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Orgelreise 2019: Normandie
In der Woche vom 27. April bis Samstag, 4. Mai bereisten wir mit einer Gruppe von 32 Personen die Normandie. An der Schnittstelle zwischen französischen, englischen und niederländisch-flandrischen Einflüssen bildet die Normandie eine einzigartige Kultur- und Orgellandschaft von europäischem Rang. Ihren Namen verdankt sie den nordeuropäischen Wikingern, die das Land im neunten Jahrhundert in Besitz nahmen und von hier aus im Jahre 1066 unter Wilhelm dem Eroberer auch England unter ihre Herrschaft brachten. Hiervon berichtet anschaulich der Teppich von Bayeux (UNESCO-Weltkulturerbe) aus dem 11. Jahrhundert. Von einer reichen Vergangenheit zeugen nicht nur malerische Fachwerkbauten, sondern auch der prächtige Flamboyantstil vieler Kirchen.
Zudem beherbergt die Normandie einen in Frankreich einzigartigen Schatz historischer Orgeln aus dem 17.-19. Jahrhundert. Dabei reicht das Spektrum vom erlesenen „cabinet d’orgue“ (um 1750, vormals im Schloss von Versailles) aus dem Besitz der französischen Königin Maria Leszczyńska über repräsentative Stadt- und Klosterorgeln des Barock (u.a. St Martin de Boscherville 1627, Bolbec 1631, Dieppe Saint-Remy 1739) bis hin zur sinfonischen Orgelbaukunst der Spätromantik. In der Normandie hat der wohl bekannteste französische Orgelbauer überhaupt, Aristide Cavaillé-Coll, einige seiner schönsten Werke hinterlassen (u.a. Elbeuf, Saint Jean 1858, Caen Saint Etienne 1885, Abtei St. Ouen Rouen 1890).
Ihren Ruf als attraktives Reiseziel verdankt die Normandie auch ihren Landschaften. Schon im 18. Jahrhundert entdeckte die englische Aristokratie die Schönheit der Kreideklippen der Alabasterküste. Später entstanden v.a. an der Côte Fleurie weltbekannte Seebäder wie Deauville/Trouville, die nicht nur die feine Pariser Gesellschaft der Belle Epoque anzogen, sondern auch „Maler des Lichts“ wie Claude Monet zu Meisterwerken inspirierten.