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Titel
Manie
(vom grch. mania d. h. Wut, Raserei), eine
Form von
Geisteskrankheit (s. d.). Man unterscheidet verschiedene
Grade von
Manie, nämlich
1) einen leichtern, die maniakalische Exaltation, charakterisiert durch eine unabhängig von äußern Einflüssen sich entwickelnde (meist heitere) Stimmung und gehobenes Selbstgefühl, verbunden mit abnorm raschem Fluß und reichem Zuströmen der Gedanken, mit Neigung, letztere sofort in Handlungen umzusetzen, und demgemäß auch mit erhöhter Muskelthätigkeit. Unbesonnene Handlungen (z. B. Heirat mit unwürdigen Personen u. s. w.), Neigung zur Projektmacherei, Spekulationen, taktloses Benehmen in Worten und Handlungen sind dabei gewöhnliche Erscheinungen.
2) Eine schwerere Form bildet die Mania gravis (maniakalische
Tobsucht), wo es zu vollständiger Zusammenhanglosigkeit der
Gedanken (sinnlose Reimereien), Verworrenheit, hochgradigen wechselnden
Affekten,
Sinnestäuschungen und
vor allem zu allerhand zwecklosen
Bewegungen (Gestikulieren, Grimassieren, Schreien u. s. w.) kommt. Die
Triebe sind oft hochgradig
gesteigert und beherrschen den
Kranken dann vollständig.
Tritt eine excessive
Steigerung des
Geschlechtstriebes mit schamloser
Befriedigung desselben hervor, so bezeichnet man den Zustand bei weiblichen
Personen als
Nymphomanie (s. d., bei Männern
Satyriasis).
Die
Manie ist, wo sie rein auftritt, überwiegend als eine heilbare Erkrankung zu betrachten. Wenig Aussicht auf
Heilung bietet
die periodisch wiederkehrende (S. auch
Erotomanie.) –
Über transitorische s.
Tobsucht.