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Bevor Eisenbahnunternehmen ihr Rollmaterial auf einer bestimmten Strecke einsetzen können, müssen sie in Erfahrung bringen, ob ihre Lokomotiven, Personen- oder Güterwagen mit der Infrastruktur, die sie nutzen möchten, kompatibel sind. Ein vom BAV kürzlich eingeführtes elektronisches Register erleichtert ihnen diese Abklärungen: Das Infrastrukturregister (RINF) gibt Auskunft über die Eigenschaften der verschiedenen Streckenabschnitte des schweizerischen Eisenbahnnetzes. Es ist nach dem Vorbild der in der EU verfügbaren Register aufgebaut.
Infrastrukturregister erleichtert Zugang zum Schienennetz
Die Schaffung des Registers dient dazu, den Zugang zum Schienennetz zu vereinfachen und damit den Bahnverkehr zu fördern. Es gewährleistet eine einheitliche technische Charakterisierung (z. B. Streckenkategorie, Strecke, Spurweite) und betriebliche Beschreibung (z. B. zulässige Höchstgeschwindigkeit, Fahrtrichtung) der verschiedenen Elemente des Eisenbahnnetzes. Die Angaben beziehen sich auf die Gleise und Bauwerke, aber auch auf andere Anlagen wie Fahrleitungen, Zugsteuerungs-, Zugsicherungs- und Signalanlagen. Das Register kann von all jenen konsultiert werden, die die Einzelheiten der Eisenbahninfrastruktur kennen müssen, sei es für die Auswahl von Strecken, die Planung eines Angebots oder die Auslegung neuer Züge.
Das vom BAV online zur Verfügung gestellte RINF enthält zunächst die Daten der Infrastruktur-Sparten der SBB, der BLS und der Deutschen Bahn (DB) über die von ihnen betreuten Streckenabschnitte des schweizerischen Netzes. Die Daten anderer Infrastrukturbetreiberinnen mit Normalspur werden nach und nach einbezogen. In Ergänzung zum RINF entwickelt das BAV ein neues Tool für den automatisierten Streckenabgleich. Die Freischaltung dieses Tools ist für die nächsten Monate geplant.
BAV-News Nr. 77 März 2020