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Alfred Werner wurde 1866 in Mulhouse geboren. Er begeisterte sich bereits während der Schulzeit für Chemie. In der Scheune des väterlichen Bauerngutes richtete er sich notdürftig ein chemisches Labor ein. Mit selbstverdientem Taschengeld kaufte er sich Bücher, Flaschen und Chemikalien. Mit 18 Jahren verfasste er seine erste chemische Arbeit und zeigte sie dem Professor und Direktor der städtischen höheren Chemie-Schule in Moulhouse. Werner wollte nicht nur ein Urteil über seine Arbeit, sondern richtete auch die Frage an den Direktor, wie lange es daure, bis man Professor werde! Für Alfred Werner dauerte dies in der Tat nicht sehr lange. Nach seinem Chemie-Studium am Polytechnikum (heute ETH) und einem kurzen Auslandaufenthalt in Paris, habilitierte er sich 1892 am Polytechnikum in Zürich. Erst 27-jährig wurde er an der Universität Zürich zum Professor für Chemie gewählt. Die Studenten liebten seine Vorlesungen und im 130 Sitzplätze umfassenden Hörsaal waren oftmals über 200 Studenten!
Als 26-jähriger verfasste Werner unter dem Titel „Beiträge zur Konstitution anorganischer Verbindungen“ eine Arbeit, die im Wesentlichen innerhalb weniger Stunden entstand. Werner wurde nach eigenem Bekunden mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, und hatte plötzlich die Lösung eines ihn bereits seit einiger Zeit beschäftigenden Problems vor Augen. Er stand sofort auf und schrieb seine Gedanken nieder. Das bemerkenswerte an dieser Arbeit war das Fehlen jeglicher experimenteller Grundlage für seine Thesen: er selber hatte bis zu dem Zeitpunkt nicht einen einzigen Versuch auf diesem Gebiet durchgeführt. Erst danach experimentierte er gemeinsam mit seinen Studenten über viele Jahre hinweg und konnte so seine Koordinationslehre auch praktisch beweisen. Die Einführung der 3-Dimensionalität anorganischer Verbindungen ist eine der herausragenden Leistungen Werners. Noch heute bildet seine Arbeit die theoretische Basis der Komplexchemie. 1913 erhielt Alfred Werner dafür als erster Schweizer Chemiker den Chemie-Nobelpreis.
1919 starb Werner mit 53 Jahren nach schwerer Krankheit.