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Zwischen 1924 und 1939 war die Rue de la Rôtisserie 2 in Genf Sitz eines der größten Kartelle der Wirtschaftsgeschichte. Phoebus S.A. Compagnie Industrielle pour le Développement de l'Éclairage, kontrollierte die Herstellung, das Marketing und die Preisgestaltung von Glühlampen. Der Marktanteil der fusionierten Unternehmen lag bei über 80%. General Electric, Osram und Associated Electric Industries spielten eine führende Rolle im Konsortium. In der Folge wurden mehrere Unternehmen rechtlich zur Verantwortung gezogen und wegen unzulässiger Einflussnahme auf den Markt verurteilt.
Die Tatsache, dass das Phoebus-Kartell die durchschnittliche Lebensdauer einer Glühbirne auf 1000 Stunden festlegte, wurde als "programmierte Obsoleszenz" bezeichnet: die künstliche Abnutzung eines Produkts, um das Beste daraus zu machen. Unsere Forschung kann diese Anschuldigung nicht mit absoluter Sicherheit widerlegen oder unterstützen. Es scheint wahrscheinlich, dass ein Kompromiss zwischen Langlebigkeit und Lichtausbeute ein Schlüsselfaktor bei dieser Entscheidung war. Je länger eine Glühbirne brennt, desto weniger Licht gibt es pro erzeugte Energieeinheit. Aus diesem Grund leuchten auch heute, vierundsiebzig Jahre nach der Auflösung des Phoebus-Kartells, die traditionellen Glühbirnen nicht mehr. Das seit 150 Jahren bestehende Problem der Energieeffizienz hat schließlich zum Verschwinden der Glühbirne geführt. Unser Unternehmen kann einen Wirkungsgrad von nur 5% nicht mehr halten. Die Glühbirnen werden durch Leuchtstofflampen und LEDs ersetzt.
(Christina Hemauer und Roman Keller)