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Johanna hat aufgrund der der Corona-Krise ihren Nebenjob in einem Café verloren. Ihre Mutter macht sich daraufhin Sorgen um die Finanzierung von Johannas Studium. Sie (die Mutter) ist angespannt, schläft schlecht und überlegt, den Familienurlaub zu streichen, um Geld für Johannas Studium zu sparen. Johanna selbst reagiert gelassen. Sie ist sogar eher erleichtert, da sie den Job ohnehin nicht gerne gemacht hat. Außerdem macht sie sich begründete Hoffnung auf eine neue Arbeitsstelle als studentische Hilfskraft, bei der sie sogar mehr verdienen würde.
Welchen Beitrag können die verschiedenen Stresskonzeptionen zur Erklärung der Situation leisten?
Reaktionsbezogene Stresskonzeption: Dass Johanna erleichtert ist, wirkt sich positiv auf ihre Stressreaktion aus.
Situationsbezogene Sichtweise: Die Corona-Krise ist ein zeitbezogenes Ereignis.
Situationsbezogene Sichtweise: Die benötigte Anpassungsleistung durch die Veränderung der Arbeitssituation wird im Alltagsbelastungsfragebogen (ABF) mithilfe von zugewiesenen Life Change Units (LCUs) gemessen.
Transaktionale Sichtweise: Das Ereignis wird in der primären Bewertung der Mutter als Bedrohung bewertet.
Ressourcenbezogene Stresskonzeption: Die Überlegung der Mutter, den Familienurlaub zu streichen, stellt einen tatsächlichen Ressourcenverlust dar.
Welche der folgenden Aussagen spiegelt/spiegeln wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Stress und Krankheit/Gesundheit wider?
Aus einer evolutionspsychologischen Sicht tragen Stressreaktionen zum eigenen Überleben und der Arterhaltung bei.
Eine Erhöhung der Belastung als Folge von Krankheit erfordert zusätzliche Anpassungsleistungen, die sich wiederum auf den Gesundheitszustand auswirken können.
Je niedriger das Aktivierungslevel, desto höher das Wohlbefinden.
Stress ist eine direkte Ursache für Erkältungskrankheiten.
Stress kann sich durch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit ausdrücken.
Eine Kontroverse in der Stressforschung kreist um die Frage, ob Stressbewältigung ein situatives oder ein dispositionales Geschehen ist. Den Annahmen der transaktionalen Stresstheorie zufolge ist Stressbewältigung ein situatives Geschehen und sollte deshalb auch situationsspezifisch erfasst werden. Welche/r der folgenden empirischen Befunde stützt/stützen diese Sichtweise?
Der Einsatz von Bewältigungsstrategien ist oftmals von der Ausprägung verschiedener Persönlichkeitseigenschaften abhängig.
Menschen verändern ihr Bewältigungsverhalten je nach Situation.
Die Kontrollierbarkeit von Situationen hat einen Einfluss auf die Effektivität von Bewältigungsstrategien.
Dispositionale Bewältigung und Persönlichkeitseigenschaften haben eine gemeinsame genetische Basis.
Menschen entwickeln ein Set an präferierten Strategien zum Umgang mit Stress, an das sie sich in konkreten Stresssituationen halten.
Warum ist es schwer, die allgemeine Effektivität einer Bewältigungsstrategie zu beurteilen?
Weil die Effektivität in Abhängigkeit vom verwendeten Kriterium unterschiedlich bewertet werden kann.
Weil die Effektivität von Bewältigungsstrategien stets vom Gesundheitszustand einer Person abhängig ist.
Weil die Effektivität einer Bewältigungsstrategie von situativen Aspekten mitbestimmt wird.
Weil Effekte nicht auf eine bestimmte Bewältigungsstrategie zurückgeführt werden können.
Weil Wohlbefinden als wichtigstes Kriterium nicht objektiv erfasst werden kann.
