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Die Zahlen, die Jérémie Pichon* in seinem neuesten Buch, im Kapitel, das dem finanziellen Wandel gewidmet ist, nennt, sind empörend. «Während wir darauf achten das Licht zu löschen, bevor wir den Raum verlassen, verursacht unser Geld auf der Bank den grössten Teil unserer jährlichen Kohlenstoffemissionen. Und das nicht zu knapp: 41 % der Gesamtemissionen!»
Wie ist das möglich?
Sicherlich gehören Sie zu den Menschen, die ein Sparkonto haben. Obwohl Sie das Geld nicht anfassen, schläft es nicht. Die Bank nutzt das Geld, um ihre Wirtschaftstätigkeit zu finanzieren: Sie vergibt gegen eine Gebühr (Zinsen) Kredite an Privatpersonen und Unternehmen. Eine Bank braucht also Liquidität: Sie greift auf Einlagen zurück oder leiht sich Geld von anderen Banken oder den Finanzmärkten.
Wo ist das Problem?
Durch die Wahl ihrer Anlagen tragen viele Banken und Institutionen (Versicherungen, Pensionsfonds) erheblich zum Klimawandel bei. In der Schweiz ist das Bankenwesen ein wichtiger Sektor, der dadurch enorme Auswirkungen hat.
Durch die Wahl ihrer Anlagen tragen viele Banken und Institutionen (Versicherungen, Pensionsfonds) erheblich zum Klimawandel bei. In der Schweiz ist das Bankenwesen ein wichtiger Sektor, der dadurch enorme Auswirkungen hat.
Die Fakten: die Organisation «Artisans de la Transition» haben in drei aufeinanderfolgenden Berichten, die 2016, 2018 und 2020 veröffentlicht wurden, nachgewiesen, dass das bekannte Aktienportfolio der Schweizerischen Nationalbank (92 Milliarden Schweizer Franken, d.h. 60 % ihrer Aktienanlagen) 48,5 Millionen Tonnen CO2/Jahr verursachte. Die SNB investierte auch in bestimmte Unternehmen, die für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich waren. Und sie investiert weiterhin Milliarden von Schweizer Franken in die Weltbörse, ohne eine aktive Anlagepolitik, um die Unternehmen mit dem höchsten CO2-Ausstoss und die weniger empfehlenswerten Unternehmen zu verdrängen.
Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, prüfen die Finanzakteure die Botschaften der Zentralbanken bis ins kleinste Detail. Beim Thema Klimawandel ist die Botschaft, die die SNB an den gesamten Schweizer Finanzplatz sendet, sehr klar: “Es gibt kein Problem“.
Und alles deutet darauf hin, dass die Finanzakteure dieser Einschätzung folgen.
Die Kredite, welche die Credit Suisse in den letzten vier Jahren an die weltweite fossile Energiebranche vergeben hat, entsprechen dem 1,7-fachen ihres Eigenkapitals.
Die UBS hat ihre jährlichen Investitionen in Kohle bis 2019 verneunfacht.
Drei Viertel der sechzig grössten Schweizer Pensionskassen haben keine Klimapolitik.
Der Greenpeace-Bericht «Klimaschädliche Geschäfte», der 2020 veröffentlicht wurde, enthüllt die Grössenordnung der Zahlen: Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse finanzierten – ebenfalls 2020 – direkt nicht weniger als 93,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente – über die Finanzierung von 47 Unternehmen aus dem Kohle-, Öl- und Gassektor – doppelt so viel wie die Treibhausgasemissionen der gesamten Bevölkerung und aller Industrien in der Schweiz.
Auf europäischer Ebene besteht das 2015 abgeschlossene Pariser Klimaabkommen jedoch darin, die internationalen Finanzströme gemäss den Anforderungen zur Reduzierung der Gasemissionen zu harmonisieren und eine klimaverträgliche Wirtschaftsentwicklung zu unterstützen. Dennoch sieht keine Behörde vor, Banken zu verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren.
Die Institutionen werden sich nicht von selbst ändern.
Das Geld- und Finanzsystem wurde auf einem Modell der Rendite um jeden Preis aufgebaut, das sehr abartig ist und ohne unser Wissen aber leider mit unserer Zustimmung funktioniert.
Was also tun?
Fordern wir mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit, fragen wir, wo unser Geld hingeht!
Es gibt Alternativen. Sie sind institutionell und individuell, praktisch und assoziativ: Sie heissen alternative Banken, Genossenschaften, lokale Währungen oder auch bewusste Kapitalbeteiligung.
Das Geld von uns Bürgerinnen und Bürgern hat eine unendliche Macht.
Also sollten wir es in bewusste und ethische «Hände» legen, die das Kapital zu Lösungen leiten wollen, die einen gerechten und ökologischen Übergang fördern.
Für weitere Informationen und eine Liste unserer Quellen haben Sie die Möglichkeit, unseren Leitfaden zu verantwortungsvollem Geld herunterzuladen.
Mit den steigenden Kosten sorgen sich viele, dass die Vorteile des Homeoffice zu Nachteilen werden könnten. Doch auch das Homeoffice lässt sich nachhaltig gestalten und bietet Sparpotenzial.
Eine Pflicht fürs Homeoffice gibt es zwar nicht mehr, dennoch haben viele die Vorteile vom «zuhause aus arbeiten» schätzen gelernt. Besonders eher introvertierte Menschen befürworten das Modell, ohne sozialen Druck vor Kollegen einen starken Auftritt hinlegen zu müssen dennoch effizient arbeiten zu können. Arbeitgeber fürchteten, dass viele Mitarbeiter im Homeoffice eher schludern, die Zeit zu Hause zum Wäsche waschen oder Fernsehen nutzen. Doch Studien belegen, dass die Effizienz sogar zunahm – gerade, weil man zwischendurch den Kopf frei machen und zum Beispiel eine Ladung Wäsche in die Maschine packen kann. Denn so ist man, wen man vor dem Rechner sitzt, nur darauf fokussiert. Sitzungen dauerten weniger lang und Entscheidungen fielen schneller und einfacher.
Mit den jetzt steigenden Preisen sorgen sich aber viele Homeoffice-Fans, wie rentabel und nachhaltig sie von zuhause arbeiten können. Gemäss einer Studie von Greenpeace kann das Homeoffice die Verkehrsbelastung spürbar senken und somit über fünf Millionen Tonnen CO2 pro Jahr sparen. Ein Vorteil auch fürs Portemonnaie aber vor allem ein Gewinn für die Umwelt. Durch Mitarbeiter, die fix im Homeoffice arbeiten, können Firmen zudem Office-Fläche einsparen, was wiederum Energiekosten spart (Heizung, Licht etc.). Doch zuhause bieten sich noch viele weitere, nachhaltige Möglichkeiten. Das Zero Waste Homeoffice ist mit ein wenig Anpassung leicht machbar. „Zero Waste“ bedeutet „Null Müll“, bezeichnet also den abfallfreien Lebensstil. Die Entstehung von unnötigem Müll wird vermieden, während man so wenig Ressourcen wie möglich verschwendet. Dabei sollte man Dinge wieder verwenden, recyceln und gegebenenfalls Geräte reparieren, um ihre Nutzungsdauer zu verlängern.
Papierloses Büro
Zuhause haben wir es selbst in der Hand, was wir ausdrucken und was nicht. Im Homeoffice braucht es deshalb meist keinen Drucker, wir können Änderungen direkt an digitalen Dokumenten erledigen und diese ablegen oder weitergeben. So spart man Papier ein, was wiederum wertvolle Ressourcen – Holz – schont. Statt Post-its nutzt man viel praktischere, digitale Notizzettel – als webbasiertes Programm oder App. Dabei kann man Notizen sogar kategorisieren und übersichtlich bündeln – bei physischen Klebezetteln klappt das eher nicht. Empfehlenswert sind Programme oder Apps wie Simple Note oder Milanote für kurze Notizen, Evernote und OneNote sind für umfangreichere Notizen. Für To-Do-Listen taugen Wunderlist, Google Tasks, Microsoft To Do oder ein Projektmanagement-Tool wie Trello.
Muss es dennoch Papier sein, können gebrauchte Briefumschläge und bereits bedrucktes Papier wiederverwendet werden oder man sollte man wenigstens darauf achten, recyceltes oder mit dem FSC-Label versetztes Papier zu verwenden. Ohne Drucker spart man auch den Strom dafür und dessen Toner oder Tintenpatronen, die belasteten Abfall produzieren. Ist ein Drucker unumgänglich, gibt es meist Copyshops in der Umgebung, die aushelfen. Und wenn es gar nicht anders geht, dann wählt man ein Druckermodell dessen Patronen oder Toner man wieder auffüllen kann und bedruckt seine Dokumente konsequent beidseitig und mit einer ökologischen Schriftart. Sogenannte Eco-Fonts verbrauchen weniger Tinte und Toner als Standardschriftarten.
Aus zweiter Hand
Generell lässt sich das ganze Homeoffice mit «zuvor geliebtem» einrichten, also mit Dingen aus zweiter Hand. In Brockenhäusern oder Antiquitätenläden findet man wunderschöne und erschwingliche Einzelstücke für die Einrichtung. Doch auch elektronische Hardware gibt es heutzutage aus zweiter Hand. Laptops, Rechner, Telefone oder Drucker findet man auf Online-Marktplätzen wie Ricardo, E-Bay oder auch Facebook aber auch in Läden wie Revendo. So schenkt man noch brauchbaren Geräten ein zweites Leben und spart viele Ressourcen ein, die für die Herstellung eines neuen Produktes benötigt würden.
Alternatives Büromaterial
Sparen kann man auch bei Stiften und Textmarkern. Zwar gibt es mittlerweile wiederauffüllbare Leuchtstifte, doch wieso nicht einfach wie früher einen Farbstift verwenden? Ein gelber, blauer oder grüner Farbstift markiert ein Wort ebenso effizient wie ein Leuchtstift, verursacht aber keinen Plastikmüll und hält bedeutend länger. Auch für andere Produkte gibt es Alternativen: Wiederverwendbare Büroklammern statt Heftklammern, Papiermappen statt Plastikmappen und Produkte aus langlebigem Metall und Edelstahl statt Plastik. Selbst Notizbücher findet man heute recyclebare, oder man macht diese kurzerhand selbst aus Restpapier. Auf einem smarten Notizbuch wie dem Rocketbook schreibt man auf löschbaren Seiten, schickt das geschriebene digital direkt aufs Handy oder in die Cloud und kann das Notizbuch unzählige Male wiederverwenden. Oder man verwendet eine komplett digital Lösung wie das Notizbuch Tablet Remarkable 2.
Strom sparen
So hilfreich und praktisch digitale Tools auch sind, einen Nachteil haben sie – sie benötigen Strom. Gerade jetzt, mit den steigenden Kosten, braucht es auch hier Lösungen. Ganz grundsätzlich sollte man Geräten mit aufladbaren Akkus oder Kabel den Vorzug geben, denn Batterien – selbst, wenn sie korrekt recycelt werden – benötigen wertvolle Rohstoffe, seltene Erden und Metalle. Und das für eine relativ kurze Lebensdauer. Der beste Weg, zuhause Strom zu sparen, ist mittels Steckerleisten mit Einschaltknopf. Werden die Geräte nicht mehr gebraucht, schaltet man einfach die Steckerleiste aus – denn auch im Standby verbrauchen die Geräte noch Strom. Und das geht für alle möglichen Geräte: Mikrowelle, Lampen, WLAN-Router oder Fernseher. Auch die Helligkeit auf Bildschirmen zu reduzieren oder konsequent den Bildschirm in den Ruhezustand zu versetzen, wenn man gerade nicht daran arbeitet, spart einiges. Überdenken sollte man auch seine Onlinenutzung. Zwar sind cloudbasierte Dienste wie Teams oder Google Drive für Firmen mit Homeoffice-Mitarbeitern unumgänglich, doch darüber hinaus kann man auch hier sparen. Es hilft, gespeicherte Datenmengen zu reduzieren, doppelte Speicherung zu vermeiden und alte Daten gegebenenfalls auf einer externen Festplatte zu sichern. Ähnliches gilt für E-Mails, denn auch ihr Versand und Empfang kostet Strom. Daher ist es sinnvoll, sich von überflüssigen Mailinglisten zu verabschieden und grosse Datenpakete via Download-Link zu versenden und nicht auf jedes Mail noch ein «Danke» oder «Gern geschehen» hinterher zu schicken. Minimalismus hilft hier doppelt – die Übersicht zu behalten und Strom zu sparen. Sinnvoll ist auch die Nutzung einer grünen Suchmaschine wie Ecosia. Deren Betreiber engagieren sich aktiv für den Klimaschutz, ihre Server laufen mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern und sie verwenden ihren Gewinn für die Pflanzung neuer Bäume.
Kein Foodwaste
Zuletzt bringt auch die Mittagspause Vorteile. Zu Hause kann man sich gezielt nachhaltig ernähren – und bewusst saisonal, regional, pflanzlich einkaufen und frisch kochen. Teebeutel oder losen Tee im Sieb kann man zwei bis dreimal aufbrühen und wer viel Tee trinkt, macht sich am besten gleich eine ganze Thermoskanne voll – die hält den ganzen Tag. Natürlich sollte beim Kochen stets mit Deckel gearbeitet werden. Den Kühlschrank kann man etwas wärmer drehen, sieben oder acht Grad reichen völlig aus. Zudem sollte der Kühlschrank stets möglichst voll sein, damit er nicht viel Energie verbraucht, um die Luft zu kühlen und gekochtes gehört erst in die Kühlung, wenn es komplett abgekühlt ist – das spart ebenfalls Energie. Und wer es noch nicht gemacht hat, kann an allen Wasserhähnen im Haus Durchflussbegrenzer anbringen und Wassersparende Duschbrausen verwenden. Beim Rasieren, Zähneputzen oder Einseifen muss auch das Wasser nicht laufen und eine kurze Dusche spart unzählige Liter Wasser gegenüber einem Vollbad in der Wanne.
Sind Sie wie ich und möchten gut aussehen und dabei gleichzeitig den Planeten schonen? Dann finden Sie hier einige Informationen über Fast Fashion und Slow Fashion sowie fünf einfache Schritte auf dem Weg zur Slow Fashion!
Was ist Fast Fashion?
Bevor Sie sich auf Slow Fashion einlassen, ist es wichtig zu verstehen, was Fast Fashion ist und worum es dabei geht. Vereinfacht gesagt umfasst Fast Fashion alle Modemarken, die ihre Kollektionen regelmäßig erneuern, indem sie ihre Kleidung zu sehr niedrigen Kosten produzieren, um sie dann zu niedrigen Preisen zu verkaufen und so zum Kauf anregen. Um dies zu erreichen, vergeben diese Marken Aufträge an Dienstleister im Ausland, wo die Arbeitsbedingungen und Löhne der Arbeitskräfte weniger oder gar nicht reguliert sind. Das Ziel von Fast Fashion ist es, (1) zu produzieren (und sogar zu überproduzieren!) und dann (2) bei den Verbrauchern ein Bedürfnis zu wecken, das zu einem übermäßigen Konsum führt.
Hinter diesem Konzept verbergen sich beunruhigende Zahlen:
Weltweit werden jedes Jahr etwa 100 Milliarden Kleidungsstücke verkauft.
