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Die italienische Familie Buonaparte wurde 1771 in den französischen Adel aufgenommen und benannte sich in Bonaparte um. Durch die Französische Revolution (1789-1799) stiegen die Bonapartes zur französischen Herrscherfamilie auf. Auch heute noch sind sie Teil des europäischen Hochadels.
Italienische Herkunft
Giovanni Buonaparte (lebte im 14. Jahrhundert) war Bürgermeister der italienischen Stadt Sarzana. Er heiratete Isabella Calandrini, eine Cousine des Kardinals Filippo Calandrini. Filippo war ein Halbbruder von Papst Nikolaus V.. (Quelle)
Giovannis Sohn Cesare Buonaparte (lebte im 15. Jahrhundert) heiratete Apollonia, die Tochter eines Markgrafen aus der italienischen Adelsfamilie Malaspina (Quelle). Die Malaspinas stammen von den Obertenghi ab, eine einflussreiche italienische Adelsdynastie die sich im 10. Jahrhundert bildete. Aus den Obertenghi ging auch das Adelsgeschlecht Este hervor, das durch eine Heirat in die Welfendynastie zu den Vorfahren der heutigen Welfen gehört und somit auch Vorfahren der heutigen britischen Königsfamilie sind. Apollonia Malaspina war zudem eine Urenkelin von Markgraf Gabriele Malaspina, der mütterlicherseits aus der d’Este Familie kam (Quelle). Da Cesare Buonaparte und Apollonia Malaspina die Vorfahren der heutigen Adelsfamilie Bonaparte waren, hat auch diese Blut der Familien Este und Obertenghi in sich. Apollonia Malaspina hatte eine Schwester, Costanza Malaspina, deren Tochter Ginevra in die Medici Familie heiratete (Quelle). Die Medicis galten im 15. Jahrhundert als die mächtigste und reichste Bankiersfamilie und brachten zudem drei Päpste hervor. Zur Verwandtschaft von Cesare Buonapartes Frau gehörten noch weitere italienische Adelsfamilien, die mit dem Vatikan verbunden waren.
Ab dem 16. Jahrhundert lebten die Buonapartes in Ajaccio, der Hauptstadt der Mittelmeerinsel Korsika. Die Familie fand schnell Anschluss an die dortige Elite. Damals gehörte Korsika zur italienischen Provinz Genua und stand schon seit dem 9. Jahrhundert unter der Kontrolle des Vatikans. 1768 verkaufte Genua die Insel Korsika an Frankreich, zu dem es bis heute gehört. Genua war stark verschuldet bei der französischen Elite. Korsika wurde gewissermassen verpfändet. Zudem gab es seit den 1730er Jahren eine korsische Unabhängigkeitsbewegung, die mit militärischen Mitteln versuchte unabhängig von Genua zu werden. Carlo Buonaparte (1746-1785) engagierte sich als Diplomat für die Unabhängigkeit Korsikas. Der führende Kopf der korsischen Unabhängigkeitsbewegung war Pasquale Paoli, der die Buonapartes kannte. Pasquale Paoli gehörte 1755 zu den Verfassern der korsischen Verfassung, welche die erste Verfassung der Welt war. Als Genua 1768 Korsika an Frankreich übergab, wehrten sich Paoli und Carlo Buonaparte militärisch dagegen. 1769 schloss Carlo Buonaparte Frieden mit den Franzosen. Er gehörte ab da zu den führenden Köpfen der korsischen Elite und kooperierte mit den Franzosen. 1771 wurde er in den französischen Adel aufgenommen. Ab 1777 vertrat er Korsika am französischen Königshof und traf auch den französischen König Ludwig XVI. (ein Freimaurer). Der andere Revolutionsführer Pasquale Paoli ging nach England ins Exil, nachdem 1769 die Franzosen seine Armee besiegt hatten. Dort knüpfte er Kontakte zum englischen Adel und traf auch den britischen König Georg III.. Ab 1778 war er Mitglied einer Londoner Freimaurerloge, die von Bartholomäus Ruspini gegründet wurde (Quelle). Der Italiener Ruspini war nach England emigriert und seine Loge warb weitere Auswanderer aus Italien an.
