Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03167.jsonl.gz/2380

AIDS ist nicht das Gleiche wie HIV. Die Abkürzung HIV steht für den Erreger der HIV-Erkrankung: das Humane Immundefizienz-Virus. Eine HIV-Infektion kann nach mehrjährigem Verlauf in die Krankheit AIDS übergehen.
Die Abkürzung AIDS leitet sich aus dem Englischen ab, es steht für Acquired Immuno Deficiency Syndrome, was so viel wie «erworbenes Immunschwäche-Syndrom» bedeutet.
Das HI-Virus wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, aber auch infizierte Blutprodukte sowie unter Drogenabhängigen getauschte, verunreinigte Spritzen kommen als Auslöser infrage.
Ist eine Person mit dem HI-Virus infiziert, bezeichnet man das als HIV-positiv – sie kann später an AIDS erkranken. Tage bis Monate nach der Ansteckung mit dem HI-Virus können Anzeichen der akuten HIV-Erkrankung auftreten: Die Symptome ähneln einem grippalen Infekt und klingen nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab. Danach ist der Betroffene über Jahre oder sogar Jahrzehnte beschwerdefrei.
Monate bis Jahre nach der Infektion kann AIDS ausbrechen. Ist die AIDS-Erkrankung stark ausgeprägt, verlieren Betroffene meist deutlich an Gewicht. Infektionskrankheiten treten bei ihnen häufiger auf als bei Gesunden und es können sich bestimmte Krebsarten entwickeln, die für AIDS typisch und kennzeichnend sind (sog. AIDS-Indikatorkrankheiten).
Das HI-Virus kann auf unterschiedlichen Wegen übertragen werden:
Von einer «AIDS-Übertragung» zu sprechen, ist genau genommen falsch. Denn es wird das HI-Virus übertragen (HIV-Infektion) – die Krankheit AIDS muss dadurch jedoch nicht unbedingt ausbrechen.
Wie gut wissen Sie über Aids Bescheid? Testen Sie Ihre Kenntnisse.
zum Test
Ob sich eine Person mit HIV angesteckt hat, kann man mithilfe eines sogenannten HIV-Tests feststellen. Der HIV-Test ist ein Antikörper-Test: Sind Antikörper gegen das HI-Virus im Blut vorhanden, geht man davon aus, dass auch HI-Viren im Körper sind – der HIV-Test gilt dann als positiv. Hieraus leitet sich die Formulierung ab, jemand sei «HIV-positiv».
Ab dem Zeitpunkt der möglichen Ansteckung sollten mindestens drei Monate vergehen, bis der HIV-Test durchgeführt wird. Dies gewährleistet ein sicheres Test-Ergebnis. Der Grund: Der Körper benötigt etwa drei Monate, um nachweisbare Antikörper zu bilden.
AIDS ist eine Erkrankung, die chronisch verläuft. Die Fortschritte der Forschung haben dazu geführt, dass sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessert: Neue Medikamente, die verhindern, dass sich das Virus im Körper vermehrt, zögern das Auftreten von AIDS hinaus. Die Krankheit ist dadurch behandelbar, wenn auch nicht heilbar geworden.
Das HI-Virus (HIV) ist der Erreger von AIDS. Eine Infektion mit dem HI-Virus – die HIV-Infektion – kann nach mehreren Jahren in die Immunschwäche AIDS übergehen.
Eine Person ist dann HIV-positiv, wenn sie das HI-Virus in sich trägt. «Positiv» bedeutet, dass sich Antikörper im Blut nachweisen lassen, die der Körper als Antwort auf die HI-Viren gebildet hat. «Positiv» besagt in diesem Zusammenhang also nicht, dass es sich um etwas «Gutes» handelt.
Mehrere Tage bis drei Monate nach der Ansteckung mit HIV kann die akute HIV-Erkrankung auftreten: Das Erkrankungsbild ähnelt einem grippalen Infekt, also einer Erkältung. Die Symptome der akuten HIV-Erkrankung klingen nach einigen Tagen bis Wochen wieder ab und der Betroffene ist anschliessend über Jahre oder sogar Jahrzehnte beschwerdefrei.
