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Hitchcock (Paisley Francis) ist am 22.8.2007 geboren. Schon seit dem ersten Tag, als er in unser Leben kam, bereitete er uns unendlich viel Freude. Es war unglaublich, wie schnell er lernte und wie gut er schon als Welpe und Junghund gehorchte. Was ihn wahrscheinlich so gut machte, waren sehr kurze, qualitativ hochstehende Trainingseinheiten. So lernte er, sich immer länger zu konzentrieren und immer neue Sachen zu lernen und wurde dabei immer motivierter. Als er mit jährig mit dem Agilitytraining begann kannte er schon vieles, was er fürs Agility brauchte, wie die Richtungskommandos „vor“, „hier“, „out“ und die Slalomgasse. Innert zwei Wochen war der Slalom gerade und mit etwa 13 Monaten gewann er sein erstes lizenzfreies Agility, ohne Slalom und Wippe und mit tiefen Sprüngen. Mit 18 Monaten ging er das erstmals offiziell an den Start und gewann das Jumping von 12 Hunden. Danach kam ein Erfolg nach dem anderen. Agility ist seine grosse Leidenschaft. Er bellt fast während dem ganzen Lauf lautstark und vor dem Start lässt er ein unglaubliches Kriegsgebrüll ab. Danach beruhigt er sich aber schnell wieder und kann entspannen zwischen den Läufen.
Beim Agility gibt es drei Grössenkategorien (Small, Medium, Large) und innerhalb der Smallkategorie (bis 35 cm Schulterhöhe) gibt es drei Leistungskategorien (1,2,3, wobei 3 die Höchste ist). Im November 2009 stiegen wir ins Small 2 auf. Hunde, die im 2 oder 3 laufen, dürfen in der Schweiz an den Qualifikationsläufen für das European Open teilnehmen. Das ist eine Art Weltmeisterschaft mit dem Unterschied, dass dort auch papierlose Hunde an den Start dürfen und man für die FCI Weltmeisterschaft nur mit 3er Hunde an die Quali gehen kann.
Da ich herausfordernde Parcours mag und die Qualiturniere in der Nähe waren, meldete ich Hitchcock und Flash an. Es waren ca. 35 Smallhunde im Feld, davon etwa 6 aus der Klasse Small 2, alle anderen Hunde waren 3er. Hitchcock fehlte es zu Beginn der Qualiläufe noch an einem Podest ohne Fehler in den ersten 10% des Feldes, um auch ins Small 3 aufzusteigen. Bei den Qualiturnieren gab es einen Offiziellen Lauf, der nicht für die EO zählte und nach 2er und 3er getrennt geführt wurde. Dieser Lauf wird an allen Agilityturnieren durchgeführt, er zählt für den Auf/Abstieg. Zudem wurde ein Agility und ein Jumpinglauf durchgeführt, den 2er und 3er zusammen absolvierten und für die EO Qualifikation zählte. Pro Qualifikationslauf werden die Ränge in Punkte umgerechnet, wobei nur die Resultate mit der Qualifikation „vorzüglich“ berücksichtigt werden. Punkteberechtigt sind pro Kategorie und Lauf die ersten 30%.
Zum Glück war ich mit Flash bei beiden Qualitagen in der Startliste vor Hitchcock. Da Flash viel langsamer ist als Hitch, konnte ich sozusagen mit ihm einen Probelauf machen. Der Tag begann aber stressreich, da der Veranstalter mir gerade zwei aufeinanderfolgende Startnummern gegeben hat und man bei einem Qualilauf eigentlich die Startreihenfolge nicht ändern darf. Da musste ich den Juge Arbitre aufsuchen, sozusagen der Richter über dem Richter und dieser war befugt, zu entscheiden, dass ich mit Flash normal starte und mit Hitchcock am Schluss des Feldes.
Dann begann das erste Briefing. Beim Briefing hat man 8 Minuten Zeit den Parcours auswendig zu lernen, natürlich ohne Hund, und sich zu überlegen, wo man welche Wechsel macht und welche Worte zum
Hund sagen wird. Der Slalomeingang war sehr schwierig und einen Doppelsprung hatte es auch noch drin. Zum Glück bin ich am Vortag noch auf die Idee gekommen, das Ding nach langer Zeit wieder
einmal im Garten zu üben...
