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Körperfunktionen
Funktion und Aufbau
Pro Minute fliessen etwa 1,2 Liter Blut durch die Nieren; davon werden pro Minute etwa 10 % abfiltiert; somit fallen pro Tag etwa 180 Liter Primärharn an. Diesen 180 Liter Primärharn wird so viel Flüssigkeit entzogen, dass nur etwa 1 Liter Endharn entsteht. Das Ausmass der Harnkonzentration wird durch das Hormon Adiuretin geregelt. Dieses Hormon wird im Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse gebildet. Bei Flüssigkeitsmangel wird Adiuretin vermehrt ausgeschüttet. Es bewirkt in der Niere die Entstehung geringerer Mengen hochkonzentrierten Endharns, da durch Adiuretin die Rückresorption von Wasser im Röhrensystem gefördert wird.
Aufgaben der Nieren
- Regulation des Wasser- und Elektrolythaushaltes und des Säure-Basen-Gleichgewichtes: sie passen die Urinproduktion an die Trinkmenge an und gleichen so Unterschiede im Wasserhaushalt des Körpers aus. Die Nieren können über den Salz-und Wasserhaushalt auch den Blutdruck erhöhen oder senken.
Gleichzeitig mit dem Wasserhaushalt wird in der Niere auch der Salzhaushalt geregelt. Die wichtigsten dieser Salze sind: Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid, Calcium und Phosphat. Die Regulation des Salzhaushaltes erfolgt ebenfalls über Hormone. Das wichtigste ist Aldosteron. Durch diese Regelmechanismen wird gewährleistet, dass der Flüssigkeits- und Salzgehalt des Körpers nur geringen Schwankungen unterworfen ist.
Die Niere spielt auch bei der Steuerung des Säure-Basenhaushalts eine wichtige Rolle. Der Harn kann je nach Säureanfall aus der Ernährung und Stoffwechsel mehr oder weniger angesäuert werden. Bei rein vegetarischer Ernährung entstehen nur sehr wenig saure Substanzen, der Harn wird dann leicht basisch (pH-Wert ca. 8). Bei sehr eiweissreicher Ernährung wird der Urin dagegen stark angesäuert (pH-Wert ca. 4,5).
- Ausscheidung von giftigen Substanzen wie Stoffwechselschlacken: die Nieren entfernen giftige Stoffe aus dem Körper, z.B. Abbauprodukte des Eiweissstoffwechsels. Die Entgiftungsleistung der Niere beruht darauf, dass das Röhrensystem für die wichtigsten Endprodukte des Stoffwechsels und für körperfremde Stoffe (z.B. Medikamente) weitgehend undurchlässig ist. Einmal in den Harn abgegeben, werden diese Substanzen auch mit dem Urin ausgeschieden. Für den Körper wichtige Stoffe werden dagegen durch Pumpmechanismen unter Energieaufwand aus dem Harn wieder ins Blut aufgenommen.
- Hormonproduktion: die Nieren sind Entstehungsort für lebenswichtige Signalstoffe; sie produzieren z.B. Erythropoetin, das die Bildung der roten Blutkörperchen im Knochenmark anregt. Menschen mit Erkrankungen der Nieren leiden deshalb oft unter Blutarmut (Anämie) und fühlen sich müde und kraftlos. Darüber hinaus bilden bestimmte Zellen der Niere ein wichtiges Hormon für die Regulation des Blutdruckes, das Renin. Ein weiteres Hormon, das in der Niere entsteht, ist die „aktive Form“ von Vitamin D3, das Calcitriol. Es bewirkt, dass im Darm mehr Calcium und Phosphat aufgenommen werden und ist darüber hinaus wichtig für die Immunabwehr.
Harn (Urin) ist eine klare, gelblich gefärbte Flüssigkeit, die beim Schütteln durch ihren minimalen Eiweissgehalt schäumt. Die Farbe ist stark abhängig von der Flüssigkeitszufuhr, sie kann zwischen blassgelb bis dunkelgelb liegen. Die Farbe erhält der Urin durch Abbauprodukte der roten Blutkörperchen, die in der Leber zu Gallenfarbstoffen verarbeitet werden. Ein Teil dieser Farbstoffe wird auch über den Harn ausgeschieden.(6)
Krankheiten
Die Niere bietet eine grosse Anzahl an Erkrankungsmöglichkeiten, drei davon seien hier aufgelistet:
- Die Nierenentzündung ist eine der häufigsten Nierenkrankheiten. Symptome dieser Erkrankung sind z.B. Frösteln, Fieber, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Kurzatmigkeit. Meist sind die Aussichten auf Genesung gut, in Einzelfällen kann es jedoch zu einem völligen Versagen der Niere kommen. Dies führt zu einer „Vergiftung“ des Blutes.
