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Unter dem Stichwort „Nachrichtendienst und Meldewesen“ ist dem „Taschenkalender für schweizerische Wehrmänner“ des Mobilmachungsjahres 1939 zu entnehmen: „Die Übermittlung von Befehlen und Meldungen geschieht durch Läufer, Radfahrer, Reiter, durch Telefon, Telegraf, Funker, durch optische oder akustische Signale, durch Flieger, Brieftauben, Meldehunde. Wichtige Meldungen sind doppelt und auf verschiedenen Übermittlungswegen zu erstatten.“ Die erwähnten Meldehunde waren den Bataillons- und Regimentsstäben der Infanterie zugeteilt. Die Artillerie sollte noch damit ausgestattet werden. So nachzulesen im Bericht „Kriegshundedienst“ von Kpl Robert Guggenbühl („Schweizer Soldat“ Nr. 18 vom 19.5.1938).
Die Fachausbildung erhielten die Hunde und ihre Führer in einem „Kriegshundelager“ im waadtländischen Bex. Je zwei Hundeführer (Unteroffiziere oder Mannschaften) bildeten ein Team und hatten zur Angewöhnung der Tiere am gleichen Ort zu wohnen. Gemäss Kpl Guggenbühl garantierten Meldehunde „die schnellste und zuverlässigste Verbindung“, vor allem in schwierigem Gelände und bei extremen Kampfbedingungen. Und er illustrierte dies mit dem Bericht eines deutschen Weltkriegsteilnehmers von 1914 – 18: „…wenn alles versagte, wenn im Trommelfeuer alle Telefonverbindungen zu den Batterien und Regimentsunterständen, zu Brigade und Division zerschossen waren, wenn das Blinkgerät im Staub-, Gas- und Sprengungsqualm, der sich in Schwaden vor die Sonne legte, nicht brauchbar war, wenn kein Melder mehr zurück und keiner mehr nach vorn kam…“, dann schlug die Stunde des Meldehundes – „die langen schmalen Ohren steif hochgestellt, die Augen blitzend vor Klugheit“.
Die zu überbringende Mitteilung wurde dem Hund in einer Metallkapsel um den Hals geschnallt. Man unterschied zwischen „Meldung nach Orientierung“ und „Meldung nach künstlicher Piste“. Das heisst bis etwa 2 Kilometer liefen die Tiere nach Ortsgedächtnis, wobei sie am Zielpunkt ein Hundeführer erwartete. Bei grösseren Distanzen wurde zwischen dem Abgangs- und dem Bestimmungsort mit einem geheim gehaltenen Riechstoff eine Fährte gelegt.
Vincenz Oertle, Maur
Schweizer Soldat 7-8/2001