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Fadegrad
First class? No class
Erste Klasse für Parlamentarier gibt es also nicht nur bei der Bahn, sondern auch bei der Swisscom. Eine Bagatelle? Nein. Denn die Idee stammt ausgerechnet von bürgerlichen Politikern, die ständig einen widerwärtigen Sozialdarwinismus predigen, dem sie sich selber aber nie aussetzen würden. Deshalb ist die VIP-Karte eines Bundesbetriebs für Parlamentarier ein Skandalon. Sie muss aber im Zusammenhang erzählt werden. Die Affäre zeigt nämlich nur, wie öffentliche Gelder zum Selbstbedienungsladen für Mächtige mutiert sind. Wer einen Steueroptimierer (Schneider-Ammann) zum Bundesrat wählt, wer einen ehemaligen «Minister Steuerhinterziehung» zum EU-Kommissionspräsidenten ernennt (Juncker), wer einer Handelskommissärin (Cecilia Malmström) erlaubt, via TTIP eine Art Wiederauflage von Hitlers «Ermächtigungsgesetz» gegen die EU-Demokratie durchzuboxen, der findet auch Schmiergeldzahlungen oder -privilegien völlig in Ordnung und nennt dies «Lobbying». Was schliessen wir daraus? Erstens braucht es kontinuierliche Berichte über diese Art von Steuer-, Finanz- und Lobbypolitik. Zweitens: Guter Journalismus deckt nicht nur einen «Skandal» auf, sondern bleibt an der ganzen Geschichte dran. Und drittens: Die Causa Swisscom ist noch längst nicht fertig erzählt.