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Hermann Christ (1833-1933)
Hermann Christ ( 1833-1933 ) Dr. Hermann Christ, der am 12. Dezember 1833 in Basel geboren wurde und zwei Wochen vor seinem 100. Geburtstag, am 27. November 1933, in Riehen-Basel gestorben ist, dürfen wir zu den markantesten Alpenbotanikern zählen. Dabei ist das Verwunderliche, dass Hermann Christ von Haus aus ein geachteter und erfolgreicher Jurist war: 1857 Notar, 1859-1888 Zivilgerichtsschreiber, 1869-1873 Mitglied des Ehegerichts und Baugerichts, Stellvertreter des Staatsanwaltes, 1871 Grossrat und bis 1907, als er aus den Ämtern schied, Mitglied des Appellationsgerichts. Er war eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Eisenbahntransportrechtes und hat auf internationalem Boden viele seiner Vorschläge verwirklicht gesehen. An der Hochschule hat er nie Botanik gehört, hat sie aber als Liebhaberei betrieben und über 320 Publikationen verfasst, die ihm einen bleibenden Namen als Erforscher der Pflanzenwelt gegeben haben. Er ist wohl als Botaniker allgemeiner bekannt denn als Jurist. Es war, wie er selber bekannte, die Freude an der lebendigen Natur, die ihn zur Botanik führte. In der Pflanzengeographie, Systematik und Geschichte der Botanik hat er Grosses geleistet. 1879 gab er « Das Pflanzenleben der Schweiz »heraus, ein Buch von rund 500 Seiten Umfang, das der Geograph Robert Gradmann ( Erlangen ) als ein auf gründlichen Kenntnissen aufbauendes Werk bezeichnete, das « immer am Standpunkt des vornehm geniessenden Beschauers festhält, die Landschaften in ihrer ganzen Grosse, in der nur dem Kenner ganz verständlichen wundervollen Harmonie aller Teile: Gebirgsbau, Klima, Pflanzen- und Tierleben, auf sich wirken lässt; ein durch und durch persönliches Kunstwerk ». Schon 1873 hatte Christ ein umfassendes Werk über « Die Rosen der Schweiz » verfasst, in welchem erstmals auch die in unsern Alpen vorkommenden Wildrosen in einer beachtlichen Ganzheit geschildert sind. 1900 folgte das Werk über « Die Farnkräuter der Schweiz » und 1914-1923 die umfassende Arbeit « Die Geschichte des alten Bauerngartens der Schweiz ». Nicht unerwähnt sei auch das so liebevoll geschriebene Büchlein « Ob dem Kernwald » ( 1869 ), in welchem er von seinen Fahrten im Obwaldner-land erzählt, und seine Aufsätze, die er im « Jahrbuch » und im « Echo des Alpes » veröffentlichte über: Alpenflora, alpine Pflanzendecke des St.Gotthards, Vegetation in den Tessiner Alpen und die Alpenrose. Hermann Christ war ein besonderer Kenner der Walliser Gebirgswelt, der er manche Abhandlung widmete.
Die Anerkennungen, die Hermann Christ ernten durfte, waren zahlreich: die Universitäten von Basel und Genf ernannten ihn zum Ehrendoktor, er war Ehrenmitglied der Sektion Basel SAC.« Mit Wärme und Feuer nahm sich Christ auch der Sache des Naturschutzes und des Nationalparkes an », schreibt Carl Schröter, und auf dem Gebiet der Missionstätigkeit war er mit offener Hand und mit vielen wertvollen Ratschlägen ein starker Helfer; er hat auch auf diesem Gebiet zahlreiche Veröffentlichungen gemacht. Ernst Furrer schrieb zu Hermann Christs Tod: « Ein unverwüstlicher Optimismus, eine gewinnende Herzensgüte, ein lebhaft aufflackernder Enthusiasmus und eine tiefernste Religiosität haben den Unermüdlichen durchs ganze Leben begleitet und jung erhalten. » Und Carl Schröter schliesst sein Gedenkwort für seinen Freund ( Verhandl. der Schweiz. Nat.Ges. 1934 ) mit den Worten: « Wahrlich, der nahezu Hundertjährige durfte mit Genugtuung auf sein Lebenswerk zurückblicken. » - Und wir dürfen hinzufügen, dass es nicht zuletzt die Wanderungen im unerschöpflichen Geviert der Alpen gewesen sind, die ihm immer wieder aufs neue Kraft fürs Leben gegeben haben, zum Arbeiten und zum Forschen.Max Oechslin