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Das Dorf von Monte Carasso (2800 Einwohner) befindet sich neben der Stadt Bellinzona in Kanton Tessin, im italienischsprechenden Teil der Schweiz.Dieses Gebiet, das lange Zeit als wichtiger Raum inmitten verschiedener Kulturen des Südens und Nordens galt, wurde seit den 70iger Jahren allgemein für seinen Beitrag zur modernen Architektur anerkannt.
Es hat sich im Tessin neben einzelnen Bauwerken von beachtlichem Widerhall, eine Auffassung zeitgenössischer Urbanistik entwickelt, welche besonders im Werk von Luigi Snozzi in Monte Carasso zum Ausdruck kommt.
1978, als sich starke Widerstände gegen den während der 60iger-70iger Jahre vorbereiteten Richtplan (Piano Regolatore) regten, wurde Snozzi von der Gemeinde Monte Carasso beauftragt die Situierung der neuen Primarschule im früheren mittelalterlichen Kloster zu studieren, als Alternative zur vorgesehenen peripheren Lage neben der Autobahn. Ursprünglich für einen Auftrag gerufen, der als einfacher Restaurierungseingriff in die bedeutende historische Hauptstruktur des Ortes erschien, nutzte Snozzi seinen Freiraum um einen globalen Vorschlag für die Neuorganisation des ganzen Areals zu entwickeln.
Dieser Vorschlag führte zu einem neuen Richt-und Verkehrsplan. Der neue Plan bestimmt die Regeln für die etappenweise totale räumliche Neuorganisation des als öffentlichen Raums par excellence zu betrachtenden Zentrums des Dorfes.
Dieser Vorschlag basiert hauptsächlich auf dem Prinzip der klaren räumlichen Abgrenzung des neuen Zentrums, welche sich sowohl durch die Schaffung von Freiräumen, Strassenanpas-sungen, wie auch durch die Errichtung räumlich präziser und bedeutender Gebäude verkörpert, die im Stande sind diesem neuen Zentrum eine Bestimmtheit zu geben.
Nebenbei werden auch die Regeln für die historischen Fraktionskerne innerhalb des Dorfes festgelegt, in dem die bestehende Bausubstanz weiter massiv verdichtet wird, um die Streuung der einzelnen Einfamiliehäusern auf das ganze Territorium zu vermeiden und gleichzeitig den neuen Ansiedlungen einen Sinn zu verleihen.