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Was ist ein Erdbeben ?
Lexikon
Erdbeben
Ein Erdbeben resultiert aus der Freisetzung von Energie, die durch die Verschiebungen und Reibungen der verschiedenen Platten der Erdkruste angehäuft wird (Phänomene, die unter dem Namen Plattentektonik zusammengefasst sind). Die meisten Erdbeben werden vom Menschen nicht wahrgenommen. Das Herz eines Erdbebens wird Hypozentrum genannt. Es liegt irgendwo zwischen der Oberfläche und einem Punkt bis zu 700 Kilometern Tiefe. Vom Epizentrum eines Erdbebens, das den Punkt auf der Erdoberfläche bezeichnet, der senkrecht über dem Hypozentrum liegt, wird häufiger gesprochen.
Magnitude
Die Magnitude beziffert die Energie, die während eines Erdbebens freigesetzt wird. Sie kann durch die instrumentelle Messung von Bodenbewegungen berechnet werden. Die Magnitudenberechnung wurde ursprünglich 1935 von Charles Richter entwickelt, daher spricht man noch heute von der Richterskala. Auf einer Richterskala ist der Anstieg der Energie nicht linear, sondern exponentiell. Wenn also die Stärke um 1 zunimmt, ist die freigesetzte Energie etwa 30 Mal grösser. Die Magnitude eines Erdbebens wird mit einem Seismographen gemessen. Im Wallis fand das letzte grosse Erdbeben 1946 statt. Das Epizentrum lag in der Region Siders, die Magnitude lag bei etwa 6,1 auf der Richterskala.
Intensität
Die Bestimmung der Intensität eines Erdbebens basiert auf einer Klassifizierung der Auswirkungen des Erdbebens auf der Erdoberfläche. Die MSK-Skala wird verwendet, um die Intensität eines Erdbebens zu messen. Mit einem Grad von I bis XII drückt sie das Ausmass eines Erdbebens in Bezug auf die Zerstörung, die Wirkung auf die Morphologie des Bodens und die psychologische Wirkung auf die Bevölkerung aus. Gebäude werden ab einer Intensität von VI beschädigt. Die Intensität an einem bestimmten Ort hängt nicht nur von der Stärke des Erdbebens ab, sondern auch von seiner Tiefe, der Entfernung vom Ort bis zum Epizentrum und der Beschaffenheit des Geländes. Das Erdbeben im Wallis von 1946 hatte eine Intensität von VIII auf der MSK-Skala.
Standorteffekt
Die Standorteffekte stehen in Verbindung mit der Verstärkung von seismischen Wellen in den geologischen Schichten nahe der Erdoberfläche. Die Oberflächenbewegung des Bodens kann je nach örtlichen geologischen Bedingungen um ein Vielfaches verstärkt werden. So verstärkt das Vorhandensein von losen Sedimenten die Erdbebenwellen, zu vergleichen etwa mit einer mit Gelee gefüllten Schüssel, die geschüttelt wird. Genauso verhält es sich mit einem mit Sediment gefüllten Tal, wo die Erdbebenwellen reflektiert werden. Im Wallis ist der Untergrund der Ebene wenig vorteilhaft, weil das vom Wasserlauf abgelagerte lose Schwemmland die Erdbeben verstärken und mit der Zeit verlängern kann. Dadurch kann die Intensität der Bodenbewegungen gegenüber dem felsigen Untergrund der Talseiten um ein Zehnfaches steigen.
Erdbebenrisiko
Die Erdbebengefährdung ist die Wahrscheinlichkeit, dass in einer bestimmten Region während eines bestimmten Zeitraums ein Erdbeben auftritt. Sie sollte nicht mit dem Erdbebenrisiko verwechselt werden, welches die Wahrscheinlichkeit eines Erdbebens anzeigt, das Zerstörung und Opfer verursachen kann. Neben der Region Basel weist das Wallis die höchste Erdbebengefährdung in der Schweiz auf.