Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03316.jsonl.gz/1186

Weitere Luftaufnahmen von Ropraz
Jacques Abram Elie Daniel Clavel de Brenles ( 1717 - 1771)
Huile sur toile 77x64 cm
Lausanne, salle du Sénat de l'Université
Extrait du livre sur le 450ième anniversaire
Nur die Karte, die auf dem Rahmen gestellt ist, identifiziert diese Persönlichkeit. Unter der Hand erkennt man das neue Testament, in der Bibliothek man liest die folgenden Namen: "S. GRAVES/FONTEN/LEIBNITZ/MONTESQUIEU... RÉAUMUR..."
Diese Namen von Schriftsteller enthüllen eine Persönlichkeit mit ausgedehnten Kenntnissen, und liefern den Beweis einer grossen aufgeschlossenen Haltung. Die Persönlichkeit stützt sich auf die Bibel. Ausserdem werden alle Gebiete (Philosophie, Recht und Wissenschaften), dargestellt. Leibniz und Montesquieu erwähnen in der Tat die Philosophie und das Recht. Fontennelle ist bekannt für seine " Dialogen über die Mehrheit der Welten ", ein echter Versuch, die Wissenschaft populär zu machen. Réaumur schuf ein Thermometer und interessierte sich für die Stahlproduktion.
Am 13. September 1717 in Lausanne geboren, am 9. November 1771 in Lausanne gestorben, ein Protestant, von Cully und Ropraz. Der Sohn von Vincent Jean Daniel, Mitregent von Brenles und von Jeanne Abigaïl Crousaz. Er heiratete Etiennette Chavannes, die Tochter von César, ein Pasteur. Sie hielt einen bekannten Salon und soll Caton d'Addison übersetzt haben. Herr von Brenles. Studien des Rechtes auf Akademie von Lausanne und auf die Universität von Marbourg (Doktorat im natürlichen Recht in 1740 gemäss Christian Wolff). Schlossherr von Villette (1748). Vogt in Lausanne (1754-1771). Ab 1762 Kommissionsmitglied der Prüfung der Kommentare von Jacques-François Boyve von Lausanne. Als Rechtsanwalt und bekannter Jurist, wurde Clavel von Frédéric II von Preussen im Rahmen der Gaudot-Affaire (siehe unten) in Neuenburg befragt (1768) und mit der Redaktion eines Gesetzescodes für das Fürstentum beauftragt, aber der Tod hinderte ihn daran, sie zu vollenden. Er wurde zum Nachfolger ernannt von Beat-Philippe, Vicat an der Akademie von Lausanne, Ende 1770. Bei seiner Einstellung im März 1771, war Clavel zu wenig ein Professor, um den Unterricht des Rechts in Lausanne zu beeinflussen. Er war Mitglied der wirtschaftlichen Gesellschaft von Bern (1763). Clavel war einer der Episodischen Mitarbeiter des Blattes Aristide et le Citoyen, das durch die moralische Gesellschaft (1766-1767) veröffentlicht wurde. Er war der Autor von einer historischen Lobrede auf Herrn Charles-Guillaume Loys de Bochat (1755), von Briefen über die Verwirrung von Neuenburg sowie von Plädoyers und Memoiren. Seine Frau und er waren Freunde von Voltaire.
Sources
-Fonds Clavel, BCUL
-O. Pavillon, C. Roth, Inventaire des arch. de la famille Clavel de Cully , 1964
Bibliographie
-J.-F. Poudret et al., L'enseignement du droit à l'Académie de Lausanne aux XVIII et XIXe s., 1987, 46-49
Fabienne Abetel-Béguelin
Die Gaudot-Affäre begann 1747, als der König von Preussen Friedrich II. in Neuenburg, seinem Fürstentum, die Verpachtung der Steuereinkünfte, also die Versteigerung der Erhebung der Pachtzinsen und des Zehnten, an Stelle der staatlichen Verwaltung einführte. 1766 trat die Opposition gegenüber dem neuen System, das dem Fürsten Vorteile brachte, offen zu Tage: Niemand war willens, die Finanzpachtämter zu ersteigern, deren Preis hoch angesetzt war. Die von Friedrich II. delegierten Abgesandten schlugen schliesslich den Verkauf aller dem Zehnten unterliegenden Grundstücke an den Meistbietenden vor, was unter den Neuenburgern einen Sturm der Entrüstung auslöste; sie sahen darin eine Missachtung des Prinzips der Unveräusserlichkeit, das ihnen 1707 garantiert worden war, und verlangten die Wiederherstellung des alten Systems. Im Mai 1767 entschloss sich Friedrich II., die Berner als Schiedsrichter anzurufen. Beide Parteien verteidigten hartnäckig ihren Standpunkt. Der Vertreter des Generalstaatsanwalts des Fürstentums, Claude Gaudot (1713-68), war besonders unnachgiebig. Anfang 1768 gab der Grosse Rat von Bern der Stadt Neuenburg Unrecht und warf ihr vor, die Rechte des Fürsten verletzt zu haben. Die Wut der Bürger von Neuenburg war so gross, dass Friedrich II. Bern um eine militärische Intervention bat. Obwohl Luzern, Solothurn, Freiburg und der Botschafter Frankreichs zur Mässigung mahnten, zog Bern östlich des Fürstentums 9'000 Mann zusammen. Erschrocken unterwarfen sich die Bürger Neuenburgs und Valangins. Aber nun traf Friedrich II. einen Fehlentscheid und ernannte Gaudot zum Vertreter des Oberleutnants von Neuenburg. Als dieser in die Stadt zurückkam, wurde er am 25.4.1768 von der Bevölkerung umgebracht, ohne dass die Behörden das Geringste unternommen hätten, um ihn zu beschützen. Einen Monat später besetzten 600 Soldaten der vier verbündeten Stände Neuenburg. Die Affäre endete im August mit der vollständigen Unterwerfung der Stadt, die geschwächt aus der Gaudot-Affäre hervorging.
