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Robert Kinmont bezeichnet Kunst schlicht und umstandslos als Ausdruck der menschlichen Existenz. Seine beiden Werke im Besitz der Mobiliar zeigen handschriftliche Zeilen aus Kupferrohr, die vermitteln, dass die Kraft der Kunst sich sowohl aus der Naturbetrachtung als auch aus der künstlerischen Kreativität als Ressource speist.
Im Alter von zehn Jahren zog Robert Kinmont mit seiner Familie von Los Angeles in die nahegelegene Kleinstadt Bishop. Die Gegend ist sehr vielfältig, denn die Sierra Nevada, der Yosemite Nationalpark, die kahle Wüste und ein stark bewaldetes Hochgebirge treffen hier aufeinander. Kinmonts künstlerisches Werk ist ideell wie materiell auf diese beeindruckende Landschaft bezogen. Das im wahren Wortsinn eisige Objekt Standing Here in Front of These Mountains is Success («Vor diesem Berg hier zu stehen, ist Erfolg») legt Zeugnis davon ab.
Auch für die Wandarbeit Artists are Sixty Percent Water and Still Thirsty («Künstler bestehen zu sechzig Prozent aus Wasser und sind immer noch durstig») hat Kinmont aus dünnem Kupferrohr einen Satz wie in Handschrift geformt. Durch die erste Schriftzeile, die mit einem Wasserbehälter und einer Pumpe verbunden ist, ﬂiesst fortwährend Wasser. Doch der zweite Teil des Satzes steht losgelöst von dieser Zirkulation – durch ihn ﬂiesst kein Wasser. Damit hat Kinmont ein starkes und sofort nachvollziehbares Bild geschaffen für die grundsätzliche Frage, woher wir unsere Energie beziehen. Die Aussage «und immer noch durstig» spielt also auch darauf an, wie wir – metaphorisch gesprochen – unseren Durst nach mehr stillen können. Oder, anders formuliert: Wie entwickeln wir uns weiter? Und woher nehmen wir die Inspiration?
Kinmont gründete nach seinem Kunststudium 1975 die Kunstschule Coyote in Bishop. Von 1981 bis 2005 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Schreiner, widmete sich dem Zen-Buddhismus und liess die künstlerische Arbeit ruhen. Seit 2005 ist er wieder in der Kunst aktiv und wird von Galerien in New York und Zürich vertreten.
Geboren wurde Robert Kinmont 1937 in Los Angeles (USA); er lebt und arbeitet in Sonoma, Kalifornien (USA).
Tätigkeitsbereiche: Performance, Objekte, Skulpturen, Installation, Fotografie
„Art is foot prints. If we choose, we can learn where we came from. And finding that can change the definition of who we are.” («Kunst gleicht Fussabdrücken. Wenn wir wollen, können wir erfahren, woher wir kommen. Und wenn wir das herausfinden, kann es die Definition davon, wer wir sind, verändern.»)