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20.06.2001 © Appenzeller Volksfreund

Johann Manser – 25 Jahre Vorsteher an der Sekundarschule Appenzell
Noch nicht ganz 50 Jahre alt ist die Sekundarschule Appenzell, und davon volle 25 Jahre wirkte Sekundarlehrer Johann Manser als Vorsteher – und prägte damit das Bild der Schule eindrücklich.
Joe Manser
Schulzusammenführung
Im Jahre 1976, als es die Sekundarschule als Einheit wie heute noch nicht gab, löste Johann Manser seinen Amtsvorgänger Theo Gabriel ab, welcher seit der Gründung im Jahre 1955 Vorsteher, d.h. einer der Vorsteher gewesen war. Damals gab es nämlich die Knabensekundarschule (mit weltlichen Lehrkräften) und die Mädchenrealschule (Lehrschwestern und weltliche Lehrkräfte). Und eben für die Mädchenreal gab es bis 1976 eine weitere Vorsteherin, natürlich aus den Reihen der Ordensschwestern. Die Schule war damals weit verzettelt: Nebst Schulzimmern im Schulhaus Engelgasse und Hofwiese gab es noch die Pavillons, welche als Provisorien – man sprach damals für 10 bis 15 Jahre – gebaut wurden. Und in all diesen Schulhäusern gab es Lehrerzimmer, viele Individualisten und nicht nur einen Strick, an dem man gemeinsam zog. Johann Manser sah sich der grossen Aufgabe gegenüber gestellt, als neuer Vorsteher gewisse Aufgaben zu zentralisieren, die Lehrer derselben Schule zu einem gemeinsamen "Lehrkörper" zusammenzuführen – heute würde man modern von Teamentwicklung sprechen.
Schulentwicklung
Für die Bedürfnisse der Sekundarschule wurde in der Folge das Schulhaus Engelgasse hergerichtet, in einer späteren Phase kam dann der Ausbau der Hofwiese 1 dazu, ein Schulhaus, das man von der Primarschule geerbt hatte; schliesslich wurde in den Neunziger-Jahren noch die Hofwiese 2 renoviert und erweitert. All diese Bauphasen – und damit eine Zusammenführung der Sekundarschule Appenzell – fielen in die Vorsteherzeit von Johann Manser. Das tönt im ersten Moment nach nicht viel, doch es verlangte hunderte von Stunden an Denk- und Planungsarbeit, und die Zeit, welche ihm als Vorsteher zugebilligt wurde, war stets knapp bemessen. Zum Wohle der Schule hat Johann Manser aber meist gerne, oft und viele Überstunden geleistet. Ganz ähnlich wie schon seinem Amtsvorgänger Theo Gabriel war die Sekundarschule Appenzell zu "seiner" Schule und zu seinem Anliegen geworden. Für eine gute Schule und deren Anerkennung bei Behörden, Eltern, Schülern und in der Bevölkerung setzte er sich tatkräftig und mit einem Einsatz von weit über 100% ein. Wohlverstanden: nicht nur als Vorsteher, er war überdies auch noch Lehrer an der Sek!
Kleinkram und Bürokrieg nebst Planungsaufgaben
Ein Pflichtenheft umschreibt in der Regel alle Arbeiten und Aufträge der Angestellten. So exisitert auch dasjenige für den Vorsteher. All die Arbeiten, welche in den Bereichen von Schulführung, Planung und Administration anfallen, erledigte Johann Manser speditiv, umsichtig und gewandt. Für optimale Arbeitstechnik sorgte seine stenografische Schnelligkeit, später der rasante Umgang am PC. Und so war der Schulrat bald der Ansicht, die Entlastungszeit als Vorsteher dürfe, ja müsse gekürzt werden, schliesslich nehme ja jetzt der PC viele Arbeiten ab!
