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Das Projekt «Kenya RAPID» (Kenya Resilient Arid Lands Partnership for Integrated Development Program) setzt das Kinderhilfswerk World Vision gemeinsam mit USAID und der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) sowie weiteren Partnern um. Ziel des Projekts ist es, 450‘000 Menschen Zugang zu Wasser zu verschaffen sowie ökologisch gesundes Weideland für Nutztiere zu etablieren. Das grosse Projekt greift bereits: Fünf Kilometer vom internationalen Flughafen Wajir im Norden Kenias befindet sich ein Stück Land, auf dem eine Frauengruppe ihr Gemüse züchtet. Die 40 Mitglieder sind die Hauptversorgerinnen ihrer Familien, die durchschnittlich aus sechs Personen bestehen, mindestens 4 davon sind Kinder im schulpflichtigen Alter.
Die sogenannte Alimao-Frauengruppe baute bereits vor diesem Projekt Gemüse an. Damals wurde zur Bewässerung ein Benzingenerator eingesetzt, der das Wasser aus einem seichten Brunnen in die Felder pumpte. Die durch das Benzin verursachten hohen Produktionskosten haben das Wachstum der Gruppe stark eingeschränkt. Zusätzlich kamen Seuchen und andere Pflanzenkrankheiten hinzu, welche die Gemüseproduktion weiter eingeschränkt haben. Die Frauen sahen sich gezwungen zu improvisieren. So haben sie beispielsweise Moskitonetze über die Pflanzen gelegt, um sie vor Raupenbefall zu schützen.
Das Fünfjahresprojekt wird von der «Millenium Water Alliance» koordiniert, einem Verbund von Hilfsorganisationen, dem auch das Kinderhilfswerk World Vision angehört. «Kenya RAPID» wurde 2015 ins Leben gerufen und wird in fünf Distrikten im Norden Kenias umgesetzt werden. Die Menschen dort leiden unter grosser Armut, chronischer Wasser- und Nahrungsmittelunsicherheit und haben nur schlechten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Durch das Projekt soll der Zugang zu Wasser für 450‘000 Menschen und Nutztiere von heute 37% auf mehr als 50% verbessert werden.
Ebenfalls sieht das Projekt vor, gesunde Weideland-Ökosysteme zu etablieren. Um diese Ziele zu erreichen, werden Prozesse in Gang gesetzt, welche die Zusammenarbeit zwischen der lokalen Bevölkerung und Regierung sowie dem Privatsektor stärken und unterstützen. Das Existenzsicherungsprojekt wird mit insgesamt über 35 Millionen US Dollar von der amerikanischen Agentur für internationale Entwicklung (USAID) und von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt. Neben anderen internationalen und lokalen Partnern agiert World Vision wegen ihrer Jahrzehnte langen Erfahrung und grossem Know-how als Umsetzungspartner.
Bereits nach zwei Jahren zeigt das Projekt seine Wirkung und verändert das Leben von Familien im Wajir-Bezirk. Zum Beispiel konnte die Alimao-Frauengruppe ihren teuren Benzingenerator durch eine Solaranlage ersetzen, die heute umweltfreundlich, effizient und kostengünstig das Gemüsefeld bewässert. Im letzten Jahr konnte man zum ersten Mal Grünkohl und Spinat ernten, die dank Tröpfchenbewässerung unter den Schattennetzen gut herangewachsen sind – geschützt vor Pest und Ungeziefer. Um die Produktionskapazität der Alimao-Gruppe zusätzlich zu erhöhen, hat World Vision gemeinsam mit dem Departement für Landwirtschaft die Frauen im Bereich Gewächshaus-Technologie geschult. Es wird erwartet, dass sie dadurch innerhalb von vier Monaten rund 30 Tonnen Tomaten ernten können. Dies würde einen für sie starken Umsatz von rund 4‘900 Franken bedeuten.