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Eine zeitlos-realistische Geschichte ist Ruggero Leoncavallo in seiner im Jahr 1900 uraufgeführten Oper „Zazà“ gelungen, in der sozialkritische Milieuschilderungen neben klischeehaften Darstellung liebender Frauen und leidenschaftlichen Emotionen stehen. Im Flair des französischen Varietés erweist sich für die umschwärmte Sängerin Zazà die exklusive Zweisamkeit ihrer Beziehung zu Milio als bittere Illusion. Dabei hatte die Partnerschaft für die aus finanziell unsicheren und zerrütteten Familienverhältnissen stammende Zazà perfekt begonnen. Als plötzlich der Verdacht aufkommt, Milio könnte im fernen Paris eine andere haben, reist sie ihm nach und entdeckt eine für sie zerstörerische Wahrheit. Milio ist in Wirklichkeit bereits verheiratet und Vater einer Tochter. Dass sie selbst in diesem Falle „die andere“ ist, die im Begriff steht, einer Tochter den Vater zu stehlen und einer Ehefrau den Mann wegzunehmen, droht ihr Selbstbild zu zerstören. Vollkommen deprimiert und desillusioniert überwindet sie sich, den nichtsahnenden Ehebrecher zu treffen und ihn mit seinem Handeln zu konfrontieren. (JB)
Leoncavallo: Zazà
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