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Bereits Mitte August hat China Gegenmassnahmen als Antwort auf die jüngsten Zollpläne der US Regierung angekündigt. Am Freitag hat nun China dazu die Details bekannt gegeben. Ab dem 1. September bzw. 15. Dezember wird China Abgaben zwischen fünf und zehn Prozent auf amerikanische Waren im Wert von 75 Milliarden US Dollar erheben. Zu den prominentesten Gütern, welche neu besteuert werden, gehören unter anderem Sojabohnen und US-Erdölimporte. Bereits im September wird hier ein Zusatzzoll von fünf Prozent zur Anwendung kommen. Erwähnenswert ist auch die Wiederaufnahme der Zölle auf amerikanischen Autos in der Höhe von 25 Prozent ab Mitte Dezember.
Noch bevor sich FED-Präsident Jerome Powell am Freitagnachmittag anlässlich des Jackson Hole Meetings in Wyoming äusserte, traten verschiedene regionale FED-Vorsitzende mit ihren Ansichten zur Wirtschaft und der weiteren Politik der FED vor die Medien. James Bullard, Chef der Notenbank von St. Louis, sieht weitere Zinssenkungen als Option. Insbesondere die invertierte Zinskurve sei kein erfreulicher Zustand. Weitere Zinssenkungen würden zu einer positiven Entwicklung des Wirtschaftswachstums, aber auch den Inflationserwartungen beitragen. Er gehe davon aus, dass auch eine Leitzinsreduktion um 50 Basispunkte im September ausgiebig diskutiert werden wird.
FED-Präsident Jerome Powell verzichtete darauf, eindeutige Hinweise über das weitere Vorgehen der US Notenbank preis zu geben. Die Wirtschaft befinde sich in einer «günstigen Position» und entwickle sich weiter gut, bekräftigte er an der alljährlichen Notenbankkonferenz in Jackson Hole, Wyoming. Er sprach aber auch verschiedene Risiken an. Viele davon mit einem direkten Bezug auf den US-chinesischen Handelskonflikt. Die FED werde aber angemessen handeln.
US-Präsident Donald Trump meldete sich umgehend über Twitter und stellte die Frage «wer denn der grössere Feind sei, Jay Powell oder Chairman Xi?». Über das Wochenende gab Präsident Trump zudem weitere Massnahmen gegen China bekannt: (i) die 25 Prozent Steuer auf Güter im Wert von 250 Milliarden US Dollar wird per 01. Oktober auf 30 Prozent erhöht und (ii) die zusätzlichen Tarife auf weitere Güter im Wert von 300 Milliarden US Dollar, für welche eine 10 prozentige Steuer ab Anfang September geplant war, werden neu mit 15 Prozent besteuert.
Die Rendite der 10jährigen US Staatsanleihe stieg im Verlauf des Freitags kurz über 1.6%, fiel aber anschliessend deutlich zurück und notiert aktuell sogar unter 1.5%.
Die Erwartungen in Bezug auf weitere Zinssenkungen sind im Vergleich zu Anfang letzter Woche praktisch unverändert. Eine Zinssenkung im September um mindestens 0.25 Prozentpunkte gilt als sicher. Geht es nach den Marktteilnehmern, werden die Zinsen in den USA bis Ende Jahr 0.50 Prozentpunkte tiefer sein als heute. Die Frage bleibt, ob dies in einem Schritt, allenfalls im September, oder in zwei Schritten passiert. Die US-Aktienmärkte drehten aufgrund der Reaktion Donald Trumps, weitere Massnahmen gegen China zu treffen, deutlich ins Negative. Es zeigt sich einmal mehr, dass den positiven Nachrichten über angebliche Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und China wenig Glauben geschenkt werden darf.