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Die WAZ-Gruppe [derwesten.de, 17. 2. 2011] entblödet sich nicht, grundlos die Seriosität des Klägers in Zweifel zu ziehen, indem dargestellt wird, daß er, offensichtlich querulantisch, auch gegen die Windmühlenflügel der „Rechtschreibreform“ gekämpft habe. Der Name wird nicht genannt, aber es kann nur Dr. Johannes Wasmuth, auch Justitiar des Beck Verlages, gemeint sein – einer der wenigen, die nicht vor Konzernräson und Politikerdreistigkeit eingeknickt sind.
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Salzburg, Sigmar
Das Vorhaben, einen Gegenentwurf zu den hereinflutenden Anglizismen zu liefern, wäre sicher erfolgversprechender, wenn nicht der größte Teil des nötigen Kraftaufwandes mit der nichtsnutzigen Rechtschreibreform vergeudet worden wäre. […] Wenn Rudolf Hoberg nun beobachtet, wie die Reform vom Sprachvolk angenommen wird, ähnelt er dem Biologen, der vor einem wassergefüllten Bombentrichter wartet, was für ein Leben sich darin ausbreitet.
Scheitert die Unterschriftensammlung zuvor, dann erweist sich das Instrument "Volksbegehren" als bewußte Fehlkonstruktion der Parteien, um Volkswillen zu verhindern. […] Wenn der Durchbruch nicht gelingt, kann man nur hoffen, daß die WELT ab 1. August einen Weg findet, die Agenturmeldungen in die gewohnte Schreibung zu konvertieren.
Die ss-Regelung, wohl ironisch das "Herzstück der Reform" genannt, geht von dem Irrtum aus, das "ß" sei ein eigener Buchstabe. Es ist jedoch eine typographische Ligatur für "ss" zur Verdeutlichung von Silben- und Wortende. Es konnte folglich immer um den Preis der Unübersichtlichkeit durch ss ersetzt werden. Wenn jetzt dem ss auch noch die Bezeichnung der Kürze des vorhergehenden Vokals aufgebürdet wird und die der Länge dem ß, wird dieses ein eigener, unentbehrlicher Buchstabe. Er kann bei Tastaturen; die diesen Buchstaben nicht enthalten, nicht mehr guten Gewissens durch ss ersetzt werden, da das dann ja die Aussprache verändert.
Wenn das "ß" kein buchstabe, sondern eine typografische ligatur ist, ist die sache ja einfach: Typografische regeln wie ligaturen werden in der volksschule nicht gelehrt.
Sonst müßten wir womöglich demnächst hinnehmen, daß der Widerspruch gegen die Verordnung einer "multikulturellen" Regierung, Kopftuchzwang für Schülerinnen einzuführen, von den Gerichten als "unbegründet" zurückgewiesen wird?
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