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Oberhalb der Stadt Chittaurgarh liegt auf einem langgestreckten Felsrücken die gleichnamige Festung, die seit dem 8. Jahrhundert Sitz der „Leute vom Sonnenclan“ war, dem obersten der 36 Rajputen-Clans. Berühmt ist die Festung auf Grund von Ereignissen, die sich hier in den Jahren 1303, 1535 und 1567 abgespielt haben, wobei allerdings Dichtung und Wahrheit nicht genau unterschieden werden können. In allen drei Fällen leisteten die Rajputen den Moslems bei deren Versuch, die Festung zu erobern, erbitterten Widerstand: als die Lage hoffnungslos war, begingen die Frauen zusammen mit ihren Kindern kollektiven Selbstmord, den Jauhar, und die Männer kämpften bis zum letzten Mann vor den Toren der Festung. Noch heute wird dieser Ort von den Hindus mit grosser Ehrfurcht besucht.
Zur Festung hinauf gelangt man durch mehrere Tore. Die Anlage wirkt verlassen und ziemlich verfallen. Spuren von Zerstörung und Wiederaufbau sind im Mauerwerk einzelner Gebäude sichtbar: Teile der zerstörten Hindu-Heiligtümer wurden beim Wiederaufbau der Festung verwendet. Dem 16. Furtbereiter Shantinatha wurde hier ein überaus reich dekorierter Tempel gebaut.
In der Nähe der Festung liegt der Mirabai-Tempel, der nach der Gemahlin des Herrsches Rana Kumbha benannt wurde. Sie verehrte in ihren Gedichten und Liedern geradezu hymnisch den Gott Krishna. Hier befindet sich auch der Siegesturm, den Rana Kumbha anlässlich seines Sieges über die Moslems 1440 hatte errichten lassen. Nahe bei dem Turm amüsieren sich einheimische Touristen: Frauen lassen sich in fantasievollen Gewändern, die man hier mieteten kann, fotografieren.