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Grundlagen
Der April 2021 war der kälteste seit 20 Jahren. Regen fiel selten, wie schon im März. Längere Perioden mit massivem Bodenfrost haben im April zu grösseren Schäden vor allem beim Steinobst (Aprikosen, Kirschen und Zwetschgen) aber auch bei Reben und beim Kernobst geführt. Die zweite Grafik zur Tabelle 1.3 zeigt den Verlauf der Tiefsttemperaturen an unterschiedlichen Messstandorten. Offensichtlich war die ganze Schweiz betroffen. Die Schäden sind in Abhängigkeit von Region, Betrieb und Kultur sehr unterschiedlich. Schweizer Hagel schätzt die Schäden auf bis zu fünf Millionen Schweizer Franken. Das kalte April-Wetter hat zu einer Verzögerung der Vegetationsentwicklung geführt, welche nun in etwa im langjährigen Mittel liegt.
Pflanzenbau
Wie schon in den beiden Vorjahren war es Ende April auf den Feldern deutlich zu trocken. Dies waren schlechte Voraussetzungen für Frühjahrssaaten. Der Zustand der Getreidekulturen und auch jener der Eiweisserbsen wurde Ende April als eher gut bis gut bewertet. Am schlechtesten beurteilt wurden die Rapsfelder, welche wohl unter den trockenen Verhältnissen und den Spätfrösten des Monats April gelitten haben.
Die Ernte von Frischgemüse war 2020 um 5,4 % grösser als 2019, jedoch leicht kleiner als in den beiden Jahren 2017 und 2018. Rekordverdächtig war jedoch die Ernte von Lagergemüse, welche mit 98 510 Tonnen um 25 % höher als im Vorjahr ausfiel. Die Karotten lieferten mit 52 359 Tonnen mehr als die Hälfte des Lagergemüses (Tabelle 2.4). Im Monat März lag die Produktion von Frischgemüse mit 6258 Tonnen um 21,4 % unter der Vorjahresmenge (Tabelle 2.5). Mit einem kumulierten Rückstand von 26,7 % auf das Vorjahr entwickelt sich die Gemüseproduktion bisher zögerlich (Tabelle 2.5).
Milchwirtschaft
Die Inland-Milchanlieferung wird für den Monat März um 1,2 % höher als im Vorjahr geschätzt (Tabelle 3.1). In der Verwertung der Milch setzt sich das Muster der Corona-Krise zurzeit fort. Deutlich abgenommen hat im laufenden Jahr die Verwertung zu Konsumrahm, kumuliert um 15,4 % (Tabelle 3.2). Dies zeigt sich entsprechend auch in den Produktionsdaten (Tabelle 3.5).
Viehwirtschaft
Der Rindviehbestand lag auch im März leicht höher als im Vorjahr, der Bestand der Milchkühe blieb stabil (Tabelle 4.2). Weiterhin höher als vor einem Jahr war im März der Bestand weiblicher Tiere unter einem Jahr (Tabelle 4.3). Im März 2021 wurde ausser bei den Kälbern und den Equiden in allen Kategorien des Gross- und Kleinviehs mehr geschlachtet als im März 2020 (Tabelle 4.6). Bei den Schafen und Ziegen war das frühere Osterdatum der Hauptgrund. Die Entwicklung verlief bei diesen beiden Kategorien ähnlich wie 2018. Das mittlere Schlachtgewicht der Schweine ist im März deutlich gesunken und lag sogar tiefer als vor Jahresfrist (Tabelle 4.5). Entsprechend hat die Rindfleischproduktion im März gegenüber dem Vorjahr um 10,6 % zugenommen, jene von Kalbfleisch hat um 9,8 % abgenommen (Tabelle 4.9). Die Schweinefleischproduktion weist ein Plus von 7,7 % aus und die Schaffleischproduktion von 7,2 %. Dabei ist die Schaffleischproduktion längerfristig betrachtet jedoch eher leicht rückläufig. Entsprechend sind die Importe deutlich angestiegen, damit die leicht höhere Nachfrage gedeckt werden kann. Die Produktion von Schlachtgeflügel nimmt im laufenden Jahr weiter zu: Im März lag die Produktion um 7,5 % höher als im Vorjahr, kumuliert beträgt die Zunahme 2,4 % (Tabelle 4.11). Dafür sind die Importe seit einem Jahr rückläufig. Auch in der Eierproduktion hält das Wachstum an, mit einer Zunahme von 6,7 % im März und kumuliert von 4,4 % (Tabelle 4.12).
