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Kapitel aus OcCC-Bericht: Hagel
OcCC Bericht: Extremereignisse und Klimaänderung
Bei einem extremen Hagelereignis organisieren sich die einzelnen Gewitterzellen entlang einer Linie, die sich über mehrere 100 km erstreckt und durch das ganze Mittelland und die Voralpen zieht. Von den fünf extremen Hagelereignissen seit 1920 waren jeweils mehr als 500 Gemeinden betroffen. Diese Ereignisse sind gleichmässig über die Beobachtungsperiode verteilt. Die Häufigkeit der vier Grosswetterlagen, die für extreme Hagelereignisse verantwortlich sind, hat hingegen seit 1940 deutlich zugenommen.
Hagelereignisse treten oft sehr lokal auf. Eine einzelne Hagelzelle verursacht einen Hagelstrich mit mehreren Hagelzügen am Boden. Mehrere Hagelzellen können sich aber auch in einem grossen Sturmsystem formieren, das die ganze Schweiz betrifft und viele Hagelstriche produziert. Ein Sturmsystem verursacht weitverbreitet Hagel-, Wasser- und Windschäden in der Landwirtschaft, im Wald, an Gebäuden und an Autos. In seltenen Fällen sind es mehrere Sturmsysteme, die ganz
Europa abdecken.
Sowohl Einzelzellen als auch Sturmsysteme können zu extremen Hagelereignissen führen. Extremwerte in einzelnen Hagelzellen sind zum Beispiel Hagelkorngrössen von 5–10 cm, Böenspitzen von 144–180 km/h, Regenintensität von 100 mm/h, Niederschlagsmenge von 30-50 mm/m2 oder einige Blitze pro km2. In einem extremen Sturmsystem organisieren sich die einzelnen Gewitterzellen zu einer Linie, die sich über mehrere 100 km erstreckt und von West nach Ost durch das ganze Schweizer Mittelland und die Voralpen wandert. Die Meteorologen nennen ein solches System ein mesoskaliges konvektives Sturmsystem (MCS). Hinter der Linienformation folgt ein grossflächiges Niederschlagsgebiet mit teilweise intensivem Regen. In Hagelzellen der Formation werden grössere Hagel und Regenintensitäten, Regenmengen, Windstärken und Blitzaktivitäten beobachtet als in isolierten Zellen. Für die Schweiz definieren wir im Folgenden solche Sturmsysteme (MCS) als Extremereignisse. Sie beeinträchtigen einen grossen Teil des Landes und verursachen weitverbreitet Schäden.
Source: OcCC (Hrsg.), 2003. Extremereignisse und Klimaänderung. Bern.