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Die Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft sollten einander ergänzen, erklärte der FAO-Generaldirektor vergangene Woche in Wien anlässlich des Zweiten Forums für eine integrative und nachhaltige industrielle Entwicklung, das von der Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (UNIDO) veranstaltet wurde.
Graziano da Silva rief dazu auf, die Brücken zwischen dem Agrarsektor und anderen Wirtschaftszweigen zu stärken. Wenn man Landwirte dabei unterstützen wolle, einen Beitrag zur Wertschöpfung der Lebensmittelkette zu leisten, müsse die Hilfe über eine Erhöhung des Einkommens hinausgehen. „Das bedeutet mehr nahrhafte und gesunde Nahrungsmittel, die auf nachhaltige Weise erzeugt wurden“, so Graziano da Silva. Dafür gebe es keine Patentlösung. Jedes Land müsse seinen eigenen Weg finden, indem es sich an erfolgreichen Beispielen anderer Staaten orientiere.
Die Entwicklung der Landwirtschaft sei für Binnenstaaten besonders wichtig, da sie typischerweise beim Zugang zu Ressourcen benachteiligt seien, über weniger landwirtschaftliche Nutzfläche verfügten als ihre Nachbarn mit Küstenlinie und deutlich stärker von Lebensmittelpreisschwankungen betroffen seien. Aber auch hier gebe es Erfolgsgeschichten, beispielsweise von Kasachstan und Mali, die es trotz ihrer Strukturprobleme geschafft hätten, nicht nur den Anteil, sondern auch die Zahl der Hungernden zu halbieren.
Der Klimawandel erschwere den Kampf gegen den Hunger zusätzlich, betonte der FAO-Generaldirektor. Die verschiedenen Systeme der Landbewirtschaftung würden davon auf sehr unterschiedliche Weise betroffen. Die FAO sei derzeit in allen Entwicklungsländern ohne Zugang zum Meer aktiv. Graziano da Silva verwies in diesem Zusammenhang auf die unlängst aus der Taufe gehobene „Globale Allianz für klimaintelligente Landwirtschaft“, an der sich eine Reihe von Regierungen und Organisationen beteiligen.