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In einer alten Zeit, so berichtet eine Legende, als Sils-Maria noch Seglias-Majoria, die Meierei auf den Matten, hiess und die über den Malojapass ziehenden Reisenden ihre Pferde hier wechselten, sich stärkten oder ein Fass gesalzener Seeforellen von den Seglier Fischern kauften, geschah es, dass zur Schneeschmelze der See und der Inn über die Ufer traten, Wiesen und Jungwald überschwemmten und die Meierei von aller Umwelt abgeschnitten war.
«Wildleutchen», koboldartige Geschöpfe, sollen es gewesen sein, die den Segliern das Leben retteten. Da sie weder fliegen noch schwimmen konnten, erfanden sie ein ganz spezielles Transportmittel: Sie packten die Lebensmittel in Lärchennadeln ein und liessen diese mit freundlicher Unterstützung des zuverlässigen Malojawinds über den See treiben.
Diese «Silserkugeln» kann man noch heute im Herbst bestaunen, wenn die Lärchen ihre Nadeln verlieren. Historisch belegt ist allerdings, dass die Gegend um Sils schon zur Bronzezeit (zirka 1000 v. Chr.) besiedelt war. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Sils im 14. Jahrhundert. Spätestens seit 1536 gibt es den Ort als eigenständige Gemeinde in der heutigen Ausdehnung.
Die Grundlagen für seine grosse Bedeutung als touristische Destination legte Sils bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit dem Bau der Hotels Alpenrose und Edelweiss.