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Spotlight: Politische Felder
Auf grossen Graffitis nahe des Berner Hauptbahnhofs konnte man lange Zeit lesen: «Unsere Freiheit stirbt mit der Sicherheit.»
Damit sind zwei wichtige politische Felder angesprochen, die in den letzten Dekaden grosse Bedeutung erlangt haben. (Inter-)nationale Behörden weltweit geben der Sicherheit die Priorität und schränken mitunter die Freiheit des Individuums ein. Über diese Praxis lässt sich trefflich streiten!
Das Abwägen zwischen Sicherheit und Freiheit ist aber kein neues Phänomen. Das Verhältnis beider Begriffe zueinander wird schon im Ersten Testament/der Hebräischen Bibel – vor mehr als 2500 Jahren – diskutiert. Der Durchzug der Israeliten durchs Rote Meer (Exodus 15) ist als Befreiung von der Unterdrückermacht Ägypten zu verstehen. Erst einige Kapitel später sind die Zehn Gebote dokumentiert, um die geschenkte Freiheit aufrechtzuerhalten und zu sichern. Damit muss auch jedem klar sein: Das Judentum ist nicht einfach eine Gesetzesreligion. Zuerst das Geschenk der Befreiung am Schilfmeer (Freiheit), dann die Gebote (Sicherheit).
Das Erste Testament kommt also mit einem Entwurf daher, über den wir nachdenken sollten: Die Grundlage ist die Freiheit (– so übrigens auch im Christentum: Das Evangelium macht frei). Die Freiheit muss durch einen festen Rahmen erhalten bleiben und darum kann Freiheit nie ohne Sicherheit, aber auch Sicherheit nie ohne Freiheit existieren.
Text: Florian Lippke
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Ausschnitt aus dem Miriamlied /
Schilfmeerlied 2. Mose 15
© Bibel+Orient Museum Freiburg CH