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Erziehungsfähigkeit von einem depressiv erkrankten Elternteil stärken und fördern
In der Schweiz leiden mehr als 8% der Eltern an mittleren bis schweren Depressionssymptomen. Diese Symptome können einen Einfluss auf die Erziehungsfähigkeit des erkrankten Elternteils haben und das Familiensystem belasten. Eltern und ihre Kinder können im konkreten Familienalltag durch die Sozialpädagogische Familienbegleitung, welche ein etabliertes Angebot der Sozialen Arbeit darstellt, bezüglich ihren Problemlagen begleitet, unterstützt und beraten werden. Es stellt sich die Frage: Wie wirkt sich eine depressive Erkrankung eines Elternteils auf dessen Erziehungsfähigkeit aus und welche Unterstützung kann die Sozialpädagogische Familienbegleitung zur Stärkung der familiären Ressourcen diesbezüglich bieten? Die Fragestellung wird mittels Literaturrecherche bearbeitet. Zunächst wird der Begriff Erziehungsfähigkeit und dessen unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Danach wird die psychische Störung Depression dargestellt, um im Anschluss die Auswirkungen einer depressiven Erkrankung auf die Erziehungsfähigkeit sowie die kindliche Entwicklung aufzeigen zu können. Die Autorinnen stellen darauffolgend die Kompetenzorientierte Familienarbeit, die Systemische Interaktionstherapie sowie das Hometreatment als Methoden der Sozialpädagogischen Familienbegleitung vor und erörtern Verfahren und Techniken dieser, welche sich eignen, um Ressourcen einer Familie mit einem depressiv erkrankten Elternteil zu stärken. Die genannten Themen Erziehungsfähigkeit, Depression und Sozialpädagogische Familienbegleitung werden mithilfe des Systemischen Entwicklungsmodells nach Guralnick fortlaufend miteinander verknüpft, womit die unterschiedlichen Einflüsse auf das Familiensystem aufgezeigt werden. Schlussfolgernd stellen die Autorinnen fest, dass keine allgemein gültige Aussage zur Auswirkung einer Depression auf die Erziehungsfähigkeit gemacht werden kann. Wie sich eine Depression auswirkt, ist von zahlreichen Faktoren (z.B. Intensität der Depression, Ressourcen der Familie, Resilienz) abhängig. Weiter kann in der vorliegenden Arbeit aufgezeigt werden, dass Sozialpädagogische Familienbegleitung eine Vielzahl an Verfahren und Techniken bereithält, um die Erziehungsfähigkeit depressiv erkrankter Eltern zu erhalten, zu fördern oder wiederherzustellen sowie die familiären Ressourcen zu stärken. Beispielsweise kann dies durch Aktivierung sozialer Netzwerke, Einübung neuer Verhaltensweisen durch Rollenspiele oder Stärkung der Kommunikationsfähigkeit in der Familie geschehen. Fachwissen über die Depression und deren Auswirkungen, Methodenwissen sowie eine professionelle Haltung ermöglichen Fachpersonen der Sozialen Arbeit eine situationsgerechte Unterstützung betroffener Familien. Die Autorinnen schlussfolgern als zentrale Erkenntnis der vorliegenden Arbeit, dass jede Familie mit einem depressiv erkrankten Elternteil mit ihren Risikound Schutzfaktoren individuell in ihrer Umwelt betrachtet werden muss, um sie entsprechend den erkannten Bedürfnissen unterstützen zu können.