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Der zweitmeist konsumierte Rohstoff der Welt geht langsam aus – und nein, es geht nicht um Öl oder Erdgas, sondern um Sand. Nur noch Wasser wird weltweit häufiger konsumiert als Sand.
Denn laut dem Spiegel steckt Sand überall drin, in Häusern, in Glas, Asphalt, Kosmetika, Zahnpasta, Mikrochips, Smartphone-Bildschirmen, Autos und Flugzeugen. Aus Sand gewonnenes Siliciumdioxid (SiO2) wird auch in der Weinindustrie und vielen weiteren Lebensmitteln verwendet.
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Masse an Sand, die verbraucht wird, verdreifacht. Somit ist der globale Bedarf weit darüber hinaus gewachsen, was durch Verwitterung nachkommt. Pascal Peduzzi vom UNO-Umweltprogramm schätzt gegenüber dem «Spiegel» den derzeitigen Verbrauch auf 50 Milliarden Tonnen pro Jahr, also 18 Kilogramm Sand täglich für jeden Einwohner der Erde.
Allein mit dem Jahresverbrauch des Bausektors könnte man laut Peduzzi eine 27 Meter hohe und 27 Meter breite Mauer rund um den Äquator aufschütten.
Dabei sind die Wüsten der Erde doch voll mit Sand? Das Problem ist, dass sich Wüstensand nicht für die Herstellung von Beton eignet. Die Sandkörner sind so rund und abgeschliffen, dass sie nicht genügend ineinander greifen und somit nicht haften bleiben. Für den Bau des Burj Khalifa musste beispielsweise Sand aus Australien importiert werden, obwohl Dubai von Wüstenlandschaft umgeben ist.
Um dennoch genügend Sand zu gewinnen, um den Bedarf der Menschheit decken zu können, werden riesige Schwimmbagger eingesetzt, die tonnenweise Sand vom Meeresboden, aus Seen oder aus Flüssen abtragen. Oft hat dies verheerende Folgen für das Ökosystem. Flussbetten sinken, Küsten erodieren, Tiere sterben aus und ganze Inseln verschwinden.
Mittlerweile ist der Export von Sand in vielen Ländern, vor allem aber in Südostasien, verboten. Dennoch wird mit dem Rohstoff noch rege gehandelt. Dies geschieht illegal und besonders erfolgreich in Indien.