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RUSSISCHE MUSIK IM WESTEN - Konzertzyklus 2014
Peter Tschaikowsky, Sergeij Prokofjev, Alexander Borodin, Paul Juon,
Igor Strawinsky, Alexander Glasunow, Michail Glinka, Michail Glinka, Dimitry Schostakowitsch, Rimsky-Korsakow, Ewgenji Gunst, Nikolaj Roslawez, Reinhold Moritzewitsch, Evgenij Ottowitsch Gunst, Sergej Rachmaninoff, Modest P. Mussorgsky, Alexander Skrjabin
Mehrere Wellen der Emigration haben die russische Kultur im 20. Jahrhundert zersplittert:
die „weisse” Emigration nach der Oktoberrevolution 1917, die „stumme” mit dem Ausbruch des Krieges 1941, die „intellektuelle” im Kalten Krieg und der wirtschaftlich begründete Exodus der post-sowjetischen Zeit.
In unseren Konzerten werden Werke der konservativen Russischen Moderne mit fortschrittlichen Strömungen aus der Emigration verglichen.
Tschaikowski blieb bis zu einem gewissen Grad in seinem eigenen Land ein Aussenseiter, wurden doch Werke von ihm und er selber als Person als zu „westlich und dekadent” abgelehnt. So fand nach dem vernichtenden Urteil von Nikolai Rubinstein die Uraufführung seines ersten Klavierkonzertes nicht in Moskau sondern in Boston statt. An Tschaikowskis Werk entbrannte erneut die leidenschaftliche Auseinandersetzung zwischen slavisch ausgerichteter und europäisch orientierter Musik.
Ein anderer Reisender zwischen den Welten ist der russische Komponist schweizerischer Abstammung Paul Juon, der in Moskau geboren wurde, dort, und in Baku und B erlin wirkte und seinen Lebensabend in Vevey verbrachte.
Igor Strawinsky ist für die Entwicklung der zeitgenössischen Musik von so grosser Bedeutung, dass er kaum mehr zur russischen Musik gezählt werden kann. Seine grössten Erfolge und musikgeschichtlichen Skandale fanden in Paris statt.
Evgenij Gunst und Alexander Glasunov emigrierten beide in die Seine-Metropole, ebenso Nikolai Medtner und Sergeij Prokofjev. Schostakowitsch, der sein Land nie verliess, avancierte paradoxerweise zum meistgespielten Komponisten des 20. Jahrhundert. Es gelang ihm durch ein geschicktes Maskenspiel seine Eigenständigkeit zu wahren und die stalinistischen Machthaber zu täuschen.
Nach Ludwig van Beethoven, dessen insgesamt 17 Streichquartette bis weit ins 19. Jahrhundert als unerreichbares Vorbild galten, war es schwierig geworden, diese inkommensurable Kompositionskunst weiter zu führen oder gar zu übertreffen. Erst anfangs des 20. Jahrhunderts gelang es Bélà Bartòk, Dmitri Schostakowitsch, Paul Hindemith und den Komponisten der zweiten Wiener Schule, grundlegend neue Werke zu schaffen und die seit Joseph Haydn entwickelte Streichquartett Form zu erweitern und zu erneuern. Der Russische Beitrag an die Streichquartett-Literatur ist gewichtig: Michail Glinka, Sergeij Prokofjev, Dmitri Schostakowitsch, Alexander Borodin, Igor Strawinsky und Peter Tschaikowsky, um nur die bekanntesten Namen zu erwähnen, schufen Werke, die sich an mitteleuropäisch geschulter Satzkunst orientieren und gleichzeitig die grossen Themen des russischen Liedgutes mit einbeziehen. Dieses unendlich reiche Liedgut ist quasi die „Seele der Russischen Musik“ und hat Komponisten wie Johann Strauss, Franz Liszt und Max Bruch inspiriert. Schon Joseph Haydn übernahm in seinen 6 Russischen Quartetten op. 33 Liederthemen aus Russland und auch Ludwig van Beethoven verarbeitet in seinen berühmten „Rasumowsky Streichquartetten“ op. 59, russische Volksliedthemen.
Künstlerische Leitung: Thomas Wicky-Stamm