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Operationen wie Magenbypass oder Schlauchmagen sind zurzeit die wirksamsten Therapien zur Behandlung der Fettleibigkeit bzw. des Übergewichtes. Dies könnte sich in den kommenden Jahren ändern.
Man hat zwar die Steuerung des Hungergefühls und der daraus resultierenden Nahrungs- und Energieaufnahme noch nicht bis ins letzte Detail verstanden. Bekannt ist aber, dass Hormone des Verdauungstraktes hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Darauf beruht im Wesentlichen auch die sofortige Gewichtsabnahme nach chirurgischen Eingriffen wie Magenbypass oder Schlauchmagen.
Hormone sind Signalstoffe, die ans Blut abgegeben werden. Im Verdauungstrakt handelt es sich um Hormone wie Glucagon-Like Peptide 1 (abgekürzt GLP-1), Oxyntomodulin (OXM), Peptid YY (PYY) und Pankreatisches Polypeptid (PP). Sie alle werden vom Dünn- und Dickdarm bzw. von der Bauchspeicheldrüse produziert. Sie informieren über die Blutbahn bestimmte Hirnareale, die für die Steuerung des Sättigungsgefühls massgebend sind, über den aktuellen Füllungszustand der Energiespeicher und über Zusammensetzung und Menge der letzten Mahlzeit. Sie lösen im Gehirn ein Sättigungsgefühl aus, und die weitere Nahrungsaufnahme wird reduziert. GLP-1, zum Beispiel, hemmt zusätzlich auch die rasche Magenentleerung, was den Sättigungseffekt noch zusätzlich verstärkt. Einzig das vom Magen produzierte Hormon Ghrelin bewirkt ein Hungergefühl und eine Steigerung der Nahrungsaufnahme.
Es ist naheliegend, Hormone, die ein Sättigungsgefühl bewirken, auch als Medikamente zur Behandlung des Übergewichtes einzusetzen. Mit der zu GLP 1 verwandten Substanz Liraglutid (Saxenda®) steht bereits heute ein entsprechendes Präparat zur Verfügung. Der Effekt ist zwar nicht überwältigend. Aber immerhin nehmen die Leute unter Zufuhr von Saxenda® innert Jahresfrist um durchschnittlich 5 – 10 % an Gewicht ab. Andere Hormone des Verdauungstraktes sind diesbezüglich noch in der Erprobung.
Vielversprechender ist die gleichzeitige Zufuhr mehrerer dieser Hormone als Medikament gegen Übergewicht. Kombinationen wie PP mit PYY oder PYY mit OXM werden intensiv erforscht. Aber auch chemische Verknüpfungen des Moleküls von GLP-1 mit anderen stoffwechselaktiven Hormonen wie glukoseabhängiges Insulinotropes Peptid (GIP), Glukagon, Östrogen oder Thyrosin werden im Hinblick auf ihre Tauglichkeit zur Reduktion des Körpergewichtes untersucht. Die Dreifachkombination von GIP, GLP-1 und Glukagon hat im Tierversuch eine Gewichtsabnahme um etwa 30 % bewirkt. Dies entspricht dem Effekt einer Magenbypass- oder Schlauchmagenoperation.
Vielleicht geht es also in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich ohne chirurgischen Eingriff.