Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03135.jsonl.gz/2067

Schreibkalender
Schreibkalender: Kalendarium
Im Stiftsarchiv St.Gallen sind 42 Schreibkalender von Mönchen des Benediktinerklosters aus dem Zeitraum 1651-1712 überliefert. Die Kalender stammen aus neun verschiedenen Buchdruckereien (Luzern, Konstanz, Augsburg, Nürnberg, Bregenz, Ems [Hohenems], Feldkirch, Salzburg, St.Gallen). Verfasser der Einträge sind St.Galler Mönche, deren Tätigkeiten vom Cellerar (Ökonom), Statthalter, Archivar und Professor der Klosterschule bis hin zum Dekan und zum Abt reichen. Es liegt die Vermutung nahe, dass alle höheren geistlichen Klosterbeamten ein Kalendertagebuch führten. Die St.Galler Mönche haben schon früh Taschenkalender benutzt. Bereits Abt Franz Gaisberg (1504-1529) hat laut seinem Rechnungsbuch jedes Jahr solche gekauft. Ausserdem konnten aus den Buchdeckeln verschiedener Bände Kalenderfragmente aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts herausgelöst werden.
Zu Beginn des Toggenburger Kriegs 1712 wurden die Schreibkalender zusammen mit anderen Archivalien von den Zürcher Truppen aus dem Kloster St.Gallen entwendet. 1931 gelangten sie als Schenkung des Staatsarchivs Zürich wieder ans Stiftsarchiv.
In den nachfolgenden Übungen erfährst du, was es mit der Kalenderreform auf sich hatte und du lernst die Wochentage zu ermitteln sowie die Kalendersymbole zu deuten.