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Die Vereinigten Staaten sehen sich gerne als gelobtes Land und ihren Aufstieg zur Supermacht als Ausdruck einer göttlichen Berufung . In den Werken des konservativen Malers John MacNaughton bewohnen Moses oder Jesus Christus höchstpersönlich das Capitol, während die Formel «God bless America» sowohl als Feststellung als auch als Aufforderung zu verstehen ist.
Gerechtigkeit für alle (15)
John MacNaughton (*1950) gilt als Ikone der konservativen Malerei in den U.S.A., Donald Trump verehrt ihn. In seinen bewusst kitschigen Allegorien der amerikanischen Werte und Politik benutzt er gerne Figuren der jüdisch-christlichen Tradition, wie auch in diesem Bild zur Gerechtigkeit für alle. Man erkennt Moses mit den Gesetztestafeln in einer Versammlung von «Patrioten», wie der Maler sie bezeichnet. Er zeigt zum Himmel, um zu bedeuten, dass das Gesetz zwangsläufig von Gott und nicht von den Menschen kommt.
John MacNaughton, Justice for all, Lithografie.
Basecap “God Bless America” (16)
Die Formel bedeutet «Gott segne Amerika» und ist der Titel eines Liedes, das 1918 von einem Soldaten der US-Armee geschrieben wurde. Der in die U.S.A. geflüchtete russische Jude Irving Berlin wollte seiner Wahlheimat damit seine Dankbarkeit ausdrücken. Von afroamerikanischen Bürgerrechtlern bis hin zu den Falken des Vietnamkrieges wurde und wird diese inoffizielle Hymne für die gegensätzlichsten Anliegen vereinnahmt. Alle Präsidenten haben die bekannten Segensworte gesprochen, ohne je zu präzisieren, welcher Gott gemeint ist.