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An einem Abend ging ich mit meiner Katze im Innenhof spazieren. Ich sah auf einer Bank eine junge Amsel. Wir näherten uns, aber sie flog nicht weg, wie man das erwarten würde. Meine Katze stand ganz nahe bei der Bank, aber lustigerweise schaute sie einfach zum Vogel auf und bewegte sich nicht. Irgendetwas stimmte nicht mit dem Vogel. Ich nahm ihn sorgfältig in die Hand und mit nach Hause. Dort steckte ich ihn ins Katzenkistchen. Die ganze Nacht über hörte ich ihn zwitschern. Am nächsten Morgen machte ich mich sofort auf zur Voliere, um nach Rat zu fragen. Ich war so besorgt, dass der Vogel sterben könnte, dass ich ein Taxi nahm. Der Experte fand das Problem rasch. Der Vogel hatte sich in einem Plastikteil verheddert und konnte deshalb einen Flügel nicht mehr öffnen. Er entfernte das Plastikteil und bat mich, den Vogel am gleichen Ort wieder auszusetzen. Die Eltern des Vogels würden dort auf ihn warten, meinte er, weil junge Amseln noch nicht fliegen können. Auf dem Rückweg nahm ich das Tram, denn jetzt war ich entspannt. Der Vogel sass zutraulich vorne im Katzenkistchen und schaute heraus. Er zwitscherte im Tram und alle Leute drehten sich um, weil sie wissen wollten, was denn da im Katzenkistchen zwischerte. Ich brachte ihn zur Bank im Innenhof und tatsächlich erschienen nach einer Weile die Amseleltern und holten ihn ab. Einige Tage später sah ich auf der Terrasse ein paar Amseln. Ich stellte mir vor, dass mein Vogel wahrscheinlich unter ihnen war. So funktioniert halt unser menschliches Hirn.