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Khartum - Überschattet von Betrugsvorwürfen haben im Sudan, dem grössten Land Afrikas, die ersten allgemeinen Wahlen seit 24 Jahren begonnen. 16 Millionen Sudanesen sind bis Dienstag zur Abstimmung über den Präsidenten, das Parlament und die Gouverneure in den Regionen aufgerufen.
Nachdem die wichtigsten Oppositionsführer ihre Kandidatur zurückzogen, gilt ein Sieg von Staatschef Omar al-Baschir als sicher. Mit Spannung wird hingegen der Ausgang der Parlaments- und Regionalwahlen erwartet. Die Bewohner des halbautonomen Südsudan bestimmen zudem ihren Regierungschef.
Die Wahllokale der 25 Bundesstaaten haben angesichts der grossen Entfernungen und schlechten Infrastruktur drei Tage lang jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr (Ortszeit) geöffnet. Die Wahlen werden von umfangreichen Sicherheitsmassnahmen begleitet.
Menschenrechtsgruppen haben im Vorfeld Einschüchterungen und Behinderungen der Opposition sowohl im Norden als auch im Süden angeprangert. Vor allem in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur konnten sich viele der in Flüchtlingslagern lebenden Menschen nicht als Wähler registrieren lassen.
Gegen den autoritär regierenden Präsidenten Baschir liegt beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vor.
Baschir, der sich 1989 an die Macht geputscht hatte, ging 1996 und 2000 als Sieger aus Präsidentschaftswahlen hervor; diese Abstimmungen wurden im In- und Ausland jedoch als Farce gewertet. Auch in diesem Jahr erhoben die Oppositionsparteien bereits Betrugsvorwürfe. Die EU, die Carter-Stiftung aus den USA, die Arabische Liga, China und Japan haben Wahlbeobachter entsandt.
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