Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03223.jsonl.gz/1557

Ob Ferrari, Williams, McLaren, Lotus oder Mercedes – auch die berühmtesten Formel-1-Rennställe haben immer wieder mit strategischen Pannen zu kämpfen. Sei es die Wahl der passenden Reifen, die Arbeit in der Boxengasse oder technische Konstruktionsfehler… Die berühmtesten Formel-1-Rennställe sind in diesen Fragen vielleicht gefestigt, aber nicht fehlerfrei. Die bekanntesten Pannen stellen wir den Motosportinteressierten im folgenden näher vor.
Pannen-Spitzenreiter der berühmtesten Formel-1-Rennställe – Williams
Bereits beim Grand Prix von Australien im Jahr 1986 begann, neben unzähligen Erfolgen natürlich, auch die Pannenserie des Rennstalls Williams.
Sieben Punkte Vorsprung hatte damals Nigel Mansell, als er zum Saisonfinale in Adelaide von der Pole-Position aus antrat.
Es war der Tag der platzenden Reifen.
Als erstes erwischte es Keke Rosberg 19 Runden vor Schluss. Mansell, für den Platz 3 in diesem Rennen für den WM-Titel-Gewinn ausgereicht hätte, traf es nur eine Runde später. Bei knapp 300 km/h platzte der rechte Hinterreifen. Die Titelschlacht war damit verloren.
Dann traf einer der berühmtesten Formel-1-Rennställe allerdings aus Sicherheitsgründen eine Entscheidung und holte den zweiten Wagen mit Piquet am Steuer in die Box. Damit war auch für ihn ein Sieg in weite Ferne gerückt.
Die nächste nennenswerte Schlappe ereilte Williams im Jahr 1993.
Es war beim Grand Prix von Europa, als Alain Prost und Damon Hill für den Rennstall in Donington an den Start gingen. Hier war das Wetter der ausschlaggebende Faktor für die Reifenwahl.
Das Feld der Fahrer hatte anfangs mit leichtem Nieselregen zu kämpfen. Ayrton Senna in seinem McLaren übernahm bereits in der ersten Runde die Führung.
Als die Strecke abtrocknete, wechselten die berühmtesten Formel-1-Rennställe auf Slicks. Leider setzte dann der Regen wieder ein. Also hiess es nochmal Reifenwechseln.
Finden Sie günstige Markenreifen!
Der Regen hielt nicht lange an, so dass wieder Slicks aufgezogen wurden. Fatalerweise kam der Regen aber nochmal wieder.
Senna fuhr trotzdem auf Trockenreifen weiter, während Williams erneut Regenreifen aufzog. Eine Fehlentscheidung, denn der Regen hörte schnell wieder auf.
Ganze sieben Boxenstops zum Reifenwechsel nahmen Williams die Chance auf einen Sieg.
Im Jahre 1997 ging es Williams beim Grand Prix von Monaco ebenfalls nicht viel besser. Im Qualifying war für die Williams-Piloten Frentzen und Villeneuve noch alles in Ordnung. Startplätze eins und drei waren eine gut Ausgangsposition.
Kurz nach dem Start begann es allerdings zu regnen. Der Rennstall hoffte aber auf Wetterbesserung und schickte die Fahrer mit Slicks ins Rennen. Michael Schumacher im Ferrari hingegen startete auf Intermediates von Platz zwei.
Im Verlauf des Rennens nahm der Regen zu. Entsprechend schwer fiel es den Williams-Piloten die slickbereiften Rennwagen auf der Piste zu halten.
Der Reifenwechsel erfolgte viel zu spät, so dass beide Fahrer aufgrund von Abflügen aus dem Rennen sind.
Fast gleichauf in der Pannenstatistik: Ferrari
Wer viele Erfolge einfährt, muss auch mit Pannen rechnen.
Für die Fahrer von Ferrari entwickelte sich der Grand Prix von Europa im Jahr 1999 zu einer verhängnisvollen Begegnung.
Eddie Irvine, der punktgleich mit dem McLaren-Piloten Mika Häkkinen war, trat am Nürburgring an. Kurz nach dem Start begann es zu regnen.
Häkkinen fuhr in die Box und liess Regenreifen aufziehen. Ferrari verzichtet auf einen Reifenwechsel und liegt damit richtig, denn der Regen ist nur von kurzer Dauer. Irvine hat gute Chancen die alleinige WM-Führung zu übernehmen.
Doch dann kommt der Boxenstopp und der geht gründlich daneben. Da kurz zuvor der zweite Wagen unter Mika Salo einen Reparturstopp eingelegt hat, ist die Boxencrew nicht korrekt vorbereitet.
Es gibt nur drei neue Slicks statt der erforderlichen vier!
Irvine verliert durch diesen Boxenstopp rund 20 Sekunden und kommt erst als siebter durchs Ziel. Die WM-Träume scheinen sich in Luft aufzulösen.
Auch der Grand Prix 2008 in Singapur war nicht besonders gut bestrahlt. Nur ein Punkt trennen den Ferrari-Piloten Massa vom WM-Spitzenreiter Hamilton.
Nach 10 Runden liegt der Ferrari in Führung. In einer Safety-Car-Phase gehen die Führenden an die Box.
Allerdings wird Massa nach dem Stopp auf die Strecke geschickt, bevor der Tankschlauch abgezogen wurde. Der Ferrari reisst den Schlauch ab und schleift ihn mit. Erst am Ende der Boxengasse hält Massa an und der Schlauch wird entfernt.
Aufgrund der unsicheren Freigabe erhält Massa eine Durchfahrtsstrafe und landet am Ende des Feldes. Keine so wichtigen WM-Punkte für Ferrari.
Die Probleme mit dem wechselhaften Wetter setzten sich auch 2009 beim Grand Prix von Malaysia fort.
In Sepang kam der Ferrari-Pilot bereits in der Anfangsphase des Rennens an die Box, um auf Regenreifen zu wechseln. Doch dieser Schachzug war ein Fehler, denn der erwartete Regen blieb erst einmal aus.
Die Regenreifen überstehen das Fahren auf der trockenen Strecke nicht. Nach der Hälfte der Renndistanz geht ein Wolkenbruch nieder, der einen Abbruch des Rennens nach sich zieht.
Der Grand Prix wird mit Stand der 31. Runde gewertet, was dafür sorgte, dass Ferrari ausserhalb der Punkteränge blieb.
2010 ging der Ferrari-Pilot Fernando Alonso beim Grand Prix in Abu Dhabi mit einem Vorsprung von acht Punkten als WM-Spitzenreiter an den Start.
In Runde zwölf berührt der Ferrari leicht die Leitplanke und steuert die Box zum Reifenwechsel an. Es werden langsamere Mediumreifen aufgezogen, während die führenden Fahrer Vettel und Hamilton mit Supersoft-Reifen auf der Strecke unterwegs sind.
Diese Strategie führte für Ferrari zu einem extremen Misserfolg in der Gesamtwertung, denn Alonso wurde mit vier Punkten Rückstand nur noch Vize.
Der Pannenteufel bei McLaren
Der Grand Prix 2007 in China stand für McLaren unter keinem guten Stern.
Lewis Hamilton kam mit 12 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung auf seinen Teamkollegen Alonso ins Rennen. Da wechselhaftes Wetter angesagt war, gingen alle Rennwagen mit Intermediates auf die Strecke.
Da die Strecke aber abtrocknete, nutzten sich die Intermedias am McLaren stark ab. Der Rennstall hält trotzdem an seiner Strategie fest.
In Runde 31 nimmt Hamilton eine Kurve zu weit und Raikkönen übernimmt die Führung.
Noch machen sich die McLaren-Leute keine Sorgen, denn schliesslich reicht auch Platz zwei für den WM-Titel. Hamilton muss allerdings mit völlig abgenutzten Reifen zum Boxenstopp.
Der Wagen rutscht in der Boxeneinfahrt in ein Kiesbett und bleibt stecken.
Aus die Maus für Hamilton, zehn Punkte für Raikkönen als Sieger des Rennens und im Endeffekt Verlust des WM-Titels beim Saisonfinale.
Die berühmtesten Rennställe haben die grössten Flops
Der feine Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ist in der Formel 1 nicht nur vom Können der Fahrer abhängig.
Teamentscheidungen sind häufig ausschlaggebend.
Und auch die berühmtesten Formel-1-Rennställe sind vor menschlichen Fehlern nicht gefeit.