Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03327.jsonl.gz/1796

Glücklich ist, wer an den US Open in der Night Session spielen darf. Novak Djokovic hatte dieses Glück nicht. Dafür ein Nacktbad im Eis mitten während des Spiels – an der Seite seines Gegners.
38 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 50 Prozent machten das Spiel in der Nachmittagssonne in New York zur Qual. Fünf Spieler gaben wegen der Hitze auf und der Franzose Julien Benneteau – ein Sieger – polterte: «Die können froh sein, dass es nur Aufgaben gab.» Unter anderem endete so die Grand-Slam-Karriere des 36-jährigen Russen Michail Juschni.
Auch Leonardo Mayer musste aufgeben. Danach forderte der Argentinier die Abschaffung von Fünf-Satz-Spielen: «Meiner Meinung nach sind sie nicht mehr zeitgemäss. Aber sie werden nicht aufhören, bis noch einer stirbt. Dabei werden die Partien nicht attraktiver. Die einzige Lösung, das Problem zu lösen, ist die Spiele zu verkürzen.»
Die frühere Weltnummer 1 Novak Djokovic litt gegen Marton Fucsovics ebenfalls. Djokovic verlor den zweiten Durchgang, schlug den Ungarn aber doch noch 6:3, 3:6, 6:4 und 6:0. Die beiden Spieler standen sich während der Partie nicht nur am Netz gegenüber – sondern tauchten nach dem dritten Satz auch gemeinsam in ein Eisbad. Möglich machte es die neue Regel, welche eine zehn Minuten lange Pause nach drei Sätzen erlaubt, wenn einer der beiden Spieler danach verlangt.
«Wir brauchten beide eine Pause», sagte Djokovic und verriet im Platz-Interview, wie er die Zeit in den Katakomben des Arthur-Ashe-Stadions verbracht hatte: «Marton und ich sassen nackt nebeneinander in zwei Eisbädern. Grossartig: Du spielst zweieinhalb Stunden gegen einen Spieler, dann sitzt du nackt neben ihm im Eisbad und weisst, dass die Partie ja noch gar nicht vorüber ist. Wirklich toll.»
Djokovic sprach von einem Überlebenskampf, welche diese Partie für ihn lange Zeit gewesen sei. «Ich habe gebetet, dass ich mich bald besser fühle.» Der unterlegene Fucsovics beklagte sich ebenfalls über die Hitze. «Es war wirklich nicht lustig, so Tennis spielen zu müssen», sagte der Ungar, «ich bin nach jedem Ballwechsel schier gestorben. Es war einfach zu heiss, das ist gefährlich.»
Djokovic trifft in der nächsten Runde auf Tennys Sandgren. Als Wimbledon-Sieger und zuletzt Gewinner des Masters-1000-Turniers in Cincinnatti zählt der Serbe zu den Topfavoriten auf den Gewinn der US Open. (ram)