Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03462.jsonl.gz/2316

die 4 Gundeldingen, Büchel 1747
Ausblick von der Höhe oberhalb des heutigen Margarethenparkes über das Gundeldinger Feld, gegen die Birsniederung und den Wartenberg. Der im Vordergrund sichtbare, im Bilde waagrecht verlaufende Weg ist der untere Teil des heutigen Batterieweges; der von der Mitte des linken Bildrandes nach rechts hinten führende Weg ist die Gundeldingerstrasse.
Vorderes Gundeldingen, Büchel 1750
In der Bildmitte das Vordere oder Innere Gundeldingen, zwischen dem oberen Teil der heutigen Dittingerstrasse und der Gundeldingerstrasse.
Erster Bau im 16. Jahrhundert entstanden. Zum Schloss gehörte ein grosses landwirtschaftliches Gut; vor 200 Jahren zwischen Schlosshof und Gundeldingerstrasse grosser Garten mit Entenweiher. Das Vordere Gundeldingen war meist Eigentum reicher Kaufleute; kein Wehrbau, nie Amtssitz einer Behörde. Vom Schlossgut ist nur noch das Hauptgebäude, das eigentliche Schloss, Dittingerstrasse Nr. 20, erhalten. Das durch seine rote Farbe auffallende Gebäude ist etwa 250 Jahre alt; es ist auch von der Gundeldingerstrasse aus sichtbar.
Die zwei mittleren Gundeldingen, Büchel 1752
Links hinter dem Vorderen Gundeldingen das Untere Mittlere Gundeldingen, im südöstlichen Winkel zwischen Gundeldingerstrasse und Bruderholzweg.
Vor 1400 entstanden; ursprünglich von einem Weiher umgeben, also ein Weiherhaus oder Weiherschloss. Von 1549-1582 Besitz und Lieblingsaufenthaltsort Thomas Platters. Später auch Eigentum reicher Kaufleute und hoher Basler Amtspersonen. Das ehemalige Weiherschloss ist am Treppenturm gut erkennbar.
Im Jahr 1842 verkauften die Erben des früheren Eigentümers Samuel Hartmann das kleine Schloss ans Bürgerspital, welches die Liegenschaft bis 1958 besass.
Vor dem Abbruch gerettet und renoviert
Auf den Wiesen des Gutes grasten Kühe welche Milch für das Spital lieferten. Um 1927 wurde berichtet, dass Patienten sich oft besonders lobend über die wohlschmeckende Milch von den Gundeldingermatten äusserten. In den 60er Jahren war das Landgut derart verlottert, dass man über einen Abriss nachzudenken begann. Dass das Haus heute noch steht ist nur einem engagierten Kreis von Heimatschützern und dem Allgemeinen Konsumverein Coop zu verdanken. Sie retteten das historische Gebäude vor dem Abbruch.
Die "Stiftung Thomas Platter Haus" ermöglichte es, dass bis 1974 das letzte Schlösschen in Gundeldingen Aussen wie Innen renoviert wurde. Bis Frühjahr 2006 hatte in der Liegenschaft Gundeldingerstrasse 280 das Rektorat der Primarschule Grossbasel-Ost ihren Sitz. Sie teilte das Haus mit dem Unfalldezernat der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, die im mutmasslich jüngeren ersten Stock (Fachwerk) ihre Räumlichkeiten hat. Heute befindet sich im Erdgeschoss eine therapeutische Praxis.
Nahe dem rechten Bildrand ist das Dach des Oberen Mittleren Gundeldingens sichtbar; dieses lag bei der Abzweigung der jetzigen Bachofenstrasse vom Bruderholzweg.
Wohl um die Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und ältestes der vier Gundeldinger Schlösser. Vor 300 Jahren bot das Schloss den Anblick eines Wehrbaues; den Schlosshof umgab eine Zinnenmauer; diese war von einem Weiher umschlossen, über den eine Zugbrücke führte. Bis um 1470 Eigentum des Klosters St.Alban von diesem stets verliehen, z.B. an die Freiherren von Ramstein. Im 17. Jahrhundert längere Zeit Eigentum von Nachkommen Thomas Platters; später auch Besitz hoher Amtspersonen.
