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Statuten des Stähelin'schen Familienfonds
I. Allgemeine Bestimmungen
§ 1.
Unter dem Namen "Stähelin'scher Familienfonds" (St.F.F.) besteht in Basel eine selbständige Stiftung, beruhend auf den Stiftungsurkunden des Herrn Balthasar Stähelin-Ryhiner vom 17. Februar 1739 und des Herrn Benedict Stähelin-Sarasin vom 11. Januar 1773.
§ 2.
Das Kapitalvermögen der Stiftung besteht aus den ihr von den
Stiftern zugewendeten Fonds, sowie aus den durch Äufnung, Zuwendungen
unter Lebenden oder von Todes wegen seither hinzuge-kommenen oder
künftig hinzukommenden Beträgen.
Dem St.F.F. können weitere, unselbständige Stiftungen angegliedert werden.
§ 3.
Der Zweck der Stiftung ist die Zuwendung von Unterstützungen nach Massgabe der Stiftungs-urkunden und Statuten.
§ 4.
Die Organe der Stiftung sind:
a) Die Versammlung der Deszendenten.
b) Der Vorstand (Verwaltungskommission.)
c) Der Verwalter.
II. Die Versammlung der Deszendenten.
§ 5.
Berechtigt zur Teilnahme an der Versammlung mit Sitz und Stimme sind
alle direkten majorennen, männlichen Nachkommen des Herrn Balthasar
Stähelin-Ryhiner, die kraft dieser Abstammung den Namen Stähelin,
Staehelin oder Stehelin tragen, und deren majorenne Töchter;
Vorsitzender ist der Verwalter, ein vom Vorstand bezeichnetes
Vorstandsmitglied führt über jede Sitzung ein Protokoll.
Wo in §§ 5 und 9 die männliche Bezeichnung für eine Stellung verwendet wird, gilt diese Be-zeichnung in gleicher Weise auch für die in Absatz 1 genannten Töchter.
(Statutenänderung vom 11. Januar 1991)
§ 6.
Eine ordentliche Versammlung findet alle drei Jahre im November nach
der Vorstandssitzung, eine ausserordentliche jedesmal dann statt, wenn
der Vorstand sie einberuft oder wenn fünf zur Teil-nahme berechtigte
Deszendenten beim Vorstand unter Angabe der Gründe das schriftliche
Begehren um Einberufung stellen.
Zu jeder Versammlung werden vom Verwalter die in Basel wohnenden teilnahmeberechtigten Deszendenten und von den auswärtigen diejenigen schriftlich eingeladen, die es wünschen.
§ 7.
Der Versammlung liegt namentlich ob:
a) Entgegennahme und Genehmigung eines in der ordentlichen Versammlung zu erstattenden
Berichts über Verwaltung, Bestand und Verwendung des Stiftungsvermögens, und bezügliche
Beschlussfassung.
b) Wahl des Vorstandes und des Verwalters.
c) Verfügungen gemäss § 17 dieser Statuten.
d) Beschlüsse betr. allfällige dem St.F.F. angegliederte unselbständige Stiftungen.
e) Revision der Statuten.
§ 8.
Die Versammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit,
der Vorsitzende stimmt mit und entscheidet bei Stimmengleichheit.
Zur Wahl des Verwalters, zu Verfügungen gemäss § 17 und zur Revision der Statuten ist 2/3 Mehrheit erforderlich.
III. Der Vorstand.
§ 9.
Der Vorstand besteht aus dem Verwalter als Vorsitzendem und sechs weitern Mitgliedern, die von der Deszendentenversammlung aus den teilnahmeberechtigten in Basel wohnenden Deszen-denten auf drei Jahre gewählt werden; bisherige Mitglieder sind wieder wählbar. Mitglieder, die während einer Amtsperiode ausscheiden, können bis zum Ablaufe ihrer Amtsdauer vom Vorstand durch Kooptation ersetzt werden. Ein vom Vorstand bezeichnetes Mitglied führt über jede Sitzung ein Protokoll.
§ 10.
Die ordentlichen Sitzungen des Vorstandes finden zweimal jährlich, im April und Oktober, statt; ausserordentliche können vom Verwalter einberufen werden.
§ 11.
