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Band XXIX. No. 41. 10. October 1885.
zum Undurchsichtigmachen für weisses Email, als Thon, Porzellanerde, phosphorsaurer Kalk u. a. m. Soll das Email eine bestimmte Farbe erhalten, so erhält dieselbe als Färbemittel. Zusätze von Metalloxyden, welche die Farbe bedingen.
Es gelangen zur Anwendung
Gelb: Antimonoxyd, antimonigsaures Kali, antimonigsaures
chlorid-Goldchlorid, Cassius’scher Purpur. Orange: Gemische aus gelb und rotbraun färbenden Körpern. Grün: Kupferoxyd, Chromoxyd oder Eisenoxydul. Blau: Kobaltoxydul, Kobaltsilicat (sog. Smalte), der Zaffer. Violett: Mangansuperoxyd. Braun: Eisenoxyd. Schwarz: Eisenoxydul in grösseren Mengen oder blau, grün und violett färbende Körper zusammen.
Dies sind die hauptsächlichsten Grundfarben, aus denen die Farben für die Emailmalerei in den gewünschten Farbentönen vom Maler zusammengestellt werden.
Die auf Kollergängen und Mahlmühlen gut pulverisirten Rohstoffe werden in den entsprechenden Verhältnissen innig gemischt und in Tiegelöfen mit Gasfeuerung geschmolzen, das erhaltene glasige Email wieder zerkleinert und vermahlen. Das Mahlproduct wird gesiebt und geschlemmt und ist dann fertig zum Ueberziehen der Gegenstände. Bevor die Blechgeschirre mit Emailmasse überzogen werden, sind dieselben mit Säure abgebeizt, in Sodalauge neutralisirt und dann getrocknet zu dieser Arbeit vorgerichtet worden. Der erste Auftrag, das Grund-Email, bildet einen dünnen elastischen Ueberzug. Das Ueberziehen erfolgt durch Uebergiessen, Eintauchen in die Emailmassen und Herumschwenken, wie dies beim Auftragen der Glasur in der Thonwarenfabrikation geschieht. In der Regel erhalten die Gegenstände drei Ueberzüge, die einzeln im Emailofen aufgebrannt werden. Das Aufbrennen geschieht in einer Thonmuffel, welche von einer Gasfeuerung eigenen Systems bis zur Weissglut erhitzt wird. Die Oefen gestatten, Brenn- und Heizraum vollkommen zu trennen, wodurch Reinlichkeit und Bequemlichkeit erzielt wird; ferner bieten dieselben den Vorteil, grosse geräumige Trockenherde, auf denen das aufgetragene Geschirr vor dem Brande lufttrocken erwärmt wird, mit den abziehenden Gasen ge
nügend zu heizen.
Die Emaillirung wird zumeist in blau-weissem und sogenanntem Granitgeschirr ausgeführt; doch werden auch marmorirte und weiss-emaillirte Geschirre, letztere mit einfachem Decor bemalt und neuerdings gebrannt, als Imitation einzelner Porzellangegenstände hergestellt. Die Geschirre gelangen mit unserer Etikette und der Aufschrift »Giftfrei«, »Brauchbarkeit für alle Zwecke der Küche«, »Garantirt & in den Handel.
Patent bericht. 805
Unsere Glasur ist frei von jeglichem Schwermetall und bietet als ein reines Silicat von alkalischen Erden die Garantie der Aufschrift. 0
Nicht alle in den Handel kommenden Glasuren bewahrheiten den gewählten Titel »Gesundheitsgeschirr«, wie uns eine von Prof. Dr. Claassen in Aachen im Mai 1878 veröffentlichte Lösungstabelle über Glasuren von Kochgeschirren bei Behandlung mit 10proc. Essigsäure nachweist. Von den aus 13 inländischen Fabriken zur Untersuchung gelangten inneren Glasuren ist das Thaler Email das beständigste und erhält in der Tabelle die No. 1, während wir aus den Lösungen ersehen, dass eine grosse Anzahl dieser Glasuren geradezu gesundheitsgefährlich ist.