Carlo Buonapartes Sohn Napoleon Bonaparte stieg durch die Französische Revolution (1789-1799) zum französischen Kaiser auf.
Kaiser Napoleon I.
Napoleon Bonaparte (1769-1821) wurde ein hochrangiger Militär während der Französischen Revolution auf der Seite der Revolutionäre. 1799 übernahm Napoleon mit seinen Verbündeten die Macht in Frankreich. 1804 krönte er sich zum Kaiser und herrschte noch bis 1815 über Frankreich.
Napoleon war eventuell Freimaurer wie sein Vater (Quelle). Ob er es nun war oder nicht, er hatte sicher Kontakt zur französischen Freimaurerführung und mehrere seiner Verwandten waren führende Freimaurer:
Sein Bruder Joseph Bonaparte (1768-1844) war von 1805 bis 1814 Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle). Er wurde von Napoleon zum König von Spanien und Neapel ernannt, da die beiden Länder unter französische Herrschaft gerieten. Joseph Bonaparte war bis 1808 König von Neapel und wurde dann von Joachim Murat abgelöst. Dieser war ein Vertrauter der Bonaparte-Brüder und heiratete ihre Schwester Caroline. Er war Freimaurer und gehörte zur Führung des französischen und italienischen Grossorients, die führenden Grosslogen der beiden Länder. Als König wurde er auch Grossmeister der Grossloge von Neapel. (Quelle)
Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte (1784-1860) war ebenfalls Freimaurer (Quelle). Er wurde König von Westphalen, da auch Teile von Deutschland unter die Kontrolle Napoleons gerieten. Nach Napoleons Absetzung ging er nach Österreich ins Exil. Er heiratete in zweiter Ehe die Tochter des württembergischen Königs Friedrich, der Freimaurer war (Quelle). Sein Sohn Napoleon Joseph Charles Paul Bonaparte (1822-1891) war Freimaurer und Ehrenmitglied der Grossloge von Dänemark (Quelle), die zu dieser Zeit von der dänischen Königsfamilie geführt wurde. Er heiratete in die italienische Hochadelsfamilie Savoyen, die von 1861 bis 1946 die Königsfamilie Italiens war. Seine Tochter Maria Letizia Bonaparte (1866-1926) heiratete Amadeus I., der ebenfalls aus der Savoyen Familie kam und Freimaurer war. Amadeus war kurzzeitig König von Spanien und hob das bis dahin geltende Freimaurer-Verbot in Spanien auf (Quelle).
Napoleons Bruder Lucien Bonaparte (1775-1840) war vermutlich Freimaurer (Quelle). Nach Napoleons Absetzung lebte er in Italien. Sein Sohn Charles-Lucien Bonaparte (1803-1857) wurde in den päpstlichen Adel aufgenommen und erhielt den Titel eines Prinzen, den höchsten Adelstitel den der Papst verleihen kann. Charles-Luciens Sohn Lucien-Louis Bonaparte (1828-1895) wurde Kardinal, gehörte zur Vatikanelite und hatte persönlichen Kontakt zum Papst.
