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Später schloß er sich an Gustav Adolf an und nahm an den Schlachten
[* 27] bei Leipzig 1631 und bei Lützen 1632 teil;
er spielte mehrfach den Unterhändler zwischen Wallenstein und den Schweden. 1633 stand er an der Spitze eines kleinen schwed.
Korps in Schlesien, zeigte sich aber als sehr unfähigen ^[richtig: unfähiger] Heerführer und wurde im
Okt. 1633 bei Steinaua. O. von Wallenstein zur Kapitulation genötigt, aber bald darauf freigelassen. Seine zuletzt recht
klägliche polit. Rolle war damit ausgespielt. Er starb -
Vgl. Hallwich, Heinrich Matthias Thurn als Zeuge im Prozeß
Wallenstein (Lpz. 1883).
und Taxis (frz. de la Tour et Taxis; ital. della Torre e Tassis), ehemals reichsunmittelbares Haus in Deutschland,
[* 28] aus dem Hause der Taxis (s. d.). Das Stammwappen zeigt einen silbernen Dachs im blauen Felde.
Von den im Adelsdiplom der Familie von 1512 genannten Brüdern und Vettern errichtete Franz vonTaxis 1516 die erste
wirkliche Post zwischen Wien und Brüssel (s. Postwesen). Der Beleihung mit dem Generalpostmeisteramt im DeutschenReich und
in den SpanischenNiederlanden, welche den Reichtum des Hauses begründete, folgte die Erhebung zum Reichsfreiherrn 1608, zum
Reichsgrafen 1624. Endlich erhielt Graf Eugen AlexanderFranz den span.-niederländ. Fürstenstand 1681 sowie
den Reichsfürstentitel 1695. Sein Enkel Fürst Alexander Ferdinand (geb. 1704, gest. 1773) bewirkte die Erhebung seines reichslehnbaren
Reichs-General-Erbpostmeisteramtes 1744 zu einem Reichsthronlehn, wurde 1754 als Reichsstand mit einer Virilstimme in
den Reichsfürstenrat eingeführt und 1748 zum Prinzipalkommissar KaiserFranz' I. beim Reichstage ernannt,
was seine Übersiedelung von Frankfurt
[* 29] a. M. nach Regensburg zur Folge hatte, wo das Haupt des Hauses noch heute seine Residenz
hat. Alexander Ferdinands Sohn Fürst KarlAnselm (geb. 1733, gest. 1805) kaufte 1785 die reichsunmittelbaren
Herrschaften Friedberg, Scheer, Dürmentingen und Bussen in Schwaben, die 1787 zu einer gefürsteten Reichsgrafschaft
erhoben wurden und ihm Sitz und Stimme auf der Fürstenbank des Schwäbischen Kreises verschafften.
Als Entschädigung für den Verlust der Posten in den österr. Niederlanden und auf dem linken Rheinufer (1801) erhielt das
u. T.sche Haus im Reichsdeputationshauptschluß von 1803 das gefürstete Damenstift Buchau nebst Stadt, die Abteien
Marchthal und Neresheim, das Amt Ostrach, die Herrschaft Schemmerberg und die WeilerTiefenthal, Frankenhofen und Stetten und
für Buchau eine neue Virilstimme im Reichsfürstenrat. Von Preußen erhielt es als Entschädigung 1819 drei in der ProvinzPosen
gelegene Domänenämter, die zu einem Fürstentum Krotoschin erhoben wurden, und für die
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überlassung seiner sämtlichen Postgerechtsame 3 Mill. Thlr. Außerdem besitzt das Haus mehrere
ehemals reichsunmittelbare Herrschaften in Württemberg und Bayern, fünf Herrschaften in Böhmen und fünf Herrschaften in
Kroatien. Der jeweilige regierende Fürst führt den Titel «Erb-Generalpostmeister» und besitzt das Kronamt eines «Kron-Oberst-Postmeisters»
in Bayern, ist erbliches Mitglied der Kammer der Standesherren in Württemberg, des Reichsrates der KroneBayern, des preuß. Herrenhauses und des Herrenhauses des österr. Reichsrates sowie erblicher
Inhaber des bayr. 2. Chevaulegerregiments «Taxis». Gegenwärtiger Standesherr ist der Sohn des Erbprinzen Maximilian (gest.
und der Herzogin Helene in Bayern (gest. Fürst Albert, geb. vermählt seit mit
Erzherzogin Margarete von Österreich, der seinem Bruder, dem Fürsten Maximilian, folgte.
Eine Sekundogenitur des Hauses u. Thurn bildet die Nachkommenschaft des Prinzen Maximilian Joseph (geb. 1769, gest. 1831), Halbbruder
des genannten Fürsten KarlAnselm. Gegenwärtiges Haupt dieser in Böhmen ansässigen Nebenlinie ist dessen
Urenkel, Prinz Alexander, geb. der zu Prag residiert. Seines Großvaters Bruder war Prinz KarlTheodor vonu. Thurn, geb.
seit 1850 bayr. General der Kavallerie und seit 1851 Mitglied der bayr. Kammer der Reichsräte. Derselbe kommandierte
in dem Kriege von 1866 das Kavalleriereservekorps gegen Preußen; er wurde bald nach dem Friedensschlusse
zur Disposition gestellt und starb zu München.