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Freundschaft ist der beste Balsam für die Wunden einer enttäuschten Liebe
“Der Jane Austen Club” von Robin Swicord
Sechs Mitglieder, sechs Geschichten, sechs Romane, sechs Monate – das Gerüst scheint einfach, doch daraus einen warmherzigen, unterhaltsamen Film zu machen ist nicht immer einfach. Robin Swicord und einem wunderbaren Darstellerensemble ist dies jedoch mit Bravour gelungen.
Von Jekaterina Mazara.
Sylvia wird nach über 20 Jahren Ehe, die sie für glücklich hielt, von ihrem Ehemann verlassen. Daraufhin nimmt sich ihre Freundin Bernardette vor, sie dadurch aufzuheitern, dass sie einen Buchklub gründet, der Sylvia auf andre Gedanken bringen soll. Dabei helfen ihre Jocelyn, die seit Jahren in keiner Beziehung war und Sylvias Tochter Allegra, die lesbisch ist und sich durch extreme Erfahrungen immer wieder in Gefahr bringt. Als die Lehrerin Prudie, die in einer unglücklichen Ehe lebt dazustösst, wird beschlossen, dass Jane Austen zum Thema des Clubs werden soll und da Jane Austen sechs Romane geschrieben hat, vervollständigt Jocelyn das Sextett mit dem attraktiven Sci-Fi-Fan Grigg, den sie mit Sylvie zu verkuppeln hofft, der jedoch an Jocelyn immer mehr Gefallen findet. Jeden Monat wird einer der Romane besprochen und nebenbei auch das Gefühlsleben der Buchklubteilnehmer, welches starke Parallelen zu den gelesenen Romanen aufweist. Jedes der Mitglieder sucht sich die Plots heraus, die sein Leben widerspiegeln und projiziert seine Emotionen in Jane Austens Geschichten hinein.
Mit Verstand…
Der bisher vor allem als Drehbuchautorin (“Little Women”, “Matilda”, “Memoirs of a Geisha”) bekannten Robin Swicord gelang es durch viel Einfühlungsvermögen, nach der Romanvorlage (von Karen Joy Fowler) ein Drehbuch zu schreiben, das in vielerlei Hinsicht besser ist, als der Roman. Swicord scheint ein besonders ausgeprägtes Gefühl dafür zu haben, was aus dem Roman man besser weglassen sollte und was nicht. Auch die Tatsache, dass es schwer ist, eine Gruppe lesender Menschen filmisch spannend umzusetzen, umgeht sie geschickt und benutzt Szenen, in denen die Figuren die Romane lesen als kurze Unterbrüche, welche die Handlung unterteilen und Pausen vom hektischen Geschehen im Leben der Protagonisten bieten.
…und Gefühl
Auch die Darsteller laufen allesamt zu Hochform auf und geben den Figuren eine besondere Note ohne sich in Übertreibungen und Klischees zu verlieren. So gelingt es ihnen eine warme, aber nicht zuckersüsse Atmosphäre zu schaffen. Auf der Basis eines Gelungenen Drehbuchs gelingt es den Darstellern, die Menschen ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken und genau das macht diesen Film gut. Die Handlung ist natürlich, was diese Menschen bewegt, doch das, was den Zuschauer berührt, sind Protagonisten, mit denen sie lachen und weinen wollen, kurz: die sie auf der Leinwand sehen wollen. Genau wie in Austens Büchern, ist es die Art zu erzählen, die fasziniert und nicht das eigentliche Sujet.
Tragikomödien und Romanzen, die ähnliche Themen behandeln, gibt es viele. Aber diesen Film macht eines besonders: er ist auch eine Reverenz ans Lesen und eine Erinnerung daran, dass Plots aus dem 19. Jahrhundert heute immer noch aktuelle Züge haben und dem Leser helfen können, über eine persönliche Krise hinweg zu kommen und neue Hoffnung zu schöpfen. Ein Film, der nicht nur Jane Austen Fans erfreuen sollte.
Seit dem 23.06.2008 im Handel.
Originaltitel: The Jane Austen Book Club (USA 2007)
Regie: Robin Swicord
Darsteller: Maria Bello, Emily Blunt, Kathy Baker, Amy Brenneman, Hugh Dancy, Maggie Grace, Jimmy Smits, Kevin Zegers, Marc Blucas
Genre: Drama, Romanze
Dauer: 106 Minuten
Bildformat: 16:9
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Audio: Stereo
Bonusmaterial: Filmkommentare Regisseur, Cast & Crew; Filmdokumentationen: Hinter den Kulissen, Das Leben der Jane Austen, Dem Buch-Club auf den Grund gehen, L.A. Premiere; Entfallene Szenen; Trailer
Vertrieb: Impuls