Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03220.jsonl.gz/376

1. Der Gehalt im Blut von Homocystein, ein Zwischenprodukt im Stoffwechsel, wird allgemein mit dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.
2. Die Supplementierung mit den beiden Vitaminen Folsäure und Vitamin B12 führt üblicherweise zu einer Senkung des Gehalts an Homocystein.
Nach Adam Riese könnte man deshalb ableiten, dass eine Supplementierung mit Folsäure und Vitamin B12 das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken müsste. Diese Hypothese hat nun ein Forschungsteam aus Norwegen und England überprüft.
Marta Ebbing und ihre Mitforschende haben die Ergebnisse ihrer Studie mit knapp über 3000 Erwachsenen, bei denen ein Verdacht einer Herzerkrankung vorlag, diese Woche im Journal of the American Medical Association veröffentlicht (1). Die Supplementierung mit Folsäure/Vitamin B12 oder Vitamin B6 führte zu keiner beobachtbaren Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Gesamtsterblichkeit. Bei den Leuten in der Studiengruppe mit der Folsäure Supplementierung wurde sogar ein rund 25 % höheres Risiko für Krebs und Gesamtsterblichkeit ermittelt. Dieser Anstieg war aber nicht so hoch, dass er statistische Signifikanz erreichte.
1. Ebbing M, Bleie O, Ueland PM et al. Mortality and cardiovascular events in patients treated with homocysteine-lowering B vitamins after coronary angiography: a randomized controlled trial. JAMA 2008;300:795-804.