Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/51268

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird ersucht, einen Bericht mit Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation in der Schweiz für die nächsten fünf Jahre vorzulegen. Insbesondere soll aufgezeigt werden:</p><p>1. welche Massnahmen getroffen werden, damit im Dienstleistungssektor, insbesondere bei Hightech-Berufen und neuen Berufsfeldern, mehr Lehrstellen entstehen;</p><p>2. welche Massnahmen getroffen werden, wenn viele Jugendliche keine Lehrstelle finden, und wie schnell reagiert werden kann;</p><p>3. welche zusätzlichen Massnahmen der Bund ergänzend zu den heutigen trifft, um die Situation zu verbessern;</p><p>4. ein Szenario für die nächsten fünf Jahre, damit eine längerfristige Planung möglich ist und nicht erst dann reagiert wird, wenn die Situation sich verschärft und somit die Zeit für gute Lösungen zu knapp ist;</p><p>5. welche Massnahmen für junge Frauen sowie für schulisch schwächere Jugendliche, welche auf dem Lehrstellenmarkt mehr Mühe haben, etwas zu finden, neben der Grundbildung mit Berufsattest (und Ähnliches) noch getroffen werden müssen und wie diese realisiert werden sollen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz und den Erfahrungen aus den Lehrstellenbeschlüssen I und II sind die Grundlagen vorhanden, das Lehrstellenangebot langfristig zu sichern. Die klare Aufgabenteilung zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt und die Berücksichtigung der föderalistischen Gegebenheiten erlauben es, rechtzeitig situationsangepasste und wirksame Massnahmen zu ergreifen. Als besonders erfolgreich erweisen sich der Einsatz von Lehrstellenförderinnen und -förderern, die Anschubfinanzierung von Lehrbetriebsverbünden sowie die Begleitung und das Mentoring von Jugendlichen ohne Lehrstelle. Für das Jahr 2004 hat der Bund auf Antrag der Task Force "Lehrstellen 2003" dafür 2,3 Millionen Franken bereitgestellt. Das neue Berufsbildungsgesetz enthält ferner neue Bildungsangebote: Die zweijährige berufliche Grundbildung mit Attest bietet Schwächeren ein eigenständiges Ausbildungsprofil mit einem anerkannten eidgenössischen Abschluss. Schliesslich beteiligt sich der Bund auch finanziell stärker als bisher an der Berufsbildung.</p><p>Der Bundesrat vertritt daher die Ansicht, dass die im Postulat geforderten Massnahmen zur Verbesserung der Lehrstellensituation bereits ergriffen worden sind und langfristig ein taugliches Instrumentarium zur Schaffung neuer Lehrstellen vorhanden ist. Eine zentrale staatliche Planung des Lehrstellenangebotes über mehrere Jahre hinweg scheitert an der Unmöglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung exakt zu prognostizieren. Im Rahmen der laufenden Arbeiten ist er aber bereit, im Frühling 2005 einen Bericht über die Lage auf dem Lehrstellenmarkt und die Wirkung der gewählten Massnahmen vorzulegen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.