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Seit dem Beginn des arabischen Frühlings in Tunesien tut sich das Land schwer mit der Aufgabe einen neuen Staat zu bilden. Die Basis für eine stabile Demokratie zu legen braucht viel Zeit und ist keine leichte Aufgabe. Doch viele Leute – v.a. im Landesinnern und im Süden – begreifen nicht, warum sich seit der Flucht von Ben Ali noch nicht viel verändert hat. Die Leute sind ärmer denn je, frustriert und wollen Resultate sehen. Da die Schweiz den Prozess zur Demokratie und zur wirtschaftlichen Entwicklung als einer der ersten Staaten aktiv unterstützt, hatte ich in den letzten Tagen die Gelegenheit mit einer Kommission einige Projekte vor Ort zu besuchen. Die Schweizer Einsätze reichen von der Begleitung eines regionalen Radiosenders zur Förderung der Meinungs- und Pressefreiheit über die Hilfe für die Schaffung eines demokratischen Wahlsystems. Es werden Beiträge zur Gründung von kleinen Unternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen geschaffen, um der extrem hohen Arbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Ich sah Bewässerungsprojekte, welche dazu dienen den Bauern wieder eine Perspektive zu geben. In Gesprächen mit Frauen hörte ich die grosse Angst, dass extreme islamische Kräfte ihre Frauenrechte wieder einschränken könnten u.v.m.
Es war eine herausfordernde Reise in einem Spannungsfeld, welches geprägt ist von einer jahrelangen autoritären Herrschaft, monatelangen Protesten und wirtschaftlicher Not. Es ist richtig, dass sich die Schweiz dort engagiert.