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Die Schilddrüse ist nur gerade so gross wie eine Walnuss, befindet sich am Hals vorne unterhalb des Schildknorpels des Kehlkopfs und ähnelt mit ihren zwei Seitenlappen und dem verbindenden Mittellappen einem Schmetterling.
Eine gesunde Schilddrüse ist für viele Körperfunktionen und Organe unerlässlich: Energieverbrauch, Körperwärme, Mineralstoff- und Wasserhaushalt, körperliche und geistige Entwicklung, Herz und Kreislauf, Magen und Darm, Nerven und Muskeln, seelisches Wohlbefinden, sexuelle Lust und Fruchtbarkeit sowie das Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln. Die von der Schilddrüse hergestellten und ausgeschütteten Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin oder Thyroxin) bestimmen, ob der Stoffwechsel auf Hochtouren oder auf Sparflamme läuft. Die Bildung der Schilddrüsenhormone wird über den Hypothalamus gesteuert, eine übergeordnete Region im Gehirn. Der Hypothalamus signalisiert der Hirnanhangdrüse, wie viel Thyroidea-stimulierendes Hormon (TSH) sie freisetzen soll, was wiederum die Produktion der Schilddrüsenhormone anregt.
Schilddrüsen-Probleme
«Grundsätzlich ist es schwierig, selbst festzustellen, ob man an einer Schilddrüsenerkrankung leidet», sagt Karin Rothenbühler, eidg. dipl. Apothekerin in Langnau im Emmental. «Treten verdächtige Symptome auf, bestimmt man die Schilddrüsenhormone anhand einer Laboruntersuchung des Blutes.»
Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) vor, bildet die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone. «Typische Anzeichen dafür sind Gewichtszunahme, Energielosigkeit, Niedergeschlagenheit, Gedächtnisstörungen, tiefer Blutdruck oder Verstopfung», erklärt Karin Rothenbühler. Die Ursachen dafür können in einer Fehlfunktion oder Entzündung der Schilddrüse, einem Jodmangel oder auch in einer falsch therapierten Schilddrüsenüberfunktion liegen, in einigen Fällen ist die Unterfunktion aber auch angeboren.
Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, in deren Folge der gesamte Stoffwechsel auf Vollgas läuft. Die Apothekerin: «Dies macht sich meist durch starkes Schwitzen, Gewichtsverlust, beschleunigten Herzschlag, Nervosität oder Zittern bemerkbar.» Schuld daran sind immunbedingte Schilddrüsenerkrankungen oder Gewebeveränderungen in der Schilddrüse, die übermässig viel Jod aufnimmt sowie unkontrolliert Hormone bildet und ausschüttet.
Wichtige Stoffe für die Schilddrüse
Der Körper benötigt Jod für die Herstellung der Hormone T3 und T4. Das Spurenelement wird über den Darm aus der Nahrung gewonnen und mit dem Blut zur Schilddrüse transportiert. Wird das Organ nicht ausreichend mit Jod versorgt, entsteht nicht nur eine Schilddrüsenunterfunktion, sondern es vergrössern sich auch seine Zellen, um das wenige Jod besser aus dem Blut aufnehmen zu können.
Eine ausgewogene Ernährung ist der sicherste Weg, um die Schilddrüse gesund zu halten. Neben jodiertem Salz sind Meerfisch, Meeresalgen, Miesmuscheln, Spinat, Rindfleisch, Eier oder Roggenbrot gute Jodquellen. Ebenfalls wichtig für die Schilddrüsenfunktion sind Selen, Eisen, Kalzium sowie die Vitamine A und D.