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Mit grossen, weit geöffneten Augen schaut der Mann nach oben. Erwartend hat er die linke Hand ausgestreckt. Seine Sinne sind wach. Die ganze Körperhaltung ist im Grunde genommen auf dieses „Oben“ ausgerichtet. Die rechte Hand ist nahe beim Ohr. Es scheint fast so, wie wenn der Mensch sich nichts entgehen lassen möchte. Die linke Hand zeigt auf ein blumiges Stück Stoff, das einem Vorhang gleicht. Oder ist es ein Baldachin unter welchem sich schon unzählige jüdische Menschen das Ja-Wort gaben?
Ein Windstoss bläst hinein und bewegt das Tuch, das mit Ringen an einer Stange festgemacht ist. Der bärtige Prophet scheint auf etwas zu warten, das mehr sein könnte als Wind. Er schaut auf zum Himmel und hofft vielleicht auf eine Eingebung von Gott. Oder auf den Heiligen Geist, der mit feinem Säuseln oder bisweilen hörbarem Brausen kommt, die Menschen belebt und berührt.
(„Ruach“ ist in der hebräischen Sprache das Wort für „Wind“ und „Geist“).
Für die Kunstkommission: Ursula Bollack-Wüthrich
Weitere Informationen zu den 2-Monats-Bildern finden Sie auf der Infoseite: http://www.evang-frauenfeld.ch/2-monatsbild