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16. Jh.
Messing
Motiv ausgesägt
Dm. 11 cm
Inv. 1877.61.
Handwärmer in der Form eines aus zwei durchbrochenen Halbkugeln bestehenden "Wärmeapfels" sind seit dem Ende des 12. Jahrhunderts mit Beispielen belegt. Die bisher früheste Beschreibung als "Silberapfel zum Wärmen der Hände" enthält das Inventar 1214 der Kathedrale zu Salisbury. Der Gebrauch des Wärmeapfels im kirchlichen wie im profanen Bereich verliert sich gegen das 18. Jahrhundert. Die beiden mit einfachen Stern- und Wellenornamenten durchbrochenen Kugelhälften sind mit einem Scharnier verbunden und mit Haken und Öse zu schliessen. Der Behälter ist zur Aufnahme von flüssigem Brennmaterial bestimmt, das von dem durch die Tülle geführten Docht zum Verbrennen aufgenommen wird. Wie immer man die Kugel dreht und wendet - der Behälter bleibt immer in der Waagrechten, so dass ein Verschütten des Inhaltes verhindert wird. Diese allen Wärmeäpfeln eigene Mechanik, die sogenannte Kardanische Aufhängung, ist im Bauhüttenbuch Villard de Honnecourts um 1235 für eine "chaufaude de mains" abgebildet. Mindestens zwei Reifen (hier drei) umgeben den Behälter konzentrisch. Sie sind je an zwei gegenüberliegenden Punkten, aber zueinander versetzt, mit einem freilaufenden Dorn und in gleicher Weise mit der Wandung und dem Brenner verbunden. Die in ihren Achsen freischwingenden Elemente steuern den Brennstoffbehälter in jeder Lage in die Horizontale.