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Auch Oscar-Anwärter fingen bescheiden an
Die Zeit zwischen den Golden Globes und den Academy Awards gilt in Hollywood landläufig als «Awards Season». Anlässlich der Veröffentlichung der diesjährigen Oscar Nominationen werfen wir einen Blick auf die bescheidenen, unerwarteten und gelegentlich peinlichen Anfänge der grossen Namen, die am 27. März einen Academy Award abräumen könnten.
Will Smith, doppelt nominiert als bester Hauptdarsteller und Produzent für «King Richard»
Nach «Das Streben nach Glück» und «Ali» sind das die dritte und vierte Oscar-Nomination für Will Smith, dessen Anfänge allerdings kaum auf derart renommierte Auszeichnungen hinwiesen. Zusammen mit DJ Jazzy Jeff bildete Smith als «The Fresh Prince» in den 80er Jahren ein Rap-Duo, das mit dem Song «Parents Just Don’t Understand» sogar einen Grammy einheimsen konnte. Ein Jahr später ging Smith solo und wurde der Star der Sitcom «Der Prinz von Bel-Air», die lose auf seinem Leben basierte und weltweit ausgestrahlt wurde. Filmrollen in Kassenschlagern wie «Bad Boys – Harte Jungs» oder Roland Emmerichs «Independence Day» machten ihn zum Action Helden, aber die frühe, feinfühlige Darstellung eines charmanten, jugendlichen Hochstaplers in «Six Degrees of Separation» (Das Leben – Ein Sechserpack) liess ahnen, dass Smith eines Tages Oscars einheimsen könnte.
«Das Leben – Ein Sechserpack» gibt es bei Teleboy zu mieten.
Denzel Washington, nominiert als bester Hauptdarsteller in «Macbeth»
Denzel Washington gehört zu den besten Schauspielern seiner Generation, da sind sich die Kritiker einig. Umso überraschender ist es, dass der doppelte Oscar-Gewinner (Glory, Training Day) seine Anfänge in einer TV-Soap-Opera hatte. In den 80er Jahren heilte er sechs Jahre lang als Dr. Phillip Chandler in «Saint Elsewhere» (Chefarzt Dr. Westphall) die Wunden seiner Patienten und brach gleichzeitig die Herzen seiner Zuschauer:innen.
«The Equalizer» mit Denzel Washington läuft am 19.2. um 13:00 Uhr auf Film 4
Kristen Stewart, nominiert als beste Hauptdarstellerin für «Spencer»
Als Kind von Showbiz-Eltern begann Stewart schon mit acht Jahren mit der Schauspielerei im Disney-Film «Das dreizehnte Jahr», nachdem sie bei einer Schulaufführung entdeckt wurde. Nach mehreren Kleinrollen spielte Stewart 2002 die 12-jährige zuckerkranke Tochter von Jodie Foster in David Finchers «Panic Room», eine Rolle, die schon damals ihr Talent zeigte. Allerdings liess uns ihre Figur Bella Swan, die Vampir-Liebhaberin in der von Kritikern verrissenen «Twilight» Saga, etwas vergessen, wie talentiert Stewart eigentlich ist.
«American Ultra» mit Kristen Stewart läuft am 26.2. um 20:15 Uhr auf 4+
Leonardo DiCaprio, Cast von «Don’t Look Up», nominiert als bester Film
Auch schon als Kind als Schauspieler tätig war Leonardo DiCaprio. Der Sohn der alleinerziehenden deutschen Mutter Irmelin Indenbirken hatte einige seiner ersten Auftritte in Werbespots z.B. für Matchbox Spielzeugautos, Bubble-Yum Kaugummi, Kraft Käsescheibletten und Fruit Loops Frühstücksflocken. Das war jedoch als 14-jähriger. Als 19-jähriger war er schon zum ersten Mal für einen Oscar als bester Nebendarsteller in «Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa» nominiert. Sechs weitere Nominationen folgten und 2016 gewann er den Academy Award endlich für «The Revenant – Der Rückkehrer».
«The Man in the Iron Mask» mit Leonardo DiCaprio läuft am 19.2. um 20:30 Uhr auf 5Star
Ariana DeBose, nominiert als beste Nebendarstellerin für «West Side Story»
Steven Spielbergs Anita hakt einige der Oscar-Superlativen ab. DeBose ist die erste Afro-Latina queer Person, die für einen Schauspiel-Oscar nominiert ist und sie ist wahrscheinlich auch die erste, die ihren Anfang in einer Reality-TV-Show hatte. Sie nahm 2009 als 18-jährige am Fernseh-Tanzwettbewerb «So you think you can dance» teil, wo sie aber schon als erste aus der Show gewählt wurde. Diese «öffentliche Demütigung», wie sie es selber beschreibt, habe sie angespornt und führte zu Broadway-Erfolgen in «Hamilton», einer Tony-Nomination für das «Donna Summer Musical» und einem Golden Globe-Award für ihre Rolle in «West Side Story».
Kirsten Dunst, nominiert als beste Nebendarstellerin für «The Power of the Dog»
Dunst war schon als Baby ein Profi. Die Tochter des deutschen Vaters Klaus Dunst wuchs nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrer Mutter Inez in Los Angeles auf, wo sie für die Ford Modell Agentur als Fotomodell arbeitete. Höhepunkt dieser Karriere war ihr Foto als Kleinkind auf dem Buchumschlag der in den USA beliebten Kinderbuchserie «The Babysitters Club». Sie erwähnte kürzlich in einem Interview, dass sie ihrer Arbeit als Kind gegenüber zwiespältige Gefühle hätte. «Ich habe meine Mutter lange verurteilt, dass sie mich als Kind hat arbeiten lassen», meint die Schauspielerin, die heute selber Mutter von zwei Söhnen ist. «Aber, wir brauchten das Geld. Meine Mutter hat nur mein Bestes gewollt.» Schliesslich führte die Model-Arbeit zu ihrer Paraderolle als kindlicher Vampir in «Interview mit einem Vampir», der Brad Pitt küsst, und zu einer lebenslangen Karriere als Schauspielerin.
«Interview mit einem Vampir» mit Kristen Dunst findet ihr auf Teleboy.
Beyoncé, nominiert als Co-Autorin des Titelsongs «Be Alive» aus dem Film «King Richard»
Bevor sie mit der Girl-Band Destiny’s Child Hits wie «I’m a Survivor» landete oder ihr erfolgreiches Soloalbum «Lemonade» lancierte, arbeitete die sechsjährige Beyoncé Knowles im Coiffeur-Laden ihrer Mutter und fegte die Haare vom Boden. «Ich sang jeweils für die Kundinnen, die sich die Haare glätten oder wickeln liessen», verriet sie in einem Interview im Essence Magazin. Tinas Kundinnen schwärmen wohl heute noch von Beyoncés Privatkonzerten.
Die 94. Verleihung der Academy Awards findet am 27. März in Hollywood statt.