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Postkoloniale Begegnungen in Zeiten der Globalisierung
Die Lusophonie umfasst verschiedene Arten von Gruppen und Menschen, die zwar die portugiesische Sprache, jedoch historisch gesehen nicht die gleiche Position teilen. Das vorliegende Projekt zu Sprache, Identität und Arbeitsmigration versucht, eine bestehende Lücke in der soziolinguistischen und Migrationsforschung zu postkolonialen Beziehungen zwischen Lusophonen ausserhalb Portugals und seiner früheren Kolonien zu schliessen. Es erforscht die komplexen sozialen und sprachlichen Schnittstellen zwischen portugiesischen, brasilianischen und kapverdischen Migrantinnen und Migranten in der Schweiz, wohin die kapverdischen und brasilianischen Migranten - ähnlich wie die portugiesischen - entweder direkt aus ihren Herkunftsländern gekommen sind oder nachdem sie in Portugal und/oder anderen europäischen Ländern gelebt und dort die jeweilige Staatsbürgerschaft erhalten hatten.
Ausgehend von Interviews, teilnehmender Beobachtung, visuellen und materiellen Objekten will diese soziolinguistische Ethnographie verstehen, wie Sprachrepertoires, Identitäten und Einreisewege in die Schweiz dieser Migrantinnen und Migranten ihre sozialen Beziehungen beeinflussen und zu einem sprachlichen und beruflichen "Nischenmarkt" beitragen, auf den sie als alternative Möglichkeit zurückgreifen, um ihr Leben zu meistern. Das Projekt untersucht das Ethos der Lusophonie, d.h. ihre Werte, die ihr inne wohnenden Kontinuitäten und Brüche und inwieweit Sprachhierarchien innerhalb und ausserhalb lusophoner Räume in der Schweiz sozialen Stellungen entsprechen, insbesondere im offiziell zweisprachigen Kanton Freiburg. Für das Institut für Mehrsprachigkeit trägt es zu seiner Forschungslinie zur Rolle der Mehrsprachigkeit im globalisierten Arbeitsmarkt bei.