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Daniel ist ein sehr ruhiger Mensch, eher unscheinbar. Er versucht es immer allen Recht zu machen.
Die Krankheit begann vor etwa zwei Jahren. Sein dünner, schmächtiger Körper hat ihn schon immer gestört. Damals entschied er, etwas dagegen zu machen und sich einen muskulösen, wohl geformten Körper anzutrainieren. Er fing mit Krafttraining an. Zuerst dreimal pro Woche je 1 Stunde, später täglich 1 Stunde, noch später mehrere Stunden pro Tag.
Sein Körper wurde muskulöser; mit den Muskeln wuchs auch sein Selbstvertrauen. Seine Freunde machten anerkennende Sprüche; das spornte ihn noch mehr an. Er steigerte sich immer mehr hinein, machte noch mehr Krafttraining.
Gleichzeitig begann er, seine Ernährung zu kontrollieren, und erlaubte sich kein Gramm Fett mehr. Er fing auch an, täglich Nahrungsergänzungsmittel zu schlucken, weil er in einer Männerzeitschrift gelesen hatte, dass man dadurch noch schneller zu seinem Wunschkörper und einem Waschbrettbauch kommt.
Vor 6 Monaten kam der Einbruch; sein Körper hatte keine Kraft mehr. Im Training rutschte ihm eine Hantel aus der Hand; beinahe hätte er damit seinen Fuss schwer verletzt. Er hatte Glück; er konnte seinen Fuss noch wegziehen. Da hat es bei ihm „klick“ gemacht und er hat realisiert, dass er krank ist und etwas machen muss. Er hat eine Beratungsstelle kontaktiert und hat mit einer Therapie begonnen, um seinen Adoniskomplex zu überwinden.