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Insgesamt sei die Volatilität an den Aktienmärkten kurz vor dem Jahresende aber eher tief, so ein weiterer Marktbeobachter. Die jüngsten Kursaufschläge seien durch die günstigen Wirtschaftdaten aus den USA massgeblich gestützt worden. Ausser der Sitzung der japanischen Notenbank von kommender Woche seien bis zum Jahresende nun aber keine wichtigen ökonomischen Daten mehr zu erwarten.
Der Swiss Market Index (SMI) gibt gegen 12 Uhr 0,14% auf 8'202,42 Punkte ab. In der Gesamtwoche resultiert damit noch ein Plus von rund 1,3%. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt 0,01% im Minus bei 1'296,30 Zählern und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,08% auf 8'917,15. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus, acht im Plus und zwei unverändert.
Kräftige Aufschläge verzeichnen die Titel des seit Wochen in Übernahmeverhandlungen stehenden Biotechunternehmens Actelion (+8,4% auf 214,50 CHF). Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg befinden sich die Gespräche mit der französischen Sanofi in einer fortgeschrittenen Phase, genannt wird ein Übernahmepreis von 275 USD (283 CHF), was das Baselbieter Unternehmen mit etwa 30,5 Mrd CHF bewerten würde. In Paris geben die Sanofi-Aktien derweil rund 2,5% nach.
Etwas erholt zeigen sich die Titel des Lifescience-Zulieferers Lonza (+1,9%). Die Aktien hatten am Vortag deutliche Verluste erlitten, nachdem Lonza die Übernahme des US-Kapselherstellers Capsugel für 5,5 Mrd USD sowie eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Akquisition bekanntgegeben hatte. Bereits am Montag war es nach ersten Meldungen zu Gesprächen über eine Grossübernahme zu klaren Kursabgaben gekommen.
Die Pharmaschwergewichte Roche (+0,5%) und Novartis (-0,2%) entwickeln sich gegenläufig. Novartis gab am Freitagmorgen die Übernahme der britischen Ziarco-Gruppe bekannt. Der Basler Pharmakonzern kann damit sein Dermatologie-Portfolio vergrössern. Die Analysten von Baader Helvea schätzen den Übernahmepreis auf etwa 300 bis 400 Mio CHF.
Zu den Verlierern gehören auch Swisscom (-0,7%), für die Morgan Stanley in einer Studie zum Telekom-Sektor trotz etwas höherem Kursziel das Rating "Underweight" bekräftigt. Gleichzeitig bestätigt das Morgan Stanley-Research allerdings das "Overweight"-Rating für die im breiten Markt notierten Sunrise (-0,6%).
Kursverluste erleiden auch Zykliker wie die zuletzt gut gelaufenen Adecco (-0,5%) sowie LafargeHolcim (-1,9%). Aber auch die Bankentitel Julius Bär und CS (je -0,8%) und UBS (-1,1%) notieren nach den Aufschlägen vom Vortag nun schwach. Die UBS streicht laut einem Agenturbericht rund 20 Stellen in ihrem Asiengeschäft, wobei vor allem Hongkong und Singapur betroffen seien.
Am breiten Markt hat der Baukonzern Implenia (+0,5%) die Übernahme der deutschen Bilfinger Hochbau mit rund 1'000 Mitarbeitenden vermeldet. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Derweil gab der Versicherer Helvetia (+0,7%) die Übernahme einer 70%-Mehrheit des Hypothekenvermittlers MoneyPark für 107 Mio CHF bekannt.
Die Titel des angeschlagenen Solarzulieferers Meyer Burger (-7,0%) notieren nach Abschluss der Bezugsrechtsemission klar unter dem Vortagesschluss. Verglichen zum Kurs der Bezugsrechte ergibt sich jedoch ein Aufschlag. Das Unternehmen hatte am Vorabend den erfolgreichen Abschluss einer Kapitalerhöhung bekanntgegeben, durch die dem Unternehmen nun neue Mittel im Umfang von mindestens 164,5 Mio CHF zufliessen.
tp/ys
(AWP)