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Es sei Zeit für eine Veränderung, fand Sean McHugh, Geschäftsführer des kanadischen Fair-Trade-Network. Denn auch wenn wir alle wissen, dass Billigshirts von internationalen Modeketten meist unter menschenunwürdigen Umständen produziert werden, scheinen wir doch immer wieder darüber hinwegzuschauen. «Selbst wenn in der Mode-Industrie viel darüber gesprochen wird, die Probleme sind nicht verschwunden, sie haben sich eher noch verschlimmert», sagte er in einem Interview.
Die Kampagne, die McHugh ins Leben gerufen hat, ist so simpel wie wirksam: Bilder von Kleidungsstücken, auf deren Label neben Waschanleitung oder Stoffart auch die ganze Produktionsgeschichte erzählt wird.
Und so stünde da beispielsweise auf dem Etikett am Schnäppchen-Pulli:
«Made in Kambodscha von Behnly, neun Jahre alt. Jeden morgen steht er um fünf Uhr auf und macht sich auf den Weg in die Kleidungsfabrik, in der er arbeitet. Es ist dunkel, wenn er losgeht und dunkel, wenn er zurück kommt. Er trägt leichte Sachen, da die Temperatur in dem Raum, in dem er arbeitet 30 Grad beträgt. Der Staub in dem Raum dringt ihm in Nase und Mund. Er bekommt weniger als einen Dollar dafür, dass er langsam erstickt. Eine Atemmaske würde das Unternehmen lediglich zehn Cent kosten.»
Oder aber beim Jackett: «100% Baumwolle. Made in Bangladesh von Joya. Mit elf Jahren verliess sie die Schule, um ihren zwei Brüdern und ihrer frisch verwitweten Mutter zu helfen. Ihr Vater starb, als in der Baumwollfabrik, in der er arbeitete, ein Feuer ausbrach. Jetzt arbeitet sie in dem Gebäude gegenüber der abgebrannten Fabrik, welche sie permanent an das Risiko erinnert, dem sie tagtäglich ausgesetzt ist.»