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Die Temperatur, bei der ein Wein ausgeschenkt wird, hat wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung von Geruch und Geschmack, denn mit steigender Temperatur nimmt die Verdunstung zu. Bei optimaler Temperatur werden Komponenten wie etwa Frucht- und Holzaromen betont, der Wein ist voll und weich. Bei Temperaturen über 20°C verdunsten die leichtflüchtigen Substanzen wie etwa Alkohol, der dem Bouquet einen stechenden Geruch verleiht. Im Mund wirkt der Wein breiig, die Struktur geht verloren. Vor allem Fehler sind bei Wärme deutlicher bemerkbar. Bei zu tiefer Temperatur werden Fehler, aber auch die Aromastoffe in Bouquet und Körper unterdrückt.
Weissweine, die durch die fehlende Maischegärung kaum Gerbstoff aufweisen, werden deswegen kühl getrunken. Ein Weisswein mit 7 g Gesamtsäure schmeckt bei 18°C sehr sauer, schon bei 14°C scheint die Säure weniger aggressiv, und bei 10°C wird der Wein als angenehm frisch empfunden. Ein weiterer Grund, Champagner und Schaumweine kalt zu servieren, ist die Kohlensäure: bei höherer Temperatur löst sie sich stärker, zwischen 18 und 20°C ist sie beissend auf der Zunge spürbar.
Süsse wird mit steigender Temperatur ausgeprägter, umgekehrt dazu werden salzige, bittere und adstringierende Nuancen bei niedrigerer Temperatur ausgeprägter wahrgenommen.
Rotwein sollte je wärmer serviert werden, je mehr Gerbstoff er besitzt. Der Tanningehalt bestimmt die Serviertemperatur. Leichtere Rotweine und Rosés schmecken ebenfalls besser bei gemässigter Temperatur, wenn sie auch wärmer als Weisswein gereicht werden. Jugendlich-fruchtige Weine behalten kühl ihre Frische, während in der Flasche gealterte Weine höhere Temperatur brauchen, um sich entfalten zu können. Alkoholreiche Weine hinterlassen bei mässiger Temperatur einen schwächeren Wärmeeffekt im Gaumen.
Der Begriff ”chambrieren” stammt aus einer Zeit, als man noch kühler wohnte und die Keller eiskalt waren. Heute ist in der Wohnung aufbewahrter Wein meist zu warm. Rotwein kann zwischen dem Füllen der Gläser sogar wieder gekühlt werden. Die für jeden Weintyp optimale Temperatur ist auch eine Frage des individuellen Geschmacks. Anhaltspunkte soll die untenstehende Tabelle geben, wobei Abweichungen nur nach unten vorzunehmen sind.
Weintemperatur: 4 – 10°C; Dauer, bis Erwärmung um 1°C: 3 – 4 Minuten.
Weintemperatur: 10 – 15°C; Dauer, bis Erwärmung um 1°C: 6 – 8 Minuten.
Weinart
Servieren
Trinken
Reserva, Pato Einzellagen, Mas Tortó, ältere Rote, Bordeaux
16°
17 – 18°C
Kräftige Rotweine, Esporão, Aragonês, Vintage Port, Süssweine
15°
17 – 18°C
Weichere Rotweine, Trincadeira, Rioja, Capçanes-Weine
14°C
16°C
Volle Weissweine, Chablis, junge Moscatels, White Port, Sherry
10°C
12°C
Leichte Weissweine, Schaumweine, Champagner
8°C
10°C
NAMENSBILDUNG
– Region und Klassifikation: Reserva Dão DOC, Bourgogne AC.
– Ortsname: Gevrey-Chambertin AC.
– Domainename: Quinta do Côtto, Château Margaux
– Lagenname: Vinha Pan, Corton.
– Traubensorte: Touriga Nacional, Riesling.
– Fantasienamen: Oeil-de-Perdrix.
APPELLATION
Eine Appellation heisst ein abgegrenztes Gebiet mit vorgeschriebenen Produktionsbedingungen: Traubensorten, Ertrag, Alkohol, Lagerzeit u.a. Diese Herkunftsbezeichnungen sind in Europa geschützt.
Aus welcher „Gebietsgrösse“ kommt ein Wein: Bsp. Vinho de Portugal, Vinho Regional Beiras, DOC Bairrada, Vinha Barrosa? Faustregel: Je genauer sich ein Wein lokalisieren lässt, desto besser.
