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Recherchetipps für Schüler*innen
Die Universitätsbibliothek Bern unterstützt Sie bei Ihren Rechercheprojekten.
Auf dieser Seite erhalten Sie Tipps zur Recherche:
- Wie bereite ich meine Literaturrecherche vor?
- Wo recherchiere ich? Quellen und Suchinstrumente
- Wie recherchiere ich effizient?
- Wie beschaffe ich Literatur an der UB Bern?
- Wie bewerte und dokumentiere ich die gefundene Literatur?
- Wie zitiere ich die verwendete Literatur korrekt?
- Wissenschaftliche Recherche
- Fragen und Beratung
Wie bereite ich meine Literaturrecherche vor?
Rechercheplan
- Um effizient recherchieren zu können, empfehlen wir die Arbeit mit einem Rechercheplan. Dieser ist ein nützliches Hilfsmittel, um eine Recherche strukturiert durchzuführen und die Überlegungen sowie die Resultate schriftlich festzuhalten.
- Dabei gilt es zu bedenken, dass eine Recherche meist nicht linear verläuft, sondern die einzelnen Schritte werden oft in anderen Recherchephasen erneut durchgeführt und so die Ergebnisliste weiter auf eine konkreter werdende Fragenstellung eingeschränkt.
Forschungsfrage formulieren und zentrale Begriffe notieren
- Schreiben Sie die Forschungsfrage(n) nieder, die Sie mit Ihrer Arbeit beantworten wollen. Formulieren Sie die Frage(n) möglichst präzise. Sie können auch mehrere kurze Sätze formulieren und sich so dem Thema annähern.
- Falls Sie noch keine konkrete Fragestellung haben, umreissen Sie das Thema, das Sie untersuchen möchten, mit Hilfe von einigen Schlagwörtern und nutzen Sie diese als Grundlage für die weitere Recherchearbeit.
- Welches sind die inhaltlichen Kernbegriffe, zu denen Sie Informationen benötigen? Notieren Sie diese und halten Sie weiter auch verwandte Begriffe fest, z.B. Ober- und Unterbegriffe, und überlegen Sie sich geeignete Synonyme.
- Wenn Ihre Arbeit nicht nur deutschsprachige Publikationen berücksichtigen soll (und das ist heute meist angezeigt, da der Grossteil der wissenschaftlichen Literatur in Englisch vorliegt) übersetzen Sie schliesslich alle notierten Begriffe ins Englische (und/oder ggf. in weitere Sprachen).
Beispiel
- Frage: Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Tourismus im Hochgebirge aus?
- Kernbegriffe: Klimawandel / Tourismus / Hochgebirge / climate change / tourism / mountains
Zusammen mit verwandten Begriffen, Synonymen und Übersetzungen ergibt sich auf diese Weise eine Liste oder ein Netzwerk aus möglichen, kombinierbaren Suchbegriffen, die Sie im Verlauf der Recherche immer wieder verwenden können. Mit der fortschreitenden Recherchearbeit werden diese weiter präzisiert und/oder um weitere Schlagwörter ergänzt.
Beispiel
Vielleicht haben Sie Ihre Fragestellung in einem weiteren Satz so präzisiert:
Diese Frage soll anhand des Beispiels Grindelwald erörtert und beantwortet werden.
Entsprechend benötigen Sie auch Informationen über Grindelwald und spezifisch über die Entwicklung des Tourismus dort. Sie können also Ihre Liste mit dem Stichwort «Grindelwald» ergänzen.
Umfang der Literatur, Publikationszeitraum, Methodenliteratur?
Machen Sie sich nun Gedanken zu folgenden Fragen und klären Sie diese gegebenenfalls mit Ihren Betreuungspersonen:
- Was wird von Ihnen im Rahmen des Auftrags erwartet, welche Menge an Literatur sollten Sie für die Arbeit konsultieren und verarbeiten? Soll die Literaturliste vollumfänglich sein oder reichen 10-15 wissenschaftliche Publikationen?
- Benötigen Sie nur die aktuelle Literatur oder enthält Ihre Arbeit auch einen geschichtlichen Abriss?
- Gibt es (z.B. thematische, sprachliche oder geographische) Einschränkungen?
- Welche Methoden wollen Sie im Rahmen der Arbeit anwenden (bspw. Interviews, statistische Methoden, Experimente, Literaturanalyse, …) und brauchen Sie Methodenliteratur dazu (d.h. Beschreibungen & Anleitungen, wie diese Methoden wissenschaftlich anzuwenden sind)? Wenn ja, wie lauten die Stichworte dafür (bspw. «Interviewtechnik», «Statistische Analyse», «Close Reading», …)?
Nachdem Sie sich auch die Antworten auf diese Fragen notiert haben, können Sie einen Schritt weitergehen.
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Ausführlichere und vertiefende Infos zur Recherchevorbereitung finden Sie im Werkzeugkasten der Hochschule Luzern.