Napoleons Bruder Louis Bonaparte (1778-1846) wurde ebenfalls führender Freimaurer in Frankreich (Quelle). Von 1806 bis 1810 war er König von Holland, das ebenfalls unter französische Herrschaft geriet. Da sich sein Verhältnis zu Napoleon verschlechterte, musste er 1810 die niederländische Krone aufgeben und ging nach Österreich, wo ihm die österreichische Königsfamilie Asyl gewährte. Dort lernte er auch den berühmten Dichter Johann Wolfgang von Goethe kennen, der Freimaurer und Illuminat war (Quelle). Goethe war ein grosser Bewunderer Napoleons, traf ihn mehrfach und erhielt von ihm das Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion, die von Napoleon gestiftet wurde (Quelle). Später lebte Louis Bonaparte kurze Zeit in der Schweiz. Als Napoleon 1815 gestürzt wurde, bot Papst Pius VII. den Bonapartes Asyl in Rom an, worauf auch Louis Bonaparte nach Rom ging und bis zu seinem Tod in Italien lebte. Er hatte 1802 Hortense de Beauharnais geheiratet. Sie kam aus der französischen Adelsfamilie Beauharnais und war eine Stieftochter Napoleons (ihre Mutter heiratete in zweiter Ehe Napoleon). Ihr leiblicher Vater war Alexandre de Beauharnais, der zu den führenden Köpfen der französischen Revolutionäre gehörte. Alexandres Sohn Eugène de Beauharnais war daher ein Stiefsohn Napoleons. Eugène wurde 1805 Vizekönig von Italien, das ebenfalls unter Napoleons Herrschaft geriet. Eugène war Freimaurer. Er war Mitgründer und erster Grossmeister des Grande Oriente d’Italia, der bis heute die führende Grossloge der italienischen Freimaurer ist (Quelle: 1 und 2). Eugène heiratete in die bayerische Königsfamilie und seine sechs Kinder heirateten alle in Hochadelsfamilien, darunter die Königsfamilien von Schweden, Russland, Portugal und Brasilien.
Mindestens 16 der Marschälle Napoleons waren Freimaurer und führten in ganz Europa Schlachten (Quelle). Der wohl wichtigste wäre Jean-Baptiste Bernadotte, der sich später gegen Napoleon stellte. Er war der Begründer der heutigen schwedischen Königsfamilie. Sein Sohn, der schwedische König Oskar I., war ebenfalls Freimaurer und heiratete eine Tochter des oben erwähnten Eugène de Beauharnais (Freimaurer und Stiefsohn Napoleons).
Obwohl die französischen Freimaurer Napoleon nahe standen oder ihn womöglich gar an die Macht gebracht hatten, unternahmen die Siegermächte nach Napoleons Absetzung scheinbar nichts um deren Einfluss einzuschränken. Nach Napoleon bestieg Ludwig XVIII. aus dem Haus Bourbon den Thron Frankreichs. Er war Freimaurer wie mehrere Hochadlige aus dem Haus Bourbon (Quelle). Das Haus Bourbon war schon vor Napoleon die Königsfamilie Frankreichs. Mehrere der ehemaligen Marschälle Napoleons, die wie gesagt Freimaurer waren, wurden von den Bourbonen nicht entmachtet, sondern durften viele Schlüsselpositionen im neuen Frankreich einnehmen und waren weiterhin als führende Freimaurer in Frankreich aktiv. Der Marschall Jacques MacDonald wurde sogar Grossmeister der französischen Freimaurer (Quelle).
Im Jahr 1800 hatte Napoleon die Banque de France gegründet, die bis heute die französische Zentralbank ist (viele europäische Zentralbanken wurden vom Hochadel gegründet). Zu den Mitgründern der Zentralbank gehörten auch die französisch-adlige Bankiersfamilie Le Couteulx und die schweizerisch-französische Bankiersfamilie Hottinguer. Letztere wurde von Napoleon in den französischen Adel aufgenommen. Die beiden Familien gehörten auch zur Führung der Zentralbank, in der noch weitere wichtige französische Bankiersfamilie vertreten waren, darunter auch Rothschild, Schneider, Mirabaud, Goüin, Mallet, Neuflize und Vernes (Quelle).
Kaiser Napoleon III.
1848 konnte Louis-Napoléon Bonaparte (1808-1873) mit einem Putsch die Macht in Frankreich erlangen und regierte von 1852 bis 1870 als Kaiser Napoleon III. Er war der Sohn des oben erwähnten Freimaurers Louis Bonaparte und ein Neffe von Kaiser Napoleon I.. Genau wie sein Onkel führte auch er Frankreich diktatorisch. Er war, soviel bekannt ist, kein Freimaurer. Er versuchte aber auf diese Einfluss zu nehmen. 1852 nötigte er die französischen Freimaurer Lucien Murat als ihren Grossmeister anzuerkennen (Quelle). Luciens Mutter war eine Schwester des ersten Napoleons. Luciens Vater war der oben erwähnte führende Freimaurer Joachim Murat. Luciens Tochter Ana heiratete in die Noailles Familie, die bis heute zu den wichtigsten Familien der französischen Adelselite gehört. Sein Sohn Achille heiratete in die georgische Herrscherfamilie Dadiani.
