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Vincent van Gogh Das gelbe Haus
1888 schuf Vincent van Gogh in Arles das Bild Das gelbe Haus. Das Gebäude sollte nach seinem Wunsch eine neue Künstlerkolonie beherbergen. Die gelbe Farbe der Fassade ist für den Künstler charakteristisch, denn keine Farbe bedeutete ihm mehr als sattes Gelb. Die anderen von ihm bevorzugten Farben – insbesondere Violett und Blau – dienten dazu, die Kraft des Gelbs noch zu verstärken. Die Briefe an seinen Bruder Theo beginnen fast immer mit der Bitte um grosse Tuben Gelb und Weiss. In einem Brief an seinen Freund Émile Bernard schrieb er: „Der Himmel Chromgelb I, fast ebenso grell wie die Sonne selbst, die Chromgelb I ist mit ein wenig Weiss, während der übrige Himmel eine Mischung aus Chromgelb I und Chromgelb II ist. Sehr gelb also.“
Über die Gründe für van Goghs Gelbpräferenz wurde viel spekuliert. Wenig überzeugend ist die Erklärung, dass diese Vorliebe mit seiner psychischen Krankheit zusammenhing. Viele Kunsthistoriker sehen darin vielmehr eine autonome künstlerische Entscheidung für eine Farbe, die die Gefühle des Künstlers im Sonnenlicht des Südens zu widerspiegeln vermochte.
Zu befürchten ist, dass die Intensität des von van Gogh verwendeten Gelbs immer mehr schwindet. Denn der Künstler verwendete das im 19. Jahrhundert noch instabile Chromgelb (Bleichromat, PbCrO4), dessen Pigmente unter dem Einfluss von ultravioletten Strahlen ihre Farbsättigung verlieren und bräunlich werden.