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Am 25. Oktober 1970 stimmten die Luzerner der Einführung des kantonalen und kommunalen Frauenstimmrechts mit einem Ja-Stimmenanteil von 63 Prozent zu. Vier Monate später, am 7. Februar 1971, wurde mit einem ähnlichen Ja-Stimmenanteil das Frauenstimmrecht auf eidgenössischer Ebene gutgeheissen.
Mit dem Ja zum Frauenstimmrecht war der Kanton Luzern weder ein Pionier noch ein Nachzügler. Luzern war der achte Kanton der Schweiz und der dritte Deutschschweizer Kanton, der den Frauen die politische Mitsprache einräumte. Im Juni 1971 zogen die ersten acht Frauen ins Luzerner Kantonsparlament ein, unter ihnen Josi Meier (CVP), die im gleichen Jahr auch in den Nationalrat gewählt und 1991 erste Ständeratspräsidentin wurde, sowie die spätere Nationalrätin und Nationalratspräsidentin Judith Stamm (CVP).
Das Historische Museum Luzern widmet dem wichtigen Ereignis vom 23. Oktober 2020 bis am 29. August 2021 die Ausstellung Eine Stimme haben. 50 Jahre Frauenstimmrecht Luzern. Es werden Frauen und Männer porträtiert, die für und gegen die Mitsprache der Frauen kämpften. Der Bogen wird gespannt von den Vorkämpferinnen der 1920er-Jahre bis hin zum Frauenstreik von 2019.
Die Ausstellung erzählt von der Petition für ein Frauenstimmrecht vor hundert Jahren, von der verlorenen nationalen Abstimmung von 1959 und geht der Frage nach, wie sich innerhalb eines Jahrzehntes das politische Klima so veränderte, dass die Männer den Frauen 1970/71 die politische Mitsprache gewährten.
Die Ausstellung wolle aufzeigen, dass das Frauenstimmrecht nicht von alleine gekommen sei, schrieb das Historische Museum Luzern zur Vernissage vom Donnerstag. Es habe hartnäckiges Insistieren und den Einsatz verschiedener Strategien benötigt, um das Ziel zu erreichen.
Das Museum hat zur Ausstellung eine neue Theatertour geschaffen. Für Schulen gibt es Workshops. Das benachbarte Natur-Museum geht in der Ausstellung Weibchen, Männchen, was solls der Frage der biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern und deren sozialen Zusammenlebens nach.
(sda)