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Es gäbe eine ganze Menge zu erzählen über die Entstehung des Bitter Diplomat CD, diesen famos gezeichneten und brilliant konstruierten Grand Tourismo. Einer der Hauptgründe dass es diesen Wagen überhaupt gibt, war jedenfalls die Unzufriedenheit seines Erbauers und Namensgebers mit einem anderen Fahrzeug namens Intermeccanica Indra. Erich Bitter, erfolgreicher Rennfahrer und Händler von Rallyezubehör importierte und vertrieb anfangs der Siebzigerjahre den Indra in Deutschland. Bitter selber war an der Konstruktion des rassigen Sportwagens mit italienischem Flair und amerikanischer V8 Motorisierung beteiligt. Leider jedoch war die Qualität der italienischen Produktionsfirma derart schlecht, dass sich Bitter dazu entschloss ein eigenes Sportcoupé zu entwerfen und dieses nach deutschen Qualitätsmassstäben fertigen zu lassen. Er entschied sich für die Karrosseriebaufirma Baur bei Stuttgart und begann, unter Mithilfe von Opel und General Motors mit der Entwicklung des Bitter CD. Die mechanische Grundlage (Chassis, Fahrwerk, Motorisierung) des sportlichen Reisecoupés war der Opel Diplomat. Eine stattliche viertürige Limousine nach amerikanischen Vorbild und das damalige Spitzenmodell der Adam Opel AG. Die Idee, italienisches Design mit zuverlässigen US-amerikanischen V8 Motoren zu vereinen war nicht neu, sondern beliebte Grundlage für etliche GT-Ikonen der Siebzigerjahre. Man denke nur an De Tomaso Pantera, Jensen Interceptor oder den Iso Grifo. Nun, der Bitter CD jedenfalls, erstmals vorgestellt auf der Frankfurter IAA im Jahre 1974, war ein Erfolg. Rund zweihundert Bestellungen konnte Erich Bitter nach der IAA verbuchen. Leider jedoch war das rassige Coupé mitten in die Ölkrise hinein geboren worden und etliche Erstbesteller annullierten daher ihre Optionen wieder. Am Ende wurden immerhin 395 Fahrzeuge hergestellt. Dieser späte Jahrgang wurde im Auftrag des damaligen deutschen Eigners 2003-2005 aufwendig und im Originalzustand restauriert. 2012 kam der Wagen in die Schweiz und wurde hier die letzten acht Jahre regelmässig bewegt und gewartet. Es liegen viele Originalbelege vor, darunter auch eine umfangreiche Fotodokumentation der Restaurierung und das Gutachten eines amtlichen Sachverständigen. Vor einigen Jahren liess der Schweizer Besitzer den Unterboden des Fahrzeugs trockeneisstrahlen und versiegeln. Somit entspricht das makellose Chassis (Erich Bitter war einer der ersten, der verzinkte Bleche verwendete) nun optisch dem Rest des Fahrzeuges. Der Fahreindruck ist absolut überzeugend und erklärt weshalb die Bitter CD bis heute Kult sind und eine glühende Verehrerschaft haben. Der drehmomentstarke V8 Motor garantiert ein üppiges Fahrgefühl und brabbelt im Leerlauf wie der Motor eines Rennbootes. Dank der direkten und spielfreien Servolenkung, die angenehme Rückmeldungen macht, lässt sich der Bitter zielgenau und agil dirigieren. Elektrische Fensterheber, sportliche Ledersitze, eine perfekt funktionierende Klimaanlage und ein bis heute überzeugendes Fahrwerk sorgen dafür, dass man sich bereits nach wenigen Kilometern in einem Auto wähnt, das genausogut aus den Nullerjahren stammen könnte. Das Styling der zeitlos schönen GT-Silhouette überzeugt zu 100 % und begeistert auch heute noch mit perfekt gewählten Proportionen. Da etliche Bitter CD in erster oder zweiter Hand überlebt haben, sind oft nur «individualisierte» Fahrzeuge zu finden, Autos also, die mehr oder weniger vom Auslieferungszustand abweichen. Nur selten taucht einer auf, der sich in einem derart guten Originalzustand befindet wie dieses fjordblaue Bijou. Neben der Tatsache, dass vieles an der Bitter Technik von General Motors oder Opel stammt, gilt es zu erwähnen, dass sich die Ersatzteillage für CD spezifische Teile ebenfalls sehr entspannt zeigt, und dem unermüdlichen Engagement des rührigen Bitter Clubs zu verdanken ist. Dem Kenner wird auffallen, dass die abgebildeten Aluräder nicht die Originalen sind. Die ursprünglichen Bitter CD Felgen von Ronal sind natürlich vorhanden und werden beim Verkauf mitgegeben.