Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03276.jsonl.gz/986

Bereits als Kind verwirklicht der gebürtige St. Galler Kurt Laurenz Metzler (*1941) kreative Ideen aus Holz, Papier und Lehm. Nach dem frühen Tod seines Vaters wächst er zeitweise bei seinem Onkel Florian Metzler auf. Dieser, selbst Kunstmaler, beeinflusst den jungen Kurt Laurenz, der ab 1958 die Kunstgewerbeschule (heute: Hochschule der Künste) in Zürich besucht. 1962 erlangt er das Bildhauerdiplom. Nach einer kurzen Station in Berlin, reist Metzler weiter nach New York, wo er in den Siebzigerjahren einige Ausstellungen hat und mit der Pop Art in Berührung kommt. Nachdem er in den Acht-zigerjahren noch einmal nach New York zurückgekehrt ist, lässt er sich ab 1989 in Ie-sa/Siena (Toskana) und in Zürich nieder, wo er seither lebt und arbeitet.
Das Frühwerk Kurt Laurenz Metzlers prägen üppige Frauenfiguren, abstrakte Skulptu-ren aus Stein und Holz sowie Bronzeskulpturen. Die Begegnung mit der Pop Art im New York der Siebzigerjahre hinterlässt bei ihm jedoch eine bleibende Wirkung: Zurück in der Schweiz entfernt sich Metzler von der abstrakten Plastik sowie seinem bis dahin bevorzugten Material, dem Stein. In Tremona (TI) entstehen die ersten selbst geschmiedeten Metallskulpturen. Zu dieser Zeit erhält Metzler auch erste bedeutende Auftragsarbeiten für den öffentlichen Raum, so zum Beispiel die „Züri-Familie“ an der Zürcher Bahnhofstrasse (1977/78), die zugleich den Durchbruch für seine riesigen Eisenplastiken bedeuten. Dabei beschäftigen Metzler bis heute drei Typen: die Stadtneurotiker, der Zeitungsleser und die Frau.
Eine dieser riesenartigen Figuren steht prominent und übersehbar an der Baarerstrasse 53. Der Luftmensch überblickt das geschäftige Treiben vor dem Fitnesspark Eichstätte der Migros. Die männliche Figur mit dem kurzen, jedoch äusserst massiven Rumpf und den schlanken, langen Gliedmassen, prägt sich den Vorbeigehenden ein – nicht zuletzt wegen ihrer roten Farbe. Die Haltung von Metzlers Luftmensch lässt diesen mutig und kräftig, beinahe schon ein bisschen überheblich erscheinen, so als wolle die Figur die Trainierenden und die Passanten necken oder gar herausfordern. Doch überlebensgross wie er ist, lässt sich wohl kaum ein Besucher auf den Wettstreit mit ihm ein. Neben der Figur steht das zu ihr gehörende Negativ, ein schmales, hohes Rechteck aus dem gleichen rot lackierten Metall. Die Figur scheint direkt aus dem Block herausgeschnitten zu sein. Je nach Sichtweise sehen die Betrachtenden Hintergrund und Objekt oder Ursprung und Gewordenes.
Aluminium lackiert, Ecke Baarerstrasse 53, Eigentümerin Eichstätte Zug
|zur Übersicht|