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Die gutartige Prostatavergrösserung
Die gutartige Prostatavergrößerung wird in der Medizin „benigne Prostatahyperplasie“ genannt, kurz BPH. Sie ist eine Geschwulsterkrankung beim Mann, die typischerweise ab dem 50. Lebensjahr auftritt und unangenehme Beschwerden im Blasen-Prostata-System hervorrufen kann. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Zahl der Betroffenen: In der Schweiz kann bei nahezu jedem zweiten Mann über 50 Jahren eine BPH (gutartige Prostatavergrößerung) nachgewiesen werden, bei den über 60-Jährigen sind es bereits mehr als zwei Drittel und bei den über 80-Jährigen ist bei fast jedem die Prostata (Vorsteherdrüse) vergrößert.
Die BPH ist gekennzeichnet durch eine Zunahme von Prostatagewebe mit gutartigen Zellen. Es handelt sich nicht um eine bösartige Krebserkrankung.
Entwicklungsstufen einer gutartigen Prostatavergrößerung
Das gutartige Wachstum findet vorrangig in den Bereichen statt, die direkt um die Harnröhre liegen. Im Laufe der Zeit drückt das Gewebe auf die oberen Anteile der Harnröhre und engt sie ein. Zusätzlich entwickelt sich häufig eine Entzündung der Prostata mit Ödembildung, die zur Verschlimmerung der Situation führen kann. Durch die Gewebeschwellung, die zusätzlich auf die Harnröhre drückt, wird das Wasserlassen weiter erschwert.
Gutartige Prostatavergrößerung mit unangenehmen Folgen
Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) gehört zum natürlichen Alterungsprozess des Mannes. Doch die von ihr hervorgerufenen Beschwerden empfinden die Betroffenen hingegen nicht als gutartig. Denn häufiger Harndrang, sowohl tagsüber als auch nachts, sowie Beschwerden beim Wasserlassen selbst bedeuten oft eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität.
Ob eine BPH Beschwerden verursacht, hängt nicht unbedingt vom Ausmaß der Vergrößerung ab. Entscheidend ist, wo sich das Prostatagewebe vermehrt. Dehnt sich das Organ in Richtung Harnröhre und Blasenboden aus, engt es diese ein, dann kann der Harn nicht mehr ungehindert durch die Harnröhre abfließen.
Probleme bei vergrößerter Prostata
Der „Klammergriff“, den die Prostata um die Harnröhre legt, verursacht bei vielen Männern 50+ unangenehme Beschwerden beim Wasserlassen. Wenn sich die Vorsteherdrüse ausdehnt (z. B. bei einer gutartigen Prostatavergrößerung), kann sie die Harnröhre einengen und damit zum einen das Wasserlassen behindern und zum anderen unangenehme Reizerscheinungen, wie häufigen und nächtlichen Harndrang, auslösen.
Wenn die Blase nicht mehr vollständig entleert werden kann, kommt es zur Restharnbildung. Dies kann weitere Komplikationen nach sich ziehen.
Achtung!
Ein kompletter Harnverhalt ist extrem selten und muss als akuter Notfall sofort behandelt werden.
Gutartige Prostatavergrößerung – Beschwerden frühzeitig erkennen
Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) ist ein schleichender Veränderungsprozess, der bereits beim 30-jährigen Mann beginnen kann. Die unangenehmen Folgen (z. B. häufiger Harndrang, Beschwerden beim Wasserlassen) werden jedoch erst viel später spürbar. Unbehandelt können diese Prostatabeschwerden sich im Laufe der Zeit weiter verstärken.
Ob eine gutartige Prostatavergrößerung vorliegt, lässt sich durch eine ärztliche Untersuchung feststellen. Mit einem kurzen Symptom-Check kann getestet werden, ob eine BPH in Frage kommt.
Folgende Symptome können durch eine gutartig vergrößerte Prostata ausgelöst werden:
- Nächtlicher Harndrang verhindert das Durchschlafen
- Auch tagsüber muss wegen häufigen Harndrangs die Toilette in immer kürzeren Abständen aufgesucht werden
- Befindet sich keine Toilette in der Nähe, steigt das persönliche Unwohlsein.
- Das Gefühl, dass sich die Blase beim Wasserlassen nicht vollständig entleert
- Häufiger Harndrang trübt die Lust auf Geselligkeit und führt zum Verzicht auf Theaterbesuche o. ä.