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Am Samstag den 2. Juli, heisst es, Alice Springs auf
Wiedersehen zu sagen und weiter zu reisen.
Wir planen über die Old Andado Road südlich zu fahren.
Sie führt am Rand der roten Sanddünen der Simpson Desert
entlang.
Dieses
Wochenende
ist
Molly's
Bash, ein alljährliches Treffen auf der Old Andado Station und wir möchten
gerne
dabei sein.
Dann werden wir weiter nach Dalhousie Springs fahren und dann dort entscheiden,
ob
wir zurück nach Finke fahren um uns das bekannte Wüstenrennen
anzusehen, oder ob wir über den Oodnadatta
Track weiter
südlich fahren werden.
Wir werden zusammen mit Teri und Marc Mendelson, einem Amerikanischen
Ehepaar unterwegs sein. Sie fahren einen Nissan Patrol und
ziehen einen TVan Zeltanhänger.
Wir haben Marc letztes Jahr in Alice Springs kennengelernt
und stehen seither miteinander in Kontakt.
Wir verlassen die Stadt und folgen der Beschilderung nach
Santa Theresa. Gleich ach dem Flughafen endet der Asphalt
und die Naturstrasse beginnt .... und auch das Wellblech.
Wir hoffen, dass die Strasse nach der Aborigini Community etwas besser wird.
Schon bald sieht man die Ooraminna Range mit ihren typischen,
mit Spinifex Gras bewachsenen Bergen aus verschiedenen Gestein.
Die Strasse wird schlechter und sie ist jetzt auch voller Löcher. Man muss immer
auf der Hut sein um den Löchern rechtzeitig ausweichen zu können.
Die Region muss in letzter Zeit einigen Regen abbekommen haben. Das Gras ist
grün und hoch und die Mimosen sind am Blühen.
Als wir näher an Santa Theresa (Ltyentye
Apurte) herankommen, nimmt auch die Anzahl der grünen VB Büchsen drastisch
zu. Kurz darauf kommen wir an ein Gatter, wo eine Tafel informiert, dass die
Gemeinde
eine "dry zone" sei. In diesen alkoholfreien Zonen ist das trinken von Alkohol
in der Öffentlichkeit verboten. In einigen der Gemeinden darf nicht einmal
Alkohol im Wagen mitgeführt werden.
Nach dem Gatter hat es praktisch keine Bierbüchsen mehr. Wir sind überrascht,
wie sauber es plötzlich ist, da wir uns eher gewöhnt sind, dass dem Strassenrand
entlang immer mehr Bierbüchsen herumliegen, je näher man an die Häuser kommt.
Wir lernen, dass es um die "trockenen" Communities herum meistens eine "grüne
Zone" gibt ..... das ist der Bereich, wo alle grünen VB (Victoria Bitter) Büchsen
weggeworfen werden, bevor die Leute die "trockener Zone" betreten.
Warum VB Büchsen?
Na ja, es ist das billigste der starken Biere …
In den 50-er Jahren wurde in Santa Theresa eine katholische Mission eröffnet.
Es sieht lustig aus, da am Dorfrand die asphaltierte Strasse beginnt, welche
direkt zur Kirche führt. Diese wiederum ist genau in einer Linie mit dem Kreutz,
das weiter oben auf dem Berg angebracht ist.
Nach dem Dorf wird die Strasse schmaler und das Wellblech
etwas weniger stark, aber die Löcher bleiben.
Wir passieren die Deep Well Ranges und die Allambie Station (Ranges sind Bergketten
und Stations sind entlegene Farmen mit ihrem Umschwung).
Direkt vor der Station (in diesem Fall ist das Haus gemeint)
macht die Strasse einen unerwarteten 90° Knick nach links.
Wenn man diesen verpasst, endet die Strasse direkt im Flugzeug
Hangar ....
Langsam wird es sandiger auf der teilweise immer noch stark
corrugierten (Corrugation = Wellblech) Strasse.
Dank Marc kommen wir zu ein paar guten OKA Bildern :-)
Nach Mitchell's Bore sieht man die
ersten Sanddünen. Es ist sehr ruhig in den Sanddünen.
Obwohl man viele Tierspuren sieht, sehen wir keine dazugehörenden Tiere.
Sicher werden sie uns aber schon längstens bemerkt haben (Kunststück bei dem
Lärm den wir verführen).
Wir fahren den Train Hills entlang. Sie
wirken sehr gut, da das Licht der nachmittäglichen Sonne
ihre rote Farbe noch verstärkt.
Erstaunt sind wir ob der grossen Anzahl von Eukalypten in diesem Gebiet..
Da die Fliegen eine rechte Plage sind, wollen Teri und
Marc, die ja einen Zeltanhänger haben,
zufahren, bis sich die Biester nach Sonnenuntergang verziehen. Uns sind die
Plaggeister
eher
egal,
da wir dann eben einfach drinnen leben und die Mückenschutztüre schliessen.
Wir folgen der Arookara
Range,
dem letzten Hügelzug vor den Sanddünen.
An ihrem Ende campieren wir, da die nächsten 130 km längs zu den Sanddünen verlaufen.
Wir haben keine Ahnung was uns erwartet und wie sich der OKA verhalten wird.
Teri findet einen guten Platz mit viel Brennholz.
Zusammen mit dem Holz, das die beiden schon mitgebracht haben, wird uns das
Feuer eine gute Weile warmhalten.
