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Tiefe Hirnstimulation bei fortgeschrittenem Parkinson
Bisher existieren wenige randomisierte Studien, welche die Wirkung und Sicherheit der tiefen Hirnstimulation bei Patienten mit fortgeschrittenem Parkinson untersucht haben. Die Autoren einer im JAMA publizierten Studie haben diese moderne Behandlungsoption mit der optimierten medikamentösen Therapie verglichen.
Zwischen 2002 und 2005 wurden 255 Patienten mit einem fortgeschrittenen Morbus Parkinson in die randomisierte, kontrollierte Studie eingeschlossen; 25% der Teilnehmer waren mindestens 70-jährig. Die Behandlung bestand entweder in einer optimierten medikamentösen Behandlung (n=134) oder der tiefen Hirnstimulation im Bereich des Nucleus subthalamicus (n=60) oder des Globus pallidus (n=61). Primärer Endpunkt war die gewonnene Zeit im „on“-Status ohne behindernde Dyskinesien nach 6 Monaten. Weitere Endpunkte waren motorische und neurokognitive Funktion, Lebensqualität sowie Nebenwirkungen.
Die Patienten mit tiefer Hirnstimulation gewannen pro Tag 4.6 Stunden „on“-Zeit ohne behindernde Dyskinesien. Im Vergleich dazu erfuhren die medikamentös behandelten Parkinson-Patienten keine Verlängerung der „on“-Zeit (p<0.001). Eine klinisch bedeutsame Verbesserung in der motorischen Funktion zeigte sich bei 71% in der Hirnstimulation-Gruppe und bei 32% in der Medikamenten-Gruppe (p<0.001). Auch die Lebensqualitätsverbesserung war nach Implantation des Hirnstimulators signifikant grösser als unter der medikamentösen Therapie (p<0.001). Die Nebenwirkungsrate war in der Hirnstimulation-Gruppe signifikant höher als in der Medikamentengruppe: Mindestens ein ernsthaftes unerwünschtes Ereignis trat bei 49 versus 15 Patienten auf. 39 der 49 Ereignisse in der Hirnstimulation-Gruppe hingen mit dem operativen Eingriff zusammen. Ein Patient verstarb aufgrund einer zerebralen Blutung.
Konklusion der Autoren: Die tiefe Hirnstimulation ist der optimierten medikamentösen Therapie bei fortgeschrittenem Parkinson bezüglich „on“-Zeit ohne Dyskinesien, motorischer Funktion und Lebensqualität überlegen, geht aber mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse einher.
Link zur Studie
JAMA 2009;301:63-73 - Weaver FM et al
08.01.2009 - dde