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Als James Bond Fan ist Ludwig natürlich stolz, am Drehort eines James Bond-Filmes zu stehen. Auf dieser Insel in Thailand war im Film der Bösewicht zu Hause.
Weil man hier in Thailand bei der Einreise nur ein einmonatiges Touristenvisum erhält, müssen wir kurz in ein Nachbarland ausreisen. Deshalb fahren wir zum Goldenen Dreieck an der Nordgrenze Thailands. Hier treffen sich beim Mekong River Thailand, Myanmar, das früher Burma hiess, und Laos. Wir überqueren in Mae Sai zu Fuss kurz die Grenze nach Myanmar. Da Myanmar Rechtsverkehr hat, im Gegensatz zu Thailand, wo Linksverkehr herrscht, schlängeln sich Autos, Rischkas, Motorräder und Lastwagen in einem bunten Wirrwarr über die Grenzbrücke, wo in der Mitte der ganze Verkehr seine Richtung wechselt, lautstark begleitet von einem grossen Fussgängerstrom. Einige Uniformierte versuchen mit Trillerpfeifen Ordnung ins Ganze zu bringen, ein hoffnungsloses Unterfangen. Am Boden hocken überall Händler herum und bieten Waren aller Art an: Früchte, (Schmuggel)-Posten von Walkmans, Lederbekleidung, Edelsteine und den üblichen Touristenramsch.
Im Immigrationsbüro bekommen wir für 10 US$ unsere Stempel und können uns wieder in die Warteschlange nach Thailand einreihen. Da erhalten wir dann nach dem Ausfüllen einiger Formulare ein neues Visum.
Dai Mae Salong heisst die nächste Station, eine kleine chinesische Kolonie in Thailand. Nach 1949, als China kommunistisch wurde, floh eine Division der chinesischen Armee südwärts nach Thailand, wo sie vorerst eine Zuflucht fanden.
Die Thais gaben ihnen gerne ein Gebiet um das Mae Salong Gebirge, an ihrer Nordgrenze, wo sich die Chinesen ansiedelten. Sie versprachen sich davon einen gewissen Schutz ihrer Nordgrenze gegen Myanmar, Laos und China. Heute ist vom einstige Politgerangel nichts mehr zu spüren, alle leben friedlich nebeneinander. Mae Salong ist ein beliebter Ort für durchreisende Thais und Touristen.
Hier im Norden Thailands wohnen auch noch etliche Bergstämme, die Hilltribes. Sie leben meist sehr einfach in weit abgelegenen Dörfern, noch nach alten Riten. Sie versuchen, sich mit dem modernen Thailand zu arrangieren. Es gibt aber auch Dörfer, die den Farangis, also den bleichgesichtigen Fremden den Zutritt zu ihren Dörfern verwehren. Die verschiedenen Stämme sprechen ihre eigene Sprache, tragen eigene, meist schön farbige Kostüme. Die Akhas leben hauptsächlich um das Gebiet von Mae Salong herum und kommen nur ins Dorf, um ihre Handarbeiten zu verkaufen.
Sie tragen alle schön geschmückte Kostüme und wirken sehr fröhlich. Sie sind sich allerdings ihrer Wirkung durchaus bewusst. Auf eine angenehme Art wirken sie geschäftstüchtig und wollen nur aufs Bild, nachdem man ihnen einige ihrer Handarbeiten abgekauft hat. Etwas fremd für unser Empfinden sind ihre roten Zähne. Das kommt vom Kauen der Blätter des Betelnuss Strauches. Das Kauen wirkt wie ein schwaches Rauschgift und ist sehr beliebt unter den Akhas.
Hier oben im Norden von Thailand gibt es in jedem kleinen Laden viele feine exotische Früchte.
Wir sind froh, hier im Norden noch viel echtes, unverfälschtes Thailand zu sehen. Reto, unser Schweizer Guide lebt schon seit 14 Jahren in Chiang Mai und betätigt sich als Reiseleiter, der hier oben Trekking Touren veranstaltet. Heute fährt er aber mit uns und ist stolz, uns seine Heimat zeigen zu können. Er weiss wirklich viel, die zweitägige Tour wird so zu einem spannenden Ausflug. Wir können auf dem Weg auch eine 120 jährige Reismühle bewundern, die noch voll im täglichen Einsatz steht. In dieser Reismühle wird der geerntete Reis so verarbeitet, dass er dann so aussieht, wie wir ihn vom Gestell in den Lebensmittelläden her kennen.
Es ist doch ein starker Kontrast zum mehr touristischen Süden. Wenn wir mehr Zeit hätten, würden wir gerne mit einem 4x4-Fahrzeug noch weiter in die Berge fahren. Reto hat uns erzählt, dass einzelne Hilltribes-Stämme sehr gerne Fremde bei sich aufnehmen, für wenige Baht kann man dort in einem solchen Dorf einige Zeit leben und ihre Sitte und Gebräuche studieren.
Wir begreifen, dass viele Europäer mehrmals hierher kommen und hier ihren Urlaub verbringen. Diese Mischung aus grosser Vergangenheit, gelebter Tradition und modernem Leben ist sicher einer der Gründe dazu. Dass das Klima hier sehr angenehm ist, spricht ebenfalls dafür. Oft wird es hier im Norden weniger heiss empfunden, als im Süden, wo manchmal mehr als tropische Temperaturen herrschen.
Der bezaubernde Liebreiz vieler modernen Thailänderinnen ist ja weltbekannt. Besonders in den Städten trifft man viele Fremde, die mit Thaimädchen am Arm herumflanieren. Hier ist das völlig normal, niemand schaut deswegen die Fremden schräg an. Im Gegenteil, die Thaimädchen sind stolz darauf, wenn sich die Farangis hier wohlfühlen.
Schon nach einer Woche fliegen wir wieder zurück nach Phuket. Eigentlich wollten wir ja nur schnell über die Grenze, um unsere Visas zu erneuern. Aus diesem Trip ist eine unvergessliche Reise geworden.. Besonders Ludwig hat von den Eindrücken so geschwärmt, dass er jetzt schon davon spricht, nochmals hinzufahren.