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In den 1950er- und 1960er-Jahren berichteten zwei gewiefte Korrespondenten aus dem Bundeshaus: für die NZZ der freisinnige Zwicky, für die katholische Zeitung “Vaterland” der KK-Vertreter Rosenberg, gleichzeitig Generalsekretär der Katholisch-Konservativen. Beide kannten die Jagd nach dem Primeur noch nicht.
Zwicky wusste alles, wartete aber mit Schreiben immer auf den richtigen Augenblick. So enttäuschte seine hochkarätigen Informanten nie. Sie gaben ihm einen Wissensvorsprung, den er nie missbrauchte. Hätte er das nur 1 x getan – die Türen wären zugegangen.
Auch Rosenberg, der geniale Erfinder der Zauberformel von 1959, hielt sich an die ungeschriebenen Regeln. Wenn er selten genug einen Primeur lancierte, dann stand dahinter stets eine ganz bestimmte Absicht seiner Katholisch-Konservativen Partei, später CVP, jetzt Mitte.
Mit dem Einzug der Jung- und Alt-68er in die eh spezielle Gilde der Bundeshaus-Redaktoren entstand dann der Belagerungsring, dessen Auswüchse die NZZ heute auf Seite 19 so eloquent bedauert, während auf der Frontseite 1 rechts oben, an allerbester Stelle, schon im Titel und Vorspann in grossen Lettern zu lesen ist:
“Bundesräte streiten über Flugzeugkauf. Ueli Maurer hat Bedenken, Ignazio Cassis will europäische Flugzeuge, und die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee lacht sich ins Fäustchen.”