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Wieso ist der November nicht der neunte Monat im Jahr?
Wissen ist Macht – und manchmal auch unglaublich unterhaltsam. In unserer Serie «SOwas!» liefern wir euch regelmässig (un)nütze Erklärungen und Kuriositäten zum Staunen und Schmunzeln.
Wissen ist Macht – und manchmal auch unglaublich unterhaltsam. In unserer Serie «SOwas!» liefern wir euch regelmässig (un)nütze Erklärungen und Kuriositäten zum Staunen und Schmunzeln.
September, Oktober, November und Dezember heissen sie, die letzten Monate des Jahres, die grösstenteils den Herbst repräsentieren. In ihren Namen sind Zahlen enthalten: «Septem» als lateinischer Wortstamm von sieben, «Octo» von acht, «Novem» für neun, «Decem» für zehn. Doch Moment: Stimmt das mit der Reihenfolge unserer Monate überein?
Tut es nicht. Des Rätsels Lösung ist ganz einfach: Bei den alten Römern begann das Jahr nicht im Januar, sondern im März. Entsprechend waren der September der siebte, der Oktober der achte, der November der neunte und der Dezember der zehnte Monat des Jahres. Mit der Kalenderreform 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegt. Die Monatsbezeichnungen wurden aber beibehalten.
Der Sommer verabschiedet sich langsam im September
September, das ist der Übergangsmonat vom Sommer in den Herbst. Früher wurde er deshalb Herbstmond oder auch Scheidung genannt. Am 1. September beginnt der meteorologische Herbst, am 22. September der kalendarische Herbst. Der kalendarische Herbstbeginn ist der Tag, an dem der Tag und die Nacht überall auf der Erde gleich lang sind, – zwölf Stunden – weil die Sonne dann senkrecht über dem Äquator steht. Anschliessend nimmt die Länge der Nächte auf der Nordhalbkugel überhand.
In der katholischen Kirche gilt der September traditionell als Engelmonat, weil sie am 29. September das Fest der drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael feiert. Im Volksmund wird er auch als Holzmonat bezeichnet, weil er den Start der Brennholzsaison markiert, um für den nahen Herbst und den kalten Winter Holz zu schlagen und zu sammeln.
Heilig und am längsten: der Oktober
Im Oktober beginnt in unseren Breitengraden die Weinlese. Deshalb lauten urdeutsche Namen auch Weinmonat oder Gilbhart – von gilb für die Gelbfärbung des Laubes und hart für viel. Im Mittelalter galt der Oktober als heiliger Monat, weshalb dann viele Hochzeiten stattfanden. Besonders königliche Hochzeiten fanden oft im Oktober statt.
Der Oktober hat 31 Tage. In jenen Ländern, in denen im Oktober die Zeit von Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt wird, ist er der längste Monat im Jahr. Und: Ausser in Schaltjahren beginnt der Oktober mit demselben Wochentag wie der Januar.
Wind und trübe Sicht im November
Im deutschen Sprachraum wurde der November früher Windmond genannt, oder auch Wintermonat oder Nebelung. Die Bezeichnung Windmond wurde im 8. Jahrhundert eingeführt. In den Niederlanden war der November der Schlachtmond bzw. Schlachtenmonat, weil in dieser Zeit üblicherweise Schweine geschlachtet wurden. Weil im November viele Anlässe zum Gedenken an die Toten stattfinden, wird er auch Trauermonat genannt.
«Trübe Ruh, kein Zwitschern, nur die Hagebutte leuchtet Leben durch den Tag», schreibt Monika Minder, eine unbekannte deutsche Dichterin. Damit umschreibt sie die kurzen, oft trüben Tage des Novembers, in denen sich die bunten Blätter langsam im Wind von den Bäumen lösen und der Winter in all seiner leuchtend weissen Pracht meist noch auf sich warten lässt.
Heiliges Fest im Dezember
Christmonat oder Heilmonat: So lauten alte christliche Bezeichnungen für den Dezember. Warum, ist klar: Es ist der Monat, in dem gemäss Bibel Jesus Christus, der Heiland, geboren wurde. Heute wird Weihnachten als Fest der Liebe und meist mit vielen Geschenken für die ganze Familie gefeiert.
Ein alter deutscher Name des Dezembers ist Julmond. Dieser Name kommt vom Julfest, dem germanischen Fest der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Dieser Tag ist der kürzeste Tag im Jahr.