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Dominik
Engadinerschafe sind im Unterschied zu anderen Schafrassen eher frühreif. Bei ständigem Widdereinsatz beträgt das durchschnittliche Erstablammalter rund 14 Monate. Dabei gibt es Auen, die bereits mit 11 Monaten ablammen können. Ein Ablammen in diesem Alter kann zu folgenden Problemen führen:
1. Die Lämmer werden schlecht angenommen, da der Mutterinstinkt noch zu wenig entwickelt ist: Dies ist in Kleinbeständen eher unproblematisch. Die Mutter muss jedoch für mind. 2 Tage mit dem Lamm oder Lämmern separiert werden. In Grossbeständen mit mehreren erstablammenden Auen ist dies jedoch aus Platzgründen oft schlecht möglich und deshalb auch riskant.
2. Die Aue kann eine Wachstumsdepression erleiden, weil sie (v.a. bei Zwillingen) zu stark gezehrt wird und sich folglich langsamer entwickelt. Dies ist auch wieder kein Problem, wenn die Aue dies nach dem Absetzen wieder kompensieren kann (mind. 4 Mt. Pause bis zur nächsten Belegung) oder vor der Ablammung bereits gut genährt ist. Voraussetzung hierzu ist eine gute Fütterung bzw. eher reichhaltige, fette Weiden.
Zusammengefasst: Bei schlechten Futtergrundlagen wäre es evtl. sinnvoll, die Auen erst mit 12 Monaten zu belegen (Ablammung mit 17 Mt.). Wenn die Futtergrundlagen gut sind (gute Weiden genügen) und sich die Jungauen auch gut entwickeln können (geringer Wurmdruck), sollte es kein Problem sein, den Widder immer in der Herde zu halten. Gut entwickelte Jungauen (mind. 50kg) geraten bei einer allfälligen frühzeitigen Ablammung weniger in eine Wachstumsdepression. Die Mehrheit der Auen lammt aber sowieso nach 13 Mt. ab. Bei Grossbeständen und mehreren erstablammenden Auen würde ich die Jungauen generell erst mit 12 Monaten belegen, wenn zu wenig Platz für die Abtrennung vorhanden ist.
Gruss Christian