Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03349.jsonl.gz/1426

Mit 4,2 Millionen Einwohnern zählt Kroatien zu den kleineren Teilnehmern der Fussball-WM. Trotzdem steht es nun im Final. Gerade weil Kroatien aus einem vergleichsweise kleinen Talente-Pool auswählen kann, sind die regelmässigen Erfolge des Landes in Team-Sportarten bemerkenswert.
Das heutige Kroatien entsteht 1991 nach dem Zusammenbruch von Jugoslawien. Es dauert ganze sieben Jahre, dann stürmt das Fussball-Nationalteam schon bis in den WM-Halbfinal. 1998 werden Davor Suker, Zvonimir Boban, Robert Prosinecki und Co. Dritte.
Die Kroaten gehören zur Weltspitze. 1996 (mit NLA-Allzeit-Topskorer Goran Perkovac, der nach vielen Jahren in der Schweiz mittlerweile Doppelbürger ist) und 2004 werden die «Kauboji» (Cowboys) Olympiasieger. Bei Weltmeisterschaften holte Kroatien bisher fünf Medaillen, Höhepunkt ist der Titelgewinn 2003.
Toni Kukoc und Drazen Petrovic führen das Team an den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona bis in den Final. Dort fordert Kroatien das legendäre «Dream Team» der USA, holt die Silbermedaille. Der 2,16 m grosse Power Forward Dragan Bender von den Phoenix Suns ist einer von sechs kroatischen NBA-Spielern, er wurde als Nummer 4 gedraftet und damit so hoch wie kein Landsmann zuvor.
2012 wird Kroatien in London Olympiasieger. Es ist nach Silber 1996 die zweite Olympiamedaille, Weltmeister werden Kroatiens Wasserballer 2007 und 2017.
Die Geschwister Janica und Ivica Kostelic zählen zu den erfolgreichsten Skirennfahrern der Welt. Janica ist vierfache Olympiasiegerin, fünffache Weltmeisterin, dreifache Gesamtweltcupsiegerin. Ivica gewinnt den Gesamtweltcup einmal, hat einen kompletten Satz WM-Medaillen und bringt von Olympischen Spielen vier Silbermedaillen nach Hause. Er feiert 26 Weltcupsiege, Janica sogar 30.
Wie die Schweiz hat auch Kroatien für ein kleines Land herausragende Tennisspieler. Iva Majoli gewinnt im Final gegen Martina Hingis die French Open 1997, Goran Ivanisevic triumphiert 2001 in Wimbledon (Bild), Marin Cilic siegt 2014 an den US Open. Dank den Top-10-Spielern Ivan Ljubicic (heute Trainer von Roger Federer) und Mario Ancic gewinnt Kroatien 2005 den Davis Cup. Cilic, Ivo Karlovic und Ivan Dodig verlieren 2016 erst im Final knapp gegen Argentinien.
Hochspringerin Blanka Vlasic kratzt mit ihrer Bestleistung von 2,08 m am Weltrekord, der nur ein Zentimeter höher liegt. Sie wird 2007 und 2009 Weltmeisterin und gewinnt an Grossanlässen insgesamt elf Medaillen. Je zweifache Olympiasiegerin und Weltmeisterin wird Diskuswerferin Sandra Perkovic, die allerdings auch einmal wegen Dopingmissbrauchs gesperrt wird. Sara Kolak holt 2016 in Rio Gold mit dem Speer.
Im Doppelzweier feiern die Gebrüder Martin und Valentin Sinkovic 2016 den Olympiasieg, sie sind auch vierfache Weltmeister.
Duje Draganja verpasst 2004 über 50 Meter Freistil nur um eine Hundertstelsekunde die Goldmedaille. Auf der Kurzbahn wird er zweimal Weltmeister.
Kristijan Durasek gewinnt 2015 eine Etappe der Tour de Suisse (Bild). Robert Kiserlovski beendet den Giro d'Italia zwei Mal als Gesamtzehnter – und muss gestern, am Tag des grossen kroatischen Fussballtriumphs, die Tour de France nach einem Sturz wegen eines Schlüsselbeinbruchs aufgeben.