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Weitere Luftansichten von Beromünster
Im Norden des Sempacher Sees dehnt sich die kleine Stadt von Beromünster in einer breiten Schüssel aus. Im Norden befindet sich der Wohnturm, dessen Ursprung um das Jahres 1200 liegen muss. Seine Mauern erreichen nur 70 oder 80 Zentimeter Dicke. Der Turm von Beromünster kann also nicht als ein Verteidigungswerk angesehen werden; er ist eher ein sehr altes Steinhaus.
Sein Aussehen besteht aus Bruchsteinen in Bossenwerk und aus vierkantig zugeschnittenen Steinen von durchschnittlicher Grösse; er wird von einem grob ausgemauerten Verputz bedeckt. Von Auf dem viereckigem Grundriss umfasst der Turm zwei Stockwerke aus Stein; das mit Hölzern bekleidete Dritte, ragt auf dem Steinsockel hervor. Das Ganze wird mit einem Walmdach bedeckt. Von der Westseite lehnt ein viereckiges Gebäude nach der selben Maurerarbeitstechnik konstruiert - aber deutlich durch eine Fuge getrennt - an den Turm. Sein Dach lehnt gegen das Hauptdach. Im Osten sieht man den Bogenanhang, der am Turm veredelt worden ist; sie gleicht die Südfassade aus. Zusätzliche Mauern, die noch vor dem Mittelalter datieren, sind aufgerichtet worden, um das Werk zu befestigen, von dem man allerdings den Verputz liess. Das Mauerwerk, in dem die Wendeltreppe untergebracht ist, wurde an der Ostseite angebracht, und stammt aus dem XVII Jahrhundert.
Vermutlich gründete Bero, Graf von Aargau, das Kloster von Beromünster für das Seelenheil seines Sohnes im Jahre 980. Gemäss der Legende ist der junge Graf in seinem Schlaf durch einen erschlagenen Bären, den man tot geglaubt hatte, getötet worden. Dieser Gründung obliegt also nicht ein kirchliches Monument, sondern das Grab des Grafen von Aargau und seiner Nachfolger Lenzburg, die alle hier beerdigt wurden. Die Grafen von Lenzburg sicherten die Existenz des Klosters von Beromünster durch grosszügige Spenden und Schenkungen und setzten es ausserdem unter der Schutzherrschaft des heiligen germanisch-römischen Reiches. Zu Beginn des XII Jahrhundert wurde das Kloster in ein Kapitel umgewandelt, wo die edlen Familienmitglieder empfangen wurden. Nach dem Untergang der Lenzburger ging das Amt von Beromünster an die Grafen von Kyburg zurück. Sie scheinen, nicht gezögert zu haben, sich mit den Prioren des Klosters zu verfeinden, denn nach mehr als einer Wiedereinnahme setzten sie Feuer an den Kapitalen der Gebäude. In 1264 wurden die Rechte der Kyburger dem Haus von Habsburg übertragen und das Kloster gehörte zu dessen Grundgütern.
Später entstand ein landwirtschaftlicher Komplex ausserhalb des Gebietes des Kapitels und daraus entstand nach und nach ein Dorf. Beamte, Handwerker, Kaufleute und Bauern liessen sich dort nieder; alle waren dem Kloster Untertann. Der Prior, "Meister von Münster" übte die einfache Rechtsprechung aus. Es ist möglich, dass der Turm anfänglich am Rande des Dorfes stand und dem Intendanten des Klosters als Wohn- und Verwaltungssitz gedient hat. Später wurde er den edlen Familien, die in Beromünster leben wollten, zugesprochen. Man weiss zum Beispiel, dass im XlV Jahrhundert er von den Reitern von Wolhusen, eine habsburgerische ministerielle Familie, bewohnt wurde. Es ist nicht mehr möglich festzustellen, ob der Wohnturm auch beschädigt wurde, als die Konföderierten in 1352 und 1386 das Kloster von Beromünster angriffen. In 1415 eroberte Luzern Aargau, und eignete sich die Rechte der Habsburger an. Damit gehörte das Kloster zu diesem Gebiet. Im XV Jahrhundert wurde das "Schloss" von dem Kanoniker Helias Helie von Laufon bewohnt, der dort eine der ersten Druckereien des Landes installierte. Das theologische Wörterbuch, das von diesem Kanoniker veröffentlicht wurde, stammt von 10. November 1470. Es wird als das älteste datierte Werk angesehen, das in der Schweiz gedruckt wurde.
In der Zeit nach dem Mittelalter wurde der Turm, am Anfang ein isoliertes Gebäude, durch verschiedene Anbauten vergrössert. Der aktuelle Holzoberbau gehört auch nicht zum Anfangswerk, und die grossen Fenster wurden später hinzugefügt. Wichtige Restaurierungsarbeiten sind im Laufe der Jahre 1937-1940 durchgeführt worden; dann wurden die unglückseligen Anbauten des XIX Jahrhundert eliminiert. Seit 1949 beherbergt der Turm von Beromünster ein regionales Museum, von dem ein Abteil der Druckerei gewidmet wird.
Bibliographie