Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/106828

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, Oberst Mario Martinoni für seine Verdienste bei der Rettung von Stadt und Bevölkerung von Chiasso zu rehabilitieren und seine Rolle als Vermittler bei der Kapitulation der Deutschen und seinen Einsatz für die territoriale Integrität der Schweiz anzuerkennen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Auf Weisung des Bundesrates, direkt übermittelt durch den Verbindungsoffizier zwischen Bundesrat und General, fuhr am 28. April 1945 der Kommandant des Gebirgsinfanterieregiments 32, Mario Martinoni, von Chiasso nach Como. Der Zweite Weltkrieg war damals auch in Europa noch im Gange. In Como erreichte der Tessiner Oberst in Gesprächen mit den in die Stadt vorgestossenen Amerikanern eine vorzeitige Beendigung der Kampfhandlungen. Es steht fest, dass Mario Martinoni die Kapitulation der an der Grenze massierten deutschen Truppen gegenüber den Amerikanern erleichterte und so den Internierungsdruck auf die Schweiz in seinem Sektor stark reduzierte. Hier hat sich ein Kommandant um seine Truppe, um seinen Auftrag, um sein Land, um Menschenleben verdient gemacht. Dass infolge von militärischen Umdispositionen und einer gleichzeitig einsetzenden Krankheit Mario Martinonis der Eindruck entstand und sich mit der Zeit verfestigte, der Oberst habe nicht nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, ist bedauerlich. Der Bundesrat ist deshalb der Gemeinde Chiasso und ihrer Bevölkerung dankbar, dass sie aus Anlass der 65. Wiederkehr der Ereignisse dieser würdig gedacht und Mario Martinoni ein Denkmal gesetzt hat. Der Bundesrat empfindet auch nach 65 Jahren für die Leistung Oberst Martinonis - ohne welche Stadt und Bevölkerung von Chiasso möglicherweise schwere Schäden genommen hätten - eine grosse Dankbarkeit.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.