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Dass Genf keine Sportstadt ist, weiss man schon länger. Spätestens seit der Abstimmung zum Projekt „Pré-du-Stand“ im letzten November, fühlt man sich als Servette-Fan bestätigt.
Das Projekt sah ein komplett neues Trainingsgelände für den Servette FC, sowie die Kantonalauswahlen des Kantons Genf vor. Fünf Fussballplätze, ein Bürogebäude inklusive Fitnesscenter, Grünanlagen umfassten den Bau im Vorort Grand-Saconnex. Fernab vom Stadtzentrum, in der Nähe des Flughafens, wäre die Anlage geplant gewesen. Die Volksabstimmung fiel ultra knapp aus. Mit 45'545 Ja- zu 45'530 Nein-Stimmen war dies die knappste Abstimmung, die je im Kanton Genf durchgeführt wurde. Eine einberufene Nachzählung ergab ein neues Resultat mit 9 Stimmen zu Ungunsten des Projekts. Offenbar wurden 8 Stimmen nachträglich als „ungültig“ bewertet – ein Schelm wer Böses denkt. Das Ja-Komitee wollte das Referendum ergreifen. Dieses Vorhaben scheint aber zu scheitern.
Entsprechend muss der Servette FC handeln. Das Stade de Balexert, das momentan von den Juniorenteams des 17-fachen Schweizermeisters, sowie von den Aktivmannschaften der Damen und Herren genutzt wird, ist zu klein und die Infrastruktur veraltet. Oftmals musste auf Plätze von Regionalvereinen, oder ins Stade de Genève ausgewichen werden. Ein weiteres Problem ist das Land, auf welchem das Stade de Balexert im Stadtteil Châtelaine steht. Da der Wohnraum in Genf knapp ist, soll auf diesem Gelände eine Wohnsiedlung gebaut werden – ob der SFC das will, oder nicht.
Heute liess Constantin Georges (CEO des SFC) gegenüber Le Matin und der Tribune de Genève die Bombe platzen. Der Servette FC und die Fondation du Stade de Genève planen mit einem Kunstrasen im Stadion! Dieser soll es möglich machen, dass das Stadion unter der Woche komplett als Trainingszenter verwendet werden kann. „Noch sei nichts definitiv entschieden und man prüfe Alternativen“, kommentierte Georges. Le Matin scheint allerdings Insiderinformationen zu haben, welche bestätigen, dass der Entscheid zu 95% gefällt sei. Mit einem Kunstrasen im Stade de Genève bahnt sich aber ein weiteres Problem an. In Worten heisst dies „Servette RC“. Der Rugbyclub trägt seine Heimspiele ebenfalls im ehemaligen Stadion der Euro 08 aus. Wer sich schon einmal ein Rugbyspiel angeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, dass das Spielfeld kleiner ist, als ein Fussballplatz. Zudem gibt es mit den sogenannten „Mal-“, „10m-“ und „22m-Linien“ sechs weitere Querlinien über den Platz. Dazu kommen weitere Markierungen in Längsrichtung. Das Linienchaos wäre angerichtet. Zudem soll die Swiss Football League ebenfalls nicht begeistert von solchen Platzbedingungen sein. Gemäss der Tribune de Genève existiert Spezialfarbe. Mit dieser müssten vor jedem Heimspiel der beiden Sportvereine das Spielfeld komplett neu markiert werden. Während der „Trockungszeit“ der Farbe darf der Rasen nicht genutzt werden. Eine teure und aufwändige Lösung.
Wenn man sich in Genf für einen Kunstrasen entscheidet, muss dieser in der nächsten Sommerpause verlegt werden. Werden wir unsere Heimspiele also schon ab Juli auf Plastik mitverfolgen? Wir warten ab und hoffen auf eine andere Lösung.