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Chinas Kreditblase in 8 Charts
Beginnen wir mit einer hübschen Zahl: 15’000’000’000’000 Dollar.
Das ist, gerundet, das Ausmass des Kreditvolumens, das in der Volksrepublik China im Verlauf der vergangenen fünf Jahre geschöpft wurde. So viel an neuen Schulden haben sich der Zentralstaat, Regional- und Lokalregierungen, staatlich kontrollierte Unternehmen, private Haushalte sowie private Unternehmen auf ihre Bilanz geladen.
Gemäss der Ratingagentur Fitch handelt es sich dabei um den massivsten Schuldenaufbau aller Zeiten.
Gegenwärtig beläuft sich der kumulierte Schuldenstand in der chinesischen Wirtschaft auf rund 240 Prozent des BIP.
Ist das schlimm?
Möglicherweise ja.
Wie die Wirtschaftsgeschichte wieder und wieder gezeigt hat, ist es enorm gefährlich, wenn das Kreditvolumen in einem Land explodiert und über längere Zeit deutlich schneller wächst als die Wirtschaftsleistung. Egal, welchen Crash man sich anschaut: 1929 in den USA, die Lateinamerika-Krisen in den Achtzigerjahren, 1990 in Japan, die Immobiliencrashes in der Schweiz, Schweden oder Kanada in den frühen Neunzigerjahren, die Asienkrise 1997/98, die Immobiliencrashes in den USA, Spanien und Irland 2007: Immer war in den betreffenden Ländern vor dem Absturz eine massive Ausweitung des Kreditvolumens sowie eine Abkoppelung desselben vom Wirtschaftswachstum zu beobachten (wen’s interessiert: hier mehr zum Wesen des Kreditzyklus).
Das leuchtet ein: In Boomzeiten werden alle Marktakteure, sowohl die Kreditgeber wie auch die Kreditnehmer, risikofreudiger. Banken vergeben freimütig Kredite, die Qualität der Schuldner wird weniger beachtet. Mit der Zeit werden in diesem Prozess immer mehr Projekte mit Schulden finanziert – Hauskäufe, Prestigebauten, etc. -, bei denen es fraglich ist, ob die dahinter stehenden Gläubiger jemals in der Lage sein werden, die Schulden zurückzuzahlen.
Bloss kümmert das während des Booms niemanden.
Keiner hat diesen Prozess der Kreditausdehnung und der Verschlechterung der Kreditqualität je besser beschrieben als der US-Ökonom Hyman Minsky (1919-1996).
Er zeigte in seinen Arbeiten auf, wie sich das Kreditsystem in einer Volkswirtschaft von einem zunächst stabilen Zustand in einem spekulativen Exzess immer weiter aufbäumt, bis es höchst instabil wird und irgendwann kollabiert.
Wir verzichten hier auf die Details, doch wer mehr über Minsky und seine Hypothese der finanziellen Instabilität erfahren will, findet eine eingehende Auseinandersetzung dazu in diesem Beitrag.
Der Übergang vom Kreditboom zum Absturz wird gemeinhin «Minsky Moment» genannt, und er kündet sich oft mit kleinen Vorbeben an. Einiges deutet darauf hin, dass genau das in China gegennwärtig geschieht. Vor gut zwei Wochen kam es zum ersten Kreditausfall, als der Solarzellenhersteller Shanghai Chaori Solar seine fälligen Zinsen nicht bezahlen konnte (hier mehr dazu). Aktuell geht das Gerücht um, ein Immobilienentwickler sowie ein Stahlhersteller stünden ebenfalls vor der Pleite (hier mehr dazu).
Schauen wir uns die Situation in China also etwas genauer an, und zwar in Form von 8 Charts.
Hier der Erste (Quelle: CLSA Asia-Pacific Markets):
Diese Grafik zeigt das chinesische Dilemma sehr eindrücklich: Die olivgrüne, perforierte Kurve zeigt das nominelle BIP-Wachstum (jeweils quartalsweise, jährliche Veränderung in Prozent). Die dunkelblaue Kurve zeigt das Wachstum der Bankkredite (in Prozent), und die blassblaue Kurve das Wachstum des so genannten «social financing». Dabei handelt es sich um eine Berechnung der chinesischen Zentralbank, die nebst den «normalen» Bankkrediten auch alle anderen Arten der Kreditschöpfung im Finanzsystem, etwa Emissionen von Anleihen, umfasst.
Es ist deutlich zu erkennen, wie das BIP-Wachstum im Winter 2008/09 absackt, als die westlichen Industrienationen nach dem Kollaps von Lehman Brothers von der Finanzkrise durchgeschüttelt wurden: Die Exporte Chinas nach Europa und in die USA brachen ein. Um diesen Einbruch abzufedern, beschloss die Zentralregierung in Peking umgehend ein massives Stimulusprogramm, das mehr als 500 Milliarden Dollar in inländische Infrastruktur-Bauten leitete.
Die staatlich kontrollierten Banken wurden von Peking angewiesen, ihre Kreditschleusen weit zu öffnen. Genau das ist im abgebildeten Chart zu sehen: Die Kreditvergabe weitete sich im Jahr 2009 um rund 35 Prozent aus. Vor allem: Mit jährlichen Zuwachsraten von 20 Prozent und mehr (blassblaue Kurve) blieb die Kreditschöpfung seither stets markant über dem nominellen BIP-Wachstum.
Das bedeutet, mit anderen Worten: Jeder Renminbi an BIP-Wachstum in China musste mit immer mehr Renminbis an neu geschaffenen Schulden erkauft werden.
Die nächste Grafik zeigt, welchen Effekt diese Kreditschöpfung in den Bilanzen der Banken hatte (Quelle: Zero Hedge):
Die Skalen sind leider etwas schwierig zu entziffern, aber die horizontale Achse bildet die Zeit seit September 2008 (als Lehman kollabierte) ab, und die vertikale Achse zeigt die Summe der kumulierten Bankbilanzen in Milliarden Dollar. Die blaue Kurve zeigt die chinesischen Banken, die rote Kurve steht für die amerikanischen Banken.
Im abgebildeten Zeitraum von fünf Jahren haben die chinesischen Banken ihre Bilanzsumme kumuliert um mehr als 15 Billionen Dollar (15’000’000’000’000) oder 140 Prozent des chinesischen BIP aufgebläht. Die amerikanischen Banken haben ihre Bilanzen im selben Zeitraum «nur» um 2,1 Billionen Dollar ausgedehnt.
Die chinesischen Banken haben innert kürzester Zeit eine enorme Summe an Kredit geschöpft. Und das ist nur der offizielle Teil; die Kreditschöpfung des Schattenbankensystems ist darin nicht enthalten.
Die nächste Grafik zeigt, wohin alle diese Kredite geflossen sind (Quelle: Morgan Stanley):
Der orange Teil der Balken steht für die privaten Haushalte, hellblau sind die kleinen Unternehmen, grün die mittelgrossen und grossen Unternehmen, gelb sind Lokalregierungen und dunkelblau der Zentralstaat.
