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Wie hoch ist das Risiko einer Fehlgeburt?
Da nicht alle Fehlgeburten als solche wahrgenommen werden, ist ihre Häufigkeit bzw. das Risiko, dass eine Schwangerschaft in einer Fehlgeburt vor der 20. Woche endet, nicht ganz exakt zu beziffern.
Das gilt vor allem sehr früh in der Schwangerschaft: Bei mehr als der Hälfte aller befruchteten Eizellen kommt es zu einer Fehlgeburt vor der 6. SSW. Zu diesem Zeitpunkt haben Betroffenen die Schwangerschaft noch gar nicht bemerkt und halten den Abgang für eine verspätete oder besonders starke Regelblutung (Frühestabort). Das weiss man aus Studien mit Hormon- und Ultraschalluntersuchungen in den ersten drei Wochen nach einer hormonell assistierten oder künstlichen Befruchtung.
Die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt (Spontanabort) hängt u.a. von diesen wichtigen Faktoren ab:
- Von der Schwangerschaftswoche. Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie nicht mit der Geburt eines Kindes endet, d.h. desto niedriger ist das Fehlgeburtsrisiko. Konnte die Herzaktivität des ungeborenen Kindes mittels Ultraschall festgestellt werden, ist das Risiko für eine Fehlgeburt schon weniger als 10%. Ab der 15. Schwangerschaftswoche zwischen 1 und 3%, abhängig vom Alter der Schwangeren.
- Vom Alter der Schwangeren. Das Fehlgeburtsrisiko nimmt mit fortschreitendem Alter der werdenden Mutter zu. Eine 40-Jährige hat ein doppelt so hohes Fehlgeburtsrisiko wie eine 20-Jährige. Der Grund: Bei älteren Schwangeren kommt es häufiger zu Chromosomenfehlverteilungen.
- Von der Anzahl der vorangegangenen Schwangerschaften. Dies wirkt sich zusätzlich aus, wenn auch nur geringfügig. Da Fehlgeburten verhältnismässig häufig vorkommen, nämlich bei insgesamt ca. 15 % aller medizinisch bestätigten Schwangerschaften, ist eine Fehlgeburt um so wahrscheinlicher, je öfter eine Frau schwanger wird.
- Von der Anzahl vorheriger Fehlgeburten. Nach drei Fehlgeburten beträgt das Risiko über 50%, dass die nächste Schwangerschaft wieder unglücklich endet.
- Von der Anzahl gesund geborener Kinder. Bei Frauen, die schon gesunde Kinder haben, ist das voraussichtliche Fehlgeburtsrisiko niedriger als bei Frauen, die noch keine Kinder geboren haben.
Schwangerschaft nach Fehlgeburt
Dies bedeutet, dass Sie trotz einer durchlittenen Fehlgeburt zunächst einmal keine weiteren Spontanaborte befürchten müssen und die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Sie bei einer späteren Schwangerschaft ein gesundes Kind zur Welt bringen. Sie können in Ihrem Verhalten auch praktisch nichts tun, um eine weitere Fehlgeburt zu vermeiden. Mit einer Ausnahme: Es ist ratsam, sich nach einer Fehlgeburt eine Ruhepause von mindestens drei Monaten vor einer erneuten Schwangerschaft zu gönnen, da die Gebärmutterschleimhaut etwas Zeit zur Erholung braucht.
Mehrere Fehlgeburten?
In seltenen Fällen haben Frauen wiederholte Fehlgeburten, d.h. drei oder mehr hintereinander. Früher wurde dafür der Begriff habitueller ("gewohnheitsmässiger") Abort verwendet, der aber insoweit unzutreffend ist, da mindestens 60 – 70 % aller Frauen mit drei Fehlgeburten hintereinander beim darauffolgenden Versuch eine Schwangerschaft austragen können. Eine diagnostische Abklärung mit z.T. aufwändigen Untersuchungen wird daher erst nach mindestens zwei Fehlgeburten durchgeführt.
Hierzu noch einige statistische Zahlen:
- Frauen mit einem gesunden Kind und bisher
- keiner Fehlgeburt: 12 % Fehlgeburtsrisiko in der nächsten Schwangerschaft
- einer Fehlgeburt: 24 % Fehlgeburtsrisiko in der nächsten Schwangerschaft
- Frauen, die noch kein gesundes Kind geboren haben und
- zwei oder mehr Fehlgeburten hatten: 40 - 45 % Fehlgeburtsrisiko in der nächsten Schwangerschaft
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"Wunderkind" | 18.08.2019
Elf Schwangerschaften endeten für die Engländerin Laura Worsley in einer späten Fehlgeburt, zusätzlich starben zwei ihrer Söhne im Alter von 17 und 20 Wochen. Diese unglücklichen Ereignisse sollen bei ihr durch das Antiphospholipid-Syndrom, eine häufig auftretende Autoimmunkrankheit, ausgelöst worden sein. Laura und ihr Mann wollten nicht aufgeben. Dank der Behandlung mit Medikamenten passierte dem Paar doch noch das Unglaubliche: Laura brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. Mittlerweile ist Töchterchen Ivy neun Monate alt und gesund. Das Kind soll per Kaiserschnitt geboren und elf Wochen später nach Hause entlassen worden sein. Auch nach einem Dreivierteljahr können die Eltern ihr Glück kaum fassen: "Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie wirklich mir gehört.", sagte die Mutter dem Sender BBC.
Übelkeit und Erbrechen | 10.10.2016
Schwangere, die in den ersten Wochen nach der Befruchtung unter Übelkeit und Erbrechen litten, haben ein deutlich niedrigeres Risiko auf eine Fehlgeburt. US-Forscher untersuchten bei 797 Frauen bereits vor der Schwangerschaft täglich den Urin auf das Schwangerschaftshormon hCG. Dadurch wurden auch frühe Fehlgeburten erfasst, die in der Frühschwangerschaft möglicherweise gar nicht bemerkt worden wären. Schon in der 2. SSW klagten fast 18 Prozent der Frauen über Übelkeit und 2,7 Prozent über Übelkeit und Erbrechen. Diese Anteile stiegen bis zur 8. Woche auf 57,3 Prozent bzw. 26,6 Prozent. Wie in den früheren Untersuchungen war Morgenübelkeit sehr deutlich mit einer 50 Prozent niedrigeren Rate von Fehlgeburten verbunden. Bei Übelkeit mit Erbrechen war das Risiko sogar um 75 Prozent niedriger als bei Frauen ohne Schwangerschaftsübelkeit.
Letzte Aktualisierung : 26-08-19, BH