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Im März hat Melanie Fiona das Nachfolge-Album zum Platin veredelten "The Bridge" Debut "The MF Life" veröffentlicht. Wir haben sie zum Interview getroffen.
hitparade.ch: Du lässt Deine Songs, die Du teilweise mitschreibst, oft auch von anderen Künstlern schreiben. Ist es schwer für Dich, in einen Song hineinzufinden, der von einem anderen Künstler geschrieben worden ist?
Melanie: Ja, aber dann ändert man einfach das, was nicht stimmt. Wenn Jemand anderes für mich einen Song schreibt, und für mich funktioniert etwas daran nicht, dann kann ich das auch ändern. Ein Song muss persönlich sein, und daher ändere ich, was auch immer sein muss, damit ich einen Bezug zum Song bekomme. Wenn man getrennt arbeitet und Jemand eine Songidee hat, die mir gefällt, dann mache ich den Song zu meinem Eigenen. Das ist anders, als wenn man gemeinsam im Studio an einem Song arbeitet. Ich könnte nicht über ein Thema singen, das mir nichts sagt. Man würde es spüren.
hitparade.ch: Und wenn Du für andere Künstler Lyrics schreibst? Dann passiert es wahrscheinlich auch, dass diese Künstler Deine Texte noch ändern, um sie zu personalisieren, oder?
Melanie: Ja, absolut. Und das ist für mich auch total in Ordnung. Ich bin eine Künstlerin und ich kann nur tun, was in meinem Kopf und Herzen ist. Aber ein anderer Künstler hat vielleicht eine andere Vision dieses Themas und die passt vielleicht nicht zu meiner. Dann ist es völlig okay, wenn diese Leute die Texte für sich anpassen. Ich denke, diesen Respekt sollte man vor den Künstlern haben, schliesslich schreibt man den Song für sie. Das sind ihre Karrieren und sie werden diesen Song immer und immer wieder singen. Daher müssen sich diese Künstler unbedingt wohl damit fühlen.
hitparade.ch: In den vergangenen Jahren hast Du mit vielen grossen Künstlern zusammengearbeitet wie Cee Lo Green, Kanye West, B.O.B. und Jay-Z. Von all diesen Künstlern, mit denen Du bereits gearbeitet hast: Wer übte den grössten Einfluss auf Deine Musik aus?
Melanie: Hmm, Alicia Keys. Ich habe mit Alicia eine dreimonatige Tour durch die USA gemacht. Ich habe Ihr Abend für Abend zugesehen. Ich war immer von ihr und ihrer Crew umgeben und ich spürte, was ich an ihr so bewundernswert finde. Als Fan war es einfach toll, sie so nahe zu erleben. Und dann fing ich an, sie auch als Person, nicht nur als Musikerin, zu lieben. Ich glaube, sie macht es einfach genau richtig. Sie bleibt ihrer Musik und ihren Wurzeln treu und verschafft sich so viel Respekt. Sie vereint die Liebe zur Musik, den Respekt, ihr Talent und ihre Schönheit. Das inspiriert mich. Auch die Leute um sie herum sind alles gute Leute. Nicht diese typischen eingebildeten Menschen, die man sonst oft in der Musikindustrie trifft. Es fühlt sich eher wie eine Familie an und ich fühlte mich vom ersten Tag an völlig aufgenommen. Ich war damals noch ein Niemand. Sie hätte mir diese Möglichkeit nicht bieten müssen und auch all diese Leute hätten mich nicht so herzlich und familiar behandeln müssen, aber sie haben es getan. Sie hätten mich auch einfach als unspektakulärer Opening-Act behandeln können, so wie es oft ist. Die Art, wie sie ihre Karriere vorantreibt hat mich sehr beeindruckt und inspiriert. Sie ist Musikerin, Mutter, Ehefrau und Künstlerin. Sie hat es einfach richtig gemacht.
hitparade.ch: Hast Du denn ähnliche Ziele? Das Mutterwerden beispielsweise?
