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Zwei Männer sind beim Baden in der Limmat ums Leben gekommen. Einer war erst 25 Jahre alt. Das ist kein Zufall. Bei den Opfern handelt es sich meist um jüngere Männer. Das hat verschiedene Gründe.
Für zwei Männer ist in der Zürcher Badi am Oberen Letten jede Hilfe zu spät gekommen. Der Bademeister fand einen 25-Jährigen und einen 31-Jährigen auf dem Boden der Limmat, beide verstarben trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort.
Warum die jungen Männer am Sonntagabend ertrunken sind, ist noch nicht bekannt. Klar ist aber, dass in der Schweiz am ehesten junge Männer beim Baden sterben. 80 Prozent aller Ertrinkungsopfer sind männlich und 30 Prozent aller Ertrunkenen in der Schweiz sind jünger als 25 Jahre alt. Philipp Binaghi, Mediensprecher der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), sagt: «Der Anteil der jungen Männer, die bei uns beim Schwimmen ums Leben kommen, ist sehr hoch.»
Die SLRG verfasste 2009 eine entsprechende Studie und nimmt seither regelmässig Rücksprache mit den Verfassern. Diese haben der SLRG bestätigt, dass die Verhältnisse auch dieses Jahr gültig sind.
Ausserdem ist es so, dass Freigewässer «gefährlicher» sind. Neun von zehn Ertrinkungsunfällen geschehen in Seen, Flüssen oder Bächen.
Über die Gründe, weshalb so auffällig viele junge Männer sterben, gibt es keine Statistik. Die SLRG macht dazu aber empirische Beobachtungen und ergänzt diese durch Berichte und Studien aus anderen europäischen Ländern. Daraus ergeben sich im Kern folgende drei Faktoren, die das Risiko erhöhen:
Junge Männer sind aufgrund fehlender Lebenserfahrung weniger sensibilisiert für bedrohliche Gefahren. Sie wollen Grenzen ausloten, messen sich gegenseitig in mitunter gefährlichen Mutproben und überschätzen sich dabei selbst. Oft stehen junge Männer unter Druck, in einer Gruppe nicht abzufallen und mithalten zu können.
Insbesondere bis zum Alter von 25 Jahren, aber auch später sind junge Männer oft auf Partnerinnen-Suche. Das kann zu gefährlichen Situationen führen. «Vielleicht wollen junge Männer beispielsweise jungen Frauen imponieren, indem sie einen besonders gewagten Sprung ins Wasser vorführen», vermutet SLRG-Sprecher Binaghi.
Unter Einfluss von Alkohol und Drogen fallen zusätzliche Hemmschwellen, das Risikobewusstsein sinkt zusätzlich, was unüberlegte Handlungen fördert. Rauschtrinken ist insbesondere unter jüngeren Bevölkerungsgruppen beliebt.
Pro Jahr ertrinken in der Schweiz etwa 50 Personen. In durchschnittlich acht Fällen sind dabei Touristen betroffen. Umgekehrt ertrinken etwa fünf Schweizer in ihren Auslandferien.
Dieses Jahr hat die Schweiz bereits 22 Badetote zu beklagen. Die Zwischenbilanz untermauert die bisherigen Statistiken: Es sterben mehr Männer als Frauen, darunter zahlreiche Junge.
Verhindert werden könnten mehr Unfälle gemäss Binaghi ganz einfach durch das Befolgen der sechs Baderegeln der SLRG (siehe Infobox). «Die Regeln sind im Grunde genommen sehr einfach», sagt Binaghi. Doch es sei jedes Jahr so, dass genau das Nichtbefolgen dieser Regeln zu den meisten Todesfällen führe. Binaghi: «Menschen sind keine Wasserwesen, sondern Landtiere und sie sollten sich jedes Mal vor dem Schwimmen überlegen, was für Gefahren das Baden birgt.» Routine sei etwas vom Gefährlichsten.
Die Baderegeln sind keine Verbote. Denn nichts liegt der SLRG ferner als das Baden zu verbieten. Dies wollte der Bundesrat 1933 aufgrund der hohen Ertrinkungszahlen tun und genau deshalb – um das Baden als Volkssport zu erhalten – wurde die SLRG überhaupt erst gegründet.