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Der Winter 2018/19 gehört in Zürich zu den zwanzig wärmsten seit Messbeginn 1864. Nur im Januar war es wirklich winterlich. Die Schneemassen in den Bergen und der sehr sonnige Februar sorgten dennoch für perfektes Wintersportwetter.
Ganz Europa erlebte einen teilweise frühlingshaften Februar. Vor allem die letzten drei Februarwochen brachten ausgesprochen viel Sonnenschein und am Nachmittag jeweils sehr milde Temperaturen im zweistelligen Plusbereich. Mit dem Februar ging auch der seit dem 1. Dezember herrschende meteorologische Winter 2018/19 zu Ende.
Winterverlauf
Der Winter startete stürmisch und mild. Das erste Dezemberdrittel war fest in der Hand einer stürmischen Westströmung. Immer wieder wurde sehr milde und niederschlagsreiche Atlantikluft an die Alpen geführt. Zur Monatsmitte wurde es mit wenig Schnee und nachfolgender Bise erstmals winterlich kalt. Die Nachttemperaturen sanken auf unter -5 Grad und am Zürichberg wurden die ersten Eistage mit ganztags Temperaturen unter dem Gefrierpunkt registriert. Danach folgte das klassische Weihnachtstauwetter mit Sturm, Regen und erneut sehr milden Temperaturen. Die Altjahreswoche brachte dann ruhiges Hochdruckwetter mit Hochnebel im Flachland.
Zu Beginn des neuen Jahres stellte die Strömung von West auf Nord. So wurde kalte und oft auch feuchte Polarluft in die Schweiz gelenkt. Die Ursache war eine anhaltende Konstellation mit einem kräftigen Atlantikhoch und einem Tief über Nord- und später Nordosteuropa, so dass kalte Polarluft von Norden her an die Schweiz geführt wurde. Die Temperaturen machten keine grossen Sprünge und bewegten sich den ganzen Januar über in einem ähnlichen Band mit leichtem Frost in der Nacht (nur vereinzelt unter -5 Grad) und leichten Plusgraden am Nachmittag (kaum über +5 Grad).
Erst gegen Ende der ersten Februarwoche wurde die blockierte Wetterlage von einer kurzen aber kräftigen Westströmung aufgelöst. In der Folge baute sich das nächste kräftige Hoch auf. Diesmal aber nicht über dem Atlantik, sondern direkt über Mitteleuropa. Danach verlagerte es sich nur langsam nach Osten. Nun konnte milde Luft aus dem Südwesten herangeführt werden, welche sich unter dem starken Hochdruckeinfluss rasch abtrocknete und der Schweiz das frühlingshafte Wetter bis Ende Februar bescherte.
Der Flachlandwinter 2018/19 dauerte also eigentlich nur einen Monat, denn nur der Januar war wirklich winterlich.
Sehr wenig Eistage
So richtig kalt wurde der Flachlandwinter aber auch im Januar nie. In Zürich lag das winterliche Minimum über -7 Grad. Insgesamt fiel der Januar nur wenige Zehntelgrad zu kalt aus, verglichen mit der Referenzperiode 1981-2010. Dezember und Februar waren beide durchschnittlich rund zwei Grad milder als von der Referenzperiode vorgeschrieben. Anders als in den beiden Vorjahren ging der Winter 2018/19 ganz ohne eisigkalten Monat über die Bühne. Insgesamt war der Winter mehr als ein Grad übertemperiert und gehört zu den zwanzig wärmsten seit Messbeginn 1864. Letztmals deutlich milder war der Winter 2015/16. Dass der Winter 2018/19 deutlich zu warm ausfiel, spiegelt sich auch an der Anzahl Eistage wider. Der zu Ende gegangene Winter zählt in Zürich lediglich acht Eistage mit Temperaturen ganztags unter dem Gefrierpunkt. Einzig in der zweiten Januarhälfte reihten sich maximal drei Eistage aneinander. Es war die längste Periode mit Dauerfrost. In einem normalen Winter der Periode 1981-2010 sind pro Winter bis zu 22 Eistage zu erwarten.
Perfektes Wintersportwetter
Obschon Schnee im Flachland auch dieses Jahr Mangelware war, gab es in den Bergen vor allem im Dezember und Januar tonnenweise Neuschnee. Der Dezember brachte auch in Zürich doppelt so viel Niederschlag wie üblicherweise. Am Alpennordhang war der Überschuss teilweise noch ausgeprägter. Dank den sonnigen Feiertagen und dem sehr sonnigen Februar herrschte in Kombination mit dem vielen Schnee perfektes Wintersportwetter. Nachdem sich der Dezember grau zeigte, schien die Sonne bereits im Januar erwartungsgemäss. Im Februar schob sich nur selten eine Wolke oder Nebel vor die Sonne, so dass sich die Sonnenstunden auf rund das Doppelte der sonst üblichen Dauer summierten. Der Februar 2019 war in Zürich praktisch so sonnig wie ein normaler April.
Der Frühling kann kommen
Obwohl der Februar ganz klar zum meteorologischen Winter gehört, stellte das Wetter schon frühzeitig auf Frühling um. Der am 1. März gestartete meteorologische Frühling ist aber keineswegs vor Winterrückfällen gefeit. Praktisch jedes Jahr sorgen winterliche Grüsse bis weit in den Frühling hinein für Ärger und Kopfschütteln. Letztes Jahr ereignete sich der letzte Wintergruss Mitte März. Danach war Schluss mit Winterwetter. In den beiden Jahren zuvor grüsste der Winter letztmals Ende April. 2014 und 2015 ereigneten sich empfindliche Kälterückfälle im Mai. 2013 gilt sogar als Jahr ohne Frühling. Damals war der März durchwegs winterlich, der April war nur mässig erheiternd und dann folgte ein ausgesprochen nasser und kalter Mai. Der Frühling 2019 knüpft erstmals an die Vorleistungen des Februars an. Mal schauen, ob der Winter später nochmals mitmischen wird.