Obwohl Flash sehr slalomsicher ist, verhaute ich mit ihm den Slalomeingang. Trotzdem entschied ich mich mit Hitchcock nochmals die gleiche Führvariante zu machen - und siehe da – mit Hitchcock schaffte ich den Slalom und wir machten eine Nullfehlerparcours, jedoch ging ich etwas zu sehr auf Nummer sicher und wir kassierten 2 Sekunden Zeitfehler und ergatterten nur 2 EO Punkte. Der zweite Lauf, der für die EO zählte, hatte einen noch schwierigeren Slalomeingang, an dem sehr viele Hunde scheiterten, leider auch Hitchcock. Obwohl der Rest vom Parcours gut war, bekamen wir somit keine weiteren EO Punkte mehr. Die Hunde und ich hatten einen schönen Tag, aber ich war mir sicher, dass es mit dem Final nichts mehr wird, da Hitch auf Rang 16 von 30 war, die besten über 10 EO Punkte hatten und nur 8 Hunde sich für den Final qualifizieren konnten.
Da ich mir sicher war, chancenlos zu sein, konnte ich ganz locker an den ersten der beiden Qualiläufe des zweiten Meetings gehen. Zudem hatten wir vor dem ersten Qualilauf den Offiziellen Lauf gehabt, den Hitchcock gewonnen hat. Damit haben wir den Aufstieg ins Small 3 geschafft. Flash schaffte den 3. Rang und ich freute mich sehr, beide Hunde auf demselben Treppchen zu haben. Also ging ich gutgelaunt und nicht sehr nervös an den ersten Qualilauf. Und siehe da – Null Fehler, 6. Rang von 27 und vor mir hatte es nur 3er Hunde. Ich war so stolz auf mein Wussel!
Bald hing die Zwischenrangliste aus und ich sah, dass ich zusammen mit vier anderen Hunde gerade knapp nicht mehr in den Final käme. Da wusste ich, dass Hitch wieder im Rennen war. Ich versuchte
das aber so gut es ging zu vergessen und einfach diesen Parcours zu laufen. Diese Strategie ging voll auf: 7. Rang von 28 Hunden, ich überhäufte Hitchcock mit Jackpots nach dem Lauf - mein
Tagesziel, zwei schöne Nuller zu laufen, hatte ich erreicht. Ich packte meine Sachen zusammen und brachte sie ins Auto und ging mit den Hunden zum Ort der Siegerehrung.
Da kam Ruth, eine nette Frau, die mit einem Border Terrier auch an der EO Quali teilnahm, zu mir und sagte mir „Du bist dabei, Du hast Dich qualifiziert und ich habe es gerade nicht mehr geschafft“. „Wie bitte?“ Ich konnte es kaum glauben und gleichzeitig fand ich es schade, dass Ruth nicht dabei sein konnte. Dann überstürzten sich die Neuigkeiten, weil eine Frau auf ihr Finalticket verzichten wollte und Ruth daher nachrutschen konnte. Ruth war sich zuerst nicht sicher, ob sie das machen soll, aber ich konnte sie dazu überreden, diese einmalige Chance zu nutzen.
Am Abend sprang Hitchcock dann auf mein Kopfkissen und wartete bis ich mit ihm schmuste. Sowas hat er zuvor noch nie gemacht. Er schien irgendwie zu spüren, dass dies eine grosser Tag war. Seither sprechen wir immer vom "Wunder von Sennwald"!
Mittwoch abend: Unser Rudel wurde liebevoll von unserer Buchhalterin Susi zuhause versorgt. Somit konnten wir voller Vorfreude mit Hitchcock auf die Reise gehen. Susi brachte uns auf den lokalen Bahnhof. Mit der S-Bahn fuhren wir nach Zürich. Während Mike das Catering (Fischmenu und Sprüngli Eis zum Dessert) besorgte, ging ich mit Hitch in den Park. Irgendwie schien er zu verstehen, dass er seine Geschäfte erledigen soll und das tat er auch. So bezogen wir unser Zweierabteil samt eigenem Bad. Hitchcock war ganz begeistert von dem ungewöhnlichen Hotelzimmer. Er liebte es auf meinem Bett zu sitzen und nach draussen zu schauen, wie die Landschaft vorbeizog. Wir schliefen recht gut, mitten in der Nacht beobachteten wir interessante Gebiete in der Nähe von Erfurt. Der Zug machte einen rechten Umweg: Zürich - Basel – Frankfurt – Erfurt – Dresden - Prag. Aber so mussten wir nicht morgens früh raus. Um 8h stieg ich in Dresden kurz raus und Hitchcock konnte sein Pipi machen. Nicht gerade anständig, den Hund auf dem Bahnsteig pinkeln zu lassen – aber besser als im Zug.
