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Die britische Regierung setzt sich für den langfristigen Schutz der Weltmeere ein. Mehr als vier Millionen Quadratkilometer gehören zu den britischen Überseegebieten. Die Priorisierung, welche Teile des Ozeans am wichtigsten sind, hängt von wissenschaftlichen Informationen ab, um über die Größe und den Standort der Meeresschutzgebiete entscheiden zu können. Viele der britischen Überseegebiete, wie die subantarktische Insel Südgeorgien, sind jedoch weit entfernt und es stehen nur begrenzt wissenschaftliche Daten zur Verfügung. Sehr oft werden Lebensraumkarten verwendet, die mithilfe großräumiger physikalischer Umweltdaten (wie Tiefe, Meeresbodenstruktur und Wassertemperatur) erstellt wurden, um die biologische Vielfalt von Ozeanregionen vorherzusagen, für die biologische Daten entweder kaum oder gar nicht vorhanden sind.
Eine neue Publikation des British Antarctic Surveys, dem National Oceanography Center und der University of Southampton in der Zeitschrift Science of the Total Environment ist ein erster Versuch, zu verstehen, ob Lebensraumkarten hilfreich sein können, um die Verbreitungsmuster von Tierarten in einem der größten Meeresschutzgebiete der Welt (1,07 Millionen km2) in Südgeorgien zu verstehen. Erstautor der Studie und Meeresökologe Oliver Hogg sagt: «Die Gewässer um Südgeorgien wimmeln nur so mit Tieren, wir haben eine unglaublich reiche Unterwasserwelt; viele dort lebende Arten gibt es nirgendwo sonst auf der Welt».
Die Studie zeigte, dass individuelle Gruppen von Meerestieren mit den verschiedenen Lebensräumen assoziiert sind, wie zum Beispiel langsam wachsende Kaltwasserkorallen, die in völliger Dunkelheit in Tiefen von mehr als tausend Metern gefunden wurden, und Gorgonenhäupter, ein enger Verwandter des Schlangensterns, die ihre spaghettiartigen Arme benutzen, um Nahrung in den nährstoffreichen Gewässern Südgeorgiens zu fangen. Regionen mit ähnlichen Umweltbedingungen haben dabei mehr Arten gemeinsam als Regionen mit unterschiedlichen Bedingungen. Dies bedeutet, dass die Kartierung von Lebensräumen selbst in diesen beträchtlichen Größenordnungen sinnvoll genutzt werden kann für die Planung und den Schutz dieser wichtigen Fischereiregionen. Lebensraumkarten könnten ebenso ein nützliches Instrument für andere Regionen in der Welt sein, in denen nicht genügend biologische Daten verfügbar sind.
Oliver Hogg fasst zusammen: «Indem wir den Zusammenhang zwischen der Meeresumwelt und den dort lebenden biologischen Gemeinschaften besser verstehen, sind wir besser in der Lage, einige der seltenen, einzigartigen und faszinierenden Meereslebewesen zu schützen, die diese eisigen antarktischen Gewässer bewohnen.»
Quelle: British Antarctic Survey (BAS)
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