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Augustin Küng
Inhaltsverzeichnis
Lebensdaten
Profess: 12. Januar 1845
Priesterweihe: 10. August 1847
Primiz: 8. September 1847
Lehrer an der Stiftsschule: 1848–1864
Spiritual in Maria-Rickenbach: 1864–1866
Kaplan in Maria-Rickenbach: 1864–1875
Unterpfarrer und Katechet in Engelberg: 1875–1878
Spiritual in Leiden Christi: 1878–1886
Beziehungsnetz
Verwandtschaft
Sohn des Andreas Küng und der Marianne von der Aa.
Paten: Johann und M. Anna von der Aa.
Neffe: P. Frowin Conrad, Abt von Conception (Neu-Engelberg).
Lebensbeschreibung[1]
Die Eltern von P. Augustin, Andreas Küng und Marianne von der Aa, stammten aus der Freiämter Gemeinde und Pfarrei Auw. Sie besassen dort einen Bauernhof mit den Übernamen "Groders". P. Augustin wurde am 17. Juli 1815 geboren und in der dortigen Pfarrkirche, die damals dem Engelberger Kloster inkorporiert war, auf den Namen Johann Alois getauft. Taufpaten waren Johann und M. Anna von der Aa.[2] Seine Schwester Gertrud war die Mutter des späteren Abtes Frowin Conrad, eine andere Schwester legte 1824 im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen als Sr. M. Eugenia Profess ab, wurde schon 1834 mit 29 Jahren Äbtissin, starb aber 1843 mit 38 Jahren. Eine weitere Schwester von ihm wurde Kapuzinerin im Kloster in St. Anna im Bruch Luzern.
Alois arbeitete zunächst mit seinen Geschwistern auf dem elterlichen Hof und es sah lange aus, als würde er den elterlichen Bauernhof übernehmen. Erst mit 23 Jahren entschloss er sich zum Studium. In den Lateinschulen, zuerst in Baar und Zug und dann im Kollegium Maria Hilf in Schwyz. Im Herbst 1843 trat er mit Peter Burkhart von Rüstenschwil, dem späteren P. Leopold, ins Kloster Engelberg ein und begann mit ihm das Noviziat. Am 12. Januar 1845 legte er als Fr. Augustin Profess ab. Die Philosophie und Theologie studierte er im Kloster bei P. Eugen Schwärzmann, der 1854 in Amerika als erster der Einsiedler Klostergründung St. Meinrad starb.
Die Weihen erhielt er 1847, alle durch den Nuntius Alexander Macioti. Den Subdiakonat am 25. Juli in Luzern und den Diakonat am 8. August in Engelberg, zusammen mit Fr. Leopold Burkhart. Die Priesterweihe am 10. August in der Klosterkirche Engelberg, mit Dispens ausserhalb der Weihezeit und wegen dem Mangel an Seelsorgs- und Arbeitskräften im Kloster. Den fügte der Bischof von Chur die Zulassung zur Seelsorgeausübung in seinem Bistum hinzu. Am 8. September 1847 feierte P. Augustin seine Primiz. Nach Abschluss seiner Studien kam er 1848 als Lehrer an die Klosterschule bis 1864. Der spätere Abt Leodegar Scherer, der ihn als Lehrer hatte, hielt in seinen Erinnerungen zu ihm fest: "Ziemlich im Gegensatz zu ihm (P. Leopold Burkhart), der einen etwas diffizilen Charakter hatte, stand P. Augustin Küng, der in der dritten und vierten Klasse mein Lehrer war. Ein guter und gewissenhafter Religios, hielt er auch bei seinen Schülern viel auf ein ordentliches und braves Betragen und suchte dies zu erreichen nicht durch Strenge und Strafmittel, sondern durch eindringliche Ermahnungen und das eigene gute Beispiel. Besonders tüchtig in der lateinischen Sprache, suchte er uns auch im Gebrauch derselben gewandt zu machen durch Übung im mündlichen Ausdruck, in freien Aufgaben, durch Abfassung lateinischer Briefe." Zu seiner musikalischen Hinsicht hielt Scherer humorvoll fest: "Während der Oktav wurden an höheren Festen Orchestermessen aufgeführt. Selbst die Herren Professoren kamen hie und da in der Schule auf diese 'schönen' Kompositionen zu sprechen und machten ihre Schüler zum voraus aufmerksam, wenn auf das folgende Fest etwa ein ausserordentlich hübsches Gloria oder ein rührendes Offertorium in Aussicht stand. Ich erinnere mich noch, wie der sonst gar nicht musikbegabte P. Augustin uns bisweilen zum voraus´ schon in der Schule solch anmutige Weisen vorsummte oder vorsang."[3]
