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Gottstein soll einer von vier Ex-CS-Verantwortlichen sein, gegen welche die Finma rund um den Greensill-Skandal Enforcement-Verfahren führen würde.
Eine der Betroffenen könnte auch Ex-Risk-Chefin Lara Warner sein. Diese war von Gottstein auf den Top-Stuhl gehievt worden.
Die Polizei hatte im Rahmen eines Zürcher Strafverfahrtens Warners Hotelzimmer gefilzt und Notizbücher, Handy und Tablet mitgenommen.
Die Gegenstände erhielt die Australierin später auf Richterbeschluss zurück. Die Daten dürfen nicht verwertet werden.
Das Finma-Verfahren gegen Gottstein, dessen Sprecher gegenüber den genannten Medien keine Stellung nehmen wollte, ist ein schwerer Schlag für den ehemaligen CS-Spitzenmann.
Dieser gab sein Amt am 27. Juli 2022 ab, unter anderem wegen angeschlagener Gesundheit. Die Begründung gab schon damals zu reden.
Gottstein hatte sich in jener Zeit beim Golfspiel gezeigt.
Gottstein zum Verhängnis werden könnte sein naiv wirkender Umgang mit Alexander „Lex“ Greensill. Gegen diesen und dessen Greensill-Konstrukt ermitteln mehrere Behörden.
Kurz nachdem Gottstein im Februar 2020 die CEO-Rolle von Tidjane Thiam übernommen hatte, versicherte er Greensill am Telefon, dass er ihn nicht hängen lassen würde.
„CS will not let you down“, sagte der frisch gebackene operative Grossbank-Chef in den Hörer.
Ein halbes Jahr später, im Oktober 2020, gab Gottsteins Risk-Vertraute Warner der Greensill Capital eine 140 Millionen Dollar-Kreditlinie der CS.
Dies gegen den Widerstand ihrer eigenen Risk-Spezialisten. Das Geld sollte die Zeit bis zum geplanten Börsengang überbrücken.
Damals hatte ein australischer Richter den 1. März 2021 zum High-noon gemacht. Auf jenen Zeitpunkt hin würde der Schutz einer japanischen Versicherung für die Greensill-Fonds unwiderruflich enden.
Trotzdem machten die CS-Chefs Gottstein und Warner weiter. Erst kurz vor dem 1. März versuchten sie, die Konstrukte zu retten.
Da war es schon zu spät. Als die CS die Greensill-Fonds stoppen musste, geriet die ganze CS in Schieflage. Es drohen 2 Milliarden Schäden.
Man habe erst im Februar 2021 vom drohenden Ende des Versicherungsschutzes erfahren, so die Entschuldigung von Warner und Gottstein. Dem geht nun offenbar die Finma auf den Grund.