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Das Wichtigste in Kürze
- Doug Emhoff ist der erste Second Gentleman in der Geschichte der USA.
- Der Ehemann der US-Vizepräsidentin Kamala Harris unterstützt diese seit einem Jahr.
- Dafür gab er seinen Beruf als Anwalt auf.
Doug Emhoff kann seinen Überschwang nicht verbergen. Es ist der 28. April: Der Ehemann von US-Vizepräsidentin Kamala Harris sitzt auf der Zuschauertribüne im Kongress.
Als Harris den Saal betritt, beginnt Emhoff plötzlich aufgeregt, seiner Frau zuzuwinken. Es folgt eine Serie von etwa einem Dutzend Luftküssen, die er ihr aus der Ferne zuwirft. Zum Schluss klopft sich Emhoff mit der Hand mehrmals aufs Herz und winkt noch einmal.
«Ich sah aus wie Forrest Gump», sagte er Anfang November in einem Interview mit dem «Time»-Magazin. «Ich dachte nur: Ok, das hat niemand gesehen.» Doch Millionen sahen den emotionalen Ausbruch.
Die Szene wurde damals im nationalen Fernsehen übertragen und sorgte in sozialen Medien für Verzückung. Emhoff wurde dort gepriesen als «perfekter Mann» und Paradebeispiel des modernen, unterstützenden Partners einer erfolgreichen Frau.
Neue Position als «Second Gentleman»
Neben der Zuneigung Emhoffs für Harris zeigt jener Moment vor allem zwei andere Dinge: Dass er ohne grosse Erfahrung in seine neue Position startete. Erfrischend wenig vertraut mit einigen Ritualen des politischen Universums. Und es zeigt, wie sich Emhoff in eben jener Rolle versteht: als bedingungsloser Beistand für seine Ehefrau.
Harris ist die erste Vizepräsidentin in der Geschichte der USA. Emhoff ist der erste Mann in der Geschichte des Landes, der die Rolle des Second Gentleman übernommen hat. Im Übrigen ist er auch der erste jüdische Vizepräsidenten-Partner in der US-Geschichte. Seit knapp einem Jahr.
In Deutschland war es über 16 Jahre hinweg zu einer Selbstverständlichkeit, dass ein Kanzler-Gatte auf der Tribüne im Parlament sass. Derlei ist in den Vereinigten Staaten neu. Und Emhoff ist hier der Pionier.
Am 20. Januar 2021 mit Harris' Vereidigung trat auch Emhoff seine neue Aufgabe an. Von einem Tag auf den anderen änderte sich sein Leben kolossal.
Er gab seinen Job als Anwalt in der Unterhaltungsbranche auf, um sich ganz seinen repräsentativen Pflichten zu widmen. Ohne Bezahlung und noch dazu unter strenger Bewachung und öffentlicher Beobachtung.
Erstes Jahr ohne Skandale überstanden
Vizepräsidenten-Partner haben politisch traditionell eine zurückhaltende Rolle. Sie sind eher fürs Wohlfühlprogramm zuständig: wohltätige Veranstaltungen besuchen und nebenbei auf sanfte Weise für den Kurs der Regierung werben. Das tat auch Emhoff in seinem ersten Jahr. Er reiste auf diversen Trips durch das Land und besuchte viele Veranstaltungen.
Biden stellte Emhoff kürzlich bei einem Auftritt im Weissen Haus als «Second Husband» vor, als «zweiten Ehemann». Der Präsident schob nach: «Nein, ich mache Witze» und betonte, Emhoff sei im Übrigen auch ein «Mords-Anwalt».
Vorerst ist Emhoff das aber nicht mehr. Er kümmert sich auch um Profanes wie die Auswahl von Tapete oder Porzellan. Dies, um seiner Frau den Rücken freizuhalten.
«Ich tue Dinge, die ich sonst wahrscheinlich nicht getan hätte». Dies sagte Emhoff. «Denn erstens: Das gehört zum Job. Und zweitens: Es hilft ihr.»