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Welternährungsgipfel +5 in Rom: Politischer Wille und neue Strategien sind gefragt
4. Juni 2002
Noch immer haben rund 800 Millionen Menschen keine ausreichende Nahrung. Um dies zu ändern fordert die Erklärung von Bern eine Politik, die folgende Ziele verfolgt:
- Die internationale Agrar- und Handelspolitik muss der Ernährungssicherung dienen. Dabei sind der Ernährungssouveränität (dem Recht auf eine eigenständige Agrarpolitik und Nahrungsversorgung), der Ernährungssicherung und dem Menschenrecht auf angemessene Ernährung Priorität vor der Handelsliberalisierung einzuräumen. Um die Umsetzung des Menschenrechts auf Nahrung zu stärken, soll die FAO einen Verhaltenskodex dazu verabschieden.
- Agrarsubventionen des Nordens, welche unzählige Bauern in den Entwicklungsländern um ihr Einkommen bringen, müssen abgebaut werden.
- Jede neue (Gen-) Technologie muss auf ihre sozioökonomischen Auswirkungen hin geprüft werden. Technologien, welche die Bäuerinnen und Bauern in die Abhängigkeit von Saatgutfirmen treiben, dürfen nicht zugelassen werden.
- Der Zugang von Bauern zu Land, Wasser und genetischen Ressourcen ist zu gewährleisten. Die Schweizer Regierung soll sich dafür einsetzen, dass die Programme der Weltbank diesen Forderungen Rechnung tragen und sich im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) für ein Verbot von Patenten auf Leben stark machen.
- Die Förderung der Frauen leistet einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Welternährung und muss noch gestärkt werden.
- Die Schweiz soll endlich das Milleniumsziel der UNO, 0,7 % des Bruttosozialproduktes für Entwicklungshilfe aufzubringen,. Heute sind es nur gerade 0,34%.