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Gutedel/Chasselas (weiss)
Der Chasselas ist eine autochthone Waadtländer Rebsorte, die ihren Ursprung in der Genfer See Region hat. Das beweisen neueste genetische Studien, die unter der Leitung des Genforschers José Vouillamoz in Neuchâtel durchgeführt und 2009 abgeschlossen wurden. Erste Hinweise auf die Sorte tauchten bereits im 16. und 17. Jahrhundert in den Regionen Württemberg, Burgund um dem Kanton Waadt auf. Die Rebsorte wird im Wallis und in Frankreich Fendant genannt. Ausserhalb der Schweiz findet man den Gutedel im grossen Stil sowohl im Markgräflerland, in Südbaden als auch im Elsass.
Der Gutedel wird häufig jung getrunken. Er besticht durch eine süffige, eher neutrale Art und erinnert im Duft oft an Heu und Mandeln. Die Vertreter aus der Schweiz werden nicht selten mit biologischem Säureabbau hergestellt und sind eher cremig und vollmundig, die Weine aus Deutschland bestechen mit einer fruchtig-frischen Art und sind säurebetonter. Im Allgemeinen sind die Weine wenig lagerfähig, es gibt jedoch Trouvaillen im Besonderen aus der Grand Cru Lage Dézaley am Genfer See, die ein hervorragendes Alterungspotenzial aufweisen und mehrere Jahrzehnte reifen können.
Sauvignon Blanc (weiss)
Wichtige weisse Rebsorte, die weltweit angebaut wird. Neueste DNA-Analysen bestätigen die Verwandtschaft mit Chenin Blanc und Traminer. Die Sorte liebt kühle Lagen und ist sehr wuchskräftig. Eine gute Laubarbeit während der Vegetation und gezielte Ertragsreduzierung ist deshalb sehr wichtig. Die Rebe ist anfällig für echten Mehltau und Schwarzfäule. Die Loire in Frankreich ist eine bedeutende Weinregion, die hervorragende Weine wie Sancerre und Pouilly-Fumé hervorbringt. Im Bordeaux ist er überwiegend in Entre-Deux-Mers, Graves und der für Süsswein bekannten Region Sauternes zu finden, wo er oft mit Sémillon verschnitten wird. Neuseeland ist in der neuen Welt eine der grössten Sauvignon Blanc Produzenten. Hier und vor allem in Kalifornien werden die Weine auch als Fumé Blanc vermarktet und haben einen leichten Eichenholzcharakter.
Der Sauvignon Blanc ist grundsätzlich ein leichter erfrischender Wein, welcher Aromen von Stachelbeere, Holunderblüte, sowie Brennnessel und Spargel besitzt. Die Weine sollten frisch, innerhalb von 3-5 Jahren nach Abfüllung getrunken werden.
Chardonnay (weiss)
Wichtigste weisse Rebsorte der Welt. Er gedeiht in fast jeder Region, jedoch darf es aufgrund der Säurestabilität nicht zu heiss sein. Die Reben sind sehr wuchskräftig. Deshalb ist eine Ertragsregulierung sehr wichtig, gerade aufgrund der Qualität. Der Chardonnay treibt früh aus, was ihn anfällig für Spätfroste macht. Ausserdem neigt er zu Verrieselung. Seine Heimat ist das Burgund. Chablis, Pouilly-Fuissé, Meursault und Co sind fast jedem ein Begriff. Die Rebsorte ist wichtiger Bestandteil in jedem Champagner und bildet oft auch die Basis für hochwertige Cavas. Grundsätzlich eignet sich die Sorte sehr gut zur Schaumweinherstellung. Chardonnay gibt es als frische Variante im Stahltank ausgebaut, üppig und buttrig im Eichenholz gereift oder als Dessertwein. Die Rebsorte ist äussert vielseitig und im Weinberg wie auch im Keller recht unkompliziert.
Die Weine können frisch und fruchtig sein mit Aromen von Birne, Aprikose und etwas Zitrus. Im Barrique gereift erinnern sie oft an Butterkeks, getrocknete Aprikosen und Vanille. Die Süssweine warten mit einer exotischen Frucht wie Ananas und Mango auf.
