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Andere Morse-Geräte und ihre Benutzung
Im Beitrag „Das Geben und die Handtaste: Teil 2“ wurden die normalen Handtasten behandelt. Hier geht es um alle anderen Geräte zur Erzeugung von Telegrafie-Zeichen.
Die Apparaturen zur Erzeugung von Morsezeichen können folgendermassen eingeteilt werden:
- Morsetasten (einfache Handtasten (= „gerade“ Tasten, engl. straight key), Seitenhub-Tasten (engl. sideswiper), und halbautomatische Tasten (engl. und dt.: „Bug“, dt. „Slackertaste“)
- Keyer (= Paddle), Morsetasten und Paddles können zusammen auch als Handtasten (im weitesten Sinne) bezeichnet werden, und
- Tastaturen (einschliesslich entsprechend programmierten Computer)
Inhaltsverzeichnis
Alle möglichen Sorten von Tasten
Man kann sich unzählige Variationen von einfachen mechanischen Schaltern ausdenken. Fast jede vorstellbare Bewegung kann genutzt werden, um diese Schalter zu bedienen: auf- und abwärts, seitwärts, Gleitbewegung, Druck, Drehbewegungen usw. Der Schaltvorgang kann manuell ausgelöst werden (mit Fingern, Hand, Arm, Fuss, Lippen, Hals, Atmungsdruck u. a.), aber auch mechanisch oder elektromagnetisch (z. B. mit einem Relais, durch elektronische Schaltkreise).
Für Körperbehinderte wurden verschiedene Arten von Morsetasten ersonnen, bei denen der Druck der ausgeatmeten Luft eine Kraft auf eine Membrane oder einen Kolben ausübt. Einige interessante neuere Entwicklungen nutzen elektronische Schalter, beispielsweise a) die Unterbrechung einer Lichtschranke durch die Finger, b) Kapazitäts- oder Induktivitätsänderungen, die durch Bewegung eines Fingers vor einer feststehenden Metallplatte oder durch leichte Berührung derselben entstehen, c) Aufnahme von gesummten Morsezeichen durch ein kleines Mikrofon, woraus ein Signal zur Steuerung des Senders erzeugt wird – den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt. Zu welcher Art Morsegerät gehören diese Systeme?
Die „Double-Speed“ – oder Seitenhub-Taste (engl. Sideswiper)
Wann die erste Seitenhub-Taste entstand, scheint unbekannt zu sein. Diese Taste beruht auf der Vorstellung, dass seitliche Handbewegungen leichter und vielleicht schneller sein sollten, als eine Auf- und Abwärtsbewegung. Nach Aufzeichnungen, die von Jerry L. Bartacheck, KDØCA, gefunden und freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, patentierte die J. H. Bunnell Company ihre neue „Double-Speed“-Taste 1888 und erklärte, diese zur Vermeidung der Telegrafisten-Lähmung – auch als Glas-Arm bekannt – entwickelt zu haben. Heute wird diese Art Erkrankung als Karpaltunnel-Syndrom bezeichnet. Diejenigen, die diese neue Taste benutzten, fanden, dass die Behauptung zutraf und dass seitliche Bewegungen viel angenehmer und natürlicher sind und damit tatsächlich das Risiko des Glas-Armes vermieden oder zumindest deutlich reduziert wurde. Für einige Zeit war diese Taste weit verbreitet und wurde oft „Sideswiper“ (Seitenschlagtaste) genannt, manchmal auch „cootie key“ (Lause-Taste). Bunnell’s Taste war zwar sehr teuer, aber leicht nachzubauen.
Bei der Bedienung benutzte der Telegrafist Daumen und Zeigefinger, um das Blättchen des Tastenhebels abwechselnd nach rechts und nach links zu drücken – in jeder der beiden Richtungen wurde der Kontakt geschlossen. Auf diese Weise formte er die Dits und Dahs für jedes Zeichen. Wenn der Bediener zum Beispiel das Paddle für das erste Zeichen eines Buchstabens nach links (L) gedrückt hatte, egal ob Dit oder Dah, bewegte er es anschliessend nach rechts (R) und so weiter, sodass das Bewegungsmuster L-R-L-R-L-R… war oder R-L-R-L-R-L…
Diese Hin- und Her-Bewegung führte oft zu einem ganz speziellen Tastrhythmus, der dem Empfänger die Benutzung des Sideswipers verriet.
