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A-Nationalteam
Saison der Gegensätze
Die Saison 2011/2012 konnte als „Saison danach“ bezeichnet werden. Nach den Highlights olympischer Spiele in Vancouver und der Heim-WM in Zürich und Winterthur startete die Nati in eine Saison der Bewährung.
Der IIHF startete ein Förderungsprogramm um es den Top 14-Nationen zu ermöglichen, näher an die Weltspitze zu kommen. Die Massnahmen, anlässlich eines Workshops im Juli 2010 beschlossen wurden ab dem Sommer 2011 umgesetzt. Zum einen Einladungsturniere für die Top 12 der Welt, zum anderen Mentorenprogramme zur Unterstützung der Spielerinnen und Coaches. Dazu kam noch ein neuer WM-Modus (siehe unten).
So kam es, dass die Schweizerinnen im August zum Saisonauftakt für eine Woche ins finnische Vierumäki reisten. Dort trafen sie im Pool B (Weltränge 5 – 8) auf die Top 4-Nationen. Im ersten Spiel hiess der Gegner gleich Kanada! Die Eigenossinnen, bereits durch zwei verletzungsbedingte Ausfälle vor dem Turnier geschwächt waren chancenlos, kassierten mit 0:16 eine sehr hohe Niederlage. Körperlich waren die Kanadierinnen in allen Aspekten weit überlegen. Eine Erkenntnis, welche nicht neu war, sich aber im August 2011 enorm manifestierte.
Am zweiten Tag trafen die Schweizerinnen auf Schweden. Diese schlugen die Schweizerinnen an der WM 2011 nur knapp nach Penaltyschiessen. Das Schweden vom August jedoch war nicht mehr so anfällig wie im April, präsentierte sich frisch und bereit. So waren sie denn auch überlegen, schafften es aber nicht, entsprechend auf die Anzeigetafel zu kommen. Florence Schelling im Tor der Eisgenossinnen wehrte nach Kräften, konnte aber eine 4:0-Führung bis zur zweiten Pause auch nicht verhindern. Die zwei Schweizer Powerplaytore im letzten Drittel waren zumindest noch ein Trostpflaster. Dieses war jedoch schmerzhaft, verloren sie auch noch Sarah Forster und Flo Schelling verletzungsbedingt.
Das dritte Spiel gegen die U.S.A., welche Spielerinnen wie Potter und Chu schonten, ging mit 1:11 verloren. Bullos Ausgleich nach 7 Minuten beantworteten die Amerikanerinnen mit 3 Toren in knapp 2 Minuten!
Zum Abschluss ging es gegen Finnland. Diese hatten mit den Schweizerinnen noch eine Rechnung offen. Gleich mit 12:0 rächten sie die Niederlage an der WM-Vorrunde. Den Eisgenossinnen blieben zu diesem Zeitpunkt gerade noch 14 einsatzbereite Spielerinnen.
Kein guter Start in diese wichtige Saison.
Im November fuhren die Schweizerinnen nach Füssen wo das zweite Turnier anstand. Dieses Mal waren die Nationen 5-8 top gesetzt während sich die Nationen dahinter an ihnen messen konnten. Die Schweiz startete gegen Frankreich, eine Division III-Nation. Wer nun dachte, dass sich die Topnationen wie in Vierumäki gegen die Unterklassigen locker durchsetzen würden sah sich getäuscht. Die Eisgenossinnen siegten nur knapp mit 2:1 während Russland den Tschechinnen mit 1:0 den Sieg eher stahlen als ihn zu verdienen. Deutschland besiegte die Slowakei und Norwegen setzte sich in der Verlängerung gegen Japan durch. Schon der erste Tag liess die Befürchtungen wahr werden das wohl der Abstand Europas zu den Top 4-Nationen eher noch gewachsen war, jedoch innerhalb Europas die Differenzen nur noch Schall und Rauch waren.
Dies bekam am zweiten Tag auch die Schweiz zu spüren als sie gegen Tschechien mit 3:6 eingingen und nie den Eindruck machten das Spiel gewinnen zu können. Nach einem Tag Pause, welcher unter anderem eine Curlinglektion beinhaltete, war das Eis nochmals zu glatt. Norwegen fertigte die Eisgenossinnen mit 3:5 ab und auch das letzte Spiel gegen Erzrivale Deutschland verlor man 1:2. Beide Male wurden die Schweizerinnen ausgekontert und im Powerplay ausgespielt.
Nach 8 Spielen also hatte man einzig Frankreich knapp besiegt, ansonsten verlor man alle Spiele. Der Berichterstatter der IIHF sah die Schweizerinnen bereits aus der Top 10 und auch die Spielerinnen selbst fanden nur noch wenig Selbstvertrauen.
Nicht besser im Dezember… Gerade noch 13 Spielerinnen und eine Torfrau schafften es in den Bus nach Bratislava ans Weihnachtsturnier. Und nach einem Ausfall in Spiel 1 waren es noch deren 12. Keine gute Werbung für die Hockeynation Schweiz. Auf der anderen Seite die Slowakinnen, direkte Gegner an der WM 2012, in aufsteigender Form. Norwegen befand sich sowieso im Hoch und selbst Frankreich glaubte an einen Sieg gegen die Nachbarn.
Dem hielt die kleine Delegation aus der Schweiz noch erfolgreich entgegen. Zumindest bis knapp vor Schluss als Frankreich der Ausgleich zum 1:1 gelang und das Spiel schliesslich erst im Penaltyschiessen an die Schweiz ging.
Das zweite Spiel gegen Norwegen verlor man dann bereits wieder. Dieses Mal nur knapp mit 2:3. Erfreulich war zumindest, dass die Schweizerinnen gegen Ende der Partie frischer wirkten, sich gar ein Chancenplus erarbeiteten. Belohnt wurden sie jedoch nicht mehr.
