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76 000 Kinder leben hierzulande in Armut, weitere 188 000 in prekären Lebensverhältnissen, nur knapp oberhalb der Armutsgrenze. Kinder, die in Armut aufwachsen, erleben materielle Benachteiligung, soziale Ausgrenzung und haben schlechtere Bildungschancen. Frühe Förderung - etwa ein Platz in einer Kindertagesstätte - ist oft zu teuer oder gar nicht vorhanden. Die schlechteren Startchancen können aber später nicht mehr wettgemacht werden. Die Kinder bleiben häufig bis ins Erwachsenenalter arm. Für die Kinderarmut verantwortlich sind hohe Kinderkosten, tiefe Einkommen der Eltern und mangelnde Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, eine lückenhafte Existenzsicherung für Kinder sowie fehlende Investitionen des Bundes im Bereich Kinder und Familien. Der Schweiz gelingt es deshalb nicht, Kinderarmut zu überwinden. Das zeigen auch die zahlreichen Berichte und Studien, die der Bund jüngst publiziert hat. Löbliche Ausnahmen bilden Massnahmen in einzelnen Kantonen, wie Familienergänzungsleistungen oder der freiwillige Kindergarten ab drei Jahren im Tessin. Die Caritas bündelt im vorliegenden Positionspapier die neuesten Kenntnisse zu Kinderarmut, identifiziert die Ursachen, benennt die Herausforderungen und dokumentiert Beispiele guter armutspolitischer Praxis aus den Kantonen. Diese gilt es auf die ganze Schweiz auszudehnen. Familienergänzungsleistungen und Frühe Förderung sind die zentralen Schlüssel zur Reduktion von Kinderarmut. Das Wissen ist da, und die Instrumente sind erprobt. Nun müssen sie schweizweit implementiert werden.