Über 60 % der Textilfasern sind heute synthetisch, werden also aus fossilen Brennstoffen gewonnen, d.h., mit anderen Worten, nicht verrotten (Source : FairAct)
Die Modeindustrie produziert 80 Milliarden Kleidungsstücke pro Jahr, das sind mehr als 10 für jeden Menschen auf der Erde. Und das sind 400% mehr, als sie vor 20 Jahren produzierte (Source : Le Temps)
Die Industrie ist verantwortlich für 4 % der Treibhausgasemissionen, und 20 % der weltweiten industriellen Wasserverschmutzung (Source : WWF)
Neben dem Umweltaspekt beeinflusst die Modeindustrie auch weitgehend die Bereiche Soziales und Gesundheit. Wir erinnern uns zum Beispiel an den Einsturz der Fabrik Rana Plaza in Bangladesch im Jahr 2013, bei dem 1.100 Menschen getötet und 2.500 verletzt wurden. Und das war kein Einzelfall, denn zwischen 2006 und 2012 kamen mehr als 500 Arbeiter in der bangladeschischen Bekleidungsindustrie bei Fabrikbränden ums Leben.
Mit dem Bewusstsein, das durch diese Zahlen geweckt wird, stellt sich die Frage: Was kann ich selber tun?
Was ist Slow Fashion?
Slow Fashion ist eine Bewegung, bei der es darum geht, qualitativ hochwertige Kleidung die lange hält zu entwerfen, herzustellen und zu kaufen. Sie fördert eine Produktion, die sich aus der Nachfrage ergibt, faire Arbeitsbedingungen, ethische Materialien, einen geringeren CO2-Fußabdruck und (idealerweise) Zero Waste.
Die 5 praktischen Schritte:
1. Sortieren Sie Ihren Kleiderschrank.
Zunächst einmal: Das Aussortieren dessen, was Sie bereits haben, kann viel interessanter sein, als Sie denken. Schon allein deshalb, weil Sie sicher Teile finden werden, die Sie vergessen haben und die Sie gerne wieder tragen würden. Außerdem hilft es, sich Klarheit zu verschaffen und zu wissen, was man schon hat, bevor man vielleicht ein ähnliches Stück kaufen geht.
Welche Fragen können Sie sich also stellen, um sich beim Aussortieren zu helfen? Fragen könnten z.B. sein:
Passt mir das Kleidungsstück noch?
Ist dieses Kleidungsstück bequem?
Habe ich es in den letzten 12 Monaten getragen?
Ist dieses Kleidungsstück in gutem Zustand?
Wenn es beschädigt ist (Fusseln, Risse, kaputter Verschluss usw.), möchte ich mir die Mühe machen, es ändern zu lassen oder es selbst zu ändern (Hier finden Sie eine Liste mit guten Adressen zum Reparieren (eine Liste mit guten Adressen für Reparaturen finden)
Warum möchte ich das Kleidungsstück behalten?
Um das Sortieren zu erleichtern, ist es eine effektive Vorgehensweise, alle Kleidungsstücke aus dem Ankleidezimmer zu holen und sie in Haufen zu organisieren. Helfen Sie sich dabei mit den oben genannten Fragen. Sie können zum Beispiel Folgendes tun
– Einen ersten Haufen mit “Kleidungsstücken, die ich liebe und oft trage”. Diese nehmen also wieder ihren Platz in Ihrem Kleiderschrank ein.
– Einen zweiten Haufen mit “Kleidungsstücken, die ich nie trage (Größe nicht mehr passend, Stil/Farbe nicht mehr passend oder nicht vorteilhaft, …)”. Dann können Sie sich von ihnen ohne Bedauern “verabschieden”, indem Sie sie verkaufen, spenden oder recyceln.
– Ein dritter Haufen mit “Kleidungsstücken, die ich selten trage, die ich aber trotzdem mag”, und so können Sie ihnen noch eine letzte Chance geben, bis sie das nächste Mal aussortiert werden. Im Idealfall gelingt es Ihnen, die Kleidung aus diesem Haufen auf die beiden anderen Haufen zu verteilen.
Was können Sie nun, da die Sortierung abgeschlossen ist, mit den Kleidungsstücken tun, die Sie nicht mehr haben möchten? Es gibt eine Reihe von Alternativen. Sie finden sie zum Beispiel hier: https://www.texaid.ch/fr/. Du kannst dich auch nach Geschäften in deiner Umgebung erkundigen, da diese immer häufiger Kleidung sammeln.
Man kann sie in Altkleidercontainer werfen oder sie an Second-Hand-Läden geben. Je nachdem, welche das sind, bekommt der Laden eine kleine Provision auf den Gesamtpreis des Verkaufs. Außerdem geben einige große Geschäfte Gutscheine im Austausch für deine alten Kleider (dies ist z. B. bei Vögele, H&M oder C&A möglich). Oft werden die Kleidungsstücke aber auch kostenlos zurückgenommen, da unser Vorteil daraus resultiert, dass das Geschäft uns das Leben erleichtert, indem es diese Kleidungsstücke, die in unserem Kleiderschrank Platz wegnehmen, entsorgt.
Es ist möglich, sie über Apps oder Webseiten zu verkaufen. Teorem App ist zum Beispiel eine Schweizer App, auf der Sie “Ihre nicht mehr getragenen Kleidungsstücke verkaufen und die Nuggets finden können, von denen Sie schon so lange geträumt haben”.
Eine weitere Möglichkeit, Kleidung loszuwerden, besteht darin, ein paar Mal im Jahr einen Freundinnentag zu veranstalten, an dem jede die Kleidungsstücke mitbringt, die sie nicht mehr haben möchte. So kann man sich unter all diesen Sachen austauschen und einen Mini “Vide Dressing” mit seinen Lieben machen.
Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass man zwar versucht sein kann, seine bei H&M, Zalando oder anderen gekauften Kleidungsstücke loszuwerden, aber man sollte nicht vergessen, dass es nicht darum geht, Fast-Fashion-Kleidung, die man bereits besitzt, wegzuwerfen!
Wenn Sie beschädigte Kleidung haben, können Sie diese, anstatt sie wegzuwerfen, selbst reparieren (oder reparieren lassen). Das Internet ist voll von praktischen und einfachen Tutorials, selbst für Hobbyschneider. Sie können sie auch wiederverwenden, um etwas anderes daraus zu machen (Upcycling), z.B. Stofftaschen, Beutel, oder sie sogar für Bastelarbeiten oder als Furoshiki (die Technik, bei der wiederverwendbare Stoffe anstelle von Geschenkpapier verwendet werden) verwenden.
Wenn sie zu stark beschädigt sind, sind diese Kleidungsstücke wertvolle Ressourcen, die wiederverwertet werden können. Sie können sie in Containern, in bestimmten “Relais”-Boutiquen, Zweigstellen von Vereinen oder auch auf Mülldeponien ablegen.
Außerdem gibt es manchmal einfach Kleidungsstücke, die nicht mehr passen oder die Sie nicht mehr so mögen, wie sie sind. Dann können Sie kleine Änderungen vornehmen, die das Kleidungsstück manchmal völlig verändern können. Das ist bei einigen Influencerinnen sogar zur Mode oder sogar zum Markenzeichen geworden. Wenn Sie auf YouTube oder Pinterest “thrift flip” eingeben, finden Sie viele Beispiele, die Sie inspirieren können.
Slow Fashion ist ein Prozess. Man muss in seinem eigenen Tempo vorgehen und das Beste aus seinen Werten und Mitteln machen. Aber die goldene Regel, die man im Hinterkopf behalten sollte, lautet: wenig kaufen, besser kaufen und öfter verwenden, was man schon hat..
2. Nach Bedarf kaufen, weniger kaufen!
Bevor Sie zum Kauf übergehen, sollten Sie sich an die wahren Kosten erinnern, die sich hinter einem Kleidungsstück verbergen. Wir sind es nämlich gewohnt, nicht mehr als 10 Franken für ein T-Shirt ausgeben zu wollen, obwohl von der Idee des Kleidungsstücks, über den Transport bis hin zum Färben eine ganze Welt dazwischen liegt!!! Aber wenn man sich bewusst dafür entscheidet, weniger zu kaufen, dann ist es beim Einkaufen auch interessant und relevant, bereit zu sein, mehr zu bezahlen, um ein ethisches Produkt von besserer Qualität zu erhalten.
Wenn Sie neugierig sind, können Sie Ihren “Mode”-CO2- Fußabdruck berechnen: https://www.thredup.com/fashionfootprint. Sie haben es bereits gemerkt: Zwangskäufe sollten vermieden werden.: https://www.thredup.com/fashionfootprint.
In den Städten gibt es viele Secondhand-Läden. Sie können insbesondere in CSPs (Centre Social Protestant), Caritas, Croix-Rouge, Emmaüs und Spezialgeschäften einkaufen gehen.
c. Informieren Sie sich über Marken, die sich als ethisch korrekt bezeichnen.
Wenn Sie sich für einen Online-Einkauf entscheiden, ist es wichtig, sich über die Marke zu informieren. Es gibt Verzeichnisse, die von anderen Leuten vorgeschlagen werden, die ihre Suche schon durchgeführt haben. Ein Aspekt, den Sie im Hinterkopf behalten sollten, ist, dass die Ethik einer Marke an ihrer Transparenz zu erkennen ist, also daran, wie sie über die Herkunft der Materialien, und das Design und Herstellen der Kleidung (die Fabriken) usw. kommuniziert.
Sie können sich mit Hilfe dieser Suchmaschine für engagierte Marken (Auswahl nach Kriterien (französische Seite)) helfen:
Es gibt jede Menge Labels auf der Welt und es ist nicht immer leicht zu verstehen, was sie beinhalten. Hier ist ein sehr guter Artikel, der die Garantien der einzelnen Siegel beschreibt: : https://www.iznowgood.com/?s=label.
Aber um die Sache für Sie einfacher zu machen, sind hier einige Label, die sich auf verschiedene Aspekte konzentrieren:
Ethik, Umweltauswirkungen & Toxizität.
GOTS
Global Recycled Standard
Certification B Corp
Ethisch
Fair Wear Foundation
Max Havelaar
Garantierte Herkunft aus Frankreich
Unternehmen des lebendigen Kulturerbes
Tierethik
Peta
Umweltauswirkungen und Toxizität
Cradle to Cradle
Bluesign
Auswirkungen auf die Umwelt
Better Cotton Initiative
EU Ecolabel
Ungiftigkeit
OEKO-TEX Standard 100
OEKO-TEX Leather Standard
e. Schauen Sie sich die Zusammensetzung des Kleidungsstücks an
Die Herstellung der Rohstoffe macht einen großen Teil des CO2-Fußabdrucks eines Kleidungsstücks aus; deshalb ist es wichtig, auf die Etiketten zu schauen, wenn du ein Kleidungsstück kaufen willst. Hier ist eine Liste der umweltfreundlichsten Materialien (Quelle: happynewgreen )
Um zu vermeiden, dass Sie eine Niere für ein Kleid verkaufen müssen, das Sie nur einmal zur Hochzeit einer Tante anziehen werden, können Sie das Kleidungsstück auch mieten! Online gibt es z. B. die Boutique Saint Frusquin für besondere Anlässe, sharealook, Ragfair u. a..
Außerdem ist es beim Einkaufen interessanter, sich auf Basic-Kleidung zu konzentrieren, die oft zeitlos ist und das ganze Jahr über getragen werden kann. Ein Beispiel wäre das kleine Schwarze, das mit einer Strumpfhose sowohl im Sommer als auch im Winter getragen werden kann.
g. Welche Fragen sollte man sich beim Kauf stellen?
Und schließlich kann es sich lohnen, beim Kauf eines Kleidungsstücks einige Fragen im Hinterkopf zu haben.
– Besitze ich Teile, die ich dazu tragen könnte?
– Werde ich die Gelegenheit haben, dieses Teil zu tragen?
– Wird die Pflege dieses Teils nicht zu mühsam sein?
Der Lebenszyklus eines Kleidungsstücks ist in Wirklichkeit länger, als man sich vorstellen kann, und in jeder Phase des Lebenszyklus gibt es Herausforderungen (verantwortungsvolle Mode: Bewusstseinsbildung). Es wird sogar geschätzt, dass die Hälfte der ökologischen Auswirkungen eines Kleidungsstücks nach dem Kauf stattfindet!
Tatsächlich ist die fünfte Phase des Kleidungsstücks, seine Nutzung, von großer Bedeutung. Sie macht zum Beispiel mehr als 38% der Umweltauswirkungen eines T-Shirts aus. Deshalb ist es wichtig die Gewohnheiten in Bezug auf die Pflege der Kleidung zu ändern:
Machen Sie weniger Maschinen stattdessen mehr gefüllte: Sie können z. B. versuchen, eine große Wäsche pro Woche zu waschen, anstatt zwei kleine Zyklen, da dies enorm viel Energie und Wasser spart.
Waschen Sie Ihre Wäsche bei niedrigen Temperaturen (30 Grad) oder im Kaltwaschgang.
Waschen Sie Ihre Wäsche mit umweltfreundlichen Produkten (z. B. Natron).
Lassen Sie Ihre Kleidung an der Luft trocknen: Dadurch wird die Energiemenge, die Sie beim Waschen verbrauchen, erheblich reduziert
Vermeiden Sie das Bügeln: Wie das maschinelle Trocknen ist dies der Schritt, der den Zähler für den CO2-Fußabdruck Ihres Waschmittels in die Höhe schnellen lässt. Um dies auszugleichen, können Sie Ihre Kleidung richtig aufhängen oder bei leichten Stücken auf einen Bügel hängen: Auf diese Weise trocknet sie von selbst und ohne viele Falten.
5. Sich selbst bilden und recherchieren
Und schließlich ist der wichtigste Schritt, selbst weitere Nachforschungen anzustellen!
Hier sind einige Vorschläge, die Ihnen helfen können, die Problematik besser zu verstehen und Sie bei diesem Prozess der “De-Fast-Fashionisierung” zu begleiten.
“Um zum Nachdenken über unsere Art des Modekonsums aufzufordern, wurde FAIR’ACT ins Leben gerufen. Während der ökologische Wandel in vielen Bereichen in vollem Gange ist, ist es an der Zeit, dass er auch in der Mode stattfindet.
Es ist an der Zeit, den wahren Wert von Kleidung wieder in den Mittelpunkt zu rücken”.
Es handelt sich um einen Schweizer Verein, der alles daran setzt, die Verbraucher zur Slow Fashion zu bewegen.
Blog einer jungen Frau, die sich selbst als “vernünftig süchtig nach ethischer Mode, verantwortungsvollem Reisen und natürlicher Schönheit sowie auf der Suche nach einem vernünftigeren Lebensstil” beschreibt.
“Die Global Fashion Agenda steht hinter der wichtigsten kommerziellen Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit in der Mode, dem Kopenhagener Modegipfel, der die Bewegung seit über einem Jahrzehnt anführt. Jedes Jahr bringt der Kopenhagener Modegipfel Mitglieder der Modeindustrie, multilaterale Organisationen, Industrieverbände, politische Entscheidungsträger und viele andere zusammen, um gemeinsame Lösungen zur Beschleunigung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit zu finden.”
Diese Organisation ist sehr gut recherchiert und mit Quellen belegt und ermöglicht es, die Nachrichten über Slow und Fast Fashion aus nächster Nähe zu verfolgen.
Diese Organisation arbeitet eng mit der öffentlichkeit zusammen, um ein Bewusstsein zu schaffen, drängt aber auch Unternehmen zu Verhaltensänderungen.
Ihre Vision: Eine globale Modeindustrie, die die Umwelt bewahrt und wiederherstellt und die Menschen vor Wachstum und Profit wertschätzt.
Abschließend lässt sich sagen, dass Slow Fashion – wie Zero Waste – ein Prozess ist, sodass Sie sich nicht direkt ins kalte Wasser stürzen und alles gleichzeitig machen wollen. Denken Sie daran, dass jeder Schritt, den Sie tun, bereits mehr Nutzen bringt, als wenn Sie es gar nicht erst versuchen. Gehen Sie Schritt für Schritt vor, und passen dabei mit Ihren Fortschritten auch Ihre Entscheidungen an, und vergessen Sie dabei nicht immer eine gehörige Portion Toleranz gegenüber sich selbst. Manchmal können Sie schneller werden, manchmal müssen Sie langsamer werden oder ein paar Schritte zurückgehen.
