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Vor noch gar nicht so langer Zeit, lebte in einem kleinen Haus am Waldrand eine Bauernfamilie in recht kargen Verhältnissen. Sie konnten sich nicht viel leisten, aber das Bisschen, das sie hatten, teilten sie. Und auch die Tiere hatten es gut bei der Familie. Vielerorts hätte man den alten Hund vom Hof gejagt, hier durfte er aber bleiben. Sein Fell war struppig, das Gehör wurde täglich schlechter und die Haarbüschel in den Ohren trugen ihr eigenes dazu. Was niemand wusste, ausser dem Hund selbst: Er war ein Wunschhund! Egal, was man sich wünschte, der Hund brauchte es nur auf einen Zettel zu schreiben, den Zettel zu fressen und am nächsten Tag war der Wunsch erfüllt.
Eine kleine Laus lebte im Fell des Wunschhundes. Naja, klein war sie nur körperlich. Geistig hatte es Niko, so hiess der Plagegeist, faustdick hinter den Ohren! Niko wollte die Weltherrschaft erlangen! Und die Tatsache, dass er als blinder Passagier auf einem Wunschhund sass, brachte ihn näher an sein Ziel, als er es je geträumt hatte!
Niko setzte sich eines Abends, es war der 5. Dezember, hinter das Ohr des Hundes und begann, ihm seine Wünsche aufzutragen. Einen Feiertag wollte er, und Berühmt werden! Seinen Namen müsste jeder Mensch auf der Erde kennen. Und er wünschte sich Helfer, die ihm Geschenke brachten, schliesslich müsse das ganze rentieren!
Niko ereiferte sich immer mehr und der arme alte Hund … wie sollte er mit seinen Pfoten auch schnell schreiben, wenn er doch kaum einen Stift halten konnte … hörte nur die Hälfte der Worte …
Zornig vor Ungeduld schrie die Laus ihn an: “Schreib schneller, du alter Sack! Du gehst mir derart auf die Nüsse! Ist deine Birne weich?! Mach endlich die Liste mit meinen Wünschen!”
Er tobte und stampfte. Der Wunschhund seinerseits schrieb so schnell er konnte. Und was er eben hörte. Zwischendurch legte er den Bleistift hin, kratzte sich am Kopf und dachte nach. Doch, er hatte alles richtig verstanden. Gemächlich schrieb er weiter.
Eine kleine Unachtsamkeit und Niko fiel in hohem Bogen vom Hund herunter, als sich dieser erneut hinter dem Ohr kratzte. Er landete auf dem Zettel mit seinen Wünschen. Dort konnte er in zittriger Schrift lesen: alle kennen Niko Laus, Rentier, Geschenke, alter Sack, Nüsse, weiche Birnen …
Der Wunschhund hörte keine Stimmen mehr, frass den Zettel auf und am nächsten Tag waren die Wünsche erfüllt!
Und einzig dieser dummen Laus ist es zu verdanken, dass der Nikolaus Nüsse und Birnen bringt! Danke Niko, hättest dir auch etwas anderes wünschen können!
Und die Moral von der Geschichte: Manchmal ist am Kopf kratzen und nachdenken gar nicht so verkehrt!