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Herkunft und Herstellung der Spagyrik
Spagyrik ist ein sehr altes Heilverfahren. Spagyrische Essenzen sind ungiftig, unschädlich und von geringem Alkoholgehalt. Sie gehören zu den wirksamsten und verträglichsten pflanzlichen Arzneimitteln. Die Spagyrik bewährt sich sowohl bei akuten als auch bei chronischen Krankheiten immer aufs Neue und vermag mancher nicht richtig fassbaren Krankheit den Boden zu entziehen.
Der spagyrische Herstellungsprozess bezweckt die grösstmögliche Aktivierung aller arztneilichen Heilkräfte; die Kräuter werden daher mit ihren wertvollen und wirksamen Heilstoffen in eine aufgeschlossene, vom Ballast befreite spagyrische Essenz verwandelt, die mit der homöopathischen Urtinktur kaum verglichen werden kann.
1870 entwickelte der Arzt Carl-Friedrich Zimpel auf den Grundlagen von Paracelsus und Glauber das noch heute gültige spagyrische Herstellungsverfahren.
Das Verfahren besteht im Wesentlichen aus folgenden Schritten:
- Vergärung
- Wasserdampfdestillation
- Veraschung
- Vereinigung von Destillat und Asche
- Filtration
- Potenzierung
Wenn immer möglich werden Frischpflanzen (ca. 80%) aus kontrolliertem
biologischem Anbau eingesetzt. Die zerkleinerten Pflanzen werden mit Wasser und Hefe angesetzt und der Gärung überlassen. In dieser Zeit laufen verschiedene bio-chemische Prozesse ab, z.B. die Aufspaltung von glykosidischen Bindungen, die Freisetzung von ätherischen Ölen, die Bildung von Alkohol und Kohlendioxid aus Zucker und die Bildung von organischen Säuren.
Nach Abschluss der Gärung wird der Ansatz einer schonenden Wasserdampfdestillation unterworfen. Bei diesem Prozess werden die bei der Gärung freigesetzten Aromastoffe, die ätherischen Öle, die leichtflächtigen organischen Säuren und der entstandene Alkohol abdestilliert. Giftstoffe und Allergene bleiben im Destillationsrückstand zurück.
Der Destillationsrückstand wird getrocknet, verbrannt und anschliessend bis zum Erhalt einer homogenen, weissen Asche geglüht (kalziniert). Bei diesem Prozess werden die Giftstoffe, Allergene und andere organische Verbindungen vollständig verbrannt. Die pflanzeneigenen Mineralien und Spurenelemente werden in Oxide oder Carbonate überführt, die in dieser Form zum Teil wasserlöslich sind. Die kalzinierte Asche wird dem Destillat zugegeben. Mineralien und Spurenelemente werden gelöst (Spagyrische Hochzeit). Bei der abschliessenden Filtration werden die unlöslichen, giftigen Schwermetallsalze abgetrennt (Caput mortuum). Das Filtrat ist die spagyrische Uressenz der entsprechenden Pflanze, bezeichnet als spag. Zimpel TM (Tinctura Madre). Aufgrund von behördlichen Vorgaben werden einige Uressenzen auf tiefe Potenzstufen (maximal D4) potenziert.