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DER SCHWEIZER JAZZMUSIKER UND KOMPONIST HANS KENNEL IST GESTORBEN
18.05.2021 Der am 20. April 1939 in Schwyz geborene Schweizer Jazzmusiker und Komponist Hans Kennel (Bild) ist am 14. Mai 2021 gestorben. Er spielte Trompete, Flügelhorn und Alphorn. Kennel war ein einzigartiger Vermittler und Mitspieler zwischen internationalem und Schweizer Jazz, zwischen modernem Jazz, afrikanischen Rhythmen, Klassik und ursprünglicher Schweizer Volksmusik, zwischen kammermusikalischem Auftritt und heisser Jazzclub-Atmosphäre.
Foto: © http://www.hanskennel.com/hans_painting.html (Ausschnitt)
"Ein Grenzüberschreiter"
Hans Kennel, der in den letzten Jahren unter anderem mit der Gruppe Africana 19+ zu seinen Jazz-Wurzeln zurückgekehrt ist, sei ein "genauer Beobachter (und Bewunderer) der Magie des authentisch Lokalen" gewesen, schrieb der Schweizer Jazzkritiker Peter Rüedi in einem von der Trauerfamilie verschickten Nachruf. Und ebenso "ein Grenzüberschreiter, der in grossen Zusammenhängen dachte."
Hans Kennel lernte in einer Jugendmusikgruppe Trompete und studierte anschliessend an den Konservatorien in Freiburg im Üechtland und Zürich. Bereits in dieser Zeit trat er mit der Band von Bruno Spoerri, aber auch mit Oscar Pettiford auf. Anfang der 1960er galt er als der führende Hardbop-Trompeter der Schweiz und arbeitete europaweit; zwischen 1962 und 1969 trat er mit Kenny Clarke, Mal Waldron, Albert Mangelsdorff, Waldi Heidepriem, Abdullah Ibrahim, George Gruntz, Remo Rau, Irène Schweizer, Alex Bally und Pierre Favre auf. Dann gründete er mit Spoerri die Jazz Rock Experience.
Nach einer Unterbrechung spielte er Mitte der 1970er-Jahre mit Paul Haag, Klaus Koenig und Peter Schmidlin in der Fusionjazz-Gruppe MAGOG, mit der er auf internationalen Festivals auftrat. Ab 1977 leitete er die Gruppe Jazz Community; 1982 gründete er mit Jürg Solothurnmann die Alpine Jazz Herd. Anschliessend arbeitete er mit Urs Blöchlinger und Carla Bley, bevor er die Ethno-Jazz-Band Habarigani gründete, mit der er zwischen 1987 und 1996 (auch in den USA) auftrat und mehrere Platten einspielte.
Daneben spielte er seit 1990 in seinem Alphornquartett Mytha, das auch mit der Sängerin Betty Legler auftritt. Seit 1992 arbeitete er in verschiedenen Projekten mit Steve Lacy. Sein Septett Alpine Experience, das an das Konzept der Alpine Jazz Herd anknüpfte, gastierte 1999 auf dem Jazz Festival Montreux. Kennel trat auch mit Glenn Ferris, Art Lande, John Tchicai, Mathias Rüegg, Hans Koch, John Wolf Brennan oder Wolfgang Muthspiel auf.
Kennel schrieb auch Filmmusik (etwa für Dokumentarfilme von Erich Langjahr) und Chormusik. 1998 wurde er für seine "pionierhafte und engagierte Auseinandersetzung mit Elementen alpiner Musik in den Grenzbereichen von Volksmusik, Jazz und Klassik" mit dem Innerschweizer Kulturpreis geehrt.
-> Mehr folgt
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