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An einer Auktion in Zürich ist das Gemälde "Le Grand Muveran" von Ferdinand Hodler für über 1,5 Mio. Franken versteigert worden.
Kunstsachverständige sind über diesen Preis allerdings enttäuscht. Das Bild hat offensichtlich Image-Probleme.
"Kein sensationeller Preis für so ein bedeutendes Hodler-Werk", findet Matthias Frehner, Direktor des Kunstmuseums Bern. Er vermutet, dass die Geschichte des Werkes den Preis gedrückt habe.
"Kunsthistorische Spitzenwerke hatten immer ihren Preis", erklärt Frehner gegenüber swissinfo. Der Markt für Kunstwerke der Extraklasse wie das nun versteigerte Hodler-Bild habe immer bestanden.
Turbulente Vergangenheit
Ferdinand Hodler hatte die nun versteigerte Version von "Le Grand Muveran" an Ernst Flersheim verkauft, der zu einer alteingesessenen jüdischen Familie in Frankfurt gehörte.
1937 flohen Flersheim und seine Verwandschaft vor den Nazis in die Niederlande. Das Bild wurde konfisziert und verkauft.
Es gehörte zuletzt einem Kunstsammler in der Westschweiz. Die Nachfahren des geschädigten Besitzers trafen kürzlich mit dem aktuellen Verkäufer ein Abkommen über die Eigentumsrechte. Deshalb konnte das Bild nun auch versteigert werden.
Ein Eintrag im Katalog versichert dem neuen Besitzer ein uneingeschränktes Eigentum an Hodlers Werk. Der Schätzwert von "Le Grand Muveran" war zwischen 1,3 und 1,6 Mio. Franken gelegen.
Grosse Wertschätzung
Das nun versteigerte Bild von Ferdinand Hodler stellt das Alpenmassiv mit dem Grand Muveran in dunklen Blautönen und Violett dar. Das Werk war 1912 während eines Sommerurlaubs entstanden, den Hodler mit seiner Frau in Chesières bei Villars verbrachte.
Hodler war in diesen Ferien fleissig, malte er doch mehrere Ansichten des Hauptgipfels der Waadtländer Alpen. Eine Version von "Le Grand Muveran" befindet sich heute im Art Institute of Chicago.
Hodler genoss in dieser Zeit grosse internationale Wertschätzung. Viele Sammler interessierten sich für seine Werke.
Bei der Auktion von Sotheby's in Zürich kamen am Montag neben zwei weiteren Hodler-Gemälden insgesamt 147 Werke von Schweizer Künstlern unter den Hammer. Darunter befanden sich Bilder von Albert Anker, Cuno Amiet, Frank Buchser, Giovanni Segantini, Otto Fröhlicher und Gustave Diday.
swissinfo und Agenturen