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In sternförmigen Kapseln befinden sich die kleinen Sternanisfrüchte. Sie wachsen auf stattlichen, immergrünen Bäumen, die bis zu zehn Meter hoch werden. Der Baum gehört zur Familie der Sternanisgewächse.
Seine Rinde ist weiss, wie diejenige der Birke, die Blätter glänzend grün und die Blüten gelblich. Aus ihnen entwickeln sich drei Mal jährlich die kleinen Sternfrüchte mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimetern. So liefert die wertvolle Gewürz- und Arzneipflanze reiche Erträge. In den Anbaugebieten in China, Indien, Vietnam, Japan und auf den Philippinen nimmt der Sternanis eine wichtige Stellung ein bei Magen- und Darmbeschwerden sowie bei Blähungen und Durchfallerkrankungen; die Früchte werden zudem als entzündungshemmendes und schleimlösendes Heilmittel bei Beschwerden der oberen Luftwege eingesetzt. Hierzulande kennen wir den Sternanis eher als Gewürz- oder Dekorationspflanze denn als Heilmittel – zum Beispiel als Bestandteil des Lebkuchengewürzes, in Gewürztees und im Glühwein.
Der Name führt in die Irre, denn der Sternanis ist botanisch betrachtet in keiner Weise mit unserem Anis verwandt. Anis (Pipinella anisum) ist wie der Fenchel oder der Dill ein einjähriges Doldengewächs. Ähnlich wie die Anisfrüchte schmeckt auch der Sternanis süsslich, würzig und leicht scharf. Was die beiden ebenfalls gemein haben, ist der hohe Anteil an ätherischem Öl, das sich in Duft und Zusammensetzung sehr ähnlich ist. Aus diesem Grund werden beide ätherischen Öle als «Anisöl» bezeichnet. Das ätherische Anisoder genauer Sternanisöl wirkt auswurffördernd, antibakteriell, krampflösend und blähungswidrig. Es regt die Bronchien und die Tätigkeit der feinen Flimmerhaare an, sodass lästiger Bronchialschleim verflüssigt und besser abgehustet werden kann.
Das Fünf-Gewürze-Pulver ist wohl die bekannteste chinesische Gewürzmischung. Sie besteht aus Fenchel, Cassiazimt, Nelken, Szechuanpfeffer und Sternanis. Viele Fleischgerichte – von der chinesischen Pekingente bis zum marokkanischen Tajin – werden mit diesem Gewürz oder zumindest mit Sternanis gewürzt; und aus vielen Gewürztee- oder Glühweinrezepturen ist der Sternanis nicht wegzudenken. Eigentlich wäre Sternanis – wie auch der Anis – ein ideales Gewürz als Beigabe zu Brot oder Kuchen, denn er macht die eher schwer verdaubaren Gebäcke bekömmlicher. Und das natürlich nicht nur zu Weihnachten, wenn die Chräbeli und Änisguetsli Hochsaison haben, sondern das ganze Jahr hindurch. Die traditionelle Gewürzmischung für Lebkuchen enthält ausser dem Sternanis acht weitere Gewürze. Die 9 symbolisiert in der Zahlenmystik die Verbindung und Lobpreisung des Göttlichen. Die neun traditionellen Gewürze sind Piment, Zimt, Ingwer, Sternanis, Koriander, Kardamom, Muskatblüte (Macis) oder Muskatnuss, Gewürznelken und Fenchel. Natürlich kann man Lebkuchengewürz auch fertig kaufen; mit der eigenen Mischung kann man jedoch seine ganz persönliche Note in den frischen Lebkuchen einfliessen lassen. Meine zum Beispiel ist bedeutend würziger, schärfer und geschmackvoller als die gekauften.
Gut zu wissen
Lebkuchengewürz selber machen
Geben Sie zuerst je einen gestrichenen Esslöffel Zimt, Ingwer, Sternanis, Koriander, Kardamom, Muskatblüte (Macis) und Fenchel sowie je einen Teelöffel Piment und Nelken in eine Kaffeemühle, den Mörser oder Blender. Mahlen Sie die Gewürze zu einer feinen Pulvermischung. Falls Sie von gewissen Gewürzen nur Pulver zu Hause haben, geben sie diese Gewürze erst am Schluss dazu und verrühren sie das Ganze zu einer homogenen Mischung. Diese ist, in ein Glas abgefüllt und dunkel gelagert, gut ein Jahr haltbar.
Würziger CHAI-TEE
10 Kardamomkapseln
4 Nelken
2 Zimtstangen (zerbrechen)
6 Sternanise
1 TL Pfefferkörner
1 Stück Ingwer, in Scheiben geschnitten
2 EL Rohrzucker
1 EL Schwarzer Tee (kann auch weggelassen werden)
500 ml Wasser
500 ml Milch
1. Die Gewürze im Mörser grob zerstossen, in der Pfanne kurz erhitzen und mit Wasser ablöschen. Ingwer und Zucker hinzugeben und alles 5 Minuten kochen, sodass es sprudelt.
2. Milch und Schwarztee dazu geben. Nochmals kurz aufkochen und das Ganze 15 Minuten auf kleiner Hitze zugedeckt ziehen lassen.
3. Den Chai-Tee durch ein Sieb giessen; nach Belieben nachsüssen und geniessen.
Bisher erschienen
Hopfen, Mistel, Hamamelis, Schlüsselblume, Lavendel, Kurkuma, Huflattich, Löwenzahn, Maiglöckchen, Ringelblume, Lindenblüte, Mönchspfeffer, Arve und viele mehr.
Siehe www.natuerlich-online.ch
Es weihnachtet sehr | Der Sternanis gehört zu den schönsten Gewürzen überhaupt. Er findet im Dezember regen Absatz bei der Zubereitung von Glühwein und Lebkuchen oder zum Verzieren und Basteln von Weihnachtsgeschenken.