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Klimawandel
Das Projekt Ozeandüngung
Algen contra Kohlendioxid?
Kohlendioxid ist an vielen Prozessen des Lebens auf der Erde beteiligt. So stellt es zum Beispiel eine wichtige Größe bei der Photosynthese der Pflanzen dar. Diese tragen in hohem Umfang und auf natürliche Art zur Verminderung des Treihausgases in der Atmosphäre bei. Hier setzt ein Vorschlag des Geoengineering an. Sein Ziel ist es, mit geeigneten Mitteln das Wachstum von Algen in den Ozeanen zu begünstigen.
Durch eine künstliche Düngung, zum Beispiel mit Eisensalzen, können Algen dazu in die Lage versetzt werden, stärker als normalerweise zu wachsen und bei ihrer Blüte dann verstärkt Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen. Wenn die Algen sterben, sinken sie in die Tiefe, ohne das aufgenommene Kohlendioxid zuvor wieder freigesetzt zu haben. Prinzipiell sollte es möglich sein, auf diesem Weg Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen. Zu dieser Idee hat Anfang diesen Jahres bereits ein groß angelegtes Experiment stattgefunden.
Von Bord des deutschen Forschungsschiffes Polarstern wurden sechs Tonnen Eisensulfat auf einer Fläche von etwa 300 Quadratkilometern in den südlichen Atlantik gekippt. Tatsächlich bildeten sich daraufhin vermehrt Algenblüten, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnahmen. Dennoch kann das Experiment nicht als Erfolg angesehen werden, da sich in dieser Stärke nicht erwartete Prozesse in der Nahrungskette einstellten.
Ein Ruderfußkrebs
Die Algen wurden von winzigen Ruderfußkrebsen gefressen statt komplett auf den Meeresboden zu sinken - Das Kohlendioxid verblieb somit an der Wasseroberfläche. Im Vorfeld des Experiments hatten zahlreiche Umweltverbände gegen das Vorhaben protestiert, so dass der damalige Umweltminister Gabriel zunächst versuchte, es zu stoppen. Zwei Gutachten konnten aber schließlich nachweisen, dass es sich dabei um unbedenkliche Grundlagenforschung handelte. Rein wissenschaftlich gesehen, war der Versuch keineswegs ein Fehlschlag.
Das Forschungsschiff Polarstern
Mit den Messdaten können die Meeresforscher die globalen Kohlenstoffkreisläufe der Erde ein Stück weit besser verstehen, so der Projektleiter Victor Smetacek vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung. Das Experiment belegt, dass Eisenzufuhr in den Südlichen Ozean ein steuernder Faktor im globalen, klimabestimmenden Austausch zwischen dem Meer und der Atmosphäre darstellt. Einmal mehr hat sich gezeigt, wie komplex atmosphärische und biologische Prozesse miteinander verwoben sind.
Auch wenn sich die schlichte Logik "Wenn ich Aktion A durchführe, wird sich Reaktion B einstellen", als zutreffend erweist, können sich dabei teils noch unbekannte Prozesse im Gesamtsystem einstellen. Möglicherweise ist die sogenannte Biostabilität des Planeten deutlich größer als angenommen. Die Mehrzahl der Forscher ist mittlerweile überzeugt davon, dass die Methode der Eisendüngung nicht wirkungsvoll funktioniert und eine Gefahr für die Meere darstellen kann.