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Das Wort „Krampfader“ stammt aus dem Altdeutschen „Krumpe Ader“, also krumme Ader, und beschreibt lediglich den von aussen sichtbaren Venenverlauf einer erkrankten Vene.
Manchmal klagen Patienten mit Krampfadern auch über vermehrt Wadenkrämpfe, diese sind jedoch nicht auf die Krampfadern zurückzuführen.
Venen sind weiche Strukturen und bestehen hauptsächlich aus Bindegewebe. Wenn eine familiäre Bindegewebsschwäche vorliegt, können Venen sich erweitern und verformen. Die Dichtigkeit der Venenklappen nimmt mit der Zeit ab und es kommt zu einem Rückstau von Blut in den Venen.
Die Hauptursache für die Entstehung von Krampfadern ist eine genetische, familiär bedingte Veranlagung. Natürlich gibt es gewisse Risikofaktoren, welche die Entstehung von Krampfadern begünstigen. Diese sind Übergewicht, lange stehende oder sitzende Tätigkeit, Schwangerschaften und Bewegungsmangel.
Die gesunden Venen und vor allem die tiefen, durch die Muskelschicht geschützten Venen, übernehmen diese Aufgabe. Manchmal bleibt nach einer Behandlung vorübergehend eine leichte Schwellung zurück, bis sich der Rückstrom wieder normalisiert hat.
Die Veranlagung als Ursache für die Entstehung von Krampfadern kann nicht behandelt werden. Patienten welche sich einer Behandlung unterziehen, haben ein Risiko von etwa 25-30%, dass im Laufe der Zeit neue Krampfadern entstehen, unabhängig von der Behandlungsmethode.
Während einer Schwangerschaft können neue Krampfadern entstehen oder bereits vorhandene Krampfadern an Ausmass zunehmen. Beschwerden wie Schweregefühl oder Spannung nehmen vor allem im letzten Trimenon zu. Während der Schwangerschaft sollten Kompressionsstrümpfe getragen werden zumal eine Behandlung nur im Falle von Komplikationen erlaubt ist. Ein Grossteil der schwangerschaftsbedingten Krampfadern bildet sich etwa 4-6 Monaten nach der Entbindung spontan wieder zurück. Eine Fachärztliche Untersuchung sollte jedoch immer durchgeführt werden.
Patienten mit gesunden Venen die eine lange Flugreise oder Autofahrt antreten, haben ein leicht erhöhtes Risiko für Thrombosen. Im Falle von Krampfadern ist dieses Risiko zusätzlich noch erhöht, deshalb sollte immer ein passender Kompressionsstrumpf getragen werden. In gewissen Fällen muss man sogar eine entsprechende Antithromboseprophylaxe in Erwägung ziehen (Blutverdünnung).
Die Blutverdünnung schützt vor Thrombosen und ist bei einer Vielzahl von anderen Erkrankungen indiziert (Künstliche Herzklappen, Stents, Vorhofflimmern etc…). Sind grosse Krampfadern unter der Haut sichtbar und verletzt man sich an einer solchen Stelle, kann es zu einer starken Blutung kommen. Eine sofortige Kompression (Tuch, Gurt) kann die Blutung reduzieren aber meist nicht stoppen. Nachdem die Blutung ärztlich versorgt worden ist, sollten die Krampfadern durch einen Spezialisten untersucht und behandelt werden.
Eine Vielzahl von Behandlungen kann heute ambulant angewandt werden, ohne dass man dafür die Blutverdünnung pausieren muss.
Krampfadern machen nicht immer Beschwerden und sind auch nicht immer von aussen zu sehen. Die sogenannten „Stammvenen“ die zwischen der Muskelschicht und der Haut verlaufen, können aufgrund einer Klappenundichtigkeit einen Rückfluss aufweisen und somit ein Risiko für Komplikationen darstellen, ohne zwingend Symptome zu verursachen. Eine Ultraschalluntersuchung schafft schnell Klarheit darüber.
Nein, wird die Pressatmung vermieden und mit wenig Gewicht trainiert, sind keinerlei negative Folgen zu befürchten. Die Krampfadern sollten trotzdem von einem Facharzt untersucht werden.
Eine klinische Untersuchung der Beine zuzüglich Duplexsonographie und Besprechung dauert im Normalfall 30-45 Minuten. Die Ultraschalluntersuchung ist absolut schmerzfrei und die Kosten dafür werden von der Grundversicherung übernommen. Für spezielle Fragestellungen wird meist mehr Zeit reserviert.
