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Belgien schaltet seinen Atomreaktor an der deutschen Grenze ab – DW – 31.01.2023
Belgien hat am Dienstag seinen zweiten Kernreaktor in vier Monaten abgeschaltet, um die Abhängigkeit des Landes von der Kernenergie zu verringern.
Der Reaktor Tihange 2 sorgt seit langem für Kontroversen im benachbarten Deutschland. Seit Jahren berufen sich deutsche Beamte auf Sicherheitsbedenken, wenn sie die Schließung der 40 Jahre alten Anlage fordern, nachdem Risse in ihren Druckbehältern entdeckt wurden.
Belgien hat seine Pläne, das Land nicht mehr mit Kernenergie zu versorgen, trotz Bemühungen in diese Richtung verschoben.
Der Reaktor liegt 50 Kilometer von der Grenze zu Deutschland entfernt.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte gegenüber lokalen Medien: „Die Schließung des Werks garantiert einen deutlichen Sicherheitszuwachs in unseren beiden Ländern.“
Warum ist der Reaktor geschlossen?
Am Dienstag vor Mitternacht wird der Reaktor Tihange 2 im Rahmen der langfristigen Bemühungen Belgiens zum Ausstieg aus der Kernenergie abgeschaltet.
Seit 2003 fordert das belgische Gesetz den Ausstieg aus der Kernenergie. Aufgrund des Krieges Russlands gegen die Ukraine, der die europäischen Energiemärkte verwüstete und zu massiven Preiserhöhungen führte, verzögerte die Regierung den Atomausstieg jedoch um ein Jahrzehnt.
Belgiens Grüne Partei, die Teil der Regierungskoalition ist, hat sich gegen jede Verzögerung bei der Abschaltung der Kernenergie aus der Energieversorgung des Landes gewehrt.
Im vergangenen September wurde der erste Reaktor in der Nähe von Antwerpen abgeschaltet.
Wie ist der Stand der Bemühungen Belgiens um den Atomausstieg?
Belgien kündigte auch eine Vereinbarung mit Frankreichs Engie an, um die Lebensdauer von zwei zusätzlichen Reaktoren um 10 Jahre zu verlängern.
Brüssel stützte sich auf Atomkraft für etwa die Hälfte des Energiebedarfs des Landes.
Tihange 2 ist der zweite von insgesamt sieben Reaktoren in Belgien, die bis 2035 stillgelegt werden.
Die Frage der Atomkraft und die Prüfung der Entscheidung Deutschlands, sie abzuschalten, hat angesichts der russischen Invasion in der Ukraine und der europäischen Sanktionen wegen Importen fossiler Brennstoffe aus Moskau zusätzliche Zugkraft gewonnen.
ar/nm (AFP, dpa)
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