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Die kleinern Zinkenarten waren gerade gestreckt
(Cornetto diritto mit aufgesetztem Mundstück,
Cornetto
muto mit angedrehtem Mundstück, beide mit dem
Umfanga-a''; Cornettino, eine
Quart
[* 4] höher stehend, Quartzink,
Umfang d-g''')
und hießen auch weiße
Zinken zum Unterschied von den größern »schwarzen«, den gekrümmten
Zinken, die aus zwei langen
Stücken zusammengeleimt und mit
Leder überzogen waren, und deren es ebenfalls
zwei
Arten gab, den
Cornetto curvo (von gleichem
Umfang wie der
Cornetto diritto) und
Cornetto torto
(Corno,
Cornon,
Umfangd-d''),
welch letztere eine S-förmige gebogene Anblaseröhre hatten, wie das
Fagott, und sich später zum
Serpent fortentwickelten.
Die
Zinken spielten im 16.-17. Jahrh. eine große
Rolle, sind aber in der Gestalt der geraden
Zinken viel
älter und hielten sich bei den Stadtpfeifern bis ins 18. Jahrh. Der
Klang des geraden
Zinken hatte einen hellen, der des stillen
(muto) einen sanften, der des Baßzinken
(Cornon) einen groben, hornartigen
Klang. - In der
Orgel ist Zink s. v. w.
Kornett.
Sobald die untern Erzschichten durch Glühen ihre Kohlensäure und ihr Wasser verloren haben, zieht man
sie, was durch den Abrutschkegel b begünstigt wird, durch die Öffnungen c aus und gibt an der Ofenmündung frisches Erz und
Brennmaterial auf. Seltener dienen zum Brennen von pulverförmigem Galmei, Erzklein und Schliechen Flammöfen. Zum Rösten der
Zinkblende dienen häufig zweiherdige Fortschaufelungs-Flammöfen
[* 8]
(Fig. 2 u.
3). Das fein gepulverte Schwefelzink wird durch eine Öffnung im Gewölbe
[* 16] auf den obern Herd a in die Nähe von e gebracht,
etwas ausgebreitet und von den vom Rost c aus aufsteigenden, den untern und dann den obern Herd durchstreichenden Feuergasen,
welche dann durch die Kanäle e und f in denSchornstein entweichen, ins Glühen versetzt.
Nach einiger Zeit wird das Erz nach b hin fortgeschaufelt und an seine Stelle eine frische Erzladung gegeben. Indem das Erz
auf diese Weise allmählich durch b auf den untern Herd a gelangt, kommt es in immer heißere Regionen und zulegt an die
heiße Luft aus d entlassende Feuerbrücke; darauf wird die abgeröstete Masse durch mit Thonplatten bedeckt gewesene Kanäleg in das Gewölbe h geschafft; i ist der Aschenfall, k k k sind Arbeitsöffnungen. Im Röstgut bleiben noch etwa 1-2 Proz.
Schwefel.
Zur Ersparung der Handarbeit, des Fortschaufelns, hat man vereinzelt auch Öfen
[* 17] mit rotierendem Herd, ähnlich
wie beim Kupfererzrösten (s. Tafel »Kupfer«,
[* 18] Fig. 4 u. 5), angewendet (Ofen von Kuschel u. Hinterhuber zu Johannisthal in
Unterkrain). Da in den bisher beschriebenen Öfen die schweflige Säure verloren geht, so sind Hasenclever und Helbig bemüht
gewesen, durch eine passende Ofenkonstruktion die schweflige Säure wenigstens zum großen Teil nutzbar
zu machen. In denÖfen von Hasenclever-Helbig (s.
Tafel »Zink«,
[* 6] Fig. 4 u.
5) rutscht das durch einen Trichter a aufgegebene Erz in dem Kanal
[* 19] d hinab, unter dessen Sohle die Feuergase nach dem zum Schornstein
führenden Kanal p hinziehen, infolgedessen schon in dem Kanal d eine Röstung stattfindet und die dabei
gebildete schweflige Säure durch eine seitliche Öffnung bei e in die Schwefelsäurekammern gelangt.
