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Pro Jahr werden in der Schweiz rund 550’000 Nagetiere, Katzen, Hunde, Affen, Fische und weitere Tierarten in Tierversuchen gequält und getötet. [1] Nicht in der Bundesstatistik aufgeführt sind diejenigen Tiere, die in den Laboren gezüchtet und getötet werden, ohne dass Tierversuche an ihnen durchgeführt wurden. Diese sogenannten «Überschüsse» sind praktisch unsichtbar, ihr Leid mindert das jedoch nicht.
Für Konsument:innen bedeutet dies: Mit dem Kauf tierversuchsfreier und veganer Kosmetik- und Hygieneartikel retten Sie weitaus mehr Tiere vor unvorstellbaren Qualen, als Ihnen womöglich bewusst war. Erfahren Sie hier mehr über die beschönigten Statistiken hinter Tierversuchen.
Offizielle Tierversuchs-Zahlen spiegeln nicht die Realität wider
Auch in der Schweiz werden Hunderttausende Tiere für Tierversuche in Forschung und Medizin gezüchtet – nur um dann getötet und wie Müll entsorgt zu werden. Während das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen regelmässig die Zahlen der in Versuchen eingesetzten Tiere veröffentlicht – darunter auch die vermeintlichen Schweregrade der Versuche – gibt es keine offiziellen Zahlen zu den «nicht eingesetzten» Tieren. Diese werden eigens für die Versuche gezüchtet, aber nicht in Experimenten «verwendet».
Die offiziellen Zahlen können daher nur als beschönigt angesehen werden: Schätzungen zufolge leiden mehr als das Doppelte der offiziell ausgewiesenen 550’000 Tiere im Rahmen von Tierversuchen für verschiedene Konsumgüter. [2] Für jedes Tier, das in der jährlichen Statistik auftaucht, werden also ein bis zwei weitere getötet.
Genmodifizierte Mäuse leiden besonders häufig als «Überschusstiere»
Mäuse sind hochsoziale Lebewesen, die genauso Einsamkeit, Stress und Angst verspüren wie beispielsweise Hunde und Katzen. Dennoch ist die Maus das am häufigsten für Tierversuche missbrauchte Tier. Allein in 2020 wurden 346’000 Mäuse laut zuständigem Amt in Experimenten gequält und getötet. Eine weitere Statistik deckt die tatsächlichen Zahlen auf: Laut dieser werden dreimal so viele Mäuse in Versuchslaboren geboren und aus dem Ausland importiert. [2]
Eine Sprecherin des zuständigen Bundesamtes gab zu, dass der überwiegende Teil der genmanipulierten Mäuse ohne «Einsatz» getötet werden würde. Dies bestätigte die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen, Swissuniversities. [3]
Das liegt daran, dass Mäuse häufig für die Erforschung von Krankheiten wie Krebs missbraucht werden – obwohl sich die Ergebnisse aus den Tierversuchen nachweislich kaum auf den Menschen übertragen lassen. Die Tiere werden gentechnisch so verändert, dass sie bestimmte Merkmale ausweisen sollen. Fehlen diese, werden die Tiere getötet.
«Da es sich um genetisch veränderte Tiere handelt, können diese nicht weitervermittelt […] werden» , erklärt Martina Weiss, Generalsekretärin von Swissuniversities.
So leiden Mäuse in Laborzuchtanlagen
In den sogenannten Laborzuchtanlagen werden Mäuse entgegen ihren natürlichen Bedürfnissen in dauerhaft grellem Licht unter permanent hohem Stresslevel gehalten und gezüchtet. Nach nur zwei bis drei Wochen werden junge Mäuse von ihren Müttern getrennt.
Die eigentlich nachtaktiven Nagetiere fristen ihre kurzen Leben in winzigen sterilen Käfigen, in denen sie sich kaum auf die Hinterbeine stellen können. Sie werden grob am Schwanz gepackt und müssen in unbekannten Sozialgruppen leben. Die beengten Lebensbedingungen unter dauerhaftem Stress mit lauter Geräuschkulisse können zu Aggressionen und Kämpfen unter den Tieren führen – Fluchtmöglichkeiten haben unterlegene Tiere nicht. Schmerzhafte Wunden gehören daher zu ihrem Alltag.
Nicht nur Mäuse leiden von ihrer Geburt bis zu ihrer Tötung in solchen Zuchtanlagen: Auch Katzen, Hunde, Kaninchen oder Affen werden für die wissenschaftlich ungenauen und überflüssigen Experimente gezüchtet. Kein Tier hat ein derart qualvolles Dasein verdient.
Helfen Sie jetzt Tieren – Ihre Stimme für ein Europa ohne Tierversuche
Wenn Sie eine EU-Staatsbürgerschaft haben, dann werden Sie jetzt aktiv und unterstützen Sie die Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen Kosmetik-Tierversuche. Mit Ihrer Unterschrift setzen Sie ein europaweites Zeichen für den Schutz kosmetischer Mittel ohne Tierquälerei und ohne Tierversuche.
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QUELLEN
[1] Schweizerische Eidgenossenschaft Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (22.09.2021): Bericht Tierversuchsstatistik 2020, https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/tiere/tierversuche/bericht-tierversuchsstatistik.html, (eingesehen am 18.01.2022)
[2] Schweizerische Eidgenossenschaft Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen: Versuchstierhaltungen 2020, https://www.tv-statistik.ch/de/versuchstierhaltungen/, (eingesehen am 18.01.2022)
[3] Neue Zürcher Zeitung (08.01.2022): In der Schweiz werden doppelt so viele Labortiere getötet wie ausgewiesen, https://nzzas.nzz.ch/schweiz/doppelt-so-viele-tote-labortiere-ld.1663772?reduced=true, (eingesehen am 18.01.2022)