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«Wenn Du absolut nach Amerika willst, so gehe in Gottesnamen!»
Erinnerungen an den California Trail, John A. Sutter und den Goldrausch 1846–1849
Herausgegeben von Christa Landert / Mit einem Vorwort von Leo Schelbert
Das volkskundliche Taschenbuch [42]768 Seiten, gebunden, 47 Abbildungen und Karten, 2 Kartenbeilagen
3. Aufl., April 2011
978-3-85791-504-8
Früh packt den Glarner Bauernsohn Heinrich Lienhard das Fernweh. Nach dem Tod seiner Mutter bricht er 21-jährig nach Illinois auf, drei Jahre später (1846) reist er mit Freunden auf dem California Trail westwärts in die mexikanische Provinz Oberkalifornien am Pazifik. Er verdingt sich als Freiwilliger im Krieg gegen Mexiko und arbeitet anschliessend drei Jahre für John A. Sutter im Sacramento-Tal. Als 1848 unweit von Sutters Fort Gold entdeckt wird, beobachtet Lienhard zuerst erstaunt, dann mit zunehmender Entrüstung die grossen Veränderungen, die der Goldrausch für Land und Menschen, insbesondere für die indianische Bevölkerung, mit sich bringt. Heinrich Lienhards einzigartige Erinnerungen – in Deutsch und Englisch bisher nur in stark gekürzter und verfälschter Form erschienen – liegen hier erstmals in der Originalfassung vor. Er blickt darin auf jene abenteuerlichen Jahre von 1846 bis 1849 zurück und berichtet detailliert und mit Humor von alltäglichen wie unerhörten Dingen aus einer rauen Welt.
© Limmat Verlag
Heinrich LienhardHeinrich Lienhard (1822–1903), von Bilten GL, reist 1843 zuerst nach Highland, Illinois, drei Jahre später nach Kalifornien. Dort arbeitet er für General Sutter und wird 1848 Zeuge der Goldentdeckung. 1850 kehrt er in die Schweiz zurück und heiratet Elsbeth Blumer von Bilten. Nach drei Jahren in Kilchberg wandern sie 1854 in die USA aus und lassen sich 1856 in Nauvoo, Illinois, nieder, wo sie neun Kinder grossziehen. Hier verfasst Heinrich Lienhard seine Erinnerungen, ein Manuskript von tausend Seiten.
Christa LandertChrista Landert, geboren 1945 in Schaffhausen, studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Zürich, wo sie mit einer Lizentiatsarbeit bei Professor Urs Bitterli über Heinrich Lienhard und sein Manuskript abschloss. Arbeitete als Sprachlehrerin.
© Limmat Verlag
Leo SchelbertLeo Schelbert, geboren 1929, war zuerst Gymnasiallehrer, dann studierte er in New York amerikanische Geschichte mit Schwerpunkt Einwanderung. 1966 Promotion an der Columbia Universität. Er lehrte von 1963 bis 1969 an der Rutgers Universität in Newark, New Jersey, und nach zwei Forschungsjahren in der Schweiz von 1971 bis 2003 an der Universität von Illinois in Chicago. Er ist Autor und Herausgeber verschiedener Bücher und zahlreicher Artikel und lebt mit seiner Familie in Evanston, Illinois.
