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Thran ablaufen läßt und abpreßt, die Masse auf
Maschinen klein reibt, trocknet und auf Mühlen zerkleinert. Die norwegische
Handelsware erscheint als ein gröbliches, aus Krümeln und Schüppchen bestehendes, gelblich weißes Pulver mit starkem
Fischgeruch, das nach Angabe der Verkäufer 8-11 Proz. Stickstoff und 12-15 Proz.
Phosphorsäure enthalten soll. DerDünger wollte anfangs nach den ersten Versuchen nicht in Gunst kommen,
denn man hatte die schnellen Wirkungen des Peruguano von ihm erwartet, die er nicht haben kann, weil er erst im
Boden zu einer
solchen zersetzten, von den Pflanzen aufnehmbaren Masse werden muß als jener bereits ist. Daraus aber ergibt sich
eine langsamere, doch länger dauernde Düngewirkung. - Der F. ist zollfrei.
Von einigen Haifischarten, Riesenhai, Meerengel, Dornhai, getigerter Hai, sowie von 2 oder 3 Rochenarten,
bei welchen
Tieren die Schuppen die Form gröberer oder feinerer Stacheln angenommen haben, benutzt man eben dieser Beschaffenheit
halber die
Häute als eine Art Schleifwerkzeuge. Sie werden gleich nach dem Abziehen auf Bretter oder
Rahmen gespannt, langsam getrocknet und zu Tafeln geschnitten, wobei man die Flossen an ihrem Orte läßt, welche durch ihren
feinern Stachelbesatz zu feinern Schleifereien vorzüglich tauglich sind.
Die meisten derartigen Stücke kommen vom mittelländischen Meer, weil die Stachelfische der nördlichen
Meere keine so brauchbare Ware liefern. Italiener, Franzosen, Spanier, Portugiesen versenden dieselben, und steht die Ware
der letztern in der Wertschätzung wieder allen übrigen voran. Die Fischhaut wird von Tischlern, Drechslern, Lackierern,
auch bei einigen Metallarbeiten zum Abreiben von Flächen benutzt. Neuerdings ist aber häufig das Glaspapier, nämlich
Papier mit aufgeleimten Glaspulver, sowie das Schmirgelpapier und Schmirgelleinen an die Stelle getreten. Außerdem
werden die
Häute auch benutzt um durch Aufpressen englisches Sattelleder damit zu modeln, und einiges davon verarbeitet man
zu sog. Fischhautchagrin, indem man die
Spitzen soweit abschleift, daß nur noch die Ansatzstellen als maschige
[* 1]
Figuren zu
sehen sind. In dieser Beschaffenheit dienen die
Häute zum Überziehen von Koffern, Futteralen, Kästchen
u. dgl. -
Fischhaut zollfrei; Waren daraus gem. Tarif im Anh. Nr. 21 d.
(frz. huile de poisson, engl. Train-oil) nennt
man wohl zuweilen im engern Sinne solchen
Thran, der von kleinern
Fischen, wie
Heringe,
Sardellen etc. mehr
nebensächlich gewonnen wird, während man im gewöhnlichen Leben darunter den
Thran aller Seetiere versteht, soweit dieselben
als ordinäre braune Sorten für gewöhnliche Zwecke dienen, die dann auch häufig nicht bloß von einerlei Tierart stammen,
sondern Gemische sind.
(Fustikholz, ungarisches
Gelbholz, Zantegelbholz, junger Fustik, frz. fustet, engl.
fustic). Der bei uns in Anlagen häufige sog. Perrückenbaum, eine Sumachart (Rhus Cotinus),
im südlichen Europa einheimisch und auch hier
und da kultiviert, strauchartig oder als kleiner Baum, enthält in seinem
Holz einen gelben Farbestoff, der durchAlkalien rot gefärbt wird. Das grau- oder grüngelbliche
Holz,
von dem der weiße Splint abgelöst ist, kommt teils in Form dicker Knüppel, teils schon in Späne geschnitten in den Handel,
wird jedoch zum Gelbfärben, weil die Farbe nicht sehr echt ist, jetzt nur noch wenig verwendet, wohl aber zur Herstellung
gemischter Farben. Seine Brauchbarkeit zur Erzeugung lebhafter
Bronze- und Chamoisfarben auf
Wolle ist
erst neuerdings wieder lobend hervorgehoben worden. Man erhält dies
Holz aus Ungarn, Illyrien, Tirol und Italien. - Zoll:
F. zollfrei;Extrakt gem. Tarif im Anh. Nr. 5 e.
(frz. lin, engl. flax). Unter einigen 20 bekannten
Arten des Geschlechtes Linum ist eine einjährige Art,L. usitatissimum, durch ihren hohen Wert als Gespinstflanze
von ganz eminenter Bedeutung. Uralt ist die Benutzung des F., sodaß nicht einmal das eigentliche Vaterland desselben mehr
bekannt ist und man dasselbe im Orient nur vermutet, weil die Pflanze zuweilen in wärmern Klimaten wild
wachsend gefunden wird. Um so schätzenswerter ist ihre Fähigkeit sich zu akklimatisieren, durch die sie selbst sehr nördlich
gelegenen Gegenden und hohen kühlen Bergländern noch zugänglich geworden ist und daselbst sogar vorzugsweise gedeiht.
