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21.03.2023
Unter dem Begriff “Lipödem” ist weit mehr als nur ein ästhetisches Problem zu verstehen. Zunächst sieht die Figur der betroffenen Frauen – Männer leiden so gut wie nie unter einem Lipödem – so aus, als seien sie an einigen Stellen einfach nur zu dick. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch schnell heraus, dass bei einem sonst normalgewichtigen bzw. schlanken Körper die Oberschenkel und das Gesäss massiv ausgeprägt sind. In manchen Fällen sind leider auch die Oberarme betroffen. Ein Lipödem verursacht diverse Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Diese chronische Fettverteilungsstörung ist gekennzeichnet durch eine Vermehrung des Unterhautfettgewebes, die sich meistens an den Beinen und hier am häufigsten an den Oberschenkeln sowie manchmal auch an den Unterschenkeln oder Knien bemerkbar macht.
Bei anderen Patientinnen sind auch die Arme betroffen, wobei das Muster der Fettverteilung an Armen und Beinenimmer ähnlich ist. Die Unterschiede zwischen den individuellen Betroffenen können dagegen sehr gross sein, denn die krankheitstypische Fettvermehrung kann sich auf ein bestimmtes Areal wie z. B. Oberschenkel beschränken oder sich auch auf das komplette Bein erstrecken. Sehr selten sind Lipödeme an Kinn, Nacken, Brust oder Bauch zu sehen.
In vielen Fällen wird Lipödem im selben Atemzug mit Adipositas genannt, obwohl normalgewichtige Frauen genauso häufig betroffen sind wie Übergewichtige. In diesem Zusammenhang sollte angemerkt werden, dass die Abnahme des nicht krankhaften Fettes durchaus möglich ist. Darüber hinaus führt diese Abnahme auch zur Entlastung des Lymphsystems und wird zur allgemeinen Verbesserung des Zustandes empfohlen. Das Lipödem-Fett kann jedoch durch Ernährungsumstellung und Sport nicht "wegtrainiert" werden, selbst nach einer Abnahme ist meistens immer noch eine Disharmonie zwischen dem Volumen der Beine im Vergleich zum restlichen Körper sichtbar. Die Kleidergrössen von Ober- und Unterkörper unterscheiden sich meist um mehrere Konfektionsgrössen.
Das Hautbild kann je nach Stadium sehr unterschiedlich aussehen, von leichten Dellen ähnlich einer Cellulite bis hin zu tiefen Beulen und Fettüberlappungen der Haut. Das Lipödem-Fett wächst unkontrolliert und hört oberhalb der Fuss- bzw. Handgelenke auf. Diese deutliche Stufe ist auch als "Fettkragen" bekannt. Beim Streichen über die Haut sind je nach Stadium kleine bis grobe Knoten ertastbar. Die leichteste Berührung oder der leichteste Druck kann schon Schmerzen verursachen und selbst liebevolles Streicheln kann extrem schmerzhaft sein.
Beim Lipödem “überschlagen sich” die Fettzellen. Sie vergrössern sich ungebremst, wobei die Ursache nicht vollständig geklärt ist. Genetische und hormonell bedingte Auslöser werden vermutet. Betroffene Körperstellen sind normalerweise Oberschenkel, die Hüfte, das Gesäss und manchmal auch die Oberarme. Zu massiven Beschwerden kommt es, weil sich zwischen den vermehrten und vergrösserten Fettzellen Flüssigkeit einlagert. Das Lipödem wird in vielen Fällen erst nach langer Leidenszeit korrekt diagnostiziert, manchmal kommt es auch zur Verwechslung mit dem sogenannten “Lymphödem”.
Die Ursache ist eine komplexe Fettverteilungsstörung, die zum optisch, körperlich und psychisch extrem belastenden Lipödem führt. Es geht hier eindeutig um eine Krankheit und hat nichts mit falschem Essverhalten oder mangelnder Disziplin zu tun. Das Lipödem beeinträchtigt alle Lebensbereiche – konservative Behandlungen alleine bieten nur eine geringfügige Linderung der Beschwerden, Sport und Diäten bringen fast keine Besserung. Wesentlich mehr Aussicht auf Erfolg hat hingegen eine Fettabsaugung an den betroffenen Stellen, wodurch die Patientinnen Schmerzfreiheit, eine ästhetische Verbesserung und wieder mehr Lebensqualität erreichen.
Neben dem veränderten Erscheinungsbild der Silhouette verursacht ein Lipödem auch andere Beschwerden wie z.B. ein Spannungsgefühl und Druckschmerzen, eine erhöhte Anfälligkeit für blaue Flecken und diverse andere Symptome.
Die Haut von Lipödem-Patientinnen neigt dazu, sehr leicht blaue Flecken zu bilden, was auf die gestörte Kapillarpermeabilität der Blutgefässe zurückzuführen ist. Hierdurch werden sowohl Flüssigkeiten als auch rote Blutkörperchen leichter durch die Gefässwand in das umliegende Gewebe gedrückt, was zur Folge hat, dass schon leichte Stösse zu blauen Flecken führen.
Es ist höchste Zeit zu akzeptieren, dass Cellulite eine grosse Anzahl von Frauen betrifft, die mit den unschönen Dellen an den Beinen zu kämpfen haben. Allerdings wissen die meisten Betroffenen nicht, dass sie vielleicht neben dem Problem mit der Orangenhaut auch mit einem Lipödem zu tun haben könnten. Woran erkennen Sie nun, ob es sich um ein Lipödem oder um Cellulite handelt?
Im frühen Stadium fallen als Merkmale die geschwollenen und verdickten Beine auf. Darüber hinaus lassen sich kleine Fettknötchen in der Haut ertasten. Im zweiten Stadium stellen die Betroffenen eine erhebliche Volumenzunahme fest, die unter Umständen mit einer allgemeinen Gewichtszunahme einhergehen kann. Die Betroffenen leiden oftmals in diesem Stadium an sogenannten Reiterhosen, also an stark ausgeprägten Oberschenkeln. Die Patienten bemerken auch häufig kleine Unebenheiten, die ganz besonders im Stehen deutlich zu sehen sind. Ausserdem werden die Fettknötchen im zweiten Stadium mit der Zeit immer grösser, und die Stauungsbeschwerden verursachen Schmerzen. Im dritten Stadium wirkt die Haut verdickt und wellig, es kommt zu einem überhängenden Fettlappen. Hautfalten kommen aufeinander zu liegen.
Im ersten Stadium ist Cellulite zu erkennen, indem die Haut an Oberschenkeln, Bauch oder Po zusammengedrückt wird. Sowohl eine Dellenbildung als auch Einziehungen können beobachtet werden. Kleine Dellen wären im Normalzustand nicht zu sehen. Im zweiten Stadium sind diese Dellen auch ohne Druck direkt sichtbar. In manchen Fällen kann es sogar vorkommen, dass das Zusammenkneifen der Haut Schmerzen verursacht. Im dritten Stadium ist die Cellulite auch von weitem deutlich zu sehen, die Haut ist schlaff und gedellt.
Bei einem Lipödem in fortgeschrittenem Stadium kann nur eine Fettabsaugung (Liposuktion) eine länger anhaltende Besserung bewirken. Cellulite hingegen kann, eventuell in Kombination mit einer Liposuktion, normalerweise mit minimal-invasiven Behandlungsmethoden nachhaltig bekämpft werden, indem die oben beschriebenen Bindegewebsstränge, die die Einziehungen verursachen, durchtrennt werden.
Mehr detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: lipoedemclinic.ch
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