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Früher hatte das Murmeltier einen langen, buschigen Schwanz. Doch einmal ging es zu weit in den Wald hinein. Nicht lange, da war es von sieben Wölfen umzingelt: «Wir werden dich jetzt auffressen!», sagten sie und fletschten die Zähne. Das Murmeltier sprach: «Das ist sicher ein Festessen für euch, da solltet ihr erst noch richtig feiern. Ich kann für euch singen und euch einen neuen Tanz beibringen.»
Die Wölfe waren zwar hungrig, aber sie wollten auch gerne einen neuen Tanz lernen. «Also gut. Zeig uns den Tanz, danach wollen wir dich auffressen», sagten sie.
Das Murmeltier stellte sich vor einen Baum und sprach: «Ich werde jetzt singen und ihr tanzt von mir weg, bis ich rufe ‹Yu!›, dann tanzt ihr zu mir zurück.»
Das Murmeltier begann zu singen: «Ha′wiye′ĕhĭ′», und die Wölfe tanzten, bis das Murmeltier rief: „Yu!“. Da drehten sich die Wölfe um. Das Murmeltier sang: «Hi′yagu′wĕ», und die Wölfe tanzten zu ihm zurück.
«Sehr gut!», lobte das Murmeltier. «Jetzt noch einmal!“
Wieder begann es zu singen und die Wölfe tanzten. Es liess die Wölfe sechs Mal tanzen und jedes Mal lobte es sie, doch mit jedem Tanz ging es zu einem anderen Baum, bis es beim siebten Mal nah an seiner Höhle stand. «Jetzt noch einmal!», rief es und begann zu singen.
Es liess die Wölfe lange davontanzen, rief im letzten Moment «Yu!», und wollte gerade in der Höhle verschwinden. Doch die sieben Wölfe waren schnell und erwischten das Murmeltier an seinem Schwänzchen. Sie zogen und zerrten, bis ein Stück abbrach und nur noch ein kurzes Stummelschwänzchen übrig war. So entkam das Murmeltier den Wölfen und seither haben alle Murmeltiere ein kurzes Schwänzchen. Die Menschen vom Stamm der Cherokee aber kennnen den Murmeltiertanz bis heute.
aus: Kindermärchen für Gross und Klein, © Mutabor Verlag