Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03207.jsonl.gz/2141

Bei einem Fährunglück in Bangladesch sind mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Die Fähre war am Donnerstag auf dem Weg von der Hauptstadt Dhaka in den südlich gelegenen Distrikt Shariatpur gewesen, als sie auf dem Meghna-Fluss in einen Sturm geriet und sank.
Nach Angaben der Behörden konnten sich fast 100 Menschen retten, weil sie ans Ufer schwammen oder von Fischern aus dem Fluss gezogen wurden.
Wie viele Menschen waren an Bord?
Ein Beamter der Binnenschifffahrtsbehörde erklärte, die Fähre sei überfüllt gewesen. Eigentlich sei sie nur für 122 Passagiere ausgelegt. Verwirrung herrscht weiterhin um die Passagierzahl. Derzeit wird von mehr als 200 ausgegangen.
Das Wrack der Fähre habe zunächst nicht vom Grund des Flusses Meghna
geborgen werden können, erklärte der Verwaltungschef des Distrikts Munshiganj. Zwei Versuche seien bereits gescheitert und hätten die Angehörigen, die stundenlang am Flussufer ausharrten, wütend gemacht. Hunderte von ihnen sassen lautlokalen Medien weinend und trauernd am Fluss.
Die doppelstöckige Fähre liege in rund 25 Metern Tiefe, berichtete die Zeitung «Daily Star». Sie sei in der starken Strömung schwer herauszuziehen, auch weil sie bei den Versuchen immer tiefer in den Sand gerate.
Die Fähre war auf dem Weg von Dhaka nach Shariatpur, als sie in dem Hunderte Meter breiten Fluss während eines plötzlichen Gewittersturms umkippte. Die Regierung versprach 1000 US-Dollar Entschädigung für die Angehörigen der Opfer. Ein Beamter der Binnenschifffahrtsbehörde erklärte, die Fähre sei überfüllt gewesen. Eigentlich sei sie nur für 122 Passagiere ausgelegt. Unklar ist, wie viele Menschen noch vermisst werden.
Taucher suchen nach Toten
Ein Mann, der sich trotz der starken Strömung und der Wellen schwimmend retten konnte, berichtete: «Plötzlich zog ein Sturm auf und wir haben den Bootsmann gebeten, in der Nähe des Ufers Anker zu werfen, aber er hat uns ignoriert.» Plötzlich sei die Fähre innerhalb weniger Sekunden gesunken.
Ein erstes Rettungsboot brauchte offenbar rund drei Stunden, ehe es den Unglücksort erreichte. Derzeit versuchen Bergungskräfte das Wrack zu orten. Taucher der Feuerwehr und des Zivilschutzes helfen bei der Suche, auch die Küstenwache und die Binnenschifffahrtsbehörde steht im Einsatz.
Gewittersturm Nor'wester
Bei dem Sturm handelte sich laut örtlichen Medien um einen sogenannten Nor'wester. Das ist ein von Blitz und Donner begleiteter Gewittersturm, der im April und Mai in Bangladesch auftritt, wenn sich die Luft am Boden besonders schnell erwärmt. Oft sind die Winde so stark, dass Häuser abgedeckt und Ernten vernichtet werden.
Die Regierung habe eine Untersuchung des Unfalls angeordnet, verlautete von der Schifffahrtsbehörde. In Bangladesch kommt es immer wieder zu schweren Fährunglücken. Erst vor zwei Jahren starben Dutzende Menschen, als eine Fähre mit einem Frachtschiff zusammenprallte. Ende 2010 kamen bei drei Fährunglücken binnen eines Monats mehr als 160 Menschen ums Leben.