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Resultate|
Zusammenfassung
Erleben die Schweizer Städte nach 30 Jahren des Bevölkerungsrückgangs zurzeit einen demographischen Aufschwung? Wenn ja, was für ein Profil haben diejenigen, die sich neuerdings in den Städten niederlassen? Welche Faktoren bewegen sie dazu? Welche Rolle spielen dabei der Immobilienmarkt und die öffentliche Hand? Die Studie gibt Antworten auf diese Fragen indem sie die Wohnattraktivität der städtischen Zentren untersucht. Letztere stehen im Mittelpunkt der Debatte um die Zukunft einer nachhaltigen Raum- und Siedlungsentwicklung in der das Modell der kompakten Stadt („die Stadt in der Stadt bauen“) oft herbeigezogen wird.
In den meisten der 25 wichtigsten Schweizer Städte begannen in den siebziger Jahren die Einwohnerzahlen zu schwinden. Währendem sie in drei Jahrzehnten rund einen Zehntel ihrer Einwohner verloren, verzeichneten die umliegenden Agglomerationsgemeinden im Laufe der Siedlungsdispersion ein beträchtliches Wachstum. Nichtsdestotrotz hat die Anzahl Haushalte in den Zentren zugenommen und auf dem Immobilienmarkt zu einem Wohnungsmangel geführt. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich mit dem Rückgang der durchschnittlichen Haushaltsgrösse und dem steigenden Wohnraumverbrauch pro Person.
Die Attraktivität der Städte als Wohnstandort variiert für die verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Ein Vergleich der Daten aus den Volkszählungen von 1975/80 und 1995/2000 zeigt, wie Familien und Senioren in den Stadtzentren einen negativen Migrationssaldo aufweisen während bei internationalen Zuwanderern, kleinen Haushalten und jungen Erwachsenen das Gegenteil der Fall ist. Letztere verbringen zudem einen immer längeren Lebensabschnitt in der Stadt.
Angehörige der Mittel- und Oberschicht verlassen die Stadt eher als Arbeiter und Angestellte. Auf den ersten Blick stellt man also vor dem Jahr 2000 keine Gentrifizierungstendenzen fest. Es gilt jedoch zu differenzieren zwischen Städten wie Zug, Zürich, Thun, Winterthur und Chur, wo sich seit den Neunzigerjahren mehr Mittel- und Oberschichtsahngehörige niederliessen als wegzogen, zirka zehn städtischen Zentren, wo sich Zu- und Wegzüge die Waage halten und kleineren Städten, in denen die Abwanderung der oberen Gesellschaftsschichten zugenommen hat.
Seit der Jahrtausendwende beobachtet man für fast alle der untersuchten Städte einen allgemeinen demographischen Aufschwung. Dieser geht in erster Linie auf die internationale Zuwanderung aber auch die Wiederbelebung des Immobilienmarktes zurück. Untersuchungen in Neuenburg und im Quartier Zürich West erlauben es, die verschiedenen Facetten der städtischen Regenerierung auszuleuchten.
Letzterer spielt jedoch im Vergleich mit anderen Wohngebieten eine viel geringere Rolle.
Die lokalen Behörden übernehmen im Bereich des Wohnungsbaus drei wichtige Aufgaben. Sie regulieren die Lancierung von Projekten durch wegweisende, städtebauliche Dokumente und Reglemente. Sie spielen, gerade in Zürich, eine mediative Rolle indem sie Planungsprozesse in Gang setzen, die die alle betroffenen Akteure miteinbeziehen. Und schliesslich hat ihre Boden- und Wohnbaupolitik meist interventionistischen Charakter. In Bezug auf die new-build gentrification ist ihre Haltung denn auch ambivalent: einerseits sind sie daran interessiert, potente Steuerzahler anzuziehen, andererseits darum bemüht, Markteversagen durch den Bau preisgünstiger Wohnungen auszugleichen.
Allgemein beobachtet man für die untersuchten Städte in den letzten zehn Jahren eine Zunahme der Wohnattraktivität. Die Siedlungsdispersion wird dadurch jedoch nicht gestoppt, sondern verläuft zeitgleich und komplementär zur Entwicklung in den Stadtzentren. Die Resultate zeigen gleichzeitig den Wunsch nach und die Machbarkeit einer kompakteren Stadt sowie die Tatsache, dass sich die Bestrebungen zur Regenerierung städtischer Quartiere gezielt an eine mittlere und gehobene Klientel wenden. Das Beispiel der jüngsten Veränderungen in Schweizer Städten zeigt also, dass ökologische und soziale Nachhaltigkeit nicht von selbst miteinander einhergehen.
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