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Mit Merl LaVoy auf den Mount McKinley
Von John Schoop.
Während wir der Abfassung dieser Zeilen die « letzte Ölung » verleihen, bevor wir sie über das grosse Wasser senden, entrinnt der kühne Meri LaVoy mit dem transkontinentalen Express der New Yorker Hitze und ist auf dem Weg nach einer weiteren Expedition am Mount McKinley.
Dieses Mal geht er nicht voll froher Erwartungen den Strapazen entgegen. Er folgt dem Ruf der Angehörigen des verunglückten Theodore Koven und will dessen Leiche bergen, die von der Lindley-Expedition auf dem Muldrowgletscher aufgefunden worden ist, aber infolge der Gefahren nicht mitgenommen werden konnte.
Die Expedition, die jetzt auf ihrem Weg nach Alaska ist, besteht aus vier erprobten Leuten unter Führung von Meri LaVoy. Er rechnet, sie werden für ihre traurige Mission etwa sechs Wochen benötigen. Der Abtransport über den wildzerklüfteten Gletscher und seine noch stärker zerschrundeten Abstürze wird grosse Schwierigkeiten und Gefahren bringen.
Wir erkundigten uns, ob bei dieser Gelegenheit auch versucht werden soll, Allen Carpe seinem Eisgrab zu entziehen. LaVoy hatte dessen Familie darüber befragt und die Antwort erhalten, dass Carpes letzter Wunsch sicher gewesen wäre, ihn in seinem letzten Schlaf im Herzen seiner geliebten Berge VIII28 nicht zu stören. Also schlaf wohl, kühner Allen Carpe, an der kühlen Brust des Bergriesen!
Ein Mitglied der Expedition wird Andrew Taylor sein, der mit Carpe drei kanadische Erstbesteigungen auf Mount Logan, Boni und Fairweather ausgeführt hat.
Meri LaVoy hat uns am Vorabend seiner Abreise sehr liebenswürdig empfangen und uns nicht nur einige interessante Aufnahmen für « Die Alpen » bereitwilligst zur Verfügung gestellt, sondern uns auch Mitteilungen anderer Quellen in verdankenswerter Weise verbessert und ergänzt.
Am 15. Mai 1932 meldeten die Zeitungen, dass es der Lindley-Expedition gelungen sei, den Süd- und Nordgipfel des Mount McKinley zu erreichen und dass sie auf ihrem Abstieg über den Muldrowgletscher den verstorbenen Koven fand sowie alle Anzeichen, dass Carpe in einer tiefen, unergründlichen Spalte ein frühes, kaltes Grab gefunden habe.
Mount McKinley, für sein selten klares Wetter berüchtigt, ist mit seinen 6191 m der höchste Gipfel des nordamerikanischen Kontinents. Zwischen dem Golf von Alaska und dem Yukontal, auf 63 Grad nördlicher Breite und nur 400 Kilometer vom arktischen Kreise gelegen, fällt dort in jeder Woche des Jahres Schnee, der von den feuchten Luftströmungen aus dem fernen Bereiche des Japanstromes herübergetragen wird. Der Berg soll auf der pazifischen Seite jährlich durchschnittlich einen Niederschlag von 620 Zentimetern haben, der sich später zum grossen Teil in Schnee- und Eislawinen auf die tiefer liegenden Gletscher stürzt. Die Schneegrenze liegt auf zirka 760 Metern über Meer.
Seine Nordflanke ist den Stürmen ausgesetzt, die aus den arktischen Regionen kommen und das Land durchbrausen.
Temperaturen von —40 Grad Celsius sind dort oben keine Seltenheit. Sein Angreifer muss für alles gewappnet sein: Eisschründe, Gletscherspalten, Schneestürme, grosse Kälte, gefrorenes Essen, Frostbeulen, Sonnenbrand, Schneeblindheit, Schwindel, Atemnot, Erschöpfung, schmerzende Lungen und Hals.
Der Berg hat bis jetzt allen Angriffen durch die wildzerklüfteten Gletscher der Südfassade standgehalten. Die Nordflanke mit ihren tausend Meter hohen Mauern ist unbezwingbar geblieben. Der einzige Zugang an den Gipfel scheint über den Muldrowgletscher und die Karstens Ridge gefunden worden zu sein.
