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QUELLE: HOCHPARTERRE
360 Jahre Papierproduktion
1657 war es, als Johann Kaspar Brandenberg und Beat Jakob Knopfli vom Rat von Zug die Bewilligung erhielten, die Wasserkraft der Lorze für eine Papiermühle zu nutzen. Die lang andauernde Papierproduktion prägten Cham und die Region Ennetsee. Mit dem Abschluss der Verlagerung der Produktion nach Italien im Jahr 2015 wurde die Voraussetzung geschaffen, das Papieri-Areal umzunutzen.
Mit dem Bau der ersten Papiermühle an der Lorze im Jahr 1657 nahm die lange Geschichte der Papierproduktion in Cham ihren Lauf. Um 1780 erfolgte der Sprung von der Handarbeit zur ersten Mechanisierung: Der «Holländer», eine Maschine zum Zerschneiden, Mahlen und Mischen der Faserstoffe, wurde in Cham installiert. Um 1840 kam der nächste Quantensprung vom mechanisierten Handwerk zur Industrie. Ein neues Zeitalter brach an und die «Papierer» legten ihre traditionellen Schöpfrahmen zur Seite.
1912 wurde die Papierfabrik in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und entwickelte sich unter der Ära Naville-Vogel zum grössten Betrieb des ganzen Ennetseegebiets – mit vielen Fabrikbauten, Werkstattgebäuden und Wohnsiedlungen. Über 300 Personen waren zu dieser Zeit in der Papierfabrik Cham beschäftigt. In den 1970er-Jahren kam es zur Krise, in der Folge wurde die Industrieholding Cham gegründet und mit der Übernahme der Cartiere di Locarni zur Umfirmierung in Papierfabrik Cham-Tenero. 1983 wurden drei Papiermaschinen stillgelegt. Als Antwort darauf setzte die Papierfabrik nun ganz auf Spezialpapiere. Dazu war es nötig, sich auf den Weltmarkt auszurichten. Entsprechend der Neuausrichtung hiess die Papierfabrik ab 1999 Cham Paper Group.
Um in einem globalisierten Marktumfeld konkurrenzfähig zu bleiben, trat im Jahr 2015 die Geschichte der Papieri mit dem Abschluss der Verlagerung der Papierproduktion in die italienischen Werke in eine neue Ära ein. Auf dem frei gewordenen Areal der Papierfabrik wird in den nächsten 15 bis 20 Jahren ein neues, attraktives Wohn- und Arbeitsquartier entstehen. Die Papieri wird somit in neuer Form weiterleben.