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Putschisten haben gestern unerwartet Nigers Luftraum geschlossen – das hat auch die Lufthansa und British Airways überrumpelt.
Ende Juli hat das Militär in Niger geputscht und ist seitdem an der Macht. Als Reaktion auf ein Ultimatum der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) zur Wiedereinsetzung des festgesetzten Präsidenten greifen die Putschisten nun zu drastischen Mitteln. Aerotelegraph zufolge wurde der Luftraum bis auf Weiteres gesperrt. Eine Boeing 747 von Lufthansa musste zwischenlanden, zwei Airbus A380 von British Airways mussten umkehren.
Lufthansa-747-Boeing geht Treibstoff aus
Erst am 29. Juli war der Luftraum des afrikanischen Landes Niger nach dem Militärputsch wieder geöffnet worden. Nun wurde er abrupt wieder geschlossen. Die Putschisten stellten laut airliners ausserdem klar, dass jegliche Verletzung des Luftraums eine sofortige Gegenreaktion nach sich ziehen würde.
Auf eine erneute Sperrung des Luftraums waren viele Airlines nicht eingestellt. Eine Boeing 747 von Lufthansa mit der Flugnummer LH573 war am 6. August gerade auf dem Weg von Johannesburg nach Frankfurt, als die Sperrung bekannt wurde. Sie musste in Lagos in Nigeria zwischenlanden, weil ihr Treibstoff nicht für den Umweg ausgereicht hätte, so ein Lufthansa-Sprecher. In Lagos wurde das Flugzeug bei der dreistündigen Zwischenlandung betankt und konnte schliesslich weiterfliegen. Mit ungefähr sieben Stunden Verspätung erreichte die Boeing 747 dann um 12 Uhr gestern den Frankfurter Flughafen. Zukünftig werde die Lufthansa wieder über Ostafrika und das Rote Meer fliegen, wie sie es bereits bei der Sperrung im Juli getan hat.
Anders als die Passagiere an Bord der Lufthana-Maschine hatten Kunden von British Airways nicht so viel Glück. Ein Airbus A380 startete ebenfalls aus Johannesburg nach London, ein weiterer von London nach Kapstadt. Aufgrund der Luftraum-Sperrung sollten sie laut onemileatatime nie am Ziel ankommen. Die Maschine aus Johannesburg konnte im Gegensatz zur Lufthansa nicht in Nigeria landen, da der dortige Flughafen nicht auf den Airbus A380 ausgelegt ist. Libyens Luftraum wird von der Airline ebenfalls gemieden, weshalb der Airbus A380 wieder zurück nach Johannesburg flog. Der Flug mit dem Airbus A380 nach Kapstadt endete ebenfalls zurück am Abflughafen in London. Bis zu zehn Stunden dauerten die Flüge ins Nichts.
Putsch hat weitreichende Konsequenzen
Noch ist unklar, wie lange der Luftraum von Niger gesperrt sein wird. Sämtliche Airlines, darunter auch Lufthansa, Air France und British Airways, haben ihre Routen geändert. Es ist nicht zu erwarten, dass die Putschisten der Forderung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) zur Wiedereinsetzung des festgesetzten Präsidenten nachgehen werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsgemeinschaft nun verhalten und die Putschisten-Verbündeten, Mali und Burkina Faso, verhalten. Für Reisende müssen damit rechnen, dass sich kurzfristige Änderungen bei Flügen ergeben können.
Fazit zur Luftraumsperrung in Niger
Seit dem Putsch scheint sich die Situation in Niger zuzuspitzen. Das Ultimatum der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft hat nun zur erneuten Sperrung des Luftraums geführt. Nachdem dies die Airlines ohne Vorwarnung traf und es zur Umkehr bei British Airways und einer Zwischenlandung bei Lufthansa führte, sind die Fluggesellschaften nun vorbereitet. Mit neuen Routen über Ostafrika und das Rote Meer wird es weiterhin Flüge von Europa nach Afrika geben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in Niger entwickelt.