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Der Antonierhofbrunnen

Rheingasse (Vis à vis Nummer 48)
Tram 6, 8, 14, 15 und 17 Rheingasse / Bus 34 und 31/38 Rheingasse
Der stattliche Brunnen in der Rheingasse hat seinen Namen vom Orden der Antoniter. Diese sind in Basel erstmals im Jahr 1304 nachgeweisen und unterhielten in der St.Johanns-Vorstadt ein kleines Hospital für Pilger. 1462 erwarb der Orden mit Sitz in Freiburg im Breisgau einen Ziegelhof an der Rheingasse. Der gehört einst dem nach 1450 verstorbenen Oberstzunftmeister und Kleinbasler Schultheissen Eberhard von Hiltalingen.
Schon dessen Vorfahren waren Ziegler und im Jahr 1335 taucht die Liegenschaft als Ziegelhof des Johannes von Hiltalingen auf. Zum Zeitpunkt des Verkaufs an den Antoniterorden umfasste diese Liegenschaft an der Rheingasse ein vorderes und drei hinter Häuser, die durch einen Garten getrennt waren. Man nannte sie damals "Eberharts von Hiltalingen hoff". Sie wurde offenbar nicht mehr als Ziegelei genutzt als der Orden sie erwarb.
Der im Jahr 2000 renovierte Antonierhofbrunnen von 1834 in der Rheingasse hinter dem Arbeitsamt. Wenn man genau hinsieht, erkennt man die Fuge an der Längsseite, wo die beiden Hälften des Troges zusammengefügt wurden.
In der Folge des Handwechsels wurde die Liegenschaft zum so genannten Antonierhof, der dem Brunnen den Namen gab. Die Stadtansichten von Matthäus Merian dem Älteren (1593-1650) zeigen bereits im 17. Jahrhundert vor dem Antonierhof einen Stockbrunnen. Um diesen trat die gezinnte Mauer der Hofeinfriedung in einem leichten Bogen zurück, ähnlich wie heute die Mauer des Arbeitsamts den aktuellen Brunnen berücksichtigt.
Nicht auszuschliessen ist, dass der Brunnen an einem Ort steht an dem es früher einen Sodbrunnen gab. Immerhin existierte im hinteren Teil des Hofs der so genannten Sandhof-Sodbrunnen, benannt nach dem Sandlagerplatz des Bauamts neben dem Antonierhof. Auf dem Areal waren somit die Möglichkeiten für einen weiteren Sod an der Gasse gegeben gewesen. Ein Laufbrunnen wäre indes sicher erst nach 1492 errichtet worden.
In diesem Jahr wurde das Riehen-Brunnwerk angelegt, um Kleinbasel mit Wasser zu versorgen. Ein solcher Brunnen hätte dann, wie im Mittelalter oft üblich, einen Holztrog gehabt. Belegt ist dass 1569 an diesem Platz ein Stockbrunnen aus Stein errichtet wurde, der auch als Rheingassebrunnen bekannt war. Der heutige Antonierhofbrunnen entstand an diesem Ort erst 1834. Der Entwurf stammt vom Basler Architekten Melchior Berri (1801-1854).
Berri entwarf auch den drei Jahre später entstandenen Dreizackbrunnen am Münsterberg. Ausgeführt wurde der Brunnen beim Antonierhof durch Urs Bargetzi (1794-1865) aus Solothurn. Er ist mit dem 1863 entstandenen Trog des Rebhausbrunnens ein weiteres Mal in der Kleinbasler Altstadt vertreten. Der Antonierhofbrunnen hat einen massiven acheckigen Pfeiler der mit mit einem stilistisch ausgeführten Pinienzapfen bekrönt wurde.
Der mit einem rechteckigen Seitentrog versehene grosse Achtecktrog mit seinen schrägen Wänden ist eine Besonderheit. Er besteht aus zwei Hälften die aus Stein gehauen und miteinander verbunden wurden, was noch heute an den Fugen der Längsseiten erkennbar ist. Speziell der Stock mit seinem feinen Zierwerk litt bis ins 20. Jahrhundert sehr unter dem Zahn der Zeit. Daher wurde der Antonierhofbrunnen im Jahr 2000 saniert.
Querverweis zum Thema:
>> Basel und seine Wasserversorgung
Beitrag erstellt 18.01.13
Quellen:
Casimir Hermann Baer, "Kapelle und Haus der Antoniterherren in Klein-Basel", publiziert in Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Stadt, Band 3, herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Birkhäuser Verlag, Basel, 1941, Seiten 158 bis 159
Arthur Burger, Brunnengeschichte der Stadt Basel, herausgegeben vom Verkehrsverein Basel, Basel, 1970, Seiten 38
Thomas Lutz, Beitrag "Brunnen" in Abschnitt "Rheingasse", publiziert in Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt, Band 6, (Altstadt Kleinbasel), herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern, 2004, ISBN 3-906131-78-5, Seiten 61 bis 62
Wilhelm Richard Staehelin, Beitrag "Die Antoniterkapellen", publiziert in Basler Kirchen, Band 2, herausgegeben von Ernst August Stückelberg, 1918, Verlag Helbing & Lichtenhahn, Seiten 105 bis 106