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Marburger Kreis
anderer Name: mc2
Der Marburger Kreis ist aus der sog. „Oxfordbewegung“ oder „Gruppenbewegung“ hervorgegangen, die von Frank Buchman begründet wurde. Buchman (1878-1961), ein Amerikaner schweizerischer Abstammung, liess sich zum lutherischen Pastor ausbilden und war als YMCA-Sekretär in Pennsylvania tätig. Ab 1921 gründete Buchman Studierendengruppen, die als „Oxford Group“ bekannt wurden und Weltveränderung durch Persönlichkeitsveränderung lehrten. In Deutschland wurden insbesondere evangelische Pfarrer von der Gruppenbewegung erfasst.
Im Jahr 1938 entwickelte Buchman die Oxford Group zum „Moral Re-Armament“ weiter, das im deutschen Sprachraum nach dem Zweiten Weltkrieg als „Moralische Aufrüstung“ tätig wurde. Deren Motto beschrieb Buchman so: „When man listens, God speaks; when man obeys, God acts; when men change, nations change“. Buchman empfahl das Halten von täglicher „Quiet Time“, Stiller Zeit, und das Vertrauen auf Gottes Führung. Von Personen anderer Religion wurde keine Konversion zum Christentum verlangt. Die Moralische Aufrüstung kaufte im Jahr 1946 das ehemalige Hotel Caux-Palace oberhalb Montreux und richtete dort ihr Zentrum ein. 2001 benannte sie sich um in „Initiatives of Change“, „Initiativen der Veränderung“.
Die Offenheit der Moralischen Aufrüstung gegenüber anderen Weltanschauungen führte zur Trennung vom evangelikaleren Flügel der „Gruppenbewegung“. Dieser formierte sich im Jahr 1957 in Deutschland als „Marburger Kreis“, benannt nach dem Tagungsort der Gründungsversammlung. Zielsetzung war eine seelsorgerlich-evangelistische: Säkularisierte und entkirchlichte Menschen sollten zu gelebtem Christentum hingeführt werden.
In der Folge bildeten sich auch in der Schweiz Marburger Kreise. Im Jahr 1999 wurde die Kinder- und Jugendarbeit „crossover“ initiiert. Heute tritt der Marburger Kreis auch unter der Bezeichnung „mc2“ auf, wobei das „m“ für den Marburger Kreis steht, das „c“ für crossover, und die hochgestellte „2“ bedeuten soll, dass gemeinsam mehr erreicht wird.
Der Marburger Kreis vertritt ein evangelikales Christentum. Besonders betont werden Evangelisation und Jüngerschaft.
Die Menschen, die beim Marburger Kreis mitmachen, stammen aus Landes- und Freikirchen oder sind bei keiner Kirche angeschlossen.
Als Erbe der Gruppenbewegung wird die tägliche „Stille Zeit“ als betendes Hören auf Gott und sein Wort betont.
Bei den Treffen der örtlichen Gruppen steht das Glaubensleben und der Umgang mit Schwierigkeiten im Mittelpunkt.
Die Angehörigen des Marburger Kreises wollen in Beruf und Freizeit durch Gespräch und Vorbild missionarisch aktiv sein.
Im Zentrum der Arbeit des Marburger Kreises stehen die Treffen der örtlichen Gruppen.
Daneben werden Seminare, Freizeiten und Reisen organisiert.
Die Kinder- und Jugendarbeit crossover bietet Sportcamps und missionarische Einsätze im Ausland an.
Zum Marburger Kreis gehören zurzeit rund 400 örtliche Gruppen, davon 20 in der Schweiz (360 in Deutschland, 20 in Österreich).