Erst im Jahre 1913 gelang offiziell die Bezwingung des Hauptgipfels der Partie des Erzdiakons Hudson Stuck mit drei Begleitern. Erzdiakonus Stuck schätzte die Leistungen seiner Partie auf eine Totalhöhenüberwindung von 18,300 Metern, indem sie den gleichen Weg verschiedene Male zurücklegen musste, um sämtliches Material nachzuschieben.
Die Besteigungsgeschichte des Mount McKinley weiss zu erzählen, dass die ersten Versuche, ihn zu bezwingen, 1903 durchgeführt worden sind.
Ein junger Student namens Dickey ist seiner im Jahre 1896 als Erster ansichtig geworden. Sechs Jahre später erreichte Alfred H. Brooks, während 25 Jahren Chef der topographischen Landesvermessung der U. S. A. in Alaska, erstmals die Basis des Berges.
Im Jahre 1903 wurden zwei Versuche unternommen. Der einen Partie gehörte der bekannte alaskische Delegierte im amerikanischen Kongress, Judge Wickersham, an; die andere stand unter Frederick A. Cook, Prof. Parker und Belmore Browne. Beide Expeditionen mussten auf etwa 3050 m Höhe zurückkehren.
Unter ungewöhnlichen Umständen wurde eine Expedition im Jahre 1910 fast Sieger. Die betreffende Erzählung mutet etwas fantastisch an.
Man hatte in Alaska vernommen, dass sich eine New Yorker Partie vorbereitete, dem Mount McKinley auf den Leib zu rücken. Der Stolz der Alasker wollte es aber nicht zulassen, dass der Berg zuerst « Fremden » zum Opfer falle. Obwohl sie nicht Bergsteiger waren, begaben sich sechs oder sieben der Kühnsten auf den Weg. Aber nur die Stärksten, Charles McGonogill, William Taylor und Peter Anderson, hielten den Strapazen stand und erreichten die Nordspitze ( North Peak ), aber nicht den höheren Zwillingsgipfel, die Südspitze ( South Peak ). Als Grund wurde angegeben, die mitgeschleppte Fahne, die auf dem Nordgipfel aufgepflanzt worden sei, hätte vom 240 Kilometer entfernten Fairbanks auf der Südspitze nicht gesehen werden können!
Ferner wird erzählt, die Bezwingung der Nordspitze und der Abstieg auf den Muldrowgletscher seien in einem Tag bewältigt worden, was einer übermenschlichen Leistung unter selten vorzüglichen Bedingungen gleichkäme. Wenigstens ein Teil dieser Besteigung ist jedenfalls in Legende gehüllt.
Eine andere Partie, der dritte Angriff des Prof. Parker, brauchte für den gleichen Aufstieg einen Monat.
Wir befragten auch Meri LaVoy, was er davon halte, und er sagte, dass, nach den eigenen verschiedenen Erfahrungen am Berg zu schliessen, die Tat, wie sie dargestellt wird, fast einer übermenschlichen Leistung entspreche.
1906 hatten Herschel Parker und F. A. Cook, der den Nordpol entdeckt haben wollte, einen weiteren Angriff durchgeführt, mussten aber unverrichteter Sache umkehren. Später erklärte Cook, er habe den Hauptgipfel des Mount McKinley am 16. September 1906 erreicht und dort die amerikanische Fahne gehisst. Prof. Parker war davon überrascht und gab bekannt, er habe Photographien und anderes Material, die beweisen, dass Cook den Gipfel nicht betreten haben könne.
Freunde des Forschers Peary stifteten genügend Geld für eine Expedition im Jahre 1910, welche die Aussagen Cooks ausser allem Zweifel widerlegen sollten. Dieser Partie gehörten Prof. Parker, Belmore Browne und Meri LaVoy an. LaVoy übergab uns eine Photographie und genaue Reproduktion des Punktes, der von Cook als Gipfel des Mount McKinley bezeichnet worden war. Das Original, mit Ed. Barrill auf der Fels- und Schneekuppe, wurde zur Identifizierung des Punktes anhand von kartographischen Angaben Barrills benützt. Auf unserer Aufnahme hat ein Mitglied der Expedition Parker die Stellung Barrills eingenommen. Die Erhebung, die für den « Bluff » diente, ist nur 1525 Meter hoch und wurde etwa 40 Kilometer vom Hauptgipfel entfernt gefunden.