Ruedi muss feststellen, dass die professionelle Reparatur,
wobei neuer Gummi auf die defekte Stelle des Reifen "gebacken"
wird, nicht das Geld und die
Mühe wert
war. Der Flicken hat nicht lange gehalten und damit ist der
Schaden noch grösser als zuvor. Er versucht die schadhafte
Stelle mit einem Lastwagen-Flicken zu überdecken, glaubt
aber selber nicht, dass das lange halten wird. Da wir auf
Naturstrassen mit 25% weniger Druck in den Reifen fahren,
ist die schadhafte Stelle extrem belastet.
Das Feuer hält uns warm, auch wenn der Wind bläst. Natürlich
ändert er alle paar Minuten die Richtung und bläst und den
Rauch ins Gesicht.
Am Horizont geht spektakulär der beinahe volle Mond auf. Marc versucht sein
Glück mit dem fotografieren.
Ruedi bekommt seine erste Lektion in Astronomie. Nun findet er in Zukunft in
der Nacht wenigsten Süden.
Als wir am Morgen, nach einer kalten Nacht mit lediglich
6°C, aufwachen, ist Marc schon lange mit dem Fotografieren
des Sonnenaufgangs beschäftigt.
Danke Marc für die Photos, welche wir von dir für die Webseite übernehmen durften.
Wir laden Teri und Marc ein, bei uns drinnen an der Wärme
zu Frühstücken.
Auch sie haben zwar einen mit Brennsprit betriebenen Ofen, mit welchem sie
ihrem TVan beheizen, aber die Küche ist im Freien. Obwohl dort bereits
die
Sonne scheint ist trotzdem noch empfindlich kalt.
Beim zusammenpacken findet Marc im Zelt diesen kleinen Gast
...
Als wir uns in die Dünen bewegen, wird der Track noch schmaler.
Es ist teilweise nur noch ein Feldweg.
Das Wellblech ist aber noch stärker als gestern. Der Sand ist auf dem Track
aber hart und es ist kein Problem auf diesem zwischen den weit auseinander liegenden
Dünen zu fahren.
Kurze Zeit später kommen wir an ein Gatter wo man in ein
Aborigini Gebiet fährt. Das campieren ist für die nächsten
20 km verboten.
Glücklicherweise stoppten wir gestern noch vor diesem Gebiet.
Der Durchgang für die Tiere ist eine interessante Konstruktion,
da er je nachdem welche Tiere man durchlassen will, anders
konfigurieret werden kann.
Beim durchfahren der Dünenlandschaft sehen wir noch einige
herumlungernde Wolken am Himmel. Sie haben eine rötliche
Farbe.
Teri belehrt uns, dass das Rot von den Reflektionen der roten Dünen komme.
Sie kennen den Effekt von ihrer sieben jährigen Reise auf der Segeljacht, wo
sie oft türkisfarbene Wolken gesehen haben. Das waren jeweils Reflektionen
von Korallenriffen, also Orte die sie besser mieden.
Heute kommen uns in loser Folge einige Fahrzeuge entgegen.
Der dritte hat auch einen TVan im Schlepptau, also stoppt Marc für einen Schwatz..
Dabei finden wir heraus, dass "Molliy's Bash" auf der Old Andado Station bereits
gestern stattfand und nicht heute wie wir meinten ... na, dann eben nächstes
Jahr.
Wir erreichen den Hag um die Andado Station. Die Farm wurde ab 1955 von Mac
und Molly Clarke und ihrem Sohn betrieben. 1978 starben Mac und sein Sohn und
Molly
war
von nun an alleine.
Kurz darauf musste der ganze Viehbestand wegen Tuberkulose- und Brucellosis-Befall
vernichtet werden. Die Tafeln an den Gattern erinnern immer noch an diese
Zeit ....
Molly gab auf und verkaufte die Pachtrechte. Sie behielt aber die Gebäude und
betreibt seither die Old Andado Station als Touristenattraktion.
Die Landschaft wechselt wieder. Die Sanddünen machen grossen, ebenen, mit Steinen übersäten
Flächen (Gibber Plains) Patz.
Gibbers sind kleine Steine welche Überbleibsel einer früheren, harten
Oberfläche
sind.
Ihre dunkelrote, bis schwarze "Glasur" kommt von ihrer, durch Wind
und Sand polierten, aus viel Eisenoxyd bestehenden Oberfläche.
Das Gebiet sieht sehr unwirtlich aus, aber nichts desto
trotz sieht man Vieh am Horizont weiden.
Wir zweigen zum Mac Clark Conservation Reserve ab und
fahren an einer Gruppe toter Kamele vorbei.
Was mag wohl diese Tiere umgebracht haben ....Durst? .... schlechtes Wetter?
.... Gewehrkugeln?
Das Mac Clarke (Acacia Peuce) Conservation Reserve schützt
eine der seltensten und interessantesten Baumarten im trockenen
Teil Australiens.
Acacia Peuce, oder Waddywood gibt es ausser hier nur noch in zwei weiteren Orten;
in der Nähe von Birdsville und weiter nördlich in der Nähe von Boulia
in Queensland. Alle Orte befinden sich nahe der Simpson Desert.
Der Name Waddywood kommt von den Kampfstöcken der Aboriginis, welche aus diesem
extrem harten Holz dieser Bäume geschnitzt wurden.
Die Acacia Peuce gehört zur Familie der Mimosen. Die
meisten Mimosen werden nur einige Jahre alt, aber einige
dieser Bäume sind vermutlich bis 700 Jahre alt.
Der Name Peuce kommt vom lateinischen Wort 'peuke' was
soviel wie 'Pinien-ähnlich' heisst.
Die Acacia Peuce ist eine der höchsten Akazien.
