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Es begann am Weltcupfinal im April 1996 in Genf. Unter den Gästen war ein hoher UNO-Funktionär aus Malaysia mit seiner pferdebegeisterten Gattin. Sie erzählte vom Interesse in Malaysia und erwähnte einen dortigen Geschäftsmann, dessen drei Kinder ritten und der grosse Pferdesportpläne für Malaysia und die Region Südostasien habe. Es kam zum ersten Kontakt mit Haji Mahamad Fathil mit seinen drei Kindern. Im September 1996 fuhr der Weltcupdirektor zu einem ersten Inspektionsbesuch nach Kuala Lumpur. Allein in der Umgebung der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wurden vier mögliche Weltcupaustragungsorte begutachtet: der hochklassige «Country Club Bukit Kiara», das bescheidenere «Elmina Equestrian Centre», das Reitzentrum auf der Pferderennbahn von Selangor und die private Reitanlage «3Q» von Gastgeber Haji Fathil (3Q nach den Vornamen seiner drei reitenden Kinder: Quzier, Qabil und Quzandria). Partner von Haji Fathil im Weltcupprojekt war eine weitere geschäftliche Grösse Malaysias, Farouk Khan.
Indonesien, Singapur, Thailand
Haji Fathil hatte auch Pferdesportfreunde in den benachbarten Ländern motiviert. In Jakarta wurden wir von Rafiq Radinal empfangen, selbst Springreiter und Sohn des indonesischen Ministers für öffentliche Arbeiten. Rafiq Radinal hatte ausserhalb der Hauptstadt ein grosses Reitzentrum bauen lassen: «Arthayasa Equestrian Centre». Mit dem Helikopter wurde auch ein Zentrum im 180 Kilometer entfernten Ciater inspiziert. Mit dabei war auch Wijaya Noeradi vom indonesischen olympischen Komitee.
Von Indonesien ging es nach Singapur, in den dortigen Polo Club, mit Clubpräsident Rickard Hoegberg und FN-Präsident Brian Millar. Die vierte Station war Thailand. Hier empfing Major Fuangvich Aniruth-Deva, Kommandant-Stellvertreter der «Royal Horse Guards» – Sohn des gleichnamigen Generals und früheren Präsidenten der FN. Sam, so wurde der Major genannt, weil er in Washington geboren wurde, als dort sein Vater Militärattaché war, fuhr uns auch ins zwei Autostunden entfernte «Dusit Resort». Mit am Tisch in Bangkok sassen Sunetr Burakasikorn, ein Geschäftsmann, und seine Partnerin, die Schwedin Helena Gabrielsson. Mit ihr hatte er gerade den Bau eines Reitzentrums begonnen.
Von den fünf Ländern, die für eine Südostasienliga des Weltcups infrage kamen, fehlten einzig die Philippinen. Die Hauptstadt Manila wurde im darauffolgenden Jahr besucht, inspiziert wurden die Anlagen des «Manila Polo Club» im Forbes Park und die des «Golf Clubs Mount Malarayat», zwei Autofahrstunden entfernt. Gastgeberin in Manila war Toni Leviste, die Tochter eines Gouverneurs, die später zu einem Weltcupfinal und zu einem Olympiastart kam sowie Mikee Cojuangco, ebenfalls Reiterin und später berühmte Schauspielerin. In den vielen Gesprächen dabei waren der FEI-Richter aus Singapur N. Y. Ho und der junge Springreiter Peter Abisheganaden. Das Obige zeigt, dass 1996/97 ein gewaltiges Interesse da war. Die Anlagen waren vorhanden. Die beteiligten Persönlichkeiten hatten die nötigen finanziellen Mittel und politischen Einfluss, um eine Weltcupliga in Südostasien aufzubauen. Beizufügen ist, dass die weiteren Länder Südostasiens, Burma (Myanmar), Kambodscha, Laos und Vietnam, nie zur Diskussion standen.
Problem Pferdetransport
Das Problem war der Transport der Pferde zu den einzelnen Turnieren. Zwar war die Grenze zwischen Malaysia und Thailand anfangs 1996 für Tiertransporte wieder geöffnet worden, aber von Bangkok nach Kuala Lumpur sind es 1500 Autokilometer (von Kuala Lumpur nach Singapur sind es 350). Indonesien und die Philippinen sind Inseln, die nur per Schiff oder Flugzeug erreicht werden können. Manila und Jakarta sind 2800 Flugkilometer voneinander entfernt, von Kuala Lumpur und Manila sind es 2500 Flugkilometer, und von Bangkok nach Jakarta 2350.
Final in Kuala Lumpur 2006
Unter der Führung von Haji Fathil, der als einer der reichsten Malaysier galt, wurde die erste Saison der Ostasienliga des Weltcups für 1997/98 geplant. Acht Turniere: vier in Malaysia, je zwei in Indonesien und Thailand wurden durchgeführt. 29 Reiter bestritten mindestens eine Weltcupprüfung. Sieben von ihnen waren bei allen acht dabei, darunter Quzier, der älteste Sohn von Haji Fathil und Rafiq Radinal. Die letzte der acht Prüfungen fand im «Bukit Kiara Country Club» statt. Unter den Gästen war der Sohn des Sultans mit seiner Konsorte in Zaleha. Siegerin wurde die Philippinin Toni Leviste. Aber der Sieg in der Ligawertung ging an die in Asien lebende Amerikanerin Julie Hicks, vor Ardi Hapsoro aus Indonesien, Peter Abisheganaden aus Singapur, Toni Leviste und Quzier aus Malaysia. Im zweiten Jahr 1998/99 wurde ein Springen im «Singapore Polo Club» ausgetragen sowie Prüfungen in Malaysia (Selangor und 3Q) und Thailand. Ligasiegerin wurde Toni Leviste vor den Fathil-Söhnen Qabil und Quzier sowie Mikee Cojuangco. Nach zwei Jahren zeigte sich, dass ein Kalender mit Prüfungen in mehreren Ländern finanziell und logistisch nicht zu bewältigen war. So entschied man sich 1999/2000 für fünf Weltcupprüfungen in Indonesien. In den da-rauffolgenden Jahren war es meistens Malaysia, wo sich die Reiter der fünf Länder trafen, so 2006/07 in Selangor, auf Fathils Anlage 3Q, und in Putrajaja, der 1995 gegründeten neuen Verwaltungsstadt Malaysias. In den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts gewannen die erwähnte Thai-Schwedin Helena Gabrielsson und der Fathil-Sohn Qabil je viermal die Ligawertung. In 2000 siegte ein Indonesier, 2007 ein Thai. Gabrielsson wagte sich 2001 an den Weltcupfinal in Göteborg, später ritten Toni Leviste und Qabil im Final. Parallel zu den Weltcupturnieren in Malaysia gab es 2003, 2004, 2006 und 2007 viermal einen von Peter Winton mit seiner Frau Zaleha organisierten CSI. 2006 wurde gar der Weltcupfinal in Kuala Lumpur ausgetragen, mit Beat Mändli auf Ideo du Thot auf Platz drei. Markus Fuchs mag sich an den letzten der vier KL-CSIs von 2007 erinnern, als er praktisch jede Prüfung gewann, in der er antrat.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 47/2020)
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