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Die 2020 ausgebrochene Pandemie versetzte die Welt in eine Schockstarre. Die Emerging Markets brachen innerhalb eines Monats um 30% ein. Obwohl sich die Pandemie fortsetze, erholten sich die Märkte dank der schnellen Reaktion der Zentralbanken und der fiskalischen Massnahmen der Regierungen allmählich. So hatten die Emerging Markets bis Februar 2021 beinahe doppelt so stark zugelegt, wie sie zuvor getaucht waren.
Die Einführung der Impfstoffe im Jahr 2021 setzte diesem Schub ein Ende. Zwar sorgten die Impfungen dafür, dass die Konjunktur zu einigermassen zur Normalität zurückfand, gleichzeitig läuteten sie aber das Ende der unbegrenzten Unterstützung durch Zentralbanken und Regierungen ein. 2021 gab der Markt langsam nach, 2022 beschleunigte sich die Rückwärtsbewegung dann umso stärker, als klar wurde, welches Ausmass die restriktive Geldpolitik annehmen würde. Die russische Invasion in der Ukraine verschärfte diese Trends und trieb die Preise weltweit in die Höhe, was eine schnellere quantitative Straffung erforderlich machte. China tanzte etwas aus der Reihe. Es verwendete weder die von den USA und Europa entwickelten Impfstoffe, noch hatte es irgendeine Form von kollektiver Immunität erreicht. Stattdessen verfolgte es seine Null-Covid-Politik und setzte einen strikten Lockdown durch.
Dies führte zu schweren wirtschaftlichen Spannungen und einer starken Marktbaisse im Herbst 2022. Zwischen dem Höchststand im Februar 2021 und dem Tief im Oktober 2022 fielen die Emerging Markets um rund 40%.
Danach änderten sich die Dinge erneut. Die chinesische Regierung gab im 4. Quartal unerwartet und abrupt die Null-Covid-Politik auf und machte so den Weg frei für einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch die US-Notenbank schien das Ende ihres Zinserhöhungszyklus erreicht zu haben. Der Markt reagierte mit einer Rallye von 20%.
Wie hat sich die Anlagegruppe PRISMA Global Emerging Markets Equities während dieser Turbulenzen gehalten? Die Strategie litt unter den anfänglichen Kursverlusten und gab rund 6% nach. Die Talfahrt zeigte jedoch, wie attraktiv bewertet gewisse Titel waren. Zudem stabilisierte sich der Markt dank der Unterstützung der Zentralbanken und wir konnten Bankaktien und andere zyklischere Werte kaufen.
Als sich der Markt im Laufe des Jahres erholte, schnitt auch die Anlagegruppe wieder besser ab, was auf das Jahr gesehen für eine ordentliche Performance sorgte. Da die Anlagegruppe bis im Sommer 2021 weiterhin Zugewinne verzeichnete und die Titel in einigen Bereichen überbewertet waren, schlugen wir einen defensiveren Kurs ein. Gegen Ende des Jahres geriet die Anlagegruppe dann aber ins Stocken und blieb aufs Jahr 2021 gesehen hinter der Benchmark zurück.
PRISMA Global Emerging Markets Equities startete aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine schlecht ins Jahr 2022. Wir hatten die Positionen in Russland vor der Invasion reduziert, jedoch Positionen in Polen, Ungarn, Griechenland und Kasachstan, die in den folgenden Monaten alle stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, behalten. Die markanten Untergewichtungen in Indien und Saudi-Arabien beeinträchtigten das Ergebnis ebenfalls. Im Laufe des Sommers und des Frühherbstes haben wir die Positionen in Osteuropa und China ausgebaut. Im Zuge der Markterholung ab Ende Oktober kam es zu mehreren Trendwenden, sodass die Anlagegruppe wieder deutlich anzog und die Benchmark im Jahr 2022 auf Bruttobasis leicht übertraf.
Nach der Pandemie und dem darauffolgenden Inflationsschock beginnen sich die Märkte wieder zu normalisieren. Dadurch sollten die Renditen der Schwellenländer steigen und künftig weniger volatil sein. Ganz so einfach dürfte der Normalisierungsprozess aber nicht werden. Wie stark die Geldpolitik weltweit gestrafft werden muss, ist noch nicht klar, ebenso wenig wie die Frage noch nicht geklärt ist, ob diese Geschichte mit einer Rezession oder einer weichen Landung zu Ende gehen wird.
