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Nr. 31
Der gemeine Richter
In einer kleinen Stadt ereignete sich ein Mord der trotz allen Bemühungen
von der Polizei nicht gelöst werden konnte. Der Richter war völlig ausser
sich und verlangte, dass in seinem Bezirk kein Mord ungesühnt bleiben dürfe.
Der Polizeihauptmann wollte seinen Posten behalten und verhaftete aus
diesem Grund einen Landstreicher, der zufällig durch das Städtlein zog.
Dieser wurde nun dem strengen Richter vorgeführt und sofort zum Tode
verurteilt.
In der folgenden Nacht konnte der Polizeihauptmann kein Auge schliessen,
so sehr plagte ihn das Gewissen. Früh am Morgen ging er zum Richter und
setzte sich für den Landstreicher ein. Die eigentliche Wahrheit aber sagte
der Polizeihauptmann dem Richter nicht.
Dieser aber wollte es mit dem Polizeihauptmann nicht verderben. So
einigten sie sich, dass das Los über das Schicksal des Verurteilten
bestimmen sollte.
Der Landstreicher wurde ein zweites Mal vor den Richter geführt. Der
Richter sagte: "Wir wollen dir noch eine Chance geben und das Los soll über
Tod oder Freiheit entscheiden." Daraufhin nahm er zwei Zettelchen, beschrieb
sie, faltete sie und legte sie in eine Schüssel.
"Auf dem einen Zettel steht Freiheit und auf dem andern Tod. Wähle einen
Zettel. Was darauf steht, soll dein Schicksal sein." sprach der Richter.
Das hämische Lachen der Richters gefiel dem Landstreicher gar nicht,
ahnte er doch zu Recht, dass auf beiden Zetteln Tod stehen würde. Welchen
Zettel er auch immer wählen würde, er war des Todes.
Der Richter hatte aber nicht mit der Klugheit des Landstreichers
gerechnet, dem es letztendlich gelang, die Freiheit zu erlangen.
Frage:
Was hat der Landstreicher getan, um seine Freiheit zu erlangen?
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