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Nigel Ng, britisch-malaysischer Comedian chinesischer Abstammung, schlüpft gerne in die Rolle von «Uncle Roger», des archetypischen, kurligen asiatischen «Onkels», der mehr schlecht als recht mit seinem Leben in Europa klarkommt. Erstmals viral ging er mit solchen Clips:
Inzwischen hat er eine erfolgreiche internationale Karriere als Stand-up-Comedian und kann drei Millionen Follower auf Instagram sein Eigen nennen.
Diese Woche wurden sämtliche Social-Media-Accounts des Komikers in China gesperrt – dies offenbar als Teil einer grösseren Aktion der chinesischen Regierung gegen Komiker.
Jüngst hatte Ng einen Ausschnitt aus seiner Stand-up-Show gepostet. Darin sieht man ihn in seiner Rolle als «Uncle Roger» mit dem Publikum interagieren – unter anderem mit Zuschauern aus der Volksrepublik China («Good country, good country ... we have to say that now.») oder Taiwan («Not a real country!»). Dann fügt er hinzu, dass er wohl «kurz davor sei, gecancelt zu werden»:
Und prompt wurden Nigel Ngs Weibo- und Bilibili-Accounts (Chinas Twitter und YouTube) am Wochenende eingefroren. Eine Nachricht auf seinem Weibo-Profil, wo er mehr als 400'000 Follower hat, lautet: «Der Nutzer wurde mit einem Postingverbot belegt, da er gegen die einschlägigen Gesetze und Vorschriften verstossen hat.»
Darauf postete Ng das Video erneut auf Twitter, diesmal mit der Bildunterschrift: «Aus irgendeinem Grund wurde dieser Clip am vergangenen Wochenende sehr oft angesehen. I wonder why.» Ausserdem nutzte er die Medienaufmerksamkeit gleich, um für seine neuste Stand-up-Show Werbung zu machen:
«Uncle Roger» ist aber bloss das jüngste Opfer eines offenbar harten Vorgehens Pekings gegen Comedians. Vor einer Woche wurde der chinesische Komiker Li Haoshi verhaftet, nachdem er einen Witz gemacht hatte, in dem er seine Hunde mit einem militärischen Slogan verglich. Das Unternehmen, das ihn engagiert hatte, musste ausserdem eine Geldstrafe in Höhe von 14,7 Millionen Yuan (1,9 Millionen Franken) zahlen, eine unverhältnismässig hohe Summe, weshalb nun Befürchtungen aufkommen, dass Stand-up-Comedy im Lande ausgelöscht werden könnte. Li hat sich für seine Äusserungen entschuldigt, ihm drohen aber trotzdem bis zu drei Jahre Gefängnis.
Mal rein theoretisch: Wer in den laufenden Frühlingsferien gen Süden will, wird mit einer guten Wahrscheinlichkeit ins Tessin fahren – sporadischem Stau am Gotthard zum Trotz. Und wer gerade am Packen ist, aber nicht weiss, welche Kleider mitkommen sollen, wird – ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit – die Wettervorhersagen konsultieren.