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Definitionen
Es wurden 50 Definitionen gefunden.
Bedingte Strafen
Möglichkeit, den Vollzug einer Geldstrafe, einer gemeinnützigen Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren für die Dauer einer Probezeit auszusetzen (Art. 42 und Art. 44 StGB). Bleiben Täterin oder Täter während der Probezeit straffrei, wird die Strafe nicht vollstreckt.
Betrug/Hehlerei/VeruntreuungUnrechtmässige Bereicherung am Vermögen anderer (Art. 146; 160; 138 StGB).
BibliothekDie Bibliotheksbestände umfassen neben Büchern auch Manuskripte, Mikroformen, Tonaufzeichnungen, Bilddokumente, audiovisuelle Dokumente und Datenträger.
BlankolistenHandschriftlich auszufüllende Stimmzettel.
BusseHauptsächliche Sanktion bei leichten Straftaten (Übertretungen). Bussen werden unbedingt ausgesprochen; im Gegensatz zu Geldstrafen, die bei Verbrechen und Vergehen zum Einsatz kommen. Der Höchstbetrag einer Busse ist 10'000 Franken (sofern es das Gesetz nicht ausdrücklich anders bestimmt; Art. 106 StGB).
DiebstahlAneignung einer fremden beweglichen Sache, um sich oder einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern (Art. 139 StGB).
Ein-, Zwei- und VielsprachigkeitPersonen, die bei der Strukturerhebung eine einzige Hauptsprache angegeben haben, gelten als einsprachig. Dabei wird nicht nach Hochsprache und Dialekt unterschieden. Bei Angabe von zwei Sprachen gilt dies als Zweisprachigkeit, bei drei und mehr als Vielsprachigkeit.
Errechnete WählerzahlTheoretische Grösse, die vor allem der Berechnung der Parteistärke auf Kantonsebene dient. Sie berechnet sich:
- Auf Gemeinde- und Wahlkreisebene:
Quotient aus Parteistimmen und Anzahl Mandate des betreffenden Wahlkreises.
- Auf Kantonsebene:
Summe der errechneten Wählerzahlen der sechs Wahlkreise.
Freie Listen
Wahlzettel ohne vorgedruckte Kandidatenstimme.
FreiheitsstrafeDie Dauer der Freiheitsstrafe beträgt in der Regel mindestens sechs Monate; die Höchstdauer beträgt 20 Jahre. Wo es das Gesetz ausdrücklich bestimmt, dauert die Freiheitsstrafe lebensläglich (Art. 40 StGB).
GeldstrafeEntsprechend dem Verschulden wird vom Gericht eine Anzahl Tagessätze festgelegt (höchstens 360). Gemäss der wirtschaftlichen Situation der zu verurteilenden Person wird anschliessend die Höhe eines Tagessatzes festgelegt (für natürliche Personen höchstens 3'000 Franken) und mit der Anzahl Tagessätze multipliziert (Art. 34 StGB).
Gemeinnützige Arbeit
Eine gemeinnützige Arbeit von höchstens 720 Stunden kann - mit Einverständnis der verurteilten Person - anstelle einer Freiheitsstrafe von weniger als sechs Monaten oder einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen angeordnet werden (Art. 37 StGB).
HauptsanktionWurden bei einer Verurteilung mehrere Sanktionen ausgesprochen, wird zu statistischen Zwecken pro Urteil nur die Hauptsanktion erfasst. Eine Rangliste ordnet die Sanktionen nach ihrem Schweregrad: Am schwersten wiegt die Freiheitsstrafe, gefolgt von der Geldstrafe, der gemeinnützigen Arbeit und zuletzt der Busse.
HauptspracheAls Hauptsprache gilt die Sprache, in der die betreffende Person denkt und die sie am besten beherrscht. In früheren Volkszählungen wurde die Hauptsprache als Muttersprache bezeichnet.
Siehe auch: Umgangssprache
Häusliche GewaltEine Straftat, die sich zwischen Familienmitgliedern oder in einer aktuellen oder ehemaligen Partnerschaft ereignet, wird der häuslichen Gewalt zugeordnet.
Jugendstrafgesetz (JStG)
Für Personen, welche zum Zeitpunkt der Tat das 18. Altersjahr noch nicht vollendet haben, gelten die Vorschriften des Jugendstrafgesetzes, welches seit dem 1. Januar 2007 in Kraft ist.
KandidatenlistenStimmzettel mit vorgedruckten Kandidatennamen.
KandidatenstimmenMit Kandidatennamen besetzte Zeilen auf Stimmzetteln mit oder ohne Listenbezeichnung.
Kandidatenstimmkraft
KinoSpeziell ausgestatteter Ort, wo private oder öffentliche Filmvorführungen stattfinden. Ein Kino kann einen oder mehrere Säle umfassen.
KörperverletzungSchädigung des Körpers oder der Gesundheit eines Menschen (Art. 122-125 StGB).
KumulierenDas doppelte Aufführen eines Kandidaten/ einer Kandidatin, entweder im Voraus auf der amtlich vorgedruckten Wahlliste (Vorkumulation) oder handschriftlich durch die Wähler und Wählerinnen.
Leere StimmenLeere Zeilen auf Stimmzetteln ohne Listenbezeichnung (Freie Listen).
Listenstimmen (Parteistimmzettel, Parteilisten)Stimmzettel mit Listenbezeichnung, wobei zwischen unveränderten und veränderten Stimmzetteln unterschieden wird.
Listenstimmkraft
Produkt aus der Anzahl Listenstimmen mit der Anzahl Mandate des betreffenden Wahlkreises. Die Listenstimmkraft gibt die Zahl der Parteistimmen wieder, die eine Partei erhalten hätte, wären alle Wahlzettel mit der betreffenden Parteibezeichnung unverändert eingelegt worden (inkl. Zusatzstimmen).
