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Da die Baumwollernte bald beginnt, herrscht schon jetzt Benzin- und Dieselmangel in Usbekistan, obwohl die Ernte erst am 14.9. richtig startet. Die meisten Tankstellen sind nur für Lastwagen offen, welche die Baumwolle transportieren. Man könnte zwar Treibstoff bekommen, dieser ist jedoch minderwertig und für unsere Fahrzeuge gefährlich. Dima und Arafat haben also zu tun, uns hochwertigen Diesel zu beschaffen. Als wir die vielen leeren, aber offenen Gastankstellen sahen, beschlich uns der Eindruck, dass dieRegierung die Menschen manipuliert und versucht, durch alljährliche Verknappung von Diesel und Benzig zu erreichen, dass vermehrt auf Fahrzeuge mit Gastanks umgestiegen wird. Der Umbau kostet jedoch rd. 600 US-Dollar. Das ist viel Geld für die Bevölkerung. Gas wird genug im Land gefördert.
Mitreisende erzählten nach der Ankunft in Taschkent, dass die Polizei unterwegs ihren Fotoapparat verlangt hätte und alle Fotos von Leuten, die auf den Feldern Baumwolle ernteten, gelöscht hatten. Am nächsten Tag erfahren wir den Grund. Die Regierung will vermeiden, dass wieder von ausländischer Presse behauptet wird, Kinder würden zur Baumwollernte benutzt eingesetzt. Unseres Wissens werden jedoch Studenten von Staats wegen für 6 Wochen auf die Baumwollfelder geschickt. Sie sind zwischen 16 und 20 Jahre alt.
1960 zerstörte ein Erdbeben Taschkent fast vollständig. Getragen von einer einzigartigen Hilfewelle wurde die Stadt wieder aufgebaut. Sie präsentiert sich heute vor allem in der Innenstadt und Regierungsviertel mit ausserordentlich repräsentativen Regierungsgebäuden, Läden und Grünanlagen. Der Präsident hat sein Land fest im Griff. Er ist ein Diktator, aber den Menschen geht es besser als in den anderen GUS-Ländern. Während es z.B. auf dem Land in Kirgistan ärmlich aussieht, sind die Gebäude auf dem Land in Usbekistan gut im Schuss und die Menschen schön angezogen. Die Inflation beträgt in Usbekistan allerdings 20 - 30%. Zum Einkaufen benötigt man stets grosse Bündel Scheine. Ein Brot kostet z.B. zwischen 1000 bis 2000 Sum. Die meisten Menschen haben keine feste Arbeit, es findet sich jedoch immer wieder eine.