Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/119553

<h2>SubmittedText<h2><p>Kürzlich tauchten in den Medien verschiedene Projekte für den Schweizer Pavillon der Expo 2015 in Mailand auf. Noch im Jahr 2012 wird das Parlament in diesem Zusammenhang über die Genehmigung eines Kredits in der Höhe von 25 Millionen Franken beschliessen müssen.</p><p>Die paar Projekte, die in den Tessiner Medien aufgetaucht sind, stammen jedoch alle von italienischen Architekten und italienischen Teams. Dies wirft einerseits die Frage auf, ob es sinnvoll ist, dass sich die Schweiz an der Expo 2015 durch italienische Architekten vertreten lässt (unter der Voraussetzung, dass die Ausstellung überhaupt stattfindet, was angesichts der aktuellen Situation Italiens durchaus bezweifelt werden kann), und andererseits, ob der Schweizer Pavillon nicht zwingend von Schweizer Architekten und Architektinnen realisiert werden sollte.</p><p>Ich frage darum den Bundesrat:</p><p>- Ist es laut ihm sinnvoll, dass die Schweiz an der Expo 2015 durch Projekte von Teams repräsentiert wird, deren Mitglieder weder Schweizer und Schweizerinnen sind noch in der Schweiz wohnen?</p><p>- Hält er es nicht für nötig, dass die Schweiz an der Expo 2015 durch Schweizer Projekte repräsentiert wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat durchaus Verständnis für das Anliegen, dass die Schweiz durch ein schweizerisches Projekt an der Weltausstellung Mailand 2015 repräsentiert werden sollte. Gemäss den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) müssen allerdings Beschaffungen und Dienstleistungen sowie Aufträge durch den Bund ab einem gewissen Betrag öffentlich ausgeschrieben werden. Diese öffentliche Ausschreibung untersteht den WTO-Regeln.</p><p>Unter diesen Voraussetzungen hat das EDA, Präsenz Schweiz, am 19. August 2011 für die Gestaltung des Schweizer Pavillons an der Weltausstellung Mailand 2015 einen anonymen zweistufigen Projektwettbewerb ausgeschrieben. Der Wettbewerbswert (Art. 44 Abs. 1 Lit. b VöB) belief sich auf etwa 1 650 000 Franken (Preissumme 150 000 Franken; Folgeauftrag etwa 1 500 000 Franken) und erreichte somit den Schwellenwert gemäss Artikel 6 Absatz 1 BöB, ab welchem eine internationale Ausschreibung vorgeschrieben ist. Sämtliche Teilnehmende aus dem In- und Ausland müssen dabei gleichbehandelt werden. Im Wettbewerbsprogramm wurde allerdings eine Vertrautheit mit den schweizerischen Verhältnissen vorausgesetzt, welche gleichzeitig ein Zuschlagskriterium war.</p><p>Die Projektauswahl ist so verlaufen, dass 103 Teams für die erste Stufe des Wettbewerbs ein Projekt eingereicht haben und die Jury 8 Projekte zur weiteren Bearbeitung in der zweiten Stufe vorgeschlagen hat. Von diesen 8 Projekten stammten 5 aus der Schweiz und 3 aus Italien. Von den insgesamt 103 Projekten stammten 50 aus dem Ausland. Im anonymen Verfahren wusste die Jury nicht, welche dieser Projekte aus dem Ausland kommen.</p><p>Am 20. Januar 2012 hat sich die Jury für das Projekt Confooderatio der Firma Netwerch GmbH in Brugg und somit für ein Schweizer Projekt entschieden. Auf dem zweiten Rang findet sich ein Projekt aus Italien und auf dem dritten Rang ein Projekt aus Freiburg.</p>  Antwort des Bundesrates.