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Es einfach machen. Mit diesem Vorsatz hat Tin:Ma aus Montreal 2021 angefangen Musik zu veröffentlichen.
Die EP "Move", welche vor zwei Jahren erschien, war der erste Vorgeschmack auf den Sound Tin:Mas. Die Musik ist kontrastreich, manchmal fliessend, dann wieder voller Konflikte.
Ein komplett unbeschriebenes Blatt ist Tin:Ma nicht. They war in vergangenen Jahren schon musikalisch aktiv. Doch seit Tin:Ma anonym. So zeigt sich Tin:Ma meist mit Maske und verrät praktisch nichts über sich selbst.
In der neusten Single "I Don't Want No Problems"zeigt sich Tin:Ma von einer leicht neuen Seite. Der Krieg der Sounds scheint weniger aggressiv zu sein und auch die Stimme Tin:Mas ist näher in den Vordergrund gerückt. Der Song ist im Grunde genommen ein Diss-Track gegen die Stadt Toronto, die Tin:Ma wegen horrenden Lebensunterhaltskosten verlassen musste.
Wir haben Tin:Ma in einem Videocall getroffen und über vergangene Kollaborationen, die EP "Move", die neue Single und über Anonymität im modernen Musikgeschäft gesprochen. Hier kannst du dir die ganze Sendung mit Musik anhören:
Und hier ist nur das Interview. (Podcast in English, Interview only)
Und wenn du doch lieber lesen magst, und das sogar auf Deutsch, dann gibts hier unten das übersetzte Transkript <3
Queertopia: Starten wir mit dem Beginn deiner musikalischen Bemühungen als Teenager. Erinnerst du dich an die erste CD, die du gekauft hast, oder an die erste Künstler*in, von der du besessen warst?
Tin:Ma: Die erste Künstler*in, von der ich (als Kind) wirklich besessen war, war Evanescence. Wir hatten die Daredevil-Kassette auf VHS und ihr Musikvideo zu «Wake Me Up Inside» lief vor dem Film. Dann hat mir meine Mutter schliesslich die CD gekauft. Ich hatte als Teenager dann einen furchtbaren Musikgeschmack. Ich habe wohl die meiste Zeit Glee-Covers gehört, würde ich vermuten. Also lass uns nicht über meine Teenagerjahre reden.
Queertopia: Ich glaube, bevor du Musik gemacht hast, hast du als DJ angefangen, stimmt das? Oder bin ich da nur auf dem Holzweg?
Tin:Ma: Nein, ich habe damit angefangen. Mit dem DJing habe ich kurz vor der Pandemie angefangen. Aber dann kam die Pandemie und ich war nicht mehr in der Lage dazu. Dann habe ich hauptsächlich auf privaten Veranstaltungen oder Zoom-Partys aufgelegt. Letztes Jahr bin ich nach Montreal gezogen und der Witz ist, dass hier alle DJs sind. Aber jedes Mal, wenn ich einen DJ-Gig bekomme, wird er aus irgendwelchen Gründen einfach abgesagt. Aber ja, DJing macht wirklich Spass und vor allem neige ich dazu, sehr eklektisch mit meinen Mixen zu sein. Wenn ich zu einem Set gehe und zwei Stunden lang nur Techno höre, wird mir irgendwie langweilig. Aber wenn man diese Abwechslung hat, ist es ganz nett. Und hier in Montreal habe ich ziemliches Glück, denn für all die schlechten DJs, die wir haben, haben wir fantastische DJs und fantastische Räume, in denen man einfach nur Musik hören kann. Ich habe also wirklich Glück gehabt. Obwohl ich hier noch nicht aufgelegt habe.
Queertopia: Ja, das wäre meine nächste Frage: Was hat Montreal in Bezug auf das Nachtleben für queere Menschen zu bieten? Es ist immer interessant zu hören, wie sich andere Städte in dieser Hinsicht entwickeln. Glaubst du, dass es mehr oder weniger alltäglich oder eher experimentell wird?
