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Gürtelrose
Synonym: Herpes zoster, Shingles, Zona, Zoster
Bei Gürtelrose, in der Fachsprache Herpes zoster, rötet sich die Haut stellenweise und bildet oft Bläschen, die stark schmerzen. Die Erkrankung ist eine Spätfolge beziehungsweise Zweiterkrankung als Folge von Windpocken, die häufig Jahrzehnte zurückliegen. Gürtelrose zeigt sich durch Schmerzen, Missempfindungen und Hautrötungen mit Bläschenbildung, die oft auf einen gürtelähnlichen Hautstreifen beschränkt sind. Die Mehrheit der Herpes-Zoster-Erkrankungen treten am Brustkorb und bei älteren Personen auf.
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Symptome
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Ist bei Ihnen plötzlich eine Hautstelle oder ein Hautareal empfindlich?Kribbelt dieser Bereich unangenehm, brennt, sticht oder fühlt er sich sonst irgendwie sonderbar an?Sehen Sie dort Rötungen, die leicht erhöht sind, oder haben sich auf den geröteten Stellen bereits Bläschen gebildet?
Dann kann es sich gut um eine Gürtelrose handeln. Sie sollten sich bei den ersten Anzeichen, die darauf hindeuten könnten, sofort fachlich beraten lassen! Vor den sichtbaren Symptomen treten vielfach schon leichtes Fieber, Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf. Sie sind häufig verbunden mit unangenehmen Empfindungen in einem abgegrenzten Bereich auf meist nur einer Körperhälfte. Diese Stelle kann beispielsweise so stark schmerzen, dass der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall oder eine Blinddarmentzündung aufkommt. Herpes Zoster bringt teils extreme Schmerzen mit sich. Ebenso kann die Haut an der betroffenen Stelle unangenehm jucken, brennen oder stechen. Diese Empfindungen können sich über ein grösseres Areal ausbreiten. Dort erscheinen zwei bis drei Tage später gerötete Hautstellen, die als Erhöhungen fühlbar sind. In den meisten Fällen befinden sich die Hautveränderungen am Brustkorb und überziehen hier eine Körperhälfte bandförmig bis zur Brustmitte. Innert eines Tages bilden sich auf den Hautrötungen Bläschen. Sie wachsen in den nächsten Tagen an, können mit anderen verschmelzen und stark schmerzen. Die Bläschen sind prall mit einer zunächst klaren, später trüben, hochinfektiösen Flüssigkeit gefüllt. Häufig stehen sie in Gruppen beieinander. Nach wenigen Tagen brechen die Bläschen auf und beginnen auszutrocknen. Dabei entstehen gelbe bis braune Krusten. Üblicherweise dauert es nicht länger als drei Wochen, bis sich die Krusten lösen und die Gürtelrose abheilt.
Am häufigsten ist die Brust einseitig betroffen, weniger oft zusätzlich oder allein der Rücken. Auch an den Armen, an den Beinen oder im Gesicht treten nicht selten Bläschen auf, ebenfalls fast immer nur einseitig. Andere Körperstellen sind selten betroffen. Gefährlich ist ein ebenfalls seltener Befall des gesamten Nervensystems.
Die Gürtelrose kann Narben hinterlassen, vor allem nach Komplikationen wie zusätzlichen Infektionen der betroffenen Hautstellen durch Bakterien oder bei Einblutungen in die Bläschen mit Gewebszerfall. Auch die Schmerzen dauern nach Abheilen der Bläschen noch teils lange Zeit an, was zu den häufigsten Komplikationen zählt. Eine Therapie, die möglichst früh einsetzt, verringert das Risiko für Komplikationen und schwere Verläufe.
Gürtelrose und Windpocken
Der Erreger, das Varizella-Zoster-Virus (VZV), gehört zur Familie der Herpesviren. Es kann zwei Krankheiten auslösen: Windpocken (Varizellen) und Gürtelrose (Herpes Zoster). Als Ersterkrankung erscheint die «Kinderkrankheit» Windpocken. Die meisten Menschen machen sie in jungen Jahren durch oder werden dagegen geimpft. Sie sind dann vor Windpocken sicher, aber tragen den Erreger weiterhin in sich – laut Untersuchungen mehr als neun von zehn der über 14-Jährigen. Bestimmte Umstände können die «schlummernden» Viren wecken. So kommt es zur Zweiterkrankung, der Gürtelrose. Sie ist weit weniger infektiös als die Windpocken, eine Tröpfcheninfektion findet nicht statt. Menschen können sich nur durch direkten Kontakt zur Bläschenflüssigkeit (Schmierinfektion) anstecken und sowieso nur solche, die nie Windpocken hatten und auch keine Impfung dagegen erhielten. Sie erkranken durch Ansteckung bei Personen mit Gürtelrose aber nicht an dieser Krankheit, sondern an Windpocken. Wenn die Bläschen verkrustet sind, ist die ansteckende Phase vorbei.
Gürtelrose und Schwangerschaft
Gürtelrose während der Schwangerschaft bedeutet keine Gefahr für das Ungeborene – im Gegensatz zur Windpockenerkrankung. Schwangere, die nie Windpocken hatten und ungeimpft sind, sollten enge Kontakte zu Menschen mit Herpes Zoster in der ansteckenden Phase meiden. Umgekehrt sollten Personen mit Gürtelrose sicherheitshalber zu schwangeren Frauen Abstand halten.
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Behandlung
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Meistens genügt Fachleuten der Blick auf betroffene Hautareale, um Herpes Zoster eindeutig zu erkennen. Für die Behandlung spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Ausmass der Erkrankung, Ort der befallenen Körperstellen, Stadium der Hautveränderungen, Begleiterkrankungen, besonders solche, die das Immunsystem betreffen, und das Alter der Patienten. Bei Jüngeren heilt eine Gürtelrose an Rumpf, Armen oder Beinen üblicherweise problemlos aus. Bei älteren Patienten treten öfter schwere und anhaltende Schmerzen auf. Hier findet – zusätzlich zur symptomatischen Therapie der Hautveränderungen und der Schmerzen wie bei Jüngeren – meistens auch eine ursächliche Behandlung gegen die Viren statt. Häufig erfolgt sie ebenfalls, wenn Hautstellen sehr grossflächig betroffen sind oder kritische Stellen wie im Bereich der Augen. Die Behandlung sollte immer in Absprache mit Fachleuten geschehen.
Symptomatische Behandlung: Gegen die Schmerzen nehmen Betroffene Schmerzmittel ein. Wenn übliche Wirkstoffe wie Paracetamol, Ibuprofen und Ähnliche nicht ausreichen, können Opioide (z.B. Codein, Tramadol) weiterhelfen. Bei einem Teil der Patienten versagen allerdings alle Schmerzmittel. Falls auf der Haut noch keine Bläschen erschienen sind, können feuchte Umschläge helfen. Gegen frische Bläschen wirken austrocknende Mixturen oder Lotionen. Lösungen mit der Substanz Clioquinol sollen bakterielle Infektionen verhindern. Haben sich die Bläschen aufgelöst, können geeignete Salben die Krusten aufweichen und lösen.
Antivirale Behandlung: Bei leichten Verläufen genügen in der Regel Tabletten mit Virostatika (am häufigsten mit dem Wirkstoff Aciclovir). Bei schweren Verläufen kommen Virostatika für ein bis zwei Wochen als Infusion zum Einsatz. Die Behandlung erfolgt dann im Spital. Wenn zusätzlich eine bakterielle Infektion besteht, bei schweren Verläufen ein entsprechender Verdacht vorliegt oder Patienten stark infektionsgefährdet sind, erhalten sie häufig noch Antibiotika.
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Verlauf, Komplikationen, Besonderheiten
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Die grosse Mehrheit der Fälle zeigt einen unkomplizierten Verlauf mit Hautrötungen und Bläschen, meist einseitig an Brust und/oder Rücken, weniger oft am Kopf, an einem Arm oder einem Bein. Ausbrüche an beiden Körperhälften (Zoster duplex) sind selten. Grundsätzlich kann Gürtelrose an allen Körperstellen erscheinen. Einige weniger häufige Formen, bei denen ungewöhnliche Regionen betroffen sind, haben besondere Namen und werden von manchen Fachleuten zu den Komplikationen gezählt. Vereinzelt kann Gürtelrose ohne Hautveränderungen ablaufen. Dann treten nur die Missempfindungen und Schmerzen auf. Ebenso sind schwere Verläufe der Hautveränderungen möglich. Sie können von Bakterien infiziert werden, Bläschen können sich mit Blut füllen (hämorrhagischer Zoster), oder das umgebende Gewebe kann zerfallen (nekrotisierender Zoster, Zoster gangraenosus).