Scheidewände in d veranlassen, daß das Erz in gleich hoher Lage bleibt, und Öffnungen in denselben gestatten den Durchzug
der schwefligen Säure. Durch eine mittels eines Wasserrades in Zwischenräumen gedrehte Abführwalze h
wird das Röstgut aus dem Kanal d in den Muffelraum c geschafft, welcher von den Feuergasen umspielt wird, die den Herd g erhitzt
haben. Das Erz wird in der Muffel durch die Arbeitsöffnungen h allmählich vorwärts geschaufelt, fällt dann durch die Öffnung
o im Muffelboden auf den Herd g, wird auf diesem der Feuerbrücke, somit einer immer höhern Temperatur
entgegen bewegt und dann aus dem Ofen gezogen.
Die Feuergase liefert der durch die Öffnung n gespeiste Gasgenerator k, indem durch m Verbrennungsluft zu den Generatorgasen
tritt. Bei dieser Ofeneinrichtung ist die in der Muffel c beim Rösten entwickelte schweflige Säure, welche
sich mit der im Kanal d erzeugten vermischt, für die Schwefelsäurebereitung nutzbar, weil sie nicht mit Feuergasen gemischt
ist, während die im Flammofenherd f erzeugte, mit den Feuergasen vermengte schweflige Säure durch p in den Schornstein und
somit unbenutzt in die Luft gelangt.
Das wesentlich aus Zinkoxyd bestehende Röstgut, welches bei Verarbeitung von stückförmigem Galmei nach
der Röstung zerkleinert werden muß, wird nun durch starkes Erhitzen mit Kohle reduziert. Da die Reduktion des Oxyds erst
weit über dem Schmelz- und Verdampfungspunkt des metallischen Zinks stattfindet, so erhält man stets dampfförmiges Zink. Die
Zinkgewinnung muß aus diesem Grund in Gefäßöfen (Zinkdestillieröfen) vorgenommen werden, in welchen
die aus Gefäßen (Muffeln, Röhren)
[* 20] entwickelten Zinkdämpfe nicht mit den sie oxydierenden Feuergasen zusammenkommen, sondern
in besondere Kondensationsgefäße (Vorlagen) treten.
Trotz dieser Vorsicht findet doch immer eine teilweise Oxydation von Zinkdämpfen (besonders bei Beginn der Destillation)
[* 21] statt;
um dieselbe möglichst zu beschränken, müssen die Zinkdämpfe nach ihrer Entstehung rasch verdichtet
werden. Zu Anfang der Destillation, wo die Vorlagen noch kälter sind, verdichten sich die Zinkdämpfe in denselben nicht zu
flüssigem, sondern gleich zu festem, pulverförmigem Zink, welchem sich oxydiertes Zink beimengt. Dieses Gemenge (Zinkstaub),
von welchem etwa 5-10 Proz. vom Gewicht des Zinks entstehen, wird entweder wieder in die Reduktionsgefäße
gegeben, oder in der Technik verwendet.
Der belgische Zinkofen
[* 8]
(Fig. 6-8) von der GesellschaftNouvelleMontagne zu Prayon enthält in jeder der durch eine Scheidewand
a getrennten Abteilungen 46 StückRöhren b von etwa 1,1 m Länge und 15 cmDurchmesser, welche an ihrem
hintern Ende auf Vorsprüngen, am vordern Ende auf Thonplatten c mit daran stoßenden Eisenplatten d aufliegen. Die Feuergase
verteilen sich vom Rost g und dem Gewölbe f aus durch Schlitze i in die beiden Abteilungen, umspielen die Röhren und entweichen
durch Füchse n in die Esse o, welche mit einer Klappe p versehen ist; k ist der Aschenfall, durch gewölbte
Räume l zugänglich; h ein Luftkühlkanal. Man beschickt mittels einer Hohlschaufel die Röhren b mit
¶
einer Mischung von Zinkerz mit 40-60 Proz. magern Steinkohlen und Koksklein, setzt die thönernen Vorlagen q an, feuert langsam
und steckt, sobald sich an der Mündung der Vorlagen q eine Zinkflamme zeigt, an dieselbe die mit einer Öffnung zum Entweichen
der Gase
[* 24] versehenen Blechballons r
[* 23]
(Fig. 6), in welchen sich der anfangs entstehende
Zinkstaub ansammelt. Sobald der Ofen in volle Glut gekommen, nimmt man von Zeit zu Zeit die Ballons ab, bringt mit einer kleinen
Kratze das in den Vorlagen kondensierte flüssige Zink in eine Kelle und gießt es in eisernen Formen zu Platten von etwa 30-35
kg Gewicht.