Seit 2008 hat sich die Gesamtsumme aller Schulden, die auf der chinesischen Wirtschaft lastet, von 155,3 auf aktuell deutlich über 240 Prozent des BIP ausgeweitet (die Daten in der Grafik reichen nur bis Mitte 2013).
Alle Nachfragegruppen haben ihre Verschuldung ausgedehnt, doch in absoluten Zahlen der grösste Zuwachs fiel im chinesischen Unternehmenssektor an (hellblau und grün).
Das ist nicht trivial, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: Morgan Stanley):
Die Schulden auf den Bilanzen der chinesischen Unternehmen belaufen sich auf über 150 Prozent des BIP. Das ist deutlich mehr als in jeder anderen namhaften Volkswirtschaft, wie die Analysten von Morgan Stanley berechnet haben.
Hier noch eine andere Darstellung, die den Schuldenaufbau in der chinesischen Wirtschaft zeigt (Quelle: Morgan Stanley):
Dunkelblau sind Bankkredite, hellblau sind über den Kapitalmarkt ausgegebene Anleihen. (Der blass gefärbte Teil im rechten Teil der Grafik zeigt, wie sich die Verschuldung über die kommenden Jahre entwickeln würde, wenn sich die Kreditschöpfung mit der gleichen Wachstumsrate wie bisher ausdehnt. Das ist für unsere Betrachtung allerdings sekundär.)
Wichtiger ist der graue Bereich der Balken: Er gibt eine Schätzung über den Umfang des Schattenbankensystems – also Kredite, die nicht über regulierte Banken oder über Bond-Emissionen geschöpft wurden. Je nach Schätzung läuft etwa ein Viertel der Finanzierung in der chinesischen Wirtschaft über das Schattenbankensystem.
Eine beliebte Finanzierungsquelle aus dem Schattenbankensystem sind in den vergangenen Jahren so genannte Wealth Management Products (WMP) oder Trust-Produkte geworden. Dabe handelt es sich um Kredite, die an Unternehmen oder Lokalregierungen gewährt wurden, und die dann in kleinen Stückelungen – nicht selten attraktiv verzinst – an private Anleger verkauft werden. Für die chinesischen Privatinvestoren war das in den vergangenen Jahren ein Weg, um etwas mehr Rendite zu erhalten als auf dem Sparkonto.
Bloss: Wie üblich, wenn zuviel renditehungriges Geld im Wirtschaftskreislauf ist, erhalten auch Schuldner von zweifelhafter Qualität freizügig Kredit. Im Januar zitterte das chinesische Finanzsystem, weil ein bankrotter Kohleförderer aus der Provinz Shanxi nicht in der Lage war, einen über WMT gestreuten Kredit von umgerechnet 500 Millionen Dollar zurückzuzahlen (hier mehr dazu).
In letzter Minute kam es damals zu einer staatlich orchestrierten Rettungsaktion, doch es dürfte bei weitem nicht der letzte WMP-Kredit gewesen sein, der vom Schuldner nicht zurückbezahlt werden kann. Wie die folgende Grafik zeigt, werden im laufenden Jahr riesige Mengen an Trust-Produkten zur Rückzahlung fällig (Quelle: Morgan Stanley):
Die blauen Balken zeigen die Menge an Trust-Produkten, die pro Quartal zur Rückzahlung fällig werden. Allein im dritten Quartal 2014 werden rund 230 Milliarden Renminbi fällig – das sind umgerechnet rund 37 Milliarden Dollar.
Soweit die Bestandesaufnahme.
Die wohl grösste Frage im Lebenszyklus einer Kreditblase betrifft den Zeitpunkt, wann es zum berüchtigten Minsky-Moment kommt. Wann ist das Finanzsystem derart instabil geworden und dermassen mit faulen Krediten durchsetzt, dass das Kartenhaus zusammenfällt?
Oft ist im Rückblick kein eindeutiger Auslöser zu identifizieren. So kann beispielsweise nicht bestimmt werden, was im Oktober 1929 in New York den grossen Crash auslöste, oder welches Ereignis im Jahr 2007 die Immobilienblase in den USA platzen liess.
Hyman Minsky schrieb, dass der häufigste Grund für eine Trendwende im Kreditzyklus die Notenbank ist, die mit einer restriktiveren Geldpolitik versucht, die Euphorie einzudämmen.
Genau das ist in China seit dem Frühsommer 2013 geschehen. Die People’s Bank of China wurde behutsam restriktiver, und seither ist das Zinsniveau in der chinesischen Wirtschaft stetig gestiegen, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: Morgan Stanley):
Die dunkelblaue Kurve zeigt den kurzfristigen Zinssatz (7-Tages-Repo), die blaue perforierte Kurve das Zinsniveau für Bond-Schuldner mit dem Rating AA (1 Jahr), und die graue perforierte Kurve zeigt das Zinsniveau von Wealth Management Produkten, die von Banken ausgegeben werden. Alle Zinssätze sind seit Mitte 2013 gestiegen, als es zum ersten Mal zu einer Schockwelle im chinesischen Finanzsektor kam (hier mehr dazu).
Ein letztes Indiz für eine mögliche Trendwende im chinesischen Kreditzyklus liefert der Immobilienmarkt. Im Grunde ist die Sache simpel: Solange die Häuserpreise immer weiter steigen, sind auch Immobilienkredite nicht gefährdet.
Im landesweiten Mittel sind die Immobilienpreise in China im vergangenen Jahr allerdings kaum mehr gestiegen. Und auch in den vier wichtigsten Ballungszentren, Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen, könnte allmählich Luft aus der Preisblase weichen, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: CLSA Asia-Pacific Markets):
Die Kurven zeigen die jährliche prozentuale Preisveränderung für Wohnimmobilien in den genannten vier Städten. Im Jahr 2013 kam es abermals zu einem enormen Preisanstieg von über 20 Prozent, doch im Januar 2014 hat sich das Preiswachstum auf rund 18% reduziert. Das ist noch nicht viel, aber wie gesagt: es geht hier darum, eine mögliche Trendwende in der Kreditdynamik frühzeitig zu erkennen.
Die kommenden Monate werden spannend in China. Häufen sich die Kreditausfälle von Unternehmen, die ihre Schulden nicht zurückzahlen können? Kommt es im Schattenbankensystem, wozu auch die Wealth Management Produkte gehören, zu einer Welle von Defaults?
Wir wissen es nicht. Doch die Signale sind da. Angesichts der kolossalen Kreditschöpfung in den vergangenen fünf Jahren – Sie erinnern sich an die Summe: 15’000’000’000’000 Dollar – liegt die Vermutung sehr nah, dass ein beträchtlicher Teil dieser Kredite in Projekte floss, die unnütz sind respektive die künftig nicht genügend Cash-flow erwirtschaften werden, um die Zinsen zu bezahlen und die Schulden dereinst zu begleichen.
