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Reportage vom 04.03.2020: Mysterie-Tour mit Noctis und Caeno im Römermuseum Brugg
Nachdem 18 mutige Mitglieder des forum 60 plus mit Taschenlampen ausgerüstet waren, wurden sie im Steingarten vor dem Museum von «Noctis», einer geheimnisvollen Nachtschwärmerin, empfangen und in das verdunkelte Museum entführt.
Noctis (Eva Riediker-Liechti) ist eine lichtscheue Nachtschwärmerin, die sich immer nachts im Museum aufhält und manchmal auch im Untergeschoss übernachtet. Dort ist ihr auch der Hausgeist «Caeno», ein ehemaliger Centurio, erschienen und hat sie in viel Mysteriöses und Rätselhaftes aus seiner Epoche im Legionärslager vor 2000 Jahren eingeweiht.
Noctis gibt uns nun anhand verschiedener Exponate einen Teil dieses Wissens weiter. Wir sehen, wie die schriftliche Kommunikation über kleine, mit Wachs beschichtete Holztäfelchen erfolgte, in die mit einem Griffel der Text eingeritzt wurde. Bei der Zustellung soll es sogar eine Art Unterscheidung in A und B-Post gegeben haben.
Bei den Grabbeilagen einer verstorbenen Frau wurden goldene Amulette mit ägyptischen Zaubersprüchen gefunden. Die Ägypter resp. deren Kultur genossen offenbar in Vindonissa sehr hohes Ansehen.
Die Medizin war in Vindonissa auf einem hohen Stand. Offensichtlich wurden im Spital im Legionslager verschiedenste schwierige Operationen durchgeführt. Es ist ein ganzes Arsenal von unterschiedlichen medizinischen Instrumenten zu bewundern und eine ganze Sammlung von Töpfen, die einst Salben und Pülverchen enthalten haben.
Eine einfache Grundverpflegung wurde den Legionären zugeteilt, musste aber durch diese zubereitet werden. Je nach Rang und Soldklasse konnte diese durch Zukäufe aufgebessert werden. So soll man bei den Offizieren sogar frische Austern gegessen haben.
Die vielen Funde von Amphoren als Lager- und Transportbehälter und die Untersuchung der Inhalte lassen auf einen regen Handel auf dem Land- und Wasserweg schliessen. Vindonissa hatte sogar einen eigenen Hafen.
Die Gladiatorenkämpfe im Amphitheater waren die ganz grossen Ereignisse. Wie aber die Knochen eines Kameles in das Amphi gelangten ist noch eines der offenen Rätsel.
Der Besuch eines Museums mit Taschenlampe und der besonderen Ambiance der vergangenen Zeit hat einen besonderen Reiz.
«Noctis» verabschiedet uns auf lateinisch mit «Gratias et valete» (Danke und lebt wohl!).
Lisbeth Kuhnt danken wir für die gute Idee und die Organisation des Anlasses.
Heinz Brun