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"(...) nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehl’n dir Moneten (...)
Etwas ist immer.",
dichtet Tucholsky in "Das Ideal", dem ersten Gedicht dieser Textauswahl von Matthias Reiner, das modern von Katrin Stangl illustriert wurde. Dieses "Etwas" weiß keiner besser und treffender als Kurt Tucholsky zu beschreiben, denn er war nicht nur der Meister des süffisanten Humors, sondern auch Autor berühmter Liebesgeschichten wie "Schloß Gripsholm" oder "Rheinsberg", engagierter Journalist, Pazifist und Republikverteidiger, Lyriker und Coupletschreiber.
Der "meistgelesene deutsche Autor des 20. Jahrhunderts" versteht es wie kein anderer Pointen und sarkastischen Humor in scheinbar alltägliche Geschichten einzuweben. Damit sind es die Leute selbst, die da reden: "Man sollte mal heimlich mitstenographieren, was die Leute so reden. Kein Naturalismus reicht da heran", sagt Tucholsky ja selbst und tut es munter. Der "Publikumsschriftsteller"(Marcel Reich-Ranicki) ist sicherliche kein Belletrist, denn ein gewisses Niveau sollte man schon haben, um ihn in seiner ganzen Vielseitigkeit verstehen zu können. Wenn er etwa in "Morgens um Acht" oder "Der Mann mit der Tasche" den angestellten Beamten karikiert, ist es nicht eine Kritik an der Person, sondern an der Funktion. Denn nicht der Mensch macht sich zum Bürohengsten, sondern seine Arbeit. In "Kreuzworträtsel mit Gewalt" erbaut sich der Protagonist gleich eine neue Welt voll Salatorium und Karakorum oder Mogelvögeln, bis er endlich aus dem Warteraum in die Arztpraxis gerufen wird und die Illustrierte aus der Hand legt.
Aber auch frühe (1920) Kritik auf den heraufdäuenden Militarismus in "Rausch, Suff und Katzenjammer" nimmt einige spätere schreckliche Entwicklungen Deutschlands vorweg. "Mir ist heut so nach Tamerlan", ein Gedicht, das jeder schon beim Lesen der ersten Zeile verstehen wird, ist ebenso enthalten wie "Was soll er denn einmal werden", eine Sorge die wohl alle Mütter der Welt teilen. Besonders schön liest sich aber auch "Mutterns Hände" oder "Sonntags im Bett". Kurt Tucholsky versteht es, gute Stimmung zu machen und macht Appetit auf die schönen Seiten des Lebens, die allzumal viel zu schnell vorbeihuschen. Tucholsky hält sie fest.