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Wenn Wissenschaftler von Genklonieren sprechen, dann meinen sie nicht die Vervielfältigung eines Organismus, sondern die eines bestimmten Gens. Genklonierung ist ein wichtiger Bestandteil der Gentechnik und meist Voraussetzung, um ein Gen untersuchen zu können. Die Methode gehört heute zur täglichen Routine in vielen medizinischen und biologischen Labors.
Wenn Forschende ein menschliches Gen untersuchen möchten, so haben sie ein Problem, denn Gene sind nicht zugänglich wie zum Beispiel ein Automotor, bei dem man lediglich die Haube des Autos öffnen muss, um den Motor näher zu untersuchen. Das Gen muss zunächst zugänglich gemacht werden. Mit der Klonierung erreichen die Forscherinnen und Forscher zudem, dass sie das entsprechende Protein herstellen können, um es zu studieren oder praktisch zu nutzen.
Wenn Forschende zum Beispiel das Insulin-Gen klonieren möchten, so können sie dem Menschen eine Speichelprobe entnehmen, denn der Speichel enthält viele Zellen der Mundschleimhaut und jede Zelle enthält das gesamte Erbgut. Das Erbgut wird vom restlichen Zellmaterial gereinigt und im Reagenzglas ausserhalb des menschlichen Körpers weiter untersucht. Das nächste Problem besteht darin, innerhalb des Erbguts das richtige Gen zu finden. Menschliche Gene sind meist einige tausend bis zehntausend Bausteine lang, das Erbgut umfasst aber 3,2 Milliarden Bausteine. Das richtige Gen zu finden, entspricht demnach der Suche nach der Nadel im Genhaufen.