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Fluss stellt Bau der neuen Lausanner Metro-Linie vor Probleme
Lausanne will 2030 die neue Metrolinie «m3» eröffnen. Das könnte schwieriger werden als gedacht, hat eine Umwelttechnikerin herausgefunden. Grund ist der unterirdische Fluss Flon, von dem viele Lausanner nichts wissen. Aber die EPFL-Diplomandin hat eine Lösung.
Quelle: DR
Blick auf das Tal des Flusses Flon und die Grand-Pont-Brücke um 1845. Die Brücke ist durch zwei Reihen von Bögen gekennzeichnet. Die untere Bogenreihe wurde bei der Aufschüttung des Flon-Tals unterirdisch angelegt. Die obere Bogenreihe ist heute noch am Place de l'Europe zu sehen.
Probleme beim Bau der «m3» könnte insbesondere die Station Flon bereiten, bereits jetzt eine der am stärksten frequentierten Metrostationen der Westschweiz. Unter ihr liegt das Flusstal des Flon, das im 19. Jahrhundert zugeschüttet wurde – unter anderem, um Seuchen zu verhindern, die vom verschmutzten Wasser ausgehen könnten. Mit begraben wurde damals die untere Bogenreihe des Grand-Pont, dessen obere Reihe heute noch am Place de l'Europe zu sehen ist.
Der derzeitige Plan sieht vor, die «m3»-Linie knapp über dem bestehenden unterirdischen Gewölbe zu führen, in dem der Flon fliesst. Dazu müsste die Höhe des Gewölbes um etwa einen Meter abgesenkt werden. Das freilich würde die Raumkapazität in einem Mass verringern, dass die unterirdische Kloake einem Hochwasserereignis nicht mehr wie bisher standhalten könnte, wie Leona Repnik in ihrer akklamierten Masterarbeit nachgewiesen hat.
Quelle: Pierre Bourqui
Foto aus dem Inneren des Flon River-Gewölbes mit Blick flussabwärts. Die abgerundete Decke ist charakteristisch für das historische Gewölbe. Im Hintergrund ist die rechteckige Geometrie zu erkennen, die für die Metro «m2» gebaut wurde.
Physikalisches Modell als Realitätscheck
Mittels einem am Computer numerisch erstellten und danach physikalisch nachgebauten 3D-Modell konnte Repnik nachweisen, dass auch der Boden des Kloakengewölbes abgesenkt werden müsste. Repniks numerisches Modell ermöglichte es ihr, verschiedene Parameter wie Höhe und Breite des Gewölbes, Luft- und Wassereigenschaften, Oberflächenbeschaffenheit und Strömungsturbulenz zu definieren.
Anschliessend überprüfte sie die Ergebnisse des Computers anhand eines physischen Modells, das im Massstab 1:20 in der Halle der EPFL-Plattform für Wasserbau konstruiert wurde. «Es war sehr befriedigend zu sehen, wie sich die Ergebnisse meiner numerischen Simulation in der Realität auswirkten, als das Wasser durch das physikalische Modell floss», freute sich Repnik gemäss einer Mitteilung vom Freitag. (sda/pb)
Weitere Informationen: actu.epfl.ch
Quelle: EPFL/Leona Repnik
Das physische Modell wurde in einem verkleinerten Massstab von 1:20 gebaut, mit einer Gesamtlänge von 7,6 Metern. Die Geländer an den Seiten dienten der Vermessung.