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Parlamentarische Vorstösse
Interpellationen
Eine qualitativ hochwertige und kostengünstige Pilotenausbildung direkt vom PC-21 auf den F-35?[1]
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Wird der Bundesrat eine Armee- und Verteidigungsstrategie, welche die Aufgabe der Armee konkret beschreibt ausarbeiten?[2]
5. Seit dem Ende des Kalten Kriegs verfügt die Schweiz über keine Armee- und Verteidigungsstrategie, welche die Aufgabe der Armee konkret beschreibt. Schliesst der Bundesrat diese Lücke im geplanten Zusatzbericht zum Sicherheitspolitischen Bericht 21.070, um Klarheit zu schaffen, welche militärischen Handlungen und spezifischen operativen Einsatzmethoden die Armee umsetzen soll? Lässt sich Kohärenz der Kommunikation und des militärischen Gesamtsystems ohne Verteidigungsstrategie gewährleisten?
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
F-35: Welcher Lärm und welche Kosten für Lärmschutzmassnahmen kommen auf uns zu?[3]
Fazit
Der Bundesrat übernimmt die Argumention des VBS und verweist u.a. auf die völlig unsinnige Lärmemissionsberechnung die angewandt wird.
Würde diese Methode bei Konzertveranstaltungen eingesetzt, würden alle Politiker aufschreien!
Politiker sind gefordert und müssen sich für eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen für die Lärmemissionsberechnung einsetzen.
F-35 - Welche technischen und finanziellen Risiken?[4]
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Beschaffung des F-35A. Eine Präzisierung der Zahlen ist nötig.[5]
Fazit
--> Der Bundesrat wiederholt die bereits vom VBS publizierten Zahlen. Eine Präzisierung ist nicht erfolgt.
Der F-35A als Technologietreiber der Armee – mit welchen Folgekosten?[5]
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Wer schützt den Schweizer Luftraum und kritische Objekte, gegen Angriffe durch Drohnen?[6]
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Werden die F-35, die der Bundesrat beschaffen möchte, mit einem neuen Triebwerk ausgestattet, wie vom US-Kongress gefordert??[7]
Fazit
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Wer schützt den Schweizer Luftraum und kritische Infrastruktur, vor Angriffen durch Drohnen?[8]
--> Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet werden.
Nutzungsdauerverlängerung der Schweizer F/A-18 C/D Hornet[9]
Fazit
5. Die Aussage "... Weil alle anderen Betreiber dieser Flugzeugversion beabsichtigen, ihre F/A-18 A-D bis zum Ende des kommenden Jahrzehnts ausser Dienst zu stellen, wäre die Schweizer Luftwaffe ab 2030 voraussichtlich weltweit die einzige Betreiberin dieses Kampfflugzeugs." Diese aussage des Bundesrates entspricht nicht der Wahrheit! So plant Malaysia den Kauf von 33 F/A 18 der kuwaitischen Luftwaffe und will diese bis 2035, evtl. 2040 betreiben. [10][11]
Vorstösse
F-35: Ist die Tarnkappeneigenschaft für den Luftpolizeidienst in Friedenszeiten zulässig?[12]
Fazit
- Frage wurde nicht beantwortet!
- Das bedeutet, wenn diese Transponder aktiv sind, kann der F-35 seine Tarnklappenfähigkeit aktivieren.
- Das bedeutet, dass in Friedenszeiten der F-35 seine Tarnklappenfähigkeit nicht nutzen kann.
- Frage wurde nicht beantwortet! Wer hat die Entscheidungsautonomie über die Aktivierung der Tarnklappeneigenschaften des F-35? Die Schweiz alleine - ja oder nein?
- Bedeutet, dass es nicht vorgesehen ist, den F-35 für Kriegseinsätze in Friedenszeiten einzusetzen.
F-35: Ein Kampfjet fast ohne Bewaffnung, die zudem strategisch veraltet ist?[13]
Fazit
Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet.
F-35: Ein Kampfjet mit viel mehr Aufgaben, aber viel weniger Ausbildung?[14]
Fazit
Hier werden die Antworten Zusammengefasst und bewertet.
