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Der Agrarexperte Tony Rinaudo verwandelt abgeholzte Steppen in grüne Wälder. Seine Methode könnte für Afrika bedeutender werden als Milliarden von Dollar Entwicklungshilfe.
«Wenn Sie vor zehn Jahren hier gewesen wären, würden Sie noch viel mehr staunen», sagt Tony Rinaudo. Der freundliche australische Agrarexperte strahlt vor Glück: Als der 57-jährige Melbourner im Jahr 2006 nach Sodo kam, sahen die Berge aus wie nach einer Naturkatastrophe. Stachelige Büsche und Kriechpflanzen bedeckten die Landschaft, die Erosion hatte tiefe Furchen in die Abhänge gerissen, immer wieder stürzten Erdlawinen ins Tal.
In jener Zeit waren die Menschen in der Region Sodo auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen – genau wie im 50 Kilometer weiter südwestlich gelegenen Dörfchen Humbo, dessen Hausberg dem nackten Buckel eines Nilpferds glich. Tony Rinaudo war damals von der Hilfsorganisation World Vision nach Humbo geschickt worden, um eine der letzten noch fliessenden Quellen einzufassen. Doch der Agrarexperte sah schnell, dass die dortige Bevölkerung ein grösseres Problem als die nicht eingefasste Quelle hatte. Mit dem ständigen Abholzen der Bäume und dem Übergrasen der Weiden hatte sie ihre eigene Lebensgrundlage zerstört.