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Amiodaron und Propafenon beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Erhöhtes Risiko für kardiodepressive Effekte und erhöhte Propafenon-Konzentrationen
Mechanismus
Amiodaron ist ein Klasse III-Antiarrhythmikum, welches mehrere CYP-Isoenzyme (u.a. CYP3A4, CYP1A2, CYP2C9 und CYP2D6) sowie P-Glykoprotein hemmt. Propafenon ist ein Klasse Ic-Antiarrhythmikum. In Kombination mit Amiodaron kann es zu additiven kardiodepressiven Effekten kommen. Da Propafenon über CYP2D6 metabolisiert wird, kann es durch Hemmung dieses Abbauweges zu einer erhöhten Propafenon-Exposition kommen.
Effekt
Unter der Kombinationstherapie von Amiodaron mit Propafenon kann es zu proarrhythmogenen Effekten kommen. Zudem kann die Propafenon-Exposition ansteigen.
Empfehlung
Die Kombination sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Wird sie dennoch eingesetzt, ist eine engmaschige Monitorisierung der Herzfrequenz und des EKGs (inklusive der QTc-Zeit) notwendig. Elektrolytkonzentrationen und Nierenfunktion sollten ebenfalls überwacht werden. Eine Anpassung der Dosis einer oder beider Wirkstoffe, basierend auf der therapeutischen Wirkung, kann patientenindividuell erforderlich sein. Aufgrund der langen Halbwertszeit von Amiodaron muss auch bis zu mehrere Monate nach Absetzen noch mit erhöhten Propafenon-Konzentrationen gerechnet werden.
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung am 29.05.2018