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Schwindende Lebensräume
In der modernen Landschaft werden viele Nutzpflanzen in riesigen Monokulturen angebaut. Diese eintönigen Flächen bieten häufig wenig oder gar kein Futter für Bienen. Um an Nektar zu gelangen, sind Bienen auf artenreiche Lebensräume mit blühenden Blumen, Gräsern, Sträuchern und Bäumen angewiesen. Solche Lebensräume werden vom Menschen jedoch zunehmend verdrängt. Wiesen werden zur Gewinnung von Silage frühzeitig abgemäht. Für die Bienen bedeutet dies generell weniger und einseitigere Nahrung. Dadurch wird das Immunsystem der Bienen geschwächt und sie sind anfälliger auf Krankheiten und Parasitenbefall.
Parasiten und Krankheiten
Die Varroamilbe (Varroa destructor) – ein kleiner Ektoparasit – gilt als eine der Hauptursachen für das Massensterben der Bienen. Die 1-2 mm kleine, in den 70er Jahren aus Asien eingeschleppte Milbe, klammert sich sowohl an Bienenlarven als auch an erwachsenen Tieren fest und saugt vampirartig das Blut aus den Bienen. Werden Bienenvölker mit Milbenbefall nicht behandelt, verenden sie in der Regel nach 1-2 Jahren komplett. Die offene Wunde begünstigt zudem die Ansteckung durch weitere Krankheiten. Auch sind die Milben vielfach Träger gefährlicher Viren, mit denen sie die Bienen infizieren. Eine weitere verbreitete Bienenkrankheit wird durch den einzelligen Pilzparasit Nosema ausgelöst. Dieser führt bei erwachsenen Bienen zu einem tödlichen „Durchfall“ und ist hochansteckend. „2012 sind in der Schweiz die Hälfte aller Bienen gestorben, – also rund 100’000 Bienenvölker. Diese Zahlen sind für die Imkerei nicht haltbar, unter dem Strich entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in zweistelliger Millionenhöhe.“
Peter Neumann, Bienenprofessor Universität Bern
Pestizide
„2012 sind in der Schweiz die Hälfte aller Bienen gestorben, – also rund 100’000 Bienenvölker. Diese Zahlen sind für die Imkerei nicht haltbar, unter dem Strich entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in zweistelliger Millionenhöhe.“
Auch chemische Pflanzenschutzmittel stehen im Verdacht, massgeblich für das Bienensterben verantwortlich zu sein. Dies trifft vor allem auf die umstrittenen Neonicotinoide – Chlothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam – zu, das sind nikotinartige Nervengifte, die auf das zentrale Nervensystem von Insekten einwirken. Die Folge sind Orientierungs und Kommunikationsstörungen, Lähmungen und im extremsten Fall der Tod. Neonicotinoide führen dazu, dass die Bienen oft orientierungslos umherschwirren und ihren Stock nicht mehr finden und sie schränken zudem den Brutpflege-Instinkt der Bienen ein.
Wissenschaftler vermuten, dass nebst diesen Ursachen, insbesondere das Zusammenspiel verschiedener Faktoren für das Massensterben der Bienen verantwortlich ist. Hierzu wird zurzeit intensiv geforscht.
Was kann man tun?
Obwohl das Bienensterben ein globales Phänomen ist, können lokale Massnahmen wie zum Beispiel das Pflanzen von einheimischen Blumen, Sträuchern und Kräutern die Überlebenschance der Bienen in städtischen und ländlichen Lebensräumen massiv steigern. Auch der konsequente Kauf biologisch produzierter Lebensmittel hilft den Bienen. Im Bio-Landbau wird nicht nur auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet, sondern häufig auch gezielt die Biodiversität gefördert. Bienenfreunde können zudem mit der Haltung eines eigenen Bienenvolkes im Garten oder auf dem Balkon einen Beitrag zur Vermehrung und Erhaltung der Bienenvölker leisten.