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Das Wichtigste in Kürze
- Kürzlich hat die USA zahlreiche Haitianer abgeschoben.
- Diese bemühen sich jetzt um Papiere in Mexiko und überfordern dort die Administration.
- Seit Januar wurden in dem Land gut 77'559 Asylanträge gestellt.
Angesichts der Abschiebung zahlreicher Haitianer aus den USA bemühen sich nun Tausende Migranten um Papiere in Mexiko. In Tapachula im Süden, in Monterrey im Norden und in der Hauptstadt Mexiko-Stadt bildeten sich am Freitag lange Schlangen. Die Flüchtlinge warteten vor den Büros der mexikanischen Kommission für Flüchtlingshilfe (Comar).
Der 27-jährige Haitianer Marcius Marckenson sagte der Deutschen Presse-Agentur in Tapachula: «Nachdem ich gesehen habe, was an der US-Grenze passiert ist, will ich da nicht mehr hin. Ich will hier in Mexiko leben.»
Er fügt hinzu: «Aber wir brauchen Papiere, um arbeiten zu können. Mir geht das Geld aus. Ich schlafe auf der Strasse.»
USA schob tausende ab
Die Vereinigten Staaten schoben in dieser Woche Tausende Haitianer per Flugzeug nach Port-au-Prince ab. Zuvor hatten in dem texanischen Grenzort Del Rio fast 15'000 Haitianer unter einer Brücke kampiert. Für Empörung sorgte, dass US-Grenzschützer zu Pferde haitianische Migranten am Grenzfluss auf aggressive Weise zusammentrieben. US-Präsident Joe Biden nannte den Einsatz skandalös.
Viele Haitianer wollen nun vorerst in Mexiko bleiben, arbeiten und warten, bis sich die Lage an der US-Grenze beruhigt. Ein andere Haitianer erklärte in Tapachula: «Ich will in die USA, aber wenn ich Papiere bekomme, würde ich zwei oder drei Jahre in Mexiko arbeiten».
Die meisten Haitianer sind über Süd- und Mittelamerika nach Mexiko gekommen. Teilweise lebten sie bereits jahrelang in Brasilien oder Chile, bevor sie sich auf den Weg in die Vereinigten Staaten machten.
Zwischen Januar und August dieses Jahres wurden in Mexiko 77'559 Asylanträge gestellt. Die Bearbeitung dauert allerdings lange, da die mexikanischen Behörden nur etwa 5000 Anträge pro Monat bearbeiten können. Das UN-Flüchtlingshilfswerk forderte Alternativen für die Migranten, die häufig wohl keinen Anspruch auf Asyl haben.