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Drei neue Grundszenarien wurden berechnet. Das Referenzszenario (A-00-2015) schreibt die Entwicklungen der letzten Jahre fort. Das «hohe» Szenario (B-00-2015) beruht auf einer Kombination von Hypothesen, die das Bevölkerungswachstum begünstigen, während das «tiefe» Szenario (C-00-2015) Hypothesen kombiniert, die dem Bevölkerungswachstum weniger förderlich sind.
Seit 1984 erstellt das Bundesamt für Statistik (BFS) im Auftrag des Bundesrates und in Zusammenarbeit mit anderen Bundesstellen periodisch Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz. Mit den im Juni 2015 veröffentlichten Szenarien 2015 bis 2045 liegt nun die siebte Serie der Bevölkerungsszenarien vor. Die Szenarien zur demografischen Entwicklung werden - wie in der früheren Serie - durch Vorausschätzungen zur Entwicklung der Erwerbsbevölkerung und durch Hypothesen zum Bildungsniveau ergänzt.
Hypothesen Schweiz-Szenarien 2015 - 2045
Die unter dem Namen Bevölkerungsfortschreibung bekannte Berechnungsweise der demografischen Szenarien, auch Komponentenmethode genannt, beruht auf der Wahl von bestimmten Hypothesen über die zukünftige Entwicklung der Fruchtbarkeit, der Sterblichkeit, der Ein- und Auswanderungen sowie des Erwerbs des Schweizer Bürgerrechts.
Ständige Wohbevölkerung nach den drei Grundszenarien
Das Referenzszenario rechnet mit einem weiteren Anstieg der Wohnbevölkerung bis 2045 auf ungefähr 10,2 Millionen Personen. Das «hohe» Szenario geht von einem raschen Wachstum der Bevölkerung aus. Dabei wird Ende 2045 eine Einwohnerzahl von 11,0 Millionen Personen erreicht. Das «tiefe» Szenario führt zu einem mehr langsamen Bevölkerungswachstum. Ende 2045 wird eine Einwohnerzahl von 9,4 Millionen Personen erreicht.
|Referenzszenario
||Hohes Szenario
||Tiefes Szenario

|2015||8 339.5||8 352.8||8 326.0|
|2020||8 757.6||8 895.6||8 626.0|
|2025||9 159.9||9 446.0||8 889.6|
|2030||9 541.5||9 988.1||9 117.7|
|2035||9 857.0||10 459.6||9 280.3|
|2040||10 044.3||10 776.0||9 340.3|
|2045||10 176.1||11 032.5||9 352.1|
Entwicklung der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz
Die Bevölkerung in der Schweiz ist seit 1985, mit rund 6.5 Mio. Einwohnern, stark angestiegen und erreichte 2016 insgesamt 8.3 Mio. Einwohner. Die Szenarien zeigen auf, dass sich dieser Trend weiterhin verstärkt. Laut Referenzszenario wird die Bevölkerung in der Schweiz 2045 über 10 Mio. Einwohner zählen.
Alterspyramide der Schweiz
In den kommenden dreissig Jahren verändert sich die Alterspyramide. Aus der Tanne wird eine Art Urne. Gemäss allen Szenarien verbreitert sich die Spitze der Alterspyramide immer weiter, da die Babyboom-Generationen in die höheren Altersklassen eintreten. Hingegen kann sich der Sockel der Alterspyramide entweder verbreitern, wenn es mehr Geburten gibt, oder bei einem Geburtenrückgang auch schmaler werden.
Geschlechts- und Altersstruktur
Die Altersstruktur der Schweizer Bevölkerung erfährt in den kommenden Jahrzehnten beträchtliche Veränderungen. Ursachen dieser Alterung in den nächsten 30 Jahren sind zum einen der Rückgang der Geburtenzahlen in den vergangenen Jahrzehnten, zum anderen die geburtenstarken Jahrgänge, die zwischen 1950 und 1970 in der Schweiz geboren oder in diesem Zeitraum und bis heute in die Schweiz eingewandert sind. Durch die fortlaufende Erhöhung der Lebenserwartung, die dazu führt, dass ein grösserer Anteil Personen ein hohes Alter erreicht, verstärkt sich die Bevölkerungsalterung zusätzlich. Aufgrund der auf einem tiefen Niveau stagnierenden Geburtenhäufigkeit und der fortlaufend sinkenden Sterblichkeitsraten nach 2045 wird der Anteil der älteren Personen auch dann noch hoch bleiben, wenn die Babyboom-Generation in über 50 Jahren nicht mehr lebt.
Das Referenzszenario geht davon aus, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren in den nächsten 30 Jahren leicht ansteigt. Sie erhöht sich von 1,67 Millionen im Jahr 2015 auf 1,88 Millionen im Jahr 2030 und auf 1,90 Millionen im Jahr 2045. Ihre Anzahl nimmt allerdings weniger schnell zu als die der Personen ab 20 Jahren und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung sinkt von 20,0% im Jahr 2015 auf 19,7% im Jahr 2030 und auf 18,6% im Jahr 2045.
Szenarien und Varianten
Die Kombination der Hypothesen von Referenz ergibt das Referenzszenario A-00-2015, die Kombination der hohen Hypothesen das «hohe» Szenario B-00-2015 und die Kombination der tiefen Hypothesen das «tiefe» Szenario C-00-2015.
Das Referenzszenario beschreibt die Entwicklung, die für die kommenden Jahrzehnte am plausibelsten erscheint. Das «hohe» und das «tiefe» Szenario geben ihrerseits die plausible Bandbreite der zukünftigen Entwicklung der Wohnbevölkerung und der Erwerbsbevölkerung an.
Zusätzlich zu diesen drei Grundszenarien wurden im Bereich der Bevölkerungsentwicklung 8 Varianten des Referenzszenarios und im Bereich der Erwerbsbevölkerung 7 Varianten berechnet.
|Variante||Veränderte Hypothesen|
|A-01-2015 Höhere Fruchtbarkeit||Fruchtbarkeit hohe Hypothese|
|A-02-2015 Niedrigere Fruchtbarkeit||Fruchtbarkeit tiefe Hypothese|
|A-03-2015 Sehr hohe Fruchtbarkeit||ZGZ 1,87; Durchschnittsalter 31,1|
|A-04-2015 Höhere Lebenserwartung bei Geburt||Sterblichkeit hohe Hypothese|
|A-05-2015 Niedrigere Lebenserwartung bei Geburt||Sterblichkeit tiefe Hypothese|
|A-06-2015 Hoher Wanderungssaldo||Wanderungen hohe Hypothese|
|A-07-2010 Tiefer Wanderungssaldo||Wanderungen tiefe Hypothese|
|A-08-2010 Stabile Wanderungsbewegungen||

