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Michel Roth wurde 1976 in Altdorf (Uri) geboren und ist in Uri und Luzern aufgewachsen. Nach der Matura studierte er ein Jahr Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Basel, bevor er in die Kompositionsklassen von Roland Moser später auch von Detlev Müller-Siemens der Musikhochschule Basel wechselte und nach fünf Jahren seine Studien in Komposition und Musiktheorie mit Auszeichnungen abschloss. Bereits während seines Studiums erfolgte eine intensive Unterrichtstätigkeit an der Musikhochschule Luzern; im Sommer 2002 wurde er dort zum Professor für Musiktheorie und Komposition ernannt und leitete die Bereiche Komposition und zeitgenössische Musik. In dieser Funktion arbeitete er mit Pierre Boulez, Peter Eötvös, Helmut Lachenmann und George Benjamin zusammen und baute in Zusammenarbeit mit der Lucerne Festival Academy den Studiengang Contemporary Art Performance auf. 2011 folgte er einer Berufung zum Professor für Komposition und Musiktheorie der Hochschule für Musik Basel, wo er auch als Mitglied der Forschungsabteilung tätig ist.
Als Komponist hat Michel Roth mit vielen namhaften Interpreten zusammengearbeitet, u.a. als "composer in residence" des Mondrian-Ensemble Basel, mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks (unter Martyn Brabbins), dem Orchestre de Chambre de Lausanne, mehrere Projekte mit dem Ensemble Phönix Basel (unter Jürg Henneberger, China-Tournee), dem Vega-Trio mit dem Klarinettisten Reto Bieri, dem Schlagzeuger Mircea Ardeleanu, dem Schauspieler Peter Schweiger, den Stuttgarter Vokalsolisten, den Basler Madrigalisten und den Ensembles Ascolta Stuttgart, Mosaik Berlin und Klangforum Wien (unter Sylvain Cambreling und Johannes Kalitzke). 2001 schrieb er als "Composer of the week" des Europäischen Musikmonats Basel sein Klavierkonzert Schöllenen, das im In- und Ausland Beachtung fand. 2003 erfolgte ein Werkauftrag des Schweizerischen Tonkünstlervereins, 2005, 2007 und 2011 durch die Kulturstiftung Pro Helvetia, 2008 Werkbeitrag durch den Kanton Luzern. 2007 gewann sein Orchesterstück Der Spaziergang den BMW-Kompositionspreis der Musica viva München (Bayerischer Rundfunk). 2012 erlebte seine Kammeroper Im Bau ihre Premiere am Lucerne Festival (Regie: Georges Delnon).
Seine Werke werden an verschiedenen Festivals gespielt, darunter mehrmals am Lucerne Festival, Warschauer Herbst, an den Wittener Tagen für neue Kammermusik, an den Berliner Festivals "Klangwerkstatt" und "Unerhört", den Darmstädter Ferienkursen, Musica da Hoy Madrid, Tage für Neue Musik Zürich, Festivals in Bern, London, Cork, Weimar, Graz, Mailand, Venedig, Bukarest, Sao Paulo, Beijing etc. und von zahlreichen Radiostationen aufgezeichnet und gesendet. Ein breites Spektrum seiner neueren Werke wird vom Ricordi Verlag herausgegeben.
Neben seiner praktischen Tätigkeit forscht und publiziert er zu musiktheoretischen Themen und war Musikkurator der vier interdisziplinären Ausstellungsprojekte "Harmonie und Dissonanz" (2006), "Neoimpressionismus und Moderne" (2008), "LINEA" (2011) und "Dieter Roth und die Musik" (2014) im Kunsthaus Zug und Hamburger Bahnhof Berlin. Gegenwärtig forscht er zum Thema "Spieltheorie und offene Form" in einem vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekt.