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Jon Hamm spielt Don Draper mit so viel Charisma wie Coolness: Eigentlich kratzt diesen Mann gar nichts, er hat alles im Griff. Von seinen Chefs lässt er sich nicht an die Leine legen, seinen Kunden sagt er, wenn er sie für zu spießig hält, und seine Frau Betty schickt er zum Psychotherapeuten. Der erstattet dem Familienvater anschließend Bericht über den Seelenzustand der kühlen Blonden mit dem Grace-Kelly-Flair (January Jones). Nur zwei Dinge können den Mann aus der Bahn werfen: wahre Liebe und die Schatten der Vergangenheit. Sechs Mal soll Jon Hamm vorgesprochen haben, um diese Rolle zu bekommen. Sie hat den 39-Jährigen in den USA berühmt gemacht.Für viele ist „Mad Men“ eine der aufregendsten Drama-Serien in dieser Hochzeit der aufwändigen Fernsehproduktionen, und wie alle anderen lebt sie auch von dem großartigen Ensemble: mit Christina Hendricks als Büro-Chefin Joan, die mit zum Erdbeermund gekräuselten Lippen die gemeinsten Sachen säuseln kann; mit Vincent Kartheiser als schmierigem Babyface Pete Campell aus der Buchhaltung, der glaubt, er sei Gottes Geschenk an die Frauen- und die Werbewelt; mit John Slattery als jovialem Agentur-Chef Roger Sterling, der mit Schnaps, Zigaretten und Frauen, die halb so alt sind wie er, so lange feiert, bis ihn der Herzinfarkt niederstreckt. Und mit der großartigen Elisabeth Moss als Neu-Sekretärin Peggy Olson, die an diesem Sodom-und-Gomorrha-Arbeitsplatz ihre Unschuld schnell verliert.AnzeigeGeschichten, die schick nach 60ern aussehen, aber eigentlich zeitlos sindDie Idee zu dieser Serie, die vor einigen Wochen zum dritten mal in Folge den amerikanischen Fernseh-„Oscar“ Emmy als beste Drama-Serie gewann, hatte Matthew Weiner schon 1999. Als er sein Skript für die Pilot-Folge TV-Produzent David Chase zeigte, engagierte der Weiner – als Drehbuchautor für seine Mafia-Saga „The Sopranos“, die er damals produzierte. Erst Jahre später war das Fernsehen reif für die „Mad Men“, die so schick nach den 60ern aussehen und deren Geschichten so zeitlos sind.