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Johann Heinrich Hottinger (1620–1667) führte die Beschäftigung mit dem Altertum auf ein neues Niveau. Er war Theologe, Sprachwissenschaftler, Orientalist und Historiker. Er stellte Geschichte dar, insbesondere die Kirchengeschichte, aber er wusste zugleich, was sie bedeutete und wie sie sich entwickelte hatte. Sein Hauptanliegen war die Theologie. Im Zentrum seiner Gedanken steht das Vertrauen auf das Wort Gottes und seine Wirkung. Er hoffte, das korrekte Verständnis der originalen hebräischen und griechischen Texte der Bibel voranzubringen. So zog er auch die verwandten Sprachen, insbesondere das Arabische heran.
In theoretischen Schriften führte er aus, wie mit der Autorität der antiken Texte umzugehen war. Ein solches Vorgehen zeigt sich auch in seiner Methodus legendi historias Helveticas. In diesem Werk werden die Quellen zur Schweizer Geschichte wie auch die historischen Darstellungen eingehend behandelt. Hottinger verdanken wir auch die erste Geschichte des Carolinums.
Im Jahre 1667, als er sich eben gerade vorbereitete, für drei Jahre einen Lehrstuhl für Theologie an der berühmten reformierten Universität Leiden zu übernehmen, verunglückte er bei einer Bootsfahrt zusammen mit einem Teil seiner Familie, einem Freund und einer Magd auf der Limmat unmittelbar vor den Stadtmauern bei der heutigen Kornhausbrückte. Er und sein Freund ertranken beim vergeblichen Versuch, drei mitfahrende Kinder zu retten. Seine Frau und die Magd kamen mit dem Leben davon.