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Angststörungen sind eine der Hauptprobleme bei Entwicklungs- und geistigen Behinderungen. Da Ängste soziale und adaptive Funktionen erheblich beeinträchtigen, ist es dringend notwendig, potenzielle Risiko- und Schutzfaktoren besser zu verstehen. In Anbetracht der entscheidenden Rolle der sozialen Annäherung, der positiven Emotionen und der Emotionsregulation für optimale soziale und adaptive Funktionen, ist das Ziel dieses Projekts, diese drei Phänomene bei Menschen mit Entwicklungsstörungen, wie dem Williams-Beuren Syndrom (WS) und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), zu untersuchen. In gewisser Hinsicht haben WS und ASS entgegengesetzte Profile in der Prävalenz von Ängsten (relativ hohe nicht-soziale Angst bei WS vs. relativ hohe soziale Angst bei ASS). Zudem sind die soziale Annäherung und positive Emotionen bei Personen mit WS erhöht, wohingegen sie bei Personen mit ASS vermindert sind. Während Personen mit ASS Schwierigkeiten mit der Regulation von Emotionen haben, ist dies bei Personen mit WS noch wenig erforscht. Die beinahe gegensätzlichen Profile machen WS und ASS zu einem vielversprechenden Modell, um sozio-emotionale Phänomene als potentielle Risiko- und Schutzfaktoren für soziale und nicht-soziale Ängste zu untersuchen. Mit einem multi-methodischen Ansatz (einschliesslich der virtuellen Realität) möchte dieses Projekts untersuchen, wie diese drei sozio-emotionalen Phänomene miteinander in Beziehung stehen und wie sie mit sozialen und nicht-sozialen Ängsten bei Personen mit WS und ASS, im Vergleich zu einer Gruppe mit unspezifischer geistiger Behinderung, zusammenhängen. Die aus diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden letztlich dazu dienen, Interventionen für affektive Störungen bei Entwicklungsstörungen zu entwickeln.