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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>1. Kennt der Bundesrat die Ergebnisse der unten erwähnten Studie, an der auch Schweizer Forschungsinstitute, darunter Agroscope, teilgenommen haben?</p><p>2. Wie beurteilt der Bundesrat den Ansatz und die Ergebnisse dieser Studie?</p><p>3. Welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus für die Schweiz ziehen?</p><p>4. Sind, zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit, umfassendere Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität nötig, wenn die Biodiversitätsförderflächen den Verlust der Biodiversität und von Ökosystemdienstleistungen für die Landwirtschaft nicht aufhalten können?</p><p>5. Wenn nein, warum nicht?</p><p>6. Wenn ja, wie und in welchem Umfang wird dies in der AP 22+ berücksichtigt?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Der Bundesrat hat diese Meta-Analyse zur Kenntnis genommen. Die Schweizer Daten zu den Raps- und Weizenkulturen sind Gegenstand von Agroscope-Publikationen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wurde im Agrarbericht 2017 des BLW veröffentlicht.</p><p>2. Die 89 Studien waren nicht für einen Vergleich untereinander vorgesehen. Interessant ist jedoch, dass die für die Schweiz vorliegenden Ergebnisse mit denen in anderen agronomischen Kontexten vergleichbar sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Versorgungsleistungen der Agrarökosysteme direkt von der Vielfalt der Bestäuber und Nützlinge abhängig sind. Darüber hinaus wirkt sich die Homogenisierung der Landschaft negativ auf die Vielfalt dieser zwei wichtigen funktionellen Einheiten für die landwirtschaftliche Produktion aus.</p><p>3. Die Förderung der Biodiversität ist sehr wichtig für die Aufrechterhaltung einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion. Die Vielfalt der Bestäuber und Nützlinge unterstützt die Produktion und ermöglicht es sogar in gewissen Fällen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.</p><p>4 und 5. Die Biodiversitätsförderflächen des derzeitigen Direktzahlungssystems alleine, können den allgemeinen Rückgang der Biodiversität und der entsprechenden Ökosystemleistungen nicht aufhalten. Die Agrarpolitik (AP) wirkt auch auf anderen Ebenen mit dem Ziel, den Einsatz von Produktionsmitteln zu reduzieren und die Emissionen, die sich auf die biologische Vielfalt auswirken, zu verringern. Zudem gibt es Massnahmen, die über den Agrarsektor hinausgehen oder gerade weiterentwickelt werden. Seit 2008 sind die Programmvereinbarungen ein Instrument für die gemeinsamen Aufgaben von Bund und Kantonen. Der Aktionsplan Biodiversität Schweiz umfasst 26 Massnahmen zur Förderung der Biodiversität.</p><p>6. Die Ergebnisse einer Evaluation zeigen, dass das heutige Fördersystem effizienter gestaltet werden kann (BLW 2019, Schlussbericht und Kurzinformation zur Evaluation der Biodiversitätsbeiträge). Zu den wichtigsten im Rahmen der AP22+ vorgeschlagenen Stossrichtungen gehören die Zunahme der Biodiversitätsförderflächen im Ackerbau, Massnahmen im Grünland und die verstärkte Förderung von Kleinstrukturen. Ziel ist es, landwirtschaftliche Praktiken zu fördern, die die Insekten schützen und ihnen Lebensräume in ausreichender Menge und Qualität garantieren. Diese Massnahmen werden der Vielfalt der Bestäuber und Nützlinge zugutekommen.</p><p>Darüber hinaus sieht die AP22+ die Entwicklung weiterer Anreize vor, die sich positiv auf die biologische Vielfalt auswirken können. Mit Produktionssystembeiträgen sollen Massnahmen verstärkt werden, die eine naturnahe Produktion fördern.</p><p>Das heisst eine Produktion, die weniger Pflanzenschutzmittel verwendet, Nährstoffverluste verhindert, weniger Treibhausgase emittiert, die Humusbildung zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ermöglicht und die funktionelle Biodiversität mittels mehrjähriger Blühstreifen, die das Insektenaufkommen begünstigen, miteinbezieht. Ausserdem sollen Beiträge für die standortangepasste Landwirtschaft die Förderung der Biodiversität auf regionaler Ebene stärken. Schliesslich wird vorgeschlagen, die Anforderungen im ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) bezüglich Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffen zu erhöhen, um Direktzahlungen zu erhalten. In seiner Medienmitteilung vom 21. August 2019 hat der Bundesrat seinen Beschluss zur Einführung eines verbindlichen Absenkpfades zur Verringerung der Nährstoffverluste bekannt gegeben (-10 Prozent bis 2025 und -20 Prozent bis 2030, Referenzjahre 2014/16). Die Verringerung der Stickstoff- und Phosphorüberschüsse wird sich positiv auf die biologische Vielfalt auswirken.</p>  Antwort des Bundesrates.