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Die Schwandiburg, Kanton Bern, Schweiz
oberhalb der alten Kartonfabrik Deisswil
Im Sommer 1938 wurde im Schwandiholz eine bedeutende Burganlage freigelegt. Unter der Leitung von O.Tschumi (ehemaliger Konservator des Historischen Museums Bern) gruben 14 arbeitslose Lehrer während mehreren Wochen erstaunliches aus.
Die Burganlage im Schwandiholz kann in drei Teile unterteilt werden:
- Ein, wahrscheinlich, urgeschichtlicher Ringwall.(am Ostfuss des Hügels noch gut sichtbar)
- Eine Vorburg oder Vorwerk, im Nordwesten der Anlage, auf dem ersten Plateau mit einer Zysterne(heute nicht mehr sichtbar)(Im Südosten ein weiteres kleineres Plateau)
- Die Hauptburg mit Palas, Bergfried, Kapelle und Umfassungsmauer
Dieser dritte Teil, also die Hauptburg, wurde von O.Tschumi und seinen Leuten ausgegraben und untersucht.
Zum Vorschein kam:
- Ein Bergfried von 9 x 7m und einer Mauerdicke von 1.5m in der Mitte der Anlage gelegen. Im Fundament Findlinge und Bruchsteine ohne Mörtel. Diese Bauart weist auf das 9./10. Jahrhundert. Weiter oben im Mauerwerk waren die Steine gemörtelt. Zum Teil mit Fischgerätenmuster
"römischer Bauart" welches auf das Hoch und Spätmittelalter weist. Im Innenraum, der 6 x 3m mass, kamen einige Funde zu Tage z.B. Eisenbolzen,Scherben und eine Brettstein.
- Die Grundmauern einer Burgkapelle (8 x 5m) im Südosten des Burgplateaus. Diese hatte eine halbkreisförmige Apsis im Osten und eine Quermauer mit Eingang im Westen.
- Im Nordwesten ein Wohnhaus (Palas)das drei(?)unregelmässige Räume hatte. Die Mauerdicke soll dort 1.3m betragen haben. Ob ein- oder mehrgeschossig ist nicht bekannt
- Die Umfassungsmauer, die z.T.noch sichtbar ist. Die Mauerdicke 1-1.3m, z.t. auch ohne Mörtel.
- Zahlreiche Einzelfunde z.B. Scherben, eiserne Spitzen von Armbrustbolzen,zahlreiche tierische Knochen, ein Türschloss, und ein Stangengebiss eines Reitpferdes.
Die ganze Anlage ist erstaunlich gross und hat eine Länge von etwa 50m und eine Breite von 10-25m und war komplett durch eine Umfassungsmauer umgeben.
Laut Plan von O.Tschumi soll sich der Eingang (mit Zwinger) im Nordwesten ,am Palas und an der Nordmauer anschliessend, befunden haben. (Im Text allerdings spricht er von einem Eingang im Südwesten) Die heutige Geländeanlage lässt den Eingang eher im Südosten vermuten!
Im Südosten ist noch ein deutliches Plateau erhalten welches eine Vorwerk mit Eingangs-Anlage gehabt haben könnte!
Die Anlage war umgeben von , wohl ältern, Erdwällen.
Die Ursprünge der Burg, insbesondere der Wälle und der Turm gehen wohl schon ins 9.bis 10.Jahrhundert zurück, während der Rest der Anlage wohl erst in der zweiten Häfte des 13.Jahrhunderts entstanden ist.
Von den Bewohner der Burg ist nicht mehr viel bekannt. Nach O.Tschumi hatten Ritter von Stettlen (de Stetelon) im der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts Ihren Wohnsitz auf der Burg.
Ihre Spur verliert sich allerdings um 1275 und die Burg wurde wahrscheinlich um 1298 von den Berner, gleichzeitig mit Geristein, zerstört.
Quelle: O.Tschumi,1938
Der Turm um 1938 (O.Tschumi) Der Turm heute
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Ansicht Nordwest Der Burgplatz
Palasmauer nördliche Umfassungsmauer
Mit ein bisschen Fantasie und Burgen-Romantik könnte die Schwandiburg so ausgesehen haben!
Hier geht es zur Animation!
Literatur:
O.Tschumi, Die Ausgrabung der mittelalterlichen Burgruine Schwandiburg bei Deisswil
Burgenkarte der Schweiz-West
Die Burgen und Schlösser der Schweiz Lieferung Xb Schmid/Moser 1942
Historisches Lexikon der Schweiz
Ein weiterer Artikel über die Schwandiburg gibt es hier:
http://www.dillum.ch/html/schwandiburg_deisswil_bern.htm
Last updated: 5.März
2013
erstellt im Oktober 2010
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