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Dass zukünftige oder ehemalige Nationalspieler das Trikot des FC Glarus trugen, das ist bekannt. Dass aber ein Spieler während er beim FC Glarus spielte, ein Aufgebot einer Nationalmannschaft erhielt, dies geschah gemäss aktueller Recherche erst einmal.
Spieler (ehemalige Junioren) des FC Glarus, welche nach dem Wechsel von Glarus Nationalspieler wurden (Spieler mit einem * absolvierten „nur“ Junioren-National-Spiele oder sind Futsal-Nationalspieler):
– Hans Reutlinger: er spielte von 1942 bis 1955 für den FC Glarus und wechselte danach zum FC Young-Fellows Zürich in die NLA. Danach wechselte er innerhalb der Liga zum FC Zürich. Während seinem Engagement beim FCZ (1959 – 1961) bestritt er am 27. März 1960 sein einziges Länderspiel für die Schweiz. Es handelte sich dabei um ein Testspiel gegen Belgien in Brüssel, welches die Schweiz mit 3:1 verlor.
– Fritz Künzli: er spielte von 1955 bis 1964 als Junior und aktiver Fussballer beim FC Glarus. Danach wechselte er zum FC Zürich in die NLA. Künzli bestritt zwischen 1965 und 1977 insgesamt 44 Länderspiele für die Schweiz und schoss dabei 15 Tore. Höhepunkt seiner Nationalmannschafts-Karriere war sicherlich die Teilnahme an der Fussball-WM 1966 in England, wo er zu zwei Einsätzen kam.
– René Botteron: er bestritt 66 Länderspiele für die Schweiz und schoss dabei zwei Tore. Bis 1973 spielte er nach seiner Junioren-Zeit beim FC Glarus und wechselte danach in die NLA zum FC Zürich. Von dort ging seine Reise weiter zum Bundesligisten 1. FC Köln, welcher ihn dann im Frühjahr 1982 an Standard Lüttich auslieh, mit welchem er in der Folge als erster Schweizer in einem Europa-Pokal-Finale stand. Dieses Spiel verlor er mit Standard Lüttich gegen den FC Barcelona knapp mit 1:2.
– André Caetano Goncalves*: André wechselte im Alter von 13 Jahren zum FC Rapperswil-Jona und ein Jahr später zum FC Zürich in die Nachwuchsabteilung. Ab der U16 Nationalmannschaft durchlief er die Stufen der Junioren-Nationalmannschaften (U16 – U19). Mit dem Höhepunkt im Jahr 2009, als er U17-Weltmeister in Nigeria wurde. Dabei wurde er an der Weltmeisterschaft in sämtlichen Spielen (auch im Final-Spiel) eingesetzt. Vorangegangen war im Jahr 2009 die U17-Europameisterschaft in Deutschland, wo André als Stammspieler mit der U17-Nati das Halbfinale gegen die Niederlande erreichte und nur durch ein höchst umstrittenes Tor (war der Ball über der Linie?) ausschied. Diese Halbfinal-Qualifikation bedeutete aber gleichzeitig die Qualifikation zur U17-WM im gleichen Jahr. Er hat eine beachtliche NLB (Challenge League) Karriere beim FC Aarau und beim FC Schaffhausen hingelegt. Heute spielt er beim FC Linth 04 in der 1. Liga.
– Simon Gössi*: Simon wechselte als 13jähriger zum FC Rapperswil-Jona. Als 17jähriger wechselte er zum FC Linth 04 und war dort Stammspieler in der 2. Liga Interregional. Er war massgeblich am Aufstieg des FC Linth 04 in die 1. Liga beteiligt. Da Simon Gössi in Bern studiert, wurde der Aufwand immer intensiver. Daher beendete er im Herbst 2018 sein Engagement beim FC Linth 04. Anfang 2019 begann er bei der Universitäts-Mannschaft der Uni-Bern mit Futsal. Sofort gehörte er zum Mobulu Futsal Uni Bern Team, welches in der höchsten Schweizer-Futsal-Liga spielt. Und es dauerte gerade mal ein halbes Jahr bis er das erste Aufgebot für die Futsal-Nationalmannschaft der Schweiz erhielt (Juni 2019). Er ist immer noch aktueller Schweizer-Futsal-Nationalspieler und stand zuletzt beim Qualifikations-Spiel zur Futsal-EM 2022 am 10. April 2021 gegen Spanien im Einsatz (8:0 Niederlage in Madrid).
Spieler, welcher vor der Tätigkeit in Glarus Nationalspieler waren (Spieler mit einem * absolvierten „nur“ Junioren-National-Spiele):
– Hans-Peter Briegel: Im Herbst 1989 wechselte Briegel von Sampdoria Genua zum FC Glarus. Sein letztes von insgesamt 72 Länderspielen (4 Tore) war das Fussball-Weltmeisterschafts-Finalspiel 1986 Argentinien gegen Deutschland, als er 90 Minuten auf dem Platz stand, welches die Deutsche Fussball-Nationalmannschaft mit 2:3 verlor. Vier Jahre zuvor stand er bereits im Fussball-WM Finale 1982 gegen Italien, wo er auch 90 Minuten durchspielte (1:3 Niederlage). Den grössten Erfolg feierte er bereits im Jahr 1980, als er Europameister wurde. Dort wurde er im Finalspiel zur 55. Minute beim Stand von 1:0 ausgewechselt (2:1 Sieg gegen Belgien).
