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Die in unterschiedlichen Fassungen und Sprachen vorliegende, erzählkünstlerisch brillante Novelle 'Babettes Fest' wird anhand der ersten und bis heute maßgeblichen deutschen Übersetzung von
W. E. Süskind einem close reading unterzogen und dabei historisch-kulturell kontextualisiert.
Es wird nachgezeichnet, wie der eminent religiös-christliche Text im Spannungsfeld von 'Altem' und 'Neuem Testament', Glaubensrichtungen, Diesseits und Jenseits, Lebensentwürfen, Rollenbildern und -konflikten, Moralvorstellungen, Liebeskonzepten, Politik, Bürgerlichkeit, Künstlertum und Geschlechtermodellen nach einer rechten, das heißt sinnlich-erfüllten, sinnhaft-glücklichen und zugleich christlich-gottgefälligen Lebensführung fragt. Zentral sind in diesem Zusammenhang die Begriffe "Vorsehung" einerseits und "Liebe" andererseits.
Dabei geht es auch um die Frage, wer aufgrund welcher Legitimationen institutioneller, professioneller, lebensweltlicher oder existenzieller Art Deutungsmacht insbesondere über die 'Bibel' für sich beanspruchen kann.
Anschließend wird Gabriel Axels Film 'Babettes Fest' (1987) einer summarischen Betrachtung unterzogen. Es wird gezeigt, dass der 1988 als bester fremdsprachiger Film mit einem 'Oscar' ausgezeichnete Film trotz gewisser Einschränkungen als international marktgängiges Unterhaltungskino für gehobene Ansprüche hollywoodscher Prägung durchaus überzeugen kann.
Zu einem näheren Verständnis der Novelle 'Babettes Fest' hingegen trägt der Film so gut wie nichts bei. Vielmehr bleibt er weit hinter dieser motiv- und nuancenreichen und bis ins Detail in sich schlüssigen literarischen Vorlage zurück, ja verfehlt diese geradezu.