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Mit einer Wärmepumpe produzieren Sie die Wärme und das Warmwasser für Ihr Zuhause selber. Sie ist langfristig günstiger als andere Heizmethoden, energieeffizient, ressourcenschonend und umweltfreundlich. Wir haben zusammengefasst, was Sie über Wärmepumpen wissen sollten.
Alle Wärmepumpen funktionieren gleich: Sie erzeugen mit 20 bis 30 Prozent Strom 70 bis 80 Prozent Wärme aus Umgebungswärme oder geothermischer Wärme und speisen 100 Prozent Nutzenergie in die Heizung oder in die Warmwasseraufbereitung ein. Sie wandelt eine Wärmequelle mit tiefer Temperatur in Heizwärme mit höherer Temperatur um. Mit einer Einheit Strom produziert eine Wärmepumpe drei bis höchstens fünf Einheiten Wärmeenergie.
Gut zu wissen: Je besser Ihr Haus gedämmt ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe.
Eine Wärmepumpe …
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die preiswerteste Wärmepumpe, weil kein Erdwärmekollektor verlegt und kein Loch für eine Erdsonde gebohrt werden muss. Darum ist sie in der Schweiz mit grossem Abstand am weitesten verbreitet. Sie nutzt Energie aus der Umgebungsluft, die sich dank der Sonne laufend erwärmt, auch im Winter. Die Wärmepumpe entzieht selbst bei –20 Grad noch genügend Energie aus der Luft, um ein Haus zu heizen oder das Warmwasser aufzuheizen. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann aussen oder innen installiert werden, die Installation ausserhalb ist platzsparend.
So funktioniert die Luft-Wasser-Wärmepumpe: Ein Ventilator saugt Luft an und überträgt sie auf einen Wärmetauscher. In diesem zirkuliert ein Kältemittel, das schon bei tiefen Temperaturen seinen Aggregatszustand ändert und verdampft. Der Kältemitteldampf wird mit einem Verdichter komprimiert und so auf eine für die Heizung und Warmwasseraufbereitung nutzbare Temperatur erwärmt.
Tipp: Luft-Wasser-Wärmepumpen können laut sein und Ihre Nachbarn stören. Achten Sie darum auf den Schallschutz, es gibt inzwischen auch leise Modelle.
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe heizt mit Erdwärme. Die Wärme wird meistens mit bis zu 200 Meter langen Erdsonden abgeführt, darum nennen viele diese Wärmepumpe Erdsonde, mit Energiepfählen, Energiekörben oder Erdregistern. Ihr Wirkungsgrad ist hoch, weil die Temperatur des Erdreichs konstant ist. Dafür sind die Investitionskosten im Vergleich zu einer Luft-Wasser-Wärmepumpe höher. Auf Land mit Grundwasserschutzgebieten in der Nähe darf nicht gebohrt werden. Darum brauchen Sie für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe eine gewässerschutzrechtliche Genehmigung der Gemeinde.
So funktioniert die Sole-Wasser-Wärmepumpe: Im Erdreich wird ein Rohrsystem verlegt, in dem Sole zirkuliert, eine Mischung aus Wasser und Frostschutzmittel. Diese Sole entzieht dem Erdreich Wärme und transportiert sie zur Wärmepumpe, die sie an die Heizung und Warmwasseraufbereitung abgibt.
Tipp: Bohrungen für Erdsonden erfordern eine offizielle Bewilligung. Klären Sie darum frühzeitig ab, ob sich ein geologisches Gutachten überhaupt lohnt.
Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe heizt mit Wärme aus dem Grundwasser – oder seltener aus Seen, Flüssen und Bächen. Diese Wärmepumpe hat, wie die Erdsonde, einen hohen Wirkungsgrad, weil die Grundwassertemperatur konstant ist. Wenn die Grundwasserqualität hoch ist, sprich das Grundwasserniveau, können Sie das Wasser über einen Brunnen abführen. Wie für die Erdsonde brauchen Sie für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe eine Genehmigung der Gemeinde und eine Konzession.
So funktioniert die Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Das Grundwasser wird über Brunnenbohrungen erschlossen und über ein Rohrsystem zur Wärmepumpe transportiert. Wenn das Wasser abgekühlt ist, sickert es über einen Brunnen oder Schacht zurück ins Grundwassersystem.
Die Luft-Luft-Wärmepumpe braucht eine zentrale Lüftung und funktioniert nur in Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf. Das heisst in einem Minergie-P-Haus, Passivhaus oder Niedrigenergiehaus. Darum kommt diese Wärmepumpe nur für wenige Projekte in Frage. Falls Sie aber ein Minergie-P-Haus, Passivhaus oder Niedrigenergiehaus besitzen, ist die Luft-Luft-Wärmepumpe durchaus eine Alternative, weil sie relativ günstig ist und effizient heizt. Nur die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist günstiger.
