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Solidarität mit den Opfern von Xstrata, Glencore und anderer Multis
Demo und Kundgebung in Zug am 11. Juli um 19 Uhr findet definitiv statt
Die Zuger Rohstoff-Riesen Glencore (160 Milliarden Umsatz) und Xstrata (35 Milliarden) beschliessen am 11. und 12. Juli in Zug ihre Fusion. Vor diesem Hintergrund findet ebenfalls in Zug am Mittwoch, den 11. Juli abends, eine vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund unterstützte Demonstration und Kundgebung statt.
Schweizer, insbesondere Zuger Multis wie Xstrata und Glencore, verletzen Menschen- und Sozialrechte, verursachen Umweltschäden und vergiften Gewässer, verschweigen die Verhältnisse in ihren Tochtergesellschaften, verschieben Gewinne in Steuerparadiese, vergrössern den globalen Graben zwischen arm und reich.
Sie verkörpern eine Wirtschafts-Welt, in der die Gesamtbevölkerung der 96 ärmsten Länder in einem Jahr weniger verdient, als die sechs Glencore-Manager mit ihrem Börsengang gewonnen haben. Als Beitrag an die Fusion mit Glencore erhalten die Xstrata-Manager 370 Millionen Franken. Der neue Superkonzern bedeutet auch für die Schweiz und Zug ein riesiges Klumpen- und Reputationsrisiko.
Die beiden christlichen Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle enthüllten im vergangenen April, wie Glencore im Kongo von untragbaren Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit profitiert. So arbeiten auf dem als „ruhende Mine“ bezeichneten Gebiet von Tilwezembe etwa 700 Minderjährige als informelle Bergleute. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen, wenn sie ohne Sicherheitsvorkehrungen in die bis achtzig Meter tiefen Schächte hinuntersteigen. Die Mine gehört einer Tochterfirma von Glencore, die von dort Rohstoffe bezieht. Die Glencore gehörende Kamoto Copper Company (KCC) hat in den letzten zwei Jahren gemäss Fastenopfer und Brot für alle etwa 200 Millionen Dollar Steuern gespart –auf Kosten des Kongo.
Eine ähnliche „Steueroptimierung“ betreibt die Glencore-Tochter Mopani in Sambia. Jährlich verliert das bitterarme Land laut dem britischen Hilfswerk „Christian Aid“ dadurch etwa 174 Millionen Dollar. Ein Teil der Steuererträge, die Afrika vorenthalten werden, landen beim Zuger Fiskus.
Xstrata steht seit Wochen in den Schlagzeilen, weil die Bevölkerung und die Behörden der Region Espinar gegen die Mine Xstrata-Tintaya protestieren. Die Polizei, die im Rufe steht, im Dienste des Zuger Konzerns zu sein, brachte Ende Mai zwei Demonstranten, einen Bauarbeiter und einen Landarbeiter, um. Gegen 100 Personen wurden verletzt, Dutzende verhaftet. Der Protest richtet sich gegen die Weigerung des Bergbaukonzerns, auf Vorwürfe wegen Umweltverschmutzung einzugehen. Zwei Studien aus den Jahren 2010 und 1011 hatten Schwermetallbelastung in Böden und Gewässern sowie in Blut und Urin der in unmittelbarer Nähe zum Tagebau lebenden Bevölkerung nachgewiesen.
Ähnlich traurige Geschichten lassen sich über die beiden Konzerne aus Argentinien, Bolivien, Kolumbien, Südafrika erzählen. Die Hauptziele der Zuger Demo sind:
- die Einhaltung der Menschen-, insbesondere der Arbeits- und Indigenenrechte überall auf der Welt;
- der Respekt gegenüber Natur und Umwelt;
- das Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln;
- die Freilassung aller Demonstranten im peruanischen Espinar;
- die Offenlegung der Besitzverhältnisse in den kantonalen Handelsregistern;
- die länderweise Aufschlüsselung der Daten von Tochtergesellschaften;
- die Anwendung des Geldwäschereigesetzes auch auf Rohstoffhändler;
- die steuerliche Gleichbehandlung von in- und ausländischen Gesellschaften und damit die Aufhebung der Steuerprivilegien für die Rohstoffmultis;
- für ein Recht ohne Grenzen, für eine gerechtere Welt!
Die vom Schweizerischen wie auch Zuger Gewerkschaftsbund und von Unia, SEV, VPOD, Syndicom unterstützte Demo startet am 11. Juli um 19 Uhr am Bahnhof Zug. Um 19.30 Uhr findet auf dem Unteren Postplatz, der zwischen Xstrata und Regierungsgebäude liegt, eine Kundgebung statt.