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Nach den verheerenden Erbeben Anfang Februar beläuft sich die Zahl der Todesopfer nach offiziellen Angaben auf mehr als 50 000 Menschen und zehntausende Verletzte – unter ihnen unzählige Kinder. Zahlreiche Gebäude und wichtige Infrastruktur wurde massiv zerstört.
Die Auswirkungen der Erdbeben auf die Kinder und Familien in den Erdbebenregionen waren katastrophal und haben hunderttausende Menschen in eine verzweifelte Lage gebracht. Viele Familien haben ihre Häuser verloren und leben nun in Notunterkünften.
Allein in der Türkei sind über 1,9 Millionen Menschen in Notunterkünften untergebracht. In den betroffenen Gebieten besteht nur eingeschränkter Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Wasser, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung. Rund 2,5 Millionen türkische Kinder benötigen dringend humanitäre Hilfe.
«Die Familien, die durch die Erdbeben aus ihren Häusern vertrieben wurden, haben die letzten vier Wochen damit verbracht, sich auf ihr Überleben zu konzentrieren», betont Afshan Khan, UNICEF-Regionaldirektor für Europa und Zentralasien. «Wir müssen jetzt alles tun, was wir können, um den Familien beim Wiederaufbau ihres Lebens zu helfen. Dafür müssen wir den Kindern psychosoziale Unterstützung anbieten, sie so schnell wie möglich an Bildungsprogrammen teilhaben lassen und ihnen inmitten des Chaos Stabilität und Normalität bieten.»
Man geht davon aus, dass in Syrien mehr als 500 000 Menschen durch die Erdbeben aus ihrem Zuhause vertrieben wurden. Die Häuser vieler Familien wurden zerstört und unzählige Kinder haben Angst, in die beschädigten Häuser zurückzukehren, da die Nachbeben weiterhin anhalten. Schon vor den Erdbeben war Syrien mit 6,8 Millionen Flüchtigen - darunter fast drei Millionen Kinder - das Land mit der höchsten Zahl an Binnenvertriebenen weltweit. In ganz Syrien sind mehr als 3,7 Millionen Kinder von den katastrophalen Auswirkungen der Erdbeben betroffen.
«Schon vor diesen verheerenden Erdbeben war der Bedarf an humanitärer Hilfe für die Kinder in Syrien so groß wie nie zuvor», sagt Adele Khodr, UNICEF-Regionaldirektorin für den Nahen Osten und Nordafrika und fügt hinzu: «Vor dem Hintergrund des zwölf Jahre andauernden Konflikts leben Millionen von Familien am Rande einer Katastrophe. Sie haben das Gefühl, dass die Welt sie vergessen hat. Wir müssen diese Familien langfristig unterstützen und ihnen helfen, ihr Leben wieder aufbauen zu können.»
Der Bedarf an Unterstützung ist riesig
Eine umfassende, integrierte Reaktion zur Unterstützung von Kindern und Familien ist entscheidend, um zu verhindern, dass diese Bedrohungen die ohnehin schon katastrophale Situation noch weiter verschärfen. Die UNICEF-Teams sind bei den betroffenen Kindern und Familien vor Ort. Der Bedarf ist riesig und weitere Unterstützung ist unerlässlich.
UNICEF ist in Syrien im Einsatz und leistet umfangreiche Hilfe vor Ort:
- fast eine halbe Million Menschen konnte bereits mit lebensrettenden Wasser-, Sanitär- und Hygienediensten (WASH) und Hilfsgütern versorgt werden
- Hygiene-Kits für Familien und anderen lebensrettenden Hilfsgütern werden verteilt
- über 294 000 Menschen wurden durch von UNICEF unterstützte Gesundheitszentren und mobile Gesundheitsteams mit lebenswichtigen Gütern und medizinischer Beratung versorgt
- mehr als 130 000 Kinder unter fünf Jahren wurden mit Ernährungsdiensten unterstützt.
- über 100 000 Kinder und Betreuungspersonen konnten mit psychologischer Unterstützung erreicht werden: Darunter psychologische Erste Hilfe, Freizeitaktivitäten, psychosoziale Unterstützung und Elternseminare
- Bildungsmaterial und Freizeitpakete werden an Schulen und Notunterkünfte verteilt, damit die Kinder die Möglichkeit haben, weiter zu lernen.
«Die Kinder haben gesehen, wie ihre ganze Welt vor ihren Augen zusammengebrochen ist, aber wir wissen, wie wir ihnen helfen können», sagte Khan. «Die Grundbedürfnisse der Kinder zu befriedigen, durch psychosoziale Unterstützung, und dem Angebot von Spiel- und Lernmöglichkeiten ist unermesslich wichtig, um ihr langfristiges Wohlergehen zu sichern.»
UNICEF Hilfe in den Erdbebengebieten in der Türkei
- In der Türkei hat UNICEF Winterkleidung, elektrische Heizgeräte und Decken an fast 277 000 Menschen verteilt, darunter über 163 000 Kinder.
- In enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium beschafft UNICEF lebensrettende Impfstoffe und Ausrüstung für die Kühlkette.
- 258 000 Menschen, darunter 148 000 Kinder, erhielten Hygieneartikel. UNICEF hat in der Nähe von Notunterkünften kinderfreundliche Orte eingerichtet und bisher über 5000 Kindern psychosoziale Erste Hilfe und Freizeitaktivitäten angeboten.
- UNICEF hat das türkische Bildungsministerium dabei unterstützt, 87 Zelte aufzustellen, die als temporäre Lernzentren genutzt werden. Der Nachholunterricht findet in zwei Schichten statt und kommt bisher täglich rund 3600 Kindern zugute
- UNICEF hat bisher über 193 000 Menschen mit psychosozialer Unterstützung durch geschulte Sozialarbeiter erreicht. UNICEF identifiziert weiterhin unbegleitete und von ihren Eltern getrennte Kinder und leitet sie zur weiteren Unterstützung weiter.
In der Türkei bittet UNICEF um 196 Millionen US-Dollar, um 3 Millionen Menschen, darunter 1,5 Millionen Kinder, zu erreichen.
In Syrien benötigt UNICEF 172,7 Millionen US-Dollar, um 5,4 Millionen Menschen (darunter 2,6 Millionen Kinder), die von dem Erdbeben betroffen sind, lebensrettende Soforthilfe zu leisten.
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