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Einige Frösche sind zahnlos; meist aber finden sich kleine Hakenzähne vor. Die Augen sind groß, weit hervorragend, zurückziehbar
und besitzen Lider, von denen das größere untere durchsichtige als Nickhaut über den Augapfel vollständig
emporgezogen werden kann. Die an der Schnauzenspitze liegenden Nasenlöcher sind meist durch häutige Klappen verschließbar.
Am Gehörorgan fehlt das äußere Ohr
[* 7] völlig; das meist große Trommelfell liegt entweder frei oder unter der Haut
[* 8] verborgen;
mit der Mundhöhle
[* 9] kommuniziert die Paukenhöhle durch eine weite Eustachische Röhre.
Die Körperhaut ist infolge reicher Entwickelung von Hautdrüsen glatt und schlüpfrig, oft uneben und
warzig und sondert dann gewöhnlich scharfe, ätzende Sekrete ab. Sie wird periodisch (bei den einheimischen Formen allmonatlich)
erneuert, indem sie über den Kopf, Rücken und die Beine hinweggezogen und in zwei sich allmählich in den Mund schiebenden
Strähnen verschlungen wird. Da die Frösche keinen Brustkorb besitzen, so ist die Atmung unvollkommen und besteht gewissermaßen
in einem Einpressen und Schlucken von Luft.
Die letztern gehen aber nach einer Häutung zu Grunde, bei welcher auch die Vordergliedmaßen zum Vorschein kommen, während
die Hinterbeine schon früher entstanden sind. Wenn hierauf der Hornschnabel abgeworfen, der Schwanz zusammengeschrumpft
ist u. die Augen hervortreten, so ist die Metamorphose beendet (vgl. nebenstehende Abbildung). Im allgemeinen dauert diese
3-5 Monate, doch gibt es auch Frösche, welche sie in kürzerer Zeit und noch dazu im Ei zurücklegen, wie z. B. der auf den westindischen
Inseln lebende HylodesmartinicensisTschudi, welcher schon mit allen Beinen versehen ausschlüpft und nur
noch ein Schwänzchen zu verlieren hat, um völlig Frosch zu sein. Auf der andern Seite kann man auch die Metamorphose künstlich
jahrelang zurückhalten. - Die Frösche sind teils echte Landtiere (und leben dann meist in dunkeln und
feuchten Schlupfwinkeln, klettern aber auch auf Bäume), oder sie sind auf Wasser und Land angewiesen und besitzen alsdann
an den Hinterfüßen Schwimmhäute.
Zur Familie der Zungenlosen gehört die Wabenkröte (PipaamericanaLaur.), s. d. Die Familie der Wasserfrösche (Ranidae s. d.)
ist in allen Erdteilen, mit Ausnahme Neuhollands, überall, wo es Gewässer gibt, vertreten. Der grüne Wasserfrosch (RanaesculentaL.), 9-10 cm lang, mit 10 cm langen Hinterbeinen, auch noch größer, ist oben grün mit schwarzen Flecken,
drei gelben Längsbinden und zwei schwarzen Streifen auf dem Kopf, unten weißlich oder gelblich; das Männchen besitzt zwei
nach außen vortretende Schallblasen und ist der Sänger der Froschteiche. Er findet sich in Europa
[* 18] und Mittelasien bis zum Polarkreis
und Japan,
[* 19] auch in Nordwestafrika, tritt, wo er vorkommt, wegen seiner großen Fruchtbarkeit immer in bedeutender Anzahl auf
und liebt besonders kleine, umbuschte Teiche. Er erscheint bei uns Mitte April und verkriecht sich im Schlamm oder einer Höhlung
am Grunde des Wassers gegen Ende Oktober, in Südeuropa dauert sein Sommerleben länger, und in Nordafrika
hat er, wo die Gewässer nicht austrocken, keine Ruhezeit. Er laicht Ende Mai oder Anfang Juni; die hellgelben, auf einer
Seite dunkelgelben Eier sind mit einem gallertartigen Stoff umhüllt und fallen nach dem Legen zu Boden.
vorige, ist bräunlich, mit hellern oder dunklern Flecken gezeichnet, mit dunkeln Längsstreifen in der Schläfengegend und
dunkel quergestreiften Beinen. Brust und Bauch
[* 26] sind beim Männchen grauweiß, beim Weibchen auf rötlichem Grund braungelb marmoriert.
