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Rekonstruktion aus dem Buch “Mit Kohle Dampf und Schaufelrädern”von Claude Jeanmaire
1835 Verlassen die letzten Bauteile für die Bellevue Paris. Die Endmontage der Bellevue findet in Thun-Hofstetten statt. Bereits am 26. Juli 1835 findet der Stapellauf, und nur 5 Tage später die Jungfernfahrt statt. In den Jahren 1836..1843 befördert die Bellevue im regelmässigen Fahrplandienst Post, Güter und Personen zwischen Thun und Interlaken/ Neuhaus.
1843 wird die Bellevue auf dem Landweg in den Brienzersee transportiert, wo sie unter dem Namen “Faulhorn” weiter benutzt wird.
Im Winter 1857/58 wird die reparaturbedürftige Bellevue wieder nach Thun transportiert, um sie auf Stapel genau zu untersuchen und zu reparieren.
1859/60 Weil kein anderes Schiff geeignet ist, den Winterdienst auf der Aare beim herrschenden extremen Niedrigwasser auszuführen, wird trotz des “……enormen Brennstoffverbrauches” das DS “Faulhorn”, welches auf dem Thunersee diesen Namen behalten hat, wieder über längere Zeit hinweg eingesetzt. Die Fahrgäste beschweren sich jedoch vehement über die Verwendung des so wenig komfortablen Veteranen.
1860 wird der weitere Einsatzes des DS “Faulhorn” zur Personenbeförderung untragbar. Dampfmaschine und Kessel werden ausgebaut, und an einer Versteigerung am 28. Mai von einem Mechaniker namens Aeschlimann aus Thun für 900.- Franken ersteigert. Die Faulhorn wird so umgebaut, dass sie fortan als Schleppschff verwendet werden kann.
Am 2. April 1864 wird kurz nach Mittag aus dem Schlepper “Neptun” und den Kähnen “Helvetia” und “Faulhorn” ein Konvoi gebildet, der Waren nach Interlaken transportieren soll. Der Konvoi wird vor Oberhofen von einem heftigen Sturm überrascht. Die hohen Wellen, die durch die offenbar nicht verschlossenen Luken der “Faulhorn” schlagen, bringen sie in kürzester Zeit zum sinken. Glücklicherweise kann die Schleppverbindung zwischen der “Faulhorn” und der “Helvetia” gekappt werden, so dass die beiden vorderen Schiffe nicht zusätzlich in Gefahr geraten. Entschlossene Retter aus Oberhofen können 2 Matrosen sowie einen Teil der Fracht bergen, nur der Steuermann Glatthard findet den Tod in den Fluten.