Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03319.jsonl.gz/1339

Neue Auswertungen der ETH Zürich aus dem Kanton Zürich zeigen, dass die Siedlungsentwicklung nach innen vor allem mit Ersatzbauten vorangetrieben wird. Danach entstanden von 2015 bis 2020 über sechs Mal mehr Ersatzneubauten als ökologischere Umbauten mit zusätzlichem Wohnraum. Zudem führten neue Wohnungen direkt zur Verdrängung von Personen mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Ein weiteres Resultat: Ökologische und soziale Massnahmen erhöhen die Akzeptanz der baulichen Verdichtung.
Verdichtung werde oft allgemein, aber nicht im eigenen Quartier akzeptiert, wie eine andere ETH-Befragung zeigt. Bewohnerinnen und Bewohner in städtischen Quartieren akzeptierten Verdichtung eher, und falls nicht, manifestiere sich eher das sogenannte NIMBY-Verhalten («not in my backyard»; nicht in meinem Vorgarten). In der Agglomeration und in ländlichen Gebieten sei die Wahrscheinlichkeit des Widerstands gegen Verdichtung höher, was entweder auf einer allgemeinen Anti-Wachstums-Stimmung oder ebenfalls auf dem NIMBY-Verhalten beruhe.
Eine nachhaltige Innenentwicklung bedinge eine aktive kommunale Boden- und Wohnungspolitik, folgert eine weitere ETH-Studie. Gemeinden und Städte könnten beispielsweise direkte finanzielle Fördermittel zur Verfügung stellen oder über raumplanerische Massnahmen wie den Zonenplan eingreifen. Es gehe nicht darum, alle Instrumente einzusetzen, sondern im richtigen Moment das strategisch wirksamste.
«Densifying Switzerland»
Ein breit angelegtes Forschungsprojekt der ETH (Forschungsgruppe Raumentwicklung und Stadtpolitik SPUR) untersucht die Faktoren, welche die Akzeptanz und Unterstützung von Verdichtung erklären können. Dabei werden Daten zu Abstimmungen über lokale Raumplanungsvorlagen in 162 Schweizer Städten seit 2022 untersucht. Neben individuellen und Projekt-spezifischen Faktoren liegt der Fokus auf zusätzlichen Planungsinstrumenten wie Mehrwertabgaben oder partizipativen Verfahren. Das Projekt des Nationalen Forschungsfonds läuft von 2021 bis 2025.