– Samuel Opoku Nti: „Sämi“ bestritt 45 Länderspiele für Ghana und schoss dabei 12 Tore. Den grössten Erfolg feierte er 1982, als er mit Ghana Afrika-Meister (Africa-Cup) wurde. Er gehörte ein halbes Jahr dem Kader des FC Glarus an (Abstiegsrunde 1990). Dabei schoss er für den FC Glarus 6 Tore.
– Wolfgang Frank*: In früheren Zeiten führten die grossen Nationen noch eine B-Nationalmannschaft. Diese traten jeweils gegen andere B-Teams an. Ziel und Zweck war es, den Spielern internationale Erfahrung mitzugeben, damit sie sich auch über diesen Weg für die National-Elf empfehlen konnten. Die Deutsche B-Nationalmannschaft bestand zwischen 1951 und 1986 (62 Spiele) und wurde zwischen 1999 und 2005 nochmals wiederbelebt (18 Spiele). Wolfgang Frank stand zwischen 1972 und 1977 in sechs Spielen für die Deutsche B-Nationalmannschaft im Einsatz und erzielte dabei drei Tore.
– Wolfgang April*: Der ehemalige Bundesliga-Spieler (Eintracht Frankfurt) und Spieler der Primera Division (CE Sabadell) absolvierte noch unter seinem ursprünglichen Namen (vor seiner Einbürgerung in die Bundesrepublik Deutschland) als Boguslaw Kwiecien Länderspiele für die polnische Junioren-Nationalmannschaft (16 Einsätze) und deren B-Nationalmannschaft.
– Marcel Stoob*: Seite an Seite spielte er mit Alain Sutter, Stéphane Chapuisat und Jörg Stiel in der Junioren-Nationalmannschaft. Er absolvierte insgesamt 10 U21 Länderspiele für die Schweiz. In der Saison 1990/1991 gehörte er zum NLB-Kader des FC Glarus.
– Daniel Senn*: Auch unser aktueller Sportchef absolvierte ein U21 Länderspiel für die Schweiz. Der ehemalige NLA-Profi (Super-League) des FC Schaffhausen absolvierte ein Länderspiel für die U-21-Nationalmannschaft am 19. Juli 2005 gegen Kater in Vevey (1:2-Niederlage).
Am Samstag 07. April 1990, anlässlich des 1/16-Final-Spiels des Schweizer-Cups zwischen dem FC Glarus (NLB) und dem FC Luzern (NLA – damals amtierender Schweizer Meister), durfte der FC Glarus die Nomination seines Spielers Gerhard Schädler für die Liechtensteinische Nationalmannschaft verkünden.
Der gebürtige Aargauer Gerhard Schädler gehörte in der Saison 1989/1990 dem NLB-Kader des FC Glarus an.
Es war das erste und bisher einzige Mal, dass der FC Glarus ein Nationalmannschafts-Aufgebot für einen aktiven Spieler erhielt.
Schädler kam dem Aufgebot nach und feierte sein Debut in der Liechtensteinischen Fussball-Nationalmannschaft am 30. Mai 1990 gegen die USA, welche sich mit diesem Testspiel auf die bevorstehende Fussball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien vorbereiteten. Das Spiel fand im Sportpark in Eschen vor 2’400 Zuschauern statt. Die Liechtensteinische Nationalmannschaft verlor dieses Spiel mit 1:4.
Insgesamt kam Gerhard Schädler auf zwei Länderspiele. Am 12. März 1991 (damals war er jedoch nicht mehr beim FC Glarus tätig) spielte er im Testspiel gegen die Schweizer-Nationalmannschaft, welche das Spiel mit 0:6 gewann. Dabei konnte er sich am Schluss des Spiels das Trikot von Kubilay Türkyilmaz beim Trikot-Tausch sichern (siehe Beitrags-Bild).
Bei der Durchsicht von Pressetexten fielen zwei Anekdoten auf: Gerhard Schädler betitelte sich als Gelegenheitsraucher. Speziell daran ist, dass sich täglich jeweils rund 40 solcher Gelegenheiten zum Rauchen ergaben. Nach dem Länderspiel gegen die Schweiz kam Heinz Hermann, seines Zeichens Rekord-National-Spieler der Schweiz, zu Gerhard Schädler und meinte salopp: „Du bist also der Gelegenheitsraucher!“
Und vor seinem ersten Länderspiel gegen die USA wusste Gerhard Schädler nicht, wie die liechtensteinische Hymne geht.