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Übersicht
- Was ist der Klimawandel?
- Was sind die Ursachen des Klimawandels?
- Was sind die Folgen des Klimawandels?
- Massnahmen gegen den Klimawandel
Was ist der Klimawandel?
Das Klima hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Von Klimawandel spricht man, wenn sich die Wetterzustände über längere Zeit verändern. Wenn z. B. ein Sommer sehr heiss ist, dann ist das noch kein Klimawandel. Wenn jedoch über mehrere Jahrzehnte die Sommer im Durchschnitt immer heisser wurden, dann spricht man von Klimawandel.
Auf der Erde änderte sich das Klima immer wieder: Es gab Zeiten, in denen es wärmer war und Zeiten, in denen es kälter war.
Einen Klimawandel können wir heute beobachten. Die weltweite Temperatur (Mittelwert über Land und Wasser) ist von 1880 bis 2012 um 0.85 Grad Celsius gestiegen. Dabei hat sich die Erde seit 1950 um 0.5 Grad Celsius erwärmt.
Diese schnelle Veränderung kann nicht mehr nur mit natürlichen Ursachen erklärt werden. Der Mensch beeinflusst das Klima der Erde.
WAS SIND DIE URSACHEN DES KLIMAWANDELS?
Ist der Klimawandel menschengemacht?
Der Klimawandel ist regelmässig ein Thema der Politik. Die Politik ist dabei auch auf Erkenntnisse der Wissenschaft angewiesen. Die Wissenschaft versucht die Ursachen des Klimawandels zu erklären.
Grundsätzlich wird angenommen, dass natürliche und menschliche Faktoren den Klimawandel bewirken. Natürliche Faktoren sind beispielsweise Vulkane, die Sonnenaktivität, Veränderungen bei den Meeresströmungen. Menschliche Faktoren sind beispielsweise die Verbrennung von Heizöl oder die Verwendung von fossilen Treibstoffen.
Umstritten ist aber, wie stark die jeweiligen Faktoren den Klimawandel beeinflussen. Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler/-innen ist der Meinung, dass der Klimawandel aufgrund von natürlichen und menschlichen Faktoren verursacht wird. Man kann den Klimawandel nicht nur mit natürlichen Faktoren erklären. Sie sind sich einig, dass der Klimawandel auch durch menschliche Faktoren verursacht wird. Der Mensch hat einen Einfluss auf das Klima der Welt.
Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass wir in einer angenehmen Atmosphäre leben können. In den letzten 100 Jahren wurde jedoch immer mehr CO2 in der Atmosphäre freigesetzt. So wird auch immer mehr Wärme zurückgehalten.
Stell dir ein Treibhaus vor, in welchem du Gemüse pflanzt. Die Sonnenstrahlen dringen zwar durch die durchsichtige Abdeckfolie und erhitzen den Boden. Die Wärme kann aber nicht mehr ins Freie gelangen und wärmt das Treibhaus auf.
Das Gleiche passiert auch auf der Erde. Anstatt einer Plastikfolie umgeben jedoch immer mehr Treibhausgase die Erde. Treibhausgase entstehen unter anderem durch das Verbrennen von Energieträgern wie Öl, Kohle oder Gas.
Wenn man z. B. Öl verbrennt, dann wird CO2 freigesetzt und gelangt in die Erdatmosphäre. Dieses Gas hat eine ähnliche Wirkung wie die Plastikfolie im Treibhaus: Sonnenstrahlen gelangen auf die Erde. Die Wärmestrahlen gelangen jedoch nicht mehr alle aus der Atmosphäre hinaus, weil einige davon von den Treibhausgasen reflektiert werden.
Denn Sonnenstrahlen sind kurzwellige Wärmestrahlen. Diese dringen durch die Atmosphäre auf die Erde. Der Boden gibt die Strahlen als langwellige Wärmestrahlen zurück. Diese bleiben grösstenteils in der Atmosphäre.
WAS SIND DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS?
Folgen weltweit
Der Klimawandel betrifft uns alle auf unterschiedliche Weise. Weltweit werden Temperaturen im Schnitt steigen. Dies hat unterschiedliche Folgen: Je nach Region auf der Welt wird sich das Klima unterschiedlich verändern. Während zum Beispiel Küstenregionen stärker von steigendem Wasserspiegel betroffen sind, werden andere Regionen stärker von Dürren betroffen.
