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Vom Eyfeld gegen Ittigen. Foto P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Ittigen liegt 5 km nordöstlich von Bern.
Im Worblental tat man sich besonders schwer mit dem Bau einer Eisenbahn. Während die Einen eine durchgehende Normalspurbahn Richtung Emmental wünschten, waren die Andern gegen jede Bahn überhaupt. Endlich im Jahre 1911 konnte die Worblental-Gesellschaft gegründet werden und ein Jahr später wurde mit dem Bahnbau begonnen. 1913 konnte die Worblental-bahn WT dann den Betrieb aufnehmen. Aus Kostengründen mussten sich auch die Normal-spurverfechter einer Schmalspurlösung fügen, allerdings bereits von Anfang an eine elektrische Bahn.
Ebenfalls um die Kosten tief zu halten wurde die ab Worb verkehrende Bahn nicht eigenständig in die Stadt Bern geführt, sondern man suchte den Anschluss an das bestehende Berner Tramnetz beim Forsthaus (beim heutigen Stadion) und benützte die Tramgleise bis zur Endstation Bern-Kornhausplatz.
Diese Streckenführung hatte natürlich auch gewaltige Nachteile. So wurde ab der Papiermühle-strasse bis zum Kornhausplatz die Strasse mitbenützt, was nun vor allem in spätern Jahren mit der Zunahme des Strassenverkehrs Probleme ergab. Ursprünglich durfte das breitere Rollma-terial der Worblentalbahn auf der Tramstrecke untereinander nicht kreuzen und dann war auch die Endstation am Kornhausplatz nicht ideal gelegen.
1927 fusionierte die WT mit der Bern-Worb-Bahn BWB (Gümliger Linie) zu den Vereinigten Bern-Worb Bahnen VBW.
Mit dem sogenannten Plan 74 wurden 1974 für die Vorortsbahnen SZB und VBW im Raume Bern weitreichende Aenderungen wirksam. Die SZB konnte die unterirdische Station unter dem Berner Hauptbahnhof in Betrieb nehmen sowie die ausgebaute Güter- Verbindungslinie Ittigen - Worblaufen mit teilweiser Neutrassierung. Nun wurde es den Worblentalzügen möglich auf Eigentrassee direkt in den Berner HB zu gelangen. Die Verbindungsstrecke ab Ittigen über Eyfeld nach dem Forsthaus zum Anschluss ans Tramnetz konnte nun aufgehoben werden.
Ab Ittigen fuhr die Woblentalbahn in geschwungener Linienführung den Talhang empor und verliess das Worblental. Nun endete das Eigentrassee und das Gleis fügte sich in die Papiermühlestrasse ein. Nach der Haltestelle Eyfeld, beim jüdischen Friedhof wurde die Gemeindegrenze Ittigen / Bern erreicht mit der Netzgrenze Forsthaus. Ab hier waren die Gleisanlagen im Besitz der städtischen Verkehrsbetriebe Bern SVB. Beim Stadion besassen die SVB eine zusätzliche Wendeschleife die jedoch nur bei Matchbetrieb angefahren wurde. Auf fremden Gleisen ging die Fahrt der VBW nun über Breitenreinplatz , Viktoriaplatz und Kornhausbrücke zur Endstation Bern-Kornhausplatz wo die Worblentalbahn für sie reservierte Umfahrungsgleise besass.
Die Fahrzeit auf der eigenen Strecke betrug 5 Minuten (bis Kornhausplatz 13 Minuten)
Streckenskizze map.search.ch
Auf der Strassenstrecke blieben natürlich keine Andenken an die Worblentalbahn zurück. Die ansteigende Strecke ab Ittigen Richtung Eyfeld blieb als Fussweg erhalten. Allerdings fehlt ein Teilstück ab der Papiermühlestrasse welches nun überbaut ist, sowie die Ueberquerung des Worblenbaches. Der kleine Haltestellenunterstand mit Kiosk in Eyfeld wurde abgebrochen und hat einem Normunterstand des Busbetriebes Platz gemacht.