Sie werden bis 17 m hoch und das trotz der grossen Hitze im Sommer und dem
wenigen Regen von lediglich
150 mm pro Jahr.
Obwohl es nicht sehr warm ist, flimmert die Luft über der
Gibber
Plain
und die Bäume scheinen über der Ebene zu schweben.
Die Acacia Peuce überleben in dieser harschen Umgebung nur,
weil sie Wurzeln haben, welche bis zum Grundwasserspiegel
reichen und weil die Blätter benahe nadelartig schmal und
mit einer Wachsschicht überzogen sind, was die Verdunstung
vom gespeicherten Wasser reduziert.
Die stachelige Art der Bäume schützt die jüngeren Bäume auch vom grasenden
Vieh.
Die Bäume kommen zwar gut mit der Hitze des Sommers und mit Kälte des Winters,
aber nicht mit der Störung der sie umgebenden Erde durch Vieh und Feuer zurecht.
Eine grosse Anzahl der Bäume wurde in früheren Jahren gefällt
und als Weidepfähle verwendet.
Das Holz ist so hart, dass es sehr schwierig ist Nägel reinzuschlagen. Daneben
ist das Holz auch resistent gegen Termiten.
Das Reservat ist nach Molly's Mann Mac Clarke benannt und
war ursprünglich Teil der Andado Station.
Die Überreste der alten Wassertanks sind am Eingang zum Reservat immer noch
sichtbar.
Mac's Bedenken betreffend dem Überleben der Bäume hat 1982 zum errichten
des Reservates geführt, welches 3000 Hektaren gross ist und über 1000 Bäume
beherbergt.
Zwei Fahrzeuge kommen an. Ihre Insassen scheinen mit sich
selber beschäftigt zu sein und uns irgendwie überhaupt nicht
wahrzunehmen, was hier draussen sehr ungewöhnlich ist.
Da wir in einem der Wagen eine sehr alte Frau sehen, nehmen wir an, dass es
Molly mit ihrer Familie ist, welche sich, nach dem Fest die alten Stätten ansehen.
Wir folgen weiter der Strasse zu Old Andado Station.
Immer mehr Wasserpfützen werden sichtbar und die Sanddünen sind mit spriessenden
Pflanzen übersäht. Bald wird die Wüste blühen.
Da wir erst richtig in die Gegend einfahren, wo es vor zwei Wochen stark regnete,
hoffen wir das weiter südlich noch werden erleben können.
Wir erreichen Old Andado Station.
Die Feuer im Camp sind noch warm und die Leute scheinen
den Ort eben erst verlassen zu haben.
Da das Wasser im Donkey (Holz beheiztes Warmwassersystem) noch heiss ist, packen
wir die Gelegenheit und nehmen eine warme Dusche. Herrlich!
Niemand ist hier, aber ein Schild informiert, dass Molly
nur mehr währen einiger Monate hier wohnt. Sie ist unterdessen
weit über 80 Jahre alt und lebt heute grösstenteils in der
aktuellen Andado Station. Man sei aber willkommen einzutreten
und sich
den Ort anzuschauen..
Wie oben schon gesagt, hat sie nach dem Verkauf der Landrechte nur die Gebäude
der Station behalten, die sie als Touristenattraktion weiter betreibt.
Dann schauen wir uns Molly's Heim an.
Man fühlt sich in eine vergangene Zeit zurückversetzt.
Das Haus ist ein lebendes Museum; alle alten Dinge sind noch an ihrem Platz
und in Gebrauch. Nur einige moderne Sachen, wie der Kühlschrank und ein neuer,
zusätzlicher Herd, sind neueren Datums.
Wir finden ein aufgeschlagenes Magazin, in welchem die Geschichte von Molly
erzählt wird. Nun sind wir sicher, dass die Dame im Reservat tatsächlich Molly
war.
Schade, dass wir es verpasst haben sie hier anzutreffen und mit
ihr zu plaudern.
Alle Original Gebäude sind noch erhalten. Auch die alten Fahrzeuge
und viel anderer Schrott kann bestaunt werden.
Vieles erinnert uns an unseren Besuch von Gwalia, eine Mienenstadt in West
Australien, welche von ihren Bewohnern 1963, als die Miene schloss, unter Zurücklassung
aller persönlichen Gegenstände, verlassen wurde. Gwalia ist heute ein ganz spezielles
Museum.
Wir bewegen uns weiter südwärts und passieren Andado
Station.
Nun fahren wir ins eigentliche Gebiet der Simpson Desert
ein. Die Touristen werden mit Hinweisschildern entsprechend
gewarnt.
Da wir aber nur bis Mt. Dare oder den Dalhousie Springs, wo die eigentliche
Route zur Durchquerung der Wüste beginnt, fahren, müssen wir keine Bedenken
haben.
Wir nehmen die letzte Chance noch Feuerholz (und Fliegen)
zu sammeln.
Susi wird ganz kribbelig als sie die ersten, blühenden Blumen sieht.
Wir bauen unser Camp nahe Mt.
Peebles zwischen zwei Dünenkämmen auf, machen Feuer und grillieren
unsere letzten, bei Goetzinger an der Goldküste gekauften, Chorizos (Vakuumverpackung
sei Dank).
Dann packt Ruedi seine Gitarre aus; das erste Mal seit der Goldcoast.
Auch Marc spielte Gitarre, hat aber seit 25 Jahren keine mehr in den Händen
gehabt (Es wird erzählt, dass er damals mit Hilfe der Gitarre, Teri umworben
hatte ...).
Wir spielen ein bisschen und Marc packt währenddessen ein rechtes Sammelsurium
an Perkussionsinstrumenten aus.
