Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/489

Zum ersten Mal seit 15 Jahren steht der FC Basel nicht in einer europäischen Gruppenphase. Das blamable Scheitern des einstigen Schweizer Serienmeisters gegen Apollon Limassol hat Konsequenzen für die ganze Fussball-Schweiz. Es droht der Verlust eines Europacup-Platzes.
Da waren's nur noch zwei! Nach dem FC St.Gallen und dem FC Luzern ist auch der FC Basel in der Europa-League-Qualifikation gescheitert. Damit stehen mit Meister YB (Champions League) und Cupsieger FCZ (Europa League) nur zwei Schweizer Teams in einer europäischen Gruppenphase. Das schwache internationale Abschneiden der Schweizer Klubs hat Auswirkungen auf die UEFA-Fünfjahreswertung, welche die Grundlage für die Verteilung der Europacup-Plätze bildet.
Dank der starken letzten Saison – der FCB qualifizierte sich für die Champions-League-Achtelfinals und YB sowie Lugano punkteten in der Europa League – hielt sich die Schweiz auf Rang 12. Sie sicherte sich so für die Saison 2019/20 erneut zwei Champions-League-Quali-Plätze, einen fixen Europa-League-Platz (für den Cupsieger) sowie zwei Europa-League-Quali-Plätze.
Nach dem FCB-Scheitern gegen Apollon Limassol droht nun aber der Verlust eines Europacup-Platzes. In dieser Saison sammelten die fünf Schweizer Klubs erst 1,900 Nationenpunkte, für die Super League bedeutet das lediglich Rang 31 in der Jahreswertung aller Nationen. Dank der Erfolge aus den vergangenen vier Jahren resultiert in der aktualisierten Fünfjahreswertung mit insgesamt 24,900 Punkten aber noch Rang 15.
Dieser 15. Rang ist ein Schlüsselrang, ab Rang 16 schrumpft die Anzahl der Europacup-Plätze auf vier. Bitter: Es würde kein Europa-League-, sondern der zweite Champions-League-Quali-Platz wegfallen. Die Schweiz ist für den Rest der Europacup-Saison also dringend auf Punkte von YB und dem FCZ angewiesen, um sich mindestens auf dem 15. Platz zu halten.
YB hat mit dem Unentschieden zuhause und dem Sieg bei Dinamo Zagreb sowie den Bonuspunkten für die Qualifikation der Gruppenphase der Champions-League 1,100 Nationenpunkte geholt. Viele werden wohl nicht mehr dazu kommen, denn die Berner wurden mit Juventus Turin, Manchester United und Valencia in eine Hammergruppe gelost. Bei einem Sieg und einem Unentschieden würde YB nochmals 0,600 Nationenpunkte dazu gewinnen.
Der FC Zürich war für die heutige Europa-League-Auslosung in Topf 3 eingeteilt und trifft mit Bayer Leverkusen und Ludogorets Rasgrad auf zwei besser eingestufte Teams. Rechnet man optimistisch mit drei Siegen und einem Unentschieden käme der FCZ auf 1,400 Nationenpunkte. Alles in allem würde die Schweiz mit dieser Milchbüchli-Rechnung in der Europacup-Saison also auf 3,900 Punkte kommen – so wenige wie seit 2008/09 nicht mehr.
Unmittelbare Gefahr droht momentan vor allem von Tschechien, das noch drei Klubs im Rennen hat. Aber auch Kroatien kann die Schweiz noch verdrängen: Wenn Dinamo Zagreb in der Europa League überwintert und beide Schweizer Klubs schlecht abschneiden. Die restlichen Nationen werden die Schweiz vielleicht nicht in diesem Jahr, aber sicher in Zukunft bedrängen.
Höchstens Dänemark liegt momentan wohl noch in Reichweite der Schweiz. Kopenhagens Europa-League-Erfolge (2 Punkte für einen Sieg, 1 Punkt für ein Unentschieden) werden für die Nationenwertung wegen der Teilnehmerzahl allerdings nur durch vier statt wie bei YB und dem FCZ durch fünf geteilt – ein Vorteil für die Dänen.
Die Schweiz wird in der UEFA-Fünfjahreswertung ihren 12. Rang also sicher verlieren. Die Frage ist, ob sie noch weiter zurück als auf Rang 15 abrutscht, was ziemlich fatal wäre. YB und der FCZ müssen sich gegen die Konkurrenz wehren und so viel Punkte wie möglich für die Schweiz holen. Jeder Sieg ist Gold, jedes Unentschieden Silber wert.