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Mit einer Wasserkraftreserve von lediglich 0.5 TWh (das ist weniger als 1% der jährlichen Schweizer Wasserkraftproduktion) will der Bundesrat zum stolzen Preis von 700 Millionen Franken die Betreiber von Speicherkraftwerken zum Strom- Notfallszenarium verpflichten.
Bei der Suche nach zusätzlichen Energiequellen sollte besser dort angesetzt werden, wo die grösste Hebelwirkung zu erwarten ist. Die Lösung: kerosinbetriebene Thermokraftwerke – klimaneutral, kostengünstig, wenig volatil.
Der Luftverkehr, mit 27% grösster Treibhausgas-Emittent (noch vor Verkehr und Gebäude), verschlingt in der Vielfliegernation Schweiz riesige Mengen an Kerosin, dessen Klimarelevanz wegen der in grosser Höhe ausgestossenen Nicht-CO2-Schadstoffe (unter anderem Kondensstreifen) rund dreimal so gross ist wie bei der Generierung von Stromenergie in kerosinbetriebenen Thermokraftwerken.
Die in der Schweiz 2019 vertankte Kerosinenergie betrug unglaubliche 22 TWh. Dies entspricht rund 40% der in der Schweiz konsumierten elektrischen Energie und ist grösser als der Produktionsanteil aller Atomkraftwerke zusammen.
Ein Vielfaches dessen, was im Winter an elektrischer Energie fehlen könnte.
Jeder Liter Kerosin, der durch Flugzusammenlegung oder Annullation nicht in einem Flugzeugtriebwerk, sondern in einem thermischen Kraftwerk zur Stromerzeugung, verbrannt wird, verliert 2/3 seiner Klimaschädlichkeit.
Unter dem Strich wandelt sich so die verheerende Kerosin-Klimarelevanz des Luftverkehrs im Thermokraftwerk zur Klima-Wohltat. Nachhaltiger geht nicht.
Dies gilt auch für den Fall, dass jemals im Jahr 2050 der Luftverkehr mit genügend 100% synthetischem Treibstoff wenigstens CO2-neutral betrieben werden könnte. (Fernab einer Klimaneutralität, denn auch synthetisches Kerosin verursacht Nicht- CO2-Schadstoffausstoss.)
Die Verlagerung des Kerosineinsatzes von der Luftfahrt zur Stromproduktion in Thermokraftwerken entspräche als längst überfällige verursachergerechte Lenkungsmassnahme einer klimaschonenden Lieferbereitschaft für fehlende Mangelenergie.
Gesteuert zum Beispiel über einen von der Luftfahrt gegen Verzichtsentgelt zu speisenden Kerosinfonds analog der Wasserkraftreserve.
Eine vielversprechende Alternative ohne schwerwiegende Stromabschaltungen, umstrittene Windparks und Opferung von Restwassermengen.
Die Wachstumsprognosen der Luftfahrt mit einer Verdreifachung bis 2050 sind ein ökologisches Damoklesschwert für alle anderen Bemühungen der aktuellen Krisensituation.
Vor diesem Hintergrund sollten kerosinbetriebene Backup-Thermokraftwerke als anzustrebende Ideallösung ins Zentrum der Sorge um unsere Versorgungssicherheit gestellt werden.
Befreit von ökologischen Schuldgefühlen und damit auch von Kompensationszahlungen.
Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile einer Vollkaskoversicherung für die Mangelstromversorgung ohne Engpässe, im Sinne der Vorgaben des Landesversorgungsgesetzes (LVG), würden die überschaubaren und verkraftbaren temporären Einschränkungen beim Luftverkehr bei weitem übertreffen.
Es sei daran erinnert, dass die Schweiz mit dem Corona-Lockdown der Luftfahrt erstaunlich gut umgehen konnte.
Mit den für die Wasserkraftreserven vorgesehenen 700 Millionen liesse sich mit Kerosin-Thermokraftwerken ungleich mehr als 0.5 TWh Mangelstrom generieren – und dies mit zusätzlichem Klimabonus, ohne Vorgaben zur Emissionsreduktion aussetzen zu müssen.
Dieser Betrag liegt höher als der maximale Gewinn, den die Swiss jemals in einem ganzen Jahr erwirtschaftete.
Schon viel kleinere Entschädigungsbeträge beinhalten das Potential, genügend und vor allem kostenmässig weniger volatil, die nötigen Mangelstrommengen zu garantieren. An Flugkerosin hat es noch nie gemangelt.
Die Schweizer Luftfahrt steht nach den erhaltenen Pandemie-Rettungsmassnahmen der Bevölkerung und Wirtschaft gegenüber in der Pflicht, deren Lasten und Sorgen betreffend Energieversorgung und Klima mitzutragen.
Mögliche Notsituationen erlauben weder Tabus noch sakrosankte Privilegien. Innovative Politik mit Weitblick ist hier gefordert.