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Der Lamborghini Urraco überzeugte von Anfang an durch die Einführung innovativer technischen Lösungen, für die Paolo Stanzani, damals technischer Leiter bei Lamborghini, verantwortlich war. Das Design stammte von Marcello Gandini, damals Designer bei der Carrozzeria Bertone. Der Urraco ist ein schnelles Coupé mit 2+2 Sitzen, einem V8-Mittelmotor und unabhängigen Aufhängungen mit MacPherson-Federbeinen an allen vier Rädern, eine Lösung, die erstmals in dieser Form im Automobilbereich eingesetzt wurde. Völlig neu war auch der mit einer Einzelnockenwelle pro Zylinderreihe ausgestattete V8-Motor des Urraco, der mit 2,5 Litern Hubraum und einer Leistung von 220 PS bei 7800/min für eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h sorgte. Prägend für seine technische Bedeutung war zudem der Einsatz eines «Heron-Kopfes», bei dem der Brennraum vollständig im Kolbenboden liegt und der Zylinderkopf innen komplett eben ist. Mit dieser Lösung liess sich ohne Mehrkosten ein höheres Verdichtungsverhältnis erreichen. Eine weitere Neuheit für Lamborghini waren die vier Weber-Doppelvergaser vom Typ 40 IDF1. Innovativ war auch, dass für die Produktion schon von den ersten Projektphasen an weit weniger handwerkliche Schritte vorgesehen waren als dies bei anderen Lamborghini Modellen der Fall war.
Die Geburt des Urraco geht auf das Bestreben von Ferruccio Lamborghini zurück, die Fahrzeugproduktion auszuweiten und Lamborghini einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, auch wenn nur geringe Stückzahlen geplant waren. Bei einer Länge von nur 4,25 Metern besticht der Urraco durch die innovative Gestaltung des Innenraumes, die Form des Armaturenbretts, die Position der Instrumente und das schüsselförmige Lenkrad.
Das als Urraco P250 vorgestellte Coupé wurde von 1970 bis 1976 produziert. Das «P» steht für «posteriore», also die hintere Position des Motors, und 250 für den Hubraum (2,5 Liter). Auf dem Turiner Autosalon 1974 wurde speziell für den italienischen Markt der Urraco in der Version P200 mit kleinerem Hubraum (1994 cm³, 182 PS) präsentiert, der von 1975 bis 1977 produziert wurde. Die Version P300 (2996 cm³, 265 PS) wurde 1974 vorgestellt und von 1975 bis 1979 produziert.
Produzierte Stückzahl P250 Urraco, 1970-1976: 520; P200 Urraco, 1974-1977: 66; P300 Urraco, 1975-1979: 190.