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Grundwasserstände und Quellabflüsse
Der Indikator liefert im Jahresvergleich einen landesweiten Überblick zur Häufigkeit des Auftretens von tiefen, normalen und hohen Grundwasserverhältnissen. Sinkt das Grundwasser infolge ausgeprägter Trockenperioden überdurchschnittlich ab, kann es zu Engpässen in der Wasserversorgung kommen, sowie grundwasserabhängige Ökosystemen beeinträchtigen. Steigt das Grundwasser infolge überdurchschnittlich starker Niederschläge massiv an, kann dies zu erheblichen Flur- und Gebäudeschäden führen. Zudem können oberflächennahe Rutschungen und Murgänge ausgelöst werden.
In den Jahren 1997/1998, 2003, 2005, 2011 und 2017-2019 wies rund jede Dritte Messstelle überdurchschnittlich viele Tage mit tiefen Grundwasserständen bzw. Quellabflüssen auf. Die trockenen Jahre 2003, 2011, 2018/2019 führten dabei zu einer aussergewöhnlich hohen Anzahl von Messstellen mit tiefen Grundwasserverhältnissen.
In den Jahren 1995, 1999-2002, 2006/2007, 2012/2013 und 2016 verzeichnete rund jede Vierte Messstelle dagegen überdurchschnittlich viele Tage mit hohen Grundwasserständen bzw. Quellabflüssen. Das Hochwasser der Jahre 1995 und 1999 sowie der von 2000 bis 2002 anhaltende Niederschlagsüberschuss führten in den besagten Jahren zu einer grösseren Anzahl von Messstellen mit hohen Grundwasserverhältnissen.
Gemäss den Klimaszenarien CH2018 ist tendenziell davon auszugehen, dass die Häufigkeit und Länge von Trockenperioden bzw. Intensität und Stärke von Niederschlägen langfristig zunehmen und es damit häufiger zu tiefen bzw. hohen Grundwasserständen und Quellabflüssen im Sinne des Indikators kommen kann. Derzeit ist keine langfristige Tendenz weder bei den tiefen noch hohen Grundwasserständen und Quellabflüssen ersichtlich. Jahre mit tiefen bzw. hohen Grundwasserständen und Quellabflüssen lösen sich regelmässig ab. Aus diesem Grund wird der Indikator nicht bewertet.
- Verwandte Indikatoren
- Hochwasser
Es gibt momentan keinen einheitlichen Indikator in internationalen Indikatorensystemen z.B. der EUA. In einzelnen Ländern werden derzeit vergleichbare Ansätze verfolgt (z.B. Belgien, Österreich).
An den Messstellen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA, Modul QUANT (rund 50 BAFU-Messstellen und 50 kantonale Messstellen) werden Grundwasserstände und Quellabflüsse kontinuierlich erhoben. Der Indikator beinhaltet die Berechnung der jährlichen Anzahl Messstellen mit überdurchschnittlich vielen Tagen mit tiefen, normalen und hohen Grundwasserständen und Quellabflüssen. Dazu werden an der einzelnen Messstelle die Tagesmittel bestimmt und mit dem entsprechenden 10. bzw. 90. Perzentil aus 20 Beobachtungsjahren verglichen. Liegt die Anzahl der Tage, an denen der Grundwasserstand und Quellabfluss unterhalb des 10. Perzentils der 20 Beobachtungsjahre sind, über dem Durchschnitt der Anzahl Tage aus den 20 Beobachtungsjahren, werden die Grundwasserverhältnisse an der Messstelle als "tief" bezeichnet. Liegt die Anzahl der Tage, an denen der Grundwasserstand und Quellabfluss oberhalb des 90. Perzentils der 20 Beobachtungsjahre sind, über dem Durchschnitt der Anzahl Tage aus den 20 Beobachtungsjahren, werden die Grundwasserverhältnisse an der Messstelle als "hoch" bezeichnet. Normale Grundwasserverhältnisse herrschen somit vor, wenn die Anzahl Tage unter dem 10. Perzentil bzw. die Anzahl der Tage über dem 90. Perzentil unter dem jeweiligen Durchschnitt der Anzahl Tage aus den 20 Beobachtungsjahren, bzw. die Tagesmittel zwischen dem 10. und 90. Perzentil sind.
Der Indikator beschreibt den Prozentsatz solcher Messstellen im jeweiligen Jahr mit tiefen, normalen bzw. hohen Grundwasserverhältnissen.
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