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Vier Grosskonzerne kontrollieren rund 70 Prozent des Welthandels mit Agrarrohstoffen. Drei Konzerne dominieren 50 Prozent des Weltmarkts für Landtechnik. Werden zwei jüngst angemeldete Fusionen genehmigt, dann würden drei Konzerne mehr als 60 Prozent des globalen Marktes für kommerzielles Saatgut und für Pestizide beherrschen, schreiben die Autoren des Konzernatlas 2017.
In den vergangenen zwei Jahren (2015 und 2016) hätten fünf der zwölf kapitalintensivsten Übernahmen börsennotierter Konzerne im Agrar- und Ernährungsbereich stattgefunden. 2015 waren Fusionen von Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelindustrie 347 Milliarden Dollar wert - das war fünf Mal höher als der Fusionswert in der Pharma- oder im Ölsektor.
Ein besonderer Brocken ist die angekündigte Übernahme des Saatgut- und Gentechnikkonzerns Monsanto durch die deutsche Bayer. Dadurch werde ein Agrarkonzern entstehen, "der ein Drittel des weltweiten Marktes für kommerzielles Saatgut und ein Viertel des Marktes für Pestizide dominieren und so die Art und Weise bestimmen wird, wie auf den Äckern gewirtschaftet wird", warnt Hubert Weiger, Vorsitzender der Organisation "Bund".
Monsanto sei als Firma kaum präsent, weil es unter verschiedensten Marken verkaufe. "Es besitzt das Gros aller Gentech-Pflanzen, verkauft aber auch viele konventionelle Saaten und hier insbesondere Gemüsesaatgut", heisst es im Konzernatlas.
Werden die Fusionen erlaubt, "kommen Bayer-Monsanto, DuPont-Dow und ChemChina-Syngenta ihrem Ziel näher: jeweils die marktbeherrschende Stellung bei Saatgut und Pestiziden zu erreichen, also Produkte, Preise und Qualitäten zu diktieren. Alle drei Gruppen verfolgen die Strategie, andere Anbieter zu verdrängen und den Wettbewerb so weit wie möglich auszuschalten, zur Not durch den Aufkauf der Konkurrenz", so der Konzernatlas.
Drei Firmen dominieren Landmaschinenmarkt
Bei der Landmaschinen und Agrartechnik mit einem weltweiten Volumen von zuletzt (2015) 112 Milliarden Dollar kontrollieren drei Firmen die Hälfte des Umsatzes. Diese seien aber schwer zu erkennen, weil sie durch den Ankauf verschiedenster Firmen gewachsen seien und die alten Marken meist weiterführen, heisst es im Konzernatlas.
Nummer eins sei der US-Konzern Deere, dahinter CNH Industrial mit Sitz in den Niederlanden, die zu Fiat gehören und zwölf Marken umfassen, darunter Steyr aber auch Case, New Holland, Magirus und Iveco. Nummer drei ist er US-Konzern AGCO. Die beginnende Digitalisierung in der Landwirtschaft werde die Konzentration noch beschleunigen, da sich die teure Technologie nur für grosse Firmen lohnt.
(AWP)