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Militärgeschichte der Sperrlinie Etzel
Streng geheim waren sie bis vor wenigen Jahre, die Bunker und Festungen rund um den Etzel. Nun steht ein Teil dieser Anlagen, nach fachgerechter Restaurierung unter der Leitung der Stiftung Schwyzer Festungswerke für Besichtigungen offen.
Am 17.08.1940 wurde die 6. Division unter ihrem Kommandanten Divisionär Constam dem damaligen 4. Armeekorps unterstellt, nachdem diese vorher im Abschnitt Limmattal im Einsatz stand. Sie übernahm damals gemäss Operationsbefehl vom 14.09.1940 den Frontabschnitt vom Sihlgraben Etzel bis zum Zuger- und Vierwaldstättersee.
Innerhalb dieses Dispositives hatte die Sperre Schindellegi des Füs Bat 70 (gehörte damals zum Inf Rgt 28) die Aufgabe, einen gegnerischen Durchbruch mit mechanisierten Mitteln und Infanterie aus dem Zürichseegebiet über die Sihl nach der Innerschweiz zu verhindern. Die Befestigungsbauten in diesem Abschnitt bestanden aus zwei 7,5 cm Kann 03 Panzerabwehr- und sechs Maschinengewehr-Bunkern sowie drei Unterständen. Für die Unterkunft der Wehrmänner wurden im Leitermoos acht Baracken für total 214 Mann erstellt.
Bedeutung und Einsatz der Sperrlinie Etzel
Bunker Schindellegi 6 (A 7149)
Der zweistöckige Bunker Schindellegi 6 (A 7149) hatte die Aufgabe, mit dem Maschinengewehr rechts die Infanterie im Raum Friesschwand zu vernichten, sowie A 7147 zu flankieren; mit dem Maschinengewehr links die aus Richtung Schindellegi vorrückende Infanterie zu vernichten.
Er besteht aus je einem Vor- und Kampfraum und zwei Beobachtungs- und Maschinengewehr-Ständen.
Bunker Kaltenboden 2 (A 7147)
Der zweistöckige Bunker Kaltenboden 2 (A 7147) hatte die Aufgabe, Panzer südlich der Bahnlinie zu vernichten. Er war einer von drei Anlagen im Raume Schindellegi/Biberbrücke, die mit einer 7,5 cm Kanone 03 während des Aktivdienstes ausgerüstet wurden.
Nach dem Aktivdienst wurden alle 7,5 cm Kanonen im Bunker umgerüstet. Es wurde damals die 4,7 cm Panzerabwehrkanone 41 auf Pivotlafette eingebaut. In den 60iger Jahren wurden Letztere durch die 9 cm Panzerabwehrkanone 50/57 dann ersetzt.
Oft wurden solche Anlagen von der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt, bis man direkt vor ihnen stand. Manchmal entdeckte man auch vorerst nur ein Schild mit dem Hinweis ’Fotografieren streng verboten’. Über Jahre hinweg haben Wehrmänner in diesen Anlagen Dienst geleistet und durften zu Hause nicht oder kaum erzählen, wie es drinnen aussah.
Mitte bis Ende des letzten Jahrhunderts wurden die Anlagen ausgemustert, die Truppen verschwanden und die Anlagen stehen seither leer, wurden teilweise rückgebaut oder auch umgenutzt.
Die wieder Instand gestellten Bunker in Schindellegi gehören der Stiftung Schwyzer Festungswerke. Es ist das Ziel der Stiftung, einige ausgewählte und repräsentative Anlagen im Kanton Schwyz der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.
Deshalb ist geplant, den Hauptartilleriebeobachtungsposten der 7. Division auf dem Etzel-Kulm instand zu setzen und auch diesen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.