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Der Hurrikan "Matthew", welcher nach der Überquerung der Karibik mittlerweile das amerikanische Festland erreicht hat, hat zuletzt etwas an Heftigkeit eingebüsst. Aber auch wenn der Sturm inzwischen in die Kategorie III zurückgestuft wurde, drohen dem Südosten der USA weiterhin massive Schäden.
Erste Schätzungen sehen wegen dem Hurrikan potentielle versicherte Schäden im Bereich von 15 bis 25 Mrd USD. Sollte der obere Bereich dieser Bandbreite erreicht werden, wäre dies nach "Katharina" im Jahr 2005 der zweitteuerste Sturm in der Geschichte der USA, heisst es in einer Einschätzung von JP Morgan Cazenove. Die Bank nennt als Faustregel, dass rund 50% der Schäden durch die Rückversicherer gedeckt werden dürften. Von den grossen Rückversicherern hat Swiss Re gemäss dem US-Institut einen Marktanteil von rund 10% und ist damit führend.
Unsicherheit bleibt
Nach einem ersten Semester mit einem Katastrophenaufwand im Rahmen der Budgets, dürfte für das zweite Halbjahr bei den Rückversicherern ein durchschnittliches Budget für Naturkatastrophen vorhanden sein, so JP Morgan weiter. Dieses wäre aufgebraucht, sollten versicherte Schäden im Rahmen von 10 bis 15 Mrd USD entstehen. Kämen die Schäden auf 25 Mrd USD zu stehen, würde dies auf die Gewinne der Rückversicherer durchschlagen. JP Morgan rechnet für diesen Fall mit einer durchschnittlichen Gewinnbelastung von rund 10%.
Auf jeden Fall bleibe derzeit die Unsicherheit gross, denn je nach Kurs des Sturms, könnten sich grosse Unterschiede bei den Schäden resultieren. JP Morgan erinnert an die letzten drei Hurrikane, welche Florida erreicht haben, nämlich Wilma, Frances und Jeanne. Bei diesen dreien entstanden jeweils Schäden im Bereich von 5 bis 12 Mrd USD.
Die UBS hat am Markt offenbar auch schon Schätzungen für die versicherten Verluste von bis zu 30 Mrd USD gehört, rechnet aber selber mit einem Szenario von Schäden im Bereich von 15 Mrd, wie sie in einer Einschätzung schreibt. Dies könnte die Gewinne der Rückversicherer im Gesamtjahr 2016 um 5 bis 15% drücken. Ein freundlicher Geschäftsverlauf im dritten Quartal lasse indes auch noch Spielraum, um die Aufwände für "Matthew" abzufedern. Auch die UBS sieht Swiss Re als führenden Rückversicherer in der betroffenen Region.
Die Deutsche Bank geht ebenfalls davon aus, dass die Reserven für das dritte Quartal die möglichen Schäden auffangen könnten. Die Bank schreibt in einem Kommentar überdies, dass die Aktienrückkaufprogramme von Munich Re und Swiss Re erst bei sehr grossen Schäden über dem Bereich von 40 bis 50 Mrd USD tangiert sein würden.
(AWP)