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Die Zahl der lokalen schweiz. Quellen, welche die H. und ihre Aufgaben erwähnen, nimmt mit der Schaffung neuer Dorfgemeinden vom 14. Jh. an erheblich zu. Der Hirte, der meist von einer religiösen, dörfl. oder städt. Gemeinschaft oder dem leitenden Gremium einer solchen für eine Saison oder ein Jahr angestellt wurde, hatte drei Aufgaben: Er sollte erstens die Tiere zu den zugewiesenen Weiden, Wäldern und Untergehölzen führen und dabei die entsprechenden behördl. Weisungen, u.a. zum Auszug und zur Rückkehr der Herde, einhalten, zweitens die Tiere vom Verlassen der Weidefläche abhalten, um Schäden auf privatem Grundeigentum zu verhindern, und drittens dafür sorgen, dass den ihm anvertrauten Tieren nichts geschehe, wobei der Hirte im Schadensfall den Tierbesitzer für entstandene Verluste entschädigen musste. Den H. wurden versch. Tiere - Gänse, Ziegen, Schweine, Schafe, Rinder und Pferde - anvertraut und entsprechend breit war das Spektrum der als H. eingesetzten Arbeitskräfte: Vom jungen Ziegenhirten über den Kuhhirten reiferen Alters bis hin zum Greis, dem die Schafe in Obhut gegeben wurden, waren alle Altersgruppen in diesem wenig spezialisierten Beruf vertreten. In der Westschweiz beschäftigten die Gem. im Gegensatz zur Deutschschweiz neben Männern auch Frauen und bei Mangel einheimischer H. sogar Ortsfremde. Manche Gem. verbanden das Hüten von Kleinvieh mit fürsorger. Motiven, indem sie einen bedürftigen Einwohner damit betrauten. Dieser konnte so ein kleines Einkommen erzielen. Die Entlöhnung der H. erfolgte aufgrund der Stückzahl der ihnen anvertrauten Tiere. Mit dem Verschwinden des gemeinsamen Weidgangs im 19. Jh. ging der Bedarf nach H. stark zurück. Der im 18. Jh. begründete und bis ins 20. Jh. verbreitete Mythos des Hirtenvolks beruht eher auf dem Bild des Sennen als auf dem des Gemeindehirten.
Literatur
– L. Carlen, Das Recht der H., 1970
Autorin/Autor: Anne-Lise Head-König / GL