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der Salpetrigsäureester des Gärungsamylalkohols, wird beim Einleiten von Salpetrigsäuregas
in kalten Amylalkohol, Waschen mit Wasser und Rektifikation gewonnen. Amylnitrit ist eine klare, gelbliche, flüchtige,
bei 96° siedende Flüssigkeit von 0,87 bis 0,88 spec. Gewicht, von fruchtartigem Geruch und von brennendem, gewürzhaftem
Geschmack, kaum löslich in Wasser, aber in allen Verhältnissen mit Weingeist und Äther mischbar. Es muß vorsichtig
und vor Licht
[* 3] geschützt aufbewahrt werden.
Das Amylnitrit besitzt eine höchst eigentümliche Einwirkung auf die Gefäßnerven; rein zu wenigen (2–5) Tropfen auf ein Taschentuch
geträufelt und eingeatmet, erzeugt es fast sofort eine intensive Röte des Gesichts und der obern Körperpartie, womit sich
Hitzegefühl, Herz- und Arterienklopfen, ein rauschähnliches Gefühl von Schwere im Kopf oder Schwindel
verbindet. Beim Aussetzen der Einatmung gehen diese Veränderungen rasch wieder vorüber: bei fortgesetzter Inhalation
[* 4] kann
es dagegen leicht zu völliger Bewußtlosigkeit, Ohnmacht und kollapsähnlichen Zufällen kommen.