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Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit fanden im tschechischen Lipno wieder internationale Rennen statt. Die legendäre Strecke, die heute nur noch einmal im Jahr Wasser führt, beheimatete gleich zwei Weltcuprennen über die klassische Distanz.
Gleich zu Beginn wurden die startenden Nationen mit einer Herausforderung konfrontiert. Da wegen fehlender Regenfälle im Sommer der Stausee nur wenig gefüllt war, konnte nur am Freitag vor den Rennen auf der Strecke trainiert werden. Dass sich das Schweizer Team davon nicht beirren liess, lässt sich bereits aus den Resultaten des ersten Rennens am Samstag herauslesen. Bei den Damen klassierte sich Hannah Müller als beste Schweizerin auf dem vierten Rang. Noch besser lief es bei den Herren. Dort konnte Linus Bolzern als Dritter gar einen Podestplatz feiern. Mit Cornel Bretscher auf dem 8. Rang gelang einem weiteren Schweizer der Sprung in die Top 10.
Auch vor dem zweiten Rennen machten die Naturgewalten nicht Halt. Am Samstag Abend ging ein heftiger Gewittersturm über der Rennstrecke nieder, so dass diese am Sonntag erst auf Baumhindernisse kontrolliert werden musste, bevor an ein weiteres Rennen zu denken war. Glücklicherweise war die Strecke frei und das zweite Weltcuprennen konnte wie geplant stattfinden. In Sachen Resultaten legte das Schweizer Team im Vergleich zum Vortag noch einmal eine Schippe drauf.
Den Auftakt machten wiederum die Damen. Dort konnte Hannah Müller den Spiess umdrehen und sich vor der Tschechin Novosadova - am Vortag noch Dritte - auf dem dritten Rang klassieren. Ebenfalls einen grossen Sprung nach vorne machte Mona Clavadetscher, am Ende gab es den 6. Rang für die junge Schweizerin. Dieses Resultat brachte Mona Clavadetscher auch den Sieg in der Juniorinnen-Wertung ein. Nora Zeder wurde 23.
Wie am Vortag standen die Herren den Damen in nichts nach. Linus Bolzern vermochte sich noch einmal zu steigern und gewann das erste Weltcuprennen seiner Karriere mit einem hauchdünnen Vorsprung von 29 Hundertsteln. Dieses Kunststück war zuvor noch nie einem Schweizer gelungen! Hinter ihm erreichten Cornel Bretscher (8.) und Luis Clavadetscher (16.) ebenfalls gute Ränge.
Der Weltcuptross zieht nun weiter nach Ceske Budejovice, wo am Mittwoch und Donnerstag mit zwei Sprintrennen die letzten beiden Weltcups des Jahres auf dem Programm stehen.
Text: Annalena Kuttenberger / Bilder: Nora Zeder