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Die 1954 geborene Yvonne Gendre wuchs in Cugy, im Freiburger Broyebezirk auf. Nach Erlangen der eidgenössischen Maturität am Kollegium Heilig Kreuz in Freiburg im Jahr 1973 studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg. Nach der Geburt ihres ersten Kindes unterbrach sie das Studium, um es später wieder aufzunehmen und 1983 mit dem Lizentiat abzuschliessen. Anschliessend arbeitete sie als Juristin im Beschwerdedienst des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements.
Im Jahr 1988 trat sie als Grundbuchverwalterin des Greyerzbezirks in den Dienst des Staates Freiburg. In dieser Funktion wurde sie 1996 Mitglied der Kantonalen Behörde für Grundstückverkehr und im Jahr 2000 Mitglied der Eidgenössischen beratenden Kommission für Grundbuchfragen. Ab 1999 stand sie ausserdem der kantonalen Vereinigung der Grundbuchverwalterinnen und Grundbuchverwalter vor.
Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagierte sich Gendre auch auf verschiedene Weise für die Gemeinschaft. So zunächst auf politischer Ebene: Von 1986 bis 1995 war sie Gemeinderätin und Vizepräsidentin der Gemeinde Avry-devant-Pont (heute Teil der fusionierten Gemeinde Pont-en-Ogoz), bevor sie 2000 in den Freiburger Verfassungsrat gewählt wurde. Tätig war sie auch auf sozialer Ebene und im Vereinswesen: Von 1996 bis 2000 sass sie im Stiftungsrat der Stiftung Bellevue in Marsens und 2001 wurde sie die erste Präsidentin des neuen Vereins FrauenRaum. Auf berufsübergreifender Ebene engagierte sie sich unter anderem ab 1996 in der Schlichtungskommission für die Gleichstellung der Geschlechter im Erwerbsleben.
Im Jahr 2003 wurde Yvonne Gendre zur Staatsanwältin gewählt. Angesichts ihres Engagements und ihres Interesses war es ganz natürlich, dass sie dort vornehmlich in den Bereichen strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Gewalt gegen Kinder tätig war. In diesen schwierigen Bereichen bewies sie ausserordentliche Tatkraft.
Während ihrer gesamten Karriere war sie stets darauf bedacht, ihre Ausbildung und Kompetenzen zu erweitern. So eignete sie sich namentlich die Errungenschaften der kanadischen Anhörungstechnik an. Nach der Einführung der Strafprozessordnung 2011 erlangte sie in der Westschweiz rasch den Ruf einer Expertin, worauf sie zahlreichen Arbeitsgruppen beitrat und in der ganzen Romandie zahlreiche Weiterbildungen gab. Sie engagierte sich ausserdem stark im Kampf gegen Gewalt in Paarbeziehungen, namentlich indem sie an verschiedenen Fach-Panels teilnahm sowie als Mitglied der kantonalen Kommission gegen Gewalt in Paarbeziehungen und ihre Auswirkungen auf die Familie. Sie war ferner aktiv im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel und hat bei der Schaffung des diesbezüglichen Mechanismus in unserem Kanton mitgewirkt.