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Beuteszenen
Springspinnen sind äusserst geschickte Jäger und in der Lage auch Beute zu erlegen die um einiges grösser ist als die Spinne selbst. Die Präferenzen der unterschiedlichen Arten sind dabei sehr verschieden. Selbst innerhalb der gleichen Art gibt es sowohl mutige als auch zögerliche Individuen. Am weitesten sind vermutlich opportunistische Jäger verbreitet, die jede Möglichkeit die sich ihnen bietet beim Schopf packen. Die Jagdtaktiken sind dabei sehr variabel. Einige Arten wie "Phaecius sp." lauern stundenlang nach unten schauend und bewegungslos an Baumstämmen auf Insekten die ihnen zu Nahe kommen. Andere wiederum durchstreifen aktiv ihr Revier und schleichen sich an ihre Beute an wie Raubkatzen an eine Gazelle.
Ist die potentielle Beute einmal in Reichweite der Spinne befestigt diese einen Seidenstrang an der Oberfläche und setzt zum Sprung an. Sobald die Tasthaare der Vorderbeine Kontakt melden greifen diese sofort zu und ein Giftbiss wird angesetzt. Bis das Gift wirkt und die Beute bewegungsunfähig macht sichern dornenähnliche Haare an den Vorderbeinen den Griff und das Sicherungsseil bietet Halt solange sich die Beute wehrt.
Springspinnen schrecken auch nicht vor der Erbeutung anderer Spinnen zurück, selbst Springspinnen einer anderen oder der eigenen Art werden nicht verschmäht. Man sollte denken, dass ein Jäger mit einem so gut ausgeprägten Gesichtssinn einem Angriff eines anderen Jägers entgehen müsste, das Erkennen der Umgebung benötigt jedoch eine geraume Zeit. Mit ihren winzigen Netzhäuten sehen Springspinnen nur einen sehr kleinen Bereich ihrer Umgebung in hoher Auflösung und müssen daher ihre Umwelt regelrecht scannen um sich ein Gesamtbild zu machen.
Eine seltene Szene konnte ich beobachten als sich eine weibliche (im Vordergrund) und eine männliche "Marpissa muscosa" eine Fliege teilten. Wer von den beiden die Beute erlegt hatte konnte ich leider nicht sehen. War es ein Hochzeitsgeschenk des Männchens oder wurde einfach eine Gelegenheit ergriffen?
Bei einigen Radnetzspinnen ist bekannt, dass das Männchen dem Weibchen ein Lunchpaket offeriert um sich unversehrt paaren zu können, bei der Listspinne (Pisaura mirabilis) ist dies sogar ein fester Bestandteil der Brautwerbung, was ihr den Namen Brautgeschenkspinne einbrachte.