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Grönlands Eispanzer hat in diesem Jahr 2020 in vielerlei Hinsicht Schlagzeilen gemacht. Zum einen starb auf dem Eispanzer einer der bekanntesten Klimaforscher und Grönlandkenner. Zum anderen brachen gigantische Eismengen von den Schelfeisgebieten im Norden der Insel ab und treiben als Eisberge nun in den arktischen Gewässern rund um Grönland. Die Zukunft für das grönländische Eis sieht dunkel aus.
Gerade als ich das Gefühl hatte, die Nachrichten über das Grönlandeis könnten nicht noch deprimierender werden, brachte mir Twitter diese Meldung vom Grönlandguru Professor Jason Box @climate_ice:
Die dazu passende Schlagzeile in einem BBC-Artikel von Jonathan Amos, für den Box, Eisexpeerte beim Geological Survey of Denmark and Greenland (GEUS), auch interviewt wurde, lautete:
Der riesige Eisbrocken, der sich vom “größten verbleibenden Eisschelf der Arktis”, wie es im Artikel heißt, abgespalten hat, befindet sich bei 79N, Nioghalvfjerdsfjorden in Nordostgrönland. Dies ist nur die neueste in einer ganzen Reihe von „zerschmetternden“ Entwicklungen, die Eisinsel betreffend, in diesem Sommer, nachdem sie 2019 von einer rekordverdächtigen Hitzewelle heimgesucht wurde. „Die Atmosphäre in dieser Region hat sich seit 1980 um ca. 3 Grad Celsius erwärmt“, erklärte Dr. Jenny Turton gegenüber BBC News. „Und sowohl 2019 als auch 2020 gab es dort im Sommer Temperaturrekorde.“ Turton ist Polarforscherin der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.
Schmelze von oben und von unten
‚Spalte Glacier‘, ein kürzlich abgebrochenes Eisstück, gehört zum Nordöstlichen Grönland-Eisstrom, der an dieser Stelle ins Meer strömt, so dass das Eis wie eine Plattform auf dem Wasser schwimmt. Circa fünfzehn Prozent des grönländischen Inneneises fließt über diesen Eisstrom ab. Durch höhere Lufttemperaturen in diesem und im letzten Jahr kam es zu Schmelzprozessen auf der Oberfläche des riesigen Eisschildes. Schmelzwasser sammelt sich auf dem Eis und sickert durch Spalten ins Eisinnere. Gleichzeitig lassen wärmere Meerestemperaturen das Schelfeis von unten schmelzen.
„79N wurde erst kürzlich zum letzten verbleibenden Eisschelf in der Arktis, als der Petermanngletscher in Nordwestgrönland 2010 und 2020 sehr viel an Fläche verlor,“ sagte Box der BBC. „Wenn sich das Klima weiterhin so erwärmt, wie wir erwarten, wird diese Region wahrscheinlich zu einem der Hauptschauplätze für die Entgletscherung Grönlands”, so Box.
Keine erfreulichen Aussichten. Angesichts der Geschehnisse in Grönland während der letzten beiden Sommer, fällt es mir schwer, optimistisch zu bleiben.
Tragischer Tod eines Wissenschaftlers im Eis
Anfang August erschütterte mich die Nachricht, dass der renommierte Grönlandwissenschaftler Konrad Steffen, den ich in der Vergangenheit interviewt hatte, während seiner Arbeit auf der Eisinsel gestorben war. Er ist in eine Gletscherspalte gestürzt, unweit des von ihm vor 30 Jahren gegründeten Forschungslagers „Swiss Camp“.
Die New York Times zitierte Ryan R. Neely III, Klimawissenschaftler an der Universität Leeds, der unter Dr. Steffen studiert hatte. Vor nicht allzu langer Zeit seien solche Spalten im Eis in der Region, in der Steffen arbeitete, unbekannt gewesen. Sie seien durch die Klimaerwärmung hervorgetreten.
“Zum Schluss sehe es aus, als sei er Opfer des Klimawandels geworden”, meinte Neely.
Die Zeitung berichtet allerdings auch, dass diese Gletscherspalte unter den Forschern als Gefahrenstelle bekannt war.
