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Fachwissen
Case Management ist ein spezifisches Verfahren zur koordinierten Bearbeitung komplexer Fragestellungen im Sozial-, Gesundheits- und Versicherungsbereich. Das Netzwerk Case Management definiert als Fachorganisation, was unter Case Management zu verstehen ist und hat Standards erarbeitet, welche einen Rahmen für die Anwendung von Case Management in allen Wirkungsfeldern geben:
ASSESSMENT
Beurteilung/Einschätzung (der Situation eines Klienten). Siehe auch Prozessschritt 2/Assessment in den Standards.
Care Management
Der Begriff fokussiert zunächst auf das "Care", also das Gesundheitswesen (entsprechend Managed Care, Health Care). Er wird von CM-Anbietern, Versicherungen usw. unterschiedlich verwendet: (1) Care Management wird mit CM (mit Bezug zu Gesundheit) gleich gesetzt. (2) Dann wird er als ein Oberbegriff verwendet, unter den neben CM weitere Bereiche (wie Prävention, Absenzenmanagement) fallen (siehe Disability Management). (3) Oder Care Management wird mehr oder weniger identisch mit Managed Care gleichgesetzt.
Die Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management (dgcc) unterscheidet Case und Care Management in der Satzung der Gesellschaft wie folgt: "Case Management ist ein Handlungsansatz zum Aufbau eines zielgerichteten Systems von Zusammenarbeit, das am konkreten Unterstützungsbedarf der einzelnen Person ausgerichtet ist und an deren Herstellung die betroffene Person konkret beteiligt wird. Ziel ist, Aufgaben und Abläufe aller in der Klienten- und Patientenversorgung tätigen Professionen zu koordinieren und die Leistungserbringung möglichst effizient und effektiv zu gestalten. Care Management hat die Optimierung der Versorgung im jeweiligen Bereich zum Ziel."
Die Schweizer Zeitschrift Care Management (früher "Managed Care") des Forum Managed Care befasst sich mit dem Thema Managed Care - entsprechend werden auch hier die Begriffe Managed Care und Care Management eigentlich identisch verwendet.
Weitere Definition: Care Management (Versorgungsmanagement) soll die Kooperation zwischen den Akteuren der Gesundheits-, Sozial- und Versicherungsinstitutionen verbindlich und dauerhaft strukturieren, um insbesondere bei komplexen gesundheitlichen Problemen, sektoren – und disziplinübergreifend Versorgungsabläufe zu steuern bzw. zu rationalisieren. Dabei geht es um die Vermeidung von Unter-, Über-, und Fehlversorgung. Care Management hat die Optimierung der Versorgung im jeweiligen Bereich zum Ziel (in Anlehnung an Ewers, 1996, Burger&Kaspar, 1998 sowie Schaeffer, 1998).
Case Management
Siehe Definition und Standards.
Disease Management
Verbindliche und integrale Behandlungs- und Betreuungsprozesse über ganze Krankheitsverläufe und über institutionelle Grenzen hinweg, welche aufgrund medizinischer Evidenz festgelegt und bezüglich Qualität, Ergebnissen und Kosten innerhalb definierter Rahmen liegen (zit. aus Greulich/Berchthold/Löffel (2002), Disease Management).
Diversity Management
Der Begriff „Diversity Management“ bzw. Vielfaltsmanagement bezeichnet ein Konzept der Unternehmensführung, das die Verschiedenheit der Beschäftigten bewusst zum Bestandteil der Personalstrategie und Organisationsentwicklung macht. Dabei geht es um Vielfalt in mehrfachem Sinn - zum einen um äusserlich wahrnehmbare Unterschiede wie ethnische Herkunft, Geschlecht, Alter und körperliche Behinderung, zum anderen um subjektive Unterschiede wie die sexuelle, weltanschauliche beziehungsweise religiöse Orientierung und Lebensstil.
Eingliederungsmanagement
Darunter wird ein CM verstanden, das dem Ziel der Eingliederung (in den Arbeitsmarkt) dient. Es entspricht im Wesentlichen der eingliederungsorientierten Arbeit im Disability Management.
Fallmanagement
Fallmanagement wird häufig mit Case Management gleichgesetzt (Fall heisst nichts anderes als Case), siehe z.B. Wikipedia. In der Schweiz wird der Begriff zum Teil im Bereich der Krankenversicherungen (z.T. im Sinne eines eher administrativen Managements) verwendet, währenddem unter CM mehrheitlich eine direkte Klientenarbeit verstanden wird.
Löcherbach unterscheidet dagegen im CM wiederum zwischen Fall- und Systemmanagement: "Relevant im Case Management ist die Unterscheidung von Fallmanagement (Optimierung der Hilfe im konkreten Fall) und Systemmanagement (Optimierung der Versorgung im Zuständigkeitsbereich). Die Übergänge von Systemmanagement zum Care Management sind fliessend."
