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Neue Arbeitsformen
Im Zuge der Industrialisierung und der Verbürgerlichung der Gesellschaft hatten sich die Arbeitsverhältnisse grundlegend geändert:
Die Produiktionsstätten lagerten sich aus den Häusern hinaus. Die Männer gingen uas den Häusern hinaus, um das nötige Geld zu verdienen. Die Frauen blieben zu Hause: Kinder erziehen, Haushalt. Die Arbeiterfrauen kamen da wesentlich schlechter weg als bessergestellte Büregerfrauen. Arbeiterfrauen mussten sehr oft noch die schlecht bezahlte Heimarbeit ausführen.
Die Herstellung von Bekleidung in Heimarbeit und Fabriken:
Zu Hause gab es die typische Frauenarbeit: Kleidung nähen für sogenannte Zwischenmeister, solche Unternehmer, die wiederum von den grösseren Unternehmen die Aufträge erhielten. Frauen konnten damals fast alle nähen. Die Konfektionskleidung wurde damals noch nicht vollständig maschinell hergstellt.
Mitte des 19. Jhd. kam von Singer die erste Nähmaschine auf den Markt. Viele Frauen schafften sich eine solche Nàhmaschine an, blieben dann aber hoch berschuldet.
Die alternative zur Heimarbeit war die Arbeit in einer Textilfabrik. Die meisten FRauen, die in den Fabriken arbeiteten, waren jung und unverheiratet. Um die Jahrhundertwende kam die Arbeit als Verkäuferin von Damenbekleidung in den damals aufkommenden Warenhäusern hinzu. Die leitenden Positionen hatten damals nur Männer. Die Arbeitskraft der Frauen wurde damals im Modesektor sehr bedeutend. Man muss jedoch bedenken, dass damals die Arbeitszeit 12 Stunden täglich oder sogar mehr betrug. Kinder wurden frühzeit zur zur Mithilfe einbezogen. Man arbeitete 6 Tage in der Woche. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken waren miserabel.
Für die wohlhabenden Bürgerinnen hatte die Trennung von Erwerbs- und häuslichem Leben andere Folgen: Sie wurden zu Statussymbolen ihrer Ehemänner. Diese demonstrierten dies vor allem dadurch, dass sie ihre Frauen prunkvoll einkleideten. Damit zeigten sie aller Welt, dass sie ihre Frauen nicht arbeiten liessen. Die Damenmode wurde somit im 19. Jahrhundert immer üppiger. Die Mänenrkleidung hingegen wurde immer schlichter. Der Mann war sowieso eine Autorität und brauchte niemandem etwas zu beweisen. Mode wurde also zur Frauendomäne.
Die Entstehung der Haute Couture
Die rasante technische Entwicklung dieser Zeit zog die Entstehung des Spezialistentums nach sich. Das Bürgertum, das nun einen gewissen Wohlstand erreicht hatte, besass nicht einen ausgeprgten Geschmack für schöne Kleider, wie früher die Aristokraten, die in dieser Hinsicht mehr Erfahrung hatten.
Die Bürger begannen, Stilfragen an Spezialisten zu delegieren. Der Beruf des Couturier (Modeschöpfer) entstand. Die Kleider wurden nun nicht mehr wie früher von Näherinnen am Hofe hergestellt. Ein Designer entwarf die Kleider und stellte so Einzelstücke her, die dann eventuell, je nach Gefallen und Nachfrage auch in Produktion gingen. Es gab von nun an auch eine klare Tennung von Männer- und Damenmode.
Krinolinen
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Damenmode immer aufwendiger. Die Röcke wurden so weit, dass sich die Damen kaum mehr die Hand reichen konnten. Ein Rocksaum konnte 10 m messen. In Form gehalten wurden diese Röcke durch die Krinoline, eine Art steifem Unterrock auss Rosshaar- und Flachsgewebe. Diese Unterröcke waren eine Art Vorläufer des Petticoat. Mit diesen Reifröcken (später wurden die Krinolinen aus Stahlreifen hergstellt, damit sie leichter wurden!) hatten die Damen grosse Beinfreiheit. Während die Röcke immer weiter wurden, gerieten die Oberteile immer enger. Die Frauen "schnürten" sich regelrecht zusammen, um eine Wespentaille zu bekommen. Frauen wirkten in dieser Aufmachung wie Puppen. Auf dem Kopf sass ein kleiner Hut.

||Gegen diese Mode wandte sich Amelia Bloomer, die Mitte des 19. Jhd. die ersten Hosen für Frauen einzuführen versuchte - vergebens! Es waren knöchellange Pumphosen, über denen man ein knieumspielendes Kleid trug. Bloomers Reformbewegungen wurden verlacht, aber nicht, weil das etwa lustig aussah, sondern, weil man sie fürchtete: Sollten die Frauen erstmal die "Hosen anhaben", dann wäre es mit der männlichen Herr-schaft zu Ende!! Hosen wurden ganz und gar mit männ-licher Macht gleichgesetzt. Man konnte sie deshalb um keinen Preis an Frauen tolerieren! Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts fingen mutige Frauen an, beim Radfahren Pumphosen zu tragen.

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