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Thema: Naturgefahren
Todesfälle durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen, Sturzprozesse und Lawinen
Naturereignisse können Menschen das Leben kosten. Die Zahl der Todesopfer, hängt einerseits von der Schwere der Ereignisse ab, andererseits auch von individuellem Verhalten und von den Massnahmen zum Schutz vor Naturereignissen. Der Indikator steht damit für den Erfolg präventiver Massnahmen wie auch für das gefahrengerechte Verhalten der betroffenen Bevölkerung.
In der Periode 1972–2015 forderten Hochwasser insgesamt 52 Todesopfer, Murgänge deren 21 und Rutschungen deren 40. Seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahre 2002 forderten Sturzprozesse insgesamt 16 Tote. Im Durchschnitt kamen durch Hochwasser, Murgänge und Rutschungen seit 1972 jährlich 2,6 Menschen zu Tode. Wenn Extremereignisse wie beispielsweise der Bergsturz Goldau von 1806 nicht berücksichtig werden, hat sich diese Zahl seit dem 19. Jahrhundert kaum verändert. Lediglich im Zeitraum 1900 bis 1971 liegt die durchschnittliche Anzahl tiefer, da in dieser Periode vergleichsweise wenig schwere Naturereignisse zu verzeichnen waren.
Lawinen forderten in der Periode 1936–2013 durchschnittlich 25 Todesopfer pro Jahr. Der Grossteil davon (70%) entfällt auf so genannte Touristenunfälle abseits gesicherter Pisten und auf Skitouren.
Die durchschnittliche Anzahl der Todesopfer ist verglichen mit dem 19. Jahrhundert stabil. Angesichts der bedeutenden Bevölkerungszunahme hat sie im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sogar abgenommen. Diese Entwicklung ist nicht darauf zurückzuführen, dass heute weniger schwere Naturereignisse zu verzeichnen sind, sondern darauf, dass in den letzten 100 Jahren zahlreiche wasserbauliche und forstliche Schutzmassnahmen realisiert wurden. Sie widerspiegelt aber auch die verbesserten organisatorischen Massnahmen und die umfassenden Möglichkeiten, welche heute zur Warnung und Rettung von Personen zur Verfügung stehen. Die Zahlen der Todesopfer infolge Naturgefahren bewegen sich heute auf einem tiefen Niveau, das gehalten werden muss.
Seit 1972 sammelt die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL im Auftrag des BAFU systematisch Daten zu den Unwetterschäden in der Schweiz. Dabei werden die Prozesse Hochwasser, Murgang, Rutschung sowie (seit 2002) Steinschlag und Felssturz berücksichtigt. Die Erhebungen basieren hauptsächlich auf Meldungen von etwa 3000 Schweizer Zeitungen und Zeitschriften sowie – bei grösseren Ereignissen – auf Angaben von Kantonen und Versicherungsgesellschaften.
Seit 1936/37 sammelt das SLF in Davos im Auftrag des Bundesrates systematisch Daten zu Lawinenunglücken in der Schweiz. Die Datenerhebung erfolgt durch Mitarbeiter des SLF direkt; bei grösseren Ereignissen wird (meist in Zusammenhang mit Gutachten für Gerichte etc.) eine kleine Ereignisanalyse erstellt. Die Daten werden traditionell für das hydrologische Jahr erhoben, welches von1. Oktober bis 30. September dauert.
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Letzte Änderung 09.12.2016