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NW. gerichtet, wo die Schichten senkrecht stehen; bei
La Golette findet sich sogar eine schön ausgesprochene Faltenverwerfung.
Nach NO. setzt sich die Falte im
Serroue und Rochoyer fort, der sich s. vom
Plateau von
Diesse verflacht, in der Richtung auf
Lignières nach O. abbiegt und in die Seekette übergeht. Vom höchsten Punkt sehr schöne Aussicht
auf die Zihlebene und die
Alpen. Wie der Name sagt, muss hier einst ein Refugium oder eine befestigte Anlage vorhanden gewesen
sein; Reste von Mauern und Felsenwohnungen am
W.-Hang nahe der
Vy d'Etraz (via strata), die durch das Thälchen von
Enges zur
Montagne de Diesse aufstieg, von da über
Orvin nach
Pierre Pertuis führte (heute
Chemin des
Mulets) und
die römische Hauptstrasse zwischen Noidenolex und dem
Rhein (Augusta) bildete.
(Kt. Freiburg,
Bez. Glâne).
696 m. Gem. und Pfarrdorf, nahe der Strasse
Payerne-Romont, 7 km s.
Payerne und 4 km sö. der Station
Trey der Linie
Lausanne-Payerne-Lyss. Telephon. Gem.: 64
Häuser, 395 kathol. Ew. französischer Zunge;
Dorf: 14
Häuser, 85 Ew. Viehzucht und Milchwirtschaft; Getreidebau. Châtonnaye, Chastonaye, Chastenia, 1331: Chatenex; vom
lat. Castellum, Castrum, mit vielleicht daran gehängtem haya = Ringmauer einer Burg. Gegend schon von den Römern besiedelt,
was überall zum Vorschein kommende römische Ziegel beweisen.
Im Wald über dem Dorf Grabhügel;
Platten
und andere behauene Steine, die einen geheiligten Steinkreis gebildet zu haben scheinen und die z. T. zum Bau der heutigen
Kirche verwendet worden sind. Im Mittelalter bildete Châtonnaye zusammen mit einigen andern benachbarten Weilern eine feudale
Herrschaft. Nahe demHaus «lou Reposiou» standen einst das später von den Kriegern des
Bischofes Guillaume de
Champvent durch Feuer zerstörte Kastell von Contesson de
Trey und das 1275 verwüstete Dorf
Le Reposoir.
Das adelige Geschlecht de Châtonnaye erscheint in den Urkunden seit dem 13. Jahrhundert und erlosch mit Jacques de Châtonnaye
und seinen vier Töchtern. Im 17. und 18. Jahrhundert war die
Herrschaft Eigentum des Geschlechtes Maillard.
Doch hatten auch andere Familien hier Rechte; so schon vor 1520 die d'Ammon und Ritter
Jean de
Villarsel, der seinen Anteil
am hiesigen Zehnten 1523 um die Summe von 60 Pfunden an
Jean Mettraud inFreiburg
verkaufte. 1582 machte Bern
Ansprüche
auf das Eigentum des auch Veillard oder Page genannten Geschlechtes Coquins, und 1593 bezog der Generalkommissar Moratel
die Hälfte des Zehntens von Châtonnaye. 1880 hat man in einem am
Rande des
Waldes von
Pralet aufgedeckten Grabhügel einen
goldenen Stirnreifen mit getriebenen Verzierungen und andere Gegenstände gefunden, die heute im Museum
zu Freiburg
aufbewahrt werden. Erste
Kapelle 1524 erbaut. Gehörte zuerst zur Kirchgemeinde Torny-Pittet, von der es 1794 abgetrennt
wurde.
Kirche 1869 erbaut und am geweiht.
Die Temperatur des Wassers beträgt 8,2° C. Die Quelle soll
nach einer ganz unwahrscheinlichen Vermutung aus den hier zu Tage tretenden Sickerwassern von La Mockausa im obersten Teil
des
Thales von
ChampVert sich bilden.
Heisst auch Col dela Tinière. Am Niederstieg gegen
Château d'Œx das Thal von Chaude mit dem zum
Hongrin
fliessenden Bach gleichen Namens, den an dessen linkem Ufer stehenden
Hütten von Chaude (1478 m; 10 Minuten unterhalb der
Passhöhe) und den grossen bis zum
ONO.-Grat der
Rochers de Naye ansteigenden Alpweiden Chaude. Im Jahre 1150 wird
die ganze Gegend urkundlich als
Montagne de Chages genannt.
Die im untern Teil bis zur Trias ausgewaschene Antiklinale des
Thales der
Tinière bildet am Col de Chaude ein geschlossenes Gewölbe aus untern Liaskalken. Am Fussweg zum
Pertuis d'Aveneyre
Fossilien im Dogger.
(Gorgedu) (Kt. Waadt,
Bez.Vevey).
Engpass der
Baye de Montreux, kurz oberhalb der Mündung, in die den
Rocher deGlion einer- und den
Rocher deSonzier mit dem
Mont Cubly anderseits bildenden und gleichmässig nach SO. fallenden
Kieselkalke des untern Lias eingeschnitten. Nachdem der Bach in den wenig widerstandsfähigen, schiefrigen Schichten des
Toarcien
(Oberer Lias) und in stellenweise mächtig
¶
mehr
entwickelten Moränenablagerungen sich ein breites Thal mit sanft ansteigenden Wiesenlängen ausgewaschen, tritt er 1 km
unterhalb der Häuser von Le Cerisier in ca. 575 m mit dem Uebergang auf die harten Schichten des Untern Lias in die Schlucht
ein, die er kurz vor seinem Mündungskegel in 425 m wieder verlässt. Oft bezeichnet man als Gorges du
Chauderon den ganzen Abschnitt der Baye de Montreux bis La Tuffière, der dann abwechselnd sanfte Wiesen- und steile Felsufer
aufweist.
Die Gemeinnützige Gesellschaft von Montreux hat die Gorge du Chauderon durch Anlage von ausgezeichneten Fusswegen allgemein
zugänglich gemacht. Zahlreiche lauschige und schattige, von Felsen umrahmte und mit Tannen und dichtem Farnwuchs bestandene
Plätzchen verleihen der Schlucht während der sommerlichen Hitze einen ganz besondern Reiz. Hier findet
man auch eine Reihe von interessanten Pflanzenarten, wie die Hirschzunge (Scolopendrium officinarum), die Mondviole (Lunariarediviva), Zahnwurz (Dentaria pinnata und D. digitata) u. a. Es wird der Bau einer Brücke über den engsten Teil der Schlucht,
zwischen Glion und Sonzier, geplant.