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Das Wichtigste für die Suche mit Thesaurus
(Falls Sie nicht wissen, was ein Thesaurus im dokumentalistischen Sinne ist, empfiehlt sich die Lektüre des 2. Abschnitts "Was ist ein Thesaurus?")
Um eine Suche mit dem Thesaurus auszulösen, müssen Sie zuerst den zutreffenden Thesaurusbegriff (Deskriptor) auswählen. Dazu klicken Sie in ein Thesaurus-Suchfeld und gelangen so in ein neues Fenster. Dort können Sie einen der aufgelisteten thematischen Begriffe anwählen, worauf sämtliche Unterbegriffe im entsprechenden Themengebiet erscheinen. Sie können auch im Eingabefeld ein Wort eingeben und auf "Suche im Thesaurus" klicken. Links- und Rechtstrunkierung (z.B. *präsident*) sind möglich. Um einen Thesaurusbegriff in die Suchmaske zu übernehmen, müssen Sie zuerst den Deskriptor anklicken und danach das Symbol für die Übernahme.
Hierarchische Suche
Es wird automatisch mit dem ausgewählten Dekriptor und allen zugehörigen Unterbegriffen gesucht. Soll ohne Unterbegriffe oder nur bis zu einer bestimmten hierarchischen Stufe gesucht werden, so muss dies in der Suchmaske eingestellt werden.
Haupt- und Nebendeskriptoren
findet man bei einer Suche mit Thesaurus zuviele Dokumente, so kann die Recherche verfeinert werden. Die Suche kann auf die Hauptdeskriptoren eingeschränkt werden. Die Hauptdeskriptoren entsprechen den Hauptthemen eines Dokuments.
Die Botschaften und Vorstösse sind ab Wintersession 1995 (45. Legislatur) mit dem Thesaurus auffindbar, die Fragen der Fragestunde ab Wintersession 1999, die Petitionen ab Beginn 1999.
Freie Schlagwörter
In diesem Feld werden folgende Kategorien von (nicht kontrollierten) Schlagwörtern erfasst, die nicht im Thesaurus enthalten sind:
Personennamen, wenn Personen in einem Geschäft Thema sind, nicht aber wenn sie Urheberinnen des Dokuments sind (dafür gibt es andere Suchfelder).
Ortsnamen, wenn ein Ort oder ein geographisches Gebiet thematisiert wird. Die Länder der Erde, die Regionen der EU-Länder und die Kantone der Schweiz sind jedoch im Thesaurus enthalten (unter dem Oberbegriff "geographische Gliederung").
Deskriptorkandidaten, das heisst Begriffe, die neu verwendet wurden und die bei einer Aktualiserung des Thesaurus eventuell als Deskriptoren aufgenommen werden.
Das Feld "Freies Schlagwort" wird auch bei einer Suche im Volltextfeld abgesucht.
Zusätzliche Hinweise für die Suche siehe weiter unten.
Was ist ein Thesaurus?
Ein Thesaurus im Bereich der Information und Dokumentation ist eine geordnete Zusammenstellung von Wörtern, die zum Indexieren ('Ablegen') und Wiederauffinden von Dokumenten dient. Ein Thesaurus ist wie ein Sachkatalog einer Bibliothek ein Arbeitsinstrument bei der Ordnung und gezielten Recherche nach inhaltlichen Kritierien in grossen Datenbeständen. Die einzelnen Dokumente werden je nach ihrem Inhalt mit Ausdrücken aus dem Thesaurus in einer Datenbank abgelegt. So können die Dokumente thematisch geordnet wiedergefunden werden.
Die wesentlichen Vorteile eines Thesaurus sind:
hierarchischer Aufbau:
Der Thesaurus ist hierarchisch aufgebaut und erlaubt eine zusammenfassende Suche über mehrere Hierarchiestufen (Oberbegriff inklusive Unterbegriffe) oder auch präzise Recherchen mit nur einem Ausdruck.
Synonymkontrolle:
Im täglichen Leben werden für einen Sachverhalt oft verschiedene Wörter verwendet. In einer Datenbank können aber bei unkontrolliertem Gebrauch dieser verschiedenen Wörter die Dokumente zu einem Sachverhalt kaum mehr wiedergefunden werden. Es ist deshalb zentral, dass sowohl beim Indexieren als auch beim Suchen von Dokumenten Wörter mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung zu einem Vorzugsbezeichnung (sogenannter Deskriptor) zusammengefasst werden.
Sprachkoordination:
Mit Hilfe eines mehrsprachigen Thesaurus können Dokumente in verschiedenen Sprachen in der gleichen Datenbank indexiert werden und die Nutzer/innen können ihre Recherchen in der eigenen Sprache durchführen und erhalten trotzdem Dokumente in allen Sprachen.
Darstellung
Auf Papier wird ein Thesaurus in der Regel in zwei Ausgaben dargestellt:
Thematische Liste:
Diese Liste ist vergleichbar mit einem Inhaltsverzeichnis in einem Sachbuch. Es werden die generellen Sachbereiche dargestellt (Hauptkapitel in einem Buch) und die hierarchisch untergeordneten Themen angezeigt (Unterkapitel).

