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Carlo E. Lischetti
Der in Bern beliebteste Nonkonformist (Videoartist, Performer und Wortjongleur), Carlo E. Lischetti, schuf als Terrain und gesellschaftliches Wirkungsfeld sein «Laboratorium für angewandte Umweltgestaltung», später das «Büro Lischetti» sowie «der Gegenwart». In diesem Umfeld entwickelte er Aktionen, Denkprozesse als auch politische und soziale Forderungen für die Gegenwart. Sein Wirken war stets von einem elementaren und existentiellen Geist gezeichnet, der den Materialfetischismus seiner Künstlerkollegen vehement ablehnte. Als Künstler war er Einzelgänger, der trotz bescheidener Schulbildung als Philosoph verblüffte. Als «Narr im Schutzanzug des Künstlers» entwickelte er mit einfachen Worten grosse Ideen und liebte das Spiel mit der Sprache. 1983 trat er am Radio mit der Sendung Ich fall so gern vom Himmel runter (…) denn dann wird sie bunt und bunter auf.
Lischetti dachte über Kreativität und Existenznot nach – «Mich denkt strengen an» -, bezeichnete «Selbstsicherheit» als «groben Unfug». Schliesslich verzweifelte er an sich und an der Welt und wählte 2005 den Freitod.
Carlo E. Lischetti
* 1946 in Brugg
† 2005 in Bern