Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03194.jsonl.gz/488

GC trauert um Papa Bouba Diop, welcher gestern im Alter von 42 Jahren verstorben ist. GC-Präsident von 1999-2003, Peter Widmer, schreibt über seine Erinnerungen an Bouba.
Liebe Grasshopper
Die Nachricht vom Tode von Papa Bouba Diop hat mich sehr betroffen und viele Erinnerungen wachgerufen. Bouba kam als ganz junger Spieler von Xamax zu GC, ein ungeschliffener Diamant mit unendlichem Potenzial. Er war ein Hüne und trotzdem technisch versiert und schnell. Am Anfang zeigte er noch einige taktische Schwächen und ich höre heute noch Bidu Zauggs Rufe über den Trainingsplatz: "Bouba, position!" Bald wurde er aber eine der tragenden Säulen der Meistermannschaft von 2001, zu der unter anderen auch Chapuisat, Nunez, Cabanas, Gerber und der junge Petric gehörten. Auf der 6 ein Turm in der Schlacht.
Bouba war aber auch charakterlich ein feiner Mensch. Während des Trainingslagers in Südafrika unternahm die Mannschaft einen Ausflug nach Robben Island, wo Nelson Mandela jahrelang gefangen gehalten worden war. Es war eindrücklich zu sehen, mit welcher Ernsthaftigkeit der junge Bouba und sein afrikanischer Freund Henri Camara die Gedenkstätte besuchten.
Bouba und Henri unterstützten je ganze Clans in Afrika. Wenn sie in die Ferien fuhren, kauften sie auf dem Flugplatz immer für viele Tausend Franken Geschenke für ihre Familien. Meistens kamen sie einen Tag zu spät aus den Ferien zurück und behaupteten, ihr Flug sei überbucht gewesen.
Natürlich blieb ein solcher Spieler nicht lange in der Schweiz. Bouba war bald in der Premier League, wo er eine bedeutende Karriere machte. Echten Heldenstatus geniesst er jedoch in seiner Heimat. Senegal. An der WM 2002 spielte Senegal im ersten Spiel gegen die ehemalige afrikanische Kolonialmacht Frankreich. Senegal gewann 1:0. Torschütze Bouba.
Ich werde ihn immer in warmer Erinnerung behalten.
Mit besten Grüssen
Peter Widmer