1870 wurde schliesslich auch Napoleon III. abgesetzt. Er war der letzte Monarch Frankreichs. Seither wird das Land von Politikern geführt.
Die Bonapartes in den letzten 50 Jahren
Jean-Christophe Napoleon Bonaparte (*1986) ist das derzeitige Oberhaupt der Bonapartes. Er ist im Finanzwesen tätig:
- Er arbeitete für Morgan Stanley in New York und London. Die US-amerikanische Bank gehört zu den weltweit grössten Investmentbanken.
- Er arbeitete in London für Lazard. Diese ist eine US-amerikanische Investmentbank, die aber traditionell mit der französischen Elite verbunden ist. Sie wurde von den französisch-jüdischen Familien Lazard und Weill gegründet, die in viele Familien der französischen Elite heirateten.
- Er arbeitete in London für die US-amerikanische Blackstone Group, die derzeit das grösste Private-Equity Unternehmen der Welt ist.
- Er arbeitete in London für Advent International, ebenfalls ein grosses Private-Equity Unternehmen aus den USA.
(Quelle)
Jean-Christophe ist Mitglied des Konstantinordens, ein alter Vatikanorden, welcher der Legende nach seit dem 4. Jahrhundert bestehen soll. Der Orden untersteht der italienischen Hochadelsfamilie Bourbon-Sicilia. Jean-Christophes Mutter kommt aus der Familie Bourbon-Sicilia. Über den Orden traf er 2019 Jean d’Orléans (Quelle), der das derzeitige Oberhaupt der französischen Hochadelsfamilie Orléans ist. Die Orléans stellten einen französischen König (dessen Vater Grossmeister der französischen Freimaurer war). Die Orléans und die Bonapartes sind zwei der drei nicht amtierenden Königsfamilien Frankreichs. Die dritte nicht amtierende Königsfamilie ist das Haus Bourbon, das sieben französische Könige stellte. Bourbon und Orléans stammen von der Uradelsdynastie der Kapetinger ab. Alle französischen Könige der letzten 1000 Jahre, mit Ausnahme der beiden Napoleons, waren Kapetinger oder stammen von diesen ab. Somit stellten die Kapetinger 39 französische Könige (Quelle). Das derzeitige Familienoberhaupt der Bonapartes hat über seine Mutter ebenfalls Blut der Kapetinger in sich.
Das vorherige Familienoberhaupt war Charles Bonaparte (*1950). Er arbeitete für die Crédit Lyonnais (Quelle: Seite 58), die damals noch zu den weltweit grössten Banken gehörte und inzwischen Teil der französischen Grossbank Crédit Agricole ist. Er engagiert sich politisch in der korsischen Hauptstadt Ajaccio. Wie anfangs erwähnt, hatten die Bonapartes in Ajaccio gelebt, bevor sie nach Frankreich kamen. Korsika gehört noch immer zu Frankreich. Sein Vater Louis Napoleon Bonaparte (1914-1997) wurde wie weitere Mitglieder der Familie in der Kaiserlichen Kapelle in Ajaccio bestattet.
