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– Policy Brief
Analyse der regionalen Unterschiede in der zweiten Welle
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Dieser Text ist eine Zusammenfassung des originalen Policy Brief (auf Englisch)
Die Westschweiz war von der zweiten Welle der Epidemie im Herbst 2020 besonders betroffen. Unsere Analyse zeigt, dass dies nicht darauf zurückzuführen ist, dass sich die Epidemie im Herbst in den französischsprachigen Kantonen schneller als anderswo ausgebreitet hat, sondern auf eine höhere Inzidenz im Spätsommer.
In jüngster Zeit verzeichnet die Romandie, wo die strengsten Massnahmen ergriffen wurden, den schnellsten Rückgang der Fallzahlen.
Die zweite Welle der COVID-19-Epidemie hat die Westschweiz besonders hart getroffen, und zwar sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich. Zur Westschweiz zählen wir hier die sechs Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Jura, Freiburg und Wallis, ohne Kanton Bern.
Während dem landesweiten Höhepunkt der zweiten Welle (ca. 24. – 30. Oktober 2020) hatten diese sechs Kantone die höchste Inzidenz von bestätigten Fällen in der Schweiz (es handelt sich dabei um den Sieben-Tage-Schnitt der Neuinfektionen pro Tag je 100 000 Einwohner). Diese reichte von 134 (Waadt) bis 210 (Wallis); der nationale Durchschnitt lag bei 92.
Dies lässt sich nicht dadurch erklären, dass die Fallzahlen zwischen Mitte September und Ende Oktober in der Westschweiz schneller angestiegen wären als in der übrigen Schweiz. Im Gegensatz zu den anderen Regionen erfolgte das Wachstum dort eher langsam: So stiegen die Fallzahlen in der Genferseeregion um das 15-fache an, in der Region Zürich hingegen um das 19-fache, um das 23-fach in der Nordwestschweiz sowie im Espace Mittelland (zu dem Freiburg, Neuenburg und Jura gehören), um das 28-fache in der Ostschweiz und um das 44-fache in der Zentralschweiz.
Die Daten deuten darauf hin, dass das Ausmass der zweiten Welle in der französischsprachigen Schweiz auf die hohen Fallzahlen zurückzuführen ist, die dort schon vor ihrem Beginn zu verzeichnen waren: In der Woche vom 14. bis 20. September 2020 gehörten fünf der sechs französischsprachigen Kantone zu den sieben Kantonen mit der höchsten Inzidenz.
Diese Situation Ende September könnte zwei Erklärungen haben. Erstens gibt es Hinweise, dass die Westschweiz im Sommer zwischen 7. Juni und 20. September 2020 im Vergleich zu anderen Regionen einen etwas höheren Anstieg der Fallzahlen hatte. Zweitens wies die Inzidenz im Juni, obwohl auf nationaler Ebene sehr niedrig, in 5 der 6 französischsprachigen Kantone bereits höhere Werte auf als anderswo. Angesichts der niedrigen Fallzahlen im Juni in einigen anderen Kantonen ist es schwierig zu beurteilen, auf welchen dieser beiden Aspekte die hohen Westschweizer Fallzahlen Ende September eher zurückzuführen sind.
Nach dem Höhepunkt der zweiten Welle, nahm die Anzahl der bestätigten Fälle in der Westschweiz schneller ab als anderswo: ihre sechs Kantone verzeichneten am 10. November die tiefste Reproduktionsrate Re.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie im Herbst 2020 in der Westschweiz generell strenger waren als in der übrigen Schweiz.