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Gemäss dem Global Internet Report 2015 der Internet Society sollten Online-Inhalte in Bezug auf Kontext und Sprache an das lokale Zielpublikum angepasst sein, um mehr Nutzer anzuziehen. Der Bericht betont, dass einer der Schlüsselfaktoren für die Benutzerfreundlichkeit der Inhalte die Sprache ist, in der diese aufgerufen werden können.
Folgende Abbildung zeigt die Proportion des verfügbaren Inhaltes und der Anteil der Muttersprachler der zehn meistgesprochenen Sprachen der Welt. Man sieht, dass englischsprachigen Nutzern viel mehr Inhalte zur Verfügung stehen als beispielsweise chinesischsprachigen, denn proportional gesehen, gibt es relativ wenig Inhalte auf Chinesisch.
Abbildung: Muttersprache, hauptsächlich genutzte Sprache im Internet, Hauptsprache der Inhalte. (Quelle: Global Internet Report 2015 of the Internet Society, S. 121)
Schon eine Studie der Internet Society, der OECD und der UNESCO aus dem Jahr 2011 (The Relationship between Local Content, Internet Development and Access Prices) zeigte, dass lokale Inhalte die Kultur und die regionalen Sprachen dabei unterstützen, mehr lokalen Traffic anzuziehen. Allerdings bedeuten lokalisierte Inhalte allein nicht die optimale Nutzung der Surfer, wenn diese nicht leicht zugänglich sind.
Lokale Inhalte weisen folgende Eigenschaften auf:
- Sie sind für den Surfer interessant.
- Sie sind in der Muttersprache des Nutzers verfasst.
Die Informationen, die für den Nutzer interessant sind, sind oft vom Wissensstand der Gemeinschaft abhängig, der ein Nutzer angehört. Diese Gemeinschaften können geographischer, kultureller, sprachlicher, professioneller, religiöser Art oder wie bei einem Hobby interessensbedingt sein. Sie verändern sich mit der Zeit.
Lokale Inhalte können von den Mitgliedern der lokalen Gemeinschaften erstellt oder auf Basis der Inhalte in eine andere Sprache oder für ein anderes Land angepasst werden (lokalisiert, von einem Mitglied der lokalen Gemeinschaft).
Lokale Inhalte messen
Sie können auf eine Sprache, wie Englisch oder Chinesisch im Beispiel oben, oder auf ein Land zugeschnitten sein.
Im Falle der Schweiz können die lokalen Inhalte nur für das Land angepasst werden, denn abgesehen von Rätoromanisch werden unsere anderen Landessprachen auch in anderen Ländern gesprochen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Anzahl Domains auf .ch pro Einwohner, die Anzahl Blogs/Online-Zeitungen pro Einwohner usw.
Das sprachliche Kriterium dient also nicht allein dazu, in welchem Mass wir über genügende „Schweizer“ Inhalte verfügen, d.h. nicht nur in einer unserer Landessprache verfassten Inhalte, sondern solche, die für die Schweizer wirklich von Interesse sind (d.h. Rechtsprechung, Liefergebiet bei E-Shops, Währung, usw.). Im Gegensatz dazu könnten wir uns schon nur in der Schweiz dabei vergnügen, zu analysieren, inwiefern die deutschen, französischen und italienischen Inhalte ausgewogen sind.