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Zwischen Weiberfasnacht und Aschermittwoch findet auch in manchen Teilen der Schweiz die traditionelle Fasnacht statt. In den eigentlichen Hochburgen wie Basel oder Bern feiert man jedoch eine Woche später. Diese Abweichung geht auf das elfte Jahrhundert und eine Neuregelung der damaligen Fastenregeln zurück. Während man im Rheinland und anderen katholischen Regionen die so genannte Herren- oder Pfaffenfastnacht entsprechend der Synode von Benevent 1091 befolgte, blieb man in Basel und Bern der Bauernfatsnacht treu. Gesetzliche Feiertage existieren an Fasnacht jedoch an keinem Ort der Schweiz.
Fastnacht in Basel
Worin unterscheidet sich die Fasnacht in der Schweiz?
In der Schweiz hält man am alten Fastnachtstermin fest, der darin besteht, dass auch an den Sonntagen in der Fastenzeit sowie an Karfreitag und Karsamstag gefastet wurde. Auf diese Weise verschiebt sich die Fastenzeit um eine Woche, was sich bis heute anhand der Redewendung „Kunnsch hindedryy wie die alt Fasnacht!“ („Du kommst so spät wie die alte Fasnacht“) widerspiegelt. Eine andere Bezeichnung für die Bauernfasnacht ist Alte Fastnacht.
Wohlgemerkt: in den katholischen Orten der Schweiz wie Luzern folgt man der auch in Deutschland geltenden Regel, was aber eben nicht für die eidgenössischen Karnevalshochburgen gilt.
Fastnacht in Basel
Eine Beschreibung der Fasnacht in Basel und Bern würde jeden Rahmen sprengen. Eine der Besonderheiten besteht darin, dass streng zwischen den aktiven Teilnehmern und den Zuschauern unterschieden wird und sich lediglich die aktiven Fasnächtler in eine Larve (also ein Kostüm) werfen. Diese werden so gewählt, dass Träger oder Trägerin nicht erkennbar sind. Der Beginn der Fasnacht in Basel ist traditionell am Montag nach Aschermittwoch der Morgenstreich. Hierzu werden um vier Uhr morgens sämtliche Lichter der Stadt gelöscht und nur die Laternen der einzelnen Cliquen erleuchten die Strassen. Nach und nach setzen sich die Gruppen in Gang und spielen dabei den Morgenstraich-Marsch. Gegessen wird in aller Regel Mehlsuppe oder auch Zwiebel- bzw. Käsewähe. Der Morgenstraich geht auf das 18. Jahrhundert zurück, während die am Montag- und Mittwochnachmittag folgenden Umzüge, die so genannten Cortèges, noch eine ältere Tradition beinhalten. Weitere Bräuche der Basler Fasnacht sind die Ausstellung der Wagen, die Guggenkonzerte sowie das „Gässle“, bei dem bis zum Ändstreich am frühen Morgen des Donnerstages nach Lust und Laune gefeiert wird.
Fastnacht in Bern
Neben Basel und Luzern gilt auch Bern als Hochburg der Fasnacht. Wenngleich die Feiern in der heutigen Form erst seit 1982 stattfinden, lässt sich eine direkte Traditionslinie bis ins 15. Jahrhundert ziehen. Hier beginnt man bereits am 11. November um 11:11 Uhr mit dem Einschliessen des Bärner Fasnachtsbären in den Käfigturm. Dessen Befreiung erfolgt am Donnerstag nach Aschermittwoch mit der „chüblete“. Ein interessantes Detail besteht darin, dass in Bern auch noch am Ostermontag Elemente der Fasnacht zu den Feierlichkeiten zählen.
Fastnacht in Bellinzona
Auch in der italienischsprachigen Schweiz wird Fasnacht gefeiert. Bellinzona gilt mit seinem Rabadan sogar als schweizweite Nummer zwei und mobilisiert Jahr für Jahr rund 150.000 Menschen. Gefeiert wird mit Maskenwettbewerben, dem grossen Umzug namens Corteo sowie Seilziehturnieren, Strassentheater und dem Essen von Risotto alla milanese und Luganighe (Schweinswürsten).