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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Elftes Buch
48. Der Sohn ist unveränderlich.
Aber auch nicht einmal auf den eingeborenen Sohn [S. 277] entfällt eine Notwendigkeit zur Wesensänderung. Gott ist er nämlich, was der Name für volle und vollkommene Göttlichkeit ist. Denn wie wir früher dargelegt haben, ist es die Hervorhebung der wiedererlangten Herrlichkeit und die Tatsache der Unterwerfung, daß Gott alles sei in allem; daß aber Gott alles sei in allem, das ist ein Geheimnis, aber kein Zwang. Denn er blieb in der Gestalt Gottes und hat doch Knechtesgestalt angenommen, nicht aber durch eine Änderung, sondern dadurch, daß er sich selbst entäußerte1 und innerhalb seiner verborgen blieb und innerhalb der Reichweite seiner Macht entleert wurde. Sofern er sich zur Gestalt menschlicher Seinsweise herabließ, (tat er es,) damit die Schwachheit der angenommenen Erniedrigung nicht unvermögend sei, das mächtige und unerfaßliche Wesen zu tragen. Bis dahin sollte die unumschreibbare Kraft sich herabmäßigen, als sie bis zum geduldigen Hinnehmen des Leibes gehorchen sollte, der mit ihr verbunden war. Daß er aber bei dieser Entleerung sich innerhalb seiner selbst gehalten hat, das hat seiner Macht keinen Eintrag getan; denn bei dem Vorgang dieser Erniedrigung seiner Selbstentleerung hat er sich doch seiner ganzen Macht bedient, die die Entleerung innerhalb seiner selbst erfuhr.
1: Vgl. Phil. 2, 6 f.