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Lage und Grösse
Das kleine Land Guinea-Bissau (36.125km²) in West-Afrika ist knapp so groß wie die Schweiz. Im Westen grenzt die Republik an den Atlantik, südlich und östlich an das Land Guinea-Conakry und im Norden an den Senegal.
Die Hauptstadt von Guinea-Bissau ist Bissau. Sie hat etwa 400.000 Einwohner und liegt an im Nordosten an der 10 Kilomter breiten Mündung des Flusses Rio Geba, der hier in den Atlantik fließt. Umgeben von Flussläufen und Mangrovenwäldern ist Bissau de facto eine Insel. In der beschaulichen, ruhigen Stadt findet man auch Cafes und Restaurants. Die nächstgrößeren Städte Guinea-Bissaus sind Bafatá, Gabú, Bissorã, Bolama und die Hafenstadt Cacheu, die jedoch mit maximal 25.000 Einwohnern wesentlich kleiner sind.
Landschaft
Guinea-Bissau hat abwechslungsreiche Landschaften mit einer sehr grossen Artenvielfalt an Tieren. Die meisten Teile des Landes sind bisher kaum bereist. Reisende können z.B. in den Regenwaldgebieten Krokodile, Flusspferde, Affen und Pelikane entdecken – und manchmal auch Elefanten sehen.
Zahlreiche Flüsse münden in den Atlantik und sind von Mangrovenwäldern eingefasst. Vor der Küste liegt im Atlantik der einzigartige Bijagos-Archipel. Er besteht aus zahlreichen Inseln im Delta vor der Küste, mit weißen Sandstränden und tiefblauem Wasser.
Insgesamt besteht Guinea-Bissau zu 29% aus Naturgebieten mit einer sehr grossen Biodiversität in Flora und Fauna: Wald, Mangroven, Savannen, Küsten- und Meeresraum…. Einige der geschützen Gebiete (Dulombi Park, Parc de Boe) warten darauf, formellen Schutzstatus zu erhalten, einige hingegen sind bereits international formell als Schutzgebiete anerkannt:
- der Mangroven Naturpark Cacheu River (PNTC)
- der Naturpark Cufada Lagoons (NCCP)
- der Orango Nationalpark (PNO)
- der Marine National Park Joao Vieira e Poilao (PNMJVP)
- der Nationalpark Cantanhez
- die Marine-Area Community Formosa Inseln, Nago und Chedia
Besonders an Guinea-Bissau ist, dass Flora und Fauna in den Schutzgebieten zusammen mit der indigenen Bevölkerung geschützt werden, anstatt diese umzusiedeln. Die indigene Bevölkerung Guinea-Bissaus lebt bis heute in traditioneller, oft sehr naturnaher und umweltfreundlicher Lebensweise.
Soziokulturelles Umfeld
Guinea-Bissau war bis 1974 portugiesische Kolonie und noch heute vermischt sich die afrikanische Kultur mit dem Vermächtnis der Portugiesen im Land.
Guinea-Bissau ist von einer großen ethnischen Vielfalt geprägt – über 25 Volksgruppen mit einer jeweils eigenen Sprache und kulturellen Besonderheiten leben auf engem Raum zusammen. Jede Gruppe hat Eigenheiten im Alltag. Flächenmanagement und Raumordnung, Kleidung, Symbolik und religiöser Glauben, rituelle Praktiken, Gastronomie, Festlichkeiten, handwerkliche Produktion und Aktivitäten werden individuell gestaltet und gemanaged.
Als bedeutendste ethnische Gruppen in Guinea-Bissau zähle: Balanta, Fula, Manjaco, Manfinga, Papel, Felup, Mancanha, Bijago, Beafada und Nalu.
Die Amtssprache Guinea-Bissaus ist Portugiesisch. Dennoch sprechen die meisten Menschen zu Hause ihre eigene Volks-Sprache und Formen von Kreol. Portugiesisch wird – obwohl alleinige Unterrichtssprache – nur von wenigen Guinea-Bissauern sehr gut gesprochen.
Der Großteil der Menschen leben von der Landwirtschaft und bauen vor allem Reis, Mais, Hirse, Maniok und Zuckerrohr an.