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Wie reagieren?
Ob es um ein Substanzproblem geht oder um ein Problem mit einer bestimmten Verhaltensweise: Was Nahestehende tun können, ist jeweils ähnlich.
Unter "helfen" verstehen die meisten, etwas für das Gegenüber zu tun. Helfen kann man aber auch sich selbst – Nahestehende sind auch verantwortlich für das eigene Wohlbefinden.
- Das Wichtigste ist das Gespräch: Sprechen Sie mit der betreffenden Person darüber, was Sie erleben und was Sie beobachten. "Ich mache mir Sorgen, weil…", "Ich bin verunsichert, weil…", "Ich beobachte, wie…", "Mir ist es unangenehm, wenn…", "Mich belastet es, wenn…" etc. Das heisst: Sprechen Sie in erster Linie über sich selbst, nicht über Ihr Gegenüber. Und dann können Sie Ihr Gegenüber fragen, wie er oder sie die Situation sieht.
Von sich selbst sprechen und Fragen stellen! So werden solche schwierigen Gespräche leichter – für Sie selbst und für Ihr Gegenüber. Vermeiden Sie Anschuldigungen und Vorschriften.
Sprechen Sie nicht nur über das Problem. Sprechen Sie auch über Ihre Wünsche und Erwartungen: Wie stellen Sie sich die Beziehung zur betreffenden Person vor, was wünschen Sie sich von dieser Beziehung? Was sollte oder muss sich für Sie verändern?
Es ist auch wichtig, dass sich Nahestehende mit ihren eigenen Grenzen auseinandersetzen. Was sind Sie bereit, mitzutragen? Wo wollen, wo müssen Sie Grenzen setzen, um sich selbst zu schützen?
... Gestern Morgen hat mir mein Mann deutlich gemacht, dass er, solange ich nichts an meiner Trinkerei ändere, nicht mehr mit mir zu Familienfesten gehen will. Das Ganze ist dann zu einem heftigen Streit ausgeartet. Irgendwie kann ich ihn ja verstehen, wenn er immer Angst haben muss, dass er sich um seine besoffene Frau kümmern muss. (Aus einem Internetforum)
Nahestehende sind keine Fachpersonen. Wenn ein Mensch seinen Suchtmittelkonsum oder eine Verhaltensweise nicht mehr selbst kontrollieren kann, ist es wichtig, dass er oder sie sich professionelle Hilfe holt.
Viele Nahestehende leiden stark mit, je näher man jemandem steht, desto stärker. Deswegen ist es sehr wichtig, sich auch sich selbst zuzuwenden. Lassen Sie das Problem nicht Ihr Leben bestimmen. Sie haben das Recht, Dinge zu tun, die Ihnen Freude machen. Nehmen Sie sich Zeit für sich!
- Nicht nur die betroffene Person, sondern auch Nahestehende haben ein Anrecht darauf, Unterstützung zu erhalten. Gespräche mit Vertrauenspersonen, mit Fachpersonen einer Beratungsstelle oder mit Menschen in einer Selbsthilfegruppe beispielsweise können erleichtern und neuen Mut geben.
Mehr Informationen über die Rolle von Nahestehenden finden Sie in den Broschüren "Alkoholabhängigkeit – auch Nahestehende sind betroffen" oder "Leben mit einem alkoholabhängigen Partner/Leben mit einer alkoholabhängigen Partnerin". Diese Broschüren thematisieren die Rolle von Nahestehenden bei Alkoholproblemen, die Inhalte lassen sich aber weitgehend auf andere Suchtproblematiken übertragen.
Mehr Informationen über die Rolle von Nahestehenden und über Alkoholabhängigkeit finden Sie auf der Website „www.alkoholkonsum.ch“. Diese Informationen lassen sich teilweise auf andere Substanzprobleme übertragen.
Wenn Kinder mitbetroffen sind: Auf unserer Themenseite finden Sie mehr Informationen über die Situation von Kindern und Jugendlichen in alkoholbelasteten Familien. Beachten Sie bitte auch die Informationen in der Broschüre „Kinder aus alkoholbelasteten Familien“. Für Eltern gibt es die Broschüre "Eltern vor allem - Eltern trotz allem"und die Website elternundsucht.ch.