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25.06.2018 Bergerac-Cahors-Rocamadour-Figeac
Um 07:30 Uhr habe ich das Frühstück bestellt, bis dann reicht mir die Zeit, um noch zwei T-Shirts zu waschen. Ich werde sie zum Trocknen hinten auf das Gepäck binden. Das Frühstück ist gar nicht so schlecht, ich kriege Müesli, Joghurt und dunkles Brot mit Butter. Ich verabschiede mich und fahre los. In Bergerac verirre ich mich auf der anderen Seite der Dordogne aber hoffnungslos. Bis ich die richtige Strasse nach Cahors gefunden habe, dauert es ewig, weil ich nicht genau sehe, wo ich einbiegen muss. Schliesslich schaffe ich es. Beschilderung nach Cahors gibt es hier nicht. So verpasse ich prompt die Abzweigung. Ich entschliesse mich, in Castillones abzubiegen und Richtung Montpazier zu fahren. Der Umweg ist gering. In Monpazier halte ich an, stelle den Scooter vor die Mairie und hole mir auf der Touristeninformation eine Anleitung für den historischen Stadtumgang. So besuche ich die Place des Cornieres; die einschiffige und schmucklose Kirche Eglise Saint-Dominique, die aber ein sehr schönes Portal aufweist; das Maison du Chapitre (13. Jhdt); die schmale Gasse Le carreyrou du tisserand; die Porte Saint-Jacques; die Gasse Le carreyrou du pontet, welche unter einem Haus durchgeht; die schlichte Porte du paradis, an der gerade gearbeitet wird; das Stadttor beim Foirail sud, Monpazier; die Rue Saint-Jacques und gelange wieder zur Place des Cornières. Ich muss mich nun beeilen, um vor dem Mittag in Cahors anzukommen. Sehr zügig fahre ich weiter und schaffe es tatsächlich, kurz nach elf Uhr die Stadtgrenze zu überqueren. Den Scooter stelle ich beim Tour Jean XXII ab. Dann laufe ich zur Touristeninformation und hole mir einmal mehr den Plan für den historischen Stadtrundgang. Ich beginne mit dem Hotel de Ville; fahre fort mit dem Maison de la Patrimoine, einem mittelalterlichen Steinhaus; der Markthalle Les Halles; der Kirche Eglise St. Urcisse; dann verweist mich der Plan auf die „Vielles Rues“, die ich etwas kreuz und quer durchlaufe. Gassen wäre ein besserer Ausdruck gewesen, auch wenn sich hie und da ein Auto durchzwängt. Hier findet sich auch der Place Saint-Priest. Ich fahre fort mit der eindrücklichen, burgähnlichen Maison de Roaldes (Maison Henry IV); der Place St. James und der Cathedrale St. Etienne. Die Kathedrale ist innen wunderschön beleuchtet. Unten ist sie romanisch, oben gotisch. Eine grosse Kuppel wurde offenbar viel später daraufgesetzt. Zwei Seitenkapellen sind viel aufwändiger ausgemalt als die übrigen. Ein schöner gotischer Kreuzgang des ehemaligen Klosters ist erhalten geblieben. In der Chapelle du Saint Sacrement war seitlich ein Eingang mit vielen Figuren aus Stein zur Verzierung. Bei einem Bildersturm wurden alle zerschlagen. Links von der Kathedrale auf der Place Clement Marot steht eine ziemlich beängstigende Skulptur von Marc Petit. Ich laufe die Rue Daurade zur Place de la Liberation. Dort steht ein gelber Peugeot 304S Coupé, genau derselbe, den ich auch einmal hatte, in allerbestem Zustand. Genau dort esse ich bei einem Kebabstand etwas. Nun laufe ich die Rue du Chateau du Roi. Ein stark betrunkener Clochard mit einem grossen Windrad ist immer vor oder hinter mir und bietet sich als Stadtführer an. Darauf verzichte ich gerne. Ich laufe am Chateau du Roi vorbei (leider kann man nicht hinein und sieht fast nichts von aussen) bis zur efeuüberwachsenen Schule. Dort biege ich links ab und gelange zum Tour Jean XXII. Dort ist auch mein Scooter parkiert. Damit fahre ich zum Fluss Lot hinunter