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Picea abies
Reine Fichtenwälder gibt es im Nationalpark praktisch nicht.
Der Nationalpark gehört zu den fichtenärmsten Gebieten der Alpen. Reine Bestände sind sehr selten. Lärchen/Fichten-Mischwälder und reine Fichtenwälder sind hingegen an den Schattenhängen des Engadiner Haupttales weit verbreitet.
An schneereichen Standorten wächst die Fichte in einer schlanken, kurzastigen Form als «Schlangenfichte», zum Beispiel südlich der Punt Praspöl. Solche Wachstumsformen findet man sonst eher im hohen Norden. Dank dieser Anpassung bleibt weniger Schnee auf den Ästen liegen.
Die Fichte wächst rasch und gerade, weshalb sie von den Forstleuten als Nutzholz sehr geschätzt wird. Den Namen Rottanne hat sie von ihrer rotbraunen Rinde, die sie von der Weisstanne mit weisser Rinde unterscheidet.
In einem geschlossenen Gebirgswald wie jenem bei Plan Praspöl (Route 8) gedeihen junge Fichten und Arven besser als die lichthungrigen Lärchen und Bergföhren. Beeinträchtigt wird ihr Wachstum lokal durch höheren Wildverbiss.
Die ganzjährig grünen Nadeln der Fichten sind einzeln um die Ästchen herum angeordnet und werden erst nach etwa 6 Jahren abgeworfen. In den hängenden Zapfen reifen die Samen, die im Herbst mit dem Wind verbreitet werden. Anschliessend fallen die Zapfen ab.
Die weiblichen Zapfen der Fichte wachsen vorerst aufrecht und drehen sich erst nach der Bestäubung nach unten. Die jungen Zapfen sind rot, violett oder bläulich gefärbt.