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Musherlatein
Musher
Was bedeutet der Begriff "Musher" ?
Musher bedeutet soviel wie: "Führer oder Lenker eines Schlittenhundeteams"!
Ein Musher lenkt sein Schlittenhundeteam durch Kommandos, für ihn sind Schlittenhunde immer an erster Stelle. Das Führen aller Art der Schlittenhunde zählt darunter, egal ob auf Schlitten, Wagen, Roller, Skiern, Joggen ect.Befehle und Kommandos
Welche "Befehle" und "Kommandos" geben Musher ihren Hunden ?
Es gibt unter den Mushern gängige Kommandos, aber im Prinzip ist es egal was man dem Hund für ein "Wort" als Kommando beibringt, es liegt gänzlich am Training der Kommandos.
Die wichtigsten Kommandos sind wie folgt
Los laufen
Rechts abbiegen
Links abbiegen
Rechts halten
Links halten
Gerade aus
Langsamer
Zug halten
Wenden Rechts
Wenden Links
Halt
Stehen
go oder mush (go oder mash)
gee (tschie)
haw (haah)
gee over (tschie over)
haw over (haah over)
ahead (ahäät)
easy (iesie)
line out (lein aut)
come gee oder back gee(komm tschie oder bäk tschie)
come haw oder back hee(komm haah oder bäk haah)
halt, stop
steh, Team steht
Im Prinzip nutzt aber jeder Musher seine eigenen Worte. Meist werden englische Kommandos bevorzugt, weil sie sich untereinander einfacher unterscheiden als deutschsprachige Wörter.
Es gibt auch noch mehr Kommandos wie z.B. schneller, hier "feuert" der Musher seine Hunde durch bestimmte Geräusche an, die die Hunde motivieren, wie z.B. hohes Pfeifen oder Trillern.
Aufbau eines Hundegespanns
Hier die verschiedenen Varianten:
Hier sehen wir verschiedene Beispiele ein Gespann aufzubauen:
Die am meisten genutzte Variante ist das "Doppelgespann", was man am oberen Beispiel erkennt. Der Vorteil dieses Gespanns ist das die Hunde sich kaum verheddern und es besteht eine optimale Kraftübertragung, auch wenn Hunde stärker und andere weniger stark ziehen, außerdem können sich die Hunde sehr flexibel bewegen. Ganz vorne am Gespann, an erster Position befinden sich die Leader (Leaddogs), auf Deutsch, Leithund. Er Leitet, so wie der Name schon sagt, das Gespann. Sie spielen in erster Linie die wichtigste Rolle, denn sie müssen die vom Musher übertragenen Informationen verarbeiten (Befehle, Kommandos) und in schwierigen Situationen die nerven bewahren. Leaddogs werden, wie man so schön sagt, zum Leithund geboren.
An zweiter Position befinden sich die Swinger (Swingdogs) und dahinter die Wheeler (Wheeldogs).
Der Wheeldog befindet sich immer an der hintersten Position, also direkt vor dem Schlitten im Gespann. Sie sind die Hunde mit der meisten Kraft. I.d.R. sind große und starke Hunde Wheeldogs. Außerdem sind sie noch dafür verantwortlich das der Schlitten die Spur hält.
Alle Hunde die sich zwischen den Swing- und Wheeldogs befinden sind die Teamdogs. Unter Mushern gibt es natürlich noch verschiedene andere Bezeichnungen von Positionen, wie z.B. "Pointdogs" ect.
Im linken Beispiel sieht man ein "Fächergespann". Diese fahren meistens in Grönland mit Grönlandhunden. Beim Fächergespann haben die Hunde die meiste Flexibilität, allerdings überträgt sich die Kraft schlechter als beim "Doppelgespann", weil die Hunde verschieden belastet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es Hunden die nicht mehr so gut können, weil sie z.B. zu alt sind, zurück fallen lassen können, ohne einen anderen Hund zu stören. Der entscheidende Nachteil ist allerdings die Verletzungsgefahr in den Leinen.
Diese Art von Gespann wird in Europa selten eingesetzt, weil man ein weitläufiges Gebiet dazu braucht, wo sich "nichts" auf der Strecke befindet, kein Baum, kein Gar nichts. Diese Art von Gespanne lassen sich sehr schwer Lenken, meist benutzen die Musher eine Peitsche mit der sieüber die Hunde schlagen (nicht auf die Hunde) und dann wissen die Hunde, durch das Geräusch in welche Richtung es schallt, wo es weiter geht.
