Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03182.jsonl.gz/743

Im Jahr 2020 bestand eine wichtige Aufgabe der Medizin darin, die Mitarbeitenden der Interregionalen Blutspende SRK (IRB) zu betreuen und Fragen zur Corona-Pandemie zu beantworten – zur Corona-Testung, zu Isolation und Quarantäne, aber auch zu persönlichen Ängsten und Sorgen.
Für das CHUV in Lausanne wurde Plasma mit SARS-CoV-2-Antikörpern zur Behandlung von Menschen mit einer schweren COVID-19-Erkrankung hergestellt. Dieses Plasma stammt von Personen, die bereits eine COVID-19-Erkrankung überstanden haben. Zu Beginn der Pandemie hoffte man, dass alle Patientinnen und Patienten mit einer schweren COVID-19-Erkrankung davon profitieren könnten. Inzwischen ist bekannt, dass die Gabe von Plasma mit SARS-CoV-2-Antikörpern nur bei immunsupprimierten Patienten wirksam ist. Für diese Patientinnen und Patienten produziert die IRB weiterhin Plasma mit SARS-CoV-2-Antikörpern.
Im therapeutischen Bereich wurden bei der IRB erstmals Leukapheresen bei zwei Patienten durchgeführt, die anschliessend mit der neuen CAR-T-Zell-Therapie behandelt wurden. Diese moderne Krebstherapie wird unter anderem bei fortgeschrittenen Formen von Lymphomen angewendet. Weiterhin führt die IRB den Austausch von Erythrozyten bei pädiatrischen Patientinnen und Patienten durch – damit ist die IRB das einzige Zentrum in der Schweiz, das diese Therapie für Kinder mittels Apherese anbietet.
Bei den wissenschaftlichen Tätigkeiten sind drei Publikationen hervorzuheben. In der einen Studie wurde untersucht, ob Blutspendende, bei denen man einen Eisenmangel im Blut feststellt, davon profitieren, wenn sie mit Eisen behandelt werden. Das Resultat: Die Gabe von Eisen bringt keine Verbesserung von Symptomen wie etwa Müdigkeit (Scientific Reports, 2020). In zwei weiteren Publikationen geht es um die Kriterien, mit denen die Tauglichkeit einer Person für das Blutspenden festgelegt wird. Diese Kriterien sind europaweit gleich und sie sollen, da sie inzwischen nicht mehr aktuell sind, demnächst angepasst werden. Die Publikationen beschreiben die Instrumente, mit welchen diese Anpassung vorgenommen werden kann (Vox Sanguinis, 2020).