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Wolfram zählt, wie auch die Gruppe der Edelmetalle, zu den Übergangsmetallen. Mit 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter weist es eine annähernd gleich hohe Dichte wie Gold auf. Aufgrund seines sehr hohen Schmelzpunktes (3422 Grad Celsius in reinem Zustand) ist es handwerklich aber kaum zu bearbeiten.
Der deutsche Name Wolfram setzt sich aus „Wolf“ und mittelhochdeutsch „Ram“ (Staub, Schmutz) zusammen. Diese Bezeichnung erklärt sich damit, dass Wolfram im Erzgebirge beim Abbau von Zinn seinerzeit unbeliebt war, weil es dieses verschlackte und die Ausbeute wie ein gefrässiger Wolf verminderte. Heute liegt der Grossteil der Wolframvorkommen in China. 2009 wurden weltweit 58‘000 Tonnen gefördert, wovon 47‘000 allein in China. Die weltweiten Reserven betragen heute etwa 2,8 Millionen Tonnen (davon 1,8 Mio. in China). Europas grösste Vorkommen liegen in Österreich (im Felbertal bei Salzburg) und werden auf 10‘000 Tonnen geschätzt.
Aufbereitung von Wolfram
Wolfram kommt in der Natur nicht gediegen, sprich nicht in reinem Zustand vor. Am häufigsten ist es in Form von Erzen vorhanden: Die beiden wichtigsten sind Wolframmit, ein aus Ferberit und Hübnerit bestehendes Mischkristall, sowie Calziumwolframat (CaWO4), das so genannte „Scheelit“. Bei der Gewinnung von Wolfram aus Scheelit wird dieses zunächst mit konzentrierter Salzsäure aufgeschlossen und in Wolframoxid gewandelt, bevor es anschliessend in Verbindung mit Wasserstoff, bei einer Temperatur von 800 Grad Celsius, zu reinem Wolfram reduziert wird.
Weiterverarbeitung und Verwendung
Um Wolfram zu härten, wird es mit etwa acht Prozent Kohlenstoff verbunden, wodurch Wolframcarbid entsteht, dessen Mohshärte (9,5) ähnlich hoch ist wie jene von Diamant. Um die Festigkeit von Wolframcarbid zu erhöhen wird zusätzlich Cobalt oder Nickel als Bindemittel eingesetzt. Seiner Härte wegen wird Wolframcarbid häufig zur Herstellung von Schneid- und Bohrwerkzeugen verwendet. Seine bekannteste Rolle spielte es in den letzten 100 Jahren wohl als Glühfaden – in der guten, alten Glühbirne, deren Einfuhr und Vertrieb in der Schweiz seit September 2009 verboten ist.
Reines Wolfram findet in der Uhren- und Schmuckherstellung in 950er-Platinlegierungen Verwendung. Wolframcarbid lässt sich industriell zu Uhrenschalen oder Ringen verarbeiten, wobei hierzu meist Wolframcarbid mit etwa acht-prozentigem Nickelanteil verwendet wird. Das pulverförmige Wolframcarbid wird zunächst industriell gepresst, in Form gebracht und anschliessend gesintert. Aufgrund seiner grossen Härte ist das Material, einmal gesintert, allerdings schwer bearbeitbar. Nachträgliches manuelles Schneiden, Schleifen oder Polieren ist nur mit Diamantwerkzeug möglich und gilt als sehr zäher Arbeitsvorgang.
Bild oben: Wolframkristalle in hochreinem Zustand