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Die amtliche schweizerische Rechtschreibung unterscheidet sich, auch heute noch, in einigen Punkten von der amtlichen deutschen Rechtschreibung.
Der erste Versuch einer Rechtsschreibreform im Jahr 1876 ist zwar (insbesondere am deutschen Reichskanzler Bismarck) gescheitert, doch hat die Schweiz sehr viele Dinge aus dieser Rechtschreibreform übernommen. So gab es in der Schweiz vor 1876 kein "tz", es wurde nur das "z" geschrieben; ebenso das "ck" das nur als "k" wiedergegeben wurde. In der Schweiz wurden aber bereits nach 1876 die meisten Worte mit "K" geschrieben, während in Deutschland noch an der gleichen Stelle bis 1902 das "C" verwendet wurde (symptomatisch ist das Wort Cantone, Kantone).
Auch hat die Schweiz es bereits 1876 aufgegeben, die amtlichen deutschen Texte in Fraktura zu veröffentlichen, sondern hat die lateinischen Buchstaben verwendet (in Deutschland erst seit 1943).
Die gemeinsame Rechtschreibung ist erst seit 1901, infolge der vorletzten großen Rechtschreibreform amtlich vorgeschrieben. Vorher war die schweizerische Rechtschreibung gegenüber der deutschen noch wesentlich unterschiedlicher; dies hat sich durch die Durchführung der größten Teile der ansonsten gescheiterten Rechtschreibreform von 1876 noch verstärkt.
Die Texte der Verfassungen aus Druckerzeugnissen von vor 1906 wurden stets in der dort verwendeten Rechtschreibung übertragen. Aus deutschen Büchern stammt die deutsche Rechtschreibung, aus schweizerischen amtlichen und nichtamtlichen Druckerzeugnissen die schweizerische Rechtschreibung.
In der Zeit zwischen 1903 und 1905 gab es sehr wenige Unterschiede in der amtlichen deutschen und schweizerischen Rechtschreibung, da die Schweiz keine Ausnahme mit den anderen deutschsprachigen Ländern vereinbarte.
In der Schweiz wurde das "ß" nie formal abgeschafft, doch wurde es im allgemeinen Gebrauch immer mehr durch "ss" ersetzt, was bis heute so ist. Deshalb betrifft die Schweiz ein Teil der Rechtschreibreform von 1998 auch überhaupt nicht. Hierzu ist aber wiederum zu bemerken, dass im Schweizerischen Bundesblatt bereits seit 1906 eine Schreibweise ohne jegliches "ß" verwendet wird, in einigen Kantonen aber noch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts noch das "ß" regelmäßig verwendet wurde.
© 4. Juni 2005 - 27. Oktober 2005
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