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Einst machte er mit seinem Sporttalent und seiner erfolgreichen Militärkarriere von sich reden. War als Hubschrauberpilot im Einsatz im Falkland-Krieg. Später war er als Kampfpilot tätig, im Anschluss daran im Verteidigungsministerium beschäftigt. 2001 schliesslich verabschiedete sich Prinz Andrew vom Militär – und mit ihm der als Lieblingssohn gehandelte Zweitälteste von Queen Elizabeth II., 94. Diese soll besonders stolz auf die beruflichen Errungenschaften ihres Sprösslings gewesen sein – auch wenn seine Weste schon in jüngeren Jahren nicht strahlend weiss war. Wegen seiner zahlreichen Schäkereien mit Frauen hatte Andrew vor seiner Ehe mit Sarah Ferguson, 60, in der britischen Presse bereits den Übernamen «Randy Andy» («Geiler Andy») erhalten.
Doch heute, als 60-Jähriger, ist vom Vorzeige-Kind von damals nicht mehr viel übrig. Seine repräsentativen Aufgaben fürs britische Königshaus hat er mittlerweile verloren. Andrew ist als Mitglied der Royal Family als solches nicht mehr tragbar, seitdem Virginia Roberts Giuffre 2016 ausgesagt hat, dass sie als Minderjährige Sex mit dem Prinzen gehabt habe. Unfreiwillig.
Die Freundschaft zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, †66, in dessen Sex-Ring Andrew Giuffre überhaupt erst kennengelernt haben soll, liess ihn im November 2019 seine royalen Ämter niederlegen. Er habe «Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen», erklärte Prinz Andrew damals. Ihm sei klar geworden, «dass die Umstände meiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein zu einer enormen Störung geworden sind für die Arbeit meiner Familie und die wertvolle Arbeit in den Organisationen und Vereinen, die ich mit Stolz unterstützt habe».
Prinz Andrew in Erklärungsnot
Prinz Philip zieht die Reissleine
Doch allem Anschein nach hat der royale Rückzug nicht nur die Niederlegung von Andrews Pflichten mit sich gebracht, sondern den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip, 99, auch innerhalb der Familie ins Abseits manövriert.
Denn obwohl die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind und für Andrew nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt, scheinen seine Eltern nicht mehr hinter ihm zu stehen. Für die royale Geburtstagsfete, die zu Ehren Philips 100. Geburtstag am 10. Juni 2021 steigen soll, soll dem Bruder von Prinz Charles, 71, keine Einladung zugestellt werden, wie ein Insider der britischen Zeitung «The Sun» verraten hat. Auch wenn es bis da noch lange hin ist, scheinen die Windsors nicht damit zu rechnen, dass sich Andrews Bild in der Öffentlichkeit jemals wieder vom Skandal rehabilitieren kann.
Dabei soll das Jahrhundert-Jubiläum besonders pompös gefeiert werden. Mehrere Anlässe sind geplant, um Philips Geburtstag zu zelebrieren, zudem soll eine Fotoausstellung Einblick geben in das Leben des Gemahls der Queen. Dazu gehören zweifelsohne auch seine vier Kinder Charles, Andrew, Anne, 70, und Edward, 56. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung soll Andrew wegen der Krise nicht mehr vorkommen, weshalb die Organisatoren der Fotoausstellung angewiesen worden seien, den Prinzen regelrecht «wegzuretuschieren». Zu keiner der Feiern soll er zudem erwünscht sein. Man könne ihn zwar nicht einfach weglassen, erklärte die anonyme Quelle. Aber «aus der Beziehung zu seinem Vater wird keine grosse Sache gemacht».
Bereits Ende letzten Jahres soll Philip seinen Sohn nach Sandringham zitiert und ihm dort von Angesicht zu Angesicht die Leviten gelesen haben. Gemäss dem «Telegraph» forderte Philip Andrew auf, «seine Strafe anzunehmen», weil er «das Gefüge der königlichen Familie» gefährdet habe. Ausserdem soll sein Vater es gewesen sein, der Andrew zum Rücktritt als Royal bewogen hat.
Schon im Vorfeld hatte er die Vermählung seiner Tochter massgeblich beeinflusst. Die hatte nach seinem skandalösen «BBC»-Interview gar ihre Verlobungs-Party abgesagt – aus Angst vor zu vielen Paparazzi.
Am Tag selber ist er aber anwesend gewesen – und hat seine Tochter zum Altar geführt, zeigte sich SI-Royal-Experte René Haenig überzeugt. «Die britische Presse und Insider berichten übereinstimmend, dass er sich das nicht hat nehmen lassen.» Dennoch werde es für Beatrice «der absolute Horror» gewesen sein. «Sie wird sicher lange überlegt haben, ob sie ihr Vater zum Altar führen soll.»
Doch öffentlich fand Andrew im Rahmen der Hochzeit seiner älteren Tochter nicht statt. Ein Foto mit den Brauteltern wurde nicht veröffentlicht. «So hat der Palast die unangenehme Situation elegant umschifft», ist sich Haenig sicher. «Ein Foto mit Andrew wäre undenkbar gewesen.»
Zeuge belastet ihn schwer
Andrew wird vorgeworfen, sich an einer Minderjährigen vergriffen zu haben. 2001 soll er die damals 17-jährige Virginia Roberts Giuffre zum Sex gezwungen haben.
Der Prinz hat zwar in einem umstrittenen TV-Interview mit der «BBC» bestritten, Roberts Giuffre überhaupt zu kennen. «Ich erinnere mich weder an ein Treffen noch an sonst irgendwas mit dieser Frau.» Was Giuffre behaupte, sei nie passiert. Auch ein Bild, das die beiden gemeinsam zeigt, entspricht ihm zufolge nicht der Wahrheit. «Man kann nicht beweisen, ob das Foto echt ist oder nicht», sagte der Prinz.
Kennengelernt haben sollen sich Andrew und Giuffre durch Jeffrey Epstein, für den das Mädchen damals arbeitete. Prinz Andrew und der verurteilte Sexualstraftäter, der sich kurz nach seiner Festnahme im August 2019 das Leben nahm, trafen sich 1989 erstmals. Im TV-Interview beteuerte der britische Royal, Epstein nur «unregelmässig und selten» getroffen zu haben.
Zu den Äusserungen des Zeugen hat Andrew bislang nicht konkret Stellung genommen. Er beharrt weiterhin auf seiner Aussage, Giuffre nicht zu kennen.