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Das Naskapi lebt
Eine Schweizerin, die ihre Wohnung mit einer Asylbewerberin teilt, berichtet:
Sore* ist Journalistin, Mitte vierzig, und musste vor zwei Jahren aus Syrien flüchten. Sie spricht Kurdisch, Arabisch und ein bisschen Englisch. Von Anfang an besuchte sie die offiziellen Deutschkurse, wo sie vor allem viel Grammatik lernte. Bei mir zuhause redeten wir meistens Englisch, da sie kaum Deutsch sprechen konnte. Nach einem Jahr konnte sie nicht mehr in den Deutschkurs, da kein Geld mehr vorhanden war, um das zu bezahlen, was sie sehr bedauerte.
Dann hörte ich, dass in unserer Nähe ein Kurs „Deutsch für Flüchtlinge“ angeboten wurde, und ich wies Sore darauf hin. Allerdings befürchtete ich, dass der Kurs viel zu einfach für sie wäre, da dort auch Leute teilnahmen, die praktisch bei null anfingen. Aber sie ging hin und kam begeistert zurück!
„In diesem Kurs lerne ich wirklich sprechen und nicht nur Grammatikregeln“, sagte sie nach der ersten Lektion!
Seither spricht Sore mit weniger Hemmungen, getraut sich, Fehler zu machen, und wir reden auch mehr Deutsch zusammen! Und das Wichtigste: Sore hat Freude am Sprachlernen gefunden.
Zu den Unterlagen dieses Kurses.
*Pseudonym
Foto: Mohnblume in Syrien (pixabay)