Kerner (weiss)
1929 an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (Baden-Württemberg) gezüchtet. Der schwäbische Arzt und Dichter Justinus Kerner stand Pate für die Namensgebung. Die Rebsorte ist eine Kreuzung aus der roten Rebsorte Trollinger (Schiava Grossa) und der weissen Sorte Riesling. Der Kerner wird hauptsächlich in Deutschland angebaut, findet aber auch in Österreich und der Schweiz grossen Zuspruch. Er treibt spät aus und ist aufgrund dessen wenig anfällig für Spätfröste. Jedoch ist die Sorte sehr wuchskräftig, was einen sorgfältigen Sommerschnitt erfordert. Der Kerner hat wenig Ansprüche an die Lage und gedeiht fast überall sehr gut.
Die Weine sind erfrischend und leicht würzig. Aromen von reifer Birne und Apfel, gepaart mit einer leichten Muskatnote sind vordergründig. Jung getrunken machen die Weine am meisten Spass.
Verdejo (weiss)
Die Traube neigt zur Oxidation, deshalb findet die Lese oft nachts statt, um die kühleren Temperaturen zu nutzen. Die Sorte reift früh und mag warme Witterung. Jedoch ist sie anfällig für Echten Mehltau. Früher wurde die Rebsorte häufig für die Sherry Produktion verwendet. Hauptsächlich in Rueda angebaut bringt die Sorte sehr duftige, an exotische Früchte erinnernde Weine hervor. Jung getrunken machen die Weine am meisten Spass.
Viognier (weiss)
In den 70er Jahren stand die Rebsorte kurz vor dem Aussterben, da sie oft einen unregelmässigen und niedrigen Ertrag bringt. Das kam bei den Winzern nicht gut an. Nur dem Einsatz einiger weniger Erzeuger ist es zu verdanken, dass diese Weine heute Kultstatus erlangt haben. Exotische Aromen gepaart mit Aprikosen und Blüten sind typisch für den Viognier. Die Sorte liebt warme bis heisse Standorte. Sie kann schnell hohe Zuckerwerte erreichen, deshalb ist im Keller eine behutsame Verarbeitung erforderlich, um nicht allzu hohe Alkoholwerte zu bekommen. Bekannte Weine sind Condrieu und Château Grillet.
Riesling (weiss)
Wichtigste weisse Rebsorte in Deutschland mit fast 24.000 ha und einem Anteil von 24% an der Rebfläche. Knapp 15.000 ha stehen in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Mosel. In den Weinbaugebieten Nahe, Mittelrhein und Rheingau nimmt er zudem einen hohen Stellenwert ein. Die zweitgrösste Riesling-Fläche weltweit besitzt erstaunlicherweise Rumänien mit 6.100 ha. Etwa 4.600 ha sind in den Vereinigten Staaten mit Riesling-Reben bestockt. (ha Angaben Stand 2018) Der Riesling mag karge Böden und gedeiht sehr gut auf Schiefer oder Granit. Der Riesling hat recht hartes Holz und ist ziemlich frosthart. Er braucht jedoch gute Lagen, um optimal ausreifen zu können. Die Rebsorte treibt spät aus, die Trauben sind kompakt und kleinbeerig. Die Beeren weisen oft schwarze, kleine Korkpunkte auf der Schale auf, die Blattstiele sind rötlich. Der Riesling ist fäulnisanfällig und neigt zum Verrieseln. Riesling Weine bestechen durch ihre erfrischende Säure gepaart mit Aromen von Aprikose und Pfirsich. Auf Schiefer gewachsene Rieslinge präsentieren sich zudem mit einer feinen mineralischen Art. Reife und gelagerte Weine zeigen mitunter eine leichte bis intensive Petrolnote. Riesling-Weine, die mit Restzucker abgefüllt werden, zeigen eine feine Balance zwischen Süsse und Säure und wirken extrem saftig. Beerenauslesen, Trockenbeerenauslesen sowie Eisweine sind äusserst vielschichtig im Duft und Geschmack und sind ein wahres Genusserlebnis. Kaum eine andere Rebsorte weist so viele Stile und Facetten auf wie der Riesling.
