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Eine Studie zeigt, dass IBM-Angestellte, die in den vergangenen dreissig Jahren in Halbleiter- und Festplattenfertigungsanlagen arbeiteten, überdurchschnittlich häufig an Krebs erkrankten.
Wer längere Zeit in einer Computerfabrik arbeitet, geht ein hohes Risiko ein, an Krebs zu erkranken. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität von Boston, die das Fachmagazin 'Environmental Health' heute veröffentlicht hat. Laut dem 'Wall Street Journal' beziehen sich die Daten auf eine frühere Studie von IBM. Big Blue habe die Daten von 32'000 ehemaligen Angestellten ausgewertet, die von 1969 bis 2001 bei IBM arbeiteten.
Die Daten, die IBM lange Zeit geheim halten wollte, zeigen, dass von 27'272 Männern, die starben, 7697 Krebs hatten. Dies ist laut Professor Richard Clapp "signifikant höher" als der nationale Durchschnitt von 7206 Krebs-Toten. Einige Krebs-Arten seien besonders verbreitet gewesen: Verdauungsorgane, Niere, Gehirn, zentrales Nervensystem und Haut waren am häufigsten betroffen.
Gemäss Clapp sind Angestellte, die in der Halbleiter- und Festplattenfertigung arbeiten, besonders gefährdet. Ein hohes Risiko besteht schon nach einem Monat. Da die Daten sehr spärlich sind (wichtige Informationen, wie zum Beispiel, ob die Toten Raucher waren, fehlen), kann aber nicht eruiert werden, welche Chemikalien besonders schädlich sind.
Die Studie ("Mortality among U.S. employees of a large computer manufacturing company") untersucht auch die 4669 Fälle von Frauen, die an Krebs starben. Auch hier waren 1667 an Krebs erkrankt, was über dem Durchschnitt von 1454 liegt. Die Frauen litten insbesondere an Brust-, Lungen-, Genital-, Gehirn-Krebs sowie an Tumoren des Nervensystems.
"Corporate Mortality File"
Professor Clapp hatte die Daten, die IBM-intern "Corporate Mortality File" genannt wurden, schon vor zwei Jahren im Zusammenhang mit einem Verfahren erhalten. Er sollte sie als Experte analysieren. Damals hatten ehemalige krebskranke IBM-Angestellte einer Festplattenfertigungsanlage in San Jose IBM verklagt. Es gab eine Vergleichszahlung und Clapp entschied sich danach, die analysierten Daten zu veröffentlichen.
Ein IBM-Sprecher sagte gegenüber dem 'Wall Street Journal', die Studie basiere auf "fehlerhafte Methodik und unvollständigen Daten". Er zitierte eine andere Studie, die zum Schluss kam, dass von 126'000 IBM-Angestellten unterdurchschnittlich wenige an Krebs erkrankten. Clapp bemängelt jedoch, dass man Arbeitnehmende nicht mit der gesamten Bevölkerung vergleichen könne, da Personen, die einen Job haben, generell gesünder seien als Arbeitslose. (mim)