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Ein magerer, ärmlich aussehender Mann sitzt auf dem Trottoir vor der Post in Glarus. Er hat eine Gitarre dabei, aber spielen kann er sie nicht. Meistens liegt sie in seiner Armbeuge und er hält seinen schwarzen Hut in beiden Händen und bettelt. Früher hatte er manchmal ein Akkordeon dabei und spielte stundenlang die gleichen drei Takte. Ein Musiker ist er offensichtlich nicht.
Dieser Mann tut mir leid, und ich kann nicht verstehen, warum jemand in der Schweiz betteln muss. Deshalb bin ich auf die Gemeinde in Glarus gegangen und habe mich bei der Bewilligungsstelle für Strassenmusikanten erkundigt, weshalb man jemandem eine Bewilligung erteilt, der offensichtlich kein Instrument beherrscht. Ausserdem habe ich gefragt, warum sich kein Dienst um diesen armen Kerl kümmert.
Ich habe folgende Antworten erhalten:
1. Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, festzustellen, ob er ein Instrument spielen kann oder ob er bettelt. Er habe ja ein Merkblatt in seiner Muttersprache erhalten.
2. Ich müsse mich an die Polizei wenden, diese sei zuständig. Sie werde ihn aber nicht wegweisen, weil er eine Bewilligung habe.
3. Da er immer als Tourist einreise, seien auch keine Sozialdienste zuständig.
Meiner Meinung nach ist die Erteilung einer Bewilligung im Ermessen des Erteilenden und dieser kann eine solche auch verweigern. Ich denke nicht, dass man diesem Menschen hilft, indem man ihn beim Betteln unterstützt.
Ich finde dies ist ein unhaltbarer Zustand und fordere die Gemeinde Glarus auf – auch im Interesse des Mannes – zu handeln.
Danièle Enz, Glarus