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Zur Barrierefreien Kommunikation gehört, dass auch Sehbehinderte Zugang zu Filmen erhalten. Tonlose Szenen werden dafür in Worte gefasst und beschrieben. Diesen Vorgang nennt man Audiodeskription. Auch für den Dokumentarfilm «trust WHO» wurde eine Audiodeskription erstellt. Alexa Lintner hat diese in ihrer Masterarbeit untersucht und dafür den Preis der CLS Communication (heute Lionbridge Switzerland) für die beste Masterarbeit im Bereich Übersetzen erhalten.
von Valeria Brucato, Praktikantin Corporate Communications am Departement Angewandte Linguistik
Ist die Audiodeskription des Dokumentarfilms «trust WHO» gelungen? Um dies zu überprüfen, hat Alexa Lintner für ihre Abschlussarbeit im Master Angewandte Linguistik einen Rezeptionstest durchgeführt. Das Ergebnis weist darauf hin, dass sowohl der Film als auch der Hörfilm gut verständlich sind.
Fraglich war das gute Gelingen, weil es für Dokumentarfilme (noch) keine Richtlinien gibt, die als Leitplanken für die Audiodeskription dienen. Deshalb wurde wie bei einem Spielfilm vorgegangen. Dieses Vorgehen hat sich als geeignet erwiesen, vielleicht deshalb, weil «trust WHO» eine starke narrative Komponente aufweist.
Eine Herausforderung war allerdings, dass im Film so viele Personen auftreten. Der hohe Redeanteil, auch der Off-Stimme, lässt wenig Raum für die Beschreibungen. Lösungen für dieses Problem wären gemäss einer Studie von Susanne Jekat und Annegret Oláh (2016), Expertinnen für Barrierefreie Kommunikation, die Aufnahme visueller Informationen in den O-Ton oder längere Dialogpausen. Davon würde auch das sehende Publikum profitieren. Die Ergebnisse des Rezeptionstests weisen nämlich darauf hin, dass das Filmverständnis dadurch generell verbessert werden kann .
Wie Audiodeskription klingt, zeigt ein Ausschnitt aus dem Spielfilm «Professor Love». Die Audiodeskription wurde von Studierenden im Master Angewandte Linguistik im Kurs «Barrierefreie Kommunikation» zusammen mit Dr. Eva-Maria Hinterwirth vom ORF für die ARD erstellt:
|Alexa Lintner, 2019. «Personenkennzeichnungen und -beschreibungen in der Audiodeskription von Dokumentarfilmen. Eine exemplarische Analyse am Beispiel des Dokumentarfilms trust WHO» ist als Nr. 3 der Reihe «Graduate Papers in Applied Linguistics» der ZHAW erschienen: https://doi.org/10.21256/zhaw-4780|