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Chamoson hatte keinen prägenden Einfluss auf die Geschichte, sein Schicksal stand unter der Herrschaft des mächtigen savoyardischen Fürstbischofs, der das Landgut beherrschte. Das Volk begehrte mehrmals einen Aufstand und wechselte beim Vorstoss der Romandie auf das fürstliche Gebiet oft die Herrschaft.
Die folgenden historischen Fakten haben wir der freundlichen Hilfe unseres Mitbürgers Herrn G. Gika, Beauftragter des Kantonsarchivs, zu verdanken. Ganze Bände, Gegenstände aus der Jungsteinzeit, der Bronze- und Eisenzeit wurden untersucht. In Vérines wurden zwei schöne Sensen mit römischer Parze entdeckt, sie befinden sich im Walliser Kantonsmuseum in Sitten.
Chamoson und Ardon bildeten ein einziges Kurfürstentum. Verwaltet wurde es von den Viztümern, die im Château du Crest bei Ardon (Brand im Jahr 1475) äusserst einfach lebten, von den Majoren des über Chamoson liegenden, festungsartigen Château de la Tour und von den Grossweibeln von Chamoson.
1260 muss Henri de Rarogne, Bischof von Sitten, dem Graf von Savoyen, Pierre II, genannt der kleine Charlemagne, das Schloss Chavey und die Schlösser Ardon und Martigny abtreten. Dieses Land wird 1268 dem Bistum zurückgegeben, doch von 1384 bis 1475 fällt es erneut unter savoyardische Herrschaft und untersteht fortan der Kastellanei von Conthey. Von den Patrioten der Sieben Zehnten zurückerobert, werden sie 1490 erneut dem Bistum zurückgegeben. Mehrere Feudalherren machten in Chamoson ihre Ansprüche geltend: der Kollegialstift von Sitten, die Adeligen von Chamoson und örtlichen Majoren, deren Gemeinde noch die Waffen trägt, viergeteilt in rot-gold, silber durch gold ersetzt, die Loèches, die De Mart, die De Collombey, usw.
Ab 1315 erscheint die Gemeinde von Chamoson, Ardon und St-Pierre-de-Clages. Sie erhält das Stadtrecht von Chamoson (Volksrat) und wird in Quartiere, d.h. in kleine Gemeinden aufgeteilt: Ardon, Chamoson, St-Pierre-de-Clages und Grugnay. Die Gemeinde Chamoson wird dreigeteilt: St-André, De Mart und Grugnay/Clages.
Die grosse Gemeinde verteidigt mit Nachdruck ihre Rechte und lässt diese von den Bischöfen Philippe de Chamberlac (1339) und Edouard von Savoyen (1377) anerkennen. Im Jahr 1572 lässt der Bischof Hildebrand von Riedmatten die Stadtrechte erneuern, deren Text verloren gegangen war. Diese Gemeinschaft ist einer der Zehntel des Fürstbistums. Militärisch gesehen bilden Ardon und Chamoson bereits im Jahr 1500 ein gemeinsames Banner, welches nach 1536 dem Banner von Monthey untergeordnet wird.
Obwohl noch immer eine einzige Herrschaft bildend, beenden die bereits im Jahr 1315 klar voneinander getrennten Gemeinden Ardon und Chamoson, die ab dem 16. Jahrhundert vermehrt eigenständig handeln, im Jahr 1819 das gemeinschaftliche Besitztum. Nach der Revolution im Jahr 1798 werden die beiden Gemeinden dem Bezirk Martigny zugeteilt, danach, nach dem Sturz Napoleons im Jahr 1815 dem neu gegründeten Bezirk Conthey zugewiesen.
Der Ort St-Pierre-de-Clages ist berühmt für seine Kirche und sein Bistum, das zur Benediktinerabtei von Ainay (Lyon) gehört. Die Feudalrechte der Landschaft von Clages gehörten diesem Bistum, den Familien Challant von Aosta und von Chamoson und dem Sakristan des Stifts von Sitten.
Die dort durchgeführten Märkte wurden 1271 auf Gesuch des Grafen Philippe I von Savoyen nach Saillon verlegt, was zur Entwicklung dieser Region und ab 1378 zur Vereinigung mit Chamoson führte.
Unter dem Regime der Sieben Zehntel besassen mehrere Familien Güter und eine Residenz in St-Pierre-de-Clages: die De Lovinas, die Albertinis, die Quarterys und die Montheys. Die Letzteren, Viztümer, verkauften im Jahr 1804 ihre Feudalrechte an die Gemeinde von Chamoson, dasselbe taten 1808 der Probst von St-Bernard und der Stift von Sitten.
Die folgende Zeitchronik von Herrn Gaillard, 1872 Präsident von Chamoson, beleuchtet einige wichtige Momente in der Geschichte von Chamoson:
5. Jahrhundert:
Um den Märtyrer Florentin zu verewigen, wurde die Kirche von St-Pierre-de-Clages erhöht. Nach Valère ist sie die älteste Kirche des Kantons.
13. Jh.:
Die Kirche und das Dorf Chamoson werden vom Wildbach Merdesson davongeflutet. Die Flut hat die Kirche von St-Pierre-de-Clages zugeschüttet. Die Bevölkerung von Chamoson sind Mitglieder der Pfarrgemeinde Ardon geworden.
1929:
Einweihung der neuen Kirche.