Darauf packt Teri Marshmallows aus und zeigt uns was “s'mores” sind:
Ein Sandwich aus Biskuits, eingelegter Schokolade und in der Mitte dem grillierten
Marshmallow.
Aber Achtung: Das geschmolzene Marshmallow tropft und kann sehr heiss sein!
Das ganze ist grässlich süss.
Nach einer kalten Nacht mit lediglich 7°C sind wir am Morgen
bereit, weiter südwärts zu fahren.
Die Fahrt durch die Dünen ist sehr hübsch mit dem roten
Sand der Dünen und dem blau des Himmels.
Gottlob ist Teri an Vögeln interessiert, so hat Susi Zeit
für ihre Blumen.
Auch muss unterwegs eine Sanddüne erklommen werden um zu
sehen wie es wohl auf der anderen Seite aussieht.
Die Dünen sind immer mehr mit Gras und anderen grünen Pflanzen
bewachsen.
Da wir heute Abend wieder ein Feuer machen wollen, muss auch wieder Brennholz
gesammelt werden.
Beim erreichen von Mayfield Bore müssen
wir ab der Mühe lachen, die wir hatten um vorher genügend
Brennholz zu sammeln .... es hat hier so viele Bäume,
dass
man es beinahe schon als Wald bezeichnen muss.
Neben Vögeln sehen wir auch Dingos. Diese sind aber sehr scheu und fliehen.
Kurz nach dem Mayfield Swamp dreht der Track und folgt
dem Finke River.
Der Fluss selber ist trocken, muss aber vor kurzem recht
viel Wasser gesehen haben. Auf der Strasse hat es grosse
Wasserpfützen; sie hat stark gelitten.
Die Strasse wird enger, aber wir haben nie Probleme durchzukommen. Sie ist
nie so schmal wie damals der Holland Track.
Nach der Überquerung der Grenze von Süd Australien, verlässt der Track das
Finke Flussbett wieder.
Kurz vor Mt. Dare fahren wir in den Witjira National
Park ein.
Bei Mt. Dare tanken wir Diesel und unterhalten
uns intensiv mit dem Paar, welches das Hotel führt.
Sie waren selber während drei Jahren unterwegs und haben viele Tracks gefahren
und dabei GPS Daten für Hema Maps gesammelt.
Marc bekommt hier alle aktuellen Angaben
betreffend der Simpson Desert und wird sich in den nächsten
Tagen entscheiden müssen, ob der eine Durchquerung wagen
will oder nicht. Wir werden ihn auf alle Fälle bei einer
Durchquerung nicht begleiten, da wir uns dazu noch nicht
sicher genug fühlen.
Wir reisen weiter in Richtung Dalhousie Springs um dort über Nacht zu bleiben
und um im warmen Wasser der Quellen aus dem artesischen Becken zu baden.
Nach dem erreichen der Gibber Plains wird die Strasse besser und ist nicht
mehr so wellig wie zuvor.
Am 3 O'clock Creek Wassertank füllen wir noch unsere Trinkwasserreserven
auf.
Marc und Teri stellen fest, dass eine ihrer Heckscheiben
am Patrol kaputt ist.
Ein Stein muss so ungünstig vom TVan abgeprallt sein, dass er die Scheibe zertrümmerte.
Da es sich um die Seite handelt welche andauernd geöffnet und wieder zugeschlagen
wird, wird es nicht lange dauern, bis die Scheibe ganz heraus fällt. Sie reparieren
das Fenster mit Klebband so gut als möglich.
Weiter geht's durch die steinige Wüste und durch ein imposantes Salzbecken.
Auf dessen anderen Seite ist die Abfallsammelstelle.
Als Marc seinen gesammelten Abfall entsorgt, hört er ein
allzu bekanntes pfsssssss ..... und richtig - in der Seitenwand
eines der hinteren Reifen steckt ein Stück Holz.
Marc möchte den Ersatzreifen montieren, aber in diesem Terrain, mit allen seinen
scharfen Steinen und abgebrochenen Ästen wäre das reine Verschwendung.
In kürzester Zeit ist der Reifen repariert und wir wieder unterwegs.
Dann sehen wir eine Art vertikaler Regenbogen (schwer zu
fotografieren).
Die Wolken sind ein Hinweis auf einen Wetterumschwung, aber Marc meint, es
sollte nicht regnen kommen.
Wir erreichen Dalhousie Springs und bauen das Camp auf.
Das Feuer hält uns auch heute wieder warm und schon bald
grillieren wir fantastisch schmeckende Hamburger.
An diesem Dienstagmorgen erwachen wir bei bedecktem Himmel
und nur 9°C.
Bald schon wird es wärmer und wir sind bereit die Gegend zu erkunden.
Nebel schwebt über dem warmen Wasser.
Es ist sehr ruhig - nur die Vögel zwitschern.
Es ist so friedlich hier, man könnte den ganzen Tag hier sitzen.
Bei Dalhousie hat es etwa 80 Quellen, aus welchen Wasser
aus dem Artesischen Becken, welches unter etwa 22% von Australien
liegt, quillt. Das um 1870 entdeckte Becken ist eines der
grössten der Welt.
Das Wasser, welches von der Great Dividing Range und vom
Northern Territory her kommt, fliesst sehr langsam unter
den harten Felsschichten. Man vermutet, dass das austretende
Nass etwa 3 Millionen Jahre alt ist.
Ein weiteres Gebiet von Quellen befindet sich weiter südlich, westlich der
Simpson Desert und de Lake Eyre.
