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In der einen oder anderen Situation erhalte ich von meinem Gegenüber den Hinweis: «Ja, so bist du halt.» Die Aussagen sind manchmal positiv und freundlich, manchmal aber auch nicht und weisen mich auf Schwächen hin. Ich wehre diese Aussagen nicht ab, sondern nehme sie an und versuche sie zu verstehen. Ich versuche dann, die Aussagen zusammen zu bringen und zu einem Ganzen werden zu lassen. Das gelingt mir aber nicht, denn oft passen sie so zusammen, wie die Hälfte eines Apfels auf eine halbierte Birne passt.
Beim Nachdenken fällt mir eine kleine Erzählung aus rabbinischer Weisheit ein und ich nehme sie mir zu Hilfe. – Ein Rabbiner wurde gefragt, warum ein Mantel zwei Taschen hat. Er antwortete darauf: Damit man immer zwei Zettel auf sich tragen kann. Auf dem einen Zettel stand geschrieben: «Ich bin Staub und Asche». Auf dem andern Zettel war notiert: «Wegen mir hat Gott die Welt erschaffen.» Er steckte sich die Zettel in je eine Tasche und in Zeiten des Zweifels nahm er den einen oder andern Zettel hervor und las ihn.
Wenn man sie liest, kann man sich nicht beruhigt zurücklehnen in der sicheren Gewissheit, dass alles geklärt ist. Ganz im Gegenteil: Sie zeigen auf, was der Mensch ist: Er ist dazwischen, er ist unterwegs, er ist in Bewegung. Er bewegt sich zwischen Klarheit und Unklarheit, Sicherheit und Unsicherheit, Schönem und Erfreulichem und Traurigem und Schmerz. – Mir machen sie Mut: Ich bin nicht einfach nur so – sondern auch ganz anders.
Ich danke allen, die mir ein Feedback geben zu dem, was ich tue oder sage.
Cornelia Bizzarri, Kirchenpflegerin
Cornelia BizzarriEichtlenstrasse 128712 Stäfa044 926 83 17
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