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Mollusken – auch Dellwarzen oder Mollusca contagiosa genannt – sind hochansteckende, aber gutartige Hautveränderungen, die einzeln oder in Gruppen überall am Körper auftreten können. Bevorzugt befallen Mollusken dabei den Genitalbereich, den Bauch, den Rumpf, die Arme und die Beine. Aber auch der Hals, das Gesicht, die Augenlieder und die Achseln sind häufig von Mollusken betroffen. Verursacht werden die stecknadelkopf- bis erbsengrossen, weisslich-gelblichen bis hellroten, kreisrunden, perlenähnlichen Knötchen, die eine glänzende Oberfläche haben und in der Mitte nach innen gewölbt sind, durch eine Infektion der Haut mit dem zu den Pockenviren gehörenden Molluscum-contagiosum-Virus (MCV), dem sie auch ihren Namen verdanken.
Artikelübersicht
- Übertragung von Dellwarzen
- Häufigkeit der Dellwarzen – Eine weltweit verbreitete Infektion
- Ursachen einer Dellwarzen-Infektion
- Molluscum contagiosum Virus (MCV)
- Symptome einer Dellwarzen-Infektion
- Diagnose einer Dellwarzen-Infektion
- Therapie einer Dellwarzen-Infektion
- Prognose und Heilungsaussichten der Dellwarzen (Mollusken)
- Vorbeugung von Dellwarzen
Übertragung von Dellwarzen
Die Übertragung des weltweit verbreiteten Molluscum-contagiosum-Virus (MCV) erfolgt in der Regel durch eine Schmierinfektion. Neben dem indirekten Kontakt, beispielsweise durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern oder Kleidung, spielt dabei vor allem der direkte Körperkontakt, insbesondere der Geschlechtsverkehr, eine ursächliche Rolle bei der Ansteckung mit den Mollusken verursachenden Viren. Mollusken treten daher sehr häufig bei jungen Erwachsenen – meist zwischen dem 20. und 29. Lebensjahr – auf und werden deshalb zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen (STDs: sexually transmitted diseases) gezählt.
Dellwarzen um die Achsel eines Kindes
Häufigkeit der Dellwarzen – Eine weltweit verbreitete Infektion
Die Dellwarzen sind überall auf der Welt vertreten. Zurückzuführen ist diese Tatsache vor allem auf die grosse Ansteckungsgefahr, die mit den Dellwarzen in Verbindung steht. Besonders häufig treten Dellwarzen in den Gebieten der Tropen und Subtropen auf. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass etwa zwei bis acht Prozent der gesamten Weltbevölkerung mit dem Molluscum contagiosum-Virus infiziert sind.
Dabei sind vor allem Menschen von den Dellwarzen betroffen, die in ärmeren Gebieten mit einer hohen Bevölkerungsdichte leben. Dies ist vor allem auf die eingeschränkten Hygienemöglichkeiten in den dortigen Regionen zurück zu führen. So können sich die Bewohner dieser Gebiete leicht durch die gemeinsame Nutzung vieler Hygiene- oder Haushaltsartikel im Rahmen einer Schmierinfektion anstecken.
Zudem sind es meist Kinder bis zu 5 Jahren, welche von den Dellwarzen betroffen sind. Diese können sich vor allem leicht beim Spielen mit bereits infizierten Kindern oder bei der Benutzung derselben Spielzeuge anstecken. Ausserdem erleichtert das noch schwache Immunsystem der Kinder den Erregern das Eindringen in die Hautschicht. Gefolgt wird die Patientengruppe der Kinder von der Gruppe der jungen Erwachsenen von 15 bis 29 Jahren.
Ursachen einer Dellwarzen-Infektion
Ursächlicher Erreger der Dellwarzen ist das sogenannte Molluscum-contagiosum-Virus (MCV). Dieses zur Familie der Pockenviren gehörende Virus wird in der Regel durch eine Schmierinfektion übertragen. In den meisten Fällen geschieht diese Schmierinfektion durch direkten Körperkontakt, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Doch auch Übertragungen des Molluscum-contagiosum-Virus durch indirekten Kontakt, etwa durch die gemeinsame Benutzung von Handtüchern oder Kleidung, sind möglich.
