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Drama
Japan 1973
Alternative Titel Kaseki no mori; The Forrest of Fossils; 化石の森
Regie
Masahiro Shinoda
Drehbuch Nobuo Yamada nach einem Roman von Shintaro Ishihara
Darsteller Kenichi Hagiwara, Sayoko Ninomiya, Haruko Sugimura, Shima Iwashita
Länge 117 Min.
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 16
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
|.||.|
©
Text Marco, molodezhnaja 16.8.08
© Bilder Toho, Screenshots molodezhnaja
STORY
Nachdem Haruo Himoto (Kenichi Hagiwara) Zeuge des Seitensprungs seiner Mutter (Haruko Sugimura) wurde, verliess er das Elternhaus. Nun arbeitet er an der Uniklinik in Tokio und studiert nebenbei Medizin. Seine Chancen stehen aber nicht gut, weil er sich mit Professor Miyaji nicht versteht. Als er sich in seine ehemalige Klassenkameradin Eiko Izawa (Sayoko Ninomiya) verliebt, gerät er in einen Strudel der Emotionen. Eiko taucht nämlich bald darauf übel zugerichtet bei ihm auf: Der Boss im Schönheitssalon habe sie verprügelt, weil er schon lange etwas von ihr wolle. Sie bittet Haruo, ihr Gift zu besorgen, damit sie ihn langsam vergiften kann.
REVIEW
Seit 1999 ist der wandlungsfähige Shintaro Ishihara rechtsgerichteter Gouverneur von Tokio. Die illustre Karriere begann der 1932 geborene Mann jedoch als Schriftsteller. Seine Spezialität waren Jugendromane um rebellische Kids des modernen Nachkriegsjapans. Mit den Romanen "Season of the Sun" und "Crazed Fruit", die beide kurz darauf verfilmt wurden, verschaffte er Mitte der 50er-Jahre dem Sun-Tribe-Trend (taiyozoku) eine Plattform, der als Grundlage für eine ganze Reihe von Jugendbewegungen in den folgenden Jahrzehnten diente und gleichzeitig auch ein Filmgenre prägte, in dem sich aufkommende Regisseure wie Kon Ichikawa und Masahiro Shinoda daheim fühlten.
Shinoda lagen die Stoffe von Ishihara ganz besonders, adaptierte er doch gleich drei seiner Werke: Pale Flower, Punishment Island und "The Petrified Forest". Letzterer gehört nicht zu den bekanntesten und auch nicht besten Filmen Shinodas, doch es handelt sich nichtsdestotrotz um ein sehenswertes Jugenddrama, das von der kompetenten Inszenierung, der stattlichen Bildsprache, dem starken Schauspiel und der unheilvollen Story lebt. In der Hauptrolle agiert der junge, eher introvertiert rebellische Kenichi Hagiwara. Daneben gibt die junge Sayoko Ninomiya ihr Debüt, Shinodas Gattin Shima Iwashita spielt Haruos Schwester und die Ozu-Veteranin Haruko Sugimura (1909-1997) seine Mutter.
Gerade diese Mutter wird im Verlauf des Filmes immer wichtiger. Anfänglich hat sie nur kurze, etwas surreal anmutende Auftritte hinter ihrem Atemgerät. Später erfährt man, dass sie verantwortlich ist für den Knacks in der Seele ihres Sohnes. Und im letzten Drittel wird sie zur aktiv in die Ereignisse eingreifenden Kraft. Da stellt sich dann auch die Frage, ob "The Petrified Forest" wirklich ein Vertreter der rebellischen Jugendfilme der 50er- und 60er ist, denn obwohl die Hauptfigur ihre Aussenseiter-Qualitäten hat, so bleibt Haruos Auflehnung gegen das System nur sporadischer Natur. Am stärksten äussert sie sich freilich bei der Beschaffung des Gifts, das zu einem Mord führt. Ein Mord, den aber Eiko ausführen muss, der danach den Rest des Films wie ein ständiger Schatten beherrscht und Haruos seelischen Niedergang einläutet.
Die Handlung von "The Petrified Forest" wirkt etwas langgezogen und abgehoben und erzählt auch nichts enorm Packendes. Doch Shinodas stimmungsvolle Umsetzung reisst das Ruder herum. Die Nahaufnahmen sind kraftvoll, die Bilder der Stadt düster und ominös, die Musik des Tonkünstlers Toru Takemitsu (Woman in the Dunes, Assassination) sorgt für Unbehagen. Nicht zuletzt bleibt aber das freundlich grinsende Monster in Erinnerung, das sich Mutter nennt und von Haruko Sugimura treffsicher interpretiert wird. Sie ist die aktive Kraft in diesem realen urbanen Albtraum, ihr Sohn erscheint dagegen trotz ein paar heissen Sexszenen impotent und zunehmend unfähig, etwas auf die Beine zu stellen. Was uns das alles sagen will? Nicht viel. Aber es ist faszinierend, zuzuschauen.
MEINE
DVD
Japan, Code 2, NTSC
Bild: Anamorphic Widescreen
Ton: Japanisch 2.0 mit englischen und japanischen Untertiteln.
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