Oft ist das Argument zu hören, in China könne ein Kollaps wie in Japan 1990 oder in den USA 1929 und 2008 nicht geschehen, weil die Zentralregierung rechtzeitig rettend einspringe. Das mag stimmen – auch hier: wir wissen es nicht -, doch das Argument verkennt einen zentralen Aspekt von Kreditblasen: Die volkswirtschaftlichen Schäden entstehen während der Boomphase, wenn in enormem Ausmass Kapitalressourcen verschwendet werden und Geld in unnütze Projekte fliesst. Die Schäden werden einfach erst in Abschwung sichtbar, wenn zahlreiche Schuldner zahlungsunfähig werden und die Gläubiger ihre Forderungen verlieren.
Das gilt auch für China heute. Der Schaden ist bereits entstanden.
Es ist bloss noch nicht sichtbar, auf wessen Bilanz die horrenden Kreditverluste dereinst abgeschrieben werden müssen.
Hier zum Wochenende noch drei Links in eigener Sache:
- Hier ein Interview mit dem Value-Investor James Montier, in dem er erklärt, weshalb er weltweit keine günstig bewerteten Aktien mehr findet.
- Der Konflikt um die Krim ist bloss eine kleine Episode mehr in der langen Geschichte europäischer Grenzziehungen. Hier ein faszinierendes Video, das 1000 Jahre europäische Staatengeschichte im dreiminütigen Zeitraffer zeigt.
- Um die Eurokrise ist es ruhig geworden. An den Bondmärkten sind die Zinsen, die Spanien oder Italien für ihre Anleihen bezahlen müssen, auf das Niveau von vor der Krise gefallen. Der belgische, an der London School of Economics lehrende Ökonom Paul De Grauwe ist überzeugt, dass diese Ruhe nur temporär ist. In diesem sehr lesenswerten Interview, das meine Kollegen Tina Haldner und Tommaso Manzin mit ihm geführt haben, sagt De Grauwe, die europäischen Politiker würden ihre Augen vor der Realität verschliessen. Um zu überleben, brauche die Währungsunion eine Fiskalunion, sagt er.
70 Kommentare zu «Chinas Kreditblase in 8 Charts»
Hihi¨hi jetzt haben sich schon die nigerianischen (oder sonstwo aus Afrika) Darlehensbetrüger in unserem Oekonomen-Blogg eingeschlichen —- das Betrugsniveau auf NMTM nähert sich langsam dem richtigen Betrugsniveau in der realen Wirtschaftwelt an! 🙂
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No chance Harry — vertmutlich wollen Sie ja Vorschüsse für Anwälte, Bestechungengelder, Provision usw blabla, damit der Kredit genehmigt wird — vermutlich keiner hier im Forum ist so blöd und gierig wie Sie es gerne hätten um auf diese Schlangenfängertricks reinzufallen!
Schalten Sie doch mal ein Inserat in der „Schweizerzeit“ – vermutlich haben Sie dort mehr Erfolg!!
Hallo Jungs von NMTM: Habt ihr das Kreditangebot von Harry wieder gelöscht? Gut so — diesen miesen Betrügern darf man hier keine Plattform geben!
Die chinesische Kultur und die Gesellschaft verlangen von einem jungen und frisch verheirateten Ehepaar, dass es eine Eigentumswohnung besitzen muss. Dies soll der Start für ein glückliches Leben sein. Der Staat hat zur Eindämmung der Immobilien-Blase vor wenigen Monaten eine zusätzliche (!) Gebühr in Höhe von 200 Tausend Yuan für den Kauf einer Eigentumswohnung veranschlagt. Den Chinesen ist aber ihre Kultur und die Gesellschaft wichtiger. Deshalb scheren sie sich einen Teufel um ökonomische Gesetze und kaufmännische Grundsätze. Sie kaufen weiterhin Eigentumswohnungen, egal wie hoch sie sich dabei verschulden. Wer mag, darf dieses Beispiel aus dem wahren Leben in China gerne auf diesen Artikel hier ummünzen. Es dient der besseren Verständlichkeit….
@seppetoni: Nochmal zu „langfristige Nachhaltigkeit“
Als ich zwei Monate in Eritrea verbrachte, hielt der erste und einzige Präsident dieses Landes seit der Abspaltung von Äthiopien eine Rede am Fernsehen zur Lager der Nation, faselte von langfristigen Strategien usw.
Ich habe gedacht, Du Loch, Deine Bevölkerung krepiert heute mangels Zugang zu sauberem Wasser, ausreichender Nahrung und elementarster medizinischer Versorgung wie steriles Verbandsmaterial (Ein Kaptn eines saudischen Frachters hat mir geholfen, meine Vorräte auf zufüllen, kaufen konnte ich auch mit Geld nirgendwo). Wer mit dem Rücken zur Wand steht, hat keinen Platz für „nachhaltige Langfristigkeit“ und in China oder Vietnam stehen zwar viel weniger als in Eritrea, aber noch immer viele Leute mit dem Rücken zur Wand.
„Langfristige Nachhaltigkeit“ ist aus menschlicher Sicht ein Problem, dass man sich zuerst leisten können muss, sitzen die Fliegen auf einer offenen Wunde und der Bauch schreit nach Nahrung, ist „langfristige Nachhaltigkeit“ einzuverlangen, blanker Zynismus.
Ich frag mich die ganze Zeit, ob „langfristige Nachhaltigkeit“ ein leonasmus oder eine contradictio ad jecto ist:
Nachhaltig ist auf alle Fälle nicht kurz- oder mittelfristig, also Pleonasmus (Duden: längere Zeit anhaltende Wirkung)
Aber Nachhaltig verstehe ich wörtlich eng als ewig, langfristig ist weniger als ewig, also contradictio ad jecto.
Nachhaltigkeit, das Substantiv, sagt alleine alles, langfristig als Adjektiv vermag das Substantiv nicht mehr zu beschreiben, als es das Substantiv bereits aus sich sagt.
Es gibt Leute, deren Intelligenz sich nicht in Sprache ausdrückt: Diese spielen Instrumente und schreiben Musik, malen Bilder, entwickeln mathematische Formeln oder bringen Menschen zum Lachen.
Dasselbe grundlegende Problem wie Moral, die kann man sich auch nur mit vollem Magen leisten.
Das mit der „ewigen“ Nachhaltigkeit sehen Sie mMn zu eng, was ist schon ewig?
Rocky Horror Picture Show:
„Crawling on the planets face
some inescts, called the human race
lost in time, lost in space
and meaning.
Also Pleonasmus, habe ja nur nach Alternativen gesucht.
Ich muss mich nicht bemühen, sondern kann einzig ein paar Worte wiederholen hier.
“No one should expect that any logical argument or any experience could ever shake the almost religious fervor of those who believe in salvation through spending and credit expansion.”
@J.A.
