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Hier kann man Lars in einem Video beim Fliegen zusehen.
Da Lars‘ linke Hand zu schwach ist, kontrollierte er bis anhin nur mit der rechten Hand seine Modellflugzeuge. Das heisst, dass die Kontrolle über das Seitenruder gar nicht und die Kontrolle über die Motorendrehzahl nur eingeschränkt möglich war (die rechte Hand lässt die rechte Konsole für kurze Zeit los und stellt die Motorendrehzahl an der linken Konsole ein, um daraufhin schnell wieder die Flugkontrolle, also Höhen- und Querruder, an der rechten Konsole zu übernehmen). Das geht, ist aber suboptimal.
Roland Linder und seine Söhne Silas und Florian haben sich in tagelanger Arbeit eine neue Konsole für die linke Hand von Lars ausgedacht, mit weiteren Flieger-Kollegen diskutiert, Prototypen gebaut, an Lars angepasst und liebevoll, wunderschön ausgearbeitet:
Rolä baute aus einer fehlerhaften Fernsteuerung des gleichen Typs, wie Lars eine hat, eine der beiden Konsolen aus und veränderte sie dermassen, dass sie mit minimalster Kraft bedient werden kann. Dann pröbelte er mit Lars zusammen solange, bis eine geeignete Hebelform gefunden wurde, die es Lars trotz eingeschränktem Bewegungsumfang (die Fingerlänge reichte nicht aus) ermöglichte, die Konsole doch noch vollumfänglich zu bedienen. Rolä benutzte selbst gemachte Filme der Fingerbewegung, um die optimale Länge und Position des Hebels zu ermitteln und letztlich aus Kork (mit einer kleinen Vertiefung) zu schnitzen. Nur mit absoluter Präzision war diese Aufgabe zu meistern.
Roland fand eine Karbonplatte, die von einer defekten Verpackungsmaschine der Firma Fokke (im 2. Weltkrieg baute diese Firma berühmte Flugzeuge) stammte, in die er unbedingt diese Konsole für Lars hineinbauen wollte. Feinsäuberlich und des schwierigen Materials zum Trotz, versenkte er die Konsole, als ob nie etwas anderes dort hinein kommen sollte.
Unterhalb der Platte wurde die Konsole durch ein Kästchen geschützt. Rolä musste sich die elektrische Technik zu eigen manchen, um eine Kabelverlängerung zu Lars‘ Fernsteuerung zu bauen und die Fernsteuerung selbst so zu verändern, dass die eingebaute Konsole deaktiviert und die neue Konsole angehängt werden konnte. Jetzt gibt es an der Aussenseite der Fernsteuerung einen Stecker, in den man entweder die neue Konsole oder die eingebaute linke Konsole, deren Kabel aus der Fernsteuerung herausragt, einklinken kann. Somit ist die Fernsteuerung mit beiden Konsolen bedienbar.
Beim ersten Test am Simulator (Phoenix 5) hat Lars sein Flugzeug nach dem Start sofort in Messerfluglage gelegt (ohne Seitenruderkontrolle ist diese Fluglage unmöglich) und bewiesen, dass die neue Konsole perfekt passt.
Sobald Lars sie fertig ausgetestet hat, werden die Linders die Konsole fertigstellen: Das Kästchen soll schwarz gespritzt werden und verchromte Schrauben sollen die Löcher der Karbonfaserplatte schmücken. Dann wird Lars seinen Jungfernflug mit beiden Händen und mit seinen richtigen Modellflugzeugen machen.
Lieber Rolä, lieber Silas und lieber Florian, wir bedanken uns vielmals für die aussergewöhnlichen Leistungen und über soviel Freundschaft und freuen uns auf viele gemeinsame (Flug-) Stunden. Vielen, vielen herzlichen Dank.
Roland „Vättu“ Linder, Lars, Florian und Silas Linder beim Feiern.