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<h2>SubmittedText<h2><p>Die ETH Zürich hat kürzlich einen Bericht (Maturanoten und Studienerfolg - eine Analyse des Zusammenhangs zwischen Maturanoten und der Basisprüfung an der ETH Zürich) publiziert, den die Medien und das Publikum als Ranking aufgefasst haben. Er hat denn auch eine entsprechende Kontroverse ausgelöst. Zudem ist zu vernehmen, dass auch die EPF Lausanne vor einiger Zeit eine entsprechende (allerdings nicht publizierte) Studie durchgeführt hat. Möglicherweise verfügt auch das Bundesamt für Statistik über ähnliche Daten. Verschiedene Schulen führen zudem ihre eigenen Untersuchungen durch, so z. B. die Zürcher Mittelschulen. Vor diesem Hintergrund stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Wie beurteilt der Bundesrat die genannte Studie?</p><p>2. Welche Erkenntnisse ergeben sich aus der genannten Kontroverse für allfällige zukünftige ähnliche Studien der ETH?</p><p>3. Ist er der Meinung, dass solche Studien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollten, und falls ja, unter welchen Rahmenbedingungen?</p><p>4. Vor allem dort, wo das System der freien Schulwahl (wie z. B. im Kanton Zürich oder im Kanton Aargau) umgesetzt ist, wird befürchtet, dass falsch verstandene Rankings zu einer Segregation führen können: Leistungsfähigere Schülerinnen und Schüler werden besser bewertete Schulen besuchen, dies wird sich im nächsten Ranking wieder positiv auswirken usw. Wie beurteilt der Bundesrat diese Befürchtungen in Bezug auf Werte wie Chancengleichheit und Rekrutierung des gesamten Bildungspotenzials im schweizerischen Bildungssystem?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die Studie "Maturanoten und Studienerfolg" wurde von der ETH Zürich in Auftrag gegeben, um die neu eintretenden Studierenden besser beraten und betreuen zu können. Insofern kann sie einen Beitrag zur Reduzierung der Abbruchquote leisten. Ausserdem erhalten die kantonalen Gymnasien dadurch eine Rückmeldung zu den Stärken und Schwächen ihrer Maturanden beim Studieneinstieg an der ETH Zürich.</p><p>Analysen dieser Art sind aus der Sicht des Bundesrates willkommen. Es ist allerdings wichtig, auf die beschränkte Aussagekraft dieser Studie hinzuweisen und eine differenzierte Betrachtungsweise anzuregen. Denn sie deckt nur das Segment des Übergangs zur tertiären Bildungsstufe im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ab und macht dabei konkrete Aussagen zum Studienerfolg an der ETH. Sie gibt indes keine Antworten für andere Universitäten und Studiengänge und liefert kein globales Bild von der Qualität der jeweiligen Gymnasien, wie auch die Autoren der Studie betonen.</p><p>Generell lässt diese Studie dennoch die Einsicht zu, dass die Maturanden im Allgemeinen gut auf ein Studium an der ETH Zürich vorbereitet sind und dass gute Maturanoten eine solide Basis für ein erfolgreiches Studium an der ETH Zürich bilden. Der Bundesrat sieht sich in seiner Ansicht bestärkt, dass sich die Maturität als Zulassungsvoraussetzung für ein Studium an einer ETH eignet.</p><p>2. Auch für allfällige zukünftige Studien der Art wie diejenige der ETH Zürich ist davon auszugehen, dass sie sowohl von den Gymnasien als auch von den Medien stark beachtet und kontrovers diskutiert werden. Eine Debatte über Qualität, wie sie durch solche Vergleichsstudien genährt wird, ist grundsätzlich begrüssenswert. Aus der Sicht des Bundesrates schaffen solche Studien insbesondere dann einen Mehrwert, wenn sie zur Erkennung von Stärken-Schwächen-Profilen der Gymnasien beitragen. Dadurch erhalten die Gymnasien wertvolle Informationen für eine mögliche Profilbildung sowie für die Behebung allfälliger Mängel. Die Universitäten und ETH haben ihrerseits ein Interesse daran, ihre Studienanfänger und deren Vorbildung zu kennen. Damit können beispielsweise für die Studierenden gezielter Beratungen und begleitende Massnahmen angeboten werden. Es versteht sich von selbst, dass die entsprechenden Studien methodisch sorgfältig verfasst sein müssen.</p><p>3. Der Bundesrat erachtet eine transparente Information der Öffentlichkeit über solche Studien als richtig und notwendig, ist sich jedoch bewusst, dass die Hochschulen bei der Erstellung und der Veröffentlichungsform grundsätzlich autonom sind.</p><p>4. Der Bundesrat legt grossen Wert auf die Sicherstellung der Chancengleichheit und auf eine möglichst umfassende Verwirklichung des Bildungspotenzials der Schweiz. Die Vergleichsstudien sollen der Qualitätssicherung der Gymnasien dienen. Gerade dadurch tragen sie dazu bei, dass ein flächendeckendes Angebot an gymnasialen Ausbildungsstätten von hoher Qualität bereitgestellt werden kann.</p><p>Da die Unterschiede zwischen den Gymnasien im Vergleich zum gewählten Maturitätsprofil der Absolventinnen und Absolventen so gering ausfallen, ist aus Sicht des Bundesrates nicht zu erwarten, dass Studien zum Übertrittserfolg in Kantonen mit freier Schulwahl zu spürbaren Verschiebungen bei der Wahl des Gymnasiums führen.</p>  Antwort des Bundesrates.