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Bewältigung von Lebenskrisen
Kein Mensch ist in seinem Leben vor einer Lebenskrise sicher. Von einer Krise sprechen wir dann, wenn die zur Verfügung stehenden persönlichen oder sozialen Ressourcen nicht mehr ausreichen, eine schmerzhafte seelische Belastung zu bewältigen. Seelische Krisen können durch Belastungen wie Verlust von wichtigen Bezugspersonen durch Trennung oder Tod, Arbeitslosigkeit, eine Krankheit, längere soziale Konflikte usw. entstehen. Im Chinesischen wird das Wort „Krise“ aus den beiden Worten „Gefahr“ und „Chance“ gebildet. Wie kann man am besten eine Krise bewältigen, damit sie als „Chance“ genutzt werden kann und wir nicht in der „Gefahr“ untergehen?
Wie Sie Krisen besser bewältigen:
1) Nehmen Sie aktiv Einfluss auf das Geschehen, dort wo Sie können. Verharren Sie nicht in Passivität. Suchen Sie nach Lösungsmöglichkeiten, die Sie anpacken können. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das eigene Handeln, die persönlichen Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, den Verlauf der Krise zu beeinflussen oder ein Problem zu lösen. Vielleicht liegt gerade darin eine Chance für Ihre Zukunft, etwas Wichtiges in Ihrem Leben zu verändern. Verharren Sie nicht in einer unproduktiven, lähmenden Opferrolle. Verbessern Sie damit Ihre Selbstwirksamkeits- und Kontrollüberzeugung.
2) Suchen Sie nach neuen Lösungsmöglichkeiten, an die Sie bisher noch nicht gedacht haben. Zum Beispiel: Wann erleben Sie Ihre Situation als weniger schlimm? Was denken oder tun Sie in diesen Ausnahmemomenten? Was davon könnten Sie mehr tun? Denken Sie nicht nur über Probleme und deren Ursache nach, sondern suchen Sie nach Lösungen und möglichen Veränderungen, um Ihre Zukunft oder Gegenwart zu verbessern.
3) Suchen Sie sich soziale oder fachliche Unterstützung bei Menschen Ihres Vertrauens. Überstrapazieren Sie diese Beziehungen aber nicht mit ausufernden Problembesprechungen. Eine Variante, sich zu äussern, sich und seine Gefühle auszudrücken kann auch das Schreiben sein, z.B. in einem Tagebuch. Als Menschen sind wir soziale Wesen. In schwierigen Zeiten suchen wir die Unterstützung von anderen. Die meisten Menschen erleben das Gespräch mit Vertrauenspersonen, von denen sie sich verstanden fühlen als entlastend, auch wenn sich damit nicht immer unmittelbar ein Problem lösen lässt.
4) Dort wo Sie tatsächlich nichts an Ihren belastenden Umständen ändern können, verstärken Sie Ihre Selbstfürsorge und Psychohygiene. Achten Sie auf sich und Ihre Bedürfnisse. Tun Sie sich etwas Gutes. Nicht nur, wenn es einem gut geht, sondern gerade auch in Krisenzeiten sollten wir es uns gut gehen lassen. In Krisenzeiten vernachlässigen wir oft die angenehmen Seiten des Lebens. Lernen Sie zu geniessen. Jetzt ist Selbstfürsorge angesagt. Jetzt erst recht!
5) Krisenmomente sind besondere Stresszustände. Erholung und Bewegung bauen Stress ab. Finden Sie Ihre Art von Entspannung und Bewegung. Viele Menschen finden in sportlichen Aktivitäten oder in Meditationsübungen eine Möglichkeit der Entlastung und Regeneration. Übrigens macht regelmässiges Ausdauertraining (mindestens 3 x / Woche 30 Min. schwitzen) auch resistenter gegen Stress und wirkt fast gleich gut wie ein Antidepressiva.
6) Überprüfen Sie Ihr Denken. Wir alle führen den ganzen Tag ein inneres Selbstgespräch. Je nach dem, welche Gedanken uns durch den Kopf gehen, beeinflusst dies unsere Stimmung. Mit unserem Denken können wir eine objektiv schwierige und schmerzhafte Situation subjektiv und emotional noch verschlimmern. Glauben Sie nicht alles, was Sie denken! Nehmen Sie nicht alles ernst, was Ihr Verstand Ihnen an Kommentaren, Bewertungen, Interpretationen mitteilt. Oft stecken darin willkürliche, unlogische Schlussfolgerungen, Übertreibungen oder Verallgemeinerungen, ein Detail wird wichtiger als das grosse Ganze usw. und schon schlittert unsere Stimmung in den Keller. Unser Verstand (unser Denken) ist nicht unser Feind, aber auch nicht immer unser Freund.
7) Wenn Sie Ihre Stimmung verbessern möchten, tun Sie etwas, was das gewünschte Gefühl erzeugt oder erzeugen könnte. Zum Beispiel: Wenn Sie sich ärgern, tun Sie etwas Beruhigendes, wenn Sie traurig sind etwas Freudvolles, Angenehmes, bei Unsicherheit etwas Übendes, das Ihre Sicherheit verstärkt usw. Es geht dabei nicht darum, unsere Gefühle, die wir haben, zu verleugnen oder zu verdrängen. Wenn wir aber bei Ärger, nur dauernd unsere Wut ausdrücken, bei Trauer uns fallen lassen und in Passivität verharren und bei Unsicherheit befürchtete Situationen immer vermeiden, verstärken und verlängern wir diese Gefühle nur unnötig. Genau so wie Denken unsere Stimmung beeinflusst, wirken auch unsere Aktivitäten und Handlungen auf uns zurück.
8) „Der Weg ist unter Deinen Füssen.“ (Zen-Sprichwort): Lesen Sie nochmals Vorschlag 1.