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Herbstlich
Ein unsaisonal kräftiges Tief namens "Hans" lag heute über der Bretagne und brachte turbulentes Wetter in weiten Teilen Westeuropas. Das Tief bildete sich am Samstag auf dem offenen Nordatlantik und zog unter Vertiefung entlang des 50. Breitenkreises ostwärts nach Europa.
Seinen tiefsten Kerndruck wies das Tief am frühen Morgen mit rund 992 Hectopascal auf, gemessen an der Station Lorient an der Französischen Atlantikküste. Im Starkwindfeld auf der Südseite des Tiefkerns wurden in Frankreich Böenspitzen von 80 bis 100 km/h registriert. Noch stärker wehte der Wind in den Alpen, auf der Vorderseite des Tiefs: an Föhn-exponierten Pass- und Gipfelstationen wie dem Gütsch oder auf dem Patscherkofel bei Innsbruck wurden 120 km/h gemessen.
Gewitter-Kochtopf Mittelmeerraum
Bereits in den Vortagen gewitterte es kräftig im Mittelmeerraum - typisch in dieser Jahreszeit. Über dem noch verhältnismässig warmen Wasserkörper werden die nunmehr schon etwas kühleren Luftmassen labilisiert, mit den entsprechenden meteorologischen Folgeerscheinungen. Starke Gewitter brachten heute in Südfrankreich und Italien rund 50'000 Blitze und lokale Überschwemmungen (Stand 1900 Uhr). Bei Genua konnte unser Meteorologe Dean Gill von MeteoGenève über dem Mittelmeer einen Tornado beobachteten.
Das Schweizer Wetter - all inclusive
Das Schweizer Wetter gestaltete sich derweil nicht ganz so spektakulär: In der Nacht lenkte das Tief zunächst eine Warm- und am Abend dann eine Kaltfront über die Schweiz hinweg. Der dazugehörige Wetterablauf trug deutliche herbstliche Züge: morgendliche Nebelfelder über den Niederungen der Deutschschweiz, Föhn in den zentralen und östlichen Alpentälern, bedeckter Himmel auf der Alpennordseite tagsüber, ein langgestrecktes Niederschlagsband mit eingelagerten kräftigen Schauern und einzelnen Blitzen am Abend, Böig auffrischender Westwind mit Frontdurchgang, kräftige und ebenfalls gewittrige Schauer auf der Vorderseite der Front in den Staugebieten der Alpensüdseite.