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Vielleicht geht es dir manchmal wie mir: Du wirst wütend, wenn du realisierst wie "erfolgreich" andere bereits sind und du nicht. Mit "erfolgreich" meine ich, dass es so scheint, als ob andere mehr zustande bringen als du. Wenn sie etwas anpacken, dann gelingt es ihnen. Bei mir, hingegen, geht alles so langsam voran. Wenn andere in der Schule im Chemie-Praktikum 20 min vor der Pause fertig waren, musste ich noch in die Pause arbeiten, um fertig zu werden. Ganz ehrlich, in solchen Momenten fange ich an, an mir zu zweifeln. Meine grösste Unsicherheit überhaupt kommt auf:
Genüge ich - so wie ich bin - um meine grossen Träume zu erreichen?
Ich frage mich grundsätzlich, ob jeder seinen Traum verwirklichen kann, wenn er sein Bestes gibt. Genügt es sein Bestes zu geben, um seine grossen Träume zu erreichen?
Du denkst jetzt sicher, dass ich "ja" sage, aber ich weiss es nicht. Meine Erfahrung und die anderer Leute hat mich gelehrt, dass nicht alle Träume erreicht werden können. Dies macht mich unsicher, denn ich will nicht "volle Pulle" in eine Richtung rennen, um schlussendlich leer auszugehen. Die Wut und die Enttäuschung sind zu gross, wenn man sein Bestes gegeben hat und es trotzdem nicht reicht.
So ging es mir nach meinem ersten Studienjahr. Obwohl ich alles gegeben hatte und Zeit mit Freunden geopfert
hatte, lagen die Noten unter meinen Zielen. Ich weiss, ich weiss: Grundsätzlich geht es darum zu bestehen, und das habe ich. Alle aber, die wie ich, bei allem ihr Bestes geben wollen, können nachvollziehen, warum ich nach dem Erhalt meiner Noten so enttäuscht war. "Verflixt nochmal, warum schreiben andere gute Noten und ich bleibe durchschnittlich? Ich hasse durchschnittlich..."
Erlebnisse wie diese können dazu führen, dass wir uns keine Ziele mehr stecken wollen, da wir sie ja sowieso nicht erreichen. Wenn die nächsten grossen Ziele gesteckt werden, ist spürbar, wie die Unsicherheit - "Ich habe nicht das Zeug dazu" - aufkommt. Doch was nun?
Mir hilft es in solchen Momenten, die Leben derer zu studieren, die "Grosses" erreicht haben. Eines meiner grössten Vorbilder ist Abraham Lincoln. Er war Amerikanischer Präsident im 19. Jahrhundert und schaffte trotz vielem Widerstand die Sklaverei in Amerika ab. Doch was mich mehr beeindruckt ist seine Geschichte. Er gilt als einer der grössten Präsidenten überhaupt, und trotzdem erlebte auch er Rückschläge, die ihn sicher ins Zweifeln brachten. Beispielsweise ging sein erstes Geschäft bankrott, später hatte er einen Nervenzusammenbruch und für den US Senat wurde er auch zwei Mal abgelehnt. Sein Leben war geprägt vom dauernden Kampf gegen Depression und auch er hatte Unsicherheiten, wie im folgenden Zitat erkennbar ist:
"I am now the most miserable man living. If what I feel were equally distributed to the whole human family, there would not be one cheerful face on the earth. Whether I shall ever be better I can not tell; I awfully forebode I shall not. To remain as I am is impossible; I must die or be better, it appears to me."
Ich übersetze auf Deutsch:
"Jetzt bin ich der misslichste lebende Mann. Wenn das, was ich fühle, gleichmässig über die ganze menschliche Familie verteilt werden würde, existierte kein aufgestelltes Gesicht mehr auf der Erde. Ob es mir jemals besser geht, kann ich nicht sagen; Grausam ahne ich, dass ich es nicht werde. So zu bleiben wie ich bin ist unmöglich; Ich muss sterben oder besser werden, so scheint es mir".
Hmm...nicht gerade positiv. Doch was können wir von ihm lernen, wenn wir uns unsicher fühlen und nicht wissen, ob wir das Zeug zum Erfolg haben?
Dranbleiben.
Vieles in seinem Leben ging schief und das redete er auch nicht schön. Stattdessen entschied er sich jedes Mal neu, besser zu werden.
Das nehme ich für mein Leben mit:
Egal wie viel ich mich "ungenügend" und unsicher fühle oder meine Ziele nicht erreiche:
ICH BLEIBE DRAN.
Wenn du die gleichen Kämpfe kämpfst und dich dieser Blog ermutigt hat, dann lass es mich doch mit einem anonymen Kommentar wissen ;)
Lass uns Männer sein, die niemals aufhören, ihr Bestes zu geben.
Mit kräftigem Händedruck,
Brauni