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Villa Kassandra

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Frauenferien- und Bildungszentrum im Jura, 1986 - 1993
Inhaltsverzeichnis
Aktuell[Bearbeiten]
Ende 2016: Es gibt ein Publikationsprojekt zur Villa Kassandra:«... ein Haus für sich - oder: Vom Nutzen der Erotik». Kontakt: projekt (at) villakassandra.ch Flyer
Projektbeschrieb auf Historikerin.ch
Geschichte[Bearbeiten]
Die "Villa Kassandra" soll ein Ort werden, wo frau Kurse besuchen, Tagungen und Treffen veranstalten, aber auch Ferien machen, eben sich wohl fühlen und entfalten kann. (aus Frau ohne Herz, Nr. 20, 1985) 1985 haben die Initiantinnen einen Verein gegründet und sind auf der Suche nach einem Haus.
Entstehung und Ende[Bearbeiten]
Lena Rérat kannte die Frauenbildungshäuser in Deutschland und den Frauenort in Umbrien. An der Boldern-Tagung 1983, an welcher auch Shelley Berlowitz dabei war, entwickelten sie eine Utopie.
Drei Jahre vor dem Hauskauf, gründeten sie einen Verein und trafen sich alle zwei Wochen am Wochenende, um die Utopie von "Miteinander leben und arbeiten" zu diskutieren. Sie schauten rund 40 Häuser an und es war klar, dass vom Preis her, nur ein Haus im Jura möglich war. Mit einem Plakat sammelten sie Geld und erhielten 75'000 Franken. Die erste Nacht verbrachten sie am 01.11.1986 in der Villa Kassandra.
1990 konnte das Haus neben der Villa Kassandra gekauft werden. Die Mitarbeiterinnen wohnten ab dann da.
Name: inspiriert von Christa Wolf's "Kassandra". Die Symbolik von der Vision und dem nicht gehört werden fanden sie passend. Doch auch der Name brauchte ein Wochenende Diskussion.
Ende: Es schlichen sich Ermüdungserscheinungen ein - viel hatten die Gründerinnen gegeben, doch es kamen weniger Teilnehmerinnen (was vielleicht auch am Massenlager und dem gemeinsamen Badezimmer lag), Beziehungen waren zerbrochen und die neuen, jungen Teamfrauen blieben aus. Ein Jahr lang wurde ca. 1991 nach neuen Frauen gesucht. Doch die neuen wollten nicht so abgelegen wohnen und der Lohn war klein. Am Anfang gab es 500 Franken plus Kost und Logis, zum Schluss 2000 Franken plus Kost und Logis.
Verein[Bearbeiten]
Inhalte[Bearbeiten]
Jedes Wochenende gab es Programm. Am Anfang überwiegend zu den Themen Spiritualität, Rituale , Körperarbeit, Feministische Theologie.
Später beispielsweise auch Geschichtsworkshops mit Elisabeth Joris und Heidi Witzig, politische Seminare oder auch Trickfilmkurse.
Luisa Francia Kurse waren immer ausgebucht. Weitere Kursleiterinnen: Luise F. Pusch, Audre Lorde, Veronika Bennholdt-Thomsen.
In den sieben Jahren waren zwischen 2000 und 3000 Frauen/Lesben aus den verschiedensten Szenen zu Besuch in der Villa Kassandra. Die Mund-zu-Mund-Propaganda in den diversen Netzwerken hatte funktioniert. Es gab auch französische Angebote, doch dies war wegen der Übersetzung aufwändig und wurde mit der Zeit aufgegeben.
Sommerunis: An einem Kongress in Interlaken zum Thema matriarchale Kulturen und Strukturen gab es Konflikte, da auch Männer als Teilnehmende dabei waren. Aus dieser Erfahrung und in Anlehnung an die sechswöchige Sommeruni der FU Berlin wurde diese Idee übernommen.
Das Konzept war: 1 Tag, 1 Thema, 1 Dozentin
So kam u.a. auch Christina Thürmer-Rohr nach Damvant.
An den Sommerunis waren bis zu 150 Frauen anwesend, die dann grösstenteils in Zelten übernachteten.
1995, an der 4. Sommeruni wurde die Frauenweltkonferenz in Peking vorbereitet.
Umgebung[Bearbeiten]
Umgebung: Der Bürgermeister von Damvant hatte zu den Frauen der Villa Kassandra gehalten. Sie brachten ja auch Umsatz, indem sie die Milch vor Ort kauften, oder Pferde mieteten.
Beim Zoll, der gegenüber der Villa lag, gab es ein paar Gegner gegen all diese Deutschschweizer Frauen, die ohne Mann anreisten. Eine Hausregel war (deshalb?): vor dem Haus rauchen, hinter dem Haus knutschen.
In der Villa Kassandra gab es auch einmal einen Tag der offenen Tür, bei welchem ca. 80 Besucher_innen vorbei schauten.
Bilder[Bearbeiten]
- Teamfrauen Lena Rérat, Shelley Berlowitz, Rafaela Schmakowski: http://www.bild-video-ton.ch/bestand/objekt/Sozarch_F_5026-Fx-004
- http://www.fraum.ch/wir-machen-weiter-sie-zum-beispiel-frauen-machen-geschichten-jetzt-teil-2/
- Posthume Kassandrarufe: Ein Pionierinnen-Projekt ist gestorben (pdf). Anna Wegelin in der Emanzipation, 1995
Literatur[Bearbeiten]
Gab es einen Artikel von Marie-José Kuhn in der WoZ über die Villa Kassandra?