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Havanna - Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat erstmals seit 2006 wieder an einer Parlamentssitzung teilgenommen und dabei vor einem Atomkrieg gewarnt.
Die Abgeordneten begrüssten den mit einer grünen Uniform ohne Rangabzeichen bekleideten Castro bei seiner Ankunft im Plenarsaal am Samstag mit stehenden Ovationen und "Viva-Fidel"-Rufen.
Das Parlament diskutierte auf seinen Antrag in einer Sondersitzung über die Iran-Politik der USA, die die Welt nach Ansicht des in diesem Monat 84 Jahr alt werdenden Revolutionsführers an den Rand eines Atomkriegs gebracht hat.
In einer zwölf Minuten dauernden Rede wiederholte Castro die Warnung vor einem Atomkrieg. Dazu könne es kommen, wenn sich der Iran Sanktionen gegen seine Atompolitik widersetze und US-Präsident Barack Obama den Befehl zum Angriff auf die Islamische Republik gebe.
Zugleich äusserte Castro die Hoffnung, dass der in den USA inhaftierte kubanische Spion Gerardo Hernandez bald von seiner Frau besucht werden dürfe. Castro sprach mit fester, klarer, aber gelegentlich stockender Stimme.
Präsidentenamt abgegeben
Zuletzt hatte Castro 2006 an einer offiziellen Veranstaltung teilgenommen. Danach erkrankte er und unterzog sich einer Darmoperation.
2008 übergab Fidel Castro das Präsidentenamt an seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Raul, der am Samstag den Parlamentstermin ebenfalls wahrnahm. Fidel Castro behielt allerdings den Posten als Chef der Kommunistischen Partei Kubas sowie seinen Parlamentssitz und meldete sich immer wieder mit schriftlichen Kommentaren zur Wort.
Seit 2008 hatte er sich hauptsächlich in Zeitungsartikeln zu Fragen der Weltpolitik geäussert. Seit dem 7. Juli absolvierte er wieder einige öffentliche Auftritte. Das nährte Spekulationen, er wolle sich wieder aktiver in die Tagespolitik einschalten.
SDA-ATS