und mache ein paar schöne Fotos von der berühmten Pont Valentré mit ihren drei Türmen. Nun fahre ich weiter Richtung Rocamadour. Ich komme in Saint-Pierre Lafeuille an einem Schloss vorbei, dessen Fenster leere Höhlen , die Wände versprayt und das Gelände abgegittert ist. Dornröschen? Nach rund einstündiger Fahrt gelange ich nach Rocamadour. Das wie an den Felsen geklebte Städtchen mit seinem grossen Heiligtum und dem Schloss oben auf der Klippe sieht man schon von weitem. Den Töff stelle ich unten im Tal ab und erklimme die Stufen ins Dorf. Was nicht schwer zu erraten ist: Auf der Touristeninformation hole ich mir den Plan für den historischen Stadtrundgang. Dann laufe ich die Grand Escalier des Pelerins zum Heiligtum hinauf. Dieser schlossähnliche Gebäudekomplex betritt man durch La Porte Sainte. In einem Raum gibt es ein Modell des Städtchens. Ich besuche die Krypta Chapelle du Saint Sacrement; die Basilique Saint-Sauveur (die gerade gestaubsaugert wird); die Chapelle Notre-Dame mit einer weiteren schwarzen Madonna; die Chapelle Saint-Jean Baptiste; die Chapelle Saint-Blaise/de la Divine Misericorde, wo St. Faustine Kowalska/Johannes Paul II verehrt werden; und die Felsenkapelle St. Louis Notre Dame D'Ovalie. Ueber einen schattigen und angenehm kühlen Kreuzweg laufe ich hinauf zum Chateau. Dort kann man gegen entsprechendes Entgelt auf den Wehrmauern U-förmig um das Schloss laufen und die Aussicht ins Tal geniessen. Dann laufe ich wieder ins Städtchen hinunter, besuche noch die Porte Basse. Die Porte Salmon ist nun frei von Autos, so dass man auch noch ein Föteli machen kann. Ganz unten beim Töff angelangt fahre ich noch zum Moulin de Roquefraiche. Dann fahre ich zügig Richtung Figeac. Dort komme ich gerade noch rechtzeitig an; die Touristeninformation ist noch offen. Ich hole mir – ja eben, das übliche und beginne den historischen Stadtrundgang. Die Touristeninformation ist im Maison dite de la Monnaie untergebracht. Dann geht es zum Palais Balène. Figeac ist nicht das typische Fachwerkstädtchen, auch sehr alte Häuser sind oft aus Stein gebaut. Ich fahre fort mit dem Hotel d'Auglanat; der Place aux Herbes; der Eglise Saint-Sauveur (romanisch mit gotischen Gewölben). Der ehemalige Kapitelsaal wurde zur Kapelle umgebaut und reich verziert. Ich gelange zur Place Sully; zur Place Gaillardy und – leider im Gegenlicht – zur Maison a Pans de bois. Weiter sind das Hotel Galiot de Genouillac; das Hotel Dumont de Sournac und die beiden Hauptplätze, die je von mittelalterlichen Häusern gesäumt sind, die Place Carnot und die Place Champollion (Maison Médievale, Maison du Griffon) auf dem Programm. Die Place des Ecritures wurde Champollion, dem Uebersetzer des Rosetta-Steins, gewidmet. Eine riesige Kopie des Rosetta-Steins wurde in die Place eingelassen. Ganz oben auf dem Hügel steht die Eglise Notre Dame du Puy mit einer farbenfrohen St. Jakobsstatue am Ende des rechten Seitenschiffs. Den Abschluss machen das Hotel de Crussol und das Hotel Medieval. Ich muss lange suchen, bis ich meine Unterkunft Les Arelles in Capdenac finde. Das Navi weist mir nämlich einen Weg, der nicht mehr existiert. Eine Schnellstrasse schneidet ihn ab. Ich finde nach etlichem Suchen die Einfahrt, doch nach einem Kilometer ist Schluss. Wegen Bauarbeiten ist die Strasse (eher ein Feldweg) gesperrt. Ich habe keine Lust, noch länger suchen, schiebe die Gitter zur Seite und zwänge mich an den Baggern und Lastwagen vorbei. So gelange ich doch noch knapp rechtzeitig, etwas nach 19 Uhr, zu meiner Unterkunft Les Arelles, wo ich nett empfangen werde.