Pinot Gris/Pinot Grigio/Grauburgunder/Ruländer (weiss)
Der Pinot Gris gehört zur Burgunder-Familie. Er hat eine braun-gräuliche Beerenschale, was zur Namensgebung beigetragen hat. Der Grauburgunder ist eine natürliche Mutation aus dem Spätburgunder. In der Form der Blätter und Triebspitzen, sowie der Farbe des Holzes unterscheiden sich die beiden Rebsorten kaum voneinander. Erst im Reifestadium und der Einfärbung der Beeren kann man die markanten Unterschiede feststellen. Südtirol, Friaul und das Veneto sind in Italien die wichtigsten Regionen. Insgesamt gedeihen in ganz Italien knapp 17.200 ha Pinot Grigio (Stand 2010). In Deutschland nimmt die Rebsorte vor allem in Baden einen grossen Stellenwert ein. Knapp 6.200 ha stehen in der Bundesrepublik im Anbau (Stand 2016). Die Sorte ist recht frosthart und wenig anfällig für Krankheiten. Der Grauburgunder liebt Lössböden, fühlt sich aber auch auf kalkreichen und steinigen Untergründen wohl. Die Trauben sind sehr kompakt und dicht, was Fäulnis hervorrufen kann. Im besten Fall Botrytis, was den Weinen viel Extrakt verleiht. Die Sorte soll Überlieferungen zufolge von Burgund in die Schweiz gelangt sein, von dort aus den Weg nach Ungarn gefunden haben und vermutlich im 14. Jahrhundert nach Deutschland gekommen sein. Die Bezeichnung Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland zurück. Er hat 1711 im pfälzischen Städtchen Speyer in einem Garten die ihm unbekannten Burgunderreben vorgefunden, war fasziniert davon und vermehrte sie.
Die Weine variieren von trocken und frisch, mit Aromen von grünem Apfel, Zitrus und Birne bis hin zu vollmundig und cremig mit Aromen von reifem Apfel, Mirabellen und Aprikosen. Pinot Gris eignet sich zudem für den Ausbau im Holzfass und ergibt hervorragende edelsüsse Weine.
Pinot Blanc/ Pinot Bianco/ Weisser Burgunder (weiss)
Die Rebsorte ist seit dem 14. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. Der Pinot Blanc gehört zur Burgunder-Familie. Er ist durch natürliche Mutation aus dem Grauburgunder entstanden, der wiederum aus dem Spätburgunder hervorgegangen ist. Deshalb sind bis zur Traubenreife und der einhergehenden Färbung der Beeren die drei Rebsorten nur kaum voneinander zu unterscheiden. Die Beerenschale des Pinot Blanc ist grünlich-gelb. Der Pinot Bianco hat hohe Ansprüche an die Lage. Er bevorzugt tiefgründige Böden in warmen und gut exponierten Lagen. In Deutschland nimmt er einen recht hohen Stellenwert ein mit knapp 5.100 ha Rebfläche (Stand 2016). Hier gedeiht er vor allem in Baden und der Pfalz. In Italien wächst er hauptsächlich in den nördlichen Regionen. Sehr schöne Exemplare kommen aus Südtirol. In Frankreich kommt er vor allem im Elsass und in Burgund vor, jedoch eher als Verschnittpartner. Die Weine bestechen oft durch Aromen von Apfel und Birne und haben eine ansprechende Säure. im Barrique gereifte Weissburgunder zeigen Aromen von reifen Birnen und Aprikosen mit dezenter Holznote. Im Gaumen sind diese Weine dann sehr füllig und cremig mit schön eingebundener Säure. Weissburgunder eignet sich auch zur Herstellung von Schaumweinen und können auch tolle edelsüsse Tropfen hervorbringen.
Scheurebe (weiss)
Die Rebsorte wurde 1916 von Georg Scheu gezüchtet, der damals Leiter der Weinbau-forschungsanstalt Alzey in Rheinhessen/Deutschland war. Die Scheurebe ist das Ergebnis aus der Kreuzung Riesling x Bukettrebe. Sie hat hohe Ansprüche an die Lage. Sie liebt warme, trockene Standorte und gedeiht am besten auf kargen Böden; sie mag aber auch kalkhaltigen und lössreichen Untergrund. Die Sorte ist anfällig für Botrytis und Oidium, sie ist zudem wenig frosthart. In Deutschland werden derzeit 1.400 ha angebaut (Stand 2016). In Österreich ist die weisse Traube auch unter dem Namen «Sämling 88» bekannt. Die Weine sind sehr aromatisch und erinnern an Cassis und Stachelbeere. Mitunter kommen exotische Aromen von Ananas, Lychee und Mango zur Geltung. Die Weine sind frisch und fruchtig im Gaumen mit einer ansprechenden Säure. Edelsüss ausgebaut zeigen die Weine Noten von Honigmelone und reifen heimischen Früchten mit einem Hauch von Exotik. Gerade zur Asiatischen Küche passt Scheurebe ganz hervorragend.
