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- Die Piloten des 2016 beim Gotthard-Hospiz abgestürzten Superpumas der Armee trifft am Unglück keine Schuld.
- Zu diesem Ergebnis kommt die Flugunfalluntersuchung der Militärjustiz, das Verfahren ist damit abgeschlossen.
- Beim Unglück waren zwei Militärpiloten ums Leben gekommen, nachdem sie eine Freileitung touchiert hatten.
Die touchierte Leitung war laut dem Untersuchungsbericht des militärischen Untersuchungsrichters auf keiner Karte verzeichnet. «Es ist davon auszugehen, dass sie vorgängig von keinem Crewmitglied bemerkt wurde», heisst es in einer Mitteilung der Militärjustiz.
Die Crew agierte im Spielraum, den die geltenden Vorschriften den Piloten bezüglich Landungen in kabelverseuchtem Gebiet offenlässt.
Obwohl sich der Helikopter in einem Gebiet mit vielen Freileitungen befand, kommt der Bericht zum Schluss, dass der Absturz weder den Piloten, noch dem Flughelfer vorgeworfen werden könne. Demnach seien die Flug- und Landevorbereitungen vorschriftsgemäss durchgeführt worden.
Das war das Drama auf dem Gotthard
Der Super-Puma der Schweizer Armee war am 28. September 2016 kurz nach dem Start rund 50 Meter vom Gotthard-Hospiz entfernt abgestürzt. Er hatte eine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit vier französischen Offizieren und mehreren Schweizer Begleitern zur Besichtigung einer militärische Anlage auf den Gotthard geflogen.
Bei einem 360-Grad-Überflug über das Landegebiet hatten sich die Piloten gemäss dem Untersuchungsbericht für einen alternativen Landeplatz südlich des Gotthard-Hospizes entschieden. Dort landete der Helikopter um 11:45 Uhr. Nachdem die Passagiere den Helikopter bei drehendem Rotor verlassen hatten, schloss der Loadmaster die Türen.
Notlandung war nicht mehr möglich
Danach stieg der Helikopter vertikal auf und die Piloten setzten zu einem Vorwärtsflug an. Rund acht Sekunden später berührten die Rotorblätter eine Freileitung, die gemäss Schlussbericht auf keiner Flughinderniskarte eingezeichnet war.
Durch die Kollision wurden die Rotorblätter so stark beschädigt, dass der Helikopter flug- und steuerunfähig wurde und die Piloten nicht mehr notlanden konnten. Etwa fünf Sekunden später stürzte der Helikopter ab. Die beiden Piloten konnten nur noch tot geborgen werden, der Loadmaster überlebte den Absturz verletzt. Der Helikopter wurde vollständig zerstört.
Vorschriften für Flugverfahren sollen auf den Prüfstand
Der Untersuchungsrichter empfiehlt jedoch zu prüfen, ob die geltenden Vorschriften zum An- und Abflugverfahren, insbesondere für «kabelverseuchtes» Gebiet, anzupassen seien. Ebenso solle geprüft werden, ob weitere Massnahmen zur Vermeidung von Kollisionen zu ergreifen seien.