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Stadtgarten
Zu einer Gartenstadt gehört selbstverständlich ein Stadtgarten, ein öffentliches Paradies. Er liegt im unmittelbaren Zentrum der Stadt, umrahmt von öffentlichen Gebäuden, und wird von der Bevölkerung das ganze Jahr rege genutzt.
Im 18. Jahrhundert waren auf dem Gebiet des heutigen Stadtparks Gärten angelegt und kleine Wochenend- oder Sommerhäuschen boten Unterkunft. Hierher kamen die Stadtbewohner, um ausserhalb der Stadtmauern die frische Luft zu geniessen. Aus dieser Zeit stammt das schmale „Barockhäuschen“.
In den 1960er-Jahren entstand im Rahmen eines Gestaltungswettbewerbs der heutige Stadtpark. Verschiedene Baumraritäten machen den Stadtpark zu etwas Besonderem. So stehen hier amerikanische Mammutbäume, eine schlitzblättrige Buche, ein echter Zuckerahorn und eine seltene Rosskastanie.
Der zentrale Park ist also geprägt von alten Baumbeständen und von vielen Sitzbänken.
Er ist geschmückt von nostalgischen Laternen, einem kleinen Weiher, Statuen und hat selbstverständlich einen attraktiven Kinderspielplatz. Hier begegnen sich Leute, vielgestaltiger könnten sie nicht sein: Jogger und Musiker, Mütter mit Kleinkindern, Schüler und Angestellte, die hier ihren Lunch geniessen, plaudern, relaxen oder was auch immer.
So darf sich jedermann über die gepflegte Anlage freuen. Und niemand erinnert sich, dass in den 1950er-Jahren in einer Volksabstimmung der Kredit dazu nur ganz knapp (aber bei einer Stimmbeteiligung von 89%) angenommen worden ist.
Die Entstehung des Stadtgartens beschreibt der ehemalige Redaktor des „Neuen Winterthurer Tagblattes“ Hans Kägi in seinem Büchlein „Gras zwischen den Steinen“ 1971 wie folgt:
„Als um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts das Altstadtschulhaus bezogen wurde, reichte der westliche Vorplatz kaum fünfzehn Meter bis an eine Mauer, welche den «obersten Privatgarten» umzäunte.
Diesen Garten konnte die Stadtverwaltung zwischen 1900 und 1905 erwerben. Damit war der erste Zug für einen Stadtgarten gelungen. Das Gebiet zwischen diesem Garten und dem Merz-Rieter-Gut an der (damaligen) Merkurstrasse war in etwa zwanzig Streifen aufgeteilt, von denen einzelne mit alten Bäumen und je nach der Eigenart seines Besitzers als Obst-, Lust- oder Gemüsegarten bepflanzt war.
Die Breite dieser Gartenstreifen entsprach derjenigen der ennet der Stadthausstrasse aneinander gereihten Häuser — vom «Geist» (heute Sternen-Apotheke) bis zum «Ballusterbaum ».
Fast durchwegs gehörten diese Gärten den Eigentümern der Häuser auf der Nordseite der Altstadt. Es bleibt der Stadtverwaltung — namentlich den Stadtpräsidenten Sträuli und Hans Rüegg — hoch anzuerkennen, dass diese Parzellen — eine nach der andern — in öffentlichen Besitz übergeleitet und das Areal vor einer Überbauung bewahrt werden konnten.
Als das gesamte Gebiet im Ausmass von 2‘000 Quadratmetern der Stadt gehörte, führte sie 1948 einen Wettbewerb unter neun anerkannten Gartenarchitekten durch.
Mit 8482 Ja gegen 7580 Nein bewilligte die Gemeinde Ende Januar 1950 für die Ausführung des erstprämiierten Planes 319‘000 Franken.
Nachdem man das 1919 von der Stadt erworbene Merz-Rieter-Gut an der Nordwestseite des heutigen Stadtparkes der hohen Restaurierungskosten wegen abgebrochen hatte, wurden dessen 6456 Quadratmeter dem Stadtgartenareal zugeschlagen. Während des Weltkrieges bepflanzte man grosse Teile des Grundstückes mit Mohn (Öl) und Kartoffeln.
Der Rasen westlich des alten «Gymi » hatte durch Hermann Hallers Bronzestatue «Mädchen mit erhobenen Armen» — vom Volksmund «Eva» benannt — einen künstlerischen Schmuck erhalten, da der Kunstverein die aus dem Schelldorfer Legat erworbene Statue der Öffentlichkeit überliess.
Gelassen sah unsere «Eva» auf ihrem kubischen Steinsockel den Stürmen vor einem neuen Weltkrieg entgegen, doch wurde sie mit anderm Kunstgut an eine bombensichere Schutzstätte evakuiert. Erst als Anfang November 1945 die Verdunkelung im ganzen Land aufgehoben werden konnte, führte man «Eva» auf ihr Piedestal zurück.“
Geplante Umgestaltung bis 2024
Bis 2024 soll der Stadtgarten neu gestaltet und den modernen Bedürfnissen angepasst werden. Die bestehende Struktur mit den grossen Rasenflächen und dem Baumbestand möchte die Stadt durch die Umgestaltung stärken. Der Ballfangzaun zwischen dem Altstadtschulhaus und dem Stadtgarten soll entfernt werden, damit der Park noch offener wird und den Schülerinnen und Schülern als Pausenfläche dienen kann.
Über neue Wegverbindungen sollen die umliegenden Orte wie das Kunst- und Naturmuseum, das Stadttheater, der Merkurplatz und das Jonas-Furrer-Denkmal besser miteinander verknüpft werden.
Der Kinderspielplatz im Norden des Parks wird komplett erneuert, damit er zu einem zentralen Treff- und Anziehungspunkt der Bevölkerung werden kann. Künftig wird er aus verschiedenen Spielbereichen bestehen, die auf die unterschiedlichen BEdürfnisse von grossen und kleinen Kinder angepasst sind.
Das grosse Wasserbecken im Zentrum des Stadtgartens möchte die Stadt umfassend sanieren und besser zugänglich machen, damit sich die Menschen dort im Sommer "erfrischen" können. Im westlichen Teil des Parkes ist ein Kiesrasenplatz vorgesehen, der als Austragungsort für utnerschiedliche Veranstaltungen dienen soll. Ergänzt wird der Platz durch Sitzgelegenheiten fürs Mittagessen oder zum gemütlichen Verweilen.
Das markante gelbfarbene Barockhäuschen erhält auf der Westseite ein sogenanntes Parterre, dabei handelt es sich um eine Rasenfläche in der Verlängerung des Gebäudes. Ein solches Parterre hat das Gebäude bereits um 1750 besessen, so wird der ursprüngliche Charakter der Baute wiederhergestellt. Der Vorplatz des Hauses soll so gestaltet werden, dass er im Sommer für gastronomische Angebote genutzt werden kann.
Abstimmung im Grossen Gemeinderat im Frühling 2021
Voraussichtlich im Frühling 2021 kommt das Vorhaben zur Abstimmung vor den Grossen Gemeinderat. Wird das Projekt gutgeheissen, kann ab 2022 mit den ersten Etappen der Sanierungsmassnahmen begonnen werden.
Da die Sanierung in verschiedenen Etappen geplant wird, sollte der Park auch während der Bauphase zwischen 2022 und 2024 öffentlich zugänglich bleiben. Für den Bau werden insgesamt 4.9 Millionen Franken aufgewendet. 3.7 Millionen sollen durch die Jubiläumsdividende der Zürcher Kantonalbank finanziert werden.