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Bertha Renggli-Schorro wurde als sechstes von acht Kindern der Eltern Franz und Maria geb. Waeber in Mühletal am 23. Juli 1904 geboren. Mit fünf Halbgeschwistern war es für die Eltern, insbesondere die Mutter, eine schwere Aufgabe, die Kinder zu ernähren. Als Bertha fünf Jahre alt war, verunglückte der Vater im blühenden Alter von 34 Jahren. Die Familie war damals in Schönberg, in der Gemeinde Tafers wohnhaft. Von dort besuchte die Verstorbene die erste und zweite Klasse in Tafers. Die Mutter verkaufte den kleinen Betrieb und zog zu ihrer Schwester nach Zirkels. Die Kinder mussten ihr Daheim verlassen und so kam Bertha zu einer Tante nach Villeneuve. Dort besuchte sie auch die Schule. In den Kriegsjahren 1914-1918 musste das junge Mädchen auf dem Landwirtschaftsbetrieb mithelfen. Die schwere Arbeit, die sie dort verrichtete, vergass sie zeitlebens nie. Damals fehlten überall die Arbeitskräfte, weil fast alle Männer an der Grenzbesetzung Militärdienst leisten mussten. Die Mutter konnte dann in Mühletal ein Haus kaufen, das nun über lange Zeit ihr Zuhause war.
Im Alter von 15 Jahren kam die recht zierliche, aber aufgeweckte Person wieder nach Hause. Sie hatte in der Firma Tobler in Bern eine Arbeit gefunden und konnte so besser die Mutter und die Geschwister unterstützen. Nach 13 Jahren musste sie die Stelle aufgeben. Eine schwere Tuberkulose brachte sie für drei Jahre in ein Sanatorium nach Leysin. Nach der Genesung blieb sie zu Hause und pflegte die kranke Mutter, bis diese starb. Zwischenzeitlich arbeitete sie auch als Taglöhnerin, blieb aber stets die Seele im Haus.
1945 heiratete sie Alfons Renggli. Obwohl die harmonische Ehe kinderlos blieb, waren ihr die Kinder nicht gleichgültig. Sie stellte sich bald hier, bald dort zur Verfügung, Kinder zu beaufsichtigen. Nachdem der Bruder Felix die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse erwerben konnte, zügelte man von Mühletal ins Dorf. Ein schwerer Schlag war der Verlust ihres Gatten 1977. 1978 kam dann die Halbschwester Marie Blunschi, die ebenfalls ihren Gatten verloren hatte, nach Schmitten zurück. Bertha besorgte den Haushalt, umsorgte die Halbschwester, bis diese hochbetagt ins Altersheim Sonnmatt eintrat. Nun wurde es auch etwas stiller, die kleineren Gebrechen konnte sie zwar gut ertragen. Hingegen verlor ihr Bruder Felix immer mehr das Augenlicht, bis er ganz erblindete. Die Fürsorge um ihren Bruder gab ihr jedoch die Kraft, immer wieder für ihn da zu sein. Obwohl sie den Gang ins Dorf in den letzten Jahren nicht mehr machen konnte, fanden sich immer wieder Freiwillige, die ihr die nötigen Einkäufe und Kommissionen besorgten. Als schliesslich auch das Kochen ihr Mühe bereitete, entschlos sie sich, das Mittagessen vom Alters- und Pflegeheim Sonnmatt zu beziehen. Nach einem Unfall musste sie im Spital Tafers gepflegt werden. Zur Erholung begab sie sich nach Estavayer-le-Lac und konnte dann am 1. Dezember 2000 ins Alters- und Pflegeheim Sonnmatt eintreten. Am 28. März 2001 konnte sie im Altersheim ihren Bruder Felix, der bis zu diesem Datum in der Altersresidenz in Bethlehem zuhause war, zu sich in die schöne Zweizimmerwohnung nehmen. Vor zwei Jahren verlor sie ihren Bruder Felix, da wurde es einsamer um sie.