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erste bedeutende Schriftprobe heraus unter dem
Titel: »Proef van letteren, welke gegooten worden in de nieuwe Haarlemsche
lettergietery«, die sich namentlich durch einen reichen
Inhalt von Schreib- und gotischen
Schriften auszeichnet. Die noch heute
unter der
Firma u.
Zonen zu
Haarlem
[* 2] blühende
Firma besitzt in ihrer reichen Sammlung von Schriftstempeln
und
Matrizen eine Anzahl
Sortimente aus dem 15. Jahrh., welche von
Johannes Enschedé gesammelt wurde; in ihrer Druckerei werden die
holländischen Postmarken hergestellt.
(franz., spr. angssangbl), das Ganze, die Gesamtheit
(im
Gegensatz zu
Detail, dem Einzelnen); in künstlerischer Hinsicht das gehörige Ineinandergreifen der verschiedenen Teile
eines Ganzen und die dadurch erzielte einheitliche
Wirkung; namentlich das Zusammenspiel auf dem
Theater,
[* 3] wo sich, um jene
Wirkung zu erreichen, die einzelnen Mitwirkenden dem Ganzen entsprechend unterordnen müssen. Das
Streben
nach einem guten Ensemble macht es auch mittelmäßigen
Bühnen möglich, etwas Befriedigendes zu leisten, während das individuell
sich vordrängende Virtuosentum derSchauspieler das Ensemble und damit die Gesamtwirkung stört. In der
Oper
und
Instrumentalmusik heißen Ensemblestücke Nummern oder Werke für mehrere
Stimmen oder
Instrumente, besonders für
Pianoforte
mit
Streich- oder
Blasinstrumenten.
TheodorChristianFriedrich, Verlagsbuchhändler, geb. zu
Klein-Sulz bei
Ansbach,
[* 9] machte seine Lehrzeit
bei Löflund in
Stuttgart
[* 10] durch und errichtete 1817 eine Buchhandlung in
Berlin,
[* 11] die sich in der
Folge ausschließlich mit Verlagsunternehmungen
(namentlich auf dem Gebiet der
Medizin) befaßte. Enslin war seit 1834 mehrfach Vorsteher des Börsenvereins
der deutschen Buchhändler und starb Besondere
Anerkennung fanden die von ihm herausgegebenen wissenschaftlichen
Bücherkataloge, deren Bearbeitung später W.
Engelmann übernahm. Das
Geschäft ging nach seinem
Tod auf seinen Sohn
Adolf Enslin (geb.
über, der den
Verlag vorzugsweise durch pädagogische
Schriften erweiterte, seit 1873 ebenfalls Vorsteher des Börsenvereins
war und starb. Wie schon sein
Vater, so hat sich auch
Adolf Enslin (als Mitglied des preußischen Litterarischen Sachverständigenvereins)
um die Feststellung der litterarischen Rechtsverhältnisse sehr verdient gemacht.
Entada PursaethaDec.
(MimosascandensRoxb.), ein immergrüner
Baum in
Ostindien
[* 17] und im tropischen
Amerika
[* 18] mit gewöhnlich
nur beindickem, aber bisweilen auch weit dickerm
Stamm, der sich in der
Höhe von 4 oder 5 m in viele
Ranken teilt, welche mit
den seltsamsten Biegungen und Windungen auf die Gipfel der benachbarten
Bäume laufen oder, wenn diese
fehlen, auf der
Erde fortkriechen. Die
Hülsen sind 1,5-2,5 m lang, die
Samen
[* 19] (westindische
Haselnüsse, St. Thomasherzen) haben
über 5
cmDurchmesser und sind 1,3cm dick, glänzend dunkelbraun oder purpurrot, werden in den
Tropen zu
Tabaksdosen,
Löffeln etc. verarbeitet und dienen auch in den indischen
Bazaren als
Gewichte. Durch die großen ozeanischen
Strömungen werden sie bisweilen an die nordeuropäischen
Küsten geführt.
