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Mittelpunkt der Spiele
Gefäss:
Das Olympiastadion bildet für gewöhnlich das Herzstück jeder Olympischen Sommerspiele. So auch in London. Da die Themsemetropole mit Wembley und Twickenham bereits zwei Sportstätten der Superlative besitzt, planten Populous Architekten ein Stadion, das wandelbar wie keines vor ihm ist.
Unter der Prämisse Nachhaltigkeit kann man den Bau, der im März 2011 fertig gestellt war, um 55 000 Sitze verkleinern. Nach Olympia 2012 und den darauffolgenden Paralympics sollte das Stadium zu einem Dauertrainingsplatz für Leichtathleten avancieren. Nach einem sprichwörtlichen Hickhack wird wohl der Fussballclub West Ham United den Zuschlag für eine Nachnutzung erhalten. 2014 soll das Olympiastadium endgültig an den neuen Nutzer übergeben werden.
Hätten Populous Architekten gewusst, dass im Rund hauptsächlich Fussball gespielt werden soll, hätten sie sich die ausgefeilte Konstruktion der Tribüne sparen können. Das Bauwerk besteht nämlich aus zwei Teilen: Einer ist in die Erde eingegraben und der andere schlicht darauf aufgesetzt. Nach Baubeginn im Mai 2008 hat man die spätere Leichtathletikanlage aus dem weichen Lehmboden ausgegraben. Ein ellipsenförmiger Betonring umfasst diesen Bereich und bietet Platz für 25 000 Zuschauer. Auf diesem Ring sitzt die komplett abbaubare Leichtstahl-Beton-Konstruktion, die die restlichen 55 000 Sitzplätze trägt. Darauf wiederum befindet sich das Dach. Noch ist die ultraleichte Polymer-Membran, die die filigrane Stahlkonstruktion einpackt, nicht aufgespannt worden. Bis heute fehlen die 336 einzelnen, dreieckigen Panele.
Populous Architekten haben eine Sportstätte geschaffen, die sich so unauffällig, wie das bei einem Bau mit 80 000 Plätzen möglich ist, in die Landschaft einbettet.
von Roland Merz