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Der PROGR ist ein Atelierhaus und Begegnungsort im Zentrum der Stadt Bern. Mehr als 200 Künstlerinnen und Künstler aus allen Sparten produzieren Kunst in 70 Räumen. Sie arbeiten Tür an Tür zusammen mit Kulturinstitutionen und Veranstaltern im Haus. In der öffentlichen Zone im Erdgeschoss finden Ausstellungen und Konzerte statt. Treffpunkt im PROGR sind zwei Gastrobetriebe.
Stiftungszweck
Förderung von zeitgenössischem Kulturschaffen, indem günstige Arbeitsräume für KünstlerInnen aller Sparten zur Verfügung gestellt werden.
Zu diesem Zweck Übernahme der Liegenschaft am Waisenhausplatz 30 im Baurecht.
Sanierung und Unterhalt des Gebäudes.
Professionelle und nachhaltige Bewirtschaftung desselben.
Finanzierung
Das Kapital für den Kauf des Gebäudes stammt zum grössten Teil von einer Schenkung von Dr.h.c. Hansjörg Wyss (2 Mio CHF) sowie einer Gruppe von rund hundert Darlehensgebern. Der Betrieb des Kulturzentrums wird ausschliesslich mit den Mietzinseinnahmen finanziert (rund 1 Mio CHF) und erhält keine städtischen Gelder. Die Stiftung PROGR verzichtet bewusst auf weitere Fördergelder, um nicht in Konkurrenz zu stehen mit den Anträgen von Veranstaltern und Künstlern im Haus.
Die Stiftung PROGR ist steuerbefreit.
Stiftungsrat
Der Stiftungsrat setzt sich aus Künstlerinnen und Künstlern, Fachpersonen und Partnerinstitutionen zusammen ( 5 bis 9 Mitglieder). Die Mehrheit sind Künstlerinnen und Künstler.
PROGR-Leitung
Ein vierköpfiges Team verantwortet den reibungslosen Betrieb im Atelierhaus im Auftrag des Stiftungsrates PROGR.
Das Gelände, auf dem heute der PROGR steht, wurde in den 1780-er Jahren erstmas bebaut. Das damalige Gebäude diente zuerst als Spitalkornhaus für das Burgerspital und wurde zwischen 1789 und 1881 zeitweise als Kaserne umgenutzt. Zeitweise stand es gar leer.
1848 wurde Bern zur Bundeshauptstadt gewählt und wurde wenig später an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Mit dieser Entwicklung – dem Bevölkerungswachstum und der Industrialisierung – stiegen die Ansprüche an schulische Infrastruktur in der Stadt. So wurde 1881 entschieden, das Burgerspitalkornhaus abzureissen.
Auf dem Areal am Waisenhausplatz 30 plante man stattdessen ein neues Gebäude für das städtische Gymnasium wie auch für eine Primarschule für Knaben und Mädchen. Den Wettbewerb gewann das Projekt «Einfach» von Architekt Koch-Abegg, die Ausführung übernahm Eugen Stettler. 1885 konnte das neue Gebäude bezogen werden.
1926 zog das Gymnasium in einen Neubau im Kirchenfeldquartier. Doch das Schulhaus wurde von der Primarschule und vom Untergymnasium (Progymnasium oder auch Proger) weiter genutzt. Ab 1965 wurden frei werdende Räume von der Töchterhandelsschule (Wirtschaftsmittelschule) und der Berufsmittelschule, von der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern und der Berufsschule für Verwaltung sowie anderen Schulen belegt.
Zwischennutzung 2004—2007
Im Sommer 2004 wurde klar, dass die Schulen aus dem Gebäude des ehemaligen Progymnasiums ausziehen würden. Man plante auch den Beginn des Umbaus des Progers für den Sommer 2006 – künftig sollte im Gebäude die Abteilung Gegenwartskunst des Kunstmuseums Bern beheimatet sein. Damit öffnete sich ein Zeitfenster von zwei Jahren. Warum sollte dieses nicht kulturell genutzt werden – und einen Ort auf Zeit zu öffnen, an dem Kunst entstehen kann? Die Idee "PROGR" war geboren. Christoph Reichenau, damaliger Kultursekretär der Stadt Bern, hatte zum Ziel, die Produktionsbedingungen für Kunst in Bern weiter zu verbessern, die Vermittlung zu stärken und die Vernetzung in der Berner Kulturszene zu intensivieren. Den Auftrag zur Zwischennutzung gab sich die Stadt Bern also selber. Die Forderung kam also nicht aussen.
