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Essig in gut verschlossenen Flashcen ^[richtig: Flaschen], nachheriges Auspressen und Durchseien erhalten wird. In ähnlicher
Weise wie Himbeeressig wird Himbeerwein bereitet. Aus den Preßrückständen erhält man durch Destillation mit Wasser das
aromatische Himbeerwasser (aqua rubi idaei) und durch Destillation mit Weingeist den Himbeerspiritus (spiritus rubi idaei).
Diese verschiednen Präparate werden bekanntlich vielfach gebraucht als Zusatz zu kühlenden Getränken,
Likören, Gelées, Fruchteis etc., haben auch Verwendung in den Apotheken. Himbeersyrup
ist mit
Zucker eingekochter Himbeersaft. Himberäther ^[richtig: Himbeeräther] ist ein Kunstprodukt und gehört zu den sogenannten
Fruchtäthern - Zoll: Himbeersaft ohne Zuckerzusatz gem. Tarif im Anh. Nr. 25 p
2;
Pferdeharnsäure (acidum hippuricum); eine stickstoffhaltige organische Säure, die im Harn der Pferde
und Rinder enthalten ist, für gewöhnlich aber keinen Handelsartikel bildet; sie hat nur insofern Interesse,
als sie das Material zur Gewinnung von
Benzoësäure liefert, die jedoch direkt aus dem Harn gewonnen wird, sodaß man die
H. nicht erst daraus darzustellen braucht. Die H. erscheint, nachdem sie durch Umkristallisieren gereinigt worden, in schneeweißen
spießigen Kristallen. Ihrer chemischen Konstitution nach ist sie zu betrachten als eine Paarung von
Amidoessigsäure (Glykocoll) und
Benzoesäure; durch Kochen einer verdünnten Säure wird die Trennung bewerkstelligt und
die
Benzoesäure abgeschieden. - Zollfrei.
(Hirschtrüffel,Boletus cervinus), botanisch Elaphomyces granulatus, ehemals ein Artikel des Droguenhandels,
ist ein
Pilz, der unterirdisch ohne Strunk in Nadelhölzern, auf Wiesen und Angern wächst und die Größe
einer welschen Nuß erreicht, auch deren Form hat. Im frischen Zustande hat das Gewächs einen starken widerlichen Geruch,
der das
Wild anlockt.
Hirsche suchen ihn in der Brunstzeit auf, auch Hasen und Schweine gehen darnach.
Die Landleute kaufen
den getrockneten
Pilz, um ihn den Rindern als Sprungmittel einzugeben. - Zollfrei.
(Hirschgeweihe). Wiewohl der Kopfaufsatz des männlichen Hirsches im gewöhnlichen Leben als
Horn bezeichnet
wird (bessere Benennungen sind Geweih und Gehörn), so paßt dies doch wenigstens insofern nicht, als die Masse desselben
keine eigentliche Hornsubstanz ist, sondern bei allen hirschartigen, alljährlich das Geweih ablegenden
Tieren aus
eigentlicher Knochenmasse besteht, aus der sich die organischen Bestandteile durch Kochen in Form von
Leim
(Gelatine) ausziehen
lassen, während Knochenerde (phosphorsaurer
Kalk) übrig bleibt.
Horn (s. d.) verhält sich dagegen wesentlich anders. Dasselbe wird in der
Hitze biegsam und nachher wieder hart, während das Geweih des Hirsches dieses Verhalten nicht zeigt.
Die Geweihe der Hirschfamilie sind übrigens auch durchaus voll oder solid, die
Hörner der Rinder etc. zum großen Teil hohl.
Man verarbeitet erstere bekanntlich zu Messer-, Gabel- und
Hirschfängergriffen wie zu verschiednen andern Drechslerarbeiten
und zwar immer so, daß die eigentümlich gerauhte oder genarbte Außenseite erhalten bleibt, da diese sowohl
hübsch aussieht als praktisch im Gebrauch ist. Man ahmt daher auch das H. künstlich und ziemlich gut in gepreßtem
Holz
nach.
Die schaufeligen Geweihe des Damhirsches sind weniger nutzbar und gelten kaum halb so viel wie die des Edelhirsches. Ähnliche
Verwendung wie dieses, besonders zu Pfeifen und andern Drechslerwaren finden bekanntlich die Rehgeweihe,
von denen besonders die wulstigen wie mit
Perlen besetzten untern Endstücke (Rehkronen) geschätzt und unzerteilt gelassen
werden. Hirsch- und Rehgehörne werden zuweilen von Liebhabern in Sammlungen und zum Zierrat übergewöhnlich hoch bezahlt,
sei es daß sie entweder absonderlich gewachsen (Monstrosen) oder auch nur besonders regelmäßig und schön
gebaut sind. Hirschhörner kommen am meisten von Tirol, Ungarn und Mittelamerika. -
Dem Hirschgeweih wurden früher ganz besondre Kräfte zugetraut und es gab eine Anzahl pharmazeutischer Präparate daraus,
die jetzt zum Teil unter den alten Namen noch fortbestehen, nunmehr aber, wo man weiß, daß diese Substanz vor andern Knochenmassen
nichts besondres voraus hat, nicht mehr aus Hirschhorn dargestellt werden. Durch längeres Kochen wird
aus geraspeltem Hirschhorn (Cornu cervi raspatum) eine Gallerte erhalten, die früher mit
Zucker u. dgl. an Kranke und Schwache
verabreicht, auch zum Klären von Getränken benutzt wurde. Da aber dieselbe eben nur
Gelatine ist, so benutzt man
für solche Zwecke jetzt diese, wie sie im Handel vorkommt. Die Produkte der trocknen Destillation, die man in frühern Zeiten
aus H. darstellte, wie z. B. Hirschhornöl, Hirschhornsalz, sind ganz dieselben, die man
auch aus
Knochen erhält. Hirschhornsalz ist
kohlensaures Ammoniak. - Zoll: Hirschgeweihe sind zollfrei, Waren daraus gem.
