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Das Verwaltungsgericht des Pariser Vororts Montreuil hat überraschend eine 2012 erteilte Betriebsbewilligung für das Interxion-Rechenzentrum La Courneuve annuliert, wie 'Le Monde Informatique' berichtet
. Eine Anwohnergruppe hatte letztes Jahr eine Klage eingereicht. Das Gericht kam nun zum Schluss, dass die 2012 eingereichte Umweltverträglichkeitsstudie ungenügend war, inbesondere bezüglich der Lärmbelastung durch Kühl- und Notstromanlagen.
Das Rechenzentrum wurde 2012 mit 4500 Quadtratmetern eröffnet. Inzwschen bietet es gemäss 'Datacenterknowledge' 9000 Quadratmeter in acht Hallen. Die Anwohner, die laut Presseberichten direkt auf der anderen Seite der Strasse wohnen, stören sich nicht nur am Lärm, sondern haben auch Bedenken, weil auf dem RZ-Gelände, ihrer Ansicht nach zuwenig geschützt, eine grosse Menge an Dieselkraftstoff gelagert wird.
Interxion muss wegen des Urteils den Betrieb des RZs nicht sofort einstellen. Das Unternehmen hätte nun zwei Monate Zeit, um Einspruch gegen das Urteil einzureichen. Laut der französischen Presse ist es aber am wahrscheinlichsten, dass Interxion von der zuständigen Präfektur, welche die ursprüngliche Bewilligung erteilt hat, eine Gnadenfrist erhält, um auf Basis einer neuen Verträglichkeitsstudie eine neue Betriebsbewilligung zu beantragen. Dabei werde das Unternehmen aber wohl die Anliegen der Anwohner stärker berücksichtigen und sich mit ihnen über technische und bauliche Massnahmen zur Verbesserung der Situation einigen müssen.
Während sich Telcos immer wieder mit Anwohnern auseinander setzen müssen, wenn sie neue Mobilfunkmasten bauen wollen, sind ähnliche Konflike für RZ-Bauer noch ungewohnt. Die meisten RZs werden in Industriezonen, fernab von Wohngebieten, errichtet. Wenn aber vermehrt "Edge"-RZs in der Nähe von Ballungszentren gebaut werden, könnten sich Konflikte in Zukunft häufen. (hjm)