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Franken gestiftet. Sie trägt den Namen Orphelinat
Borel nach Louis François
Borel († 1869), der hierfür eine Summe von 650000
Franken testierte, und beherbergt im Durchschnitt 120 Kinder, die in 7 Familien eingeteilt sind; jährliches Büdget 56000 Franken.
Dombresson ist eine alte Siedelung, die bis in die Zeit der ersten Einführung des Christentums im
Jura
hinaufreicht. 1228: Domnus Brictius. 1824 hat man hier einen römischen Münzschatz aufgedeckt, der 430 Silbermünzen aus
der Zeit
Nero's und vor
Nero umfasst und heute im Museum zu Neuenburg
aufbewahrt wird. 1160-1552, d. h. bis zur Einführung der Reformation,
bildete Dombresson in kirchlicher Beziehung eine Filiale des Kapitels
St. Immer. Heutige Kirche 1696 erbaut.
Mühlen,
Sägen, Backsteinfabrik, Fruchtbrennerei.
Holz- und Viehhandel.
Steinbrüche auf Molasse. Die alte Kirche, heute als
Kapelle dienend, ein ehemaliger römischer
Tempel. Als sie 1837 beim Bau der neuen Kirche abgetragen werden
sollte, setzten ihre mächtigen Mauern diesem Beginnen einen solchen Widerstand entgegen, dass man davon schliesslich absah.
Damit ist das interessante Bauwerk erhalten geblieben. Der Name Domdidier, Domnus Desiderius, erinnert wie diejenigen einer
Reihe von andern benachbarten Ortschaften, Weilern und Gewannen (z. B. Milavy =
Mala via) an die Zeiten
der
Römer.
Alle Römersiedelungen dieser Gegend fielen zur Zeit der Alemanneneinbrüche dem nämlichen Schicksal anheim, das Aventicum
(Avenches) getroffen hat, d. h. völliger Vernichtung. Der
Ursprung oder wenigstens die Umtaufe des
Ortes auf seinen heutigen
Namen kann in die Zeit des 7. und 8. Jahrhunderts verlegt werden, im 9. Jahrhundert erhielt die Landschaft
den Namen des Pagus Williacensis
(Wistenlachoder Vully). Die ersten urkundlichen Nachrichten über Domdidier datieren aus
dem 11. Jahrhundert, zu welcher Zeit es eine eigene
Herrschaft bildete. Im 14. Jahrhundert Eigentum der
Herren von
Montagny.
verbindet
Randa mit
Saas Fee. Sehr schwieriger und nur den besten Alpinisten zugänglicher Uebergang, zum ersten Mal 1869 von
G. E. Foster und H. Walker mit den Führern Jakob Anderegg und Hans Baumann bezwungen.
Sie brauchten von der Langefluh zur
Passhöhe 8 Stunden und von da bis
Zermatt weitere 12 Stunden.
(Kt. Graubünden,
Bez. Heinzenberg).
Thalschaft des Kantons Graubünden.
Der Name Domleschg wird in doppeltem Sinn gebraucht. Im geographischen Sinn bezeichnet
er die unterste von den drei Stufen des Hinterrheinthals, dessen mittlere u. obere Stufen das
Schamser- u. Rheinwaldthal sind.
Im politischen Sinn ist Domleschg einer der drei Kreise des bündnerischen Bezirks
Heinzenberg u. umfasst
nur die rechte
Seite der untern Rheinthalstufe von
Sils bis
Feldis, während die linke
Seite mit dem
Heinzenberg den Kreis
Thusis
bildet und der dritte Kreis des genannten Bezirks das
Safienthal umfasst. Das Domleschg als Thalstufe erstreckt sich vom Ausgang
der Viamala bei
Thusis bis zur Vereinigung des Hinterrheinthals mit dem Thal des
Vorderrhein bei
Reichenau
und ist flankiert rechts von der Kette des
Stätzerhorns, links vom
Rücken des
Heinzenbergs. Etwas ausserhalb Rotenbrunnen
treten die Berghänge von beiden
Seiten nahe an den
Rhein, so dass eine Thalenge entsteht. Von
Thusis bis hierher hat
das Domleschg eine Länge von etwa 10 km, bis nach
Reichenau hinaus aber sind es 15 km. Der Abstand der
¶
mehr
einschliessenden Bergkämme beträgt etwa 10 km, wovon auf das eigentliche Thal (Thalboden u. untere Abhänge) etwa 5 km
kommen.
