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Rudolf Diesel erfand den nach ihm benannten Dieselmotor. Seine Erfindung war unter anderem auch für die Baubranche sehr wichtig, finanzieller Erfolg war dem Ingenieur dennoch nicht beschieden. 1913 verschwand er auf eine mysteriöse Art und Weise – vermutlich fiel er von Bord, ob freiwillig oder unfreiwillig.
Rudolf Diesel hatte brillante Ideen und er besass eine ausreichende Beharrlichkeit, ihnen nachzugehen. Geboren wurde er in Paris, aber sein Vater stammte aus Augsburg. Dorthin kehrte er später zurück, um eine Ausbildung als Mechaniker zu absolvieren. Später schloss er in München ein Studium der Ingenieurswissenschaften ab. In allen seinen Ausbildungsstätten fiel er durch Brillanz auf, er war nicht nur Klassenprimus, sondern beendete auch seine Abschlussprüfungen stets als Bester.
Vom Eis zum Feuer
Es erstaunt nicht, dass der talentierte junge Mann, der als Volontär in eine Eisfabrik eintrat, dort rasch Karriere machte. Ein Jahr später war er schon Direktor. Indes: Es war nicht die Herstellung von Eis, die ihn interessierte. Im Jahr 1892 meldete Diesel beim Kaiserlichen Patentamt zu Berlin ein Patent auf eine «Neue rationelle Wärmekraftmaschine» an, das er ein Jahr später 1893 mit dem Betreff «Arbeitsverfahren und Ausführungsart für Verbrennungskraftmaschinen» erhielt. Damit war der Grundstein für die Entwicklung des Dieselmotors gelegt. Bloss: Der Weg dorthin war lang und steinig. Nach dem damaligen Stand der Technik schien Diesels Idee praktisch nicht umsetzbar zu sein. Insbesondere die von Diesel zuerst berechneten hohen Drücke galten als nicht beherrschbar. Diesel hatte weiter das Problem, dass das erhitzte Benzin nicht schon im Rohr verbrennen durfte. Der begabte Ingenieur rechnete mit einer Entwicklungszeit von einem halben Jahr, es wurden deren vier. Ohne die finanzielle Unterstützung des Direktors der Maschinenfabrik Augsburg – heute MAN – wäre es dem Ehemann und Familienvater nicht möglich gewesen, so lange an der Erfindung zu tüfteln. Endlich gelang der neue Motor zur Serienreife. Aber das bedeutete für Diesel einen Rückschlag. Denn die schlussendliche, von der Maschinenfabrik mitfinanzierte Entwicklung entsprach nicht mehr seinem Patent.
Erfolg und Misserfolg
Was folgte, waren jahrelange Patentstreitigkeiten, die Diesel zermürbten und seiner Gesundheit schadeten. Derweil traten die Dieselmotoren einen Siegeszug an. Dies brachte Diesel und seiner Familie kurzfristig einen finanziellen Segen, sie konnte in eine Villa ziehen. Aber weil er als Ingenieur zwar top war, als Geschäftsmann aber nicht, ging es wirtschaftlich rasch bergab. Auch wenn bald schon auch Schiffe und Lokomotiven mit Dieselmotoren betrieben wurden.
Am 29. September 1913 ging Diesel in Antwerpen an Bord eines Schiffes, um nach England überzusetzen. Unterwegs verschwand er spurlos. Zwei Wochen später fand die Besatzung eines anderes Schiffes eine sehr mitgenommene Leiche, die anhand von einigen wenigen kleinen Gegenständen vom Sohn Eugen als diejenige von Rudolf Diesel identifiziert wurde.
Rund um Diesels Tod gab es schon bald Mutmassungen und Gerüchte. Fakt ist, dass die Geschäfte seines Dieselsunternehmens sehr schlecht gingen. In England hätte er sich der Kritik einiger Aktionäre stellen müssen. Dies spricht für die Theorie eines Selbstmordes. Seine Mitpassagiere, indes, widersprachen dem. Diesel hätte eine gute Laune gehabt, hielten sie entgegen.
Ob der Tod auf einen Selbstmord oder auf einen Unfall zurückzuführen war, wurde nie geklärt. Fest steht, dass Dieselmotoren heute auch in der Baubranche eine wichtige Rolle spielen. Übrigens: Biodiesel ist heute im Trend. Schon Rudolf Diesel selber hatte Versuche mit Pflanzenölen durchgeführt. Weil diese damals aber sehr teuer waren, hatte er diesen Weg nicht weiter verfolgt.
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