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Luang Prabang
Laos ist unser nächstes Land, welches wir besuchen werden. Bei uns Schweizern ist Laos als Reiseziel noch nicht ganz so bekannt wie Thailand. Deshalb hier einige Facts: In Laos leben 6.5 Millionen Menschen, nur jeder dritte davon in einer Stadt. In der Hauptstadt Ventiane leben 600’000 Menschen. Laos gehört zu den „Least Developed Countries“, das Pro-Kopf Einkommen lag 2001 bei 275 Euro und 75% der Laoten müssen mit weniger als 2 $ am Tag auskommen. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist Laos das am stärksten bombardierte Land der Welt. Während des Vietnamkriegs warfen die USA mehr Bomben auf Laos ab (obwohl es nie eine Kriegserklärung gab) als während dem zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen. Deshalb gibt es noch heute zahlreiche Opfer von Blindgängern. Trotz der traurigen Geschichte und der vorhandenen Armut freuten wir uns sehr auf unsere Laosreise:
Lange beschäftigten wir uns mit der Frage, wie wir von Chiang Mai nach Luang Prabang kommen sollten. Favorit war zunächst der bei Backpackern übliche Weg mit dem Bus (ca. 5 Stunden) nach Chiang Khong, wo man die Grenze nach Laos überschreitet. Von Huay Xai gelangt man mit dem Slowboat in 2 Tagen über den Mekong nach Luang Prabang. Da wir aus anderen Berichten erfahren haben, dass diese Fahrt zwar schön, je nach Boot aber fast unerträglich ist, entschieden wir uns dazu, die Strecke mit einem einstündigen Flug (ca. 140 CHF pro Person) zu bewältigen. Anstatt in 3 Tagen erreichten wir unser Ziel nun in wenigen Stunden. Mit allen Fahrten und den zwei zusätzlichen Übernachtungen, welche die andere Reisevariante mit sich gebracht hätte, wären wir vermutlich auf einen ähnlichen Betrag gekommen.
Nach einem gemütlichen Flug in einem kleinen Propellerflugzeug der Lao Airlines, stiegen wir voller Erwartungen in Luang Prabang aus. In unserem Hostel (Khammany Inn Hostel) bezogen wir unser für den Preis (knappe 7 CHF pro Person und Nacht) äusserst komfortables Doppelzimmer mit eigener Dusche und Toilette. Danach erkundigten wir die Umgebung. Am nahegelegenen Mekong genossen wir zum Sonnenuntergang unser erstes Beerlao. Anschliessend besuchten wir den erstaunlich grossen Nachtmarkt (ca. 5 Gehminuten entfernt), wo wir für 15‘000 Kipp p.P (ca. 1.8 CHF) à Discretion von einem Buffet eines urchigen Standes assen. Damaris entdeckte dort den „grünen Papayasalat nach Laos Art“. Dabei werden Karotten und grüne Papaya fein gehackt, dazu wird eine gute Ladung Knoblauch, Tomaten und weiteres Gemüse mit Chilischoten zu einer scharfen Sauce verarbeitet. Das schmeckt unglaublich gut. Jedoch aufgepasst, der in Laos ist äusserst scharf, da er viele Chillischoten enthält. Bestellt man ihn jedoch nur medium scharf, so ist er für europäische Verhältnisse bereist sehr scharf :).
An unserem ersten Morgen genossen wir das Frühstück im Hostel und wollten danach 2 Fahrräder mieten (Je 10‘000 Kip, ca. 1.2 CHF). Leider war nur eines vorhanden. Da es sich dabei jedoch um ein pinkes Gefährt mit 2 Satteln handelte, versuchten wir unser Glück zu zweit darauf. Aufgrund des enorm hohen Energieverbrauches mieteten wir uns bei einem Reisebüro ein weiteres Fahrrad und setzten so unsere Tour fort. Auf diese Weise erkundeten wir diese wunderschöne gemütliche Stadt, insbesondere an den Ufern des Mekong und des Nam Khan. Die französischen Kolonialbauten, eingebettet in die tropische Umgebung faszinierten uns sehr. Ausserdem gibt es unzählige kleine Gassen und nur wenige grosse Strassen mit viel Verkehr. Die Ufer sind geschmückt mit zahlreichen Bars und Restaurants der verschiedensten Preisklassen. Mit dem einen oder anderen Besuch in Restaurants oder Bäckereien verging der Tag schnell. Nach einem Bummel über den Nachtmarkt (dessen enorme Grösse uns erst bei Tageslicht bewusst wurde) kehrten wir ins Restaurant „Blue Lagoon“ ein, welches in unserem Reiseführer empfohlen wurde. Die Speisekarte überraschte uns sehr: Neben einheimischen laotischen Gerichten fanden wir bekannte Schweizer Speisen wie „Zürigschnätzlets mit Röschti“ oder „Fondue.“ Unsere Skepsis wurde weggeblasen, nachdem wir mit dem sympathischen Schweizer Patrons gesprochen hatten. Pascal fasste sich ein Herz und bestellte das Käsefondue, während Damaris ein Lachsfilet mit Gemüse wählte. Für laotische Verhältnisse sind die Speisen einer höheren Preiskategorie zuzuordnen. Diese schmeckten uns ausserordentlich gut und der Service war super. Somit sind die Preise sicherlich gerechtfertigt (im Vergleich zu Europa ist das Essen immer noch extrem günstig). Tatsächlich, in Laos kann man sich ein äusserst schmackhaftes Käsefondue gönnen. Auch alle weiteren vom Haus offerierten Vorspeisen waren exzellent.
