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Ronald Reagan, US-Präsident von 1981 bis 1989, hat gesagt: «Da ich es als Filmschauspieler in rund fünfzig Filmen nie so recht in die erste Reihe schaffte, musste ich schon Präsident der Vereinigten Staaten werden, um endlich eine bedeutende Rolle zu spielen.» Reagan ist nicht der Einzige, der es vom Unterhaltungsgeschäft an die Macht geschafft hat. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, welcher derzeit um sein Land kämpft, war vor seinem Einstieg in die Politik Schauspieler, Comedian, TV-Moderator und Filmproduzent. Vitali Klitschko, seit knapp acht Jahren Bürgermeister von Kiew, war Boxer und wurde 1990 der erste Schwergewichtsweltmeister aus der ehemaligen Sowjetunion.
Arnold Schwarzenegger, 1968 von Österreich in die USA ausgewandert, machte Karriere als Bodybuilder, wurde zu einem der gefragtesten Hollywood-Stars und von 2003 bis 2011 republikanischer Gouverneur Kaliforniens. «Governator», wie Schwarzenegger damals scherzhaft bezeichnet wurde, hatte als Einwanderer den amerikanischen Traum verwirklicht. Ganz so weit wie der «Terminator» brachte es Leinwandstar Clint Eastwood als Politiker nicht. Immerhin: 1986 wurde «Dirty Harry» mit 72 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister seines kalifornischen Heimatorts Carmel gewählt. Wie es sich für einen Westernhelden gehört, ging ihm die Freiheit über alles. Vor seiner Wahl hatte Republikaner Eastwood erklärt: «Schon als Kind habe ich mich über Leute geärgert, die allen vorschreiben wollten, wie sie zu leben hätten.»
Bevor er ins Weisse Haus einzog, machte Donald Trump seine eigene Marke als TV-Star noch bekannter: Mit riesigem Erfolg moderierte er die Reality-Show « The Apprentice». Der italienische Kabarettist, Komiker und Schauspieler Beppe Grillo ist heute Politiker. Er ist Gründer der Partei Movimento 5 Stelle (Fünf-Sterne-Bewegung). Der deutsche Schauspieler, Regisseur und frühere «Tatort»-Kommissar Peter Sodann wollte 2005 für die Linkspartei in den Bundestag, zog dann aber seine Kandidatur zurück. Begründung: «Ich bleibe lieber ein politisch denkender Schauspieler als ein schauspielernder Politiker.» Alfred Rasser (1907–1977), der beste Schweizer Kabarettist aller Zeiten, wurde 1967 für den Aargauer Landesring in den Nationalrat gewählt, wo er für zwei Legislaturperioden blieb. Nicht als Politiker, sondern als HD Läppli bleibt Rasser unvergessen. Heute gibt es im Schweizer Parlament keine Kabarettisten und Schauspieler mehr. Viele Politiker spielen ja auch keine Rolle.