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Mulay Muhammad asch-Schaich asch-Scharif al-Hassani al-Darai at-Tagmadert (arabisch: مولاي محمد الشيخ الشريف الحسني) war Scheich und von 1544 bis 1577 erster Sultan der Saditen in Marokko.
Nach dem Tod von Scheich Abu Abdallah al-Qa'im (1517) übernahm Muhammad asch-Schaich neben seinem älteren Bruder Ahmad al-Arudsch die Führung der Saditen im Kampf gegen die Portugiesen. Zunächst wurden mit der Eroberung von Marrakesch (1524) Erfolge gegen die Wattasiden erzielt.
Allerdings kam es 1544 zum Bruch zwischen den Brüdern, wobei sich Ahmad al-Arudsch mit den Wattasiden unter Bu Hassun verbündete. Dennoch konnte sich Muhammad asch-Schaich in Südmarokko behaupten und gewann mit der Vertreibung der Portugiesen aus Agadir (1541) und anderen Atlantikhäfen hohes Ansehen in der Bevölkerung. Nach der Reorganisation des Heeres nach osmanischem Vorbild gelang ihm 1549 die Eroberung von Fès und der Sturz der Wattasiden. Zwar konnten die Wattasiden unter Bu Hassun mit osmanischer Hilfe 1554 nochmals Fès besetzen, doch war mit dem Sieg der Saditen und dem Tod von Bu Hassun die Herrschaft der Saditen gesichert.
Um die Ansprüche der Osmanen abzuwehren, nahm Muhammad asch-Schaich den Kalifentitel an und verbündete sich mit Spanien. Dieses befand sich zur gleichen Zeit im Kampf gegen die Korsaren von Algier und Tunis. Im Inneren versuchte Muhammad asch-Schaich den Einfluss der Bruderschaften und der Marabuts einzudämmen. Durch die Organisation eines funktionieren Steuersystems und den Aufbau eines starken Söldnerheeres wurde die Herrschaft der Saditen weiter abgesichert. Allerdings wurde Muhammad asch-Schaich 1557 durch osmanische Agenten ermordet. Sein Sohn Abdallah al-Galib trat seine Nachfolge in Marokko an.