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Auch Gregor Deschwanden zeigte einen starken Sprung. Er setzte nach 128,5 m auf. Der Luzerner erreichte den 13. Rang und dürfte sich im K.o.-Duell gegen den Österreicher Markus Schiffner durchsetzen.
Simon Ammann hingegen entging nur knapp der zweifelhaften Ehre, beim Finale wie schon am Neujahrsspringen als Edelvorspringer eingesetzt zu werden. Der Toggenburger wurde nach einem schwachen Sprung - erneut kam er nicht über den Ski und fand somit kein Luftpolster zum Gleiten - bloss 48., auch weil drei der 58 Konkurrenten disqualifiziert wurden.
Vor den letzten zwei Sprüngen der 69. Auflage der Vierschanzentournee führt Stoch 15,2 Punkte (8,4 m) vor seinem Landsmann und Titelverteidiger Dawid Kubacki sowie 20,6 Punkte (11,4 m) vor Halvor Egner Granerud, dem Weltcup-Führenden aus Norwegen.
Die Entscheidung scheint angesichts der Leistungen vom Dienstag gefallen zu sein. So ganz abhaken will aber beispielsweise der Weltmeister Markus Eisenbichler den goldenen Adler noch nicht. «Man darf nie aufgeben zu glauben, dass noch was möglich ist», sagte der Deutsche mit Blick auf die Trophäe für den Gesamtsieger der Vierschanzentournee kämpferisch. Eisenbichler als Fünfter und der noch einen Rang besser platzierte Skiflug-Weltmeister Karl Geiger liegen vor dem Finale direkt hinter den Podestplätzen.
Dass sich der erfahrene Stoch allerdings einen grossen Fehler leistet, ist unwahrscheinlich. Dafür präsentiert sich der dreifache Olympiasieger - mit 33 Jahren noch immer in der absoluten Weltspitze - einfach zu konstant. Und Bischofshofen zählt zu seinen Lieblingsschanzen. Zweimal triumphierte Stoch bereits bei der Tournee, in der Saison 2017/18 sogar als Sieger bei allen vier Springen.
Mit Kubacki mischt ein weiterer Springer aus dem skisprungverrückten Land ganz vorne mit. Die Polen, die beim Auftakt in Oberstdorf wegen eines Coronavirus-Tests mit falschem Resultat vor der Tournee zunächst ausgeschlossen und erst nach der Qualifikation wieder zugelassen wurden, halten also zwei Trümpfe in der Hand. Granerud wird eher als Geiger oder Eisenbichler zugetraut, diese Phalanx zu durchbrechen. Der Norweger zeigte in der Qualifikation den weitesten Flug (140,5 m). Er muss aber wohl darauf hoffen, dass am Mittwochabend wechselnde Winde grosse Differenzen zulassen.