Petite Arvine (weiss)
Alte weisse Rebsorte, die hauptsächlich im Kanton Wallis angebaut wird. Einige Bestände gibt es auch im italienischen Aostatal. Es wird vermutet, dass die Rebsorte über das savoyische Arvetal in die Schweiz gelang und deshalb den Namen Arvine trägt. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt, jedoch zeigen jüngste DNA-Analysen, dass der Petite Arvine von der Rebsorte Rèze abstammt. Erste urkundliche Erwähnungen werden bis ins Jahr 1602 datiert. Die Trauben reifen spät und sind anfällig für Botrytis. Die Reben sind sehr ertragreich. Die Sorte ist anfällig für den falschen Mehltau.
Die Weine sind sehr blumig und intensiv im Bouquet mit Aromen von Apfel, Birne, Kräuter sowie Limone und Ananas. Im Gaumen zeigt der Petite Arvine neben den fruchtigen Komponenten auch eine leichte Würze und kann mitunter salzige Noten vorweisen. Die Säure ist präsent, jedoch nicht vordergründig. Die Weine zeigen sich frisch und unkompliziert mit langem Nachhall.
Grüner Veltliner (weiss)
Wichtigste weisse Rebsorte in Österreich, die knapp ein Drittel der gesamten Rebfläche ausmacht. Der Grüne Veltliner ist eine Kreuzung aus Traminer und St. Georgen. Das zweite Elternteil (St. Georgen) wurde schlicht nach dem Fundort benannt, denn die Sorte war so unbekannt, dass sie auch nach DNS-Analysen keiner gängigen Spezies zuzuordnen war. Die stärkste Verbreitung erfolgte in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Einführung der Hochkultur nach Lenz Moser. Der Grüne Veltliner ist fruchtbar und bedarf daher einer Ertragsregulierung. Er gedeiht besonders gut auf tiefgründigen Lössböden, kommt jedoch mit Trockenheit nicht gut zurecht. Die Sorte ist empfindlich in der Blüte und ist anfällig für Peronospora, Roter Brenner sowie Chlorose.
Die Weinstile gehen von leicht und säurebetont bis hin zu üppig, vollmundig und gelbfleischig mit würzigen und pfeffrigen Noten.
Grillo (weiss)
Die Rebsorte stammt aus Sizilien und wird vor allem in der Provinz Trapani angebaut. Grillo ist wahrscheinlich eine natürliche Kreuzung aus Catarratto Bianco Lucido x Muscat d’Alexandrie. Erst 1823 wurde die Sorte erstmals erwähnt. Die Rebe ist sehr ertragreich und reift relativ spät, sie ist frosthart und anfällig für den echten Mehltau. Auf Sizilien werden die Reben in Buschform erzogen. Früher wurden aus Grillo die besten Marsalas erzeugt. Im Jahr 2010 waren in Italien ungefähr 6.200 ha mit Grillo bestockt.
Die Weine sind goldgelb und sehr extraktreich mit einem leichten Gerbstoff sowie fruchtige Noten, die an Zitrone, grünen Apfel und Ananas erinnern. Teilweise finden sich auch herbale Komponenten.
Vermentino (weiss)
Die Rebsorte wächst hauptsächlich auf Sardinien und Ligurien und in geringem Umfang auf Korsika. Auch im Languedoc-Roussillon wird Vermentino zunehmend angebaut. Durch DNA-Analysen wurde festgestellt, dass die Sorte identisch ist mit Favorita und Pigato. Eine genaue Herkunft ist nicht bekannt. Es gibt Hypothesen, dass die Sorte von Madeira über Spanien und Korsika oder über Griechenland nach Italien kam. Belegt ist diese Aussage nicht. Vermentino ist mittelreif und ertragreich und gedeiht am liebsten in Meeresnähe. Frühfröste stellen ein Problem dar, er ist anfällig für den falschen Mehltau.
Die Weine sind lebendig und charaktervoll und bestechen oft durch eine ansprechende Säure. In der Farbe zitronengelb bis goldgelb. Sie bringen eine gewisse Würze mit und bestechen durch Aromen von Zitrone, gelbem Steinobst und Kräutern.
