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Christian Constantin lässt seine mittlerweile 19 Jahre als Präsident des FC Sion von Renitenz und Skandalen begleiten. Mindestens zweimal lässt er Fäuste und Füsse sprechen.
Bevor er nach dem Match Lugano - Sion auf TV-Experte und Ex-Trainer Rolf Fringer losging, war Constantin schon in einem dokumentierten, aktenkundigen Fall handgreiflich geworden.
Nach dem Spiel Kriens - Sion am 5. Dezember 2004 attackierte er Schiedsrichter Markus von Känel und den Assistenten José Antonio Gonzalez. Von Känel stellte er das Bein, Gonzalez trat er zwischen die Beine. Das Urteil vor Zivilgericht wurde erst zweieinhalb Jahre später gesprochen. Das Amtsgericht Luzern-Land verurteilte Constantin wegen einfacher Körperverletzung gegen Schiedsrichter von Känel zu einer bedingten Geldstrafe von 24'500 Franken. Die Tätlichkeiten gegenüber dem Assistenten konnten ihm nicht schlüssig nachgewiesen werden. Um eine unbedingte Strafe kam Constantin nur dank einer Gesetzesänderung herum, die just auf Anfang 2007 zu greifen begann. Eine Verurteilung war es dennoch. Kurz nach der Attacke hatte ein Wirt aus Martigny ausgesagt, er und nicht Constantin sei gegen die Offiziellen tätlich geworden. Dieser Version schenkte das Gericht keinen Glauben.
Von den juristischen Instanzen des SFV wurde Constantin letztlich nicht hart angepackt. Eine Sperre wurde von ursprünglich 30 Monaten auf lediglich noch drei Monate reduziert.
Verbale Gefechte mit Spielern
Weitere Angriffe führten nicht zu Gerichtsfällen. Im Herbst 2006 attackierte Constantin seinen tunesischen Spieler Adel Chedli in der Kabine vor versammelter Mannschaft. Chedli soll eine Ansprache des Präsidenten gestört haben.
Constantin hat es auch schon erlebt, dass jemand den Spiess umdrehte. Nach dem Spiel gegen St. Gallen im Mai 2017, in dem Sion mit einem 1:1 praktisch die letzten Chancen auf die direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase vergeben hatte, stürmte der Belgier Geoffrey Bia auf den ihn kritisierenden damaligen Sittener Coach Sébastien Fournier los. Wie Augenzeugen berichteten, stellte sich Constantin zwischen die beiden und wurde von Bia an der Gurgel gepackt.
Verbale Gefechte lieferte sich Constantin mit vielen, wenige davon sind verbürgt und verbrieft. In einem bezeugten Duell jedoch war der frühere Internationale Xavier Margairaz Constantins Opponent. Nach einer 0:4-Heimniederlage gegen GC im Mai 2013 stürmte der damalige Sittener Spieler, blind vor Wut, auf den Präsidenten los, der ihn provoziert hatte. Der Trainerassistent konnte die Kampfhähne trennen.
Juristische Streitereien
Zu den verbalen und brachialen kommen zahllosen juristische Streitereien, die Christian Constantin mit Vorliebe mit dem Verband und am liebsten mit dessen Schiedsrichterwesen austrug. Der Streit im Nachgang zum umstrittenen Transfer des ägyptischen Goalies Essam El-Hadary zu Sion zog sich über vier Jahre hin. Die FIFA belegte Sion mit einem Transferverbot, um das sich Constantin foutierte. Zuletzt kam der SFV auf Druck des Weltverbandes nicht umhin, den Wallisern in der Meisterschaft 36 Punkte abzuziehen, nachdem sie in jedem Match der Vorrunde 2011/12 nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt hatten. Sion wurde Letzter statt Dritter, stieg aber dennoch nicht ab. Denn Neuchâtel Xamax wurde zwangsrelegiert, und Sion gewann die Barrage gegen Aarau.
SDA-ATS