Bonapartes in den USA
Kaiser Napoleons Bruder Jérôme Bonaparte (1784-1860), der wie bereits erwähnt Freimaurer war, besuchte 1803 die USA und lernte dort Elizabeth Patterson kennen, die er dann heiratete. Ihr Vater, William Patterson, war ein wohlhabender irischer Geschäftsmann aus Maryland in den USA. Seine Familie war mit irischen Adligen verbunden (die Familien Calvert, Caroll und Wellesley), die vor der Gründung der USA die Kolonie Maryland kontrollierten. Die Carrolls gehörten zu den Gründervätern der USA. Jérôme und Elizabeth hatten einen Sohn. So entstand der amerikanische Familienzweig der Bonapartes. Der Sohn Jérôme Bonaparte-Patterson (1805-1870) war Mitgründer und erster Präsident des Maryland Clubs, ein exklusiver Männerclub in Maryland. Er hatte zwei Söhne. Der Sohn Charles Joseph Bonaparte (1851-1921) ging in die Politik und war im Kabinett des US-Präsidenten Theodore Roosevelt, der übrigens Freimaurer war. Fast ein Drittel aller US-Präsidenten waren Freimaurer (Quelle). Charles Joseph Bonaparte war US-Sekretär der Marine und später US-Generalstaatsanwalt. Er gründete den Vorläufer des heutigen FBI, eine der wichtigsten Sicherheitsbehörden der USA. Ebenfalls ein wichtiger Mitgründer des FBI war John Edgar Hoover, der die Behörde auch viele Jahre leitete. Hoover war Freimaurer und erreichte den 33. Grad (den höchsten Grad der herkömmlichen Freimaurerei) (Quelle). Der renommierte Autor Anthony Summers behauptet in einem Buch, dass Hoover homosexuell war und von zwei Mafiabossen erpresst wurde, die belastende Fotos von Hoover besassen und so sicherstellen wollten, dass das FBI nicht gegen sie ermittelt. Die Mafiosos sollen Frank Costello (Vertreter der italienischen Mafia in den USA) und Meyer Lansky (führender Kopf der amerikanisch-jüdischen Mafia) gewesen sein. Summers schreibt, dass die Mafia die Fotos möglicherweise vom OSS erhalten hat, dem Vorläufer der CIA. (Quelle)
Charles Joseph Bonapartes Bruder war Jerome Napoleon Bonaparte II. (1830-1893), der im Dienste des amerikanischen und französischen Militärs stand. Er erhielt einen Orden vom türkischen Sultan und einen Orden vom britischen Königshaus sowie die von Napoleon gestiftete Ehrenlegion (Quelle). Seine Frau war mütterlicherseits eine Enkelin von Daniel Webster (Quelle). Daniel Webster war Aussenminister der USA und Ehrenmitglied der Society of the Cincinnati (Quelle). Die Gesellschaft wurde 1783 von den Gründervätern gegründet und besteht bis heute. Neben 16 US-Präsidenten gehörten zu den Mitgliedern auch Angehörige der Familien Du Pont, Livingston, Rockefeller sowie die niederländischen Kolonialfamilien Van Rensselaer, Vanderbilt, Roosevelt, Van Cortland und Schuyler.
Jerome Napoleon Bonaparte II. hatte eine Tochter, Louise-Eugénie (1873-1923), die in den dänischen Adel heiratete. Zur Verwandtschaft ihres Mannes gehörten auch deutsche und slawische Adlige. Ihre Kinder heirateten in den dänischen und italienischen Adel.
Weitere erwähnenswerte Heiraten
Die Bonapartes heirateten in viele Adelsfamilien. Ich hab hier nur die wichtigsten aufgelistet.
Napoleons Schwester Pauline Bonaparte (1780-1825) heiratete in zweiter Ehe Camillo Borghese. Er kam aus der italienischen Hochadelsfamilie Borghese, die zum päpstlichen Adel gehört und traditionell mit dem Vatikan verbunden ist.
Charlotte Bonaparte (1795-1865) heiratete in die italienische Adelsfamilie Gabrielli, die zur Vatikanelite gehört. Ihr Sohn Placido Gabrielli war Gründungsmitglied und erster Präsident der Banco di Roma, die zu einer der wichtigsten Banken Italiens wurde. Sie gehört inzwischen zur UniCredit. Diese ist eine der beiden führenden italienischen Grossbanken und ist weltweit aktiv.
Victor Bonaparte (1862-1926) heiratete in die belgische Königsfamilie.
Marie Bonaparte (1882-1962) heiratete in die griechische Königsfamilie.
Kaiser Napoleon I. heiratete 1810, also während seiner Zeit als Herrscher, in zweiter Ehe in die österreichische Königsfamilie.
