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Die chinesische Notenbank hat sich laut einem Pressebericht seit Montag nicht gegen den massiven Kurseinbruch an den Börsen des Landes gestemmt. Die «Financial Times» berichtete am Dienstag, dass Peking vor den Kräften des Marktes kapituliert habe. Zuvor hätte die Notenbank in den vergangenen sieben Wochen noch Aktien im Wert von etwa 200 Milliarden US-Dollar gekauft, um die Kurse zu stützen. Das Geld stamme aus den Devisenreserven des Landes.
Ausserdem habe die Notenbank seit der kräftigen Abwertung des Yuan (Renminbi) am 11. August noch einmal etwa 200 Milliarden Dollar aus den Devisenreserven eingesetzt, um einen stärker als gewünschten Wertverfall des Yuan zu verhindern. Die «Financial Times» bezieht sich hierbei auf Kreise, die mit der Notenbank und den Marktinterventionen vertraut seien.
Kurswechsel von China
Das Problem für Chinas Führung sei, dass zuletzt insgesamt etwa 400 Milliarden Dollar zur Stützung der heimischen Währung und des Aktienmarktes investiert worden seien. Allerdings zeige sich die Lage an den Märkten mittlerweile noch schlimmer als zu Beginn der Interventionen, berichtet das Blatt weiter und berief sich bei dieser Einschätzung auf eine Person, mit engen Beziehungen zur chinesischen Notenbank.
Seit Beginn der Woche brechen die Kurse an Chinas Börsen massiv ein. Auslöser für die Talfahrt war die Sorge der Anleger vor einer ernsten Konjunkturflaute in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Hintergrund ist, dass sich China als Volkswirtschaft anders aufstellen will. Das Land versucht künftig nicht mehr verlängerte Werkbank der Welt sein, sondern setzt stärker auf die Binnenwirtschaft mit höheren Löhnen und wenn nötig weniger Wachstum.
Hilfen für Banken ausgeweitet
China will sich ausserdem auf einen stärker durch den Markt bestimmten Wechselkurs einlassen. Zuvor hatte eine de-facto-Anbindung an den Dollar die Abwertung der chinesischen Währung verhindert. Zuletzt hatte die Zentralbank mitgeteilt, dass es keine Grundlage für eine anhaltende Abwertung der Landeswährung gebe. Sie werde eingreifen, um starke Kursschwankungen zu kontrollieren.
Unterdessen hat die People's Bank of China (PBOC) ihr wöchentliches Refinanzierungsgeschäft für die Banken des Landes ausgeweitet. Wie die Notenbank auf der Internetseite mitteilte seien in dem Kreditgeschäft über sieben Tage 150 Milliarden Yuan an die Geschäftsbanken geflossen und damit 30 Milliarden Yuan mehr als im vorangegangenen Geschäft.
(awp/dbe/ama)