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Professor und Mitglied der Akademie von San Luca in Rom.
9) Heinrich, Architekt, geb. zu Bremen, bezog nach praktischer Vorbildung die Akademie in München, arbeitete als Eleve im Baubüreau Bürkleins und setzte 1841 seine Studien auf der Bauakademie fort. Noch in demselben Jahr wurde er Zeichner beim Architekten de Châteauneuf in Hamburg und führte dort nachher mehrere Privatbauten aus. 1847 ließ er sich in Bremen als Privatarchitekt nieder. In den spätern Jahren machte er Reisen nach Paris, London und Rom. Seine größern Monumentalbauten sind: die gotische Kirche zu Oberneuland bei Bremen (1860), die neue Börse in Bremen, 1864 vollendet (gleichfalls gotisch), ein geistreiches Werk von basilikenähnlicher Anlage und praktischer Disposition, aber nicht zierlich genug in den Details und den Ornamenten, die dortige gotische Rembertikirche (1871), der zierliche, im Innern elegante Neubau (Renaissancestil) der Gesellschaft «Museum» und der aus einer Konkurrenz hervorgegangene herrliche Renaissancebau der Börse in Königsberg (1875). Dazu kamen später noch in Bremen der Saalbau des Doms u. der Neubau der Freimaurerloge Friedrich Wilhelm zur Eintracht (1880, Renaissance). 1874 wurde er ordentliches Mitglied der Akademie zu Berlin.
10) Karl, Historienmaler, geb. 1818 zu Darmstadt, jüngerer Bruder des Andreas M. (s. 2), erlernte gleich diesem die Anfangsgründe der Kunst von seinem Vater Franz Hubert M. und bezog nach dessen Tod 1835 die Akademie in Düsseldorf unter Karl Sohn und Schadow, wo er sich gleichfalls der religiösen Historienmalerei in streng kirchlicher Richtung widmete, mit der er ein feines Gefühl für Schönheit und weibliche Anmut verbindet, z. B. schon in seinen ersten Bildern: Mariä Heimsuchung (1837), Tobias mit dem Engel (1838) und Caritas (1839). Nachdem er sich bis 1843 in Italien aufgehalten hatte, malte er von den Fresken der Apollinariskirche die bereits in Italien entworfenen Scenen aus dem Leben der Maria und die Anbetung des Lammes (1844). Unter seinen Ölbildern dieser Richtung sind zu nennen: die nachher wiederholte Maria mit dem Jesuskind (Kirche zu Altena in Westfalen), eine überaus fein ausgeführte Verkündigung (1852), dieselbe nachher wiederholt in größerm Maßstab (Gallerie in Düsseldorf), die Madonna mit den Heiligen Heinrich und Hedwig, die Jünger zu Emmaus, das heil. Abendmahl, Vision der heil. Hedwig, Rosenwunder der heil. Elisabeth, die Erscheinung der Madonna von Lourdes sowie mehrere Wandmalereien. Er ist gleichfalls Professor an der Akademie in Düsseldorf.
11) Karl Friedrich, Maler des litterarischen und poetischen Genres, geb. 1813 zu Stuttgart, Sohn des durch seinen Stich der Sixtina bekannten Kupferstechers Friedrich M., besuchte zunächst die dortige Kunstschule, ging von da 1831 auf die Akademie in München unter Cornelius, verdankt aber seine Hauptausbildung seinem Aufenthalt in Paris, wo er 1833-37 Schüler von Ingres war, dem er dann nach Rom folgte. Nachdem er hierauf einige Jahre in Frankfurt a. M. gearbeitet, verweilte er abermals 15 Jahre (1850-65) in Paris und ließ sich zuletzt in Frankfurt nieder.
