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Seit jeher umschwärmen zahlreiche Gerüchte die Fellfarben von Katzen wie Motten das Licht: Schwarze Fellnasen sollen böse, dafür aber gesünder sein. Weissen werden eine gute Gesinnung und häufige Taubheit nachgesagt. Von dreifarbigen Katzen heisst es, sie seien prädestiniert für aggressives Verhalten und Krankheiten. Rote Katzen wiederum gelten als besonders gutmütig. Was ist an alledem dran? Entscheidet die Fellfarbe wirklich über das Verhalten und die Gesundheit unserer Stubentiger?
In den 1980er-Jahren zeigten gleich mehrere Studien, dass das Sozialverhalten von Katzen auf das Konto ihrer Väter geht. Geht es jedoch um konkrete Verhaltensweisen, herrschen Vorurteile gegenüber Katzen und ihren Fellfarben. Ein wissenschaftlicher Nachweis hingegen fehlt. So werden schwarze Katzen gerne von Haltern und sogar Tierärzten als wild und unvorhersehbar eingestuft. Einen ähnlichen Ruf haben Katzen mit Schildpattzeichnung. Mit der Veröffentlichung des Buches «The Cat» von Tierarzt Rush Shippen Huidekoper bekamen Schildpattkatzen bereits 1895 einen schlechten Ruf, den sie bis heute nicht mehr loswerden sollten. Sie gelten laut einer Studie Mikel Delgados von der California State University aus dem Jahre 2012 noch immer oft als unabhängig und schwierig. Rote Katzen werden laut selbiger Studie oft als freundlich gesinnt wahrgenommen, während weisse Katzen den Ruf geniessen, ruhiger, vorsichtiger und schüchterner zu sein.
Vorurteile halten sich bis heute
Zumindest etwas anderes ist seit 2012 Fakt: Damals wertete ein amerikanisches Forscherteam die Daten von rund 4800 Katzen im Tierheim Sacramento aus. Das Team um den Veterinärmediziner M. Lepper von der University of California stellte fest, dass die Katzen nicht nur aufgrund ihres Alters und Geschlechts unterschiedlich schnell adoptiert wurden, sondern ihre Fellfarbe dabei ebenfalls eine erhebliche Rolle spielte. So fanden Katzen mit weissem und grauem Fell sowie Colorpoints am schnellsten ein neues Zuhause, während schwarze und dunkle Katzen am längsten im Tierheim verweilen mussten. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2013 Lori R. Kogan von der Colorado State University. Dafür zog sie mit ihrem Team die Daten von rund 15 000 Katzen in Tierheimen heran. Das Ergebnis war eindeutig: Schwarze Katzen zu vermitteln dauerte am längsten, zeitlich gefolgt von Katzen mit dunklem Fell. (Lesen Sie dazu den Beitrag auf Seite XY.) Dank unzähliger Fabeln und Märchen, in denen die dunklen Samtpfoten meist mit schlechtem Charakter dargestellt werden, scheint der schlechte Ruf an den rabenschwarzen Fellnasen zu kleben wie Pech. (…)
Den vollständigen Beitrag können Sie in der Ausgabe 6/18 lesen.