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Die Weltreise von Emilio Balli 1878-1879
Von April 2023 bis Oktober 2024 findet eine wichtige Ausstellung von internationaler Bedeutung statt. Sie widmet sich der Weltreise, die der aus dem Maggiatal stammende Emilio Balli von 1878-1879 unternahm. Er war der einzige Tessiner, der sich auf eine solch grossangelegte Expedition begab. Das Projekt konnte dank der Öffnung des Archivs von Emilio Balli und der wertvollen Zusammenarbeit mit der Fakultät für Geografie und Umwelt der Universität Genf realisiert werden.
Emilio Balli (1855-1934)
Emilio Balli wurde am 27. April 1855 in Locarno geboren und stammte aus dem Maggiatal. Sein Vater, Valentino Alessandro Balli, wanderte nach Holland aus, wo er sich erfolgreich im Handel betätigte.
Emilio, das jüngste von elf Kindern, besuchte das Internat der Barnabiten in Monza und studierte anschliessend Naturwissenschaften an der Universität Löwen in Belgien. Von Anfang an zeigte sich seine Neugier auf alles, was mit dem Menschen und der Natur zu tun hat. Angeregt durch die Lektüre des 1872 erschienen Buches von Julius Verne "In 80 Tagen um die Erde" und von Zeitungsannoncen, die eine Weltreise für Forscher anboten, meldete er sich, von einem starken Pioniergeist getrieben, an. Die Weltreise dauerte 472 Tage und barg etliche Überraschungen.
Nach seiner Rückkehr widmete Emilio, durch seine Erfahrungen bereichert, sein Leben dem Tessin und seiner Bevölkerung. Er profilierte sich besonders in der Archäologie, Numismatik und den Naturwissenschaften. Er gehörte zu den Gründern der Tessiner Gesellschaft für Naturwissenschaften und war damit ein Vorreiter des Museums von Locarno, das er viele Jahre lang als Direktor leitete. Emilio starb am 29. November 1934 in Locarno. Er ist im Friedhof von Cavergno begraben.
Die Weltreise (1878-1879)
Zwischen 1519 und 1522 unternahm Magellan die erste Weltumsegelung. Es war eine Entdeckungsreise. Erst ab den 1870er Jahren wurde es möglich, die Welt als Tourist zu umrunden. Aber es war immer noch ein komplexes, nicht risikofreies Abenteuer, für das nur wenige die erforderlichen Mittel hatten. Emilio Balli, der aus einer wohlhabenden Familie stammte, konnte es sich mit nur 23 Jahren leisten. Es war eine Erfahrung, die er mit der Reife, Entschlossenheit und Neugier eines Forschers in Angriff nahm und das Beste daraus machte. Er hinterliess uns ein wertvolles Zeugnis davon: ein akribisch geführtes Reisetagebuchs, Briefe an seine Brüder, zahllose Fotografien sowie eine beträchtliche Anzahl von gesammelten Erinnerungsstücken, bestehend aus Muschel-, Kräuter- und Blumensammlungen, ausgestopften Tieren, Münzen und verschiedenen Gegenständen, gemischt mit "Souvenirs", die er in den verschiedenen "Kuriositätenläden" erworben hatte. Nach über 140 Jahren ist es dem Museo di Valmaggia eine Ehre und Freude, eine reiche Auswahl von Dokumenten und Gegenständen in einer aussergewöhnlichen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.
Samstag, 22. April 2023, 16 Uhr