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Das Dissertationsprojekt untersucht , wie die paulinischen Passagen 1Kor 15,35-49; 2Kor 5,1-10; Phil 1,23f. sowie – am Rande – 1Thess 4,13-18 und die darin geäußerten Vorstellungen von mortalen sowie postmortalen Vorgängen sich mit Vorstellungen von Sterben, Tod und postmortaler Existenz im kaiserzeitlichen Platonismus des 1. Jh. n. Chr. (Philo von Alexandrien, Plutarch von Chaironeia) in Verbindung bringen lassen. Wurde in der Forschung immer wieder beobachtet, dass einzelne Termini insbesondere in 2Kor 5,1-10 denjenigen in sog. „mittelplatonischen“ Texten nahestehen, so erfolgte in jüngerer Zeit keine systematische Auswertung dieser Erkenntnis. Insbesondere die Rolle des menschlichen „Nous“, „Logos“ oder „Pneuma“, ist hierbei – ähnlich wie bei der Anthropogenese – von besonderem Interesse. Das Projekt will dabei auch Antwortperspektiven auf die in jüngster Zeit wieder stärker in den Fokus gekommenen Fragen nach der Ganzheitlichkeit des paulinischen Menschenbildes eröffnen; zeigt sich doch in Vorstellungen der Vorgänge im Moment des Todes und darüber hinaus auch eine spezifische, grundlegende Auffassung von der Konstitution des Menschen sowie dessen Beziehung zu Gott.
Betreuung: Prof. Dr. Rainer Hirsch-Luipold.
Webseite Julian Elschenbroich
(Community with the Angels in the earthly Cult in early Jewish and New Testament Writings)
Dass es eine Verbindung zwischen dem irdischen und himmlischen Gottesdienst in frühjüdischen und frühchristlichen Schriften gibt, ist allgemein anerkannt. Wie diese Verbindung aber in den einzelnen Schriften gedacht wird und welche Bedeutung der Engelgemeinschaft im Gottesdienst zugeschrieben wird, wurde bislang kaum differenzierend untersucht. Gleichwohl wird eine Gemeinschaft von Engeln und Menschen im irdischen Gottesdienst in verschiedenen Bereichen vorausgesetzt. Grundlegend, wenn auch aus protestantischer Sicht kaum wahrgenommen, ist die Fragestellung für das ökumenische Gespräch mit den östlich-orthodoxen Kirchen, in deren Liturgien gerade die Teilnahme der himmlischen Welt am irdischen Gottesdienst eine herausragende Rolle spielt. Systematisch spielte es eine Rolle im Werk des katholischen Theologen Erik Peterson und seiner Diskussion mit Karl Barth. Exegetisch erlangte das Thema Aufmerksamkeit insbesondere durch die Textfunde von Qumran, in denen sich die Überzeugung einer Teilnahme der Gemeinde am himmlischen Gottesdienst als spezifisches eschatologisches Gegenwartsbewusstsein findet, u.a. mit Implikationen für die Kriterien der Mitgliedschaft, die Reinheitspraxis und den Festkalender. Auch einzelne neutestamentliche Texte setzen derartige Vorstellungen voraus, doch ist eine zusammenhängende Behandlung bislang nicht erfolgt. Die Konsequenz der jeweils nur fragmentarischen Behandlung des Themas ist, dass bisher die Eigenheiten der verschiedenen Quellen in den Darstellungen der Engelgemeinschaft im Kultus keine Beachtung fanden und die Engelgemeinschaft in Studien zum urchristlichen Gottesdienst kaum reflektiert wurde.
Das SNF-Forschungsprojekt möchte deshalb erstmals monographisch umfassend die Thematik darstellen, indem es Quellentexte aus frühjüdischer und neutestamentlicher Zeit exegetisch-traditionsgeschichtlich analysiert, um so Verständnis und Bedeutung des Motivs der Engelgemeinschaft im irdischen Gottesdienst in frühjüdischen und neutestamentlichen Texten differenziert zu bestimmen, und damit dessen systematische und ökumenische Relevanz anzudeuten.
Im Rahmen des Forschungsprojektes erscheint zudem ein Sammelband mit Einzelstudien:
Jörg Frey/Michael R. Jost (ed.), Gottesdienst und Engel im antiken Judentum und frühen Christentum, WUNT II (Tübingen: Mohr Siebeck, 2017). (https://www.mohr.de/buch/gottesdienst-und-engel-im-antiken-judentum-und-fruehen-christentum-9783161541957)
Weitere Informationen siehe http://p3.snf.ch/project-146552
Betreuung: Prof. Dr. Benjamin Schliesser, Prof. Dr. Jörg Frey
Mit dem Dissertationsprojekt sollen die wechselseitigen Beziehungen zwischen Paulus und der Jerusalemer Urgemeinde genau beleuchtet werden, um einen Einblick in die Geschehensabläufe, die Mitarbeiterkreise und die verschiedenen theologischen Profilierungen des frühen Christentums zu erhalten. Damit wird sowohl die Frage nach dem Fremdverständnis als auch nach dem Selbstverständnis des Apostels, gerade auch im Hinblick auf seine Rolle und Akzeptanz als Missionar, ein Gegenstand der Untersuchung sein. Methodisch werden die Exegese der relevanten Texte aus den paulinischen Briefen und Apostelgeschichte (u.a. zum Apostelkonvent, zum antiochenischen Zwischenfall und zur Kollekte) wie auch der sozialgeschichtliche Hintergrund eine Rolle spielen.
Betreuung: Prof. Dr. Matthias Konradt
Webseite Bettina Kindschi
Durch die Dissertation wird das Licht als ein Motiv im Prolog des Johannesevangeliums und im Joh 8,12–12 vorgestellt. Es soll erörtert werden, wie das Motiv des Lichtes im Johannesevagelium verwendet wird und wie dies in der östlichen Tradition (Clemens von Alexandrien, Origenes, und Dionysius Areopagita) rezipiert wird. Die Frage nach dem Licht im Joh führt zur Disskusion verschiedener Aspekte:
Bei der Untersuchung sind semantisch verwandte Wortfelder (z.B. der Dualismus von Tag und Nacht, die strahlende Herrlichkeit Gottes etc.) einzubeziehen. Für diese Dissertation soll das Johannesevangelium herangezogen werden, weil es in der Lichtmetaphorik alle gennante Aspekte hin fruchtbar gemacht werden kann. Diese Problematik haben bis heute vor allem C.H. Dodd, R. Bultmann, F.N. Klein, C.R. Koester, O. Schwankl und M. Pulver analysiert, so kann sich die Untersuchung auf wichtige Vorarbeiten stützen.
Betreuung: Prof. Dr. Rainer Hirsch-Luipold, Prof. em. Dr. Urs von Arx.
Webseite Milan Kostrešević