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Cementstein, Kunststein, besteht aus Portlandcement, welcher unter Zusatz von Wasser mit Steinbrocken, Ziegelstein, Kies und
Granit oder Schlackenstücken gemengt wird. Diese Masse wird in zerlegbare Holzkästen eingegossen und gestampft, läßt sich
verschieden färben und giebt nach raschem Erhärten sehr tragfähige, harte und sehr wasserfeste Steine, die zu
Treppenstufen, Rinnen, Röhren,
[* 3] Trögen, Krippen, Dachziegeln, Trottoirplatten u. s. w. Anwendung finden.
Aus gleichem Material besteht auch der Beton (s. d.), durch welchen ganze Wände (s. Gußmauerwerk) und künstliche Gründungen
hergestellt werden. Hierher gehört auch das schon bei den Römern gebräuchliche Terrazzo, welches durch Eindrücken von verschiedenfarbigen
Marmorstücken in ausgegossenen Cement hergestellt wird und nach dem Erhärten durch Schleifen und Polieren
ein schönes Fußbodenmaterial für Hauseingänge, Hallen, Korridore u. s. w. giebt.
In Paris,
[* 4] im Harz und der Lüneburger
[* 5] Heide verwendet man zum Bauen sog. Annalithquader, die aus Gipsbetonstein (scharf gebrannter,
langsam bindender, hydraulischer Gips
[* 6] mit Kies oder Ziegelsteinbrocken) durch Eingießen in Formen hergestellt werden.
Cendrinsteine bestehen aus Staubkalk und Asche, welche Mischung in Formen gepreßt wird.
Schwemmsteine oder Tuffsteine, ein sehr leichtes, schlecht wärmeleitendes Material, das den Witterungseinflüssen dauerhaft
widersteht und viel zur Ausmauerung innerer Wände, Aufführung ganzer massiver Gebäude, insbesondere zu Zwischendecken, Rohrummantelungen,
Kirchen, Keller- und Stallgewölben, Bier- und Eiskellern benutzt wird, bestehen aus 9 Teilen Bimssand (Trachytsand), welcher
mit 1 Teil gelöschtem Kalk feucht gemengt und dann zu Steinen geformt wird. Zu ihrem Mörtel verlangen
sie Trachytsand statt Sand als Zusatz zum Kalk oder aber Cement. Schwemmsteine werden fabriziert von Meurin in Andernach, Hubalek
& Co. in Neuwied-Weißenthurm am Rhein.
Künstlicher Sandstein wird gefertigt aus Staubkalk und Portlandcement mit geringem Zusatz von Wasser.
Die Masse wird in Formen eingestampft und nach dem Trocknen an der Luft in verdünnter Wasserglaslösung gehärtet. Hauptsächlich
verwendet man den Schönweider Kunstsandstein von Schultz & Co. in Berlin
[* 7] und den künstlichen Sandstein der Kunststeinwerke
Ischyrota ebenda, über Hydrosandstein s. d.
Xylolith oder Steinholz besteht aus Sägespänen, die mit Magnesiakitt zu einem Brei verrührt und in Formen
unter äußerst starkem Druck gepreßt werden. Die verschieden geformten Stücke werden zu Fußböden, Treppenstufen, Tischplatten,
Wandtafeln, verzierten Möbelteilen u. a. mit Erfolg verwendet. Die Masse ist gegen Nässe dauerhafter als Holz,
[* 8] wärmer als
Stein, schwamm- und feuersicher, wirft sich nicht und läßt sich gut bohren. Die Hauptbezugsquelle
für Deutschland
[* 9] ist die Deutsche
[* 10] Xylolithfabrik von Otto Sening & Co. in Potschappel bei Dresden.
[* 11] Ebenfalls leichte S. bilden
die Korksteine (s. d.) und die Magnesitplatten (s. d.), sowie das Torgament, eine aus Sägespänen hergestellte Masse, die sich
zu fugenlosen Fußböden eignet; sie wird wie ein Estrich auf einer Unterlage von Holz, Beton, Stein, Cement
u. s. w. in beliebiger Farbe aufgebracht und ist feuer- und schwammsicher. (Bezugsquelle: Torgamentfabrik von Lehmann in Torgau
[* 12] und Pieschen bei Dresden.)
Eine besondere Klasse der S. bilden die Marmorimitationen (Marmorcementsteine) und die Nachahmungen von Granit, Porphyr und
andern Gesteinen. Sie bestehen aus Gesteinstrümmern, die mit einem passend gewählten Bindemittel aneinander
gekittet sind, oder aus letzterm allein, unter Anwendung von Farbstoffen, die in zweckentsprechender Weise der Grundmasse
einverleibt, verwaschene Bänder, Streifen und Adern bilden. Das wichtigste Material zur Herstellung der Marmorimitationen ist
der gebrannte Gips. 80 TeileGips werden mit 20 Teilen kohlensaurem Kalk zu feinstem Pulver zerrieben und
mit einer Lösung von schwefelsaurem Kalium, die mit verdünnter Schwefelsäure
[* 13] und Tischlerleim versetzt ist, zu einem gleichmäßigen
Teige angerührt, den man in den betreffenden Formen erhärten läßt. Die erhärteten Stücke werden bei 60° C. getrocknet
und können dann geschliffen und poliert werden. Nach dem Polieren überzieht
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Steinobst.
Farbtafel:
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mehr
man die fertige Ware noch mit einem Überzug von Stearin, um dieselbe gegen Feuchtigkeit widerstandsfähig zu machen. Neuerdings
wird auch der rohe, ungebrannte Gipsstein mit Vorteil zur Herstellung von Kunstmarmor verwendet; nach dem patentierten Verfahren
von Majewski bringt man den Gipsstein durch Behauen und rohe Bearbeitung zunächst in die Form, welche
dem fertigen Gegenstande zukommen soll, erhitzt ihn auf 100-130° C., wodurch er den größten Teil seines Wassergehalts verliert,
und tränkt ihn nach dem Erkalten zunächst in einer Lösung von Kaliumsulfit und hierauf in einer Alaunlösung, welche das
Abbinden
[* 16] und Erhärten des Gipses bewirkt. Das vorhergehende Tränken in Sulfitlösung hat den Zweck, der
Alaunlösung, welche, für sich allein verwendet, nur oberflächlich vom Stein aufgesogen wird, den Weg an das Innere desselben
zu bahnen. - Der Hartmarmor der Deutschen Hartmarmorfabrik in Halle
[* 17] wird durch Veredelung des natürlichen Gipssteins gewonnen.
Er ist von Natur krystallinisch. - Der Lithomarlit besteht aus Gips, Borax,
[* 18] Leimwasser und Farbstoffen.