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Tony Dowmunt ist ein Pionier der Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Professor für Dokumentarfilm am Goldsmiths College in London. Im Videoporträt erzählt er von den Anfängen seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in einer grossen Wohnsiedlung im Süden Londons. Die Jugendlichen hatten nichts zu tun: Video war für sie eine grossartige Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken und sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden.
Tony Dowmunt: «Zuerst ging es immer darum, sich selbst im TV zu sehen. Einmal interviewte ich einen Jugendlichen aus der Gruppe, mit der ich Ende der 1970er-Jahre am längsten gearbeitet hatte, und er, der Dominante der Gruppe, sagte: ‹Ich kam rein und sah mich zum ersten Mal selbst auf Video – Wow!› Das wars: Sich selbst auf einem Bildschirm zu sehen, hatte eine elektrisierende Wirkung. Ich weiss nicht mehr genau, wie wir es organisierten, doch gewöhnlich kamen die Jugendlichen und machten jede Woche etwas. Manchmal kam nichts dabei heraus, oder sie schlugen bloss die Zeit tot, und dann wieder war es als Gruppenprozess sehr beeindruckend.» (vgl. Tony Dowmunt Video 17.50: Video with young people)
Schauen Sie in ein Science Fiction Video hinein, dass Tony 1977 mit einer Gruppe von Jugendlichen drehte. Das Schreiben des Drehbuchs und die Produktion dieses Videos erfolgten in Zusammenarbeit mit einer Teenagergruppe in einem Gemeinschaftsraum in der Aylesbury-Wohnsiedlung. Es ist ihre Version einer Fernsehserie im Stil von Star Trek.
Ich wünsche anregende Videolektüre!
Heinz Nigg
Das unabhängige Videoschaffen und das internationale Phänomen der Jugendbewegungen in Europa befeuerten sich in den 1970er- und 1980er-Jahren gegenseitig: Die jungen Aktivisten entdeckten das Video als neues Medium, brachten Proteststimmungen zum Ausdruck und kämpften um autonome kulturelle Freiräume. Videoproduktionen entstanden partizipativ, unmittelbar und schnell; sie markieren einen wichtigen Schritt ins digitale Zeitalter.