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Von den rund 3,3 Millionen Einwohnern der Mongolei sind rund 1500 Katholiken; die meisten Bewohner gehören dem Lamaismus an, der tibetischen Variante des Buddhismus. Johannes Paul II. errichtete 2002 in der Hauptstadt Ulan Bator eine Apostolische Präfektur – die damals gerade einmal 114 Gläubige umfasste, die von 2 Diözesan- und 7 Ordenspriestern sowie 17 Ordensschwestern betreut wurden. 2016 war die Zahl der Gläubigen bereits auf 1400 angestiegen. Im gleichen Jahr wurde der erste heimische Priester der Mongolei geweiht. Da es in er Mongolei kein Priesterseminar gibt, musste er Koreanisch lernen, um ein Priesterseminar in Südkorea zu besuchen. Seit 2022 hat die kleine Kirche mit dem 49-jährigen Italiener Giorgo Marengo den jüngsten Kardinal der Weltkirche; er ist seit 2020 Apostolischer Präfekt von Ulan Bator. Heute gibt es 9 katholische Kirchen, 36 Ordensschwestern sowie 29 Priester, davon zwei aus der Mongolei. Diese hohe Zahl an Priestern und Ordensleuten verglichen mit der Anzahl Gläubigen ist dadurch erklärbar, dass die Mongolei ein Missionsland ist. Die Apostolische Präfektur der Mongolei gehört zur Zentralasiatischen Bischofskonferenz.
Geschenk der Missionierung
Den ersten Kontakt mit der Katholischen Kirche hatte die Mongolei bereits vor fast 800 Jahren: 1246 sandte Papst Innozenz IV. den Franziskaner Giovanni di Pian del Carpine mit einem Brief an den Mongolenkaiser, der damals auch über China herrschte. Einzelnen Missionsversuchen war wenig Erfolg beschieden. Erst in den 1990er-Jahren gelang ein «neuer» Anfang. Hier ist an erster Stelle Wenceslao Selga Padilla (1949–2018) zu nennen, ein Missionar der «Kongregation vom Unbefleckten Herzen Mariens», der sein Leben für die Mission in der Mongolei gab. Auch heute noch beziehe die Katholische Kirche in der Mongolei ihre Keimkraft aus dem dankbaren und kostenlosen Geschenk vieler Missionare und Missionarinnen, die von nah und fern gekommen sind, sagt Kardinal Marengo, der selbst 2003 als «Consolata-Missionar in die Mongolei kam. Ihm ist die Wiederentdeckung der früheren christlichen Präsenz auf mongolischem Territorium wichtig: «Wir halten es für unsere Pflicht, an diese Vergangenheit anzuknüpfen, denn manchmal wird das Christentum in der Mongolei als etwas Jüngeres, Neues und Importiertes betrachtet, während in der Mongolei der christliche Glaube in Wirklichkeit sehr alte Wurzeln hat», erklärt er und fährt fort: «Wir wissen auch, dass in der Zeit des grossen Reiches von Dschingis Khan einige Befehlshaber und Soldaten christlichen Glaubens waren.»
Die Mongolei symbolisiert die pilgernde Kirche
Über 40 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner leben in der Hauptstadt Ulan Bator. In den ländlichen Gebieten leben viele Menschen als Nomaden: Sie wohnen in «Gers» (Zelten in Form einer Jurte) und ziehen mit ihren Viehherden von Weideplatz zu Weideplatz. Dieses Nomadenleben prägt die Menschen in der Mongolei. Es muss alles leicht, transportierbar und vorübergehend sein – im Gegensatz zu unserer sesshaften Kultur, in der Dinge möglichst lange Bestand haben sollen. Für Kardinal Giorgio Marengo bietet die Papstreise eine gute Möglichkeit, die Weltkirche an ihren «pilgernden» Aspekt zu erinnern. Jede Kirche sei immer eine im Entstehen begriffene Kirche, die bei jedem ihrer Schritte von der Gnade Christi abhängt und nicht aus eigener Kraft erbaut werden kann; jede Kirche sei ein «Pilgerkirche» in dieser Welt; jede Kirche sei «nomadisch», wie das Volk der Mongolei mit seinen Zelten, immer auf dem Weg zur Erfüllung der Zeiten.
Pfarrer Tserenkhand Sanjaajav, einer der beiden mongolischen Priester, findet Trost in der Tatsache, dass Abraham, unser Vater im Glauben, wie er einer «nomadischen Kultur» angehört habe. Er sehe seine Berufung und Mission nun darin, «unsere Kultur mit dem Glauben der Kirche zu verbinden».