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Er selber zum zweiten Mal sowie die Norweger Olaf Björnstad, Toralf Engan und Björn Wirkola, die japanischen Landmänner Yukio Kasaya und Kazuyoshi Funaki, Helmut Recknagel (DDR), Max Bolkart (BRD), der Finnen Janne Ahonen, der Deutsche Sven Hannawald und der Pole Kamil Stoch schufen sich die Chance, den Grand Slam einzufliegen. Das Dutzend an Möglichkeiten wurde erst in der jüngeren Vergangenheit der 70-jährigen Tournee-Geschichte genutzt. Einzig Hannawald 2002, Stoch 2018 und Kobayashi 2019 schlugen mit Tagessiegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen zu.
Es hätte noch einer mehr sein können. Kasaya wurde 1972 von seinem Verband zwecks Vorbereitung der Olympischen Spiele nach Hause beordert - und in Sapporo danach immerhin mit einer Goldmedaille belohnt. Kasaya bleibt der einzige Skispringer, der die ersten drei Springen, aber nicht die Vierschanzentournee gewann. Auch der Herausforderer Marius Lindvik konnte am Donnerstag die 10 m Rückstand auf Kobayashi nicht mehr wettmachen. Im Gegenzug kam es achtmal vor, dass einer die Vierschanzentournee ohne Tagessieg gewann.
Die Tournee kennt eigene Gesetze. Oft schon lief just ein Aussenseiter über den Jahreswechsel zur Hochform auf. Das krasseste Beispiel betrifft den Österreicher Thomas Diethart im Jahr 2014. Der Flachland-Adler stellte mit dem Gesamtsieg die Skisprung-Welt auf den Kopf. Der 21-Jährige kam aus dem Nichts - während der Tournee mussten noch rasch Autogrammkarten angefertigt werden - und verschwand wieder im Nichts. Oder sein Landsmann Wolfgang Loitzl: Er gewann ab Garmisch-Partenkirchen drei Springen in Serie und vermasselte Simon Ammann den Tourneesieg. Es bleibt die einzige Lücke im Palmarès des Toggenburgers.
Kobayashi hingegen war bei Insidern der Favorit: Denn vor der Tournee holte er 496 Punkte aus sechs Springen. Zweimal fehlte er wegen einer Corona-Infektion, einmal wegen einer Disqualifikation - macht einen Punkteschnitt von 82,6.
Der Japaner ist zweifelsohne ein verdienter Sieger. Aber die Möglichkeit, ein zweites Mal den Grand Slam zu holen, war auch mit Glück verbunden: In Oberstdorf stiess er von Zwischenrang 5 an die Spitze vor, in Garmisch-Partenkirchen brachte er die Führung nach dem ersten Umgang nur mit 0,2 Punkten in Vorsprung ins Ziel, und im dritten Springen war er nach dem ersten Durchgang ebenfalls nicht der Führende.