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Die obige Mühle mit dem Teich nennt sich 'Moulin Bornu'
und wurde im sechzehnten Jahrhundert gegründet. Vom nördlichen Nozon wurde das Wasser durch einen Kanal zur Mühle umgeleitet und anschliessend - möglicherweise topographisch bedingt - durch die Klus der südlichen Venoge zugeführt. Die Bevölkerung vom nahe gelegenen Orny liess sich dies nicht einfach so gefallen und zog entschlossen einen Graben zur Mühle, um den Nozon zurückzuholen.
Seither fliesst ein Teil des Wassers gegen Süden und der andere gegen Norden. Eine wahrlich salomonische Lösung!
In der östlichen Klus am Mormont existiert ein kurzes Reststück der Kanalverbindung zwischen der Thielle bei Orbe und der Venoge bei Cossonay: L'Ancien Canal d'Entreroches.
Während des dreissigjährigen Krieges (1618 - 1648) suchten die Holländer eine abkürzende Wasserstrasse von der Nordsee zu den Handelsstädten Genua und Venedig am Mittelmeer.
Die Atlantikküste wurde zu grossen Teilen vom feindlichen Spanien kontrolliert wie auch die Strasse von Gibraltar, und zudem führten die bestehenden Kanäle auf dem Kontinent durch das ebenso von Spanien besetzte Burgund und Belgien.
1635 wurde der aus einer bretonischen Hugenottenfamilie stammende Elie Gouret-du-Plessin im Namen des Hofes von Oranien in Bern mit dem Kanalprojekt vorstellig und konnte bereits 1638 mit dem Bau des 'Canal d'Entreroches' beginnen. 1648 war die Wasserscheide überwunden und die Thielle mit der Venoge verbunden.
Jedoch, es blieben noch 12 km Distanz mit einer Höhendifferenz von 59 m bis zum Genfersee - so um die 40 Schleusen entsprechend! Die dazu notwendigen Mittel konnten nicht aufgewendet und die geplante Wasserstrasse zwischen Nordsee und Mittelmeer nicht fertiggestellt werden...
Dem Kanal von Entreroches kam in der Folge nur mehr eine regionale Bedeutung zu.
Mit dieser lokalen Wasserstrasse verbindet sich der in der Westschweiz geläufige Ausdruck 'il est chargé pour Soleure' für starke Trunkenheit. Solothurn hatte als Sitz der französischen Ambassadoren einen ziemlich hohen Bedarf an Wein, welcher auf dem Wasserweg hertransportiert wurde. Da sich die Schiffer auf der Fahrt an der Ladung vergriffen, erreichten sie Solothurn nicht selten stockbesoffen...