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Geschichte der FVB
- Die Voraussetzungen und die Entstehung der FVB, von den 70er Jahren bis 1990
- Die Val Bavona Stiftung, seit 1990 im Dienste des Tals
- Gründungsinstitutionen, Förderinstitutionen, Freunde des Val Bavona
1. Die Voraussetzungen und die Entstehung der FVB, von den 70er Jahren bis 1990
Seit 1983 ist das Val Bavona unter der Nr. 1808 im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung, gemäss Art. 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (NHG) vom 1. Juli 1966 eingetragen. Das bedeutet:
- Im Inventar des Tals aufgeführte Objekte (Landschaftsaspekte, Natur, Wald, Gebäude, Felsen, Flüsse, etc.) verdienen erhalten und in jedem Fall respektiert zu werden;
- Die Aufgaben des Bundes bestehen in der Verpflichtung, die Bedingungen des Inventars einzuhalten, ausser in den Fällen, wo die Erhaltung gleichwertigen oder höheren Interessen nationaler Wichtigkeit gegenübersteht.
1 Durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass es in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient.
2 Ein Abweichen von der ungeschmälerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf bei Erfüllung einer Bundesaufgabe nur in Erwägung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder höherwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen.
Auch wenn das Bundesinventar in erster Linie ein Instrument des Bundes ist, wurde es doch in Zusammenarbeit mit den Kantonen erstellt. Die Inventare können und müssen eine gültige Grundlage sein für die Koordination und Zusammenarbeit der beiden Behörden. Ihr Inhalt kann und muss den Kantonen bei der Ausarbeitung und Verwirklichung der Raumplanung im allgemeinen und dem Natur- und Landschaftsschutz im besonderen dienen. In erster Linie ist es Aufgabe der Kantone, in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, die einzelnen Objekte nationaler Wichtigkeit zu schützen. Das Val Bavona liegt im Gemeindegebiet von Bignasco und Cavergno, seine Grenzen sind - mit Ausnahme des südlichen Talausgangs - die umliegenden Alpen (die Fläche des Tales ist 124 km2). Zwischen Bignasco-Cavergno und dem Gipfel des Basodino, auf nur 20 km Luftlinie, beträgt der Höhenunterschied über 2800 Meter. Für das Val Bavona charakteristisch sind die morphologischen Kontraste zwischen der grünen, engen Talsohle mit den sie umgebenden fast senkrechten Felswänden und den hoch gelegenen kargeren Hängetälern.
1985 wurde vom Kanton der Zonenplan, Sektion Val Bavona angenommen, der von den beiden Gemeinden Bignasco und Cavergno ausgearbeitet worden ist (mit der Beratung der zuständigen kantonalen Behörden), ein wichtiges Instrument um die Natur- und Kulturgüter des Tales zu schützen und gleichzeitig die ureigensten Interessen der lokalen Bevölkerung zu fördern.
Mit diesem Plan wollen die beiden Institutionen die gemeinsamen Absichten unterstreichen:
- Teilnahme an den Werten und Zeugnissen in diesem Hochtal zu Füssen der Alpen;
- diese aktiv und nicht museumsartig zu schützen.
Con quest'azione i Comuni intendevano mantenere viva la Valle in ogni suo angolo, affinché essa sia e rimanga specchio di se stessa e valore di testimonianza di una conformazione urbanistica, architettonica e di vita (sociocultura).
Mit dieser Aktion wollen die Gemeinden das Tal lebendig erhalten, damit es langfristig Zeuge seiner kulturlandschaftlichen und architektonischen Struktur sowie seiner Lebensweise bleibe.
Der Plan wurde akzeptiert. Er sah in Art. 55 die Errichtung einer STIFTUNG vor, verantwortlich für den Erhalt und die Finanzierung der entsprechenden Massnahmen sowie für die Einrichtung einer Ad-hoc- Arbeitsgruppe. Letztere garantiert der Stiftung und den allein für die Umsetzung des Zonenplans verantwortlichen Gemeinden die Beratung hinsichtlich der Ausführung und Anwendung der Vorschriften, und dies über die auf vier Jahre festgesetzte Amtszeit ihrer Mitglieder hinaus.
Schliesslich wurde 1990 die Stiftung Val Bavona gegründet. Neben der Verwaltung der Finanzierung der Massnahmen zum Erhalt und zur Aufwertung des Erbes des Val Bavona gehört auch die Umsetzung des Zonenplans (in einer beratenden und überwachenden Rolle und als ausführendes Organ der Arbeiten) zu ihren Aufgaben.
