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Segnen und sammeln: Als Sternsinger unterwegs
Sie bringen Segen und sind ein Segen: Schweizer Sternsinger segnen Jahr für Jahr nicht nur 300.000 Schweizer Wohnungen und Häuser, sie sammeln auch Geld für arme Regionen der Welt. 2012 erzielten die ca. 11.000 Kinder, die sich an der Aktion beteiligten, mehr als 1,4 Millionen Franken.
Die Sternsinger sind unterwegs. Bild: Foto: Markus Heuduschits, Dioezese Eisenstadt, flickr, CC-Lizenz (by-nc-nd)
Wenn es um den 6. Januar an der Tür läutet, dann kann es sein, dass drei junge Könige vor dem Haus stehen. Die Sternsinger, Kinder in königlichen Kleidern, sind wieder unterwegs. Ca. 11.000 Kinder singen Lieder, tragen Gedichte vor und segnen Häuser und Wohnungen. Vor allem aber sammeln sie Geld für die ärmeren Regionen der Welt. 2012 kamen auf diese Weise mehr als 1,4 Millionen Franken zusammen. Missio, der schweizerische Zweig des Internationalen Katholischen Missionswerkes Missio, das in über 120 Ländern tätig ist, freut sich über jedes Kind, das die Sternsinger-Aktion als König unterstützen will.
Die Tradition des Sternsingens
Die Sternsinger-Aktion basiert auf dem Matthäus-Evangelium des Neuen Testaments. Es erzählt von Weisen aus dem Morgenland, die von einem Stern nach Bethlehem, Jesus‘ Geburtsort, geführt werden. Es wird vermutet, dass es sich bei den Weisen um drei Könige gehandelt hat. Denn Matthäus berichtet von drei wertvollen Geschenken, die sie gebracht haben: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert in Ravenna verrät die Namen der Könige: Kaspar, Melchior und Balthasar. Kaspar ist ein persischer, Balthasar ein babylonischer und Melchior ein hebräischer Name. Die Namen werden daher den Erdteilen Afrika, Europa und Asien zugeordnet. Das Fest der Heiligen Drei Könige wird am 6. Januar gefeiert. Es ist auch unter dem Namen «Epiphanie» (griech. für Erscheinen, Offenbarwerden) bekannt, weil Jesus als König offenbar wurde.
So wird Ihr Kind Sternsinger
Ihr Kind will dabei sein? «Wer Sternsinger werden will, muss nicht zwingend katholisch sein», berichtet Susanne Cotting von Missio. «In vielen Gemeinden wird das Sternsingen ökumenisch durchgeführt. Es gibt auch Orte, an denen Kinder anderer Glaubensrichtungen mitmachen.» Altersbeschränkungen gibt es nicht. Die meisten Kinder sind zwischen acht und zwölf Jahre alt.
Sich als Gruppe auf die Sternsinger-Aktion vorzubereiten, macht Sternsingern besonders viel Spass. So gehen viele Ministranten-, Firm- und Jugendgruppen wie Jungwacht und Blauring Sternsingen. Auch Schulklassen beteiligen sich an der Aktion. Darüber hinaus sprechen Religionslehrer, Katecheten und Pastoralassistenten die Kinder im Unterricht auf die Möglichkeit an, Sternsinger zu werden. Falls es die Aktion in der Gemeinde noch nicht gibt, ist es schön, wenn das Kind die Anregung, eine Sternsinger-Gruppe zu eröffnen, an das Pfarramt weiter gibt.
Die Vorbereitungen gestalten sich je nach Ort unterschiedlich. «Im Idealfall treffen sich die Kinder mehrmals, um die Lieder und Segenssprüche einzuüben», so Susanne Cotting. «Darüber hinaus lernen sie die Situation des Gastlandes kennen und erfahren, auf welche Weise das Geld, das sie sammeln, den Kindern vor Ort helfen soll.»
Endlich ist es so weit: Das Sternsingen
Anfang Januar ist es dann so weit: In vielen Schweizer Gemeinden wird die Sternsinger-Aktion mit einem Aussendungs-Gottesdienst eröffnet. «Es ist für uns eine Zeit angekommen», singend laufen die Kinder in Dreier-Gruppen von Haus zu Haus. Manche Gruppen sind einen Abend lang unterwegs, andere volle drei Tage während der Weihnachtsferien. «Das Wochenende, das dem 6. Januar am nächsten liegt, eignet sich natürlich am besten zum Sternsingen», so Susanne Cotting. Eltern, ältere Kinder und Jugendliche, oder Begleitpersonen der Pfarrei begleiten die jüngeren Kinder. Grössere Kinder sind manchmal alleine unterwegs.
Mit der klappernden Sammel-Blechbüchse wandern die Kinder von Haus zu Haus. Dabei sammeln sie Geld in schätzungsweise 300.000 Schweizer Haushalten. «Wir verteilen jährlich ca. 150.000 Segenskleber für die Türe. Wahrscheinlich werden nochmals Segensformeln mit der Kreide angeschrieben», berichtet Susanne Cotting.
Die Segensbitte der Sternsinger
«20*C+M+B+13», so lautet die Segensbitte 2013, die das Haus vor Feuer, Seuchen und Unfällen schützen soll. Die Formel lässt zwei Deutungen zu. So können die Buchstaben «C», «M» und «B» zum einen für die Könige Caspar, Melchior und Baltsar stehen. Zum anderen aber können sie auch eine Abkürzung für den Satz «Christus Mansionem Benedikat» sein. Dieser lateinische Satz bedeutet: «Christus segne dieses Haus». Während die drei Kreuze an die Dreifältigkeit Gottes erinnern, ist der Stern ein Symbol für die Menschwerdung Christi.
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