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Erlenbach–Zweisimmen
|Kürzel||EZB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1902-10-31|
|Mutiert||Ab 1942-01-01 Spiez–Erlenbach–Zweisimmen|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1902 eröffnete EZB war Eigentum einer Aktiengesellschaft. Sie bildete die Fortsetzung der bereits 1897 in Betrieb genommenen Spiez–Erlenbach-Bahn (SEB). Wesentlich war zudem die durchgehende Eröffnung der Montreux–Oberland bernois (MOB) 1905, die von Montreux nach Zweisimmmen führte und so zwei höchst attraktive Tourismusregionen verband. Allerdings wurde die MOB in Schmalspur erbaut, die EZB und ebenso die SEB jedoch normalspurig. Die EZB und die SEB fusionierten 1942 zur Spiez–Erlenbach–Zweisimmen-Bahn (SEZ). Der Betrieb beider Linien oblag zuerst der Thunerseebahn (TSB), ab 1913 der Bern–Lötschberg–Simplon-Bahn (BLS).
Die finanzielle Situation der EZB war anfangs wenig komfortabel. Die Betriebsergebnisse reichten nicht aus, um den Zinspflichten nachkommen zu können. Ab 1906, also nach der Eröffnung der MOB, hellte sich die Lage jedoch auf und die EZB konnte ihren Passivsaldo rasch abbauen. Die guten Zeiten waren aber nicht von Dauer. Der Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 traf die touristisch orientierte Bahn hart. Die Einnahmen aus dem Personenverkehr brachen von 334'000 Franken 1913 auf 118'000 Franken 1915 ein. Die Finanzlage verschärfte sich rasch und bedrohlich, was 1922 zu einem Kapitalschnitt zwecks Verlusttilgung zwang (Reduktion des Aktienkapitalwerts um 30 Prozent). Völlig undurchsichtig sind ab 1915 die Angaben zu den Rückstellungen und Reserven der EBZ. Obwohl laut der Statistik keine Einzahlungen in Fonds stattfanden, sondern im Gegenteil Jahr für Jahr Geld aus ihnen entnommen wurde, blieb der Bestand des gesamten Reservenkontos ungefähr konstant.
Die Kosten der 1920 erfolgten Elektrifikation (Wechselstrom) wies die Statistik erst ab 1922 aus, da dieses Vorhaben vom Kanton Bern und der Berner Kantonalbank vorfinanziert wurde. Hier haben wir angenommen, dass die Aufwendungen für die zwei Jahre zuvor identisch waren.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: