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Basels grösstes Kleintheater
Hansjörg «Häbse» Hersberger entstammt einer Kleinbasler Arbeiterfamilie, erarbeitete sich aber stets einen Weg, der seiner Familie diente und seinem Naturel. Beruflich wurde er ein sehr erfolgreicher Versicherungskaufmann, der bald einmal zum Generalagenten avancierte. Nebenberuflich leitete er unterdessen einen grossen musikalischen Verein, mit dem er während 25 Jahren alljährlich einen imposanten Gala-Abend auf die riesige Bühne des Festsaales der Schweizer Mustermesse zauberte, der jeweilsüber 2000 Besucher faszinierte. Hazy Osterwald war mit seiner Band da, Pepe Lienhard, Max Greger, Chris Barber, um nur einige zu nennen, und natürlich zahllose internationale Künstler aus dem Showbizz. In den Jahren 1980 und 1981 moderierte er zudem am Schweizer Fernsehen neunzehnmal die Freitagabendsendung «Fyroobe», die Nachfolgesendung Wysel Gyrs «für Stadt und Land».
Als Vertreter eines anderen angesehenen Vereins kam er für die Abklärung einer grösseren Produktion in die Klingentalstrasse in Kleinbasel (Nähe Messeplatz) zu einem Lokal, das ein früherer Kinosaal gewesen war. Der Saal wäre durchaus bespielbar gewesen, allerdings nur mit einigen Investitionen, denn die Einrichtung war unterdessen in einen desolaten Zustand geraten. Als Kino war der Saal nie in Betrieb, weil es die Inhaberin anscheinend unterlassen hatte, mit dem Filmverleihverband entsprechende Verhandlungen aufzunehmen. Jedenfalls hatte der Saal nie einen Film gesehen. Der Not gehorchend wurde der Saal in der Folge an lokale Theaterproduzenten vermietet, welche die Lokalität mit einfachen Mitteln zum «Klingental-Theater» gestalteten.
Immerhin hat dort die Uraufführung von Alfred Rasser mit «Demokrat Läppli» stattgefunden, O. W. Fischer ist aufgetreten; trotz aller grossen Namen der damaligen Zeit, konnte das Etablissement nicht reüssieren und führte zum Verkauf der Liegenschaft. Der neue Vermieter, ein pensionierter Gymnasiallehrer, wollte weder Kino noch Theater, und so zogen zuerst die Zeugen Jehovas ein, später ein Rocken-Roll-Club, der dort seine Schule betrieb. Als Häbse den Saal sah, wusste er: «Das wär s eigentlig, do mach y e Theater uff.» Der Deal kam 1989 zustande; Häbse kaufte die Liegenschaft, in der übrigens auch mehrere Wohnungen enthalten sind, baute den Saal komplett um, setzte Treppenpodeste ein, machte aus der «Bühne» eine Bühne, bestückte sie mit der nötigen Technik und eröffnete das «Häbse-Theater» am 25. September 1989 zu seinem 45. Geburtstag mit dem Schwank «Der kühne Schwimmer».
Und heute? Heute ist das Häbse-Theater eines der beliebtesten Theater der Stadt, beliebte Bühne für Comedians, Entertainer und jeder Menge Spass!