Das Domleschg ist eines der schönsten und reichsten ThälerGraubündens. Zwar hat der Rhein die flache Thalsohle auf weite
Strecken verheert. Denn früher hatte derselbe kein festes Bett. In zahlreichen Serpentinen und in viele
Arme zerteilt, die oft ihre Lage änderten, durchströmte er mit geringem Gefälle das breite Thal. Besonders verheerend
trat er jeweilen auf, wenn bei anhaltenden und starken Regengüssen die hochangeschwollene Nolla bei Thusis ihm ihre schwarzen
Schlamm- und Geschiebefluten zuwälzte.
Wiederholt ist es dabei vorgekommen, dass die sonst so kleine Nolla den Rhein förmlich staute, bis er
dann mit umso grösserer Gewalt sich durchbrach und die flachen, einst fruchtbaren Uferlandschaften durchwühlte u. mit seinen
Sand- und Kiesmassen bedeckte. Lange Zeit bot darum der breite Thalboden ein trostloses Bild der Zerstörung. WeiteSand- und
Kiesflächen, Sümpfe und trübe Wasserlachen breiteten sich an Stelle der Wiesen und Fruchtfelder aus.
Zum Teil ist es jetzt noch so. Doch hat der Mensch nicht ohne Erfolg den Kampf mit den Elementen aufgenommen.
Grossartige Verbauungen schlugen die Nolla in Fesseln. Dem Rhein wurde durch gewaltige Dämme ein festes und geradlinig verlaufendes
Bett gegeben, durch welches er einen ungehemmten raschen Abzug findet. Zahlreiche Querdämme gehen
rechtwinklig von den Hauptwuhren aus, durch welche der Thalgrund in rechteckige Parzellen zerlegt wird. Da hinein leitet
man durch kleinere Kanäle das Flusswasser, damit dieses in den so entstehenden und nach Belieben regulierbaren Lachen seinen
Schlamm absetzen kann. So entsteht allmählig eine fruchtbare Schicht über den Sändern und
Steingeröllen,
und es bedeckt sich die wüste Fläche in ein bis zwei Jahrzehnten mit Buschwerk, Wiesen und Aeckern.
Von der Strasse und Eisenbahn aus, die das Thal längs dem Fuss des Heinzenbergs durchziehen, kann man diese Anlagen u. die
durch sie bewirkten Veränderungen teilweise überblicken. Schöner aber ist der Blick auf die gegenüber
liegende Seite, das Domleschg im engern Sinn. In sanft ansteigenden Terrassen erhebt sich der Boden gegen die ö. Bergkette,
überall geschmückt mit Dörfern und Weilern, mit Kirchen und Kapellen, mit hochtronenden Schlössern und zerfallenen Ritterburgen.
Fruchtfelder wechseln mit grünen Matten, Obstbaumhaine mit kleinen Waldpartien. Darüber folgt der untere
Steilabsturz der Stätzerhornkette, meist dicht bewaldet, seltener den kahlen Fels zeigend, vielfach aber durchrissen von
engen Bachrunsen. Nur im äussern Teil des Thals, von Rotenbrunnen an auswärts, treten diese Steilhänge unmittelbar an das
Flussbett u. zeigen hier auch schroffe Formen mit manchen kahlen Felspartien. Auch von der Höhe dieser
Steilhänge schauen noch einzelne Dörfer herunter (Feldis, Scheid u. Trans 1200-1500 m hoch gelegen od. 500-800 m über der
Thalsohle).
Noch weiter oben folgen, wieder sanfter ansteigend, die Alpweiden und über diesen die meist gerundeten Formen der nicht
sehr hohen, aber aussichtsreichen Gipfel, darunter das vielbesuchte Stätzerhorn (2576 m), eine bündnerische
Rigi. Auch die linke Thalseite oder der Heinzenberg steigt in meist sanften Bodenwellen an. Zwischen einer untern und einer
obern Waldzone breitet sich eine weite Terrassenlandschaft aus, die mit ihrer Perlenschnur von Dörfern einen gar malerischen
Anblick gewährt. Diese Dörferreihe liegt in einer Höhenzone von etwa 1200 m. Nur wenige Ortschaften
liegen tiefer als
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