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Egal, wie schwach die Börsen in Schwellenländern in den letzten drei Jahren waren: Nach den BRIC-Ländern folgen die MINT-Staaten, behauptet Starökonom Jim O'Neill.
Die starken Marktschwankungen und Abwärtsbewegungen an den Börsen in den Schwellenländern hätten zwei Gründe, sagt Jim O'Neill. Der frühere Chefökonom von Goldman Sachs und Erfinder des Schwellenländer-Akronyms BRIC trat vergangene Woche an einer Konferenz in der nigerianischen Metropole Lagos auf, wie das Online-Portal «gulfnews.com» berichtet.
Grund Nummer eins sei das «Tapering» der US-Notenbank, das zu enormen Kapitalabflüssen geführt habe, so O'Neill, der seit Jahresbeginn an der Universität von Manchester lehrt. Als Grund Nummer zwei nennt er den Herdentrieb der Investoren, der die Flucht aus den Emerging Markets verstärkt habe.
Wirtschaftliche Relevanz
Gier und Angst seien verwandt, so der ehemalige Chairman von Goldman Sachs Asset Management. «In einem Jahr lieben die Investoren die Schwellenmärkte, im nächsten Jahr hassen sie sie». Neben den BRICs meint O'Neill auch die MINTs als Gruppe von Ländern, die eine schnell wachsende Wirtschaft und eine vergleichsweise junge Bevölkerung haben.
Mexico, Indonesien, Nigeria und die Türkei hätten das Potenzial, ähnliche wirtschaftliche Relevanz zu erlangen wie Brasilien, Russland, Indien und China, so O'Neill. «Liege ich richtig, werden die BRIC- und die MINT-Länder in der nächsten Dekade die globale Wirtschaftsentwicklung massgeblich beeinflussen. Und wenn dies der Fall sein wird, werden diese Länder auch die attraktivsten für Investoren sein.»
Apple ist eine BRIC-Aktie
Die Skepsis der Investoren nach drei schwachen Jahren an den Schwellenmarkt-Börsen kann der Ökonom einerseits nachvollziehen. Wirtschaftswachstum bedeute nicht automatisch, dass sich auch die Börsen gut entwickelten. Und politische Risiken seien ein Dauerthema, wie der Konflikt auf der Krim zeige.
Andererseits hätten die BRIC-Börsen-Indizes jene in den entwickelten Ländern seit 2000 deutlich übertroffen. Zahlreiche Unternehmen verdankten ihre momentane Stärke der Expansion in Schwellenländern.
«General Electric ist doch nichts anderes als eine BRIC-Aktie«, so O'Neill. «Und schauen Sie Apple an: 20 Prozent des Umsatzes kommen inzwischen aus China.»