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Die südafrikanische Sara Baartman-Oper (2022) im Kontext
Sara Baartman (2022) im Kontext von Diskursen über Kulturerbe und Geschichte in südafrikanischen Opernproduktionen.
Öffentliche Veranstaltung. Vortrag von Prof. Dr. Lena van der Hoven, Universität Bern.
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Im September 2022 wurde Hendrik Hofmeyrs Oper Sara Baartman in Kapstadt uraufgeführt, die eine umstrittene Interpretation ihrer eigenen Handlungsmacht in ihrem Leben enthält, obwohl Sarah Baartmans Ausbeutung als «Hottentotten-Venus» im Europa des 19. Jahrhunderts in Bezug auf Rasse, Geschlecht, Sklaverei und Kolonialismus wissenschaftlich breit diskutiert wurde (Pumla Dineo Gqola 2018, Yvette Abrahams 2000, David Johnson 2007). Nach der Rückgabe ihrer sterblichen Überreste im Jahr 2002 wurde ihre Grabstätte zum nationalen Kulturerbe erklärt und der damalige Präsident Thabo Mbeki wies auf die Zusammenhänge der rassistischen Aufklärungsprojekte hin, die der weissen Vorherrschaft zu jener Zeit zugrunde lagen. Ich werde erörtern, wie diese neueste südafrikanische Opernkomposition an diesen Diskursen über das südafrikanische Erbe und die südafrikanische Geschichte teilnimmt und wie die Opernproduktion in einem Kanon neuer Opernkompositionen zu sehen ist, die seit der Demokratisierung im Jahr 1994 historische und politische Figuren Südafrikas signifikant thematisieren.
Lena van der Hoven ist seit 2022 Professorin für Musiktheater an der Universität Bern und war seit 2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bayreuth. 2013 wurde sie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer musikwissenschaftlichen Dissertation über die Politik der musikalischen Repräsentation in Preussen von 1688 bis 1797 promoviert. Sie war Mitglied des Nachwuchsprogramms der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2016-2022) und erhielt 2018 den Wissenschaftspreis der Universität Bayreuth für ihre Forschungen zur südafrikanischen Oper. Sie ist Mitherausgeberin der ersten Ausgabe von Oper und Musiktheater in Afrika (African Theatre 19). Zu ihren Forschungsinteressen gehören die vielfältigen Verflechtungen von Oper und Musiktheater mit der Politik und ihrer gesellschaftlichen Funktion. Ihr derzeitiger Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischen südafrikanischen Opernproduktionen, mit einem besonderen Interesse an der Transformation des Genres im soziopolitischen Kontext. Sie war Organisatorin mehrerer Symposien, einer Konferenz und eines Workshops mit Themen wie «Musik und Demokratie» (2015), «450 Jahre Staatskapelle Berlin» (2015-2016), «Südafrikanische Opernproduktionen nach der Apartheid» (2018 und 2022) und «Transformationsprozesse der Oper durch neue Medien und Digitalisierung» (2019).
In Kooperation mit der SMG Ortsgruppe Basel und dem Zentrum für Afrikastudien der Universität Basel