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|Geldpolitisches Konzept: Erfahrungen der Schweiz|
|Jean-Pierre Roth, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank|
|Seminar über Geldtheorie und Geldpolitik, Universität Freiburg , 28.11.2007|
Eine Konstante in der Geschichte der Nationalbank ist die Anwendung klarer geldpolitischer Regeln, die man heutzutage gemeinhin als "Strategie" bezeichnet. Die geldpolitische Strategie der Nationalbank setzt sich aus drei Elementen zusammen: Eine Definition der Preisstabilität, eine Prognose der Teuerung und die Vorgabe einer Schwankungsbandbreite für einen kurzfristigen Zinssatz.
Die Erfahrungen seit der Einführung dieses Konzepts im Jahr 2000 haben – gemessen an der Preisstabilität und der Konjunkturentwicklung – gezeigt, dass es gut fundiert ist. Dennoch werden in akademischen wie in Zentralbank-Kreisen gewisse Aspekte dieser Strategie in Frage gestellt. Dazu gehören die Durchführung einer Inflationsprognose unter der Annahme eines unveränderten Libor-Zinssatzes, die Wahl des Referenzzinssatzes, der Stellenwert der Geldaggregate und der Wechselkurse in den Modellen der Nationalbank sowie der Verzicht auf die Veröffentlichung der Protokolle der Direktoriumssitzungen. Die bewusst so festgelegten Elemente verstärken indes die Legitimität der Strategie der Nationalbank.