Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03454.jsonl.gz/214

Der 91 Jahre alte FN-Leser Arthur Schafer erzählt in seinem Brief an die Redaktion der FN, dass er letzten Donnerstag zu einem Besuch im Spital Tafers war und um 17 Uhr den Bus nach Tafers nehmen wollte. Dieser fuhr ihm jedoch gerade vor der Nase weg.
Er sei dann an die Hauptstrasse und dann zur Haltestelle Kreuz gegangen. «Wegen meiner Kurzsicht wagte ich nicht bei starkem Verkehr die Strasse zu überqueren», erzählt er in seinem Brief. Deshalb lief er auf der Seite der Böschung der Strasse entlang. Oftmals habe er sich an einem Strassenpfeiler festhalten müssen, der ihm Sicherheit gab. «Als die Haltestelle schon in Sicht war, sagte eine liebe Stimme ‹Lieber Grosspapa, gib mir die Hand›.»
Es war seine Enkelin Michaela, die ihn am Strassenrand gesehen und weiter oben parkiert hatte, um ihn heimzufahren. An ihrer Hand sei er die letzten 50 Meter schon viel leichter gegangen, trotz seiner Müdigkeit, schildert Arthur Schafer.
Auf dem Parkplatz sei noch eine andere Frau auf sie zugekommen. Sie sagte, sei eine Freundin seiner Tochter und habe ihn auch am Strassenrand gesehen. Darum habe sie angehalten. Die Frau bot an, ihn mitzunehmen, da sie an seiner Wohnung vorbeikomme. «Jetzt habe ich eine Frage», schreibt Arthur Schafer am Schluss seines Briefes. «Muss ein 91-jähriger kurzsichtiger Mensch auf mühsamem und gefährlichem Weg noch Sorgen haben, wenn sich seine Schutzengel gleichzeitig in Liebe konkurrieren für seine Sicherheit?» im