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"Blick in den Spiegel der Romantik"
Rund um das 100-jährige Todesjahr von Max Bruch spielen drei Musikerinnen Werke von ihm sowie von Johannes Brahms und Gabriel Fauré.
Das Trio besteht aus den international tätigen Musikerinnen; Ellen Fallowfield (Basel), Cellistin, Shuyue Miao Zhao (Bern), Klarinettistin und Judith Wegmann (Zug/Biel) Piano.
Das romantische Programm beginnt mit einer Auswahl der Trio-Werke Op 83, sowie das Kol Nidrei Op 47 von Max Bruch. Die «Acht Stücke, op. 83, für Klarinette, Bratsche und Klavier» wurden 1909 in Bonn uraufgeführt.1838 in Köln geboren, hat Bruch bereits 14-jährig über 70 Werke komponiert. Als er Dirigent der Royal Liverpool Philharmonic Society in England war, beendete er zwei seiner meistgespielten Werke: Kol Nidrei. Bruch war weder Schotte noch Jude, doch liess er sich durch die Folklore anderer Länder und Kulturen inspirieren.
Kol Nidrei op. 47 war ein Auftragswerk für die jüdische Gemeinde Liverpool und wurde am 20. Oktober 1881 uraufgeführt. Es ist ein Gebet für Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Fest und besteht aus einer Reihe Variationen über zwei Themen, deren erstes aus dem Kol Nidrei stammt und den Charakter einer Klage trägt. Die zweite Melodie steht im ruhigen Kontrast dazu, eine Bearbeitung von «O Weep For Those That Wept On ‘s Stream», nach einem Text von Lord Byron in der Sammlung Hebrew Melodies.
Klarinettenspiel faszinierte ihn
Im Jahr 1891, Johannes Brahms war 57, hatte er eigentlich mit dem Komponieren abgeschlossen und liess verlauten, dass sein Streichquintett op. 111 von 1890 sein letztes Werk sei. Doch kurz darauf hörte er den Klarinettisten Richard Mühlfeld, dessen Spiel muss ihn beeindruckt haben. Wenig später schrieb er das Klarinettentrio Op. 114 in a-Moll, kurz darauf noch das Quintett und zwei Sonaten.
Das Klarinettentrio Op. 114 gilt neben dem Klarinettenquintett als Prototyp des Brahmsschen Spätwerkes; die Musik erscheint wie in ein mildes Licht getaucht, es herrschen eine Abgeklärtheit und Stille, die wie ein sanftes Adieu an die Welt wirken.
Brahms betont in dieser Komposition noch einmal, welche Ideen er der Gestaltung von Kammermusik mitgeben will. Charakteristisch ist die thematische Beziehung der Sätze untereinander, die dem Werk einen starken Zusammenhalt verleiht.
Fauré, Zwei intime Stücke fürs Herz
In den 1870er Jahren schrieb Gabriel Fauré drei Lieder, die nicht als Einheit gedacht waren, die aber später unter der Opus Zahl 7 zusammengefasst wurden: «Après un rêve» gilt als sein populärstes Lied. 1878 vertonte er eine anonyme italienische Madrigaldichtung, die das Erwachen nach einem tiefen Schlaf und verliebten Träumen schildert. In der Komposition für Cello und Klavier wird daraus eine wundervolle, kleine Elegie in melancholischer Mollfärbung. Faurés «Sicilienne Op. 78» ist ein kurzes Werk von 1893.