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Die Betreiber des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 haben weitere Kernschmelzen in den Reaktoren eingeräumt. Das Unternehmen erklärte am Dienstag, in zwei Reaktoren seien die Brennstäbe grösstenteils geschmolzen.
Bisher war nur von einer Kernschmelze in Reaktor 1 die Rede. Tepco-Sprecher Aya Omura sagte, wahrscheinlich seien die meisten Brennstäbe bereits in den Tagen nach dem Erdbeben und anschliessenden Tsunami am 11. März geschmolzen. Damals waren die Kühlsysteme ausgefallen, die bisher noch nicht wieder in Betrieb genommen werden konnten.
In der vergangenen Woche gab Tepco an, die Brennstäbe in Reaktor 1 seien geschmolzen und lägen als Klumpen auf dem Boden des Druckbehälters des Reaktors. Sprecher Omura sagte, nach neuesten Erkenntnissen seien auch die Brennstäbe in den Reaktoren 2 und 3 in einem ähnlichen Zustand. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass dies die Krise verschlimmere, da die Brennstäbe seitdem mit Wasser bedeckt seien und wieder gekühlt würden.
Das Kraftwerk war am 11. März durch ein schweres Beben und einen anschliessenden Tsunami stark beschädigt worden. Das Kühlsystem fiel aus. Seither tritt Radioaktivität aus.
Derzeit besucht ein Expertenteam der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Japan. Das Team wollte sich vor allem mit den Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit dem Unglück in Fukushima beschäftigen.
Die japanische Regierung will ein unabhängiges Gremium zur Untersuchung der grössten Atomkatastrophe seit der Reaktorunglück von Tschernobyl einberufen, teilte Industrieminister Banri Kaieda mit.
Der zehnköpfigen Kommission, die noch bis Ende des Monats mit der Arbeit beginnen soll, würden neben Atomexperten auch Juristen angehören. Neben einer Untersuchung der Ursachen für das Fukushima-Desaster sollen es auch um Möglichkeiten gehen, solche Katastrophen in der Zukunft zu verhindern.
SDA-ATS