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Der internationale Stromhandel, welcher durch die Liberalisierung der Energiemärkte in Europa stark zugenommen hat, nutzt die dadurch gebotene Möglichkeit des Austauschs von Energie über die Landesgrenzen hinweg. Die historisch gewachsenen - ursprünglich für den nationalen Stromtransport erstellten - Übertragungsnetze wurden für den internationalen Stromaustausch stark ausgebaut. Aus der Historie bilden aber die nationalen Strommärkte heute meist eine Preiszone, wobei mögliche Kapazitätsengpässe innerhalb der Schweiz durch die Netzführung von Swissgrid abgefangen werden. Demgegenüber steht der internationale Stromaustausch, bei welchem Netzengpässe nach marktorientierten Verfahren bewirtschaftet werden. Dieses sogenannte Engpassmanagement ist eine der Kernaufgaben des Übertragungsnetzbetreibers Swissgrid. Die ElCom kann auf Basis von Artikel 17 StromVG die Verfahren zur Vergabe der Übertragungsnetzkapazität an den Schweizer Grenzen regeln. Als Regulator überwacht sie damit das Engpassmanagement von Swissgrid und der teilnehmenden Marktakteure und legt in Koordination mit ausländischen Behörden die regulatorischen Leitplanken fest. Dieser Gesetzesartikel besagt insbesondere, dass grenzüberschreitende Übertragungsnetzkapazitäten nach marktorientierten Verfahren zu vergeben sind. Dies geschieht an den Schweizer Grenzen zum grössten Teil über explizite Auktionen, bei welchen die Stromhändler zunächst grenzüberschreitende Netzkapazität ersteigern müssen, ehe sie ein Energiegeschäft abschliessen können. Eine Ausnahme bilden die Langfristlieferverträge, welche Schweizer Stromversorger mit Frankreich abgeschlossen haben: Lieferungen auf Basis dieser Verträge (Long Term Contracts oder LTCs) geniessen Vorrang bei der Vergabe von grenzüberschreitender Netzkapazität. Eine anerkannte Lösung zur effizienteren Nutzung der Übertragungsnetzkapazität stellen implizite Auktionen, auch bekannt unter dem Begriff „Market Coupling", dar. Bei impliziten Auktionen wird die Übertragungsnetzkapazität im gleichen Schritt wie das Energiegeschäft beschafft.
Die ElCom strebt an, die grenzüberschreitende Übertragungsnetzkapazität so effizient wie möglich zu nutzen. Dazu werden die organisatorischen Möglichkeiten zur Optimierung der ersteigerbaren Übertragungsnetzkapazität in Zusammenarbeit mit den Regulatoren der umliegenden Länder weiterentwickelt, die Verfahren zur expliziten Versteigerung der Kapazität optimiert und ein Market Coupling mit den umliegenden Preiszonen angestrebt. Diese Zielsetzung erfolgt vor dem Hintergrund, dass ein effizienter Zugang zu den umliegenden Märkten einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Schweiz leistet und konkurrenzfähige Energiepreise für den Werkplatz Schweiz von grosser Bedeutung sind.