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Wie viele Windräder werden benötigt für die erfolgreiche Umsetung der Energiestrategie 2050?
Das Potential für Windenergie in der Schweiz wurde im Rahmen der Energiestrategie 2050 mit einer jährlichen Stromproduktion von 4,3 TWh (Terrawattstunde) beziffert. Plant und realisiert man Projekte in abgelegenen Höhenlagen über 1.500 Meter, wo der Luftdruck deutlich abnimmt, und verwendet man Anlagentypen, die in Europa in den vergangenen fünf Jahren eingesetzt worden sind (Leistung 2-2,5 MW, Höhe 180 Meter), dann sind ca. 800 bis 1000 Anlagen notwendig, um dieses Ziel zu erreichen.
Kann die Energiewende auch mit weniger Anlagen erfolgreich realisiert werden?
Realisiert man Projekte in niedriger gelegen Gebieten mit den neuesten Anlagentypen (Leistung 4-5 MW, Höhe 240m) dann hat man nicht nur den Vorteil, dass der Aufwand für den Transport der Komponenten und den Bau der Kabeltrasse deutlich geringer wird, man produziert auch den Strom dort, wo er benötigt wird, direkt beim Verbraucher und hat viel weniger Netzverluste zu verzeichnen. Mit dieser Vorgehensweise sind deutlich weniger als 800 bis 1000 Windräder in der Schweiz notwendig, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu realisieren. Wenn immer möglich planen wir mit den grössten verfügbaren Anlagen und an Lagen, welche ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind.
Was ist mit dem Lärm der Windräder?
Windräder erzeugen im Betrieb Geräusche, die vorwiegend an den Flügeln entstehen. Die Geräusche sind vergleichbar mit dem Geräusch des Windes. Ab einer Distanz von ca. 350 Meter sind diese kaum mehr wahrnehmbar. Um sicherzustellen, dass kein Anwohner unter Windgeräuschen der Anlagen leiden muss, werden umfangreiche Schallberechnungen gemäss DIN ISO 9613-0 im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt.
Nur, wenn wir nachweisen können, dass sämtliche Richtwerte der Lärmschutzverordnung eingehalten werden, ist es möglich, ein Windrad zu bauen und zu betreiben. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Technik werden die neuesten Anlagengenerationen zunehmend leiser. Überzeugen Sie sich selber: (Video von unter dem Windrad)
Gibt es Praxisbeispiele wo Windräder zu laut waren?
Seit wir in Windbranche aktiv sind hatten wir übrigens nur zwei Fälle, bei denen es Probleme mit dem Schall gab und bei denen sich Anwohner über den Schall beklagt hatten. Im einen Fall gab es einen Riss im Rotorblatt, im anderen Fall einen Getriebeschaden. Beide Male wurden die Anlagen umgehend von uns stillgelegt, die Schäden behoben und die Anlagen ohne jegliche Schallprobleme wieder in Betrieb genommen.
Wie laut ist ein Windrad wirklich?
Habe ich aufgrund des Schattenwurfs kaum noch Sonne auf meinem Grundstück?
Windenergieanlagen erzeugen Schattenwurf, der je nach Dauer und Intensität störend wirken kann. Um sicherzustellen, dass kein Anwohner darunter leiden muss, werden detaillierte Berechnungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt um sicherzustellen, dass folgende Grenzwerte eingehalten werden:
- Effektive Beschattungsdauer im Siedlungsgebiet weniger als 8 Stunden/Jahr und (d.h. max. 0,09 Prozent der Dauer eines Jahres)
- Effektive Beschattungsdauer im Siedlungsgebiet weniger als 30 Minuten/Tag
Alle von uns realisierten Anlagen werden mit einer sog. Schattenwurfautomatik ausgestattet, die sicherstellt, dass die vom BFE erlassenen Grenzwerte nicht überschritten werden können.
Welche Gefahren gehen von Eiswurf aus?
Abhängig von den klimatischen Bedingungen kann es dazu kommen, dass sich Eis an den Flügeln bildet. Alle Anlagen sind mit einem speziellen Eiserkennungssystem ausgestattet, das sicherstellt, dass die Anlage sofort gestoppt werden sobald sich Eis an den Blättern bildet. Erst wenn dieses geschmolzen ist und die Blätter eisfrei sind, kann die Anlage wieder gestartet werden.
Ist Infraschall gefährlich?
Das Meeresrauschen und der Wind sind die bekanntesten natürlichen Quellen von Infraschall. Bei Infraschall handelt es sich um Töne, die so tief sind, dass Menschen sie normalerweise nicht wahrnehmen. Bei Windrädern wiederum ist es so, dass vor allem ältere Anlagengenerationen (mit Strömungs-Abriss-Technologie bzw. Stall-Technologie) deutlich mehr Infraschall produziert haben, als die heute ausschliesslich eingesetzten Anlagen mit Pitch-Regelung.