Jacques Abram Elie Daniel Clavel de Brenles ( 1717 - 1771)
Pastel sur parchemin : 31x25 cm
Inscription au dos : Monsieur Clavel de Brenles/ né en 1717/ mort en 1771/ peint par L. Piot
Lausanne, salle du Sénat de l'Université
Auf dem Brief, der an die Rechte der Persönlichkeit gerichtet war, kann man die folgenden Sätze entziffern:
"Hier als kleine Erinnerung, dass ihre Majestät mir befohlen hat, ihn ihrem Namen Ihnen seine vollkommene Zufriedenstellung mit den Mühen zu bezeugen, die Sie sich für die Angelegenheiten von Neuenburg hatten" Weiter unten erkennt man: die Principes/von Europa/Unterschrift/"R. Lentillus" P.S
Die Schweiz spielte eine Hauptrolle bei der Popularisierung und der Verbreitung der Doktrinen des modernen natürlichen Rechts "jusnaturalisme". Ohne die Bedeutung des Unterrichts des klassischen natürlichen Rechts im traditionellen mittelalterlichen Unterricht der moralischen Theologie wie die der moralischen Philosophie zu minimieren, sowohl in den Schweizer Kollegien und katholischen Seminaren als auch in den reformierten Akademien (siehe den Stellenwert von Aristoteles in der scholastischen Protestant in der Akademie von Genf), ist es durch den Unterricht des modernen natürlichen Rechts im allgemeinen im Rahmen der Rechtsstudien und durch die Kommentare und danach die Übersetzungen der Verträge von Grotius und von Samuel Pufendorf, dass die Schweiz als die echte Vermittlerin in der westlichen intellektuellen Geschichte zwischen deutscher Kultur erscheint (Pufendorf, Christian Thomasius und Christian Wolf) und französischer Kultur (Montesquieu, Voltaire, Rousseau, Diderot, d'Alembert und der 'Enzyklopädie). Entscheidend in dieser Hinsicht waren auch die Höfe von Jean Barbeyrac in der Akademie von Lausanne (1711-1717), seine französischen Übersetzungen von Pufendorf und Grotius, der Unterricht von Jean-Jacques Burlamaqui an der Akademie von Genf (1723-1739), und seine Handlungen über die Popularisierung, sowie schliesslich das Werk des Neuenburger Emer de Vattel. Diese "französische Schule" strahlte noch lange im Waadtland mit seinen Juristen und Professoren der Akademie von Lausanne, Charles Guillaume Loys de Bochat, Beat-Philippe Vicat, Jean Georges Pillichody, Jacques Abraham Daniel Clavel de Brenles und der Herausgeber von Yverdon, Fortuneé-Barthélemy de Félice. Die Konsolidierung der französischen Schule wurde gewährleistet an der Akademie von Lausanne von einem Christian Dapples, Professor von 1778 bis 1801, und an der von Genf von der Dynastie der Cramer - Jean, Jean-Manassé und Jean-Antoine, die dort von 1723 bis 1745, von 1757 bis 1789 bzw. von 1789 bis 1793 unterrichteten.
An dieser "Tradition des natürlichen Rechts" verband sich eine komplette literarische Produktion aus handgeschriebenen Werken: Elementi del diritto naturale vom konvertierten italienischen Jesuiten, Don Bernal de Quiros, Professor für Geschichte und für kirchliches Recht (1752-1758), Werke der Popularisierung von Samuel Porta*, einen Kurs von Vicat in Lausanne (1741-1770), Abhandlungen von Louis Bourguet in Neuenburg, des Juristen Pierre Mussard und des künftigen Staatsanwalts Jean-Robert Tronchin aus Genf.
Intensiv kultiviert im Waadtland unter dem Schutz aus Bern, ist das moderne natürliche Recht offensichtlich auch an der Akademie von Bern (Obere Schule) mit Johann Caspar Seelmatter (1680-1686) und Johann Rudolf von Waldkirch (1718-1722) unterrichtet worden, der sich danach in Basel (1722-1757) hervortat. Die Berner Tradition des natürlichen Rechts setzten Professoren Nicolas Bernoulli (1723-1725) und Gottlieb Jenner (1726-1748) fort.
