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- Die Waldbrände im Westen der USA wüten weiter und gefährden das Leben von Millionen Menschen.
- Laut Medienberichten haben riesige Rauchwolken die Löscharbeiten erschwert und bedrohen die Gesundheit von Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern in der Region.
- Präsident Donald Trump plant für heute einen Besuch im Krisengebiet.
- Wegen angekündigten günstigen Winden und tieferen Temperaturen hoffen die Behörden auf eine leichte Entspannung der Situation.
Die Umweltbehörden in Oregon stufen die Luftqualität im Bundesstaat als «gesundheitsgefährdend» oder «sehr ungesund» ein. Für die US-Metropolen Portland und Seattle sowie Vancouver in Kanada wurde die Luftverschmutzung ebenfalls als gravierend eingestuft.
«Es ist, als hätte ich 100 Zigaretten geraucht»
«Es ist wie in einem Film – man erwartet nicht, dass es einem passiert. Aber dann ist es einfach beängstigend», sagte Carrie Clarke, die aus der Stadt Molalla in der Nähe von Portland evakuiert wurde, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Anwohner, die von der AFP angetroffen wurden, bereiteten sich darauf vor, die Stadt vorübergehend zu verlassen. So wie der 37-jährige Jessie, der mit seiner Frau unterwegs in den Nachbarstaat Idaho war. «Es ist, als hätte ich 100 Zigaretten geraucht», beschrieb er die Luftqualität vor seinem mit Taschen beladenen Auto.
Auch in Kalifornien loderten die Feuer weiter. Die aktuelle und vermutlich noch über Wochen anhaltende Waldbrandsaison dort gilt bereits jetzt als die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen.
Trump besucht Einsatzgebiet der Feuerwehr
In der Nähe von Sacramento im Zentrum des Bundesstaates Kalifornien will US-Präsident Donald Trump am Montag erstmals in dieser Brandsaison persönlich an einer Einsatzbesprechung teilnehmen.
Allein in den drei Staaten Kalifornien, Oregon und Washington stieg bis zum Wochenende die Zahl der Toten durch die seit Wochen wütenden Feuer auf mindestens 33, wie die Fernsehsender NBC und CNN berichteten. Laut «New York Times» ist in den vergangenen Wochen insgesamt eine Fläche von rund 20'200 Quadratkilometern Waldgebiet abgebrannt. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche der Schweiz.
Für Kalifornien gab es Berichte über 22 Tote seit Ausbruch der ersten Feuer Mitte August, zehn Opfer wurden zudem aus Oregon gemeldet. Im nördlichen Nachbarstaat Washington war bisher ein Opfer bestätigt. In den drei Staaten entlang der Küste sind zudem Dutzende Menschen als vermisst gemeldet, lokale Behörden befürchten weitere Tote.
Zehntausende auf der Flucht vor den Flammen
Zehntausende Menschen mussten auf der Flucht vor den Flammen bereits ihre Wohnungen verlassen, Hunderttausende sind allein in Oregon angewiesen, sich zumindest auf eine Evakuierung vorzubereiten. Laut der Zeitung «The Oregonian» wurden die Evakuierungswarnstufen jedoch in einigen Gebieten gelockert.
Wegen der durch den Rauch stark beeinträchtigten Sichtverhältnisse seien die Menschen trotzdem angewiesen, auf Autofahrten zu verzichten. In Oregon und in Kalifornien hofften die Behörden zudem auf Entspannung durch günstige Winde, möglichen Regen und niedrigere Temperaturen.
Wurden die Feuer gelegt?
An einigen Orten nahm die Polizei Medienberichten zufolge mutmassliche Brandstifter fest. Bekannt ist der Fall eines Obdachlosen in Kalifornien. Er soll Mitte August während eines Streits einen Brand ausgelöst haben. Er wurde in der Zwischenzeit angeklagt.
Die Behörden in Oregon sagten, dass die Angst vor Plünderungen bisher unbegründet sei, nur vereinzelt habe es versuchte Diebstähle gegeben.
«Das ist ein Weckruf, dass wir alles tun müssen, was wir können, um den Klimawandel zu bekämpfen», sagte Oregons Gouverneurin Kate Brown am Sonntag beim TV-Sender CBS. Es gilt unter Wissenschaftlern als sicher, dass die Klimakrise Wetterextreme verschärft, die zu heftigeren Waldbränden beitragen. In Oregon sind rund 4000 Quadratkilometer Waldfläche abgebrannt – schon jetzt doppelt so viel wie in einem durchschnittlichen Jahr.