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Naomi Osaka (WTA 19) hat in New York bereits Geschichte geschrieben. Dank ihrem Zweisatzsieg im Halbfinal gegen Madison Keys schaffte sie als erste Japanerin überhaupt den Vorstoss in einen Grand-Slam-Final.
Schon als Kind habe ich davon geträumt, gegen Serena einen Grand-Slam-Final zu spielen.
Mit einem Sieg im Final würde sich Osaka in ihrer Heimat als erste japanische Major-Siegerin endgültig unsterblich machen. Um dies zu schaffen, muss die 20-Jährige, die bereits als kleines Kind mit ihren Eltern in die USA zog, ihr grosses Vorbild Serena Williams besiegen.
«Das fühlt sich ein bisschen surreal an. Schon als Kind habe ich davon geträumt, gegen Serena einen Grand-Slam-Final zu spielen», sagte Osaka. «Ich sollte sie aber nicht als mein Vorbild sehen, sondern als Gegnerin.»
Coach als Erfolgsfaktor?
Dieser Meinung ist auch Sascha Bajin. Der 33-jährige Deutsche war acht Jahre lang «Hitting Partner» von Williams, betreute später Sloane Stephens, Victoria Asarenka und Caroline Wozniacki. Seit diesem Jahr kümmert er sich als Coach um Osaka und ist damit mitverantwortlich für ihren rasanten Aufstieg an die Weltspitze.
«Naomi ist vielleicht etwas reservierter. Es braucht viel, damit sie nur schon die Faust ballt, während Serena auf dem Court von Haus aus sehr aggressiv ist», erläuterte Bajin im Vorfeld des Finals die Mentalitätsunterschiede zwischen den beiden.
Williams kann mit Court gleichziehen
Historisches schaffen kann nicht nur Osaka, sondern auch Williams (WTA 26). Mit einem Sieg würde die Amerikanerin den Grand-Slam-Rekord von 24 Titeln der Australierin Margaret Court egalisieren. In Wimbledon hatte sie dies durch die Final-Niederlage gegen Angelique Kerber noch verpasst.
In ihrem 9. US-Open-Final will Williams nun ihr Comeback nach ihrer Babypause krönen. Ihre Rückkehr auf die Tour 6 Monate nach der von Komplikationen begleiteten Geburt ihrer Tochter nannte die 36-Jährige selbst «bemerkenswert».
Egal was passieren wird, ich fühle mich bereits als Siegerin.
Sie sei erst bei «50, 60 Prozent» und noch immer auf dem Weg, «die Serena zu werden, die ich war.» Zudem stehe sie noch am Anfang ihrer Rückkehr. «Egal was passieren wird, ich fühle mich bereits als Siegerin. Ich habe nichts zu verlieren.»
Gegen Osaka gilt Williams nur schon wegen der Erfahrung von 30 Major-Finals dennoch als Favoritin. Daran ändert auch nichts, dass sie das bisher einzige Duell gegen die Japanerin dieses Jahr in Miami klar verlor. Damals bestritt Williams allerdings erst die 4. Partie nach ihrem Comeback.
Sendebezug: Radio SRF 3, Bulletin von 07:30 Uhr, 07.09.18