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Der Handelshafen an der Tejo-Bucht wurde vor der römischen Herrschaft Alis Ubbo genannt. Lissabon, eine Gründung der Phönizier, erhielt zu Zeiten Julius Caesars unter dem Namen Colonia Felicitas Iulia römisches Stadtrecht. 711 fiel der Ort wie der grösste Teil der Iberischen Halbinsel an die Mauren; im Kontext des Zweiten Kreuzzugs wurde Lissabon 1147 portugiesisch und damit wieder unter christliche Herrschaft gestellt. Nach der Verlegung des Königssitzes von Coimbra wurde die Stadt im Jahre 1256 unter König Afonso III. zur Hauptstadt des Königreichs Portugal. Um 1500 erlebte Lissabon einen brillanten Aufstieg zu einer der glanzvollsten Handels- und Hafenstädte der damaligen Zeit. Ein gewaltiges Erdbeben besiegelte im Jahr 1755 den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, der bereits Jahrzehnte zuvor schleichend eingesetzt hatte, und sorgte in ganz Europa für Aufsehen.
Im 19. Jahrhundert erlebte Lissabon einen Wiederaufstieg. In den letzten Jahren ist die Stadt allerdings massiv geschrumpft (von über 800.000 Einwohnern um 1980 auf etwa 500.000 um 2010); viele Menschen sind in das Umland gezogen. Lissabon hat mit erheblichen strukturellen Problemen zu kämpfen, unter denen vor allem die marode Bausubstanz vieler Gebäude und das hohe Verkehrsaufkommen herausragen.
Lissabon ist Sitz einiger Agenturen der Europäischen Union, darunter der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs. Auch die Gemeinschaft der portugiesischsprachigen Länder (CPLP) hat ihren Hauptsitz in Lissabon.
Als noch immer grösste Stadt Portugals mit dem wichtigsten Hafen, dem Regierungssitz, den obersten Staats- und Regierungsbehörden, mehreren Universitäten und der Akademie der Wissenschaften ist Lissabon heute das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Die Stadt bietet dem Besucher eine Symbiose zwischen Moderne und alt.
Die ganze Stadt wird durch wunderbare Parkanlagen aufgelockert. Sie erinnern mit ihren Pflanzen und Bäumen an die botanischen Entdeckungen des 16. Jahrhunderts: Kakifeigen, Bambusse, Palmbäume, Laurisilvas, Bananenbäume, exotische Pflanzen und Blumen. Im weiteren finden sich viele Springbrunnen die in der früheren Zeit oft die Wasserquelle für die Bewohner waren und erinnern uns an die so wichtige Rolle des Wassers für unsere Erde.
Trotz der Probleme mit der die Stadt zu kämpfen hat empfängt sie den Besucher mit traumhaft schönen Sehenswürdigkeiten, einer bezaubernden Altstadt, kunstvollen Mosaikstrassen und Plätze, unzähligen Bars und Restaurants in denen man sich nicht nur Stärken kann sondern am Abend mit Fado Musik verzaubern lassen kann.
Nicht gereut hat mich ein Obolus für die Strassenkünstler die wirklich mit sensationellen Kostümen und perfekter Schminke und Mimik die Passanten begeistert haben. Teilweise musste man wirklich zweimal hinschauen ob sie nun lebende Menschen sind oder Statuen.
Die Stadt lässt sich am Besten mit den alten Trams, die eine spezielle Sehenswürdigkeit in Lissabon sind erkunden. Wer auch die Aussenquartiere besuchen will kann das mit neuen Trams, Autobussen oder mit der Metro, die allein schon wegen der kunstvoll gestalteten Bahnhöfen sehenswert ist, tun. Am Besten löst man sich eine Chipkarte die immer wieder aufgeladen werden kann. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel ist hervorragend und bringt dich zu allen gewünschten Punkten der Stadt.
Auch der bekannteste Lift gehört zu öffentlichen Netz und kann mit der gleichen Chipkarte benutzt werden. Von der Plattform aus hat man einen beeindruckenden Ausblick über die Stadt.
Die Ponte 25 de Abril (deutsch: Brücke des 25. April) ist ein 3,2 Kilometer langer Brückenzug mit einer 2278 Meter langen Hängebrücke über den Tejo. Sie ist weltweit, nach der Tsing-Ma-Brücke, die zweitlängste Hängebrücke mit kombiniertem Strassen- (oben) und Eisenbahnverkehr(unten). Sie verbindet in Nord-Süd-Richtung den Lissabonner Stadtteil Alcântara mit der Stadt Almada. Über die Brücke führt in sechs Spuren die Autobahn A2/IP7. Unter den Einheimischen wird sie schlicht Ponte genannt.
Die zweite grosse Brücke Lissabons ist die Ponte Vasco da Gama. Sie ist ein Brückenzug mit einer Schrägseilbrücke als Hauptöffnung, der den Fluss Tejo überspannt und Lissabon per Autobahn von Moscavide/Sacavém mit den südöstlich und südlich gelegenen Städten Montijo, Alcochete und Setúbal verbindet. Benannt wurde sie nach dem portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama und soll an die 500-jährige Entdeckung des Seeweges nach Indien 1498 erinnern.
Die Brücke wurde zwischen 1995 und 1998 zur Weltausstellung Expo 98 erbaut und ist mit 17,185 km eine der längsten Brücken der Welt und die längste in Europa. Die maximale Spannweite beträgt 420 Meter, die Pylone sind 155 Meter hoch. Über die Brücke führt die Autobahn A12 mit sechs Fahrstreifen.
