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Hannes Zaugg-Graf
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Ich weiss, dass meine Kandidatur als Gemeindepräsident Fragen aufwirft. Jemand, der das Amt bereits einmal inne hatte, soll jetzt wieder aufgewärmt werden, kann der nicht loslassen? Meint der eigentlich, ohne ihn gehe es nicht? Hatte der nicht einmal ein Burnout und war überfordert?
Ich bin bekannt dafür, klar zu kommunizieren. Ich spreche Sachen direkt an und vertrage es auch, wenn ich direkt angegangen werde (wenn der Ton stimmt).
Was? Ein Aufgewärmter?
Ich bin mir bewusst, dass meine Kandidatur den Eindruck erwecken kann, ich sei der Ansicht, es gehe ohne mich nicht. Weit gefehlt. Aber ich bin ein radikaler Urdemokrat. Das verantwortungsvollste politische Amt einer Gemeinde soll durch eine Wahl erkoren werden. Eine stille Wahl in einer Gemeinde mit knapp 6000 Einwohnenden ist für mich ein demokratisches Armutszeugnis.
Es hat Möglichkeiten gegeben, die Wahl bis zu den regulären Wahlen herauszuzögern und damit auch anderen Kandidierenden eine Chance zu geben, als bereits amtierenden Mitgliedern des Gemeinderats. Das wollten nicht alle. Da niemand sonst antreten konnte, ermögliche ich mit meiner Kandidatur eine echte Wahl. Zur Wahl vorgeschlagen von einer überparteilichen Gruppe. Nicht gegen jemanden oder etwas, sondern für mehr Auswahl. Nicht aus Zwängerei oder Machtgelüsten von mir oder meiner Partei, sondern aus einem urdemokratischen Prinzip hinaus: Wer ein politisches Amt ausübt, soll dazu auch durch eine Volkswahl demokratisch legitimiert werden.
Und natürlich, weil ich weiss, dass es das schönste politische Amt ist und ich dieses mit Freuden noch einmal ausüben würde.
Was? Ein Überforderter?
Ja, ich erlitt 2011 eine Erschöpfungsdepression. Den wahren Grund können wir erst seit ein paar Jahren offen kommunizieren. Meine Frau erhielt einige Zeit davor die Diagnose einer stark erweiterten Aorta beim Herzen, welche zu reissen drohte. Ich lag Nächte lang wach um zu lauschen, ob sie noch atme. Das hält man auf die Dauer nicht aus.
Am 4. Juli 2016 wurde dieser Aortariss leider Wirklichkeit. Dank hervorragender medizinischer Reaktion und einer achtstündigen Notoperation überlebte meine Frau den Vorfall knapp und wir haben seither geschenkte gemeinsame Jahre und feiern zweimal Geburtstag.
Ich habe in der Zwischenzeit Jahre mit sehr hoher Belastung erlebt, gerade in der Zeit um die Notoperation oder auch während meiner Zeit als Grossratspräsident. Ich habe durch die Erschöpfungsdepression gelernt, besser auf die Zeichen meines Körpers zu achten und bei einer drohenden Überlastung sofort Gegenmassnahmen einzuleiten.
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Seit über dreissig Jahren ist Uetendorf mein Lebenszentrum. Hier wohne ich, arbeite ich, übe meine Hobbys aus und betätige mich politisch.
Wer mich noch nicht kennt und mit mir sprechen will trifft mich fast täglich im Dorf beim Einkaufen, beim Spaziergang mit dem Hund und häufig bis Abends spät in meinem Geschäft am Postgässli 9B.
Einfach ansprechen oder wenns länger dauern könnte, vorher kurz anrufen.
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An folgenden Punkten soll man mich messen, falls die Wahl auf mich fällt:
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Auf Gemeindeebene kann man in der Politik am meisten erreichen. Nach meinem Wiedereinstieg 2020 bekam ich das Ressort Sicherheit, was während der Pandemie doch dann mehr zu tun gab als normalerweise. Als man wieder normal agieren konnte, habe ich zusammen mit der Sicherheitskommission die Benutzung von Apps beim Parkieren ermöglicht, eine mobile Geschwindigkeitskontrolle beschafft, anstatt sie jährlich einmal für viel Geld zu mieten und die Feuerwehr überzeugt, dass nicht ein Hubretter, sondern ein neues Magazin das nächste Ziel sein muss.
Im Sommer 2021 übernahm ich das Ressort Finanzen und Bildung und schaute, dass noch vor den Herbstferien in allen Klassenzimmern CO2-Messgeräte zur Verfügung standen.
Im Bereich Finanzen bereiten wir die Planung vor, dass die Gemeinde auch in ein paar Jahren noch so solide dasteht, wie heute, aber trotzdem auf nichts verzichten muss.
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