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Das Firmenarchiv der Alusuisse umfasst rund 125 Industriefilme. Im Zentrum steht die Herstellung und die Verwendung von Aluminium. Die Firma war 1888 als Aluminium-Industrie-Aktien-Gesellschaft in Neuhausen am Rheinfall gegründet worden. Ab 1963 hiess sie Schweizerische Aluminium AG, oder abgekürzt Alusuisse.
Die Filme situieren sich entlang der Wertschöpfungskette des Aluminiums: Dies beginnt beim Abbau des Rohstoffs Bauxit und seiner Verarbeitung zu Tonerde und geht weiter zur Elektrizitätsproduktion, welche für die energieintensive Elektrolyse nötig war. Es geht weiter mit der Herstellung und Verarbeitung von Aluminium im Hüttenwerk, Walzwerk oder Presswerk. Schliesslich zeigen die Filme Verwendungskontexte: Aluminium wurde vor allem in der Bauindustrie (Fassaden, Profile, Dächer) und in der Fahrzeugherstellung (Eisenbahnwagen, Lastwagenaufbauten) verwendet.
Viele Filme bewegen sich vom Genre her zwischen Werbefilm und Lehrfilm: Aluminium wird gleichermassen erklärt wie beworben. Einige Filme dokumentieren interne Veranstaltungen. Neben den Stammwerken im Schweizer Wallis sind auch Australien, Afrika, Lateinamerika oder die USA Gegenstand von Filmen. Neben professionell gedrehten Filmen gibt es auch Amateurfilme.
Beschreibung
Schweizerische Aluminium AG
Aluminium-Industrie-Aktiengesellschaft Chippis
Alusuisse-Lonza-Holding
Alcan Holdings Switzerland, Zürich
Alesa Alusuisse Engineering AG
Die Gesellschaft wurde 1888 in Neuhausen am Rheinfall gegründet. Neben diesem Stammwerk betrieb die Gesellschaft schon früh Werke in Deutschland, Österreich und im Wallis. Da die Aluminiumindustrie sehr energieintensiv ist, umfasste die Alusuisse seit ihren Anfängen neben Produktionsbetrieben auch eigene Kraftwerke. Später kamen weitere Kraftwerke, Bergwerke (Bauxit), Tonerdefabriken und Hütten (Elektrolysen) vor allem im Ausland (Frankreich, Italien, Griechenland, später Guinea, Sierra Leone, Norwegen, Island) hinzu. Die bis dahin grösste Auslandsinvestition einer Schweizer Firma stellte das gigantische Gove-Projekt dar: 1971 nahm die Alusuisse im australischen Outback eine Bauxitmine und ein Tonerdewerk in Betrieb. Unter anderem hatte man auch einen Hafen sowie eine Siedlung für mehrere tausend Menschen erstellen müssen. Ein ähnliches Projekt wurde in Venezuela realisiert. Die Alusuisse beschäftigte auf ihrem Höhepunkt weltweit 45‘000 Personen und gehörte zum Kreis der zehn grössten Schweizer Firmen. Sie war ein Motor der industriellen Entwicklung und beeinflusste das Schicksal ganzer Regionen (Wallis, Schaffhausen/Singen).
Die Firmengeschichte lässt sich äusserlich durch die verschiedenen Namensänderungen charakterisieren: Eine Vorgänger-Gesellschaft war die Schweizerische Metallurgische Gesellschaft (1888-1894). Von der Gründung 1888 bis 1962 hiess die Gesellschaft Aluminium-Industrie-Aktien-Gesellschaft (AIAG). In den 1960er Jahren fand ein massives Wachstum statt. Von 1963 bis 1988 lautete der Firmenname Schweizerische Aluminium AG, abgekürzt Alusuisse, womit man auch der Internationalisierung Rechnung tragen wollte. 1973 wurde die 1897 gegründete Chemiefirma Lonza AG übernommen. In den 1980er Jahren trieben die Folgen einer zu starken Expansion und Diversifikation die Firma nahe an den Abgrund. Die Halbierung der Rohaluminiumproduktion, eine prosperierende Division Chemie und das Vordringen in den Verpackungssektor führten die Alusuisse zurück in die Gewinnzone. 1989 bis 1996 lautete der Firmenname Alusuisse-Lonza Holding AG bzw. A-L, 1997 bis 1999 Alusuisse Lonza Group AG bzw. algroup. 1999 spalteten die Finanzinvestoren Martin Ebner und Christoph Blocher die Chemieperle Lonza von der algroup ab. 2000 verkauften sie die Alusuisse Group, wie sie nun hiess, an die kanadische Alcan; die ehemalige Alusuisse verlor ihre Selbständigkeit. Die Produkte, das Know-how und auch ein Grossteil der Firmen mit ihren Beschäftigten lebten aber fort. 2007 wurde die Alcan, die 2003 auch die französische Péchiney geschluckt hatte, ihrerseits vom Bergbaukonzern Rio Tinto übernommen. In der Schweiz firmiert die ehemalige Alusuisse, nach wie vor eine Gesellschaft des Rio-Tinto-Konzerns, bis heute als Alcan Holdings Switzerland.
Der grosse Teil des bearbeiteten Firmenarchivs befand sich zum Zeitpunkt der Erschliessung in Archivräumen in Niederglatt. Einige Unterlagen aus dem Werk Neuhausen waren zu einem früheren Zeitpunkt an das Staatsarchiv Schaffhausen abgeliefert worden. Bei den Umzügen der Firma von Neuhausen nach Lausanne ca. 1940 und von Lausanne nach Zürich einige Jahre später wurden Teile des Archivs mitgenommen. Möglicherweise gingen bei diesen Umzügen auch Teilbestände verloren. Ab 2011 wurden Abklärungen und Arbeiten zur Sicherung des Archivbestands unternommen. 2013 wurde beschlossen, das Archiv zu bearbeiten und im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv (SWA) zu archivieren.
125 Filme, ca. 300 Filmrollen, vor allem 16mm, teilweise 35mm.
Digitalisiert sind aktuell ca. 75 Filme. Ausschlaggebend für die Priorisierung waren konservatorische und inhaltliche Gründe. Die Digitalisierung der restlichen Filme ist vorgesehen.
Die Erschliessung basiert auf ISAD(G) und den HAN Katalogisierungsregeln für Archive.
In der Regel liegen die Urheberrechte bei den Filmschaffenden. In Ausnahmefällen liegen die Nutzungsrechte bei Alusuisse bzw. beim SWA.
Die Benutzungsbestimmungen richten sich nach dem Archivierungsvertrag und dem Archivgesetz Basel-Stadt. Für diese Unterlagen bestehen keine Schutzfristen mehr.
Der Zugang zu den Filmen erfolgt via Memobase+-Station.
Der Zugang zu den originalen 16mm- und 35mm-Filmrollen ist aus konservatorischen Gründen nicht möglich. Sie werden im Magazin des SWA aufbewahrt. Von gewissen Filmen sind im SWA mehrere Kopien vorhanden. Über Kopien in anderen Institutionen ist nichts bekannt.
Die Metadaten der Filme können in der Memobase und im Katalog swisscollections recheriert werden.