1851 war er bei der Wahl von Abt Plazidus Tanner als Scrutator (Stimmeneinsammler) beteiligt.[4] Als junger Lehrer war er auch Unterpfarrer von Engelberg. Nach der Einweihung der Klosterkapelle 1864 sowie der Einführung der benediktinischen Lebensgewohnheiten bestimmte Abt Plazidus Tanner den 47-jährigen P. Augustin zum ersten Spiritual im Frauenkloster Maria-Rickenbach. Am 6. November 1864 trat er dort seine neue Stelle im Doppelamt an: Er war gleichzeitig auch zum neuen Kaplan der dortigen Wallfahrtskapelle ernannt worden. Das anspruchsvolle Amt eines Spirituals in einem aufstrebenden Frauenkonvent und die Betreuung einer vielbesuchten Wallfahrtskirche in Personalunion zu führen, war aber zu ambitiös und überforderten die Kräfte einer einzelnen Person. So vollzog der neu gewählte Abt von Engelberg Anselm Villiger bereits im März 1866 einen Personalwechsel, indem er P. Augustin nur noch als Wallfahrtskaplan bestimmte. Das Urteil der Schwestern über ihn war nicht so positiv. Zu seinem Abgang heisst es im Tagebuch lapidar: "wir müssen (…) aus voller Seele einen bessern Seelenführer wünschen; P. Augustin ist beim besten Willen doch nicht geeignet, ein jung angehendes Kloster in den ächten klösterlichen Geist einzuführen."[5] Bis 1875 wirkte er als Wallfahrtskaplan. In dieser Funktion nahm er am 14. Oktober 1869 an der Weihe der Kapelle von Büren in Nidwalden durch den Churer Weihbischof Kaspar Willi teil.[6] Eine grosse Freude war es für ihn als er 1873 am 18. April durch den Bischof von Chur die Befugnis erhielt, Kreuze, Medaillen und Rosenkränze zu segnen und mit Ablässen zu versehen.[7]
1875 wurde er als Unterpfarrer in Engelberg und Katechet für die Schuljugend berufen. 1878 wurde er als Spiritual in das Innerrhoder Kapuzinerinnenkloster Leiden Christi geschickt. Wegen seines Alters und gesundheitlicher Probleme kehrte er 1886 nach Engelberg zurück. 1891 starb er 76-jährig am 24. März nachts um 12 Uhr.[8] Abt Anselm schreib über ihn: "Er war ein braver frommer Religiose und ein besonderer Marienverehrer. Er hatte noch am Allerseelentag 1888 zwei Jahrzeiten gestiftet, eine für sich die andere für den Abt und zwar mit dem Geld (dem sog. Peculium), das die meisten Patres für Reise oder sonstige persönliche Bedürfnisse behalten durften."[9] Und P. Adalbert Vogel, der ihn noch gut kannte sagte, "er habe besonders viel an Unterleibschmerzen gelitten, aber trotzdem seine klösterlichen Pflichten bis zu seinen Tod erfüllt. Er sei meist spät ins Bett gegangen und doch vor Morgen 4 Uhr zur hl. Messe aufgestanden. Er war ein tieffrommer und gewissenhafter Mann, dem einzig die musikalische Begabung fehlte. Aber er brachte es auf dem Gebiet des für ein Kloster so wichtigen Choralgesanges mit eisernem Fleiss und steter Übung auf doch zu einigem Erfolg."
Professnummer
- Nr. 617
Einzelnachweise
- Die Lebensbeschreibung wurde weitgehend von P. Gall Heer (StiArEbg Professbucheinräge), Transkript von Br. Meinrad Haberl, übernommen.
- Bescheinigung vom 10. Januar 1845 von P. Nikolaus Zelger aus dem Kloster Engelberg.
- Hess, Abt Leodegar Scherer von Engelberg – Erinnerungen, in: Gedenkblätter für die Freunde u. Zöglinge der Stiftsschule, 1915, S. 14–15.
- Acta capitularia IX (1851–1924), StiArEbg cod. 284/1, S. 3.
- De Kegel, Das Benediktinerinnen-Kloster Maria Rickenbach in Geschichte und Gegenwart, S. 73-74.
- Nidwaldner Beiträge, Bd. II, 1869, S. 69.
- Vogel, Catalogus biogr., S. 294-296.
- Nachrufe: Obwaldner Volksfreund, Nr. 13, 28. März 1891; SMGB 12, 3. Heft 1891, S. 469.
- StiArEbg Tagebuch Abt Anselm Villiger, Bd. V, S. 79 und 166.
Bibliographie
- Gottwald, Benedikt: Album Engelbergense. Luzern 1882, S. 146, Nr. 617.
- StiArEbg Professbucheintrag nach P. Gall Heer (Transkript Br. Meinrad Haberl).