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Die Montessori-Pädagogik zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich unmittelbar am Kind orientiert und konsequent dessen Bedürfnisse berücksichtigt. Der Leitspruch „Hilf mir, es selbst zu tun“ beinhaltet den wichtigsten Grundgedanken der Erziehungsmethode. Maria Montessori war der Überzeugung, dass Erwachsene viel zu häufig und viel zu schnell in den natürlichen Entwicklungsweg der Kinder eingriffen. Das Kind soll nicht irgendetwas tun, sondern es wird von sich aus zu ganz bestimmten Zeiten ganz bestimmte Dinge erfahren, erleben und erlernen.
Diese Phasen werden nach Maria Montessori sensitive Perioden genannt. Jedes Kind wächst an seinen Erfahrungen, wird selbstständig und strebt so nach Selbstverwirklichung. In der Gemeinschaft mit anderen Kindern erfährt das Kind, anderen zu helfen und Hilfe von anderen anzunehmen. So wird das Kind zu Neuem angeregt. Das Kind ist im Rahmen der Gruppe frei zu tun, was es möchte.
Die vorbereitete Umgebung umfasst nach Maria Montessori die von ihr geplanten Räumlichkeiten. Diese Räume sind so konzipiert, dass sich die Kinder darin wohlfühlen, bei der Gestaltung mithelfen, schmücken und Pflanzen wie Tiere pflegen. Alles Material ist frei zugänglich und hat seinen festen Platz im Raum, an den es auch zurückgebracht wird. Zur vorbereiteten Umgebung gehören auch die Montessori-Lehrkräfte. Sie sind vor allem Beobachter / Beobachterinnen und Helfer / Helferinnen.
Sie begleiten die Entwicklung des Kindes, bieten ihm Hilfe an und ziehen sich zurück, wenn es seinen Weg gefunden hat.
Sind die vorher genannten Voraussetzungen erfüllt, kann das Kind im Kindergarten frei wählen, was es tun will: spielen, beobachten oder mit dem Montessori-Material arbeiten. In den Gruppen sind idealerweise Kinder von mindestens drei Jahrgängen zusammengefasst. So wird das Interesse der Kinder auf ganz unterschiedliche Aktivitäten gerichtet. In der gemischten Gruppe muss sich kein Kind an einer bestimmten Norm orientieren; Konkurrenz- und Leistungsdenken sind daher stark eingeschränkt.
Maria Montessori (1870 bis 1952) war Ärztin, Naturwissenschaftlerin und Reformpädagogin. Sie setzte sich besonders für benachteiligte Kinder ein und eröffnete 1907 in einem Arbeiterviertel in Rom das erste Kinderhaus, das nach ihren pädagogischen Vorstellungen geleitet wurde.
Bei ihrer Arbeit mit behinderten und nicht-behinderten Kindern strebte sie danach, für alle Kinder Lebensräume zu schaffen, in denen sie sich wohlfühlen und sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln können. Maria Montessori beschäftigte sich mit dem kindlichen Selbsterziehungsprozess und begründete die Montessori-Pädagogik, bei der das Kind im Zentrum steht.
Damit das Kind seinen Interessen nachgehen und seine Bedürfnisse befriedigen kann, hat Maria Montessori spezielles Material entwickelt. Das Montessori-Material ermöglicht dem Kind, sich in alltäglichen Tätigkeiten zu üben. Es dient auch dazu, Mathematik sinnlich in den unterschiedlichen Mengen und Formen wahrzunehmen, zu „greifen“ und zu „begreifen“. Mithilfe von anderem Erfahrungsmaterial erfassen die Kinder geographische Themen oder lernen zu lesen.
Ziel ist immer, das Kind dabei zu unterstützen, die von aussen einwirkenden und unverarbeiteten Eindrücke zu ordnen und zu strukturieren. Das Material stellt einen Schlüssel zur Welt dar und ist daher ein sehr wichtiges Element der Montessori-Pädagogik.
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