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Apropos
Ann Marie Lipinski über die Medienwelt und die Demokratie
Mai 2019
Welche Rolle spielen die Medien, zumal die traditionellen Medien, für die demokratische Meinungsbildung? Diese Frage stand im Zentrum der 48. Economic Conference der Progress Foundation, die am 3. Mai unter dem Titel "Kriselnde Medien – gefährdete Demokratie" im Metropol in Zürich stattfand. Die amerikanische Journalistin Ann Marie Lipinski, die die Nieman Foundation for Journalism an der Harvard-Universität leitet, betonte, dass die Zukunft der Demokratie an die Zukunft des Journalismus gebunden sei, und zeigte anhand von Zitaten verschiedener Präsidenten der USA, aber auch an Beispielen anderer Staats- und Regierungschefs das schwierige und fragile Verhältnis von Medien, Macht und Politik. Die Präsidenten der USA pflegten gemäss der Schilderung von Lipinski sehr unterschiedliche Beziehungen zu den Journalisten. Selbst John F. Kennedy oder Barack Obama, die sich sehr medienwirksam zu inszenieren wussten, bewahrten Vorsicht und Skepsis, akzeptierten aber die Kontrollfunktion der Medien. Richard Nixon sah die Medien dagegen als Feinde. In der jüngeren Vergangenheit seien viele Medienschaffende durch Donald Trump geradezu herabgesetzt worden. Auch in Europa gebe es Länder wie Ungarn, die ein zunehmend schlechtes Umfeld für freien Journalismus böten. Solche Länder zeigten immer auch Probleme ihrer demokratischen Prozesse und Institutionen. Deshalb seien gute Journalisten und eine gut funktionierende Medienbranche essentiell für das Gedeihen einer Demokratie.
Hier finden Sie die Folien der Präsentation von Ann Marie Lipinski: