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Salam aleikum: Wie ein Salamibrot zur Schweinerei werden kann.
Für die Befragung zu seinem Asylantrag reiste Mansur eines Tages mit der Eisenbahn nach Bern. Er musste früh aufstehen, hatte nichts gefrühstückt und unterwegs bekam er ordentlich Hunger. Als dann einer mit einem Wagen voller Esswaren und Getränke an seinem Sitzplatz vorbeikam, wollte sich Mansur ein Sandwich leisten. Doch wie konnte er wissen, ob das Fleisch in den Broten für ihn, der sich nach muslimischen Essgewohnheiten richtet, in Ordnung war? Von der deutschen Sprache verstand er erst wenige Worte und der Verkäufer sprach kein Englisch. So deutete Mansur schliesslich auf eines der belegten Brote. Was ist das? «Schinken!», bekam er zur Antwort.
Dieses Wort kannte Mansur. Schinken hiess Schwein. Das kam nicht in Frage. Er schüttelte energisch den Kopf und zeigte auf das nächste Brot. Und was ist das? «Salami!», sagte der andere. Mansur zögerte. Schwein oder nicht Schwein? Nun, in Mansurs Ohren klang Salami jedenfalls nicht schlecht. Es tönte fast wie «Salam aleikum». Mit einem Salam-aleikum-Brot lag er gewiss nicht völlig falsch. Oder wenn, dann hätte es ihm der Verkäufer sicher gesagt – er musste doch inzwischen verstanden haben, dass er, Mansur, kein Schwein essen wollte. «Salami, salam aleikum also», sagte Mansur. Und der Mann verkaufte ihm das Brot, ohne mit der Wimper zu zucken und schob seinen Wagen weiter. Mindestens ein halbes Jahr lang hat Mansur daraufhin immer wieder Salam-aleikum-Brote gegessen, bis ihm jemand erklärte, dass es in der Salami Schweinefleisch drin hat. Daraufhin fühlte sich Mansur unglaublich schlecht. Und dass ihn der Verkäufer mit seinem Esswägelchen damals im Zug nach Bern so schlecht beraten hat, findet er bis heute «eine fertige Schweinerei»!