VBS Q&A
07.03.2022
Herr Ständerat Dittli hat beim VBS eine Stellungsnahme zu den Bedenken des bürgerlichen Komitees hinsichtlich der Risiken in Zusammenhang mit der F-35 Beschaffung verlangt und uns die Antwort des VBS zugestellt:
Die Kommentare des Komitees sind so formatiert...
Antwort des Komitees als offener Brief:
Zug, 16.3.2022
Sehr geehrter Herr Dittli
Besten Dank für Ihr Abklärungen beim VBS.
Unsere Stellungsnahme finden Sie eingefügt in der Antwort des VBS.
Mit freundlichen Grüssen
Bürgerliches Komitee BOSS
Gruppe für eine sichere Schweiz
Der Vorstand
Josef Dittli Attinghausen, 7.3.2022
Ständerat
Sehr geehrter Herr XXXX
Hier nun meine Rückmeldung mit den inkludierten Antworten des VBS zu Ihren Bedenken gemäss Ihrer Nachricht vom 1. März «F-35 Zusammenfassung der grössten Risiken».
Verbindliche Kosten
Dass das VBS seit über 40 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit den Beschaffungsstellen der USA pflegt, trifft nachweislich zu. Das zeigt sich ja auch daran, dass die Schweiz mit Blick auf die Geschäfte des VBS im Zusammenhang mit der Beschaffung von US-Systemen nie mit Kostenüberschreitungen konfrontiert war.
Es ist jedoch das erste Mal, dass das VBS ein System kauft, das sich noch in der Entwicklung befindet, dessen Probleme noch zahlreich sind (über 800)[15] und dessen Beschaffungs- und Betriebskosten bis heute weder festgelegt noch ausgehandelt sind. Eine Ausgangslage, die weit von den Erfahrungen mit der F/A-18 entfernt ist.
Die Beurteilung, wonach sich das VBS alleine auf ihrer Erfahrung abstützt, ist hingegen falsch. Dies wird wie folgt begründet:
In der Antwort auf die Interpellation 21.4065 (21.4065 | Bedeutende finanzielle und technische Risiken bei der Beschaffung des F-35 | Geschäft | Das Schweizer Parlament) hält der Bundesrat fest:
- «Wann die US-Regierung mit Lockheed Martin den Liefervertrag für die 36 F-35A abschliesst, spielt für die Schweiz keine Rolle. Die Schweiz hat verbindliche Offerten der US-Regierung, gestützt auf welche die Verträge eingegangen werden.».
- «Zwischen der Schweiz und der US-Regierung gilt die Offerte der US-Regierung. Das VBS erhält aber Einsicht in die Festpreisverträge zwischen der US-Regierung und der Herstellerin und kann so überprüfen, dass die offerierten Preise auch dort eingehalten werden und die Schweiz auch keinen Aufschlag bezahlt.».
Die Schweiz kann erst überprüfen, ob die angebotenen Preise eingehalten werden, wenn der Vertrag zwischen der US-Regierung und dem Hersteller abgeschlossen ist! Dieser Vertrag wird aber erst 2025 abgeschlossen, also lange nach der Unterzeichnung des Vertrags mit der Schweiz. Man muss wissen, dass der Vertrag über die Lose 15 bis 17, von dem das Pentagon gehofft hatte, ihn mit der Industrie (Lockheed Martin; Pratt & Whitney für den F135-Motor) vor Ende des US-Finanzjahres 2021 (d. h. bis zum 30. September 2021) abschliessen zu können, im März 2022 immer noch nicht abgeschlossen ist! Es ist daher technisch unmöglich, die Kosten vorherzusagen, die für die Schweiz bei den Produktionslosen 19 bis 22 im Jahr 2025 ausgehandelt werden!!! Das erste Prinzip eines FMS-Vertrags ist, dass er den amerikanischen Steuerzahler keinen Cent kosten darf. Das ist amerikanisches Recht. Deshalb legt der "Letter of Offer and Acceptance" (LOA), den die Schweiz mit der US-Regierung unterzeichnet hat, klar fest, dass die Schweiz "alle Kosten übernehmen muss, auch wenn sie über die im LOA gemachten Schätzungen hinausgehen". Wenn die Schweiz "feste Preise" erhalten hat, was bislang kein Land der Welt erreicht hat, muss das Parlament Zugang zu den Dokumenten haben, die diesen Sachverhalt belegen.
