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1889
Alfredo Pioda (1848-1909), von 1884 bis 1887 Gemeinderat in Locarno und von 1893 bis 1909 Tessiner Grossrat und Nationalrat, plant mit dem Theosophen Franz Hartmann und Gräfin Constance Wachtmeister die Errichtung eines theosophischen Klosters “Fraternitas” auf dem heutigen Monte Verità. Dazu wird eine AG gegründet.
1900
Die Brüder Karl Gräser und Gusto Gräser, die Schwestern Ida und Jenny Hofmann sowie Lotte Hattemer und Henri Oedenkoven beginnen mit dem Aufbau einer vegetarische Kolonie und eines Naturheilsanatoriums auf dem Monte Verità bei Ascona.
Mitte 1900 beginnt Theodor Stern mit der Herausgabe der Zeitschrift Die Gesundheit als “Schweizerisches Organ für Naturheilkunde und Antivivisektion”.
Von Otto Borngräber erscheint Giordano Bruno. Das neue Jahrhundert. Eine Tragödie und Ouverture zur neuen Zeit mit einem Vorwort von Ernst Haeckel. Die 2. veränderte Auflage aus dem Jahre 1901 erschien mit Illustrationen von Fidus.
1902
Günther Wagner gründet die theosophischen Loge in Lugano.
Karl Vester kommt nach Ascona.
17. November, Gustaf Nagel besucht den Monte Verità.
1903
Fidus hält sich mit seiner Familie einige Zeit in der Siedlung bei Weesen am Walensee auf dem Gebiet der Gemeinde Amden auf.
Der Naturheilverein Basel gründet das Sonnenbad St. Margarethen in Binnungen.
3. Dezember Günther Wagner hält auf dem Monte Verità einen Vortrag über Theosophie.
1904
Die Broschüre Die Vegetarier-Ansiedelung in Ascona und die sogenannten Naturmenschen im Tessin. Referate und Skizzen von Adolf Grohmann erscheint. Es ist die erste selbständige Veröffentlichung über den Monte Verità. Grohmann besuchte 1900 zum ersten Mal den Monte Verità, dann wieder im Frühjahr 1902 und im Sommer 1903. Seit dem Herbst 1903 führt er einen Briefwechsel mit den Bewohnern und Bewohnerinen des Monte Verità, um weitere Informationen einzuholen.
Joseph Salomonson reist nach London.
Karl Vester kauft die Villa Gabriela in Ascona.
Erich Mühsam kommt das erste Mal nach Ascona.
23. Januar, [[Eduard Fankhauser]], Verleger und Pionier der Nacktbade-Bewegung in der Schweiz, wird in Biel geboren.
August Ida Hofmann und Henri Oedenkoven besuchen die Bayreuther Festpiele.
1905
Ida Hofmann veröffentlicht im Selbstverlag Vegetabilismus! Vegetarismus! Blätter zur Verbreitung vegetarischer Lebensart (Online).
1906
Der Tolstoi-Anhänger Vladimir Straskraba kommt aus Ungarn, wo er als Ingenieur bei der Donauregulierung arbeitete, nach Ascona.
30. April, Arnold Rikli stirbt in St. Thomas (Kärnten).
1907
Mai, Fidus macht zusammen mit Maria Lucke und Heta von Hackewitz einen Abstecher von Zürich auf den Monte Verità. In Zürich arbeitet Fidus an seinen bis dahin grössten Bildern, einer Vergrösserung des Giordano Bruno, Seeleneinzelhaft, Morgenwunder und Wintertraum.
Oktober, Max Tobler hält sich auf dem Monte Verità auf.1 Tobler war seit 1904 Redaktor der sozialdemokratischen Tageszeitung Volksrecht, seit 1905 Mitgründer der Schweizerischen Antimilitaristischen Liga und seit 1906 zusammen mit Karl Brupbacher, dem Philosophen Rudolf Willy, dem Maler und Schriftsteller Ulrich Wilhelm Züricher und dem Pädagogen und Anarchisten Jean Wintsch Redaktor der Zeitschrift Polis.
1908
Vladimir Straskraba lässt seine Frau Maria und seine Kinder, die Töchter Anna, Maria und Olga und seinen Sohn Laszlo, aus Ungarn nachkommen. Im selben Jahr gründet er die Volksküche und Herberge “Heidelbeere” und beginnt, die Zeitschrift für Freunde von Ascona-Locarno und naturgemässer, vegetarischer Lebensweise herauszugeben.
Emil Szittya besucht erstmals den Monte Verità und die Anarchistenkolonie in der Mühle von Ronco.