(engl., spr. -tehl), in
England die
Verfügung über den letzten
Erben hinaus. Auf
Grund der englischen Landgesetze
werden
Anordnungen ermöglicht, die eine Art
Fideikommisse ins
Leben rufen. Jeder Grundbesitzer kann sein
Grundeigentum an Leute, welche bei seinen Lebzeiten schon geboren, und noch auf 21 Jahre nach dem
Tode des letzten derselben
an noch ungeborne
Erben vermachen. Diese Entails haben mancherlei Übelstände im
Gefolge, indem sie Eigentumsübertragungen,
langer dauernde
Verpachtungen und die Vornahme nützlicher Verbesserungen erschweren. Man verlangt deshalb
eine Beseitigung oder
Reform derselben, welche den jeweiligen
Inhaber des
Bodens mit weiter gehenden Befugnissen ausstattet
und das
Verfahren der Güterübertragung vereinfacht.
Ernährungsweise aufgeben und als Schmarotzer auf Kosten andrer Pflanzen und Tiere zu leben beginnen. Solche Pflanzen verlieren
mehr oder weniger das Assimilationsvermögen im Licht
[* 21] und mit demselben das Chlorophyll, und an die Stelle der grünen Blätter
treten mißfarbige Schuppen. Die Schmarotzertiere verlieren durch Nichtgebrauch ihrer Bewegungsorgane ihre Freß- und Kauwerkzeuge,
welche durch einen Saugapparat ersetzt werden, und manchmal wird das ganze Tier auf einen bloßen in oder auf dem Körper seines
Wirtes festgesogenen oder -gewurzelten Klumpen oder Sack, ohne jegliche Gliederung der äußern Gestalt, reduziert, wie z. B.
bei den Wurzelkrebsen.
In der Medizin bezeichnet man mit Entartung die rückschreitende Metamorphose der tierischen Gewebe,
[* 23] wobei dieselben sowohl in ihrer
chemischen Konstitution als in ihren physikalischen Eigenschaften tiefgreifende Veränderungen erfahren
und nicht mehr in normaler Weise oder überhaupt nicht mehr zu funktionieren im stande sind. In chemischer Beziehung beruht
der wesentliche Vorgang bei der Entartung darauf, daß die Eiweißsubstanzen der Gewebe, namentlich der Zellen, in andre Stoffe umgewandelt
oder mit gewissen dem gesunden Gewebe fremdartigen Substanzen vermischt werden.
Früher unterschied man die hierher gehörigen Zustände nach einzelnen groben äußern Merkmalen in
Erweichungen und Verhärtungen der Gewebe. Gegenwärtig unterscheidet man folgende Formen der Entartung: 1) Die fettige Entartung beruht auf
der Umwandlung des Eiweißes der Zellen in Fett; die Zellen wandeln sich dabei in ein Häufchen von feinsten Fettkörnern um
und zerfallen schließlich zu einer resorbierbaren milchähnlichen Substanz. IhreUrsachen sind Ernährungsstörungen
der verschiedensten Art. Die fettige Entartung ist sehr häufig, kommt fast an allen Organen und Geweben vor; letztere werden dadurch
blaß, blutarm, schlaff und mürbe; schließlich verfallen sie derAtrophie (s. d.). 2). Die käsige Entartung beruht auf einem
Wasserverlust, einem Eintrocknen der Zellen, und kommt vor an Entzündungsprodukten (käsige Lungenentzündung)
oder an entzündlichen Neubildungen und Wucherungen (Tuberkulose und Skrofulose).
3) Die schleimige Entartung besteht in dem Auftreten von Schleim in den Zellen, der sich aus dem eiweißreichen Protoplasma der letztern
entwickelt, kommt vorzugsweise an den Epithelzellen der Schleimhäute und ihrer Drüsen, gelegentlich auch
an andern Geweben vor.
4) Die kolloide Entartung besteht in dem Auftreten einer homogenen, leimähnlichen, durchsichtigen Substanz, welche keine positive
chemische Reaktion besitzt und wahrscheinlich ein modifiziertes Natronalbuminat
ist. Sie wird vorzugsweise an den Zellen der
Schilddrüse und beim Gallertkrebs des Magens und Darms beobachtet.
im übertragenen Sinn (wie auch das franz. canard) s. v. w. falsche Nachricht,
besonders eine in Zeitungen verbreitete, gleichsam fortschwimmende, wieder auftauchende Fabel oder Lüge (Zeitungsente).