Eingetragen im Programm der Rechtsstudien der Universität von Basel von 1706 erscheint das moderne natürliche Recht während des 18. Jahrhunderts. Im Carolinum in Zürich wurde es ebenfalls gelehrt: ab 1694 kommentierten der Theologe und der Hellenist Johann Heinrich Schweizer dort Grotius. Ab 1714 wurde Johann Jakob Ulrich, den Ethikprofessor, einem Kurs für natürliches und menschliches Recht anvertraut. Er wurde 1731 von grossem Theologen Johann Jakob Zimmermann abgelöst, der damals formell in eine Kanzel des natürlichen Rechts investierte. Jedoch war es ein anderer Theologe, Johann Rudolf Ulrich, der in 1763 zum Rechtsprofessor ernannt wurde. Ausserhalb Carolinum vertrat Johann Jakob Leu eine nicht unerhebliche Rolle im natürlichen Recht in den vier Volumen des Eidgenössischen Stadt- und Landrecht (1727-1746). Wo der Unterricht des natürlichen Rechts und der Leute auch im Programm der Freiburger Rechtsschule enthalten war, die in 1763 eröffnet wurde, so waren Kurse für natürliches Recht dort kaum von 1775 bis 1798 gegeben, ausser von Tobie Baaras, und man musste die Restaurierung der Rechtsprechungskanzel in 1812 abwarten, bis das natürliche Recht von Jean-François Ducros (1812-1824) gelehrte wurde. Es war allerdings erst mit Jean-Francois- Marcellin Bussard, dass ein privater, öffentlicher Unterricht "des natürlichen Rechts und der Leute" kontinuierlich (1825-1853) auf Grund von Burlamaqui gewährleistet wurde. Es wurde in der Freiburger Rechtsschule, die zur Fakultät in 1882 wurde und in die katholische Universität von Freiburg in 1889 eingegliedert, unter dem Impuls des Neothomismus.
Die Vertreter, welche sich am besten mit der französischen Schule des modernen natürlichen Rechts auskannten, trugen nicht nur zur Verbreitung der Doktrin der Schule des deutschen natürlichen Rechtes in Frankreich bei sondern in der angelsächsischen Welt. Sie befreiten in der Schweiz auch die politische Tragweite der Hauptthesen der Schule neben den Naturstand und den sozialen Vertrag in einem konservierenden Sinn, als Beleg des aufgestellten Befehls, wie Barbeyrac in der Micheli du Crest-Affaire in 1731, Mussard und Burlamaqui auf die Fragen der Steuern in Genf (1734-1735). Sie bestimmten dort durch den politischen Gedanken von Rousseau mit seiner systematischen Ausarbeitung einer Doktrin der Volkssouveränität auf Grund einer zweiten Lektüre "jusnaturaliste" der Genfer verfassungsmässigen Geschichte.
Auszug aus "La vie vaudoise et la révolution“. Von der Knechtschaft bis zur Freiheit von Ch. Burnier, Ausgaben Bridel Lausanne 1902.
Etiennette Chavannes- Clavel de Brenles, Darstellung vom historischen Museum in Lausanne.
Etiennette und ihr Ehemann waren zu ihrer Zeit bekannt in Lausanne. Sie gehörten zum Bürgertum und wurden beide in der Kathedrale von Lausanne begraben. Etiennette und ihre Familie lebten in der Rue de la Mercerie in einem Haus, das nicht mehr steht. Sie hatte einen sehr bekannten mondänen Salon, wo sich das Lausanner und ausländische Bürgertum traf.
Frau Necker schrieb ihrer Freundin Frau de Brenles in 1768: "ich bin seit langem überzeugt, dass Herr de Brenles einer der aussergewöhnlichsten Männer ist; durch seine Talente, durch seine Ehrlichkeit, durch seinen Geist und durch seine seltene Festigkeit, die allein all seinen Vorteilen Glanz gibt"
in 1769
"Man garantiert mir, dass Sie M von Brenles in seinen Arbeiten erleichtern, dass er sich ein wenig mehr der Gesellschaft überlässt, und dass er diesen Winter die Genüsse aller Abendessen in Lausanne kannte. Ich bin darüber nicht mehr erstaunt; unter der grossen Anzahl der liebenswerten Männer die ich in diesem Land kenne, sah ich nie einen, der genauso viel Gebräuche der Welt, Höflichkeit, Geistreichtum und Bekanntschaften versammelt, mit dieser fröhlichen lachenden Erscheinung, die eine ganze Gesellschaft erweckt..."
Frau Necker ist Frl. Susanne Curchod, die Lausanne verliess, um Necker zu heiraten. Sie blieb in Korrespondenz mit ihrer Jugendfreundin Etiennette.
Herrenhaus der Familie Clavel
Bibliographie