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Der Aussenhandel und mithin die grenzüberschreitenden Transaktionen schlagen sich in der Zahlungsbilanz nieder. Diese umfasst drei Komponenten: die Ertragsbilanz (Leistungsbilanz), die Vermögensübertragungsbilanz (Bilanz der Vermögensübertragungen) und die Kapitalverkehrsbilanz.
Die Ertragsbilanz ist keine Bilanz, sondern vielmehr eine Art Erfolgsrechnung des Aussenhandels. Sie erfasst zum Ersten den grenzüberschreitenden Austausch von Waren und Diensten und zum Zweiten die Kapital-, die Arbeits- und die Sekundäreinkommen vom Ausland und an das Ausland.
Sind die Deviseneinnahmen aus dem Export grösser als die Devisenausgaben aus dem Import, resultiert ein Ertragsbilanzüberschuss, andernfalls ein Ertragsbilanzdefizit. Ertragsbilanzüberschüsse sind für die Schweiz typisch.
Von 1996 bis 2020 hat sich die Ertragsbilanz der Schweiz wie folgt entwickelt:
Für das Jahr 2020 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Schweizer Ertragsbilanzüberschuss von CHF 26.755 Mia. ermittelt. Die Deviseneinnahmen werden insgesamt mit CHF 619.008 Mia. ausgewiesen und die Devisenausgaben mit CHF 592.253 Mia. Etwas salopp ausgedrückt, ist die Schweiz im Jahre 2020 gegenüber dem Ausland um CHF 26.755 Mia. reicher geworden.
Der schweizerische Ertragsbilanzüberschuss 2020 von CHF 26.755 Mia. basiert auf drei Säulen: dem Überschuss von CHF 63.795 Mia. aus dem internationalen Warenhandel, dem Überschuss von CHF 0.960 Mia. aus dem Dienstleistungsexport/-import (Versicherungs-/Finanzdienste, Lizenzen, Tourismus, Telekommunikation, usw.) und dem Überschuss von 0.167 Mia. aus den Kapitaleinkommen (Finanzanlagen, Direktinvestitionen) aus dem Ausland bzw. an das Ausland.
Erfolgsmindernd ist der Saldo der Arbeitseinkommen von CHF 23.809 Mia. Die Schweiz gibt deutlich mehr Grenzgängern Arbeit als umgekehrt. Aus sogenannten Sekundäreinkommen (z.B. AHV-/PK-Leistungen) resultierte per Saldo ein Devisenabfluss von CHF 14.358 Mia.
Gleich wie die Ertragsbilanz sind auch die Vermögensübertragungs- und die Kapitalverkehrsbilanz keine Bilanzen im betriebswirtschaftlichen Sinne. Sie erklären vielmehr, wie der Ertragsbilanzüberschuss im Ausland investiert bzw. ein Ertragsbilanzdefizit aus dem Ausland refinanziert worden ist. Aufgezeigt werden also bloss die Veränderungen von Auslandaktiven bzw. Auslandpassiven in einem bestimmten Jahr. Unter dem Strich muss die Zahlungsbilanz theoretisch ausgeglichen sein. Deshalb erhalten Investitionen an das Ausland ein Minuszeichen und Investitionen aus dem Ausland ein Pluszeichen.
Die schweizerische Vermögensübertragungsbilanz (Bilanz der Vermögensübertragungen) – sie misst die unentgeltlichen Kapitalleistungen (z.B. Schuldenerlasse, Schenkungen) und die Übertragung nicht produzierter Sachvermögen (z.B. Grund und Boden) – weist für das Jahr 2020 einen Zuwachs der Auslandguthaben von CHF 0.161 Mia. aus.
Die Kapitalverkehrsbilanz ist unterteilt in Direktinvestitionen (Beteiligungen, Kredite von Nichtbanken), Portfolioinvestitionen (Zins-, Dividendenpapiere), übrige Investitionen (v.a. Bankkredite) und Währungsreserven der Notenbank. Insgesamt ergibt sich für das Jahr 2020 ein Saldo der schweizerischen Kapitalverkehrsbilanz von CHF -4.074 Mia. (-60.029, -21.174, +193.861, -116.732). Entsprechend übertraf im Jahre 2020 der Nettozugang an Aktiven den Nettozugang an Passiven um CHF 4.074 Mia..
Der Restposten bzw. die statistische Differenz beziffert sich auf CHF -22.519 Mia.
Voraussichtliches Update: Ende April 2022