Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03190.jsonl.gz/773

Sicherheitshalber muss die Gemeinde Scuol die SAC-Hütte Chamonna Val Tuoi über den Winter sperren. Über den Sommerbetrieb befinden die Verantwortlichen im April 2023, damit weiteren Untersuchungen die unterschiedliche Gefahrenlage für den Sommer beurteilt wird.
Gemäss Medienmitteilung der Gemeinde Scuol sind an der Ostflanke des Piz Buin Pitschen knapp eine Million Kubikmeter Fels in Bewegung. Laut einem breit abgestützten Fachbericht nach Auswertungvon zwei unterschiedlicher Messverfahren besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen grösseren Felssturz innerhalb der nächsten fünf Jahre. Die abstürzenden Massen stellen je nach Szenario und in Kombination mit winterlichen Verhältnissen eine Gefahr für die SAC-Hütte Chamonna Tuoi und ihre Besucher dar. Das Gebäude ist durch die zu erwartende Druckwelle gefährdet. Nach Beurteilung der Gefahrenlage und Prüfung möglicher Überwachungsmassnahmen hat die Gemeinde Scuol in enger Rücksprache mit dem kantonalen Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) am 13. Dezember eine Verfügung zur Schliessung der Chamonna Tuoi mit einem entsprechenden Betriebs- und Nutzungsverbot erlassen. Der Entscheid wurde mit der regionalen SAC-Sektion besprochen und durch das beauftragte Büro für Technische Geologie (BTG), das AWN und das Schweizerische Institut für Schnee-und Lawinenforschung (SLF) mitgetragen und gestützt.
Die potenzielle Felssturzmasse befindet sich südwestlich der Fuorcla Buin und unterteilt sich in zwei Kompartimente. Der obere, kleinere Anteil bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von eineinhalb bis zwei Metern pro Jahr talwärts. Das untere Kompartiment hat ein geschätztes Volumen von rund 800'000 Kubikmetern und bewegt sich etwas langsamer mit bis zu einem Meter pro Jahr. Der geologische Bericht des BTG beurteilt die Gefährdung undbehandelt im Detail mögliche Szenarien mit hoher Eintretenswahrscheinlichkeit. Für zwei dieser Szenarien ist anhand der erwartbaren Gesamtkubaturen sowie der Grösse der Sturzblöcke im gesamten Transit-und Ablagerungsgebiet der Felsstürze von starken Intensitäten und einer erheblichen Druckwelle auszugehen - ein Problem, das sich im Winter deutlich verschärft. Denn abhängig vom Wasseranteil in der Sturzmasse und je nach Schneelage ist die Druckwelle im Falle eines Abbruchs erheblich grösser, insbesondere im Auslaufbereich und damit bis ins Gebiet der Chamonna Tuoi.
Medienmitteilung Gemeinde Scuol