Vom Oberen Mittleren Gundeldingen ist nichts erhalten; schon vor mehr als hundert Jahren wurde anstelle des ehemaligen Schlosses ein neues Gebäude errichtet. Dieses und der Gutsboden waren eine Zeitlang Eigentum des Rechtsgelehrten Johann Jakob Bachofen.
Oberes Mittleres Gundeldingen, Glaser 1640
Grosses Gundeldingen, Büchel 18e.
Das hinterste der vier Schlösser ist das Grosse oder Äussere Gundeldingen; es lag hinter dem jetzigen Häuserblock Gundeldinger-Strasse 436-442.
Erbaut Ende 14. Jahrhundert Das äusserste der vier bei den drei mächtigen Linden und dem steinernen Kreuz an der Strasse gegen Münchenstein gelegenen Gundeldinger Schlösschen (Grosses oder Äusseres Gundeldingen) entstammte dem letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts.
1508 / 1529 Es gelangte 1508 in den Besitz des wohlhabenden Jacob Meyer zum Hasen; der für «wygerhuse, gesess, schüren und honstatt, gärten, reben, ackern, matten, rütinen, holz und velde, weg und stege mit allem byfang begriffen, ehafften rechten und zugehörungen, genant Grossen Gundeldingen» blanke 350 Rheinische Gulden hingelegt hatte.1529 verkaufte der mächtige Bürgermeister Gross-Gundeldingen, das er durch Zukauf von Land beträchtlich erweitert hatte und mit kunstsinnigem Empfinden dauernd in bestem baulichem Zustand hielt, dem Walliser Jörg Supersaxo. Doch ehe der grosse Gegenspieler Matthäus Schyners im idyllischen Weiherhaus Wohnsitz nehmen konnte, ereilte ihn der Tod.
1610 / 1660 1610 wählte Theobald Ryff das Lusthaus in ländlicher Stille zu seiner Sommerresidenz. Seinem Sohn indessen wurde das grosse Gut zu einer untragbaren Last, so dass er es 1660 dem Juristen Felix Platter vom obern mittlern Gundeldingen verkaufen musste, auf dessen Grundstück ein kräftiges, eisenhaltiges Mineralwasser aus dem Boden sprudelte.
1704 /1800 1704 untersuchte der berühmte Arzt Theodor Zwinger (1658-1724) das Gundeldinger Wasser, von dem schon Thomas Platter (1499-1582) zu berichten wusste; es war geruchlos, klar, trübte sich aber, wenn man es einige Tage stehen liess, färbte das sandige Erdreich leicht hochrot und war spezifisch schwerer als gewöhnliches Wasser. Die Quelle wurde von Tausenden besucht und war noch um 1800 ein Stelldichein der Heilungsuchenden. Das Quellwasser, welches zum Teil in Röhren in die Stadt geleitet wurde, ist trotz ärztlicher Empfehlungen - Zwinger plante den Bau eines Pumpbrurmens - nie gefasst worden, und um die Mitte des vorigen Jahrhunderts ist es schliesslich völlig in Vergessenheit geraten.
Ende 18. Jhdt. /1917-1953 Mit dem Aussterben der Platterschen Familie zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte auf Gross-Gundeldingen eine Folge rascher Besitzerwechsel ein, und Bürgermeister Andreas Burckhardt, Rechenrat Jeremias Wildt vom Petersplatz und die Banquiers Isaac Dreyfus Söhne schrieben sich u. a. als weitere Schlossherren zu Gundeldingen ein.Von 1917 bis 1953 diente das charmante Weiherschlösschen noch als Rettungshaus und Mädchenheim der Heilsarmee, dann wurde es im Zuge einer Neuüberbauung (Gundeldingerstrasse 446) abgebrochen.
Bibliographie