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50 Millionen Amerikaner und Amerikanerinnen leben mit «food insecurity» – der Unsicherheit, wann und wie viel Essen das nächste Mal auf dem Tisch landet. Betroffen ist damit im Land mit 328 Millionen Einwohnern fast jede sechste Person. Die Organisation «Feeding America», von welcher diese Angaben stammen, geht davon aus, dass unter den 50 Millionen ungefähr 17 Millionen Kinder sind.
Am härtesten trifft es den Bundesstaat Mississippi. Laut einer kürzlich publizierten Studie litt in den Monaten Mai und April fast jede dritte Person (31,8 Prozent) an «Nahrungsmittel-Unsicherheit». Drei der vier Countys, deren Bevölkerung am stärksten betroffen sind, befinden sich in diesem Bundesstaat, der auch den traurigen Spitzenreiter zu verantworten hat: In Jefferson County hungerten in den besagten Monaten 36,8 Prozent der Bevölkerung.
Das amerikanische Hungerproblem ist auch ein demographisches Problem. Afroamerikanerinnen und -Amerikaner sind signifikant stärker betroffen. In acht der zehn meistbetroffenen Countys stellen Afroamerikanerinnen mehr als 60 Prozent der Bevölkerung – sieben davon befinden sich in Mississippi. Neun Prozent der Afroamerikaner leben in extremer Armut.
Neben den Afroamerikanern sind vor allem alleinerziehende Mütter besonders gefärdet. Sie machen beinahe 30 Prozent aller Fälle aus. Die Grafik stammt allerdings noch aus dem Jahr 2019 und geht von 13,6 Prozent Betroffenen aus. Dieser Anteil ist nun aufgrund der Covid-Krise auf über 15 Prozent angestiegen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die USA einen sprunghaften Anstieg von Lebesmittelunsicherheit erlebt. Bereits 2007/2008/2009, während der grossen Weltwirtschaftskrise, explodierten die Zahlen von 12 auf über 16 Prozent. Danach gelang es der Obama-Administration ab 2009 bis 2017, die Zahlen kontiuierlich zu senken.
Seit Anfang März bis Ende Oktober verteilten landesweite Essensausgabestellen 4,2 Milliarden Mahlzeiten.
Das sind genügend Malzeiten, um jede einzelne Amerikanerin vier Tage lang mit Frühstück, Mittagessen und Abendessen zu versorgen.
Laut «Feed America» liefern vier von fünf Essensausgabestellen so viele Malzeiten aus wie noch nie. Vier von zehn ihrer Abnehmer müssen dabei zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Gratismahlzeiten zurückgreifen.