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Neun Personen wurden in Spitäler gebracht. Niemand erlitt aber schwere oder lebensbedrohliche Verletzungen.
Die Kartusche mit dem Reizstoff sei in einem Abfallbehälter vor der Sicherheitskontrolle gefunden worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Offenbar habe ein Passagier das Spray in den Müll geworfen, bevor er die Schleuse passiert habe. Im Müllbehälter habe sich die Dose dann entleert.
Pfefferspray darf ebenso wie Flüssigkeiten ab einer bestimmten Menge oder Messer ab einer bestimmten Grösse nicht mit an Bord genommen werden. Der Besitzer des Pfeffersprays sei nicht bekannt, sagte der Polizeisprecher.
Ein Terrorakt könne nach bisherigen Erkenntnissen ausgeschlossen werden, sagte auch ein Sprecher der Feuerwehr. Er ging davon aus, dass ein Unbekannter das Reiz auslösende Gas in einen Luftschlitz gesprüht hatte, von wo aus es sich über die Klimaanlage verteilte.
Wegen des Gasaustritts war der Hamburger Flughafen am Sonntagmittag für mehr als eine Stunde gesperrt gewesen. Hunderte Reisende mussten bei winterlichen Temperaturen im Freien ausharren.
Am frühen Sonntagnachmittag konnten alle Reisenden wieder zurück in das Gebäude. In der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, habe es eine starke Geruchsbelästigung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen und Reizhusten geklagt.
Ein Grossaufgebot von Rettungskräften war vor Ort. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.
Der Flugbetrieb war von 12.32 bis 13.45 Uhr lahmgelegt, wie der Airport mitteilte. Die Zufahrten zum Flughafen wurden gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen.
Von der vorübergehenden Sperrung waren insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen.
Die Räumung des Flughafens lief nach Augenzeugenberichten ohne Panik ab. Das Gebäude der sogenannten Airport-Plaza enthält die zentrale Sicherheitskontrolle für die Fluggäste mit Kontrollstellen und Gepäckausgabe; sie schliesst die Lücke zwischen den Terminals 1 und 2.
Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, verzögerte sich wegen der vorübergehenden Sperrung des Hamburger Flughafens. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.
(SDA)