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Le site du mois de novembre est une version raccourcie du relevé – qui n’existe qu’en allemand - présenté dans la publication ISOS consacrée au canton de Berne, vol. 8.1 et 8.2, Oberland.
Siedlungsentwicklung
Die Gegend zwischen Goldswil und dem Brünig gehörte zum Herrschaftsbereich der Freiherren von Ringgenberg. Erstmals urkundlich in Erscheinung trat Brienzwiler 1361, als die im Raum Obwalden ansässige Adelsfamilie Rudenz ihr Mannlehen, «den Wiler andem Brünig», an einige Bernburger verkaufte. Die Oberhoheit über den am regional wichtigen Passübergang in die Zentralschweiz gelegenen Ort erwarb Bern 1522 und unterstellte ihn 1528 der neu geschaffenen Landvogtei Interlaken.
Von der nachreformatorischen Zeit bis ins 18., ja 19. Jahrhundert dürfte der Grenzverkehr am Brünig eher bescheiden gewesen sein.
Als zu Beginn des 19.Jahrhunderts der Tourismus im Berner Oberland aufkam, wurde der Brünig als schnelle Verbindung von Luzern nach Interlaken interessant. Nach langer Planungszeit entschied sich die Berner Regierung für die Kompromissvariante mit dem steilen Anstieg von Wilerbrügg über Brienzwiler. Die Fahrstrasse wurde rasch gebaut und der Postwagenverkehr 1861 eingeführt. Dank Transitverkehr und Tourismus entstanden einige Bauten und den Brienzwilern Zusatzverdienstmöglichkeiten zur Viehwirtschaft. Doch bereits die Eröffnung der Brünigbahn im Jahr 1888, mit der Linienführung oberhalb des Dorfes und an ihm vorbei, brachte Brienzwiler verkehrsmässig ins Abseits, was bis weit ins 20.Jahrhundert hinein so blieb. Dies lässt sich gut an der Bevölkerungsentwicklung ablesen: 1850 lebten 610 Personen in Brienzwiler, 1880 waren es 760. Dann nahm die Einwohnerzahl bis 1980 ständig auf 473 Personen ab. Im Jahr 2000 zählte das Dorf wieder 580 Einwohner.
Die Siegfriedkarte von 1870 zeigt die Brünigstrasse wie sie in Windungen auf das Dorf zuführt und in einer Schlaufe um den Ortskern ausholt. Auffallend ist die dichte Bebauung an einem engmaschigen orthogonalen Wegnetz. Ausserhalb der Strassenschlaufe und oberhalb der Strasse gruppieren sich die Bauten etwas lockerer. Das gleiche Grundmuster ist auch auf der neusten Ausgabe der Landeskarte zu sehen, und viele der heute an den umgebenden Hängen verstreuten Hofgruppen und Feldscheunen scheinen schon damals gestanden zu haben.
Mit dem aufkommenden Tourismus hatten sich in Brienz Holzschnitzerei und Handweberei stark verbreitet. Dies war auch in Brienzwiler der Fall. Noch heute ist das Holzgewerbe hier vertreten. Doch diese Hausgewerbe hatten baulich keine grossen Auswirkungen; sie lassen sich lediglich hie und da an den vergrösserten Fenstern im Erdgeschoss ablesen.
Obwohl Brienzwiler kirchlich zu Brienz gehört, erhielt es 1939 eine eigene Kirche.
Mit der Eröffnung des Freilichtmuseums Ballenberg im Jahr 1978 entstanden in Ortsnähe neue Arbeitsplätze. Die Zufahrtsstrasse zum touristischen Anziehungspunkt tangiert das Dorf jedoch kaum. Eine neue Linienführung der Brünigstrasse hält den Durchgangsverkehr seit 1995 weitgehend fern.
Der heutige Ort
Das ehemalige Bauerndorf liegt auf einer von kleinen Moränenhügeln durchsetzten Hangschulter oberhalb der Aare-Ebene. Auffallend ist die dichte Bebauung im ältesten Teil (> 1): ein engmaschiger, der Siedlungsstruktur von Brienz ähnlicher orthogonaler Raster, der schon im 16.Jahrhundert bestanden haben soll.
Die Dorfgasse verläuft hangparallel. Diese Hauptachse wird von der Kreuzgasse und vier mehr oder weniger in der Falllinie verlaufenden parallelen Nebengassen gekreuzt. Die dichte Bebauung besteht aus mit der Giebelfront einheitlich zum Tal und nach Südwesten gerichteten, meist zweigeschossigen Oberländer oder Brienzer Häusern. So ist die Dorfstrasse bergseits durch die Hauptfassaden der dicht gereihten Blockbauten begrenzt, talseits durch die rückseitigen Wirtschaftsteile. An den Nebengassen stehen die meisten Häuser mit der Traufseite zum Weg. Nur einzelne Bauten weichen von diesem Grundraster ab und reagieren auf besondere Positionen in der Bebauung, z.B. auf die Kreuzungssituation.
