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hat man jedoch Porzellanfarben in den Handel gebracht, die durch das Einbrennen der Gegenstände in Muffeln nicht mehr verändert
werden, dennoch jedenfalls schon vorher gebrannt und wieder gemahlen sein werden. Die Farben werden mit einem flüchtigen
Öl (dickgewordenem
Terpentinöl,
Lavendelöl) verrieben, mit Pinseln wie jedes Miniaturgemälde aufgetragen, über einer Flamme
abgetrocknet und in die Muffel gebracht. Oft muß das Malen und Einbrennen zwei und mehrmals wiederholt werden, da manche
Farben einer besonders starken Hitze zum Schmelzen bedürfen, bei welcher andre schon zerstört werden würden. Man muß
daher die am schwersten schmelzbaren zuerst, die leichter flüssigen später bei gelinderer Hitze einbrennen.
Nur wenige Farbenkörper vertragen das Übereinandersetzen, der Maler muß auch in diesem Punkte seine Farben genau kennen
und wissen, in wie weit sich Lichter, Schattierungen u. dgl.
nachträglich aufsetzen lassen. -
Von den eigentlichen Malern werden die Dekorateure unterschieden, welche die Waren mit den einfachsten Verzierungen, Streublümchen,
Rändern und Ringeln u. dgl.
versehen und eine sichere und leichte Hand nebst großer Schnellfertigkeit besitzen müssen. Die oft so feinen und genauen
Linienverzierungen werden durch einfaches Ansetzen des Pinsels hervorgebracht, während das Arbeitsstück auf einer Spindel
in Drehung erhalten wird. Die Dekorierung mit
Gold,
Silber und
Platin ist der Malerei insofern ähnlich,
als die Metalle in feiner Verteilung, aus Auflösungen chemisch niedergeschlagen, das
Silber auch wohl in Form von Oxyd, mit
den
Ölen angerieben und mit Pinseln aufgetragen werden. Nach dem Einbrennen erscheinen die Metalle matt und erhalten ihren
Glanz erst durch den Polierstein.
Die Meißner Fabrik besaß früher allein das Geheimnis der sog. Glanzvergoldung,
bei welcher unter Anwendung eines besondern Goldpräparats die Vergoldung gleich fertig und viel schöner aus dem Feuer kommt
als das blankpolierte Metall; die Methode hat nur den Fehler, daß diese Vergoldung wenig haltbar ist. Sie wird durch Einbrennen
einer auf die Gegenstände aufgetragenen Lösung von Schwefelgold oder Knallgold in
Schwefelbalsam erhalten.
Zu den beliebtesten Verzierungen gehören auch die sog. Metalllüster, die glänzenden, in verschiednen
Farben regenbogen- oder perlmutterartig schillernden Flächen.
Sie werden ebenfalls erzeugt durch Metalllösungen, die mit
Ölen aufgetragen und eingebrannt werden und entstehen dabei ohne
weitere Nachhilfe des Polierens. Verschiedne Goldpräparate,
Chlorplatin und
Chlorsilber spielen dabei
eine Rolle, in letzter Zeit namentlich auch
Wismut. Einige
Lüster werden auch in der Weise erhalten, daß man die Metallsalze
mit in die Einbrennmuffeln gibt, wo sie sich durch die Hitze verflüchtigen und farbenerzeugend auf die schmelzende Glasur
niederschlagen. In jüngster Zeit hat sich bekanntlich noch eine neue Art der Verzierung für das P. gefunden,
nämlich das Einbrennen von Photographien. Die Verzierungen des P. folgen auch dem Zeitgeschmacke und der Mode und unterliegen
somit dem Wechsel;
nur Weiß, Blau und
Gold sind über dies Schicksal erhaben. -
Nach der Erfindung des P. im vorigen Jahrhundert glaubten viele Fürsten darin eine Quelle großer Einkünfte
erblicken zu dürfen und es wurden nicht wenig Hoffabriken gegründet und monopolisiert. Was von solchen noch übrig ist,
bildet gleichsam das Oberhaus der Fabrikation. Sie sollen Musteranstalten sein zur Pflege des Kunstsinns und guten Geschmacks
wie zur technischen Weiterbildung. Daneben ist aber mit der Zeit und hauptsächlich in der jüngsten
Vergangenheit eine freie Volksindustrie großartig herangewachsen, welche im Sinne des Fabrikwesens nicht sowohl auf besondre
Kunstwerke, als auf Massenerzeugung zur Versorgung der großen Mehrzahl der Volksklassen gerichtet ist. Es werden jetzt solche
Massen von Waren an den Markt gebracht, daß eine Überproduktion nahe zu liegen scheint. Die großartigsten
Fabriken finden sich in Schlesien und Böhmen. Die Konkurrenz hat nicht nur die Warenpreise sehr herabgebracht, sondern nötigt
auch dazu, den Waren immer größere Mannigfaltigkeit und Vollkommenheit zu geben, sodaß es nicht mehr nötig ist, geschmackvolle
Erzeugnisse nur unter fremden Einfuhrwaren zu suchen, wie sie namentlich häufig aus Frankreich
kamen, aber jetzt fast gänzlich verschwunden sind. -
An das P. schließt sich, seiner Natur nach, direkt das sog.
