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Den Dominantseptakkord kann man zwar auf verschiedene Arten auflösen, meist wird er jedoch auf die erste Stufe aufgelöst und man hört den psychologisch befriedigenden «Abschluss» einer Spannung, die der Dominantseptakkord mit sich bringt. Was ein Dominantseptakkord ist und wie diese Spannung aufgebaut wird, sowie die gängigste Art die Spannung aufzulösen, erfährst du in diesem Artikel.
Was ist ein Dominantseptakkord?
Das unnötig komplizierte Wort meint hauptsächlich, dass es sich um einen Dur-7-Akkord handelt: einen Dur-Dreiklang, erweitert durch eine kleine Septime. Das Wort «Dominante» ist einfach eine andere Bezeichnung für die fünfte Stufe und deutet auf die Tatsache hin, dass in einer Dur-Tonart nur auf der fünften Stufe ein Dur-7-Akkord gebildet werden kann (warum das so ist kannst du im Artikel über die Zwischendominante nachlesen).
Beispiel: In der Tonart G-Dur sind dies die 7 Stufenakkorde: G, Am, Bm, C, D, Em und F#dim.
Wenn man sie alle zu Septakkorden erweitert, erkennt man auf der fünften Stufe einen Dur-Akkord mit einer kleinen Septime, während alle anderen Dur-Akkorde grosse Septimen aufweisen. Der Akkord D7 ist also der Dominantseptakkord in der Tonart G-Dur:
Dominantseptakkord auflösen
Jeder Dominantseptakkord hat eine Spannung in sich, die aufgelöst werden will. Diese Spannung ist psychologisch gesehen eine Erwartung, die durch zwei wichtige Phänomene entsteht: Leittöne und Dissonanzen.
Ein Leitton ist ein Übergangston, der eine bestimmte, vorhersehbare Richtung hat und sich um einen Halbtonschritt bewegt. Wenn einer der Akkordtöne sich durch den Akkordwechsel einen Halbtonschritt nach oben oder nach unten bewegt, kann man von einem Leitton sprechen.
Dissonanzen sind Intervalle, die sich irritierend anhören und durch das von uns Menschen auf die Musik projizierte Harmoniebedürfnis aufgelöst werden wollen. Dissonanzen sind wie Gewürze: Allein, ohne jegliche andere Zutaten, sind sie praktisch ungeniessbar; Gleichzeitig wäre ganz ohne sie der ganze Rest äusserst langweilig. Massvoll eingesetzt machen sie die Musik interessant.
⮕ Verwandter Artikel: Wie funktionieren Zwischendominanten
Dominantseptakkord auflösen – drei Level von Dramatik
Dramatik Level 1: Auflösung von V nach I
Wenn man zuerst den Akkord der fünften Stufe spielt (hier D-Dur), kann man ihn auf die erste Stufe auflösen. Diese Auflösung klingt mässig dramatisch. Es gibt nur einen Leitton: Der Ton F# im D-Dur will nach oben zum Ton G im G-Dur.
Dramatik Level 2: V7 zu I
Wenn man den Akkord der fünften Stufe um die Septime (Ton C) erweitert, klingt die Auflösung schon dramatischer (siehe Artikel zum Septakkord). Das liegt daran, dass es nun zwei Leittöne gibt, die gemeinsam einen Tritonus bilden: Der Ton F# will immer noch zum Ton G + neu will auch der Ton C nach unten zum Ton H im G-Dur-Akkord. Das Intervall zwischen F# und C ist ein Tritonus, das spannungsvolle Intervall.
Dramatik Level 3: V7b9 zu I
Wenn man den D7-Akkord noch um eine vertiefte None (b9, Ton Es) erweitert, dann geht es richtig los mit der Dramatik. Nun kommt ein dritter Leitton dazu: Das Es will runter zum D geleitet werden und gleichzeitig entsteht ein zweiter Tritonus, der für noch mehr Spannung sorgt: zwischen den Tönen A und Es.
Der Ton Es ist hier tonartfremd, d.h. kommt in der G-Dur-Tonleiter eigentlich nicht vor. Man kann ihn aber kurzzeitig verwenden, weil er hier eine ganz bestimmte Funktion einnimmt und den Zweck kurzfristiger Spannungserhöhung im 7b9-Akkord erfüllt.
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