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Ich verabschiede mich von Dries und laufe ins Stadtzentrum, vorbei an der Backsteinkirche Chiesa San Lanfranco. Nach ¾ Stunden und drei Kilometern gelange ich an die Piazza della Vittoria, doch das Touristenbüro ist noch geschlossen. So besuche ich die Chiesa Santa Maria Incoronata di Canepanova und die Piazza Leonardo da Vinci, wo drei hohe Türme ganz nah nebeneinander stehen. In der Via XX Settembre gibt es einen grossen Markt, ein Teil davon ist ein Flohmarkt. Ich besuche noch die Chiesa di Santa Maria del Carmine. An den Backsteinsäulen hat es Fresken, was eher ungewöhnlich ist. Vor der Kirche ist ein weiterer Markt, wobei alle Zelte gelb sind. Ein Zeppelin kreist über der Stadt, ziemlich tief. Die Fakultät für Zoologie der Universität hat zwei Minarette, wofür wohl? Ich kehre zum Touristenbüro zurück, wo sich der junge Mann äusserste Mühe gibt, mir die Sehenswürdigkeiten und deren Oeffnungszeiten zu erklären. Dann besuche ich den Duomo, der aussen wie eine Backsteinkirche mit Kuppel aussieht, aber innen recht gewaltig wirkt. Mein nächster Besuch gilt der Universität, die man frei betreten darf. Allerdings ist heute alles geschlossen. Sie wirkt wie ein ziemlich verlotterter Palazzo. Statuen berühmter Söhne oder Dozenten der Universität schmücken einige Innenhöfe. Mein nächster Besuch gilt dem Castello Visconteo. Der U-förmige Bau wirkt nicht wie eine Festung, sondern wie ein Palast mit seinen grossen Fenstern. Ich besuche das archäologische Museum der Musei Civici, muss aber um 11 Uhr wieder gehen, da ich die Chiesa San Pietro in Ciel d’Oro vor 12 Uhr, wenn sie schliesst, besuchen will. Sie ist recht eindrücklich. In der Krypta ist der zerbrochenen Sarkophag von San Agostino, die sterblichen Ueberreste sind im drüberliegenden Hauptaltar. Weiter hat es in der Krypta die sterblichen Ueberreste des Boethius. Die Sakristei ist mit fantastischen Malereien geschmückt. Im Stadtzentrum kaufe ich einen Salat und etwas Wurst, sowie viel Wasser, was mein Mittagessen wird. Dann kehre ich in die Musei Civici zurück. In der zweiten Sektion des archäologischen Museums, wo es vor allem viele behauene Steine hat, fällt mir eine schmuckvoll gearbeitete Truhe aus Dagestan (17./18. Jhdt.) auf. Im zweiten Stock ist die Pinakothek. Mir gefällt die Sammlung nicht besonders, denn es gibt vor allem sakrale Kunst von zwar begabten, aber unbekannten Malern. Interessant ist das originale Holzmodell des Doms, das zum Bau verwendet wurde. Eine Sonderausstellung heisst, wenn ich das richtig gelesen habe, „Proget 700 Dante“, ein Tribut an Dante Alghieris göttliche Komödie. Hier sind zwei Pergamentseiten aus einem frühen Manuskript der göttlichen Komödie ausgestellt. Am Garibaldi-Denkmal im Parco dei Bersaglieri vorbei laufe ich nun Richtung Ponte Coperto. Diesen überquere ich. Man muss hier anfügen, dass der originale, mittelalterliche Ponte Coperto im zweiten Weltkrieg durch alliierte Bomben zerstört wurde und nun durch einen nicht sehr originalgetreuen Nachbau an einem leicht versetzten Ort ersetzt wurde. Die Sonne steht so, dass ein Foto davon schwierig ist. Ich laufe noch etwas der Via Milazzo entlang, muss aber alles zurücklaufen, da es keine Parallelstrasse dazu gibt. Ich besuche nun die Chiesa San Teodoro, die mir besonders ans Herz gelegt wurde. Den Altar zieren vier aus Silber getriebene Bischofsstatuen. Seitlich davon gibt es Fresken, das zur Linken ist sehr detailliert und dürfte recht alt sein. Es zeigt Begebenheiten aus dem Leben von San Teodoro. Auch hier gibt es eine Krypta, die mit modernen Stühlen mit hohen Lehnen ausgestattet ist. Im hinteren Teil der Kirche gibt es Fragmente weiterer alter Fresken. Eines davon zeigt das mittelalterliche Pavia.Im Boden eingelassen sind Glasscheiben, die den Blick auf mittelalterliche Mosaiken freigeben. Mein letzter Besuch gilt der Basilica di San Michele Maggiore, die gerade für eine Hochzeit vorbereitet wird. Dafür ist auch ein weisser Maserati bereits vorgefahren. Der Altar wird von einem Baugerüst völlig verdeckt. Die romanischen Bögen werden von massiven, quadratischen Säulen getragen. Auch hier gibt es eine Krypta. Rechts vom Hauptaltar ist ein interessanter Holzaltar (15. Jhdt) in einer Nische. Ich gelange noch zur Torre del Bo und gleich daneben der Torre Belcredi. Die Stadt ist übersät von diesen mittelalterlichen Türmen. Ich komme am Monumento alla famiglia Cairoli, aus schwarzem Marmor gefertigt, vorbei und gelange noch einmal zur Piazza Leonardo da Vinci, wo die drei Türme nun von einer anderen Seite her beleuchtet sind, aber immer noch nicht anständig fotografiert werden können. Bei der zoologischen Fakultät steht ein gut erhaltener DKW Mungo auf der Strasse. Ich laufe zurück zum Hostel, vorbei an einer stillgelegten Fabrik, die wie eine Kirche aussieht. Im Supermarkt kaufe ich ein Nachtessen und ein paar Sachen für morgen Sonntag.