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Knapp daneben, ist eben doch daneben!
1979 baute Ecuador das Monument „Mitad del Mundo“, das auf den Äquatorberechnung einer französischen Mission von 1744 beruhte. Das Gelände umfasst einen 30 Meter hohen Monolithen und ein ganzes Dorf mit Planetarium, Museen Touristenshops und Restaurants. Vielleicht hätte man doch die französischen Berechnungen nochmals überprüfen sollen bevor man mit dem Bau begann. Die Franzosen berechneten für ihre Zeit den Äquator überraschend präzise, trotzdem liegt er 240 Meter nördlich vom staatlichen Monument wie selbst ein Blick auf „Google Maps“ meines Smartphone beweist. Schade, schade, denn nur exakt am Äquator können einige verblüffende Experimente durchgeführt werden.
Zum Glück haben findige Ecuadorianer am angeblich richtigen Äquator* ein weiteres Museum gebaut wo man über ihre Experimente staunen kann:
1) Abfluss von Wasser
Nur genau auf dem Äquator läuft das Wasser angeblich** gerade durch einen Abfluss, da keine Corioliskraft den Abfluss ablenkt. Bereits einen Meter südlich wirbelt das Wasser im Uhrzeigersinn, einen Meter nördlich im Gegenuhrzeigersinn.
2) Ei auf Nagelkopf
Auf dem Äquator kann man angeblich ein rohes Ei auf einen Nagelkopf stellen, da die Schwerkraft – in Abwesenheit der Corioliskraft – die Eiflüssigkeit senkrecht nach unten drückt.
3) Gleichgewicht auf der Äquatorlinie
Es ist fast unmöglich auf der Äquatorlinie mit ausgestreckten Armen und geschlossen Augen geradeaus zu gehen. Auf die Arme wirken gegensätzliche Corioliskräfte, sodass der Körper in Rotation versetzt wird.
4) Gewichtsreduktion am Äquator
Spannend auch dass man am Äquator leichter ist als am Nord- oder Südpol. An den Äquator umzuziehen lohnt sich aber nicht, da die Gewichtsreduktion knapp mehr als ein Kilo ausmacht. Der Grund dafür liegt in der Erdabplattung. Der Radius der Erde ist am Äquator 22km grösser als an den Polen, weshalb auch die Erdanziehung an der „Mitte der Welt“ leicht reduziert ist.
Spannend, nicht? Ja, Mutter Erde versetzt uns immer wieder ins Staunen, wenn man sie nur besser kennen lernt. Also Augen auf – seit fasziniert, denn unsere Welt ist einmalig!