Johann Manser ist ein Denker und Planer. Alles muss in bestimmten Abläufen geregelt sein: Stundenplan; Pausenaufsicht, die Warteschlange beim Bürli-Beck, Ausfallstunden und entsprechende Schülerbeschäftigung, Schülerstrafen für Missachtung der Hausordnung, usw. Ja, beliebt macht man sich mit solch ausgeprägtem Ordnungssinn und Detailplanung nicht unbedingt bei allen Schülern; aber diese Ordnung wurde eben doch irgenwie zum Markenzeichen "seiner" Schule. Johann Manser hatte stets die Übersicht über die Sekundarschule; er kannte auch in jedem Schuljahr die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler beim Namen. Er hatte Visionen und konnte diese mit Hilfe des Lehrerteams und des Schulrates sogar meistens in die Tat umsetzen.
Dank der Kolleginnen und Kollegen
Es wäre unvollständig und ungenügend abgetan, wenn man nur all die Tätigkeiten aufzählen würde, welche Johann Manser gemäss Vorsteher-Pflichtenheft in den vergangenen Jahren erfüllte. Er tat dies selbstverständlich, im Sinne und zum Wohle der Schule und mit sehr viel Idealismus. Aber er tat eben noch viel mehr: Sachen, die man auf den ersten Blick nicht sieht, kaum beachtet oder eben auch für selbstverständlich annimmt. In manchen unangenehmen Situationen ist Johann Manser für unsere Schule hingestanden, bot ein Schutzschild für Schulbetrieb und Lehrerteam und hat wohl dadurch eine sehr dicke Haut bekommen! Und wie oft hat sich doch der Vorsteher mit Problemen von und mit Schülern/Schülerinnen herumgeschlagen, um damit die Klassenlehrer zu entlasten oder ihnen Unterstützung zu geben. Und wieviele Lücken hat er geschlossen, wenn Lehrer kurz- oder längerfristig ausfielen: sofort wurden Spezialstundenpläne ausgearbeitet – stets zum Wohle der Schüler und Lehrer. Ein reibungsloser Betrieb war sein grosses Anliegen, eine Schule, die stets funktionierte, auch wenn scheinbar alles drunter und drüber ging. Und solche Phasen gab es etliche durchzustehen. Johann Manser war und blieb stets ein Optimist und sah zuversichtlich in die Zukunft der Schule.
Und anzumerken wäre auch noch, dass es nicht immer einfach ist, auch ein gut funktionierendes Lehrerteam ordentlich zusammenzuhalten: Lehrer sind Individualisten, und es braucht so etwas wie eine unsichtbare Hand, die alle am gleichen Strick ziehen liess. Johann Manser tat dies im Sinne einer Dienstleistung gegenüber allen Mitkollegen; als Vorsteher war er irgendwie der Puls der Sekundarschule. Manchmal ein hochtouriger Puls, den es aber oft brauchte, um Schule, Schüler und Lehrerteam im Schuss zu halten und gegenüber der Öffentlichkeit ins richtige Licht zu stellen. Als Vorsteher verstand sich Johann Manser nie als einer, der den anderen Lehrern übergeordnet wäre, sondern als gleichgestellter Kollege mit der Zusatzaufgabe, ihnen Dienstleistungen zu bieten, Unterstützung zu geben, das Lehrersein zu vereinfachen, Lösungsvorschläge anzubieten und gute Kontakte herzustellen zwischen Behörden, der Öffentlichkeit und dem Lehrerteam. Das hat er wahrlich verstanden und damit im besten Sinne Öffentlichkeitsarbeit für unsere Sekundarschule betrieben.
Und da wäre auch noch Johann Manser, der
Reiseleiter: Mehrmals hat er spezielle Teamkontakte ermöglicht, indem
er für die Sekundarlehrerschaft mehrtägige Reisen organisierte. Da
blühte er jeweils richtig auf, wenn er die Mitkollegen an seinem
gewaltigen Bahn-, Reise- und Kulturwissen teilhaben lassen konnte.
Ein Dreierteam übernimmt ab dem neuen Schuljahr die Vorsteheraufgaben. Ob diese wohl auch wieder 25 Jahre ausharren werden?

