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Der Weihnachtsmann ist überall auf der Welt bekannt und inzwischen wissen die meisten auch, dass sein rotes Kostüm ein Werbegag von Coca Cola war.
Die Verbindung von Weihnachten und dem Kommerz wird am Weihnachtsmann oder das Christkind, als dem Nikolaus’, am intensvisten deutlich. Er bringt die Geschenke, den Konsum. Woher kommt diese Idee?
Die Vorlage für den heutigen Weihnachtsmarkt ist der Heilige Nikolaus. Um den Heiligen Status der Kirche zubekommen, muss die Person einige Vorraussetzungen erbringen. Unter anderem muss man ein Wunder tätigen, was selbstverständlich von anderen belegt wird, dabei vermischten sich auch Legenden mit anderen hochgestellten Personen von Myra. Mit insgesamt 13 Wundern, gehört der Heilige Nikolaus in die Top Ten der Heiligen. Seine Wunder umfassten Wiedererweckung, Rettung und Hilfe in moralischen Lebenssituationen, sowohl zu Lebzeiten, als auch darüber hinaus.
Der Nikolaus von Myra lebte im 4. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung. Er war Bischof von Myra, daher auch der Nikolausstab, der ein Bischoffstab ist. Das Aussehen mit seinen rotgekleideten, dicken Wamst ist, stammt ja von Coca Cola und ist der Santa Claus. Der ursprüngliche Nikolaus hatte zwar einen Bart, aber eben einen Bischoffshut und entsprechende Kleidung. Im Übrigen ist er in der heutigen Türkei geboren, genauer in Anatolien.
Nikolaus’ Geschenke für das brave Kind
Die Frage des Nikolaus’, bevor er die Kinder beschenkt – ob sie auch brav waren -, hat mit einem Bibelgleichnis zu tun. Im Matthäus und Lukas-Evangelium ist die Geschichte von dem Herrn, der seinen Dienern Geld (Talente) gab. Sie zogen aus und brachten doppelt so viele Talente wieder, nur einer nicht. Er vergrub sein Talent in der Erde, worauf ihn der Herr hinauswerfen ließ. Die Logik ist die des Kapitalismus, so steht es in der Bibel selbst geschrieben:
“Du bist ein schlechter und fauler Diener! […] Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis!“
Die Geschenke brachte der Nikolaus ursprünglich auch am 6. Dezember, dem Todestag des Heiligen. Wie in den USA, werden die Schühchen gefüllt – im Original; jedoch nicht vom Nikolaus, sondern von drei Jungfrauen, die ihn beschenken. Das geht ebenfalls auf ein Wunder zurück, das der Mitgift. Der heilige Nikolaus hatte drei Jungfrauen die Mitgift bezahlt, weil ihr Vater sie sonst zur Prostituion gebracht hätte. In drei Nächten brachte er (noch zu Lebzeiten) den Frauen Gold und blieb bis zur dritten Nacht unerkannt.
Im Mittelalter hatte es Tradition, dass die Kinder das Kloster regierten. Das es mit immer mit den Kindern zu tun hat, liegt in der Patronage des Heiligen Nikolaus. Denn er ist Patron der Kinder (als auch der Senioren), der Studis, der Liebenden, aber auch der Dieben, Prostituierten, Gefangenen und der Gefängniswachen.
Änderungen der Heiligen Nikolaus im Laufe der Zeit und das Christkind
Mit der Reformation änderte sich der Auftritt des Nikolaus in der Zeit. Jetzt brachte er die Geschenke zu Jesu’ Geburt, also zu Weihnachten. Und in der Schweiz sogar erst zu Neujahr. Luther war der Brauch mit dem Nikolaus zu katholisch und er nannte es ein “kindisches Ding.”
Neben dem Nikolaus gibt es vor allem im Alpenbereich noch die Legende vom Krampus, wie man in Österreich sagt, oder in Schwaben der Ketta-Cloase. Der Widerpart zum guten Nikolaus, er bestraft die bösen Kinder. Er trägt Ketten und ist in der Tat ein Gefangener, des christlichen Glaubens. Das Weihnachtsfest ist ja in seinem Ursprung ebenfalls heidnisch. Der “böse Nikolaus” ist der dämonisierte heidnische Gott, den man symbolisch jedes Jahr erneut verdammt und damit die Vorherrschaftsstellung des Christentums bewahrt.
Ander Helfer sind mit der Coca Definiton auch Welfen – welche nicht christlich sind, während er in christlichen Bräuchen eher mit Engeln zu sehen ist.
Und aus dem christlichen Nikolaus wurde, nach und nach ab dem 19. Jahrhundert, der verstärkt kommerzialisierte Weihnachtsmann, der eigentlich recht wenig mit Weihnachten zu tun hat. Währenddessen war es in den Gebieten um die Alpen eher das Christkind. Da die Beschenkung früher in der Schweiz zum Jahreswechsel erfolgte, nannte man das Christkind teils auch Neujahrskind.
Eine Zusammenfassung seines Wirkens und ein Bild mit seinem vermuteten, wirklichen Aussehen, findet man hier.