Der F., früher fast die einzige Spinnfaser für Weißzeug, hat durch das Überhandnehmen der
Baumwolle wohl viel
Terrain verloren, bleibt aber dem ungeachtet immer ein Hauptindustrieartikel, der aller darauf gewendeten Pflege wert ist
und sie lohnt. Nehmen doch selbst Länder wie Westindien und andre, zum Teil solche, die
Baumwolle nach Europa senden, von
hier Leinwand zurück, weil ihnen dieser kühlere Stoff in ihrem heißen Klima besser als
Baumwolle zusagt.
Der gemeine Lein wird jetzt in fast ganz Europa, in Ägypten, Algier, Ostindien, Nordamerika, Brasilien und Australien gebaut
und zwar in den Hauptarten: a) Schließ- oder Dreschlein (Linum usitatissimum var. vulgare,auchL. sativum genannt) hat kleine geschlossen bleibende Kapseln, deren dunklere Samen nur durch Ausdreschen zu gewinnen
sind, höhere Stengel, minder weiche und weiße aber haltbarste Faser, welche sich besser zu groben Geweben eignet; b)
Klang- oder Springlein (L. usit. var. crepitans, auchL. humile) mit größeren, elastisch aufspringenden
Kapseln, helleren Samen, welche man dadurch gewinnt, daß die Kapseln auf Planen an die Sonne gelegt werden, wobei
sie von selbst aufspringen, niedrigere und ästigere Stengel, welche den feinsten F. liefern.
Beide Arten kommen als Früh- und als Spätlein vor. c) Zweijähriger oder Winter flachs (L. bienne undL. africanum),
seltener gebaut; d) Weiß blühender oder sizilianischer Lein mit sehr schweren Samen und e) Königslein (L.
usit. var. regale), sehr hoch, 1.5 m, mit sehr festem Bast, kleinen und
blassen Samen, erst seit etwa 1850 aus Holland in den Handel gebracht. Vom Schließlein kommen hauptsächlich in den Handel:
der „Tonnenlein“, in Tonnen verpackter russischer
¶
mehr
Lein, bekannter als Rigaer, Pernauer, Liebauer, Wiedauer Lein etc., selten rein genug, meist
mit Leindotter vermengt, mit kleinem Kern, aus welchem ein schwachstengliger, fein bastiger, 35 cm langer F. erwächst. Der
Rigaer wird am meisten zu Samenzucht verwendet; die erste daraus gezogene Saat heißt Kronen- oder Rosenlein, welche 4-5
Jahre lang gute Ernten gibt und so lange als „Saatlein“ geht; nach dieser Zeit wird der Samen nur
zu Ölschlagen noch verwendet, „Schlaglein“.
Eine sehr gute Sorte ist der Zeeländer, rein im Handel gebracht, mit gröberm Korn und stärkerem F.; ferner sind beliebt
Königsberger, Memeler, Etschthaler, Axemer, weißblühender russischer, weißbl. amerikanischer und
gemengter weißblühender, gelb und braun. Seltener angebaut sind der ewige Lein,L. perenne, ausdauernder, sibirischer Lein,
0.5-1 m hoch, mit grober, harter, schwer zu trennender Faser, angebaut in Sibirien;
der schmalblätterige Lein,L. angustifolium
Huds, mit guter Faser, in Südeuropa gebaut und in Australien;
der österreichische Lein,L. austriacum, 0.3 m
hoch, auch Zierpflanze;
der Seelein, Meerstrandslein,L. maritimum, beide in Südeuropa, aber nur selten gebaut.
Wichtig
für den Anbau ist der Samen, Leinsamen, welcher zur Ölbereitung dient und einen sehr wichtigen Handelsartikel auch zu Saatgut
bildet. Guter Samen muß oval, an einem Ende spitz, an der Spitze gekrümmt, grünlich, hellbraun, süß
schmeckend, hell glänzend, in der Hand leicht gleitend, geruchlos, rein von Unkraut sein und in Wasser untersinken. Nach
schlechter Ernte wird der Samen dunkel, glanzlos, schmutzig, gering an Keimkraft; zur Saat ist der zweijährige vorzuziehen,
die Keimkraft dauert bis 4 Jahre und wird erhöht durch gelindes Erwärmen bis 30° C., aber nicht darüber,
wodurch zugleich die Haltbarkeit sich erhöht.
Der Bedarf an Samen ist lokal verschieden: in den Ostseeprovinzen von 1.35 hl an, in Deutschland bis 2.68 hl, in den andern
Ländern zwischen diesen Extremen, durchschnittlich also 2.0 hl pro ha zu Samengewinnung, 3-4.6 hl für Bastgewinnung;
1 hl
wiegt 67-68 kg. Als Durchschnittsbestellung gelten für Deutschland nur noch 200000 ha, für
ganz Europa etwa 1.2 Mill. ha.
