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Komisch, daß die meisten Filme an den gloablisierungs-kritischen Weltfilmtagen Thusis Titel ausgerechnet in häßlichem Globalesich tragen anstatt in Landessprachen.
Und schade, daß die Weltfilmtage in Thusis nur prominente, bereits etablierte Filmemacher bringen, die mindestens zu einem Teil sogar millionenschwere Jetsetter sind. Ob das dem ursprünglichen Anspruch der ehemals „Dritte Welt„-Filmtage heißenden Weltfilmtage noch gerecht wird?
Wie dem auch sei, sind natürlich auch Filme von Leuten, die schon den Durchbruch geschafft haben und prominente Jetsetter sind, durchaus noch wesentlich sehenswerter als das, was die Filmindustrie Hollywoods sonst so bietet.
Heute nachmittag läuft jedenfalls ein Film, der es noch schafft, wenigstens im Titel Marketing-Globalesisch zu vermeiden: „En el nombre de la hija en el nombre de la hijy“ von Tania Hermida (Regie), Ecuador 2011.
Sommer 1976, ein Tal in den Anden Ecuadors. Manuela, die nach den kommunistischen und atheistischen Ideen ihres Vaters erzogen wurde, glaubt, ihre Eltern befinden sich auf einer revolutionären Mission in Kolumbien, während sie und ihr fünfjähriger Bruder Camilo den Sommer bei ihren Großeltern verbringen müssen.
Natürlich ist in einem katholisch-konservativen Haushalt die marxistische Weltanschauung einer Neunjährigen problematisch. Die Großmutter, die Manuelas schlechten Einfluß auf den Rest der Familie alarmierend findet, droht sie zurückzuschicken, wenn sie sich nicht taufen läßt.
Regissörin Tania Hermida war an den Weltfilmtagen 2008 mit ihrem Film «Que tan lejos» zu Gast.
Wer den Film sehen will: Kino Rhätia in Thusis, 15 Uhr 15.
Tania Catalina Hermida Palacios wurde 1968 in Cuenca, Ecuador als Tochter eines Arztes geboren. Sie wuchs in Cuenca, Zapotillo an der ecuadorianisch-peruanischen Grenze, in London und Quito auf. Seit 1996 arbeitet sie als Teilzeitdozentin an der Universidad San Francisco de Quito; seit 2003 ist sie Master in Kulturwissenschaften (Estudios Culturales) der Universidad del Azuay in ihrer Heimatstadt Cuenca.