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von Sandro Danilo Spadini
Es lässt sich darüber streiten, ob Clint Eastwood wirklich ein guter Schauspieler ist. Von Italiens Regielegende Sergio Leone, welcher mit Western wie «Für eine Hand voll Dollar» den Starruhm Eastwoods begründete, ist etwa folgendes Zitat überliefert. «Clint beherrscht genau zwei Gesichtsausdrücke. Einen mit Hut und einen ohne.» Nun hat sich der inzwischen 70-jährige Mime zwar im Laufe der Jahre schauspielerisch weiterentwickelt und auch seine beeindruckende Faltenlandschaft im Gesicht hebt ihn eindeutig von einem Langweiler wie Harrison Ford ab, doch ist es unbestritten, dass Eastwoods wahre Stärken hinter der Kamera liegen.
Die Demontage geht weiter
Mit «Space Cowboys» drehte der Veteran, der in Venedig gerade den Ehren-Löwen für sein Lebenswerk entgegen nehmen durfte, seinen 23. Film. Wie in den meisten seiner Regiearbeiten hat Eastwood dabei die Hauptrolle für sich selbst reserviert. Kein Wunder, denn es scheint ihm aller grösstes Vergnügen zu bereiten, sein Image als hartgesottener Macho zu demontieren. Zwar ist der von ihm gespielte Frank Corvin ein mit allen Wassern gewaschener ehemaliger Testpilot der Air Force, doch es ist ganz augenscheinlich, dass Eastwood den «Dirty Harry» schon längst ad acta gelegt hat. Denn «Space Cowboys» ist viel weniger ein Actionfilm, als eine herrlich selbstironische Komödie.
Von Satelliten und Schimpansen
Der Film beginnt in Schwarzweiss. Es ist das Jahr 1958. Frank Corvins Team Daedalus ist vorgesehen, den ersten bemannten Einsatz der USA im Weltraum zu bestreiten. Als die Maschine schliesslich startet, ist es aber ein Schimpanse, der an Bord sitzt. Vier Jahrzehnte später. Wir sind inzwischen in der Gegenwart. Ein russischer Satellit, zu welchem Corvin die Baupläne entworfen hat, droht auf die Erde zu stürzen. Helfen kann da nur noch der Konstrukteur selbst. Doch der mittlerweile pensionierte Corvin steht nur unter einer Bedingung zur Verfügung: Team Daedalus muss wieder vereint werden. Und so kommt es, dass sich für vier rüstige Rentner (neben Eastwood Tommy Lee Jones, James Garner und Donald Sutherland) doch noch der Traum vom Flug ins All erfüllt. Bis es aber so weit ist, muss das Team noch ein äusserst strapaziöses Fitnessprogramm absolvieren. Eastwood hat gut daran getan, diesen Teil des Films besonders hervorzuheben, denn hier hat «Space Cowboys» eindeutig seine besten, weil witzigsten Momente. Die Szenen im All sind dann zwar bestechend inszeniert, doch hat man Turbulenzen in der Schwerelosigkeit schon etwas zu oft im Kino gesehen. Das Hauptmanko von «Space Cowboys» liegt aber ganz eindeutig beim Drehbuch. Sieht man einmal von den zahlreichen Klischees ab, sind vor allem die logischen Mängel der Story ein Ärgernis. Gut nur, dass es da noch diese vier hervorragend aufgelegten Dinosaurier gibt, die sich selbst nicht allzu ernst nehmen und dadurch den Schaden in Grenzen halten.