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Die Menschliche Sicherheit als internationale Aufgabe
Das Thema menschliche Sicherheit wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts weltweit auf die Tagesordnung gebracht. Bis dahin war die Idee der Sicherheit stets an Staaten gebunden. Staaten waren berechtigt und es wurde von ihnen erwartet, ihre territoriale Integrität gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen. Zu diesem Zweck waren auch außerordentliche Maßnahmen zulässig, doch die Idee der Sicherheit machte, jedenfalls auf internationaler Ebene, an den Staatsgrenzen Halt.
In den 1990er-Jahren veränderte sich der Sicherheitsdiskurs. Die internationale Staatengemeinschaft begann die Notwendigkeit zu akzeptieren, außerordentliche Maßnahmen nicht nur zur Verteidigung des Staates, sondern auch der Menschen zu treffen, selbst gegen den Willen der betreffenden Regierungen. Zwar wurde der Begriff Sicherheit auch schon zuvor auf Menschen angewandt, doch der radikale Wandel in den 1990ern vollzog sich im internationalen Diskurs: Zum ersten Mal wurde die Verteidigung einer Bevölkerung, die früher als souveräne Aufgabe einzelner Nationalstaaten galt, zu einer potenziellen Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft.