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Die US-Notenbank Fed prüft bei ihrem jährlichen Stresstest, wie die wichtigsten Institute des Landes bei einem dramatischen Wertverlust europäischer Staatsanleihen oder Finanztitel dastehen würden.
Die Fed geht bei ihrem Szenario von ähnlichen Verwerfungen aus wie im zweiten Halbjahr 2008, als die Investmentbank Lehman Brothers wegen Fehlspekulationen auf dem US-Immobilienmarkt zusammengebrochen war und andere Grossbanken nur dank Staatshilfen weiterexistieren konnten.
Die Prüfung soll die Schwächen der Bankenwelt aufdecken, um einem Kollaps entgegenwirken zu können. Die Fed spielt dabei durch, was passieren würde, wenn etwa die Arbeitslosigkeit steigt oder die Wirtschaftsleistung der USA sinkt. Die Frage ist, ob eine Bank auch in diesem Extremfall noch genügend Kapital zur Verfügung hat, um zu überleben.
Am Stresstest 2011 hatten 19 Banken teilgenommen, für 2012 müssen 12 weitere ihre Unterlagen bis Anfang Januar einreichen. Den Europaschock-Test müssen aber nur die sechs grössten Institute der Vereinigten Staaten absolvieren, die als relevant für das gesamte Finanzsystem gelten. Das sind die Bank of America, die Citigroup, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Wells Fargo.
Sollte das Ergebnis des Stresstests sein, dass eine Bank in Schwierigkeiten geriete, kann die Fed beispielsweise anordnen, dass sie neues Kapital aufnimmt oder ihre Ausgaben begrenzt. So durfte die verlustreiche Bank of America auf Anordnung der Fed in diesem Jahr nur eine Minidividende ausschütten, um ihre Kasse zu schonen.
(laf/vst/awp)