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Die Islamisten würden in Spin Boldak in der Provinz Kandahar im Süden des Landes nun Abgaben auf alle Handelsgüter erheben, sagten pakistanische Händler und Exporteure am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.
Der für den Handel wichtige Grenzübergang Spin Boldak/Chaman war vor rund zwei Wochen an die Taliban gefallen. Die Islamisten haben nach Angaben von Händlern, die der Handels- und Industriekammer Pakistan-Afghanistan (PAJCCI) angehören, nun ein 20-seitiges Dokument mit einer Auflistung der an sie zu zahlenden Abgaben ausgeschickt.
Händler erwägen Lieferungen auszusetzen
Der Einfuhrzoll für eine Maschine zur Seifenerzeugung etwa beläuft sich demnach auf 50'000 Afghani (rund 570 Franken), für eine Schachtel mit Proteinshakes werden 3000 Afghani (rund 35 Franken) verlangt.
Gleichzeitig hätten die afghanischen Behörden jetzt Kontrollposten für Güter in der Provinzhauptstadt Kandahar errichtet und würden ebenso Abgaben erheben. Dies sagten die Händler weiter. Pakistanische Exporteure erwägen nun, abgesehen von verderblichen Lebensmitteln, ihre Lieferungen nach Afghanistan und in andere zentralasiatische Staaten auszusetzen, sagte der Chef der PAJCCI, Zubair Motiwala.
Hälfte der Exporte über Grenzübergang
Rund die Hälfte der Exporte Pakistans nach Afghanistan mit einem bisherigen Volumen von jährlich rund 2,5 Milliarden Dollar sei bisher über Spin Boldak/Chaman abgewickelt worden, sagte der PAJCCI-Chef weiter. Er befürchte, wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage in Afghanistan könnten die Exporte signifikant fallen. Pakistan exportiert vor allem Lebensmittel, Baumaterialien, Textilien und Medikamente nach Afghanistan.
Die Taliban haben neben Spin Boldak mittlerweile auch Grenzübergänge in den Iran, nach Turkmenistan und Tadschikistan unter ihrer Kontrolle.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Taliban kontrollieren den für den Handel wichtigen Grenzübergang nach Pakistan.
- Sie erheben nun Importzölle, Händler erwägen deshalb, Lieferungen auszusetzen.