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Am 6. August 1945 warfen die USA eine Atombombe über die japanische Hafenstadt Hiroshima. Rund 90’000 Menschen starben sofort. Weitere 90’000 bis 160’000 starben an den Spätfolgen. Drei Tage später kam es zum Atombombenangriff auf Nagasaki. Eine Woche später war der Zweite Weltkrieg zu Ende.
Die Stadt wurde wurde nach dem Krieg wieder komplett aufgebaut. Heute ist Hiroshima ein moderner lebendiger Ort. An die früheren Zeiten erinnern nur noch wenige Elemente, wie beispielsweise die noch immer bestehenden Strassenbahn (Asienspiegel berichtete) oder die die Ruine der «Produkteausstellungshalle der Präfektur Hiroshima», die heute als sogenannte Atombombenkuppel zum Mahnmal jenes verheerenden Tages geworden ist (Asienspiegel berichtete).
Die Bilder der Zerstörungen haben sich in das Gedächtnis der Welt eingebrannt. Doch wie das Leben in Hiroshima vorher ausgesehen hat, weiss kaum noch jemand. Dem Friedensmuseum von Hiroshima ist es nun aber gelungen, einen Teil dieser Vergangenheit zurückzuholen, dank eines 16-Millimeter-Films vom April 1935. Die dreiminütigen Sequenzen wurden in aufwendiger Arbeit aufgearbeitet und nun online gestellt.
Die Atombomenkuppel vor 1945
Auf den Filmaufnahmen, die von Genjiro Kawasaki stammen, sieht man zahlreiche Alltagsszenen: Passanten, Strassenbahnen, Autos und Geschäfte während der Kirschblütenzeit. In einer kurzen Szene ist selbst die «Produkteausstellungshalle der Präfektur Hiroshima» in ihrem alten vollständigen Zustand zu sehen. Daneben geniessen einige eine Bootsfahrt auf dem Motoyasu-Fluss. Es ist auch ein lebendiger Einblick in das alte Nakajima-Honmachi-Viertel, dem späteren Epizentrum der Bombe und dem heutigen Friedenspark.