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Methionin Arzneimittelgruppen AminosäurenL-Methionin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der essentiellen Aminosäuren, der zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen und Phosphatsteinen verabreicht wird. Die Effekte beruhen auf der Ansäuerung des Harns durch Stoffwechselprodukte der Aminosäure. Die Tabletten werden in der Regel dreimal täglich vor den Mahlzeiten eingenommen. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Verschiebung des Blut-pH in den sauren Bereich, Magen-Darm-Beschwerden und Reizbarkeit. Methionin verstärkt die Effekte einiger Antibiotika.Produkte
Methionin ist in Form von Tabletten im Handel. Die rezeptpflichtigen Acimethin®-Filmtabletten wurden im Jahr 1988 als Arzneimittel zugelassen. Burgerstein® L-Methionin ist ein Nahrungsergänzungsmittel ohne Indikation.Struktur und Eigenschaften
L-Methionin (C7H13NO3S, Mr = 191.2 g/mol) ist eine natürliche, schwefelhaltige und essentielle Aminosäure, die im Körper unter anderem für die Biosynthese von Proteinen verwendet wird. Methionin liegt als weisses, kristallines Pulver oder als farblose Kristalle vor und ist in Wasser löslich.
Wirkungen
Methionin (ATC V03AB26 ) führt zu einer Ansäuerung des Harns und hemmt dadurch die Anheftung von Bakterien an die Urothelzellen sowie das Bakterienwachstum. Die Effekte beruhen auf der Bildung von Sulfat, das über die Nieren ausgeschieden wird. Dabei werden Protonen in den Harn sezerniert und dieser wird angesäuert.
Methionin verbessert die Steinlöslichkeit, hemmt die Steinneubildung und verbessert die Wirkung einiger Antibiotika. Es ist im Körper unter anderem für die Synthese von S-Adenosylmethionin, Homocystein, Cystein und Taurin von Bedeutung.Indikationen
- Zur Harnansäuerung bei chronischen Harnwegsinfekten.
- Zur Vorbeugung von Phosphatsteinen.
- Zur Optimierung der Wirkung von Antibiotika mit Wirkungsoptimum im sauren Urin, z.B. von Ampicillin, Carbenicillin, Sulfonamiden, Nalidixinsäure und Nitrofurantoin.
- Für die parenterale Ernährung (intravenöse Infusionslösungen).
- Als Nahrungsergänzungsmittel.
Gemäss der Fachinformation. In der Regel werden dreimal täglich 500 bis 1000 mg vor den Mahlzeiten eingenommen. Während der Behandlung soll ausreichend Wasser getrunken werden.
Methionin ist ein Vorläufer von Homocystein. Hohe Werte dieser Aminosäure gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deshalb soll bei einer Langzeittherapie mit Methionin auf eine ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen (B2, B6, B12) und Folsäure geachtet werden. Denn diese Vitamine sind am Homocysteinabbau beteiligt.Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Metabolische Azidose, renale tubuläre Azidose
- Schwere Leberinsuffizienz
- Hyperurikämie, Hyperurikosurie
- Harnsäure-Cystinstein-Diathese
- Oxalose
- Angeborene Stoffwechselstörungen (z.B. Homocysteinurie)
- Schwere Niereninsuffizienz
- Säuglinge, Kinder unter 12 Jahren
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Die Wirkungen von Arzneimitteln, die infolge einer Ansäuerung des Harns in der Niere vermehrt rückresorbiert werden, können verstärkt werden. Dazu gehören die erwähnten Antibiotika (siehe oben). Eine weitere Wechselwirkungen wurde mit Levodopa beschrieben.Unerwünschte Wirkungensiehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, D)
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Garlick P.J. Toxicity of methionine in humans. J Nutr, 2006, 136(6 Suppl), 1722S-1725S Pubmed
- Miller A.L. The methionine-homocysteine cycle and its effects on cognitive diseases. Altern Med Rev, 2003, 8(1), 7-19 Pubmed
- Pagonas N., Hörstrup J., Schmidt D., Benz P., Schindler R., Reinke P., van der Giet M., Zidek W., Westhoff T.H. Prophylaxis of recurrent urinary tract infection after renal transplantation by cranberry juice and L-methionine. Transplant Proc, 2012, 44(10), 3017-21 Pubmed
- Produkte-Kataloge
- Quellen
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.