Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/161276

<h2>SubmittedText<h2><p>Die Gesellschaft Schweiz-Albanien sah sich mit Schreiben vom 20. Februar 2015 zu einem Protest gegenüber der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und deren Bericht über "Zusammenleben in der Schweiz 2010-2014" veranlasst. Darin wurden Albaner, Kosovo-Albaner, albanischstämmige Mazedonier und Ex-Jugoslawen in den gleichen Topf geworfen, wie wenn "Schweizer, Österreicher und Deutsche undefiniert als Germanen betitelt" würden.</p><p>- Hat sich die FRB für diesen verbalen Irrgang entschuldigt?</p><p>- Korrigiert sie in der zweiten Auflage des Berichtes diese Anstössigkeit?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Um zuhanden des Bundesrates ein Monitoring-Instrument zu entwickeln, mit dem rassistische und diskriminierende Tendenzen in der Schweiz langfristig und systematisch erhoben werden können, wurden mit jeweils 1000 Schweizerinnen und Schweizern sowie 700 Ausländerinnen und Ausländern Interviews geführt. Die von der Gesellschaft Schweiz-Albanien angesprochene kritische Darstellung bezieht sich auf eine der gestellten Fragen: Die Befragten wurden gebeten, Gruppen anzugeben, die aus ihrer Sicht das öffentliche Leben in der Schweiz stören bzw. denen man verschiedene soziale Funktionen lieber vorenthalten möchte.</p><p>Während eine Mehrheit keine solche Gruppe nennt, gibt eine Minderheit "Ausländer" generell, aber auch spezifische Personengruppen an: Unter den explizit genannten Gruppen waren auch "Albaner" und "Personen aus dem Balkan" vertreten.</p><p>Der Bundesrat teilt Ihre Ansicht, dass es wichtig ist, dass wir im politischen Diskurs darauf achten, keine pauschalisierenden, stigmatisierenden oder ausgrenzenden Diskurse zu führen.</p><p>Im vorliegenden Fall haben sowohl die FRB als auch das GFS Bern selbst keine Pauschalisierungen vorgenommen, sondern festgestellt, dass solche in der Bevölkerung bestehen. Die Fachstelle für Rassismusbekämpfung wird sicherstellen, dass in Zukunft bei der Kommunikation von Befragungsergebnissen noch besser differenziert wird. Sie kann hingegen nicht verhindern, dass in Berichten zu diskriminierenden Einstellungen die in der Bevölkerung bestehenden Pauschalisierungen aufgezeigt werden.</p>