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Das schweigende Klassenzimmer
Das schweigende Klassenzimmer
Allgemeine Informationen
Unterrichtsmaterial zum Spielfilm «Das schweigende Klassenzimmer» von Lars Kraume (D), 111 Minuten, DE 2018, Sprache Deutsch. 1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo und Kurt in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt (DDR) entsteht spontan die Idee, im Unterricht eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten. Doch sie haben unterschätzt, was sie mit ihrer kleinen, menschlichen Geste auslösen. Diese Geste zieht viel grössere Kreise als erwartet. Während ihr Rektor zwar zunächst versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR. Der Volksbildungsminister verurteilt die Aktion als eindeutig konterrevolutionären Akt und verlangt von den Schülern innerhalb einer Woche den Rädelsführer zu benennen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert… Der Film erzählt ein bewegendes Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges, basierend auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka – einer der insgesamt 19 ehemaligen Schüler, die 1956 mit einer einfachen menschlichen Geste einen ganzen Staatsapparat gegen sich aufbrachten.
Pädagogische Informationen
Zunächst erfolgt eine Orientierung zum Filminhalt, die als Entscheidungshilfe für die Filmauswahl, als auch als Erinnerungsgerüst bei der Auseinandersetzung mit dem Film gedacht ist. Es folgt ein Interview mit dem Regisseur und Autor Lars Kraume und eine historische Einordnung des Filmgeschehens. Beides sind grössere Materialblöcke, die nach jeweiliger Anforderung und individuellen Bedürfnissen als hilfreiche Hintergrundinformationen zu betrachten sind. Im dritten Teil sind mögliche Rezeptionskomplexe aufgeführt, die sich als Orientierung verstehen und die gern erweitert werden können. Für eine vertiefende Beschäftigung mit den historischen Sachverhalten sei das oben erwähnte Buch von Dietrich Garstka empfohlen. Die Lektüre kann auch dann empfohlen werden, wenn man nachvollziehen möchte, wie aus einem Stoff ein Filmdrehbuch entwickelt werden kann. Beide Aufgabenstellungen sind allerdings sehr zeitaufwändig und im Rahmen des schulischen Umfelds allenfalls in einem komplexen Kursangebot möglich.