Früher
gebrauchte man den Ausdruck »blaue (d. h. nebelhafte,
nichtige), der sich schon bei SebastianBrant und Luther findet. Es ist dabei an Lügende zu erinnern, eine in der Reformationszeit
in Mode gekommene polemische Verdrehung des WortesLegende, welche auch in der Form Lugente vorkommt.
die gänzliche oder teilweise Entziehung der bürgerlichen Ehre (s. d.). Entehrende Verbrechen
sind diejenigen, welche eine entehrende Strafe, d. h. eine mit dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte (s. d.) verknüpfte,
nach sich ziehen. In einem besondern Sinn bedeutet Entehrung s. v. w. Defloration, d. h. der außereheliche Beischlaf, durch welchen
der betreffenden Frauensperson die
¶
mehr
Jungfrauschaft geraubt wird, oder die außereheliche Schwängerung einer Frauensperson, welche zuvor noch Jungfrau war. Das
kanonische Recht verpflichtete den Verführer, die Geschwächte zu heiraten und auszustatten, eine Verpflichtung, welche
die gemeinrechtliche Praxis nachmals in eine alternative umwandelte. Partikularrechtlich kann auch ein besonderes Satisfaktions-
oder Deflorationsgeld (pro corona, Entschädigung für den verlornen Jungfernkranz) gefordert werden.
(griech.), eigentlich das wirkliche Haben und Besitzen dessen, was zur Vollkommenheit einer Sache gehört;
dann überhaupt Wirklichkeit.
Aristoteles und die Peripatetiker nannten die Seele eine Entelechie, indem sie darunter dasjenige Prinzip
verstanden, wodurch der Körper, der an sich nur die »Fähigkeit«, zu leben und zu empfinden,
besitze, wirklich lebe und empfinde, solange es mit ihm verbunden sei.
Die Männchen tragen ein buntes Hochzeitskleid mit lebhaften Farben und einem metallisch glänzenden Spiegel.
[* 34] Die Enten sind über
die ganze Erde verbreitet, jedoch in heißen und gemäßigten Gegenden artenreicher, während in den kalten große Scharen
einer und derselben Art wohnen. Sie bewohnen das Meer und süße Gewässer bis hoch in das Gebirge hinauf,
wandern zum Teil sehr weit, treten ihre Reise meist mit Sonnenuntergang an, fallen gegen Mitternacht auf freiem Wasser ein und
erheben sich gegen Morgen zu neuem Flug.
Die Männchen schlagen sich während der Brutzeit zu besondern Schwärmen zusammen. Die Enten sind vorsichtig und scheu, lassen
sich aber in der Gefangenschaft leicht zähmen und werden zu förmlichen Haustieren. Die Stockente (Wild-, März-, Stoßente,
AnasboschasL., s. Tafel), 63 cm lang, 104 cm breit, mit grünem Kopf und Oberhals, weißem Halsband, brauner
Vorderbrust, braunem, auf den Schultern weißgrau und schwärzlich gewässertem Oberrücken, grauen Oberflügeln, prachtvoll
blauem, weiß gesäumtem Spiegel, schwarzgrünem Unterrücken und Bürzel und grauweißen Unterteilen.
Die Oberschwanzdeckfedern, deren mittlere sich aufwärts krümmen, sind schwarzgrün, das Auge
[* 40] ist hellbraun. Der Schnabel
ist grüngelb, der Fuß blaßrot; im Herbst ähnelt das Kleid des Enterichs dem des weniger glänzend gefärbten
Weibchens. Die Stockente bewohnt Europa,
[* 41] Asien,
[* 42] Nordamerika
[* 43] und Nordafrika, zieht im Winter südlicher,
überwintert oft schon
in Mitteldeutschland, geht aber meist bis Südeuropa und weilt bei uns von März bis November. Sie lebt namentlich auf bewachsenen
Seen und in Brüchern, ist sehr gefräßig, nistet auf Bäumen oder auf der Erde, legt 8-16 grauweiße Eier
und brütet 24-28 Tage.
Ihr Fleisch ist vorzüglich. Besonders im Süden wird sie in außerordentlicher Menge gefangen. Der Schade, den sie der Fischbrut
zufügt, ist nicht bedeutend. Jung eingefangene Stockenten werden zahm und paaren sich mit der Hausente.