Die zueinander nur wenig versetzte Stellung der Häuser ergibt lebhafte Gassenfluchten, ebenso wie die unterschiedlich hohen und verschieden stark vorspringenden Traufen und Firste. Bei vielen Häusern kragen Stuben- oder Gadenlauben vor. Manchmal sind die Fassaden asymmetrisch gegliedert oder mit feinen Rillendekors und Bauinschriften gestaltet.
Den östlichen Abschnitt der Dorfstrasse prägt mit seiner breiten Fassade, dem weissen Sockelgeschoss und dem vorkragenden Satteldach das Gemeindehaus mit Laden und Poststelle. Der stattliche Blockbau steht leicht von der Strasse zurückversetzt und wurde 1834 erweitert.
Gegenüber dem Gemeindehaus wurde das alte Schulhaus abgebrochen und in der dadurch entstandenen Lücke unterhalb des Strassenniveaus ein kleiner Platz mit einem Wasserspiel angelegt.
Bei der Einmündung der Dorfgasse in die Brünigstrasse fungiert ein schmaler Quergiebelanbau im Schweizer Holzstil als Bindeglied zur Transitachse, ebenso der nach der Erstellung der Brünigstrasse erbaute Gasthof «Bären». Das verputzte Gebäude markiert, wenn man von unten her kommt, als Kopfbau die starke Kurve der Durchgangsstrasse. Zwei Blockbauten aus dem späten 16.Jahrhundert beschliessen torartig das westliche Ende des alten Dorfs.
Zwei Ensembles folgen nicht dem strengen Raster des Ortskerns. Das eine von ihnen, die an den Hauptgassenraum des Ortskerns anschliessende Hubelgruppe (> 0.1), erstreckt sich um die Strassenschlaufe und ist durch das Hubelloch und den vom Ballenberg auslaufenden Geländerücken topographisch vom Ortskern etwas abgesetzt. Die südorientierten Oberländer Häuser aus dem 18./19.Jahrhundert staffeln sich am Hang.
Das andere Ensemble liegt unterhalb des Ortskerns (> 0.2). Hier verdichtete sich die bäuerliche Bebauung nach dem Bau der Brünigstrasse mit einigen Wohnhäusern im Chaletstil. Das verrandete Wohnhaus am unteren Dorfrand wurde als Gasthof «Tell» in Kienholz erbaut, dort abgebrochen und in Brienzwiler wieder aufgebaut.
Umgebungen
Der alte Kern ist durch einen Grünstreifen (> I) von dem in den letzten Jahrzehnten entstandenen Einfamilienhausquartier (> II) etwas abgetrennt. Bergseitig stossen die Häuser an Wiesland. Talseitig breiten sich Bauerngärten und mit Obstbäumen und einzelnen kleinen Chalets durchsetzte Matten.
Öffentliche Nutzungen belegen die Ebene gegen den Eingang zum Ballenberg-Museum hin (> IV). Vor den Schulbauten befinden sich Sportanlagen und etwas abgesetzt der von einem Lebhag umgebene Friedhof. Auf dem kleinen Hügelrücken steht markant das kleine Holzkirchlein. Der schlichte Holzbau mit Dachreiter wurde 1939 errichtet.
Wir empfehlen
Wir bewerten
** Lagequalitäten
*** Räumliche Qualitäten
*** Architekturhistorische Qualitäten
Trotz der eindrücklichen Dachlandschaft von firstgleich ausgerichteten Oberländer Häusern auf der gegen Südwesten geneigten Hangterrasse nur gewisse Lagequalitäten, da einige Ränder der alten Ortsteile in der Nahumgebung verbaut sind.
Besondere räumliche Qualitäten dank der Dichte im Innern des Ortskerns, speziell im geschlossenen Gassenraum der Dorfstrasse mit ihren leicht zueinander versetzten kräftigen Fassadenfluchten sowie in den Quergassen durch die hintereinander gestaffelten Oberländer Häuser. Gute Qualität auch dank der unverbauten Teile des äusseren Ortsbilds, welche in enger Wechselbeziehung zur Nahumgebung stehen und ihre bäuerliche Nutzungsstruktur erhalten haben.
Hohe architekturhistorische Qualitäten wegen der in der Region einmalig strengen, ursprünglich erhaltenen auf orthogonalem Grundmuster beruhenden Gassenordnung mit einer grossen Zahl von stilistisch und typologisch wertvollen Oberländer Blockbauten, oft mit reicher Fassadenzier aus dem 16. bis 18.Jahrhundert, daneben auch mehrere Ofenhäuser aus dem 18./19.Jahrhundert.
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