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Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat das Stilllegungsprojekt der Universität Basel für den Rückbau des Forschungsreaktors AGN-211-P einer ersten Vorprüfung unterzogen und kommt zum Schluss, dass die Unterlagen vollständig sind. Das abschliessende Gutachten folgt voraussichtlich in einem Jahr.
Die Universität Basel hat Anfang Februar 2017 das Stilllegungsprojekt für den Forschungsreaktor AGN-211-P beim Bundesamt für Energie BFE eingereicht. Das ENSI hat dieses im Auftrag des BFE einer ersten Vorprüfung unterzogen und kommt zum Schluss, dass die Unterlagen vollständig sind. Das ENSI wird die abschliessende Begutachtung der Unterlagen im zweiten Quartal 2018 fertigstellen und publizieren.
Es handelt sich bei dem Stilllegungsprojekt dieses Forschungsreaktors um ein koordiniertes Verfahren des Bundes unter der Leitung des BFE.
- Im Sommer 2013 hat das Rektorat der Universität Basel beschlossen, den Kernbrennstoff des Forschungsreaktors AGN-211-P in die USA zurückzuführen. Nach Abschluss der Vorbereitungen und Vorliegen aller Freigaben und Bewilligungen wurde dieses Vorhaben im Sommer 2015 umgesetzt.
- Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat die entsprechenden Freigaben erteilt und Inspektionen anlässlich der Entladung des Reaktorkerns und des Versands des Kernbrennstoffs durchgeführt.
- Ende August 2015 hat die Universität Basel offiziell die endgültige Ausserbetriebnahme der Anlage angemeldet. Das ENSI hat daraufhin verfügt, dass die Universität Basel bis spätestens August 2017 das Stilllegungsprojekt für den Reaktor ausarbeiten und bei den Behörden einreichen muss.
- Im Februar 2017 reichte die Universität Basel beim BFE das Stilllegungsprojekt für den Forschungsreaktor AGN-211-P mit Gesuch um Anordnung der Stilllegungsverfügung ein.
Das Stilllegungsprojekt beschreibt die einzelnen Schritte von Demontage und Abbruch, die vorgesehenen Schutzmassnahmen sowie die Entsorgung der radioaktiven Abfälle.
- Der Forschungsreaktor AGN-211-P wurde im Jahr 1958 von Hr. Prof. Huber zu Ausbildungszwecken auf der Weltausstellung in Brüssel gekauft. 1959 wurde der Forschungsreaktor in Betrieb genommen.
- Es handelt sich um einen Reaktor vom Typ „Swimming Pool“. Der Forschungsreaktor wurde ursprünglich mit Brennelementen aus Polyethylen mit fein vermischtem Uran in Oxidform betrieben.
- Die Leistung wurde damals auf 100 Watt (thermisch) festgelegt. Nach Einführung des Schweizerischen Atomgesetztes wurde die Betriebsbewilligung am 1. Juli 1960 erteilt.
- Im Jahr 1961 wurden die Brennelemente gegen Metallplattenelemente mit 90 Prozent angereichertem Uran getauscht. Die Betriebsbewilligung wurde am 31. Oktober 1961 auf 2 Kilowatt thermische Nennleistung ausgestellt.
- Am 20. April 1985 wurde die Erhöhung der wöchentlichen integrierten thermischen Leistung von 10 kWh auf 30 kWh bewilligt.
- Am 31. Oktober 2013 wurde der Forschungsreaktor das letzte Mal betrieben. Bis 2013 sind über 1000 Studierende der Physik und der Chemie mit der Messung, Anwendung und Handhabung von Radioaktivität ausgebildet worden.