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Die Pferderennen auf den zugefrorenen Seen in Arosa und St. Moritz sind international bekannt und so mancher Rennsport-Fan ist von den Galopp-, Hürden-, Skikjöring- und Trabrennen im stiebenden Schnee noch viel mehr fasziniert als von den Rennen auf Gras und Sand. Wie die Geschichte der Pferderennen auf Schnee begann, wissen viele – junge und vor allem auch ausländische – Pferderennsport-Anhänger jedoch nicht. Darum habe ich hier ein paar Fakten zu den Anfängen der Schneerennen zusammen getragen.
Die Historie von St. Moritz
Die Geschichte der Pferderennen auf Schnee in der Schweiz begann am 1. März 1906 auf dem Postplatz von St. Moritz. Dreizehn verwegene Männer trafen sich, um sich auf Skiern von unberittenen Pferden über die Strecke von 9950 m von St. Moritz nach Champfèr ziehen zu lassen. Gestartet wurde damals einzeln, im Minutentakt und der Sieger wurde anhand der Zeit ermittelt. Diese Pioniere kreierten also eine neue hippologische Disziplin, die es vorher nicht gab: das Skikjöring. Was viele nicht wissen, 1923 – fünf Jahre vor den ersten olympischen Spielen in St. Moritz, hoffte man sogar, das Skikjöring könne olympisch werden. Durchgesetzt hat sich die Idee aber nicht.
Bereits ein Jahr später – also 1907 – fanden erste offizielle Pferderennen auf dem See statt. Zuerst allerdings nur Skikjöring-Rennen und so genannte Trabfahren mit Rennschlitten. 1911 kamen die ersten Flachrennen dazu und 1922 Hürdenrennen. Einen Unterbruch der St. Moritzer Pferderennen gab es während dem zweiten Weltkrieg. 1952 wurden sie aber wieder neu lanciert und seit den Neunzigerjahren werden die Schneerennen im Engadin unter der Bezeichnung «White Turf» als international bekannte Events veranstaltet und vermarktet. (Quelle: whiteturf.ch)
Arosa folgte auf St. Moritz
Auch in Arosa begann die Geschichte der Pferderennen – wohl als Nachahmung der St. Moritzer Rennen – mit Skijöring. Wenn ich es richtig interpretiere, mit berittenen Skijöringrennen und nicht mit unberittenen Skikjörings. Der Startschuss auf dem Obersee in Arosa fiel 1911 zum ersten Mal. Begonnen haben die Rennaktivitäten in Arosa mit Arbeitspferden aus dem Schanfigg, doch schon bald kamen Vollblüter dazu und wie in St. Moritz wurden die Rennen durch Flach-, Hürden- und Trabrennen erweitert.
Von Anfang des ersten bis Ende des zweiten Weltkrieges gab es in Arosa öfters Zeiten ohne Pferderennen, der Rennverein organisierte sich aber immer wieder neu und so gibt es die Aroser Rennen – glücklicherweise – auch heute noch. Allerdings wird die Veranstaltung im Schanfigg stärker als das St. Moritzer Pendant von klimatischen Problemen gebeutelt. In der Neuzeit konnten 1965, 1974, 1986, 1998, 2012, 2013 und 2015 mangels stabiler Eis- oder Schneedecke keine Rennen stattfinden. (Quelle: Wikipedia/Pferderennen Arosa)
Was Arosa und St. Moritz aktuell stark verbindet, ist die gemeinsame «World Snow Hurdle Championship». Durch diese Renntrilogie wurden neue Anreize geschaffen, einerseits für die Besitzer von Hindernispferden wie auch für das Publikum, das damit noch mehr Spektakel erleben kann.
Schneerennen nicht nur in der Schweiz
Die Rennen auf Schnee werden oft als Schweizer Spezialität gepriesen. Für die Galopprennen trifft dies zwar zu, Trabrennen auf Schnee gibt es aber auch in diversen Regionen Österreichs. So finden beispielsweise kommendes Wochenende – am 29. Januar 2017 – die Trabrennen auf Schnee in Wörgl, Tirol statt.