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Wer erbt das Haus, wenn der Besitzer stirbt?
Nur ein Viertel aller Schweizerinnen und Schweizer hat ein Testament oder einen Erbvertrag verfasst. Dabei wäre es gerade für Wohneigentümerinnen und -eigentümer sinnvoll, sich frühzeitig Gedanken über die Nachlassplanung im Todesfall zu machen.
(rh) Das Erbrecht (Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Artikel 457 bis 640) regelt, wer erbt, falls jemand stirbt, ohne ein Testament oder einen Erbvertrag zu hinterlassen. Das Erbrecht geht zuerst von der Stammesordnung aus, der sogenannten Parentelenordnung, und unterteilt die Blutsverwandten in drei Stämme:
- 1. Stamm oder Stamm des Erblassers: Nachkommen des Erblassers und alle Personen, die von diesen Nachkommen abstammen.
- 2. Stamm oder elterlicher Stamm: Eltern des Erblassers und alle Personen, die von diesen Eltern abstammen.
- 3. Stamm oder grosselterlicher Stamm: Grosseltern des Erblassers und alle Personen, die von diesen Grosseltern abstammen.
Ehepartner und eingetragene Partner
Neben den Blutsverwandten sind die überlebende Ehepartnerin, der überlebende Ehepartner beziehungsweise die überlebende eingetragene Partnerin, der überlebende eingetragene Partner gesetzlich erbberechtigt. Ehepartner und eingetragene Partner sind gleichberechtigt und werden vom Gesetz gleich behandelt. Wie viel sie erben, hängt von der Familienkonstellation ab. Mit Nachkommen beträgt ihre gesetzliche Erbquote die Hälfte. Wenn beispielsweise eine verheirate Frau mit drei Kindern stirbt und 300'000 Franken hinterlässt, erbt ihr Ehemann 150'000 Franken und die drei Kinder erben je 50'000 Franken.
Übernahme, Nutzniessung oder Wohnrecht
Falls der Erblasser ein Haus ohne Testament oder Erbvertrag hinterlässt, erbt die Erbengemeinschaft das Haus. Die Erben können es verkaufen und den Erlös gemäss Erbquote unter sich aufteilen. Überlebende Ehepartner oder überlebende eingetragene Partner haben allerdings das Recht, das Haus zu beanspruchen und an ihre Erbschaft anrechnen zu lassen. Dafür müssen sie das Haus aus dem Nachlass herauskaufen und die anderen Erben finanziell entschädigen. Falls sich der überlebende Ehepartner oder der überlebende eingetragene Partner das nicht leisten kann, aber weiterhin im Haus wohnen will, hat er zwei Möglichkeiten: Er kann die Nutzniessung oder das Wohnrecht verlangen. Es ist sinnvoll, sich schon früh darüber Gedanken zu machen, beispielsweise in der Nachlassplanung.
Ohne Erben geht das Erbe an den Staat
Wenn Erben fehlen oder verschollen sind, erlassen die Behörden einen sogenannten Erbenruf im Amtsblatt oder in Zeitungen, allenfalls auch im Ausland, und fordern die Erben auf, sich innerhalb eines Jahres zu melden. Falls jemand ohne Erben stirbt und sich niemand auf den Erbenruf meldet, geht der Nachlass an den Staat über. Meistens teilen sich die Gemeinde und der Kanton das Erbe, je nach kantonaler Regelung.
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Ratgeber: Nachlassplanung mit Wohneigentum
Laden Sie hier praktische Informationen zum Thema Nachlassplanung für Wohneigentümer herunter.Keiner beschäftigt sich gerne mit dem Tod. Vor allem nicht mit dem eigenen. Trotzdem ist es ratsam, frühzeitig den Nachlass zu planen. Besonders, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung besitzen. Bitte geben Sie uns Ihren Namen und E-Mailadresse an. Danach werden Sie eine E-Mail mit dem Zugangslink zum gewünschten Download erhalten.Download
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