Steckt man sich mit dem Dellwarzen-Erreger an, dringt dieser durch kleine Defekte in die oberste Hautschicht ein, vermehrt sich dort und verursacht die typischen gutartigen Hautwucherungen. Durch das Aufkratzen einer Dellwarze können die ursächlichen Viren, die in hoher Konzentration in der breiigen Masse im Inneren der Dellwarze enthalten sind, auch auf andere Hautbereiche und Körperstellen verteilt werden und dort zu weiteren Dellwarzen führen.
Das Risiko nach einem Kontakt mit dem Molluscum-contagiosum-Virus Dellwarzen zu entwickeln hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand und den Hautverhältnissen der jeweiligen Person ab. So sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – darunter beispielsweise HIV-infizierte Menschen oder Menschen mit Tumorerkrankungen – wesentlich stärker gefährdet als gesunde Menschen. Und auch Hauterkrankungen wie etwa Neurodermitis begünstigen die Entstehung von Dellwarzen, da die Viren dann einfacher in die Haut eindringen können.
Molluscum contagiosum Virus (MCV)
Es handelt sich bei dem Molluscum-contagiosum-Virus um ein behülltes, doppelsträngiges DNA-Virus aus der Familie der Pockenviren. Von dem Molluscum-contagiosum-Virus existieren vier Formen, die als MCV-1, MCV-2, MCV-3 und MCV-4 bezeichnet werden. Die häufigste Form ist MCV-1. MCV-2 tritt für gewöhnlich nur bei Erwachsenen auf.
Der einzige Wirt für das Molluscum-contagiosum-Virus ist der Mensch, Tiere und andere Lebewesen können nicht von MCV befallen werden. Der Übertragungsweg des Molluscum-contagiosum-Virus verläuft also von Mensch zu Mensch, durch die sogenannte Kontaktinfektion oder Schmierinfektion. Ein flüchtiger Kontakt mit den infizierten Hautstellen eines anderen Menschen genügt, um Viruspartikel auf den eigenen Körper zu übertragen. Ausserdem kann der Virus auf dem Körper selbst „wandern“, wenn Viruspartikel von den Mollusken auf andere Körperteile übertragen werden (beispielsweise durch Verschmieren mit den Händen). Auch durch sexuellen Kontakt ist eine Ansteckung mit MCV möglich.
Zwar ist die Ansteckung durch direkten Hautkontakt am häufigsten, aber das Molluscum-contagiosum-Virus überlebt auch eine Zeit lang ausserhalb des Körpers. Deshalb kann man sich durch gemeinsam benutzte Gegenstände mit MCV anstecken, zum Beispiel wenn Spielzeug oder Handtücher (etwa ein Händehandtuch auf der Toilette) geteilt werden. Schwimmbäder, Kindergärten und Schulen sind daher als Ansteckungsorte für das Molluscum-contagiosum-Virus wie geschaffen. Tatsächlich sind Kinder am häufigsten von dem Molluscum-contagiosum-Virus betroffen.
Weltweit sollen etwa 2 bis 8 Prozent der Bevölkerung mit MCV infiziert sein, dabei liegen die Ballungszentren in dicht besiedelten Gebieten. Der Molluscum-contagiosum-Virus scheint sich in warmem und feuchtem Klima besser auszubreiten als in kühlen und trockenen Zonen. Gebiete mit erhöhter Armut und niedrigem Hygienestandard sind vermehrt von MCV betroffen. Umgekehrt garantiert ein persönlicher hoher Hygienestandard aber keinen Schutz vor einer Ansteckung mit MCV.
Theoretisch kann sich jeder jederzeit mit dem Molluscum-contagiosum-Virus infizieren. Eine Impfung gegen MCV gibt es nicht. Ausserdem verleiht eine Infektion mit dem Molluscum-contagiosum-Virus keine permanente Immunität, d. h. jemand, der die Krankheit bereits durchgemacht hat, kann sich weitere Male infizieren. Dabei handelt es sich jedes Mal um eine echte Neu-Ansteckung: Im Gegensatz zu Herpesviren, die wir ein Leben lang in uns tragen, wird das MCV vollständig aus unserem Körper entfernt, sobald das Immunsystem die Krankheit überwinden kann.
