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Die ältere Baugeschichte der Uerkener
Kirche ist wenig erforscht und deshalb nur ansatzweise darstellbar. Als
wichtigste Ereignisse sind der Bau des ersten Kirchleins zwischen 1000
und 1100, dann um 1520 der Neubau bekannt, der wohl zur Hauptsache aus
dem Anbau des Chores bestand, während das alte romanische Mauerwerk im
Schiff bestehen blieb. Das heisst, im Hoch- und Spätmittelalter dürfte das
Gotteshaus in seinen Massen dem Grundriss des heutigen Kirchenschiffs
entsprochen haben. Vielleicht bestand schon seit dem 13. oder 14. Jahrhundert
ein Choranbau, der jedoch deutlich kleiner gewesen sein dürfte, als derjenige
aus den frühen 1520er-Jahren. Dies bleibt ohne Befunde von Bauforschung und
Archäologie jedoch reine Spekulation.
Grundriss der Kirche von Uerkheim
Der Neubau des Jahres 1520/21 verhalf
der Kirche Uerkheim zu ihrem heutigen Grundriss und mit dem Chor zu «einem
Hauptwerk der spätgotischen Steinmetzkunst im Aargau» (Stettler). Die
beeindruckende Qualität der Arbeit, lässt auf Handwerksmeister schliessen,
deren Fertigkeiten auch in Stadt-, Kloster- und Stiftskirchen gefragt waren. So
sind etwa Steinmetzzeichen im Uerkener Chor identisch mit solchen der kurz
zuvor (1517–1520) erweiterten Stiftskirche in Zofingen, die ihrerseits
Verbindungen zum Berner Münsterbau aufweist. Daran erinnert in Uerkheim die
Ausmalung der Gewölbezwickel im Chor.
Eines von mehreren typischen Steinmetzzeichen, wie sie im Chor der Kirche Uerkheim zu finden sind. Sie dürften aus der Bauzeit (1520/21) stammen.
In Uerkheim muss es auch 1673 zu Erneuerungsarbeiten in der Kirche gekommen sein, wie eine ehemalige Bauinschrift (Jahreszahl am Gewände der Seitentüre zum Pfarrhaus) belegt. Überhaupt fanden im 17. und 18. Jahrhundert mehrfach grössere und kleiner Sanierungen statt.
Die Renovation von 1828 führte dann zu tiefgreifenden, den Innen- und Aussencharakter des Gebäudes deutlich verändernden Eingriffen. Im Schiff wurden 300 Jahre nach der Reformation wegen der stark gewachsenen Bevölkerung Emporen eingebaut. Um das umzusetzen, war eine Anhebung des Dachs notwendig, welches gleichzeitig eine deutliche Abflachung erfuhr. Im Innern wurde zudem eine Gipsdecke als Ersatz für die alte Holzdecke eingezogen und auf der Westeite der rundbogige Eingang mit Vorzeichen errichtet.
Der Dachreiter fand auf der Bedachung der Emporen einen neuen Standort, nachdem er vorher über dem Chor seinen Platz gehabt hatte. Dafür sprechen die 1994 anlässlich von Renovationsarbeiten vorgefundenen Artefakte im Bereich einer Chorrippe (Schleifspuren) sowie eine Öffnung in der Decke, die beide von einem Glockenseil stammen.
Damals wurden die hohen Fenster in die Südwand
des Kirchenschiffes eingebaut. Das Wappen über dem Schlussstein des Chorbogens
mit dem Leitspruch «Soli deo gloria» (Gott allein gebührt der Ruhm) geht
ebenfalls auf diesen Umbau zurück.
Bauinschrift mit Wappen und Leitspruch aus dem Jahr 1828
Weitere Renovationen wurden 1889, 1926 (Orgel), 1942 (Turm und Kirchenuhr) 1968/69, 1994 (Innenrenovation, u.a. die Deckenmalerei des Chores) und 1998/99 (Aussenrenovation) ausgeführt.