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Schleudertrauma: Intensive Beratung und Physiotherapie kaum von Nutzen
Viele Betroffene leiden nach einem Schleudertrauma lange unter den Beschwerden. In der MINT-Studie (Managing Injuries of the Neck Trial) wurde geprüft, ob eine intensive Beratung auf der Notfallstation und eine Physiotherapie die Prognose verbessern.
Im ersten Teil der Studie wurde eine Gruppe der Betroffenen ausgiebig beraten und zu Übungen und einen möglichst schnellen Übergang in den normalen Alltag ermuntert. Die andere Gruppe erhielt die bisher übliche Konsultation. Im zweiten Teil erhielten Patienten mit anhaltender Symptomatik entweder eine Physiotherapie mit bis zu sechs Sitzungen (n=300) oder lediglich eine physiotherapeutische Einzelsitzung (n=299). Der Effekt der Internventionen wurde jeweils anhand des Neck Disability Index (NDI) gemessen.
Nach einem Jahr bestand kein signifikanter Unterschied im NDI zwischen der Gruppe mit und ohne intensiver Beratung (0.5 Punkte Unterschied). Insgesamt lagen entsprechende Daten von 70% der Teilnehmer (2704 Patienten) vor. Mit der Physiotherapie wurde zumindest anfänglich eine Nutzen erzielt: Nach vier Monaten betrug die Differenz im NDI 3.7 Punkte. Nach acht und 12 Monaten war allerdings kein Unterschied mehr nachweisbar.
Konklusion der Autoren: Die Kosten der intensiven Beratung und Physiotherapie stehen in keiner Relation zu den erwünschten Ergebnissen. Demnach sei die übliche Notfall-Konsultation und bei anhaltender Symptomatik eine physiotherapeutische Einzelsitzung ausreichend.
Lancet 2012; Online Publikation am 18. Dezember - Lamb SE et al. on behalf of the Managing Injuries of the Neck Trial (MINT) Study Team
27.12.2012 - gem