Durch Schreiben des Reichsgesundheitsamtes und Atteste hervorragender Autoritäten ist wiederholt festgestellt, dass die Thaler Glasur alle Eigenschaften eines guten Porzellans hat, soweit Zwecke der Küche in Betracht kommen. Dieselbe ist nahezu unempfindlich gegen Essigsäure und Salzsäure, starke Mineralsäuren lassen erst nach wochenlanger Behandlung eine schwache Einwirkung auf die Oberfläche erkennen.
Es verdient mit Nachdruck hervorgehoben zu werden, wie sehr die in Lösung gehenden Stoffe und namentlich die metallischen Zusätze die zubereiteten Speisen vergiften und die Gesundheit benachteiligen. Ausser der chemischen Untersuchung kann man sich auch der natürlichen Sinne des Geruches und Geschmackes als guten Prüfungsmittels bedienen, indem manche Speisen in schlechtem Email gekocht Farbe und Geschmack verändern. Als vorzügliches Prüfungsmittel dienen der bekannte Sauerkohl und Himbeersaft. Während unbeständige, von den organischen Säuren angegriffene Emaillen Farbe und Geschmack des Kohles dergestalt verändern, dass derselbe dunkel bis grasgrün gefärbt wird und dementsprechend unangenehm bis widerlich schmeckt, bleibt derselbe in unserer Glasur gekocht unverändert und kann ohne würzenden Zusatz als vollkommen rein und angenehm schmeckend genossen werden. Aehnlich verhält es sich mit Himbeersaft, welcher durch die in Lösung gehenden Stoffe schmutzig dunkel bis bläulich gefärbt wird, während in unserer Glasur die reine helle Farbe unverändert bleibt.
Unsere Production an emaillirten und verzinnten Geschirren für den Verkauf beträgt im Durchschnitte der letzten Betriebsmonate etwa 85000kg = etwa 160- bis 165 000 Stück Geschirre pro Monat.
In dem jetzt schliessenden Geschäftsjahre 1884/85 sind 8500008 Geschirre im Werte von etwa 1235 000./Z abgesetzt, von denen ein grosser Teil nach fast allen civilisirten Staaten des Weltballes exportirt wurde, wodurch Verbindungen angeknüpft sind, die noch der Erweiterung entgegengehen; denn auch auf diesem Gebiete haben deutsche Technik und Gewerbefleiss Erfolge aufzuweisen, die keine ausländische Concurrenz überflügelt und ihnen einen gebührenden Anteil auf dem Weltmarkte sichert.«
deutscher Ingenieure.
Kl. 31. No. 3258O. Verfahren zur Herstellung von Sandformen. F: Hahn, Laasphe. Um der Sandform die grösste Dichtigkeit in der Nähe der Modelleindrücke # zu geben, lässt man den Druck an der Modellplatte beginnen, so dass derselbe an den dieser zunächst liegenden Stellen der Sandform am stärksten wirken muss. Der mit dem Kastenbrette c auf der Gleitplatte b angeordnete Hauptformkasten d wird mit Sand gefüllt, dann der Hilfsformkasten e, dessen äusserer Umfang ein wenig kleiner als die lichte Weite des Kastens d ist, auf den Sand gestellt und ebenfalls mit Sand gefüllt. Beim Niederschrauben der Pressplatte n wird das an derselben sitzende Modell a im Sande des Kastens e abgedrückt und letzterer teleskopartig in den Kasten d hineingeschoben; in gleicher Weise wird die zweite Formhälfte hergestellt.
