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Diskriminierte Festlandbräute
Mehrere Dutzend Frauen aus China haben diese Woche vor dem taiwanischen Parlament protestiert, wie die Tageszeitung United Daily News berichtet. Die Chinesinnen leben zusammen mit ihren taiwanischen Ehemännern in Taiwan. Die Staatsangehörigkeit erhalten sie dagegen erst nach sechs Jahren. Das sei völlig ungerecht, finden die Demonstrantinnen, denn Ehepartner aus anderen Ländern müssten nur 4 Jahre auf die Einbürgerung warten.
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Zhan Xiuying aus der südtaiwanischen Stadt Kaohshiung vertritt eine Vereinigung, die sich für Einwanderer einsetzt. Zhan kommt ebenfalls vom Festland, hat einen taiwanischen Mann geheiratet, und besitzt inzwischen die Staatsbürgerschaft der Republik China (Taiwan). Sie seien alle ausländische Ehefrauen, so Zhan gemäss dem Fernsehsender PTS, weshalb müssten die Frauen aus Südostasien nur 4 Jahre auf die Einbürgerung warten, die Chinesinnen aber 6.
Dies sei nicht nur gegenüber den Frauen unfair, so Zhan, sondern auch gegenüber deren Kindern. Falls sich die Ehepartner scheiden liessen, müsse die Mutter innert 10 Tagen nach China zurück, während das gemeinsame Kind zusammen mit dem Vater in Taiwan bleiben dürfe.
«Wir Festlandbräute werden diskriminiert»
Sie beklage sich nicht über Schwierigkeiten im Alltag, sagt eine chinesische Ehefrau mit Nachnamen Deng, in den Armen trägt sie ihren Sohn. Sie könne aber nicht akzeptieren, wenn sie unfair behandelt werde. «Wir Festlandbräute werden diskriminiert», sagt sie gegenüber dem TV-Sender PTS.
Mit dem Ausdruck «Festlandbraut» werden in Taiwan allgemein die chinesischen Ehefrauen bezeichnet, die einen taiwanischen Mann geheiratet haben. Für taiwanische Männer, die in Taiwan keine Frau finden ist dies oft die einzige Möglichkeit eine Familie zu gründen. Chinesische Frauen aus ärmeren Regionen wiederum, versprechen sich durch die Heirat mit einem Taiwaner ein besseres Leben.
Die Befürchtungen in Taiwan
Rund 260’000 chinesische Ehefrauen leben gemäss den taiwanischen Behörden auf der Insel. Früher mussten die Chinesinnen noch länger warten bis sie die Staatsbürgerschaft beantragen konnten. Nach dem Amtsantritt von Präsident Ma Ying-jeou, der eine chinafreundlichere Politik als sein Vorgänger verfolgt, wurde 2009 die Wartezeit auf 6 Jahre verkürzt, auch Einschränkungen zur Arbeitssuche wurden gelockert.
Taipeh und Peking haben ihren Austausch in den letzten Jahren zwar verstärkt, die beiden Seiten haben aber noch keine politischen Gespräche aufgenommen, von einer gegenseitigen Anerkennung sind sie noch weit entfernt. Die Befürchtung in Taiwan ist denn auch, dass die Chinesinnen – sobald eingebürgert – mit dem Wahlrecht das politische Geschehen mit beeinflussen könnten.
So dürfen chinesische Ehefrauen auch nachdem sie die Staatsbürgerschaft erhalten haben, zum Beispiel erst nach 10 Jahren eine Regierungsstelle annehmen.
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