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Unsere Fahrt nach Mendoza glich etwas einer Odyssee. So wollten wir die Ruta 153 über ein kleines Vorgebirge der Anden nehmen, um über Uspallata nach Mendoza zu kommen. Ein gewaltiger Fehler!
Diese Strasse führte uns an Kalkbergwerken, Wein- und Zitronenfelder vorbei auf eine Kiesfahrbahn, welche anfänglich sehr vielversprechend aussah. Die Waschbrettmusterung der Strasse war zwar allgegenwärtig und schüttelte uns ab und zu gehörig durch, doch war die Strasse gut befahrbar. Nach beinahe zwei Stunden, einer Fahrt in einem trockenen Flussbett und ein paar wilden Lamas kamen wir doch an die Grenzen unseres Autos. Im kurvenreichen Gebirge waren die Strassen nicht mehr als solche zu erkennen, was uns zur Umkehr zwang. Zusätzlich büssten wir auf dieser Fahrt mit einem Nagel in unserem Pneu, welcher zum Glück das Loch direkt abdichtete. Dennoch mussten wir diese Stelle anschliessend in einer "Gomeria" (= Autowerkstatt/ Pneuwerkstatt) flicken lassen. Dies kostete uns gerade mal 30 Pesos.
Mendoza - Stadt der Sonne und des Weins
Mendoza ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und zählt rund 1,1 Millionen Einwohner.
Nachdem sie im Jahre 1861 von einem Erdbeben komplett zerstört wurde, entstand ein neues Mendoza mit erdbebensicheren Häusern, weitläufigen Avenidas und prächtigen Baumalleen.
Wie schon in San Juan gesehen, wurde auch hier ein altes Bewässerungsprinzip der Inkas angewandt. So verlaufen durch die ganze Stadt zum Teil offene Wasserkanäle entlang der Strassen und Baumalleen, um diese zu bewässern.
Mit diversen Parks wie der Hauptplatz "Plaza Independencia", "Plaza San Martin", "Plaza Italia", etc. und mit dem Erholungspark "Parque General San Martin" mit dem künstlich angelegten See, lädt die Stadt der Sonne zum Erholen und Verweilen ein.
Tipp: Wer gerne einen Blick über die Dächer Mendozas werfen möchte, sollte im Hotel Sheraton nach Erlaubnis fragen, um zum letzten Stockwerk fahren zu dürfen. Die Aussicht lohnt sich.
Puente del Inca
Nach einer unglaublichen Fahrt durch die Anden, mit unzähligen Kurven, kleineren Tunnels, atemberaubenden Aussichten auf den Rio Mendoza und die kleineren und wesentlich klareren Wildflüssen, gelangten wir nach ca. 3 Stunden (je nach Anzahl der LKW’s auf der Strasse) und 170km Weg zu einem 21m hohen natürlichen Steinbogen.
Dieser Bogen diente einst als Brücke für die Inkas, welche auf dem Weg nach Cuzco waren. Im Laufe der Zeit und dank dem stetigen Rinnsal, welches über die Felsen fliesst, hat sich ein farbenfrohes, tropfsteinförmiges Gebilde geformt, welches heute viele Besucher anzieht. Durch den stetigen Besucherandrang wurde die Brücke zu ihrem Schutz nun im Jahre 2005 gesperrt.
Von der Puente del Inca ist der Nationalpark um den höchsten Berg Amerikas, den Aconcagua, nicht weit entfernt. Ein paar Kurven weiter sieht man bereits auf der rechten Seite das Touristencenter, in welchem man das Eintrittsticket kaufen muss. Leider wäre der Preis für uns Nicht-Argentinier wieder mehr als das Doppelte gewesen, was uns diesmal einfach zu quer im Magen lag. Da wir den Aconcagua bereits von der Ferne sahen, und dieser nun in dicken Wolken lag, entschieden wir uns für eine kostenlose Wanderung. So fuhren wir ein paar Kurven weiter und bestiegen einen anderen Berg, welcher uns einen wunderschönen Blick in die Anden und über das Tal mit der Strasse bot.
Entlang von kleinen und kaum zu erkennenden Pfaden wanderten und kletterten wir den wilden Bergkamm hoch und sahen dabei unzählige Feldhasen (naja, in dieser Umgebung wohl eher Berghasen). Die kargen und aber doch farbigen Berghänge, der kühle und starke Wind und das Aufbäumen der Wolken, fernab von jeglichem Lärm und anderen Menschen, erfüllte uns mit einem freien Gefühl.
Winetasting in den Bodegas
Wenn man schon in der berühmtesten Weinregion Argentiniens und in der Malbec-Hauptstadt der Erde ist, so sollte der eine oder andere Bodega Besuch Pflicht sein. Uns zog es natürlich direkt in die Bodega Escorihuela Gascón, in welcher unser Lieblingswein hergestellt wird. Diese Bodega war sehr zentrumsnahe und wir durften auch ohne Voranmeldung eine kurze Tour durch die Hallen machen, bei der wir auch ein riesiges und uraltes Weinfass zu Gesicht bekommen haben. Dieses Fass ist über 100 Jahre alt und war einst ein Geschenk von Spanien an den ebenso spanischen Gründer dieser Bodega und ist mit diversen Holzschnitzereien versehen. Nachdem ein Feuer die Bodega in Mendoza teilweise zerstört hatte, wurde diese mit touristischen Hintergedanken neu aufgebaut. So besitzt diese Bodega einen Aufenthaltsbereich mit einer Bar, Boccia- und einem Fahrradpolofeld, welches den Degustierenden ein angenehmes Umfeld bieten soll.
Die Bodega O’Fousrnier bot mit ihrer abstrakten Architektur den Gegensatz und beeindruckte mit den modernen Verfahren, Räumen und dem imposanten Weinkeller. Wieder durften wir ohne Voranmeldung (was normalerweise üblich scheint, und meist mit einem kompletten Winetasting verbunden ist) alle Räumlichkeiten besichtigen und die Weine bei einem informativen Gespräch probieren.
Das Herz dieser Bodega ist der Weinkeller, welcher sich in der Mitte des Anwesens befindet. Dieser Raum dient nebst der Lagerung auch als Konzert- oder Kunstaustellungssaal für diverse namhafte Künstler.