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Zwei Präsidenten treffen sich: Ivan Zhitenev, Streamer Electric AG, und Üli Maurer, Schweiz.
Am 21. November 2019 fand ein Treffen zwischen Ivan Zhitenev, Präsident der Streamer Electric AG, und Üli Maurer, Präsident der Schweiz, in der Schweizer Botschaft in Moskau statt. Wir haben Ivan Zhitenev gebeten, über das Treffen zu erzählen und interessante Beobachtungen zu teilen.
Ivan Wjatscheslawowitsch, warum wurden Sie eingeladen? Was ist die Einzigartigkeit der Streamer Electric AG?
Es gibt russisch-schweizerische Projekte, die in Russland oder in der Schweiz erfolgreich sind. Die Streamer Electric AG dagegen ist weltweit bekannt: wir skalieren russisches Know-how durch die schweizerische Firma auf die ganze Welt.
Die Streamer Electric AG verwirklicht Projekte in China, Kolumbien, Indonesien und Saudi-Arabien.
Neben der geografischen Entwicklung, arbeiten wir aktiv mit Universitäten in der Schweiz, Italien und Indonesien zusammen und integrieren Innovationen im Bereich des Blitzschutzes von Stromleitungen.
Was war das Thema des Treffens?
Herr Maurer wollte sich über die Tätigkeiten und Probleme des schweizerischen Business in Russland und des russischen Business in der Schweiz erkundigen. Er wollte sehen, wie verschiedene Unternehmen aus beiden Ländern zusammenarbeiten. Das war das Thema des Treffens mit Unternehmer.
Haben andere Vertreter des Business am Treffen teilgenommen?
Neben unserem Unternehmen haben am Treffen ein Weinbauer aus der Schweiz, der in der Region Krasnojarsk tätig ist, und der in der Schweiz geborene CEO von McDonalds, Mark Karena teilgenommen. Die Vertreter von ABB, UBS, Nestle und anderen großen Unternehmen wurden auch eingeladen.
Wie lange haben Sie mit dem Präsidenten kommuniziert? Was habt ihr besprochen?
Jeder von uns hatte ungefähr 3-4 Minuten für den Auftritt zur Verfügung. Die Gesprächspartner fanden mein Auftritt interessant, und er dauerte ungefähr 10 Minuten, weil Herr Maurer zusätzliche Fragen für mich hatte.
Während meiner Rede erwähnte ich, dass wir wissenschaftliche Kader von der schweizerischen Firma zugunsten Australiens verloren hatten. Es stellte sich heraus, das war ein relevantes Thema, weil sie das australische Bewertungssystem verstehen können, in dem die Migrationspolitik sehr eng mit der Wirtschaft verbunden ist. Und das ist genau das, was in der Schweiz fehlt.
Mit Hilfe einer speziellen Demo-Box habe ich demonstriert, wie das FIPRES funktioniert. Das ThermoMonitoring-System ist unser Partnerprodukt, das vom Chemiker Lesiv entwickelt und patentiert wurde. Dieses System ist einzigartig für den Markt nicht nur in Russland, sondern auch in der ganzen Welt. Eines der Elemente des Systems sind Aufkleber, die die Temperatur bestimmen — wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden (z.B. 70 Grad), ändern die Indikatoren ihre Farbe.
Der Botschafter war sehr an diesem Produkt interessiert. Er begann die Temperatur des Tees in der Tasse, des nächsten heißesten Objekts, zu messen. Der Indikator änderte seine Farbe nicht — die Temperatur war zu niedrig. Wenn kochendheißes Wasser gebracht wurde, war die Erfahrung erfolgreich, der Indikator bestimmte die Temperatur. So eine scheinbar einfache aber interaktive Demonstration des Produkts ist immer interessanter als die Darstellung der Fakten
Was sind Ihre Eindrücke von der Geschäftsführung in der Schweiz?
