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Das Wichtigste in Kürze
- Die Folgen des Klimawandels zeigen sich im subsaharischen Afrika bereits stark.
- Langanhaltende Dürren und unvorhersehbare Regenfälle vernichten lebenswichtige Ernten.
- Da viele Familien Hunger leiden, ist für einige Mädchen die Sexarbeit der einzige Ausweg.
«Ich schlafe mit Männern, weil ich meine Mutter unterstützen muss. Sie leidet wegen des Hungers. Wenn ich sie (die Männer) abweise, wie soll ich dann überleben?» Die 15-jährige Cavo, die hier ihre drastische Situation schildert, lebt mit ihrer Mutter und Grossmutter im Süden Angolas.
Nach drei Jahrzehnten Bürgerkrieg erlebt das Land die schlimmste Dürre seit 38 Jahren, die Mädchen wie Cavo und die Existenz zahlreicher Familien in unzumutbarer Weise gefährdet. Die Trockenheit ist eine Folge des Klimawandels, der in dieser Region bereits jetzt deutlich spürbar ist.
Die Dürre macht der Familie schwer zu schaffen. «Gestern haben wir nichts gegessen und heute mussten wir sehr früh aufstehen, um ein paar Blätter zu sammeln, die wir angebaut haben. Das ist es, was wir heute essen», erzählt sie.
Für Cavo und Dutzende anderer Mädchen, die in ländlichen Gebieten leben, ist Sexarbeit die einzige Möglichkeit, um die verheerenden Auswirkungen der Dürre zu überleben.
Die Dürre hat die Felder ausgetrocknet. Die Ernten bleiben dieses Jahr aus. Da die Lebensmittelpreise aufgrund der Knappheit steigen, wenden sich immer mehr Mädchen dieser Art von Arbeit zu, um ihre Familien zu ernähren. Sie geben dafür die Schule auf und damit die Chance, eine Ausbildung zu absolvieren und der Armut zu entkommen.
Der Druck auf die jungen Mädchen ist gross. Sie wissen, dass ihre Familien ohne dieses Einkommen nicht überleben werden. Dafür nehmen sie die Gefahr auf sich, schwanger zu werden oder sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV zu bekommen. Zusätzlich drohen psychische Langzeitfolgen und gesellschaftliche Ausgrenzung.
Klimawandel wird noch mehr Trockenheit bringen
In subsaharischen Ländern ist der Klimawandel deutlich spürbar. Die Temperaturen sind in den letzten Jahren stärker angestiegen als in anderen Teilen der Welt. Nach Einschätzung des Weltklimarats (IPCC) wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen.
Unzureichende und unvorhersehbare Regenfälle haben die Ernte und den Viehbestand vernichtet. Bäuerlich geprägte Regionen haben wenig bis gar nichts zu essen – und noch weniger zu verkaufen.
Laut Prognosen von Klimaforschern soll die Dürre in der Region noch häufiger und heftiger auftreten. Fehlende Ernten und der daraus resultierende Hunger werden viele Bauernfamilien dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen.
Die aktuelle Dürrekrise hat 11 Millionen Menschen in der Region des südlichen Afrikas in eine Hungerkrise gestürzt. Die Prognosen sind dramatisch.
Laut der Weltbank wird der Klimawandel bis 2030 voraussichtlich 100 Millionen Menschen mehr in die Armut treiben. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa 95'000 Kinder mehr an den Folgen von Unterernährung wegen Dürreperioden sterben werden.
Bereits jetzt kommen Kinder unterernährt zur Welt. Hat die Mutter aufgrund einer kargen Ernte nicht genügend zu essen, leidet das Ungeborene im Mutterleib an einer Unterversorgung lebenswichtiger Nährstoffe. Dies kann zu Entwicklungsstörungen mit lebenslangen Auswirkungen führen.
Die Menschen vor Ort tragen mit ihrem Lebensstil am wenigsten zum Klimawandel bei. Sie spüren die Folgen aber am stärksten. Sind sie auf sofortige Hilfe angewiesen.
Hilfswerke versorgen die Menschen mit dem Nötigsten
Die Soforthilfe angesichts der drastischen Auswirkungen des Klimawandels ist vielfältig.
Das internationale Kinderhilfswerk World Vision versorgt beispielsweise in mobilen Gesundheitszentren Neugeborene und Kinder mit speziellen, besonders nahrhaften Lebensmitteln. Ausserdem werden Mütter trainiert, um Unterernährung zu erkennen und rechtzeitig in die Gesundheitszentren zu kommen.
Ernährungsprogramme in Schulen und die Instandsetzung von Brunnen zählen ebenso zum Hilfsprogramm, wie sichere Räume für Mädchen wie Cavo zu schaffen, die missbraucht oder die sexuelle Ausbeutung als einzigen Weg aus der Misere sehen. Neben Lebensmittelhilfe für ihre Familien hilft World Vision diesen Mädchen mit Bildung, Beratung und medizinischer Versorgung.