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Nepenthes rafflesiana I
Nepenthes rafflesiana Jack ist benannt nach Sir Stamford Raffles, dem Begründer der britischen Niederlassung "Singapore". N. rafflesiana wächst besonders in Borneo (Sarawak und Sabah), weniger auf Sumatra, Singapore und West-Malaysia. Die nachfolgenden Aufnahmen stammen aus Singapore und Sarawak.
Die ausserordentlich schöne Art kann auch von "Normal"- Touristen besucht und bestaunt werden: Kent Ridge Park (Singapore); Nationalpärke bei Kuching (Bako und Kubah).
Kannenformen
Die Kletterkannen sind meist gross, trichterförmig und haben einen langen Hals, ein mehrfarbiges Peristom und einen Deckel mit 2 deutlichen Lateralnerven. Die Bodenkannen haben eine bauchige Form und sind intensiv gefärbt. Ihre gelegentlich spreizenden Flügel erreichen eine beachtliche Breite!
Flügel (wings, alae)
Deckel (lid, operculum)
Zwei deutliche Lateralnerven fallen am Deckel auf. Diese Nerven sind leicht kielartig erhöht; die Mittelzone hingegen ist leicht vertieft.
Auf der Unterseite liegen kuchenartige Nektardrüsen, die gehäuft am Rande des Deckels auftreten.
Zum Bau des Peristoms
Das attraktive Peristom ist mehrfarbig und nach innen mit scharf-spitzigen Zähnen bewehrt. Zwischen den Zähnen münden die Nektardrüsen. Das zylindrische Peristom wird gegen den Hals (unterhalb des Deckels) flach, dadurch erscheint es länger. Dieser flache Teil ist oft auffällig und schliesst den Hals fast manschettenartig ab.
Verdauungsdrüsen
Die Verdauungsdrüsen bedecken fast die ganze Innenfläche (natürlich besonders bei den Trichterkannen). Die Drüsen sind äusserst klein und sehr zahlreich, zudem bedecken Epidermistaschen die Drüsen fast bis zum Kannengrund!
Eigenheit des Peristoms
Die Kannenwand zwischen den Flügeln ist im Peristombereich nicht selten aufgewölbt. Dies mag auf zusätzliche Meristemtätigkeit zwischen den Flügeln zurückzuführen sein (verlängerte meristematische Aktivität). Solche Meristemverlängerungen, die auch zu Meristemfusionen führen, sind bei Nepenthes gar nicht so selten!
"Blätter"
Die "Blätter" von N. rafflesiana sind meist schmal- bis breitlanzettlich. Auffällig ist die Ausbildung eines kännelartigen (canaliculat) "Blattstiels". Mehrere Nepenthesarten bilden solche canaliculaten "Blattstiele", die das junge, nächstfolgende Blatt in ihrem Kännel schützen. Der "Blattstiel" ist kein echter Blattstiel, sondern Teil des blattstielähnlich ausgebildeten Blattgrundes.