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20th Century Women
Regie: Mike Mills
Darst.: Annette Bening, Greta Gerwig, Elle Fanning, Lucas Jade Zumann, Billy Crudup, Alison Elliott, Thea Gill, Vitaly Andrew LeBeau, Olivia Hone, Waleed Zuaiter u.a.
Santa Barbara, Kalifornien, 1979. Die geschiedene, alleinerziehende Dorothea ist Mitte fünfzig und lebt gemeinsam mit ihrem 15-jährigen Sohn Jamie und den Untermietern Abbie und William in einem grossen Haus aus der Jahrhundertwende. Abbie ist Fotografin und kämpft gegen ihre Krebserkrankung, sie trägt die Haare rot gefärbt – wie David Bowie in «The Man Who Fell to Earth» – liebt Punkmusik und liest feministische Literatur. William ist der Mann fürs Praktische, er renoviert das Haus und repariert Autos. Auch die Nachbarstochter Julie gehört zum engeren Kreis der Wohngemeinschaft, oft schleicht sie sich in Jamies Zimmer und verbringt die Nacht bei ihm, aber ohne Sex zu haben. Sie ist überzeugt, dass «dies ihre Freundschaft zerstören würde», sehr zum Leidwesen des verliebten Jamie. Dorothea macht sich zunehmend Sorgen um ihren Sohn, der ohne männliches Vorbild erwachsen werden muss. William ist keine Hilfe, denn Jamie findet ihn langweilig, «weil er immer nur über Holz redet». Also wendet sich Dorothea an Abbie und Julie, um sie in Jamies Erziehung einzubinden und ihn an ihrer Welt teilnehmen zu lassen. Auch in seinem zweiten Spielfilm erzählt Regisseur und Drehbuchautor Mike Mills von seiner Jugend in Kalifornien und seinen Eltern. Nach seinem Debüt «Beginners», das er seinem Vater und dessen spätem Coming-out widmete, porträtiert er in «20th Century Women» in der Figur von Dorothea – bravourös verkörpert von Annette Bening – seine Mutter. Greta Gerwig überzeugt in der Rolle der Fotografin Abbie, deren Charakter an Mike Mills Schwester angelehnt ist. Caspar Shaller schrieb auf Zeit Online: «Mills hat dieser cinematischen Apotheke ein neues Psychopharmakon hinzugefügt, ein in südkalifornische Sonne getauchtes, von nostalgischem Siebziger-Jahre-Sound umarmtes Mittel, das ausgeglichen und glücklich macht, mit dem Leben versöhnt. Es ist auf den ersten Blick die Geschichte einer Ablösung von Mutter und Sohn, auf einen zweiten Blick die Geschichte von Mills Mutter und anderer Frauen, die ihn geprägt haben, doch noch weiter darunter schlummert eine Betrachtung der Zeitgeschichte, der sozialen und kulturellen Einflüsse, die überhaupt das (weisse, mittelständische, urbane, kreative) Subjekt von heute geformt haben.»