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Dank dem Weinbau florierte die Gemeinde und wies zeitweise die zweitgrösste Einwohnerzahl des Bezirks auf. Mit dem Niedergang des Weinbaus (ab 1900) verlor Thalheim einen Grossteil der Bevölkerung, die anderweitig ein Auskommen suchen musste.
Auf dem Gemeindeboden – direkt gegenüber der Kirche – liegt die Ruine der ehemaligen Burganlange Schenkenberg. Der seit der Mitte des 15. Jahrhunderts dort gelegene bernische Landvogteisitz wurde 1720 nach Schloss Wildenstein verlegt. Vor 1460 sassen jeweils habsburgische Lehensleute auf der Burg.
Ort und Pfarrei waren habsburgische Gründungen des 11. Jahrhunderts. Das Pfarreigebiet umfasste seit jeher nur Thalheim.
Der Kirchensatz (Recht die Pfarrstelle zu besetzen) lag bei der benachbarten Herrschaften Kasteln und Wildenstein. Ein Drittel gelangte über die Berner Patrizierfamilie von Mülinen an die Herrschaft Wildenstein, danach 1720 an Bern. Zwei Drittel erwarb Bern 1732 aus der Erbschaft der Familie von Erlach zu Kasteln. 1803 gelangten diese Rechte gesamthaft an den Kanton Aargau.
2015 lag der Anteil der reformierten Dorfbevölkerung bei knapp 60% oder rund 470 Personen. Seit der Reformation 1528 haben rund drei Dutzend Pfarrpersonen die Bevölkerung von Thalheim seelsorgerisch betreut.
Die Kirche von Thalheim steht seit 1966 unter kantonalem Denkmalschutz.
Verfasst von Markus Widmer-Dean
Das Bildmaterial stammt von Markus Widmer-Dean.