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Bei Erwachsenen sterben jede Sekunde rund 50 Millionen Zellen ab. Fast gleich viele werden jede Sekunde neu gebildet. Dafür braucht es Folsäure, auch Vitamin B9 genannt. Es ist von der ersten bis zur letzten Zellteilung wichtig und hilft, die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu bewahren. Das Vitamin spielt auch für die Haut eine grosse Rolle. Um den Schutz der obersten Hautschicht aufrechtzuerhalten, müssen sich die Hautzellen rasch erneuern. Fehlt Folsäure, verliert die Schutzschicht an Elastizität und Spannkraft. Dadurch bekommt die Haut schneller Falten.
Ausgesprochen wichtig ist Folsäure für Frauen mit Kinderwunsch. Die Zellen des heranwachsenden Embryos teilen sich besonders schnell. Paare mit Kinderwunsch, sowohl Männer wie Frauen, haben einen erhöhten Folsäurebedarf. Damit er zum Zeitpunkt der Zeugung einen optimalen Wert aufweist, brauchen sie das Doppelte der normalen Tagesdosis. Bei Männern verbessert Folsäure die Anzahl und Qualität der Spermien. Mit der Einnahme sollte man drei Monate vor der Zeugung beginnen.
Folsäure spielt eine zentrale Rolle bei der Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark. Ein Mangel zeigt sich als Blutarmut. Die Folgen: Schwindel, Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Atemnot. Folsäuremangel kann zu einem erhöhten Gehalt von Homocystein im Blut führen. Homocystein gilt als Zellgift, das unter anderem die Blutgefässwände angreifen kann, dort zu einer beschleunigten Ablagerung des oxidierten LDL-Cholesterins und damit langfristig zu einer Verengung der Blutgefässe und zu Arteriosklerose führt. Dadurch steigt vor allem in der zweiten Lebenshälfte das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Folsäure, zusammen mit den Vitaminen B6 und B12, hat die Fähigkeit, die toxische Aminosäure Homocystein abzubauen.
Beim Embryo steigt bei zu wenig Folsäure das Risiko einer Fehlbildung am Zentralnervensystem. Beispiele sind Spina bifida, der offene Rücken bei Neugeborenen, oder die Kiefer-Gaumen-Spalte.
Die Wissenschaft vermutet auch einen Zusammenhang zwischen Folsäuremangel und Depressionen. So wird in der Behandlung von Depressionen oft auch begleitend Folsäure eingesetzt. Ein latenter Mangel an Folsäure ist weitverbreitet. Um einem Mangel vorzubeugen, wird für Erwachsene eine tägliche Dosis von 300 bis 400 Mikrogramm Folsäure empfohlen.
Zu den natürlichen Lieferanten von B9 gehören Weizenkeime, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte oder Leber. Der menschliche Körper kann aber Folsäure aus Nahrungsmitteln nur zu rund 50 Prozent aufnehmen. Zu viel des Lebensvitamins geht im Koch- oder Backprozess verloren. Folsäure ist lichtempfindlich, wasserlöslich und nicht hitzeresistent. Bei der synthetischen Folsäure besteht dieses Problem nicht. Der Körper nimmt fast 100 Prozent davon auf.
Die Nahrungsergänzung mit Folsäure erfordert wenig Aufwand und ist nicht teuer. Vor allem Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, an Bluthochdruck oder Diabetes leiden, übergewichtig sind und bereits erste Anzeichen von Arteriosklerose zeigen sowie zu hohe Blutfettwerte haben, sollten diese Möglichkeit der Gesundheitsprävention nicht vergessen.
Die zehn besten Folsäure-Lieferanten
- Weizenkeime
- Weisse Bohnen
- Kalbsleber
- Linsen
- Spinat
- Nüsslisalat
- Sojasprossen
- Baumnüsse
- Rosenkohl
- Spargel