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Ken Clarkson hatte sich die Sache mit dem Wohnort damals sehr gut überlegt. Als junger Mann in den 1960er Jahren war es sein Traum, sich inmitten der Gummibäume in den malerischen Blue Mountains, 70 Kilometer westlich der Metropole Sydney, niederzulassen. Gut 50 Jahre ist es mittlerweile her, dass Clarkson und seine Frau eine Entscheidung treffen mussten, ob sie sich diesen Traum erfüllen sollen oder nicht.
Dass sie sich am Ende dagegen entschieden haben, hat Clarkson nie wirklich bedauert. «Der Knackpunkt war das Risiko, dass wir alle 10 bis 15 Jahre unser Haus bei einem Waldbrand verlieren», sagt er. Anstatt inmitten der Blue Mountains, liess sich das Paar in Werrington nieder, am Fuss der Berge.
110'000 Hektaren Land zerstört
Von dort ist es nicht weit zu den Buschbränden, die die Blue Mountains seit einigen Tagen wieder heimsuchen. Angesichts des dramatischen Ausmasses der diesjährigen Feuer kommen Erinnerungen an frühere Brände hoch. Etwa im Jahr 1968, als drei Menschen ihr Leben bei einem Waldbrand verloren, der zudem noch 123 Häuser zerstörte. Nur zehn Jahre später wurden erneut 49 Häuser ein Raub der Flammen. Das Feuer von 2006 wütete gleich einen ganzen Monat.
Nun ist es gerade einmal Oktober, der Beginn der üblichen Waldbrandsaison steht eigentlich erst bevor, und doch sind in den Blue Mountains bereits 210 Häuser und 110'000 Hektaren Land im Flammenmeer untergegangen.
Nicht alle haben eine Versicherung
«Wenn Sie eine Versicherung haben, dann geht voraussichtlich alles in Ordnung», sagt Arthur Patterson, der ebenfalls am Fuss der Berge lebt. «Die Leute haben sich damit abgefunden. Sie kennen die Risiken.» Die Versicherungen beziffern derweil die Ansprüche jener, deren Häuser zerstört wurden, auf rund 50 Millionen australische Dollar (gut 40 Millionen Franken).
Die Menschen vor Ort bestreiten, dass ihr Lebensstil riskant sei. Stattdessen verweisen sie darauf, wie in der Hauptstadt Canberra vor zehn Jahren ein Feuer innerhalb von zehn Stunden 500 Häuser in Schutt und Asche legte. «Ich habe mein ganzes Leben hier verbracht», sagt etwa Joe Moore der australischen Nachrichtenagentur AAP. Sein Haus war eines der ersten, dass von den Flammen vernichtet wurde. «Es ist ein wunderschöner Ort, aber die Natur birgt halt ihre Gefahren.»
Teil des Lebens
Buschbrände seien für viele Australier ein Teil des Lebens, findet Susan Wright, die in der Apotheke von Emu Plains arbeitet. Auf dem Speicher-Chip ihrer Kamera hat sie Bilder aus der vergangenen Woche. Zu sehen sind vor allem Rauch und Flammen am Rande einer Strasse. «Ich war gerade dabei, Medikamente auszufahren, als wir alle anhalten mussten, bis die Gefahr vorüber war», erinnert sich Wright. Die meisten, die ihre Häuser verloren haben, werden diese wohl wieder aufbauen. Einige haben das schon mehr als einmal getan.
Ken Clarkson sagt, dass er zufrieden sei mit seiner Entscheidung von damals. Er und seine Frau hätten Freunde, die inmitten der Berge lebten, die sie derzeit weder sehen noch anrufen könnten. «Der Rettungsdienst sagt den Menschen, dass sie das Telefon nur für Notrufe benutzen sollen, etwa für den Anruf zur Evakuierung, sagt er.