Das Wichtigste ist, dass Sie Spaß und Freude an der Slow Fashion haben!
ellschaft durcheinander gebracht. Die Zeiten sind für alle schwierig, besonders aber für kleine Händler, lokale Handwerker und regionale Produzenten. Sie sind jedoch die Essenz der lokalen Wirtschaft, ein wichtiges wirtschaftliches Gefüge und ein wichtiges soziales Bindeglied.
Die Behörden denken darüber nach, wie die Situation verbessert werden kann, aber jeder und jede kann sich mit der lokalen Wirtschaft solidarisieren, damit sie diese Zeit überlebt. “Jeder ausgegebene Franken ist eine Stimme” und wir sind dafür verantwortlich, wie wir unser Geld ausgeben.
Zum Handeln, gibt es verschiedene Optionen, z. B. :
Auf dem Markt nach lokalen Produzenten suchen: Bieten sie ein Abonnement für einen wöchentlichen Gemüsekorb an oder kann man online bestellen? Mit ein paar Klicks im Internet werden Sie schnell fündig und können sicher eine angenehme und praktische Lösung finden. Haben sie eine Partnerschaft mit einem Laden in der Nachbarschaft? Wenn wir Bestellungen zusammenlegen, müssen wir nicht abwechselnd an den Stadtrand fahren. So können wir Fahrten vermeiden.
Wenn möglich, direkt auf dem Bauernhof einkaufen. Das Gemüse schmeckt besser, weil es reif geerntet wird, es gibt keine Transportwege, mehr Auswahl bei den Sorten und wer weiß, vielleicht entdecken Sie neue Geschmacksrichtungen? Einige Produktsorten vertragen den Transport schlecht und könnten nicht reisen. Lokale Erzeuger haben diese Sorge nicht, daher sind sie eher bereit, neue Anpflanzungen zu testen. Und einige von ihnen legen ihren Körben sogar Rezepte bei, damit Sie Abwechslung haben oder alte Gemüsesorten kennenlernen können!!
Fragen Sie sich, ob es eine lokale Lösung für ein Produkt gibt, das Sie normalerweise in einem Supermarkt kaufen. Manchmal ist es nur eine Frage der Gewohnheit, die uns dazu bringt, ein Produkt einem anderen vorzuziehen. Gibt es nicht auch eine lokale Alternative? Haben Sie zum Beispiel schon einmal von Brokkoli-Guacamole gehört? Ein wunderbares Beispiel für die Anpassung an das “Örtlichere”. Nicht nur, dass wir mit diesem Rezept einen Teil des Gemüses verwenden können, den wir sonst eher beiseite schieben, sondern Brokkoli können wir auch in unserem Garten haben. Wir haben Ihnen unser bestes Rezept auf unseren Blog gestellt, dass wir diesen Sommer getestet haben und es ist super!
Indem Sie online in Geschäften einkaufen, die dies anbieten: z. B. in einer regionalen Seifenfabrik, einem Onlineshop für waschbare Windeln und Menstruationsslips oder einem Buchladen in Ihrer Nachbarschaft. Auf unserer Seite “Unsere Mitglieder” können Sie sich einen Überblick über die Shops verschaffen, die unsere Vision von Zero Waste teilen.
Indem Sie bei kleinen Einrichtungen wie Tante-Emma-Läden, Bäckereien, Unverpacktläden und Selbstständigen einkaufen.
Indem Sie in Ihrem Restaurant in der Nachbarschaft zum Mitnehmen bestellen. Und dort vergessen Sie nicht, Ihren Behälter mitzubringen. Seit über einem Jahr baut ZeroWaste Switzerland das Netzwerk “Adoptons le Zéro Déchet” aus und nimmt Kontakt mit allen Zero Waste freundlichen Geschäften auf, damit diese den Aufkleber “Hier nehmen wir Ihren Behälter an” an ihrer Tür anbringen.
So wird die Identifizierung der Kunden, die darauf bedacht sind, möglichst wenig Einwegverpackungen zu verwenden, erleichtert. Auf unserer Seite “Zusammen Zero Waste anpacken!” finden Sie alle Informationen, die Ihnen als Verbraucher oder sogar als Händler nützlich sein können!
Indem Sie eine der Apps verwenden, die entwickelt wurden, um lokale Produzent/innen und Händler/innen zu unterstützen.
Erzählen Sie von all diesen Initiativen in Ihrem Umfeld, um Ihre Mitmenschen zu inspirieren: Sagen Sie es weiter und haben Sie keine Angst, Ihre Freunde anzustecken!
Weitere Adressen finden Sie auf unserer Seite “Karte der Zero Waste-Adressen“. Die Karteist partizipatif: Wenn Sie eine gute Adresse kennen, die noch nicht auf unserer Karte zu finden ist, fügen Sie sie bitte hinzu!
Schritt-für-Schritt zu Zero Waste. Hier unsere 24 Tagestipps:
Tag 1 – Einstieg
Eine Woche (intellektuelle) Vorbereitung, dann 24 Tage praktische Umsetzung und Tests: mit der Zero Waste Methode einkaufen, kochen, entrümpeln…
Am Ende hast du die Zero Waste Werkzeuge in der Hand, um ein Maximum an Verschwendung zu vermeiden. Du wirst auf dem Weg zu einem Lebensstil sein, der Suffizienz mit Freude wertet. Los geht’s!
Tag 2 – warum ?
Was sind deine Beweggründe? Warum möchtest du deinen Abfall reduzieren? Versuch, neben den grossen Prinzipien auch konkrete Situationen zu finden, in denen dir Zero Waste einen echten Mehrwert in deinem Leben bringt: die Verbindung zu den Herstellern, mehr Zeit und Sorgfalt in die Auswahl und den Kauf von Produkten zu investieren als in die Entsorgung des Abfalls, …
Schreib dein “Warum” auf einen Zettel und hänge ihn als Motivation gut sichtbar auf.
Tag 3 – Suffizienz
Das Wichtigste ist, Abfall beim Kauf zu vermeiden. Damit sind nicht nur die Behälter gemeint, sondern auch der Inhalt…..
Hier sind zwei Ansätze, die bei der Analyse helfen:
Die BJSUU-Methode (shorturl.at/twDGK): B – Bedarf J-Jetzt S– Start U-Uebereinstimmend U-Ueberfluss:
Wenn der Kauf unausweichlich ist, wenden wir uns der Pyramide der Kaufbedürfnisse zu (übersetzt aus “The buyrarchy of needs”).
Tag 4 – Ausrüstung
Heute fangen wir an, die Grundausrüstung zusammenzustellen. Wende die Grundsätze von Tag 3 an. Der mythische Metallstrohhalm z. B. ist wirklich nicht nützlich, wenn du keinen Strohhalm brauchst.
Dagegen sind Beutel für unverpacktes Einkaufen ehrlich gesagt unvermeidlich.
Aber hast du Stoffresten zu Hause? Hast du Lust zu nähen? Im Internet gibt es unzählige Tutorials zum Nähen von Beuteln. Wenn dich das nicht reizt, kaufe dir ein paar Stoff-Säcke in verschiedenen Grössen.
Tag 5 – Unterwegs
Ein Behälter, in den du dir etwas zu trinken einschenken kannst, ist unerlässlich. Überlege dir, ob du einen Becher oder eine Flasche brauchst. Beginne mit dem, was du hast, und vielleicht kommt ein spezifischer Bedarf auf.
Ein kleines Set “Messer-Gabel-Serviette” ist ebenfalls sehr praktisch. Steckt einfach die Besteckteile in eine Serviette und wickelt ein Gummiband darum.
Tipp: Stoffservietten werden zu Tausenden in Second-Hand-Einrichtungen verkauft, manchmal sehr schöne.
Tag 6 – Meine Läden
Wo möchtest du was kaufen? Kannst du ganz einfach auf einen Markt gehen? Hast du einen Gemüsebauern, Metzger, Käser, Tofuhersteller, … unter deinen Adressen? Wie kannst du das Einkaufen in deine Woche integrieren? Strebe nach Einfachheit, sonst kann das Experiment nicht von Dauer sein.
Im Gegenzug wirst du eine Bindung zu deinen Händlern aufbauen und Freude an Spezialitäten haben, die nicht immer und überall erhältlich sind. Endlich schmeckt man die Lebensmittel wieder! Was für ein Genuss 😉
Die Einkaufsliste ist ein Muss! Ausgehend von einem Essensplan, bei dem natürlich auch unvorhergesehene Ereignisse, Einladungen, usw. berücksichtigt werden, wird die Liste mit dem wöchentlichen Essensplan kombiniert und nach Geschäften unterteilt geschrieben. Plane eine Stunde, vielleicht auch mit der Familie, dafür ein.
Achte auf die Zwischenmahlzeiten, besonders bei Kindern; die sind immer hungriger, als denkt! Lass sie ihre neuen unverpackt gekauften Kekse aussuchen und in ihre Znünibox füllen, sie werden es lieben 😉
Tag 8 – Gehen Sie einkaufen
Die Liste ist geschrieben, jetzt hält dich nichts mehr zurück. Schnapp dir deine Einkaufstasche, deine Beutel, deine Gläser und los geht’s zum unverpackten Einkauf! Dies ist eine Herausforderung, also wenn es etwas gibt, das dich beeindruckt, geh heute hin (Käserei, Metzgerei oder die erste Erkundung eines Unverpacktladens zum Beispiel).
Achtung: Es wird auch Fehlschläge geben. Die Käserin, die dir so freundlich anbietet, ein Stück zu probieren (auf einem Plastiklöffel), das Stück Fleisch, das nicht in dein Tupper passt. Das ist kein Grund für Schuldgefühle, sondern ein notwendiger Lernprozess. Du wirst in einiger Zeit darüber lachen ?.
Was die Möglichkeiten zum Einsammeln der Grünabfälle durch die Gemeinde angeht: Wenn du Glück hast, ist das vielleicht schon gut organisiert. Ansonsten kannst du bei der Gemeinde anfragen, warum das nicht der Fall ist. Eine Aktion mit mehreren Einwohnern kann die Sache ins Rollen bringen ?
Tag 11 – Reduzieren
Sortiere deine Sachen aus. Nimm eine Tüte und gehe durch deine Wohnung. Denk an jeden Gegenstand und seinen Nutzen oder seinen emotionalen Wert. Packe alles, was du nicht mehr brauchst in deine Tüte: Kleidung, Spielzeug, Bücher…. Reduzieren hilft dabei 1. gelassener zu leben und 2. Dinge bei jemand anderem zu nutzen.
Entscheide, ob die Sachen noch gebraucht werden können oder ob sie up- oder downgecycelt werden sollen. Die Idee ist natürlich, möglichst wenig wegzuwerfen und diesen für dich nicht mehr nützlichen Dingen ein neues Leben zu schenken! Es sind deine zukünftigen Kaufentscheidungen, die möglichst viel Abfall vermeiden werden. Die Wiederverwertung kommt später; heute wählst du aus, was weggehen kann.
Tag 12 – Kündige die Magazine
Bestell alle Werbung, Rundschreiben und Zeitungen der orangen Riesen ab: Für alles, was du nicht erhalten möchtest und was dir nichts bingt (häufig nur Werbung), kannst du darum bitten, dass es dir nicht mehr zugeschickt wird. Schau mal in deinen Recyclingbehälter mit dem Papier, wenn du einen hast, und analysiere ihn und alle unnötigen Kataloge abbestellen. Klebe einen Stopp-Werbung-Aufkleber an den Briefkasten;) In Genf können nach einer Studie der Westschweizer Konsumentenorganisation durch den Kleber knapp 30 kg Papierabfall vermieden werden!!
Es ist an der Zeit, deine Mailbox zu leeren. Doch doch. Und dich mit dem kleinen hell gedruckten Link ganz unten in der E-Mail abzumelden. Newsletter, Werbung, alles (ausser dem Newsletter von ZeroWaste Switzerland natürlich).
Und LÖSCHEN. Nicht abheften, nicht für den Fall der Fälle aufbewahren. Das ist sehr befreiend. Natürlich gibt es Dinge, die man behalten muss, aber im Prinzip wirst du eine Menge Nachrichten löschen können. Tatsächlich trägt die Aufbewahrung all dieser Daten in Rechenzentren auch zur Umweltverschmutzung bei.
Tag 14 – Durchatmen
Zero Waste sollte keine lästige Pflicht sein, sondern eine positive Aktion für dich und die Umwelt. Lies dir dein Warum noch einmal durch, schau dir die Aktionen an, die du an den verschiedenen Tagen umgesetzt hast (oder auch nicht), erledige die Aufgaben, die dich frustriert haben, da du sie am geplanten Tag nicht erledigen konntest….. Wenn du bereits Änderungen umsetzen konntest, nimm sie aktiv wahr und sei stolz auf dich!
Die Halbzeit ist da, feiere sie. Vielleicht mit dem Film “Tomorrow” oder “Animal”von Cyril Dion?
Tag 15 – Haushalt
Mach eine Bestandsaufnahme deiner Haushaltsprodukte. HALT wirf sie nicht weg. Benutze sie bis zum Ende. Sie sind im Müll genauso schädlich, wie wenn sie ihrem eigentlichen Zweck dienen.
Die Liste der benötigten Produkte ist kurz, und man muss absolut kein Chemiker sein, um einige Basisprodukt herzustellen. Schmierseife, Essig und Natron (Natriumbikarbonat) können einfach so verwendet werden. Rezepte, die Essig und Natron mischen, sollten vermieden werden. Chemisch gesehen ergibt die Mischung aus Essig (Essigsäure) und Natriumbikarbonat Natriumacetat und Wasser, keins reinigt, daher solltet ihr diese Mischung nur dann herstellen, wenn ihr glaubt, dass das Schäumen, das auftritt, wenn die Reaktion stattfindet, von Vorteil sein kann.
Kurz gesagt:
Essig gegen Kalk
Natron gegen Flecken
Schmierseife gegen Fett
Verschiedene Reinigungsmittel findest du offen und abfüllbar in Unverpacktläden und Drogerien, aber behalte im Kopf, dass weniger immer besser ist!
Auf unserem Blog und den Social Netzwerken teilen wir regelmässig Tipps und Tricks zur Reinigung. Einfach, weniger und nachhaltig ist hier gefragt.
Tag 16 – Das Badezimmer
Genau wie bei den Reinigungsmitteln: Zuerst beenden, was da ist. Dann einen Ersatz wählen, der die ökologischen Auswirkungen minimiert und keine Verpackung hat. Wenn du nicht auf Duschgel verzichten kannst, gibt es auch unverpackte Optionen. Der Übergang zu Stückseife, sei es für Haare oder Körper, ist nicht für jeden leicht, und es kann eine Übergangszeit geben, in der das Duschen an Attraktivität verliert, aber eine Gewohnheit zu ändern ist selten einfach.
Am Tag 11 hattest du eine Kiste mit Sachen zusammengestellt, die “reduziert” werden sollten. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür!
Gibt es Dinge, die du doch noch behalten möchtest ? Die letzten paar Tage haben dir sicherlich erlaubt zu sehen, ob du die richtigen Entscheidungen getroffen hast.
Dann schau dir an, was du verkaufen kannst. Sei geduldig, denn der Verkauf kann je nach Produkt recht lange dauern. Wähle gut aus, was du verkaufen möchtest, und mache schöne Fotos und einen günstigen Preis.
