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Ausstellung vom 19. Januar bis 18. Februar 2017
Galerie il Tesorino, Dufourstrasse 160, 8008 Zürich
Das Kapitel „Sonnen“ hätte vielleicht auch mit „Ibiza“ betitelt werden können, denn die meisten Sonnenbilder von Gessner bezeichnen zusammen mit dem Entstehungsjahr den Namen der Insel. Dass den kreisrunden Formen jedoch noch separat ein Kapitel gewidmet ist, dient einer bestimmten Präzisierung. Es ist gegeben in kreisrunden Flächen ein Abbild der Sonne zu sehen. Losgelöst von dieser Bestimmung bleibt das gleichförmige Zeichen. Überdies war es schon immer ein fragwürdiges Unternehmen, Sonnenlicht naturwürdig wiederzugeben. Robert S. Gessner hat die Sonnen goldgelb, rotgold, türkis, schwarz, blau oder mehrfarbig gemalt. Er hat ja die Sonne auch über Jahre – von 1957 bis 1982, dem Jahr seines Todes – betrachtet. Mit diesen Bildern ist der Einbezug des gesamten Bildraumes entschieden. Dadurch entstehen die grossen Kompositionen Gesssners, die Wirkungen der Sonnenscheiben auf ihren Umraum, auf die Horizonte, auf das Meer. Er versucht im Besitz seiner Meisterschaft, alles aufeinander abzustimmen.
Eugen Gomringer, 2015