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Kuh
Nur die weiblichen Rinder werden Kühe genannt, die männlichen Tiere bezeichnet man als Stiere oder Munis. Unsere heute gebräuchlichen Rassen stammen vom Auerochsen ab, der ausgestorben ist. Die am weitesten verbreiteten Rassen sind das europäische Hausrind (Bos taurus) und das Zebu (Bos taurus indicus), das man an dem typischen Höcker auf den Schultern erkennt.
Milch oder Fleisch
Ursprünglich dienten die Rinder sowohl der Gewinnung von Milch als auch von Fleisch. Dies nennt man heute Zweinutzungsrassen. Viele «alte» Rassen wie Simmentaler oder Schweizer Braunvieh gehören dazu. Heute werden die meisten Rinder spezialisiert gehalten, das heisst, sie werden entweder zum Melken der Milch oder zur Fleischgewinnung verwendet.
Eine Kuh kann nicht einfach immer Milch geben, sie kriegt normalerweise einmal jährlich ein Kalb und für dieses ist die Milch als Kindernahrung gedacht. Der Mensch nahm ursprünglich nur den Teil der Milch weg, der «zu viel» produziert wurde.
Für die Fleischgewinnung werden sowohl junge Kühe als auch Munis verwendet. Diese leben leider auch heute noch oft ohne Auslauf das ganze Leben lang in einem Stall.
Haltung
Fortschrittlichere Bauern halten ihre Fleischrinder in der sogenannten Mutterkuhhaltung, dann darf das Kalb etwa eineinhalb Jahre mit seiner Mutter im Familienverband verbringen und darf diese auf die Weide und im Laufstall begleiten. Überhaupt sind Rinder sehr familiäre Tiere, sie leben wie alle unsere Nutztiere in Herden, in denen eine strenge Ordnung herrscht. Eine Herde besteht in der Natur aus etwa gleich vielen Kühen, Jungkühen und Munis verschiedenen Alters, wobei normalerweise eine ältere Kuh das Sagen hat. Die Stiere sind für die Fortpflanzung zuständig und machen unter sich eine Rangordnung aus.
Hornlose Rassen
Das Hausrind gehört zur Familie der Hornträger. Ursprünglich trugen also alle Kühe Hörner. Hornlose Rassen wurden vom Menschen im Lauf der Zeit speziell gezüchtet. Das Horn dient der Kuh nicht nur zum Kämpfen, es ist stark durchblutet und wird auch zur Orientierung und zur Anpassung der Körpertemperatur verwendet. Natürlich kann eine Kuh auch ohne Hörner leben – so, wie ein Mensch auch ohne Fingernägel leben kann –, aber eben mit beeinträchtigtem Wohlbefinden.
Der spezielle Magen
Damit etwas so Wertvolles wie Milch entsteht, muss das Gras durch vier Mägen gehen und wird mehrmals gekaut, damit auch alle Bestandteile verwertet werden. Deshalb sieht man Kühe so oft liegen und mit geschlossenen Augen genüsslich kauen. Ausserdem helfen der Kuh dabei Millionen von Mikroorganismen, die im grössten der vier Mägen, dem Pansen, leben und das Gras verdaulich machen. Dies dauert natürlich seine Zeit: Wenn der Bauer heute Milch melkt, dann ist die Milch das Produkt aus Gras, das vor ein bis zwei Tagen gefressen wurde!