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Verlag Benno Schwabe, Basel, 1909
Farblithografie, auf Leinwand aufgezogen
H. 60 cm, B. 66,3 cm
Inv. 1992.110.
Der 1832 publizierte Plan der Stadt Basel (Kat. 148) hatte noch unbebaute Flächen innerhalb des von der Stadtmauer umschlossenen Gebietes gezeigt, und in der Gesamtanlage konnte man nur kleine Veränderungen zu den Vogelschauansichten feststellen, die Matthäus Merian zu Beginn des 17. Jahrhunderts geschaffen hatte. Doch kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit der Industrialisierung ein immenses Wachstum der Bevölkerung ein; zwischen 1837 und 1860 wuchs die Einwohnerschaft von 22 000 auf 38 000 Menschen an – vor allem durch Zuzug aus anderen Teilen der Schweiz, aus Südwestdeutschland und aus dem Elsass. Dieser Entwicklung konnte man nicht mit weiterer Verdichtung innerhalb der Stadtmauern begegnen. 1859 beschloss der Grosse Rat, die Mauern zu schleifen. Ab 1860 entstanden ausserhalb des ehemals ummauerten Bereichs die neuen Wohnquartiere Breite, Gellert, Gundeldingen, Wettstein, Clara und Matthäus.
Zusätzlich zu den Wohnbauten waren Strassen anzulegen und öffentliche Bauten zu errichten. Einen weiteren entscheidenden Schritt stellte der Bau neuer Brücken dar: 1872–74 Eisenbahnbrücke, 1877–79 Wettsteinbrücke, 1880– 82 Johanniterbrücke und 1903–05 Neubau der Mittleren Rheinbrücke.
Der Stadtplan von 1909 zeigt den Wandel der Stadt deutlich an. Die neuen Quartiere stehen mit ihren geradlinigen Strassenzügen in deutlichem Gegensatz zu der unregelmässig gewachsenen Struktur der Altstadt. Er dokumentiert zudem, welche weiteren Grossprojekte für die Zukunft anstanden. In den Aussenbezirken der Stadt sind zahlreiche, vorerst nur geplante Strassenverläufe ablesbar: «Die projektierten Strassen sind mit lichtem Ton überdruckt », heisst es in der Erklärung zur Karte; das betrifft vor allem das Hegenheimer-, das Neubad- und das Hirzbrunnenquartier.
Auch sieht man den Badischen Bahnhof noch an seinem ersten Standort; die Verschiebung nach Nordosten an den heutigen Ort ist aber bereits eingezeichnet.
Die Dreirosenbrücke war projektiert, ebenso die Schwarzwaldbrücke.
Die ebenfalls geplante Sevogelbrücke in der Verlängerung der Peter Rot-Strasse sollte allerdings nie gebaut werden.
Die riesigen Baumassnahmen hatten zu einer gewaltigen Entwicklung des Baugewerbes geführt und hätten ohne auswärtige Arbeitskräfte in keiner Weise bewältigt werden können. Es waren vor allem tausende italienischer Arbeiter (viele von ihnen Saisonniers), die auf den vielen Grossbaustellen der Stadt arbeiteten und die im Spalenquartier oder in den sogenannten Italienerdörfern ausserhalb der Stadt lebten. 1910 zählte Basel 132 000 Einwohner; davon waren 32,8 % Kantonsbürger, 29,3 % kamen aus anderen Teilen der Schweiz, 37,8 % waren Ausländer.