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Vor allem zu Beginn der Pandemie im März stiegen die Verkäufe der meisten Nahrungsmittel im Detailhandel stark an, weil die Konsumenten, insbesondere für länger haltbare Produkte, Vorräte anlegten. Die Schliessung der Gastronomiebetriebe führte während dem Lockdown zu einer Verlagerung des Konsums in die eigenen vier Wände. Doch auch nach den ersten Lockerungen der Massnahmen im Mai waren weiterhin Veränderungen im Einkaufsverhalten feststellbar.
Extreme Absatzsteigerungen zeigten sich bei Produkten, denen eine Gesundheitswirkung zugeschrieben wird, wie beispielsweise dem Ingwer. Die Absätze von Bio-Ingwer/Kukuma stiegen im März um 110 % und blieben bis im Juni deutlich erhöht. Der Bio-Anteil bewegte sich im Rahmen der Vorjahre. Während konventionelle Produkte deutlich günstiger wurden, war der Preis von Bio-Ingwer/Kukuma im April und Mai über 4 % höher als der Durchschnittspreis der entsprechenden beiden Vorjahresmonate.
Die Verkäufe von Bio-Gruyère verdoppelten sich im März und April beinahe im Vergleich zum Vorjahr, Bio-Mozzarella legte um über 30 % zu und Bio-Vorzugsbutter um 40 bis 50 %. Die Verkäufe von pasteurisierter Bio-Konsummilch nahmen im März um 13 % und im April um 18 % zu. Die Nachfrage nach pasteurisierter Bio-Milch war überproportional hoch, weshalb der Bio-Anteil im Mai und Juni auf 37 % anstieg.
Die Bio-Kartoffeln verzeichneten während dem Lockdown Spitzenabsätze. Vor allem im März kam es bei diesem lagerfähigen Produkt zu Hamsterkäufen. Im März 2020 wurden im Detailhandel ein Drittel mehr Bio-Kartoffeln verkauft als im März 2019.
Die Verkäufe von Bio-Mehl schossen während dem Lockdown durch die Decke. Im März verdreifachte sich der Absatz von Bio-Weissmehl und im April lag er noch 184 % über dem des entsprechenden Vorjahresmonats. Auch im Mai und Juni lag der Absatz immer noch 102 % bzw. 76 % höher.
Der Absatz von rohen Bio-Eiern im Detailhandel stieg im März, im Vergleich zum Vorjahresmonat, um fast 25 % an. In den Monaten April bis Juni lag der Absatz jeweils um ca. 20 % höher.Im März war der Absatzanstieg bei den konventionellen Eiern proportional gleich gross, deshalb blieb der Bio-Anteil stabil bei 18,3 %. Im April und Mai sank der Bio-Anteil im Vergleich zum Vorjahr deutlich, was im Wesentlichen mit der relativen Knappheit von Bio-Eiern erklärt werden kann. Diese Knappheit lässt sich neben der Zusatznachfrage der Haushalte im Lockdown, durch die hohe Eiernachfrage über Ostern begründen.
Mit Ausnahme von Vorzugsbutter, Äpfeln, Karotten und Weissmehl zeigte sich zudem bei allen anderen analysierten Bio-Produkten eine klare Tendenz zu höheren Unit-Values oder Durchschnittspreisen im Vergleich zu den zwei Vorjahren. Ein Grund dafür ist die geringere Aktionstätigkeit, welche krisenbedingt heruntergefahren wurde. Ein anderer Grund könnten Sortimentsverschiebungen gewesen sein, wobei im Bio-Segment die Artikelvielfalt meist bedeutend kleiner ist als im konventionellen Segment mit vielen Marken- und Premiumprodukten, aber auch Billiglinenprodukten, die bei Lieferengpässen durchaus als Substitute hergehalten haben könnten. (BLW)