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Hallo
ich habe eine kleine, aber feine Strategie entwickelt, die ich an dieser Stelle gerne mit der Welt teilen möchte.
Ich bin neu hier und dies ist mein erstes Posting. Falls es das falsche Forum für Strategie-Diskussionen ist, bitte ich um Mitteilung/Verschiebung des Themas.
Also ich bin gerade dabei, Version 4.0 meiner Strategie abzuschliessen, und habe in den Regeln auch meine Vorgehensweise bei der Aktienauswahl festgehalten und kopiere daher einfach mal aus dem vermutlich vorletzten Entwurf der Strategie 4.0:
Zuerst zur Geschichte meiner Strategie:
Ich hatte zuerst auf stark gefallene Aktienkurse gesetzt. Irgendwann kam ich dann auf das Value-Investing und richtete mich ab da nach KBV und KGV als Kennzahlen, anstatt nur nach "60% Kursrückgang in 1 Jahr und Gründe müssen bekannt sein".
Ich entwickelte einen eigenen Index, nennen wir ihn den Zwackelmann-Index. Dieser errechnet sich wie folgt:
Ich nehme den Kehrwert des KBV, das zehnfache des Kehrwertes des KGV des laufenden Jahres plus die Dividendenrendite in Prozent durch 10.
Beispiel: Eine Aktie hat ein KBV von 1.1, ein KGV 2013e von 17 und eine Dividendenrendite von 2.5%. Das ergibt einen Zwackelmann-Index von 0.9+0.59+0.25=1.74. Das ergebnis entspricht, sofern die Firma nicht nachhaltig geschwächt ist, dem Steigerungspotential der Aktie für die nächsten 10 Jahre. In diesem Fall 74% Steigerung erwartet. (wie gesagt, es wird hierbei das Steigerungspotential bewertet, ohne Risiken etc zu berücksichtigen).
Einen Index-Wert von 1.0 hätten Aktien zB bei einem KGV von 20 und einem KBV von 2. Oder einem KBV von 1.5 und einem KGV von 30. Oder bei einem KBV von 1.5, einem KGV von unendlich (=Verlustjahr) und 3.33% Dividendenrendite.
Ich gehe nun bei der Auswahl meiner Aktien nach genau dieser Anleitung vor:
Zuerst wird auf fuw.ch die Liste nach einem der folgenden Schemen gefiltert, um alle möglichen unterbewerteten Kandidaten zu finden:
Es werden möglicherweise unterbewertete Aktien ausgewertet und der Zwackelmann-Index daraus errechnet.
Die Aktien mit Petrosilius Zwackelmann-Index über 3.0 werden einzeln im Internet nach Infos abgesucht.
Es fallen zuerst alle Aktien raus, die überschuldet sind, und wo es schon Konkursgerüchte gibt oder Befürchtungen einer Kapitalerhöhung.
Es fliegen auch alle Firmen raus, von denen im laufenden und im Folgejahr Verluste erwartet werden (am KGV in der Liste ersehbar).
Das Unternehmen muss sämtliche dieser Anforderungen erfüllen:
-->Die Branche/Tätigkeit muss in dieser oder ähnlicher Form schon 1950 existiert haben.
-->Das Unternehmen existierte bereits vor 1950.
-->Es war schon vor dem Jahr 2000 an der Börse.
-->Die Firma ist tätig im Bereich Nahrungsmittel, Energieversorgung, Eisenbahn, Versicherung oder einem anderen Bereich,
der krisensicher ist und voraussichtlich auch in 25 Jahren noch von den meisten Menschen gebraucht wird.
-->Sie ist nicht tätig im Bereich Banken (Eigenkapital zu leicht manipulierbar, undurchschaubar), Informationstechnologie (zu rascher Wandel).
-->Der tiefe Kurs muss mit der allgemeinen Wirtschaftslage, mit einmaligem Ereignis (Naturkatastrophe, einmalige Milliarden-Abschreiber, etc)
zusammen hängen und voraussichtlich langfristig keinerlei Einfluss auf die Geschäftstätigkeit haben.
Von den weiteren Firmen werden anhand der öffentlichen Informationen nur noch die behalten, die mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:
-->Marktführer auf seinem Gebiet;
-->Bekannte Marke aus dem Alltag (wie zB Nestle, Roche, Emmi, etc);
-->anderer Wettbewerbsvorteil (zB bekannte Marke, viele Filialen, Zusammenarbeit mit anderem Gross-Unternehmen, etc).
