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Die Quilombolas in Brasilien fordern ein Moratorium, dass keine weiteren Bauxitabbaulizenzen an die Bergbaufirma MRN erteilt werden, bevor nicht alle ihre traditionellen Territorien demarkiert und juristisch anerkannt worden sind.
36 Quilombo-Gemeinschaften leben in der Gemeinde Oriximiná, am unteren Amazonas, verteilt auf acht kollektive Territorien. Seit der ersten juristischen Anerkennung eines Quilombo-Territoriums 1995 sind nun vier von ihnen juristisch abgesichert und anerkannt.
Unsere Partnerorganisation Comissão Pró-Índio de São Paulo (CPI-SP) ist massgeblich beteiligt an den Landabsicherungen in Oriximiná. Sie arbeitet mit Indigenen und Quilombolas am Unteren Amazonas zusammen und berät sie in ihrem Kampf zur juristischen Absicherung und Verteidigung ihrer Territorien und ihrer Lebensgrundlagen.
Seit 2003 hat es am Unteren Amazonas keine Landtitulierungen für Quilombo-Gemeinschaften mehr gegeben. Ohne juristische Anerkennung ihres Landes aber ist die Quilombola Bevölkerung von Programmen der öffentlichen Verwaltung zur nachhaltigen Verbesserung ihrer Lebensgrundlagen ausgeschlossen.
Die fehlende juristische Sicherheit macht sie verwundbar gegenüber den Landansprüchen grosser Infrastrukturprojekte, wie Wasserkraftwerke und Starkstromleitungen, besteht doch für Unternehmen de facto kein Zwang, die Menschenrechte zu respektieren.
Der Rohstoffabbau, konkret durch die Bergbaufirma Mineração Rio do Norte (MRN), die in den Territorien der Quilombos noch mehr Bauxit abbauen will, stellt für die Quilombolas in Oriximiná deshalb heute die grösste Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen dar.