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Frauen waren im 19. Jahrhundert weitgehend von Universitäten ausgeschlossen. Eine europäische Vorreiterrolle erhielt damals ausgerechnet die Schweiz, was uns heute verwundern könnte, weil hier die Frauenemanzipatorische Entwicklungen wie die politische Gleichberechtigung, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders langsam verlief.
Doch es waren nicht Frauen aus der Schweiz, die hier studierten. Die meisten Studentinnen kamen aus dem Ausland. Vorwiegend aus dem Russischen Reich. Dort konnten die Frauen zwar seit den 1850er Jahren Vorlesungen besuchen. Die Politik führte jedoch zuerst einen Numerus clausus für jüdische Studentinnen ein und 1863 wurde den Frauen den Zugang zur Universität wieder verboten.
«An der Universität Zürich wurden bereits 1840 erste Hörerinnen zugelassen. Nachdem ein Immatrikulationsantrag einer Russin 1864 noch nicht erfolgreich war, wurde 1867 der Promotionsantrag der Russin Nadeschda Suslowa (1843–1918) für Medizin bewilligt und sie zudem rückwirkend immatrikuliert.
1874 folgte Marie Heim-Vögtlin (1845–1908) als erste Studentin aus der Schweiz. Sie promovierte ebenfalls in Medizin. Zu den bekannten Zürcher Studentinnen des 19. Jahrhunderts gehören u. a. die Schweizerinnen Elisabeth Flühmann, Meta von Salis und Emilie Kempin-Spyri, die Russin Wera Figner und die Deutschen Emilie Lehmus, Pauline Rüdin, Franziska Tiburtius, Anita Augspurg, Ricarda Huch und Käthe Schirmacher.»
(Wikipedia)
Wer sich weiter zum Thema informieren will, findet auf den Webseiten der Universitäten viele Fakten, Geschichten und Anekdoten.
Foto: Nadeschda Prokofjewna Suslowa (1843 – 1918) erste promovierte Russin im deutschen Sprachraum und erste Ärztin in Russland.
Buch zum Thema: Rogger Franziska: Der Doktorhut im Besenschrank. Das abenteuerliche Leben der ersten Studentinnen – am Beispiel der Universität Bern.