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Joachim Mötteli von Rappenstein beherrschte im Thurgau das Land von Wellhausen bis in die Gegend von Weinfelden. Auch Weinfelden war ihm zum Teil noch zehntenpflichtig. Eifersüchtig wachte er über seine Rechte. Wehe dem, der ihm dabei ins Gehege kam. Er war aufbrausend, gewalttätig, ränkevoll und berechnend, schreckte vor keiner Untat zurück. In Pfyn hauste er ärger unter seinen Untergebenen als ein räuberischer Hecht im Karpfenteich. „Der Tyrann von Pfyn“ weiterlesen
Wer bei Nacht oder in später Geisterstunde am Gut Schauenhausen auf dem
Hügel vorbeigeht, der hört ein Stöhnen und Ächzen, und zugleich zeigt sich
eine weisse Gestalt. Man sagt, dies sei die Schwester des Jakob Mötteli vom
Rappenstein, der seine Schwester mit eigener Hand gefoltert habe.
Es war im Jahre 1572, als zu Pfyn auf einmal alle Glocken der Kirche
läuteten, als ob ein Leichenbegängnis wäre. Als das Volk zur Kirche eilte,
war niemand da, weder Sarg noch Priester und niemand der die Glocken
geläutet hatte.
Aus: Sagen der Schweiz: Schaffhausen, Thurgau, Zürich 1988
Unter König Konstantin wurde um 307 die Stadt Konstanz erweitert und ausgebaut. Er selbst sass von zeit zu Zeit in Bürglen im Thurgau oder zu Pfyn. Pfyn war damals eine grosse Stadt voll schöner Häuser und dehnte sich bis gegen Maltbach aus, zwischen Müllheim und Pfyn gelegen, und von Müllheim bis Wigoltingen, Märstetten und Bischofszell. Zu Pfyn residierte auch ein Bischof und in Zürich ein Kaiser, der dem obersten Kaiser zu Rom untertan war. Um Pfyn herum lagen viele Burgen und wo irgendwo eine gute Stelle lag, eine steiler Hügel oder ein Ort, von Wasser umgeben, wurde eine Festung gebaut.
Aus Sagen der Schweiz: Schaffhausen, Thurgau, Zürich 1988