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Matthias Hochenauer wird am 13. November 1691 als Sohn des Matthias und seiner Ehefrau Regina, geborene Resch, in Weilheim geboren. Sein Vater ist Braumeister. Er besucht das Gymnasium in München und in Freising. 1709 tritt er in Benediktbeuern ein und leistet 1710 Profess unter dem Klosternamen Leonhard. Er studiert Philosophie in Weihenstephan und Theologie in Prüfening. 1719 feiert er Primiz. Er ist Helfer Kurt Meichelbecks an der Bistumsgeschichte von Freising und hält sich dafür 1723–1725 in Freising auf. 1730 wird er Prior. Am 20. August wird 1742 wird er zum Abt gewählt. Bayern ist wieder einmal Kriegsschauplatz und von den Österreichern besetzt. Grund sind Grossmachtgelüste des von den Franzosen gesteuerten und finanzierten Kurfürsten Karl Albrecht, der sich gegen die Habsburgerin Maria Theresia stellt und sich zum Kaiser krönen lässt. Der Befehlshaber der siegreichen österreichischen Hauptarmee, Prinz Karl von Lothringen, verlegt sein Hauptquartier 1743 nach Benediktbeuern. Die Kosten muss das Kloster tragen. Erst der Friedensschluss des Kurfürsten Maximilian III. mit den Habsburgern ermöglicht ab 1745 wieder eine wirtschaftliche Aufbauphase. Abt Leonhard bewirtet im August 1749 den Kurfürsten mit Gattin und Gefolge mehrere Tage in Benediktbeuern. An einem Jagdausflug, an dem auch der Abt teilnimmt, werden 19 Hirsche geschossen. Mit dem Neubau der Anastasiakapelle 1750–1758 erfüllt Abt Leonhard nicht nur ein bereits 1704 anlässlich des Wunders vom Köchelsee[1] gegebenes Versprechens, er setzt mit dem Rokokoschmuckstück auch sich selbst ein Denkmal als Bauherr. Mit Johann Michael Fischer, Johann Michael Feichtmayr, Johann Jakob Zeiller, Jacopo Amigoni und Ignaz Günter gewinnt er die besten Meister für den Bau des Gesamtkunstwerkes. des letzten in Benediktbeuern. Der Abt ist auch Bauherr der Georgskirche von Bichl und der Kapelle in Stallau, ebenfalls Bauwerke von Johann Michael Fischer.[2] Erwähnenswert im Kontext der Benediktbeurer Wirtschaft ist ein Neubau beim Poschenhof in Meran. Hier errichtet Abt Leonhard nach Plänen von Michael Ötschmann 1750 ein Haus für die Klosterbediensteten der Weinlese.[3]
Am 25. April 1758 stirbt der Abt bei einer Visitation im Kloster Scheyern im Alter von 67 Jahren und wird in der dortigen Kreuzkapelle begraben. Er wird auf seinem Epitaph als lauterer Charakter geschildert. Während seiner Regierungszeit sind 21 neue Professen geleistet worden, die Mitgliederzahl umfasst nun 37 Patres und einen Bruder. Vier der Neueingetretenen erleben 1803 noch die Aufhebung der Abtei.
Das Wappen des Abtes Leonhard zeigt in eingebogener gestürzter Spitze einen Löwen, begleitet von zwei Blumenzweigen. Ein Porträt des Abtes befindet sich in der Äbtegalerie der Salesianer Don Boscos in Benediktbeuern. Es soll von George Desmarées (1697–1776) gemalt sein.
Pius Bieri 2010
Hemmerle, Josef: Die Benediktinerabtei Benediktbeuern, in: Germania Sacra, die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Augsburg. Berlin 1991.
[1] Der Tiroler Heerhaufen muss am Anastasiatag 1704 wegen eines Föhneinbruchs auf die Überquerung des gefrorenen Köchelsees verzichten und den Rückzug antreten.
[2] Bichl (1751–1752) und Stallau bei Benediktbeuern (1750–1752) sind Zentralräume. Stallau wird nach 1803 abgebrochen.
[3] Zur Hilfe bei der Weinlese und zur Kontrolle des Weines kommen jeden Herbst Bedienstete von Benediktbeuern ins Südtirol und werden dabei von Konventualen begleitet. Für die Weineinholung werden 4 Transportwagen und 20 Pferde benötigt. Als sogenanntes Fundationsgut bleibt der Poschenhof dem Kloster auch über alle kriegerischen Auseinandersetzungen Bayerns mit Österreich erhalten.
|Abt OSB Leonhard Hochenauer (1691–1758) von Benediktbeuern|
|Biografische Daten||Zurück zum Bauwerk|
|Geburtsdatum||Geburtsort||Land 18. Jahrhundert|
|13. November 1691||Weilheim Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Titel und Stellung||Regierungszeit|
|Abt OSB der Benediktinerabtei Benediktbeuern||1742–1758|
|Sterbedatum||Sterbeort||Land 18. Jahrhundert|
|25. April 1758||Abtei Scheyern Bayern D||Kurfürstentum Bayern|
|Kurzbiografie|

Abt Leonhard Hochenauer regiert auf dem Höhepunkt der kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung von Benediktbeuern. Mit 38 Konventualen erreicht die Abtei auch personell einen Höchststand. Der nach Italien durchreisende hohe Adel macht hier gerne Station. Selbst der Kurfürst hält sich als Gast auf und vergnügt sich mit dem Abt auf Treibjagden. Mit dem Neubau der Anastasiakapelle löst der Abt ein altes Gelöbnis ein. Die Berufung der besten Künstler für dieses Juwel des bayrischen Rokoko, aber auch der Neubau der Pfarrkirchen von Bichl und Stallau reihen ihn in die grossen Bauäbte von Benediktbeuern ein.
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