Es wird von der Firma mit der höchsten Qualität (unabhängig davon, welche den höchsten Petrosilius Zwackelmann-Index erreicht) so viele Aktien wie möglich gekauft,
bis ein Index-Wert von 3.0 unterschritten wird.
Sollten sich keine Kandidaten finden, so wird Bargeld gehalten. Grund: Es werden sich später wieder genügend Kandidaten finden um zuzuschlagen.
Verkauft wird die Aktie hingegen erst beim Index-Wert 1.0, dh wenn sie bei Index 3.22 gestartet ist, müsste es eine Kurssteigerung von 222% geben, oder die Kennzahlen der Aktien verschlechtern sich inzwischen aus anderen Gründen. Erst dann wird verkauft.
Übrigens habe ich mir noch erlaubt, ein kleines, objektives Bewertungssystem (primär für Langzeit-Investoren) zu kreeirien. Benannt ist es nach den japanischen Kyu-Dan-Graden die neben dem Budo auch in anderen Künsten wie Go (Brettspiel) Anwendung finden.
Anforderungen 1.Dan:
In einem Jahren betrug die Jahresperformance mindestens 10%.
Anforderungen 2.Dan:
In 2 einzelnen Jahren betrug die Jahresperformance mindestens 20%.
Anforderungen 3.Dan:
In 3 einzelnen Jahren betrug die Jahresperformance mindestens 30%.
Anforderungen 10.Dan:
In 10 einzelnen Jahren betrug die Jahresperformance mindestens 100%.
Die Performance errechnet sich aus der Wertsteigerung des Depots im Vergleich zum Startbetrag plus aller getätigter Einzahlungen im Jahr.
Und was soll das bringen? Nun, es kann helfen, die objektive Leistung von Investoren aufzuzeigen. Es war halt so eine Idee von mir, eine Stufe vorzunehmen.
Jeder, der will, darf sich selber nun auf deinen Dan-Grad festlegen. (Beispiel: Du hast in den letzten Jahren schon 3 mal eine Jahresperformance von 30% erreicht, so hast du den 3.Dan. Hast du nur 2 mal über 30% erreicht, so qualifiziert dich das für den 2.Dan).
Ich selbst bin derzeit nicht mal auf dem 1.Dan.
Um das gleich in die Praxis umzusetzen, habe ich mir diverse Aktien selektiert. Aufgrund der Branche, usw sind zur Zeit Swiss Life und BKW die besten Kandidaten nach meinem System. Ich persönlich halte auch 12 Swiss Life (3 für 131.50 und 9 für 147.50).
Daneben habe ich noch eine Formel für die Kursvorhersage dieser stark unterbewerteten, aber zugleich hochqualitativen Aktien gemacht.
Während die Aktie noch sinkt (unabhängig davon, ob der Gesamtmarkt sinkt oder nur die Aktie) rechne ich für das laufende Jahr mit einer Performance von 0%, dh zuerst ein weiteres sinken und irgendwann nach 6-12 Monaten wieder steigenden Kurs.
Danach erwarte ich eine jährliche Steigerung von 50%, bis ein Index-Wert von 2.0 erreicht ist. Danach noch 25% pro Jahr, bis ein Index-Wert von 1.0 erreicht ist.
Falls jemand 50% viel findet: Bellevue-Group stieg alleine die letzten 6 Wochen um 58%, Sony stieg vom 1.Dezember bis heute um etwa 80%, BKW stieg um 33% die letzten 6 Wochen, Swiss Life um 7 %, Swiss Life hat sich jedoch verdoppelt in 9 Monaten. Garantiert ist das ja nicht, aber es handelt sich um krasse Unterbewertungen hochqualifizierter Firmen.
(Und bevor jetzt doch jemand mich angreift: Die Prognose ist ein VERSUCH einer Prognose. Es ist ein Experiment. Und bisher scheint es durchaus zu stimmen.)
So, jetzt habe ich euch 4 Monate intensivstes Forschen (im Internet, dutzendfache Artikel und Studien über Value-Investing rein gezogen, etc) und Nachdenken in einem Guss serviert. Falls jemand die Strategie nutzt, bitte ich gerne um Mitteilung (auch bei Misserfolg).
Euer Petrosilius Zwackelmann