Formen, die besondere Körperbereiche betreffen
Ein Befall von Auge, Stirn, Lid oder Bindehaut (Zoster ophthalmicus) kann auch die Hornhaut und den Sehnerv betreffen. Eine teilweise oder vollständige Erblindung sind möglich.
Ein Befall der Ohrmuschel, des Innenohrs und teils der Ohrumgebung (Zoster oticus) kann zu einer Gesichtslähmung führen, die sich meist aber vollständig zurückbildet.
Weitere seltenere Formen sind Gürtelrose im Genitalbereich (Zoster genitalis), an Unterkiefer, Kinn und Zunge (Zoster mandibularis), eine Streuung der Viren ins Blut (Zoster disseminatus) und ein Befall des kompletten Nervensystems (Zoster generalisatus), der lebensbedrohlich werden kann. Die zwei letzten Formen sind mit wenigen Ausnahmen nur bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem zu finden.
Häufige Komplikationen
Schwere Verläufe mit Komplikationen ereignen sich meistens bei älteren Personen und solchen mit eingeschränkter Immunabwehr. Komplikationen, die bei jüngeren Menschen auftreten, können entsprechend auf unerkannte Erkrankungen hinweisen, die das Immunsystem beeinträchtigen (z.B. HIV-Infektion). Zu den häufigen Komplikationen gehören:
- Anhaltende Schmerzen (postherpetische bzw. Post-Zoster-Neuralgie, PHN bzw. PZN): Die Viren, die Gürtelrose verursachen, können Nerven stark schädigen. Nicht selten erholen sich die Nervenzellen nur langsam, sodass die Schmerzen andauern können, selbst wenn die Veränderungen auf der Haut schon abgeheilt sind. Die Beschwerden können den Patienten noch lange plagen, im schlimmsten Fall sogar lebenslang. Spätestens vier bis fünf Wochen nach Abklingen der Hautveränderungen sollten Schmerzspezialisten zurate gezogen werden. Sie leiten üblicherweise eine individuell abgestimmte Schmerztherapie mit speziellen Medikamenten (z.B. Antidepressiva, Antiepileptika, Neuroleptika und Kombinationen) und teils zusätzlichen Behandlungen (z.B. Psychotherapie, Akupunktur) ein. Ein erhöhtes Risiko für eine PZN besteht bei älteren Personen, bei Frauen, bei sehr starken Schmerzen zu Erkrankungsbeginn und bei grossflächigem Befall.
- Narben: Teilweise hinterlassen die Hautveränderungen bei Herpes Zoster hellere oder dunklere Hautflecken. Speziell im Gesicht oder wenn die Stellen sehr ausgedehnt sind, kann das kosmetisch sehr störend sein. Grössere Narben bilden sich durch Gürtelrose besonders oft dann, wenn Bakterien veränderte Hautstellen infiziert oder sich Bläschen mit Blut gefüllt haben und Gewebe in der nahen Umgebung zugrunde geht. Eine frühzeitige, geeignete Therapie verringert das Risiko.
Andere Komplikationen, die fast ausschliesslich Patienten mit geschwächtem Immunsystem betreffen, sind selten, wie etwa Hirnhaut- (Zoster-Meningitis), Hirngewebs- (Zoster-Enzephalitis) und Rückenmarksentzündungen (Zoster-Myelitis).
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Ursachen, Risikofaktoren und Häufigkeit
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Wie erwähnt, ist das Varizella-Zoster-Virus der Verursacher von Windpocken und der Gürtelrose. Üblicherweise folgt die Gürtelrose als Zweiterkrankung Jahre nach einer Windpockenerkrankung oder seltener nach einer Impfung.
