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Dorfverein Menzengrüt
Die Geschichte von Menzengrüt
Der Weiler Menzengrüt liegt am Ostfuss des Grüterbucks in unverbautem, hügeligem Gelände, abseits von Durchgangsstrassen. Die lockere Siedlung wird durch ein einfaches Wegnetz strukturiert. Dabei bilden die in Süd-Nord-Richtung verlaufende Gundetswiler-Strasse die Hauptachse und die quer davon abzweigenden Kefiker-, Attiker-, Hinterdorf- und Rickenbacher-Strassen die Feinstruktur des Weilers. Das Ortsbild von Menzengrüt ist dank der Lage abseits von Durchgangstrassen bis heute unbeschadet erhalten geblieben.
Die im 14. Jahrhundert erstmals bezeugten hochmittelalterlichen Ausbausiedlungen "Grüt" und "Sulzberg" waren habsburgische Lehen, welche 1415 durch die Eroberung des Aargaus zu einem von der Stadt Zürich verwalteten Reichslehen wurden. Inhaber waren die Besitzer der Herrschaft Gachnang, welche 1623 an das Kloster Einsiedeln gelangte. Bis 1798 verblieb Menzengrüt ein Einsiedler Lehen. Im 15. Jahrhundert lebten in Menzengrüt zwei Familien, die in den Steuerbüchern der 1460er-Jahre mit dem Namen "von Grüt" bezeichnet sind. Im 16. Jahrhundert dann bewirtschaftete die, für die Siedlung namengebende, Familie Menz die Güter. Nach der Übernahme durch das Kloster Einsiedeln zerfiel das Lehen in vier Teile, wobei die Verantwortung der einzelnen Teile einem Trager übergeben wurde, da bereits weitere Mithafte auf den Gütern sassen. Im Steuerrodel von 1639/40 sind zwei Familien Grüter mit grossem Besitz aufgeführt. Ausserdem wohnten weitere fünf Familien mit unbedeutendem Besitz und anderen Namen in Menzengrüt. Bereits im 17. Jahrhundert war die Siedlung also zu einem kleinen Weiler mit sieben Haushaltungen angewachsen. 1743 vernichtete ein Brand zwei Höfe, die jedoch wieder aufgebaut wurden. Ein weiterer Bauschub ist in den Anfängen des 19. Jahrhunderts zu beobachten. Mitte des 19. Jahrhunderts dann war der historische Ausbau des Weilers mit rund einem Dutzend Bauernhäusern erreicht. Dieser Stand wurde mit wenigen Ausnahmen bis heute beibehalten.
Das 1653 errichtete Bauernhaus im südöstlichen Zwickel der Strassenkreuzung am südlichen Ortseingang war Stammhaus der bedeutenden Familie Peter, die als bäuerliche Aristokratenfamilie über mehrere Generationen sowohl das Schicksal des Weilers Menzengrüt sowie jenes der Pfarrei Wiesendangen massgeblich mitbestimmte. Das Haus in Menzengrüt wurde von einem Mitglied der Familie Peter gebaut, als sich diese auf dem Gipfel ihrer Wohlhabenheit und ihrer Macht befand. Der Repräsentationsanspruch der Familie kam auch in Grösse und Ausstattung des Gebäudes zum Ausdruck. Auch die beiden gegenüberliegenden Gebäude westlich der Gundetswiler-Strasse gehen auf diese einflussreiche Familie zurück. Somit wurde der zentrale, ortsbildbestimmende Bereich des Weilers von der Familie Peter gebaut und gestaltet. Fachwerk wie auch Dachkonstruktion ihres Stammhauses zeigen eine überdurchschnittliche, qualitativ hochstehende Zimmermannsarbeit und das Wohnhaus beherbergte seit jeher in beiden Wohngeschossen eine Stube, was im ländlichen Hausbau nur in herrschaftlichen Häusern anzutreffen ist. Im Hausinneren finden sich Ausstattungselemente vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Das Erdgeschoss repräsentierte die Wohnbedürfnisse der Familie Peter in den Anfängen des 20. Jahrhunderts, im Obergeschoss gehen Stuben- und Küchenausstattung auf die Erbauerfamilie Peter und die zwischenzeitlich hier lebende Familie Stauber zurück. Der Einzug der Familie des Gerichtshauptmanns Stauber um 1787 ist mit dem Kachelofen dokumentiert. Die durch den Dreissigjährigen Krieg beeinflussten wirtschaftlichen Verhältnisse kamen damals der bäuerlichen Oberschicht entgegen. Mehrere stattliche Bauernhäuser des Zürcher Weinlandes und des Unterlandes verdanken ihre Entstehung diesem Umstand. So ist der "Petersche Hof' von Menzengrüt durchaus mit dem 1660 errichteten "Alten Wirtshaus" von Marthalen oder dem Untervogtshaus von 1692 in Unterohringen (Seuzach) zu vergleichen.
Anhand der Bauten des Weilers ist die Siedlungsentwicklung der letzten vier Jahrhunderte nachvollziehbar. Die ältesten Bauten und Bauteile, die ins 17. Jahrhundert zurückreichen, sind an der Hauptachse des Weilers – der Gundetswiler-Strasse – situiert. Im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vollzog sich eine geringe Verdichtung und vor allem eine westliche Ausweitung des Weilers. Eine Ausweitung nach Norden wurde durch den Reichtum und die soziale Bedeutung des Hofes der unterdessen nicht mehr ansässigen Familie Peter verhindert. Die innere Ordnung des Ortsbildes ist das Resultat der Siedlungsgeschichte, die in charakteristischer und regionaltypischer Weise eine über Jahrhunderte dauernde Entwicklung vom Einzelhof zum Weiler zeigt.