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Zecken
Ektoparasiten sind Parasiten welche auf der äusseren Oberfläche, zum Beispiel der Haut, des Wirt leben. Zecken zählen somit auch zu den Ektoparasiten. Sie sind der Familie der Spinnentiere zugehörig und haben darum meist auch 8 Beine. Es gibt über 850 Zeckenarten weltweit, es sind jedoch nicht alle gleich gefährlich.
Für unsere Haustiere können folgende Arten gefährlich sein:
- Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock
- Rhipicephalus sanguineus, die braune Hundezecke
- Dermacentor reticulatus, die Buntzecke
Zecken sind Überlebenskünstler und können sich extrem an Temperaturen, Höhe und dem allgemeinen Lebensraum anpassen. Am liebsten sind sie in hohem Gras, Waldrändern, dichten Büschen und Hecken zu Hause. Dort warten die Zecken, bis ein geeigneter Wirt vorbeigeht.
Bei Temperaturen unter 8 Grad Celsius sind die Zecken inaktiv, darum hat man wenigstens im Winter Ruhe vor diesen Parasiten.
Der Zeckenstich
Eine Zecke muss in jedem Stadium der Entwicklung (Larve, Nymphe und als ausgewachsene Zecke) mindestens einmal Blutsaugen. Im 1. Stadium, als Larve, wächst der Zecke das vierte Beinpaar erst nach der ersten Blutmahlzeit. Danach ist die Zecke im 2. Stadium, eine Nymphe. Um erwachsen und geschlechtsreif werden zu können, muss die Zecke nochmals Blut zu sich nehmen.
Das Weibchen braucht nach der Paarung eine weitere Mahlzeit, um die Eier ablegen zu können, während die Männchen nach der Paarung sterben.
Die Zecke ritzt mit der Kieferklaue die Haut des Wirtes auf, um danach den Saugrüssel in der Wunde verankern zu können. Der Stich selbst ist völlig schmerzlos, da die Zecke ein betäubendes Sekret mit dem Speichel abgibt. Auch hemmt der Speichel die Blutgerinnung und verhindert eine Entzündung an der Einstichstelle. Die Zecke kann nun tagelang unbemerkt am Wirt Blutsaugen und wird bis zu 200-mal Grösser als zuvor. Wenn die Zecke voll ist, gibt sie einen Teil des Blutes und ihres Sekretes wieder in die Wunde ab. Dadurch können Krankheitserreger in den Wirt gelangen. Aber auch bereits bei dem Einstich, können Erreger durch den Speichel der Zecke übertragen werden.
Das passiert zwar nicht bei jedem Biss. Dennoch sollte man dieses Risiko ernst nehmen, zumal einige der Krankheiten, die über Zecken auf Ihren Hund übertragen werden können, sogar lebensgefährlich sind.
Krankheiten die durch Zecken übertragen werden können
Zu den häufigsten durch Zecken übertragenen Infektionskrankheiten beim Hund gehören:
- Die Lyme-Borreliose
- Die Anaplasmose
- Die Babesiose
- Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Die Lyme-Borreliose
Borrelien sind spiralförmige Bakterien, welche die Krankheit Borreliose auslösen. Nicht alles Zecken haben diesen Erreger in sich, auch ist es sehr Gebietsabhängig. Darum macht es Sinn, sich zu informieren in welchem Zeckengebiet man häufig am Spazieren ist.
Borrelien sitzen im Darm der Zecke. Sticht nun eine Zecke sein tierisches Opfer, so strömt Blut in den Parasiten, wodurch die Erreger die Darmwand des Spinnentieres durchbrechen. In der Folge wandern sie in die Speicheldrüse, von wo aus sie an den Hund abgegeben werden. Nach dem Zeckenstich breiten sich die Bakterien allmählich im Körper des Hundes aus und können vor allem die Gelenke, in einzelnen Fällen auch andere Organe befallen. Gut zu wissen: Zecken müssen für mindestens 16 bis 24 Stunden Blut saugen, bevor sie die Borreliose-Bakterien auf den Hund übertragen können.
Erste Symptome einer Borreliose-Infektion einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich können sein:
- Mattigkeit
- Appetitlosigkeit
- Fieber
- Wechselnde Lahmheit
Nach einigen Wochen bis Monate können erneut schmerzhafte Entzündungen der Gelenke auftreten. Meist sind verschiedene Gelenke abwechselnd betroffen, sodass der Hund unterschiedlich stark an verschiedenen Gliedmaßen lahmt.
Weil diese Krankheit oft wechselnde Symptome aufweist, macht es die Diagnose schwieriger.
Die Anaplasmose
Anaplasmen sind ebenfalls Bakterien, die vor allem durch den gemeinen Holzbock übertragen werden, wie die Borrelien. Diese Bakterien greifen bestimmte weisse Blutkörperchen des Hundes an und lösen die Krankheit Anaplasmose aus.
