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Wenn es um die Einhaltung einer Verbandsrichtlinie geht, sind bereits mehrere Unternehmen und ihre Mitarbeitenden betroffen. Geht es um die Verbindlichkeit von Verordnungen und Gesetzen, ist gar kein Spielraum mehr möglich. Diese sind für alle Bürger eines Landes verbindlich.
Sind Normen Gesetze?
Die Anwendung von Normen ist freiwillig. Bindend werden Normen nur dann, wenn sie Gegenstand von Verträgen zwischen Parteien sind oder der Gesetzgeber ihre Einhaltung zwingend vorschreibt. Für Unternehmen kann aber auch ein faktischer Zwang zur Anwendung von Normen bestehen, wenn diese zum Beispiel in Einkaufsbedingungen festgeschrieben werden. Insbesondere Schweizer Zulieferfirmen sind davon betroffen, wenn Sie in EU-Staaten exportieren und die Vertragspartner die Einhaltung von Europäischen Normen fordern.
Pyramide der Regulierung
Auch dienen Gesetze und Verordnungen eher der Festlegung von gesetzlichen Rahmenbedingungen und nicht der Festlegung kleinster technischer Details. Geht es hingegen um die Gestaltung oder Änderung von Firmennormen und Verbandsrichtlinien, kann man weitaus flexibler vorgehen.
Normen und Richtlinien von Verbänden werden hingegen von privatrechtlichen Organisationen der Wirtschaft in Selbstregulierung erarbeitet und sind daher nicht rechtlich bindend.
Hinter dem Ansatz steckt der Gedanke, dass die betroffenen Kreise selbst am besten wissen, welche Standardisierungen in der eigenen Branche notwendig und wirkungsvoll sind. Im Gegensatz zu internen Firmennormen und Spezifikationen von Verbänden, sind anerkannte Normen öffentlich zugänglich.
Rechtssicherheit durch Normen
Allgemein verbindliche Rechtskraft besitzen nur Erlasse (Gesetze oder Verordnungen) einer Behörde, welche aufgrund der Verfassung hoheitliche Rechtssetzungskompetenz hat. Normen hingegen werden von privatrechtlichen Organisationen erlassen, die nicht zur Rechtssetzung befugt sind. In der Schweiz ist die SNV die anerkannte nationale Normungsorganisation, legitimiert durch die Verordnung vom 17. Juni 1996 über die Notifikation technischer Vorschriften und Normen sowie die Aufgaben der Schweizerischen Normen-Vereinigung (Notifikationsverordnung, Systematische Rechtssammlung des Schweizer Bundesrechts 946.511) und einen Vertrag mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft ( SECO).
Obwohl Normen keine Gesetze sind, tragen sie dennoch zur Rechtssicherheit bei. Normen gelten als eindeutige und anerkannte Regeln der Technik, und die Einhaltung von Normen stellt einen wichtigen Schritt beim Nachweis ordnungsgemässen Verhaltens dar.
Mehr über Normen erfahren
Welche Vorteile bringen Normen?
Die Schweiz ist ein Exportland. Die Fähigkeit, systematisch neue Erkenntnisse und Ideen in Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umzusetzen, ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft.
Wer schreibt die Normen?
Normen sind das Ergebnis nationaler, europäischer und internationaler Normungsarbeit und werden von Anwendern für Anwender nach dem Bottom-up-Prinzip geschrieben.