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Der bürgerliche Mensch ist kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat bewusster Konstruktionsbemühungen! Am Beispiel der Stadt Basel untersucht der Autor, wie sich im ausgehenden 18. Jahrhundert neue Erziehungskonzepte und -praktiken im privaten und öffentlichen Bereich ausbreiten. Eine zentrale Rolle spielt dabei das gehobene Bürgertum, das sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zunehmend an den expliziten Erziehungsleitbildern der Reformpädagogik orientiert und der Erziehung der Kinder vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken beginnt. Das Ziel dieser erzieherischen Bemühungen ist die Verlagerung der relevanten gesellschaftlichen Ordnungsstrukturen ins Innere des Menschen. Der Mensch soll zwar frei sein, aber er soll seine Freiheit so weit selbst eingrenzen, dass er nicht gegen die funktionellen Notwendigkeiten und gegen die Normen und Werte der bürgerlichen Gesellschaft verstösst.
«Der Weg zu den bürgerlichen Freiheiten ist steil und voller Hindernisse. Ans Ziel gelangen nur diejenigen, die sich unterwegs die Fähigkeit angeeignet haben, ihr Verhalten mittels Selbstzwängen zu regulieren und zu modellieren. Der bürgerliche Mensch darf zwar tun, was er will, aber er will nur noch das tun, was er darf.»