Bei der alten schlesischen Methode benutzt man flache Gewölbeöfen mit einem nach Art der Glasöfen überwölbten
Raum, in welchem sich 20-30 Thonmuffeln A
[* 23]
(Fig. 11) von etwa 117 cmLänge, 56 cmHöhe und 22-25 cm äußerer Breite
[* 27] befinden,
die durch einen Stegb an der Vorderseite in zwei Abteilungen geteilt sind, deren obere d die thönerne Vorlage e nebst Blechröhren
f und g aufnimmt, während die untere c durch eine mit Thon beschmierte Thonplatte i geschlossen ist.
Durch eine verschließbare Öffnung im Knie der Vorlage e wird mittels einer rinnenförmigen Schaufel die Beschickung (Erz undKohle) in die Muffel A gebracht, die Öffnung geschlossen und gefeuert, wobei die Flamme
[* 28] durch Öffnungen
im Ofengewölbe ins Freie entweicht und viel Rauch in der Umgebung verbreitet, während die entwickelten Zinkdämpfe sich in der
Vorlage kondensieren und das flüssige Zink durch die Röhrenf undg in gemauerte Nischen (Tropflöcher) tropft.
Dasselbe gibt dann stalaktitische Gebilde (Zinkmänner), welche nochmals umgeschmolzen werden müssen. Das Ausräumen
der Rückstände geschieht nach weggenommener Verschlußplatte durch die Öffnung i. Bei neuern
Zinköfen läßt man die vom Rost aufsteigende Flamme gegen das Gewölbe treten, von diesem zurückprallen und durch Öffnungen
im Herd nach unten in einen gemeinsamen Kanal und durch diesen in den Schornstein abziehen, wodurch die Wärme
[* 29] vollständiger
ausgenutzt wird (belgisch-schlesische Öfen mit rückschlagender Flamme).
Als Vorlagen dienen dabei gebauchte Thonröhren b
[* 23]
(Fig. 12), welche man in die durch den Steg d gebildete obere Abteilung der
Muffel a steckt, während man die untere Abteilung durch die Platte e verschließt. Die Vorlage b wird mit einem Rohrstutzen
c versehen und auf diesen der blecherne Ballon zur Aufnahme desZinkstaubs gesteckt. Das im Bauch
[* 30] der Vorlage
b angesammelte flüssige Zink kann entweder durch eine mit einem Thonpfropfen verschlossene Öffnung nach unten hin
abgelassen oder aus der vordern Mündung ausgekrätzert werden.
In Oberschlesien führte ferner 1878L. Kleemann eine neue
Vorlage ein, welche eine bedeutend bessere Kondensation der Zinkdämpfe und die Abführung der schädlichen
Gase nach oben gestattet.
Mit Vorteil werden in neuerer Zeit meistens Öfen mit Gasfeuerung
[* 31] benutzt, wodurch man eine bedeutende Ersparnis an Kohlen erzielt.
Die Einrichtung eines Ofens mit Gasfeuerung zeigen die Figuren 9 u. 10: a Gasgenerator mit Treppenrost,
b Gaskanal, welcher die brennbaren Gase durch die vertikalen Heizschächte c in den Muffelraum n führt, wo sie durch zugeleitete
Gebläseluft verbrannt werden. Diese gelangt aus dem Hauptwindkanal d durch die Kanäle e, f und f' zu den Düsen g, g', welche
in die Heizschächte c münden.
