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Der in Bern geborene André Richard, Dirigent, Komponist und Spezialist für die Aufführung von live-elektronischer Musik, feierte im April 2019 seinen 75. Geburtstag. Nach seinem Studium in den Fächern Gesang, Musiktheorie und Komposition in Genf lehrte er zunächst Gehörbildung am dortigen Conservatoire, entschloss sich dann aber zu vertiefenden Kompositionsstudien bei Klaus Huber und Brian Ferneyhough in Freiburg/Breisgau. An der Freiburger Musikhochschule übernahm er 1980 die Geschäftsführung des Instituts für Neue Musik und organisierte die Konzertreihe «Horizonte». 1982 gründete er für eine Aufführung von Luigi Nonos Das atmende Klarsein den Solistenchor Freiburg, dem er bis 2005 vorstand. Von 1989 bis 2005 leitete Richard das Experimentalstudio des SWR Freiburg, mit dem er zahlreiche neue Werke mit Live-Elektronik realisierte und dabei die technologische Weiterentwicklung engagiert vorantrieb. Eine wichtige Rolle bei seiner Tätigkeit spielte insbesondere das Œuvre Nonos, für dessen Interpretation er 2004 den «Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik» erhielt. Als Dirigent war André Richard beim Warschauer Herbst, bei der Biennale di Venezia, beim Holland Festival, beim Huddersfield Contemporary Music Festival und bei zahlreichen Reihen für Neue Musik zu erleben. Bei den Salzburger Festspielen verantwortete er das Raumklangkonzept und die Klangregie von Nonos Prometeo und Caminantes … Ayacucho, von Lachenmanns Mädchen mit den Schwefelhölzern und Stockhausens Helikopter-Streichquartett. Seit 2006 ist Richard freischaffend tätig und wirkte u. a. bei Aufführungen von Mark Andres Oper …22,13… sowie Klaus Hubers Erinnere dich an Golgatha mit. André Richard ist Träger des Reinhold-Schneider-Preises (1990), des Preises der Christoph- und Stephan-Kaske-Stiftung (1994) sowie des Europäischen Kulturpreises für Neue Musik (1998).
Debut bei LUCERNE FESTIVAL am 24. August 2001 mit Nonos Prometeo.
August 2019