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Schwindel
Störungen des Gleichgewichts sind häufig...
Die Raumorientierung der Menschen beruht auf einem funktionierenden Zusammenspiel von drei Rezeptorsystemen. Dem visuellen System ("ich sehen, wo ich bin"), dem sog. propriozeptiven System ("ich merke, ob z.B. meine Wirbelsäule gebogen ist") und dem vestibulären System ("ich nehmen Schwerkraft/Beuschleunigung als solche wahr"). Die hinter dem Ohr im Felsenbein lokalsierten beiden Gleichgewichtsorgene (vestibuläres System) vermögen etwas vereinfacht Drehbeschleunigungen und Linearbeschleunigungen in horizontaler und vertikaler Richtung zu erfassen. Passt die Information der beiden Gleichgewichtsorgane durch eine vorübergehende oder persistierende Beeinträchtigung nicht zusammen, reagiert der Patient mit Schwindel.
Neben einem ausführlichen Gespräch und einer strukturierten klinischen Untersuchung helfem dem HNO-Arzt verschiedene Verfahren, die Funktionalität der Gleichgewichtsorgane zu messen. Eine orientierenden Untersuchung ist die Videonystagmographie (VNG). Mit einem thermischen Reiz (nicht körperwarmes Wasser im Gehörgang) lassen sich Informationen über die geforderte Symmetrie der Drehbeschleunigungsrezeptoren extrapolieren. Zur vertiefenden Diagnostik des Geleichgewichtsapparats kommen bei Bedarf drei weitere Verfahren zum Einsatz.
1. Videobasierte subjektiv visuelle Vertikale (vSVV): Die Vertikalität als solche korrekt zu erfahren, bedarf der adäquaten Funktion der Linearbeschleunigungsrezeptoren im Gleichgewichtsorgan.
2. Videobasierter Kopfimpulstest (vHIT): Ähnlich wie bei der Kalorik wird die Funktion der Drehbeschleunigungsrezeptoren gemessen. Der Vorteil dieses neuen Verfahrens ist, dass man mit physiologischen Reizen arbeitet.
3. Vestibulär evozierte myogene Potentiale (c+oVEMP): Dabei macht man sich zu Nutze, dass das Gleichgewichtsorgan auch eine rudimentäre Hörfunktion aufweist. Ein akustischer Reiz stimuliert das Gleichgewichtsorgan und führt zu einer reflektorischen Antwort von Hals- und Augenmuskeln. So kann eine seitengetrennte Aussage über die vertikale und horizontale Linearbeschleunigung gewonnen werden.