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Der Ansatz der Konvention von Faro
In Zeiten, da Kulturerbe in kriegerischen Auseinandersetzungen bewusst zerstört wird, um damit die Wurzeln, die ideelle sowie wirtschaftliche Grundlage einer Gemeinschaft auszulöschen, kann die «Rahmenkonvention des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft» aus dem Jahre 2005, kurz Faro-Konvention, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Denn sie stellt die Menschen und ihre Kulturgüter und nicht die Kulturgüter allein in den Mittelpunkt, indem sie die «Gemeinschaft im Kulturerbe» betont.
Die Faro-Konvention setzt sich aus einer Präambel und lediglich 23 Artikeln zusammen und rückt drei Prioritäten in den Vordergrund: Erstens die kulturelle Vielfalt als Stütze für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, zweitens die Verbesserung des Lebensraums und der Lebensqualität und drittens die demokratische Teilhabe am kulturellen Erbe. Dieses Erbe repräsentiert die Kultur und die kulturelle Vielfalt und ist zugleich Ressource: Es stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und stiftet Identität. Besonders hervorgehoben wird die demokratische Teilhabe der Zivilgesellschaft am kulturellen Erbe. Behörden und Fachwelt sind aufgerufen, diese Mitwirkung der Bevölkerung zu ermöglichen, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, aufzuklären und zu erklären, warum und in welcher Weise der Gemeinschaft und jedem einzelnen Menschen diese Werte nahestehen.
Die Konvention von Faro wurde bis heute von 23 Mitgliedstaaten des Europarats unterzeichnet (davon 17 Ratifizierungen). Die Schweiz würde mit der Unterzeichnung und Ratifizierung der Konvention von Faro beispielhaft verdeutlichen, dass unser Land die kulturelle Vielfalt lebt und erfolgreich ein demokratisches Rechtssystem entwickelt hat, das die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am kulturellen Erbe ermöglicht.