Das letzte Spiel verkam zum ersten WM-Test gegen eine Slowakei welche noch am Tag zuvor sensationell gegen Frankreich verloren hatten und nun auf Wiedergutmachung aus waren. Das bekamen die Schweizerinnen zu spüren welche zwar wacker dagegen hielten, jedoch in Kontern und Boxplay ihre Tore kassierten. Mit einer 2:6-Niederlage ging das Sportjahr 2011 zu Ende. Eine Serie mit 11 Spielen bei nur 2 Siegen liess eigentlich wenig Hoffnung auf den weiteren Verlauf der Saison.
Doch sollte das so weiter gehen? Für die Schweiz ein schlimmes Ende nehmen?
Der Meco-Cup im Januar mit hochkarätigen Gegnern liess die Mienen nicht erhellen. 1:6 ging das Startspiel gegen Schweden verloren. Dabei präsentierten sich die Schwedinnen stark, im Kollektiv gar euphorisch. Sie sollten den Meco-Cup dann auch gewinnen, inkl. einem Sieg gegen die U22 Kanadas!
Für die Schweizerinnen jedoch war der Zeitpunkt gekommen, die herrschende Lethargie abzulegen. Ein Machtwort der Trainer brachte sie wieder zurück auf den Pfad der Tugend. Die seelische Last wurde abgeschüttelt. Am nächsten Tag bekam das Finnland zu spüren und bereits nach 3 Minuten stand es 2:0… für die Schweiz! Zwar kämpfte sich der Favorit zurück und gewann noch mit 6:4. Jedoch sah man wieder Licht am Ende des Tunnels der Schweizerinnen.
Das dritte Spiel am Cup gegen Kanada U22 brachte jedoch noch keine Kehrtwende. 0:6 verlor man, kam nur zu wenigen Chancen.
Und dann kam Russland! Zum ersten Mal seit jenem historischen Tag im Viertelfinal in Zürich stand man sich wieder gegenüber. Und die Russinnen liessen nichts anbrennen, starteten furios und sicher. 0:4 stand es nach 23 Minuten und manch einer dachte wohl, das war’s.
Nicht aber die Schweizerinnen. Burinas Tor zum 4:0 war so etwas wie der Wendepunkt der Saison. Nun war wirklich genug passiert, nun entfachte sich der heilige Zorn der Eisgenossinnen. Die Schweizerinnen kehrten den Spiess um und waren es plötzlich welche das Spiel machten. Angriff für Angriff kämpften sie sich zurück, steckten nie auf. Und was kaum einer für möglich hielt traf tatsächlich noch ein. Mitte des letzten Drittel stand es plötzlich 4:4! Die Halle stand Kopf und das Spiel musste schliesslich im Penaltyschiessen entschieden werden. Während Sophie Anthamatten alle russischen Versuche entschärfte, verwandelte Sara Benz ihren Penalty. So gelang den Schweizerinnen eine Antwort auf Zürich und ein erster grosser Sieg der Saison.
Zum Abschluss gewannen die Schweizerinnen gegen ein doch müdes Deutschland mit 3:1. Die Deutschen spielten 4 Spiele in Auswärtsstadien und waren von der vielen Reiserei sichtlich gezeichnet. Dies sollte die Schweizer Leistung jedoch nicht schmälern. Auch die Schweizerinnen hatten nur noch (oder wieder) 14 gesunde Spielerinnen im Dress. Diese jedoch hatten ihre Erzrivalinnen bis auf wenige Minuten im Mitteldrittel gut im Griff. So schaute wenigstens ein 4. Rang heraus, direkt hinter dem favorisierten Trio Schweden, Kanada und Finnland.
Der traditionelle Mountain Cup sollte nebst dem Auftritt der U18-Spielerinnen vor allem eine Antwort an die Slowakei werden. Dies jedoch misslang. 1:2 verlor die Schweiz trotz massiver Versuche, das Spiel zu entscheiden. Der slowakische Beton war an diesem Tag undurchdringlich.
Zu notieren gab jedoch eher, dass an diesem Tag das Teleclub-Experiment „Anette in die Nati“ seinen Höhepunkt feiern sollte.
Anette, unterstützt von vielen Profis und Trainern aus der NLA, sollte es in einem halben Jahr schaffen zur Nationalspielerin zu werden. Ein Unterfangen welches anfänglich in den Reihen der Stammspielerinnen wenig Gefallen fand. Das Resultat jedoch war dann eindeutig. Anette hatte auf dem Eis keine Chance gegen die Nationalspielerinnen. Zu gross waren die Defizite im Schlittschuhbereich. So blieb es bei einigen Einsätzen im Spiel gegen die Slowakei. Auf den Ausgang eben dieser Partie hatte es jedoch keinen Einfluss.
So kam der zweite Tag und die Begegnung gegen Norwegen. Die Schweizerinnen setzten sich zum Ziel, in dieser Partie ein Zeichen zu setzen. Dies gelang praktisch vollständig. Gleich mit 5:2 besiegte man die Skandinavierinnen und das in mitreissender Manier.
Dies beflügelte die Einheimischen sichtlich und liess sie auch gegen Österreich fliegen. Die Nachbarn hatten rund zwei Drittel lang keine Chance. Erst als im letzten Drittel der Schlendrian Einzug hielt kamen die Österreicherinnen wieder heran. Zum Glück aber gingen dadurch Räume auf welche die Schweizerinnen nutzen konnten, den Sieg trotzdem noch nach Hause zu fahren.
Ein zweiter Platz am Heimturnier und der Pokal erstmals in den Händen der Slowakei. Dies hinterliess zwar einen schalen Beigeschmack, jedoch schaute man wieder etwas optimistischer in die Zukunft.
Nachdem zuvor jahrelang Sursee das Ziel für das Selektionscamp war, trafen sich die Schweizerinnen erstmals in Kloten für die letzte Vorbereitung vor dem Abflug an die WM. Nach Off-Ice-Tests und einem Training auf Eis schritten die Coaches zur Tat und benannten das Team für Burlington 2012. Wer wusste damals schon dass… aber lesen Sie selbst:
WM in Burlington (USA)
Lake Placid hiess der Standort für das Vorbereitungscamp in den Vereinigten Staaten. Im Ort, rund 100 km südlich von Montréal, welcher noch immer wie am Tag des Miracle on ice scheint, bereiteten sich die Eisgenossinnen auf die Mission Ligaerhalt vor. Dieses Ziel blieb nach der harzigen Saison als einziges übrig. Bestärkt auch durch den neuen WM-Modus. Entgegen aller anderen Wettbewerbe setzten sich die grossen beiden Nationen mit ihrem Vorschlag durch, schon in der Vorrunde gegeneinander antreten zu können. So änderte man kurzerhand die Einteilung und setzte die vier ersten Teams der WM2011 in eine Gruppe, sowie die letzten drei plus den Aufsteiger (Deutschland) in die andere. Neu war demnach, dass die Teams der Gruppe A, der oberen Vier, nun nicht mehr absteigen konnten. Sie waren bereits für den Viertelfinal gesetzt während im unteren Tableau zwei der vier Teams in die Relegationsrunde kommen würden.
So verstand sich die Gruppe B als Todesgruppe mit mind. 50% Chance für die Abstiegsrunde, während man in der Gruppe A eigentlich fast schon die Medaillenspiele plante.
Lake Placid strahlte wohl positiv, denn die Schweizerinnen konnten ihr Vorbereitungsspiel gegen Russland mit 2:1 nach Verlängerung gewinnen! Gavrilovas Führung wurde durch Nicole Bullo wieder ausgeglichen, Captain Kathrin Lehmann lenkte in der Verlängerung im Powerplay perfekt ab. Die Vorbereitung schloss also positiv. Doch wie würde die WM verlaufen?
Das erste Spiel in Burlington, der Hauptstadt des Bundesstaates Vermont, brachte just das Duell mit Erzrivalen Deutschland. Diese waren nach 4 Jahren Absenz an den Topevents bis in die Fingerspitzen motiviert. So dauerte auch das Abtasten nicht lange und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit guten Chancen auf beiden Seiten.
Der erste Jubel jedoch war den Deutschen vergönnt. Bittner erwischte die erstmals von Beginn an nominierte Sophie Anthamatten im Tor aus spitzem Winkel (17.). 14 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels gelang Julia Marty auf Pass von WM-Neuling Martina Steck der Ausgleich.
Im zweiten Drittel kehrten die Deutschen mit erstaunlicher Effizienz das Spiel, in der 23. Minute traf Weyand, in der 38. Zorn im Powerplay. Bei beiden Toren musste man den Deutschen den Nachschuss geben. 33 Sekunden nach dem 3:1 fasste sich Nicole Bullo ein Herz und schoss von der blauen Linie an vielen Beinen vorbei zum 3:2.
Trotz grosser Bemühungen der Eisgenossinnen im letzten Drittel brachten die Spielerinnen von Bundestrainer Peter Kathan das Resultat über die Zeit. Und schon standen die Schweizerinnen mit dem Rücken zur Wand.
Am Tag darauf hiess es verlieren verboten. Die Slowakei stand gegenüber, ebenfalls ein Verliererteam des ersten Tages. Die Slowakinnen hatten die Schweiz in der laufenden Saison zweimal geschlagen und bereiteten genau dieses Spiel die ganze Saison vor. Die Rechnung war einfach mit einem Sieg gegen die Schweiz und Deutschland wäre die Slowakei wohl save. Das Spiel gegen Schweden ging nur knapp verloren und so waren sie guten Mutes.
Die Schweizerinnen hielten jedoch gut dagegen und dominierten das erste Drittel. Dass es nach 20 Minuten nur 1:0 für die Schweizerinnen hiess lag erwartungsgemäss an Zsuzanna Tomcikova im Tor der Gegnerinnen. Jedoch hatten auch die Schweizerinnen auf der Torhüterposition gewechselt und so lieferte sich Florence Schelling mit ihrem Gegenüber ein Duell auf sehr hohem Niveau.
Wie erwähnt blieb Darcia Leimgruber einzige Torschützin nach 9 Minuten als sie einen Schuss von Stefanie Marty ablenkte. Leider währte der Vorsprung nur bis in die 26. Minute als es der gefährlichsten Spielerin der Slovakinnen, Jana Kapustova, gelang einen schnellen Konter zu fahren. Ihr Hocheckschuss stellte wieder auf Unentschieden.
Und jetzt wurde die Slowakei mutig, hielt stark gegen die Schweizerinnen mit und verbuchte ein leichtes Chancenplus. So bedurfte es in der 43. Minute wiederum einem klugen Vorpreschen von Julia Marty. Sie erwischte im hohen Slot einen abgelenkten Schuss und schlenzte den Puck an Freund und Feind vorbei unter die Latte. 2:1. Aufatmen auf der Schweizer Bank. Das Resultat konnte mit vereinten Kräften gehalten werden.
So stand fest, dass die Schweiz wenigstens noch eine theoretische Chance auf die Viertelfinals hatten. Da aber Deutschland überraschend einen Punkt gegen Schweden holte brauchte es einen Sieg gegen ebendiese nach 60 Minuten. Das schaffte die Schweiz an Ernstkämpfen noch nie!
Einen Tag Pause hatten die Spielerinnen von Headcoach René Kammerer um sich zu erholen und Kraft zu tanken für den entscheidenden Tag. Auf dem Weg in die bescheidene Cairns-Arena fuhren die Scheizerinnen am Morgen extra am Hauptstadion, dem Gutterson Field House, vorbei. Würde ihnen das den finalen Kick geben, es dorthin zu schaffen, wo die Viertelfinals gespielt würden?
