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Die proteinreiche Gewebeflüssigkeit wird über ein eigenes Gefässsystem abtransportiert, die Lymphgefässe. Hierbei handelt es sich um ein Netz von sehr feinen Gefässen, die sich in den Lymphknoten zusammenfinden. In den Lymphknoten wird die Gewebeflüssigkeit von Keimen gereinigt. Beim Lymphödem kommt es an Armen oder Beinen durch Ansammlung der proteinhaltigen Gewebeflüssigkeit zu einer teigigen meist schmerzlosen Schwellung. Ursächlich findet sich häufig ein angeborener Mangel an Lymphgefässen (primäres Lymphödem). Die feinen Lymphgefässe können im Laufe des Lebens aber auch geschädigt werden. Dies geschieht vor allem nach bakteriellen Infektionen wie bei der Wundrose (Erysipel) oder sie sind verstopft wie bei metastasierten Krebserkrankungen oder nach Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Krebsbehandlung (meist Brustkrebs).
Das Lipödem muss vom Lmyphödem klar abgegrenzt werden. Dieses tritt fast ausschliesslich bei Frauen auf und es handelt sich östrogenbedingt um eine Fettverteilungsstörung. Durch vermehrte Wassereinlagerungen besteht eine deutliche Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit.
Das angeborene primäre Lymphödem tritt bei ca. 1 von 100'000 Personen auf. Wegen der Brustkrebserkrankung und deren Behandlung sind Frauen statistisch häufiger vom sekundären Lymphödem betroffen.
Beim Lipödem kann die Häufigkeit nicht genau angegeben werden. Die Zahlen schwanken von 1% bis 10% aller Frauen.
Bei der Diagnose von Lip-/ und Lymphödemen handelt es sich um eine Blickdiagnose. Weiterführende Untersuchungen sind meist mit Ultraschall.
Im Anfangsstadium lässt sich das Lymphödem durch eine komplexe physikalische Entstauungstherapie (Lymphdrainagen) und Kompressionsbandagen noch behandeln. Unbehandelt führt die proteinreiche Gewebeflüssigkeit längerfristig zu einer Fibrosierung des Gewebes, d.h. dass es im Subkutangewebe zu Vernarbungen kommt, die nicht mehr weggehen, die Extremität bleibt geschwollen. Darum ist die Kompressionsbehandlung von Beginn der Diagnose weg sehr wichtig, um dies zu verhindern. Seltenerweise kann beim Lymphödem durch mikrochirurgische Anlage von lymphovenösen Fisteln oder Lymphknotentransplantation geholfen werden.
Lipödeme sind leider nicht heilbar. Ausdauersportarten, eine negative Energiebilanz v.a. durch Reduktion von Kohlenhydraten in der Ernährung und durch Kompressionstherapie lässt sich das Beschwerdebild lindern. Da bei vielen Patientinnen häufig auch noch Krampfadern vorhanden sind, bringt eine minimalinvasive Behandlung derselben sehr viel Erleichterung.
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