Die Anlagegruppe ist seit einiger Zeit in den gleichen Märkten übergewichtet, nämlich in Brasilien, Südafrika, Korea und Griechenland.
Brasilien fand nur mit Mühe aus der Krise und ihren Folgen heraus. Die Zinsen wurden 2020 aggressiv auf ein für das Land beispiellos niedriges Niveau gesenkt, worauf Brasilien einen frühen Inflationsschock erlitt. Die Zinsen mussten schnell wieder angehoben werden, was die Fähigkeit des Landes, sich von der Corona-Krise zu erholen, beeinträchtigte. Auch die jüngsten Wahlen machten dem Markt zu schaffen. Es herrschte Unklarheit über die langfristige fiskalische Ausrichtung und über die Pläne des Präsidenten zur Unabhängigkeit der Zentralbank. Dennoch sind die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in Bezug auf die Zahlungsbilanz und die Verschuldung gut und die Titel billig.
Südafrika sieht sich ebenfalls mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Grösstes Sorgenkind ist der staatliche Stromkonzern Eskom. Die langjährige Misswirtschaft in diesem Unternehmen führte dazu, dass unverzichtbare Investitionen nicht getätigt wurden und mit der veralteten Infrastruktur die Energieversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Jeden Tag kommt es zu Stromabschaltungen, die nicht nur die Produktivität, sondern auch das Wirtschaftswachstum hemmen. Trotz dieser schwerwiegenden Probleme verzeichnet Südafrika in letzter Zeit eine bessere Zahlungsbilanz als seit den 1980er-Jahren. Es ist nicht allzu stark verschuldet und die Aktien sind attraktiv bewertet.
Südkorea ist vom internationalen verarbeitenden Gewerbe abhängig. Dieses spielt eine entsprechend wichtige Rolle für eine Erholung nach der zinsinduzierten Konjunkturverlangsamung. Gleichzeitig verfügt Südkorea in einigen strukturellen Schlüsselbereichen, insbesondere in der Halbleiter- und der Batterieindustrie, aber auch über weltweit führende Unternehmen.
Griechenland hat nach dem schwierigen Jahrzehnt derzeit europaweit die besten Wachstumsaussichten, was ein Engagement rechtfertigt.
Das Engagement in China wurde jüngst aufgestockt, obwohl es sich in der Top-Down-Strategie der Anlagegruppe nicht um ein übergewichtetes High-Conviction-Land handelt. China kämpft mit mehreren strukturellen Problemen, darunter eine scheinbar dauerhafte Verlangsamung der Immobilienbranche, die darauf zurückzuführen ist, dass sich die Wirtschaft an eine geringere Wohnungsnachfrage anpasst. Die Aufhebung der strengen Corona-Massnahmen nach dem Lockdown dürfte der Wirtschaft hingegen während eines Grossteils des Jahres Aufwind geben, wie es in den früher geöffneten Ländern der Fall war.
Auf Branchenebene ist das Portfolio im Finanzwesen stark und im IT-Sektor etwas weniger deutlich übergewichtet. Zwar besteht zwischen dem Finanzsektoren der Länder keine besonders starke Wechselbeziehung, eines haben sie aber gemeinsam: Bei steigenden Zinsen erhöhen sich die Margen der Banken. Zudem verringert die Grosszügigkeit der Regierungen in den vergangenen Jahren das Ausfallrisiko bei Bankkrediten.
Wir bevorzugen keinen Anlagestil und sind auch nicht betont pro- oder antizyklisch. Vielmehr stützen wir uns bei unseren Entscheidungen auf die Bewertungen. Nach der jüngsten Erholung sind die Märkte nicht mehr billig. Falls die Zinserhöhungen die Weltwirtschaft weiter bremsen, ist die Fehlermarge somit geringer und das Risiko einer Konjunkturverlangsamung höher. Die Strategie braucht aber auch eine längerfristige Strategie. Sobald die Corona-Ära endgültig vorbei ist und sich die Zinsen und die Inflation normalisieren, stellt sich die Frage nach den nächsten Wirtschaftsmotoren. Vermutlich wird die Umstrukturierung des globalen Energiesystems im Fokus stehen. Ein von der Infrastruktur und dem verarbeitenden Gewerbe angeführter Zyklus dürfte den Schwellenländern zugutekommen.
Die Anlagegruppe übertraf ihren Referenzindex (den MSCI Emerging Markets Net TR Index) im Zeitraum 31.12.2019 –28.02.2023 um 3.5% (in CHF, Klasse II, nach Abzug aller Gebühren) ↩︎