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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

16. Homilie.
5.
[Forts. v. [S. 156] ] Gott ist unbegrenzt und unfaßbar. Überall erscheint er, auf den Bergen, im Meere und unten im Abgrund, aber nicht durch Ortsveränderung, wie die Engel vom Himmel auf die Erde herniedersteigen. Denn er ist im Himmel und ist auch hier. Aber, wirst du mir sagen, wie kann denn Gott in der Hölle sein, oder wie kann er in der Finsternis oder im Satan oder an gestankvollen Orten sein? Ich antworte dir: Er ist unempfindlich und umfaßt alles. Denn er ist unbegrenzt. Der Satan aber ist als sein Geschöpf gebunden. Das Gute läßt sich nicht beflecken noch verfinstern. Leugnest du aber, daß er alles umfasse, auch die Hölle und den Satan, so beschränkst du ihn hinsichtlich jenes Ortes, an dem der Böse ist. Dann müssen wir einen andern suchen, der höher ist als er. Denn Gott muß notwendig überall überlegen sein. Aber wegen der geheimnisvollen Feinheit seiner Gottheit erfaßt die von ihm umfaßte Finsternis ihn nicht. Das Böse kann an der Reinheit, die in ihm ist, nicht teilhaben. In Gott hat also nichts Böses selbständige Subsistenz. Denn er kann nichts erleiden.