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In den Regionen Logone-Oriental, Mandoul und Moyen-Chari teilen sich Einheimische ihren Lebensraum mit einer grossen Anzahl von Vertriebenen. Durch die laufende Zunahme der Migrationsbewegungen verstärkt sich gleichzeitig der Wettbewerb um die bereits knappen Ressourcen sowie mögliche Einkommensquellen. Um die angespannte Situation zu entschärfen, werden durch das Projekt die Selbstversorgung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen gestärkt, der Zugang zu zentralen Dienstleistungen verbessert sowie der systematisierte Austausch unter den verschiedenen Akteuren verstärkt. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung sowie diejenigen der Geflüchteten und Zurückgekehrten nachhaltig zu verbessern.
Die Aktivitäten sind in den Bereichen Soziales, Dienstleistungen und Einkommensförderung angesiedelt. Im Zentrum stehen der Zugang zu Mikrokrediten, die Entwicklung von Wertschöpfungsketten bei gleichzeitiger nachhaltiger Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie der Ausbau von verfügbaren beruflichen und technischen Ausbildungen. Auf der Ebene der Haushalte werden möglichst rasch neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen. Dies erfolgt durch die bessere Vernetzung von Produzenten landwirtschaftlicher Güter und Marktakteuren. Zudem soll in bessere Transportmöglichkeiten sowie eine erhöhte Qualität der Produkte investiert werden. Längerfristige Massnahmen sind die Sanierung von Schulen, die Entwicklung von Gemeinschaftsgärten sowie die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und Produktivität, beispielsweise durch einfache bauliche Massnahmen zur Reduktion der Erosion oder die Nutzung pflanzlichen Düngers. Für die sozial schwächsten Bevölkerungsgruppen sieht das Projekt zudem bessere Schutzmechanismen vor. Dazu gehört die Stärkung der Rechte der Flüchtlinge sowie eine Verminderung der gesellschaftlichen Spannungen.
Auf kommunaler Ebene beinhaltet das Projekt die organisatorische und technische Unterstützung der Gemeinden bezüglich der Verwaltung und dem Betrieb von Wasserstellen, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Saatgutbanken für die Landwirtschaft. Daneben werden von der Bevölkerung getragene Spar- und Kreditgemeinschaften aufgebaut und mit Mikrofinanzinstituten vernetzt. Sie zielen darauf ab, den ärmsten Haushalten Zugang zu Kleinkrediten zu ermöglichen, die zur Diversifizierung der Tätigkeiten und zur Schaffung von Einkommen führen und das Schuldenrisiko minimieren. Diese lokalen Finanzdienstleistungen sind auf die Bedürfnisse der jeweiligen Bevölkerungsgruppen zugeschnitten und sollen besonders den Zugang für Frauen und Jugendliche erleichtern. Diese Massnahmen werden alle im Rahmen des Aufbaus von Wertschöpfungsketten realisiert. Dies beinhaltet die Stärkung der technischen Kapazitäten für Produktion, Lagerung und Vermarktung, die Einrichtung von Getreide-, Saatgut- und Viehfutterbanken, oder den Aufbau von Genossenschaften. Daneben werden auch die verfügbaren beruflichen und technischen Ausbildungen in den Berufszentren ausgebaut und die Ausbildner gestärkt.
Schliesslich werden auch Massnahmen zur Verbesserung des Zusammenlebens und des Zusammenhalts der Gemeinschaften umgesetzt. Ziel ist es, Mechanismen zur Prävention und Bewältigung von Konflikten zu stärken, den interkulturellen und interkommunalen Austausch zu fördern, die Besonderheiten der Gemeinschaften zu stärken und die Neugierde aller zu wecken.
Durch den verfolgten Nexus-Ansatz werden einerseits die Bereiche Humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit verbunden. Andererseits werden so die Themenfelder Marktzugang, Wertschöpfungsketten, das Management natürlicher Ressourcen, die Reduktion von Katastrophenrisiken, menschenwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie das Unternehmertum und Grundbedürfnisse verlinkt. Dieser innovative Ansatz zur systematischen ökonomischen Integration von Flüchtlingen wurde vom UNHCR und der International Labour Organization (ILO) entwickelt.