Erlaube mir, eigenmächtig zu alternieren:
“No one should expect that any logical argument or any experience could ever shake the almost religious fervor of those…“ who would inflict pain on everybody (but themselves) in order to upheld their perceived „truth“ –
—
Dies trifft ausgezeichnet auf die heutigen Bürokraten zu.
..oder vielleicht auch auf „Austerians“ ähem „Austrians“ —
Jeden Tag sehen wir, wie dieser Mann diesen Raum betritt und weitere Dominosteine positioniert. Bald bemerken wir ein offenes Fenster, durch welches der Wind bläst, wobei manch ein Windstoss stark genug erscheint, einen Dominostein zu stürzen, wenn er diesen nur im richtigen Winkel trifft. Jedoch Tag für Tag kommt der Mann herein und stellt weitere Dominosteine auf, während man den Wind blasen hört. Jetzt erkennen wir einen zusätzlichen Umstand, nämlich, dass kleine Kinder im gleichen Raum spielen und herumrennen und offensichtlich sich nicht der aufgestellten Dominosteine bewusst sind. Es handelt sich um einen weitläufigen Raum und die Kinder spielen in einem anderen Teil des Raumes, aber sie rennen, springen und jagen sich gegenseitig, sodass es sich einzig um eine Frage der Zeit handelt, bevor sie auf einen der Dominosteine treten und damit einen Domino-Effekt in Gang setzen dürften.
Trotzdem kommt der Mann jeden Tag in den Raum und fügt weitere Dominosteine zu, manche nun näher am offenen Fenster und manche näher bei den spielenden Kinder. Ist es in dieser Situation nicht vernünftig davor zu warnen, dass wenn auch vielleicht nicht alle, eine Anzahl der Dominosteine mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fallen dürften. Wir können den Zeitpunkt nicht voraussagen, weil es zu Komplex ist, zu verstehen, wann genau die Kinder nahe genug spielen oder wann genau ein Windstoss einen Dominostein genau richtig und mit genügender Stärke trifft um eine Kettenreaktion zu starten, aber wir sehen die zunehmende Gefahr vor unseren Augen sich weiter zu entwickeln.
Die Warnung vor dieser Gefahr ist wichtig. Die Zurückweisung einer solchen Warnung, weil noch kein Dominostein gefallen ist oder weil wir keinen genauen Zeitpunkt und die genaue Zahl von fallenden Steinen voraussagen können, ist absurd.
Sorry, der Anfang kommt hier:
Überlegen Sie sich ein gedankliches Experiment, in welchem ein Mann unzählige Dominosteine aufstellt, welche nahe genug zueinander stehen, dass wenn einer fällt, sich ein Domino-Effekt einstellen dürfte, womit andere Dominosteine in Mitleidenschaft gezogen würden.
@Josef Anton: Es ist bestimmt besser, Backsteine anstelle von Dominosteinen zu verwenden.
ja malko, dies mag besser halten. Aber es geht um ein Prinzip, welches ich verständlich machen will…….
Das heisst natürlich nicht, dass jeder dies versteht oder verstehen kann.
Genau, „seepetoni“, der Mann sollte die KInder erschiessen, um seine Dominosteine vor dem umfallen zu bewahren, weil er hat diese so aufgestellt, dass sie so schön dastehen.
Meine Einstellung ist fatalistisch für den Krug, Ihre Einstellung ist fatalistisch für die Menschen.
Auch ich möchte mich jenen anschliessen, welche dem Autor ein Lob erteilen. Herr Dittli, Sie haben die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge gut verständlich darzustellen. Gratulation.
Wo sind eigentlich die Ökonomen (resp. econometrician) geblieben, welche ansonsten gerne mit abgehobenen Kommentaren uns zu belehren versuchen? Vermeiden sie diesen Blog oder geben sie sich nicht zu erkennen? Andererseits, wer kann es jemandem übelnehmen, wenn er sich nicht blamieren will.
„Herzstück der Hicks’schen Interpretation der General Theory war das IS/LM-Modell, das den Markt für Güter und den Markt für Geld im Gleichgewicht darstellt. In diesem Modell ist Geld eine neutrale Grösse, es entsteht exogen, durch die Entscheide der Zentralbank.“ (Link)
„In Boomzeiten werden alle Marktakteure, sowohl die Kreditgeber wie auch die Kreditnehmer, risikofreudiger. Banken vergeben freimütig Kredite, die Qualität der Schuldner wird weniger beachtet.“
Immer und überall wird der künstliche Boom auf das anscheinend fragwürdige Verhalten der Marktakteure zurückgeführt und daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass der Markt instabil ist und deshalb nach staatlichen Eingriffen ruft. Dass ein Markt zu einem gewissen Grade instabil ist und immer wiederkehrenden Zyklen unterworfen ist, in welchen Fehlentwicklung wieder bereinigt werden, ist zur Erreichung der langfristiger Nachhaltigkeit des Systems wünschenswert und notwendig. Jedoch die Vermeidung dieser Instabilität während den letzten 40 Jahren führte zu den heutigen massiven Ungleichgewichten, welche jetzt das gesamte System bedrohen.
Die Frage ist nun, ist Geld wirklich neutral, wenn es durch die Zentralbanken manipuliert und einer langfristigen Entwertung unterworfen wird? Keineswegs, sondern es hat auf das Verhalten der Marktakteure einen Einfluss, welches jedoch nicht mit Marktversagen zu verwechseln ist, sondern dessen Grund in der Manipulation des Preises für Geld liegt, welche immer wieder versuchte, leicht verdauliche Korrekturen, welche der langfristigen Nachhaltigkeit des Systems zuträglich gewesen wären, zu verhindern. Heute versuchen die Zentralbanken zu erklären, dass es nicht möglich sei, den Herdentrieb und das Verhalten der Marktakteure zu beeinflussen und versuchen damit, ihre eigenen Fehler zu vertuschen, denn sie selber sind aufgrund der Manipulation der Zinsen die Hauptschuldigen in dieser Angelegenheit, da sie, sowie die von der ökonomischen Lehre beeinflussten Regierungen eine fehlerhafte Doktrin adoptierten.
Hier einige Aussagen von Mises zu dieser Situation:
„If the credit expansion is not stopped in time, the boom turns into the crack-up boom; the flight into real values begins, and the whole monetary system founders.“
„No one should expect that any logical argument or any experience could ever shake the almost religious fervor of those who believe in salvation through spending and credit expansion.“
„The essence of a credit-expansion boom is not overinvestment, but investment in wrong lines, i.e., malinvestment.“
„The final outcome of the credit expansion is general impoverishment.“
Hier ist ein lesenswerter Artikel, welcher diese Angelegenheit aus einem weiteren Blickwinkel beleuchtet.
http://www.thedailybell.com/news-analysis/35131/With-New-Study-BOE-Tries-to-Revive-Occupy-Wall-Street/
„Jedoch die Vermeidung dieser Instabilität während den letzten 40 Jahren führte zu den heutigen massiven Ungleichgewichten, welche jetzt das gesamte System bedrohen.“
Dies, und alles andere, was Sie schreiben, können Sie auch schreiben, wenn aus den 15 Billionen 15 Trilliarden wurden, Sie machen dann einfach 60 Jahre aus den 40.