Ein paar Telegrafisten, die unter dem Glas-Arm litten, konnten sich Linderung verschaffen, indem sie die normale Taste um 90 Grad gekippt auf dem Tisch anbrachten und sie fortan mit seitwärts gerichteten Bewegungen bedienten. (Diese Bewegungsart lässt sich mit einem Bug oder einem Keyer leicht durchführen, da diese von vornherein nur seitliche Bewegungen zulassen.)
Im Vergleich zu einer halbautomatischen Vibroplex-Taste (siehe unten) waren selbst die kommerziell hergestellten Double-Speed-Tasten immer noch recht preiswert. Zudem ist es relativ leicht, so eine Taste selbst zu bauen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie für einige Jahre im Funkbetrieb sehr populär wurde, besonders unter Amateurfunkern. Von den Überland-Telegrafisten wurde sie anscheinend kaum benutzt. Wahrscheinlich wirkte ihre Neuartigkeit auf viele verlockend und auch, dass man damit angeblich schneller und mit weniger Ermüdung geben konnte.
Vielleicht war es diese Double-Speed-Taste, die später zu der Idee einer halbautomatischen Taste führte, deren erste gute serienmässig hergestellte Version, die „Vibroplex“ 1904 auf den Markt kam und bei den Berufstelegrafisten schnell weite Verbreitung erlangte.
Von nur vorübergehendem Interesse war hingegen 1926 eine von ihrem Hersteller als „Cricket“ bezeichnete Taste, die zwei Drucktaster besass, ähnlich wie sie bei Schreibmaschinen zu finden sind und die mit zwei Fingern bedient wurde. Die beiden Taster wurden jeweils abwechselnd betätigt, um die Morsezeichen zu formen, ähnlich wie beim Sideswiper. Sie erlangte nie wesentliche Bedeutung.
Der Bug
Die üblicherweise „Bug“ genannte halbautomatische Martin-Taste, die 1906 als „Auto“ und später als „Vibroplex“ eingeführt wurde, ist hier wegen ihrer höheren mechanischen Komplexität und andersartigen Bedienung gesondert aufgeführt. Die patentierte Vibroplex, die die Punkte automatisch durch seitliche Vibration eines Federarmes erzeugt, nahm dem Telegrafisten viel Arbeit ab (obwohl er die Striche immer noch selbst formen musste). Sie ermöglichte höhere Geschwindigkeiten und reduzierte das Risiko des „Glas-Armes“ durch die seitliche Bewegungsrichtung und durch die Arbeitsteilung zwischen Daumen und Zeigefinger.
In verschiedenen Varianten hergestellt, wurde diese Art Morsetaste sehr beliebt und fand bis heute eine weite Verbreitung. Es gab viele Nachahmer, von denen manche auch die Striche automatisch erzeugen konnten. Die normalen (für Rechtshänder gedachten) Modelle erzeugten die Dits automatisch, wenn mit dem Daumen der Tastenhebel nach rechts gedrückt wurde, während die Dahs manuell beim Drücken des Hebels mit einem oder zwei Fingern nach links gebildet wurden. Von einigen Herstellern wurden Tasten mit einem zweiten Vibrationsarm gebaut, der automatisch Dahs erzeugte*. Auf den australischen Überland-Telegrafenlinien wurden die Bugs als „Jiggers“ (dt. Schlackertaste) bezeichnet. Die Tasten, die vom Sydney GPO Telegraph Office 1946 an die Telegrafenstationen ausgegeben wurden, hatten drei Knöpfe: zwei davon hatten separate Federarme, einen für automatisch erzeugte Dits und einen für automatische Dahs, und den dritten Knopf für manuell gesteuerte Dahs. Die Knöpfe konnten an unterschiedlichen Stellen der Grundplatte angebracht werden, um sowohl von Rechts- als auch von Linkshändern bedient zu werden. Ich habe keine Informationen darüber, wie diese Taste genau benutzt wurde.
* Einer der bekanntesten Tasten dieser Bauart ist die um 1940 hergestellte „Melehan Valiant“ von Melvin E. Hanson, die sich jedoch gegen die ab den 50er Jahren aufkommenden elektronischen Keyer nicht durchsetzen konnte.