Tin:Ma: Montreal ist sozusagen in Nordamerika einer der kulturellen Knotenpunkte. Besonders für Französischsprachige gibt es hier ein eigenes Ökosystem. Und wenn es um queere Künstler*innen geht, ist es wirklich eines der Zentren. Das queere Nachtleben ist hier ist wirklich gross. Es gibt eine Menge queerer Projekte in der queeren Musikszene da draussen. Sie folgt in gewisser Weise dem, was in Europa vor sich geht. In den USA geht es mehr um die experimentelle Erforschung von Popmusik, mehr um Elektronik. Was Industrial und Punk angeht, gibt es hier in Montreal eine wirklich gute Szene. Ich hatte das Glück, ein paar Shows zu sehen und viele Leute zu treffen, aber meistens ist es nur der typische weisse EDM-Typ, der auflegt und solche Sachen. Ansonsten ist es ziemlich cool. Ich war eigentlich ziemlich überrascht von Montreal. Ja, ich würde es allen empfehlen nach Montreal zu kommen.
Queertopia: Bevor du in Montreal gelebt hast, hast du in Toronto gelebt. Und ich habe in einem anderen Interview gelesen, dass du unter Druck standest, wegen der Pandemie dorthin zu ziehen. Was ist der genaue Grund, warum du nach Toronto ziehen musstest und? Wie ich auch aus deiner neuen Single entnommen habe, warst du dort auch nicht wirklich glücklich.
Tin:Ma: Nun, ganz so ist es eigentlich nicht. Ich musste Toronto wegen der Pandemie verlassen. Ich hatte 3 Jobs in Toronto. Ich hatte mein Grundstudium abgeschlossen. Und ich hatte wirklich zu kämpfen. Und als COVID ausbrach konnte die Miete nicht mehr bezahlen und musste meine Wohnung und meine Freunde verlassen, was wirklich hart war. Ich musste zurück zu meinen Eltern ziehen, die auf dem Land leben, und das war sehr schwierig für mich. Toronto war einfach unbezahlbar. Es gibt Städte, in denen die Lebenshaltungskosten einfach so hoch sind, dass selbst wenn man arbeitet und arbeitet sich nicht selbst versorgen kann. Es sei denn, man hat Reichtum oder so. Ja, ich musste weg.
Queertopia: Dein neuer Track "I Don't Want No Problems" ist also so etwas wie dein Diss-Track an diese Stadt?
Tin:Ma: Ja, ich wollte (in dem Song) einfach Spass haben und pessimistisch sein. Denn ich bin immer noch ziemlich verbittert darüber, dass ich nicht in Toronto leben konnte, weil ich die Stadt so sehr liebe. Ich liebe die Menschen. Es ist scheisse. Aber weisst du, an anderen Orten auf der Welt ist es dasselbe und es ist ein echtes Problem. Als Künstler*innen können wir uns zu solchen Dingen äussern ohne eine grosse Abhandlung darüber zu schreiben, warum die Wohnungskrise so ist, wie sie ist. Ich kann einen sehr lustigen und pessimistischen Track schreiben, in dem ich das Ganze einfach kommentieren kann. Das macht Spass.
Queertopia: Würdest du jemals wieder dorthin zurückkehren wollen?
Tin:Ma: Ja, aber ich fühle, dass ich Montreal wirklich mag. Und ich habe auch viel Gutes über Mexiko gehört. In Nordamerika sagen sie, dass Mexiko-Stadt wie das neue Berlin Nordamerikas ist. Worüber ich skeptisch gegenüberstehe, aber ich wäre sehr neugierig darauf, dort für eine Weile zu leben. Und auch eine Reise nach Europa würde mir sehr viel Spass machen.
Queertopia: Nun, zu diesem Projekt. Tim:Ma hast du 2021 von Anfang an anonym gemacht. Aber du warst, wie du schon sagtest, vorher in der Musikbranche nicht anonym aktiv. Was waren für dich die grössten Herausforderungen beim Start und der Entwicklung dieses neuen Projekts?
Tin:Ma: Eines der Hauptprobleme war, dass ich sozusagen «nur» als queere Künstler*in angesehen wurde. Nur queere Veranstaltungsorte und queere Veranstalter*innen und queere Events sind an meinem Projekt interessiert. Ansonsten haben mich die Leute sozusagen beiseitegeschoben, und das war ein Problem, das ich zu überwinden versucht habe. In letzter Zeit, auch weil ich das anonym mache, kann ich mich auf viele Kontakte und Leute, die mir eigentlich helfen könnten, nicht verlassen, wenn ich Hilfe brauche. Das war eine Herausforderung, und wenn man in dieser Position ist, wenn man mit einem Projekt ohne Unterstützung neu anfängt, ist es wirklich schwer, finanzielle Mittel zu bekommen, um zum Beispiel für die PR zu bezahlen. Oder du weisst, dass du jemanden der*die das Saxofon auf deinem Track spielt musst man sie bezahlen oder versuchen, ein*e Freund*in zu finden, die es macht. Und das ist nicht immer ganz einfach.
