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Anteilnahme und ihre Bedeutung für die Beratung in der Sozialarbeit
Anteilnahme ist, wie Husi (2012) erklärt, ein Aspekt des Erlebens einer Person (S. 110). Für die vorliegende Arbeit wird Anteilnahme als Prozess definiert, in dem die Situation des Gegenübers wahrgenommen und nachempfunden wird. Durch das Verstehen der Empfindungen und des Verhaltens der anderen Person kann die Motivation entstehen, sie zu unterstützen. Anteilnahme kann sich im Verhalten und in der Kommunikation der Person äussern, die sie erlebt. Menschen in jedem Alter sind auf das anteilnehmende Verhalten der Personen in ihrem Umfeld angewiesen: Das innere Erleben der primären Bezugsperson von Kleinkindern kann als Anteilnahme bezeichnet werden. Ist diese nicht vorhanden, kann die Bezugsperson nicht in feinfühliger Art und Weise auf die Bedürfnisse des Kindes reagieren. Daraus können Störungen im Bindungsverhalten resultieren. Auch für Jugendliche ist das anteilnehmende Verhalten ihrer Bezugspersonen bedeutsam für eine gesunde Entwicklung. Soziale Unterstützung in personalen Netzwerken kann als gelebte Anteilnahme unter Erwachsenen bezeichnet werden. Sie ist wichtig für den Erhalt der psychischen und physischen Gesundheit. In der Beratung der Sozialarbeit ist die kommunizierte Anteilnahme ein Aspekt der Beziehung zwischen Beratenden und Klientinnen und Klienten. Sie hat einen hohen Stellenwert für das Gelingen der Intervention und äussert sich in der personenzentrierten Haltung der beratenden Person. Zudem ist es für die sozialarbeiterische Beratung sinnvoll, wenn darauf geachtet wird, ob Klientinnen und Klienten in ihrem Umfeld ausreichend Anteilnahme erleben, beispielsweise in Form von sozialer Unterstützung und dies gegebenenfalls auch als Beratungsziel formuliert werden kann.