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Frage: Ich bin 25-jährig und möchte eine Wohnung für 540 000 Franken kaufen. Ich habe so gut wie keine eigenen Mittel. Meine Eltern würden mich unterstützen, haben aber ihr Vermögen in ihr Haus gesteckt und daher keine liquiden Mittel. Erhalte ich eine Hypothek mit null Eigenkapital mittels Bürgschaft der Eltern? An der Tragbarkeitsrechnung würde es nicht scheitern. T.B. in P.
Grundsätzlich ist alles möglich, sofern die Bank einverstanden ist. Sie müssen dem Geldinstitut nur genügend Sicherheiten bieten, dann wird es Ihnen gerne die Wohnung finanzieren.
Allerdings wird das mit der Bürgschaft kaum funktionieren. Denn Bürgschaften werden als zusätzliche Sicherheit von den Banken nur in speziellen Fällen akzeptiert. Es ist nicht immer einfach, Bürgschaften in Geld umzuwandeln. Zusätzlich stellt sich in Ihrem Fall die Frage, ob Ihre Eltern derart solvent sind, dass die Bürgschaft auch wirklich etwas zählt. Wenn Sie sagen, Ihre Eltern verfügten über keine liquiden Mittel, dürfte auch eine Bürgschaft Ihrer Eltern nicht als sehr wertvoll eingestuft werden.
Ich sehe andere Möglichkeiten: Ihre Eltern könnten die Hypothek auf ihrem Haus samt Umschwung erhöhen. Mit dem daraus gelösten Geld könnten Ihnen Ihre Eltern ein Darlehen gewähren. Ein solches Darlehen betrachten die Banken als Eigenkapital. Möglich ist auch, dass Ihre Eltern bei der Bank einen Schuldschein ihres Hauses hinterlegen, der noch nicht belehnt ist.
Eine andere Möglichkeit wäre die Verpfändung des Wertschriftenportefeuilles Ihrer Eltern, sofern ein solches vorhanden ist. Sie sagen zwar, Ihre Eltern seien nicht liquide. Vielleicht besitzen sie aber Wertschriften, die sie nicht verkaufen möchten. In diesem Fall könnten sie diese verpfänden. In der Folge hätten Ihre Eltern während der Verpfändung aber keine Möglichkeit, über die Wertschriften zu verfügen. Falls Ihre Eltern eine Sparversicherung abgeschlossen hätten, könnte auch diese verpfändet werden. Von all diesen Lösungen ist das Darlehen am einfachsten, vor allem dann, wenn es zinsfrei gewährt wird.
Üblicherweise verlangen Hypothekarbanken ein Eigenkapital in Höhe von mindestens 20 Prozent des Kaufpreises. Von der Credit Suisse weiss ich, dass sie sich unter Umständen auch mit einem Eigenkapital von 5 Prozent begnügt, sofern die Sicherheiten gegeben sind. In Ihrem Fall wären das 27 000 Franken. Doch mit null Franken Eigenkapital wird es trotz Unterstützung der Eltern schwierig sein, eine Hypothek zu bekommen.
Auf eine weitere gängige Möglichkeit bin ich bewusst nicht eingegangen: die Verpfändung des Pensionskassenguthabens. Ich gehe davon aus, dass bei Ihnen mit Alter 25 das Pensionskassenkapital noch nicht hoch genug ist, um der Bank die erforderlichen Sicherheiten zu geben.
Erschienen im CASH am 12. Oktober 2006