Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03532.jsonl.gz/107

Autor: Antoine Rüf/La Liberté
FreiburgBei dem Prozess gegen Fikret Sporel, den Paten der sogenannten «Türken-Mafia», vor dem Kantonsgericht stand gestern eine einzige Frage auf der Tagesordnung: Von wo stammte die Waffe, die bei O.M., der ehemaligen rechten Hand von Fikret Sporel, gefunden wurde? Obwohl Fikret Sporel dies heftig bestritt, hielt Gerichtspräsident Alexandre Papaux die Aussagen von O. M. für glaubwürdig. Dieser hatte angegeben, die Waffe von seinem ehemaligen Boss als Auszeichnung erhalten zu haben. Das Gericht hielt seine Angaben nicht zuletzt deshalb für glaubwürdig, weil sie mit denjenigen der Ehefrau von O. M. übereinstimmten, die – inzwischen von ihm geschieden – keinen Grund hatte, ihn zu decken. «Die Angaben, die sie zur Herkunft der Waffe machte, sind kohärent», erklärte Gerichtspräsident Alexandre Papaux bei der Eröffnung der Verhandlung.
Ärger über Bundesgericht
Nach den diversen Prozessen, welche bezüglich der Aktivitäten der «Türken-Mafia» geführt worden waren, musste die Frage der Herkunft der Waffe erneut geklärt werden, weil Fikret Sporel in dieser Angelegenheit an das Bundesgericht gelangt war. Dieses hatte ihm in einem Teilaspekt recht gegeben. Allerdings meinte Staatsanwalt Fabien Gasser: «Das Bundesgericht zwingt uns hier dazu, l’art pour l’art zu betreiben; es wusste sehr gut, woher die Waffe stammte.»
Zum Ärger der Verteidigung folgte das Gericht denn auch dem Antrag der Staatsanwaltschaft und beliess die Strafe auf der Höhe, die bereits das Gericht des Saanebezirks im Jahr 2009 gefällt hatte: 14 Monate Haft unbedingt.
bearbeitet von hw/FN