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Hepatitis B
Wann testen?
Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist sehr ansteckend und kann über Körperflüssigkeiten beim Kontakt mit gebrauchten Spritzen, mit nicht sterilen Tätowierungs- und Piercinginstrumenten oder beim Geschlechtsverkehr übertragen werden (siehe Hepatitis B), ebenso von der Mutter auf das Kind bei der Geburt. Tests sollten allen ungeimpften Personen vorgeschlagen werden, insbesondere auch nach einem negativen Hepatitis-B-Test, sprich wenn auch keine Antikörper und damit kein Impfschutz vorhanden sind. (s. auch Impfempfehlungen zu Hepatitis B des BAG).
Tests und Diagnose
Bei Verdacht auf eine HBV-Infektion werden ein HBs-Antigen-Test sowie ein HBc-Antikörper-Test durchgeführt. Ist der HBs-Antigen-Test positiv, liegt eine aktive Hepatitis B vor. Ist der HBs-Antigen-Test negativ, aber es sind HBc-Antikörper vorhanden, hat der Patient früher eine Hepatitis-B-Infektion durchgemacht, die ausgeheilt ist.
Weitere Untersuchungen erfolgen bei positivem HBs-Antigen: Beispielsweise gibt die Bestimmung des HBe-Antigens und der HBe-Antikörper sowie der Virusmenge im Blut Auskunft über die Aktivität der Hepatitis. Ebenfalls sollte eine Untersuchung der Leberwerte (Transaminasen) und des Fibrosestadiums erfolgen. Bei Vorliegen einer HBV-Infektion sollte der Patient für die weitere Behandlung an einen Spezialisten überwiesen werden (einen Hepatologen, Gastroenterologen, Infektiologen oder – bei Vorliegen einer Suchterkrankung – einen in der Behandlung von Hepatitis B erfahrenen Suchtmediziner).
Behandeln
Eine akute Hepatitis-B-Infektion heilt in 90 Prozent der Fälle von selbst aus. Medikamente zur Behandlung der akuten Infektion gibt es keine. Eine chronische Infektion muss behandelt werden, wenn sie voranschreitet: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit antiviralen Medikamenten (Nukleosid- und -Nukleotidanaloga) oder mit pegyliertem Interferon. Ziel ist, die Viren langfristig zu unterdrücken und die Leberwerte im Blut zu normalisieren. Die Therapie dauert je nach Verlauf zwischen sechs bis zwölf Monaten (Interferon) und mehreren Jahren (Nukleotid-/Nukleosidanaloga). Bei einem milden Verlauf reichen regelmässige Kontrollen durch den Arzt.