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Prospektive und retrospektive Risikobeurteilung von Pestiziden
Im Rahmen des europäischen Grossprojekts PARC (PARC = Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals) zur Risikobewertung von Chemikalien untersucht das Oekotoxzentrum die Risikobewertung von Pestiziden in den verschiedenen rechtlichen Rahmenwerken. Die Wirkung von Pestiziden (Pflanzenschutzmittel und Biozide) wird sowohl im Rahmen ihrer Zulassung (prospektive Risikobewertung) als auch zur Bestimmung von Umweltgrenzwerten (retrospektive Risikobewertung) bestimmt. Dadurch können für jede Substanz, je nach Einsatzgebiet, bis zu 3 unterschiedliche regulatorische Effektwerte existieren, da sich die Geltungsbereiche und Schutzziele der verschiedenen Rechtsrahmen unterscheiden: RAC (regulatory acceptable concentrations) aus dem Pflanzenschutzmittel-Zulassungsverfahren, PNEC (predicted no effects concentrations) aus der Biozidprodukteverordnung und EQS (environmental quality standards) aus der Umweltgesetzgebung.
In einem ersten Schritt analysieren die Forscherinnen die Eigenschaften und Ähnlichkeiten zwischen der prospektiven und der retrospektiven Risikobewertung von Pestiziden, um mögliche Limitationen und Widersprüche des Systems aufzuzeigen. In einer zweiten Phase untersuchen sie die Effekte in Bächen in Landwirtschaftsgebieten, die die Stoffe in Konzentrationen oberhalb ihrer Effektwerte enthalten. Die Resultate sollen zeigen, wie die unterschiedlichen Effektwerte verwendet und interpretiert werden sollten. Auf dieser Basis möchten die Forscherinnen einen Vorschlag für die Regulatoren in den verschiedenen Rechtsrahmen entwickeln, wie diese am besten zusammenarbeiten sollten und wie die Ansätze aneinander angeglichen werden könnten.