Die rote Schleife symbolisiert Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken.
Die HIV-Infektion ist daher – zumindest in Ländern mit guter gesundheitlicher Versorgung – weniger eine akute Lebensbedrohung, sondern eher eine chronische Erkrankung, die bei entsprechender Therapie auch über Jahre hinweg nur wenige Einschränkungen mit sich bringt. Sie kann jedoch zu AIDS führen – und AIDS bleibt weiterhin eine lebensbedrohliche Krankheit. Deshalb sind Vorsichtsmassnahmen, die eine HIV-Infektion und damit AIDS verhindern, nach wie vor sehr wichtig – so etwa der Gebrauch von Kondomen.
Weltweit gibt es mehr als 35 Millionen HIV-Infizierte – viele von ihnen tragen das Virus in sich, ohne es zu wissen.
Im Jahr 2011 verstarben circa 1,5 Millionen Menschen an AIDS. 74 Prozent dieser Todesfälle ereigneten sich auf dem afrikanischen Kontinent südlich des Saharagürtels. Im Vergleich zu 2005 sind die Todesfallraten jedoch wie in vielen anderen Regionen auch dort gesunken. Ansteigende Zahlen gibt es aber dennoch: In Osteuropa, Zentralasien, dem Mittleren Osten und Nordafrika hat sich die Zahl der AIDS-Opfer zum Beispiel im selben Zeitraum erhöht.
In den reicheren Industrienationen infizieren sich häufig Personen mit dem HI-Virus, die zu einer Risikogruppe zählen: In der Schweiz sind im Jahr 2013 575 neue HIV-Diagnosen gemeldet worden. Davon beruhten 51 Prozent aller Ansteckungen auf hetereosexuelle Kontakte und 45 Prozent aller Ansteckungen auf Männer, die Sex mit Männern haben.
Die Krankheit AIDS entwickelt sich nach einer HIV-Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Das HI-Virus besitzt als Erbsubstanz RNA (Ribonukleinsäure) – im Gegensatz zu vielen anderen Viren oder auch menschlichen Zellen, die ihre genetische Information in Form von DNA (Desoxyribonukleinsäure) speichern. Wissenschaftler bezeichnen HIV daher als RNA-Virus und zählen es zur Gruppe der Retroviren.
Mediziner unterscheiden zwei Arten von HIV:
Die beiden Virus-Typen unterscheiden sich in ihrer Erbsubstanz, der RNA. So ist die RNA von HIV-2 dem sogenannten Affen-AIDS-Virus von bestimmten Meerkatzen (sog. Russmangaben) ähnlich, HIV-1 dagegen ähnelt eher dem Virus, das Schimpansen befällt. Wahrscheinlich haben sich schon Jahrzehnte vor der rasanten Ausbreitung von AIDS in den 1980er Jahren Menschen mit diesen Affenviren infiziert.
Zwei Arten von HIV sind bekannt: HIV-1, das weltweit vorkommt, und HIV-2, das hauptsächlich in West-Afrika zu finden ist.
Die beiden Virus-Typen unterscheiden sich in ihrer Erbsubstanz, der RNA. So ist die RNA von HIV-2 dem sogenannten Affen-AIDS-Virus von Grünen Meerkatzen ähnlich, HIV-1 dagegen ähnelt eher dem Virus, das Schimpansen befällt. Wahrscheinlich haben sich schon Jahrzehnte vor der rasanten Ausbreitung von AIDS in den 1980er Jahren Menschen mit diesen Affenviren infiziert.
Die Erbsubstanz von HIV ist von einer Eiweisshülle umgeben. Die Beschaffenheit dieser Hülle ermöglicht dem Virus, sich an menschliche Immunzellen wie die T-Helferzellen (auch T-Zellen genannt) anzuheften. Die befallenen T-Zellen werden letztlich durch das Virus zerstört, so dass es langfristig zu einer Schwächung des Immunsystems kommt. Dies begünstigt, dass andere Krankheiten entstehen.