Die Schallblasen treten nicht hervor. Dieser Frosch findet sich in ganz Europa bis zum Nordkap, in Asien
[* 27] bis
Japan und in Nordamerika.
[* 28] Er steigt im Gebirge bis 2000 m empor und findet sich z. B. noch auf der Grimsel. Er erscheint sehr
früh im Jahr und begattet sich schon im März.
Die Eier fallen zwar auch nach dem Legen zu Boden, steigen aber wieder empor, und nach drei oder vier Wochen
schlüpft die Larve aus, die sich aber schon nach drei Monaten verwandelt hat. Wegen dieser schnellen Metamorphose vermag der
Teichfrosch auch in Gegenden mit kurzen Sommern auszudauern, zumal die Larve auch überwintern kann. Derselbe bleibt aber nur
während der Laichzeit im Wasser und sucht später Wiesen und Felder auf. Die oft in Scharen dem Wasser entsteigenden
Jungen gaben Veranlassung zur Sage vom Froschregen. Er musiziert fast nur zur Laichzeit.
Durch Vertilgung von Insekten, nackten Erdschnecken etc. wird er sehr nützlich. Dagegen stellen ihm zahlreiche
Raubtiere nach, auch dienen seine Schenkel wie die des vorigen zur Speise. Der Brüll- oder Ochsenfrosch
(R. mugiensMerr., s. Tafel »Frösche«),
22 cm lang, mit 26 cm langen Hinterbeinen, auf der Oberseite olivengrün mit dunkelbraunen
oder schwarzen Flecken und einer gelben Rückenlinie, auf der Unterseite gelblichweiß, bewohnt das östliche Nordamerika von
New York bis New Orleans, besonders den Süden, findet sich an dicht mit Buschwerk überschatteten Strömen,
frißt Kerbtiere, Schnecken, Fische, allerlei Wasservögel, namentlich auch Entenküchlein, ist sehr gefräßig und wird dadurch
schädlich. In seinem Wesen gleicht er vollständig dem Teichfrosch, seine Stimme ist ungemein laut.
Man genießt seine Hinterschenkel und hat versucht, ihn bei uns zu akklimatisieren. Die sehr artenreiche Familie
der Laubfrösche (Baumfrösche) ist am zahlreichsten in wärmern Gegenden und besonders in Amerika
[* 29] vertreten; die Laubfrösche
leben in den Baumwipfeln und steigen nur zur Laichzeit in Sumpfe und Teiche herab. Ihre Färbung ist sehr mannigfaltig und veränderlicher
als die des Chamäleons, meist ahmt dieselbe höchst täuschend die Farbe der oft sehr bunten Blätter nach.
Die Larven kriechen etwa nach 10-11 Tagen aus, im August entsteigen die Jungen dem Wasser und gehen ins Laub,
aber erst im vierten Jahr werden sie geschlechtsreif und beginnen zu quaken. Im Herbst verkriecht er sich im Schlamm. Er lebt
auf Gebüsch und Bäumen, bei gutem Wetter
[* 31] auf der Oberseite, bei schlechtem auf der Unterseite der Blätter,
geht aber bei anhaltendem Regen ins Wasser. Er nährt sich von Käfern, Fliegen,
[* 32] Schmetterlingen und Raupen. Man hält ihn als
Wetterpropheten in Gläsern, doch ist sein Geschrei ganz trügerisch; nur vor einem Gewitter
pflegt er mehr zu schreien als
sonst, während des Regens aber und bei nassem Wetter verstummt er. Einzelne Gefangene hat man 8-10 Jahre
am Leben erhalten.
Das Weibchen produziert vom März bis Juni in drei oder vier Sätzen 120-150 Eier. Bei der Begattung treten die Eier in zwei gleichzeitig
erscheinenden rosenkranzähnlichen Schnüren von 80-170 cmLänge hervor und werden vom Männchen nach der
Befruchtung
[* 37] 3-7 Wochen auf dem Rücken herumgetragen, bis die Embryonen hinreichend entwickelt sind. Dann geht das Männchen
ins Wasser, die Jungen schlüpfen aus, um sich in normaler Weise weiter zu entwickeln, während das Männchen die Eihüllen abstreicht
und dann wie andre Lurche den Sommer verbringt.