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des Bistums den katholischen Kultus auf und führten endgiltig den neuen Glauben ein. Sébastien de Montfaucon starb 1560 in der Verbannung. Nachdem die folgenden Bischöfe von einem Ort zum andern herumgeirrt waren, verlegte der Berner Johann VII. von Wattenwyl, Marquis von Versoix, seinen Bischofssitz 1612 vorläufig nach Freiburg, wo er dann in der Folge bis heute verblieben ist. Die in Frankreich 1789 durchgeführte Unterstellung des Klerus unter den Staat löste die Kirchgemeinden im französischen Jura vom Bistum Lausanne los und gliederte sie dem Erzbistum Besançon an, welches Vorgehen vom Konkordat von 1801 bestätigt wurde. 1821 gingen die Solothurner Pfarreien und 1864 der links der Aare auf Berner Boden gelegene Teil des Bistums Lausanne an das Bistum Basel über. 1802 wurde das Gebiet des ehemaligen Bistums Genf mit der Diözese Chambéry vereinigt, deren Bischof den Titel eines Honorarbischofes von Genf erhielt. Durch Breve vom gliederte endlich Papst Pius VII. die Stadt Genf und die 1815 schweizerisch gewordenen 20 Pfarreien des ehemaligen Bistums Genf dem Bistum Lausanne an, dessen Vorsteher nun den Titel eines Bischofes von Lausanne und Genf erhielt.
Die Entstehung des Bistums Genf reicht bis in die Römerzeit zurück. Ein Bischof von Genf wird zugleich mit dem dortigen Münster schon im Jahr 450 erwähnt, doch bestanden Bistum und Kirche wahrscheinlich schon früher. Das Bistum umfasste der Hauptsache nach savoyischen Boden. Schon vor Karl dem Grossen war aber die Tarentaise von ihm losgelöst und zur eigenen Diözese erhoben worden. Zur Zeit der Reformation umfasste es 423 Pfarreien, 9 Abteien und 68 Priorate. Die Reformation zwang die Bischöfe, Genf zu verlassen, worauf sie ihren Sitz nach Annecy in Savoyen verlegten. Im 17. Jahrhundert gelang es dem Bischof François de Sales (1602-1622), die früher zum neuen Glauben übergetretenen Bewohner des Chablais wieder für den Katholizismus zurück zu gewinnen.
Heute stehen dem Bischof von Lausanne und Genf zwei Generalvikare, ein Kanzler und ein Sekretär zur Seite. Das zur Zeit der Reformation aufgehobene Kapitel der Kathedrale von Lausanne (32 Chorherren) ist nicht wieder ins Leben gerufen worden. Der früher vom Kapitel von Lausanne gewählte Bischof wird seit der Reformation direkt vom Papst ernannt. Der vom Bischof präsidierte bischöfliche Rat besteht aus 6 Mitgliedern und einem Kanzler. Eine unter der unmittelbaren Leitung des Bischofes stehende Kommission von 4 Geistlichen überwacht die dem Bistum gehörenden Fonds und Stiftungen.
Einer der beiden Generalvikare ist zugleich bischöflicher Offizial. Die Kirchengüter und Pfarrpfründen werden den in den betreffenden Kantonen erlassenen Gesetzen gemäss verwaltet, so im Kanton Freiburg durch eine Spezialkommission, in der auch der Staat vertreten ist. Das heutige Bistum zählt 232056 Katholiken, die sich auf 170 Pfarreien mit 330 Weltgeistlichen (also einer auf 703 Katholiken) und 70 Angehörigen verschiedener Orden verteilen. Die Angehörigen des Bistums verteilen sich auf den Kanton Freiburg (exkl. Bezirk See), die vom Wiener Kongress dem Kanton Genf zugesprochenen Landgemeinden, die Neuenburger Gemeinden Le Landeron-Combes, Enges, Cressier und Le Cerneux-Péquignot (1815), ferner die 10 Waadtländer Gemeinden Échallens, Assens, Bottens, Bioley-Orjulaz, Étagnières, Malapalud, Poliez-Pittet, Poliez le Grand, Saint Barthélemy-Bretigny und Villars le Terroir (alle im Bezirk Échallens).
