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[* 3] (Fechtweise), die einem Heer, einer Truppengattung oder einem Volk eigentümliche Art zu kämpfen, sowohl in
Bezug auf die Gliederung des Heersin sich als auf die Zusammenordnung der einzelnen Streiter zu einander wie endlich im Gebrauch
der Waffen
[* 5] selbst. Jede Waffe hat ihre eigne Fechtart, welche mit der Vervollkommnung der Waffe sich ändert,
und überdies ist auch der Kulturzustand wie der Charakter eines Volkes bestimmend für seine Fechtart. Die Fechtart bildet einen wesentlichen
Teil der Taktik, in welche auch die Bewegung der Truppen auf dem Gefechtsfeld inbegriffen ist.
Die Begriffe und Taktik decken sich also um so mehr, je mehr die Gefechtsbewegungen zurücktreten. Die
Truppenbewegungen auf dem Gefechtsfeld sind aber zunächst bedingt durch die Wirkung der Fernwaffen; je weiter sie reichen,
um so früher beginnt der eigentliche Kampf als Feuergefecht, und je weitere Wege sind zurückzulegen, um mit dem Bajonett
an den Feind zukommen. Je größer die Treffsicherheit und Schußweite der Feuerwaffen sind, um so mehr
wird man sich gegen ihre Wirkung zu schützen suchen, sowohl durch Benutzen von Deckungen als durch Auflockern der Kämpferlinien
und Aufstellen derselben in mehr oder weniger weiten Abständen hintereinander, in zerstreuter Fechtart. Nichts ist gefährlicher,
als in geschlossener Ordnung in den Schußbereich der Artillerie zu kommen. Je tiefer die Glieder
[* 6] hintereinander
und je näher die Rotten nebeneinander stehen, um so verheerender wird die Wirkung einschlagender Granaten
[* 7] sein. Die zerstreute
Fechtart zwang wiederum die Artillerie zu ausgedehnterer Anwendung des Schrapnells.
Offensiv- und einen Defensivflügel, bildete den erstern aus den besten Truppen in tiefer Phalanx, den letztern aber aus kleinern,
flachen Kolonnen, die er, gleichsam als Reserve, als ein zweites Treffen zurückbehielt, während jene zum Angriff vorgingen.
Die Stoßtaktik, die so zu hoher Entwickelung gelangte, erreichte unter Alexander, der eine zahlreiche
Reiterei in ausgezeichneter Weise verwendete, die höchste Blüte,
[* 12] kam aber unter seinen Nachfolgern in Verfall.
Erfolg. Die preußische Infanterie erreichte fünf Salven in der Minute. In den Feuerpausen näherte man sich und suchte den
Gegner durch Feuer zum Weichen zu zwingen; gelang dies nicht, so folgte der Bajonettangriff. 300 Schritt hinter dem ersten stand
das zweite Treffen in Linie. Gegen Kavallerieangriffe wurde Karree formiert.
Hinter ihr standen als Rückhalt die geschlossenen Abteilungen in Kolonnen. Dem durchschnittenen Terrain ging man jetzt nicht
mehr aus dem Weg, sondern suchte es der Deckung wegen, ebenso wie die Wälder und Dörfer, auf. Hiermit
trat die Bedeutung der Kavallerie für den Kampf zwar zurück, aber es bahnte sich gleichzeitig ihre Verwendung für den Aufklärungs-
und Sicherheitsdienst an, die erst im Verlauf des deutsch-französischen Kriegs 1870/71 zu voller Geltung gekommen ist.
Diese Abstände werden sich, je nach den Terrainverhältnissen, häufig vergrößern, wenn die Rücksicht
auf Deckung unter lebhaftem feindlichen Feuer dies erfordert. Dagegen werden sie in Verteidigungsstellungen häufig sich vermindern.
Unter sprungweisem Vorgehen im Laufschritt, Niederlegen und Feuern wird das Vortreffen in die Schützenlinie geführt, sobald
dieselbe auf etwa 200-300 Schritt an den Feind gekommen ist, nach kurzem Schnellfeuer bricht es dann im
Sturmschritt hervor gegen den Feind; wartet dieser den Anprall ab, so kommt es zum Handgemenge.