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Das Schweizer System der Altersvorsorge basiert auf drei verschiedenen Säulen: die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), die berufliche Vorsorge (BVG) und die private Vorsorge.
Diese drei Säulen haben unterschiedliche Ziele. Die AHV muss das Existenzminimum jeder einzelnen Person sicherstellen. Die berufliche Vorsorge soll in Ergänzung der AHV ermöglichen, einen ähnlichen Lebensstandard wie vor der Pensionierung zu erreichen. Die persönlichen Ersparnisse aus der dritten Säule ergänzen die Leistungen der beiden ersten Säulen.
Die Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF) verwaltet die zweite Säule für die angeschlossenen Arbeitgeber und die versicherten Mitarbeitenden.
Die Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF) ist ein paritätisches Organ. Das heisst, dass sie von Vertretenden der Angestellten und von Vertretenden des Arbeitgebers gemeinsam geführt wird.
Der Vorstand der PKSPF (Stiftungsrat gemäss BVG) ist das Leitungsorgan der PKSPF und setzt sich aus zwölf Mitgliedern zusammen. Sechs von ihnen vertreten den Arbeitgeber – den Staat Freiburg. Sechs weitere sind von den verschiedenen Gewerkschaften delegiert und vertreten die Arbeitnehmenden. Fünf Personen im Vorstand vertreten die Föderation der Personalverbände der Staatsangestellten des Kantons Freiburg (FEDE) und eine Person vertritt die Vereinigung der höheren Kader und Magistratspersonen des Staates Freiburg (ACSM). Vertretende der Rentnerinnen und Rentner sind mit beratender Stimme vertreten.
Das Ziel der PKSPF ist es, im Rahmen der beruflichen Vorsorge die Leistungen für die Pension oder im Invaliditäts- oder Todesfall sicherzustellen. Für die Angestellten des Staates und der angeschlossenen Anstalten gewährleistet sie folgende Dienstleistungen:
- Altersvorsorge,
- Invalidenrenten und Renten für Kinder von Personen mit Invalidität,
- Hinterbliebenenrenten (für hinterbliebene Ehepartner oder eingetragene Partner sowie für verwaiste Kinder).
Im Jahr 2017 zahlte die PKSPF insgesamt rund 281 Millionen Franken an 6'140 Personen in Form von Renten, Kapital oder Freizügigkeitsleistungen.
Die Einkünfte der PKSPF stammen aus zwei Quellen. Die erste Quelle besteht aus den Solidaritätsbeiträgen. Im Pensionsplan ist der Beitrag an die Pensionskasse auf 25,9% der versicherten Lohnsumme festgeschrieben. Davon werden 10,66% von den Versicherten und 15,24% vom Arbeitgeber getragen.
Die zweite Quelle der Einkünfte stellen die Erträge aus Finanzanlagen dar. Die PKSPF investiert das aus den Beiträgen angesparte Kapital, um Erträge zu erzielen. Die so erzielten Erträge kommen den Versicherten zugute. Man nennt diese Erträge auch den dritten Beitragszahler. Mit den Beiträgen und den erzielten Erträgen aus den Investitionen können die Leistungen finanziert und die gesetzlich vorgeschriebenen Reserven angelegt werden.
Der rechtliche Rahmen für Pensionskassen im System der Teilkapitalisierung, in dem sich auch die PKSPF befindet, ist in Artikel 72a und den folgenden Artikeln des BVG geregelt. Gemäss Gesetz muss die erwartete Entwicklung des Deckungsgrads der Pensionskasse, der sogenannte Finanzierungsplan, bis im Jahr 2052 mindestens bei 80% liegen. Zur Erinnerung: Der Deckungsgrad entspricht dem Verhältnis zwischen dem Vermögen der Pensionskasse und allen Verpflichtungen gegenüber versicherten und pensionierten Personen. Die Entwicklung des Deckungsgrades hängt von den demografischen und wirtschaftlichen Annahmen ab, die der Vorstand macht. Alle fünf Jahre muss er der Aufsichtsbehörde einen neuen Finanzierungsplan vorlegen, der auf den angepassten Annahmen basiert. Darauf gestützt kann die Aufsichtsbehörde der Pensionskasse die Bewilligung erteilen, weiterhin im System der Teilkapitalisierung tätig zu sein. Im privaten Sektor ist eine Teilkapitalisierung hingegen nicht zulässig.
