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Monaco, Wohnort und Treffpunkt sehr vermögender Menschen. (Bild: Shutterstock.com/Lena Serditova)
Trotz der anhaltenden finanziellen Auswirkungen der Pandemie ist der weltweite Wohlstand während der Krise erheblich gewachsen. Laut dem Report mit dem Titel "Global Wealth 2021: When Clients Take the Lead" der Boston Consulting Group (BCG) erreichte das weltweite Finanzvermögen im Jahr 2020 ein Allzeithoch von 250 Bio. USD, das ist eine Zunahme von 8,3% gegenüber dem Vorjahr. Geschuldet sei die Zunahme von 8,3% gegenüber dem Vorjahr den gestiegenen Ersparnissen der privaten Haushalte und der unerwarteten Widerstandsfähigkeit der Märkte trotz Covid-19-Pandemie.
Das Finanzvermögen machte 2020 über die Hälfte des weltweiten Gesamtvermögens aus. Letzteres setzt sich aus den Finanzvermögen (Aktien, Obligationen, Lebensversicherungen u.ä.m.) sowie Sachwerten (Immobilien, Konsumgüter etc.) zusammen, abzüglich der Verbindlichkeiten, wobei die Immobilienwerte neben dem Finanzvermögen den absolut grössten Anteil ausmachten.
Kleine Schweiz mit grossem Vermögen
In der Schweiz sind die Gesamtvermögen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4% auf netto 5 Bio. USD gestiegen. Weltweit haben die Vermögen laut dem Report im vergangenen Jahr gar um 8% auf den Rekordwert von 431 Bio. USD zugenommen. Damit hält die Schweiz rund 1,2% des globalen Vermögens. 2020 entfielen hierzulande 3,3 Bio. USD auf Finanzvermögen und 2,8 Bio. USD auf Sachwerte. Rund 1 Bio. USD sind Kredite und Hypotheken. Bis 2025 dürften die Vermögen rund 3% pro Jahr auf 5,7 Bio. USD wachsen. In den Jahren 2015 bis 2020 nahmen die Vermögen noch um 4% jährlich zu. Weltweit dürfte das Plus in den nächsten Jahren rund 5% pro Jahr betragen und bis 2025 einen Wert von 544 Bio. USD erreichen. Mit Blick in die Zukunft wird 2025 dem Bericht zufolge 87% des weltweiten Vermögenswachstums in Nordamerika, Asien (ohne Japan) und Westeuropa generiert.
Bei der Anzahl Millionäre und Milliardäre erwartet BCG für die Schweiz in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum von 600'000 auf 700'000, was 2,2% aller Reichen weltweit und rund 8% der hiesigen Bevölkerung entspricht. Damit belegt die Schweiz den fünften Platz. Angeführt wird die Rangliste mit grossem Abstand von den USA. Noch vor der Schweiz rangieren China, Japan und das Vereinigte Königreich. Deutschland liegt auf Platz sechs hinter der Schweiz.
China überholt bald USA bei den Ultra-Reichen
In der Vermögenskategorie "Ultra" – Einzelpersonen, deren persönliches Vermögen 100 Mio. USD übersteigt – kamen im Jahr 2020 weitere 6000 Menschen zu der 60'000-köpfigen Kohorte dazu, die seit 2015 jährlich um 9% zugenommen hat. Die Kategorie umfasst derzeit ein investierbares Vermögen von insgesamt 22 Bio. USD, das sind 15% des weltweiten Gesamtvermögens.
Dem Bericht zufolge ist China auf dem besten Weg, die USA bis zum Ende des Jahrzehnts als Land mit der höchsten Konzentration von Ultras zu überholen. Wenn das investierbare Vermögen dort weiter mit seiner aktuellen Jahresrate von 13% steigt, wird China bis 2029 Ultra-Assets in Höhe von 10,4 Bio. USD umfassen, mehr als jeder andere Markt der Welt. Die USA werden mit einem prognostizierten Gesamtvermögen von 9,9 Bio. USD bis 2029 knapp dahinter liegen.
Auch die Gesichter der Ultras verändern sich mit dem Aufstieg des Next-Generation-Segments. Diese Personen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren haben einen längeren Anlagehorizont, eine grössere Risikobereitschaft und oft den Wunsch, ihr Vermögen zu nutzen, um positive Auswirkungen auf die Gesellschaft zu erzielen und solide Renditen zu erzielen. Viele Vermögensverwalter seien noch nicht bereit, diese neuen Ultras zu bedienen, so der Report.
Führungswechsel in globalen grenzüberschreitenden Finanzzentren
Die Schweiz war 2020 das grösste grenzüberschreitende Buchungszentrum. BCG geht jedoch davon aus, dass Hongkong im Jahr 2023 die Führung übernehmen wird, wobei starke Zuflüsse aus dem chinesischen Festland die verwalteten Vermögen (AuM) bis 2025 auf unglaubliche 3,2 Bio. USD treiben lassen, was einer jährlichen Wachstumsrate von 8,5% entspricht.
In den nächsten fünf Jahren wird Singapur das drittgrösste Buchungszentrum bleiben und das am schnellsten wachsende insgesamt, wobei die AuM voraussichtlich jährlich um 9,1% steigen und bis 2025 1,9 Bio. USD erreichen werden. Die Schweiz wird ein moderates AuM-Wachstum von nur 3,2% verzeichnen. Die Zuflüsse aus Deutschland, Frankreich und Italien bleiben gering, Rückgänge in diesen Bereichen werden jedoch durch steigende Zuflüsse aus den Wachstumsmärkten teilweise kompensiert. Im Jahr 2020 machten neue Wachstumsmärkte 59% der grenzüberschreitenden verwalteten Vermögen der Schweiz aus, und es wird erwartet, dass sie bis 2025 61% ausmachen werden.
Alternative Anlagen im Vordergrund
Viele Vermögensverwaltungskunden nutzten im Jahr 2020 alternative Anlagen, um höhere Renditen zu erzielen, und wandten sich von niedrig verzinslichen Anleihen ab. Als Teil dieses Trends erreichte das Immobilienvermögen, vor allem durch Immobilienbesitz, ein Allzeithoch von 235 Bio. USD. Asien, das die grösste Vermögenskonzentration in Realvermögen aufweist (84 Bio. USD, 64% des regionalen Gesamtvermögens), wird laut dem Report in den kommenden Jahren ein Wachstum der Finanzvermögenswerte verzeichnen, welches das Wachstum des Realvermögens (7,9% gegenüber 6,7%) übersteigen wird. Insbesondere Investmentfonds in der Region werden mit einer prognostizierten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 11,6% bis 2025 zur am schnellsten wachsenden Finanzanlageklasse. Gefolgt wird Asien beim Sachwertanteil von Westeuropa (55 %, 64 Bio. USD). In Nordamerika machen Sachwerte nur 28% des Reichtums der Region aus, die restlichen 72% oder 111 Bio. USD sind Finanzanlagen.
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