Die Benutzung eines Bugs
Ein Bug sollte nicht auf der Unterlage verrutschen und sein Paddle sollte sich etwa 5 cm oberhalb der Tischplatte befinden. Die meisten Lehrer empfehlen ein nur leichtes Anfassen des Paddles, wobei die Hand mit dem Aussenknöchel auf der Tischplatte ruht und die Hin- und Her-Bewegung durch eine Kombination von Fingerbewegung und Rollbewegung im Handgelenk erfolgt. (Ted McElroy, der über lange Zeit den Geschwindigkeits-Weltrekord hielt meinte, Handgelenk und Ellenbogen sollten nicht auf dem Tisch aufliegen, um eine freie Schwingbewegung des gesamten Armes zu ermöglichen.) Wir dürfen annehmen, dass hier unterschiedliche Arbeitsweisen mit ähnlichem Erfolg anwendbar sind. Es wurde auch vorgeschlagen, dass man während des Gebens in der gleichen Hand einen Stift halten sollte, um sich so an eine entspannte Haltung und Bewegung der Hand zu gewöhnen.
Das Geben mit einem Bug sollte dem Geben mit der Handtaste ähneln: es soll locker und leicht erfolgen. Halte die Paddles nicht fest, sondern berühre mit dem Daumen bzw. den Fingern die jeweils erforderliche Seite – und berühre dabei nicht die Gegenseite, zu der hin die Bewegung erfolgt. Wenn man beim Funken mit einem Bug arbeitet, neigt man dazu, die Dits im Verhältnis zu den Dahs zu kurz zu machen. Verglichen mit der Situation bei einer Telegrafenleitung erfordert die Funktelegrafie einen betonten Sendestil, um das Signal durch Rauschen und Überlagerungen hindurch sicher aufnehmbar zu machen – eine schwerere Taste wird dabei hilfreich sein. Stell also sicher, dass deine Dits kräftig genug ausfallen und nicht bereits von mässig starkem Rauschen und Interferenz verschluckt werden.
Die Einstellung eines Bugs
Wie bei allen Morsetasten ist die Justierung eines Bugs eine sehr persönliche Sache, die von einem zum anderen Anwender stark variiert. Die Einstellungen sind auch sehr vom gewünschten Geschwindigkeitsbereich abhängig. Ein Bug, der beispielsweise für ein Tempo von 35 WpM eingestellt ist, wird bei 18 WpM schlecht arbeiten und umgekehrt. – Erinnere dich immer an diese eiserne Regel: Verstelle niemals den Bug eines anderen Telegrafisten!
Hugh S. Pettis, K3EC, empfahl folgendes Vorgehen, um den Bug optimal einzustellen:
- Man muss zunächst vergegenwärtigen, dass eine leichte Handhabung und der Komfort des Telegrafisten die wesentlichen Punkte sind, die die Justierung des Bugs bestimmen.
- Stelle als erstes die Begrenzungsschrauben für den Federweg des Paddles so ein, dass er dir angenehm vorkommt und für Dits und Dahs gleich gross ist.
- Reguliere dann die Federspannung für die Paddle-Bewegung.
- Bring das verschiebliche Gewicht am Federarm in die für die gewünschte Geschwindigkeit erforderliche Position.
- Die Länge der Dits wird durch die Entfernung zwischen dem Dit-Kontakt auf dem Federarm und dem auf der Grundplatte befestigten Gegenkontakt bestimmt.
Er beschreibt dann eine übliche Technik, um die richtige Dauer der Punkte einzustellen (ein Punkt ist genauso lang, wie die Pause zwischen zwei Punkten/Strichen), nämlich, die beiden Anschlüsse des Bugs an ein Ohmmeter anzuschliessen. Zunächst muss der Zeiger des Ohmmeters bei geschlossenem Dah-Kontakt auf Vollausschlag gestellt werden. Dann muss der feststehende Dit-Kontakt so eingestellt werden, dass bei einer Serie von Dits das Ohmmeter zur Hälfte ausschlägt. Wenn der Vibrationsarm zur Ruhe gekommen ist, soll der Stromkreis geschlossen bleiben, also wieder ein Vollausschlag angezeigt werden. Er persönlich bevorzugt dabei eine Einstellung, bei der nach etwa 10 Dits der Kontakt permanent schliesst. Eine grössere Anzahl Dits führen dazu, dass diese kürzer werden, und wenn die Dit-Serie endet, der Stromkreis geöffnet bleibt. Bei weniger Dits werden diese jeweils stärker betont, und wenn es weniger als acht sind, kann das Fehlersignal (8 Dits) nicht mehr gegeben werden.
