Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03397.jsonl.gz/1973

Am 16. Juni nutzen 36 Personen das Angebot und nahmen an einem Sommerabend Spaziergang Teil, bei dem Gemeinderat Philipp Maurer die Geschichte der Herzogenmühle schilderte.
Südlich der Bahnlinie nahe Schwamendingen befindet sich ein Ortsteil, den viele Walliseller kaum kennen. Seit Ida Zuppinger 1949 das Areal vermachte, gehört das stolze Anwesen mit allen darauf stehenden Gebäuden der Politischen Gemeinde Wallisellen. Doch wie hat das ganze angefangen und was wurde dort eigentlich hergestellt?
Als in Grossbritannien im achzehnten Jahrhundert mit Hilfe der Dampfmaschine die industrielle Textilproduktion begann, kamen viele auf dem Kontinent, die noch von Hand produzierten in grosse Schwierigkeiten, weil sie preislich nicht mithalten konnten. Während der napoleonischen Kriege, als eine Handelssperre herrschte, ergab sich für die europäischen Produzenten eine Gelegenheit, in diese Lücke zu stossen. Im Zürcher Oberland und eben auch auf dem Areal der Herzogenmühle begann man mit Hilfe der Wasserkraft Fäden zu spinnen und Stoffe zu weben.
Spinnen und Drucken
Verschiedene Eigentümer und Pächter waren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Herzogenmühle beschäftigt, mit Spinnen oder dem Bedrucken von Stoffen. Das Gebäude, in welchem die Stoffe getrocknet wurden, kann immer noch besichtigt werden. Schliesslich erwarb die Familie Zuppinger das gesamte Areal und betrieb einerseits die Spinnerei und andererseits einen landwirtschaftlichen Modellbetrieb.
Zukunft
50 Jahre lang durfte auf dem Gelände gemäss testamentarischer Verfügung nichts verändert werden. Seit 1999 sind die Möglichkeiten (nur) noch durch den Denkmalschutz begrenzt. Im Moment, während das Gemeindehaus umgebaut wird, sind mehrere Abteilungen der Gemeindeverwaltung in Gebäuden auf dem Herzogenmühle Areal vorübergehend untergebracht. Kantonale Projekte wie die Veloschnellroute und der Brüttener Tunnel werden das Areal teilweise betreffen. Ansonsten gibt es im politischen Wallisellen noch keine konkrete Vision für das Areal, die über den Status Quo hinaus geht.