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Auf der einzigen Brücke, die Russland mit der Krim verbindet, ereignete sich am frühen Samstagmorgen eine Explosion. Feuer brach aus, ein Teil der Brücke stürzte ein. Alles deutet auf einen Anschlag pro-ukrainischer Partisanen hin. Die teilweise Zerstörung der Brücke ist ein schwerer Schlag für Putin.
Putin war gestern Freitag 70 Jahre alt. «Dies ist unser verspätetes Geburtstagsgeschenk», hiess es in ukrainischen sozialen Medien zynisch. Russland transportierte über die 19 Kilometer lange Krim-Brücke (auch «Kertsch-Brücke» genannt) tonnenweise militärisches Material für seine Truppen in der Ukraine. Vor allem für die Verteidigung der südukrainischen Stadt Cherson ist der Meeresübergang strategisch von grösster Bedeutung.
Putin hatte die Brücke 2014 nach der Annexion der Krim in Auftrag gegeben. Das Bauwerk war 2018 mit grossem Pomp vom Kreml-Chef persönlich eingeweiht worden.
Laut russischen Staatsmedien wurde der Brand durch die Explosion eines Lastwagens ausgelöst. Das Nationale Anti-Terror-Komitee Russlands (NAC) erklärte: «Heute um 06:07 Uhr Moskauer Zeit wurde auf dem Autobahnteil der Krim-Brücke auf der Seite der Halbinsel Taman eine Explosion in einem Lastwagen ausgelöst, die sieben Treibstofftanks eines Zuges, der auf dem Weg zur Halbinsel Krim war, in Brand setzte. Zwei Autobahnabschnitte der Brücke stürzten teilweise ein.»
Am Sonntagmittag berichteten die russischen Behörden, dass der Zugverkehr auf der Brücke wieder aufgenommen wurde.
Die Krim-Brücke ist sowohl eine Strassen- als auch eine Eisenbahnbrücke. Sie ist für die Versorgung der russischen Streitkräfte in der Ukraine von allergrösster Bedeutung.
Die Ukraine hat offiziell nicht die Verantwortung für die Explosion übernommen. Mykhailo Podolyak, ein enger Berater von Präsident Wolodimyr Selenskyj twitterte jedoch: «Alles, was illegal ist, muss zerstört werden, alles, was gestohlen wurde, muss an die Ukraine zurückgegeben werden, alles, was von Russland besetzt ist, muss vertrieben werden.»
Der Sprecher des Krim-Parlaments, Wladimir Kontantinow, machte «ukrainische Vandalen, die es endlich geschafft haben, ihre blutigen Hände an die Krim-Brücke zu legen» für die Explosion verantwortlich. Die Brücke werde schnell wieder instand gesetzt, sagte er.
Am Samstagnachmittag war die Strassenbrücke teilweise auf zwei Fahrspuren wieder freigegeben worden. Nur Autos und Busse, die einer vollständigen Inspektion unterzogen werden, können die Strasse benutzen. Lastwagen werden zum nahe gelegenen Fährübergang umgeleitet.
Russische Ermittler gehen davon aus, dass ein Lastwagen in die Luft gesprengt wurde, wodurch Teile der Strasse einstürzten und ein Tankzug auf der parallel verlaufenden Eisenbahnbrücke in Brand geriet. Diese Verbindung ist immer noch ausser Betrieb. Nach Angaben der Ermittler wurden bei der Explosion mindestens drei Menschen getötet.
Die Brücke war schwer bewacht worden. Dass ukrainischen Kräften ein Anschlag gelangt, interpretieren ukrainische Kreise als schwerer Image-Verlust des Kreml-Herrschers. Einige sprechen gar von «Stich in Putins Herz». Seit dem Sommer führen ukrainische Partisanen auf der Krim Anschläge durch.
Siehe auch: Journal21: Russische Achillesferse
In der Ukraine wird die Explosion auf der Krim-Brücke gefeiert. Die ukrainische Post wird neue Briefmarken herausgeben, auf denen die beschädigte Brücke über die Strasse von Kertsch abgebildet ist.