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Immer wenn es gilt, Fussgängerströme zu kanalisieren oder bei einem Umzug oder bei einer Demonstration Menschen am Betreten der Fahrbahn zu hindern, werden Metallschranken entlang des Bürgersteigs aufgestellt. Bei der Corona-Pandemie wurden Parkanlagen mit solchen Barrieren abgesperrt. Diese Abschrankungen heissen in Belgien Barrières Nadar, benannt nach dem berühmten Fotopionier. Nadar machte bei der Schlacht von Solferino die ersten Luftaufnahmen aus einem Ballon heraus. Dass die Barrieren den Namen des Fotografen tragen, hat mit dem Unabhängigkeitstag Belgiens zu tun. Just an diesem Tag im Jahr 1864 landete Nadar mit seinem «ballon géant» in Brüssel. Um mögliche Beschädigungen seines Ballons durch die Massen der staunenden Menschen auf dem Areal des Botanischen Gartens zu verhindern, verlangte Nadar die Errichtung eines mobilen Zauns rund um den grossen Luftballon. Das muss die Brüsseler Behörden so beeindruckt haben, dass sich der Name Barrière Nadar einbürgerte und noch bis heute, abewr nur in Belgien) in Gebrauch ist. In Frankreich, wo Nadar lebte, heissen die gleichen Barrieren «Barrière Vauban», benannt nach Sébastien Le Prestre, Seigneur de Vauban, dem französischen General und Festungsbaumeister Ludwigs XIV. und Marschall von Frankreich. Ihre Beschaffenheit ist da wie dort normiert: 2.50 Meter lang,1.10 hoch und 20 Kilogramm schwer. Im Bild solche Barrieren an der deutsch-polnischen Grenze im Landschaftspark Bad Muskau anlässlich der Grenzsperrung im März 2020.
„Dans son Dictionnaire des belgicismes, Georges Lebouc explique : Félix Tournachon (photographe et aérostier connu sous le pseudonyme de Nadar) […] accepta l’invitation de Léopold Ier d’organiser un voyage en ballon […] la foule fut maintenue à distance grâce à des barrières métalliques que l’on appela, depuis lors, « barrières Nadar » en Belgique uniquement“.
Eingeworfen am 9.6.2020