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In diesem Jahr nahm sich die Band viel vor. Die Welttounree sollte sehr umfangreich werden. Nur die grössten Stadien wurden gemietet und es soll ein weiters Live-Album und einen Konzertfilm aufgenommen werden. Den Titel zu diesem Film liefert das mittlerweile legendäre Konzert dieser überdimensionalen Welttournee im „Rose Bowl" Stadion in Pasadena - das 101. Konzert vor 75.000 begeisterten Fans!
Das Doppel-Live Album 101 (CH-Chart:11) erschien und wurde ein totaler Erfolg der mit Gold ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig kam der Konzertfilm ‘101’ in die Kinos. Oder eben nicht, denn der Film erwies sich leider als Flop. Allem Anschein nach war der Zeitpunkt für die Ausstrahlung des Filmes schlecht gewählt, da der U2 Konzertfilm und Michael Jacksons 'Moonwalker' schon in den Kinos liefen, war der Markt für Musikfilme übersättigt.
Ein Ausblick auf das neue Album gewährte die im Sommer veröffentlichte Single Personal Jesus (CH-Chart:5). Neben den bekannten Synthesizer-Klängen waren in diesem Song vermehrt auch konventionelle Instrumente zu hören. Für mehr als eine Million verkaufter Platten erhielten Depeche Mode in vielen Ländern eine goldene Schallplatte. Die Zukunft versprach „Violator“ zu werden.
Die zweite Single aus Violator wurde ausgekoppelt: Enjoy The Silence (CH-Chart:2). Nach drei Jahren Wartezeit erschien im Frühjahr das siebte Studioalbum Violator (CH-Chart:2) und wurde weltweit zu einem kommerziellen Hitalbum. Die weiteren Single-Auskopplungen waren Policy Of Truth (CH-Top:12) und World In My Eyes (CH-Chart:5). Zudem kam das Single-Video 'Strange Too - Another Violation' in die Geschäfte, welches von Anton Corbjin in England, Spanien, USA, Portugal und in der Schweiz gedreht wurde.
Als Depeche Mode in einem Kaufhaus in Hollywood eine Autogrammstunde geben, um das neue Album zu promoten, brach das totale Chaos aus: 10.000 Fans versammelten sich vor dem Kaufhaus, die mehreren hundert Polizisten, die schleunigst angerückt waren, wurden der Masse nicht Herr. Nach einer Stunde musste die Autogrammstunde abgebrochen werden. Sieben Menschen wurden leicht verletzt und ein Sachschaden über 30.000 Franken entstand.
In der acht monatigen World Violation Tour machten Depeche Mode am 12. Oktober halt im Hallenstadion Zürich. Diesmal durften sie sogar noch eine Platine Auszeichnung nach Hause nehmen.
Nach dieser Mammut Tour, inwelcher Depeche Mode vor 1.2 Millionen Menschen gespielt hatten, gönnte sich die Band einen Urlaub von einem Jahr. Einzig für die Aufnahmen von Death's Door, einem Soundtrack für den Film „Bis ans Ende der Welt" von Wim Wenders, trafen sich Depeche Mode im Studio.
Von April bis Dezember waren Depeche Mode im Studio und arbeiteten an ihrem Folgewerk Songs of Faith and Devotion.
Drei Jahre nach ihrem letzen Album erschien Songs of Faith and Devotion (CH-Top:1) mit den Singleauskoppkungen I feel You, (CH-Top:4), Walking In My Shoes(CH-Top:26), Condemnation(CH-Top:38) und In Your Room(CH-Top:14).
Orchester, Gospel-Chöre, tiefe und lange Bässe, melancholische Melodien, eine leichte Stimme von Dave zog sich durch das ganze Album und machten daraus einen echten Hörgenuss.
Die Devotional Tour dehnte sich über 14 Monate aus und begeisterte Millionen von Fans in allen Kontinenten. Erneut wurde ein Konzertvideo gedreht, und wieder wurde Anton Corbjin hierfür ausgesucht, der diesmal auch das Bühnenbild entwarf. Die Bühne war für Depeche Mode ungewöhnlich gigantisch.
In der Schweiz gab es zwei Konzertstopps: am 21.Mai in Zürich und am 3. Juni in Lausanne. Auch dieses mal gab es eine Auszeichnung für das Album. Songs of Faith and Devotion erhielt Platin. Nach dem Konzert in Zürich gingen Dave und Martin noch in den Clup Oxa, der gleich hinter dem Hallenstadion war, um dort noch ihren Konzert-Erfolg zu feiern.
Der übergrosse Tourstress machte sich deutlich und negativ bemerkbar. Alan musste sich noch während der Tour einer Nierensteinoperation unterziehen. Andy bricht die Tour ab und kehrt nach London zurück. Martin leidet an Herzrythmusstörungen. Und Dave hatte sichtlich zunehmende Drogenprobleme. Für alle Bandmitglieder war diese Tour einfach eine zu grosse Belastung.
Nach diesem stressreichen Jahr gönnte sich die Band eine ausgiebige Auszeit. Ende Mai wurde durch das Management offiziell bekannt gegeben, dass Alan Wilder Depeche Mode nach 13 Jahren verlässt. Der Grund hierfür war seine tiefe Unzufriedenheit über den Umgang der Bandmitglieder untereinander. Für seine Zukunft setzte er auf Soloprojekte und plante auch andere Musiker zu produzieren.
Im Oktober meldet die amerikanische Presse, dass Dave einen Selbstmordversuch unternommen hatte und im letzten Augenblick gerettet werden konnte. In einem offiziellen Statement erklärt Dave, er hätte infolge von Eheproblemen keinen anderen Ausweg mehr gesehen.