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Einführung
Als erste embryonale Gefässe entwickeln sich isolierte Gefässinseln. Sie konfluieren zu Plexen, woraus sich das einheitliche Strombett der zuerst paarigen Aorten (Stadium 9) bildet. Das Blut, welches aus den Ventrikeln des Herzens in den Kreislauf des Embryos gepumpt wird, gelangt über ein paariges System von Aortenbögen in diese paarige dorsale Aorten (Stadium 9-10).
Im Laufe der Entwicklung entstehen 6 Aortenbögen. Es sind aber nie alle 6 gleichzeitig vorhanden, sondern es besteht auch hier ein kranio-kaudaler Gradient. Die dorsale Aorten sind zuerst paarig angelegt (Stadium 10) fusionieren aber im Verlaufe der Entwicklung von Höhe C7 bis zum Abgang der Aa. umbilicales.
Aortenbögen
Die Aortenbögen sind Gefässe, die den Saccus aorticus des Herzens beidseits des Pharynx mit der paarigen Aorta dorsalis verbinden. Sie entwickeln sich nacheinander in den Pharyngealbögen. Wenn die Aortenbögen 3-6 erscheinen (Stadium 14), sind die ersten zwei schon wieder mehr oder weniger verschwunden.
Zwischen den Pharyngealbögen befinden sich die Pharyngealtaschen als endodermale Aussackungen. Einen grossen Einfluss auf die normale Entwicklung der Aortenbögen scheinen auch die Neuralleistenzellen zu haben, die von dorsal über die Pharyngealbögen bis zum Herzen wandern (vgl. Auftrennung des Ausflusstraktes).
Dieses sukzessive Erscheinen der Aortenbögen widerspiegelt das Prinzip morphologischen Adaptation des Gefässsystems an die verschiedenen Stadien der Entwicklung des Embryos.
- Die ersten 3 Bögen werden für die Versorgung der zervikalen und kranialen Regionen adaptiert und bilden u. a. das System der Karotisarterien (A. carotis interna [Stadium 11]), welche für die Versorgung von Gesicht und vorderen Teilen des Gehirns verantwortlich sind. Die A. carotis externa (Stadium 14) entsteht etwas später als eigenständiges Gefäss.
- Mit der asymmetrischen Entwicklung des Herzens und der Auftrennung des Ausflusstraktes entwickelt sich auch der 4. Aortenbogen asymmetrisch. Der linke 4. Aortenbogen bleibt als Arcus aortae des Erwachsenen bestehen, der rechte bildet den proximalen Teil der A. subclavia dextra.
- Es wird immer von 6 Aortenbögen gesprochen. Jedoch treten die letzten zwei nie in prominenter Bogenform in Erscheinung wie die ersten 4. Der 5. Aortenbogen bildet nur ein kleines Kapillarnetz und der 6. erscheint als prominentes Kapillarnetz mit der frühen Entwicklung von Trachea und Lungen. Er wird auch Pulmonalisbogen genannt. Nur seine nach vorne gerichtete dorsale Aussprossung aus der dorsalen Aorta bildet ein richtiges Gefäss, den Ductus arteriosus, welches durch den Anschluss an die linke ventrale Aussprossung aus dem Saccus aortae bzw. Trunkus pulmonalis, die Lunge kurzschliesst. So wird verhindert, dass das Blut des rechten Ventrikels die noch zarten Kapillaren der Lunge zu stark durchblutet.
- Die A. subclavia sinistra entsteht aus der 6. A. intersegmentalis sinistra im Bereich des 6.-7. Zervikalsegmentes. Durch unterschiedliche Wachstumsvorgänge (vgl. Descensus des Herzens) scheint es verständlich, dass die Aorte (4. Aortenbogen) weiter nach unten gelangt und so die A. subclavia sinistra schliesslich als Abgang der Aorta erscheint.
Man findet in der Literatur unterschiedliche Angaben über die Herkunft der linken A. subclavia. Manche Autoren nennen die 7. Intersegmentalarterie als Ursprung, andere wiederum die 6.
über den Ursprung der Arterien, die von den Aortenbogenarterien stammen.