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BOB LE FLAMBEUR
FR 1956, 98', Digital HD, F/d. Regie Jean-Pierre Melville. Drehbuch Jean-Pierre Melville, Auguste Le Breton. Mit Roger Duchesne, Isabelle Corey, Daniel Cauchy, André Garet, Gérard Buhr, Guy Decomble, Howard Vernon.
Melvilles erster Film mit einem Ganoven in der Hauptrolle. Ein Vorläufer der Nouvelle Vague, dem insbesondere Godards A bout de souffle viel verdankt.
«Bob le flambeur, Melvilles erstes Originaldrehbuch, ist von seiner Liebe zum amerikanischen Kino, aber auch von seinem Leben als Nachtschwärmer und seinem schlechten Umgang geprägt. Der Filmemacher identifizierte sich mit seinem alternden Helden, einem unverbesserlichen Spieler, der im Montmartre der Nachkriegszeit wie ein Herr auf seinem Land umherstreift, von seinen Kollegen bewundert, von der Polizei respektiert, ein Hüter der Moral des Milieus, das vom Aussterben bedroht ist.
Bob ist der erste Dandy-Bandit in Melvilles Filmografie. Es wird noch viele andere geben, aber nie einen so edlen. Dennoch ist Bob le flambeur streng genommen noch kein Krimi, auch wenn er eine legendäre Szene mit einem Überfall auf das Casino von Deauville enthält. Erst mit Le Doulos erfand Melville eine neue Form des Film noir nach französischem Vorbild – er definierte Bob le flambeur als eine Sittenstudie. Der Film wurde ohne viel Geld gedreht, mit vielen Einstellungen, die auf der Strasse gefilmt wurden, und kündigt die Nouvelle Vague und insbesondere A bout de souffle an. Er enthält auch das erstaunliche Porträt eines amoralischen jungen Mädchens, das mit einem Phlegma und einer Gleichgültigkeit von Bett zu Bett zieht, die in einem Film dieser Zeit ungewöhnlich sind.» Olivier Père, Arte