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Lieber Christian, es ist Zeit zu gehen
Trainer Dubé muss gehen - Sportchef Dubé darf bleiben. Die Meinung von Fabian Waeber im Flammewärfer.
Er ist der letzte Alleinherrscher im Schweizer Eishockey, wohl sogar einer der letzten der Welt. Sportchef und Trainer in Personalunion, er hat alle Fäden in Freiburg in der Hand - was die Mannschaft betrifft. Christian Dubé.
2015 ist er direkt nach seiner Aktiv-Karriere in dieses Business eingestiegen. Bei Gottéron die Schlittschuhe an den Nagel gehängt und gegen den schicken Mantel eingetauscht, als Sportchef hat er die Geschicke von Gottéron in die Finger genommen.
Erste Schritte als Trainer
Am 5. Oktober 2019, in den frühen Morgenstunden, sprang er als Trainer ein - zum ersten Mal überhaupt. Noch auf dem Heimweg von Ambrì hat Sportchef Dubé Trainer Mark French in die Wüste geschickt. Die fünfte Niederlage im sechsten Saisonspiel war eine zu viel.
Sportchef Dubé machte sich selber zum Trainer Dubé. Ad Interim. Abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Sie hat sich gut entwickelt, er durfte bleiben.
Nach der Saison 2019/2020, welche wegen der Corona-Pandemie keinen Abschluss fand, wurde Christian Dubé offiziell in seiner Doppelfunktion bestätigt. Er hätte die Playoffs erreicht, welche nicht stattgefunden haben. Und letzten Juni wurde ein noch laufender Vertrag - ohne Not - bis 2025 verlängert. Wieder in beiden Funktionen.
Eine miserable Bilanz
Erreicht hat der Trainer Dubé in dieser Zeit nicht viel. Zwar konnte sich Freiburg, mehr oder weniger, als Spitzenteam in der Qualifikation mausern. Doch seit 2015, als Christian Dubé das Amt des Sportchefs übernahm, hat Gottéron nur eine einzige Playoff-Serie gewonnen. Letzte Saison gegen den Lausanne HC.
In den weiteren Jahren unter der Dubéschen Regentschaft verpassten die Drachen dreimal die Playoffs - inklusive der laufenden Saison. Dazu blieben sie dreimal im Viertelfinale hängen, alle Serien gingen mit 1:4 verloren.
Es spricht nicht viel für den Trainer Dubé. Es scheint, als erreiche er seiner Spieler nicht wirklich. Das bestätigt der Kanadier selbst. Die Spieler wollen sich nicht auf dem Eis zerreissen. Er versuche ja alles, sie wollen aber nicht hören. Sie würden nicht das umsetzten, was er von ihnen verlangen würde. Also macht er wohl einiges falsch...
Die Zeit von Trainer Dubé ist abgelaufen
Es braucht einen frischen Input an der Bande von Freiburg-Gottéron. Es braucht einen Trainer, der während dem Spiel etwas unternimmt. Einer, der nicht nur - bisweilen schon fast gelangweilt - hinter den Spielern steht, grimmig auf das Eis starrt und dabei seinen Kaugummi kaut. Laut wird Dubé nur, wenn er sich über die Schiedsrichter aufregt.
Als Sportchef darf Christian Dubé gerne bleiben. Hier hat er seinen Job eigentlich gut gemacht. Er hat immer wieder eine kompetitive Mannschaft zusammengestellt. Dass die ausländischen Trümpfe in der laufenden Saison nicht gestochen haben, ist nicht die Schuld des Sportchefs. Auf dem Papier waren es gute Transfers. Da hat eher der Trainer versagt, welche sie falsch führte oder einsetzte.
Christian Dubé in beiden Funktionen von seinen Ämtern zu entbinden, wäre eine sehr kostspielige Angelegenheit für Gottéron. Lasst ihn als Sportchef weiterarbeiten, im Hintergrund. Stellt einen neuen Trainer an die Bande, bringt frischen Wind in die BCF-Arena.
Die Zeiten der Alleinherrscher im Eishockey sind vorbei. Das wussten der HC Davos und Genf-Servette mit den Entlassungen von Arno del Curto und Chris McSorley bereits, bevor Freiburg-Gottéron überhaupt damit angefangen hat.