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Tessiner Künstler in Europa
13.-19. Jahrhundert
Die Abbildung zeigt die Damenstiftskirche in Lindau, die 1748 nach einem verheerenden Stadtbrand wieder aufgebaut wurde.
Der aus dem Maggiatal stammende Architekt Johann Caspar Bagnato ist auf dem Gerüst in der Bildmitte zu sehen.
Aus: Stadtpfarramt Lindau, Hrsg.: Stiftskirche und Damenstift zu Lindau im Wandel der Zeiten, 2002
Auf der Webseite Tessiner Künstler in Europa werden Architekten, Bildhauer, Stuckateure und Maler vorgestellt, die aus der italienischen Schweiz und den umliegenden Dörfern der Lombardei stammen. Wegen der kargen Lebensverhältnisse mussten sie ihr Brot andernorts verdienen, zuerst in Italien, wo sie bereits vor 1300 an den großen Baustellen der aufblühenden Stadtstaaten wie etwa Genua mitwirkten. Ihren Höhepunkt erreichte die Auswanderung nach Italien im 16.-18. Jahrhundert während der Renaissance- und Barockzeit.
Ab dem 16. Jahrhundert zog es viele von ihnen nach Osteuropa, wo vor allem
Festungsingenieure gesucht wurden. Bald darauf eröffneten sich
ungeahnte Arbeitsmöglichkeiten nördlich der Alpen, denn der 30-jährige
Krieg, der 1648 zu Ende ging, hatte weite Teile Europas in Schutt und Asche
gelegt. Von Deutschland und Österreich bis nach England und Skandinavien,
von Böhmen bis Russland wimmelte es nur so von
welschen Architekten
und Künstlern, die den nunmehr gefragten Barockstil in Italien gelernt hatten
und sich rasch auch an die neueste Mode aus Versailles, das Rokoko,
anzupassen wussten.
Die Sammlung der vorliegenden Informationen entstand im Laufe der letzten zwanzig Jahre auf privater Basis und wird hiermit einem weiteren Kreis von Forschern und Kunstfreunden zugänglich gemacht. Sie wurde in vier Suchkategorien unterteilt:
1. Künstlerlisten
Alphabetische Listen der aus dem heutigen Tessin stammenden
Architekten (A),
Bildhauer (B),
Stuckateure (S) und
Maler (M)
mit Angabe der Lebensdaten, des Herkunftsortes, des Berufes und des Landes, in dem
sie tätig waren. Unter Künstler I wurden nur solche Namen aufgenommen, die in der kunstgeschichtlichen Literatur im Ausland dokumentiert sind, nicht aber solche, die in den Archiven ihres Heimatortes etwa als
1648 in Assisi tätig auftauchen.
Für letztere wurde eine separate Liste unter dem Titel Künstler II erstellt, die vor allem deshalb von Interesse sein kann, weil sie die Auswanderung ganzer Familienverbände dokumentiert.
Auch Künstler, die aus dem italienischsprachigen Graubünden und italienischen Orten nahe der Grenze zum Tessin stammen, wurden berücksichtigt. Denn ihre Namen tauchen oft in Zusammenhang mit Tessiner Künstlern auf, sei es im Lehrer-Schüler-Verhältnis oder als Arbeitskollege, sei es durch Heirat, als Taufpate oder Trauzeuge.
Neben den beiden Künstlerlisten finden Sie noch die Liste Namensvarianten. Es kommt häufig vor, daß der gleiche Name in den alten Dokumenten auf verschiedene Arten geschrieben wird, etwa Bahr, Baur, Pario, Parr für Porro. Anhand dieser Liste ist es möglich, den Originalnamen zu finden und zur Biographie zu gelangen.
2. Biographien
Bedeutung des Künstlers, Lebenslauf und Beschreibung einiger charakteristischer Werke, mit Abbildungen und Literaturangaben.
Diese Biographien sind nicht in erster Linie für die Fachleute gedacht, sondern für einen breiten Leserkreis. Es wird daher versucht, auf wenigen Seiten die familiären, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und künstlerischen Aspekte des Aufenthalts im Arbeitsland zu skizzieren. Dabei wird bewusst auf die Verwendung kunstgeschichtlicher Fachausdrücke verzichtet.
Die Literaturangaben beschränken sich auf wichtige neuere Werke, die leicht zugänglich sind. Für ausführlichere Literatur zu Forschungszwecken wird auf nützliche Weblinks verwiesen. Im Text erwähnte Architekten oder Künstler, über die eine separate Biographie vorliegt, sind fett kursiv gedruckt.
3. Herkunftsorte
Alphabetische Liste der Orte im Tessin, im italienischsprachigen Graubünden und in der angrenzenden Lombardei, wie sie in der kunstgeschichtlichen Literatur vorkommen. Sie enthält Angaben zur geographischen Lage und heutigen Gemeindezugehörigkeit, sowie eine Namensliste der Künstler, die aus dem jeweiligen Dorf stammen.
4. Arbeitsorte
Hier finden Sie Informationen zur damaligen politischen und künstlerischen Situation in Regionen und Städten, wo besonders viele Künstler gearbeitet haben.
© 2012 Ursula Stevens