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Dr. Suyi Hu wird bei der Informationsveranstaltung «Tinnitus – was tun?» am 1. Oktober über einen neuen Forschungsansatz referieren. Pro Audito Schweiz hat ihn vorab getroffen…
Können Sie uns etwas über Ihren Forschungsansatz erzählen?
Wir entwickeln – auf der Grundlage der Bayes’schen Gehirntheorie – ein computergestütztes Modell, das den Wahrnehmungsprozess von Personen mathematisch beschreiben kann.
„Gehirntheorie von Bayes“, das klingt ein bisschen nach Science Fiction – worum geht es dabei?
Im Grunde modelliert die Theorie das Gehirn und den Wahrnehmungsprozess in einer mathematischen Beziehung und gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass unser Gehirn den Informationen aus den Sinnesorganen Glauben schenkt und wie wahrscheinlich es ist, dass es an frühere Erfahrungen glaubt. Anders gesagt: Wenn das Gehirn mehr an die Sinnesorgane glaubt, dann nimmt es das wahr, was die Sinnesorgane ihm liefern, andernfalls nähert sich die Wahrnehmung eher der früheren Erfahrung an.
Und was hat das Ganze mit Tinnitus zu tun?
Es gibt verschiedene Typen von Tinnitus. Die häufigste ist der subjektive Tinnitus, bei dem keine externe Schallquelle existiert, wir also ein Geräusch wahrnehmen, das es von aussen gar nicht gibt. In diesem Fall entspricht die Wahrnehmung des Tinnitus einer Täuschung des Gehirns. Diese Täuschung bezieht sich nach der Bayes’schen Gehirntheorie auf frühere Erfahrungen. Es könnte eine Lärmbelästigung sein, die man erlebt hat, eine stressige Situation oder eine frühere Krankheit, die das Gehirn dazu veranlasst, zu glauben, dass es ein Geräusch hört, obwohl es gar keine Informationen von den Sinnesorganen erhält.
Was ist der konkrete Nutzen Ihres Modells für Tinnitus Betroffene?
Wir könnten das Modell nutzen, um die potenzielle Wirkung von Behandlungen zu simulieren und die optimale Kombination sowie die optimale Dosis von Behandlungen für jede Person zu finden.
Möchten Sie mehr über diese Theorie und die Ergbisse der Forschung erfahren? Dann melden Sie sich jetzt an: Veranstaltung «Tinnitus – was tun?»