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Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit. Dadurch ist sie in ihrer Biologie sehr eng an den Lebenszyklus ihres Wirtes – der Honigbiene – gebunden. Die Vermehrung der Milben findet nur in der verdeckelten Brut statt.
Das erwachsene Varroa-Weibchen hält sich zwischen zwei Vermehrungszyklen auf den erwachsenen Bienen auf. Meist sitzt sie zwischen den Bauchschuppen der Bienen und ernährt sich dort vom Fettkörper der Honigbiene. Besonders gerne sitzen Varroa-Weibchen auf Ammenbienen, die sie zur Brut bringen.
Um sich zu vermehren dringen die Varroa-Weibchen kurz vor der Verdeckelung in Brutzellen ein. Sie laufen zunächst ganz an den Grund der Brutzelle und liegen dort «rücklings» im Futtersaft. Sie befreien sich erst, wenn die Larve den Futtersaft aufgefressen hat.
Das erste Ei legt das Varroa-Weibchen 60-70 Stunden nach Zellverdeckelung an die Wand der Brutzelle. Danach folgt etwa alle 30 Stunden ein weiteres. Das erste Ei ist unbefruchtet und entwickelt sich zum Männchen. Alle weiteren sind befruchtet und damit weiblich.
Insgesamt legt das Varroa-Weibchen 5-6 Eier ab – das letzte etwa neun Tage nach Zellverdeckelung. Nicht alle diese Eier entwickeln sich bis zum erwachsenen Tier, da die Zeit für die Entwicklung durch die Verdeckelungsdauer der Brutzelle begrenzt ist. Bei einer Arbeiterinnenzelle sind dies 12 Tage, bei einer Drohnenzelle 15 Tage.
Die Begattung der Tochtermilben erfolgt ebenfalls in der noch verdeckelten Brutzelle kurz nach der letzten Häutung zum erwachsenen Weibchen. Die erstgeborenen Männchen begatten demnach ihre jüngeren Schwestern. Nur die begatteten, erwachsenen Tochtermilben verlassen beim Schlupf der Biene zusammen mit ihrer Mutter die Brutzelle. Die Männchen und die jüngeren weiblichen Stadien sterben ab.
Verändert nach:
AGT Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht – Die Biologie der Varroa-Milbe