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Apell
Nachdem Lucino nun gelernt hat, auf seiner zugewiesenen Position zu warten, bis ich wieder zu ihm zurückkehre, war es an der Zeit mit ihm den Apell zu üben. Und so habe ich es mit ihm geübt: Ich gebe Lucino das Kommando zum Warten und gehe ein paar Schritte von ihm weg und drehe mich frontal zu ihm hin. Ich gehe in die Hocke und gebe ihm das Kommando "Zu mir". (Den Apell trainiere ich indem ich selber in die Hocke gehe, so können die Pferde unterscheiden, ob sie stehen bleiben sollen oder eben zu mir hinkommen sollen). Die ersten Male habe ich Lucino mit einem Leckerli gelockt. Sobald er auf mich zugelaufen ist, habe ich mich aufgerichtet und habe ihn mit der Stimme gelobt. Nach kurzer Zeit konnte ich das Leckerli weglassen und er hat stets auf meine Stimme reagiert. Mittlerweile üben wir noch die Distanz immer mehr zu vergrössern.
Anfangs kam er immer sehr nahe an mich heran, daher habe ich ihm beigebracht, auf eine Handbewegung von mir zu stoppen. Ich habe ihn also wieder zu mir gerufen und etwa ein Meter vor mir, habe ich meine Hand ausgestreckt, die Handfläche zu ihm hin, und habe das Kommando "Ho Halt" gegeben. Hat er gestoppt, habe ich ihn gelobt. Ist er weiter auf mich zugelaufen, habe ich ihn am Halfter gestoppt und rückwärts gerichtet. Er hat dann sehr schnell gelernt, was meine Handbewegung bedeutet. Mittlerweile üben wir das Stehen bleiben mit der Handbewegung auch auf Distanz. Was schon ganz gut klappt:-)
Weichen der Hinterhand
Das Weichen der Hinterhand hat er schon früh am Putzplatz gelernt. Wenn er mit der Hinterhand weichen sollte, habe ich mit der Handfläche etwas Druck auf seine Flanke ausgeübt. Ist er gewichen, habe ich ihn gelobt. Mit der Zeit reagierte er am Putzplatz sehr gut darauf. Dann habe ich angefangen, dies mit der Gerte zu üben. Ich habe mich etwas zu seinem Hinterbein hin verschoben, und habe mit der Gerte an sein Hinterbein getippt. Hat er darauf nicht reagiert, bin ich etwas mehr auf ihn zugegangen und habe wenn nötig auf mit der Hand Druck ausgeübt. Die Hilfen habe ich immer mehr verfeinert und wenn nötig wieder etwas mehr Druck gemacht. Mittlerweile sind wir soweit, dass ich die Gerte nur in Richtung Hinterhand halten muss, und schon weicht er mit der Hinterhand. Natürlich haben wir immer beide Seiten geübt. Mittlerweile übe ich weiter, so dass er nur noch auf meine Körpersprache reagiert. Dies klappt schon recht gut. Als nächsten Schritt werden wir die Vorhandwendung erarbeiten.
Weichen der Vorhand
Mit der Vorhand weichen viel ihm etwas schwerer als mit der Hinterhand. Wenn ich die Vorhand nach rechts weichen lassen wollte, stand ich links von ihm, in Höhe von Kopf und Schulter. Seinen Kopf habe ich etwas nach rechts geschoben und mit der Hand leicht Druck auf seine Vorhand gemacht (Höhe Buggelenk). Wenn er dann sein Gewicht nach rechts verlagert hat, habe ich ihn gelobt. Irgendwann fing er auch an sein Vorderbein nach rechts zu setzen. Dies habe ich dann wieder gelobt. Als er das gut konnte, stand ich vermehrt zu ihm hingedreht links neben seinem Kopf. Seinen Kopf nahm ich leicht rechts. Mit der Gerte tippte ich die Vorhand an und er verlagerte sein Gewicht etwas nach rechts, dies habe ich wieder gelobt. Schnell hat er dann kapiert, dass er auch sein Vorderbein nach rechts setzen soll. Mittlerweile üben wir vermehrt an der Reaktion nur von meiner Körpersprache und an der Hinterhandwendung.
Im nächsten Artikel erzähle ich euch von unserem Gelassenheitstraining.