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Vor 20 Jahren: Apple lanciert «Safari»-Browser
Am 7. Januar 2003 zeigte Steve Jobs auf der Bühne der «MacWorld» in San Francisco erstmals den Browser «Safari». Basierend auf der offnen Rendering-Engine «KHTML» des KDE-Projekts entwickelte Apple eine eigene Browser-Engine namens «WebKit», welche die Basis des Browsers stellt. Das «Safari»-Programm selbst trimmte Apple auf Geschwindigkeit, Innovation und Benutzerfreundlichkeit. Safari startete schneller als alle anderen damaligen Browser und verdrängt diese auch in diversen wichtigen Benchmarks auf die hinteren Plätze. In der Benutzeroberfläche und auch funktional brachte Safari seit der ersten Version immerzu Neuerungen zutage, die kurz darauf auch von der Konkurrenz aufgegriffen und implementiert werden.
An jenem Dienstag im Januar 2003 veröffentlichte Apple vorerst nur eine Beta-Version des neuen Browsers – die Entwicklung soll zuerst breit getestet werden. Die Version 1.0 von «Safari» erscheint ein halbes Jahr später zur WWDC im Juni 2003.
Ab der im Herbst ’03 veröffentlichten Mac-OS-X-Version 10.2 «Jaguar» ist Safari dann auch vorinstalliert Teil des Mac-Betriebssystems – ab Mac OS X 10.3 «Panther» löst Safari den «Internet Explorer» von Microsoft als vordefinierter Standardbrowser auf der Mac-Plattform ab.
2007 erscheint der Browser mit Version 3 erstmals auch für Microsofts-Betriebssystem «Windows» (XP und Vista) – zuerst als Beta, ab Frühling 2008 dann ohne Beta-Status.
Ebenfalls 2007 wird das «iPhone» lanciert – Safari ist ein zentrales Element des Apple-Smartphones.
Der Ausflug ins Windows-Lager hielt nicht lange an. Safari 5 (2010 bis 2012) war die letzte Version des Apple-Browsers, die es für Windows gab. Die Geschichte von Safari auf dem iPhone ist bekanntlich eine ganz andere. Zusammen mit dem Erfolg des Smartphones und ab 2010 auch des Tablets «iPad» wird aus dem Nischen-Browser Safari bald ein global sehr mächtiger Browser.
Apple treibt während mehreren Jahren die Innovationen im Web kräftig voran und beteiligt sich aktiv um die Erschaffung neuer Web-Standards – insbesondere, aber nicht nur, bezüglich Animation und Interaktion im Web. Dann folgt aber auch eine Zeit, in der Apple scheinbar die Innovation in der Branche nicht mehr als Priorität einstuft. Bugs und scheinbar langsame Weiterentwicklung respektive Integrationen von neuen Standards sorgen dafür, dass viele Web-Entwickler den Apple-Browser bald als «Nachfolger des Internet Explorers» betrachten. Microsofts Browser war aufgrund schleppender Entwicklung, einer Vielzahl an fehlerhaften Implementierungen und der gigantischen Verbreitung von in die Jahre gekommener Versionen bezüglich Innovation im Web kräftig in Verruf geraten. Seit ein paar Jahren gibt Apple aber auch hier wieder Gas, holt auf und gehört heute wieder zu den die Brache vorantreibenden Kräften.
Auch der Safari-Unterbau «WebKit» wird zu einem grossen Erfolg. Für seinen eigenen Browser «Chrome» wählt Google zuerst Apples WebKit als Basis (2008) und entwickelt zusammen mit dem Mac-Hersteller die Engine weiter. Später (2013) leitet der Suchmaschinen-Riese aus WebKit eine eigene Engine namens «Blink» ab. Auch der Browser «Opera» und Microsofts neuer Browser «Edge» basieren heute auf «Blink» – haben also auch mit «WebKit» im Unterbau.
Die Engine WebKit mit «WebCore», «JavaScriptCore» und weiteren Bestandteilen hat Apple als Open Source veröffentlicht. Sie wird von Apples eigenen Teams, verschiedenen Organisationen und von einer grossen Community weiterentwickelt. Angepasste Varianten der Engine sind in zahlreichen Produkten anderer Hersteller im Einsatz – beispielsweise auf der «Playstation» von Sony, im «Kindle» von Amazon, auf neueren Nintendo und insbesondere auch vielen Embedded-Systemen.
Als Standardbrowser auf allen Apple-Plattformen gehört Safari heute zu den meistgenutzten Browsern weltweit.
Von Stefan Rechsteiner
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