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Riesenslalom Herren: Das grosse Duell
Die Geschichte. In keiner Disziplin kommt der moderne alpine Rennsport dem “normalen” Skifahren in Ausrüstung und Technik so nahe wie im Riesenslalom. War in frühen Zeiten das Umsteigen, das keiner derart perfekt beherrschte wie der Schwede Ingemar Stenmark, das Markenzeichen, ist es heute die Dynamik des Carvingschwungs. Bei Weltmeisterschaften ist der Riesenslalom seit 1950 vertreten, die erste Goldmedaille gewann Zeno Colò (It).
Die Vorgaben. Die Höhendifferenz muss zwischen 350 und 400 Höhenmetern betragen, in St. Moritz sind es 355. Die Anzahl Richtungsänderungen muss zwischen 11 und 15 Prozent der Höhendifferenz betragen.
Der Ski. Er muss mindestens 195 Zentimeter lang sein, die Seitenbreite unter der Bindung muss mindestens 6,5 cm betragen, vor der Bindung im Minimum 9,8 cm. Der Mindestradius beträgt 35 Meter.
Der Modus. Bis 1966 wurde der Riesenslalom bei den Männern in nur einem Lauf entschieden, seither sind es zwei Durchgänge, die von zwei verschiedenen Kurssetzern gesteckt werden. Da in der Regel frühe Nummern im Vorteil sind, weil die Strecke weniger Schläge und Löcher aufweist, wird die Startreihenfolge unter den besten 15 Fahrern ausgelost: die ersten 7 erhalten die Nummern 1 bis 7, die Fahrer zwischen 8 und 15 erhalten eine Nummer zwischen 8 und 15. Im zweiten Durchgang fahren die 30 Erstplatzierten des ersten Durchgangs in umgekehrter Reihenfolge.
Die WM-Strecke. Die WM-Strecke ist gekennzeichnet durch viele Geländewechsel. Die Fahrer müssen versuchen, permanent Geschwindigkeit aufzunehmen, um in den flacheren Passagen genügend Tempo zu haben. Eine gute Linienwahl ist von grosser Bedeutung, und die Fahrer müssen den Kampf mit dem Berg annehmen.
Der Titelverteidiger. Ted Ligety (USA gewann bei der Heim-WM in Vail zum dritten Mal in Folge, das gelang bei Weltmeisterschaften sonst nur Ingemar Stenmark (Slalom) und Kjetil Andre Aamodt (Kombination). Marcel Hirscher (Ö) wurde 2015 Zweiter vor Alexis Pinturault (Fr). Carlo Janka wurde als 11. bester Schweizer, der Obersaxer konnte auch 2009 als bislang letzter Schweizer den WM-Titel in dieser Disziplin feiern.
Die Favoriten. Da stehen zwei Namen im Vordergrund: Alexis Pinturault (Fr) gewann drei der sechs Saisonrennen, Marcel Hirscher (Ö) siegte zweimal, viermal war er Zweiter. Jeder andere Weltmeister wäre eine Überraschung, egal, ob aus den starken Teams der Franzosen (neben Pinturault und Faivre) oder der Deutschen (Neureuther, Luitz). Die Generalprobe beim Weltcup Final 2016 gewann der Franzose Fanara (der nach Kreuzbandriss fehlt) vor seinen Landsleuten Pinturault und Faivre, Justin Murisier (9.) war bester Schweizer.