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Als die BBC am 5. Oktober 1969 um 22.50 Uhr die erste Folge von «Monty Python’s Flying Circus» ausstrahlte, wies nichts darauf hin, dass sie Auftakt zur wohl kultigsten Sketch-Serie aller Zeiten sein würde. Nicht nur hatte sie die tiefste Einschaltquote aller Unterhaltungsprogramme, das Publikums-Feedback war ebenso mau.
Kaum überraschend: Der Sendeplatz gehörte zuvor einer Religionssendung. Viele Briten waren ganz einfach irritiert, dass plötzlich gescherzt statt gebetet wurde. Doch dies änderte sich schlagartig, Quoten und Anerkennung stiegen im Wochentakt. Bis 1974 gab es 45 Folgen in vier Staffeln.
Keine über 50-jährige Serie wird so oft zitiert und nachgeahmt, begeistert sie doch zeitlos mit ikonischen Sketches, Liedern und Figuren; vom tödlichen Kriegswitz über den Holzfäller-Song bis hin zum riesigen Stachelschwein Norman, das den Gangster Dinsdale stalkt. Selbst der vermutlich bekannteste IT-Begriff «Spam-Mail» stammt aus dem fliegenden Zirkus – dank dosenfleischverrückten Wikingern in einer Imbissbude in Bromley.
Monty Python, das waren die Ex-Cambridge-Studenten Graham Chapman (1941–1989), John Cleese (81), Eric Idle (78), die Oxford-Abgänger Terry Jones (1942–2020) und Michael Palin (78) sowie ihr Spezi Terry Gilliam (80) aus Los Angeles. Mit ihren Filmen setzten sie noch einen drauf. Abgesehen von ihrem Erstling: «Monty Pythons wunderbare Welt der Schwerkraft» (1971) ist eine Kollektion neugedrehter Serien-Sketches und entstand, um sie dem US-Publikum näherzubringen. Als Einstieg in ihr Universum prima, mehr nicht.
Im Frühling 1974 fanden die Dreharbeiten zur Python’schen Interpretation der Artus-Sage statt. Die Finanzierung ermöglichten unter anderem die Rockbands Led Zeppelin, Genesis und Pink Floyd, die je 20 000 Pfund in «Monty Python and the Holy Grail» butterten. Für Pferde reichten die 200 000 Pfund Budget freilich nicht, und so wurden «Die Ritter der Kokosnuss», wie die deutsche Titelschmiede das Ganze benamste, zum Meilenstein des absurden Humors und bescherten den Pythons den weltweiten Durchbruch.
1979 folgte ihr gefeiertster und zugleich umstrittenster Film. «Das Leben des Brian», anhand der Geschichte Jesu die ultimative Parodie auf Religion als solche, landet regelmässig an der Spitze von «Beste Komödien»-Listen. Die Pythons selbst bezeichneten sie als Höhepunkt ihrer jahrelangen Zusammenarbeit, da die Stimmung am Set so entspannt war wie nie und sie realisierten, dass sie damit Filmgeschichte schreiben würden.
Das Gedeihen ihres letzten Films, «Der Sinn des Lebens» (1983), hingegen war ein Knorz. Das Sextett hatte Mühe, zum Sketch-Format zurückzukehren, und der lange Entwicklungsprozess inklusive kollektiven Schreibstaus stresste zusätzlich. Wenn man bedenkt, dass dies fast ein Zerwürfnis zwischen den Pythons verursachte, ist das Resultat auch ein Geniestreich.
Nicht minder legendär sind die Bühnenshows der brillanten Komiker, allen voran ihre fünf Auftritte in Hollywood im September 1980. Ein wirklich grossartiger filmischer Zusammenschnitt davon erschien 1982 als «Monty Python Live at the Hollywood Bowl». Dieser ist zurzeit leider nirgends als Streaming verfügbar – aber immerhin bei Amazon als VOD gegen Bezahlung erhältlich.
Netflix | 4 Staffeln
Für Sammler: Ende März feierte die Serie bei uns Blu-ray-Premiere – komplett restauriert.
Netflix
Nur echt mit dem Killerhasen – und der heiligen Handgranate … 1, 2, 5!
Netflix
Endet mit der Python-Hit-Single «Always Look on the Bright Side of Life».
Diverse
Zurzeit nur bei einigen Anbietern ab CHF 3.50 leihbar bzw. zu kaufen ab 9.90.
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