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Vom Geheimleben Babrak Karmals in der Tschechoslowakei 1978/79
Die Geschichte der afghanischen Revolution spielte sich auch in der Tschechoslowakei ab: Ein unlängst freigegebener 370-seitiger Bericht aus der Feder der berüchtigten tschechoslowakischen Staatssicherheit (Státní bezpečnost; StB) erzählt vom Geheimleben des späteren Präsidenten Afghanistans, Babrak Karmal. Dieser wurde im Juli 1978 als Botschafter des neuen kommunistischen Afghanistans in die Tschechoslowakei entsandt. Nur wenige Monate zuvor hatten die Kommunisten Afghanistans die Macht ergriffen. Der Präsident des Landes, Nur Muhammad Taraki, sah in Karmal allerdings einen möglichen Rivalen. Karmal fürchtete um sein Leben und tauchte unter. Auf geheime Anweisung der sowjetischen Führung hielt sich Karmal mit seiner Frau und seinen vier Kindern darauf hin über mehrere Monate an verschiedenen abgelegenen Orten in der Tschechoslowakei versteckt, darunter einer Jägerhütte im Erzgebirge, nahe der Grenze zur DDR. Die Verantwortung für seine Sicherheit hatte der StB, das ihn vor dem dreiköpfigen Killerkommando zu schützen suchte, das Taraki in die Tschechoslowakei entsandt hatte, um Karmal zu liquidieren. Nach dem gewaltsamen Tod Tarakis und dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan im Dezember 1979 kehrte Babrak Karmal aus seinem tschechoslowakischen Exil zurück und wurde vom Kreml als neuer Präsident Afghanistans installiert. Nachzulesen ist diese faszinierende Geschichte in einem Beitrag von Radio Free Europe / Radio Liberty (RFE/RL), ein hervorragendes News- und Informationsportal, das sowohl auf Englisch als auch in den jeweiligen Landessprachen zu Osteuropa informiert.
https://www.rferl.org/a/that-time-an-afghan-president-(to-be)-was-secretly-hiding-in-a-czechoslovak-forest/30250494.html
Legende zum Foto (Vaiva Bezhan, RFE/RL): Die Jagdhütte, in der Karmal und seine Familie 1978/79 mehrere Monate lang im Geheimen lebten.