Dem Vorstand liegt ob:
a) Verwendung des Stiftungsvermögens nach Massgabe der §§ 16 ff. dieser Statuten.
b) Prüfung und Genehmigung der Geschäftsführung des Verwalters und der in der Oktobersitzung
vorzulegenden Jahresrechnung, Revidierung der Titel. Zu diesen Zwecken kann der Vorstand
Revisoren zur Erstattung von Berichten bezeichnen.
c) Festsetzung von Ort und Zeit der Deszendentenversammlungen.
Der Vorstand ist für sorgfältige Amtsführung besorgt.
§ 12.
Der Vorstand fasst seine Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit, der Vorsitzende stimmt mit und entscheidet bei Stimmengleichheit.
IV. Der Verwalter.
§ 13.
Zum Verwalter ist von der Deszendentenversammlung auf unbestimmte Zeit der älteste in Basel wohnende Nachkomme des Herrn Benedict Stähelin-Sarasin zu wählen, der hiezu tauglich ist und sich zur Übernahme des Amtes bereit erklärt.
§ 14.
Der Verwalter besorgt die Verwaltung und Verwahrung des
Stiftungsvermögens, stellt die Jahresrechnung auf und erstattet den
Bericht an die Deszendentenversammlung.
Er ist für sorgfältige Amtsführung besorgt. Die Kapitalien sollen sicher in soliden Titeln angelegt werden.
§ 15.
Es steht dem Verwalter frei, die beschlossenen Unterstützungen an
die Unterstützten direkt oder an den betreffenden Antragsteller
auszuweisen.
Der Verwalter ist zur Zeichnung namens der Stiftung kollektiv mit einem andern Vorstandsmit-gliede berechtigt. Er bezieht ein jährliches Honorar von 200 Fr. für seine Bemühungen und hat das Recht, jährlich über 200 Fr. für Arme von sich aus zu verfügen, sofern dadurch die statutengemässe Verwendung des Stiftungsvermögens nicht beeinträchtigt wird.
V. Verwendung des Stiftungsvermögens.
§ 16.
Die Verwendung des Stiftungsvermögens geschieht unter Vorbehalt des § 17 durch Verteilung der Zinsen. Diese erfolgt:
a) in erster Linie an die Nachkommen des Herrn Balthasar Stähelin-Ryhiner, sofern sie der Unter-
stützung bedürftig sind;
b) in zweiter Linie an die übrigen Nachkommen des Stammvaters Hans Stehelin, sofern sie der
Unterstützung bedürftig sind;
c) in dritter Linie an die Armen der Stadt Basel.
Der Vorstand ist bei der Verteilung nur an die Stiftungsurkunden, die Statuten und allfällige Beschlüsse der Deszendentenversammlung gebunden; doch steht es jedem Nachkommen frei, im Laufe der Monate März und September dem Verwalter seine auf die Verteilung bezüglichen Anträge einzureichen oder in der Vorstandssitzung durch ein Vorstandsmitglied vortragen zu lassen.
Was nach Deckung allfälliger Kapitalverluste, nach Erledigung der gestellten Anträge und Begehren und nach Abzug der Verwaltungskosten übrigbleibt, soll an hiesige wohltätige Anstalten für Arme verteilt werden.
§ 17.
Sollen Nachkommen sich in Not befinden, zu deren Hebung die Zinsen nicht hinreichen, so kann die Deszendentenversammlung beschliessen, dass zu ihrer Unterstützung das Kapital angegriffen werde. Doch soll sich das Kapital nie um mehr als ein Fünftel vermindern, und es darf in den folgenden Jahren, bis zur Wiederherstellung des frühern Bestandes, jeweilen nur die Hälfte der Zinsen verwendet werden.
§ 18.
Unter Nachkommen im Sinne der §§ 16 und 17 sind zu verstehen:
a) Die direkten männlichen Nachkommen der obgenannten Vorfahren, welche kraft dieser Ab-
stammung den Namen Stähelin, Staehelin oder Stehelin tragen.
b) Die Töchter dieser Nachkommen, es seien dieselben ledig, verheiratet oder verwitwet.
c) Die Witwen dieser direkten männlichen Nachkommen, solange sie den Namen ihrer Ehe-
männer tragen.
VI. Schlussbestimmungen.
§ 19.
Diese Statuten können jederzeit ganz oder teilweise revidiert werden unter Beobachtung der in den Stiftungsurkunden enthaltenen und der kraft festem Herkommen überlieferten Grundsätze.
§ 20.
Durch diese Statuten werden die Statuten vom 21. März 1888 aufgehoben.
Diese Statuten treten am 14. November 1906 in Kraft.