In der Antwort auf die Interpellation 21.4116 (21.4116 | F-35-Beschaffung. Bestmöglich geschätzte Zielpreise oder verbindliche Festpreise? | Geschäft | Das Schweizer Parlament) hält der Bundesrat zudem fest, dass die US Regierung die Flugzeuge zu Festpreisen beschafft, in denen auch die Inflation (Teuerung) eingepreist ist, und die Flugzeuge zu denselben Festpreisen weiter an die Schweiz verkauft.
Wie bereits erwähnt, wird die US-Regierung die Flugzeuge zu festen Preisen, die auch die Inflation (Teuerung) beinhalten, über einen Vertrag erwerben, der nicht vor 2025 ausgehandelt wird.
Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Vertrags mit der Schweiz können die Preise und die Inflation also nur als Richtwerte angegeben werden. Und die Schweiz wird sich im LOA verpflichten müssen, alle Kosten, wie auch immer sie aussehen mögen, zu bezahlen.
Was die Serienreife betrifft, besteht ebenfalls kein Grund zu Sorge. In der Antwort auf die Interpellation 21.4065 (21.4065 | Bedeutende finanzielle und technische Risiken bei der Beschaffung des F-35 | Geschäft | Das Schweizer Parlament) hält der Bundesrat fest:
- «Der F-35A weist keine sicherheitskritischen Mängel auf und ist serienreif. Der F-35A wurde umfassend getestet und befindet sich in Serienproduktion. So sind bis heute über 700 F-35 Flugzeuge produziert worden, davon rund 550 F-35A. Alleine im September 2021 wurden 15 Stück produziert. Lockheed Martin produziert zurzeit rund 150 F-35 pro Jahr, davon rund 120 F-35A. Auch die armasuisse hat den F-35A im Rahmen der Evaluation in der Schweiz getestet.».
Die Schweiz wäre dann das einzige Land, das sich keine Sorgen macht. Alle Nutzerstaaten sind besorgt, allen voran die USAF[15].
Im F-35-Programm gibt es noch 845 ungeklärte Mängel, von denen sechs noch der Kategorie I zugeordnet sind, d. h. Konstruktionsmängel, die so schwerwiegend sind, dass sie "den Tod, schwere Verletzungen oder schwere Berufskrankheiten verursachen können; den Verlust oder erhebliche Schäden an einem Waffensystem verursachen können; die Kampfbereitschaft der Nutzerorganisation kritisch einschränken; oder zum Stillstand der Produktionskette führen". Dies ist nicht gerade ein Fortschritt im Vergleich zu den 871, die im Bericht des letzten Jahres identifiziert wurden. Niemand kann sagen, ob und wann all diese Mängel behoben werden können und zu welchen Kosten.
Seit der Beantwortung dieser Interpellation im Herbst 21 wurden bereits 60 zusätzliche Einheiten ausgeliefert, - Produktionsraten, an welche kein anderes westliches Kampfflugzeug auch nur annähernd herankommt. Es besteht also kein Zweifel, dass der F-35 in Serie produziert wird. Dass Serienreife nicht mit den LRIP/FRP Bezeichnungen zu verwechseln sind, wird in der Antwort auf die Interpellation 21.4573 (21.4573 | Welche technischen und finanziellen Risiken?) dargelegt:
- «Ungeachtet des formalen Status hat der F-35 die Serienreife erreicht. Sämtliche Flugerprobungen sind abgeschlossen. Bereits heute sind weltweit über 720 F-35 ausgeliefert und im Einsatz. Dass sich der F-35 gemäss US-Beschaffungsrecht im formalen Status der sogenannten Low Rate Initial Production (LRIP) befindet, hat nichts mit dem Entwicklungsstand des Flugzeuges zu tun. Dies begründet sich vielmehr damit, dass beim F-35, einem Kampfflugzeug der 5. Generation, zusätzliche operationelle Tests verlangt werden, die bei herkömmlichen Kampfflugzeugen nicht anfallen würden. Dabei handelt es sich um eine simulierte Auseinandersetzung mit einer grossen Anzahl sehr moderner Gegner auf vergleichbar hohem technologischem Niveau wie der F-35. Da die dafür notwendige Simulator-Umgebung noch nicht fertiggestellt ist, konnten die entsprechenden Tests noch nicht durchgeführt werden.».
