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1.0 Die Ordnung der vier Evangelien
Die Ordnung der vier Evangelien im Verhältnis zueinander zu bewerten und ganze Abläufe zu erkennen ist eine Herausforderung. Wie kann man dieser Aufgabe gerecht werden?
Jede Untersuchung basiert auf eigenen Kriterien. Diese haben wiederum einen nachhaltigen Einfluss auf das Ergebnis. Überzeugt ein Ergebnis den Leser, gewinnt die Studie an Gewicht.1 So pauschal das Verhältnis zwischen Methode und Ergebnis auch darstellt ist, der Umkehrschluss ist funktionell auch beim Leser anwendbar. Der Leser sucht, was er zu finden hofft. Deshalb ist es ratsam, vor Beginn einer Studie die eigenen Motive und die festgelegten Bedingungen zu prüfen. Was will ich finden und wie will ich es mitteilen?
Ich will die zeitlichen Zusammenhänge des Wirkens Jesu aufklären!
- Wie wirken sich unterschiedliche2 biblische3 und geschichtliche4 Hinweise über die Zeit der Geburt und Taufe Jesu auf den Zeitrahmen seiner öffentlichen Tätigkeit aus?
- 2 In welchem Verhältnis5 steht das Johannesevangelium6 mit seinen Angaben über die Feste zur Länge des Wirkens Jesu?
- Können die Geschehen in Matthäus7, Markus8 und Lukas9 im Zeitgefüge des Johannes ermittelt werden? Kann Johannes mit einem Zeitgefüge10 der Synoptiker, bzw. diese miteinander,11 in ein festes Verhältnis gesetzt werden?
- Wie wirkt der Zugang auf ein Passah12 auf das Gesamtbild13 ein und wie die Evangelien auf die damaligen Zeitzeugen?
Themen werden so aufgeworfen und behandelt, wobei die Studie strukturiert auf ein Zeitkonzept hinarbeitet.
Es gibt eine weitverbreitete Inkonsequenz. Es ist nicht korrekt, Johannes für eine chronologische Entwicklung heranzuziehen, ohne das Buch selbst in eine Betrachtung samt Abläufen zu integrieren! Synoptische Betrachtungen setzten zwar Gleichheiten voraus, doch wie gehen wir mit den Unterschieden um? So manche Zielsetzung geht über die vergleichbaren Berichte hinaus auf die zunehmende Akzeptanz von Entwicklungsthesen (Abfassung nach 70), nicht aber auf die Erschließung einer sicheren Ablaufstruktur. Die Evangelien fallen so den Methoden zum Opfer! Deshalb werden in dieser Studie die Evangelien in einem Neuansatz miteinander verglichen, um die Übereinstimmung zu erzielen! Dass ein solches Ziel erreichbar ist, halten einige für unmöglich, weil sie an die Integration der drei ersten Evangelien in Johannes denken. Welche Wirkung hatten die Evangelien auf die Zeitzeugen?
Wir können sicher davon ausgehen, dass es mit der Verbreitung der Berichte von Matthäus, Markus und Lukas zu keiner größeren Kontroverse über die Länge des Wirkens Jesu unter den Urchristen kam. Jeder akzeptierte das Wirken Jesu beginnend mit seiner Taufe und endend an einem Passah der Juden!
Deshalb steht die Frage im Vordergrund: Wie kann das Johannes-Evangelium mit seinen Angaben über die Feste in einen Ablauf der anderen drei Evangelien inte