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- Bild: zvg
Der Meniskus ist der Stossdämpfer im Kniegelenk. Er ist halbmondförmig, besteht aus faserigem Knorpel und verteilt den Druck des Körpers auf den Schienbeinkopf, sodass es nicht zu punktförmigen Druckspitzen kommt.
Er wird aussen, wo er an der Gelenkkapsel festgewachsen ist, noch von Blut versorgt (rote Zone). Weiter innen wird der Meniskus teilweise oder komplett von der Gelenkflüssigkeit ernährt (rot-weisse oder weisse Zone). Wie auch der Gelenkknorpel im Kniegelenk unterliegt er einem natürlichen Verschleiss oder kann bei einem Trauma reissen.
Diese Risse können horizontal, quer, lappenförmig, radiär, schräg etc. sein und in verschiedenen Zonen liegen. Abhängig von der Art des Risses und der Lokalisation bezüglich der Durchblutung lassen sich Risse nähen oder eben nicht. Vereinfachend ausgedrückt gilt, je weiter aussen an der Kapsel (rote Zone), je jünger der Patient und je frischer ein Riss ist, umso mehr kommt eine Naht in Frage.
Beide Operationen werden natürlich per Gelenkspiegelung durchgeführt. Das heisst, man operiert über die Sicht mit einer 4 mm dünnen, stabförmigen Kamera, welche über einen kleinen Schnitt in das Knie eingebracht wird. Über einen zusätzlichen kleinen Schnitt wird dann genäht bzw. der Riss ausgeschnitten.
Häufig, aber nicht immer, lässt sich die Möglickeit einer Naht schon mit Hilfe der Kernspintomografie abschätzen. Mit dem Patienten muss dies vorher ausführlich besprochen werden, denn eine Meniskusnaht bedarf einer wesentlich vorsichtigeren Nachbehandlung wie eine Meniskusteilentfernung.
Meist ist eine 6-wöchige Kontaktbelastung des entsprechenden Beines mit anschliessender langsamer Steigerung notwendig, abhängig von der Lokalisation des Risses auch eine Bewegungslimitierung. Dies ist meist gleichbedeutend mit einer längeren Arbeitsunfähigkeit.
Schneidet man den Meniskusriss aus, d. h. führt man eine Teilentfernung des Meniskus durch, ist die Rekonvaleszenz meist viel kürzer und die Rückkehr zur Arbeit geht schneller vonstatten.
Sinnvoll ist in beiden Fällen eine physiotherapeutische Nachbehandlung, um die umliegende Muskulatur zu kräftigen und damit das Kniegelenk zu stabilisieren.
Zusammenfassend gilt: Welche Behandlungsmethode – Naht oder Teilentfernung – bei welchem Patienten angewandt wird, ist also einerseits abhängig von Alter, Lokalisation und Art des Risses selbst, andererseits auch von den Lebensumständen und nicht medizinischen Faktoren. Wie meist in der Gelenkchirurgie, also immer eine individuelle Entscheidung.
Dr. med. Michael Kettenring
Facharzt FMH für Chirurgie und Unfallchirurgie