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Auch wenn die Schokolade den Ruf hat, ein typisches Schweizer Produkt zu sein; der Kakao wird nicht in der Schweiz angebaut. Der Grossteil des Kakaos für die Osterschokolade stammt aus Westafrika. Ist dieser nicht fair gehandelt, bekommen die Menschen dort nur wenige Cent pro Schoggihasen. Das reicht nicht, um zu überleben, geschweige denn die Kinder zur Schule zu schicken. Oft sind die Familien gezwungen, die Kinder bei der Ernte mitarbeiten zu lassen, um genügend Geld zu verdienen. Mit dem Kauf von Schokolade mit Fairtrade-Siegel bereiten Sie nicht nur Ihren Liebsten, sondern auch den Produzentenfamilien im Ursprungsland eine Freude.
Ein Siegel ist besser als kein Siegel
Oftmals stehen Faitrade- oder Bio-Siegel unter Kritik. Dennoch lässt sich generell sagen, dass ein Siegel besser ist als kein Siegel. Im Gegensatz zur Fairtrade-Banane handelt es sich bei der Schokolade um ein Mischprodukt aus verschiedenen Rohstoffen (Kakao, Zucker, Vanille, Milch). Das macht die Zertifizierung schwieriger: Alle Bearbeitungsstufen eines Produktes müssen im Fairtrade-System eingebunden sein und sämtliche Inhaltsstoffe der Schokolade zertifiziert werden. Die wichtigsten Siegel seien hier kurz vorgestellt:
GEPA
Das GEPA-Siegel ist das strengste Siegel für faire Schokolade. Es reicht in seinen Anforderungen verschiedentlich über die anderen fairen Handels-Richtlinien hinaus. Das Siegel setzt strenge Sozialstandards durch, verbietet Kinderarbeit und arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen. Das Mischprodukt Schokolade, das mit diesem Siegel gekennzeichnet ist, enthält über 75% fair gehandelte Zutaten und ist zu 75% aus Bio-Anbau. Zudem sollen auch die in westlichen Ländern produzierten Bestandteile wie Milch nach fairen Kriterien hergestellt und erworben werden. Anders als bei den anderen Zertifizierungen findet kein Mengenausgleich statt. (Was dieser Begriff bedeutet, erklären wir unten.)
Fairtrade
Das Fairtrade-Produkt-Siegel ist das häufigste und bekannteste Siegel. Es ist längst nicht mehr nur im Bio-Markt, sondern auch in Supermärkten und Discountern zu finden. Es steht für bessere soziale Bedingungen für die Bauern, verbietet Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien. Es strebt nach einer insgesamt nachhaltigen Produktion. Den Bauern werden Mindestpreise zugesichert und es werden Prämien für Gemeinschaftsprojekte ausbezahlt. Für Mischprodukte wie Schokolade gilt, dass alle Zutaten den Fairtrade-Standards entsprechen müssen.
UTZ
Das UTZ Certified-Siegel ist ein häufig zu findendes Minimal-Siegel bei Discounter-Schokolade. Zu seinen Kriterien gehören verschiedene Sozial- als auch Umweltvorgaben wie etwa ein massvoller Umgang mit Düngemitteln und Pestiziden sowie Unterkunft und medizinische Versorgung für Plantagenarbeiter. Kinderarbeit soll über die Einhaltung des Mindestalters vermieden werden. Die Bauern enthalten zwar Ernteprämien, aber keinen Mindestpreis. Gemeinhin gilt das Siegel als weniger anspruchsvoll, gelobt wird hingegen die Transparenz der Zertifizierer.
Rainforest Alliance
Das Siegel mit dem Frosch ist seltener bei Schokolade zu finden, dafür oft bei Firmen, die man sonst weniger mit Nachhaltigkeit verbindet (z.B. Nestlé, McDonalds oder Tchibo). Mit ihren Kriterien will die Rainforest Alliance die Kakaoproduktion umweltschonender, sozial gerechter und wirtschaftlicher gestalten. Es gilt allgemein als das Siegel mit dem geringsten Anspruch und zielt auf den Massenmarkt; härtere Kritiker sehen darin ein Programm zur Absatzsteigerung. Indessen darf auch dieses Siegel als besser als keines angesehen werden.
Fairtrade Cocoa Program
Das Fairtrade Cocoa Program zertifiziert nur den Rohstoff Kakao und gehört zu den Fairtrade-Produkt-Siegeln. In einer Schokolade mit diesem Siegel ist somit nur der Rohstoff Kakao fair gehandelt, das dann aber unter den Kriterien des bekannten Fairtrade-Siegels.
Der Mengenausgleich
Oftmals kritisiert wird der Mengenausgleich. Dieser funktioniert so: Der Hersteller kauft zertifizierten Kakao, dieser reicht für 100 Tafel Schokolade. Es werden aber 1000 Tafeln produziert, d.h. 900 Tafeln kommen aus unfairem Handel. Das Siegel verpflichtet den Hersteller nun, nicht mehr als die rechnerisch aus der Produktion des zertifizierten Kakaos stammenden Tafeln, also 100 Tafeln, als Fairtrade zu kennzeichnen. Für die Produzenten macht das keinen Unterschied: Fairtrade-Rohstoffe für 100 Tafeln wurden gekauft, 100 Tafeln werden mit Fairtrade-Zertifizierung verkauft. Der Konsument aber kann sich damit nicht sicher sein, ob seine Tafel Schokolade nun vollumfänglich fair produziert wurde oder nicht. Alle hier vorgestellten Siegel, ausser GEPA, gehen so vor.
Trotz der berechtigten Kritik, dass manche Kriterien zu nachlässig und nicht ausreichend kontrolliert werden, dass es verschiedentlich mehr um Effizienz- und Qualitätssteigerung und weniger um Fairness geht: Wer fair-zertifizierte Schokolade kauft, macht nichts falsch. Falsch wäre, die Schokolade zu kaufen, bei der die Hersteller sich nicht um sozialere, bessere und nachhaltigere Arbeits- und Produktionsbedingungen bemühen.
Mit dem Kauf von Fairtrade-Schokolade machen wir damit nicht nur eines, sondern mehrere Kinder glücklich: Jenes im stolzen Besitz des Schoggihasen, und noch ein paar weitere, die nicht zur Kinderarbeit gezwungen werden.