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Bangladesch: Primarschulen für ethnische Minderheiten
Mit dem Hilfsprojekt «Rowa Kyang» schafft CO-OPERAID neue Perspektiven für Kinder aus ethnischen Minderheiten (Bergstämme oder «Hill Tribes», z.B. Chakma, Marma, Mro). Das Hilfsprojekt fördert die Primarschulbildung von rund 950 Kindern pro Jahr in 25 Dorfschulen. Projektregion ist der Distrikt Bandarban der Chittagong Hill Tracts im Südosten Bangladeschs. Der Verlust des Landes ihrer Väter (Ansiedlung von Bengalen, «land grabbing»), Diskriminierung und Missachtung der Menschenrechte machen das Leben der Urbevölkerung sehr schwer und unsicher. Schulen für Kinder aus diesen ethnischen Minderheiten gibt es nur wenige. Daher kann weniger als ein Drittel der Bevölkerung lesen und schreiben. Ohne Bildung können sich die unterdrückten ethnischen Minderheiten von Bangladesch aber ihren Platz in der Gesellschaft nicht erkämpfen. Hier setzt das Projekt «Rowa Kyang» an.
Dorfschulen in Bangladesch: So können Sie helfen
Ziele des Hilfsprojektes «Rowa Kyang» für ethnische Minderheiten
Zugang zur Grundschulbildung
In 25 Projektdörfern werden Primarschulen für insgesamt rund 950 Kinder aus ethnischen Minderheiten betrieben. Die Schulkinder erhalten Schulmaterial und Schuluniformen. Die Schulgebäude werden möbliert und unterhalten und Schulbibliotheken werden eingerichtet. Das Projekt bildet Lehrer/innen aus ethnischen Minderheiten aus und führt regelmässige Weiterbildungen durch.
Gesundheitsförderung
Die Bewohner der Projektdörfer werden in Bezug auf Krankheiten und Hygiene aufgeklärt und es werden Latrinen aufgestellt. In den Schulen findet ein regelmässiger ärztlicher Untersuch statt. Einmal pro Woche erhalten die Schulkinder lokal hergestellte vitaminreiche Ergänzungsnahrung.
Verbesserung der Lebens- und Einkommenssituation
Die Haushalte starten Projekte, um zusätzliches Einkommen zu generieren, vor allem durch Tierhaltung und Fruchtgärten. Jedes Dorf wird mit einer «Reisbank» ausgestattet, ein Reisspeicher zur Überbrückung der Monate mit Reismangel. Dadurch kann die Kreditaufnahme bei Geldhaien vermieden werden.
Erhalt des kulturellen Erbes
Zur Förderung des kulturellen Erbes der Minderheiten werden Musikgruppen und die Durchführung traditioneller Feste unterstützt. Zudem wird «indigenes Wissen» in den Lehrplan aufgenommen und den Schulen nach Möglichkeit Lehrmaterial in der Sprache der jeweiligen ethnischen Gruppe zur Verfügung gestellt.
Begünstigte des Hilfsprojektes «Rowa Kyang» in Bangladesch
«Ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse der öffentlichen Sekundarschule in der Distrikthauptstadt Bandarban. Zusammen mit anderen Jungen aus den Bergdörfern der Chittagong Hill Tracts lebe ich im Wohnheim des Hilfsprojektes "Upasshak". Später würde ich gerne an einer guten Universität studieren und danach für die UNO arbeiten.»
Projektgebiet: Distrikt Bandarban, Chittagong Hill Tracts
Häufige Fragen
Das Projekt wurde im Januar 2020 gestartet und soll im Dezember 2022 abgeschlossen werden.
Das Hilfsprojekt wird in von indigenen Minderheiten (Hill Tribes) bewohnten Dörfern in den Chittagong Hill Tracts durchgeführt. Die nähere Projektregion ist der Distrikt Bandarban mit zum Teil abgelegenen Dörfern, im Südosten von Bangladesch, an der Grenze zu Indien und Myanmar.
Partnerorganisation für das Hilfsprojekt in Bangladesch ist Humanitarian Foundation (HF). Diese setzt sich seit 1999 für die benachteiligten und ärmsten Menschen der Chittagong Hill Tracts ein. Die Hilfsorganisation wurde von Angehörigen der Bergstämme gegründet und verfügt über ein grosses Netzwerk im Projektgebiet. Für ihre Arbeit für die Bildung von Minderheiten-Kindern wurde sie im Jahr 2012 mit dem nationalen «Independent Award» ausgezeichnet.
In den Chittagong Hill Tracts im Südosten von Bangladesch ist das Leben der ethnischen Minderheiten sehr schwierig. Ihre Heimatregion steht unter militärischer Verwaltung; eine Mitsprache bei der Gemeindeentwicklung gibt es nicht. Die Hill Tribes werden von den Behörden als Primitive wahrgenommen. Gewaltsame Übergriffe und Enteignungen zugunsten von Firmen oder Bengalen sind keine Seltenheit. Aufgrund ihrer Armut und ihrer geringen Bildung gelingt es den Indigenen nicht, sich einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen. Immer wieder wird die Region auch von Naturkatastrophen heimgesucht. Schwere Regenfälle und Stürme haben in der Vergangenheit mehrfach grosse Teile der Ernten vernichtet und so zu einer Hungersnot geführt. Krankheiten wie Malaria und Gelbsucht sind stark verbreitet.
Das Bildungsprojekt begünstigt etwa 5'900 Angehörige der Mro, Marma, Khumi und Chakma, die zu den diskriminierten ethnischen Minderheiten (Hill Tribes, Bergstämme) in Bangladesch gehören. Die Minderheiten leben überwiegend von der «Jum»-Landwirtschaft (Brandrodung) und vom Fischfang. Sie unterscheiden sich vom Rest der Bevölkerung Bangladeschs durch ihre Kultur, Ethnie, Sprache und Religion. Insgesamt profitieren 25 Dörfer von dem Hilfsprojekt. Jährlich werden rund 950 Kinder und ihre Familien direkt durch das Hilfsprojekt begünstigt.
Mit ihrer Spende fördert CO-OPERAID die Primarschulbildung von Minderheiten-Kindern an 25 Dorfschulen. Dazu gehört der Unterhalt der Infrastruktur, Fortbildungen für Lehrer und die Bereitstellung von Schulmaterial für die Schulkinder. Um die Einkommens- und Ernährungssituation der Familien nachhaltig zu stärken, werden den Eltern Impulse für ein alternatives landwirtschaftliches Einkommen gegeben. Die Dörfer werden durch den Aufbau von Reisbanken unterstützt. Die Förderung von Musik und traditionellen Festen trägt zum Erhalt des kulturellen Erbes der Minderheiten bei.
Die Strategien zur Nachhaltigkeit umfassen:
- Aufbau einer starken Eigentümerschaft durch die Dorfgemeinschaft
- Ökonomische Stärkung der Dorfbewohner/innen durch Einkommensförderung
- Einkommen für die Schulen durch Schulgebühren und Fruchtgärten und Beitrag an den Lehrerlohn in Naturalien (Unterkunft und Verpflegung)