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Pilatus P-4
Zwischen 1925 und 1935 arbeitete Henri Fierz als Flugzeugingenieur bei Alfred Comte, Schweiz. Flugzeugfabrik in Oberrieden. Dort entwickelte er 1930 den sechssitzigen Kabinenhochdecker Comte AC-8. Achtzehn Jahre später konstruierte er als leitender Ingenieur bei Pilatus die P-4. Weitere elf Jahre später folgte die PC-6 Porter.
Vergleicht man die drei Typen von den Einsatzmöglichkeiten und den Leistungen her, kommt man zur Erkenntnis, dass die P-4 eine Weiterentwicklung der Comte AC-8 ist und die Vorstufe zum ausgereiften Endprodukt PC-6 Porter darstellt.
Die P-4 wurde nicht spezifisch als Passagierflugzeug ausgelegt das hätte den Vorstellungen von lng. Fierz nie entsprochen - sondern als Arbeitsflugzeug mit verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Angestrebt wurde ein Flugzeug in robuster Bauweise, das auch Einsätze auf unvorbereitete Plätze erlaubte, ferner Anspruchslosigkeit in der Wartung, schnelles Umrüsten, gutmütige Flugeigenschaften auch im Langsamflug und kurze Start- und Landestrecken.
Am 22.März 1948 konnte die P-4, mit dem Kennzeichen HB-AET, zum Erstflug starten. Der Lizenzbau der Vampire- und Venom-Kampfflugzeuge für die Schweizerische Fliegertruppe, an dem die Pilatuswerke mit dem Bau der Rümpfe beteiligt waren, verhinderte jedoch weitgehend den Serienbau der Maschine. Eine Serienproduktion hätte zu dieser Zeit die Kapazität des Werkes überschritten. Wahrscheinlich wäre die P-4 auch an ihrem konstruktiven Auf bau gescheitert, denn Holzflügel und Stahlrohrrumpf mit Stoffbespannung wurden zu dieser Zeit schon durch Ganzmetallbau abgelöst.
Beachtung fand die P-4 am 18. Pariser Luftfahrtsalon 1949. Zusammen mit der P-2.06, U-102 wurde sie einem breiten internationalen Publikum gezeigt. Es war vorgesehen, die P-4 auch mit Schwimmern oder mit einem kombinierten Rad-/Ski-Fahrwerk auszurüsten. Projektiert waren auch Einsätze in der Agrarfliegerei.
Anlässlich einer Übung der Rettungsflugwacht im Sustengebiet stürzte die P-4 auf den Steingletscher ab und erlitt Totalschaden. Bis zu diesem Zeitpunkt war sie immer im Besitz der Pilatuswerke.
Aufbau
Flügel, Querruder und Landeklappen sowie Leitwerk: kombinierte Stahl/Aluminium-Struktur mit Stoffbespannung. Flügel zum Rumpf mit zwei V-Streben abgestützt. Rumpf: geschweisste Stahlrohrkonstruktion, mit Stoff bespannt, im Bereich des Motors Leichtmetall-Verkleidung. In der Kabine fanden der Pilot und fünf Passagiere oder zwei Tragbahren und zwei Begleitpersonen Platz. Für Fotoflüge war der Einbau einer Kamera möglich.
Auf einzelnen retuschierten Aufnahmen ist die P-4 mit einem Stahlblatt-Fahrwerk, ähnlich wie bei den Cessna-Flugzeugen, abgebildet. Diese Ausführung hat es nie gegeben sie hätte aber beider Serienausführung zur Anwendung kommen sollen.
Technische Daten:
Ein Sechszylinder-Boxermotor Lycoming GO-435-A. Nennleistung 260 PS
|Spannweite||11,85 m|
|Länge||8,66 m|
|Höhe||2,50 m|
|Flügelfläche||20,90 m2|
|Leergewicht||900 kg|
|Startgewicht>||1500 kg|
|Reisegeschwindigkeit||210 km/h|
|Landegeschwindigkeit||77 km/h|
|Steigleistung||4,5 m/sec|
|Gipfelhöhe||5000 m|
|Reichweite||900 km|
|Startstrecke||170 m|
|Landestrecke||120 m|