Das Spiel begann wie erwartet, mit Schweden das enorm Druck machte und die Sache rasch entscheiden wollte. Alleine im ersten Drittel zählte die Statistik 22 Schüsse Schwedens auf’s Tor der Schweiz. Dieses wurde wiederum von Flo Schelling gehütet, welche ein ganz starkes Spiel einzog. Nach 20 Minuten hiess es „nur“ 1:1! Zwar traf Asserholt schon in der 5. Minute im Powerplay, Ka Lehmann jedoch glich ebenfalls im Powerplay in der 15. Minute wieder aus. Sie ging vor dem Tor vergessen und düpierte Mart’in im Tor Schwedens zum Ausgleich.
Im zweiten Drittel war es optisch leicht ausgeglichener, Tore fielen jedoch keine.
Erst im letzten Drittel sollte wieder Jubel durch die Halle branden. Von den Schwedinnen? Nein! Es war Julia Marty mit dem dritten Treffer im dritten Spiel welche in der 43. Minute für die Schweiz gar zum 2:1 traf! Was für ein Schock für die Skandinavierinnen welche nun ihre besten Kräfte forcierten und vehement den neuerlichen Ausgleich suchten. Diesen schenkte ihnen Captain Erika Holst in ihrem mittlerweile rund 320. Länderspiel! In der 49. Minute hatte sie für einmal genug Zeit und hämmerte den Puck ins Kreuz. Die Schweiz war damit wieder in Gefahr die Abstiegsrunde bestreiten zu müssen. War alles umsonst gewesen?
Es liefen bereits die letzten Minuten als Anja Stiefel in der Ecke bei den Schwedinnen einen Puck eroberte. Sofort hatte sie zwei Gegnerinnen bei sich welche jedoch Sara Benz vergassen. Stiefel passte zu ihr und die Winterthurerin kurvte von hinter dem Tor zur Grundlinie von wo aus sie auf’s schwedische Tor schoss. Eigentlich ein sicherer Fang, dachte man. Doch wie im Schock griff die schwedische Torfrau hinter sich, hatte sie doch gerade eben diesen Puck ins Netz kullern lassen! 3:2, die Halle stand Kopf und die Schweiz vor einer der grössten Sensationen ihrer Geschichte. Sollte es tatsächlich zum Sieg reichen?
JA! Nach endlosen weiteren knapp 200 Sekunden erlöste die Sirene die Schweizerinnen welche in einen Jubelsturm ausbrachen als hätten sie gerade eine Medaille gewonnen…
Unglaublich was die Eisgenossinnen da wieder abgeliefert hatten und die Welt in Staunen versetzten. Trotz fast doppelt so vieler Abschlüsse schlich Schweden geschlagen vom Platz.
Gleich anschliessend hatte Deutschland die Chance mit einem Sieg gegen die Slowakei gar die Gruppe zu gewinnen. Sie taten es nicht und mussten stattdessen in die Relegation. Schweden kam mit einem blauen Auge davon und die Schweiz gewann die Vorrundengruppe. Wahnsinn!
So kam es nur einen Tag später zur Revanche für Zürich. Das Spiel das sich die Schweizerinnen erwünschten und bekamen. Das Viertelfinale gegen Russland!
Zwar gingen die Russinnen bereits in der dritten Minute in Führung als Russlands beste Spielerin, Burina, einen Puck abstauben konnte. Doch die Schweizerinnen blieben unbeeindruckt. In einem Drittel mit vielen Strafen kam ihre Chance von selbst. Und sie nutzten sie! Stefanie Marty verwertete in doppelter Überzahl in der 17. Minute eine Hereingabe von Angela Frautschi, Phoebe Staenz schockte Russland mittels Shorthander nur 26 Sekunden vor der ersten Sirene. Sie rannte einem Befreiungsschlag hinterher welchen Russlands Keeperin Prugova abfangen wollte. Staenz jedoch war schneller am Puck und lupfte diesen an der perplexen Torhüterin vorbei in die Maschen! Das Spiel war lanciert.
Im Mittelabschnitt waren es die Schweizerinnen die in der dritten Minute des Drittels zuschlugen. Nicole Bullo kurvte hinters russische Tor und legte zurück auf… Julia Marty. Mit dem bereits vierten Tor in ebensovielen Begegnungen erhöhte sie gar auf 3:1 für die Eisgenossinnen. Burinas zweites Tor des Abends in der 28. Minute beantwortete Evelina Raselli nur zwei Minuten später erneut im Powerplay. Und als Ka Lehmann in der 38. Minute den schönsten Angriff des Spiels lancierte, die Russinnen auf die rechts frei laufende Darcia Leimgruber aufpassten, Lehmann dann aber links auf Stefanie Marty auflegte, ja da war es wieder, das Resultat wie vor einem Jahr. Marty nahm den Puck nur kurz an und schlenzte ihn sofort unter die Latte. 3 Tore Vorsprung, das hatten wir schon mal.
Nur dieses Mal bedurfte es keiner Worte mehr in der Pause. Dieses Mal wussten die Schweizerinnen genau, was jetzt kommen würde. Und sie gingen auf ins letzte Drittel um die defensiv wohl perfektesten 20 Minuten zu zeigen, welche dieses Team in den letzten Jahren auf’s Eis gezaubert hatte. Nicht den Hauch einer Chance liessen sie den Russinnen, auch nur um ein Tor näher zu kommen. Die Sekunden liefen runter und die Sirene erlöste die Schweizerinnen von der Schmach des letzten Jahres. Das Medaillenspiel war Tatsache, zum zweiten Mal nach 2008 in China!
