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Radiofrequenz-Therapie
Radiofrequenz-Therapie (Stromtherapie) zur Behandlung von Schmerzen
Grundlagen
Bei der minimal-invasiven Radiofrequenztherapie zur Schmerzbehandlung wenden wir energiearmen, hochfrequenten (500 kHz) Wechselstrom (Radiofrequenzstrom) an. Für die Erzeugung dieses hochfrequenten Stroms zu therapeutischen Zwecken ist ein elektrischer Schaltkreis erforderlich, um die für die Therapie benötigte Wärme zu erzeugen. Dies geschieht, indem ein Arm des Stromkreises von einem Radiofrequenz-Generator zu einer grossflächigen Platte am Körper des Patienten geleitet wird und der andere Arm des Stromkreises vom Generator zu einer Nadelelektrode führt. Sobald sich die Elektrode an der Zielstelle befindet, fliesst Strom zwischen der Elektrode und der am Körper des Patienten applizierten Platte. Mithilfe dieses hochfrequenten elektrischen Stroms werden Bereiche des Nervengewebes erhitzt und die Schmerzsignale unterbrochen, wodurch eine langanhaltende Schmerzlinderung eintritt. Die Stromdichte an der unisolierten Elektrodenspitze ist ausreichend, um eine notwendige Erwärmung zu erzeugen.
Die Art der Anwendung von hochfrequentem Strom unterscheidet sich zwischen gepulster Radiofrequenz mit 42°C (pRF) und kontinuierlicher Radiofrequenz-Therapie mit 80°C (kRF).
Die Radiofrequenz-Therapie wird insbesondere bei folgenden Schmerzzuständen angewendet, beispielsweise bei:
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Therapieresistenten Nacken- und Rückenschmerzen infolge Arthrose der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke)
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Therapieresistenten Nacken- und Rückenschmerzen mit Ausstrahlungen in Arme/Beine durch Einengung der Nervenaustrittsstellen in der Wirbelsäule
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Chronischen Schmerzen von der Bandscheibe ausgehend
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Chronischen Schmerzen nach einer Herpes Zoster-Infektion
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Chronischen Schmerzen nach Operationen
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Chronischen Schmerzen peripherer Nerven
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Gelenkschmerzen
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Kopfschmerzen, die ihren Ursprung an der Halswirbelsäule haben
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Und bei vielen anderen Schmerzzuständen
Die Indikation zur pRF wird bei wiederkehrenden Schmerzen gestellt, falls im Vorfeld gut auf eine oder mehrere Testinfiltrationen angesprochen oder auf wiederholte Kortisongaben nicht mehr reagiert wurde.
Gepulste Radiofrequenz-Therapie mit 42°C (pRF)
Die gepulste Radiofrequenz-Therapie ist ein minimal-invasives Verfahren in der Interventionellen Schmerztherapie, das sich bei der Behandlung verschiedenster Arten chronischer Schmerzen durch Unterbrechung von Schmerzsignalen bestens etabliert hat. Bei dieser Therapie wird unter örtlicher Betäubung an den Nervenwurzeln oder auch an einzelnen Nerven eine Kanüle (Nadel) platziert und anschliessend ein hochfrequenter Strom erzeugt, wodurch die Schmerzleitung unterbrochen wird.
Da der Strom nicht kontinuierlich, sondern in kurzen Intervallen von etwa 20 Millisekunden verabreicht wird, kann durch die Pulsation die Erhitzung und Zerstörung der Gewebestrukturen, anders als bei der kontinuierlichen (ablativen) Radiofrequenz-Therapie, bei der das behandelte Gewebe dauerhaft zerstört wird, vermieden werden. Die Zellen bleiben also intakt, so dass keine Vernarbung des Gewebes entsteht. Dass trotz der vollständigen Erhaltung des Gewebes eine Schmerzlinderung erzielt werden kann, liegt daran, dass die Nerven auf die gepulste Elektrizität mit einer Verhaltensänderung reagieren, indem sie gewissermassen lahmgelegt werden und weniger Schmerzimpulse weitergeben.
Mit der pRF kann eine über mehrere Monate anhaltende Schmerzlinderung erzielt werden. Je nach Patient*in tritt die Schmerzlinderung innerhalb von zwei bis drei Wochen oder aber sofort ein.
Die gepulste Radiofrequenz-Therapie (pRF) hat sich als sichere und wirksame Methode zur Behandlung bestimmter Schmerzformen erwiesen. Abgesehen von einem äusserst selten auftretenden Infektions- und Blutungsrisiko an der Einstichstelle ist diese Therapieform im Allgemeinen gut verträglich und mit nur wenigen Komplikationen verbunden. Sollten die Schmerzen wieder auftreten, ist eine Wiederholung der durchgeführten Behandlung ohne weiteres möglich.
Kontinuierliche Radiofrequenz-Therapie mit 80°C (kRF)
Bei der Behandlung mit der kontinuierlichen Radiofrequenz (kRF), wird die Sonde bis 80°C erwärmt und die Zielnerven einer kontinuierlichen elektrischen Stimulation ausgesetzt, wodurch sich die Temperatur um die Hochfrequenz-Nadelspitze erhöht und die umliegenden Nervenstrukturen zerstört (ablatiert) werden und Vernarbungen des Gewebes entstehen.
Quellen:
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