Eine Studie des bayrischen Landesamtes für Umwelt, Gesundheit & Lebensmittelsicherheit kommt zu folgendem Ergebnis:
“Da die von Windenergieanlagen erzeugten Infraschallpegel in der Umgebung (Immissionen) deutlich unterhalb der Hör- und Wahrnehmungsgrenzen liegen, können nach heutigem Stand der Wissenschaft Windenergieanlagen beim Menschen keine schädlichen Infraschallwirkungen hervorrufen. Gesundheitliche Wirkungen von Infraschall sind erst bei sehr hohen Pegeln zu erwarten, die dann im Allgemeinen auch wahrnehmbar sind. Nachgewiesene Wirkungen von Infraschall unterhalb dieser Schwellen liegen nicht vor.“ (PDF)
Stimmt es, dass unzählige Vögel durch Windräder sterben?
Windräder töten durchschnittlich ca. 5 Vögel/ Fledermäuse pro Jahr.
Das ist so und wird in der Öffentlichkeit und den Medien heftig diskutiert. In einer Zeit, in der manche Vogelarten bedroht sind, ist jeder getötete Vogel einer zu viel. Dennoch ist es erstaunlich, dass die über 18 Millionen Vögel, die jährlich in Deutschland bzw. die über 90 Millionen Vögel in Europa, die an Glas und Glasscheiben sterben, kein öffentliches Thema sind. Auch zu den wesentlich massiveren Schäden durch Vogelschlag im Strassenverkehr und entlang von Bahn- und Hochspannungstrassen (ca. 10 Mio. Vögel in Deutschland), zur Bedrohung der Vogelwelt durch Agrargifte und Naturzerstörung gibt es keine Debatte. Und dass jede frei laufende Hauskatze pro Jahr durchschnittlich 20 bis 30 Vögel tötet wird gerne von Vogelschützern im Rahmen der Debatte verschwiegen.
Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle noch der Klimawandel, der auch bei Vögeln ein nie dagewesenes Artensterben zur Folge haben würde, sofern die Erderwärmung nicht rechtzeitig gestoppt werden kann.
Gibt es Möglichkeiten, Vögel und Fledermäuse zu schützen?
Für die Vogelwelt, insbesondere für die bedrohten Arten, können Gefahren durch eine gute Standortwahl und Vermeidungsmassnahmen stark minimiert werden. Die Auswertung von 127 Einzelstudien aus zehn Ländern zeigt, dass durch die Berücksichtigung von seltenen und windenergiesensiblen Tieren bei der Planung und Errichtung von Windenergieanlagen negative Auswirkungen vermieden werden können.
Konkret kann dies etwa bei Fledermäusen durch das Abschalten von Anlagen zu Zeiten erhöhter Fledermausaktivität geschehen. Bei gefährdeten Vogelarten, kann ein ausreichender Abstand zwischen Horst und Windenergieanlage Konflikte vermeiden.
Wird geprüft ob es gefährdete Arten vor Ort gibt?
Um sicher zu stellen, dass unsere Projekte möglichst im Einklang mit der Umwelt realisiert werden und um dem Artenschutz gerecht zu werden, lassen wir von Experten umfangreiche Untersuchungen zu gefährdeten und windkraftsensiblen Arten machen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung.
Unsere Anlagen werden mit Fledermausabschaltautomatiken versehen und werden räumlich so platziert, dass sie eine möglichst geringe Gefahr für die Tierwelt darstellen.
Windräder verändern das Landschaftsbild. Genauso wie Bahntrassen, Autobahnen, Logistikzentren, Skilifte, Kraftwerke und Stromtrassen haben sie einen Einfluss auf das Ortsbild. Während Kernkraftwerke über einen Zeitraum von über 15 Jahren zurückgebaut werden müssen bevor die Fläche wieder verwendet werden kann und für den Bau von Flusskraftwerken der Flusslauf dauerhaft angepasst werden muss, handelt es sich bei Windrädern um befristete Projekte (20-30 Jahre), die nach Erreichen des Lebensendes in kürzester Zeit ohne jegliche Rückstände zurück gebaut werden können.
Der Ursprungszustand der Natur wird hier zu 100 Prozent wieder hergestellt. Darüber hinaus wird für die Erzeugung von Strom aus Windenergie vergleichsweise wenig Fläche benötigt. Dauerhaft wird für eine 5 MW Anlage mit einer jährlichen Produktion von 10.000 MWh nur eine Fläche von 1.000 bis 1.500 m² benötigt, der Rest des Grundstücks kann weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Im Vergleich dazu wird für die gleiche Produktionsmenge an Strom aus Photovoltaik eine Fläche von 70.000 m² bzw. zehn Fussballfeldern benötigt.