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Der Agglomerationsraum Luzern erlebt einen dynamischen Wandel: Stadt und umliegende Gemeinden wachsen funktional und räumlich immer mehr zusammen, und ehemals periphere Gebiete treten in den Mittelpunkt. So auch das an der Schnittstelle der Gemeinde Emmen und im Norden der Stadt Luzern liegende Gebiet Bahnhof Emmenbrücke-Seetalplatz-Reussbühl: Dort bietet sich im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Verkehrswege und des Flussraumes die Chance, ein neues Stadtzentrum zu gestalten, das im Kernbereich etwa 2000 Wohnungen und rund 4000 Arbeitsplätze beherbergen könnte. Um die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des neuen, gemeindeübergreifenden Stadtzentrums festzulegen, haben sich Ende 2006 der Kanton und die Stadt Luzern sowie die Gemeinden Emmen und Littau - Letztere hat 2010 mit der Stadt Luzern fusioniert - im Rahmen des Modellvorhabes «Stadtzentrum Luzern Nord» zur Erarbeitung eines gemeinsamen Masterplans entschieden. Mit dem für das Gebiet entworfenen Masterplan wurde die Entwicklung des Gebiets Bahnhof Emmenbrücke-Seetalplatz-Reussbühl bezüglich Städtebau, Verkehrsführungen, Strassen- und Freiraumgestaltung sowie Hochwasser- und Umweltschutz unter Einbezug aller massgebenden Akteure festgelegt.
Testplanungen als Basis für den Masterplan
Zur Konkretisierung einer städtebaulichen Vision des neuen Stadtzentrums wurde zwischen Juni 2008 und März 2009 eine Testplanung mit vier Teams durchgeführt. Drei Themen standen während des ganzen Prozesses im Vordergrund: Neben dem Erfordernis einer neuen Verkehrslösung für den Seetalplatz - den grössten Verkehrsknotenpunkt der Agglomeration - und dem notwendigen Hochwasserschutz an der Kleinen Emme stand die Siedlungs- bzw. Stadtzentrumsentwicklung im Vordergrund. Das Begleitgremium des Modellvorhabens, das sich unter anderem aus Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertretern der Stadtentwicklung Luzern, dem Gemeindeammann Littau und einem Vertreter des Gemeinderats Emmen zusammensetzte, wählte einen dieser vier Testbeiträge als Grundlage aus. Auf Basis dieser Testplanung wurde dann der Masterplan erarbeitet, der die Konzepte der Testplanung übersetzt und Regelungen in Bezug auf Bautypologie, Nutzungsart sowie Anlage und Gestaltung der öffentlichen Räume enthält.
Masterplan ist für Gemeinde und Kanton verbindlich
Der Masterplan wurde im Dezember 2010 von Regierungsrat, Stadtrat Luzern und Gemeinderat Emmen genehmigt. Das Hauptziel des Modellvorhabens, einen Masterplan zu erarbeiten, der eine mit dem Verkehr abgestimmte und hochwasserschutzgerechte Stadtzentrumsentwicklung aufzeigt, konnte somit erreicht werden. Mit der Unterzeichnung wurde der Masterplan für die beteiligten Partner und für die kommunale wie kantonale Verwaltung verbindlich. Nachdem das Stimmvolk im Juni 2012 den erforderlichen (Mehr-)Kosten des Verkehrsführungsprojekts zugestimmt hatte, wurde mit der definitiven Planung und Umsetzung begonnen.
Verantwortlich für die Umsetzung ist dabei ein neu eingesetzter Gebietsmanager als Gesamtkoordinator. Er überwacht den Umsetzungsprozess im im Bearbeitungsperimeter Luzern Nord und koordiniert den Umsetzungsprozess mit allen Beteiligten. Für die Umsetzung wurden verschiedene Teilprojekte in den Bereichen Nutzungsplanung, Mobilität und Hochwasserschutz sowie Siedlungsentwicklung definiert und für deren Bearbeitung jeweils eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Auch die Bevölkerung wird aktiv miteinbezogen: Im Rahmen des Teilprojekts «Luzern Nord gemeinsam entwickeln» wird ein kontinuierlicher Dialog zwischen der Bevölkerung der umliegenden Quartiere und den Verantwortlichen der Teilprojekte sichergestellt. Dadurch können auch mögliche kritische Entwicklungen wie Verdrängungseffekte oder Immobilien- und Mietpreissteigerungen frühzeitig erfasst und durch geeignete Massnahmen aufgefangen werden. Neben der Umgestaltung des Seetalplatzes, den Hochwasserschutzmassnahmen, der neuen Verkehrsführung und dem neuen Busbahnhof soll im neuen Stadtzentrum Nord auch die kantonale Verwaltung ihren zentralen Standort erhalten.