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Lehrmittelanstalt Kaiser & Co.
Bern, um 1900
Buche, Birke, Rückwand Nadelholz
Rahmen und Dreifuss lasierend lackiert,
die Rechenperlen gedrechselt und
mit Kaseinfarben bemalt
H. 156,9 cm
zwischen Rahmen und Sockel
(für den Betrachter unsichtbar) zweimal
handschriftlich mit Bleistift: Birsfelden
Inv. 2004.176.
Zum Rechnen im Klassenzimmer
Der Zählrahmen ist ein altes, vielseitiges Rechengerät, das für mathematische Grundfunktionen wie Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren, Dividieren und Wurzelziehen wichtige Dienste leistet. Rechnungen mit höheren Funktionen (Sinus, Cosinus etc.) können mit dem Gerät allerdings nicht durchgeführt werden. Da Zählrahmen in den Volksschulen lange im mathematischen Anfangsunterricht dienten, kann man sie als ‹Rechenmaschinen› der Elementarschulen bezeichnen.
Der Aufbau des Instruments ist einfach. In einem Rahmen sind waagrecht zehn Stäbe eingebaut, auf denen je zehn durchbohrte Kugeln, auch Rechenperlen genannt, zum Rechnen hin- und hergeschoben werden können. Die Ausmasse unseres Zählrahmens und die Montage auf dem hohen Dreifuss belegen, dass dieses Exemplar im Schulzimmer verwendet wurde. Das Verlagsschildchen «KAISER & Co Lehrmittel-Anstalt BERN» bekräftigt diese Vermutung.
Die Rechenperlen sind auf der einen Hälfte gelb, auf der anderen orange bemalt. Dadurch kann man Bündelungen (z.B. Fünferbündelungen) vornehmen, die das Auge optisch auf einen Blick und ohne genaue Zählung sofort erfasst.
Mit Zählrahmen kann auf verschiedene Arten gerechnet werden. Eine einfache Rechenvariante für Kinder im Kindergarten- und im Primarschulalter besteht darin, dass man allen Rechenperlen den Zahlwert 1 zuordnet. Für jede Zeile ergibt sich eine Zehnerbündelung. Rechnen kann man in einem Zahlenbereich von 1 bis 100.
Eine anspruchsvollere Rechenvariante besteht darin, dass man den einzelnen Zeilen die Stellenwerte 1, 10, 100, 1'000 usw. zuordnet. Auf diese Weise ergibt sich ein Zahlenraum von 10 hoch 10, also von 1 bis 10 Milliarden. Die Aufnahme zeigt die Summe einer Addition dieser Rechenvariante, nämlich 1'016.