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Der Umgang mit Risiken ist nicht immer so einfach, wie wir es uns wünschen würden. Oberflächlich betrachtet folgen und basieren die meisten Methoden auf dem Prinzip: Risiko = Wahrscheinlichkeit x Auswirkung.
Basierend auf dieser Grundlage bauen wir Kontrollsysteme auf, die diese Risiken minimieren oder diese, in "Risikosprache" gesprochen, abschwächen.
An einer Strassenkreuzung zum Beispiel besteht das Risiko einer Fahrzeugkollision, so dass eine Möglichkeit, dies zu kontrollieren, die Implementierung einer Lichtsignalanlage ist.
In Ihre Richtung leuchtet die Ampel rot, also stoppen und warten Sie. Denn wenn Sie weiterfahren, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Unfall gross, und der Aufprall könnte tödlich sein.
So weit, so gut. Auf der anderen Strassenseite ist die Ampel grün und wir wissen, dass es sicher ist, weiterzufahren und dass die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstosses sehr gering ist. Wenn die Ampel rot oder gelb ist, bedeutet das, dass man sich auf die Weiterfahrt vorbereiten sollte.
Aber, wie wir alle wissen, kommt es auch bei voll funktionierenden Ampeln immer noch zu Autounfällen. Es stellt sich also die Frage, was ist unser Ziel, wenn wir mit Risiken umgehen?
Wenn wir diese Analogie fortsetzen, würde ich sagen, dass unser Ziel in der Verkehrssicherheit liegt, und darin, tödliche Unfälle zu vermeiden. Wichtig ist es ebenfalls, zu beachten, dass unsere Risikowahrnehmung auf zielgerichteten Daten basieren muss, denn die menschliche Risikowahrnehmung ist oft fehlerhaft. Es mag Sie überraschen zu lesen, dass Moskitos an einem Tag mehr Menschen töten, als Haie dies in den letzten 100 Jahren getan haben.- Quelle: WHO Global Shark Attack File.
Das zeigt uns also auf, dass der Risikospezialist eine kritische Rolle hat. Mein Handlungsappell an alle Risikospezialisten lautet: "Bleiben Sie nicht einfach an der Ampel stehen!"
Möglicherweise reibt sich irgendjemand, der dies gerade liest, nun die Hände sagt: «Toll, da ist sie, die Möglichkeit, sie loszuwerden». Aber das ist nicht das, Ziel, was mir vorschwebt. Risikomanagement ist nur so effektiv wie die Massnahmen, welche die Auswertungen begleiten. Ein Risikospezialist hat die Aufgabe, Menschen so einzubinden, dass der vorhandene Kontext klar erfasst werden kann. Risikobewertungen sind manchmal wie Ampeln: Rot, Gelb und Grün zeigen einen gewünschten oder unerwünschten Zustand an.
Eine gute Risikokultur baut auf der Bereitschaft einer Unternehmung auf, auf Gefahren zu reagieren. Und mit Reaktion meine ich die Suche nach einer ganzheitlichen Lösung, die schliesslich den "grünen" Zustand erreicht. Das ist leichter gesagt, als getan. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass Risikomanagement ein harter Job ist. Manchmal ergeben sich die Spezialisten ihrem Schicksal, und sagen sich: "Ich habe sie gewarnt, aber es interessiert ja doch niemanden!"
Doch genau in diesem Moment des Unbehagens zeichnet sich der getriebene (kein beabsichtigtes Wortspiel – ok, oder doch ein wenig) Spezialist aus.
Hier setzt er sein Können ein, um von körnigen, alten Analogbildern zu 4K Ultra-HD zu wechseln.
Kommen wir nun zurück zu unserem Verkehrssicherheitsproblem, zeigt ein tieferer Einblick in die Situation, dass ein besonderes Risiko durch das glänzende, neue Gebäude verursacht wurde, das die Fahrer zu bestimmten Tageszeiten blendet. Die vorhandenen Kontrollen reichen nicht aus, wir brauchen nicht nur funktionierende Ampeln, sondern auch ein Gebäude, das nicht blendet. Um Effektivität zu gewährleisten, brauchen wir Daten, die eine Ursachenanalyse ermöglichen. Daher mein Appell an Sie: Bleiben Sie nicht einfach an der Ampel stehen, sondern gehen Sie weiter und schauen Sie, was das System sonst noch beeinträchtigt.
Ich rufe alle Risikospezialisten dazu auf, mutig zu sein und folgendes zu Ihrem Mantra zu machen: “Survival can be summed up in three words―never give up. That’s the heart of it really. Just keep trying” Bear Grylls