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Hanf (English „hemp“) ist als Pflanze faszinierend. Mit vielen guten und erstaunlichen Eigenschaften ist sie extrem vielseitig einsetzbar. Außerdem ist sie eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt. Schon vor gut 12.000 Jahren wurden Hanfsamen in China als Nahrungsmittel geschätzt. Dank ihrer Wasserresistenz und Elastizität wurden ihre Fasern spätestens 5000 v. Chr. in Bogensehnen verwandelt. Die Wirkung der Pflanze, die durch das CBD entsteht, machten sich die Menschen ebenfalls schon früh zu Nutze. Später wurde ihre Qualität in der Textilherstellung erkannt. Archäologischen Funden zufolge wurde schon mindestens 500 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung Cannabis mit einem hohen Level an THC zum Rauchen verwendet. Kelten und germanische Stämme gaben ihren Toten Hanfsamen mit auf den Weg in die Ewigkeit. Um 500 nach Christi hatte sich die Zucht von Marihuana schon in ganz Eurasien verbreitet. Die Pflanze wurde mitunter so wertvoll, dass ihre Samen unter Karl dem Großen als Zahlungsmittel anerkannt waren. Hildegard von Bingen schrieb der Pflanze, ob ihrer gesunden Wirkung sogar Heilkräfte zu. Diese Bezeichnung verwendete sie nur auf insgesamt zwei Pflanzen. Auch im Schiffsbau war Hanf von unschätzbarem Wert: Segel und Taue waren dank dieses Materials äußerst robust. Auch die Schiffe von Christoph Kolumbus waren bei der Entdeckung Amerikas mit etwa 80 Tonnen dieses Materials beladen. Außer den notwendigen Segeln und Seilen führte er auch Hanfsamen mit sich. Im 19. Jahrhundert wurden mit besonderer Vorliebe medizinische Mittel aus Hanf verschrieben und erst Ende der 1920er Jahre begann man diese nach dem Drogengesetz zu verbieten. In Amerika griff die ärmere Bevölkerung in Folge der Prohibition auf das günstige Marihuana zurück. Nachdem Harry Anslinger, Beauftragter der Prohibition, eine Hetze gegen Marihuana und dessen Konsumenten angestiftet hatte, brach Panik unter den Menschen aus. Anslinger präsentierte Marihuana als Droge der Untermenschen, die Menschen in Bestien verwandeln könne. Das Resultat war ein USA-weites Verbot von Marihuana. Einen neuen Aufschwung erlebte Cannabis in den 1960er bis 70er Jahren. Es war die Zeit der Hippies und der Flower Power. Die Zeit der sexuellen Revolution, Bewusstseinserweiterung, Spiritualität und der Friedensdemonstrationen. Neben anderen berauschenden Drogen, wurde vor allem Cannabis konsumiert. Während nach dem Ende des Hippie-Traums eine Weile Ebbe für die Pflanze herrschte, erfährt sie heute wieder eine neue Renaissance. Sowohl ihre heilsame Wirkung, als auch ihre vorteilhaften Eigenschaften als Rohstoff werden neu entdeckt und führen die Pflanze in neue Nutzungsbereiche ein. Heutzutage werden etwa 50 % des Nutzhanfs -auch hemp genannt- in Automobile verbaut. Mit der wachsenden Nachfrage an biologischer Kleidung wird der Stoff auch in diesem Bereich immer gefragter. Auch die Vorteile in ihrer Funktion als Dämmstoff wurden erkannt und so wird die Pflanze in eine neue Generation von Häusern verarbeitet. Während der Konsum von Marihuana in den USA auf Bundesebene noch immer verboten ist, haben einzelne Mitgliedsstaaten -angefangen mit Colorado- seit 2012 begonnen dies zu legalisieren. Dabei gibt es allerdings verschiedene Regulationsstufen. So ist es teilweise nur entkriminalisiert oder für medizinische Zwecke erlaubt, teilweise ist Marihuana aber auch schon vollständig legalisiert -ab und zu auch inklusive privater Zucht. Manchmal sind auch im Zuge der Legalisierung allerdings nur Cannabinoide mit einem geringen Gehalt an THC und CBD erlaubt. Solche präparierten Sorten sind seit 2011 auch in der Schweiz erlaubt. Voraussetzung dafür ist, dass der THC-Gehalt unter einem Prozent liegt.