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Der 22-Jährige ging im dritten Umgang sogar in Führung (8,11). Danach wurde er einzig vom Olympiasieger und Hallen-Weltmeister Miltiadis Tentoglou aus Griechenland übertroffen (8,27). Im sechsten und letzten Umgang, der in der Diamond League in vielen Disziplinen nur noch den Top 3 vor behalten ist, steigerte sich Ehammer auf 8,13 Meter. Vor einem Jahr hätte dies noch den ersten Sieg eines Schweizer Mannes in der höchsten Meeting-Kategorie bedeutet, denn 2021 war die Weite des 6. Versuchs über Sieg und Niederlage ausschlaggebend. Dieser Passus wurde nach einem Jahr wieder abgeschafft.
Ehammer hält weiterhin die Jahres-Weltbestleistung – 8,45 Meter beim Zehnkampf in Götzis.Er posierte auf dem Podest-Foto von Rabat mit dem Olympiasieger und dem Olympiadritten (Maykel Masso aus Kuba mit 8,08) von Tokio. Der Schweizer erhielt erneut die Bestätigung für die Saisonplanung seiner Crew. Dass er an den Weltmeisterschaften in Eugene in sechs Wochen einzig auf den Weitsprung setzt, könnte mit einer Medaille belohnt werden.
Ehammer überzeugte als Einziger aus dem Schweizer Quartett vollauf. Ajla Del Ponte musste sich über 100 Meter mit 11,42 Sekunden begnügen. Die Olympia-Finalistin aus dem Tessin stieg wegen einer Verletzung erst in der zweiten April-Hälfte wieder voll ins Training ein. Noch ist die Schweizer Rekordhalterin einiges von ihrer Bestform entfernt.
William Reais hielt über 200 m ebenfalls nicht mit (7./21,38). Auch der Bündner musste nach einer Verletzung in der Hallensaison den Saisonaufbau neu planen. Die 800-Meter-Läuferin Lore Hoffmann wurde über 1500 Meter gegen Ende des Rennens durchgereicht. Direkt aus dem Trainingslager im Engadin angereist, wurde sie 15. (4:07,09). Immerhin ist dies Platz fünf in der ewigen Schweizer Bestenliste.
Warholm gibt verletzt auf
Die Schlagzeile des Tages lieferte einmal mehr Karsten Warholm, diesmal allerdings aus negativer Sicht. Der Weltrekordhalter aus Norwegen über 400 Meter Hürden brach den Lauf nach dem ersten Hindernis ab. Sofort kühlte er mit Eisbeuteln den hinteren Oberschenkel.
Eine Top-Leistung zeigte Elaine Thompson-Herah. Sie meldete nach dem Olympia-Double 100 Meter/200 Meter an den Spielen in Rio und Tokio die Ambitionen auf ihren erstes WM-Gold an, sieht man vom Staffel-Sieg mit Jamaika im Jahr 2015 ab. Die 29-Jährige Jamaikanerin deklassierte die Konkurrenz in 10,83 Sekunden um zwei Zehntel und mehr.
WM-Limite für Chiara Scherrer
Der Toggenburgerin Chiara Scherrer gelang im deutschen Rehlingen eine starke Leistung. Die 26-jährige Toggenburgerin knackte über 3000 Meter Steeple in 9:28,68 Minuten die WM-Limite für die Titelkämpfe in Eugene.
Die Schweizerin setzte sich früh an die Spitze des Feldes und lief fortan ein einsames Rennen. Chiara Scherrer verbesserte die persönliche Bestleistung um fast 8 Sekunden. Als Zweitplatzierte der ewigen Schweizer Bestenliste trennen sie vom Schweizer Rekord ihrer Trainingskollegin Fabienne Schlumpf (9:21,65) noch 7,03 Sekunden.