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Die norwegische Bildungspolitik beruht auf dem Prinzip des gleichen Rechts auf Bildung für alle Mitglieder der Gesellschaft, ungeachtet ihres sozialen und kulturellen Hintergrunds, und unabhängig davon, wo sie in Norwegen leben. Es ist die Aufgabe der Schulen, sowohl Wissen und Kultur zu vermitteln als auch soziale Mobilität zu fördern und eine Grundlage für die Bildung von Wohlstand sowie zur Fürsorge für alle zu schaffen.
Das Lehren an norwegischen Schulen ist an die Möglichkeiten und Fähigkeiten der einzelnen Schüler angepasst. Besondere Maßnahmen sind für Menschen mit Behinderungen verfügbar oder für Menschen, die aufgrund besonderer Bedürfnisse nicht am gewöhnlichen Schulunterricht teilnehmen können. Infolge vermehrter Einwanderung steigt die Anzahl der zu einer Sprachminorität gehörenden Schüler. Die norwegische Bildungspolitik schreibt die Berücksichtigung der Bedürfnisse solcher Schüler vor, um ihnen den Abschluss der oberen Sekundarstufe und das Verfolgen einer Hochschulbildung sowie anschließende Beschäftigung zu ermöglichen.
Der Storting (norwegische Nationalversammlung) und die Regierung sind für die Zielsetzungen und die Schaffung des finanziellen Rahmens in der Bildungspolitik verantwortlich. Das Ministerium für Bildung und Forschung ist die zuständige Verwaltungsinstanz für Bildungsbelange und verantwortlich für die Umsetzung der staatlichen Bildungspolitik. Norwegen hat ein vereinheitlichtes Schulsystem auf der Grundlage eines gemeinsamen Standards. Ein staatlicher Lehrplan wurde eingeführt, um den staatlichen Bildungsstandards gerecht zu werden.
Die gesetzlich vorgeschriebene Schulausbildung dauert in Norwegen zehn Jahre und besteht aus Grundschul-, Unterer Sekundarschul- und Oberer Sekundarschulausbildung. Die Verantwortung dafür, allen Kindern, jungen Menschen und Erwachsenen den Zugang zu angemessener Schulbildung in allen Gemeinden und Ländern zu ermöglichen, ist den Bildungsbehörden in den Bezirksverwaltungen zugeordnet . Die einzelnen Gemeinden betreiben die Grundschulen und Schulen der unteren Sekundarstufe, während die Schulen der oberen Sekundarstufe auf Landesebene verwaltet werden.
Der Hochschulbereich umfasst Ausbildungsprogramme an Universitäten und Hochschulen. Der Zugang zu diesen Einrichtungen ist in der Regel vom Abschluss einer dreijährigen Ausbildung auf einer Oberen Sekundarschule abhängig. Mit Ausnahme einiger privat geführter Institute werden alle Hochschuleinrichtungen staatlich betrieben. Jede Einrichtung verfügt jedoch über ein hohes Maß an akademischer und administrativer Autonomie.
Die staatliche Bildung ist in Norwegen kostenlos, bis einschließlich der oberen Sekundarstufe. Die Gebühren für die Ausbildung an staatlich geführten Einrichtungen sind in der Regel minimal. Der Staatliche Ausbildungsfond wurde 1947 gegründet und sieht die Übernahme von Unterhaltskosten und Studienkredite für Studenten vor, die an Hochschulprogrammen teilnehmen. Auch norwegische Studenten, die ihre gesamte Ausbildung oder einen Teil davon im Ausland verfolgen möchten, können eine Unterstützung erhalten.
Eigenständige private Schulen stellen eine Ergänzung zum staatlichen Schulsystem dar. Das Direktorat für die Primär- und Sekundarschulbildung autorisiert diese Schulen auf der Grundlage festgelegter Qualitätskriterien. Die Schulprogramme an unabhängigen Schulen müssen den Anforderungen des maßgeblichen Regelwerks entsprechen. Autorisierte unabhängige Privatschulen können staatliche Förderung erhalten.