Tarif im Anh. Nr. 13 g; Hirschhornsalz, Geist,
-Ölzollfrei.
Bezeichnung für mehrere Getreidearten, zunächst aus der Familie PanicumL. und zwar mit den Untergattungen:
1) Digitaria und den Arten Bluthirse (P. sanguinaleL.), gewimperte H. (P. ciliare Retz), fadenförmige H. (kahle
H., P. filiforme);
2)EchinochloaP. B., Art Hühnerhirse (Fennichgras, Grauch, Grense, Hirse-Kammgras, Sorggras,
P. Crus galliL.);
3) MiliariaTria, Arten: Gemeine- oder Rispenhirse (Acker-, Hattel-, Haushaltshirse etc.)
P. miliaceumL. - Haarförmige H. (P. capillareL.), ferner Setaria P. B.,
Fennich, Borstengras, Kolbenhirse, Pennig etc. mit grüner F. (Ackerhirse, wilde H., grünes
Hirsengras, wilder Schwaden), Stammpflanze der Kolbenhirse, als italienische K. (ital.
F., Fennichhirse, ital. Hirse, Kolbenfennich, Panicum italicum und Setaria panis Jess.), Futterpflanze
und Mohar (deutsche K., kl. K., deutscher F., deutsche Hirse, Panikorn, Fuchsschwanzfennich - Setaria (Panicum) germanica
P. B., Futter- und Nahrungspflanze,
quirlblütiger Fennich (Klebgras,
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Knotengras, wirbelförmiger F. - Setaria verticillata P. B.),
gelbhaariger F., Setaria glauca P. B. -
dann Mohrenhirse (Sirk, Besenkraut, Sorghohirse, Negerkorn, Durra, Guineakorn, Sorghum vulgare Pers. Eleusine (Eleusine Gaertn.)
als E. coracana G., krumährige E., E. Tocusso Fres und E. indica, Teff, Poa abyssinia Pers. etc.
die Hauptbrotfrüchte der Afrikaner und Asiaten. Die Mohrenhirse baut man nur in südlichen Ländern,
in Mittel- und Nordeuropa, die gemeine oder Rispenhirse, die Klumphirse, die Bluthirse und die große Kolbenhirse oder Fennich,
Mohar nur als Futterpflanze.
Die H. bildet in Deutschland den Gegenstand der Kleinkultur, auf größern Gütern wird sie nur ausnahmsweise angebaut. Gesamtanbau 1878 auf 14896.2 ha
und 26.6 m. Ztr. Ertrag, 2325594 Ztr. Die
Moharhirse liefert Körner und Mehl und Futter, in den entkörnten Rispen gute Kehrbesen, als Zuckermoharhirse, Sorghum, Zuckersaft
zur Brennerei etc., verschiedne Farbstoffe, Grünfutter etc. Ernte
170-250 kg pro ha. Die Rispenhirse gibt 15-30 hl Körner à 60-70 kg, die Kolbenhirse etwas weniger.
Die Körner dienen zu Brei, unenthülst zu Viehfutter und zur Branntweinbrennerei und haben etwa den Preis der Gerste. Beim
Enthülsen zum Zweck der Darstellung als menschliches Nahrungsmittel ergibt sich 40% Abgang. Das Stroh wird als Futter geschätzt;
10-20 m. Ztr. Ertrag pro ha. Der Anbau der H. ist in
Südeuropa bedeutender als im Norden, besonders in Ungarn, Spanien, Portugal, Italien, Südfrankreich, der der Rispenhirse
hat seine Schwierigkeiten und gelingt nicht jedes Jahr; sie verträgt namentlich nicht gut naßkalte Witterung, ist aber
in trocknern Jahrgängen, in trocknem warmen Boden und bei guter Pflege eine der einträglichsten Feldfrüchte.
Schlesien, Polen, Mähren, Böhmen, Ungarn, Frankreich sind Länder, wo H. häufig gebaut wird. Enthülst
ist H. nicht lange haltbar, unenthülst und in Fässer geschlagen mehrere Jahre lang. Die Farbe der unenthülsten Hirse ist
nach den Varietäten gelb, weißgelblich, grau, schwärzlich, rot; ausgestampft durchgängig gleich hellgelb. In südlichern
Gegenden, im Klima des Weinstocks, baut man mit noch besserm Ertrage die Kolbenhirse, Körner stroh-
oder orangengelb oder rötlichbraun. Mohar, Mohrhirse, kultiviert man in Europa nur im südlichen Spanien, Portugal und Italien.
-
Für die H. ist jetzt Ungarn eine Hauptbezugsquelle geworden, seit dasselbe durch wohlfeile Eisenbahnfrachten instand gesetzt
wurde, große Mengen nach außen zu schaffen. Es haben diese Zuzüge den Verzehr des Reises schon merklich
abgemindert, was nicht zu beklagen ist, denn die H. ist ein gehaltvolleres Nahrungsmittel. Das Hirsekorn geht überhaupt
nicht blos auf die Landmärkte, sondern auch aus den verschiednen Produktionsländern als Exportartikel nach Holland, England,
den deutschen Hafenstädten etc., hauptsächlich zur Verproviantierung der
Schiffe. England bezieht große Mengen „aus der Türkei“. - Zoll: Rohe H. Nr. 9 a;
geschälte oder gestampfte gem. Tarif im Anh. Nr. 25 q 2.