Robert R. Hall, W9CRO, empfiehlt folgendes (wobei einige Einstellungen durch Probieren angepasst werden müssen):
- Justiere die oberen und unteren Lager so, dass sich alle jeweils gegenüberliegenden Kontakte auf gleicher Höhe befinden, gerade straff genug, dass kein fühlbares seitliches Spiel des Schwingarmes im Lager stattfindet.
- Stelle nun die Begrenzungen der Horizontalbewegung ein:
- Stelle die Schraube für die Begrenzung des Dah so ein, dass der Dämpfer des Schwingarmes sein Gegenlager geradeso berührt, wenn die Dah-Stellung festgehalten wird. (Dieser Dämpfer soll lediglich die Schwingung geradeso unterdrücken.)
- Justiere die Begrenzungsschraube für die Dit-Bewegung so, dass das Pendel frei schwingt, wenn es durch eine ruckartige Bewegung des Paddles um etwa 3 mm bis zum Dit-Anschlag bewegt und dort gehalten wird.
- Die Spannung der Rückholfeder für den Hebelarm sollte nicht zu stark sein, nur gerade ausreichend, um diesen beim Loslassen des Paddles ohne Zurückprellen zurück zum rechtsseitigen Anschlag zu bewegen.
- Stelle die Dit-Bewegung sehr vorsichtig ein:
- Bringe das verschiebliche Gewicht in die Nähe der langsamsten Geschwindigkeit, etwa 1/4 des Stellweges vom langsamsten Ende entfernt.
- Bringe das Paddle in die Dit-Stellung und halte es dort fest. Wenn die Schwingungen aufgehört haben, stellst du die Kontaktschraube für den Dit-Kontakt so ein, dass dieser geradeso geschlossen ist (aber nicht so leicht, dass ein Funke überspringen oder der Kontakt manchmal offen bleibt). Einige der vorigen Einstellungen müssen dazu eventuell korrigiert werden.
- Stelle die Dah-Bewegung ein:
- Verstelle die Dah-Kontaktschraube (die gleichzeitig als Endanschlag dient) so, dass sich das Paddle in Dah-Richtung um etwa 3 mm bewegen kann.
- Seine Feder sollte ungefähr den gleichen Druck auf das Paddle ausüben, wie die Rückholfeder für die Dit-Richtung.
Das Geben mit dem Bug
Bediene den Bug weich und leicht mit einem Minimum an Kraft. Lasse den Bug die Arbeit machen – du steuerst ihn nur, wobei der Arm auf dem Tisch aufliegt und die Paddles nur leicht mit Daumen und Zeigefinger berührt werden. Bediene den Bug ohne grossartige Bewegungen der Hand oder der Finger. Eine leichte Dreh- oder Rollbewegung im Handgelenk bewirkt den Wechsel von der Dit- auf die Dah-Seite. Entspanne dich und geniesse es. Halte Daumen und Zeigefinger nicht so weit auseinander, dass du gegen die Dit- und Dah-Seite haust und dabei den Bug auf dem Tisch hin- und herschiebst.
Einige Bug-Nutzer zeigen eine deutliche Neigung zu viel zu schnellen Dits im Vergleich zu den handgeformten Pausen und Dahs. Die handgefertigten Pausen werden damit im Verhältnis zu lang. Das Resultat ist oftmals ein unruhiges Klangbild oder ein Morsestil, der zwar sicher lesbar ist, aber das Hören anstrengend und ermüdend macht. Katashi Nose, KH6IJ, wies darauf hin, dass „man bei hohem Tempo nicht viel Kraft auf die Paddles ausüben kann“. Er sagte auch, dass „beim Einsatz des gesamten Armes durch das physikalische Gesetzt der Massenträgheit das Erreichen hoher Geschwindigkeiten verhindert wird.“
Keyer
Keyer sind elektronische Geräte, die mittels Paddles ähnlich wie bei einem Bug gesteuert werden und automatisch Punkte und Striche erzeugen. Ausserdem enthalten sie oft noch andere nützliche Dinge wie Puffer und Textspeicher. Viele von ihnen beherrschen die „iambische“ Arbeitsweise durch eine Quetsch-Bewegung beider Paddles gleichzeitig, bei der abwechselnd Punkte und Striche produziert werden. Dies automatisiert das Geben noch weiter und verringert die Gesamtzahl notwendiger Hand- und Fingerbewegungen. Ein iambischer Keyer wird grundsätzlich immer perfekt geformte Zeichen abgeben, auch wenn es diese im Morsealphabet gar nicht gibt.