Zuerst jedoch galt es nach einem zweiten Tag Pause, den Halbfinal gegen die Gastgeberinnen zu spielen. Es war ebenfalls 2008, als man zum letzten Mal an einer WM auf die U.S.A. traf. Damals verlor die Schweiz 1:7, dieses Mal jedoch sollte es nicht mehr so „knapp“ sein.
Die Eisgenossinnen waren bemüht, jedoch gegen die Amerikanerinnen böse gesagt doch nur Statistinnen. 80 Schüsse kamen auf’s Tor der Schweiz. 10 davon fanden den Weg hinter Flo Schelling und Sophie Anthamatten, welche die letzten 12 Minuten noch bestritt.
Im Gegenzug schafften es die Schweizerinnen auf ganze 10 Abschlüsse.
Die Distanz der Grossen, das durfte man sich notieren, hat sich nicht verringert, nein, vergrössert.
So tat man sich schon früh nicht mehr weh und fokussierte bald einmal das Medaillenspiel am anderen Tag. Trotzdem fiel Angela Frautschi kurz vor Schluss noch aus als sie im Getümmel vor dem eigenen Tor zu Fall kam und gleich zwei Spielerinnen auf sie drauf fielen. Ein herber Verlust für den Folgetag.
Denn dort stand erwartungsgemäss Finnland auf der anderen Seite. Das Team, welches die letzten 4 Jahre jeweils auf dem 3. Platz beendete und insgesamt schon 10 Bronzemedaillen an Weltmeisterschaften geholt hatte.
Doch zeigten sich die Schweizerinnen davon beeindruckt? Nein!
Mittlerweile hatte das Team von René Kammerer solch einen Lauf dass sie auch gegen die Nordländerinnen trotz des Rückstandes (Rajahuhta traf im Powerplay in der 5. Minute) keine Regung zeigten und ihren Weg gingen. Einmal mehr glänzend abgesichert durch Flo Schelling, welche ein unglaubliches Turnier gezeigt hatte, stiessen die Schweizerinnen mal für mal in die finnische Endzone und hielten wacker dagegen. In der 12. Minute lancierte Julia Marty ihre Klubkollegin Anja Stiefel. Diese legte 30 Meter Spurt hin ehe sie auf’s finnische Tor schoss. Finnlands Übergoalie Räty konnte nur nach vorne abwehren wo Katrin Nabholz angeflogen kam und den Rebound versenkte. Da sah man einige fragende Gesichter. War doch dies gar nicht nach dem Plan der Finnen.
In der 18. Minute lenkte Helin einen Schuss Karvinens im Powerplay zum 2:1 ab. Da war die Welt wieder so, wie es sich die Suomi erdacht hatten. Doch wiederum nicht für lange. 4 Sekunden vor Schluss deckte Räty eine Scheibe vor ihrem Tor und es gab noch einmal Anspiel vor dem finnischen Tor. Stefanie Marty gewann dieses und Ka Lehmann drehte sich in den Puck. Sie spielte diesen einfach Richtung Tor wo Sara Benz sich mit einer Finnin verhakt hatte. Der Puck traf Benz‘ Schlittschuh und schlitterte zwischen Rätys Schonern über die Linie. Die Uhr zeigte noch 1 Sekunde im ersten Drittel!
Bumm! Die Schweizer Bank explodierte, die Finnen protestierten und Referee Allen konsultierte den Video Judge. Dieser brauchte nicht lange für die Entscheidung und verkündete Allen das Urteil. Diese montierte den Helm wieder und zeigte… zur Mitte!!!
Jaaaaa, schallte es durch die Halle – es ging mit einem Unentschieden in die erste Pause. In der Garderobe wusste man, das jetzt wohl ein finnischer Tornado folgen würde. Und so kam es auch. Das Schussverhältnis im zweiten Drittel lautete sagenhafte 24:5 für Finnland! Doch wie stand es mit dem Resultat? Dort hiess es 3:2 für… die Schweiz! In der 30. Minute brauchten die Schweizerinnen gerade mal 4 Sekunden einer Strafe gegen Tikkinen für ein „Bully-Goal“. Erzielt durch… Julia Marty. Genau, 5. Tor im 6. Spiel! Das Anspiel gewann ihre Zwillingsschwester Stefanie, Julias Schuss wurde noch abgelenkt und ging einmal mehr an diesem Tag zwischen die Beine von Räty. Ungläubiges Kopfschütteln auf der einen, breites Grinsen auf der anderen Seite.
Ja, durfte man denn jetzt allenfalls an die Medaille denken? Dies bleibt wohl für immer in den Köpfen der Teilnehmenden verborgen. Fakt war, dass das letzte Drittel eher ausgeglichen verlief und das Spiel ab der 50. Minute der Entscheidung zugeführt wurde.
In der 51. Minute war es Kathrin Lehmann, welche ein Getümmel vor dem Tor nutzte, einen Puck aus der Luft Volley ins Tor lupfte und Schiri Allen einmal mehr zum Videobeweis schritt. Und wiederum zeigte ihr Arm danach zur Mitte und jetzt, ja jetzt war der Schlussspurt lanciert. Die Finninnen wähnten sich immer noch im falschen Film als nur etwas mehr als drei Minuten später Martina Steck hart forecheckte und eine Scheibe für Katrin Nabholz gewann. Sie lief hinter’s Tor und bediente im Slot Anja Stiefel. Diese spedierte den Puck zur weiten Seite und in die Maschen und setzte den Schlussstrich unter die finnischen Hoffnungen. Denn nur zwei Minuten später flog Phoebe Staenz unwiderstehlich auf Räty zu vertendelte jedoch den Puck und lief damit in die Ecke. Nicht weniger als drei Finninnen folgten ihr und liessen damit Räty im Stich. Vor ihr stand nämlich Evelina Raselli und diese wurde von Staenz lanciert. Den ersten Schuss wehrte Räty noch, den zweiten konnte sie nicht mehr halten. 6:2! Und jetzt brachen alle Dämme. In einem furiosen Gefühlsfeuerwerk spielten die Eisgenossinnen die letzten Minuten noch runter, sieben Sekunden vor Schluss drehten die Finninnen ab und liessen den Schweizerinnen den verdienten Jubel.
