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Ungeduld des Herzens
19. August - 15. September 2017
von Stefan Zweig
Bühnenfassung von Thomas Jonigk
Schweizer Erstaufführung
Österreich, 1914. Der in der Provinz stationierte Leutnant Anton Hofmiller wird zu einem Fest auf Schloss Kekesfalva eingeladen. Als der junge Mann die Tochter des Hauses zum Tanz auffordert, bemerkt er erst in diesem Moment, dass Edith gelähmt ist. Ungeschehen kann Hofmiller, der nun um seine Ehre fürchtet, diesen schrecklichen Fauxpas nicht machen. Beschämt verlässt er kurz darauf das Fest. Um sich zu entschuldigen, kehrt er bald auf das Gut zurück und kommt von nun an täglich zu Kekesfalvas.
Schnell wird er ein Freund des Hauses, bald zur Hoffnung der Familie. In seiner Gegenwart blüht die junge Frau regelrecht auf, sodass der Vater endlich wieder an die Heilung seiner Tochter glaubt.
Edith fühlt sich von Anton geliebt, missversteht seine auf Mitleid beruhenden Besuche und verliebt sich in ihn. Er, auf den eigenen Ruf bedacht, verlobt sich schliesslich sogar mit dem Mädchen. Doch kurz darauf erfährt Edith, dass er sie verleugnet hat.
Stefan Zweig wurde 1881 in Wien geboren. Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung liessen ihn 1941 nach Brasilien emigrieren, wo er sich ein Jahr später das Leben nahm. Zuletzt vollendete er seine Autobiografie «Die Welt von Gestern» und die «Schachnovelle». Mit seinen Erzählungen und historischen Darstellungen erreichte Zweig weltweit ein Millionenpublikum. «Ungeduld des Herzens» ist sein einziger vollendeter Roman.
Inszenierung:
Stefan Meier
Besetzung:
Edith von Kekesfalva Anne Welenc
Anton Hofmiller Jeroen Engelsman
Herr von Kekesfalva Peter Bamler
Ilona Sophie Arbeiter
Doktor Condor Helge Herwerth
Frau Engelmayer Christiane Warnecke
Echos
Berner Zeitung, Helen Lagger
Seniorweb, Fritz Vollenweider
Die Stärke des Stücks und seiner Inszenierung durch Stefan Meier liegt einerseits darin, dass im sozusagen ausgedünnten dramatischen Geschehen trotzdem die differenzierte Gefühlswelt, die nicht nur die Protagonisten zu Mitleid und Ungeduld anstiftet, packend dargestellt wird. Andererseits besticht die vom Autor gefundene und vom Regisseur umgesetzte formale Geschlossenheit und Kraft dieser Bühnenhandlung.