Was ist zu erwarten? Vorhandene Qualität vergleichen mit möglicher oder wahrscheinlicher Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis.
KLASSIFIZIERUNG
Innerhalb einer Appellation gibt es in der Regel weitere Unterteilungen: Grand Cru, Riserva, Grande Reserva usw. Jede Untergruppe muss bestimmte Auflagen bezüglich Qualität erfüllen, die Lagen werden nach Bodenqualität, Alter der Rebstöcke, Sonnenscheindauer, Niederschlag u.a. bewertet. Weine aus gleichen Bedingungen sind gut zu vergleichen, die Unterschiede zeigen den Einfluss des Önologen.
Ausnahmen: „Vino da Tavola“ war und ist die Bezeichnung für einfachen Tischwein. Heute sind einige der besten und teuersten Weine Italiens als VdT klassiert. Ein portugiesischer Vinho Regional kann dem entsprechen.
PRODUZENT
Eine Lage, z.B. im Burgund, kann unter mehreren Produzenten aufgeteilt sein, die sehr unterschiedliche Qualität unter dem gleichen Lagennamen produzieren. Das kann sich im Preis niederschlagen, muss aber nicht.
– Einzelproduzent oder Genossenschaft?
– Selbstabfüller oder Händler?
– Herkunft der Trauben: nur eigene oder auch zugekaufte? Bezahlung nach Qualität oder nach Menge?
Der Käufer hat oft keinen Zugang zu solchen Informationen.
JAHRGANG
Ein Wein spiegelt sein Jahr, der Wetterverlauf markiert die Weine des gleichen Jahrgangs und verleiht ihnen seinen Charakter. Durch den Zustand der Trauben sind die Weine zu unterschiedlichen Zeitpunkten trinkreif. Der Jahrgang lässt auf die Soll-Reife des Weines schliessen und kann nach der Ist-Reife beurteilt werden.
Rot- und Weissweine ohne Jahrgang sind meist billig und von einfacher/schlechter Qualität, das bezieht sich aber nicht auf Weine, die aus verschiedenen Jahren assembliert sind wie ein 10 Years Old Tawny Port oder ein Moscatel de Setúbal 20 Anos.
ALKOHOLGEHALT
Hängt vom Klima und der Herstellung ab: Vinho Verde 10 Vol.-%, Amarone 14,5 Vol.-%, Portwein 20 Vol.-%. In einigen Regionen muss ein höherklassierter Wein, z.B. ein Reserva, einen höheren Alkoholgehalt aufweisen.
HERSTELLUNGSWEISE
Méthode Champenoise / Metódo Clássico für Schaumwein (Zweitvergärung in der Flasche), Séléction des Grains Nobles / Trockenbeerenauslese, Vendange Tardive / Spätlese, Eiswein.
RÜCKETIKETTE
Kann Auskunft geben über Herkunft, Traubensorten, Terroir, Ausbau, Trinktemperatur, produzierte Menge u.a.
FASS ODER FLASCHE
Es sind beim Portwein zwei Hauptgruppen zu unterscheiden: fassgelagerte Tawnys und flaschengelagerte Vintages. Tawnys oxidieren stärker, ihre tiefdunkle Farbe verblasst während der Jahre zu einem warmen Bernsteingelb. Dies im Gegensatz zu den Vintages, die lange Zeit ihr schwärzliches Rot bewahren, das sich erst mit den Jahrzehnten zu einem warmen Ziegelrot aufhellt. Weiter gliedernd ist das Erntejahr. Es unterscheidet Tawnys eines einzigen Jahres von Verschnitten verschiedener Jahrgänge.
DRY WHITE PORT
Der aus weissen Trauben gekelterte White Port hat sich von seinem Ruf als Cocktailbasis gelöst und behauptet sich heute als eigenständiges Getränk. Sein Anteil von 2% an der Gesamtproduktion rückt ihn in den Hintergrund, obwohl gerade die älteren, fassgelagerten Whites Charakter und Aroma zeigen. Die meisten weissen Ports sind jedoch einfache Weine, die nach anderthalb bis zwei Jahren Stahltank abgefüllt werden. Ein guter Dry White Port eignet sich mit seinem frischen, an Bitterorangen und Karamel erinnernden Bouquet, der kräftigen Säure und dem bitter-süssen Körper sehr gut als Aperitif.
