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(21.8.2013) Die Wolkenkratzer von Manhattan künden von Reichtum und Fortschritt. Das Bild schmückt das Reiseprogramm, das die «Gesellschaft Schweizerfreunde der U.S.A.» (SFUSA) 1950 für ihre Geschäftsreise zusammenstellte (unterstützt von American Express). Während eineinhalb Monaten bereiste die Gruppe die Vereinigten Staaten, besichtigte Konsulate, Sehenswürdigkeiten, Betriebe und Verwaltungen.
Die noch heute bestehende SFUSA wurde 1920 von Unternehmern gegründet, die im Musterland des freiheitlichen Kapitalismus ein Vorbild sahen. Sie wollten die Rationalisierung à l'américaine, die «wissenschaftliche Betriebsführung», in die Schweiz importieren. Taylorismus und Fordismus versprachen Wohlstand, der die Klassengegensätze auflösen würde. Mit der Weltwirtschaftskrise Anfang der dreissiger Jahre verlor die wissenschaftliche Betriebsführung indes ihren Glanz. Ins Zentrum rückte nun die volkswirtschaftliche Rationalisierung, wobei die USA ihre Vorreiterrolle für Europa behielt. Das Reiseprogramm der SFUSA widerspiegelt dieses neue Interesse.
Kurz nach der Reise wird die Beziehung der SFUSA zu den Vereinigten Staaten auf eine Bewährungsprobe gestellt, als diese zum Missfallen der Schweiz die Uhrenzölle erhöhen. Der SFUSA-Präsident lässt die Mitglieder wissen, er lege Wert darauf, die amerikanischen Freunde an die Pionierrolle der USA beim Aufbau des freien Weltmarkts zu erinnern. Über den ausgeprägten wirtschaftlichen Protektionismus der Schweiz verliert er kein Wort. Die Schweiz war um die Mitte des 20. Jahrhunderts eines der höchstkartellierten Länder der Welt.
Autor: Urs Hafner