Kl. 38. No. 32344. Apparat zur Zuführung der Hölzer an Säge- und Hobelmaschinen. Sächsische Stickmaschinenfabrik (Albert Voigt), Kappel bei Chemnitz. Um windschiefe Hölzer in windschiefe, gleich dicke Bretter zu zerschneiden oder auf den windschiefen Flächen zu hobeln, werden dieselben dicht am Sägeblatte bezw. Messerkopfe durch parallele feste Backen geführt, während die zurückgelegenen Zuführungswalzen b vermöge des Kugelgelenkes ik sich auf ihren Triebachsen c schief stellen können.
des Deckelbügels aufhebt und dann die dahinter liegende Klinke d (Figur rechts) durch Heben des Griffes e auslöst, wird der Hebel h, dessen Ausschlag durch das Laufgewicht g geregelt ist, von der Klinke f gefangen. Löst man diese durch einen Tritt auf i aus, so wird der zurückschwingende Deckel von der Klinke d gefangen und kann sammt dieser durch, einen Tritt auf den Hebel m vollends gehoben und durch Zurückdrehen der Kurbel a fest angepresst werden.
K1. 46. No. 32296. Gasdruckregulator für Gasmotoren. J. Hillenbrand, Mannheim. Bei geringem Gasverbrauche der Maschine ist auch die Reibung in der Leitung von b zur Maschine gering; die wegen der Führungen ln nicht drehbare Glocke m steigt mit ihrem weiteren Teil über Wasser und die Belastung bei g verteilt sich über eine grössere Fläche gleichzeitig dreht der gewundene Flachstab k die Scheibe
Band XXIX. No. 41. 10. October 1885.
Zuschriften an die Redaction. 807
mit ihrem durchlochten Teil über die volle Fläche der Scheibe j (s. Nebenfiguren). Bei gesteigerter Geschwindigkeit und Gasreibung sinkt m, öffnet h und giebt einen vergrösserten Flächendruck, so dass die Gasspannung an der Entnahmestelle ganz
pichs entspricht, einige #E
infolge dessen die Unterseite des Siebes in ihrer ganzen Ausdehnung von einer überall gleich starken Windströmung getroffen und eine dem Mahlgut angepasste Windregelung ermöglicht wird.
Kl. 81. No. 31943. Rangirvorrichtung für pneumatische Rohrbahnen. A. Brisbane und R. Gillham, Kansas City (V. St. A.). An den Zwischenstationen, wo die Fahrzeuge ausrangirt werden sollen, sind in die Rohrleitung dicht verschliessbare Gehäuse eingeschaltet. Innerhalb derselben sind mit Uebergewicht e versehene Klappen H angeordnet, welche, wenn sie von der Centralstation aus mittels eines Elektromagneten i ausgelöst werden, in die gezeichnete Stellung schwingen und dadurch das Fahrzeug J in einen Zweigkanal f überführen, aus dem es nach Oeffnen einer Klappe g entfernt wird. Dabei geht der Luftstrom aus dem links gelegenen Teil a des Hauptrohres durch die Oeffnung o in dem Rohre f und die Oeffnungen b in das rechts gelegene Hauptrohr a! über, erleidet also während der Zeit keine Unterbrechung. Beim Eintritt in den Kanal f stösst das Fahrzeug gegen den Arm c der Klappe und bringt diese dadurch wieder in gleiche Richtung mit dem Hauptkanal aa". Auf der Achse der Klappe ausserhalb des Gehäuses ist ein Zeiger angebracht, um die Stellung der Klappe von aussen erkennen zu können.