RUBY
Ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge, ist der Ruby der einfachste und am meisten konsumierte Port. Für Ruby werden meist stärkere Basisweine als für einen Tawny gewählt, mindestens zwei Jahre Fasslagerung sind vorgeschrieben, und neben einer rötlichen Farbe sollte er auch eine gewisse jugendliche Frische und Fruchtigkeit bewahrt haben. Ein guter Ruby ist stark und feurig, leider wird er allzu oft seinem Ruf als Massenwein gerecht.
TAWNY
Der Tawny bietet die breiteste Palette unter den Ports. Er kann als Assemblage nach jahrzehntelanger Lagerung auf den Markt kommen, zu finden sind aber auch sehr einfache Weine mit der Mindestlagerung von drei Jahren. Erlaubte Deklarationen für ältere Tawnys sind 10 Years, 20 Years, 30 Years und Over 40 Years. In diesen alten Tawnys sind hochklassige Weine enthalten, oft auch undeklarierte Vintages. Bei Tawnys ohne Altersangabe ist von einem Durchschnittsalter von weniger als zehn Jahren auszugehen.
Durch den Sauerstoff im Holzfass oxidiert, ist er blasser als ein Vintage; in der Nase ist er süss und nussig, im Mund verbinden sich Karamel- und Bittermandelaroma mit einer deutlichen Säure. Denn trotz aller Süsse sollte Dessertwein nie klebrig sein, und ein guter Port zeichnet sich unter anderem durch eine erfrischende Säure im Abgang aus.
COLHEITA
Eine Colheita ist ein Jahrgangstawny, dessen Qualität erstmals nach siebenjähriger Fasslagerung durch das Portweininstitut geprüft wird. Entspricht sie den hohen Anforderungen dieser Institution, darf ab diesem Zeitpunkt abgefüllt werden. Mit dem Abfüllen erklärt der Hersteller sein Produkt als trinkreif, entwickelt sich doch der Wein in der Flasche nicht mehr weiter, obwohl er sich noch gut einige Jahre aufbewahren lässt. Das Gesetz verlangt auf der Etikette die Angabe des Ernte- und des Abfülljahres. Aus der Differenz lässt sich die gesamte Lagerzeit errechnen, die weit über dem Minimum von sieben Jahren liegen kann.
CRUSTED PORT
Dieser Port verdankt seinen Namen dem Depot, das in der Flasche eine Kruste bildet. Er ist ein Verschnitt mehrerer Jahre, der nach drei Jahren kaum oder gar nicht filtriert abgefüllt wird. Der dunkle, konzentrierte Wein entwickelt sich in der Flasche weiter.
VINTAGE CHARACTER
Dieser Name ist irreführend, hat der Wein doch nichts mit einem Vintage Port zu tun. Gedacht als Ersatz für den Ruby, dessen Popularität im Sinken begriffen war, besitzt er ähnliche Eigenschaften wie dieser. Aus Weinen verschiedener Jahre verschnitten, wird er trinkreif abgefüllt. Er sollte aus erstklassigen Rubys verschnitten sein, die um die fünf Jahre gelagert worden sind. Bei zu langer Lagerung verliert er Frucht und Charakter.
LBV
Late Bottled Vintage liegt in seiner Reifung etwa zwischen einem jungen Tawny und einem Vintage. Hergestellt aus sehr gutem Wein eines einzigen Jahres, liegt er länger im Fass als ein Vintage und muss zwischen dem Juli des vierten und dem Dezember des sechsten Jahres abgefüllt werden. Auch hier muss neben dem Erntejahr das Abfülldatum auf der Etikette vermerkt sein. Ein LBV, verglichen mit einem Vintage Port des gleichen Jahres, ist normalerweise weniger adstringent und voll, dafür weich und elegant.
Zwei Gruppen werden unterschieden: zum einen die traditionellen LBV, die ohne Filtration oder sonstige Behandlung abgefüllt werden und sich eher wie ein Vintage entwickeln. Sie reifen in der Flasche und müssen dekantiert werden. Die andere Gruppe umfasst die gefilterten und kalt stabilisierten Weine, die durch diese Behandlung kein Depot abwerfen und meist weniger Charakter haben als die unbehandelten. Welcher Gruppe ein Wein angehört, ist der Etikette nicht immer zu entnehmen, einige Firmen kennzeichnen ihre unfiltrierten LBV mit „traditional“ oder „unfiltered“.
