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Lectorium Rosicrucianum
anderer Name: Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes
Die Initianten zur Gründung des Lectorium Rosicrucianum sind die Brüder Zwier Willem Leene (genannt Wim Leene, 1892-1938) und Jan Leene (unter dem Pseudonym Jan van Rijckenborgh, 1896-1968). Sie traten im Mai 1924 in die Rosicrucian Fellowship (Rosenkreuzer-Gemeinschaft) von Max Heindel in Amsterdam ein. Am 24. Dezember 1930 nahm die Gemeinschaft auch Hendrikje Stok-Huizer (unter dem Pseudonym Catharose de Petri, 1902-1990) auf. Nach einer längeren Entfremdungsphase, die 1919 mit dem Tod Heindels begann, löste sich die niederländische Sektion, sdie seit 1933 unter der Leitung der Gebrüder Leene stand, um 1935/36 unter dem Namen Rozekruisers Genootschap von der Rosicrucian Fellowship.
1938 starb Wim Leene. Die Leitung der Gemeinschaft übernahmen sein Bruder Jan van Rijckenborgh und Catharose de Petri. Während des 2. Weltkrieges wirkte die Schule im Geheimen. Nach Beendigung des Krieges begann eine starke Expansion. Seit 1949 ist die Schule auch im deutschsprachigen Raum tätig. Am 17.7.1968 starb Jan van Rijckenborgh. Rijckenborgh selbst hatte seinen Sohn Henk Leene als Nachfolger zum Grossmeister des Lectorium Rosicrucianum bestimmt. Dieser begann mit Reformen des Lectorium Rosicrucianum. Dies wollte Catharose de Petri nicht akzeptieren, ein Machtkampf war die Folge, den Henk Leene verlor. 1969 trat er aus dem Lectorium Rusicucianum aus, neue Grossmeisterin wurde Catharose de Petri.
Henk Leene gründete mit ca. 200 Anhängern die Gemeinschaft R+C. 1972 wurde der Name in „Esoterische Gemeinschaft Sivas“ geändert.
Nach dem Tod von Catharose de Petri im Jahr 1990 liegt die Leitung des Lectorium in den Händen eines internationalen 13-köpfigen Gremiums.
Seit dem Jahr 1956 existiert ein Zentrum des Lectorium Rosicrucianum in Basel, seit dem Jahr 1960 eines in Zürich. Im Jahr 1978 wurde in Caux oberhalb von Montreux ein Konferenzzentrum eröffnet, das heute den Namen „Konferenzzentrum Catharose de Petri“ trägt. Weitere Zentren befinden sich heute in Bern und Lenzburg.
Das Lectorium Rosicrucianum will eine christliche Mysterienschule sein und verbindet dazu gnostisches, astrologisches, theosophisches, anthroposophisches und traditionell christliches Gedankengut. Der Kosmos ist, nach Meinung der Schule, zweigeteilt in eine gute, göttliche (statische) Welt, die sich durch Heilsgestalten für den Menschen bemerkbar macht, und eine schlechte, irdische, polare (dialektische) Welt, in der die Menschen leben. Der Mensch ist aber nicht gänzlich Teil jener materiellen Welt, sondern er trägt einen Funken des göttlichen Lebensprinzips in sich.
Die Aufgabe des Menschen ist es, diesen göttlichen Teil in sich zu befreien und damit von der irdischen Ordnung in die göttliche zu wechseln. Dazu ist aber eine «fundamentale Umkehr», welche das Lectorium «Transfiguration» nennt, notwendig. Diese Transfiguration wird erreicht durch das sog. «Endura», womit das Übergehen in das göttliche Selbst, wo der Kreislauf Tod – Leben überwunden ist, gemeint ist. Dies wird einerseits durch Verzicht auf Alkoholika, Fleisch, Nikotin, Drogen, Fernsehen, politische Betätigungen, durch massvolles Leben, andererseits durch das Erkennen der zwei Welten und das Anstreben der göttlichen Ordnung durch Selbstübergabe an das Christusprinzip erreicht, wobei die regelmässige Teilnahme an Tempeldiensten und Konferenzen helfen soll.
In den Sechzigerjahren verkündete Jan van Rijkenborgh, dass ab dem Dezember 2001 ein Beitritt zum Lectorium Rosicrucianum nicht mehr möglich sein würde. Ab 1995 wurden diese Erwartungen relativiert und nach 2001 nicht mehr erwähnt. In neuen Ausgaben der Schriften von Jan van Rijkenborgh werden die Aussagen zum Jahr 2001 weggelassen.
Ehemalige Mitglieder des Lectorium Rosicrucianum berichten von ausgeprägtem Elitarismus, Exlusivitätsansprüchen als angeblich einzig wahrer christlicher Organisation unserer Zeit, Betonung der internen Hierarchie und Verweigerung der kritischen Diskussion.
Weltweit etwa 12 000 aktive Mitglieder in 70 Ländern
In der Schweiz rund 600 Mitglieder. Zentren bestehen in Basel, Bern, Caux, Genf, La-Chaux-de-Fonds, Lausanne, Lenzburg, Sitten und Zürich. Lange bestand ein Zentrum in Thusis, das aber nicht mehr aktiv zu sein scheint.
Lectorium Rosicrucianum
Bakenessergracht 11–15
2011 JS Haarlem
Niederlande
https://www.rosycross.org/
Lectorium Rosicrucianum Schweiz
https://rosicrucianum.ch/
Konferenzzentrum Catharose de Petri
Lectorium Rosicrucianum
Chemin de l`Impératrice 2
1824 Caux
Zentrum Basel
Hauptstr. 35
4102 Binningen
Zentrum Bern
Effingerstrasse 41 D
3008 Bern
Centre de Genève
Route de Loëx 15 A
1213 Onex
Centre de Lausanne
Route de Montheron 8c
1053 Cugy
Zentrum Lenzburg
Gartenstr. 12
5600 Lenzburg
Centre régional Neuchâtel-Jura
Rue Jardinière 33
2300 La Chaux-de-Fonds
Centre de Sion
Ruelle Garbaccio 7
1950 Sion
Zentrum Zürich
Kreuzstrasse 60
8008 Zürich