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Luzerner Schweinemäster verkaufte Schweine eines anderen
Das Gericht glaubte dem Beschuldigten nicht, dass er nicht gewusst habe, dass ihm die Schweine nicht gehörten. Nun kassierte er eine bedingte Geldstrafe.
Ein Luzerner Schweinemäster ist vom Kriminalgericht wegen Veruntreuung verurteilt worden, weil er Schweine verkauft hat, die ihm nicht gehörten. Er wird mit einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen à 120 Franken bestraft. Die Probezeit beträgt zwei Jahre.
Das Gericht reduzierte das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmass von zwölf Monaten und wandelte die geforderte bedingte Freiheitsstrafe in eine bedingte Geldstrafe um. Es begründet die Umwandlung damit, dass der Beschuldigte nicht vorbestraft sei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig und wird weitergezogen.
Der Beschuldigte verpflichtete sich 2011 für eine Firma dazu, gegen Bezahlung Schweine zu mästen und schlachtreif wieder abzuliefern. Die Schweine verblieben im Eigentum der Firma. Der Beschuldigte erhielt über 800 Schweine zur Mast. Davon lieferte er 250 gemäss Vertrag wieder ab.
Deliktsbetrag von rund 67'000 Franken
Der Beschuldigte kündigte dann den Vertrag mit der Firma und verkaufte etwa 540 Schweine, die sich noch bei ihm in der Mast befanden, an einen anderen Händler. Nachdem er diesem die Hälfte abgeliefert hatte, schritt die Justiz auf Antrag der Eigentümerin ein. Der Deliktsbetrag wird auf rund 67'000 Franken beziffert.
Das Gericht geht in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil davon aus, dass sich der Beschuldigte der vertraglichen Pflichten bewusst gewesen ist. Die Behauptung des Mästers, er habe nicht gewusst, dass die Schweine nicht ihm gehörten, sei eine Schutzbehauptung.
Der Vertrag sei im Wortlaut unmissverständlich gewesen, schreibt das Kriminalgericht weiter. Dem Beschuldigten müsse bewusst gewesen sein, dass er nicht über die fremden Schweine verfügen könne.
Der Beschuldigte steckte zur damaligen Zeit in grossen finanziellen Schwierigkeiten. Offenbar habe er keinen anderen Ausweg gesehen, um seinen eigenen Schweinemastbetrieb zu retten, so das Kriminalgericht weiter.
14.4.2017