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Die «Arctic Watch Wilderness Lodge», ein 5-Stern Resort etwa 900 Kilometer nördlich des Polarkreises, steht im Mittelpunkt eines ambitionierten Projekts: der Fotoidentifizierung von 100 Belugas bis zum Ende dieses Sommers. Das Resort liegt auf Somerset Island im Nunavut-Territorium, im Norden Kanadas, an der Nordwest-Passage. Damit ist es ideal gelegen, um diese Studie durchzuführen. «Arctic Watch» wie sich das Camp im Cunningham Inlet nennt, hat dort die grösste Ansammlung von Belugas weltweit.
Dies ist die erste wissenschaftliche Expedition, die von «Arctic Watch» durchgeführt wird. Gretchen Freund, eine Expertin für Fotoidentifizierung von Walen, und Nansen Weber, ein erfahrener Walfotograf, werden die gesamte Saison nutzen, um ihre Bilder zu machen. Vor allem Fluken (Schwanzflossen) und Köpfe sind ihr Ziel. Danach werden sie die Bilder nach speziellen Identifizierungsmerkmalen untersuchen, wie beispielsweise alte Narben und Verletzungen.
Tessum Weber, der Manager der «Arctic Watch Wilderness Lodge», schreibt: «Wir arbeiten mit dem Mystic Aquarium in Connecticut, USA, zusammen, um die Wale zu studieren. Das Ziel ist, ein Walschutzgebiet einzurichten und auch die verschiedenen Einflüsse auf die Walpopulationen zu untersuchen. In diesem Sommer werden 3 Wissenschaftler des Mystic Aquariums am Pilotprojekt teilnehmen. Dieses Aquarium hat die besten Belugaforscher weltweit.» Das Team entschied sich für Fotoidentifizierung, da es minimal invasiv und ideal ist, um grosse Populationen zu untersuchen. Weber schreibt weiter: «Computer-unterstütze Fotoidentifizierung bildet ein sehr starkes, aber trotzdem kostengünstiges Werkzeug, um die Bewegungen innerhalb von Populationen zu beobachten und um Hypothesen über ökologische Mechanismen, die die Demographie beeinflussen, zu testen. Das Nutzen von fotografischen Daten erlaubt es, eine grosse Zahl von Individuen zuverlässig zu verfolgen, ohne die Tiere dem Stress von Gefangennahme und Markieren auszusetzen. Diese Methode unterscheidet sich von der traditionellen Erforschung von Walpopulationen und ist sicherer und weniger schädlich», meint Tessum Weber weiter. Diese Studie wird Arctic Watch und der Wissenschaft einige fundamentale Fragen beantworten, wie beispielsweise «Welche Wale kommen regelmässig zurück in das Gebiet?» oder «Wie lange bleiben individuelle Tiere im Cunningham Inlet?» Das ultimative Ziel der Studie ist ein besseres Verständnis, wie Belugas effizient und optimal geschützt werden können in der Region und in der gesamten Arktis.
Belugas sind neben den Narwalen diejenigen, die am weitesten nach Norden wandern und am Rand der Packeiskante nach Fischen jagen. Da die Tiere normalerweise nicht sehr weit aus dem Wasser kommen, sind sie nur schwer von Land aus zu erkennen. Eine Ausnahme bildet das sogenannte Spyhopping, das Heraushebend es Kopfs aus dem Wasser zur Lagebeurteilung. Die Tiere sind sehr gesellig und kommen in grossen Verbänden vor. Im Sommer wandern sie an die Küsten und treffen auf andere Verbände, um sich zu paaren. Dabei können Herden mit bis zu 100 und mehr Tieren zusammenkommen.
Quelle: signalnews.com
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