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Kleine Fangfrage für Transport-Experten: Wo werden mehr Güter per Eisenbahn transportiert, in Europa oder in den USA? Die richtige Antwort ist: In den USA – obwohl der öffentliche Personenverkehr auf der Schiene nur in einigen wenigen Grossstädten an der Ost- und Westküste ein Nischendasein fristet. Als Transportmittel für Güter sind Eisenbahnen in den USA erfolgreich, was jeder bestätigen kann, der einmal 20 Min. an einem geschlossenen Bahnübergang einen vorbeifahrenden Zug betrachten konnte.
«Gewinnstory bleibt intakt»
Und diese Bedeutung dürfte längerfristig noch wachsen. Eisenbahnen verbrauchen nicht nur zwei Drittel weniger Energie pro transportierte Tonne als Lastwagen, sie sind für bestimmte Zwecke unabdingbar und die Netzbetreiber haben, ähnlich wie in der Mobilkommunikation, in einigen Regionen Monopole. Steigende Treibstoffpreise und Pläne, die CO2-Emissionen zu reduzieren, bilden ein langfristig günstiges Umfeld für die Branche.
In den letzten Monaten sind die Aktien der nordamerikanischen Netzbetreiber allerdings etwas unter Druck geraten. Ursache sind die tieferen nachgefragten Transportvolumen für Autos, Baumaterial und Güter aus China. Laut einem kürzlich publizierten Bericht der Analysten von Goldman Sachs dürften diese Rückgänge indes kompensiert werden durch Mehrtransporte für Kohle und Agrargüter (und hier insbesondere aufgrund der steigenden Biosprit-Produktion). Insgesamt können Eisenbahngesellschaften wie Union Pacific, Burlington Northern Santa Fe, Canadian National oder Norfolk Southern über Treibstoffzuschläge und gute Kostenkontrolle ihre Margen halten. «Trotz des Rückschlags infolge gefallener Commodity-Preise bleibt die Gewinnstory intakt», sagt JPMorgan-Analyst Thomas Wadewitz.
Liegen über dem Gesamtmarkt
Goldman Sachs liess in Zusammenarbeit mit der Börse Stuttgart und der Firma Structured Solution den «Global Railway»-Performance-Index zusammen bauen. Maximal 20 Aktien bilden den Index, die Zusammensetzung wird vierteljährlich überprüft und das Gewicht von Einzelaktien dieses prinzipiell auf Marktkapitalisierung gestützten Index wird bei 10% limitiert. Der Index ist als Performance-Index konzipiert, womit die Dividenden einfliessen. Abgezogen wird bei allen drei Währungsvarianten (Franken: RAILC, Euro: RAILE und Dollar: RAILU) eine jährliche Hedginggebühr von 0,82%. Die langfristige Rückrechnung des Index und der Vergleich mit dem MSCI-World-Index zeigt einen deutlichen Performance-Vorsprung. Seit Mitte August haben sich diese drei Produkte zwischen 2 und 5% besser als der Gesamtmarkt entwickelt.
Diese Eisenbahn-Indextracker treten gegen andere Transport-Zertifikate an. In der Schweiz sind es am ehesten das EFG-Transport und Infrastruktur-Zertifikat ECETI und das Vontobel-Produkt VZTRN. Diese haben jedoch wegen Befürchtungen um die Weltkonjunktur jüngst an Wert verloren.