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Vor Kurzem veröffentlichte die New York Times einen Bericht über Frauen in Führungspositionen. Anhand des sogenannten „Glass Ceiling Index“ zeigt der Wirtschafts– und Politikprofessor Justin Wolfers, wie untervertreten weibliche Führungskräfte in Amerika sind. Dazu setzt Wolfers die Anzahl Frauen in leitenden Stellen ins Verhältnis zu ebensolchen Männern, die entweder John, James, Robert oder William heissen. Die daraus resultierende Kennzahl bezeichnet er als Glass Ceiling Index. Wolfers schreibt zwar, dass seine Berechnungen eine Spielerei sei und sicher keine perfekte Lösung, um den Effekt einer solchen Glasdecke zu beschreiben. Dennoch demonstrieren die Zahlen eindrücklich, wie wenig Frauen in wichtigen Bereichen des amerikanischen Systems zu entscheiden haben.
So gibt es unter CEOs zusammengenommen viermal mehr Männer, die auf den Namen James, Robert, John oder William hören, als Frauen insgesamt. Auch in der Politik, unter Wirtschaftsprofessoren und in Aufsichtsräten dominieren diese vier Namen sämtliche weiblichen Namen.
Im politischen Sektor ist besonders interessant, dass die Republikaner einen bedeutend höheren Glass Ceiling Index aufweisen als die Demokraten (Republikaner im Senat: 2.17, im House: 1.36; Demokraten im Senat: 0.29, im House 0.31). Das bedeutet, dass die Republikaner eine Mehrheit von Männern namens James, Robert, John oder William gegenüber den Frauen haben, bei den Demokraten jedoch die Frauen im Vergleich dazu übervertreten sind. – Wohlgemerkt, alle Frauen verglichen mit den Männern, die einen der vier Vornamen tragen…
In den 1’500 grössten amerikanischen Unternehmen ist die Geschlechterungleichheit ganz deutlich sichtbar. Es gibt nur schon mehr Johns (5.3% aller CEOs) als Frauen (4.1%), und auch die Davids (4.5%) liegen gegenüber den weiblichen CEOs vorne!
Übrigens: Falls Hillary Clinton jemals Präsidentin der Vereinigten Staaten würde, gäbe es in diesem Job einen Glass Ceiling Index von 15 – in den USA gab es bisher sechs Präsidenten mit dem Namen James, fünf, die auf John hörten und vier auf den Namen William Getaufte. Auf alle Frauen (eine, Hillary) kämen dann 15 Männer, die einen der drei häufigsten Männernamen trugen.
Text und Bild: Mirjam Menzi