Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03656.jsonl.gz/173

Romulus der Grosse
Altersempfehlung: Ab 12 Jahren.
Romulus treibt seine Untertanen zur Verzweiflung, weil er – den vorrückenden Germanen zum Trotz – gar nichts tut und sich um nichts sorgt als seine Hühnerzucht. Dürrenmatts «ungeschichtliches historisches» Stück, 1948 am Theater Basel uraufgeführt, ist keine römische Tragödie: «Wer so auf dem letzten Loch pfeift wie wir alle, kann nur noch Komödien verstehen», lässt er seine Hauptfigur verkünden. Nach den ersten Akten entpuppt sich jedoch der Toga tragende Narrenkaiser als Existenzialist mit einem geheimen Plan: Das Spiel ist aus. Romulus’ Machtwille besteht einzig darin,
das Ende des Imperiums, das niemand ausser ihm wahrhaben will, zu besiegeln. Für einen Staat, der auf «Mord, Plünderung, Unterdrückung und Brandschatzung auf Kosten der andern Völker» beruht, sieht er keine Zukunft und öffnet dem Zeitalter der Hosen die Türen. Das Komplott der Untergebenen verliert sich zur Farce – das Problem am Ende besteht vielmehr darin, dass der Germanenkönig Odoaker genauso einsichtig und sympathisch ist wie Romulus selbst.
Es inszeniert Franz-Xaver Mayr, der 2015 sein Regiestudium an der ZHdK in Zürich abgeschlossen hat. Seine Diplominszenierung «Antigone» wurde zum Körber Studio Junge Regie in Hamburg eingeladen. Seitdem arbeitet er u. a. am Wiener Burgtheater.
Künstlerische Leitung
Ensemble
Programmheft
Preisstufe III Schauspielhaus (von 30.– bis 46.–)