Es wurden tatsächlich 720 F-35 ausgeliefert, aber kaum sind sie geliefert, müssen sie bereits zu hohen Kosten modernisiert werden. Norwegen beispielsweise musste für die Nachrüstung im Zeitraum 2025-2030 ein Budget von über 500 Mio. CHF bereitstellen, obwohl es noch nicht einmal alle Flugzeuge erhalten hat.
Die Behauptung, dass der Status "Low Rate Initial Production (LRIP)" nichts mit dem Entwicklungsstand des Flugzeugs zu tun hat, ist daher falsch. Dieser Status schränkt im Gegenteil die Grossserienproduktion ein, solange das Flugzeug kostspieligen Änderungen ausgesetzt ist, die mit seiner noch nicht abgeschlossenen Entwicklung zusammenhängen.
Ein Vergleich mit den Schweizer F/A-18C/D ist zudem nicht zielführend. Es trifft zwar zu, dass die Schweiz beim F/A-18C/D im Bereich der Flugzeugzelle tatsächlich etliche Anpassungen vornehmen musste. Die Evaluation des neuen Kampfflugzeugs hat hingegen gezeigt, dass dies beim F-35A nicht erforderlich ist. Die Ausgangslage ist also tatsächlich noch besser, als dies seinerzeit bei der Beschaffung der F/A-18C/D der Fall war. Notabene bei einem Beschaffungsprojekt, bei dem es weder zu Kostenüberschreitungen kam noch der Risikobetrag angetastet werden musste.Damit lässt sich zusammenfassen, dass die Beschaffung bei der US Regierung der richtige Weg ist und dass das VBS für die Schweiz mit Blick auf den F-35A vorteilhafte Bedingungen aushandeln konnte.
Umfassende GesamtkostenbetrachtungHinsichtlich der Betriebskosten wird auf die Antwort zur Interpellation 21.7885 (21.7885 | Air2030/F-35: Verbindlichkeit der Kosten | Geschäft
Das Schweizer Parlament) verwiesen, in welcher der Bundesrat festhält:
- «Die Schweiz hat von der US-Regierung ein verbindliches Angebot erhalten. Die in der Offerte angebotenen Zahlen sind verbindlich. Dies betrifft sowohl die Beschaffungskosten wie auch die offerierten Betriebskosten, die beim Anbieter entstehen und bei welchen die Schweiz über ein Angebot mit einer Laufzeit von zehn Betriebsjahren verfügt.».
Dass die US Regierung auch ein Betriebskosten-Angebot mit einer Laufzeit von zehn Betriebsjahren anbieten kann, ist ja auch nicht erstaunlich, denn die US Regierung verfügt im Betrieb bereits jetzt über eine grosse Erfahrung. Hierzu hält der Bundesrat fest: «Mit dem F-35 wurden zudem bereits mehr als 440'000 Flugstunden geflogen, das sind mehr als das Dreifache der Flugstunden, welche die Schweizer Luftwaffe seit 1996 mit den F/A-18C/D geflogen ist (21.4065 | Bedeutende finanzielle und technische Risiken bei der Beschaffung des F-35 | Geschäft | Das Schweizer Parlament).» Erst im letzten Jahr hat die US Regierung mit Lockheed Martin, der Herstellerin der Flugzeuge, einen Betriebskosten-Vertrag abgeschlossen, der klar aufzeigt, dass die Betriebskosten am Sinken sind (Lockheed agrees to $30,000 per flight hour cost for F-35A by FY2023 | News | Flight Global). Dazu trägt auch die transparente und strenge Programmaufsicht der amerikanischen Behörden und Aufsichtsorgane bei, wovon das VBS nur profitieren kann. Vor allem aber trägt die stetig wachsende Flotte aufgrund Skaleneffekten wesentlich zu diesen sinkenden Preisen bei.
