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Hafenstädtchen auf der Whisky-Insel Islay mit einer Malt-Destillerie gleichen Namens, die nicht erst von ihren heutigen Besitzern g UDV geschlossen wurde, sondern bereits 1983 von deren Vorvorgängern DCL obwohl sie nach einer sehr langen Schließung von 1929 bis 1966 wenige Jahre zuvor erst renoviert und die Zahl ihrer stills von zwei auf vier erhöht worden war. Immerhin sind ihre Gebäude denkmalgeschützt, weshalb die schönen Pagoden schon von weit her jeden grüßen, der von Bowmore oder vom Inselflughafen kommend über das weite flache Moor z. B. zur Fähre fährt, die die Insel mit dem Festland verbindet. Die stills sind eingeschmolzen worden und auch alles andere ist abgebaut, um in den anderen UDV-Brennereien der Insel, in Caol Ila oder Lagavulin, Verwendung zu finden. Benutzt werden freilich noch die warehouses, die die ältesten in Schottland überhaupt sind und unter Denkmalschutz stehen; in ihnen reift heute Lagavulin und vielleicht doch noch das eine oder andere Faß aus der eigenen Brennerei, und an einem von ihnen prangt auch wieder in großen schwarzen Lettern der Name. Einstweilen muß Port Ellen Distillery also noch nicht von den Whiskylandkarten Schottlands gestrichen werden zumal die vielen Abfüllungen der letzten Jahre darauf hinweisen, daß noch sehr viel von ihrem Whisky vorhanden ist. Der hat zahlreiche Liebhaber, gilt als hervorragend, als ein nicht so extremer, aber dennoch typischer Islay. Außerdem soll die Brennerei, 1825 gegründet und 1836 von John Ramsay zunächst als Lizenzinhaber und 1840 als Besitzer übernommen, Whiskygeschichte geschrieben haben: David Daiches und Philip Morrice (allerdings nicht das am besten recherchierte Buch, »The Scotch Whisky Industry Record« von H. Charles Craig) berichten, daß dort sowohl Robert Stein wie Aeneas Coffey, eingeladen von Ramsay (der ein Verwandter Steins war), ihre ersten Experimente mit ihren neuartigen patent bzw. Coffey stills gemacht haben; auch ein spirit safe soll dort von Ramsay zum ersten Mal eingesetzt worden sein, ehe er allgemein vorgeschrieben wurde. Ganz sicher ist dagegen, daß Ramsay zu den Pionieren des Whiskyexports gehörte und von Port Ellen aus Schiffe nach Amerika geschickt hat. Seine Nachfolger verkauften die Brennerei 1929 an die DCL-Töchter John Dewar & Sons und W. P. Lowrie & Co. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft entstanden 1973 die Port Ellen Maltings, die heute sämtliche Brennereien Islays und auch Isle of Jura Distillery versorgen. Ihr 25. Jubiläum wurde 1998 mit einem 21 Jahre alten (58.4 %) Single Malt gefeiert, der heute zu den gesuchtesten Sammlerstücken gehört. Er war die erste Eigentümer-Abfüllung, bevor UDV Ende 1998 einen »Rare Malt« herausbrachten. Er war 1978 destilliert worden, kam mit 20 Jahren in die Flaschen und hatte 60.9 %. Eine zweite war 22 Jahre alt, ebenfalls von 1978 (60.5 %). Ihm folgte, als »Annual Release«, ein gleichaltriger 1979er, von dem es 6000 Flaschen mit 56.2 % gab, und schließlich, 2002, ein 24 Jahre alter 1976er mit 59.4 %. Es gab aber sehr viele Abfüllungen von den Unabhängigen, besonders häufig von Gordon & MacPhail und Signatory, die auch zwei Versionen (einen 1975er mit 56.1 % und einen 1979er mit 56.3 %) in der Serie »Silent Stills« hatten, aber auch von Cadenhead und von »The Select Hogshead«. Die Vorräte scheinen groß zu sein, betrachtet man die Zahl dieser Abfüllungen, unter denen sich besonders viele von Douglas Laing befinden. Signatory, die 2002 auch zwei Port-g finishings brachten, sollen angeblich mehr als 100 Fässer besitzen.
Produits de Port Ellen