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Seit den 70er Jahren gab es sieben Episoden, in denen der Weltaktienindex, gemessen am MSCI World TR, über 20% an Wert verlor. Im Schnitt betrugen die Einbussen rund 40 %. Die grössten Verluste, zwischen 50% und 60%, erlebten Investoren angesichts des Platzens der Dotcom-Blase (2000) und der globalen Finanzkrise (2008). Durchschnittlich dauerte es ein Jahr und drei Monate, bis das Kurstief erreicht wurde. Die gute Nachricht ist, dass die Erholungsphase meist mehr als doppelt so lange dauert.
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Kurzfristig sind die Aussichten für die Börsianer noch eingetrübt. Wir erwarten, dass die hartnäckig hohe Inflation, die steigenden Zinsen, die Unsicherheit rund um Europas Energieversorgung und den Krieg in der Ukraine für starke Kursschwankungen sorgen dürfte.
Ein Lichtblick ist, dass die grössten sechs Volkswirtschaften Europas den wärmsten Oktober seit mindestens einem Jahrzehnt verzeichneten und somit den Beginn der Heiz-Saison verzögert werden konnte. Und so konnten in der EU die Erdgasspeicher bis Anfang November zu über 95% gefüllt werden, zudem liegen die Erdgaspreise mittelweile rund 65% unter den Höchstwerten vom August 2022. Die EU ist somit in einer deutlich besseren Lage, als von vielen Anlegern ursprünglich erwartet. Der kommende Winter kann aber weiterhin eine Herausforderung darstellen, je nachdem wie kalt dieser ausfallen wird.
Starke Kurskorrekturen können auch Chance für langfristige Investoren bieten. Wer in der Vergangenheit nach einem Einbruch von mindesten 20% in den globalen Aktienmarkt investierte, hat über die nächsten zwei Jahre im Schnitt eine Wertsteigerung von 19% gesehen. Nur bei den ausserordentlich grossen Krisen, wie der Dotcom-Blase und der Finanzkrise, konnte auch zwei Jahre später noch kein Gewinn erzielt werden.
Melanie Rama, Senior Economist