Daneben finden sich auch in den andern Teilen des Bistums noch zahlreiche Katholiken. Diese zerstreuten katholischen Gemeinschaften der Diözese sind vom Werk der innern Mission zu 15 Pfarreien und Missionsstationen mit 19 Geistlichen zusammengefasst worden. Während die Angehörigen des Bistums in den Kantonen Genf und Freiburg meist dem Bauernstand angehören, sind sie in den übrigen Gegenden besonders Handwerker, Kaufleute und Angestellte. 30 Pfarreien haben neben dem Pfarrer noch je einen Kaplan oder Hilfspriester, 6 deren je zwei, 5 deren je drei, 2 deren je vier und 3 deren je fünf.
Während der vergangenen 25 Jahre hat sich die Zahl der Pfarreien um 10, die der Kirchen um 30 vermehrt. Im Durchschnitt kommt auf je 1228 Katholiken eine Kirchgemeinde. Im Kanton Waadt bestehen deren 16, von denen die in Échallens, Assens, Bottens, Villars le Terroir, Bretigny und Polliez-Pittet vom Staat anerkannt sind und Zuschüsse an die Ausgaben erhalten, während dies bei den übrigen (Lausanne mit 6 Geistlichen, Vevey und Montreux mit je 3 Geistlichen; Rolle, Morges, Nyon, Moudon, Payerne, Yverdon und Vallorbe mit je einem Geistlichen) nicht der Fall ist. Dazu kommen hier noch Filialen in Sainte Croix, Orbe, Founex und Château d'Œx mit je einem Priester. Der Kanton Neuenburg hat je 3 katholische Geistliche in Neuenburg und La Chaux de Fonds, 2 in Colombier und je einen in Le Locle, Le Cerneux-Péquignot, Cressier, Le Landeron, Fontaines und Fleurier-Noiraigue. Das Werk der innern Mission unterhält 26 Geistliche in 17 Pfarreien.
Mit der St. Niklauskirche in Freiburg ist ein von Papst Julius II. 1512 gegründetes Chorherrenstift verbunden, das nicht vom Bischof abhängt. Es besteht aus einem vom Grossen Rat des Kantons gewählten Propst, der das Recht zum Tragen der Mitra und des Abtstabes hat, einem Dekan und 12 Chorherren. Es steht diesem Kollegium in verschiedenen Pfarreien des Kantons der Kirchensatz oder die Kollatur zu. Die im Bistum vorhandenen religiösen Orden beschränken sich fast ausschliesslich auf den Kanton Freiburg. Die Kapuziner haben Klöster in Freiburg und Bulle, Hospizien in Romont und Le Landeron (Neuenburg). Die Karthäuser haben das im 18. Jahrhundert aufgehobene Kloster La Valsainte 1861 wieder bezogen. In Freiburg wirken Franziskaner als Lehrer an den deutschen Klassen des Gymnasiums. Es gibt ausserdem noch Marienbrüder und Brüder des Erlöserordens. 1902 zählte man in Freiburg 114 Ordensgeistliche: 47 Kapuziner (27 Patres, 11 Fratres und 9 Laienbrüder), 23 Franziskaner (9 Patres, 5 Fratres und 9 Laienbrüder) und 44 Karthäuser (je 22 Patres und Fratres).
