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Machtkampf zweier Frauen auf der Musicalbühne
Das Theater St. Gallen zeigt erneut ein Musical aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze und Sylvester Levay. Die Neufassung von «Lady Bess» feiert am 19. Februar im Umbau Premiere: Eine Frauengeschichte zwischen Rock und Renaissance.
Das Theater St. Gallen zeigt erneut ein Musical aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze und Sylvester Levay. Die Neufassung von «Lady Bess» feiert am 19. Februar im Umbau Premiere: Eine Frauengeschichte zwischen Rock und Renaissance.
Das 2014 in Tokio uraufgeführte Musical über die Jugendjahre der späteren Königin Elizabeth I. von England wurde von Michael Kunze (Buch) und Sylvester Levay (Musik) überarbeitet. Das Theater St. Gallen sicherte sich die Premiere der Neufassung.
Das Musical «Lady Bess» erzähle die Geschichte der jungen Prinzessin Elizabeth «Bess» Tudor bis zu ihrer Krönung, erklärt der St. Galler Operndirektor Jan Henric Bogen in einer Videovorschau. «Wir erleben die junge Elizabeth, wie sie unter der Herrschaft von Mary Tudor erwachsen wird und wir erzählen vor allem auch das Konkurrenzverhältnis dieser beiden Halbschwestern.»
Elizabeth ist die Tochter des berüchtigten Königs Henry VIII. und der unglücklichen Anne Boleyn. Sie wächst als Waise in der Obhut ihrer Gouvernante und ihres humanistischen Erziehers auf.
Ihre Halbschwester herrscht als Bloody Mary brutal über ihre Untertanen. Die fanatische Katholikin setzt alles daran, sich ihrer verhassten kleinen Schwester zu entledigen. Doch Bess gelingt es, die Sympathie des englischen Volkes zu gewinnen und schliesslich als Elizabeth I. den Thron zu besteigen.
Grosse Emotionen
Um diese Geschichte möglichst spannend zu erzählen, seien von den Autoren auch nichthistorische Elemente ins Musical aufgenommen worden, so Bogen. Dies um die grossen Emotionen wie Liebe und Eifersucht plastisch darstellen zu können. «Aus den historischen Aufzeichnungen kann man das tatsächlich nur vermuten», erklärt der Opernchef.
Es mache ihr viel Spass, in die Welt einer historischen Figur einzutauchen, die nicht ihre sei, sagt Wietske van Tongeren, die im Musical Mary Tudor darstellt. Für Katia Bischoff ist die Vielschichtigkeit der Figur Lady Bess die grösste Herausforderung. «Sie hatte schon in ihrer Kindheit viele traumatische Erlebnisse: Sie wurde verbannt und sie hat ihre Mutter sehr früh verloren», erklärt die Musicaldarstellerin, die sich mit Anna Langner die Hauptrolle teilt.
Opulente Kostüme
Regie führt Gil Mehmert. Am Theater St. Gallen inszenierte er bereits 2019 das Musical «Priscilla - Königin der Wüste» und 2020 sein eigenes Musical «Wüstenblume». Neben Musicals prägen vor allem Bühnenbearbeitungen von Filmstoffen seine Arbeiten.
Die Stoffe für die opulenten Roben hat die Kostümabteilung zum Teil bei Henry Bertrand in London weben lassen. Der Arbeitsaufwand für ein Kleid betrug bis zu einer Woche.
Auch Musikinstrumente der Renaissance-Zeit kommen auf die Bühne, eine Laute, eine Harfe, eine Blockflöte. Für ein Musical wartet «Lady Bess» mit einer grossen Streicherbesetzung auf. Zusätzlich zum Sinfonieorchester spielt eine Rockband mit zwei Keybords, Gitarre, Bass und Schlagzeug, um ein grosses Klangbild zu erzeugen.
«Es ist ein fast opernhaftes Werk», sagt der niederländische Dirigent Koen Schoots, der seit 2005 in St. Gallen immer wieder am Dirigentenpult steht.
www.theatersg.ch