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Wie alles begann..
Vor noch nicht allzu langer Zeit war die CD gang und gäbe. Heute haben wir nebst den glänzenden Tonträgern auch diverse Streaming Angebote. Doch was war vor CD & Co.?
Angefangen hat im Prinzip alles im Jahre 1857, als der Franzose Édouard-Léon Scott de Martinville den Phonautographen zum Patent anmeldete. Dies war das erste Gerät, welches durch einen an einer Membrane befestigten Trichter Schallwellen mittels einer Nadel auf eine russgeschwärzte Walze übertrug.
Zugegeben, die Aufzeichnungen konnten nicht vervielfältigt, geschweige denn wiedergegeben werden. Dies gelang erst dem amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison, resp. dessen Partner John Kruesi im Jahre 1877. Dessen Methode zur Aufnahme war dieselbe wie die des Franzosen Édouard-Léon Scott, jedoch wurden die Geräusche auf einer Wachswalze aufgezeichnet, welche abgespielt werden konnte. Die aufgezeichneten Tonspuren wurden mehr oder weniger verständlich mittels eines Trichters verstärkt und somit hörbar gemacht.
Thomas Alva Edisons Phonographen zeichnete Töne mittels Nadel auf eine Wachswalze auf. Diese konnte abgespielt werden und mittels eines Trichters wurde die Aufnahme wiedergegeben.
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Nachdem der Grundstein gelegt und der Nutzen dieser Erfindung erkannt wurde, schritt die Entwicklung und Forschung rasant voran. Bereits im Jahr 1880 erkannte der amerikanische Physiker Charles Sumner Tainter viele Verbesserungsmöglichkeiten für das von Edison entwickelte System. Würde man die Aufnahmen schneckenförmig auf eine flache Scheibe aufzeichnen, ist deren Handhabung sowie die Vervielfältigung wesentlich einfacher. Die ersten Versuche gestalteten sich jedoch als Misserfolge. Da die Scheiben aus Wachs hergestellt wurden, war deren Stabilität und Haltbarkeit nicht sonderlich gut. Diese Wachsscheiben gelten heute jedoch als die ersten Schallplatten. Einige von ihnen haben bis heute überdauert und sind in verschiedenen Museen in den USA anzutreffen.
Die Weiterentwicklung
Emil Berliner war so zu sagen der Vater der heute bekannten Schallplatte.
Er zeichnete Töne auf eine mit Russ bestäubte Glasplatte auf. Anstelle von einer Walze wurde nun eine flache Platte verwendet und die Aufzeichnungen wurden spiralförmig gemacht.
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Der deutsch-amerikanische Erfinder und Industrielle Emil Berliner forschte unabhängig an einer Möglichkeit, Schallwellen aufzuzeichnen, zu konservieren und wiederzugeben. Auch er wählte als Trägermedium eine flache Scheibe, da deren Handhabung sich als weit praktischer heraus stellte als die Walzen von Edison. 1887 gelang im der Durchbruch - anstelle von Wachs verwendete Berliner eine Glasplatte, welche er mit Russ schwärzte. Mit eine Nadel ritzte seine Maschine, welche nach den selben Prinzipien wie die von Edison konstruiert war, die Schallwellen schneckenförmig auf diese Scheibe. Nach getätigter Aufnahme wurde die Platte mittels galvanischer Behandlung gehärtet. Nachdem die Aufnahme gehärtet war konnte relativ problemlos mit einer Zinkplatte das Positiv abgenommen werden. Dieser nun existierenden Abdruck konnte somit als Stempel zur Pressung von Schallplatten verwendet werden.
Noch im selben Jahr meldete Emil Berliner seine Entwicklung beim Patentamt an.
1889 ist das Geburtsjahr des ersten "Plattenspielers"
Die Serienproduktion von Tonträgern wurde durch Emil Berliner vorangetrieben und erlangte schnell Bekanntheit in Deutschland.
Dieses Grammophon, der Victor V, hergestellt im Jahre 1907 ist eines der ersten kommerziellen Geräte für die Musikwiedergabe.
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1896 erkannte Emil Berliner, dass Schellack als Material zur Archivierung von Musik gut geeignet ist. Dieses Material war relativ stabil, konnte mit einfachen Mitteln bearbeitet und hergestellt werden. Es war jedoch nicht sonderlich preiswert. Die vielen Vorteile wurden jedoch dem Preis vorgezogen. Besonders interessant gestaltete sich die Musikqualität, welche mit Schellack erzeugt wurde. Mit der Massenproduktion der Schellackplatte zog dieses System allmählich in private Haushalte ein und erfreute sich zunehmender Beliebtheit.
