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die Gotthardbahn
Die Gotthardbahn ist die rund 206 Kilometer lange Bahnstrecke Immensee–Chiasso. Diese führt im Norden von Immensee (SZ), über den Eisenbahnknoten Arth-Goldau und den Depotstandort Erstfeld (UR), zum Nordportal des 15 Kilometer langen Gotthardtunnels in Göschenen. Vom Südportal in Airolo (TI), führt die Strecke über den Werkstättenstandort Bellinzona nach Chiasso, an die Grenze zu Italien.
Zum Bau der Strecke wurde 1871 in Zürich die Gotthardbahn-Gesellschaft (GB) als private Eisenbahngesellschaft gegründet. Am 1. Mai 1909 wurde die Gesellschaft verstaatlicht und als Kreisdirektion V in die SBB integriert.
Elektrifizierung
Die Elektrifizierung der schon bald nach ihrer Eröffnung überwiegend doppelspurig ausgebauten Strecke wurde am 16. Februar 1916 durch den Verwaltungsrat der SBB beschossen. Ziel war es einerseits, unabhängig von ausländischen Kohlelieferungen zu werden, andererseits auch die Leistungsfähigkeit der Strecke zu erhöhen.
Für die Energieversorgung wurde das Kraftwerk Ritom und Amsteg gebaut, später kam das Kraftwerk Göschenen hinzu. Am 18. Oktober 1920 verkehrten die Züge zwischen Erstfeld und Ambri-Piotta elektrisch, ab 12. Dezember 1920 konnte bis Biasca elektrisch gefahren werden. Der Betrieb erfolgte vorerst nur mit 7,5 kV Fahrleistungsspannung um Überschläge an den Isolatoren zu vermeiden, welche durch die parallel verkehrenden Dampflokomotiven durch Russ verschmutzt wurden. Erst am 29. Mai 1921 wurde die Fahrleitungsspannung auf 15 kV angehoben. Am 28. Mai 1922 konnten die Elektrifizierung abgeschlossen werden. Die Züge verkehrten nun durchgehend von Luzern bis Chiasso elektrisch.
Anfänglich standen für den elektrischen Betrieb noch nicht genügend Lokomotiven zur Verfügung, so dass die Dampflokomotiven am Zug blieben und die elektrischen Lokomotiven lediglich als Vorspannlokomotive auf der Bergfahrt und bei der Fahrt durch den Tunnel zum Einsatz kamen. Später wurden zuerst die Reisezüge durchgehend elektrisch bespannt, danach folgten auch die Güterzüge.
In Erstfeld befindet sich ein Lokomotiv-Depot, wo die Bespannung der Züge bei Bedarf durch Beistellung von zusätzlichen Lokomotiven für die Steilstrecke verstärkt wird – vor allem bei Güterzügen. Zur Erinnerung an die legendären Gotthard-Lokomotiven stand lange Zeit neben dem Depot ein Freiluftdenkmal – zuerst war es die Dampflokomotive C 5/6 mit der Nummer 2965, ab 1982 die Krokodil-Lokomotive der Reihe Ce 6/8 II mit der Nummer 14270. Die letzte Lok wurde im Januar 2013 entfernt, weil sie den Bauarbeiten für die Umnutzung des Depot Erstfeld zum Interventions-Standort des NEAT-Basistunnels in den Weg kam.
Quelle: www.gotthardbahn.ch