Queertopia: Um auf das zurückzukommen, was du zu Beginn gesagt hast, dass du «nur» als queere Künstlerin wahrgenommen wirst: Hast du das Gefühl, dass sich etwas von deiner Seite aus ändern muss, um eine Veränderung herbeizuführen, oder von der Seite des Bookers oder der Musikindustrie?
Tin:Ma: Nun, mein erster Gedanke war: Fick dich. Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich ändern muss. Queere Menschen sollten sich nicht «ent-queeren» oder sich selbst zensieren müssen. Ich weiss auch nicht, vielleicht nehmen die Leute meine Musik als zu offenkundig queer wahr, aber es ist einfach ein Teil meines kreativen Prozesses und von dem, was ich bin. Was die Promoter angeht, ich denke ich: Homophobie und Queerphobie ist so seltsam, denn viele Leute geben sich sehr akzeptierend. Aber dann gibt es da so Fälle wie mit Sam Smith, der gerade im Gange ist. Das ist so lächerlich, und es zeigt, dass es immer noch echte Probleme für queere Menschen in der Kunst gibt. Aber grundsätzlich wird die Gemeinschaft viel inklusiver, das ist gut. Es ist zwar immer noch eine Herausforderung für viele Leute, aber ich muss sagen, dass ich es noch immer relativ leicht habe. Und meine Kolleg*innen auch.
Queertopia: Und was waren die schönsten Aspekte dieses neuen Projekts?
Tin:Ma: Neue Leute zu treffen ist grossartig. Mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, ist einfach toll. Ich habe mit Leuten gearbeitet, mit denen ich sonst nie gearbeitet hätte. Ich habe zum Beispiel mit Divinecowgurl gearbeitet. Sie muss um die 20 sein oder so. Sie ist eine mexikanisch-amerikanische Frau, die trans ist. Und es war wirklich interessant, mit ihr zu arbeiten. Ich hätte sie sonst nie bei anderen Projekten kennengelernt, die ich gemacht habe. Auch mit einigen meiner sehr engen Freunde. Mit Bigue Fague habe ich am Song «Yassification» gearbeitet was wirklich, wirklich Spass gemacht hat. Leute dazu zu bringen, das Album Cover zu entwerfen und in der Lage zu sein alle Musiker*innen auf meiner Platte zu bezahlen, selbst als jemand, der nur sehr wenig Geld hat, war wirklich schön. Ich bin wirklich beeindruckt, denn es ist schwer. Und wenn man keine Hilfe hat, muss man alles selbst machen. Und ich bin immer noch manchmal überrascht, wie ich mit bestimmten Dingen durchkomme.
Queertopia: Das ist toll. Also der ganze Kollaborationsaspekt. Wie kommen solche Kollaborationen, wie zum Beispiel jetzt mit Divinecowgirl zustande? Eher durch die Internet-Kultur oder eher dadurch, dass man die Leute persönlich trifft und Freundschaften im «echten» Leben schliesst?
Tin:Ma: Es ist definitiv Internet-Kultur. Spezifisch queere Internet-Kultur. Ich glaube, Divinecowgirl hat meine Musik zum ersten Mal auf SoundCloud gehört, und zwar, weil ich Hashtags wie queer und was auch immer verwendet habe. So haben wir uns dann kennengelernt. Dann haben wir gemerkt, dass wir ähnliche Interessen an bestimmten Sounds und Texturen haben. Sie fand es einfach schwierig, Leute zu finden, die mit ihr zusammenarbeiten wollten, also sagte ich: «Oh, ich bin mehr als glücklich, mit dir zusammenzuarbeiten.». Ich mag, wie gut ihr Flow gut ist. Und als junger Mensch, hat sie so viel zu sagen. Im Song «Ava Nicole», für den ich einen Remix gemacht haben, geht es zwar nur darum, wie sie mit ihren Freund*innen herumfährt. Aber sogar das ist grossartig. Also, ja, es ist definitiv Internetkultur, sie lebt in Dallas. Das ist so weit weg von mir.
