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| Apologeten, Frühchristliche - Verspottung der nichtchristlichen Philosophen (Gentilium philosophorum irrisio)

10.
Da neigt sich aber Epikur zu mir und sagt: „Du hast zwar, mein Lieber, eine Welt ausgemessen; es gibt aber deren viele und unermeßliche“. Ich sehe mich daher wiederum gezwungen, viele Himmel, andere Äther, und zwar viele, auszumessen. Nun wohlan! Zögere nicht länger! Versieh dich mit Proviant für einige Tage und verreise nach den Welten Epikurs! Leicht gleite ich über die Grenzen der Welt, Thetis und Ozeanus, hinüber. Ich betrete eine neue Welt, gleichsam eine andere Stadt und vermesse alles in wenigen Tagen; und von hier gehe ich weiter in eine dritte Welt, in eine vierte und fünfte, in eine zehnte, hunderste und tausendste — und wie weit dann noch? Denn bereits umfängt mich allerorts die Finsternis der Unwissenheit, dunkle Täuschung, unbegrenzter Irrtum, endlose Einbildung und unfaßliche Torheit. Es müßte denn sein, daß ich noch in Angriff nähme, selbst die Atome zu zählen, aus denen so viele Welten entstanden sind, damit ich nichts unerforscht lasse, zumal da dieses so notwendige und nützliche Dinge sind, von denen das Heil der Familie und des Staates abhängt.
[S. 122] Dies alles bin ich deshalb durchgegangen, um die Widersprüche darzulegen, die in ihren (der Philosophen) Lehren herrschen, und wie sich ihre Erforschung der Dinge ins End- und Raumlose verliert und daß ihr Resultat ohne Begründung und ohne Nutzen ist, da es sich auf keine feste Tatsache und keinen klaren Grund stützt.