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Der britische Geheimdienst ist in Aufruhr: Es gibt Beweise, dass ein ausländischer Spionagering auf dem Boden des Inselreichs operiert. Doch jedes Mal, wenn die Spionageabwehr, deren Chef Hauptmann Francis Blake ist, einer Spur nachgeht, löst diese sich in nichts auf. Gibt es einen Verräter innerhalb des Geheimdienstes? Dieser Verdacht scheint zur Gewissheit zu werden, als ein Foto Blake selbst als Täter entlarvt. Allein Professor Philip Mortimer kann nicht an die Schuld seines Freundes glauben...
Portrait
Jean Van Hamme ist einer der produktivsten, erfolgreichsten und beliebtesten Comic-Autoren der Gegenwart. Geboren 1939, schrieb er mit dem erotischen, von Paul Cuvelier gezeichneten Band "Epoxy" 1968 sein erstes Comic-Szenario. Es folgten Serien wie "Corentin", "Magellan", "Domino", die langlebige Fantasy-Reihe "Thorgal" (ab 1977) und das Epos "Die grosse Macht des kleinen Schninkel" (beide mit Zeichner Grzegorz Rosinski). 1983 startete Van Hamme in Zusammenarbeit mit Zeichner William Vance den Agententhriller "XIII", den wohl beliebtesten europäischen Comic-Krimi. Neben Szenarios zu "Der Joker" und "Abenteuer ohne Helden" (mit Dany) sowie "Largo Winch" (mit Philippe Francq) revitalisierte er mit dem Zeichner Ted Benoît die Serie "Blake und Mortimer" von Edgar P. Jacobs, deren Band "Der Fall Francis Blake" die grosse Renaissance der beiden klassischen Helden einläutete.
Hauptmann Blake, Leiter des Inlandgeheimdienstes MI5 und weit gereister Abenteurer, ein Spion und Verräter? Undenkbar – und doch deuten alle Indizien, besonders seine Aufsehen erregende Flucht aus dem Gebäude des Scottland Yard, darauf hin. Nur sein Freund und langjähriger Weggefährte Professor Mortimer kann das nicht glauben und entwischt seinen...Hauptmann Blake, Leiter des Inlandgeheimdienstes MI5 und weit gereister Abenteurer, ein Spion und Verräter? Undenkbar – und doch deuten alle Indizien, besonders seine Aufsehen erregende Flucht aus dem Gebäude des Scottland Yard, darauf hin. Nur sein Freund und langjähriger Weggefährte Professor Mortimer kann das nicht glauben und entwischt seinen Bewachern, um Blake zu helfen. Er vermutet eine Intrige oder ein anderes Geheimnis hinter dem so Offensichtlichen. Recht hat er, den Francis Blake verfolgt ganz eigene Ziele: er will mit einem gewagten Plan endlich den Maulwurf im Geheimdienst seiner Majestät ausfindig machen und einem ausländischen Agentenring das Handwerk legen. Doch im Dunkel der ‚Affäre Blake’ lauert ein alter Widersacher auf seine Rache. +++ Die Comicserie BLAKE UND MORTIMER ist einer der ganz großen Klassiker des Abenteuercomics. Nach dem Tode ihres Schöpfers Edgar P. Jacobs (1987) wurde das letzte Abenteuer von seinem Zeichnerkollegen Bob de Moor vollendet, danach rechnete jeder Comicfan mit dem Ende der Reihe. Doch mit DER FALL FRANCIS BLAKE erschien 1996 ein neuer Band in der Tradition von Jacobs. (Seitdem schaffen unterschiedliche Kreativteams regelmäßig neue Abenteuer.) Autor VAN HAMME und der Zeichner BENOÎT bewegen sich dabei in den vorgegebenen Grenzen der Serie: die 1950er Jahre als Zeitrahmen, spannende Abenteuer im Agenten- oder SF-Genre, hinterhältige Schurken alter Schule. Glücklicherweise verlässt sich Jean van Hamme auf einen klassischen Spannungsplot, ohne phantastische Elemente, denn immer dann fand ich persönlich die Serie am besten (oder wenn sie nur geringe Science Fiction enthielt, siehe: DAS GELBE M). So erinnert die Handlung dann auch eher an einen Spionagefilm der 1950er-Jahre oder einen Hitchcock, besonders in einigen Szenen an DIE 39 STUFEN. Die spannende Handlung wird zügig vorangebracht, führt quer durch Großbritannien und wartet mit einem Showdown an der Küste Schottlands auf. Das alles setzt Ted Benoît in schönem klarem Strich um, angelehnt an den Stil von E. P. Jacobs, doch ohne seinen eigenen (der der ‚Nouvelle Ligne Claire’ zugerechnet wird) zu verleugnen. Alles in allem eine gelungene Weiterführung der Serie, der sich harmonisch in die bestehende Reihe integriert. +++ Spannung nach klassischem Muster!