Merlot (rot)
Eine der meist angebauten roten Rebsorten der Welt. Laut DNA-Analysen stammt die Sorte vom Cabernet Franc ab, das andere Elternteil ist nicht bekannt. Vor allem im Bordeaux und dort vorwiegend am rechten Ufer der Gironde, wird der Merlot angebaut und ist ein wichtiger Verschnittpartner. Er kommt sehr gut zurecht mit kühlen und feuchten Böden, die gerade in St. Émilion und Pomerol vorherrschen. Die Rebsorte ist eher frühreif und gedeiht auch in kühleren Lagen. Sie ist anfällig für Frost, Verrieseln und falschen Mehltau (Peronospora). In der Schweiz wird die Rebsorte vor allem im Tessin angebaut.
Merlot-Weine bestechen durch eine intensiv rubinrote Farbe. Oft sind Aromen von schwarzen Kirschen, Cassis, und dunklen Früchten vordergründig. Je nach Region sind auch vegetale Noten wie Pilze und grüne Peperoni vorhanden.
Blau-/Spätburgunder/Pinot Noir (rot)
Diese Rebsorte ist sehr alt. Vermutlich haben Menschen schon vor 2000 Jahren eine Selektion von Wildreben vorgenommen. Bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. existierte er in Burgund. Pinot Noir ist weltweit im Anbau und stellt hohe Ansprüche an die Lage, deshalb wird sie oft als Diva bezeichnet. Auf kalkreichen Böden gedeiht die Sorte besonders gut. Die Rebsorte ist anfällig für Botrytis und für natürliche Mutationen. Pinot Gris, Pinot Blanc und Pinot Meunier sind dadurch entstanden. Er treibt früh aus und neigt zum Verrieseln. Alleine in Frankreich gibt es unzählige verschiedene Pinot-Noir-Klone. Es können Weiss- Rosé und Rotweine erzeugt werden. Spitzen-Burgunder erzielen Höchstpreise. In der Champagne ist der Pinot Noir wichtiger Veschnittpartner bei der Schaumweinherstellung.
Die Weine sind karminrot und heller in der Farbe als andere Rotweine. Die Aromen erinnern oft an Erd- und Himbeeren, Kirschen und Johannisbeeren. Die Tannine im Wein sind eher samtig und weich.
Blaufränkisch (rot)
In Deutschland ist die Sorte auch als Lemberger bekannt, in Ungarn heisst sie Kékfrankos. Sie ist eine Kreuzung aus der Blauen Zimmettraube und Weißer Heunisch. In Österreich ist der Blaufränkisch erstmals im 18. Jahrhundert nachweisbar. Die autochthone Rebsorte Blaufränkisch ist vor allem in den Weinbaugebieten des nördlichen, mittleren und südlichen Burgenlandes und in den östlichen Weinbaugebieten von Niederösterreich vertreten. Die Sorte treibt früh aus und reift spät, deshalb sollte sie in warmen Lagen angebaut werden. Der Blaufränkisch ist sehr wuchskräftig und wenig anfällig gegenüber Krankheiten.
Das typische Bukett der Rebsorte wird von tiefgründiger Waldbeeren- oder Kirschfrucht geprägt. Blaufränkisch besticht durch eine gute Säure. Er kann große Weine mit dichter Struktur und markanten Tanninen hervorbringen, die in der Jugend oft ungestüm sind, bei genügender Reife aber samtige Facetten entwickeln. Kräftige Weine besitzen sehr gutes Potenzial für längere Lagerung.
Humagne Rouge (rot)
Autochthone Rotweinsorte aus dem Kanton Wallis, die mit der Cornalin D’Aoste identisch ist. Sie ist eine Züchtung aus dem Cornalin du Valais und einer unbekannten Rebsorte. Vermutlich ist sie über den grossen St. Bernhard ins Wallis gelangt. In den 1960er Jahren war die Sorte vom Aussterben bedroht. Erst seit etwa 30 Jahren wird sie wieder vermehrt angebaut, da die Walliser Winzer das Potenzial dieser Sorte erkannt haben. Die Humagne Rouge ist robust und spätreifend, sie kommt gut mit trockener Witterung zurecht. Sie ist anfällig für Botrytis und leidet hin und wieder unter Magnesiummangel. Die Erträge sind recht schwankend.
Die Aromen erinnern an schwarze Kirschen, Waldbeeren und mitunter an Leder und Tabak. Die Weine präsentieren sich sehr würzig mit einer guten Tannin-Struktur und einer violetten Farbe. Die Humagne Rouge eignet sich sehr gut für den Ausbau im Barrique. Die Weine sind sehr füllig mit einem langen Abgang.
