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Angeli,
Heinrich von, der Porträtmaler der jetzigen Fürstenhäuser, geb. zu Ödenburg (Ungarn), entwickelte schon in der Kindheit ein großes künstlerisches Talent, welches er zuerst auf der Wiener Akademie, dann in Düsseldorf unter Leutze und später in München und Paris ausbildete. Schon 1857 entstand sein erstes größeres Bild: Maria Stuart auf ihrem Todesgang, infolge dessen er für den König von Bayern das Bild: Ludwig XI., der Franz von Paula um Verlängerung seines Lebens bittet, malte.
Diese sowie Kleopatra mit Antonius und: Jane Gray vor ihrer Hinrichtung zeigten schon einen großen malerischen Effekt in der Behandlung. 1862 ließ er sich in Wien nieder und wurde dort in kurzer Zeit der gefeiertste Porträtmaler der hohen Aristokratie, der, mit Aufträgen überschüttet, sein Talent trefflich auszubeuten verstand. Er malt mit sicherm Effektgefühl, mit großem Geschick in der Wahl der Körperstellung und mit raffinierter Technik. Seine Menschen erscheinen nicht, wie sie sind, sondern, wie sie sein möchten, so daß er sich nicht scheut, auch etwas Willkürliches hineinzubringen, ohne eine Konvenienzlüge zu begehen.
Großen Erfolg hatten besonders die Porträte: Grillparzer, Alexandre Dumas, die sogen. Dame in Schwarz (1872), die in Berlin Bewunderung erregte, der Bildhauer Costenoble (1873), der Präsident Simson und seit 1873 die Bilder gekrönter oder zu krönender Häupter, z. B.: der Kaiser von Österreich, der Erzherzog Ludwig Victor, das deutsche Thronfolgerpaar, der deutsche Kaiser, die russischen Majestäten, die Königin Victoria und fast alle Glieder des englischen Königshauses, der Prinz Friedrich Karl, die Fürstin von Montenegro und noch neuerdings (1879) der Statthalter von Elsaß-Lothringen, Freiherr v. Manteuffel (Nationalgallerie in Berlin).
Vielleicht das meisterhafteste ist das Porträt der deutschen Kronprinzessin. Zwischen diese Porträte fallen als bedeutende Genrebilder: 1869 der Rächer seiner Ehre, das durch die dramatisch abgeschlossene Wirkung des Gegenstands und die überaus geschickte malerische Behandlung zu den hervorragendsten Schöpfungen der Gegenwart gehört, dann: Jugendliebe (1871), das italienische Liebespaar (1872) und, wiederum als ein Hauptbild, die verweigerte Absolution (1873).