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Chelsea und Atletico Madrid, die zwei defensiv besten Teams in Europa, machen den zweiten Finalisten der Champions League untereinander aus. Nach dem 0:0 in Madrid steigen die von Jose Mourinho gecoachten Londoner als leichte Favoriten ins heutige Rückspiel.
Im dritten Versuch soll es für Jose Mourinho mit Chelsea endlich klappen. Zweimal war der Portugiese in seiner ersten Amtszeit bei den «Blues» im Halbfinal gescheitert, und auch mit Real Madrid bedeutete die Runde der letzten vier zuletzt dreimal in Folge Endstation für den charismatischen 51-Jährigen. Nun will «The Special One» das Verpasste nachholen.
Im den Final zu erreichen, sind Mourinho alle Mittel recht. Mit einer enorm defensiven Ausrichtung erreichte er vor einer Woche im Hinspiel in Madrid mit einem 0:0 das erhoffte Zwischenziel, nun soll zuhause an der Stamford Bridge der Weg nach Lissabon, wo am 24. Mai das Endspiel stattfindet, geebnet werden. Für Mourinho, der mit Porto (2004) und Inter Mailand (2010) die Champions League gewann, wäre es ebenso wie für Chelsea, das 2008 den Final erreichte und 2012 den Titel holte, der dritte Finaleinzug.
Atletico, der Europa-League-Sieger von 2012, stand erst einmal im Endspiel des wichtigsten europäischen Wettbewerbs. 1974 unterlagen die Madrilenen im Meistercupfinal im Wiederholungsspiel in Brüssel Bayern München 0:4, nachdem zwei Tage zuvor Hans-Georg Schwarzenbeck in der letzten Minute der Verlängerung mit dem 1:1-Ausgleich die Bayern in extremis in ein solches gerettet hatte.
Ausgerechnet im Jahr, in dem der damalige Atletico-Torschütze und spätere Atletico- und Nationaltrainer Luis Aragones verstorben ist, spielt die Mannschaft des Argentiniers Diego Simeone gross auf. «Eine Saison für die Ewigkeit», schrieb die Zeitung «Marca» nach dem Einzug in den Champions-League-Halbfinal.
«Wir schweben auf einer Wolke, von der wir nicht mehr runterkommen wollen», sagte Captain Gabi nach dem 1:0 am Sonntag in Valencia, dem neunten Meisterschaftssieg Atleticos in Serie. Noch zwei Siege fehlen den Madrilenen zum ersten Meistertitel seit 1996.
Im Gegensatz zur Meisterschaft ist Atletico in der Champions League noch immer Aussenseiter, auch wenn es als einziges Team in dieser Saison in der Königsklasse noch ungeschlagen ist. Atletico hat in elf Champions-League-Spielen erst fünf Gegentreffer erhalten, in den letzten 13 Pflichtspielen kassierte Atletico lediglich drei Tore.
Und da auch Chelseas Stärken vor allem in der Defensive liegen, dürfte auch der zweite Teil des Duells der letzten beiden Europa-League-Sieger von Taktik, Vorsicht und zwei sehr gut organisierten Defensivreihen geprägt sein.
Der gewiefte Taktiker Mourinho liess sich vor dem Gipfeltreffen an der Stamford Bridge nicht in die Karten blicken – und sorgte wieder einmal für Gesprächsstoff und Verwirrung. Verteidiger John Terry (Knöchel) und Torhüter Petr Cech (Schulterluxation), die im Hinspiel verletzt ausgeschieden waren, kehrten überraschend ins Training zurück. Ihr Einsatz sei möglich, sagte Mourinho, der letzte Woche vom Saisonende der beiden in der Premier League gesprochen hatte.
Wahrscheinlicher sind die Einsätze der zuletzt verletzten Offensivspieler Eden Hazard und Samuel Eto'o, die im Hinspiel gefehlt hatten. Sicher nicht dabei sein werden die gesperrten Frank Lampard und John Obi Mikel. Bei Atletico fehlt der gesperrte Gabi, der Einsatz von Mittelfeldspieler Arda Turan ist fraglich. (si/syl)