André und Steffi arbeiten als ärztliche Mitarbeitende auf einer onkologischen Station. Das Krankenhaus steht unter wirtschaftlichem Druck und die von der Klinikleitung implementierten neuen Regeln zur Leistungskontrolle der Mitarbeitenden erschweren die Arbeitsbelastung für beide deutlich. Wenn Steffi sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen in einer der wenigen Pausen zum Kaffee verabredet, um über die Belastung zu sprechen, wird Trost gespendet und es fließen bei ihr auch mal Tränen. André hingegen bleibt diesen Treffen meist fern, er spricht kaum über das Thema oder erklärt knapp, mit den höheren Anforderungen kein Problem zu haben. Gegenüber Kolleginnen und Kollegen zeigt er sich aber zunehmend gereizt und feindselig.
Welche der folgenden Aussagen zu Geschlechtsunterschieden im Stressprozess ist/sind zutreffend?
Das Verhalten der beiden passt zu verschiedenen Befunden, nach denen Frauen und Mädchen in Stresssituationen häufiger nach sozialer Unterstützung suchen als Männer und Jungen.
Das Verhalten der beiden passt zu verschiedenen Befunden, nach denen Frauen Emotionen bei Leistungsproblemen offener ausagieren als Männer.
Das unterschiedliche Verhalten kann mit Theorien zu biologischen Ursachen von Geschlechterunterschieden erklärt werden (fight-or-flight vs. tend-and-befriend).
Das unterschiedliche Verhalten kann damit erklärt werden, dass Mädchen und Jungen in Bezug auf den Umgang mit Stress unterschiedlich erzogen werden.
Aufgrund der stärker erlebten Belastung ist bei Steffi davon auszugehen, dass der Stress auch eher negative gesundheitliche Folgen nach sich zieht.
Manuela und Karla sind Schülerinnen der 12. Klasse, die kurz vor den Abiturprüfungen stehen. Wann immer Manuela schwierige Situationen zu meistern hat, ist sie davon überzeugt, dass sich alles zum Guten wendet. Daher verfolgt sie ihre Ziele überwiegend engagiert und motiviert. Auf Karla trifft das Gegenteil zu. Sie rechnet mit dem Schlimmsten und gibt in schwierigen Situationen schnell auf.
Welche Vermutung/en über Manuelas und Karlas Reaktionen auf Stress lässt/lassen sich durch die Erkenntnisse persönlichkeitsbezogener Stressforschung begründen?
Manuela nimmt mehr soziale Unterstützung als Karla wahr.
Manuela zeigt einen geringeren Willen, sich mit unangenehmen gesundheitsbezogenen Informationen auseinanderzusetzen.
Manuela zeigt eine stärkere körperliche Reaktion auf Stress.
Karla kann ihre Bewältigungsmöglichkeiten realistischer einschätzen als Manuela.
Manuela verwendet die Bewältigungsstrategie Problemlösung seltener als Karla.
Generell sieht Hanna ihr Leben als sinnvoll und zielorientiert an, ist geneigt, Ereignisse als verstehbar, strukturiert und erklärbar wahrzunehmen und schätzt ihre Fähigkeiten, mit Stress umzugehen realistisch ein. Nun ist sie zum zweiten Mal an Brustkrebs erkrankt.
Welche Vorhersage/n über Hannas Umgang mit der Erkrankung lässt/lassen sich aus empirischen Untersuchungen ableiten?
Im Vergleich zu anderen Patientinnen wird Hanna...
mehr Bewältigungsstrategien einsetzen.
eher im Sinne der Passungshypothese situationsangemessene Bewältigungsstrategien wählen.
eher annähernde Bewältigungsstrategien wählen.
ihre subjektive Gesundheit als besser bewerten.
von höherem Wohlbefinden berichten.
Welche Gemeinsamkeit/en haben die mehrdimensionalen Persönlichkeitsmerkmale Kohärenzgefühl und Hardiness?
Sie wirken sich unterschiedlichen Befunden zufolge günstig auf die primäre Stressbewertung aus.
Es wird diskutiert, ob sie in Wirklichkeit Aspekte der Big 5 widerspiegeln.
Sie wurden im Kontext der Pathogenese formuliert.
Sie wirken sich einzelnen Befunden zufolge negativ auf die Bereitschaft zur Nutzung gesundheitsförderlicher Services und Informationen aus.
Die jeweiligen drei Komponenten der beiden Konstrukte werden nicht eindeutig faktorenanalytisch gestützt.