Die Besteigung des Mount McKinley gelang der Parker-Expedition auch dieses Jahr nicht. Die Beschaffenheit des Eises der oberen 4300 Meter war derart, dass sie umkehren musste. Die Lasten betrugen 40-55 Kilo. Während einiger Zeit bestand die Nahrung nur noch aus einer Mischung von in Schneewasser geweichten Seebiskuits, Pemmikan, Rosinen und etwas Zucker, aber auf den grossen Höhen erwies sich diese Kombination zu schwer.
Die Photographie des gewaltigen Gesamtgipfels wurde von Meri LaVoy auf dieser Tur aufgenommen. Sie zeigt den Berg von der Südseite, mit dem sehr langen Ruthgletscher ( nach der Tochter des Dr. Cook benannt ), zu Füssen der bis jetzt unbezwungenen 4600 m aufstrebenden gigantischen Fels- und Eiswände. LaVoy hat dazu bemerkt, dass sich dieser Berg von seiner Sohle zur Spitze höher schwingt als irgendein anderer.
Es gelang Meri LaVoy auch eine ausnehmend schöne Aufnahme einer Staublawine. Sie kam von den Hängen des Mount McKinley und stürzte in einer Entfernung von 1,5 km etwa 1500 m tief auf den Ruthgletscher. Unerwartet rasch wurden die Leute von einer gewaltigen Eisstaubwolke erfasst, die der machtvolle Luftdruck weit über sie hinausschob.
Herschel Parker, Meri LaVoy und Belmore Browne unternahmen eine weitere Expedition 1912, nachdem die Rusk-Mazana-Partie ( ebenfalls 1910 ) auf der Südseite schon in 2400 m Höhe hatte umkehren müssen.
Die neue Expedition stiess wieder auf schwere Hindernisse. Nach Parker ist sie auf 6010 m in bösem Sturm umgekehrt.
Dieser Aufstieg war von langer Hand vorbereitet worden. LaVoy erreichte das Gebiet schon im Oktober 1911 und begann sofort mit etappenweisem Vordringen und der Anlage von Depots mit Hundeschlitten. Die Hauptpartie, der noch Waldemar Grassy, Herman Tucker, John Kuntz und Arthur Eigten angehörten, stiess im Februar 1912 zu ihm.
Meri LaVoy, der von John Buchan in seinem Buch « The last Secrets » ( « Die letzten Geheimnisse » ) als sein langjähriger Freund und unerschrockener, kühner Bergsteiger bezeichnet wird, der sich in allen Situationen zu helfen weiss, wird für den guten Verlauf der von ihm mitgemachten Expeditionen verantwortlich gemacht. LaVoy ist die Bescheidenheit selber und will dafür keinen Kredit. Seine Version über die Geschehnisse auf der Expedition von 1912 ist die, dass nicht er oder Parker die Südspitze erreicht haben, dass aber Browne obengestanden sei. Davon wolle Parker nichts wissen, weil keine Aussicht gewesen sei, und nach den Erlebnissen mit Cook wolle er nur Positives behaupten.
Mit grosser Mühe hatten sie auf 4575 m Höhe ein Lager erstellt. Dann stiessen sie weiter vor, und am 27. Juni errichteten sie ein Biwak auf 5067 m. Die Nahrung, die sie noch ertragen konnten, bestand nur noch aus getrockneten Datteln und Tee. Sie verliessen ihr letztes Lager um 6 Uhr des 29. Juni und drangen etwa 120 Meter in der Stunde vor.
Wir haben ein Bild des Gipfelgrates des Mount McKinley, der harmlos genug aussieht. Es wurde kurz vor Ausbruch des Sturmes aufgenommen. Die Aufnahme blickt nach Westen. Der Sattel, der in der Hauptaufnahme sichtbar ist, liegt zirka 5640 m hoch, während der letzte Absatz etwa 5886 m über Meer ist. Er wurde von Nordosten erreicht. Am Seil sind Browne als Führer und Parker in der Mitte.
