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Classement thématique série 1848–1945:
I. LES RELATIONS INTERGOUVERNEMENTALES ET LA VIE DES ÉTATS
I.11 ÉTATS-UNIS D'AMÉRIQUE
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Die erste Sitzung des 41. Congresses wurde letzten Samstag den 10. April geschlossen und die Mitglieder des Repräsentantenhauses haben sich bereits nach Hause begeben, während der Senat noch für einige Tage in Sitzung ist, im Exekutiv-Geschäfte, d. h. Bestätigung von Verträgen und Vorschlägen zu neuen Beamtungen, zu erledigen.
Der Jackson’schen Ansicht «Dem Sieger gehört die Beute» wird von General, nun Präsident Grant in entschiedenster Weise gehuldigt; nicht nur Demokraten, sondern auch alle Anhänger des früheren Präsidenten Johnson werden aus allen und jeden Stellen entfernt und an deren Platz Leute der radikalsten Gesinnung gesetzt. Dass unter solchen Umständen zahllose Umänderungen, und dazu in Folge von Bestrebungen, die Ausgaben die Regierung in aller möglicher Weise zu beschränken, sehr viele Entlassungen erfolgen, ist sehr begreiflich.
Washington bietet gegenwärtig ein eigenthümliches Schauspiel dar: Neue Männer, welche sich in ihre Positionen erst einarbeiten müssen, in Hülle und Fülle; dazu eine bedeutende Zahl Ämterjäger, die immer noch auf die Brote und Fische warten, welche von der Herrn Tische fallen; endlich die grosse Zahl der entlassenen Beamten, vom höchsten Grade bis zum letzten Taglöhner, welche sich wohl oder übel in ihr Schicksal fügen müssen, und wovon eine ziemliche Anzahl sich von hier entfernt, um entweder in deren Heimat oder sonstwo einem neuen Geschäfte nachzugehen: Es ist ein spezifisch amerikanisches Bild!
Für auswärtige Verhältnisse sind wohl die wichtigsten Nachrichten diejenigen, welche über die vom Präsident Grant beschlossenen Besetzungen von diplomatischen und Consular-Stellen Auskunft geben. Der Präsident scheint in dieser Hinsicht zu ziemlich allgemeiner Befriedigung gehandelt zu haben. H. L. Motley in London, E. B. Washburne in Paris, A. G. Curtin in Petersburg & J. Jay in Wien sind gediegene Männer & werden der Nation, welche sie vertreten, Ehre machen. In Bezug auf die Neu-Besetzung der amerikanischen Gesandtschaft in der Schweiz hat Herr Generalkonsul Hitz sich bei Audienzen beim Präsidenten sowohl als beim Staatssekretär, sowie bei hervorragenden Senatoren, insbesondere bei Herrn Senator Sumner, dem Vorsitzer des Comités für auswärtige Angelegenheiten, bemüht, dass eine passende Persönlichkeit, wie z. B. Herr Fay2 gewesen, erwählt werde.
Herr Sumner, insbesondere, drückte sich in einer Besprechung mit Herrn Hitz dahin aus, dass er dessen Ansicht in dieser Angelegenheit vernehmen möchte; er schien mit dem bisherigen Verhalten des Gesandten Harrington nicht besonders einverstanden zu sein. – Unter denjenigen, welche sich um die nun bereits vergebene Stellung beworben, befanden sich u. a. General Franz Sigel, eine anerkannt tüchtige Persönlichkeit, ferner Hr. Cramer, gegenwärtig amerik. Consul in Leipzig, welcher ein Schweizer von Geburt ist und Schwager des Präsidenten sein soll, usw. Herr Hitz sprach sich dahin aus, dass es für schweizerische wie amerikanische Verhältnisse wohl das Beste sein möchte, dass ein geborener, gründlich gebildeter & einsichtsvoller Amerikaner, ein solcher, welcher mit der herrschenden Progressiven Partei identifizirt sei, dafür auserlesen werde. Es sollte ein Mann sein, welcher Willens und fähig sei, auch das Gute in der Schweiz zu erkennen, es seiner Nation mittheilen und zu Nutzen kommen lassen würde, welcher sich aber auch seinerseits mit schweizerischen Staatsmännern & dem Volke zu identifiziren verstünde, so dass es ihm möglich sein würde, den Fortschrittsgeist dieses Landes auch unserem Volke & dessen Staatsmännern zu Nutzen kommen zu lassen. Herr Sumner war mit den Ansichten des Hr. Hitz im Allgemeinen vollkommen einverstanden.
Der Präsident hat nun Herrn Horace Rublee von Wisconsin dem Senate zu dieser Stellung vorgeschlagen. Herr Rublee, ca. 45 Jahre alt, im Staate Vermont geboren, wanderte aber frühzeitig nach dem Westen aus und war in letzter Zeit Chefredacteur des Wisconsin State Journal, welches in der Hauptstadt des Staates, Madison, erscheint. Derselbe hat hauptsächlich zu dem günstigen Wahlresultate Wisconsins beigetragen und scheint nach allen Aussagen ein tüchtiger, kenntnisreicher und sehr achtungswerther Mann zu sein. Dem Vernehmen nach soll er von einer schweizerischen Familie Ruppli abstammen.
In Betreff der Consulatsstellen in Genf, Basel und Zürich wurde in oberwähnter Unterredung mit Senator Summer ebenfalls gesprochen. Hr. Hitz glaubte, dass füglich die jetzigen Consuln in Genf & Zürich bleiben sollten, dass der Basler Consul jedoch durch einen tüchtigen Amerikaner oder einen in Amerika eingebürgerten Schweitzer ersetzt werden möchte. Der Präsident hat auch für Basel den Herrn Professor Henry Erni aus Zürich, gegenwärtig Assistent Examiner in dem hiesigen Patent Office, nominirt, aber es scheint schwerlich, dass er vom Senate bestätigt wird, indem von Seite mehrerer Senatoren demselben ausserordentliche Opposition aus, wie man sagt, politischen Gründen gemacht wird.
Der Mittheilung werth ist auch, dass Hr. Generalkonsul Hitz am 1. April abhin sein gesammtes Consulatspersonal dem Staatssekretär Herrn Hamilton Fish vorstellte. Herr Fish, eine sehr ansprechende Persönlichkeit, empfieng die schweizerische Delegation in recht freundlicher entgegenkommender Weise & schien die Beziehungen mit der Schweiz grosser Wichtigkeit zu würdigen.
Es verbleibt schliesslich blos noch mitzutheilen, dass die Rede, mit welcher Senator Summer die Verwerfung der Johnson-Clarendon-Convention in Bezug auf die Alabama-Entschädigungen usw. motivirte, ein meisterhaftes Staatspapier ist, welches frei von unnöthigen diplomatischen Floskeln die Sachlage und die Gerechtigkeit der amerikanischen Ansprüche klar darlegt! Der Senat bestätigte die Verwerfung mit 54 gegen 1 Stimme, alle Parteischattirungen stimmten überein und demokratische Mitglieder wie Sherman von Ohio und Casserly von California dankten dem beredten Senator für dieses Manifest!
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