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Die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND schliesst das Geschäftsjahr 2021 mit einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung, Ergebnis «null» ab.
Bilanz
Aktiven:
Am Ende des Geschäftsjahres 2021 betrug die Bilanzsumme TCHF 2’536 und ist um TCHF 56 oder 2.25% höher als im Vorjahr.
Die Bilanzsumme ist beim OSTWIND eher bescheiden. Die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND ist umsatzlastig, während die beteiligten Transportunternehmungen eher anlagenlastig ausgerichtet sind. Die Bilanz besteht auf der Aktivseite zur Hauptsache aus dem Umlaufvermögen und auf der Passivseite hauptsächlich aus kurzfristigen Verbindlichkeiten. Das Umlaufvermögen ist am Ende des Geschäftsjahrs 2021 um TCHF 68 höher als zu Beginn des Geschäftsjahres und beträgt TCHF 2'399. Das kurzfristige Fremdkapital beträgt TCHF 2'475 und ist damit um TCHF 58 höher als am 31.12.2020.
Die Sachanlagen wurden im Berichtsjahr um TCHF 16 abgeschrieben und betragen per 31.12.2021 TCHF 46. Bei den Immateriellen Anlagen wurden im Geschäftsjahr 2021 TCHF 11 in die neue Plattform «Frischluft» investiert. Auf der Plattform werden Freizeitmöglichkeiten im Perimeter des OSTWIND vorgestellt. Seit September 2020 referenzieren alle OSTWIND-Monats- und -Jahresabos auf den SwissPass. Die Branche beschloss das SwissPass-Login als «Zutritt» zu den digitalen Vertriebskanälen zu verwenden. Das Projekt wurde im Geschäftsjahr 2021 umgesetzt. Das Login wird im Frühjahr 2022 im Webshop in Betrieb genommen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Investitionskosten von TCHF 20 amortisiert. Die Investitionen haben den Wert der immateriellen Anlagen um TCHF 31 erhöht und die Abschreibungen um TCHF 27 verringert. Der Bilanzwert der Immateriellen Anlagen beträgt per 31.12.2021 TCHF 91.
Passiven:
Die Passiven bestehen zur Hauptsache aus dem kurzfristigen Fremdkapital. Zur Tilgung dieser kurzfristigen Verpflichtungen wird das Umlaufvermögen benötigt. Der Rückstellungsbedarf für Geschäftsfälle, die das Jahr 2021 betreffen, beträgt TCHF 1'567 und hat gegenüber dem Vorjahr um TCHF 53 abgenommen. Das gesamte Fremdkapital ist um TCHF 58 höher und weist per 31.12.2021 einen Saldo von TCHF 2’475 aus.
Das Eigenkapital ist im Geschäftsjahr 2021 um TCHF 2 gesunken. Nach der Fusion zwischen den Appenzeller Bahnen AG und der Frauenfeld-Wil-Bahn, rückwirkend per 01.01.2021, wurde der Anteilschein der Frauenfeld-Wil-Bahn zurückbezahlt.
|Genossenschaftskapital
||CHF
|| 58’000