Sieben Stunden lang arbeiteten sie sich langsam aufwärts, LaVoy und Browne abwechselnd für 15 Minuten Stufen schlagend. Der Wind war so heftig und die Massen der aufgepeitschten Eisnadeln fuhren so dicht daher, dass sich die drei Bergsteiger in einer Distanz von 6 m nicht mehr sehen konnten. Und doch befanden sie sich noch auf der Windschattenseite. Die letzte Lesung Parkers am Barometer ergab eine Höhe von 6100 m. Dann stiegen sie weiter. Browne hatte die Führung, Parker ging wie gewöhnlich infolge einer bösen Hand in der Mitte, LaVoy am Ende. Plötzlich kehrte Browne um und sagte, er könne nicht mehr weiter, er sehe und fühle keine Steigung mehr und der Wind sei so stark, dass er nicht aufrecht stehen könne. Daraus schliesst LaVoy, dass Browne unzweifelhaft auf dem Gipfel gewesen sei, aber — Parker wolle davon nichts wissen. Der Abstieg im Sturm war so erschwert, dass sie in zwei Stunden nur 300 Meter vorwärts kamen. Doch als sie den Sattel wieder erreichten, flaute der Sturm ab, und die Spitze erschien wieder in schönstem Glänze.
Weitere Angriffe wurden infolge der abnehmenden Kräfte der Bergsteiger aufgegeben, und dies war ihr Glück, denn sonst wären sie dort oben von einem Erdbeben erreicht worden. Eine Aufnahme zeigt die Partie auf dem Karsten s-grat ( North East Ridge ), wie er von der Parker-Expedition angetroffen worden war und dann durch das Erdbeben von Katmai zwei Tage später in ein fast unüberwindliches Chaos verwandelt wurde.
Erzdiakon Stuck, Harry Karstens, R. G. Tatum und Walter Harper, welchen die Erstbesteigung des Hauptgipfels 1913 gelang, brauchten drei Wochen nur bis zum Gipfelgrat. Sie verliessen Fairbanks am 13. März 1913 in der Erwartung, ihr Ziel anfangs Mai zu erreichen. Aber die ausserordentlich ungünstige Beschaffenheit der Karstens Ridge bedingte sehr viel Zeit. Mount McKinley wurde am 7. Juni betreten, und auf der Südspitze errichtete die Partie ein 240 Zentimeter hohes Kreuz.
Der fast 40 km lange und 1000 bis 1500 m breite Muldrowgletscher hat sein oberes Ende auf 3355 m am Fusse einer etwa 1200 m hohen, zerrissenen Eiswand. Entgegen den Zahlen anderer Quellen gibt LaVoy die hier aufgeführten als eher zutreffend an.
Dieser Gletscher wird von den Expeditionen etwa auf seiner halben Länge über den McPhee- oder den McGonagall-Pass erreicht, worauf er über die verbleibenden Kilometer erstiegen wird. Seine Schrunde und Abstürze bedingen verschiedene Querungen. Der sehr oft fallende Schnee verwischt rasch alle früheren Spuren. Um Lebensmittel vorzuschieben, muss also der Weg jedesmal neu gepfadet werden.
Vom Gletscherkopf aus, wo ein Lager errichtet wird, erklettern die Bergsteiger den Karstensgrat, welcher die phantastische Eiswand abschliesst. Die verschneiten und vereisten Felsen dieses drei Kilometer langen Grates führen zum Harpergletscher. Sein oberes Ende liegt auf zirka 4600 m. Vom Harpergletscher aus wird dann der Gipfelgrat erreicht.
Allen D. Lindley, H. J. Liek, Grant Pearson und Erling Strom haben dieses Jahr die beiden Zwillingsgipfel des Mount McKinley bezwungen. Die Südspitze fiel am 7. Mai, die Nordspitze am 9. Am 10. Mai betraten sie wieder ihr höchstes Lager und verbrachten die Nacht auf dem Karstensgrat. Um 5 Uhr des folgenden Morgens erreichten sie den Kopf des Gletschers, wo sie das Lager von Carpe und Koven fanden, die nach durchgeführten Messungen kosmischer Strahlen den Mount McKinley ebenfalls besteigen wollten. Wie ihre Tagebücher melden, hatten sich Carpe und Koven zwei Tage früher talwärts begeben, um ihre Kameraden zu holen.
