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- Eine Reihe von Institutionen und Persönlichkeiten haben sich in einem Genfer Appell für die sofortige Freilassung von Julian Assange zusammengeschlossen.
- Sie forderten die Schweiz und andere Länder auf, den Wikileaks-Gründer aufzunehmen.
- Der 49-jährige Gründer einer Whistleblowing-Plattform steht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente vor Gericht und müsste in den USA mit bis zu 175 Jahren Gefängnis rechnen.
Die Unterzeichner des Appells forderten: «Wir, die Bürger von Genf und anderswo, lancieren den Genfer Appell, um die sofortige Freilassung von Julian Assange zu fordern.» Zu ihnen gehören unter anderem die Genfer Stadtpräsidentin Frédérique Perler und der Ständerat Carlo Sommaruga (SP/GE) an.
Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern die britische Justiz auf, die Auslieferung Assanges abzulehnen, da sie diese als Bedrohung und verheerend für die Pressefreiheit ansehen. Es ist Grossbritannien, das über eine Berufung der USA zu entscheiden hat.
Assange drohen 175 Jahre Haft
Der 49-jährige Australier steht wegen der Veröffentlichung von mehr als 700'000 geheimen Dokumenten über militärische und diplomatische Aktivitäten der USA aus dem Jahr 2010 vor Gericht. Er muss in den USA mit bis zu 175 Jahren Gefängnis rechnen.
Er wurde im April 2019 verhaftet, nachdem er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London verschanzt hatte, wohin er auf Kaution geflohen war. Gegen ihn wurden aus Schweden Vergewaltigungsvorwürfe erhoben, die inzwischen fallen gelassen wurden.
Appell an Biden vor dem Genfer Gipfel
Mehrere Befürworterinnen und Befürworter des «Genfer Appells» baten den neuen US-Präsidenten Joe Biden, der am 16. Juni für sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Genf sein wird, den Auslieferungsantrag fallen zu lassen.
Das Genfer Kantonsparlament hatte im Februar 2020 vom Bund ein humanitäres Visum für Assange gefordert und dazu mit deutlicher Mehrheit eine Resolution verabschiedet. Die Kantonsregierung wurde darin aufgefordert, beim Bundesrat zu intervenieren.