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AHV-Witwenrente / -Witwerrente: Anspruch, Höhe, Beginn / Ende
Stirbt der Ehepartner bzw. die Ehepartnerin, so erhalten Witwen / Witwer eine Hinterlassenenrente der AHV. Diese beträgt maximal 80 % der Altersrente des / der Verstorbenen. Sofern gleichzeitiger Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente sowie eine AHV- oder IV-Rente besteht - also nach Eintritt ins Rentenalter, wird ausschliesslich die jeweils höhere Rente ausbezahlt oder ein Witwen-/Witwerzuschlag von 20 % gewährt. Allerdings gibt es gewisse Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, bevor die Witwen-/Witwerrente überhaupt entrichtet wird. Die Voraussetzungen für Männer sind strenger als bei Frauen. Tipp: Gegebenenfalls besteht ausserdem Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente aus Säule 2.
Veränderungen ab 2026 geplant
Bislang bekamen Frauen eine lebenslange Witwenrente, Männer hingegen hatten - wenn überhaupt ein Anspruch bestand - nur Vorteile, bis die gemeinsamen Kinder volljährig wurden. Ab 2026 soll es die lebenslange Witwenrente für Frauen nicht mehr geben. Der Bund erhofft sich dadurch zum einen mehr Gerechtigkeit, zum anderen Einsparungen in Milliardenhöhe.
Anspruch auf Witwenrente: wenn der Ehemann verstirbt
Frauen bekommen die AHV-Hinterlassenenrente deutlich einfacher zugesprochen als Männer. Voraussetzung ist, dass Frauen zum Zeitpunkt der Verwitwung:
- mindestens 5 Jahre mit dem Verstorbenen verheiratet waren und älter als 45 Jahre sind oder mindestens ein gemeinsames Kind mit dem Verstorbenen haben.
Anspruch auch für geschiedene Frauen
Auch geschiedene Frauen erhalten in gewissen Fällen eine Witwenrente der AHV. Die Voraussetzungen sind hier jedoch etwas strenger. So müssen geschiedene Frauen:
- mindestens 10 Jahre mit dem Verstorbenen verheiratet gewesen sein und Kinder haben.
Der Anspruch auf Witwenrente entsteht auch:
- wenn Frauen zum Zeitpunkt der Scheidung (nach mindestens 10 Ehejahren) älter als 45 Jahre waren
- oder das jüngste Kind die Volljährigkeit erreicht hat, nachdem die geschiedene Mutter 45 Jahre alt wurde.
Ist keine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird die Witwenrente lediglich entrichtet, bis das jüngste Kind 18 Jahre alt wird.
Anspruch auf Witwerrente: wenn die Ehefrau verstirbt
Männer, deren Ehefrauen versterben, erhalten nur dann eine Witwerrente, wenn Kinder vorhanden sind. Das gilt im Übrigen auch für geschiedene Männer. Der Anspruch auf Witwerrente erlischt, sobald das jüngste Kind 18 Jahre alt wird. Eine lebenslange Rente wie bei Frauen (soll ab 2026 abgeschafft werden) ist nicht vorgesehen.
Höhe der AHV-Witwen-/Witwerrente
Die Höhe einer vollen Witwen- bzw. Witwerrente liegt aktuell zwischen 980 Franken und 1‘960 Franken pro Monat, abhängig vom Durchschnittseinkommen sowie eventuellen Fehljahren. Bei Fehljahren sinkt der Anspruch pro Fehljahr um circa 2.3%. Der Anspruch entsteht ab dem ersten Tag des Monats, der auf den Monat folgt, in dem der/die Partner/in verstorben ist.
- Bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters wird der gesamte Anspruch (also bis zu 80 % der Rente des / der Verstorbenen) gezahlt - etwaiges Einkommen wird nicht angerechnet.
- Nach Erreichen des Renteneintrittsalters wird geprüft, ob der überlebenden Person eine eigene Rente zusteht und wie hoch diese ausfällt. Es wird die jeweils höhere Rente gewährt, aber nur eine Rente ausbezahlt. Sofern die eigene Rente höher ist als die 80 % des / der Verstorbenen, kann ein Witwen-/Witwerzuschlag von 20 % entrichtet werden.
Die exakte Höhe Ihrer Witwen-/Witwerrente können Sie der Skala 44 der Schweizerischen Eidgenossenschaft entnehmen: PDF anzeigen
Wie lange wird Witwenrente / Witwerrente bezahlt?
- Witwen, deren Mann verstorben ist, erhalten die Witwenrente (sofern Anspruch besteht) bis zum eigenen Tod oder aber bis zu einer etwaigen Wiederheirat.
- Witwer, deren Frau verstorben ist, erhalten die Hinterlassenenrente bis zu dem Zeitpunkt, wo keines der gemeinsamen Kinder das 18. Lebensjahr erreicht hat.
- Wichtig: Damit die Rente ausbezahlt wird, muss eine Anmeldung bei derjenigen Ausgleichskasse eingereicht werden, an welche die AHV-Beiträge entrichtet wurden.