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Denkmal Oecolompads beim Münster, das Standbild Isaak Iselins, des Gründers der Gemeinnützigen Gesellschaft, im Hofe der Schmiedenzunft, und die Büste Johann Peter Hebels vor der St. Peterskirche. Viele Plätze der Stadt sind durch Brunnen mit mächtigen Schalen und künstlerisch verzierten Säulen geschmückt; die schönsten sind der Fischmarktbrunnen und der Holbeinbrunnen in der Spalenvorstadt. Von den mittelalterlichen Befestigungswerken haben sich das St. Alban-, das St. Johann- und das Spalenthor erhalten, das letztere das schönste Stadtthor weit und breit.
Die Wohnhäuser zeichnen sich im ganzen durch Einfachheit aus. Die Verschiedenartigkeit des hier wie bei den öffentlichen Bauten verwendeten Materials, des blauen und roten Sandsteines der Trias, des rauchgrauen Muschelkalkes, des gelben und weissen Jurakalksteines und der verschiedenfarbigen Backsteine, sowie die Sitte, die Häuser zu bemalen, verleihen jedoch den Gassen und Strassen ein abwechslungsreiches Bild. Nach Angabe der Brandversicherung betrug im Jahr 1900 die Zahl der Gebäude überhaupt 16160, die der Wohnhäuser 8762; hievon waren, nach einer Zusammenstellung des Departements des Innern, 273 speziell für Arbeiterwohnungen gebaut, nämlich 161 von Gesellschaften und 112 von Arbeitgebern. Die durchschnittliche Zahl der Bewohner per Haus ist 12,4; im Jahr 1889 waren es 13,6. (London 8, Bremen 8, Berlin 52, Wien 60.) Dies zeigt, dass die Häuser im allgemeinen keine grosse Zahl von Wohnungen haben. Im Jahr 1889 waren 35,5% aller bewohnten Gebäude Einfamilienhäuser. (Bücher. Die Wohnungsenquête in der Stadt Basel vom 1.-19. Februar 1889. Basel 1891.)
Von den Behörden wird sehr viel gethan, um die sanitären Verhältnisse der Stadt zu heben. Dies geschah insbesondere durch die Entfernung aller insalubren Gewerbe aus der Stadt, durch die eben vollendete Birsigkorrektion, durch die Kanalisation, die bis zum Jahr 1903 allgemein durchgeführt sein muss (Göttisheim. Das unterirdische Basel. Basel 1868) und durch die Versorgung der Stadt mit gutem Trinkwasser (S. 153). Ausser einem Gaswerk besitzt die Stadt auch ein Elektrizitätswerk, das am angefangen hat, Elektrizität zu technischen und Beleuchtungszwecken abzugeben.
Neben der weitläufigen Bauart tragen insbesondere die vielen Anlagen dazu bei, dass der Umfang der Stadt ein verhältnismässig sehr grosser ist. Selbst in den innern Teilen befinden sich noch Gärten und von Bäumen beschattete Plätze;
die Vorstädte werden, wie bereits erwähnt, von einem zusammenhängenden Promenadenzug umschlossen, und in den Aussenquartieren wurden zahlreiche Plätze frei gelassen und aufs schönste bepflanzt;
so sind zu erwähnen die Claramatte und der grosse Erlenpark in Kleinbasel;
in Grossbasel: die Pfalz, der Petersplatz, der Schützenmattpark, das Nachtigallenwäldchen, der Winkelriedplatz und der Margrethenpark, letzterer schon auf dem Gebiet des Kantons Baselland gelegen.
Das Areal aller öffentlichen Anlagen beträgt 110,36 ha. Hiezu ist noch eine Hauptsehenswürdigkeit zu rechnen, nämlich der am eröffnete Zoologische Garten, der einzige in der Schweiz. Sein Areal, 6,19 ha gross, ist Eigentum des Staates, wird jedoch der Aktiengesellschaft, die für Betrieb und Unterhalt sorgt, zur unentgeltlichen Benützung überlassen. Die Betriebsausgaben, die jetzt pro Tag 200 Fr. übersteigen, werden nur etwa zu zwei Dritteln durch die Eintrittsgelder gedeckt; für das Uebrige sorgen meist freiwillige Beiträge, Geschenke und Legate. Am war der Tierbestand folgender: 128 Säugetiere in 50 Arten, 16 Reptilien und Amphibien in 7 Arten, 705 Vögel in 195 Arten - zusammen 849 Tiere in 252 Arten.
Der Bann der Stadt Basel beträgt 2402 ha, das Weichbild, d. h. die Fläche, die von einer sich um die vorgeschobensten Wohnstätten herumschlingenden Linie begrenzt wird, misst, unter Einschluss des Erlenparkes, des Schützenmattparkes und des Zoologischen Gartens, aber ohne den im Kanton Baselland gelegenen St. Margrethenpark, 1011 ha = 10,11 km2. Auf einem km2 wohnen somit durchschnittlich 10800 Menschen (in London 14750, in Berlin 23000).
Den schönsten Einblick in die Stadt Basel gewinnt man von der Rheinschanze beim St. Johannthor, die schönste Rundsicht hat man von einem der Münstertürme. An beiden Orten entfaltet sich vor den Augen ein Bild, das Grossartigkeit mit Lieblichkeit paart, weil es die Werke der Natur und des Menschen in seltener Mannigfaltigkeit verbindet. Basel ist im ganzen eine ernste Stadt; eine Ausnahme macht sie während der Fastnacht, wo beim «Morgenstreich» die Einwohnerschaft durch Trommelklang ¶
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lange vor Tagesgrauen zu dreitägigem buntem Fastnachttreiben geweckt wird.
