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Geschichte
Dokumente und Gegenstände illustrieren die Geschichte der Juden in der Schweiz und dem benachbarten Ausland.
Der Römische Menora-Ring aus dem 4. Jahrhundert, der im Jahre 2001 in Kaiseraugust (AG) gefunden wurde, bezeugt die – vorübergehende? – Präsenz von Juden am Oberrhein.
Juden in Basel sind mit Objekten und Urkunden erst im Mittelalter, im 13. und 14. Jahrhundert, dokumentiert. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert war ihnen ein längerer Aufenthalt in der Eidgenossenschaft – mit wenigen Ausnahmen – untersagt. Mit der Emanzipation der französischen Juden 1791 erhielten sie in der Schweiz allmählich ein beschränktes Niederlassungsrecht. 1866 ist es schliesslich gelungen, die bürgerliche und rechtliche Gleichstellung und 1874 die Glaubens- und Gewissensfreiheit zu verankern.
Massband
Auf dem Viehmarkt wurden ausziehbare Massbandrollen verwendet. Oft konnten sich indessen die Händler bei der Vermessung des Viehs auf ihr geschultes Auge verlassen.
Die spezielle Massbandrolle stammt von der Familie Wyler aus Langenthal und Winterthur um 1950. n.
Schriftstück
Weil die Juden seit dem Mittelalter durch Zunftordnungen von jeglichem Handwerk ausgeschlossen waren, litten sie unter beachtlichen Einschränkungen. Ausser dem Arztberuf konnten sie dem Liegenschaftshandel, dem Geldgeschäft, dem Vieh-, Hausier- und Textilhandel nachgehen.
Das Schriftstück zeigt den Briefkopf von Adolf Weil, traditioneller Viehändler in Thun um 1900. Sein Vater, Isaak Weil erhielt im Zuge der rechtlichen Gleichstellung 1871 das Schweizer Bürgerrecht.
Geldranzen
Die Händler auf dem Lande bewahrten ihre Einkünfte unterwegs oft in einem sogenannten Geldranzen auf, den sie als Gürtel trugen.
Der Gürtel gehörte einem jüdischen Viehhändler aus Lengnau, der die Geldkatze (Geldranzen) vermutlich im 19. Jahrhundert benützt hat.
Theodor Herzl (1860-1904)
In Basel fand 1897 der Erste Zionistenkongress unter der Leitung von Theodor Herzl statt. Seine Vision «In Basel habe ich den Judenstaat gegründet» hat schliesslich 1948 zur Gründung des Staates Israel geführt. Bildmaterial und Schriften im Museum stammen von den zehn in Basel abgehaltenen Zionistenkongressen.
Die berühmte Ansichtskarte nach einer Fotografie von Ephraim Moses Lilien (1874-1925) zeigt Theodor Herzl auf einem Balkon des Hotels «Drei Könige» in Basel um 1902.