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232 m. Ehemaliges Kloster der minderen Franziskaner,
von dem h. Bernhardin von Siena († 1444) zu der Zeit gegründet, da er Generalkommissar seines Ordens bei den
Eidgenossen
war. 1 km s.
Bellinzona und nahe dem städtischen Friedhof.
Die heutige Klosterkirche stammt aus 1479 und
ist mit wertvollen Freskomalereien aus dem 15. Jahrhundert geschmückt. Im Kreuzgang des
Klosters bemerken wir ebenfalls Fresken,
die aus dem 17. Jahrhundert datieren und
Bilder aus dem Leben des h. Franz von Assisi darstellen.
Das 1848 aufgehobene Kloster
ist jetzt Privateigentum.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Nidau).
437 m. Gemeinde und grosses Dorf, Vorort von
Biel und von dieser Stadt durch einen Arm der
Schüss
(Suze) getrennt; 500 m sö. vom Bahnhof
Biel. Postbureau, Telephon. 243
Häuser. 3729 Ew., wovon 415 Katholiken.
Reform. Kirchgemeinde
Mett
(Mâche), katholische Kirchgemeinde
Biel. 2812 Ew. deutscher, 844 französischer und 33 italienischer
Zunge. S. vom Dorf einige
Rebberge. Vom
Blumenrain über dem Dorf prachtvolle Aussicht auf die
Alpen, den
Bielersee,
Jura und
die Stadt
Biel.
Die Mehrzahl der Bewohner beschäftigt sich mit Uhrenindustrie und arbeitet in zwei grossen Uhrenfabriken.
Viele der männlichen Bewohner arbeiten auch in den Reparaturwerkstätten der Schweizerischen Bundesbahnen. Fahrräderfabrik,
grosse Klavierfabrik (eine der bedeutendsten der
Schweiz), Seifenfabrik, mechanische Werkstätten. Grosse Handels- und Ziergärtnereien.
Geräumiges Schulhaus mit 14 Primarschulklassen (wovon 3 für französisch sprechende Kinder) und 2 Sekundarschulklassen.
Auf Boden der Gemeinde Madretsch befindet sich der neue städtische Friedhof von
Biel.
Auf dem Moos gegen
die
alte Zihl hin wird Torf gegraben. Sö. vom Dorf ein von zahlreichen erratischen Blöcken durchschwärmter
Wald, der an
schönen Sonntagen von vielen Spaziergängern belebt wird. In Madretsch besass das Kloster zu St. Alban
in Basel
eine
Wiese, die 1304 an den
Bischof von Basel
überging. Grundeigentümer waren hier ferner noch die
KlösterGottstatt und
Bellelay.
Eine alte Korn- und Farbmühle gehörte zur
HerrschaftNidau, von der sie die Edeln von
Ligerz
(Gléresse) zu
Lehen erhielten.
Am wurde das Dorf von einer grossen Feuersbrunst nahezu vernichtet. Im
Längholz hat man einen
Schalenstein gefunden. 1304: Mardrez; 1341: Madrez; 1352: Madretsch.
Von diesem
Averserthal im engeren Sinn (auch
Oberthal geheissen) zweigt sich bei Cröt (1720 m) nach S. das Madriserthal (oder
Unterthal) ab. Dieses ist nur in seinem vordersten Teil ständig bewohnt und hat hier ein Schulhaus,
während sich weiter oben blos noch Alpweiden finden. Bei der obersten Alpweide, derjenigen von
Sovrana (1960 m), gabelt es
sich in die drei Aeste des gegen SW. ziehenden
Val di Lago, des gegen S. aufsteigenden
Val Prassignola und des gegen SO. reichenden
Val di Ronda.
Rechts finden sich ausgedehnte
Lager von schönem weissem Plattenmarmor. Der Madriserrhein oder die
Acqua di Madriso hat sich
an verschiedenen
Stellen in diesen Marmor eingeschnitten, was prachtvolle Farbeneffekte zur Folge hat.
Das Thal ist reich an malerischer landschaftlicher Schönheit und bietet auch für den Geologen und Botaniker grosses Interesse.
Es wird aber wegen seiner grossen Entfernung von den Fremdenzentren nur sehr selten besucht. Der oberste Thalabschnitt eignet
sich vorzüglich als Ausgangspunkt für eine Reihe von lohnenden Hochgebirgstouren: Bläsihorn oder
Blesehorn
(3048 m),
Cima di Sovrana (3060 m),
Cima di Lago (3015 m),
Pizzo Gallegione (3115 m),
Cima di Cavino (2969 m),
Weissberg (2980
m),
Tscheischhorn (3014 m) etc. Am meisten wird der
Pizzo Gallegione besucht, den man aber weit mehr von der italienischen
(S.-)Seite her erklettert, als auf dem Weg durch das Madriserthal.
Der
Stock des Madrishorns
besteht aus krystallinen Schiefern, die wenig steil nach O. einfallen und die durch einen von O. nach
W. gerichteten Schub über die seinen Sockel bildenden
Jura- und Kreidekalke aufgeschoben worden sind.
Dieses stark zerknitterte
und wild zerrissene kleine Massiv bildet zahlreiche
Gräte und
Spitzen von drohendem Aussehen.