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«Im Gefängnis ist es eng und die Abstandsvorschriften sind schwierig umzusetzen», schrieb die Selbsthilfeorganisation für Strafgefangene, Reform 91, am Mittwoch in einem Brief an Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Die Population der Gefängnisse sei überwiegend risikoexponiert. Jüngere Mensch seien sehr oft drogengeschwächt und deshalb in prekärer gesundheitlicher Verfassung, die älteren seien Risikopatienten.
«Die Situation ist für die Insassen von Justizvollzugsanstalten derzeit noch schwieriger als in normalen Zeiten.» Besuche seien nicht möglich, Telefonate kein emotional ausreichender Ersatz, Videokontakte rar und Wareneinfuhren noch eingeschränkter als im Normalbetrieb.
Alternativen zum Freiheitsentzug prüfen
Reform 91 stützt sich bei den Forderungen auf das Strafgesetzbuch, wonach Gefangene ausnahmsweise nach der Hälfte der Strafe bedingt entlassen werden können, und verweist auf die Empfehlungen des Europarats.
Dieser hatte am 20. März dazu aufgerufen, dass die zuständigen Behörden Anstrengungen für Alternativen zum Freiheitsentzug angehen, da ein enger Kontakt die Ausbreitungen des Virus fördere. Dies sei insbesondere in Situationen von Überbelegung geboten.
Die Behörden sollten laut Europarat Alternativen zur Untersuchungshaft, eine Umwandlung von Haftstrafen, vorzeitige Entlassung und Bewährungsstrafen nutzen. Zudem sollten sie die Notwendigkeit einer unfreiwilligen Unterbringung psychiatrischer Patienten neu prüfen und soweit wie möglich vermeiden, Migranten zu inhaftieren.