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|Hotel
Raphael|
Ein Luxushotel in Rom, Hotelkritik, Geschichte. Buchen Sie das Hotel Raphael hier.
Artikel vom 3. Januar 2006
Die ewige Stadt ist voller Luxushotels. Das Hotel Raphael ist eines von ihnen. Im Herzen von Roms Renaissance-Distrikt gelegen, nur eine Strasse von der zweitausendjährigen Piazza Navona entfernt, bietet es Kultur, kulinarische Genüsse, aufmerksamen Service und eine Oase der Ruhe, inmitten einer geschäftigen und touristischen Stadt.
Die Piazza Navona vereinigt Kunst- und Bauwerke aus der Antike, dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock. Um 1650 bildete sie Navona den Schauplatz eines erbitterten künstlerisch-architektonischen Wettstreits zwischen dem Neapolitaner Bernini und dem Tessiner Borromini aus Bissone, die ziemlich skrupellos um päpstliche Aufträge kämpften.
Gian Lorenzo Bernini schuf von 1648 bis 1651 den weltberühmten Barockbrunnen Fontana dei Fiumi. Der Vierströmebrunnen bildet noch heute das Zentrum der Piazza Navona. Währenddem gestalte Borromini, der früher als Assistent von Bernini tätig war, am gleichen Ort die Basilica San Agnese in Agone neu, im Innern wie auch an der Fassade. Nach dem Tod von Innozenz X. verlor Borromini jedoch die päpstliche Gunst und nahm sich als Verlierer im Wettstreit mit Bernini 1667 das Leben. Dennoch gilt heute Borromini mit seinem Rückgriff auf die hellenistisch-römische Antike zusammen mit Bernini und Pietro da Cortona als der entscheidende Formengeber des barocken Rom.
Zurück zum Hotel Raphael, dessen Standort, die Seitenstrasse Largo Febo, bereits in einem Fresco aus dem 16. Jahrhundert in den vatikanischen Museen dokumentiert ist. Gegründet wurde das Hotel von Spartaco Vannoni, der 1922 in Florenz zur Welt kam. Er restaurierte von 1954 bis 1963 die historische Bausubstanz, wobei er die Innenräume völlig neu umstrukturierte, die denkmalgeschützte Fassade aus dem 18. Jahrhundert jedoch nicht veränderte. Das Hotel Raphael öffnete 1963 seine Pforten.
Nach dem unerwartet frühen Tod von Spartaco Vannoni 1980 übernahm sein Sohn das Hotel Raphael. Unter ihm wurde es zum politischen Hauptquartier von PSI-Chef Bettino Craxi, dem sozialistischen italienischen Ministerpräsidenten von 1983 bis 1987, der neben der Dachterrasse seine Privatwohnung mit Privatlift hatte, ehe er über die Korruptions- und Parteienfinanzierungsaffäre Tangentopoli stolperte und im Rahmen der Operation Mani Pulite ins selbstgewählte tunesische Exil floh, wo er im Jahr 2000 verstarb.
Hotelbesitzer Vannoni nahm 2004 eine umfassende Restrukturierung seiner Luxusherberge in Angriff. Mit Hilfe des berühmten amerikanischen Architekten Richard Meier veränderte er die Struktur der Innenräume - der dritte Stock ist bereits fertig - sowie das Design, das nun puristischer ist und durch zeitgenössische Technologie wie Flachbildschirme ergänzt wird. Die Idee von Richard Meier war es, den alten Charme und die Authentizität des Hotels zu bewahren, und es gleichzeitig fit fürs 21. Jahrhundert zu machen. Er verwendet edles Eichenholz für die Möbel und Böden, Satin, weissen Carrara-Marmor (Statuario) sowie transparentes Glas im Bad. Ob die alten Stammgäste das neue Design, das eine völlig neue Atmosphäre kreiert annehmen, wird sich zeigen.
2004 wurde ebenfalls eine neues Hotellogo eingeführt, ein "R", inspiriert von der Tradition der in Stein, Metall und Keramik gemeisselten bzw. eingravierten Epigraphe. Keramiken, besonders von Pablo Picasso, sind in den öffentlichen Hotelräumen omnipräsent. Sie gaben dem hervorragenden Restaurant des Raphael den Namen, Relais Picasso.
Kunst ist überhaupt sehr präsent im Raphael, insbesondere im Erdgeschoss. Sechs bemalte Paneele aus Leder mit Schäferszenen stammen aus einem Separée des 16. Jahrhunderts. Zwei Statuen aus Carrara-Marmor schmückten einst Villen römischer Adliger. Der Künstler ist unbekannt, doch ihre Entstehung wird dem 15. Jahrhundert zugerechnet. Zwei mittelalterliche Steinstatuen stehen unter Denkmalschutz. Die eine repräsentiert die Hand von Fatima und stammt aus einer Kirche, in der sie als Behälter für Weihwasser diente. Die andere ist ein Fragment einer Frauenstatue aus einer Begräbniskapelle.
Donato d'Angelo Lazzari (1444-1514), kurz Bramante genannt, baute das Kloster Santa Maria della Pace direkt gegenüber dem Hotel Raphael. Das Chiostro del Bramante lockt heute immer wieder mit bemerkenswerten Kunstausstellungen, so 2005 mit 200 Werken des italienischen Impressionisten Giuseppe DeNittis.
Nach Bramante, dem Maler, Architekten, Ingenieur und Mitbegründer der italienischen Hochrenaissance, ist auch die Dachterrasse des Raphael benannt. Sie lockt von März/April bis September/Oktober nicht nur Hotelgäste zu einem Glas Prosecco, einem Mittagessen oder Dinner. Der Schreibende konnte übrigens auch schon an zwei sonnigen Februartagen die Terrasse geniessen. In luftiger Höhe geniesst man eine atemberaubende 360 Grad Rundumsicht über die ewige Stadt. Sie reicht von Sankt Peter zum Castel Sant'Angelo, vom Tiber zum Grab des unbekannten Soldaten an der Piazza Venezia, vom Pantheon zu San Luigi dei Francesi, vom Palazzo Quirinale bis zur Piazza di Spagna.
Das Hotel Raphaël überzeugt mit seinem Angebot an Kunst und kulinarischen Genüssen, seiner zentralen und dennoch ruhigen Lage sowie, nicht zuletzt, mit einem ausgezeichnetem Service.
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Eine neues Badezimmer im dritten Stock aus dem Jahr 2006 von Richard Meier.
Photo © Hotel Raphael, Roma.

Die denkmalgeschützte Fassade aus dem 18. Jahrhundert. Photo © Hotel Raphael, Roma.
Blick in eine Suite. Photo © Hotel Raphael, Roma.
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Das Restaurant. Photo © Hotel Raphael, Roma.
Die neuen Zimmer im dritten Stock aus dem Jahr 2006 von Richard Meier.
Photo © Hotel Raphael, Roma.