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Durchgeführt wurde die Studie von der ETH Zürich im Auftrag der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF). Ziel war es, umfassende Daten zur Nachhaltigkeit der Schweizer Zuckerproduktion zu erhalten und einen unabhängigen Vergleich zu brasilianischem Importzucker zu ermöglichen. Die ETH hat für den Vergleich die drei Nachhaltigkeitsdimensionen "Ökologie", "Ökonomie" und "Soziales" verwendet. In Sachen Ökologie und Soziales siegte der Schweizer Zucker deutlich, in der Kategorie Ökonomie kann der Schweizer Zucker hingegen nicht mit brasilianischem mithalten. Verglichen wurde industriell hergestellter weisser Rübenzucker aus der Schweiz mit industriell hergestelltem weissem brasilianischem Rohrzucker. Dabei wurden für die Schweiz Mittelwerte des Rübenanbaus im Mittelland verwendet. In Brasilien wurden die Mittelwerte des Zuckerrohranbaus der Region Central South – dem weltweit grössten Anbaugebiet von Zucker – einbezogen.
Bessere Ökobilanz in der Schweiz
Im Bereich Ökologie wurden neben dem Anbau von Zuckerrüben respektive Zuckerrohr auch die gesamten Vorleistungen wie etwa die Herstellung von Dünger bis hin zur Ablieferung des Zuckers ins Lager der Abnehmer mit einbezogen. Generell weise die Schweizer Zuckerrübenproduktion die bessere Ökobilanz als Brasilien auf, so die Studie. Am stärksten ins Gewicht fällt bei beiden Ländern der landwirtschaftliche Anbau der Ausgangsprodukte, gefolgt von der Verarbeitung in den Fabriken. Zudem fällt beim Import von brasilianischem Zucker der Transport mit fast 20 Prozent der Umweltbelastungen ins Gewicht, während Schweizer Zucker dabei die Umwelt kaum belastet.
Zehn Prozent Kinderarbeit
Deutlich besser schneidet der Schweizer Zucker im sozialen Bereich ab. In Brasilien herrschen teils verheerende soziale Zustände. Laut Studie fallen vor allem die Bedingungen für die Feldarbeiter in Brasilien negativ auf. Sie müssen für einen schlechten Lohn einen hohen Arbeitsaufwand tragen, dies bei geringen Sicherheitsstandards. Zudem sind rund drei Prozent der Beschäftigten Zwangsarbeiter. Ebenfalls verbreitet ist die Kinderarbeit: Fast jeder zehnte Arbeiter ist noch nicht einmal 15 Jahre alt. Doch nicht nur die Arbeiter, auch die anderen Bewohner der Region leiden teils unter dem Rübenanbau. So werden nach wie vor rund 70 Prozent der Felder vor der Ernte abgebrannt, was zu starken Emissionen führt. Auch Enteignungen und Umsiedlungen, oft auf Kosten indigener Bevölkerungsgruppen, sind laut der Studie relativ häufig.
Brasilien ist rentabler
Als Sieger geht Brasilien nur im Bereich der Ökonomie hervor. So hat Brasilien mit 29 gegenüber 21 Prozent eine höhere Umsatzrentabilität. Besonders gross sind die Unterschiede auch bei den Produktionskosten, diese betragen in der Schweiz 85 Rappen pro Kilogramm Zucker, in Brasilien nur gerade 14 Rappen. Das erstaunt mit Blick auf die soziale Situation in Brasilien nicht weiter. Der Anteil der Zuckerproduktion am Bruttoinlandprodukt ist in Brasilien mehr als fünfmal höher als in der Schweiz (0,16 zu 0,03 Prozent). Grund ist der Unterschied in der Produktionsmenge: In Brasilien werden pro Jahr rund 30 Millionen Tonnen Zucker hergestellt, 120mal so viel wie in der Schweiz.
Die komplette Studie kann unter bit.ly/tCslgk abgerufen werden.