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Zusammenfassung
Spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist Robin Hood auch in verschiedenen Kinder- und Jugendmedien ein wiederkehrender Protagonist. Er ist eine überaus wandelbare Figur, die sich problemlos neuen Gegebenheiten und Medien anpassen kann. Entsprechend wechselt auch sein Verhältnis zur Macht wiederholt. In den frühen Balladen vertritt Robin Hood als Anführer einer armen Bande die Interessen der aufkommenden städtischen Bevölkerungsgruppen, bevor er im England der absolutistischen Tudor-Könige langsam gentrifiziert wird. Diese beiden Tendenzen werden durch das aufkommende Bürgertum vermischt, so dass aus Robin Hood wahlweise ein Freiheitskämpfer der unterdrückten sozialen Schichten oder ein Nationalheld wird, der den normannischen Eindringlingen entgegentritt. Dieser bürgerliche Robin Hood ist es, der auch den Sprung nach Amerika geschafft hat, wobei er zunächst als stets lachender, souveräner Waldbursche noch etwas zahmer dargestellt wird. Die untersuchten Filme spiegeln ihre eigenen Epochen und damit verbundene politische Ansätze. So sind implizit beide Weltkriege, Roosevelts Umverteilungspolitik, der Prunk Hollywoods, Isolationismus und Auslandseinsätze amerikanischer Truppen genauso angesprochen wie der Konflikt zwischen humanistischer Demokratie und rückständigem Fundamentalismus. Die Funktion und Wirkung von Legenden werden hinterfragt und die Aussichtslosigkeit vorgeführt, diesen Mythen jemals vollkommen gerecht werden zu wollen – selbst wenn man wie Robin Hood selbst der Kern eines scheinbar unsterblichen Mythos ist.