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Bundesrat will Informatik weiter zentralisieren1. Oktober 2007 um 16:12
Zustimmende Stellungnahme des Bundesrats auf eine Motion von "ePower", die weitergehende Zentralisierung der Informatik des Bundes verlangt.
Zustimmende Stellungnahme des Bundesrats auf eine Motion von "ePower", die weitergehende Zentralisierung der Informatik des Bundes verlangt.
Im Juni reichte Nationalrat Ruedi Noser, eine der treibenden Kräfte hinter der ICT-Lobby "ePower", zusammen mit weiteren 86 NationalrätInnen eine Motion ein, in der er die weitergehende Zentralisierung der Informatik und Telekommunikation beim Bund verlangt.
Seit der herkulischen Übung "Nove-IT" gibt es in der Bundesverwaltung sechs so genannte "Leistungserbringer", also eigentliche IT-Dienstleister für die Bundesverwaltung. Nun verlangt Noser in einer Interpellation zusammen mit NationalrätInnen von ganz rechts bis ganz links, sämtliche "IT-Leistungserbringer" im Bundesamt für Informatik (BIT) zu zentralisieren. Ausgenommen sollen nur diejenigen "Leistungserbringer" sein, bei denen eine Zentralisierung aus "Sicherheitsüberlegungen nicht möglich ist". Gemeint dürften damit vor allem gewisse Dienste im VBS (Armee) sein.
Es gelte die vom Bundesrat bereits früher angekündigten "weiteren Synergien" in der Informatik des Bundes zu nutzen.
Der Bundesrat beantwortete die Motion vor gut 10 Tagen in zustimmende Sinne, wenn auch mit ein paar eingeflochtenenen "Ja, aber". Noch seien nicht alle Voraussetzungen für eine weitere Zentralisierung gegeben. So müssten die "Leistungserbringer", also die internen IT-Dienstleister" genügend konsolidiert sein, um zusätzliche Integrationen zu verkraften. Auch fehlt offenbar noch eine "vertiefte Portfolioübersicht und -Analyse" ("Was haben wir eigentlich?"), und es braucht gemäss Bundesrat noch eine grössere Standardisierung des elektronischen Arbeitsplatzes. Tatsächlich gibt es innerhalb des Bundes eine ganze Reihe von unterschiedlichen GEVER-Lösungen (Lösungen für elektronischen Workflow).
Grundsätzlich empfiehlt der Bundesrat aber die Annahme der Motion, was ihn wiederum zur Umsetzung von Massnahmen verpflichten würde. Grundsätzlich bleibe ein externer Bezug von Informatik- und Kommunikationsdienstleistungen auch bei einer weitergehenden Zentralisierung möglich, schreibt der Bundesrat in seiner Antwort. Externe Dienstleister könnte auch als "Benchmark" gegenüber den internen "Leistungserbringern" dienen. Das angestrebte Ziel eines einzigen oder maximal von zwei internen IT-Dienstleistern des Bundes (BIT und VBS) kann gemäss Bundesrat in "vier bis sechs Jahren" erreicht werden.
Nach der Zustimmung des Bundesrats und angesichts der breiten Unterstützerschaft im Nationalrat dürfte der Annahme der Motion nicht mehr viel entgegenstehen. Die Zentralisierung der Informatik des Bundes wird damit ein bisschen ein höheres Gewicht erhalten. Für die laufende Herbstsession ist das Thema aber noch nicht auf der Traktandenliste.
Für die diversen Informatik-Abteilungen in der Bundesverwaltung und ihre Zulieferanten scheint in absehbarer Zeit eine weitere, grössere Übung im Stile von "Nove-IT" anzustehen. (Christoph Hugenschmidt)
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