Gesundheitsmanagement (betriebliches)
Wird mehr oder weniger dem Begriff Disability Management gleichgesetzt.
Intake
Aufnahme von Klienten in CM. Siehe auch Prozessschritt 1/Claearing-Intake in den Standards.
Managed Care
Steuerungssystem im Gesundheitswesen (siehe z.B. Wikipedia). Managed Care beinhaltet sämtliche Instrumente, Methoden und Strukturen zur Steuerung bzw. Management der Gesundheitsversorgung auf allen Ebenen mit dem Ziel die Versorgungsabläufen effizient und effektiv zu gestalten (in Anlehnung an Greulich/Berchthold/Löffel, Disease Management, 2002). Case Management im Bereich des Gesundheitswesens, resp. des eingliederungsorientierten CMs nach Krankheit oder Unfall kann ein Teil von Managed Care sein, wenn CM die medizinische Versorgung (Behandlung/Rehailitation) mitsteuert.
ZEITSCHRIFT CASE MANAGEMENT
Die Zeitschrift Case Management bietet eine Plattform für eine qualifizierte Diskussion in Theorie und Praxis, bündelt den Diskurs um das Case Management, spricht bewusst alle Berufsgruppen und Institutionen an die mit Case Managementansätzen arbeiten und bezieht alle Arbeitsfelder ein in denen Case Management Relevanz besitzt.
Mitglieder des Netzwerk Case Management Schweiz erhalten alle 4 jährlichen Ausgaben* automatisch und haben Zugriff zum Onlinearchiv (sämtliche Hefte ab 2005). Die Installationsanleitung für den Zugriff zum Archiv finden Sie im Mitgliederbereich im Untermenu Mitgliederangebote (bitte einloggen).
Autorinnen und Autoren aus der Schweiz, welche einen Artikel in der Zeitschrift publizieren möchten, wenden sich bitte an das zuständige Vorstandsmitglied Christine Rex. Hier geht es zu den Manuskriptrichtlinien.
Hier kann die Zeitschrift bestellt werden!
FORSCHUNG IN CASE MANAGEMENT
Die Forschung im Bereich Case Management steht erst am Beginn - und ist zudem eine schwierige und aufwändige Angelegenheit. Trotzdem gibt es schon eine Vielzahl von Publikationen. Auf dieser Seite können wir leider keinen systematischen Überblick anbieten, aber doch einige Beispiele, die wir auch laufend ergänzen werden.
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Interessant
Case-Manager kümmern sich um chronisch Kranke: Klinische Studie startet im Herbst 2010
140 Hausarztpraxen und rund 2000 Patienten starten derzeit in der neuen Case-Management-Studie "PraCMan" (Hausarztpraxis-basiertes Case Management bei chronisch kranken Patienten) des Universitätsklinikums Heidelberg (D). Dabei geht es Versorgung vor allem chronisch kranker Menschen. Ärzte Zeitung / Projekt
Überblick, Grundsätzliche Überlegungen
- Berchtold & Hess (2006). Evidenz für Managed Care. Europäische Literaturanalyse.
- Hartmann & Harder (2005) Möglichkeiten der Erfolgsmessung. Managed Care (Themenheft „Case Management heute“), 2, 14-16.
Artikel, Projekte und Beispiele
- Ewers (2006). Case Management im Gesundheitswesen: Analyse der Implementierung von Case-Management-Strategien in krankenversorgenden Einrichtungen im deutschsprachigen Raum.
- Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (2005). Studie Institutionenübergreifendes Case Management. Institutionenübergreifendes Case Management aus Patientensicht.
- Bernabei et al (1998). Randomised trial of impact of model of integrated care and case management for older people living in the community.
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2000). Altenhilfestrukturen der Zukunft: Zusammenfassung des Abschlussberichts der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Bundesmodellprogramm des Bundesmininisterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Deutschland.
- Dokumentation der Fachtagung im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2000). Case Management in der Altenhilfe, Internationale Erfahrungen, Nationale Perspektiven: Dokumentation einer Fachtagung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Deutschland.
- Studie: The Boston Consulting Group (2010): Case Management und seine strategische Bedeutung für Versicherer
- Supported Empolyment Schweiz: Übersicht über verschiedene Studien zum Thema Supported Employment
Erfolgsmessungen einzelner Projekte
- Kanton Zürich (externes CM) Medienmitteilung: CM ist wirtschaftlich (27.01.2011) / Regierungsratsbeschluss
- Stadt Zürich (internes CM der Stadt Zürich) | Juli 2010: Medienmitteilung / Weisung und ausführliche Berichte
- PKRück (CM Pensionskassen) Erfolge Zuger Pensionskasse (AWP Soziale Sicherheit Nr. 21/2010) | Bericht Praxisanlass (Schweizer Personalvorsorge, 11/10)
Cochrane Library
Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites Netz von Wissenschaftlern und Ärzten. Ziel ist, systematische Übersichtsarbeiten zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen, aktuell zu halten und zu verbreiten. Der Ansatz ist Evidenz-basiert (die berücksichtigten Studien müssen einen hohen Stand, d.h. Randomisierung, erfüllen).
