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Weiterbildung in Frankreich
In Frankreich wenden sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber meistens an Weiterbildungsinstitute (organismes de formation) und «kaufen» dort bestimmte Fortbildungen ein.
Es gibt in Frankreich mehr als 48’000 öffentlich-rechtliche und private Weiterbildungsorganisationen. Die öffentlichen Fortbildungsinstitute (CCI, AFPA, Greta, CNAM, Chambre des Métiers, Chambre d’Agriculture) führen 20% der Fortbildungsmassnahmen durch. Die privaten Anbieter haben einen Anteil von 80% an den Weiterbildungsmassnahmen. Im Prinzip kann jede natürliche oder juristische Person eine Weiterbildungsmassnahme anbieten und dementsprechend sind die Angebote in Frankreich sehr zahlreich.
Weiterbildungsplattformen
Weiterbildung im Bereich Digitalisierung und künstliche Intelligenz
Am 26. Juni 2019 hat die Région Grand Est sein Programm zur Künstlichen Intelligenz veröffentlicht. Darin wird eine Vision vorgestellt, in der die Oberrheinregion ein europäisches KI-Tal wird.
Dieses Programm sieht auch die Bereitstellung von spezifischen Fortbildungen zum Thema vor.
Finanzierung
Die Weiterbildung beruht auf zwei Merkmalen. Die Arbeitgebenden sind zum einen verpflichtet, sich an der Finanzierung der Ausbildung ihrer Angestellten zu beteiligen, zum anderen haben die Arbeitnehmenden das Recht, sich während ihrer Arbeitszeit weiterzubilden. In jeder Berufsbranche setzen die Arbeitgebenden die mit den Sozialpartnern geschlossenen nationalen interprofessionellen Abkommen um. So sind die Unternehmen die grössten Finanzgeber für die Weiterbildung in Frankreich. Ihr Beitrag ermöglicht es, den Fortbildungsplan (plan de formation), die individuelle Freistellung für Weiterbildungen (congé individuel de formation, CIF) sowie seit 2004 auch das individuelle Recht auf Weiterbildungen (droit individuel à la formation, DIF) und die duale Ausbildung mittels eines speziellen Ausbildungsvertrags (contrat de professionnalisation) abzudecken.
Der Staat trägt in grossem Rahmen zur Finanzierung der Weiterbildung bei. Folgende Massnahmen werden finanziert:
- Massnahmen für Arbeitssuchende
- Fortbildungsmassnahmen für spezifische Gruppen: behinderte Arbeitnehmende, Einwandererinnen und Einwanderer, Strafgefangene, Analphabeten, usw.
- Fortbildungsmassnahmen in speziellen Bereichen (neue Ingenieursstudiengänge, usw.)
- Information über Weiterbildungsmassnahmen aller Art
- Hilfestellungen für Unternehmen oder spezielle Berufsbranchen bei der Ausarbeitung von Weiterbildungsplänen.
Seit der Dezentralisierung bewilligt der Staat auch finanzielle Zuwendungen für die Regionen, die ebenfalls Akteure der beruflichen Weiterbildung für Jugendliche und Erwachsene darstellen. Die Regionalräte entscheiden auf ihrem Territorium über die Weiterbildungspolitik je nach den lokalen wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten. Sie setzen den Regionalplan für die Entwicklung der Berufsbildung und -orientierung (CPRDFOP) um, der seit dem Gesetz von 2009 mit dem Staat vertraglich geregelt ist.
Alle genannten Massnahmen wenden sich an den Arbeitnehmenden. Nicht-Angestellte (Landwirte, Künstler, Freiberufliche, etc.) haben aber ebenso Zugang zu Weiterbildungsmassnahmen. Sie müssen allerdings zur Finanzierung beitragen. Arbeitssuchende können über die französische Agentur für Arbeit Pôle Emploi ebenfalls an Weiterbildungsmassnahmen teilnehmen. Diese werden vom Staat oder den Regionen finanziert. Pôle Emploi achtet darauf, dass diese besuchten Weiterbildungen zum einen den Wünschen des Arbeitssuchenden entsprechen, zum anderen aber vor allem auch den Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt in der Region.
Anerkennung von Diplomen und Berufsabschlüssen
Das CIEP (Centre International d’Etudes Pédagogiques) stellt mittels des ENIC-NARIC France (European Network of Information Centres – National Academic Recognition Information Centres) die französische Auskunftsstelle für die Anerkennung von Diplomen im Bildungsbereich und in der beruflichen Praxis dar. Es stellt Vergleichbarkeitsnachweise (attestations de comparabilité) für ein im Ausland erworbenes Diplom aus, informiert über die Verfahren, die zur Ausübung eines geschützten Berufs einzuhalten sind, und erteilt Auskunft über das Verfahren zur Anerkennung von französischen Abschlüssen im Ausland.