In Prag angekommen, mussten wir feststellen, dass in Prag Gepäckwagen noch nicht erfunden waren. Zudem habe ich im Reiseführer gelesen, dass in Prag Maulkorbzwang besteht (was eine Fehlinformation war – dies gilt nur für den ÖV) Also packten wir Hitch in seine Box und schleppten das ganze Gepäck mit. Bald sahen wir gross das Taxischild und kamen in eine Art Unterführung. Weit und breit kein Taxi. Wir warteten sicher 10 Minuten und es kam uns schon etwas seltsam vor, dass in einer solch grossen Stadt kein einziges Taxi am Taxistand war. Da kam ein Auto, das eher wie ein selbstgebasteltes Taxi aussah. Im Reiseführer wurde vor Taxiabzocker gewarnt und geschrieben, dass eine Fahrt ins Zentrum maximal 300 Kronen (12 EUR) kosten dürfe. Der Taxichauffeur wollte fast 1000 Kronen (40 EUR) für eine Strecke von knapp 1.5 km bis zum Avis Büro. Wir wollten Hitch nicht nochmals durch den ganzen Bahnhof schleppen und handelten in auf 600 runter. Kaum abgefahren sahen wir vor dem Bahnhof eine Menge seriöser yellow cabs stehen – jedoch war das im Bahnhof nicht angeschrieben gewesen, was für eine Mafia! Der Tscheche, der uns bei der Avis bediente, sagte, diese Fahrt dürfe maximal 150 Kronen (6 EUR) kosten.
So bekamen wir unser zum Glück klimatisiertes Auto, denn es war extrem heiss, ca. 39 Grad. Wir fuhren in die Prager Altstadt um Archivaufnahmen zu machen. Ich war sehr stolz, wie Hitchcock mit dem ganzen Rummel umging. Er war fröhlich und voller Vertrauen mit uns unterwegs. Dabei hielt ich Hitch immer im Schatten, trotzdem war es so unerträglich heiss, dass wir in ein klimatisiertes Restaurant flohen. Immerhin konnten wir schöne Aufnahmen machen und gegen Abend kam eine Wetterfront und es kühlte auf 20 Grad ab, als wir gegen Abend in Liberec ankamen.
Kaum in Liberec angekommen, drohte unser Tomtom schlapp zu machen, mit dem letzten Saft erreichten wir die kleine, ruhige Pension am Waldrand, das wir ohne GPS wohl nie gefunden hätten. Im Hotel trafen wir Ruth und zum Glück kochte die Gastgeberin in der Pension noch etwas zu Essen für uns. Die Strassen waren voller Schlaglöcher und viele Häuser in sehr schlechtem Zustand. Hunde schienen hier eher als lebende Alarmanlagen gehalten zu werden, häufig sah ich an allen Enden kupierte Molosser mit Maulkorb und Würgehalsbänder... arme Tiere!
Am Freitag morgen fuhren wir zum Stadion und begutachteten den pikfeinen Rasen in Wembleyqualität und die grosse Tribüne. Ich traf bald auch viele Freunde von anderen Ländern und der Schweiz. Das war ja schon eine super Stimmung! Alles fröhliche Gesichter und freundliche Hunde! Während dem ganzen Wochenende beobachtete ich keine Streitereien zwischen Hunden, das sind alles Hunde, welche beschäftigt sind und daher ausgeglichen und sozialisiert. Bei der Anmeldung checkten eine freundliche Tierärztin Hitchcock kurz und überprüfte Impfbüchlein und Chip. Etwas später war das Training, die 32 Schweizer Hunde hatten 24 Minuten Trainingszeit zugesprochen. So trainierten wir relativ kurz und intensiv. Hitchcock machte das prima. Endlich schien er zu verstehen, dass die ganze Reise für ihn gemacht wurde und es ums Agility ging. Seine Augen strahlten vor Freude nach
dem Training.
