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© UNHCR/H. Caux
60 Prozent aller Schutzsuchenden in den malischen Nachbarländern sind unter 18 Jahre. UNHCR benötigt dringend Mittel für die Nothilfe.
Bamako - Innerhalb von sechs Monaten mussten 365.000 Malier ihr Heimatland verlassen. Allein in den letzten zwei Wochen wurden 15.000 Neuankömmlinge in Mauretanien gezählt. Die UNHCR-Programme in Mali bleiben indessen stark unterfinanziert.
Politische Krisen in Bamako und im Norden Malis führten dazu, dass viele Malier in den Nachbarländern Schutz suchen. Die meisten Vertriebenen kommen aus der malischen Region um Timbuktu und wollen sich von den Kämpfen zwischen den Tuareg-Rebellen und islamistischen Gruppen in Sicherheit bringen.
Fluchtwege nach Osten durch Gewalt versperrt
Da sich die Kämpfe auch rund um die Stadt Gao im Osten Malis manifestiert haben, nehmen dieser Tage weitaus weniger Menschen die Fluchtrouten nach Burkina Faso und in den Niger.
UNHCR hat sich bereits mit der mauretanischen Regierung über den Neubau eines weiteren Flüchtlingscamps verständigt, um der steigenden Zahl von Neuankömmlingen gerecht werden zu können. Dieses Lager soll etwa 17 Kilometer entfernt vom Mbera-Camp entstehen, wo bereits 90.000 Flüchtlinge versorgt werden. In der in Nähe gelegenen Stadt Aghor wurden bereits in den 1990er-Jahren viele Flüchtlinge beherbergt.
Fluchtursachen sind Hunger, Durst und Gewalt
Viele Neuankömmlinge in Mauretanien geben als Grund für die Flucht auch den Mangel an Nahrung und Trinkwasser an; aber auch bewaffnete Gruppen, die sie aus den Häusern vertrieben haben, finden sich unter den meistgenannten Ursachen.
Die Nothilfe-Programme von UNHCR bleiben indessen stark unterfinanziert. Für die Erfüllung seines Mandats hat UNHCR kürzlich 153 Millionen US-Dollar veranschlagt; eingegangen sind bislang aber lediglich 34,9 Millionen, das sind nur etwa 22,7 Prozent. UNHCR-Partner wie UNICEF und WFP berichten über ähnlich geringe Mittel, um Nothilfe-Programme adequat umzusetzen. Somit kann humanitäre Nothilfe von allen Akteuren nur minimalste Grundlagen abdecken.
In Niger und Burkina Faso kann den Betroffenen nicht einmal der Nothilfe-Standard von 15 Litern Trinkwasser täglich ermöglicht werden.
Gefahr von Seuchen und Unterernährung steigt
Allein die Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung ist nach Auskunft der UNHCR-Mitarbeiter in allen drei Aunahmeländern relativ zufriedenstellend und annähernd auf dem Niveau der einheimischen Bevölkerung; für beide Gruppen gilt jedoch auch eine akute Gefahr möglicher Unterernährung wegen Lieferengpässen und der bevorstehenden Regensaison.
In den Lagern gehen damit auch schnell Seuchen wie Cholera einher. Ein Fall wurde bereits aus einem Camp im Niger gemeldet.
UNHCR appelliert daher abermals und dringend an die internationale Staatengemeinschaft dringend Mittel zu Verfügung zu stellen, um die fragile Lage zu überbrücken und Maßnahmen treffen zu können, die ein Worst-Case-Szenario abwenden.
60 Prozent der Betroffenen sind unter 18 Jahre
Von den Betroffenen in allen drei Ländern sind die meisten Frauen und Kinder. 60 Prozent der Vertriebenen sind unter 18 Jahre. Das Fehlen finanzieller Mittel hat auch einen negativen Effekt auf nicht umsetzbare Bildungsprogramme: In Mauretanien kann nur jeder fünfte zur Schule gehen.
Mit Stand vom 11. Juli 2012 sind 205.000 Menschen aus Mali geflohen; 89.390 nach Mauretanien; 65.009 nach Burkina Faso und 50.813 nach Niger. Nach Schätzungen befinden sich innerhalb Malis 160.000 Menschen auf der Flucht, die meisten davon im Norden des Landes.
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