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Zum Porzellan gehören drei grosse Gruppen, die sich in ihrer chemischen und mineralischen Zusammensetzung unterscheiden: Hartporzellan, Weichprozellan und Knochenporzellan. Gemeinsam ist allen drei Varietäten, dass der Scherben, im Gegensatz zu Steinzeug, Steingut, Irdenwaren und Fayence leicht lichtdurchlässig und in der Regel glasartig dicht gesintert ist.
Hartporzellan
Keramik mit einer künstlichen Massemischung, vollständig gesintertem, glasartigem Scherben, generell weiss und schwach durchscheinend. Die Masse des Hartporzellans setzt sich aus Kaolin (ein spezieller weisser Ton), Feldspath (ein Flussmittel fondant) und Quartz (erleichtert die Sinterung und Verglasung der Masse) zusammen. Generell wird Hartporzellan zunächst bei 800 bis 1000 ºC geschrüht (Biscuit). Anschliessend erhält das Objekt seine Glasur, die ebenfalls Feldspath enthält und bei einem zweiten Glattbrand bei 1350 bis1450 ºC auf der Unterlage fixiert wird. Der Porzellandekor kann als Unterglasurdekor (meist kobaltblau) auf das Biscuit gemalt werden und wird mit der Glasur gebrannt. Der sog. Aufglasurdekor wird auf die Glasur gemalt und mit weiteren nachfolgenden Bränden bei niedrigeren Temperaturen zwischen 800 und 900 ºC eingebrannt. Die Vergoldung von Porzellan benötigt einen vierten Brand bei 700 bis 800 ºC. Die Glasur des Hartporzellans lässt sich im Prinzip nicht mit einem Messer ritzen. Während europäisches Porzellan meist weiss erscheint, hat asiatisch-chinesisches in der Regel einen leicht bläulichen Farbstich.
Frz.: porcelaine dure
Engl.: hard-paste porcelain
Weichporzellan (auch Frittenporzellan)
Keramik mit einer künstlichen Massemischung, vollständig gesintertem, glasartigem Scherben, generell weiss und schwach durchscheinend. Die Masse des Weichporzellans setzt sich aus einem kalkhaltigen weissen Ton, einer Beimischung von Kalk und einer Glasfritte oder kleingestampftem Glas zusammen. Der Schrühbrand erfordert etwa 1100 bis 1200 ºC. Als Glasur wird eine Bleiglasur aufgetragen und in einem zweiten Brand bei 1000 ºC eingebrannt. Die verschiedenen Dekormöglichkeiten sind dieselben wie beim Hartporzellan, jedoch steht die Aufglasurmalerei nicht so hart auf der Glasuroberfläche wie beim Hartporzellan. Die Malfarben verbinden sich sehr gut und glänzend mit der Bleiglasur der Oberfläche und setzen sich optisch nicht davon ab. Die Glasur des Weichporzellans wird durch Messerklingen geritzt, da sie deutlich weicher ist, als die Feldspath-Glasur des Hartporzellans.
Frz.: porcelaine tendre
Engl.: soft-paste porcelain
Knochenporzellan
Ursprünglich in England im 18. Jahrhundert auf der Basis von Weichporzellan entwickelte, schwach durchscheinende Keramik mit einer künstlichen Massemischung (ab den 1790er-Jahren) aus 50% Knochenasche, 25% Kaolin und 25% „china stone“ (feinkörniger, feldspatreicher, kaolinisierter Granit ohne eisenhaltige Mineralien). Knochenporzellan ist vollständig glasartig gesintert. Es ist für seine mechanische und physische Härte, geringe Abplatzungsgefahr und strahlende Weissfarbigkeit des Scherbens bekannt.
Frz. porcelaine à base d’os (bone china)
Engl.: bone china