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Die Verbindung mit der live vor der Leinwand gespielten Orchestermusik und dem dramatischen Geschehen dieser frühen Tell-Verfilmung erzeugt eine faszinierende Wechselwirkung von Bild und Ton, die das packende Geschehen der Tell-Legende unmittelbar gegenwärtig und zugleich zeitlos erscheinen lässt.
Nach dem Ersten Weltkrieg sind zwei (stumme) Filmversionen von «Wilhelm Tell» erschienen. Ein etwas unbedarfter Versuch der Tellspielgesellschaft Altdorf, der vorwiegend in Schulen und Wanderkinos gezeigt wurde und das um einiges anspruchsvollere Unternehmen aus Deutschland. Dieses wurde verantwortet von engen Mitarbeitern des grossen Theatermannes Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin. Frei nach Schillers Schauspiel und mit eigenen Zutaten – Gessler als Zentralfigur à la Mephisto – wird die bekannte Geschichte 1923 nacherzählt. Der theatralische Moment dominiert, zumal bei den zum Teil sehr prominenten Schauspielern.
Eine Elite von deutschen Schauspielern wie Conrad Veidt, Hans Marr, Theodor Becker (Vater der Maria Becker), Otto Gebühr, Eduard von Winterstein, Erna Morena, Agnes Straub, Xenia Desni u.a. sind die Darsteller dieser frühen Tell-Verfilmung. Der grossartige Gessler-Darsteller Conrad Veidt hatte schon 1920 als Hauptfigur im «Cabinet des Dr. Caligari» für Furore gesorgt.