Christine Charlotte Alexandrine Egypta Bonaparte (1798-1847) heiratete erst in die schwedische Adelsfamilie Posse. In zweiter Ehe heiratete sie den Briten Dudley Coutts Stuart, der ein Sohn eines Grafen aus dem schottischen Stewart/Stuart Clan war. Der Graf gehörte zum Privy Council (Geheimrat der britischen Königsfamilie). Dudley kam mütterlicherseits aus der schottischen Coutts Familie, die damals noch die britische Bank Coutts kontrollierte. Die Privatbank Coutts besteht bis heute. Sie wurde 1692 gegründet und ist damit eine der ältesten Banken der Welt.
Kaiser Napoleon III. heiratete Eugénie de Montijo. Väterlicherseits kam sie aus dem spanischen Adel. Ihr Grossvater mütterlicherseits war der Brite William Kirkpatrick, der als Konsul die USA in der spanischen Stadt Málaga vertrat. Er kam aus dem schottischen Kirkpatrick Clan.
Laetitia Bonaparte (1804-1871) heiratete den britischen Diplomaten Thomas Wyse. Aus einer Affäre Laetitias ging die Tochter Adelina Bonaparte Wyse (1838-1899) hervor. Diese heiratete den Ungaren István (Stephan) Türr, der Freimaurer war (Quelle). Er kannte Giuseppe Garibaldi, der kurzeitig Grossmeister des italienischen Grossorients war, der führenden Grossloge Italiens, die wie bereits erwähnt, von Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais mitgegründet wurde. István Türr und Giuseppe Garibaldi gehörten zusammen mit weiteren Freimaurern zu einem revolutionären Kreis, der die Einigung der italienischen Provinzen zu einem Staat plante, was 1861 auch umgesetzt wurde. Daraufhin wurde das Haus Savoyen zur Königsfamilie Italiens und profitierte somit von der freimaurergeführten Revolution.
Anmerkung: Auf Giuseppe Garibaldis Initiative schloss sich 1872 der Misraïm-Ritus mit dem Memphis-Ritus zusammen. Beides sind freimaurerische Riten, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts bildeten. Der Misraïm-Ritus wurde in Italien und der Memphis-Ritus in Frankreich gegründet. Beide Riten hatten ägyptische sowie templerische Elemente. Der Misraïm-Ritus war in 90 Initiation-Grade aufgeteilt, also viel mehr als bei der herkömmlichen Freimaurerei. Der Memphis-Ritus war in 95 Grade aufgeteilt und wurde von einem Obersten Rat aus neun Personen geführt. (Quelle) Durch den Zusammenschluss der beiden Riten 1872 entstand der Memphis-Misraim-Ritus. Zu dessen Führung und Gründern gehörte auch der englische Hochgrad-Freimaurer John Yarker, der ein Freund von Giuseppe Garibaldi war. Yarker war Ehrenmitglied der „Societas Rosicruciana in Anglia“ (SRIA), der englische Zweig der Rosenkreuzer (Quelle). 1888 gründeten drei SRIA Mitglieder, die auch Freimaurer waren, den okkulten Geheimbund „Hermetic Order of the Golden Dawn“, der zur wohl wichtigsten Okkultisten-Bewegung im angloamerikanischen Raum wurde (Quelle). 1902 wurde die deutsche Grossloge des Memphis-Misraïm Ritus gegründet. Mitglieder dieser Loge (darunter auch Freimaurer und Rosenkreuzer) gründeten kurze Zeit darauf den „Ordo Templi Orientis“ (Orientalischer Templerorden, kurz OTO), der ebenfalls zu einer der wichtigsten Okkultisten-Bewegungen wurde (Quelle). John Yarker war zudem Mitglied des Obersten Rates des Martinistenordens in Frankreich, ein okkulter Rosenkreuzerorden (Quelle).
Laetitia Wyse-Bonaparte (1831-1902) heiratete den italienischen Politiker Urbano Rattazzi.
Mathilde Bonaparte (1820-1904) heiratete in die russische Adelsfamilie Demidow, die im 18. und 19. Jahrhundert führende Unternehmer im russischen Bergbau und der Eisenherstellung waren.
Achille Murat (1801-1847), der mütterlicherseits aus der Bonaparte Familie kam, heiratete Catherine Willis, die eine Urgrossnichte des ersten US-Präsidenten George Washington (Freimaurer) war.