K1. 86. No. 32466. Verfahren zur Imitation von Smyrna-Teppichen. J. Kohn & Co. und F. Watzlawik, Wien. Die Erzeugung der Smyrna-Teppich-Imitationen erfolgt dadurch, dass als Eintrag für eine Kette aus Bindfaden ungedrehte Chenillestreifen verwendet werden, zu deren Herstellung so viele Ketten aus verschiedenfarbigen Wollfäden benutzt werden, als die das Teppichmuster darstellende Patrone verschieden gemusterte Reihen hat; es entspricht bei diesen Ketten, welche die Breite des herzustellenden Teppichs haben, die Reihenfolge der Farben der Wollfäden der Farbenreihenfolge in den verschiedenen Reihen der Patrone. In diese Ketten a, Fig. 1, werden nach einander C ein Holzstab b, dessen 6. Breite der zu erzeugen- ==== den Florhöhe des Tep- ###
Schuss Wollgarn c, ein 6 oder zwei Schuss Bind- To W . faden d, wieder einige Schuss Wollgarn c! und nochmals ein Holzstab b! eingetragen, worauf sich diese Einschüsse in der angegebenen Reihenfolge wiederholen. Alsdann wird die Kette a zwischen je zwei Holzstäben b b! durchschnitten und nach Entfernung der letzteren jeder Streifen an den Stellen, wo sich die Wollgarnfäden cc! befinden, vernäht und schliesslich werden die Bindfäden d herausgezogen. Die verschiedenen Chenillestreifen werden den auf einander folgenden Reihen der Patrone gemäss numerirt und mittels dreikantiger Stäbe i, Fig. 2, auf welchen sie befestigt werden, damit sie die erforliche Länge beibehalten, in die Bindfadenkette a” eingetragen. Das Aufrichten der Florfäden a geschieht durch Bürsten. Nach dem Entfernen des Stabes i aus dem Fache werden, bevor ein neuer Chenillestreifen eingetragen wird, mehrere Wollfäden j eingeschlossen.
Zuschriften an die Redaction.
Versuche mit einer CorlisSmaschine. Geehrte Redaction!
Anknüpfend an die Wiedergabe des Vortrages »über die Versuche mit einer Corlissmaschine« auf S. 749 der Zeitschrift möchte ich eine persönliche Ansicht betreffs der Mantelwirkung vorbringen, um deren Veröffentlichung ich ergebenst ersuche. Nach meiner Auffassung
hat der Mantel lediglich den Zweck, die während der Arbeitsperiode notwendiger Weise auftretende teilweise Condensation des Dampfes aus dem Cylinderinneren in den Mantel zu verlegen. Bei ungemantelten Maschinen verdampft das gebildete Wasser während der Austrittperiode und entnimmt den Wänden des Cylinders Wärme; kann sich das Wasser in dem Mantel niederschlagen, so ist dasselbe leicht zu entfernen, ohne dass die vorher abgegebene Wärme wieder aufgenommen wird. Hierin liegt der Vorteil des Mantels; ungeeignet wäre es demnach, den Dampf von dem Kessel durch den Mantel in den Cylinder zu führen. Die Mäntel sind stets gesondert von dem Cylinderinneren mit frischem Kesseldampfe zu speisen; lebhafter Umlauf in denselben ist erwünscht und kann leicht erreicht werden durch Anwendung einer Circulationspumpe oder eines kleinen Injectors, welche ununterbrochen nach dem Kessel zurückarbeiten. Gegen den Inhalt des Satzes S. 751: »Dampfmäntel versprechen »im allgemeinen günstige Resultate in solchen Fällen, wo man dem »Cylinder möglichst trockenen Dampf zuführen kann, wogegen bei der »Anwendung von Dampf mit grossem Wassergehalte die Mäntel eher
deutscher Ingenieure.
Litteratur.
