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Gussow,
Karl, Genremaler, als solcher einer der bedeutendsten Koloristen und entschiedensten Realisten, geb. 1843 zu Havelberg, wandte sich nach Vollendung seiner Schulstudien zur Malerei und bezog die Kunstschule in Weimar, wo er sich zunächst an Arthur v. Ramberg anschloß, der ihn auf das Studium der Niederländer hinwies und ihm durch seine Darstellungen aus dem ländlichen Leben das Gebiet eröffnete, auf dem G. nachher so große Erfolge erzielte. Einen ebenso wohlthätigen Einfluß in koloristischer Beziehung übte Pauwels auf ihn, als dieser nach Weimar gekommen war. 1867 ging G. nach München, wo ihn aber die Schule Pilotys nicht fesselte, weshalb er nach einer Studienreise in Italien nach Weimar zurückkehrte.
Schon seine ersten kleinen Genrebilder (1870) verrieten ein so originelles koloristisches Talent, daß er eine Professur an der dortigen Kunstschule erhielt, wo er eine bedeutende Lehrthätigkeit entwickelte, die noch zunahm, als er 1874 an die Kunstschule in Karlsruhe und anderthalb Jahre später an die Berliner Akademie berufen wurde, wo er, nachdem er anfangs einige Rokokobilder gemalt hatte, 1876 mit drei Genrebildern aus der Gegenwart in lebensgroßen Figuren auftrat: das Kätzchen, der Blumenfreund und verlornes Glück, die den entschiedensten, freilich auch ans Karikierte streifenden Realismus zeigten und in Kolorit und Nachahmung der Wirklichkeit unübertrefflich waren.
Und wenn er einerseits vor den häßlichsten Modellen nicht zurückschreckt, so zeigte er dagegen in jenem Verlornen Glück auch ein tiefes Gefühl und eine zum Herzen dringende Schönheit. Ganz anders wiederum das scherzhafte Bild: die Venuswäscherin, und ein ebensolches Meisterstück der Koloristik 1877 das Bild: Willkommen, das in seinem Realismus an der äußersten Grenze der Wiedergabe des Wirklichen steht. Einen wahren Triumph seiner Malerei feierten 1880 die beiden Alten. Wohl begreiflich ist es daher, daß er unter den jüngern Berliner Malern eine große Reihe von Nachahmern findet.