Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/83227

<h2>SubmittedText<h2><p>Bei der letzten Publikation des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zum Thema Wald und Holz (CO2-Effekte der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. Szenarien zukünftiger Beiträge zum Klimaschutz. 2007. 102 S.) wird die französische Sprache übergangen. Abgesehen von einer vierseitigen Zusammenfassung - in einem Dossier von über hundert Seiten - liegt keine französische Übersetzung vor! Hinzu kommt, dass das Französische gegenüber dem Englischen benachteiligt wird, denn eine englische Version ist vorhanden.</p><p>Diese und andere Publikationen sind Teil der Ressourcenpolitik Holz, welche das Bafu für den Bund definiert hat. Diese Ressourcenpolitik legt die Ziele und die Ausrichtung des Bundes im Bereich der Holzförderung nach Ablauf des Förderprogramms Holz 21 Ende 2008 fest. Am Aktionsplan beteiligen sich also viele verschiedene Akteure, darunter die Kantone sowie die Wald- und Holzwirtschaft. Das Bafu ist für die Koordination zwischen den verschiedenen Partnern zuständig. Zu diesen Partnern gehören logischerweise auch französischsprachige Personen ... Denn so erstaunlich dies klingen mag: Die zweite Landessprache ist immer noch Französisch, nicht Englisch!</p><p>Will der Bundesrat nicht Massnahmen ergreifen, damit die Französischsprachigen in ihrer Sprache auf diese Dokumente zugreifen können und sich nicht mit einer mickrigen Zusammenfassung zufriedengeben müssen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen seiner zur Verfügung stehenden Mittel und in Anbetracht der umfangreichen Dokumentationen, die von ihm veröffentlicht werden, ist das Bafu gezwungen, bei den von ihm übersetzten Texten und den entsprechenden Sprachen Prioritäten festzulegen. Das Bundesamt bedauert, nicht für alle Publikationen mit Versionen in sämtlichen Landessprachen aufwarten zu können. </p><p>Nebst Gesetzes- und Rechtstexten sowie solchen zur Anwendung der jeweiligen Unterlagen (insbesondere Publikationsreihe Umwelt-Vollzug) hat die Übersetzung von Parlamentsgeschäften für die Sprachdienste des Bafu höchste Priorität. Es folgen Übersetzungen aus der Muttersprache der Gesuchsteller (beispielsweise Stellungnahmen), für die Kantone bestimmte Berichte und Korrespondenz, vom Mediendienst des Bafu eingereichte Texte sowie die Website des Bundesamtes. Die Publikationen der Reihen Umwelt-Zustand und Umwelt-Wissen stehen auf der Übersetzungsliste leider erst weiter unten. Wenn bei den Publikationen eine Sprache ausgewählt werden muss, erfolgt dies gemäss dem Zielpublikum der betreffenden Dokumentation. </p><p>Die obenerwähnte Publikation stellt die Fortsetzung der Motion Hess (04.3572) dar. Diese fordert den Bundesrat auf, "darauf einzuwirken, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke anrechenbar wird". Anlässlich von Verhandlungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls benötigt die Schweizer Delegation eine englischsprachige Version des betreffenden Dossiers. Darin sind technische Argumente zur Waldbewirtschaftung und Holznutzung aufgelistet, dank denen sich der Schweizer Beitrag an die Verbesserung der CO2-Bilanz optimieren lässt. Rolle und Stellung der Schweiz sollten nicht unterschätzt werden. Damit sich unser Land - wie in der Motion Hess gefordert - dafür einsetzen kann, dass Holzprodukte als CO2-Senke gemäss Kyoto-Protokoll anrechenbar werden, muss eine detaillierte Studie zum Thema vorgelegt werden. Im September dieses Jahres wird die Schweiz im Zusammenhang mit der Rahmenkonvention der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (http://www.unece.org/trade/timber/workshops/</p><p>2008/hwp/concept_note_HWP.pdf) einen Workshop zu dieser Thematik durchführen. Das entsprechende Dokument stellt einen Ausgangspunkt für die Gespräche dar, die bei dieser Gelegenheit geführt werden. Die Studie stösst unter den Fachleuten auf grosses Interesse, und aus dem Ausland gingen bereits zahlreiche Bestellungen der englischsprachigen Version ein. Dadurch wurde die Position der Schweiz im Rahmen der Verhandlungen deutlich gestärkt. Nach der Erstellung des Dossiers wurde die Firma GEO Partner AG von Schweden ersucht, für dieses Land einen ähnlichen Bericht zu erstellen. Mit seiner Arbeit hat das Bafu somit dazu beigetragen, die Wirtschaft unseres Landes zu fördern. </p><p>Die Zusammenfassung auf Französisch dient nicht einfach als Alibi, sondern stellt eine minutiöse Kurzfassung des Berichts dar. Im Übrigen handelt es sich um dieselbe Zusammenfassung wie diejenige, die der deutsch- und englischsprachigen Leserschaft zur Verfügung steht. Ausserdem sind die Seiten "Wald, Holz und CO2" der Website des Bafu, die der Funktion des Waldes als CO2-Senke gewidmet sind, auch auf Französisch abrufbar. </p><p>Im Rahmen der Übersetzungspolitik des Bundesamtes steht Englisch keineswegs im Vordergrund. Vielmehr ging bei den Übersetzungen, die von 2004 bis 2007 von den Sprachdiensten des Bafu vorgenommen werden, das Auftragsvolumen im Englischen um die Hälfte zurück. Im gleichen Zeitraum nahmen die Übersetzungen ins Französische um rund 20 Prozent zu.</p>  Antwort des Bundesrates.