Gesundheitsgeschirr oder Sanitätsporzellan an, das früher zu
dem Zwecke ins Leben gerufen wurde, die
Töpferwaren mit bleihaltigen Glasuren zu verdrängen, was jedoch wegen der unvermeidlichen
höhern Kostspieligkeit der neuen Ware nicht gelingen konnte. Das
Gesundheitsgeschirr ist sogar, seiner
Zusammensetzung nach, streng genommen eine höhere Porzellansorte, da sie lediglich aus
Feldspat und Kaolin, wenn auch nicht
von reinster und weißester Beschaffenheit, erzeugt wird. Die Masse erfordert daher auch zum Brennen eine
Stärke der Feuerung,
wie sie das gewöhnliche P. nicht bedarf, das daher leichter und wolfeiler ^[richtig: wohlfeiler] zu
produzieren ist. Was jetzt in dieser härtesten Ware noch hergestellt wird, sind keine Hausartikel, sondern hauptsächlich
chemische Gerätschaften. -
Statistisches und Zoll s.
Thonwaren; Preise können wegen der großen Verschiedenheit der Fabrikate und der Verzierungen -
Dekors - nicht angegeben werden; jede Fabrik liefert bestimmte Kategorien und zu speziellen Preisen.
Der Händler muß zu Fabrikpreisen einkaufen und der Detaillist aus verschiednen Fabriken beziehen.
(Potasche, kohlensaures
Kali, kohlensaures
Kalium, Kaliumkarbonat, lat.
Kali carbonicum oder cineres clavellati;
franz. potasse oder carbonate de potasse; engl. Potash). Dieser
wichtige Artikel des Chemikalienhandels besteht in reinster Form aus Kohlensäure und Kaliumoxyd, ist
aber in rohem Zustande mit mehr oder weniger andern
Salzen verunreinigt. Früher gewann man die P. ausschließlich nur durch
Verbrennen von Pflanzensubstanzen, namentlich
Holz. Das
Kali findet sich in den Pflanzen mit organischen Säuren verbunden
(selten mit
Salpetersäure).
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mehr
Werden aber die Pflanzenkörper eingeäschert und die Aschen mit Wasser ausgelaugt, so erhalten wir hauptsächlich immer
nur kohlensaures Salz, da bei der Verbrennung die Pflanzensäuren zerstört, aber sogleich durch Kohlensäure ersetzt werden,
die als Verbrennungsprodukt in Menge entsteht. Alle holz- und krautartigen Gewächse geben mehr oder weniger Asche und daraus
kohlensaures Kali, die Kräuter im allgemeinen reichlicher als die Hölzer. In den Steppen des innern Rußland schießen im
Sommer mannshohe krautige Gewächse auf, die keine andre Benutzung als auf P. zulassen; auch verwendet man hierzu die Stengel
der in Rußland häufig zur Ölgewinnung gebauten Sonnenblumen; sonst liegen die Pottaschbrennereien wohl
immer nur in den Wäldern und natürlich nur da, wo für das Holz oder wenigstens für den Abraum gar keine andre Benutzung
möglich ist.
Die Gewinnung von P. kann nun entweder eine dauernde Waldnutzung bilden oder sie findet nur einmal statt, in dem Falle nämlich,
wo Wälder auszuroden sind, um Feldern Platz zu machen. Das Letztere ist noch immer, aber leider in zu
ausgedehntem Maßstabe, in Nordamerika der Fall, woher denn auch schon lange viele und gute P. an den Markt gekommen ist,
außerdem aus den waldreichen Gegenden Rußlands, in Schweden, Illyrien, Ungarn, Galizien etc.
Doch hat die Produktion in diesen Ländern schon bedeutend abgenommen, seitdem man auch hier genötigt
ist, die Wälder zu schonen.
Während Rußland 1864 noch 11 Millionen Kilo produzierte, verminderte sich die Produktion 1873 schon auf 5 Millionen Kilo.
Die Gewinnungsweise ist eine sehr einfache und besteht im Verbrennen der trocken gewordenen Hölzer unter Windschutz. Einfüllen
der gesammelten Asche in Laugenfässer und Übergießen mit warmem Wasser. Die zuerst erhaltene Lauge zeigt etwa 20° B.
und ist sogleich zum Eindampfen brauchbar, während man durch wiederholte Übergießungen noch schwächere Laugen erhält,
die bei folgenden Auslaugungen statt Wasser genommen werden.
