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Der moderne Mensch ernährt sich abwechslungsreich, weist aber im Hinblick auf den Verdauungstrakt eine grössere Ähnlichkeit mit fleischfressenden Spezies auf als mit Pflanzenfressern. Es gibt Hinweise, die darauf deuten, dass schon vor 3,3 Millionen Jahren die Ernährung der damaligen Menschen auch Fleisch mit einschloss. Gesicherte Beweise für eine solche Ernährung gibt es erst für einen Zeitraum vor etwa zwei Millionen Jahren. Darauf deuten alte Steinwerkzeuge und Schnittspuren an Knochen hin. Zu dieser Zeit hatten die Menschen immer mehr eine zusätzliche Nahrungsquelle, eben das Fleisch, entdeckt. Das besagen zumindest 1,95 Millionen Jahre alte Knochenfunde aus Kenia. Aus diesen geht hervor, dass sich die Menschen von Antilopenfleisch, Krokodilen, Schildkröten und Fischen ernährt haben.
Ein weiterer Hinweis für die frühe Ernährung mit Fleisch ist auch der Fund eines 1,5 Millionen alten Schädelknochen eines Kindes, der krankhafte Veränderungen aufwies, die einer Anämie zugeschrieben wurden. Anämie entsteht bei Eisenmangel, daher geht man davon aus, dass dies ein weiterer Hinweis auf eine regelmässige Ernährung durch Fleischkonsum ist. Die Entwicklung der Menschen verursachte eine Zunahme des Hirnvolumens, was wiederum einen erhöhten Proteinbedarf mit sich brachte, der nur in Fleisch leicht zugänglich ist. Darüber hinaus erlernte der Mensch zu dieser Zeit auch Feuer zu nutzen und kombinierte diese neue Fähigkeit mit dem Zubereiten von tierischen Speisen. Der späteste Hinweis darauf, dass Menschen schon vor langer dem Fleischkonsum zugetan waren, liegt etwa 450.000 Jahre zurück. Der Fund beinhaltet Waffenreste, die zur Jagd genutzt wurden.
Wie viel Fleisch ist eigentlich der Gesundheit zuträglich?
Viele Studien zeigen auf, dass ein hoher Konsum von rotem Fleisch, zu denen Rind und Schwein zählen, eher suboptimal ist, denn hierdurch erhöht sich das Risiko an Krebs- oder Herzerkrankungen zu leiden. Die Ernährung mit einem hohen Fleischanteil trägt also nicht unbedingt zur Gesundheit bei. Darüber hinaus wird in den Studien deutlich, dass bei Vegetariern im Vergleich zu Frauen mit durchschnittlichem Fleischkonsum das Risiko für Schlaganfälle um die Hälfte sinkt. Auch die Gefahr an Darmkrebs zu erkranken, verringert sich bei Vegetarierinnen um 25 Prozent. Frauen deren Nahrung fleischlos ist, leiden zudem auch seltener an Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen. Wer zu viel des guten isst, erkrankt oftmals an Diabetes und Gicht. Wie Sie sehen, ist der erhöhte Fleischkonsum also nicht gerade förderlich für die Gesundheit. Wenn Sie trotzdem nicht darauf verzichten möchten, sollten Sie auf einen wöchentlichen Verzehr von lediglich 300 bis 600 Gramm Fleisch achten (Empfehlung der "Deutschen Gesellschaft für Ernährung").
Wichtiger Erbringer von wertvollen Stoffen
Dennoch hat Fleisch einen nicht zu leugnenden Nährwert, denn es liefert Eiweiss, Eisen und andere wertvolle Stoffe, die für Ihre Gesundheit wichtig sind. Deshalb sollten Sie es nur in Massen geniessen, der überhöhte Fleischkonsum ist für Ihre Gesundheit nicht unbedingt von Vorteil. Wollen Sie sich ausgewogen ernähren, kann der massvolle Fleischkonsum durchaus ein wichtiger Bestandteil sein, denn es liefert Eisen und Eiweiss, aber auch Vitamin A, D, B-Vitamine und Mineralien. Für Ihre Gesundheit ist aber der Fleischkonsum nicht zwangsläufig erforderlich, denn die benötigten Vitamine und Mineralien können Sie auch aus pflanzlichen Lebensmitteln beziehen. Davon ausgeschlossen sind jedoch Vitamin D, das ansonsten nur durch genügend Sonnenlicht im Körper produziert wird und Eisen. Wenn Sie sich vegetarisch ernähren, sollten Sie zusätzlich Eisenpräparate zu sich nehmen.
Sie müssen nicht vollständig darauf verzichten, wenn Sie es nicht möchten. Der Fleischkonsum ist nicht in jedem Fall ungesund, die Menge und Qualität macht den Unterschied aus. Zu hoher Fleischkonsum schadet der Umwelt und dem Klima und ist auch mitverantwortlich für den Welthunger. Es spricht jedoch nichts gegen den gelegentlichen Verzehr von Biofleisch, denn dies kommt Ihrer Gesundheit sicherlich noch mehr zugute. Wie viel Fleisch Sie konsumieren, ist letztendlich Ihnen selbst überlassen.
Bildquelle: Heiko Stuckmann / pixelio.de