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Gehört in der Hallenbadgarderobe: «Welches ist dein Scheissfach?» «Französisch, und deins?» «Chemie.» «Warum?» «Der Lehrer ist ein Idiot, er kann nichts erklären».
Mehr Klartext geht nicht. Da werden MINT-Experten in die Schulen geschickt, MINT-Foren werden veranstaltet, MINT-Kampagnen lanciert. Sogar Social Media-Influencer werben für MINT-Studien. Garantierte, langfristige und bestens bezahlte Jobs habe man mit einem MINT-Diplom, sagen sie, und dazu Karriereaussichten vom Feinsten. Zusammen mit einem MBA könne man später sogar in die Liga der Hartwährungsmilliardäre aufsteigen usw.
Aber leider nützt diese Propaganda rein gar nichts, wenn es die real existierenden Lehrkräfte nicht schaffen, ihre Schülerinnen und Schüler für MINT-Studien zu begeistern. Vor allem die hier besonders umworbenen Frauen wollen ganz genau wissen, warum es für sie mehr Sinn machen soll, Mathematik oder Physik zu studieren statt Psychologie oder Germanistik. Und wenn die Lehrperson auf diese Frage nicht überzeugend antwortet, dann ist das Ding gegessen. Sie müsste ja auch darlegen können, warum man in einer postindustriellen Gesellschaft überhaupt MINT-Studien absolvieren soll.
Statt in teure MINT-Kampagnen investiert man also besser in kompetente MINT-Pädagogen. Tönt doch gut, aber wie macht man das? Sagen wir es mal so: Wer mehr als 10 Jahre lang im gleichen Schulhaus hockt, der eignet sich nicht als «MINT-Werber». Er ist vielmehr eine institutionelle Leiche. Vielleicht reicht ja ein sanfter Rotationszwang schon für den «kritischen Pep» - auch unter den Französischlehrern natürlich.