Die finanzielle Stabilität wird durch zwei Trends gefährdet: Durch die höhere Lebenserwartung und die geringeren Erträge auf den Finanzmärkten.
Die PKSPF unterliegt strengen Kontrollen. Sie muss regelmässig nachweisen, dass sie in der Lage ist, die versprochenen Leistungen zu finanzieren. Diese Kapazität wird über den Deckungsgrad gemessen. Das ist das Verhältnis zwischen dem Vermögen der Pensionskasse und allen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten, einschliesslich der pensionierten Personen.
Bei der letzten Beurteilung mussten die Vertretenden von Arbeitnehmenden und Arbeitgeber feststellen, dass die PKSPF langfristig ihre Verpflichtungen nicht decken kann.
Bis im Jahr 2052 müsste der Deckungsgrad bei 80% liegen. Wenn jedoch nichts unternommen wird, könnte dieser bis dann auf 45% sinken. Deshalb sind die Stabilität und die Leistungen der Pensionskasse mittelfristig gefährdet.
Diese Verschlechterung der Ausgangslage hat zwei Ursachen: Einerseits sinken die Einkünfte der PKSPF, weil die Erträge aus den verschiedenen Investitionen an den Finanzmärkten tiefer ausfallen. Während im Jahr 2011 eine durchschnittliche Rendite von 4,5% erwartet werden konnte, wird künftig noch mit Renditeerwartungen von 2,8% gerechnet.
Andererseits bedeutet die Erhöhung der Lebenserwartung für die Pensionskasse, dass sie höhere Ausgaben gewährleisten muss. Gemäss Bundesamt für Statistik hat sich die Lebenserwartung von Männern im Alter von 65 Jahren im Laufe der letzten 20 Jahre um rund drei Jahre und diejenige von Frauen um zwei Jahre erhöht. Diese doppelte Entwicklung fordert nicht nur die PKSPF heraus, sondern alle Pensionskassen der Schweiz sind mit diesen Trends konfrontiert.
Die Beiträge der Arbeitnehmenden und des Arbeitgebers reichen alleine nicht aus, um die Renten zu finanzieren. Die PKSPF muss deshalb ihre Einkünfte steigern, indem sie ihr Kapital investiert, insbesondere an den Finanzmärkten und in Immobilien – das ist der dritte Beitragszahler.
Die Erträge der Finanzmärkte wurden stark von der Banken- und Finanzkrise im Herbst 2008 geprägt, die auf die Subprimekrise aus dem Sommer 2007 folgte. Die Liquiditätskrise, verschärfte Vergabe von Krediten für Unternehmen und Haushalte, die Senkung der Leitzinsen der Zentralbanken und andere Faktoren trugen zu einer Abflachung der Konjunktur bei und führten zu Konjunkturprogrammen, die über Staatsschulden finanziert wurden. Die Renditeprognosen mussten mehrfach nach unten korrigiert werden.
Auch der Beschluss der Schweizerischen Nationalbank vom 15. Januar 2015, den Mindestkurs von 1,20 Franken für einen Euro aufzuheben und die Einführung von Negativzinsen im Bankenwesen hatten einen grossen Einfluss auf die Zinssätze, die auch für die finanziellen Investitionen von Pensionskassen angewendet werden. Aus diesem Grund wurden die Renditeerwartungen der Investitionen der PKSPF stark nach unten korrigiert. Während im Jahr 2011 noch eine durchschnittliche Rendite von 4,5% erwartet werden konnte, wird künftig mit Renditeerwartungen von 2,8% gerechnet. Spezialisten auf diesem Gebiet bestätigten diese Prognose; die Aufsichtsbehörden der PKSPF (Aktuar, Wirtschaftsprüfung, Stiftungsaufsicht) stimmten dieser zu.
Die Negativzinsen haben auch Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: Eigentümer konnten ihre Hypotheken zu günstigen Tarifen finanzieren, was zu niedrigeren Mieten führte. Für die Pensionskassen wurde ein gegenteiliger Effekt beobachtet: Ihre Erträge sanken infolge dieses Phänomens.
Es stimmt, im Jahr 2017 waren die erzielten Leistungen der PKSPF an den Finanzmärkten sehr zufriedenstellen, im Gegensatz zu 2016. Diese Daten wiederspiegeln die schwankenden Ergebnisse der Jahresrechnungen der Pensionskasse. Manchmal können diese punktuell gut ausfallen, obwohl der allgemeine langfristige Trend eher negativ ist.
