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Rätselhaftes Verschwinden von Erdöl
Im Irak verschwinden gemäss einem Zeitungsbericht jeden Tag bis zu 300 000 Barrel Rohöl in dunklen Kanälen. Das sind etwa 15 Prozent der Tagesproduktion.
Damit gingen dem irakischen Staat täglich bis zu 15 Millionen Dollar (18,3 Mio. Franken) an Einnahmen verloren, berichtete die «New York Times» am Samstag. Sie berief sich dabei auf den Entwurf eines Berichts des US-Rechnungshofes.
Die Zahlen nähren nach Angaben des Blattes den Verdacht, dass inzwischen korrupte Beamte, Schmuggler und Aufständische einen bedeutenden Teil der irakischen Erdölproduktion kontrollieren. Danach wird das Öl mit Hilfe korrupter Beamter abgezweigt, um beispielsweise Milizen zu finanzieren.
Erdölexperten halten es den Angaben zufolge allerdings auch für möglich, dass Fehler bei der Abrechnung für Diskrepanzen sorgen oder dass Rohöl beispielsweise nach Anschlägen auf Ölleitungen versickert.
Insbesondere die Erdölleitung, die Richtung Norden in die Türkei führt, wird von Aufständischen immer wieder angegriffen, um den Ölfluss zu stoppen. Das Rohöl muss dann mit Tausenden von Tanklastwagen transportiert werden. Schon zu Zeiten von Ex- Machthaber Saddam Hussein wurde aus dieser Tanklaster-Flotte Rohöl für den privaten Gewinn abgezweigt.
Der Irak fördert zur Zeit rund zwei Millionen Barrel pro Tag. Ein Barrel entspricht rund 159 Liter. Die Rohölproduktion ist der Lebensnerv der irakischen Wirtschaft.