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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat hat mit Medienmitteilung vom 10. Mai 2017 eine Pilotphase für ein Biomonitoring angekündigt, die das Ziel hat, die Auswirkungen von gewissen Chemikalien auf die menschliche Gesundheit zu erfassen.</p><p>Nach der Evaluation der Pilotphase soll ein nationales Biomonitoring-Programm lanciert werden. Aufgrund der ambitiösen Ankündigung stellen sich verschiedene Fragen:</p><p>1. Das Bundesamt für Gesundheit spricht gemäss "einer ersten Schätzung" in seinem Zwischenbericht von Kosten von 100 Millionen Franken über zehn Jahre. Wie beurteilt er die Kostenfolgen? Wären günstigere Varianten denkbar, die sich auf Teilgebiete oder ganz konkrete Probleme fokussieren?</p><p>2. Welche Priorität hat ein solches Projekt angesichts der angespannten Finanzlage?</p><p>3. Wie viele Probanden sollen von einem derartigen landesweiten Monitoring erfasst werden? Wer nimmt die Auswertung vor? Müssen dafür neue Stellen geschaffen werden?</p><p>4. Welchen Mehrwert verspricht es? Welche Forschungsergebnisse soll es ermöglichen, die auf anderem Weg nicht erzielt werden können?</p><p>5. Ist er der Ansicht, dass es sich bei derartiger Forschung um eine Staatsaufgabe handelt? Inwiefern könnte ein solches Forschungsprojekt von privatwirtschaftlichen Akteuren betrieben werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>An seiner Sitzung vom 10. Mai 2017 hat der Bundesrat eine Grundsatzdiskussion über eine nationale Biomonitoring-Studie geführt. Dabei ging es nur um die Lancierung einer Pilotphase. Diese Pilotphase läuft derzeit an. Sie soll über die Durchführbarkeit einer nationalen Studie sowie die erforderlichen Ressourcen und Infrastrukturen Aufschluss geben.</p><p>Erst nach Abschluss dieser Phase wird der Bundesrat über das Budget und die Priorität einer nationalen Studie entscheiden und damit die von der Interpellantin gestellten Fragen beantworten.</p><p>1. Die geschätzten Kosten von 100 Millionen Franken über zehn Jahre für ein nationales Programm beruhen auf den Kosten ähnlicher Initiativen in den Nachbarländern. So verfügt beispielsweise die deutsche Gesundheitsstudie Nako über ein Budget von 210 Millionen Euro für die ersten zehn Jahre, während sich das Budget der französischen Kohorte Constances auf 150 Millionen Euro für acht Jahre beläuft. Bisher wurde kein Beschluss für eine Studie dieser Grössenordnung in der Schweiz gefasst. Die Pilotphase soll dem Bundesrat die notwendigen Grundlagen für eine Entscheidung bis 2020 liefern.</p><p>2. Der Bundesrat hat nur eine Pilotphase im Rahmen des ordentlichen Budgets bewilligt. Die Kosten eines allfälligen nationalen Programms lassen sich erst nach Abschluss dieser Pilotphase genauer abschätzen. Über die Priorität eines solchen Programms wird am Ende der Pilotphase unter Berücksichtigung der dann gegebenen Finanzlage und Finanzierbarkeit entschieden.</p><p>3. Die Auswertung der Ergebnisse der Pilotstudie, die mit 1000 Freiwilligen durchgeführt wird, erfolgt mit den bestehenden Ressourcen. Der Umfang einer allfälligen nationalen Studie sowie die dazu erforderlichen Ressourcen werden am Ende dieser ersten Phase bestimmt.</p><p>Die Pilotphase wird mit Unterstützung von externen Partnern durchgeführt; falls anschliessend eine nationale Studie lanciert wird, muss diese Partnerschaft ausgebaut werden. Nun geht es darum, die möglichen Partner - auch aus dem privaten Sektor - zu ermitteln und abzuklären, inwieweit sie in der Lage sind, die Feldarbeit, die Umsetzung der Ergebnisse und die Finanzierung zu unterstützen. Die verschiedenen beteiligten Bundesstellen werden die Massnahmen, die sich daraus ableiten, mit den bestehenden Ressourcen festlegen.</p><p>4. Das Projekt würde nicht nur Gesundheitsdaten bereitstellen, die für die Gesundheitspolitik und die Forschung von Nutzen sind. Es würde auch die Möglichkeit bieten, Risikofaktoren und frühe Krankheitsmarker zu eruieren und die Wirkung einer akuten oder chronischen Belastung mit bestimmten Stoffen aus der Umwelt zu beurteilen. Zudem könnten komplexe Themen wie der Kontakt mit einer Vielzahl von Substanzen (Cocktail-Effekt) oder mit hormonaktiven Stoffen angegangen werden. Das Projekt hätte einen weiteren Vorteil: Mit hochwertigen, auf internationaler Ebene vergleichbaren Stichproben und Daten würden in der Schweiz eine wettbewerbsfähige Forschung und die Innovation in Bereichen gefördert, in denen zurzeit Lücken bestehen. </p><p>Ausserdem stünden der Schweiz eigene Referenzwerte zur Verfügung, um das Vorhandensein von Schadstoffen und deren allfällige Auswirkungen auf die Gesundheit zu beurteilen.</p><p>5. Hochwertige Gesundheitsdaten sind für die Gesundheitspolitik unabdingbar. Durch sein Engagement in einem solchen Projekt kann der Staat dieses entsprechend seinen Bedürfnissen steuern, seine Forschungsaktivitäten koordinieren und somit die Kosten optimieren. </p><p>Zudem werden im Rahmen der Initiative Swiss Biobanking Platform und des Swiss Personalized Health Network notwendige strukturelle Voraussetzungen für eine Biomonitoring-Studie geschaffen. Die Synergien, die sich hier ergeben, sollten genutzt werden. Der Einbezug von privaten Akteuren wird während der Pilotphase geprüft.</p>  Antwort des Bundesrates.