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«Dies ist ein katastrophales Ergebnis für die konservative Partei, das Fragen über die Zukunft von Theresa May als Premierministerin aufwerfen muss», sagt Azad Zangana von Schroders. Viele Marktbeobachter befürchten erschwerte Brexit-Verhandlungen: «Der Umstand, dass es im Parlament nun keine klaren Mehrheitsverhältnisse mehr gibt, dürfte die sowieso bereits schwierigen Brexit-Verhandlungen noch zusätzlich erschweren, und die daraus resultierende Unsicherheit ist für die Märkte nicht gerade förderlich», fasst Paul Hatfield von Alcentra (BNY Mellon) zusammen.
Für Richard Buxton, CEO von Old Mutual Global Investors, ist der Wahlausgang vor allem auf die jungen Wähler zurückzuführen. Er nennt es eine «Youngsters Revolution». So zeigten die ersten Wahlanalysen, dass die Jungen mit deutlicher Mehrheit die Labour-Partei gewählt haben, während sich die älteren Generationen für Mays konservative Partei entschieden. «Dies war eine Entscheidung der Jungen gegen horrende Studiengebühren und einen nicht funktionierenden Wohnungsmarkt. Die Jungen stimmten seinerzeit für «Remain», die alten für «Brexit». Die Jungen haben nun endlich ihre Stimme gefunden».
Die Finanzmärkte zeigen sich am Tag danach vom Wahlausgang weitgehend unbeeindruckt. Der FTSE 100 und der DAX halten sich im Plus und der SMI notiert nach einem positiven Start wieder leicht über dem Vortagesschluss.
Auch das Pfund wertete weniger ab als aufgrund eines Parlamentes ohne klare Mehrheiten zu befürchten war. Das schwächere Pfund dürfte die Inflation etwas stärker als prognostiziert antreiben, was einen leicht negativen Einfluss auf die Ausgaben der Privathaushalte haben dürfte, so Zangana. Einen kurzfristigen Kurswechsel der Bank of England (BoA) hält der Schroders-Experte für unwahrscheinlich. Die BoA werde aber kommunizieren, dass sie im Falle einer Finanzinstabilität bereit wäre, zu handeln. “Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird sich jede konservative Minderheitsregierung nicht länger als ein Jahr halten. Sie würde Probleme haben, Gesetzesentwürfe durchzubekommen».
Standard Life erwartet zunächst einmal schwächere Risikomärkte, vor allem aufgrund der zunehmenden Unsicherheit über schwierige Brexit-Verhandlungen. Damit einhergehend dürften sich die Zins-Spreads wahrscheinlich vergrössern und die Aktien sowie REITs unterdurchschnittlich entwickeln.