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In Florenz hat am Donnerstag der Berufungsprozess gegen den italienischen Kapitän Francesco Schettino begonnen. Er muss sich erneut wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" im Jahr 2012 vor Gericht verantworten.
Der Angeklagte erschien nicht vor Gericht und liess sich von seinen Anwälten vertreten. Sein Anwalt Donato Laino verlangt für seinen Mandanten einen Freispruch. Allein für den Monat Mai sind in Florenz elf Anhörungen angesetzt.
Schettino war im Februar 2015 in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Dagegen hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft hält die Strafe für zu milde.
Die "Costa Concordia" hatte im Januar 2012 vor der Mittelmeerinsel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. 32 der mehr als 4200 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. In den Medien wurde Schettino "Kapitän Feigling" genannt, weil er als einer der ersten das havarierte Schiff verliess.
Das Gericht in Grosseto hatte im Februar in erster Instanz entschieden, Schettino trage die Verantwortung für das Unglück. Die Anklage hatte 26 Jahre Haft für den 55-jährigen, der nach wie vor auf freiem Fuss ist, gefordert.
sda-ats