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«Lightning Digital AV Adapter» mit ARM-Prozessor
Veröffentlicht am Montag, 04. März 2013, um 14:42 Uhr von Patrick Bieri
Nach dem Teardown eines «Lightning Digital AV Adapter» stellten die Entwickler des Unternehmens Panic fest, dass es sich bei diesem einfach anmutenden Lightning-Adapter um einen komplexen Mini-Computer handelt.
Zum Teardown kam es, weil sich die Panic-Entwickler über eine Limitierung wunderten, welche das Kabel aufwies. So können Videosignale mit einer maximalen Auflösung von 1’600 x 900 Pixel ausgegeben werden. Diese Auflösung entspricht keinem der beiden HD-Standards von 720p oder 1080p. Zudem traten bei den übertragenen Bildern Merkmale auf, welche normalerweise nur durch die Kompression in MPEG entstehen. Die Entwickler vermuteten daher, dass durch das Lightning-Kabel komprimierte Dateien gesendet werden, welche im Adapter wieder für HDMI aufbereitet werden müssen.
Nach dem Teardown stellten die Entwickler fest, dass Apple neben einem ARM-Prozessor auch 256 MB Arbeitsspeicher verbaute. Für die Entwickler war es vor allem ungewöhnlich, so viel Arbeitsspeicher bei einem klassischen Adapter anzutreffen.
Gemäss den Entwicklern von Panic ist es nicht klar, wieso Apple für den Lightning-Adapter ein so komplexes Design gewählt hat. Es gibt durchaus vergleichbare Adapter, bei welchen die internen Komponenten auf einer Fläche von 3.5 mm x 3.5 mm Platz finden. Bei der Lösung von Apple wird eine Platine mit einer Kantenlänge von 12 mm verwendet.
Ebenfalls unklar ist, was genau passiert, wenn der Adapter mit einem iOS-Gerät verbunden wird. Der Umstand, dass nach dem Verbinden eine kleine Zeitverzögerung auftritt, deutet darauf hin, dass zuerst ein kleines Betriebssystem geladen werden muss. Welchen Zweck ein solches Betriebssystem haben soll, ist für die Entwickler noch nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise werden die Videosignale mittels Apples AirPlay-Protokoll ausgegeben. Dies würde erklären, wieso die vorhin beschriebenen MPEG-Kompressionsspuren entstehen. Ein Grund für die Ausgabe des Signals mittels des AirPlay-Protokolls könnte sein, dass der Lightning-Standard keine genügend grosse Bandbreite bietet, um unkomprimierte Dateien zu übertragen. Da die genauen Spezifikationen von Lightning unbekannt sind, bleibt dies Spekulation.
Die gewählte komplexe Bauweise könnte sich im Nachhinein auch als Vorteile erweisen, wie ein Kommentator des Panic-Blogs bemerkte. So operiert Apples Lightning-Standard unabhängig von anderen Standards wie HDMI. So kann Apple für jeden neu aufkommenden Standard einen Adapter auf den Markt bringen, was dafür sorgt, dass Lightning auch noch in mehreren Jahren in den iOS-Geräten verbaut werden kann.
Möglicherweise kann Apple in Zukunft per Software-Update dafür sorgen, dass die Qualität der HDMI-Ausgabe verbessert wird.