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"Im Anfangsstadium kann es tatsächlich schwierig sein, ein Lipödem von einer einfachen Adipositas abzugrenzen", erklären Phlebologen. Schreitet es fort, sei es aber an der symmetrisch ausgebildeten Fettverteilungsstörung gut zu erkennen.
28.04.2021
"Im Anfangsstadium kann es tatsächlich schwierig sein, ein Lipödem von einer einfachen Adipositas abzugrenzen", erklären Phlebologen. Schreitet es fort, sei es aber an der symmetrisch ausgebildeten Fettverteilungsstörung gut zu erkennen. "Beine und Arme sind sehr voluminös, die Körpermitte sowie Hände und Füsse bleiben schlank", sagen sie.
Das Lipödem trifft fast ausschliesslich Frauen, es liegt wohl eine genetische Veranlagung vor. Hormonelle Ursachen sind wahrscheinlich, denn die Beschwerden beginnen meist in Phasen hormoneller Veränderung wie der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft. Die Fettgewebezellen vergrössern und vermehren sich. Die kleinsten Blutgefässe, die Kapillaren, werden durchlässiger und verletzlicher, und im Bindegewebe kommt es zu Veränderungen. Wassereinlagerungen – Ödeme – verstärken das Problem. Sie nehmen bei Wärme, langem Sitzen und Stehen zu.
Häufig wird das Lipödem mit einer Adipositas verwechselt. Doch beim krankhaften Übergewicht bleiben die Proportionen normal, und das Fettgewebe verursacht keine Schmerzen. Das vermehrte Fettgewebe beim Lipödemhat nichts mit der Kalorienaufnahme zu tun und wird mit einer Diät nicht weniger. Massnahmen, die gegen die Ödeme helfen, ändern nichts am Fettgewebe. Darin liegt das Problem dieser Krankheit. Allerdings ist jedoch jede zweite Patientin mit Lipödem auch von einer Adipositas betroffen.
Ärzte empfehlen zunächst eine konservative Behandlung. Dazu gehören regelmässige manuelle Lymphdrainagen und massgefertigte Kompressionsstrümpfe. Mit der Lymphdrainage entstaut der Physiotherapeut Beine oder Arme durch sanfte Handgriffe, und die Schwellungen unter der Haut verringern sich. Diese Massnahme wird vor allem beim Lymphödem angewandt, wo sich hauptsächlich Flüssigkeit im Gewebe staut. Sie ist aber auch beim Lipödemwirksam. Betroffene sollten zudem Übergewicht abbauen und sich regelmässig bewegen. Am besten eignen sich Wassersportarten. Sie haben einen ähnlichen Effekt wie die Lymphdrainage und schonen die Gelenke. Diese Behandlung begleitet die Patientinnen ein Leben lang. Wird sie abgesetzt, verstärken sich die Symptome wieder.
Hilfreich, aber oft nicht bezahlt
Länger anhaltende Besserung bringt nur die Fettabsaugung, fachmedizinisch auch Liposuktion genannt. Die Operation gilt mittlerweile als Standardmassnahme, wird von den gesetzlichen Krankenkassen jedoch nur in bestimmten Fällen bezahlt. Viele ästhetische Chirurgen bieten die Liposuktion mittlerweile an, doch es wird nachdrücklich zu einem Arzt, der Erfahrung mit dem gesamten Krankheitsverlauf hat, geraten. Die Operation ist aufwändiger, und oft sind auch mehrere Eingriffe nötig. Zudem muss der Operateur darauf achten, dass Nerven und Gefässe nicht geschädigt werden.
Diese Massnahme kostet Zeit und vor allem Geld, aber die Langzeitergebnisse können sich sehen lassen. Untersuchungen über einen Zeitraum von bis zu elf Jahren nach der Liposuktion zeigten, dass die Beine unverändert schlank und die Körperproportionen unverändert normal waren. Ein Viertel der Patientinnen brauchte nach dem Eingriff keine Therapie mehr, ein Teil trägt noch Kompressionsstrümpfe und geht zur Lymphdrainage – das aber seltener und mit viel weniger Beschwerden.
Die Behandlung mittels Lymphdrainage und Kompressionsstrümpfen hilft nur gegen das Ödem, d. h. der gestaute Wasseranteil im Fettgewebe wird reduziert. Manchen Patientinnen hilft diese sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE). Dies allerdings nur für eine kurze Zeit und nur solange, wie sie regelmässig angewendet wird. Gegen das vermehrte krankhafte Fettgewebe hilft sie leider nicht. Auch durch Diäten, bewusste Ernährung oder sportliche Aktivität lässt es sich nicht reduzieren. Eine dauerhafte Verminderung des Lipödems ist nur durch eine Fettabsaugung möglich. Fettabsaugungen werden seit etwa 30 Jahren durchgeführt. Durch Verbesserungen der Technik können seit 15 Jahren eine bewährte, sehr risikoarme Methode der Fettabsaugung angeboten werden. Diese Methode ist allerdings nicht geeignet, allgemeine Fettleibigkeit oder Übergewicht zu behandeln.