Kurz vor der Eröffnungszeremonie kam noch der eigens für Hitch angereiste Fanclub an. Jeanne und Lilli, die bei mir trainieren, sind mit dem Flugzeug nachgekommen, was uns sehr ehrte! Dann begann die Eröffnungszeremonie mit 25 Nationen– man konnte die Stimmung richtig spüren in der Luft. Hitchcock schien zu spüren, dass es was Wichtiges ist und lief ganz stolz mit der Mannschaft auf der Leichtathletikbahn mit. Besonders die Engländer und Amerikaner hatten viel Freude an den Schweizern und jubelten uns zu! Was für ein Erlebnis all diese Fahnen, Menschen, Hunde! Mike filmte zum Glück die ganze Reise - siehe Film unten. Mike war eine grosse Unterstützung für Hitch und mich auf der ganzen Reise! Als wir an der Tribüne schon fast vorbeigegangen waren, pfiff Mike und Hitchcock hörte aus dem ganzen Lärm sofort das vertraute Geräusch, stoppte sofort und schaute suchend umher!
Nach der Zeremonie versuchten wir in einer Quartierbeiz, in der niemand ein Wort English konnte, etwas zu essen zu kriegen. Zum Glück fanden wir dann noch einen netten Tschechen, der uns die Speisekarte übersetzte. Leider schien der Grillmeister zuerst alle Einheimischen durchzufüttern, daher warteten wir sehr lange. Immerhin lohnte sich das Warten, da das Essen gut war.
Am Samstag morgen ging es dann los. Naja, zuerst ging vor allem der Regen los. Angesagt waren leichte Regenschauer, leider war es sintflutartiger Dauerschiff. Hitchcock erhielt Starznummer 936, sehr weit hinten im Feld. Endlich konnte ich zum Briefing gehen. Zum Glück hatte der Boden eine Drainage, sonst wäre es wohl schon zu Beginn des Turniers ein Schwimmbad gewesen. Bei der Besichtigung des Parcours regnete es mir so stark ins Gesicht, dass ich mir wie im Schwimmbad vorkam und des öfters in Leute reinrannte. Zum Glück waren das alles nette Leute. Danach lief ich Hitchcock auf der Rennbahn ein und repetierte fast ständig den Parcours in Gedanken. Besonders bei wichtigen Turnieren, wo man etwas mehr unter Druck ist, besteht die Gefahr, dass man dann beim Laufen ein kurzes Blackout hat und den Parcoursverlauf vergisst, so was kann man sich nicht leisten. Ich wusste, dass Hitchcock, der wirklich eine perfekte Leistung zeigt, sofern ich auch meinen Teil dazu beitrage, es verdient hat, dass ich meinen Teil auch dementsprechend bringe und er seine volle Leistung zeigen kann.
Leider konnte die Ringhelferin kein Englisch und so war es eine etwas chaotische Angelegenheit. Man darf sich jedoch nicht zu stark absorbieren lassen von solchen Turbulenzen vor dem Start, sondern besser ruhig nochmals den Parcoursverlauf im Geiste repetieren, den Hund massieren, auf sich konzentrieren – und schon wurde ich an den Start gelassen. Der Slalomeingang war wirklich extrem schwierig, da ein Sprung etwa 50 cm daneben stand, welcher der Hund nicht nehmen durfte. Dann ging es los und alles lief perfekt, Slalomeingang schön, dann gegen Schluss war ich einfach zu langsam in dem Nasen Gras und unsere Linie war nicht schön, was uns sicher viel Zeit kostete. Zudem schlug er noch eine Stange, vielleicht hat es ihm auch wie mir in die Augen geregnet und er hat es daher falsch eingeschätzt. Er schlägt fast nie Stangen. Zum Glück nahm die Richterin auf die nassen Bedingungen Rücksicht. So waren die Sprünge nicht auf voller Höhe, der Sacktunnel und die Wippe waren auch nicht im Parcours.
Danach flüchteten wir und vor dem Regen in ein Kaffee und ich packte Hitch in eine wärmende Decke auf meinen Schoss. Und wie klein die Welt doch ist, sass da eine nette Amerikanerin, die eine gute Freundin einer Agilityscottiebesitzerin in Florida ist, die ich übers Internet kenne! Danach gingen wir ins Hotel und ich unter die warme Dusche. Hitchcock konnte etwas schlafen, bevor wir zurück ins Stadion fuhren. Der Regen hatte endlich aufgehört. Das Jumping war nicht gerade einfach, aber Hitchcock meisterte den Lauf mit Null Fehler, nur 2 Ränge hinter dem besten Schweizer Hund und ohne Zeitfehler, was bei der Konkurrenz was heissen soll. Zudem hatte ich an mindestens zwei Stellen noch schneller sein können. So nahm ich mir beim Slalomeingang einfach 2 Sekunden zeit mehr, um diesen sicher zu kriegen. Hitchcock ist noch ein sehr junger Hund, mit einem routinierten Hund kann man steiler und mit mehr Risiko an den Slalom heran. Zum Glück waren die Bodenverhältnisse bei den Smallhunden vertretbar. Die Largehunde hatten den nassen Platz in einen Acker verwandelt und es war nicht unbedenklich auf diesem Boden zu rennen. Zum Glück verletzte sich kein Hund.
