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"They changed the whole system" - Journalist_innen zur neuen Medienlandschaft in Ungarn
Seit ihrem Regierungsantritt in 2010 hat die rechtskonservative Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban die Pressefreiheit in Ungarn erheblich eingeschränkt.
Unter anderem wurde eine Behörde zur Kontrolle aller Medien in Ungarn geschaffen; sie soll die sogenannte politische Ausgewogenheit der Programme sicherstellen. Auch die Struktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten wurde umgestaltet, diverse öffentliche Sender wurden per Gesetz zu einer einzigen Organisation MTVA zusammengelegt. Im Zuge dessen hat die Regierung auch die Posten neu besetzt und ca. 1000 Journalistinnen und Journalisten auf die Strasse gesetzt.
Anfang April erlangte Orbans rechtskonservative Partei Fidesz erneut eine 2/3 Mehrheit im Parlament. Kurz nach den Wahlen trafen die Journalistin Timea Daróczi und der Journalist Andras Somos eine Gruppe deutscher Studierender in Budapest und erzählten von ihren Erfahrungen in ungarischen Medien seit den Umstrukturierungsmassnahmen der Regierung.
Andras Somos arbeitet für den privaten Fernsehsender ATV und berichtet über aktuelle Sanktionen, denen Fernsehanstalten nach Änderung der Mediengesetze ausgesetzt sind.
Timea Daróczi kam über ein Förderprogramm für junge Sinti und Roma zum öffentlichen Rundfunk. Sie war die erste und einzige Roma-Angehörige in den öffentlichen Medien, verlor ihren Job jedoch im Zuge der Massenentlassungen in 2011.