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Rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler leiden Schätzungen zufolge an einer Lese- und/oder Rechtschreib-Schwäche (LRS), auch Legasthenie genannt. Betroffenen fällt es schwer, gesprochene Sprache in geschriebene Sprache umzuwandeln. Sie lesen meist sehr langsam oder haben Startschwierigkeiten beim Vorlesen. Auch kommt es vor, dass sie Wörter auslassen, andere hinzufügen oder vertauschen und dabei die Textzeile verlieren. Bei der Rechtschreibung haben sie Schwierigkeiten beim Schreiben von Buchstaben und Wörtern, machen viele Fehler bei ungeübten Diktaten, beim Abschreiben von Texten sowie bei der Grammatik und Zeichensetzung. Auch eine kaum leserliche Handschrift tritt in diesem Zusammenhang häufig auf.
Die LRS fällt meist im Laufe des ersten Schuljahres auf, oft geht sie mit Konzentrationsstörungen einher. Eine der möglichen und nicht seltenen, aber oft unterschätzten Ursachen sind Sehstörungen bzw. Sehschwächen. Das kann eine Weit-, Kurz- oder Stabsichtigkeit, eine sogenannte Hornhautverkrümmung sein. Auch die Augenstellung, die Augenbeweglichkeit und eventuelle Brechungsfehler können die Sehfähigkeit beeinträchtigen. Eine augenärztliche Untersuchung, die Verordnung einer passenden Brille und weitere Therapien wirken sich oft sehr positiv auf die Schulleistung aus.