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David Beckham: Vom Staatsfeind Nr. 1 zur Fussball-Legende
David Beckham war nicht immer so beliebt, wie er es heute ist – schon gar nicht in England. Dieses Jahr erhält er den UEFA President's Award. Ein Rückblick.
Diese Woche hat die UEFA bekanntgegeben, dass der englische ex-Nationalspieler David Beckham 2018 den UEFA President’s Award erhalten soll. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin beschrieb Beckham als «eine wahre Fussball-Ikone seiner Generation». Die Auszeichnung steht laut Ceferino für herausragende Erfolge, Professionalität und vorbildliche persönliche Qualitäten.
Beckham, der gemeinhin als eine der bekanntesten und beliebtesten Figuren des Fussballs überhaupt gilt, erhält diese Auszeichnung nach Sir Bobby Robson und Sir Bobby Charlton als erst dritter Engländer. Auf der Insel wird Beckham heutzutage als Legende verehrt, das war allerdings nicht immer so.
Vor genau 20 Jahren galt Beckham in England nämlich noch als Staatsfeind Nr. 1. An der WM 1998 in Frankreich holte sich der damals 23-jährige Beckham im Achtelfinale gegen Argentinien bereits in der 47. Minute auf unnötige Art und Weise die Rote Karte ab.
Im Anschluss verloren die «Three Lions» das Spiel im Elfmeterschiessen und schieden aus. Zuhause in England machte man Beckham für die Niederlage verantwortlich und der damalige ManUnited-Spieler wurde zum Sündenbock einer ganzen Nation. Die Reaktionen waren gewaltig und man ging teils deutlich zu weit, so hängten West-Ham-Fans vor ihrer Partie gegen Manchester United in der folgenden Saison eine Beckham-Attrappe mitsamt England-Trikot kurzerhand vor ihrem Stadion an den Galgen.
Beckham liess sich allerdings davon nicht beirren und zeigte unglaubliche mentale Stärke. Er gewann mit Manchester United im Folgejahr das Triple (Premier League, FA Cup & Champions League) und wurde zu einem der besten englischen Fussballer aller Zeiten. Der grosse Wendepunkt in der Karriere Beckhams kam im Jahr 2001, als er im WM-Qualifikationsspiel gegen Griechenland in der 93. Minute zum Freistoss antrat. England lag in diesem Spiel mit 1:2 hinten und brauchte mindestens ein Unentschieden, um sich für die Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea zu qualifizieren. Unter den Augen einer ganzen Nation, die ihn Jahre zuvor derart im Stich gelassen hatte, legte sich Beckham den Ball zurecht und zirkelte ihn ins Lattenkreuz.
Als die englischen Fans am nächsten Tag wieder aus ihrem Delirium erwachten, war Beckham ein Held. Und obwohl das englische Nationalteam in den darauffolgenden Jahren nie die Erfolge erzielen konnte, die auf der Insel erwartet werden, hatte Beckham die Gunst der Fans fortan auf seiner Seite und erreichte Legendenstatus.
Mit der UEFA-Auszeichnung wird dem Engländer nun seitens des europäischen Fussballverbands gehuldigt und möglicherweise muss er nicht mehr lange warten, bis er die grösste Auszeichnung für einen englischen Fussballspieler erhält und die Worte des Kommentators seines Freistosstors im Jahr 2001 wahr werden – «give that man a knighthood», zu deutsch «schlagt diesen Mann zum Ritter».Zurück zur Startseite