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Die durchschnittliche Grösse einer Webseite, also die Menge an Daten, die übertragen werden muss, um diese Webseite auf einem Desktop Computer anzeigen zu können, hat sich in den letzten 4 Jahren um etwa 50% erhöht!
Wenn 50% mehr Daten übertragen werden, wird mehr Energie für diese Übertragung benötigt. Ob auch 50% mehr Energie für die Übertragung und Darstellung benötigt werden, ist nicht eindeutig geklärt. Mehr und mehr Menschen machen sich jedoch Gedanken über dieses Thema.
Zur Einstimmung ein paar Zitate:
“Der IT Bereich benötigt heute etwa __ % der weltweit erzeugten Elektrizität.”Lösung … so um 7 Prozent
“Der Telekommunikationsbereich wird 2025 vermutlich __% der weltweiten Stromerzeugung benötigen”Lösung … so um die 20 Prozent
Die Grösse einer übertragenen Webseite ist um 677KB zwischen 2015 und 2019 angestiegen, das entspricht etwa __ %.Lösung … siehe oben, so um die 50%
Auch wenn die wirklichen Werte in jedem Land unterschiedlich und auch schwer zu berechnen sind, so ist der Trend doch deutlich. Der Energieverbrauch und damit auch die Produktion von CO2 nimmt zu.
Vom ersten Tag des World Wide Webs war die Geschwindigkeit des Aufbaus einer Webseite ein wichtiges Thema. Wenn die Seite nicht „schnell genug“ dargestellt wird, verlässt der Besucher sie und wendet sich einer anderen Seite zu.
Nun kann man auf zwei Arten auf diese Entwicklung reagieren.
- Man erstellt mit Akribie kleine Websites, die schnell übertragen und schnell vom Browser aufgebaut werden und die gewünschten Informationen enthalten
- Man erstellt mit nicht ganz so viel Akribie grosse Websites, die mehr Zeit bei der Übertragung und beim Aufbau im Browser benötigen und die gewünschten Informationen enthalten
Wer wünscht sich was?
Welche Informationen werden vom Besucher gewünscht oder benötigt oder erwartet? Was wünscht sich der Betreiber der Website vom Besucher? Soll der Besucher etwas lernen, etwas kaufen, etwas mieten, etwas diskutieren, etwas entwickeln, kreativ sein oder etwas konsumieren?
Diese unterschiedlichen Wünsche und Erwartungen machen es zusätzlich schwer allgemein gültige Vorgehensweisen zu definieren.
Leider wird aus verschiedenen Gründen oft die zweite, der oben erwähnten Varianten gewählt. Das ist wie in der Pharma-Industrie („Viel hilft viel“) und in der Automobilbranche („Hubraum ist durch nichts zu ersetzen“).
Im Zweifel nimmt man mehr von dem, was man kennt. Unterstützt wurde dieser Effekt bis ins Jahr 2017 durch das Gesetz von Moore. Mit der Anzahl der Transistoren auf einem Computerchip nimmt die Rechenleistung zu. Dadurch wird die Ausführung der Software schneller.
Die existierende Software wird tatsächlich schneller ausgeführt. Die Erhöhung der Rechenleistung ermöglich aber auch neue Wege für Softwareentwickler. Software wird dann oft mit weiteren Abstraktionsebenen versehen, die die Erstellung der Software „vereinfachen“, den Geschwindigkeitseffekt der erhöhten Rechenleistung aber wieder „auffressen“. Um es ein wenig verständlicher zu formulieren: „Microsoft Word wurde in den letzten 25 Jahren nicht schneller, aber viel grösser“.
Genau dieser Effekt greift auch bei Websites. Mit jedem neuen Framework und jeder neuen Technik wird die Komplexität von Websites verstärkt. Eine Vereinfachung findet praktisch nur noch in einer einzelnen Abstraktionsstufe statt, beispielsweise bei der Optimierung von CSS oder JavaScript oder HTML oder der Komprimierung der Seite auf dem Server und dem Auspacken im Browser oder der Verwendung einer neueren PHP Version oder eines anderen Webservers oder Dateisystems oder Content Delivery Networks, oder, oder, oder.
Im Ergebnis werden die ausgelieferten Seiten immer grösser und niemals kleiner!
Glücklicherweise bleibt die Zeit für den Aufbau einer Seite im Browser durch die gesteigerte Rechenleistung meistens gleich oder sie beschleunigt sich minimal.
Durch die Klimadebatte kommt nun frischer Wind in ein System, das bisher völlig unwidersprochen gedeihte.
Waren alle Beteiligten eher beratungsresistent, wenn es um die Grösse von Webseiten, Bildern, Videos und Dateien ging, so möchte doch keiner als Umweltverschmutzer dastehen.
Website Carbon Calculator
Einen ersten Anhaltspunkt bieten Websites wie websitecarbon.com. Dort kannst du das produzierte CO2 deiner Website berechnen lassen (Wieviel CO2 die Berechnung des CO2 Wertes deiner Website benötigt, lasse ich jetzt mal aussen vor 🙂 ) und dann überlegen, wie du damit umgehst.
Die Ergebnisse sind interessant. Hier drei Beispiele (greenpeace.ch 2.14g CO2, admin.ch 7.27g CO2 und huawei.com 0.77g CO2).
Die Bewertung der Seiten und Einstufung der Seiten beruht auf fünf Punkten:
Menge an Daten
Wenn die Seite geladen wird, ist der Energieaufwand in etwa proportional zur übertragenen Datenmenge. Es wird Rücksicht auf wiederholte Besucher genommen, die möglicherweise Website-Ressourcen auf ihren Geräten zwischengespeichert haben.
Energieintensität von Webdaten
Energie wird in Rechenzentren, in Telekommunikationsnetzen und vom Computer oder Mobilgerät des Endbenutzers verbraucht. Das variiert für jede Website und jeden Besucher, und so verwenden die Anbieter einen errechneten Durchschnittswert aus dem Jahr 2017 von 1,8kWh/GB.
Vom Rechenzentrum verwendete Energiequelle
Um die Energiequelle einzuschätzen, geht man davon aus, dass alle Websites für das Telekommunikationsnetzwerk und den Endbenutzer standardisierten Netzstrom verwenden, da es nicht wirklich eine Möglichkeit gibt, etwas anderes zu bestimmen. Für den Energieverbrauch von Rechenzentren gilt die Datenbank der Green Web Foundation (GWF).
Kohlenstoffintensität der Elektrizität
Website-Traffic
Wenn diese Informationen zusammengefasst werden, erhält man eine Vorstellung von den Emissionen, die mit dem Besuch eines durchschnittlichen Benutzers auf einer bestimmten Website verbunden sind.
Fazit
Durch die aktuelle Situation des Klimanotstandes wird die CO2 Produktion einer Website in der Zukunft relevanter werden. Wer vorgibt klimafreundlich und vielleicht auch CO2 neutral zu handeln, sollte dieses Ziel auch bei seiner Website beachten
Link
tl;dr: Jeder Aufruf einer einzelnen Webseite erzeugt CO2