Die Musikindustrie wird geboren...
Im Jahre 1900 begannen in Europa unzählige Firmen mit der Produktion von Schallplatten und Abspielgeräten. Jeder versuchte das beste und eleganteste Gerät herzustellen. Leider schwörte jeder Hersteller auf andere Technologien, was eine Kompatibilität der Schallplatten untereinander unmöglich machte. All diese Systeme zu beschreiben erscheint mir an dieser Stelle jedoch unnötig.
Mit der Zeit setzte sich jedoch eine Technologie bei den Konsumenten durch. Die Schellackplatte mit 78 Umdrehungen pro Minute gewann die Oberhand und allmählich verschwanden viele Produkte der Mitbewerber.
Grammophonautomaten gab es nun in nahezu unzähligen Ausführungen. Es wurde ebenfalls schnell erkannt, dass die Produktion der Tonabnehmer, der Nadel, einen grossen Einfluss auf die Wiedergabequalität hat. Meist wurden diese Nadeln aus Stahl gefertigt. Diese mussten, oder sollten zumindest, nach jeder abgespielten Platte ausgetauscht werden, da sie sich sehr schnell abnutzten und verschlissen waren.
Eine Schellackplatte wird abgespielt. Die Rillen der Platte übertragen Schwingungen auf den Metallstift (Nadel) welcher mit einer Membran verbunden ist. Dank des grossen Trichters direkt an dieser Membran wurde der abgelesenen Ton verstärkt und hörbar gemacht.
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Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Schellackplatten produziert. Die Aufnahmequalität stieg stetig, genau so wie auch die Grammophongeräte. Deren Haltbarkeit wie auch die Bedienung wurde weiterentwickelt und verbessert. Bald stand in vielen europäischen Haushalten ein Grammophon.
Im Jahre 1914 wurde die Produktion der Schallplatten weltweit drastisch reduziert. Der erste Weltkrieg brach aus, worunter die Musikindustrie deutlich zu leiden hatte. Ein Grund war, dass die Handelsnetzwerke für den Rohschellack, welcher zur Produktion gebraucht wurde weltweit zerbrachen.
Nach Kriegsende erholte sich die Musikindustrie nur langsam. Als im Jahre 1920 die ersten kommerziellen Rundfunksender "on Air" gingen, litt die Plattenindustrie erneut. Musik konnte nun mittels Radioempfänger ins heimische Wohnzimmer übertragen werden und musste nicht mehr erworben werden. Die Bevölkerung konnte Musik geniessen, ohne alle paar Minuten aufzustehen um die Platte, sowie die Nadel wechseln zu müssen.
Bereits 1925 jedoch gewann die Plattenindustrie schlagartig wieder die Oberhand. Es wurden neue Aufnahme und Herstellungsverfahren vorgestellt, welche die Kosten der Platten drastisch senkte und die Qualität erheblich verbesserte.
Zerfall, Auferstehung und Ende von Schellack
Bis ins Jahr 1933 erfreute sich die Musik und Plattenindustrie an den stetig steigenden Verkaufszahlen. Doch schlagartig schien dieser Boom ein Ende zu finden. Mit dem Aufstieg der NS-Diktatur wurde die kommerzielle Produktion von Musik in Deutschland verboten und der Import ausländischer Musik wurde untersagt. Diese Massnahmen hatten Konsequenzen für ganz Europa. Die Musikindustrie wurde zur Zeit des zweiten Weltkriegs als Propagandamittel verwendet. Als halb Europa brannte und von Krieg betroffen war, stockten Forschung und Entwicklung. Auch in den USA wurde die Weiterentwicklung der Schallplatten vorerst eingestellt.
Erst 1945, nach Kriegsende , begann die Produktion von Tonträgern rasant, da viele deutsche Platten-Fabriken unversehrt waren.
Neue Musikrichtungen wie Swing, Jazz und Rock 'n' Roll drangen von Amerika nach Europa und bescherten den Musikstudien und Platten-Fabriken erneut goldenen Verkaufszahlen.
Die inzwischen relativ alte Schellachplatte wurde Ende der 1950er Jahren komplett durch Vinyl abgelöst. In Deutschland wurde die Schellackplatte offiziell 1958 zu Grabe getragen.
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Ende der 1940er, anfangs 1950er Jahren wurden diverse neue Materialien erprobt, alle mit dem Ziel die Musikqualität zu steigern , sowie auch die Haltbarkeit der Tonabnehmer zu verbessern.
In Deutschland wurde 1958 die Schellackplatte offiziell durch die Vinylplatten abgelöst und auch die letzten Produzenten wannten sich von Schellack ab.
