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Das Projekt nimmt das Problem der dynastischen Reproduktion im 17. und 18. Jahrhundert in den Blick. Es fragt nach Praktiken, welche darauf abzielten, gesunden und zahlreichen dynastischen Nachwuchs hervorzubringen und in den ersten Lebensjahren zu erhalten, und es untersucht Reflexionen zeitgenössischer Beobachter über diese Praktiken. Drei verschiedene Perspektiven werden dabei eingenommen. Erstens geht das Projekt der Frage nach, wie europäische Herrscherhäuser, die aufgrund des Prinzips der monogamen Ehe besonders mit dem Problem mangelnden Nachwuchses kämpften, die Sorge um ihre jungen Kinder organisierten. Zweitens fragt es, wie europäische Autoren von Reiseberichten vor dem Hintergrund der beginnenden Globalisierung Muster dynastischer Reproduktion auf dem eurasischen Kontinent beschrieben und verglichen. Im Rahmen eines kollaborativen Buchprojekts werden drittens im Dialog mit verschiedenen area studies vergleichende Perspektiven zu dynastischen Kindheiten in globaler Perspektive ausgelotet.
Vom Erfolg dynastischer Reproduktion hing in der Frühen Neuzeit die Stabilität des politischen Systems ab. Mithilfe eines breiten methodischen Instrumentariums, welches eine Sozial- und Kulturgeschichte frühneuzeitlicher Fürstenhöfe und eine Wissensgeschichte im Kontext der beginnenden Globalisierung einschliesst, trägt das Projekt zu einem besseren Verständnis dynastischer Herrschaft bei und leistet darüber hinaus einen Beitrag zur Geschichte der Kindheit in der vormodernen Welt.