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Geschichte
Weiach (zürichdeutsch heute noch «Weych») im Zürcher Unterland ist die nördlichste Gemeinde des Bezirkes Dielsdorf. Sie grenzt westlich an den Kanton Aargau (Gemeinden Kaiserstuhl und Fisibach) und im Norden an die deutsche Gemeinde Hohentengen. Der Rhein, der in einiger Entfernung vorbeiströmt, markiert die Landesgrenze zu Deutschland aber auch den tiefsten Punkt im Kanton Zürich (332 m ü. M.).
Das Dorf liegt geschützt zwischen den bewaldeten Hügelzügen Stein Fasnachtflue, Sanzenberg und Stadlerberg, gleichsam in einer lieblichen Mulde eingebettet, die sich nur nach Norden gegen den Rhein öffnet.
Funde von monumentalen Mammutzähnen zeigen, dass auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Weiach bis vor 10000 Jahren die Riesen der Eiszeiten lebten. Dass Weiach auch schon sehr früh vom Menschen besiedelt wurde, beweisen Feuersteinsplitter, ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit, Gräberfunde wie Bronzespangen und -nadeln sowie ein Dolch aus der Bronzezeit. Über dem Dorf, auf einem Felsvorsprung des Wörndel, dem so genannten «Leuechopf», und im Ebnet, befinden sich noch heute zwei Wallanlagen; man deutet sie als Fluchtburgen, in deren Schutz sich die Bevölkerung bei kriegerischen Angriffen zurückzog. An die Römerzeit erinnern Wachtturmfundamente entlang des Rheins, die unter Kaiser Valentinian als Teil eines Abwehrsystems gegen die aus dem Norden vordringenden Alamannen errichtet wurden.
Erstmals wurde Weiach 1271 urkundlich erwähnt. Seit dem 13. Jahrhundert sind Viehzucht und Ackerbau die Haupterwerbsquellen der Einwohner. Aber auch der Weinbau spielte bis ins 19. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Viele Rebbauern führten nebenbei eine kleine Schenke.
Die 1706 erbaute hübsche Kirche - das Wahrzeichen des Dorfes - wurde mit Hilfe von Bund, Kanton und vielen freiwilligen Spendern 1967 total renoviert und unter Denkmalschutz gestellt. Zusammen mit dem Pfarrhaus, der Pfarrscheune, dem Friedhof und dem alten Gemeindehaus bildet sie eine harmonische Baugruppe im Zentrum des Dorfes. Die Kirche wird durch die, einen neuzeitlichen Kontrast bildende Friedhoferweiterung ergänzt. Das 1991 total umgebaute Gemeindehaus und das benachbarte Baumgartner-Jucker-Haus - zwei schmucke Riegelhäuser an der Stadlerstrasse - , sowie das Ortsmuseum am Müliweg gehören zu den markanten öffentlichen Gebäuden im Dorfkern.
Trotz des 1962 entstandenen grossen Kieswerkes konnte Weiach seinen überwiegend ländlichen Charakter als Bauerndorf bis heute bewahren. An den Sonnenhängen wurden in den letzten Jahren zahlreiche Einfamilienhäuser gebaut. Die Erschliessung weiterer Baugebiete ist geplant. Ende 1991 konnten die Landwirte ihre neuen, durch die Güterzusammenlegung zweckmässig arrondierten Grundstücke antreten. Das Rebareal hat durch die Melioration wieder zugenommen. Das zum Teil neu angelegte Wegnetz lädt die Bevölkerung zu herrlichen Spaziergängen und Wanderungen ein. Prächtige Waldungen - 461 ha, wovon rund 60 % in Gemeindeeigentum - bedecken gut die Hälfte des Gemeindebanns von 957 ha.
Die Gemeinde Weiach zählt heute knapp 1‘700 Einwohner (Stand Oktober 2017) und verfügt über eine eigene Primarschulgemeinde. Die Oberstufenschule wird in der Nachbargemeinde Stadel zusammen mit den Gemeinden Bachs, Neerach und Stadel geführt. Einkaufsmöglichkeit bietet der VOLG-Dorfladen.
Verkehrsmässig ist Weiach durch die Busverbindung nach Bülach mit SBB-Anschlüssen in Richtung Zürich, Winterthur und Schaffhausen, recht gut bedient. Weiter besteht eine Busverbindung nach Kaiserstuhl AG, von wo die Weiterfahrt via Bahn Richtung Zurzach AG gewährleistet ist. Ebenfalls ist der Flughafen mit dem «Flughafenbus» via Oberglatt ZH gut erreichbar.