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Die allermeisten Angelman-Kinder leiden unter epileptischen Anfällen, die meist medikamentös behandelt werden.
Berichte der Fachliteratur weisen darauf hin, dass über 90% der AS-Patienten unter Anfällen leiden. Einige bekommen schon mit fünf Monaten Anfälle, und in der Regel beginnen sie bereits vor dem Alter von 3 Jahren. Julia hatte bis kurz vor ihrem 5. Geburtstag noch keinen starken Anfall. Abgesehen von einem langen Krampfanfall unter hohem Fieber, welchen wir als Fieberkrampf erklärten. Da dieser nach 10 Minuten immer noch nicht endete, mussten wir mit dem Rettungsdienst ins Kinderspital. Dies war im Frühling 2010.
Hohes Fieber kann teilweise den epileptischen Anfall ankündigen; so auch bei Julia. Ein Krampfanfall kann aber auch spontan auftreten und ist durch Zuckungen der Extremitäten oder Ohnmachtsanfälle leicht als solcher identifizierbar. Manchmal sind die Anfälle jedoch schwer zu erkennen, da sie lediglich durch Flattern der Wimpern oder zeitweiliges Starren gekennzeichnet sind. Ausserdem können sie wegen der ständigen Unaufmerksamkeit des Kindes und wegen dessen „normalen“ ruckartigen Bewegungen und Zittern schwer identifizierbar sein.
Wir haben sehr gehofft, dass Julia vielleicht sogar zu den Ausnahmen gehört, die nicht unter epileptischen Krampfanfällen leidet. Nun wurden wir leider eines besseren belehrt.
Im Februar 2012 bekam Julia einen schweren Epi-Anfall. Ab diesem Moment wurde dann auch zusätzlich zur Behinderung
eine manifeste Epilepsie diagnostiziert, wie es bei Angelman Kindern leider üblich ist.