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Als ein früher Siedler im Jahr 1666 die dänische Flagge auf der Insel St. Thomas hisste, war dies der Beginn der dänischen Westindien-Kolonie, die später auch die Inseln St. Croix und St. John umfasste. Lange Zeit herrschte die Dänische Westindien-Kompanie über das Gebiet, in dem sich Abenteurer, Verbannte, Strafgefangene und Sklaven niedergelassen hatten. Die Zuckerproduktion boomte und selbstverständlich wurde auch Rum hergestellt, der an Bord von Handelsschiffen zurück in die Alte Welt gelangte. Bis die Inseln 1917 an die USA verkauft wurden, profitierten die dänischen Handelshäfen von den wertvollen Rohstoffen aus der tropischen Kolonie. Vor diesem Hintergrund ist es nicht sehr verwunderlich, dass dänischer Rum auch heute noch ein gewissen Ansehen unter Connaisseuren geniesst.
Die bekannteste Rummarke aus Dänemark ist mit Abstand A.H. Riise. Sie geht auf den Apotheker Albert Heinrich Riise zurück, der sich ab 1838 auf St. Thomas angesiedelt hatte. Er machte sich schliesslich als Rumhersteller der Westindischen Inseln einen Namen, und der Rest ist Geschichte. Das heutige Unternehmen importiert den fertig destillierten und gereiften Rum von der Cruzan Rum Distillery auf St. Croix und füllt ihn unter dem historischen Label ab. Auch der Castenschiold Rum lehnt an eine historische Persönlichkeit an, die einst auf St. Thomas lebte und in die Rumproduktion mit verwickelt war. Die heutige Herkunft des Rums wird jedoch nur sehr vage definiert - es handelt sich um Rums aus der Karibik und aus Lateinamerika. Ähnlich geht der unabhängige Abfüller Oskar Davidsen & Co. vor: Dessen Rums werden in der Karibik hergestellt und in Dänemark mit dem Logo von Davidsen's versehen. Auch der Ron Esclavo ist im Grunde genommen ein dominikanischer Rum, der in Dänemark lediglich abgefüllt und vermarktet wird. Doch es gibt auch Rums, die in Dänemark entstehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Marke Skotlander: Anders Skotlander lässt seinen Rum in Nordjütland fermentieren, destillieren und reifen. Lediglich der Ausgangsrohstoff, die Zuckerrohrmelasse, wird aus der Karibik bezogen. Ziel ist es, dass die dänische Handwerkskunst, das dänische Wasser und das dänische Klima ihre Spuren in dem Rum hinterlassen. Neben dem heimischen Skotlander Rum vertreibt die 2013 gegründete Brennerei auch den Great Dane Rum, der wiederum in den jeweiligen Heimatländern gebrannt und gelagert wird, anschliessend jedoch ein Finish in den Rumfässern von Skotlander erhält.
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