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Agroscope untersucht gemeinsam mit Ornithologen das Verhalten von Rabenvögeln. Ziel der Studie ist es, die von den Vögeln verursachten Schäden an Sonnenblumen- und Maiskulturen zu reduzieren.
Krähen und Raben werden häufig für Schäden an Kulturpflanzen verantwortlich gemacht, insbesondere bei der Aussaat und dem Auflaufen von Mais und Sonnenblumen. In den am stärksten betroffenen Gebieten versuchen die Landwirte alles, um ihre Saat zu schützen, aber akustische oder visuelle Massnahmen zur Verscheuchung sind nicht immer wirksam und die Behandlung des Saatguts mit abstossendem Beizmittel ist nicht immer möglich. Auch Abschüsse und Fallen können Schäden nicht verhindern und stellen keine Lösung dar.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, den Landwirten wirksame Methoden zur Vermeidung von Vogelschäden in Mais- und Sonnenblumenkulturen anzubieten. In einem ersten Schritt sollen die Bewegungsökologie und das Fressverhalten der Vögel untersucht werden, um zu verstehen, wie räumliche Faktoren das Risiko von Schäden in einer Parzelle beeinflussen. Eine Beringungskampagne und das Anbringen von GPS-Sendern werden von Agroscope in Zusammenarbeit mit den Wildhütern des Kantons Waadt organisiert. Rabenkrähen (Corvus corone) und Saatkrähen (Corvus frugilegus) werden gefangen, beringt, mit GPS-Transpondern versehen und so schnell wie möglich am Ort ihres Fangs wieder freigelassen. Um die Störungen in der Nähe der Fangstation so gering wie möglich zu halten, müssen folgende Grundregeln eingehalten werden: Abstand halten, uns benachrichtigen, wenn es Probleme gibt.
Gleichzeitig untersucht Agroscope die Nahrungsvorlieben der Vögel, um Lösungen in Form von abweisenden Saatgutbeschichtungen zu finden, die weder für Tiere noch für die Umwelt giftig sind. Auch die Wirksamkeit von Untersaaten, die den Zugang zu Samen oder Keimlingen während des sensiblen Stadiums einschränken, werden getestet.
Die Studie wird in Zusammenarbeit mit verschiedenen lokalen Akteuren der Landwirtschaft in mehreren Regionen der Schweiz durchgeführt. So können die Schäden in verschiedenen Lebensraumtypen abgeschätzt und neue Schutzvorrichtungen auf den Feldern in Partnerschaft mit einem Netzwerk freiwilliger Landwirte getestet werden.