Die Erbsubstanz des HI-Virus ist von einer Eiweisshülle umgeben. Die Beschaffenheit dieser Hülle ermöglicht dem Virus, sich an menschliche Immunzellen wie die T-Helferzellen, auch T-Zellen genannt, anzuheften. Die befallenen T-Zellen werden letztlich durch das Virus zerstört, so dass das Immunsystem langfristig geschwächt wird. Dies begünstigt, dass andere Krankheiten entstehen.
Das HI-Virus wird vor allem durch Blut und Sperma übertragen. Besonders gefährdet für eine HIV-Übertragung sind daher Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder Drogenabhängige, die benutzte Spritzen tauschen (sog. Needle-Sharing).
Mehr als 90 Prozent der HIV-Infektionen werden sexuell übertragen.
Beim Geschlechtsverkehr kann eine HIV-Übertragung erfolgen bei
Weniger als 1 Prozent der HIV-Übertragungen ereignen sich bei Geburten, bei denen eine HIV-positive Mutter ihr Kind infiziert. Das Risiko, dass eine HIV-positive Frau das Virus überträgt, ist ohne vorbeugende Massnahmen hoch – es beträgt etwa 20 Prozent.
Auch die Transplantation von Organen eines HIV-infizierten Spenders birgt theoretisch die Gefahr einer Ansteckung. In der Schweiz ist jedoch das Risiko, sich über eine Bluttransfusion mit HIV anzustecken, dank strenger Kontrollmassnahmen mittlerweile nahezu ausgeschlossen.
Doch wie wahrscheinlich ist es, sich mit HIV anzustecken? Ob eine HIV-Übertragung stattfindet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Den grössten Einfluss hat die Anzahl der übertragenen Erreger: Je mehr Erreger in den Körper gelangen, desto wahrscheinlicher ist es, sich mit HIV anzustecken. Ausserdem spielen bestimmte Eigenschaften des Erregers (die sog. Virulenz, also die Fähigkeit, eine Erkrankung auszulösen) und der Gesundheitszustand der Person, auf welche die Viren übertragen werden, eine Rolle.
Es ist sehr schwer, exakt anzugeben, wie gross das individuelle Risiko ist, sich mit HIV zu infizieren. Es gibt Beispiele, bei denen ein einziger Risikokontakt zu einer Infektion führt, ebenso kann es sein, dass wiederholter Kontakt zu einer HIV-infizierten Person (z.B. jahrelanger ungeschützter Sexualkontakt) folgenlos bleibt.
Auch die Art des übertragenen Materials bestimmt, wie wahrscheinlich eine HIV-Übertragung ist. HIV-positive Menschen haben in der Regel die höchsten Viruskonzentrationen in
In anderen Körperflüssigkeiten findet sich das HI-Virus in deutlich geringeren Konzentrationen – Übertragungen durch diese sind zwar theoretisch denkbar, so etwa beim Küssen, allerdings wurde bisher weltweit kein solcher Fall beobachtet.
HIV wird nicht durch Tröpfcheninfektion, also Anhusten oder Anniesen, übertragen. Auch durch Hautkontakt wie Streicheln oder Händeschütteln ist keine Übertragung möglich.
Es ist nicht korrekt, von einer «AIDS-Übertragung» zu sprechen, da die Immunschwäche AIDS als Folge einer HIV-Infektion auftreten kann, aber nicht muss. Übertragen wird der Erreger (HIV), nicht die Krankheit (AIDS).
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit HIV bis zum Ausbruch von AIDS, ist bei einer HIV-Infektion sehr unterschiedlich und kann zwischen einigen Monaten und mehr als 15 Jahren betragen. Mehrere Faktoren wie Medikamente, Lebensstil, psychische Verfassung und Begleiterkrankungen beeinflussen die Dauer dieser Phase.
Bei einer HIV-Infektion treten andere Symptome auf als bei AIDS – wichtig ist es, AIDS und eine HIV-Infektion nicht gleichzusetzen. Vielmehr kann eine HIV-Infektion nach mehrjährigem Verlauf in die Krankheit AIDS übergehen.