Hebe schon ml geschrieben, platzt die Blase, dann dieses Jahr, auf Grund des asiatischen Aberglaubens (Jahr des Pferdes), aber ich rechne damit, dass die chinesischen Autoritäten dies zu verhindern wissen, genau wie sie mit diesen Überinvestitionen den Einbruch auf Grund der rückläufigen ausländischen Investitionen und des allenfalls geringen Exportwachsums auf Grund der Finanzkrise zu verhindern wusste. Die Verantwortlichkeit der chinesischen Autoritäten ist unbeschränkt bis zur Sippenhaftung.
„Autoritäten dies zu verhindern wissen“
Es gibt in der Geschichte unzählige Beispiele dazu, wo „Autoritäten“ glaubten, dass ökonomische Gesetze ausser Kraft gesetzt werden können. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind nicht sehr erbaulich.
Zum Thema Sippenhaft, schaue doch Mal nach wieviele hohe Parteifunktionäre ihre Familien ins Ausland geschafft haben, warum kaufen Sie sich wo sie nur können ausländische Staatsbürgerschaften durch Investitionen?
Es grenzt aus meiner Sicht an Wahnsinn dass man diejenigen, die diese unvorstellbare Blase zugelassen haben, nun zutraut es wieder zu richten.
Ich halte es für dumm, die chinesischen Autoritäten für dumm zu halten.
Aber wir werden sehen, solange es weiter geht, geben mir die Fakten recht, platzt die Blase, geben die Fakten Euch recht.
Das Risiko eines Systemkollaps besteht von der „Geburt“ des Systems, bis zu dessen Kollaps. Es ist einfach zu sagen, ein System werde kollabieren, schwierig ist zu sagen, wann und warum.
Vietnam hat eine sehr ähnliche Blase, jedoch kaum Währungsreserven.
Eine Möglichkeit, das Platzen der Blase zu verhindern, dafür zu sorgen, dass die Blase sich auffüllt mit neuer Nachfrage, wäre die Öffnung des Immobilienmarktes für Ausländer.
Selbst die chinesischen Autoritäten ohne Währungsreserven haben Handlungsoptionen, die sie durchsetzen können durch die gesamte Volkswirtschaft, und zwar inklusive der öffentlichen Meinung dazu.. Da gelten andere oekonomischen Gesetze, davon bin ich überzeugt.
@Ahn Toan: „Ich halte es für dumm, die chinesischen Autoritäten für dumm zu halten.“
Dem kann ich mich zu 100% anschliessen!
Das bedeutet ja nicht, dass die chinesische Regierung keine Fehler macht. Wie ich aber schon mehrmals schrieb: Es ist der grösste Fehler, China nur aus westlichen Augen zu betrachten. Wo die ökonomischen Ansichten im Westen hingeführt haben, sieht man ja an den Schuldenbergen und die gleichen Weisheiten werden ohne Einsicht weiter verbreitet und es ändert sich nichts.
Eine direkte Demokratie hat viele Vorteile, verhindert aber manchmal aber auch konkrete Massnahmen. Das ist hier in China anders. Werden Fehler bemerkt, dann werden die knallhart und sehr schnell korrigiert. Ich bin sicher, dass China Korrekturen vornehmen wird. Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen….
Maiko: Ich halte die chinesischen Autoritäten nicht für dumm, aber ich habe das Gefühl, dass sie überfordert sind mit den Gesamtsystemrisiken, Bewerttungsproblematiken, die solch enorme Verschuldungen mit sich führen.
In Amiland wurde ja auch möglichst lange beschwichtigt – bis zum August 2007 als sich die Banken erstmals kein Geld mehr leihen wollten und die Zentralbanken erstmals seit Jahren wieder eingreifen mussten.
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Die Einzelrisiken vielleicht noch so halbwegs vordergründig im Griff, aber das Gesamtrisiko nicht mehr — glaube nicht, dass die KP wirklich fähig ist das Gesamtsystemrisiko richtig einzuschätzen und die geeignetsten Schritte zu unternehmen! Da wird doch auch verschleiert, getrickst usw…bis es eines Tages nicht mehr geht, oder?
Da gelten andere oekonomischen Gesetze, davon bin ich überzeugt.
Dies glaubten viele andere in der Vergangenheit. Wohin dies führt, sollte ebenfalls bekannt sein.
@Marcel: Chinesen dürfen nicht das Gesicht verlieren. Eine alt bekannte und simple Weisheit, die aber im Westen meist nicht mal ansatzweise verstanden wird. Deshalb wird Peking nicht öffentlich hin stehen und Fehler zugeben. Der Problematik sind sie sich aber sehr wohl bewusst.
Die chinesische Kultur ist stärker als der reine und nur schrittweise und unter staatlicher Kontrolle eingeführte Kapitalismus, weshalb sie auch mit diesem etwas kollidiert. Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort. Sinngemäss lautet dieses wie folgt: „Weht ein starker Wind, dann verstecken sich die einen hinter einem Schutz und die anderen bauen Windmühlen“.
@Oleg Rade: „Familie ins Ausland“
Meine Erfahrung in Vietnam führt zu folgendem aktuellen Wissenstand: Keineswegs ist weder die gesamte Verwaltung, noch die obersten Autoritäten massiv korrupt wie z.B in vielen Ländern Afrikas. Viele glauben an dieses System, an dessen Verbesserungsfähigkeiten, an dessen durchaus vorhandenen Kritikmöglichkeiten, innerhalb des politischen Systems, halt nur innerhalb einer einzigen Partei, aber da ist Kritik durchaus erwünscht und „hochgradige Korruption“ wird bekämpft. „Korruption tiefen Grades“ nenne ich, das verbreitete in die eigene Tasche lenken einen Teils der das Plansoll übersteigenden Erträge. Deswegen werden die Entscheide inhaltlich aber nicht beeinflusst. Der persönliche Vorteil hilft „nur“, dass ein Entscheid getroffen wird, nicht welcher Entscheid. (Der Fernsehanbieter wollte 1USD, den er nicht quittieren will, habe gesagt, ich zahle auch 100, wenn diese ordentlich quittiert werden, jetzt habe ich noch immer keinen Anschluss, aber ist mir etwas wichtig, zahle ich halt und denke, die sind ohnehin unterbezahlt, müssen irgendwie einen Zuschuss verdienen.
@seppetoni: „langfristige Nachhaltigkeit“ „System bedrohen“
Wenn der Krug zum Brunnen ging, bis er brach, war er für uns nützlicher, als wenn wir ihm im sichersten Ort des Hauses vor dem Brechen geschützt hätten.
