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|Abt Diethelm Blarer von Wartensee (1530-1564)

Abt Diethelm Blarer von Wartensee
Diethelm Blarer von Wartensee, 1530-1564. Diethelm Blarer wurde 1503 auf Schloß Wartensee bei Rorschach geboren. Seine Eltern waren Junker Jakob, Obervogt zu Rorschach, und Apollonia von Syrgenstein. In Lindau besuchte er bei Johann Hofmeister die Lateinschule. 1523 wird er als St.Galler Konventuale genannt. Seit dem Frühjahr 1528 wirkte er als Statthalter in Rorschach. Aus der Wahl vom 19.9.1530 in der Mehrerau ging Diethelm als neuer Abt hervor. Am 22.5.1531 empfahl Clemens VII. ihn Kaiser Karl V. Konfirmation durch Papst Clemens VII. am 22.5.1531. Die Regalien erteilte ihm der Kaiser bereits am 10.10.1530. Der Abt begab sich im Dezember 1531 persönlich nach Zug, um sich der Hilfe und Unterstützung der V Katholischen Orte zu versichern. Am 12.12. traf er wieder in Wil ein und nahm den Huldigungseid entgegen. Noch in der gleichen Woche huldigten ihm die Lömmenschwiler und Gossauer. Am 1.3.1532 ritt er nach Überwindung verschiedener größerer Schwierigkeiten in St.Gallen ein. Benediktion in Rorschach am 28.4.1532 durch Weihbischof Dr. Melchior Fattlin unter Anteilnahme vieler vornehmer Kreise. Ende Oktober wurde die Klosterkirche neu geweiht. Die Lage der Abtei begann sich nach dem Zweiten Kappelerkrieg zusehends zu bessern. Durch den Wiler Vertrag von 1538 gelang es ihm, auch das Toggenburg wieder fest in das Herrschaftsgefüge der Abtei einzugliedern. Große Energien verwendete Abt Diethelm auf die Festigung und Stärkung des alten Glaubens und die Bekämpfung der Täufer unter seinen Untertanen. Die Zahl der Konventualen wuchs ständig. Bereits am 28.2.1532 hatte er von der Stadt St. Gallen die Restitution der Abtei erreicht. Es war auch vereinbart worden, daß jeder Teil innerhalb seiner Grenzen frei seine Religion ausüben könne. 1551 erwarb er in Wil das Vierortehaus. Am 6.6.1551 legte er feierlich den Grundstein zum neuen Bibliotheksgebäude. Die Ausbildung seiner Konventualen galt ihm als besonderes Anliegen. Verschiedene von ihnen schickte er zum Studium nach Dillingen. 1564 konnte er einen Studienfreiplatz an der Pariser Universität erlangen. Die Gebeine St. Otmars wurden nach der Evakuierung nach Einsiedeln während der Reformationswirren am 15.11.1539 wieder an ihrer früheren Ruhestätte in St.Gallen beigesetzt. 1543 und 1551 erhielt er Aufforderungen zur Teilnahme am Trienter Konzil, denen er indes nicht persönlich nachkam. Immerhin wurde der Gossauer Pfarrer Florin Flerch dem Einsiedler Abt Joachim Eichhorn als Begleiter in die Konzilstadt mitgegeben. Erfolgreiche Interventionen gelangen ihm auch in Fischingen und Wettingen, wo St. Galler Konventualen als reformeifrige Äbte eingesetzt werden konnten, nämlich Peter Eichhorn in Wettingen und Markus Schenkli in Fischingen. 1546 resignierte Abt Johann Zoller von St. Johann vor dem Konstanzer Bischof und den Schirmorten Glarus und Schwyz. Die innere Lage der Toggenburger Abtei wurde zunehmend beklagenswerter. Am 16.12.1555 schließlich wurde St. Johann im Thurtal aufgrund eines feierlichen päpstlichen Entscheides St.Gallen inkorporiert. Das Rapperswiler Urteil vom 26.1.1559 betreffend die Herrschaft über die Untertanen löste den sog. "Rorschacher Putsch" aus, der sich gegen die Leibherrschaftsrechte der Abtei richtete. Abt Diethelm starb, nachdem er eine Zeitlang an der Wassersucht gelitten hatte, am 18.12.1564 in Rorschach. Begraben wurde er zu St.Gallen in der Schwarzen Kapelle; die Grabinschrift nannte ihn "Tertius Fundator".
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)