Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/2684

In der Schweiz wurden 2015 682’000 Tiere für Tierversuche eingesetzt. Das entspricht einem Anstieg um 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür sind Verhaltensstudien an grossen Herden und Artenschutzprojekte. Bei zahlreichen Tierarten gab es hingegen einen leichten Rückgang der Versuche.
Wie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV berichtet, hat im vergangenen Jahr die Zahl der in Tierversuchen eingesetzten Tiere gegenüber 2014 um 75’000 zugenommen. Die Zunahme von 12,5 Prozent gehe insbesondere auf vereinzelte Studien mit einer grossen Anzahl Versuchstiere zurück, namentlich mit Fischen, Amphibien, Geflügel und gentechnisch veränderten Mäusen. 72 Prozent aller Versuchstiere waren Nagetiere. Bei den restlichen Tierarten seien die Zahlen mehrheitlich gesunken.
Der Anstieg stehe im direkten Zusammenhang mit der Art des Tierversuchs, so das BLV. Beispiele seien Untersuchungen an grossen Geflügelherden in Bezug auf Haltungsform und Fütterung oder Artenschutzprojekte zur Ausbreitung von Amphibien.
Die Belastungen für die Versuchstiere sind in die vier Schweregrade 0 bis 3 eingeteilt. Bei Tierversuchen mit Schweregrad 0, beispielsweise im Zusammenhang mit der Fütterung oder Haltung, werden sie nicht belastet. Umgekehrt sind Tierversuche mit Schweregrad 3 sehr belastend. 2015 kamen über drei Viertel der Tiere in nicht oder wenig belastenden Versuchen zum Einsatz. Rund 21 % der Tiere waren einer mittelschweren und 2 % einer schweren Belastung ausgesetzt.
Das Schweizer Tierschutzgesetz (TSchG) regelt unter anderem auch die Tierversuche (Art. 17 bis 20 TSchG). Für sämtliche Eingriffe und Handlungen an Tieren zu Versuchszwecken muss bei den kantonalen Behörden ein Gesuch eingereicht werden. Darin müssen die Forschenden begründen und belegen, dass die Vorteile, welche die Gesellschaft aus den Tierversuchen zieht, das Leiden der Versuchstiere überwiegen (Güterabwägung). Weiter ist aufzuzeigen, dass zum beantragten Tierversuch keine Alternativmethoden bekannt sind und die Tiere so wenig wie möglich belastet werden. Die Gesuche beurteilt eine kantonale Tierversuchskommission aus Spezialisten und Tierschützern. Das BLV hat die Oberaufsicht und gleichzeitig auch ein Beschwerderecht gegen die kantonalen Bewilligungen (Art. 25 und 40 TSchG).