VINTAGE
Vintage Port ist eine Assemblage höchster Qualität aus Weinen verschiedener Lagen, aber eines einzigen Jahrgangs, bei der einem prägenden Basiswein Weine mit anderen Charakteristika beigemischt werden. Vintages liegen die ersten zwei Jahre im Fass, um dann ihren Reifeprozess in der Flasche fortzusetzen. Er ist zu Beginn von tiefem, undurchsichtigem Purpur, das langsam zu einem leuchtenden Ziegelrot verblasst. Er schmeckt jung nach Pfeffer und Feigen, ist frisch, kräftig und fruchtig und reift in der Flasche über Jahrzehnte hinweg.
Vintage Port ist ein Produkt ausserordentlich guter Jahre, sein Anteil an allen Portweinen beträgt nur 1%. Die Ansprüche des Portweininstituts an seine organoleptischen Eigenschaften sind sehr hoch, er muss nach zwei Jahren der Fasslagerung Komplexität und massiven Körperbau aufweisen. Vintage Port, obwohl mengenmässig gering, ist der bekannteste unter den Ports. Die Entscheidung des Produzenten, einen Vintage zu deklarieren, ist eine weitreichende, sind doch die Vintages die Visitenkarte einer Firma und charakteristisch für das deklarierende Haus.
SINGLE QUINTA VINTAGE
Ein Single Quinta Vintage ist ein Wein aus den Trauben eines einzigen Gutes. Sie sind ungleich dem Vintage Port nicht typisch für eine Firma, in ihnen kommt vielmehr der Boden zum Ausdruck, der „goût du terroir“, der ihm unverwechselbaren Charakter verleiht. Sie haben meist nicht die Komplexität eines assemblierten Ports; was sie heraushebt, ist ihr Individualismus. Single Quinta Vintages werden in guten Jahren deklariert, in denen die Weine nicht für Vintage Port gebraucht werden. Durch die Liberalisierung im Jahre 1986 haben einige neue Single Quintas den Markt betreten.
Portugal ist ein uraltes Weinland, das jede Voraussetzung für grosse Weine erfüllt: verschiedene Klimazonen für jede Art von Wein, fruchtbare Böden und eine unglaubliche Vielfalt an Traubensorten. Eine der bekanntesten Region Portugals und gleichzeitig die älteste Appellation überhaupt ist das Dourotal. Im Nordosten des Landes gelegen und durch den Douro mit der Hafenstadt Porto verbunden, ist die Region durch ein Produkt bekannt geworden, das den Namen Portugals wie wohl kein anderes geprägt hat: den Portwein.
Am Ende des 15. Jh. war Lissabon ein Zentrum des Welthandels, die grossen Seefahrer spannten ein Handelsnetz nach Afrika, Indien und Brasilien. Damals vernachlässigte England Portugals Weine zugunsten der französischen, bis wegen der Rivalitäten mit Frankreich dessen Weine in England erst ganz verboten und dann die Einfuhr mit hohen Zöllen belegt wurden. Erst im letzten Drittel des 17. Jh. konsiderierten die englischen Händler Portugal wieder als Lieferanten. Zuerst suchten sie im Minho, wo im feucht-warmen Klima billiger, aber schlechter Wein wuchs, der nicht einmal die Kanalüberquerung überstand. Im Douro fanden sie dunkle, starke Weine, die für den Transport mit Brandy stabilisiert wurden.
1703 wurde der Vertrag von Methuen unterzeichnet, der Portugal bis 1860 Zollvorteile in England und England Privilegien im portugiesischen Textilhandel verschaffte. Anfang des 18. Jh. etablierten sich die ersten Portweinhändler im Norden Portugals. Die grosse Nachfrage verursachte einen massiven Qualitätssturz, und um das Vertrauen wieder herzustellen, gründete der Marquês de Pombal 1756 die Companhia Geral dos Vinhos do Alto Douro, die die Qualität und Preise der Portweine wieder stabilisierte. Die besten Weine waren dem Export vorbehalten, der Marquês unterschied devisenfreundlich zwischen guter Exportware und billigem Konsumwein für die Einheimischen.
