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Der Präsident von Guatemala, Álvaro Colom, ist von seiner Frau Sandra geschieden worden, damit sie sich bei der Wahl im September um das Präsidentenamt bewerben kann. Das berichteten nationale Medien am Samstag.
Mit der Trennung umgeht die 51-jährige Politikerin die Verfassung, die es engen Familienangehörigen des jeweiligen Staatsoberhauptes untersagt, sich um das Präsidentenamt zu bewerben. Der Amtsinhaber selbst darf nicht erneut antreten, weil eine Wiederwahl in der Verfassung nicht vorgesehen ist.
Der Präsident versuchte den umstrittenen juristischen Winkelzug als Tat im Interesse des Landes zu rechtfertigen. Eine Familienrichterin machte den Weg frei, damit sich die 51-Jährige um die Nachfolge ihres Mannes bewerben kann.
Das Gericht verwarf mit der Scheidung am Freitag auch 15 Eingaben, mit denen Rechtsanwälte und politische Gruppen die nur aus politischen Gründen beantragte Trennung verhindern wollten. Kritiker warfen dem Präsidentenpaar vor, die Scheidung sei "Betrug" und werde nur pro forma beantragt.
Sandra de Colom hatte vor einem Monat angekündigt, ihren Mann ablösen zu wollen. Präsident Colom sagte, er sei überzeugt, dass die Verfassung eine Kandidatur seiner Frau nicht verbiete. "Es ist sehr wichtig, dass die Bevölkerung das jetzt hört, denn es handelt sich bei der Scheidung um eine echte Tat für unser Land, also für etwas Höheres als unsere Ehe", erklärte er.
SDA-ATS