Massnahme (Strafrecht)
Anordnung, welche die stationäre oder ambulante Behandlung eines verurteilten Straftäters oder einer verurteilten Straftäterin bei bestimmten Persönlichkeitsdefiziten (Art. 56–65 StGB) vorschreibt. Eine Massnahme kann zusätzlich zur Strafe angeordnet werden, um der Gefahr weiterer Straftaten zu begegnen.
MehrsprachigkeitDer Ausdruck Mehrsprachigkeit fasst Zwei- und Vielsprachigkeit zusammen.
PanaschierenAufführen eines listenfremden Kandidaten auf einem Parteistimmzettel.
PanaschiersaldoDifferenz zwischen den von fremden Listen erhaltenen und den an andere Listen abgegebenen Stimmen.
ParteistärkeAuf Kantonsebene als Prozentanteil der errechneten Wählerzahl. Auf Gemeinde- und Wahlkreisebene entspricht diese dem Anteil Parteistimmen.
ParteistimmenSumme der Kandidatenstimmen und Zusatzstimmen.
RaubDiebstahl in Verbindung einer Gewaltanwendung oder massiver Gewaltandrohung (Art. 140 StGB).
ReligionszugehörigkeitZugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft. Im Laufe der Zeit haben sich die Formen der Zugehörigkeit gewandelt und vervielfältigt, der Begriff wird deshalb als Ausdruck eines Interesse an der Religion im weitesten Sinne betrachtet. In Abgrenzung zum Konfessionsbegriff, der den staatlichen Charakter der Kirche betont, wird mit dem Begriff Religionszugehörigkeit dem privaten Aspekt der Glaubensüberzeugung Rechnung getragen.
Saldo aus Kumulierungen und StreichungenAuf Kandidatenebene:
Differenz zwischen den Kandidatenstimmen aus parteieigenen Wahlzetteln und Listenstimmen.
Auf Parteiebene:
Differenz zwischen Kandidatenstimmen auf parteieigenen Wahlzetteln und Kandidatenstimmkraft.
SanktionRechtsfolge von Delikten, wobei zwischen Strafen (Freiheitsstrafen, Geldstrafen, gemeinnützigen Arbeit und Bussen) und Massnahmen unterschieden wird. gefolgt von der , der und zuletzt der
StimmbeteiligungAnteil der an Abstimmungen oder Wahlen Teilnehmenden im Verhältnis zu den Stimmberechtigten.
StrafrechtDas strafrechtliche Hauptgesetzeswerk ist das Schweizerische Strafgesetzbuch (StGB). Spezielle Straftaten werden nach drei weiteren strafrechtlichen Gesetzen geahndet: Strassenverkehrsgesetz (SVG), Betäubungsmittelgesetz (BetmG) und Ausländergesetz (AuG).
Straftat
Eine Straftat ist eine straftbare Handlung. Das Strafrecht führt drei Kategorien von Straftaten auf, die sich in Bezug auf die Schwere der Straftat (und damit auch der Strafe) unterscheiden: Verbrechen, Vergehen und Übertretungen (wobei die Verbrechen die am stärksten und die Übertretungen die am wenigsten ins Gewicht fallenden Taten bezeichnen).
Straftat gegen die sexuelle Integrität von Kindern
Jede sexuelle Handlung mit Kindern unter 16 Jahren ist eine Straftat (Art. 187 StGB); unter bestimmten Voraussetzungen bleibt diese jedoch straffrei (Ziff. 2,3).
Straftat gegen die sexuelle UnversehrtheitEine Handlung, die gegen die sexuelle Integrität einer Person verstösst, ist strafbar (Art. 187-200 StGB).
StreichenEinen vorgedruckten Kandidatennamen auf einer Kandidatenliste streichen.
TätlichkeitIm Gegensatz zur Körperverletzungen hat die Tätlichkeit keine Schädigung des Körpers oder der Gesundheit zur Folge (Art. 126 StGB).
Teilbedingte Strafe
Ein Teil der Freiheits- oder Geldstrafe sowie der gemeinnützigen Arbeit wird aufgeschoben, der andere Teil unbedingt vollzogen.
TötungsdeliktVorsätzliche oder fahrlässige Tötung eines Menschen (Art. 111-117 StGB).
UmgangsspracheDie Umgangssprache ist die im Alltag gesprochene Sprache. In der Strukturerhebung wird unterschieden zwischen der Umgangssprache zu Hause und derjenigen im Beruf respektive in der Schule. Dazu gehören auch Dialektformen, so zum Beispiel die Mundarten des Deutschen, Französischen und Italienischen.
Siehe auch: Hauptsprache
Unbedingte Strafe
Beim unbedingten Vollzug wird die Strafe mit In-Kraft-Treten des Gerichtsurteils (Abschluss des Strafverfahrens und Ablauf der Rekursfrist) fällig.
Verurteilte Personen
Verurteilte und ins Strafregister eingetragene Personen, deren Urteil ein Vergehen oder Verbrechen enthielt. Unabhängig von der Anzahl Verurteilungen wird jede Person pro Gesetz oder Straftat jährlich nur einmal ausgewiesen.
Verurteilung
Aufgrund des Strafrechts durch richterliche Instanzen gefällte Rechtsentscheide bei Verbrechen oder Vergehen, die eine Sanktionierung zur Folge haben. Statistisch erfasst werden nur die im Strafregister eingetragenen Rechtsentscheide. Gegen eine Person können pro Jahr und Gesetz mehrere Verurteilungen ausgesprochen werden.
Wahlbeteiligung
Anteil der an Abstimmungen oder Wahlen Teilnehmenden im Verhältnis zu den Stimmberechtigten.