Von Leo Schelbert · 7
Heinrich Lienhards Erinnerungen und ihr geschichtlicher Hintergrund
Das Manuskript · 9Heinrich Lienhards Biografie 1822–1846
Der geschichtliche Hintergrund · 14
Zu dieser Edition · 28
Frühere Editionen · 30
Kindheit und Jugend auf dem Ussbühl 1822–1843 · 40Heinrich Lienhard Erinnerungen 1846–1849
Reise nach Amerika 1843 · 59
Erste Jahre in Amerika: Illinois 1843–1846 · 65
California Trail, April bis Oktober 1846 · 90Heinrich Lienhards Biografie 1849–1903
Ankunft im Fort New Helvetia 1846 · 274
Monterey, November 1846 bis Februar 1847 · 285
Gartenarbeit bei Mimal am Yuba River, Februar bis September 1847 · 384
Aufseher im Fort New Helvetia, September bis Dezember 1847 · 463
Supercargo auf Sutters Schoner, Dezember 1847 bis Januar 1848 · 504
Garten beim Fort, Januar bis August 1848 · 512
Goldwaschen, August bis Oktober 1848 · 567
In der Schäferei, November 1848 bis April 1849 · 624
Handel in den Minen, April bis Mai 1849 · 669
Reise in die Schweiz, Juni 1849 bis Januar 1850 · 715Anhang
Kalifornien, Januar bis Juni 1850 · 720
Letzter Aufenthalt in der Schweiz 1851–1854 · 725
Madison, Wisconsin, 1854–1856. Nauvoo, Illinois, 1856–1903 · 728
Gesamtinhaltsverzeichnis der Erinnerungen Heinrich Lienhards · 739
Bibliografie · 749
Die Herausgeberin · 755
Personenregister · 757
Beilage: «Map of the Emigrant Road»
«Approaching Chimney Rock» von William Henry Jackson, 1931. Emigranten-Gesellschaften beenden ihre Tagesetappe und lagern in der Nähe des Chimney Rock.
Mit freundlicher Genehmigung: Scotts Bluff National Monument and Oregon Trail Museum Foundation
Ein grosses BuchVor uns liegt ein grosses Buch. Es gibt dem Glarner Auswanderer Heinrich Lienhard eine Stimme, der im Jahr 1843 im Alter von 21 Jahren von Bilten in die Vereinigten Staaten auszog, deren Grenzen damals erst wenig über den Mississippi hinausreichten. Zunächst wurde Heinrich Lienhard in Highland, Illinois – einer Schweizer Siedlung östlich von St. Louis –, heimisch, drei Jahre später folgte er jedoch nochmals dem Ruf der Ferne und begab sich 1846 über Land in das vom neu-europäischen Staat Mexiko beanspruchte Kalifornien, wo die indianischen Einheimischen im Landesinnern dank der Abgeschiedenheit der Regionen von den Folgen weisser Besetzung länger verschont geblieben waren als die meisten Völker auf dem übrigen Kontinent.
Kaum angekommen, nahm Lienhard am amerikanischen Krieg gegen Mexiko teil, in dessen Folge die Vereinigten Staaten alle nördlich des Rio Grande gelegenen mexikanischen Gebiete für sich beanspruchten. Im Jahr 1848 wurde Heinrich Lienhard Zeuge des Goldfundes am Südarm des American River knapp fünfzig Meilen nordöstlich des Forts New Helvetia, der Gründung des Schweizers Johann August Sutter, in dessen Dienst der Glarner Einwanderer verschiedenen Tätigkeiten nachging. Die zunehmend gewalttätige Gesetzlosigkeit der das Land überflutenden weissen Goldsucher und Ansiedler bewogen ihn jedoch, in die Heimat zurückzukehren. Vor der Abreise erwarb er in Philadelphia das amerikanische Bürgerrecht. Nach gut drei Jahren verliess er dann die Schweiz erneut, um sich zwei Jahre später in Nauvoo, Illinois, am Mississippi als Farmer endgültig niederzulassen.
In den 1870er-Jahren entschied sich Heinrich Lienhard, seine Erlebnisse für die Nachkommen niederzuschreiben. Seinem Manuskript, das zu den wichtigen Quellen der angloamerikanischen Frühgeschichte Kaliforniens gehört, war aber anfänglich kein Glück beschieden. Frühe deutsch- und englischsprachige Ausgaben verstümmelten sein Werk.
