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Frauenthal ist das älteste Schweizer Zisterzienserkloster, das am Ort seiner Gründung bis heute existiert. Die Anfänge dürften in einer 1235 erwähnten, in enger Beziehung zum Zisterzienserkloster Kappel am Albis stehenden Beginensamnung in Hausen am Albis liegen. Als Gründer des Klosters wird Freiherr Ulrich von Schnabelburg genannt. Der Klosterbau dürfte ab den 1240er-Jahren erfolgt sein. Seit der Reformation steht Frauenthal unter der Aufsicht der Äbte von Wettingen.
Die Hinwendung zu Gott, die Begegnung mit sich selbst und das Leben in der Gemeinschaft erfüllen das Leben der dreizehn Zisterzienserinnen. Ihr Tag teilt sich in Gebet, Arbeit und Lesung.
Das Kloster Frauenthal liegt einige Kilometer nördlich von Cham, inmitten von Wäldern und Matten auf einer Insel, die von zwei Armen der Lorze gebildet wird. Die Klosterkirche ist ganz im Stil der Rokoko-Zeit.
Die Anfänge der Gemeinschaft gehen zurück auf eine im Jahr 1830 gegründete Schule für Landmädchen in Baldegg (LU). Dort widmeten sich Schwestern der Erziehung von Bauerntöchtern. Die politischen Ereignisse um den Sonderbundskrieg im Jahre 1847 setzten dem florierenden Institut jedoch bald ein jähes Ende: Die Schwestern wurden 1853 von der liberalen Regierung des Kantons Luzern weggewiesen und mussten ins Exil ziehen. Zunächst fanden sie Zuflucht in Privathäusern in Cham. Da sich die Gemeinschaft aber stetig vergrösserte, erwarben sie das Haus und etwas Land bei der Heiligkreuzkapelle in Lindencham.
Am Platz des heutigen Klosters stand früher eine kleine Kapelle. Daran vorbei führten die Wege von den damals abgelegenen Dörfern nach Zug und Cham. Oft machten Bauernfamilien auf dem Weg zum Markt in dieser Kapelle Halt und dankten Gott für die gute Ernte.
Die Kapelle wurde bald einmal vergrössert, ein Bildschnitzer schuf das Kreuz mit dem gepeinigten Jesus. Immer häufiger pilgerte die Bevölkerung zu diesem Kreuz, wunderbare Erhörungen wurden bekannt. So wurde die Heiligkreuzkapelle zum Wallfahrtsort.
1862 gründeten die Schwestern an dieser Stelle das Kloster und verpflichteten sich, fortan für das Heiligtum zu sorgen, parallel dazu wurde eine Schule aufgebaut. Das Leben der Schwestern in der Anfangszeit war hart, aber getragen vom Glauben an eine gute Sache. Der Erfolg blieb nicht aus: 1865 bestätigte der Regierungsrat des Kantons Zug das Institut; damit begann die grosse Entfaltungszeit von Heiligkreuz. Es entstanden verschiedene Seminare für Lehrerinnen in allen Sparten; die Gemeinschaft zählte bald einmal über 300 Schwestern. Auch ausserhalb von Cham entstanden verschiedene Niederlassungen. Vor allem in Spitälern und Heimen leisteten die Schwestern von Heiligkreuz wertvolle Arbeit. 1892 schloss sich das Kloster dem Verband der Benediktiner-Kongregation von Monte Oliveto an.
Zur Schwesterngemeinschaft gehören heute 90 Schwestern. Die Leitung der Gemeinschaft liegt bei der Priorin M. Simone Buchs.