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Zu Besuch im Wasserschloss Freiburgs
Vereinigung in Sachen Bodenverbesserungen
Die Besichtigung der Güterzusammenlegung Grandvillard-Estavannens, der Wasserversorgungswerke sowie der Hofsiedlung der Zwillingsbrüder Jacques und Philippe Pharisa standen auf dem Programm des Jahresausfluges der Freiburgischen Vereinigung für Bodenverbesserungen.
Von JOSEF JUNGO
Im unteren Intyamon-Tal (Bas-Intyamon) gibt es grosse Wasser- und Kiesvorkommen. Im Rahmen der Güterzusammenlegung von Grandvillard-Estavannens galt es diese Ressourcen zu erheben und die natürlichen Aspekte einzubeziehen, erklärte der verantwortliche Geometer vor rund 200 Teilnehmenden. Die Anfänge für diese Arbeiten, die noch im Gang sind, gehen auf die achtziger Jahre zurück. Der Perimeter umfasst 615 Hektaren, 300 Landeigentümer sind involviert.
Ingenieur André Sciboz (Büro Ribi) informierte über das Konzept der Wasserversorgung in der Region, d. h. Sicherstellung der Trinkwassers und Brandschutzes. Die Sanierungsmassnahmen an Quellfassungen, Leitungen und Reservoirs sind auf 2,5 Millionen Franken geschätzt. Eau-Sud, die Organisation, welche etwa 40 Gemeinden mit Trinkwasser versorgt, hat in Grandvillard vier Bohrungen bis 40 Meter Tiefe durchgeführt.
Die Landwirtschaft im Intyamon-Tal
Im Tal gibt es noch 1500 Betriebe. Das gesamte Milchkontingent beträgt sieben Millionen Kilogramm. Die Milch wird in der Demonstrationskäserei in Pringy zu Gruyère AOC verarbeitet. 100 Herden Kühe und 150 Herden Rinder werden gealpt. Im Tal gibt es 285 Alphütten.
Im Rahmen der Güterzusammenlegungen wurden mehrere Betriebe ausgesiedelt. Einer davon ist derjenige der Gebrüder Pharisa, Estavannens. Nach der Übernahme des elterlichen Betriebes 1999 wurde im Tal ein Stall für Milchkühe erstellt. Im letzten Jahr wurde diese Scheune vergrössert und mit einem Aufzuchtstall für 12 000 Legehennen pro Umtrieb erweitert. Die zwei Tage alten Küken bleiben während 18 Wochen auf dem Betrieb. Der auf 750 m ü. M. liegende Betrieb (Bergzone II) umfasst 58,9 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche, davon sind 10,6 Hektaren Eigentum. Die Pharisas haben eine hochwertige Holsteinherde mit 54 Kühen und Nachzucht. Das Milchkontingent beträgt 330 000 Kilogramm.
Das Dorf Grandvillard figuriert im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Interessiert lauschten die etwa 40 deutschsprachigen Teilnehmer den Ausführungen über die Geschichte und das Ortsbild von Bauernhausforscher Jean-Pierre Anderegg bei der Führung durch das Dorf.
39,6 Mio. Franken Subventionen
1975 Projekte für die Sanierung von Hofdüngeranlagen mit einem Gesamtvolumen von 783 000 Kubikmetern wurden im Rahmen dieses Programmes mit 39,6 Millionen Franken subventioniert. Das Programm, das 1988 begann, gehe dem Ende zu, erklärte Jean-Paul Meyer, Chef des Meliorationsamtes.
An die Wiederinstandstellung von Meliorationswerken werden in Zukunft nur noch Beiträge ausgerichtet, wenn diese Massnahmen in einer einzigen administrativen Arbeit zusammengefasst werden. Erstmals werden auch vier Bewässerungsprojekte subventioniert.
Das kantonale Meliorationsamt verfügt dieses Jahr über Subventionenen von 7,7 Millionen Franken vom Bund und 8,3 Millionen Franken vom Kanton. Präsident Jean-Charles Marmy bezeichnet in seinem Bericht 2005 als das Jahr der Extreme. In den vielen Katastrophen sei die Gewalt der Natur aufgezeigt worden. Das wirtschaftliche Umfeld habe sich für die Landwirte sehr stark verändert, stellte Vizepräsident Ueli Minder fest. Er wies darauf hin, dass die Landwirtschaftsverantwortlichen der Gemeinden beauftragt sind, ab dem 1. September 2005 für die bewirtschafteten Parzellen eine Erosionskarte zu erstellen. Diese Massnahme sei von der Koordinationsgruppe «Boden» des Kantons angeordnet worden. ju