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Bei gut 20 Prozent der im Jahr 2020 im Kanton St.Gallen verstorbenen Personen war ein Krebsleiden ursächlich für den Tod und damit die häufigste Todesursache. Knapp 15 Prozent starben an der Coronavirus-Krankheit (Covid-19). Frauen und Männer sind sehr unterschiedlich von den verschiedenen Todesursachen betroffen. Während Männer leicht häufiger an Krebs oder ischämischen Herzkrankheiten sterben, sind Demenz und Hypertonie (Herz- und Nierenerkrankungen aufgrund von Bluthochdruck) sowie Krankheiten des Urogenitalsystems (Nieren- und Harnwegserkrankungen) bei Frauen deutlich häufiger Todesursache als bei Männern.
Die Todesursachenstatistik liefert einen Überblick über das Sterbegeschehen und dokumentiert die Ursachen der Sterblichkeit in der Schweiz. Sie lässt Veränderungen über Jahrzehnte erkennen und gibt Hinweise darauf, durch welche präventiven oder medizinisch-kurativen Massnahmen die Lebenserwartung und Lebensqualität der Bevölkerung erhöht werden könnte.
Die Todesursachenstatistik ist eine obligatorische Vollerhebung und basiert auf den Angaben der Zivilstandsämter und der Ärztinnen und Ärzte, welche die Todesfälle melden. Die Todesursachen werden nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) codiert. Für jeden Todesfall muss eine einzige Diagnose der Krankheit, die zum Tod geführt hat, ausgewählt werden. Nach den Regeln der Weltgesundheitsorganisation ist dies die Grundkrankheit, die am Beginn des Krankheitsverlaufs stand und nicht das letzte Ereignis, das schliesslich zum Tod geführt hat. Beispielsweise sterben bei Demenz die Menschen häufig an einer Lungenentzündung, da Menschen im Endstadium einer Demenz grundsätzlich anfälliger für Infektionskrankheiten sind oder sich häufig verschlucken. Dabei geraten Speichel, Flüssigkeiten und Nahrung in die Luftröhre und damit in die Lunge, die sich dann entzündet. Als Todesursache wird trotz Lungenentzündung jedoch die Demenz festgehalten. Auch bei Mehrfacherkrankungen wird in den weltweit publizierten Tabellen zu den Todesursachen nur eine Grundkrankheit erfasst. Daneben können weitere Begleit- und Folgekrankheiten mitcodiert werden.
Einzelne Krankheiten wurden zu Gruppen zusammengefasst:
- Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen des Hormonsystems: z.B. Diabetes, Adipositas, Schilddrüsenerkrankungen etc.
- Demenz: Demenz bei Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz, Demenz ohne nähere Angaben
- Erkrankungen des Nervensystems: z.B. Spinale Muskelatrophie, Parkinson, Alzheimer, Epilepsie etc.
- Hypertonie: Herz- und Nierenerkrankungen aufgrund von Bluthochdruck
- Ischämische Herzkrankheiten: Angina pectoris, Herzinfarkt und dessen Folgen
- andere Herzkrankheiten: Entzündungen am Herzen, Herzklappenerkrankungen, Herzstillstand, Herzflimmern, Insuffizienz etc.
- Zerebrovaskuläre Erkrankungen: Hirnblutungen, Schlaganfall und dessen Folgen
- Infektionen der Atemwege: Lungenentzündung, Grippe, Bronchitis, COPD, Asthma etc.
- Krankheiten des Verdauungsapparates: z.B. Leber- und Darmerkrankungen etc.
- Krankheiten des Urogenitalsystems: Nierenerkrankungen, Krankheiten des Harnsystems etc.
- seit 2020: Covid-19, Virus nachgewiesen/nicht nachgewiesen (in 6 der 698 Todesfälle im Jahr 2020 mit Todesursache Covid-19 wurde kein Virus nachgewiesen)
Nächste Aktualisierung bis spätestens: 30.11.2023
Die Infografik sowie die Zahlen, die ihr zugrunde liegen,...
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Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen
Davidstrasse 35
9001 St.Gallen