Dieses Argument kennen wir zu genüge. Nach mir die Sintflut, was kümmern mich meine Nachfahren, mir soll es heute und jetzt gut gehen, gesellschaftliche Verwerfungen (Kriege, Aufstände etc.) brechen wie ein Sturm ursachenlos (wobei ein Anlass als Ursache deklariert werden dürfte) über uns her und niemand ist für die dazu geführte Entwicklung verantwortlich. Solch fatalistische Einstellungen sind verständlich in der heutigen Umgebung einer infantilisierten Gesellschaft, aber zeugen von tiefem Verantwortungsgefühl und Unreife.
Hallo,
Ich bin über ein Tweet von George Magnus auf diesen Beitrag gestossen, sehr interessant dass es deutschsprachige Blogs gibt die sich mit dem Thema beschäftigen, auch wenn das hier lediglich eine Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen darstellt.
Der Autor vergisst jedoch ein wichtiges Detail bei der ganzen Debt/GDP Debatte, während das Debt Teil ausführliche besprochen wurde stellt dass GDP ein Black Box dar, wenn man sich alleine schon den GDP Deflator anschaut (beispiel siehe Paper von Prof Christopher Balding baldingsworld.com) so ist das chinesische GDP alleine schon durch Fehlberechnung der Inflation mindestens 10% zu hoch angesetzt, wenn man sich nur weitere Unstimmigkeiten anschaut, die wir nicht überprüfen können, so wäre auch hier noch Mal mindestens eine Margin of safety von 10% des GDP Abzug nicht verkehrt, wenn das GDP also 20% niedriger wäre als offiziell Angegeben, wäre das Debt/GDP jetzt um 300%, damit wäre China aus meiner über das Point of no Return ab der kein soft landing mehr möglich ist.
Wenn man sich außerdem anschaut dass der Anteil der Investitionen bei unvorstellbaren 53% des BIP liegt, erkennt man das mittlerweile die gesamte Wirtschaft auf die Blase ausgerichtet ist, China verbraucht 65% des weltweiten Zements und 55% des Stahls.
Aus meiner Sicht ist das chinesische Finanzsystem wie ein Raum voller Sprengstoff in dem sich 2 Mal pro Woche der örtliche Raucherklub trifft, und jeden Tag kommen weitere Kisten Sprengstoff dazu. Die Frage ist nicht mehr ob sondern wann.
Rade: Wenn man den Link von Maiko Laugun liest (um 20h38 s. oben)
http://www.businessspectator.com.au/article/2014/3/21/china/does-china-over-invest-and-under-spend
dann sieht alles wieder etwas anders aus.
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Das Hauptproblem in China ist definitiv die Transparenz und die Plausibiliät der Zahlen – welchen Zahlen kann man trauen und welchen nicht? Ist das Pulver in den Sprengstoffkisten trocken und hochexplosiv oder ist es feucht und der Raucherclub kann ihm nicht viel anhaben?
Zitat:
„Chinese investment as a share of GDP is about 47 per cent and the average for the developed world is 20 per cent. Again, if Cai’s estimate is correct, China’s investment level is more aligned with the historical peaks in Japan and Korea.“
2013 ist 53%, 43% wären immernoch ein unglaublich Hohe die sonst nur auf dem Höhepunkt der Immobilienblasen erreicht wurde, siehe Referenz zu „Peaks in Japan and Korea“
http://av.r.ftdata.co.uk/files/2012/01/china_consumption_asiacomparison_nomura.gif
Man kann darüber diskutieren ob das Opfer nun 2 oder 3 Kugeln im Kopf hat, aus meiner Sicht sind 2 tödlich genug.
Mangel an Transparenz ist in der Regel ein Zeichen von Problemen, ich glaube nicht dass die chinesische Regierung nicht in der Lage ist für Transparenz zu sorgen, sie wollen es nur nicht. Warum? Natürlich weil alles super ist. „Die Bank hat Bilanz gemacht und war Pleite“, weiss nicht mehr wer das Mal sagte.
Ob das Pulver explosiv ist?
http://www.macrobusiness.com.au/2014/03/morgan-stanley-chinas-minksy-moment-is-here/
17% des GDP gehen nur für Zinsen drauf, wenn GDP 20% geringer, sind wir bei 21,25%, damit wären wir fast 3x von 2007. Wenn diese Schulden nicht explosiv sind dann weiss ich auch nicht.
„In addition, estimates show that up to one third of all new borrowings are currently being used to roll over existing debt, and that interest payments on debt represent nearly 17% of Chinese GDP—a staggeringly large number (which excludes principal repayments) and which is nearly double the level that the U.S. reached in 2007.“
Aus persönliche Erfahrungen kenne ich viele Projekte in Chinas Bahnindustrie, ich kenne nur 2 Projekte die operativ keine Verluste schreiben, von um die 30. Die negativen operative cashflows werden nicht über Ausgleich durch Regierung finanziert sondern über Banken, die Verluste, die Zinsen, für alles werden weitere Kredite gewährt, d.h bei 8% Zinsen kriegt der Schulden die Zinsen und die entstandene Verluste von der Bank. Immer wieder. Wenn dies weit verbreitet ist dann gute Nacht, das erklärt auch die Divergenz zwischen M1 und M2 Wachstum in Januar Februar.
Immer mehr Kredite dienen also dem Verlustausgleich der SOEs und deren Zinsen.
Und zum Thema Finanzierung der Lokalregierungen:
http://2.bp.blogspot.com/-VyAZK1rzFcw/UxckVbBx-gI/AAAAAAAABbg/3h_oZMMVRso/s1600/debt+table.jpg
Wie man sieht übersteigen die Schulden der Lokalregierungen die Einnahmen um ein vielfaches, wenn die Haupteinnahmequelle der Landverkäufe wegbricht, was dann?
Rade: Besten Dank für die Links — dann warten wir mal ab – all zu lange dürfte sich das ja nicht mehr hinziehen,
Die Überlegung um den Deflator scheint mir lückenhaft.
Wenn das Nominal des GDP um den Deflator zu korrigieren ist, dann gilt das auch für das Nominal der Schulden. Dadurch steht er in der Debt/GDP-Betrachtung im Nenner und im Zähler und kann somit weg-gekürzt werden. Soll heissen, er spielt in dieser Betrachtung keine Rolle.
In welcher Welt werden Schulden um GDP Deflator bereinigt?
In derselben Welt, in dem das nominale GDP kaufkraftbereinigt wird. Entweder beide Seiten oder keine.
Sollte ich falsch liegen, so lasse ich mich gerne belehren – mit einer stichhaltigen Begründung.
Ich habe mich mit dieser spezifischen Frage zu wenig befasst, jedoch versuche ich dies logisch zu betrachten.
