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"Fast alles. Ausser Transparent." ist aktuell auf der Website von Greenpeace Schweiz zu lesen – in Anspielung auf die Werbekampagne von E-Commerce-Riese Digitec Galaxus. Hintergrund ist eine Befragung
von Greenpeace bei insgesamt acht in der Schweiz tätigen Detailhändlern – drei aus dem Fashion-Bereich und fünf mit Fokus auf IT, Heimelektronik und Haushaltgeräte, namentlich Digitec Galaxus
, Interdiscount
, Fust
, Competec
(also Brack.ch) und Apple
. Mit der Befragung wollte Greenpeace herausfinden, was mit Retouren respektive unverkaufter Ware geschieht, wie gross die Menge dieser Ware ist, wem diese übergeben wird und ob es die Händler überhaupt kümmert, das damit passiert.
Digitec Galaxus soll bei der Befragung zu Protokoll gegeben haben, dass der Anteil unverkaufter elektrischer und elektronischer Geräte im Promillebereich liegt. Fust spricht von einem Anteil von 1,5 Prozent, Interdiscount von 2,98 Prozent und die Competec-Gruppe von 0,4 Prozent. Diese Zahlen seien allerdings nicht direkt miteinander vergleichbar, denn Fust beispielsweise betrachte das Angebot von unverkauften Artikeln nicht als "Verkauf aus zweiter Hand", während Digitec Galaxus dies tue, und Competec wiederum Nahrungsmittel in die Zahlen mit einschliesse, so Greenpeace.
Weiter konnte Greenpeace in Erfahrung bringen, dass Digitec Galaxus laut eigenen Angaben 90 Prozent seiner unverkauften elektrischen und elektronischen Produkte an Organisationen übergibt, die diese wiederverwenden – beispielsweise an projekt-restwert.ch
. Die übrigen 10 Prozent gingen an das Recyclingunternehmen Sorec. Fust verkaufe 60 Prozent der Ware via Secondhand-Märkte, 40 Prozent gehen ins Recyling, während Interdiscount 94 Prozent der Ware an die Zulieferer zurückschickt und den Rest an die Mitarbeitenden abgibt. Bei Competec wiederum würden 85 bis 90 Prozent der unverkauften Ware an die Mitarbeitenden abgegeben, rund 5 Prozent gingen zurück an die Zulieferer und 5 bis 10 Prozent ins Recycling. Alles in allem, so schätzt Greenpeace, würden von den befragten Unternehmen somit Jahr für Jahr rund 300 Tonnen unverkaufter Waren (hauptsächlich via Recycling) entsorgt. Dabei könne das Gros der Unternehmen, von der Competec-Gruppe angesehen, keine stichhaltige Nachweise dafür erbringen, was letztlich mit der ins Recycling übergebenen Waren geschieht. "Ziehen sie sich damit aus der Verantwortung?", fragt Greenpeace.
Zur gesamten Befragung anzufügen ist, dass Greenpeace von Apple
keinerlei Antworten erhalten hat. Bei Digitec Galaxus
– notabene dem grössten Schweizer Händler – wiederum sei die Transparenz ungenügend und weniger ausgeprägt als bei den anderen befragten Unternehmen. "Unter dem Vorwand, die Geschäftspraktiken zu schützen, weigern sie sich, die Zahl unverkaufter Artikel, deren Masse in Kilogramm und den betroffenen Umsatz offenzulegen", schreibt Greenpeace hierzu. Vor allem bei tiefpreisigen Produkten würde Digitec Galaxus gar nicht erst versuchen, die Artikel über die eignen Kanäle weiterzuverkaufen. Zudem habe das Unternehmen nur rund bei der Hälfte der verkauften Produkte überhaupt die Kontrolle über Zulieferung und Retouren, da die Logistik nicht in den eigenen Händen liege. Was mit den unverkauften Waren hierbei geschieht, sei somit unbekannt.
Greenpeace fordert von den Detailhändlern folgedessen, keine brauchbaren unverkauften Produkte mehr zu vernichten, weder direkt noch indirekt. Ausserdem sei die direkte Wiederverwendung, Reparatur und Instandsetzung dem Recycling konsequent vorziehen. Weiter fordert Greenepeace transparente Informationen darüber, wie mit Retouren und unverkauften Lagerbeständen umgegangen wird. Und es soll sichergestellt werden, dass die Geschäftspartner dieselben Prinzipien befolgen.
Im Falle von Digitec Galaxus geht Greenepace sogar noch einen Schritt weiter und hat eine vorgefertigte E-Mail
an CEO Florian Teutenberg vorbereitet, um die genannten Forderungen direkt an ihn zu richten.
(mw)