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Der Liner, den Sie über Ihren Stumpf aufziehen fungiert als zweite Haut und verbindet Ihren Stumpf mit dem Schaft der Prothese.
Bei Unterschenkel- und Knieexartikulationsprothesen mit Softsocket ziehen Sie vor dem Überstülpen des Weichwandinnenschaftes auf Ihren Stumpf einen feinmaschigen Strumpf aus Kunstfaser und einen oder mehrere Strümpfe aus Naturfaser an, je nach Volumenschwankung des Stumpfes. Anschliessend gleiten Sie in Ihre Prothese, nachdem Sie sich versichert haben, einen Nylonstrumpf über Ihren Weichwandinnenschaft gezogen zu haben.
Bei Oberschenkelprothesen mit Haftschaft gibt es verschiedene Hilfsmittel, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Die Anziehhilfe ermöglicht mit Unterstützung von Pumpbewegungen das Gleiten der Haut auf der Schaftwand. Probieren Sie bei uns alle Varianten aus, um diejenige zu finden, die Ihnen am besten gefällt.
Beginnen Sie mit der Elastikbinde bei der Leiste und umwickeln Sie Ihren Stumpf. Führen Sie nun das Ende durch das Ventilloch und ziehen Sie die Prothese mit leichten Pumpbewgungen an. Fahren Sie fort, bis die Binde vollständig abgezogen ist. Anstelle des Elastikbinde kann ein Baumwoll-Tricotschlauch, ein mit Bändeln versehrter Nylonstrumpf oder eine doppelwandige Anziehhilfe aus gleitfähigem Gewebe verwendet werden. Entscheidend ist immer ein passendes Volumen des Schaftes, um Weichteilwulse am Prothesenrand zu vermeiden.
Kontrollieren Sie bitte Ihre Stumpfhaut regelmässig auf Druckstellen und teilen Sie uns allfällige Rötungen mit. Eine rechtzeitige Korrektur an der Prothese vermeidet schwerwiegende Hautverletzungen.
Wenn der Stumpf mit einer orthopädischen Apparatur ausgestattet wurde, verliert er sein Volumen aufgrund des Abklingens der Schwellung und des Verlustes an Muskelmasse. Das Volumen von Unterschenkelprothesen und Exartikulationen des Knies kann durch Zusatz eines Strumpfes zwischen Stumpf und Softsockel ausgeglichen werden. Sobald aber zuviele Baumwollstrümpfe ins Spiel kommen (mehr 3–4), muss die Prothese neu angepasst werden.
Bei Oberschenkelprothesen kann das Volumen so nicht ausgeglichen werden, die Prothese muss hier neu angepasst werden.
Wie alle Körperpartien darf der Stumpf bei der täglichen Hygiene nicht vergessen werden. Die Strümpfe für den Stumpf müssen regelmässig gewechselt und gewaschen werden. Der ausgeglichene Softsocket kann man in lauwarmem Seifenwasser waschen und mit klarem Wasser spülen. Gut trocknen vor dem Anlegen – nicht mit dem Fön, auch nicht auf die Heizung legen. Es besteht Verformungsgefahr der thermoplastischen Materialien!
Die Oberschenkelschäfte dürfen nur mit einem feuchten Tuch gereinigt werden (Seifenwasser und klares Wasser).
Silikon und die auf Mineralöl basierenden Materialien können auf verschiedene Art und Weise für das gewünschte Ergebnis eingesetzt werden:
Verringerung von Reibung aufgrund der elastischen Eigenschaften des Materials (zum Beispiel Silipos-Strümpfe)
Anziehen der Prothese mit einem wasserdichten Silikon-Liners (zum Beispiel Ice-Ross, 3S Fillauer)
Simulation eines Organes (zum Beispiel Handschuhe für Prothesen der oberen Gliedmassen, Fussprothesen, Epithesen)
Zu Beginn der Rehabilitation ist die Verwendung von Gehhilfen vollkommen normal, man sollte sich jedoch so schnell wie möglich davon trennen. Selbstverständlich beeinflussen Allgemeinzustand und Alter des Patienten die Verwendungsdauer solcher Hilfsmittel stark. Es gibt Patienten, die sich nie von ihrer Gehhilfe trennen, andere wiederum benutzen sie gar nie. Es gibt keine Regel!
Und mit nur einem Stock? Wer mit nur einem Stock geht, muss diesen auf der Seite des gesunden Beines halten und ihn im Gleichschritt mit der Prothese benutzen.
Für einfache Gehilfen, für Amerikaner Krücken wie auch für Gehrahmen muss der Abstand zwischen Boden und Griff eine Beugung des Ellenbogens zwischen 5–10 Grad zulassen.
(Praktisch: Griff etwa in Leistenhöhe)
Für Achselkrücken muss das Achselhöhlenkissen 5cm unter der Achselhöhle liegen, der Ellenbogen wird um ca. 15 Grad gebeugt.
(Diese Art von Gehilfe ist in der Regel nicht notwendig, wenn man eine Prothese trägt).
Mehr Wissen
Die Botta Orthopädie AG bildet sich ständig weiter. Jährlich kommen total rund 30 Kurstage zusammen: Orthesengestaltung (neue Materialien, neue Technik, neues Design), elektronisches Kniegelenk, Rezertifizierung, Schuhmacherkurs, SIBE-Kurs Arbeitssicherheit usw.
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