Da uns diese Stadt sehr gut gefiel, verlängerten wir unser Zimmer um weitere zwei Nächte. So konnten wir unser geplantes Vorhaben ohne Zeitdruck umsetzen. Unser erstes Ziel war ein Tagesausflug zum Kuang-Si Wasserfall. Diesen können wir jedem Reisenden wärmstens empfehlen. Es ist definitiv der schönste Wasserfall, den wir bisher auf unserer Reise besichtigten (die Bilder sagen mehr aus als weitere Erläuterungen 😉 ). Man hat die Möglichkeit, nach oben zum „Ursprung“ des Wasserfalls zu wandern und sich danach in einem der schönen Becken abzukühlen.
Einen weiteren Tag investierten wir in die Besichtigung der Pak Ou Höhlen. Da wir noch keine Mekongfahrt erlebt hatten, wählten wir diese etwas langsamere Anfahrt (die Alternative mit einem Tuk Tuk ist günstiger und schneller). Diese Entscheidung war die richtige, denn die Bootsfahrt mit dem Slowboat über den Mekong war das einzig tolle an diesem Ausflug. Der Stop im Whiskey Village war zwar interessant wenn auch sehr touristisch. Dieses Ziel wird jedoch auch in fast jeder anderen Tour angesteuert und ist kein „must see“. Die Höhlen selbst sind unserer Meinung nach keinen Besuch wert. Selbst die grössere der beiden Höhlen (unserer Meinung nach ist die kleinere eher eine Einwölbung im Felsen als eine Höhle) war sehr klein und wir konnten beiden nichts spannendes abgewinnen. Die Bootsfahrt war nicht nur schön, sondern bekräftigte auch unsere Entscheidung, von Chiang Mai nach Luang Prabang zu fliegen. Bereits während diesen drei Stunden, wurde die sehr schöne Landschaft etwas eintönig und unsere Hintern schmerzten. Zwei Tage diesen Spass zu erleben wäre dann doch etwas mühsam gewesen. Nach diesem Ausflug borgten wir uns im Hostel erneut zwei Fahrräder und gingen damit auf die Fähre (mit Fahrrad 10‘000 Kip p.P., ca. 1.20 CHF), um das andere Mekong Ufer zu erkunden. Bereits bei der Ankunft war uns klar, dass diese Seite nicht so touristisch ist wie Luang Prabang. Vergeblich suchten wir nach einer Person, welche genügend Englisch verstand, um uns die Abfahrtszeit der letzten Fähre zu nennen. Optimisitsch wie wir sind, zogen wir einfach mal los durch die Marktstände, welche definitiv an ein einheimisches Publikum gerichtet waren. Auf unbefestigten Strassen erkundigten wir die kleinen Siedlungen. Offenbar hatten wir ein gutes Timing. Genau zum Schulschluss fuhren wir an einer Primarschule vorbei, wo dutzende Kinder fröhlich auf die „Strasse“ stürmten. Dort wartete bereits ein Eisverkäufer auf die quirlige Meute. Dieser wurde von vielen Kindern regelrecht belagert. Auch an uns hatten die Kinder sichtlich Freude. Sie rannten neben uns her und winkten uns zu. Sie schienen zu spüren, dass Damaris eine Lehrerin ist. Plötzlich hatte sie ein kleines Mädchen auf dem hinteren Sattel, das die kurze Fahrt auf dem Fahrrad eines Tourists sehr amüsant fand. Nachdem wir vielen Kindern einen kurzen Fahrradtrip schenkten, genossen wir noch kurz den Ausblick über den Mekong auf Luang Prabang und machten uns dann auf den Heimweg. Wer etwas Zeit übrig hat, sollte sich unbedingt die andere Seite des Mekongs anschauen, um zumindest einen kleinen Einblick ins Leben der laotischen Bevölkerung (ein Grossteil davon lebt nämlich nicht in Städten) zu erhalten. Zum Abendessen genossen wir ein feines Sandwich am Nachtmarkt. Hier in Laos gibt es nämlich unglaublich feine Baguettes, fast wie in Frankreich. Unser Favorit war das Sandwich mit Poulet, Avocado und Käse (25’000 Kip, ca. 3 CHF).