Es folgte eine «berauschende Hektik» (Christoph Reichenau). Das Konzept für die Umsetzung wurde ausgearbeitet, ein Betriebsteam gebildet, Räume übernommen, Ateliers ausgeschrieben und Mietverträge ausgestellt. Ende August 2004 waren die Ateliers vermietet, im Oktober des gleichen Jahres zogen die ersten Kulturschaffenden ein. Hundert Tage nach der Schliessung des Schulhauses Proger blühte der PROGR neu auf. Kulturschaffende gestalteten ihren eigenen Ort. Gemeinsam nahmen sie das Haus in Beschlag. Bald wurde spürbar, welch geballte Ladung an Kompetenz, Qualität und Kreativität versammelt war.
Im November 2004 wurde bekannt, dass das Projekt der Abteilung Gegenwartskunst des Kunstmuseums Bern aus finanziellen Gründen gescheitert war. Nach der kulturellen Zwischennutzung musste also eine neue definitive Nutzung gefunden werden. Um genügend Zeit zu haben, verlängerte die Stadt Bern die kulturelle Zwischennutzung des PROGR um weitere drei Jahre bis Ende Juli 2009.
Kaum jemand hätte beim Start gedacht, dass sich das Provisorium unter der Leitung von Beate Engel, Katrien Reist und Eva Winkler (Abteilung Kulturelles der Stadt Bern) mit seiner Kombination aus Ateliers, Institutionen und einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm zu einem Vorzeigebeispiel für direkte Kulturförderung entwickeln würde. Der PROGR war eine Baustelle, die sich ständig veränderte. Es wurde Kunst gemacht, Kunst veranstaltet, über Kunst und ihre Entstehungs- und Förderbedingungen debattiert; die Café-Bar Turnhalle war Treffpunkt und Aufenthaltsraum für Kulturinteressierte, aber auch für Besucher, die nichts mit Kunst am Hut hatten.
Der PROGR wurde zu einem Stimmungsbild für alle, die darin arbeiteten, sich austauschten, Projekte realisierten, lebten. Der PROGR war niemals Konkurrenz für etablierte Institutionen wie die Kunsthalle oder das Kunstmuseum. Innerhalb des PROGR gab es eine intensive Zusammenarbeit unter den Künstlerinnen und Künstlern und den Institutionen im Haus. Experimentelles und Interdisziplinäres wurde gefördert und präsentiert. Das ganze Gebäude vom Keller (Musikräume) bis in den Estrich (Performances) konnte bespielt werden. – Zur Webseite der PROGR-Zwischennutzung
2007—2009
Mitte 2007 wurde seitens der Stadt ein Architekten- und Investorenwettbewerb lanciert, um die zukünftige Nutzung des Gebäudes nach Ablauf der kulturellen Zwischennutzung zu bestimmen. Wer mitmachen wollte, brauchte mehr als bloss Visionen. Es brauchte Konzepte mit einer intelligenten Mischnutzung, einem hohen finanziellen Ertrag, um auch die notwendige Sanierung der Standsteinfassade zu ermöglichen. Die Jury entschied sich im Frühling 2008 für das Projekt «Doppelpunkt» der Zürcher Investorin Allreal AG. Am Standort des PROGR wollte sie ein Gesundheitszentrum realisieren.
