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Josis Zahlen in dieser Saison sind beeindruckend. In 69 Partien brachte er es auf 16 Tore und 49 Assists, womit er in dieser Statistik hinter dem Amerikaner John Carlson (15/60) der zweitbeste Verteidiger der Liga ist. Vom 16. Dezember bis 9. Januar trug sich der Berner in zwölf Spielen in Folge in die Skorerliste ein, was zuvor noch keinem Verteidiger der Nashville Predators gelungen war.
Zur Schweizer Bestmarke von Timo Meier aus der letzten Qualifikation fehlt ein Punkt – «das wäre ein sehr schöner Rekord, aber die Anzahl Punkte ist nicht das Wichtigste während einer Saison.»
Josis Plus-Minus-Bilanz beträgt +22, und dies in einem Team mit einem negativen Torverhältnis (215:217). Pro Partie stand er durchschnittlich 25:47 Minuten auf dem Eis – ligaweit erhielten nur zwei Spieler mehr Vertrauen. «Es ist schwierig zu sagen, ob es meine beste Saison ist, aber auf jeden Fall die konstanteste», sagte Josi im Telefon-Interview.
Die starken Leistungen quittierten auch die Gegner. In einer Umfrage unter den Spielern wurde er zum drittbesten Verteidiger der Liga gewählt. «Das ist eine riesige Ehre», so Josi. Für die in der Eishockey-Stadt Montreal beheimatete Zeitung «La Presse» ist er bisher gar der beste Defensivspieler in dieser NHL-Saison. In der Begründung stand, dass er eine Maschine sei.
Derweil fehlte den Predators trotz eines guten Saisonstarts mit acht Siegen in den ersten zwölf Spielen jene Konstanz, die Josi aufs Eis brachte – «wir kamen nie wirklich in Fahrt.»
Das führte dazu, dass der im Mai 2014 eingesetzte Headcoach Peter Laviolette Anfang Januar durch John Hynes ersetzt wurde. Für Josi war diese Massnahme «extrem überraschend. Er (Laviolette) hat sehr viel für unsere Organisation gemacht, ist ein super Mensch. Das war nicht einfach.» Aktuell liegt Nashville nach drei Siegen in Serie vor dem Unterbruch auf dem zweiten Wild-Card-Platz in der Western Conference.
Josi unterstrich mit seinen Leistungen, dass er jeden Franken Wert ist. Ende Oktober des vergangenen Jahres unterschrieb er einen neuen Vertrag über acht Jahre mit einer Lohnsumme von 72.472 Millionen Dollar. Damit ist er der drittteuerste Verteidiger der NHL. Darauf angesprochen, ringt Josi nach Worten: «Das Geld ist für die Medien ein Thema. Klar ist es eine sehr schöne Nebensache, in erster Linie willst du jedoch mit dem Team Erfolg haben. Es ist ein Teil des Business, persönlich rede ich aber nicht gerne darüber. Es hat sich dadurch nicht viel verändert und wird es auch nicht.»
Josi ist nicht nur bescheiden geblieben, er zeigte sich auch grosszügig. So spendete er 20'000 Dollar für eine Organisation, die Hungernde im Bundesstaat Tennessee mit Essen versorgt. Nashville ist nicht nur wegen des Coronavirus geplagt, Anfang März wurde die Stadt von einem heftigen Tornado hart getroffen.
«Es ist für sehr viele Leute im Moment extrem schwierig», erklärt Josi. «Es ist sehr schön zu sehen, wie die Community hier im letzten Monat zusammengekommen ist, wie alle einander helfen. Die Predators legen sehr grossen Wert darauf, ein Teil der Gemeinschaft zu sein und das ist bei mir nicht anders.»
Im Gegensatz zu einigen anderen Schweizern in der NHL ist Josi in Nordamerika geblieben. Er besitzt etwas ausserhalb von Nashville zusammen mit seiner Frau Ellie ein schönes Haus mit Swimmingpool. Das Grundstück bietet den beiden Hunden einigen Platz, um sich auszutoben. Zudem hat er sich ein Gym eingerichtet, das ihm ermöglicht, den Trainingsplan gut umzusetzen. Von daher war es für ihn keine Option, in die Schweiz zurückzukehren.
Zwar genoss es Josi, in den ersten zwei Wochen nach dem Unterbruch «mal zu relaxen», der Hektik während der Saison zu entfliehen. Jetzt vermisst er aber das Eishockey. Jedoch macht er das Beste aus der aktuellen Situation und liest beispielsweise mehr.
Zum Coronavirus sagt er: «Es ist wichtig, Respekt davor zu haben. Dass die Leute es ernst nehmen, hilft, das Virus zu bekämpfen.» Bezüglich der Fortsetzung der Meisterschaft macht sich Josi derzeit keine grossen Gedanken: «Klar möchten wir die Saison gerne zu Ende spielen. Aber im Moment ist das so weit weg, es ist gar nicht möglich, etwas zu planen. Die Gesundheit geht vor.» (abu/sda)