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2020 wurden in den Schweizer Museen rund 82,3 Millionen Objekte aufbewahrt. Die meisten Objekte sind in naturwissenschaftlichen Museen zu finden.
Die Museen der Zentrumsgemeinden enthalten fast die Gesamtheit der aufbewahrten Objekte in der Schweiz (rund 80,3 Millionen), mit einem Durchschnitt von 143 555 Objekten pro Museum. In den Museen der Agglomerationsgemeinden zum Beispiel werden im Durchschnitt lediglich 2 500 Objekte pro Museum aufbewahrt.
Dauerausstellungen
Dauerausstellungen sind eine Art Visitenkarte der Museen. Sie setzen sich mit dem Hauptthema des Museums auseinander und präsentieren häufig die wichtigsten Objekte oder Werke aus der Museumssammlung. Eine Dauerausstellung wird in der Regel während einer längeren Zeitspanne (fünf Jahre und mehr) ohne wesentliche Veränderungen gezeigt.
2020 boten neun von zehn Museen (90,9%) eine Dauerausstellung an. Folglich zeigt die grosse Mehrheit der Museen eine Dauerausstellung. Eine Ausnahme bilden die Kunstmuseen. Lediglich 68,3% der Museen dieser Kategorie präsentieren eine Dauerausstellung.
Wechselausstellungen
Wechselausstellungen werden in der Regel nur für eine kurze Ausstellungsdauer mit klar festgelegtem Anfang und Ende konzipiert. Sie konzentrieren sich meist auf ein spezielles Thema (z.B. einen Maler, ein Tier oder eine wissenschaftliche Entdeckung).
56,3% der Schweizer Museen eröffneten im Jahr 2020 mindestens eine Wechselausstellung. Insgesamt wurden 1 125 Wechselausstellungen gezeigt. Beide Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. 2019 hatten 67,2% der Museen eine Wechselausstellung eröffnet und die Gesamtzahl der Wechselausstellungen lag bei 1 636. Die durchschnittliche Anzahl Wechselausstellungen pro Museum ist zwischen 2019 und 2020 von 1,5 auf 1,1 gesunken. Kunstmuseen bieten weiterhin überdurchschnittlich viele Wechselausstellungen an, die Zahl ist aber auch hier gesunken (2019: 3,1; 2020: 2,3).
Öffnungsdauer
Die öffentliche Zugänglichkeit ist ein zentrales Merkmal von Museen. Dies unterscheidet sie unter anderem von Privatsammlungen, die häufig nicht allgemein zugänglich sind. Die Covid-19-Pandemie wirkte sich stark auf die Öffnungsdauer der Museen aus. In den Museen, die 2020 geöffnet waren, ging die durchschnittliche Zahl der Öffnungstage gleich stark zurück wie die Zahl der neu eröffneten Wechselausstellungen. Die Museen in der Schweiz waren 2020 durchschnittlich 110 Tage geöffnet, gegenüber 143 Tagen im Jahr 2019. Damit verringerte sich die Öffnungsdauer um nahezu ein Viertel (–23,3%). Die längste durchschnittliche Öffnungsdauer hatten 2020 die Museen in der französischsprachigen Schweiz (137 Tage). Sie verbuchten gleichzeitig das grösste Minus im Vergleich zum Vorjahr (–31,5%). In der Deutschschweiz (–20,7%) und in der italienischen Schweiz (–17,2%) nahm die Öffnungsdauer weniger stark ab.
Mit 185 Tagen waren die naturwissenschaftlichen Museen am häufigsten geöffnet, gefolgt von den archäologischen, historischen und ethnografischen Museen mit 150 Tagen und den Kunstmuseen mit 148 Tagen. Die kürzeste durchschnittliche Öffnungsdauer hatten 2020 mit 58 Tagen wie schon in den Jahren zuvor regionale und lokale Museen, was darauf zurückzuführen ist, dass es sich dabei oft um kleine Einrichtungen handelt, die ausschliesslich oder mehrheitlich auf Anfrage geöffnet werden.
Die Daten wurden im Zuge der jährlichen Revisionen ergänzt und korrigiert (letzte Revision: November 2021).
Die Zahl und die Vielfalt der Leihgaben von und an Museen geben Auskunft über die Dynamik und die Einbindung der Museen in nationale und internationale Netzwerke. Zur Veranschaulichung dieser Aspekte wurde die Erhebung 2018 zur Schweizerischen Museumsstatistik um das Themenmodul «Leihgaben» erweitert.
2017 verlieh oder entlieh knapp die Hälfte der Schweizer Museen für eine befristete Dauer Objekte an oder von Institutionen im Inland. Die Gesamtzahl der Leihgaben innerhalb der Schweiz belief sich auf 18 500. Rund jedes fünfte Museum stellte Objekte an Institutionen im Ausland zur Verfügung. Etwas weniger als die Hälfte der Museen verfügt über Dauerleihgaben (Depots) von öffentlichen Akteuren, etwas mehr als die Hälfte von privaten Akteuren.
