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Sarn
Sarn ist heute noch ein typisches Bauerndorf mit einem ursprünglichen Kern, der gut erhalten ist und auch gepflegt wird.
Der kompakte alte Dorfkern gruppiert sich um die 1686 erbaute evangelische Kirche, deren Turm fast 100 Jahre später ersetzt wurde, weil er zu schwach für eine dritte Glocke war. Die alten Bauernhöfe bilden Gassen und Plätze, und auf dem Hauptplatz fliesst Wasser in einen grossen Brunnentrog, der heute noch als Viehtränke dient.
Obwohl man in Sarn nicht von einem Tourismusboom sprechen kann, wird der Name Sarn stark mit der touristischen Entwicklung am äusseren Heinzenberg in Verbindung gebracht. Dazu hat der Bau eines Sessel- und Skiliftes, der sich über zwei Sektionen von 1'200 bis 2'000 Meter erstreckt und der Feriensiedlung Lescha, etwas oberhalb des Dorfes, beigetragen.
Im vorletzten Jahrhundert lebte die Sarner Dichterin Nina Camenisch, die mit Gedichtbänden und Erzählungen bekannt wurde. Verschiedene Politiker und Pfarrherren aus Sarn kamen zu Ehren, weil sie über den Heinzenberg einen Namen gemacht hatten. Auch der Verfasser eines romanischen Wörterbuches, Otto Carisch, kam 1789 in Sarn zur Welt. Doch gibt es auch dunkle Seiten in der Geschichte des Dorfes: Die letzten beiden Frauen, die in der Region als Hexen verfolgt worden sind, wurden nach endlosen Verhören und Folterungen 1725 in Sarn auf einem Scheiterhaufen verbrannt.