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Als Geldtheorie bezeichne ich theoriegebundene Auffassungen darüber was Geld ist.
Geldtheorien werden nicht nur in sehr verschiedenen Theorieansätzen geschrieben, sie focusieren auch verschiedene Aspekte des Geldes, wie etwa Geldmenge und Inflation, Zinse oder Geldpolitik.
Verschiedene Theorien reflektieren auch verschiedene geldpolitische Verhältnisse, die "klassischen" Theorien kannten noch
Die Griechen hatten noch keine entwickelte Geldwirtschaft, deshalb denken sie vor allem über das Geld als solches nach.
Im sogenannten Mittelalter bekommt Geld eine finanzpolitische Funktion, die als Finanzierung von Herrschaftshäusern problematisiert wird. Gründung der Nation.
Ab 1700 entwickelt sich die Nationaökonomie. A. Smiths erfindet den Merkantilismus als mittelalterliche Epoche. K. Marx kritisiert die Nationalökonomie.
In der politischen Oekonomie wird Geld noch vor allem als Mittel der eigentlichen Güterwirtschaft gesehen. Bei K. Marx schlägt die Sache um, indem das Kapital wichtig wird und die Güter nurmehr dem Geld dienen.
Pragmatische Theorien im Kapitalismus (Moderne Theorien). Nachdem die marxistische Revolution gegen das Kapital keinen Erfolg hatte, etablierte sich innerhalb der kapitalistischen Nation eine neue Sicht auf das Geld, in welcher kein Thema mehr ist, woher Geld kommt, sondern wie es geregelt werden muss, zunächst durch J. Keynes.
J. Keynes (The general theory of employment, interest and money, 1936) untersucht die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und darin die Arbeitslosigkeit, als Kehrseite des Problems. Er zeigt, wie mit der Bewirtschaftung der Geldmenge der Wirtschaftsprozess gesteuert werden kann. Er verwirft dabei die klassische Vorstellung, wonach Geld von der Produktion abhängig betrachtet werden muss. Keynes betont die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes, die dazu führt, dass Geld nicht für Warenkauf eingesetzt wird, also von der Warenmenge entkoppelt ist. In der Zeit von Keynes wurde die Inflation zum Problem.
M. Friedman (Monetarismus, Kapitalismus und Freiheit (1962)) focusiert die Geldpolitik die Hauptursache für konjunkturelle Schwankungen. Die Erhöhung der Geldmenge hat kurzfristig Effekte auf Produktion und Beschäftigung aber langfristig auf die Inflationsrate (Kritik an Keynes). Deshalb sollte die Geldmenge gleichmäßig mit der durchschnittlichen langfristigen Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts ausweiten (Geldmengen-Regel nach Friedman), womit das Geld wieder abhängig gesehen wird.
Nach Keynes und Friedmann ist das Spektrum der Finanzkrisensteuerung gegeben. Danach folgen nur noch lokale Argumente, die oft mit Neo- ihren Wiederholungscharakter bezeichnen.
Die Steuerungsproblematik hat zwei zentrale Aspekte: das Giralgeld und die spekulative Nachfrage nach Geld.
Die Nachfrage nach Geld als Tauschmittel hängt vor allem von der Höhe des beabsichtigten Tauschvolumens und der Höhe der Zinsen ab, auf die man verzichtet, wenn man statt zinsbringender Vermögenswerte Geld hält (bei hohen Zinsen ist es vorteilhaft, durchschnittlich weniger Geld und mehr zinsbringende Vermögenswerte zu halten und im Gegenzug dazu bei niedrigen Zinsen öfter Wertpapiere zu verkaufen, um Geld für den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen zu erhalten).
Die Nachfrage nach Geld als Wertaufbewahrungsmittel hängt vor allem von der Höhe des gesamten Vermögens, von der Höhe der Verzinsung alternativer Vermögenswerte und von dem Risiko ab, das der Besitz von Geld in Form von Geldentwertung im Vergleich zum Risiko anderer Vermögenswerte mit sich bringt.
Wenn das offizielle Zahlungsmittel eines Landes die Geldfunktionen aufgrund schneller Geldentwertung (Inflation) nicht mehr erfüllt, wird es immer weniger nachgefragt und reale Güter oder ausländische Währung übernehmen die Geldfunktionen. Diesen Vorgang bezeichnet man als Währungssubstitution.
Die Menge des Giralgeldes kann man nicht regulieren, sie bestimmt die spekulative Nachfrage nach Geld.
vorfinanzierten Wirtschaften:
Prof. Dr. Otto Steiger (R.I.P.). Steiger war zusammen mit Prof. Gunnar Heinsohn, Dr. Paul C. Martin, Prof. H.C.Binswanger einer der Vordenker des vorfinanzierten Wirtschaftens.
Ludwig von Mises Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel (1912/1924 erweitert)