Feste Stoffe, gelöste Minerale aus den Quellen, Staub
und anderes, vom Wind her geblasenes Material hat sich um
die Austrittsstellen des Wassers herum festgesetzt.
Im Laufe der Zeit verbinden sich die austretenden Mineralien mit den anderen
Materialien und Formen so, rund um die Austrittsstellen der Quellen herum,
eigentliche Berge.
Die Dalhousie Quellen wurden von den Europäern am 10. Dezember
1870 das erste Mal gesehen.
Das Hauptbecken misst etwa 150 x 50 m und ist umgeben von
Schilf und Papierrindenbäumen.
Die hohe Temperatur im Erdinneren heizt das Wasser des Artesischen
Beckens.
Die Quelle speist das Becken mit 160 Litern pro Sekunde; die
Austritts Temperatur beträgt 43°C.
Das Wasser im Becken ist bis 14 m tief und die Temperatur
des Wassers ist nahe der Oberfläche 34 - 38°C
warm.
Wir sind alle gern hier und entscheiden uns einen weiteren Tag hier zu bleimen.
Marc ruft mit unserem Satelliten Telefon Mt. Dare an und
bittet um ihre Meinung, die Wüste trotz seiner gebrochenen
Scheibe und dem geflickten Reifen zu durchqueren.
Sie sehen das nicht als ein Problem.
Alles was Marc jetzt noch braucht ist eine lange Stange mit einer Flagge dran
für die Montage an seiner Bullbar. Diese Flaggen werden empfohlen, um
auf den einspurigen Tracks über die Dünen Frontalkollisionen
zu verhindern. Er wird am Abend auf dem Campingplatz versuchen jemandem, der
sie nicht mehr braucht, diese abzukaufen.
Während des Tages erkunden wir die Umgebung von Dalhousie
Springs.
Es besteht ein ganzes Netzwerk von offenen Quellen. Neue Quellen sind immer
noch am entstehen und darum sind gewisse Gebiete auch gesperrt, da der Untergrund
nicht stabil ist.
Für tausende von Jahren waren die Quellen die einzigen Wasserquellen in der
Wüste.
Die schöne Rainbow Serpent Quelle ist ein wichtiges Kulturgut der Aboriginis
und ist darum auch nicht zum schwimmen freigegeben.
Der Boden rings um die Quelle ist teilweise mit staubähnlichem
Sand bedeckt.
Es ist ein komisches Gefühl, wenn der Fuss einsinkt und man keinen festen Boden
spürt.
Später versucht Ruedi ein erstes Mal den Grund für den Luftverlust
im rechten Vorderreifen zu suchen, allerdings ohne Erfolg.
Der Verlust ist doch so gross, dass wir den Reifen alle paar Stunden
nachpumpen müssen.
Ruedi bekommt am Nachmittag eine Lektion in Wetterkunde.
Es tönt alles so einfach .... Die Tiefs drehen im Uhrzeigersinn, die Hochs
im Gegenuhrzeigersinn .... oder ist es jetzt nicht doch anders herum -
eeeh?
Well, wir werden die Zeichnungen behalten und als Referenz verwenden ... mal
sehen, ob es was bringt.
Bei den Quellen hat es natürlich auch viele Vögel. Einige
sind sich ganz offensichtlich an die Touristen gewohnt.
Im Laufe des Nachmittags füllt sich der Campingplatz.
Bei Sonnenuntergang sind es mindestens 20 – 25
Fahrzeuge, teilweise mit Campinganhänger oder Wohnwagen im Schlepp.
Im Schwimmbecken ist viel Betrieb mit all den Leuten die für ein abendliches
Bad kommen, die Männer mit einem kalten Bier in der Hand, die Frauen einfach
zum ausspannen und um den Staub der letzten Tage abzuwaschen. Die neuesten
Erfahrungen und die Konditionen der Tracks werden ausgetauscht.
Am Abend geniessen wir wieder die Wärme des Feuers und
essen Steaks, Rösti und Rüebli-Salat (sorry - Karottensalat).
Die Nacht ist kalt und die Temperaturen fallen au 6°C.
Am Morgen steigen Nebelschwaden vom See her in den Himmel.
Trotz der Kälte steigen wir nochmals ins warme Wasser.
Wenn man still im Wasser steht, kommen kleine, bis 3 cm lange Fische (Dalhousie
Goby), und knabbern einem die losen Schuppen von der Haut; es kitzelt stark.
Im warmen Wasser zu sein ist eine Sache, daraus heraus zu steigen aber eine
andere, da ein kalter Wind bläst.
Wir verlassen das kleine Paradies und fahren zum Abfallplatz um unseren Dreck
zu deponieren. Dabei finden wir zufälligerweise eine lange Stange welche Marc
als Fahnenmast verwenden kann.
Nun sind sie für die Durchquerung der Simpson Desert bereit. Nur der Entscheid
steht noch aus.
Marc entscheidet sich in Coober Pedy erst
seine kaputte Scheibe und den geflickten Reifen professionell
reparieren zu lassen.
Also fahren wir zusammen weiter nach Süden.
Die Strasse ist sehr schlecht, aber die Landschaft mit
ihren roten Bergen ist sehr schön, was die Fahrt trotzdem
lohnenswert macht.
Bei den Dalhousie Ruins wird Susi um Haaresbreite
von einem anderen Fahrzeug überfahren.
Marc kann ihr im letzten Moment gestikulierend klar machen, dass sie jetzt
nicht vor dem OKA durch, auf die Strasse laufen darf. Das war haarscharf .....
Wer erwartet hier draussen schon einen anderen Wagen der in genau der richtigen
Sekunde am eigenen Fahrzeug vorbeifährt?
