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Architektur
Die Ausrichtung des neuen Baukörpers orientiert sich an der umliegenden Struktur. Die präzise Setzung des Neubaus in der Ecke des Grundstücks schliesst das Schulareal nach Westen ab. Durch das nach Norden leicht abfallende Terrain erhält der neue Kindergarten zwei unterschiedliche Gesichter. Während das Gebäude mit Blick von der Strasse als eingeschossiger Pavillon wahrgenommen wird, zeigt es auf der anderen Seite die volle Höhe über zwei Geschosse.
Das Gebäude verfügt dem gewachsenen Gelände entsprechend über zwei Hauptzugänge. Die Erschliessung der Räume im Obergeschoss wie auch die Anlieferung des Mehrzweckraums erfolgt über das Strassenniveau. Der Zugang zum Erdgeschoss orientiert sich an den bestehenden Erschliessungswegen der Schulanlage, diese vermitteln so gleichzeitig die Anbindung an die anderen Schulgebäude. Beide Geschosse werden über die natürlichen Zugänge rollstuhlgängig erschlossen, auf einen Lift kann somit verzichtet werden.
Die Erschliessung sämtlicher Räume erfolgt in beiden Geschossen über einen grosszügigen zentralen Korridor. Dieser multifunktionale Korridor beinhaltet zugleich die Garderoben der Klassenräume, die als raumtrennendes Element ausgebildet sind, sowie Arbeitsnischen. Eine einfache Treppe stellt die interne Verbindung beider Geschosse sicher. Der Mehrzweckraum wird über einen separaten Zugang erschlossen, und verfügt zudem über eine interne Verbindung. Die natürliche Belichtung erfolgt nebst den Fensterflächen an der Fassade über ein zentrales Oberlicht respektive einen grosszügigen Lichthof.
Die Materialisierung der Oberflächen ist bewusst dezent gehalten. Durch bestimmte farbliche Akzente soll eine warme und schulgerechte Atmosphäre geschaffen werden. Das Farbkonzept widerspiegelt die einzelnen Zimmer als Raumzellen im Korridor, wobei jedes Zimmer in einem satten Pantoneton der Grundfarben Rot, Grün oder Blau gehalten ist. Die entsprechende Farbe wird zusätzlich an den Stirnseiten der jeweiligen Klassenzimmern angewendet. Für den gemeinsamen Gruppenraum dazwischen wird jeweils ein pastellfarbiger Mischton der beiden Farben als verbindendes Element gewählt. Die Einschnitte in der Fassade werden ebenfalls mit einer Farbe versehen.
Die Konstruktion der Bodenplatte und der Aussenwände im Erdgeschoss erfolgt soweit nötig in Beton. Im übrigen wird das Gebäude in Holzbauweise erstellt, wobei die Tragkonstruktion mit Trägern und Platten in BauBuche erstellt werden. Die Rippendecke in BauBuche bleibt in den Klassenzimmern sichtbar und verleiht diesen zusammen mit den farbigen Wände und einem hellen Kautschukbelag eine angenehme Atmosphäre. Aufgrund der Brandschutzanforderungen wird die Decke im Korridor mit einer abgehängten Gipsdecke verkleidet. Die Fassade wird mittels einer vertikalen Holzschalung mit einer hellgrauen Leinöllasur ausgeführt.
Die Wärmeerzeugung erfolgt mittels Fernwärmeanschluss an die neue Pelletsheizung im Schulhaus Sonnweid 2. Das Gebäude verfügt über eine kontrollierte Lüftung mit einem reaktiven System. Die Grundheizlast wird über die Bodenheizung gewährleistet und mittels Lüftung über die Einzelraumregulierung mit Temperaturfühler feinjustiert.
Der Monobloc ist im Technikraum im Erdgeschoss installiert. Der Mehrzweckraum verfügt über eine separate Lüftung. Die vertikale Verteilung erfolgt über entsprechende Steigzonen, die horizontale Verteilung über Kanäle in der abgehängten Decke im Bereich des Korridors.
Die Umgebungsgestaltung orientiert sich primär an den vorhandenen Gegebenheiten und Erschliessungswegen. Das natürlich abfallende Gelände wird mit zusätzlichen Mauern in Stampfbeton akzentuiert, diese schaffen eine Terrassierung und verschmelzen nach aussen mit dem gewachsenen Terrain. Durch die Strukturierung des Aussenraums werden verschiedene Plätze für Sitzgelegenheiten oder Spielgeräte geschaffen.
Die Gebäudestatik ist so ausgelegt, dass eine spätere Aufstockung möglich ist. Sollten dereinst weitere Klassenräume benötigt werden, kann der Hauptteil des Gebäudes (ohne Mehrzweckraum) aufgestockt und mit vier Zimmern erweitert werden. In diesem Zusammenhang müsste ebenfalls der Einbau eines Liftes erfolgen, wofür allerdings bereits im vorhandenen Konzept ein Platz reserviert ist. Bei Bedarf kann der Materialraum im Erdgeschoss als zusätzliches Klassenzimmer genutzt werden.
Visualisierungen: Lichtbox, Sascha Hottinger