Cochrane Library (Stichwort "case management")
Die Bewertung von CM im Gesundheitsbereich ist noch kritisch, es zeigen sich aber auch gewisse positive Effekte von CM, insbesondere im neusten Review"Intensive case management for severe mental illness" (Oktober 2010): "ICM (intensive case management" is of value at least to people with severe mental illnesses who are in the sub-group of those with a high level of hospitalisation (about 4 days/month in past 2 years) and the intervention should be performed close to the original model."
LITERATURLISTE
ZERTIFIZIERUNG VON INSTITUTIONEN, DIE CASE MANAGEMENT ANWENDEN
Das Netzwerk Case Management Schweiz hat in enger Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS) ein QM-Zertifikat für Institutionen die Case Management anwenden entwickelt.
Das Zertifizierungsschema Case Management wird als Gemeinschaftswerk zwischen dem Netzwerk Case Management und der SQS betrieben.
Die zertifizierende Stelle ist die SQS, welche auch die Audits durchführt, d.h. die Überprüfung und Zertifizierung erfolgt in alleiniger Verantwortung durch die SQS. Die Zertifizierungsunterlagen wie Checklisten und Regulative wurden durch die SQS erstellt.
Kontakt:
Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS)
Bernstrasse 103, Postfach, 3052 Zollikofen
Tel.: +41 31 910 35 35
Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier.
ANSPRECHPARTNER VEREIN
Bezüglich Zertifizierung steht Ihnen Karin Wittwer-Wyss, Vorstandsmitglied, zur Verfügung:
SELBSTEINSCHÄTZUNG FÜR INTERESSIERTE ORGANISATIONEN
Interessierte Organisationen haben die Möglichkeit eine erste Selbsteinschätzung vorzunehmen. Dazu kann das vom vom Netzwerk Case Management ausgearbeitete und autorisierte Basisdokument verwendet werden:
ZERTIFIZIERUNG VON INSTITUTIONEN, DIE CASE MANAGEMENT ANWENDEN – Qualitätskriterien und Überprüfungsindikatoren
ZERTIFIZIERTE INSTITUTIONEN
- AXA Winterthur
- CSS
- innova Versicherungen
- Minira GmbH
- Personal- und Sozialberatung der Bundesverwaltung PSB/EPA
- SIZ Care AG
- Sulser & Partner AG
- SWICA
Ethik im Case Management
Im Auftrag des Vorstandes Netzwerk Case Management Schweiz hat eine Arbeitsgruppe (Marlene Saxer/Leitung, Yvonne Hofstetter, Ruth Lichtensteiger, Edith Weber-Halter und Jim Wolanin-Stampfli) ein Dokument zum Thema „Ethik im Case Management“ erarbeitet. Nach einer Diskussionsveranstaltung mit Mitgliedern im November 2011 und nachfolgenden Anpassungen liegen nun zwei Ethik-Dokumente vor: Das eine richtet sich an Personen und bezieht sich auf das Handeln als Case Managerin oder Case Manager. Das andere wendet sich an Institutionen, Organisationen und Unternehmen und zeigt, welche Rahmenbedingungen für ein ethisches Handeln im CM gefordert sind. Wie es der Titel ausdrückt, sind die Dokumente als Orientierung, d.h. ohne bindenden Charakter, zu verstehen.
In den neuen Standards des Netzwerks CM mit Gültigkeit ab 2014 wurden die Grundlagen aus den beiden Ethik-Papieren integriert. Entsprechend umfassen die Standards auch ethische Vorgaben auf der Basis dieser Vorgängerarbeiten.
Kontakt
Barbara Käch, 041 367 48 57, <email-pii> (Sekretariat)
Myriam Eichenberger setzt sich in ihrer MAS Thesis kritisch mit den Handlungsprinzipien des Case Managements auseinander, also mit Normen und Werten, der Professionsethik, dem Methodenkodex CM und dem Leitbild oder den Standards von Organisationen. Die Arbeit untersucht ethische Grundlagen des CM und klärt ihren Stellenwert und das Verhältnis zueinander. Bei Fragen zur MAS Thesis kontaktieren Sie bitte die Autorin Myriam Eichenberger.
Case Management in der Geriatrie
Bericht: Case Management in der Geriatrie - Umsetzungs- und Finanzierungsmodelle
Der Bericht wurde Ende 2005 auf Initiative des Netzwerkes Schweiz und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) erarbeitet. Diese Initiative kam einerseits durch eine Anfrage einer Gruppe von Fachleuten an das Netzwerk Case Management Schweiz zustande. Diese Gruppe interessierte sich vor allem für die Finanzierung des Case Managements Verfahrens im Allgemeinen.
• Management Summary
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