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Ladin ist es sich gewohnt, auf grossen Bühnen wie beispielsweise der des Wiener Konzerthauses aufzutreten. In Muri jedoch war alles ganz anders. Die 47 verfügbaren Sitzplätze waren im Kreis um das Klavier herum platziert. „Am Anfang habe ich eine Weile gebraucht, um mich an diese Umgebung zu gewöhnen.“ In einer kleineren Runde wie dieser zu spielen sei sogar stressiger als in einer grossen Konzerthalle aufzutreten. Diese ungewöhnliche Szenerie verlieh dem Konzert jedoch auch Charme und eine gewisse Intimität. „Hier ist alles so nah beieinander, man kann sogar hören, wenn sich im Publikum jemand am Unterarm kratzt!“, meinte Ladin lachend.
„Als ich hierher nach Muri eingeladen wurde, arbeitete ich gerade an ein paar neuen Stücken“, schilderte Ladin. Diese Stücke waren jedoch nicht im Stil des Jazz komponiert, sondern gehörten eher dem Stil der Neoklassik an. „Es war ein ziemlich riskantes Unterfangen, denn normalerweise spiele ich Jazz und nicht neoklassische Musik. Jedoch dachte ich, vielleicht ist dies eine gute Möglichkeit, etwas auszuprobieren und meine neuen Stücke vor Leuten zu spielen!“ Mit diesem Hintergedanken im Kopf stellte der 35-jährige ein abwechslungsreiches Programm zusammen, welches sowohl einige neue Stücke als auch ältere Stücke beinhaltete.
Während dem Konzert legte Ladin mehrere Spielpausen ein, um über die letzten bzw. kommenden drei oder vier Stücke Hintergrundinformationen bekannt zu geben. "Die meisten meiner Stücke basieren auf einer Geschichte oder haben eine gewisse Bedeutung", erklärte der Pianist. Was jedoch auffiel, ist, dass zwei seiner aufgeführten Werke noch keinen Namen haben! "Ich suche nicht aktiv nach einem Titel für meine Stücke. Bei den Stücken, die noch keinen Namen tragen, warte ich nur darauf, dass die Geschichte hinter dem Stück zu mir kommt", begründete Ladin die fehlenden Titel nach dem Konzert.
Als Sohn des prominenten israelischen Schlagzeugers Gil Ladin konnte es wohl kaum anders kommen, als dass Eden Ladin mit vier Jahren ebenfalls begann, Schlagzeug zu spielen. Jedoch zog ihn mit der Zeit das Klavier immer mehr an und als Ladin 14 Jahre alt war, wechselte er sein Hauptinstrument endgültig zum Klavier. Sein Interesse für das Klavier entwickelte sich in den nächsten Jahren immer weiter. "Als ich in New York studierte, übte ich jeweils sieben Stunden pro Tag! Ohne Faszination für das Instrument und für die Musik wäre dies wohl kaum möglich gewesen", merkte Ladin an.
„Als ich nach New York zog, um zu studieren, hatte ich nur 400$ auf meinem Bankkonto!“, erinnerte sich Ladin. Da kann man wohl fast schon von Glück reden, dass er ein vollumfängliches Stipendium erhalten hatte. „Damals wohnte ich in einer kleinen Wohnung, die ich mit anderen Leuten teilen musste." Mehr wäre nun mal nicht drin gelegen. Jedoch sollen diese Umstände auch positive Seiten gehabt haben. Auf diesem Weg hatte der damalige Student der New School of Jazz and Contemporary Music direkt neue Kontakte knüpfen können. Durch diese neuen Kontakte und auch mit Hilfe seiner Schule konnte Ladin bei einigen Gigs auftreten, damit er das nötige Geld verdienen konnte, um über die Runden zu kommen. „Besonders die Auftritte, die mir die Schule beschafft hatte, waren gut bezahlt, meistens 75$ pro Stunde. Da ich immer wieder auftrat, reichte das Geld, um die Miete zu bezahlen und im Leben auszukommen.“
Nach dem Konzert brach das Publikum in Begeisterung aus. Da die Zuhörerschaft nicht mehr aufhören wollte zu klatschen, musste der Virtuose wohl oder übel auf die Bühne zurückkehren und eine Zugabe geben. Nach der Zugabe war der Beifall genauso leidenschaftlich wie davor, jedoch kam der Pianist nicht noch einmal zurück. Doch nach so einem Konzert wird er den Leuten wohl trotzdem in Erinnerung bleiben.