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Die Reliabilität (engl.: reliability = Zuverlässigkeit) ist ein Messwert bzw. ein Mass für die Genauigkeit (besser: die formale Genauigkeit) einer Messung. Im Prinzip könnte man den Begriff Reliabilität auch für Messinstrumente nutzen – zum Beispiel für einen Massstab – aber erstens brauchen wir im Marketing selten Massstäbe für Messungen und zweitens hat es sich in der Wissenschaft eingebürgert und bewährt, dass mit Reliabilität eben die Zuverlässigkeit der Messung an sich gemeint ist (die dann natürlich wiederum auf der Genauigkeit und Zuverlässigkeit der jeweils eingesetzten Instrumenten und/oder Verfahren basiert).
Was ist Reliabilität?
Na gut, Zuverlässigkeit – aber dann frage ich halt anders: Was ist Zuverlässigkeit? Es gibt im für uns relevanten Bereich drei Arten von Zuverlässigkeit oder eben Reliabilität:
- Stabilität
- Konsistenz
- Äquivalenz
Stabilität bedeutet, dass Messergebnisse gleich oder zumindest sehr ähnlich sind, wenn sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten und (je nach Test oder Messung) an unterschiedlichen Orten durchgeführt werden. Welches von beiden Kriterien hängt von der Test-Architektur ab.
Konsistenz heisst nichts anderes, als dass immer dasselbe gemessen wird. Alle so genannten Test-Items (oder nur Items) die in einem Test zusammengefasst werden, müssen zwingend dasselbe Merkmal testen.
Äquivalenz beschreibt die Gleichwertigkeit von Messungen. Jede Messung hat den selben Wert, jede Messung entsprechend die gleiche Bedeutung für die Interpretation des Ergebnisses.
Reliabilität ist also wie schon gesehen der Wert für die Zuverlässigkeit von wissenschaftlichen Messungen, sie entspricht also jenem Teil der Varianz (das Streuungsmass), der nicht durch Messfehler sondern durch effektive Unterschiede der Merkmale entsteht bzw. erklärt werden kann.
Reliabilitäts-Typen
Es gibt unterschiedliche Methoden, die Reliabilität zu schätzen – wir brauchen an dieser Stelle diese Methoden nicht im Detail zu erläutern (vielleicht folgt das dann irgendwann, wenn ich Lust dazu habe). Wir können aber grundsätzlich zwischen parallelen Methoden und Retest-Methoden unterscheiden. Bei den ersteren werden zur gleichen Fragestellung parallel zwei unterschiedliche Befragungen durchgeführt und die Werte miteinander verglichen, bei den Retests werden Tests wiederholt und die Ergebnisse der ersten und zweiten Messung werden korreliert.