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Das Exportvolumen der Pharmaindustrie erreichte im Jahr 2016 mit rund 80 Milliarden Schweizer Franken einen erneuten Höchststand. In den vergangenen 20 Jahren hat die Branche eine beeindruckende Entwicklung durchgemacht und konnte die nominalen Exporte pro Jahr um durchschnittlich 9.1 Prozent steigern (Gesamtwirtschaft: +4.2 Prozent). Die konjunkturunabhängige Nachfrage sorgte dafür, dass der Bedarf nach pharmazeutischen Produkten auch in Krisenzeiten mindestens stabil blieb. Das schwache Exportergebnis von 2015 konnte im Jahr 2016 mit einem Wachstum der nominalen Ausfuhren von 14.2 Prozent kompensiert werden.
Die zunehmende Bedeutung der Pharmabranche für die Schweizer Exportwirtschaft zeigt sich umso mehr bei der relativen Betrachtung der Exportanteile. Während im Jahr 2000 pharmazeutische Produkte erst 18 Prozent der Güterausfuhren ausmachten, liegt der Anteil an den Gesamtexporten 2016 bei 39 Prozent. Die Pharmaindustrie bleibt damit die mit Abstand wichtigste Exportbranche. Uhrenexporte (Anteil von 9%) und Ausfuhren von Maschinen und Chemieprodukten (9% und 7%) wiesen im Jahr 2016 wesentlich tiefere Anteile aus.
Exporte nach Destinationen
Die Europäische Union war 2018 mit einem Exportvolumen von 40.9 Milliarden Schweizer Franken der wichtigste Absatzmarkt für Pharmaprodukte aus der Schweiz (46%). Innerhalb der EU sind Deutschland (14%), Italien (5%), die Niederlande und Frankreich (4%) die wichtigsten Absatzmärkte. In Grossbritannien kam es 2018 zu einem Einbruch und Rückgang des Anteils von 6 auf 2 Prozent. Ursache hierfür sind Anpassungen in Teilen der Lieferketten, die im Hinblick auf den bevorstehenden Brexit vorgenommen wurden, um mögliche Exportverzögerungen und Zollgebühren zu vermeiden. In diesem Zusammenhang wurde ein Teil der ursprünglich nach Grossbritannien gelieferten Waren nun in die Niederlande exportiert (und von dort wiederum in andere Länder verteilt).
Im Jahr 2017 lag der europäische Anteil an den gesamten Pharmaexporten erstmals unterhalb der 50-Prozentmarke. Andere Märkte wachsen schneller und gewinnen an Bedeutung. Im Zehnjahresvergleich (2008-2018) stieg vor allem der Anteil Nordamerikas deutlich an. Die USA sind als Land mit einem Anteil von 24 Prozent der wichtigste Absatzmarkt. Die Bedeutung
der USA als Absatzmarkt hat sich in den vergangenen 10 Jahren mehr als verdoppelt. Auch Asien wird als Absatzmarkt wichtiger und lag 2018 bei einem Anteil von 17 Prozent. Wachsende Mittelschichten sowie demographische Verschiebungen sind hier die strukturellen Wachstumstreiber. Insbesondere die Ausfuhren nach China sind deutlich gewachsen. Wurden vor 20 Jahren
noch Pharmaprodukte im Wert von 167 Millionen Schweizer Franken aus der Schweiz nach China (inkl. Hongkong) exportiert, waren es 2018 bereits Ausfuhren im Wert von 4.5 Milliarden Schweizer Franken. Trotz dieses rasanten Wachstums wird es noch lange dauern, bis China als Absatzmarkt für Schweizer Pharmaexporte einmal das Niveau der EU erreicht haben wird. Gegenwärtig ist der EU-Markt noch neunmal grösser als China.