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Der See als Zielscheibe
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Ende der 1920er-Jahre vergrösserte die damalige Schweizer Fliegertruppe ihren Flugzeugpark stetig. Damit wuchs das Bedürfnis der Armee, die Besatzungen auf bewaffneten Flugzeugen vermehrt trainieren zu können. Bis anhin war man gewohnt, das Luft-Luft-Schiessen auf die von einem Häfeli DH-5 geschleppten «Udet-Scheibe» zu üben. Die Bekämpfung der Erdziele trainierten die Fliegersoldaten auf schrägstehende Zielscheiben.
Üblicherweise waren diese Scheiben auf Artillerieschiessplätzen aufgestellt. Damit regelmässiger geübt und auch die dazukommenden neuen Verfahren des Flieger-Waffeneinsatzes eintrainiert werden konnte, entstanden zu dieser Zeit diverse neue Seeschiessplätze. Diese Anlagen boten einige Vorteile –meist kurze Anflugwege von nahen Flugplätzen, fest installierte Ziele sowie eine ausgezeichnete Gesamtübersicht. Vor allem aber konnte die Trefferlage anhand der Spritzer genau beobachtet werden. Dazu bot die Wasseroberfläche eine gute Gelegenheit für das Schattenschiessen, bei dem der Angreifer auf die auf dem See dahingleitende Silhouette eines zweiten Flugzeuges schoss.
In den 1930er-Jahren wurden auch die beiden Zürcher Oberländer Seen für die Fliegertruppen aktuell. Wann genau die Seen erstmals zur Verfügung standen, kann heute nicht gesagt werden. Ein undatierter Kartenausschnitt des Greifensees muss allerdings aufgrund einiger örtlichen Darstellungen aus der entfernteren Vorkriegszeit stammen. Er zeigt grosse Volten, die im Westen bis nach Oerlikon reichen und dem «Bombenwurf im Hochflug» dienten. Das Ziel für die Bomben ist zwischen Greifensee und Fällanden mitten im See eingetragen. Offen ist, ob solche Übungs-Bombenflüge, die auf der Karte mit 200 km/h Geschwindigkeit angegeben waren, wirklich auch stattfanden.
Lesen Sie mehr dazu im ZO/AvU vom Freitag, 27. Juli. (ZO/AvU)
Erstellt: 26.07.2012, 20:35 Uhr