F. Kraft, Sammlung von Problemen der analytischen Mechanik. Lieferung 4 bis 11. Stuttgart, Metzler. 1885. Der vierte Teil des Werkes behandelt die Statik. Zunächst wird das Gleichgewicht starrer materieller Systeme ohne und mit Berücksichtigung der Reibung behandelt; das zweite Kapitel enthält Untersuchungen über den Schwerpunkt homogener und heterogener Systeme, über den Mittelpunkt paralleler Kräfte und die Sätze von Pappus (betr. Rotationsflächen und -Körper); das dritte Kapitel lehrt die Anwendung des Principes der virtuellen Geschwindigkeiten. Hiermit schliesst der erste Band ab. Den zweiten Band eröffnen die zwei letzten Kapitel der Statik, die Untersuchungen über Attraction und das Gleichgewicht veränderlicher materieller Systeme (veränderliche ausdehnbare Systeme und völlig biegsame, elastische Fäden) umfassend. Die Probleme der Kettenlinien finden hier eingehende Erörterung. Die Dynamik (fünfter und letzter Teil) wird mit dem Studium der Bewegung des materiellen Punktes (geradlinig, krummlinig, auf vorgeschriebener Bahn) begonnen und darauf die Trägheitsmomente eingehend behandelt. Die folgenden Kapitel enthalten: 3. Princip von D'Alembert (Verwendung bei einem Punkt und bei einem Systeme von Punkten); 4. Erörterung der dynamischen Principien; 5. Rotation unveränderlicher materieller Systeme um eine Achse (Schwingungsmittelpunkt, Pendel, Schwingung einer Unruhe); 6. Bewegung starrer materieller Systeme parallel einer Ebene (ohne und mit Reibung); 7. Bewegung eines starren materiellen Systemes in 3 Richtungen (Centrifugalpendel, Regulatoren); 8. Bewegung unter dem Einflusse von Stosskräften (Stoss sphärischer Körper; die Systeme besitzen Translations- und Rotationsbewegung); 9. Kleine Schwingungen (parallel einer Ebene und in drei Richtungen); 10. Bewegung veränderlicher materieller Systeme (Bewegungen von Fäden); 11. Lebende Wesen. Eine eingehendere Betrachtung des ungemein reichen Inhaltes ist hier leider nicht möglich, sondern muss mathematischen Zeitschriften zugewiesen werden. Wir begnügen uns hier mit dem Hinweis auf das s. Z. über Anlage und Charakter des Werkes Gesagte; wir besitzen in dieser mit grösstem Zeitaufwande hergestellten Sammlung eine unerschöpfliche Quelle von Anregungen nach allen Richtungen hin, und sei deshalb allen interessirten Kreisen, vor allem den Studirenden, eine eingehende Beschäftigung mit dem Werk ans Herz gelegt. Die Ausstattung ist eine treffliche, der Preis von 22 v% für 2 Bände zu 650 Seiten ein verhältnismässig geringer. K. O. Grove, Formeln, Tabellen und Skizzen für das Entwerfen einfacher Maschinenteile. Hannover, Schmorl & v. Seefeld. 1885. / 6. Das Gebiet der Construction der einfachen Maschinenteile ist in den letzten Jahren mehr und mehr Gegenstand eingehender Studien und die betr. Litteratur um manchen dankenswerten Beitrag bereichert worden. Ausser den Festigkeitsdimensionen sind ganz besonders die empirischen Abmessungen von grösster Wichtigkeit, weil diese durch eine grosse Anzahl von Umständen, wie Materialeigenschaften, Art der Herstellung, Formenschönheit, Abnutzung usw. beeinflusst werden, über welche es dem jungen Constructeur an Ueberblick gebricht. Man ist daher auf das Auskunftsmittel der Verhältniszahlen und der Bezugseinheiten gekommen, die
