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Erstmals ist eine Person aus dem Ebola-Gebiet in die Schweiz geflogen worden. Es handelt sich um einen Krankenpfleger, der in Sierra Leone für eine internationale Organisation im Einsatz war. Das Risiko, dass der Betroffene erkrankt, ist sehr gering, wie das Bundesamt für Gesundheit am Montag mitteilte.
Für die Schweizer Bevölkerung bestehe keinerlei Gefahr. Der ausländische Krankenpfleger wurde von einer privaten Transportfirma nach Genf geflogen und ins Universitätsspital gebracht. Dort wurde der Mann in Obhut genommen, obwohl das Risiko einer Erkrankung gering ist. Er wird während drei Wochen – das ist die maximale Inkubationszeit – überwacht und regelmässig untersucht. Entwickelt er in dieser Zeitspanne keine Symptome, lässt sich eine Erkrankung ausschliessen.
Der Krankenpfleger arbeitete in Sierra Leone in einem Spital und war am 20. September von einem an Ebola erkrankten Kind gebissen worden. Da er alle Sicherheitsvorkehrungen befolgte und einen Schutzanzug trug, kam es durch den Biss zu keiner sichtbaren Wunde. Der Flug in die Schweiz, der auf Anfrage einer internationalen Organisation mit Sitz in Genf stattfand, ist daher eine reine Vorsichtsmassnahme.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet derweil bis Anfang November mit mehr als 20'000 Ebola-Infizierten in Westafrika. Dies geht aus einer Studie der WHO und des Londoner Imperial College hervor. Ausserdem wird mit über 10'000 Todesfällen gerechnet.
Im August hatte die WHO für die betroffenen Länder Westafrikas ebenfalls 20'000 Ebola-Fälle prognostiziert – allerdings erst bis Ende Jahr. Seither hat sich die Epidemie schneller ausgebreitet, als angenommen.
Die Sterblichkeitsrate beträgt derzeit 71 Prozent. Für hospitalisierte Personen liegt sie etwas tiefer bei 64 Prozent. Gemäss der jüngsten Bilanz der WHO sind infolge der Epidemie bislang in Guinea, Liberia und Sierra Leone 2800 Menschen ums Leben gekommen.(sda/tat)