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Die israelische Besatzungsverwaltung treibt die Zwangsumsiedlung von 12'500 Beduinen voran. Sie sollen auf engem Raum in einer neuen Stadt namens Talet Nueima im Jordantal angesiedelt werden.
Heute leben die Beduinen auf den Berghängen zwischen Jerusalem und dem Toten Meer im Westjordanland und sind dem dortigen Ausbau von israelischen Siedlungen im Weg. Sie sollen deshalb zwangsumgesiedelt werden.
Wie die linksliberale Tageszeitung «Haaretz» am Dienstag berichtete, wurden die Planungen für die Neubausiedlung nördlich von Jericho jetzt veröffentlicht, womit eine 60tägige Einspruchsfrist begann.
In der neuen Stadt sollen Angehörige der drei Stämme Dschahalin, Kaabneh und Raschaida zusammenwohnen. Die Beduinen, die vor allem von Viehzucht und zumeist halbnomadisch leben, bilden eine Minderheit innerhalb der arabischen Bevölkerung in Israel und den Palästinensergebieten.
Seit rund 40 Jahren betreiben die israelischen Regierungen und das Militär im Westjordanland ihre Konzentration in städtischen Siedlungen, um ihre Flächennutzung zu beschränken. Dabei werden die Weiderechte und Wanderbewegungen eingeschränkt sowie die Errichtung fester Bauten unterbunden.
Seit in den Oslo-Abkommen 1993 die sogenannte C-Zone im Westjordanland definiert wurde, in der die israelische Armee die zivile und militärische Kontrolle ausübt, wurden dort tausende Abrissverfügungen erlassen.
Viele Beduinen gehen dagegen gerichtlich vor, konnten aber keine Gleichbehandlung mit israelischen Siedlern erreichen, denen Baugenehmigungen zugesprochen wurden. 1997 wurden Clans der Dschahalin aus einem Gebiet am Ostrand von Jerusalem vertrieben, in dem danach die Grosssiedlung Maale Adumim erreichtet wurde. Auch die zahlreichen Beduinen desselben Stamms, die entlang einer Autobahn siedeln, behindern das Zusammenwachsen der israelischen Siedlungen östlich von Jerusalem.
Allerdings verfügte der Oberste Gerichtshof Israels letztinstanzlich, dass keine Räumungsverfügungen durchgesetzt werden dürfen, wenn den Betroffenen kein alternativer Wohnraum zugewiesen werden kann. Aus diesem Grund hat die Militärverwaltung die Planung für insgesamt drei Beduinenstädte zügig vorangetrieben.
Dschamil Hamadin, ein Vertreter des Dschahalin-Stammes kritisierte, dass in der geplanten Neustadt Angehörige verschiedener Clans und sogar von drei unterschiedlichen Stämmen eng zusammenleben sollten.
«Wir haben zwar wollene Zelte gegen Wellblech-Hütten oder Mobilheime getauscht, aber das heisst nicht, dass wir unsere Sitten und Regeln geändert hätten. Diese bedingen, dass wir viel Platz zwischen uns lassen und es gewohnt sind, in der offenen Landschaft zu leben.» (sda/afp)