Nach zwei verlässlichen englischsprachigen Editionen, die 1951 und 1961 Texte zum California Trail vorlegten, erschien im Jahr 2000 Heinrich Lienhards Bericht über seine Jugend und die Jahre in Highland erstmals in textgetreuer englischer Übersetzung in dem von John C. Abbott edierten Buch «New Worlds to Seek», basierend auf der Transkription von Christa Landert. Zu diesem Werk gesellt sich jetzt ihre eigene grosse Leistung, die Transkription und Edition von Lienhards Trail- und Kalifornienbericht für die Jahre 1846 bis 1849.
In dieser Ausgabe umrahmt Christa Landert den Text von Heinrich Lienhard mit einer sachkundigen historischen Einleitung und einer eindrücklichen biografischen Skizze. Heute könnte er sich am Erscheinen seines Berichts uneingeschränkt erfreuen, und er müsste nicht wie damals in seinem Alter verfälschende Eingriffe in sein Werk beklagen. Das vorliegende Buch ist eine Musteredition, die dem umfangreichen Text in jeder Beziehung gerecht wird und ihn historisch, biografisch und erklärend dem Leser nahebringt.
Heinrich Lienhards Erinnerungen spiegeln eine willensstarke, grundehrliche und verlässliche Persönlichkeit. Er beobachtet seine Umwelt mit scharfem Blick, lernt von Jugend auf, Erlebnisse zu verarbeiten und an ihnen zu wachsen, und begegnet Herausforderungen mit Mut und Entschlossenheit. Bei Fehlentscheidungen, etwa sich für den Krieg gegen Mexiko anwerben zu lassen, kommt ihm das Schicksal entgegen, und er entrinnt lebensgefährlichen Situationen, da eine schwere Krankheit seinen Einsatz an der Front verhindert.
Lienhard sucht und geniesst die Schönheit der natürlichen Umwelt und ist auch ein furchtloser Jäger, wobei sein Wagemut ihn gelegentlich in Lebensgefahr bringt. Mitmenschen beurteilt er verlässlich und ohne Selbstgerechtigkeit. Den indianischen Menschen begegnet er zwar nicht ohne selbstverständliche Dominanz, bemüht sich aber, die Einheimischen unter den Umständen der weissen Invasion gerecht zu behandeln.
Wie jedes Leben ist auch das von Heinrich Lienhard von den dreifachen Kräften geformt, die Niccol Macchiavelli virt , fortuna und necessit genannt hat. Das vorliegende Werk zeigt eindrücklich, wie Lienhard seine Virt , seine Tatkraft, unter den verschiedensten Umständen entfaltete, auch wie er Fortunas Spiel von
Glück und Unglück sich fügend mitspielte und, endlich, wie er die Necessit , das unausweichlich Gegebene bedacht in sein Handeln und Bemühen einflocht.
Dieses bedeutende Buch bietet nicht nur ein facettenreiches Bild der prägenden Lebensjahre eines jungen Glarner Auswanderers und der komplexen historischen Ereignisse einer Eroberung, es ist zugleich ein bleibendes Zeugnis hervorragenden wissenschaftlichen Könnens.
«Wenn du Gold entdekt hast, ...»
...
Nun sagte ich ihm: «Wenn du Gold entdekt hast, wirst Du doch gewiss welches mit Dir gebracht haben. Wenn so, dann lass es uns doch einmal sehen!» Witmer griff darauf in eine seiner Kleidertaschen, nahm ein beschmutztes Stück von irgend einem kleinen Lumpen hervor, in welchem er etwas eingebunden hatte, löste die Schnur davon und zeigte uns wirklich zirca 18–20 kleine Körnchen, wovon das Grösste ungefähr so gross als ein kleiner Stecknadelkopf sein mochte, und diese kleinen Körnchen waren wirklich ein gelb aussehendes Metal, so dass wier ohne Ausnahme zu glauben anfiengen, es möchte wirklich Gold sein. Ich machte den Vorschlag, dass er das grösste Körnchen dem Schmied Fifield geben soll, dieser soll es in irgend einem Bleilöffel, welcher zuerst recht rein gemacht werden müsse, in seiner Schmiedeesse recht glühend heiss machen, dann auf dem Ambos mit einem kleinen Hämmerchen ordentlich hämmern.
