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In den meisten Fällen beschränken sich die Symptome der Allergie auf die Körperstelle, an der der Kontakt mit dem Allergen stattgefunden hat (Nase, Augen, Lunge, Haut), und sie sind nicht lebensbedrohlich. In seltenen Fällen kannjedoch eine Behandlung erforderlich sein.
Das Spektrum der Symptome ist bei Allergien sehr breit gefächert und oft verwirrend, denn es können so gut wie alle Organe betroffen sein. Allergene gelangen über drei Wege in den Körper: Haut, Atemwege oder Verdauungstrakt. Die Reaktionen sind meist lokal. Allgemeine Symptome im Rahmen einer allergischen Reaktion können den gesamten Organismus in Mitleidenschaft ziehen und müssen sofort behandelt werden.
Lokale Reaktionen dagegen fallen sehr unterschiedlich aus und sind von Person zu Person verschieden stark ausgeprägt. Auch können sich die Symptome im Laufe der Zeit verändern: In manchen Fällen tritt eine Besserung ein, in anderen eine Verschlechterung.
LAUFENDE NASE
Einige wenige Pollenkörner in der Luft genügen, um anfallartige Niesattacken auszulösen, die bei entsprechend veranlagten Menschen ebenso unkontrollierbar wie heftig sein können. In schweren Fällen müssen die betroffenen Personen 10 bis 30 Mal hintereinander niesen und werden zudem wiederholt von Niessalven heimgesucht. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie sich danach müde und erschöpft fühlen.
Die Attacken treten häufig in den frühen Morgenstunden auf und sind von Juckreiz im Nasen-Rachenraum und einer laufenden Nase begleitet. Das Nasensekret ist dünnflüssig und wasserähnlich und kann somit nicht mit einem virusbedingten Schnupfen verwechselt werden.
Ebenso charakteristisch für einen allergischen Schnupfen ist die verstopfte und/oder juckende Nase. Meist ist sie beidseitig verstopft, was auf eine Schwellung der Nasenschleimhäute und auf eine Sekretbildung zurückzuführen ist. Zudem kann sich eine ständig verstopfte Nase nachts als besonders unangenehm erweisen, da die Schlafqualität beeinträchtigt wird.
TRÄNENDE AUGEN
Heuschnupfen geht oft mit einer allergischen Bindehautentzündung (Konjunktivitis) einher. Die Augen sind gereizt, als hätte man Sand unter den Augenlidern, intensives Kribbeln und Brennen lösen einen unerträglichen Juckreiz aus, und wer darauf mit Kratzen reagiert oder sich die Augen reibt, wird mit einer Schwellung der Lider und einer Rötung des Augapfels bestraft. Zusätzlich zum fiebrigen Blick scheinen die Augen ständig den Tränen nahe zu sein und vertragen kein Licht mehr.
Bei Personen, die ständig Allergenen ausgesetzt sind (Tierhaaren, Hausstaubmilben, Schimmelpilzen), sind die Symptome weniger stark ausgeprägt, aber nicht minder beschwerlich: tränende rote Augen, verklebte Augenlider am Morgen, durch Reiben und Kratzen ausgerissene Wimpern.
JUCKREIZ IM MUND UND AUF DER HAUT
Schale und Fruchtfleisch bestimmterObst- oder Gemüsesorten (Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Tomaten, Karotten …) sowie bestimmte Gewürze (Paprika, Curry …) können sofort nach dem Verzehr Juckreiz in Mund und Rachen auslösen.
Von Ekzem betroffene Hautstellen jucken schrecklich und fühlen sich rau und schuppig an. Es bilden sich Papeln, d. h. winzig kleine, mit einer farblosen Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die durch Kratzen aufplatzen und nässen. Später trocknen sie aus und bilden Krusten. Oft tritt vor den ekzematischen Schüben ein starker Juckreiz auf. In der akuten Phase verblasst die zuvor gerötete Hautstelle, die Schwellung geht zurück, und die Haut wird trocken und schuppt.
Bei einem chronischen Ekzem ist die Haut mehr oder weniger permanent trocken und schuppig. Im späteren Stadium kann sich eine sogenannte Lichenifikation (Flechtenbildung), d. h. eine grossflächige, lederartige Verdickung der Haut entwickeln. Manchmal kommt es infolge von Kratzen zu Hautabschürfungen oder tieferen Läsionen. Sind Handinnenflächen oder Fusssohlen von einem Ekzem betroffen, ist die Haut rissig und spröde. Diese Risse sind besonders unangenehm und verursachen mitunter starke Schmerzen.
