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Fast 20 Frauen versammelten sich am 11.11.21 im Seminarraum der Krone, wir wurden auf rumänisch begrüsst und in die Republik Moldau geführt. 2000 km östlich der Schweiz liegt Moldawien. Europäer und Russen wollen das Binnenland auf ihre Seite ziehen. Das Gebiet Transnistrien hat sich vor 30 Jahren abgespalten und wird von Russland verwaltet. Das Schmuggelgeschäft blüht: Drogen und Waffen und anderes werden über die Grenzen geschafft. Aus diesem Grund findet das Land Moldawien keine Aufnahme in die EU. Erst 1991 sind die Moldawier unabhängig geworden und dürfen wieder rumänisch sprechen und nicht wie früher russisch. Der Sprachkonflikt zeigt sich aber noch immer. Moldawien hat 3 Mio Einwohner, 1/3 davon arbeitet im Ausland und schickt Geld an die "Schlüsselkinder", die von den Grosseltern betreut werden. 70% der Bodenfläche sind Agrarland mit fruchtbarer Erde, werden aber noch wie bei uns vor 70 Jahren bewirtschaftet. Die orthodoxen Christen gehen oft in ihre Gotteshäuser, die der heilige Stephan, ihr Nationalheld, erbauen liess.
Ursina und ihr Mann Jonathan Hecke haben 2011 in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens die "Entwicklungshelfervilla" bezogen. In der Stadt prallen zwei Welten aufeinander. Die Reichen wohnen in grossen Häusern und fahren mit teuren Autos herum, während die Armen in Plattenbauten in kleinen gepflegten Wohnungen leben, und die äussere Hülle verlottert.
Jonathan Hecke wurde vom DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit) für Wasserprojekte nach Moldawien geschickt, er sollte die Wasserversorgung in den Dörfern sichserstellen, neue WC-Anlagen in Schulen einbauen und Ecosan-Toiletten in Hinterhöfen aufstellen. Die Dorfbewohner leisteten Fronarbeit und zum Abschluss der Projekte segnete ein Geistlicher die neuen Anlagen verbunden mit einem Fest.
Ursina lernte fleissig rumänisch und unternahm mit ihren beiden Töchtern, die im Spital in Chisinau geboren wurden, Spaziergänge in die Parkanlagen und auf den Markt, um andere Frauen kennenzulernen und sich auszutauschen. 2015 wurde sie Mitglied in einem internationalen Frauenclub und lernte Frauen mit behinderten Kindern kennen. Da diese vom Staat nicht unterstützt wurden, bekamen diese Kinder keine Förderung und wurden oft zu Hause versteckt. Dank ausländischen Spenden konnte das Therapiezentrum NICUSOR in Gratiesti eingerichtet werden. Die Initiatorin V. Capsa suchte eine Logopädin, eine Physio- und eine Musiktherapeutin, die sofort ihre Arbeit aufnahmen (Mai 2016). Wöchentlich werden 15 – 20 Kinder behandelt mit dem Ziel möglichst bald die Regelschule besuchen zu können.
Seit 2019 ist Ursinas Familie in Speicher wohnhaft, da das Projekt ihres Mannes abgeschlossen werden konnte. Ihr Herzensanliegen ist es, dass das Therapiezentrum als Selbsthilfeprojekt weitergeführt werden kann und die Spenden aus der Schweiz dabei helfen.
Wir Frauen vom 55+ dankten Ursina für ihren Vortrag, für ihren Einsatz bei den ärmsten Kindern in Moldawien – wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne.
Bericht: Elisabeth Beusch | Fotos: Heidi Preisig, Heinz Naef