Für einen langfristig gesunden Betrieb darf sich die PKSPF nicht von konjunkturellen Ergebnissen beeinflussen lassen. Ihre Verantwortung ist es, die Stabilität der Pensionskasse und ihrer Leistungen zu gewährleisten. Das hervorragende Ergebnis von Ende 2017 darf nicht über die Realität an den Finanzmärkten hinwegtäuschen: Deren Entwicklung wird die Stabilität der PKSPF in den kommenden Jahren schwächen. Die aktuelle Rendite für 2018 (Januar bis Oktober 2018) auf Finanzanlagen im engeren Sinne einschliesslich des Immobilien-Bereichs beträgt -0,17%.
Zusätzlich zum Primatwechsel erwägt der Staatsrat tatsächlich eine teilweise Rekapitalisierung der PKSPF. Das würde der Pensionskasse ermöglichen, eine Wertschwankungsreserve aufzubauen, so dass sie weniger abhängig von konjunkturellen Schwankungen wäre und ihre Investitionskapazitäten deutlich erhöhen könnte. Diese teilweise Rekapitalisierung im Umfang von 350 Millionen Franken würde vom Staat Freiburg getragen.
Die genauen Bedingungen für diese mögliche Aufstockung des Kapitals sind Gegenstand der Vernehmlassung, zusammen mit der Finanzierung der Übergangs- und Kompensationsmassnahmen. Die Rekapitalisierung müsste vom Grossen Rat genehmigt werden und käme auch vor das Freiburger Stimmvolk.
Eine erste Reform des Vorsorgeplans wurde im Jahr 2009 initiiert und im Mai 2011 durch den Grossen Rat des Kantons Freiburg verabschiedet (Inkrafttreten per 1. Januar 2012). Das Ziel war es, mit einer Anpassung der Beiträge einen Deckungsgrad von 70% zu erreichen. Zu jener Zeit unterstützte die Mehrheit der konsultierten Personen dieses Vorgehen. Ende 2010 schrieb das eidgenössische Parlament den öffentlichen Pensionskassen jedoch einen Mindestdeckungsgrad von 80% vor (Inkrafttreten per 1. Januar 2012). Bis zu diesem Zeitpunkt wurden den Pensionskassen keine Auflagen gemacht, der Gesetzgeber gab sich mit der staatlichen Garantie zufrieden. In Freiburg war es faktisch nicht möglich, eine versicherungstechnische Studie zur neuen Ausgangslage infolge des Entscheids des Bundesparlaments zu machen, ohne dass die Reform lange hinausgeschoben worden wäre – zumal die Renditen weiterhin zufriedenstellend waren.
Ab 2012 veränderte sich die wirtschaftliche Situation drastisch. Zu diesem Zeitpunkt lag die Renditeerwartung noch bei 4,5%, während sie heute nur noch 2,8% beträgt. Damals war es aufgrund der vorliegenden Fakten nicht möglich, eine solche Zinssenkung vorauszusehen, wie sie insbesondere nach der unerwarteten Aufhebung des Mindestwechselkurses von CHF 1,20 für einen Euro im Januar 2015 erfolgte. Die letzte Revision des Vorsorgeplans, die erneut eine Erhöhung der Beiträge vorsah, wurde am 21. November 2014 vom Grossen Rat des Kantons Freiburg verabschiedet.
Die Reform, die derzeit in Vernehmlassung ist, wurde im Jahr 2016 initiiert.
Die wichtigste vorgeschlagene Massnahme der Reform ist die Umstellung des Vorsorgeplans vom Leistungsprimat auf das Beitragsprimat.
Heute muss die PKSPF eine Rente zusichern, die 1,6% der versicherten Lohnsumme einer ganzen Laufbahn entspricht (Referenzrentensatz). So muss sie die Mittel aufbringen, um die versprochenen Leistungen zu finanzieren. Es handelt sich dabei um einen Vorsorgeplan im Leistungsprimat. In der Schweiz wird dieses Prinzip nur noch von den öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Kantone Genf, Waadt und Freiburg angewendet. Wenn die Pensionskasse in diesem System die garantierten Renten aufgrund fehlender Renditen nicht finanzieren kann, muss sie ihren Vorsorgeplan anpassen. Entweder, indem sie die Leistungen senkt oder indem sie die Beiträge erhöht. Für die PKSPF würde die Fortführung des Plans die Arbeitnehmenden und den Arbeitgeber zwischen 1,4 und 1,8 Milliarden Franken kosten, je nach Schätzung der Zinsgutschrift. Das würde eine Senkung des Ansatzes zur Berechnung der Renten im Alter von 62 Jahren von 1,6% auf 1,3% bedeuten. Das hätte eine durchschnittliche Senkung der Renten von ungefähr 20% zur Folge.
