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Hebräisch
Hebräisch öffnet die Tür zu einer Welt, deren literarische Zeugnisse aus einem Zeitraum von 3000 Jahren stammen. Und diese Welt besteht bis heute.
Inschriften in frühen Formen dieser Sprache finden sich schon ab dem 11./10. Jahrhundert v. Chr. Manche dieser Texte geben Einblicke in die Religiosität der Menschen im Alltag, andere zeugen von militärischen Dramen, die sich abgespielt haben. Vor allem aber ist Hebräisch die grundlegende Sprache der grossen religiösen Literatur des Judentums: der Texte des Tanach (des «Alten Testaments»), der Texte von Qumran (der «Schriftrollen vom Toten Meer») und der rabbinischen Literatur (der Werke der Gelehrten der ersten Jahrhunderte n. Chr.) wie etwa der Mischna. Hinzu kommen später die talmudische Literatur, die mittelalterliche Poesie sowie zahllose weitere Texte. Heute wird Hebräisch von geschätzt neun Millionen Menschen gesprochen; die im Original auf Hebräisch abgefassten Bücher von Schriftsteller*innen wie Amos Oz oder Zeruya Shalev haben Weltruhm erlangt.
Dass sich die Sprache in diesen 3000 Jahren weiterentwickelt hat, versteht sich von selbst. Und doch steht das Hebräisch der Bibel oder das der Mischna dem modernen Hebräisch näher als etwa das Nibelungenlied dem heutigen Deutsch.
Hebräisch gehört zu den semitischen Sprachen und zeigt viele Verbindungen zu beispielsweise dem Arabischen oder dem Aramäischen. Wer sich für diese Sprachfamilie und ihre Kulturen interessiert, findet im Hebräischen einen ansprechenden Zugang.
An der Theologischen Fakultät der Universität Bern werden regelmässig die Sprachkurse «Biblisch-Hebräisch» und «Neuhebräisch» (modernes Hebräisch) angeboten. Hinzu kommen in jedem Semester Lektüreübungen, die sich vor allem den Texten bis in die Zeit des Mittelalters widmen.