Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03325.jsonl.gz/297

Lernaufgaben:
Weltbild, Denken, Interpretieren:
Diszipliniertes Handeln, Selbstkontrolle, Selbstbeherrschung:
Unabhängiges Ich, das sich noch auf ein Identifikationssystem stützt
Die Moral: "Erfülle die Pflichten, die du übernommen hast"
Gesellschaft
Die von Gott gegebene Ordnung darf nicht hinterfragt werden
Mit 37-45 % ist die Stufe 5 die am meisten verbreitete unter den Erwachsenen in den industrialisierten Ländern. Diese Stufe wird durch Ausbildungen (Universitäres Studium, Fachhochschulen, fachlich sehr anspruchsvolle Berufsausbildung ...) gefördert. Dort erwerben die Menschen ein tiefes Fachwissen, lernen wissenschaftlich präzises Beobachten, Analysieren und Begründen und erlernen verschiedene Methoden und Standards für den Umgang mit schlecht strukturierten Problemen. Menschen der Stufe 5 haben Präzision gelernt. Sie können rational und abstrakt denken und Probleme entlang von Ursache und Wirkung analysieren. Sie gehen davon aus, dass sie mit ihrer Präzision in der Lage sind, ein wahres Bild der Realität zu beobachten. Entsprechend tun sie sich schwer mit abweichenden Meinungen: „Ich habe mich intensiv mit einer Frage beschäftigt. Ich weiss jetzt, dass XY richtig ist. Wenn jemand anderer Meinung ist, dann muss das falsch sein!“. Rationalistische Menschen haben sich mehrheitlich aus der gemeinschaftsbestimmten Orientierung herausgelöst. Das „Ich“ identifiziert sich mit mindestens einem Orientierungssystem, z. B. seinem Fachbereich, seiner Weltanschauung, seinem Heimatstaat, seiner Partei, seiner Kirche usw. Diese Identifikation gibt den rationalistischen Menschen so viel Halt, dass sie sich erstmals in der Entwicklung als unabhängig erleben. Die meisten äussern jetzt sehr offen eine eigene klare Meinung. Viele lieben es sogar, sich von den anderen durch eine konträre Meinung abzugrenzen. Es gibt aber auch Rationalisten, die ihre„Ich weiss, wie es richtig ist“- Einstellung für sich behalten.
Rationalistische Menschen sind offen gegenüber Feedback von Kollegen, denen sie eine hohe fachliche Kompetenz zuschreiben.
Filme, in denen Stufe 5 beobachtet werde kann
Nein sagen
Meine eigene Meinung entwickeln
Meine eigene Meinung vertreten
Mir mehr zutrauen
Der Name der Rose – nach dem gleichnamigen Roman von Umberto Eco – schildert die 4er Kultur im Jahr 1327 in einer italienischen Benediktiner-Abtei. Der zu Besuch weilende Franziskanermönch (Sean Connery) verkörpert einen Vorkämpfer der Stufe 5. Das Drama schildert den verbissenen Kampf der Benediktiner gegen Wissen und Wissenschaft (Stufe 5), den sie auf tragische Weise zumindest vorerst noch gewinnen.
Statt nach der allgemeinen Meinung zu einem Thema zu suchen: Was ist meine konkrete Meinung? Informationen Sammeln. Nachdenken. Was spricht für Position A? Was für Position B? Synthese?
Meine Meinung offen aussprechen. Begründen. Stolz sein, auf die eigene Meinung.
Im Job mehr Verantwortung übernehmen. Etwas Neues wagen. Eigene Ideen umsetzen. Schlecht strukturierte Probleme lösen. Sich methodisch und/ oder fachlich weiterbilden. Stolz sein auf das, was ich kann.
X
X
X
X
X
X
X
X
X
X
Entwicklungs- experimente
Meine Ängste und die damit verbundenen Annahmen
Mit dem Übergang von Stufe 4 zu 5 sind typische Ängste verbunden. In einem ersten Schritt ist es wichtig diese Ängste und die damit verbundenen Annahmen und Glaubenssätze wahrzunehmen, um dann in einem zweiten Schritt diese Annahmen und Glaubenssätze mit kleinen Experimenten zu überprüfen. Machen Sie dabei die Experimente so klein, dass die Sie die damit verbundenen Ängste aushalten können. Viele dieser Annahmen sind auch nicht komplett falsch. Wir haben einfach die starke Tendenz die Gefahren, die mit diesem Entwicklungsschritt verbunden sind, stark zu übertreiben.
Am Übergang von der gemeinschaftsbestimmten Stufe (S4) zur Expertenstufe (S5) befassen sich Menschen typischerweise mit ihren sozialen Grundannahmen. Sie haben Angst, dass sie zurückgewiesen werden, wenn sie eine eigene unabhängige Meinung, Kritik oder persönliche Erwartungen und Wünsche äussern. Annahmen, die damit zusammenhängen, können sein:
„Nur wenn ich mich an alle sozialen Erwartungen anpasse, dann darf ich zur Gruppe dazugehören.“ „Nur wenn ich zu allen Erwartungen ja sage, werde ich gemocht.“
„Wenn ich jemanden verärgere, so ist die Beziehung dauerhaft gestört. Das wird sich nie mehr „einrenken“ lassen.“
„Ich kann es nicht ertragen, wenn jemand auf mich wütend oder ärgerlich ist.“
Gleichzeitig tauchen beim Gedanken zusätzliche Verantwortung zu übernehmen oft auch Versagensängste auf.