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Es ist fast 10h als wir uns auf den Weg machen für die Wahnsinns-Strecke von 6,5 km bis nach Merzouga. Wir wollen näher zu den Dünen von Erg Chebbi und haben uns für den Camping „Les Pyramides“ entschlossen. Der Chef spricht gut Deutsch und spendiert uns sofort einen Willkommens-Tee. Aber sonst ist er nicht gerade sehr gesprächig. Wir müssen ihm jedes Wort aus der Nase ziehen. Gegen 11h laufen wir ca. ½ Stunde ins Dorf Merzouga und schauen uns dort die Geschäfte an.
Merzouga liegt zu Füssen der Sanddünen des Erg Chebbi in einer Höhe von ungefähr 700 Metern ü. d. M.Der weitläufige Ort ist komplett in Lehmbauweise (Stampflehm) errichtet, wobei die meisten Bauten (Hotels, Restaurants, Geschäfte etc.) jüngeren Datums sind und erst in den Jahren nach 1980 erbaut wurden.
Die Einwohner von Merzouga und anderer nahegelegener Dörfer lebten jahrhundertelang vom Anbau von Getreide (Gerste) und Gemüse (Ackerbohnen etc.) auf ihren Oasenfeldern (Oasenwirtschaft). Die Felder wurden durch traditionelle unterirdische Bewässerungskanäle mit dem notwendigen Wasser versorgt, welches sich über Jahrhunderte in grossen Depots unterhalb der Dünen gesammelt hat. Auch Viehwirtschaft war in geringem Umfang möglich, wobei die Tiere auch mit den Pflanzenabfällen gefüttert wurden.
Traditionelles Dorfleben sucht man in Merzouga vergeblich; dagegen ist die touristische Infrastruktur gut ausgebaut: Einige grössere Hotels haben sogar einen Pool. Die Hotels vermitteln – in Zusammenarbeit mit örtlichen Agenturen – ein- oder mehrtägige Wüstentrips mit Kamelen oder Jeeps.
Westlich von Merzouga bildet sich nach starken Regenfällen im Winter ein See, binnen weniger Tage finden sich dann auch Flamingos ein.
Nach einem heftigen nächtlichen Unwetter in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai 2006 richteten Überschwemmungen schwere Schäden an Gebäuden, Autos sowie am traditionellen Bewässerungssystem an. Die Flut machte viele Menschen obdachlos, drei fanden den Tod. Auch Tiere starben in ihren eingestürzten Stallungen.
Wir kehren in ein Restaurant ein und bestellen für beide Tee und für mich einen Thonsalat. Paul will nichts essen. Es dauert über 35 Minuten bis wir beides haben. Mein Thonsalat entpuppt sich als Reissalat mit Spuren von Thon. Aber er ist sehr gut!
Auf dem Rückweg kaufen wir noch12 Eier, ein Ei kostet 1 Dirham (10 Cent), 4 Gurken und Karkade-Tee. Wir sehen plötzlich Wasser mitten in der Dürre und als wir uns nähern ist es tatsächlich keine Fata Morgana, sondern wirkliches Wasser. Paul nähert sich ein bisschen zu sehr und sinkt bis zur Wade im Schlick ein. Dabei verliert er einen Crocs und muss den Schuh mühsam wieder aus dem Schlamm ziehen. Und: ehrlich, ich habe fast nicht gelacht, oder nur ganz leise! Von nun an läuft er barfuss durch den Sand und muss sich im Camping gründlich waschen.
Erg Chebbi ist einer der beiden Ergs in Marokko – grosse, durch Wind geformte Dünenlandschaften.
Die Dünen erreichen eine Höhe von 150 Meter. An einigen Stellen wachsen nach Regenfällen Dünengräser. Das gesamte Erg hat eine Ausdehnung von 22 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und bis zu fünf Kilometer in Ost-West-Richtung.
Nach der späten Siesta kraxeln wir auf die Dünen hinauf. Zwei Schritte vor und einen zurück. Die Dünen sind wunderschön! Aber trotzdem haben wir nicht den Ehrgeiz bis ganz zuoberst zu klettern. Dazu sind wir einfach zu faul und ausserdem machen das unsere Knie nicht mit.