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Warum der Konzern sich in Asien nicht stärker aufs Gas drückt, beantwortet Riedener folgendermassen: "2008 haben wir die Entscheidung getroffen, welche Weltgegenden uns interessieren. Damals war auch Asien auf dem Radar. Ich war persönlich dort, hatte viele Termine, auch mit Investmentbankern. Meine Frage war immer: 'Zeigt mir bitte die Erfolgsmodelle'." Die meisten hätten diese Frage nicht beantworten wollen. Das habe ihn in der Erkenntnis bestätigt, dass kein ausländischer Milchverarbeiter in China nachhaltig Geld verdiene.
Laut Riedener wird das Geschehen in Asien aber "immer wieder" analysiert. Man müsse aber realistisch bleiben: "Wir sind ein relativ kleines Unternehmen, unsere Gegner sind Weltgiganten." Derzeit sei Emmi in zwölf Ländern aktiv, vielleicht könnten es 15 werden. "Können wir 25 haben? - Ich glaube, das wäre Selbstüberschätzung", so der Emmi-CEO.
NICHT NEUER MIGROS-CHEF
Riedener liess zudem durchblicken, dass Emmi derzeit eine Kooperation mit dem Internet-Giganten Amazon auslotet. "Wir sind am Diskutieren und Abtasten", sagte er. Das Preisbildungsmodell bei Amazon hält er allerdings für "schwierig". Denn grundsätzlich bestimme der Händler den Endverkaufspreis. "Amazon aber behält seine Marge in jedem Fall. Das ist in der Kalkulation für den Hersteller relativ hässlich." So eine Klausel würde Riedener für den Hersteller und Lieferanten Emmi mit Amazon nicht eingehen.
Bei Spekulationen über seine Person als neuer Migros-Chef und Nachfolger von Herbert Bolliger blieb Riedener im Gespräch derweil kurz angebunden. Auf die Frage, ob er es werde, sagte er lediglich: "Das glaube ich nicht."
uh/yr
(AWP)