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Viele Wege führen nach Rom
Der erste Modellbahnschritt von mir war eine Gebirgsbahn. Von daher unterscheide ich mich nicht von anderen Modellbahner. Verschiedene Modellbahn-Anlagen kamen nicht über das Rohbau-Stadium hinaus. Fahren konnte ich auf jeder gebauten Anlage. Aber leider haben sich verschiedene Planungsfehler eingeschlichen. Einmal war der Bahnhof zu gross und später zu klein, dann entsprach die Brücke nicht den Vorstellungen von mir und so weiter. Mit dem Aufkommen diverser Modellbahnkonzepte änderten auch meine Vorstellungen zum Bau einer Bahnanlage. Das Gebirge wurde schnell verabschiedet und es sollte eine Bahn aus der näheren Umgebung werden. Mit dem Bezug eines grossen Raumes wurde eine andere Modellbahndimension aufgeschlagen. Ein Raum der mir den Bau mit einer Anlagenlänge von über 12 m Länge und 4 m Breite wurde bezogen. Nun setzte bei mir ein grössenwahnsinniges Modellbau Denken ein. Mit dem Bau des Bahnhofes Schinznach Bad mit einer Länge von etwa 8 m, im Massstab 1:87 begann der modellbahnerische Alptraum. Diese Grösse einer Modellbahnanlage sollte man nicht alleine bauen. Das bedeutet aber nicht das es unmöglich ist es Auszuführen, es gibt genug Beispiele die es Beweisen. Nach der Hälfte des Anlagenbaus entschloss ich mich zu einem Modellbahn-Umdenken. Aber leider betraf das nur das Fahrkonzept nicht die Anlagengrösse.
Jetzt war es eine Modellbahn die dem Original noch näher sein sollte als alles andere was ich angefangen habe zu Bauen. Ein Modellbahntraum sollte in Erfüllung gehen! Ein kleiner Landbahnhof mit regem Güterverkehr war das Ziel. Die Zeit der Anlage Siggenthal-Würenlingen mit dem Zement-Verlad wurde eingeläutet. Gleichzeitig mit dem Bau wurde auch das Rollmaterial eingekauft und gleichzeitig patiniert. Über dreissig zwei und vierachsig Zement-Wagen durchliefen meine Schmutzwerkstatt. Ein Höhepunkt gelang mir mit der Idee der Holcim-Wagen für Kohletransport. Das umsetzten ins Modell wurde von AKU Modellbahnen auf der Basis von Roco-Wagen super ausgeführt. Diese Modellbahnwurde Analog betrieben. Gefahren wurde nach Fahrplan ohne Zeitangabe. Der Höhepunkt des Fahrbetriebes war ein dreiteiliger Pendelzug, BDe 4/4 mit richtigem Steuerwagen. Eine kleine Zug-Komposition von 90 cm in einem Bahnhof von 8 m Länge war jedes Mal ein hin Gucker. Meine Modellbahnkollegen waren begeistert von der Anlage. Heute behaupte ich das es nur die Dimension war. Beispiele in meinem Moba Umfeld beweisen diese Aussage. Diese Anlage wurde zu 2/3 fertig gebaut. In dieser Bauzeit entwickelte ich mich zum Detaillisten in Sachen Modellbau. Aber dafür war die Anlage Siggenthal-Station (alte Bezeichnung) leider zwei Nummern zu gross, umso ins Detail zu gehen.
Jetzt setzte sich meine Vorliebe zu Italien und der Südschweiz durch und eine neue Herausforderung zeichnete sich am Horizont auf. Bei meinen Ferien im Süden und den Arbeitsaufträgen im Tessin suchte ich immer die Nähe zur Bahn mit der Folge der Geburtsstunde der Anlage Francavilla. Mit dem freiwerden der Kinderzimmer gab es für mich Freiräume für die Modellbahn in der Wohnung. Zuerst wollte ich beide Anlagen parallel auf und weiter bauen was aber nicht gut umsetzbar. Bei jeder Anlage machte ich zu viele Abstriche und das führte, für mich zu einem nicht befriedigten Resultat. Ein Umdenken mit dem Ergebnis: Abbruch der fast fertigen Betriebs-Anlage Siggenthal-Würenlingen. Das Rollmaterial wurde verkauft und die neue Anlage wurde mit dem Erlös der alten Anlage finanziert.
Das Resultat ist meine kleine aber feine Anlage Francavilla.
Liebe Leser
Liebe Leserinnen
Im folgenden PDF können Sie die ganze Geschichte mit spannenden Texten und imposanten Bildern der Anlage "Francavilla" herunterladen.
Fotos und Texte: F. Scherer
Stand der Anlage: 07.07.2020