Aussenhandel
Die deutliche Zunahme der Gemüseimporte hat den Rückstand der noch schwachen Inlandproduktion mehr als kompensiert (Tabelle 5.2). Im März konnten die Käseexporte mit 7387 Tonnen gegenüber dem Vorjahr um 13,6 % gesteigert werden (Tabelle 5.6). Die Importmenge erreichte 8070 Tonnen (+23,0 %). Von der Zunahme der Exporte konnten die meisten Käsesorten profitieren (Tabelle 5.8). Die Exporte landwirtschaftlicher Güter lagen im laufenden Jahr bisher mit Abstand im Zollkapitel 7 (Kaffee, Tee, Gewürze) am höchsten. Bei einem kumulierten Wert von 793 372 CHF betrug die Zunahme gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal 30,1 % (Tabelle 5.10). Die Einfuhren von Saatgut und Futtermitteln lagen mengenmässig im laufenden Jahr bisher unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 5.15). Der Wert der Futtermittelimporte nahm aufgrund höherer Weltmarktpreise trotzdem leicht zu. Die Importe von Stroh, Dünger und Pflanzenschutzmittel haben nach Menge und Wert deutlich zugenommen. Generell sind die durchschnittlichen Importpreise angestiegen. Deutlich zugenommen (kumuliert +18,3 %) hat auch der Wert der importierten Maschinen und Geräte.
Preise
Die Preise für Muni, Ochsen, Rinder und Verarbeitungstiere entwickelten sich im April leicht ansteigend oder stabil und konnten das hohe Niveau halten (Tabelle 6.3). Bei den Schlachtkälbern gingen die Preise trotz den bisher tiefen Schlachtzahlen im April leicht zurück (Tabelle 6.4). Die Preise der Tränkekälber stiegen im laufenden Jahr gemäss den Geburtsbetrieben früher und stärker an als im Vorjahr. Die Preise für Jager und Schlachtschweine legten im April zu, blieben jedoch unter dem Niveau des Vorjahres (Tabelle 6.6). Auf hohem Niveau und weiter ansteigend entwickelten sich die Preise für Lämmer und Schlachtschafe (Tabelle 6.7). Saisongemäss gingen die Produzentenpreise für Molkerei- und Biomilch im März leicht zurück. Die Preise der verkästen Milch und insbesondere der Milch für gewerbliche Käsereien nahmen jedoch leicht zu (Tabelle 6.9). Generell höher als vor Jahresfrist lag dabei das Preisniveau. Der Produzentenpreisindex lag im März um 1,7 % höher als im Vorjahr (Tabellen 6.10 und 6.11). Ohne den negativen Einfluss der Schweinepreise wäre die Entwicklung noch positiver. Die Einkaufspreise landwirtschaftlicher Produktionsmittel haben im März erstmals seit August 2019 gegenüber dem Vorjahr zugenommen, wenn auch nur minim um 0,1 % (Tabellen 6.14 und 6.15). Insbesondere die Preise für Heiz- und Treibstoffe sind angestiegen, aber auch die Preise für Futtermittel und Fahrzeuge wurden leicht teurer. Die Preise für Milchprodukte sind auf dem Weltmarkt in den letzten Monaten angestiegen (Tabelle 6.23). In Deutschland weisen die Preise für Getreide und Raps eine ansteigende Tendenz auf (Tabelle 6.22). Dafür normalisieren sich die Preis für Sojaschrot wieder.