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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Sechstes Buch
39. Indem Johannes den eingeborenen Sohn bekennt, hat er die Kindschafts-annahme abgelehnt.
Wir wollen also alle Bekundungen des Glaubens der Apostel vorbringen, in denen sie den Sohn Gottes bekennen und nicht etwa ihm den Namen einer Kindschafts-annahme, sondern ein ganzes nur ihm eigenes Wesen zusprechen; auch nicht an ihm die unrühmliche Stellung als Geschöpf, sondern den Ruhm der Geburt hervorheben.
Johannes soll sprechen, der so bis zur Ankunft des Herrn bleibt, der unter dem Geheimnis des göttlichen Willens gelassen und abgesondert wird; von dem aber der Tod weder behauptet noch abgestritten, sondern nur gesagt wird, er werde bleiben.1 Sprechen soll er also, [S. 314] und zwar in seiner Weise: „Gott hat niemand je gesehen, es sei denn der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist.”2 Der Glaube an sein Wesen schien auf Grund des Namens „Sohn” nicht genügend deutlich dargelegt, wenn nicht außerdem noch die Machtstellung seiner Eigentümlichkeit durch die Hervorhebung seiner Ausnahmestellung3 hinzugefügt wurde. Indem er ihn nämlich außer als Sohn auch noch als Eingeborenen bezeichnete, hat er jede Deutungsmöglichkeit einer Kindschaftsannahme von vornherein abgeschnitten, da das Wesen des Eingeborenen den wahren Namen darbot.
1: Joh. 21, 23.
2: Joh. 1, 18.
3: die allem Geschöpflichen überlegene einzigartige und einzige göttliche Sohnschaft.