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Quallenplage «Made in China»
Wie in den vergangenen Jahren sind auch dieses Jahr wieder Millionen von riesigen Nomura-Quallen im japanischen Meer aufgetaucht (Asienspiegel berichtete). Die Quallen, welche vor der chinesischen Küste geboren werden und mit der Strömung in Richtung Japan treiben, erreichten das japanische Meer einen Monat früher als üblich. Zudem trieben sie weiter nach Norden als in vergangen Jahren und erreichten gar die Küsten von Hokkaido. Ein Teil der Quallen passierte die Strasse von Tsugaru zwischen Hokkaido und der Hauptinsel Honshu und wurde entlang der japanischen Pazifikküste wieder südwärts getrieben.
Laut Shinichi Ue, dem führenden Quallenexperten Japans, entstehen der japanischen Fischerei durch die Quallen jedes Jahr Schäden in Höhe von bis zu 30 Milliarden Yen (225 Mio. Euro) und tausende Fischer haben um Regierungshilfe nachgesucht. Trotz der enormen Dimensionen des Problems war bisher wenig über die Quallen bekannt, schreibt die Mainichi Shimbun. «Niemand kannte ihren Lebenszyklus, niemand wusste, woher sie kamen oder wo sie sich fortpflanzten», sagte Ue. «Diese Quallen waren wie Ausserirdische.»
Ohne China keine Lösung
Ue hat sich intensiv mit den Riesenquallen befasst. Er züchtete sie in seinem Labor in Hiroshima und untersuchte ihren Lebenszyklus, ihre Wachstumsraten und Fressgewohnheiten. Dieses Jahr nahm er die Fähre von China nach Japan, um zu zeigen, dass die Quallen mit der Strömung nach Japan kommen. Er kam zum Schluss, dass die chinesischen Küstengewässer eine ideale Brutstätte für die Quallen sind: Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft und Abwässern führen zu einer starken Vermehrung von Plankton während die Fischfänge immer kleiner werden. Ausserdem ist die Temperatur des Wassers im Gelben Meer in den letzten 25 Jahren um 1,7 Grad gestiegen.
«Die Quallen werden immer beherrschender», sagte Ue. «Die Wachstumsraten sind fantastisch.» Ue nimmt kein Blatt vor den Mund. Bei der japanischen Regierung setzte er sich für die leidtragenden Fischer ein, und chinesische Wissenschaftler verärgerte er, als er sagte, China müsse seinen Teil zur Lösung des Problems beitragen. «Die Chinesen sagen, sie würden sich damit befassen, nachdem sie reich geworden sind, aber dann könnte es schon zu spät sein.»
Laut Experten sind meist langfristige Massnahmen notwendig, um der Quallenplagen Herr zu werden. Dazu gehören Fischfangquoten und eine Eindämmung der Umweltverschmutzung sowie eine Begrenzung des Ausstosses von Treibhausgasen, um die Klimaerwärmung unter Kontrolle zu bringen.