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Die ehemalige Miss Schweiz Amanda Ammann berichtet aus Nepal
- Montag, 27. April 2015, 8:49 Uhr
Amanda Ammann hat das Erdbeben in Nepal hautnah miterlebt. Als Projektleiterin einer Firma die Trinkwasseraufbereitungsanlagen produziert, weilt die Miss Schweiz 2007 in der Himalayaregion. Sie berichtet von der Situation vor Ort.
Amanda Ammann, wie geht es Ihnen?
Amanda Ammann: Das Ausmass der Katastrophe in Nepal ist unfassbar. Die Zahl der Opfer steigt stetig. Zahlreiche Tempel und Unesco-Weltkulturerbestätten in Kathmandu sind zerstört.
Ich bin körperlich unversehrt, stehe jedoch immer noch in Alarmbereitschaft, da es weitere, teilweise starke Nachbeben gibt oder geben könnte. Aus Angst vor weiteren Schäden und möglichen Verletzungen während den Nachbeben rennen die Menschen regelmässig auf offene Plätze.
Zur Zeit des Erdbebens hielt ich mich in Pokhara (80 km östlich des Epizentrums) auf, da ich weiter nach Jomsom reisen wollte. Ein Termin für eine Besichtigung eines möglichen Standorts für eine Trinkwasseraufbereitungsanlage war geplant. Der Flug wurde aufgrund des schlechten Wetters abgesagt.
Zur Zeit des Erdbebens rannten wir sofort auf ein offenes Feld. Danach folgten bis zum jetzigen Zeitpunkt einige Nachbeben. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Nepalesen unterwegs war, die wussten, wie man bei einem Erdbeben reagieren sollte.
Wie geht es der Bevölkerung vor Ort? Wie sehen die Strassen und Häuser aus?
Ammann: Ich bin zurück nach Bharatpur gereist, welches sich im im Süden Nepals (Chitwan Distrikt) befindet. Die Häuser und Strassen sind hier unversehrt. Trotzdem herrscht Ausnahmezustand. Die Menschen übernachten ausserhalb ihrer Häuser. Auch die Patienten liegen vor den Spitälern. Ich verbringe nun bereits die zweite Nacht draussen mit der ganzen Familie unseres lokalen Projektpartners.
Haben Sie in Nepal Urlaub gemacht?
Ammann: Nein, ich war auf Geschäftsreise für Trunz Water Systems, einer Firma die Trinkwasseraufbereitungsanlagen produziert und vertreibt. Seit 1.5 Jahren bin ich bei der Firma als Projektleiterin tätig und reise in dieser Funktion oft nach Süd- und Südostasien. Ich besuchte Nepal, um unsere Projektorte vor Ort zu besichtigen und an einem Workshop mit unseren Kleinunternehmern teilzunehmen. Diese betreiben hier in Chitwan und Nawalparasi Wassershops, um der armutsbetroffenen Bevölkerung in ländlichen Gebieten den Zugang zu sauberem, arsenfreiem Trinkwasser zu ermöglichen. Derzeit suchen viele Menschen unsere Wassershops auf, da die Wasserversorgungssysteme teilweise beschädigt sind oder nicht funktionieren.
Kehren Sie jetzt zurück in die Schweiz?
Ammann: Mein Rückflug ist für Mittwoch vorgesehen. Meine Rückreise hängt jedoch davon ab, wie sich die Situation vor Ort weiter entwickelt. Ich bin in Kontakt mit der Reiseagentur. Zuvor werde ich jedoch noch die Projektstandorte besuchen, um mir einen Überblick über die Situation zu verschaffen.
Werden Sie einen Hilfeaufruf starten? Oder möchten Sie unsere User zum spenden auffordern?
Ammann: Die Situation im ganzen Land ist sehr unübersichtlich, vor allem im stark betroffenen Kathmandu und unzugänglichen ländlichen Gebieten. Derzeit setzen sich diverse lokale und internationale Hilfsorganisationen und ausländische Regierungen ein, um den notleidenden Menschen vor Ort Hilfe zu leisten und Verschüttete aufzuspüren. Diese Organisationen sind auf Spenden angewiesen, um die Menschen mit Notunterkünften, Nahrungsmittel, sauberem Trinkwasser und dem Bau von Latrinen zu unterstützen.
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