Mit lautem Gekreische entleerte sich die Schweizer Bank und alle Spielerinnen lagen sich hinter dem Tor in den Armen. Nichts, aber auch gar nichts konnte diesen Moment aufwiegen. Sie war da. Die erste WM-Medaille einer Schweizer Nati an einer Frauen-WM auf höchster Stufe!
Geschichte. Einmal mehr. Unglaublich. Ohne Worte…
Was war das für ein Moment, als am Abend nach dem Final die Medaillen vergeben wurden. Trainerlegende Ben Smith übergab den bronzenen Satz an die Eisgenossinnen welche mit grossem Stolz den Moment geniessen durften. Flo Schelling bekam zudem den mehr als verdienten Preis des besten Goalies des Turniers. Und auf den Tribünen fehlten die Slowakinnen welche den schweren Gang in die Div. IA antreten müssen. Deutschland hatte mit 2:0 Siegen den Ligaerhalt geschafft und Schweden bodigte Russland im Spiel um Platz 5. Somit verlor Russland alle Spiele an der WM und wurde trotzdem 6. Ein Auswuchs des Systems.
Den Schweizerinnen konnte es egal sein denn der sensationelle Ausgang dieser WM beschenkte sie noch viel mehr. Im anschliessend publizierten Worldranking standen die Schweizerinnen nämlich neu auf Rang…
4!
Unglaublich aber wahr. Um 5 Punkte überholte die Schweiz Schweden und stand nun selber in der Top 4 der Welt!
Ein Märchen mit Happy End wurde am 1. Mai in Kloten am Herrenländerspiel nochmals offiziell verdankt. 7000 klatschende Zuschauerinnen und Zuschauer zollten den Respekt und verabschiedeten gleichzeitig eine der grossen Figuren im Schweizer Fraueneishockey. Nach 18 Jahren trat die Küsnachterin Kathrin Lehmann zurück. Mit einer WM-Medaille um den Hals!
- Teilnahme an den IIHF-Einladungsturnieren im August und November 2011.
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- 4. Rang am Vierländerurnier in Bratislava (SVK).
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- 4. Rang am meco-Nations Cup in Füssen (GER).
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- 2. Rang am Mountain Cup in Romanshorn.
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- 3. Rang an der WM in Burlington (USA) - Teamroster
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Teamleitung: Philipp Steiner
Coaches: René Kammerer, Michael Fischer, Daniel Hüni
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U18-Nationalteam
Himmel und Hölle
Die U18 hatte in Schweden den Ligaerhalt geschafft und stieg in eine weitere Saison der Bestätigung. Angesichts der Konkurrenz aktuell aus Europa stellte auch dies einen Challenge für das Team von Headcoach Nik Schär.
Man versuchte ein neues Konzept mit Spielen hauptsächlich gegen Herren Juniorenteams (Novizen Top/Elite) um einen höheren Rhythmus in den Spielen gehen zu können und um die defensive Stabilität unter Hochlast zu prüfen. Dies gelang mal mehr und mal weniger, das Team jedoch kam voran und startete gut vorbereitet in die finale Vorbereitung für das WM-Turnier in Tschechien.
An der traditionellen SUI-FIN-Trophy in Zuchwil vor den Weihnachten erreichte man Achtungsresultate gegen starke Finninnen. Zwar gingen alle drei Spiele verloren, den finalen Schritt jedoch behielt man sich für die WM vor, wo die Finninnen auch Vorrundengegnerinnen sein sollten.
Kurz nach Weihnachten startete das Unternehmen Klassenerhalt an der WM. In Prerov, im Osten Tschechiens, bestritten die Schweizerinnen noch ein Vorbereitungsspiel gegen die späteren Bronzemedaillengewinnerinnen aus Schweden. Die Schweizerinnen unterlagen nur knapp mit 3:5 und unterstrichen ihre Ambitionen am Turnier.
Am letzten Tag des Jahres starteten die Schweizerinnen gegen Kanada. Ähnlich wie bei den Grossen herrschte auch da ein Klassenunterschied welcher nicht von der Hand zu weisen war. Die Schweizer Juniorinnen mussten sich gleich mit 1:13 geschlagen geben, den zwischenzeitlichen Ausgleich schoss Isabelle Waidacher, die jüngste der drei Waidacher Schwestern, nach 5 Minuten. Keeperin Janine Alder wurde im letzten Drittel für den Match am Folgetag geschont und durch Sandra Heim ersetzt. Bei total 72 Schüssen auf’s Tor waren sie jedoch machtlos, das Skore tiefer zu halten.
Die Kräfte einzuteilen indes war wichtig, denn schon am 1. Januar 2012 standen die Schweizerinnen wieder auf dem Eis, dieses Mal gegen Finnland. Und die Finninnen sollten ihr wahrlich blaues Wunder erleben! 5:3 gewannen die Schweizerinnen nach einem fulminanten Zwischenspurt im Mitteldrittel! Der erste Sieg gegen Finnland U18 an einer WM!
Nach 20 Minuten hiess es noch 1:2, Rantanen und Tulus hatten Staenz‘ Führungstreffer in einen Vorsprung verwandelt. Doch im Mitteldrittel folgte die Schweizer Antwort mit Toren von Isabelle Waidacher, Phoebe Staenz zum 3:2 Vorsprung innert 4 Minuten. Kotkaslahti glich in doppelter Überzahl zwar nochmals aus (27.), jedoch erhöhte wiederum Staenz im Powerplay in der 38. Minute auf 4:3. Als schliesslich Selina Wuttke 1 Sekunde (!) vor Ablauf des zweiten Abschnittes noch zum 5:3 traf war der Mist geführt. Mit einem Schussverhältnis von 50:33 zu Gunsten der Schweiz ging der Sieg absolut in Ordnung.
