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Intradiscal Glucocorticoid Injection for Patients With Chronic Low Back Pain Associated With Active Discopathy: A Randomized Trial
Nguyen C. et al., Ann Intern Med 2017:547.
In dieser prospektiven, doppel-blinden randomisierten Studie wurde der Effekt einer intradiskalen Kortisoninjektion auf die Rückenschmerzen bei Patienten mit aktiver Diskopathie untersucht. Hintergrund: eine im MRT nachgewiesene lokale Entzündung = aktive Diskopathie kann mit chronischen Rückenschmerzen (LBP) assoziiert sein. 135 Patienten mit positivem MRT-Befund wurden eingeschlossen. Bei 68 Probanden wurde eine Diskographie alleine durchgeführt, bei 67 Probanden wurden zusätzlich in die Bandscheibe 25mg Prednisolonacetat injiziert. Die Resultate nach 1 Monat und einem Jahr ergaben folgendes: kurzfristig (nach 1 Monat) waren die Beschwerden besser in der Steroidgruppe (gutes Ansprechen in 36 of 65 [55.4%] versus 21 of 63 [33.3%]). Nach 1 Jahr gab es keinen Unterschied! Nebenbei: in allen anderen gemessenen sekundären Outcomes wie Analgetikagebrauch, MRT-Befund nach 1 Jahr oder Arbeitsfähigkeit gab es in den 2 Gruppen keinen Unterschied.
Fazit: bei Patienten mit LBP und im MRT aktiver Diskopathie hat eine intradiskale Steroidapplikation langfristig keinen nachhaltigen Effekt.
Autor:
KD Dr. med. Giorgio Tamborrini-Schütz
Basel
Rheumatoid arthritis treatment after methotrexate: the durability of triple therapy versus etanercept.
Peper et al., Arthritis Care Res 2017:1467
Obwohl man gefühlsmäßig glaubt, dass eine Triple Therapie mit Hydroxychloroquin, Sulfasalazin und Methotrexat gegenüber einer Kominationstherapie von Methotrexat und Etanercept schlechter abschneidet bezüglich Patientencompliance, zeigt diese Studie das Gegenteil.
In der Studie wurden 289 RA Patienten, die den RACAT Trial (O'Dell et al., N Engl J Med 2013;369:307–18), welcher eine Triple Therapie mit Hydroxychloroquin, Sulfasalazin und Methotrexat mit einer Kominationstherapie von Methotrexat und Etanercept verglich, nach 48 Wochen Studiendauer abschlossen, in der Open Label Phase weiterverfolgt.
Nach 1 Jahr Dauer waren noch 73 % der Patienten auf der Triple Therapie, jedoch nur 63 % auf der Kombinationstherapie und signifikant mehr Patienten wechselten von der Kombinationstherapie mit Methotrexat/Etanercept auf die Triple Therapie. Die Krankheitsaktivität war in beiden Gruppen gleich.
Allerdings wechselten vor allem Patienten, die eine Veterans Affairs Versicherung hatten oder aus Kanada stammten, auf die Triple Therapie, während nur wenige US Patienten wechselten. Diese Wechsel könnten durch die deutlich tieferen Kosten der Triple Therapie ($26,516 versus $641) motiviert sein.
Diese Untersuchung bestätigt einerseits die bekannt gute Wirkung einer Tripletherapie zur Behandlung der RA, andererseits auch die gute Verträglichkeit im Langzeitverlauf. Daneben sollten günstigere und effektive Therapien mit steigendem Kostendruck im Gesundheitswesen vermehrt angewendet werden. Zumindest in Kanada und bei Veteran Affairs Versicherten in den USA scheint dies möglich zu sein.
Autor:
Dr. med. Thomas Langenegger
Baar
Experiences with tele-health follow-up in patients with rheumatoid arthritis: a qualitative interview study
Knudsen L. R. et al., Arthritis Care Res 2017: accepted article online
Immer mehr verbreiten sich internetbasierte Instrumente zur Gesundheitserfassung. So gibt es unter anderem für den Follow-up einer rheumatoiden Arthritis entsprechende Tools für die Erfassung der Aktivitätsparameter, welche der Patient selber über Internet ausfüllen kann.
Die vorliegende Studie evaluierte, wie RA-Patienten solche Instrumente einschätzen mit speziellem Fokus auf Ihre aktive Rolle und Verantwortung für die Kontrolle der Erkrankung.
Basierend auf Interviews mit RA-Patienten ergaben sich folgende Schlüsse:
Dieses Tool stellt eine flexible und einfache Art der Krankheitserfassung dar, welche unnötige Unterbrüche im Alltag vermindert. Bei den Patienten findet sich eine hohe Akzeptanz für dieses Tool. Allerdings gilt es, die Charakteristika der Patienten dabei zu berücksichtigen. Patienten mit wenig Erfahrung mit ihrer Erkrankung sowie limitierter Kenntnis eines Internet-Tools dürfte eine persönliche Konsultation nach wie vor wichtig sein.
Autor:
Prof. Dr. Beat A. Michel
Zürich