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Den deutsch-jüdischen, in Prag geborenen Soziologen und Schriftsteller Erich Kahler hatte Thomas Mann 1919 in München kennengelernt. Über Zürich war Kahler, ebenfalls ausgebürgert durch die Nazis, in die USA emigriert, wo er ab 1938 in Princeton lebte. Besonders sein historisch-soziologisches Werk Der deutsche Charakter in der Geschichte Europas (1937) hatte Manns Interesse geweckt und diverse Anregungen für den Doktor Faustus geliefert. Ein Gratulationsbrief zum Geburtstag schien also durchaus angebracht und Mann widmete sich dieser Aufgabe an zwei Tagen im September 1945. Der Text erschien zuerst in der Ausgabe November/Dezember 1945 von Die Deutschen Blätter (Santiago de Chile) und wurde anschließend in etwas überarbeiteter Form auch in den Sammelband Altes und Neues (1953) aufgenommen.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.