Da der Kaufpreis der Liegenschaft bei weitem nicht so hoch war wie ursprünglich angenommen, lancierte eine Künstlergruppe (Peter Aerschmann,Matthias Kuhn,Adriana Stadler,Andrea Leila Kühni,Marc Stucki,Sophie Schmidt and Rodja Galli) die Initiative «Pro PROGR». Die Gruppe unterbreitete dem Stadtrat einen Entwurf für ein eigenes Projekt. Sie wollte die Liegenschaft am Waisenhausplatz zu den gleichen finanziellen Bedingungen übernehmen, wie sie der Allreal AG angeboten worden waren. Der Stadtrat beschloss den Künstlern bis Ende 2008 Zeit zu geben, um das Kaufangebot zu konkretisieren. Es galt, 12 Millionen Franken für die Renovation, die Instandhaltung des Gebäudes und den Betrieb des Atelierhauses zusammenzubringen. Innerhalb von nur knapp 3 Monaten gelang das Kunststück, die geforderte Finanzierung nachzuweisen.
Eine mitreissende Kampagne der Künstlerinnen und Künstler im Vorfeld des Abstimmungssonntags folgte, an dem das Berner Volk in einer Alternativabstimmung über die Zukunft des Gebäudes am Waisenhausplatz 30 entscheiden sollte. Am 17. Mai 2009 stimmten die Berner und Bernerinnen mit 66% «Ja» für die Weiterführung des Projekts PROGR. Was als temporäre Zwischenlösung für Kulturschaffende begonnen hatte, konnte einer langfristigen Nutzung durch Kulturschaffende zugeführt werden. – Zur Webseite «Pro PROGR»
PROGR bleibt. 1. August 2009—31. Juli 2039
Eine Woche nach dem erfolgreichen Abstimmungskampf wurde die Stiftung PROGR gegründet. Am 1. August 2009 übernahm sie die Liegenschaft im Baurecht für 30 Jahre. Ihr Hauptzweck ist es, Kulturschaffenden Werkraum zu erschwinglichen Preisen in einem inspirierenden Umfeld zur Verfügung zu stellen.
Nach einer Übergangsphase von 6 Monaten übernahm die Stiftung PROGR am 1. Januar 2010 die definitive Betriebsführung. In den 5 Jahren der Zwischennutzung war im PROGR etwas Einzigartiges entstanden, das auch unter der neuen PROGR-Führung weitergelebt und entwickelt werden soll: Künstlerinnen und Künstler aller Sparten arbeiten in über 80 Ateliers Tür an Tür zusammen mit den eingemieteten Kulturinstitutionen und Veranstaltern. Durch die Veranstaltungsräume werden Verbindungen zur Öffentlichkeit hergestellt.
Freundeskreis
Als Mitglied des Vereins Freundeskreis PROGR unterstützt Du Projekte der Kunstschaffenden im PROGR, erhältst Einblick in die Ateliers, kannst an Künstlergesprächen und Ausstellungseröffnungen teilnehmen; profitierst von vergünstigten Konzertbesuchen und dem Austausch mit den anderen Mitgliedern. Daneben trägt der Freundeskreis das Atelierhaus ideell mit.
Auch in diesem Jahr verfolgte der Stiftungsrat seine auf Grund der 2016 erfolgten Standortbestimmung festgelegte Strategie weiter. Je ein Mitglied des Stiftungsrates und der Jury für Ateliervergabe besuchten 2018 gemeinsam mit der Geschäftsleitung insgesamt 15 Ateliers. Folgende Fragen sollten geklärt werden: Werden die Ateliers für professionelle Kulturproduktion genutzt, regelmässig und als Hauptarbeitsplatz, wie es im Mietvertrag festgelegt ist? Welche Formen von Kulturproduktion sind im PROGR vorhanden? Fehlt etwas?