Wegen des Erfordernisses von Gefäßöfen und einer sehr hohen Temperatur bedingt die Zinkgewinnung verhältnismäßig
große Kosten für Brennmaterial und feuerfesten Thon; auch findet ein nicht unbedeutender Metallverlust statt durch Bildung
von Zinkoxyd und Zinkstaub sowie durch einen Rückhalt an Zink in den Rückständen. Neuere Bestrebungen zur Vervollkommnung
des Prozesses sind deshalb gerichtet gewesen auf Ersparung an Brennmaterial (Anwendung von Gasfeuerung,
namentlich Siemensscher Regenerativfeuerung, von Treppenrosten statt Planrosten, von Boetius-Feuerung etc.), auf Vergrößerung
der Produktion und des Ausbringens u. a.
Das gewonnene Zink (Werkzink) ist häufig verunreinigt, namentlich durch Blei, und bedarf deshalb meist noch einer Raffination
durch Umschmelzen in einem Flammofen
[* 23]
(Fig. 14), auf dessen Herd a die Flamme vom Feuerungsraum c aus über
die hohe Feuerbrücke b gelangt und durch die Kanäleh und i nach der Esse k hin abzieht; e Räumöffnung für die Asche, d Aschenfall.
Das schmelzende Zink fließt nach dem Sumpf f hin, das Blei setzt sich in demselben zu Boden, und es bildet sich
auf dem Zink eine Unreinigkeiten enthaltende oxydische Krätze (Zinkasche), welche nach dem Durchrühren mit Salmiak (L'Hôte
empfiehlt Chlormagnesium) durch die Arbeitsöffnung g abgezogen wird, worauf man das gereinigte Zink durch dieselbe auskellt,
bis man auf den bleireichen Bodensatz kommt.
Die feingemahlenen Erze werden durch Trichter in die obere Sohle eingefüllt und von dort allmählich durch Arbeiter von Muffel
zu Muffel unter häufigem Umrühren geschaufelt. Am Ende der untern Sohle angelangt, sind die Erze vollkommen
entschwefelt. Die entweichende schweflige Säure wird in Bleikammern geführt und zur Schwefelsäurefabrikation benutzt. Die
Erzmengen, welche auf einmal aus dem Ofen gezogen werden, betragen 400-450 kg. In 24 Stunden liefert der Ofen, welcher nur zwei
Mann zur Bedienung erfordert, 3000-3500 kg geröstete Zinkblende. Die Abröstung erfolgt bis auf 0,35-1,1
Proz. Schwefel.
(frz. zinc, engl. spelter, zinc).
Ein jetzt massenhaft und zu den verschiedensten Zwecken verwendetes Metall, welches noch vor wenigen Jahrhunderten nicht
bekannt war; es wurde erst im 15. Jahrhundert als solches erkannt. Gleichwohl hat man es unbewußt seit alten Zeiten gebraucht
zur Legierung mit Kupfer zu Messing, aber man verschmolz mit dem Kupfer gleich das Zinkerz, den Galmei. Das
Metall wurde nicht gefunden, weil es sich nicht wie andre Metalle erschmelzen läßt, sondern unter Luftabschluß destilliert
werden muß.
