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Der Verband der Freiburger Jäger hat mit einem klaren Resultat einen neuen Präsidenten gewählt: Pascal Pittet, Vertreter der Sektion Glane, erhielt 61 Stimmen, Toni Honegger, Präsident von Diana Sense, 21. Zwei weitere Anwärter aus dem Saanebezirk hatten vor der Jahresversammlung des Jägerverbandes in Châtel-St-Denis ihre Kandidatur noch zurückgezogen.
Pittet nicht zweisprachig
Die Wahl um die Nachfolge des zurückgetretenen Präsidenten Bruno Fasel offenbarte einige Unstimmigkeiten bezüglich der sprachlichen Zugehörigkeit des neuen Präsidenten. Pittet sagte zur Versammlung unmittelbar nach Bekanntgabe des Wahlresultats: «Einige Abstimmungen werden auf der anderen Seite der Sprachgrenze entschieden. Es ist mir eine Ehre, und ich danke für die französischsprachige Solidarität. Ich stehe für einen gesunden Wechsel zwischen einem französisch- und einem deutschsprachigen Präsidium ein.»
Aus der Versammlung wurde der neue Präsident dann gefragt, wie es um seine Deutschkenntnisse steht. Pittet bekannte, er sei nicht zweisprachig. Er sprach dennoch einige Sätze auf Deutsch, musste dabei aber mehrfach auf französische Wörter zurückgreifen und hielt dann auf Französisch fest: «Die Sprache des Verbandes ist Französisch.»
Gratulation des Verlierers
Der unterlegene Kandidat Toni Honegger, der in Châtel-St-Denis wohnt, gratulierte Pittet und sagte: «Ich danke jenen, die mich gewählt haben, und jenen, die mich nicht gewählt haben. So habe ich Zeit, andere Projekte in Angriff zu nehmen. Und dem neuen Präsidenten wünsche ich viele Probleme, die er lösen kann.» Unter Honegger hatte Diana Sense letztes Jahr die Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Wald, Wild und Fischerei gekündigt.
Für Gleichgewicht sorgen
Der neue Präsident der Freiburger Jäger war bisher Sekretär und zuletzt Vizepräsident des Verbandes. An seiner Stelle muss nun im kommenden Jahr ein neues Mitglied für den Vorstand bestimmt werden. Pittets Vorgänger Bruno Fasel äusserte die Hoffnung, dass im Sinne eines Gleichgewichts diese Person aus Deutschfreiburg kommen wird. Fasel, der am Samstag zum Ehrenmitglied des Jägerverbandes gewählt wurde, hatte übri- gens pragmatisch zweisprachig durch die Versammlung geführt, was ihm anschliessend ein Lob von Staatsrätin Marie Garnier einbrachte: «Ich schätze es, wie Bruno Fasel die französische Sprache verkürzt und feminisiert.»
Neue Jagdplanung
Auf den neuen Präsidenten Pascal Pittet kommen sogleich grosse Herausforderungen zu. Nach einer ersten Dreijahresplanung 2012 bis 2014 steht die neue Jagdplanung 2015 bis 2017 vor der Umsetzung. Pittet sagte, dass der Jägerverband 19 Vorschläge für die neue Jagdverordnung an das kantonale Amt eingegeben hat. Das Vorprojekt habe den Jägern einige Angstschauer eingejagt, aber der Verband sei doch angehört worden, so Pittet. Drei Punkte seien aber noch offen: die Teilnahme der Jäger an der Wildzählung, der Abschussplan und die technische Abwicklung des Wildmanagements.
Staatsrätin Marie Garnier versicherte, dass sich die Jäger einbringen können, und sie freute sich auch, dass der neue Präsident seinen Willen zum Dialog geäussert hat. Bezüglich Zusammenarbeit mit den Jägern meinte Garnier, dass der Ausdruck PPP (öffentlich-private Partnerschaft) eine neue Bedeutung bekommen habe: «Partnerschaft mit Pascal Pittet.»
Bruno Fasel: «Jäger sind Individualisten»
N ach sechs Jahren gab der Sensler Bruno Fasel am Samstag das Präsidium des Freiburger Jägerverbandes ab. Er blickt zurück auf eine Zeit, in der sich Jäger und kantonale Behörden stark angenähert haben.
Sie verlangen im Jahresbericht eine stärkere Beteiligung der Jäger an politischen Prozessen. Geht die politische Beteiligung nicht verloren, wenn Sie als Grossrat jetzt als Präsident der Jäger abtreten?
Ich denke nicht. Ich stehe als Politiker nach wie vor für den Jägerverband ein. Ich habe dies dem neuen Präsidenten versprochen. Und auch Pascal Pittet hat ein gutes Beziehungsnetz zu Politikern seiner Region. Tatsächlich müssen wir sehr aktiv bleiben.
Wie hat sich während Ihrer Amtszeit der Kontakt zu den Behörden verändert?
Vor sechs Jahren gab es eine Kontroverse zwischen dem Jägerverband und dem kantonalen Amt wegen der Wildhut. Als Grossrat konnte ich meinen Einfluss wahrnehmen, um die Wogen zu glätten. Es gab damals eine Volksmotion zur Reduktion der Wildhüter. Ich habe das bekämpft, da ich der Meinung war, es gebe bessere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Staatsrat, Amt und Jägern. So kam es auch zu einer Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen den Jägern und dem Kanton. Jetzt, nach drei Jahren, ist eine Arbeitsgruppe daran, die Vereinbarung zu überarbeiten. In meinen sechs Amtsjahren haben wir auch die Zusammenarbeit mit Organisationen wie WWF, Pro Natura und dem Tierschutz sowie mit dem Bauernverband und den Waldbesitzern verstärkt. Alle müssen am gleichen Strick ziehen.
Ziehen denn innerhalb des Freiburger Jägerverbandes alle am gleichen Strick? Die Wahl Ihres Nachfolgers deutete nicht unbedingt darauf hin.
Auch bei meiner Wahl gab es gewisse Einwände. Mein Vorgänger war ein Französischsprachiger, und ich war damals erst im zweiten Jahr Jäger. Man muss natürlich berücksichtigen, dass die Jäger von Natur aus Individualisten sind und nicht alle die gleichen Ansichten haben. Ich versuchte, den Dialog zwischen den deutsch- und französischsprachigen Jägern zu verbessern. Das Komitee muss sich jetzt damit auseinandersetzen, dass im Büro beide Sprachen ausgeglichen vertreten sind. uh