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Nach zuvor drei Tagen mit jeweils einer Medaille bleibt Swiss Aquatics am Schlusstag der Europameisterschaften in Budapest ohne Top-3-Platzierung. Noè Ponti kann sich im EM-Final über 100 m Delfin gegenüber dem Halbfinal nicht steigern und belegt den 7. Platz.
Der 19-jährige Tessiner bleibt in der ungarischen Hauptstadt in 51,45 um drei Zehntel über seinem Schweizer Rekord vom Dezember 2020. Über die doppelte Distanz hatte Ponti seine nationale Bestmarke deutlich unterboten, was ihm EM-Rang 5 eingebracht hatte.
Europameister über 100 m Delfin wird Kristof Milak aus Ungarn in 50,18. Silber sichert sich der Bulgare Josif Miladinov (50,93), Bronze der Brite James Guy (50,99).
Top-Bilanz für Schweizer Schwimmer
Seit fast 100 Jahren finden Schwimm-Europameisterschaften statt. Erst einmal schnitten die Schweizer im EM-Pool vergleichbar gut ab wie nun in Budapest. Dies war 2000 in Helsinki - und damit ebenfalls in einem Olympia-Jahr -, als die Schweizer Delegation dank Flavia Rigamonti, Chantal Strasser und Remo Lütolf mit einem kompletten Medaillensatz im Gepäck aus dem Norden Europas zurückkehrte.
Drei Medaillen an kontinentalen Titelkämpfen gab es für die Schweiz erst jetzt in der ungarischen Hauptstadt wieder. Diejenige von Desplanches, dem Europameister von 2018 und WM-Zweiten über 200 m Lagen, durfte erwartet werden. Wie der 26-jährige Genfer gewann auch Lisa Mamié Silber. Im Falle der 22-jährigen Studentin aus Zürich, die über 200 m Brust zugleich ihren Landesrekord zweimal stark verbesserte, ist das ebenso als sensationell zu bezeichnen wie bei Roman Mityukov. Der 20-jährige Genfer schwamm über 200 m Rücken ebenfalls mit einer nationalen Bestmarke (und mit perfektem Anschlag) zu EM-Bronze.
Auch Noè Ponti, Maria Ugolkova, zweimal Antonio Djakovic sowie die Männer-Staffel über 4x100 m Crawl und das Mixed-Quartett über 4x100 m Lagen klassierten sich in den Top 6. Diese zwei Staffeln haben sich zudem mit grösster Wahrscheinlichkeit noch je einen Quotenplatz geholt. Die endgültige Bestätigung dafür folgt aber erst Anfang Juni.
«Wir haben gehofft und geplant, in Budapest so gut performen zu können. Aber Pläne gehen natürlich nicht immer auf. Unser starkes Abschneiden hier ist deshalb extrem erfreulich», bilanziert Markus Buck, Chef Leistungssport Schwimmen bei Swiss Aquatics zufrieden.
18 Schweizer Rekorde
Gleich 18-mal wurde im Budapester EM-Pool ein Schweizer Rekord verbessert. Nicht weniger als 26 Olympia-A-Limiten wurden von den Schweizern unterboten. Allerdings gibt es dabei ein Wermutstropfen: Zum Sextett, das schon vor Budapest das Ticket für Tokio gebucht hatte, kam auf diesem Weg niemand mehr hinzu.
Mit Sicherheit werden zu Desplanches, Djakovic, Mityukov, Ponti, Mamié und Ugolkova für Tokio noch weitere (Staffel-)Schwimmer selektioniert. Die besten Chancen dazu haben Nils Liess und Nina Kost. Als weitere Schwimmerin infrage kommt noch eine aus dem Trio Leoni Richter, Sasha Touretski und Noémi Girardet. Für diese gibt es an einem internationalen Meeting - wohl in Rom - nochmals ein Möglichkeit, die geforderte Marke (zumindest die B-Limite des Weltverbands) zu erfüllen.