Wie dem auch sei – für mich hat der Tod vom Schweizer Grönlandexperten eine besondere Bedeutung angenommen, sowohl als Verlust für die Wissenschaft und die Menschheit als auch als Symbol der Gefahren des Klimawandels.
Den Planet verstehen lernen: “a never-ending story“
Ich interviewte Konrad Steffen zum ersten Mal im Herbst 2012. Das Jahr markierte die bisher größte Schmelze des Grönlandeises seit Anfang der Satellitenmessungen 1979, erzählte er mir. Drei bis viermal so viel wie das gesamte Eis der Alpen fließe im Jahr vom Eisschild in den Ozean. Das beeindruckte mich als Alpenwanderer sehr.
Ich fragte ihn schon damals, ob in Grönland bereits ein Kipppunkt erreicht sei.
„Wir kennen das System noch nicht gut genug, um das zu behaupten“, war seine Antwort. Die Wissenschaft würde immer mehr dazu lernen, neue Entdeckungen machen, Entwicklungen verstehen. „Das ist ein fortschreitender Prozeß. Auch in der Zukunft werden wir immer neue Überraschungen erleben.“
Seine Kolleginnen und Kollegen führen seine Arbeit fort. Und die Überraschungen nehmen nicht ab.
Am 13 August erschien im Journal Communications Earth & Environment eine Studie, die die Satellitendaten über Grönland von den letzten fast 40 Jahren analysierte: Dynamic ice loss from the Greenland Ice Sheet driven by sustained glacier retreat.
Die Schlagzeile “Warming Greenland ice sheet passes point of no return” wurde vielfach in den Medien verwendet. Sie führte auch zu einer lebendigen Debatte zwischen Wissenschaftlern vor allem in den sozialen Medien.
Michalea King, Forscherin der Ohio State University Byrd Polar and Climate Research Centre, ist die Leitautorin. Sie und ihre Kollegen kommen zu dem Schluss, dass Grönlands Gletscher bereits so weit geschrumpft seien, dass “der Eisschild weiter schrumpfen würde, selbst wenn die globale Erwärmung heute aufhören würde.” Ihren Argumenten zufolge hätten die Gletscher „eine Art Kipppunkt überschritten“, da der Schneefall, der den Eisschild immer von oben „auffüllt“ nicht reicht, um den Abfluss des Gletschereises in den Ozean zu kompensieren.
Ihre Behauptungen basieren auf monatlichen Daten von mehr als 200 großen Gletschern, die in den Ozean um Grönland abfließen. Die Daten zeigen wie viel Eis als Eisberge abbricht oder in den Ozean abfließt, sowie wie viel Schneefall herunterkommt.
Laut den Erkenntnissen der Forscher fing der Eisverlust um 2000 an, stetig zuzunehmen, so dass die Gletscher um die 500 Gigatonnen pro Jahr verloren. Da der Schneefall nicht gleichzeitig zunahm, verliert der Eisschild Eis wesentlich schneller, als der Schneefall es von oben wieder aufbauen kann.
Einmal in hundert Jahren
Vor dem Jahr 2000 hätte der Eisschild die gleiche Chance jedes Jahr an Masse zu gewinnen oder zu verlieren.
„In unserem jetzigen Klima wird der Eisschild nur in einem von 100 Jahren an Masse gewinnen“, erklärte King. Viele der großen Gletscher befänden sich jetzt in tieferem Wasser, so dass mehr Eis in Kontakt mit dem Meerwasser stehe, das sich erwärme und sie abschmelze.
Ian Howat, Professor an der Ohio State University und ebenfalls Autor der Studie, erklärte, der Eisschild werde weiter an Masse verlieren, selbst wenn das Klima gleich bliebe oder sogar etwas kälter würde.
Reuters zitierte den Wissenschaftler in einer Schlagzeile: ‘Canary in the coalmine’: Greenland ice has shrunk beyond return, study finds.
Howat hatte Grönland als “Kanarienvogel in der Kohlenzeche” bezeichnet, also als Warnzeichen für ein bevorstehendes desaströses Ereignis. In diesem Fall sei der Kanarienvogel allerdings schon längst gestorben, gab der Wissenschaftler zu bedenken.
