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Satzzeichen in der direkten Rede richtig zu setzen, ist gar nicht so einfach. Besonders im Zusammenhang mit anderen Satzzeichen ist bei der direkten Rede Vorsicht geboten. Wir erklären hier Schritt für Schritt, welche Satzzeichen die direkte Rede benötigt und wie man sie richtig setzt.
Zuerst etwas Wichtiges vorweg: Die direkte Rede beginnt immer mit einem Grossbuchstaben. Immer, Ehrenwort! Ausnahmsweise gibt es da keine Ausnahme. 😉
Wozu verwendet man die direkte Rede?
Die direkte Rede beziehungsweise die wörtliche Rede ist ein besonderes Stilmittel und wird in Texten mit bestimmten Satzzeichen klar kenntlich gemacht.
Sie wird nicht nur in Zeitungen verwendet, wenn Gesprochenes haargenau wiedergegeben wird, auch in Romanen und Geschichten werden mit der direkten Rede Unterhaltungen zwischen Protagonisten wiedergegeben. In Interviews oder in wissenschaftlichen Arbeiten findet die direkte Rede ebenfalls Verwendung, wenn Fachpersonen wörtlich zitiert werden.
Satzzeichen direkte Rede
Aber welche Satzzeichen werden nun verwendet, um die direkte Rede zu signalisieren? Ein wichtiges Satzzeichen bei der direkten Rede sind die Anführungszeichen. Sie zeigen das wörtliche Zitat an, das jemand gesagt hat. Alles andere, was einleitend oder beschreibend ist, nennt man Begleitsatz. Auch der Doppelpunkt hat eine wichtige Rolle: Er kündigt das Zitat an. Daneben gibt es noch das Komma. Es dient dazu, das Zitat mit einem Begleitsatz zu unterbrechen oder etwas Beschreibendes (ebenfalls als Begleitsatz) anzufügen.
Je nachdem, wie der Satz aufgebaut ist, sind die Regeln für die Satzzeichen der direkten Rede verschieden. Wir unterscheiden 5 verschiedene Satz-Arten:
- Begleitsatz / direkte Rede
Meistens handelt es sich bei der direkten Rede um einen Begleitsatz, gefolgt von der direkten Rede. Hierbei spielt der Doppelpunkt eine wichtige Rolle. Er kündigt die direkte Rede nach dem Begleitsatz an.
Der Lehrer sagte: «Wenn ihr den Aufsatz fertig habt, könnt ihr in die Pause gehen.»
Der Lehrer schrie: «Setzt euch!»
Der Lehrer fragte: «Wer weiss die Hauptstadt von Italien?»
Die Satzzeichen wie Punkt, Ausrufezeichen oder Fragezeichen gehören hier zur direkten Rede. Deshalb stehen sie innerhalb des Anführungszeichens.
Ist der Begleitsatz aber eine Frage oder ein Befehl/Ausruf, muss das Satzzeichen nach dem Anführungszeichen gesetzt werden:
Wer dachte heute Morgen: «Ich gehe heute nicht mit dem Hund raus»?
Der Punkt am Ende der direkten Rede entfällt.
Sind beide, Begleitsatz und direkte Rede, eine Frage oder ein Befehl/Ausruf, dann werden die Satzzeichen am Ende der jeweiligen Sätze beibehalten:
Geht nach draussen und fragt die Passanten: «Wie fühlen Sie sich?»!
Wer dachte: «Gibt es auch fliegende Pferde?»?
Diese Variante sollte jedoch vermieden werden, weil sie fürchterlich aussieht. In diesem Fall besser einen anderen Satz wählen oder beispielsweise mit «ob» formulieren:
Wer dachte, ob es auch fliegende Pferde gibt?
2. Direkte Rede / Begleitsatz
Hier verändern sich die Satzzeichen bei der direkten Rede. Der Doppelpunkt verschwindet, das Komma trennt die direkte Rede vom Begleitsatz. Ausrufezeichen und Fragezeichen bleiben erhalten, um eine Frage oder einen Ausruf zu signalisieren, der Punkt bei der direkten Rede fällt jedoch weg.
«Der Gewinner bekommt den Pokal», sagt der Trainer.
«Gut gemacht, Max!», jubelt seine Mutter.
«War der Ball im Tor?», wollte Max wissen.
