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Wir gehen im Alltag ganz selbstverständlich davon aus, dass sehr unterschiedliche Dinge über die Zeit hinweg dieselbenbleiben. Heute bin ich dieselbe Person wie gestern, ich arbeite noch bei derselben Organisation, ich gehöre noch derselben Nation an, ich sitze wieder auf demselben Stuhl und ich streichle dieselbe Katze, die es sich schon gestern auf meinem Schoss gemütlich gemacht hat. Dennoch ist die Identität all dieser Gegenstände fragil: Personen, Katzen, Stühle, Nationen usw. können zwar auch dann dieselben bleiben, wenn sie sich verändern – aber sie können nicht jedeVeränderung überstehen. Wird ein junges Kätzchen zum ausgewachsenen Kater, bleibt es dasselbe; wenn es aber verendet und sein Kadaver sich zersetzt, gibt es nichts mehr, womit das Kätzchen identisch wäre. Doch wo liegt genau die Grenze zwischen Veränderungen der ersten und Veränderungen dieser zweiten Art? Und ist diese Grenze von Natur aus festgelegt? Oder sind vielmehr wires, die sie ziehen? Diese Fragen will ich in dem Forschungsprojekt angehen, indem ich die in der Philosophie verbreitete Rede von Kriteriender Identität zu klären versuche.