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25. Juli 1828, Wien: Ignaz Bösendorfer erhält das Anrecht sich als Bürger in Wien niederzulassen und als Klaviermachermeister tätig zu sein. Mit dieser offiziellen Erlaubnis – unter der Gewerbeverleihungsnummer 225 669 – beginnt die klangvolle Geschichte des Hauses Bösendorfer, eng verbunden mit der kulturellen Entwicklung Wiens im 19. und 20. Jahrhundert. Als einzige Klaviermanufaktur führt Bösendorfer ununterbrochen bis auf den heutigen Tag die Wiener Klavierbautradition fort.
Ignaz Bösendorfer, 1794 als Sohn eines Tischlermeisters in Wien geboren, verbringt seine Lehrjahre bei der Firma des damals sehr bekannten Klavierbauers Joseph Brodmann (1763-1848). Hier lernt er rasch und erhält bereits 1815 von der Wiener Akademie der Bildenden Künste den ersten Preis für Ornamentalzeichnung. Zur gleichen Zeit sind in Wien die großen Klavierbauer Nanette und Johann Andreas Streicher, Johann Schantz, Anton Walter, Conrad Graf und Michael Schweighofer tätig, große Mitbewerber von Joseph Brodmann.
Als er 1859 starb, übernahm sein erst 24-jähriger Sohn Ludwig Bösendorfer das Unternehmen. Da die Titel der Hof- und Kammerlieferanten auf die Person bezogen waren, musste er erneut ein Gesuch beim Kaiser einreichen. Den Titel des k.u.k. Hoflieferanten erhielt er erst 1866, den des Kammerlieferanten Seiner Majestät 1869. Mit viel Geschick führte er das Unternehmen weiter und die Instrumente wurden bald in alle Welt exportiert.
Damals & Heute
Im Januar 2008 kauft der japanische Konzern Yamaha die Klaviermanufaktur. Das Unternehmen wird aber als eigenständige, österreichische GmbH weitergeführt. Die erfolgreiche Weiterführung aller Geschäftsbereiche, mit einem in der Musikbranche erfahrenen Besitzer, helfen Bösendorfer enorm. Im Vertrieb wird eng mit Yamaha zusammengearbeitet, alle Bösendorfer Instrumente aber werden weiterhin in Wiener Neustadt gefertigt und Produktionsentwicklungen nur im eigenen Produktionsteam ausgetüftelt. Bösendorfer fokussiert sich traditionsbewusst auf die exklusive Fertigung von knapp 300 Instrumenten pro Jahr, die in akribischer Handarbeit ausschließlich in Österreich gefertigt werden.
Tief in der musikalischen Geschichte Europas verwurzelt, präsentiert die Wiener Klavierschmiede 2015 erstmals eine komplette Neuentwicklung des Hauses. Basierend auf neuen technischen und handwerklichen Errungenschaften entwickelt Bösendorfer eine neue Technologie – Development Codename VC: Vienna Concert – und stellt den dazugehörigen Konzertflügel 280VC vor. Die technischen Neuerungen, basierend auf dem Know-how nahezu 200 Jahren Meisterhandwerk im Klavierbau, fördern vor allem dynamische Klangprojektion, Artikulationsmöglichkeiten und balancierte Tongestaltung. Das Concert Grand 280VC erfreut sich innerhalb kurzer Zeit großer Beliebtheit. Pianisten wie Sir András Schiff zählen zu den Künstlern, die den neuen Konzertflügel auf Weltbühnen wie der Wigmore Hall in London oder der Carnegie Hall in New York spielen. Nach dem fulminanten Erfolg des Bösendorfer Konzertflügels 280VC, präsentiert unsere Klaviermanufaktur im Oktober 2016 die einzigartigen Qualitäten der VC Technologie in der Größe 214 – das Grand Piano 214VC. Beide Instrumente verkörpern das musikalische Erbe Bösendorfers in zeitgemäßer Perfektion.