Hitchcock war mit dieser Leistung drittbester Schweizerhund. Da der Hund auf dem 2. Rang sich direkt in den Final qualifizierte, hatten wir nur einen Hund vor der Nase, der den Finalplatz für den besten Schweizer Smallhund bekam. Das war wirklich knapp! Hätten wir uns für den Final qualifiziert und wären da einen Nuller gelaufen, hätten wir mindestens 10. Rang gemacht. Hitchcock’s Leistung zeigt mir, dass wir, wenn alles gut läuft und etwas Glück im Spiel ist, wir durchwegs etwas mitzureden haben. Den Final gewann zu unserer grossen Freude wieder der Schweizer Nicola Giraudi mit seiner Parson Russell Terrier Hündin Twister. Dieser Hund und sein Führstil ist wirklich eine Klasse für sich und die Stimmung war toll!
Im Folgenden die beiden Parcours der Läufe aus der Erinnerung aufgezeichnet.
Europen Open 2010 / 24.07.2010
Jumping Small Individual
Judge: Antonin Grygar (CZE)
Am nächsten Tag, das Wetter war nun tiptop, standen die Teamwettkämpfe auf dem Plan. Beim ersten Lauf scheiterte ich an dem Tunnel, der unter der Steilwand hindurchging. Da ich nach dem Tunnel den Hund von einer Verleitung wegziehen musste, war es nötig, dass ich rechtzeitig, sobald der Hund den Tunnel anzog, nach vorne rannte. Im letzten Moment schwenkte Hitch ab und war auf der Wand – eliminé, wäre ich doch einen Sekundenbruchteil länger geblieben vor dem Tunnel! Es geht wirklich sehr schnell und es ist vorbei. Schade, besonders, da diese Leistung die Teamleistung nach unten zog. So war ich eher froh, dass es den anderen auch nicht prächtig lief. Im Jumping lief es wieder wie gewohnt – ein Nullfehlerlauf und sehr harmonisch! Auch die anderen zeigten schöne Läufe und wir erreichten immerhin noch Rang 30 von 88 Teams.
Am Schluss zogen nochmals alle Teams in das Stadion ein und es gab die Siegerehrung. Lustig war, dass bei den Franzosen die Nationalhymne nicht ab CD abgespielt wurde, sondern ein Teammitglied voller Inbrunst und sehr schön die Marseillaise sang.
Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Auto durchs Land Richtung Prag. Das war eine sehr interessante Fahrt. Es hat sehr schöne Gegenden mit Seen und Wälder und auch schöne Riegelbauhäuser und gepflasterte Strassen. Jedoch hat der Kommunismus auch sichtbare Spuren hinterlassen, z.B. riesige, unheimliche Fabrikanlagen, die irgendwo in den Feldern stehen. In Prag war diesmal die Temperatur angenehm und so assen wir in der schönen prager Altstadt zu Mittag und sahen plötzlich Nicola mit etwa 6 Hunden ebenfalls durch die Altstadt bummeln! Schon bald hiess es wieder Abschied nehmen und wir befanden uns wieder im Nachtzug nach Zürich. Diese Nacht schlief ich sehr gut, von allen Erlebnissen war ich erfüllt, aber auch sehr müde. Hitchcock ging es ähnlich, er schlief seelig in seiner Faltbox.
Diese Reise hat meine Beziehung zu Hitchcock um eine ungeahnte Dimension bereichert und vertieft. Hitchcock vertraut mir nun noch mehr und ich bin sicher, dass er das Erlebte auch als eine positive Erinnerung oder Emotion in seinem Herzen trägt – ein rundum unvergessliche und erfüllende Erfahrung!
In 14 Tagen Post Produktion erarbeiteten wir diesen Film. Ich schrieb das Drehbuch und Mike machte den Schnitt.
Trevor Roling, der britische Sprecher leihte Hitchcock die Stimme. Wir machten eine deutsche, schweizerdeutsche und englische Version:
Hier die schweizerdeutsche Version:
Hier einen Kurzfilm - nur die Läufe in Tschechien: