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| Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)

109. Vortrag
3.
Es ist also so zu verstehen, daß sie noch nicht so an ihn glaubten, wie er wollte, daß man an ihn glaube. Hat doch auch selbst Petrus, dem er auf sein Bekenntnis [S. 1067] hin: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“, ein so ehrenvolles Zeugnis gegeben hatte, lieber gewollt, er solle nicht sterben, als daß er glaubte, er werde nach seinem Tode wieder auferstehen, weshalb er alsbald von ihm „Satan“ genannt wurde1. Für gläubiger also werden die erfunden, die schon gestorben waren und durch Erleuchtung des Heiligen Geistes an der künftigen Auferstehung gar nicht zweifelten, als jene, die zwar schon geglaubt hatten, er werde Israel erlösen, aber beim Anblick seines Todes alle Hoffnung, die sie von ihm gehabt hatten, aufgaben. Nichts also glauben wir mit mehr Recht, als daß, nachdem nach seiner Auferstehung durch die Erteilung des Heiligen Geistes die Apostel belehrt und bestärkt und in der Kirche zuerst als Lehrer aufgestellt waren, durch ihre Worte andere so glaubten, wie man an Christus glauben mußte, d. h. daß sie den Glauben an seine Auferstehung festhielten. Und darum gehörten auch jene, welche schon an ihn geglaubt zu haben schienen, zur Zahl derer, für welche er betete, indem er sprach: „Nicht für diese allein aber bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden“.
1: Matth. 16, 16. 23.