Queertopia: Ich erinnere mich an eine Zeit, wo anonyme Künstler*innen es sehr schwer hatten über längere Zeit im Musikgeschäft anonym zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass die Leute in der Vergangenheit ihre Anonymität nicht respektiert haben. Und es scheint, als hätte sich ein Teil des Musikgeschäfts verändert und zu einem verständnisvolleren Raum für Anonymität entwickelt. Was ist deine Meinung dazu? Wie hast du das in den letzten Jahren als Künstler*in erlebt?
Tin:Ma: Ich glaube, es ist so etwas wie ein Zwischending. Wenn du jemand bist, der im Musikgeschäft einen sehr hohen Stellenwert hat, dann werden die Leute alles tun, um deine Anonymität zu wahren. Für mich persönlich ist es jedoch sehr schwierig, meine Anonymität zu wahren. Wenn du beispielsweise deine Songs selbst vertreibst oder sie auf Streaming-Plattformen hochlädst, muss du oft auch deinen richtigen Namen angeben. Ich wurde auch schon von Promotern kontaktiert, die sagten: «Wenn du nicht dein Gesicht und deinen Namen nicht zeigst, dann buchen wir dich nicht.». Und das nicht einmal aus rechtlichen Gründen, sondern nur um ein Arschloch zu sein. Selbst wenn die Leute irgendwann herausfinden, wer ich bin, gibt es immer noch eine gewisse Distanz, die ich mag. denn. Ich sehe mir Leute wie MF Doom an, von dem wir alle wissen, wer er ist, aber er konnte die Persona und sich selbst trennen. Und für mich ist das sehr wichtig, weil ich das Gefühl habe, dass Tin:Ma grösser ist als ich. Mein Ego ist zerbrechlich. Aber Tin:Ma’s Ego ist das nicht. Tin:Ma kann tun, was auch immer Tin:Ma tun will. Ich selbst habe mit meinem Ego und meinen eigenen Vorurteilen zu kämpfen, aber mit Tin:Ma kann ich tun, was immer ich will, ohne mir darüber Gedanken zu machen. Das war in gewisser Weise wirklich befreiend.
Queertopia: Natürlich habe ich mir deine EP «Move» angehört, als sie ursprünglich 2021 herauskam, und ich hatte das Gefühl, dass die Sounds sehr miteinander verwoben waren. Sie stossen irgendwie aufeinander (und auseinander), aber am Ende kommen sie auch wieder zusammen. Wie sieht dein Produktionsprozess aus?
Tin:Ma: Nun, was ich an Pop mag, ist der Kontrast. Und besonders bei den neueren Trends wie Hyperpop und sogar bei Industrial und elektronischer Musik wird der Kontrast wirklich zelebriert. Was ich also versucht habe, ist, Sounds, die nicht unbedingt zueinander passen, zusammenzufügen. Oder herauszufinden, wie sie ineinander übergehen können. Oder sehr scharfe Übergänge zu machen, die dann wieder zum ursprünglichen Sound zurückführen. Und ich finde, dass man dabei so viele verschiedene Farben und Paletten entdecken kann und wirklich coole Räume und Instanzen schaffen kann. Als Zuhörer*in (und auch als Produzent*in) entdeckst du immer wieder neue Klänge. Auch in meiner neuen Single versuche ich das zu erforschen. In «I Don’t Want No Problems» ist diese Forschung jedoch etwas subtiler.
Queertopia: Benutzt du immer noch hauptsächlich elektronische Geräte oder hast du bei diesem neuen Song auch akustische Instrumente ausprobiert? Oder wäre das etwas, das Tin:Ma nie anfassen würde?
