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Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die sich primär im Nasen-Rachen-Kehlkopf-Raum abspielt. Toxine, die von manchen Stämmen der Diphtheriebakterien gebildet werden, können lebensgefährliche Auswirkungen auf Herz, Kreislauf, Nervensystem und andere Organe haben.
Früher gab es immer wieder Epidemien. In Mitteleuropa wurde die Diphtherie durch verbesserte Hygiene zunächst stark eingedämmt und später durch konsequentes Impfen nahezu ausgerottet. Sporadisch werden noch Fälle aus Osteuropa eingeschleppt, aber auch Fernreisen und das Unterlassen der Impfung begünstigen die Zunahme von Erkrankungen. Eine bedeutende Epidemie in Russland forderte 1994/95 viele Tote. In Teilen der Dritten Welt ist die Diphtherie noch immer endemisch.
fortwährendes oder wiederholtes Vorkommen einer Krankheit in einem geographisch begrenzten Gebiet (Endemiegebiet). Der Krankheitserreger ist in dieser Region dauernd vorhanden. Adjektiv: endemisch.
Gehäuftes Vorkommen einer Krankheit in einem begrenzten Gebiet während einer bestimmten Zeit (geographisch und zeitlich limitiert). Adjektiv: epidemisch.
Der Körper ist Umwelteinflüssen ausgesetzt, z.B. Krankheitserregern, Schadstoffen irgendwelcher Art oder Strahlung.
Verunreinigung, Verseuchung. Adjektiv: kontaminiert.
Übertragung von Krankheitserregern durch Verschmieren von Wundabsonderungen, Schleim oder Stuhl eines Erkrankten (z.B. kontaminierter Finger am Mund), durch direkten Kontakt mit Patienten oder durch Berühren von kontaminierten Gegenständen.
Übertragung von Krankheitserregern über den „Luftweg“, also durch Sprechen, Husten oder Niesen.
Giftige Substanz, die von Krankheitserregern, Pflanzen oder Tieren gebildet wird. Adjektiv: toxisch.
durch chemische und physikalische Behandlung entgiftete Toxine, die für eine Impfung verwendet werden können.
Substanz, die ein Toxin neutralisiert (Gegengift, Heilserum).
Erreger sind Diphtheriebakterien (Corynebacterium diphtheriae), die durch Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) von einem Menschen zum anderen weitergegeben werden, selten durch Schmierinfektion. Auch Personen, die nicht in typischer Weise erkranken, können Überträger der Bakterien sein. Das Toxin der Bakterien der hemmt die Eiweisssynthese in menschlichen Zellen, was zum lokalen Zelltod (Nekrose) und zu den bekannten Symptomen führt.
Abhängig von der Eintrittspforte und der Lokalisation der Bakterien bzw. des Toxins treten nach ein bis fünf Tagen unterschiedliche Symptome auf.
Die Sterblichkeit der Diphtherie liegt heute bei 5 bis 10%, bei verzögerter oder unzureichender medizinischer Versorgung kann sie deutlich höher sein. Nach durchgemachter Krankheit besteht nicht immer eine Immunität, und wenn, dann hält sie nicht lebenslang an.
Das vorbeugende Impfen mit dem Toxoid ist der beste Schutz gegen Diphtherie.
Eine Arztkonsultation ist angezeigt, wenn oben beschriebene Symptome auftreten. Dies gilt insbesondere, wenn sie während oder kurz nach einer Reise in Osteuropa (speziell Russland) oder in aussereuropäische Länder bemerkt werden, wo Diphtherie endemisch ist.
Das noch nicht in Zellen eingetretene Toxin muss durch die Gabe von Heilserum (Antitoxin) wirkungslos gemacht werden, einmal von Zellen aufgenommenes Toxin lässt sich hingegen auch durch das Antitoxin nicht mehr unschädlich machen. Die Therapie besteht demnach im sofortigen Spritzen des Heilserums gegen das Bakteriengift und gegen die Vermehrung der Erreger in der zusätzlichen Gabe von Antibiotika. An Diphtherie erkrankte Personen werden isoliert und es besteht Meldepflicht ans BAG.
Intensivmedizinische Massnahmen wie Intubation oder Luftröhrenschnitt und eventuell künstliche Beatmung können bei Erstickungsgefahr nötig sein. Akute Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Nierenversagen erfordern gleichfalls Intensivtherapie.