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In memoriam: Peter Mosberger
Diplomassistent am Lehrstuhl für Ethik und politische Philosophie - Oktober 2000 - September 2003
Peter Mosberger (2. August 1962 – 24. August 2021) war mein Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ethik und politische Philosophie an der Universität Fribourg in der Schweiz. Er begann seine Anstellung mit einer bereits fertigen Lizenziats-Arbeit (inzwischen heisst es Masterarbeit) zum Thema «Pflichten gegen sich selbst nach Immanuel Kant». Die Arbeit, auf deren Entstehung und Gestalt ich keinen Einfluss mehr nehmen konnte und die er an der Universität Fribourg einreichte, wurde vom Zweitgutachter und mir als Hauptgutachter mit der Bestnote aufgenommen. Peter Mosberger übernahm danach die Doktorandenstelle. In dieser Zeit führte er jedes Semester Lehrveranstaltungen durch. Die Dissertation kam in der Zeit seiner Anstellung nicht zustande. Daran war u.a. die äusserst gewissenhafte, ja skrupulöse Arbeitsweise Schuld, die ihn daran hinderte, Beiträge vorschnell aus der Hand zu geben und zu veröffentlichen. Es ist bemerkenswert, dass er sich als Person nie vordrängte, sondern stets die Sache des Denkens und das Metier der Moralphilosophie im Auge hatte.
Die ausbleibende Dissertation kompensierte er mit seinem Engagement für Lehre und Forschung. Insgesamt hatten wir ein erfreuliches, für alle Mitarbeiter und Studierenden fruchtbares Arbeitsverhältnis. Wir trafen uns während der Semester regelmässig einmal in der Woche zum Mittagessen und führten vor allem Fachgespräche zur Ethik. Er informierte mich auch über sein Interesse für Filme und veröffentlichte Filmbesprechungen.
Peter Mosberger war ein beliebter und begabter Dozent und führte die Proseminare im Fachbereich didaktisch und fachlich kompetent durch. Er organisierte eine Tagung und veröffentlichte 2005 die Beiträge mit einem Vorwort unter dem Titel «Das Metier der Moralphilosophie» in der von Adrian Holderegger, Beat Sitter und mir herausgegebenen Reihe Ethik und politische Philosophie bei Academic Press Fribourg. In diesem Vorwort kommen sein Ernst für die Sache und seine profunden Kenntnisse zum Ausdruck.
Im Gespräch und bei der Arbeit war Peter Mosberger stets aufmerksam, liebenswürdig und professionell. Er trug viel bei zum Ansehen der Ethik als einer akademischen Disziplin und blieb stets offen für Einwände der Studierenden. Er diente der Philosophie als Erziehung des Denkens und des Charakters im Sinne Platons und Kants. Sein vorzeitiger Tod am 24. August 2021 ist ein Schock und erfüllt alle, die ihn kannten und schätzten, mit Trauer, aber auch mit Gedanken der Dankbarkeit für das, was er uns bedeutete. Peter bleibt seinen Freunden und der Universitätsgemeinschaft in lebhafter Erinnerung.
Jean-Claude Wolf, Prof. em.