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Mit diesem Hormon kann bestimmt werden, wie viele Eizellen eine Frau noch in den Eierstöcken zur Verfügung hat. Die Anzahl der Keimzellen steht nämlich bereits vor ihrer Geburt fest, es sind ungefähr 2 Millionen. Im Laufe des Lebens reduziert sich diese Anzahl kontinuierlich, aber bei jeder Frau unterschiedlich schnell. Wenn keine Eizellen mehr vorhanden sind, beginnt die Menopause.
Bestimmung der Eizellreserve durch das Anit-Müller-Hormon
Der Eizellvorrat lässt sich durch das Zählen der Follikel im Ultraschall und die Bestimmung von FSH, Östradiol und Anti-Müller-Hormons (AMH) im Blut abschätzen. Das Anti-Müller-Hormon wird in den Eierstöcken produziert und zeigt die Anzahl reifungsfähiger Follikel auf, die sogenannten "ovariellen Funktionsreserve". Das bedeutet also: je weniger befruchtungsfähige Eizellen sich noch in den Eierstöcken befinden, desto niedriger ist der AMH-Wert.
Abweichungen des Anti-Müller-Hormonspiegels
Bei erwachsenen Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren mit normaler Fruchtbarkeit liegt der AMH-Wert zwischen 1 und 5 ng/ml. Er wird kaum beeinflusst vom Monatszyklus, hormonellen Verhütungsmitteln oder einer Schwangerschaft. Bei Werten unter 1 ng/ml sind sehr viel weniger stimulierbare Eizellen vorhanden und die ovarielle Funktion gilt als eingeschränkt. Dann ist die Menge heranwachsender stimulierbarer Eibläschen reduziert und auch die Prognose für eine Kinderwunschbehandlung nicht ganz optimal.
Gründe für ein zu hoher AMH-Wert kann ein Polycystisches Ovar-Syndrom (PCOS) sein. Ein zu tiefer Wert des AMH ist in diesen Fällen möglich:
Raucherinnen weisen generell einen niedrigeren AMH-Gehalt im Blut auf, unabhängig von der Anzahl der Zigaretten pro Tag.
Bei Frauen, welche über sehr lange Zeit die Pille eingenommen haben, kann der AMH-Wert um bis zu 30 Prozent niedriger sein.
Ab dem 30. Lebensjahr sinkt die AMH-Konzentration.
Sagt der AMH-Wert etwas über die Fruchtbarkeit aus?
Die individuelle Eierstockreserve allein sagt ganz grob etwas über die Zeitspanne aus, in der eine Frau noch fruchtbar ist und ob sie innerhalb der nächsten Jahre noch mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit schwanger werden kann.
Die Bestimmung des AMH-Werts ist kein "Fruchtbarkeitstest", denn damit wird nicht die tatsächliche Fruchtbarkeit beurteilt. Diese hat vielmehr mit der Qualität der Eizellen zu tun, welche vor allem vom Alter der Frau abhängt. Mit nur wenigen Eizellen, die aber eine hohe Qualität aufweisen, besteht trotzdem die Möglichkeit einer Schwangerschaft.
Weitere Faktoren wie beispielsweise der Zyklusverlauf, die Qualität der Eileiter oder der Spermien des Partners und das Risiko für eine frühe Fehlgeburt entscheiden ebenfalls über den Eintritt einer Schwangerschaft.
Experten halten deshalb die Bestimmung des AMH-Wertes bei gesunden Frauen für unnötig, denn das Wissen um einen niedrigen Wert kann eine Frau stark beunruhigen.
Die Bestimmung des AMH-Werts ist aber bei auffälligen Menstruationszyklen, Zyklusstörungen und um den Erfolg einer In-vitro-Fertilisation (IVF) einschätzen sinnvoll.