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Piva, Mandoline; die Bedeutung der beiden Tessiner Instrumente
Im Rahmen der Veranstaltungen des Eidgenössisches Volksmusikfest werden die Piva und die Mandoline vom 6. bis 24. September 2023 (Öffnungszeiten des Museums) im Museum Villa dei Cedri zu sehen sein. Eine wirklich aussergewöhnliche Gelegenheit, diese beiden Instrumente besser kennenzulernen und ihnen den Stellenwert zu geben, den sie gerade in unseren Breitengraden verdienen.
Das eine ist seit Jahrhunderten im Verborgenen, das andere wird von Orchestern und kleinen Ensembles gespielt. Diese beiden Instrumente der Volksmusik sind gegensätzlich: Die Piva ist ländlich, die Mandoline urban. Die Verbindung zwischen diesen beiden Instrumenten ist auf den Wunsch der Musiker zurückzuführen, diese kleinen Gegenstände aus der Vergangenheit nicht zu vergessen, die die Menschen in Freude zusammenbringen. Die Piva wird oft mit Weihnachten, aber auch mit schlechter Laune assoziiert (das Sprichwort "Du hast ein Piva-Gesicht" ist bekannt), während die Mandoline, die eleganter ist ("Du bist so zerbrechlich wie eine Mandoline"), gleichzeitig mit Fröhlichkeit und Festlichkeit in Verbindung gebracht wird.
Piva ist der Tessiner Name für den Dudelsack. In Italien wird sie zampogna, müsa, baghet genannt; in Frankreich cabrette, biniou coz, musette; in Spanien gaita. Dieses Instrument wurde bereits im Mittelalter gespielt, wie auf einigen Fresken zu sehen ist, und einige Komponisten nahmen es in ihr klassisches Repertoire auf. Mit dem Aufkommen der Blasinstrumente (Trompete, Posaune...) wurde die Tessiner Piva aufgegeben, obwohl sie als Instrument des Teufels galt. Fresken und Skulpturen in Kirchen und auf Plätzen (Bern) erinnern an ihre Präsenz in unserem Gebiet. Dank dem Museum in Sonogno konnte das einzige Schweizer Exemplar, wenn auch in sehr schlechtem Zustand, gerettet werden. Nach dieser wertvollen Rettung beschlossen einige Leute, die von der Wichtigkeit der Erhaltung eines Instruments des Tessiner Kulturerbes überzeugt waren, ihm neues Leben einzuhauchen: Experten für die Wiederherstellung antiker Instrumente, Lautenmacher und Musiker arbeiteten an der Wiedergeburt der Piva mit.
Die erste Mandoline wurde in Neapel in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geboren, dank der Familie Vinaccia, die seit Generationen Lautenbauer vom Vater auf den Sohn ist, und später dank Antonio Calace (1825). Die Mandoline, ein beliebtes Instrument par excellence, ist jünger als die Piva. Elegant, mit einem angenehmen und zarten Klang, gelang es der Mandoline, in die Salons der bürgerlichen Häuser einzuziehen und die Komponisten der klassischen Musik zu faszinieren. Die Volksmusiker übernahmen sie schnell: Barbershops, Eisenbahner, kleine Ensembles, Folkloregruppen... Ob für die Wohnzimmermusik oder für Feste, die Mandoline zieht wegen ihrer Grösse, ihres fröhlichen Repertoires und ihrer Klangqualität die Aufmerksamkeit von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen auf sich. Deutschland hat die Mandoline zum Instrument des Jahres 2023 ernannt.