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Es gibt wohl weltweit kein Symbol, das so mit dem Weihnachtsfest verbunden wird, wie der Christbaum. Dabei ist der Brauch, sich einen Nadelbaum ins Wohnzimmer zu stellen, noch recht jung – verglichen mit der über 2‘000 Jahre zurückliegenden Geburt Christi, dem Anlass für das Weihnachtsfest. Im City West erkunden wir in der diesjährigen Adventszeit die Unterschiede zwischen den Weihnachtsbäumen verschiedener Nationen.
Der heidnische Ursprung
Vor vielen Jahrhunderten waren immergrüne Pflanzen in heidnischen Kulturen ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Im Mittelalter verzierten die Menschen Haus und Hof mit den Zweigen von Tanne, Mistel und Wacholder. Im 16. Jahrhundert wurde es im Elsass Brauch, einen Weihnachtsbaum mit Süssigkeiten zu schmücken; die Kerzen kamen ab 1730 dazu. Der Brauch verbreitete sich zunächst bei hohen Beamten und wohlhabenden Bürgern in den Städten, da Tannenbäume zu dieser Zeit noch knapp und kostspielig waren. Im 19. Jahrhundert schliesslich wurde der geschmückte Weihnachtsbaum immer populärer, erst in den Städten, dann auch auf dem Land.
Die Ausbreitung über Europa hinaus
Im 19. Jahrhundert wurden vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt, um die hohe Nachfrage zu decken. 1832 stellte ein deutschstämmiger Harvard-Professor einen Weihnachtsbaum in seinem Wohnhaus auf und brachte damit den Brauch nach Nordamerika. Mitte des Jahrhunderts wurden erstmals mundgeblasene Christbaumkugeln hergestellt, während 1882 in den USA der erste mit elektrischem Licht beleuchtete Weihnachtsbaum Beachtung fand. 1891 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum vor dem Weissen Haus in Washington aufgestellt.
Die katholische Kirche setzte sich lange gegen das unreligiöse Brauchtum zur Wehr. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Christbäume in katholischen Kirchen erlaubt und Papst Johannes Paul II. stellte 1982 den ersten Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom auf.
Es gehört zur schönen Illusion, dass der Weihnachtsbaum als urwüchsiges Naturprodukt im Wald geschlagen wird. In der Realität ist der Baum aus dem Wald eine Rarität. Tannen und Fichten wachsen heute auf Plantagen. Vor allem Nordmannstannen werden in spezialisierten Baumschulen «angezüchtet». Bis die Tannen an Heiligabend im Lichterglanz erstrahlen, haben sie bis zu zehn Jahre intensiver Pflege hinter sich.
Weihnachtsbaum Deutschland
Weihnachtsbaum Vereinigtes Königreich
Weihnachtsbaum Russland
Weihnachtsbaum Italien