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Und es gibt sie doch, die Ufos. Es sind unbekannte Flugobjekte, und die US-Navy sichtet sie mindestens seit 2004. Das US-Militär weiss nicht, woher sie stammen. Aber es gab Dutzende, wenn nicht hunderte solcher Vorfälle.
Zum Beispiel am 21. Januar 2015, als Kampfjet-Piloten mit einer Infrarot-Kamera ein dunkles rundes Objekt aufnehmen, das in hoher Geschwindigkeit gegen den Wind fliegt – vor der Küste Floridas, auf 7600 Metern Flughöhe. «Mein Gott, es rotiert», meldete ein Pilot.
Kongress verlangte Bericht mit Risikoanalyse
2017 wurden drei solcher Videos an die Öffentlichkeit geleakt. Es dauerte vier Jahre, bis das Pentagon sie diesen Frühling für authentisch erklärte. Der Geheimdienstausschuss des Senats erfuhr vor einem Jahr von den geheimen Ufo-Beobachtungen und verlangte von Pentagon und Geheimdiensten einen ausführlichen Ufo-Bericht samt Risikoanalyse bis zum 25. Juni 2021.
«Jedes Objekt, das unbewilligt in den US-Luftraum eindringt, ist eine Gefahr», sagte der republikanische Senator Marco Rubio gegenüber dem Fernsehsender CBS.
Jedes Objekt, das unbewilligt in den US-Luftraum eindringt, ist eine Gefahr.
Auch Ex-Präsident Barack Obama meldete sich zum Thema. Die Ufos hatten auch ihn während seiner Amtszeit beschäftigt: «Ja, es gibt Flugobjekte am Himmel, deren Bewegungen und Flugbahn man nicht einfach so erklären kann», sagte er im Mai.
Die Rede ist denn auch nicht von normalen Flugkörpern wie Flugdrohnen oder Wetterballonen, die nicht zugeordnet werden können. Navy-Piloten berichten von erstaunlichen Fähigkeiten der Ufos, die in Überschallgeschwindigkeit fliegen und blitzschnell verschwinden könnten – ohne sichtbare Emissionen.
«Jemand ist grösser, schneller und stärker da draussen, wir müssen wissen wer», erklärte John Ratcliffe, Direktor der Geheimdienste bis zum Ende der Amtszeit von Donald Trump. Es gebe viel mehr Begegnungen mit diesen Objekten, als die Öffentlichkeit bisher gewusst habe.
Jemand ist grösser, schneller und stärker da draussen, wir müssen wissen wer.
Und es sei üppig Beweismaterial vorhanden; Radarortungen etwa oder Satellitenaufnahmen. Alle wollten natürlich wissen, ob es ausserirdische Flugkörper seien. Der Bericht werde die Frage nicht beantworten, aber die Möglichkeit auch nicht ausschliessen, weiss Ratcliffe.
Eine andere Streitmacht?
Eine andere These laute: Es ist eine andere weltliche Streitmacht mit einem erstaunlichen technologischen Vorsprung gegenüber den USA – Russland oder China zum Beispiel. Aber diese Länder hätten 2004 kaum die Technologie gehabt, um Überschall-Flugobjekte herzustellen, sagt Ratcliffe.
Der Astrobiologe Jacob Haqq-Misra vom Wissenschaftsinstitut «Blue Marble Space» in Seattle hält es für bemerkenswert, dass sich die US-Regierung für Ufos interessiert: Die letzten breiten Untersuchungen seien in den 1960er-Jahren erfolgt, ohne Ergebnis.
Ausserirdisch?
Auch Misra schliesst eine ausserirdische Herkunft nicht aus. Er verlangt eine wissenschaftliche, globale Untersuchung: «Es braucht eine Radar- und Infrarotüberwachung für den gesamten Luftraum der Erde, um die Ufos auch wirklich zu erwischen.»
Die Möglichkeit ausserirdischer Flugkörper ist intakt, die Wahrscheinlichkeit ist nicht abschätzbar.
Die Frage sei, wer ein so teures Projekt finanzieren werde – ohne Garantie, dass sich die Investition lohne. Das Ufo-Phänomen werde aber auch von anderen Regierungen beobachtet, fügt der Astrobiologe an, der für die Nasa nach Spuren von Leben im All sucht: «Die Möglichkeit ausserirdischer Flugkörper ist intakt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht abschätzbar ist, so weiss man nichts, bevor man hinschaut.»