Für alles, was du spenden möchtest, suche nach Organisationen in deiner Nähe und danach, was sie brauchen. Zögere nicht, an Freunde zu verschenken oder auch mit den Kindern auf Flohmärkte zu gehen!
Teilt eure guten Adressen in den jeweiligen Regionen mit!
Tag 18 – Gebraucht kaufen
Denkst du über einen Kauf nach? Hast du die BJSUU -Methode aus Beitrag #3 angeschaut? Wenn eine Anschaffung nötig ist, denke an Second Hand! Das spart nicht nur die Verpackung, sondern auch die gesamten ökologischen Kosten der Produktion.
Ein bereits produzierter Gegenstand ist ein perfektes Objekt, um seinen ökologischen Fussabdruck zu verkleinern (und Geld zu sparen!).
Es gibt viele Secondhand-Websites im Internet, lokale Facebook-Gruppen, Tauschgeschäfte, Boutiquen … Was ist deine bevorzugte Art des Secondhand-Konsums?
Denke auch daran, wo du deine Kiste mit Gegenständen, die du verschenken willst, entsorgt hast ?
Tag 19 – Wieder Einkaufen !
Vervollständige deine Liste mit Produzenten und Läden, überdenke deinen Wochenplan und schau, ob du deine Organisation optimieren kannst.
Identifiziere Produkte (Essen oder anderes), für die du noch keine abfallfreie Lösung hast, und lass uns gemeinsam eine Lösung finden.
Tag 20 – Reparieren
Repariere etwas. Ob es eine Hose ist, ein kaputter Gegenstand oder ein Schuh, den du zum Schuster bringen musst: Repariere so viel wie möglich!
Wenn du nicht über die nötigen Fähigkeiten verfügst: Du kannst dir Videos ansehen und lernen, wenn es dich interessiert. Ansonsten: Finde einen Reparateur (Link unten) oder schau, ob es in deiner Nähe ein “Repair-Café” gibt (ein tolles Konzept, um viele verschiedene Dinge mit motivierten Freiwilligen zu reparieren).
Natürlich ist das nicht jedermanns Sache, aber Do-it-yourself hat auch seine guten Seiten! Es ist gut, sich vor dem Wegwerfen die Frage zu stellen, ob ein bestimmter Gegenstand nicht einen anderen Zweck erfüllen könnte. Die Konservendose kann durchaus zu einem Behälter für Küchenkräuter oder für Stifte werden. Die alte Socke kann als Tawashi wiederauferstehen. Das alte T-Shirt kann zur Tasche werden. Bevor du etwas wegwirfst, suche nach Inspirationen.
Tag 22 – Wechsle deinen Abfallkübel
Wow, was für eine Genugtuung, zu sehen wie sich dein Abfalleimer verkleinert ! Es ist wahrscheinlich an der Zeit, von der 35l-Tüte auf die 17l-Tüte umzusteigen! Wenn nicht, wird das bald passieren, sei unbesorgt und lies unsere Tipps noch einmal 😉
Verwandle deinen Badezimmerabfalleimer in einen Küchenabfalleimer! Der Abfalleimer in der Küche ist nämlich zu gross geworden (und der im Badezimmer unnötig). Du kannst ihm ein neues Leben geben 😉
Das dient zwei Zwecken: Erstens wird sich dein Mülleimer nicht so schnell füllen, wenn du also die grossen Tüten behältst, wird es nach ein paar Tagen riechen, je nachdem, was du wegwirfst (z.B. schmutzige Verpackungen etc.). Zweitens kann ein kleinerer Mülleimer dabei helfen, sich bewusst zu machen, was man wegwirft.
Schliesslich wirst du feststellen können, dass der immer kleinerer Abfallbehälter immer länger hält.
Tag 23 – Alternativen zum Konsum
Überlege, welche Dinge im Leben wichtig sind. Sind es die Gegenstände? Sind es die Ereignisse? Neue Dinge zu lernen? Zeit mit anderen zu verbringen? Sich miteinander zu vernetzen?
Denn ja, du wirst (im Prinzip) weniger Zeit damit verbringen, über deinen Konsum nachzudenken, auf Produktseiten zu surfen oder shoppen zu gehen.
Du wirst Zeit haben, um dich auszuruhen, um Interessen nachzugehen, zu meditieren, …
Welches sind deine Träume? Jetzt hast du Zeit, sie zu realisieren.
Tag 24 – Batch – cooking
… oder Slash Cooking.
Batch Cooking: Du nimmst dir am Sonntag drei Stunden Zeit, um die Hauptmahlzeiten für die ganze Woche zuzubereiten.
Slash Cooking: Du bereitest bestimmte Zutaten zu und kombinierst diese auf verschiedene Weise.
Warum ist das interessant? Die Menüs ermöglichen einen maximalen Einsatz der Zutaten und minimieren so die Verluste. Beispiel: Nach der Zubereitung von Zucchini-Spaghetti wird das Innere in einer Tortilla weiterverwendet. Das spart auch Kochzeit (und damit viel Energie). Und die Einkäufe werden genau auf den Speiseplan abgestimmt. Kurz gesagt: Es lohnt sich das mal auszuprobieren!
Aufbrauchen. Einmal pro Woche (idealerweise vor dem Einkaufen) sollte man zumindest ein Inventar machen. Im Idealfall ist der Kühlschrank dann leer von schnell ablaufenden Produkten. Ansonsten planst du das was übrig bleiben wird direkt in die ersten Menüs ein. Dies ist ein wichtiger Schritt, um der Verschwendung von Lebensmitteln vorzubeugen.
Für diejenigen, die mit dem Fertigessen von Resten kämpfen: Transparente Glasbehälter können dabei helfen, die Reste zu sehen und sie direkt zu verwerten. Die Aufbewahrung in undurchsichtigen (verdächtigen) Behältern ist nicht von Vorteil.
Auch im Vorratsschrank ist Suffizienz angesagt. Vermeide den Kauf von speziellen Zutaten, die du nur für ein einziges Rezept benötigst; oft gibt es Ersatz. Oder du schaust, wofür du die Zutat sonst noch verwenden kannst!
Tag 26 – Alternativen zum Kauf
Einige davon wurden bereits erwähnt: Ablehnen, Reparieren, Upcycling.
Aber es gibt auch die Möglichkeit des Leihens und Tauschens. Organisiert (lokale Gruppen, Objektbibliothek, Pumpipumpe (https://pumpipumpe.ch/), Verleih von Babykleidung) oder spontan (Freunde, Nachbarn, Gruppen auf Mail….).
Diese Aktion wird sich in dein Leben integrieren und ein Objekt zuerst (vor dem Neukauf) zum Auslehnen zu suchen zum normalen Reflex. Dies erlaubt es zu Sparen und Abfälle und Gerümpel vorzubeugen.
Denk auch darüber nach, was du zu Hause hast, das du teilen könntest. Könntest du diese Idee den Nachbarn vorschlagen?
Tag 27 – Bilanz
Das ist das Ende der Herausforderung! Fiesta! Glückwunsch zu deinen Überlegungen, Änderungen und Infragestellung. Es gibt noch viele weitere Themen: Hast du gesehen, dass pflanzliche Produkte am einfachsten unverpackt zu kaufen sind (ausser Tofu und Tempeh)? Möchtest du anfangen, dein Gemüse für den Winter selbst zu konservieren? Eine Gratiferia organisieren? Hast du auch No-Gos bei dir zu Hause identifiziert? Hier gilt es, diese nicht überzubewerten. Schau dir an, wie weit du schon gekommen bist. Das Ziel ist nicht, ein Einmachglas voll Abfall pro Jahr zu haben (wenn du es schaffst: BRAVO!), sondern Verschwendung zu vermeiden und zu einem bewussten Konsumverhalten zu kommen.
Wie geht’s weiter? Melde dich für den Newsletter von ZeroWaste Switzerland an, finde Gruppen, die bestimmte Werte mit dir teilen, um deine Motivation aufrechtzuerhalten, die Suffizienz zu normalisieren und mit Freude Fortschritte zu machen.
Gehören Sie auch zum Team “Griff zum Haushaltspapier bei der kleinsten Gelegenheit”? Ein verschüttetes Glas, ein Sossenfleck, die Katze, die das Katzenklo verfehlt hat, und schwupps, schon haben Sie die Lösung parat: das rettende Haushaltspapier, das das Missgeschick wegwischt und unbemerkt in den Mülleimer wandert.
Aber wussten Sie, dass Haushaltspapier (in der Schweiz so genannt, in Frankreich Sopalin und in Belgien Küchenpapier) nicht recycelbar ist und sich sehr schlecht auflöst, da es in erster Linie dazu dient, Flüssigkeit aufzusaugen? Es wird daher nicht empfohlen, es anstelle von Toilettenpapier zu verwenden und im WC runterzuspülen, da es sonst zu Problemen in den Leitungen kommen kann! Deshalb landet also das Papier samt Inhalt in der Mülltonne, was auch nicht die ideale Lösung ist.
Wo liegt denn nun das Problem? Es entsteht ein übermässiger Papierverbrauch, verbunden mit Kosten (für den Kauf des Haushaltspapiers UND der gebührenpflichtigen Müllsäcke in den entsprechenden Regionen) und vor allem ist es nicht die umweltfreundlichste Lösung.
Wenn Sie auf den Haushaltspapier-Reflex verzichten, können Sie:
Ihren Abfall reduzieren
Ihre alten Bettlaken, Schwämme und Handtücher wiederverwenden
Den Kauf, den Transport und die Lagerung von Haushaltspapier sparen.
Aber was macht man ohne dieses magische Papier? Nun, es gibt viele Alternativen!
Mit der Recycling-Option können Sie mit alten Stoffen Ihre eigene Putzrolle herstellen und ihre Kreativität ausleben.
1. Nehmen Sie ein Stück Stoff (Frottee und/oder saugfähiges Material), das Sie in den Tiefen Ihres Kleiderschranks finden oder gebraucht in einem Secondhandladen/Flohmarkt/Brockenhaus kaufen
2. Schneiden Sie dieses quadratisch, rechteckig, rund oder fantasievoll zu! Ganz nach Lust und Laune
3. Versäubern Sie die Ränder
4. Zur Perfektionierung können Sie den Stoff sogar doppelt legen, eine Seite glatt und die andere Seite aus Frottee. Dazu gibt es im Internet viele Tutorials mit Anleitung.
5. Um Ihr Lieblingsputzpapier so gut wie möglich zu imitieren und Ihre Gewohnheiten nicht zu sehr zu verändern, können Sie die “Stoffblätter” mit Klettverschluss oder Druckknöpfen aneinander befestigen und sie dann um Ihren alten Haushaltspapierrollenhalter wickeln.
Für den Fall, dass Ihnen diese Aktivität keinen Spass macht, gibt es diese Art von Artikeln unter anderem bei unseren Mitgliedern api-care.ch, objectifzerodechet.ch und sac à snack, sowie in anderen Unverpackt-Läden zu kaufen.
Für eine noch schnellere Version: den Stoff mit einer gezahnten Schere (oder einer normalen Schere) zuschneiden und einfach in eine Schachtel stapeln (man muss nicht einmal versäubern, geschweige denn bügeln).? Das funktioniert auch sehr gut.
Um sich das Leben zu vereinfachen, können Sie für die benutzten Tücher ein Wäschenetz vorsehen. Einmal benutzt, hoppla, ab ins Netz. Am Waschtag wird das volle Netz einfach zur Wäsche hinzugefügt.
Lassen Sie uns jetzt noch einen Schritt weiter gehen und wir schauen uns unsere Gewohnheiten und deren Alternativen dazu an.
Am Tisch: Eine schöne Stoffserviette ist immer noch angenehmer als das weichste Haushaltspapier! Benutzen Sie einen persönlich gekennzeichneten Serviettenring (z.B. aus Holz), so kann jeder die eigene Serviette mehrmals verwenden. Es sei denn, Sie essen Garnelen, die geschält werden müssen!
Kochen Sie? Bei Obst und Gemüse fallen meistens Rüstabfälle an, welche kompostiert werden können.
Vielleicht haben Sie den Reflex, diese auf eine Zeitung oder, wenn diese fehlt, auf das Haushaltspapier zu legen. Es scheint einfacher, direkt darauf zu schälen, und hoppla, schon ist das Ganze zusammengelegt und wird direkt in den Mülleimer geworfen. Nehmen Sie besser einen Behälter oder eine Schüssel um Ihre Rüstabfälle zu sammeln, die Sie ausserdem auf Ihrem Kompost entsorgen können. Diese Abfälle sind biologisch abbaubar und werden von Würmern zersetzt. Auf diese Weise verringern Sie Ihren Verbrauch an Einwegpapier.
Hat sich Ihr Hund übergeben? Oder hat Ihre Katze einen Vogel heimgebracht? Solche Sachen möchte man nicht mit den Händen anfassen. Da ist Haushaltspapier praktisch und auch dick genug, um die Hände nicht voll davon zu haben! Aber je nach Situation erfüllen Bürste und Schaufel denselben Zweck. Die kann man dann auch mit Wasser waschen und schon ist es wieder sauber!
Beim Blumengiessen zu viel Wasser genommen? Ihr Kind hat seinen Sirup verschüttet? Der Kaffee ist Ihnen aus der Hand gerutscht? Der Reflex ist, sich ein angefeuchtetes Haushaltspapier zu schnappen, aufzuwischen und ab in den Mülleimer als wäre nichts gewesen. Aber erinnern Sie sich noch an den Wischmopp? Dieser ist genau für solche Fälle vorgesehen. Unter Wasser halten, einen Tropfen Reinigungsmittel dazu, schrubben und fertig! Gut ausspülen und Ihr Tuch kann mehrmals verwendet werden, bevor es in die Waschmaschine wandert.
Einwegtücher im Badezimmer? Das braucht es nicht mehr. Oder schnell den Schreibtisch putzen? Ein Spritzer Essig und mit einem Stück Stoff drüberwischen und schon ist es erledigt !
Sie putzen Ihre Spiegel, Fenster und Bildschirme mit Haushaltspapier und sind mit dem Ergebnis nie zufrieden? Profis benutzen Mikrofasertücher! Sie sind sparsam, umweltfreundlich, wiederverwendbar und vor allem effektiv! Wenn Sie kein solches Tuch haben, können Sie auch auf Zeitungspapier zurückgreifen, das im Gegensatz zu Küchenpapier keine Rückstände hinterlässt.
Es ist Hochsaison für Erkältungen und Ihre Nase läuft wie ein Wasserhahn? Gut, aber Küchenpapier ist nun wirklich nicht sanft zu Ihrer Nase. Diese wird es Ihnen danken, wenn Sie sie mit einem Stofftaschentuch verwöhnen!
Mit all diesen Tipps können Sie ein paar Bäume retten und mithelfen, die Abfall- und Müllberge zu reduzieren. Klingt doch gut, oder? ?
Wie der Name schon sagt, zielt die Zero Waste-Philosophie darauf ab, Abfall in allen Bereichen des täglichen Lebens zu reduzieren. Abgesehen vom offensichtlichen Einfluss auf die Natur und den Planeten, ist diese Philosophie, die in der Tat eine echte Lebensweise ist, auch vorteilhaft für die Gesundheit, den Geldbeutel oder sogar unser Land! Hier sind ein paar der vielen guten Gründe, um anzufangen. Du hast deine Kollegen, die ihren peruanischen Kaffee in Plastikbechern trinken, schon einmal überhört, aber wusstest nicht viel darüber?
Ändere deine Gewohnheiten ganz einfach mit diesen Tipps.
Sei ?! #becoolzerowaste
Bring deinen Becher mit
Um Littering zu vermeiden, lass deinen Kaffee oder andere Getränke in deine eigene Tasse abfüllen. Die Tasse kannst du ja immer in deiner Tasche mit dabei haben.