Es gibt über 30 Museen in der Stadt. Hinter dem Bahnhof Santa Apolonia, liegt ein sehr interessantes, das Museum des Wassers. Es erzählt die Geschichte der Wasserversorgung Lissabons, von der Römerzeit bis heute. Man sieht u.a. eine Dampfpumpstation aus dem Ende des 19. Jahrhunderts mit einer gigantischen Maschinerie . Die Mae d'Agua und der Aquedukt das Aguas Livres gehören auch zu diesem Museum ( obwohl sie sich in einem anderen Stadtviertel befinden.) Das gigantische Wasserbecken Mae d'Agua dient heute gelegentlich als Ausstellungssaal. Der Aquedukt wurde zwischen 1732 und 1748 zur Wasserversorgung der Stadtbrunnen erbaut. Das Wasser kommt aus einer Entfernung von 56 Km. Die Brückenbogen des Aquedukts über dem Tal von Alcantara haben eine Höhe bis zu 65 m.
Carris-Museum
Dieses Museum zeigt Besuchern Erinnerungsstücke dieser Gesellschaft, die für mehr als ein Jahrhundert Teil der Entwicklung des öffentlichen Transportwesens Lissabons war.
Das Museu Nacional dos Coches (Kutschenmuseum) besitzt eine der schönsten Sammlungen historischer Wagen der Welt und ist eines der meistbesuchten Museen der Stadt. Das Museum befindet sich in der alten Reithalle des Palácio Nacional de Belém, dem früheren Königspalast, in dem sich heute die Residenz des portugiesischen Präsidenten befindet.
Das Museum wurde von der letzten portugiesischen Königin Amélie 1905 gegründet. Es beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Kutschen der portugiesischen Königsfamilie und des portugiesischen Adels. Die Sammlung gibt einen umfangreichen Überblick über die Entwicklung der Kutschen vom späten 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert, mit Ausstellungsstücken aus Italien, Portugal, Frankreich, Spanien, Österreich und England.
Ganz besonders reizvoll präsentiert sich die Stadt am Abend wenn sich die Strassen leeren und die Leute sich zum Essen zurückziehen. Und wenn dann die Häuser im goldenen Licht der Laternen erstrahlen, aus den Küchen der unzähligen Lokale der Duft herrlicher Speisen und der Klang von Fado Musik die Strassen erfüllen. dann erlebt man Lissabon von seiner schönsten Seite.
Fado (portugiesisch Schicksal; v. lat. fatum = Schicksal, göttlicher Wille) ist ein portugiesischer Musikstil und Vortragsgenre, der vor allem in den Städten Lissabon und Coimbra beheimatet ist. Werke dieses Stils handeln meist von unglücklicher Liebe, sozialen Missständen, vergangenen Zeiten oder der Sehnsucht nach besseren Zeiten, und vor allem von der saudade. Der Fado beinhaltet unter anderem arabische Elemente, viele verschiedene Tonhöhen und viele Molltöne, und drückt jenes Gefühlsleben aus, das die Portugiesen miteinander verbinden soll.
Auch in Lissabon habe in den sechs Wochen meines Aufenthaltes tolle Menschen kennen gelernt. Ich möchte hier nur auf eine Begegnung eingehen. Die Stadt hat nicht nur einen alten Stadtkern, man findet, wenn man die Augen offen hält, auch noch Geschäfte aus alter Zeit. So auch einen Friseursalon aus den 50er Jahren der mich von der Einrichtung her so sehr an meine Kindheit erinnert hat, sodass ich mir gleich die Haare schneiden liess. Der Inhaber führt das Geschäft seit über 50 Jahren und seit 28 Jahren zusammen mit seiner Tochter. Am Spiegel hatte er Fotos die natürlich meine Neugierde geweckt haben. Er erklärte mir, dass er in seiner Militärzeit 10 Jahre in Afrika gedient habe und dabei, in einem improvisierten Salon, seinen Kameraden auch die Haare geschnitten hätte. Da keine Kunden mehr da waren lud er mich in die nahe Bar zum Wein ein und erzählte mir dabei aus seiner Militärzeit, den Entbehrungen aber auch von der schönen Seite dieser Zeit. Ich finde es jedes Mal spannend wie man sich mit Händen, Füssen, Gesten, dem Langenscheidt Wörterbuch und vor allem gutem Willen verständigen kann auch wenn man die Sprache des Gegenüber nicht spricht. Es braucht nur etwas Mut dazu. Auf jeden Fall waren das zwei spannende und unterhaltsame Stunden und eine unvergessliche Begegnung.
Stationiert war ich auf dem riesigen Campingpark Lisboa (1500 Srellplätze), der sich in einem lichten Wald in der grossen Parkanlage Monsanto befindet. Sehr grosszügige betonierte Stellflächen und jeder Platz verfügt über einen Picknicktisch, Wasseranschluss mit Becken, Strom, Abwasseranschluss und einen Abfallbehälter der täglich geleert wird.
Kann den Platz nur empfehlen, vor allem weil es eine direkte Busverbindung gibt direkt bis in das Zentrum der Altstatt (ca. 20 Minute). Würde aber keinen Frischrahm mitnehmen, da die Strassen und die Fahrweise der Bussfahrer sehr sehr holprig sind. Ganz in der Nähe hat es auch ein grosses Einkaufszentrum mit einem übergrossen Jumbo Markt. Den kann man auch zu Fuss erreichen und wer viel einkauft kann direkt beim Zentrum ein Taxi nehmen, Kostenpunkt etwa 6.00 €.