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Das Institut wird einen vollständigen Quantencomputer beherbergen, auf dem direkte Berechnungen durchgeführt werden können, und soll Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für das Innovationsökosystem anbieten.
von Brian Blum
Die Quantenmechanik könnte die bisherige Datenverarbeitung für immer verändern. Und die Israelische Innovationsbehörde (Israel Innovation Authority, IIA) will die Startup-Nation an der Spitze dieses Wandels sehen.
Die Regierungsbehörde hat über einen Zeitraum von drei Jahren 100 Millionen Schekel (ca. 28 Millionen CHF) für die Einrichtung eines israelischen Zentrums für Quanteninformatik bereitgestellt, das von der in Tel Aviv ansässigen Firma Quantum Machines gebaut werden soll.
Das neue Zentrum “ist Teil der IIA-Politik, die es der Industrie ermöglicht, ihre führende Position an der Spitze bahnbrechender und disruptiver Technologien zu halten”, sagte Ami Appelbaum, Vorsitzender der IIA.
Das Zentrum wird den Forschern Zugang zur Entwicklung von drei Quantenverarbeitungstechnologien geben: supraleitende Qubits (kurz für “Quantenbit”, das Gegenstück zur binären Ziffer oder zum “Bit” des klassischen Rechnens), kalte Ionen und optisches Rechnen – alle mit einer gemeinsamen Steuerungsebene.
Das Zentrum wird der israelischen Quantencomputergemeinde, sowohl der Industrie als auch der akademischen Welt, einen vollständigen Quantencomputer zur Verfügung stellen, auf dem direkte Berechnungen durchgeführt werden können. Ausserdem wird es Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen für das israelische Innovationsökosystem bereitstellen.
Zu den anderen israelischen und internationalen Unternehmen, die Technologie und Beratung für das neue Zentrum bereitstellen, gehören Classiq aus Tel Aviv, Elbit Systems aus Haifa, QuantWare aus Holland, ORCA Computing aus London und ColdQuanta aus Colorado.
Ziel ist es, innerhalb von 12-18 Monaten eine voll funktionsfähige Infrastruktur mit über 50 Qubits Rechenleistung zu schaffen.
Das künftige Zentrum des IIA ist nicht das einzige, das sich in Israel mit Quantencomputern beschäftigt. Das TELEM-Forum (Nationale Infrastruktur für Forschung und Entwicklung) und die Direktion für Verteidigungsforschung und -entwicklung des israelischen Verteidigungsministeriums werden in Kürze eine weitere Ausschreibung zur Entwicklung von Quantentechnologien für militärische Zwecke veröffentlichen.
Letztendlich soll das neue Zentrum die Forschungs- und Entwicklungskosten senken und das Wissen bereitstellen, das die Forscher anleitet und eine Basis für die Ausbildung von Personal in diesem potenziell bahnbrechenden Bereich bildet.
“Die Einrichtung des Zentrums für Quanteninformatik stellt einen bedeutenden Sprung in der zivilen Technologie Israels dar”, fügt Orit Farkash HaCohen, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, hinzu und ermöglicht es der Startup-Nation, “Israels Industrie voranzubringen und seine technologische Führungsrolle zu sichern.”
Das Quantencomputing zielt darauf ab, die kollektiven Eigenschaften von Quantenzuständen – darunter Überlagerung, Interferenz und Verschränkung – zu nutzen, um komplexe Berechnungen durchzuführen und Probleme zu lösen, die für die heutigen Computer und sogar Supercomputer zu anspruchsvoll sind.
Supercomputer eignen sich beispielsweise hervorragend für schwierige Aufgaben wie das Sortieren einer grossen Datenbank mit Proteinsequenzen, aber sie haben Schwierigkeiten, subtile Muster in diesen Daten zu erkennen, die bestimmen, wie sich diese Proteine verhalten.
Klicken Sie hier, um die IBM-Einführung in das Thema Quanteninformatik zu lesen.
Brian Blum ist seit über 25 Jahren Journalist und High-Tech-Unternehmer. Für ISRAEL21c kombiniert er dieses Fachwissen und schreibt über neue lokale Start-ups, pharmazeutische Fortschritte, wissenschaftliche Entdeckungen, Kultur, Kunst und das tägliche Leben in Israel. Ursprünglich aus Kalifornien stammend, lebt er mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Jerusalem. Auf Englisch zuerst erschienen bei ISRAEL21c. Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung Audiatur-ONline.