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Die Formulierung der Forschungsfrage stellt einen Schlüsselpunkt für den Erfolg einer empirischen Untersuchung und eine Art Ankerpunkt dar, an dem sich orientiert und zu dem jederzeit zurückkommen werden kann. Während in der quantitativen Forschung Hypothesen den Ausgangspunkt einer Forschungsarbeit darstellen und geprüft werden sollen, spielen sie in der qualitativen Forschung eine untergeordnete Rolle. Hier nehmen sie, wenn überhaupt, die Funktion einer Vorannahme oder Arbeitshypothese an, an der sich der die Forscherinnen und Forscher orientieren.
Anforderungen an die Forschungsfrage
Die Fragestellung dient der Eingrenzung des Themas: Was soll bearbeitet werden was nicht? Die Forschungsfrage stellt eine Reduktion der vielen interessanten Aspekte des Themas auf ein handhabbares Maß dar. Sie richtet die Aufmerksamkeit auf ungeklärte Aspekte. Oft ist schon viel Wissen über ein Thema aus vergangener Forschung, Literatur etc. vorhanden. Die Fragestellung zeigt, was noch ungeklärt ist. Eine gute Forschungsfrage dient der Arbeit auch als roten Faden.
Häufig sind die vom Auftraggeber formulierten Fragestellungen und Ziele recht vage oder auch unrealistisch. Dann wird es erforderlich sein, in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber die Forschungsziele zu präzisieren (Diekmann, 1995)
Eine gute Fragestellung
… definiert den Gegenstandsbereich der Frage;
… enthält keine vagen Formulierungen, sondern präzise Begriffe;
… sagt aus, was zum Thema gehört und was nicht (Abgrenzung);
… ist offen formuliert (keine Ja-nein-Fragen);
… gipfelt in einer verständlich formulierten Frage (eine Hauptfrage, evtl. versch. Unterfragen);
… ist beantwortbar (voraussichtlich). (Dahinden, 2006)
Vom Thema zur Forschungsfrage
In den meisten Fällen muss das Thema noch eingegrenzt werden. Die Einengung kann ganz pragmatisch mit den bekannten fünf „W-Fragen“ (Wer? Was? Wann? Wo? Warum?) beginnen.
Eine andere Variante ist die Anfertigung eines Mindmaps, womit verschiedene Unterthemen gesammelt werden. Diese einzelnen Teilthemen können wiederum separat betrachtet auf ihren Beitrag, Sinn und Zweck untersucht werden. Danach könnte die Beziehung der Teilthemen untereinander betrachtet und versucht werden, z.B. nach logische Schlüssen, zeitliche Abhängigkeiten, nach historischen Veränderungen, Entstehungszusammenhängen, Phasen und Veränderungen zu suchen. (Diekmann, 1995)
Forschungsziele / Nutzen / Art der Ergebnisse
Neben der Beschreibung der Problemstellung und Formulierung der Forschungsfrage sollten auch konkrete Untersuchungsziele erarbeitet und der Nutzen dargestellt werden. Die theoretische Relevanz belegt, inwieweit die Arbeit einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs leistet. Im Rahmen der praktischen Relevanz wird die Arbeit in den Kontext von Unternehmen bzw. Organisationen eingeordnet. Allgemeine Untersuchungsziele können Vergleiche, Analysen, Theoriebildung, aber auch Literaturverarbeitungen oder Beschreibungen sein.
Obwohl die Ergebnisse erst am Schluss der Bearbeitung vorliegen, ist es sinnvoll, sich schon von Beginn an Gedanken darüber zu machen, was am Ende herauskommen könnte oder sollte. Dadurch wird deutlich, was mit der empirischen Untersuchung erreicht werden soll und vermieden, sich in Nebensächlichkeiten verlieren.