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Die Schweizer Dauer-Nummer 1 des Herren-Tennis Roger Federer verteidigt ab Montag am Turnier Roland Garros seinen Titel von 2009. Der spanische Herausforderer Rafael Nadal brennt auf "Revanche".Dieser Inhalt wurde am 22. Mai 2010 - 10:28 publiziert
Der spanische Sandkönig hatte Roland Garros zwischen 2005 und 2008 fest im Griff, viermal in Folge hiess der French-Open-Sieger Rafael Nadal.
Im letzten Jahr riss diese Serie, stattdessen konnte sich sein Schweizer Widersacher einen grossen Traum erfüllen, mit dem Sieg im Final gegen Robin Söderling. Der Schwede hatte zuvor in der vierten Runde Nadal aus dem Turnier geworfen.
Mit dem Triumph konnte Roger Federer eine der letzten Lücken in seinem einmaligen Palmarès schliessen, hatte ihm doch in seiner Grand-Slam-Titelserie einzig noch ein Sieg bei Roland Garros gefehlt.
"Ein weiterer Final Federer gegen Nadal wäre grossartig!", sagt Alexandre Ahr, Manager von Timea Bacsinszky, der momentan bestplatzierten Schweizer Tennisspielerin, gegenüber swissinfo.ch.
"Prognose unmöglich, der Bessere gewinnt", lacht der Romand, selbst ein ehemaliger Tennisprofi. Federer knacke Rekordmarke um Rekordmarke. Zudem sei er 23 Mal in Folge in einem Grand-Slam-Halbfinale gestanden, hebt Ahr aber hervor.
Nadelstich in Madrid
Nach seiner letztjährigen "Pleite" ist seinerseits der Mallorquiner dieses Jahr wieder auf Kurs: Am letzten Wochenende schlug er Federer im Final von Madrid klar. Zuvor hatte Nadal bereits die Sandplatz-Turniere von Monte Carlo und Rom gewonnen.
Federer dagegen hat harzige Zeiten hinter sich. In Rom unterlag er in der zweiten Runde dem Letten Ernests Gulbis, der ATP-Nummer 40. In Estoril verlor er das Halbfinale gegen Albert Montañés, der auf Position 34 liegt.
"Diese Niederlagen bereiten Roger kaum Kopfzerbrechen, da er den Fokus stets auf die grossen Turniere richtet", gibt aber Rolf Bühler vom Schweizerischen Tennisverband Entwarnung.
Vorteil Federer punkto Physis
Zudem weist Bühler auf den Unterschied hin, dass die Matches an Grand-Slam-Turnieren über fünf Sätze gehen statt der normalen drei."Erstens wird dadurch die Physis wichtiger, es kann nur gewinnen, wer wirklich fit ist, und zweitens sind in Fünfsatz-Spielen Überraschungen weniger wahrscheinlich", so Bühler.
Alexandre Ahr pflichtet dem Verbandsvertreter bei, es sei sehr schwierig, Federer an einem grossen Turnier zu schlagen.
"Letztes Jahr verlor Federer gegen Tommy Haas die ersten beiden Sätze, und im dritten Satz hatte Haas bei eigener 4:3-Führung eine Breakchance. Trotzdem gewann Federer", sagt der Bacsinszky-Manager.
Statistik für und wider Federer
Und noch etwas spricht für den Schweizer. An der Seine hat er die Möglichkeit, seinen 17. Grand-Slam-Titel zu erringen. Nr. 16 hatte er sich Anfang Jahr in Australien gegönnt.
Für Nadal dagegen spricht, dass er in dieses Jahr alle seine 15 Partien auf Sand gewinnen konnte. Wenn wir schon bei der Statistik sind: In den Direkt-Duellen führt der Spanier 14:7, und auf Sand liegt er mit 10:2 noch deutlicher in Front.
Angesichts dieser Dominanz machte sich Federer einmal seiner Enttäuschung mit dem Ausspruch Luft: "Mein Problem ist nicht der Sand, mein Problem ist Nadal." Bald zeigt sich, ob der Basler den Satz zurücknehmen kann.
Thomas Stephens, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Renat Künzi)
Grand Slam
Australian Open, French Open, Wimbledon sowie das US Open bilden die Serie der grössten Tennisturniere.
Zum Grand Slam muss ein Spieler alle vier Turniere gewinnen.
Der Australier Rod Laver konnte 1969 als einziger einen "richtigen" Grand Slam gewinnen, d.h. alle vier Turniere im selben Kalenderjahr.
Andre Agassi und Roger Federer haben beide den "unechten" Grand Slam geschafft, d.h. alle Turniere gewonnen, aber nicht im selben Kalenderjahr.
Der "Unechte" wird auch Karriere-Grand-Slam genannt.
Rekordliste Grand-Slam-Titel:
16: Roger Federer
14: Pete Sampras
11: Björn Borg
8: Andre Agassi, Jimmy Connors, Ivan Lendl
Roland Garros 2010
Die French Open von Paris sind das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres und dauern vom 23. Mai bis 6. Juni 2010.
Die erste Austragung fand 1891 statt, damals als internationale Meisterschaften von Frankreich.
Das Preisgeld beträgt für Frauen und Männer zusammen über 24,2 Mio. Schweizer Franken. Seit letztem Jahr erhält die Siegerin gleich viel wie der Sieger. 2010 sind dies 1,6 Mio. Franken.
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