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Massnahmen zum Schutze des Kindes
Fallbeispiel 1
Die Mutter des 8-jährigen Martin leidet an einer psychischen Erkrankung und ist aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht in der Lage, die Pflege und Betreuung ihres Sohnes genügend zu gewährleisten. Martin zeigt in der Schule und Freizeit schwere Verhaltensstörungen. Beide Eltern sind gegen die notwendige kinderpsychiatrische Abklärung.
Bleiben die Bemühungen von Schule, Sozialzentren und weiteren Fachstellen erfolglos, kann die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) die Eltern anweisen, dafür zu sorgen, dass die erforderlichen Abklärungen durchgeführt werden können. Nötigenfalls kann die KESB diese auch selber anordnen und deren Durchführung sicherstellen.
Die Abklärungen durch den kinderpsychiatrischen Dienst ergeben, dass die Eltern mit der Erziehung und Betreuung von Martin überfordert sind und die zu seinem Schutze notwendige Beratung und Unterstützung durch Schule sowie Jugend- und Familienberatung beim Sozialzentrum ungenügend wahrnehmen.
Zum Schutze des Kindes und zur Unterstützung der Eltern bestellt die KESB in einer solchen Situation für das Kind einen Beistand. Diesem können z.B. folgende Aufgaben übertragen werden: Die Eltern in ihrer Sorge um das Kind zu beraten und unterstützen, die notwendige ärztliche, psychotherapeutische oder sonstige Behandlung sicherzustellen und für geeignete Schulung und Ausbildung besorgt zu sein.
Fallbeispiel 2
Die Behörde stellt fest, dass der Verbleib der 13-jährigen Melanie im elterlichen Haushalt deren weitere Entwicklung stark gefährdet. Die Abklärungen ergeben, dass deren Unterbringung in einer heilpädagogischen Pflegefamilie notwendig ist. Die Eltern sind damit jedoch nicht einverstanden und wollen auch keinen Beitrag an die Pflegekosten leisten.
Kann der ernstlichen Gefährdung des Kindes nicht auf andere Weise begegnet werden, hat die KESB den Eltern die elterliche Obhut zu entziehen und das Kind an einem geeigneten Ort unterzubringen, z.B. in einer Pflegefamilie oder allenfalls in einem Heim.
Der Beistand wird zusätzlich beauftragt, für die Finanzierung des Lebensunterhaltes von Melanie zu sorgen.
Kann selbst mit dieser Massnahme die weitere Gefährdung des Kindes nicht abgewendet werden, etwa, weil die Eltern dauernd abwesend sind, sich in keiner Weise mehr um das Kind kümmern, fortgesetzt und in schwerer Weise gegen die Interessen des Kindes handeln oder die Bemühungen des Beistandes sabotieren, muss die Entziehung der elterlichen Sorge und die Ernennung eines Vormundes für das Kind geprüft werden.