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31.08.2011 - Artikel
Die Schweiz verstärkt ihren Einfluss in der internationalen humanitären Gemeinschaft
Schweizer Vorsitz der Good Humanitarian Donorship Gruppe
Der Schweizer Vorsitz in der Good Humanitarian Donorship (GHD) Gruppe ist am 31.August 2011 zu Ende gegangen. Während ihres einjährigen Vorsitzes hat die Schweiz an Sichtbarkeit gewonnen, ihren Einfluss in der internationalen humanitären Gemeinschaft ausgebaut und in drei Schlüsselbereichen Erfolge erzielt: Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten, Festsetzung von Qualitätsstandards für das humanitäre Engagement und Stärkung der humanitären Grundsätze.
Die GHD ist ein informelles Netzwerk von Geberstaaten, die der Überzeugung sind, dass sie sich gemeinsam wirksamer für ein Geberengagement gemäss den GHD-Grundsätzen sowie für eine koordinierte humanitäre Hilfe einsetzen können. Die 2003 gegründete GHD zählt gegenwärtig 38 Mitgliedstaaten, die die Prinzipien und die guten Praktiken für Geber humanitärer Hilfe übernommen haben.
Diese Grundsätze zielen darauf ab, die Kohärenz und die Effizienz der humanitären Tätigkeit sowie die Rechenschaftslegung gegenüber den Gebern und den humanitären Organisationen zu verbessern. Die GHD tagt viermal pro Jahr. Das letzte Treffen unter Schweizer Vorsitz fand am 22.Juli 2011 in Genf statt.
Erfolge in allen Schwerpunktbereichen
Zu Beginn des Vorsitzes legte die Schweiz, vertreten durch die Humanitäre Hilfe des Bundes, drei Schwerpunktbereiche fest. In allen diesen Bereichen konnten Fortschritte erzielt werden:
- Die Schweiz gründete und leitete eine Arbeitsgruppe zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten. Die Schweiz und Grossbritannien stellten ihre Ansätze zum Schutz von Zivilpersonen in der letzten Phase des Konflikts in Sri Lanka vor. An einem Seminar über nationale Strategien und Best Practices skizzierten und besprachen vier Staaten, darunter die Schweiz, ihre Strategien für den Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten.
- Die Schweiz hat dazu beigetragen, möglichst viele relevante Akteure in die GHD einzubinden. Die Schweiz brachte Vertreterinnen und Vertreter von Regionalmächten wie Indien, Indonesien, Argentinien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Mexiko zusammen, um die GHD repräsentativer zu machen und diese Länder für die GHD-Prinzipien zu sensibilisieren. Während des Schweizer Vorsitzes trat Liechtenstein der GHD als 38.Mitglied bei.
- Die Schweiz spielte eine führende Rolle bei Gebern und wichtigen humanitären Akteuren, indem sie sich für konkrete Qualitätsstandards einsetzte. Infolge der grossen Katastrophen von 2010 ist unter den GHD-Mitgliedstaaten ein Konsens gewachsen, dass gewisse Fragen im Zusammenhang mit der Qualität der humanitären Hilfe und der Rechenschaftslegung angegangen werden müssen.
Dank ihrem aktiven Engagement während des GHD-Vorsitzes ist es der Schweiz gelungen, ihre Sichtbarkeit zu verbessern und ihren Einfluss innerhalb der internationalen humanitären Gemeinschaft auszubauen. Am 1.September 2011 werden Deutschland und Polen den Vorsitz übernehmen.