Sei auch cool im Café, bring deinen eigenen Behälter mit.
Jetzt, wo Restaurants und Cafés geschlossen sind, holen wir uns natürlich mehr Essen und Getränke zum Mitnehmen! Dabei sammeln sich grosse Mengen Plastik- und Kartonbecher, Plastikdeckel usw. an. All dieser Abfall lässt sich vermeiden, wenn du deinen eigenen Becher ins Café mitbringst.
Verpackungen vermeiden. Den eigenen Behälter mitbringen.
Vermeide den Kauf von Produkten mit zu viel Verpackung (vor allem Einweg-Plastikverpackungen) und finde Alternativen: eine eingepackte Tafel Schokolade vs. ein Stück Kuchen auf einem Teller ohne Verpackung.
Sei cool und kauf in Unverpacktläden ein!
Einwegverpackungen zu vermeiden, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man im Supermarkt einkauft. Die meisten Produkte (auch Gemüse) sind überverpackt… aber eine positive Entwicklung gibt es doch : an der Frischetheke werden in den meisten Supermärkten die eigenen Behälter jetzt akzeptiert und das Angebot mit Artikeln im Offenverkauf wird auch immer umfangreicher. Wenn du plastikfrei einkaufen willst, schau vorallemn bei kleinen Läden in deiner Nähe vorbei, die mit einem Pfandsystem arbeiten, unverpackte Waren anbieten und eine Vertrauensbeziehung zu ihren Kundinnen und Kunden aufbauen.
Kaufe Second Hand statt neu, was meistens unverpackt ist. Ausserdem sparst du Geld, da du von den niedrigen Preisen von Second-Hand-Produkten profitierst.
Cooler Stil gefällig.
Kaufe Second Hand!
Nachhaltige Mode heisst nicht gleich teuer! Lokale Second-Hand-Läden sind eine echte Fundgrube für gebrauchte und gut erhaltene Markenkleidung. Da ist für jeden etwas dabei. Du kannst auch einfach die Kleider verkaufen, die du nicht mehr tragt, und damit etwas Gutes tun. Versuche dich an folgende Faustregel zu halten: Für jedes neue oder gebrauchte Kleidungsstück, das in euren Kleiderschrank einzieht, sortiert ihr ein Kleidungsstück aus.
Auf dem Markt einkaufen
Lokale Produkte bevorzugen! Indem du auf den naheliegenden Wochenmarkt gehst, förderst du die lokale Wirtschaft. Darüber hinaus sind die Produkte nicht verpackt. Die Tomaten, die du essen wirst, haben nicht Tausende von Kilometern zurückgelegt, um auf deinem Teller zu landen.
Damit man bei einem Markteinkauf keinen unnötigen Müll produziert, ist es wichtig, sich gut zu organisieren. Dafür musst du kein Organisationstalent sein – ein Einkaufskorb reicht schon. Wer besonders gut ausgestattet ist, kann auch Folgendes mitnehmen: einen Einkaufstrolley, Stoffbeutel für Obst und Gemüse, einen Brotbeutel, Glasbehälter (oder Tupperware), Behälter für Saucen oder Crème fraîche usw. In Ordnung, bist du bereit? Wir sehen uns auf dem Markt!
Plastikflaschen ersetzen und zu Werbungen ablehnen
Sei cool und setze die Zero-Waste-Gesten im Alltag um! Wann man über ein Leben (fast) ohne Abfall spricht, sind die Leute oft neugierig und interessiert. Die Umsetzung erscheint aber manchmal schwierig. Wenn du im Alltag diese kleinen Gesten umsetzt, macht das bereits einen grossen Unterschied!
Sag nein zu Flyern und Werbung! Du musst nicht jeden Tag Werbung in deinem Briefkasten akzeptieren. Mach Fotos von den Visitenkarten oder den verschiedenen Prospekten, die du z. B. am Bahnhof erhältst. Druck ein einfaches “BITTE KEINE WERBUNG” aus, um es auf deinen Briefkasten zu kleben.
Ersetze Plastikflaschen durch wiederverwendbare Glas- oder Edelstahlflaschen, die Getränke heiss oder kalt halten. Fülle ihn, wo du kannst, und zögere nicht, in kleinen Cafés freundlich zu fragen, ob du deine Flasche mit Wasser füllen kannst (das ist auch eine gute Möglichkeit, deine Figur in Form zu halten).
Selber Produkte herstellen
Sein eigenes Waschmittel herzustellen, hat viele Vorteile: Es ist supereinfach, spart Geld und ist gut für die Umwelt! Egal, ob Zero-Waste-Neuling oder -Experte, jeder kann sein eigenes Waschmittel herstellen! Probier’s doch mal aus und zeig uns das Ergebnis #zerowasteswitzerland Weitere Zero-Waste-DIY-Ideen findest du auf unserem Blog!
Bring deinen eigenen Behälter mit
Mit der Flüssigseife zum Beispiel, erzeugen wir Abfall, vor allem wegen des Behälters. Bring deine wiederverwendbare Flasche in den Unverpacktladen mit, um sie mit Waschseife oder flüssigem Duschgel zu füllen oder kauf eine feste Seife, um die Flüssigseife zu ersetzen! Dies gilt auch für Shampoo, …..
Für die Kosmetik kannst du auch pflanzliche Öle verwenden, um deine Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen (Kokosnuss, Jojoba …) und wiederverwendbare Stoffwaschmittel (handgenäht!), um deine Haut zu reinigen und Make-up zu entfernen.
Um noch weiter zu gehen:
Sag nein zu Kunststoff
Bereite dich darauf vor, Nein zu Plastiktüten zu sagen, indem du immer eine leichte, faltbare, wiederverwendbare Tasche dabei habst (verwende diese Tasche auch für das unverpackte Obst und Gemüse, das du kaufst). Der örtliche Unverpacktladen wird dein bester Freund für alle anderen Lebensmittel: Tee, Kaffee, Zucker, Mehl usw…, die in wiederverwendbare Glasbehälter und Gläser abgefüllt werden.
Mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmittelnreisen
Bevorzuge öffentliche Verkehrsmittel, gehe zu Fuss, mit dem Fahrrad oder Motorroller. Die ökologischen und ökonomischen Kosten des Reisens mit dem Auto sind enorm.
Sei digital schlicht und suffizient
Benutz dein Telefon/Computer für Notizen, als Kalender, zum Kauf von Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel. Reduziere das Streaming so weit wie möglich. Speichere Fotos und Dokumente nicht unnötig, sondern lösche sie. Vermeide das Drucken, wechsle von Papierrechnungen zu automatischen/Internet-Zahlungen, melde dich von gedruckten Katalogen und digitalen Newslettern ab (hier mehr darüber).
“Wir müssen unseren Blick ändern und bei all unseren täglichen Handlungen die Zero Waste Brille aufsetzen.”
Natalie Bino, Mitgründerin von ZeroWasteSwitzerland
Kleiner Leitfaden für den Konsum: Machen wir “Zero Waste” zur Gewohnheit! Ein Beispiel für Kaffee, kann aber für alle Behälter verwendet werden.
WIE SCHAFFT MAN ES, SICH DAS MITNEHMEN SEINES EIGENEN BEHÄLTERS ZUR GEWOHNHEIT ZU MACHEN?
Es gibt einen Grund, warum wir einen “take-away” Kaffee so gerne mögen: Es ist praktisch und es macht Spass, seinen Kaffee überall und zu jeder Tageszeit zu geniessen.
Vielleicht sind Sie aber auch dabei zu versuchen, Ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, und möchten nachhaltigere Gewohnheiten annehmen, die nicht auf der Verwendung von Einwegbechern beruht?
Dann gratulieren wir Ihnen! Das ist eine hervorragende Entscheidung. Folgen Sie diesem Leitfaden, und ändern Sie spielerisch die Art und Weise, wie Sie Ihren Kaffee konsumieren, und reduzieren dabei gleichzeitig Abfall, und schonen die Umwelt!
Die Anatomie von Einwegkaffeebechern
Einwegkaffeebecher bestehen heute überwiegend aus Pappe mit Polyethylenbeschichtung. Der Deckel besteht immer aus Polystyrol.
Polyethylen hat die Eigenschaft, dass es sehr langlebig und kaum biologisch abbaubar ist. Dies ist ein Problem für Becher, die zu 99% biologisch abbaubar sind und daher Kunststoffrückstände im Boden hinterlassen.
Ein weiteres Problem ist, dass die Becher aus “neuem” Karton hergestellt werden. Um das Risiko einer chemischen Kontamination zu vermeiden, werden sie nicht aus recyceltem Karton hergestellt. Ihr Recycling ist nahezu null, da sie nach Gebrauch verschmutzt sind und nicht in die Kartonsammlung gelangen können. Es handelt sich also um eine einmalige Verwendung von Karton!
Für Polystyrol gibt es in der Schweiz keinen Recyclingweg und es wird verbrannt.
Folglich sind der Deckel und der Becher nicht biologisch abbaubar und können nicht recycelt werden.
Vorteile von wiederverwendbaren Kaffeebechern
Um aufzuzeigen, dass der wiederverwendbare Becher eine bessere Umweltbilanz aufweist, müssen Annahmen berücksichtigt werden, die stark variieren und das Endergebnis entsprechend beeinflussen. Beispiel:
Kann der Plastikbecher recycelt werden? Und wenn ja, wird er wirklich recycelt?
Wird der wiederverwendbare Becher in der Maschine gespült? Wenn ja, hat der Geschirrspüler eine Sparklasse (z. B. A++) und vor allem: Wird er vor dem Einschalten auch gefüllt?
Stammt der Strom (und/oder das warme Leitungswasser) aus erneuerbaren Energiequellen?
Wie viel graue Energie enthält das Wasser, das zum Waschen verwendet wird? usw.
Es wurden mehrere Studien von herstellerunabhängigen Organisationen durchgeführt, die zu dem Schluss kommen, dass die Verwendung von wiederverwendbarem Geschirr umweltfreundlicher ist als Einwegkaffeebecher. Die aktuellste Schweizer Studie zu diesem Thema ist die vom BAFU im Rahmen der Euro2008 erstellte Studie.
Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihre eigene Tasse mitzubringen, hat das positive Effekte für Ihre Gesundheit, die Qualität Ihres Kaffees und die Umwelt.
Und wenn Sie es geschafft haben das Mitbringen Ihrer eigenen Tasse zu einer täglichen Gewohnheit zu machen, werden Sie es genauso praktisch finden wie ein Einwegbecher. Hier sind einige Motivationsfaktoren, die Sie im Hinterkopf behalten sollten, wenn Sie die Gewohnheit zu entwickeln wollen, Ihren Behälter selbst mitzubringen – auf Englisch #BYO (bring your own):
Keine giftigen Materialien mehr. Ein wiederverwendbarer Becher aus BPA-freiem Edelstahl, Glas oder Silikon ist besser für Ihre Gesundheit und verbessert den Geschmack.
Reduzieren Sie den Einwegplastikmüll. Es versteht sich von selbst, dass Sie während der Lebensdauer Ihres wiederverwendbaren Bechers die Verwendung von Hunderten oder sogar Tausenden von Einwegbechern vermeiden, je nachdem, wie häufig Sie Getränke zu sich nehmen.
Geniessen Sie heisse oder kalte Getränke länger – Edelstahl (Inox) hilft, die Temperatur zu halten. Wenn Sie sich also für einen wiederverwendbaren Becher entscheiden, der mit einer doppelwandigen Isolierung entworfen wurde, bleiben Ihre Heissgetränke stundenlang heiss oder kalt.
Wie kann man sich #BYO zur Gewohnheit machen?
1. Bleiben Sie organisiert
Damit Sie nicht in letzter Minute vor dem Verlassen des Hauses nach Ihrem Becher suchen müssen, sollten Sie in Ihrem Schrank einen Platz für saubere Becher haben. Wählen Sie ihn entsprechend der Verwendung aus: auslaufsicher oder nicht, isotherm, klein oder gross, leicht, stabil!
2. Halten Sie Ihren Becher sauber und desinfiziert
Wenn Sie Ihre eigene wiederverwendbare Tasse (Becher, Flasche oder Thermoskanne) mitbringen, achten Sie darauf, sie so schnell wie möglich, spätestens aber im Laufe des Tages, mit warmem Seifenwasser zu reinigen. Das Risiko von Bakterien- und Schimmelwachstum steigt mit zunehmender Feuchtigkeit und Hitze, und der übrig gebliebener Capuccino kann potenziell gesundheitsschädlich werden. Für eine gründlichere Reinigung können Sie mit einer Flaschenbürste die schwer erreichbaren Ecken der Flasche und des Deckels abreiben. Lassen Sie sie dann vollständig trocknen, bevor Sie sie an einem ausgewiesenen und leicht erreichbaren Ort aufbewahren. Wenn Sie Ihre wiederverwendbare Tasse mehrere Tage im Auto oder im Rucksack gelassen haben, empfehlen wir Ihnen, sie mit einer Wasser-Essig-Mischung zu reinigen.
Lieblingsaktivitäten mit einen wiederverwendbaren Kaffeebecher
Eine weitere Möglichkeit, die #BYO-Gewohnheit zu entwickeln, besteht darin, Ihre Liebe zum Coffee-to-go mit Ihren Lieblingsaktivitäten zu kombinieren:
1. Der morgendliche Spaziergang
Einige der brillantesten und erfolgreichsten Persönlichkeiten der Geschichte haben erklärt, dass sie Morgenspaziergänge lieben. Für Charles Dickens, Steve Jobs, Aristoteles und viele andere war ein Spaziergang eine Gelegenheit, die erzielten Fortschritte Revue passieren zu lassen und gleichzeitig die zukünftigen Ziele für den Rest des Tages, der Woche oder des Monats ins Auge zu fassen.
Wenn Sie den Spuren der grössten Geister folgen, können Sie Ihren Morgenspaziergang ganz einfach durch die anregende Wirkung des Kaffees verbessern. Und wenn Sie Ihre eigene Tasse mitbringen, fühlen Sie sich gut, glücklich darüber, keinen Müll erzeugt zu haben, und einen Coffee-to-go in einer inspirierenden Umgebung geniessen.
2. Kaffee-Kreis im Park
Ein einsamer Spaziergang ist zwar eine grossartige Möglichkeit, sich zu besinnen, aber es ist auch schön, Abwechslung zu haben und Zeit für soziale Interaktionen. Wenn Sie Ihre kaffeetrinkenden Kollegen treffen, erzählen Sie ihnen von Ihrer neuen #BYO Gewohnheit. Ein Kaffeekränzchen ist auch der ideale Weg, um die Ruhe der Natur zu geniessen und gleichzeitig mit Ihren Lieben zu plaudern.
Sie können diese Idee über den Park hinaustragen, indem Sie ein Treffen in einem Naturschutzgebiet ansetzen. Wenn Sie Ihre eigene Thermoskanne mit Freunden und Familie mitbringen, erhöht sich der Anreiz, wieder an der frischen Luft zu sein, und Sie schützen die Umwelt, indem Sie Einwegplastikmüll reduzieren.
3. Kaffeepause am Arbeitsplatz
In der heutigen schnelllebigen Gesellschaft fördert das Mitnehmen eines Kaffees die Gewohnheit, am Arbeitsplatz oder unterwegs eine Tasse zu trinken. Aber ausserhalb des Büros sich bei einer Tasse Kaffee mit anderen Mitarbeitern auszutauschen, ist eine grossartige Möglichkeit, den Tag zu unterbrechen und gleichzeitig die sozialen Bindungen zu stärken.