Zu den ersten Massnahmen der Companhia zählte die Abgrenzung des Produktionsgebietes, was das Douro zur ältesten Appellation der Welt macht. Die Rebberge wurden erfasst, um Betrug zu verhindern und die Herkunft zu garantieren. Ebenfalls in den Händen der Companhia lag der Verkauf von Brandy für den Port und das brasilianische Handelsmonopol. Nach Pombals Sturz wurden diese Kontrollmechanismen hinfällig, die Exportmengen verdoppelten sich.
MEHLTAU UND PHYLLOXERA
Mehltau trat 1848 erstmals im Douro auf, verwüstete die Region zwischen 1851 und 1856 und reduzierte den Ertrag auf die Hälfte der in den 40er Jahren eingebrachten Ernten. Schliesslich wurde die Krankheit unter Kontrolle gebracht und die Rebberge neu gepflanzt. Als die Produktion ihren vormaligen Stand erreicht hatte, trat 1868 die Phylloxera und verbreitete sich während der folgenden zehn Jahre in ganz Portugal. Dieser Wiederaufbau gestaltete sich mühsamer, da die Regierung den Import amerikanischer Rebstöcke blockierte und sie fälschlicherweise als Krankheitsursache bezeichnete. Erst ab 1883 war ihre Verwendung erlaubt, und der Bestand erholte sich bis zur Jahrhundertwende auf das Niveau der Zeit vor der Phylloxera. Trotz niedriger vorhandener Mengen liessen sich in dieser Zeit etwa zwanzig Portweinhändler nieder.
DIE POLITIK GREIFT EIN
1933 wurde das Casa do Douro für „Disziplin und Schutz der Produktion“ gegründet, gleichzeitig mit dem Instituto do Vinho do Porto und der Port Wine Shippers‘ Guild, heute die Port Wine Shippers Association, deren Aktivitäten vom Portweininstitut koordiniert wurden. Das IVP überwachte die Qualität der Portweine und kontrollierte die Menge der Weine, die auf den Markt kommen sollen. Das „Gesetz des Drittels“ beschränkt die Verkaufsmenge ab Lager, um die verfügbare Menge niedrig und die Preise hoch zu halten. Das Portweininstitut ist auch für den Markenschutz und die weltweite Vermarktung zuständig.
Auch im Douro wird ein grosser Teil der Trauben von den rund 30’000 Winzern mit sehr kleinen Landflächen bezogen. Die von Salazar eingesetzten Genossenschaften überdauerten die Revolution von 1974. 1986 entstand die Vereinigung der Produzenten und Selbstabfüller, dies geschah gleichzeitig mit dem Fall des Monopols der Portweinhäuser. Es verbot vormals den Produzenten die Direktvermarktung ab Quinta ohne Einschaltung eines Zwischenhändlers. Und obwohl sich der Verkauf für viele kleine Produzenten ohne herausragendes Produkt als schwierig erweist, ist der Markt dadurch offener geworden. Miguel Champalimaud, der wesentlich dazu beigetragen hat, das Monopol abzuschaffen, fordert mit anderen die Abschaffung des „Gesetz des Drittels“, die Liberalisierung der Produktion und die endgültige Einführung des freien Marktes.
Seit dem 1. Januar 2004 ist eine neue offizielle Organisation für die Zertifizierung und Kontrolle der Tafel- und Süssweine (Portweine) der Region Douro zuständig, das IVDP (Instituto dos Vinhos do Douro e Porto). Diese neue Behörde hat die Aufgaben des jetzt aufgelösten IVP (Instituto do Vinho do Porto) und diejenigen des CD (Casa do Douro) übernommen.
KRITERIEN BOUQUET
Fehler
KRITERIEN KÖRPER
Allgemeiner Eindruck
sauber, ansprechend, nichtssagend, verschlossen, ”bissig”, weich
Gerbstoff
grün/bitter, stark, adstringent, weich, schwach
Säure
hart, ausgeprägt, stahlig, zitronig erfrischend, flach
Süsse
trocken, lieblich, süss, klebrig
Gerbstoff und Säure
adstringentes Tannin und wenig Säure, dominante Säure vor Tannin, ausgeglichen
Intensität
schwach, wässerig, leicht/schlank, mittel, körperreich, wuchtig
Ausgewogenheit und Struktur
unausgewogen, gutes Gleichgewicht, gut strukturiert, rund, elegant
Diverse Aromen
Frucht, Fassaroma u.a.
