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- Veröffentlicht: 19. September 2012
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Auf dem Wartenberg zeugen drei Burganlagen von der Bedeutung des Platzes im Mittelalter. Leider haben Ausräumungen und Renovationsarbeiten in früheren Zeiten die baugeschichtlichen Zusammenhänge dieser Anlagen aber weitgehend verwischt.
Vordere Burg
um 1860, © Museen Muttenz
um 1860, © Museen Muttenz
Teile der Vorderen Burg auf der Ost- und Nordseite sind durch eine neuzeitliche Steinbruchtätigkeit zerstört worden. Während des Zweiten Weltkrieges diente die Burg als Beobachtungsposten und wurde dafür auch baulich verändert:
Man richtete im Bergfried ein unterirdisches Unterkunftslokal ein und setzte die vorhandene Zisterne wieder instand. Immerhin gelangten die dabei entdeckten Funde ins Kantonsmuseum nach Liestal und ermöglichen – zusammen mit Funden aus den Grabungen von Ernst Kull in den 1960er- Jahren – eine grobe Beurteilung der Anlage. Die Burg war nach Südwesten durch einen Halsgraben und einen quadratischen Eckturm gesichert. Die Ringmauer ist auf der Ostseite am besten erhalten und dort mehrfach abgewinkelt. Unterschiede in der Mauerstruktur und -stärke lassen auf mehrere Bauphasen schliessen: So datiert der mittlere Abschnitt mit durchgehendem Bossenquaderverband vermutlich ins späte 12. Jahrhundert, der obere wohl ins 13. Jahrhundert. Der Zugang zur Anlage ist unklar. Im mittleren Abschnitt befindet sich eine erhöhte Türöffnung, die man als Hocheingang interpretieren könnte. Zwei im Osten und Nordosten an die Ringmauer anlehnende, annähernd quadratische Türme sind vermutlich älter als diese. Im Zentrum der Anlage befindet sich die kreisrunde Filterzisterne. Im Norden sind unklare Reste mehrerer Innenbauten vorhanden. Der Fund von Säulenteilen und zwei figürlich verzierten Kapitellen lässt die Qualität der ursprünglichen Ausstattung zumindest erahnen.
Eines der figürlich verzierten Säulenkapitelle vom Vorderen Wartenberg© museen.bl
Die Gründung der Anlage erfolgte spätestens im ausgehenden 10. Jahrhundert. Wie oben erörtert, könnte die erste Burg einen älteren, frühmittelalterlichen Herrensitz abgelöst haben. Die Blütezeit lag im 12./13. Jahrhundert. Ob die durch den Wechsel im Mauerwerk erkennbare grosse Flickstelle in der östlichen Ringmauer eine Reparatur von Schäden durch das grosse Basler Erdbeben von 1356 darstellt, ist ungewiss. Funde ab dem 14. Jahrhundert sind spärlich und beinhalten keine Ofenkeramik mehr. Offenbar hat man die Anlage seit dieser Zeit nicht mehr modernisiert. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie vollends aufgegeben.
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