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Die Schweizer Berglauf-Titelkämpfe waren dieses Jahr in den Stierenberglauf integriert, der heuer zum sechsten Mal am Morgen des Schweizer Nationalfeiertages ausgetragen wurde und über 11,5 km und 790 Höhenmeter führte.
Vor allem das Männerrennen war voller Dynamik und endete mit einem portugiesischen Sieg von César Costa. Der 38-jährige Costa lief in einer anderen Liga. Nach 2,5 Kilometern schüttelte er seinen letzten Begleiter ab und danach war es «ein Kampf gegen mich selbst», wie sich der in Martigny wohnhafte Portugiese ausdrückte.
Am Schluss betrug Costas Vorsprung auf Christian Mathys (Zuchwil) 47 Sekunden; als bestklassierter Schweizer gewann Mathys den Titel des Berglaufmeisters. Für den Seeländer war das Tempo zu Beginn brutal, «aber zum Glück verspürte ich nichts von meiner früheren Verletzung und konnte das Tempo der Gruppe mithalten. Bei Kilometer drei lief ich auf die zweite Position, und in der zweiten Steigung schloss Bieri zu mir auf. In der extremen Abfahrt konnte ich mir wieder einen Vorsprung von 200 Metern herauslaufen.» Diesen baute Mathys mit Fortdauer des Rennens aus und nahm dem Berner Matthias Bieri bis ins Ziel 1:25 Minuten ab. «Heute musste ich mehrere Male am Limit laufen», meinte der Schweizer Meister am Ziel. Nach 2011 in Olten holte sich der Pilot seinen zweiten Schweizer-Meister-Titel im Berglauf.
Meszaros knapp an Bronze vorbei
Von den Freiburgern vermochte sich Thomas Meszaros (CA Belfaux) ausgezeichnet in Szene zu setzen. Der Lokalmatador und dreimalige Sieger am Stierenberglauf lief knapp am Podest vorbei und wurde als bester Einheimischer mit einem Rückstand von genau zwei Minuten auf den Tagessieger Costa ausgezeichneter Fünfter. Auf den Bronzemedaillengewinner Daniel Lustenberger (Kriens) büsste Meszaros zehn Sekunden ein. Immerhin durfte er sich über den Schweizer-Meister-Titel in der Kategorie M35 freuen.
Weitere Freiburger Spitzenplätze sicherten sich Othmar Brügger (Plaffeien) mit dem Sieg bei den M50 und Denis Bigler (Courgevaux) mit dem Gewinn von Silber in der Kategorie M45. Walter Maeder (Courgevaux, M60) als Dritter und Ruedi Bucher (Giffers, M65) als Zweiter sicherten sich weitere Medaillen für die Freiburger.
Maude Mathys vor Strähl
Bei den Frauen siegte die Titelverteidigerin Maude Mathys mit einem Vorsprung von 1:45 Minuten auf die sechsfache Berglauf-Schweizermeisterin Martina Strähl aus Oekingen. Die 27-jährige Mathys begann sehr vorsichtig und holte sich ihren Vorsprung gegenüber der Solothurnerin in den beiden Abwärtspartien heraus. «Vorsichtig beginnen und im steilen Gelände aufdrehen», das war die Taktik der Waadtländerin, die vor drei Wochen an der Berglauf-EM in Gap (Fr) auf einer «Up and down»-Strecke ausgezeichnete Fünfte geworden war.
Martina Strähl, die auf einem Uphill-Parcours besser zurechtkommt als auf der Stierenberglauf-Strecke, war mit ihrem Rennen dennoch zufrieden und freute sich über die gewonnene Silbermedaille.
Die 27-Jährige, dieihren Fokus auf die Leichtathletik-EM ausgerichtet hat und sich momentan den Feinschliff für den Marathon holt, musste in Schwarzsee ihren Ehrgeiz etwas zurücknehmen, um so kurz vor der Europameisterschaft nicht unnötig Energie zu verpuffen.Nächstes Jahr werden die Berglaufmeisterschaften am Weissenstein ausgetragen, und da wird die Solothurnerin versuchen, den Titel wieder an sich zu reissen.
Bronze ging an Lucia Mayer-Hoffmann (Stans) mit 2:45 Minuten Rückstand. Bei den Freiburgerinnen sicherte sich Cécile Rappo (Murten) in der Kategorie F70 den Schweizer-Meister-Titel im Berglauf. cst/hr