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Das Pharmaunternehmen Roche zieht in Erwägung, auf dem Südareal seines Hauptsitzes in Basel ein drittes Bürohochhaus zu realisieren. Dieses soll sich in Form und Höhe an den bestehenden Türmen Bau 1 und Bau 2 orientieren. Ende 2019 vorgestellte Pläne, wonach auf dem Areal drei kleinere Türme entstehen sollten, hat Roche verworfen.
Für den Bau 3 sei eine maximale Höhe von 221 Metern vorgesehen, wie Jürg Erismann, Standortleiter Basel/Kaiseraugst am Mittwoch vor den Medien sagte. Das wären 16 Meter höher als der Bau 2, das gegenwärtig höchste Gebäude der Schweiz, das noch am Wachsen ist. Die Realisierung des dritten Bürohochhauses bezeichnete er als «Vision für die Zukunft». Ein konkretes Bauprojekt liege nicht vor. Doch sei der Bau bei Bedarf und gutem Geschäftsgang eine Option.
Das neue Bürohochhaus soll auf dem südlichen Arealteil am Rhein zu stehen kommen, wo sich derzeit die aus den 1950er-Jahren stammenden Forschungs- und Bürotrakte befinden. In seiner unmittelbaren Nachbarschaft werden bis Ende 2023 vier neue Forschungsbauten entstehen.
Roche will sämtliche alten Büro- und Laborgebäude auf dem Südareal ab 2024 abbrechen. Stehen bleiben werden lediglich der 178 Meter hohe Bau 1 aus dem Jahr 2015 und der architektonisch wertvolle Sitz der Konzernleitung aus dem Jahr 1937.
Ursprünglicher Plan verworfen
In Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Herzog & de Meuron hat Roche einen visualisierten Bebauungsplan entworfen, der Ende 2019 vorgestellt wurde. Dieser sah aus dem Südareal ursprünglich bis zu vier Neubauten vor, darunter ein kreisrundes niedriges Empfangsgebäude und drei kleinere Büroturme mit einer maximalen Höhe von 130 Metern. Den Plan, drei kleinere Bürotürme zu erstellen, hat Roche mittlerweile verworfen und liebäugelt stattdessen mit einem neuen einzelnen Turm.
Grund ist laut Erismann, dass durch den Bau dreier Bürotürme soeben neu gewonnene Grünflächen verschwinden würden und somit keine Parksituation entstehen würde. «Wir sind zur Überzeugung gekommen, dass weniger mehr ist und möchten deshalb das Volumen im Süden des Areals auf ein grosses Gebäude konzentrieren», sagte Erismann.
Dadurch würde eine grosszügige Grün- und Freifläche entstehen, die im Zusammenhang mit der Rheinpromenade neue Möglichkeiten schaffen würde, sagte Erismann. Dies sei eine Chance für den Kanton, den Abschnitt der Rheinpromenade zwischen Schaffhauserrheinweg bis Eisenbahnweg neu zu gestalten.
Büro bleibe trotz Corona wichtig
Laut Erismann wird der gegenwärtig enstehende Bau 2 im November die Höhe von 205 Metern erreichen. In einem Jahr werde die Silhouette des Roche-Areals mit seinem vollen Charakter sichtbar sein.
Erismann zeigte sich überzeugt davon, dass das Arbeiten im Büro trotz Corona-Pandemie nicht ausgedient habe. «Home Office wird ein integraler Bestandteil der Zukunft sein. Aber nach wie vor bleibt der Arbeitsplatz der Mittelpunkt.» Deshalb wolle Roche auch eine attraktive Umgebung für seine Mitarbeitenden schaffen. So würden in einem sich im Bau befindenden Gebäude von Roche künftig eine Coop- und UBS-Filiale einquartiert.
Gegen den Abbruch der Büro- und Laborgebäuden auf dem Südareal wehrt sich der Denkmalrat. Er beantragte, zwei vom Abbruch bedrohte Bauten auf dem Basler Südareal von Roche unter Schutz zu stellen. Man sei mit dem Denkmalrat im Gespräch, sagte Erismann, ohne weitere Details nennen zu wollen.