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Einblicke in die wechselhafte Geschichte und die vielfältige Kultur Nepals
«Wir wollten den mineralogischen Teil unserer Ausstellung ethnografisch einbetten», so Vizedirektor Emanuel Gerber. Ein einleitender Teil befasst sich daher mit der Geografie Nepals, das zwar ein ausgeprägtes Gebirgsland ist, mit der Ganges-Ebene jedoch auch ein weites Tiefland aufweist. Ein kurzer Abriss gibt einen Einblick in die wechselhafte Geschichte des Landes: von der Einnahme Nepals durch den Gorkhakönig Prithvi Narayan im Jahr 1768 über die Herrschaft des Familienclans der Ranas (1846-1951) und die Wiedereinführung der Monarchie bis zum Volksaufstand von 1990, der die Herrschaft der Shahs brach.Seither ist Nepal eine parlamentarische Monarchie mit Mehrparteiensystem und gewählter Regierung. Dennoch ist das Land bis heute politisch nicht zur Ruhe gekommen: Von 1994 bis 2006 litt es unter dem Bürgerkrieg der Maoisten gegen die Monarchie und das hinduistische Klassensystem. Ende 2006 kam es zum Friedensschluss, und im April 2007 wurde eine Übergangsregierung gewählt. Diese Regierung, in der die Maoisten fünf von 23 Ministern stellen, muss bis Ende 2007 Neuwahlen organisieren.
Patriarchalische Gesellschaft
Ein eigener Teil der Ausstellung befasst sich mit den drei Grundpfeilern der nepalesischen Gesellschaft: Familie, Religion und Kaste. Die Zugehörigkeit zu einer Familie ist in einem Land ohne Sozialwerke überlebenswichtig. Dabei dominiert die mehrere Generationen umfassende Grossfamilie. Frauen sind in der streng patriarchalischen Gesellschaft in allen Lebensbereichen benachteiligt; anders als in den industrialisierten Ländern ist ihre Lebenserwartung denn auch geringer als die der Männer.Die Spiritualität ist im nepalesischen Alltag allgegenwärtig. 80 Prozent der Bevölkerung sind Hindus, 15 Prozent Buddhisten, die übrigen Muslime, Christen und Angehörige anderer Glaubensrichtungen. Religiöse Spannungen gibt es kaum; die Nepalesen sind in diesen Fragen traditionell sehr tolerant.Direkt mit dem Hinduismus verknüpft ist die Idee des Kastenwesens, die bei uns als diskriminierend gilt. In Nepal vermischen sich die Kasten auf für Aussenstehende schwer zu durchschauende Weise mit den vielen ethnischen Gruppen. cs