Die Atelierbesuche erwiesen sich für alle Seiten erneut als sehr bereichernd. Für Stiftungsrat und Jury waren es wertvolle Einblicke in die Arbeit der Kulturschaffenden und den Mikrokosmos von Ateliergemeinschaften. Die Mieter*innen konnten ihrerseits offene Fragen klären, die Absichten des Stiftungsrats kennenlernen und Wünsche oder Tipps vermitteln. Ganz allgemein entwickelten sich daraus spannende Diskussionen über optimale Rahmenbedingungen für die Arbeit als Kulturproduzent*innen. Wie erwartet werden die meisten Ateliers so genutzt, wie es im Mietvertrag festgelegt ist – als Hauptarbeitsort für die professionelle Kulturproduktion. In einigen Ateliers wurden als Folge der Atelierbesuche die Mietverträge mit einem Teil der Mieterschaft aufgelöst. Im Gegensatz zum Vorjahr musste keine Kündigung ausgesprochen werden. Besonders geschätzt wurde von den Mieter*innen der bis anhin teureren Ateliers die Vereinheitlichung der Mietpreise für Künstler*innen und somit die Reduktion ihrer Mieten um rund einen Drittel per Juli 2017. Erfreulicherweise zeigt der Abschluss 2018, dass die Stiftung diese Verminderung der Mieteinnahmen gut auffangen kann. Der Stiftungsrat beschloss, dass die Atelierbesuche 2019 auch auf die Institutionen ausgedehnt werden soll.
2018 wurden drei Projekte umgesetzt, die auf der Kommunikationsebene anzusiedeln sind. Im Sommer wurde die Signaletik des PROGR neu konzipiert und von der Agentur nulleins realisiert. Mit Wegweisern im Hof werden Besuchende auf die richtigen Eingänge geleitet, diese sind gut sichtbar angeschrieben. In jedem Treppenhaus und auf jedem Stock sind Infotafeln und Wegweiser angebracht, die die Orientierung im Haus massiv verbessern.
Gleichzeitig wurde die Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie an die Hand genommen. Mit zahlreichen Interviews wurde die Innen- und Aussensicht mit der Eigenwahrnehmung der Stiftung abgeglichen. Interessant war die Erkenntnis, dass die langjährigen Mieter*innen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl zum PROGR haben (der PROGR sind wir) während die neuen, meist jüngeren Kunstschaffenden sich eher als Mieter*innen empfinden und den PROGR als günstig gelegenen Arbeitsort mit hohem Vernetzungspotenzial sehen.
Einigermassen verblüffend ist zudem, dass die meisten befragten Personen aus Bern annehmen, dass der PROGR von der Stadt subventioniert ist während ausserkantonale (meist in der Förderung tätige) Personen denken, der PROGR sei ein Projekt der Stadt. Hier gibt es noch grosse Aufklärungsarbeit zu leisten.
Das Kommunikationskonzept enthält verschiedene Massnahmen, die auf die Verbesserung der Sichtbarkeit mittels öffentlichen Anlässen, der digitalen Kommunikation (Website, Social Media), der Medienarbeit und des kulturpolitischen Diskurses zielen, sowie Ideen, wie die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Bildungsinstitutionen initiiert werden könnte.
Der Stiftungsrat beschloss im Juni 2018, das Kommunikationskonzept zu Handen der per Herbst 2018 neu zu wählenden Geschäftsleitung zu verabschieden, die Arbeiten zu einer neuen Website jedoch sofort in Angriff zu nehmen. Die Geschäftsleitung schrieb einen hausinternen Wettbewerb aus, der vom Dreierteam Bénédict Rohrer, Katharina Reidy und Nils Braun gewonnen wurde. Die Arbeiten wurden im Herbst 2018 aufgenommen, die Aufschaltung der neuen Website wird im Sommer 2019 erfolgen.
Ebenfalls als Kommunikationsmassnahme wurde «SUPERBALL», die qWM 2018 organisiert. Es war der Versuch, die Fussball-WM 2018 mit Kulturproduktion, Anliegen von LGBTQIA und politischen Anliegen zu vereinigen. Der Performancekünstler und Kulturaktivist Martin Schick wurde mit der Konzipierung beauftragt.
Im PROGR-Hof wurde ein Container zur Bühne und eine schräge Fläche mit rosa Teppich zur Zuschauer*innen-Tribüne umfunktioniert.
