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Ferdinand Hodler gilt als einer der wichtigsten Schweizer Künstler überhaupt. Lange lebte der am 14. März 1853 geborene Berner Künstler in Armut.
Heute wechseln seine Bilder für mehrere Millionen Franken den Besitzer. Am Freitag jährt sich Ferdinand Hodlers Geburtstag zum 150. Mal.
Seit der Pariser Weltausstellung von 1900 gilt der Berner Maler als einer der ganz Wichtigen der Schweizer Kunst.
Der Grund: Hodlers Bilder werden an dieser Megaveranstaltung mit der Goldmedaille ausgezeichnet und steigen fortan sprunghaft an Geltung und Wert. Bis dahin lebt der 1853 geborene Künstler in Armut.
Obwohl er sich regelmässig an Ausstellungen und Wettbewerben beteiligt und hie und da kleinere Preise gewinnt, wird er von der Kunstkritik in der Schweiz nur ungebührend zur Kenntnis genommen.
Noch 1891 stösst Hodlers Bild "Die Nacht" im Genfer Musée Rath auf Ablehnung und wird aus Gründen der Sittlichkeit ausgeschlossen; in Paris hingegen erregt es wenig später Aufsehen und hat Erfolg. Als späte Anerkennung spricht die Basler Universität Hodler 1910 die Ehrendoktorwürde zu. 1913 schlägt ihn die französische Ehrenlegion zum Offizier.
2500 Gemälde und 10'000 Zeichungen
Trotz steigendem Ansehen bleibt Hodlers Reputation in der Schweiz bis zu seinem Tod 1918 nie unangetastet. So beschwört etwa sein erotischer Fries "Die Liebe" 1909 in Zürich einen eigentlichen Skandal herauf. In der gleichen Stadt findet 1917 die letzte grosse Retrospektive zu Lebzeiten des Künstlers statt.
Die grössten Erfolge feiert Hodler jedoch nach wie vor in Deutschland und Österreich. 1904 ehrt ihn die Wiener "Secession" mit einer Ausstellung. Erst 1914, als Hodler gegen die Beschiessung der Kathedrale von Reims durch die deutsche Artillerie protestiert, brechen die künstlerischen und geschäftlichen Beziehungen mit Deutschland ab. Hodler wird als Verräter beschimpft.
Hodlers Werk umfasst rund 2500 Gemälde und 10'000 Zeichnungen. Insbesondere die berühmten, ab 1892 entstehenden Landschaften spielen heute an jeder Auktion für Schweizer Kunst eine grosse Rolle und erzielen regelmässig Spitzenwerte in Millionenhöhe.
Natur und Symmetrie
Im Herbst 2003 findet in Genf und im Frühjahr 2004 im Kunsthaus Zürich eine Schau zu Hodlers Landschaften statt.
Hodler hat die Landschaft nicht einfach abgemalt. Er hat seine Landschaftsbilder im Bestreben nach Symmetrie konzipiert und cadriert: Er habe sich nicht einfach ins Grüne gesetzt, sondern jenen Bildausschnitt gesucht, der seinem Bestreben entgegen kam, erläutert der Kunsthaus-Kurator der Hodler-Ausstellung, Tobia Bezzola. "Gezeigt werden rund 70 Werke - die Besten", fügt der Kurator an.
swissinfo und Agenturen