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| Augustinus (354-430) - Ausgewählte Briefe (Erster Teil)

Zweites Buch.
Briefe von Augustins Erhebung zur Bischofswürde bis zu seiner Disputation mit den Donatisten und der Entdeckung der pelagianischen Irrlehre in Afrika (396—410).
XVIII. (Nr. 31.) An Paulinus und Therasia
1.
Zwar hätte ich sehr gewünscht, daß mein Brief, mit dem ich auf euer erstes Schreiben antwortete (wenn in der Tat ein Brief von mir die Antwort auf einen von euch genannt werden kann), möglichst bald in die Hände eurer Liebe käme, damit ich trotz meiner Abwesenheit doch schnell auf irgendeine Weise bei euch sein könnte; doch hat mir mein Zögern den Gewinn eines neuen Briefes von euch eingetragen. Wie gütig ist der Herr, der oft unsere Wünsche nicht erfüllt, um uns zu geben, was wir vorziehen würden! Denn anderes hättet ihr nach Empfang meines Briefes geschrieben, und anderes habt ihr jetzt geschrieben, weil ihr ihn noch nicht in Händen hattet. Die Freude, die wir beim Lesen eures letzten Briefes empfanden, hätten wir sicher entbehren müssen, wenn nach unserem Wunsch und entschiedenem Willen unser Brief ohne Verzug zu eurer Heiligkeit gelangt wäre. Nun aber haben wir die doppelte Freude, sowohl euren gegenwärtigen Brief zu besitzen als auch auf eine Antwort hoffen zu dürfen. So kann man uns keine Schuld beimessen, sondern die freigebige Güte des Herrn hat getan, was sie für unsere Sehnsucht am ersprießlichsten hielt.