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Der argentinische Schriftsteller Ernesto Sabato ist am Samstagmorgen (Ortszeit) im Alter von 99 Jahren in seinem Haus bei Buenos Aires gestorben. Er galt als einer der wichtigsten argentinischen Schriftsteller der Gegenwart.
Der Autor habe in den vergangenen Wochen an einer Bronchitis gelitten, der er angesichts seines hohen Alters und seiner allgemeinen Gebrechlichkeit nicht habe standhalten können, sagte seine Lebensgefährtin Elvira González Fraga.
"Ihm ging es schon seit längerem schlecht, aber auf eine gewisse Weise war sein Zustand stabil. Er hörte gerne Musik, wir haben ihm oft Musik angemacht, um ihn zu unterhalten", sagte González Fraga dem Radiosender Mitre. "Er hat ein gutes Leben gehabt, war sehr beliebt, hatte Matilde (Kusminsky Richter, seine gestorbene Frau), er hat Kinder".
Sabato galt als einer der wichtigsten argentinischen Schriftsteller der Gegenwart. Auf Deutsch erschienen unter anderem seine Romane "Der Tunnel" und "Über Helden und Gräber". Am 24. Juni wäre Sabato 100 Jahre alt geworden.
Politisch wichtige Rolle
Als Schriftsteller wurde Sabato unter anderem 1984 mit dem Cervantes-Preis ausgezeichnet, einer der wichtigsten Ehrungen der spanischsprachigen Welt, die zuvor erst ein Argentinier erhalten hatte: Jorge Luis Borges. Aber Sabato war nicht nur Autor und auch Maler, er spielte auch politisch eine wichtige Rolle.
Auf Bitten des ersten Präsidenten nach der Militärdiktatur (1976-1983), Raúl Alfonsín, übernahm Sabato 1983 die Leitung der Conadep-Kommission, die das Schicksal der Verschwundenen der Diktaturzeit untersuchte und zahlreiche Menschenrechtsverbrechen der Militärs nach Zeugenbefragungen erstmals protokollierte.
Dieser Bericht war unter dem Titel "Nunca Más" (Nie wieder) weltweit bekannt geworden. Er gilt bis heute als das wichtigste Dokument über die Menschenrechtsverletzungen der Militärs und ist Grundlage für zahlreiche Prozesse gegen die Täter.
SDA-ATS