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Der Produzent und Leithammel des Wu-Tang Clans, The RZA, hatte 2014 eine Geschäftsidee: Ein Album produzieren, davon nur eine Kopie herstellen und an den Meistbietenden verkaufen. Dieser sollte anonym bleiben und hätte für 88 Jahre das Exklusivrecht am Werk.
Eine Crowdfunding-Kampagne, die zwei Wu-Fans starteten, brachte läppische 15'000 US-Dollar zusammen. Gerüchte machten die Runde, dass Quentin Tarantino interessiert sei. Den Zuschlag bekommen hat schlussendlich Martin Shkreli, genannt «Pharma Bro». Sein Angebot: Zwei Millionen US-Dollar.
Zu Reichtum gekommen ist der Hedgefonds-Manager aus Brooklyn unter anderem, indem er als Monopolist den Preis für ein AIDS-Medikament hochgetrieben hat – von 13.50 auf 750 US-Dollar pro Tablette. Dafür wurde er in der amerikanischen Öffentlichkeit heftig kritisiert, u.a. auch vom prominenten Wu-Tang-Mitglied Ghostface Killah.
Gefragt nach der Motivation für den Kauf, meinte Shkreli (Bild oben): «Reiche Typen tun viele Dinge einfach deshalb, weil sie sich Geltung verschaffen wollen. [...] Man will zeigen, dass man sich für zwei Millionen ein Musikalbum gekauft hat – einfach nur, weil man es kann».
In Zeiten von schwindenden Albumverkäufen hat The RZA mit diesem PR-Coup ein sicheres Geschäft gemacht. Es hat ihm sehr wahrscheinlich mehr eingebracht, als er mit dem Verkauf und Streaming von «Once Upon A Time In Shaolin» hätte verdienen können. Auf den Käufer angesprochen meinte er: «Er hat es gekauft, er kann damit machen, was er will».
Shkreli hätte das geheime Album einfach veröffentlichen und sich damit reinwaschen können – zumindest bei den Fans des Wu-Tang Clan. Stattdessen überraschte der «Pharma Bro» letzten Spätsommer mit einer eigenartigen Ankündigung via Twitter: Gewinnt Donald Trump die Präsidentschaftswahlen, will er das Album zur Feier hörbar machen.
Trump hat gewonnen. Doch statt das bisher einmalige Werk zum Download anzubieten, hat Shkreli ein Video auf YouTube gestellt, welches ihn zeigt, wie er grinsend und kopfnickend Auszüge aus dem Album hört.