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«Er sass danach noch eine Weile am Baum und wartete, bis die letzten Bienen der Königin gefolgt waren, und machte sich dann mit dem Volk auf den Rückweg zum Fuhrwerk. Mit weissem Anzug und Imkerhut sah er aus wie ein Sternenfahrer, der in ferner Zukunft auf einem unbekannten Planeten umhergewandert war und jetzt mit einer fremden, seltsamen Spezies von seiner Expedition in das Raumschiff zurückkehrte.»
Die unregelmässigen Einträge in das Tagebuch von Erigidius Arimond beginnen im Winter 1944. Zurückgekehrt in seinenGeburtsort arbeitet er am Gymnasium als Lehrer und hilft seinem Vater bei der Bienenzucht. Nach seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Schuldienst kümmert er sich nur noch um die Bienen und betreibt für sich Studien zu seinem Benediktiner-Vorfahren aus dem 15. Jahrhundert. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er, indem er Honigprodukte aller Art an kleine Geschäfte in der Umgebung liefert und Flüchtlinge über die Grenze nach Belgien rettet. Mit dem Erlös kauft er sich die dringend benötigten Medikamente gegen seine schlimmen Epilepsie-Attacken.
Die friedlichen Momente mit seinen geliebten Bienen stehen im krassen Kontrast zu den apokalyptischen Geschehen der letzten Kriegsmonate in der Eifel.
Norbert Scheuers Roman hat eine beeindruckende Tiefe und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019.
Susanne Bühler