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Auf dem Nachhauseweg von der Schule gab mir mein Freund Bruno Muff
eine Musikkassette von Jimi Hendrix, die ich mir unbedingt anhören sollte. Ich hatte zu meinem 14. Geburtstag am 8. September
1970 von meinen Eltern einen Philips-Kassettenrecorder geschenkt bekommen, der, seitdem ich ihn hatte, keinen Tag mehr stillstand.
Zu Hause angekommen nahm ich diese ominöse Kassette aus der Mappe - "The Cry Of Love" stand da geschrieben - und legte sie in
mein Tonbandgerät ein. Schon die ersten Takte von Freedom hauten mich um.
Ich weiss nicht mehr, wie viele Male ich mir die Kassette an diesem Abend vorwärts und rückwärts anhörte, aber eines stand für mich fest: Dieser Jimi Hendrix war nicht von diesem Planeten. Ich konnte es kaum glauben, dass ich noch nie vorher von ihm gehört hatte. Etwas hat sich an diesem Tag in meinem Leben verändert: Ich war vom Fan-Fieber infiziert, ich wurde ein Jimi-Hendrix-Fan.
Am nächsten Morgen in der Schule war Jimi natürlich Gesprächsthema Nummer eins und ich machte Bruno unmissverständlich klar, dass wir am nächsten Hendrix-Konzert in der Schweiz auf keinen Fall fehlen durften. Ungläubig schaute er mich an und erklärte mir dann, dass das leider nicht möglich sei, Jimi sei ein halbes Jahr zuvor gestorben. Ich war fassungslos.
Mir war klar, dass ich alles, was es von Jimi gab, haben musste, und vor allem: eine Gitarre musste her!
Dass ich viele Jahre später einmal mit meiner Band More Experience im Olympia in Paris spielen würde, dass die Hendrix-Musiker Noel Redding und Buddy Miles als Gäste mit unserer Band touren würden oder dass ich eines Tages Jimis Freundinnen Kathy Etchingham und Kirsten Nefer zu meinen Freunden zählen dürfte, hätte ich damals als 14jähriger nicht zu träumen gewagt.
Ende der 70er Jahre begann ich meine Sammlertätigkeit auf Jimis beide Auftritte in Zürich zu konzentrieren und habe seitdem das wohl umfangreichste Archiv zu diesem Anlass zusammengetragen. Die ursprüngliche Idee, ein Buch über das Monsterkonzert zu schreiben, habe ich schon lange aufgegeben. Es würde wohl nie fertig werden, da ich immer wieder neues Material und Infos finde. Ich habe mich daher entschlossen, eine Website zum Monsterkonzert einzurichten, da man mit diesem Medium viel flexibler ist.
Ich bin überzeugt, dass noch viel Material (Fotos, Filme, Posters, Tickets, Tapes usw.) in Kellern oder Estrichen eingelagert ist, und mein Ziel ist es, möglichst viel davon zu finden und zu erhalten und soweit möglich auf dieser Website zu publizieren.
Dies garantiert die Schweizerische Landesphonothek, in die meine Sammlung im Januar 2005 integriert wurde. Falls du irgendwie zu diesem wohl einzigartigen Anlass beitragen kannst, dann melde dich bitte bei mir.
Und nun viel Vergnügen bei der Zeitreise zurück ins Jahr 1968.
Marcel Aeby