Wir sind so gewohnt alleine zu sein.
Dalhousie Homestead Ruins mit ihren Palmen sieht schön
aus. Eine kleine Oase in der Wüste.
Während der Zeit als die Gegend als Station gebraucht
wurde, wurden Angora Schafe, Pferde, Kamele und Rinder gezüchtet.
Um die Quellen und das damit verbundene Eco-System zu erhalten, hat der Staat
das 7769
Quadratkilometer grosse Gebiet gekauft und zum Witjira National Park erklärt.
Weiter geht's auf der Public Access Route
Nr. 8.
Es sind noch viele Spuren da, welche zeigen dass
vor kurzem ziemlich viel Regen gefallen ist;
Die Strasse ist noch nicht voll abgetrocknet.
Das rot der Emery Range passt herrlich zum grün der Pflanzen,
die wegen des Regens zu blühen begonnen haben.
Die Steinwüste ist faszinierend; die Strasse ist schlecht.
Es schüttelt einem beinahe die dritten Zähne aus den Verankerungen
:-)
Sie ist so schlecht, dass wir sogar den Navigations-PC abschalten.
Der Bereich um die Pedirka Ruins ist sogar
noch schlimmer, vor allem in den Kurven.
Das Schild spricht eine klare Sprache: Fahre vorsichtig, oder Scheisse könnte
dein letzte Wort gewesen sein .....
Wir erreichen Hamilton Station.
Die Strasse wurde hier "gegradet" (mit dem Grader geglättet) und man fährt
wie auf einer Autobahn über die Dünen.
Es ist erstaunlich, wie die Landschaft auf der anderen
Seite des Hamilton
Creek ändert.
Obwohl wir uns in den Sanddünen der Pedirka Desert befinden, sind die Dünen
alle mit Pflanzen bedeckt.
Nächster Fixpunkt ist Mt. Sarah
Station.
Nach der Fogarty Claypan sieht man, neben der Wüstenvegetation
auch wieder Grass. Das haben wir schon eine Weile nicht mehr gesehen.
Später erreichen wir den bekannten Oodnadatta
Track und sind sehr enttäuscht, eine weitere "Natur-Autobahn"
vorzufinden ...
Obwohl die Besitzer des bekannten Pink Roadhouses ihr Bestes versuchen, um
auf alle interessanten Dinge entlang des Tracks hinzuweisen, ist die Strasse
in
diesem Bereich grässlich langweilig.
Wir erreichen das Pink Roadhouse Oodnadatta, füllen einmal
mehr unsere Dieseltanks und Marc lässt seinen Reifen flicken.
Das Roadhouse mag wohl bekannt sein, aber wir finden daran nichts besonderes,
ausser dass die Preise gesalzen (oder gar versalzen) sind und die Freundlichkeit
der Bedienung sehr zu wünschen übrig lässt.
Wir fahren weiter bis zum Neales
River wo wir einen Platz zum übernachten finden.
Alles was wir nach diesem kühlen und windigen Tag (max. of 19.5°C) wollen,
ist einwarmes Feuer.
Heute gibt's Braten vom Cobb-Grill, sowie Kartoffeln, Süsskartoffeln und Zwiebeln
von der heissen Grillplatte.
Dann erlauben wir uns den Luxus im warmen OKA zu essen,
da der Wind heute einfach nicht einschlafen will.
Lieber Leser,
Solltest du zur Sorte der hartgesottenen Off-Roader gehören, welche nur einen
Schlafsack mit in den Busch nehmen, dann könnten dich die nächsten paar
Zeilen vielleicht stressen ....
Nach dem Essen schlägt Marc vor, doch zusammen ein Video anzusehen.
Da sich der Wind nun endlich gelegt hat, zügeln wir wieder nach draussen. Marc
packt seinen etwa 60 x 40 cm grossen Flachbildschirm und den Video-Player aus
und wir liefern mit dem OKA den Strom.
Und was für einen Film würdest du dir im Australischen Outback am warmen Feuer
wohl am liebsten ansehen?
Richtig: Crocodile Dundee - was sonst!!!!
Das gibt dem Film eine ganz spezielle Atmosphäre .... die Käfer die über den
Schirm krabbeln, die Galahs die ab und zu ein Höllenspektakel verführen .....
einfach super aber völlig schräg.
Die nächste Darbietung ist “Hell
freezes over”, der Film über die Wiedervereinigung
der Eagles. Ruedi als Musikus wird mit einem Paar Wireless-Kopfhörern
ausgestattet (he jo dänk ...)
Während wir die Lieder mitsingen und Marc und Teri zur Musik tanzen, geht der
Mond auf am Horizont; Romantik im Quadrat (Das trieft ja schon bald vor süsse...).
Wir sind sicher, das das eine Reise in den Outback ungemein aufwertet :-)))
Am Donnerstagmorgen den 7. Juni entscheiden wir uns, nicht
an das Wüstenrennen nach Finke zu fahren (500 km Asphalt
oder 360 km Wellblechpiste - nein Danke).
Da dies der letzte gemeinsame Morgen mit Teri und Marc ist, gib uns Marc eine
Demonstration, wie man den TVan zusammenpackt.
Wir fahren weiter in Richtung Coober Pedy über Gibber Plains
zwischen zwei Hügeln.
Die roten und weissen Hügel sehen gegen den blauen Himmel hübsch aus.
Dann lassen wir die Hügel hinter uns und es bleibt nur noch die endlose Steinwüste
übrig, welche von Zeit zu Zeit durch einen trockenen Flusslauf mit ein paar
Mulgas
(Sträucher/Bäume) unterbrochen wird.
