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KIRCHE DES KOLLEGIUMS ST. MICHAEL
DIE KIRCHE DES KOLLEGIUMS ST. MICHAEL IST EIN MEISTERWERK DES ROKOKO-STILS. HIER KÖNNEN FRESKEN, ALTÄRE UND BEMERKENSWERTE GEMÄLDE BEWUNDERT WERDEN.
Mehrere Fresken erzählen von der Begegnung von Gut und Böse. Der Erzengel Michael ist zu sehen, wie er Luzifer zu Boden wirft (von Gottfried Locher, im Hochaltar), ebenso wie der Kampf zwischen den guten und den bösen Engeln und Adam und Eva, die aus dem Paradies vertrieben werden. Für die Altäre der Seitenkapellen wurden etwa zehn verschiedene Schweizer Marmorarten verwendet. Auf der Empore steht eine ganz besondere Orgel. Sie entstand 1954 bei der Zusammenlegung von zwei historischen Instrumenten, die erste war 1764 eingebaut worden, die zweite folgte 1826, sie stammte aus dem Kloster Hauterive. Zurzeit wird die Kirche St. Michael vor allem für Konzerte genutzt.
Um jungen Freiburgern ein Studium in der Stadt zu ermöglichen, wandte sich der Rat an die Jesuiten (einen religiösen Orden, der in der Bildung aktiv war). 1580 kam Pierre Canisius nach Freiburg. Zuvor war er bereits intensiv als Theologe, Berater, Prediger und Schriftsteller tätig gewesen. Der Grundstein des Kollegiums St. Michael wurde 1585 gelegt und die Akademie gewann rasch an Bedeutung. Pierre Canisius hatte eine grosse Ausstrahlung. Nach seinem Tod wurde er kanonisiert (als Heiliger anerkannt), seine sterblichen Überreste ruhen unter dem Altar der Kirche. Im Laufe der Zeit wurde das Kollegium um mehrere Gebäude erweitert, die ursprünglichen Pläne wurden jedoch beibehalten. Der grosse Kirchenvorplatz und der Garten des Innenhofes sind frei zugänglich. Dort steht eine Madonna mit Kind, die von Engelchen begleitet wird und die Handschrift von J.-F. Reyff trägt.
Das Valete ist ein Fest, das einer jesuitischen Tradition entstammt und seit 1883 das Schuljahr im Kollegium St. Michael beschliesst. Bereits im XIX. Jahrhundert beklagte man sich über den Lärm, der «den Schlaf der Bürger störte».