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Standort
Das KKL Luzern markiert mit seinem Standort einen zentralen Punkt der Stadt Luzern. Das Haus liegt direkt am Vierwaldstättersee in unmittelbarer Nähe zum internationalen Bahnhof, der von Santiago Calatrava entworfen wurde. Nur wenige hundert Meter vom KKL Luzern entfernt befindet sich die Altstadt, die über die berühmte Kapellbrücke mit dem Wasserturm erreichbar ist. Am gegenüber liegenden Seeufer, der Luzerner Riviera, liegt der Stadtteil aus dem 19. Jahrhundert mit seinen stattlichen Hotels. Das KKL Luzern ist in eine architektonisch sehr vielfältige Gegend eingebettet.
Inclusion
Ursprünglich plante Jean Nouvel, den neuen Konzertsaal in Schiffsform direkt in den See zu bauen. Aus städtebaulichen und ökologischen Gründen konnte diese Idee nicht realisiert werden. Nouvel überarbeitete das Projekt und kam zu folgender Lösung: Wenn ich nicht zum Wasser gehen kann, soll das Wasser zu mir kommen. Mit dem Begriff Inclusion beschreibt Nouvel seine Idee, das Äussere nach Innen und das Innere nach aussen zu tragen. Mit Wasserkanälen, die direkt ins Gebäude hinein führen, und einem Dach, das bis über den See hinaus reicht, gibt Nouvel seiner Idee der Inclusion eine konkrete Form.
Reflexion
Die Höhe des weit auskragenden Daches verringert sich gegen den Dachrand praktisch auf null. Mit dieser Eigenschaft löst es als dünne Linie die Mächtigkeit der stählernen Konstruktion auf. Die planen Aluminiumplatten der Untersicht verstärken den Eindruck der Leichtigkeit sie widerspiegeln die Wellen des Sees dieser widerspiegelt wiederum das Dach des KKL Luzern. Nouvel spielt bewusst mit der Idee der Reflexion. Weiter ausgedrückt wird sie durch die verwendeten Materialien. Diese verändern, je nach Lichteinfall und Blickwinkel, die Ansichten und Eindrücke des Gebäudes. Hinzu kommt das Wasser in den Kanälen und Bassins als verstärkender Ausdruck der Reflexion.
Die Trakte
Durch die zwei Wasserkanäle entstanden drei eigenständige Gebäudeteile der Konzertsaal-Trakt, der Luzerner Saaltrakt und der Kongress- und Museumstrakt. Die drei Gebäude reihen sich wie Schiffe in der Werft und unterscheiden sich durch ihre eigenständige Identität. Vereint sind sie durch das weit auskragende Dach, welches einen grossen Teil des Europaplatzes bedeckt, und den Dienstleistungstrakt. Dieser Trakt bildet das Rückgrat des gesamten Gebäudes, von ihm aus kann jede Einheit des Gebäudes erschlossen werden.
Der Kongresstrakt ist ein urbaner und transparenter Quader. Diese Transparenz steht im scharfen Kontrast zum Konzertsaaltrakt, welcher sich durch seine Opazität auszeichnet. Nouvel verwendete für den Konzertsaaltrakt ungewöhnliche Farben wie granatrot, tiefgrün oder nachtblau. Der vermittelte Prunk erinnert an die grossen europäischen Theater- und Opernhäuser. Der Konzertsaal ist an der Aussenwand mit Holz verkleidet. Die gewölbte Form dieser Aussenwand drängt in das kantige Foyer und erinnert bewusst an einen Cellokasten. Die Fenster auf niedriger Höhe eröffnen beim Blick nach aussen so genannte Postkartenansichten, welche den Fokus auf vereinzelte Schönheiten der Stadt Luzern lenken. Die Gangways im Konzertsaaltrakt sind bewusst niedrig gehalten um den Besucher die Grösse des Konzertsaales erleben zu lassen.
Der Luzerner Saal ist polyvalent und schlicht gehalten. Er soll bei einem Anlass verschwinden. Der Kubus-Bau aus Beton ist leicht nach hinten versetzt um seiner Subtilität weiteren Ausdruck zu verleihen.
Jean Nouvel
Architekt des KKL Luzern ist der Franzose Jean Nouvel. Sein Atelier Jean Nouvel in Paris, ist auf der ganzen Welt tätig. Zu seinen Projekten gehören Museen, Kongresshäuser, Konzertsäle, prestigeträchtige Bürogebäude und Wohnbauten. Nouvel ist einer der führenden Architekten der Gegenwart.
Im Juni 2008 wurde Jean Nouvel in Washington D.C. mit dem zum dreissigsten Mal verliehenen Pritzker-Prize ausgezeichnet - die höchste Auszeichnung für Architekten und "Nobel-Preis der Architektur".
Weitere Informationen
Ateliers Jean Nouvel