Syrah (rot)
Eine der edelsten Rotweinsorten. Die Sorte ist relativ ertragreich und krankheitsresistent, jedoch empfindlich für Verrieseln. Er treibt relativ spät aus. Da Syrah zu Chlorose neigt, muss die Unterlage gut gewählt sein. Laut DNA-Analysen stammt die Sorte von den aus Südostfrankreich kommenden Rebsorten Dureza und Mondeuse Blanche ab. Die berühmteste Weinbauregion ist die nördliche Rhône, wo die Weine oft reinsortig ausgebaut werden. Im südlichen Rhône-Tal wird sie mit den klassischen Sorten Mourvèdre und Grenache verschnitten. Berühmte Appellationen sind Hermitage, Côte Rôtie und Chateauneuf-du-Pape. In Übersee wird die Sorte Shiraz genannt. Im Schweizer Kanton Wallis ist der Syrah sehr bedeutend.
Die Weine sind sehr langlebig und haben oft eine pfeffrige Note gepaart mit Aromen von Cassis und Zedernholz. Vor Allem in Australien kann der Shiraz auch Noten von Minze aufweisen.
Cabernet Sauvignon (rot)
Berühmteste Rotweinsorte der Welt aus den Rebsorten Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon. Sehr wichtiger Verschnittpartner im Bordeaux, ganz besonders am linken Ufer der Gironde. Die Sorte reift spät, braucht viel Wärme und gute Lagen. Besonders im Médoc und in Graves gedeihen die Reben auf den durchlässigen Kiesböden sehr gut. Das Holz ist sehr hart, was der Sorte eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost gibt. Die dicken Traubenschalen beugen Fäulnis vor. Der Cabernet Sauvignon ist jedoch anfällig für echten Mehltau. Mouton-Rothschild und Latour sind zwei der berühmtesten Weingüter der Welt und haben einen hohen Cabernet Sauvignon Anteil. In Italien ist diese rote Rebsorte in vielen so genannten „Supertoskanern“ zu finden. Seit den 70er Jahren haben einige Spitzenwinzer einen neuen Kurs in der Weinbereitung eingeschlagen und internationale Rebsorten forciert. Allen voran Antinori der mit seinem Tignanello und Sassicaia noch heute für Furore sorgt. Ausserhalb Europas hat der Cabernet Sauvignon besonders in Kalifornien Kultstatus erreicht.
Die Weine sind tiefrot und haben Aromen von Cassis, Beeren und grüne Peperoni, sowie ausgeprägte Tannine.
Tempranillo (rot)
Sehr weit verbreitete Rebsorte in Spanien. Synonyme für die Rebsorte sind: Tinta Roriz, Aragonez, Tinto del País. Tempranillo ist Hauptbestandteil in den Weinen aus Rioja, dort nimmt er 75% der Rebfläche ein, und Ribera del Duero. Die Trauben reifen früh, die Beeren sind relativ dickschalig. Die Sorte gedeiht sehr gut auf kreidehaltigen Böden, sie liebt warmes bis heisses Klima. Die Weine zeigen oft Aromen von Erdbeeren und Pflaumen und eignen sich hervorragend für den Ausbau im Eichenholzfass.
Grenache/Garnacha (rot)
Die Rebsorte heisst in Spanien Garnacha und hat dort eine grosse Bedeutung in Navarra, Priorat und Rioja Oriental. In Frankreich wird Grenache an der südlichen Rhône und im Midi angebaut. In Kalifornien und Australien hat sie ebenfalls eine grosse Bedeutung. Delikate Rosé Weine werden zudem aus dieser Sorte gekeltert. Die Sorte liebt warme und trockene Standorte. In den grossen Weinen der südlichen Rhône ist der Grenache oft wichtiger Verschnittpartner, z.B. in Châteauneuf-du-Pape. Die Sorten eignet sich hervorragend für den Fassausbau. Die Weine haben oft Aromen von roten Früchten wie Erd-und Himbeeren mit einem Hauch von Tabak und Leder.
