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Dario Cologna schlug sich auf die Brust, reckte die Fäuste gegen den Himmel und stiess einen kurzen Schrei aus. Für seine Verhältnisse war es geradezu ein emotionaler Ausbruch, den sich der 26-jährige Bündner auf den letzten Metern seines Goldlaufs leistete. Es war ein Ausdruck der Freude und der Erleichterung, am Ziel angelangt zu sein. Am Ziel des Rennens, vor allem aber an jenem Ziel, dem er seit Monaten alles untergeordnet hatte: Weltmeister zu werden.
«Ich wollte diese Goldmedaille unbedingt», sagte Cologna hinterher. Nach dem Olympiasieg von Vancouver, nach je drei Titeln an der Tour de Ski und im Gesamtweltcup war das die Trophäe gewesen, die ihm noch gefehlt hatte. Nachdem er vor zwei Jahren in Oslo als heisser Medaillenkandidat gescheitert war, verfügte er diesmal nicht nur über ausgezeichnetes Material, sondern machte auch sonst alles richtig. Im Formaufbau – und im Rennen, das ihm nicht zuletzt in taktischer Hinsicht einiges abverlangt hatte.
Den ersten heiklen Moment hatte Cologna bereits im Klassisch-Abschnitt nach knapp zwei Kilometern zu überstehen, als er in einem Aufstieg mitten im Pulk zu Fall kam. Dabei büsste er rund 30 Positionen ein, die er auf den folgenden Kilometern erst wieder gutmachen musste. «Ich weiss auch nicht genau, was passiert ist», sagte er. «Plötzlich ist mir der Ski weggerutscht und ich lag am Boden.» Aus dem Konzept zu werfen vermochte ihn dieser Vorfall jedoch nicht. «Es passierte so früh im Rennen, dass ich mir noch keine Sorgen zu machen brauchte.»
Hatte Cologna das Geschehen in der ersten Rennhälfte noch kontrolliert, übernahm er nach dem Wechsel auf die Skating-Ski schon bald das Kommando und versuchte mit einem Tempoforcing die Abspaltung einer Spitzengruppe herbeizuführen. Nachdem er bei diesem Vorhaben kaum Unterstützung von Konkurrenten erhielt, insistierte er vorerst nicht – auch nicht, als der Norweger Martin Johnsrud Sundby nach knapp 20 km in einer langsameren Rennphase allein vorne wegzog. Als dessen Vorsprung auf 20 Sekunden angewachsen war und sich Colognas Mitstreiter weiterhin passiv verhielten, sorgte der Bündner an der Spitze des Feldes selber dafür, dass Sundby wieder eingeholt wurde – ohne Rücksicht auf Kraftverlust. «Ich fühlte mich gut und wollte nicht um Silber laufen, deshalb musste ich handeln», erklärte er.
Dieser Entscheid war goldrichtig, erwies sich Cologna doch als stärkster Mann im Feld, während Titelverteidiger Petter Northug (No) in den längeren Aufstiegen sichtlich Mühe bekundete. In einem solchen sorgte Cologna rund zwei Kilometer vor dem Ziel dann mit einem Angriff auch für eine Vorentscheidung, die zur Bildung einer vierköpfigen Spitzengruppe mit den Norwegern Sjur Röthe und Sundby sowie Maxim Wylegschanin (Russ) führte. Im allerletzten Anstieg rund 500 Meter vor dem Ziel löste sich Cologna dann auch von den letzten Begleitern und machte den Sieg vor Sundby und Röthe perfekt, während der gefürchtete Finisseur Northug für einmal nur noch den Spurt um den vierten Rang für sich entscheiden konnte.
«Ich freue mich riesig, dass alles aufgegangen ist», sagte der neue Weltmeister, der im Ziel vom Fanclub unter Glockengeläut lautstark gefeiert wurde. Freundin Laura herzte ihren Goldschatz und die Familie gehörte zu den ersten Gratulanten. «Ich war so nervös während dem Rennen, dass ich geraucht habe», gestand Mutter Christine. «Dabei habe ich vor zwei Monaten aufgehört.»
Dass ihm sein erster WM-Titelgewinn ausgerechnet im Val di Fiemme gelang, machte den Erfolg für Dario Cologna noch spezieller. An diesem Ort hatte er 2009 mit seinem ersten Sieg bei der Tour de Ski den Durchbruch geschafft. Und nur zwei Täler weiter stammt das Geschlecht der Cologna her, von wo sein Grossvater einst auswanderte. Vor allem aber ist das heimische Val Müstair keine zwei Autostunden entfernt. «Eigentlich spielt es ja keine Rolle, wo man Weltmeister wird», sagt Cologna. «Aber so nahe von zuhause ist es besonders schön.»
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Dario Cologna ist im Massenstartrennen über 30 km (gemischte Technik) der stärkste Mann im Feld und gewinnt verdient seinen ersten Weltmeistertitel.
Dario Cologna schlug sich auf die Brust, reckte die Fäuste gegen den Himmel und stiess einen kurzen Schrei aus. Für seine Verhältnisse war es geradezu ein emotionaler Ausbruch, den sich der 26-jährige Bündner auf den letzten Metern seines Goldlaufs leistete. Es war ein Ausdruck der Freude und der Erleichterung, am Ziel angelangt zu sein. Am Ziel des Rennens, vor allem aber an jenem Ziel, dem er seit Monaten alles untergeordnet hatte: Weltmeister zu werden.