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An einer Pressekonferenz im Mai stellte die Stadt die geplanten sommerlichen Baustellen auf den Strassen in Freiburg vor. Es waren viele. Die Zeit drängte, denn die Arbeiten waren Begleitmassnahmen zum Poyaprojekt und müssen bis zur Eröffnung im Oktober beendet sein. Das Ziel scheint bald erreicht. «Es läuft nach Plan, wir werden die Arbeiten vor dem 10. Oktober beenden können», sagt Stadtingenieur Fabien Noël auf Anfrage.
Zu den Arbeiten gehörten etwa die Umgestaltung der Verzweigung General-Guisan-Allee und Murtenstrasse, die Umgestaltung der Kreuzung St-Thérèse/Jurastrasse, das Aufheben von 60 Parkfeldern auf der General-Guisan-Allee, aber auch das Verbreitern von Trottoirs, neue Strassenbeläge, neue Signalisationen und Velowege.
Für Eröffnung fertig
Bereits angekündigt hatte die Stadt, dass sich die Arbeiten an der Neustadtstrasse und an der Langsamverkehrsverbindung Transagglo verzögern. «Jetzt sollten wir pünktlich für die Eröffnung der Brücke fertig werden», sagt Noël. Nicht komplett beenden kann die Stadt die Arbeiten an der General-Guisan-Allee. Die Markierungen für die Parkplätze und die Velowege fehlen. «Es gab eine Einsprache, die noch hängig ist.»
Die Einsprache richte sich nicht gegen die Markierungen, sondern gegen die Massnahme selbst: Auf der einen Seite der Strasse hat die Stadt die Parkplätze aufgehoben, um Platz für einen Velostreifen zu schaffen. Diesen Streifen wie auch jenen an der St-Thérèse-Strasse bemängeln die Einsprecher: Der Velostreifen sei zu wenig breit und deshalb zu wenig sicher. «1,20 Meter ist aber besser als gar kein Streifen, oder?», fragt Noël. Die Stadt warte auf den Entscheid des Richters, die fehlenden Markierungen beeinflussten den Verkehr aber kaum.
Einige Reklamationen
Während der Bauarbeiten war es vielerorts mühsam, mit dem Auto durchzukommen. Bei der Neustadtstrasse etwa, auf der Murtenstrasse oder auch bei der Joseph-Piller-Strasse. Einige Anwohner reklamierten gemäss Fabien Noël, insbesondere aus Sicherheitsgründen. Auch gewisse Gewerbetreibende hätten sich beklagt. Dies vor allem an der Neustadtstrasse und im Altquartier. Wegen der Staus habe es keine «offiziellen» Reklamationen gegeben, aber «mündliche Berichte», insbesondere wegen der vorübergehenden Einbahnstrasse bei der Joseph-Piller-Strasse, die nun eine Begegnungszone ist. «Wir hatten nicht grössere Probleme, als erwartet. Wir hätten auch nicht anders vorgehen können.»
Keine Poller
Die wichtigste Begleitmassnahme fehlt noch: Die Schliessung der Zähringerbrücke. Sobald die Poyabrücke am 12. Oktober öffnet, dürfen Autos nicht mehr über die Zähringerbrücke fahren. Geplant war, Poller auf beiden Seiten der Brücke anzubringen. Jetzt stellt die Stadt lediglich Strassenschilder auf–wie bei der Einbahnstrasse beim Bahnhof. «Dort funktioniert es. Wir hoffen, dass es auch bei der Zähringerbrücke geht.» Denn für den Einbau von Pollern hätte die Brücke für zwei Wochen gesperrt werden müssen. «Vor Eröffnung der Poyabrücke hätte das grosse Verkehrsprobleme verursacht.» Die lokale Polizei werde die Autofahrer kontrollieren. «Gibt es zu viel Missbrauch, werden wir Poller einsetzen.»
TPF: «Wir werden schauen, wie es läuft»
D ie vielen Baustellen auf den Strassen Freiburgs in den vergangenen Monaten waren eine Herausforderung für die Freiburgischen Verkehrsbetriebe TPF. Es sei den Umständen entsprechend gut gelaufen, sagt Mediensprecher Martial Messeiller. Für die Zeit nach der Eröffnung der Poyabrücke sei vieles unklar. «Wir wissen, dass die Brücke Probleme bringen wird, wir kennen sie aber noch nicht», sagt er. Mit Computerprogrammen habe die TPF versucht, den künftigen Verkehr im Juraquartier oder in der Altstadt zu simulieren. «Aber welche Wege sich die Autofahrer zur Gewohnheit machen werden, wissen wir nicht.» Es gelte, abzuwarten und zu «schauen, wie es läuft».
Schwierig für die TPF sei, dass die Stadt Verkehrsberuhigungsmassnahmen wie jene in der Unterstadt beschliesse. Wenn die TPF aber aufgrund dieser Massnahmen Änderungen vornehmen müssen, finanziere das die Agglomeration. «Wir sind dazwischen.»
Tempo-20-Zone
Diese Woche berichtete das SRF-Regionaljournal über die geplante Begegnungszone im Burgquartier nach der Schliessung der Zähringerbrücke: Die Busse sollen nur noch auf einer Seite der Kathedrale durchfahren. Jene, die momentan stadteinwärts führt. Auf der anderen Seite soll es Platz für die Fussgänger geben. Der Vorschlag ist Teil des historischen Richtplans für die Altstadt, der vor einem Jahr öffentlich auflag. «Wir haben bemerkt, dass es für uns nicht geht, nur auf einer Seite durchzufahren», sagt Messeiller. Die Strasse sei zu eng, um mit Bussen kreuzen zu können und die ganzen elektrischen Installationen müssten erneuert werden.
«Technisch wäre es machbar», sagt hingegen Stadtingenieur Fabien Noël. «Aber wir nehmen die Befürchtungen der TPF ernst.» Der Gemeinderat werde bald über den Richtplan entscheiden, dieser komme dann zum Kanton. «Jede einzelne Massnahme muss dann zusätzlich öffentlich aufgelegt werden.» Definitiv sei also noch nichts.
«Wir werden eine Lösung finden», ist Messeiller überzeugt. Und Noël hält fest: «Wir wissen noch nicht genau, wie es wird mit der Poyabrücke, aber der Verkehr wird flüssiger. Es wird alles besser.» mir