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In der südöstlichen Ecke des Donaukreises erhebt sich als Ende des aus Bayern hereinziehenden Alpenlandes
der Gebirgsstock der Adelegg mit dem SchwarzenGrat (1118 m). Nördlich von der genannten Wasserscheide flacht sich das von
moorigen Wiesengründen durchschnittene Land zur Donau ab, deren Spiegel
[* 10] bei Ulm
[* 11] noch 464 m ü. M. liegt. Die nördlichste Höhe
ist hier der isoliert sich erhebende Bussen (765 m) östlich von Riedlingen. Östlich vom Schwarzwald und
nördlich von der Alb breitet sich das schwäbische und fränkische Terrassenland aus, das Gebiet des
Muschelkalks und Keupers.
Württemberg hat in allen Teilen schöne und fruchtbare Thäler. Das Rheinthal berührt zwar Württemberg nur mit dem Bodenseekessel,
nimmt aber das Hauptthal des Landes, das Neckarthal, und mehrere Nebenthäler auf. Der kleinere Teil des Landes gehört zum
Donaugebiet. Die Donau betritt dasselbe unweit Tuttlingen,
[* 20] verläßt es bald bei Fridingen und erreicht es bei Scheer wieder,
um es bis Ulm in nach NO. gerichtetem Lauf zu durchströmen und hier nach insgesamt 175 km langem Lauf nach
Bayern überzutreten.
Sie nimmt in Württemberg von rechts her auf: die Ablach, Ostrach, Kanzach und Schwarzach, Stehen, die Riß mit der Alten Riß und Umlach,
die Westernach, von der Rottum und Dürnach gebildet, dieRoth, die Iller mit der Weihung, Aitrach und
Ausnanger Ach;
Der größere Teil des
Landes ist Rheingebiet und zwar durch den Neckar, den Hauptfluß Württembergs. Er entspringt im äußersten Südwesten des
Landes, wo der Schwarzwald und die Alb in der Baar zusammenstoßen, tritt unterhalb Sulz ins
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weitere 16 Städte und 3 Pfarrdörfer zählten von 5085-9126 Einw. Nach dem Geschlecht zählte man 1885:
960,810 männliche und 1,034,375 weibliche Personen.
Unter 10,000 Einwohnern waren 6107 ledig, 3291 verheiratet, 589 verwitwet
und 13 geschieden. 1887 fanden 12,790 Eheschließungen statt,
es wurden 72,828 Personen geboren, und 48,388 starben. Unter
den Gebornen waren 9,89 Proz. unehelich und 3,47
Proz. Totgeborene. Nachdem religiösen Bekenntnis zählte man 1885: 1,377,805 Protestanten, 598,223 Katholiken,
13,171 Israeliten und 5986 von andern Bekenntnissen. Die Bewohner sind größtenteils alemannisch-schwäbischen, in der kleinern
Nordhälfte des Landes fränkischen Stammes.
Die Landesuniversität (EberhardKarls-Universität) daselbst wurde 1477 gestiftet und besteht jetzt aus den 4 alten Fakultäten:
der evangelisch-theologischen, der juristischen, der medizinischen und der philosophischen, weiter seit 1817 der
katholisch-theologischen, seit 1818 einer staatswissenschaftlichen und seit 1863 einer naturwissenschaftlichen Fakultät.
Für die praktische Ausbildung der Kandidaten des katholischen Priesterstandes, welche das Universitätsstudium absolviert haben,
sorgt das Priesterseminar zu Rottenburg.
Den ergiebigsten Boden für den Getreidebau bieten Oberschwaben und der nordöstliche Teil des Jagstkreises. Bevorzugte Frucht
ist der Dinkel (Spelz), nächst diesem der Hafer,
[* 36] womit 1887: 184,419, resp. 136,099 Hektar angebaut waren.
Roggen wird als allgemeine Brotfrucht in den nordöstlichen Teilen des Landes und im Schwarzwald gebaut. Mais ist in allen mildern
Landesteilen eine bevorzugte Körnerfrucht. Von Hülsenfrüchten werden Erbsen und Linsen überall, zum Teil als Brotfrucht,
gebaut; auch Ackerbohnen dienen häufig als Zusatz zumBrot.
[* 37] Wickenbau ist im ganzen Land verbreitet.
Der Weinbau ist in Württemberg seit alten Zeiten einheimisch und über den größten Teil des Neckarthals mit den Thälern von ca. 30 Nebenflüssen
desselben, das Tauberthal und seine Seitenthäler sowie die Bodenseegegend in ca. 600 Ortschaften verbreitet.
Das vorzüglichste Produkt wächst im Neckarthal von Eßlingen an abwärts, im Tauberthal und in der Gegend von Öhringen sowie
bei Maulbronn (Elfinger). In den 60 Jahren von 1827 bis 1886 belief sich der Weinertrag jährlich im Durchschnitt auf 415,212
hl oder 2241 Lit. von 1 Hektar der tragbaren Weinbaufläche; der Geldwert des Naturalertrags auf 8,546,105
Mk. jährlich oder 461 Mk. vom Hektar.
Von großer Wichtigkeit ist auch der Obstbau, welcher fast über alle Gegenden des Landes, selbst über einen Teil des Schwarzwaldes
und der Alb verbreitet ist. Hauptsitze des Obstbaues sind: das mittlere und untere Neckarthal, die Gegend
von Herrenberg, die Filder und die an das Neckarthal sich anschließenden Thäler der Alb. Die gewöhnlichsten Obstarten sind:
Äpfel, Birnen, Zwetschen, Kirschen, Quitten, Pfirsiche und Aprikosen. In geringerer Quantität werden Nüsse und an der Schwarzwaldabdachung
gegen den RheinKastanien gebaut. Der Ertrag an Kernobst beläuft sich durchschnittlich auf 1,100,000, an
Steinobst auf ca. 200,000 Doppelzentner.
Die Bienenzucht wird durch mehrere Gauvereine gefördert. Ein eigentümlicher Erwerbszweig in der obern Donaugegend ist endlich
die Schneckenzucht. Edelwild findet sich als Standwild nur in den ausgedehnten Laubholzforsten. Die Fischerei
[* 47] hebt sich etwas,
seit die künstliche Fischzucht durch Staatsprämien und Vereine gefördert wird. Die Waldungen erfreuen
sich einer vorzüglichen Bewirtschaftung und Benutzung. 32,2 Proz.
sind Staats-, 13,6 hofkammerliche und gutsherrliche, 22,3 Privat- und 31,9, Körperschaftswaldungen, von welch letztern 76 Proz.
der Staatsforstverwaltung zur Bewirtschaftung übergeben sind. Nadelholz herrscht vor auf dem Schwarzwald, in Oberschwaben
und dem Ellwanger, Limpurger und WelzheimerWald, Laubholz auf der Alb und im Mittel-
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