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Die "Schweizer Filmwochenschau", Vorgängerin der heutigen TV-Tagesschau, wurde von August 1940 bis März 1975 als Vorprogramm in allen Kinos des Landes gezeigt. Die siebenminütige Aktualitäten-Nummer erschien einmal wöchentlich jeweils auf Deutsch, Französisch oder Italienisch. Konzipiert wurde sie ursprünglich vom Bund als Gegengewicht zur erdrückenden Hegemonie der Nazi-Wochenschauen nach dem Ausbleiben französischer Aktualitäten infolge von Hitlers Einmarsch in Paris. Jahrzehntelang galt sie als filmische Referenz für alle Ereignisse des Inlandes. Nach der allgemeinen Verbreitung des Fernsehens mit seinen Tagesberichten verlor die Filmwochenschau jedoch mach und nach ihre Existenzberechtigung. Diese unschätzbare Quelle von Bilddokumenten (rund 200 Stunden Film) wurde daraufhin dem Schweizer Film-archiv zur Aufbewahrung anvertraut. Die Rettung der gefährdeten Elemente wurde von Memoriav, Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, finanziert.
Nach einer ersten DVD über die Jahre 1940-42 unfasst der zweite Teil unserer Serie "Die Schweiz während des 2. Weltkrieges" 44 Reportagen der SFW aus den Jahren 1943-44. Eine letzte DVD wird in das ereignisschwere Jahr 1945 zurückblicken. Diese Bilder geben einen Einblick in die alltäglichen Schwierigkeiten eines Landes, das zwar von Kampfhandlungen verschont geblieben ist (abgesehen von einigen Bombardierungen und Luftscharmützeln), das aber immer stärker eingeschnürt war. Die SFW richtet sich an die gesamte Bevölkerung und zieht dabei verschiedene Register: beruhigend, aufmunternd, ermahnend, manipulierend oder irreführend. Gianni Haver, Professor am Institut für Soziologie der Massenkommunikation (Universität Lausanne), hat einen historisch-kritischen Kommentar aller Reportagen verfasst, der die DVD als 16-seitiges Beiheft begleitet.