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Man braucht nicht Astrophysik studiert zu haben, um sich an der Suche nach intelligentem ausserirdischem Leben zu beteiligen. Das kann jeder und jede vom eigenen PC aus tun.
Das Programm SETI@home nutzt dazu die Rechenleistung von Personalcomputern.
Falls es ausserirdische Zivilisationen gibt: Wie können wir mit ihnen in Kontakt treten? Für viele Wissenschafter ist klar, dass die immense Grösse des Weltraums jeden direkten Besuch verhindert.
Ein Raumschiff würde viel zu lange brauchen, um zwischen den verschiedenen Welten hin- und herzufliegen. Es hätte auch nicht genug Energie. Nach Meinung der Wissenschaft gehören fliegende Untertassen und andere Weltraumschiffe in die Welt der Science-Fiction.
Mit Funkwellen kommt man weiter
Aber nur weil eine Reise in einem Raumschiff unmöglich ist, heisst das nicht, dass überhaupt kein Kontakt möglich ist. Dieser könnte trotzdem hergestellt werden, erst noch billiger und vor allem viel schneller.
Jede entwickelte Zivilisation würde, wie wir auf der Erde, Wellen erzeugen (Telefone, Fernsteuerungen, Fernsehen usw.). Würde man auf solche Wellen stossen, wäre die Existenz anderer Arten von Intelligenz erwiesen.
Es könnte auch sein, dass ausserirdische Zivilisationen selber Signale aussenden, um ihre Existenz bekannt zu machen und Kontakt mit uns aufzunehmen. Die Idee ist nicht unsinnig, schliesslich machen wir genau das auf der Erde.
Aber wenn es solche Signale gibt, müssen sie auch gefunden werden. Deshalb wird über Weltraumfunk das All abgehört, etwa so wie man auf einem Kurzwellenradio eine Station sucht.
Himmelskörper produzieren natürliche Kurzwellen. Es geht also darum, Signale zu finden, die sich von diesen bekannten Wellen unterscheiden. Die entsprechenden Suchprogramme werden unter dem Kürzel SETI (Search for Extra-Terrestrial Intelligence) zusammengefasst.
Von zu Hause aus
Das Problem liegt in der Unendlichkeit des Weltraums. Zur Analysierung aller gesammelten Daten braucht es eine phänomenale Rechnungsleistung.
Deshalb kamen 1996 Forschende an der kalifornischen Universität Berkeley auf die Idee, das Potenzial von Millionen von PCs zu nutzen. Die Idee wurde im Mai 1999 mit der Einleitung des Projekts SETI@home offiziell in die Tat umgesetzt.
Die Daten werden vom grössten Funkteleskop der Welt in Arecibo (Puerto Rico) gesammelt und täglich nach Berkeley gesandt.
Die Universität zerlegt diese Daten in kleine Teile von 0,25 Megabites und sendet sie über Internet an PC-Besitzerinnen und -Besitzer zur Analyse.
Analysiert wird mit einem Programm, das man auf den PC herunterladen kann. Die Analysearbeit wird entweder laufend ausgeführt – wenn der PC genug Leistung hat – oder automatisch, wenn der Computer im Standbymodus ist.
Sobald die Analyse fertig ist, werden die Resultate wieder über Internet an Berkeley zurückgesandt.
Millionen von Nutzerinnen und Nutzern
SETI@home beschränkt sich darauf, Signale ausserhalb der Norm zu suchen. Sollten sie solche finden, würden wissenschaftlichen Spezialisten (Mathematikerinnen, Linguisten usw.) das Spektrum methodischer analysieren.
Die Teilnehmer des Projekts geben selber zu, dass die Chancen, Signale von einer ausserirdischen Zivilisation zu erhalten, minim sind. Aber es gibt sie, diese Chancen.
Und so setzen die Entwickler des Projekts denn auch auf die Begeisterung der Allgemeinheit. Denn wer würde nicht davon träumen, diesen erhofften ersten Kontakt zu entdecken!
Und die Begeiserung ist datsächlich da, zeigen doch die Statistiken, dass sich im August 2003 rund 4,6 Millionen PC-Nutzerinnen und -Nutzer am Programm SETI@home beteiligten. Und ihre Zahl nimmt laufend zu: Alle sechs Monate sind es 20% mehr.
swissinfo, Olivier Pauchard
(Übertragung aus dem Französischen: Charlotte Egger)