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An Herrn Dr. Andreas Heertsch,
Goetheanum
und an die Presse (Presseerklärung)
Sehr geehrter Herr Dr. Heertsch
Dieses Schreiben ist auch die Presseerklärung der AKTION KINDER
DES
HOLOCAUST (die AKdH ist die Initiantin der Debatte Antisemitismus
in der
Anthroposophie?) anlässlich des Podiums zur "Verständigung
von Judentum und
Anthroposophie" im Goetheanum vom 18. Januar 2000.
Ich bedanke mich im Namen der AKTION KINDER
DES HOLOCAUST für Ihre
Distanzierung gegenüber antisemitischen Denkstereotypen Rudolf
Steiners, die
Sie anlässlich der Diskussion im Goetheanum (Podium zur Verständigung
von
Judentum und Anthroposophie) am 18. Januar 2000 ausgesprochen haben!
Wir werten dies als einen ersten Schritt in die richtige Richtung.
Ihre Frage am Ende Ihres Referates aber "warum
die Juden so viel hätten
leiden müssen" hat uns sogleich erneut verletzt, liegt
die Antwort doch ganz
klar auf der Hand! Der Antisemitismus ist die Ursache für das
Leiden!
Ihre Frage erinnert uns z.B. an Verhandlungen jüdischer Vertreter
mit dem
Vatikan. Dabei distanzierte sich der Vatikan von antisemitischen
Inhalten um
gleich anschliessend sich wieder antisemitisch zu äussern.
So verstehen wir
Ihre Frage!
Ob eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der
Jüdischen Seite möglich ist, wie
Sie dies in Ihrer Einladung zum Podium als Wunsch erwähnen,
wird sich erst
nach weiteren Veranstaltungen erweisen müssen, in welchen von
anthroposophischer Seite eine deutliche Selbstkritik bezüglich
antisemitischer Denkstereotypen in der Anthroposophie zum Tragen
kommen
muss.
Das Zustandekommen der Veranstaltung von gestern ist dafür
noch kein
Beweis.
Mit freundlichen Grüssen
AKTION KINDER DES HOLOCAUST