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Der ehemalige Fifa-Vizepräsident Jack Warner hat sich den Behörden in Trinidad und Tobago gestellt. Er verbrachte die Nacht im Gefängnis. Zuvor hatte die Polizei auf Ersuchen der US-Justiz einen Haftbefehl für Warner ausgestellt.
Die USA ermittelt im Korruptionsskandal bei der Fifa gegen 13 weitere Personen. Ein Richter verlas zwölf Anklagepunkte gegen Warner und setzte eine Kaution von 2,5 Millionen Dollar fest. Zudem stellte er die Bedingung, dass der Ex-FIFA-Vizepräsident seinen Pass abgeben und sich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden müsse.
Warner verzichtete darauf, Berufung einzulegen. Er soll am 12. Juli vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwaltschaft von Trinidad und Tobago teilte mit, sie habe seit über einem Jahr mit dem US-Justizdepartement zusammengearbeitet in den Ermittlungen gegen Warner.
Der 72-Jährige sagte laut der Zeitung Los Angeles Times: «Ich wiederhole, dass ich unschuldig bin in allen Anklagepunkten. Ich habe mich aus dem Fussball-Business zurückgezogen.» Warner trat im Juni 2011 als Fifa-Funktionär zurück. Zuvor hatte er sich wegen eines Bestechungsskandals vor der Ethik-Kommission des Verbandes zu verantworten.
In der Anklageschrift wird Warner mit Zitaten wie «Unser Geschäft ist unser Geschäft» und «Da sind einige Leute, die meinen, sie seien frommer als Ihr» aufgeführt, als er davon hörte, dass sich ein Funktionär wegen «Geschenken» ziemlich unwohl fühlte und seine Oberen darüber informierte.
Auslieferung unwahrscheinlich
Unter den Angeklagten befindet sich laut Angaben des US-Justizdepartement auch der Conmebol-Präsident Nicolás Leoz. Ein Auslieferungsgesuch an Paraguay wurde gestellt. Doch der 86-jährige Leoz leidet an Parkinson und Herzbeschwerden. Eine Auslieferung erscheint wenig wahrscheinlich. Das Aussenministerium in Paraguay teilte mit, das Gesuch werde geprüft.
Nach den Anklagen gegen ehemalige Fifa-Funktionäre am Mittwoch hatte Leoz einen Anfall erlitten und musste in ein Spital in Asunción eingeliefert werden. Das ehemalige Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees war bist 2013 während 27 Jahren an der Spitze des südamerikanischen Fussballverbands.
Die Festgenommenen und die Suspendierten
Die Fifa-Ethikkommission schloss Warner und zehn weitere Personen vorläufig von jeglichen in Zusammenhang mit Fussball stehenden Aktivitäten aus. Neben den am Mittwoch in Zürich festgenommenen Jeffrey Webb, Eugenio Figueredo, José Maria Marin, Julio Rocha, Costas Takkas, Rafael Esquivel und Eduardo Li sind von der Fifa-Massnahme auch Nicolás Leoz, Chuck Blazer und Daryll Warner betroffen.
(sda/chb)