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Ich bin am 24. April 1939 in Flüelen im Kanton Uri, in der Zentralschweiz, geboren und wuchs da mit vier Schwestern auf. Hier ging ich auch zur Schule und in der eidgenössischen Munitionsfabrik Altdorf wurde ich während meiner Lehrlingszeit zum Maschinenmechaniker ausgebildet. Schon früh kam ich mit der Fliegerei in Berührung, machte ich doch meine Rekrutenschule bei der Fliegertruppe. Ich war jung und wollte von der weiten Welt doch etwas sehen. So bewarb ich mich als Mechaniker bei einer Reederei und «eroberte» die Weltmeere. Nach fünf Jahren, ich war zu diesem Zeitpunk Maschinenoffizier, nahm ich Abschied von der Seefahrt. Eine neue Herausforderung musste her. So war ein Angebot für eine Saison als Skilehrer in Kanada zu arbeiten gerade das Richtige. Aber aus der einen Saison wurden in der Zwischenzeit 37 Jahre.
In Kanada hatte ich die Gelegenheit wiederum in der Fliegerei tätig zu sein. Zuerst arbeitete ich als Mechaniker und bei dieser Tätigkeit bot sich die Möglichkeit die verschiedensten Pilotenlizenzen zu erwerben bis hin zum Airlinepiloten an. Nach 35 Jahre als Pilot auf diversen Flugzeugtypen hatte ich bereits 22'000 Flugstunden im Logbuch. Tausende Tonnen Material und Passagiere im Norden von Kanada wurden transportiert. Die Fliegerei ist in diesem Gebiet ein wichtiger Faktor zur Versorgung der weit verstreuten Siedlungen.
Schon bald zur Routine wurden Flüge zum Nord- und Südpol. Da im Winter der Norden Kanadas von der Sonne kaum durchdringt wird und völlige Dunkelheit herrscht kann nicht geflogen werden. So gehen wir jedes Jahr mit 2-3 Flugzeugen in die Antarktis, da ist es ja zu diesem Zeitpunkt 24 Stunden hell. Anstrengend sind die Überführungsflüge. In 60 Stunden fliegen wir von Ottawa, über New Orleans (USA), Cozumel (Mex), Panama, Lima (Peru), Arica (Chile), Puerto Mont, nach Punta Arenas. Hier verlassen wir die Zivilisation. Nach einem 1'100 Kilometer langen Flug über die, für die Schifffahrt berüchtigte, Drake Passage erreichen wir die Antarktis. Nach einem Tankstop bei der britischen Forschungsstation Rothera landen wir in Patriot Hills, unser Basiscamp am 80. Breitengrad, nur noch 1'000 Kilometer vom Südpol entfernt. Hier schlagen wir, zwei Piloten und zwei Copiloten im wahrsten Sinne des Wortes für 3-4 Monate unsere Zelte auf.
Patriot Hills, auf 1'000 Meter über Meer gelegen ist Ausgangspunkt für verschiedenste Expeditionen. Es geht hier spartanisch zu und her. Es toben manchmal während Tagen heftige Stürme mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/Std und in Patriot Hills wird es nur im Dezember wärmer als minus 20 Grad Cel. Unsere 2 Flugzeuge werden auch im Freien bei diesen tiefen Temperaturen gewartet und manchmal haben wir uns fast die Finger abgefroren. Wir fliegen regelmässig ins Vinson Massif und setzten Bergsteiger ab, die den Mount Vinson mit 4'897 Meter höchster Berg der Antarktis bezwingen wollen. Gelegentlich fliegen wir zum Südpol, aber auch zu den Kaiserpinguinen am Dawson Lambton Gletscher in der östlichen Weddell Sea. Ich liebe es in der Antarktis zu fliegen, denn es ist Sommerzeit und 24 Stunden hell, zudem auch noch ein wenig Abenteuer. Geflogen wird nicht nach Flugplan, sondern nach Bedarf und wenn es die Witterung zulässt. Ich freue mich bereits jetzt wieder im nächsten Südsommer, vom November bis Februar in der Einsamkeit der Antarktis zu fliegen.
Mit der Twinotter bin ich ich bereits über 15'000 Stunden geflogen. Die Twinotter DHC-6 hat 1'240 PS und im Innern hat es Platz für 19 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder. Die Reisegeschwindigkeit ist 300 km/Std. und die Reichweite beträgt 5 Stunden oder 1'500 Km. Bei Überführungsflügen kann mit Zusatztanks nonstop 10 Stunden geflogen werden. Die Twinotter ist das «Arbeitspferd» in der Arktis und Antarktis. Es kann je nach Einsatz mit Rädern, Skis oder Schwimmern geflogen, bzw. gelandet werden.