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Ahed’s Knee
Regie: Nadav Lapid
Darst.: Avshalom Pollak, Nur Fibak, Oded Azulay, Michal Benkovitz Sasu, Roni Boksbaum, Pnina Bradt Tzedaka, Lidor Edri, Yonatan Kugler, Itay Dalumi u.a.
Ein israelischer Filmemacher, der schlicht X genannt wird (in der hebräischen Originalversion Y, gesprochen Yud), reist in ein abgelegenes Dorf in der Wüste von Arava im Süden Israels, um in der dortigen Bibliothek seinen letzten Film, für den er in Berlin gefeiert wurde, vorzustellen. Seine Gedanken sind längst bei einem neuen Projekt, einem Film über die palästinensische Aktivistin Ahed Tamimi, die einige Jahre zuvor vor laufenden Kameras einen israelischen Soldaten geohrfeigt hatte und dafür zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Bei seiner Ankunft im Wüstenort wird X von Yahalom, der jungen stellvertretenden Leiterin der israelischen Bibliotheken, die ein grosser Fan seiner Arbeit ist, herzlich empfangen. Doch vor der Veranstaltung ist noch eine kleine Formalität zu erledigen: Er soll eine Erklärung unterzeichnen, die ihm verbietet, über kritische Themen zu sprechen. X verweigert die Unterschrift und beginnt stattdessen einen leidenschaftlichen Kampf für die Meinungsfreiheit in seinem Land. Während die Auseinandersetzung mit Yahalom zunehmend hitziger wird und sich ein Showdown inmitten der Wüste anbahnt, versucht X immer wieder Kontakt zu seiner Mutter aufzunehmen, die gegen eine tödliche Krebserkrankung kämpft … Mit deutlich persönlichen Bezügen und voll zorniger Energie rechnet der israelische Regisseur Nadav Lapid in seinem ersten Film nach «Synonymes» (Goldener Bär der Berlinale 2019) mit der Kulturpolitik seines Landes ab und erweist sich einmal mehr als eine der «eigenwilligsten Stimmen des aktuellen Autorenkinos» (ray Filmmagazin). Jens Balkenborg schreibt in epd Film: «Das titelgebende Knie ist zu Beginn während eines Castings zu sehen, später erklärt X, sein neuer Film werde ‹vielleicht was Experimentelles›, wie nun ‹Ahed’s Knee› auch eine experimentelle Skizze geworden ist. Zu Vanessa Paradis’ Hit ‹Be My Baby› tänzelt X durch die Arava. Und wie schon in ‹Synonymes› dreht die Kamera frei, fängt Gespräche in Reissschwenks ein, tanzt durch die Wüste und zerlegt Figuren durch Nahaufnahmen. Lapid treibt ein wildes, wütendes Spiel mit der Autofiktion und macht sich Luft in diesem Ritt durch die Wüste, in dem er das Medium Film reflektiert und es zum kämpferischen Vehikel macht für die Freiheit der Kunst.»