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Kurzbeschreibung
Durch eine für den Kanton Zürich repräsentativ angelegte Studie wird der Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler in Mathematik und Deutsch am Ende der 3. Klassen der Primarschule beschrieben. In Ergänzung zu diesem übergreifenden und allgemeinen Ziel werden mit der Evaluation folgende spezifischen Ziele verfolgt, die teilweise direkt in Verbindung mit laufenden Reformprojekten im Kanton Zürich stehen:
- Beschreibung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler, die im Schulprojekt 21 oder im Projekt «Teilautonome Volksschule» (TaV) involviert sind.
- Beschreibung der Leistungen der Schülerinnen und Schüler, deren Anteil fremdsprachiger Kinder aufgrund der Angaben der Bildungsstatistik bei mehr als 50% liegt.
- Beschreibung von Typologien erfolgreich und weniger erfolgreich verlaufender Einschulungsprozesse von (fremdsprachigen) Kindern.
- Überprüfung der Wirkungen verschiedener (sonder)pädagogischer Massnahmen während des Einschulungsprozesses.
- Überprüfung der Wirkungen verschiedener didaktischer und methodischer Massnahmen (inklusive Lehrmittel) während des Einschulungsprozesses.
Insgesamt beteiligten sich hundert zufällig ausgewählte Schulklassen mit mehr als zweitausend Schülerinnen und Schüler im Juni 2001 an der Evaluation. Die Untersuchung in den Klassen wurde von Testleiterinnen und Testleitern durchgeführt, die durch das Komptenzzentrum speziell geschult wurden. Der zeitliche Aufwand für die beteiligten Klassen betrug drei Halbtage.
Die Leistungen in Deutsch und Mathematik wurden durch Aufgaben ermittelt, die von ausgewiesenen Lehrkräften speziell für die Untersuchung ausgearbeitet und bei Drittklässlern erprobt worden sind. Zusätzlich wurden den Schülerinnen und Schülern, den Eltern sowie den Lehrkräften Fragebogen vorgelegt, um weitere Informationen über das schulische Umfeld und den Verlauf der Einschulung zu erfassen.
Die Evaluation am Ende der 3. Klasse der Primarschule erfolgt zu einem frühen Zeitpunkt innerhalb der Schullaufbahn, zu dem die Einschulung zwar abgeschlossen ist, die Erfahrungen mit der Schule aber insbesondere durch eine oder wenige Kontaktpersonen geprägt wurden. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist bis zum Zeitpunkt der Evaluation nur von einer Lehrperson unterrichtet worden, weshalb die Bedeutung von Unterricht für den Lernerfolg vergleichsweise zuverlässig nachgewiesen werden kann.
Ein weiteres Forschungsinteresse betrifft den Umstand, dass der Einschulungsprozess nicht für jedes Kind gleich verläuft. Obwohl die Einschulung für Kinder im Kanton Zürich einheitlich geregelt ist, lassen sich recht unterschiedliche Formen der Einschulung nachweisen. Zwar stagniert das Durchschnittsalter beim Eintritt in den Kindergarten bei knapp fünf Jahren, die Verweildauer im Kindergarten bzw. die Neigung, die Einschulung hinauszuschieben, hat jedoch kontinuierlich zugenommen. Um die Variation des Einschulungsprozesses in die Analyse einbeziehen zu können, wurde auch das von den Kindern benötigte Unterstützungsangebot über die Befragung der Lehrpersonen erfasst. Durch die Evaluation sollte es deshalb möglich sein, ansatzmässig Daten zur Wirkung einzelner Förderangebote zu generieren.
Die Ergebnisse werden einerseits für die 3. Klassen der Primarschule des Kantons Zürich als Populationsparameter (Mittelwerte und Verteilungen) geschätzt. Die Ergebnisse der verschiedenen Teilpopulationen (beispielsweise 3. Klassen des Schulprojekts 21) werden nach statistischer Kontrolle der für die Leistung relevanten Kontextmerkmale (insbesondere soziale Herkunft, Erstsprache und kognitives Leistungspotential) im Vergleich zu den Parametern des Kantons Zürich beurteilt. Andererseits werden die Ergebnisse in Zusammenhang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, unterschiedlichem Einschulungsverlauf und anderen Lernvoraussetzungen analysiert.
Dauer: 2001-2002
Auftraggeber: Bildungsdirektion des Kantons Zürich
Publikationen
Moser, U., Keller, F. & Tresch, S. (2003). Schullaufbahn und Leistung. Bildungsverlauf und Lernerfolg von Zürcher Schülerinnen und Schüler am Ende der 3. Volksschulklasse.Bern: h.e.p. verlag.