Sangiovese (rot)
Meistangebaute Rotweinsorte Italiens mit über 100.000 ha. Die Rebsorte ist Hauptbestandteil von Brunello di Montalcino, Chianti und Vino Nobile di Montepulciano und wird am häufigsten in der Toskana, in Umbrien, den Marken und in Latium angebaut. Die Ursprünge vermutet man schon bei den Etruskern, der Name bedeutet so viel wie «Blut Jupiters». Die Traube soll von der toskanischen Ciliegiolo sowie von Calabrese Montenuovo abstammen. Es gibt sehr viele verschiedenen Sangiovese-Klone. Auf Kalkböden fühlt sich die Sorte sehr wohl und bringt dort sehr vollmundige Weine hervor. Der Sangiovese reift langsam und spät. In kühlen und feuchten Jahren ist die dünnschalige Beerenhaut anfällig für Fäule. Die Weine sind je nach Ausbauart sehr langlebig, eher hellrot in der Farbe und werden öfters mit Cabernet Sauvignon oder Merlot verschnitten, um mehr Fülle zu erhalten. Kirsch- und Beerenaromen sind vordergründig, die Weine sind samtig und weich mit einem angenehmen Gerbstoff. Chiantis erhält man von einfacheren Basis-Weinen bis hin zu Premium-Gewächsen.
Nebbiolo (rot)
Grosse Rotweinsorte Italiens aus der Region Piemont und Grundlage für Barolo und Barbaresco. Die Weine können je nach Ausbauart sehr langlebig sein und Jahrzehnte überdauern. Die erste unmissverständliche historische Erwähnung stammt aus dem Jahr 1303. Der Name leitet sich vom italienischen Wort für Nebel, «Nebbia» ab, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass während dem Lesezeitpunkt im Herbst oft Nebel herrscht. Die Sorte reift recht spät und ist anspruchsvoll, was die Lage und den Boden betrifft. Am besten gedeiht der Nebbiolo auf kalkhaltigem Mergel, was in den DOCG Bereichen Barolo und Barbaresco anzutreffen ist. In manchen Regionen wir die Sorte «Spanna» genannt. Nebbiolo besticht immer durch eine gute Säurestruktur und ein kräftiges Tannin. In der Farbe ist er eher hellrot. Die Weine präsentieren sich mit Aromen von Sauerkirschen und Beeren, sie sind frisch, elegant und finessenreich.
Zweigelt (rot)
1922 vom Namensgeber Friedrich Zweigelt an der Weinbauforschungsanstalt Klosterneuburg aus den Sorten Blaufränkisch und Sankt Laurent gezüchtet. Bis 1975 wurde die Sorte «Rotburger» genannt. Wichtigste rote Rebsorte Österreichs, mit knapp 6.500 ha Rebfläche und einem Anteil von rund 14% (Stand 2015). Durch den Weinbaupionier Lenz Moser und seine Entwicklung der «Hochkultur», nahm der «Siegeszug» dieser Sorte seinen Lauf. Der Zweigelt ist sehr ertragreich und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Eine gute Laubarbeit ist wichtig, da die Sorte sehr wüchsig ist. Die Weine können vom einfachen Basiswein, bis hin zum Premiumwein im Barrique ausgebaut reichen. Vollmundig mit Aromen von Brombeeren, schwarzen Kirschen und Zwetschgen, mit einem präsenten Gerbstoff und einer feinen Säure präsentieren sich die Weine.
Cabernet Franc (rot)
Laut DNA-Analysen ist der Cabernet Franc zusammen mit den Sauvignon Blanc ein Elternteil des Cabernet Sauvignon. Die Sorte ist gut für den Anbau in kühleren Regionen geeignet. Sie treibt über eine Woche früher aus als der Cabernet Sauvignon und reift auch entsprechend früher. Cabernet Franc ist anfällig für Verrieseln, für Botrytis, sowie den echten und falschen Mehltau. Er steckt aber schlechtes Wetter während der Reifezeit sehr gut weg. Auf kalkhaltigen Lehmböden und auch auf sandigen Böden wächst er besonders gut. Die Loire, Bordeaux und Südwestfrankreich sind die wichtigsten Anbauregionen. Cabernet Franc wird eher als Verschnitt-Partner ausgebaut und recht selten reinsortig. Im weltberühmten Cheval Blanc dominiert er jedoch. In der Region Chinon an der Loire trägt er den Namen Breton. Die Weine sind leicht bis mittelschwer und von der Frucht geprägt. In der Nase kommen oft kräuterhafte Aromen zur Geltung. Die Weine sind oft zugänglicher als die von Cabernet Sauvignon und langanhaltend.
