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Adrian Meier Redaktor für Gesundheit
Wenn die Diagnose Otosklerose heisst, dann liegt eine Knochenerkrankung vor, die sich auf das Mittel- und Innenohr auswirkt und zu einer Beeinträchtigung der Schallleitung führt. Die griechische Vorsilbe Oto bedeutet Ohr und Sklerose bezeichnet im Allgemeinen eine bindegewebeartige Verhärtung von Geweben und Organen.
Die Symptomatik beginnt häufig mit einem zunehmenden Hörverlust, der sich statistisch am meisten in der Altersgruppe der 20 bis 40-Jährigen einstellt. Später stellt sich diese Symptomatik auch auf dem anderen Ohr ein. Ein begleitender Tinnitus oder Ohrensausen können als weitere Symptome hinzukommen. Es kann auch passieren, dass sich die Symptomatik zu Beginn ähnlich einem Hörsturz präsentiert und sich dann wieder bessert. Befindet sich der Tinnitus im Tiefentonbereich wird er als besonders unangenehm empfunden.
Inhaltsverzeichnis
Symptome einer Otosklerose
Die Symptomatik beginnt häufig mit einem zunehmenden Hörverlust, der sich statistisch am meisten in der Altersgruppe der 20 bis 40-Jährigen einstellt. Später stellt sich diese Symptomatik auch auf dem anderen Ohr ein. Ein begleitender Tinnitus oder Ohrensausen können als weitere Symptome hinzukommen. Es kann auch passieren, dass sich die Symptomatik zu Beginn ähnlich einem Hörsturz präsentiert und sich dann wieder bessert. Befindet sich der Tinnitus im Tiefentonbereich wird er als besonders unangenehm empfunden. Als besonderes Merkmal gilt, dass die eigene Stimme weiterhin in gleichbleibender Lautstärke von den Betroffenen wahrgenommen wird. Möglich ist dies, weil im Mittelohr die Weiterleitung der Schallwellen erschwert wird. Hält eine Otosklerose über einen langen Zeitraum an und wird nicht fachärztlich behandelt, kann sich unter Umständen eine Taubheit einstellen. Diese Gefahr erhöht sich durch eine Verknöcherung im Innenohr.
Als Phänomen gilt bislang noch, dass manche Betroffene in lauter Umgebung besser hören als in einer leisen Umgebung. In seltenen Fällen berichten Betroffene auch über Schwindel.
Je nach Schweregrad der Otosklerose und den begleitenden Symptomen kann es zu psychischen Problemen kommen, weil die Teilnahme am sozialen Leben in der Öffentlichkeit schwerfällt oder sogar zur Belastung wird.
Möglichkeiten zur Diagnose einer Otosklerose
Ob es sich um eine Schallleitungsstörung mit Beteiligung der Gehörknöchelchen oder eine Schallempfindungsstörung des Innenohres mit oder ohne Beteiligung der Haarsinneszellen handelt, ist davon abhängig, wo sich die Verknöcherung befindet. Eine optische Untersuchung von Trommelfell und Mittelohr ist häufig unauffällig. Manchmal zeigt sich eine rötliche Verfärbung, die sogenannten Schwartze-Zeichen. Auch eine Tympanometrie ist häufig unauffällig. Aufschluss über einen eventuell vorliegenden Hörverlust gibt eine audiometrische Untersuchung (Audiometrie, Hörtest). Ob es sich um eine Schallleitungsstörung (Schallleitungsschwerhörigkeit) oder eine Schallempfindungsstörung (Schallempfindungsschwerhörigkeit) handelt, kann mit dem Rinne-Versuch (Stimmgabeltest) herausgefunden werden. Bei diesem Test wird eine Stimmgabel in Schwingung versetzt und sofort an den Schädelknochen, der sich unmittelbar hinter dem Ohr befindet, gehalten. So hört die Person den Ton über die Knochenleitung. Ist der Ton auf diese Weise nicht mehr zu hören, hält der Arzt die Stimmgabel direkt vor das Ohr. Wer über ein gesundes Hörvermögen verfügt, kann den Ton jetzt hören. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Töne, die durch die Luft transportiert werden lauter sind als jene, die über den Knochen geleitet werden. Dieser Hörtest gilt in Fachkreisen als sehr aufschlussreich.
Mit einer Stapediusreflexmessung hingegen sind die Veränderungen nachweisbar, weil die eingeschränkte Beweglichkeit des Steigbügelchens (Gehörknöchelchens) sichtbar wird. Eine weitere Diagnosemöglichkeit bietet die Sprachaudiometrie. Hierbei wird überprüft, ob gesprochene Wörter schlechter verstanden werden. Ist das ovale Fenster stark verknöchert, erfolgt die Diagnose anhand einer Röntgenaufnahme, um festzustellen, ob Entzündungen vorliegen. Eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) dienen dem Nachweis von anatomischen Veränderungen und auch Entzündungen. Entzündungsherde lassen sich auch mit einer tympano-cochleären-Szintigrafie (TCS) nachweisen.
Welche Ursachen können verantwortlich sein?
