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Julien Absalon, Nino Schurter, Jaroslav Kulhavy. Diese drei Fahrer sind in der Cross-Country-Sparte des Mountainbikes das, was Roger Federer (37), Rafael Nadal (32) und Novak Djokovic (31) im Tennis sind. Dominatoren – und das über viele Jahre hinweg. So wie die «Big Three» im Tennis seit Roger Federers Wimbledon-Triumph 2003 50 von 61 Grand-Slam-Turnieren gewonnen haben, teilten sich Absalon, Schurter und Kulhavy seit dem Jahr 2004 16 von 18 möglichen Weltmeister- oder Olympiatiteln unter sich auf und gewannen zwölf weitere Medaillen (siehe Tabelle rechts).
Nino Schurter (32) gilt auch heute beim WM-Rennen in Lenzerheide als absoluter Topfavorit. Einer seiner Hauptkonkurrenten wird der Tscheche Kulhavy (33) sein. Der langjährige Rivale Julien Absalon (38) erklärte im Mai dieses Jahres seinen Rücktritt. Er wird Schurter also sicher keinen Strich mehr durch die Rechnung machen. In der laufenden Weltcup-Saison hat sich immerhin gezeigt, dass langsam, aber sicher Fahrer auftauchen, die dem Schweizer Dominator gefährlich werden könnten. Zum Beispiel der Holländer Mathieu van der Poel (23) oder der Italiener Gerhard Kerschbaumer (27). Weltcupsieger Samuel Gaze (Neuseeland/22) wäre wohl Schurters grösster Konkurrent gewesen, brach sich jedoch kurz vor der WM die Hand und musste Forfait erklären.
«Eine neue Challenge»
So oder so war der sechsfache Weltmeister also bereits während der laufenden Saison immer wieder gefordert. «Es ist eine neue Challenge für mich. Ich muss mir für jeden Gegner meine eigene Taktik zurechtlegen», sagt er und merkt mit seiner typischen Gelassenheit an: «Mittlerweile kenne ich die, die ganz vorne mitfahren können.»
Aber wie kann es sein, dass eine Handvoll Fahrer die Szene über Jahre hinweg derart dominiert? Nino Schurter: «Wenn man so lange wie wir ganz oben mitfahren kann, dann ist das mental unglaublich wertvoll. Und es macht die Aufgabe für die anderen Fahrer umso schwieriger, in diesen Kreis vorzustossen. Als junger Fahrer gegen einen routinierten Fahrer bestehen zu können, braucht sehr viel. Vor allem viel mentale Stärke. Man darf keine Ehrfurcht haben.»
Nino Schurter kann sich noch gut daran erinnern, wie ihm damals der grosse Durchbruch auf höchstem Level gelang. Das war 2009 an der WM in Canberra, als er den damals fast unantastbaren Julien Absalon im Sprint besiegte und so seinen ersten Titel holte. «So etwas beflügelt einen ungemein.»
Ganz nach oben zu kommen, ist das eine. Aber noch schwieriger ist es, sich die ganze Zeit dort zu halten und die Attacken der Gegner abzuschmettern. Nino Schurter spricht denn auch von einem «schmalen Grat. Es muss wirklich immer alles zusammenpassen.» Der Perfektionist aus Tersnaus ist ein absoluter Vollprofi, der während seiner erfolgreichen Karriere nie etwas dem Zufall überlassen hat.
Funktionierendes System
Schurter betont, dass man auch das entsprechende Umfeld haben müsse, um das höchste Niveau zu erreichen und zu konservieren. «Ich bin damalsin der Schweiz in ein funktionierendes System mit Weltklassefahrern wie Thomas Frischknecht oder Christoph Sauser hineingekommen. Für andere Nationen ist das viel schwieriger. Ein sehr talentierter Fahrer aus Brasilien muss sich beispielsweise alles selber erarbeiten.»
Ob die Serie heute weitergeht? Nach Schurters Geschmack wäre es.