Nach einem Marsch von etwa sechs Kilometern stiess die Lindley-Partie auf Koven, der in eine Gletscherspalte gefallen und, nachdem er sich herausgearbeitet hatte, den erlittenen Verletzungen und der Unbill des Wetters erlegen war. Sie fanden auch alle Anzeichen dafür, dass Carpe ebenfalls in eine Spalte gestürzt sein musste, konnten seinen Körper aber nirgends wahrnehmen. Die Lindley-Leute stiegen nach dem Kopf des Gletschers zurück und holten einen Schlitten. Aber schon nach wenigen hundert Metern musste das Unternehmen abgebrochen werden, da es sich für die Partie als höchst gefahrvoll erwies; denn Grant Pearson, ein Wächter des Mount-McKinley-Nationalparkes, fiel in eine 12 m tiefe Spalte und konnte nur mit grösster Anstrengung gerettet werden. Seine Verletzungen waren schmerzhaft, aber nicht gefährlich.
Die Verhältnisse des Muldrowgletschers waren äusserst gefahrvoll, weil tiefer Schnee die Spalten verdeckte. Erling Strom führte dann die Leute, auf Ski und angeseilt, die ganze Strecke des Gletschers, und es wird ihm dankend anerkannt, dass nur durch seine fast unheimliche Kenntnis der Lage der Spalten alle heil davonkamen.
Der McGonagall-Pass wurde am 12. Mai 3 Uhr früh erreicht, wo sie auf die übrigen Mitglieder der Carpe-Expedition, Edward P. Beckwith und Percy T. Olton, stiessen. Diese entschieden sich für den Abbruch ihrer Arbeiten, als sie die Hiobsbotschaft vernahmen, und ersuchten um Entsendung eines Flugzeuges, den erkrankten Beckwith abzuholen.
Das Hauptlager bei Clearwater wurde von den Lindley-Leuten um 5 Uhr morgens des gleichen Tages erreicht, nachdem sie in 40 Stunden 5185 m abgestiegen waren.
Auf 4575 m Höhe fanden sie ein Thermometer, das 1913 von der Stuck-Expedition zurückgelassen worden war. Es registrierte eine Temperatur von — 95 Grad Fahrenheit oder —70 Grad Celsius. Die Thermometer der Parker-Browne-Partie konnten nicht gefunden werden. Auch der Fahnenstange der Alasker von 1910 wurde man nicht ansichtig. Auf dem South Peak wurde ein Stativ und auf dem grössten Felsen des Gipfelgrates, 150 m unterhalb der Spitze, eine verschlossene Flasche mit den Namen der Bergsteiger und einem kurzen Bericht über den Aufstieg zurückgelassen.
Meri LaVoy bezweifelt die Genauigkeit des gefundenen Thermometers. Weil der Alkohol desselben während neunzehn Jahren allerhand Einflüssen ausgesetzt war, schlug er eine Kontrolle über längere Zeit vor, ehe man die gemeldeten Temperaturen als richtig entgegennehme.
Inzwischen sind die übrigen Mitglieder der Carpe-Beckwith-Expedition lebend zu Tal gekommen. Über das Schicksal des Fliegers N. W. Spada-vecchia war man einige Tage in Ungewissheit. Die Landung eines Flugzeuges auf dem Muldrowgletscher und der Abtransport des erkrankten Beckwith bilden eine hervorragende Tat in der Geschichte der Alaskan Airways.
Nach den Aussagen von Meri LaVoy ist der Muldrowgletscher bedeutend gefährlicher als die Erkletterung der Eis- und Felswände. Er bedauert, dass Carpe, der als einer der besten Alpinisten Amerikas galt, bei seiner Überschreitung der stark verschneiten Gletscherspalten das Seil nicht verwendet habe, und ist überzeugt, dass hier der weisse Tod zu verhüten war.