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Im Herbst dieses Jahres soll der Horror-Kurzfilm Project BANSHEE erscheinen, erschaffen von einem Team aus Studierenden der FHGR und der ZHdK. Der Film handelt von zwei Brüdern, deren – ohnehin schon wegen der Krankheit ihres Grossvaters angespannte Familiensituation –durch mysteriöse Ereignisse auf die Probe gestellt wird.
Als Verantwortlicher für den Ton dieses Filmprojekts habe ich es mir im Voraus zum Ziel gemacht, die Trailermusik für Project BANSHEE zu produzieren. Diese soll die Stimmung und Atmosphäre des Films einfangen und als Anhaltspunkt für die weitere Audio-Postproduktion dienen.
Der Soundtrack durchlief mehrere Phasen, in denen ich Elemente anpasste, manche Dinge ergänzte und andere wieder wegliess. Ohne zu viel vom Film zu spoilern: Mir war es wichtig, die bedrohliche und gleichzeitig tragische Gestalt der Banshee musikalisch abzubilden. Der Soundtrack sollte unheimlich und melancholisch klingen. Da der Film in der heutigen Zeit spielt, aber Elemente von mittelalterlicher Mythologie und historischen Ereignissen enthält, setzte ich sowohl Synthesizer-Klänge als auch klassische Instrumente der Filmmusik wie Cellos und Geigen ein. Von der ersten Version zum finalen Soundtrack hat sich einiges verändert:
Um unnatürlich klingende Geräusche in den Soundtrack einzubringen, verwendete ich unter anderem Samples von klirrendem Metall und Glas, passte die Tonhöhe an und arbeitete viel mit Hall und Delay.
Eine der Inspirationsquellen für den Film war die japanische Mythologie. Darum baute ich auch Samples von traditionellen japanischen Musikinstrumenten wie der Shamisen und der Biwa-Laute in den Soundtrack ein.
Mit modernen DAWs (Digital Audio Workstation) wie Ableton Live und Sample-Libraries braucht man für das Komponieren und Produzieren von Filmmusik auch kein grosses Studio oder gar ein ganzes Orchester mehr. Alles was man braucht ist ein leistungsfähiger PC/Laptop, gute Lautsprecher oder Kopfhörer sowie die Software. Natürlich erreicht man damit nicht ganz die Qualität einer hochprofessionellen Produktion, doch man kommt schon sehr nahe daran.
(dbo)
Es war für mich nicht das erste Mal, dass ich an einem Soundtrack in dieser Form gearbeitet hatte. Dennoch gab es einige Herausforderungen zu überwinden. Einerseits musste der Soundtrack zum atmosphärischen, subtilen Horror des Kurzfilms passen. Die Musik durfte also nicht zu aufdringlich oder bombastisch wirken. Andererseits musste ich versuchen, die Story des Films und den Charakter der Banshee musikalisch widerzuspiegeln, ich musste also eine Balance zwischen unheimlicher/bedrohlicher Musik und tragischen oder melancholischen Elementen finden. Aus diesen Gründen durchlief der Soundtrack mehrere Iterationen, bis ich schlussendlich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kam.
Ebenfalls herausfordernd fand ich, noch vor dem tatsächlichen Dreh des Films bereits am Soundtrack zu arbeiten. Ich hatte zwar das Drehbuch zur Verfügung, doch es wäre vermutlich leichter gewesen, die Stimmung des Films musikalisch einzufangen, wenn bereits Filmmaterial vorhanden gewesen wäre. Was ich geschätzt habe ist, dass die Arbeit am Soundtrack mich dazu bewegt hat, Dinge auszuprobieren, auf die ich ansonsten nicht gekommen wäre.