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Eher defensiv aber keineswegs unwichtig sind die Funktionen der Schultertasten. Mit L1 blendet ihr eine transparente Übersichtskarte ein, die euch dabei hilft, den richtigen Weg zu finden. Drückt ihr erneut L1, wird die Karte kleiner und in die rechte, obere Ecke geschoben, so dass ihr bessere Sicht auf das tatsächliche Spielgeschehen habt. Drückt ihr dann nochmals L1, wird die Karte komplett ausgeblendet. R1 lässt euren Charakter blocken, wodurch fast alle Angriffe abgewehrt werden können. Wichtig ist es hier zu beachten, dass nur mit einem Schild beliebig lange geblockt werden kann. Tragt ihr nur eine Waffe, könnt ihr zwar auch blocken, euer Charakter kann die Abwehr aber nur recht kurz aufrecht erhalten und ihr seid zumindest für kurze Zeit verwundbar. Abhilfe schafft hier für den Zwergenkrieger eine spezielle Fähigkeit, die es ihm erlaubt, beliebig lange mit einer Waffe zu blocken. Mit der R2- und L2-Taste trinkt ihr Heil- oder Regenerationstränke. Erstere geben euch natürlich Lebenspunkte wieder, während Regenerationstränke euren Manavorrat wieder aufstocken, so dass wieder gezaubert werden kann.
Das Gameplay
Wenn ihr gerade nicht durch die linearen Gänge der verschiedenen Ortschaften stampft und ganze Horden von Monstern erlegt oder die Beute in der Stadt verkauft - was eher selten vorkommt - dann unterhaltet ihr euch entweder mit jemandem, der euch einen neuen Auftrag oder einfach Informationen gibt, oder löst eines der eher seltenen Rätsel. Um wirkliche Rätsel handelt es sich in dem Falle dann auch kaum, da meist simpleres gefragt ist, wie beispielsweise das Verschieben einiger Urnen auf die richtigen Plattformen in einer Gruft oder das Finden mehrerer wichtiger Gegenstände wie in den Gebirgen nahe der Zwergenmine. Eines der schwierigeren dieser Rätsel erwartet euch bei den Gemäuern der Diebesgilde. Dort gilt es nämlich auf fliegende Steinplattformen zu springen, von denen einige dann sogleich einstürzen. Nur eine einzige Steinplattform, die ihr erreichen könnt, wird nicht einstürzen und auf diese gilt es dann wiederum zu springen. Neben dem Erkennen des Schemas sind vier vor allem flinke Reaktionen gefragt. Auf wirklich anspruchsvolle Rätsel wurde aber bewusst verzichtet.
Mit einer der wichtigsten Punkte bei einem Spiel wie 'Baldur's Gate: Dark Alliance' ist natürlich die Vielfalt der Gegenstände. Auch hier enttäuschen die Snowblind Studios nicht. Die Waffen reichen von rostigen Dolchen über schwere Äxte bis hin zu mannshohen Hellebarden. Bei den Rüstungen sieht es ähnlich aus, so werdet ihr anfangs in normalen Kleidern oder einer billigen Lederrüstung herummarschieren, bald aber schon ein vergleichsweise schweres Kettenhemd tragen und schliesslich in voller Plattenpanzer-Montur gegen Echsenmenschen antreten. Abgesehen davon gibt es natürlich noch die magischen Attribute, die alle Gegenstände im Spiel besitzen können. Während Rüstungsteile und Schilder leider nur recht simple Boni bei der Rüstungsklasse bringen, sind magische Waffen nicht nur stärker. Eine 'Mithralzweihandaxt des Flammeninfernos und der Verteidigung +5' ist beispielsweise nicht bloss von ausgezeichneter Qualität und auch noch um fünf Angriffspunkte besser als eine normale Zweihandaxt, sondern auch noch besonders effektiv gegen Monster in den eisigen Bergen und wertet ganz nebenbei auch noch eure Rüstung auf. Ausserdem gibt es dann noch magische Amulette und Ringe, auf denen ihr zwar keine elbischen Runen finden aber immerhin mit diversen Steigerungen eurer Werte beglückt werdet, solange ihr sie tragt. Ihr seht also, Sammelorgien ähnlich wie bei 'Diablo' steht nichts im Wege.

Ansonsten gibt es noch einige kleine Elemente, die zwar nur bedingt für Abwechslung sorgen können, aber trotzdem eine nette Dreingabe sind. Beispielsweise werdet ihr des öfteren spezielle Fässer finden, die explodieren, sobald ihr auf sie einschlagt. Da diese Kisten sich aber auch optisch von normalen unterscheiden und es möglich ist, eine an der Kiste angebrachte Lunte in Brand zu stecken, können geschickte Helden schnell eine wirkungsvolle Bombe basteln, die den Gegner in Stücke reissen oder zumindest schwächen kann.
