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(Kt. Tessin,
Bez. Lugano).
473 m. Gemeinde 3 km nw. der Station
Taverne der Linie
Bellinzona-Lugano-Chiasso der Gotthardbahn. Postablage;
Postwagen
Taverne-Mezzovico. Besteht aus
Osignano, Vianco und einem Teil von
Taverne Superiore; zusammen 56
Häuser, 236 kathol.
Ew. Pfarrei. Acker- und Weinbau, Viehzucht. Temporäre Auswanderung der Männer als
Maurer,
Maler und Gipser
in die übrigen Kantone. Hauptort des Kreises
Taverne. Die Gemeinde liegt am Eingang ins
ValCusello, dessen Quellen die Stadt
Lugano mit vorzüglichem
Wasser versorgen. Prachtvolle Kastanienselven. Heimat des in Bologna gestorbenen berühmten Baumeisters
Andrea
MariaPedevilla (1690-1775) und des Kupferstechers Vittore Pedretti († 1868), der 1824 in Paris 90 sehr
geschätzte anatomische Tafeln nach den Zeichnungen des Dr. Antomarchi gestochen hat.
Ausgangspunkt für die Besteigung des
Monte Tamaro über die
Alpe Canigioli (5 Stunden).
oder
PuntaGnifetti (Kt. Wallis,
Bez. Visp).
4561 (auf der italienischen Karte 4559) m. Gipfel im Massiv
des
Monte Rosa, auf der Landesgrenze gegen Italien zwischen dem
Sesiajoch und dem
Grenzsattel; ö. über dem dem
Gornergletscher
zufliessenden
Grenzgletscher und w. über dem obersten Sesiathal. Kann bloss von der italienischen
Seite her gut gesehen werden
und ist auf Schweizer
Seite einzig vom
Hörnli über
Zermatt aus etwas sichtbar. Den italienischen Namen
trägt der Gipfel zum Andenken an den Pfarrer von Alagna, Giovanni Gnifetti, der ihn 1842 zum erstenmal erstieg.
Die unter normalen Verhältnissen und an einem schönen Tag kaum schwierige Ersteigung wird von der italienischen
Seite her
oft unternommen und erfordert von der Capanna Gnifetti (3647 m; über dem Garsteletgletscher) aus 5 und
vom Hotel auf dem Olenpass her 8 Stunden. 1893 hat der italienische Alpenklub ganz nahe unter dem Gipfelpunkt eine das ganze
Jahr bewirtschaftete
Hütte, die Capanna della
Regina Margherita (4555 m) erstellen lassen, der 1905 ein bloss vom 15. Juli bis 15. September geöffnetes
alpines Observatorium angefügt worden ist.
Dieser auf dem Gipfel selbst stehende Bau umfasst 8
Zimmer, von denen zwei für Touristen bestimmt sind und eines als physiologisches
Laboratorium dient. Er ist fest im
Felsen verankert und mit einer doppelten Holzverkleidung, sowie einem dicken Panzer von
Kupferplatten versehen, um ihn vor den elektrischen Entladungen und allen
Stürmen und Winden sicher zu
stellen. Die Leitung liegt in der Hand des Professors Camillo Alessandri, Direktors der Sternwarte zu Pavia. Umfassendes
und prachtvolles Panorama, das demjenigen der benachbarten
Dufourspitze in allen wesentlichen
Zügen gleichkommt.
Sehr reich ist das Amt an Alpweiden, besonders in den Gemeinden Schangnau, Rötenbach, Eggiwil und Trub. Die Gesamtzahl der
Alpen beträgt 255, wovon 245 in Einzelbesitz sind. Ihre Fläche von 8068 ha verteilt sich auf eingehegtes Land 1091,
Weidefläche 4917, Wald 1564, Ried 329 und unproduktives Land 167 ha. Sie werden zusammen mit 4249 Stück
Rindvieh bestossen. Der Wert des Weidelandes beträgt 2223060 Fr. und derjenige des ganzen Alpgebietes (mit Wald) 5493410
Fr. Diese Alpweiden liegen in einer Höhe von 820-1500 m, die meisten in 900-1200 m. Die Weidezeit beträgt 123 Tage. Es
wird meistens Jungvieh gesömmert.
Auf diesen Alpen werden durchschnittlich 50500 kg Fettkäse und 3000 kg Butter im Gesamtwerte von 80900 Fr. produziert. Der
Amtsbezirk ist fast ausschliesslich landwirtschaftlich und zeigt bloss in den Thälern der Emme und Ilfis industrielle Tätigkeit.
Hauptindustrie ist die Textilindustrie. Die eidg. Betriebszählung vom ergab folgende Zahlen:
Gesamtzahl der Betriebe 3743, davon in Landwirtschaft 2099, in Gewerbe, Industrie und Handel 1609, sowie mit Heimarbeit 35. 13980 Personen
beschäftigen sich mit Landwirtschaft, 6858 mit Industrie und 1479 mit Handel. 3572 Betriebe ohne und 171 mit Motoren, welch
letztere über 977,5 PS verfügen. An Eisenbahnen besitzt das Amt die Linien Bern-Langnau-Luzern und Burgdorf-Langnau,
sowie die Postwagenkurse Schangnau-Wiggen, Schangnau-Kämmeriboden, Signau-Rötenbach
und Trubschachen-Trub. Die weitere Ausführung
aller Verhältnisse siehe in den Artikeln Emmenthal, Emme (grosse) und Ilfis.
Landwirtschaft. 5 Käsereien. 3 Jahrmärkte. Der früher sumpfige Thalgrund ist seit 1856 durch den Schüpbachkanal trocken
gelegt. Bei Signau gab es früher zwei Burgen, Sitze der Freien von Signau. Die im 14. Jahrhundert verlassene alte Burg stand
auf einem Hügel ö. vom WeilerSteinen, während die neue gegenüber auf der linken Thalseite lag und 1798 als
Sitz des Landvogtes von den Bauern zerstört wurde. Die Freiherren von Signau lassen sich urkundlich nachweisen von 1146 an
bis zur Schlacht von Sempach 1386, in welcher zwei Brüder, wahrscheinlich die letzten ihres Geschlechts, fielen.
Viele Glieder dieses Hauses bekleideten höhere Kirchenämter. Nach mehrfachem Wechsel ihrer Besitzer kam
die Herrschaft Signau 1529 an Bern.
Sie bildete mit den Gemeinden Biglen und Rötenbach, zu denen im Jahr 1648 noch das bisher mit
Signau verbundene Eggiwil als selbständige Gemeinde kam, ein eigenes Amt bis 1798. 1529-1798 residierten hier 50 Landvögte
mit je sechsjähriger Amtsdauer. Die sogenannten «Heidengräber» sind Erdwerke,
die in der Nähe von Signau beim WeilerSteinen gefunden wurden. Alb. Jahn deutete sie als Ueberreste eines römischen Feldlagers,
das die Strasse von der Aaregegend nach dem obern Emmenthal deckte. 1856 fand man darin eine ganze Anzahl von «Heideneisen»
genannten römischen Hufeisen. Wie in Langnau und andern Dörfern des Emmenthales hat sich auch in Signau noch die alte Sitte
erhalten, dass die Frauen am alljährlichen
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