Alle waren damit einverstanden. Wier begaben uns sogleich nach der Schmiede-Werckstätte, wo Fifield in der Esse das Feuer anfachte, ein Bleilöffel reinigte, das grösste Goldkörnchen hinein that und, um dass Alles bald erglühe, tüchtig sein Blasebalg handhabte. Mit vielem Intressen schauten wier zu, denn es waren nebst Fifield, Witmer und mir selbst noch Hudson, der Wagenmacher, John Muot, der kleine, lustige Schneider, welcher jetzt [die] Aufseherstelle vertrat, und, ich glaube, Charly Burch anwesend. Der Bleilöffel war endlich fast weissglühend aus dem Feuer genommen, das kleine Goldkörnchen auf den rein gemachten Ambos geleert und augenblicklich von Fifield mit dem kleinen Hämmerchen bearbeitet, [worauf es] bald eine Ausdehnung von über einen halben Zoll erreichte.
Während dieses geschah, waren Alle ganz ruhig, kaum ein Wörtchen ward gesprochen, so begierig waren Alle, um zu erfahren, ob es wirkliches Metal – Gold – sei. Da aber die Probe nach aller Ansicht vollkommen befriedigend ausgefallen, machte diese Stille einem allgemeinen wilden, lauten Jubelschrei platz. Die eben noch so ruhig sich verhaltenden Männer tanzten wie plötzlich wahnsinnig gewordene Männer über altes Eisen, Hämmer und Zangen, um den Ambos herum, lachten, jauchzten, schrieen, pfiffen, sangen und jodelten, dass, wenn Jemand sie hätte sehen können, ohne den Grund zu diesem Lärm zu kennen, [er] gewiss geglaubt haben müsste, sie hätten durch irgend ein Zufall den Verstand verloren. Der kleine John Muot machte die komischsten Sprünge von Allen, und «Gold! – Gold! – Gold! Bei chimny – Gold, boys, Gold! We will all be rich, all of us – hurrah for the Gold!» und dergleichen waren unsere Rufe.
Der Lärm war gross genug gewesen, um überall im Fort vernommen zu werden, so dass die Leute vor die Thüren hinaus traten, um die Ursache darüber zu erfahren. Obschon auch ich mich freute, lachte und mit einstimmte, glaube ich, noch der Ruhigste gewesen zu sein. Ich erinnerte mich zuerst an meine Beschäftigung und war der Erste, welcher die Schmiedewerkstätte verliess. Sutter war durch den Heidenlärm ebenfalls aus seinem grossen Haus auf die östliche Brücke heraus gekommen, wo er sich mit Mr. Kadel1, einem Badenser, unterhielt. Als er mich bei meinem Austritt aus der Schmiede erblickte, rief er mir, zu ihm herauf zu kommen. «Ich sehe, mein Geheimniss ist entdeckt», sagte er, «wier werden nun Alle reich werden, wier wollen daraufhin eine Flasche Wein trinken», nahm aus einem Schranke eine Flasche Rothwein hervor und füllte drei grosse Weingläser, welche wier nach gegenseitigen Glückwünschen erhoben und dann leerten.2
Ein ganz eigenthümliches Gefühl schien über Alle gekommen zu sein. Es kam zu plötzlich, zu unerwartet, und machte ein Eindruck, als ob alles nur ein vorüber gehender Wahn oder Traum sei, ungefähr so, als ob ein armer Mensch, der niemals auf Reichthümer gehoft, plötzlich die Nachricht erhielte, dass irgendwo in der Welt ein reicher, Kinderloser Vetter gestorben sei, welcher ihm ein grosses Erbe hinterlassen hätte.
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[1] Peter Kadel lebte mit Frau und Kindern in Sutterville, wo er Milchwirtschaft betrieb.
[2] Diese Goldprobe fand am 14. Februar 1848 statt, einen Tag bevor Lienhard in den Garten zog. Sutter notiert unter diesem Datum: «Wittmer returned with the two Wagons from the Mountains, and told every body of the Gold mines there and brought a few samples with him. Cadel, McDowell, Mr. Sinclair and Reaufio and Olimpio here and left.» Sutter, New Helvetia Diary, 116.
«Der Limmat Verlag macht fabelhafte Bücher, und hier ist ihm – und der Herausgeberin Christa Landert – ein besonders tolles gelungen! Wer in seiner Jugend Karl Mays Wildwestromane verschlungen hat – der kann in diesem prachtvoll edierten Werk nachlesen, wie es wirklich war.» Die ZEIT
«Christa Landerts mit einer fundierten Einleitung versehene, akribisch annotierte Edition macht uns einen Text zugänglich, der sich so spannend liest wie ein Roman. Was Lienhard bei der Durchquerung Amerikas erlebt, was er von Pferdedieben und Klapperschlangen, Saufgelagen, Spielhöllen und wilden Jagden erzählt, liest man mit roten Ohren. Im Kalifornien des Goldrauschs versteckt er seinen Schatz stets unter dem Kopfkissen und schläft nie anders als mit der geladenen Waffe in der Hand, bewacht von seinen beiden Hunden. Über ihren Unterhaltungswert hinaus sind Lienhards Aufzeichnungen ein grossartiges Kulturgeschichtliches Zeugnis: lebensnah, historisch verlässlich, farbig und lehrreich. Ein Buch für viele Tage und Nächte.» NZZ am Sonntag
«Seine fesselnde Lebensgeschichte erzählt vom Ruf des Goldes und wie es den Menschen erging, die ihm erlagen.» Schweizer Familie
«Was den Mann einzigartig macht, sind seine Memoiren. Lienhard hat seine Erlebnisse als Siedler und Goldschürfer detailliert notiert. Die Zürcher Historikerin Christa Landert hat sich der rund 1000 Manuskriptseiten angenommen, hat sie entziffert und redigiert. Entstanden ist ein authentisches Zeitdokument der der amerikanischen Geschichte, das jetzt als Buch vorliegt.» Schweizer Familie
«Lienhards Beschreibungen sind unglaublich farbig und packend. Ein Abenteuer, spannender als jeder Karl-May-Roman, eine editorische Meisterleistung mit einem vorbildlichen Vorwort und zahlreichen Fussnoten, die den historischen Kontext erhellen. Kurzum, ein Lesegenuss für viele Tage.» SWR 2
«Der Glarner Heinrich Lienhard ist als einer der ersten Schweizer über den ganzen nordamerikanischen Kontinent gezogen. 1846, bis nach Kalifornien. Mit Ochsen und Planwagen. Eine Leistung, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann.» Schweizer Radio DRS
«In seinen sehr persönlichen Aufzeichnungen erzählt Heinrich Lienhard unterhaltsam und humorvoll, wie der sogenannte Wilde Westen wirklich war. Sein Buch «Wenn du absolut nach Amerika willst, so gehe in Gottesnamen!» ist gleichzeitig ein wertvolles Zeitdokument.» DRS 2
«Dass wir Lienhards Erinnerungen lesen können, verdanken wir der Historikerin Christa Landert, die sich während mehr als zwei Jahrzehnten mit seinem Leben auseinandersetzte, sein in Berkeley liegendes Manuskript transkribierte und mit Anmerkungen versah. Illustriert mit zahlreichen Porträtfotos, Karten, Faksimiles sowie Malereien eines Zeitgenossen, wird die aufwendige Edition umrahmt von zwei Kapiteln, in denen Landert von Lienhards Kindheit und Jugend in der Schweiz und seinen Jahren nach 1849 berichtet. So kann man sich in dieses abenteuerliche und ereignisreiche Leben vertiefen.» Tagesanzeiger
«Diese lebhaft formulierten, von einem klugen Kopf zeugenden Erinnerungen an den Wilden Westen liegen nun in einer vorzüglichen Edition vor.» Neue Zürcher Zeitung
