Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03661.jsonl.gz/715

|zurückH||Crashkurs: Kommunikation Inhalt Forum Crashkurse rückwärts - Seite 14 - vorwärts|
C. Shannon schreibt in seinem epochemachenden Aufsatz: ”In diesem Aufsatz werden wir die Theorie erweitern, um eine Anzahl neuer Faktoren einzuschliessen, insbesondere die Wirkung von Störungen im Kanal und die Einsparungen, die sowohl durch die statistische Struktur der Originalnachricht als auch durch die Art des Endzieles der Information möglich sind” (Shannon/Weaver: 41). In der Theorie von C. Shannon geht es also im wesentlichen darum, wie viele Gespräche gleichzeitig auf einer Telefonleitung übermittelt werden können, was C. Shannon ”Kanalkapazität” nannte. Die Theorie beschäftigt sich mit dem Informations-Gehalt von Signalen, der als negative Entropie (Formel von Hartley) charakterisiert wird.
C. Shannon verwendet folgendes Schema:
Das Buch von C. Shannon ist, wie der Titel sagt, eine mathematische Abhandlung, die sich mit mit der Optimierung von Sender-Empfänger-Prozessen beschäftigt. Was "Sender" und "Empfänger" heissen soll, ist nur mathematisch festgelegt. Inhalte, Bedeutung oder Sinn kommt in dieser Theorie nicht vor. C. Shannon sagt sogar explizit: Information hat keine Bedeutung.
Das Buch enthält aber einen zweiten Aufsatz von W. Weaver, der versucht, die Relevanz dieser mathematischen Theorie für die Kommunikation im allgemeinen nachzuweisen. W. Weaver schrieb, dass nicht nur sein Telefonapparat ein Transmitter von Signalen sei, sondern auch sein Sprechapparat: "Im mündlichen Gespräch ist das Gehirn die Informationsquelle, der Stimm-Mechanismus, der die Schallwellen, die durch die Luft (Kanal) übermittelt werden, produziert, ist der Transmitter. (...) Wenn ich mit Ihnen spreche, ist mein Hirn die Informationsquelle, mein vokales System der Transmitter" (Shannon/Weaver:98f).
Technologisch war die Theorie von C. Shannon ein Durchbruch. Das Schema, das C. Shannon verwendet, modelliert nur technische Geräte, aber keine Menschen. Die Formulierung von W. Weaver ist diesbezüglich sehr subtil. Er spricht nämlich auch ganz technisch, aber über einen biologischen Apparat; er betrachtet einen spezifischen Teil des Menschen - den Stimm-Mechanismus - mechanisch. Der Stimmmechanismus sagt aber nichts aus über die zwischenmenschliche Kommunikation.
Das Schema von C. Shannon übersetze ich wie folgt:
Es ist dann ganz unwichtig, woher die Signale kommen und was sie bedeuten. W. Weaver schreibt: ”Das Wort ,Information‘ wird, in unserer Theorie, in einem spezifischen Sinn verwendet, der nicht mit der üblichen Verwendung des Wortes verwechselt werden darf. (...) Zwei Nachrichten, von welchen die eine wirklich bedeutungsvoll und die andere purer nonsense ist, können, was ihren Informationsgehalt betrifft, unter dem verwendeten Gesichtspunkt, exakt äquivalent sein. Es ist zweifellos diese Tatsache, die Shannon meint, wenn er sagt, dass der semantische Aspekt der Kommunikation für den technischen Aspekt irrelevant ist‘” (Shannon:99).
Da C. Shannon ein mathematischer Ingenieur war, hat er logischerweise systemtheoretisch argumentiert, er hat aber ausschliesslich über technische Geräte gesprochen.
V. Flusser bezeichnet die Theorie von C. Shannon als naturwissenschaftliche, während er Kommunikation als etwas Unnatürliches, nämlich als etwas spezifisch Kulturelles betrachtet.