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Von Lisa Heyl
Haben Sie steife Finger am Morgen oder geschwollene Knöchel? Bereits junge Menschen leiden oft an rheumatischen Beschwerden. Bei einer Entzündung oder chronischen Schmerzen in den Gelenken helfen ein Medizinalbad oder eine Fangopackung.
Unter dem allgemeinen Begriff Rheuma (von griechisch rheo: «ich fliesse») werden alle unerklärlichen, schmerzhaften Symptome und Erkrankungen der Muskeln, Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenke zusammengefasst. Rheuma zeigt sich durch Schmerzen, Knirschgeräusche, Deformationen und Bewegungsschwierigkeiten unterschiedlichen Grades. Spezialisten diagnostizierten bereits über 200 rheumatische Erkrankungen, darunter Arthrose, Ischias und rheumatoide Polyarthritis. Anders als man oft denkt, ist Rheuma nicht eine Alterskrankheit; auch junge Menschen sind betroffen.
Ursachen von Rheuma
Die Abnützung der Gelenke gehört zum Alterungsprozess des Körpers. Die meisten Gelenkerkrankungen werden durch Überlastung, Abnützung, ungünstige oder übermässige Belastung (immer die gleiche Bewegung) der Weichteile verursacht.
Die meisten Gelenkerkrankungen werden durch Überlastung, Abnützung, ungünstige oder übermässige Belastung der Weichteile verursacht.
Aber auch andere Auslösefaktoren sind möglich, zum Beispiel: Erkältungen, erbliche Krankheiten, Krankheitserreger (Viren, Bakterien usw.) oder Stoffwechselstörungen (Ablagerung von Harnsäure und anderen Kristallen im Gewebe und in den Gelenken). Einige Ursachen von Rheumaerkrankungen sind bekannt, andere noch nicht. Die genaue Krankheitsursache kann nur durch ärztliche Untersuchungen herausgefunden werden.
Wie beugt man Rheuma vor?
Ein gesunder Lebensstil verzögert das Auftreten rheumatischer Erkrankungen. Schon kleine Änderungen im Alltag haben einen raschen Nutzen. Unsere Tipps:
- Essen Sie ausgewogen: Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Magermilchprodukte und Fisch.
- Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter Mineralwasser oder Tee.
- Körperliche Bewegung ist das beste Mittel, um gegen abnützungsbedingtes Rheuma zu kämpfen. Spazieren, Velofahren, Schwimmen und Aquagym haben den Vorteil, die Gelenke zu schonen.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und konsumieren Sie Alkohol und Kaffee massvoll.
- Nehmen Sie die richtige Haltung ein: Beim Gehen, Schlafen, Heben von Lasten oder Stehen auf die Körperhaltung achten.
Die Wohltat der Wärme
Verschiedene Wärmetherapien haben sich bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen besonders bewährt:
- Ultraschalltherapie: Nach dem Auftragen eines Gels bewegt die Therapeutin oder der Therapeut bei der Ultraschalltherapie einen 5 bis 6 Quadratzentimeter grossen Ultraschallsender in kreisenden Bewegungen über die betroffene Körperregion. Ziel ist die Verbesserung der Durchblutung und des Zellstoffwechsels, wobei die Schmerzschwelle steigt.
- Kurzwellentherapie: Kurzwellentherapie hilft gegen Schmerzen durch Anregung der Durchblutung. Bei dieser Methode wird Wechselstrom von hoher Frequenz, aber geringer Stärke eingesetzt (für den menschlichen Körper ungefährlich).
- Infrarottherapie: Kurzwellige Strahlen dringen bei der Infrarottherapie tief ins Gewebe ein und verringern dadurch die Steifheit der Gelenke.
Mit Badetherapien Rheumaschmerzen lindern
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Bädern auf den Organismus ist erwiesen. Dies war bereits in der Antike bekannt, wo man aus dem Baden eine richtige Lebenskunst machte. Auch heute noch ist das Baden als Therapieform erfolgreich, wie die vielen neu gebauten Thermalzentren in der Schweiz beweisen. Die Hydrotherapie kann man in Kurzentren oder bei sich zu Hause durchführen.
- Thermalbad: Für ein Bad im Thermalwasser sucht man einen entsprechenden Kurort auf. Die heilenden natürlichen Zusatzstoffe, die das Bad enthält, kommen direkt am Ort vor: Wässer und Gase mit therapeutischer Wirkung oder Heilerden (Heilschlamm, Torf, Fango, Schlick). Das Bad kann auch in der Praxis einer Therapeutin oder eines Therapeuten stattfinden, wo die heilenden Stoffe wahlweise beigefügt werden.
- Fango: Typisch für den Fango, eine feine Tonerde, ist seine Fähigkeit, Mineralien und Spurenelemente aus dem Thermalwasser aufzunehmen, mit dem er vermischt wird. Vor der Anwendung wird der Fango auf ungefähr 40 Grad erwärmt. Dann legt ihn die Therapeutin oder der Therapeut auf die betroffenen Bereiche (Rücken, Schultern, Knie usw.) und wickelt den Patienten oder die Patientin in Tücher. Nach 10 bis 15 Minuten entfernt man die Applikation. Rückstände werden abgespült; dann gönnt man sich eine Ruhephase.
- Bad zu Hause: Nichts geht über ein gutes Bad zu Hause. Mit Badezusätzen wie Rosmarin, Schwefel, Heublumen oder Weidenrinde werden die Rheumaschmerzen gelindert. Medizinalbäder können auch genutzt werden, um Schlackenstoffe über die Haut auszuscheiden: Dem Badewasser werden ein paar Esslöffel Basensalz beigegeben. 30 bis 40 Minuten im Wasser bleiben, gründlich duschen, sanft trocken rubbeln und die schmerzenden Stellen mit Rosmarinöl, einer Wallwurzsalbe oder Arnikaextrakt einreiben. Und zum Schluss sollte man 30 Minuten ruhen.
Massagen bei Rheuma
Massagen verbessern die Durchblutung und entspannen die Muskulatur. Zudem haben sie eine emotional wohltuende Wirkung auf den Patienten oder die Patientin. Von Vorteil ist es, Salben oder Gels zu verwenden, die zum Beispiel Johanniskraut, Wallwurz oder Arnika enthalten. Die traditionelle chinesische Anmo-Tuina-Massage und die Esalen-Massage fördern die Entspannung und haben eine belebende Wirkung auf den Organismus.
Quellen & weiterführende Literatur:
- Drogistenstern
- Rheumaliga Schweiz
Bilder: Pexels
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