«Detailgetreu schildert Lienhard sein Leben unter den Pionierinnen und Pionieren, fesselnd sind seine Naturbeobachtungen und seine Darstellung der oft menschenleeren Wildnis, spannend seine kraftvollen Beschreibungen von Gefahren, die von Klapperschlangen, Bären und Wölfen, Regengüssen und Stürmen ausgehen. (...) Christa Landert hat ein Buch herausgegeben, dessen Inhalt Amerikanisten ebenso faszinieren wird wie Menschen, die mit Karl May aufgewachsen sind. Wagenburgen, Indianergeheul (die Indianer werden im Allgemeinen als freundlich und friedfertig beschrieben), Männerfreundschaften, alles kommt vor im schön bebilderten, sorgfältig gesetzten Band, dem eine grosse Leserschaft zu wünschen ist.» Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde
«Der von Christa Landert vorbildlich herausgegebene Band gibt Lienhards Text vom Zeitpunkt seiner Reise in den Westen im Jahr 1846 bis zu seinem Abschied von Kalifornien im Sommer 1849 im Wortlaut wieder; die übrigen Teile bietet das umfangreiche Buch in Zusammenfassung mit vielen Zitaten aus dem Manuskript. Lienhards Erinnerungen öffnen Fenster zu vielen Welten: Er gibt uns Einblick in ein Glarner Dorf in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in das Leben von Auswanderern in Illinois, wir begleiten ihn bei der Fahrt nach Westen, blicken ihm bei seinem Umgang mit Sutter über die Schulter, begegnen Goldsuchern, Indianern und Spekulanten und sehen einen wachen Geist.» Sissacher Volksstimme
«After several earlier partial publications of his narrative, some in English translation, others in the original German, that were not always faithful to the original manuscript, Landert has produced a critically edited version of the original German text.
Whether Lienhard is describing his overland journey to California across the Rocky Mountains in 1846, his first encounter with Johann Sutter, his several encounters with grizzly bears, the life of Indians in various locales, and the like, his narrative is itself filled with dozens of such nuggets of information that fascinate and enlighten. His Erinnerungen are an incredible treasure trove for anyone interested in this period of American history. We can be thankful that Lienhard's father eventually relented and permitted his son to travel to the New World saying in exasperation: ‹Wenn Du absolut nach Amerika willst, so gehe in Gottesnamen!›
We can also be truly thankful that Christa Landert devoted over two decades working with Lienhard's original manuscript at the Bancroft Library at the University of California, Berkeley, to produce this edition. Her detailed description of the manuscript and critical apparatus accompanying the narrative and her biographical sketch of Lienhard's life before and after his 1846-49 memoirs are enhanced with numerous maps and illustrations. Landert's edition also includes a replica four-part "Map of the Emigrant Road from Independence Mo. to St. Francisco California" published in 1849 in a slip-pocket on the inside back cover. This reviewer notes with some personal satisfaction that Lienhard's route from Independence to the West Coast passes across the Kansas prairie at one point where the future town of Lawrence would arise in 1854, now the home of the University of Kansas. Lienhard passed through that area some eight years before Kansas Territory was opened for settlement.» Yearbook of German-American Studies
«The present Christa Landert 2010 edition of Heinrich Lienhard's manuscript is the last in a long series of publications generated by this historical work. It is also by far the most thorough, professional and erudite edition of this important manuscript. The author of this review recommends the Landert edition without reservation to all serious Americanists an genealogists.» Swiss American Historical Society / Review