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Staudamm Marmorera (GR)
Nach Göscheneralp (155 m) und Mattmark (117 m) ist der Staudamm vom Lai da Marmorera mit einer Höhe von 91 m der dritthöchste Erddamm der Schweiz. Dort entsteht nun eine Dotiereinrichtung im Fels.
Um die Restwassermenge jederzeit gewährleisten zu können, baut das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) eine Kaverne für die Dotiereinrichtung, zu einem späteren Zeitpunkt wird die Kaverne allenfalls mit einer Turbine ausgerüstet. Das Wasser wird im wasserseitigen Grundablassstollen in die Dotierleitung abzweigen und über Energieumwandlungsventile und -becken in den Unterwasserbereich gelangen. Der Unterwasserbereich mündet in den luftseitigen Grundablassstollen, von wo das Wasser in den Fluss Julia gelangt.
Baulogistik via Kran
Die Bauherrschaft hat eine grosszügige Installationsfläche im Bereich der alten Julierstrasse zur Verfügung gestellt. Der Installationsplatz liegt 1’617 m ü. M., während der Grundablassstollen rund 22 Höhenmeter tiefer liegt. Dies bedeutet, dass sämtliches Ausbruchmaterial über einen Kran zum Installationsplatz gehoben und von dort abgeführt werden muss. Andererseits müssen alle für den Ausbruch und Innenbeton notwendigen Geräte und Materialien vom Installationsplatz zum Grundablassstollen heruntergelassen werden.
Asbestrisiko durch Grünschiefer
Im Bereich des Bauprojektes besteht der Fels aus Metabasalt, welcher in der Literatur oder in den Bauwerksdokumenten des Marmoreradammes auch als Grünschiefer bezeichnet ist. In der sehr geringmächtigen Lockergesteinsbedeckung unmittelbar über dem Projekt wird Grünschiefer als massgebendes Gestein erwartet. Entsprechend den Dünnschliffuntersuchen sind in den Grüngesteinen Asbestvorkommen (Asbestminerale) möglich und wurden vor Projektbeginn näher geprüft. Bei mechanischer Zerkleinerung, entstehend bei Bohr- oder Spitzarbeiten, können diese Mineralien sehr fein zerrieben werden. Aus ursprünglich gröberen Mineralkörnern können faserartige Splitter entstehen, sodass im Gesteinsmehl lungengängige Fasern nach Kriterien der WHO nachgewiesen werden können. Die Mineralzersplitterung bei mechanischer Beanspruchung kann sehr unterschiedlich ausfallen, da sie von der Morphologie (Grösse, Form, Habitus) jedes einzelnen Minerals abhängt. Ohne mechanische Einwirkung des anstehenden Fels oder Lockergesteins kann die Asbestgefährdung ausgeschlossen werden. Für den Fall von möglichen Auswehungen von feinen Staubanteilen aus losem Gesteinsmaterial kann eine Gefährdung nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Schutzmassnahmen
Vor Baubeginn wurde die Gefährdungsstufe festgelegt und die entsprechenden Schutzmassnahmen gemäss Sicherheitskonzept umgesetzt. Durch die zweimal wöchentlich durchgeführten Luftkontrollen und die darauffolgenden Laboranalysen sowie auch mittels Asbestmikroskopie wurde die Gefährdungsstufe bestätigt. Massnahmen wurden ergänzt und der Gesundheitsschutz so vollständig durchgesetzt.
Curzio Tonella