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In China Geschäft zu machen kann für ausländische Firmen heikel sein. Yahoo oder Google mussten sich zum Beispiel schon einige Vorwürfe gefallen lassen, dass sie, wenn es um Umsätze geht, öffentlich geäusserte hehre Grundsätze schnell fallen lassen und mit den chinesischen Zensur- und politischen Überwachungsbehörden kooperieren. Nun ist auch der Netzwerkriese Cisco Ziel solcher Vorwürfe.
Cisco-Vetreter mussten sich vor einem Ausschuss des US-Senats für eine PowerPoint-Präsentation aus dem Jahr 2002 rechtfertigen, die dem Komitee (und einigen US-Medien) von Vertretern einer Menschenrechtsorganisation zugespielt wurde. Darin wird unter anderem das "Projekt goldener Schild", das für den Aufbau von Chinas "grosser Firewall" zuständig ist, geschildert. Diese soll unter anderem sowohl deren Zugang zu ausländischen als auch zu chinesischen Internet-Inhalten für chinesische Surfer kontrollieren. Als Ziel wird in der Präsentation zum Beispiel der Kampf gegen den "bösen Kult Falun Gong" genannt. An einer Stelle der in chinesischer Sprache verfassten Präsentation wird gemäss US-Medien die Planung, der Aufbau und der Unterhalt dieses Projekts als "Geschäftsmöglichkeit für Cisco" bezeichnet.
Der Cisco-Anwalt Mark Chandler versuchte vor dem Ausschuss nicht, die Brisanz des Inhalts der Präsentation abzustreiten. Er erklärte aber, dass die Präsentation von einem Cisco-Mitarbeiter in einer untergeordneten Funktion verfasst worden sei. Cisco sei "entsetzt" über die Passage zu Falun Gong, und der gesamte Inhalt entspreche in keinster Weise der tatsächlichen Haltung des Unternehmens. Cisco verkaufe der chinesischen Regierung zwar, wie jeder anderen Regierung auch, Standard-Netzwerkkomponenten. Diese würden aber nicht für besondere Zwecke, wie zum Beispiel Zensur, angepasst, und Cisco habe nie bei solchen Projekten mitgearbeitet. (hjm)