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«Es war erst neun Uhr morgens, aber die Sonne brannte schon heiß. Die dritte Sektion der 2. Compagnie montée vom 3. Fremdenregiment hatte ein Detachement von zwanzig Mann, das aus Algerien zur Verstärkung gekommen war, von Atchana abgeholt. Die Truppe marschierte nach Gourrama zurück, einem kleinen Posten im südlichen Marokko. Grau war die Ebene und tiefe Gräben zerteilten sie. Die Ränder fielen steil ab, und es sah aus, als habe Hitze und Trockenheit die Erde auf weite Strecken gespalten. Aber im Winter flossen in den Spalten Bäche – herab von den Bergen aus rotem Stein, die fern in der Sonne flimmerten. Und im Osten, hinter ihnen, bauten sich die Schneegipfel des Hohen Atlas auf, weißblendend wie glühendes Silber, gegen den dunkelblauen Himmel.»
Die Fremdenlegion war Heimat für Heimatlose, Gestrandete, Gescheiterte, Entwurzelte und für die, die unbedingt das Abenteuer in der Fremde suchen. Sie versprach Halt in einer haltlosen Welt und die Welt war haltlos in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts.
In seinem Roman «Gourrama» beschreibt Glauser das Leben der Soldaten in einer kleinen Garnison in Marokko, am Rande der Wüste, in einer feindlichen Natur, wie er es selbst 1921 bis 1923 erlebt hatte. «Gourrama» gilt, neben «Matto regiert» als der am meisten autobiografische Roman von Glauser.
Andreas Berger hat den Roman für die Lesung eingerichtet.