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Regisseurinnen fordern eine Frauenquote für Film- und Fernsehproduktionen.
Regisseurinnen: Weniger Geld – mehr Preise
In Deutschland erhalten Regisseurinnen für Filme weniger Fördermittel als Regisseure. Hingegen gewinnen Frauen häufiger Filmpreise.
Dies geht aus einer Studie des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock hervor. Das Forschungsteam hat alle deutschen Spielfilme untersucht, die in den Jahren 2009 bis 2013 uraufgeführt wurden. Es analysierte die Geschäftsberichte der staatlichen Filmförderungsanstalt (FFS), den Regie-Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie sowie die finanzielle Förderung, Besucherzahlen, Umsatz und Festivalteilnahmen der Filme.
Weniger Fördermittel
Laut der Studie führte bei jedem fünften Spielfilm eine Frau Regie. Die Regisseurinnen erhielten im Durchschnitt nur 65 Prozent der Fördersumme, die Regisseure bekamen: 660’000 Euro (693'000 Franken) gab es durchschnittlich für den Film einer Frau und 1 Million Euro (gut 1 Million Franken) für den Film eines Mannes. Besonders die Förderung nach Filmbudgethöhe durch den staatlichen Deutschen Filmförderfonds (DFFF) benachteiligt laut Studienleiterin Elizabeth Prommer Frauen. Das insgesamt niedrigere Budget bei Regisseurinnen habe zudem zur Folge, dass Verleiher von diesen Filmen ein geringeres kommerzielles Potenzial erwarten und weniger Kopien machen. Das führe dazu, dass unter den kommerziell erfolgreichen deutschen Kinofilmen wenige von Frauen gedrehte Filme seien.
Mehr Preise
Die Filme von Frauen sind zwar seltener ein kommerzieller Erfolg. Hingegen sind sie bei Fachjurys erfolgreicher. So erhielten 58 Prozent der Filme von Frauen einen Filmpreis. Bei den Filmen der Männer war dieser Anteil mit 46 Prozent tiefer. Und die Filme von Frauen nahmen häufiger an Filmfestivals teil. Durchschnittlich wurde der Film einer Regisseurin auf 3,3 Festivals gezeigt, der Film eines Regisseurs hingegen nur auf 2,7 Festivals.
Frauenquote für Regieaufträge
Wie im Kino sind Regisseurinnen auch im deutschen Fernsehfilm die Ausnahme. Nur bei jeder zehnten Produktion für die Hauptsendezeit von ARD und ZDF wird eine Regisseurin verpflichtet. Das geht aus dem Regie-Diversitätsbericht des Bundesverbandes Regie für den Zeitraum 2010 bis 2013 hervor. Danach führen Frauen nur bei durchschnittlich elf Prozent dieser Filme und Serien Regie. Besonders tief ist der Frauenanteil bei den populären ARD-Krimis wie «Tatort» oder «Polizeiruf 110» und bei den ZDF-Krimis am Freitagabend. Der Verein «Pro Quote Regie» verlangt eine Frauenquote für Regieaufträge und für alle Gremien, die über Förderbeiträge für Film- und Fernsehproduktionen entscheiden. Quoten seien hilfreich, weil die Diskriminierung von Frauen in der Filmbranche oft unbewusst geschehe, sagen die Initiantinnen. In Deutschland sind fast die Hälfte derjenigen, die eine Regie-Ausbildung an einer Filmhochschule abschliessen, mittlerweile Frauen.
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keine
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