Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03165.jsonl.gz/668

Low-Input-Systeme haben das Potenzial, Umweltbelastungen zu reduzieren. Die Produktivität solcher Systeme ist jedoch tiefer, was ihre Gesamtleistung limitiert. Die verwendeten Pflanzensorten und Produktionstechniken stammen häufig aus intensiven Systemen. SOLIBAM hatte zum Ziel, die Leistung von Low-Input-Systemen zu verbessern, indem Anbausysteme entwickelt wurden, die an Low-Input-Bedingungen angepasst sind.
SOLIBAM hatte zum Ziel, neue Herangehensweisen für Züchtung und Management zu entwickeln, die an die Low-Input-Landwirtschaft in Europa und Afrika angepasst sind. Innovative Lösungen sollten die Leistung, Qualität, Nachhaltigkeit und Stabilität von Low-Input-Anbausystemen verbessern. Das Projekt basierte auf der Annahme, dass der Schlüssel zur Entwicklung nachhaltigerer Anbausysteme darin liegt, die „Landwirtschaftliche Vielfalt" zu erhöhen. Diese wird definiert als eine Menge verschiedener biologischer Einheiten, die um die Menschen herum existieren. „Einheiten" bedeuten in diesem Zusammenhang nicht nur Arten, sondern auch Sorten innerhalb von Arten und Individuen innerhalb der Sorten. Landwirtschaftliche Biodiversität wurde im Projekt als die Summe der Unterschiede zwischen Arten, zwischen Sorten innerhalb der Arten und zwischen Individuen innerhalb der Sorten definiert.
Die Ökobilanzgruppe von Agroscope bewertete die Wirksamkeit der Innovationen, welche im Projekt entwickelt wurden um die Umweltwirkungen landwirtschaftlicher Produkte zu reduzieren. Acht Pilotbetriebe wurden untersucht, welche bereits SOLIBAM-Praktiken umsetzen. Die Landwirte bauen heterogene Populationen von Getreiden und verschiedene Gruppen von Gemüsen an. Die Fallstudien deckten vier europäische Länder ab: Frankreich, Grossbritannien, Portugal und Italien. Die Untersuchungen enthielten partizipative Elemente: Die Landwirte erhielten die Ökobilanz-Resultate und konnten dazu Feedback geben. Umweltwirkungen von Produkten (Brot und Gemüse) innovativer Betriebe wurden mit „Business-as-usual"-Szenarien verglichen, welche durchschnittliche Praktiken in den entsprechenden agrarökologischen Regionen repräsentieren. Zusätzlich wurden verschiedene Feldexperimente aus der Schweiz untersucht.
Am SOLIBAM-Projekt waren noch zwei weitere Forschungsgruppen von Agroscope beteiligt. Die Forschungsgruppe Pflanzen-Boden-Interaktionen untersuchte die Auswirkungen von Zwischenfrüchten auf die Häufigkeit nützlicher Mykorrhiza. Wissenschaftler der Gruppe „Sorten und Saatgut" beschäftigten sich mit Sortenversuchen und Qualitätsprüfungen von Körnern.