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Abwasser- und Abfallentsorgung lassen in vielen Munizipen Brasiliens immer noch zu wünschen übrig. In beinahe 35 Prozent aller Munizipe des Landes sorgt dies für ein gehäuftes Auftreten von damit im Zusammenhang stehenden Krankheiten oder gar Epidemien, wie aus einer Studie des brasilianischen Statistikamtes IBGE hervorgeht.
Auf mangelnde Hygienestrukturen der Siedlungen wird unter anderem Dengue zurückgeführt. Von dieser Krankheit waren 2017 Menschen von 1.501 der insgesamt 5.570 Munizipe Brasiliens betroffen. Mit 26,9 Prozent steht die Krankheit an erster Stelle.
In 23,1 Prozent der Munizipe sind Durchfallerkrankungen registriert worden, in 17,2 Prozent Wurmbefall und Chikungunya. Zika ist gehäuft in 14,6 Prozent der Gemeinden und Städte aufgetreten, wie es in der Studie „Informações Básicas Municipais (Munic) 2017” heißt.
Von Dengue, Zika und Chikungunya waren vor allem Munizipe im Norden und Nordosten des Landes betroffen. Dengue ist gehäuft oder in Form einer Epidemie in 43,3 Prozent der Munizipe des Nordostens aufgetreten und in 38,9 Prozent des nordens. Vom Gelbfieber waren hingegen vor allem Gemeinde und Städte des Südostens betroffen.
Vânia Pacheco, Leiterin der Munic, verweist jedoch darauf, dass die genannten Krankheiten nicht immer unbedingt mit einer fehlenden Abwasserentsorgung zusammenhängen müssen. Vielmehr tragen ebenso die Bürger zu ihrer Verbreitung bei, indem sie Müll auf Straßen, Wege oder Brachflächen werfen.
Dengue, Zika und Chikungunya werden durch die Tigermücke (Aedes aegypti) übertragen. Deren Larven wachsen wiederum in Pfützen und stehendem Wasser auf, das sich ebenso in weggeworfenen Müll ansammeln kann.
Nach einer ebenso vom IBGE veröffentlichten Studie haben allerdings ein Viertel aller Munizipe Brasiliens keinen politischen Leitfaden oder Plan zur Einführung oder Verbesserung der Abwasserentsorgung.