Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/2985

Wir schreiben die frühen 80er Jahre in New York: Es herrscht ein regelrechter Hype um das Musikgenre No Wave. Bands wie “ESG” oder “Bush Tetras” führen damals die Szene an und gelten noch bis heute als Aushängeschilder des No Wave, sowie für eine gesamte Generation.
Zu den Pionieren dieses Sounds zählte aber noch ein anderer: James Chance.
Er traute sich, verrückte Klänge über repetitive Bass- und Drumbeats zu spielen und war einer der ersten Künstler, welche experimentellen Jazz und Funk mit Pop, Rock und Beat verband.
1978 veröffentlichte der Amerikaner gemeinsam mit Brian Eno eine Compilation diverser Musiker. “No New York”, so der Titel dieser Compilation, gilt als Geburtsstunde des Hype um No Wave.
Die Platte genoss vor allem bei jungem Publikum grossen Erfolg. Endlich wurden die gewöhnlichen Songstrukturen ignoriert und auf musikalische “Regeln” geschissen!
Auf Grund des neu entstandenen Hypes um No Wave und den grossen Erfolg der Compilation setzte sich Saxophonist und Sänger James Chance mit seiner Band “The Contortions” an seine Debutplatte. 1979 erschien “Buy”. Ein Pionieralbum des No Wave.
Funky Bässe und tighte Drums treffen auf jazzige Gitarren und James Chance’s Saxophon. Die Platte ist gespickt mit spielerischen, teilweise absurden Melodien und aggressiven Vocals, die spontan über die Songs stolpern.
Eine Herausforderung für den Zuhörer, sicherlich aber ein sehr spannendes Werk.
In den frühen 90er Jahren fand No Wave mit Bands wie “Devo” auch Zugang zu kommerziellem Publikum. Seitdem ist das Genre No Wave jedoch fast ausgestorben. Kaum mehr jemand fand bisher den Mut, die “Regeln” der Musik so zu ignorieren, wie es James Chance tat.