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Anna Mae Bullock erblickte am 26. November 1939 in Tennessee das Licht der Welt. Ihre Eltern, ein Baptisten-Diakon und eine Arbeiterin mit indianischer Herkunft, zählten auf musikalische Erziehung, begeisterten sie für den Kirchenchor. Nach der Scheidung ihrer Eltern zog sie 1955 mit Mutter und Schwester nach St. Louis, wo sie 1958 Ike Turner kennenlernte. Dessen Band „Kings of Rhythm“ benötigte eine Background-Sängerin – Tina übernahm den Job. Die geschäftliche wurde zur privaten Beziehung – Ike, der Anna Mae zu Promotion-Zwecken in „Tina“ umbenannte, änderte den Bandnamen in „Ike & Tina Turner“. 1960 kam der erste Sohn, 1962 heiratete das erfolgreiche Duo.
In den folgenden Jahren feierten Ike und Tina grosse Erfolge. Sie rockten etwa mit den Stones und gewannen 1972 einen Grammy als bestes R’n’B-Duo. Doch Tina stand zusehends alleine im Fokus, besonders nach dem Erfolg des von ihr geschriebenen Hits „Notbush City Limits“ im Jahr 1973. Ihr Erfolg war Gift für die Beziehung. Ike fiel immer mehr durch Drogenkonsum und Gewalttätigkeit auf – bis zur Scheidung 1978.
Tina Turners Karriere musste nun einige Tiefen überstehen, bevor es 1980 mit der „Nice-‘n‘-Rough“-Tour allmählich wieder aufwärts ging. Gastauftritte bei Tom Jones, Rod Steward und David Bowie kurbelten ihren Erfolg weiter an. Der vorläufige Höhepunkt: Das Nummer-Eins-Album „Private Dancer“. Sie bekommt drei Grammys, spielt im Kinofilm „Mad Max“ mit und tritt beim Song-Projekt „We are the world“ mit etlichen Weltstars auf. In den Jahren danach veröffentlicht sie ein weiteres Album, bringt eine Biografie heraus, tourt durch Europa.
1989 beschliesst Tina, sich nach dem Album „Foreign Affair“ aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. Die „Farewell Tour“ wird ein Riesenerfolg. Drei Jahre darauf kommt der Film „Tina – What’s love got to do with it?“ in die Kinos, der die dramatische Ehe mit Ike thematisiert. Sie geht noch einmal auf Promo-Tour, landet 1995 einen Charthit mit „Golden Eye“. Es folgen noch zwei Alben, bevor Tina Turner 2009 endgültig ein letztes Mal auf Tournee geht. 3
Seit 2013 ist die Wahl-Schweizerin glücklich mit einem Deutschen verheiratet. Sie beteiligt sich an Hilfsprojekten. Zusammen mit anderen Künstlerinnen nimmt sie spirituelle Gesänge und Mantras verschiedener Religionen auf. Die Erlöse der Alben fliessen in Programme, die den Frieden zwischen verschiedenen Kulturen fördert und Erziehung, Bildung und Forschung für Kinder und Jugendliche möglich macht.