Andere Wissenschaftler bestreiten, dass die Entwicklung des Eisschildes unumkehrbar sei. Bei Twitter folgte ich einer interessanten Diskussion zwischen Experten.
Harry Zekollari, ein Forscher der Delft University of Technology, beschreibt die Studie als exzellent und sehr wichtig. Die Idee eines „point of no return“ findet er allerdings etwas „irreführend”.
Ruth Mottram, Wissenschaftlerin beim Danish Meteorological Institute, betont, dass der Eisschild “(noch) nicht unvermeidlich verloren sei”, da wir den Eisverlust durch unsere Entscheidungen über die Ausmaße des Treibhausgases noch beeinflussen können.
Tragen die Medien die Schuld?
Ich bin selbst weder Glaziologin noch Klimawissenschaftlerin, sondern Journalistin. Und uns in den Medien wird im Laufe der Debatte mal wieder die Schuld für “irreführende Botschaften” zugeschoben. So schrieb Zekollari: „die Botschaft, die von den Medien verbreitet wird, (die nicht immer komplett unter der Kontrolle der Autoren stehen), kann als etwas irreführend bezeichnet werden.“ Die Lage des Eisschildes sei wirklich schlimm, aber (zum Glück) noch nicht hoffnungslos.
Zum Glück unterstehen die Medien nicht der Kontrolle von Studienautoren, muss ich da erwidern. Ich muss auch immer wiederholen, dass es „die“ Medien nicht gibt. Es gibt ein breites Spektrum an Journalisten und Unternehmen. Einige verdrehen die Fakten in der Tat immer wieder, aus Sensationslust, um Katastrophen zu beschwören. Es gibt aber jede Menge anderer, die gründlich recherchieren und sich sehr viel Mühe geben, um Entwicklungen zu verstehen und zu erklären.
In diesem Fall geben die hier zitierten Medien meiner Meinung nach die Ergebnisse der Studien und die Äußerungen der Autorinnen und Autoren akkurat wieder. Die Schlagzeile, um die es vornehmlich geht: „Warming Greenland ice sheet passes point of no return“ wird im übrigen von der Ohio State University benutzt.
Realismus und Optimismus: ein schwieriges Gleichgewicht
Wie dem auch sei. Ich verstehe die Befürchtung, dass die Annahme, wir hätten einen Punkt erreicht, von dem es kein Zurück mehr gibt, denjenigen in die Hände spielen könnte, die die Klimabewegung und die Energiewende aufhalten wollen.
Es ist schwierig, ein Gleichgewicht zu finden. Die Wahrheit ist zutiefst beunruhigend. Das soll aber nicht zu Resignation oder Panik verleiten.
Die Leitautorin der Studie Michalea King scheint dies in einem eigenen Blogartikel am 18. August zu berücksichtigen.
“Wie bei so vielen wichtigen Komponenten unseres Klimasystems hängt auch die zukünftige Entwicklung des Eisschildes in den kommenden Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten von unserem Verhalten heute ab,“ schreibt sie.
Zekollari seinerseits akzeptiert, „dass das Volumen des Eises, das in den Ozean fließt, zu groß geworden ist, um von oben kompensiert zu werden. Selbst wenn sich die Temperaturen auf dem heutigen Stand stabilisieren würden, würde der Eisschild noch über einen längeren Zeitraum an Masse verlieren“.
Er merkt aber auch an, dass das Abschmelzen abnehmen wird, wenn die Grönlandgletscher soweit zurückgegangen sind, dass sie weniger Kontakt zum Ozean haben.
Anlass zur Hoffnung?
Die Details überlasse ich den Wissenschaftlern. Auf alle Fälle scheint es in diesem Sommer klar geworden zu sein, dass Grönland massiv und rapide Eis verliert, mit weitreichenden Konsequenzen für die ganze Welt.
Anstieg des Meeresspiegels
Am 17 August wurde unter der Leitung von Professor Edward Hanna von der University of Lincoln in Großbritannien eine Studie im International Journal of Climatology veröffentlicht, die wissenschaftliche Daten von fast 30 Jahren zum Abschmelzen des Grönlandeisschildes analysiert. Die Autoren gehen von einem Meeresspiegelanstieg von bis zu 10 Zentimetern bis zum Ende dieses Jahrhunderts aus, wenn die globale Erwärmung wie heute fortschreitet. Und diese beunruhigende Schätzung beschreiben sie als „konservativ“.
Das Team untersuchte bodennahe Lufttemperaturen in den drei Jahrzehnten bis 2019 und verlinkten sie mit Computermodellen für die die Masse des Eisschildes zwischen 1972 und 2018.
Sie kamen zu dem Ergebnis, dass – sollte der Treibhausgasaustoß auf einem ähnlichen Niveau wie heute weitergehen – sich Grönland bis zum Jahre 2100 um ganze 4 bis 6.6 Grad Celsius erwärmen würde.
Diese Erwärmung Grönlands wäre wesentlich höher als globale Temperaturveränderungen über ähnliche Zeiträume. Dies reflektiere eine wesentlich höhere Klimasensitivität in den Polarregionen, finden die Wissenschaftler.
Nach ihren Berechnungen würden solche Temperaturanstiege zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels bis 2100 von 10 bis 12.5 Zentimeter, nur durch Veränderungen des Grönlandeises.
Das Autorenteam untersuchte außerdem die Temperaturauswirkungen der ungewöhnlichen Hochdruckbedingungen, die in den letzten Jahren – vor allem 2019 – im Frühjahr und Sommer über Teilen von Grönland herrschten. Hanna und seine Kollegen betonen, dass dieses Phänomen in zukünftigen Klimamodellen Berücksichtigung finden muss.
2019: Rekordverlust des Grönlandeises
Sollte es die geringsten Zweifel über die Ausmaße des Eisverlusts geben, werden diese durch eine weitere Studie, die am 20. August in Communications Earth and Environment erschien, ausgeräumt. Basierend auf Daten von den Grace-Satelliten der NASA, bestätigen die Wissenschaftler, dass der Grönlandeisschild 2019 einen Rekordverlust von 532 Milliarden Tonnen erlitt.
Die Forscher bezeichnen die Zahlen als „schockierend und deprimierend” und schätzen sie als „der größte Verlust in Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden” ein. Leitautor Ingo Sasgen vom Alfred Wegener Institute in Bremerhaven nannte sie allerdings wenig überraschend, nach den starken Eisverlusten 2010 und 2012. Er gehe auch von weiteren ähnlichen Verlusten aus.
Die Autoren dieser Studie halten es nicht für ausgemacht, dass die Entwicklung unumkehrbar sei. Eine Verringerung des CO2-Austoßes würde das Abschmelzen, das über mehrere Jahrhunderte vor sich gehen wird, verlangsamen.
„Wenn wir CO2 reduzieren, verringern wir auch die Erwärmung der Arktis und damit den Anteil des Grönlandeisschildes am Meeresspiegelanstieg”, sagte Leitautor Sasgen.
„Das heißt, selbst wenn ein großer Teil davon letztendlich verschwindet, passiert das wesentlich langsamer. Das wäre besser, da die 600 Millionen Menschen, die in Küstennähe leben, mehr Zeit hätten um wegzuziehen“.
Worst-case Szenario in Sicht?
Zu den Auswirkungen der Eisverluste von Grönland und von der Antarktis veröffentlichen Ruth Mottram, Tom Slater and Anna Hogg am 31. August eine Studie: Ice sheet losses track high-end sea-level rise projections. (Den Bericht kann man hier lesen.)
Sie vergleichen die tatsächlichen Verluste mit den Prognosen des Weltklimarats (IPCC) in ihrem fünften Bericht (AR5).
Wie der Titel schon verrät: Wir bewegen uns auf einer Verlaufskurve, die letztendlich zu einem Anstieg des Meeresspiegels nach dem extremsten Szenario des AR5-Berichts führen würde. Die Durchschnittsrate des Meeresspiegelanstiegs zwischen 2007 und 2017 sei 45 Prozent höher als die mittlere Prognose, und komme am ehesten den obersten Prognosen nahe.
