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Die Chiletanne ist eine in der Schweiz doch eher selten gesehene Pflanze. Wir finden grössere Exemplare dieses immergrünen und fremdländisch aussehenden Nadelbaumes in Parks, Villengärten und Arboreten (Gehölzsammlungen), welche sich an klimatisch günstigen Lagen wie zum Beispiel an Seen oder in Weinbaugegenden befinden.
Da die Pflege und Haltung der Araukarie nicht sehr aufwendig ist, lohnt es sich, bei einer Umgestaltung oder Aufwertung des Gartens, Balkons oder Terrasse, von dieser Pflanze zu profitieren, indem man sie bewusst als selten gesehenes und attraktives "Schmuckstück" einsetzt.
Die Gattung Araucaria umfasst ungefähr 20 Arten, meist in den Tropen beheimatet. Die Hauptstandorte sind auf Neuguinea, im Nordosten Australiens und vielen Inseln Ozeaniens. Einige Arten sind einheimisch in Südamerika (Chile, Argentinien) wie zum Beispiel die bei uns bekannte und recht gut winterharte Araucaria araucana, auch Chilenische Schmucktanne oder Chiletanne genannt. Die wissenschaftliche Bezeichnung ist vom Namen der südchilenischen Provinz Arauco abgeleitet.
Die Zahl der Araukarien ist in den letzten 100 Jahren in ihrem Heimatgebiet ständig zurückgegangen. Grosse Flächen wurden abgeholzt, da die Pflanzen durch ihre Festigkeit aussergewöhnlich gutes Bauholz liefern und aufgrund ihrer schönen Maserung auch gerne als Furnierholz verwendet werden. Dank der Unzugänglichkeit ihrer Standorte in höheren Lagen von 1700 bis 1900 m.ü.M. ist ein ansehnlicher Teil der Wälder bis heute von der Abholzung verschont geblieben. Dort ist ihr Vorkommen auch noch am häufigsten.
Die Chiletanne ist ein immergrüner, bizarr aussehender und vor allem im Alter äusserst langsamwüchsiger Nadelbaum mit einem durchgehend geraden Stamm. Aus dem Stamm entspringen die Äste quirlförmig und waagrecht in einzelnen Etagen und bilden im Gesamten eine kegelförmige Krone. Die unteren Äste sind oft hängend, während die oberen und jüngeren Äste ansteigen. Dunkelgrüne und scharf stachelspitzige Blätter (Nadeln) bestücken dicht spiralig stehend die Äste. Die derben Blätter mit eiförmig-lanzettlicher Form, breiter Basis und scharfer Stachelspitze erreichen eine Lebensdauer von 30 Jahren.
Die Chiletanne ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche und männliche Bäume. An den weiblichen Bäumen entstehen erst nach vielen Jahren Zapfen, welche mit ihrer fast runden Form von gut 15 cm Durchmesser jeweils am Ende eines Astes sitzen. Die Zapfen, welche sich nach zwei bis drei Jahren öffnen, sind mit vielen Samen ("piñones") bestückt. In Südamerika sind die Samen auch heute noch als Nahrungsmittel sehr beliebt. Sie werden abgekocht gegessen und haben einen kastanienartigen Geschmack.
An den männlichen Bäumen stehen die ungewöhnlich grossen und zapfenförmigen Blüten am Ende kurzer Zweige.
In seiner Heimat mit optimalem Klima und Boden wird der Nadelbaum 30 – 50 m hoch und hat eine Lebensdauer von mehreren hundert Jahren. In unseren Breitengraden wird die Pflanze bis maximal 10m hoch.
Die Chilenische Schirmtanne wird in unseren Breitengraden in Gärten und Parks an eher geschützten, milden Lagen wie Seen oder in Weinbaugegenden gepflanzt. Sie kann aber auch als Kübelpflanze auf der Terrasse oder dem Balkon gehalten werden, muss jedoch während der kalten Jahreszeit in einem hellen Raum überwintert werden (siehe Pflege).
Am besten gedeiht die Pflanze in durchlässigen, humosen und gleichmässig feuchten Böden mit geringem Kalkgehalt. Trockene und warme Böden mit hohem Kalkgehalt können schnell zum Vergilben der Blätter führen. Auch Frosteinwirkung kann eine Bräunung der Blätter hervorrufen. Deshalb ist es wichtig, dass die Araukarie an einem geschützten, halbschattigen und eher luftfeuchten Standort ohne sommerliche Hitze oder winterliche, starke Sonneneinstrahlung als Solitär (Einzelpflanze) gepflanzt wird. Ein süd- bis westorientierter Standort mit möglichst wenig Morgen-, Vormittag- und Wintersonne wäre optimal.
In der kalten Jahreszeit ist bei Jungpflanzen in unseren Breitengraden ein ausreichender Winterschutz notwendig. Ältere Pflanzen sind bis etwa -15 Grad frosthart. Ein optimaler Winterschutz erfolgt durch Fichtenzweige, die um den Stamm gebunden werden. Auch Schilfrohrmatten sowie Flies können als Winterschutz verwendet werden. Idealerweise wird der Wurzelbereich mit Herbstlaub abgedeckt. Jüngere Pflanzen an wintersonnigen Standorten schützt man am besten mit Vlies oder Schattiernetz vor der Sonne.
Araukarien, welche als Kübelpflanzen gehalten werden, können problemlos während der kalten Winterzeit in hellen, frostfreien Räumen, zum Beispiel in einem Wintergarten, überwintert werden.
Allgemein muss darauf geachtet werden, dass die Erde durchlässig ist, damit sich überschüssiges Wasser nicht staut. Anderseits darf der Standort nicht austrocknen. In regenlosen Sommerwochen ist die Chiletanne für Wassergaben dankbar.
Die Chilenische Schirmtanne braucht und erträgt absolut keinen Schnitt. Darum ist es wichtig, dass von Anfang an der richtige Standort gewählt wird, wo genügend Platz für eine ideale Entwicklung der Pflanze vorhanden ist.
Wenn sich die Blätter braun verfärben, dann ist dies auf Probleme in der Wasserversorgung, sommerliche Hitze, starke winterliche Sonneneinstrahlung oder extreme Minustemperaturen zurückzuführen. Geeignete Massnahmen wurden bereits oben beschrieben.
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