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Ziel
In diesem Tutorial zeigen wir dir einige hilfreiche Tipps zum Thema Stereo Imaging und Monokompatibilität. Wir stellen dir eine Reihe von Tools vor, mit denen du Phasenprobleme und Unausgewogenheiten im Stereopanorama besser in den Griff bekommst.
1. Einführung
Stereo Imaging und Monokompabilität ist ein wichtiges, aber oft übergangenes Thema beim Mixing und Mastering. Monokompabilität bedeutet, dass eine Stereomusikproduktion auch bei einer Wiedergabe in Mono ohne technische Probleme abgespielt werden kann und einen qualitativ ähnlichen Höreindruck hinterlässt. Die Höhe der Monokompabilität kann mit dem Korrelationsgrad gemessen werden. Doch warum ist das wichtig?
Bei der Monowiedergabe eines Stereosignals werden der linke und rechte Kanal zusammengemischt. Durch Phasenverschiebungen, d.h. Unterschiede zwischen dem rechten und linken Kanal, können dabei bestimmte Signalanteile vom Pegel her verstärkt oder abgeschwächt werden. Im Extremfall ist bei komplett gegensätzlichen Phasenlagen des Signals das Resultat bei einer Monowiedergabe Stille.
Monowiedergabe ist beispielsweise relevant für Musikproduktionen, die im Internet gestreamt werden oder im Radio laufen. Bei schlechtem Empfang schalten viele Kanäle automatisch ihre Übertragung in Mono um. Außerdem verfügen viele Empfangsgeräte (z.B. Transistor- und Küchenradios) über lediglich einen Lautsprecher. Wichtig ist Monokompabilität auch für eine Wiedergabe von Musik im Club, da PA-Anlagen nicht zwangsweise Stereosysteme sein müssen. Nicht zuletzt ist eine möglichst große Monokompabilität (insbesondere im Bassbereich) für das Pressen eures Tracks auf Vinyl unbedingt empfehlenswert. Bei der Pressung nicht monokompatibler Schallplatten bzw. deren Wiedergabe kann es zu Sprüngen des Schneidestichels und des Tonarms kommen!
2. Analyse
Um herauszufinden, ob ein Stereo-Signal monokompatibel ist, benötigst du ein Metering-Tool, mit dem du das Signal in Echtzeit analysieren kannst. Hierfür eignet sich ein Correlation Meter, auf Deutsch: Korrelationsgradmesser oder Goniometer. Dabei handelt es sich um ein Messgerät, mit dem du die Beziehungen zwischen dem linken und rechten Kanal (= Phasenlage) eines Stereosignals ermitteln kannst. Vereinfacht gesagt: Je Größer der Unterschied zwischen linkem und rechtem Kanal ist, desto geringer ist der Grad an Monokompabilität.
In Logic Pro X kannst du zur Analyse das Tool MultiMeter verwenden, welches über einen Goniometer verfügt. Für andere DAWs eignet sich das kostenlose Plug-in Stereo Tool V3 von Flux Software Engineering.
In einem weiteren Tutorial werden wir uns explizit mit dem Thema Imaging und Korrelationsgradmesser befassen.
3. Problembehebung
Im Folgenden zeigen wir dir drei Methoden, wie du Phasenprobleme beheben und Unausgewogenheiten im Stereopanorama ausgleichen kannst.
3.1 Stereo to Mono
Der einfachste und brachialste Weg, um monokompabilität herzustellen, ist das Signal mono zu schalten. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Monokompabilität zu 100% gewährleistet ist. Der Nachteil ist, dass jegliche Räumlichkeit und Fülle im Stereopanorama verloren gehen.
Natürlich solltest du nicht ein Mono-Plug-in auf der Masterspur verwenden, oder die Produktion als Monodatei bouncen. Es kann aber durchaus Sinn machen, diesen Ansatz auf einzelne Spuren oder Samples anzuwenden, um im Gesamtmix die Monokompabilität ein wenig zu erhöhen. Ein typisches Beispiels ist die Bassdrum, die im Normalfall in Mono abgemischt wird.
Bx_solo ist ein kostenloses Plug-in von Brainworx, mit dem du wahlweise das Mittensignal, den linken oder den rechten Kanal isolieren kannst. In Ableton Live kannst du hierzu alternativ auch den Utility-Effekt verwenden, und in Logic Pro X das Gain-Plug-in.
3.2 Mid-/Side-EQ
Anstatt das komplette Signal mono zu schalten, kann du mit Hilfe eines Mid-/Side-EQs die Stereobreite eines bestimmten Frequenzbandes dynamisch reduzieren. Der EQ Eight von Ableton Live oder der Pro-Q von Fabfilter verfügen hierzu über eine Split-Funktion, die es ermöglicht, entweder nur Mono- oder nur Stereo-Anteile zu filtern. Besonders sinnvoll ist es, den Subbass in mono zu schalten. Wie genau das geht, erfährst du hier:
3.3 Phasenkorrektur
Um Phasenprobleme in den Griff zu bekommen, gibt es eine Reihe von Phase-Correction-Plug-ins. Diese Tools haben den Vorteil, dass du die Monokompabilität erhöhen kannst, ohne dadurch das Stereopanorama des Signals zu zerstören. Ein Beispiel für ein solches Audio-Werkzeug ist InPhase von Waves. Ein kurzes Einführungsvideo zu InPhase findest du hier.
4. Vorbeugung
Am besten ist es natürlich, Phasenprobleme gar nicht erst entstehen lassen und bereits während dem Producing auf eine möglichst hohe Monokompabilität zu achten. Das kannst du tun, indem du Effekte, die die Phase eines Signals verändern, spärlich einsetzt. Das sind insbesondere Modulationseffekte wie Phaser, Flanger und Chorus. Natürlich kannst du diese Effekte einsetzt, nur eben mit Bedacht. Halte den Pegel des Wet-Signal in Grenzen, verwende diese Effekte nur für bestimmte Sounds und benutze eines der oben genannten Metering-Tools! Auch mit Nachhall und Echo solltest du vorsichtig sein, da du mit diesen Effekten den Pegel des Seitensignals in die Höhe treibst.
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05/01/2020