Frauenorden in der Diözese: Zisterzienserinnen in der Maigrauge bei Freiburg und im Kloster La Fille Dieu in Romont;
Dominikanerinnen in Estavayer;
die Spitalschwestern im Schwesternspital zu Freiburg; Schwestern vom h. Kreuz (Theodosianerinnen) in Freiburg, Ueberstorf, St. Wolfgang und Gauglera (Freiburg); Schwestern vom h. Vinzenz von Paul in Freiburg, Bulle, Châtel Saint Denis, Billens und Tafers; Kapuzinerinnen in Montorge bei Freiburg; Visitandinerinnen und Ursulinerinnen in Freiburg. In vielen Landschulen unterrichten Theodosianerinnen. Die Frauenorden widmen sich der Krankenpflege und der Erziehung von Waisen und Armen; einige leiten auch blühende Mädchenpensionnate. Das bischöfliche Priesterseminar zu Saint Charles in Freiburg steht unter der direkten Leitung des Bischofes, der auch die Lehrer ernennt. Sechs Professoren geben Unterricht in den theologischen Fächern. Die Zöglinge leben gemeinsam unter der Oberleitung und Aufsicht eines vom Bischof ernannten Vorstehers, dem zwei Direktoren (wovon einer für das Materielle sorgt) beigegeben sind. 17 Geistliche wirken neben ebensoviel weltlichen Professoren als Lehrer am kantonalen Kollegium St. Michael zu Freiburg, das je ein französisches und deutsches Gymnasium, eine Industrieschule und ein Lyzeum (Progymnasium) umfasst und unter der Leitung eines Rektors steht.
Die geistlichen Professoren werden im Einverständnis mit dem Bischof vom Staat, die Religionslehrer im Einverständnis mit dem Staat vom Bischof gewählt. In den Volksschulen erteilen die Pfarrer den Religionsunterricht. In Freiburg, Neuenburg und Rue unterhalten die Brüder der christlichen Lehre eigene Knabeninstitute, während dasjenige in der Gauglera von den Theodosianerinnen geleitet wird. Von den zahlreichen blühenden Mädcheninstituten sind zu nennen diejenigen der Visitandinerinnen, Ursulinerinnen und Schwestern vom h. Vinzenz von Paul in Freiburg und diejenigen der Theodosianerinnen in Ueberstorf und der Ursulinerinnen in Orsonnens. Die Anstalt in Drognens widmet sich der Besserung jugendlicher Sträflinge.
Die katholische Presse des Bistums zählt 10 Organe, die zur Mehrzahl in Freiburg erscheinen. Hier befindet sich auch die vom Chorherrn Schorderet 1873 gegründete Buchdruckerei des Werkes vom h. Paulus, die ausgezeichnet eingerichtet ist u. zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften druckt. Freiburg ist der Sitz zahlreicher religiöser Gesellschaften (Gesellenvereine u. s. w.), sowie auch des internationalen Werkes zum Schutze katholischer Mädchen. ¶
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Bibliographie:
Schmidt, P. Martin. Mémoires historiques sur le diocèse de Lausanne; publiés et annotés par l'abbé J. Gremaud (im Mémorial de Fribourg. Vol. V et VI, 1858/1859). - Esseiva, P. Fribourg, la Suisse et le Sonderbund, Frib. 1882. - Holder, Ch. Les professions de foi à Fribourg au XVIe siècle (in den Archives de la Soc. d'hist. de Frib. VI, 1899). - Holder, K. Das kirchliche Vermögensrecht des Kantons Freiburg in seiner histor. Entwickelung und heutigen Geltung (in den Freiburger Geschichtsblättern. IV und VIII, 1897 und 1901). - Genoud, J. Les saints de la Suisse française. 2 vol. Bar le Duc 1882. - Dellion, P. Apollinaire. Dictionnaire histor. et statist. des paroisses cathol. du cant. de Fribourg. 12 vol. Frib. 1884-1903. - Martignier, D., et A. de Crousaz. Dictionnaire histor., géograph. et statist. du cant. de Vaud. Lausanne 1867. Mit Supplément. - Büchi, A. Die kathol. Kirche in der Schweiz. München 1902. - Holder, Ch. Les visites épiscopales dans le diocèse de Lausanne. Fribourg 1903. - Abbé Ducrest. Les visites d'Église au XVe siècle. Fribourg 1904.
[Arnold Bonard.]