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Bei einer Massagebehandlung werden vielfälltige Effekte ausgelöst, die miteinander verflochten sind und
sich gegenseitig beeinflussen. Um die einzelen Wirkungsprinzipien verständlich zu machen, werden diese
Effekte wie folgt ausdifferenziert:
Unter mechanischen Effekten versteht man die duch die Bewegung der Hände im Gewebe erzeugte Wirkung.
Die Massage bewirkt eine Verschiebung der unterschiedlichen Gewebeschichten gegeneinander. Ein
solcher Mobilisationseffekt ist vorallem bei der Narbenbehandlung, lösen von pathologischen Crosslinks
(strukturelle Veränderungen) und bei Verklebungen zwischen den einzelnen Gewebeschichten erwünscht.
Ausstreichende Griffe bewirken eine Steigerung der Durchblutung und des Lymphflusses. Dies
hat eine positive Auswirkung auf den Stoffwechsel.
Mit gewebespezifischen Techniken werden Verklebungen im Gewebe und Verhärtungen in den
Muskeln gelöst. Die darauf folgende Reaktion im Gewebe ist das Freisetzen von gewissen Substanzen.
Dabei handelt es sich um Endorphine, Serotonin und Entzündungsmediatoren. Diese haben
eine positve Wirkung im Bereich der Schmerzhemmung, Gewebsdurchblutung und Wundheilung.
Mit der mechanischen Reizsetzung werden die Rezeptoren (Sinneszellen) und Nervenendungen in
den verschieden Gewebsschichten stimuliert. Diese Impulse, die weitergeleitet werden zum
zentralen Nervensystem (ZNS), lösen wiederum verschiedene reflektorische Effekte aus.
Die durch die Behandlung stimmulierten Rezeptoren in Haut, Muskulatur und Gelenken, haben
eine höhere Leitgeschwindigkeit bei der Informationsübertragung zum ZNS, als die der
weitergeleitenden Schmerzimpulse. Damit wird der Schmerzimpuls blockiert und es kommt
zu einer Schmerzhemmung. Diese Wirkung gilt aber nicht oder nur teilweise für den chronifizierten Schmerz.
Das vegetative Nervensystem (VNS) ist für das Aufrechterhalten des inneren Gleichgewichts (Homöostase) zuständig. Es ist verantwortlich für viele lebenswichtige Funktionen. Das VNS kontrolliert und steuert unter anderem Atmung, Herzschlag, Stoffwechsel, Verdauung, Blutgefässsystem und mehr; die meisten Organe werden also von diesem System gesteuert.
Das VNS besteht aus dem enterischen Nervensystem ("Gehirn" des Magen-Darm-Traktes) sowie aus Sympathikus und Parasympathikus, die als Gegenspieler funktionieren. Der Sympathiskus bewirkt insgesamt eine Leistungssteigerung des Körpers, er setzt diesen z.B. bei Flucht oder Angriff in hohe Leistungsbereitschaft. Er steigert Herztätigkeit, Blutdruck, Stoffwechsel, Durchblutung der Herz- und Skelettmuskulatur und die Bereitstellung von Energie. Er hemmt dafür andere Funktionen, die für die unmittelbaren Vorgänge und Aktivitäten nicht erforderlichen sind, z.B verengt er die Blutgefässse in Haut, Darm und Nieren dies hat wiederum zur Folge, dass diese Gebiete weniger stark durchblutet sind.
Die stressabbauende Wirkung der Massage hat einen positiven Effekt auf alle Organe.
Je nach Zielsetzung und Technik kann mit der Massage der Muskeltonus gesenkt oder gesteigert werden. Um den Tonus zu senken kommen vor allem langsame, rhytmische Dehn und Drucktechniken zum Einsatz. Diese Reize auf die Muskelspindeln
(Sinnesorgane der Muskeln), sowie das Wohlgefühl, welches bei der Massage ausgelöst wird, haben einen tonussenkenden und schmerzlindernden Effekt.
Für eine tonussteigernde Wirkung werden deutlich stärkere und intensivere Techniken (z. B. feste, schnelle Knetungen) angewendet, die häufig bei der Vorbereitung von sportlichen Aktivitäten eingesetzt werden.
Die psychogene Wirkung ist womöglich einer der bedeutendsten Effekte der Massage. Da die meisten Menschen die Massage als enstpannend, wohltuend und angenehm wahrnehmen, hat einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden. Dies kann nebst der Muskelentspannung und einer verbesserten Durchblutung auch eine Senkung der Stresshormone bewirken.
Eine Hemmung oder sogar Senkung der Stresshormone Kortisol und Adrenalin kann die Wundheilung und die Regeneration unterstützen.