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„Gesunder Geist in einem gesunden Körper“ – wer kennt dieses Fragment eines römischen Poeten Juvenal nicht? Doch stimmt es, dass körperliche Fitness einen schlauer machen kann? Welche Studien gibt es dazu?
Klassische Studien
Eine klassische Studie aus dem Jahr 1975 fand heraus, dass ältere Menschen, die Tennis oder Racquetball spielten bei einer Vielzahl einfacher kognitiver Tests signifikant besser abschnitten als Gleichaltrige, die sich nicht sportlich betätigten.
Eine weitere, 1999 in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie untersuchte über einen Zeitraum von 6 Monaten 124 zuvor untrainierte Menschen im Alter zwischen 60 und 75. Ein Teil der Probanden gingen 3 Mal die Woche für maximal eine Stunde spazieren, der andere Teil machte anaerobische Übungen wie Anspannen und Dehnen der Muskeln.
Das Ergebnis der Studie: Die Spaziergänger schnitten in Tests, bei denen man zwischen Aufgaben hin- und herschalten musste (also die Fähigkeit zu multitasken), deutlich besser als die Probanden der anderen Gruppe. Gerade die Multitasking-Fähigkeit verschlechtert sich mit dem Alter dramatisch.
Aktuelle Studien
In 2010 wurde eine fMRI-Studie veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kam, dass 9-und 10jährige Kinder mit besserer aerober Ausdauer über ein besseres Gedächtnis und einen größeren Hippocampus verfügen. Der Hippocampus ist eine in ihrer Form einem Seepferdchen gleichende Struktur tief im Gehirn, die vor allem an der Bildung von Kurzzeit- und Langzeiterinnerung beteiligt ist.
Interessant ist auch die folgende Studie: Forscher der Furman Universität in Greenville, South Carolina ließen per Zufall ausgewählte afroamerikanische Schüler im zweiten bis achten Schuljahr während des Schuljahrs 2009-10 täglich 45 Minuten am Sportunterricht teilnehmen und verglichen diese mit Schülern, die nicht an diesem Programm teilnahmen. Das Ergebnis: Im Mai 2010 zeigten Schüler, die am Sportprogramm teilnahmen, deutlich signifikantere Verbesserungen in 8 von 26 kognitiven Tests als die Kontrollgruppe.
In den letzten 10 Jahren wurden mindestens 4 Meta-Analysen erstellt, die die zu dieser Thematik veröffentlichten Studien untersuchten. Sie alle kamen zur Schlussfolgerung, dass Fitness-Training einen signifikanten Effekt auf kognitiven Leistungen hat.
Dies ist beeindrucken, wenn man bedenkt, dass man bei körperlicher Bewegung keinen spezifischen Aspekt der Kognition trainiert. Man lernt nichts, man geht nur spazieren, schwimmt oder fährt Fahrrad. Und das nur drei Mal die Woche. Und trotzdem wird man in diversen Bereichen wie Gedächtnis, Wahrnehmung und dem Treffen von Entscheidungen besser.
Mit anderen Worten: Regelmäßige körperliche Betätigung hat mit Sicherheit einen positiven Effekt nicht nur auf die physische, sondern auch die mentale Gesundheit. Dabei braucht man sich dabei keinesfalls körperlich zu verausgaben wie z.B. beim HIIT – auch moderate Aktivitäten wie Spazierengehen sind ausreichend.
P.S. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Befund, dass sich eine schlechte Mundhygiene bzw. Parodontose negativ auf kognitive Leistungen auswirkt. Daher sollen Betroffene unbedingt einen Spezialisten für Parodontologie – ob in Wien, Zürich oder Basel – aufsuchen.