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Wie haben sich Schwellenländer Aktien in der letzten Ukraine-Russland (2014) Krise entwickelt?
Bei der Beurteilung der Ukraine-Russland Krise kann man drei wesentlich Szenarien unterscheiden:
- Ein optimistisches Szenario geht von einem kurzen Konflikt, einer Stabilisierung der Energiepreise, einer Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen und keinem abrupten Abbau von Risikoanlagen aus
- Ein weniger optimistisches Szenario sieht einen langwierigen Konflikt, eine Unterbrechung der europäischen Energieversorgung und einen abrupten Abbau von Risikoanlagen vor
- Ein Worst-Case-Szenario führt zu einer Unterbrechung der europäischen Gasversorgung, einer Rezession und verzögerte Zinserhöhungen
Obwohl diese Szenarien und ihre globalen Auswirkungen sehr unterschiedlich sind, kann man dennoch Lehren aus dem letzten Konflikt ziehen. Wie haben sich Aktien während des früheren Konflikts im Jahr 2014 entwickelt?
Die Faktorrenditen (long-short, Quintile) im MSCI Emerging Markets Universum, berechnet durch Bloomberg, zeigen folgendes Bild. Eine Long-Short-Strategie, die sich auf Schwellenländer-Value-Aktien konzentrierte, gewann mit einer Mehrperformance von 5.4 % während den 10-wöchigen Unruhen und der Annexion der Krim. Negativ war die Performance von Momentum- und kleinkapitalisierten Aktien
Folgende Grafik zeigt Schwellenländer Faktorrenditen während der Annexion der Krim durch Russland:
Quelle: Bloomberg
Insgesamt schnitten in der Periode Energiewerte besonders gut ab. Der Value-Bereich innerhalb der Energiewerte übertraf die Value Aktien im Gesamtuniversum um knapp 4%. Ebenfalls eine Mehrrendite erbrachten Finanz und Industriewerte. Zyklische Konsumgüter (Consumer Discretionary) hingegen realisierten eine Minderperformance.
Folgende Grafik zeigt die Renditen des Schwellenländer «Value»-Faktors für den Gesamtindex und verschiedene Marktsegmente während der Annexion der Krim durch Russland:
Quelle: Bloomberg
Weltweit wird erwartet, dass die Energiepreise in den nächsten Monaten hoch bleiben werden. Günstige Aktien mit geringer Volatilität könnten, falls die Geschichte ein Leitfaden ist, aufgrund ihres defensiven Charakters eine Mehrperformance erreichen.
Trotz des Krieges in der Ukraine haben die Schwellenländer in diesem Jahr eine Mehrperformance gegenüber den Industrienationen erreicht. Im historischen Vergleich sind Schwellenländer Aktien sehr günstig bewertet und haben erst noch ein positives Gewinn-Momentum.