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Ein Aktivist, der verdeckt in einer chinesischen Fabrik arbeitete, wurde Ende Mai von der Polizei festgenommen. Der Aktivist Hua Haifeng arbeitete im Auftrag von China Labor Watch, einer Partnerorganisation von Solidar Suisse, an einer investigativen Recherche über die Arbeitsbedingungen in der Schuhfabrik der Firma Huajian in Dongguan. Huajian produziert jährlich auch 100'000 Schuhpaare für Ivanka Trump. Weitere zwei Aktivisten von China Labor Watch wurden festgenommen. Ende Juni waren alle wieder auf freiem Fuss.
Die bisherigen Recherchen der Aktivisten haben gezeigt, dass bei Huajian aussergewöhnlich viele Überstunden gemacht werden müssen. Der abschliessende Bericht über die Zustände bei Huajian wurde von China Labor Watch (CLW) aber noch nicht publiziert.
Nach Angaben von Li Qiang, dem Gründer von CLW, wurden in den letzten 17 Jahren bereits hunderte Recherchen in chinesischen Fabriken durchgeführt. Es sei aber das erste Mal, dass einer seiner Aktivisten von der Polizei belangt werde. Li Qiang sagte gegenüber der New York Times, dass die Aktion der Polizei wohl darauf zurückzuführen sei, dass die Familie des amerikanischen Präsidenten von der Recherche betroffen sei. Es gibt aber auch eine generelle Tendenz in China, härter gegen MenschenrechtsaktivistInnen vorzugehen.
Die untersuchten Fabriken gehören zum Konzern Huajian International, einem der weltweit grössten Produzenten von Frauenschuhen. Nach Angaben von Huajian werden jährlich etwa 8 Millionen Paar Schuhe produziert, wovon etwa 100'000 Paar an die Firma von Ivanka Trump geliefert werden. Die New York Times recherchierte diese Woche selbst bei der grössten Fabrik von Huajian mit 5000 ArbeiterInnen in Dongguan. Die ArbeiterInnen gaben vor den Fabriktoren Auskunft über ihre Arbeitszeiten. Mit 60 Stunden wöchentlich liegen diese deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert in China.