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Der IPCC, häufig übersetzt als Weltklimarat, ist ein zwischenstaatliches und wissenschaftliches Gremium zugleich, das im Abstand von jeweils rund sechs Jahren den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel zusammenfasst und ihn aus wissenschaftlicher Sicht bewertet. Der IPCC-Bericht besteht aus drei Teilen, die im Abstand von einigen Monaten veröffentlicht werden. Am 9. August 2021 wurde der erste Teilband zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels veröffentlicht.
Insgesamt 721 unabhängige Expertinnen und Experten aus 90 Ländern sind an der Erstellung der IPCC-Berichte beteiligt, davon 234 Autorinnen und Autoren im Rahmen des ersten Teilbands, inklusive fünf Autorinnen und Autoren aus der Schweiz: Gian-Kasper Plattner von der WSL, Samuel Jaccard von der Universität Lausanne sowie Sonia Seneviratne, Erich Fischer und Martin Wild von der ETH Zürich.
Der neue Bericht zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels bestätigt grundsätzlich die Ergebnisse früherer IPCC-Berichte. Es steht inzwischen zweifelsfrei fest, dass die vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen das Klima erwärmt haben und auch für jüngste Klima- und Wetterextreme mitverantwortlich sind. In den vergangenen Jahren sind die Treibhausgasemissionen sogar weiter angestiegen. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist heute so hoch wie seit mindestens zwei Millionen Jahren nicht mehr.
Der Klimawandel betrifft mittlerweile jede Region der Erde. Die globale Mitteltemperatur hat sich seit Beginn der Industrialisierung um ca. 1,1 Grad erwärmt, wobei die Erwärmung über Land (1,6 Grad) grösser ist als über den Ozeanen (0,9 Grad). Im Laufe dieses Jahrhunderts wird sich die globale Mitteltemperatur weiter erhöhen. Mit konsequentem Klimaschutz könnte der globale Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf unter 2 Grad im Vergleich zu vorindustriellen Werten begrenzt werden. Bei weiterhin ungebremsten Treibhausgasemissionen muss man jedoch von einer deutlich stärkeren Erwärmung ausgehen. Dabei wird der Temperaturanstieg nicht in jeder Region der Erde gleich stark ausfallen; in der Schweiz werden die Temperaturen stärker ansteigen als im globalen Mittel. Bereits beobachtete Auswirkungen des Klimawandels sind eine Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen und Starkniederschlägen und das häufigere Auftreten von Trockenphasen in einigen Regionen der Welt. Mit fortschreitender Erwärmung werden sich Änderungen im Klimasystem weiter verstärken.
Die Berichterstattung des IPCC ist eng verknüpft mit der nationalen Klimaberichterstattung. Basierend auf dem Fünften Bericht des IPCC (2013) liefern die Schweizer Klimaszenarien CH2018 eine Beschreibung zukünftig möglicher Klimazustände der Schweiz. CH2018 ist ein Themenschwerpunkt des National Centre for Climate Services (NCCS) und bietet anwendungsorientierte Produkte zur Beurteilung von Anpassungs- und Mitigationsmassnahmen und übersetzt den internationalen Wissensstand explizit für die Schweiz. In den kommenden Jahren werden diese Szenarien konsistent mit den Erkenntnissen des Sechsten IPCC-Berichts aufdatiert.