Melanie: Ja, ich könnte mir das eventuell vorstellen. Klar, ich wäre gerne in der Lage, alles haben zu können. Als Sängerin zu arbeiten, im Business tätig zu sein… Aber man muss auch Opfer bringen. Nur schon, dass man nicht einfach mal so ein Date haben oder mit Freunden ins Kino gehen kann. Aber man gewinnt auch viel. Es ist am schönsten, wenn man alles haben kann. Und das will ich, ich habe es verdient.
hitparade.ch: Mit diesem Ziel vor Augen, wie schützt Du Dich selbst vor Menschen, die Dich sich nur für Dich interessieren, weil Du berühmt bist?
Melanie: Das ist definitiv ein Problem. Man sollte einfach ein Risiko eingehen. Man muss es langsam angehen lassen und ihre Familien kennen. Ich bin sowieso eine Person, die sich Zeit fpr die Dinge nimmt, daher fällt mir das nicht schwer. Ich möchte die Leute gerne ganz nahe kennenlernen. Es geht mir nicht darum, ob Jemand heiss ist, sondern, ob es gute Menschen sind. Wie behandeln sie andere Menschen? Wie gehen sie mit ihrer Familie um? Was für Beziehungen haben sie? Wie beurteilen andere Leute diese Menschen? Was sind ihre Leidenschaften? Ich bin da sehr vorsichtig, wenn es darum geht, Menschen kennenzulernen, egal ob bei Dates oder freundschaftlich. ich denke, das ist die beste Basis für eine Beziehung. Wenn man zuerst befreundet ist, hat man eine gesunde Beziehung zueinander. So sollte es sein, denn mit Lovern streitet man, Freunde lösen es. In einer Beziehung geht es nicht darum, wie die gücklichen Momente sind, sondern, wie man in schlechten Zeiten miteinander umgeht. Man braucht einen Partner und Freund, der einen auf seinem Weg begeitet. Man braucht keinen Feind oder Herausforderer. Man braucht Jemanden, der mit einem gemeinsam alles bestreitet und man soll einfach füreinander dasein. Ich habe das aus meinen Beziehungen gelernt.
hitparade.ch: Wir haben vorhin darüber geredet, dass Alicia Keys Deine Musik am meisten beeinflusst hat. Mit welchem Künstler hast Du denn am liebsten zusammengearbeitet?
Melanie: Das ist ein Künstler, der auch mein neues Album produziert hat. Sein Name ist Jack Splash. Er war früher mehr als Künstler tätig, momentan arbeitet er oft als Produzent. Er hat für Alicia, Jasmine Sullivan, Cee Lo Green und für mich produziert. Auch für viele HipHop Künstler hat er schon gearbeitet. Er ist super talentiert. Soweit ich weiss, hat er auch mit B.O.B. gearbeitet. Er ist wirklich begnadet und es ist jedesmal total lustig mit ihm im Studio. Es ist alles einfach und leicht. Wir machen immer grossartige Musik miteinander. Er hat "Bones", "Wrong Side Of A Love Song", "What Am I To Do" und "Cant't Do This No More" gemacht. All diese Songs hat er produziert. Wir arbeiten super miteinander.
hitparade.ch: Bringt Dich das in Versuchung, zukünftig immer mit ihm als Produzenten zu arbeiten?
Melanie: Ja, auf jeden Fall. Ich habe ihm bereits gesagt: "So, wann fangen wir mit dem dritten Album an?" (lacht). Ich denke, es ist sehr wichtig für einen Künstler, dass er den richtigen Produzenten findet. Mit ihm und Andrea Martin, mit der ich am ersten Album gearbeitet habe, habe ich meinen eigenen Sound gefunden. Es ist viel einfacher, mit Jemandem zu arbeiten, der einen wirklich kennt und weiss, was man will, als mit Jemandem, der einen einfach in eine Richtung zu drängen versucht.
hitparade.ch: Auf Deiner Website hast Du geschrieben, dass es noch viele wunderschöne Plätze auf der Welt gibt, die Du gerne dieses Jahr besuchen möchtest. Welchen Ort hast Du Dir ausgesucht?
