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Frage:
Empfehlen sie nach einer unkomplizierten Angina lacunaris mit Penicillintherapie (7 Tage Phenoxymethylpenicillin) eine Urinkontrolle? Wenn ja, welche? Weitere Abklärungen, wenn es sich bereits um die 2. Angina innerhalb eines halben Jahres handelt?
weiblich, 32-jährig
Antwort:
Sie möchten wissen, ob wir nach einer siebentägigen Penicillintherapie bei unkomplizierter Tonsillitis (Mandelnentzündung) mit grösseren Belägen eine Urinkontrolle empfehlen würden und ob weitere Abklärungen angezeigt wären bei zwei solchen Ereignissen innerhalb eines halben Jahres.
Ihre erste Frage zielt auf die Abklärung einer möglichen Nierenschädigung durch die Infektion mit einer Untergruppe der Streptokokken-Bakterien (der beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A) hin.
Solche Bakterien sind in bis zu 50 % für die Mandelnentzündung verantwortlich. Als Folgekrankheiten der Infektion mit diesen Bakterien kann es ohne Therapie zu einer speziellen Art der Nierenentzündung (Glomerulonephritis) und einem rheumatischen Fieber (mit Entzündungsreaktionen an den Gelenken und am Herz, seltener im Bereich der Haut und des Gehirns) kommen. Wie angedeutet, treten aber diese Komplikationen heutzutage, nach korrekter antibiotischer Behandlung praktisch nicht mehr auf. Deshalb wird eine Urinkontrolle nach unkomplizierter Angina nicht mehr routinemässig empfohlen.
Bei mehr als 3 "antibiotikapflichtigen" (mit Nachweis von Streptokokken der Gruppe A) Tonsillitiden pro Jahr sollte eine Tonsillektomie (operative Mandelnentfernung) in Erwägung gezogen werden. In Ihrem Fall würden wir aber noch nichts weiter unternehmen.
(Die Therapie der Mandelnentzündung mit Phenoxymethylpenicillin 3x täglich 1 Mio Einheiten wird konventionell während 10 Tagen durchgeführt, wobei wahrscheinlich auch schon 7 Tage reichen; je länger die Therapie durchgeführt wird, desto eher werden die Bakterien ganz eliminiert. Das Medikament ist am besten nüchtern, aber mindestens 30 Minuten vor bzw. 2 Stunden nach einer Mahlzeit, einzunehmen.)
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