Die Anzeichen für HIV und AIDS hängen davon ab, in welcher Erkrankungsphase sich der Betroffene befindet. Wichtig ist dabei, zwischen AIDS und einer HIV-Infektion zu unterscheiden: Bei einer HIV-Infektion trägt der Betroffene das Virus zwar in sich, ist aber bis auf einen grippeähnlichen Zustand kurz nach der Ansteckung in der Regel beschwerdefrei. Kommt es dagegen zum Ausbruch von AIDS, leidet der Patient an Krankheiten, die ihn aufgrund seiner geschwächten Immunabwehr befallen. Diese Erkrankungen markieren den Wechsel von einer symptomfreien HIV-Infektion zu AIDS und zählen daher zu den «AIDS-definierenden Krankheiten».
Mediziner unterscheiden zwischen mehreren Stadien der HIV-Infektion beziehungsweise AIDS-Erkrankung. Je nachdem, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, teilen sie diese in die Kategorien A, B oder C ein.
Die Einteilung von HIV beziehungsweise AIDS in die Kategorien A, B oder C gibt keine Auskunft darüber, ob der Betroffene noch genügend Immunzellen (T-Helferzellen) hat oder nicht. Eine zusätzliche Ziffer kennzeichnet aber, wie hoch die Anzahl der T-Helferzellen im Blut des Patienten ist:
Etwa ein bis sechs Wochen nach der Infektion zeigen einige Betroffene Anzeichen einer sogenannten akuten HIV-Erkrankung, deren Symptome einer Erkältung (grippaler Infekt) ähneln. Dabei können unterschiedliche Symptome auftreten, so zum Beispiel
Die Symptome sind mitunter nur schwach ausgeprägt und klingen nach einiger Zeit wieder ab, sodass die Betroffenen den Arzt nicht aufsuchen. Andere Erkrankte zeigen gar keine Symptome.
Nach der Phase der akuten Infektion können Monate oder auch Jahre vergehen, bis sich die Erkrankung erneut bemerkbar macht. Diese symptomfreie Phase bezeichnen Ärzte auch als Latenzphase.
Bei etwa 4 von 10 HIV-Infizierten kann sich in dieser Zeit das sogenannte Lymphadenopathie-Syndrom (LAS) bilden, bei dem die Lymphknoten in verschiedenen Körperregionen über mindestens drei Monate hinweg anschwellen, ohne dass weitere Symptome auftreten.
Dabei können ganz unterschiedliche Beschwerden auftreten, so zum Beispiel:
Dazwischen können Abschnitte liegen, in denen der Patient keine oder nur wenige Beschwerden hat.
Mit Fortschreiten der Infektion entsteht der schwere Immundefekt AIDS (früher auch «Vollbild AIDS» genannt). Das Immunsystem kann sich immer weniger gegen Krankheitserreger wehren. Es kann das sogenannte Wasting-Syndrom auftreten, mit Symptomen wie
Das HI-Virus kann auch direkt das Nervengewebe angreifen und Funktionsstörungen des Gehirns bis hin zur Demenz verursachen (sog. HIV-assoziierte Enzephalopathie, HIVE).
AIDS geht ausserdem mit weiteren Symptomen und Beschwerden einher, die durch sogenannte opportunistische Infektionen ausgelöst werden: Die immungeschwächten Patienten leiden an verschiedenen, oft schwerwiegenden Infektionen mit
Diese Infektionen können verschiedene Erkrankungen nach sich ziehen, so etwa:
Zudem können Pilze die Speiseröhre, die Luftröhre, die Bronchien oder die Lunge befallen. Auch treten häufiger Herpes-Infektionen in Lunge, Speiseröhre oder Magen auf.
