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Der FC Zürich gewinnt das Zürcher Stadtderby gegen die Grasshoppers klar mit 3:1. Die Taktikanalyse klärt, welche Lücken das System der Grasshoppers offenliess – und wie der FC Zürich diese mithilfe von Chikhaoui und Schönbächler nutzte.
Das dritte Zürcher Stadtderby der Saison war von einer besonderen Spannung belegt: Können die Stadtzürcher vom FC Zürich ihre Siegesserie fortsetzen? Oder springen die Grasshoppers heran an den Tabellenführer aus Basel? Der FCZ begann das wegweisende Duell in einem 3-5-2-System, GC-Coach Michael Skibbe schickte sein Team in einem 4-2-3-1 aufs Feld. GC-Angreifer Dabbur pendelte in der Formation zwischen der Rolle des Zehners und der des Angreifers, wodurch die Formation der Grasshoppers manches Mal zu einem 4-4-2 wurde.
Das Team von Skibbe erwischte den besseren Start in die Partie. Es bespielte das Mittelfeld des Gegners mit schnellen Kombinationen. Ben Khalifa bot sich vorne als Fixpunkt an und liess den Ball mit dem Rücken zum Tor klatschen. Er bediente dadurch seine Mitspieler im Doppelpass, welche von den Flügeln in die Halbräume starteten.
GC kam dadurch sehr gut in die Halbräume, auch weil das Mittelfeld des FCZ nicht nachrückte und die Dreierkette ihre Position hielt. Nach einigen wackligen Minuten stand das Team von Urs Meier jedoch kompakter, auch die Verteidiger rückten öfters heraus und stellten Khalifa und den nach vorne rückenden Dabbur im Zweikampf. Das PassKlatsch-Spiel der Grasshoppers funktionierte gegen die robusten Verteidiger nur noch selten.
Fortan war es das Heimteam, welches das Spieldiktat übernahm. Fast all ihrer Angriffe leiteten sie über die rechte Seite ein. Rechtsverteidiger Schönbächler agierte äusserst offensiv. Sein Gegenspieler Caio stand oftmals nicht nahe genug bei ihm, da er – seiner Spielweise entsprechend – ins Zentrum einrückte. So konnte Schönbächler in der 15. Minute vom rechten Flügel frei ins Zentrum dribbeln, Gavranovic versenkte im Nachschuss.
Auch danach verteidigten die Grasshoppers die Angriffe ihres Gegners nicht optimal. Skibbes Team stand nicht immer kompakt. So blieb die Abwehr oftmals tief, obwohl die Angreifer vorne ein Pressing spielten. So fand der FCZ grosse Lücken im Mittelfeld vor, die sie schnell und präzise bespielten.
Nach der 2:0-Führung zog sich der FCZ etwas zurück und kontrollierte das Mittelfeld. Beide Teams spielten nun ein aggressives Mittelfeldpressing – in manchen Situationen war es vielleicht etwas zu aggressiv. Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit war geprägt von vielen Fouls und Verletzungspausen.
Die Grasshoppers kehrten aus der Kabine mit einem neuen Spieler zurück: Ngamukol kam für Dingsdag und ging auf die rechte Seite. Er agierte dabei nicht als Rechtsverteidiger, sondern vielmehr als sehr offensiver Rechtsaussen. GC hatte damit praktisch keinen Rechtsverteidiger mehr auf dem Platz, die Abwehrreihe, die de facto eine Dreierkette war, verschob sich allerdings nicht konsequent nach rechts.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis der FCZ in dieses Loch stossen würde. Chikhaoui bewies hierbei sein feines Gespür für freie Räume. Während er in der ersten Halbzeit noch oft auf der rechten Flanke zu finden war, orientierte er sich nun in jenen Raum, den Ngamukol mit seiner offensiven Spielweise freiliess.
Das 3:0 besiegelte das Spiel. Der FCZ konzentrierte sich fortan darauf, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Die Grasshoppers taten sich schwer gegen die immer enger werdende Verteidigung des Gegners. Caio und seine Mittelfeldkollegen gingen weit nach hinten und versuchten, das Spiel aus den Halbräumen aufzubauen. Allerdings fehlte dem Team im letzten Drittel die Präsenz, sodass sich die Grasshoppers oft an der Mittellinie festspielten. In der 67. Minute gelang Dabbur nach einem Corner allerdings noch ein Tor, doch es blieb die letzte grosse Möglichkeit der Grasshoppers. Der FCZ gewinnt das Derby verdient, weil er immer genau wusste, wo die Schwachstellen des Gegners liegen – in der ersten Halbzeit kam er über die rechte Seite, in der zweiten über die linke.