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Taifun «Mangkhut» hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Im Vergleich zum Taifun «Hayan» vor fünf Jahren halten sich die Schäden auf den Philippinen aber in Grenzen. Damals starben 7000 Menschen. Dieses Mal sind die Opferzahlen niedriger. Das hat das Land auch Präsident Rodrigo Duterte zu verdanken, wie ein Experte erklärt.
Manfred Rist
NZZ-Korrespondent auf den Philippinen
Rist studierte Wirtschaft und arbeitete anschliessend bei einem Marktforschungs-Unternehmen, bevor er als Journalist tätig wurde. Ab 1990 war er Korrespondent der «NZZ» in Brüssel, danach Korrespondent in Singapur und Frankreich. Zurzeit berichtet er aus den Philippinen.
SRF News: Was haben die Behörden bei diesem Sturm anders gemacht?
Manfred Rist: Der Wirbelsturm hat einfach eine andere Richtung genommen. So wurde ein Gebiet getroffen, welches weniger verwundbar ist. Aber natürlich wurden die Frühwarnsysteme verbessert.
Duterte hat die Lage richtig eingeschätzt.
Die Regierung von Präsident Duterte hat rechtzeitig Evakuierungspläne umgesetzt. Somit war das Land besser vorbereitet.
Schwingen bei den verbesserten Vorbereitungen auch politische Motive mit?
Politische Interessen spielen immer eine Rolle, abgesehen davon, dass es in erster Linie darum geht, Leben zu schützen und die wirtschaftlichen Schäden in Grenzen zu halten. Duterte hat die Lage richtig eingeschätzt. Er hat gesehen, dass eine riesige Gefahr auf das Land zurollt. Duterte sah auch seine eigene Reputation gefährdet. Er selbst befindet sich nach wie vor im Krisengebiet und es sieht so aus, als ob er die Lage politisch im Griff hat.
Wie ist die Lage in den Notunterkünften?
Bislang kommen von dort keine negativen Meldungen. Auffallend ist, dass nicht nur Regierungsgebäude, welche normalerweise solide gebaut sind, sondern auch Shoppingcenter ihre Türen über das Wochenende geöffnet und Räumlichkeiten für Notunterkünfte zur Verfügung gestellt haben. Hunderttausende haben sich in diese Unterkünfte begeben. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Organisation sehr gut funktioniert und somit viel Schaden abgewendet werden konnte.
Trotzdem hat der Sturm viele Reisfelder zerstört. Droht nun ein Versorgungsengpass?
Das ist leider zu befürchten. Luzon, also das betroffene Gebiet im Norden, ist eine Reis- und Gemüsekammer. Diese Region spielt auch für die Versorgung der Hauptstadt Manila eine entscheidende Rolle – deshalb wird es Engpässe geben.
Die Preise für Grundnahrungsmittel sind in den letzten Monaten stark angestiegen.
Der Regen und die Fluten haben Ernten vernichtet. Dazu kommt, dass auf den Philippinen ohnehin eine Nahrungsmittelknappheit vorherrscht. Das Klima ist einer der Gründe dafür. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind in den letzten Monaten stark angestiegen. Das sorgt für Unruhe. Allerdings hat die Regierung auch in dieser Frage vorgesorgt und will Notlager öffnen. Zudem haben Länder wie Japan und Australien angekündigt, dass sie den Philippinen unter die Arme greifen wollen.
Das Gespräch führte Linda von Burg.