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Heute lese ich auf einem Onlineportal: “Marilyn Monroe – wäre sie mit 36 nicht gestorben, würde sie am Donnerstag 80 Jahre alt.”
Okay. Ich nehme das zur Kenntnis.
Und übrigens, hätte meine Tante Räder, wäre sie ein Servierboy.
Heute lese ich auf einem Onlineportal: “Marilyn Monroe – wäre sie mit 36 nicht gestorben, würde sie am Donnerstag 80 Jahre alt.”
Okay. Ich nehme das zur Kenntnis.
Und übrigens, hätte meine Tante Räder, wäre sie ein Servierboy.
Weil ich eine Patriotin bin (mein koreanisches Herz schlägt für die Schweiz), helfe ich immer zuerst den Schweizer Sportlern. Vielleicht nicht im Fall Patty Schnyder und auch bei Xeno Müller war die Sache etwas grenzwertig, aber im Grunde bin ich wirklich ein treuer Schweizersportler-Fan. Man könnte also meinen, mein nur begrenztes Mass an Sympathie für Rafael Nadal finde ihren Ursprung in der Tatsache, dass er kein Schweizer sei. Es mag sein, dass das ein kleines bisschen mitspielt. ABER Marat Safin ist auch kein Schweizer und den finde ich äusserst nett. Und auch Andrej Shevchenko… aber das hatten wir ja bereits.
Zurück zu Nadal. Nadal nervt mich mit jeder Faser seines Körpers. Sein Gesicht, das sogar für eine Comicfigur beleidigend wäre und das aussieht, als hätte er kürzlich eine Streifung gehabt, schreit nur so nach Schlägen. Nicht, dass ich von Natur aus aggressiv wäre, nein. Sein überproportionierter linker Bizeps, den er auf lächerliche Art und Weise zur Schau trägt, nervt mich genauso wie seine Luftsprünge, die er nach jedem errungenen Punkt vollführt.
Gerade in der Zeit der French Open nervt er doppelt. Auf seinem linken Schuh steht “Vamos”, auf seinem rechten Schuh steht “Rafa”. Wieso nimmt er sich das nicht zu Herzen und zieht endlich Leine. Diese doofe Nervensäge. Jawohl. So.
Ich meine nicht das Buch, sondern den Freund. Ich habe einen Freund, der Roman heisst. Wir sind schon zusammen in den Kindergarten gegangen, weshalb wir uns seit ungefähr einer Million Jahren kennen. Von der vierten bis zur sechsten Klasse hat man uns getrennt, allerdings waren wir nur eine einzige Wand im Schulhaus auseinander. Gesehen haben wir uns also sowieso täglich. Wir sind zusammen konfirmiert worden und nach der Schule über Jahre hinweg zusammen mit dem 07.13h-Zug nach Zürich gefahren.
Roman…
… hat auf dem Foto, welches im zweiten Chindsgi gemacht wurde, die Augen geschlossen, weil er sich nur zu gut an den hellen Blitz vom Vorjahr erinnerte.
… behauptete, sein Götti heisse Erich Tanner und habe deshalb die Initialen E.T., was nachgewiesenermassen nicht stimmte.
… schaffte es ungefähr drei Sekunden, nachdem der Lehrer uns gewarnt und auch gebeten hatte, den Feueralarm nicht auszulösen, den Feueralarm auszulösen.
… und ich spielten in einem Lager alle vier Nächte gegen Martin und Christian ein Kartenspiel und wussten so gut zu bescheissen, dass wir jedes einzelne Mal gewannen.
… schmierte am letzten Tag des Konfirmationslagers den Inhalt eines Flüssigdeodorantes auf die Klobrille, damit wir die Reaktion der Frauen, welche die sanitären Anlagen auf Sauberkeit überprüften, von hinter der Ecke her beobachten konnten.
… und zwei weitere Freunde schickten mich im Alter von sechzehn in eine Apotheke, wo ich mir sämtliche Verhütungsmittel erklären lassen sollte, was ich gerne und ohne Hemmungen getan habe. Die Apothekerhelferin führte mir die Gerätschaften mit hochrotem Kopf vor, während die Jungs irgendwo beim Sidroga-Tee rumdümpelten und sich fast krumm grölten.
… kann Gummistiefel, Jeans mit Schlag plus eine Badekappe tragen und sieht darin trotzdem gut aus.
… lebt in Berlin. Schade.
Also. Da schickt mir ein Freund ein E-Mail weiter. In diesem Mail befindet sich eine Liste mit Nummern von Paninibilder, die “jemandem” fehlen. Es handelt sich um einen Freund meines Freundes, nennen wir diesen Unbekannten einmal hm… Tobias. Ich kenne Tobias nicht, aber weil ich mich solidarisch zeigen möchte und weil ich mein Paninialbum ja schon lange voll habe und weil ich ein Bildli habe, das Tobias noch fehlt (sogar in doppelter Ausführung), stecke ich diese beiden identischen Bilder in ein Couvert (für den Fall, dass er das erste Bild vor Nervosität falsch aufklebt), adressiere und frankiere das Couvert mit einer A-Post-Briefmarke (Paninisammler haben nicht viel Geduld) und fahre damit noch am selben Tag zur Post um den Brief einzuwerfen (Paninisammler haben nicht viel Geduld, aber das sagte ich ja bereits).
Nun – ich weiss nicht, ob dieser mir unbekannte Tobias diese Bilder jemals gekriegt hat, weil ich nie etwas von ihm gehört/gelesen/gesehen habe. Und das, obwohl mein Absender auf dem Umschlag war (weshalb er auch zurückgekommen wäre, hätte ich mich bei der Adresse vertan) plus meine URL auf der beigelegten Karte. Ausserdem hätte dieser Freund eines Freundes bei dem gemeinsamen Freund nach meiner Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse fragen können, schliesslich war ihm die Mühe auch nicht zu gross, eben diesem gemeinsamen Freund die Liste der fehlenden Paninibilder zu schicken.
Weil das jetzt über zwei Wochen her ist, gehe ich davon aus, dass man diesen Menschen einfach schlecht erzogen hat. Sowas gibt’s.
Jetzt läuft dann diese neue TV-Serie “The L Word” an, in der es um einige lesbische Frauen geht. Soweit so gut. Ich habe kein Problem mit Lesben, solange mich niemand zwingt, eine zu sein.
Als ich aber gelesen habe, dass Jennifer Beals in dieser Serie mitspielt, ist sozusagen eine Welt für mich zusammengebrochen, ich bin schliesslich in der Flashdance-Generation aufgewachsen. Die prüde Jennifer Beals, die sich in den heissen Flashdance-Szenen sogar doubeln liess, dass ich sowas noch erleben muss.
Ich habe den Film “Flashdance” geliebt und würde ihn sicher noch immer lieben, wenn mir DJ Bobo nicht die Freude am Titellied total verdorben hätte, aber das ist wohl eine andere Geschichte. Jennifer Beals als Alex in Flashdance ist einfach Kult, wie sie auf ihrem Rennrad von ihrer Arbeit als Schweisserin nach Hause kommt um dann tanzen zu gehen.
Moment mal. Alex, Rennrad, Schweisserin. Hätte man da schon etwas ahnen müssen?