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Neue Forschungsergebnisse
Was wissen Hausärzte über den Bechterew?
Wie gut sind Hausärzte über die entzündliche Rückenschmerzen und den Morbus Bechterew informiert? Wie schnell überweisen sie einen Patienten bei Verdacht an einen Spezialisten? Holländische Bechterew-Forscher wollten es genauer wissen.
M. VAN ONNA ET AL.
Die Autoren dieser Studie führten mit zehn Hausärzten Interviews über den Bechterew durch. Zwei unabhängige Lektoren prüften die Interviews bei der Auswertung und brachten, wo nötig, Anmerkungen an.
Erkrankung gut beschrieben
Sämtliche zehn Hausärzte konnten den «klassischen» Bechterew adäquat beschreiben. Auch erwähnten sie chronische Rückenschmerzen und/ oder die Steifigkeit als wesentliche Merkmale des Bechterew.
Alle interviewten Allgemeinpraktizierenden glaubten, dass Bechterew fast ausschliesslich bei Männern diagnostiziert wird. Deren sechs wussten, dass es einen Unterschied zwischen mechanischen und entzündlichen Rückenschmerzen gibt.
Typische Merkmale bei längst nicht allen bekannt
Doch die beteiligten Ärzte konnten nur wenige Indikatoren der entzündlichen Rückenbeschwerden in Erinnerung rufen: Vier nannten das nächtliche Erwachen wegen der Schmerzen. Einer wusste, dass der Beginn der Rückenschmerzen heimtückisch ist. Ebenfalls nur einem Hausarzt war bekannt, dass die Schmerzen durch Bewegung abnehmen, während zwei die Morgensteifigkeit erwähnten. Zwei Ärzte nannten die Arthritis in peripheren Gelenken als ein weiteres mögliches Charakteristikum des Bechterew.
Die interviewten Mediziner konnten weder die Daktylitis (entzündete Finger und Zehen) noch die Enthesitis (Sehnenentzündung) als Merkmal des Bechterew nennen. Das Wissen über die Symptome in den peripheren Gelenken (Hüft, Knie, Fuss etc.) war bescheiden. Die meisten waren sich bewusst, dass bei Verdacht die Überweisung an einen Spezialisten sinnvoll ist.
Bechterew bei der Ausbildung besser berücksichtigen
Die Autoren kamen zum Schluss, dass die Hausärzte einerseits über den klassischen Bechterew und dessen mögliche Langzeit-Auswirkungen soweit gut informiert sind. Doch ihr Wissen über das Spektrum der Erkrankung und die Früherkennung ist beschränkt. Die Forscher empfehlen daher, diese Bereiche bei der Ausbildung zum Hausarzt zu erwähnen, weil dadurch der Bechterew in einer Erstbehandlung schneller bemerkt werden kann. Dies führt schliesslich zu einer rascheren Überweisung, einer früheren Diagnose, und dadurch schneller zu einer wirksamen Behandlung der Bechterew-Patienten.
M. van Onna, S. Gorter, A. van Meerendonk, A. van Tubergen: «General Practitioners' Perceptions of their Ability to ldentify and Refer Patients with Suspected Axial Spondyloarthritis: A Qualitative Study» in: J Rheumatol. 2014 Apr. 1, University Medical Center, Maastricht, The Netherlands.