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Der Ursprung der archäologischen Sammlung des Museums Yverdon und Region geht zurück auf das 19. Jahrhundert. Zu Beginn des Jahrhunderts übergaben zahlreiche Privatpersonen dem Museum ihre Fundstücke, die sie zufälligerweise im Boden rund um Yverdon entdeckt hatten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man an den Ufern des Neuenburgersees mit systematischen Ausgrabungen: Louis Rochat (1824-1882), Naturwissenschaftslehrer an der städtischen Sekundarschule, leitete die Ausgrabungen bei den Pfahlbauten von Concise und Corcelettes bei Grandson. Der leidenschaftliche Archäologe war gleichzeitig Konservator des Museums – deshalb übergab er der Institution sämtliche Funde dieser Ausgrabungen.
Zwischen 1903 und 1906 fanden unter der Leitung des Kantonsarchäologen Albert Naef die ersten Ausgrabungen beim römischen Castrum aus der Spätantike statt. Diese Grabungen waren ebenfalls sehr ergiebig und vergrösserten die Sammlungen des Museums um ein Vielfaches. Später – ab den 1960er Jahren – kamen weitere archäologische Fundstücke hinzu, unter anderem sehr wertvolles prähistorisches Material aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit von Fundorten an Yverdons Uferregionen.
Seit 1953 ist das Museum Yverdon und Region vom Kanton Waadt zum Aufbewahrungsort des gesamten archäologischen Materials der Römerzeit aus den Fundstätten im ehemaligen Bezirks Yverdon ernannt worden. Ebenfalls hier aufbewahrt werden die Objekte aus allen anderen Epochen aus Fundstätten rund um Yverdon-les-Bains und Cheseaux-Noréaz (der frühere „Kreis“ Yverdon). Dadurch besitzt das Museum eine umfangreiche Sammlung mit tausenden von Fundstücken aus der Region und der Stadt Yverdon. Die Objekte stammen aus allen Epochen – von der Jungsteinzeit bis zum frühen Mittelalter (Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Römisches Reich, Spätantike und Frühmittelalter).
Der Grossteil dieser Artefakte wird in den Lagerräumen aufbewahrt und nur ein Bruchteil wird in der Dauerausstellung des Museums gezeigt.
Seit Beginn des 19. Jahrhunderts sammelt und konserviert das Museum Yverdon und Region Gegenstände aus der Kultur- und Kunstgeschichte der Stadt. Im Laufe der beiden vergangenen Jahrhunderte konnte das Museum seine Sammlung hauptsächlich dank privaten Schenkungen kontinuierlich erweitern.
Das Museum verfügt somit über eine ansehnliche Anzahl von Bildern, die zwischen dem 16. Jahrhundert und der Gegenwart entstanden sind und die einen Bezug zu Yverdon und der Region haben: Es handelt sich um über 800 Zeichnungen, Aquarelle, Stiche und ein paar Dutzend Ölgemälde. Ebenfalls besitzt das Museum eine bedeutende Anzahl wertvoller alter Fotografien aus dem 19. und 20. Jahrhundert, darunter einige bemerkenswerte Sammlungen (von Joseph Centurier, Théophile Benner und Jean Perusset). Im Fundus des Museums befinden sich ausserdem hunderte von Objekten aller Art: Möbel, unter anderem auch ein Satz von etwa dreissig Stück im so genannten Yverdoner Stil, dann Geschirr, Kleider, Forschungsutensilien, Gebrauchsgegenstände für den Alltag oder besondere Anlässe, Artefakte aus dem lokalen Handwerk und der Yverdoner Industrie wie zum Beispiel von Paillard, Leclanché und Vautier. Alle diese Gegenstände zeugen vom hiesigen Handwerk, von Bräuchen und Traditionen und halten die Kunstgeschichte, die Geschichte der Technik, die Geschichte der Wirtschaft und der Gesellschaft der Region Yverdon lebendig.
Nur ein Bruchstück der Sammlung wird in der Dauerausstellung des Museums gezeigt.
Die Sammlung an ägyptischen Antiquitäten geht zurück auf eine Schenkung von Edwin Simond (1856-1911), ein Yverdoner Landwirtschaftsberater, der in Alexandria lebte und arbeitete und der Stadt Yverdon 1896 die Mumie des Priesters Nes-Shou mit der gesamten Grabausstattung übergab. Die Ausstattung aus der Ptolemäerzeit (gegen 200 v.Chr.), die nebst dem mumifizierten Körper einen reich verzierten Sarkophag, Kartonage-Stücke und das Totenbuch enthält, ist gemäss Experten eine der vollständigsten und interessantesten Grabausstattungen, die in der Schweiz aufbewahrt wird. Sie bildet das Herzstück der ägyptischen Sammlung und wurde 1983 durch eine anonyme Spende um neun Relikte von ausserordentlicher Qualität bereichert. Darunter befinden sich vier bemerkenswerte Steinstatuetten, die Würdenträgern gegen Ende des mittleren Reiches gehörten, diverse kleine Bronzefiguren sowie eine archaische Stele aus der Spätzeit. 1993 wurde die Sammlung durch 204 Objekte aus dem Vermächtnis der Erben Edwin Simonds vervollständigt.
Von den rund 400 altägyptischen Objekten, die das Museum Yverdon und Region besitzt, sind momentan nur gerade ein Fünftel ausgestellt: Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Mumie von Nes-Shou und seine Sargausstattung.
Das Museum Yverdon und Region kann zu recht stolz auf seine sehr interessante ethnografische Sammlung sein. Einerseits besitzt es mehrere Posten an Artefakten, die Yverdoner Bürger im 19. und 20. Jahrhundert von ihren Reisen aus Asien oder Afrika zurückgebracht haben. Andererseits beherbergt das Haus einen bedeutenden Satz indigener Kunst aus Amerika. Diese Sammlung besteht aus rund 25 Objekten, die zu den ältesten und wertvollsten zählen, die in der Schweiz aufbewahrt werden. Christian Feest, Direktor des Museums für Völkerkunde in Wien, hat diese Relikte kürzlich untersucht und festgestellt, dass ungefähr zehn Objekte aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen und der Rest sehr wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die meisten Objekte kommen aus der Region der Grossen Seen im Norden Amerikas. Leider weiss man bis heute nicht, über welche Umwege sie ins Museum Yverdon gelangt sind. Mangels genauer Aufzeichnungen nimmt man an, dass einige Objekte dem Yverdoner Frédéric Haldimand (1718-1791) oder dem aus Aubonne stammenden Henry Bouquet (1719-1765) gehört haben könnten. Beide hatten in Nordamerika eine steile Militär-Karriere gemacht.
Die Artefakte befinden sich in den Lagerräumen des Museums und können deshalb nicht in der Dauerausstellung bewundert werden.