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Studio-Ghibli-Mitbegründer Isao Takahata gehörte zu den Giganten des Anime. Nun ist er am 5. April 2018 im Alter von 82 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Offenbar hatte sich sein Gesundheitszustand bereits im vergangen Sommer verschlechtert. Er musste er wiederholt ins Krankenhaus eingeliefert werden. Damit hat ein Künstler diese Welt verlassen, der mit seinen Werken gleich mehrere Generationen beeinflusst hat.
1959 begann er seine Karriere beim grossen Tōei-Animationsstudio, wo er den sechs Jahre jüngeren Hayao Miyazaki kennenlernte. International berühmt wurde Takahata spätestens 1974 mit der Anime-Serie «Arupusu no Shōjo Haiji» («Heidi»). Die auf Johanna Spyris Heidi-Büchern basierende Geschichte wurde zu einem riesigen Erfolg, der weltweit exportiert wurde. Fast im Alleingang prägte er damit das positive Image der Schweiz in Japan (Asienspiegel berichtete). Dieses von Isao Takahata erschaffene Werk sorgt bis heute dafür, dass die japanischen Touristen nach Maienfeld ins Schweizer Heidi-Dorf pilgern.
Die Gründung von Studio Ghibli
Auch bei Hayao Miyazakis «Nausicaä aus dem Tal der Winde» wirkte er als Produzent mit. Der Erfolg führte dazu, dass die beiden 1985 Studio Ghibli gründeten. Es wurde zu einem legendären, stilbildenden Anime-Produktionshaus, das heute weltweit ein Begriff ist und zur Japan-Begeisterung im Ausland wesentlich beigetragen hat (Asienspiegel berichtete). In dieser Ära realisierte Takahata den herzzerreissenden Anime «Hotaru no ike» («Die letzten Glühwürmchen»), der heute zu den grossen Klassikern von Studio Ghibli zählt (Asienspiegel berichtete).
Takahata erzählt darin die Geschichte des 14-jährigen Jungen Seita und seiner 4-jährigen Schwester Setsuko, die nach den amerikanischen Bombenangriffen auf die Hafenstadt Kobe im Zweiten Weltkrieg ihre Mutter verlieren und letztendlich selbst verzweifelt und ausgehungert um ihr Leben kämpfen. «Omohide Poro Poro» («Tränen der Erinnerung – Only Yesterday») und «Hōhokekyo Tonari no Yamada-kun» («Meine Nachbarn die Yamadas») waren zwei weitere Erfolge Takahatas in den 1990ern.
Sein letztes Werk
In Takahatas Werken spielte mehr der Realismus als die Fantasie eine Hauptrolle. Nur zu gerne experimentierte er mit zeichnerisch-expressionistischen Ausdrucksformen. Anstatt detailliert zu zeichnen, wolle er mit einem groben Skizzenstil die Realität besser darstellen und damit die Vorstellungskraft des Zuschauers anregen, erklärt Takahata einst in einem Interview (Asienspiegel berichtete). Ganz nach diesem Prinzip entstand der Anime Kaguya-hime no Monogatari («Die Legende der Prinzessin Kaguya») im Jahr 2013 (Asienspiegel berichtete). Es war sein letztes Werk.