Symptome einer Dellwarzen-Infektion
Nach der Ansteckung mit dem ursächlichen Molluscum-contagiosum-Virus vergehen etwa zwei bis sieben Wochen, oft auch mehrere Monate, bis die ersten Dellwarzen entstehen. Da die Übertragung des Virus bei Erwachsenen meist über Geschlechtsverkehr geschieht, treten die Dellwarzen häufig im Genitalbereich, am Unterbauch sowie an den Oberschenkeln auf.
Doch auch andere Körperregion können von Dellwarzen betroffen sein. Hierzu gehören insbesondere der Rumpf, die Arme, die Beine, die Achseln und das Gesäss. Und auch der Hals, der Nacken, das Gesicht und die Augenlieder können von Dellwarzen befallen werden. Beschwerden verursachen die Dellwarzen in der Regel nicht. Nur manchmal kommt es vor, dass Betroffene über einen starken Juckreiz klagen.
Bei den Dellwarzen selbst handelt es sich um weisslich-gelbliche, hellrote oder hautfarbene, kreisrunde, perlenähnliche Knötchen mit einer glänzenden Oberfläche, die in der Mitte nach innen gewölbt sind. Dieser charakteristischen Delle in der Mitte verdanken die Dellwarzen auch ihren Namen. Dellwarzen werden in der Regel stecknadel- bis erbsengross (ein bis fünf Millimeter). Bei Menschen, die unter einer Immunerkrankung leiden, können sie aber auch einen Durchmesser von bis zu drei Zentimetern haben.
Dellwarzen können sowohl einzeln als auch in Gruppen auftreten. Im Innern der Dellwarze befindet sich eine breiige weisse Masse, die hohe Konzentrationen der ursächlichen Viren enthält. Drückt oder kratzt man eine Dellwarze auf, können die Viren daher auf andere Hautbereiche und Körperstellen verteilt werden, was dann zu mehreren, nebeneinander oder in einer Linie angeordneten Dellwarzen führen kann.
Diagnose einer Dellwarzen-Infektion
Dellwarzen lassen sich aufgrund ihres charakteristischen Erscheinungsbildes meist recht schnell und einfach durch eine sogenannte Blickdiagnose identifizieren. Der Arzt – in der Regel der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten – untersucht dabei die betroffenen Hautstellen und diagnostiziert die Dellwarzen anhand ihres typischen Aussehens und der Delle in der Mitte.
Da Dellwarzen in seltenen Fällen – vor allem wenn sie sich noch im Anfangsstadium befinden – mit anderen Hauterkrankungen wie etwa Genitalwarzen oder Dornwarzen verwechselt werden können, kann mitunter auch eine histologische Untersuchung notwendig werden. Hierbei entnimmt der Arzt mittels einer Biopsie unter örtlicher Betäubung eine Gewebeprobe und untersucht diese anschliessend unter dem Mikroskop. In Zweifelsfällen kann der Arzt so ausschliessen, dass es sich um andere Warzenformen oder gar bösartige Veränderungen der Haut handelt, und die Diagnose Dellwarzen eindeutig absichern.
Therapie einer Dellwarzen-Infektion
Dellwarzen bilden sich, sofern sie nur vereinzelt auftreten und der Betroffene über eine funktionierende Immunabwehr verfügt, oft nach sechs bis neun Monaten von alleine zurück. Eine Behandlung der Dellwarzen ist also nicht unbedingt notwendig. Um eine Verbreitung der Dellwarzen auf andere Körperregionen oder andere Personen zu verhindern, sollten sie aber mit mit Pflastern abgeklebt und auf keinen Fall aufgekratzt werden.
