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S-chanf ist die unterste Oberengadiner Gemeinde und liegt zwischen Zuoz und Zernez. Ihr Gebiet umfasst einen Abschnitt des Inntales sowie zwei Seitentäler: im Norden das Val Susauna durch das man über den Scalettapass Davos erreicht sowie im Süden das Val Chaschauna mit Passwegen bis ins Val Livigno.
Erstmals urkundlich erwähnt wird S-chanf wie viele seiner Nachbargemeinden 1139 im Rahmen der sog. Gamertinger Verkäufe, als der Bischof von Chur ausgedehnte Ländereien im Hochtal von den Grafen von Gamertingen erwarb. Zunächst als "Scaneues" (1139) beurkundet, durchlief der Dorfname einige Metamorphosen über "Shân" (1297), "Scanevo" und "Scanef (beide 1304, 1356 und 1375) bis zum heutigen S-chanf.
Die Ursprünge der Besiedlung reichen bis in die Eisenzeit zurück, wie Teilausgrabungen 1932 auf Botta Striera auf dem Grat zwischen La Sassa und God God ergaben. Dabei wurden eine Vielzahl Tonscherben von ca. 599 v. Chr. zu Tage befördert - heute im Engadiner Museum in St. Moritz zu besichtigen - und ein Stein- und Erdwall entdeckt. Die ersten menschlichen Spuren wurden von Oberförster Eduard Campell gefunden.
Die heutigen Grenzen von S-chanf wurden 1543 im Verlauf der Teilung des Oberengadins in seine politischen Gemeinden festgelegt. Wie in vielen Bündner Talschaften begann im 16. Jahrhundert eine Tradition der Auswanderung, die bis ins frühe 20. Jahrhundert dauerte und den Dörfern dank der erfolgreichen Rückkehrer einen gewissen Wohlstand brachte. Zuckerbäcker aus S-chanf machten in Le Havre, Bordeaux, Breslau, Danzig und Königsberg Karriere. Die Gelder, die ihre Heimat zurückflossen machten aus S-chanf die bevölkerungsreichste Gemeinde im Oberengadin: Im Jahre 1806 zählte sie 450 Einwohner. Heute ist S-chanf mit seinen rund 700 Einwohnern vor allem als Zielort des Engadin Skimarathons und für den Wildreichtum seiner Umgebung bekannt, die zum Schweizerischen Nationalpark gehört.