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Hochwasser lassen sich heute dank verbesserter Meteo- und Abflussvorhersagen früher erkennen. Die mit Vorhersagen verbundenen Unsicherheiten sind aber nach wie vor beträchtlich. Vorhersagen sind deshalb durch die sie herausgebenden Fachstellen zu kommentieren und müssen vor Ort unter Berücksichtigung lokaler Beobachtungen und Erfahrungen interpretiert und präzisiert werden.
Das Hochwasser vom August 2007 war nach dem Hochwasser vom August 2005 ein weiteres Grossereignis, das weite Teile der Schweiz betraf. Das besondere Merkmal des Hochwassers 2007 war die deutliche Überlastung des seit der zweiten Juragewässerkorrektion als hochwassersicher geltenden Systems der Jurarandseen und der unterliegenden Aare. Ohne die dämpfende Wirkung dieses Systems wären die Folgen des Ereignisses bedeutend gravierender gewesen. Diese positive Wirkung der beiden Juragewässerkorrektionen ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich Prävention lohnt.
Nicht zuletzt wegen der globalen Erwärmung muss künftig vermehrt mit Naturereignissen gerechnet werden, die zur Überlastung bestehender Schutzsysteme führen. Die Anstrengungen zur Umsetzung des integralen Risikomanagements müssen deshalb konsequent weitergeführt werden. Es gilt alle planerischen, baulichen und organisatorischen Möglichkeiten zur Minimierung der Folgen von extremen Ereignissen auszuschöpfen.
Das Schwergewicht der Analyse des Hochwassers vom August 2007 lag – den Besonderheiten des Ereignisses entsprechend – bei der Vorhersage und der Regulierung. Die Analyse bestätigt, dass sich die aufgrund der Erkenntnisse aus dem Hochwasser 2005 getroffenen Massnahmen positiv ausgewirkt haben, und zeigt weitere konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf.
Quelle: Bezzola Gian Reto, Ruf Wolfgang (Ed.) 2009: Ereignisanalyse Hochwasser August 2007. Analyse der Meteo- und Abflussvorhersagen; vertiefte Analyse der Hochwasserregulierung der Jurarandgewässer. Umwelt-Wissen Nr. 0927. Bundesamt für Umwelt, Bern: 209 S.