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5. Kollektiv- und Kommanditgesellschaft
Die Kollektiv- und die Kommanditgesellschaft sind in der Regel gewinnstrebig. Die kaufmännische Kollektivgesellschaft und die Kommanditgesellschaft sind buchführungspflichtig. Sie erstellen eine Jahresrechnung, die auch den Gewinn ausweist. Weil die Kollektiv- und die Kommanditgesellschaft im eigenen Namen gegenüber Dritten auftreten, lässt sich – anders als bei der einfachen Gesellschaft – relativ leicht ermitteln, ob ein Gesellschafts- oder ein Gesellschaftergewinn vorliegt.
Die Gesellschafter haben Anspruch auf Zinsen, Honorar und Gewinn (Art. 559 OR).
Sie haben einen Anspruch auf Zinsen (dispositiv 4% jährlich auf ihren Einlagen, Art. 558 Abs. 2 OR) und auf ein Honorar, wenn dieses im Gesellschaftsvertrag vorgesehen ist. Zinsen und Honorare dürfen auch während des Geschäftsjahrs ausbezahlt werden, selbst wenn die Gesellschaft Verluste erzielt hat (Art. 559 Abs. 2 OR).
Ein Anspruch auf Gewinn entsteht nur, wenn ein solcher erzielt wurde und gestützt auf die Gewinn- und Verlustrechnung festgestellt ist. Die Gewinnfestlegung erfolgt nach den Regeln, die für die einfache Gesellschaft gelten, wenn nicht im Gesellschaftsvertrag abweichende Regeln vorgesehen sind.
Anstelle einer Ausbezahlung von Zinsen, Honorar und Gewinn, kann auch der Kapitalanteil des Gesellschafters erhöht oder in einen aussergesellschaftsrechtlichen Anspruch umgewandelt werden.
Sonderregeln bestehen für den Gewinnanspruch der Kommanditäre in der Kommanditgesellschaft (für Komplementäre gelten die beschriebenen Regeln der Kollektivgesellschaft): In Bezug auf die Beteiligung des Kommanditärs gibt es keine dispositive Norm. Wenn die Gesellschafter diesen Punkt nicht geregelt haben, hat der Richter den Gewinnanteil zu bestimmen (Art. 601 OR). Haben die Gesellschafter nur eine Regel über die Verlustbeteiligung getroffen, gilt diese auch für die Beteiligung am Gewinn.