Die Chinesen hatten es früher wie die Europäer als Marktartikel und führten bis vor etwa 60 Jahren große Quantitäten
nach Indien und den Inseln aus, sind aber seitdem durch das wohlfeilere europäische Metall verdrängt
worden. Das beste Zinkerz ist der edle Galmei oder Zinkspat; er ist natürliches kohlensaures Zinkoxyd. Neben ihm kommt gewöhnlich
ein andres glasiges Erz vor, Kieselzinkerz, gewöhnlicher Galmei, das sich etwas schwieriger verhütten läßt, aber doch
mit ersterem zusammen verarbeitet wird. Viel häufiger ist die Schwefelverbindung des Zinkes, die Zinkblende,
das Material für Zinkvitriol und Chlorzink, während seine Verarbeitung auf Metall schwieriger und unvorteilhaft ist, so
lange man Galmei hat; zudem fällt das Metall minder gut aus. In England gibt es nur Blende (Flintshire und Insel Man), welche
man auf Metall verarbeitet; den Hauptbedarf bezieht England vom Festlande und in Erzen von Spanien und
Sardinien. - Die Verarbeitung der Zinkerze, von der Blende abgesehen, besteht in Sortieren und Aufbereiten, Rösten und Destillieren.
Durch das Rösten wird Kohlensäure und Wasser verjagt und das Zinkoxyd isoliert erhalten. Dieses wird mit dem gleichen Volumen
Kohle - Koksklein - gemengt und in Retorten von feuerfestem Thon gefüllt, die reihenweise im Destillierofen liegen. Bei der
Erhitzung bis zur Rotglut wird das Oxyd reduziert, indem die Kohle den Sauerstoff desselben an sich reißt und Kohlensäure
bildet. Das Metall wird bei einer weit über seinem Schmelzpunkt liegenden Temperatur
¶
mehr
frei, tritt in Dampfform auf und zieht durch ein Rohr ab, in welchem es sich tropfbar verdichtet und in untergestellte Gefäße
abtropft. Dieses Tropf- oder Rohzink wird noch einmal in eisernen Kesseln eingeschmolzen, von Oxyd gereinigt und zu Barren
oder Platten ausgegossen, die entweder so in den Handel gehen, oder zu Blechen ausgewalzt, beziehentlich
auf Zinkweiß verarbeitet werden. Das Z. diente anfänglich nur zur Darstellung des Messings; dann gab ihm die Entdeckung
des Galvanismus eine Bedeutung, die das Metall allein schon zu einem wichtigen und unentbehrlichen Artikel für alle Zeiten
gemacht hat.
Ein sehr bedeutender Teil des gewonnenen Metalles wird jetzt auf Telegraphenstationen, in Werkstätten
und Laboratorien zur Erzeugung galvanischer Ströme konsumiert. Eine weitere Bedeutung erlangte das Z., als man 1805 die
Entdeckung machte, daß das sonst so spröde und undehnbare Metall unter gewissen Temperaturgraden (s.
Bleche Seite 56) eine ziemliche Streckbarkeit annimmt und dann auch nach dem Erkalten zähe und biegsam
bleibt. Dadurch wurde die Herstellung von Z. blech möglich, das jetzt von so großer Bedeutung geworden ist.
Eine der ersten Verwendungen desselben war die zur Dachdeckung, wozu sich das Metall recht wohl eignet, denn es bedeckt sich,
dem Wetter ausgesetzt, mit einer grauen, äußerst dünnen Schicht von basisch kohlensaurem Oxyd, welche
für weitere Einwirkungen der Atmosphäre einen wirksamen Schutz gewährt. Aus Zinkblech werden jetzt aber außerdem eine
Menge Klempnerarbeiten, Dachrinnen und Fallrohre, Badewannen, Waschbecken, Kübel u. dgl.
gefertigt. Nur zu Gefäßen für solche Flüssigkeiten, die zu Speise oder Trank dienen, Milch, Wasser, ist das Metall untauglich
wegen seiner leichten Löslichkeit und der Schädlichkeit solcher Lösungen für die Gesundheit.