- Sind steigende Temperaturen und jahreszeitliche Verschiebungen der Niederschläge. Diese machen das Wetter extremer. Stürme, Fluten und Schneefall können stärker und häufiger auftreten. Extremes Wetter kann die Infrastruktur schädigen oder zerstören.
- Lange Dürren schaden der Landwirtschaft. Die Versorgung gewisser Menschen mit Essen und Wasser wird erschwert. Die Gesundheit von Menschen in Städten wird gefährdet, weil die Luftqualität durch steigende Temperaturen weiter abnimmt.
- Anstieg der Meeresspiegel: Es wird befürchtet, dass der Meeresspiegel bis ins Jahr 2100 um 25 bis 80 Zentimeter steigen könnte. Küstenregionen sind durch Sturmfluten gefährdet. Gewisse Regionen können durch den Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar werden.
- Ozeane werden wärmer und saurer: Dies kann zur Folge haben, dass Korallenriffe absterben. Zudem wird das Ökosystem in vielen Regionen gestört.
Es gibt weitere mögliche Folgen des Klimawandels. Diese sind teilweise noch schwer abzuschätzen:
- So kann der Klimawandel negative Folgen für die Weltwirtschaft oder die Ernährung haben.
- Es kann zu Artensterben kommen.
- Ebenso ist möglich, dass es eine verstärkte Migration durch Klimaflüchtlinge gibt.
Folgen Klimawandel Schweiz
In der Schweiz sind die Temperaturen in den letzten Jahrzehnten überdurchschnittlich gestiegen. Heute liegt die Durchschnittstemperatur im Vergleich zu 1864 um 2 Grad Celsius höher. Die Schweiz ist vom Klimawandel stärker betroffen als andere Gebiete.
Massnahmen gegen den Klimawandel
Um den Klimawandel zu verlangsamen, braucht es internationale und nationale Massnahmen.
Klimakonventionen
Auf internationaler Ebene gibt es seit 1992 eine Klimakonferenz, an der Länder aus der ganzen Welt teilnehmen. Ziel der Konferenz ist es, die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre so tief zu halten, dass das Klima nicht gefährlich gestört wird. Die Ziele der der Konferenz werden in verschiedenen Konventionen festgeschrieben. Die Konventionen fordern Regierungen dazu auf, Strategien und Pläne zu entwickeln, um die Emissionen von Treibhausgasen zu senken. Treibhausgase sind z. B. CO2, Methan und Lachgas. Zudem sollen die Länder sich gegenseitig unterstützen. Seit 1995 trifft sich die Klimakonferenz jährlich.
2005 trat das Kyoto-Protokoll in Kraft. Es ist das erste internationale Übereinkommen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Es verpflichtet Industrieländer wie die Schweiz, ihre Emissionen zu verringern. In der ersten Periode von 2008 bis 2012 wurden die Länder verpflichtet ihre Emissionen durchschnittlich um 5.2 Prozent im Vergleich zu 1990 zu verringern. Die Schweiz setzte sich das Ziel, ihre Treibhausgasemissionen um acht Prozent zu verringern. Das hat die Schweiz geschafft. Nach der ersten Periode einigten sich die beteiligten Länder auf eine weitere Senkung der Emissionen. Ziel der Schweiz war es, bis 2020 die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 20 Prozent zu reduzieren. Die Schweiz hat bis 2020 ihre Emissionen um 19 Prozent reduziert. Das Ziel wurde also nicht ganz erreicht.
2015 wurde das Abkommen von Paris verabschiedet. Damit haben sich Länder von überall auf der Welt gemeinsam das Ziel gesetzt, die Erde um höchstens 1.5 Grad Celsius erwärmen zu lassen. Bis 2050 müssen dafür die Treibhausgasemissionen Netto-Null betragen. Das heisst, dass nicht mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen dürfen, als durch natürliche Speicher und technische Speicher wieder aufgenommen werden können. Natürliche Speicher nehmen von sich aus Treibhausgase wie CO2 auf. Deswegen sind z. B Bäume natürliche Speicher, weil sie CO2 zum Wachsen benötigen. Technische Speicher sind von Menschen gemachte Speicher für Treibhausgase. Ein Beispiel dafür ist mit CO2 angereicherter Beton.
