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4.10. Das Gute und das Böse
Ausgehend vom Stabilitätsprinzip kann man viele fundamentale Verhaltensnormen formulieren. Benennen wir diese Verhaltensnormen als Prinzipien des Gutes.
Nennen wir hier zwei Beispiele der Verhaltensnormen des menschlichen kollektiven Bewusstseins.
Du sollst nicht stehlen. Denn wenn alle stehlen werden, wird es nichts mehr zu stehlen geben.
Du sollst nicht töten. Denn wenn alle töten werden, wird es niemanden geben, der töten wird.
Man kann dabei merken, dass das Stabilitätsprinzip zwei scheinbar widersprüchliche Pole generiert. An einem Pol befinden sich die fundamentalen Prinzipien des Guten, am zweiten ihre Umkehrung – die fundamentalen Prinzipien des Bösen. An einem Pol verhalten sich alle Bewusstseine nach den fundamentalen Prinzipien des Guten und am zweiten Pol verhalten sich alle nach den fundamentalen Prinzipien des Bösen. Welcher von diesen Polen auftreten wird, ist durch vom kollektiven Bewusstsein und den externen Bedingungen abhängig.
Das kollektive Bewusstsein, welches jedem Einzelwesen das Stabilitätsgefühl vermittelt, wird auf Basis der fundamentalen Prinzipien des Gutes funktionieren. Das kollektive Bewusstsein, welches keinem Einzelwesen das Stabilitätsgefühl vermittelt, wird jedoch auf Basis der fundamentalen Prinzipien des Bösen funktionieren.
Da das kollektive Bewusstsein unter ständig wechselnden externen Bedingungen existiert, ist seine Existenz durch das Funktionieren auf Basis der fundamentalen Prinzipien des Guten gefährdet. Das Funktionieren des kollektiven Bewusstseins auf Basis der fundamentalen Prinzipien des Bösen ist auch unmöglich. Unabhängig von den externen Bedingungen führt es nämlich zum Zerfall des kollektiven Bewusstseins. Aus diesem Grund wird es immer Individuengruppen geben, welche sich den fundamentalen Prinzipien des Guten oder des Bösen widersetzen werden. Ihre Aufgabe ist das kollektive Bewusstsein in der Relation zu den ständig wechselnden externen Bedingungen zu überprüfen.
Verallgemeinern wir unsere Erwägungen.
Das Gute und das Böse sind zwei extreme Polen des gleichen Bewusstseinszustands.
Zum Beispiel: Die Liebe ist das Gute – das Fehlen der Liebe ist das Böse. Die Gerechtigkeit ist das Gute – das Fehlen der Gerechtigkeit ist das Böse.
Verallgemeinern wir alle Bewusstseinszustände zu einem Zustandsvektor und benennen wir ihn als den Bewusstseinszustandvektor. Am linken Pol der Achse dieses Vektors plazieren wir das absolut Gute, am rechten Pol das absolut Böse.
Benennen wir mit Z einen Parameter des Zerfallsrisikos des kollektiven Bewusstseins. (Dieser Parameters wird als intuitiv verständlich betrachtet.)
Würde man eine Funktion des Z-Parameters in Abhängigkeit des Zustandsvektors darstellen wollen, dann würde sie folgendermassen aussehen:
Man wird feststellen, dass diese Funktion ein Optimum besitzt in einem Punkt, den wir als das Gute des Bewusstseins benennen werden. Dieser Punkt liegt irgendwo zwischen dem absoluten Guten und dem absoluten Bösen. Das Gute des Bewusstseins beinhaltet also immer einen Teil des absoluten Guten und ein Teil des absoluten Bösen.
Diese Tatsache hat ihre Konsequenzen. Die Seine, welche auf dem absoluten Guten oder auf dem absoluten Bösen basieren, können nicht existieren. Das Paradies als ein Reich des ewigen Glücks, kann somit nicht existieren. Auch die Hölle, als ein Reich des ewigen Bösen, kann nicht existieren.
Die Ausrottung des Bösen ist selbst böse, weil es den Daseinspunkt des Bewusstseins auf der Achse des Zustandsvektors in die Richtung des steigenden Zerfallsrisikos verschiebt.
Aus dem Blickwinkel des Prinzips des steigenden Bewusstseins kann das Gute allein nicht existieren, genauso wie auch das Böse allein nicht existieren kann. Das Gute und das Böse sind die äussersten Pole des gleichen Bewusstseinszustands. Jedes Bewusstsein, oder jede Population, welche dieses Bewusstsein kreiert, befindet sich irgendwo dazwischen auf der Achse dieses Zustandes.
In der Situation von stabilen externen Bedingungen, wird sich der Bewusstseinszustand in die Richtung des Guten verschieben. In der Situation von externen Bedrohung hingegen – in die Richtung des Bösen.