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Die Ethos Stiftung und mehrere ihrer Mitglieder gehören zu den Mitantragstellern eines Aktionärsantrags, der vom Ölgiganten fordert, seine Klimaziele an das Pariser Abkommen anzupassen. Der Antrag wurde von der Organisation Follow This koordiniert und wird den Aktionärinnen und Aktionären an der Generalversammlung 2024 im Mai zur Abstimmung vorgelegt.
Shell ist einer der grössten Ölproduzenten der Welt und damit eines der Unternehmen mit den höchsten Treibhausgasemissionen. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seine Netto-Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null zu reduzieren ("Net Zero 2050"), investiert aber weiterhin massiv in fossile Brennstoffe und insbesondere in die Erschliessung neuer Ölfelder. Angesichts dieses Widerspruchs reichte eine Koalition von 27 institutionellen Investoren einen Klima-Aktionärsantrag an der Generalversammlung 2024 von Shell ein, welche im Mai stattfinden wird. Zusammen verwalten die institutionellen Investoren über EUR 3'800 Milliarden und repräsentieren fast 5% des Aktienkapitals von Shell. Die Koalition wird von der Organisation Follow This koordiniert und umfasst auch die Ethos Stiftung und mehrere ihrer Mitglieder.
Der Aktionärsantrag fordert Shell auf, seine Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, einschliesslich der Emissionen aus der Nutzung seiner Ölprodukte (Scope 3), mit den Zielen des Pariser Abkommens in Einklang zu bringen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen soll seine Verpflichtungen erfüllen, indem es seine Strategie, seine Investitionen und sein Geschäftsmodell überprüft, um eine Menge an Treibhausgasen zu emittieren, die mit dem Szenario einer globalen Erwärmung unter 2°C und so nah wie möglich an 1,5°C bis 2050 übereinstimmt. Sollte dieser Beschluss von einer Mehrheit der Aktionärinnen und Aktionäre angenommen werden, wäre es die Aufgabe des Vorstands, eine Strategie zur Erreichung dieses Ziels zu entwickeln.
Für die Antragstellenden ist dieser Antrag nicht nur ein Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung, sondern auch zum Schutz der langfristigen Interessen der Aktionärinnen und Aktionäre des Unternehmens. Die Entwicklung hin zu ungünstigeren Regelungen für fossile Brennstoffe, der Übergang zu erneuerbaren Energien und die drohenden Rechtsstreitigkeiten für Unternehmen in diesem Sektor stellen zahlreiche finanzielle Risiken für das Aktionariat dar.
Intensivierung der Massnahmen durch Active Ownership
Das Einreichen eines Aktionärsantrages und dessen Unterstützung auf der Generalversammlung ist eine der Intensivierungsmassnahmen, die dem Aktionariat zur Verfügung stehen, um zu versuchen, die Praktiken der Unternehmen, deren Miteigentümerinnen und -eigentümer sie sind, positiv zu beeinflussen. Sie erfolgt in der Regel während oder nach dem Aktionärsdialog und kurz vor der Desinvestition eines Unternehmens.
« Wenn der Dialog mit den Unternehmen nicht ausreicht, um deren Praktiken zu ändern, müssen die Massnahmen intensiviert werden », betont Vincent Kaufmann, Direktor der Ethos Stiftung. « Dies ist auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des aktiven Aktionariats. Man kann sich nicht damit begnügen, die Unternehmen zu Verbesserungen anzuregen und dann nichts zu unternehmen, wenn dieses Engagement keine Früchte trägt, insbesondere, wenn es sich um eine so dringende und grundlegende Herausforderung wie das Klima handelt. »
Obwohl die Ethos Stiftung davon überzeugt ist, dass der Aktionärsdialog das beste Mittel ist, um die Unternehmenspraktiken zu ändern, hat sie beschlossen, in Zukunft vermehrt auf Intensivierungsmassnahmen und insbesondere auf die Einreichung von Aktionärsanträgen zurückzugreifen, um die Unternehmen dazu zu bewegen, ihre Klimaauswirkungen zu reduzieren, damit die Ziele des Pariser Abkommens erreicht werden können. Dies gilt insbesondere für Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen wie Shell.