Diese (A. boschas domesticaL.) ist von der wilden nicht verschieden, außer in der mannigfaltigern Färbung. Sie ist seit
undenklichen Zeiten zum Haustier gemacht worden, sowohl ihres Fleisches als ihrer Eier und Federn wegen. Sie liebt wasserreiche
Gegenden, Seen, Flüsse,
[* 44] Teiche, Bäche etc., wo sie sich fast das ganze Jahr hindurch selbst ernährt.
Die Paarung geschieht vom Februar bis Ende Mai. Man rechnet auf 6-8 Enten einen Enterich und kann Enterich wie Ente 3-4 Jahre
zur Zucht gebrauchen. Die Begattung (Treten) üben sie am liebsten auf dem Wasser. Mit beginnender warmer
Frühlingswitterung (im März) fangen die Weibchen an, Eier zu legen; gewöhnlich einen Tag um den andern, und legen oft, wenn
man in ihrem Legnest stets nicht mehr als zwei Eier liegen läßt, über 60 Stück. Man läßt die Ente entweder selbst ihre
Eier ausbrüten, was am besten ist, oder legt sie einer Henne oder Truthenne unter.
Die Brütezeit dauert 28 Tage. Hennen gibt man 12-13, Truthennen 15-18 Eier zum Brüten. Sind die jungen Enten ausgekrochen, so
nimmt man sie aus dem Neste, streut ihnen in einem etwas beschränkten Raum fein geriebenes, mit Quark oder
zerkleinerten gekochten Eiern gemengtes Brot, geschnittene Nesseln oder Salat vor und sorgt für ein Gefäß
[* 48] mit frischem Wasser.
Nach einigen Tagen gibt man Kleie oder Hafermehl, mit Kartoffeln oder saurer Milch angerührt, und nach 2-3 Wochen kann man sie
im Freien sich selbst überlassen. Im allgemeinen lassen sich junge Enten sehr leicht erziehen;
sie sind weniger Krankheiten unterworfen als junge Gänse und gedeihen am besten, wenn ihnen ein Teich oder Bach zugänglich
ist.
Daß von Hühnern ausgebrütete Enten nicht fortpflanzungsfähig seien, ist ein Vorurteil. Von den zahlreichen Varietäten sind
die schwedische, die Rouen-Ente und die Ailesbury-Ente, welche ohne Wasser gehalten wird, besonders zu
empfehlen. Zur Mästung bringt man erwachsene Enten in einen etwas beschränkten Raum und gibt ihnen hinreichend Hafer
[* 49] nebst gekochten
Kartoffeln, zerdrückt und mit Kleie vermischt. In Frankreich, besonders in der Normandie, stopft man sie dreimal täglich mit
Nudeln aus Mehl
[* 50] von Heidekorn oder Mais, die mit Wasser oder Milch angefeuchtet sind; in Languedoc werden sie
mit gequelltem Mais gestopft. Sie geben im ersten Jahr ein zartes, saftiges, wohlschmeckendes Fleisch, verlieren aber später
immer mehr von diesen Eigenschaften. Die Eier enthalten etwas mehr Trockensubstanz und Fett als Hühnereier, sind aber minder
wohlschmeckend als diese; die Federn werden weniger geschätzt als
¶
Gänsefedern, doch sind auserlesene Daunen von hohem Wert. Die Knäkente (A. querquedulaL.), 38 cm lang, 62 cm breit, an Scheitel
und Hinterhals schwarzbraun, mit breiten, weißen Augenstreifen, an Stirn, Kopf- und Halsseiten braunrot, weiß gestrichelt,
Kinn und Kehle schwarz, Mantel, Rücken, Oberbrust braungelb, dunkler gebändert und getüpfelt, an den Seiten
weiß, schwarz gewellt, am Steiß rostgelblich, sonst unterseits weiß, Spiegel grauschwarz, grünlich glänzend, weiß gesäumt,
Schulterfedern bläulichschwarz, weiß gesäumt, Schwanzfedern dunkelgrau, weiß gerandet; das Auge ist braun, der Schnabel
grünlichschwarz, der Fuß rötlichgrau.
