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Am 12. April 1798 wurde in Aarau die Helvetische Revolution ausgerufen. Aarau wurde Hauptstadt der neuen Republik. Weil die Stadt als Revoluzzernest galt, fühlten sich die Revolutionäre hier sicher und getragen, was der Grund war, wieso hier der Beginn der neuen Zeit verkündet wurde.
Das war also genau heute vor 223 Jahren. Was ist von diesem Geist in dieser Stadt geblieben? Mir scheint wenig.
Provinzielle Gedanken bevölkern meist die städtischen Debatten. Es geht um den Kredit für diesen Bau oder jenen Bau, aber über den Geist der Stadt wird wenig sinniert. Und die Ausstrahlung der Stadt nach aussen ist meist klein, wenn nicht eben der FC Aarau Furore macht.
ZDA und Bühne Aarau sind löbliche Ausnahmen
Eine löbliche Ausnahme ist die Tätigkeit des ZDA, des Zentrums für Demokratie Aarau. In diesem Zentrum in der Blumenhalde wird über die Entwicklung der Demokratie nachgedacht und studiert. So zeigte kürzlich eine Studie des ZDA, dass die beschlossenen Einschränkungen während der ersten Pandemie-Welle und die Machtverschiebung hin zur Exekutive massgeblich von der generellen Demokratiequalität in einem Land abhängig waren.
Ebenso löblich ist das Engagement der Bühne Aarau, die in diesem Herbst die renovierte Alte Reithalle in Beschlag nehmen wird. Die theatralen Möglichkeiten in der Reithalle sind exzellent, gut möglich, dass die Bühne Aarau von dort aus eine nationale Ausstrahlung erreichen kann. So könnte die heutige Bühne Aarau das geistige Erbe der Innerstadtbühne Aarau der siebziger Jahre aufnehmen, und neue streitbare Zeichen in die Welt setzen.
Vor einiger Zeit hatte der Aarauer Einwohnerrat beschlossen, dass in Aarau ein «Tag der Republik» alljährlich am 12. April gefeiert werden soll, zu Ehren der Helvetischen Republik. Leider muss die Veranstaltung dieses Jahr (wie vor einem Jahr) wegen Corona ausfallen.
Hoffentlich findet am 12. April 2022 ein «Tag der Republik» in Aarau statt. Und ja, vielleicht sind ja dann das ZDA und die Bühne Aarau auch mit dabei.