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Siedlungsabfälle
Der Begriff Siedlungsabfälle bezieht sich auf Abfälle
- die aus Haushalten stammen,
- die aus Unternehmen mit weniger als 250 Vollzeitstellen stammen und deren Zusammensetzung betreffend Inhaltsstoffe und Mengenverhältnisse mit Abfällen aus Haushalten vergleichbar sind ,
- der öffentlichen Verwaltungen, deren Zusammensetzung in Bezug auf Stoffe und Mengen mit dem Abfall aus Haushalten vergleichbar ist.
Die Entsorgung von Siedlungsabfällen fällt in den Zuständigkeitsbereich der Gemeinden. Abfälle, die per Definition nicht als Siedlungsabfälle gelten (unternehmensspezifische Abfälle), müssen von ihren Besitzern und auf deren Kosten entsorgt werden, sofern mit der betreffenden Gemeinde nichts anderes vereinbart wurde. Die Besitzer sammeln den Abfall ein, sortieren ihn und schicken ihn dann zu verschiedenen Verwertungswegen in der Schweiz oder im Ausland.
Die regionalen Antennen (Antenne Région Valais und Abfallberatung Oberwallis) stehen den Gemeinden und regionalen Akteuren zur Verfügung, um sie in Bezug auf Abfälle, insbesondere Siedlungsabfälle, zu unterstützen und zu orientieren.
Ab dem 1. Januar 2018 wurde in den meisten Teilen des Kantons Wallis die Kausalsteuer auf Siedlungsabfälle eingeführt (Gebührensäcke). Es handelt sich dabei um eine attestierte Massnahme zur Verbesserung der Sortiergewohnheiten. Die Einführung dieser Gebühr auf dem gesamten Kantonsgebiet hat insbesondere dazu geführt, dass die bestehenden Strukturen auf den neuesten Stand gebracht wurden. So wurden in zahlreichen Gemeinden die Sammelstellen für wiederverwertbare Abfälle ausgebaut. Ökohöfe ergänzen diese Infrastrukturen. Einige Gemeinden oder Privatunternehmen arbeiten direkt mit Sortierzentren zusammen. Diese sammeln den Abfall ein, sortieren ihn und schicken ihn dann zu verschiedenen Wiederverwertungswegen in der Schweiz oder im Ausland.
Nicht recycelbare, verbrennbare Abfälle werden in einer thermischen Kehrichtverwertungsanlage (KVA) verarbeitet. Sie können als Hausmüll (typischerweise das, was man in den Gebührensäcken findet) und Sperrmüll zusammengefasst werden. Im Wallis werden diese Abfälle in den drei aktiven KVAs verwertet, die jeweils eine spezifisches Einzugsgebiet haben:
Biogene Abfälle sind Abfälle pflanzlichen, tierischen oder mikrobiellen Ursprungs. Sie müssen stofflich oder durch Vergären verwertet werden (Art. 14 VVEA). Grünabfälle aus Haushalten können von Privatpersonen kompostiert werden oder werden von der Gemeinde gesammelt und dann in Kompostierungs- oder Vergärungsanlagen verwertet.
Altholz umfasst Holzabfälle aus dem Abriss, der Verarbeitung und der Renovierung von Gebäuden, aber auch Abfälle aus Verpackungen oder alten Möbeln. Die wichtigsten Herausforderungen im Zusammenhang mit Altholz für die Walliser Akteure hängen mit den Energiepreisen auf dem europäischen Markt, den jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Materialströme (grösserer Heizbedarf im Winter) und der Frage der Lagerung dieses Materials zusammen.
Heute muss geklärt werden, ob die thermische Verwertung von Altholz im Wallis gefördert werden sollte und wie die kantonale Energiestrategie die Ressource, die durch einheimisches Altholz repräsentiert wird, am besten integrieren kann.
Die Behandlung des Schlamms aus Abwasserreinigungsanlagen (ARA) erfolgt durch Verbrennung in den KVA. Die Standorte der Schlammverbrennungsöfen sind jedoch in ihrer Lagerkapazität begrenzt. Ein kantonaler Überblick ist im Schlussbericht der Studie zur Konsolidierung des Klärschlammaufkommens im Kanton Wallis enthalten (derzeit nur auf Französisch verfügbar).
Metalle, Papier/Karton, Glas sowie andere Siedlungsabfälle wie Aluminium, Elektro- und Elektronikgeräte, Batterien und Akkus, Sonderabfälle aus Haushalten, Textilien, Altöl, Kunststoff und Reifen werden insbesondere von kommunalen oder industriellen Ökohöfen getrennt gesammelt. Elektrische und elektronische Geräte werden ebenfalls von den Herstellern zurückgenommen. Schrott und Metalle werden von Schrotthändlern gesammelt.
Die gewerblichen Ökohöfen dienen als regionalisierte Sammellogistikzentren und verteilen die verschiedenen Abfälle entsprechend ihrer Wiederverwertungswege weiter. Diese Abfälle werden in der Regel nicht im Wallis verarbeitet, sondern an verschiedene Verwertungswege in der Schweiz oder im Ausland weitergeleitet. Diese Unternehmen verfügen über eine Bewilligung zur Annhame von Abfällen im Sinne der VeVA.
DOKUMENTE
- Vollzugshilfe für das Errichten und Betreiben von Ökohöfen
- Gesuch um allgemeine Auskünfte (Ökohof)
- SOFIES - Filière bois usagé et valorisation thermique des déchets urbains du canton du Valais: analyse et recommandations (nicht auf Deutsch verfügbar)
- Studie zur Konsolidierung des Klärschlammaufkommens im Kanton Wallis (nicht auf Deutsch verfügbar)