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Mit der Zeit gelang es ihnen, eine eigene kleine Herrschaft zu gründen, die sich über Munzach, Frenkendorf und Füllinsdorf
erstreckte, und zu der auch zahlreiche Leibeigene in Pratteln, Liestal, Augst, Nuglar, Lupsingen, Nunningen,
Büren und Rheinfelden gehörten. Schon vor dem grossen Erdbeben von 1356, das ihre Burg in Trümmer legte, verarmten sie und
waren genötigt, ihre wichtigsten Güter zu veräussern. So verkaufte in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts Johannes
von Schauenburg das Dorf Füllinsdorf den Grafen von Froburg und am dessen Schwager Ulrich von
Büttinkon und seine Gemahlin Adelheid von Schauenburg einen grossen Teil der Hörigen dem Bischof von Basel.
Bald darauf verschwindet
das Geschlecht aus der Geschichte. Im Jahr 1428 belehnte Hans von Falkenstein, Inhaber der Landgrafschaft Sisgau, den
Hemmann von Offenburg mit der HerrschaftSchauenburg, nämlich den grossen und kleinen, hohen und niedern Gerichten, der Herrlichkeit
und den Wildbännen der beiden FestenAlt- und Neuschauenburg und dem Burgstall, d. h. der verfallenen Burg nebst der Herrlichkeit
zu Böckten, ausgenommen die Rechte, welche hier die Truchsess von Rheinfelden besassen.
Dem gleichen Hemmann von Offenburg verpfändete am der Bischof von Basel
auch noch die Gerichte,
Zwing und Bann von Munzach, Frenkendorf und Füllinsdorf und verschiedene Zinsen und Zehnten. Dieses Lehen übertrug zwar am Bischof
Friedrich von Basel
der Stadt Basel; doch in Schauenburg oder wenigstens in einem der drei Teile Burg, Alt- und
Neuschauenburg behaupteten sich die Offenburger noch über 200 Jahre. Zuerst verloren sie Neuschauenburg, das schon im 15. Jahrhundert
einen Bestandteil der HerrschaftEptingen-Pratteln bildete.
Dann übergab am Ritter Hans Bernhard von Eptingen dem Bruder Hans Marti aus dem Kloster Mölk
(im Passauer Bistum) das Bruderhaus zu Schauenburg. Später sassen Schwestern vom
RotenHaus darin, und diesen gehörte seit 1504 auch
das Schlossgut. Doch gerieten sie mit der Gemeinde Frenkendorf in einen Konflikt, der seinen Abschluss in einem leider undatierten
Vertrage fand, in welchem Mutter Agnes Stinglerin für ihr Vieh freies Weidrecht und den Holzschlag zu
ihrem eigenen Bedarf behauptete. 1523 war Eglin Offenburg wieder Besitzer des Burgstalls, und im Bauernkrieg von 1525 wurde
auch das Klösterlein verlassen und nie wieder besiedelt.
Von da an war Neuschauenburg Privatgut und kam in verschiedene Hände. 1544 hatte es Jakob Hiltenbrand und am
Ende des 17. Jahrhunderts Junker Dräss inne. Des letztern Gattin entdeckte 1691 eine Mineralquelle, und es entstand mit Einwilligung
der Stadt Basel das Bad Neuschauenburg. Dieses erfreute sich im 18. Jahrhundert eines guten Rufes, und es strömten viele Leute
dahin, die mit unreinem Blut oder allerlei Hautkrankheiten behaftet waren. Doch war es 1805 nach dem
Zeugnis von Markus Lutz ganz in Abgang gekommen.
Viel bekannter und bedeutender als Neuschauenburg ist Altschauenburg geworden, wo 1650 zum erstenmal gebadet wurde. Um das
Jahr 1700 besass es Philipp Roschet, Bürger zu Basel,
dem im Jahr 1706 vom Rate dieser Stadt bewilligt wurde, im
Winter sein Wirtschaftsschild niederzulegen, um Befreiung vom gewöhnlichen Weinumgeld zu erlangen. Auch Altschauenburg bewahrte
seinen herrschaftlichen Charakter. Es hatte freies Weiderecht für sein Vieh und genügend Holz. Nur wiesen dies seit 1594 die
Einungsmeister oder der Gemeinderat von Liestal an gegen eine Gebühr von einem Gulden für Speise und Trank.
Heute zählt Schauenburg wegen seiner trefflichen Lage und seiner Solbäder zu den bedeutendsten Kurorten der Landschaft
Basel.