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Reisebericht: Von Walen und Pech
Eines vorweg: Ich reise nicht sonderlich gerne. Ich wollte zwar als Kind immer Astronautin werden, aber dieser Traum hat sich sehr schnell in Luft aufgelöst als ich gemerkt habe, dass ich nicht einmal rückwärts Zug fahren kann. Auf einem Boot fühle ich immer die Versuchung, “Haie! Haie! Zurück an Land!” zu schreien, auch wenn wir auf dem Thunersee friedlich dahinschippern und es dort keine Haie gibt. Ich würde sogar liebend gerne einen Business-Sitzplatz mit einem Economy-Sitzplatz tauschen, damit ich wenigstens nicht Po voran in die Luft gehoben werde. Nicht, dass ich jemals Business geflogen wäre, aber rückwärts fliegen wäre wohl so etwas wie mein grösster Alptraum.
Umso schlimmer war es also für mich, als unsere diesjährige USA-Reise eine Katastrophe war. Ich würde mich selbst zwar als gesitteten und eloquenten Menschen beschreiben, aber manchmal gibt es einfach nur ein Wort, welches eine Situation passend beschreibt. Ich könnte sagen: Der Verlauf der Reise war unglücklich. Ich könnte das Wort anstrengend wählen, oder ich könnte einfach schreiben: Es war Pech. Aber wisst ihr was? Das wäre nicht passend. Es gibt nur ein Wort, welches diese Reise beschreibt, und wenn ich es schon nicht gebrauchen werde, dann füttere ich euer Gehirn wenigstens mit einem Bild davon:
Warum? Weil einfach alles schief ging. Als ich mit überragenden 4 Stunden Schlaf halbtot am Flughafen ankam, wurden wir über die zweistündige Verspätung unseres sonst schon neunstündigen Fluges informiert. Als wir endlich landeten, durften wir das Flugzeug nicht verlassen, weil es draussen stürmte und wir von einem Blitz hätten getroffen werden können. Also sassen wir stundenlang unnütz in einem stillstehenden Flugzeug. Natürlich verpassten wir in Washington den Anschlussflug nach Minnesota, welchen wir sowieso nicht hätten nehmen können, da der ganze Flughafen wegen Unwetter geschlossen war. Ich schlief wenige Stunden neben einem Menschen, der solche Geräusche machte, bis ich dann um 5 Uhr aus dem Bett rollte, um den Flug nach Minnesota zu erwischen:
Aber das war noch nicht genug. Nein, beim Rückflug machten wir noch einen kurzen Stopp in Washington, damit ich auch einmal diese schöne Stadt bewundern kann. Leider wurde unser Flug dahin abgesagt, weswegen wir zuerst von Minnesota nach Chicago fliegen mussten, natürlich auch mit vielen Stunden Verspätung. Schliesslich kamen wir anstatt am frühen Nachmittag spätnachts in Washington an. Ich war not amused. Als ich dann noch meinen Koffer sah, welcher plötzlich total zerrissen und nicht mehr zu gebrauchen war, hatte ich wirklich die Nase voll. Ich bekam zwar einen neuen Koffer, musste aber mein ganzes Hab und Gut (welches ich mit Mühe in den Koffer gestopft hatte) umpacken. Endlich sah ich das wunderbare Gefährt, welches uns zu unserem Hotel lotsen sollte. Freiheit! Atmen! Doch irgendwie muss das Schicksal mich auf dem Kieker haben, denn neben mir setzte sich eine junge Dame, welche in etwa so aussah:
Unterschiede: Sie lachte nicht, sie war leider kein lebendiger Springbrunnen und war ausserdem sehr unfreundlich (weswegen ich sie auch als Wal bezeichnen darf, fiese Menschen haben auf diesem Blog hier weniger Rechte). Sie nahm nicht nur ihren, sondern auch die Hälfte meines Sitzes in Anspruch. Während also meine linke Körperhälfte in der Luft schwebte und meine Backe gegen das Fenster gedrückt wurde, dachte ich an das Wort, welches ich hier nicht aussprechen werde. Im Grossen und Ganzen waren die Ferien natürlich wunderbar. Nicht alles kann am Schnürchen laufen. Es gibt einfach Tage, an denen gar nichts so läuft, wie es eigentlich sollte. Für solche Fälle gibt es Schimpfwörter.
Jetzt noch zu euch: Schreibt mir doch einen Kommentar und erzählt mir, wann ihr einen solchen Tag hattet, den man nur als “pechalicious” bezeichnen kann. Ich freue mich auf eure Geschichten! Geteiltes Leid ist halbes Leid.