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Mit jedem Tag, an dem die Durchimpfung schneller erreicht wird, könnte die Schweiz 25 Millionen Franken einsparen. Davon geht die wissenschaftliche Taskforce des Bundes aus. Auch teure Massnahmen - wie zum Beispiel Investitionen in die Menge der Impfdosen oder in die Verteilung - würden sich lohnen.
Im Vergleich zu einer Welt ohne Corona beliefen sich die Verluste beim Bruttoinlandprodukt (BIP) in der Schweiz allein im Januar und Februar auf drei Milliarden Franken pro Monat, schreibt die Taskforce in ihrem neuesten Policy Brief am Freitag. Das entspreche einem Wertschöpfungsausfall von 100 Millionen Franken pro Tag.
Dieser werde jeweils ungefähr zur Hälfte durch die international geschwächte Konjunktur und die «staatlichen Eindämmungsmassnahmen und spontane Verhaltensänderungen» verursacht. Würde man also über Nacht alle Schweizerinnen und Schweiz impfen, dann könnte man 1.5 Milliarden Franken pro Monat oder 50 Millionen Franken pro Tag einsparen.
Weil das nicht machbar ist, gingen die Forscherinnen und Forscher «von einer weitgehenden Durchimpfung» von 75 Prozent aller Erwachsenen oder 5.3 Millionen Menschen aus. Und sie nahmen an, dass die Durchimpfung und die Normalisierung des Wirtschaftslebens linear erfolgen würden.
Unter diesen Umständen betrüge der Wertschöpfungsverlust über sechs Monate von März bis August rund 4.5 Milliarden Franken. Das bedeute, dass dieser Verlust mit jedem Tag, um den der Endpunkt der Impfkampagne verschoben würde, um 0.55 Prozent reduziert werden könnte. Das entspräche 25 Millionen Franken pro Tag.
Bei einer um einen Monat früher erreichten Durchimpfung betrüge der Wertschöpfungsgewinn damit 750 Millionen Franken. Das ergäbe einen Wert von 155 Franken pro geimpfte Person.
Doch neben der Wirtschaftsleistung würden gemäss der Taskforce auch die öffentlichen Finanzen profitieren. Denn Kurzarbeit, Härtefallzahlungen und weitere getroffene Massnahmen könnten früher abgebaut werden.
Wenn man im Sinne einer Gesamtrechnung dann noch die geretteten Menschenleben, die Abnahme von schweren Krankheitsverläufen und der sozial und psychisch belastenden Einschränkungen mit einberechnete, so würde sich der gesellschaftlichen Wert einer rascheren Impfung sogar verdoppeln, schätzt die Taskforce.
Vor diesem Hintergrund lohne es sich, alle Möglichkeiten für eine Beschleunigung der Impfkampagne auszuloten. Neben Investitionen in die Erhöhung der vorhandenen Menge an Impfdosen wären nach Ansicht der Taskforce auch Investition in die Logistik in den Kantonen oder «grosszügigere Entschädigungen für frühere Lieferungen» denkbar.
Und in Anbetracht von künftigen Auffrischungsimpfungen müssten bereits jetzt Überlegungen zur Gewährung der Versorgungssicherheit angestellt werden. (bal/sda)