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In diesem Projekt werden für mehrere Kantone Abschätzungen zur Klimasensitivität von Pflanzen (v.a.) und Tieren vorgenommen. Die Arbeiten basieren auf Zeigerwert-Analysen von Community Daten. Die Resultate zeigen, welche Arten in ihrer heutigen Verbreitung (in den Community Plots) eher gefährdet, eher gefördert oder indifferent sind in Bezug auf Klimawandel.
Projektziele
Ziel dieser Studien ist es, Pflanzen- und/oder Tierarten zu identifizieren, welche in der Schweiz potenziell durch den Klimawandel bedroht oder gefördert werden. Zudem sollen Lokalitäten identifiziert werden, welche relativ grosse Anteile an potenziell bedrohten oder geförderten Arten aufweisen. Dazu wird ein einfaches Modell unter Verwendung von Zeigerwerten erstellt, anhand dessen eine erste Liste potenziell bedrohter oder geförderter Arten generiert werden kann. Diese Liste wird anschliessend aufgrund von Expertenwissen weiter unterschieden in „eher bedroht/gefördert“ und „wenig relevant“.
Mehr zur Methodik
Zeigerwerte stellen eine Möglichkeit dar zur Abschätzung von Klimafolgen auf Tier- und Pflanzenarten der Schweiz. Zeigerwerte beruhen vorwiegend auf Experten- und Literaturwissen und liegen für jede Art und jeden aufgeführten ökologischen Faktor (Temperatur, Bodenfeuchte, etc.) in einer Skala geordneten, qualitativen Skala vor. Die Zahlen geben für jede Art die bevorzugten Klima- und Standortwerte an. Indikatorwerte beschreiben also eine Art Optimal-Bedingung, unter welcher eine Art am besten gedeiht oder in der Natur am ehesten anzutreffen ist.
Man kann vom Zeigerwert einer Art nicht direkt ablesen, ob eine Art X an Standort Y mehr oder weniger geeignete Bedingungen vorfindet ohne den Wert des Standorts zu kennen. Wenn man allerdings die Werte eines Standorts, etwa für Temperatur, aller an einer Lokalität vorkommenden Arten mittelt, dann kann man so die mittleren ökologischen Bedingungen dieser Lokalität bestimmen.
Einzelne Arten dieses Standorts weisen dabei höhere, andere tiefere Zeigerwerte aus, sie bevorzugen also eher höhere oder tiefere Temperaturen, als die an der Lokalität effektiv vorherrschende Temperatur. Solche Arten sind an dieser Lokalität also möglicherweise unter Klimawandel eher bedroht, wenn der Temperatur-Mittelwert der Lokalität höher ist, als derjenige dieser Arten. Denn wenn es noch wärmer wird, dann werden die klimatischen Bedingungen an dieser Lokalität noch weiter entfernt von den optimalen Bedingungen dieser Arten sein. Je stärker eine Art also vom Mittelwert der Lokalität für Temperatur oder Feuchtigkeit abweicht, desto stärker wird die Art an diesem Ort unter höheren Temperaturen und abnehmender Feuchtigkeit bedroht oder gefördert sein.
In diesem Projekt verwenden wir die Indikatorwerte Temperatur und Feuchtigkeit, unter der Annahme, dass durch den Klimawandel die Temperatur steigt und die Feuchtigkeit abnimmt, v.a. im für Tier- und Pflanzenarten wichtigen Sommer. Wir verwenden Grenzwerte um festzulegen, inwieweit der Zeigerwert einer Art mindestens vom Mittelwert einer Lokalität entfernt sein muss, um dort als potentiell bedroht oder gefördert zu gelten, wenn sich die Temperatur erhöht oder wenn es trockener wird. Eine so generierte, vorläufige Liste an potentiell gefährdeten und geförerten Arten wird anschliessend aufgrund von Expertenwissen weiter unterschieden in „eher bedroht/gefördert“ und „wenig relevant“.