16.06.2001 © Appenzeller Volksfreund

Sek Appenzell siegte am CS-Cup-Final
Die Schülerinnen der Sek Appenzell sind am Mittwoch in Bern Meisterinnen im Schülerfussball geworden.
In Bern fand am Mittwoch der
Finaltag des "Credit-Suisse-Cup" der Schweizerischen
Schülerfussmeisterschaft, statt. Schülerinnen und Schüler aus allen
Kantonen der Schweiz, von der 5. bis 9. Klasse sowie Teams der
Mittelschulen ermittelten in acht Kategorien die Meister des Jahres
2001.

01.02.2001 © Appenzeller Tagblatt

«Die Berufswahl ist ein Prozess»
Berufswahlkunde an der Sekundarschule Appenzell: Forum «Beruf und Wirtschaft»
Toni Dörig
Die Sekundarschule Appenzell geht neue Wege beim Berufswahlunterricht: Am Dienstag wurde das Forum «Beruf und Wirtschaft» durchgeführt. Tagsüber waren die Schulkinder an der Reihe, am Abend wurden die Eltern informiert. Das Ziel: Die Berufswahl in einer komplexer gewordenen Arbeitswelt als dynamischen Prozess zu verstehen.
«Das wichtigste ist das Interesse», erklärte Gewerbepräsident Emil Koller am Abend in der Gringel-Aula vor den Eltern. «Wenn ein Jugendlicher Freude am Beruf hat, dann ist auch ein sogenannt schlechter Schüler durchaus in der Lage Spitzenleistungen zu erbringen.» Ohne Zweifel, aber wie kommt ein Schulkind zu einem Beruf, das seinen Eignungen und Neigungen entspricht? Gefordert sind die Schulkinder selber, gefordert sind aber vor allem auch die Eltern und die Schule. Und welche Rolle spielt die Wirtschaft? Bietet sie überhaupt genügend Lehrstellen? Und was fordert sie von den Berufseinsteigern?
Schwieriger geworden
Berufswahlunterricht wird
an der Sekundarschule in Appenzell als ein Schwerpunkt der Fächer
«Lebenskunde» und «Deutsch» angeboten. Intensiv
für diese Frage beansprucht werden die letzten beiden Schuljahre.
Die Lehrer haben nun in diesem Bereich einen neuen Weg beschritten,
nicht zuletzt, weil es für die Schulabgänger einfach schwieriger
geworden ist, in die Arbeitswelt einzusteigen. Sie haben mit den
Zweitsek-Schulkindern ein Forum zum Thema «Beruf und Wirtschaft»
organisiert.
Tipps von Branchenkennern
Tagsüber waren die
Schulkinder im Sekschulhaus Hofwiese an der Reihe. In verschiedenen
Zimmern wurden ihnen Informationen über unterschiedliche Berufssparten
geboten: Informatik, Banken, KV, handwerkliche Berufe usw. Am einen
Ort referierten ehemalige Sekschüler über ihre Einstiegs-Erfahrungen,
am anderen Ort wurden Branchenkenner hinzugezogen. Und überall
wurde diskutiert über eine doch recht grosse Flut anfallender
Informationen.
Vorstellen mit Kaugummi?
Am Abend waren dann die
Eltern zum Themenabend «Berufswahl» geladen. Mit Erfolg:
die vordere Gringel-Aula war voll besetzt. Nach Begrüssung
und ersten Informationen durch Schulpräsident Leo Sutter und
die beiden Seklehrer Hansjörg Etter und Linus Köppel referierten
Thomas Knechtle, Luzius Gruber und Joe Manser über den Aufgabenkreis
der Schule. Zum einen gibt die Schule natürlich den Rucksack
mit, die Schulbildung eben oder, wie auch gesagt wurde, die Schlüsselqualifikationen.
Wissen allein genügt allerdings nicht, die Schule hilft auch
bei der Ich-Findung. Zum anderen informieren die Lehrer gezielt,
damit die Schulabgänger ihre zukünftigen beruflichen Möglichkeiten
sehen und damit für einen Entscheid vorbereitet sind. In welche
Richtung es aber auch geht, sei es Handwerk, sei es Büro, sei
es die zusätzliche Berufsmittelschule: Soweit es für das
Kind aufgrund seines Reifegrades möglich ist, soll es den Entscheid
selber fällen und selber tragen. Es soll sich auch selber telefonisch
beim zukünftigen Arbeitgeber melden, selbst wenn es erst um
eine Schnupperlehre geht. Zudem erteilten die Lehrer auch praktische
Tipps in Sachen Bewerbungsschreiben und Vorstellen. Es mag kleinkariert
klingen, aber ein Kaugummi im Mund ist bei einem Bewerbungsgespräch
in der Regel nicht sehr förderlich.
Einseitig, aber erfolgreich
Emil Koller konnte festhalten,
dass die Innerrhoder Gewerbler in der Regel sehr lehrlingsfreundlich
sind. Und auch erfolgreich. Das zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse
an Berufswettbewerben. Allerdings seien die Betriebsarten etwas
einseitig, sodass gewisse Berufe auswärts erlernt werden müssen.
Und er vertrat die Ansicht, dass handwerkliche Berufe durchaus eine
Zukunft haben.
Allen eine Chance
Über die zum Teil
doch sehr harten Selektionskriterien bei der Wahl der Lehrlinge
durch die Wirtschaft orientierte Markus Stutz von Leica Geosystems.
Er schlug zudem vor, dass Kontakte zwischen Wirtschaft und Lehrkräften
systematisch gefördert werden. Zu den Selektionskriterien hatte
Schulpräsident Leo Sutter in der kurzen abschliessenden Diskussion
einen Einwand: Es sei wichtig, dass auch schwächeren Schulabgängern
eine Chance gegeben werde. In diesem Punkt trage die Wirtschaft
eine gesellschaftliche Verantwortung.
Gespräche und Tests
Wer in seiner Berufssuche
nicht weiterkommt, kann sich - ob als Schulkind oder auch später
als Erwachsener - gratis an die Berufsberatung wenden. Jakob Fässler
stellte dieses Angebot vor. Mit Gesprächen, Tests und Lektüre
des im Biz vorhandenen Informationsmaterials sollen die Grundlagen
für einen persönlichkeitsgerechten Entscheid geschaffen
werden.

