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| Wellenhöhe grösser als vermutet - Landwirtschaftliche Kulturen stark beschädigt

Bis zum 1. April 2011 wurden mehr als 11'600 Menschen tot geborgen, 16'450 Personen bleiben vermisst. 18'000 Armeeangehörige und 7'000 Soldaten der US-Armee suchen in einer konzentrierten Aktion nach weiteren Opfern. Die Opfersuche ist für das Armeepersonal psychisch äusserst belastend.
Weiterhin leben rund 170'500 Personen in den2'2230 Aufnahmezentren in 17 Präfekturen. In der Präfektur Aomori wurden 174 neue Aufnahmezentren eröffnet.
Forscher der Yokohama National University und der University of Tokyo haben herausgefunden, dass die Tsunami-Welle bei Ofunato City, Iwate, eine Höhe von 29,6 m erreicht hat. Es wurden 6 Tsunami-Wellen innerhalb von 6 Stunden nach dem Erdbeben festgestellt. Die höchste Welle erreichte die Küste 26 Minuten nach dem Erdbeben.
Japan’s Geospatial Information Authority schätzt, dass mindestens 443 km2 (entspricht etwa 53'000 Fussballfeldern) der Küstenlinie unter Wasser gesetzt wurden. In den Präfekturen Fukushima und Miyagi wurden 110 km der Küstenlinie beschädigt. die Flutwelle stiess bis gegen 5 km ins Inland vor. Am 31. März 2011 lagen immer noch 70% der ehemals überfluteten Gebiete unter dem Salzwasser. In Minami-soma, Fukushima, haben Wasserpumpen auf einer Fläche von 350 Hektaren alles Meerwasser abgepumpt.
An der Nordostküste Japans beginnt die Regenzeit üblicherweise Mitte Juni und endet rund 6 Wochen später. Im März haben die Regenfälle in der Tohoku-Region bereits zugenommen. Die Behörden möchten die beschädigten Uferschutzanlagen vor Einsetzen der heftigen Regenfälle reparieren.
Die 70'000 Menschen, welche aus der Sicherheitszone um das Kernkraftwerk Fukushima evakuiert wurden, bleiben weiterhin in ihren Notunterkünften. 136'000 Menschen, welche in einem Umkreis zwischen 20 und 30 km um das KKW Fukushima leben, wurden aufgefordert, dringend ihre Wohnungen zu verlassen. Die Regierung sagt inzwischen, dass die Aussiedlung dieser Menschen von langer Dauer sein würde. Die Regierung will das KKW Fukushima endgültig schliessen. Sie ist überzeugt, dass ein Leben in unmittelbarer Nähe der Unglücksreaktoren während einer sehr langen Zeitspanne nicht mehr möglich sein wird. In Bodenproben, welche 40 km nordwestlich des Kernkraftwerks gesammelt wurden, überstiegen die Strahlenwerte die von der IAEA festgelegte Höchstgrenze erheblich.
Die IAEA meldet, dass im Reaktordruckgefäss des Blocks 1 im Kernkraftwerk Fukushima die Temperatur im oberen Gefässteil von 281°C auf 251°C und im untersten Teil von 134° auf 128°C reduziert werden konnte. Im Block 2 stieg die Temperatur oben von 177°C auf 181°C. Im Block 3 war die Temperatur oben 89°C und unten 114°C. Alle Reaktorblöcke werden weiterhin mit Wasser gekühlt. Die Lage ist weiterhin kritisch und gibt Anlass zu grosser Sorge.
Im Grundwasser, welches sich 15 m unter dem KKW befindet, wurden erstmals Spuren von radioaktivem Material gefunden. Im Meerwasser vor der Küste wird der Grenzwert um das 4'385fache übertroffen.
99% der öffentlichen Strassen in der Tohoku-Region sind wieder befahrbar. 71% der Flüge und rund 60% der Züge verkehren wieder fahrplanmässig. 23 Eisenbahnstationen und 22 km Eisenbahnlinien wurden von der Tsunami zerstört.
Die Versorgung mit elektrischer Energie ist wieder zu 96,3% gewährleistet. Die Wasserversorgung ist 87,9% wiederhergestellt. Die Gaszufuhr funktioniert allerdings nur in etwa 30% der Haushalte.
In 47'145 öffentlichen Gebäuden in 47 Präfekturen stehen Notunterkünfte bereit.
In der Tohoku-Region wurden ungefähr 1'700 öffentliche Schule beschädigt. In 291 Schule kann der Schulbetrieb kaum mehr aufgenommen werden.
In der Tohoku-Region wurden rund 24'000 Hektaren Ackerland oder 2,6% der gesamten landwirtschaftlichen Anbaufläche zerstört. In Shichigahamamachi, Iwate, wurden93,4% der Bodenfläche von der Tsunami weggespült.
Die Tohuku-Region ist der grösste Reisproduzent in Japan. 85% der Reisfelder sind zerstört.
18'500 Fischerboote wurden stark beschädigt oder zerstört. In Miyagi, Iwate und Fukushima wurden 87,9% der Fischereiflotte zerstört. In Iawate sind lediglich 4% der registrierten Fischerboote für einen Weiterbetrieb geeignet. Bei allen Fischerhäfen der Region wurden beträchtliche Schäden festgestellt.
Quelle: OCHA Regional Office for Asia Pacific, 1. April 2011 (Text: RAOnline)