Rund um die Fussballspiele fanden Events und Aktivitäten statt:
Das Wort zum Fussball von Oliver Aebischer, Panel von Amesty International, ausgewählte Filme von Queersicht, Superheldinnen-Pop von Paradisco, Performance mit Worten und Lärm von Mirko Schwab, Clemens Kuratle & Emmanuel Bundi, Performance von Eva Rolli und Eve Lyn Scheiben, die Fotoaktion «Kopfüber in Nowosibirsk» von Martin Bichsel, eine Videoinstallation von Anna Tolkatcheva, eine EF-Feminity Trainingssession mit Chris Leuenberger und Marcel Schwand inkl. Handtäschliwerfen und Gummitwist, ein Gespräch mit dem Super-League Schiedsrichter Pascal Erlachner, Konzerte von der Camerata Bern, Fashiondesign inkl. Show mit Tom van der Borght, eine Performance mit Natascha Moschini und Marie Popall, DJ-Abende mit BarOmeter, ccSPORT-Camp in Residence mit 4 Künstler aus 4 Ländern, Filme und Ausstellungen des Künstlerkollektivs Chto Delat aus Petersburg, Panini-Bilder basteln mit Cafe CosmoPolis, ein Drag Workshop mit Evalyn Eadith, Petting goes Classic mit Simon Bucher und Stephanie Szanto, Russischstunden für Anfänger, Depro-Pop mit DNA, Open Studio mit Artem Filatov und Vladimir Logutov, Debatte mit Lucify, Supertrailer von Matteo Taramelli, Innenleben eines Balls von Peter Aerschmann, Pop Up Cocktail Bar mit Roland Fischer, filmische Dokumentationen von Annemarie Haller und Ulli Decker. Und den Superflizern, die bei jedem Spiel den Hof durchquerten.
Dieses reichhaltige Programm stand in Konkurrenz zum heissen Wetter, der warmen Aare und dem allgegenwärtigen Fussballfest. Vor allem die Anlässe im Innern des Hauses hatten einen schweren Stand. Deshalb wurden zum Beispiel die Camerata Konzerte kurzfristig in den Hof verlegt, was zu wunderschönen Prologen der Fussballspiele führte. Fussballfans wurden mit Musik, Russischkursen, Konzerten und einer Fashionshow konfrontiert, die sie vielleicht nicht gesucht hätten.
Vor den Matches und in den Pausen wurden Trailers von Matteo Taramelli und Amnesty, das Video von Peter Aerschmann und im Laufe des Monats auch die entstandenen Fotos von Martin Bichsel und die Dokumentation von Anne-Marie Haller gezeigt.
Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Nur der Flitzer sorgte hie und da für Konsternation. Zu Beginn wurde er gar von den Securities verfolgt, weil sie nicht über diesen Programmpunkt informiert wurden.
Der Superball-Monat hat gezeigt, dass die meisten in den Hof strömen, um die Matches zu sehen. Es ist sicher richtig, die Fussball-Events mit Kunst und Kultur zu umgarnen. Es braucht aber mehr als einen Anlauf, um dieses Konzept in den Köpfen der Besuchenden zu verankern. Die Stiftung wird sich überlegen müssen, ob sie diese Schiene weiter fahren oder alternativ dazu eine fussballfreie Zone einrichten will. Die Umfrage von 2016 hat klar ergeben, dass sich die Mehrheit der Mieter*innen entweder eine Einbettung von oder einen Verzicht auf grosse Sportviewings wünscht.
Der Hof bleibt auch 2018 eine Problemzone. Deshalb hat der Stiftungsrat Ende des Jahres beschlossen, einen Prozess einzuleiten und der Frage nachzugehen, wie der PROGR-Innenhof in Zukunft von den verschiedenen Nutzergruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Verhaltensweisen möglichst konfliktfrei genutzt werden kann.
Im Oktober 2018 verliess Franziska Burkhardt den PROGR. Sie hat die Stiftung PROGR mit Erfahrung, Offenheit und Wissen einen grossen Schritt weitergebracht. Der Stiftungsrat bedankt sich herzlich für Franziskas wertvollen und unermüdlichen Einsatz für den PROGR und wünscht ihr viel Freude und Erfolg in ihrer neuen Position als Kulturbeauftragte der Stadt Bern. Der Stiftungsrat wählte Silvia Hofer per 1. November 2018 zur neuen Geschäftsleiterin des PROGR.