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Der Mensch ist nach humanistischer Ansicht bestrebt, seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zu entfalten. Er ist fähig, seine Lebensbedingungen und seine Umwelt aktiv selbst zu gestalten und bewusst über die Möglichkeiten seines Handelns zu entscheiden. Zwar beeinflussen Anlagen und Umwelteinflüsse das Erleben und Verhalten, doch in erster Linie kommt es darauf an, was der Mensch aus diesen Einflüsssen macht. Nicht die objektiven Gegebenheiten der Umwelt sind für das menschliche Erleben und Verhalten massgeblich, sondern die Art und Weise, wie diese subjektiv wahrgenommen und interpretiert werden.
Grundannahmen der humanistischen Psychologie:
- Subjetive Wahrnehmung: Der Mensch nimmt seine Umwelt durch „die Brille“ seiner ganz persönlichen Lebens- und Lerngeschichte wahr und interpretiert sie willkürlich. Er kreiert seine Realität selbst.
- Streben nach Autonomie: Der Mensch strebt nach Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit.
- Streben nach Selbstverwirklichung: Der Mensch hat das Bedürfnis, seine eigenen Möglichkeiten zu verwirklichen und auszuschöpfen.
- Ganzheitlichkeit: Der Mensch ist eine in sich geschlossene Einheit, die unteilbar ist und Ausgeglichenheit anstrebt. Wird diese Einheit gestört, so entstehen körperliche oder seelische Probleme.
- Menschliches Erleben und Verhalten sind ziel- und sinnorientiert.