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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch VII.
38.
Apelles, der sich an diese anlehnt, lehrt folgendes: Es gibt einen guten Gott, den auch Markion [S. 223] annahm; der aber, der alles erschaffen, der alles Entstandene gemacht hat, ist gerecht; es gibt noch einen dritten, den nämlich, der mit Moses gesprochen hat, und dieser ist aus Feuer; es gibt aber auch einen vierten, den Urheber des Bösen; er nennt diese Götter Engel. Er schmäht das Gesetz und die Propheten und behauptet, die Schrift sei Menschenwerk und Trug; aus dem Evangelium und dem Apostel nimmt er, was ihm gefällt. Er hält sich an die Aussprüche einer gewissen Philumene wie an die Offenbarungen einer Prophetin. Der Christus sei von der Kraft von oben, d, i. von dem Guten herabgekommen, und er sei dessen Sohn; er sei nicht aus der Jungfrau geboren worden, und doch sei er bei seinem Erscheinen nicht körperlos gewesen; vielmehr habe er sich Teile aus dem Stoff des Alls genommen und einen Leib gebildet, d. h. aus Heißem, Kaltem, Flüssigem und Festem, und in diesem Leibe hätten die kosmischen Kräfte gewohnt, so lange er auf der Welt lebte; von den Juden gekreuzigt, sei er gestorben und, nach drei Tagen auferweckt, den Jüngern erschienen; er habe die Male der Nägel und seiner Seite gezeigt und sie davon überzeugt, daß er es selbst sei und kein Gespenst, daß er es sei mit Fleisch und Blut1. Nachdem er seinen Leib habe sehen lassen, gab er ihn der Erde zurück, von der er stammte; er nahm nichts Fremdes an sich, sondern alles, was er zeitweise benützte, gab er, als er das Band des Körpers löste, dem Seinigen zurück, dem Warmen das Warme, dem Kalten das Kalte, dem Flüssigen das Flüssige, dem Festen das Feste; dann ging er zum guten Vater, indem er den Samen des Lebens auf der Welt durch seine Jünger den Gläubigen zurückließ.
1: Joh. 20, 25; Luk. 24, 39.