Wenn es für die US-Regierung unmöglich ist, sich zu den Anschaffungskosten zu verpflichten, ist es noch viel weniger möglich, sich zu den Betriebskosten zu verpflichten. Die Betriebskosten der F-35 stellen heute das existenzielle Problem der F-35 dar, und ohne eine deutliche Senkung in den kommenden Jahren hat das Pentagon bereits angekündigt, dass es keine andere Wahl haben wird, als die Zielmenge an Flugzeugen für das US-Militär drastisch zu reduzieren. Aktuelle Prognosen zeigen, dass die F-35A die USAF bis zum Jahr 2036 jährlich 4,4 Milliarden US-Dollar an Budgetüberschreitungen kosten wird. Es ist schwer zu glauben, dass sich der amerikanische Steuerzahler unter diesen Umständen verpflichtet, auch die Kostenüberschreitungen im Zusammenhang mit der Schweizer Flotte zu bezahlen! Das Problem ist, dass heute niemand wissen kann, ob die Hersteller Lockheed Martin und Pratt & Whitney (für das Triebwerk) in der Lage sein werden, diese Kosten zu senken. Offizielle Stellen in den USA sind sogar vom Gegenteil überzeugt, denn wenn nach mehr als 440.000 Flugstunden die Unterstützung für die F-35 noch nicht ausgereift ist, besteht kaum eine Chance, dass sich das jetzt ändert. Und die so zahlreich versprochenen Kosteneinsparungen wurden nie erreicht. Der im September 2021 zwischen dem F-35 Joint Program Office (JPO) und Lockheed Martin unterzeichnete Servicevertrag wird von den US-Organen als letzte Chance zur Senkung dieser Kosten angesehen. Pratt & Whitney, der für das Triebwerk verantwortliche Hersteller, hat diesen Servicevertrag noch nicht unterzeichnet. In einer Erklärung heisst es, dass er stattdessen davon ausgeht, dass die Wartungskosten weiter steigen werden. Es ist auch zu beachten, dass es sich bei diesem Vertrag noch immer nicht um einen mehrjährigen Dienstleistungsvertrag (PBL: Performance Based Logistics) handelt. Es handelt sich um jährliche Optionen, die jedes Jahr (zwischen 2021 und 2023) erneuert werden müssen und dies auch bleiben werden, solange das JPO Lockheed Martin und Pratt & Whitney nicht das Vertrauen schenkt, dass sie in der Lage sind, die Kosten zu senken.
Mit anderen Worten: Die US-Regierung hat nicht genug Vertrauen, um mit ihrem Hersteller Verträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abzuschliessen, aber sie wäre in der Lage, sich mit der Schweiz auf zehn Jahre zu binden?
Wie kann die US-Regierung der Schweiz niedrige Betriebskosten zusagen, wenn diese heute dramatisch hoch sind und sie noch nicht weiss, ob die Ziele jemals erreicht werden?
Interessanterweise ist dieser Vertrag über logistische Unterstützung, der im September 2021 mit einem ursprünglichen Wert von 492,7 Millionen US-Dollar unterzeichnet wurde, innerhalb weniger Monate (Februar 2022) auf 2,2 Milliarden US-Dollar gestiegen, was einer Steigerung von 1,6 Milliarden US-Dollar (einer Vervierfachung) entspricht.
