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Eine ruhmreiche Historie
2023 wird bei Jaguar gefeiert: Die Marke blickt zurück auf 75 Jahre Sportwagen. Die Dynastie der sportlichen Raubkatze brachte Ikonen wie den E-Type hervor – und beeinflusst die Marke bis heute.
Viele Autohersteller beziehen sich in ihrer Kommunikation auf ihre Vergangenheit. Wenige Marken können dabei allerdings derart aus dem Vollen schöpfen wie Jaguar. Der britische Hersteller ist bis heute etwas Besonderes; wer einen Jaguar fährt, tut dies in der Regel nicht einfach so, sondern ganz bewusst. Die Anfänge der Marke gehen auf das Jahr 1922 zurück, als William Lyons und William Walmsley die Swallow Sidecar Company gründeten, welche Motorrad-Seitenwagen herstellte. Ab 1927 fertigte das Unternehmen auch Karosserien, ab 1931 schliesslich das erste eigene Auto. Das Chassis dafür lieferte die Firma Standard zu, was zum Markennamen «SS» führte. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte die Firma das negativ behaftete Buchstabenkürzel ab – und der Name Jaguar wurde fortan als Markenbezeichnung geführt. 1948 startete schliesslich die inzwischen legendäre Sportwagengeschichte der Marke: Der XK120 wurde auf der Londoner Motorshow präsentiert. Der Name setzt sich dabei aus «X» für «Experimental», die Kennung für die Motorenreihe, und «K» als Kennzeichnung für die Generation des Triebwerks zusammen.
Der zweisitzige Roadster verfügte nebst seiner zeitlos eleganten Form über einen 3,4-Liter-Reihensechszylindermotor mit 160 PS und wurde bis zu 200 km/h schnell!
Der XK120 wurde über die Jahre überarbeitet und auch als Coupé präsentiert, bis mit dem XK140 ein Nachfolger erschien. Beim XK150 (ab 1957) waren dann unter anderem Scheibenbremsen ab Werk montiert.
Ikone für die Ewigkeit
Der nächste Meilenstein der Sportwagengeschichte wurde in der Schweiz gesetzt. Am Genfer Autosalon 1961 präsentierte Jaguar ein neues Modell: den E-Type. Er war der Abkömmling des Rennwagens D-Type und war als zweisitziger Roadster, als zweisitziges Coupé und als «2+2»-Coupé im Angebot. Die lange Motorhaube, die geschwungenen Linien und die perfekten Proportionen machen den E-Type zum zeitlosen Klassiker. Zu einem Auto, das für immer einen Platz in der Rangliste der schönsten Autos haben wird und auch heute noch manchem Designer als Inspiration dient – nicht nur bei Jaguar. Seit 1996 steht sogar ein Roadster im Museum of Modern Art in New York.
Über die Jahre hat Jaguar den E-Type stetig weiterentwickelt. Insgesamt entstanden 67 300 Stück. Die erste Auflage kam mit einem 3,8-Liter-Sechszylinder-motor auf den Markt und leistete für damalige Verhältnisse gigantische 269 PS. Ab 1964 wurde der Hubraum auf 4,2 Liter erhöht. Die Leistung blieb gleich, aber der Motor bot nun deutlich mehr Durchzugskraft. Noch mehr Kraft bekam der E-Type ab 1971, als Jaguar den 5,3-Liter-V12 präsentierte; 276 PS und 412 Nm standen nun auf dem Datenblatt. Heute sind es aber vor allem die frühen Modelle mit Sechszylindermotor, welche auf dem Oldtimermarkt zu höchsten Preisen gehandelt werden. Eines der Ausstellungsfahrzeuge des Genfer Salons steht 1961 übrigens in einer Schweizer Sammlung.
Vom Sportwagen zum Reisecoupé
Der V12-Motor lebte im Jaguar XJS weiter. Mit 115 413 gebauten Autos von 1975 bis 1996 ist er das bislang erfolgreichste Sportmodell des Herstellers. Im Laufe der Zeit wurden hier eine Variante mit kleinerem Sechszylindermotor und ein Topmodell mit 330 PS starkem V12 angeboten. Doch der XJS wollte kein reiner Sportwagen sein, sondern viel eher ein gediegener Gran Turismo, genauso auch sein Nachfolger: der von 1996 bis 2014 in zwei Generationen gebaute XK mit V8-Motor, der als Coupé und Cabrio gebaut wurde.
Zurück zur Legende
2012 sorgte Jaguar schliesslich wieder mit einem echten Sportwagen für Aufsehen: Auf der Messe in Paris wurde erstmals der neue F-Type Roadster (später auch als Coupé) gezeigt. Mit vier, sechs oder acht Zylindern und bis zu 575 PS macht der Zweisitzer der Sportwagenhistorie der Marke alle Ehre. Erst recht als Sondermodell R75, welches ab Januar 2023 erhältlich sein wird. Es beinhaltet, nebst allgemeinen Modernisierungen für das neue Modelljahr Details wie gesonderte Embleme und spezielle Alufelgen.
Philipp Aeberli