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Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden könnte sich vorstellen, in der Schweiz als politischer Flüchtling zu leben. Dies sagte er am Donnerstagabend anlässlich des Filmfestivals und Forums für Menschenrechte (FIFDH) in Genf bei einer Videokonferenz.
Der Informatiker verhehlte bei dem 45-minütigen Gespräch über Cyber-Überwachung nicht, dass sein Exil in Russland auf ihm laste. Einige seiner besten Erinnerungen habe er an Genf. «Ich möchte gerne in die Schweiz zurückkommen. Politisch wäre dies eine hervorragende Option», sagte der Whistleblower, der von 2009 bis 2011 in Genf gearbeitet hatte.
«Die Schweiz ist neutral, respektiert die Menschenrechte»
«Die Schweiz ist neutral, sie respektiert die Menschenrechte», führte Snowden weiter aus. Er glaube, dass diese Lösung für die US-Regierung akzeptabel wäre. Es sei aber nicht an ihm, das zu entscheiden, sondern an den Schweizer Bürgerinnen und Bürgern und am Bundesrat. Über die Absicht, ein Asylgesuch einzureichen, sprach Snowden aber nicht.
Snowden wiederholte am Donnerstag, dass er zu einer Rückkehr in die USA bereit sei, wenn man ihm ein faires Verfahren garantiere. «Leider ist das Justizministerium dazu nicht bereit», erklärte der 31-Jährige.
Snowden hatte im Sommer 2013 von Hongkong aus die geheime Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation durch die US-Geheimdienste enthüllt. Daraufhin erhielt er in Russland Asyl.
Der ehemalige Mitarbeiter des US-Geheimdiensts NSA liess im Gespräch auch durchblicken, dass die US-Geheimdienste in der Schweiz immer noch aktiv seien. «Die Situation hat sich nicht verändert.»
(sda/me)