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Online-Shopping ist in den letzten Jahren zunehmend beliebter geworden. Auf globaler Ebene machte E-Commerce im Jahr 2020 19% des weltweiten Einzelhandelsvolumens aus und es wird erwartet, dass der Online-Handel mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 15% bis 2027 wächst. In der Schweiz belief sich der Wert der Online-Bestellungen im In- und Ausland auf rund 12% des gesamten Einzelhandelsvolumens im Jahr 2020. Dieser Trend erfuhr durch die COVID-19-Pandemie einen zusätzlichen Schub. In diesem Zusammenhang und aufgrund der Relevanz der Klimakrise wurde das Institut für Nachhaltige Entwicklung der ZHAW mit einer Nachhaltigkeitsstudie zum Handel mit Medikamenten über physische und Online-Verkaufskanäle beauftragt. Zu diesem Zweck wurde eine Ökobilanz durchgeführt, um die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus einer Medikamentenpackung (ohne die Herstellung des Arzneimittels) für beide Handelskanäle in verschiedenen Regionen und Gebietstypen der Schweiz zu ermitteln.
Die Resultate der Studie zeigen, dass der Medikamentenversandhandel sich bezüglich der CO2 Emissionen besonders in intermediären und ländlichen Regionen lohnt. Dagegen erweist sich der Bezug von Medikamenten im stationären Handel in den städtischen Gebieten als die CO2-sparendere Option, wenn die Strecke zur Apotheke zu Fuss oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Bündelungseffekte können sowohl im Versandhandel als auch im stationären Handel einen relevanten Beitrag zur Senkung der Gesamtemissionen leisten. Durch eine optimalere Anpassung der Verpackungsgrösse an die Bestellmengen im Versandhandel und der Eruierung von alternativen und nachhaltigeren Verpackungsmaterialien (z.B. Mehrwegboxen, Kunststoff etc.) könnte die CO2-Belastung im Versandhandel zusätzlich reduziert werden. Darüber hinaus können durch die Wahl eines Verkehrsmittels mit tiefem CO2-Ausstoss pro km im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen wie z.B. ein E-Auto, der ÖV oder das Fahrrad die Emissionen im stationären Handel deutlich reduziert werden.
Der Medikamentenversandhandel lohnt sich bezüglich der CO2 Emissionen besonders in intermediären und ländlichen Regionen.
Wenn man die Resultate aus der Studie auf die Strukturdaten der Schweiz überträgt, könnte sich für 35% der Wohnbevölkerung der Versandhandel in Bezug auf CO2 Emissionen lohnen, sofern der Einkauf in einer Apotheke nicht mit einer anderen Aktivität kombiniert werden kann. Für 63% der Wohnbevölkerung wäre der stationäre Medikamentenhandel zu bevorzugen, sofern der Einkaufsweg nicht motorisiert zurückgelegt wird.
Bibliographie:
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Wölfle, R., & Leimstall, U. (2020). E-Commerce Report Schweiz 2020. Digitalisierung im Vertrieb an Konsumenten. Eine quantitative Studie aus Sicht der Anbieter.