Bei Kindern, insbesondere im Vorschulalter, nehmen Ekzeme unterschiedliche Formen an. Auf den roten Plaques können sich kleine Bläschen oder Schorf bilden; sie können aber auch extrem trocken sein oder nässen. In jedem Fall jucken die Stellen stark, allerdings wird angenommen, dass Babys unter sechs Monaten diesen Juckreiz nicht verspüren. Bei Säuglingen sind vor allem Gesicht, Wangen, Stirn und Kinn von den ekzematösen Hautveränderungen betroffen. Ab dem zweiten Lebensjahr und manchmal auch schon früher treten die Hautveränderungen oft an den Ellenbeugen, in den Kniekehlen und an den Füssen, oder auch am Hals, rund um den Mund oder an den Händen auf. Genau wie bei Erwachsenen führt intensives Kratzen zu Hautverdickungen.
QUADDELN AUF DER HAUT
Die Symptome der Nesselsucht (Urticaria) sind unverwechselbar: Hautausschläge mit reliefartigen Erhebungen, ähnlich wie sie durch die Berührung von Brennnesseln hervorgerufen werden. In bestimmten Fällen kann es auch zu Schwellungen tieferer Hautschichten – sogenannten «Angioödemen» – kommen. Nesselsucht zeichnet sich ebenfalls durch winzig kleine weissliche bis blassrosafarbene Bläschen aus, die sich auf der Haut bilden und Quaddeln genannt werden. Diese Quaddeln sind flüchtige Erscheinungen und «wandern»: Es handelt sich um sehr plötzlich und schubweise auftretende Hautveränderungen, die ebenso rasch wieder verschwinden und mit heftigem bis unerträglichem Juckreiz einhergehen. Sie können die Grösse eines Stecknadelkopfes haben oder grössere Hautflächen bedecken, die einer Landkarte ähneln. In einigen Fällen kann die Nesselsucht jedoch schwerwiegende Reaktionen auslösen.
VERDAUUNGSSTÖRUNGEN
Der Magen kann auf bestimmte Nahrungsmittel mit Brennen, Übelkeit und Erbrechen reagieren. Es handelt sich um unspezifische Symptome, die ebenso gut Anzeichen einer Magenverstimmung bzw. einer Lebensmittelvergiftung oder einer Nahrungsmittelintoleranz sein können. Deshalb ist es wichtig, einen Facharzt aufzusuchen, um der Sache auf den Grund zu gehen und eine genaueDiagnose zu stellen.
KEUCHENDE ATMUNG
Allergene, die in der Luft schweben, wie zum Beispiel Pollen oder Katzenhaare, können sehr tief in den menschlichen Organismus eindringen. Gelangen sie über die Atemwege in die Bronchien einer überempfindlichen Person, verengen sich diese krampfartig und man spricht von einem Bronchialkrampf oder Asthma bronchiale. Die Luft kann nicht mehr aus der Lunge ausströmen, und das Ausatmen muss forciert werden. Bei der insgesamt verlängerten Ausatmung kommtes aufgrund der Verengung der unteren Atemwege zu Kurzatmigkeit und zur Verstärkung der Strömungsgeräusche, d. h. zu pfeifender Atmung,der Arzt nennt das «Giemen». Gut zu wissen: Ein Asthmaanfall kündigt sich manchmal bereits durch trockenen Husten an, bevor die pfeifende Atmung eintritt.
ALARMSIGNALE FÜR EINEN ASTHMAANFALL
Es gibt Anzeichen für einen schweren Asthmaanfall, der eine Notfallbehandlung erfordert. Die liegende Position ist für die betroffene Person unerträglich, sie hat das Gefühl zu ersticken, das Ein- und vor allem das Ausatmen wird immer schwieriger und löst Schweissausbrüche, eine Beschleunigung der Herzfrequenz und grosse Angst aus. Finger und Lippen können sich bläulich-violett verfärben, was eindeutig auf die Abnahme der Sauerstoffmenge im Blut hinweist. Asthma kann ebenfalls in Form ständiger Kurzatmigkeit auftreten, zu der sich zusätzlich Asthmaanfälle gesellen.
Quelle: www.planetesante.ch / Abbildung: Freepik, macrovector