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Erst 1912 versprach der Gemeinderat den Bau eines neuen Schulhauses inklusive einem Gemeindesaal, der auch für Gottesdienste genutzt werden durfte. Aus finanziellen Gründen wehrte sich der Gemeinderat nach wie vor gegen einen separaten Kirchenbau, und die Kirchenpflege Zofingen, die trotz gewisser Einsichten ob der mangelnden Seelsorge viele andere Probleme hatte, hatte gegen diesen Zustand auch nicht viel einzuwenden. Seit 1913 wurde denn also im damals vollendeten Schul- und Gemeindehaus Oberfeld Gottesdienst gefeiert. Dieses besass einen kleinen, eigens an der Turnhalle angefügten Kirchensaal mit einer Kanzel, einer Orgel und einem Abendmahlstisch. Sogar zwei Glöcklein, die man geschenkt bekommen hatte, konnten genutzt werden.
1920 gelang die Gründung einer selbständigen Kirchgemeinde, die von Zofingen eine Auskaufssumme von 139‘000 Franken erhielt. Zunächst wurde die neugeschaffene Pfarrstelle durch Oscar Hürsch aus Winterthur besetzt, und bald darauf regte sich auch die Kirchenbaufrage wieder. Das Gottesdienstlokal im Schulhaus gefiel zwar allgemein und wurde als würdevoll genug empfunden. Auf der anderen Seite mussten die Gottesdienste aufgrund von Gemeindeversammlungen mehrfach auf die Abende verlegt werden, was damals in Kirchenkreisen nicht goutiert wurde. Zudem wuchs der allgemeine Anspruch, in der gewachsenen Gemeinde auch einen entsprechenden Kirchenbau zu besitzen: Wirtschaftsunternehmen wie Stauffer-Plüss für Kittfabrikation (heute Omya AG) und weitere hatten bereits seit dem späten 19. Jahrhundert viele Angestellte angelockt, wodurch sich die Gemeinde erheblich vergrösserte. Die Frage fremder Wanderer, wo denn in der aufblühenden Ortschaft das Gotteshaus stehe, beschämte die Einwohner zunehmend, so dass man 1931 die Kirchenbaufrage an die Hand nahm.
Bereits 1914 hatte eine opferfreudige Gemeindebürgerin, Hermine Meyer, die Kirchgemeinde mit einem grosszügigen Legat zuhanden eines Kirchenbaus bedacht, dessen Betrag zusammen mit dem Kirchenbaufonds am Ende fast die Hälfte der gesamten Bausumme deckte. Der Ankauf eines Areals für den Kirchenbau erfolgte 1927. Trotz einer beträchtlichen Anzahl von Leuten, die sich mit dem Gemeindelokal zufrieden gaben und im Falle eines Neubaus eine Erhöhung der Kirchensteuer befürchteten, überwogen am Schluss die Stimmen für ein eigenes Gotteshaus. Dabei herrschte auch die Absicht, die Kirche zwischen Oftringen und Küngoldingen als Gemeindezentrum für beide Dörfer zu erbauen. Der 1932 ausgeschriebene Wettbewerb für eine Kirche mit 700 Sitzplätzen wurde auf fünf Architekten beschränkt. Als Preisrichter amteten die landesweit bekannten Architekten Hans Bernoulli (er war damals Professor für Städtebau an der ETH) und Hans Klauser aus Bern, ausserdem Fritz Müller aus Oftringen. Den Wettbewerb gewann Karl Indermühle vor dem Luzerner Büro Möri & Krebs und dem ebenfalls in Luzern ansässigen Armin Meili. Alle drei Architekten konnten damals im reformierten Kirchenbau bereits grosse Erfahrungen vorweisen und hatten nicht unbedeutende Grossbauten erstellt (Indermühle die Friedenskirche in Bern, Möri & Krebs die reformierte Kirche in Hochdorf LU, Meili die reformierte Kirche Solothurn). Die Architekten Otto Senn aus Zofingen und der ortsansässige Karl Keller erhielten keinen Preis, wurden aber (wie alle fünf Bewerber) mit 400 Franken entschädigt. Im April 1933 wurde der Baukredit von 360'000 Franken gutgeheissen. Da der siegreiche Projektverfasser Karl Indermühle bereits im Januar des Jahres verstorben war, wurde die Bauleitung seinem Bruder Ernst übertragen. Er war es dann auch, der an der Grundsteinlegung und an der Einweihung zur versammelten Gemeinde sprach. Bauführer war der Wettbewerbsteilnehmer Karl Keller aus Oftringen, der zugleich in der Baukommission sass. Die Grundsteinlegung erfolgte im Oktober 1933, die Einweihung am 16. Dezember 1934. Die Baukosten betrugen am Ende 426'467 Franken.
Das Innere nach der Vollendung
Renovationen
Bereits 1937, also kaum 3 Jahre nach Bauvollendung, wurde entdeckt, dass durch die beiden Flachdächer der Seitenschiffe Wasser durchsickerte. Es war keineswegs ein Einzelfall, dass sich der Einsatz von den klimatisch hierzulande bislang ungewohnten Flachdächern aus Beton rächte, weil man mit den bauphysikalischen Problemstellungen noch zu wenig Erfahrung hatte. Der Präsident und der Vizepräsident der Kirchgemeinde verkitteten damals die schadhaften Stellen eigenhändig. Eine grössere Renovation erfolgte 1959/62. Dabei wurde der Turm durch eine Baufuge gleichsam vom Kirchenschiff getrennt, denn das Läuten der Glocken hatte Erschütterungen und Risse im Mauerwerk der Kirche verursacht. Zugleich wurde der Kirchensaal getäfert, eine Bodenheizung eingebaut und im Untergeschoss ein Jugendraum geschaffen. 1972/73 wurde die Kirche weiter unterkellert und durch einen Mehrzweckraum ergänzt. Anlässlich einer Aussenrenovation 1989/90 mussten die immer wieder undichten Flachdächer östlich und westlich des Kirchenschiffs definitiv durch flache Walm- und Schrägdächer mit auffälliger Kupfereinkleidung ersetzt werden, was die elegant-modernen Züge des Bauwerks zwangsläufig etwas beeinträchtigt. Die letzte Innenrenovation fand 1997 statt.