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<h2>SubmittedText<h2><p>Die Schweiz ist das Schokoladeland schlechthin. Unsere Unternehmen stellen weltweit geschätzte Markenprodukte her und verarbeiten dafür viel der globalen Kakaoernte. Die süsse Erfolgsgeschichte hat immer noch einen bitteren Nebengeschmack: Teilweise werden für den Kakaoanbau Regenwälder gerodet und für die Ernte immer wieder Kinder- und Sklavenarbeiter eingesetzt.</p><p>An der ersten Welt-Kakaokonferenz 2012 hat sich die Schweiz deshalb verpflichtet, ihren Beitrag zur Verbesserung des Umweltschutzes und der Arbeitsbedingungen vor Ort zu leisten. Das Seco hat 2014 eine Dialogrunde mit Vertretern des Bundes, der Industrie und der Zivilgesellschaft ins Leben gerufen und eine Absichtserklärung zur Gründung einer "Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao" erarbeitet.</p><p>Die Stossrichtung ist wichtig für unsere Qualitätsprodukte und unseren Ruf, es stellen sich noch Fragen: </p><p>1. Die Schweizer Plattform fokussiert auf Importe. Mit diesem Fokus wird ein Wirkungshebel verfehlt: Ein Bruchteil des von Schweizer Firmen verarbeiteten Kakaos wird in die Schweiz importiert. Die Plattform könnte auch bei den global geltenden Beschaffungsstandards und -praktiken der Schweizer "Schoggi"-Unternehmen ansetzen; dies, um die Reputation unserer Schweizer Firmen zu stärken.</p><p>Wie beabsichtigt der Bundesrat die von Schweizer Firmen im Ausland produzierte Schokolade in die Nachhaltigkeitsabsichten der Plattform zu integrieren?</p><p>2. Die Absichtserklärung hält fest, dass sich die Kakaoplattform dafür einsetzt, einen messbaren Beitrag zu relevanten Sustainable Development Goals (SDG) zu leisten. Welche konkreten Wirkungen sollen mit dem "80-Prozent-Nachhaltigkeitsziel" angestrebt werden? Wie setzt sich das Seco im Rahmen der Plattform ein, damit konkrete und ambitionierte Wirkungsziele definiert werden?</p><p>3. Das Seco unterstützt die Arbeit der International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance (Iseal). Diese hat international geltende Leitfäden für die effektive und glaubwürdige Standardsetzung und -kommunikation definiert.</p><p>Inwieweit werden diese Leitfäden im Rahmen der Kakaoplattform umgesetzt?</p><p>4. Was gedenkt der Bundesrat zu tun, wenn sich die Kakaoplattform als wenig wirksam erweist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Das in der Absichtserklärung (siehe z. B. <a href="http://www.kakaoplattform.ch">www.kakaoplattform.ch</a>) festgelegte Beschaffungsziel von 80 Prozent an nachhaltig produzierten Importen von kakaohaltigen Produkten ist ambitiös und geht über vergleichbare bestehende Initiativen hinaus. Das Deutsche Referenzmodell (Forum Nachhaltiger Kakao) beispielsweise berücksichtigt bei einem tiefer angelegten Prozentsatz nur Kakaoendprodukte. Für die Schweiz gilt, dass ein Grossteil der im Inland produzierten Schokolade wiederum exportiert wird, wodurch sich auch eine internationale Dimension berücksichtigen lässt. Der Fokus auf Importe versteht sich daher als realistische Einschätzung der globalen Reichweite der Schweizer Plattform.</p><p>Gleichzeitig bedingt das Erreichen des Beschaffungsziels das Mitwirken sämtlicher involvierten Akteure. Dies umfasst auch die Nachhaltigkeitsengagements von Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette, welche ihre Tätigkeiten nicht nur auf den Import in die Schweiz auslegen. Mittelfristig soll eine mögliche Vorreiterrolle der Schweiz zur Verbreitung von nachhaltigen Praktiken in der Industrie beitragen und die Reputation der Schweizer Schokoladenfirmen stärken.</p><p>2. Das Beschaffungsziel ist eng mit Nachhaltigkeitsstandards verbunden. Letztere sind ein wirksames Marktinstrument, um das weite Konzept der Nachhaltigkeit in spezifische Massnahmen herunterzubrechen. Anerkannte Zertifizierungsorganisationen wie Rainforest Alliance, UTZ oder Fairtrade setzen beispielsweise ein unmittelbares Engagement zur Verhinderung der Abholzung und der Kinderarbeit oder auch zur Förderung von guten Arbeitsbedingungen voraus. Für die Verbesserung der Lebensstandards der Kakaobauern - das Hauptziel der Plattform - sind neben der nachhaltigen Beschaffung jedoch noch weitere Anstrengungen notwendig. Im Rahmen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung ist das Seco bestrebt, Initiativen des Privatsektors aus dem Umfeld der Kakaoplattform mit konkreten Beiträgen zu den formulierten Zielen zu fördern. Diese Initiativen sollen Massnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Produzenten verfolgen, welche über die nachhaltige Beschaffung hinausgehen, wie z. B. Zugang zu Finanzierungsinstrumenten oder der Umgang mit erhöhtem Kadmiumgehalt in Kakaobohnen. Für die Beurteilung der Wirksamkeit dieser Massnahmen ist ein einheitliches Messverfahren von zentraler Bedeutung. Dieses wird gegenwärtig auf Basis bestehender und international anerkannter Indikatoren von unabhängigen Experten erarbeitet.</p><p>3.<b></b>Die Glaubwürdigkeitsprinzipien der Dachorganisation Iseal, wie etwa Nachhaltigkeit, Transparenz oder Unparteilichkeit der Standardsetzung, stellen für die Kakaoplattform einen wichtigen Orientierungsrahmen dar. Die Anwendung der Iseal-Prinzipien soll im Rahmen der Plattform dazu beitragen, die Vielzahl bestehender Nachhaltigkeitskriterien weiter zu vereinfachen und zu harmonisieren.</p><p>4. Die Kakaoplattform verfolgt ein langfristiges Engagement. Das Seco bringt sich aktiv in den Austausch ein und wird die künftige Entwicklung der Plattform konstruktiv begleiten, um deren dauerhaften Erfolg sicherzustellen. Die Zusammenarbeit verschiedener Akteure hin zu gemeinsam definierten Zielen soll kontinuierliche Verbesserung ermöglichen. Erkenntnisse aus der bisherigen Kooperation sollen laufend und zeitnah in den weiteren Prozess einfliessen. Das Seco wird das Engagement der Kakaoplattform zu einem späteren Zeitpunkt unabhängig überprüfen lassen.</p>  Antwort des Bundesrates.