Nehmen wir an, wir haben ein Miethaus mit einer Hypothek (Schulden) und die Mieteinnahmen (GDP) werden falsch deklariert (vielleicht damit nicht Teil der Hypothek gekündigt wird). Selbst wenn der Wert der Liegenschaft oder eben der Mieteinnahmen fällt oder weniger ist, bleibt die Hypothek (Schulden) nominal unverändert.
Nein, etwas stimmt nicht in meiner Überlegung. Es geht um gesamtwirtschaftliche Relationen und Sie liegen wohl richtig Herr Lehmann. Allerdings ist die Angelegenheit auch dann noch prekär.
Das ist nun Mal so, bei der Berechnung der Schulden wird die Inflation nicht berücksichtigt, es gilt der nominale Wert.
Als Nachweis können Sie ein VWL Buch Ihrer Wahl aufschlagen oder beim Schweizer pendant zum Bundesstatistikamt anrufen
Guter Beitrag Oleg. Danke.
Sie scheinen sich vertieft mit dem Thema befasst zu haben – Gratulation.
Eine hervorragende Analyse!
Noch beunruhigender wird die Situation, wenn man berücksichtigt, dass Ausmaß und Fälligkeiten im Schattenbankenbereich bestenfalls grob geschätzt werden können. Dies gilt sowohl für die Verbindlichkeiten der Städte und Gemeinden als auch für die Wealth Management Trusts, die ja bewusst im Schatten der Finanzaufsicht angelegt wurden. Im Übrigen dürfte sich der Großteil der Verbindlichkeiten des Segments Mid/Large Corporate auf Staatsbetriebe beziehen, die solange es irgend geht, aus den Non Performing Loans herausdefiniert werden.
@Hoene: Ich darf noch anfügen bzw. den Begriff Schattenbanken präzisieren, denn es gibt 2 Arten davon. Die einen sind private Kredithäuser mit staatlicher Arbeits-Lizenz/Kontrolle und es erfolgen Steuerabgaben an den Staat. Diese Zahlen sind also bekannt. Die anderen sind private Personen-(Gruppen) die Kredite zu Wucherzinsen verteilen, was allerdings illegal ist und vom Staat auch – zwar mit wechselndem Erfolg – aber dennoch bekämpft wird. Der Begriff Schattenbanken wird im Westen also zumindest teilweise falsch interpretiert.
Wer kauft dann die T-Bills von den USA wenn China damit beschäftigt ist die eigene Wirtschaft zu retten wenn die Kreditblase platzt. Was passiert mit den Ländern die sowieso genug Probleme haben? Finanzkriese 2008 re-loaded? Trauen sich die Banken dann weltweit noch?
„Wer kauft dann die T-Bills von den USA wenn China damit beschäftigt ist die eigene Wirtschaft zu retten wenn die Kreditblase platzt“
Die Belgier offenbar, das winzige Land ist innert weniger Wochen zum drittgrössten Halter von US-Staatsanleihen „aufgestiegen“ (320 Milliarden US$). Da geschieht etwas ganz merkwürdiges, denn die USA mussten die eben am Dienstag herausgegebene Statstik nach nur 3 Stunden korrigieren, nachdem Finanz-Journalisten bemerkt hatten dass da etwas an den Zahlen überhaupt nicht stimmen kann. Das rätselhafte Treiben rund um die US Staatspapiere bleibt aber nach wie vor unklar, denn wer genau die Käufer in Belgien sind und weshalb das geschieht ist vorerst unbekannt. Aber man kann Vermutungen darüber anstellen, wobei keine der mir bekannten Versionen ohne politische Brisanz.
Also meine Behauptungen der letzten 6 Jahre in meinen Kommentaren scheinen sich zu verdichten und bewahrheiten! Allerdings habe ich diese Höhe nicht erwartet, jedoch noch eine andere Überlegung dazu gemacht und das ist die Nachhaltigkeit, fehlt als Kontext für weitere Schulden die kommen müssen (Sozialfrieden, Umweltschutz, Militärbudget). Und man verhöhnte mich, wie wenig ich von der chinesischen Wirtschaft verstehe, aber schon in den 90ern viel gesehen habe und sehr skeptisch war, auch im damaligen Hongkong. Oder warum verliessen alte Hasen dieses Schiff 1997? Man meinte auch die Chinesen würden unsere Wirtschaft retten, wenn man ihnen viel davon verkaufe. Dies könnte noch zu schweren sozialen Unruhen hier führen, falls man die Chinesen einfach wursteln lässt. Das Problem liegt in der Problematik des Buchgeldes und dem sich Verweigern beim Vollgeld. Also man verhindert vorerst die Realität, um danach viel härter davon getroffen zu werden. Auf Geheiss der ganz ganz Reichen. Hier gäbe es eine unpopuläre Lösung wie einst in den USA vor gut 100 Jahren. Alles zerschlagen und fast von vorne neu beginnen. Dies trifft das Volk weniger hart, aber die Reichen, denn die diktierten ja welche Politik zu tun war und die zum Problem führte. Ihren Profiten zuliebe. Erst, wenn die Zusammenhänge klar sind, dann sieht man halbwegs brauchbare Lösungen. Nimmt mich wunder wie die Chinesen damit umgehen wollen. Tönerne Füsse und ein Sturm braut sich zusammen.
Offenbar hat der Autor Mark Dittli eine Veränderung in der chinesischen Kreditvergabe wahrgenommen. Dabei sieht er sich nun als Prophet, der künftige Krisen heraufbeschwören darf. Als Grund für die Kreditvergabe erwähnt er bloss eine gewisse Leichtfertigkeit nach dem Boom. Dabei ist es ja offensichtlich, dass eine so grosse Zahl mit so vielen Nullen in China nicht ohne staatlichen Eingriff entstehen kann. Banken operierten dort bisher nicht im westlich-kapitalistischen Sinn und hatten auch nicht die absolute Freiheit des Marktes. Schade, dass der Autor nicht nach den Gründen für die aktuelle Kreditvergabepraxis frägt und die Kredite auch nicht in Relation zum Handelsüberschuss stellt.
Brun: Wenn man sich all die Geisterstädte und sonstige irrwitzigen Infrastrukturprojekte so anschaut, dann verwundert die Kreditblase nicht wirklich.
Und die Bewertungen in Buchhaltungen sind meist eine ganze Weile lang geduldig, bis es zu Liquiditätsengpässen kommt – wieviel der Kredite inzwischen faul sind, wissen vermutlich auch nur wenige – in China wird getrickst was das Zeugs hält!
Von dem her brauchts nur genügend gesunden Menschenverstand nd etwas ökonomiisches Wissen, um zu prophezeien, dass diese Blase einmal platzen wird!
Ich wurde 2004 von meinen Chefs auch ausgelacht und als Dauerpessimist dargestellt, als ich sie auf die ungesunde Entwicklung im amerikanischen Hausmarkt aufmerksam gemacht habe — und am Schluss habe ich wieder mal recht behalten!