- Ist die Calcium- oder Harnkonzentration im Blut zu hoch, so können sich Nierensteine bilden. Grössere Exemplare müssen durch Ultraschall zertrümmert oder operativ entfernt werden.
- Akutes Nierenversagen liegt vor, wenn die Nieren plötzlich unzureichend oder überhaupt nicht mehr arbeiten. Die Nieren können das Blut dann nicht mehr vollständig reinigen. Dadurch reichern sich im Körper immer mehr Schadstoffe beziehungsweise Abbauprodukte des Stoffwechsels an.
Wenn sich als Folge des akuten Nierenversagens zu viele Abbauprodukte im Körper ansammeln, sprechen Ärzte von einer Urämie. Diese Ansammlung von sogenannten harnpflichtigen Substanzen hat sehr vielfältige Auswirkungen auf den Organismus und kann zum Beispiel zu Ödemen oder Bluthochdruck führen.Akutes Nierenversagen ist keine eigenständige Erkrankung. Vielmehr ist sie eine Folge schwerer Grunderkrankungen wie (7)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Blutvergiftungen (Sepsis)
- Durchblutungsstörungen
- Nierenschädigungen durch Giftstoffe (z.B. Medikamente)
- Komplikationen nach grösseren Operationen
- Schweren Infektionskrankheiten
- Harnabflussstörungen
- Wird akutes Nierenversagen rechtzeitig behandelt und werden die auslösenden Ursachen beseitigt, ist die langfristige Prognose gut. In den meisten Fällen arbeiten die Nieren wieder normal und Betroffene haben keine weiteren Beschwerden. In schweren Fällen, wenn die Nieren überhaupt nicht mehr arbeiten, ist eine Blutreinigung (Dialyse) nötig. Diese wird solange fortgeführt, bis sich die Nieren wieder erholt haben. Nehmen die Nieren ihre Arbeit nicht wieder auf und wird das Nierenversagen zu einem Dauerzustand, spricht man von einem chronischen Nierenversagen. In diesem Fall kann eine Nierentransplantation nötig sein.
Empfohlenes Arzneimittel
Perluetin – phytotherapeutische Entwässerungstropfen
Perluetin enthält 5 phytotherapeutische Urtinkturen, die eine erhöhte Wasserausscheidung über die Nieren bewirken, ohne den Organismus mit Verlust von Elektrolyten zu belasten. Es lässt sich gut einsetzen bei Stoffwechselleiden mit Wasseransammlung und Bindegewebsschwäche mit Oedemen.
Perluetin hat folgende Zusammensetzung:
1 ml enthält
|Equisetum arvense UT||0.38 ml|
|Urtica dioica UT||0.2 ml|
|Herniaria glabra UT||0.2 ml|
|Solidago virgaurea UT||0.2 ml|
|Petroselinum e seminibus UT||0.02 ml|
Die einzelnen Bestandteile haben folgende Wirksamkeit:
Equisetum arvense
Wegen des hohen Kieselsäuregehaltes wird dem Ackerschachtelhalm in erster Linie eine stärkende Wirkung auf das Bindegewebe zugeschrieben, er soll den Stoffwechsel und die Durchblutung fördern und blutstillend wirken. Er zeigt leicht harntreibende (diuretische), abschwellende und immunstimulierende Effekte wegen den enthaltenen Flavonoiden und stärkt das Immunsystem.
Urtica dioica
Zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung und Behandlung von Nierengriess.
Herniaria glabra
Bruchkraut wird zur Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Nieren und ableitenden Harnwege (Förderung der Filtrationsrate) und eine antimikrobielle Wirkung gegenüber uropathogenen E.coli-Bakterien, bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege, bei Nervenentzündungen, bei Gicht und Rheumatismus sowie zur „Blutreinigung“ angewendet.
Solidago virgaurea
Die Diuresewirkung der Goldrute wird auf den Gehalt an Saponinen zurückgeführt. Ausserdem vermindert der Solidagoextrakt diePermeabilität der Gefässwände und bewirkt gleichzeitig eine Erhöhung der Gefässresistenz. Es werden auch entzündungshemmende, schwach krampflösende und schmerzstillende Eigenschaften belegt, die auf den Gehalt an Leiocarposid und Virgaureosid beruhen.
Petroselini e seminibus
Petersilienfrüchte werden bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes sowie der Niere und ableitenden Harnwege sowie zur Förderung der Verdauung angewendet.
Indikationen
Vermehrte Ausscheidung von Wasser, insbesondere in Zusammenhang mit Stoffwechselleiden, Bindegewebsschwäche mit Ödemen
Nebenwirkungen
Bei sachgemässer Dosierung keine Nebenwirkungen bekannt.