Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/189498

<h2>SubmittedText<h2><text><p>Einmal mehr reist der Bundespräsident der Schweiz 2018 an eine internationale Sportveranstaltung in einem autoritären Staat: an die Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. Sport war immer eine verbindende Grösse, hat auch Friedensbemühungen unterstützt. In den letzten Jahren haben gerade die sehr grossen internationalen Sportveranstaltungen diesen verbindenden Charakter zerstört. Meist nur dank korrupter Machenschaften haben Staaten Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften erhalten, die nicht die besten Kandidaturen abgegeben haben. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi, die Fussball-Weltmeisterschaft in Russland und die kommende Fussball-WM in Katar sind einige Beispiele dafür. Wenn die Schweiz durch den Sportminister, die Sportministerin vertreten ist, kann dies auf sportlicher Ebene eingeordnet werden. Geht jedoch der Bundespräsident, die Bundespräsidentin hin, wird die Sportveranstaltung zu einer politischen Veranstaltung und der Besuch zu einer symbolischen Unterstützung von Staaten, die die Rechte von Minderheiten, beispielsweise von LGBTI-Menschen, und auch die Menschenrechte allgemein mit Füssen treten.</p><p>Ist der Bundesrat bereit, seine Praxis bezüglich der Auslandreisen der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten in autoritäre Staaten zu überdenken?</p></text><h2>FederalCouncilResponseText<h2><text><p>Die internationalen Kontakte der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten dienen der Umsetzung der Schweizer Aussenpolitik und folgen den Prinzipien der aussenpolitischen Strategie. Die Schweiz bemüht sich traditionell, soweit möglich gute Beziehungen zu allen Staaten zu unterhalten. Der Bundesrat erachtet einen offenen, direkten sowie kritisch-konstruktiven Dialog auch mit autoritären Staaten, und dies insbesondere in Zeiten mit internationalen Spannungen, als wesentlich. Dabei wird jeder Kontakt auf Präsidialebene respektive jede Reise der Bundespräsidentin oder des Bundespräsidenten auf die politische Opportunität hin geprüft. Die Auslandkontakte der Landesregierung werden im Bundesrat koordiniert.</p></text>