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Mit der Akademik Lomonosow verfügt Russland bereits über ein schwimmendes Kernkraftwerk. Es ist seit Mai 2020 kommerziell in Betrieb und besitzt zwei Reaktoren des russischen Typs KLT-40S mit einer elektrischen Leistung von je 35 MW. Diese erste Generation wurde weiterentwickelt: Vier schwimmende Kernkraftwerk des Arktis-Typs (Arctic Type Nuclear Floating Power Unit, NFPU), die je eine elektrische Leistung von 106 MW aufweisen, sollen gebaut werden. Jedes Kernkraftwerksschiff des Arktis-Typs verfügt über zwei RITM-200C-Reaktoren, wird 140 m lang und 30 m breit sein sowie 19’088 t wiegen.
RITM-200-Druckwasserreaktoren werden auch bei der neuesten Generation russischer Eisbrecher (Arktika, Sibir, Ural und Jakutija) eingesetzt. Sie werden vollständig von Unternehmen der Atomenergomasch-Gruppe entwickelt und hergestellt, der Maschinenbauabteilung des russischen Staatskonzerns Rosatom. Atomenergomasch will zukünftig schwimmende Kernkraftwerke mit «einer ganzen Reihe von Kapazitäten und Einsatzzwecken – arktische und tropische Versionen» fertigen und vermarkten.
Die Schiffsrümpfe der ersten beiden schwimmenden Kernkraftwerke werden in China hergestellt. «Aufgrund der strengen Fristen für die Umsetzung des Projekts und der hohen Auslastung der inländischen Werften wurde der Auftrag für die Herstellung der ersten beiden Rümpfe an eine ausländische Werft vergeben. Der Projektplan und der Erbauer der Rümpfe für die dritte und vierte NFPU sollen im vierten Quartal 2022 festgelegt werden», äusserte sich Rosatom. Sobald der erste Schiffsrumpf gebaut ist, soll er nach Russland geliefert werden, wo er mit der Kraftwerksanlage ausgestattet und bis Ende 2023 fertiggestellt wird.
Strom für das Baimskoje-Bergbauprojekt
Der Vertrag über die Lieferung von vier schwimmenden Kernkraftwerken hat Atomenergomasch im Jahr 2021 mit GDK Baimskaya, der Lizenzinhaberin des Baimskoje-Bergbauprojekts, unterzeichnet. Das Gebiet der Baimskoje-Kupfermine liegt im Osten Sibiriens, in der Region Tschukotka. Die Mine wird voraussichtlich im Jahr 2027 in Betrieb gehen und mehr als 20 Jahre lang betrieben werden. In den ersten zehn Betriebsjahren sollen schätzungsweise 300’000 Tonnen Kupfer und 490’000 Unzen Gold pro Jahr produziert werden.
Drei schwimmende Kernkraftwerke werden vom neu erstellten Hafen von Kap Nagleinyn aus die Tagebau-Kupfermine und den Verarbeitungskomplex mit Strom versorgen. Das vierte Kernkraftwerk wird laut Rosatom in Reserve gehalten. «Die ersten beiden Kraftwerksblöcke werden bis Anfang 2027 im Seegebiet von Kap Nagleinyn in Betrieb genommen, der dritte bis Anfang 2028 und der vierte bis Anfang 2031», schrieb Rosatom. Eine rund 400 km lange Strasse verbindet die Kupfermine mit dem Hafen, wohin auch das Kupferkonzentrat zur Verschiffung transportiert werden soll.
Quelle
B.G. nach Rosatom, Medienmitteilungen, 23. Juli 2021, 3. September 2021 und 30. August 2022 sowie Website von KAZ Minerals zum Baimskoje-Projekt
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