Gleich doppelt Spass machen die Ausflüge in die Welt von 'Baldur's Gate: Dark Alliance' mit dem kooperativen Zweispielermodus, bei dem ihr wie gehabt gegen zahlreiche Monster antretet, dabei aber immer zu zweit seid und euch so gegenseitig ergänzen könnt. Ist der eine Spieler also mit dem zwergischen Kämpfer und der andere mit der Hexenmeisterin unterwegs, seid ihr eigentlich ein perfektes Team und könnt euch stets gegenseitig ergänzen, so dass der stärkere Zwerg sich auf die Monster stürzt und die Hexenmeisterin magische Unterstützung bietet. Eine etwas nervige Kleinigkeit ist hier allerdings, dass Gegenstände nicht auf direktem Wege ausgetauscht werden können. Auch wenn es euch nicht stört, dass ihr den Gegenstand immer erst auf den Boden werfen müsst, wo ihn der andere dann aufhebt, so werdet ihr vor einem Problem stehen, sobald Gold getauscht werden soll: Das ist nämlich ganz einfach nicht möglich. Da Gold kein Gewicht hat, gibt es keinen Grund, es wegschmeissen zu können. Da ein direkter Austausch wiederum nicht möglich ist, bleibt das Gold immer beim Finder, so dass die charismatische Elfe, die alle Waren um zehn Prozent billiger bekommt, dann zuschauen darf, wie ihr Gefährte unnötig teuer einkauft, aber nichts dagegen tun kann.
Die Grafik
Grafisch zeigt sich 'Baldur's Gate: Dark Alliance' schlicht genial. Alle Charaktere sind aus Unmengen von Polygonen modelliert - was vor allem bei den Unterhaltungen sehr deutlich wird - und mit viel Liebe zum Detail animiert. Auch die über 35 verschiedenen Monster können da mithalten und bewegen sich nicht nur realistisch, sondern sehen auch grandios aus. Sie können durch Blutspritzer Spuren hinterlassen und somit auch dann noch begeistern, wenn sie schon tot sind. Die Umgebungen enttäuschen ebensowenig und weisen teilweise die beeindruckendsten Texturen vor, die bisher auf der PS2 zu sehen waren. Sei es der realistisch von Fackeln erleuchtete Steinboden der Kanalisation oder das Grass im Freien - nirgends werdet ihr matschige oder pixelige Texturen vorfinden. Wobei hier natürlich erwähnt werden muss, dass durch die drehbare Vogelperspektive immer genau der richtige Abstand vorhanden ist, damit die Texturen auch wirklich beeindrucken können.

Ebenfalls spektakulär sind die zahlreichen Effekte. Alle zu beschreiben ist gar nicht möglich, da es überall irgendetwas zu sehen gibt, das beeindrucken kann. Ob ihr nun gerade unzählige Partikel beobachtet, weil ihr einen Zauber sprecht, oder euer magisches Schwert schwingt, durch das atemberaubend animierte und interaktive Wasser watet oder die mit jeder Bewegung anders schimmernden Eishöhlen bestaunt, es wird immer absolute Top-Grafik geboten. Ausserdem werdet ihr abgesehen von einigen Menüs niemals irgendein unangenehmes Flimmern oder unschöne Pixelkanten wahrnehmen können - und das obwohl das Spiel mit stets konstanten 50 Bildern pro Sekunde läuft.
Der Sound
Kaum zu glauben, aber doch wahr: Der Sound kann mit der Grafik mithalten. Am auffälligsten ist wohl die komplett lokalisierte Sprachausgabe, die kaum Wünsche offen lässt und die stimmige Atmosphäre im Spiel keineswegs zunichte macht. Wer allerdings des Englischen mächtig ist, sollte auf jeden Fall auf die Originalvertonung zurückgreifen. Nicht nur, weil die Sprachausgabe dann perfekt lippensynchron ist, sondern auch weil die Originalversion doch noch einmal einen Tick besser ausgefallen ist und wirklich zur Atmosphäre beiträgt.
Aber auch sonst gibt es wenig zu klagen. Die Klänge der sich durch Fleisch schneidenden Waffen sind überzeugend in Szene gesetzt und vor allem die oft zu hörenden Schrittgeräusche eures Charakters tönen je nach Bodenbeschaffenheit anders und sorgen somit für Abwechslung. Die Musik begeistert, wenn sie dann mal zu hören ist, durch orchestrale Klänge, die perfekt zum Spiel passen. Leider wird die Musik aber eben nur spärlich eingesetzt, so dass ihr meist nur eure Schritte, Schreie oder Grunzen und aufprallende Waffen zu hören bekommt.