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Antibiotika sind bei den meisten Kindern mit akuter Mittelohrentzündung nicht sehr wirksam. Der Anteil von Kindern mit Schmerzen konnte mit Antibiotika kaum verringert werden. Im Vergleich zum Placebo vermindert der Einsatz von Antibiotika auch nicht den Hörverlust. Dagegen konnte die Anzahl der Kinder mit Trommelfellperforation verringert werden (im Vergleich zu Placebo). Am wirksamsten sind Antibiotika bei Kindern unter 2 Jahren mit beidseitiger Mittelohrenentzündung.
Bezüglich Schmerzen, Hörverlust und Trommelfellperforation gab es keinen Unterschied zwischen einer sofortigen Behandlung mit Antibiotika und einer abwartenden Haltung. Daher scheint es sinnvoll, bei Kindern mit einem milden Krankheitsverlauf Antibiotika erst einzusetzen, wenn keine Besserung erfolgt oder sich die Symptome verschlechtern.
Die Qualität der Evidenz für den Vergleich von Antibiotika mit Placebo war hoch; eingeschlossen waren13 Studien mit 3401 Kindern. Für den Vergleich der sofortigen Gabe von Antibiotika mit einer abwartenden und beobachtenden Strategie ist die Qualität der wissenschaftlichen Belege moderat. Es wurden 5 Studien mit 1149 Kindern einbezogen, die alle in einkommensstarken Ländern durchgeführt wurden (Stand: April 2015).
Die akute Mittelohrentzündung ist eine der am weitesten verbreiteten Infektionen bei Kindern und Kleinkindern. Sie verursacht Schmerzen und allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Reizbarkeit sowie Ess- und Schlafprobleme. Obgleich die akute Mittelohrentzündung in der Regel ohne Behandlung vorbeigeht, wird sie oft mit Antibiotika behandelt.
In dieser Studie wurde (1) die klinische Wirksamkeit und Sicherheit von Antibiotika bei Kindern mit akuter Mittelohrenentzündung im Vergleich zu einem Placebo und (2) die klinische Wirksamkeit von Antibiotika bei sofortiger Abgabe mit einer Abgabe erst nach abwartender Beobachtung beurteilt (Wait and see: d.h. Antibiotika werden nur verschrieben wenn sich die Symptome nicht verbessern) .