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Die ersten Diamanten wurden Experten zufolge schon im zweiten Jahrtausend v. Chr. in Indien entdeckt. Ungeschliffen wurden den Diamanten eine heilende oder beschützende Wirkung zugeschrieben. Die Entdeckung der Diamantvorkommen in Südafrika, die in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts einsetzte, markierte einen neuen Abschnitt. Nach den ersten Jahren des Diamantenrausches wurden Abbau und Handel in geordnete Bahnen gelenkt und seither überwacht das so genannte "Diamantsyndikat" den Markt und die Diamantpreise.
Trotzdem herrschen heute besonders in Südafrika in den Diamantminen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Sowohl die Bevölkerung als auch die Umwelt werden durch den Diamantenabbau in Mitleidenschaft gezogen. Die Arbeiter begeben sich oft ungesichert und ohne die notwendige Ausrüstung in riskante Schluchten oder Spalten, um die Diamanten zu fördern. Bauernfamilien werden von ihren Ländereien und aus ihren Häusern vertrieben, um an die wertvollen Steine im Boden zu gelangen. Häufig erhalten sie keine oder wenig angemessene Entschädigungen. Durch die grosse Abtragungsfläche wird die Biodiversität nachhaltig geschädigt.
Wie entstehen Diamanten?
Für die Diamantensuche unterscheidet man zwischen primären und sekundären Lagerstätten. Die Namen verraten es schon: Die primären Lagerstätten befinden sich in der Nähe von (in)aktiven Vulkangebieten. Über sogenannten Pipes - schlanken, vulkanischen Durchschlagsröhren - sammeln sich Kimberlitablagerungen, die bei einem Vulkanausbruch vom Innern der Erde an die Oberfläche befördert werden. In einer Tiefe von 150 bis 300 Kilometern unter der Erdoberfläche beginnt der Entstehungsprozess eines Diamanten:
Durch Erosion und Ablagerung entstehen die sekundären Lagerstätten. Die Diamanten im Inneren der Kimberlit werden samt Muttergestein in Flüsse und schliesslich an Ufer geschwemmt.
Schraubenbaum
Der Geologe Stephen E. Haggerty von der Universität Florida hat in einer Studie einen Zusammenhang zwischen dem sogenannten Pandanus candelabrum (eine Art Schraubenbaum) und Diamanten entdeckt. Die wählerische Pflanze gedeiht nämlich nur in sehr nährstoffreichem Boden; beziehungsweise besonders über Kimberlit-Röhren. Der Diamantabbau ist in Südafrika immer noch die Haupteinnahmequelle. Mit der gezielten Fokussierung auf Schraubenbäume können mit Hilfe von Satelliten- und Luftbildern Diamantvorkommen gefunden werden. Ein zielloses Graben könnte dadurch überflüssig werden.
https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/wirtschaft-politik/1863-diamanten-auch-b%C3%A4ume-stehen-drauf.html#sigProIdc0d5877f48