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Basel, 1912
Auftraggeber: Bäckerei und Konditorei
F. Eisenring-Siegrist, Basel
Herausgeber: Reklame-Bureau E. Zdeborski
Fotograf: Verlag E. Zdeborski (mehrheitlich)
Papier, Karton, Lichtdruck, Buchdruck
H. 15 cm, B. 23 cm
Inv. 2006.382.
Das Album wurde von F. Eisenring-Siegrist, der eine Bäckerei und Konditorei an der Heumattstrasse 3 führte, wohl zu Werbezwecken finanziert. Es enthält 41 Fotografien von Basler Strassen und Plätzen. Das jeweils auf dem Foto zu erkennende Geschäft wirbt auf der gegenüberliegenden Buchseite mit einem Reklametext für sich. Das Titelblatt ist mit goldenen Lettern und der Darstellung eines Basilisken als Schildhalter des Basler Wappens feierlich gestaltet. Eine Anzeige macht den Umzug eines Bankgeschäfts per 1. Januar 1913 publik.
Folglich dürfte das Album noch im Jahr 1912 gedruckt worden sein. Die Darstellung des Barfüsserplatzes aus der Vogelperspektive gibt das architektonische Erscheinungsbild um 1912 wieder, als die Barfüsserkirche bereits seit 18 Jahren Museum war. Gebäude, die heute nicht mehr stehen, säumen den Platz, der in den letzten zweihundert Jahren verändert wurde. Auch wenn er bereits ab dem 14. Jahrhundert zeitweise als Ersatz für den Marktplatz vor dem Münster diente (ursprünglich als Standort des Schweinemarkts), wurde er erst 1758 zum eigentlichen Markt- und Messeplatz. Von 1883 bis zum Bau der Markthalle 1929 diente er als Marktplatz für den Handel mit Obst und Gemüse. Tatsächlich erkennt man auf dem beinahe menschenleeren Platz im vorderen Bereich einige Marktstände mit Sonnenschirmen. Rechts vorne steht das 1824/25 von Melchior Berri erbaute alte Stadtcasino. Es war ursprünglich als «Wintercasino» gedacht, ergänzend zum Sommercasino beim St. Jakobsdenkmal. 1939 wich es dem neuen Stadtkasino der Architekten Kehlstadt & Brodtbeck, das heute wieder vor Veränderungen steht. Links neben dem Casino erhebt sich der 1876 vollendete und heute noch existierende Musiksaal von Johann Jakob Stehlin dem Jüngeren. Am Horizont rechts fällt der Blick über das Dach der Kunsthalle auf die 1857-1864 erbaute Elisabethenkirche.
Der ganze Platz liegt höher als heute, da er erst im Vorfeld des neuen Casinobaus 1936 gesenkt wurde. Entsprechend fehlt beim Museumseingang der Treppenaufstieg. Rechter Hand der Kirche befindet sich ein mit Bäumen gesäumter Skulpturengarten, der seit der Eröffnung des Historischen Museums im Jahre 1894 bis 1939 existierte. Ein Banner in den Basler Farben macht an gleicher Stelle wie die heutigen Werbeplakate den Besucher auf das Museum aufmerksam.