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Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) ist eine ernstzunehmende gesundheitliche Beeinträchtigung, die angemessen diagnostiziert werden muss. Alle Kinder haben das Bedürfnis, sich zu bewegen. Doch eine Hyperaktivität ist nicht bloss fehlendes Sitzfleisch, sondern lässt sich daran erkennen, dass das Kind wirklich andauernd und überall in Bewegung ist.
Wie zeigt sich eine Hyperaktivität bei Kindern?
Die Hauptsymptome der Hyperaktivität:
- Unaufmerksamkeit: Hat Ihr Kind grosse Schwierigkeiten, konzentriert zu bleiben, Ihnen zuzuhören, wenn Sie mit ihm sprechen, Anweisungen zu befolgen, eine Arbeit zu Ende zu führen oder sich zu organisieren? Ist es eher zerstreut, vergisst oder verliert es regelmässig seine Sachen? Lässt es sich leicht ablenken?
- Motorische Hyperaktivität: Hat Ihr Kind einen sehr starken Drang, sich zu bewegen, zu rennen, zu hüpfen, zu klettern und zwar ohne ein bestimmtes Ziel? Rutscht es dauernd auf seinem Stuhl herum oder steht es in der Schule grundlos auf? Verlaufen die Mahlzeiten im Familienkreis sehr unruhig? Kann sich das Kind nicht ruhig mit einem Spiel beschäftigen? Stellen Sie auch gewisse motorische Probleme fest (zum Beispiel Schwierigkeiten beim Ankleiden)?
- Impulsivität: Reagiert Ihr Kind sehr rasch und unüberlegt, spricht es viel und laut, hat es Mühe zu warten, bis es an der Reihe ist, und platzt es schon mit der Antwort heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist? Neigt es kurz gesagt dazu, sich vorzudrängen und die Aufmerksamkeit für sich zu beanspruchen, und kann es sehr rasch wütend werden?
Hyperaktivität kann zu einem Lernrückstand, zu Risikoverhalten, Sprach- und Gedächtnisstörungen usw. führen. Deshalb ist es wichtig, sie möglichst früh zu erkennen.
Hyperaktivität bei Kindern: eine komplexe Diagnose
Eine Hyperaktivität liegt vor, wenn sich diese Symptome während sechs Monaten und in mindestens zwei verschiedenen Lebensbereichen (Zuhause, Schule) feststellen lassen. Einen Anhaltspunkt kann Ihnen die folgende Faustregel geben:
- Sechs Symptome von Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität
- lassen sich während über sechs Monaten
- und schon vor dem Alter von sechs Jahren erkennen.Anhand von bestimmten Symptomen lässt sich die Störung beim Säugling schon sehr früh feststellen: Weint Ihr Neugeborenes viel, ist es sehr unruhig, schläft es schlecht? Bewegt es sich mit etwa zwölf Monaten viel, stürzt es häufig, macht es viel Lärm und ist es sehr reizbar? Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber und warten Sie nicht bis zum Schuleintritt. Je früher die Störung erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.ADHS lässt sich nicht mit einer einzigen medizinischen Untersuchung diagnostizieren. Falls Sie Symptome festgestellt haben und das Verhalten Ihres Kindes im Alltag zu Schwierigkeiten führt, sollten Sie sich an einen spezialisierten Kinderpsychiater wenden: Er wird verschiedene Instrumente einsetzen und Tests durchführen, um abzuklären, ob es sich wirklich um eine Hyperaktivität handelt, und um eine geeignete Behandlung festzulegen.
Falls sich herausstellt, dass Ihr Kind hyperaktiv ist, können Sie Möglichkeiten finden, es verständnisvoll zu begleiten. Hilfreich ist auch, sich mit anderen betroffenen Eltern auszutauschen. Einige Rotkreuz-Kantonalverbände bieten Eltern eine psychopädagogische Beratung an. Informieren Sie sich in Ihrer Region: dienstleistungen.redcross.ch