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Prof. Dr. Ernst Brun 31. März 1927 -19. November 2022
Wir trauern um
Prof. Dr. Ernst Brun
Emeritierter Professor für Experimentalphysik
geboren am 31. März 1927, verstorben am 19. November 2022 im Alter von 95 Jahren
Ernst Brun war von 1957 bis zu seiner Emeritierung 1994 Professor für Experimentalphysik am Physik-Institut der Universität Zürich. Er studierte an der Universität Zürich Physik und promovierte bei Professor H.H. Staub 1954 mit einer Arbeit über die magnetischen Momente von Ytrium, Kalium und Silber. Nach einem Forschungsaufenthalt in den USA, wurde er 1957 als ausserordentlicher Professor für Experimentalphysik an die Universität Zürich berufen.
Seine vielfältige wissenschaftliche Tätigkeit fokussierte sich auf die Erforschung komplexer nicht-linearer Systeme (Chaos und Ordnung) mittels NMR- und Laser-Methoden, welche zur Entdeckung des NMR Lasers (Raser) in seiner Forschungsgruppe führte.
Neben seinen tiefgehenden Spezialvorlesungen unterrichtete Ernst Brun viele Jahre lang als grosser und engagierter Didaktiker die Studierenden der Medizin in Vorlesungen, die vielen in bleibender Erinnerung blieben. Dabei gelang es ihm, seinem Publikum die Faszination an der Erforschung fundamentaler physikalischer Fragen zu vermitteln, und den angehenden Naturwissenschaftlern die Physik als Grundlagenfach nahe zu bringen.
Ernst Brun amtete von 1970 bis 1972 als Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und leitete von 1972 bis 1992 als Direktor das Physik-Institut der Universität Zürich.
Die Universität Zürich, die Kolleginnen und Kollegen und die ehemaligen Studierenden verlieren in Ernst Brun einen Menschen und Mentor, dem sie viel zu verdanken haben.
Forschung am Physik-Institut
Forschungsaktivitäten am Physik-Institut schliessen sowohl die experimentelle als auch die theoretische Physik ein. Einerseits befassen sich die Experimente mit biologischen Systemen, mit Nanometerstrukturen und Oberflächen, mit den fundamentalen Eigenschaften von Materialien und der Hochtemperatursupraleitung und werden dabei unterstützt durch Modellrechnungen aus der Theorie der kondensierten Materie. Andererseits werden Prozesse in der beschleuniger- und nicht-beschleunigerbasierten Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik untersucht, begleitet von theoretischen Modellrechnungen zu fundamentalen Aspekten der Hochenergiephysik, zu Prozessen im Rahmen der Quantumchromodynamik und der allgemeinen Relativitätstheorie inklusive Gravitationswellen.
Erwin Schrödinger entwickelte seine berühmte Gleichung während seiner Zeit als Professor an unserer Universität. 1933 erhielt er für seine Leistung den Nobelpreis. Die Schrödingergleichung bildet unter anderem das Fundament der Atom- und Molekülphysik.