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Roger Federer ist nun definitiv ein Star im globalen Tennissport. Im Final des Masters-Series-Turnier von Hamburg besiegte er Marat Safin 6:1, 6:3, 6:4.
Damit wird Federer im Champions Race am Montag auf Platz zwei vorrücken, nur einen Punkt hinter seinem Finalgegner und hat bereits jetzt ausgezeichnete Chancen, die Qualifikation für das Masters im November in Schanghai zu schaffen.
Im für die Spieler wichtigeren Entry System wird er als dritter Schweizer nach Jakob Hlasek (erstmals am 21. November 1988) und Marc Rosset (10. Juli 1995) unter den Top ten aufscheinen.
Beste Schweizer Sieg
Dieser dritte Titel der Karriere, der ihm 372'000 Dollar eintrug, ist der bedeutendste Turniersieg, den je ein Schweizer Mann auf der ATP-Tour errungen hat.
Marc Rosset und Jakob Hlasek hatten je einen Final bei dieser Turnierserie erreicht, die früher noch Super Nine hiess. Noch wichtiger ist nur noch der Olympiasieg von Marc Rosset 1992, der derzeit im Coachingstab von Safin ist und seine Rolle bisweilen aktiv interpretierte.
Falls es noch eines Beweises bedurfte, dass in Zukunft alle, aber wirklich alle, Federer auf der Rechnung haben müssen, dann wurde er in der ersten Stunde des Endspiels erbracht.
Bis zum 6:1, 5:1 wurde der Australian-Open-Finalist aus Moskau mit Wohnsitz in Genf zum bestbezahlten Zuschauer auf dem Centre Court des Rothenbaum degradiert: Federer zelebrierte herrliches Sandplatztennis, er spielte geduldig und variantenreich, hielt Safin mit tiefen Backhand-Slicebällen sowie brillantem Winkelspiel hinten und beschleunigte dann immer wieder mit der knallharten Vorhand.
"Es war unglaublich, wie ich da gespielt habe. Ich konnte riskieren so viel ich wollte und es lief einfach", so Federer nach dem dritten Sieg im dritten Vergleich mit dem Russen und der zweiten "Exekution" hintereinander nach dem 7:5, 6:1, 6:2 im Daviscup in Moskau im Februar.
Champagner für alle
Wie hatte erwartet werden müssen, wurde die Partie dann doch etwas ausgeglichener. In Führung ging Safin allerdings nur einmal, mit 3:2 und Breakvorsprung im dritten Satz. Insgesamt war der US-Open-Sieger des Jahres 2000 aber viel zu unbeständig, um Federer ernsthaft gefährden zu können.
"Er hat extrem gut gespielt, vielleicht das beste Spiel seines Lebens. Ich bin einfach verärgert darüber, dass ich zwar die Nummer eins werde, aber überhaupt nicht fähig war, die Partie ausgeglichen zu gestalten."
Während es um Federers Moral vor Wochenfrist nach frühen Niederlagen in Monte Carlo und Rom noch nicht zum Besten bestellt war, reist er nun zumindest als gefährlicher Aussenseiter nach Paris. "Zuerst will ich einmal meinen Viertelfinalplatz aus dem Vorjahr bestätigen", belässt der Münchensteiner seine Ziele für den Sandplatz-Showdown im Bois de Boulogne vorerst unverändert.
Zuerst wurde aber moderat gefeiert. Als erste in den Genuss von Champagner kamen Coach Peter Lundgren und für das Endspiel angereiste Freunde, unter ihnen der Spitzenspieler Yves Allegro; danach spendierte Federer auch den anwesenden Journalisten eine Flasche des edlen Getränks.
swissinfo und Agenturen