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Besser als Sophie Zelmani, frecher als Cat Power, femininer als Ani di Franco, kräftiger als Isobel Campbell. Voilá Sophie Hunger aus Helvetien, heute Abend (29.12) im Helsinki. Versäumnis wird bestraft.
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Dann und wann entgleiten sogar uns ein paar Musik-Perlen; eine davon ist M. Ward.
Wards Solokarriere beginnt mit einem Demo-Tape namens „Duet For Guitars #2“, das er nach einem Giant Sand-Gig Howie Gelb zusteckt. Dieser ist ob dem Können des Singer/Songwriters so angetan, dass er die Songs kurzerhand auf seinem Label Ow Om veröffentlicht. Ein Jahr später folgt „End of Amnesia“: „Ward’s introspective 2001 sophomore effort, sounds like it was recorded in a dusty attic between ancient steamer trunks and long-forgotten dress dummies. The vocals appear almost as an afterthought“, schreibt Merge Records. Dass Wards Stimme wie nachträglich eingeschoben wirkt – so fein und zurückhaltend – hat damit zu tun, dass er als 16-jähriger seine ersten Jugendsünden in mitternächtlichen Sessions unter der Bettdecke auf einem alten Kassettenrekorder verewigte und dabei Mama und Papa nicht wecken wollte. Seine daraus entstandene stimmliche Finesse wirkt wie ein alter, weiser Blueser aus dem Mississippi Delta.
Sein drittes Album „Transfiguration Of Vincent“ (2003, Merge Records) löste sich vom Low-Key und arbeitet vermehrt mit atmosphärischer Instrumentierung, die phasenweise an die Beach Boys erinnert. „If there is a California myth, I think Brian Wilson single-handedly created it“, so Ward. In „Transistor Radio“ (2005) beschäftigt sich Ward mit der Zeit, als das Radio in den Vereinigten Staaten noch ein Novum war. Zeiten in denen es noch mehr KCRWs gab als heute. „The idea of the record was to go back in time when radio was brand new to me with a lot more flavors than it has now“. Das jüngste Werk „Post War“ (2006) orientiert sich am Blues und Folk der 40er und 50er Jahre. Der Titel ist Programm. Zum ersten Mal, so Ward, ist eine Band mit von der Partie. Diese erzeugt mit Streichern und frechen Pianoeinsätzen eine solch kokette Stimmigkeit, dass man M. Ward einfach lieben muss.
„Vincent O’Brian“ (Transfiguration Of Vincent)
[audio:http://www.matadorrecords.com/mpeg/m_ward/m_ward_vincent.mp3]
…sollen Cold War Kids sein und wahrlich hat diese Band, die sich als Künstlerkollektiv versteht, das Zeug der Indie-Rock-Primeur zu werden. Angefangen hat alles in einem stillen Kämmerchen in Fullerton, Kalifornien. Da standen sie nun im Jahre des Herrn 2004, stampften auf den Boden, klatschten in die Hände, schlugen gegen Heizungsrohre und kreischten in einen Tape-Recorder. Um dem „Krach“ eine Form zu geben, manipulierten die Cold War Kids Blues-, Soul- und Folk-Strukturen, die sie zu einem hinreissenden Stück Musik formten. Gewisse Klatsch- und Hiebteile wurden später durch Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug ersetzt. Die rohe Ästhetik ihrer Kompositionen jedoch blieb und wurde Programm. Der Gesang Nathan Willets – eine sonore Stimme mit schier unendlichem Wirkungsgrad – erinnert zuweilen an Jeff Buckley und Jack White, wobei er sein Falsett auf eigentümliche Art aufbaut und zusammenkrachen lässt.
Tja, so stellt man sich aller Anfang einer Indie-Band mit verheissungsvoller Zukunft vor. Mit drei EP’s im Gepäck („Mulberry Street“, „Up in Rags“, „With our Wallets Full“) tourten Cold War Kids sodann quer durch die Vereinigten Staaten. Die Darbietungen dokumentierte der Bassist Matt Maust im Stile eines ästhetisierten Tagebuchs – einer Fotocollage. Aus den drei EP’s wurde nun das Debüt Robbers & Cowards (V2/TBA) geschustert. Ein Album, das notgedrungen in Eure Sammlung gehört – verstanden!?
„Hospital Beds“
[audio:http://www.fileden.com/files/2006/10/21/307949/ColdWarKids_HospitalBeds.mp3]
„I don’t Wanna Grow up“
[audio:http://coldwarkids.com/mp3s/04-i%20don%27t%20wanna%20grow%20up.mp3]
„We Used to Vacation“
[audio:http://www.indietastic.net/cms/audio/picks06/Marcus/Albums/06_vacation.mp3]
Cold War Kids – Oh this World (Cold War Kids-You Tube-Medley)
[flash]http://youtube.com/watch?v=NEoNQ1qZubc[/flash]
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=ejR9VuL3WPg&mode=related&search=[/flash]
Dass die Dänen nicht nur klitzekleine Apfelkuchen backen und dazu in einer für unsere Klangästhetik absonderlich anmutenden Vokalisation bitterböse Witze reissen können (sie haben halt den besten Drehbuchautor), sondern auch reizend musizieren, wissen wir spätestens seit Kashmir. Aber dort, wo Kashmirs Kompositionen bezüglich Innovation
unverständlicherweise an der Oberfläche versiegen (Indie-Rock bleibt Indie-Rock et cetera), tummeln sich Wolfkin hingegen in ozeanischen Tiefen verschiedener Genres. Das Duo Christian Goftredsen und Lars Vognstrup destilliert auf ihrem Debüt „Brand New Pants“ (Crunchy Frog/TBA) das Tanzbare aus Motown, das Wirre aus psychedelischem Rock, das Erdige aus Americana und das Sphärische aus New-Wave-Synthies zu einem erquickenden Stück Musik. So stellt sich beim Lauschen dieser Referenzen und ob der arrangierten Unbekümmertheit ein manischer Wohlfühleffekt ein. Nicht immer sind Derivate so spassig und smooth – Wolfkin sind es.
