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Sprechen
Sprechen und Stimme transportieren und gestalten gesprochene Sprache.
Beim Sprechen forme ich mit Hilfe der Artikulation die Worte. Wenn ich schneller oder langsamer spreche, gebe ich dem Gesprochenen unterschiedliche Dynamik. Was mir wichtig ist sollte ich langsamer sprechen. Ebenso sollte ich in grossen Räumen tendenziell langsamer sprechen. Mit dem Sprechtempo beeinflusse ich auch, wie gut ich verstanden werde.
Hinzu gesellt sich die Pause. Sie kann als Strukturhilfe daherkommen, als gewichtende Hilfe, indem sie Raum zum Nachwirken gibt, oder als Spannungspause.
Die Stimme transportiert und gestaltet die Worte auf zwei Arten:
Die Melodie, die Tonhöhe, verleiht den Worten Klang. Variierte Melodie macht das Gesprochene lebendiger und farbiger.
Die Lautstärke bringt Intensität. Variierte Lautstärke hebt hervor oder rückt in den Hintergrund. Grössere Lautstärke erreiche ich, indem ich den Sprech-Luftdruck erhöhe oder indem ich den Brust-Resonanzraum gezielt bediene.
Sprecherische und stimmliche Gestaltung wirken in Kombination. Beispielsweise entsteht eine Betonung, indem ich die Stimme etwas anhebe und gleichzeitig etwas lauter spreche. Wenn ich eine Reihe von Worten hervorheben möchte, spreche ich diese lauter und etwas langsamer.
Die sprecherische und stimmliche Gestaltung macht auch Aussagen darüber, wie das Gesagte zu verstehen ist.
Wenn ich beispielsweise am Ende einer Sinneinheit die Melodie nach unten lenke, wirkt dies wie ein Punkt. Dieser Teil der Mitteilung ist abgeschlossen. Beispiel: "Ich gehe nach Hause."
Wenn ich am Ende derselben Sinneinheit die Melodie nach oben lenke, wirkt dies wie ein Komma. Dieser Teil der Mitteilung ist noch nicht abgeschlossen, es folgt noch etwas. Beispiel: "Ich gehe nach Hause ..."