Wenn mit anderen Ländern argumentiert, dann geschieht dies auf öffentlichen Informationen, die oft nicht nachprüfbar sind. In der Antwort auf die Interpellation 21.4116 (21.4116 | F-35-Beschaffung. Bestmöglich geschätzte Zielpreise oder verbindliche Festpreise? | Geschäft | Das Schweizer Parlament) hält der Bundesrat dazu fest:
- «Die Beschaffung und die darauf gestützten Verträge beziehen sich auf die Offerte der US-Regierung. Preise zwischen den USA und anderen Staaten können, sofern überhaupt bekannt, nicht verglichen werden, weil die Verträge, Beschaffungsumstände, Lieferumfang und Spezifikationen aufgrund des Geschäftsgeheimnisses nicht veröffentlicht werden. Dritten ist deshalb nicht bekannt, was in diesen Verträgen enthalten ist und wie der Inhalt zustande kam. Die Schweiz ist jedoch im Dialog mit anderen F-35A Nutzern wie zum Beispiel Dänemark. Die Gespräche zeigen, dass die dänischen Erwartungen bezüglich der Beschaffungskosten der F-35A eingehalten wurden.».
Wenn es eine Sache gibt, die alle Länder, die die F-35 nutzen, gemeinsam haben, dann ist es der Unterschied zwischen den Versprechungen, die sie in den Angeboten erhalten haben, und den tatsächlichen Kosten einige Jahre später. Die meisten Länder veröffentlichen ihre Rüstungsbudgets und -ausgaben, darunter auch die USA.
Das VBS wäre gut beraten das Rüstungsbudget offenzulegen um Transparenz und letztlich Vertrauen zu schaffen.
Auch bezüglich Infrastruktur ist der Vergleich mit andern Ländern nicht haltbar, da die jeweiligen Gegebenheiten unterschiedlich sind. Das VBS profitiert von einer Infrastruktur, in deren Werterhalt in den letzten Jahrzehnten regelmässig investiert wurde, und kann zum Beispiel die Kavernen in Meiringen oder die Durchrollboxen in Payerne, welche für den F-18C/D erstellt wurden, mit minimalen Anpassungen weiterbenutzen.
Korrekt ist, dass Upgrades in den Gesamtkosten nicht berücksichtigt wurden, weil diese Kosten schwer abzuschätzen sind. Das ist übrigens auch bei den unterlegenen Kandidaten der Fall. Allerdings hat der F-35A den erheblichen Vorteil, dass die Entwicklungskosten auf einer ungleich grösseren Zahl von Nutzern und Flugzeugen aufgeteilt werden können. Dazu kommt, dass die Schweiz den F-35A zu einem Zeitpunkt im Lebenszyklus kauft, in welchem das Flugzeug ausgereift ist, aber noch sehr lange bei vielen Nutzern im Betrieb sein wird. Wie das VBS in seinem Kurzbericht Evaluation Neues Kampfflugzeug darlegt, erhöhen eine grosse Anzahl Nutzerländer einerseits und hohe Stückzahlen andererseits die Sicherheit, dass die Flugzeuge über die gesamte geplante Nutzungsdauer der Schweizer Flotte auf dem neusten Stand gehalten werden. Bei Kandidaten mit weniger Nutzerländern und kleineren Stückzahlen könnte der Hersteller allenfalls bereits nach dem Ausscheiden weniger Nutzer die Weiterentwicklung zur Aufrechterhaltung der Fähigkeiten einschränken oder einstellen. Die Anzahl aktueller Nutzer des F-35A ist im Vergleich mit den anderen Kandidaten am höchsten. Gleiches gilt für die Stückzahlen. Zudem reicht die weltweit geplante Einsatzdauer über das Jahr 2070 hinaus. Deshalb sind bei der Weiterentwicklung des F-35A durch Beteiligung vieler Nutzer die nachteiligen Auswirkungen der technischen Abhängigkeit am meisten reduziert.
Im Gegensatz zu den anderen Flugzeugkandidaten weist die F-35 noch sehr viele Mängel auf, und ihre Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Updates für den F-35 sind obligatorisch und stellen ein grosses finanzielles Risiko dar. Norwegen beispielsweise musste ein zusätzliches Budget von über 500 Millionen Franken für Upgrades im Zeitraum 2025-2030 hinzufügen, obwohl es noch nicht alle seine Flugzeuge erhalten hat.
