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In Anbetracht der Tatsache, dass die Sterblichkeit in der Schweiz seit Jahrzehnten sinke, sei der Anstieg von 8,8 Prozent im letzten Jahr ungewöhnlich und spiegle die Auswirkungen der Corona-Pandemie wider, schreibt das Universitätszentrum für Allgemeinmedizin und öffentliche Gesundheit in Lausanne (Unisanté) in einem Communiqué am Donnerstag. Es handle sich dabei um einen Rückgang auf das Niveau von 2014/2015.
Die von Unisanté durchgeführte Analyse habe aber auch gezeigt, dass die Übersterblichkeit erst ab einem Alter von 70 Jahren bei Männern und ab 75 Jahren bei Frauen signifikant gewesen sei. Unterhalb dieses Alters hätten die Forscherinnen und Forscher keinen wesentlichen Anstieg der Sterblichkeit beobachtet.
Betroffen waren mehr Frauen als Männer. Dadurch ging auch die Gesamtlebenserwartung der Männer stärker zurück (-9,7 Monate) als diejenige der Frauen (-5,3 Monate). Dieser Rückgang stehe zwar im Gegensatz zum jährlichen Anstieg um zwei Monate, der in den letzten Jahrzehnten üblich gewesen sei.
Doch er sei nicht vergleichbar mit dem Verlust von rund zehn Jahren während der spanischen Grippe im Jahr 1918. Die Lebenserwartung im Jahr 2020 liege damit weiterhin bei über 81 Jahren für Männer und bei über 85 Jahren für Frauen. Auch das entspreche in etwa dem Niveau vor fünf Jahren.
(sda)