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Die vor einem Jahr in finanzielle Schieflage geratene Music First Network, die unter anderem Radio 105 betrieben hat, musste vergangene Woche den Konkurs anmelden (Werbewoche.ch berichtete). Als erster hatte danach Roger Schawinski ein Rettungskonzept eingereicht. Für den Kauf der Konzession und die Anlagen von Radio 105 gibt es inzwischen sechs Interessenten. Neben Schawinski sind dies unter anderem der TV-Sender Joiz und Radio Energy des Ringier Verlags.
Ringier betreibe bereits das Maximum von zwei Sendern und könne deshalb gar keine weitere Sendekonzession erhalten, schreibt Radio 1 in der Mitteilung. Wenn Energy den definitiven Zuschlag erhalten sollte, so geschehe dies offenbar allein mit dem Ziel, dass damit der Konkurrent Radio 105 von der Bildfläche verschwinden werde.
Bakom muss entscheiden
Bei einem endgültigen Zuschlag an einen Bewerber kann das Konkursamt Zürich-Oerlikon im Namen der Music First Network beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) ein Gesuch einreichen, um die Konzession an einen neuen Besitzer zu übertragen. Ob dies der Fall sein wird, entscheidet das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).
Es handle sich um einen Präzedenzfall in der Geschichte der konzessionierten Privatradios, teilte das Bakom am vergangenen Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Im Falle von Radio 105 unterstütze das Bakom eine «nachhaltige Lösung im Rahmen einer Konzessionsübertragung an einen leistungsfähigen Bewerber». Ziel sei es, den Service public möglichst rasch wieder herzustellen, erklärte Bakom-Sprecherin Caroline Sauser. (SDA)