Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/3025

3.2. Gütertransporte und Infrastruktur nach Verkehrsträgern
3.2.1. Güterverkehrsbezogene Ausgangslage
Die Beschaffenheit der logistikrelevanten Infrastruktur beeinflusst die einzel- und gesamtwirtschaftlichen Zielsetzungen, wie beispielsweise die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern. 10 Der Begriff «Logistikinfrastruktur » bezieht sich im materiellen Sinne auf das Netz eines Wirtschaftsraums, z. B. einer Volkswirtschaft, in dem Güter und Informationen zwischen den Unternehmen und Haushalten ausgetauscht werden. 11
In den nachfolgenden Abschnitten werden darum die vier Verkehrsträger Strasse, Schiene, Wasser und Luft hinsichtlich ihrer Infrastruktur in der Schweiz näher beschrieben. Der Rohrleitungsverkehr wird aufgrund seiner spezifischen Ausrichtung (z. B. auf Wasser) vernachlässigt.
Anmerkung: Güterverkehrsaufkommen vs. Güterverkehrsleistung
Die Bedeutung des Güterverkehrs lässt sich unabhängig vom Ort anhand des Aufkommens - gemessen in Tonnen (t) - und anhand der Leistung - gemessen in Tonnenkilometern (tkm) als Produkt aus transportierter Menge (t) und zurückgelegter Entfernung (km) - pro Jahr bestimmen. Über diese beiden Kenngrössen wird der jeweilige Anteil der Verkehrsträger Strasse, Schiene, (Binnen-)Schiff, Luft sowie Kombinierter Verkehr (KV) bestimmt. Das Güterverkehrsaufkommen findet in der Praxis häufig auf Unternehmensebene Verwendung. Die Güterverkehrsleistung wird hingegen als Indikator aus eher volkswirtschaftlicher Perspektive für die Bestimmung des Modal Split herangezogen. Der leistungsbezogene Modal Split soll beispielsweise die Gewichte und Gewichtsverlagerungen zwischen den Verkehrsträgern Strasse und Schiene bzw. KV angeben. Denn eine Veränderung der Güterverkehrsleistung zuungunsten des energie- und schadstoffärmeren Eisenbahn- bzw. Binnenschiffsverkehrs kann in der Regel mit einer Erhöhung der Umweltbelastung gleichgesetzt werden. Eine solche Umweltbeeinträchtigung lässt sich aus dem Güterverkehrsaufkommen alleine nicht unmittelbar ablesen. Ferner ist bei den gewichtsbezogenen Aufkommen problematisch, dass eine Vergleichbarkeit unterschiedlicher Güter nicht gegeben ist. Beispielsweise entsprechen 20 t Styropor etwa 10 Lkw-Ladungen, während 20 t Baustoffe lediglich eine Lkw-Ladung ausmachen. Zudem kann es bei gebrochenen Transportketten zu Mehrfachzählungen kommen. Denn eine Fracht von 10 t Gütern, die zunächst auf der Strasse und danach auf der Schiene transportiert wird, entspricht einem Güteraufkommen von 20 t. Solche Mehrfachzählungen treten bei der Messung der Güterverkehrs über die Leistung nicht auf.
Aufgrund der durchgängigen Datenverfügbarkeit wird in der vorliegenden Studie primär das Güterverkehrsaufkommen ausgewiesen. Wenn möglich wird ebenfalls die Güterverkehrsleistung dargestellt, diese vertiefte Rückschlüsse auf Auslastungsgrade oder Transportkosten erlaubt.
Allgemein nimmt der Strassengüterverkehr in Bezug auf das Gütertransportaufkommen in der Schweiz eine dominierende Rolle ein. Über 77 % der transportierten Tonnage werden auf der Strasse befördert (s. Tab. 8).
Der Schienengüterverkehr folgt mit knapp 16 % an zweiter Stelle. Schiffsgüter-, Rohrleitungs- und Luftfrachtverkehr stellen zusammen rund 7 % des gesamten Güterverkehrsaufkommens der Schweiz.
|10
||Vgl. Pfohl (2004), S. 340 ff.

|11
||Vgl. Ihde (2001), S. 47.

|12
||Der Schiffsgüterverkehr beschränkt sich auf den Rheinabschnitt zwischen Basel und Rheinfelden und Fahrten auf einigen kurzen Kanälen sowie auf den grösseren Seen der Schweiz.

|13
||Das angegebene Luftfrachtaufkommen bezieht sich auf die tatsächlich von Schweizer Flughäfen verflogene Tonnage. Luftfracht, die über ausländische Flughäfen befördert wird, ist nicht erfasst.

|14
||Bei einer wertmässigen Auswertung wäre der Anteil der Luftfracht bedeutend höher.