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Die Experten stehen vor einem Rätsel: An einem Wacholderbaum in einem abgelegenen Gebiet des US-Staats Nevada lehnt ein Gewehr aus dem 19. Jahrhundert. Eine Parkmitarbeiterin fand die Waffe im vergangenen November bei einem Einsatz mit Archäologen im Great-Basin-Nationalpark.
Die Winchester Modell 1873 war offenbar schon seit Jahrzehnten den Elementen preisgegeben: Der hölzerne Kolben war vollkommen verwittert und der Lauf so verrostet, dass er nach Angaben der Parkbehörde «mit den Farben des alten Wacholderbaums verschmolz». Möglicherweise lehnte das Gewehr über hundert Jahre an dem Baum.
Trotz der Verwitterung noch lesbar ist aber die Gravur «Model 1873» und eine Seriennummer. Das Feuerwaffenmuseum in Cody im US-Staat Wyoming, das Unterlagen von Winchester aufbewahrt, konnte damit das Herstellungs- und Auslieferungsdatum auf das Jahr 1882 festlegen.
Alles andere ist ein Geheimnis: «Wer hat das Gewehr abgestellt? Wann und warum wurde es gegen den Baum gelehnt? Warum wurde es nie abgeholt?», fragte sich die Parkbehörde. Experten seien jetzt dabei, auf der Suche nach einer Erklärung für den Winchester-Fund alte Zeitungen und Familienchroniken zu durchforsten.
Die Winchester 1873 ist in den USA bekannt als «das Gewehr, das den Wilden Westen gewann». Zwischen 1873 und 1916 wurden mehr als 720'000 Stück produziert. (dhr/sda/afp)