Tipps, damit Sie nicht vergessen, Ihre eigene Tasse mitzubringen
Die 3-Minuten-Regel
Sie werden nie vergessen, Ihren eigenen wiederverwendbaren Becher mitzubringen, wenn Sie die 3-Minuten-Regel anwenden:
Anstatt zur Tür zu rennen und sofort loszugehen, sagen Sie sich und jeder Person, die Sie begleitet, dass Sie drei Minuten vor dem Start Zeit haben, um einen letzten Check durchzuführen. So haben Sie genügend Zeit, um sicherzustellen, dass Sie alle wichtigen Dinge wie Geldbörse, Handy und Schlüssel sowie die Ausrüstung für unterwegs wie Ihre Kaffeetasse und andere Gegenstände, die Ihnen das Zero Waste erleichtern, dabei haben.
Was auch immer Sie tun, behalten Sie dieselbe Checkliste im Hinterkopf, damit es jedes Mal, wenn Sie die 3-Minuten-Regel praktizieren, zur Gewohnheit wird.
Wenn Sie sich beeilen, könnten Sie etwas vergessen, deshalb sollten Sie sich immer ein paar Minuten Zeit nehmen, um Ihre Liste mit unverzichtbaren Gegenständen durchzugehen, bevor Sie ausgehen.
Wenn Sie vergessen haben, Ihre eigene Tasse mitzunehmen
Vielleicht haben Sie Ihre wiederverwendbare Kaffeetasse verlegt oder schlichtweg vergessen. Was auch immer der Grund sein mag, es ist schwer, auf seine tägliche Tasse Kaffee zum Mitnehmen zu verzichten. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, sich entweder in das Café zu setzen und den Kaffee an Ort und Stelle zu trinken (aus einem wiederverwendbaren Becher) oder den Abfall zu reduzieren, indem Sie Ihren Einwegkaffeebecher wiederverwenden. Obwohl sie nicht so langlebig sind, können sie ein paar Mal verwendet werden, bevor sie weggeworfen werden. Das ist zwar nicht ideal, aber wenn sie nur gelegentlich verwendet werden, ist es ein Schritt in die richtige Richtung.
Weitere Tipps
Wenn Sie ausgehen, brauchen Sie mehr als nur Kaffee, um gesund zu bleiben und ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, dieselben Strategien anzuwenden: Bringen Sie Ihre eigene Wasserflasche oder einen Behälter für Ihr Essen mit. Wie Einwegkaffeebecher enthalten auch Wasserflaschen aus Plastik und Essensschalen schädliche Chemikalien wie BPA. Investieren Sie in eine wiederverwendbare Wasserflasche und einen Behälter aus Edelstahl, um Ihren Abfall zu minimieren und sicherzustellen, dass Sie immer einen Behälter zur Hand haben.
Zum Mitnehmen
Zeigen Sie Ihre Unterstützung für die Mehrwegkultur und ermutigen Sie andere, diese positive Gewohnheit zu übernehmen, indem Sie Aktivitäten mit ZeroWaste Switzerland organisieren und Ihre Lieblingstassen in den sozialen Medien veröffentlichen. #ZeroWasteSwitzerland #tassedabei #BYO #ZeroWasteNetzwerk #GemeinsamZeroWaste #becoolbeZeroWaste #zerowaste #bringyourown
Dank der Zero Waste Methode lassen sich viele Verpackungen vermeiden, aber manchmal müssen wir uns dennoch für ein verpacktes Produkt entscheiden. Wie soll man sich da zurechtfinden?
Ist Glas besser als Plastik? Sind die Papiertüten im Unverpacktladen umweltfreundlich? Mein Getränk wurde mit einem Strohhalm aus Karton serviert… ist das gut oder schlecht?
Um euch zu helfen, all diese Informationen zu entwirren, hier ein paar Hinweise, um die richtige Wahl zu treffen!!!
1.1 Was ist das Problem mit Plastik?
Dieses Foto, das in einem bekannten Schweizer Supermarkt aufgenommen wurde, ist ein gutes Beispiel dafür, wie viel Plastik überall und manchmal ungerechtfertigt vorhanden ist. Aber warum ist das ein Problem?
Weltweit werden jedes Jahr 78 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt (Zahlen von 2017), 98% davon aus neuem Material. Nur 2% der hergestellten Kunststoffmasse wird recycelt. Rund 32% des Kunststoffs gelangen als Verunreinigungen in die Umwelt (Ausschuss aufgrund fehlender lokaler Aufbereitungsmöglichkeiten, Unfälle, Unwissenheit, Fehlverhalten).
Die Schweiz ist trotz ihrer hohen Sammelquote (53% der Abfälle werden in der Schweiz recycelt – 2019 – Quelle: swissrecycling.ch) nicht verschont geblieben.
Ein Beweis dafür ist die Entwicklung von Veranstaltungen in den letzten Jahren, bei denen Abfälle in der Natur gesammelt werden, wie z. B. der world clean up day, Océan clean-up des Vereins Slat, Net’Léman in der Westschweiz…
1.1.1 Die Auswirkungen
<ip-pii> Auswirkungen auf die Biodiversität: Verschmutzung der Ozeane, des Bodens und der Luft
13 Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr in den Ozeanen (Quelle: UNO), mehrere hundert Kilogramm pro Sekunde. Die Folgen: Fast 100’000 Meerestiere werden jedes Jahr durch das Verschlucken von Plastik getötet. Bei anderen werden Mutationen beobachtet, sowie Verhaltensänderungen oder Bioakkumulation (vor allem im Plankton).
Diese Erkenntnisse sind besorgniserregend, da die allgemeine Verschmutzung, die der Ozeane, aber auch der landwirtschaftlichen Böden, der Flüsse bis hin zu den Gipfeln der Berge unmöglich zu “reinigen” ist. Das Plastik, das bereits in unserer Umwelt vorhanden ist, wird dort für Hunderte von Jahren bleiben. Die Herausforderung besteht darin, die Anhäufung so schnell wie möglich zu stoppen. Eine kürzlich von Oceaneye veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass Plastikpartikel im Genfersee in einem ähnlichen Ausmass vorhanden sind wie in den Ozeanen. 50 Tonnen Plastik würden jedes Jahr im See landen. Die Studie schätzt, dass mehr als 600 Tonnen Plastik im Genfersee schlummern. Nur 10% des Materials, das den See verunreinigt, kommt über die Rhone wieder heraus. Zu wissen, was mit dem Rest geschieht, ist schwierig.
<ip-pii> Auswirkungen auf das Klima
Wir werden euch nichts Neues beibringen, denn Plastik wird aus fossilen Stoffen hergestellt: aus Erdöl, dessen Entstehung Tausende von Jahren gedauert hat. Laut IAE werden 2030 mehr als 30 % des Erdöls in der petrochemischen Industrie und nicht als Kraftstoff verwendet, 2050 werden es 50 % sein (Petrochemie = Plastik und Pestizide, insbesondere).
<ip-pii> Auswirkungen auf die Gesundheit
Um die für ihre Verwendung erforderlichen Eigenschaften zu erhalten, sind Kunststoffe nie rein. Es werden Zusatzstoffe hinzugefügt, obwohl sie als endokrine Disruptoren bekannt sind (Phthalate oder Flammschutzmittel). Einige dieser Stoffe können in die Lebensmittel migrieren: insbesondere durch Hitze, fettige Lebensmittel oder die Wiederverwendung von Einwegverpackungen. Es gibt heute keine gesetzliche Verpflichtung, die vollständige Liste der Zusatzstoffe anzugeben, die im Durchschnitt 7 % der Masse von Kunststoffen ausmachen.
So wurde Plastik im Blut von Menschen (einschliesslich Babys) gefunden, Phthalate bei 99,6% der Schwangeren, Flammschutzmittel bei 100% und BPA bei 70%. Die Babys von heute werden bereits vorbelastet geboren!
1.2 Welche Alternativen gibt es? Und wie wählt man die richtigen aus?
Kehren wir zurück zu unseren Einkäufen und den Alternativen zu unverpackter Ware…
1.2.1 Die Papiertüte
Immer häufiger werden in Geschäften, die eine umweltfreundlichere Alternative zu Plastik anbieten wollen, Kraftliner-Tüten angeboten, die in den Regalen wie Pilze aus dem Boden schiessen. Sind sie wirklich so umweltfreundlich?
Bilanz : Selbst wenn Papier biologisch abbaubar ist, entgleist es in Bezug auf seinen Wasserverbrauch und das Risiko der Eutrophierung natürlicher Lebensräume. Die beste Tüte ist die, die man wiederverwendet! Denkt daran, eine kleine, leichte Tasche für unvorhergesehene Einkäufe dabei zu haben. Geht mit Stofftaschen, einer Kiste oder einem Korb einkaufen! Diese sind bei weitem die besten Optionen.
1.2.2 Dosen und Konservenbüchsen
Zwei Arten von Metallen, die hauptsächlich für Metallverpackungen verwendet werden: Aluminium (Dosen, kleine Konservendosen) und Weissblech (Mischung aus Stahl und Zinn).
<ip-pii> Aluminium
Es wird durch den Abbau von Bauxit gewonnen, das hauptsächlich aus Australien, China, Brasilien und Indien stammt. Um zu metallischem Aluminium verarbeitet zu werden, muss das Bauxit von anderen Mineralien (Eisen, Zinn, Silizium) befreit und anschliessend entwässert werden. Es wird zunächst zerkleinert und mit Soda geätzt, um daraus das Aluminiumoxid zu extrahieren. Die erhaltene Lösung wird abgekühlt, was die Abscheidung von Aluminiumoxidhydrat bewirkt, das dann erhitzt wird, um wasserfreies Aluminiumoxid, ein weisses Pulver, zu erhalten. Dieses wird mit Kryolith3 vermischt und in ein 1000° C heisses Bad gegeben, durch das ein hochintensiver elektrischer Strom geleitet wird (Elektrolyse4), wodurch sich der Sauerstoff vom Aluminium trennt. Im Durchschnitt benötigt man 5,25 Tonnen Bauxit und 200 kg Soda, um weniger als 1 Tonne Aluminium zu gewinnen.
Die Auswirkungen dieses Prozesses sind vielfältig:
– Bei der Gewinnung: Beeinträchtigung der biologischen Vielfalt (Abholzung), Verschmutzung von Flüssen und Böden. Bei der Herstellung entstehen Abfälle aus dem Prozess: der berühmte “rote Schlamm” (mehr dazu).
– Co2-Emissionen: Die sehr hohen Temperaturen, die für die Herstellung benötigt werden, sowie die verschiedenen Temperaturanstiege und -abfälle verbrauchen enorm viel Energie. So würde die Energie, die für die Herstellung von Aluminium (primär und Recycling) benötigt wird, 1% der weltweiten Produktion ausmachen. Im Falle einer Getränkedose wäre dies 10-mal mehr als die Produktion des Inhalts.
Da der Produktionsprozess des Rohstoffs sehr energieintensiv und umweltbelastend ist, ist das Recycling ein echter Gewinn im Vergleich zur Verwendung von Neumaterial. Durch das Recycling von Aluminium werden die CO2-Emissionen im Vergleich zur Herstellung von Aluminium aus Bauxit um 95 % gesenkt.
Die Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV) schreibt eine Verwertungsquote von mindestens 75 % vor. Wird diese Quote nicht erreicht, kann der Bund die Erhebung eines Pfandes einführen. Die Verwertungsquote für Aludosen in der Schweiz im Jahr 2019 beträgt 94 %.
<ip-pii> Weissblech
Es ist eine Mischung aus Stahl (selbst eine Legierung aus Eisen und Kohlenstoff) und Zinn.
Bei der Herstellung entstehen Verschmutzungen durch die Abbauaktivitäten, den Energiebedarf für den Abbau und den Transport. Da Eisen in der Erdschicht sehr häufig vorkommt, ist es dennoch eines der Metalle, dessen Herstellung die geringste Energie erfordert.
Die Produktion aus recycelten Materialien reduziert den Energieverbrauch um mehr als 60 % und die Luftverschmutzung um 30 %. Die Recyclingquote für Weissblechverpackungen in der Schweiz liegt bei 86 %. Um das Recycling zu ermöglichen, werden Stahl und Zinn getrennt und separat recycelt. Zinn kann als Zinn (Lötzinn, etc.) wiederverwendet werden, der einmal geschmolzene Stahl kann für Kabel, Rohre, Bleche und “teilweise” in neuen Verpackungen verwendet werden.
Bilanz : Metallverpackungen haben einen Einfluss auf das Klima. Die Wahl von recycelten Verpackungen und das Sortieren von Verpackungen sind daher wichtig. Die beste Option ist es, die Verwendung von Metallverpackungen zu reduzieren.
1.2.2 Glas
Glas ist der Liebling der “No Plastic”-Umweltschützer und wird immer beliebter!
Aus gesundheitlicher Sicht ist es das beste Material: Es ist das “inerteste”, das heisst, es gibt so gut wie keine Migration von der Verpackung in das Produkt. Recycelbar, stabil, transparent, gesund, leicht abwaschbar – Glas scheint ideal zu sein.
Dabei wird vergessen, dass die Rohstoffe für Glas nicht unbegrenzt vorhanden sind und die Gewinnung und das Recycling von Glas sehr energieintensiv sind. Bei jedem Recyclingzyklus muss auf über 1000°C erhitzt werden (1600°C bei der Herstellung).
Glas ist nach wie vor eines der erfolgreichsten Recyclingverfahren, allerdings verliert jeder Zyklus etwa 10% Material. Es muss also wieder Material zugeführt werden, um die gleiche Menge an Glas zu erhalten. Da es in Europa nur wenige Glasfabriken gibt, reisen sowohl das zu recycelnde Glas als auch das neue Glas viel!
Bilanz : Die Verwendung von Glas als “Einwegglas” ist ein Irrweg. Glas sollte so oft wie möglich wiederverwendet werden, bevor es recycelt wird. Die Entwicklung von Pfandflaschen, die so lokal wie möglich sind, ist die beste Lösung. Es gibt bereits Milchprodukte, Biere oder Säfte in Glas mit Pfand. Finden Sie gute Adressen auf unserer Karte.
1.3 Falsche “ökologische” Lösungen, die man unbedingt vermeiden sollte
In den Regalen der Geschäfte existieren andere Verpackungen, von denen sich einige damit brüsten, umweltfreundlich zu sein… Entschlüsselungen dieser “nicht wirklich” umweltfreundlichen Verpackungen.
1.3.1 Die “Tetra Pack” Packungen
Sie bestehen aus einem mehrschichtigen Aufbau (75% Karton, 20% Polyethylen und 5% Aluminium) und werden als recht umweltfreundliche und recycelbare Alternative angepriesen.
Beim Recyclingprozess werden die Tetra Pack-Verpackungen in Wasser eingeweicht und die 75 % Papierbrei extrahiert. Der Rest, der aus Kunststoff und Aluminium besteht, wird verbrannt. Karton kann nicht wieder zur Herstellung von Tetra-Packs verwendet werden. Er wird zur Herstellung von Wellpappe verwendet.
In der Schweiz gibt es nur wenige Sammelstellen und eine einzige Verarbeitungsanlage. Es handelt sich dabei um die Model AG in Weinfelden, die die Kapazität hat, die 20’000 Tonnen Tetra Packs, die jedes Jahr in der Schweiz verbraucht werden, und sogar noch viel mehr zu verwerten. Allerdings läuft sie aufgrund fehlender Sammlungen leer.
Bilanz : Ein Recycling, das weit vom Modell der Kreislaufwirtschaft entfernt ist und erhebliche Investitionen der Allgemeinheit erfordern würde… Ist das wirklich eine Lösung, die man unterstützen sollte?
1.3.2 Die “Biokunststoffe”
Bio-Kunststoffe werden aus erneuerbaren Rohstoffen (Mais) oder Bioabfällen (z. B. Zuckerrohr) hergestellt und haben sich in den letzten Jahren in Form von Bechern, Obst- und Gemüseschalen, Einwegverpackungen für Take-aways usw. immer weiterverbreitet.
