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Die Schweizer Gewerkschaften fordern eine sektorübergreifende Lohnerhöhung im Jahr 2022 mit stärkeren Anreizen für Arbeitnehmer in Sektoren, die zur Überwindung der Pandemie beigetragen und die wirtschaftliche Erholung angeführt haben.
Dieser Inhalt wurde am 12. August 2021 – 12:21 Uhr veröffentlicht
Keystone-SDA/DS
Die Gewerkschaftsorganisation Travail Suisse und der Verband der gewerblichen Angestellten forderten am Donnerstag Erhöhungen von bis zu 1,75% in einigen Sektoren und eine allgemeine Erhöhung für Niedriglohnbeschäftigte.
„Eine generelle Anpassung der Lebenshaltungskosten für alle Mitarbeitenden ist notwendig, um die Kaufkraft zu erhalten und den privaten Konsum zu stützen“, sagte Gabriel Fischer von Travail Suisse. Deshalb seien auch Lohnerhöhungen wichtig, um die Krise schneller überwinden zu können, sagte er.
Es wird angenommen, dass die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr auf dem Weg zu einer „starken Erholung“ ist, wobei die BIP-Wachstumsprognosen zuletzt auf 3,6% gestiegen sind.
Arbeitnehmer, die sich an Covid-19 anpassen
Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass ein derart positiver Wirtschaftsausblick ohne Arbeitnehmer, die eine große Anpassungsfähigkeit an alle Einschränkungen im Zusammenhang mit der Gesundheitskrise von Covid-19 gezeigt haben, unmöglich wäre.
Sie wollen eine Gehaltserhöhung von 1,75 % in Banken, Versicherungen, ICT, Pharma und Chemie. Sie forderten kleinere Erhöhungen von bis zu 1 % für den Luftverkehr und die öffentliche Verwaltung. Empfohlene Steigerungen in anderen Sektoren – einschließlich Gesundheit und Bildung – liegen im Mittelfeld.
Im Jahr 2020 machten insbesondere Banken sowie die Versicherungs- und Informations- und Kommunikationstechnologiebranche trotz Krise Gewinne, während die Niedriglohnbranchen unter Umsatzeinbußen und Auftragsverlusten litten. Die Gewerkschaften sagten, diesen Sektoren müsse besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit sich das Lohngefälle nicht weiter vergrößert.
Löhne für Gesundheitspersonal erhöhen
Die Gewerkschaften betonten auch die Notwendigkeit, die Löhne im Gesundheitswesen anzuheben, das angesichts des Fachkräftemangels die Hauptlast der Pandemie trägt, und im Einzelhandel, wo die Löhne seit Jahren chronisch niedrig sind.
„In diesen Branchen sind 3-4% Lohnerhöhungen obligatorisch“, sagte Matthias Rigotz von Syna in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Worst-Case-Szenarien für den Arbeitsmarkt blieben aus. Allerdings ist die Arbeitslosigkeit immer noch rund 35 % höher als vor der Krise. Zudem mussten viele Arbeitnehmer aufgrund von Kurzarbeit auf Einkommen verzichten. Zudem gefährden hohe Inflationsraten ihre Kaufkraft.
Geschlechterüberwachung
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Schwerpunkt der Entlohnung von Frauen. Das revidierte Gleichstellungsgesetz verlangt von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten eine Lohngleichheitsanalyse. Gewerkschaften weisen jedoch darauf hin, dass dies nicht überwacht wird.
Travail Suisse und ihre angeschlossenen Verbände haben eine Plattform geschaffen, um für mehr Transparenz zu sorgen. Sie forderten alle Unternehmen auf, die Plattform zu nutzen, um ihre Einhaltung der Anforderungen des Equal Pay Act nachzuweisen.
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