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Ihre Hänge sind dicht bewaldet, die Spitzen zuweilen mit Felsblöcken bedeckt, aber meistens weiden auf den grasigen Höhen Schafherden, vom Schäfer und seinen „serra de estrela“ behütet. So heisst die hiesige Hunderasse, die, den massigen Körper mit langem, schwarz-braunen Fell bedeckt, es auch mit einem Raubtier aufzunehmen vermag.
Die Region, oft von Waldbränden heimgesucht, ist schön, sie wirkt alt, als sei sie schon immer dagewesen. Die Landstrassen sind gesäumt von Mauern aus dem Granit, aus dem auch der Boden besteht. Dahinter Obstbäume und kleine Gärten, in denen vereinzelt der Stein durchbricht, ein paar Bäume. Eine Schafherde überquert die schmale, gewundene Strasse. Das Dão ist reizvoll mit dem Grau der Felsen, der auch für den Häuserbau verwendet wird, und das Grün der üppigen Vegetation – Grün in allen Schattierungen.
Die Reben reichen bis auf 800 m, die besten Weine stammen jedoch aus den tieferen Lagen zwischen 400 und 500 m. Am meisten wächst in der Umgebung von Nelas, Mangualde und Penalva do Castelo. Die Comissão Vitivinicola Regional do Dão, für die Kontrolle zuständig, residiert im Zentrum der Region, in Viseu. Die Organisationsversuche der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts haben den Kooperativen im Dão eine dominierende Position verschafft. Als einzige durften sie den Bauern die Trauben abnehmen, Ziel war, die vielen kleinen Landbesitzer unter einem Dach, dem der Genossenschaft, zu vereinigen. Mit dem Beitritt zur EG wurde die Gleichberechtigung eingeführt, heutzutage darf aufkaufen, wer will. Immer noch läuft ein guter Teil der Produktion über die Genossenschaften. Das dürfte auch in Zukunft so sein: die Mehrheit der Lieferanten sind Kleinbauern, die zuwenig Reben und Mittel für eine eigene Kellerei haben.
Seit der Registrierung der Rebberge im Jahre 1989 wurden der DOC in sechs Monaten 1500 ha Fläche entzogen. Seit Mitte 1997 werden die Weine einer Qualitätskontrolle unterworfen, deren Ergebnis die Herkunftsbezeichnung „Dão“ verbieten kann. Diese Massnahmen müssen die Genossenschaften ob ihres Gewichtes stärker betreffen. In den letzten Jahren haben vermehrt einzelne Winzer, die das Potential ihrer Rebstöcke erkannt haben, in neue Kellereien investiert und sich selbständig gemacht.
Dão ist eine Gegend für Rotweine und die Idee, wie die sein sollen, tief verwurzelt. Am Anfang sind die mit den Stielen vergorenen Weine hart und streng, aber sie haben ein gutes Alterungspotential. Durch moderne Vinifikationsmethoden gelangen vermehrt kraftvolle und fruchtige Weine auf den Markt, reinsortige Touriga Nacionals und andere, die durch den Ausbau in neuen Eichenfässern nicht nur gehaltvoll, sondern auch früher trinkreif sind.
Ein guter Dão ist herrlich. Dichte Frucht und Röstaromen bestimmen das eigene Bouquet. Der Körper ist jung noch schlank und scharf, starke Säure und adstringierender Gerbstoff zeigen das Alterungspotential. Ältere Jahrgänge stützen sich auf die kräftige Säure und feinkörnigen Gerbstoff, sie entwickeln reife Weichsel- und Fruchtaromen neben einer erstaunlichen Eleganz.