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Wie der Name sagt, wirken die zielgerichteten Therapien nicht auf den gesamten Organismus, sondern greifen ganz spezifische Strukturen und Eigenschaften des Tumors an. Diese Wirkstoffe erkennen bestimmte Merkmale der Krebszellen, verknüpfen sich mit ihnen und bremsen durch unterschiedliche Wirkmechanismen ihr Wachstum. Zielgerichtete Therapien wirken also nicht bei allen Patienten gleichermassen. Gesunde Zellen werden dadurch weniger geschädigt als bei einer Chemotherapie, jedoch ist es manchmal angezeigt, eine zielgerichtete Therapie mit einer Chemotherapie oder einer Strahlentherapie zu kombinieren.
Bei den zielgerichteten Therapien kommen folgende Arten von Medikamenten zum Einsatz: monoklonale Antikörper, Tyrosinkinase-Hemmer, Angiogenese-Hemmer.
Sogenannte monoklonale Antikörper sind zielgerichtete Therapien, die beim kolorektalen Karzinom nützlich sein können. Diese werden meistens eingesetzt, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist. Monoklonale Antikörper können z.B. das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen hemmen oder sie können die Nahrungszufuhr bzw. die Blutzufuhr blockieren und den Tumor aushungern. Diese Medikamente werden als Infusionen verabreicht, je nach Wirkstoff einmal pro Woche bis einmal alle drei Wochen. Die Nebenwirkungen sind je nach Medikament und Kombination unterschiedlich.
Beim Darmkrebs werden vier monoklonale Antikörper angewendet. Die Wirkstoffnamen enden immer auf -mab:
- Bevacizumab (Handelsname z. B. Avastin)
- Cetuximab (Handelsname Erbitux)
- Panitumumab (Handelsname Vectibix)
- Ramucirumab (Handelsname Cyramza)
Bevacizumab und Ramucirumab verhindern, dass der Krebs neue Blutgefässe bilden kann, die er für seine eigene Versorgung benötigt, wenn er eine gewisse Grösse erreicht hat. Es sind sogenannte VEGF-Antikörper.
Cetuximab und Panitumumab sind sogenannte EGFR-Antikörper und sind nur wirksam, wenn die Krebszellen bestimmte Merkmale aufweisen. Ist dies der Fall, können sie das Wachstum des Krebses vermindern.
Tyrosinkinase-Hemmer
Diese Medikamente hemmen die Weiterleitung von bestimmten Signalen in den Krebszellen, so dass das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen blockiert wird. Beim Darmkrebs kommt vor allem der Multikinase-Hemmer Regorafenib (Handelsname Stivarga) zum Einsatz. Diese Medikamente sind als Tabletten verfügbar.
Angiogenese-Hemmer
Das Wirkprinzip der Angiogenese-Hemmer besteht darin, dass sie die Bildung von neuen Blutgefässen im Tumor verhindern. Damit sollen dem Tumor der Sauerstoff und Nährstoffe entzogen werden, so dass er ausgehungert wird. Diese Medikamente binden an den sogenannten VEGF Wachstumsfaktor, weshalb sie auch VEGF-Inhibitoren genannt werden. Zu den VEGF-Inhibitoren, die beim Darmkrebs eingesetzt werden, zählen sowohl die monoklonalen Antikörper Bevacizumab (Handelsname z. B. Avastin) und Ramucirumab (Handelsname Cyramza) wie auch der Multikinase-Hemmer Aflibercept (Handelsname Zaltrap).