Melanie: Ja, ich habe die Malediven gewählt. Ich habe mich entschieden, dieses Jahr dort hinzugehen. Es sieht einfach so perfekt aus. Wenn man das Paradies beschreiben möchte, denke ich, würde es so aussehen. Was ich auch noch sehen möchte ist der Südpazifik! Orte wie die Fiji-Inseln, Tahiti und Bora Bora würden mich reizen. Das wären noch weitere Traumdestinationen. Die Malediven sehen irgendwie unorthodox aus, daher gehe ich jetzt erstmal dahin. Das nächste Mal, wenn ich in Los Angeles bin, werde ich dann wahrscheinlich mal Tahiti ansteuern.
hitparade.ch: Gehört das Reisen zu Deinen Leidenschaften?
Melanie: Ich habe das Reisen zu einer Leidenschaft gemacht. In den vergangenen Jahren war mein Job immer der Grund, warum ich gereist bin. Das hat mich dazu gebracht, nicht immer alles nur als meine Arbeit anzusehen. Ich brauche schliesslich auch Zeit für mich selbst. Ich würde gern mal einfach so aus Freude wieder in die Schweiz kommen. Es ist schwer hierherzukommen, und nicht direkt wieder zu arbeiten. Wie kann ich nicht? Ich habe viele Fans hier, mein Label unterstützt mich sehr und auch die Radio-Stationen… Wie könnte ich hierherkommen und das ignorieren? Ich müsste einfach mal eine ganze Woche hiersein, denn dann hätte ich für Beides Zeit.
hitparade.ch: Was gehört denn sonst noch so zu Deinen Leidenschaften?
Melanie: Das Fotografieren. Ich liebe es, Fotos zu machen. Was tue ich noch gern? Ich schaue gerne Sport! Boxen zum Beispiel gucke ich viel. Ich mag Boxen. Und ich liebe es zu essen. Aber Fotografieren ist mein liebstes Hobby. Und es klingt vielleicht etwas verrückt, aber ich liebe es, Wäsche zu machen. Ich möchte saubere Kleidung haben. Geschirr abzuwaschen mag ich hingegen überhaupt nicht. Bitte mich nie darum, das zu tun (lacht).
hitparade.ch: Während all Deinen Reisen und Promotiontours: Welches war die verrückteste Frage, die Dir in einem Interview jemals gestellt worden ist?
Melanie: Einmal hat mich ein Interviewer auf dem falschen Fuss erwischt. Die erste Frage, die er gestellt hat, war: "Was bedeutet Dein Name?". Und ich dachte nur: Was ist denn das für eine Frage? Wer weiss das denn schon über sich selbst? Um ehrlich zu sein weiss ich, was er bedeutet, aber ich bin nicht nach einem griechischen Gott benannt. Ich bin einfach Melanie Fiona. So nannte mich meine Mutter, als ich aufgewachsen bin. Ich weiss nur, dass Melanie "dunkelhäutig" und Fiona "hell" bedeutet. Das ist also ein Kontrast. Aber wie gesagt: Wer macht sich schon solche Gedanken über seinen eigenen Namen? Das war die erste Frage und ich fand sie sehr sonderbar. Ich kann mich auch an eine andere Frage erinnern, die mir mal Jemand gestellt hat. Wir haben über das Album geredet, das kurz vor dem Release stand. Erst haben sie mir all diese üblichen Fragen gestellt. Und auf einmal haben sie nur noch über die Drake-Zusammenarbeit geredet und mich darüber ausgefragt. Dann haben sie mich gefragt, ob ich ihn gedatet hätte. Dann wollten sie wissen, was ich über Chris Brown und Rihanna denke. Sie haben mich nur noch solches Zeug gefragt. Ich habe das Interview dann abgebrochen und sagte "Wollen wir über mich reden oder über andere Künstler? Wenn Du Infos über die willst, dann solltest Du besser mit denen einen Interviewtermin vereinbaren". Ich erklärte ihnen, dass ich da sei, um über mich und meine Musik zu reden und nicht über andere Menschen. Sonst ist mir die Zeit zu schade, ich habe auch anderes zu tun. Das war aber bisher das einzige Mal, dass ich ein Interview abbrechen musste.