Der ungebrochene Erfolg von Vinyl
Vinyl hatte gegenüber den inzwischen vom Markt verschwundenen Schellackplatten diverse Vorteile. Es war viel günstiger in der Produktion, war wesentlich stabiler, und hatte eine höhere Aufnahmedauer.
Bereits 1930 brachte RCA Victor die erste Langspielplatte auf den Markt. Diese hatte eine Wiedergabegeschwindigkeit von 33 1/3 Umdrehungen pro Minute. Anfangs wurden diese Platten primär bei Rundfunksendern eingesetzt. Da sie nahezu unzerbrechlich waren, konnten sie auch problemlos von Werbe- und Aufnahmefirmen an die Radiosender versendet werden.
In den 1940er wurde die Langspielplatte, wie wir sie heute kennen, entwickelt. 12 Zoll (30cm) gorss, ein kleines Loch in der Mitte, 33 1/3 Umdrehungen und 2 bespielte Seiten sind seither Standard.
1949 brachte RCA Victor noch ein weiteres Format auf den Markt, die 7 Zoll Platte. Diese hatte in der Mitte ein wesentlich grösseres Loch und besass pro Plattenseite eine Aufnahmekapazität von ca. 5 Minuten. Die Singel ist geboren. Diese Schallplatte wurde jedoch mit 45 Umdrehungen pro Minute abgespielt.
Die Singel, wie sie auch heute zum Teil noch anzutreffen ist, erblickte 1949 das Licht der (Musik)Welt und wurde ebenfalls von RCA Victor entwickelt.
Dieses Format hatte ebenfalls diverse Vorteile gegenüber den Vinyl oder Schellack Platten.
Bildquelle Von Philips - Scan einer Schallplatte von Philips mit Firmenlochcover und Mittelkreuz aus Privatsammlung., PD-Schöpfungshöhe, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=4437469
Zuzüglich zu den drei bekannten Abspielgeschwindigkeiten 33 1/3, 45 und 78 Umdrehungen pro Minute, wurde auch noch eine vierte Entwickelt, welche jedoch nur eine sehr kleine Anhängerschaft hatte und deshalb schnell wieder verschwand. Die Idee war, eine Langspielplatte mit 12 Zoll anstelle von 33 1/3, nur noch mit 16 2/3 Umdrehungen pro Minute zu produzieren resp. abzuspielen. Dies hatte zwar den Vorteil, dass auf einer Plattenseite nun die doppelte Aufnahmedauer zur Verfügung stand, jedoch litt die Musikqualität dermassen stark, dass sich dieses Format nicht etablieren konnte.
Vinyl heute
Mit der Entwicklung neuer Musikdatenträger wie der Kassette, später der CD und MP3 wurde das Ende der Schallplatte bereits mehrmalig vorhergesagt. Kleiner, besser und günstiger als die Schallplatte sollten die neuen Formate der LP den Todesstoss verpassen. Entgegen allen Erwartungen behielt Vinyl jedoch ihre Anhängerschaft in unterschiedlichen Kreisen. In der Hip-Hop Szene, sowie auch in den Diskotheken war die Platte schon lange berühmt und äusserst beliebt. DJs entwickelten mit Hilfe zweier Plattenspieler und einem Crossfader neue Musikrichtungen, welche die Jungen scharenweise in die Diskotheken lockte. Funk und Soul Platten wurden mit Klassik und Jazz vermischt. Einer der Urväter des djing ist Afrika Bambaata. Er war und ist auch heute noch einer der erfolgreichsten und einflussreichsten DJs aus New York.
Viele Jazz und Blues Musiker blieben der Vinylplatte ebenfalls treu, da die Klangcharakteristik der Musik als sehr angenehm und warm empfunden wurde. Dies verdankte die Platte ihrer enormen Klangdynamik, welche imposante Aufnahmen ermöglichte. Diese Eigenschaft ist ebenfalls heute noch bei diversen Musikgenres äusserst beliebt. Viele Labels, welche heute noch existieren, produzieren vermehrt wieder die schwarzen Tonträger mit Rock, Metal, Hip-Hop, Jazz, Klassik und vielem mehr.
Seit einigen Jahren erfreut sich die Schallplatte auch bei den jüngeren Generationen gesteigerter Beliebtheit. Dies erklärt, weshalb auch heute zahlreiche neue Plattenspieler hergestellt und entwickelt werden.
Moderner Plattenspieler von Rowen.
Auch in heute werden viele Plattenspieler in unterschiedlichen Preislagen und Qualitäten hergestellt. Die unverwechselbare Klangcharakteristik erfreut Musikfans seit jeher.
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