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Tumler fast so verblüffend wie einst Berthod
Thomas Tumler hat etwas geschafft, was im Ski-Weltcup nur selten gelingt: mit einer Startnummer jenseits der Top-30 auf ein Podest zu fahren. Im ersten Lauf des Riesenslaloms von Beaver Creek fuhr Tumler mit der Nummer 48 auf Rang 21 und im zweiten Lauf preschte er gar auf Rang 3 vor. Da werden Erinnerungen wach an einen anderen jungen Bündner.
Jeder liebt sie, die Geschichten von unerwarteten Erfolgen. Von Aussenseiter-Siegen. Von David, der Goliath in die Knie zwingt. Eine «Cinderella-Story» hätte am Sonntagabend beim Weltcup-Riesenslalom in Beaver Creek fast dem Samnauner Thomas Tumler geschrieben. Mit Startnummer 48 preschte der 29-Jährige auf Rang 3 und damit aufs Podest vor. Tumlers zuvor beste Weltcup-Platzierung war der 8. Rang im Super-G im März 2016 in St. Moritz gewesen. Im Riesenslalom hatte er sich noch nie besser als auf dem 26. Platz klassiert.
0,51 Sekunden fehlten Tumler am Ende zum Sieg und damit zur grössten Sensation in der Geschichte des Riesenslalom-Weltcups. Denn die höchste Startnummer, die je einen Riesenslalom gewann, war am 8. Dezember 1972 der Italiener Piero Gros mit der Nummer 45 gewesen.
Erinnerungen an Berthods Husarenritt am Chuenisbärgli
Imposanter sind die Siege mit hohen Startnummern in anderen Disziplinen. Am 17. Dezember 1993 kam der Liechtensteiner Markus Foser bei der Abfahrt in Val Gardena mit Startnummer 66 zu seinem einzigen Weltcupsieg. Wegen der plötzlichen Sonneneinstrahlung war die Saslong im oberen Streckenteil mit fortschreitendem Rennverlauf schneller geworden. Fosers Coup ist bis heute der Sieg mit der höchsten Startnummer im Ski-Weltcup.
Fünf Tage nach Foser gelang das exakt gleiche Kunststück der Slowenin Katja Koren, die den Super-G in Flachau ebenfalls mit der Startnummer 66 gewann.
Im Slalom hält Ivica Kostelic den Rekord. 2001 siegte der Kroate in Aspen (Colorado) mit Startnummer 64. Damit übertrifft Kostelic Marc Berthods unvergessene Glanztat vom 7. Januar 2017 in Adelboden nur knapp. Beim Slalom in Adelboden raste der damals 23-jährige Engadiner mit Startnummer 60 zuoberst aufs Podest. Dabei gelangen dem Engadiner gleich zwei Kunststücke: erst schaffte er es überhaupt in den zweiten Lauf und dort raste er von Rang 27 nach dem ersten Lauf ganz nach vorne. Nach 103 sieglosen Rennen und 1073 Tagen hatte damit endlich wieder ein Schweizer Skirennfahrer ein Weltcup-Rennen gewonnen.