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Sukkulenten sind Pflanzen die in ihren Wurzeln, Blättern oder dem Stamm grosse Mengen Wasser speichern können, um lange Trockenperioden zu überstehen. Kakteen sind auch Sukkulenten.
Was sind Sukkulenten?
Als „Sukkulenten“ werden alle diejenigen Pflanzen bezeichnet, welche die aussergewöhnliche Fähigkeit entwickelt haben, grosse Wassermengen in bestimmten Geweben in ihrem Körperinnern zu speichern. Diese Eigenschaft (die sie sich im Laufe ihrer evolutiven Entwicklung und Differenzierung gebildet hat) befähigt sie, lange Trockenperioden zu überstehen. Dadurch haben sich Sukkulenten nachgerade auf perfekteste Weise an die klimatischen Bedingungen in niederschlagsarmen oder gar ausgesprochen trockenen Gebieten optimal angepasst. Grundsätzlich wird zwischen Wurzel, Blatt- oder Stammsukkulenz unterschieden; – je nach Organ, in dem das Wasser gespeichert wird. Die typischsten Vertreter der Stammsukkulenten sind die Kakteen.
→ Sukkulenten sind Pflanzen die in ihren Wurzeln, Blättern oder dem Stamm grosse Mengen Wasser speichern können, um lange Trockenperioden zu überstehen. Kakteen sind auch Sukkulenten.
Wieso heisst es Kakteen und „andere“ Sukkulenten?
Man spricht von Kakteen und anderen Sukkulenten. Mit den „anderen“ Sukkulenten sind all diejenigen wasserspeichernden Pflanzenarten gemeint, welche nicht der Familie der Kakteen (lateinisch: Cactaceae) angehören. Kakteen sind demzufolge auch Sukkulenten; sie bilden eine eigene Familie innerhalb der Gemeinschaft sukkulenter Pflanzen und unterscheiden sich von diesen im Wesentlichen durch ihre Bedornung. (Im weiteren Text werden wir auf die Bezeichnung „andere“ verzichten. Wenn nicht speziell darauf hingewiesen wird, sind in der Bezeichnung „Sukkulenten“ die Kakteen miteingeschlossen).
→ Kakteen sind Sukkulenten – aber nicht alle Sukkulenten sind auch Kakteen! Sukkulenten bestehen aus etwa 600 verschiedenen Familien, dazu gehört auch die Familie der Kakteen (lateinisch: Cactaceae).
Haben Kakteen Stacheln oder Dornen?
Entgegen dem gängigen Sprachgebrauch haben Kakteen – im botanischen Sinne – genau genommen Dornen, während Sukkulenten und auch Rosen(!) ihrerseits mit Stacheln besetzt sind: Unter Dornen versteht man verhärtete Gebilde, die mit dem Pflanzenkörper fest verwachsen sind. Diese Auswüchse sind durch Umwandlung aus einem Spross, Blatt oder aus einer Wurzel entstanden. Ein Dorn lässt sich nicht abbrechen, ohne dass das Pflanzengewebe verletzt wird. Stachel hingegen entspringen bloss der Epidermis, wie die oberste Hautschicht einer Pflanze genannt wird, und sind somit nicht mit dem darunter liegenden Gewebe verbunden.
→ Kakteen haben Dornen, während Rosen mit Stacheln besetzt sind!
Die Erscheinungsformen der Kakteen
Die Wuchsform der Kakteen ist meist kugelig oder säulenförmig, es sind aber auch hängende, ja selbst kriechende und kletternde Formen bekannt. Sehr unterschiedlich ist auch ihre Grösse; während der Goldkugelkaktus (Echinocactus grusonii) ohne weiteres einen Durchmesser von über 100 cm erreichen kann, werden die kleinsten der Kugelkakteen gerade mal 2 – 3 cm gross. Auch Säulenkakteen können ausgewachsen kleiner als einen Meter bleiben, indes manche Arten manns- oder gar haushoch wachsen. Die Grösse und das erreichbare Alter von Pflanzen hängen hauptsächlich von ihrem Erbgut ab, werden mitunter aber auch von den Umwelt- und Klimabedingungen beeinflusst.