Sie bewohnt Mitteleuropa und Mittelasien, geht im Winter bis Südeuropa und Afrika,
[* 53] weilt bei uns von März
bis November an denselben Orten wie die Stockente. Sie ist sehr lebendig, gewandt, läuft und kriecht gut, fliegt lautlos und
pfeilschnell, ist wenig scheu, sehr gesellig, frißt viele Sämereien, legt Ende April 9-12 und mehr bräunlichweiße Eier.
Sie hält sich gut in der Gefangenschaft und pflanzt sich auch fort. Die Jungen sind im Herbst sehr fett
und schmackhaft.
Die kleinste Wildente ist die Krikente(A. creccaL.), 32 cm lang, 54 cm breit, mit rotbraunem Kopf und Oberhals, blaugrünem,
oben und unten weiß eingefaßtem Zügelstreifen, oberseits aschgrau, schwarz quergewellt, unterseits weiß, mit grünem,
hinten und vorn weiß eingefaßtem Spiegel und aschgrauen Beinen, ist im Norden
[* 54] der Alten und Neuen Welt
heimisch, durchstreift vom September bis April ganz Europa, Asien u. Nordamerika, ist sehr häufig bei uns, brütet aber viel
seltener als die vorige in Deutschland
[* 55] (ihr gelblichweißes Ei s.
[* 56] Tafel »Eier II«,
[* 52]
Fig. 22). Die Brautente (Wald-, Sommer-, Karolinenente,
AixsponsaBoie, s. Tafel), 15 cm lang, 72 cm breit, ist am Kopf dunkelgrün, mit goldgrünen Schopffedern und zwei schmalen,
weißen Streifen; die Seiten des Oberhalses und der Oberbrust sind kastanienbraun, weiß gefleckt, Kinn, Kehle, ein Band
[* 57] um den
Oberhals, um Brustmitte und Bauch
[* 58] weiß, die Flügel und der Schwanz grün-purpurblau, an den Seiten gelblichgrau,
fein schwarz gewellt, mit einigen schwarzen und weißen Streifen; das Auge ist hochrot, der Schnabel weißlich, an der Spitze
schwarz, die Füße sind rötlichgelb.
Sie bewohnt ganz Nordamerika, geht im Winter bis Westindien
[* 59] und ist bei uns durch die zoologischen Gärten fast vollständig
eingebürgert. Sie ist sehr anmutig, beweglich, gewandt, bäumt regelmäßig und nistet in Baumlöchern
oder Felsklüften. Das Weibchen legt 7-12 weiße Eier, welche es in 25-26 Tagen ausbrütet. Das Fleisch soll im Herbst köstlich
sein, und es wird ihr daher eifrig nachgestellt. In der Gefangenschaft hält sie sich sehr gut und pflanzt
sich auch fort.
Die Mandarinenente (A. galericulataGray) hat außer dem Kopfbusch noch einen seitlichen, mähnenartigen Halskragen und auf
dem Rücken zwei aus den verbreiterten, senkrechtgestellten Oberarmschwingen bestehende Fächer.
[* 60] Sie bewohnt China,
[* 61] die Amurländer
und Japan, gilt bei den Chinesen als Sinnbild ehelicher Treue und spielt bei Hochzeiten eine große Rolle.
Die Löffelente (Spatelente, SpatulaclypeataBoie), 50 cm lang, 80 cm breit, hat einen großen, hinten schmalen, vorn sehr erweiterten,
stark gewölbten, fein gezahnten Schnabel; Kopf und Oberhals sind dunkelgrün, Unterhals und die obersten Flügeldeckfedern
weiß, die übrigen lichtblau, Unterrücken und Bürzel schwarzgrün, Brust und Bauch kastanienbraun, die metallgrünen
Spiegelfedern vorn durch einen breiten, weißen Streifen abgegrenzt.
Die Schwingen sind braungrau,
die mittlern Steuerfedern braun, weißlich gekantet, die seitlichen mehr und mehr weiß; das
Auge ist gelb, der Schnabel schwarz, der Fuß rotgelb. Sie findet sich in allen nördlichen gemäßigten Ländern, bei uns vom
April bis September und erscheint massenhaft in Südeuropa. Sie bevorzugt süßes Wasser, lebt aber auch
an seichten Küsten, ähnelt in ihren Begabungen und Gewohnheiten den andern Arten, ist sehr zutraulich, besonders nachts thätig,
nistet in Holland und Norddeutschland an der Erde und legt 7-14 rostgelbliche oder grünlichweiße Eier, welche sie in 22-23
Tagen ausbrütet.