NT1 Ferner Osten
NT2 China
NT3 Hongkong
NT3 Macau
NT3 Tibet
NT2 Japan
NT2 Mongolei
NT2 Nordkorea
NT2 Südkorea
NT2 Taiwan
NT1 Naher und Mittl. Osten
ect.
|Die Position der Unterbegriffe wird mit NT (='Narrow' Term) und der Stufe der Hierarchie angegeben |
Alphabetische Liste
Unsere elektronische Darstellung entspricht dieser alphabetischen Liste. Diese Liste ist vergleichbar mit einem Register in einem Sachbuch. Es werden alle Ausdrücke ungeachtet ihrer Bedeutung in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. In der alphabetischen Liste sind im Vergleich zur thematischen Liste zusätzlich auch die nicht bevorzugten Synonyme enthalten. Von diesen wird auf die Vorzugsbezeichnungen verwiesen. Zudem wird auch auf verwandte Begriffe aufmerksam gemacht, die sich in einem anderen Bereich des Thesaurus' befinden ("siehe auch"-Verweisung).
Jeder Deskriptor (Vorzugsbezeichnung) ist mit seinem Umfeld dargestellt, mit seinen Ober- und Unterbegriffen, den Synonymen und Verwandten Begriffe und wenn nötig mit einem Benutzungshinweis.

||UF BVG

UF Personalvorsorge
UF Zweite Säule
BT1 Altersvorsorge
BT2 Sozialversicherung
BT3 sozialer Schutz (2836)
BT4 soziale Fragen (28)
NT1 Freizügigkeit
NT1 Koordinationsabzug
NT1 Pensionskasse
RT Zwangssparen
|UF bedeutet "Used For" und|
bezeichnet Synonyme
oder Quasi-Synonyme.
BT bedeutet "Broader Term" und
bezeichnet Oberbegriffe.
NT bedeutet "Narrower Term"
und bezeichnet Unterbegriffe.
RT bedeutet "Related Term" und bezeichnetverwandte Begriffe.

BVG

||USE Berufliche Vorsorge
||USE bedeutet "Verwende"; es ist die Umkehrbeziehung von UF und verweist vom Synonym auf den zu verwendenden Deskriptor. |

Bericht
|. |

||UF Studie

UFC Bericht + Agrarpolitik
(allgemein) ='' Land-
wirtschaftsbericht
BT1 Dokument (9906)
BT2 Dokumenttyp (99)
NT1 Expertise
NT1 Forschungsbericht
NT1 Kommissionsbericht
NT1 Kurzbericht
RT ausserparlamentarische
Kommission
|UFC bedeutet "Used for Combination" und verweist auf die Verwendung von zwei Deskriptoren in Kombination |

Berufsgruppe

||SN Spezielle Berufsgruppen

finden sich in
den entsprechenden
Themengebieten.
oder einen Verwendungshinweis.
BT1 Arbeitskräfte
|SN bedeutet "Scope Note" und meint eine Definition|
oder einen Verwendungshinweis.

||etc.