Insbesondere muss die Schweizer F-35 über ein neues, leistungsfähigeres (aber auch lauteres) Triebwerk verfügen, dessen bislang noch unbekannte Kosten für Entwicklung, Herstellung und Integration auf alle Kunden umgelegt werden.
Auf den F-35A zugeschnittenes Pilotentraining
Die vom VBS geplanten Flugstunden wurden von den Ausbildungsplänen der amerikanischen Luftwaffe abgeleitet, deshalb sind die von Herrn xxx genannten Flugstundenzahlen nicht nachvollziehbar.
Die geplante Flugaktivität der USAF-Piloten auf der F-35A liegt bei etwa 220 Flugstunden pro Jahr, was weit von den 90 Stunden entfernt ist, die die Schweizer Piloten absolvieren werden.
Diese unsinnige Einschränkung beim Training von Schweizer Piloten könnte dramatische Folgen für die Flugsicherheit haben.
In Vergleich mit dem Training auf dem F/A-18 C/D der Schweizer Luftwaffe wird von falschen Zahlen ausgegangen, mit dem F-35A werden rund 20% weniger Flugstunden geflogen als mit dem F/A-18CD, was nicht nur für die Gesamtstundenzahl, sondern offensichtlich auch im Durchschnitt für Flugstunden pro Pilotin oder Pilot gilt.
Schweizer Piloten fliegen heute etwa 130 Stunden pro Jahr. Das sind etwa 40% mehr, als sie mit der F-35A fliegen werden, und nicht 20%.
Das VBS hat schon mehrfach ausgeführt, dass dies möglich ist, weil sich die Trainingsinhalte aufgrund des grossen technologischen Vorsprungs und der Informationsüberlegenheit des F-35A ändern. Es ist dabei auch zu beachten, dass die Australische Luftwaffe kürzlich auf der Grundlage ihres wachsenden Verständnisses der F-35A Fähigkeiten ihre Flugstunden auf den F-35A mit der gleichen Begründung reduziert haben (Statement from Chief of Air Force – Flying Hours for the F-35A Lightning ll | Defence News); eine Erkenntnis also, welche das VBS bereits im Rahmen der Evaluation gemacht hat. Überhaupt greift die blosse Sicht auf Flugstunden zu kurz, findet doch ein Teil des Trainings der Pilotinnen und Piloten in den miteinander vernetzten Simulatoren statt, in welchen zum Beispiel hochkomplexe Einsätze effizient trainiert werden können.
Die australische Luftwaffe hat ihre Flugstunden nicht freiwillig aufgrund der hohen Fähigkeiten der F-35A reduziert, sondern war aufgrund der sehr geringen Verfügbarkeit dieses Flugzeugs und der zahlreichen technischen Probleme dazu gezwungen.[16] Diese Situation stellt im Übrigen eine echte kapazitätsmässige Katastrophe für Australien dar.
"Experten der US-Luftwaffe geben zu, dass der an die RAAF verkaufte Lockheed Martin F-35 Joint Strike Fighter ein Desaster war. It was supposed to be a low-cost, lightweight, high-performance stealth fighter, but it is not, says Independent Australia (...)[17] The plane has a restricted range, low air-to-air combat survival ability, and extremely expensive operating costs".
Die Umschulung vom sehr leistungsfähigen PC-21 der Pilatus Flugzeugwerke auf den F/A-18C/D hat sich in den letzten Jahren bestens bewährt. Auch Erkenntnisse aus der Evaluation und der Erfahrungsaustausch mit amerikanischen F-35 Besatzungen und -Ausbildnern bestätigen dem VBS diesen Ausbildungsweg. Die ausgereiften Flugeigenschaften und die modernen Simulatoren des F-35A ermöglichen eine problemlose Ausbildung ohne Doppelsitzer, bereits haben über 1500 Pilotinnen und Piloten auf diese Weise ihre Umschulung absolviert. Insbesondere dank dem tieferen Treibstoffverbrauch des Turbo-Propeller-Antriebs des PC-21 sind diese Ausbildungsflüge vergleichsweise kostengünstig und weniger umweltbelastend als mit einem Jet-Trainer. Schweizer Militärpilotinnen und –piloten werden weiterhin eine qualitativ hochwertige Ausbildung geniessen können und es liegen keine finanziellen Risiken vor.
