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Hiermit beehre ich mich, Ihnen den Empfang Ihres geschätzten Briefes vom 27. August2 anzuzeigen, womit Sie mir mitteilen, dass es Ihnen unter den gegebenen Umständen noch nicht möglich ist, die nationalistische Regierung in Burgos anzuerkennen, mich aber ermächtigen, mit den zuständigen Lokalbehörden Beziehungen tatsächlicher Natur aufzunehmen.
Indem ich hiervon bestens Kenntnis nehme, beehre ich mich, Ihnen mitzuteilen, dass ich schon in den ersten Tagen des Bürgerkrieges die Aufnahme von Beziehungen zu den Lokalbehörden nicht umgehen konnte, denn dieselben waren zum Schutze unserer Mitbürger notwendig. Übrigens wurden diese Beziehungen gleichzeitig von allen ändern konsularischen Vertretungen in Sevilla angeknüpft, auch von der französischen, trotzdem die Beziehungen des nationalistischen Spaniens zu Frankreich wegen angeblichen Waffenlieferungen an die Regierung in Madrid gespannt zu sein scheinen.
Die erste Fühlungnahme fand anlässlich der Bundesfeier statt3, da für die Zusammenkunft der Schweizerkolonie eine Erlaubnis notwendig war, die bereitwilligst erteilt wurde. Ausserdem muss für jeden Mitbürger, der das Land verlassen will, ein Gesuch gestellt werden, damit ihm die notwendige Erlaubnis erteilt wird. Das Verhalten aller Behörden dem Konsulate gegenüber ist zuvorkommend und ist auch für die Sicherheit von Leib und Gut der Einwohnerschaft, also auch der Ausländer, gründlich gesorgt. Im ganzen, von den nationalistischen Truppen besetzten Gebiete herrscht peinliche Ordnung und vollkommene Ruhe.
Im Gegensatz hierzu ist zu erwähnen, dass im Gebiete der Regierung in Madrid spanische Reisepässe und Laissez-passer nur dann anerkannt werden, wenn dies Ausweise von den Arbeiterparteien (UGT = Sozialisten; PC = Kommunisten; CNT = Syndikalisten & FAI = Anarchisten) ausgestellt oder visiert sind. Der General der 2. Division4, mit Sitz in Sevilla, lud kürzlich durch den Rundfunk die ausländischen Vertreter auf dem Platze ein, in einem Generalquartier von solchen Ausweisschriften Einsicht zu nehmen, um nachher ihre respektiven Regierungen benachrichtigen zu können, dass in der roten Zone Spaniens die öffentliche Gewalt in den Händen der genannten Arbeiterparteien liege und nicht mehr in denjenigen der Regierung. Da über die Aussage betr. den Pässen kein Zweifel herrscht, sah ich davon ab, dieselben persönlich zu besichtigen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch darauf hinweisen, dass mein Posten die einzige schweizerische Vertretung im gegenwärtigen nationalistischen Gebiete ist, das von Irun über die Hochebene bis nach Galizien und von dort über Badajoz–Cadiz–Algesiras bis nach Granada reicht und dass sich dieses Konsulat demnach auch mit Angelegenheiten aus Aragonien, Kastilien, Galizien und Extremadura zu befassen hat5.
- 1
- Lettre: E 2001 (D) 1/31.↩
- 2
- Cf. no 284.↩
- 3
- Le 1er août.↩
- 5
- Cf. no 296. De Lisbonne, oùil réside maintenant, leMinistre K. Egger écrit au Chef du Département politique, le 29 octobre, en conclusion d’un tour d’horizon sur la situation dans la péninsule: Wie ich aber aus zuverlässiger Quelle vernehme, scheint General Franco die Haltung der verschiedenen Regierungen mit der grössten Aufmerksamkeit zu verfolgen. Wenn daher für uns die üblichen Vorbedingungen einer Anerkennung vorhanden sind, sollte meines Erachtens mit einer Anerkennung nicht all zu lange zugewartet werden, da sie für uns für die nachherigen Beziehungen nur vorteilhaft sein kann (E 2001 (D) 1/139).↩
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