→ Meist trifft man auf Kugel- oder Säulenkakteen. Ihre Grösse variiert von wenigen Zentimetern bis mehrere Meter. Das Alter einer Kaktee kann einige Jahrzehnte oder gar mehrere hundert Jahre betragen; dies hängt von der Pflanzenart ab.
Die Erscheinungsformen der Sukkulenten
Sukkulenten (ohne Cactaceae) umfassen eine Fülle unterschiedlichst gekennzeichneter Pflanzenfamilien, die sich ihrerseits wiederum in zahlreiche Unterarten mit mannigfaltigen Erscheinungsformen aufgliedern. Gemeinsam sind ihnen lediglich die verdickten, wasserspeichernden Sprossteile. Kleinere Arten wachsen häufig busch- oder strauchartig, dabei reicht das Spektrum von knapp bodendeckend mit wenigen Zentimetern bis zu stattlichen Bäumen von beachtlicher Grösse.
→ Sukkulenten erscheinen in den unterschiedlichsten Grössen und Formen.
Herkunft der Kakteen
Ursprünglich waren die Kakteen ausschliesslich auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet, anderswo haben sie sich – ob gewollt oder unbeabsichtigt – nur durch menschliches Zutun ebenfalls angesiedelt. Das Verbreitungsgebiet von Kakteen reicht in etwa von 57º nördlicher Breite (Südprovinzen Kanadas) bis 50º südlicher Breite (argentinisches Patagonien). In diesem riesigen Gebiet kommen beinahe alle Klimazonen vor, wobei die meisten Kakteenarten aber in den Wüsten-, Steppen- oder Savannengebieten Amerikas wachsen. Bemerkenswerterweise sind jedoch selbst im feuchtwarmen Amazonastiefland sowie in den brasilianischen Regenwäldern einzelne Kakteengewächse zu finden. Selbst in den Anden gedeihen bestimmte Kakteenarten bis ca. 4800 m ü. M. und überstehen daselbst die regelmässigen Nachtfröste.
→ Kakteen waren ursprünglich nur auf dem amerikanischen Kontinent beheimatet – angepflanzt und kultiviert findet man sie heute auch in anderen Teilen der Erde.
Herkunft der Sukkulenten
Während Kakteen ausschliesslich in Amerika beheimatet sind, sind alle anderen Sukkulenten in weiten Teilen der Erde verbreitet. Auch in unseren gemässigten Breitengraden kommen Sukkulenten vor (z. B. Hauswurz). Hauptsächlich aber findet man sie in niederschlagsarmen Gebieten, wo es während den vergleichsweise langen Trockenperioden tagsüber heiss und vor allem sonnig ist, nachts hingegen erheblich kühler wird.
→ Sukkulenten trifft man beinahe in allen Erdteilen an; von Afrika bis Grönland, hauptsächlich aber kommen sie in niederschlagsarmen Gebieten vor.
Nomenklatur – was der Name über die Pflanze aussagt
Mit der systematischen Nomenklatur, der Namengebung der Pflanzen, will man die Verwandtschaft zwischen einzelnen Pflanzen in Familien zusammennehmen, welche wiederum in verschiedene Gattungen aufgeteilt und in diverse Arten unterteilt werden. Der botanische oder wissenschaftliche Name einer Pflanze besteht aus mindestens zwei Namen; dem Gattungsnamen und dem nachfolgenden (klein geschriebenen) Artnamen. Wenn man die botanische Bezeichnung seiner Pflanzen kennt, kann man konkrete Hinweise zur Herkunft und Haltung in Erfahrung bringen. Da sich die Botaniker in Bezug der verwandtschaftlichen Zugehörigkeit einiger Kakteen (noch) nicht ganz einig sind, kann es vorkommen, dass man denselben Kaktus unter verschiedenen Namen antreffen kann.
→ Der Name einer Pflanze besteht aus dem Gattungs- und dem Artnamen; er gibt wichtige Hinweise über Herkunft, Haltung und Pflege.