Hinweise für die Suche
Bevor mit der eigentlichen Suche begonnen werden kann, müssen zuerst der oder allenfalls mehrere der Frage angemessene Deskriptoren gefunden werden. Erst mit deren Hilfe können dann die Dokumente gesucht und gefunden werden. Entsprechend den zwei Papierdarstellungen des Thesaurus kann der beste Deskriptor auf zwei Arten gefunden werden:
- Wer bereits eine ganz präzise Vorstellung des Suchwortes hat, steigt mit Vorteil mit diesem ein. Wird man nicht sofort fündig, empfiehlt es sich, bei Ausdrücken, die aus mehreren Teilen bestehen, mit einer anderen Reihenfolge zu suchen (Beispiel: statt "Parlamentsauflösung", "Auflösung des Parlaments") oder es mit einem Synonym zu versuchen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen allgemeineren Ausdruck zu suchen.
- Wer keine präzise Vorstellung eines bestimmten Suchwortes hat, steigt am besten über einen der zuoberst in der Hierarchie stehenden Begriffe ein. Zuerst wählt man einen groben Sachbereich aus und sucht sich einen passenden Unterbegriff. So kann man sich immer weiter nach unten arbeiten, um zu einem möglichst präzisen Deskriptor zu gelangen.
In jedem Fall ist es wichtig das Umfeld eines ausgewählten Deskriptors zu beachten. Vielleicht gibt es einen Unter- oder Oberbegriff, der noch besser der Suchfrage entspricht, ein verwandter Begriff (RT) sollte möglicherweise auch in die Recherche einbezogen werden oder eine Scope Note (SN) gibt Verwendungshinweise. Beispielsweise ist der Deskriptor "Leistungskontrolle" nur im Bereich der Ausbildung zu verwenden (BT1 schulisches Arbeiten, UF Lernerfolgskontrolle), während "Leistungslohn" im Bereich der Beschäftigung angesiedelt ist (BT1 Lohn und Gehalt, UF Akkordlohn).
Findet man mit einem Deskriptor keine oder nur sehr wenige Dokumente, so empfiehlt es sich, die Suche mit einem Oberbegriff (inklusive Unterbegriffe) auszuweiten.
Als Grundregel gilt beim Indexieren wie beim Recherchieren: immer den hierarchisch untersten Deskriptor, der in Frage kommt, verwenden. Nur so sind präzise Ergebnisse möglich.
Erhält man bei einer thematischen Suche zuviele gefundene Dokumente, so kann es sinnvoll sein, eine geographische Einschränkung vorzunehmen (Länder, Kontinente, Kantone). In der Bibliotheksanwendung ist es zusätzlich möglich den behandelten Zeitraum oder formale Kriterien anzugeben (z.B. "Vernehmlassungsunterlagen").
Je genauer Sie sich mit der Struktur des Thesaurus vertraut machen, desto bessere Suchergebnisse werden Sie erzielen.
Besonderheiten
- In gewissen Fällen wird von einem Ausdruck auf die Kombination von zwei anderen verwiesen (Bsp.: "Umweltschutzgesetz" USE "Umweltrecht" + "Gesetz"). Mit diesen vorgegebenen Kombinationen können zusammengesetzte Ausdrücke immer gleich indexiert und wiedergefunden werden, ohne dass ein eigener zusätzlicher Deskriptor nötig ist.
- Die Wörter sind in der Regel im Singular aufgenommen (also z.B. "Subvention" und nicht "Subventionen").
- Berufs- und Funktionsbezeichnungen sind sowohl mit der weiblichen, als auch mit der männlichen Endung als Synonyme erfasst; von beiden wird auf eine geschlechtsneutrale Form als Deskriptor verwiesen (Beispiel: "Parlamentarierin" USE "Parlamentarier/in" und "Parlamentarier" USE "Parlamentarier/in", bei zwei verschiedenen Endungen mit Bindestrich: "Beamter/-in"). Bei zusammengesetzten Wörtern wurde nur die männliche Form aufgenommen (Bsp.: "Lehrerbildung"). Interessiert besonders das eine oder anderer Geschlecht, so ist das entsprechende Thema mit "Frau" bzw. "Mann" zu verbinden.
- Bei Organisationen dient meist die Abkürzung als Deskriptor, die ausgeschriebene Form als Synonym.
- In der Regel werden Dokumente, die ein bestimmtes Land oder einen Kanton betreffen mit dem entsprechenden Deskriptor versehen. Weil sich die meisten Dokumente der Parlamentsdienste auf die Schweiz beziehen, entsteht ein Sonderfall: der Deskriptor "Schweiz" sollte nur verwendet werden, wenn die Schweiz in einem Ländervergleich oder in ihrer Beziehung zu einer Organisation oder einer bestimmten Frage explizit thematisiert wird. "Schweiz" ist nicht als Deskriptor zu verwenden für Dokumente, die ein einzelnes innenpolitisches Thema behandeln (z.B. Landwirtschaft in der Schweiz).
