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Schon seit 150 Jahren gibt es sie, und auch heute verschickt man Freunden und Familie immer mal wieder eine Ansichtskarte oder – wie wir umgangssprachlich sagen – Postkarte. Die einen sammeln sie, bei anderen findet sie nach dem Lesen direkt den Weg in den Papierkorb. Aber fast jeder hat zuhause eine Postkarte, die über all die Jahre sicher aufbewahrt worden ist.
Wir wollten wissen, an welcher Postkarte SRF 1-Hörer und -Hörerinnen besonders hängen. Die Einsendungen ergaben eine wunderschöne, berührende und originelle Bildergalerie
Wussten Sie schon, dass...?
Der Begriff der Postkarte wird heutzutage häufig mit der Ansichtskarte verwechselt. Karten, welche man aus den Ferien verschickt – mit einem schönen Bild des Ferienortes auf der Vorderseite – sind Ansichtskarten. Postkarten dienen nur dem Korrespondenzverkehr. Trotzdem nutzen wir umgangssprachlich im Alltag fast nur den Begriff der Postkarte.
Seit 150 Jahren
Im Jahr 1869 wurde die erste Postkarte aus Österreich verschickt. Und nur ein Jahr später hat die Schweiz ebenso den Postkartenverkehr eingeführt. Die Postkarte hatte vor allem einen wirtschaftlichen Nutzen. Die Kurznachricht war schnell und preiswerter als das teure Telegrafieren. Unternehmen schrieben sich im Schnelllauf, schlossen Verträge oder verhandelten. Drei Mal am Tag gab es bei der Post einen Postversand. Wer also am Morgen in Genf eine Postkarte nach Zürich schickte, kam diese am selben Tag an.
Vor 150 Jahren: 26. Januar 1869 – Die Postkarte wird erfunden
Emanuel Herrmann, Professor der Nationalökonomie, regt in einem Zeitungsartikel die Einführung der Postkarte aus wirtschaftlichen Gründen an. Kurz darauf wird die sogenannte Korrespondenzkarte im deutschsprachigen Raum eingeführt.
Später kam mit der Fotografie auch die Ansichtskarte, mit welcher wir bis heute Feriengrüsse aus aller Welt verschicken.
In den ersten Jahren nach der Einführung von Postkarten wurden in der Schweiz nur rund 2.3 Millionen Postkarten pro Jahr verschickt und nicht wie im Ausland rund 5 Millionen. Deshalb führte man später den Briefumschlag für Postkarten ein und kurbelte so den Verkauf an, sodass man im Jahr 1890 fast 15.8 Millionen Postkarten verkauft hat. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Schweiz damals nur rund drei Millionen Einwohner hatte.
Die Verwendungszwecke, die Materialien und das Aussehen der Postkarten waren vielfältig. Es gab unter anderem Reklamekarten, Kunstpostkarten, politische Propagangdapostkarten, Bürgerbewegungskarten und Teilnahmekarten.
Postkarten im Ersten Weltkrieg
Während dem Ersten Weltkrieg erlebte die Postkarte einen Aufschwung, da viele Männer Postkarten aus dem Dienst nach Hause schickten. Die Motive auf der Vorderseite der Postkarten dienten zur Repräsentation und zeigten nicht den Dienstalltag.