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Baumwolle, Kaschmir und Seide
Baumwolle
Die Baumwollpflanze ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse. Es gibt ca. 50 Arten in den Tropen und Subtropen. Baumwolle ist eine Naturfaser, die aus den Samenhaaren der Pflanzen gewonnen wird. Der Samen bildet als Verlängerung seiner Epidermis längere Haare, die als Lint bezeichnet werden, und drei bis fünf Tage nach der Blüte sehr kurze Haare, die Linter genannt werden. Nur die langen Fasern werden hauptsächlich zu dünnen Fäden gesponnen und für Textilien verwendet. Verglichen mit Kunstfasern ist Baumwolle sehr saugfähig und kann bis zu 65 Prozent des Gewichtes an Wasser aufnehmen. Sind allerdings Gewebe aus Baumwolle einmal nass geworden, trocknen sie nur langsam. Baumwollstoffe gelten als sehr hautfreundlich und haben ein äußerst geringes Allergiepotential. Folglich ist sie auch optimal für die Textilindustrie. Hauptanwendungsbereich für Baumwolle ist eindeutig die Textilindustrie. Mit einem Mengenanteil von etwa 33 Prozent an der weltweiten Produktion von Textilfasern und einem Mengenanteil von etwa 75 Prozent an den Naturfasern ist Baumwolle die mit Abstand am häufigsten eingesetzte Naturfaser. Außer in der Textilindustrie finden Baumwollfasern aber auch in vielen anderen Bereichen Verwendung, beispielsweise als Verbandsmaterial in der Medizin sowie bei Kosmetik und Hygiene.
Seide
Seide ist ein Faser, welches aus den Kokons der Seidenraupe gewonnen werden kann. Man nutzte schon sehr früh die Fähigkeiten der Seidenraupen bzw. des Seidenspinners um Seide zu erzeugen. Durch die Verbreitung der Seidenherstellung wurde die Seidenraupe, bis heute auch außerhalb seines ursprünglichen Lebensraumes verbreitet. Seide ist die einzige in der Natur vorkommende endlos-Faser und besteht hauptsächlich aus Proteinen. Neben dem Ursprungsland China sind auch Japan und Indien wichtige Erzeugungsländer. Kokons werden von Raupen gesponnen die sich darin verpuppen und sich zu einem weißen Falter, dem Maulbeerspinner entwickeln. Um den Kokon zu spinnen presst die Seidenraupe Flüssigkeit aus 2 Drüsen an ihrem Mund. Es sind Speicheldrüsen die sich zu speziellen Spinndrüsen entwickeln. Sobald die abgegebene Flüssigkeit an die Luft kommt, wird sie fest und bildet einen sehr dünnen Faden. Über 300 Meter verspinnt die Raupe zu einem Kokon. Für die letztendliche Seidenproduktion muss der gepinnte Faden vom Kokon abgewickelt werden. Da der Faden von der Raupe zusammengeklebt wird, kann dieser nur durch warmes Wasser und durch Büsten gelöst werden. Der wertvollste 800 bis 900 Meter lange durchgehende Seidenfaden befindet sich unter der ersten Kokonschicht. Nach dem der Faden vollständig abgehaspelt bzw. abgewickelt wurde, kann er wie alle anderen Fäden gefärbt und zu Stoffen gewebt werden. Da für die Produktion eines Kleides über 1700 Kokons benötigt wird, ist Seide ein sehr wertvoller und teurer Stoff. hautsächlich Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme. Sie kann bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern. Seide neigt wenig zum Knittern. Auf Seidenstoffen werden besonders brillante Farben erzielt. Empfindlich ist Seide gegenüber hohen Temperaturen, Abrieb und Wasserflecken. Heutzutage werden zahlreiche Textilien – meistens im Luxus – Sortiment aus Seide hergestellt. Die klassische Verwendung von Seide ist in Kleidung und Nachtwäsche aus Seide. Außerhalb von Bekleidung ist Seide noch recht häufig als Füllung von Seiden – Bettdecken und Matratzen anzutreffen, meist in der Form von Wildseide.
Kaschmir
Die Kaschmirwolle ist eine sehr feine und weiche Naturfaser, welche aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen wird. Die schlappohrigen, gehörnten Kaschmirziegen existieren in etwa 20 Rassen und kommen in den Farbschlägen Weiß, Grau, Braun oder Schwarz vor. Sie zählen zur Familie der Hausziegen. Wichtigste Erzeugerländer heute sind China, die Mongolei und der Iran. Die regionale Industrie hat sich auf die Fertigung von Kleidungsstücken wie zum Beispiel Schals und Mützen spezialisiert. Das vom Deckhaar gereinigte Unterhaar der Kaschmir-Ziege ist besonders fein. Kaschmir zählt aufgrund seiner Feinfaserigkeit zu den Edelwollen mit sehr guten Wärmerückhaltungseigenschaften bei geringem Eigengewicht. Die Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege gewonnen. Das Fell der Kaschmirziege wird geschoren, gereinigt und sortiert, nur das feine Unterhaar der Kaschmir-Ziege wird zur Herstellung von Kaschmir Pullovern und anderer Kaschmir Waren verwendet. Von 100g Rohwolle bleiben nur ca. 30-50g Material zur Weiterverarbeitung. Dadurch ist Kaschmir eine der wertvollsten und teuersten Naturfasern und wird deshalb häufig mit Merinowolle oder anderer Schafwolle gemischt angeboten.