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Als Bienen- und Augenweide zur Blütezeit im Frühjahr mit hübschen, weissen Blüten, im Spätsommer mit zierend schwarzen oder roten Beeren und im Herbst mit dekorativer orange bis roter Laubfärbung, ist die Apfelbeere während des ganzen Jahres eine wahre Zierde für jeden Hausgarten.
Nicht nur aufgrund des hohen Zierwertes ist die Apfelbeere eine Bereicherung, sondern auch, weil keinerlei Krankheiten und Schädlinge den Strauch heimsuchen und er absolut winterhart ist.
Den Vorzügen der Frucht wird mehr und mehr Beachtung geschenkt: Die Beeren sind reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen und enthalten sekundäre Pflanzenstoffe. Grund genug, um den Strauch, der zurecht als „Heilpflanze unter den Obstarten“ gilt, in den Garten zu pflanzen.
Die Apfelbeere (Aronia) ist eine Pflanzengattung mit drei Arten und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Am häufigsten verbreitet sind die beiden Arten „Pflaumenblättrige Apfelbeere“ (Aronia prunifolia) und „Filzige Apfelbeere“ (Aronia arbutifolia). Alle Arten stammen ursprünglich aus dem Osten Nordamerikas.
Das Gehölz trägt den Namen „Apfelbeere“, weil seine Blüten und auch die Früchte dem Apfel (Malus) ähneln. Jedoch sind die Früchte des Strauches viel kleiner als diejenigen des Apfelbaumes.
Bei den nordamerikanischen Indianern galten die kleinen Beeren des Strauches als wertvolle Nahrung. Sie waren Bestandteil von „Pemmikan“, einer Art Kraftriegel aus Dörrfleisch, Fett und getrockneten Beeren, der als Reiseproviant und Notration diente.
Ihren Siegeszug in Europa begann die Apfelbeere um 1900. Sie gelangte zunächst nach Deutschland und wurde dann von einem russischen Biologe und Obstzüchter zur Züchtung von frostresistenten Obstsorten für das kontinentale Klima entdeckt. Der Biologe züchtete über 300 Sorten und entdeckte die hervorragende Eignung der Apfelbeere als Wirtschaftsobst. Wegen ihrer Frosthärte von bis zu minus 30°C verbreitete sich ihr Anbau in ganz Russland. Von dort aus gelangte das Gehölz in zahlreiche andere osteuropäische Länder, nach Skandinavien und auch Mitteleuropa.
Apfelbeeren-Arten sind sommergrüne, aufrecht wachsende und sehr winterharte Sträucher mit spitzen, auffallend weinroten Winterknospen. Das Gehölz kann, je nach Art, 1,5 bis 2,5 m hoch werden und ist wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge.
Die einfachen Laubblätter sind von elliptischer Form und 2 bis 8 cm lang. Im Herbst verfärben sie sich leuchtend rot.
Die Blütenstände zeigen sich nach dem Blattaustrieb im Mai in schirmähnlichen Rispen von jeweils 10 bis 20 Blüten von weisser Farbe. Die Blüten riechen ein wenig streng. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden aber von diesem Duft angezogen.
Im Verlaufe des Sommers bilden sich die apfelförmigen, relativ kleinen Beeren. Sie erscheinen am Anfang rötlich und sind mit einer weissen Wachsschicht bedeckt. Woche für Woche färben sich die kleinen, im Durchmesser 5 bis 12 mm grossen Früchte dunkler. Sie können ab Mitte August bis Oktober geerntet werden. Das intensiv rot gefärbte Fruchtfleisch besitzt ein süss-säuerliches, etwas herbes Aroma.
Die Beeren werden gerne von Vögeln verzehrt.
Die Apfelbeere ist sehr genügsam und gedeiht auf jedem normalen Gartenboden in sonniger bis halbschattiger Lage. Besonders gut gedeiht die Apfelbeere an Standorten mit relativ hoher Boden- und Luftfeuchtigkeit. Sie wächst aber auch auf steinigen, kargen Böden in Hanglage.
Ausserdem gedeiht der Strauch in Gefässen problemlos. So schmückt die Apfelbeere jede Art von Balkon und Terrasse und kann beliebig mit weiteren Kübelpflanzen kombiniert werden.
Das anspruchslose Gehölz, welches auch in höheren Lagen gedeiht, kann im Hausgarten einzeln, in Gruppen oder auch in Wildhecken verwendet werden. Auch kombiniert mit weiteren Obst- und Ziergehölzen, ergänzt mit passender Unterbepflanzung, ist die Apfelbeere auf jeden Fall ein Hingucker.
Die Früchte der Apfelbeere eignen sich zum rohen Verzehr. Sie kann aber auch getrocknet oder als Saft, Tee, Sirup, Likör, Wein oder Konfitüre genossen werden.
Auch die Lebensmitteltechniker haben die besonderen Beeren für sich entdeckt. Sie gewinnen Lebensmittelfarbe aus der Apfelbeere, um zum Beispiel Fruchtgummis zu färben.
Nicht nur zum Verzehr sondern auch als Heilpflanze wird das Gehölz geschätzt. In der Medizin nutzt man die Apfelbeeren therapeutisch oder vorbeugend (siehe Kapitel „Heilwirkung der Apfelbeere“).
Eine Düngung ist nicht unbedingt erforderlich, doch spontane Gaben von Kompost im Frühjahr fördern das Wachstum. Normalerweise kann man bereits bei jungen Pflanzen Beeren ernten.
Die Apfelbeere ist gegen Schädlinge und Krankheitsbefall weitgehend resistent und benötigt keinen Pflanzenschutz.
Das Gehölz benötigt lediglich pflegende und auslichtende Schnittarbeiten. Dieser Verjüngungsschnitt beinhaltet das Einkürzen der Leittriebe und das Entfernen der Konkurrenztriebe. Ziel ist es, den Ertrag zu steigern, die Qualität der Früchte zu verbessern und die Vitalität zu erhalten und zu fördern.
In Gefässen auf dem Balkon oder der Terrasse gehaltene Apfelbeeren sollte man regelmässig wässern und jährlich im Frühjahr mit einem Langzeitdünger düngen.
Neben Vitaminen (vor allem Vitamin K und C), Mineral- und Ballaststoffen enthalten die Beeren reichlich Anthocyanidine und andere sekundäre Pflanzenstoffe, denen in der Medizin ein grosser Nutzen als Radikalenfänger zugesprochen wird. Die Beeren wirken blutdrucksenkend und als Diuretikum (= Arzneimittel, zur Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper). Die Gerbstoffe in den Beeren helfen bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallenbeschwerden. Auch auf das Immunsystem wirkt die Apfelbeere harmonisierend. Sie wird daher zur Heilung der Folgen von Chemotherapien eingesetzt. Ihr wird auch eine vorbeugende Wirkung bei Darmkrebs und positive Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel und auf den Fettgehalt des Blutes zugeschrieben.
Im Hinblick auf das grosse Gesundheitspotential der Apfelbeeren ist der Saft inzwischen gefragter Bestandteil von Vitaldrinks, während früher eher die farbgebenden Eigenschaften der Apfelbeere von Interesse waren.
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