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| Tertullian († um 220) - Über das Gebet (De oratione)

19. Kap. Über das Stationsfasten.
Auch in betreff der Stationstage glauben mehrere in ähnlicher Weise, den Opfergebeten nicht beiwohnen zu sollen, weil das Stationsfasten mit dem Empfang des Leibes des Herrn zu endigen sei. Dann hat also die Eucharistie einen Gott gelobten Dienst aufgelöst, oder - gibt sie ihn nicht vielmehr Gott erst recht zu eigen? Wird dein Stationsfasten nicht feierlicher sein, wenn du auch am Altare Gottes auf deinem Platze stehst? Wenn du den Leib des Herrn empfängst und noch aufbewahrst, so besteht beides unbeeinträchtigt miteinander, die Teilnahme am Opfer sowie die Ausübung der Leistung, Hat aber das Stationsfasten von einer Einrichtung beim Militär - denn wir sind ja auch Streiter Gottes - seinen Namen bekommen, fürwahr, kein freudiges oder trauriges Ereignis, welches im Lager vorgeht, stört den Wachtdienst des Soldaten! Denn bei einem freudigen wird er den Dienst mit mehr Freudigkeit, bei einem traurigen mit mehr Sorgfalt versehen.