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Auf dem Holzschnitt aus der Stumpfchronik von 1548 ist das freistehende Badhaus eindeutig erkennbar. Links davon hinter dem Kirchplatzbrunnen steht die ehemalige städtische Metzgerei (um 1900 abgebrochen). Wie das Badhaus hat auch dieses Gebäude Riegelmauern.
Bild-Nr.: 39043
Bild: Johannes Stumpf
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotochronik
Früher nannte man dieses Gebäude „Schwarzhus“. Hier stand vermutlich bis ins 18. Jahrhundert die städtische Badstube, welche schon im Mittelalter erwähnt ist. Sie wurde vom Bader geführt. Hier konnten die Bürger ein warmes Bad nehmen. Der Bader war auch Scherer, d.h. Coiffeur, und vielfach auch Bruchschneider, d.h. er behandelte Leistenbrüche.
Diesem Betrieb war zeitweise auch eine Färberei angegliedert.
Angaben von Elisabeth Riegger-Frey um 1920:
In der linken Haushälfte wohnte Josy Rymann, Tochter von Frau Schwarz und fertigte Damenhüte für Sommer und Winter; im 1. Stock befand sich das Schneideratelier der andern Tochter, sie bildete auch Lehrmädchen aus. Der Mann von Josy Rymann war Grabstein-Bildhauer; er war weit und breit der einzige, die Leute kamen von weither; seine Werkstatt hatte er in der Nähe der Druckerei Nüssli an der Bahnhofstrasse.
In der rechten Haushälfte verkaufte Frau Häni Sprit und Petrol.
Später betrieb Herr Welde im Erdgeschoss eine Druckerei.
Angaben von Bruno Rohr: Das Gebäude ging dann an Herrn Niggeler über. In der Folge waren mietweise die Druckerei-Firmen Niggeler & Lobsiger, darauf Hanselmann, in der Folge Arnold Dössegger und schliesslich Bruno Schatzmann in diesem Gebäude tätig.
Am 1. Juli 1967 kaufte Bruno Rohr die Liegenschaft und führte daselbst bis Anfang der 80er-Jahre die Druckerei weiter. 1980 errichtete dieser ein neues Geschäfts- und Wohnhaus an der Aargauerstrasse.
Am 1. Dezember 1982 verkaufte Rohr die Liegenschaft an Roman Visetti-Baumgartner.
1988 liess Visetti das Gebäude durch A. Meyer Bertschikon umbauen. Vermutlich wurden damals punkto Statik schwere Fehler begangen, weshalb beim 2008 erfolgten Umbau die Wohnungen aus Sicherheitsgründen geräumt werden mussten. Über die Umbauarbeiten und die sehr intertessanten baugeschichtlichen Erkenntnisse s. den einleitenden Text zur Badstube.
Angaben von Ernst Pelloli, Gemeindeschreiber:
1991 verkaufte Roman Visetti die Liegenschaft an Max Meier, Olivone, und Jürg Koch, Wettingen. Im Verwertungsverfahren ging das Haus schliesslich an die Winterthur-Versicherungen über. Beim oben erwähnten Umbau kam beim Abschlagen des Verputzes Riegelmauerwerk zum Vorschein, ein Hinweis mehr, dass in Mellingen relativ viele Gebäude in Riegelbauweise errichtet wurden.
Links am Bildrand Haus Grosse Kirchgasse 10, rechts die Gebäude Grosse Kirchgasse 6 und 4 und zuvorderst das Restaurant zum "Scharfen Eck" (Hauptgasse 1).
Bild-Nr.: 06004.15
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Das Gebäude während des Umbaus 2008, Blick von der Kleinen Kirchgasse her. An verschiedenen Stellen sehen wir, dass das nach dem Brand von 1505 wieder aufgebaute Haus aus Bruchsteinen besteht. Leider wurden die hier sichtbaren ursprünglichen Riegelmauern im Obergeschoss wieder mit Verputz überdeckt.
Bild-Nr.: 04_2008_13.1.
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Als das Badhaus 2008 restauriert und der Verputz abgeschlagen wurde, musste das Gebäude mit Balken abgestützt werden. Bei früheren Umbauarbeiten waren Bauelemente entfernt wurden, welche für die Statik des Baus wichtig waren.
Bild-Nr.: 18_2008_16.3.
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Eine nach dem Stadtbrand 1505 wieder aufgebaute Aussenwand mit Bruchsteinmauern und Riegelwerk. Hier eine Aufnahme aus der Zeit während der Restauration. Das Mauerwerk wurde (leider) nachträglich wieder mit Verputz überdeckt.
Bild-Nr.: 06_2008_13.1.
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Aussenmauer mit Riegelwerk, das leider am Schluss der Umbauarbeiten wieder mit Verputz zugedeckt wurde. Auf dem Holzschnitt aus der Chronik von Johannes Stumpf (1548) ist klar ersichtlich, dass im 16. Jahrhundert das Riegelwerk sichtbar war.
Bild-Nr.: 17_2008_13.3.
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Rainer Stöckli
Copyright: © Viktor Zimmermann
Stark brandgeschwärzte Stelle im Erdgeschoss an der Aussenwand zur Kirchgasse.
An dieser Stelle stand möglicherweise die offene Feuerstelle zum Aufwärmen des Badewassers.
Bild-Nr.: 12_2008
Bild: zVg
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Statik des Badhauses wurde durch ein in der Mitte des Hauses hochgezogenes Treppenhaus aus Beton sichergestellt, s. die Wand im Hintergrund. In den Bruchsteinmauern der Aussenwände befestigte Metallanker verband man mit dem Betonkern im Innern und erhöhte so die Stabilität des Bauwerkes massiv.
Bild-Nr.: 27_2009
Bild: zVg
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Brigitte Strebel verkauft in ihrem Laden im ehemaligen Badhaus Stoffe, Merceriewaren und Wolle. Neben dem Verkauf bietet sie auch verschiedene kreative Kurse mit Textilien an.Mehr
Porträt der neuen Ladeninhaberin im ehemaligen Badhaus:
"Mein Name ist Brigitte Strebel, ich wohne in Baden, bin verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Töchtern.
Seit meiner Kindheit stricke, häkle, nähe.... kurz beschäftige ich mich mit Textilem aller Art.
Vor einigen Jahren schloss ich an der Schweiz. Textilfachschule in Zürich die Ausbildung zum Fashion Assistant (Schnitttechnik und rationelle Verarbeitung) ab.
Seit 2007 leite ich das Atelier vom Kinderzirkus Robinson in Zürich. Dort stelle ich jährlich mit Eltern und Freiwilligen die über hundert Kostüme für das neue Programm her, welche wir im Team mit der Theaterabteilung der Schweiz. Fachschule für Mode und Gestaltung Modeco in Zürich entworfen haben.
fadenspiel soll für Sie, liebe Kundinnen und Kunden, weiterhin und immer wieder neu eine Inspiration zur kreativen, textilen Welt sein. Kreatives aus Textilem ist für mich Leidenschaft und Herausforderung.
Ich freue mich sehr, Sie bei Ihrem nächsten Besuch persönlich kennenlernen und beraten zu dürfen."
Bild-Nr.: 35_2016
Bild: Viktor Zimmermann
Text: HP Fadenspiel
Copyright: © Viktor Zimmermann