Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03409.jsonl.gz/1544

Tollwut ist eine Viruserkrankung der Säuger mit Verhaltensveränderungen, Muskelkrämpfen und Lähmungserscheinungen. Die Krankheit verläuft tödlich. Sie ist auf den Menschen übertragbar und ist somit eine Zoonose.
Alle Säugetiere können an Tollwut erkranken. Fleischfresser sind jedoch öfters betroffen. Fledermäuse können Träger der Fledermaustollwut sein. Sehr selten erkranken Vögel an Tollwut.
In Westeuropa ist der Fuchs der häufigste Träger und Überträger von Tollwut. In der Schweiz kommen als Überträger auch Marder, Dachse, Hunde und Katzen in Frage. Infizierte Wiederkäuer und Pferde sind ebenfalls eine Gefahr für den Menschen.
Die Krankheit beim Tier
Als Frühsymptome sind Verhaltensveränderungen, Fieber oder Juckreiz an der Bissstelle zu beobachten.
In der akuten neurologischen Krankheitsphase wird rasende oder stille Wut beschrieben. Erstere ist durch Hyperaktivität, erhöhte Beissbereitschaft, Schluckbeschwerden und vermehrtem Speichelfluss gekennzeichnet. Wildtiere verlieren oft die natürliche Scheu vor dem Menschen, reagieren bei Berührung aber mit Beissen. Beim Rind ist v. a. die stille Wut zu beobachten, welche Verdauungsstörungen und verstärkten Geschlechtstrieb zur Folge hat.
Die letzte Krankheitsphase beinhaltet Lähmungen, herabgesetzte Sensibilität und führt schliesslich über ein Koma zum Tod. Der Tod tritt nach Auftreten der ersten Symptome innerhalb von vier bis zehn Tagen ein.
Ansteckung und Verbreitung
Der Erreger der Tollwut ist ein Lyssavirus, das in verschiedenen Genotypen vorkommt. Der Genotyp 1 ist das klassische Tollwutvirus. Ausserhalb des Organismus wird das Virus rasch inaktiviert. In Kadavern bleibt der Erreger relativ lange überlebensfähig, vor allem bei kalter Witterung.
Die Ansteckung erfolgt über den Kontakt der Schleimhäute oder verletzter Haut mit Speichel von tollwütigen Tieren wie Füchsen, Hunden, am häufigsten über Biss- oder Kratzverletzungen.
Tollwut kommt weltweit vor, mit Ausnahme von Neuseeland, Antarktis, Grossbritannien, Irland und weiteren Inseln. Die Schweiz und weitere Länder in Westeuropa sind heute tollwutfrei.
In der Schweiz erfolgte eine erfolgreiche Fuchsimpfkampagne, indem impfstoffhaltige Köder ausgelegt wurden. So konnte die Tollwut in der Schweiz ausgerottet werden. Seit 1998 ist die Schweiz amtlich anerkannt frei von Tollwut.
Einen Überblick über die Seuchenlage in der Schweiz bietet die Datenbank Tierseuchenfälle Schweiz.
Was tun?
- Die Tollwut ist eine auszurottende Seuche und meldepflichtig. Jede Person, die ein Wildtier oder herrenloses Haustier beobachtet, das sich tollwutverdächtig verhält, ist verpflichtet, die Polizei, die Jagdpolizei oder den Tierarzt zu benachrichtigen.
- Tollwutverdächtige Wildtiere und erkrankte Haustiere müssen sofort getötet werden.
Die Krankheit beim Menschen
Erste Symptome zeigen sich ca. 10 Tage bis 3 Monate nach Ansteckung: Dazu gehören generelles Unwohlsein, Fieber, Muskelschmerzen sowie Sensibilitätsstörungen am Ort der Bissverletzung. Anschliessend kommen unwillkürliche Bewegungen, Krämpfe, Wutanfälle sowie Atem- und Schluckkrämpfe dazu. Später folgen Lähmungen und schliesslich das Koma. Der Tod tritt oft infolge Lähmung des Atmungszentrums ein.
Das Tollwutvirus ist nicht in der Lage, intakte Haut zu durchdringen. Die Ansteckung erfolgt über die Schleimhäute oder verletzte Haut oder durch den Kontakt mit dem Speichel tollwütiger Tiere. Die häufigste Ansteckungsursache sind Biss- oder Kratzverletzungen.
Ausführliche Informationen zur Tollwut beim Menschen finden sich auf der Website des Bundesamtes für Gesundheit (siehe "Weitere Informationen > Links").
Weitere Informationen
Links
Gesetzgebung
Letzte Änderung 03.01.2019