Zinkplatten dienen ferner zum Zinkdruck (Metallographie), zu Firmen, Thürschildern, Pflanzenetiketten, wie als Zwischenlagen
(Preßspäne) beim Satinieren von Papieren u. dgl. Als Bestandteil von Legierungen geht das Z. in Messing, Tombak, Bronze und
Neusilber ein. Als schützenden Überzug gegen Rost benutzt man es auf eiserne Bleche, Drähte und Nägel
und nennt solche Gegenstände ungeeignet galvanisierte, obwohl sie lediglich in geschmolzenes Z. eingetaucht wurden. Wasserstoffgas
wird meistens erzeugt durch Auflösen von Z. in verdünnter Schwefelsäure. - Eine verhältnismäßig neue Anwendung des Metalles
ist die als Gußmaterial, wozu es sich ganz vorzüglich eignet, da es die Formen der Modelle in ausgezeichneter
Schärfe wiedergibt. Es schmilzt bei 412° und ist sehr dünnflüssig. Da aber das gegossene Metall sehr kristallinisch und
daher spröde und zerbrechlich ist, so beschränken sich die Zinkgüsse meist nur auf Werke der Kunstbildnerei, Statuen,
Gruppen, architektonische Stücke mancherlei Art, Monumente u. dgl.,
so wie auf kleinere Gebrauchsgegenstände wie z. B. Leuchter, Lampenfüße etc.
Der Zinkguß erfolgt in Sand- oder gußeisernen angewärmten Formen; die gute Lötbarkeit des Metalles gestattet die Bequemlichkeit,
große Sachen stückweise zu gießen und sie
dann durch Lötung zu verbinden. Hohle Zinkgüsse werden häufig durch das Stürzen
erzeugt. Man gießt die Form bald nach der Füllung wieder aus, sodaß nur die dünne Schicht zurück
bleibt, welche an den Formwandungen bereits erstarrt ist. Auch Kartätschenkugeln werden in Z. gegossen. Für den ornamentalen
Zinkguß ist Berlin die Hauptstadt; auch in Wien und Leipzig wird derselbe betrieben. Über Zinkdraht s.
Näheres bei Draht. - Die hauptsächlichen Z. produzierenden Örtlichkeiten ergeben sich aus der weiter
unten folgenden Aufstellung. Zinkerze werden außerdem geliefert von Sardinien und Spanien nach England, von Schweden nach
Belgien. Nordamerika versorgt sich aus eigenen Gruben. - Die beiden wichtigsten Zinkdistrikte sind Oberschlesien mit der
Fortsetzung nach Polen und Galizien, und andrerseits die preußisch-belgische Grenzgegend bei Aachen.
Hier ist das größte, seit alten Zeiten und sogar als Tagbau betriebene Galmeibergwerk, der Altenberg (Vieille montagne).
Von da gehen zinkführende Hügelzüge bis jenseits Lüttich. Die Zinkgruben befinden sich hier sämtlich in den Händen
der Aktiengesellschaft Vieille montagne, die außerdem noch Gruben und Hüttenwerke in der Rheinprovinz
und in Frankreich besitzt und ein altes Werk bei Wiesloch in Baden wieder aufgenommen hat. - Den jährlichen Bedarf an Z. schätzt
man auf 180000 Tons à 1000 kg. -
Im Jahre 1876 soll auf der Erde etwa folgende Ausbeute an Z. erreicht worden sein:
Schlesien
49377 Tons
Vieille Montagne
38518 "
Nordamerika
15000 "
Stolberg
13645 "
Asturische Gesellschaft
11178 "
Austro-Belge
5600 "
Eschweiler
5296 "
Wittwe Laminel
5200
Österreich und Polen
5000 "
Nouvelle Montage ^[richtig: Montagne]
4758 "
Iserlohn
4458 "
Gladbach
2740 "
Bédarieux
2000 "
Bleiberg
1720 "
Es sind dies im Ganzen 164490 Tons.
Seitdem ist die Produktion nicht unwesentlich gestiegen, denn sie betrug 1879: 193864 und 1880: 203830 Tons. Hiervon kamen
auf:
1879
1880
Deutschland
96360 Tons
99405 Tons
Belgien
63007 "
65010 "
England
16750 "
22000 "
Frankreich
14467 "
13715 "
Österreich
3280 " 3700 "
In Deutschland ist die oberschlesische Produktion die stärkste, denn sie belief sich 1880 allein auf 65437 Tons.
