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Das Grundgerüst des Diaphanen Essays bildet eine Sammlung eigener Texte. Entstanden sind diese einzelnen Signale zwischen 2008 und 2016. Während der Arbeit an verschiedenen fotografischen Projekten habe ich sie in der Schweiz, in Frankreich, Rumänien, Finnland, Norwegen und Südchina aufgezeichnet. Lichterscheinungen ziehen sich als leuchtender Faden durch die Fragmente, die in Form einer Installation veröffentlicht werden.
Ergänzt und inhaltlich erweitert werden die persönlichen Abschnitte auf einer zweiten (kursiv gehaltenen) Ebene durch Zitate verschiedener Autoren, die sich mit dem Phänomen des Aufscheinens und des Verlöschens beschäftigen. Zitiert werden u.a. kurze Passagen aus Schriften von Gaston Bachelard, Pier Paolo Pasolini und Georges Didi-Huberman. Der Titel verweist auf den unmittelbaren, flüchtigen Moment der Wahrnehmung, auf das Motiv des Vorübergehens (schwaches Licht, Tagtraum etc.), die in den Texten immer wieder anklingen. Die einzelnen Stimmen sind grafisch klar voneinander abgegrenzt und lassen sich so auch als Skript für ein kurzes Hörstück lesen. Zur näheren Betrachtung der Installation können sich die BesucherInnen verschiedener Papiertrichter bedienen: Während die Texte im Auflicht kaum sichtbar als leichte Trübung auf dem Glas wahrnehmbar sind, scheinen sie im Schatten der aufgesetzten Trichter oder einer Hand deutlich auf (siehe Abbildungen). Ihre Sichtbarkeit bleibt jedoch immer an den Schattenkegel gebunden. Zieht er vorüber, verschwinden die Buchstaben wieder im Weiss der Unterlage. Dieser Essay ist auch im technischen Sinn diaphan: durchscheinend graviert auf die Seiten eines Buches aus Glas.