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Fussball - HS 2013
Die Literarischen Lesungen des Collegium generale im Herbst 2013 gelten einem Thema, das für die Literatur nur auf den ersten Blick ungewöhnlich ist: dem Fußball.
Fußball ist das bedeutendste Phänomen unserer populären Kultur. Zahlreiche Schriftsteller haben ihn in ihren Werken in Szene gesetzt: als psychologische Allegorie der Besessenheit, als politische Parabel von Macht und Befreiung, als kulturkritische Metapher nationaler Identität oder als beispielhaftes Feld künstlerischer Ästhetik. Zu den ‘Klassikern’ der Fußball-Literatur gehören Peter Handkes Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Nick Hornbys Fever Pitch (1992, dt. Ballfieber), F. C. Delius’ Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde (1994) oder Eduardo Galeanos El fútbol a sol y sombra (1995, dt. Fußball bei Licht und Schatten, veröffentlicht unter dem Titel Der Ball ist rund). Und sogar in Shakespeares King Lear ist die Rede von einem “base football player”.
Im Herbstsemester 2013 werden Autoren aus neueren Texten lesen und den Fußball in unterschiedlichen Formen beleuchten: in Erzählungen, Gedichten oder Prosa-Collagen. Unsere Gäste kommen aus drei Ländern, die alle noch gewisse Aussichten haben, sich für die Endrunde der Weltmeisterschaft im Sommer 2014 in Brasilien zu qualifizieren: aus Österreich, aus Deutschland und aus der Schweiz.
Franzobel ist Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises, Anhänger von Rapid Wien und Autor mehrerer Fußball-Bücher: Mundial. Gebete an den Fußballgott (2002), Der Schwalbenkönig oder Die kleine Kunst der Fußball-Exerzitien (2006) und Franzobels großer Fußballtest (2008).
Albert Ostermaier ist Dramatiker und Lyriker, Kurator der DFB-Kulturstiftung und Torwart der deutschen Autorennationalmannschaft. Er verfaßte Oden an Oliver Kahn, an Manuel Neuer und an Nadine Angerer. Seine gesammelten Fußballtexte erschienen im Suhrkamp Verlag unter dem Titel Der Torwart ist immer dort, wo es weh tut (2006.)
Pedro Lenz hat mehrere Geschichten geschrieben, in denen der Fußball eine Rolle spielt – eine mal mehr und mal weniger offensichtliche. Am bekanntesten ist der Roman Der Goalie bin ig (2010, ins Hochdeutsche übersetzt von Raphael Urweider unter dem Titel Der Keeper bin ich). Der Anhänger der Young Boys wird in Bern ein Heimspiel geben.