Ideal geeignet sind Herz- und Kreislauf-gesunde Patientinnen mit guter Hautelastizität, eine Altersgrenze gibt es jedoch nicht. Die Ergebnisse sind offensichtlich besser, je jünger die Patientin ist. Wenn ausgedehnte Körperregionen behandelt werden sollen, muss gegebenenfalls in mehreren Schritten vorgegangen werden. Näheres sollten Sie besser im persönlichen Gespräch klären. Auch über sonstige Erkrankungen und frühere Wundheilungsstörungen müssen Sie Ihen Arzt informieren. Störungen der Blutgerinnung verbieten die Operation. Die Hohlnadel, mit denen die Absaugung am besten gelingt, haben folgende Merkmale: Zur Vermeidung von Verletzungen ist die Spitze geschlossen und stumpf. Über etwa 5cm Länge sind seitlich 24 kleine runde Öffnungen mit stumpfem Rand angebracht, durch welche das Fett abgesaugt wird. Zusätzlich vibriert die Nadel (Vibrationsmethode), was Missempfindungen und Gewebsverletzungen nochmals reduziert. Endoskopisch (durch Gewebespiegelung) konnte sicher nachgewiesen werden, dass so der bindegewebige Halteapparat der Haut praktisch unverletzt bleibt. Gleiches gilt für die kleinen Blutgefässe, welche die Haut versorgen. Der Chirurg kann schrittweise die gewünschte Schichtdicke des verbleibenden Fettes modellierend bestimmen. Es wird niemals die gesamte Fettschicht entfernt.
Prinzipiell ist fast jede Körperregion behandelbar. Das Lipödem tritt jedoch nur an den Beinen und Armen auf. Beide Regionen sind für eine Liposuktion gut geeignet.
Nach bisherigen Untersuchungen bessert die Liposuktion die Beschwerden deutlich, vor allem die Schmerzhaftigkeit ist bereits wenige Tage nach der OP geringer. Eine Verminderung der Schwellungsneigung und Hämatombildung konnte in einer aktuellen Studie ebenso nachgewiesen werden.
Das Lipödem tritt fast ausschliesslich bei Frauen auf. Obwohl es manchmal mit Adipositas verwechselt wird, weil beiden Phänomenen grössere Fettansammlungen zugrunde liegen, unterscheiden sich die Symptome deutlich.
Das Lipödem beeinträchtigt die Proportionen deutlich stärker als Übergewicht: Die sogenannten Reiterhosen lassen nur Hüften und Beine dicker werden, bei schweren Verläufen auch Arme. Bei Adipositas lagert sich das Fett dagegen auch am Bauch oder anderen Bereichen an.
Neben Wassereinlagerungen treten beim Lipödem massive Spannungsschmerzen auf, die in vielen Fällen mit vermehrten Blutergüssen und Druckschmerzen an den betroffenen Stellen einhergehen. Die ist bei Übergewichtigen nur die Ausnahme.
Testen Sie sich!
Um einschätzen zu können, ob Sie unter einem Lipödem leiden, können Sie einen kurzen Test machen. Je mehr Fragen Sie mit "ja" beantworten, desto eher leiden Sie an einem Lipödem:
Natürlich kann ein Selbsttest nur erste Hinweise geben. Falls Sie vermuten, dass Sie an einem Lipödem erkrankt sind, lohnt sich der Besuch in einer Arztpraxis. Ärzte verschiedener Fachrichtungen nehmen sich dieser Erkrankung an, darunter Phlebologen, Haut- und praktische Ärzte. Achten Sie am besten darauf, dass die Praxis schon seit längerem auf das Lipödem spezialisiert ist.
Wichtig ist, dass eine Funktionsstörung der Venen ausgeschlossen bzw. erkannt und behandelt wird. Daher gehört ein Besuch bei einem Phlebologen oder Lymphologen zu einer umfangreichen Diagnose dazu. Erst im Anschluss daran kann mit der Lipödembehandlung begonnen werden.
Der Arzt wird nach Ihren Symptomen fragen, sich Ihre Beine ansehen und eine Tastuntersuchung vornehmen. Je nach Befund nutzt er auch Ultraschall- oder Funktionsuntersuchungen des Lymphgefässsystems und schlägt Ihnen eine adäquate Therapie vor. Lymphdrainagen, Kompression oder Bewegungstherapie helfen, die Schwellungen zu lindern. Das überschüssige Fettgewebe lässt sich allerdings nur mit einer Fettabsaugung entfernen. Nach der OP muss die konservative Therapie allerdings oft fortgesetzt werden.
Hier sind 10 Tipps für eine gesunde Ernährung:
Unter einem Lipödem wird eine krankhafte Vermehrung des Fettgewebes der Unterhaut verstanden, die mit Flüssigkeitseinlagerungen einhergeht und an den Armen oder Beinen auftritt. Entscheidend ist die Frage, wie Sie mit der chronischen Erkrankung umgehen. Dazu gehören die medizinische Behandlung des Lipödems genauso wie Bewegung und die Ernährung. Diese sollte gesund, frisch und ausgewogen sein. Schliesslich verschlimmert eine Gewichtszunahme in der Regel das Lipödem und damit einhergehende Schmerzen.
Nähere Informationen über die besonderen Anforderungen an die Liposuktion bei einem Lipödem finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
Wir verstehen, dass die Behandlung eines Lipödems wohl überlegt sein will. Gerne nehmen wir uns deshalb die Zeit, um Ihnen im Rahmen einer kostenlosen und unverbindlichen Erstkonsultation alle Fragen zu beantworten. Vereinbaren Sie noch heute Ihren Beratungstermin in der LIPÖDEMCLINIC.
Sollten Sie vor der Beratung eine kurze online Vorabklärung wünschen, können Sie uns gerne per E-mail kontaktieren. Für Patienten, die nicht sehr mobil sind oder eine lange Anreise hätten, offerieren wir zudem Skype Konsultationen.
Egal, auf welchem Weg Sie uns erreichen wollen – wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören/lesen!