Mit dem neuen Plan, den die Vertretenden von Arbeitnehmenden und Arbeitgeber vorschlagen, würde künftig die Berechnung der Rente zum Zeitpunkt der Pensionierung ausschliesslich auf den angesparten Beiträgen und den tatsächlich erzielten Erträgen aus dem Kapital basieren. Dabei handelt es sich also um einen Vorsorgeplan im Beitragsprimat. Dieses System wird fast von allen öffentlichen und privaten Pensionskassen der Schweiz angewendet. Mit dem Wechsel vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat kann die Pensionskasse ihre Renten sichern, ohne die Beiträge drastisch erhöhen zu müssen. Das Beitragsprimat erlaubt ausserdem, das Risiko von Schwankungen an den Finanzmärkten abzuwälzen. Von dieser Abwälzung können auch die Versicherten profitieren: Wenn die Erträge höher sind als erwartet, können sie auch mit höheren Renten rechnen.
Die Reform, die notwendig ist, um die Stabilität der Pensionskasse und ihrer Leistungen zu sichern, beinhaltet eine Senkung des erwarteten Rentenniveaus für Personen, die aktuell beim Staat Freiburg oder bei einer der PKSPF angeschlossenen Anstalt arbeiten.
Der prognostizierte durchschnittliche Verlust für die zweite Säule liegt bei rund 20%. Für Personen im Alter von 55 bis 65 Jahren, die kurz vor der Pensionierung stehen, werden Übergangsmassnahmen umgesetzt. Zusätzlich werden je nach gewählter Variante Kompensationsmassnahmen für Personen ab 50 oder ab 45 Jahren umgesetzt. Diese Massnahmen sind Gegenstand der Vernehmlassung. Die Reform wird jedoch keine Auswirkungen auf die Renten der zweiten Säule von Personen haben, die bereits heute eine Alters-, Hinterlassenen-, Invaliden- oder Waisenrente erhalten.
Die Bemessung der Lastenverteilung zwischen Arbeitnehmenden und Arbeitgeber ist das Resultat einer komplexen Schätzung, die im Bericht des Staatsrats vom 20. November 2018 und in einem Informationsblatt der PKSPF ausgeführt sind.
Ja, die Reform bietet die Möglichkeit eines zusätzlichen Beitragsplans. Jede versicherte Person wird Jahr für Jahr entscheiden können, ob sie ihren Beitrag weiterhin wie heute bezahlen will (8,64%), ob sie 1% mehr leisten will (9,64%) oder ob sie 3% mehr einbezahlen will (11,64%). Die Last der versicherten Person entspricht dem gewählten zusätzlichen Beitrag (1% oder 3%). Angenommen, eine Person entscheidet sich dafür, während ihrer ganzen Laufbahn 1% mehr einzubezahlen, dann könnte sich ihre Altersrente um rund 5% verbessern. Bei zusätzlichen 3% könnte sich die Rente um 14% erhöhen.
Die Rekapitalisierung kommt nicht direkt den Versicherten zugute. Im Gegensatz zu den Übergangs- und Kompensationsmassnahmen geht der vom Staat einbezahlte Betrag nicht zu ihrem eigenen Vermögen, sondern fliesst in das Vermögen der PKSPF. Trotzdem werden die Versicherten in Zukunft indirekt von der Rekapitalisierung profitieren – insoweit als das Bundesrecht verbietet, dass zusätzlich in die Pensionskasse einbezahlte Beträge nicht der Gesamtheit der Versicherten zugute kommen. Die Rekapitalisierung wird die finanzielle Situation der PKSPF verbessern und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass die aktiven Versicherten von höheren Renditen profitieren können. Ebenso sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass die PKSPF eines Tages andere Sanierungsmassnahmen treffen muss.
Die Altersgutschrift ist ein Teil der Beiträge. Der gesamte Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:
- 21% sind Sparguthaben oder Altersgutschrift,
- 3% sind notwendig für die Rekapitalisierung der Pensionskasse und
- 1,9% werden für die Deckung der Risiken von Tod und Invalidität, für Verwaltungskosten sowie für die Beiträge an den Sicherheitsfonds verwendet.
