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Joshua Neally sagt, sein Tesla habe ihm das Leben gerettet. Der 37-jährige Anwalt aus Springfield im US-Staat Missouri war Ende Juli in seinem Tesla X unterwegs nach Hause, als er plötzlich einen stechenden Schmerz in der Brust verspürte, der sich schnell verschlimmerte.
Neally befand sich zu diesem Zeitpunkt knapp zehn Kilometer ausserhalb der Stadt; gerade nahm der Feierabendverkehr auf dem Highway 68 allmählich zu. Er habe sich ausgerechnet, sagte er dem Online-Magazin «Slate», dass er es per Autopilot schneller ins Krankenhaus schaffen würde als mit einer Ambulanz.
Der Autopilot seines Tesla X übernahm also das Steuer, während Neally sich vor Schmerzen im Fahrersitz krümmte. Von der mehr als 30 Kilometer langen Fahrt bis zu einem Krankenhaus in Branson bekam er nicht viel mit. Die letzten Meter nach der Highway-Ausfahrt bis zum Parkplatz lenkte er den Tesla jedoch wieder selber.
Die Ärzte in der Notaufnahme kümmerten sich sofort um Neally. Sie diagnostizierten eine Lungenembolie, eine Verstopfung der Lungenarterie. In den USA sterben jedes Jahr 50'000 Menschen an dieser Herz-Kreislauf-Erkrankung, in der Schweiz waren es 2014 über 300.
Er habe Glück gehabt, sagten die Ärzte Neally, denn 70 Prozent der Todesfälle bei Lungenembolie träten innerhalb einer Stunde nach Beginn der Symptome auf. Der Anwalt wurde am nächsten Morgen schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
Für Tesla ist Neallys Rettung Balsam auf eine schmerzende PR-Wunde. Erst vor kurzem hatte der Tod eines Fahrers Schlagzeilen gemacht, der verunglückt war, während sein Autopilot den Tesla S steuerte. Ob der Autopilot Neally wirklich das Leben rettete, bleibt offen, wie «Slate» schreibt. Sein Fall beweise die Sicherheit des Autopiloten ebenso wenig, wie jener tödliche Unfall sie widerlege.
Das Online-Magazin erinnert an eine Reihe anderer Fälle, in denen der Autopilot Leben rettete – wobei dies meistens eher dadurch geschah, dass Kollisionen mit Hindernissen oder anderen Fahrzeugen vermieden wurden.
Neally wird die Diskussion darüber wenig kümmern. Der Anwalt ist mit Sicherheit froh, dass die Lungenembolie ihn nicht das Leben kostete – genau an dem Tag, als seine Tochter vier Jahre alt wurde. (dhr)