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Frauen werden als Sexobjekte wahrgenommen
Werden Frauen in der heutigen Zeit noch als Sexobjekte gesehen? Eine neue Studie von belgischen und amerikanischen Psychologen legt dies nahe: Auf Fotos werden leichtbekleidete Frauen eher als Objekte und weniger als Personen wahrgenommen.
Die Frau als Sexobjekt: Ein längst überholtes Klischee? Eine neue Studie beweist das Gegenteil. Foto: Ron Chapple Studios - Thinkstock
Werden Fotos auf den Kopf gestellt, fällt es Menschen schwer, Gesichter oder ganze Personen wiederzuerkennen. Bei Gebäuden oder sonstigen Objekten treten diese Schwierigkeiten nicht auf. Anhand dieses einfachen psychologischen Inversionseffekts wollten amerikanische und belgische Forscher um Philippe Bernard von der Universität Libre in Brüssel herausfinden, ob leichtbekleidete Personen als Menschen oder Objekte wahrgenommen werden. Die überraschenden Ergebnisse publizierten sie zu Beginn des Monats im Fachmagazin «Psychological Science».
Frauen werden Objekte, Männer bleiben Personen
Für die Studie wurden 41 Studenten und 37 Studentinnen in kurzer Zeit Fotos von Männern und Frauen in Unter- oder Badewäsche gezeigt. Anschliessend sollten sie die gezeigten Personen auf gespiegelten Bildern wiedererkennen. Bei Männerbildern scheiterten die Probanden vielfach; die Männer wurden schlechter wiedererkannt und konnten nur schwer zugeordnet werden. Bei Frauen hingegen zeigte sich der gleiche Effekt, der auch bei Objekten wie Häusern oder Autos auftritt: Gespiegelte Fotos werden schnell und deutlich wiedererkannt. Diese Ergebnisse deuten laut Philippe Bernard darauf hin, dass Männer als Personen, Frauen aber als Objekte wahrgenommen werden.
Mögliche Erklärungen
Interessanterweise wurden leichtbekleidete Frauen nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen besser wiedererkannt. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass die Männer von den Fotos sexuell angezogen wurden und die Frauen deshalb als Sexobjekte sahen. Bei Frauen führte die geringe Identifikation mit leichtbekleideten Damen zur Wahrnehmung als Objekt. Die gleichermassen deutliche Objektwahrnehmung spricht aber laut den Forschern vor allem für ein tief verwurzeltes Denkschema.