Wie sieht die Bilanz dieser Biokunststoffe aus?
Landwirtschaftliche Flächen zu nutzen, um eine Wegwerfwirtschaft zu reproduzieren und aufrechtzuerhalten, ist abwegig. Dies fördert intensive Monokulturen, schadet der Artenvielfalt und ist eine Quelle der Umweltverschmutzung. Verwechselt mit echtem Plastik, können sie falsch sortiert werden und das Plastikrecycling verschlechtern.
Bilanz : Dies ist eine falsche gute Lösung, die ihr vermeiden solltet.
1.3.3 Biologisch abbaubare Oxo-Beutel
Die Tüte besteht aus herkömmlichem Plastik (auf Erdölbasis), dem ein Zusatzstoff hinzugefügt wurde. Unter dem Einfluss von Licht, Sauerstoff und Hitze zerfällt die Tüte in Tausende von Plastikpartikeln. Es dauert Hunderte oder sogar Tausende von Jahren, bis sie sich tatsächlich zersetzt. Dabei besteht die grosse Gefahr, dass sie in die Umwelt gelangt.
Warum werden sie dann von den Herstellern als gut für die Umwelt angepriesen?
Weil sie schnell zerbrechen (auch wenn sie in der Natur zurückgelassen werden). Auch wenn man es nicht mehr sieht, ist das Plastik in Form von Mikropartikeln immer noch da und wird in der Umwelt verteilt. So kann es von einigen Tieren aufgenommen werden und in die Nahrungskette gelangen.
Recycelbar oder kompostierbar?
Weder das eine noch das andere! Oxobiologisch abbaubare Tüten bestehen aus Kunststoff und werden daher aus Erdölprodukten hergestellt. Trotz der Behauptungen vieler Hersteller sind sie also nicht kompostierbar. Echte kompostierbare Tüten bestehen aus pflanzlichen Materialien (Zellulose und andere Vegetabilien).
Achten Sie darauf, sie nicht zu verwechseln!
In der Schweiz sind diese Taschen noch immer erlaubt, aber viele Händler haben sie aufgrund der Beschwerden ihrer Kunden bereits abgeschafft. Nicht verwenden!
1.3.4 Bambus
An sich eine Pflanze mit geringen ökologischen Auswirkungen, verursacht ihr Erfolg negative Auswirkungen auf die Umwelt: Entwaldung, intensive Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden, um die weltweite Nachfrage zu befriedigen. Die CO2-Belastung von Bambus ist höher als die von Plastik (Ein Bambusröhrli muss 27 Mal wiederverwendet werden, um eine günstigere Auswirkung im Vergleich zu Plastikhalmen zu erzielen).
Einweggeschirr aus Bambus ist mit einer wasserabweisenden Schicht aus Kunststoff überzogen. Manche Importprodukte enthalten auch Melamin, das besonders dann gesundheitsschädlich ist, wenn die Lebensmittel in dem Behälter heiss sind.
Bilanz : Geschirr aus Bambus (oder anderen Pflanzenfasern), selbst wenn es kompostierbar ist, bleibt Einweggeschirr, das mangels Sortierung zum grössten Teil verbrannt wird
Die einzigen akzeptablen Lösungen sind wiederverwendbare Behälter. Pfandlösungen gibt es bei vielen Restaurants, sie bieten Recircle oder ihren eigenen Geschirr-Lösungen an. Ihr könnt auch eure Behälter und Tassen für euer Essen zum Mitnehmen mitbringen!
Abschliessend sei gesagt, dass es keine “Wundermaterialien” gibt, die keine Auswirkungen haben. Sich dessen bewusst zu sein, ist ein erster wesentlicher Schritt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Zero Waste Prinzipien gelten auch für Verpackungen :
1. Etude d’évaluation des impacts environnementaux des sacs distribués en boutique, réalisée par Ecobilan, en mars 2008, pour Sacs Papiers de France et Procelpac, groupement français des fabricants de matériaux d’emballage à base de cellulose. Les résultats sont donnés pour un sac plastique courant de 25 litres et un sac papier courant de 36 litres.
Ja, und es ist für viele kosmetische und haushaltsspezifische DIY-Produkte anwendbar!
Was ist Natriumhydrogencarbonat/Natron?
Es ist ein Salz, daher wasserlöslich. Die chemische Formel lautet NaHCO3. Einmal im Wasser aufgelöst, erhöht es den pH-Wert des Wassers auf etwa 8,4. Es handelt sich also um ein leicht alkalisches Salz (das Gegenteil von Säure).
Warum also soll es z.B. gegen Kalkablagerungen auf der Kleidung helfen? Denn sobald es im Wasser gelöst ist, verhindert es, dass sich das im Wasser vorhandene Kalzium in Form von Kalk ablagert. Aus diesem Grund sind seine weichmachenden Eigenschaften für die Herstellung von Wasch- und Geschirrspülmitteln so interessant.
Es wird auch als leichtes Schleifmittel verwendet, da es vor dem Auflösen in Wasser ein feines Pulver ist, das nicht kratzt, aber hilft, Schmutz abzukratzen. Es wird auf die zu reinigende Fläche gestreut und dann mit einem Schwamm oder einem feuchten Lappen eingerieben, um gute Ergebnisse zu erzielen. Seine milde Schleifwirkung wird auch bei der Herstellung von Zahnpasta verwendet. Aber Vorsicht, ab dem Alter von 6-7 Jahren haben wir keine Ersatzzähne mehr. Wenn Sie also selbstgemachte Zahnpasta ausprobieren, sollten Sie Ihren Zahnschmelz regelmässig überprüfen lassen.
Übrigens gibt es drei Arten von Natronpulver auf dem Markt. Die weniger reine und gröbere technische Qualität ist für den Einsatz im Haushalt bestimmt. Die Lebensmittelqualität ist für alle Verwendungszwecke geeignet und die pharmazeutische Qualität ist die reinste und beste (aber auch die teuerste). Natron für Futtermittel ist auch in grossen Säcken bei der Landi erhältlich. Die Qualitätsanforderungen für diese Art von Natron sind nicht sehr klar, aber es ist auf jeden Fall für den Haushaltsgebrauch geeignet.
Natriumhyrogencarbonat/Natron ist nicht zu verwechseln mit Soda-Kristallen (Natriumcarbonat) und auch nicht mit Ätznatron (Natriumhydroxid), die nicht für Lebensmittel oder Kosmetika geeignet sind, da sie zu alkalisch und daher ätzend sind.
Warum ist dies eine unverzichtbare Zero Waste Zutat?
Wir haben also gesagt, dass Natronpulver gegen Kalkablagerungen und als Schleifmittel wirkt, aber das ist noch nicht alles: Natronpulver hat noch viele andere Eigenschaften:
Entkalkungsmittel: für Wasch- und Geschirrspülmittel
Schleifmittel: zum Abkratzen von Schmutz, Zähneputzen, Peeling usw.
Deodorant/ Geruchsbeseitigung: bekämpft Bakterien und Säuren, die Gerüche unter den Armen, an den Füssen und in den Schuhen verursachen. Es kann als Mundwasser benutzt werden. Im Kühlschrank oder im Müllsack absorbiert und neutralisiert es Gerüche.
Leichtes Entfettungsmittel: Wie alle alkalischen Produkte hilft es, Fett zu lösen, was in Reinigungsprodukten, aber auch im Shampoo nützlich ist.
Antimykotisch, antibakteriell, milbenhemmend: sehr nützlich für die Trockenreinigung von Teppichen oder Sofas. Mit Wasser verdünnt können verunreinigte Bereiche gesäubert werden.
Lebensmittel: Vielseitig einsetzbar, z.B. zur Verbesserung der Verdauung, als Backpulver um Kuchen- und Gebäckteig aufgehen zu lassen, zur Verringerung des Säuregehalts, usw. Gemüse und Salate können sauberer gewaschen werden, und im Kochwasser von Gemüse beigefügt macht es dieses bekömmlicher.
Natriumbicarbonat/Natron kann leicht in Unverpacktläden gefunden werden. Erkundigen Sie sich nach der Qualität und Einsatzgebiet (technisch oder für Lebensmittel).
Die Mischung aus Natron und Essig schäumt, aber wozu ist diese Mischung gut?
Für nichts! Oder fast nichts. Die beiden reagieren miteinander und neutralisieren sich gegenseitig, wobei CO2 (Gas) und ein inertes Salz (Natriumacetat) freigesetzt werden. Wenn die Reaktion beendet ist, bleibt nur noch die überschüssige Substanz (in kleineren Mengen) übrig. Es macht also keinen Sinn, sie zu mischen, denn es ist einfach nur Verschwendung. Die einzige Ausnahme ist die Beseitigung von Rohrverstopfungen. Das damit erzeugte Gas trägt dazu bei, die Verstopfung zu lösen. Um einen Abfluss freizumachen, können Sie Natronpulver (oder die aggressivere Variante: Soda-Asche/Soda-Kristalle) und Essig (oder die aggressivere Zitronensäure) verwenden. Siehe auch unseren Artikel über Essig hier.
Die Mischung Natron und Zitronensäure hat mehr oder weniger die gleiche Wirkung, nur das erzeugte Salz ist anders. Das Ergebnis ist Natriumcitrat, das auch zur Verringerung der Wasserhärte beiträgt, aber die Wirksamkeit der beiden Grundprodukte geht dabei verloren.
In Verbindung mit Schmierseife ist Natron hingegen ein sehr wirksames Mittel zum Schrubben, Reinigen, Entfetten usw.
Warum kann ich kein Bio-Natronpulver finden?
Bio bezieht sich nur auf biologische Produkte, aber Natron ist ein mineralisches Produkt. Man kann zum Beispiel kein Bio-Wasser oder Bio-Speisesalz finden. Natron kommt in der Natur in einer etwas anderen Form vor. Aber das, was wir kaufen, wird im Wesentlichen durch einen recht einfachen chemischen Prozess hergestellt.
In unserem Streben nach Zero Waste und im Übergang zu einem verantwortungsvolleren Konsum ist es an der Zeit, das Badezimmer in Angriff zu nehmen, welches nach der Küche an zweiter Stelle der “meistverschmutzten” Räume im Haushalt steht.
Einige Beispiele: Abschminktücher, Watte, Zahnpastaverpackungen, Plastikflaschen für Duschgel, Shampoo und Conditioner, Deodorant- und Rasierschaumsprays, Einwegrasierer, Damenbinden und Tampons, Wattestäbchen… um nur die gängigsten zu nennen. Zusätzlich zu den oben genannten sichtbaren Abfällen, gibt es aber auch all die schädlichen Zusatzstoffe oder Mikroplastik, die in den verwendeten Produkten enthalten sind.
Das Unterfangen ist gross, wo also beginnen? Es gibt viele Möglichkeiten, aber lasst uns Schritt für Schritt mit ein paar Beispielen beginnen:
1. Die Plastikzahnbürste kann durch eine fast 100%ig recycelbare Holzversion ersetzt werden. Die Zahnbürste mit austauschbarem Kopf ist ebenfalls eine hervorragende Alternative, bis wir eine echte, 100% kompostierbare und lokale Lösung haben. Beide Modelle sind im Handel leicht erhältlich.
2. Für die Haarbürste oder den Kamm gibt es auch natürliche und biologisch abbaubare Alternativen, die nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern auch für das Haar!
3. Wattestäbchen können durch ein oriculi ersetzt werden.
4. Damenbinden und Tampons können durch waschbare Binden, wiederverwendbare Menstruationsunterwäsche und/oder eine Menstruationstasse ersetzt werden. Alle diese Gegenstände haben eine durchschnittliche Lebensdauer von 5 Jahren. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, lest unseren Artikel über Alternativen zu Einwegbinden hier.
5. Beim Rasieren und Wachsen werden häufig Einwegprodukte verwendet. Wählt Rasierapparate mit Wechselklingen, die gute alte Rasierseife oder sogar einen Elektrorasierer oder Epilierer. Achtet jedoch auf eine sorgfältige Auswahl, damit sie möglichst lange halten. Entscheidet euch für reparierbare Versionen, die meisten Marken bieten einen Kundendienst an.
6. Wenn es um Körper- und Haarpflege geht, könnt ihr selbst Hand anlegen. Im Internet gibt es viele Ideen. Zur Information: Die Marseiller Seife ist ein hervorragender Verbündeter für eure Haut und verändert die Qualität des Wassers nicht. Die echte Marseiller Seife wird aus nur vier Zutaten hergestellt: Olivenöl, Wasser, Salz und Soda.
7. Als Reinigungsmittel verwenden viele Menschen bereits Bikarbonat, Essig und Zitronensäure, drei Inhaltsstoffe, die zu 100% biologisch abbaubar, desodorierend und desinfizierend sind und nicht nur gegen Kalk, sondern auch gegen alle anderen Verunreinigungen wirken.
8. Abschminkpads sind in waschbarer und wiederverwendbarer Ausführung erhältlich. Ihr könnt sie auch selbst herstellen oder den guten alten Waschlappen hervorholen.
9. Macht euch zur Gewohnheit, beim Einseifen in der Dusche oder beim Zähneputzen den Wasserhahn zuzudrehen… Das spart bis zu 30% des Wasserverbrauchs beim Duschen oder Zähneputzen. Darüber hinaus kann die Verwendung von Duschbrausen mit geringem Durchfluss den Verbrauch weiter senken. Duschen ist auf jeden Fall umweltfreundlicher als eine Badewanne zu nehmen.
10. Verwendet recyceltes Toilettenpapier. Das mag einfach klingen, ist aber in vielen Schweizer Haushalten noch nicht üblich.
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Wir könnten noch viele weitere Beispiele aufführen! Einige Zero Waste-Akteure haben sich unserer Vereinigung angeschlossen. Weitere neue Ideen und die Liste unserer Mitglieder findet ihr auf unserer Website.
Tipp: Behaltet all diese Lösungen im Hinterkopf und wendet sie nach und nach an. Es wäre nicht sehr ökologisch und auch nicht logisch, alles wegzuwerfen und von vorne anzufangen. Verwendet, was ihr habt, und wenn ihr etwas Neues kaufen müsst, entscheidet euch für eine wiederverwertbare und abfallfreie Lösung. Tut dies auch im Rahmen eures Budgets, aber bedenkt, dass die anfängliche Investition sich schnell bezahlt machen wird, da die meisten Produkte wiederverwendbar sind.
Habt ihr das Gefühl, vor einem Berg zu stehen? Nehmt an einem unserer Workshops zu diesem Thema teil. Wir helfen euch bei den ersten Schritten, ihr könnt euch mit anderen Teilnehmenden austauschen und alle eure Fragen stellen.
Im Hinblick auf die kostenlose Bereitstellung von Hygieneartikeln zur Bekämpfung der Ungleiheiten wollte Zero Waste Switzerland einige Punkte zu diesem Thema klären.
Zunächst einmal ist es eine lobenswerte Absicht, Mädchen und Frauen zu helfen, aber in Wirklichkeit passt uns diese Lösung nicht. Die Förderung dieser Einwegalternativen hält die Produktion umweltbelastender Wegwerfprodukte von der Herstellung bis zur Abfallentsorgung aufrecht und macht die Frauen von diesem System abhängig.Wiederverwendbare, waschbare Alternativen würden es diesen Frauen ermöglichen, ihre Periode selbständig zu regeln. Die Hilfe beim Erwerb dieser Produkte und die damit verbundenen Anleitungen zum richtigen Gebrauch scheinen uns viel wichtiger zu sein als die Gratisabgabe.
