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In manchen Fällen ist es erforderlich, spezifische Aspekte der Unternehmensfinanzlage näher zu betrachten. Ziel ist es, die Fragen zu beantworten, die sich in der Startphase den meisten Unternehmern stellen:
- Wie wirken sich Umsatzabweichungen von den geplanten Zahlen aus?
- Kann das Unternehmen seine Schulden rechtzeitig begleichen?
- Wie lange dauert es, bis das Unternehmen die Anfangsinvestition wieder eingespielt hat?
- Wie viel muss das Unternehmen minimal produzieren oder vermarkten, um profitabel zu sein?
Antworten auf diese Fragen können diverse Finanzanalysen im Businessplan geben.
Szenarioanalyse
Oft besteht der Wunsch, verschiedene Szenarien in eine Planung einzubauen, um entsprechende Gegenmassnahmen vorzubereiten. Normalerweise werden drei Grundszenarien betrachtet: Ein negatives (Low Case), ein positives (High Case) und ein Standardszenario (Base Case). Das Standardszenario ist dabei das Wahrscheinlichste.
Diese Methode berücksichtigt unterschiedliche Faktoren, die den Gewinn eines Unternehmens beeinflussen und analysiert deren gegenseitige Abhängigkeiten. Zu den potenziellen Faktoren, die berücksichtigt werden, gehören:
- Anzahl der Kunden / Verkäufe
- Prozentsatz der variablen oder fixen Kosten
- Höhe der erforderlichen Investitionen
- Steuern usw.
Eine derartige Analyse ist komplex und eine Untersuchung aller genannten Faktoren ist nicht in jedem Fall erforderlich. Aus diesem Grund wird meistens lediglich der Einfluss der Anzahl der Kunden oder der Verkäufe analysiert.
Sensitivitätsanalyse
Die Sensitivitätsanalyse zeigt allgemein, welche Auswirkungen Veränderungen von Inputdaten auf das Endergebnis haben. Diese Analyse zeigt also, wie empfindlich ein System auf Änderungen reagiert.
Diese Analysemethode ermittelt, welche Faktoren einen mehr oder weniger grossen Einfluss auf die Rentabilität eines Unternehmens haben. Je grösser der Variationsbereich der Parameter der analysierten Faktoren ist, der einen positiven Einfluss auf die Rendite hat, desto nachhaltiger ist das Unternehmen bzw. das Projekt aufgestellt. Als variable Inputs können folgende Faktoren berücksichtigt werden: Verkaufsvolumen, Stückpreis, Investitionen, Betriebskosten, Zahlungsfristen, Darlehenszinsen, Discounts usw.
Eine der Schwächen dieser Analysemethode besteht darin, dass lediglich die Änderung ausgewählter Faktoren berücksichtigt wird. Gleichzeitig kann diese Anpassung zu einer Veränderung weiterer Faktoren führen, die in der Analyse nicht mehr berücksichtigt werden. Darüber hinaus zeigt diese Methode keine Wahrscheinlichkeit von Änderungen an Schlüsselfaktoren oder deren Kombination an.
Break-Even Analyse
Die Break-Even Analyse zeigt, wie viele Produkte produziert und abgesetzt (respektive Dienstleistungen verkauft) werden müssen, um nach Abzug aller Kosten weder Verlust noch Gewinn zu erwirtschaften. Das ist ein zentrales Instrument für die Unternehmensplanung.
Es wird eine Gesamtheit von folgenden Faktoren analysiert: Absatzmenge, Preis sowie variable als auch fixe Kosten. Bei der Break-Even-Analyse wird davon ausgegangen, dass drei der vier oben aufgeführten Faktoren angegeben sind und der Wert für den vierten Faktor berechnet wird. Diese Analyse beantwortet dem Unternehmen die Frage, wie viel oder zu welchem Preis Waren / Dienstleistungen verkauft werden müssen, um rentabel zu bleiben.
Kapitalplanung
Diese Analyse untersucht, wie viel Kapital ein Unternehmen benötigt, bis es profitabel wird. Ebenso wird gezeigt, ob die erwarteten Cash Flows einer Investition wirklich genug hoch sind, um einen Kredit zu bedienen. Die Liquidität eines Unternehmens wird stark von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Schwarze Zahlen in der Erfolgsrechnung bedeuten nicht immer, dass ein Unternehmen auch über ausreichende Liquidität verfügt. Das Thema wird besonders akut, wenn ein Unternehmen über ein sehr begrenztes Budget verfügt oder die ersten Anzeichen einer Unternehmenskrise erkennbar werden. Typisch ist eine Situation von knapper Liquidität und gleichzeitiger Profitabilität bei stark wachsenden Start-up, denn während die Gewinne periodengerecht abgegrenzt werden, zeigt der Cash Flow den tatsächlichen Geldabfluss.
Unternehmensbewertung
Durch verschiedene Verfahren kann der faire Wert eines Unternehmens bestimmt werden. Der Nutzen einer solchen Bewertung ist in folgenden zwei Fällen wichtig:
- Solange sich das Unternehmen in einer Phase der aktiven Entwicklung befindet und Investoren angesprochen werden sollen, zusätzliches Kapital für Wachstum bereitzustellen.
- Das Unternehmen ist bereits weitgehend entwickelt und die Eigentümer verspüren den Wunsch bzw. suchen eine Option, das Unternehmen zu verkaufen.
In diesen Fällen besteht oft Unsicherheit über den Wert des Unternehmens und einen angemessenen Preis. Durch unterschiedliche Verfahren kann ein fairer Wert des Unternehmens ermittelt werden.
Investitionsrechnung
Eine Investitionsrechnung wird hauptsächlich dann gemacht, wenn sich die Frage nach einer umfangreichen Investition stellt (ein Anteil von mehr als 50% am Unternehmen). Mit diesem Verfahren wird die Vorteilhaftigkeit einer Investition hinsichtlich Profitabilität geprüft und so findet eine objektive Entscheidungsfindung für oder gegen das Projekt statt. Die bewährtesten Methoden sind: Pay-Back-Methode, Kapitalwertmethode und interne Zinsfussmethode.
Besonders kleine Startups, die am Anfang ihrer Existenz stehen, sollten ein starkes Augenmerk auf diesen Aspekt richten. Sie benötigen am häufigsten weiteres Kapital. Da die Risiken bei der Finanzierung von Startups besonders hoch sind, müssen diese Investitionen besonders sorgfältig analysiert werden.
Ob es notwendig ist, bestimmte Analysen in den Businessplan zu integrieren, hängt vor allem vom Ziel und der Art des Projektes ab. Am besten wenden Sie sich an unser Expertenteam, um diesbezüglich eine qualifizierte Empfehlung zu erhalten.