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Der in den 1950er Jahren errichtete und in den 1990er Jahren aufgegebene Bahnhof stand bis vor kurzem als Ruine in der Landschaft neben der immer noch in Benutzung befindlichen Trasse der ehemaligen, im ausgehenden 19. Jh. von deutschen Ingenieuren errichteten „Baghdad-Bahn“ und beinhaltete noch zahlreiche nicht mehr benutzte Utensilien dieser alten Eisenbahn. Im verwilderten „Garten“-Bereich neben dem Gebäude standen vier grösstenteils verrottete Holzwaggons aus der Gründerzeit der „Baghdad-Bahn“, wie sie aus dem Film „Lawrence von Arabien“ oder den Schilderungen der englischen Kriminalschriftstellerin Agatha Christie bekannt sind.
Bereits 2008 wurden das Gebäude und das umliegende Gelände dauerhaft von der Türkischen Eisenbahngesellschaft (T.C.D.D.) angemietet. Da jedoch das Dach undicht, keinerlei funktionierende sanitäre Einrichtungen vorhanden und die meisten Räume völlig unbewohnbar waren, mussten grosse Anstrengungen geleistet werden, um eine langfristige Nutzung als Grabungshaus zu ermöglichen. Schnell entstand die Idee, in und um den Ruinenhügel Sirkeli Höyük und seine Felsreliefs herum einen Archäologischen Park anzulegen, in den das Gebäude als Forschungs- und Besucherzentrum und die Waggons als Monumente der „Baghdad-Bahn“ integriert werden sollte. Das Gelände sollte in einen Garten mit einem Touristen zugänglichen Picknick-Bereich verwandelt und einer der Waggons restauriert werden, um das originale Erscheinungsbild wieder zu geben und Artefakte aus der Gründungszeit der türkischen Eisenbahn zu beherbergen. Didaktiktafeln sollten Erläuterungen zur Kulturgeschichte von der Bronzezeit bis zum Bau der „Baghdad-Bahn“ liefern.
Die nicht unerhebliche Finanzierung wurde ausschliesslich in der Türkei eingeworben: Die Türkischen Eisenbahngesellschaft übernahm die Renovierung des Bahnhofsgebäudes und die Restaurierung des alten Waggons, die Stadt Ceyhan die Instandsetzung der sanitären Einrichtungen, die Anlage des ausgedehnten Gartens mit Picknickbereich und die Errichtung einer Besucherplattform vor den Felsreliefs, zu denen sie einen befestigten Weg aufschütten liess. Die deutsch-türkische Firma İskenderun Enerji (isken) liess einen Schutzzaun um das gesamte Ruinengelände sowie drei der bislang acht Didaktiktafeln errichten.
Die Arbeiten wurden in mehreren Etappen durchgeführt, wobei insbesondere die in mühevoller Handarbeit erfolgte Restaurierung des Waggons durch zwei Konservatoren der Eisenbahngesellschaft in Adana besondere Erwähnung verdient. Eine Verzögerung ergab sich aus dem Umstand, dass Hölzer für die Arbeiten aus der Schweiz importiert werden mussten.
2012 fiel im Beisein u.a. des damaligen Chief-of-the-Mission der Schweizer Botschaft, Herrn Didier Chassot, sowie des Gouverneurs der Provinz Adana und der Bürgermeister von Adana und Ceyhan (der nahegelegenen Kreisstadt) der Startschuss für die Einrichtung des Besucher- und Forschungszentrums.
2015 wurde zunächst die Plattform vor den Reliefs in Betrieb genommen. Am 9. September 2017 schliesslich wurde der gesamte Park, ebenfalls in Anwesenheit prominenter Besucher wie Frau Bürgi Dellsperger von der Schweizer Botschaft, dem Bürgermeister und dem Landrat von Ceyhan, dem Stellvertretenden Generaldirektor der Antiken des Kulturministeriums in Ankara, dem Kulturdirektor der Provinz Adana, dem Museumsdirektor von Adana, dem Direktor der 6. Regionalverwaltung der Türkischen Eisenbahngesellschaft und ca. 100 weiteren Gästen, offiziell eröffnet.
Der Archäologische Park umfasst neben dem Forschungs- und Besucherzentrum, dem Garten mit den Waggons und dem Picknickbereich gegenwärtig die Felsreliefs sowie zwei weit auseinanderliegende Grabungsstellen: das aus dem frühen 1. Jahrtausend v. Chr. stammende Stadttor in der Unterstadt und ein Kultgebäude aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. oberhalb der Felsreliefs auf der Zitadelle. Eine Ausweitung ist in den nächsten Jahren geplant. Mehrere Didaktikfalen geben Erläuterungen zur Geschichte Kilikiens, zu derjenigen des Sirkeli Höyük selbst, zu der auf der gegenüberliegenden Seite des am Ort vorbeifliessenden Flusses Ceyhan (Pyramos) gelegenen mittelalterlichen Burg Yılan Kale („Schlangenburg“), zu Funden aus der Ausgrabung, zur Geschichte der Baghdad-Bahn und der türkischen Eisenbahngesellschaft, zur Arbeitsweise in der Archäologie sowie zu archäologischen Verfallsprozessen von ausser Benutzung geratenen und vernachlässigen Bauwerken, ihrer Ausgrabung und Restaurierung am Beispiel der im Verfall begriffenen und des restaurierten Waggons.
Mit dem Park soll Beitrag nicht nur zur touristischen Erschliessung des Ortes, sondern auch zur Information der lokalen Bevölkerung liefern. Nur durch Einbeziehung der Ortsansässigen in die Arbeiten kann ein breiteres Bewusstsein für die Bedeutung von Kulturstätten und die lokale Geschichte entwickelt werden, welches so wichtig ist für den Erhalt des Kulturerbes ist!