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Finanzierung
Die wenigsten Doktorierenden können ihre Dissertation privat finanzieren, beispielsweise mit Hilfe der Eltern oder des Partners/der Partnerin. Häufig bildet eine Anstellung an der Uni, eine Teilzeitarbeit in der ausserakademischen Berufswelt oder ein persönliches Stipendium die ökonomische Basis. Die Universitäten bieten Doktorierenden dabei zwei Arten von akademischen Stellen an: von der Universität bezahlte Assistenzstellen und durch Drittmittel finanzierte Forschungsprojektstellen.
Assistenzstelle
AssistentInnen haben gemäss Reglement das Recht, einen gewissen Teil ihrer bezahlten Arbeitszeit für ihr Dissertationsprojekt aufzuwenden. In der Praxis ist dies oft nur schwer möglich, weil die anfallenden Arbeiten des Lehrstuhls die ganze Arbeitszeit beanspruchen.
Es ist wichtig, diese Situation mit dem Arbeitgeber zu klären. So kann beispielsweise vereinbart werden, dass während der Semesterferien mehr Arbeitszeit für die Dissertation eingesetzt werden darf, dafür wird während des Semesters die eigene Forschungstätigkeit zurückstehen müssen.
Neben der oftmals starken Arbeitsbelastung am Lehrstuhl bringen Assistenzstellen auch Vorteile mit sich: Sie erleichtern Doktorierenden die Integration ins akademische Umfeld, stellen die universitäre Infrastruktur zur Nutzung zur Verfügung und begünstigen aufgrund der Mitarbeit in Lehre und Forschung den Einstieg in eine akademische Laufbahn.
Drittmittelstelle in einem Forschungsprojekt
Eine weitere häufig genutzte Möglichkeit zur Finanzierung des Doktorats sind sog. Drittmittelstellen in Forschungsprojekten, bei denen Doktorierende über organisationsexterne Mittel, insbesondere über Gelder des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), finanziert werden.
Die Gelder für diese Projekte werden nicht von den Doktorierenden selbst, sondern von der Projektleitenden, z.B. von Professoren und Professorinnen, beantragt. Die Doktorierenden arbeiten dabei in einem bestehenden Forschungsprojekt mit und können einen Teil ihrer Arbeitszeit für die Dissertation reservieren. Manchmal sehen diese Stellen neben der Arbeit im Projekt auch eine Beteiligung an universitären Aufgaben (z.B. Lehre und Verwaltung) vor. Auch hier gilt: Ihr Arbeitgeber entscheidet, unter welchen Bedingungen Sie doktorieren, also sprechen Sie in Ihrem Bewerbungsgespräch darüber, wie er/sie sich Ihre Anstellung vorstellt!
Drittmittelstellen haben ähnlich wie die Assistenzstelle den Vorteil, dass sie die Einbindung ins akademische Umfeld erleichtern und die universitäre Infrastruktur genutzt werden kann. Im Gegensatz zu den Assistenzstellen kann jedoch ein grosser Teil der bezahlten Arbeitszeit für die Dissertation verwendet werden, dafür fällt die Bezahlung schlechter aus als bei den Assistenzstellen und die Anstellungsdauer ist in der Regel kürzer.
Anstellung innerhalb eines strukturierten Doktoratsprogramms
Es gibt in seltenen Fällen die Möglichkeit, sich auf ein Stipendium, das von einem Doktoratsprogramm oder von einer Graduiertenschule vergeben wird, zu bewerben. Der Vorteil dabei ist die Einbindung in ein strukturiertes Programm, andererseits ist dies aber oft an die Verpflichtung gebunden, aktiv am Programm mitzuwirken.
Ausseruniversitäres Forschungsprojekt
Es ist unter Umständen möglich, eine Dissertation im Rahmen eines ausseruniversitären Forschungsprojekts - im Rahmen einer Anstellung - zu schreiben (z.B. bei grossen Organisationen wie der Post, der chemisch-pharmazeutischen Industrie). Fragen lohnt sich! Die Betreuung findet jedoch wie bei den anderen Modellen am Lehrstuhl einer Universität statt.
Eigenes Forschungsprojekt
Schliesslich gibt es die Möglichkeit, ein persönliches Stipendium für ein eigenes Dissertationsprojekt zu beantragen. Eigene Dissertationsprojekte werden in der Regel vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF), den Universitäten oder von privaten Stiftungen vergeben. Einen guten Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten von Dissertationen finden Sie in der Broschüre „Erfolgreich promovieren – Leitfaden für Doktorierende“, S. 31-34 (Download unter: Weiterführende Infos).
Dissertation in der Freizeit schreiben
Falls Sie eine gut bezahlte Teilzeitstelle ausserhalb der Universität innehaben oder Sie aus Gründen der Arbeitsteilung mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin nicht ausser Haus arbeiten, besteht die Möglichkeit, eine Dissertation zu Hause in Ihrer Freizeit zu verfassen.
Die letztgenannten beiden Modelle haben neben einem grossen persönlichen Freiraum den Nachteil, dass Sie sich die Kontakte zu Forschenden selber organisieren müssen.Hier wäre es nützlich, eine Betreuungsperson anzufragen, die ihrerseits eine Infrastruktur für DoktorandInnen anbietet (z. B. regelmässige Treffen der DoktorandInnen, die den Stand ihrer Arbeit zur Diskussion stellen).
Mehr Infos finden Sie auf der Webseite des Schweizerischen Nationalfonds (Link unter: Weiterführende Infos).