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Die Handlung des Drehbuchs verläuft auf zwei Ebenen: In der Rahmenhandlung (Gegenwart) flüchtet sich eine junge Frau vor dem Regen in ein Antiquariat, greift mehr zufällig nach einem Buch Bächtolds, wird – geleitet und begleitet von den Erzählungen des Antiquars – in Bächtolds Welt, in Bächtolds Leben hineingeführt und verlässt schliesslich das Geschäft, indem sie zwei Bücher Bächtolds mit sich nimmt. Die zweite Ebene, die Binnenerzählung (Vergangenheit) sozusagen, konstituiert sich aus elf Szenen, Ausschnitten aus Bächtolds Leben bis zu seinem vierzigsten Lebensjahr. Vier dieser Szenen sind reale Drehszenen, sieben sind musikalisch/erzählerische Illustrationen, die sich auf Bächtolds Erlebnisse ausserhalb des bekannten schweizerischen Umfelds beziehen.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist archetypisch: Der junge Mann von einfachster (kleinbäuerlicher) Herkunft, der Landschullehrer wird (er hätte studieren wollen), ausbricht aus der provinziellen Enge – er reist zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nach Russland und in die USA – erfolgreich und reich wird (und schliesslich all sein Geld wieder verliert).
Bächtolds ereignisreiche Lebensgeschichte reflektiert also sozusagen eine menschliche Ur-Erfahrung und insofern bietet sie auch ein Identifikationsangebot für den Zuschauer, ob Jung oder Alt. Zuerst einmal wird allerdings die junge Frau in der Rahmenhandlung davon angesprochen und „verwandelt“ – das musikalische Motiv, das sie begleitet, wenn sie das Antiquariat verlässt, wird dasselbe sein, mit dem Bächtold aus seiner Schulstube aufgebrochen ist.
Der Film über Albert Bächtold ist ein Mundartfilm (mit D/F/E Untertiteln), er nimmt den Zuschauer mit in eine andere Zeit, in eine andere Schweiz, in eine andere Welt. Die Vergangenheit, die hier gezeigt wird, wird jedoch mitnichten idealisiert; es soll ein Mundartfilm ganz ohne Heimattümelei entstehen.
Eine Hommage an das Buch, die Sprache, die Mundart, das Lesen, das Leben – an Albert Bächtold.