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Im Frühjahrssemester 2015 hat sich die Forschungswerkstatt Geschichte vorgenommen, den gesellschaftlichen Umgang mit Denkmälern zu untersuchen. Nach Einführung in verschiedene Methoden und Techniken der modernen Forschungsarbeit (serielle Bildanalyse, teilnehmende Beobachtung etc.) haben die Studierenden in eigenen kleinen Forschungsprojekten einzelne Denkmäler untersucht. In dieser Woche stand die Basler Helvetia auf dem Programm.
Als eine Auftragsarbeit der Kunstkredit Basel-Stadt wurde sie im Jahr 1980 von der Künstlerin Bettina Eichin (geb. 1940) geschaffen. Mit klar feministischem Unterton zeigt die Statue die Wandlung der Allegorie „Helvetia“ zur Frau. Das Stilleben aus weiblicher Person, Schild, Lanze und Koffer befindet sich auf der Kleinbasler Seite der Mittleren Rheinbrücke. Eine Tafel bettet die Situation in eine übergeordnete Narration ein: Die Helevetia ist vom Zwei-Franken-Stück hinabgestiegen und ruht sich mit rheinabwärts gerichtetem Blick von den Strapazen ihrer Reise aus. Im Sinne der künstlerischen Intention ist sie eingebettet in den Alltag der Basler Bevölkerung. Insbesondere dem Stadtmarketing dient die Statue aufgrund des hohen Wiedererkennungswerts als Motiv auf vielen touristischen Prospekten und Handreichungen.
Der Vortrag der Studierenden zeichnete die Geschichte der Allegorie Helvetia vom Westfälischen Frieden 1648 bis zur Staatsgründung 1848 nach. Die Figur erfuhr ab ihrem ersten Aufkommen eine zunehmende Emanziptation, die sie nicht zuletzt zur Wächterin schweizerischen Nationalstolzes machte. Neben zahlreichem Aufgreifen der Allegorie Helvetia in Denkmälern (abgesehen von der Verwendung als Motiv auf mehreren Münzen) besitzt das Basler Denkmal ein Alleinstellungsmerkmal: Als einziges Denkmal ist es exklusiv der Helvetia gewidmet. Andere Darstellungen zeigen sie eingebettet in Situationen, wie bspw. gemeinsam mit der Geneva auf dem Monument national in Genf.