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Die Schweiz blickt auf über ein Jahrhundert mit kontinuierlichem, oft starkem Bevölkerungswachstum zurück. 1978 wurde letztmals eine abnehmende Bevölkerungszahl verzeichnet. Zwischen 2010 und 2020 lagen die jährlichen Wachstumsraten meist über einem Prozent, seit 2018 leicht darunter. Regional sind die Unterschiede aber teilweise markant. Im Grossraum Zürich sowie im und um den Arc Lémanique zeigen sich teilweise sehr hohe Zuwächse. Abnehmende Bevölkerungszahlen kommen vereinzelt im Jura sowie in vielen (Seiten-)Tälern der Alpen vor.
In den letzten hundert Jahren (1920-2020) hat sich die Bevölkerung in der Schweiz mit einer Zunahme von gut 122% auf rund 8,6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner mehr als verdoppelt. Ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung zwischen 2010 und 2020 zeigt vor allem im Mittelland hohe Wachstumsraten. In der Westschweiz verzeichnen die Regionen um den Arc Lémanique und nordwärts bis an Neuenburger- und Murtensee sowie das Rhonetal / Unterwallis grosse Zuwachsraten. Der Metropolitanraum Zürich mit Ausstrahlung in die Zentral- und Ostschweiz respektive westwärts bis in den Raum Olten weist ebenfalls durchwegs robuste Wachstumsraten auf. Aber auch viele Gemeinden im südlicheren Tessin und im vorderen Bündner Rheintal sind teilweise stark gewachsen. Entlegenere Alpentäler verzeichneten hingegen Bevölkerungsrückgänge, ebenso einige Gemeinden im Alpenvorland sowie im Jura.
Der städtische Raum war seit der Jahrtausendwende stark geprägt von einer Reurbanisierung. Die frühere Tendenz der Kernstadtentleerung lässt sich nicht mehr beobachten. Die Agglomerationsgürtel dehnen sich, bedingt durch weiteren Platzbedarf und Verdrängungseffekte, nach wie vor aus. Als «ländlich peripher» bezeichnete Gemeinden, die vor allem im Jura und in den Alpen vorkommen, sind hingegen von einer deutlich tieferen Wachstumsdynamik geprägt. Diese Rückgänge gehen oft mit erhöhten Anteilen von älterer Bevölkerung einher. Dies im Gegensatz zum stark wachsenden Grossraum Zürich oder auch zum Arc Lémanique und dessen Hinterland: in diesen Regionen ist der Anteil jüngerer Personen meist überdurchschnittlich hoch.
Mit Blick auf die Zukunft ist laut dem Referenzszenario des Bundesamts für Statistik (BFS) davon auszugehen, dass bis 2050 gut 10.4 Millionen Menschen in der Schweiz leben werden. Die Planungen und Perspektiven des Bundes sehen vor, dass sich das Bevölkerungswachstum in erster Linie auf die Städte und Agglomerationen, insbesondere auf verkehrstechnisch gut erschlossene Standorte, konzentrieren soll.