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Kulturhistorische Exkursion nach Córdoba
Gleich nach der Ankunft ging es mit einer Führung durch einen antiken Adelspalast los. Unsere Führerin erklärte uns in ihrem breiten andalusischen Spanisch atemberaubend schnell jedes Detail des von den Mauren errichteten Palastes.
Kaum waren wir der Führerin entronnen, wurden wir mitten in die spanische Kultur geworfen. „Tunos“, Altherren von Studentenverbindungen, hatten sich in der Stadt versammelt und stimmten zu einer Hommage an einen berühmten Torero (Stierkämpfer) an. Der leere Platz füllt sich augenblicklich und wir fanden uns in einem Fest voller Lebensfreude, Tanz und Gesang wieder.
Etwas erschöpft nach diesem ersten Tag, waren wir froh, am Abend unsere Gastfamilien kennenzulernen. Jeweils zu zweit wohnten wir während dem ganzen Aufenthalt in zentraler Lage bei älteren spanischen Ehepaaren.
Am nächsten Tag lernten wir auf einer Führung durch die Altstadt und das jüdische Viertel viel über den arabischen Einfluss, welchen man in ganz Andalusien findet. Die Führung endete in der Mezquita, dem Wahrzeichen von Córdoba. Sie ist eine von den Arabern erbaute riesige Moschee, welche von den Spaniern bei der Reconquista, der Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren durch die Christen, aber nicht etwa zerstört, sondern in eine Kathedrale umgewandelt wurde.
Am Samstag, dem dritten Tag, ging es nach Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens. Als erstes besuchten wir den Alcázar, die mittelalterliche Königsresidenz, die ursprünglich als maurische Festung angelegt wurde. Anschliessend besuchten wir die Plaza de Toros, die Stierkampfarena. Eine Angestellte führte uns durch die Arena. Sie gab sich alle Mühe, uns ihre Begeisterung für das grausige Schauspiel zu vermitteln und wir lernten neue Perspektiven kennen. Trotzdem fand kaum jemand einen Zugang dazu.
Am Sonntag besuchten wir die erst zu einem geringen Teil ausgegrabene Ruinenstadt Madīnat az-zahrāʾ, die etwa acht Kilometer westlich von Córdoba liegt. Die Stadt wurde im Gegensatz zum sonst üblichen islamischen Städtebau nicht labyrinthisch, sondern streng rechtwinklig angelegt.
Unser Montag begann sehr sportlich mit einem Flamenco-Crashkurs. Wir mussten einsehen, dass Enthusiasmus nicht zwingend mit Erfolg belohnt wird. Zum Glück folgte gleich der Paella-Kochkurs, und abends besuchten wir einen Tablao flamenco, eine Flamenco-Aufführung, in einem Innenhof des Barrio judío.
Am letzen Tag besuchten wir zunächst den Alcázar de los Reyes Cristianos, der ebenfalls eine grosse und wunderschöne Gartenanlage hat, und danach die Torre de la Calahorra, einen ehemaligen islamischen Festungsturm, welcher die römische Brücke über den Guadalquivir bewacht. Dort verabschiedeten wir uns dann leider schon von Córdoba und stiegen in den Bus Richtung Málaga, wo wir mit etwas Glück das Flugzeug noch knapp erwischten.
Wir alle sind unglaublich dankbar für die Erfahrungen und Eindrücke, die wir auf der Reise machen durften. Ganz besonders wollen wir uns bei unserer Spanischlehrerin Monique Blättler bedanken, die trotz ihrem letzten Jahr and der KUE diese Reise mit uns unternommen hat. Aber auch unserer Englischlehrerin Isa Grevener, welche uns begleitet hat.
Georg Niggli