Tin:Ma: Ich mag akustische Instrumente. Aber aus finanziellen Gründen versuche ich, hauptsächlich elektronische Klänge zu machen. Ich benutze jedoch Samples von akustischer Musik, die ich dann aber so stark umwandle, dass man sie gar nicht mehr erkennt. Im neuen Track gibt es tatsächlich eine Gitarre, was ziemlich lustig ist, weil man es gar nicht merkt. Der Sound ist so industriell, dass er schon fast wie eine lebende Maschine klingt. Eine Art Stoner-Gitarre, ich mag das. Ich denke, dass diese Unterscheidung in der elektronischen Musik zwischen akustisch und elektronisch immer mehr verschwindet. Denn es sind beides Werkzeuge, und ich glaube, man kann beides benutzen, um fantastische elektronische Musik zu machen oder Musik, die beides ist.
Queertopia: Wenn du nun zwei Jahre später auf die EP «Move» zurückblickst, worauf bist du immer noch sehr stolz? Und was würdest du jetzt vielleicht anders machen?
Tin:Ma: Ich bin stolz darauf, dass ich es einfach rausgebracht habe. Ursprünglich wollte ich ein Label finden, das mir mit der ganzen PR-Sache hilft. Und dann kamen die Tracks nicht so gut raus, wie ich es wollte. Das Problem ist, dass ich einen wirklich alten Computer habe, der schon seit fünf Jahren am Ende seiner Lebensdauer ist. Jedes Mal, wenn ich Musik produziere, stürzt er ab. Der Bildschirm ist kaputt. Ich brauche einfach einen neuen Computer, aber ich habe nicht genug Geld, um einen zu kaufen. Wie der Titel der EP «Move» es vermuten lässt, ging es darum, sich einfach zu bewegen, es zu schaffen. Und ich habe es geschafft. Ich bin also sehr glücklich damit. Wenn ich irgendetwas anders machen könnte, wären es wahrscheinlich eine Menge technischer Dinge beim Mischen und Mastern. Ich hätte es einfach früher gemacht und mich nicht um den Kleinkram gekümmert, sondern mich mehr auf das konzentriert, was ich mit der Musik und den Farben, die ich erforsche, sagen will. Ich hätte mich weniger darum kümmern sollen, ob die Leute die Musik mögen, oder nicht. einfach. Ich hätte mich nicht von Labels, Managern, oder Künstler*innen die nicht mit mir zusammenarbeiten wollten entmutigen lassen sollen. Das Musikgeschäft ist so chaotisch. Manchmal, wenn man einfach 20 Jahre lang Musik macht, dann bekommt man erst in 20 Jahren seine Chance. Es geht nur darum, durchzuhalten. Mach einfach Musik, die dir selbst treu ist. Und das ist es, was ich versucht habe zu befolgen.
Queertopia: Seit du dieses Projekt ins Leben gerufen hast, hat sich gesellschaftlich und auch für dich viel verändert. Vom Veranstalten von gestreamten Partys bis hin zum Umziehen wegen COVID - Es sich an, als wären wir jetzt in einer ganz neuen Welt. Was sind deine Pläne, wenn es darum geht, dieses Projekt weiterzuentwickeln? Gerade in diesem Jahr, wo viele Dinge wie Gigs zurückkommen werden?
Tin:Ma: Freund*innen zu finden und wirklich ein Mitglied der Gemeinschaft hier in Montreal zu werden, wird helfen. Einfach neue Leute zu treffen. Sei es über das Internet - in letzter Zeit ist es ein wirklich effektiver Weg, um Leute zu treffen und Kontakte zu knüpfen. Ich glaube, nach COVID ist es sogar noch wichtiger geworden. Ich will viele digitale Beziehungen mit Leuten knüpfen, wachsen und Auftritte bekommen. Auch wenn es ein schäbiges Kellerlokal mit nur 25 Leuten ist. Dann spielst du dort und du lässt dabei die Sau raus. Du spielst alles, was du bekommst. Das ist es, was ich versuchen werde.
Queertopia: Danke, das war's dann auch schon von meiner Seite. Ich wünsche dir eine gute Zeit!
Tin:Ma: Danke, dir auch!
Playlist
Pinkshift - nothing (in my head)
Tin:Ma - Yasspilled (Yassification) [feat. Bigue Fague]
Tin:Ma - I Don't Want No Problems
Tin:Ma - ENVY (feat. Divinecowgurl)
Divinecowgurl - Ava Nicole (Tin:Ma Remix)
Tin:Ma - States Of Pussy (Divinecowgurl)
Und hier wirst du jede Woche mit neuen Tracks von queeren Musiker*innen versorgt!