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Philosophie
Freiburger Profil
Die Doktoratsausbildung des Departements Philosophie der Universität Freiburg hebt sich ab durch die Verschiedenartigkeit der verwendeten Methoden und die breit gestreuten untersuchten philosophischen Themen und Strömungen. Das Departement erhält regelmässig Forschungsmittel, mit denen die Doktoratsausbildung finanziert und Forschungsgruppen gebildet werden können, an denen sich die Lehrkräfte des Departements sowie zahlreiche erfahrene Forscherinnen und Forscher beteiligen. Die Doktorandinnen und Doktoranden werden von den für die Forschungsbereiche verantwortlichen Professorinnen und Professoren betreut. Sie besuchen Seminare, präsentieren Ihre Arbeit in den wöchentlichen Forschungskolloquien und nehmen an den gemeinsam mit anderen schweizerischen und ausländischen Universitäten organisierten Doktoratsaktivitäten teil. Die Ausbildung teilt sich in verschiedene Bereiche, in denen sich viele Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ergeben.
Im Gebiet Antike Philosophie können Dissertationen über griechisches und römisches Denken von der vorsokratischen Philosophie bis zur byzantinischen Zeit betreut werden. Die Rezeption der Antike Philosophie in der Philosophie der Renaissance ist ein willkommenes Thema. Die Forschung konzentriert sich auf den Platonismus (Platon, Platonische Akademie, Mittelplatonismus, Plotin, später Neuplatonismus, jüdischer und christlicher Platonismus). Wir unterstützen Forschungsprojekte aus den Bereichen Metaphysik, Kosmologie und Physik, Erkenntnistheorie, Psychologie und Ethik. Altgriechisch- und/oder Lateinkenntnisse sind erforderlich. Die Doktorandinnen und Doktoranden nehmen an der gemeinsam mit den Universitäten Lausanne und Genf organisierten Doktoratsschule in antiker und mittelalterlicher Philosophie teil.
Die bevorzugten Forschungsschwerpunkte im Gebiet Philosophie des Mittelalters sind Naturphilosophie, Metaphysik, Epistemologie, Anthropologie und Ethik des 12. bis 15. Jahrhunderts. Lateinkenntnisse sind erforderlich. Die Doktorandinnen und Doktoranden absolvieren ein Doktoratsprogramm, das sich in die beiden Teile «Bildung» und «Erfahrungsaustausch» gliedert und in Form von Doktoratsschulen oder Forschungsseminaren organisiert ist. In diesem Programm werden die wissenschaftlichen Fähigkeiten vertieft, neue methodologische Werkzeuge erlernt und der konstruktive Austausch mit den Spezialisten und anderen Doktorandinnen und Doktoranden gefördert. Die Doktorandinnen und Doktoranden in der Philosophie des Mittelalters können auch auf die Doktoratsprogramme des Mediävistischen Instituts und der CUSO (Programme Doctoral Romand en Philosophie) zugreifen. Diese umfassen eine breite Auswahl von Aktivitäten zu spezifischen Aspekten der mittelalterlichen Kultur, darunter die Transmission und Edition von Texten.
Die Forschung im Gebiet der neuzeitlichen und zeitgenössischen Philosophie umfasst zwei Ansätze mit starkem Einfluss auf die zeitgenössische Philosophie: die Phänomenologie und die sogenannte «analytische» Philosophie. Forschung und Doktoratsausbildung erstrecken sich in gleichem Masse auf den historischen Ursprung dieser beiden Traditionen und die theoretische Entwicklung der in diesem Rahmen aufgekommenen Fragen. Die in diesem Sinne angeschnittenen Themen konzentrieren sich auf die Beziehung zwischen der Subjektivität der Erfahrung und der Objektivität der Erkenntnis. Diese Fragen werden sowohl aus der theoretischen Perspektive, im Rahmen der Studie des kognitiven Verhaltens, als auch aus der praktischen Perspektive, in der Analyse der Rationalität des Handelns, bearbeitet.
Im Mittelpunkt der Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes und der Humanwissenschaften stehen Fragen zum ontologischen Status der Person und allgemeiner zur Natur erlebender Subjekte. In diese Bereiche fallen die Thematiken des phänomenalen Bewusstseins, der Identität und der Individualität bewusstseinsfähiger Wesen, der Selbsterkenntnis, der Handlungserfahrung und des freien Willens, die Rolle der Emotionen im menschlichen Handeln, die Beziehung zwischen Sprache und Denken sowie zwischen Phänomenologie und Intentionalität. In Freiburg wird in diesem Bereich ein systematischer Philosophieansatz praktiziert, der der rationalen Intuition und der phänomenologischen Reflexion Gewicht gibt. Auch Vorschläge für Doktoratsprojekte aus der Philosophie des Geistes, der Sprachphilosophie, aus der Epistemologie, der Ontologie und der Metaphysik sowie aus der Schnittstelle zwischen der Philosophie und der Kognitionswissenschaft sind willkommen.
Für Doktoranden in den Bereichen Ethik und politische Philosophie und Kulturphilosophie, Ästhetik und Philosophie in Osteuropa und Russland besteht Gelegenheit, an drei bis vier Vorträgen von auswärtigen Referenten pro Semester teilzunehmen. Für Masterstudierende und Doktoranden wird gegen Ende des Semesters ein eintägiges Kolloquium organisiert, zur Darstellung von Master- und Dissertationsprojekten und zum Austausch unter den fortgeschrittenen Studierenden und den Doktoranden. Ein beachtlicher Teil der Doktorandenbetreuung findet in Form individueller Betreuung durch Professoren und andere Mitglieder des Lehrkörpers statt. Dabei wird dem Pluralismus der Methoden und Problemstellungen Rechnung getragen. Die Themen sind weit gestreut und reichen von Arbeiten zur Geschichte der theoretischen und praktischen Philosophie der Neuzeit, der Kulturphilosophie, Ästhetik und Philosophie in Osteuropa und Russland und der politischen Philosophie und Ethik.
Professoren, die berechtigt sind, Dissertationen zu betreuen
- Prof. Filip Karfik
Spezialisierungsbereiche:
– Platon
– Plotin
– Metaphysik
– Seelenlehre
– Kosmologie
- Prof. Tiziana Suarez-Nani
Spezialisierungsbereiche:
– Metaphysik
– Naturphilosophie und Epistemologie des 13. und 14. Jahrhunderts
- Prof. Gianfranco Soldati
Spezialisierungsbereiche:
– Phänomenologie
– Erkenntnistheorie
- Prof. Martine Nida-Rümelin
Spezialisierungsbereiche:
– Phänomenales Bewusstsein
– Identität und Individualität der bewussten Wesen
- Prof. Jean-Claude Wolf
Spezialisierungsbereiche:
– Politische Philosophie
– Ethik
- Prof. Edward Swiderski
Spezialisierungsbereiche:
– Kulturphilosophie
– Ästhetik und Philosophie in Osteuropa und Russland
Studienaufbau
Studienstruktur
ECTS-Kreditpunkte können erworben werden.
Doktoratsschule
Zulassung
Die Zulassung zum Doktorat setzt einen universitären Bachelor- und Masterabschluss oder einen gleichwertigen Studienabschluss einer von der Universität Freiburg anerkannten Universität voraus.
Es wird empfohlen, vor der Anmeldung eine Professorin oder einen Professor zu kontaktieren, die oder der bereit ist, die Dissertation zu betreuen.
Es besteht kein Anspruch darauf, zum Doktorat zugelassen zu werden.
Die jeweiligen Zulassungsbedingungen der einzelnen Doktorats-Studienprogramme bleiben vorbehalten.