3. Direkte Rede / eingeschobener Begleitsatz / Fortsetzung direkte Rede
In diesem Fall wird der Begleitsatz vorne und hinten mit Kommas von der direkten Rede abgetrennt. Punkt, Frage- oder Ausrufezeichen am Ende der wörtlichen Rede werden vor das Anführungszeichen gesetzt, da sie zum Zitat gehören.
«Ihre Tochter», sagt der Polizist, «wurde heute beim Stehlen erwischt.»
«Fräulein», brüllte die Mutter, «du gehst sofort auf dein Zimmer!»
4. Begleitsatz / direkte Rede / Fortsetzung Begleitsatz
Hier findet wieder der Doppelpunkt Verwendung. Die Satzzeichen der direkten Rede wie Frage- und Ausrufezeichen bleiben bestehen. Der Punkt wird jedoch weggelassen.
Wenn der Lehrer sagt: «Ihr habt heute keine Hausaufgaben», dürft ihr draussen spielen.
Wenn Reto noch einmal fragt: «Sind wir endlich da?», dreh ich durch!
5. Verschmelzung von Begleitsatz und direkter Rede
Dieser Fall ist sehr ähnlich wie der vorherige. Auch hier ist die direkte Rede vom Begleitsatz umschlossen. Sie verschmilzt jedoch mit ihm. Deshalb verschwindet der Doppelpunkt, also die klare Trennung zwischen Begleitsatz und direkter Rede. Auch das Komma nach der direkten Rede wird weggelassen. Ausrufe- und Fragezeichen werden weiterhin gesetzt.
Das nervende «Sind wir endlich da» treibt mich in den Wahnsinn.
Wenn er nochmals «Sind wir schon da?» fragt, kehren wir um.
Wenn sie noch einmal «Macht eure Hausaufgaben!» schreit, geh ich nach Hause.
- Fazit zu Satzzeichen bei direkter Rede
- Hier das Wichtigste nochmals für Sie zusammengefasst:
- Die direkte Rede wird immer von Anführungszeichen «…» umschlossen.
- Meistens steht vor der direkten Rede ein Doppelpunkt, ausser der Begleitsatz und die direkte Rede verschmelzen miteinander.
- Die direkte Rede fängt immer mit einem Grossbuchstaben an.
- Während der Punkt bei der direkten Rede oft wegfällt, bleiben Fragezeichen und Ausrufezeichen grundsätzlich bestehen. Die Kombination folgender Satzzeichen gibt es also nicht: .»? / .»!
- Sehr unschön, aber dennoch richtig können die folgenden Kombinationen sein: ?»? / !»? / !»! / ?»! (Wenn möglich, sollten sie vermieden werden.)
Aber welche Satzzeichen braucht man, wenn man innerhalb einer direkten Rede etwas hervorheben möchte, den Namen eines Theaterstücks, Buchs oder Films erwähnt oder man etwas mit einer gewissen Ironie sagen will? Man verwendet das sogenannte einfache Anführungszeichen ‹…› .
Fritz betonte im Unterricht: «Ich habe ‹Der Besuch der alten Dame› gelesen, ich schwöre es!»
«Die Engländer sind an der EM ja ‹nur› auf dem zweiten Platz gelandet», sagt Anna.
Und übrigens: Haben Sie gewusst, dass in Deutschland, Dänemark und Österreich die Anführungszeichen andersherum verwendet werden? Die Spitzen zeigen in diesen Ländern nämlich nach innen.
Fritz betonte im Unterricht: »Ich habe ›Der Besuch der alten Dame‹ gelesen, ich schwöre es!«
Natürlich ist das nicht der einzige Unterschied bezüglich Schreibweisen in der Schweiz und anderen Ländern wie Deutschland oder Österreich. Das ist aber wieder ein ganz anderes Thema.
Kommen wir zurück zu unseren Satzzeichen bei direkter Rede in der Schweiz. Alles in allem sind wir uns bestimmt einig, dass die regelkonforme Anwendung der Satzzeichen bei direkter Rede nicht immer ganz einfach ist. Wir hoffen aber, dass wir Ihnen mit den obigen Erläuterungen helfen konnten, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Und falls Sie dennoch weitere Unterstützung brauchen, helfen wir Ihnen vom Entlebucher Medienhaus gerne dabei, Ihren Aussagen die richtigen Zeichen zu verleihen. Kontaktieren Sie uns einfach per E-Mail an <email-pii> oder per Telefon unter 041 485 85 85. Wir freuen uns auf Sie!