Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03353.jsonl.gz/1912

Mike Coppens ist der neue Schweizer Rallye-Meister. Der Lokalmatador profitierte bei der Rallye International du Valais von einem Ausfall des bis zur neunten Prüfung souverän führenden Sébastien Carron.
Sébastien Carron hatte bei der 61. Ausgabe der Rallye International du Valais alle Trümpfe in der Hand. Bis zur neunten Wertungsprüfung lag der Mann aus Vétroz (VS) komfortabel in Führung. Derweil Mike Coppens (Skoda Fabia) und Michaël Burri (VW Polo GTI) mit einem Respektabstand von 50 Sekunden auf Carron um den zweiten Platz kämpften.
Doch in der zehnten Prüfung von Mollens nach Montana unterlief Carron, der in diesem Jahr schon bei drei Rallyes im Rahmen der Schweizer Meisterschaft siegreich war, ein Fehler. Dabei beschädigte er sich die vordere und hintere Felge auf der linken Seite seines Skoda Fabia. Für Carron war die Rallye und das Rennen um den Titel damit gelaufen. 20 Jahre nach seinem Debüt bei der RIV nahm er die Niederlage sportlich gelassen. «Die Moral im Team ist trotz des Ausfalls gut», meinte Carron. «Man kann nicht immer gewinnen. Gratulation an Mike und seinen Co-Piloten Christophe Roux.»
Spannend blieb die Rallye dennoch. Coppens und Burri lieferten sich bis zum Schluss einen sehenswerten Zweikampf. Vor der letzten Wertungsprüfung trennten die beiden Führenden nur 2,2 Sekunden. Am Ende siegte Coppens mit 4,4 Sekunden vor Burri. Auf Platz 3 kam Jonathan Michellod (Skoda Fabia) ins Ziel (1:24 min zurück). Rang 4 ging an Sergio Pinto auf einem Alpine A110 RGT – vor dem Belgier Pieter Tsjoen (Skoda Fabia).
Weil Burri mit französischer Lizenz fuhr, rückten Michellod und Pinto in der Schweizer Wertung auf die Plätze 2 respektive 3 vor. Das hatte vor allem für den jungen Walliser Michellod einen positiven Nebeneffekt. Mit den 35 Punkten, die er dafür erhielt, überholte er im Gesamtklassement noch den bei der Rallye du Valais abwesenden Ivan Ballinari und sicherte sich so den dritten Schlussrang in der Schweizer Rallye-Meisterschaft 2021.
Für den neuen Schweizer Rallye-Meister Mike Coppens gingen mit seinem ersten Sieg bei der «Valais» und dem gleichzeitig errungenen ersten SM-Titel zwei Träume in Erfüllung: «Ich habe früher Philippe Roux und Jean-Laurent Girolamo zugesehen, wie sie bei uns auf den Strassen gefahren sind. Und ich wollte es ihnen gleichtun. Dass ich jetzt das Double gewonnen habe, also die RIV und die Schweizer Rallye-Meisterschaft, ist unbeschreiblich. Ich glaube, es dauert noch ein paar Tage, bis ich das begreife.»
Bereits entschieden war die Schweizer Rallye-Meisterschaft der Junioren. Dort stand vor dem letzten Lauf im Wallis der Neuenburger Jérémie Toedtli als Meister fest. Ausgerechnet dieser Toedtli blieb bei der RIV jedoch mit seinem Renault Clio RSR in der Nachkontrolle wegen eines technischen Vergehens hängen und wurde aus der Wertung genommen. Ob diese Disqualifikation weitere Auswirkungen auf den Meisterschaftsendstand hat, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Der Sieg bei den Junioren sicherte sich Guillaume Girolamo. Platz 2 ging an Thibaut Maret. In der Clio Trophy Swiss setzte sich Ismaël Vuistiner durch. Zweiter wurde Girolamo, Dritter Maret.
Ein spannendes Duell trugen auch Aurélien Devanthéry und Nicolas Lathion um den Sieg in der Trophée Michelin Suisse aus, wobei Lathion das bessere Ende für sich behielt. Platz 3 in dieser Kategorie ging an den Franzosen Thomas Battaglia, der bereits vor der «Valais» als Meister feststand.
In der historischen Klasse sicherte sich Guy Trolliet (Porsche 911 Carrera) mit einem zweiten SM-Rang den Meistertitel vor Claude-Alain Cornuz (Ford Escort RS) und Jean-Romain Cretegny (Ford Escort MKII). Der Sieg bei der 4. Ausgabe der historischen Klasse im Wallis ging an Gratien Lovey (BMW M3 E30). In der im Wallis erstmals ausgetragenen internationalen Klasse (ERC Historic) setzte sich der Tscheche Vojtech Stajf auf seinem Opel Kadett GT/E gegen zwei Ford Escort aus England durch.
Eine Hiobsbotschaft gab es noch am Rande der RIV: Jean-Marc Salomon (59) wurde am Freitagmorgen im Krankenhaus von Sion ein Blutgerinnsel entfernt. Der Jurassier, der 2019 Vizemeister in der Schweizer Rallye-Meisterschaft wurde, ist nach eigenen Angaben auf dem Weg zur Besserung. «Ich habe keine Apparate mehr um mich herum», meinte Salomon gegenüber Auto Sport Schweiz heute Montag. «Ich kann wieder aufstehen und ich denke, es geht in die richtige Richtung.»
Wir von Auto Sport Schweiz wünschen Jean-Marc gute Besserung! Und dass er schon bald wieder in seinem Ford Fiesta R5 Platz nehmen kann!
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.riv.ch