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Wer sich über die bevorstehenden Wahlen ins israelische Parlament (120 Abgeordnete) vom Dienstag, 9. April, ein Bild machen möchte, dem empfehle ich den sachlichen Bericht im jüdischen Wochenmagazin «Tachles» zu lesen. Er zeigt auf, wie die demokratischen Institutionen in Israel funktionieren, z.B. die Bedeutung der vielen kleinen und kleinsten Parteien, die aufgrund einer Wahlhürde von 3,25 Prozent Aussichten auf einen oder mehrere Sitze in der Knesset haben. Dass dabei mit allen Mitteln für die eigenen Ziele, aber auch gegen die anderen Gruppierungen gekämpft wird, kennen wir so nur teilweise von der Schweiz, wo sich vor allem die grossen Parteien und deren Exponenten einen Schlagabtausch liefern. Die kleinen haben ohnehin keine Chance auf einen Sitz im Bundesrat dank der Zauberformel, welche für eine Kontinuität in unserer Exekutive sorgt. In Israel können demgegenüber auch kleine, extreme Gruppen das Zünglein an der Waage spielen, wenn es darum geht, die Regierung zu bilden. Benjamin Netanjahu (*1949) werden wenige Tage vor dem Urnengang die besten Chancen eingeräumt, die nächste Regierungskoalition anzuführen. Von 1996 bis 1999 war er bereits einmal PM, danach Aussenminister und Finanzminister unter Ariel Sharon. Seit 2009 bekleidet er erneut das Amt des PM und strebt demzufolge eine vierte Amtszeit an.