Luang Prabang lässt sich wirklich super mit dem Fahrrad erkunden, weshalb wir einen weiteren Tag zwei Fahrräder ausliehen. Wir genossen ein Frühstück in einer richtigen französischen Bäckerei (Le Banneton) und genossen einen weiteren ruhigen Tag in dieser Stadt. Von der malerischen kleinen Gassen und der gemütlichen Atmosphäre dieser Stadt kann man nicht genug kriegen, weshalb wir versuchten, jede einzelne Ecke zu erkunde. Nachdem wir einen Eisverkäufer eine Weile verfolgten, um uns die schöne Melodie seines mobilen Eisstandes anzuhören, besichtigten wir den Tempel Wat Xieng Thong. Dieser ist speziell schön, da er mit zahlreichen Mosaiken aus Glasplatten geziert ist. Nach einem Mittagessen in der bei Touristen beliebten bar „Utopia“, wollten wir die Stelle erreichen, wo der Nam Khan und der Mekong zusammenfliessen. Eine Fahrt über holprige Landstrassen brachte uns an die Stelle, wo wir den schönen Ausblick genossen. Wir waren jedoch nicht alleine: Ein älterer Herr und sein 25 jähriger Sohn setzten sich zu uns und wir plauderten mit ihnen. Sie luden uns in ihr Haus auf ein Glas laotischen Whiskey ein. Sie zeigten uns ihre Hühnerfarm, in der auch Enten und Hasen wohnten. Da die beiden Männer Bootsführer sind, erkundigten wir uns bei ihnen nach dem Preis einer Bootstour. Sie nannten einen völlig überteuerten Preis und liessen nicht mit sich verhandeln, weshalb wir dankend ablehnten und uns langsam auf den Heimweg machten (mittlerweile war die Sonne untergegangen). Im Hostel genossen wir mit zahlreichen anderen Gästen ein Abendessen aus verschiedenen lokalen Gerichten und gingen anschliessend gemeinsam feiern.
Für den letzten Tag wollten wir uns nochmals etwas Spezielles gönnen. So buchten wir eine Halbtagestour bei einem nahe gelegenen Elefantencamp. Mit einem Argentinier und zwei Japanerinnen verbrachten wir dort einen sehr spassigen Tag. Da die anderen drei Teilnehmer einen Ganztagestrip gebucht hatten, erhielten wir beide glücklicherweise ein Upgrade zu einem ganzen Tag (wir bezahlten 30 $ p.P.). Wir fünf waren die einzigen Besucher dieses Camps. In angenehmer Atmosphäre genossen wir mehrere Ritte durch den Dschungel (und glücklicherweise auch endlich mal ohne Sattel). Trotz des Spasses gab es ein zwei mulmige Situationen: Beim ersten Ritt sassen wir gemeinsam im Sattel des grössten Elefanten. Dieser begann ab und zu an zu knurren (wir spürten dies sehr gut am heftigen vibrieren ihres Körpers;) ), da sie eine andere Elefantendame offenbar nicht sonderlich mochte. Als wir alleine auf jeweils einem Elefanten ohne Sattel ritten (bei Pascal sass glücklicherweise noch ein Mahout hinten drauf, vermutlich ahnten sie dessen Notwendigkeit), fing der grosse Elefant- auf dem Pascal und der Mahout sassen- wider an zu knurren, da er von einem lauten Geräusch erschrak. Als sich der Elefant, auf dem Damaris ganz alleine unterwegs war, umdrehte und auch sichtlich nervös wurde, rannte der grosse Dickhäuter ohne Vorwarnung los. In dem Moment war Pascal sehr froh, dass der Mahout ihn gerade noch festhielt, da er ansonsten vermutlich vom Elefanten geflogen wäre. Als beide Elefanten nebeneinander standen, tröteten sie sich gegenseitig an und wir rechneten damit, dass wir bald Reiter auf zwei kämpfenden Elefanten werden würden. Die Spannung zwischen den beiden Tieren konnte man gut spüren. Innerlich hofften wir, dass sie sich nicht auftürmen würden. Auch die Mahouts wurden zunehmend nervös. Glücklicherweise beruhigten sich die Tiere wider und wir konnten den Ritt mehr oder weniger entspannt ausklingen lassen. Zum Schluss des Tages gingen wir mit den Elefanten im Mekong baden. Das war ein einmaliges Erlebnis und ein toller Abschluss dieses aufregenden Ausflugs und definitiv das Highlight. Am Abend trafen wir uns noch mit dem Argentinier und den beiden Japanern und feierten unser gemeinsames Erlebnis.
Abschliessend noch ein Bild, welches das Erscheinungsbild von Luang Prabang mit dem kolonialen französischen und dem modernen asiatischen Einfluss gut räpresentiert: