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«So wie Dürrenmatt Literatur als Krimis tarnte, machte ich Alltagskunst, ohne die Leute ins Museum zu nötigen» umschreibt Karl Gerstner seine über 30-jährige Tätigkeit als Werbegraphiker rückblickend.
Die Archive der Schweizer Legenden Friedrich Dürrenmatt und Karl Gerstner befinden sich in der Schweizerischen Nationalbibliothek. Gerstner gehört zu den wichtigsten Erneuerern von Typographie, Werbegraphik und Corporate Design. 1949 gründete er sein eigenes Graphik-Atelier und kam bald als Auftragsgraphiker zu Ciba-Geigy. Dort lernte er Markus Kutter kennen, mit dem er gemeinsam 1959 die Werbeagentur Gerstner + Kutter gründete. Mit Paul Gredinger als Drittem im Bunde expandierte man ab 1963 zur GGK (Gerstner, Gredinger, Kutter) und avancierte in den 1970er Jahren zu einer der erfolgreichsten Werbeagenturen der Schweiz, mit Filialen im europäischen und amerikanischen Ausland. Gerstner war es auch, der die Corporate Identity der Swissair gegen Ende der 1970er Jahre sanft aber unübersehbar auf neuen Kurs brachte: Mit einem neuen Zeichen und Perspektiven bis 2000...
Das Bundesamt für Kultur zeichnete Karl Gerstner 2012 im Rahmen des «Eidgenössischen Preises für Design» mit dem «Grand Prix Design» aus.
Wie der Nachlass Friedrich Dürrenmatts ist auch das Design-Archiv Karl Gerstners in der Datenbank HelveticArchives erschlossen. Es umfasst Werbekampagnen inklusive der vorausgegangenen Entwürfe und Vorarbeiten, sowie Schriftentwürfe, Buchgestaltungen und Editionen. Einen kurzen Einblick in das Design-Archiv Karl Gerstners gibt die folgende Auswahl markanter Beispiele. Dabei handelt es sich um historische Prospekte für Möbelfirmen, Inserate für Getränkehersteller, Design Vorschläge für Signet und Farbgebung der Swissair sowie Entwürfe zu einem Trickfilmtrailer für eine Fernsehsendung.