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Beckenried
Wie Wolfenschiesser Filiale von Stans, war auch Beckenried bis ins späte 15. Jahrhundert kirchgenössig nach Buochs. Am 16. August 1486 bemühte sich der kinderlose Buochser Bürger Heini am Lo beim Bischof von Konstanz um die Errichtung einer eigenen Pfründe für Beckenried, weil von dort aus der Besuch der Pfarrkirche in Buochs vielfach durch Unwetter schwer erschwert oder gar verhindert war. Im Jahr darauf, am 16. April, erhielt er die Bestätigung des Bischofs Otto von Konstanz. Wohl bestand seit Beginn des 15. Jahrhunderts in Beckenried eine Kapelle zu Ehren des heiligen Kaisers Heinrich, wie sich aus einer Ablassver1eihung von 1323 ergibt. Aber dieses kleine Gotteshaus blieb noch lange Jahrhunderte eine Kaplanei, deren Inhaber überdies zu vielfachen Dienstleistungen gegenüber der Mutterkirche in Buochs verpflichtet war. Auch die Erneuerung und Verbesserung der Pfründe von 1520 brachte den Beckenriedern die Erfüllung ihrer Wünsche nach Errichtung einer Pfarrei nicht. Mit Hilfe zahlreicher Wohltäter konnte aber die Heinrichskapelle erneuert und vergrössert werden und wurde durch den Nuntius de la Torre 1508 geweiht. Sie litt aber durch das Erdbeben von 1601 schweren Schaden. Die Kaplanei erhielt jedoch im Laufe der Jahre die meisten Rechte einer Pfarrei, so ca. 1580 das Taufrecht, 1618 das Begräbnisrecht, erst am 26. Oktober 1638 konnte Bischof Johann von Konstanz die Erhebung einer selbständigen Pfarrei, allerdings gegenüber vielfachen Widerständen von Seite der alten Mutterkirche vornehmen. Die Erdbebenschäden von 1601 erforderten indes noch jahrelang teilweise Erneuerungen, sodass erst 1640 am 23. Oktober Abt Plazidus Küttel von Engelberg einen neuen Mittelaltar beim Eingang in den Chor einweihen konnte. Er sprach bei dieser Gelegenheit mit einer gewissen Betonung von der "Ecclesia nostra", von "unserer Kirche", um die Patronatsrechte Engelbergs an dieser alten Kirche zu betonen. 1790 wurde der Grundstein für eine vergrösserte Pfarrkirche gelegt, deren Bau der Luzerner Meister Nilaus Purtschert übernahm. Die Einweihung erfolgte aber erst am 16. August 1807 durch den Konstanzer Generalvikar Graf Ferdinand von Bissingen. Die heutige Kirche erfuhr 1934 eine sorgfältige Aussenrenovation. 1973 beschlossen die Kirchgenossen eine Erneuerung auch des Innern, die unter Leitung des Luzerner Architekten Damian Widmer stand. Am Feste der Himmelfahrt Christi 1975 konnte Bischof Vonderach von Chur die neue Kirche mit dem Zelebrationsaltar einweihen. Unter den Seelsorgern dieser Patronatskirche Engelbergs lässt sich nur ein Konventuale feststellen: P. Peter Stierli.
Literatur über Beckenried: Robert Durrer, Kunstdenkmäler, S. 34 ff. Anton Odermatt in Geschichtsfreund 46, 1891, 117. ff. Beckenried, Festschrift,Stans 1967.