2. Die Val Bavona Stiftung, seit 1990 zugunsten des Tals
Auszug aus der Gründungsurkunde der Stiftung:
Art. 2 Zweck
Der Hauptzweck der Stiftung ist die aktive Erhaltung und der Schutz der ethnologischen, geographischen, botanischen, faunistischen und landschaftlichen Komponenten des Val Bavona in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Cevio und in Umsetzung des Zonenplans Val Bavona (PRVB).
Die Stiftung verfolgt insbesondere folgende Ziele:
2.1 Sie stimuliert die Entwicklung der im PRVB bestätigten operativen und konzeptionellen Grundsätze und unterstützt deren Umsetzung durch die Gemeinde.
2.2 Sie schlägt der Gemeinde die Annahme folgender spezifischer planerischer Grundsätze vor:
- Die Wahrung der architektonischen und landschaftlichen Aspekte der Ortskerne, Maiensässe und Alpweiden;
- Die Pflege der Landwirtschaftszonen und Waldgebiete nach wirtschaftlichen, biotopischen und Freizeit-Bedürfnissen;
- Die Instandhaltung des Nebenstrassennetzes entsprechend den Bedürfnissen der Land- und Forstwirtschaft sowie für die Erhaltung der Kulturlandschaft;
- Die Instandhaltung des historischen Wegnetzes mit den dazugehörigen Wegweisern.
2.3 Sie finanziert in Eigenverantwortung und in enger Zusammenarbeit mit interessierten öffentlichen und privaten Institutionen insbesondere folgende Aufgaben:
- Massnahmen zum Erhalt des landschaftlichen, naturschutzfachlichen, baulichen und ländlichen Erbes;
- Massnahmen zur Beseitigung bestehender verunstaltender Strukturen und Eingriffe;
- Programme von wissenschaftlichen Studien und Untersuchungen;
- Den Erwerb von Immobilien zum Schutz des bedeutenden naturschutzfachlichen, baulichen und ländlichen Erbes des Val Bavona;
- Veröffentlichungen von Interesse über das Val Bavona.
2.4 Fördert und sammelt in der Eigenschaft als Dokumentationszentrum Studien und Forschungsarbeiten über das Tal mit besonderem Augenmerk auf ethnologischen Zeugnissen (der alpinen Kultur) in all ihren Komponenten der Transhumanz.
3. Gründungsinstitutionen, Förderinstitutionen, Freunde des Val Bavona
Die Eidgenossenschaft, der Kanton Tessin, die Gemeinde Cevio (vor dem Zusammenschluss die Gemeinden Cavergno und Bignasco), die Società ticinese per l'arte e la natura (die Tessiner Sektion des Schweizer Heimatschutz) und die Bürgergemeinden Cavergno und Bignasco sind die im Stiftungsrat seit der 13 Gründung 1990 vertretenen Gründungsinstitutionen. Im Laufe der Jahre standen diesen Gründungsinstitutionen bei ihrer grundlegenden Funktion der Unterstützung der FVB-Aktivitäten zahlreiche Stiftungen, Institutionen und Private zur Seite. Dennoch sollte speziell der Schweizer Heimatschutz erwähnt werden, der seit 1994 bis 2010 durch einen von ihm verwalteten Fonds mehr als 2 Mio. CHF zur Finanzierung der Massnahmen und Arbeiten für die Erhaltung des Gebiets beisteuerte. Es handelt sich um das Vermächtnis des Ehepaars Rosbaud, dessen Asche am Anfang der herrlichen Ebene von Randinagia am Fuss des Basodinogletschers beigesetzt ist. Leider hat dieses für das Val Bavona wichtige Vermächtnis Ende 2010 geendet. Es laufen deshalb wichtige Verhandlungen zwischen Schweizer Heimatschutz und FVB, um auch in Zukunft eine wesentliche Unterstützung des Tals und gleichzeitige Verbesserung der
Wirksamkeit der FVB zu gewährleisten.
Die Eidgenossenschaft, der Kanton Tessin, die Gemeinde Cevio (vor dem Zusammenschluss die Gemeinden Cavergno und Bignasco), die Società ticinese per l'arte e la natura (die Tessiner Sektion des Nachstehend die wichtigsten Förderinstitutionen, die in diesen Jahren wesentlich zur Sanierung und Aufwertung der einzigartigen Landschaft des Val Bavona beigetragen haben. Ein herzlicher Dank geht auch an die zahlreichen Gönner des «Fonds der Freunde des Val Bavona»!
Patenschaft Berggemeinden (Schweizer Patenschaft für Berggemeinden)