1909
Bau der Villa Semiramis auf dem Monte verità. Als Architekt wurde Anselmo Secondo in Turin beauftragt.
Verschiedene Zeitungen berichten vom Ende der Vegetarierkolonie auf dem Monte Verità. Henri Oedenkoven stellt dagegen in einer Entgegenung fest, dass zwar das Naturheilsanatorium geschlossen werde, dass er aber auf dem Monte Verità “ein Zentrum für Kultur des Geistes und des Körpers im besten Sinne” schaffen wolle.
[[Emile Jaques-Dalcroze]] hält sich längere Zeit auf dem Monte Verità auf.
1912
1913
Rudolf von Laban gründet auf dem Monte Verità die Schule für Bewegungskunst. Unter seinen Schülerinnen ist Isabelle Adderley, die später Henri Oedenkoven heiraten wird.
15. Dezember, Karl Wilhelm Diefenbach stirbt auf Capri.
1914
Verus, der erste Sohn von Henri Oedenkoven und Isabelle Adderley, wird geboren.
1915
Anfang 1915 Rudolf von Laban eröffnet den Labangarten in Hombrechtikon im Zürcher Oberland.
1916
Vom 18. bis 22. April findet auf dem Monte Verità der Congrès végétarien social statt.
19. OktoberOtto Borngräber stirbt in Lugano.
1917
Karl Max Engelmann verfasst seine Schrift Der Uranische Staat als Pflichterfüllung des Stärkeren.
Januar
22. Januar Theodor Reuss veröffentlicht in Ascona ein Manifesto der Anational Grandloge & Mystic Temple: “Verita Mystica” und eine überarbeitete Version der Constitution of the Ancient Order of Oriental Templars .O.T.O. Ordo Templis Orientis. Gleichzeitig erfolgt die Einladung zum Anational Vongress, unterzeichnet von Isabelle Adderley, Monte Verità, Ascona. Diese richtet sich insbesondere an Freimaurer, Theosophen und Mystiker (Mystics).
Mai
Ernst Bloch beendet im Haus Neugeboren in Minusio sein Werk Geist der Utopie, das im Jahr darauf erscheint.
14. Mai In einem Brief aus Ascona versichert Isabelle Adderley, Sekretärin des O.T.O., William Hammond der Grand Lodge in London, der sich für den Kongress interessiert: “A number of organisations have already appointed delegates to attend the Congress.”
Juli
16./17. Juli Verschiedene, insbesondere Westschweizer Zeitungen berichten über die Verhaftung von Spionen, die für Deutschland gearbeitetet haben sollen, in Lugano, Locarno und auf dem Monte Verità.
August
Dezember
3. Dezember Anna Fischer-Dückelmann stirbt in Ascona.
30. Dezember In der Neuen Zürcher Zeitung erscheint der Beitrag Soll Friede werden? von Hermann Hesse.
1918
Giusto Helios Oedenkoven, der zweite Sohn von Henri Oedenkoven und Isabelle Adderley, wird geboren.
1923
Werner Ackermann erwirbt zusammen mit seinem Freund Hugo Wilkens und Max Bethke deb Monte Verità. Später zieht er seinen Schwager William Werner bei, um sie zu sanieren.
Nachdem am 1. Januar 1923 der Vorgängerbau des heutigen Goetheanums in Dornach durch Brandstiftung zerstört wurde, scheint Rudolf Steiner möglicherweise eine Zeitlang mit dem Gedanken gespielt zu haben, den neuen Bau auf dem Monte Verità zu errichten
1926
12. Juli 1926, Ida Hofmann stirbt in São Paulo.
Werner Ackermann, Hugo Wilkens, Max Bethke und William Werner verkaufen den Monte Verità Baron Eduard von der Heydt.
1928
Das Teatro Materno in Ascona wird eingeweiht. 1927 hatten die Eltern der Tänzerin Charlotte Bara, Paul und Elvira Bachrach, den Architekten Carl Weidemeyer damit beauftragt. Zu den Veranstaltungen im Theater gehören etwa auch eine Lesung von Else Lasker-Schüler, einer Freundin der Mutter von Charlotte Bara aus der Schulzeit in Elberfeld.
1958
27. Oktober, Gusto Gräser stirbt in Freimann bei München.
- Locarno et ses Environs. Fremdenblatt mit offizieller Fremdenliste. Visitors’ Journal and Official List, 6. Jahrg., Nr. 38, 5. Oktober 1907, bis Nr. 42, 19. Oktober 1907. [↩]