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Belastung der Gewässer mit Abwasser
Mit dem Abwasser gelangen trotz des guten Ausbaustandards der Kläranlagen immer noch so genannte Mikroverunreinigungen in die Gewässer. Diese stammen aus Alltagsprodukten wie Medikamenten, Reinigungsmitteln und Körperpflegeprodukten. etc. Bereits in tiefen Konzentrationen können sie Wasserlebewesen schädigen oder die Trinkwasservorkommen belasten. Der Indikator zeigt, in welchen Gewässerstrecken hohe Anteile an gereinigtem Abwasser vorliegen und somit Mikroverunreinigungen zu erwarten sind.
Hohe Abwasseranteile ergeben sich vor allem in kleinen bis mittelgrossen Flüssen in dicht besiedelten Regionen wie beispielsweise im Mittelland. In diesen Gewässern treten hohe Konzentrationen an Spurenstoffen auf. Eine gesamtschweizerische Bewertung des Zustandes ist aufgrund der unterschiedlichen Situation in kleinen, mittleren und grossen Flüssen sowie in den verschiedenen Regionen der Schweiz nicht möglich.
Die Entwicklung des Indikators ist abhängig vom Klimawandel (Abflussmenge im Gewässer) und dem Bevölkerungsanteil im Einzugsgebiet der ARA. Aufgrund der verschieden Faktoren, die die Entwicklung beeinflussen, ist es nicht sinnvoll, diese zu bewerten. Da die Bevölkerungsdichte in verschiedenen Regionen der Schweiz und auch Perioden mit Niedrigwasser zunehmen, ist es insbesondere in dicht besiedelten Regionen wichtig, eine effiziente und hochstehende Abwasserreinigung sicherzustellen, um Schäden für Wasserlebewesen und eine Belastung des Trinkwassers zu vermeiden. Zudem müssen Massnahmen ergriffen werden, um die Einträge von Mikroverunreinigungen in die Gewässer zu reduzieren. Beispielsweise könnte mit einer Aufrüstung durch eine zusätzliche Reinigungsstufe die Reinigungsleistung der ARA bezüglich Mikroverunreinigungen verdoppelt werden. Der Indikator gibt Hinweise darauf, bei welchen ARA eine zusätzliche Reinigungsstufe notwendig ist.
National- und Ständerat haben dem Vorschlag des Bundesrats zu einer gesamtschweizerischen Finanzierung des Ausbaus von rund 100 ARA zur gezielten Elimination von Mikroverunreinigungen am 3. März 2014 zugestimmt. Somit wird das Gewässerschutzgesetz angepasst, und basierend auf dem Verursacherprinzip eine bis ins Jahre 2040 befristete gesamtschweizerische Abwasserabgabe eingeführt. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen traten am 1. Januar 2016 in Kraft.
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Es gibt keine international standardisierte oder erhobene Daten zum Abwasseranteil. Diese Grösse ist erst seit kurzem in Diskussion in internationalen Gremien. Der Abwasseranteil wird aktuell z.B. in Deutschland erhoben.
Die Abschätzung des Abwasseranteils erfolgt anhand der mittleren Abwassermenge im Ablauf der Abwasserreinigungsanlagen bei Trockenwetter. Der Abwasseranteil wird für Niedrigwasser berechnet, da dann die Abwasser am wenigsten verdünnt werden und die Belastung deshalb am stärksten ist.
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