nach Massgabe bewährter Constructionen aufgestellt worden sind. So sehr dadurch nun auch die Arbeit erleichtert wird, so muss doch vor zu ausgedehntem Gebrauche dieses Behelfes gewarnt werden, da die Selbstständigkeit des Entwerfens hierdurch beeinträchtigt oder überhaupt nicht ausgebildet wird. Vielfach sind von den Docenten, die das Entwerfen an technischen Lehranstalten leiten, Zusammenstellungen von Skizzen der einfachen Maschinenteile veranstaltet worden, die, zunächst für den Unterricht bestimmt, in den betr. Vorlesungen die nötige Erläuterung und Begründung erfahren. Derartige Sammlungen sind für den Studirenden von grossem Werte, da er im Fall einer Unklarheit das Heft oder den Docenten befragen kann; nicht ganz ebenso aber verhält es sich mit der Benutzung solcher Tafelwerke von Seiten anderer, da alsdann nur eigenes Nachdenken an zweifelhaften Punkten helfen kann. Eine Sammlung der obbezeichneten Art ist nun auch das vorliegende Werk. Die Maschinenelemente werden, in bekannter Reihenfolge gruppirt, in vortrefflichen Skizzen vorgeführt; Verhältniszahlen sowie Tabellen, welche die Benutzung wesentlich erleichtern, sind in grösster Ausführlichkeit beigegeben. Vielleicht aber hätte es sich empfohlen, betreffs der Verhältniszahlen sparsamer vorzugehen, besonders da sich doch nicht alle möglichen Fälle berücksichtigen lassen. Für Achsen, Wellen, Kurbeln, Kurbelachsen usw. ist die rechnerische Ermittlung der Abmessungen benutzt worden, obwohl die graphische Methode hier doch entschieden zu bevorzugen ist, da sie ein Bild der Inanspruchnahme bietet. Eine zu weitgehende Benutzung der graphischen Methode halten wir nicht für angezeigt; doch giebt es eine ganze Reihe von Aufgaben, bei denen sie nicht vermieden werden dürfen. Die dargestellten Maschinenteile zeigen im allgemeinen gefällige Formen und zweckentsprechendes Aeussere; ab und zu hätte eine etwas leichtere Construction den Zweck wohl auch erreichen lassen. Das Werk wird sich bei seiner Billigkeit, Reichhaltigkeit und trefflichen Ausführung gewiss viele Freunde gewinnen.
K.
Bei der Redaction eingegangene Bücher: Karmarsch und Heeren’s Technisches Wörterbuch. Dritte Auflage, ergänzt und bearbeitet von Kick und Gintl. Lieferung 78. Prag 1885, A. Haase. Die Salz-Industrie von Stassfurt und Umgegend. Von Dr. Precht. Zweite Auflage. Stassfurt 1885, R. Weicke.
Bewegung des Wassers in Kanälen und Flüssen. Tabellen und Beiträge zur Erleichterung des Gebrauches der neuen allgemeinen Geschwindigkeits-Formel von Ganguillet & Kutter. Herausgegeben von W. R. Kutter. Preis 7 % gbd.
Fortschritte in der Erdbohrtechnik. Von A. Fauck. Leipzig 1855. Arthur Felix.
Ueber Gruben ventilatoren. Von Daniel Murgue, bearbeitet von Julius Ritter von Hauer. Leipzig 1884. Arthur Felix.
Constructionen von Gasanalysen apparaten für die praktische Verwendung in Hüttenwerken und Fabriken. Von H. Schellhammer. Leipzig 1884. Arthur Felix.
The Interoceanic Problem and its scientific solution. An address before the American Association for the Advancement of Science. By Elmer L. Corthell.
Selbstverlag des Vereines. – Commissionsverlag und Expedition: Julius Springer in Berlin N. – A. W. Schade’s Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin S.
Auf den Gebieten, über welche ich zu berichten mir vorgenommen (Werkzeugmaschinen für Metall- und Holzbearbeitung, Zerkleinerungsmaschinen, Maschinen zur Verfertigung von Thonwaren und Kohlenziegel, Heizung und Lüftung) bietet die Antwerpener Weltausstellung äusserst wenig neues. Das mag teils Folge der kurzen Fristen zwischen den Ausstellungen, teils der rascher als früher arbeitenden technischen Litteratur sein.
