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Als der erste Kaiser der Qin China einte und die Qin-Dynastie gründete, war Xi’an die erste Hauptstadt des Kaiserreichs China. Die Stadt spielte auch im weiteren Verlauf der Chinesischen Geschichte eine bedeutende Rolle. Ich war dann auch sehr gespannt darauf die Stadt kennenzulernen und die berühmten Terrakotta-Krieger zu sehen.
Um Zeit zu sparen nahm ich in Zhangjiajie den Flug nach Xi’an, wo ich um Mitternacht ankam. Mit dem Airport Expressbus für CNY 25.- (ca. CHF 3.70) ging es auf direktem Weg zum Glockenturm in die Innenstadt. Die Stadtmauer der Altstadt ist dabei fast vollständig erhalten und bildet ein Rechteck. Sie wurde zwischen 1374 und 1378 erbaut und misst 13.6 km. Der Glockenturm befindet sich an der Kreuzung der Hauptstrassen, fast in der Mitte der Stadt. Mein Hostel war kaum 10 Gehminuten davon entfernt. Um etwa 1:00 Uhr früh hatte ich mich im Hantong House Hostel für CNY 25.-/Nacht (ca. CHF 3.70) einquartiert. Zu dem Preis kam ich, weil ich von Agoda einen Rabatt von CHF 11.63 für die 4 Nächte bekam. Dem Hostel fehlte, zu der Zeit in der ich dort war, irgendwie der Vibe. Es bietet aber regelmässig gemeinsame Aktivitäten, wie Dumplings machen, Mahjong spielen usw. an. Mein 8-er Dorm war gross, sauber und hatte bequeme Matratzen, eine westliche Toilette und eine gute Dusche. Es gab keinen gemütlichen Lounge-ähnlichen Gemeinschaftsraum, aber da das Hostel auch Bar und Restaurant zugleich ist, hat es genügend Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten.
Bildquelle: Agoda
Han Yang Ling Mausoleum
Am ersten Tag machte ich mich als erstes auf den Weg zum Han Yang Ling Mausoleum im Norden von Xi’an. Der Eintritt kostete in der Nebensaison CNY 55.- (ca. CHF 8.-). Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man direkt dorthin. Es ist aber ratsam sich vorab über die Abfahrtszeiten des einzigen Busses zum Mausoleum zu informieren, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Ich musste knapp eine Stunde warten :-(. Das Mausoleum, das Grab des vierten Kaisers der Westlichen Han-Dynastie (202-16 v.Chr.), ist ein grosser, stumpfer pyramidenförmiger Hügel. Unmittelbar in der Nähe befindet sich die Grabstätte der Kaiserin und die Überreste des South-Gates. Beim Bau einer Schnellstrasse im Jahre 1990 wurden Gruben mit Tonfiguren entdeckt. Daraufhin wurden 81 Gruben um die Gräber herum ausgemacht und 24 davon freigelegt. Die Gräber selbst blieben unangetastet. Einigen Archäologen juckt es hierbei bestimmt in den Fingern, denn die Grundfläche aller Gruben zusammen ist fünfmal grösser als die der Terrakottaarmee. Im Museum hatte ich einen Einblick auf die freigelegten Gruben, welche aber scheinbar weniger attraktiv waren, denn es waren ausser mir kaum andere Besucher anzutreffen. Die Ausgrabungsstätte hatte mir aber sehr gut gefallen. Alle Gruben wurden von Glasscheiben umschlossen und nur mit wenig Licht beleuchtet, um die Figuren zu schützen. Das sorgte für eine spezielle, geheimnisvolle Atmosphäre, auch wenn die zugängliche Anlage eher klein war.
Stadtmitte
Auf dem Weg zurück in die Stadtmitte kam ich am Glocken- und Trommelturm vorbei und schlenderte durch das Muslim Quartier, wo viele Spezialitäten angeboten wurden. Für den Besuch einer Moschee war es dann leider schon zu spät gewesen.
Terrakotta Krieger
Am zweiten Tag war es dann soweit und ich würde die weltberühmten Terrakotta Krieger zu Gesicht bekommen. Man kommt wieder bequem mit dem Bus vom Hauptbahnhof zur Anlage und muss keine der überteuerten Touren buchen. Bei Bedarf kann man vor Ort einen Guide buchen, der einen durch die Ausgrabungsstätte führt und die Hintergründe erläutert. Obwohl ich gehört habe, das die Guides sehr gut sein sollen, entdeckte ich die Anlage auf eigene Faust. Der Eintritt kostete in der Nebensaison CNY 120.- (ca. CHF 17.60). Ich besuchte zuerst das Museum, dann die Ausgrabungsstätte Nr. 3, Nr. 2 und schliesslich die Haupthalle Nr. 1. Es war natürlich eindrucksvoll, die Krieger zu sehen, jeder einzelne wirklich einzigartig. Durch die grossen Hallen und die vielen Besucher kam leider nicht die gleiche Atmosphäre auf, wie beim Han Yang Ling Mausoleum. Wie das Mausoleum des ersten Qin Kaisers erbaut, wie es entdeckt und wie die Geschichte dahinter war, könnt ihr hier lesen.
Berg Huashan
Am letzten Tag in Xi’an war ich mit zwei weiteren Reisenden mit dem Schnellzug für CNY 54.50 (ca. CHF 8.-) nach Huayin gereist, um auf dem Berg Huashan zu wandern. Der Berg gehört zu den fünf heiligen daoistischen Bergen in China, welcher selbst fünf bis zu 2’100 Metern hohe Gipfel hat. Was wir nicht wussten, es waren rund 4’000 Stufen bis zum Gipfel zu bewältigen. Es ginge ja noch, wenn der Berg nicht so verdammt steil wäre. So schienen die Treppen nie zu enden. Der Nordgipfel, den wir von Westen her bestiegen haben, war an sich ist nicht sonderlich spektakulär, dafür wurden wir aber mit einer wunderschönen Aussicht auf die umgebende Landschaft belohnt. Von dort sieht man dann auch den eher schmalen Grat, der die Nordspitze mit den anderen Gipfeln verbindet.
Ich wollte diesen Berg besuchen, weil man hier am nackten Felsen senkrecht auf Holzplanken entlanglaufen kann. Leider hatten wir den Aufstieg unterschätzt und es reichte uns zeitlich nur noch zur Südspitze zu gehen, um diese Attraktion noch zu begutachten. Immerhin dauerte es alleine 2 Stunden um vom Nordgipfel dorthin zu gelangen (Wie der Plank Walk aussieht, seht ihr hier im Video von Youtube User Unboundly Inc.). Dafür dauerte der Abstieg nur noch etwa 2 Stunden. Wir nahmen hierfür den normalen Weg nach Osten runter, der aber geschlossen war, weil Steinschlag durch die Eisschmelze zu erwarten war. Naja, wir wollten nicht für die Seilbahn Geld verschwenden, was zwar nur CNY 50.- gekostet hätte. Es gab zwei Seilbahnstationen, die einen hoch und runter bringen. Ich bin aber der Meinung, dass man sich die Aussicht verdienen muss. Nun denn, wir konnten am Ende zwar kaum noch laufen, aber das Gefühl, als wir unten ankamen war dafür umso erfüllender. Mein rechtes Knie, das seit einigen Jahren eher lottrig ist, hat es auch gut überstanden.
Hier noch ein wunderschönes Video von Youtube User Jean Philippe Bouchi Lamontagne: