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Pro Jahr erkranken rund 900 Frauen in der Schweiz an einem Endometriumkarzinom (Krebs des Gebärmutterkörpers). Von Gebärmutterkrebs sind vorwiegend Frauen nach der Menopause betroffen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter an.
Die Gebärmutter (Uterus) ist ein muskulöses Hohlorgan, in welchem bei einer Schwangerschaft das Kind heranwächst. Sie besteht aus dem Gebärmutterkörper (Corpus) und dem Gebärmutterhals (Zervix). Gebärmutterkrebs entwickelt sich aus entarteten Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Deshalb wird die Erkrankung auch als Endometriumkarzinom bezeichnet.
Der Gebärmutterkrebs verursacht in einem Frühstadium kaum Beschwerden. Anzeichen für eine Krebserkrankung sind ungewöhnliche Blutungen während den Wechseljahren, nach den Wechseljahren oder übelriechender Scheidenausfluss.
Warum ein Gebärmutterkrebs entsteht, ist weitgehend unbekannt. Einige Faktoren aber können die die Erkrankung an Gebärmutterkrebs begünstigen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Starkes Übergewicht
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Frühe erste Menstruation, Kinderlosigkeit und späte Menopause
- Langjährige Hormontherapie mit Östrogen
Bei Verdacht auf Gebärmutterkörperkrebs sind folgende Untersuchungsschritte angezeigt:
- Anamnese und körperliche Untersuchung mit einem Speculum und Tastuntersuchung, Pap-Test
- Ultraschalluntersuchung (transvaginale Sonographie) zur Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane
- Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) zur Begutachtung der Gebärmutterschleimhaut und Entnahme von Gewebeproben (Biopsie), die Spiegelung wird meistens mit einer Ausschabung kombiniert
- Getrennte Ausschabung des Gebärmutterhalses und der Gebärmutterkörper-Schleimhaut (fraktionierte Abrasio) zur anschliessenden mikroskopischen Untersuchung der Gewebeproben
Gebärmutterspiegelung und Gewebeentnahme
Die Gewebeentnahme kann mit einer Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) kombiniert werden. Dadurch ist es möglich, vor der Ausschabung gezielt Proben aus verdächtigen Bereichen zu entnehmen. Durch die Kombination beider Methoden lassen sich bösartige Tumoren mit hoher Sicherheit diagnostizieren. Entscheidend zur Sicherung der Diagnose ist die feingewebliche, mikroskopische Untersuchung des Gewebes.
Untersuchungen bei Gebärmutter-Karzinom
Wird ein Karzinom der Gebärmutterschleimhaut festgestellt, schliessen sich weitere Untersuchungen an:
- Blasenspiegelung
- Darmspiegelung
- Röntgenaufnahmen des Brustkorbs
- Ultraschall der Oberbauchorgane
- Im Einzelfall, vor allem bei auffälligem Ultraschallbefund, sind eine Computertomographie und/oder eine Magnetresonanztomographie empfehlenswert
Diese Untersuchungen sollen vor allem zeigen, ob sich Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben. Die Beurteilung der Tumorausbreitung im Unterleib und des Befalls der Lymphknoten erfolgt durch eine Operation und die mikroskopische Beurteilung der entfernten Gewebe.
Welche Therapie bei Gebärmutterkrebs im Einzelfall durchgeführt wird, hängt insbesondere von Art, Sitz und Grösse des Tumors in der Gebärmutter ab. Aber auch das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin sollten bei der Wahl der Behandlungsmethode berücksichtigt werden.
Behandlungsmethoden
Nachdem die Diagnose Gebärmutterkörperkrebs feststeht und durch die Operation das Stadium der Erkrankung bestimmt worden ist, entscheidet die Ärztin beziehungsweise der Arzt gemeinsam mit der Patientin, welche weiteren Behandlungsschritte durchgeführt werden. Mögliche Therapieformen:
- Operation zur Entfernung des vom Krebs befallenen Gewebes
- Strahlentherapie falls eine Operation nicht möglich ist bzw. um das lokale Rückfallrisiko zu senken
- Chemotherapie zur Zerstörung der im Körper verbliebenen Krebszellen
- Medikamentöse endokrine Therapie («Hormontherapie» zur Hemmung des hormonabhängigen Wachstums des Tumors)
Ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits weit fortgeschritten, werden die verschiedenen Therapieformen miteinander kombiniert.
Die Nachsorge umfasst regelmässige Kontrolluntersuchungen, um einen Rückfall des Krebs beziehungsweise Fernmetastasen rechtzeitig zu bemerken. Die Nachsorgetermine finden in den ersten drei Jahren in der Regel alle drei Monate, in den folgenden zwei Jahren alle sechs Monate und danach jährlich statt. Dieser Zeitplan gilt nur für symptomfreie Patientinnen. Die Nachuntersuchungen beinhaltet in der Regel:
- Das ärztliche Gespräch
- Die gründliche und umfassende körperliche Untersuchung
- Die Ultraschalluntersuchung von der Scheide aus sowie Ultraschall der Nieren
- Bei Beschwerden oder auffälligen Befunden können auch weitere Ultraschall- und bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden