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Im deutschen Nachrichtenmagazin SPIEGEL steht Guillaume Faury, “Major Tom” Enders’ Nachfolger als CEO von Airbus, Red und Antwort zur Vollbremsung der Aviatik. Die Redaktoren fragen: “Könnten die Regierung Airbus unterstützen, indem sie mehr Rüstungsgüter wie den Eurofighter kaufen?”
- Der 52-jährige Franzose Faury antwortet: “Die Verteidigungssparte spielt eine wichtige Rolle, um airbus zu stabilisieren. Sie könnte als eine Art Schockabsorbierer wirken. Wir sprechen auch darüber mit den Regierungen. Aufträge oder künftige Zahlungen könnten vorgezogen werden.”
- “Die US-Regierung unterstützt unseren Hauptwettbewerber ja in ähnlicher Weise. Beim ihm ist das Rüstungsgeschäft ohnehin viel grösser als bei uns und extrem rentabel.”
Eine mehrfach bemerkenswerte Antwort, auch wenn sie Fragen offen lässt:
- Welche Regierungen spricht der französische Airbus-CEO an? Die eigene gewiss nicht; sie muss den Rafale von Dassault verkaufen. Bleiben die Eurofighter-Staaten Deutschland, Italien, Grossbritannien und Spanien, deren Luftwaffen alle den Eurofighter fliegen. In Berlin will die Verteidigungsministerin AKK, Annegret Kramp-Karrenbauer, den Tornado durch 90 Eurofighter und 45 F/A-18 Super Hornet ersetzen, stösst aber auf erheblichen Widerstand.
- Wen meint Faury mit dem amerikanischen Hauptkonkurrenten? Es kann nur einer der Giganten Lockheed Martin (LM) oder Boeing sein. In Anbetracht des F-35-Verkaufserfolges kann Faury nur LM ansprechen. Aber: Ausgerechnet die Eurofighter-Staaten Grossbritannien und Italien setzen auf den F-35; Italien war (zusammen mit Israel) sogar das erste Land ausserhalb der USA, das den F-35 bekam.
- Und woher weiss der Airbus-CEO, dass das Rüstungsgeschäft von LM extrem rentabel ist?
Wer ist Guillaume Faury?
Der Ingenieur und Pilot Guillaume Faury ist als erfolgreicher Absolvent der École Polytechnique ein klassiches “Produkt” der elitären französischen Bildung.
- Guillaume Faury studierte Ingenieurwissenschaften an der renommierten französischen Elite-Hochschule École Polytechnique und anschliessend Luftfahrttechnik in Toulouse.
- Er hat zudem eine Lizenz als Flugtest-Ingenieur.
- Seine Karriere begann er bei der französischen Rüstungsbehörde DGA, wo er unter anderem für die Flugtests des Kampfhubschraubers Tiger zuständig war.
- Später arbeitete er viele Jahre bei Airbus Helicopters, das früher Eurocopter hiess, mit einem vierjährigen Abstecher zu Peugeot.
- Als er zum Airbus-Ceo gewählt wurde, stand er im Konzern der zivilen Sparte Verkehrsflugzeuge vor. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.