So funktioniert die Luft-Luft-Wärmepumpe: Ein Ventilator saugt Luft an und überträgt sie auf einen Wärmetauscher. In diesem zirkuliert ein Kältemittel, das schon bei tiefen Temperaturen seinen Aggregatszustand ändert und verdampft. Der Kältemitteldampf wird mit einem Verdichter komprimiert und erwärmt. Im Gegensatz zur Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die Wärme über die Lüftung verteilt.
Nur die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann innen und aussen aufgestellt werden. Die Aussenaufstellung ist platzsparend und einfach nachrüstbar, was gerade bei Sanierungen praktisch ist. Die kompakte Wärmepumpe produziert ihre Wärme in einem wetterfesten Gehäuse im Freien, die über wärmeisolierte Rohre im Boden an den Speicher im Heizkeller geleitet wird. Der Platzbedarf im Haus ist gering.
Alle Wärmepumpen können innen aufgestellt werden. Bei der Innenaufstellung ist der ganze Kreislauf – bis auf die Zu- und die Abluft – im Haus installiert. Wichtig ist, dass der Raum oder der Keller für die Wärmepumpe frostfrei ist. Moderne Wärmepumpen brauchen wenig Platz und sind schallisoliert, darum werden sie vor allem in Neubauten innen statt aussen aufgestellt.
Das hängt vom System ab. Eine Wärmepumpe kostet mehr als eine Öl- oder Gasheizung, amortisiert sich aber dank ihrer tieferen Betriebskosten viel schneller. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe müssen Sie mit rund 32'000 Franken für die Wärmepumpe, -verteilung- und -speicherung sowie Erschliessung rechnen, für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit dem doppelten Betrag. Die Investitionskosten der anderen Systeme liegen dazwischen und steigen mit dem Installationsaufwand: Für Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind beispielsweise aufwendige Erdarbeiten notwendig, ausserdem müssen Erdsonden verlegt und Kanäle gegraben werden. Dazu kommen Handwerkerkosten von plus/minus 8000 Franken für alle Wärmepumpen.
Die jährlichen Energiekosten für ein Einfamilienhaus mit einem Energiebedarf von 20'000 kWh im Jahr betragen rund 2100 Franken mit einer Ölheizung oder rund 1300 Franken mit einer Brennwert-Gastherme. Das ist deutlich mehr als für eine Wasser-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe (720 Franken im Jahr), eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (900 Franken im Jahr) oder eine Luft-Luft-Wärmepumpe (1250 Franken im Jahr). Ausserdem ist der Unterhalt einer Wärmepumpe wesentlich günstiger, weil sie keine Abgase abgibt und Sie darum keinen Kaminfeger bezahlen müssen. Die Wartung einer Wärmepumpe kostet 250 bis 300 Franken jährlich, eine Öl- oder Gasheizung mindestens doppelt so viel.
Gut zu wissen: Im Vergleich zu einer Ölheizung amortisiert sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in ungefähr vier Jahren. Danach sparen Sie dank der tieferen Betriebskosten jedes Jahr viel Geld.
Wenn Sie eine Solarstromanlage besitzen, können Sie mit einer Wärmepumpe Ihre Stromproduktion und Ihren Stromverbrauch besser aufeinander abstimmen und optimieren, das heisst mehr eigenen Solarstrom verbrauchen. Mit dem Strom aus der Solarstromanlage können Sie die Wärmepumpe betreiben und Ihr Haus heizen und Ihr Warmwasser aufbereiten. So steigern Sie Ihren Eigenverbrauch. Das lohnt sich für Sie doppelt, weil Ihr eigener Solarstrom günstiger ist als der Strom aus dem Netz und die Rückvergütung für Solarstrom, den Sie ins Netz einspeisen, laufend sinkt.
Auf der Website der Energie-Experten finden Sie eine Übersicht über alle Energie-Förderprogramme in der Schweiz. Die Suche umfasst die Förderprogramme von Kantonen, Städten und Gemeinden sowie die Kampagnen von regionalen Energieversorgungsunternehmen. Sie können Ihre Förderbeiträge einfach online beantragen:
Wohneigentümer können alle werterhaltenden Ausgaben von ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Dazu zählen unter anderem energetische Sanierungsmassnahmen wie eine Wärmedämmung, eine Solarstromanlage oder eine Wärmepumpe. Die Abzüge für energiesparende und umweltschützende Investitionen können auf bis zu drei Steuerjahre verteilt werden, so können Sie die Progression brechen und Ihre Steuerbelastung optimieren.
Mit unserem kostenlosen Heizungsrechner können Sie die Anschaffungskosten, die laufenden Kosten und den CO2-Ausstoss Ihrer Heizung berechnen und mit anderen Heizsystemen vergleichen. In nur drei Minuten finden Sie heraus, ob sich eine Wärmepumpe lohnt und wie schnell sie sich amortisiert: