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Das Schweizerische Tropeninstitut (STI) wurde 1943 - mitten im Zweiten Weltkrieg - gegründet. Während des Krieges herrschte in der Bevölkerung und bei den politischen Entscheidungsträgern die Angst vor einer Massenarbeitslosigkeit nach Kriegsende. Um der drohenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, förderte die Regierung wissenschaftliche Programme an akademischen Institutionen und unterstützte die Idee eines Schweizerischen Tropeninstituts. Von Anfang an verband das Institut Forschung, Ausbildung und medizinische Dienstleistungen. Die Erforschung der Parasiten und der zahlreichen Mücken, Fliegen und Zecken, die Malaria, die Afrikanische Schlafkrankheit und das Rückfallfieber übertragen, stand ganz oben auf der Forschungsagenda. Die Entwicklung des Instituts wurde maßgeblich von seinem Gründungsdirektor, Rudolf Geigy, geprägt.
In den 1950er Jahren gründete das STI zwei Feldlabors in Afrika: das Centre Suisse de Recherches Scientifiques (CSRS) in der Elfenbeinküste und das Swiss Tropical Institute Field Laboratory (STIFL) in Ifakara (Tansania). Mit der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Länder in den 1960er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt des STI von der Grundlagenforschung zur Entwicklungszusammenarbeit. Insbesondere Tansania wurde zu einem Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit und ist es bis heute geblieben. Das Ifakara Health Institute (IHI), wie das ehemalige STIFL heute heisst, wurde zu einer wichtigen Forschungsorganisation in Afrika. In Zusammenarbeit mit dem STI ist auch das CSRS zu einer wichtigen Forschungsinstitution in Westafrika herangewachsen, die Projekte in der ganzen Subregion durchführt.
“Wir sollten uns nichts vormachen: Jede nachhaltige Anstrengung zur Förderung der Forschung in den Entwicklungsländern erfordert tiefgreifende Veränderungen in Forschung und Lehre an den Universitäten der Industrieländer.”
Thierry Freyvogel
Direktor Swiss TPH 1972-1987
Giftige Tiere in Ostafrika
Centre Suisse de Recherches Scientifique in Côte d'Ivoire
Expedition in Tanganyika 1954
Trypanosoma-Forschung in Tanganyika 1949
Seit den 1990er Jahren erlebte das STI ein enormes Wachstum. Gross angelegte Studien in Afrika erforderten neue Investitionen in Diagnostik und molekulare Forschung in Basel. Ab Mitte der 1990er Jahre wurden die vielfältigen Dienstleistungen des Instituts auch auf Osteuropa und Zentralasien ausgeweitet. Das 1997 gegründete Swiss Centre for International Health (SCIH), ein Servicedepartement des STI, trug dazu bei, die Gesundheitsversorgung in den Ländern des ehemaligen Ostblocks zu stärken. Das STI war somit bereits in den 1990er Jahren ein globales Gesundheitsinstitut.
Nach dem Jahr 2000 erkannte das STI, dass es eine stärkere lokale und nationale Basis brauchte, um auf neue globale Herausforderungen wie Umweltbedrohungen und die Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten reagieren zu können. Im Jahr 2009 wurde das ehemalige Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Basel integriert und das STI in Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) umbenannt. Mit der Integration wurden die Kompetenzen um die Forschung in den Bereichen Umweltgesundheit und Epidemiologie nichtinfektiöser Krankheiten, genetische Epidemiologie und Sozialwissenschaften erweitert.
“Ohne Wurzeln keine Früchte.”
Marcel Tanner
Direktor Swiss TPH 1997-2015
Mit der wachsenden Zahl der Mitarbeitenden und Studierenden wurden im Laufe der Jahre die Räumlichkeiten an der Socinstrasse im Zentrum Basels zu klein. Der neue Hauptsitz "Belo Horizonte" in Allschwil bei Basel wurde 2022 von den 700 in der Schweiz basierten Mitarbeitenden und Studenten bezogen. Das moderne Gebäude umfasst hochmoderne Labore, Multi-Space Bürolandschaften, Seminarräume, eine Bibliothek und eine Cafeteria.
Aussenansicht des neuen Gebäudes.
Innenansicht der offenen Büros.
Einblick in die hochmodernen Labore.
Forschung im BSL-3 Labor.
Innenansicht der Bibliothek.
Einweihungsfeier am 1. April 2022.