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Bürogebäude Hänggi, Ostermundigen
Direkt hinter dem Bahnhof Ostermundigen ist der Metallbaubetrieb der Firma Hänggi angesiedelt. Der junge Nachfolger Hänggi beauftragt um 1969 den Architekten Urs Hettich mit der Planung eines kostengünstigen Bürobaus für die aufstrebende Firma. Da der grösste Teil der Parzellen bereits mit grossen Hallen besetzt ist und noch Rangierflächen für die An- und Auslieferung von Stahlprofilen und gebogenen Armierungseisen benötigt wird, hat Urs Hettich das Gebäude kurzerhand auf vier eng beieinander stehenden Stützen gestellt und so den Boden frei belassen. Zwischen den vier Stützen erschliesst die offene, vorfabrizierte Elementwendeltreppe den Bürobau.
Das eingeschossige Bürogebäude mit einer Abmessung von 13.5 mal 13.5 m hängt dabei an den Dachträgern (IPE 600 Profile) die 9.0 m über dem Terrain, allseitig über den vier inneren Stützen auskragen. Durch diese innovative Bauweise hat der Architekt zusammen mit dem Ingenieur die statischen Vorzüge des Baumaterials Stahl ideal genutzt. Das Gebäude besteht damit aus meist sehr filigranen Profilen und erscheint tatsächlich als schwebendes Gebäude.
Das Haus auf Stützen ist in der Bautradition eine stark verankerte Bauweise. Bereits die Pfahlbauer benutzten diese Bauart, jedoch ist die Konstruktionsweise als aufgehängtes Gebäude eine Rarität. Obschon mit dem Aufkommen des Stahlbaus, der sich ab etwa 1850 durch die Einführung vom Walzprofilen stark mit der gleichzeitigen Entwicklung der Eisenbahnen ausgeweitet und etabliert hat, gibt es praktisch keine Vorbilder für diesen Bau.