Das Varizella-Zoster-Virus gehört zur Familie der Herpesviren. Es heisst auch Humanes Herpes-Virus-3 (HHV-3). Nach durchgestandenen Windpocken «versteckt» sich das Virus an den Wurzeln bestimmter Nerven. Wenn es reaktiviert wird, vermehrt es sich, und die Infektion wandert an dem entsprechenden Nerv entlang. Er ist für ein bestimmtes Hautareal zuständig, im klassischen Fall für einen Streifen, der von der Wirbelsäule einseitig über den Rücken zur Brustmitte verläuft. Das Areal der Hautveränderungen, die dort erscheinen, ähnelt einem Band oder Gürtel. Daher stammt der Name Gürtelrose. Der betroffene Nerv leitet zudem die gestörten Empfindungen wie Kribbeln oder Schmerzen zum Gehirn. Auf andere Nerven greift Herpes Zoster selten über, weil das Immunsystem schnell und stark auf den Ausbruch reagiert und ihn eindämmt. Deshalb ist auch das Risiko einer wiederholten Erkrankung mit etwa 5% gering.
Auslöser und Risikofaktoren der Reaktivierung
Wie genau die bekannten Faktoren inaktive Varizella-Zoster-Viren reaktivieren, ist unklar. Ausschlaggebend scheint zu sein, dass das Immunsystem allgemein oder örtlich geschwächt ist. Folgende Umstände können Gürtelrose begünstigen:
- Bestehende, erworbene und vorübergehende Immunschwäche mit medizinischer Ursache (z.B. HIV-Infektion, Unterdrückung der Immunabwehr mit Medikamenten etwa nach Transplantationen, Tumorleiden, Chemotherapie, Infektionen, chirurgische Eingriffe, bestimmte Rheumamedikamente, angeborene Immunschwäche)
- Stress
- Starke Sonnen-/UV-Strahlung
- Starke körperliche Anstrengung
- Chemische Reize (z.B. Giftstoffe)
- Verletzungen von Nerven
Häufigkeit
An Gürtelrose erkranken pro Jahr etwa 17’000 Menschen in der Schweiz. Zwei Drittel davon sind über 50 Jahre alt. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen 50 und 70 Jahren. Insgesamt gehen Fachleute davon aus, dass etwa jede vierte Person in der Schweiz einmal im Leben Herpes Zoster am eigenen Leib erlebt. Eine von zwanzig erkrankt daran sogar ein zweites Mal, oft an derselben Körperstelle wie zuvor. Bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, liegt das Risiko für die Erkrankung und für Komplikationen höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.
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Vorbeugung
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Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die nie Kontakt zu Varizella-Zoster-Viren hatten, sollten sich von Kindern mit Windpocken fernhalten und sich, wenn möglich, impfen lassen, ebenso ihre engen Kontaktpersonen.
In Studien erkrankten Menschen, die sich gegen Windpocken impfen liessen, seltener an Herpes Zoster als solche, die eine natürliche Windpockeninfektion durchmachten.
Seit wenigen Jahren ist ein spezieller Zoster-Impfstoff auf dem Markt. Er soll speziell bei älteren Menschen den Impfschutz auffrischen und sie vor Gürtelrose bewahren. Der Impfstoff gilt als sicher und wirksam. In Studien nahmen die Ausbrüche um etwa die Hälfte ab. Auch Post-Zoster-Neuralgien traten seltener auf. Dauer und Schmerzen sanken dagegen nicht. Der Impfstoff ist recht teuer, und es ist unklar, wie lange seine Schutzwirkung anhält. Daher hat ihn das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nicht in den Schweizerischen Impfplan aufgenommen. Es betont, dass die Impfung dennoch auf Wunsch erfolgen kann, wobei die Patienten alle Kosten tragen.
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TopPharm hilft!
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Ihr persönlicher Gesundheits-Coach kann Sie zum Zoster-Impfstoff beraten, aber auch zu Medikamenten, die bei Gürtelrose zum Einsatz kommen. Er hilft Ihnen ebenso, die Erkrankung zu erkennen, und wird Sie dann sofort zum Facharzt schicken. Die Behandlung sollte spätestens nach 48 bis 72 Stunden beginnen, um das Risiko für eine Ausbreitung oder Komplikationen zu minimieren.
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Wirkstoffe
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