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2020
RUTH SCHWEIKERT
Tage wie Hunde
S. Fischer Verlag, 2019
Jurybegründung:
Als Ruth Schweikert im Februar 2016 mit der Diagnose einer besonders aggressiven Form von Brustkrebs konfrontiert wurde, beschloss sie, über ihre Krankheit zu schreiben.
In Tage wie Hunde erzählt sie über den Alltag als Kranke, geht Familienerinnerungen nach, reflektiert über Abhängigkeiten und über die Hoffnung auf weitere Büchelchen, die sie noch schreiben möchte. Die Montage hat es in sich, der Text wirkt improvisiert und fragmentarisch, als ob er weniger auf Perfektion als auf Polyphonie zielte. Mit scharfem Blick schaut Ruth Schweikert aufs Leben, schreibt über die Welt der Gesunden und der Kranken und die unsichtbaren Grenzen dazwischen, kraftvoll, berührend und bitterkomisch.
Ruth Schweikert wurde 1965 in Lörrach geboren und ist in der Schweiz aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Zürich, ist als Schriftstellerin sowie als Theaterautorin tätig und meldet sich immer wieder engagiert in politischen Debatten zu Wort. 1994 sorgte sie mit dem vielbeachteten Debüt, dem Erzählband Erdnüsse. Totschlagen für Aufsehen. Es folgten die Romane Augen zu (1998), Ohio (2005) und Wie wir älter werden (2015). Für ihre Arbeit wurde sie u.a. beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb mit dem Bertelsmann-Stipendium (1994), mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1999), als Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim (2015), mit dem Kunstpreis der Stadt Zürich (2016) und dem Solothurner Literaturpreis (2016) ausgezeichnet.