Nein, die Reform hat keine Konsequenzen für aktuell pensionierte Personen. Diese Personen werden ihre Renten weiterhin in gleicher Höhe erhalten. Ebenso hat die Reform keine Folgen für Personen, die heute eine Hinterbliebenen-, Invaliden- oder Waisenrente erhalten.
Die Auswirkungen der Reform auf die persönliche Rente können berechnet werden. Die vorgeschlagene Reform zur Sicherung der Stabilität der PKSPF kann für Personen, die bei der Pensionskasse versichert sind, erhebliche Auswirkungen auf die Renten der zweiten Säule haben. Die PKSPF stellt den betroffenen Personen einen Rechner zur Verfügung, mit dem sie die Folgen des angepassten Vorsorgeplans für ihre persönliche Altersrente abschätzen können.
Die ausbezahlte Altersrente hängt vom angesparten Kapital zum Zeitpunkt der Pensionierung, von der in Zukunft erwarteten Rendite der PKSPF sowie von der Lebenserwartung der Rentnerinnen und Rentner ab. Gemäss den Statistiken der PKSPF hat eine Frau im Alter von 64 Jahren eine Lebenserwartung von weiteren 23,09 Jahren; bei einem Mann sind es 20,93 Jahre. Wenn also eine Frau zwei Jahre früher in Pension geht (im Alter von 62 Jahren), dann muss die PKSPF ihr zwei Jahre länger als die erwarteten 23,09 Jahre eine Rente bezahlen. Das führt zu einer Verlängerung der Zahlungsdauer um 2/23,09, was ungefähr 9% entspricht. Die Rente muss also pro erwartetem Lebensjahr um etwa 5% gesenkt werden. Für einen Mann sind es 2/20,93, was ungefähr 10% entspricht. Diese Rechnung ist insofern anschaulich, als auch die erwartete Leistung sowie die Lebenserwartung der potentiellen Partnerin oder des potenziellen Partners berücksichtigt werden.
Aktuell wird die Rente im Fall einer frühzeitigen Pensionierung vor 62 Jahren zwischen 60 und 62 Jahren nicht gesenkt. Aber sie wird vor dem Alter von 60 Jahren um 2% gekürzt respektive ab dem Alter von 62 Jahren um 2% erhöht. Aus technischer Sicht ist die Berechnung der vorgezogenen Altersrente daher nicht neutral (die korrekte Kürzung würde jährlich etwa 5% betragen), weil Versicherte, die vor dem 62. Altersjahr in Pension gehen, keine entsprechende Senkung erfahren, obwohl sie ein oder mehrere Jahre von zusätzlichen Zahlungen profitieren. In anderen Worten: Die aktuelle Berechnung begünstigt Versicherte, die sich eine frühzeitige Pensionierung leisten können, auf Kosten derjenigen, die später pensioniert werden und aufgrund des kürzeren Zahlungszeitraums keine «angemessene» Erhöhung der Rente erhalten. Die Einführung einer strikten versicherungstechnischen Berechnung im neuen Vorsorgeplan garantiert somit, dass die Renten von allen Versicherten auf Grundlage der tatsächlichen Lebenserwartung zum Zeitpunkt des Austritts aus dem Erwerbsleben berechnet werden. Damit wird eine unerwünschte Solidarität beendet.
Nein, eine Erhöhung des Rentenalters ist nicht vorgesehen. Es wird nach wie vor möglich sein, im Alter von 58 bis 65 Jahren in Rente zu gehen und einen AHV-Vorschuss zu beziehen. Jedoch wird die Rente versicherungstechnisch berechnet werden, was heute nicht der Fall ist. Das wird zur Folge haben, dass die von der PKSPF ausbezahlten Renten sinken.
Der AHV-Vorschuss ist von der aktuellen Reform nicht betroffen. Gemäss aktuellem Stand der Dinge bleibt das System für den AHV-Vorschuss also erhalten.