Diese Zahlen zeigen, wie wichtig der Austausch von Werken und Objekten in der Schweizer Museumslandschaft ist.
Das Wichtigste in Kürze
2017
In %
Museen, die Objekte in die Schweiz verliehen haben
47,5
Museen, die Objekte aus der Schweiz entliehen haben
48,4
Museen, die Objekte ins Ausland verliehen haben
18,0
Museen, die Objekte aus dem Ausland entliehen haben
15,7
Museen mit Dauerleihgaben öffentlicher Akteure
48,4
Museen mit Dauerleihgaben privater Akteure
54,4
Leihgaben in der Schweiz
Eine Leihgabe ist ein Geschäft, bei dem eine der Parteien der anderen Partei ein oder mehrere Sammlungsobjekte temporär und in der Regel unentgeltlich zur Verfügung stellt und bei dem die andere Partei sich verpflichtet, diese zum vereinbarten Zeitpunkt zurückzugeben. Leihgaben werden meist im Rahmen einer Wechselausstellung vergeben.
2017 verlieh knapp die Hälfte der Schweizer Museen (47,5%) Werke oder andere Objekte aus ihrer Sammlung vorübergehend ins Inland. Dabei handelte es sich in erster Linie um archäologische, historische und ethnografische Museen (63,6%), naturwissenschaftliche Museen (57,2%) und Kunstmuseen (56,8%). Umgekehrt stellten lediglich 35,2% der regionalen und lokalen Museen Leihgaben zur Verfügung. Insgesamt verliehen die Schweizer Museen temporär über 18 500 Objekte ins Inland, was einem Durchschnitt von 16 Objekten pro Museum entspricht.
Ähnlich hoch ist der Anteil der Schweizer Museen, die Leihgaben von Institutionen oder Personen in der Schweiz erhalten haben (48,4%). Am häufigsten gingen diese Leihgaben an naturwissenschaftliche Museen (62,3%), an Kunstmuseen (61,9%) sowie an archäologische, historische und ethnografische Museen (59,4%).
Ausländische Leihgaben
Deutlich weniger Schweizer Museen verleihen Objekte an Institutionen im Ausland. 2017 betrug ihr Anteil lediglich 18,0%. Hier liegen Kunstmuseen an der Spitze (44,3%), gefolgt von naturwissenschaftlichen Museen (33,3%) sowie archäologischen, historischen und ethnografischen Museen (23,0%).
Vergleichbare Zahlen zeigen sich beim Anteil der Museen, die Leihgaben aus dem Ausland erhalten haben (15,7%), wobei die meisten dieser Leihgaben (rund 7 700 von knapp 12 600 d.h. mehr als die Hälfte) an Kunstmuseen (45,3%) gingen. Die grosse Mehrheit (über 11 000) der Leihgaben aus dem Ausland wurden in Museen in Zentrumsgemeinden mit einer hohen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzdichte gezeigt.
Grund dafür ist der grosse Anteil der Schweizer Museen mit lokaler und regionaler Bedeutung, die kaum Beziehungen zum Ausland pflegen.
Depots
Bei einer Dauerleihgabe (auch Depot genannt) wird bzw. werden dem Museum ein oder mehrere Sammlungsobjekte eines öffentlichen oder privaten Akteurs für eine längere, manchmal auch unbestimmte Zeitdauer (fünf Jahre oder mehr) zur Verfügung gestellt. Diese Objekte sind oft als Teil der Museumssammlung registriert.
2017 verfügten 48,4% der Schweizer Museen über Depots von öffentlichen und 54,4% von privaten Akteuren. In beiden Fällen besonders stark vertreten sind archäologische, historische und ethnografische Museen. Nahezu zwei Drittel (60,2%) der «anderen Museen», die in der Regel einem speziellen Thema gewidmet sind, haben Dauerleihgaben von privaten Akteuren in ihren Sammlungen. In den Schweizer Museen befindet sich rund eine halbe Million Dauerleihgaben von öffentlichen Akteuren. Diese Zahl ist aufgrund der museumsspezifischen Unterschiede in diesem Bereich jedoch mit Vorsicht zu geniessen.
Insgesamt werden in Schweizer Museen mehr als 104 000 Dauerleihgaben von privaten Akteuren aufbewahrt; dies entspricht durchschnittlich 92 Depots pro Museum. Mehr als Hälfte der Dauerleihgaben privater Akteure, d.h. über 74 000 Objekte, wird in Museen in Zentrumsgemeinden gezeigt. Die Depots privater und öffentlicher Akteure machen jeweils weniger als 1% der Sammlungen der Schweizer Museen aus.