Katashi Nose bemerkte hierzu: „Wenn du bereits mit einem Bug umgehen kannst, brauchst du etwa drei Wochen, um auf einen elektronischen Keyer umzusteigen. Wenn du den Umstieg einmal geschafft hast, bist du dort gefangen, weil deine Bug-Hand ruiniert ist (zumindest bei den Meisten); es ist bei beiden völlig unterschiedliche Technik erforderlich.“ Wenn dein Keyer eine Einstellung für „forced character spacing“ (FCS = erzwungene Zeichenzwischenräume) besitzt, dann benutze sie! Das kann zwar einige Wochen Übung erfordern, aber deine Übertragung wird dann extrem gut zu lesen sein. Es lohnt jedenfalls die Mühe.
Morse-Tastaturen, Keyboards
Eine Morsetastatur letztendlich (oder ein Computer, der entsprechend programmiert ist) erzeugt automatisch alle Zeichen, die auf einer Schreibmaschinenartigen Tastatur eingegeben werden. Sowohl Keyer als auch Keyboards enthalten oftmals Lernprogramme, um den Morsecode zu erlernen oder die Morsefähigkeiten zu verbessern, und sie haben meist noch diverse Speichermöglichkeiten für verschiedene Zwecke. Das ist so ziemlich die höchste Entwicklung bei der Erzeugung von Morsezeichen. (Maschinenerzeugtes CW wird allgemein als ein Muss betrachtet, wenn es darum geht, sehr schwache Signale (QRP) oder extrem schnelle Übertragungen sicher aufnehmen zu können. Mit handerzeugten Morsezeichen ist das Letztere gar nicht machbar.)
Keyboards sind gerade auch für den Anfänger geeignet, um die ersten Schritte beim Erlernen des Morsecodes zu unternehmen oder um seine Fähigkeiten darin zu verbessern.
Welche Geschwindigkeit kann man mit einer Handtaste erreichen? Psychologische Tests geben uns eine Aussage darüber, wie schnell man mit dem Finger tippen kann:
Maximum: 9,7 Mal pro Sekunde, oder 576 Mal pro Minute (300 in 31 Sek.).
Durchschnitt: 8,6 Mal pro Sekunde, oder 516/Minute (300 in 35 Sek.).
Minimum: 6,7 Mal pro Sekunde, oder 402/Minute (300 in 45 Sek.).
Wenn wir davon ausgehen, dass ein Dit ein „Finger-Tip“ ist und ein Dah zwei Finger-Tips entspricht (zwei Nerven-Impulse – einer für runter und einer für hoch), dann können wir ungefähr schätzen:
|Tips
|Buchstaben
|Gruppen-Häufigkeit
|Tips x Häufigkeit
|1
|E
|0,130
|0,130
|2
|TI
|0,166
|0,332
|3
|ANS
|0,214
|0,642
|4
|DHMRU
|0,192
|0,768
|5
|BFGKLVW
|0,124
|0,620
|6
|COPXZ
|0,139
|0,834
|7
|JQY
|0,024
|0,168
|Durchschnitt
|1,000
|3,494
Durchschnitt für ein Wort mit fünf Buchstaben = 17,47 Finger-Tips.
Angenommen, man kann diese Geschwindigkeit solange halten, wie man eben benötigt, um Mitteilungen und Nachrichten usw. zu übertragen, dann sollte das langsamste Morsetempo etwa 23 WpM betragen, der Durchschnitt 30 WpM und das Maximum 33 WpM*.
*Diese Berechnung wird durch die Tatsachen bestätigt: Harry Turner, W9YZE, stellte 1942 den Weltrekord mit der Handtaste auf, der nie übertroffen wurde: er gab fünf Minuten fehlerfrei mit 35 WpM. Ab 1981 ist er im Guiness-Buch der Rekorde aufgeführt. 1989 versuchte die BBC im Rahmen ihrer Sendung „Record Breakers“ erfolglos, einen Telegrafisten zu finden, der den Rekord hätte brechen können. Harry Turner starb am 21. Dezember 1994 im Alter von 88 Jahren.