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Was ist der Beckenboden?
Der Beckenboden ist der Bereich des Körpers (bei der Frau und auch beim Mann), der die knöcherne Beckenöffnung nach unten hin auskleidet. Zwischen den vier Fixpunkten Schambein, Steissbein und den beiden Sitzbeinhöckern liegen die drei verschiedenen Muskelschichten, die miteinander verbunden sind und eine Einheit bilden. Der Beckenboden stützt Blase, Gebärmutter (bei Männern die Prostata) und Enddarm. Er ist verantwortlich für das Halten von Harn und Stuhl und auch für das Loslassen während der Entleerungsphase. Er gilt zudem als Schlüssel für eine verbesserte Stabilität der Wirbelsäule und steht somit in engem Zusammenhang mit der Körperhaltung. Beim Gebären wiederum muss sich die Beckenbodenmuskulatur maximal weiten und dehnen lassen. Der Beckenboden macht fast jede Bewegung des Körpers mit, von der Atembewegung bis zum Joggen. Auch beim Husten oder Niesen, wird der plötzliche Druckanstieg im Bauchraum durch den Beckenboden abgefangen. Wie jede Muskulatur, kann auch der Beckenboden trainiert werden.
Funktionen des Beckenbodens
- Er trägt und stützt die inneren Organe (Blase, Gebärmutter und Darm)
- Er gewährleistet die Kontinenz, d.h. die Fähigkeit Urin, Stuhl oder Wind zu halten
- Zusammen mit anderen Muskeln stabilisiert der Beckenboden das Becken beim Stehen und Gehen
- Er trägt das Baby während der Schwangerschaft; beim Gebären wird der Beckenboden maximal gedehnt, damit das Kind auf die Welt kommen kann
- Bei Drucksteigerungen im Bauchraum, z.B. beim Husten, Niesen und Lachen, reagiert der Beckenboden reflektorisch mit einer Anspannung, damit die inneren Organe nicht nach unten gedrückt werden
- Bei Harn- oder Stuhldrang müssen Harnröhren- und Afterschliessmuskeln zumachen und halten. Wenn wir aber auf die Toilette gehen, muss der Beckenboden loslassen können, damit wir stuhlen oder Wasser lösen können
Definition ICS Pelvic Floor Assessment Group 2005
Ein normal funktionierender Beckenboden unterstützt die Beckenorgane, ist in der Lage anzuspannen um die Kontinenz zu gewährleisten, zu entspannen beim Wasserlösen und beim Stuhlgang, reflektorisch anzuspannen bei Bauchdruck erhöhenden Aktivitäten (Husten, Niesen, Heben) und spannt beziehungsweise entspannt während sexueller Aktivität.