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Die Bauchemie- und Klebstoffherstellerin Sika ist im ersten Halbjahr 2012 profitabl gewachsen. Der Gewinn wuchs deutlich überproportional zum Umsatz. Für das zweite Halbjahr zeigt sich die Gesellschaft verhalten zuversichtlich, bleibt jedoch eine konkrete Guidance schuldig.
Der Umsatz stieg in der Berichtsperiode um 3,4 Prozent auf 2,31 Milliarden Franken zu, in Lokalwährungen wuchsen die Verkäufe um 6,4 Prozent, wie die Gruppe mitteilte. Sika sei es zudem gelungen, die gestiegenen Materialkosten an den Markt weiterzugeben, weshalb die Bruttomarge gegenüber dem zweiten Halbjahr 2011 um 3,7 Prozentpunkte auf 53,1 Prozent gestiegen sei.
Erwartungen der Analysten getroffen
In der Folge stieg das Betriebsergebnis überproportional. Der Ebitda kletterte um 8,9 Prozent auf 263,3 Millionen und der Ebit um 10 Prozent auf 195,5 Millioen Franken, wobei sich die Ebit-Marge auf 8,5 von 8 Prozent verbesserte. Der Reingewinn erhöhte sich um 11 Prozent auf 126,1 Millionen. Mit diesen Zahlen hat Sika die Schätzungen der Analysten in etwa getroffen.
Schwäche in Europa und China
Die starke weltweite Präsenz sowie die Wachstumsstrategie in den Schwellenländern habe es erlaubt, die momentane Schwäche in Europa und China durch anhaltendes Wachstum auf dem amerikanischen Kontinent und in weiten Teilen Asiens auszugleichen, so Sika weiter. Sowohl Nord- und Südamerika als auch die Region IMEA (Indien, Naher Osten, Afrika) wuchsen den Angaben zufolge zweistellig.
So seien die Verkäufe in der Region Nordamerika um knapp 14 Prozent gewachsen, die Region Lateinamerika habe dank Marktanteilsgewinnen und ausgebauter Produktionskapazitäten um fast 17 Prozent zugelegt. Das Wachstum der Region IMEA wird auf 10 Prozent beziffert.
In Asien/Pazifik nahmen die Verkäufe indes um lediglich 2,1 Prozent zu. Das tiefere Wachstum sei auf eine negative Entwicklung in China zurückzuführen, wo gestoppte Infrastrukturprojekte und eine staatlich verordnete Abkühlung zu einem starken Umsatzrückgang geführt hätten.
In Europa habe sich die Wirtschaft weiter verlangsamt, was in einem Umsatzrückgang von 2,7 Prozent der Region «Europa Nord» zum Ausdruck gekommen sei. Nach wie vor wachsen konnte Sika in Osteuropa und den nordischen Ländern, so das Unternehmen weiter.
Die Region «Europa Süd» sei zwar um 2,8 Prozent gewachsen, was allerdings einem starken Akquisitionseffekt von 9,7 Prozent geschuldet sei. Während die Märkte in den Mittelmeerländern weiterhin gelitten hätten, habe sich der Geschäftsgang in Frankreich und Grossbritannien stabilisierend ausgewirkt.
Margenverbesserung im zweiten Semester erwartet
Für das zweite Semester rechnet Sika weiterhin mit Wachstumsimpulsen aus den Schwellenländern in den Regionen Lateinamerika, IMEA und Asien/Pazifik. Ausserdem sei mit einer Wiederbelebung der Baukonjunktur und der Infrastrukturprojekte in China zu rechnen. Während sich das solide Wachstum in Nordamerika fortsetzen sollte, sei die Entwicklung in Europa schwer abzuschätzen. Vor allem in den von der Eurokrise getroffenen Mittelmeerländern würden sich kaum Erholungstendenzen zeigen.
Die Rohmaterialpreisen hätten sich nach einer leichten Erhöhung im ersten Quartal gegen Ende des Semesters stabilisiert, heisst es weiter. Bei den Margen geht Sika für das zweite Halbjahr von einer weiterhin positiven Entwicklung gegenüber dem Vorjahr aus.
(chb/awp)