Die Eindampfung erfolgt in Pfannen oder Kesseln bis zur trockenen Konsistenz der Salzmasse, die dann
die Rohpottasche darstellt. Sie erscheint im Handel unter zweierlei Formen, als ausgerührte und als ausgeschlagene Ware.
Die erstere entsteht, wenn die Masse beim Schluß des Eindampfens mit eisernen Rührscheiten gerührt wird, wodurch sich
dieselbe zu runden Klumpen gestaltet, die noch stark wasserhaltig sind. Bei der zweiten Form wird das
Rühren unterlassen und die Masse geht in der Pfanne in eine so feste Konsistenz über, daß sie nachgehends mit Hammer und
Meißel herauszuschlagen ist; sie ist dann natürlich weniger wasserhaltig. Beide Sorten der Rohpottasche sind tief braun
gefärbt von brenzlichen Stoffen, welche bei unvollständiger Verbrennung des Holzes entstanden und mit
in die Asche und Lauge übergegangen waren.
Durch sog. Kalzinieren wird sie entfärbt und in die gewöhnliche P. verwandelt. Wo aber
die Ware zu Verwendungen dienen soll, bei denen sie ohnehin hohen Hitzegraden ausgesetzt ist, wie beim Glasmachen, der Fabrikation
von Blutlaugensalz, ist die
vorherige Kalzination entbehrlich und die braune Ware ebenso brauchbar als
weiße. Das Kalzinieren besteht darin, daß man den Rohstoff unter fleißigem Umrühren einer nicht zu hohen Glühhitze aussetzt,
am besten dem Zugfeuer eines Flammenofens. Hierbei werden die letzten Wasserreste ausgetrieben und die braunen Stoffe verbrannt.
Die Ware erscheint dann weiß oder durch einen kleinen Gehalt an Eisenoxyd rötlich, auch wohl durch etwas
entstandenes mangansaures Kali bläulich und heißt im letztern Falle Perlasche. Sonst aber versteht man unter dieser Benennung
auch wohl eine ganz weiße reine amerikanische Sorte.
Der Name P. kommt von Pot, Topf, da die Ware, im kleinen wenigstens, wegen ihrer großen Begierde, Wasser
aus der Luft anzuziehen, in Töpfen verkauft wurde, die mit einer luftabhaltenden Decke verschlossen waren. Diese wasserziehende
Eigenschaft ist dem kohlensauren Kali unter allen Umständen eigen, während dagegen das kohlensaure Natron - die kristallisierte
Soda - an der Luft mehr und mehr austrocknet; nur die kalzinierte Soda zieht aus der Luft etwas Feuchtigkeit
an, aber zerfliesst nicht, wie die P. Größere Posten von P. werden in Fässer verpackt und es kommt auf den Dichtegrad
dieser an, ob der Inhalt sich trocken erhält, oder naß und schmierig wird, oder gar als Lauge durch die Fugen dringt.
Die gewöhnliche, aus Gewächsasche stammende P. ist noch kein reines kohlensaures Kali, sondern enthält
nur solches in sehr wechselnden Mengen von 40-75%, woneben sich finden können schwefelsaures Kali 3-40, Chlorkalium bis 20,
kohlensaures Natron bis 6%, auch etwas unlösliche Bestandteile, die durch die Filter gegangen oder beim Kalzinieren als
Asche eingeflogen sind. Der Gehalt an kohlensaurem Kali gibt natürlich immer den Wertmesser für eine
Ware ab. Die Anwesenheit fremder Stoffe kann für gewisse Verwendungen keinen Übelstand bilden, während man sie für andre
Zwecke reiner braucht.
Zur weitern Reinigung kommt der Umstand zu statten, daß das kohlensaure Kali löslicher in Wasser ist
als das schwefelsaure und das Chlorkalium oder, anders ausgedrückt, daß die letztern beiden in einer gesättigten Lösung
des erstem unlöslich sind. Löst man daher das zu reinigende Salz in möglichst wenig heißem Wasser, so kristallisieren
die fremden Salze größtenteils heraus und man erhält durch Wiedereindampfen der abgezogenen Lauge eine viel
reinere Ware. In dieser Weise reinigt man z. B. die für das böhmische Kristallglas bestimmte
P. Die gereinigte P. des Handels wird öfter durch Ausziehen der ordinären Ware mit so wenig kaltem Wasser erhalten, daß
die andern Salze ungelöst bleiben. Ganz rein, wie es nur zu chemischen Arbeiten und in Apotheken gebraucht
wird, erhält man das kohlensaure Kali, wenn man gleiche Gewichtsteile gereinigten Weinsteins und desgleichen Salpeter mischt
und in einem eisernen Tiegel kalziniert. Durch die Hitze wird, wie schon bemerkt, der Weinstein in kohlensaures Kali und Kohle
zersetzt, und letztere zersetzt wieder den Salpeter und verwandelt ihn ebenfalls in
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