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Kaltstart in den Dezember
Zu Monatsbeginn strömte in den unteren Schichten der Atmosphäre kalte Polarluft aus nordwestlicher und nördlicher Richtung gegen die Alpen. Die Tagesmitteltemperatur sank am 2. Dezember im Jura und in Berglagen und am 3. Dezember verbreitet in der ganzen Schweiz 6-9 °C und lokal mehr als 10 °C unter die Norm 1991-2020.
Mit Ausnahme der Genferseeregion und des Tessins, wo Nordwind für mildere Bedingungen sorgte, wurde am 3. Dezember im ganzen Land ein Eistag registriert (Tagesmaximumtemperaturen unter 0 °C). Im Mittelland wurden zudem vielerorts Tagesminima um -7 °C gemessen. Lokal wurden auch Werte deutlich unter -10 °C erreicht. In Zürich/Kloten sank das Thermometer auf -14,1 °C. Dieser Wert liegt unter den 10 kältesten an diesem Messstandort in einem Dezember (Messbeginn 1978). Die am 3. Dezember 2023 nördlich der Alpen und inneralpin gemessenen Temperaturen kommen im heutigen Klima in einem Dezember je nach Messstandort etwa alle 2-5 Jahre und in extremeren Fällen etwa alle 5-10 Jahre vor.
Auch am 4. Dezember war es schweizweit kälter als in der Norm 1991-2020. Zwischen dem 5. Dezember und 7. Dezember herrschten wechselhafte Bedingungen mit Temperaturen im Normbereich auf der Alpennordseite und unterdurchschnittlichen Temperaturen auf der Alpensüdseite und in den Kantonen Wallis und Graubünden.
Intensive Schneefälle
Nachdem es bereits Ende November in den Niederungen eine erste Schneedecke gab, folgte in den ersten Dezembertagen beachtlicher Nachschub. Am 2. Dezember überzog sich das nördliche Flachland erneut mit einer Schneedecke. In den tiefen Lagen der Alpennordseite entspricht eine erste Schneedecke um den Monatswechsel November/Dezember dem Durchschnitt der Periode 1991−2020.
Die Neuschneemengen zwischen dem 1. und 2. Dezember waren jedoch entlang dem zentralen und östlichen Alpennordhang und teilweise auch im Mittelland aussergewöhnlich. In Arosa gab es innerhalb eines Tages 65 cm Neuschnee. Das ist die zweithöchste Tagessumme für einen Dezember an diesem Standort (Messbeginn 1890). Der Rekord von 70 cm stammt aus dem Dezember 1954. In Elm kamen innert 24 Stunden 48 cm Neuschnee zusammen. Dort ist es der fünfthöchste Wert seit 1878. Ebenso beachtenswert waren die Tagessummen in Bivio (52 cm) oder auf dem Weissfluhjoch (54 cm), Segl-Maria (50 cm), Adelboden (39 cm), St. Gallen (30 cm) und Zürich-Fluntern (26 cm). An all diesen Messstandorten wurde eine der fünf höchsten Neuschnee-Tagessummen seit Messbeginn in einem Dezember registriert.
Starkniederschläge verursachen grosse Schneeschmelze
Die Freude am Schnee war in tieferen und auch mittelhohen Lagen aber nur von kurzer Dauer. Vom 8. bis 15. Dezember sorgte eine West- bis Nordwestströmung kontinuierlich für die Zufuhr von feuchtmilder Luft in Richtung Alpen. Zwischen dem 9. und 13. Dezember fielen in weiten Teilen der West- und Zentralschweiz erhebliche Niederschlagsmengen. Lokal gab es in den vier Tagen soviel Niederschlag, wie sonst in einem ganzen Dezember zu erwarten wäre. In Visp wurden 148% des Monatsniederschlags registriert, in Adelboden 115%, in Brienz 110% und in Fribourg 103%.
In Adelboden wurden 120,7 mm Niederschlag gemessen. Dies entspricht einem Ereignis, das nur alle 10 bis 25 Jahre zu erwarten ist. Aber auch in Baulmes, L’Auberson, La Dôle, Morgins, Gsteig/Gstaad und Sierre fielen Mengen, die statistisch nur alle 5-10 Jahre vorkommen. Zahlreiche weitere Stationen im westlichen Jura und am Alpennordhang sowie im Wallis registrierten Mengen, die einem 3-8 jährlichen Ereignis entsprechen.