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Die Europäische Union (EU) ist die wichtigste Handelspartnerin der Schweiz im Landwirtschaftsbereich. Nicht nur aufgrund der geografischen Nähe, sondern auch wegen der Übereinstimmungen in der Agrarpolitik bestehen enge, intensive und vielfältige Beziehungen. Die Schweiz und die EU teilen denselben Ansatz einer multifunktionalen Landwirtschaft und haben ähnliche Herausforderungen im Agrarbereich zu bewältigen. Deshalb verfolgt die Schweiz die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) und die Entwicklungen in den Bereichen der Umwelt-, Klima- und Qualitätspolitik für Agrarerzeugnisse aufmerksam.
Das Landwirtschaftsabkommen, das die Schweiz und die EU 1999 abgeschlossen haben, ist das wichtigste Instrument zur Regelung der bilateralen Beziehungen in diesem Bereich. Dank dem Abkommen haben die Handelsströme zwischen der Schweiz und der EU zugenommen, und die technischen Handelshemmnisse wurden signifikant abgebaut. Im Jahr 2018 stammten 75 % der Landwirtschaftsimporte aus der EU. 58 % der Exporte wurden in den EU-Raum getätigt. Die Handelsbilanz mit der EU bei den Landwirtschaftsprodukten schloss 2018 mit einem Importüberschuss von 3,5 Milliarden Franken ab.
Das Landwirtschaftsabkommen erlaubt auch den Schutz der Herkunftsbezeichnungen (GUB/GGA) der Schweiz in der EU und umgekehrt. Der Handel mit landwirtschaftlichen Verarbeitungsprodukten, d. h. mit Erzeugnissen der Lebensmittelindustrie wie Schokolade, Kaffee, Getränke, Biskuits oder Teigwaren, wird durch das Protokoll Nr. 2 des Freihandelsabkommen von 1972 geregelt. Die Referenzpreise zur Berechnung der Einfuhrzölle auf landwirtschaftliche Verarbeitungsprodukte werden zuweilen angepasst.
Veterinärwesen als integrierter Bestandteil des Landwirtschaftsabkommens
Anhang 11 des bilateralen Landwirtschaftsabkommens zwischen der Schweiz und der EU, auch Veterinärabkommen genannt, beinhaltet Massnahmen in den Bereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit, Tierschutz und Tierzucht, welche auf den Handel mit Tieren und Erzeugnissen tierischer Herkunft anwendbar sind.
Das Veterinärabkommen legt die Grundlage, damit die Rechtsvorschriften der EU und der Schweiz für die Bekämpfung von Tierseuchen im Wesentlichen übereinstimmen und zu denselben Ergebnissen führen. Daraus resultiert ein gemeinsamer Veterinärraum Schweiz-EU mit gleichwertigen Handelsbedingungen für beide Parteien.
Die Schweiz und die EU stehen in Verhandlungen zu einer Erweiterung des bestehenden Landwirtschaftsabkommens auf die gesamte Lebensmittelkette, insbesondere auf verarbeitete pflanzliche Produkte. Der Abschluss der Verhandlungen ist abhängig vom Ausgang der Diskussionen rund um das institutionelle Rahmenabkommen zwischen der Schweiz und der EU.