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Meldungen
Tuesday, 15. September 2009 10:51 Alter: 4 Jahre
Krasser Rückschritt im Tierschutz
Kategorie: News
Bundesrat unterstützt scheinheilige Motion zur Regulierung des Handels mit Robbenprodukten
Der Bundesrat hat erneut die Motion der WBK-SR «Regulierung des Handels mit Produkten aus der Robbenjagd » 09.3739 zur Annahme empfohlen, dies obwohl das EU-Parlament mit überwältigendem Mehr (550 Ja gegen 49 nein) aus moralischen Gründen das Embargo für sämtliche Robbenprodukte beschlossen hat. Dieses Embargo wurde vom EU-Ministerrat am 27. Juli 2009 bestätigt.
Ein Wolf im Schafspelz
Gemäss Motionstext soll Handel und Einfuhr verboten werden, «soweit die Produkte nicht aus einer Jagd stammen, die staatlich bewilligt und kontrolliert wird sowie nachweislich unter Einhaltung der massgeblichen Tierschutzstandards erfolgt ist.» Diese Formulierung erweckt den Anschein, dass der Tierschutzgedanke endlich durchgesetzt wird.
Faktisch wird die Motion aber genau das Gegenteil bewirken: Bereits heute ist beispielsweise die Robbenjagd in Kanada staatlich bewilligt, und die Regierung beteuert, dass sie weitgehend kontrolliert werde und strengen Tierschutzbestimmungen unterliege.
Man könnte also in der Schweiz mit Produkten aus der nachweislich grausamen kanadischen Robbenjagd handeln, mit dem Siegel und Einverständnis der Schweizer Regierung.
Vera Weber, Fondation Franz Weber, selber Augenzeugin der kanadischen Robbenjagden 2006 und 2008 sagt: "Die Robbenjagd findet - trotz immer wieder vorgebrachtem Vergleich - nicht in einem Schlachthaus statt, wo eine humane Tötung garantiert werden könnte. Sie erfolgt auf Eisschollen, die in Bewegung sind, von sich bewegenden Fischerbooten aus, auf wilde Tiere, die sich ebenfalls bewegen. 5000 bis 6000 Jäger jagen von ca. 1000 Booten aus, auf einer Fläche, die grösser ist als ganz Frankreich. Ich habe gesehen, wie Robbenjäger laufend die Tierschutzvorschriften missachteten, obwohl sie offen von uns beobachtet wurden. Wie sieht es denn aus, wenn sie niemand beobachtet?"
Obligatorische Ettikettierungsregelung (Zertifikate)
Die Kommission schlägt vor, die Einführung einer Etikettierungsregelung (Zertifikate) zu prüfen. Diese solle nach Möglichkeit auf internationaler Ebene erfolgen und aufzeigen, dass das Erzeugnis von Robben unter kontrollierter Einhaltung der massgeblichen Tierschutzstandards gewonnen worden sei.
Wer soll diese Kontrollen durchführen? Schweizer Tierärzte oder Beamte?
Der Vorschlag, eine Zertifizierung einzuführen, ist nicht realistisch und zielt primär darauf ab, das EU-Modell des Verbots von Einfuhr und Handel in Frage zu stellen.
Die kanadische Regierung wird nie garantieren können, dass die Tiere human getötet werden, auch wenn sie unzählige neue Tierschutzvorschriften erlässt. Es sei denn, sie stellt 6000 auf Robben spezialisierte Tierärzte zur Verfügung, von denen jeder einen Robbenjäger auf Schritt und Tritt begleitet und kontrolliert.
Soll die Schweiz, inmitten von Europa, zu einer Drehscheibe für die schändlichen Robbenproduktimporte werden ?
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Vera Weber
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