Er hat die grösste Fresse auf der Insel, prügelt aus Lust (mit seinem Bruder) und „definiert“ mit „seinen“ Alben die Zeit. Der Rest ist Geschichte. Noel Gallagher O-Ton:
„Pulp haben ein paar fucking tolle Songs geschrieben. Blur auch. Aber bleiben wir bei den Alben, Alben, welche die Prüfung der Zeit überstanden haben. Meine beiden Alben aus der Ära werden immer in den Listen der besten zehn Alben genannt. Immer! Mit dem Mann auf der Strasse lässt sich’s nicht streiten. Punkrock hat uns «Never Mind The Bollocks» und das erste Album von The Clash gebracht. Von Glam ist «Ziggy Stardust» und fucking «Electric Warrior» geblieben. Und von Britpop ist es «Definitely Maybe» und «Morning Glory». Der Rest ist unter «ferner liefen» klassiert. Meine beiden Alben definieren die Zeit.“
Quelle: Weltwoche ( Interview: „Meine Alben definieren die Zeit“ )
Madlibs Video-Werkstatt:
Madvillain „Monkey Suite“
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=nzUY6Iiur6E&eurl=[/flash]
Madvillain „OneDotZero“
[flash]http://www.youtube.com/watch?v=SihGv012CxI[/flash]
In welchem Film macht sich eine Jungschar Buben auf den Weg, um einen anderen Buben zu finden, der auf mysteriöse Weise verschwunden war? In dem sich einer dieser Buben einen schleimigen Blutegel von seinen adoleszenten Eiern kratzen muss. In dem ein Bube mitgespielt hat, der sich später zu Tode drögelte. Na, dämmert’s? Stand By Me heisst dieses Streifchen. Und man könnte meinen The Ruby Suns hätten den Soundtrack dazu gemacht. „The Ruby Suns“ (Memphis Industries/TBA, VÖ 05.01.07).
Das 1997 von der Band Cocteau Twins gegründete Label Bella Union ist das texanische Pendant zum allseits gerühmten Label Saddle Creek aus Nebraska. Künstler wie Laura Veirs, The Dears, Francoiz Breut, Devics, Midlake, um nur einige zu nennen, sind auf Bella Union versammelt. „Bella Union, as you might imagine given its owners artistic crudentials, is a label where the band are allowed to develop without interference. From the early successes with Dirty Three, (the trio of Bad Seeds‘ Warren Ellis, Jim White and Mick Turner), Francoiz Breut and The Czars, the label began to flourish and develop a reputation“, wirbt Patron Jim Moran. Auch der neuste Zugang My Latest Novel (Anfangs 2006) bestätigt den vorzüglichen Gusto des Labals aus Denton.
Konzentrieren wir uns nun speziell auf ein aussergewöhnliches Solo-Debüt. Robert Gomez‚ „Brand New Towns“ (Bella Union/TBA, VÖ 05.01.07) ist ein feines, ja fast schon scheues Werk. Ein Werk voller Zärtlichkeit und Melancholie – eine Ode der Zurückhaltung. Gomez schwelgt mit Anmut und Grazie in der Vergangenheit; in den Märchen seiner Wanderungen als Troubadour. Er sehnt sich nach der von Salz geschwängerten Atlantikluft und den Lippen seiner Liebsten. Ohne Spuren im Sand zu hinterlassen, tingelt der Wuschelkopf mühelos zwischen Folk, Pop und Orient – begleitet von erdigen Cellos, himmlischen Geigen und kosmischen Donnern. Dass elegische Chöre dieses Werk säumen, ist beinahe zuviel des Guten. Robert Gomez versüsst uns den Jahresbeginn mit einer grandiosen Platte. La vita è bella. Bella Union!
Was für eine geballte Ladung Hass und Frust in diesem Adam Stephens stecken muss: „The white man there just laughed in my face. Said, „Boy this ain’t no niggers race. You best get on your way. „Sir I believe I’ve got the right.“ He said, „You ain’t got nothin‘ if you ain’t white. And I thought I said get out of sight“, schreit sich Stephens von der Seele und tut, was ein junger, wütender Amerikaner tun muss:“ I’ve got a little business down the road. And if I’m dead by sunrise kiss my baby girl for me. It ain’t life if it ain’t free. I’ve got a mighty burden to unload. Two Gallants sind aggressiv, entladen den „mighty burden“ als Furioso, ihr Unverständnis für die vorrherrschenden Mächte ihres Heimatlandes wie ein Urknall. Und dafür wurden sie gestern Abend im Abart bejubelt, ja geliebt. Es ist ein simples, aber überaus prägnantes Statement der zwei Kavaliere: „I don’t need nobody, nobody needs me.“ Mit spitzer Feder und roher Gewalt ihres Folk-Rocks erspielen sie sich eine gewaltige Stimme, ein Hieb mitten in die Fresse: „Such an infamous freedom, such a militant peace. How dare they distrust. Do they know who we are?“ Nein, wissen Sie nicht…