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Wenn das Trommelfell geplatzt ist: ein Loch im Trommelfell rechtzeitig behandeln und Folgeschäden verhindern
Als Loch im Trommelfell bezeichnet man eine Verletzung der Membran, die als Barriere zwischen dem äusseren Teil des Ohrs und dem Innenohr einen entscheidenden Einfluss auf das Hörvermögen hat. Schliesslich schützt das Trommelfell vor eindringenden Keimen und leitet die ankommenden Schallwellen an das Mittelohr weiter. Wenn Sie die Symptome erkennen und nach der Diagnose durch den Experten rechtzeitig mit der Behandlung beginnen, können Sie Folgeschäden erfolgreich vorbeugen.
Was ist ein Loch im Trommelfell?
Ein Loch im Trommelfell ist eine Verletzung der dünnen Membran zwischen dem Innenohr und dem äusseren Teil des Ohrs. Neben einer Perforation kann es auch zu einer Ruptur (einem Riss) im Trommelfell kommen. Wenn Sie schon einmal eine Trommelfellverletzung erlitten haben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Trommelfell erneut platzt. Das Loch im Trommelfell ermöglicht es Bakterien, in das Mittelohr einzudringen und dort Entzündungen zu verursachen. Im schlimmsten Fall führen diese zu einem Hörverlust.
Diese Symptome weisen auf ein Loch im Trommelfell hin
Häufigstes Symptom eines Lochs im Trommelfell sind starke Ohrenschmerzen, oft berichten Patienten auch über ein tiefes Rauschen im Ohr. Bleibt das Loch längere Zeit unbehandelt, kommt es durch die eindringenden Bakterien zu einer Gehörgangs- oder einer Mittelohrentzündung. Grössere Verletzungen führen des Öfteren auch zu Blutungen.
Was sind die Ursachen eines Lochs im Trommelfell?
Ein Loch im Trommelfell kann durch eine direkte oder eine indirekte Schädigung der Membran entstehen. Zu einer direkten Verletzung kommt es durch die gewaltsame Einwirkung mit einem spitzen oder stumpfen Gegenstand. Indirekte Trommelfellverletzungen werden unter anderem durch rasche Veränderungen des Luftdrucks ausgelöst. Die typischsten Ursachen sind:
- das Durchstossen des Trommelfells mit einem Wattestäbchen oder einem anderen Gegenstand, der zur Entfernung von Ohrenschmalz zweckentfremdet wurde
- Verbrennungen oder Verätzungen, wie sie beispielsweise bei Über-Kopf-Schweissarbeiten auftreten
- plötzlicher äusserer Überdruck durch eine Explosion, eine Ohrfeige oder den Sprung ins Wasser
- Luftdruckveränderungen bei Flugreisen, besonders bei einer bestehenden Mittelohrentzündung oder Erkältungserkrankung
- Druckschwankungen beim Tauchen
- Trommelfelldurchbruch als Folge einer Mittelohrentzündung.
Wie beuge ich einem Loch im Trommelfell vor?
Nicht jede Trommelfellverletzung lässt sich verhindern. Es gibt allerdings einige vorbeugende Massnahmen, mit denen Sie das Risiko eines Lochs im Trommelfell vermindern. Steht beispielsweise eine Flugreise an, helfen spezielle Nasensprays dabei, ein Anschwellen des Gehörgangs zu verhindern. Vor einem Tauchgang sollten Sie unbedingt klären, ob Ihre Ohren gesund sind oder eine Erkältung vorliegt. Holen Sie dazu den Rat eines Spezialisten ein.
Tragen Sie in einer lauten Umgebung stets einen Gehörschutz. Wichtig ist auch eine schonende Ohrhygiene: Führen Sie nie ein Wattestäbchen in den Gehörgang ein, sondern reinigen Sie die Ohren nur mithilfe Ihres Handtuchs.
Was kann ich gegen ein Loch im Trommelfell tun?
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Trommelfell geplatzt sein könnte, sollten Sie rasch einen HNO-Arzt aufsuchen. Dieser wird Sie zu Vorerkrankungen und möglichen Auslösern befragen. Mithilfe eines Otoskops und des Ohrenmikroskops wirft er einen Blick auf das Innere Ihres Ohrs. Der Trommelfelldefekt ist anhand seiner blutunterlaufenen Ränder in der Regel gut erkennbar. Der HNO-Arzt stellt die Grösse des Lochs fest und prüft mögliche Schäden des Gehörs.
Je nach Schwere der Verletzung und Symptomatik kann der Arzt einen Hörtest durchführen, um eine Hörminderung zu diagnostizieren. Ist die Trommelfellverletzung mit Brüchen des Schädelknochens verbunden, kommen bildgebende Verfahren wie die Computertomographie zum Einsatz.
Nach einer umfassenden Diagnose entscheidet der Spezialist, welche Therapie zum Einsatz kommt. Kleine Risse und Löcher im Trommelfell heilen meist ganz von alleine ab. Ein steriler Ohrenverband schützt dabei vor eindringenden Keimen.
Ist der Defekt grösser, legt der Spezialist Papier- oder Silikonstreifen auf das Trommelfell. Diese dienen als Schiene und unterstützen dadurch den Heilungsprozess.
Heilt die Verletzung nicht oder nur langsam ab, kann das Trommelfell mithilfe eines künstlichen Trommelfellverschlusses (Myringoplastik) verschlossen werden. Hierzu verwendet der Arzt körpereigenes Material.
Hat eine Mittelohrentzündung oder eine andere Entzündung zum Durchbruch des Trommelfells geführt, ist die Gabe von Antibiotika erforderlich. Droht bei einer Mittelohrentzündung ein Platzen des Trommelfells, kann der Arzt ein Loch in das Trommelfell schneiden und eine Paukendrainage legen, damit das Sekret abfliessen kann.
Bei einer Beschädigung der Gehörknöchelchen erfolgt eine Rekonstruktion mithilfe einer Tympanoplastik. Eine chronische Knocheneiterung (Cholesteatom) ist eine mögliche Komplikation des Lochs im Trommelfell und muss operativ behandelt werden.
Da die typischen Symptome eines Lochs im Trommelfell keinen direkten Schluss auf die Ursache zulassen, sollte bei ersten Anzeichen stets der Rat eines Spezialisten eingeholt werden. Dieser klät die Ursache von Ohrenschmerzen, -druck oder -geräuschen ab und therapiert sie gezielt.