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Hypothekenzinsen auf dem Tiefststand
Ein Hypothekdarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung zu 0,80 % und ohne Vorfälligkeitsentschädigung: So lautete das Angebot, das einer unserer Kunden vor einigen Wochen erhielt. In meinen zwanzig Jahren Erfahrung in Sachen Hypothekenfinanzierung ist das noch nicht passiert!
Dieses Hypothekenfinanzierungsangebot mag irrational erscheinen. Es lässt sich jedoch mit der wirtschaftlichen Situation erklären, die wir seit einiger Zeit durchleben.
Erinnern wir uns, dass die Krise von 2008 die aktuelle Wirtschaftslage noch immer prägt. Die Finanzmärkte haben diese komplizierte Phase vor allem wegen der Senkung der Leitzinsen durch die Zentralbanken in aller Welt überstanden. Dieses System der Zinssenkungen wurde von verschiedenen Regierungen dazu eingesetzt, die Wirtschaft anzukurbeln.
Die Hypothekenzinsen, die direkt mit diesen Referenzsätzen (Zinssätze, zu denen die Banken einander Geld leihen) verbunden sind, sind drastisch gefallen.
Gleichzeitig hat die wirtschaftliche und politische Stabilität der Schweiz ihre Währung gegenüber anderen Währungen sehr attraktiv gemacht. Die Nachfrage ausländischer Investoren nahm ständig zu, was den Wechselkurs zu Lasten der heimischen Wirtschaft beeinflusste.
Im Jahr 2011 unternahm die Regierung den eher ungewöhnlichen zusätzlichen Schritt, den EUR/CHF-Wechselkurs auf 1,20 festzuschreiben, was als „Peg“ bezeichnet wird.
Der Mindestkurs wurde 2015 abgeschafft, weil es für die Schweizerische Nationalbank zu schwierig wurde, ihn angesichts der wachsenden Nachfrage nach der Währung zu halten. Allerdings erwies es sich als risikoreich, diese Kontrolle aufzuheben, ohne stärkere Maßnahmen zu ergreifen, um die Attraktivität der Schweizer Währung zu verringern. An dem Tag, an dem der Peg aufgehoben wurde, sprang der Kurs fast augenblicklich von 1,20 auf 0,80.
Daher wurde beschlossen, die Aufhebung des Peg mit einem Negativzins von 0,75 % auf Geldmarktguthaben bei der SNB zu flankieren. Die SNB könnte sogar Geldeinlagen in einer Bandbreite von -0,75 % bis -1,25 % besteuern, was einen gewissen Spielraum ließe, falls dies nicht ausreichen würde, um den Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen.
Die Banken leihen einander Geld fast kostenlos. Auf diese Weise können die Kunden von einem Hypothekenzins profitieren, der praktisch der gleiche ist, unabhängig davon, ob es sich um den Liborzins oder einen 10-jährigen Festzins handelt. Der Refinanzierungssatz, auf den der Darlehensgeber seine Marge aufschlägt, liegt in beiden Fällen nahe bei 0.
Was wird in Zukunft geschehen? Auf der Grundlage der obigen Ausführungen können wir versichern, dass die Hypothekenzinsen nicht noch weiter sinken werden. Da die Zinssätze (ohne Marge) gegen Null tendieren, bleibt das Irrtumsrisiko gut unter Kontrolle ...
Die Tatsache, dass die Zinssätze auf einem historischen Tief sind, schließt freilich nicht von vornherein die Gefahr von Vorfälligkeitsentschädigungen aus. Die Wahl der Hypothekenzinsen erfordert eine Analyse des Bedarfs jedes Darlehensnehmers, um eventuelle Unannehmlichkeiten, etwa Vorfälligkeitsentschädigungen, zu vermeiden. Unsere Analysten helfen Ihnen dabei, diese Entscheidungen zu treffen und Fallstricke zu vermeiden.
Die Informationen auf der Website dienen nur zu Ihrer Orientierung. Diese Informationen implizieren weder eine Empfehlung noch eine Aufforderung oder ein Angebot zum Abschluss eines Vertrages oder zu Kauf oder Verkauf einer Immobilie.