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Ist es eine Art Becker-Magie? Oder einfach Glück im richtigen Moment? Fakt ist, dass Holger Rune erstmals seit dem Wimbledon-Vorbereitungsturnier im Londoner Queen's Club im Halbfinal eines ATP-Turniers steht. Dramatischer hätte es der 20-jährige Däne, der solche Auftritte sowieso liebt, nicht machen können. 2:42 Stunden brauchte die Nummer 6 der Welt, ehe sie den ungesetzten, aber zähen Argentinier Tomas Martin Etcheverry (ATP 32) 8:6 im Tiebreak des dritten Satzes niedergerungen hatte.
Ein Sieg bei sieben Turnieren
In Wimbledon hatte Rune noch respektabel die Viertelfinals erreicht (und gegen den späteren Champion Carlos Alcaraz verloren), danach bei sieben Turnieren gerade noch eine Partie gewonnen. In Basel stand er als letztjähriger Finalist und im Kampf um einen der letzten drei Plätze an den ATP Finals speziell unter Druck - und lieferte bisher nicht brillant, aber kämpferisch tadellos ab. Zufall oder nicht, er tut dies bei seinem ersten Turnier unter den Fittichen der deutschen Legende Boris Becker.
Bei einem Breakball spät im dritten Satz zeigte Rune, was er wohl bereits vom dreifachen Wimbledon-Champion gelernt hat. Mit einem brillanten, tiefen Volley wehrte er Etcheverrys kleinen Matchball ab. «Ich wollte relaxt bleiben und keine Angst haben anzugreifen», zeigte sich der Skandinavier danach erleichtert.
Noch nie so viel Glück
«Das war super schwierig heute», gab er zu. «Aber es war ein Match, der Spass gemacht hat. Ich hatte wohl noch nie in einem Spiel so viel Glück. Für Tomas tut es mir echt leid.» Aber er sei glücklich mit dem Niveau seines Spiels.
Im Halbfinal kommt es zur Revanche für den letztjährigen Final gegen seinen damaligen Bezwinger Félix Auger-Aliassime. Der Kanadier spielte noch länger als Rune, wehrte gegen den russischen Qualifikanten Alexander Schewtschenko einen Matchball ab und setzte sich erst weit nach Mitternacht durch. Er dürfte die Strapazen am Samstagnachmittag deutlich spüren.