Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/212603

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gemäss Artikel 123 ParIG beauftragt, zu prüfen und Bericht zu erstatten, wie die bestehende arbeitsmarktliche Massnahme des Berufspraktikums in der Bewältigung der Corona-Krise intensiviert werden kann.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Berufspraktikum gemäss Arbeitslosenversicherungsgesetz (Art. 64a Abs. 1 Bst. b AVIG, SR 837.0) hat zum Ziel, anspruchsberechtigten arbeitslosen Personen die Möglichkeit zu bieten, praktische Berufserfahrungen zu sammeln. Damit verbessern die Versicherten ihre Vermittlungsfähigkeit, um rasch und dauerhaft wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden zu können. Das Berufspraktikum ist besonders für junge Erwachsene auf der Suche nach der ersten Stelle im Anschluss an eine Ausbildung (Berufsbildung, Studium) geeignet.</p><p>Der Praktikumsbetrieb - ein privates Unternehmen oder eine öffentliche Verwaltung - beteiligt sich während des Berufspraktikums finanziell an der Arbeitslosenentschädigung. Die Kantone können diese arbeitsmarktliche Massnahme bedarfsgerecht einsetzen und ausbauen.</p><p>Personen, die von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind, müssen vor dem erstmaligen Bezug der Arbeitslosenentschädigung eine besondere Wartezeit von 120 Tagen bestehen. Dies betrifft insbesondere junge Erwachsene nach einer schulischen (Berufs-)Ausbildung ohne Beitragszeit. Während dieser besonderen Wartezeit können sie nur in Zeiten erhöhter Arbeitslosigkeit an einem Berufspraktikum teilnehmen. Aufgrund der ansteigenden Arbeitslosigkeit im Zuge der Coronavirus-Krise sind die Voraussetzungen für Berufspraktika während der besonderen Wartezeit ab Sommer 2020 erfüllt.</p><p>Die bestehenden Vorgaben lassen einen verstärkten Einsatz bereits heute zu. Aus Sicht des Bundesrats ist eine zusätzliche Förderung der Berufspraktika der ALV daher nicht nötig. Im Weiteren weist der Bundesrat darauf hin, dass Lernende nach Lehrabschluss in ihrem Lehrbetrieb weiterbeschäftigt werden können, obwohl der Betrieb sich in Kurzarbeit befindet. Die Weiterbeschäftigung nach Lehrabschluss gibt ihnen die Möglichkeit, erste Berufserfahrung zu sammeln und vermindert damit das Risiko von Arbeitslosigkeit. Diese besondere Möglichkeit besteht nur während der aktuellen Corana-Krise.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.