Es gibt Vor- und Nachteile in der Schweiz. Der Vorteil besteht darin, dass dieses Land sich in der Mitte Europas befindet, aber viele Regeln sind ausgewogen und berücksichtigen die Interessen der Unternehmer mehr als in anderen europäischen Ländern. Das hilft der Schweiz, ein wirtschaftlich starker Staat zu bleiben. Zurzeit ist es aber notwendig, nicht nur auf Europa, sondern auch auf Asien zu fokussieren.
Es gibt eine Richtung, die für die Schweiz erfolglos ist — der Anteil der Spezialisten, die geistiges Eigentum generieren, ändert sich. Die meisten von ihnen befinden sich in Asien, da es dort einfacher und schneller ist, eine internationale Mannschaft zusammenzustellen.
Deshalb brauchen die Schweizer in den nächsten 10 bis 20 Jahren die Wirtschaft und die Migrationspolitik offener zu machen.
Gab es während des Treffens Zeit für eine informelle Kommunikation?
Die Atmosphäre des Treffens mit der ersten Person des Staates war sehr freundlich. Er stellte die warmen Beziehungen zwischen unseren Ländern in den Mittelpunkt, die eine 200-jährige Geschichte haben. Herr Maurer betonte, dass in schwierigen Momenten der Geschichte der Schweiz, als ihre Staatlichkeit gefährdet war, Russland zu Hilfe kam und ihre Unabhängigkeit erhalten half, was der Schweiz geholfen hatte, sich als neutraler Staat zu etablieren. Die Schweiz behält das im Gedächtnis mit Dankbarkeit.
Während unseres Gesprächs betrat ein großer Sennenhund den Besprechungsraum. Der Hund war sehr ruhig und freundlich mit den Gästen, alle wollten ihn streicheln. Es stellte sich heraus, das war der Hund des Botschafters. Herr Maurer sogar fütterte ihn mit Essen vom Tisch. Als ich ein Selfie mit dem Hund machen wollte, sagte Herr Maurer mir, was sein Leckerbissen ist, damit ich ihm das geben könnte. Wir sahen sehr glücklich aus.
Bevor Herr Maurer verlassen wollte, bat ich ihn um ein gemeinsames Foto. Wir haben beschlossen, dass es auch indirekt zur Stärkung des russisch-schweizerischen Business beitragen wird.
Ich habe der ersten Person der Schweiz auch eine Fahrradbekleidung mit Streamer-Logo geschenkt. Es war sichtbar, dass es ein unerwartetes und angenehmes Geschenk war, das unser Treffen warmer, offener und freundlicher machte.
Präsidenten von welchen Ländern möchten Sie noch kennenlernen?
Ich möchte mich gern mit dem Präsidenten Russlands treffen. Obwohl habe ich nie darüber nachgedacht. Es hängt sehr stark davon ab, wer der aktuelle Präsident ist. Ein Treffen mit Donald Trump zum Beispiel wäre sinnlos, glaube ich. Er wird unbeteiligt sein und nicht auf den Gesprächspartner hören. Es wäre aber interessant, sich mit den US-Präsidenten zu treffen, vor allem mit historischen Persönlichkeiten. Ich möchte die Leader Chinas, des Königreichs Bhutan und aller europäischen Länder kennenlernen.
Wie glauben Sie, welche Mission hat ein Präsident?
Die Mission jedes Präsidenten hängt sehr stark vom Land, seiner Entwicklungsstufe und Verfassungsordnung ab. Abhängig davon kann ein Staatschef ein Freiheitsbewahrer oder ein Reformator sein. Die Rolle des Präsidenten ist sehr komplex und hängt nicht nur von seiner Persönlichkeit, sondern vom historischen Kontext ab.
Nach dem Gespräch mit Vertretern des Business trug Üli Maurer zwei Treffen mit dem Präsidenten und dem Ministerpräsidenten Russlands, Wladimir Putin und Dmitri Medwedew, aus. Im Verlauf der Unterhandlungen wurden die Fragen der Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Russland besprochen. Unter anderem schlug Üli Maurer Wladimir Putin vor, ein Koordinations- und Beratungszentrum für schweizerische Unternehmen zu schaffen, die den unbekannten russischen Markt betreten wollen