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Ein Forscherteam hat das Erbgut von mittelalterlichen Lepraerregern untersucht und festgestellt, dass dieses weitgehend indentisch ist mit dem heute noch aktiven. Dies lässt den Schluss zu, dass der Rückgang dieser im Mittelalter weit verbreiteten Krankheit der zunehmenden Resistenz der mitteleuropäischen Bevölkerung zu verdanken ist. Seit dem 16. Jahrhundert ging die Krankheit auf dem grössten Teil des europäischen Kontinentes plötzlich zurück.
Zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass der Mensch resistent geworden ist. Die Bedingungen dafür waren unter anderem die Isolierung der Kranken, die sich ihrerseits weniger fortpflanzten. Es gibt auch genetische Ursachen: die Europäer scheinen widerstandsfähiger zu sein als die übrige Weltbevölkerung.
Die Forscher entdeckten dabei auch noch eine Kuriosität: in Schweden und Grossbritannien fanden sie einen mittelalterlichen Bakterienstamm, der fast identisch ist mit einem heute im Nahen Osten auftretenden Erreger. Möglicherweise wurde dieser durch die Kreuzzüge nach Palästina gebracht. Aber auch der umgekehrte Weg wäre denkbar.
Quelle: Science, Stewart Cole, Global Health Institute, ETH Lausanne
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