Das Wildbret ist ausgezeichnet. In der Gefangenschaft ist sie schwer zu erhalten. Die türkische Ente (Moschus-
oder Bisamente, CairinamoschataFlem.), 84 cm lang, ist plump, schwerfällig, bräunlichschwarz, auf dem Oberkopf bräunlich
grün, auf dem Rücken und den Flügeln metallgrün, purpurviolett schillernd;
die Flügeldeckfedern sind größtenteils weiß,
die Unterteile schwärzlichbraun, glanzlos;
das Auge ist gelb, die großen Fleischwarzen auf den Zügeln
sind dunkelrot;
der Schnabel ist schwärzlich mit weißbläulicher Querbinde, an der Spitze blaß fleischrot.
Sie bewohnt Südamerika
[* 62] von Paraguay
[* 63] bis Guayana, wird wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches eifrig gejagt und auch gezüchtet. Sie ist aber streitsüchtig
und geht bei uns in harten Wintern leicht zu Grunde. Zur Familie der Höhlenenten (Tadornidae) gehört die
Brandente (Erd-, Wühlente, Grabengans, TadornavulpanserFlem., s. Tafel). Sie ist 63 cm lang, 110 cm breit, bildet ein Mittelglied
zwischen Gänsen und Enten mit einem in der Paarungszeit anschwellenden Höcker am Schnabelgrund des Männchens, ist am Kopf
und Hals glänzend dunkelgrün; ein Brustfeld, der Mittelrücken, die Flügeldeckfedern, Seiten- und Schwanzfedern sind blendend
weiß, ein breites Halsband und einige der Oberarmschwingen zimtrot, die Mittelbrust und der Bauch grauschwarz; der Spiegel
ist metallisch grün, das Auge braun, der Schnabel karminrot, der Fuß fleischfarben.
Diese Ente bewohnt Europa vom mittlern Schweden bis Nordafrika und Asien bis China, bevorzugt Salzwasser, erscheint
oft in großen Scharen und ist an der Ost- und Nordsee eine der häufigsten Arten. Sie geht etwas schwerfällig, schwimmt und
taucht aber meisterhaft, nährt sich hauptsächlich von Pflanzenstoffen, frißt aber auch Fische, Weich- und Kerbtiere. Sie
brütet in Höhlen und bewohnt bisweilen denselben Bau mit dem Fuchs,
[* 64] welcher sich nicht leicht an dem überaus
mutigen Vogel vergreift; auf Sylt und andern Inseln legt man künstliche Bauten für die Brandente an und raubt die Nester aus.
Sie läßt sich dadurch nicht stören und legt 20-30 große, weiße Eier, während das normale Gelege
aus 7-12 Eiern besteht. Nach vollendetem Brutgeschäft, welches 26 Tage währt, sammelt man auch die Daunen, welche den Eiderdaunen
an Güte nahestehen. Das Fleisch der Brandente riecht und schmeckt widerlich. In der Gefangenschaft pflanzt sie sich nicht
leicht fort. Zu derselben Familie gehören die hohen, schlanken Baumenten (DendrocygnaSws.), mit mittellangem
Hals, zierlichem Kopf, etwas schmächtigem Schnabel und hohen Beinen. Die Witwen- oder Nonnenente (D. viduataGould, s. Tafel)
ist im Gesicht
[* 65] weiß, am Hinterkopf und Hinterhals schwarz, an der Oberbrust rotbraun, an der Brustseite und auf dem Rücken
dunkel gewellt und gefleckt, an den Seiten des Leibes grauweiß, schwarzbraun gestreift, an den Unterteilen
von der Brust an schwarz. Der Schnabel ist schwarz, die Füße sind bleifarbig. Sie wird 46 cm lang, bewohnt
¶
1) Auf dem Einfall und zwar von Mitte Juli ab, wenn die jungen Enten flugbar geworden sind, des Abends an solchen Brüchern, welche
dieselben der Nahrung wegen aufsuchen, und des Morgens im Röhricht größerer Seen, wo die Enten einfallen, um dort den Tag über
zu bleiben; endlich des Abends im Winter bei strengem Frost an offenen Stellen der Brücher und fließender
Gewässer.
