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Im Alter von 34 Jahren ist Alex Zülle am Ziel seiner Träume angelangt: Der Ostschweizer hat im vierten Anlauf die Tour de Suisse gewonnen.
Im abschliessenden Zeitfahren über 34,5 km von Lyss nach Biel musste der Spezialist für solche Prüfungen allerdings eine Niederlage hinnehmen. Doch der 3. Platz Zülles reichte bei weitem, um seine Gegner im Gesamtklassement auf Distanz zu halten.
Alter Wunschtraum
1995 musste sich Alex Zülle um 11 Sekunden Pawel Tonkow geschlagen geben, nachdem er den Russen im Aufstieg zum Albula-Pass unterschätzt hatte.
Zwei Jahre später stürzte der St. Galler im Tessin und schied mit einem Schlüsselbeinbruch aus. Letztes Jahr schliesslich brach Zülle im Aufstieg zum Gotthard-Pass ein.
Stärke am Berg
Doch diesmal war ihm die Tour de Suisse hold. Nach seinem Prolog-Erfolg in Luzern bewährte sich der Captain des Teams Coast insbesondere in den vier Bergetappen, in denen er seine Konkurrenten immer unter Kontrolle hielt.
Die Efforts in den Bergen und der Druck des Leaders verhinderten wahrscheinlich, dass Zülle im Schlusszeitfahren Erster werden konnte.
Enttäuschter Dufaux
Die Enttäuschung des letzten Tages widerfuhr Laurent Dufaux. Der vor der Prüfung gegen die Uhr lediglich drei Sekunden hinter Zülle liegende Dufaux musste sich im Zeitfahren 3 km vor dem Ziel vom zwei Minuten nach ihm gestarteten Zülle ein- und überholen lassen.
Dufaux konnte deshalb sein Vorhaben nicht verwirklichen, sich am Schluss der Rundfahrt auf dem Podium wiederzufinden. Er habe nie einen guten Rhythmus gefunden, hielt der Waadtländer zu seinem Einsatz fest.
Nach Verletzungen auf dem Podest
Gesamtzweiter hinter Zülle wurde der Pole Piotr Wadecki, der Mitte April kaum mehr an die Fortsetzung seiner Laufbahn gedacht hätte. Wadecki war am Schluss der 1. Etappe von Tirreno - Adriatico in Sorrent schwer gestürzt und lag mit schweren Verletzungen während sieben Tagen im Koma. Der Pole erholte sich schneller als erwartet und fand auch schnell wieder zu einer guten Form.
Als Dritter schaffte der erst 24 Jahre alte Nicolas Fritsch den Sprung auf das Podium. Der Franzose bestritt die erste Rundfahrt von zehn Tagen Dauer seiner Laufbahn, wird aber die Tour de France nicht bestreiten.
Überraschungssieg
Der Sieg im Zeitfahren durch Tobias Steinhauser stellte eine Überraschung dar. Der Deutsche feierte in seinem siebten Profijahr seinen bedeutendsten Erfolg.
Vor zwei Jahren war Steinhauser in einem Zeitfahren der Hessen-Rundfahrt sowie der Rapport-Tour in Südafrika erfolgreich gewesen. Im Gegensatz zu den Gesamtbesten hatte der Gewinner der 9. Etappe an den vorangegangenen Tagen seinen Tritt fahren und keinen Effort leisten müssen.
swissinfo und Agenturen