Im Fall der PKSPF werden die Leistungen auf Grundlage der versicherten Lohnsumme einer ganzen Laufbahn berechnet. Mit diesem System wird sichergestellt, dass Unterbrüche der Karriere, variierender Beschäftigungsgrad oder andere Schwankungen des versicherten Lohns berücksichtigt werden. Laut den Aussagen der Spezialisten bestraft der Übergang zum Beitragsprimat Personen mit einer untypischen Karriere nicht. Vor allem aus folgenden Gründen:
- Die Altersgutschriften (Anteil der gesamten Beiträge, die den Ersparnissen gutgeschrieben werden) passen sich immer dem tatsächlich ausbezahlen Lohn an, so dass sich das persönliche Sparguthaben entsprechend dieser Gutschriften entwickelt. Der versicherte Lohn (Lohn abzüglich Koordinationsabzug) wird auf die gleiche Art und Weise berechnet wie im Leistungsprimat. Das heisst, dass der Koordinationsabzug in Abhängigkeit des Beschäftigungsgrads berechnet wird. Dieser Absatz benachteiligt die Personen mit einem tieferen oder im Laufe der Karriere schwankenden Beschäftigungsgrad nicht.
Das Beitragsprimat bedeutet für diese Personen deshalb keine Nachteile im Vergleich zum aktuellen System.
Der neue Vorsorgeplan vereinfacht die Berechnung von Leistungseinkäufen für untypische Karrieren. Mit der Anpassung ist es nicht mehr notwendig, die Skala für Austrittsleistungen zu verwenden, um die Auswirkungen eines geleisteten Beitrags zu berechnen. Dieser wird direkt in Franken auf dem Altersguthaben (auch Ersparnisse genannt) gutgeschrieben. Nach Einschätzung der Experten vereinfacht die wegfallende Austrittsleistungsskala die Karriereplanung und ermöglicht die Vergleichbarkeit und die Kompensation fehlender Jahre über freiwillige Einkäufe. Dabei ist der Betrag nicht mehr vom Alter abhängig, in dem der Einkauf erfolgt (die aktuelle Austrittsleistungsskala steigt mit dem Alter an, so dass der Einkauf für die gleiche Höhe der Altersrente beispielsweise mit 55 Jahren teurer ist als mit 30 Jahren).
Die PKSPF wäre gezwungen, den aktuellen Rentensatz von 1,6% auf 1,3% senken. Das entspricht einer durchschnittlichen Senkung der Renten, von der alle Angestellten betroffen wären und die höher ausfallen würde als die durchschnittliche Senkung, die im Rahmen der in Vernehmlassung geschickten Varianten zu erwarten ist. Die Senkung der Renten um etwa 20% würde bedeuten, dass die Kosten der Reform vollumfänglich zu Lasten der Versicherten gehen. Übergangsmassnahmen würden nur für Personen über 60 Jahre gewährt, alle anderen Personen würden keine Kompensationen erhalten. Die Folgen für Personen ab 45 oder 50 Jahren wären schwerwiegend, da sie nicht von den zusätzlichen Übergangs- und Kompensationsmassnahmen profitieren könnten, welche in den verschiedenen in die Vernehmlassung geschickten Varianten vorgesehen sind.
Viele Parameter der Reform liegen in der Kompetenz des Grossen Rates und der Bevölkerung des Kantons Freiburg. Der Vorentwurf des Gesetzes befindet sich derzeit in Vernehmlassung. Gemäss aktueller Planung wird die parlamentarische Beratung noch im zweiten Trimester 2019 stattfinden. Das Inkrafttreten des neuen Vorsorgeplans ist per 1. Januar 2021 geplant. Die aktuellen Bestimmungen bleiben daher bis am 31. Dezember 2020 in Kraft.
Nein, die aktuellen Bedingungen bleiben bis Ende des Jahres 2020 bestehen.
Ja, die Pensionskasse wird wie bisher gelegentliche Einkäufe zulassen. Den maximal zulässigen Einkaufsbetrag finden Sie auf Ihrem Versicherungsausweis unter den allgemeinen Informationen auf S. 2. Darüber hinaus ermöglicht die Pensionskasse den Versicherten, einen oder drei zusätzliche Beitragspunkte einzuzahlen, um ihre künftigen Leistungen zu verbessern.
Die bestehenden Rechte bleiben erhalten. Das im Leistungsprimat erlangte reglementarische Guthaben wird auf den neuen Vorsorgeplan im Beitragsprimat übertragen. Im Falle eines Wechsels des Arbeitgebers ist die Freizügigkeitsleistung garantiert.
Die arbeitstätigen Versicherten der PKSPF erhielten ihren neuesten Vorsorgeausweis Ende November 2018. Dieses Dokument wird auch jedes Jahr im Laufe des ersten Halbjahres aktualisiert.