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Günstige Malariamedikamente für arme Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen, klingt wie ein schlaues Konzept. Das dachte sich auch der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, der 2002 auf Initiative der G8-Staaten gegründet wurde. Seit 2008 finanziert er in acht afrikanischen und asiatischen Ländern eine stark vergünstigte Abgabe der Malaria-Kombinationstherapie mit dem Wirkstoff Artemisinin (ACT).
Dass dieses Konzept jedoch mehr schadet als nützt, zeigt ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Hilfsorganisation Oxfam. Die Subvention von ACT, das auch von StrassenhändlerInnen verkauft werden darf, hat dazu geführt, dass etwa 2010 in den Projektländern gesamthaft über 155 Millionen Packungen ACT auf dem Markt waren. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch «nur» 31,7 Millionen Malariafälle gemeldet. Das sei bedenklich, da beim Verkauf häufig keine Diagnose gestellt und ACT falsch oder unnötigerweise angewendet werde. Dies führe zu Resistenzen, was besonders gravierend ist, da ACT derzeit das einzig erhältliche Medikament gegen den am weitesten verbreiteten der vier bekannten Malariaerreger ist.
Mehr Medikamente auf dem Markt führten keineswegs zu mehr behandelten Fällen, schreibt Oxfam. Hingegen sei in den letzten fünf Jahren durch alternative Methoden der Malariabekämpfung wie gratis verteilte Moskitonetze sowie die korrekte Diagnose, Behandlung und Information der Betroffenen durch lokales Gesundheitspersonal die Zahl der weltweiten Malariafälle von schätzungsweise 500 auf 216 Millionen gesunken.