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Der Tafeljura dehnt sich aus zwischen dem Rheintal im Norden, dem Faltenjura im Süden, dem unteren Birstal im Westen und dem Aaretal im Osten. Er wird durch Nord-Süd verlaufende Täler zerschnitten und in verschiedene Hochflächen zerlegt. Der westliche Teil wird als Basler, der östliche als Aargauer Tafeljura bezeichnet. In Baselland umfasst er etwa die Hälfte des Kantonsgebietes.
Der Tafeljura ist eigentlich ein Bruchschollengebirge. Dieses besteht aus ungefalteten mesozoischen Schichten, welche durch zahlreiche ungefähr Nordost-Südwest verlaufende Brüche im Oligozän zerlegt wurden. Diese Brüche sind eine direkte Folge der Absenkung des Rheingrabens. Nach dieser Absenkung wurde die Gegend des Tafeljuras bis zu einer Fast- oder Rumpfebene abgetragen (erodiert) und anschliessend von Ablagerungen der Flüsse aus dem Schwarzwald zugedecket und somit eingeebnet. Diese Fastebene überzog weite Teile Mitteleuropas.
Der Faltenjura existierte zu dieser Zeit noch nicht. So konnten die Flüsse von Schwarzwald und Vogesen von Nord nach Süd quer über das Gebiet des heutigen Juras ins damalige Mittelland fliessen. Unser Jura war damals nichts anderes als eine Fussfläche vor den wohl noch nicht allzu stark herausgehobenen Gebirgen Schwarzwald und Vogesen.
Ende Tertiär erfolgte durch die Jurafaltung und die stärkere Heraushebung des Schwarzwaldes die Neuanlage des Gewässernetzes Richtung Norden und die dadurch bedingte Bildung der grossen Täler und der kleinen Tälchen an den Rändern der Tafeln. Die Ränder blieben oft als Flühe wie die Schartenflue, die Sissacherflue oder die Tennikerflue bestehen. Die endgültige Gestaltung unserer Landschaft erfolgte dann im Quartär vor allem während der Eiszeiten.
Geologisch gesehen sind die Schichten des Tafeljuras die Sedimentbedeckungen des flach südwärts abtauchenden Schwarzwaldmassivs. Wegen des Absinkens nach Süden erscheinen gegen Norden hin immer ältere Schichten an der Erdoberfläche.
Da optisch die Flächen als Tafeln ins Auge springen, sprechen wir von Tafeln beziehungsweise vom Tafeljura. Dies aber zu Unrecht, da er ja, wie oben beschrieben, nicht aus echten, grossen Tafeln, sondern aus Bruchschollen besteht.
Entlang der Linie Erschwil–Waldenburg–Kienberg–Herznach ist der Faltenjura bis zu 5 Kilometer weit auf den Tafeljura überschoben worden. Bei der Jurafaltung in der Erdneuzeit mit Beginn vor rund 5 Millionen Jahren schoben sich die Ketten des Faltenjuras von Süden her über den Tafeljura. Schon im Tertiär wurden die Alpen während ihrer Faltung erodiert. Diese Schuttmassen wurden im damaligen Molassemeer abgelagert. Während der Jurafaltung wurden diese als tertiäre Nagelfluh bezeichneten Schuttmassen in die Faltung mit einbezogen. Sie liegen heute unter den Überschiebungsmassen und belegen dadurch den Vorgang. Gleichzeitig lassen sie die Faltung zeitlich einordnen. Ältere Schichten des Faltenjuras liegen also gefaltet und überschoben auf den jüngeren Schichten des Tafeljuras. Diese Landschaft hat eigene Formen und eine komplizierte geologische Struktur.
Der Tafeljura war nur während der grössten Vergletscherung, der Risseiszeit, von Eis bedeckt. Das Eis des Rhône-/Aaregletschers stiess über die niedrigsten Höhen des Faltenjuras nach Norden im Tal der Frenke bis Frenkendorf (Hülftenschanz) und im Rheintal – zusammen mit dem Rheingletscher – bis Möhlin vor. Während der Eiszeiten fanden Löss- und Schotterablagerungen statt, so zum Beispiel die Schotter der Hoch- und Niederterrassen. In den Zwischeneiszeiten bildeten sich Böden und es entstanden Täler. Die Flüsse gruben sich wieder in die zuvor abgelagerten Schotter ein.
Im westlichen Teil vermögen die Tafeln zwischen den Tälern zwei bis drei Dörfer zu tragen. Im östlichen Teil sind die Tafeln schmaler, so dass nur noch ein Dorf Platz findet. Jedem Bergdorf kann ein Taldorf zugeordnet werden. Im ganzen Gebiet liegen die Hauptsiedlungen in den Tälern. Die Tafeldörfer wurden meist in Mulden angelegt, wo sie vor Winden geschützt sind und sich zudem noch etwas Quellwasser sammelt. Meistens liegen sie ungefähr in der Mitte des Teilplateaus.
Die wichtigsten Zuflüsse zur Ergolz haben ihre Quellmulden in der Überschiebungszone. Hier sitzen die Taltrichterdörfer Oltingen, Zeglingen, Läufelfingen, Eptingen, Obderdorf und Reigoldswil.
Die etwas feuchteren Talböden waren früher von Wiesen und Wässermatten, trockenere von Äckern beziehungsweise Siedlungen und Verkehrswegen eingenommen. Die Steilhänge wurden dem Wald überlassen. Die Plateaus lockten dank ihrer Flachheit zur Bewirtschaftung. Teile von ihnen hatten jedoch magere Kalkböden und sind nicht gerodet worden. Mergelzonen an den Hängen sowie mergel- und lehmbedeckte Hochflächen wurden in fruchtbares Wies- und Ackerland umgewandelt. Grundsätzlich kann man festhalten, dass im Tafeljura die ursprüngliche landwirtschaftliche Nutzung von der Beschaffenheit der Böden und nicht so sehr vom Wasser abhängig war.
Auch in der Überschiebungszone sind die Beziehungen zwischen Bau und Relief beziehungsweise Wald und Freiland gegeben. Harte Schuppenstrukturen sind steil, felsig und bewaldet; dazwischen gibt es in weichen Schichten Tälchen (zum Beispiel im Keuper resp. Mergel) mit Äckern und Wiesen.
HPM