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Die Pipeline Keystone XL soll einmal Öl von Kanada bis nach Texas transportieren. Doch jetzt haben die Planer beantragt, das Genehmigungsverfahren auszusetzen – womöglich, weil sie auf den nächsten US-Präsidenten hoffen.
Die Planer der heftig umstrittenen Keystone-XL-Ölpipeline von Kanada in die USA haben eine Aussetzung des Genehmigungsverfahrens beantragt. Die Trans Canada Corp teilte am Montag mit, sie habe das US-Aussenministerium um ein Moratorium des Prüfverfahrens gebeten.
Gegen die geplante 2000 Kilometer lange Leitung gibt es heftigen Widerstand, unter anderem von Umweltgruppen. Auch US-Präsident Barack Obama hatte sich kritisch zu dem Projekt geäussert. Mit dem Antrag auf Aufschiebung des Genehmigungsverfahrens könnte das Unternehmen versuchen, eine Ablehnung durch das US-Aussenministerium zu vermeiden und die Entscheidung in die Hände eines neuen US-Präsidenten zu legen. Obama scheidet in gut einem Jahr aus dem Amt.
Ein Firmensprecher wollte sich zu den Hintergründen des Antrags nicht äussern. Umweltschützer kritisierten den Schritt des Unternehmens als durchsichtiges Manöver und forderten Obama auf, den Verschiebungs-Antrag abzuweisen und die Pipeline nicht zu genehmigen.
Die US-Demokratin Hillary Clinton gilt als mögliche Nachfolgerin von Obama. Sie hatte Ende September gesagt, das Projekt abzulehnen. «Der Bau der Pipeline ist nicht das, was wir tun sollten, um die globale Erwärmung zu bekämpfen.»
In den USA wird seit 2010 über das Projekt debattiert. Die Republikaner befürworten den Bau der Pipeline. Innerhalb der Demokraten streiten zwei Lager: Auf der einen Seite stehen die Gewerkschaften, die das Projekt wegen der Arbeitsplätze befürworten. Umweltschützer auf der anderen Seite lehnen den Bau entschieden ab, weil die Pipeline die Attraktivität erneuerbarer Energien senke. (dwi/sda)