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Wie leben die Hühner, was fressen sie, sind sie «glücklich»? Für den Konsumenten ist die beste Wahl zwischen der Qualität des Produkts, dem Preis, dem Umwelt- und dem Tierschutz nicht immer offensichtlich.
Der Umweltschutz und das Tierwohl gehen einander Hand in Hand, häufig auch die Qualität des Produkts und der Geschmack. Die unterschiedliche Umweltbelastung von zwei Eiern hängt zu einem grossen Teil von der landwirtschaftlichen Produktionsart ab. Also von der Zuchtmethode der Hühner.
Bei der Zucht von Legehennen (Eierproduktion) und Mastpoulets (für das Fleisch) unterscheiden wir zwischen drei sehr verschiedenen Hauptproduktionsarten: Käfighaltung (Batterie), Bodenhaltung (mit oder ohne Wintergarten) und Freilandhaltung.
Die Zuchtmethode bestimmt beispielsweise:
- Die Produktionsintensität (Anzahl Tiere pro m²)
- Der Tierschutzstandard (Infrastruktur, die ein natürliches Verhalten ermöglicht, oder eine, die Stress, Verletzungen, Krankheiten und frühzeitigen Tod beim Tier fördert)
- Die Herkunft und die Nahrungsart (zum Beispiel Getreide oder Soja, aus der Schweiz/Europa oder aus Brasilien)
- Der (Nicht-)Gebrauch von Produkten wie Hormonen oder Antibiotika
- Die Handhabung von Mist/Gülle
- Die Wasseraufbereitung
- Usw.
Auf den untenstehenden Bildern sehen wir, dass – trotz der theoretisch identischen Zuchtmethoden – Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern bestehen.
Beim Einkauf ist es jedoch nicht immer einfach, Informationen über die landwirtschaftliche Produktionsmethode der Lebensmittel zu erhalten. Auch wenn das System der Agrarindustrie derzeitig wenig transparent ist, gibt es in der Regel zwei Mittel, um die landwirtschaftliche Produktionsmethode herauszufinden: das Herkunftsland und die Labels.
DIE HERKUNFT
Das Herkunftsland bestimmt den rechtlichen Rahmen, in dem die Landwirtschaftsproduktion stattfindet. Allerdings herrscht eine weite Kluft zwischen dem einen Land und dem anderen, vor allem, was die Anforderungen an den Umweltschutz und das Tierwohl betrifft.
Im internationalen Vergleich gehört die schweizerische Agrargesetzgebung zu denjenigen mit den höchsten Ansprüchen im Umweltbereich. Ausserdem verbietet die Schweizer Tierschutzverordnung (auch wenn es noch Verbesserungspotenzial gibt) seit dem Jahr 1992 die Käfighaltung (Batterie) und fordert unter anderem Tageslicht im Hühnerstall. In den Nachbarländern hingegen ist Käfighaltung nicht nur immer noch erlaubt, sondern die meisten Hühnerställe werden nur mit Kunstlicht beleuchtet und beherbergen eine viel höhere Zahl an Hühnern pro m2 als in der Schweiz.
LABELS UND PROGRAMME
In der Schweiz setzen sich viele Geflügelzüchter aktiv für eine umwelt- und tierfreundlichere Zucht ein, indem sie Spezifikationen von Programmen und Labels einhalten, die über die schweizerische Agrargesetzgebung hinausgehen, vor allem die freiwilligen Programme BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme) und RAUS (regelmässiger Auslauf im Freien).
Laut aviforum.ch waren es 2016 92% der Schweizer Legehennen und 95% der Schweizer Mastpoulets, die das BTS-Programm berücksichtigt haben, und 76% der Legehennen und ungefähr 7% der Mastpoulets nahmen am RAUS-Programm teil. Somit ermutigen wir jedes Mal, wenn wir Poulets und Eier aus der Schweiz kaufen, die Züchter unseres Landes, weiterhin auf respektvolle Art zu produzieren, und unterstützen damit ihre Arbeit und Mühen. Die landwirtschaftlichen Labels vervollständigen den Rechtsrahmen, indem sie mit Hilfe eines kontrollierten Pflichtenhefts zusätzliche Produktionsbedingungen einfordern. Die bevorzugten Labels sind die Knospe von Bio Suisse, IP-Suisse/Terra Suisse, und für den Import das EU-Biosiegel.
Zusammenfassung:
Auch wenn die Schweiz die Käfighaltung von Hühnern auf ihrem Gebiet untersagt, verbietet sie nicht den Import von Eiern oder Poulets aus derartiger Haltung. Es liegt daher am Konsumenten, diejenige Produktionsmethode zu wählen, die er unterstützen möchte! Verantwortungsbewusster Eierkonsum bedeutet
- Schweizer Eier bevorzugen
- Eier mit dem Bio-Knospe-Label bevorzugen
- Eier aus Freilandhaltung bevorzugen
- Eier massvoll konsumieren
- Verschwendung vermeiden