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Leberkrebs ist eine seltene Krebserkrankung, welche vor allem im Alter auftritt. Häufiger als der eigentliche Leberkrebs sind Ableger (Metastasen) von anderen Krebserkrankungen wie Brustkrebs oder Darmkrebs in der Leber. Da der Lebertumor lange Zeit wenig oder nur unspezifische Beschwerden macht, wird er meist in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.
Beim sogenannten primären Leberkrebs bildet sich ein bösartiger Tumor aus Zellen innerhalb der Leber. Meist handelt es sich dann um Leberzellkrebs. Ärztinnen und Ärzte sprechen von einem hepatozellulärem Karzinom (HCC). Leberkrebs (Leberzellkarzinom) entsteht häufig auf dem Boden einer Leberzirrhose. Mögliche Anzeichen von Leberkrebs sind Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Häufig bereitet er aber erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden.
Seltener entsteht Krebs aus den Zellen der Gallengänge (Gallengangskarzinom; Cholangiokarzinom) innerhalb der Leber. Diese Krebsart bedarf meistens einer anderen Therapie als ein Leberkrebs.
Nicht jeder bösartige Tumor, der in der Leber entdeckt wird, geht aus lebereigenen Zellen hervor. Krebszellen in der Leber, die nicht aus Leberzellen entstanden sind, bezeichnet man als Lebermetastasen oder sekundären Leberkrebs.
Sekundärer Leberkrebs entsteht, wenn Tumoren, die an einer anderen Stelle des Körpers entstanden sind, in die Leber streuen und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Vor allem Krebsarten des Magen-Darm-Trakts (z.B. Darmkrebs), der Brust oder der Lunge können zu solchen Lebermetastasen führen. In der Regel leiden die Betroffenen also an einer anderen Krebserkrankung, die so weit vorangeschritten ist, dass letztlich auch die Leber betroffen ist.
Die häufigste Form des primären Leberkrebses, der Leberkrebs (HCC), tritt vor allem in Südostasien und Afrika auf. Jedoch ist die Zahl der Neuerkrankungen in den letzten Jahren auch in den westlichen Ländern deutlich gestiegen. Leberkrebs ist im Vergleich zu vielen anderen Krebserkrankungen relativ selten. Pro Jahr erkranken beispielsweise 4300 Menschen in der Schweiz an Dickdarmkrebs – die Diagnose Leberkrebs wird bei rund 820 Personen gestellt. Männer erkranken mehr als doppelt so oft an Leberkrebs wie Frauen. Der Leberkrebs tritt selten vor dem 50. Lebensjahr und am häufigsten nach dem 70. Lebensjahr auf.
Leberkrebs (Leberkarzinom) verursacht zunächst oft eher allgemeine, unspezifische Symptome. In frühen Krankheitsstadien treten meist keine Beschwerden auf; daher wird die Diagnose Leberkrebs häufig erst spät gestellt. Dies verschlechtert die Prognose.
Mögliche Symptome von Leberkrebs sind:
Die Leber produziert Gallenflüssigkeit, die über die Gallenwege in den Verdauungstrakt abfliesst. Tumoren der Leber oder der Gallengänge können diesen Abfluss behindern. Dies führt dazu, dass sich die Gallenflüssigkeit staut. Dann zeigen sich die typischen Symptome einer Gelbsucht (Ikterus): Das Augenweiss und später auch die Haut und Schleimhäute verfärben sich zunehmend gelb. Ausserdem ist der Urin dunkler als gewöhnlich, der Stuhl hingegen heller als sonst. Zudem kann die Haut jucken.
Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit können viele Ursachen haben und sind nicht zwangsläufig ein Anzeichen für Leberkrebs. Dennoch: Wenn Sie solche Symptome über einen längeren Zeitraum an sich bemerken, sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Er kann ausschliessen oder bestätigen, ob es sich tatsächlich um Leberkrebs handelt.
