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KUBAS ZEITGESCHICHTE
Am 1. Januar 1959 wurde der Diktator Battista endgültig von den kubanischen Revolutionären unter der Führung Fidel Castros gestürzt und von Kuba vertrieben. Seither wird das Land von einer kommunistischen Einheitspartei regiert. 1960 verhängte die USA eine Handelsblockade gegen Kuba die bis heute andauert. Ging es Kuba dank Bruderhilfe aus der Sowjetunion in den 60er bis 80er Jahren ziemlich gut, so änderte das schlagartig mit dem Zusammenbruch des Ostblocks Ende 1989. Ab den 90er Jahren blieb die Hilfe aus, Benzin und Ersatzteile fehlten, Traktoren blieben stehen, die Ernte verrottete und Kuba rutschte an den Rand einer Hungersnot. Von der Regierung wurde diese Zeit beschönigend die ‚Periodo especial’ genannt. Unter Zugzwang suchte die Regierung neue Einkommensquellen für Kuba. So wurde der Tourismus forciert, neue Hotels gebaut (viele Jointventures mit Spanien und Kanada), die Altstädte renoviert (mit Unesco-Hilfe, durch Leitung italienischer Restauratoren). Es wurde mit Hugo Chavez von Venezuela ein Abkommen gezeichnet um Öl zu importieren – als Gegenleistung erhielt Venezuela Tausende gut ausgebildeter kubanischer Ärzte. Auch andere Länder wie Brasilien (Busse, Hafenbau) und China (Fahrräder, dann Touristenbusse und heute auch Hafenbau) konnten als Handelspartner gewonnen werden. Der Tourismus florierte und da es zuwenig Hotels und Restaurants gab, sah der Staat sich gezwungen den privaten Markt unter strengen Auflagen zuzulassen (Casa particulares, Palladares usw). Da viele Staatsbetriebe marod waren, musste der Staat auch den ‚Arbeitslosen’ erlauben auf eigene Rechnung kleine Geschäfte zu machen (Blumenverkäufer, Pizzastand, Handyreparatur, Coiffeur, usw). Der Mikrokapitalismus erblühte und dank des sich stets ausweitenden Tourismus gab es plötzlich lukrative Berufe wie Kofferträger, Taxifahrer die hundertmal mehr verdienten als ein gut ausgebildeter Arzt.
Plötzlich war privates Geld da in Kuba und es wurde mächtig investiert in Restaurants und private Gastzimmer. Auch die US-Amerikaner wollten wieder nach Kuba und der Handshake von Obama mit Castro kurz vor Ostern 2016 brachte einiges in Bewegung. Und auch die Rollingstones begeisterten kurz darauf die Kubaner mit einem Gratiskonzert. Undenkbar noch vor kurzem. Am 2. Mai 2016 kam zum erstenmal seit fast 40 Jahren wieder ein US-Kreuzfahrtschiff nach Havanna. Und seither wöchentlich zwei. Die US-Amerikaber, aber auch Asiaten strömen plötzlich in Massen nach Kuba. Am 25. November starb Fidel Castro. Das Land blieb ruhig und versank in echter Trauer. Sein Bruder, Raul, bereits seit 2008 offiziell an der Macht, leitet das Land weiterhin mit starker Hand. Noch gibt es keine Anzeichen für einen baldigen Umbruch.