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Die Agrarwirtschafterin Paula Vals baute in Rumänien während 25 Jahren eine Backwarenproduktion auf. Letztes Jahr machte sie erstmals Ferien.
Paula Vals kämpft gegen die Tränen. Alle um sie herum klatschen und lachen. Ein Mitarbeiter reicht ihr das Messer, um den kunstvoll verzierten Kuchen anzuschneiden. Das 25-jährige Geschäftsjubiläum ist der Höhepunk eines hart erkämpften Erfolgs.
Das Fabrikgelände der Bäckerei Angelo liegt im ländlichen Dorf Greci RO am Fuss der Macins, einer der ältesten Gebirgszüge der Welt. Ein Grossteil der Bewohner sind italienischer Herkunft. Jedes Haus hat einen Gemüse- und Obstgarten. Eher besitzt ein Bauer Pferd und Wagen als einen Traktor. Hier ist Paula Vals aufgewachsen, in einer einfachen Arbeiterfamilie unter dem repressiven kommunistischen Regime Ceausescu.
«Ich hatte grosses Glück», sagt die Rumänin. «Obwohl es meiner Familie viele Entbehrungen kostete, konnte ich die höhere Schule besuchen.» Sie studierte Agrarwirtschaft. Im Praktikum in einer landwirtschaftlichen Genossenschaft arbeitete sie oft zwölf Stunden am Tag. Einige Monate musste sie auf den Lohn verzichten, weil kein Geld da war. Derweil lernte sie für die Aufnahmeprüfung an die Universität. «Diese harten Erfahrungen bereiteten mich auf meine Zukunft vor.»
Nach der Revolution 1989 waren Güter überall knapp. Die junge Frau beschloss, 1992 einen Gemischtwarenladen in Tulcea zu eröffnen. 1998 gründete sie in Greci mit drei Angestellten eine Bäckerei. Alles wurde von Hand gemacht. Ein Jahr später folgte die Patisserie. Heute betreibt die Angelo-Gruppe elf Bäckereien, fünf Läden und zwei Fabriken mit total 250 Angestellten. Davon sind 160 Arbeitsplätze in Greci, um die Migration vom Land in die Stadt bremsen.
«Nur weil ich in einem süssen Geschäft bin, heisst nicht, dass alles schön gelaufen ist», bekräftigt die 47-jährige in einer Präsentation vor 45 internationalen Agrar-Journalisten. Am Tag davor hatte sie Lampenfieber wegen diesen Menschen. Jetzt ist davon nichts zu spüren. Im engelhaft weissen Kleid, mit platinblond gefärbten Haaren und perfekt geschminktem Gesicht wirkt sie eher wie eine Prinzessin als eine Geschäftsfrau. Die Präsentation wird auf Rumänisch gehalten und ins Englische übersetzt. Ihre Sprache ist blumig, poetisch, wie so oft bei Rumänen. Der Inhalt der Präsentation ist sachlich.
Marianne Stamm
Falls Sie mehr über diese spannende Persönlichkeit erfahren wollen, so finden Sie vollständige Porträt in der aktuellen Ausgabe der BauernZeitung vom 15.Dezember.