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Förderthema:
Ländliche Entwicklung
Region:
Kirehe/Gisagara/Gahenke/Rwamagana, Ruanda
Lokaler Partner:
Urwego Opportunity Bank (UOB)
Projekt Nr.
20202
Projektlaufzeit:
Juli 2014 bis 2017
Projektkosten:
CHF 660’000
Ländliche Entwicklung
Kirehe/Gisagara/Gahenke/Rwamagana, Ruanda
Urwego Opportunity Bank (UOB)
20202
Juli 2014 bis 2017
CHF 660’000
Die Mais-, Reis- und Milchbauern arbeiten in genossenschaftlich organisierten Kooperativen zusammen. In Schulungen lernen sie, wie sie durch bessere Anbau- und Düngemethoden ihre Ernte steigern können. Während einer vorangegangenen Pilotphase konnten die ersten Bauern eine jährliche Ertragssteigerung bei Reis von durchschnittlich 30 % erzielen. Durch die Stärkung der Kooperativen werden die Bauern und Bäuerinnen ihre Produkte direkt vermarkten und dadurch den Verkaufspreis erhöhen können.
Der kleine Binnenstaat Ruanda liegt im östlichen Zentralafrika. Ruanda ist mit rund 10 Mio Einwohnern der am dichtesten besiedelte Staat Afrikas. Etwa 78 % der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze und 29 % der Bevölkerung leidet an Unterernährung. Durch die Auseinandersetzung zwischen Hutu und Tutsi wurde Ruanda im Jahr 1994 in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen. Ein Grossteil der Bevölkerung, die den Genozid überlebte, verarmte. Ausserdem zogen sich ausländische Kapitalgeber zurück. Mittlerweile befindet sich die Wirtschaft Ruandas in einer stabilen Wachstumsphase. Jedoch fehlen der ländlichen Bevölkerung das Kapital und das Wissen für eine Steigerung der Ernteerträge. In den ländlichen Regionen leben über 90 % der Bevölkerung, wo sie als Klein- und Subsistenzbauern arbeiten. Wie in vielen anderen von Armut geprägten Ländern vergeben die kommerziellen Banken in Ruanda kaum Geld an Menschen ohne Sicherheiten. Dadurch fehlt es gerade den kleinbäuerlichen Familien an Kapital, um ihre Ernteerträge zu erhöhen. So bleiben sie in einer Armutsspirale gefangen.
Insgesamt 3‘000 Kleinbauern und 150 Milchbauern in den südlichen und östlichen Provinzen Ruandas sollen mit Landwirtschafts-Krediten ihr Einkommen steigern. Besonders Bäuerinnen werden gestärkt, weil sie schlechter ausgebildet sind als Männer. Gerade alleinstehende oder verwitwete Frauen haben einen schlechteren Zugang zu Kapital, Land und Märkten. Durch begleitende landwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Schulungen werden die Kleinbauern befähigt, ihre Anbauaktivitäten zu optimieren und ihre Ernteerträge zu erhöhen. Die Milchbauern nutzen das Wissen aus den Schulungen, um ihre Milchproduktion qualitativ und quantitativ zu steigern und damit einen Beitrag zur Ernährungssicherung in Ruanda zu leisten. Durch die Verbesserung der Transport- und Kühlmöglichkeiten können sie ihre Milch im Direktvertrieb zu höheren Preisen verkaufen.
Die 3‘150 Bauern werden in Kreditnehmergruppen eingeteilt, die sich gegenseitig unterstützen. Sie erhalten Mikrokredite, mit denen sie ihre Erträge erhöhen und somit ein höheres Einkommen erzielen können. 3‘000 Kleinbauern steigern ihre Ernteerträge aus dem Mais- und Reisanbau durch verbessertes Saatgut, Düngemittel und neue Arbeitsgeräte. Die 150 Milchbauern verwenden die Kredite, um neue Milchkühe zu kaufen oder um Milch besser zu lagern und haltbar zu machen. Darüber hinaus erhalten die Bauern Schulungen, bei denen ihnen betriebs- und landwirtschaftliches Wissen vermittelt wird, das sie zur Verbesserung ihrer Anbaumethoden nutzen können. Die Kleinbauern erhalten auch Schulungen über HIV/Aids-Prävention, Gesundheit, Ernährung und Hygiene. Zusätzlich helfen die Mitarbeiter unseres Projektpartners UOB den Reis-, Mais und Milchbauern bei Fragen und Problemen und beraten sie über die Verwendung des geliehenen Kapitals. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Öffnung und Sicherung eines Absatzmarktes, der den Kleinbauern auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung steht. Die Stärkung der genossenschaftlich organisierten Kooperativen soll eine Direktvermarktungsmöglichkeit schaffen, die den Verkaufspreis für die Kleinbauern steigert. Sowohl die Verlinkung der Kleinbauerngruppen zu lokalen und regionalen Abnehmern als auch eine Kampagne der Regierung zur Förderung der Milchproduktion eröffnet den Klienten einen langfristigen Absatzmarkt mit stabilen Preisen.