Die Kosten für Erstkonsultationen, für medizinisch nötige Behandlungen und für Nachkontrollen werden in der Schweiz von den Krankenversicherungen übernommen. Kosmetische Behandlungen ohne relevanten Krankheitswert, wie zum Bespiel die Sklerosierung von Besenreisern, werden nicht erstattet.
Mit dem Ultraschall lassen sich Durchmesser, Venenverlauf, Klappenfunktion, Flussrichtung des Bluts, Wandveränderungen und Abflussstörungen im Venensystem erkennen und dokumentieren. Im Wesentlichen werden so gesunde von erkrankten Venen unterschieden. Ausserdem können mit dem Ultraschall Venenverschlüsse (Thrombosen), Anlageanomalien und Ergebnisse einer Behandlung sicher und schmerzfrei überprüft werden.
Kompressionsstrümpfe beseitigen weder die bereits vorhandenen Krampfadern noch können sie die genetische Prädisposition zur Bildung von Krampfadern beeinflussen. Die Kompressionsbehandlung kann jedoch den Rückfluss von Blut vorübergehend normalisieren und die Stauung mindern, sodass Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellung deutlich abnehmen.
Beide Methoden haben sich in der Behandlung von Krampfadern bewährt und führen erwiesenermassen zur Normalisierung des Rückstroms. Die Operation entfernt die erkrankte Vene, dafür braucht es eine Voll-oder Teilnarkose, Hauschnitte und die Erholungsphase dauert meist etwa 7-10 Tage. Die endovenöse Thermoablation versiegelt die Vene und schaltet sie aus, ohne dass diese entfernt werden muss. Die Behandlung findet ambulant in örtlicher Betäubung statt, dafür braucht man meist nur kleine Nadelstiche und die Patientin/der Patient kann schneller wieder die normale Tätigkeit aufnehmen.
Sowohl die Verödung von Besenreisern wie auch die Schaumsklerosierung von grösseren Venen verursachen ein leichtes Brennen das nach einigen Minuten wieder abklingt. Im Bereich empfindlicher Stellen, zum Beispiel am Innenknöchel oder in der Kniekehle, kann vorab eine anästhetische Crème (Emla-Crème) aufgetragen werden.
Die Resultate nach der Besenreiser-Sklerosierung sind meistens gut. Es gibt aber auch Befunde, die mehrere Behandlungen benötigen oder sich sogar als therapieresistent erweisen. Die oft gehörte Aussage, wonach behandelte Besenreiser „sowieso wiederkommen“ ist falsch. Aber natürlich liegt bei betroffenen Individuen eine Disposition zur Bildung solcher Befunde vor, die bestehen bleibt.
Die Sklerosierung von Besenreisern führt lokal zu einer Rötung und manchmal zu einem kleinen Bluterguss. Während einigen Tagen ist das behandelte Hautareal empfindlich und sollte vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Duschen und Baden kann man unmittelbar schon nach der Therapie, Sport und normale körperliche Tätigkeit sind nicht eingeschränkt. Eine spezielle Kompression ist nur in Ausnahmefällen nötig.
Komplikationen sind sehr selten. Eine unerwünschte Wirkung, vor allem nach der Schaumsklerosierung, ist das Auftreten von unschönen Verfärbungen, sog. Pigmentflecken. Diese entstehen bei 15-20% der Patienten und verschwinden spontan nach mehreren Monaten. Das kosmetische Resultat der Behandlung ist in der Regel 6-8 Wochen nach Sklerosierung zu sehen.
Die endovenöse Thermoablation ist für insuffiziente Stammvenen vorgesehen. Diese haben meist einen recht geradlinigen Verlauf. Oberflächliche, gewundene Seitenastvarizen können mittels Hitzekatheter nicht behandelt werden und werden im Normalfall mit einem feinen Häkchen entfernt.
Ja. Auch sehr grosse Venen können erfolgreich und anhaltend mittels endovenöser Thermoablation verschlossen werden.
Bei den endovenösen Verfahren wird ultraschallgesteuert von aussen sterile Kochsalzlösung um die Vene herum injiziert (Tumeszenzanästhesie). Diese isolierende Flüssigkeitsschicht reicht aus, damit die Hitze welche vom Katheter ausgeht, sich nur auf die Venenwand verteilt und nicht auf die Haut überträgt. Diese Art von Komplikation ist eine absolute Rarität.
Überall dort wo Hitze zum Verschluss der erkrankten Venen führt, muss vorher eine isolierende, schützende Flüssigkeitsschicht appliziert werden. Diese sogenannte Tumeszenzanästhesie entfällt, wenn man Venen verklebt (VenaSeal® Sapheon Closure System) oder mittels Schaum verödet.