Cabernet Dorsa (rot)
Es handelt sich um eine Neuzüchtung aus den Sorten Blauer Limberger (Blaufränkisch) x Dornfelder. Cabernet Dorsa wurde 1971 an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg (Württemberg) von Helmut Schleip und Bernd H. E. Hill gezüchtet. Die Rebe hat eine mittlere Reife und ist sehr frosthart, sie ist jedoch sehr anfällig für den falschen Mehltau (Peronospora). Die Weine erinnern im Duft an Cassis, sie sind fruchtig und Tannin betont.
Malbec (rot)
Wichtige rote Rebsorte in Argentinien und in süd-west Frankreich in der Region Cahors, wo sie auch Cot genannt wird. Anscheinend wurde die Rebe im 16. Jahrhundert unter König Franςois I. aus Cahors importiert und auch in der Champagne angebaut. Ein Herr namens Malbeck soll die Rebsorte im 18. Jahrhundert weitläufig in Bordeaux verbreitet haben, deshalb trägt die Sorte den Namen Malbec, der auch in Übersee geläufig ist. Nach der Person Pressac und dem gleichnamigen Weingut ist die Sorte im Saint-Émilion bennant. In vielen Appellationen in Bordeaux ist die Rebsorte heute noch zugelassen. In Frankreich beträgt die Rebfläche rund 6.100 ha (Stand 2010). Spanische Eroberer brachten den Malbec nach Argentinien, wo vor allem in Mendoza perfekte Anbaubedingungen herrschen. In Südamerika sind rund 25.000 ha angepflanzt. Cot ist anfällig für Verrieseln, den falschen Mehltau und Fäulnis. Ausserdem ist die Sorte wenig frosthart. Er gedeiht sehr gut auf kalkhaltigen Böden. Die Weine sind dunkelrot und oft recht alkoholstark mit Aromen von Pflaumen, Blaubeeren, Nelken, Bitterschokolade und Tabak. Sie sind sehr lagerfähig und werden im Alter sehr weich und vollmundig.
Primitivo (rot)
In den USA auch als Zinfandel bekannt, hier stehen rund 19.000 Hektar; in Kroatien wird sie Tribidrag (Crljenak Kaštelanski) genannt, wo sie ursprünglich herstammt. Die Rebfläche beläuft sich auf rund 70ha. Die Traube gedeiht hauptsächlich in Apulien, hier stehen ca. 12.200 ha (Stand 2010). Vermutlich wurde die Sorte im 18. Jh. von Kroatien über das Adriatische Meer nach Apulien gebracht. Der Priester Francesco Filippo Indellicati selektierte aus einem Weinberg mit gemischtem Satz frühreifende Trauben, die er als «Primativus» bezeichnete, was so viel wie zuerst reifend heisst. 1779 pflanzte er erste Stecklinge in einem Weinberg in Liponti, in unmittelbarer Nähe von Gioia del Colle. Die Sorte reift früh, ist ertragreich und wenig anfällig für Botrytis. Die Weine sind sehr dunkel in der Farbe, mit Aromen von Pflaumenmus und Kirschmarmelade, Zimt, Minze, Schokolade und Gewürznelken. Die Weine können sehr alkoholreich sein, mit einer leichten Süsse im Abgang und weichen Tanninen. Sie sind sehr fruchtbetont.
Manto Negro (rot)
Wichtigste rote Rebsorte auf der spanischen Insel Mallorca. Anscheindend ist sie eine natürliche Kreuzung aus den autochthonen Rebsorten Sabaté x Callet Cas Concas. Die Rebe reift mittel bis spät und ist robust gegenüber dem falschen und dem echten Mehltau, jedoch ist sie anfällig für Botrytis. Die Weine sind rubinrot und bestechen durch Aromen von Beeren, dunklen Früchten und würzigen Komponenten. Die Weine können rasch altern und neigen zu Oxidation. Deshalb wird der Manto Negro oft mit der robusteren Rebsorte Callet verschnitten.
Callet (rot)
Rebsorte die hauptsächlich auf der Insel Mallorca angebaut wird. Anscheinend ist sie eine natürliche Kreuzung zwischen den autochthonen Rebsorten Callet Cas Concas x Fogoneu. Die Sorte reift spät und ist robust gegenüber Krankheiten und Trockenheit, jedoch anfällig für Sauerfäule. Callet wird oft als Rosé-Weine ausgebaut und für den Verschnitt mit anderen roten Sorten verwendet, vor allem für den Manto Negro. Die Weine sind eher hellrot und präsentieren sich recht rustikal. Sie zeigen intensive Fruchtnoten, sind hin und wieder etwas erdig und haben einen moderaten Alkoholgehalt.