Bevölkerung.
Die erste Zählung der Einwohner Basels wurde 1610 durch den Stadtarzt Felix Platter durchgeführt; er ermittelte 16160 Einwohner. Da die damals eben beendete Pestepidemie 4049 Personen dahingerafft hatte, so muss die Einwohnerzahl vorher um ein beträchtliches grösser gewesen sein. Es ist sogar nicht unwahrscheinlich, dass die Stadt Basel früher, z. B. im 15. Jahrhundert, da sie auf dem Gipfel ihrer materiellen Macht stund, eine noch grössere Bevölkerung gehabt hat; einige schätzen sie auf 30000 Seelen (Oser. Zunahme und Abnahme der Bevölkerung der Stadt Basel. Beiträge zur Geschichte Basels. I. 1839.) Die Abnahme dauerte später noch fort, hauptsächlich infolge der Erschwerung, ja des zeitweisen Verbotes der Aufnahme in das Bürgerrecht. Im Jahr 1779 zählte Isaak Iselin 15040 Bewohner, wobei anzunehmen ist, dass das nicht die niedrigste Zahl ist, die die Bevölkerung in der Zwischenzeit gehabt hat.
Nun beginnt eine Zunahme, die sich in einem eigentümlichen Rhythmus durch das ganze 19. Jahrhundert fortsetzt, wie die folgende Tabelle zeigt. Dieselbe enthält die Wohnbevölkerung nach den Ermittlungen Platters, Iselins, dann nach den kantonalen und seit 1850 nach den eidgenössischen Zählungen. Um für das Anwachsen der Bevölkerung vergleichbare Zahlen zu haben, ist das Zuwachsprozent hinzugefügt worden, d. h. die jährliche Zunahme auf je 100 Einwohner unter Annahme der geometrischen Progression. Seit 1850 kann ferner die ortsanwesende Bevölkerung, die früher nicht ermittelt wurde, angegeben werden.
|Jahr||Wohnbevölkerung||Zuwachsproz. per Jahr||Ortsanwes. Bevölkerung|
|1610||16120||.||.|
|1779||15040||.||.|
|1795||15720||0.28||.|
|1815||16674||0.29||.|
|1835||21219||1.21||.|
|1837||22199||3.06||.|
|1847||25787||1.47||.|
|1850||27170||1.69||27313|
|1860||37915||3.15||38282|
|1870||44122||1.53||44834|
|1880||60550||3.21||61399|
|1888||69809||1.79||70303|
|1900||109169||3.80||109754|
Am Ende des 19. Jahrhunderts betrug die Bevölkerung 109169; auf den Anfang desselben kann sie unter Annahme einer gleichmässigen geometrischen Zunahme von 1795-1815 auf 15953 oder auf rund 16000 Seelen berechnet werden; demnach hat sie sich in diesem Jahrhundert fast versiebenfacht oder 2,77 mal verdoppelt. Zeiten besonders starker Zunahme waren die dreissiger, fünfziger, siebziger und neunziger Jahre. Der Grund hiefür liegt nicht nur im Ueberschuss der Geburten, sondern namentlich in der vermehrten Zuwanderung, die erstens durch die Erleichterung des Verkehrs (Bau der Eisenbahnen in den fünfziger Jahren), zweitens durch die Loslösung Elsass-Lothringens von Frankreich im Jahre 1871 und drittens durch den Aufschwung der Industrie, z. B. in den fünfziger Jahren und am Anfang der neunziger Jahre, bedingt ist. Auch ist zu berücksichtigen, dass in der Zahl für das Jahr 1900 die Bevölkerung von Kleinhüningen inbegriffen ist, was vorher nicht der Fall war. Der Zuwanderung ist es zuzuschreiben, dass sich das Verhältnis der Konfessionen nach und nach etwas verschiebt, wie folgende Tabelle dies zeigt.
Von je 100 Personen der Stadt Basel waren:
|Protestanten||Katholiken||Israeliten||Andere|
|1837||83.4||15.7||0.6||0.3|
|1847||81.2||18.2||0.4||0.2|
|1860||74.0||24.9||0.5||0.6|
|1870||71.0||26.8||1.1||1.1|
|1880||67.3||30.2||1.3||1.2|
|1888||67.2||30.7||1.5||0.6|
|1900||64.2||33.3||1.7||0.8|
Die Protestanten, die 1837 noch 5/6 der Bevölkerung ausmachten, betrugen 1900 noch weniger als ⅔. Die Katholiken, 1837 etwas mehr als 1/7, stiegen bis 1900 auf genau ⅓. Am meisten haben sich die Israeliten vermehrt: im Jahr 1847 kam auf 258 Einwohner 1 Israelite, 1900 schon auf 57.
Anstalten für Handel und Verkehr.
Da Industrie, Handel und Verkehr beim Kanton ihre Behandlung gefunden haben (S. 155), so sind hier nur noch die besonderen Anstalten für Handel und Verkehr zu erwähnen.
Seit Bischof Heinrich von Thun im 13. Jahrhundert durch Ueberdeckung des Birsigbaches inmitten der Stadt den «Kornmarkt», den jetzigen Marktplatz geschaffen hatte, ist Basel stets eine wichtige Marktstadt geblieben. Auf diesem grossen, im Jahr 1890 erweiterten Platze, ¶