Der Saatbedarf für das Deutsche Reich ist durchschnittlich mindestens 38 Mill. kg, für ganz
Europa mindestens 200 Mill. kg. Der Ertrag von Samen ist 4-8 hl bei Bastgewinn, bis 16 hl
bei vorzugsweiser Samenzucht. - Preise, bester Rigaer 50, beste deutsche Saat 44 Mk. pro m.
Ztr. Originaltonnen à 85 kg pro m. Ztr. 70 Mk.
Vergl. weiteres unter Leinöl. -
Die Leinpflanze bringt nicht in allen Ländern und Gegenden eine gleich gute Faser, aber selbst unter günstigen klimatischen
Verhältnissen erfordert der Flachsbau schon von der Ackerbestellung an bis zur Ablieferung so viel Pflege und Umsicht, daß
eine schöne feine Ware am Markte fast ebenso gut ein Kunst wie ein Naturprodukt genannt werden kann. Über die Witterung
freilich vermag die Kunst nichts und von ihr hängt das Gedeihen des F. in so hohem Grade ab, daß es
wenig Kulturpflanzen gibt,
bei denen so große Schwankungen des Ertrags zwischen vollen Ernten und gänzlichem Mißraten
vorkommen.
Der Lein ist sowohl Öl als Spinnpflanze; beiderlei Nutzungen können nicht voll neben einander bestehen, eine muß zur Hauptsache
gemacht werden. Man sät daher den hauptsächlich auf Fasern zu nutzenden F. dicht und um so dichter,
je feiner die Faser werden soll, den zum Samentragen bestimmten viel dünner, wodurch der Same sich vollkommener ausbildet,
der Stengel dagegen stark und ästig wird und nur grobe Fasern gibt. In Holland und Belgien nimmt man sich in Fällen,
wo man die feinste Faser zu Spitzen u. dgl. ziehen will und daher sehr
dicht sät, außerdem die Mühe, mit Pfählen und Stangen, oder mit Pfählen und Schnüren eine Art Gitter mit quadratischen
Öffnungen über das Flachsfeld zu legen, durch welches die Pflanzen hindurch wachsen und darin eine Stütze zur
Geradehaltung und gegen das Lagern finden.
Man nennt diese Methode das Ländern; sie kommt auch in der Weise zur Ausführung, daß man das Flachsfeld mit sperrigem
Reisig überdeckt. Ein öfterer Samenwechsel ist beim Flachsbau nützlich und zur Erzeugung besserer Qualitäten selbst notwendig.
Sehr häufig ist bei uns die Verwendung von Samen aus Rußland (Rigaer). Wo die eigne Samenzucht gebräuchlich
ist, so in Sachsen z. B., baut man gewöhnlich den Bedarf für die nächsten 3 Jahre auf
einmal. Die mit F. bestandenen Felder müssen vom Unkraut sorgfältigst gereinigt werden.
Das Ziehen oder Raufen des F. erfolgt, wenn es sich um Samenzucht handelt, zu der Zeit, wo die Kapseln
sich zu bräunen anfangen, bei den zur Bastgewinnung bestimmten Pflanzen aber im noch grünen Zustande, sobald am Stengel
die unteren Blättchen abfallen. Der Same ist dann noch nicht völlig ausgereift und zur Aussaat nicht, wohl aber zur Ölgewinnung
brauchbar. Den richtigen Zeitpunkt der Ernte zu treffen ist wichtig, da zu frühes Ziehen zwar feine
aber haltlose Fasern gibt, während die überreife Faser, da sie starr und brüchig geworden, auch wieder an Qualität verloren
hat.
Die gerauften Flachsstengel werden gewöhnlich in mäßige Bündel gebunden und auf dem Felde aufgestellt, bis sie völlig
lufttrocken sind. Durch Riffeln, d. h. Durchziehen durch eine Reihe aufrecht
stehender eiserner Zinken streift man die Samenknoten ab, und bringt das Stroh entweder sogleich oder im nächsten Frühjahr
zur Röste. Die nutzbare Faser bildet den Bast des Flachsstengels, welcher den mehr holzigen inneren Kern umgibt und wieder
von der äußeren Rindenhaut umschlossen wird.
Diese sämtlichen Teile sind durch Pflanzenleim fest mit einander verbunden, dessen Zerstörung durch Fäulnis, Verwesung
oder Auflösung Zweck aller Röstverfahren ist, weil dann erst die Bastfaser, welche jenen zerstörenden Einflüssen am längsten
zu widerstehen vermag, von der übrigen Stengelmasse abgesondert werden kann. Die gewöhnlichste Art des Röstens ist die
Wasserröste, wozu am besten fließendes, jedenfalls weiches Wasser benutzt wird. Im gewöhnlichen ländlichen
Betriebe pflegt diese
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