Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/1809

Geschichtliche Entwicklung des Kun-Tai-Ko
von der 1. bis zur 4. Generation
Soke Lucien V. Ott, Frankreich und Belgien
10. Dan Kun-Tai-Ko
Die Entstehung von Kun-Tai-Ko ist in erster Linie mit der Person von Prof. Lucien Victor Ott verbunden. Er war ein hochgraduierter Meister in verschiedenen Systemen und entwickelte 1957 in Paris die Kampfkunst Kun-Tai-Ko. Er hatte zur damaligen Zeit bereits die Graduierungen 7. Dan Ju-Jitsu, 7. Dan Karate-Do und 1. Dan Judo. Der am 10. Februar 1990 verstorbene Franzose war zuletzt Träger des
10. DAN KUN-TAI-KO
7. DAN Ju Jitsu
7. DAN Karate
1. DAN Judo
und lebte in Brüssel, wo er sich als Chefausbildner der „Königlichen – Belgischen-Polizeiakademie“ einen bedeutenden Namen gemacht hatte.
Geboren wurde Lucien V. Ott am 21. Dezember 1931 in Algerien. Im Jahre 1950 kam er zur französischen militärischen Nahkampftruppe, der Ecole d’Education Militaire et du Combat in Pau, Frankreich. In verschiedenen Einsätzen in Algerien und Südostasien machte er seine Erfahrungen in extremen Kampf Situationen. Er war ein Veteran der französischen Fremdenlegion und überlebte als einer der wenigen die blutige Schlacht von Dien Pien Phu in Indochina 1954.
Professor Ott war später Chefausbilder der Königlich Belgischen Polizeiakademie und über ganz Belgien hinweg bei Kampfsportlern sowie den Polizei-, Sicherheits- und Militäreinheiten bekannt und respektiert. Prof. Ott arbeitete lange Zeit als Bodyguard für französische Politiker, unter anderem als persönlicher Leibwächter für Präsident Charles De Gaulles und als Leiter einer französischen Bodyguard-Elitetruppe.
Neben seiner Tätigkeit als Bodyguard wirkte er auch als Stuntman an vielen französischen und amerikanischen Filmprojekten mit. Seine Fähigkeiten in den Kampfkünsten und sein professioneller Background als politischer Sicherheitsbeamter brachten ihn schließlich dazu, ein höchst effektives Kampfsportsystem zu kreieren, das auf seinen praktischen Erfahrungen basierte.
Als 1957 sein Sensei Murakamii aus Japan nach Paris kam, um dort seine erste Schule für Shotokan zu eröffnen, trafen sich diese zwei Experten zu einem entscheidenden Gespräch. Hierbei wurden viele Konzepte und Prinzipien der Kampfkünste erörtert. Das Ziel war, ein System ohne überflüssige Schwerfälligkeiten aufzubauen.
Der KTK Stil, der durch Prof. Ott hauptsächlich aus dem Karate und Ju-Jitsu stammt, beinhaltet:
• Grundschule (Kihon)
• Fallschule
• One-Step (Ippon Kumite)
• Selbstverteidigung
• Bruchtest (Tameshiwari)
• Kata
• Kumite (Freikampf)
• Hintergrundwissen über Budo
Der Begriff Kun-Tai-Ko stammt aus dem Buch der Veränderungen und bedeutet sinngemäss „Mächtiger Kleiner Körper“, was den Grundgedanken dieser Kampfkunstexperten zum Ausdruck bringt:
„Sich auch mit einem schwachen Körper in einer Notsituation kräftig verteidigen zu können !“
In den folgenden Jahren nach der Gründung verbreitete sich Kun-Tai-Ko von Belgien aus in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. In Belgien deshalb, weil Prof. Ott seinen Wohnsitz nach Brüssel verlegte und dort sein „Hombu Dojo“ eröffnete.
Nach nur wenigen Jahren wurde Prof. Ott berufen, für die World Ju-Jitsu Federation in Belgien als Präsident zu fungieren und wenig später als Vize-Präsident der WJJF für Deutschland. Er gründete die mittlerweile wohl weltweit größte Bodyguard-Vereinigung, die IBA (International Bodyguard Association). In diesem Zusammenhang war er verantwortlich für die Ausbildung vieler Polizeiorganisationen, Sondereinheiten der Militärs, sowie von Detektiven und Personenschützern in aller Welt. Darüber hinaus war er Autor zweier Bücher über Selbstverteidigung und Kampfkunst. Er erlangte schließlich den 10. Dan Kun-Tai-Ko.
Prof. Ott´s letztes Großprojekt vor seinem Tod 1990 war die Ausarbeitung der Sicherheitsmaßnahmen als oberster Sicherheitsberater für die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona/Spanien. Nach seinem Tod hinterließ er viele Anhänger, die in ihm ein ewiges Vorbild sehen und in seinem Namen sein Werk fort¬führen. Viele seiner Techniken werden noch heute in Sicherheitsorganisationen weltweit angewandt.
Die zweite Generation
|Shihan Jim van de Wielle, Belgien |
10. Dan Kun-Tai-Ko
|Norbert W. Punzet, Deutschland