Um den Zugang zum ehemaligen VBW Bahnkörper besser zu finden beginnen wir die Wanderung in der Station Ittigen. Wir überqueren den Bahnübergang Seite Worb und den folgenden Bach und halten uns nach der Brücke nach rechts, folgen dem Bachlauf auf schmaler Strasse bis wir linkerhand ein Tiergehege sehen. Hier zweigt nun ein gut ausgebauter Fussweg nach links ab und steigt gleichmässig an. Es handelt sich um das VBW Trassee Richtung Eyfeld. Von Zeit zu Zeit erblicken wir bergseitig niedere Betonsockel welche als Mastsockel dienten. Weiter oben kommen wir zu den Häusern vom Eyfeld. Das Trassee wurde hier verbreitert, asphaltiert und zur Quartierstrasse ausgebaut und läuft in sanftem Bogen und andauernder Steigung weiter bis vor ein grösseres rotes Backsteinhaus. Von hier bis kurz vor der Papier-mühlestrasse wurde das Trassee überbaut. Wir benutzen den Fussweg linkerhand und halten uns bei der nächsten Strasse nach rechts. Nach kurzer Zeit sind wir auch an der Papiermühle-strasse wo wir den Bus besteigen können.
Wanderzei: 20 Minuten
Betriebsaufnahme Strecke:
Ittigen - Forsthaus (Wankdorf) 1)
25.08.1913
Betriebseinstellung Strecke:
Ittigen - Forsthaus (Wankdorf) 1)
25.05.1974
Streckenabbruch
anschliessend
Ersatzbetrieb
neue Linienführung überWorblaufen
Streckenlänge
1,6 km
Strassenstrecken
1,0 km
Spurweite
1000 mm
Grösste Neigung
36 0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben
1 (eigene)
Tiefste Station (Ittigen)
526 m.ü.M.
Höchste Station (Forsthaus)
554 m.ü.M.
Anzahl Tunnel
----
Anzahl Brücken (über 2 m Länge)
2
Betriebsart
Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab
Eröffnung
Stromsystem
Gleichstrom
Spannung
800 V
Anzahl Zugspaare
43
1) Forsthaus war Eigentumsgrenze zu den Städtischen Verkehrsbetrieben Bern SVB
Die aufgehobene Strecke besass nur eine eigene Zwischenhaltestelle (Eyfeld) mit Streckengleis
Ittigen, links alte Strecke Richtung Bern Kornhausplatz, rechts die Güterlinie nach Worblaufen. Schmalspurlok zieht Normalspur-Güterwagen auf Rollschemeln Richtung Deisswil. 1972
Station Ittigen. Einer der letzten Züge nach Bern Kornhausplatz. Im Hintergrund neuer Pendelzug bereit zur Fahrt über die Neubaustrecke nach Bern über Worblaufen. 1974
Station Ittigen. Links abbiegend die Strecke nach Bern Kornhausplatz. Der Pendelzug verkehrt noch über die alte Güterstrecke nach Worblaufen. 1972
Ittigen, alte Strecke Richtung Bern Kornhausplatz. 1974
Vom Eyfeld kommend erreicht der Pendelzug nächstens die Station Ittigen. 1974
Vom Eyfeld talwärts Richtung Ittigen. 1974 Foto M. Grandguillaume
Eyfeld, Zug in Richtung Worb. 1971
Pendelzug im Eyfeld auf der 36 0/00 Steigung. 1974
Der Be 4/4 72 unterhalb Eyfeld. 1974 Foto M. Grandguillaume
Eyfeld, der Zug hat das Eigentrassee erreicht. 1974
Auf dem Eigentrassee unterhalb der Papiermühlestrasse. 1975 Foto M. Grandguillaume
Einfahrt in die Papiermühlestrasse. 1974 Foto M. Grandguillaume
Unterhalb der Haltestelle Eyfeld. Nun gehts auf der Strasse weiter. 1971
Haltestelle Eyfeld mit dem Kiosk und Unterstand hinten rechts. Im Zug eingereiht drei ex Pforzheimer Wagen. 1971
Papiermühlestrasse. Hier liegt die Netzgrenze VBW / SVB. 1965
Beim Guisan-Platz verlässt die VBW das normale Tramnetz und biegt gegen Osten ab. Ausserordentlich wurde diese Strecke vom Tram ebenfalls ein kurzes Stück benutzt, nämlich immer wenn ein Match im Fussballstadion stattfand. 1972
Pendelzug Richtung Bern Kornhaus auf der Tramstrecke in der Rodtmattstrasse. 1972
Pendelzug Richtung Worb in der Rodtmattstasse. 1972 (SVB Netz)
Vierwagen-Pendelzug kurz vor dem Guisan-Platz. 1974 (SVB Netz)
Im Breitenrain. 1966 (SVB Netz)
Bern Viktoriaplatz. 1965 (SVB Netz)
Auf der Kornhausbrücke Bern. 1966 (SVB Netz)
Einspurbetrieb während der Sanierung der Kornhausbrücke. 1970 (SVB Netz)
Auf dem Kornhausplatz. Im Hintergrund das Stadttheater. 1972
Endstation Bern Kornhausplatz. 1968
Vor dem Kornhaus und dem Stadttheater. 1974
Abfahrbereiter Zug in Bern Kornhausplatz. Rechts vom Brunnen liegen die Tramgleise.
