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Die langfristig erwartete Durchschnittsrendite eines diversifizierten, globalen Aktien-ETFs ist höher als von Immobilien- oder Obligationen-ETFs. Aber dafür haben Aktien-ETFs eine höhere Volatilität und zumindest mittelfristig muss man mit grösseren Verlusten rechnen. Eine Anlagestrategie mit mehreren (möglichst wenig korrelierenden) Anlageklassen soll die Volatilität und das Risiko des Gesamtportfolios reduzieren gegenüber z.B. einem 100% Aktien-Portfolio.
Die Zielallokation der einzelnen Anlageklassen und ETFs ist eine persönliche Entscheidung basierend auf dem Anlagehorizont und der eigenen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft (und dem Renditebedarf). Aber eine Anlagestrategie mit Zielallokationen kann ihren Zweck nur erfüllen, wenn sie durch Rebalancing eingehalten wird.
Wenn für deine persönliche Situation 100% Aktien-ETFs passen, dann kannst du deine Anlagestrategie so definieren. Aber wenn du etwas weniger Risiko bzw. Volatilität möchtest und entsprechend eine Anlagestragie mit z.B. 60% oder 80% Aktien-ETFs definierst, dann solltest du dich beim Rebalancing an deine Strategie halten. Sonst ist das Risiko des Gesamtportfolios höher als geplant, was bei einem Börsencrash Probleme verursachen kann. Mit Rebalancing kannst du hingegen nach einem Börsencrash günstig mehr Anteile der Aktien-ETFs kaufen.
Das wäre eine Form von antizyklischem Investieren, wenn ich das recht verstehe. Das ist natürlich eine Möglichkeit, aber damit kannst du das Risikoprofil deiner Anlagestrategie nicht beibehalten. Zu einem gewissen Grad ist auch simples Rebalancing antizyklisch, da du z.B. ja nach einem Börsencrash automatisch günstig mehr Anteile der Aktien-ETFs kaufst. Aber du willst vermutlich einen stärkeren Effekt als was durch simples Rebalancing erreicht wrid.
Wenn du trotzdem mit deiner Formel antizyklisch investieren möchtest, so würde ich folgende Variante vorschlagen: Definiere deine Anlagestrategie mit Bandbreiten für jede Anlageklasse bzw. jeden ETF. Also statt fix 60% Aktien sagst du z.B. 50-70% (je nach deinem Risikoprofil). Innerhalb dieser Bandbreite benutzt du deine Formel, aber beim Rebalancing schaust du immer, dass du innerhalb der Bandbreite bleibst. Damit kannst du sicherstellen, dass du nicht zuviel Risiko eingehst, nur weil du auf den antizyklischen Effekt spekulierst.
Das ist einfach spontan eine Idee wie du das Risiko etwas begrenzen könntest. Ich selbst benutze einfaches Rebalancing und habe obiges nie ausprobiert.