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Worum geht’s in «The Beach Bum»? Das ist eine gute und berechtigte Frage. Die kurze und simple Antwort: Moondog. Nein, das ist kein Vierbeiner. Moondog (Matthew McConaughey) ist ein dauerbekiffter Dichter.
In der Hand entweder einen Blunt, ein Bier oder eine barbusige Braut. Oder noch besser: gleich alle drei zusammen. Der schwitzende Alt-Hippie mit aufklappbarer Sonnenbrille und Hawaii-Hemd frönt auf Kosten seiner steinreichen Ehefrau ein hedonistisches Dasein. Bis sie stirbt und er gezwungen ist sein Leben auf die Reihe zu kriegen.
Das romantischste Zitat
Bei mehreren Auftritten rezitiert Moondog sein Lieblingsgedicht des amerikanischen Schriftstellers Richard Brautigan. Dieser war unter den Hippies der 1970er sehr populär:
Das schöne Gedicht
Ich geh jetzt in Los Angeles ins Bett
und denk an dich.
Vorhin beim Pinkeln
hab ich liebevoll auf meinen Penis
hinuntergeschaut.
Ich weiss, dass er heute
zweimal in dir drin war, und ich
fühl mich sehr schön.
Der Regisseur
«Kids» (1995) war Harmony Korines erstes Drehbuch. Ein Teenager-Drama über Drogen, Sex und AIDS. Sein Debüt feierte in Cannes Weltpremiere und war für die goldene Palme nominiert. Die Sexszenen sorgten für Aufruhr. Grund: die Hauptdarsteller wurden im Spielfilm als Minderjährige dargestellt. Die meisten Schauspieler waren aber über 18 Jahre alt.
Auch seine weiteren Filme, wie zum Beispiel «Gummo» (1997) und «Julien Donkey-Boy» (1999) waren schräg und unkonventionell. 2012 schaffte er mit der Gangster-Komödie «Spring Breakers» einen Kulthit mit Selena Gomez.
Fakten, die man wissen sollte
Mit Snoop Dogg hat sich Regisseur Harmony Korine den Rap-Superstar der 1990er ins Boot geholt. Er spielt einen reichen Musiker und den Liebhaber von Moondogs Ehefrau.
Seine Figur hat der Hiphopper selbst benannt. Er wolle im Film «Lingerie» heissen, soll er dem Regisseur gesagt haben, weil seine Figur geschmeidig und seidig wie Unterwäsche sei.
Das Urteil
«The Beach Bum» erzählt keine wirkliche Geschichte, sondern torkelt dem dekadenten Dichter hinterher. Ausser, dass er immer wieder auf skurrile Figuren trifft, sich mit denen zudröhnt, um dann gemeinsam an leichtbekleideten Püppchen rumzusabbern, passiert nichts.
Das Bild von Männern, die sich ständig mit halbnackten Frauen vergnügen, ist in Zeiten von #metoo fragwürdig. Nicht mal Oscar-Preisträger Matthew McConaughey, der Moondog überzeugend spielt, kann den Film mit seiner Performance retten.
Kinostart: 16.05.2019