Heilen die Dellwarzen nicht nach einigen Monaten von alleine ab, stehen mit der chirurgischen Entfernung, der Kyrotherapie und der örtlichen Behandlung mit Lösungen oder Cremes verschiedene Behandlungsverfahren zur Verfügung. Bei der chirurgischen Entfernung werden die Dellwarzen unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose mit einem sogenannten scharfen Löffel (Kürettage) oder einer speziellen Pinzette abgetragen. Die Kyrotherapie besteht darin, die Dellwarzen mit flüssigem Stickstoff zu vereisen. Und bei der örtlichen Behandlung mit Lösungen oder Cremes werden verschiedene Mittel in Form von Salben, Cremes, Gels oder speziellen Lösungen auf die gesamte von Dellwarzen befallene Haut bzw. auf die einzelnen Dellwarzen aufgetragen. Alternativ zu diesen Behandlungsmethoden kann auch eine Laserentfernung der Dellwarzen oder die Gabe von Medikamenten gegen Viren in Frage kommen.
Prognose und Heilungsaussichten der Dellwarzen (Mollusken)
Die Heilungsaussichten sind bei Dellwarzen in der Regel sehr gut. So bilden sich die Dellwarzen bei einem gesunden Menschen mit einer funktionierenden Immunabwehr in der Regel innerhalb von sechs bis neun Monaten von alleine zurück. In einigen Fällen können die Dellwarzen aber auch mehrere Jahre bestehen bleiben, wenn sie unbehandelt bleiben. Bei Menschen mit einem geschwächten Abwehrsystem, sehr trockener Haut oder Hauterkrankungen wie etwa Neurodermitis ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Dellwarzen sich nicht von alleine zurückbilden, sondern vielmehr weiter ausbreiten, besonders gross. Sie sollten sich also auf jeden Fall einer Behandlung unterziehen. Allerdings können die Dellwarzen sowohl nach einer Spontanheilung, als auch nach einer erfolgreichen Behandlung jederzeit neu auftreten.
Vorbeugung von Dellwarzen
Da Dellwarzen jeden betreffen können, ist es umso wichtiger, ihnen gezielt vorzubeugen. Dies kann schon durch die Einhaltung einfacher Regeln und Massnahmen erfolgen. So sollten Sie in erster Linie die Dellwarzen anderer Patienten nicht ohne Handschuhe oder ähnliche Hygieneartikel berühren. Aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr würde das Risiko einer eigenen Infizierung mit den Dellwarzen bei direktem Hautkontakt stark ansteigen.
Ebenfalls sollten Dellwarzen nicht selbst oder durch einen Laien ausgedrückt werden. Beim Ausdrücken kommt es zum Austreten einer breiigen Masse, welche eine Vielzahl von Viren enthält, die neue Dellwarzen entstehen lassen kann. Somit sollte das Ausdrücken von Dellwarzen ausschliesslich bei einem Hautarzt erfolgen. Dieser hat die Möglichkeit, die Dellwarzen mit geeigneten Werkzeugen hygienisch sauber auszudrücken und die Virenmasse anschliessend zu entfernen. Im Anschluss an die Entfernung wird zudem der betroffene Hautbereich vollständig desinfiziert, um weiteren Übertragungen aus dem Weg zu gehen.
Neben dem direkten Kontakt zu betroffenen Hautstellen, sollten jedoch auch Berührungen mit allen Gegenständen vermieden werden, welche vom Patienten benutzt werden. So sollten vor allem im Badezimmer Hygieneartikel wie Handtücher, Bademäntel, Waschlappen, aber auch Cremes oder Seife strikt getrennt verwendet werden. Andernfalls wird ein leichter Übertragungsweg für die Dellwarzen geschaffen und eine Ansteckung unterstützt. Des Weiteren sollten beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden, um eine Infizierung mit Dellwarzen im Intimbereich zu verhindern.
Besondere Vorsichtsmassnahmen sollten ebenfalls bei Neurodermitis-Patienten eingehalten werden. Da bei ihnen ein erhöhtes Risiko einer Dellwarzen-Infektion besteht, empfiehlt es sich hier, ihre Haut regelmässig mit geeigneten Cremes und Lotionen zu pflegen. Bereits vorhandene Dellwarzen sollten jedoch nicht mit Cremes versorgt werden, da auch hier wieder das Risiko steigt, die Viren weiter zu verschleppen oder andere Personen anzustecken.