Die Einfuhr von Z. in das Deutsche Reich betrug im Jahre 1881: 4237800 kg, die Ausfuhr dagegen 59962500 kg
und außerdem 18275900 kg gewalztes Zink (Zinkblech) mit Tara 10%. - Zinkerze wurden in Deutschland 1881 eingeführt: 19132200
kg, ausgeführt: 12798400 kg. Die Einfuhr von Z.
¶
mehr
in den Vereinigten Staaten von Nordamerika belief sich im Jahre 1880/81 auf 5 586540 amerik. Pfunde im Werte von 254615 Doll.;
die Einfuhr der Schweiz im Jahre 1881 dagegen auf 1384800 kg. -
Die Preise für Zink schwanken zwischen 32 und 38 Mk. pro 100 kg. -
Ein starker Anteil des Zinkmetalls wird gleich auf den Hütten weiter verarbeitet zu Zinkweiß, das als
weiße Anstrichfarbe an Stelle des Bleiweißes eine häufige und zunehmende Verwendung hat und in riesigen Massen verbraucht
wird. Dieses feine weiße Pulver ist das Oxyd des Z., einfach erhalten durch Verbrennung von Zinkdämpfen. Diese Verbrennung
vollzieht sich aber ganz von selbst, sobald diese Dämpfe mit Luft in Berührung kommen. Die zum Brennen
dienenden Öfen haben Retorten, in denen Z. im Sieden erhalten wird.
Die Dämpfe gehen durch aufsteigende weite Rohre in ein System von Kammern, deren letzte mit einem Schlot versehen ist. In
den Röhren, in welche von unten Luft eindringen kann, geht die Verbrennung vor sich und das Oxyd schlägt
sich in den Kammern in Form von Flocken und Staub nieder, von der ersten bis zur letzten in zunehmender Feinheit. Die Ware
wird dann meistens noch gewaschen und durch Schlemmen in Sorten geschieden. Nebenprodukte der Zinkhütten sind: Cadmium
(s. d.), Zinkgrau, ein unreines gemischtes Produkt der Destillation, als wohlfeile
Anstrichfarbe;
Zinkstaub (Poussière), ist das der Verbrennung entgangene Metall im feinsten Zustande, zeigt eine große
Begier nach Sauerstoff und wird demnach als desoxydierendes Mittel, unter andern zur Bereitung von Indigoküpe benutzt.
Vieille
montagne liefert außerdem als Anstrichmasse Zinksilikat, das lediglich aus Oxyd und Wasserglas besteht.
- Zinkvitriol oder Zinksulfat (Zincum sulphuricum) oder weißer Vitriol ist schwefelsaures Zinkoxyd, ein Salz, daß in großen
Mengen aus Schwefelzink (Blende) hergestellt wird, indem man die Masse röstet, wobei Schwefel und Z. Sauerstoff aufnehmen,
dann auslaugt und eindampft. Man benutzt ihn zur Darstellung von Zinkoxydfarben als Klärmittel für
Öle und Firnisse, zum Konservieren von Häuten und tierischen Abfällen, als Schutzmittel gegen Hausschwamm, zum Imprägnieren
der Eisenbahnschwellen, zum Desinfizieren anstatt des Eisenvitriols. - Das Chlorzink (Zinkchlorid), durch Auflösen von Oxyd
oder Metall in Salzsäure zu erhalten, hat ähnliche. Verwendungen, unter anderm auch als Lötsalz. - Die
Zinksalze und das Oxyd sind giftig, finden aber arzneiliche Verwendung, wozu sie der Reinheit halber besonders dargestellt
werden. Das Oxyd dient auch äußerlich zu austrocknender Wundsalbe, - Zoll: Zinkerz, Zinkmetall, auch mit Blei oder Zinn legiert,
Zinkweiß und dergleichen Präparate sind zollfrei. Zinkplatten und -Bleche Nr. 42 b. Andre Waren aus
Z. Nr. 42 c und d. Legierungen aus Z. mit Kupfer etc. gehören der Tarifnummer 19 an.