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Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wie das Paradies, wie Ihr Paradies aussehen könnte? Gibt es Ihr Paradies im Hier und Jetzt, z.B. die Trauminsel in der Südsee, der Gewinn des Millionenjackpot, oder einfach das friedliche Auskommen mit den Nachbarn? Oder ist Ihre Vorstellung vom Paradies das Leben nach dem Tod, das „Ewige Leben“ in einem Land wo Milch und Honig fließt? Die Guten kommen in den Himmel, die Schlechten schmoren in der Hölle?
Die Vorstellungen vom Paradies sind so vielfältig, wie die Anzahl der Menschen auf diesem Planeten.
Mit dieser Erkenntnis und noch weiteren Überraschungen werden die sechs Protagonisten unseres Stückes konfrontiert, die sich urplötzlich allesamt, mitten aus dem pulsierenden Leben gerissen, in der Ankunftshalle zum Paradies wiederfinden.
Nichts ist wie erwartet. Nichts ist, wie ihnen die Überlebensfachleute auf Erden versichert haben, weder der Himmel, noch die Hölle oder das „Jüngste Gericht“. Hier tummeln sich Krethi und Plethi. Und Gott ist eine Frau. Das bedeutet Triumph für die feministische Journalistin Sarah, Niederlage für Pfarrer Hopkins, Enttäuschung für die patriarchalisch getrimmte Künstlerwitwe Frau Gladstone. Alle, auch der südamerikanische Drogenhändler Robles, Nancy, ein fünfzehnjähriges Mädchen und Max Klein, ein atheistischer Dramatiker sollen nun «Paradies tauglich» gemacht werden.
Esther Vilar befaßt sich mit „erfrischender Respektlosigkeit“ mit der Sehnsucht der Menschen nach dem ewigen Leben und deren Angst vor dem Tod und lehnt sich mit ihrer Interpretation sehr stark aus dem Fenster.
Die Autorin
Esther Vilar, geboren am 16. September 1935 in Buenos Aires, ist eine argentinisch-deutsche Ärztin und Schriftstellerin. Tochter deutsch-jüdischer Emigranten. Sie studierte Medizin in Argentinien und ab 1960 Soziologie und Psychologie in Deutschland. Sie arbeitete zunächst als Ärztin. Später war sie als Übersetzerin und Rundfunkautorin tätig und begann Bücher zu schreiben.