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Freidenker Vereinigung der Schweiz
Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) wurde im Jahre 1908 in Zürich gegründet. Sie ist Mitglied der «World Union of Freethinker» (WUF) und der «International Humanist and Ethical Union» (IHEU). Die FVS ist eine atheistisch und teilweise agnostisch orientierte Organisation in der Tradition des Humanismus. Sie setzt sich für die Selbstbestimmung der Menschen ein, welche auf freiem und kritischem Denken beruhen soll. In diesem Sinne wendet sich die FVS gegen Tabus und Dogmen und tritt ein für die Meinungs- und Glaubensfreiheit.
Durch kritisches Denken gewonnene Erkenntnisse sollen religiöse Moralvorschriften ersetzen. Da die FVS auch für die Toleranz eintritt, lehnt sie intolerantes Verhalten wie den Anspruch, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein, und jegliche Art von Fundamentalismen und Fanatismen ab. Aufgrund desselben Grundsatzes anerkennt sie aber auch, dass einige Menschen die Sinnhaftigkeit in religiösen Vorstellungen suchen.
Auf staatlicher Ebene fordert sie die Gleichberechtigung aller Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften und die strikte Trennung von Kirche und Staat. Gemäss Programmatik der FVS darf sich die Freidenkerbewegung nicht darauf verlegen, ihre Anliegen auf die religiöse Thematik zu beschränken. Die Selbstbestimmung des Menschen und die damit verbundene Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, muss auf alle Bereiche ausgedehnt werden. Mitmenschlichkeit und Kommunikationsfähigkeit sind zentrale Anliegen der FVS.
Die FVS setzt sich für den Schutz der Umwelt und für die Förderung des Weltfriedens ein. Zudem ruft sie die Wirtschaft dazu auf, gesellschaftliche Verantwortung und Verpflichtungen zu übernehmen.
Die FVS veranstaltet auf Wunsch Namensgebungs-, Hochzeits- und Trauerfeiern für Personen, die keine kirchlichen Dienste beanspruchen wollen. Es finden Seminare, Vortagsreihen und Diskussionsabende statt und die FVS verbreitet Informationsmaterial zum Kirchenaustritt.
Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz verfügt nicht über genügend Mittel, um ihre erweiterte Programmatik umzusetzen. Ihre Aktivitäten sind weitgehend auf die Thematik der Trennung von Kirche und Staat und auf die Gleichberechtigung von Weltanschauungsgemeinschaften beschränkt, so dass das Konzept der Verantwortung nicht vollumfänglich ausgearbeitet ist.