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Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde
Sektion 1: Schäferhunde, mit Arbeitsprüfung
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Grossbritannien
Der Border Collie stammt von den mittelalterlichen britischen Herdenhunden (Collies) aus den Grenzgebieten zwischen Schottland und England ab. Diese Gebiete sind unwirtlich, hügelig und verfügen über einen steinigen wie kargen Boden; fette Äcker und satte Wiesen existieren nicht. Das Schaf ist das einzige Tier, welches gewinnbringend gehalten werden kann. Meist leben wenige Tiere auf sehr grossen Flächen, fast wild und menschenscheu.
Ein unermüdlicher und gehorsamer Hütehund, der intelligent ist und selbständig agiert, war daher unerlässlich. „Will to please“ beschreibt die überragende Kooperationsbereitschaft dieses Koppelgebrauchshundes. All diese Eigenschaften sind ihm bis heute geblieben und werden in sämtlichen Sparten ausserordentlich geschätzt, auch wenn die meisten Rassevertreter nun nicht mehr ihrer ursprünglichen Aufgabe, dem Schafe treiben, nachgehen.
Jeder Border Collie stellt ein Unikum in Farbe und Zeichnung dar. Der Rassestandard ist nach wie vor relativ breit gefächert. Border Collies unterscheiden sich meist auch in der Optik voneinander und werden daher von Laien oft als Mischlinge angesehen.
Die Rasse ist seit 1976 beim Kennelclub anerkannt.
Der Border Collie ist ein hochintelligenter, sensibler, führiger und sehr ausdauernder Hund, der stets gefallen will. Er ist i.d.R. sozial, rudeltauglich, liebt seine Menschen über alles und braucht stets Anschluss. Viele dieser Eigenschaften werden in der heutigen Zeit auch bei Hundesportlern sehr geschätzt, insbesondere beim Agility ist der Border Collie nicht mehr wegzudenken und weit verbreitet.
Ohne entsprechende körperliche und geistige Auslastung verkümmert er, sucht sich selbst eine Aufgabe, entwickelt psychische Störungen und Neurosen, Ängste wie Aggressionen, hütet alle möglichen und unmöglichen Objekte oder fängt an Dinge zu zerstören.
Früher war nur die Leistung und nicht die Optik entscheidend, heute existieren vermehrt reine Schönheits- oder auch Mischlinien. Es lässt sich darüber streiten, ob diese Entwicklung für die Rasse förderlich ist. Trotzdem sollte vorgängig eingehend geklärt werden, für welchen Zweck man sich einen Border Collie wünscht. Auch ein Rassevertreter einer reinen Hütelinie kann möglicherweise kein Interesse an den Schafen zeigen, wobei dies sicherlich nicht die Regel ist. Sein fixierender Blick und der meist geduckte, schleichende Gang - je nach Hund und Linie mehr oder weniger ausgeprägt – sind ihm allerdings bis heute erhalten geblieben.
Gelenkserkrankungen wie HD und OCD sind bekannt. Epilepsie tritt in einigen Linien vermehrt auf. Vererbbare Augenerkrankungen, beispielsweise Collie Eye Anomaly (CEA), betrifft den Augenhintergrund und führt zu einer angeborenen Beeinträchtigung der Seekraft bis hin zur völligen Erblindung. Auch der MDR1-Defekt, eine Überempfindlichkeit gegenüber gewissen Arzneistoffen (u.a. Wurmkuren, Narkosemittel), ist bei sämtlichen Britischen Hütehunden und somit auch beim Border Collie ein Thema. Über CL (Canine Ceroid-Lipofuszinose), eine unheilbare und tödliche Stoffwechselerkrankung und TNS (Trapped Neutrophil Syndrome), eine Rückenmarkserkrankung, bei der keine weissen Blutkörperchen mehr in den Blutkreislauf abgegeben werden können, wird berichtet.
Bei einigen der oben erwähnten Krankheiten existieren heute bereits entsprechende Gentests.
Ansonsten ist der Border Collie ein robuster und gesunder Hund, meist bis ins hohe Alter. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt ca. 12 – 15 Jahre.
Der Border Collie wünscht sich eine aktive Person oder Familie, die ihm täglich ausreichend körperliche und geistige Auslastung verschafft. Ausgiebige Spaziergänge, Touren mit dem Fahrrad oder auch Schwimmen gehören - je nach Hund - neben Kopf- und Nasenarbeit in den gemeinsamen Alltag.
In vielen Sparten brilliert der Border Collie besonders, sei es im Agility, Obedience, Discdogging, Dog Dance etc. Dadurch ist für manche Menschen die Versuchung gross, sich gerade deshalb für diese Rasse zu entscheiden. ABER: Der Hund sollte in erster Linie im Alltag mit uns glücklich werden, die Zeit auf dem Hundeplatz ist ja "nur" ein Bruchteil. Weiter gibt es auch unter den Border Collies Vertreter, die vielleicht nicht den Weltmeister-Titel im Agility holen oder sich für die ursprünglich gedachte Tätigkeit weniger begeistern. Hier gilt es umzudenken, im Sinne des Vierbeiners!
Ob man mit dem Border Collie nun an den Schafen arbeitet oder nicht; auch Schafe sind keine lebendigen Sportgeräte für Hunde und wünschen sich ein artgerechtes Leben.
Trotz aller Aktivität sollte auch bei einem Border Collie - insbesondere beim Welpen und Junghund - für genügend Entspannungs- und Ruhephasen gesorgt werden, wo er sich wieder „herunterfahren“ kann. Ein 24-Stunden-Beschäftigungsprogramm wäre genauso schädlich wie gar keine Auslastung und führt früher oder später dazu, dass man dieser Rasse nicht mehr gerecht wird.
Ein Border Collie lernt sehr, sehr schnell - unter Umständen auch unerwünschte Verhaltensweisen...
Weiss darf als Grundfarbe nie vorherrschen.
Der Border Collie verfügt über ein äusserst pflegeleichtes Fell. Wöchentliches Bürsten reicht aus und ist meist nur eine Angelegenheit weniger Minuten. Insbesondere langhaarige Rassevertreter, die viel im Freien arbeiten, müssen regelmässig auf Parasiten und „Kletten“ untersucht werden. Alle paar Wochen sollten die Haare zwischen den Ballen an den Pfoten gekürzt werden.