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12.
2021
Habersatter ärgert Tschechien
Eine 18-jährige Gymnasiastin aus Winterthur liess Tschechien im WM-Viertelfinal zittern. Mit zwei Toren sorgte Anna Habersatter dafür, dass Dänemark den grossen Favoriten bis ins letzte Drittel hinein forderte.
Der Vater ist Schweizer, die Mutter ist Dänin, in Dänemark fühlt sich Anna Habersatter zu Hause. In der Schweiz besucht Anna Habersatter in Winterthur das Gymnasium und läuft für die U21 der Red Ants auf, dazu betreut sie gemeinsam mit ihrem Vater die C-Juniorinnen des Vereins - wenn nicht gerade Nati-Termine anstehen. Vier Meisterschaftsspiele hat sie diese Saison verpasst, weil sie mit der dänischen Nati unterwegs war. Nach ihren zwei Toren im Viertelfinal gegen Tschechien stand die 18-Jährige plötzlich im Rampenlicht.
Zwei Tore im WM-Viertelfinal gegen Tschechien - das Highlight deiner Karriere?
Anna Habersatter: Auf jeden Fall - wie auch die Tatsache, dass ich überhaupt für die WM aufgeboten wurde. Gegen Tschechien stand ja gar nicht in der Startaufstellung, ich war darauf eingestellt, das Team von der Bank aus anzufeuern und die Energie hochzuhalten. Dann verletzte sich nach wenigen Minuten eine Teamkollegin aus dem zweiten Block und plötzlich stand ich auf dem Feld. Im dritten Einsatz hat es bereits mit dem ersten Tor geklappt. Ich war selber überrascht (lacht).
Hast du dir einen der beiden Tor-Bälle als Souvenir gesichert?
Nein, aber den Ball vom ersten Tor an diesem Turnier gegen Thailand habe ich.
Die Partie gegen Tschechien war sehr lange offen.
Wir gingen als der totale Aussenseiter in die Partie und hatten nichts zu verlieren. Wir sagten uns einfach, dass wir das Spiel geniessen und jede Chance zum Abschluss nutzen wollen. Und die tschechische Torhüterin hatte wohl nicht ihren besten Tag, das kam uns entgegen.
Schickst du jetzt ein Highlight-Video dieser Partie an Red-Ants-Coach Lukas Eggli?
Ich fühle mich in der U21 derzeit sehr wohl, aber wenn er mich für die NLA aufbieten will, darf er sich gerne melden (lacht).
Wie kommt es, dass du für Dänemark spielst?
Bei einem Besuch der Website des dänischen Verbandes las ich einen Artikel, dass Spielerinnen für das U19-Nationalteam gesucht werden. Ich meldete mich und nach dem ersten Selektionstraining wurde ich schon gebeten, alle Nati-Termine bis zur nächsten U19-WM freizuhalten. Im Dezember 2019 war ich erstmals bei der U19-Auswahl, doch dann kam Corona und es fanden kaum noch Zusammenzüge statt. Im letzten Sommer schlugen die U19-Trainer Spielerinnen vor, die für Uppsala infrage kommen. Darunter mich. So spielte ich im September noch die Qualifikation für die nächste U19-WM und jetzt bin ich hier.
Was bedeutet es dir, für das Heimatland deiner Mutter zu spielen?
Meine Mutter ist Dänin, ich bin zweisprachig aufgewachsen. Dänemark bedeutet für mich Heimat, obwohl ich in der Schweiz lebe. Wir besuchen die Familie fast jeden Sommer und an Weihnachten. Wenn im Sport Dänemark auf die Schweiz trifft, bin ich immer für Dänemark.
Wie fühlt sich diese erste WM für dich an?
Ich dachte, ich könne nebenbei in der Freizeit noch etwas für die Schule machen, aber ich komme zu nichts. Wir spielen und trainieren, haben Teammeetings - dazwischen schlafe ich. Aber es ist toll, ich geniesse es, mit dem Team hier zu sein.