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Diplomanerkennung
Bei der internationalen Diplomanerkennung wird unterschieden zwischen der Anerkennung der FH-Diplome hinsichtlich Zugangs zu reglementierten Berufen (arbeitsmarktbezogene Anerkennung) und der Anerkennung der Diplome mit Blick auf weiterführende Studien im Ausland (akademische Anerkennung).
Prinzip der gegenseitigen Anerkennung von Ausbildungen
Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die Ausbildungen in den EU-Mitgliedstaaten im Grossen und Ganzen gleichwertig sind und somit das Vertrauen in die Diplome der anderen Staaten zu gelten hat. Das allgemeine System stützt sich deshalb auf das Prinzip der gegenseitigen Anerkennung von Ausbildungen.
Es gelten drei allgemeine Richtlinien zur Diplomanerkennung (mit Ausnahme der Diplome folgender Berufe: Arzt, Zahnarzt, Tierarzt, Apotheker, Pflegepersonal in allgemeiner Pflege, Hebamme und Architekt, die besonderen Richtlinien unterworfen sind).
Entscheidend für die Beurteilung der Gleichwertigkeit der Diplome ist nicht nur der Titel, sondern auch der Inhalt und die Dauer einer Ausbildung. Zuständig für die Beurteilung ist der Aufnahmestaat. Wird das Diplom nicht als gleichwertig anerkannt, tritt ein Ausgleichsmechanismus in Kraft.
Anerkennung der Studien zwischen Hochschulen der Westschweiz
In der Westschweiz besteht ein Vereinbarungsprotokoll über die gegenseitige Anerkennung der Studien und Titel sowie über die Rahmenbestimmungen für den Übergang von Studierenden und Diplomierten von einer Hochschule zur anderen.
Dieses Vereinbarungsprotokoll gilt für alle Hochschulen der Westschweiz: die Universitäten Freiburg, Genf, Lausanne, Neuenburg, die EPFL und die HES-SO.
Internationale Anerkennung der FH-Diplome
Für die Ausübung von reglementierten Berufen (Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt) werden Fachhochschuldiplome im Prinzip als Hochschuldiplome anerkannt, d. h. als mindestens dreijährige Ausbildungen an einer Hochschule. Die Diplome als Architekt/in bilden eine Ausnahme.
Falls Sie eine Bestätigung für die Anerkennung in einem Mitglied- oder Nichtmitgliedstaat der EU/EFTA benötigen, können Sie sich an das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) wenden.
Anerkennung ausländischer Diplome
Über die Gleichwertigkeit ausländischer Diplome und Ausweise, die mit dem Fähigkeitszeugnis, dem Berufsmaturitätszeugnis, dem Fachausweis der Berufsprüfung, dem Diplom der Höheren Fachprüfung und dem Diplom einer Höheren Fachschule vergleichbar sind, entscheidet das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI.
Anerkennung ausländischer Diplome für die Zulassung zu Bachelorstudiengängen
Für ausländische Diplome gilt als Grundvoraussetzung für jede Zulassung zum Fachhochschulstudium (mit Ausnahme des Studiengangs Visuelle Gestaltung) eine nachgewiesene, mindestens einjährige geregelte Berufserfahrung auf dem Gebiet des gewählten Studiengangs.
Um an einer Fachhochschule zugelassen zu werden, müssen Inhaber/innen von ausländischen Vorbildungsausweisen, die eine 3-jährige Ausbildung auf Sekundarstufe II nachweisen können, grundsätzlich eine Aufnahmeprüfung absolvieren.
Inhaber/innen von ausländischen Vorbildungsausweisen werden ohne Aufnahmeprüfung zulassen, wenn ihr Abschluss mit einer schweizerischen Berufsmaturität oder mit einer eidgenössisch (schweizerisch) anerkannten Maturität (gymnasiale Maturität) vergleichbar ist.
Ob eine ausländische gymnasiale Maturität einer schweizerischen Maturität entspricht, entscheidet die aufnehmende Hochschule selbständig.
Die Konferenz der Fachhochschulen der Schweiz hat Empfehlungen bezüglich der Zulassung zu FH-Studien und der Anerkennung ausländischer Diplome herausgegeben.
System der Diplomanerkennung
Die Diplomanerkennung ist nur im Fall von reglementierten Berufen anwendbar. Als reglementiert gelten Berufe, wenn ihre Ausübung in einem Land vom Besitz eines Diploms, Zeugnisses oder Befähigungsnachweises abhängig gemacht wird. Ist ein Beruf nicht reglementiert, ist keine Prüfung zur Gleichwertigkeit des Diploms notwendig.
Die Wegleitung zur Antragsstellung für eine Diplomanerkennung sowie die entsprechenden Formulare, Adressen und Kontaktpersonen sind auf der der Website dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI verfügbar.