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Unter den Aktionären war nicht nur das linke Kulturmilieu vertreten, engagiert war auch ein bekannter Asset-Manager und FDP-Ständerat Ruedi Noser. Er sagt zur Pleite: “Ich finde es schade, aber es ist nun so wie es ist.”
23. Dezember 2022 • Beat Schmid
Der Zürcher Unternehmer und FDP-Ständerat Ruedi Noser stiess 2019 als Aktionär zum Kosmos. Er kaufte Anteile im Wert von 50’000 Franken und war Aktionär bis zum Schluss. An der letzten Generalversammlung hat er nicht mehr teilgenommen, wie dem Protokoll zu entnehmen ist.
Auf Anfrage sagt Noser zum Konkurs: “Ich habe die Idee unterstützt mit meinem Kauf der Aktien.” Er sei aber nie “aktiv” dabei gewesen. “Ich finde es schade, aber es ist nun so wie es ist. Mehr habe ich nicht zu sagen”, sagt er.
Auf eine Anfrage nicht reagiert hat Erhard Lee. Er ist Verwaltungsratspräsident des Zürcher Asset-Managers AMG Invest. Ebenfalls 2019 hat er Aktien im Wert von 100’000 Franken gekauft. Wie Noser war auch Lee abwesend an der letzten Generalversammlung.
Ein “Freund der NZZ” blieb bis zum Schluss
Lee wurde bekannt, als er sich gegen einen Einstieg von James Murdoch bei der MCH-Messegruppe wehrte, aber unterlagt. Ein AMG-Fonds hält knapp 5 Prozent der Aktien an der Messegruppe, die in den letzten Jahren einen massiven Kursverlust erlebte.
Lee ist seit vielen Jahren auch Grossaktionär bei der NZZ. Er gehört zur Gruppe der sogenannten “Freunde der NZZ”, die zusammen zwischen 10 und 15 Prozent der Aktien halten dürften. Man kann davon ausgehen, dass Lee einen Grossteil der Aktien der Gruppe besitzt. Im Freunde-Gründungskomitee war auch Kommunikationsspezialist Edwin van der Geest, der ebenfalls im Kosmos engagiert war, aber seine Aktien längst verkaufte.
Lee und van der Geest gehörten zum sogenannten Deckert-Lager, das 2019 die Macht im Kosmos übernahm. Die “Republik
” schrieb damals von einem “Putsch”, einem “sorgfältig vorbereiteten Coup”. Allerdings dauerte die “rechte Übernahme” nicht lange. Bereits ein Jahr später verloren sie die Kontrolle im Verwaltungsrat wieder. Ihr Aktienpool war schlicht zu klein, um den “linksliberalen In-Place” zu kapern, was wohl auch nie ihr Ziel war, wie von der “Republik” insinuiert.
Aktionär des Kosmos waren auch SP-Co-Präsident Cédric Wermuth und sein Bruder. Zu den weiteren Konkurs-Opfern gehören viele bekannte Namen des linksliberalen Kunst- und Intellektuellen-Milieus wie Schauspielerinnen, emeritierte Professoren, bekannte Architekten wie Bob Gysin oder Drehbuchautor Domenico Blass.
Die grossen Verlierer: Samir, seine Frau und ein Kinderpsychologe
Einer der grossen Verlierer ist Filmer Samir Jamal Aldin. Er sagte im “Sonntagsblick”, dass er 800’000 Franken verloren habe. Ebenfalls einen Grossverlust erleidet seine Frau Stina Werenfelds. Sie besass ein namhaftes Aktienpaket und stand hinter einem Darlehen in der Höhe von 1,5 Millionen Franken. Auf vielen wertlosen Aktien sitzt auch Filmproduzent Ruedi Gerber. Der Sohn des legendären Roche-Präsidenten Fritz Gerber konnte nur einen Teil seines Aktienpakets vor der Pleite verkaufen.
Rechtzeitig ihre Aktien abgestossen haben Kabarettist Patrick Frey und der frühere Immobilienunternehmer Steff Fischer. Der Kinderpsychologe François Chappuis kaufte ihnen und anderen Aktionären die Papiere zum Einstandspreis von 1000 Franken pro Stück ab, später zahlte er noch 80 Prozent – selbstverständlich viel zu viel.
Insgesamt dürfte Chappuis für sein Aktienpaket über 4 Millionen Franken auf den Tisch gelegt haben. Geld, das jetzt weg ist. Besonders bitter für ihn: Kurz vor der Pleite schoss er nochmals ein Darlehen von 750’000 Franken in den maroden Betrieb ein.