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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 2016 die Elimination von viraler Hepatitis bis 2030 auf globaler Ebene zum Ziel gesetzt. Als WHO-Mitgliedsland trägt die Schweiz dieses Ziel mit.</p><p>Die Krankheitslast, die in der Schweiz durch Hepatitis B und C verursacht wird, ist gross. Virale Hepatitis ist eine der Virusinfektionen, die in der Schweiz am meisten Opfer fordern: Es sterben jedes Jahr rund 200 Menschen an den Folgen einer Hepatitis-B- oder -C-Infektion. Das wäre vermeidbar. Hepatitis C ist heute gut heilbar. Und es existiert eine wirksame Impfung gegen Hepatitis B.</p><p>Dank erfolgreicher Präventionsmassnahmen gibt es nur wenige neue Infektionen. Doch Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs wiegen schwer. Durch die Elimination von Hepatitis B und C in der Schweiz könnten gesundheitliche Folgen wirksam eingedämmt und viel Leid verhindert werden.</p><p>Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass in der Schweiz im laufenden Jahr 4400 Personen mit einer chronischen Hepatitis C behandelt werden müssten, um das Eliminationsziel zu erreichen. Um diese Zahl von Personen behandeln zu können, braucht es zusätzliche Anstrengungen. Denn im Jahr 2018 wurden nur 3000 Therapien durchgeführt, und die Zahl der Therapien ist momentan leider rückläufig.</p><p>Eine offizielle Eliminationsstrategie des Bundes gibt es nicht. Jedoch hat die zivilgesellschaftliche Initiative Schweizer Hepatitis-Strategie mit Expertinnen und Experten Eliminationsziele definiert.</p><p>Um diese Ziele zu erreichen und damit den WHO-Zielen zu entsprechen, braucht es Ressourcen der öffentlichen Hand.</p><p>Deshalb stelle ich folgende Fragen an den Bundesrat.</p><p>1. Wie viele personelle und finanzielle Ressourcen der öffentlichen Hand stehen jedes Jahr für die Prävention von viraler Hepatitis zur Verfügung?</p><p>2. Wie viele personelle und finanzielle Ressourcen der öffentlichen Hand werden jährlich eingesetzt, um die gesundheitlichen Folgen einer chronischen Hepatitis-Infektion einzudämmen?</p><p>3. Mit dem Einsatz welcher personellen und finanziellen Mittel gedenkt er die Eliminationsziele der WHO zu erreichen?</p><p>Falls keine konkreten Zahlen vorhanden sind, bin ich dankbar für Schätzungen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat misst der Bekämpfung viraler Hepatitis auch ohne eine Eliminationsstrategie des Bundes grosse Bedeutung zu (siehe dazu auch die Antworten des Bundesrates auf die Anfragen Heim 18.1008 und Häsler 18.1013).</p><p>Die Bekämpfung der Hepatitis B ist integraler Teil der Nationalen Strategie zu Impfungen (siehe <a href="http://www.bag.admin.ch/nsi">www.bag.admin.ch/nsi</a>). Gegen diese Krankheit stehen hochwirksame und sehr sichere Impfstoffe zur Verfügung. Die Hepatitis-B-Impfung wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) für Säuglinge sowie Jugendliche und Risikogruppen empfohlen und durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen.</p><p>Die Bekämpfung der Hepatitis C ist ein wichtiger Aspekt in der Strategie Sucht und der Viersäulenpolitik des Bundes im Drogenbereich. Seit Jahren werden verschiedene Massnahmen auf mehreren Ebenen durchgeführt. Dazu gehört die Prävention im Spital- und Gesundheitsbereich sowie die Schadenminderung bei Drogenkonsumierenden, welche die Hauptgruppe bei der Übertragung von Hepatitis C in der Schweiz darstellen. All dies hat dazu geführt, dass relevante Indikatoren zur Krankheitslast viraler Hepatitis - wie Inzidenz, Hospitalisationen, Lebertransplantationen, Sterblichkeit usw. - seit Jahren entweder stabil blieben oder sogar sanken.</p><p>Da eine Mehrheit der Hepatitis-C-infizierten Personen in der Schweiz nicht zur Verbreitung der Hepatitis C beiträgt, fokussieren sich die Anstrengungen des BAG darauf, Risikopersonen, welche die Krankheit übertragen können, zu finden und konsequent zu behandeln. Seit Oktober 2017 können infizierte Personen ohne Einschränkungen der OKP medikamentös behandelt und zu über 90 Prozent geheilt werden.</p><p>Der Bundesrat sieht aus diesen Gründen keinen Bedarf, über aktuelle Massnahmen hinausführende Anstrengungen - wie zum Beispiel die Testung der Gesamtbevölkerung auf Hepatitis C zur Erhöhung der Anzahl Behandlungen - zu ergreifen. Hingegen werden die Anstrengungen des Bundes zur Hepatitis-Prävention im Drogenbereich fortgeführt.</p><p>1. Das BAG wendet jedes Jahr einen Betrag in der Grössenordnung von 300 000 Franken als Sachmittel zur Bekämpfung viraler Hepatitis auf. Der Hauptteil wird für Kampagnen und Massnahmen zur Prävention im Bereich der Schadenminderung bei Drogenkonsumierenden verwendet (siehe Nationale Kampagne zu Hepatitis C im Drogenbereich <a href="http://www.hepch.ch">www.hepch.ch</a>; Nationale Strategie Sucht <a href="http://www.bag.admin.ch/sucht">www.bag.admin.ch/sucht</a>).</p><p>Zur Umsetzung der Aktivitäten und um amtsinterne Aufgaben durchzuführen sowie an externe Institutionen oder Personen vergebene Mandate zu koordinieren, werden vom BAG jährlich personelle Ressourcen im Umfang von etwa 110 Stellenprozenten eingesetzt.</p><p>Impfungen stellen eine der Hauptmassnahmen zur Prävention von Hepatitis B in der Allgemeinbevölkerung sowie in Risikogruppen dar. Ressourcen, welche dem BAG zur Erarbeitung und Aktualisierung von nationalen Impfempfehlungen (<a href="http://www.bag.admin.ch/impfplan">www.bag.admin.ch/impfplan</a>) zur Verfügung stehen, sind in obiger Schätzung nicht enthalten. Sachmittel für andere wichtige Massnahmen zur Prävention viraler Hepatitis - wie zum Beispiel die epidemiologische Überwachung meldepflichtiger Infektionskrankheiten - fehlen ebenfalls in diesen Schätzungen. Dasselbe gilt für die Mittel, die von den Kantonen und anderen Institutionen aufgewendet werden.</p><p>2. Die in der Antwort zur ersten Frage abgeschätzten Ressourcen dienen auch zur Eindämmung gesundheitlicher Folgen einer chronischen Hepatitis-Infektion. Die damit zusammenhängenden Ressourcen können nicht einzeln ausgewiesen werden.</p><p>3. Der Bundesrat geht davon aus, das von der Weltgesundheitsorganisation angestrebte Eliminationsziel in der Schweiz mit den oben beschriebenen Mitteln bis 2030 zu erreichen.</p>  Antwort des Bundesrates.