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Dieses Buch ist der Nachdruck einer Arbeit aus den späten achtziger Jahren, die kaum an Aktualität eingebüsst hat. Die Dialektik der Institution Schule erklärt, wie eine bestimmte Form von Gleichbehandlung der Kinder verschiedener sozialer Herkunft zur Ungleichheitsreproduktion in der Gesellschaft beiträgt. Als Gegeninstitution zur Familie geschaffen, entzieht die Schule primäre gesellschaftliche Erfahrungen sozialer Herkunft dem Bewusstsein. Indem Schule eine bestimmte Form von Lernen organisiert, organisiert sie damit auch das Verlernen gesellschaftlich relevanter Gehalte. Dieser Prozess beruht auf Enteignungen, die die Wahrnehmungs- und Denkweisen betreffen, gleichzeitig aber auch das Selbstbild der Betroffenen strukturieren. Die Enteignungen beziehen sich auf die individuelle soziale Geschichte, die Interessen an der Welt, die Sprache als Ausdrucksmöglichkeit und ihre Funktion der Welterschliessung, das Auffassen von Subjekt und Sache analog zur abstrahierenden Warenform, sowie das Verhältnis zum Körper in Raum und Zeit. Die Arbeit hilft, bewusstseinsstrukturierende Wirkungen der Schule zu verstehen und einen kritischen Blick auf manche Reformen der letzten drei Jahrzehnte zu werfen.