Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03430.jsonl.gz/278

Maximilian Schell, einer der wenigen Schweizer Filmstars, feiert am Freitag (08.12.) seinen 70. Geburtstag. Nach einem Zusammenbruch letzten August geht es ihm gesundheitlich wieder besser.Dieser Inhalt wurde am 08. Dezember 2000 - 10:20 publiziert
Maximilian Schell, wiewohl Schweizer Bürger, fühlte sich zeitlebens nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland und in den USA zu Hause. Schell wurde, als Sohn eines Schweizer Schriftstellers und einer österreichischen Schauspielerin, am 8. Dezember 1930 in Wien geboren.
1938, nach dem Anschluss Österreichs, flüchtete die Familie mit ihren vier Kindern Maria, Immy, Carl und Maximilian in die Schweiz. Maximilian besuchte das Gymnasium in Basel und Zürich und studierte Germanistik, Theater- und Musikwissenschaft in Basel, Zürich und München.
Mit 22 Jahren brach er die Studien ab, weil er Schauspieler werden wollte. Bereits im Jahr darauf debütierte er am Theater Basel. Und wenig später spielte er schon an den renommierten Kammerspielen in München.
"Taxichauffeur Bänz" - sein erster Schweizer Film
Bald liebäugelte Schell auch mit dem Film. Seine ersten Rollen spielte er 1955 in "Kinder, Mütter und ein General" und "Es geschah am 20. Juli". 1957 ist er in Werner Düggelins "Taxichauffeur Bänz" erstmals in einem Schweizer Film zu sehen.
Nachdem er auch am Broadway aufgetreten war, wurde der grossgewachsene und gut aussehende "Deutsche" 1958 von der 20th Century Fox entdeckt und für "The Young Lions" in der Regie von Edward Dmytryk engagiert. Schell spielte, wie öfters in seiner Karriere, einen Nazi-Offizier.
1961 mit "Oscar" ausgezeichnet
Der Durchbruch kam drei Jahre später: Für seine Rolle des deutschen Verteidigers im US-Film "Judgement at Nuremberg" von Stanley Kramer erhielt Schell 1961 den Oscar als bester Hauptdarsteller: Die Schweiz hatte einen Weltstar.
Während er in den USA jetzt ein gefragter Mann war und damit gutes Geld verdiente, pflegte er weiterhin seine Theaterkarriere: 1959 verpflichtete ihn Gustaf Gründgens ans Schauspielhaus Hamburg, wo er etwa als "Hamlet" Erfolge feierte, und von 1978 bis 1982 war er ein bejubelter "Jedermann" der Salzburger Festspiele.
Diese Theatererfolge täuschten Schell aber nicht darüber hinweg, dass seine Filmkarriere nicht zu seiner Zufriedenheit verlief: Er spielte in Hollywood zwar grosse Filmrollen, landete aber kaum je einen Kritikererfolg.
Also begann Schell nicht nur selber zu produzieren, sondern führte mehrmals auch selbst Regie. Seine erste Produktion war "Das Schloss" (1968) nach dem Romanfragment von Franz Kafka, in dem er auch die Hauptrolle spielte, und sein Regieerstling war "Erste Liebe" (1970) nach der Novelle von Iwan Turgenjew.
Sein grösster Regieerfolg wurde 1975 die Verfilmung des Romans "Der Richter und sein Henker" seines Freundes Friedrich Dürrenmatt. Als Hommage an Dürrenmatt verstand Schell auch seine Mitwirkung in Hans W. Geissendörfers "Justiz" (1993), der an Originalschauplätzen in Zürich gedreht wurde.
Weltbürger Schell
Seit seiner Heirat mit der russischen Schauspielerin Natalja Andrejtschenko im Jahre 1986 pendelt der vielbeschäftigte Schell zwischen Moskau, München und Hollywood hin und her. In der Schweiz ist er nur noch selten anzutreffen.
Diesen Herbst sollte Schell, als Alp-Öhi in der neuen "Heidi"- Verfilmung von Markus Imboden, endlich wieder in einem Schweizer Film spielen. Nach seinem Zusammenbruch beim Filmfestival in Riga Ende August musste seine Rolle jedoch umbesetzt werden.
swissinfo und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>