Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03351.jsonl.gz/2269

Mädchenbilder von Sozialarbeitenden
eine qualitative Untersuchung zu Geschlechterrollenbilder von Mädchen in stationären Einrichtungen
Das sogenannte Gender, das sozial und gesellschaftlich geformte Geschlecht, unterliegt Zuschreibungen, die in stereotypen Geschlechterrollenbildern zu erkennen sind. Mädchen und junge Frauen werden mit Erwartungen konfrontiert, die geschlechtsspezifischen Vorurteilen unterliegen und zu Benachteiligungssituationen führen können. Das aktuelle gesellschaftliche Mädchenbild schreibt vor, dass sich Mädchen einerseits zurückhalten und anpassen müssen, andererseits aber auch stark, schlau, sexy und gebildet sein sollen. Während des Sozialisationsprozesses stehen die Internalisierung kultureller Werte und das Erlernen von Rollen im Vordergrund. Übernommen wird, was von der Gesellschaft als richtig erachtet wird. Auch Professionelle der Sozialen Arbeit haben Einfluss auf die Mädchen, da auch sie sozialisiert sind und subjektive Geschlechterrollenbilder besitzen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich vorgegebenen stereotypen Zuschreibungen ist eine Anforderung an Personen, die in der Sozialen Arbeit tätig sind ? auch, um jeglichen Benachteiligungen entgegenzuwirken. In der vorliegenden Arbeit wird demzufolge untersucht, welche Mädchenbilder bei Sozialarbeitenden in Jugendwohngruppen vorhanden sind und inwiefern diese persönlichen Haltungen in die pädagogische Arbeit miteinfliessen. Ziel ist eine Auseinandersetzung mit subjektiven Theorien von Sozialarbeitenden über Geschlechterrollen von Mädchen in stationären Einrichtungen. Auf der Grundlage des Forschungsprogramms Subjektive Theorien werden Interviews mit vier Sozialarbeitenden geführt, die in Jugendwohngruppen tätig sind, wobei ihre persönlichen Überzeugungen untersucht werden. Die Analyse der Gespräche zeigt, dass die vorhandenen subjektiven Theorien der Sozialarbeitenden Einfluss auf die pädagogische Arbeit haben. Ihre eigenen Vorstellungen darüber, wie Mädchen sein sollten, sind teilweise von ihrer Sozialisation geprägt. Mehrheitlich aber stehen bei den befragten Sozialarbeitenden die Jugendlichen als Menschen unabhängig vom Geschlecht im Vordergrund. Zudem zeigt sich, dass der Umgang mit Geschlechterrollenbildern entscheidend ist. Dies bedeutet, dass neben dem professionellen Auftrag der Gleichberechtigung eine ständige Reflexion der subjektiven Theorien zentral ist. Des Weiteren verdeutlicht sich in den Ergebnissen, dass der Wunsch vorhanden ist, aktuelle stereotype Geschlechterrollenbilder aufzubrechen.