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Der Konsument hat heute die Wahl zwischen Bargeld (Noten und Münzen) oder dem Giralgeld der Geschäftsbanken. Letzteres krankt an einem Gegenparteienrisiko, bietet aber die Vorteile des elektronischen Zahlungsverkehrs.
Was aber, wenn ein Konsument aus dem Zwangsverleihsystem der Banken aussteigen möchte? Eine Bank, welche als Aktiven ausschliesslich Zentralbank-Liquidität hält, könnte genau diesen Wunsch erfüllen; sie wäre eine Vollgeld-Bank.
Gratis wäre das natürlich nicht zu haben. Allfällige Negativzinsen auf Guthaben bei der Zentralbank (-0.75% im Oktober 2015) sowie die Kosten für den eigenen Betrieb (einige Zehntelprozente) müssten den Kunden der Vollgeld-Bank in Rechnung gestellt werden. Im heutigen Umfeld einer leichten Deflation würde das den Konsumenten gar nichts kosten. Normalerweise wäre das aber eher nicht der Fall. Dafür hätte der Konsument den Vorteil von sicherem, elektronischem Cash.
Mit solchen Vollgeld-Banken hätte die Schweiz eine extreme Spielart eines Trennbankensystems. Diese Banken würden die Forderungen der Vollgeld-Initiative nach sicherem, schuldfreiem Geld erfüllen. Das System wäre sogar noch besser als das durch die Vollgeld-Initiative angestrebte, denn zinstragendes Giralgeld wäre für Konsumenten, die ein gewisses Risiko eingehen wollen, immer noch möglich.
*** SW/2015-11-03