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Wie Konzernjournalist Philipp Loser kenntnislos aufgeknöpfte Atemlosigkeit herstellen will.
Es gibt das Kindergartenmittel des nachgestellten Ergänzungssatzes: «Alles endet hier. Im grossen Saal des Volkshauses in Zürich.» Ist doch viel dynamischer als: Im grossen Saal des Volkshauses endet alles. Aber ähnlich inhaltsleer.
Danach gab die TaWo den Geist auf …
Und weil Philipp Loser auf den Geschmack gekommen ist, geht’s gleich so weiter:
«Sie rufen laut durcheinander, die Journalisten mit ihren Mikrofonen und Kameras, alles vermischt sich, sie rufen in die dunkle Nacht, als sie ihn näherkommen sehen.»
Dann hat er noch das Stilmittel der Wiederholung auf Lager: «Alles endet hier.» Der Leser braucht Streichölzchen, um die Augenlider oben zu halten und fragt sich im Halbschlaf: was endet denn eigentlich hier? Guter Journalismus? Dummes Gequatsche?
Loser brilliert auch mit der Beschreibung modischer Details: «Er hat einen Knopf zu viel offen an seinem weissen Hemd, er trägt ein Sakko. Über seiner Schulter eine Umhängetasche, die viele sportliche Rentner in seinem Alter tragen (an diesem Tag übrigens auch Lukas Hässig, jener Journalist, der die ganze Sache ins Rollen brachte).» Obwohl Hässig doch gar kein sportlicher Rentner in seinem Alter ist …
Was tut es zur Sache, wie viele Knöpfe am Hemd von Vincenz offen sind? Sein Hosenschlitz war wohl geschlossen, das wäre wenigstens noch eine sachdienliche Beobachtung gewesen.
Hält sich für einen begabten Kolumnisten …
Ist alles am Ende?
Auf jeden Fall endet die korrekte Verwendung der deutschen Sprache: «Er klingt jetzt etwas klein.» Wie geht das wohl, klein klingen? Muss man dafür so schreiben wie Loser? Ist das hier eher eine Selbstbeschreibung? «Vincenz druckst herum, formuliert zwei nicht wirklich zusammenhängende Sätze und sagt dann: «Ich habe nicht das Gefühl, ich hätte etwas Kriminelles unternommen.»»
Ist nun alles am Ende? Fast: «Nach Tag 1 des grössten Wirtschaftsprozesses des letzten Jahrzehnts scheint es allerdings gut möglich, dass die Geschichte von Pierin Vincenz hier drin, im opulenten Theatersaal des Zürcher Volkshauses, enden wird.»
Die Geschichte endet. Hat irgendwie etwas bedrohlich Gewichtiges. Ist aber in Wirklichkeit nur Geschwurbel.
Man wünscht sich wirklich sehnlich, dass dieser «Jahrhundertprozess» endlich sein Ende findet. Vielleicht gelingt es der Journaille dann, sich um finanztechnisch wichtigere Probleme zu kümmern. Credit Suisse wäre so ein Stichwort. Darüber darf dann sicherlich auch der von jeglichen juristischen oder finanztechnischen Kenntnissen unbeleckte Loser schreiben.
Wollen wir uns ihn vorstellen, wenn CS-CEO Thomas Gottstein eine Medienkonferenz gibt? Bitte sehr:
Er ist da. Im Säli des Widder. Der CS-Boss. Sie rufen durcheinander, die Journalisten. In aller Herrgottsfrühe um 9 Uhr. Blitzlichtgewitter. Hier. Im Säli. Endet alles hier? Gottstein hat alle Knöpfe am Hemd geschlossen, die Krawatte sitzt. Eine blaue. Seide. Dezent. Ernst ist er. Der Boss. Er druckst nicht. Er formuliert. Druckreif. Muss hier alles enden?
Man fragt sich immer wieder, wo denn eigentlich die vielbeschworenen Kontrollinstanzen sind, die verhindern sollen, dass so etwas publiziert wird. Wir haben da eine Vermutung: sie sind am Ende …
Illustrationsvorschlag …