2) Auf dem Anstand mit der Lockente, einer zahmen Ente, die das graue Gefieder des Weibchens der Märzente hat, und welche man
besonders zur Reihzeit (Paarzeit) auf das Wasser an solche Stellen bringt, wo Wildenten vorbeizuziehen
und einzufallen pflegen, nachdem man an dem Fuß (Ruder) derselben eine Schnur befestigt hat. Durch Rucken an der Schnur veranlaßt
man die Lockente zum Flattern und zum Quaken, wodurch sie vorüberziehende Wildenten anlockt, bei ihr einzufallen. Der Jäger
muß bei diesen Jagdmethoden sich sehr versteckt aufstellen, damit ihn die Enten nicht gewahren.
3) Durch das Ankellen auf ausgedehnten freien Wasserflächen nach Abgang des Eises. In einem kleinen Kahn wird vorn ein Busch
(Wisch) aufgerichtet, hinter welchem der Jäger gedeckt liegt. Im hintern Teile liegt der Fährmann und rudert mit einer kleinen
Kelle langsam und geräuschlos auf die oft in großen Schoofen (Gesellschaften) beisammenliegenden Enten zu,
welche den Kahn für auf dem Wasser schwimmendes Strauchwerk halten und ihn deshalb meist bis auf Schußweite herankommen lassen.
Bei dieser Jagd gelingt es oft, seltene, hochnordische Enten zu erlegen.
4) Durch die Suche mit dem Hund entweder zu Fuß oder zu Kahn, Anfang Juli, wenn die jungen Enten flugbar werden,
auf überschwemmten Wiesen und im Röhricht von Flüssen und Seen. Am besten vereinigen sich hierzu zwei Jäger, von denen der
eine an der Landseite geht, der andre an der Wasserseite des Röhrichts auf einem Kahn fährt, während zwischen beiden die
Hunde
[* 69] suchen. Diese müssen anhaltend im Wasser arbeiten, brauchen nicht vorzustehen, weil sonst die Enten vor
ihnen wegtauchen, müssen dagegen gut apportieren. Stachelhaarige polnische Wasserhunde eignen sich vorzugsweise zu dieser
Jagd.
5) Durch das Treiben auf junge Enten und Mausererpel. Eine aus Treibern, Jägern und Hunden gebildete Treibwehr geht das Röhricht
ab und drängt die darin liegenden Enten auf die an freien Wasserstellen oder an durchgehauenen Schneisen
aufgestellten Schützen zu. - Nach dem Wildschongesetz für Preußen
[* 70] dauert die Schießzeit von Anfang Juli bis Ende März,
jedoch kann die Schonzeit für einzelne Landstriche durch die Bezirksregierungen aufgehoben werden.
Dann klomm die Mannschaft an der Wand des feindlichen Schiffs empor oder ging über die Enterbrücken, um die feindliche Mannschaft
im Kampf mit blanker Waffe zu überwältigen. Um das Entern zu erschweren, baute man seiner Zeit die Schiffe
[* 76] oben mit
einfallendem Bord, d. h. so, daß die Schiffswand je höher, desto mehr nach der Mittellinie des Schiffs zurücktrat. Mit Vervollkommnung
der Geschütze
[* 77] hat das Entern immer mehr Chancen verloren, und seit Einführung des Dampfes ist keine Aussicht mehr, den Gegner
so ruhig liegen zu haben, daß man ihn e. kann; das Nahgefecht wird von den neuern Panzerschiffen nur mit
dem Widderstoß geführt. In der deutschen Marine sind Enterpike als Stichwaffe und Enterbeil als Hiebwaffe neben dem Marinedolch
als blanke Waffen eingeführt.
(Crimen raptus), das Verbrechen, dessen sich derjenige schuldig macht, welcher sich einer Frauensperson
entweder wider deren Willen oder doch ohne Einwilligung derjenigen Personen, von welchen sie familienrechtlich abhängig ist,
durch Hinwegführung zum Zweck der Ehelichung oder der Unzucht bemächtigt. Der Begriff der Entführung war bis
auf die neueste Zeit ein schwankender, je nachdem Doktrin und Gesetzgebung dies Verbrechen vorwiegend als eine Verletzung der
weiblichen Geschlechtsehre oder als einen Angriff auf die persönliche Freiheit der Entführten auffaßten.