Die Ursache liegt in einer Verknöcherung von einzelnen Teilen des Gehörs. Die Beweglichkeit der einzelnen Teile und die Schallweiterleitung werden durch diese Verknöcherung erschwert. Je höher die Verknöcherung, desto eingeschränkter sind Beweglichkeit und Schallweiterleitung. Als Ursache für die Verknöcherung wird angenommen, dass eine genetische Komponente vorliegt. Eine familiäre Häufung ist in letzter Zeit bekannt. Bei Frauen kommt hinzu, dass eine Verschlimmerung während der Schwangerschaft auftritt. Somit kann eine Beteiligung weiblicher Hormone nicht ausgeschlossen werden. Auch hormonelle Veränderungen durch die Antibabypille werden als Auslöser diskutiert. Diese Vermutung wird von der Tatsache gestützt, dass Frauen ca. doppelt so häufig betroffen sind wie Männer.
Weiterhin wird vermutet, dass eine Virusinfektion dafür verantwortlich ein kann, dass sich die Gehörknöchelchen und das Innenohr krankhaft verändern und verknöchern. Zu den Virusinfektionen können Masern, Röteln oder Mumps gehören. Auch Autoimmunprozesse, die dazu führen, dass der Körper eigenes Gewebe bekämpft, können für dieses Krankheitsbild verantwortlich sein.
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Welche Therapien sind bekannt?
Ist eine Lautstärke von mindestens 20 bis 30 Dezibel erforderlich, um einer Kommunikation zu folgen, sollte eine Therapie eingeleitet werden. Eine Otosklerose mit Tinnitus im Tiefentonbereich kann mit speziellen Hörgeräten, die eine Tinnitusunterdrückung enthalten, erträglicher werden. Eine medikamentöse Behandlung ist noch nicht möglich. Als wirkungsvoll erwiesen hat sich hingegen eine operative Behandlung. Durch Entfernung der bestehenden Verknöcherung wird nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Schallweiterleitung verbessert oder sogar wieder hergestellt. Es besteht in schweren Fällen einer Schallleitungsstörung die Möglichkeit, dass einzelne Teile der verknöcherten Gehörknöchelchen durch künstliche Implantate operativ ersetzt werden. Dann ist die Rede von einer Stapedektomie. Mit filigranen Instrumenten wird vor dem Einsetzen des Implantats der angewachsene Steigbügel und ein Teil seiner Fussplatte entfernt. Die Prothese überträgt die Schallschwingungen direkt über die Gehörknöchelchen auf die Innenohrflüssigkeit und damit die Aufgabe des entfernten Steigbügels. Dieser Eingriff wird fast immer in Lokalanästhesie durchgeführt. So können Veränderungen bei Hören direkt überprüft und eventuell weiter korrigiert werden. Das lokale Anästhetikum wird direkt in den äusseren Gehörgang gespritzt, um den äusseren Gehörgang mit einem kleinen Schnitt schmerzfrei zu erweitern. Dann wird das Trommelfell im hinteren Bereich abgelöst und vorgeklappt. Steigbügel, Gehörknöchelchen und Amboss werden so sichtbar. Das Trommelfell wird zum Schluss der Stapedektomie wieder an seinen vorherigen Platz gebracht.
Eine andere operative Versorgung ist mit der heute bevorzugten Stapedotomie gegeben, die mit weniger Komplikationen verbunden ist. Es werden nur die Steigbügel entfernt und die Fussplatte bleibt erhalten. Es wird zuerst ein kleines Loch mit einem Laserstrahl oder einer spitzen Nadel in die Fussplatte gebohrt. Dann wird darin eine stempelförmige Platin-Teflon-Prothese eingeführt und am Amboss befestigt. Im Endergebnis werden die Schall-Schwingungen wieder ohne Störungen übertragen. Das Hörvermögen ist durch die Stapedotomie verbessert.
Wenn die Schwerhörigkeit sich nicht in einem hohen Masse manifestiert hat, liegt die Verbesserung Schwerhörigkeit bei über 90 Prozent. Ist die Ohrtrompete (Eustachische Röhre, Tuba auditiva) beider Ohren durchgängig, sind auch Flugreisen später kein Problem.
Bei einer bestehenden Schallweiterleitungsstörung ist diese Möglichkeit nicht gegeben. Eine Operation ist auch dann aussichtslos, wenn das Innenohr und die Geräuschwahrnehmung beeinträchtigt sind. Es bietet sich dann nur noch die symptomatische Behandlung mit der individuellen Anpassung eines Hörgerätes an, damit die Beeinträchtigungen möglichst gering gehalten werden. Es wird auf diese Weise immer versucht, den Hörverlust auszugleichen. Dies gilt für eine Schallleitungsstörung genauso wie für eine Schallweiterleitungsstörung. Die bereits erwähnte Tinnitusunterdrückung, die auch Tinnitusmaskierung genannt wird, ist bei einer Hörgeräteanpassung eine weitere Möglichkeit, damit die Wahrnehmung der Umgebung und die Konversation durch diese Störgeräusche nicht zusätzlich erschwert werden.
Wie kann einer Otosklerose vorgebeugt werden?
Einer Otosklerose kann nicht gezielt vorgebeugt werden. Es besteht nur die Möglichkeit, die Symptome zu reduzieren oder bestenfalls zu beheben. Ist Otosklerose in der Familie bekannt, sollte eine jährliche Untersuchung beim Hals-Nasen Ohrenarzt (HNO-ORL Arzt) erfolgen. Dieser ist über die familiäre Vorbelastung zu informieren. So besteht die Möglichkeit, eine beginnende Otosklerose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um schwerwiegende Symptomatiken möglichst zu vermeiden.
Welche Komplikationen können auftreten?
In seltenen Fällen kann die eingesetzte Prothese verrutschen. Dann muss erneut operiert werden. Vereinzelt kann es auch zu einer Verschlechterung des Hörvermögens kommen.