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Vor bald 20 Jahren haben zwei Entwickler-Amateure im Teenager-Alter die Musikindustrie auf den Kopf gestellt: Sie hatten eine Plattform programmiert, auf der man Songs tauschen konnte – gratis. Der Dienst bewegte sich rechtlich im Graubereich, da die Internet-Gesetzgebung derzeit noch kaum entwickelt war.
Die grossen Labels, aber auch Künstler wie Metallica und Dr. Dre, deren Musik teilweise vor der offiziellen Veröffentlichung auf dem Netzwerk zu finden war, liefen öffentlich Sturm gegen Napster – so der Name –, erreichten aber erst nach drei Jahren die Abschaltung beziehungsweise den Bankrott des Dienstes.
Die Marke Napster steht inzwischen für einen relativ bedeutungslosen, legalen Streaming-Dienst. Historisch ist Napster aber insofern bedeutungsvoll, dass die beiden Napster-Erfinder durch sogenannt «schöpferischer Zerstörung» eine ganze Branche revolutionierten.
Shawn Fanning and Sean Parker haben sich 1999 den technologischen Fortschritt beziehungsweise das Internet zunutze gemacht und eine neue Musikvertriebsmethode entwickelt. Das war der Anfang vom Ende der damaligen Musikindustrie – im Laufe der 2000er-Jahre hat sie die Hälfte ihrer Einnahmen eingebüsst.
Zerstört hat diese Innovation nicht nur Arbeitsplätze bei den grossen Labels und deren Zulieferern. Auf Raten hat sie die bis dahin erfolgreichste Technologie, die CD, verdrängt. Heute wird noch knapp ein Zehntel der CD-Menge verkauft wie im Jahr 2000.
Schliesslich hat die Napster-Revolution aber den Boden bereitet für moderne Streamingplattformen wie Spotify, Apple Music und Konsorten. Es sind diese Plattformen, die der Musikindustrie die besten Umsätze seit Jahren und neue, langfristige Wachstumsperspektiven bescheren. Und für die Konsumenten ist Musik nachhaltig günstiger geworden.