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Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat ein Projekt zur Behälteralterung und zum Brennstoffverhalten in Zwischenlagern beendet, welches es 2015 lanciert hatte. Ziel ist es, die Sicherheit von Behältern langfristig zu garantieren. Im Ergebnis des Projekts fordert das ENSI unter anderem, dass die Verantwortlichen bei erkannten Alterungsphänomenen allfällige kompensatorische Massnahmen vorsehen.
Zurzeit sind radioaktive Abfälle in der Schweiz in Zwischenlagern eingestellt, bevor sie in geologischen Tiefenlagern entsorgt werden können. Die Zwischenlager-Behälter mit radioaktivem Material wurden ursprünglich für einen Zeitraum von vierzig Jahren ausgelegt.
Gegenwärtig ist geplant, die Tiefenlager zwischen 2050 und 2060 in Betrieb zu nehmen. Daher werden radioaktive Abfälle teilweise länger als vierzig Jahre in den Zwischenlager-Behältern aufbewahrt. Aus diesem Grund lancierte das ENSI 2015 ein Projekt, um allfälligen Handlungsbedarf bei der Behälteralterung und beim Brennstoffverhalten während der Zwischenlagerung zu identifizieren.
Insbesondere sollte dabei untersucht werden, ob die Alterung einen sicherheitstechnischen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit der Behälterkomponenten hat. Eine weitere wichtige Frage war, ob auch nach verlängerter Zwischenlagerung der anschliessende Transport der Behälter zur Oberflächenanlage des zukünftigen Tiefenlagers ohne Probleme möglich bleibt.
Die Recherchen des ENSI zeigten auf, dass für die Zwischenlagerung ein umfassendes und systematisches Alterungsmanagement notwendig ist. Zu diesem Ziel wurde bei jedem Schwerpunktthema eine Liste von Aktionen identifiziert. Die Recherche umfasste folgende Schwerpunktthemen:
- Brennelementverhalten unter mechanischer Belastung
- Einfluss der Temperatur auf die Hüllrohreigenschaften
- Behälterkomponenten
- Endlagerfähigkeit
- Übergreifende Aspekte
ENSI fordert Alterungsmanagement-Programm für Behälter
Zur Umsetzung des identifizierten Handlungsbedarfs plant das ENSI die Einführung eines zehnjährigen behältertypbezogenen Regimes. Dabei muss jeder Eigentümer eines Transport- und Lagerbehälters für abgebrannte Brennelemente und hochaktive Abfälle bei der erstmaligen Zwischenlagerung eines Behälterexemplars für die Behälterbauart ein Alterungsmanagementprogramm aufstellen und dem ENSI vorlegen. Dieses Programm ist alle zehn Jahre zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren.
Zudem erachtet das ENSI eine Weiterentwicklung des Regelwerks als notwendig. In einem ersten Schritt soll vorerst ein Leitfaden mit eher empfehlendem Charakter entwickelt werden, der Hilfestellungen für eine strukturierte Erbringung von Alterungsnachweisen gibt. Ein solcher Leitfaden ermöglicht kurzfristige Revisionen, was die Einführung eines Alterungsmanagements von Transport- und Lagerbehältern in der Anfangsphase vereinfacht.
Nach einer Einführungsphase können die Inhalte eines Alterungsleitfadens in detaillierterer Form Eingang in die Richtlinien des ENSI finden; namentlich in der Richtlinie HSK-G05.