Wo recherchiere ich? Quellen und Suchinstrumente
Zentrale Begriffe finden
Bevor Sie mit der Beschaffung passender Literatur beginnen, kann es hilfreich sein, wenn Sie sich zunächst mit der (wissenschaftlichen) Bedeutung der für Ihre Arbeit zentralen Begriffe vertraut machen:
- Schlagen Sie dazu in Einführungs-, Hand- und Lehrbücher nach. Diese bieten einführende Texte zu aktuellen wissenschaftlichen Diskussionen. Sie werden hierbei auch weitere verwandte Begriffe und Synonyme zur Ergänzung Ihrer Liste finden. Entsprechende Werke zu allen Fachgebieten finden Sie auf der Rechercheplattform swisscovery Universität und PH Bern.
Dabei finden sich oft neben zentralen Begriffen auch Hinweise zu Grundlagenwerke, die Sie konsultieren und möglicherweise für Ihre Arbeit nutzen können.
- Wikipedia-Artikel können einen ersten Überblick bieten und auf weiterführende Quellen hinweisen. Allerdings sollte vermieden werden, Wikipedia als direkte Quelle zu verwenden.
Suche im Internet
Eine Suche im Internet, beispielsweise mit Hilfe einer Suchmaschine wie Google, ergibt in der Regel sehr viele Treffer. Es ist aber anspruchsvoll, die Suchergebnisse zu sortieren und auf ihre (wissenschaftliche) Relevanz zu prüfen. Die Suchmaschinen bieten hier oft nur wenig Spielraum, um die Treffer sinnvoll zu filtern und weiter zu verarbeiten. Deshalb ist die Recherche in Bibliothekskatalogen, Suchportalen und Wissenschaftlichen Datenbanken zielführender, da die dort enthaltenen Dokumente bereits durch Fachpersonen in Bezug auf ihre Wissenschaftlichkeit überprüft wurden.
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Was Sie über die Recherche im Internet wissen müssen, können Sie sich im Suchmaschinen-Tutorial der UB Bielefeld aneignen.
Bibliothekskataloge und Fachdatenbanken
Wissenschaftliche Datenbanken bieten oft Literatur zu spezifischen Themenfeldern und liefern so einen raschen Überblick über ein bestimmtes Gebiet. Durch ihre fachliche und thematische Spezialisierung bieten Datenbanken qualitativ hochstehende Informationen, die eine erste Grundlage für eine weitere Recherche bieten. Durch diese Eingrenzung sind Rechercheplattformen, Bibliothekskataloge und Fachdatenbanken geeignetere Quellen für die wissenschaftliche Recherche als allgemeine Suchmaschinen: Sie bieten wissenschaftliche Qualität der Inhalte und praktische Funktionen zum Reduzieren der Treffermenge sowie zum Abspeichern und Weiterverarbeiten der gefundenen Titel. Häufig lässt sich dabei direkt auf die Volltexte zugreifen, was die Literaturrecherche sehr effizient macht.
In Bibliothekskatalogen finden Sie weitere bibliographische Angaben (sogenannte Referenzen) zu Büchern, E-Books und Zeitschriften, die sich im Bestand einer oder mehrerer Bibliotheken befinden. Diese liefern Hinweise zur Qualitätsprüfung der gefundenen Literatur und bieten wichtige Anhaltspunkte für die weitere Suche nach geeigneter wissenschaftlicher Literatur.
- Rechercheplattform swisscovery Universität und PH Bern.
- Um Ihre Suche auf wissenschaftliche Bibliotheken in der ganzen Schweiz auszuweiten, können Sie im Suchfeld rechts mittels Dropdown-Menü auf "swisscovery" wechseln.
- Von der Universitätsbibliothek Bern lizenzierte Fachdatenbanken finden Sie unter folgendem Link.
- Diese sind vorwiegend nur im Netz der UB Bern zugänglich. Mehr Informationen finden Sie dazu hier.
Wie recherchiere ich effizient?
Suchstrategien
- Suchen Sie zuerst mit allgemeinen und breiten Begriffen, um möglichst viele Suchergebnisse zu erhalten. Grenzen Sie die Suchergebnisse nun Stück für Stück mit weiteren, spezifischeren Begriffen ein, bis Sie am Ende eine für Sie überschaubare Treffermenge erhalten.
Kleiner Tipp: Viele Bibliothekskataloge und Fachdatenbanken ermöglichen das sinnvolle Reduzieren der Suchergebnisse mittels Filterkriterien (bei swisscovery links unter "Ergebnisse optimieren").
- Bei der Suche nach dem Schneeballprinzip starten Sie mit einer Ihnen bekannten Publikation zu Ihrem Thema, z.B. einem Text, der Ihnen bspw. von Ihrer Betreuungsperson empfohlen wurde, oder einem einführenden Werk, wie einem Hand- oder Lehrbuch. Durchsuchen Sie das Literaturverzeichnis und/oder die Fussnoten dieser Publikation nach weiteren passenden Literaturhinweisen.
