Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03382.jsonl.gz/1084

Morbus Raynaud
Weissfingerkrankheit, Leichenfinger
- An folgenden Standorten
- St.Gallen
Im 19. Jahrhundert beschrieb der französische Arzt Maurice Raynaud erstmals das Raynaud-Phänomen. Er untersuchte Patienten, bei denen plötzliche Durchblutungsstörungen - vorwiegend der Finger – auftraten. Dabei wurden die Finger blass und erreichten erst nach einiger Zeit wieder ihre normale Farbe. Ihm zu Ehren wurde die Erkrankung Raynaud-Phänomen genannt. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Namen für die Krankheit zum Beispiel Raynaud-Syndrom und Morbus Raynaud, aber auch solche wie Weissfingerkrankheit oder Leichenfinger.
In Europa erkranken fünf bis zwanzig Prozent der Bevölkerung an einem Raynaud- Phänomen, in Südeuropa deutlich weniger als in Nordeuropa. Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer. Die Entstehung der Erkrankung ist nicht bekannt.
Das primäre und sekundäre Raynaud-Phänomen
Das primäre Raynaud-Phänomen ist eine Ersterkrankung – die Beschwerden sind keine Folgen einer anderen Grunderkrankung. Das sekundäre Raynaud-Phänomen ist hingegen eine Folgeerkrankung – die Ursachen sind in einer anderen Erkrankung zu suchen.
Die sekundäre Form des Raynaud-Phänomens ist seltener als die primäre. Etwa sieben bis zwölf Prozent der Bevölkerung leiden an der primären Form des Raynaud-Phänomens, einer gutartigen Erkrankung. 9 von 10 Betroffenen sind Frauen. Meist treten die Beschwerden in oder nach der Pubertät auf und schwächen sich nach den Wechseljahren ab. Häufig trat das Phänomen bereits bei älteren Familienmitgliedern auf. Das anfallsartige Weisswerden der Finger kann mit einem Taubheitsgefühl und Schmerzen einhergehen, beeinträchtigt aber nur selten die Benutzung der Hand. Oft wird ein solcher Anfall nur als lästige Störung empfunden. Treten die Anfälle erst nach dem 40. Lebensjahr auf, dann weist das auf ein sekundäres Raynaud-Phänomen hin. Bei der sekundären Form besteht oftmals eine Grunderkrankung, die zunächst ermittelt werden muss. Auch Medikamente oder Chemikalien können die Krankheit auslösen ebenso äussere Einwirkungen, wie z.B.Vibrationen und Erfrierungen.
Charakteristische Anzeichen für ein primäres Raynaud-Phänomen sind:
- Es sind Frauen betroffen
- Die Beschwerden treten in oder nach der Pubertät auf
- Die Erkrankungen trat bereits in der Familie auf
- Anfälle werden meist durch Kälte ausgelöst, eher zu Beginn der kalten Jahreszeit als bei Dauerfrost
- Das Befallsmuster tritt an beiden Händen symmetrisch auf, dabei ist der Daumen meist nicht betroffen
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Angiologie