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Dummyload
Will man einen Sender abstimmen, Leistung messen oder sonst was testen, dann soll er mit einer passenden Last abgeschlossen werden damit sich die Transistoren nicht in Rauch auflösen. Diese Last ist im einfachsten Fall die (wohl sowieso) vorhandene Antenne. Will man den Sender aber auf unterschiedlichen Frequenzen oder für längere Zeit testen und dabei niemanden stören, dann ist es von Vorteil die Energie des Senders anstatt über die Antenne abzustrahlen, in einer künstlichen Last, dem Dummyload, zu verbraten.
Das Dummyload soll für ein gutes Funktionieren folgende Eigenschaften haben:
Es soll entsprechend der Leistung des Senders belastbar sein
Sein Widerstand soll dem des Senders angepasst sein, damit keine Leistung reflektiert wird
Es soll ein reiner Wirkwiderstand sein
Das Dummyload ist also im einfachsten Fall ein entsprechend belastbarer, nicht induktiver 50 Ohm Widerstand.
Oft wird auch eine Glühlampe als Abschluss verwendet, was aber eigentlich keinen Sinn macht. Der Widerstand des Glühfadens ändert sich mit Erwärmen um einen Faktor > 10, die Glühlampe ist also alles andere als eine passende Last. Man wird mit ihr weder eine annähernd korrekte Leistungsmessung, noch eine Anpassung des Senders durchführen können.
Gute Ergebnisse dagegen kann man mit Schichtwiderständen erreichen. Durch das Parallelschalten von solchen, ist das Bauen eines Dummyloads für mehrere Watt Leistung möglich. Für grössere Leistungen entscheidet man sich lieber für ein käufliches, da dem Parallelschalten durch die Entstehung von unerwünschten Kapazitäten Grenzen gesetzt sind. Entsprechende Dummyloads werden oft zu guten Preisen auf eBay angeboten.
Das Bild zeigt ein einfaches Dummyload. Man kann es kurzzeitig mit der Nennleistung des Widerstands belasten. Um schädliche Induktivitäten zu vermeiden, sollen die Anschlussdrähte möglichst kurz gehalten werden.
Grössere Belastbarkeit erreicht man wie erwähnt durch das Parallelschalten von mehreren Widerständen, mit dem guten Nebeneffekt, dass die Induktivität sich verkleinert. Um auf die gewünschten 50 Ohm zu kommen, muss man natürlich entsprechend höhere Widerstandswerte verwenden. Schaltet man z.B. 20 Widerstände parallel, so müssen 1kOhm Widerstände her.
Mit 1/2 Watt Typen wäre so ein Dummyload also mit rd. 10 Watt belastbar. In der Praxis würden die Widerstände aber zu heiss und damit auch ihre Werte ändern. So 5 Watt Dauerbelastung liegen aber drin.
Da so ein Dummyload in einem gewissen Grade auch noch HF abstrahlt, gehört es eigentlich in ein abschirmendes Gehäuse. Eine leere Weissblechdose, z.B. vom Katzenfutter dient gut. Man befestigt die Anschlussbuchse leitend durch ein Loch im Deckel und lötet auch die eine Seite der Widerstände daran an. Die andere Seite der Widerstände kommt an eine Scheibe (ebenfalls ein Dosendeckel oder ein Stück Print o.s.), die mit dem Leiter verbunden wird.
Ist die Dose gut dicht, kann man sie zwecks einer besseren Wärmeableitung mit Öl füllen. Die Belastbarkeit erhöht sich so etwa auf das doppelte. Transformatorenöl ist richtig giftig und daher nicht zu empfehlen, normales (synthetisches) Motorenöl eignet sich aber genauso gut.