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Die Produktion von Rolex sank im vergangenen Jahr um 140.000 Einheiten (-19 %) auf 810.000 Zeitmesser, gewann aber dennoch Marktanteile, da Marken von LVMH, Swatch Group und Richemont stärker schrumpften.
Laut einer Studie von Morgan Stanley und LuxConsult über die Schweizer Uhrenindustrie im Jahr 2020 sank der Umsatz von Rolex um 14 Prozent von 5,05 auf 4,42 Milliarden CHF. Die Produktionsleistung ging stärker zurück als der Umsatz, aber der Preis pro Uhr stieg im Durchschnitt um etwa fünf Prozent an.
Basierend auf einem Einzelhandelsumsatz von acht Milliarden CHF wird angenommen, dass Rolex im letzten Jahr 24,9 Prozent des globalen Marktes für Schweizer Uhren ausmachte, verglichen mit 22 Prozent im Jahr 2019. Damit überholt der Uhrenhersteller die Swatch Group mit ihren zahlreichen Uhrenmarken. Hinsichtlich des gesamten Konzernumsatzes liegt sie mit 5,6 Milliarden CHF aber vor Rolex, da die Swatch Group nicht nur Uhren, sondern auch Batterien und Uhrwerke verkauft.
Die gesamte Schweizer Uhrenindustrie ist laut des Berichts von Morgan Stanley, der von Oliver R. Müller, dem Leiter der in Genf ansässigen LuxConsult, erstellt wurde, im Jahr 2020 um ein Drittel geschrumpft. Der Verband der Schweizer Uhrenindustrie berichtet, dass die Exporte im Jahr 2020 um knapp 22 Prozent niedriger als 2019 waren.
Die zur Swatch Group gehörende Marke Omega bleibt mit einem Einzelhandelsumsatz von 2,8 Milliarden CHF und 500.000 verkauften Uhren im letzten Jahr (2019: 794.000) der zweitgrößte Schweizer Uhrenhersteller der Welt.
Cartier konnte die Anzahl der verkauften Uhren von 410.000 im Jahr 2019 auf 490.000 im Jahr 2020 steigern, aber der durchschnittliche Verkaufspreis fiel um durchschnittlich 30 Prozent.
Longines und Tissot von der Swatch Group lieferten mit 1,5 Millionen beziehungsweise 2,4 Millionen Uhren mehr Zeitmesser aus als jede andere Marke in den Top 20. Der durchschnittliche Verkaufspreis (ohne Mehrwertsteuer) von Longines lag bei 1.313 CHF (2019: 1.582 CHF), während die Uhren von Tissot durchschnittlich 415 CHF kosteten (2019: 739 CHF).
Die Studie von Morgan Stanley und LuxeConsult macht auch deutlich, dass durch die Corona-Pandemie der Trend zu höherpreisigen Uhren verstärkt wurde. So machten Uhren mit einem Preis über 3.000 CHF wertmäßig etwa 70 Prozent der Schweizer Uhrenexporte in 2020 aus. Vor zehn Jahren waren es etwa 60 Prozent.
Die Studie umfasst die Top 50 der Schweizer Uhrenmarken und beruht unter anderem auf Experten-Aussagen von Experten und Schätzungen von Umsatz oder Stückzahlen.
SUMMARY
Die Studie von Morgan Stanley und LuxeConsult zum Status der Umsätze der Schweizer Uhrenmarken im Jahr 2020 regt zum Nachdenken an. Omega: minus 25 Prozent. Longines: minus 31 Prozent. IWC: minus 36 Prozent. Bulgari: minus 41 Prozent. Das Pandemie-Jahr 2020 hat gewisse Schweizer Uhrenmarken beim Umsatz richtig brutal zurückgeworfen. Die 20 grössten Hersteller verzeichnen zusammen ein Absatzminus in der Höhe von 4,7 Milliarden Franken, notabene zu Grosshandelspreisen. 18 der 20 Marken sind im Minus, nur zwei Brands haben ein Plus erzielt. Namentlich Tudor und Breitling. Wobei ich persönlich an diesen Resultaten zweifle.
Wie ist diesen Marken zu helfen. Der Gastautor Daniel Schindler, seines Zeichens Berater von gewissen Uhrenmarken, veröffentlichte in der Handelszeitung (wo in der Vergangenheit die Journalisten immer die Hand in der Uhrenindustrie aufhielten, Beispiel MK, etc.) einen Aufruf in Form eines publizierten Artikels an die Uhrenindustrie: „go digital plus Community Marketing“ für das preiswerte Level der Uhrenmarken.
Ich persönlich als Kenner der Uhrenindustrie seit 47 Jahren glaube ich nicht an solche Ratschläge von abhängigen Beratern, für die solche Veröffentlichungen reine PR-Arbeit ist. Schade, dass sich der stv ChR wiedereinmal instrumentalisieren liess. PR bringt dem Verlag Geld, objektiver investigativer Journalismus kostet hingegen viel Geld der Redaktion.