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Mit kurzen Texten und Fotos ist der russische Generalstab etwas freigebiger geworden. Am 6. Juli 2022 bringt er das folgende Bild:
Die Aufnahme zeigt das Patrouillen- oder Schnellboot PK-16 auf dem Dnjepr. Die Besatzung besteht aus Speznaz, die den Fluss und seine Ufer überwachen. Den Auftrag umschreibt die Armee mit:
- Kontrolle des Hauptstroms der Ukraine, der das Land in West und Ost teilt.
- Nachrichtengewinnung in einem Schlüsselgebiet.
Auf dem Bild sind mehrere Speznaz erkennbar, mehrere an Waffen. Die Boote stammen von Kalaschnikow, einer Waffenschmiede, die für andere Produkte bekannt ist. Gebaut werden sie auf der Rybinsker Werft an der Mündung der Scheksna in die Wolga, 280 km von Moskau. PK-16 ist mit Maschinengewehren 7,62 mm und 12,7 mm, einem Granatwerfer 30 oder 40 mm und schultergestützten Raketen ausgerüstet. Die Speznaz können Drohnen ZALA 421-16EM lancieren.
Auch dieses Bild ist amtlich. Es kommt von der Baltischen Flotte und zeigt das Schiff in hellerer Farbe, mit nur zwei sichtbaren Soldaten und mindestens auf den ersten Blick nicht so massiv bewaffnet wie das Speznazboot. Das Kalaschnikow-Produkt soll 45 Knoten erzielen, auch in seichtem Wasser. 6-4V-10 Seatek-Motoren und ein Turbodrive 400 HC mit Castoldi-Wasserdüsen treiben das Boot an. Zwei Matrosen bilden die Besatzung, 19 Soldaten finden Platz.
Schlüsselfluss Dnjepr
Der Dnjepr war, ist und bleibt der Schlüsselfluss der Ukraine. Die Russen beherrschen die Mündung bei Cherson und halten stromaufwärts das linke Ufer fast bis Saporischja, wo sie früh das Kernkraftwerk besetzten. Die aktuelle ISW-Karte zeigt die Lage am Unterlauf. Auf den ersten 155 Kilometern kontrollieren die Besatzer auch das rechte Ufer, wobei die Ukraine in letzter Zeit Geländestreifen zurückerobert hat.
Achtung! Von Nova Kakhovka an flussaufwärts ist der Dnjepr so breit, dass ihn das ISW hier zu Recht wie einen See darstellt; es handelt sich aber nicht um einen ukrainischen Vorstoss (der ja zum Beispiel zuoberst leicht abgeschnitten werden könnte). Auf den ISW-Karten erscheint die Farbe blau gelegentlich verwirrlich.
PS. für Schweizerinnen und Schweizer: Das russische Schiff PK-16 ist nicht mit unserem finnischen Patrouillenboot 16 zu verwechseln. Die beiden Typen haben per Zufall das gleiche Entstehungsjahr.