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Ritalin hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin und agonisiert 2 verschiedene Serotonin-Rezeptoren (1A, 2B). Wie stark Ritalin aufs Serotoninsystem wirkt weiss man noch nicht so genau. Die Erhöhung der Noradrenalinkonzentration ist wahrscheinlich eher für Wechselwirkungen mit Tramadol verantwortlich.
Tramadol setzt Serotonin frei und hemmt auch die Noradrenalinwiederaufnahme. Bei den Wirkmechanismen ist es klar, dass beide Substanzen sich gegenseitig beeinflussen. Jedenfalls sollte man Tramadol generell nicht mit Substanzen kombinieren welche die Krampfschwelle senken. Ritalin senkt die Krampfschwelle, deswegen ist Vorsicht geboten!!!
Ob die serotonerge Komponente des Ritalins, ausreicht um ein Serotoninsyndrom auszulösen, weiss ich nicht, aber ich bezweifle es.(ohne Garantie!)
Es drohen wohl eher Krämpfe und mit denen ist nicht zu spassen!
Wieviel Zeit man zwischen beiden Substanzen lassen sollte, weiss ich nicht, da ich keine Lust habe nach Halbwertszeiten, Metaboliten etc zu suchen.....
Da die Kombi SSRI+Methylphenidat desöfteren angewendet wird, schätze ich die Gefahr eines S-Syndroms als relativ klein ein. Das Noradrenalin würde mir aber Sorgen machen!!!!
Der Interaction-Checker sagt folgendes:
Zitat:
MONITOR CLOSELY: The risk of seizures may be increased during coadministration of tramadol with any substance that can reduce the seizure threshold, such as selective serotonin reuptake inhibitors (SSRI antidepressants or anorectics), monoamine oxidase inhibitors, neuroleptic agents, central nervous system stimulants, opioids, tricyclic antidepressants, other tricyclic compounds (e.g., cyclobenzaprine, phenothiazines), carbapenems, cholinergic agents, fluoroquinolones, interferons, chloroquine, mefloquine, lindane, and theophylline. These agents are often individually epileptogenic and may have additive effects when combined. Many of these agents also exhibit CNS- and/or respiratory-depressant effects, which may be enhanced during their concomitant use with tramadol.
MANAGEMENT: Caution is advised if tramadol is administered with any substance that can reduce the seizure threshold, particularly in the elderly and in patients with epilepsy, a history of seizures, or other risk factors for seizures (e.g., head trauma, brain tumor, metabolic disorders, alcohol and drug withdrawal, CNS infections).
Fazit: Die Kombination ist definitiv riskant. Die Krampfgefahr steigt. Ich rate jedem von dieser Kombi ab. Wieviel Zeit man dazwischen lassen sollte, hängt hauptsächlich von der HWZ des Noradrenalin-Wiederaufnahme-hemmenden Substanz ab. Ob das, das Tramadol selbst, oder eines seiner aktiven Metaboliten ist, weiss ich nicht.....