Bern Kornhausplatz mit VBW und Tram. 1964
Alle Fotos ohne Autorenname: P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1971
Station Ittigen. Das kleine hölzerne und rebenumrankte Stationsgebäude musste einem nüchternen Betongebäude weichen.
Die alte Strecke nach Bern Kornhausplatz über Eyfeld führte in einer engen Linkskurve zwischen dem Fabrikgebäude und dem Antennenmast hindurch. Geradeaus verlief das Gütergleis zur SZB Station Worblaufen. Grosse Teile der Strecke lagen im Strassenplanum.
Ausfahrt aus Ittigen. Das Streckengleis Richtung Eyfeld ist bereits abgebaut. Im Abstellgleis ein Wagen der Sernftalbahn für den Eurovapor. 1978
Hier tritt das Trassee aus dem heutigen Fabrikgelände heraus. Hinter der hölzernen Abschrank-ung fliesst die Worbla.
Senkrecht in der Bildmitte lag die kleine Brücke. Bei der Bachsanierung wurde sie abgebrochen.
Der Ping-Pong-Tisch steht exakt auf der alten Gleisachse. Im Hintergrund der Anfang des noch erhaltenen Trassee.
Nach dem Ueberschreiten der Quartierstrasse gelangen wir auf das gut erhaltene Trassee (nun Fussweg) welches mit mässiger Steigung ins Eyfeld führt.
Gut zu sehen der ehemalige Bahndamm.
An den letzten Häusern von Ittigen vorbei steigt das Trassee gegen das Eyfeld.
Alle Sockel von den Holz-Fahrleitungsmasten sind noch vorhanden.
Das Trassee gewinnt an Höhe und nähert sich den Häusern im Eyfeld.
In einer weiten S-Kurve werden die untersten Eyfeld-Häuser umfahren.
Diese Häuser waren schon zu Zeiten der VBW vorhanden.
Hier wird das Trassee wieder zur Quartierstrasse.
In gleichmässigem Bogen und Steigung gehts Richtung Papiermühlestrasse.
Nun wird eine Quartierstrasse überquert.
Hier endet der noch sichtbare Trasseeverlauf. Das rote Gebäude steht nun auf der Gleisachse. Weiter hinten sind zwei Gärten ohne weitere Spuren.
Hinter den beiden Privatgärten. Das Trassee verlief hier Richtung Wohnwagen.
Rechts unter der Abdeckung finden wir einen alten Fahrleitungsockel mit angebauten Grill.
Die Einmündung der Strecke in die Papiermühlestrasse.
Blick zurück auf die Einmündung der Strecke in die Papiermühlestrasse. Bei starkem Verkehr eine nicht immer ganz einfache Aufgabe für den Wagenführer ohne jegliche Signalanlagen. Das Eigen-trassee war hier zu Ende, die Bahn fuhr in Strassenmitte weiter.
Die Bushaltestelle Eyfeld. Das Haltestellengebäude der VBW war einige Meter weiter oben.
Hier nähern wir uns nun ohne Steigung dem jüdischen Friedhof. Das Gleis lag immer in Strassen-mitte.
Die Gemeindegrenze Ittigen / Bern. Hier beim Forsthaus war die Netzgrenze zwischen VBW und SVB. Das Gleis wurde bis zum Stadion ausschliesslich von den VBW benutzt, bis zur Stadion-Wendeschleife fuhren bei Matchbetrieb auch Tramzüge.