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Trauer ist die normale Reaktion auf einen bedeutenden Verlust
Trauerreaktionen zeigen sich nicht nur nach Todesfällen, sondern auch nach anderen bedeutenden Verlusten (z.B. Trennung, Scheidung, Verlust von Jugend, Gesundheit, Arbeitsplatz, Heimat usw.).
Nicht jeder Todesfall löst zwingend einen Trauerprozess aus. Wird der Tod als Verlust empfunden, erleben Hinterbliebene eine Phase der Trauer. Wenn der oder die Verstorbene den Hinterbliebenen wenig bedeutet hat, kann auch die Trauerreaktion gering ausfallen.
Diese Trauerdefinition hebt hervor, dass Trauer etwas Normales ist. Trauer ist keine Krankheit, keine Katastrophe, keine Fehlfunktion und kein Zeichen von psychischer oder charakterlicher Schwäche, sondern ein normaler, gesunder und psychohygienisch (für das seelische Wohlbefinden) notwendiger Prozess der Verarbeitung von einschneidenden Verlusten und Veränderungen.
Bekannte Erscheinungsformen der Trauer:
Veränderungen des psychischen Wohlbefindens (z.B. Empfindungen von Schmerz und Angst, depressive Verstimmung), mentale Veränderungen (z.B. Wahrnehmungsstörungen, verlangsamtes oder vereinfachtes bzw. magisches Denken), Veränderungen des körperlichen Wohlbefindens (z.B. Schlafstörungen, Herz-, Magen-Darm- oder Atemwegsbeschwerden etc.) und Verhaltensänderungen (z.B. Erstarrung oder Ruhelosigkeit, Verwahrlosung, Alkohol- oder Tablettenkonsum) bzw. des Sozialverhaltens (z.B. zeitweiliger Rückzug von der Erwerbstätigkeit, Rückzug aus dem sozialen Leben oder besondere Anhänglichkeit, Abhängigkeitswünsche, Aggressivität, Teilnahmslosigkeit usw.)