Die Hügel der Arckaringa Range werden sichtbar.
Wir zweigen in die Strasse zur Painted
Desert ab.
Obwohl ein starker, kühler Wind (15.5°C) bläst und am Himmel Wolken
zu sehen sind, ist der Lookout spektakulär.
Etwas weiter finden wir dann die Abzweigung welche zum Ausgangspunkt
einer kleinen Wanderung (Spaziergang) führt.
Hier trennen wir uns schlussendlich von unseren zwei Begleitern.
Teri's Knie macht ihr immer noch Sorgen und sie möchte
weiter nach Coober Pedy.
Sie werden erst dort entscheide wohin sie als nächstes fahren
werden.
Wir verabreden uns für den morgigen Abend um 19:00 in der griechischen Taverne
- frisch geduscht und frisch angezogen. Wir wollen dort Essen und den letzten
gemeinsamen Abend verbringen.
Wir folgen der Strasse weiter nach Westen, weiter durch
die schöne Landschaft mit ihren, mit Mulgas bewachsenen Creeks
und den farbenprächtigen Bergen mit ihren Platos und Abhängen.
Es ist ein hübscher Strassenteil, welchen wir sehr empfehlen können. Er ist
auch mit einem normalen Fahrzeug vom Start Highway her leicht zu erreichen.
Spät am Nachmittag finden wir einen idealen Ort zum übernachten, nahe am Stuart
Highway.
Anderntags erreichen wir den Stuart Highway in der Nähe
von Cadney
Park und
fahren Richtung Süden zum Start unserer geplanten Tour
zu Konfluenz Punkt O 134° / S 28°.
Ein Konfluenz Punkt ist der Ort wo sich ein Längengrad und ein Breitengrad
kreuzen.
Das Confluence Project im Internet (www.confluence.org
) hat es sich zum Ziel gesetzt, dass alle diese Kreuzungspunkte auf der ganzen
Erde einmal besucht werden.
Alle Besuche können registriert werden, aber wie immer ist natürlich der Erstbesuch
der wichtigste.
Es ist seit langem einer von Susis Träumen, einen der Punkte
als erste zu besuchen.
Wir haben es 2003
in Griechenland
versucht und es nicht geschafft.
Und wir hatten letztes Jahr schon vergeblich versucht, diesen Punkt anzulaufen,
als wir noch mit "Dude", dem Toyota, unterwegs waren.
Damals waren wir bis auf etwa 6 km an den Punkt herangekommen, mussten aber
mit dem Toyota bei einem Waidezaun umkehren, da kein Gatter auffindbar war.
Wir wissen, dass es vom Stuart Highway her, auf Station
Tracks, etwa 13.5 km bis zum Punkt sind.
Diesmal werden wir es mit den Fahrrädern versuchen, da wir diese einfach über
den besagten Waidezaun heben und dann auf der anderen Seite weiterfahren können.
Werden wir es schaffen?
Ruedi macht die Fahrräder bereit.
Wir packen viel Wasser ein, sowie mehr als 15 Reifenflicken, 2 Ersatzschläuche,
Helme, Fliegennetze, 2 GPS mit getesteten Ersatzbatterien (nicht wie letztes
Mal als diese leer waren, als wir sie Out-Bush gebraucht hätten) und
der geladenen Route vom letzten Jahr.
Für den fall dass etwas passieren sollte, lassen wir am Fahrzeug eine Notiz
zurück, wo wir erklären was wir vorhaben und wann wir gedenken spätestens zurück
zu sein.
Man weiss ja nie ....
Wir verlassen den OKA um 11 Uhr und suchen den Startpunkt
des Station-Tracks.
Er ist beinahe vollständig weggewaschen und ist schwer zu finden.
Dann finden wir einen in der Nähe unseres letztjährigen ersten Routen-Punktes
und folgen diesem.
Nach etwa 1 Kilometer bemerkt Ruedi, dass sein Hinterreifen
von der Felge rutscht. Er kann gottlob einfach wieder montiert
werden.
Nach 2.6 km stoppen wir am Bahnübergang um ein paar Blödelfotos
zu schiessen.
Als wir weiterfahren wollen sieht Ruedis Fahrrad jämmerlich aus: Beide
Reifen sind platt.
Etwa 15 mm lange, harte und sehr spitzige Dornen haben sich einfach durch den
Reifen und den Schlauch gebohrt.
Wir stellen fest, dass wir nichts bei uns haben,
um die winzig kleinen Löcher auf dem Schlauch zu markieren.
Das heisst, dass wir, wenn wir den Dorn rausziehen, ohne den Schlauch mit Wasser
nass zu machen, keine Möglichkeit haben die Löcher später im Schlauch zu finden.
Glücklicherweise bilden sich schöne Bläschen, sobald man den Schlauch benetzt.
Die Löcher sind rasch geflickt.
Susi prüft ihr Fahrrad und findet auch einen Dorn in ihrem
Reifen. Als sie diesen herauszieht ...... pfssss ... ein
weiteres Loch muss geflickt werden.
Es sieht so aus, als ob unsere reifen nicht Outback tauglich sind.
Wir beschliessen weiterzufahren, bis wir die Hälfte der
Flicken verbraucht haben.
Wir beschliessen so gut wie möglich nicht von den Station Tracks abzuweichen,
da die Chance einen Dorn einzufangen auf den Tracks kleiner ist als auf der
offenen Fläche.
Wir erreichen den Zaun wo wir letztes Jahr umdrehen mussten,
heben die Fahrräder darüber und fühlen und bestens.
