Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03234.jsonl.gz/438

Sind Trüffelschweine überhaupt noch aktuell? Und wie sieht es mit Trüffelhunden aus? Beziehungsweise mit Trüffelziegen, Trüffelbären oder Trüffelfliegen?
Die Geschichte der Trüffeln geht bis auf die Zeit um 3000 v. Chr. zurück. So soll der ägyptische Pharao Cheops ein leidenschaftlicher Trüffelliebhaber gewesen sein. Das Glück, Trüffeln zu geniessen, ist übrigens nicht jedem bestimmt: Gemäss einer Schätzung sind rund 40 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen nicht in der Lage, den unvergleichlichen Duft von Trüffeln zu riechen.
Rein naturwissenschaftlich betrachtet, sind Trüffeln vegan, denn sie gehören zu der Gattung der Pilze. Da sie meist unterirdisch wachsen, wurden und werden zur Suche häufig Tiere eingesetzt – aber nicht ausschliesslich. Definitiv passé ist ist die Suche mit Trüffelschweinen; in Italien ist diese Methode seit 1982 gar verboten. Weil Trüffeln den Duft von Androsteron verströmen – das Steroid ist der Sexuallockstoff des Ebers –, wurden zur Suche früher weibliche Schweine eingesetzt. Sie erwiesen sich jedoch als untauglich, da sie nur schwer zu zügeln waren und die Edelpilze beim Ausgraben oft beschädigten oder auffrassen.
In England und Frankreich orientieren sich manche Trüffelsucher an einer Fliegenart: Sie beobachten die Insekten, die offenbar den Pheromonen folgen und ihre Eier oft in unmittelbarer Nähe von Trüffeln ablegen. In Russland wurde früher mit Bären nach Trüffeln gesucht; in Sardinien werden dazu noch heute Ziegen eingesetzt. Die namibische Volksgruppe der San («Jene, die etwas vom Boden auflesen») sucht nach kleinen Rissen im Boden, um Kalahari-Trüffeln zu finden.
Am weitesten verbreitet ist heute die Suche mit speziell abgerichteten Trüffelhunden. Hunde sind beweglicher als Schweine, sie richten beim Ausgraben geringere Schäden an – und man kann Ihnen die Trüffeln einfacher wegnehmen. Eingesetzt werden insbesondere Hunde der Rasse Lagotto Romagnolo. In der offiziell anerkannten Università dei Cani da Tartufo im Piemont werden bereits seit 1880 Trüffelhunde ausgebildet. Die Schulung der Welpen beginnt meist schon im Alter von zwei Monaten; die Grundausbildung dauert in der Regel 15 bis 20 Tage, eine komplette Ausbildung drei bis vier Jahre. Profis bevorzugen die weissen Hunde – die sieht man im Wald besser.
Die Hunde werden mager gehalten, denn sie suchen besser, wenn sie hungrig sind.
Trüffelzucht
Die Zucht von Trüffeln galt während langer Zeit als unmöglich. Seit einigen Jahren werden jedoch in Frankreich und in einigen südosteuropäischen Ländern vielversprechende Versuche durchgeführt. In der ersten Schweizer Trüffelbaumplantage wurde 2015 erstmals geerntet. Unter www.trueffelbaeume.ch können interessierte Gourmets zum Preis von 30 Franken pro Stück Burgunder Trüffelbäume zum Einpflanzen im eigenen Garten bestellen – oder die Patenschaft für einen oder mehrere Bäume übernehmen. Gesammelt werden die Trüffeln zwischen September und Januar.
Quellen:
• wikipedia.org
• Peter Barham «Die letzten Geheimnisse der Kochkunst»
• trueffelbaeume.ch