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Churchgoer Malek begleitet die Ausstellung The Church vier Wochen lang mit seinen Beobachtungen. Für diesen Beitrag hat er sich zu Openki [PopUp] Gedanken gemacht und schreibt über seine Erfahrungen mit verschiedenen Bildungssystemen.
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Wo kann ich Deutsch lernen? Kann ich hier weiter studieren? Wo befinde ich mich in fünf Jahren? Wo kann ich Leute kennen lernen? Wie funktioniert das Asylsystem? Wie fährt man hier richtig mit dem Bus?
Wir befinden uns immer in Situationen, wo wir etwas lernen oder Informationen an andere weitergeben. Als ich Openki mit meinem Verständnis von Bildung verglichen habe, bin ich auf die Idee gekommen, über Lernen zu schreiben. Was versteht man unter Bildung? Darüber habe ich nachgedacht, dann habe ich festgestellt, dass Bildung die Autonomie fördert, weil sie die eigene Denkweise beeinflusst und man bedachtere Entscheidungen fällt. Zudem muss man eine gute Bildung haben, um in der Schweiz auf eigenen Füssen stehen zu können. Ich bin der Meinung, dass es zwei verschiedene Arten von Bildung gibt. Nämlich eine, die man in einem Institut lernt und eine andere, die man auf der Strasse lernt, beziehungsweise dort, wo wir uns befinden. Über diesen Unterschied möchte ich heute in meinem Blog sprechen.
Offen gestanden ist mir die Art und Weise des Lernens von Openki neu, weil in meinem Heimatland die Aufgabe der Bildung nur der Staat hat. Ich meine damit, dass ich mir in Syrien niemanden suchen musste, der mir irgendetwas beibringt. Man musste aber gute Noten bekommen, um ein Studium absolvieren zu können. Ohne ein Studium erhält man keine Anerkennung und hat keine finanzielle Sicherheit. In der Schweiz kann man eine Lehre machen, wenn man nicht so gute Noten hat.
Man kann nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen, deshalb vergleiche ich nicht zwischen dem Bildungssystem hier und demjenigen in meiner Heimat.
Als Asylsuchender muss ich mir so Mühe geben, um mich zurechtzufinden. Bei meiner Ankunft beispielsweise musste ich Asyl beantragen und ich kannte mich selbstverständlich gar nicht mit dem Gesetz aus. Ich hatte keine Ahnung davon, was ich beispielsweise bei dem Staatssekretariat für Migration(SEM) sagen sollte. Aber das habe ich mit der Zeit zum Glück gelernt. Ich bin zurzeit sogar ein Experte in diesem Bereich.
Weder Deutsch noch Englisch sprach ich bei meiner Ankunft. Ich habe mich eingeschränkt und wie ein Kind gefühlt, das überall Hilfe braucht. Dann traf ich die Entscheidung die Sprache zu erwerben. Die Frage stellte sich eben, wie ich mein Ziel erreichen konnte. Gemäss dem jetzigen Asylsystem darf man einen Deutschkurs besuchen, sobald man eine sogenannte Bewilligung bekommen hat. Man kann auch erst dann eine Ausbildung oder ein Studium beginnen.
Wie lang muss ich schweigend bleiben? Ich war und bin sehr enttäuscht von der Bürokratie, die mir in der Schweiz begegnet. Ein Freund von mir hat mich auf die Autonome Schule Zürich (ASZ) aufmerksam gemacht. Dank der ASZ habe ich viele Menschen kennen gelernt, ich konnte Deutsch lernen und ich habe teilweise diese Bürokratie verstehen gelernt.
Ausserdem habe ich das politische System hier kennen gelernt und durch Kontakte, Gespräche und Nachrichten erfahren, wie politische Teilhabe aussieht. Anfangs hatte ich Angst an einer Demonstration teilzunehmen. In Syrien sind Demos illegal und gefährlich. Hier gibt es die Meinungsfreiheit und Versammlungen sind erlaubt.
Jetzt kann ich Deutsch sprechen. Die Wörter, die ich am meisten verwende, sind Müssen und Dürfen, weil Geflüchtete entweder etwas machen müssen oder irgendetwas nicht machen dürfen.