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Der Traum einer ganzen brasilianischen Kleinstadt zerschellte am späten Montagabend in den Hügeln des Hinterlandes von Kolumbiens Metropole Medellin. Beim Absturz von Flug 2933 der bolivianischen Gesellschaft LaMia Airlines sassen 48 Mitglieder der Associação Chapecoense de Futebol im Flieger. Die Mannschaft war auf dem Weg zum Hinspiel der Copa Sudamericana, dem lateinamerikanische Pendant zur Europa League.
Gegen den prominenten Grossklub Atletico Nacional Medellin war Chapecoense zwar klarer Aussenseiter. Doch der mit Abstand grösste Triumph des erst 43 Jahre alten Vereins lag trotzdem zum Greifen nahe. Und vor allem: Die Teilnahme am Final eines bedeutenden internationalen Wettbewerbs war in Chapeco seit der Qualifikation von letzter Woche das grosse Thema. Nun findet das Spiel nicht statt – und der Klub wird aufgrund tragischer Umstände und nicht wegen sportlicher Erfolge weltberühmt. Nur drei Spieler überlebten den Absturz.
Bislang war Chapecoense kaum über die brasilianischen Grenzen hinaus bekannt. Im Süden des Landes beheimatet, stand er hier unten im Grenzgebiet zu Uruguay und Argentinien im Schatten der beiden Grossklubs aus Porto Alegre, Grêmio und Internacional. Und auch die Vereine Santos, Palmeiras und FC São Paulo aus dem Grossraum der grössten südamerikanischen Stadt sind nicht weit.
Chapeco hat bloss 200’000 Einwohner, hundert Mal weniger als São Paulo. Auf die überregionale Fussball-Landkarte schaffte es der ACF erst vor drei Jahren, als er erstmals in die Serie A Brasiliens aufstieg. Dort etablierte er sich als Mittelfeldklub, ehe in diesem Jahr die Qualifikation für die Copa Sudamericana folgte und mit Siegen gegen Cuiaba (BRA), Independiente Buenos Aires (ARG), Atletico Barranquilla (COL) und San Lorenzo (ARG) der Final erreicht wurde.
Gegründet wurde Chapecoense 1973 durch eine Fusion der Lokalvereine Atletico und Independente. Bekannte Spieler oder Trainer konnte sich der Klub nie leisten. Wenn, dann wurden Spieler berühmt, als sie längst nicht mehr für Chapecoense im Einsatz standen. So wie der frühere deutsche Internationale Paulo Rink, der lange Zeit vor seinem Engagement bei Bayer Leverkusen in Chapeco spielte. Oder Romulo, der es über Hellas Verona vor zwei Jahren zu einem Vertrag bei Juventus Turin schaffte. Auch in seiner Karriere war Chapecoense eine Station.
Diese Auflistung wird nun leider um drei Namen verlängert. Keeper Danilo (31), Ersatztorhüter Jackson Follmann (24) und Verteidiger Alan Ruschel (27) heissen die drei Spieler, welche den Absturz von Flug 2933 bei Medellin überlebt haben.
(SDA)