01.02.2001 © Appenzeller Volksfreund

Erfolgreiches Forum "Beruf und Wirtschaft"
Ganz im Zeichen der Berufswahl und Berufsfindung stand ein Projekttag der Sekundarschule Appenzell, der rund hundert Zweitklässlern "einen Hauch von Arbeitswelt" vermitteln sollte. Aber auch die Eltern wurden am Abend für das Zukunft weisende Thema sensibilisiert.
Rolf Rechtsteiner
Das Angehen der Berufsfindung ist für Schüler fast immer ein grosser Brocken. Zwar sehnen sie sich danach, endlich in die Erwaschenenwelt "entlassen" zu werden, keine Schulbank mehr drücken zu müssen, den Schulalltag hinter sich zu lassen. Doch die Wahl des richtigen Berufs und der Weg dazu bergen etliche Hemmschwellen. Nicht immer stimmen Lehrstellenangebot, Rahmenbedingungen und persönliche Fertigkeiten des Kandidaten überein. Es gilt deshalb, den Blickwinkel zu erweitern und sich in einem breiten Spektrum von Möglichkeiten tastend vorzuwagen, bis eine konkrete Entscheidung fällt.
Kontakte mit Lehrlingen
Was bringt der Schüler mit?
Sehr oft mache man sich völlig falsche Vorstellungen von einem Beruf, erwähnte etwa die Schwesternschülerin. Wer diesen Weg einschlage, sollte es nicht tun, weil er/sie erfolgreich als Babysitter tätig war, sagte sie. Beim Schnuppern im Alltag gingen einem die Augen auf.
Schnuppern und Ausprobieren

31.08.2001 © Appenzeller Tagblatt

Ein Schulzimmer voller Eltern
Einführungs-Elternabende für die ersten Klassen an der
Sekundarschule Appenzell
|Nach Erfolgen im vergangenen Januar führte die Sekundarschule Appenzell am Montag ihr zweites Forum «Beruf und Wirtschaft» durch. Die Schlüsselstelle zwischen Schule und Arbeitswelt soll möglichst gut betreut werden – im gegenseitigen Interesse. Die Idee, Fachleute aus der Berufswelt und Lehrlinge, darunter ehemalige Sekundarschüler, in die Schule zu holen, um den Zweitklässlern eine reale Begegnung mit der Berufswelt zu ermöglichen, ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr wurde diese Aktion mit grossem Erfolg durchgeführt, wie Rückmeldungen aus der Wirtschaft belegen: Die jetzigen Drittklässler hätten sich mit Vehemenz und einem neuen Selbstbewusstsein auf die Lehrstellensuche gemacht. Bei ihren Bemühungen seien ihnen keinerlei nennenswerte Schwierigkeiten erwachsen. Zwar hätten noch nicht alle Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs ihre Überlegungen abgeschlossen, war seitens der Lehrerschaft zu erfahren. Dabei spiele der Gedanke zum Besuch einer weiter führenden Schule immer eine gewisse Rolle. Zudem bestünden Engpässe in bestimmten Berufsgruppen. Lehrstellen für so genannte Traum- und Trendberufe würden mit einer Flut von Bewerbungen angepeilt, was die Auswahlverfahren verlängere.|