|Bilanzgewinn
||CHF
||3’037

|Total Eigenkapital
||CHF
||61’037

Erfolgsrechnung
Nach dem Jahr 2020 war auch das Berichtsjahr 2021 von COVID-19 geprägt. Diverse Massnahmen, die durch den Bundesrat und die kantonalen Gesundheitsämter erlassen wurden, haben dem öffentlichen Verkehr im Berichtsjahr 2021 das Leben «schwer» gemacht. Freizeitreisen blieben aus, viele Arbeitnehmer wurden zum Home-Office verpflichtet und fehlten im Pendlerverkehr. Die kältere Jahreszeit im Herbst löste wie im Vorjahr eine weitere COVID-19-Infektionswelle aus und verhinderte eine schnellere Erholung der Ertragslage. Die Umsätze sind markant tiefer als vor der Pandemie.
Neben COVID-19 beeinflussen neue Mobilitätsformen das Kundenverhalten. Neue Distributionssysteme wie Apps, Webshops usw. tragen dazu bei, dass Fahrausweise sehr kurzfristig und optimiert nachgefragt werden. Die Umsätze im Webshop entwickeln sich gut. Im Geschäftsjahr 2021 wurden bereits für mehr als TCHF 16'000 Abos und Einzelbillette verkauft, was einer Zunahme von 60% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Am 31.12.2021 lagen die Umsätze aus Fahrausweisverkäufen ca. 16% über dem Vorjahr. Der Betriebsertrag nahm um TCHF 17’260 auf TCHF 193'290 zu.
Die Geschäftsstelle erbrachte im Geschäftsjahr 2021 neben den eigenen Leistungen für die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND auch Drittaufträge für Transportunternehmen, die öffentliche Hand oder die Branchenorganisation Alliance SwissPass. Der Umsatz aus Drittleistungen betrug TCHF 43.
Die Verbundeinnahmen, die Einnahmenausfälle und die Verkaufsprovisionen wurden nach gültigen Schlüsseln an die beteiligten Transportunternehmen verteilt. Sie decken sich mit den entsprechenden Ertragspositionen.
Der Personalbestand blieb im Geschäftsjahr 2021 unverändert zum Vorjahr. Er beträgt 620 Stellenprozente der fest angestellten Mitarbeitenden. Der Personalaufwand ist um TCHF 36 höher als im Jahr 2020. Die markante Zunahme stammt daher, dass im Vorjahr TCHF 52 Sozialversicherungsleistungen zu Gunsten der Genossenschaft ausbezahlt wurden, welche den Personalaufwand im Jahr 2020 entlastet haben.
Im vergangenen Jahr lag der Fokus der Marketingmassnahmen mit dem Schülermarketing und dem Produkt «Entdeckungsreise» bei den Jugendlichen und Schüler:innen. Seit dem Sommer 2021 machen die OSTWIND Botschafter:innen in verschiedenen Sujets auf die Vorzüge des OSTWIND aufmerksam. Das SBB Marktmanagement bearbeitete im Auftrag des OSTWIND den Schwerpunkt für Firmenkunden aktiv. Für das Basismarketing entstand im Geschäftsjahr 2021 ein Aufwand von TCHF 139 und für die Schwerpunktmassnahmen von TCHF 438.
In den übrigen Gemeinkosten sind neben den Kosten für den automatisierten Bestellprozess der Jahresabos, den Payment- und Unterhaltskosten für die Vertriebskanäle App und Webshop auch die Aufwendungen für die zentralen Distributions- und Abrechnungssysteme, für nationale öV-Projekte im Bereich Vertrieb und die Kosten für gemeinsame Werbemassnahmen der öV-Branche enthalten. Zusätzlich sind die Kosten für das Erfassungstool colecto und für die Projekte aus der vertieften Zusammenarbeit zwischen der Genossenschaft und den Bestellern unter diesem «Titel» totalisiert.
Das ausserordentliche Ergebnis enthält die Differenzen zwischen den im Geschäftsjahr 2020 gebildeten Rückstellungen und den im Geschäftsjahr 2021 angefallenen Kosten.
Die Genossenschaft Tarifverbund OSTWIND schliesst das Geschäftsjahr 2021 mit einer ausgeglichenen Erfolgsrechnung ab.
Ausblick
Die COVID-19-Pandemie löst Begehrlichkeiten bei unseren Kund:innen aus. Der Ruf nach flexiblen Fahrausweisen wird laut. Bringen sie tatsächlich Vorteile? Grundsätzlich lassen die heutigen Sortimente den auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittenen Fahrausweis zu. Der Bezug ist kompliziert und nur mit dem nötigen Know-How und genügend Zeit möglich. Der künftige Fahrausweis muss daher einfach verständlich und rasch lösbar sein. Geht das? Die Fachgremien sind gefordert, eine Lösung zu finden, die den Kund:innen, der Branche und dem Preisüberwacher passen. Es ist nicht einfach, die unterschiedlichen Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.
Die grösste Herausforderung bleibt der «Kampf» gegen COVID-19. Erst wenn die COVID-19-Einschränkungen aufgehoben werden, erholen sich die Umsätze im öffentlichen Verkehr. Wir alle sind gefordert, möglichst viele Kund:innen zurückzugewinnen. Die Sanierung der Stadtautobahn bietet dem OSTWIND die Chance, seine Leistungen und Vorteile unter Beweis zu stellen. Erste Vorboten sind ausgesendet, um den einen oder anderen Berufspendler vom Individual- auf den öffentlichen Verkehr zu bringen.