Die Umrüstung der PC-21 auf die F/A-18C/D ist leistungsstark und möglich, da es die F/A-18 auch als Zweisitzer gibt. So können sich die Piloten zunächst an das Fliegen in einem Jet mit einem Fluglehrer an Bord gewöhnen, bevor sie allein ans Steuer gehen.
Die F-35A gibt es nur als Einsitzer, was dieses Umrüstungskonzept unmöglich macht. Junge Piloten werden daher keine Jet-Erfahrung haben, bevor sie allein am Steuer einer F-35 fliegen. Keine Luftwaffe der Welt würde das Risiko eingehen, einen jungen Piloten allein in einer F-35 fliegen zu lassen, nachdem er nur eine Ausbildung an einem leichten Turboprop-Flugzeug absolviert hat.
Alle anderen Länder verfügen über einen Hochleistungs-Jettrainer (Hawk, T-7, ...).
Abschliessende Gedanken
Ich hoffe, dass ich mit dieser Rückmeldung, mit den inkludierten Antworten des VBS, Licht ins Dunkel bringen konnte. In meiner Beurteilung sehe ich aufgrund der Ausführungen des VBS zu Ihren Bedenken bis jetzt keine Fehlverhalten des VBS. Die Erkenntnisse aus der parlamentarischen Beratung und der Berichte der GPK bleiben selbstverständlich vorbehalten.
Das VBS hat mit allen Mitteln versucht, die F-35A als das günstigste Flugzeug darzustellen, indem es bewusst mit "Hypothesen" arbeitete und gleichzeitig relevante Faktoren ausblendete. Damit setzt das VBS die Schweiz erheblichen finanziellen Risiken aus. Alle gegebenen Antworten sind lediglich Behauptungen, die sich auf keine objektiven Fakten stützen. Wenn das VBS die F-35 um jeden Preis kaufen wollte, hätte es viel stichhaltigere Argumente vorbringen können. Indem es das teuerste Flugzeug aller Zeiten als das billigste Flugzeug darstellen will, schafft es nur Misstrauen und spielt damit den Armeegegnern in die Hände. National- und Ständeräte:innen sind jetzt gefordert, für Transparenz zu sorgen, das im Interesse der Steuerzahler.
Die neusten Hiobsbotschaften[15] aus Amerika, zeigen, dass die Forderung nach Transparenz hinsichtlich der Beschaffung des F-35 gerechtfertigt ist.
Wir appellieren an alle National- und Ständeräte, sich für Transparenz und Offenlegung der tatsächlichen Risiken in Zusammenhang mit dem NKF einzusetzen.
Einzelnachweise
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214546
- Armee- und Verteidigungsstrategie, welche die Aufgabe der Armee konkret beschreibt https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223170
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214574
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214573
- Français Olivier, FDP Beschaffung des F-35A. Eine Präzisierung der Zahlen ist nötig. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214427
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214566
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214618
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214566
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20173817
- Malaysia will Fà7a18 bis 2035 nutzen https://www.defensenews.com/global/asia-pacific/2021/12/23/malaysia-keen-on-buying-kuwaits-hornet-fighter-jets/
- http://defense-studies.blogspot.com/2021/09/rmaf-continues-to-operate-fa-18d-hornet.html
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20218195
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20218070
- https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20218071
- US-DOD Bericht https://sichereschweiz.ch/wiki/index.php/Pressespiegel#F-35:_Das_Programm_stagniert_2021,_aber_das_US-DOD-Testb%C3%BCro_verbirgt_das_ganze_Ausmass_des_Problems
- The Australien https://www.theaustralian.com.au/breaking-news/big-problem-with-aussie-fighter-jets-part-of-chronic-mismanagement/news-story/eec95bf41040eb2966bbd2f11dfd9b49
- Eurasiantimes https://eurasiantimes.com/16-billion-f-35-stealth-fighter-deal-triggers-political-storm-australia/