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1978 ging Lous Beziehung zu Rachel, einer Transfrau, in Brüche. Lou war Drogenabhängig. In den meisten Songs imitierte er seine alten Rollen, das blondierte «Rock’n’n Roll-Animal» von Mitte der 70er-Jahre und den Sado-Maso-Rocker aus Andy Warhols Factory aus den Sixties. Leider, Lou überzeugt nur, wenn er Neues wagt, wie Soul Musik auf «I Wanna Be Black» oder Barock-Pop im Titelstück.
Ein Teil der Songs wurde 1977 live in München und Ludwigshafen (das Publikum rausgemischt) aufgenommen. Das Album war binaural abgemischt, ein Versuch, die 3D-Studioatmosphäre Stereo hinzukriegen, was erst durch das digitale Multitrack-Verfahren von heute gelingt. Bruce Springsteen wirkte im Titelsong als anonymer Sprecher mit.
Auf «Street Hassle» ist jeder Song eine Liebkosung und zwei Tritte in die Eier zugleich. Streckenweise Rockmusik die bis heute modern klingt. Reeds Texte sind direkt, explizit, unzweideutig und lassen selbst heute noch Skandal-Rapper wie Schulbuben aussehen. Lou hatte gehofft, ein Meisterwerk zu schaffen, das gelang ihm erst zehn Jahre später mit dem Album «New York». Bei Reeds zweitletztem Konzert in Zürich, 2004, gehörte «Street Hassle» zu den grossen Momenten.
Lou Reed live zur Zeit von Street Hassle Ende der 1970er-Jahre.

Tracklist Originalalbum
Gimme Some Good Times
Dirt
Street Hassle
• Waltzing Matilda
• Street Hassle
• Slipaway
I Wanna Be Black
Real Good Time Together
Shooting Star
Leave Me Alone
Wait
Beitrag zum Schwerpunkt 1978 in der Ausgabe 6/2018.