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Lichtmess
Was ist Lichtmess?
Der 1. Februar resp. Imbolc oder Imbolg für Lichtmess war in keltischer Kultur angeblich ein wichtiger Anlass mit Bezug auf die 40 Tage früher erfolgte Sonnenwende am 21. Dezember, → Festkalender, [die Verschiebung um 40 Tage kann durch die Vorbereitung der Aktivitäten resp. der Gärung von Getränken erklärt werden].
Februar
Im alten römischen Kalender war der Februarius = Februar ursprünglich der letzte Monat des Jahres. Der Festanlass Februata wurde im römischen Reich besonders verbunden mit den Lupercalien aus der römischen Mythologie mit griechischen Aspekten. Die römische Juno Februa lehrte das weibliche Geschlechtsleben und die Geburt. Lateinisch februare = sühnen, reinigen.
Imbolc - Imbolg am 1. FebruarDas keltische Imbolc sei eine archaische, verschwundene Schreibweise und könne bzw. müsse auf *imb-fholc zurückgeführt werden was vermutlich Rundum-Waschung bedeutete. Das Bild zur Imbolc im Silber-Kessel von Gundestrup zeigt die Frau mit zwei Mistel-Blüten im Zentrum zwischen zwei Vorgängen oder Wirkungen zusammen mit etwas Drittem.
Die Blüte der Eichen-Mistel [Loranthus europaeus] ist sechs-blättrig
Ursprung, Hintergrund, Herkunft, Geschichte und Bedeutung der LichtmessAb Februar [keltisch Anagantios im Kalender von Coligny] blüht im Winter lange vor ihren Wirtsbäumen die weibliche Mistel welche neun Monate später bis November mit der Vollreife der Beeren endet. Mit Wachstum und Entwicklung der Mistel lassen sich im Fruchtbereich lunare Rhythmen beobachten, deren Periodizität mit bestimmten Mond-Stellungen im Tierkreis korrespondiert. Nebst einer Signatur des Sonnen-Lichtes, genauer des nun gewiss kommenden Frühlings, können mit dem Mythos einer alles ausgleichenden Mistel auch die beiden unterschiedlichen Hauptachsen, je zwei Gleichen und Wenden, durch Imbolg und Samonios miteinander verbunden werden. Das aus keltischer Zeit überlieferte Ritual um das Schneiden der Mistel erhält dadurch seinen tieferen Sinn im Zusammenhang mit dem weissen Stier und der Jungfrau.
Auf den Zyklus des Menschen übertragen würde die keltische Mythologie verständlich: Zeugung [Beltane 1. Mai Wonne-Monat], Vaterschaft [nach drei Monden Lugnasad 1. August die Nicht-Lüge], Voll-Reife [nach sechs Monden 1. November Samonios die Seele] bis zur Geburt [nach neun Monden 1. Februar Imbolc die Reinigung]. Keltisch sind innerhalb der 2 x 2 = 4 Feste jeweils 3 x 3 = 9 Monde [... Trinität].
Damit scheint klar: Imbolc ist vermutlich der Mistel-Kult selber bzw. die weibliche Mistel. Im Februar blüht die rein weibliche Mistel und muss von einer rein männlichen Mistel befruchtet werden, [die Frucht der weiblichen Mistel blüht im Februar und ist neun Monde später, wie beim Menschen, in Voll-Reife]. Der keltische Hintergrund ist ein durchgehend natur-wissenschaftlicher [vergleichen Sie bitte dazu auch die keltische Mistel, die Logik im Keltenkreuz und die keltische Mythologie].
Drei Monde nach dem gedanklichen Frühjahr-Putz, der Rundum-Waschung [= Imbolc] folgt mit Beltane der Tanz in den Wonne-Monat Mai. Die mit Imbolg vermutlich thematisierte Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt hat sich auch in einer Mär erhalten vom Klapperstorch welcher die Kinder bringe. Falls damals in keltischer Kultur die Fortpflanzung kulturell begleitet wurde ergeben die vielfältigen Hinweise einen unmittelbar einleuchtenden Zusammenhang: Zwischen einem Fruchtbarkeits-Kult, erfasst mit Beltane am 1. Mai [Wonne-Monat] und der Rundum-Waschung [Imbolg] am 1. Februar entsprechen die neun Monate exakt der Schwangerschaft. Ob dazu etwas im wissenschaftlichen Anspruch nachweisbar sei oder nicht spielt dabei zum Verständnis keine Rolle.
Winter-Sonnenwende - Neu-Beginn - FasnachtIn einem übertragenen Sinn beginnt der keltische Frühling natur-wissenschaftlich korrekt mit der Sonnenwende im Dezember. Im Februar sind die Tage bereits eine Stunde länger hell wie im Dezember die kürzesten, Tendenz zunehmend.
Im Europa nördlich der Alpen kann mit den Tagundnachtgleichen [Äquinoktium] eine Sommerzeit von einer Winterzeit unterschieden werden. Wie das Beispiel der natürlichen Sonnenuhr von Elm zeigen mag, wurde eine solche Hauptachse vermutlich schon früh erkannt und mit Beltane und Samonios kultiviert. Hingegen nehmen Imbolc am 1. Februar und Lughnasad am 1. August Bezug Sonnenwenden [Solstitium]. Dies bedeutet eine eigenständige Erweiterung innerhalb der Halb-Zeit-Achse Samonios-Beltane. Die Tage oder Nächte werden kürzer oder länger. Der 1. Februar stellt demnach eine Signatur dar, das sicher hinweisende Zeichen auf eine kommende Sommerzeit. Daraus ergibt sich kein angeblicher Kreis der Jahreszeiten, welcher ohnehin nur für die sesshaften Ackerbauern den Kreislauf Saat-Ernte ergibt. Die beiden Tag-und-Nacht-Gleichen und die beiden Sonnenwenden haben eine grundsätzlich je für sich andere, verschiedene Bedeutung.
Maria Reinigung - Mariä LichtmessDas Imbolc-Fest zum keltischen Frühlingsbeginn am 1. Februar, [Neu-Beginn und Geburt einschliessend], war offensichtlich so stark verankert im keltischen und nach-keltischen Europa, dass selbst die Umdeutung durch die katholische Lehre nicht an der keltischen Rundum-Waschung [= Imbolc] vorbeikam: Imbolc wurde überlagert durch Maria Reinigung resp. Mariä Lichtmess [später verklärt zu Darstellung des Herrn im Tempel]. Im Jahr 692 wurde dem Konzil Quinisextum [Trullanum] zu Konstantinopel erfolglos die Abschaffung von Mariä Lichtmess beantragt, da die Jungfrau Maria durch die Geburt keine Befleckung erlitten hätte und deshalb auch nicht gereinigt werden müsse.
Brighid, Brigid
In der katholischen Umdeutung wurde Imbolc [Imbolg] als Mariä Lichtmess mit einem Frauenname und Gedenktag verbunden, der heiligen Brigida [Brigitta] von Kildare. Die Symbolik vom Licht ist nicht keltisch, sondern ein zentrales Element der christlichen Vorstellungen [Aufgehen soll euch die Sonne der Gerechtigkeit]. Das keltische briga bedeutet Berg und wird von Strabon erwähnt in der griech. Form Brigantion [röm. Brigantia] für den Ort Bregenz am Bodensee im Dreiländereck Bayern-Vorarlberg-St.Gallen. Die Brigantier sind diejenigen, die im beginnenden Bergland hausten. Der Ortsname Brig im Wallis leite sich vom keltischen briva für Brücke ab.
Unabhängig der zeitlichen und regionalen Verschiebungen der Sitten und Bräuche vergangener Jahrhunderte sind Lichtmess, Imbolc, Fasnacht und Ostern ein Bestandteil der Zeit innerer Unruhe, von Tatendrang und Aufbruch. Viele regionale Bräuche der Fasnacht zeigen deutliche Bezüge zum ehemaligen Frühlingsbeginn der Kelten, die Blütezeit der weissbeerigen weiblichen Mistel. Als Tag der Liebe wird heute der Valentinstag am 14. Februar bezeichnet.
Lichtmess-Crêpe und Fasnachts-Chüechli
Eine Crêpe, auch Krepp geschrieben, ist eine bretonische Form des Eierkuchens, fest in der Esskultur der Bretagne und anderer französischer Regionen verankert. Lichtmess in Frankreich ist auch la chandeleur, fête des crêpes = das Eierkuchenfest.
In der Stadt Zürich findet im April die Verbrennung des Böögg statt nach dem Sechseläuten genannten Umzug der Zünfte. Im Zürcher Sechseläuten verbinden sich brauchtümliche Elemente der Fasnacht und der Frühlingsfeste [Ende des Winters, Märzen- und Osterfeuer, Feier der Tag- und Nachtgleiche, Maibräuche] mit den Umzügen der Zünfte.
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