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Mit 36 Jahren steht Venus Williams wieder im Halbfinal des Australian Open - 14 Jahre nach dem letzten Mal. In einem rein amerikanischen Duell trifft sie am Donnerstag auf Coco Vandeweghe.
Die als Nummer 13 gesetzte Williams lieferte sich mit der zehn Plätze schlechter klassierten Russin Anastasia Pawljutschenkowa einen Abnützungskampf, bei dem sie etwas mehr Druck entwickelte und in den entscheidenden Phasen die besseren Nerven hatte. Nach 1:47 Stunde zog sie mit 6:4, 7:6 (7:3) in den Halbfinal ein.
Williams hat das Australian Open noch nie gewonnen. 2001 erreichte sie den Halbfinal, wo sie Martina Hingis deutlich unterlag, 2003 verlor sie im Final knapp in drei Sätzen Schwester Serena. Seither scheiterte sie stets vor dem Halbfinal. Das Wiedererstarken von Williams ist umso erstaunlicher, als bei ihr 2011 das Sjögren-Syndrom diagnostiziert wurde, das für wiederkehrende Erschöpfungssymptome gesorgt hatte. Seit dies erkannt wurde, geht es für Williams wieder aufwärts. Nach vier Jahren ohne einen Grand-Slam-Viertelfinal erreichte sie nun bei vier der letzten neun Turniere die Runde der letzten acht.
Entsprechend ausgelassen fiel ihr Jubel nach dem Sieg aus. Noch vor zwei Wochen hatte sie beim Turnier in Auckland mit einer Armverletzung aufgegeben. Jetzt fühlt sie sich aber wieder topfit. "Ich spiele so, wie ich mir das vorstelle", stellte Williams fest. "Ich lebe meinen Traum." Dieser soll nun bis zum Turniersieg führen. "Warum sollte ich den Titel nicht gewinnen", fragt sie. "Ich schaue nicht auf die andere Seite des Netzes und denke, die andere hat den Sieg mehr verdient. Meine Einstellung ist: Ich verdiene das!" Vorerst mal ist sie die älteste Grand-Slam-Halbfinalistin seit Martina Navratilova, die 1994 in Wimbledon als 37-Jährige den Final erreichte (und gegen Conchita Martinez verlor).
Vandeweghe nicht zu stoppen
Der zweite Viertelfinal der oberen Tableauhälfte wurde eine überraschend einseitige Angelegenheit. Die ungesetzte Coco Vandeweghe (WTA 35), die bereits die Nummer 1 Angelique Kerber ausgeschaltet hatte, liess sich auch von French-Open-Siegerin Garbiñe Muguruza nicht stoppen. Nach einem umstrittenen ersten Satz setzte sich die Doppelpartnerin von Martina Hingis in nur 87 Minuten 6:4, 6:0 durch. Mit Vandeweghe, mit bürgerlichem Vornamen Colleen, erreichte nach Madison Keys (2015) und Johanna Konta (2016) zum dritten Mal in Folge eine ungesetzte Spielerin die Halbfinals.
SDA-ATS