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Rupschus Nicole (2017), Frauen in Qumran
, Mohr Siebeck, Tübingen.
Frey Jörg (2017), Qumran, in Schöllgen Georg (ed.), Hiersemann, Stuttgart , 550-592.
Rupschus Nicole, Frey Jörg (ed.), Frauen im antiken Judentum und frühen Christentum
, Mohr Siebeck, Tübingen.
Rupschus Nicole, Frauen im liturgischen und weisheitlichen Kontext in 4Q502 und 4Q184, in Rupschus Nicole, Frey Jörg (ed.), Mohr Siebeck, Tübingen.
Die Auswertung der Textfunde vom Toten Meer erfolgte von Anfang an 1. unter dem Einfluss der antiken ‚Essener‘-Zeugnisse, 2. in einer weithin ‚vereinheitlichenden‘ Lektüre der zunächst zugänglichen Texte, 3. im Blick auf die Ortslage von Qumran und die archäologischen Befunde, und 4. im Paradigma, dass es sich bei der in den Texten (z. B. der ‚Gemeinderegel‘) belegten Gemeinschaft, dem ya?ad, um eine Gemeinschaft unverheirateter Männer handele. Die Hinweise auf Frauen, die in einigen der antiken Essenertexte ebenso wie in einigen Regeltexten aus Qumran (v. a. 1QSa, CD) begegnen, hat man dabei weithin marginalisiert. Erst in den letzten 20 Jahren kamen diese zunehmend ins Blickfeld der Forschung. Da seit Kurzem der gesamte Textbestand der Funde in Editionen vorliegt und die erwähnten Paradigmen der Forschung z. T. obsolet geworden sind, ist es an der Zeit, die Befunde neu anhand des vollständigen Materials zu reflektieren. Dabei ist neuerdings nicht mehr allein zwischen ‚gruppenspezifischen‘ (engl. i.d.R. ‚Sectarian‘) und anderen Texten zu differenzieren, sondern auch das Verhältnis der diversen ‚Regeln‘ zueinander neu zu reflektieren. Entsprechend der im Projekttitel impliziten Mehrdeutigkeit zielt das Projekt sowohl auf das Corpus der gruppenspezifischen und nicht-gruppenspezifischen Texte aus Qumran als auch auf die Ortslage von Khirbet Qumran. Das Projekt will den Hinweisen auf die Stellung von Frauen im ya?ad und auf Aspekte der religiösen und sozialen Praxis von Frauen im Qumran-Corpus differenziert und in ihren jeweiligen halachischen, weisheitlichen und liturgischen Kontexten nachgehen. Dabei sollen die gruppenspezifischen Befunde auch vorsichtig den archäologischen Befunden von Chirbet Qumran und den Aussa-gen der antiken Essenertexte gegenübergestellt und somit weiter kontextualisiert werden. Ziel der Untersuchung ist eine präzisere Erfassung der Stellung von Frauen in (verschiedenen Zweigen und Teilgruppen) des ya?ad und zugleich eine zusammenfassende Darstellung des Beitrags, den die Qumran-Texte zur Erhellung der Lebenswirklichkeit von Frauen im antiken Judentum zu leisten vermögen.