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Die vor vier Jahren aus der Luzerner Regierung abgewählte SP dürfte weiterhin nicht mehr mitregieren können. Die Parteileitung der SP beantragt den Delegierten, ihren Regierungsratskandidaten Jörg Meyer aus dem Rennen zu nehmen. Sie will für den zweiten Wahlgang die grüne Kandidatin Korintha Bärtsch unterstützen. Auch die GLP will auf Bärtsch setzen.
Der Entscheid, dass Meyer sich zurückzieht, war einstimmig gefallen, wie die SP-Parteileitung am Montag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz mitteilte. Meyer sagte, der Entscheid entspreche der politischen Logik und sei Ausdruck der langen und engen Partnerschaft mit den Grünen. Wichtigstes Ziel sei es, den links-grünen Regierungssitz wieder zu erlangen.
Bärtsch hatte am Sonntag 42'946 Stimmen erreicht. Damit blieb sie zwar unter dem absoluten Mehr von 54'369 Stimmen, erreichte aber noch den fünften und letzten Regierungsratsplatz. Meyer holte exakt 400 Stimmen weniger als Bärtsch. Beide platzierten sich aber noch vor dem parteilosen Regierungsrat Marcel Schwerzmann.
SP-Parteipräsident David Roth betonte, dass Meyer ein hervorragendes Resultat erzielt und sich vor einem amtierenden Regierungsrat platziert habe. Die Partei habe am Sonntagabend und am Montag intensive Gespräche geführt. Schliesslich seien für den zweiten Wahlgang vom 19. Mai noch zwei Linien auf dem Wahlzettel frei.
Die Parteileitung kam nach eigenen Angaben aber einstimmig zum Schluss, dass die Linke mit einer Einerkandidatur in den zweiten Wahlgang gehen solle, und dass die SP die grüne Kandidatin unterstützen wolle. Es gehe um die Stärkung der Linken, sagte Roth, obwohl die SP als grösste Oppositionspartei Anspruch auf einen Sitz in der Kantonsregierung habe.
Die SP-Spitze geht davon aus, dass die Delegierten am Dienstagabend ihren rationalen Entscheid unterstützen werden. Roth betonte auch, dass es kein Fehler gewesen sei, Meyer für die Regierungsratswahlen zu nominieren. Es gebe keine Devise in der Partei, dass keine Männer kandidieren dürften, sagte er.
Bärtsch war die einzige Frau gewesen, die im ersten Wahlgang für einen Sitz in der Regierung kandidierte. Der Regierungsrat war seit 2015 nicht nur rein bürgerlich, sondern bestand auch nur aus Männern.
Den gleichen Schritt machen wie die SP wollen die Grünliberalen. Der Wahlausschuss beantrage dem Vorstand, im zweiten Wahlgang Bärtsch zu unterstützen, damit «die ökologischen und progressiven Kräfte» eine Stimme im Regierungsrat erhielten, teilte die Partei am Montagabend mit.
Für den Kandidaten der GLP, Roland Fischer, heisst dies, dass er im zweiten Wahlgang nicht mehr antritt. Der alt Nationalrat und GLP-Präsident hatte am Sonntag 35'365 Stimmen erzielt. Trotz diesem «sehr guten Ergebnis» seien die Wahlchancen im zweiten Wahlgang gering, teilten die Grünliberalen weiter mit.
Die Grünen reagierten positiv auf die Unterstützung der SP und der GLP. Mit dem Einerticket werde der Weg bereitet für einen links-grünen Regierungssitz, teilten sie mit.
Einen bürgerlichen Kurs fahren will indes die FDP. Die Parteileitung empfiehlt den Delegierten, sich am Dienstag für eine Unterstützung von Schwerzmann sowie von SVP-Regierungsrat Paul Winiker auszusprechen.
Winiker hatte am Sonntag das absolute Mehr relativ knapp verpasst und den vierten Platz erreicht. Am Sonntag waren erst drei der fünf Regierungssitze vergeben worden. Gewählt wurden die beiden CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss sowie Fabian Peter (FDP), der den freiwerdenden Sitz seiner Partei verteidigen konnte. (cma/sda)