10. Dan Kun-Tai-Ko
Nach dem Tod von Soke Ott wurde seine Lehre von seinem direkten Schüler Shihan Jim van de Wielle in Belgien weitergeführt und aufrechterhalten.
In Deutschland konzentrierte sich die Bildung von Dojos zunächst auf die Region Süddeutschland, insbesondere durch Hanshi Norbert Punzet (10. Dan), der ebenfalls noch von Soke Ott direkt unterrichtet wurde.
Die Schüler von Soke Ott und Hanshi Punzet, v.a. Alfred Kleinschwärzer, Adolf Bernard jun. sowie Felix Hartmann und Raimund Herold (Schweiz) gründeten eine Reihe von Dojos in Deutschland, Belgien und der Schweiz.
Die dritte Generation Kun-Tai-Ko in der Schweiz
1981 gründete Shihan Felix Hartmann in Frenkendorf das Kun-Tai-Ko Dojo Schweiz und holte 2 Jahre später seinen Freund aus seiner Zeit im Kun-Tai-Ko Rosenheim, Shihan Raimund Herold, als Cheftrainer dazu. Gemeinsam entwickelten sie aus den Stilrichtungen Karate und Jiu-Jitsu das Nin-Jutsu und erweiterten die fachliche Bandbreite zusätzlich um das wettkampforientierte Kickboxen und das gesundheitsorientierte Tai-Ji/Qi-Gong. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Kun-Tai-Ko zur grössten und erfolgreichsten Kampfsportschule der Region.
|Shihan Raimund Herold, Schweiz|
7. Dan Kun-Tai-Ko
|Shihan Felix Hartmann, Schweiz

6. Dan Kun-Tai-Ko
Die vierte Generation
Aus dem Dojo Kun-Tai-Ko Schweiz ging wiederum eine neue Generation von Senseis hervor, die nicht nur durch herausragende Turniererfolge glänzten, sondern den Namen Kun-Tai-Ko in Europa weiter verbreiteten.
Nach dem tragischen Tod von Raimund Herold übernahmen mit Renshi Caroline Martin Asal (6. Dan), Gianni Peluchetti (4. Dan) und Marcel Graf (3. Dan) drei innovative und erfahrene Meister die Führung der inzwischen schon traditionsreichen Schule.
Durch den grossen Einsatz des treuen Trainer-Teams (40 Senseis in diversen Kampfsportarten) werden in der Schule Kun-Tai-Ko Schweiz (in Füllinsdorf und der Liebrüti) heute mehrere Kampfsportarten wie zum Beispiel Kun-Tai-Ko Karate / Nin-Jutsu / Kick-Boxing / Ki-Ju-Ka / Selbstverteidigung für Frauen / Tai-Ji / Kung-Fu / Qi-Gong / Tae-Kwon-Do angeboten.
Der Grundgedanke, viele Kampfkünste an einem Ort zu lehren und so voneinander zu profitieren, wird dadurch im Kampfsportcenter Kun-Tai-Ko Schweiz auch in vierter Generation weiter gelebt.
|Renshi Caroline Martin Asal|
6. Dan Kun-Tai-Ko
Schweiz
|Gianni Peluchetti|
4. Dan Kun-Tai-Ko
Schweiz
|Schweiz Marcel Graf

3. Dan Kun-Tai-Ko
Schweiz