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Berner Oberland, 1947, kurz vor Mitternacht: Eine Explosion zerreisst die vorweihnächtliche Stille im Kandertal. 7000 Tonnen unterirdisch gelagerte Munition gehen hoch, das Lager Mitholz fliegt in die Luft. Neun Menschen sterben, unter den Todesopfern sind vier Kinder. Die Detonation fordert mehrere Verletzte und zerstört viele Häuser in der Umgebung.
Die Explosionen, die das Tal erschütterten, waren so stark, dass sie im 115 Kilometer entfernten Zürich vom Erdbebendienst registriert wurden. Hunderte Meter hohe Stichflammen schossen in den Himmel. Ausgeworfene Munition und Trümmer zerstörten bis zu 100 Gebäude des Dorfes Mitholz. Die Felswand, in der sich das Depot befand, stürzte ein, wobei sich etwa 250'000 Kubikmeter Gestein lösten. Tonnenschwere Felsbrocken wurden zum Teil Hunderte von Metern weit weggeschleudert. In einem weiten Umkreis wurden Trümmer, Splitter und teils brennende Munitionsreste verteilt.
Die Katastrophe war eine der grössten künstlichen Explosionen, die nicht durch Kernwaffen verursacht wurden. Bis heute ist die Ursache des Unfalles nicht geklärt.
(Bilder: Walter Studer/Photopress-Archiv/Keystone)