Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03376.jsonl.gz/985

Wegen den warmen Temparaturen ist die Mückenplage noch nicht zu Ende. Unter den Blutsaugern kann sich auch eine asiatische Tigermücke aufhalten, seit drei Jahren ist sie auch nördlich der Alpen zu finden. Die gestreifte Mücke ist der Überträger von verschiedenen Krankheiten, darum versucht man sie mit verschiedenen Methoden zu bekämpfen. In Deutschland kommen neu sterile Mückenmännchen zum Einsatz.
Die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann den gefährlichen Zika-Virus, Dengue und das Chikungunya Fieber übertragen. Ursprünglich ist sie in Süd- und Südostostasien beheimatet, sie überlebt aber auch prima in kälteren Regionen. Das Insekt, mit der auffälligen Streifenmusterung, wurde erstmals 2003 im Tessin gesichtet und 10 Jahre später hat sie es über die Alpen geschafft. In städtischen Gebieten fühlt sie sich besonders wohl, da es dort an natürlichen Feinden mangelt und es viele stehende Gewässer für die Eiablage gibt, wie zum Beispiel Regentonnen, Wasserschächte („Dolen“) oder Blumentopfuntersätze. Temperaturen bis zu minus zehn Grad können die Eier überstehen, so breiten sie sich dank Klimaerwärmung und Globalisierung immer mehr Richtung Norden aus. Die Bekämpfung erfolgt meist durch Einsatz von Insektiziden in den Schächten, welches die Larven abtötet. Damit hat man ein Grossteil der Mückenpopulation unter Kontrolle, ein kleiner Teil bleibt aber immer bestehen.
Auch in Deutschland ist sie angekommen, in Heidelberg konnte man die Mücken mit Insektiziden auf weniger als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr reduzieren. Um die übrigen Tigermücken unter Kontrolle zu halten werden zurzeit sterile Männchen eingesetzt, wird im SRF Wissensmagazin berichtet. Tausende Mückenmännchen wurden in Italien gezüchtet, radioaktiv bestrahlt und in Heidelberg wider freigelassen. Durch die Strahlen werden ihre Spermien beschädigt. Wenn sie sich nun mit Weibchen paaren, ist der Embryo im Ei nicht lebensfähig und auch die Weibchen bleiben steril. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass es nicht vermehrt Mückenstiche gibt wenn man tausende Männchen freilässt, da nur die Weibchen eine Blutmahlzeit zu sich nehmen. Diese Methode ist allerdings nur wirksam, wenn die Mückendichte nicht gross ist und die sterilen Mückenmännchen in grosser Anzahl freigelassen werden. Denn die Bestrahlung kann auch zu einer Verminderung der Attraktivität der Mückenmännchen führen, die Weibchen ziehen fruchtbare Männchen vor.
Ende nächstes Jahr wird man sehen, ob die Bekämpfungsmethode erfolgreich ist. Wenn ja, könnte man sie auch in der Schweiz in Betracht ziehen.
Detaillierte Information zum Thema Tigermückenbekämpfung finden Sie im SRF Wissensmagazin.