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Infrastruktur Schweizer Pensionskassen und Versicherungen
Sie haben schon eine hohe (Wohn-) Immobilienquote? Infrastrukturinvestitionen können Ihnen helfen, Ihre langfristigen Verbindlichkeiten mittels einer Realwertinvestition zu erfüllen, und das bei überschaubarem Risiko und einer vergleichsweise attraktiven Rendite.
Was ist Infrastruktur?
Es gibt keine genaue Definition des Begriffs «Infrastruktur», aber Jacques Stohlers erster Vorschlag von 1964 in seinem Buch «Zur rationalen Planung der Infrastruktur» ist ein halbes Jahrhundert später noch gültig. Infrastruktur kann als die Unterstruktur oder das «Skelett» von Vermögenswerten einer Volkswirtschaft charakterisiert werden, die für die Produktion von Gütern und Dienstleistungen wesentlich sind. Wir definieren Infrastruktur als die Systeme, Einrichtungen und Dienstleistungen, die für uns von wesentlicher Bedeutung sind, um durch den Tag zu kommen. Wir brauchen den Transport zur Arbeit, zur Schule und zur Universität. Wir brauchen Spitäler und Langzeitpflegeeinrichtungen für unsere Gesundheit und unser Wohlergehen. Wir brauchen Wasseraufbereitungsanlagen, um für unser Überleben Trinkwasser zu erhalten. Wir brauchen Energie, um damit Verkehrsmittel, Schulen, Spitäler, Büros und fast alles, was wir in unserem täglichen Leben benötigen, zu versorgen.
Infrastruktur lässt sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: Wirtschaftliche Infrastruktur, welche die Geschäftstätigkeit erleichtert und soziale Infrastruktur, welche Sozialdienste beherbergt. Wirtschaftliche Infrastruktur umfasst Tätigkeiten wie Verkehrsdienstleistungen (Häfen, Flughäfen, Strassen, Brücken, Tunnel und Parkplätze) und andere Dienstleistungen wie Versorgungsunternehmen, Energie und Telekommunikation. Unter sozialer Infrastruktur versteht man öffentliche Güter wie Spitäler, Schulen, Verwaltung, öffentliche Sicherheit und Stadien. Soziale Infrastruktur wird in der Schweiz manchmal als eine öffentliche Immobilie oder Immobilieninvestition angesehen, wenn die Betreibergesellschaft des Objekts nicht vom Eigentümer des Gebäudes verwaltet wird, sondern im Rahmen eines Mietvertrages.
Die vorgenannten Infrastruktureinrichtungen und -dienstleistungen sind von wesentlicher Bedeutung und müssen daher finanziert werden. Die meisten Regierungen sind nicht imstande, die Verbesserung oder den Ersatz solcher Vermögenswerte zu finanzieren oder darin zu investieren. Dem Bericht «Bridging Global Infrastructure» von McKinsey zufolge muss die Welt jährlich 3,3 Billionen Dollar investieren, nur um die Wachstumsprognosen bis 2030 zu erfüllen. Wenn sich das derzeitige Niveau der Unterinvestitionen fortsetzt, wird die Welt diesen Betrag um 11% (oder 350 Milliarden Dollar pro Jahr) unterschreiten, wobei sich die Grösse der Lücke verdreifacht, wenn die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wird der Privatsektor erheblich als Kapitalquelle herangezogen, um diesen gewaltigen Infrastrukturbedarf weltweit zu finanzieren. Bei Infrastrukturinvestitionen, die privat finanziert werden, kann der Staat dadurch involviert bleiben, dass er eine Gegenpartei für die Dienstleistung wird (durch eine öffentlich-private Partnerschaft) oder aber die Dienstleistung reguliert.
Das Public-Private-Partnership-Modell (PPP) hat sich zu einem bekannten Finanzierungsmodell entwickelt, das häufig zur Finanzierung von Infrastruktureinrichtungen mit privatem Kapital herangezogen wird. Laut einer Studie von Deloitte bietet es für eine Regierung in mehrfacher Hinsicht Vor teile. Eine PPP verleiht der Regierung mehr finanzielle Flexibilität und ermöglicht es oftmals, Infrastrukturprojekte über Jahre hinweg umzusetzen. Die Struktur verfügt über eine solide Erfolgsbilanz bei der termingerechten Projektabwicklung innerhalb des zugewiesenen Budgets, da der Privatsektor in diesem Bereich bekanntermassen effizienter ist als der öffentliche Sektor. Aus dem gleichen Grund können PPPs die Kosten der Infrastruktur senken, und zwar sowohl die Baukosten als auch die Kosten für den gesamten Lebenszyklus. Es ermöglicht der Regierung ferner, bestimmte Risiken auf den privaten Sektor zu über tragen, und schafft Anreize für eine ordnungsgemässe Instandhaltung des Vermögenswertes.
Das Weltwirtschaftsforum bezeichnet Infrastruktur als eines der wichtigsten Elemente der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Wegen der Gleichzeitigkeitsverzerrung als Generator für zukünftiges Wachstum ist es schwierig, die Ursache-Wirkung-Beziehung von Investitionen in Infrastruktur zu quantifizieren. Allerdings wird niemand den Wettbewerbsvorteil und das Wachstumspotenzial einer Region mit einem modernen und effizienten Infrastrukturnetz im Vergleich zu einer Region mit einem alternden und verfallenden Netz infrage stellen. Es besteht auch kein Zweifel daran, dass die Wirtschaftsakteure bereit sind, zu investieren oder einen bestimmten Preis für einen Vermögenswert zu zahlen, um von einem Ergebnis zu profitieren, wenn sie dadurch Zeit sparen, ihren Fussabdruck verbessern oder einen Gewinn daraus ziehen können.