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Bei einem Seebeben vor der chilenischen Pazifikküste sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das Beben der Stärke 8,2 am Dienstagabend versetzte die Bevölkerung in Panik, die Behörden riefen Tsunami-Alarm aus, fast eine Million Menschen flohen in höhergelegene Gebiete.
Meterhohe Wellen trafen die Küste. Präsidentin Michelle Bachelet erklärte Gebiete im Norden des Landes zum Katastrophengebiet.
In der Stadt Iquique nahe dem Epizentrum nutzten laut Innenminister Rodrigo Peñalillo rund 300 Häftlinge das Chaos für einen Gefängnisausbruch. Die Regierung entsandte rund einhundert Elitesoldaten, um Plünderungen zu verhindern.
Am stärksten traf das Beben die Städte Iquique und Arica an der peruanischen Grenze. «Die Strassenlampen sind geplatzt, die Leute rannten in Panik», berichtete eine Augenzeugin aus Arica.
Auf den von der Küste wegführenden Strassen bildeten sich Staus, während die Bewohner sich in höher gelegene Gebiete flüchteten. Dort mussten sie die Nacht über ausharren, bis Innenminister Peñalillo den Tsunami-Alarm schliesslich nach rund zehn Stunden aufhob.
Am Flughafen von Iquique wurde der Kontrolltower beschädigt, sämtliche Flüge in die nördlichen Städte Iquique, Antofagasta und Arica wurden gestrichen. Stromausfälle tauchten 80 Prozent des Stadtgebiets von Arica ins Dunkel. Mehrere Gebäude gerieten in Brand.
Das Tsunami-Warnzentrum für die Pazifikregion auf Hawaii gab eine Tsunami-Warnung für einen mehr als 4800 Kilometer langen Küstenstreifen in Süd- und Zentralamerika aus. Peru und Ecuador mahnten Küstenbewohner zur erhöhten Wachsamkeit. Das Beben war so heftig, dass es bis nach Bolivien zu spüren war.
Die indonesische Regierung warnte, das tausende Kilometer von Chile entfernte Archipel könnte am Donnerstag von bis zu einem halben Meter hohen Tsunami-Wellen getroffen werden. Betroffen seien die Insel Bali, Teile der Hauptinsel Java, Sulawesi sowie Papua. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Strände zu meiden. (jas/sda/afp/dpa)