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Crossair nach wie vor in Nizza
Nach der Beschlagnahmung einer Crossair-Maschine durch die französischen Behörden hat sich bis Freitagabend keine Lösung abgezeichnet. Es wird weiter verhandelt.
Air Lib fordert von der Swissair als ehemalige Aktionärin (49,5 Prozent) nach wie vor 60,98 Mio. Euro (90 Mio. Franken.). Dies teilte Air in einem Communiqué mit. Es handelt sich um ein Flugzeug des Typs Embraer 145, das mit 33 Passagieren an Bord von Nizza Richtung Basel abheben wollte.
Antrag der Holco
Die Beschlagnahmung erfolgte auf Ersuchen der Holco, der Dachgesellschaft der Air Lib, die von der Swissair Group die AOM und Air Liberté übernommen hatte. Angeordnet wurde die Beschlagnahmung durch das zuständige Gericht in Nizza.
Dass Swissair die eingegangenen Verpflichtungen in Höhe von 60,98 Mio. Euro nicht eingehalten habe, bringe Air Lib in eine kritische Situation, begründet diese ihr Vorgehen. Air Lib ist die Nachfolge-Gesellschaft der AOM-Air Liberté.
Diese hatte am 15. Juni ihre Bilanz deponiert und war am 27. Juli von der Gesellschaft Holco übernommen worden, die dem ehemaligen Air-France-Piloten Jean-Charles Corbet gehört. Air Lib befindet sich erneut in einem finanziellen Engpass.
Bis Montag muss die Gesellschaft neue Finanzquellen erschliessen. Andernfalls droht erneut der Konkurs. Air Lib macht die Swissair für die Krise verantwortlich und erklärte, 3200 Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel.
Kämpferische Air Lib
"Es geht nicht an, dass die Swissair ihre Engagements nicht einhält. Wir werden Alles unternehmen, um sie dazu zu zwingen, ihre Verantwortung gegenüber ihrer früheren Beteiligungen wahrzunehmen", schreibt die Air Lib.
Air Lib werde nicht zögern, mit Crossair auf Konfrontationskurs zu gehen, falls sich keine Einigung erzielen liesse. "Wir werden das Geld wiederbekommen, koste es was es wolle", hatte Air Lib-Direktor Pascal Perri bereits am Dienstag angekündigt.
Widerstand der Crossair
Ende November hatte Air Lib am Pariser Handelsgericht Klage gegen die als neue nationale Schweizer Airline vorgesehene Crossair eingereicht. Crossair bezeichnete die Klage als unbegründet, da das Unternehmen nichts von den Abmachungen zwischen Swissair und den französischen Fluglinien gewusst habe.
Neben Air Lib klagen auch Belgien und die portugiesische TAP gegen Swissair. Crossair-Chef André Dosé hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass die Crossair nicht für Ansprüche von Dritten gegenüber der Swissair aufkommen könne.
swissinfo und Agenturen
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