Besonders typisch für AIDS, dass Erkrankungen und Infektionen entstehen, die in der Bevölkerung normalerweise nur selten vorkommen. Hierzu zählen zum Beispiel:
Bei Verdacht auf eine HIV-Erkrankung oder AIDS ist eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig. Da der Erfolg einer HIV- beziehungsweise AIDS-Therapie auch vom Zeitpunkt ihres Beginns abhängt, sollte man ein HIV-Test machen, wenn ein konkreter Verdacht besteht. Diesen Test auf Antikörper gegen HIV bieten die regionalen Gesundheitsämter kostenfrei und anonym an.
Umgangssprachlich ist fälschlicherweise oft vom «AIDS-Test» die Rede, wenn eigentlich der HIV-Test gemeint ist. Tatsächlich weist der HIV-Test lediglich nach, ob sich eine Person mit dem HI-Virus angesteckt hat, und nicht, ob sie auch an der Immunschwäche AIDS leidet. Ein negatives Testergebnis schliesst eine HIV-Infektion mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit aus. Ein positiver Test kann in seltenen Fällen auch bei Personen vorliegen, die gar nicht mit HIV infiziert sind. Deshalb wird bei positivem HIV-Test immer ein zweiter, noch genauerer Test gemacht.
Personen, die mit HIV infiziert sind, sollten sich direkt in eine fachgerechte ärztliche Betreuung begeben.
Verschiedene Bluttests können Antikörper gegen das Virus oder auch Bestandteile des Virus selbst nachweisen. Ausserdem kann der behandelnde Arzt über eine Blutuntersuchung die Anzahl der Viren im Blut bestimmen. Dieser Wert heisst auch Viruslast. Die Viruslast ist neben der Zahl der T-Helferzellen ein wichtiger Wert, der dem Arzt erlaubt, den Verlauf einer HIV-Infektion oder von AIDS zu beurteilen.
Ein HIV-Test weist nach, ob sich eine Person mit dem HI-Virus infiziert hat.
Bei einer HIV-Infektion zielt die Therapie vorrangig darauf ab, den Übergang in eine AIDS-Erkrankung so lange wie möglich hinauszuzögern. Die Behandlung richtet sich dann in erster Linie gegen das HI-Virus selbst.
Ist AIDS bereits ausgebrochen und sind die typischen Begleiterkrankungen wie Lungenentzündung oder Darminfektionen aufgetreten, muss die Therapie auch die Behandlung dieser Erkrankungen einschliessen.
Eine gesunde Lebensführung trägt dazu bei, dass das Immunsystem nicht zusätzlich geschwächt wird. Viele HIV-Infizierte profitieren ausserdem von einer psychosozialen Betreuung und dem Austausch mit anderen Betroffenen.
Gewisse Einzelschritte der Virusvermehrung bei der HIV-Infektion sind bereits gut erforscht. So konnten Forscher verschiedene Medikamente entwickeln, die ganz bestimmte Abläufe des Zellbefalls hemmen.
In der Therapie gegen HIV werden verschiedene Medikamente miteinander kombiniert. Die Behandlung bezeichnen Ärzte auch als antiretrovirale Therapie beziehungsweise hochaktive antiretrovirale Therapie. (HAART). Der Betroffene muss die Medikamente ein Leben lang regelmässig einnehmen. Dabei kommen verschiedene Medikamentengruppen zum Einsatz:
AIDS ist zwar nach wie vor unheilbar, die Erkrankung lässt sich aber mit einer Kombinationstherapie behandeln. Diese Kombination besteht mindestens aus drei verschiedenen Medikamenten; in der Regel beginnt die Erstbehandlung (sog. First-Line-Therapie) aus einer Kombination zweier Nukleosid- / Nukleotid-Reverse-Transkriptase-Hemmer mit einem nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer. Lässt die Wirkung dieser Behandlung im Verlauf der Erkrankung nach, kann der behandelnde Arzt die medikamentöse Therapie umstellen (sog. Second-Line-Therapie). Er wird dabei in der Regel dabei zwei Reverse-Transkriptase-Hemmer mit einem Protease-Hemmer kombinieren.
