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Tafel Sattelpass
Sattelpass ob Giswil ( OW )
Volk und Obrigkeit des Landes Gersau wurde der Beginn der Französischen Revolution in der Innerschweiz mit einem Schreiben seiner Schirmorte Schwyz und Unterwalden Anfang April 1798 angezeigt. An der sofort einberufenen Landsgemeinde beschlossen die Gersauer, den mächtigen Feind mit allen Mitteln bekämpfen zu wollen und allenfalls lieber ruhmvoll unterzugehen, als Freiheit und Religion aufzugeben. Die waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60 Jahren wurden in vier Pikette zu je 60 Soldaten eingeteilt.
Nachdem sowohl Unterwalden als auch Schwyz am 21. April 1798 Gersau ersucht hatten, rasch Hilfstruppen nach Unterwalden zu entsenden, damit vereint mit den dortigen Hülfstruppen die Pässe auf dem Brünig und Sattel ( = Sattelpass zwischen Giswil und Flühli / Entlebuch ) besetzt werden können", erreichte gleichentags das erste Gersauer Pikett Buochs. Die 54 Kämpfer aus Gersau, angeführt von Hauptmann Georg Camenzind, Leutnant Dionys Nigg und Landesfähnrich Marzell Baggenstos, marschierten nach Stans, wo sie unter türkischer Musik (!) und mit Fahnengruss brüderlich empfangen und bewirtet wurden.
Am 22. April brach die Gersauer Mannschaft Richtung Brünig auf, erhielt dann aber den Sonderauftrag, bei Giswil den wilden Gebirgsstock Sattel" zu besteigen, um dort einen allfälligen Einmarsch der Franzosen vom Entlebuch her abzusichern. Der Feldzug über den Brünig wurde dann aber aufgrund der Ereignisse in Luzern, Zug und Schwyz abgebrochen; denn Schwyz hatte am 4. Mai 1798 trotz ehrenhafter Gegenwehr die neue Helvetische Verfassung angenommen. Also kehrte das Gersauer Pikett ins Dorf am See zurück und machte sich bereit, die Franzosen an der Grenze zu Vitznau abzuwehren.
Albert Müller, Zug