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Letzte Nacht bildeten sich Eiskristalle auf Pflanzen, Autoscheiben und anderen Oberflächen: Bodenfrost. In diesem Blog sehen wir uns die dazugehörigen Tiefsttemperaturen und Warnungen an.
Wetter
Letzte Nacht bildeten sich Eiskristalle auf Pflanzen, Autoscheiben und anderen Oberflächen: Bodenfrost. In diesem Blog sehen wir uns die dazugehörigen Tiefsttemperaturen und Warnungen an.
Der Alpenraum befand sich letzte Nacht unter einem Hoch, welches langsam nach Osten zog. Im Tagesverlauf gelangte die Schweiz immer mehr in eine schwache Südwestströmung, welche zunehmend wärmere Luft in unser Land führte. Die eigentliche Warmfront zog weiter nördlich vorbei.
Wolken waren sowohl in der Nacht wie auch tagsüber rares Gut. Als Ausläufer der Warmfront zogen zeitweise Schleierwolken vorüber, am Vormittag auch Mal etwas dichtere mittelhohe Wolkenfelder. Somit konnte in der Nacht der Boden gut Wärme abstrahlen, und am Tag konnte die Sonneneinstrahlung fast nahezu ungehindert erwärmen.
Durch die gute Abstrahlung in der Nacht sanken in den Niederungen die Temperaturen am Boden auf -4 bis -7 Grad. Etwas weniger tief lagen die Minima an grösseren Seen (z.B. Genf), an Hängen (z.B. Locarno-Monti) oder an Orten mit nächtlichem Bergwind (z.B. Chur). Kälter hingegen war es in Tälern, wo sich ausgeprägte Kaltluftseen bildeten. Das tiefste Minimum wurde letzte Nacht in Andermatt gemessen, wo die Temperatur auf 5 cm bis auf -16.8 Grad sank.
Im Gegensatz zu den Temperaturen am Boden, welche auf 5 cm Höhe gemessen werden, wird die «normale» Temperatur auf 2 Meter über Grund ermittelt. Auch auf dieser Höhe lagen die Temperaturminima von letzter Nacht verbreitet unter null Grad.
Wieso waren die Temperaturen letzte Nacht auf 5 cm kälter als auf 2 Meter? Wenn es in der Nacht klar ist und kaum Wind weht, dann verliert der Erdboden Wärme via Strahlung. Somit wird die Atmosphäre von unten her abgekühlt. Die Grafik unten zeigt den Temperaturverlauf in Bern, sowohl für die 5 cm- wie auch die 2 m-Temperatur. Als gestern Abend die Sonneneinstrahlung immer mehr abnahm, bekam die Abstrahlung der Erde einen immer grösseren Einfluss auf die Temperatur. Zuerst sinkt die Temperatur am Boden, mit Verzögerung auch diejenige auf 2 Meter. Auch die Atmosphäre selbst strahlt Wärme ab, aber dieser Effekt ist deutlich geringer als die Abstrahlung der Erdoberfläche.
Besonders im Frühling kann Bodenfrost für die Landwirtschaft eine Gefahr darstellen. Deshalb warnt MeteoSchweiz zwischen dem 15. März und dem 31. Oktober vor Bodenfrost, für Regionen unterhalb von 600 Metern. Im Winter und in höheren Lagen gibt es häufig Bodenfrost: Es ist es normal und somit werden keine Warnungen erstellt. Für letzte Nacht war eine Warnung für starken Bodenfrost aktiv. Wir sprechen von starkem Bodenfrost, wenn die Temperatur 5 cm über Boden unter -4 Grad sinkt. Wenn es lediglich -0.1 bis -4 Grad sind, ist der Bodenfrost schwach bis mässig.
Auch in der Nacht auf Freitag erwarten wir verbreitet Bodenfrost, im deutschschweizer Mittelland auch starken. Für das Rheintal liegt keine Warnung vor. Da wird es in der Nacht zunehmend föhnig, wodurch die Temperaturen höher bleiben. Auch in Teilen der Westschweiz ist keine Warnung nötig, dort ist die von der Südwestströmung herangeführte Luft schon zu mild.