Im unterem Beispiel sieht man ein sogenanntes Tandem. Dies hat den Vorteil das die Hunde sich nicht verheddern und dadurch das Verletzungsrisiko viel geringer ist, als bei den anderen beiden Beispielen. Ein weiterer Vorteil ist das die Hunde nicht einfach ohne Probleme umdrehen können. Der Nachteil ist allerdings das die Hunde sehr unflexibel sind und die Kraftübertragung auch hier nicht optimal ist. Meist genutzt für Pulka-fahren
(mehr über Pulka im "unteren Beispiel, Ski-Jöring und Pulka") Ski-Jöring und Pulka
Bei beiden Varianten lässt sich der Musher vom Hund auf den Skiern ziehen, der unterschied ist nur das er bei Pulka fahren noch eine sogenannte Pulka zwischen sich und dem Hund hat. Eine Pulka ist soeine Art kleiner Hundeschlitten, den man mit Proviant füllen kann. Zum ziehen bekommen die Hunde Pulkageschirre und laufen dabei im Tandem (Tandem im Beispiel "oben" gezeigt). Beim normalen Skijöring fährt man ohne diese Pulka, da befindet sich der Hund direkt vor dem Musher am Bauchgurt.
Doghandler
Wenn der Musher viele Hunde hat und Hilfe braucht beim Versorgen und Auslasten der Hunde, besorgt er sich einen Doghandler.
Er kümmert sich um alle Hunde, reinigt den Auslauf und den Zwinger, füttert die Hunde und spannt sie vor den Schlitten/Wagen ect.
Trail
Ein Trail ist die Strecke (Weg) auf der ein Schlittenhundegespann läuft. Auf Rennen werden, z.B. Trails vorher gespurt (mit Stäben und Spuren), damit die Musher wissen wo der Trail (Weg) lang geht.
X-back-Geschirr
X-Back-Geschirre tragen Schlittenhunde um lasten ziehen zu können. Durch das X-Back wird das Gewicht der Last gleichmäßig verteilt, die Hunde können dadurch mit vollem Körpereinsatz ziehen. Es gibt auch noch andere Varianten, wie z.B. das H-Back oder das Fishback, doch das X-back ist das am meisten genutzte in der Schlittenhundeszene.
"Beschwichtigungssignale", das richtige Verhalten dem Hund gegenüber
Das richtige Verhalten als Mensch dem Hund gegenüber ist natürlich für alle Hunde sehr wichtig. Doch bei Schlittenhunden spielt es eine noch wichtigere Rolle, weil sie einen "größeren Wortschatz" haben als die meisten unserer Haushunde und dadurch einen viel sensibleren Sinn, und genau das macht Schlittenhunde so besonders. Diese Signale geben sich Hunde um miteinander zu kommunizieren. Ein normaler Mensch erkennt die meisten dieser Signale nicht. Doch wenn man sich ein bisschen damit beschäftigt lernt man schnell, sehr viel, über seinen eigenen Hund. Beschwichtigungssignale können Zähne zeigen oder Schwanzwedeln sein, aber auch einfach nur eine bestimmte Körperhaltung. Man sollte auch als Mensch dem Hund gegenüber diese Signale anwenden, weil sie das "a und o" der Hundekommunikation sind. Diese Signale hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen. Man sollte sich deshalb im Voraus gut belesen. Wir empfehlen u.a. das Buch "Calming Signals - Die Beschwichtigungssignale der Hunde" von "Turid Rugaas". Da werden relativ simple die Beschwichtigungssignale beschrieben. Dieses Buch würden wir aber auch jeden erfahrenen Hundehalter empfehlen.
Alphatier
Ein Alphatier führt das Rudel an. Meist sind Alphatiere die intelligentesten und nicht unbedingt die stärksten Hunde im Rudel (meistens Weibchen). Sie beweisen den anderen Rudelmitgliedern durch Souveränität und Intelligenz wer der Boss ist im Rudel. Umso besser ein Alphatier sich im Rudel beweist desto stärker ist das Rudel. Das Alphatier koordiniert und beschützt die Rudelmitglieder. In einem Rudel wo der Alpharang nicht geklärt ist, gibt es meist Kämpfe um den Rang (Bei Wölfen eher selten). Wenn das Alphatier älter wird und nicht mehr die Kraft hat sein Rudel unter Kontrolle zu halten, gibt er den Rang an andere Rudelmitglieder ab.
Man sollte das Wort Alphatier niemals mit dem Wort Leithund gleichstellen. Denn das Wort Alphatier kommt vom Verhalten der Wölfe und das Wort Leithund (Lead/Leader) kommt aus der Mushersprache, er koordiniert das Schlittenhundegespann (im Beispiel "oben Leader"). Das Alphatier muss nicht grundsätzlich auch der Leithund sein.