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Ende des 19. Jahrhunderts liess der grosszügige Genfer Mäzen und versierte Kunstsammler Gustave Revilliod (1817-1890) ein palastähnliches Museums errichten, in dem nach den damaligen Vorstellungen Keramik, Glas, Gravuren, Skulpturen, Münzen, alte Bücher und angewandte Kunst in allen möglichen Formen Platz fanden. Zum Andenken an seine Mutter Ariane de La Rive, deren Vermögen er geerbt hatte, gab Gustave Revilliod dem Museum den Namen «Ariana».
Er vermachte das Museumsgebäude, das selbst schon als Kulturgut eingestuft werden kann, zusammen mit seiner gesammten Sammlung und dem grossen umliegenden Gelände der Stadt Genf.
Die atypische architektonische Gestaltung des Gebäudes ist durch Merkmale des Neoklassizismus und des Neobarocks geprägt. In der majestätischen Eingangshalle tragen Marmorsäulen eine elliptische Kuppel mit Sternenhimmel. Prächtige bemalte Decken und Glasmalereien ergänzen das Innendekor.
Ab dem Jahr 1934 wurden die Sammlungen zwischen Musée d’art et d’histoire und dem Musée Ariana neu aufgeteilt. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde das Ariana in ein thematisches Museum verwandelt und beherbergte fortan Keramikobjekte aus Europa, dem Mittleren Osten und dem Fernen Osten, die aus dem Zeitraum vom Mittelalter bis zur Gegenwart stammten.
Ende des 20. Jahrhunderts kamen Glas und Glasmalerei hinzu. Zwischen 1981 und 1993 wurde das Ariana umfassenden Renovationsarbeiten unterzogen und ist damit eine moderne Museuminstitution geworden.
Das Musée Ariana zählt weltweit zu den wichtigsten Museen seiner Art und ist die einzige Institution in der Schweiz, die eine derart umfassende Gesamtsicht auf die Geschichte der Keramik und des Glases bieten kann. Die Museumsgestaltung liefert einen angenehmen Rahmen für die Übermittlung eines kulturellen Erbes und lässt den Besucherinnen und Besuchern zudem Raum für Begegnungen und Betrachtungen.