- Wenn Sie Ihr Thema bereits gut kennen, können Sie die Suche auch mit dem für Sie wichtigsten oder spezifischsten Aspekt beginnen. So erhalten Sie zu Beginn der Suche wenige, aber passende Treffer. Wenn Sie die Suche später auf den thematischen Kontext ausweiten möchten, wählen Sie nach und nach breitere Suchbegriffe aus.
Tipps
Wie Sie Ihre Suchbegriffe schlau kombinieren und optimieren können, erfahren Sie in den beiden Kurzvideos.
Tricks
Trunkierungszeichen, Platzhalter und Phrasensuche
Durch die Platzierung bestimmter Sonderzeichen können Sie andere Schreibweisen bzw. grammatikalische Formen der Suchbegriffe in die Suche mit einbeziehen. In den Katalogen und Datenbanken werden unterschiedliche Zeichen verwendet. Häufig ist * (steht meist für beliebig viele Zeichen), ? (meist Platzhalter für null oder ein Zeichen), gelegentlich auch !, % und $. Setzt man eine Wortfolge in Anführungszeichen „“, wird nach genau dieser Wortfolge gesucht. Unter Hilfe oder bei den FAQs des jeweiligen Suchinstruments finden Sie die zu verwendenden Zeichen.
Beispiele
Tourismus*
findet die Begriffe Tourismus, Tourismusbranche, Tourismusverein etc.
touris*
findet auch tourist, tourist office, touristisch, touristische, tourism
Afri?a
findet sowohl Afrika als auch Africa
„food waste“
sucht nach den beiden Wörtern in genau dieser Wortfolge (und bringt nicht alles, was irgendwo im Text food und waste enthält).
Wie beschaffe ich Literatur an der UB Bern?
Wie bewerte und dokumentiere ich die gefundene Literatur?
Was ist relevant?
Nachdem Sie Ihre Suchergebnisse auf eine überschaubare Treffermenge reduziert haben, gehen Sie sie nacheinander durch und entscheiden, was davon für Ihr Forschungsthema relevant ist und Sie folglich beschaffen und zur Kenntnis nehmen möchten.
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In diesem Blog-Beitrag der HSLU Luzern finden Sie weitere Hinweise darauf, nach welchen Kriterien Sie die gefundene Literatur überprüfen können: Entsprechen die gefundenen Artikel und Bücher auch den qualitativen Ansprüchen an Forschungsliteratur?
Relevantes festhalten
Halten Sie fest, was Sie als nützlich bewertet haben. In den meisten Online-Katalogen und Datenbanken gibt es dazu Funktionen wie «auf Merkliste setzen» oder «Exemplar/Suchergebnis speichern/exportieren».
In swisscovery Universität und PH Bern heisst die Funktion «Exemplar speichern» und ist durch ein Pin-Icon gekennzeichnet. Weiterführende Informationen dazu in den FAQ unter "Kann ich Suchergebnisse in einer Liste abspeichern?". Auch der Einsatz von Literaturverwaltungsprogrammen wie Citavi oder Zotero ist empfehlenswert.
Wie zitiere ich die verwendete Literatur korrekt?
Exzerpte erstellen
Es ist wichtig, dass Sie immer den Überblick haben, was Sie wo gelesen haben, damit Sie es beim Schreiben korrekt zitieren können. Es empfiehlt sich also bei der Lektüre der Fachliteratur die für Ihr Thema wichtigen Punkte wörtlich (Zitat) oder in eigenen Worten (Paraphrase) zusammengefasst herauszuschreiben und konsequent darunter zu notieren, welchem Werk (inkl. Seitenzahl) Sie dies entnommen haben. Diesen Vorgang nennt man «exzerpieren».
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Weiterführende Materialien zum wissenschaftlichen Lesen und Schreiben finden Sie hier, zusammengefasst von der Universität Bielefeld.
Richtig zitieren
Welches Zitierformat wird für Ihre Arbeit erwartet? Klären Sie dies rechtzeitig mit der Lehrperson, die Ihre Arbeit betreut. Die meisten Institutionen verfügen über eigene Richtlinien und Anforderungen, die es zu beachten gilt.
Wissenschaftliche Recherche
Vertiefte Recherche mit LOTSE
Wenn Sie sich noch vertiefter mit Literatursuche und dem Wissenschaftlichen Arbeiten befassen möchten, empfehlen wir «LOTSE – den umfassenden Online-Wegweiser zur Literatursuche und zum Wissenschaftlichen Arbeiten» der Universitäts- und Landesbibliothek Münster.
Fragen und Beratung
Infotheke Bibliothek Münstergasse, 1. OG: Mo-Fr 10-18 Uhr
Telefon +41 31 684 92 11: Mo-Fr 10-18 Uhr
E-Mail: <email-pii>
Auf der Rechercheplattform swisscovery Universität und PH Bern finden Sie auf der rechten Seite (rote Sprechblasen) zudem eine Chat-Möglichkeit (Mo-Fr 9-17 Uhr).