1 Tag Ruhepause vor dem abschliessenden Spiel gegen Deutschland genossen die Schweizerinnen mit der Aussicht auf einen möglichen 2. Platz in der Vorrundengruppe B.
Wie brutal jedoch der Sport sein kann mussten sie am 3. Januar am eigenen Leib erfahren. Trotz 60:41 Schüssen zu ihren Gunsten gingen die Schweizerinnen mit 1:6 als Verlierer vom Platz und mussten aufgrund des Torverhältnisses in die Abstiegsrunde! Kerstin Spielberger mit 4 Toren war die Matchwinnerin auf deutscher Seite.
Die Abstiegsrunde begann nur einen Tag später ebenfalls in Prerov gegen Russland. Die Aufsteigerinnen hatten in ihrer Gruppe ebenfalls das Nachsehen und mussten bereits wieder gegen den Abstieg kämpfen. Phoebe Staenz mit 2 Toren wies den Weg ins letzte Drittel wo Lara Stalder und Romy Eggimann (kurz vor Schluss im Powerplay) den ersten Sieg in der best-of-three Serie einfuhren. Das 4:2 war ein wichtiger Meilenstein, denn das Spiel war offen und umkämpft.
Einen Ruhetag später traf man sich zum zweiten und vielleicht entscheidenden Duell. Die Schweizerinnen gingen durch Eggimann früh in Führung, mussten jedoch noch vor der Pause das 1:2 hinnehmen und einem Rückstand nachlaufen. Dieser vergrösserte sich gar in der 32. Minute als Belyakova, die beste Russin, im Powerplay zum 3:1 für die Sbornaja traf. Lara Stalder, ebenfalls im Powerplay, brachte die Schweiz nochmal heran, ehe Dyupina im letzten Drittel mit zwei Toren die Entscheidung herbeiführte. Staenz 5:3 bleib nur noch Kosmetik.
So mussten die beiden Teams ins entscheidende dritte Spiel am Samstag, 7. Januar 2012. Während die A-Nati in Füssen die Russinnen im Penaltyschiessen bodigten mussten die Juniorinnen um den Klassenerhalt kämpfen. Und dies gelang ihnen in dramatischer Weise leider nicht! Nach 14 Minuten lag Russland bereits mit 2:0 vorne ehe Isabelle Waidacher 10 Sekunden vor Drittelsende das Resultat halbierte. In der 33. Minute glich Lara Stalder gar aus. Danach jedoch fielen keine Tore mehr und so musste die Entscheidung im Sudden Death fallen. Dort behielt Pavlova die Nerven und erlöste die Russinnen. Die Schweizerinnen, so gut gestartet und dem Viertelfinal so nah stürzten ins schwarze Loch und mussten den zweiten Abstieg nach 2009 hinnehmen. Und dies einmal mehr trotz mehr Schüssen auf’s gegnerische Tor.
- 3 Spiele/3 Niederlagen an der SUI-FIN-Trophy, Dezember 2011
- 8. Rang an der U18 WM in Zlin/Prerov (CZE) - Teamroster
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Teamleitung: Daniel Monnin (Pat Gilomen)
Coaches: Nik Schär, Martin Inniger, Bernhard Wittwer, Pat Gilomen
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U15 Nationalteam
Weiterentwicklung in Europa
Was noch 2009 ein Trio war ist bereits in der Saison 2011/2012 mindestens ein Sextett. Nach der Schweiz, Deutschland und Österreich und ab 2010 auch Tschechien meldeten nun auch die Slowakinnen und Französinnen eine U15 an.
Nach der Evaluation des Kaders im Herbst bekamen es die Jüngsten mit dem Team aus Deutschland zu tun. In Reinach (AG) trennten sich die Eisgenossinnen im ersten Spiel 1:1 unentschieden und im zweiten Spiel resultierte ein 2:1 für Deutschland. Das war gegenüber dem letzten Jahr bereits eine Steigerung, jedoch trat Deutschland vor allem mit einer Bayernauswahl an.
Dies trübte das Resultat ein wenig und die U15 brannte darauf, die Resultate ins rechte Licht zu rücken. Diese Chance bot sich ihnen am Bodensee Cup im Februar in Tschechien. Im Startspiel gegen Deutschland resultierte tatsächlich ein 1:0-Sieg! Während Farell in der 47. Minute das einzige Tor der Partie schoss hielt Brändli auf der anderen Seite alle deutschen Schüsse. Nach einem Sieg gegen Österreich lag gar der Gewinn des Bodensee Cup in Reichweite. Die favorisierten Tschechinnen jedoch erwiesen sich als zu stark und so beendeten die Mädchen von Headcoach Nick Heim das Tradition gewordene Turnier auf dem super 2. Platz.
Im März traten die Schweizerinnen zum Saisonabschluss noch in Genf am Futur Hockey Challenge an. Zum ersten Mal holte das umtriebige OK in der Calvinstadt Mädcheneishockey ins Turnier und konnten dazu die U15 aus Tschechien, der Slowakei und Frankreich gewinnen. Für die beiden letztgenannten war es das erste U15-Turnier der Geschichte!
Die Schweiz besiegte zum Auftakt die Slowakei mit 3:1, musste aber gleichentags gegen Tschechien mit 0:4 unten durch. Am zweiten Tag gelang ein Sieg gegen Frankreich mit 2:1. Den Halbfinal jedoch verlor die Schweiz dann gegen die Slowakei mit 0:2. So mussten sie anstelle des Goldmedaillenspiels gegen Frankreich um Bronze kämpfen. Und auch dort verloren die Schweizerinnen, dieses Mal mit 2:3. Trotz einer guten Vorrunde lagen die Eisgenossinnen in der Endabrechnung auf dem letzten Platz. Schade für Mädchen jedoch auch ein gutes Lehrstück auf dem Weg zu den „Grossen“.
