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In diesem Buch wird der Humanismus-Diskurs in einigen Dramen, die heute als unbekannt bzw. nicht kanonisiert gelten, untersucht. Aufgrund der unmenschlichen Praktiken und Verbrechen der Nationalsozialisten, des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges und dessen katastrophaler Folgen für die ganze Menschheit sah man den Humanismus und alle menschlichen Werte, Normen und Sitten nach 1945 skeptisch. Gleichzeitig gab es Aufrufe zur Rückkehr zum Humanismus, um den Menschen aus dem Unsinn der Welt zu retten. Die humanistische Weltanschauung wurde in vielen dramatischen Werken adaptiert und thematisiert. Die Thematik und das Motiv des Humanismus wurden jedoch so modifiziert, dass sie mit bestimmten kulturpolitischen und religiös-christlichen Ideologien assoziiert wurden. Der Humanismus-Aspekt fand bisher in der germanistischen Dramenforschung wenig Beachtung. Außerdem beschränkten sich die literaturwissenschaftlichen Untersuchungen, die sich mit diesem Aspekt beschäftigten, auf die kanonisierten Autoren. Obwohl das deutsche Drama der Nachkriegszeit durch unterschiedliche Perspektiven gekennzeichnet war, gehört der Humanismus zu den wesentlichen Aspekten, deren Ziel die Darstellung eines neuen Menschenbildes war. Dieser humanistische Aspekt ist der Schwerpunkt dieses Bandes.
Autorentext
Emad Alali studierte Anglistik, Germanistik und Politikwissenschaft an den Universitäten Damaskus und Leipzig und promovierte zum Humanismus-Diskurs im Drama der Nachkriegszeit. Seine Forschungsinteressen gelten der deutschen Literatur der Nachkriegszeit, politischer Literatur und der vergleichenden Literaturwissenschaft.