Nicht alle Hunde, die infiziert sind, werden auch krank. Bei vielen Hunden scheint die Infektion mild zu verlaufen, ohne dass sie Krankheitsanzeichen zeigen.
Wenn sich jedoch Symptome entwickeln, können sie denen einer Borreliose ähneln:
- Abgeschlagenheit
- Fressunlust
- Blasse Schleimhäute
- Lahmheit
Die Krankheit kann durch eine bestimmte Blutuntersuchung diagnostiziert werden.
Die Babesiose
Babesien sind Einzeller, also Lebewesen die nur aus einer Zelle bestehen (zum Vergleich, ein erwachsener Mensch besteht aus ca. 100 Billionen Zellen). Sie zerstören bei einer Infektion die roten Blutkörperchen des Hundes. Unbehandelt verläuft eine Babesiose-Erkrankung beim Hund häufig akut und schwerwiegend. Die Babesiose wird auch „Hundemalaria“ genannt.
Babesiose-Erreger werden bereits von der Mutterzecke auf die Zeckeneier übertragen. Bei anderen Erregern ist dazu erst eine Blutmahlzeit an infizierten Tieren notwendig. Darum verbreitet sich diese Krankheit leider immer öfters.
Eine Babesiose kann akut verlaufen und den Hund innerhalb kurzer Zeit schwer erkranken lassen.
Mögliche Symptome sind:
- Abgeschlagenheit
- Fieber
- Gelbsucht
- Brauner oder dunkel-gelber Urin
- Blasse Schleimhäute
- Frequente Atmung
Eine Babesiose ist eine sehr ernstzunehmende Erkrankung, die einen fatalen Verlauf nehmen kann. Daher sollte ein Hund im Verdachtsfall unverzüglich beim Tierarzt vorgestellt werden, der eine intensive Therapie beginnen kann.
Die FSME
Das FSME-Virus ist der Auslöser der Frühsommer-Meningoenzephalitis.
An dem FSME-Virus erkranken immer mehr Hunde, die meisten zeigen jedoch keine Symptome. Wenn ein Hund Symptome zeigt, verläuft die Krankheit meistens schwer.
Eine FSME verläuft in der Regel akut. Die Symptome betreffen vornehmlich das Nervensystem.
Zu den typischen Symptomen einer FSME beim Hund gehören:
- Hohes Fieber
- Erhöhte Schmerzhaftigkeit (besonders im Kopf- und Nackenbereich)
- Verhaltensänderungen (Aggressivität, Teilnahmslosigkeit)
- Schwankender Gang
- Lähmungserscheinungen
- Anfälle
Wie schütze ich meinen Hund
Wie Sie sehen, sind Zeckenbisse beim Hund eine ernste Angelegenheit. Um die Infektion mit gefährlichen Krankheiten zu vermeiden, sollten Sie diese daher möglichst verhindern oder die Parasiten zumindest umgehend entfernen.
1. Zeckenschutz
Schützen Sie Ihren Hund mit einem geeigneten Zeckenmittel.
Es gibt eine grosse Auswahl an Spot-ons oder Zeckenhalsbändern.
Allerdings bieten diese Produkte zwar einen wirksamen Zeckenschutz für Ihren Hund, sind gleichzeitig jedoch auch ein großes Risiko für dessen Gesundheit.
Enthaltene Insektizide töten nicht nur Parasiten ab, sondern können sich auch im Körper Ihres Vierbeiners ablagern und so zum Beispiel zu Lähmungen und Störungen der Koordination führen. Auf Dauer steigt die Giftkonzentration im Organismus Ihres Hundes immer weiter an, sodass schließlich sogar Nieren- und Leberschäden entstehen können.
Darum empfehle ich Ihnen, einen natürlichen Zeckenschutz zu verwenden, der zum Beispiel mit ätherischen Ölen hergestellt wurde.
2. Zeckenkontrolle nachdem Spaziergang
Meist dauert es einen Moment, bis die Zecke sich eine Stelle für ihren Stich gesucht hat. Wenn sie Ihren Hund jedes Mal nach dem Spazierengehen gründlich absuchen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie eventuell vorhandene Zecken ganz einfach aus seinem Fell entfernen können.
Am besten bürsten Sie den Hund nach jedem Spaziergang zusätzlich kurz durch.
3. Zecken nach dem Biss vollständig entfernen
Je nach Krankheit kann es Stunden oder sogar einen ganzen Tag dauern, bevor die Krankheitserreger in den Organismus Ihres Hundes gelangt sind. Falls Ihre Fellnase bereits von einer Zecke gebissen wurde, sollten Sie diese mithilfe einer Zeckenzange entfernen. Dabei ist es wichtig, dass Sie auch den Kopf entfernen.