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<h2>SubmittedText<h2><p>Regelmässig zur Sommerzeit-Umstellung erhalte ich eine grosse Anzahl Briefe, E-Mails und Telefonate von besorgten Eltern, Lehrern und Therapeuten. Diese Reaktionen zeigen mir zusätzlich auf, dass es sich bei der Sommerzeit-Umstellung im Frühjahr für viele um ein echtes Problem handelt, vor allem aber für junge Menschen.</p><p>"Die meisten Jugendlichen sind sowieso Nachteulen und haben bereits ohne Zeitumstellung Probleme, morgens in der Schule fit und leistungsfähig zu sein", sagt Prof. Dr. Ch. Randler von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Seine Studie mit 500 Jugendlichen belegt, dass die jungen Menschen zwei bis drei Wochen brauchen, um sich auf die neue Situation der Zeitumstellung im Frühjahr anzupassen. Die Müdigkeit nimmt zu, die Leistungsfähigkeit wird eingeschränkt, und die Noten können sich deshalb bei den Betroffenen sogar verschlechtern. Die Studie wurde auch in der renommierten Fachzeitschrift "Sleep Medicine" publiziert.</p><p>Ich stelle Ihnen deshalb - auch für andere interessierte Erziehungsberechtigte, Lehrer und Betreuer - die Fragen:</p><p>1. Ist Ihnen dieses Problem, besonders bei Jugendlichen, bekannt?</p><p>2. Was wären Ihre Lösungsansätze für dieses Problem?</p><p>3. Eine der vielen Möglichkeiten wäre, dass im Frühjahr, bei der Sommerzeit-Umstellung, der Schulanfang um eine Stunde nach vorn verschoben wird. Was ist Ihre Meinung dazu?</p><p>4. Die Umstellung auf Sommerzeit im Frühjahr betrifft jedes Jahr Millionen von Menschen. Dennoch sei die Öffentlichkeit über deren gesundheitliche Auswirkungen kaum informiert worden, melden die Forscher. Was sagen Sie dazu?</p><p>Gerne hoffe ich, dass Sie die Brisanz dieses Problems erkennen. Mit einer Lösung würden Sie diejenigen Reihen der aufgeklärten Menschen bereichern, welche die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse und Beweise nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern sie im Interesse unserer Jugend auch berücksichtigen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat sich schon bei der Beantwortung der Motion Estermann 10.3674, "Abschaffung der Sommerzeit", zu dieser Thematik geäussert und festgehalten, dass sich zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Sommerzeit sowohl Studien finden lassen, die negative Auswirkungen, wie auch solche, die positive oder neutrale Auswirkungen der Sommerzeit zeigen.</p><p>1. Es ist bekannt, dass viele Schülerinnen und Schüler beim Aufstehen Schwierigkeiten bekunden, über Tagesmüdigkeit klagen und während der Schulwoche ein Schlafdefizit anhäufen. Vorliegende internationale Studien zeigen einerseits auf, dass Pubertierende am Abend später als Kinder und Erwachsene beginnen, das Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Andererseits tragen kulturell bedingte und lokale Gegebenheiten zum Problem bei, wie z. B. die unterschiedlichen Zeiten des Schulbeginns oder die Länge des Schulwegs. Aufgrund der Datenlage kann jedoch geschlossen werden, dass ein allfälliges, darauf zurückzuführendes Schlafdefizit von den Jugendlichen am Wochenende ausgeglichen wird. Gesicherte Erkenntnisse, dass damit ein schulischer Leistungsabfall verbunden ist, liegen jedoch nicht vor.</p><p>Es ist auch darauf hinzuweisen, dass die EU-Kommission im November 2007 dem Rat und dem Europäischen Parlament einen Bericht über die Auswirkungen der Sommerzeit vorgelegt hat. Darin kommt sie zum Schluss: "Beim gegenwärtigen Stand der Forschungen und dem heutigen Wissensstand geht man davon aus, dass die meisten Störungen von kurzer Dauer sind und keine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen."</p><p>2. Aufgrund des aktuellen Wissensstandes erachtet der Bundesrat das Problem als nicht erheblich und sieht deshalb keinen Handlungsbedarf.</p><p>3. Das Festlegen des Schulbeginns liegt in der alleinigen Kompetenz der Kantone. Da Jugendliche im Winter stärker unter der Tagesmüdigkeit leiden als in den Sommermonaten, würde ein späterer Schulbeginn während der Sommerzeit das Problem nicht lösen. Bei der Festlegung des Schulbeginns spielt zudem eine Vielzahl von kantonalen und lokalen Faktoren eine Rolle, wie z. B. die Anzahl Klassen und Schulräume, der Stundenplan, die Länge der Schulwege sowie die Verfügbarkeit des Lehrpersonals. Bei einer einheitlichen Festlegung des Schulbeginns könnte diesen Gegebenheiten nicht in angemessener Weise Rechnung getragen werden.</p><p>4. Wie eingangs erwähnt, zeichnen die vorliegenden Studien von den Auswirkungen der Sommerzeit ein uneinheitliches Bild, und es gibt keine gesicherten Belege für eine damit zusammenhängende Gefährdung der Gesundheit. Für eine gezielte Information der Öffentlichkeit oder andere Massnahmen gibt es unter diesen Umständen keinen Anlass.</p>  Antwort des Bundesrates.