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Paul Ernst Klee
Rieke Volkenandt
Ein Künstler mit zwei ausserordentlichen Talenten und einem Hang um gesehen zu werden.
Paul Ernst Klee wurde am 18. Dezember 1879 im Kanton Bern geboren. Er war Grafiker und ein Künstler, der sehr vielseitige Werke gestaltete. Er wuchs in einem guten Umfeld auf. Seine Eltern waren beide Musiker, was ihm einen siebenjährigen Geigenunterricht einbrachte, wodurch er mit elf Jahren schon so gut war, dass er bei der Bernischen Musikgesellschaft spielen durfte. Seine Eltern sahen für ihn aufgrund seines Talents ein Musikstudium vor, doch er zeichnete und dichtete lieber. Dies wurde von seinen Eltern nicht gefördert. Nach seiner Matura widersetzte er sich jedoch ihren Willen und zog nach München, um Kunst zu studieren. Seine Begründung, weshalb er sich gegen die Musik entschieden hatte, war, dass er den Höchstpunkt seines Können schon erreicht hatte und dass er mit den neuen Kompositionen nichts anfangen konnte.
Zuerst wurde Klee an der Akademie der Bildenden Künste in München abgewiesen und studierte so vorerst Grafik an der Privatschule von Heinrich Knirr. Danach liess er sich im Radieren und Ätzen ausbilden. Nachdem er dann eine Weile seinen sexuellen Interessen nachgegangen war, nahm er an einer Malklasse an der Kunstakademie teil, wenn auch nur sporadisch, da er nicht viel davon abgewinnen konnte. Ab Oktober 1901 bis 1902 machte er eine Studienreise nach Italien, die ihn sehr inspirierte. Nach seiner Rückkehr lebte er in seinem Elternhaus und verdiente seinen Lebensunterhalt als Geiger. Im Jahr 1904 studierte er im Kupferstichkabinett in München und reiste danach mit einem Freund nach Paris, wo er ein Studium der älteren Kunst im Louvre begann. Über Alfred Kubin lernte Klee August Macke und Wassily Kandinsky kennen und schloss sich 1911 ihrer Redaktionsgemeinschaft, dem «Blauen Reiter», an. Er wurde ein bedeutendes Mitglied der Gemeinschaft und nahm dadurch an seinen ersten Ausstellungen teil.
1914 brach Klee mit August Macke und Louis Moilliet nach Tunis auf. Während der ganzen Reise führte Klee Tagebuch und zeichnete Aquarelle. Einmal schrieb er:
„Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.“ (Zitat)
1916 wurde Klee in den Ersten Weltkrieg eingezogen, da er immer noch einen Deutschen Pass besass. Er kam erst nach dem Ende des Krieges zurück.
1920 wurde Klee ans staatliche Bauhaus in Weimar berufen und fing nur ein Jahr später an zu lehren. Nach einer Weile zog seine ganze Familie nach Weimar, was seinem Sohn ermöglichte, als jüngster Schüler des Bauhauses am Unterricht teilzunehmen. 1921 hatte Klee die Möglichkeit, an einer Ausstellung in den USA teilzunehmen und übernahm kurze Zeit später einen Teil des Bauhauses. Nach Ausstellungen, einem Umzug nach Dessau und einer Reise nach Ägypten wurde Klee Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Diese Professur dauerte jedoch nur drei Jahre, dann wurde er von den Nationalsozialisten unter Hitler als Jude beschimpft und musste sich um einen Beweis kümmern, dass er dem Christentum angehörte. Dies schaffte er dann auch, wurde aber als entarteter Künstler beschimpft und ging daraufhin wieder in Schweiz zurück. 1935 erkrankte er an einer Bronchitis, die sich dann zu einer Sklerodermie weiterentwickelte, an der er später starb. Vor seinem Tod hatte Klee jedoch noch sehr viele Bilder gemalt, da er eine Schubphase seiner Kreativität hatte. Doch viele seiner zeitgenössischen Werke wurden beschlagnahmt, an Händler und Sammler in den USA verkauft und in Ausstellungen über «entartete Kunst» gezeigt.
Über Klees Werke gibt es zu viel zu sagen, um alles in diesen Text zu verpacken. Doch ein Zitat von Klee beschreibt so ziemlich alles, was er gemacht hat: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar.“
Klees Werke sind in viele verschiedene Richtungen und Zeitabschnitte einzuordnen. Doch im Gesamten beschreiben kann man sie trotzdem. Oft nahm er Motive kindlichen Zeichnens und Kunststile verschiedener Naturvölker. Er wollte seine Werke auf so wenige Stufen reduzieren, dass die Umwelt einen neuen Einblick auf die Sache bekommt. Sowohl die Grafik wie auch das Malen spielten in seinem Leben eine wichtige Rolle. Bei der Malerei verwendete er unterschiedliche Maltechniken, unter anderem Ölfarben, Wasserfarben und Tinte. Oftmals mischte er diese Techniken und achtete auf die verschiedenen Untergründe, auf denen er malte. Seine Werke sind in den Expressionismus, Kubismus und Surrealismus einzuordnen, auch wenn nicht alle Werke zu klassifizieren sind, da sehr viele mit Träumen, Dichtungen und Musik zusammenarbeiten. Seine ganzen Werke sind im Œuvrekatalog zu finden.
Klees Frühwerke waren vor allem Radierungen, Malereien, die von anderen Bilder abstammen oder Hinterglasbilder.
Durch die Gruppe «Blauer Reiter» erhielt Klee viel Inspiration für seine späteren, durch Farben hervorstechenden Werke. Während seiner Zeit als Mitglied war er jedoch vor allem als Zeichner tätig. Von 1914 bis 1919 hatte Klee eine mystisch-abstrakte Periode. Er übertrug die Landschaft oder Städte in ein Raster und füllte dieses mit Aquarellfarben aus. Teilweise waren nur noch Teile des Abgebildeten zu erkennen, da Klee mit einer hohen Abstraktion arbeitete.
Während seiner Bauhaus-Zeit und seiner Zeit in Düsseldorf arbeitete er mit abstrakten grafischen Elementen, wenn auch grösstenteils mit Malerei, die oft kindlich und für viele Interpretationen offen war. Zur gleichen Zeit malte er viele seiner Lagen- und Streifenbilder. Durch seine Variationen des Leinwanduntergrunds und seiner Maltechniken erschuf er immer neue Bildwirkungen und Farbeffekte. In dieser Zeit entstand auch eines seiner vom Format her grössten Werke, denn Klee malte sonst immer sehr klein.
Als Klee in die Schweiz zurück kam, wurden seine Bilder dagegen immer grösser, da er mit seiner Krankheit zu kämpfen hatte. Seine Techniken blieben allerdings wie eh und je sehr verschieden und durchmischt.
Dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was man eigentlich über einen so grossartigen Künstler wie Klee schreiben könnte. Wenn man seine Bilder ansieht, findet man einerseits sehr viele Parallelen zu anderen Künstlern, andererseits aber auch Sichtweisen, von denen man vorher noch nichts gewusst hat. So ging es vielen Autoren, Dichtern und Komponisten, die sich durch seine Werke inspirieren liessen und auch noch immer lassen.
Wer seine Kunstwerke bestaunen und noch mehr über Klee erfahren möchte, sollte bis zum 21. Januar 2018 in die Fondation Beyeler gehen und sich die Ausstellung angucken.
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