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Insomnie (Schlaflosigkeit)
"Einen Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend". Dieser oft zitierte Satz stellt den Schlaf in einen zeitlichen Zusammenhang mit unserem wachen Dasein. Veränderungen oder Störungen des Schlafes können demnach einen grossen Teil unseres Lebens betreffen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Schlafbedarf verschiedener Menschen stark unterscheidet. Im Durchschnitt schlafen wir zwischen 7 und 8 Stunden täglich. Dies bedeutet aber nicht, dass jeder Mensch "einen Drittel" seines Lebens "verschlafen" muss. Die sogenannten "Langschläfer" brauchen bedeutend mehr Schlaf, um sich am Tag ausgeruht zu fühlen, während "Kurzschläfer" mit nur wenigen Stunden Schlaf auskommen.
Eine weitere Typologisierung nach Schlafverhalten betrifft den Schlafzeitpunkt:
"Morgentypen" sind früh wach und gehen abends früh schlafen, wogegen "Abendtypen" erst spät in der Nacht einschlafen, um dann im Verlauf des Vormittags aufzustehen. Die meisten Menschen gehören in einen Zwischenbereich der verschiedenen "Schlaftypen“. "Extreme" Schlafverhalten allein können noch nicht als Krankheit bezeichnet werden, es handelt sich dabei um natürliche - wenn auch seltene - Formen von Schlafbedürfnissen. Die "Schlaftypen" sind zum Teil konstitutionell bedingt, zum Teil auch durch Gewohnheiten entstanden. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass es weder eine richtige Anzahl Stunden Schlaf noch einen richtigen Schlafzeitpunkt gibt. Beides - notwendige Schlafdauer und richtiger Schlafzeitpunkt - müssen für jeden Menschen individuell festgelegt werden.
Beschreibung von Insomnie bzw Schlaflosigkeit:
Es können drei Formen von Schlaflosigkeit unterschieden werden:
Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen und frühes Erwachen. Diese Störungen treten sowohl einzeln, wie auch gemeinsam auf, wobei der Ursprung körperlicher und/oder psychischer Natur sein kann. Die Dauer von Schlafstörungen kann zwischen wenigen Nächten oder Wochen und einige Monaten oder gar Jahren schwanken. Mit dem akuten Auftreten von Schlafstörungen sind kürzere Episoden gemeint, chronische Schlafstörungen bestehen über längere Zeitabschnitte. Die Auslösesituation der Schlafstörung steht oft in keinem Zusammenhang mit ihrer Form und ihrem Schweregrad. So kann zum Beispiel nächtliches Stillen von Neugeborenen bei der einen Mutter zu vorübergehender Schlaflosigkeit führen, während es in anderen Fällen bleibende Schlafstörungen verursacht. Psychische Belastungen wirken sich bei vielen Menschen negativ auf den Schlaf aus. Gründe solcher Belastungen reichen von familiären Spannungen, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Prüfungsängsten, bis zu sogenannten "Identitätskrisen", die den betreffenden Menschen vor tiefgreifende "Sinnfragen" stellen. Schichtarbeit gehört auch zu möglichen Gründen für anhaltende Schlafstörungen. Viele Menschen leiden - mindestens vorübergehend - während einer bestimmten Zeit ihres Lebens an Schlafstörungen. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass ca. 10% der Bevölkerung an längerdauernder, chronischer Schlaflosigkeit leidet.
Was machen bei Schlafstörungen?
Schlafmittel: In der Behandlung von Schlaflosigkeit nimmt die medikamentöse Therapie eine wichtige Stellung ein. Diese sollte zeitlich auf wenige Wochen befristet bleiben. Medikamentöse Schlafmittel fördern zwar den Schlaf kurzfristig, sie verändern aber auch seinen natürlichen Aufbau und haben keine langfristige Wirksamkeit. Der von Schlafmitteln begleitete Schlaf entspricht nicht dem natürlichen Schlaf. Ausserdem können sie zu Abhängigkeit führen.
Nicht-medikamentöse Schlafhilfen: Zu den bekannten natürlichen Substanzen, die den Schlaf begünstigen, zählen "warme Milch", "Schlaftee", und Baldrian. Alkohol wirkt bei vielen Menschen, allerdings nur in kleinen Dosen, ebenfalls einschläfernd. Schlaffördernd wirken ausserdem verschiedene Entspannungsmethoden, sowie Yoga und Hypnose.
Psychologische Behandlung von Schlafstörungen: In den letzten Jahren wurde eine Reihe verschiedener psychologischer Methoden entwickelt, deren Ziel es ist, durch Verhaltensänderungen den Schlaf verbessern.
Bei der "symptomorientierten" Schlafbehandlung steht das Störungsbild im Zentrum der Therapie. Schematisch kann die Behandlung in drei Schritte unterteilt werden:
- Erhebung der Ausgangssituation durch subjektives resp. objektives Beobachten des Schlafes.
- Gezielte Veränderung des Schlafverhaltens und
- Überprüfung der Wirksamkeit der Massnahmen.
Die subjektiven Messungen werden mit "Schlaftagebüchern" vorgenommen, objektive Messungen macht der "Heim-Bewegungsmonitor", der vom Untersucher im Schlaflabor ausgehändigt wird. Im psychologischen Gespräch wird das Schlafproblem untersucht und gemeinsam werden Methoden zur Verbesserung der Situation ausgearbeitet. Diese "symptomorientierte" Schlafberatung wird üblicherweise in 4 bis 8 Sitzungen durchgeführt.
In besonders hartnäckigen Fällen wird eine polysomnographische Ableitung Ursachen von Schlafstörungen klären.