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Portugiesisch: Cacto-facheiro
Wissenschaftlicher Name: Pilosocereus pentaedrophorus
Familie: Cactacea (Kakteengewächse)
Morphologische Merkmale
Sukkulente Spezies in Form eines dauerhaften Strauches, fleischig und mit feinen Dornen bewehrt. Ist von blaugrüner Farbe und bringt weisse Blüten hervor.
Herkunft
Brasilien.
Vorkommen
Endemisch in der Caatinga (mit Konzentrationen in Bahia, Minas Gerais und Pernambuco).
Kurzbeschreibung
Der Pilosocereus gleicht auf den ersten Blick einem Strauch oder verzweigten Bäumchen – er kann bis zu sechs Meter hoch werden. Die verholzten, blaugrünen Triebe haben einen Durchmesser zwischen 3 bis 7 cm. Die transparenten Dornen haben eine gelbbraune Färbung und sind zwischen 1 bis 3 cm lang. Die Areolen, aus denen sich die Blüten entwickeln, sitzen nahe der Triebspitze.
Die röhrenförmigen, weissen Blüten haben eine Länge zwischen 3 bis 5 cm und einen Durchmesser bis zu 3 cm. Die kugeligen Früchte, mit einem Durchmesser bis zu 3 cm platzen lateral auf, wenn sie reif sind – ihr Fruchtfleisch ist von roter bis violetter Färbung.
Auf der einen Seite die Fledermäuse – auf der andern der “Facheiroʺ, (eine volkstümliche Bezeichnung für diese Kakteenart, die auch als “Facheiro-finoʺ und als “Mandacaru-de-veadoʺ bekannt ist) – die Relation zwischen beiden ist beinahe symbiotisch. Diese Kakteen liefern den Fledermäusen ihren Nektar zur Ernährung – dabei produziert eine einzige Blüte des “Facheiroʺ bis zu 200 Mikroliter an Nektar pro Tag – das ist ein Volumen, welches 50 bis 100 mal grösser ist als bei anderen Pflanzen. Im Gegenzug sind die Fledermäuse hauptverantwortlich für die Befruchtung der Kakteen – zusammen mit dem Wind, anderen Tieren oder dem Wasser – beim Nektarsaugen haftet der Pollen an der Haut der Fledermäuse und wird von ihnen zum reproduktiven Organ der Blüten transportiert.
“Die grosse Nektarmenge der Kaktusblüten ist eine Belohnung für den Besuch der Fledermaus, einem relativ grossen Bestäuber, der auch mehr Nahrung braucht als eine Bieneʺ veranschaulicht die Biologin Cristina Machado, Koordinatorin einer Studie, die sie mit Ariadna Lopes zusammen durchführte – beide von der Staatlichen Universität in Pernambuco – und die in der englischen Fachzeitschrift “Annals of Botanyʺ veröffentlicht wurde.
Die Fledermäuse entsprechen 13% aller Tiere, die in den halbtrockenen Gebieten Brasiliens den Pollen transportieren und so die Reproduktion ihrer Pflanzen garantieren – nur Bienen und Kolibris sind effektiver. Der “Cacto-facheiroʺ wird als seltene Art eingestuft und steht unter Naturschutz.