- Nach einigen Oberbegriffen in der gedruckten Fassung sind in Klammern zwei- oder vierstellige Zahlen angegeben. Diese sind nicht Bestandteil des Deskriptors, sondern dienen nur als Ordnungshilfen: die thematische Liste ist in der Reihenfolge dieser Zahlen aufgebaut (der Bereich 04 ist zum Beispiel in die Unterbereiche von 0406 bis 0441 aufgeteilt, dann folgt der Bereich 08). In der gedruckten alphabetischen Liste sind die zweistelligen Zahlen bei den jeweiligen Oberbegriffen ebenfalls angegeben. Ausgehend von dieser Information kann man leicht von der alphabetischen in die thematische Liste wechseln und so das Umfeld eines Deskriptors überblicken.
- Weil der vorliegende Thesaurus auf der Grundlage des Thesaurus EUROVOC (des Europäischen Parlaments und des Amtes für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft) beruht, wurde ein grosser Teil der Ausdrücke übernommen und nur ein Teil ergänzt. Im EUROVOC sind einige Ausdrücke zweifach vorhanden, einmal als Deskriptor und einmal als übergeordneter Ordnungsbegriff. Um alle Ausdrücke in Hierarchien einzubinden, mussten diese Deskriptoren mit einem Zusatz "(allgemein)" bzw. "(speziell) unterschieden werden.
Grenzen
Die Welt und die Sprachen sind nicht immer eindeutig und klar; schon nur deshalb kann ein Thesaurus nicht allen Ansprüchen gerecht werden. Einzelne Themen könnten je nach Zusammenhang verschiedenen Hierachien zugeordnet werden; wir haben uns für eine entscheiden müssen. Besonders Deskriptoren in einem mittleren Hierarchiebereich (nicht weit oben oder unten in der Hierarchie) sind oft nicht genau einer Hierarchie zuzuordnen. Es empfiehlt sich daher, solche Ausdrücke aus dem mittleren Hierarchiebereich zurückhaltend anzuwenden.
Zudem dürfte klar sein, dass auch in einem umfangreichen Thesaurus nicht alle Wörter der Umgangssprache enthalten sein können. Wenn ein Suchwort nicht gefunden wird, sollte man es also selber mit einem Synonym versuchen.
Absichtlich nicht im Thesaurus enthalten sind:
Personennamen, Firmennamen, Gemeinden, Regionen, Städte und Orte; es kann versucht werden, diese über eine Volltext-Recherche zu finden.
Technische Hinweise
Als Grundlage für diesen Thesaurus diente EUROVOC, der Thesaurus des Europäischen Parlaments und des Amtes für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Union. Der EUROVOC wurde 'helvetisiert', das heisst es wurden in der Schweiz benötigte Ausdrücke ergänzt, missverständliche oder unverständliche Bezeichnungen gestrichen und teilweise die hierarchische Struktur verändert. Auf Polyhierarchien (mehr als ein Oberbegriff für denselben Unterbegriff) wurde im Interesse der übersichtlicheren Benutzung ganz verzichtet. Der grösste Teil der EUROVOC-Deskriptoren wurde jedoch übernommen, vor allem basierend auf der Version 2, ergänzt durch die Version 2.1 und den französischen Entwurf zur Version 3. Die Unterscheidung in Domänen, Mikrothesauri und Deskriptoren wurde von uns nicht übernommen; alle Deskriptoren sind im Helvetosaurus gleichwertige Suchwörter, die in eine Hierarchie eingebunden sind. Die Helvetisierung erfolgte auf deutsch; die französische Fassung wurde aus Kosten-Nutzen-überlegungen - im Einverständnis mit den französischsprachigen Mitarbeiterinnen der Dokumentationszentrale - zurückgestellt.
Als Quellen für die Helvetisierung dienten uns vorwiegend Unterlagen der Parlamentsdienste und der Bundesverwaltung, wie provisorische Schlagwortlisten, Register und Dossiereinteilungen. Zur überprüfung, wie oft ein Wort verwendet worden war, konnten wir auf Datenbanken der Parlamentsdienste zurückgreifen, welche z.B. die parlamentarischen Vorstösse seit 1983 im Volltext enthalten.
Beim Aufbau des Thesaurus wurden folgende Unterlagen benutzt:
ISO-Norm 2788-1986 (E), Documentation - Guidelines for the establishment and development of monolingual thesauri
ISO-Norm 5964-1985 (E), Documentation - Guidelines for the establishment and development of multilingual thesauri
DIN-Norm 1463, Teil 1, Erstellung und Weiterentwicklung von Thesauri, Einsprachige Thesauri, November 1987
DIN-Norm 1463, Teil 2, Erstellung und Weiterentwicklung von Thesauri, Mehrsprachige Thesauri, Dezember 1988, Entwurf
Wersig, Gernot: Thesaurus-Leitfaden, 2.erg.Aufl., München (etc.): Saur, 1985
Burkart, Margarete: Dokumentationssprachen, in: Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation (...) / Marianne Buder ... Begr. von Klaus Laisiepen..., München (etc.): Saur, 1990, Bd.1, völlig neu gefasste Aufl., besonders S.162-182
Aitchison, Jean, Alan Gilchrist: Thesaurus construction, A practical manual, London : Aslib, 1987, second ed.
Georg Hasenfratz und Diego Hättenschwiler
e-mail:
<email-pii>
<email-pii>
Dokumentationsdienst
Parlamentsdienste
CH-3003 Bern / Schweiz