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Die SVP-Fraktion steigt mit der Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer und dem Thurgauer Regierungs-Präsidenten Roland Eberle in die Bundesratswahl vom 6. Dezember. Sie hat sich am Dienstag (28.11.) für diesen Doppelvorschlag entschieden.Dieser Inhalt wurde am 28. November 2000 - 12:07 publiziert
Nicht auf dem Ticket sind die Ständeräte Samuel Schmid (BE) und Christoffel Brändli (GR).
Nach Auskunft von Fraktionschef Walter Frey fiel der Entscheid für eine Doppelkandidatur mit 32 zu 14 Stimmen. Fuhrer mit 34 Stimmen und Eberle mit 31 Stimmen übertrafen das absolute Mehr von 25 Stimmen bereits im ersten Wahlgang. Auf Schmid entfielen 14, auf Brändli 10 Stimmen.
Die Nomination durch die Fraktion garantiert noch nicht den Wahlerfolg in der Bundesversammlung. Noch nie ist es allerdings vorgekommen, dass bei einem Doppelticket keine der beiden offiziellen Bewerbungen erfolgreich war.
Obschon nun Rita Fuhrer und Roland Eberle auf dem Wahlvorschlag der SVP stehen, werden Samuel Schmid für den 6. Dezember ausgezeichnete Chancen attestiert. Der Berner Ständerat würde - wie Christoffel Brändli auch - eine Wahl annehmen.
"Hardlinerin" Fuhrer
Die Zürcher Regierungspräsidentin Rita Fuhrer gilt als Hardlinerin innerhalb der Partei. Sie selbst betont oft und gerne, dass sie eine von Christoph Blocher unabhängige Linie verfolge.
Rita Fuhrer wuchs in Thal SG auf und lebt seit Jahren in der Zürcher Oberländer Gemeinde Pfäffikon. Sie ist verheiratet und Mutter dreier erwachsener Söhne.
Vor ihrer Wahl in den Regierungsrat war Fuhrer für eine Krankenkassen-Agentur tätig und schrieb als freie Journalistin Artikel für Regionalzeitungen. 1987 trat sie der SVP Pfäffikon und der Oberstufenschulpflege Pfäffikon bei, wo sie bald zur Präsidentin aufstieg. Damit begann ihre politische Karriere. Von 1992 bis 1995 war sie Mitglied des Zürcher Kantonsrates.
Seit 1995 Regierungsrätin
1995 kandidierte die heute 47-Jährige als unbekannte Politikerin für den Zürcher Regierungsrat. Weitherum wurde die Hausfrau mit bescheidener Schulbildung und wenig politischer Erfahrung kaum ernst genommen.
Überraschend wurde sie als erste Frau einer bürgerlichen Partei gewählt. Als Vorsteherin der Direktion für Soziales und Sicherheit hat sie sich seither weit über die Kantonsgrenzen hinaus einen Namen gemacht.
Fuhrer ist bekannt als kompromisslose Politikerin und virtuose Kommunikatorin. Bei ihrer Wiederwahl 1999 erreichte sie das weitaus beste Ergebnis aller Regierungsräte.
Aussenseiter Eberle
Er ist als Aussenseiter gestartet und geht nun mit der Empfehlung der SVP in die Wahl um die Nachfolge von Bundesrat Adolf Ogi: Roland Eberle, Finanzdirektor des Kantons Thurgau. Sein grosses Handicap: Er ist in Bern so gut wie unbekannt.
1984 kam Agraringenieur Roland Eberle als Bauernsekretär in den Thurgau. Vier Jahre später wurde er in den Grossen Rat gewählt. Weitere sechs Jahre später war er Justizdirektor. Dieses Amt hat er im Juni 2000 zu Gunsten des Finanzdirektoren-Postens abgegeben.
Gegen Asylmissbrauch, für straflose Abtreibung
Bundespolitisch ist der Kandidat bisher als einer der Väter er "Asylmissbrauchs-Initiative" der SVP in Erscheinung getreten. Trotz dieser politischen Stossrichtung hat er aber die 18-Prozent-Initiative zur Begrenzung der Ausländerzahl abgelehnt. Quoten seien ein untaugliches Mittel zur Lösung dieses Problems, befand er.
Anders als die SVP Schweiz befürwortet Eberle einen straflosen Schwangerschaftsabbruch und die Legalisierung von Haschisch. Letzteres obwohl er persönlich den Konsum der weichen Droge als "heikel" für die Entwicklung der Jugend betrachtet.
swissinfo und Agenturen
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