie dem Drängen der SKG nach. Für die Berner Bevölkerung ist er bis heute der «Dürrbächler» geblieben. Als «Berner Sennenhund» aber hat er sich im Laufe der Jahre nicht nur in Europa, sondern auch auf anderen Kontinenten Freunde gemacht.