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Es gibt kaum eine Familienfeier oder einen Geschäftsanlass, der nicht mit einem Apéro beginnt. In Frankreich ausschliesslich Apéritif genannt ist er ein gesellschaftlicher Brauch, der Genuss und
Geselligkeit verbindet. Hier wird Duzis gemacht, werden Visitenkarten ausgetauscht und bei manchen Gästen löst sich die Zunge.
Der Apéro ist fester Bestandteil der Schweizer Alltagskultur. Ähnlich den Tapas in Spanien, dem Aperitivo Milanese in Italien nennt er sich in England ein Get-together bei Drinks und Fingerfood.
Beim typischen Schweizer Apéro werden zu den Getränken auch Häppchen serviert. Dar Gast bedient sich dabei selbst. Besonders beliebt ist der Aperitivo in Italien. Er bezeichnet dort die
Gewohnheit, sich abends in der Bar um die Ecke mit Freunden zu treffen.
Die heutige Bedeutung des Wortes Apéritif zum Anregen des Appetits entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Frankreich. In der älteren Verwendung, als medizinisches Fachwort mit der Bedeutung
"öffnendes, abführendes Heilmittel", war es aber bereits im 16. Jahrhundert aus dem mittelalterlichen aper(i)tivus ("öffnend"), zu lateinisch aperïre ("öffnen"), in die deutsche Sprache entlehnt
worden.