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2013 – 2019 NASE MESTO I MI I
2013 wurde auf Bestreben der DEZA zum wiederholten Mal ein Versuch gestartet, die Kosovoserben zu einer Teilnahme zu bewegen, diesmal mit der kosovoserbischen NGO CDKD (Center for Kosovo Society Depolitization), geleitet von Nebojsa Simic. Das Versprechen von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, sich besonders um die Serben zu bemühen, stand immer noch im Raum. Die Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina hatten sich etwas entspannt, was sich unmittelbar auswirkte. Es gelang, zwölf serbische Klassen aus dem Südosten Kosovos für eine Teilnahme an einem Probelauf, März bis Juni 2013, zu gewinnen. Die Resultate wurden ausgewertet, und der KOSOVISION CONTEST wurde an die spezifischen Bedingungen der Serben angepasst (jüngere Kinder, sehr kleine altersgemischte Klassen, schlecht ausgerüstete, abgelegene Schulen) und umbenannt in NASE MESTO I MI. Parallel wurde mit der Ausbildung eines Teams begonnen.
Im Sommer 2013 erklärten sich die serbischen Lehrpersonen der Schulen südlich von Mitrovica bereit, mitzumachen. Der Funke war übergesprungen. Im Sommer 2014 bekundeten auch die serbischen Schulen des Nordens ihr Interesse, am Projekt teilzunehmen. NASE MESTO I MI wurde ab 2014 in allen serbischsprachigen Gemeinden Kosovos durchgeführt, d.h. es beteiligen sich die Schulen der Serben und Gorani und auch die einzige Roma-Schule (jährlich ca. 140–150 Klassen). Das serbische Team und die Lehrpersonen wurden von Katherina Washington ausgebildet.
Auch in den serbischen Schulen erfreuen sich NASE MESTO I MI – und insbesondere die Klassenprojekte – grosser Beliebtheit bei Kindern und Lehrpersonen. Es ist das einzige Projekt, in dem Kinder selber aktiv werden können, um ihre Situation zu verbessern.
2018 wurde die Finanzierung durch die DEZA beendet. NASE MESTO I MI wurde der NGO CDKD übergeben. Das war – insbesondere für die DEZA – eine äusserst ungewöhnliche Lösung. Bildungsprojekte werden im Allgemeinen an eine Behörde übergeben, die eine Fortsetzung der Projekte gewährleisten kann, beispielsweise das Bildungsministerium. In den serbischen Gemeinden Kosovos gibt es jedoch bis heute keine durchsetzungsfähigen Behörden, daher wurde NASE MESTO I MI an die NGO CDKD übergeben. Die Schweiz ist nicht mehr beteiligt.Es bestanden nun zwei parallele Projekte: der albanische KOSOVISION CONTEST und das serbische NASE MESTO I MI. An ein gemeinsames Projekt war nicht zu denken. Die Beziehungen zwischen Albanern und Serben waren nach wie vor frostig. Immerhin etablierte sich ein regelmässiger Austausch zwischen dem albanischen und dem serbischen Team und eine pragmatische Zusammenarbeit zwischen den Teamleitungen.