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Eine Infektion mit Hepatitis B oder C führt zu einer Leberentzündung.
Die Krankheit verläuft häufig über Jahre symptomfrei und bleibt unerkannt.
Rechtzeitig diagnostiziert und behandelt können schwerwiegende Folgen der Hepatitis verhindert werden.
Markus hat sich in den Sommerferien in einem kleinen Studio tätowieren lassen. Wurde er dabei mit Hepatitis angesteckt?
Chandra erhielt nach einer Operation in den 80er Jahren eine Bluttransfusion. War das Blut mit dem Hepatitisvirus kontaminiert?
Bruno hat vor vielen Jahren einmal Drogen gesnifft. Hat er sich dabei mit dem Hepatitisvirus infiziert?
Interview:
Prof. Dr. med. Beat Müllhaupt, Leitender Arzt Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitäts Spital Zürich
Hepatitis B und Hepatitis C sind Viruserkrankungen, die beide bei einem gewissen Anteil der Patienten zu einer chronischen Leberentzündung oder chronischen Hepatitis führen. Die Gefahren dieser Erkrankung sind, dass sie über Jahre und Jahrzehnte zu einer starken Vernarbung oder Leberzirrhose führen kann.
Eine chronische Virushepatitis kriegt man insbesondere, wenn man Kontakt mit Blut hatte. Das kann passieren, wenn man früher mal Drogen gespritzt hat oder wenn man ein Tattoo oder ein Piercing machen liess, unter nicht hygienischen Bedingungen. Die zweite grosse Gruppe sind Personen, die mal Blutprodukte oder Bluttransfusionen erhielten. In der Schweiz war dieses Risiko insbesondere vor 1990 gross. Seit 1990 werden in der Schweiz aber alle Blutprodukte getestet und gelten als absolut sicher.
Wir gehen davon aus, dass in der Schweiz 100’000 Personen mit einer chronischen Virushepatitis leben. Davon sind etwa 20’000 mit Hepatitis B infiziert und die anderen 80’000 mit dem Hepatitis C-Virus. Von den Hepatitis C-Patienten ist aber nur knapp die Hälfte diagnostiziert, die andere Hälfte weiss von ihrer Infektion eigentlich nichts und die grosse Frage ist, wie man diese Personen identifizieren kann. Man hat gesehen, dass die Mehrzahl der Hepatitis C-Patienten zwischen 1950 und 1985 geboren wurde und daher sollten sich alle Personen mit diesem Geburtsjahrgang mal überlegen, ob sie ein Risiko für diese Infektionskrankheit haben.
Interview:
Chandra Duncan, Ehemalige Patientin
Ich hatte mit 14 einen Skiunfall, das war 1986, musste ins Krankenhaus, wurde operiert und habe mit grosser Wahrscheinlichkeit dort Hepatitis C eingefangen.Ich habe vor etwa 7 Jahren erfahren, dass ich Hepatitis C habe und zwar weil ich am Unispital Zürich einen General Check-up machen liess. Die Patentante meiner Kinder fand, dass ich das meinen Kindern schulde, zu wissen ob ich gesund sei oder nicht.
Als ich das erfahren habe, war das ein riesen Schock für mich. Einerseits als Alleinerziehende sich zu fragen, wie schaffe ich das mit meinen Kindern und so einer Krankheit. Plötzlich zu wissen, dass man nicht mehr gesund ist. Ich war jeweils sehr müde, also richtiggehend erschöpft, ich hätte gleich einschlafen können. Und ich habe das immer aufs Alleinerziehen zwei kleiner Kinder abgemünzt und habe dann, als ich die Symptome von Hepatitis C studiert habe, gemerkt, dass gerade die Müdigkeit, die ich immer nach dem Essen hatte, durchaus mit dem zusammenhängen könnte.Als ich diese Therapie machen durfte, hatte ich keinerlei Nebenwirkungen, ich konnte ganz normal weiterfunktionieren und das war sehr wertvoll. Ich hatte Angst vor davor, dass ich bei der Arbeit ausfalle, die auch sehr anspruchsvoll war. Meine Kinder haben gar nichts gemerkt ausser dass sie wussten, dass ich die Medikamente pünktlich einnehmen muss. Jetzt fühle ich mich wie neugeboren, ich kann leisten, bin nach dem Mittagessen nicht mehr müde. Es ist wie ein Fenster aufgegangen in meine Zukunft. Es ist fantastisch, man kann das nicht in Worte fassen. Es ist noch einmal eine riesen Chance um alt zu werden und meine Kinder zu sehen wie sie erwachsen werden. Ich bin sehr dankbar.
Also wenn du ein Risikojahrgang bist, dann lass dich testen.
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hepatitis-schweiz.ch