Neuerdings hat man sich jedoch immer entschiedener der Theorie zugewendet, welche in der Entführung in erster
Linie einen Eingriff in die persönliche Freiheit und in die Familienrechte sieht; so namentlich das allgemeine preußische Landrecht,
der Code pénal, das preußische Strafgesetzbuch und im Anschluß an letzteres das deutsche Reichsstrafgesetzbuch. Nach diesem
wird die Entführung nur auf besondern Antrag strafrechtlich verfolgt, und wenn der Entführer die Entführte geheiratet
hat, überdies nur dann, wenn die Ehe für ungültig erklärt worden ist. Im übrigen straft das Reichsstrafgesetzbuch denjenigen,
welcher eine Frauensperson wider ihren Willen durch List, Drohung oder Gewalt entführt, um sie zur Unzucht zu bringen, mit Zuchthaus
von einem bis zu zehn Jahren und, wenn die Entführung begangen wurde, um die Entführte zur Ehe zu bringen, mit
Gefängnis bis zu fünf Jahren.
Weiter wird aber auch derjenige, welcher eine minderjährige, unverehelichte Frauensperson mit ihrem Willen, jedoch ohne Einwilligung
ihrer Eltern oder ihres Vormundes, entführt, um sie zur Unzucht oder zur Ehe zu bringen, ebenfalls mit Gefängnis bis zu
fünf Jahren bedroht. Wurde das Vergehen an einer verheirateten Frau mit deren Einwilligung begangen, so greifen die strafrechtlichen
Bestimmungen über Ehebruch (s. d.) Platz.
[* 82] in der Geologie
[* 83] die Herausbildung kleinster oder größerer Kristallindividuen inmitten der amorphen
Masse vulkanischer Gesteine.
[* 84] Dadurch, daß sich die einzelnen Individuen im Glas
[* 85] mehren und vergrößern, entstehen unmerkliche
Übergänge von den lediglich aus amorpher, nicht polarisierender Masse bestehenden Glaslaven (s. d.) zu halbkristallinischen
Gesteinen mit reichlich eingeschalteter amorpher Zwischenmasse und weiter zu den vollkommen kristallinischen, bei denen
sich auch die letzten Reste des Glases durch Entglasung in ein Kristallhaufwerk verwandelt haben.
(v. griech. enthus, zusammengezogen
aus entheos, gottvoll, gottbegeistert), dem Wortlaut nach der Zustand eines Menschen, der »des Gottes voll« ist, die in den
heidnischen Kulten als höchster Aufschwung geltende Verzückung, dann überhaupt trunkene Begeisterung ohne begleitende Willensentschlüsse.
Enthusiast, ein mit Enthusiasmus. Erfüllter, Begeisterter, ein leidenschaftlicher Bewunderer oder Verehrer von etwas,
z. B. Kunstenthusiast; Enthusiasten heißen daher in der alten wie in der
neuern Kirchengeschichte mehrere Sekten (z. B. Massalianer), die im schwärmerischen Gefühlstaumel den Boden, auf dem die sittliche
Lebensaufgabe des Christentums zu lösen ist, unter den Füßen verloren. Enthusiasmieren, mit Enthusiasmus erfüllen, begeistern, entzücken.
sinenecessitatenonsuntmultiplicanda (lat.,
»die Dinge sind nicht ohne Not zu vervielfältigen«),
metaphysischer Grundsatz, welcher verbietet, überflüssige Annahmen zu
machen, z. B. die Wärmeerscheinungen aus einem besondern Wärme-, die Lichtphänomene aus einem besondern Lichtstoff abzuleiten,
sobald ein einziger Grundstoff, der sogen. Äther (s. d.), zur Erklärung dieser sämtlichen Erscheinungen
ausreicht.
(s. v. w. Antichrist), Name eines zur Gruppe der sogen. Blockbücher (s. d.) gehörigen Holzschnittwerkes, der
ursprünglichen Gestaltung und Zusammenstellung der cyklischen Bilder nach der ersten Hälfte des 15. Jahrh.
angehörig.