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Knapp 30'000 Menschen sind bisher in den drei eingerichteten Anlaufstellen für Flüchtlinge in Ruanda eingetroffen. Auch nach Tansania sind bereits über 50'000 Burundierinnen und Burundier geflohen. Plan International hat in Ruanda zwei Aufnahmestationen in Nyanza und Bugesera und ein Camp in Mahama eingerichtet, in dem Kinder und Frauen Unterstützung finden. Casimir Youmbi, Koordinator der Nothilfe von Plan International Ruanda, sagt: "Wir versuchen in erster Linie, die Rechte der Kinder zu sichern. Mädchen und Jungen sind in Kriegen und Katastrophen besonders gefährdet. Sie brauchen psychologische und soziale Unterstützung, damit sie die traumatischen Erlebnisse verarbeiten können."
Weitere Flüchtlinge erwartet
In den nächsten drei Monaten werden rund 100'000 weitere Flüchtlinge erwartet. Viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt und sind unterernährt. Plan Internationals Fokus liegt neben dem Kindesschutz auch darauf, geschlechterbasierte Gewalt zu verhindern. In drei neu gegründeten kinderfreundlichen Zonen können die Kinder spielen und werden von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern betreut. Konkrete Massnahmen ergreift das Kinderhilfswerk zudem durch die Verteilung von Nahrungsmitteln und Kleidung.
Land im Ausnahmezustand
Erst vor zwölf Jahren ist der Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit beendet worden, der Schätzungen zufolge mehr als 300'000 Opfer gefordert hat. Seit Ende April 2015 herrscht in Burundi erneut Chaos. Tausende Menschen demonstrierten gegen die von Präsident Pierre Nkurunziza angestrebte dritte Amtszeit. Die Verfassung sieht nur zwei Amtsperioden vor. Seit einem Putschversuch des Militärs Mitte Mai befindet sich das Land im Ausnahmezustand und tausende Menschen sind auf der Flucht.