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Mehr als 1000 junge Magellan-Pinguine sind entweder tot oder in kritischem Zustand in den letzten Wochen entlang der brasilianischen Küste gestrandet. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) hat ein Expertenteam nach Brasilien geschickt, um die örtlichen Rettungsstationen bei der Rehabilitation der Pinguine zu unterstützen.
Da Pinguine in dieser Region normalerweise nicht vorkommen, haben die lokalen Helfer keine Erfahrung im Umgang mit den Vögeln. Die IFAW-Mitarbeiter helfen bei den tierärztlichen Untersuchungen und erstellen individuelle Behandlungspläne. Die stark unterernährten Pinguine werden mit Fisch und Vitaminen aufgepäppelt, um Kräfte für die Auswilderung sammeln zu können.
«Dass Pinguine in den Norden kommen, scheint ein natürliches Phänomen zu sein und wurde in den letzten 20 Jahren zwei bis drei Mal beobachtet» so Elvira von Schenck, Tiernothilfe-Expertin des IFAW. «Was uns aber überrascht und alarmiert, ist die hohe Anzahl gestrandeter Tiere.»
Magellan-Pinguine brüten in grossen Kolonien im Süden Argentiniens und Chiles und wandern zwischen März und September bis in den Süden Brasiliens hoch. Diesmal aber gelangten sie bis nach Natal im Norden, ca. 3000 Kilometer nördlich von Sao Paulo. Nach Expertenangaben ist das Wasser dort derzeit ein Grad wärmer als normal. Die warmen Strömungen könnten die jungen Pinguine irritieren und veranlassen, weiter nach Norden zu schwimmen als üblich. Dort finden die Tiere jedoch nicht ausreichend Futter und stranden halb verhungert. Magellan-Pinguine werden in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als «nahezu gefährdet» geführt.
Das IFAW-Team arbeitet mit meeresbiologischen Instituten in Bahia und Espiritu Santo, sowie der brasilianischen Umweltbehörde zusammen und berät diese hinsichtlich der Bedingungen für eine spätere Auswilderung. Das Notfallteam des IFAW hat schon Zehntausende Pinguine gerettet. Im Jahr 2000 konnte eine ganze Art bewahrt werden: 19.000 Afrikanische Pinguine wurden nach einer Ölkatastrophe in Südafrika vom IFAW erfolgreich rehabilitiert und ausgewildert.
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