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An drei unterschiedlichen Standorten in der Stadt Zürich werden wir dieses Semester das gegenwärtige städtebauliche und architektonische Potential der städtischen Villa untersuchen. Anfangs des 19. Jahrhunderts entstand vor dem Hintergrund der idealisierten Vorbilder aus Antike und Renaissance mit der Villa der Idealtyp einer genuin bürgerlichen Lebensweise. Ursprünglich als Landhaus in reizvoller Umgebung ausserhalb der Stadt gedacht, erweist sich die Villa bald als bedeutender Träger der Urbanisierung. An privilegierten Lagen entstehen Villenquartiere und lassen das Land verstädtern. Die Villa selbst wird so zu einem urbanen Bautyp. Dabei lässt sich eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Bedingungen feststellen: So entstehen unter erhöhter Verdichtung beispielsweise schon früh auch mehrgeschossige Villentypen. Der Architektur kommt dabei die Aufgabe zu, die verlorene Grosszügigkeit der Grundstücke zu ersetzen. Als konstante Entwurfsthemen in dieser Entwicklung erweisen sich insbesondere die Bedeutung der Beziehung des Inneren zum Aussen sowie die architektonisch spannenden Übergänge zwischen öffentlichen und privaten Bereichen des Hauses. Während der Villa in der bürgerlichen Gesellschaft eine stark repräsentative Funktion zukam, definiert sich die heutige Gesellschaft über ein gesteigertes Bedürfnis nach Individualität und Privatheit. Wie begegnen wir diesen Verschiebungen heute im Entwurf eines grosszügigen Wohnhauses? Und kann die Villa, in moderner Form als mehrgeschossiges Gebäude mit mehreren Wohnungen gedacht, erneut einen Beitrag leisten, um unsere Städte aus ihrem Innern heraus weiterzuentwickeln?
Das Semester wird von Markus Peter geleitet und beginnt mit einer Einführung am Dienstag, 15. September 2015 um 10 Uhr im Pavillon HIR C1.