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Bronzemedaille für Hafnermeister Josef Keiser (1827-1890)
Bei der Medaille handelt es sich um eine Preismedaille (Bronze) im Rahmen der Weltausstellung in Paris von 1889. Auf der Vorderseite ist rechts Athene/Athena (Göttin der Weisheit, Strategie, Kunst, des Kampfes und Handwerks) mit Helm, Ägis und Gorgoneion abgebildet. Sie bekränzt einen halbnackten Jüngling mit Schmiedschurz, welcher links von ihr auf einem Amboss sitzt. Zu Füssen der Athena liegen Malerpalette mit Pinseln und eine ionische Säule mit Hammer und zu Füssen des Jünglings ein Zahnrad. Im Hintergrund ist ein Olivenbaum zu sehen, links daneben die Inschrift «EXPOSITION» und rechts die Inschrift «UNIVERSELLE». Zwischen Athena und dem Jüngling steht die Jahreszahl «1889». Im unteren Teil ist die Ansicht des Weltausstellungsgeländes mit dem Eifelturm abgebildet und dahinter die aufgehende Sonne. Zuunterst befindet sich die Künstlersignatur «LOVIS BOTTÉE». Auf der Rückseite ist die geflügelte und fast nackte Fama (Göttin des Ruhmes und des Gerüchts) abgebildet. Sie sitzt auf dem Ast eines Eichbaumes und bläst in eine Posaune. Rechts hinter ihr ist die Herme (Pfeiler mit aufgesetzten Schultern und Kopf) der Marianne mit phrygischer Mütze (Nationalfigur der Französischen Republik) zu sehen. Über der Fama ist ein Stern abgebildet. Auf der linken Seite steht die Inschrift «RÉPUBLIQUE / FRANÇAISE». Unter der Fama befindet sich eine Tabula ansata (Tafel mit Handhaben) mit der Inschrift «JOSEPH KEISER». Die Tabula ansata ist von einem Lorbeerkranz umgeben. In der Umschrift rechts steht die Künstlersignatur «LOVIS BOTTÉE».
Die Pariser Weltausstellung fand vom 06.05.–31.10.1889 statt. Es war die zehnte Weltausstellung. Mit der Weltausstellung feierten die Franzosen den 100. Jahrestag der Revolution – dies machte die Ausstellung im monarchischen Europa umstritten. Für die Ausstellung wurde der 330 Meter hohe und 10'100 Tonnen schwere Eiffelturm errichtet, welcher als Eingangstor zu der Ausstellung diente.
Die vom französischen Medailleur Louis Bottée (14.03.1852–14.11.1940 oder 1941) entworfene Bronzemedaille wurde an der Weltausstellung 1889 in Paris an den Zuger Hafnermeister Josef Keiser (1827–12.03.1890) und seinen Sohn Josef Anton Keiser (26.08.1859–21.04.1923) für deren Neurokoko-Ofen verliehen. Dieser Ofen wurde 1995 von Hafnermeister Sidler im Korporationsgebäude an der Poststrasse 16 in Zug neu gesetzt. Josef Keiser war zwischen 1846 und 1854 auf Wanderschaft in Deutschland. 1856 übernahm er den Hafnereibetrieb des 1854 verstorbenen Michael Schell an der Artherstrasse 28 in Zug. 1858 kaufte er die Hafnerei an der Artherstrasse und heiratete Barbara Josefa Speck (1831–1908). 1883 erhielt er an der ersten Schweizerischen Landesausstellung in Zürich ein Diplom «für in Farbe und Zeichnung ausgezeichnet gelungene Malerei auf Ofenkacheln und seine Bestrebungen betreffs Einführung von Email-Glasuren». Nach seinem Tod übernimmt sein Sohn Josef Anton Keiser (1859-1923) die Leitung der Hafnerei Keiser. Josef Anton Keiser heiratete 1894 Elisabeth Keiser-Meier (1866–1938), welche 1885 als Malerin in die Hafnerei Keiser eingetreten war und nach dem Tod ihres Mannes zusammen mit ihren beiden Kindern Carl Keiser und Gertrud Keiser die Hafnerei Keiser unter dem Namen «Josef Keisers Erben» bis 1938 weiterführte.