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Bevor wir zu den Highlights kommen, hier zunächst die Resultate von Week 10:
Eigentlich war Cam Newton bei den New England Patriots ja als Nachfolger von Tom Brady vorgesehen. Doch trotz eines furiosen Starts konnte der MVP von 2015 die grossen Fussstapfen sportlich nie ausfüllen. Und auch sonst sorgte der Exzentriker immer wieder für Stunk: Deshalb wurde er von den Patriots nach der Preseason wegen wiederholten Corona-Wirbels, und weil er offenbar nicht geimpft war, entlassen.
Unter der Woche folgte dann die grosse Überraschung: Newton verkündete seine Rückkehr zu den Carolina Panthers. Die Franchise aus Charlotte, mit der er 2015 bis in den Super Bowl gestürmt war, hatte Newton 2011 an erster Stelle gedraftet und 2020 wegen anhaltender Verletzungssorgen entlassen.
Nun also die grosse Rückkehr: Gegen die Arizona Cardinals durfte Newton ein paar Snaps in Short-Yardage-Situationen spielen. Und der «Superman», so sein Spitzname, schlug ein wie eine Bombe. Früh im ersten Quarter erlief Newton den ersten Touchdown der Partie. Diesen feierte der 31-jährige Quarterback, indem er zur Kamera lief und alle wissen liess: «Ich bin zurück!»
Und auch beim zweiten Angriff der Panthers stand Newton im Mittelpunkt. Mitte des ersten Viertels fand der «verlorene Sohn» Robby Anderson in der Endzone: 14:0 für das Heimteam und noch waren keine sieben Minuten gespielt. In der Folge war es vor allem die starke Defensive der Panthers, die zu überzeugen wusste. In der Offense musste Newton meist P.J. Walker Platz machen, dem eigentlichen Ersatz für die verletzte Nummer 1 Sam Darnold. Dieser brachte 22 seiner 29 Pässe für 167 Yards an den Mann, fabrizierte allerdings auch eine Interception und einen Fumble. Er könnte bereits im nächsten Spiel durch Newton ersetzt werden.
Am Ende reichte es für die Panthers dennoch zu einem souveränen 34:10-Sieg, auch weil die Cardinals ohne ihren verletzten Star-Quarterback Kyler Murray offensiv kaum in Erscheinung traten.
Star-Quarterback Aaron Rodgers hat mit den Green Bay Packers im ersten Spiel nach seiner schlagzeilenträchtigen Corona-Erkrankung einen klaren 17:0-Sieg gegen die Seattle Seahawks eingefahren. Rodgers blieb allerdings ohne Touchdown-Pass und musste sich für den Sieg vor allem bei seiner starken Defense bedanken. Die beiden einzigen Touchdowns der Partie erlief Running Back AJ Dillon im letzten Viertel.
Auf Seiten der Seahawks kehrte Quarterback Russell Wilson nach einer komplizierten Fingerverletzung zurück. In seinem 150. NFL-Spiel musste der Super-Bowl-Gewinner von 2013 erstmals überhaupt ohne einen Punktgewinn vom Feld. Zuletzt waren die Seahawks 2011 punktlos geblieben.
Besonders frustriert über das Null-Punkte-Spiel war offenbar DK Metcalf. Der Star-Receiver der Seahawks legte sich kurz vor Schluss gleich mit zwei Packers-Profis an und griff Safety Henry Black in die Gesichtsmaske. Dafür wurde er des Feldes verwiesen, was Metcalf nicht akzeptieren wollte. Heimlich schlich er sich wieder aufs Spielfeld, doch die Schiedsrichter liessen sich nicht hinters Licht führen und schickten ihn endgültig in die Katakomben.
Tom Brady und seine Tampa Bay Buccaneers haben nach ihrer Bye-Week das zweite Spiel in Folge verloren. Beim Washington Football Team unterlagen die «Bucs» mit 19:29 und der «GOAT» machte dabei vor allem zu Beginn keine gute Figur. Mit zwei Interceptions bei seinen ersten sechs Würfen brachte der 44-jährige Routinier seine Offense total aus dem Konzept. 6:16 hiess es zur Pause und alle erwarteten nun die grosse Aufholjagd.
Doch diese blieb aus, weil Washington auf die zwei Brady-Touchdowns sofort eine Antwort parat hatte. Am Ende gewann das Football Team mit 29:19, hatte aber einen schmerzlichen Ausfall zu verzeichnen: Superstar Chase Young verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung schwer am Knie. Der Brocken weigerte sich aber, vom Platz gefahren zu werden und humpelte schliesslich gestützt vom Feld. Die erste Diagnose noch während des Spiels: Kreuzbandriss.
Nach zuletzt wenig überzeugenden Auftritten hat Patrick Mahomes im «Sunday Night Game» gegen die Las Vegas Raiders mal wieder eine Galavorstellung abgeliefert. Beim ungefährdeten 41:14-Sieg warf der Quarterback der Kansas City Chiefs fünf Touchdown-Pässe und damit einen mehr als in den vier Spielen davor zusammen.
Mahomes brachte 35 seiner 50 Pässe an den Mann, warf für insgesamt 406 Yards und präsentierte sich immer wieder in bester Spiellaune. Gleich zu Beginn warf der Rechtshändler einen Pass mit links, als er plötzlich arg unter Druck geriet.
Das ganz grosse Spektakel bekamen die Zuschauer dann zu Beginn des Schlussviertels beim vierten Touchdown zu Gesicht. Als Mahomes auf Höhe der 50-Yard-Linie keine Anspielstation fand, lief er ein paar Yards und warf dann für einen 38-Yard-Tochdown auf Darrell Williams in die Endzone.
