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« Grill the missionary »
1. Stille suchen und die Frage nach Gottes Willen im hörenden Gebet vor Gott bewegen: Wenn ich von Gott hören will, dann muss ich mich seiner Stimme aussetzen; wenn ich mich seiner Stimme aussetzen will, dann muss ich das Volumen der anderen Stimmen möglichst gering halten. Unter Umständen muss ich mir dafür recht viel Zeit
gönnen und mich auf einen «Übungsweg des Hörens» einlassen.
2. Ich strebe an, dass mir die möglichen Varianten gleich gut vorstellbar und gleichwertig sind: Eine gewisse „Gleichgültigkeit“ gibt mir mehr Gelassenheit und nimmt die Angst vor Fehlentscheiden. Der Weg dazu muss womöglich über die „Sicht der grösseren Zusammenhänge“ führen: Dabei nehme ich meine persönlichen
Wünsche im Gesamtbild eines grösseren Gutes wahr (deshalb hat sich auch Jesus durchgerungen, ans Kreuz zu gehen).
3. Mein Leben aus der Vogelperspektive: Ich stelle mir vor, wie ich zur Stunde meines Todes über meine Biographie und über den aktuell zu fällenden Entscheid reden werde. Ich stelle mir vor, was ich gerne in meinem Lebenslauf sehen möchte.
4. Mich in biblische Gestalten hineinversetzen: Kommen mir biblische Figuren in den Sinn, die vielleicht eine ähnliche Situation durchlebten (Mose, Elia, David, Jesus, Paulus, …)? Wie hätten sie in meiner Situation reagiert? – Vielleicht kommen mir auch Beispiele aus der Kirchen- oder Missionsgeschichte in den Sinn. Damit ich im Bedarfsall auf solche Geschichten „zurückgreifen“ kann, erarbeite ich mir einen Schatz an Bibelwissen und studiere
Biographien.
5. Die verschiedenen Möglichkeiten „optimistisch durchspielen“: Ich stelle mir vor, wie ich mit den verschiedenen Optionen, sollte ich sie wähle, leben würde (eine nach der andern, wobei ich für jede Option separat ungefähr gleich viel Zeit einsetze; z.B. 1 Stunde oder 1 Woche). Wie fühle ich mich dabei? Wie erlebe ich das? Welche positiven Möglichkeiten bieten sich mir? – Ich schreibe alle Gedanken und Gefühle auf. Wenn ich alle Optionen so durchgespielt habe, vergleiche ich meine Notizen. Die gleiche Übung kann auch gemacht werden, indem ich mich auf das konzentriere, was ich alles vermissen würde.
6. Was würde ich einem Freund raten, der sich in meiner Situation befindet?
7. Den Rat von unabhängigen, weisen Menschen suchen.
8. Sich darauf zurück besinnen, wie Gott in der Vergangenheit geredet hat: Dies hilft mir einerseits, den roten Faden Gottes in meinem Leben wahrzunehmen. Anderseits kann es mich auf mögliche Blockaden hinweisen, wenn ich Gottes Reden einfach nicht vernehmen sollte (wieso sollte mir Gott weitere Wegweisung geben,
wenn ich die letzte nicht umgesetzt habe?).
9. Die nicht gewählte Variante bewusst loslassen: Weil ich vielleicht schon etwas mit den möglichen Varianten „gelebt“ habe, muss ich die nicht gewählte Variante(n) „betrauern“, mich von ihr verabschieden. Diesen Schmerz lasse ich zu.
Hannes Wiesmann, Leiter Wycliffe Europa