Abgang
kein Abgang, schwach, anhaltend, nachhaltig
Art des Abganges
fruchtig, Holz, grünes Tannin, bitter, Schärfe, Schokolade
Das Alter eines Weines, die Art des Ausbaus und andere Faktoren können die Farbe beeinflussen. So ist zum Beispiel ein nicht filtrierter Neuenburger Chasselas stark trübe, was einem anderen Wein als Fehler anzurechnen wäre. Ein Wein muss immer klar sein, es sei denn, er enthält Weinstein – nicht gebundene Weinsäure – oder hat ein Depot.
Die Farbe sieht man am besten, indem man das Glas vor einen weissen Hintergrund hält. Das beste Licht ist dabei indirektes Halogenlicht oder natürliches Tageslicht. Die Farbe soll dem Alter des Weines angemessen sein. Sehr junge Rotwein haben oft eine Stich ins Violette, ältere, gereifte Rotweine weisen an den Rändern ziegelrote Reflexe auf. Eine Braunfärbung des Weines gilt als fehlerhaft.
Klarheit: trüb, stumpf, Schwebeteilchen enthaltend, klar, funkelnd
Konsistenz: still, spritzig, dünn, normal, dick, ölig
Farbe weiss: grünlich, blassgelb, gelb, golden, bräunlich/kupfer
Farbe rot: bläulichrot, purpur, rot, hellrot, bräunlichrot, ziegelrot, braun
VORBEREITUNG
Machen Sie ein grobes Programm, versuchen Sie einen Überblick über das Angebot zu bekommen. Nicht zuviele Weine aufs Mal degustieren wollen.
Auf Parfum, Gesichts- und Handcrèmen mit starkem Eigengeruch verzichten. Fremdgerüche sind irritierend für Sie und für andere Degustationsteilnehmer.
Wenn Sie selbst eine Degustation organisieren, dann in einem gut gelüfteten Raum mit Tages- oder Halogenlicht, einem weissen Tischtuch und Servietten, einer Karaffe mit Wasser zum Gläserspülen und einem Gefäss zum Spucken.
Schokolade, Kaffee, Zigaretten, Salatsaucen, Zahnpasta und Speisen mit starkem Eigengeschmack vor dem Degustieren neutralisieren: Mund mit Weisswein spülen oder etwas Brot essen.
PAUSE
Gönnen Sie sich einen Unterbruch zwischendurch, aber keine Zigarettenpause. Während einer Degustation nicht rauchen!
WEINWECHSEL
Zwischen den verschiedenen Weinen mit Brot neutralisieren. Verlangen Sie Brot, wenn nicht vorhanden!
Beim Wechsel auf einen stark unterschiedlichen Wein, zum Beispiel von Rotwein auf Dessertwein, das Glas mit dem neuen Wein ausspülen oder das Glas wechseln (Sache des Standpersonals).
REIHENFOLGE
Junger Wein vor altem, Weisswein vor Rotwein, leichter Wein vor schwerem, herber vor lieblichem, einfacher vor komplexem.
LÄRM
Lärm stört die Konzentration: weichen Sie aufdringlichen Verkäufern und drängenden Menschenmassen wenn nötig und möglich aus: schaffen Sie sich abseits Ihre idealen Degustationsbedingungen. Lassen Sie sich nicht drängen.
Erst die richtige Vorbereitung zeigt die Weine im besten Licht.
Angefangen bei der Wahl der Lokalität und der Athmosphäre einer Degustation. Nur im richtigen Licht lassen sich Farbe und Konsistenz im Glas richtig beurteilen, und nur bei angemessener Temperatur präsentieren sich Bouquet und Körper optimal.
Allein durch das Studium der Etikette ergeben sich erste wichtige Hinweise über die Art und Weise, wie der Wein kredenzt werden soll. Appellation, Klassierung, Produzent und der Jahrgang entscheiden mit darüber, ob ein Wein dekantiert werden soll, ob er also Sauerstoff benötigt. Die Prüfung des Korkens nach dem Öffnen erlaubt erste Schlüsse über seinen Zustand.
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