Ebenso spektakulär war der Fake Punkt der Chiefs kurz davor. Statt den Ball beim vierten Versuch weit in die gegnerische Platzhälfte zu dreschen, warf ihn Punter Tommy Townsend für ein neues First Down auf Marcus Kemp.
Ach ja, kurios wurde es im zweiten Viertel: Raiders-Verteidiger Defensive Quinton Jefferson unterbrach beim Stand von 7:7 die Partie, weil er eine Schere auf dem Spielfeld fand.
Die Detroit Lions bleiben das einzig sieglose Team der laufenden NFL-Saison. Beim 16:16 nach Verlängerung gegen die Pittsburgh Steelers ging der krasse Aussenseiter im neunten Saisonspiel zwar erstmals nicht als Verlierer vom Feld, doch der erste Sieg seit rund einem Jahr lag zwischendurch in der Luft. In der Overtime hatte Kicker Ryan Santoso die Chance, mit einem Field Goal aus 48 Yards alles klarzumachen. Doch sein Kick misslang komplett und war mehrere Meter zu kurz.
Schon zuvor gelang den Lions herzlich wenig. Quarterback Jared Goff spielte offensichtlich angeschlagen und verzichtete lange nahezu komplett auf ein Passspiel. Er warf nur über insgesamt 114 Yards.
Auch die Steelers, die ohne ihren Star-Quarterback Ben Roethlisberger antreten mussten, lieferten trotz eines perfekten Starts mit einem 10-Play-Touchdown-Drive von «Big Ben»-Ersatz Mason Rudolph eine bescheidene Leistung ab. In der Overtime fumbelten die Steelers gleich zweimal: Zuletzt patzte Tight End Pat Freiermuth acht Sekunden vor Schluss, als er versuchte, den Ball in Field-Goal-Range zu tragen.
Die New England Patriots konnten gegen die Cleveland Browns einen 45:7-Kantersieg feiern und unterstrichen damit ihre Ambitionen auf die Playoffs. Mann des Spiels bei den «Pats» war Mac Jones. Der Rookie-Quarterback, der unter all den neuen Spielmachern in dieser Saison schon seit Wochen den besten Eindruck macht, warf drei Touchdown-Pässe und bewies auch bei Third Downs immer wieder ein feines Händchen. Insgesamt warf Jones zwar nur für 198 Yards, dafür zum bereits fünften Mal in dieser Saison keine einzige Interception. Da werden Erinnerungen an die besten Patriots-Zeiten unter Tom Brady wach.
Einen besonderen Tag erwischte auch Jakobi Meyers. Der Wide Receiver lief im dritten NFL-Jahr und 39. Spiel seiner Karriere endlich zu seinem ersten Touchdown. Kein Passempfänger hatte zuvor für seinen ersten Score so lange gebraucht. Meyers hatte davor schon mehr als 1500 Receiving Yards eingestrichen.
Meyers sprang mit einem Hechtsprung in die Endzone und liess sich danach von seinen Teamkollegen ausgiebig feiern. Eine bisschen mehr Contenance wäre allerdings angebracht gewesen, denn Browns-Cornerback Troy Hill verletzte sich kurz davor schwer im Nackenbereich und musste mit der Trage vom Feld gebracht werden. Noch ist unklar, was für eine Verletzung sich Hill zugezogen hat.
Die Dallas Cowboys haben den Atlanta Falcons eine regelrechte Abreibung verpasst und siegten am Ende überdeutlich mit 43:3. Quarterback Dak Prescott warf Pässe für 296 Yards und zwei Touchdowns, gelangte zudem einmal selber in die Endzone.
Die Entscheidung fiel bereits im ersten Viertel: Statt von der gegnerischen 32-Yard-Linie ein Field Goal zu schiessen und auf 6:7 zu verkürzen, spielten die Falcons den vierten Versuch aus – allerdings ohne Erfolg. Die Cowboys nutzten den folgenden Drive für einen Touchdown-Lauf von Ezekiel Elliott. Dadurch lag Dallas mit einem beruhigenden 14:3 in Führung.
Bis zur Halbzeit wurde der Vorsprung auf 38:3 erhöht, danach legten die Cowboys den Schongang ein. Zu erwähnen ist aus Halbzeit zwei eigentlich nur die achte Interceptions in der laufenden Saison von Trevon Diggs. Bis zum Rekord von Dick «Night Train» Lane fehlen ihm jetzt nur noch sechs Interceptions.
Die Los Angeles Chargers zogen beim 20:27 gegen die Minnesota Vikings zwar den Kürzeren, sorgten mit einem Rushing Touchdown von Larry Roundtree III aber für die die Szene der Partie. Der Rookie-Running-Back lief aus einem Yard zu seinem ersten NFL-Touchdown, besser gesagt: er flog. Über alle hinweg und dann unsanft zu Boden. Doch Roundtree war das egal – und sein erster Touchdown wurde mit einem kleinen Tänzchen standesgemäss gefeiert.
Beim 13:30 der Denver Broncos gegen die Philadelphia Eagles brachte Lindsey Vonn dem Heimteam kein Glück. Die einstige Spitzen-Skifahrerin fieberte mit ihren Broncos auf der Tribüne mit, musste aber mitansehen, wie die Eagles den Sieg aus dem Mile High Stadium entführten.
Garant dafür waren Wide Receiver Devonta Smith und Quarterback Jalen Hurts. Erst sorgte das bärenstarke Eagles-Duo, das in Alabama schon gemeinsam auf dem College gespielt hatte, für einen spektakulären Touchdown zum 10:0, dann legten sie zum 17:10 nach.