Das HI-Virus mutiert – das heisst die Erbinformation des Virus und die Oberflächenbeschaffenheit seiner Hülle ändern sich im Lauf der Zeit. Da sich die Medikamente, die bei einer HIV-Infektion oder AIDS eingesetzt werden, gegen ganz spezielle Viruseigenschaften und Abläufe in der Virusvermehrung richten, können schon kleine Veränderungen des HI-Virus dazu führen, dass Medikamente nicht mehr oder nicht mehr ausreichend wirken – das Virus ist dann resistent gegen ein oder sogar mehrere Medikamente.
In solchen Fällen ist es für die behandelnden Ärzte eine besondere Herausforderung, eine wirksame HIV-Therapie anzubieten. Die medikamentöse Behandlung kann dann nur aus vielen verschiedenen Substanzen bestehen, damit ein Mindestmass an Wirkung möglich ist.
Ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt fördert die Mitarbeit des Patienten: Wenn der Patient beispielsweise Nebenwirkungen befürchtet, so sollte er dies mit dem Arzt offen besprechen können und nicht selbstständig die Tablettenzahl reduzieren oder das Präparat ganz absetzen. Der Arzt kann durch Aufklärung die Ängste nehmen oder in Absprache mit dem Betroffenen auf ein anderes Medikament ausweichen.
Bei einer HIV-Infektion kann der Verlauf sehr unterschiedlich sein. Das Gleiche gilt für den AIDS-Verlauf. Tage bis Monate nach der Ansteckung mit dem HI-Virus kommt es bei einem Teil der Infizierten zur akuten HIV-Erkrankung. Die Symptome ähneln teilweise denen eines grippalen Infekts, also einer normalen Erkältung. Es folgt ein krankheitsfreier Abschnitt von mehreren Jahren bis Jahrzehnten.
Bricht AIDS aus, treten Symptome wie Gewichtsabnahme, schwere Infektionskrankheiten und bestimmte Krebsarten auf.
Die Prognose einer HIV-Infektion beziehungsweise von AIDS hat sich in den letzten Jahren durch die Entwicklung immer neuer Medikamente erheblich verbessert. Bei ansonsten gesunden Patienten kann eine rechtzeitige Behandlung eine normale Lebenserwartung erzielen.
Ungünstige Prognosefaktoren sind unter anderem eine erhöhte Viruslast (Anzahl von HI-Viren im Blut) sowie eine niedrige Anzahl von T-Helferzellen im Blut. Auch wenn AIDS bis heute nicht heilbar ist, versterben im Vergleich zu früher deutlich weniger Infizierte an den Folgen einer HIV-Infektion. Dies gilt besonders für Betroffene in Industrieländern, da dort moderne Medikamente verfügbar sind. In vielen armen Ländern ist die Versorgung von HIV-Infizierten und AIDS-Kranken deutlich schlechter.
Um einer HIV-Infektion und der Immunschwäche AIDS vorbeugen zu können, muss eine gute Aufklärung gewährleistet sein. Daher kommt der AIDS-Beratung und AIDS-Aufklärung eine wichtige Rolle zu. Obwohl AIDS bereits seit über 30 Jahren bekannt ist, wissen viele Menschen weiterhin nicht genug über die Erkrankung – etwa, auf welchem Weg man sich infizieren kann.
HIV wird im Wesentlichen über Blut, Sperma und Scheidensekret übertragen. Eine sogenannte Tröpfcheninfektion wie bei Erkältungskrankheiten findet nicht statt. Daher ist das Ansteckungsrisiko im alltäglichen Umgang mit AIDS-Erkrankten oder HIV-Infizierten sehr gering:
Ein Ansteckungsrisiko bergen hingegen sexuelle Kontakte – egal ob hetero- oder homosexueller Art. Ein wichtiges Stichwort zum effektiven Schutz vor HIV und AIDS ist Safer Sex.
Kondome schützen vor einer HIV-Infektion durch Geschlechtsverkehr!
