Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03108.jsonl.gz/211

Atlantique
Regie: Mati Diop
Darst.: Mame Bineta Sane, Traore, Abdou Balde, Aminata Kane, Ibrahima Mbaye, Amadou Mbow, Diankou Sembene, Nicole Sougou, Babacar Sylla u.a.
Die Arbeiter einer Monster-Baustelle für ein Prestigehochhaus in einem Vorort von Dakar sind wütend, denn seit vier Monaten fordern sie vergeblich ihren Lohn. Angesichts der aussichtslosen Lage beschliesst der junge Souleiman, der heimliche Geliebte der schönen Ada, zusammen mit ein paar Schicksalsgenossen auf dem Seeweg nach Spanien zu gelangen und dort sein Glück zu versuchen. Ada, die in zehn Tagen den wohlhabenden Senegalesen Omar heiraten soll, ist am Boden zerstört, als sie von der Abreise Souleimans erfährt und wenig später vom Untergang des Schiffs. Dem Unglück folgen merkwürdige Ereignisse: An Adas Hochzeitsfest geht plötzlich das luxuriöse Brautbett in Flammen auf, und der Bauunternehmer, der die Löhne nicht zahlen wollte, wird von einer Gruppe gespenstischer junger Frauen heimgesucht. Die Polizei schaltet sich ein, denn ein Hochzeitsgast will Souleiman am Fest gesehen haben. Die 1982 in Paris geborene Mati Diop hat sich bisher vor allem als Schauspielerin einen Namen gemacht (u.a. in «35 rhums» von Claire Denis). Sie ist die Tochter einer Französin und des senegalesischen Musikers Wasis Diop; ihr Onkel ist Regiealtmeister Djibril Diop Mambéty, dessen «Touki Bouki» und «Hyènes» – nach dem Theaterstück «Der Besuch der alten Dame» von Friedrich Dürrenmatt – als Klassiker des afrikanischen Kinos gelten. Am diesjährigen Filmfestival von Cannes sorgte Mati Diops Spielfilmdebüt, in dem sie das Thema der senegalesischen Migration in einer faszinierenden Mischung von dokumentarischer Sensibilität und fantastischen Elementen aufgreift, für eine Sensation und wurde mit dem Grossen Preis der Jury ausgezeichnet. «Atlantique» ist eine zwischen Traum und harter Wirklichkeit oszillierende Geschichte mit starker Sogwirkung, die von der Selbstermächtigung starker junger Frauen erzählt. Rüdiger Suchsland schreibt auf artechock.de: «‹Some memories are omens›, sagt Ada einmal – ein Schlüssel zu diesem Film. ‹Atlantique› ist auch eine Geschichte des Erwachsenwerdens von Ada. Ein Film wie in Trance, dem man sich anvertrauen kann. Diop ist ein beglückendes Filmmärchen gelungen, das uns Europäern die Fenster zu etwas atemberaubend Neuem öffnet.»