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Nach dem gescheiterten Raketenstart in Nordkorea hat die südkoreanische Marine am Samstag im Gelben Meer mit der Suche nach Trümmerteilen begonnen. Rund zehn Schiffe seien in die Region verlegt worden, hiess es aus Kreisen des Verteidigungsministeriums in Seoul.
Unter den Schiffen befinden sich eine mit Sonartechnik ausgestattete Korvette. Auch Schiffe der US-Marine dürften bald die Suche nach Teilen der Rakete aufnehmen.
Die Trümmer könnten Aufschluss über den Grund des Absturzes und den Stand der Raketentechnik in Nordkorea geben. Die Langstreckenrakete vom Typ Unha-3 war am Freitag wenige Minuten nach dem Start ins Meer gestürzt.
Nach offizieller nordkoreanischer Darstellung sollte die Rakete einen Satelliten ins All schiessen. Der Westen vermutete hinter dem Start jedoch einen unzulässigen Test für das nordkoreanische Atomprogramm.
Interkontinentalrakete?
Nach einem südkoreanischen Medienbericht hat Nordkorea zudem zur gleichen Zeit, als des den Start der nun abgestürzten Rakete vorbereitete, noch an einer anderen Langstreckenrakete gearbeitet. Auf dem Stützpunkt Musudan-ri an der Nordostküste habe es insgesamt vier Tests zur Entwicklung einer Interkontinentalrakete gegeben.
Dies berichtete der Fernsehsender YTN am Samstag unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Bei den Tests über insgesamt 16 Wochen bis Anfang dieses Jahres sei es vor allem um Antriebe und Treibstoff für die Rakete mit dem Decknamen KN-08 gegangen.
Die Testphase lief dem Bericht zufolge noch, als Nordkorea mit den USA verhandelte und im Februar ein - inzwischen von Washington wieder auf Eis gelegtes - Abkommen über die Lieferung von Nahrungsmitteln vereinbarte. Im Gegenzug hatte sich Pjöngjang unter anderem bereiterklärt, sein Atomprogramm auszusetzen und auf den Start von Langstreckenraketen zu verzichten.
SDA-ATS