Einwanderungen: 180'000;
Auswanderung: konstant
Die Demografischen Indikatoren, Jugend-, Alters- und Gesamtquotient, zeigen die Altersverteilung in der Schweiz auf. Diese Altersverteilung wird durch drei demographische Größen bestimmt: das Geburtenniveau, die Lebenserwartung (bzw. die Überlebensordnung), und das Verhältnis von Ein- und Auswanderungen.
Der Jugend- und Altersquotient zeigen klar auf, dass die Gesamtbevölkerung in der Schweiz schnell altert. So steigt der Altersquotient, d.h. die Anzahl der 65-Jährigen und Älteren pro 100 20- bis 64-Jährige, im Laufe der kommenden Jahrzehnte rasch an. Während Ende 2013 29,1 Personen im Pensionsalter auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter entfielen, sind es Ende 2045 gemäss dem Referenzszenario 48,1 Personen. Dies bedeutet, dass jeder Person im Pensionsalter ungefähr zwei Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen.
|2015||2020||2025||2030||2035
||2040||2045

|Jugendquotient||32.4||32.3||33.3||34.3||34.6||34.4||33.9|
|Altersquotient||29.1||31.4||34.9||39.6||43.6||46.1||48.1|
|Gesamtquotient||61.4||63.6||68.3||73.9||78.2||80.5||82.1|
Der Gesamtquotient, d.h. die Summe von Jugend-und Altersquotient, erhöht sich von 61,4 Personen unter 20 Jahren oder ab 65 Jahren auf 100 Personen im Alter von 20 bis 64 Jahren im Jahr 2015 auf 73,9 im Jahr 2030 und 82,1 im Jahr 2045. Er war 2010 mit 60,7 zum zweiten Mal nach 1991 auf einen historischen Tiefstand gefallen, den er in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr erreichen wird. Für 2045 entsprechen die Werte des «hohen» und des «tiefen» Szenarios mit 81,9 bzw. 82,3 weitgehend demjenigen des Referenzszenarios.
Entwicklung des Altersquotienten
Gemäss dem Referenzszenario liegt der Altersquotient im Jahr 2015 bei 29,1 Personen ab 65 Jahren auf 100 Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. 2030 beträgt er 39,6 und 2045 48,1. Beim «hohen» und beim «tiefen» Szenario beläuft sich der Altersquotient im Jahr 2045 auf 46,3 bzw. 50,0.
Entwicklung der Erwerbsbevölkerung
Die demografischen Faktoren werden die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten massgeblich beeinflussen. Aufgrund der Alterung der Bevölkerung wird das Wachstum der Erwerbsbevölkerung unter demjenigen der Gesamtbevölkerung liegen – unabhängig vom gewählten Szenario.
Die Vorausschätzung der Erwerbsbevölkerung stützt sich auf zwei Projektionen: auf die Vorausschätzung zu den Erwerbsquoten und auf die Vorausschätzung zur Bevölkerungsentwicklung. Die geschätzte Erwerbsbevölkerung ergibt sich, indem diese beiden Vorausschätzungen kombiniert werden.
Eine Reihe von Variablen, welche die alters- und geschlechtsspezifischen Erwerbsquoten erklären, wurden als Determinanten für die Erwerbsbeteiligung verwendet. Dabei handelt es sich um den Anteil der Personen in Ausbildung (nach Ausbildungstyp), die Gliederung der Bevölkerung nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung, die durchschnittliche Kinderzahl, den Anteil der invaliden Personen, den Anteil der Personen im vorzeitigen Ruhestand und den Anteil der Personen, die über das gesetzlich festgelegte Ruhestandsalter hinaus arbeiten. Anschliessend werden Hypothesen über die Entwicklung dieser Merkmale im gesamten Projektionszeitraum erstellt, ausgehend von der Hypothese, dass die Erwerbsquoten auch in den kommenden Jahren von diesen Variablen abhängen werden.Eine Beschreibung der Hypothesen zur Erwerbsbevölkerung ist in der Publikation "Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung der Schweiz 2015-2045" zu finden.
Weiterführende Informationen