Dieses Mal schaffen wir es!
Der Station Track endet an einem Windrad welches für das Vieh kleine Becken
mit Wasser füllt.
Von nun an ist Cross-Country angesagt.
Wir versuchen auf dem Gibber zu bleiben, in den Spuren des Viehs zu
fahren und Vegetation zu meiden.
Ruedis Fahrrad trifft es schon wieder ... pfssssssssssssss … nächster
Plattfuss.
In der Annahme, dass Ruedi weiss wo das Loch ist, reisst Susi den Dorn aus
dem Reifen.
Hmm, das war ein bisschen zu früh. Ruedi kann das Loch nicht mehr finden.
Wir haben keine andere Wahl als zum Windrad zurückzulaufen und den Reifen
in den Tümpel zu tauchen.
Es ist bereits 13:30, wir sind immer noch 3.5 km vom
Zielpunkt entfernt und haben bereits mindestens die Hälfte
der Flicken gebraucht..
Bis zum Windrad werden wir etwa 30 Minuten benötigen.
Nun, das wär's dann wieder einmal gewesen. Wir müssen
aufgeben.
Susi ist unendlich frustriert, aber die Tatsachen sind
nicht zu ändern.
Nächstes Jahr werden wir es zu Fuss versuchen.
Also kehren wir zum Windrad zurück.
Bis dorthin, sind beide Reifen an Ruedis Fahrrad platt und auch einer von Susis
Reifen verliert langsam Luft.
Wir entfernen alle 3 Reifen und prüfen sie im Wasser.
Alle haben mindestens 2 Löcher und wir haben nur noch 6 Flicken übrig.
Wir flicken den Schlauch mit den wenigsten Löchern und montieren unsere zwei
Ersatzschläuche.
Um 15:30 verlassen wir das Windrad und rollen Richtung Waidezaun.
Susis Hinterreifen beginnt Luft zu verlieren …
Wir prüfen ihn und finden 3 Löcher.
Die letzten Flicken werden verbraucht.
Nun werden wir sehen was weiter geschieht .....
Wir fahren weiter, aber bald danach beginnt Ruedis Vorderreifen
wieder Luft zu verlieren.
Er pumpt ihn auf und hoff damit noch ein paar Kilometer fahren zu können.
Kein Glück.
Auch Susis Hinterreifen wird immer weicher.
Wir sind immer noch etwa 4 Kilometer vom OKA entfernt,
es ist unterdessen 16:30 und die Sonne beginnt sich langsam
zu verabschieden.
Zurücklaufen würde heissen, in die Nacht hineinzulaufen.
Wir entscheiden uns mit den platten Reifen weiterzufahren, bis sich die Reifen
von den Felgen lösen werden.
Wenn nötig werden wir die Reifen ganz entfernen und auf den nackten Felgen
weiterfahren.
Auf diese Art bewegen wir uns doch mit 8 – 9
km/h vorwärts, verglichen mit 4,8 km wenn wir laufen.
es ist streng so zu fahren, aber es funktioniert.
Von Zeit zu Zeit muss Susi ein Stück zu Fuss gehen um etwas verschnaufen zu
können.
Wir sind nicht gerade fit muss man sagen ...
Kurz nach 17 Uhr erreichen wir den OKA und sind glücklich, zu Hause zu sein.
Wir rufen Teri und Marc an und entschuldigen uns für den Abend in Coober Pedy.
Wir geniessen eine warme Dusche im Wagen, Essen etwas und sind schon bald im
Bett.
Herrlich!
Am nächsten Morgen, kurz vor Coober Pedy, machen
wir den Abstecher zu The
Breakaways.
Sie sind wirklich sehenswert.
Es ist schwer vorstellbar, dass dieses gebiet vor 70 Millionen Jahren durch
einen Innland See bedeckt war.
Fossilien der damaligen Wassertiere können aber überall in der Gegend gefunden
werden.
Da es sich hier um eine der heissesten Gegenden Australiens handelt, betragen
die Sommertemperaturen oft mehr als 45°C, wobei die Bodentemperaturen 65°C
erreichen können.
Wir fahren auch ein Stück dem Hundezaun (Dog
Fence
),
dem längsten Zaun der Welt, entlang.
Der Süd Australische Teil des Zaun ist 2'250 km
lang.
Es ist Teil einer ungebrochenen Barrikade von über 5'300 km, welche durch
Süd
Australien, Queensland und New South Wales führt.
Es ist die einzige Barrikade, welche verhindert, dass die Dingos in die Waidegebiete
der Schafe im Süden eindringen können.
Ausserhalb des Haags leben viele Dingos.
Wenn sie den Haag überwinden, attackieren die Dingos die Schafherden innerhalb
des Haags. Die Multimillionen schwerer Schafindustrie ist demnach stark
von diesem Haag abhängig und somit auch interessiert ihn zu pflegen.
Wir erreichen Coober Pedy, die Opalstadt,
wo sich viele Häuser unter der Erde befinden.
Die Temperatur in diesen Gebäuden ist immer gleich, egal wie heiss es draussen
ist.
Viele Häuser sind in alten Mienenschächten eingerichtet,
währen dessen der Mienenbetrieb im nächsten Schacht nebenan
weitergeht.
Wir finden einen schönen Stellplatz, genug weit von der
Stadt entfernt, so dass wir niemanden stören, aber trotzdem
nahe genug, so dass wir trotzdem Internet Zugriff haben und
bleiben einige Tage hier.
Ruedi versucht zum x-ten Mal seinen Reifen dicht zu bekommen ....