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Film als Dokumentationsmittel für die Medizin ist ein Beispiel der frühen und erstrangigen Verknüpfung von medizinischer Wissenschaft und visueller Technik. Die Technik filmischer Aufzeichnung wurde von Anfang an in der Medizin als Forschungsmedium oder als Lehrmedium verwendet. Aber von Beginn an gab es auch die Verquickung beider Elemente. Aufnahmen zu Forschungszwecken wurden geschnitten, neu zusammengestellt und kontextualisiert. Zunächst für die Lehre an der Universitäten gedacht und auf Fachversammlungen zur Verbreitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eingesetzt, gelangten Filme mit medizinischen Inhalten bereits vor dem Ersten Weltkrieg auch an die Öffentlichkeit. In speziellen Filmvorführungen sollten diese Filme als Aufklärung im Sinne der „Hygienebewegung“ wirken. Aber die Vorführung dieser Filme oder Teile daraus auf Jahrmärkten zielte eher auf einen voyeuristischen Gruseleffekt in der Fortführung der „Freakshows“ und der öffentlichen Hinrichtungen. Dies war der Grund warum das Medium Film unter vielen Medizinern der damaligen Zeit geradezu als gefährliches Medium angesehen wurde und erste Ansätze nicht weiterverfolgt wurden. Der eigentliche Durchbruch kam dann mit der neuen Generation nach dem Ersten Weltkrieg. Walter Rudolf Hess ist ein Beispiel dafür.
Gudrun Kling
Archiv für Medizingeschichte