Am USZ haben sich zahlreiche Fachbereiche zu einem Leber- und Pankreastumorzentrum zusammengeschlossen. Das Zentrum ist nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Ein auf die medizinische Versorgung von Leberkrebs spezialisiertes Expertenteam arbeitet hier zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten eng zusammen. An DKG-zertifizierten Zentren werden Betroffene nach strengen Qualitätskriterien behandelt und haben, gemäss aktueller Studien, im Durchschnitt eine bessere Überlebenschance.
Die genauen Ursachen von Leberkrebs sind unbekannt. Ein wichtiger Risikofaktor ist eine Leberzirrhose. Eine Leberzirrhose (“Schrumpfleber”) ist eine schwere Leberschädigung, die oft durch jahrelangen Alkoholmissbrauch oder eine Leberentzündung (Hepatitis) entsteht. Die häufigste Form des primären Leberkrebses, der Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom), entsteht fast immer als Folge einer Leberzirrhose. Etwa neun von zehn Betroffenen mit Leberkrebs haben eine Leberzirrhose.
Auch ohne Leberzirrhose ist das Risiko für Leberkrebs deutlich erhöht, wenn eine Person an einer chronischen, also dauerhaften Leberentzündung (Hepatitis) durch Viren leidet. Besonders eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus kann Leberkrebs begünstigen. Wer schon bei der Geburt mit Hepatitis B infiziert wurde, hat ein höheres Risiko, im Laufe des Lebens an Leberkrebs zu erkranken, als jemand, der sich erst später infiziert. Auch eine chronische Hepatitis-C-Infektion stellt einen Risikofaktor dar.
Ein weiterer Risikofaktor für Leberkrebs ist die Fettleber, die zu einer chronischen Leberentzündung führen kann. Eine Fettleber kann verschiedene Ursachen haben. Vor allem Alkohol, Diabetes mellitus und starkes Übergewicht spielen bei der Entstehung eine Rolle.
Zu weiteren Faktoren, die das Risiko für Leberkrebs erhöhen, zählen unter anderem:
Die Ursachen des seltener auftretenden Gallengangskarzinoms (Gallengangskrebs, Cholangiokarzinom) sind nicht vollständig geklärt. Bestimmte Erkrankungen erhöhen jedoch das Risiko. Dazu zählen
Auch Rauchen und ein höheres Lebensalter scheinen das Risiko für Leberkrebs und Gallengangskrebs zu erhöhen.
Das Gallengangskarzinom wird in drei Lokalisationen unterteilt:
Bei Verdacht auf Leberkrebs (Leberkarzinom) sind einige Untersuchungen notwendig. Wenn tatsächlich Krebs gefunden wurde, ist es wichtig, herauszufinden,
Am Anfang steht das ausführliche Gespräch zwischen Ihnen und uns. Wir fragen zum Beispiel nach
Im Anschluss folgt eine gründliche körperliche Untersuchung: Unter anderem tastet die Ärztin oder der Arzt die Leber und andere Organe des Bauchraums durch die Bauchdecke ab. Zu weiteren ersten Untersuchungen zählen:
Bei einer Krebsdiagnose ist eine medizinische Zweitmeinung eine wichtige Entscheidungshilfe. Das Comprehensive Cancer Center Zürich unterstützt Sie mit einer fachlich fundierten Expertenmeinung. Sie erhalten eine sorgfältige Situationsanalyse sowie eine persönliche Beratung und rasche Antworten auf ihre Fragen.
Die Therapie des Leberkrebses richtet sich einerseits nach Lokalisation, Grösse und Ausbreitung des Tumors und andererseits nach Leberfunktion und Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. Hierbei ist auch wichtig, ob der Tumor auf dem Boden einer Leberzirrhose entstanden ist. Für die Therapie des Leberkrebses gibt es zahlreichte Optionen, die unter Umständen miteinander kombiniert werden können.
Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.