Daher können wir die Initiative der Stadt Renens nur willkommen heissen. Renens hat ein Pilotprojekt lanciert und ihre Einwohner dazu ermutigt, nachhaltige und wiederverwendbare Produkte für ihre Menstruation zu wählen. Die Stadtverwaltung wird Gutscheine verteilen, die in einem auf diese Produkte spezialisierten Geschäft eingelöst werden können!Mehr über das Projekt erfahren Sie hier (auf Französisch)
Ein paar Statistiken zu Einwegbinden und -tampons:
Die durchschnittliche menstruierende Frau in Europa verwendet in ihrem Leben zwischen 8’000 und 17’000 Tampons oder Einwegbinden. Das entspricht 150 Kilogramm Abfall (Quelle: Peberdy et al., 2019).
Im Jahr 2017 wurden in Europa 49 Milliarden klassische Damenbinden produziert, was 590’000 Tonnen Abfall entspricht, von denen nur 13 % verbrannt wurden. Die restlichen 87 %, d. h. mehr als 42 Milliarden Einwegbinden, landeten auf der Mülldeponie (Quelle: Zero Waste Europe, 2020). Eine Einwegbinde braucht zwischen 500 und 800 Jahre, um sich auf natürliche Weise zu zersetzen.
Kommen wir zur Zusammensetzung
Kennen Sie die Zusammensetzung von Einwegbinden? Da die Hersteller dazu nicht gesetzlich verpflichtet sind, erscheint diese Information nicht auf der Verpackung. Auf einer Packung Always Ultra Night Damenbinden: kein Hinweis auf die Zusammensetzung, ausser der Erwähnung eines Parfüms zur “Geruchsneutralisierung” und einer Website, auf die man für weitere Informationen verwiesen wird. Auch auf einer Packung Tampons der Marke OB gibt es keine Informationen über die Inhaltsstoffe oder die Zusammensetzung.
Angesichts des Mangels an Informationen über die in diesen Produkten verwendeten Rohstoffe kann man sich ernsthaft fragen, ob sie nicht andere potenziell gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Die Zeitschrift 60 millions de consommateurs hat einen sehr umfassenden Artikel über die Zusammensetzung dieser Produkte pro Marke veröffentlicht. Sie können den Artikel hier lesen (auf Französisch).
Und hier eine kurze Zusammenfassung:
Herkömmliche Damenbinden werden meist aus Kunststoff (Polyethylen) hergestellt. Eine Damenbinde enthält das Äquivalent von etwa 4 Plastiktüten. Biologisch nicht abbaubare Kunststoffe landen auf Mülldeponien, in den Ozeanen oder an Stränden. Unter Lichteinwirkung zersetzen sie sich zu Mikroplastik und dann zu Nanoplastik, das in die Nahrungsketten (Meeresfauna, Algen usw.) eindringt. Das massive Vorkommen von Kunststoffen in Hygieneartikeln ist ebenfalls problematisch für die Vaginalflora, da es die Vermehrung von Bakterien (durch Mazeration) fördert.
Einige von ihnen sind schädlicher als andere, zum Beispiel solche, die Bisphenole (BPA, BPS) enthalten, die das Hormonsystem stören. Dieser Link enthält am Ende des Artikels eine Tabelle, aus der hervorgeht, welche Art von Kunststoff am besten zu vermeiden ist (auf Französisch).
Einwegbinden enthalten auch saugfähige Stoffe, wie z. B. Acrylpolymere. Aber auch Parfümstoffe, die die Vaginalschleimhaut reizen können, und andere Geruchsneutralisatoren, wie Silbernanopartikel. Ausserdem gibt es verschiedene Klebstoffe (Leime) und chlorierte Bleichmittel, die verwendet werden, um dem Hygieneschutz ein makelloses weisses Aussehen zu verleihen. Diese Stoffe können zu Zellschäden, einem geschwächten Immunsystem und Störungen des Hormonsystems führen. Und nicht zuletzt gibt es Phtalate, die den Tamponapplikatoren hinzugefügt werden, um ihnen ein glänzendes Aussehen zu verleihen, was zu genetischen Veränderungen führen kann. Darüber hinaus sind Spuren von Glyphosat (einem Pestizid) und Pyrethroiden (Insektiziden) vorhanden.
Kurz gesagt, und das ist das Mindeste, was wir sagen können: Einweg-Hygieneschutz ist ein echtes Paket aus petrochemischen Produkten! Organischer Bio-Hygieneschutz hingegen enthält im Prinzip keine giftigen Stoffe… aber es ist immer noch Abfall, der verbrannt werden muss.
Einige Alternativen
Einweg-Hygieneschutz ist nicht nachhaltig für die Umwelt und möglicherweise gefährlich für die Gesundheit, ausserdem gibt viele alternative Lösungen. Wir haben uns dafür entschieden, mehrere mögliche Alternativen vorzustellen:
1. Wiederverwendbare und waschbare Binden
Die waschbaren Binden sind ökologisch, günstig und garantiert frei von toxischen Stoffen und haben viele Frauen überzeugt, die keinen Abfall produzieren möchten. Diese Binden verfügen über einen saugfähigen Bereich und zwei Druckknöpfe zur Befestigung an der Unterwäsche. Die verwendeten Textilien und Materialien können von Marke zu Marke variieren, aber alle Produkte sind umweltfreundlich gestaltet. Die Zusammensetzung ist transparent und die Kundin weiss, was sie verwendet: Bambus und Bio-Baumwolle zum Beispiel für die Marken Pink Daisy und Plim. Das europäische Öko-Prüfzeichen garantiert, dass bei der Zusammensetzung der waschbaren Binden keine Chemikalien verwendet werden.
Für eine waschbare Binde, die garantiert 200 Mal gewaschen werden kann, müssen Sie mit einem Preis zwischen 24 und 28 CHF rechnen. Allerdings muss man gut organisiert sein und mehrere waschbare Binden haben, “zwischen 6 und 10”, rät Hebamme Astrid, damit man jeden Monat nur diese Lösung benutzen kann.
Pflegehinweise: Waschbare Binden sollten zuerst in kaltem Wasser ausgewaschen werden! Verwenden Sie kein heisses oder warmes Wasser, da das Blut dadurch fixiert wird und sich der Fleck noch mehr verfestigt. Sie können sie dann bei 30-40 Grad in einer normalen Waschmaschine waschen oder die Temperaturangaben der Marke befolgen. Wenn Sie nicht zu Hause sind, können Sie Ihre Binde einfach in einen Beutel mit Reissverschluss legen und warten, bis sie zu Hause sind um sie auszuwaschen. Die Website von EcoVerde und Unverpackt-Läden bieten schöne, wasserdichte Beutel dieser Art an.
Hier finden Sie eine Auswahl an Slipeinlagen und wasserdichten Beuteln von unserem Mitglied ZeroWaste Switzerland api-care.ch
2. Die Menstruationstasse (Cup)
Die Menstruationstasse, im Englischen “Cup” genannt, sieht, wie der Name schon sagt, wie eine Tasse aus. Sie ist biegsam, einige Zentimeter hoch und endet in einem kleinen Stiel. Die Menstruationstasse kam in den 1930er Jahren auf den Markt, zur gleichen Zeit wie die Einwegtampons, aber sie hat erst vor kurzem an Popularität gewonnen. Das erste Patent wurde 1933 angemeldet, ein weiteres 1937. Leider standen damals zwei Probleme dieser Art von Schutz im Wege: das Tabu der Menstruation und der Mangel an Kautschuk, dem Material, aus dem die ersten Tassen hergestellt wurden.
Es gibt sie in verschiedenen Grössen und aus verschiedenen Materialien: Silikon, Latex oder thermoplastisches Elastomer. Beim Gebrauch wird die Menstruationstasse wie ein Tampon in die Vagina eingeführt. Der Unterschied besteht darin, dass der Becher das Blut nicht aufsaugt, sondern es auffängt. Die Benutzerin muss den Becher entleeren und ausspülen, bevor sie ihn wiedereinsetzen kann. Die langlebige und günstige Menstruationstasse hat viele Vorteile: Sie kann zwischen 3 und 10 Jahren verwendet werden und kostet etwa 35 CHF, was praktisch dem Wert eines Jahresverbrauchs an Tampons entspricht.
Pflegehinweise: Genau wie bei Tampons erfordert die Menstruationstasse eine perfekte Hygiene. Sie muss häufig in kochendem Wasser sterilisiert werden. Natürlich sollten Sie sich die Hände waschen, bevor Sie sie einführen, und sie regelmässig entleeren. Wenn sie zu lange im Körper verbleiben, können sie wie Tampons ein toxisches Schocksyndrom verursachen*. Das aufgefangene Blut in der Menstruationstasse begünstigt die Vermehrung von Bakterien, zumal die Körpertemperatur von 37° ideal dafür ist. Wenn zu viele dieser Bakterien (Staphylococcus aureus) vorhanden sind, können sie sich im Blutkreislauf ausbreiten und eine ausgedehnte Infektion verursachen, deren Folgen sehr ernst sein können. Das toxische Schocksyndrom ist selten, kann aber durch Einhaltung der empfohlenen Hygienemassnahmen vermieden werden.
Potenzielle Nachteile: Das Entleeren der Cup in einer öffentlichen Toilette kann problematisch sein, wenn es im WC-Raum keine Möglichkeit zum Händewaschen gibt. Tipp: Wählen Sie eine behindertengerechte Toilette, die oft mit einem kleinen Waschbecken ausgestattet ist.
Becher finden Sie bei unserem Mitglied ZeroWaste Switzerland Fairsquared.com
3. Menstruationsslip
Menstruationsslips haben eine Innenschicht, meistens aus Baumwolle, die mit der Haut in Berührung kommt und die Feuchtigkeit durchlässt. Eine innere Schicht aus einem besonders saugfähigen Material wie Bambus. Eine äussere Schicht, die wasserdicht ist und in der Regel aus einem synthetischen Material wie Polyester oder PUL besteht. Wenn Sie nur Menstruationsslips verwenden wollen, müssen Sie sich auch einen ausreichenden Vorrat davon zulegen.
Was die Pflege anbelangt, so werden sie zunächst kalt ausgespült und dann bei 30-40 Grad in der Maschine gewaschen.
Die meisten Hersteller von Menstruationsslips garantieren umweltfreundliche und nicht toxische Materialien. Im Internet sind mehrere kleine, von Frauen geführte Unternehmen aufgetaucht, die eine ethische und ökologisch verantwortliche Philosophie vertreten. In Frankreich können wir Fempo, Réjeanne, Dans ma culotte, etc. nennen. Die Marke Les Pourprées zum Beispiel garantiert eine 100 %ige französische Produktion, um die CO2-verursachenden Transporte zu begrenzen. Sie achten auf gute Arbeitsbedingungen für ihre Näherinnen, verwenden Baumwolle aus biologischem Anbau und tragen das Öko-Siegel. Sie zeichnen sich auch durch besonders attraktive Spitzenmodelle aus.
Die amerikanische Marke Thinx hingegen wird wegen ihrer Verwendung von Silbernanopartikeln nicht empfohlen. Diese berühmten Silber-Nanopartikel, die als antibakterieller Wirkstoff in vielen Sportbekleidungsprodukten verwendet werden, stehen im Verdacht, zytotoxisch zu sein. Haben Sie Angst, dass sich Periodenslips wie eine Windel anfühlt? Ganz und gar nicht! Sie sind sehr dünn. Die Marke Fempo bietet zum Beispiel Modelle mit einer Dicke von weniger als 2 mm an. In der Schweiz können wir die Marken Lovimi , Gaya oder Ouna erwähnen, die neben hübschen Menstruationsslips auch tolle Badeanzüge anbietet, die auch menstruationsgerecht sind, Raniania, mit mehreren Modellen darunter sogar ein Tanga!
Die kürzlich auf den Markt gekommenen Menstruationsslips wurden von den von uns befragten Mitgliedern von ZeroWaste Switzerland positiv aufgenommen:
“Ich ziehe Menstruationsslips den waschbaren Binden vor. Der Vorteil ist, dass sie im Gegensatz zu den Binden nicht verrutschen, was das Auslaufen begrenzt. Das ist zum Beispiel beim Sport sehr praktisch”, erklärt Carine.
“Ich bin vor eineinhalb Jahren auf Menstruationsslips umgestiegen und liebe sie”, sagt Maroussia, die die Verwendung von internen Schutzmitteln (z.B Menstruationstasse) vermeiden möchte.
4. Free Flow Instinct: Erleben Sie Ihre Periode ohne Hygieneschutz
Bei dieser Methode wird das Menstruationsblut von der Frau in der Scheide zurückgehalten, um es dann direkt in die Toilette zu spülen. Diese Technik stammt aus den USA, wo sie als Free Flow Instinct (FIL) bekannt ist. Dabei wird das Menstruationsblut in der WC-Schüssel aufgefangen. Daher ist es nicht – oder nicht mehr – notwendig, einen Hygieneschutz zu tragen. Der Free Flow Instinct ist eine Technik, die als “natürlich” bezeichnet wird.
Es geht bei der Ausübung des FIL nicht darum, den Menstruationsfluss zu kontrollieren. Vielmehr geht es darum, den inneren Menstruationsfluss zu spüren oder seine körperlichen Manifestationen wahrzunehmen. So kann man abschätzen, wie viel Zeit man hat, bevor man auf die Toilette geht, um sie zu entleeren und dementsprechend planen. Wenn der Zugang zur Toilette nicht sofort möglich ist, geht es darum, das Blut eine Zeit lang in sich zu halten. All dies beruht auf physiologischen Phänomenen und spezifischen anatomischen Elementen des weiblichen Körpers.
Diese Methode ist noch sehr vertraulich, aber die Anhängerinen preisen ihre Vorzüge: Sie ist kostenlos, ökologisch und ermöglicht es Ihnen, sich wieder mit Ihrem Körper zu verbinden. Für diejenigen, die mehr wissen wollen, hat die Marke Perdième einen sehr schönen Artikel zu diesem Thema geschrieben (Artikel auf Französisch).
5. Free Bleeding
Free Bleeding ist eine feministische Bewegung, die in den 1970er Jahren in den USA aufkam.
Es geht darum, das sexistische Tabu zu brechen, dass die Menstruation unrein ist. Was die Anhänger der Bewegung vor allem anprangern, ist die Verpflichtung der Frauen, eine Damenbinde zu tragen. Sie sind der Meinung, dass der Hygieneschutz ein von der patriarchalischen Gesellschaft auferlegter Zwang (symbolische Gewalt) ist, um ein natürliches physiologisches Phänomen zu verbergen, das die Vitalität und Kraft des weiblichen Körpers zum Ausdruck bringt.
Für Free Bleeders ist die Menstruationsblutung nichts, wofür man sich schämen müsste. Deshalb weigern sie sich, jegliche Art von Hygieneschutz zu benutzen, und lassen ihre Periode in der Öffentlichkeit frei auslaufen, auch wenn das bedeutet, dass sie ihre Kleidung beschmutzen.
Die Bewegung kritisiert auch die Gewinne, die die Hersteller traditioneller Hygieneartikel erzielen. Die Kosten werden ausschliesslich von den Frauen getragen. Sie weist auch auf die Ungleichheiten hin, die durch diese teuren Produkte entstehen, zu denen einige Frauen keinen Zugang haben.
Es gibt Alternativen zum Einwegschutz für Menstruationsartikel. Die Auswahl ist damit vielfältig genug, dass jede Frau etwas Passendes findet. Was ist mit Ihnen? Welche Hygieneartikel verwenden Sie? Möchten Sie Kommentare oder Erfahrungen mit uns teilen? Welche Zero Waste-Lösungen, Tipps und Tricks haben Sie, um Ihren Verbrauch an Einwegbinden zu reduzieren? Teilen Sie Ihre Erfahrung!