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Der römische Gutshof Murhubel ist der am besten erforschte römische Landwirtschaftsbetrieb im Kanton Luzern. Seit seiner Entdeckung um 1830 fanden hier mehrere Ausgrabungen statt, deren grösste 1991/92 die villa rustica, das Wohnhaus des Gutsherrn und seiner Familie, erfasste. Dieses entstand im frühen 1. Jh. n.Chr. als Holzbau und wurde im 3. Viertel des 1. Jh. n.Chr. durch einen Steinbau ersetzt. Vielfach umgebaut und erweitert wurde der Gutshof vor der Mitte des 3. Jh. n.Chr. aufgegeben und verlassen.
Ein Neubauprojekt an der Mühlegasse 2 löste eine Grabung aus, in deren Verlauf erstmals die südliche Begrenzung des Gutshofareals erfasst werden konnte, bestehend aus einem Spitzgraben und einer Umfassungsmauer. Während der Graben schon in der Frühzeit des Gutshofs (Holzbauphase) existierte, fällt der Bau der Umfassungsmauer in die Zeit der erwähnten Steinbauphase. Der Graben blieb auch nach dem Bau der Mauer zur Entwässerung des Geländes in Betrieb.
Die Luftaufnahme zeigt oben rechts das Fundament der Umfassungsmauer und den in der Senke des weitgehend verfüllten Grabens liegenden Mauerversturz. Die einzelnen Steinlagen der umgestürzten Mauer sind gut ablesbar. Links unten sind sogar die Steinplatten der einstigen Mauerabdeckung zu erkennen. Tiefer liegende Schichten mit prähistorischen Funden belegen, dass der Murhubel schon lange vor Beginn der römischen Epoche von Menschen genutzt worden ist.
Literaturhinweis: Hermann Fetz - Christine Meyer-Freuler, Triengen, Murhubel. Ein römischer Gutshof im Suretal, Archäologische Schriften Luzern 7, 1997