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Fast die Hälfte der schwangeren Frauen und der Kinder unter fünf Jahren in zwei Distrikten im Süden von Laos war unterernährt, als ACD, ein Projektpartner von Fastenopfer, seine Arbeit aufnahm. Dank Informationen zu Ernährung, biologischen Anbaumethoden und gesunden Waldprodukten hat sich der Gesundheitszustand von Frauen und Kindern spürbar verbessert.
Armut, Unterernährung und häufige Infektionskrankheiten
Im Süden von Laos leben ethnische Minderheiten, die der Sprachgruppe Mon-Khmer angehören. Das Projekt arbeitet in der ärmsten Region, den Distrikten Ta Oy und Samouai. Hier pflanzen die Menschen Reis, Pfeffer und Kaffee an und betreiben Viehwirtschaft. Eine wichtige Rolle spielen die Waldprodukte, die an vietnamesische Händler verkauft werden. Doch aufgrund des Klimawandels gefährden Überschwemmungen und Dürren zunehmend die Ernten, die Bodenqualität leidet stark unter dem exzessiven Reisanbau. Armut und Unterernährung der Bevölkerung werden verschlimmert durch den Mangel an sauberem Wasser. Die Folge sind häufige Infektionskrankheiten wie Durchfall, Cholera und Malaria.
Gesund dank Information, besseren Anbaumethoden und Waldprodukten
Unter der Leitung einer initiativen Ärztin setzt sich ACD für eine gesunde Ernährung auf der Basis von biologischer Landwirtschaft ein. Das Wissen über eine gesunde Ernährung und Nahrungszubereitung wird von speziell ausgebildeten Trainerinnen und Trainern an die Haushalte und an Dorfgruppen vermittelt. Bäuerinnen werden zudem in biologische Anbaumethoden eingeführt und nutzen vermehrt die gesunden Waldprodukte. Zu Beginn der Arbeit von ACD Ende 2013, waren fast 40 Prozent aller schwangeren und stillenden Frauen und fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren stark untergewichtig. Inzwischen sind es bei beiden Gruppen nur noch rund 10 Prozent. Weil nun auch sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht und es Ausbildung in Hygiene gibt, nehmen die lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten ebenfalls deutlich ab.
Vielfältige Waldprodukte – ein kultureller Reichtum
Eine Untersuchung ergab, dass Waldprodukte bei der Ernährung der Familien in abgelegenen Regionen eine grosse Rolle spielen. Über 450 essbare Waldprodukte wurden erfasst. Es sind Sprossen und Blattgemüse, Früchte, Beeren, Wurzeln, Knollen, Pilze, Honig sowie kleine Wasser- und Wildtiere. Sie können bis zu 50 Prozent der Ernährung ausmachen. Ausserdem trägt der Verkauf der Produkte massgeblich zum finanziellen Einkommen bei. Leider fördert die Regierung von Laos Rohstoffabbau und grosse Plantagen mit Monokulturen, welche die Wälder zerstören. ACD macht den Familien den Wert des Waldes und seiner Produkte wieder bewusst. Damit trägt das Projekt dazu bei, dass die Bevölkerung stolz auf ihre Wälder ist und deshalb auch bereit, sie vor Abholzung zu schützen.