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¿Por qué no te callas?, «Warum hältst du nicht den Mund?», schleuderte Spaniens Monarch Juan Carlos dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez entgegen, als dieser an einem ibero-amerikanischen Gipfeltreffen in Chile den früheren spanischen Ministerpräsidenten Aznar einen Faschisten nannte und Aznars Nachfolger Zapatero dauernd unterbrach.
Der Satz führte mittlerweile zu einer diplomatischen Krise und machte Juan Carlos im Internet zur vielzitierten Persönlichkeit. Der Wortwechsel ist auf YouTube ungemein populär und in Spanien bereits eine halbe Million Male als Handyklingelton heruntergeladen worden – in den unterschiedlichsten musikalischen Versionen von Paso Doble bis Hip-Hop, wie die einschlägigen Medien uns zu berichten wissen.
Eine wirklich geniale Verwendung des königlichen Zitats. Ein Handy, das schon beim Läuten ein unmissverständliches «Halt doch die Klappe!» ausstösst, wäre das ideale Geschenk für all die lieben Mitmenschen, die uns in den öffentlichen Verkehrsmitteln per Handy intensiv und ungefragt an ihrem Sozialleben teilhaben lassen. Man müsste Spaniens König um ähnliche Ausbrüche in anderen Sprachen bitten. Damit die Marathonschwätzer an ihren Sprechbälklein allerdings die Aufforderung befolgen könnten, müssten sie erst einmal zuhören. Das fällt den meisten hörbar schwer.
Und der arme König muss die enttäuschende Erfahrung machen, dass er mit all seinen wohlgesetzten Thron- und sonstigen Reden nicht annähernd so viele Leute erreicht wie mit einem einzigen Wutausbruch. Immerhin buchte er diesen Erfolg, als er wirklich einmal seine eigene Meinung sagte.
Martin Hauzenberger ist Journalist und Liedermacher.