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27.5.–7.8. 2016
Ausstellung
Stadtsaal, 1. Obergeschoss
Der Berner Carl Durheim (1810-1890) war einer der grossen Schweizer Fotopioniere. Ab 1845 begann der Lithograph Daguerreotypien herzustellen, 1853 eröffnete er an der Kramgasse ein Atelier mit dem wohl ersten, eigens dafür eingerichteten Fotostudio in der Stadt Bern.
Durheim porträtierte die Kundschaft aus der besseren Gesellschaft, die sich das neue Vergnügen leisten konnte – ein Vergnügen allerdings, das bei den strapaziösen Bedingungen mit den langen Belichtungszeiten oft gar nicht so unterhaltsam, sondern eher abenteuerlich war. Durheim war aber auch der erste fotografische Berner Stadtchronist, er fotografierte den Christoffelturm und das Aarbergertor, das Münster und die Matte. Im Auftrag des Schweizerischen Generalanwalts und im Namen des Bundesrats machte er 1852/53 Aufnahmen von inhaftierten Heimatlosen und Fahrenden – es waren die ersten fotografischen Fahndungsbilder überhaupt.
Die in Zusammenarbeit mit der Burgerbibliothek Bern realisierte Ausstellung im Kornhausforum dokumentiert Carl Durheims Schaffen mit Originalbildern und neu hergestellten Prints. Darüber hinaus vermittelt die Ausstellung einen Rückblick in die Anfänge der Fotografie in der Stadt Bern – mit, unter anderem, Bildern der Fotografen-Dynastie Vollenweider, von Paul Does, Hermann Völlger oder Karl Stauffer-Bern.
Zur Ausstellung erscheint unter gleichem Titel – «Carl Durheim – Wie die Fotografie nach Bern kam» – ein Heft der Publikationsreihe «Passepartout» der Burgerbibliothek Bern.
Bild: Louisa Buvelot, Tochter des Fotografen.
Papierabzug, vermutlich frühe 1860er-Jahre
Burgerbibliothek Bern