Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03556.jsonl.gz/3126

Plexuspapillom
Klinische Bedeutung
Das Plexuspapillom ist ein seltener (<1 Prozent aller Hirntumoren), gutartiger Tumor (WHO Grad 1). Der Tumor entwickelt sich aus dem Plexus choroideus, einer blumenkohlartigen Struktur, welche u.a. Hirnflüssigkeit produziert. Der Tumor tritt hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen auf (>70 Prozent entstehen im Alter von <2 Jahren).
Symptomatik
Da auf Grund des Entstehungsortes der Fluss des Hirnwassers häufig behindert und durch die Gewebsneubildung auch vermehrt Hirnflüssigkeit produziert wird, leiden die meisten Patienten unter einem Hydrozephalus (Aufstau von Hirnwasser). Dabei kommt es typischerweise zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Je nach Lokalisation des Tumors können weitere Symptome auftreten wie Hirnnervenausfälle oder Lähmungen.
Therapie
Ziel der Behandlung ist die schonende, komplette mikrochirurgische oder endoskopische Entfernung des Tumors sowie die Wiedereröffnung verschlossener Hirnwasserwege. Für die Planung und Durchführung der Operation werden oft unterstützende Techniken eingesetzt, welche die Genauigkeit, Gewebeschonung und Sicherheit verbessern sollen. Dazu zählen unter anderem die Neuronavigation, das intraoperative Monitoring und intraoperative bildgebende Verfahren.
Prognose
Nach vollständiger Entfernung von Plexuspapillomen ist die Prognose sehr gut und ein erneutes Tumorrezidiv ist sehr selten. Eine Aussaat von Tumorzellen im Hirnwasser (sogenannte Abtropfmetastasen) oder eine bösartige Entartung des Plexuspapilloms kommt nur in Einzelfällen vor. In diesen Fällen wird die Fortsetzung der Behandlung durch Bestrahlung oder Chemotherapie meist notwendig.