„Diese oberen Zahlen prognostizieren, dass der Meeresspiegel bis 2100 aufgrund des Abschmelzens der Eisschilde zwischen 145 und 230 Millimeter höher ansteigen wird als in den zentralen Prognosen. Ein Anstieg von 150 Millimeter würde für die Westküsten Nordamerikas und Europas sowie für viele der größten Küstenmetropole der Welt die Frequenz von Überflutungen in Zusammenhang mit Stürmen verdoppeln. Eisverluste am oberen Ende der AR5-Prognosen würden 44 bis 46 Millionen Menschen weltweit einer jährlichen Überflutung der Küsten aussetzen,“ sagen die Wissenschaftler.
Sie merken auch an, dass die Prognosen des fünften Berichts des Weltklimarats einige wichtige Faktoren noch gar nicht berücksichtigen, so dass der Ausgang Situation noch schlechter ausfallen könnte. (Zu Grönland erwähnen sie unter anderem extreme Eischmelze durch Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation, starke Unterschiede im Verhalten von Schmelzwasser sowie die Rolle der Wolkenbildung.)
Wie geht es weiter?
Alles in allem war 2020 aus Sicht dieses Icebloggers ziemlich desaströs.
Während die Covid19-Pandemie uns gezeigt hat, wie verletzlich die Menschheit ist und das Leben auf dem ganzen Globus durcheinandergeriet, wurde die Aufmerksamkeit von der existentiellen Krise unserer Zeiten abgelenkt. Der Klimawandel bedroht das Leben künftiger Generation und die Zukunft des Planeten, auf dem wir leben.
Sind wir also an einen Punkt angelangt, wo es kein Zurück mehr gibt?
In der Facebook-Gruppe Greenland Ice Sheet entdeckte ich ein kurzes Video der Unu Mondo expedition, einer Gruppe von jungen Menschen, die während eines viermonatigen Segeltörns in der Arktis wissenschaftliche Daten und Erfahrungsberichte der Menschen vor Ort über den Klimawandel sammeln wollte.
In dem Film erklärt der Glaziologe Jason Box, oben schon mehrfach zitiert, die Ausmaße der Krise und die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den grönländischen Eisschild, den weltweit zweitgrößten permanent vereisten Fläche nach dem Antarktischen Eisschild. Würde dieses Eis komplett abschmelzen, hätte dies einen globalen Meeresspiegelanstieg von etwa sieben Metern zur Folge.
Die Zahlen, die Box nennt, sind erschütternd. Und es läuft mir kalt über den Rücken, wenn er sagt er könne sich kein Szenario vorstellen, das zu einer Abkühlung unseres Planeten führen würde.
Es bringt nichts, es schön zu reden. Die Menschheit ist zu weit gegangen. Einen Großteil der schädlichen Prozesse, die wir in Gang gesetzt haben, können wir nicht mehr anhalten und umkehren. Uns Kommunikatoren – den mediengewandten Wissenschaftlern, den Journalisten, den Bloggern, den Pädagogen – bleibt nur die Möglichkeit, klar zu stellen, dass diese Tatsache keine „carte blanche“ ist, um einfach weiter zu machen wie bisher. Wir müssen die Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren, und unsere Welt schleunigst in eine CO2-Neutrale wandeln, um noch verheerendere Konsequenzen zu verhindern, um die Natur, von der wir ein Teil sind, zu schützen, und um dafür zu sorgen, dass unser Planet auch für künftige Generationen lebenswert bleibt.
Zur Autorin:
Die mehrfach ausgezeichnete schottische Journalistin Irene Quaile-Kersken beschäftigt sich mit dem Klimawandel in den Polargebieten und den Auswirkungen auf den Rest der Erde. 2007 besuchte sie im Rahmen eines internationalen Radioprojekts die deutsche-französische Arktisforschungsstation auf Spitzbergen. Fasziniert vom weißen Norden, ließ sie das Thema Arktis und die Bedrohung des zerbrechlichen Ökosystems nicht mehr los. Während einer Reportagereise in Alaska 2008 entstand ihr Ice Blog, zunächst auf der Webseite der Deutschen Welle, heute als eigenständiges Projekt unter www.iceblog.org. Weitere Reisen führten die passionierte Naturliebhaberin immer wieder zurück in die Arktis, auch nach Island, Grönland und auf Forschungsschiffen durch das Nordpolarmeer.
Link zum Blog von Dr. Irene Quaile-Kersken:
Aktueller Blog: https://iceblog.org/
Ältere Blogs: http://blogs.dw.com/ice/
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