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Als Armand Duplantis noch sehr klein war, nannte ihn ein Freund seines Vaters «Mondo». Seitdem begleitet ihn dieser Spitzname und er könnte besser kaum passen. Denn Mondo kommt aus dem Italienischen und heisst Welt. In dieser die Nummer 1 im Stabhochsprung zu sein, davon träumte Duplantis schon im Alter von drei Jahren. Am 8. Februar 2020 war es dann so weit, er sprang am Hallen-Meeting in Torun 6,17 m, so hoch wie noch kein anderer.
Duplantis verdrängte den Franzosen Renaud Lavillenie vom Thron, sein grosses Vorbild, von dem er einst ein Poster im Zimmer aufgehängt hatte. Mittlerweile sind die beiden Freunde, der 13 Jahre ältere Franzose ist für Duplantis wie ein grosser Bruder, hat ihm geholfen auf dem Weg nach ganz oben.
Bei den 6,17 m ist es nicht geblieben. Duplantis sprang in der Halle viermal höher, aktuell beträgt die Bestmarke 6,22 m. Im Freien hat er am 17. September 2020 in Rom mit 6,15 m den legendären Sergej Bubka von der Spitze verdrängt. An der WM vor einem Jahr in Eugene sprang er 6,21 m. Nun beendete er in der ungarischen Hauptstadt zum 50. Mal einen Wettkampf mit einer Höhe von mindestens sechs Metern.
Optimale Voraussetzungen
Das kommt nicht von ungefähr. Duplantis ist am 10. November 1999 in Lafayette in den USA auf die Welt gekommen. Sein Vater war früher mit einer Bestleistung von 5,80 m selber ein guter Stabhochspringer und ist noch heute sein Trainer. Die Mutter stammt aus Schweden und ist ehemalige Siebenkämpferin und Volleyballerin. Sie coachte ihn in Sachen Fitness und Kraft. Da er wegen seiner Mutter auch im Besitz des schwedischen Passes ist, entschied er sich mit 15 Jahren, für deren Heimatland zu starten. Das hat den Vorteil, dass er nicht die US-Trials bestreiten muss.
Duplantis hat zwei ältere Brüder und eine jüngere Schwester. Mit den Brüdern mass er sich stets, er versuchte sie, wo es ging, zu bezwingen. Dass er sich in einem konkurrenzbetonten Umfeld bewegte, ist für ihn mit ein Grund für die erfolgreiche Karriere. Ausserdem ist er sozusagen mit dem Stab aufgewachsen, baute doch sein Vater im Garten eine Trainingsanlage. Von daher war es für ihn früh das Normalste der Welt, Sprünge zu absolvieren. Bevor er sich mit vier Jahren erstmals an der Anlage versuchte, hüpfte er mit einem Besenstiel aufs Sofa, das bald ruiniert war. Er hat auch Stunden damit verbracht, Videos von Topspringern zu studieren.
Zudem bringt Duplantis für seine Disziplin sehr gute physische Voraussetzungen mit. Er ist ausgesprochen schnell, über 100 m schaffte er bei einem Rückenwind von 2,1 m/s eine Zeit von 10,57 Sekunden. Und er besitzt die Kraft, die härtesten Stäbe zu biegen. Seine Technik ist ohnehin top. Im Alter von sieben Jahren sprang Duplantis bereits 2,33 m. Nicht umsonst gibt es eine Dokumentation über ihn mit dem Namen: «Born to fly» (geboren, um zu fliegen).
Golf zum Abschalten
Seinen ersten Titel an einem Grossanlass bei den Erwachsenen holte er an der EM 2018 in Berlin, vier Jahre später verteidigte er diesen in München erfolgreich. Vor einem Jahr sicherte er sich in Tokio Olympia-Gold, und nun wurde er zum zweiten Mal in Folge Weltmeister - dies mit erst 23 Jahren! Zu einem weiteren Weltrekord fehlte beim zweiten Versuch über 6,23 m äusserst wenig. Vor dieser Höhe blieb er ohne Fehlversuch.
Duplantis' Rezept, die Motivation trotz aller Erfolge stets oben zu halten, ist einfach: Er fokussiert sich auf marginale Ziele, da kleine Veränderungen grosse Folgen mit sich bringen können. Um auf andere Gedanken zu kommen, hat er 2020 während der Pandemie das Golfen entdeckt, dabei kann er perfekt abschalten.
Duplantis, der mit dem schwedischen Model Desiré Inglander liiert ist, dürfte auf jeden Fall noch lange nicht genug haben. Das ist schlecht für die Konkurrenz, aber gut für die Leichtathletik, die auf Ausnahmekönner wie ihn angewiesen ist. Es wird interessant zu sehen sein, wo die Grenzen von Duplantis liegen.