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Thema der vorliegenden Arbeit ist das Staatskirchenrecht in Litauen - dem Land, das unter den baltischen Staaten am ehesten vom Katholizismus geprägt wurde und in dem sich auch neuere Konkordatsgeschichte abgespielt hat.
Der Autor folgt den Etappen der verfassungsrechtlich-politischen und kirchenpolitischen Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Besondere Berücksichtigung findet die ausführliche Darstellung der 50 Jahre dauernden sowjetischen Unterdrückungsherrschaft von 1940-1990. In einem weiteren Kapitel schildert Jungraithmayr die neueste Entwicklung seit der Unabhängigkeitserklärung Litauens von 1990. Abgerundet wird die Thematik durch eine Darstellung der Religionsgesetzgebung bis 1995 sowie des Verhältnisses zwischen der katholischen Kirche und der Gesellschaft Litauens.
Mit der Gewährung aller für eine ungehinderte Religionsausübung notwendigen Freiheiten erreichte Litauen nach einem lange und bedingungslos geführten Kampf dank nachhaltiger Unterstützung durch die katholische Kirche seine zweite Unabhängigkeit. Damit wurde ein Schlußstrich unter jahrzehntelanges Unrecht gezogen und der katholischen Kirche in Litauen ein juristisch nicht angreifbarer Status gesichert. Der Autor hat eine Fülle von literarischen Quellen zusammengetragen, dank derer ihm ein eindrucksvolles Bild der zeitgeschichtlichen staatskirchenrechtlichen Verhältnisse Litauens von hohem Informationswert gelungen ist.
List of contents
Inhaltsübersicht: Einleitung: Die Entwicklung des Staatskirchenrechts in Litauen - I. Die römisch-katholische Kirche und der Nationalstaat. Das unabhängige Litauen (1918-1940): Der Aufbau einer parlamentarischen Demokratie - Die Verfassung der Republik Litauen vom 1. August 1922 - Die kirchenpolitische Entwicklung bis zur Errichtung der Kirchenprovinz am 4. April 1926 - Das Konkordat zwischen dem Apostolischen Stuhl und Litauen vom 27. September 1927 - Die Blütezeit der katholischen Kirche von 1927 bis 1939 - Die Verfassung der Republik Litauen vom 12. Mai 1938 - II. Der Leidensweg der römisch-katholischen Kirche Litauens von 1940 bis zur staatlichen Unabhängigkeit 1990: Die ideologisch-programmatische Entwicklung des Sowjetkommunismus im Verhältnis zur Religion - Die erste sowjetische Okkupation 1940 und der Beginn der Kirchenverfolgung - Stalins Kampf gegen die litauische katholische Kirche von 1940 bis 1941 - Die katholische Kirche unter der deutschen Besatzung 1941 bis 1944 - Die zweite sowjetische Okkupation Litauens 1944 - Stalins Verfolgung der katholischen Kirche von 1944 bis 1953 - Die Regierungszeit Chruschtschows - Die Regierungszeit Breschnews von 1964 bis 1982 - Die Regierungszeit von J. Andropow (12. November 1982 bis 19. Februar 1984) und Tschernenko (13. Februar 1984 bis 10. März 1985) - Die Politik der Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow - Die innenpolitische Entwicklung in Litauen bis zur Unabhängigkeit - III. Die Entwicklung des Staatskirchenrechts in Litauen seit der Unabhängigkeitserklärung von 1990: Die Neuordnung der Diözesangrenzen - Die Neuregelung des Religionsunterrichts - Die Priesterausbildung - Der Status der Religionsgemeinschaften - Die Verfassung der Republik Litauen vom 25. Oktober 1992 - Das Gesetz "Über das Verfahren zur Wiedereinsetzung der Rechte der religiösen Gemeinschaften in ihr Grundeigentum" vom 21. März 1995 - Das "Gesetz über religiöse Gemeinschaften und Vereinigungen der Republik Litauen" vom 4. Oktober 1995 - IV. Die römisch-katholische Kirche und die Gesellschaft Litauens: Die neuen litauischen Medien - Die Katholische Akademie der Wissenschaften Litauens - Das Verhältnis zwischen Polen und Litauern - Der Besuch von Papst Johannes Paul II. in Litauen vom 4. bis 7. September 1993 - Möglichkeiten der Neuregelung des Verhältnisses zwischen dem Apostolischen Stuhl und Litauen - Zusammenfassung - Ausblick - Literaturverzeichnis - Zeitschriftenverzeichnis - Sachregister