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Haareis im Winter 2020 - Männliacher Gemeinde Maur, oberhalb des Greifensees.
An kalten, schneelosen und windstillen Wintertagen findet man gelegentlich in schattigen Mulden solche zuckerwatteähnliche Gebilde auf Totholz. Es befindet sich immer in Bodennähe. In Wäldern wo abgestorbene Bäume und Äste liegen bleiben, ist das Phänomen am ehesten anzutreffen. Die Chancen steigen, wenn es in den Tagen zuvor viel geregnet hat und eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Dann ist das Holz ausreichend mit Wasser vollgesogen. Ist es zu trocken, verdunstet das Wasser im Holz. Ganz wichtig ist die Temperatur, die bei circa null Grad Celsius liegen muss. Ist es kälter oder sinkt die Temperatur zu schnell gefriert das Wasser im Holz. Es drückt nicht mehr nach oben und die feinen Eisfäden bilden sich nicht aus.
Hauptverantwortlich ist aber die rosagetönte Gallertkruste (Exidiopsis effusa). Ein winteraktiver, atmender Baumpilz. Die Gase seines Stoffwechsels verdrängen das im Totholz vorhandene, leicht unterkühlte Wasser an die Oberfläche. Dort gefriert es zu Eis und wird durch nachdrängendes, beim Austritt aus den feinen Holzporen ebenfalls gefrierendes Wasser, weitergeschoben. Die Moleküle des zersetzten Holzes bilden im Eis eine Art Gerüst, damit bleiben die Fäden stabil und können auch mal über mehrere Tage bestehen. Wird aber die Luft zu trocken, löst sich das Haareis in Wasserdampf auf.
Die Fäden erreichen im Besten Fall eine Länge von bis zu 20 cm und sind extrem dünn, ca. 0,02 mm.