Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03317.jsonl.gz/3133

In enger Zusammenarbeit mit der tadschikischen Akademie für Agrarwissenschaften haben wir in den letzten Monaten drei Bewässerungsmethoden für Kartoffeln getestet und verglichen. Nun haben wir erste vielversprechende Resultate.
Zu den drei getesteten Bewässerungstechniken gehört die traditionelle Methode, wie sie heute in Tadschikistan praktiziert wird. Eine zweite Methode arbeitet mit den neuen Daten der Wetterstationen unseres Projekts und die dritte Methode verwendet zusätzlich zu unseren Wetterdaten auch noch Wasser aus einem Reservoir. Das Wasser für die Felder wird einem nahen Fluss entnommen, von dort über ein Kanalsystem auf die Felder geleitet und für die dritte Methode auch in das Reservoir gepumpt.
Die traditionelle Methode führten wir als Kontrolle durch, um einen Vergleich zu den zwei neuen Methoden zu haben. Bei der traditionellen Methode nutzen die Bäuerinnen und Bauern das gesamte verfügbare Wasser, unabhängig von den tatsächlichen Bedürfnissen der Pflanzen. Wenn Wasser aus dem Fluss vorhanden ist, wird das Feld gegossen.
Auch in der zweiten Methode, die die Daten der neuen Wetterstationen verwendet, wird bewässert, wenn Wasser aus dem Fluss verfügbar ist. Die Menge des Wassers wird aber den Bedürfnissen der Pflanzen entsprechend angepasst, basierend auf Faktoren wie Bodenfeuchtigkeit, Wetter und Wachstumsstadium der Pflanzen. Die Landwirte erhalten SMS-Alarme auf ihren Handys, die ihnen mitteilen, wann und wie viel Wasser sie für ihre Felder nutzen sollen.
Auf dem Handy sind die drei Felder abgebildet: Das oberste ist die herkömmliche Methode, darunter die beiden mit Wetterdaten. Bei den unteren Feldern steht: Es braucht keine Bewässerung. Im obersten Feld steht keine Empfehlung, da dort nicht nach Empfehlung bewässert wird.
Für die Tests der dritten Methode nutzten wir Wasser aus einem Reservoir. Auch hier wurde die Menge des Wassers den Bedürfnissen der Pflanzen angepasst, aber dank des Reservoirs konnten die Pflanzen ohne Wasserbegrenzung, also optimal bewässert werden. Das Reservoir wird gefüllt, wenn Wasser aus dem Fluss vorhanden ist.
Beeindruckende Resultate
Die Ergebnisse der Tests sind beeindruckend. Neben der Ertragssteigerung konnte das Projekt bei Verwendung der Wetterdaten und bei Bewässerung nach den Bedürfnissen der Pflanzen auch eine effizientere Wassernutzung nachweisen. Die untenstehende Tabelle gibt einen Überblick über die Resultate.
|Ertrag
|Häufigkeit Giessen
|Menge Wasser
|1. Herkömmliche Methode
|11,757 kg/m2
|7-mal
|951 m3
|2. Methode mit Daten
|15,262 kg/m2
|7-mal
|862 m3
|3. Methode mit Daten und Reservoir
|17,107 kg/m2
|14-mal
|681 m3
Die Tests zeigen, wie gross das Potenzial der verbesserten Bewässerungsmethoden ist. Die Methode mit dem Reservoir bringt den höchsten Ertrag bei der geringsten verwendeten Wassermenge, während die herkömmliche Methode beim geringsten Ertrag den grössten Wasserverbrauch hat.
Nach diesen Resultaten müssten nun alle Bäuerinnen und Bauern nach der dritten Methode bewässern und Zugang zu Wasser aus einem Reservoir haben. Allerdings sind die Investitionskosten für Reservoirs sehr hoch. Deshalb konzentrieren wir uns in diesem Projekt auf die Verbreitung der Vorteile der zweiten Bewässerungsmethode, die Wasser nutzt, wenn es vorhanden ist, und es dank der Wetterdaten und des Wissens um die Bedürfnisse der Pflanzen effizient einsetzen kann.
Wir freuen uns sehr über die vielversprechenden Ergebnisse und machen uns in einem nächsten Schritt an eine breitere Einführung der datenbasierten Bewässerungsmethode. Zusammen mit der tadschikischen Akademie für Agrarwissenschaften arbeiten wir daran, den landesweiten Einsatz dieser Methode zu fördern.
Weitere Informationen
Titelbild: Der Bauer Shamirov Shokirjon dreht den Wasserhahn auf einem der Testfelder auf. © Reto Albertalli