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Felchen (Coregonus sp.)
Lebensweise
Allen Arten ist gemeinsam, dass sie meist in grösseren Gruppen oder Schwärmen auftreten. Schwebfelchen, mit zahlreichen schlanken Reusendornen, halten sich meist im freien Wasser auf und ernähren sich überwiegend von Plankton. Bodenfelchen mit weniger zahlreichen kürzeren Reusendornen, hauptsächlich von kleinen Bodentieren. Die Laichzeit ist bei den meisten Felchen-Populationen im Winter; selten aber bereits im Spätsommer (z.B. Brienzlig im Brienzersee) und erfolgt im freien Wasser oder in Ufernähe über Sand- oder Geröllgrund.
In Mitteleuropa sind Felchen die "Brotfische" der Berufsfischer.
Im Zuge der gestiegenen Nährstoffkonzentrationen in den Seen verbesserte sich die Ernährungssituation der Felchen. Gleichzeitig verschlechterten sich jedoch ihre Fortpflanzungsbedingungen drastisch, weil die sich auf dem Seegrund entwickelnden Eier aufgrund der niedrigen Sauerstoffkonzentrationen abstarben. Deshalb werden heute Felchen in grosser Anzahl in Brutanstalten (kantonale Anlagen in den FZ Faulensee und -Ligerz) künstlich erbrütet und als frisch geschlüpfte Larven oder mit Plankton angefüttert als vorgestreckte Brut in die Seen ausgesetzt. Ein spezielles Verfahren, die sogenannte Kalterbrütung (mit künstlich abgekühltem Wasser) gewährleistet, dass die Embryonalentwicklung künstlich verlängert wird. Dadurch kann man die Fischchen solange im Bruthaus halten, bis die Winterzeit überbrückt ist und sie erst unter den günstigeren Umweltbedingungen im Frühjahr in den See entlassen. In jüngster Zeit ist aufgrund des Phospatverbotes in den Waschmitteln und der Phophatfällung in den Abwasserreinigungsanlagen die Nährstoffbelastung in unseren Seen und damit auch die Produktionsfähigkeit zurückgegangen.