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Alleinstehende sollen ihren Nachlass regeln
Von Philipp Burla, Nachlassexperte beim VZ Vermögenszentrum in Basel
Ohne die nötigen Vorkehrungen erben die Falschen.
Wenn eine alleinstehende und kinderlose Person nicht regelt, was nach dem Tod mit ihrem Vermögen geschehen soll, erben unter Umständen entfernte Verwandte, zu denen sie wenig Kontakt hatte. Die Regeln der gesetzlichen Erbfolge sehen vor, dass in erster Linie die Eltern erben, wenn jemand weder einen Ehepartner noch Nachkommen hinterlässt.
Sind die Eltern schon gestorben, treten an ihre Stelle die eigenen Brüder und Schwestern, dann die Nichten und Neffen. Sind keine Erben des sogenannten elterlichen Stammes vorhanden, fällt der Nachlass an den Stamm der Grosseltern.
Dazu gehören neben den Grosseltern auch Onkel und Tanten, die Cousinen oder Cousins und so weiter. Die gesetzliche Erbfolge lässt sich mit einem Testament abändern. Völlig frei entscheiden, wer ihr Vermögen nach ihrem Tod erhalten soll, können aber nur Alleinstehende, die weder Nachkommen noch Eltern hinterlassen.
Sind Kinder, Enkel oder Ur-Enkel vorhanden, stehen ihnen auf jeden Fall drei Viertel des Nachlassvermögens als Pflichtteil zu. Wenn keine Nachkommen da sind, haben auch die Eltern von Alleinstehenden Anspruch auf einen Pflichtteil; jedem Elternteil steht ein Viertel des Nachlasses zu. Je weiter entfernt der Erbe mit dem Erblasser verwandt ist, desto höher fällt die Erbschaftssteuer aus. Erbt ein Neffe oder eine Nichte 200 000 Franken, beträgt die Steuer knapp 24 000 Franken, wenn der Erblasser in Basel wohnte. Ein Cousin zahlt über 41 000 Franken, ein Nichtverwandter mehr als 53 000.
Besonders Menschen ohne nahe Verwandte wünschen sich oft, dass ihr Vermögen oder ein Teil davon einem guten Zweck zugute kommt. Sie können im Testament gemeinnützige Institutionen berücksichtigen oder eine gemeinnützige Stiftung gründen. Es empfiehlt sich, die Stiftung mit dem Mindestkapital von 50 000 Franken auszustatten, um die Beurkundungs- und Notariatskosten tief zu halten. Nach der Gründung stockt man das Stiftungskapital Jahr für Jahr auf und widmet der Stiftung mit einer letztwilligen Verfügung den verbleibenden, frei verfügbaren Teil seines Vermögens.
Bei den meisten Erwerbstätigen ist das PK-Guthaben der grösste Teil ihres Vermögens. Viele Pensionskassen sehen vor, dass beim Tod der versicherten Person das Altersguthaben an die Begünstigten ausgezahlt wird, wenn sie niemand hinterlassen, der Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente hat. Stirbt ein alleinstehender und kinderloser Versicherter, wird das Guthaben in der Regel den Eltern ausgezahlt. Sind diese gestorben, erhalten es die Geschwister, danach die übrigen gesetzlichen Erben. In einer schriftlichen Begünstigungserklärung an die PK kann dieser Versicherte bestimmen, dass die Mutter und der Bruder je die Hälfte des Kapitals bekommen. Oder dass die Eltern übergangen werden und alles dem Bruder zufallen soll. Ähnliche Begünstigungsregeln gelten für Guthaben in der Säule 3a.