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Saudi-Arabien hat während des Besuchs des saudischen Kronprinzen Mohammad bin Salman in London Anfang des Jahres gegen britische Gesetze über bezahlte politische Fernsehwerbung verstoßen, so ein kürzlich erschienener Guardian-Bericht.
Während des Besuchs des Kronprinzen im März strahlten britische Fernsehsender eine einminütige Werbung aus, die zeigt, wie sich das arabische Königreich verändert: In der Anzeige wurden u.a. Frauen beim Fahren gezeigt, lange verbotene Kinos die wieder eröffnet wurden usw. Die Anzeige wurde im Auftrag des Saudi Center for International Communication, das Teil des saudi-arabischen Ministeriums für Kultur und Information ist, ausgestrahlt und wurde insgesamt 56 Mal in drei Tagen auf dem britischen Sender Sky 1 ausgestrahlt, berichtete The Guardian.
Ofcom hat jedoch entschieden, dass Riyadh die Anzeige benutzt hat, um die britische öffentliche Meinung über Saudi-Arabien zu beeinflussen, was laut der Regulierungsbehörde ein kontroverses Thema ist, indem es Menschenrechtsfragen und Riyadhs Beteiligung am Krieg im Jemen zitiert.
Laut Aussage der Regulierungsbehörde sollte “die Ausstrahlung des Spots die öffentliche Meinung im Vereinigten Königreich in Fragen der öffentlichen Kontroverse beeinflussen”.
Während das Urteil nur eine Werbung spezifisch überprüft und keine Sanktionen gegen Sky 1 verhängt, schafft es einen Präzedenzfall, was bedeutet, dass Saudi-Arabien in Zukunft Probleme haben wird, Werbung im britischen Fernsehen zu kaufen, spekuliert The Guardian.
Die Anzeige wurde jedoch von einer anderen britischen Stelle verteidigt. Clearcast, der Dienst, der das Werbescreening durchführt, genehmigte die Anzeige, bevor sie ausgestrahlt wurde, und verteidigte später seine Entscheidung, indem er erklärte, dass die Anzeige den Handel mit Saudi-Arabien fördern wollte und der Handel mit Saudi-Arabien im Einklang mit der Außenpolitik der britischen Regierung steht.
Interessanterweise gibt es keine solchen Einschränkungen für Anzeigen im Internet oder sogar auf Plakaten und in Zeitungen. Als der saudische Kronprinz im März London besuchte, wurde die Stadt mit Werbeplakaten zu gepflaster, und Websites zeigten entsprechende Anzeigen, bemerkte der Guardian, der auch Anzeigen als Teil derselben Kampagne annahm, obwohl er feststellte, dass die Anzeigen nicht unbedingt die redaktionelle Position des Outlets widerspiegelten.