Für den Beschauer hat es jedoch auch Wert, solche Dinge, welche durch Beschreibung und Zeichnung ihm bekannt geworden sind, in Ausführung vor sich zu sehen, sodass eine wesentliche Seite des Zweckes einer solchen Ausstellung durch jenen Umstand nicht berührt wird. Der Berichterstatter, dem nur Wort und Bild für die Darstellung der Gegenstände zur Verfügung stehen, ist verpflichtet, mit möglichster Knappheit zu verfahren und in vielen Fällen sich mit der Anführung geeigneter Quellen zu begnügen. Dieser Gesichtspunkt ist bei Äbfassung des folgenden für mich massgebend gewesen.
Werkzeugmaschinen für Metallbearbeitung.
Es sollen unter dieser Ueberschrift nur die Bedürfnisse der Maschinenfabriken berücksichtigt werden.
Die gesammte Ausstellung enthält nur einen Kupolofen oder Schachtschmelzofen, nämlich denjenigen des Phönix zu Gent; derselbe ist mit 6 in 2 nahe übereinanderliegenden Ringen verteilten gewöhnlichen Düsen versehen und wird nach unten entleert.
Schmiede essen, und zwar nur Feldessen mit Balggebläse, hat A. Enfer jun. in Paris ausgestellt. Eigenartig ist an denselben nur die Einführung des Windes in die an der Rückwand der Feuerstelle festsitzende Düse, welche die Querschnittsfigur 1) versinnlicht. Es soll durch den Zwischenräum zwischen Düseninnenwand und der Aussenseite der Windröhre Luft eingesogen werden, wohl behuf besserer Kühlhaltung der betreffenden Teile.
1) Bezüglich der Figuren dieses Berichtes ist zu bemerken, dass bei der grossen Zurückhaltung der Aussteller und der strengen Durchführung des Verbotes, in der Ausstellung zu zeichnen, der Berichterstatter sich darauf beschränken musste, Handskizzen des Gesehenen nachträglich anzufertigen.
Schmiedehämmer sind in einiger Zahl ausgestellt. Brinkmann & Co. in Witten a. d. Ruhr und B. & S. Massey in Openshaw, Manchester, zeigen kleinere Dampfhämmer bekannter Bauart, während die Société Cockeril in Seraing mit einem gewaltigen Dampfhammer glänzt, dessen Bärgewicht zu 100" angegeben ist. Das Gestell dieses Hammers (welcher übrigens nur im naturgrossen Holzmodell vorhanden ist) ist aus Blech und Winkeleisen verfertigt; 4 kastenförmige Eckpfeiler von etwa quadratischem Querschnitt sind pyramidenartig zusammengestellt und oben durch Blech und Winkeleisen mit einander verbunden. In halber Höhe, und zwar in der Breitenrichtung des Gestelles, verbindet ein im Aeusseren T-förmiger wagrechter Balken die 4 Eckpfeiler und trägt zu gleicher Zeit die Hammerführung. Unten sind 4 etwa 14" dicke Anker für die Verbindung der Eckpfeiler verwendet. Die Art der Steuerung war nicht genau zu erkennen.
Ant. Fetu & Deliège in Lüttich haben einen Federhammer mit C-Gestell!) geliefert. Bemerkenswert ist an demselben nur, dass dem Ambos gegenüber eine Durchbrechung des Gestelles angebracht ist, um längere Schmiedestücke durch sie hindurchstecken zu können. Die Längsrichtung des Ambos liegt quer zum Gestell, und das Bremsband besteht aus Leder.
Die Giesserei und Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen in Konstanz hat zwei Luftfederhämmer eigener Bauart”) ausgestellt. Die Lenkstange des oben liegenden Krummzapfens oder die an einen oben gelagerten doppelarmigen Hebel fassende Stange ist mit einem an zwei festen Stangen geführten gusseisernen Stiefel verbunden; der Kolben
Fig. 1.
) Dingl. polyt. Journ. 1874, Bd. 213, S. 194, m. g. Abb. 2) D. R.-P. No. 17726. -