- 2. Rang am Bodensee Cup in Tschechien.
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- 4. Rang am Futur Hockey Challenge in Genf
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Teamleitung: Thomas Matter
Coaches: Nick Heim, Prica Mosimann, Jeannette Marty
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International
Saison der Überraschungen!
In Seoul, Südkorea, startete Polen erst zum zweite Mal an einer Frauen-WM. Nach der gewonnen Div. V-WM im Vorjahr überrannten sie ihre Gegnerinnen an der Div. IIB-WM förmlich! 330 Schüsse auf's gegnerische Tor in 5 Spielen! Im zweiten Jahr der zweite Aufstieg - Chapeau!
An der Div. IIA in Maribor, Slowenien, steigen die Gastgeberinnen beinahe ab! Slowenien wendete das Schicksal jedoch noch knapp ab und schickte Nachbar Kroatien im Penaltyschiessen in die IIB. Der souveräne Wiederaufsteiger hiess Nordkorea, welche im Jahr zuvor wegen Nichtteilnahme an der WM in Frankreich zwangsrelegiert wurden.
An der Div. IB im englischen Hull wollte Frankreich endlich wieder in die zweithöchste Klasse aufsteigen. Sie machten jedoch die Rechnung ohne Dänemark welches sehr stark aufspielte und die Überraschung schaffte. Auch dank dem überragenden Trio Ostergaard, Henriksen, Jakobsen (total 41 Skorerpunkte!) welche ihr Land nach 5 Jahren wieder in die Div. IA führten. Frankreich musste sich gar mit dem 3. Platz begnügen. Zweite wurde China welches jedoch den direkten Wiederaufstieg verpasste. Absteigen musste Italien.
Die Div. IA in Ventspils, Lettland, war wohl so ausgeglichen wie schon lange nicht mehr. Alle Teams hätten den Aufstieg schaffen können. Und so entwickelte sich pure Dramatik in der letzten März-Woche!
Nach zwei Spieltagen führten gar die Gastgeberinnen welche danach jedoch komplett einbrachen. Österreich hatte bis zum letzten Spiel immer noch die theoretische Chance auf den Aufstieg, musste sich jedoch mit dem vierten Platz begnügen. Kasachstan, an der WM in der Schweiz noch abgestiegen, wurde überraschend (wie ein Jahr zuvor China) gleich durchgereicht und stieg ab!
Blieben noch Japan, Norwegen und Tschechien. Tschechien reagierte auf die Startniederlage gegen Japan und siegte gegen Norwegen. Norwegen schlug Japan und liess gegen Kasachstan einen Punkt! Japan verlor zudem gegen Lettland. Somit lag das Trio am letzten Spieltag in der Poleposition. Mit der besseren Ausgangslage für Tschechien.
Und diese zogen das Ding durch! Mit 6:2 schlugen sie Österreich und machten den ersten Aufstieg in die Top Division-WM perfekt! Getragen auch von einigen Schweizer Söldnerinnen. Norwegen scheiterte einmal mehr an den Nerven und wurde Zweite, Japan Dritte.
An der U18 Div. I-WM sorgte Ungarn für DIE Überraschung! Erst auf diese Saison für internationale Turniere gemeldet qualifizierten sie sich via Ausscheidungsturnier in Italien für diese WM.
Getragen von einer überragenden Alexandra Huszak (7 Tore) marschierten sie gleich durch und stiegen im ersten Jahr gleich in die Top Division auf!
Den Österreicherinnen und den Japanerinnen blieb nur das Nachsehen während die Slowakei punktelos blieb.
Am EWCC stiegen die Schweizer Meisterinnen, die ZSC Lions, im Halbfinal ins Geschehen ein. Als Gastgeberinnen in Dornbirn qualifizierten sie sich hinter Tornado Moskau für das Finalturnier in Finnland. Gastgeber Hämeenlinna qualifizierte sich zusammen mit den Deutschen aus Planegg für die letzten Vier.
In den vorgängigen Qualifikationsrunden gab es keine grossen Überraschungen. Einzig das Halbfinalout von Kasachstans Meisterinnen erstaunte ein wenig.
Im Final wuchsen die Schweizerinnen über sich hinaus und bodigten Mitfavorit Hämeenlinna. Einzig die Profis aus Moskau blieben makellos und gewannen vor de ZSC Lions die europäische Meistertrophäe. Die Silbermedaille der Lions ist das beste Abschneiden einer Schweizer Mannschaft am EWCC!
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Liga / Klubs
Die Schweizer Meisterschaft pendelte sich auf dem Vorjahresniveau ein. Die ZSC Lions marschierten durch, gefolgt von Lugano und dann Reinach sowie Langenthal. Dem EV Bomo Thun sowie dem überraschend starken HC Uni Neuchâtel blieben nur die Ehrenplätze.
Im Playout sicherte sich Neuchâtel klar den Ligaerhalt, während sich Thun anschliessend in der Ligaqualifikation locker gegen B-Meister Weinfelden durchsetzte.
In den Playoffs kristallisierten sich dieselben Klubs im Kampf um die Medaillen heraus wie im Jahr zuvor. Während Lugano einen Sieg im Halbfinal an Reinach abgab liess der ZSC Langenthal keine Chance.
Den Kampf um Bronze entschied Langenthal in Reinach für sich während die Lions in der neuen Best-of-five Finalserie in 3 Siegen ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigten.
Schweizer Meisterschaft LKA: 1. ZSC Lions 2. HC Lugano 3. DHC Langenthal 4. SC Reinach 5. HC Uni Neuchâtel 6. EV Bomo Thun
Kein Auf- oder Absteiger, Bomo Thun bleibt in der LKA, Weinfelden in der LKB.
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