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An der am Donnerstag beginnenden US PGA Championship in Charlotte sind alle Augen auf Jordan Spieth gerichtet. Als sechster Golfer könnte der Amerikaner den Karriere-Grand-Slam vollenden.
Inhaber des Karriere-Grand-Slam ist, wer jedes der vier grossen Turniere im Profigolfsport mindestens einmal gewinnt. Diese vier Turniere sind das US Masters im April, das US Open im Juni, das British Open im Juli und die US PGA Championship im August. Jack Nicklaus (18 grosse Titel) und Tiger Woods (14 grosse Titel), die alles überragenden Golfer der Geschichte, haben jedes Majorturnier je mindestens dreimal gewonnen.
Die längst verstorbenen Amerikaner Ben Hogan und Gene Sarazen sowie der legendäre "Schwarze Ritter" Gary Player aus Südafrika, 1935 geboren, sind die weiteren Golfer mit einer kompletten Sammlung an Majortiteln.
Kurioserweise vervollständigten Woods und Player den Karriere-Grand-Slam schon mit ihrem vierten bedeutenden Sieg, bevor sie also eines der Majors zum zweiten Mal gewannen. In ebendieser Situation ist in dieser Woche Jordan Spieth. Der 24-jährige Texaner eroberte 2015 die Titel am US Masters und am US Open. Vor drei Wochen schlug er mit einem überlegenen Triumph am British Open in Royal Birkdale zu – nachdem er bis dorthin eine Saison mit viel Auf und Ab erlebt hatte. Jetzt fehlt ihm demnach nur noch der Sieg an der US PGA Championship. Wenn er tatsächlich gewinnt, wird Spieth im Alter von 24 Jahren und zwei Wochen der Jüngste aller Inhaber des Karriere-Grand-Slam sein. Woods war 24 Jahre und 6 Monate alt, als er am British Open 2000 die Sammlung zum ersten Mal komplettierte.
Spieth dürfte die drei Wochen zwischen dem British Open und der US PGA Championship sinnvoll genutzt haben. Zuerst zog er sich in die Natur des US-Bundesstaats Montana zurück, wo er eine Woche lang dem Fischen frönte, dem Hobby, dem viele der besten Golfer nachgehen. Danach mass er sich mit der Weltelite am WGC-Turnier in Akron, Ohio. Er zeigte als 13. eine gute Leistung und freute sich besonders darüber, dass er die Qualität seines Spiels von Runde zu Runde verbessern konnte. Auch die übrigen derzeitigen Topgolfer wussten in Akron zu überzeugen. So mit dem 5. Platz der Nordire Rory McIlroy, der an den drei vorangegangenen Turnieren, inklusive dem British Open, mit schwachen Leistungen nach jeweils zwei Runden ausgeschieden war.
Erstmals ein Japaner?
Hideki Matsuyama hat sich mit seinem hoch überlegenen Erfolg in Akron in den Vordergrund gespielt. Der 25-Jährige ist stark genug, um sich als erster Japaner in die Siegerliste eines Majors einzutragen. Mit konstant guten Leistungen hatte sich Matsuyama im Juni an die 2. Stelle der Weltrangliste hinter dem Amerikaner Dustin Johnson verbessert; derzeit ist er Dritter. Trotz seines geringen Alters brachte er es schon sechs Mal unter die besten zehn eines Majors. Vor knapp zwei Monaten wurde Matsuyama am US Open Zweiter hinter dem Amerikaner Brooks Koepka, der in dieser Woche seinerseits zu den ersten Siegesanwärtern zählt.
Endlich Quail Hollow
Die Par-71-Anlage im Quail Hollow Club in Charlotte im Bundesstaat North Carolina gilt als einer der besten amerikanischen Golfplätze, auf denen noch nie ein Majorturnier ausgetragen wurde. 56 Jahre nach der Eröffnung wird dem Kurs an der US PGA Championship erstmals die Ehre zuteil.
Seit 2004 findet in Charlotte jährlich ein reguläres Turnier der US PGA Tour statt. In der Siegerliste findet man bekannte Namen wie Vijay Singh, Tiger Woods, Rory McIlroy (zweimal) und Rickie Fowler.
SDA-ATS