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Die Fifa steht als Veranstalterin der WM in der Pflicht für faire und nachhaltige Spiele zu sorgen. Leider werden im Vorfeld und während der WM Menschenrechte weiterhin missachtet. Die Fifa hätte es in der Hand mit einem Nachhaltigkeitskodex eine neue Ära für Megasportevents einzuläuten: Faire Spiele für alle!
Im Zusammenhang mit den Fussballweltmeisterschaften werden Menschenrechte regelmässig missachtet. Im Vorfeld der WM kommt es zu Vertreibungen und StrassenhändlerInnen verlieren ihr Einkommen. Die menschenrechtliche Situation ist auch im Fall von Russland 2018 und
Qatar 2022 prekär. Auf Grossbaustellen für die Infrastruktur und die Stadien werden ArbeitsmigrantInnen häufig ausgebeutet.
Profit und Preis der WM
In Qatar kam es zu zahlreichen Todesfällen auf Grossbaustellen und das «Kafala»-System, das die ArbeiterInnen ihrer Freiheitsrechte beraubt, ist weiterhin Standard. In Russland wird geltendes Arbeitsrecht wegen der Fussball-WM ausgehöhlt. Dies war bereits in Brasilien und Südafrika zu beobachten. Die Fussball WM lässt sich auf eine einfache Formel reduzieren: Den Preis zahlt die Öffentlichkeit, den Profit macht die Fifa.
Was Solidar Suisse dagegen unternimmt
Mit Öffentlichkeitsarbeit, Kampagnen, Recherchen und Gesprächen fordert Solidar Suisse die Fifa auf, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. Ausserdem unterstützt Solidar Suisse in Qatar Projekte, die Arbeitsmigranten unterstützen. Zuletzt hat Solidar Suisse anlässlich der Fifa-Präsidentschaftswahl im Februar 2016 einen Brief an den Präsidenten verfasst; er wurde rund 5000 Mal online unterzeichnet. Der Brief ging zusammen mit dem Nachhaltigkeitskodex, der von 10000 Personen unterschrieben worden war, an den neuen Präsidenten Gianni Infantino. Der Nachhaltigkeitskodex enthält folgende Punkte:
- Wahrung der Menschenrechte
- Festlegung von Mindeststandards bei den Arbeitsbedingungen für BauarbeiterInnen und StrassenhändlerInnen (keine Verkaufseinschränkungen, faire Löhne, Verbot von Zwangsarbeit, Diskriminierung und Kinderarbeit sowie Wahrung der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit)
- Keine Steuerbefreiung für die Fifa und ihre Sponsoren im Austragungsland
- Keine Sondergesetze für die Fifa wie z. B. Streikverbot vor einer WM.
- Festlegung von ökologischen Kriterien für die Austragungsstätten.