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Normal
Im Hinblick auf Wohnung, Essen, Verkehrsmittel und allem, was sich daraus ergibt, so zu leben, wie die Menschen um sie her üblicherweise leben und auf Ehrentitel und Prunk verzichten. – Dazu haben sich im sogenannten Katakombenpakt am Rande des Konzils 1965 einige Bischöfe der katholischen Kirche selber verpflichtet.
Kirchliche Schritte in diese Richtung sind auch ein halbes Jahrhundert später weiterhin vonnöten:
Normaler werden,
indem Abläufe offengelegt werden,
Macht kontrolliert wird
und es unabhängige Beschwerdeinstanzen gibt.
Normaler werden,
indem unverbindliche Beratungsprozesse
und undurchsichtige Ernennungen
durch demokratische Entscheidungswege ersetzt werden.
Normaler werden,
indem das Geschlecht,
die geschlechtliche Orientierung
und die Lebensform
kein Kriterium sind für die Eignung und Zulassung zu einer kirchlichen Tätigkeit.
Normaler werden,
indem die Menschen als frei und mündig
geschätzt und willkommen sind
und Kritik als Interesse und nicht als Verrat verstanden wird.
Normaler werden, das wäre eine entscheidende Prävention, um den vielfältigen Formen von Machtmissbrauch innerhalb der Kirche ein Stück weit den Nährboden zu entziehen. All dies ist weit mehr als eine praktische, organisatorische, kirchenpolitische Massnahme.
Normal werden gehört zum Kern des Christentums.
Gott
zeigt sich im ganz Gewöhnlichen, Begrenzten, Menschlichen
(Inkarnation nennt es die Theologie).
Normal werden gehört zum Kern des Christentums.
Jesus, von dem erzählt wird,
wie er sich mit allen andern in die Reihe stellt bei der Taufe am Jordan,
wie er sich der Menge entzieht, als sie ihn verehren wollen,
wie er sich nicht zu schade ist, seinen Vertrauten die Füsse zu waschen.