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| Eusebius von Cäsarea († um 340) - Vier Bücher über das Leben des Kaisers Konstantin und des Kaisers Konstantin Rede an die Versammlung der Heiligen (Vita Constantini et Oratio ad coetum sanctorum)

Buch II
15. Des Licinius erheuchelte Freundschaft; sein Götzendienst.
Als aber Licinius, der kurz vorher geflohen war, sich verstellte und flehentliche Bitten um Erneuerung der Freundschaft heuchelte, wollte ihm der Kaiser auch diese gewähren und bot sie ihm zum Nutzen der einzelnen Bürger wie des ganzen Staates auf Grund von festgesetzten Verträgen an. Der Erwähnte versprach auch zum Schein, bereitwillig den Verträgen nachzukommen, und er bekräftigte sein Wort noch mit Eidschwüren; insgeheim rüstete und sammelte er aber wieder eine Streitmacht und begann von neuem mit Krieg und Kampf; sogar Barbaren rief er als Bundesgenossen zu Hilfe und überall zog er umher andere Götter zu suchen, da er sich bei den früheren betrogen sah. Dabei wollte er sich dessen, was er kurz vorher über die Götter offen gesagt hatte, durchaus nicht erinnern, noch auch den Gott anerkennen, der für Konstantin gestritten hatte; er ließ vielmehr auf lächerliche Weise nach noch mehr und nach neueren Göttern suchen.