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Die Bedeutung von CorgiNach allgemeiner Auffassung setzt sich das Wort Corgi aus cor (Zwerg) und ci (Hund) zusammen, wobei ci in gi mutierte, also Corgi = Zwerghund.
Gemäss Clifford L.B. Hubbard ist aber die Bedeutung, die er in einem der ältesten Wörterbücher, Wyllam Salesbury's A Dictionary in Englyshe and Welshe (London 1574), gefunden hat, zutreffender, nämlich cur dog oder einfach cur. Dort findet sich ein Hinweis auf Korgi ne gostoc, was "Corgi oder curre dog" bedeutet. (Zu jener Zeit war der Gebrauch von K anstelle von C nicht ungewöhnlich).
Corgi nach einer Zeichnung von 1650
Hubbard beschloss, der Frage nach der Bedeutung des Namens nachzugehen, so lange er noch in Ponterwyd wohnte, das nur 20 km von Aberystwyth entfernt liegt, wo sich die National Library of Wales und das Dictionary Department of the Board of Celtic Studies befinden. Er durchsuchte Hunderte von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Manuskripten usw. und fand mehrere Hinweise auf Corgis. Unter anderem stiess er auf eine Abhandlung von 1925 über die Arbeiten von Gryffudd Hiraethog, einem namhaften walisischen Dichter des 16. Jahrhunderts, die einen Hinweis auf das markante Bellen der Corgis enthielten, nämlich dass "diese Hunde wie Stimmschlüssel für die Harfe sind" (these dogs are as tuning-keys for the harp). Aber was genau ist damit gemeint? Dass das Bellen des Corgis als Stimmgabel für die Harfe dient, oder doch eher, dass der Corgi für seinen Besitzer genau so unentbehrlich ist wie der Stimmschlüssel für den Harfenisten?
Die korrekte Mehrzahl für Corgi ist übrigens Corgwn, nicht Corgwyn, Corgis oder Corgies. Corgis als Form für die Mehrzahl hat sich jedoch international etabliert. Die Aussprache von Corgwn ist allerdings nicht so kompliziert wie es scheint, sondern wird ausgesprochen wie Corg'n, also ohne "w".
Die Verbindung des Wortes Corgi mit Cur scheint historisch gut fundiert zu sein. Da man mit dem Wort Cur allgemein einen Bastard oder im besten Fall eine Kreuzung verbindet, erstaunt es nicht, dass die Bedeutung Zwerghund bevorzugt wird. Man muss aber wissen, dass Cur früher nicht im abschätzigen Sinn auf Hunde angewandt wurde, sondern es handelte sich dabei um einen Gebrauchshund im Gegensatz zum Jagd- oder Luxushund. (Luxushunde waren gemäss Jean Bungartz (1888) alle nicht zur Jagd benutzten Hunde).
Die alten walisischen Gesetze erwähnten drei Arten von Gebrauchshunden: den Wachhund (Watch Cur), den Hirtenhund (Shepherd's Cur) und den Haus- und Hofhund (House Cur). Die ältesten, noch exisitierenden Hinweise auf britische Viehhunde finden sich in den Gesetzen von Howell The Good (König von Wales, ca. 880-950). Es ist interessant festzustellen, dass bei Hinweisen auf den Corgi er als Cur bezeichnet wird. Der Hüte- oder Treibhund (Shepherd's oder Herdsman's Cur) hatte neben seinem legalen Rechtswert einen beachtlichen Gebrauchswert, wie aus einem der Gesetze entnommen werden kann, welches festlegt, "dass für einen Hirten im Sommer drei Dinge unentbehrlich sind: eine Hütte, ein Hütehund und ein Messer".
Diese alten Gesetze waren erstaunlich präzise und verständlich mit Bezug auf die Hunde. Für jede Rasse wurde ein sorgfältig errechneter Wert festgelegt, der sich aus der Art des Gebrauchs, dem Alter und der Ausbildung des Hundes zusammensetzte. Der Wert eines Hüte- oder Treibhundes war relativ hoch im Vergleich zu einem Wach- oder Hofhund und entsprach dem Wert eines Ochsen, wenn es sich um einen echten Hüte- oder Treibhund handelte. Demzufolge wurde ein Hüte- oder Treibhund, der für Rindvieh (und Schafe) eingesetzt wurde, in Wales als eine wertvolle Rasse betrachtet. Dass der Greyhound des Königs oft nicht mehr wert war als ein Cur zeigt, dass der Cur alles andere als ein wertloser Köter war.
Synonyme
Wie allgemein bekannt, ist der Corgi ein Heeler, d.h. ein Hund, der das Vieh in die Fersen schnappt, um es anzutreiben. Am Anfang, als Corgis in Wales ausgestellt wurden, wurden sie auf den landwirtschaftlichen Schauen oft als Heelers klassifiziert und diese Bezeichnung ist das einzige englische Synonym für den Corgi (mit Ausnahme von Cur, das eine Übersetzung der walisischen Bezeichnung ist).
Das walisische Wort für Ferse ist sawdl und das Verb für in die Fersen schnappen sodli und die Waliser haben den Corgi während Jahrhunderten Ci Sodli (Mehrzahl Cwn Sodli) genannt.
Es gibt noch einen anderen Namen, der oft im Zusammenhang mit einem Corgi benutzt wird, nämlich Ci Llathed (oder korrekt Ci Llathaid), das sich aus ci (Hund) und llath oder llathen (ein Yard oder Stock) zusammensetzt. Dabei ist hier der walisische Yard gemeint, der vier Inch länger ist als der englische Yard und somit 40 Inch misst. Wenn ein Waliser von einem Ci Llathaid spricht, meint er üblicherweise den Cardigan Corgi, der vom Spitz seiner langen Rute bis zur Nasenspitze oft und gerne einen walisischen Yard (101,60 cm) misst.
In ihrem Buch The Welsh Corgi schreibt Thelma Gray, dass das Wort Corgi auch eine Zusammenziehung des Wortes Corlan Gi (Schafstall-Hund) sein könnte, da aber der Corgi damals selten als Hütehund für Schafe verwendet wurde, scheint diese Theorie weniger wahrscheinlich als gewisse andere.
Das Wort Corgi wird (oder wurde) in Südwales nicht nur für eine Hunderasse, die in diesem Gebiet vorkommt, sondern auch für "Schelm" gebraucht und zwar mehr im neckischen und liebevollen als im negativen Sinn. Ein Wörterbuch definiert Corgi als "frecher Hund - Köter".
Die walisische Sprache ist rein phonetisch und wenn man das Alphabet erst einmal meistert, ist es nicht weiter schwierig, die Wörter richtig auszusprechen. Für Uneingeweihte ist es jedoch fast unmöglich, die walisischen Namen in den Stammbäumen zu deuten. Es ist übrigens eine merkwürdige Tatsache, dass Cardigan Züchter, aus welchem Grund auch immer, für die Stammbäume ihrer Hunde immer noch oft walisische Namen wählen, während Pembroke Züchter meistens gewöhnliche englische Namen oder Namen in ihrer jeweiligen nationalen Sprache verwenden.
Literatur
Clifford L.B. Hubbard: The Pembrokeshire Corgi und The Cardiganshire Corgi, beide 1952 bei Nicholson & Watson, London, erschienen). Thelma Gray: The Welsh Corgi. Pembrokeshire and Cardiganshire Types. (2. Auflage, 1939).
Redigiert und übersetzt von ANo