Nach einer während seines ersten Aufenthalts in Paris unter Ingres gemalten Abschiedsscene von «Romeo und Julie» begründete er seinen eigentlichen Ruf durch das große Bild: il saltarello, das, in die Villa Berg bei Kannstatt gekommen, ein höchst lebendiges, ausdrucksvolles Meisterwerk ist. Später folgte als Pendant dazu eine Scene vom römischen Karneval. Beiden kommen seine nachfolgenden Bilder aus der klassischen Mythe oder aus Goethe und Shakespeare, z. B. das Urteil des Paris, Romeo und Julie, Faust und Helena, nicht gleich. Man hat von ihm auch Porträte und Studienköpfe. Er starb
12) Karl Hubert Maria, Bildhauer, geb. zu Remagen am Rhein, war in Düsseldorf Schüler von August Wittig und bildete sich nachher in München weiter. Unter den bis jetzt von ihm geschaffenen, viel versprechenden Werken nennen wir: die Austreibung der ¶
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ersten Menschen aus dem Paradies (Gallerie in Düsseldorf), Figuren und Reliefs eines Altars in Nonnenwerth, mehrere reizende Genrestatuetten und einige sehr getroffene kolossale Porträtbüsten.
13) Leopold Karl, Genremaler, geb. 1834 zu Dresden von österreichischen Eltern, erhielt seine Ausbildung auf der Akademie in Wien unter Blaas und Chr. Ruben, versuchte sich anfangs in der Historie, vertauschte sie aber bald mit dem Genre, zu dem er sich die Vorwürfe zunächst aus Oberösterreich und Ungarn holte, Bilder, die in Zeichnung und Farbe noch sehr unvollkommen waren. Mißliche Verhältnisse veranlaßten ihn, zum Illustrieren überzugehen, worin er acht Jahre lang besonders für den «Figaro» Ausgezeichnetes leistete.
Dann bereiste er Italien und Ägypten und brachte reizende Interieurs aus dem italienischen und orientalischen Volksleben, dazu auch Landschaftliches. Es sind Bilder von kraftvollem Vortrag und herrlicher Licht- und Farbenwirkung, z. B.: am Brunnen, der Flickschneider, die Lautenschlägerin, eine ruhende Karawane, Strand bei Palermo, Geistliche im Klosterhof, die letzte Tagesmühe (Belvedere in Wien), Hühner auf einer alten Mauer, Scene auf dem Marcusplatz in Venedig und namentlich (Ausstellung in München 1879) Markt in Arabien. Er ist seit 1877 Professor an der Wiener Akademie.
14) Morten, Landschaftsmaler, geb. 1828 bei Drontheim in Norwegen, bildete sich von 1849 an auf der Akademie zu Düsseldorf, bereiste wiederholt die Küstengegenden seines Vaterlands, aus denen er meistens die Motive seiner ansprechenden, gewissenhaft und geschickt ausgeführten Landschaften entnimmt, z. B.: Kiefernwald, norwegische Gletscher, Mündung des Hardangerfjords (Nationalgallerie in Christiania), Winterlandschaft (Museum in Stockholm), nächtlicher Fischfang in Norwegen, norwegischer Wasserfall mit Tannenwald (1879) u. a. Er ist schwedischer Hofmaler, Ritter des Wasaordens und Mitglied der Akademie in Stockholm.
15) Paul, Bildhauer, geb. 1843 zu Mergelstetten (Württemberg), bildete sich auf der Kunstschule in Stuttgart unter Theod. v. Wagner und in Dresden unter Schilling und debütierte 1865 mit einer Statuette, der dann mehrere andre durch Schönheit der Linien und der Formen ausgezeichnete Werke folgten, z. B.: ein schlafender Amor, Orestes von den Furien verfolgt (Fries, Gallerie in Stuttgart), Statue Goethes, die Braut von Korinth und neuerdings die sehr gerühmte kolossale Gruppe: Graf Eberhard von Württemberg im Schoß eines Hirten ruhend.
16) Rudolf, Historienmaler, geb. zu Reichenberg (Böhmen), bildete sich von 1831 an in Prag unter Franz Kadlik (gest. 1840), machte 1834-38 Studien in Wien und ließ sich in Prag nieder, wo er gewöhnlich Kirchenbilder von sehr geschickter Komposition, sorgfältiger Modellierung und tiefem Gefühl malt, z. B.: die Grundsteinlegung der Karolinenthaler Kirche in Prag, Gefangennehmung Christi, Bau der durch Kaiser Karl IV. angeordneten Hungermauer, der ungläubige Thomas, St. Martinus, die erste Kommunion des heil. Wenzel, Rückkehr des heil. Adalbert nach Böhmen (Hauptbild), der heil. Joseph, die heil. Anna mit St. Simon und Judas Thaddäus, der heil. Nepomuk in seiner Hauskapelle betend u. a.