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Eine «lyrische Tragödie» nannte der spanische Dichter Federico Garcia Lorca im Untertitel sein 1933 uraufgeführtes Stück «Bluthochzeit», das ins ländliche Spanien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führt.
Eine archaische Welt
Der bekannte Regisseur Calixto Bieito wählte dieses Stück, das zur sogenannten «Bauern-Trilogie» Lorcas gehört, für seine erste Regiearbeit als Schauspiel-Regisseur in Basel - hier hat er bisher ausschliesslich Opern inszeniert.
Allerdings kann er den Opern-Regisseur auch bei «Bluthochzeit» nicht vergessen machen: er inszeniert das Stück mit grossen, stehenden Bildern und die Figuren wirken oft eher opernhaft denn als Schauspielerinnen und Schauspieler auf einer eigentlichen Guckkasten-Bühne.
Das Stück führt in eine archaische und auch sehr katholische Welt, nämlich das ländliche Spanien vor dem Bürgerkrieg, der das Land zwischen 1936 und 1939 spaltete und an den Rand des Abgrundes trieb und in dem auch Lorca den Tod fand. Im Stück kommt es denn auch zu einem Duell zwischen zwei Nebenbuhler, bei der schliesslich beide umkommen - Braut und Mutter des Bräutigams bleiben alleine zurück.