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Die israelische Antikenbehörde (IAA) hat eine römische Basilika aus der Zeit Herodes im Tel Aschkelon bei der südisraelischen Hafenstadt Aschkelon freigelegt. Mit 110 Metern Länge und 40 Metern Breite handelt es sich um das grösste bekannte Bauwerk der Römer in der Region, berichteten israelische Medien (Montag) unter Berufung auf IAA-Angaben. Teile der Kolonnaden mit bis zu 13 Metern hohen Säulen sollen wiedererrichtet und der Fund der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
In den Fundamenten des Baus fanden Archäologen laut Berichten Münzen aus der Zeit des Herodes (37 vor bis 4 nach Christus). Bei einer umfassenden Renovierung des Baus zwischen 193 und 235 wurden Marmorelemente hinzugefügt, darunter Statuen verschiedener Göttinnen. Der dreischiffige Bau, der vermutlich als Gericht oder für städtische Räte genutzt wurde, wurde demnach bei einem Erdbeben im Jahr 363 zerstört. Teile des Marmors wurden in muslimischer und osmanischer Zeit für andere Bauzwecke verwendet.
Der britische Archäologe John Garstang hatte die Überreste des Baus bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckt und teilweise ausgegraben. Anschliessend deckte Garstang seine Funde zum Schutz wieder zu. Bei erneuten Grabungen in dem Nationalpark wurde 1985 unter anderen ein kleines Theater (Odeon) neben der Basilika gefunden. 2016 wurden schliesslich die Grabungen an den Ruinen der Basilika wieder aufgenommen.
Das heute rund 140.000 Einwohner zählende Aschkelon war die älteste und wichtigste Hafenstadt Kanaans mit bis zu 15.000 Einwohnern, deren massive Befestigungsanlage im Tel Aschkelon zu sehen ist. Zudem lag sie an den Verkehrswegen zwischen Ägypten und Palästina. Ihre Bedeutung als Hafenstadt behielt sie bis ins Mittelalter, versank jedoch nach den Kreuzzügen in die Bedeutungslosigkeit und wurde von muslimischen und mamelukkischen Truppen zerstört.
KNA/akr/cha