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Auch fast 14 Jahre nach dem Grounding beschäftigt der Zusammenbruch der Swissair noch immer die Justiz. Der Liquidator der SAir Group wollte die ehemalige Führungsriege der Swissair wegen der Beteiligung an der Fluggesellschaft Air Littoral zur Verantwortung ziehen. Ohne Erfolg: Das Handelsgericht wies seine Klage ab.
Im September 1998 wurde die Akquisition besiegelt: Die Swissair zahlte 124 Millionen Franken für die französische Regionalfluggesellschaft Air Littoral. Die Führungsriege der Swissair wollte sie als Zulieferer am Drehkreuz Zürich nutzen.
Konzernspitze verletzte Sorgfaltspflicht
Für Karl Wüthrich, den heutigen Liquidator der SAir Group AG, ist klar, dass die Konzernspitze damit ihre Sorgfaltspflicht verletzte. Die Air Littoral sei ein «wertloses Sanierungsobjekt» gewesen. Die Führungsriege habe mit diesem Kauf die damalige Swissair geschädigt.
Er verklagte 18 Verwaltungsräte und zwei Konzernleitungsmitglieder wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht, weil sie den Kauf nicht sorgfältig geprüft hätten. Das Zürcher Handelsgericht teilt seine Ansicht aber nicht, wie aus dem Urteil hervorgeht, über das am Donnerstag auch der «Blick» berichtet.
«Nicht ohne Risiko»
Der Kauf sei zwar «eher teuer» und «nicht ohne Risiko» gewesen, schreibt das Gericht in seinem 100-seitigen Urteil. Es bezeichnet die Akquisition aber als vertretbar und plausibel. Der Ausbau der Position im französischen Markt habe grundsätzlich dem eingeschlagenen Weg der Swissair entsprochen.
Den Beklagten könne somit keine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorgeworfen werden, weshalb die Klage abzuweisen sei. Die ehemalige Swissair-Konzernspitze erhält nun je rund 200'000 Franken aus der Staatskasse, als Entschädigung für den Anwalt.
(awp/sda/ise/ama)