Die Grundregeln für Safer Sex sind ganz einfach: Blut, Sperma oder dürfen nicht auf verletzte, offene Hautstellen oder auf die Schleimhäute des Sexualpartners gelangen. Beim Anal- oder Vaginalverkehr sollte man deshalb Kondome verwenden. Ohne Kondom besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da beim Geschlechtsverkehr auch immer kleine Verletzungen entstehen können.
Beim Oralverkehr ist wichtig, dass weder Sperma noch Vaginalsekret auf die Mundschleimhaut, Zunge oder Lippen gelangen. Wenn Sie diese Vorsichtsmassnahmen beachten, ist der Geschlechtsverkehr unbedenklich. Küssen ist ungefährlich.
Immer mehr Menschen verwenden regelmässig Kondome. In den Jahren 2007 bis 2011 stieg beispielsweise der Anteil der 16- bis 20-jährigen sexuell Aktiven, die immer oder häufig Kondome verwenden, von 66 Prozent auf 72 Prozent.
Auch in neuen Beziehungen spielt Safer Sex eine grosse Rolle: 2012 nutzten 85 Prozent der Männer und 86 Prozent der Frauen zu Beginn einer neuen Beziehung Kondome.
Kleine Kinder toben gern herum und raufen auch mal miteinander. Dabei kommt es vor, dass sie sich kratzen, schlagen oder beissen. Trotzdem ist ein HIV-infiziertes Kind für andere Kinder keine Gefahr. Weltweit hat es durch raufende Kinder keinen dokumentierten Fall einer HIV-Übertragung gegeben. Eltern sind zwar nicht verpflichtet, die Erzieher im Kindergarten über die HIV-Infektion des Kindes zu informieren, zum Schutz des HIV-infizierten Kindes kann es aber sinnvoll sein. So kann man etwa bei einem Masernfall im Kindergarten das Kind eher zu Hause lassen.
Eine HIV-positive Mutter kann das Virus während der Schwangerschaft, während der Geburt oder in der Stillzeit auf ihr Kind übertragen. Es ist aber mithilfe verschiedener Massnahmen möglich, dass sie ein gesundes Kind zur Welt bringt und grosszieht. Hierzu zählen:
Für Paare mit Kinderwunsch, bei denen ein Partner mit HIV infiziert beziehungsweise an AIDS erkrankt ist, gibt es heutzutage keinen Grund mehr auf Kinder zu verzichten, da die künstliche Befruchtung eines Kindes möglich ist, ohne dass HIV übertragen wird.
Während die Therapie von HIV und AIDS in den letzten Jahren wesentlich verbessert wurde, fehlt es nach wie vor an einem wirksamen Impfstoff. Aktuelle positive Ergebnisse von Impfstudien in Asien gelten aber als erster Erfolg in der Entwicklung eines geeigneten Impfstoffs gegen HIV und damit gegen AIDS.
Eine Schwierigkeit bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs ist die extreme Wandlungsfähigkeit von HIV. Aufgrund der zahlreichen Mutationen des Virus gibt es inzwischen Dutzende von Untertypen, für die man jeweils eigene Impfstoffe braucht.
In manchen Fällen können antiretrovirale Medikamente frühzeitig eine Ansteckung mit HIV verhindern. Diese sogenannte Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP, ist nur dann sinnvoll, wenn das Risiko tatsächlich sehr hoch liegt, dass sich eine Person mit dem Virus angesteckt hat. Ein Beispiel ist ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem HIV-positiven, aber nicht behandelten Sexualpartner. Die PEP muss frühzeitig nach der Ansteckungssituation erfolgen, am besten innerhalb von zwei Stunden, spätestens nach 48 Stunden.
Wenn Sie einige Verhaltensmassnahmen beachten, können Sie das Risiko für eine HIV-Ansteckung – und somit auch für AIDS – gering halten:
Wenn eine Person Feigwarzen im Genitalbereich hat und diese mit Cremes oder Zäpfchen behandelt oder die Warzen herausoperieren lässt, kann die entsprechende Wunde / entzündete Hautpartie besonders durchlässig für HI-Viren sein. Feigwarzen werden durch Humane Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Wer ihnen vorbeugt, kann somit auch das Risiko für HIV verringern.