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Das Projekt stützt sich auf ein ausserordentlich reichhaltiges und bisher kaum beachtetes Quellenmateriel mit Tausenden von Krankengeschichten, einer riesigen Korrespondenz, zahlreichen Notizbüchern und Fotographien sowie weiteren Dokumenten.
Der erste Teil widmet sich der ärztlichen Praxis. Er folgt einem praxeologischen Zugang und achtet damit insbesondere auf die Offenheit der jeweiligen Situtation, die unterschiedlichen Möglichkeiten der Akteure und die Gegenseitigkeit ihrer Beziehungen. Neben der Beschreibung der täglichen Abläufe und der Details zu Unterkunft, Untersuchungen, Diagnosen und Therapien soll nach der Einheitlichkeit und Stimmigkeit dieser Praktiken, der angeblichen Stagnation von medizinischen und hygienischen Standards und der Bedeutung unterschiedlicher Kategorien wie Religion und Autorität gefragt werden. Der zweite Teil untersucht das internationale Netzwerk, insofern es uns hilft, zu einem vertieften Verständnis des persönlichen, institutionellen und ideologischen Hintergrunds und des Betriebs des Spitals zu gelangen. In diesem Zusammenhang wird auch Schweitzers Werbestrategie und die narrative Struktur der Kommunikation in Wort und Bild beleuchtet.
Aus der kombinierten Untersuchung der beiden eng verflochtenen Projektteile soll eine Art "analytische Biographie" des Spitals entstehen, um dieses in den Kontext der damaligen missionarischen, kolonialen und humanitären Bemühungen einzuordnen.