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Kunstschaffende
Nachlässe
Erbverträge
Bürgerort: Langenbruck (BL)
Schaffensort: Bern
Der in Bern geborene Hermann Plattner studiert zunächst an der Philosophischen Fakultät der Universität Bern. 1932–35 besucht er die Kunstgewerbeschule Bern und die Académie de la Grande Chaumière in Paris. 1935–37 unternimmt er eine erste Studienreisen nach Italien, Frankreich und Belgien. Es folgen zahlreiche weitere Reisen im europäischen Ausland.
Hermann Plattners Werk, das aus Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen sowie Siebdrucken und Collagen besteht, zeigt eine kontinuierliche Entwicklung an der Grenze von Figuration und Abstraktion. Er beginnt mit gegenständlichen Darstellungen von Menschen, Stilleben, Landschaften, Strassen, Schiffe, Häfen. Nach der frühen figurativen Phase reduziert Plattner um 1950 das Motiv auf geometrische Formen und erarbeitet eine flächige Ordnung als Gestaltungsprinzip. Ein wesentliches Element in diesen Arbeiten ist die Linie, mit der er meist geometrische Farbfelder konturiert, die er zu rhythmischen Gefügen verbindet. In diesen konstruktiven Bildern verarbeitet Plattner Erinnerungen an Situationen und Stimmungen.
Seit 1952 entstehen Collagen aus gefundenen oder vorgefertigten Materialien, mit denen Plattner das Verhältnis von Form und Farbe untersucht und auf Distanz vom Naturvorbild geht. In den 1960er Jahren entdeckt er die reine Malerei.
In den 1970er Jahren entwickelt er ein Arbeitsverfahren, bei dem er zunächst vor der Natur kleine Skizzen zeichnet, die jedoch nicht direkt in Gemälde umgesetzt werden. Plattner speichert die Skizzen in seinem Gedächtnis. Mit dieser Bilderinnerung im Kopf beginnt er auf der Leinwand Farbakkorde zu setzen. Dabei gliedert er die Fläche durch ein Liniennetz. So entsteht eine Komposition aus Flächen und Farben, ohne dass ein Gegenstand evoziert wird. Hermann Plattner leistet mit seinen Arbeiten einen wichtigen Beitrag auf dem Gebiet kubistischer und lyrisch-abstrakter Bildauffassung und wurde mehrfach mit Preisen gewürdigt. 1933 und 1934 erhielt er den ersten Preis der Académie de la Grande Chaumière, Paris; 1983 den Kunstpreis des Kantons Bern.
Lebenslauf: CV_Hermann-Plattner (PDF)
Nachruf Hermann Plattner von Fred Zaugg (PDF)
Vernissagerede Fred Zaugg zu Hermann Plattner (September 2018, Zetcom) (PDF)
SIKART Lexikoneintrag: PDF