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Pfæffikersee
(Kt. Zürich, Bez. Pfäffikon und Uster). 541 m. 3,29 km2 grosser See, 16 km ö. Zürich. An seiner NO.-Ecke steht das Dorf Pfäffikon. Bildet ein längliches Viereck mit abgerundeten Ecken; 2,75 km lang und 1,25 km breit. Die grösste Wassertiefe mit 36 m findet sich fast in der Mitte des Beckens. Dieses ist sehr einfach gestaltet: vom Ufer aus folgt eine sehr seichte Zone (1-6 m), die fast ringsum 100-250 m breit ist, dann ein steilerer Abfall bis zu etwa 20 m Tiefe und endlich der fast horizontale Boden.
Als Zuflüsse erscheinen mehrere Bäche, deren grösster der Kemptnerbach (8 km lang) ist, der vom W.-Hang des Allmann herunterkommt und am obern, südöstl. Ende des Sees einmündet. Der Abfluss ist der Aabach, der den See ebenfalls im S. und nahe seiner SW.-Ecke verlässt. Der Pfäffikersee wird also wie der Zugersee nicht der Länge nach von einem Flusse durchzogen, was von seiner Entstehung herrührt. Er liegt nämlich in einem breiten alten Thallauf, der sich von Wetzikon über Pfäffikon, Fehraltorf nach Illnau zieht und dem heute ein Fluss fehlt, dessen Grösse dem Thal entsprechen würde. Es ist also ein sog. Trockenthal, in welchem erst spät, in der letzten Glazialzeit, durch Moränen der See aufgestaut wurde.
Damals waren nämlich das Glattthal und das Pfäffikerthal von einem Arm des Linthgletschers bedeckt, der bei Bubikon über die Wasserscheide (500 m) herüberdrang. Als gegen Ende der letzten Eiszeit der Gletscher zurückging, blieb er noch eine längere Zeit bei Pfäffikon stehen und lagerte die Moränen ab, die in doppeltem flachem Bogen das untere (nördl.) Ende des Sees umkränzen. Dadurch entstand der See, dessen Abfluss sich thalaufwärts einen Ausweg suchen musste. Es ist dies der Aabach (s. den Art. Aa), der sich durch die glazialen Schotter zwischen Wetzikon und Uster ein neues Thal einschnitt, dessen steile Wände und bedeutendes Gefälle als junge Formen im scharfen Gegensatz zu den alten ausgeglichenen Bildungen des Glattthales und Pfäffikerthales stehen.
Der Aabach gibt dem Pfäffikersee aber auch noch eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung. Vom Pfäffikersee bis zum Greifensee beträgt das Gefälle 104 m, von denen fast jeder Zoll industriell ausgenützt wird. Besonders rationell geschieht das, seitdem der See regelrecht als Reservoir dient. Nachdem man 1812 eine Tieferlegung des Sees geplant, wurde sein Spiegel 1832 und 1855 durch Verbesserung des Ablaufs um 0,30 m gesenkt. 1861 und 1880 aber brachte man am Ausfluss ein Schleusensystem ¶
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an, durch welches per Sekunde 1,35 m3 Wasser gehen. Die Schleusen sind nur von morgens 5 Uhr bis abends 6½ Uhr offen, bei Nacht und an Sonntagen dagegen geschlossen. Nur wenn Hochwasser eintritt, müssen sie länger offen bleiben, da der Spiegel des Sees nie höher gestaut werden darf als bis auf 1,05 m am Pegel in Pfäffikon (541 m über Meer). Das jetzige Niveau des Sees liegt infolge der Regulierung etwa 0,90 m tiefer als vor 100 Jahren. Mit diesen Einrichtungen sind die widerstreitenden Interessen der Industrie, der Fischerei und der Landwirtschaft möglichst gleichmässig gewahrt worden. Um den See liegen nämlich, besonders am N.- und S.-Ende, sehr grosse Torfmoore und Streuwiesen, denen ein zu hoher wie ein zu tiefer Seestand schädlich wäre. Die Fischerei ist nicht von hervorragender Bedeutung. Im Winter friert der See fast jedes Jahr zu und bildet dann ein prachtvolles, vielbesuchtes Eisfeld. Keine Schiffahrt. An den Seeufern befand sich einst ein ganzer Kranz von Pfahlbauten, so z. B. diejenigen von Pfæffikon und Robenhausen (s. diese Art.). Vergl. Weber, Jul. Beiträge zur Geologie der Umgebung des Pfäffikersees (in den Mitteilungen der naturforsch. Gesellsch. in Winterthur. 1901).