Die Schweiz hat das Abkommen von Paris angenommen und sich das Ziel gesetzt, ihre Emissionen in einem ersten Schritt bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 50 Prozent zu senken.
Klimastrategie 2050
Um die Ziele des Pariser Übereinkommen zu erreichen, hat der Bundesrat im Januar 2021 die Klimastrategie 2050 verabschiedet. Die Klimastrategie umfasst zehn Grundsätze.
- Chancen nutzen, die der Übergang auf Netto-Null Emissionen mit sich bringt.
- Die klimapolitische Verantwortung wahrnehmen.
- Die Emissionen in der Schweiz reduzieren.
- Die Emissionen über die gesamte Wertschöpfung reduzieren.
- Alle Energieträger, wie z. B. Solarenergie, sorgsam und optimal einsetzen
- Bund und Kantone richten sich konsequent auf Netto-Null aus
- Netto-Null erfolgt ohne negative Auswirkung auf die Gesellschaft
- Netto-Null erfolgt ohne negative Auswirkung auf die Wirtschaft
- Umweltqualität verbessern
- Technologieoffenheit
Die Klimastrategie betrifft viele Bereiche der Schweizer Wirtschaft und des öffentlichen Lebens. Sie gilt für Gebäude, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft, Ernährung, Finanzmarkt, Abfall, für den Luftverkehr und für synthetische Gase. Synthetische Gase sind Gase, die künstlich hergestellt werden und z. B. als Kältemittel für Klimaanlagen gebraucht werden. Jeder Bereich erhält eigene konkrete Ziele zugeordnet. Diese müssen so gut es geht umgesetzt werden.
Damit das Pariser Übereinkommen und die Klimastrategie 2050 umgesetzt werden können, hat das Parlament im Herbst 2020 eine Totalüberarbeitung des CO2-Gesetzes von 2011 angenommen. Diese Überarbeitung wurde 2021 in einer Volksabstimmung abgelehnt. Wie das neue CO2-Gesetz ausgesehen hat, findest du hier.
Weil das überarbeitete Gesetz abgelehnt wurde, hat das Parlament eine Übergangslösung geschaffen. Bis Ende 2024 bleibt das alte CO2-Gesetz gültig. Auch sollen Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 weiterhin jedes Jahr um 1.5 Prozent gesenkt werden. Im September 2022 hat der Bundesrat eine neue überarbeitete Version des CO2-Gesetzes dem Parlament vorgelegt. Diese überarbeitete Version muss das Parlament aber erst noch behandeln.
Aktuelles CO2-Gesetz
Das aktuelle Gesetz zur Reduktion von CO2 -Emissionen ist von 2011. Es beinhaltet unter anderem folgende Massnahmen:
- Die Kantone müssen dafür sorgen, dass die CO2 -Emissionen von Gebäuden, die mit fossilen Brennstoffen beheizt werden, gesenkt werden.
- Neue Autos dürfen nicht mehr so viel CO2 ausstossen wie früher. Sie dürfen seit 2020 im Durchschnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen.
- Emissionen sollen dort gesenkt werden, wo dies am günstigsten gemacht werden kann. Jedes Jahr werden Emissionsrechte an Unternehmen verteilt und versteigert. Emissionsrechte geben die Möglichkeit, eine festgelegte Menge Emissionen zu verursachen. Grosse Unternehmen, die viel Energie verbrauchen sowie Betreiber/-innen von Luftfahrzeugen können diese Rechte untereinander handeln. Ein Unternehmen, dass zu viel Energie verbraucht hat, kann so beispielsweise die Rechte eines anderen Unternehmens einkaufen, das weniger Energie verbraucht hat.
- Wenn ein Unternehmen Treibstoff importiert, muss sie einen Teil davon ausgleichen. Das macht das Unternehmen, indem es sich an Klimaschutzprojekten beteiligt. Das darf es im In- und Ausland tun.
- Es gibt Lenkungsabgaben für fossile Brennstoffe. Wer fossile Brennstoffe braucht, muss eine Abgabe bezahlen. So wird das Verbrauchen der Brennstoffe teurer. Damit sollen VerbraucherInnen dazu bewegt werden, sparsamer mit Brennstoffen umzugehen.
Mehr Informationen zu den Massnahmen gegen den Klimawandel und der Klimastrategie 2050 findest du auf der Webseite des Bundesamtes für Umwelt (BAFU).