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Die schulische Bildung ist tageweise anzusetzen, dauert sie länger als einen Tag, so ist auch der verbleibende Teil zusammenhängend zu erteilen. Bei der zeitlichen Aufteilung des Berufsfachschulunterrichts über die Jahre der beruflichen Grundbildung sind sehr unterschiedliche Modelle möglich.
Das klassische Modell und die Berufsmaturität. Die heute gängigste Lösung sieht eine regelmässige Verteilung über die ganze berufliche Grundbildung vor. Das heisst: ein Schultag pro Woche bei den meisten beruflichen Grundbildungen sowie eineinhalb Schultage bei der kaufmännischen Grundbildung und bei anspruchsvollen technischen Berufen. Zwei Schultage pro Woche sind bei gleichzeitigem Absolvieren der Berufsmaturität vorgesehen.
Das degressive Modell. Bei beruflichen Grundbildungen mit eineinhalb Schultagen kann der Unterricht an der Berufsfachschule auf den ersten Teil der beruflichen Grundbildung konzentriert werden, d.h. z.B. zwei Schultage pro Woche in den ersten zwei Jahren und nur ein Schultag im dritten und vierten Ausbildungsjahr. Denkbar ist auch eine Gewichtung des Unterrichts in der Mitte oder gegen Schluss der beruflichen Grundbildung.
Wöchentlicher Unterricht. Hier geht man von einem gleich bleibenden Takt aus. Dies hat den Vorteil, dass sich praktische Ausbildung und Unterricht abwechseln. Die Lernenden befassen sich regelmässig mit dem Schulstoff und haben die Möglichkeit, diesen zu Hause zu verarbeiten und zu vertiefen. Der Nachteil besteht darin, dass in der Berufsfachschule für die einzelnen Inhalte immer nur relativ wenig Zeit zur Verfügung steht, was z.B. bei Projektarbeiten ungünstig sein kann. Auch für den Betrieb hat dieses Modell den Nachteil, dass die Lernenden regelmässig abwesend sind, was sich dann negativ auswirkt, wenn sie in ganze Arbeitsprozesse integriert sind, also etwa bei Arbeitsprojekten oder auch bei Tätigkeiten auswärts auf Montage.
Intervall. Wenn die Intervalle zwischen den Schulblöcken zu gross werden, kann das bewirken, dass die Schüler/innen das Behandelte vergessen und ein grosser Teil der Zeit für die Repetition eingesetzt werden muss. Diesem Nachteil kann entgegengewirkt werden indem, je nach Unterrichtsumfang, jede dritte oder jede fünfte Woche ganz an der Berufsfachschule verbracht wird (eine Vielzahl von Varianten ist hier möglich).
Kombination. In den Fällen, bei denen mehr als ein Schultag pro Woche vorgesehen ist, bietet sich die Lösung an, beide Varianten zu kombinieren. Die Lernenden gehen regelmässig einen Tag pro Woche in die Berufsfachschule (mit Schwergewicht auf den Grundlagen) und nehmen zudem an einwöchigen Blockkursen teil (mit Schwergewicht auf Aktivitäten, die zeitaufwändig sind, z.B. Projektarbeiten).
Blockkurse. Hier wird der Unterricht auf einen einzigen Block eines Schuljahrs oder eines Semesters konzentriert. Bei dieser Lösung wird der Stoff sehr dicht vermittelt, was einige Lernende überfordern kann. Die Tatsache, dass der Stoff zu Hause nicht oder nur beschränkt nachbearbeitet werden kann, muss bei der Gestaltung des Stundenplans berücksichtigt werden, indem z.B. weniger als neun Lektionen pro Tag angesetzt werden und entsprechende Zeit zur Verarbeitung und Anwendung des Stoffs zur Verfügung gestellt wird.
Das Modell mit den Blockkursen eignet sich vor allem für Berufe mit saisonal unterschiedlicher Belastung und kommt insbesondere bei Betrieben in der Hotellerie und Gastronomie zum Tragen. Der Unterricht wird in den Zwischensaisons Frühling und Herbst, wenn die Betriebe geschlossen sind, durchgeführt.
Auch bei den Pflegeberufen hat das Blockkurssystem Tradition, vor allem deshalb, weil eine Planung einfacher wird, da die Studierenden in der praktischen Ausbildung alle Dienste (auch Wochenend-, Spät- und Nachtdienst) machen müssen. Einen Vorteil sehen Verantwortliche auch darin, dass die Studierenden im Blockkurs-Modell besser integriert sind und während der praktischen Ausbildung alle Prozesse miterleben, nicht nur die Montags- oder Donnerstagsprozesse.
Quelle: Handbuch betriebliche Grundbildung, SDBB 2013