Zu behaupten, dass etwas schlecht kommt, ist wie wenn man im Roulet sagt, dass demnächst rot kommt. Damit kann man keinen Blumentopf gewinnen. Und die Buchhaltung kann nur noch auswerten, was entschieden wurde. Aber wieso so entschieden wurde, was die Veränderung gegenüber der bisherigen Finanzierung in China verursacht hat und was der Gesamtkontext im Zusammenhang mit der Dollarvermehrung und dem Renmimbiwechselkurs ist, fehlt hier doch völlig.
Brun: Sie haben vermutlich noch nie in einer komplexen Buchhaltung gearbeitet, sonst wüssten Sie nämlich wie kreativ man dort mit der Bewertung von Aktiven und Passiven umgehen kann. Das sind keine Abbildungen mehr von Entscheidungen sondern eigene „kreative“ Prozesse, die schnell mal in die Milliarden gehen können. Im Westen gibt es zwar all die Accounting Standards, die diese Machenschaften verhindern sollen – aber selbst dies funktioniert nicht 100%.
In China sind die ganzen Buchhaltungsstandards noch relativ jung und deswegen auch noch löchrig wie Emmenthaler – ob man damit ein 23 Bio Monster unter Kontrolle halten kann, wage ich zu bezweifeln.
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Ihr Vergleich mit dem Roulette hinkt, da es beim Roulette keinen kausalen Zusammenhang gibt zwischen dem nächsten Wurf und den vorhergegangenen. Eine Blasenentwicklung hat eine oft langjährige Vorgeschichte, Verhältnisse die sich verschieben wie z.B. Hauspreise in Relation zum Normalverdienst — da kann man doch fundiertere Prognosen machen als die Hand des Groupiers vorauszusagen – auch wenn man weiss, dass mit 48.65% rot und 48.65% schwarz kommen muss und mit 2.7% die Zero (zumindest beim franz. Roulette)
Ok, auch wenn man davon ausgeht, dass in der Buchhaltung kreative Fehler gemacht werden und Prognosen möglich wären, fehlt in diesem Artikel immer noch eine Begründung für die aktuelle chinesische Kreditvergabepraxis und der Bezug zur Weltwirtschaft. Innert fünf Jahren eine solche Zahl zu schaffen kann nicht jeder, aber was ist die Absicht dahinter? Nur Propheten, Journalisten und Anlageberater dürfen dann ungestraft willkürlich Krisen prognostizieren.
Brun: Auch wenn in China immer noch die KP am Ruder ist, glaube ich nicht, dass die gesamte Kreditvergabe wirklich zentral gesteuert ist. Da wird in vielen Provinzen gebaut wie irre, die Banken vergeben Kredite und versuchen ihre eigenen Risiken einigermassen unter Kontrolle zu halten, aber das Gesamtsystemrisiko wird vermutlich immer unkontrollierbarer – dafür sind die Summen schon zu gross.
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Irgendwie analog zur Subprimekrise in den USA – da haben sich ja die Bankchefs auch damit rausgeredet, sie hätten zwar die Risiken ihrer eigenen Bankhäuser mehr oder weniger unter Kontrolle gehabt, aber das Gesamtsystemrisiko unterschätzt oder sogar gar nicht beachtet – und so kam es dann wie es kommen musste…
Hat dieses autoritäre System den Durchgriff um ein Platzen der Blase zu verhindern? Wir dürfen nicht vergessen, dass ganze
Geld- und Kreditsystem ist nach wie vor wenig mit der übrigen Welt verbunden. Trotz dem Handelsbilanz-Überschuss ist es beinahe in sich ruhendes Universum. Die chinesischen Banken geben all ihre Kredite in Renminbi. Die Sparer haben ihre Einlagen und Wertpapiere ebenfalls Renminbi. Kann die Regierung den Geldkreislauf so regulieren, dass für jede Einlage der Zinssatz wesentlich geringer ist als die Inflationsrate und die Sparer das akzeptieren? Chinas Aussenhandel wird nach wie vor über den $ abgewickelt. Wer bekommt diese $. Im Falle einer anziehenden Inflation versucht er davon möglichst wenig umzutauschen. Er ist auch gegen eine Real-Lohnerhöhung seiner Angestellten um so leichter zu $ zu kommen. Bekommt es der Staat und das Finanzsystem, kann er versuchen damit das Wachstum der „Non-Performing-Loans“ zu verhindern. Bekommen es die kommunistischen Mandarine geht es direkt in Luxus-Konsum und zur Kapitalflucht. Der Überschuss in der chinesischen Handelsbilanz ist vor 20 Jahren sicher ein willkommener Segen gewesen. Heute betrachte ich ihn für China eher als Fluch. Der erste Grund ist sicher die vorher erwähnten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen über die Verteilung dieses $-Kuchens.
Zweitens hat der Handelsbilanzüberschuss die Fehl-Allokationen gefördert, denken wir nur an die überdimensionierte und mit
Kostenbewusstsein aufgebaute Stahl-Industrie. Ein anderes Beispiel wäre die Primär-Aluminiumproduktion. In diesem Ausmass
in China ein Unsinn. Wird das Minsky Gesetz in dieser Diktatur gebremst? Kommt Minsky mit Inflation und sinkendem Real-Einkommen sind dort Unruhen so sicher wie das Amen in der Kirche.
Ich möchte die Fragen, ich meine richtigen und auch im Beitrag enthaltenen, so zusammenfassen:
Wäre es relevant, wenn <ip-pii>.000.000 USD wären? (Trillionen nicht Billionen)
Wäre dann ein Minsky Effekt wahrscheinlicher?
Ist das Eintreten von Minsky Effekten abhängig von der Höhe der Schulden zu was auch immer, oder doch zur letzten Folge einer Soap Opera am Fernsehen?
(Es sind RNB nicht USD, sonst wäre es relevant, und die Währungsreserven erhöhen den Handlungsspielraum zusätzlich)
Wieviele „Ressourcen“ werden in China „verschleudert“ mit Fehl-Investitionen? Wenn die Arbeiter sonst nichts zu tun haben und die Machinen rumstehen, können sie auch noch eine vierspurige Autobahn zur Geisterstadt bauen. Das braucht Energie, dafür lernen die was wenn sie etwas bauen statt rumsitzen.
Wie von mir auch schon geschrieben. Man sollte vorsichtig sein, mit einer rein westlichen Betrachtung von China. Trotzdem noch ein interessanter Artikel als Ergänzung dazu: http://www.businessspectator.com.au/article/2014/3/21/china/does-china-over-invest-and-under-spend
Hallo Maiko – als unser Mann vor Ort siehst die Dinge etwas besser als wir vom Hörensagen.
Dass die chinesischen Statistikmethoden teils veraltet oder manipuliert sind – das habe ich mir auch schon ein paar mal gedacht, ist ja erstaunlich wie schnell die jeweils die GDP Zahlen melden – das kann nicht mit rechten Dingen zugehen – aber ich glaube nicht, dass das Sinn macht – so bescheissen sie sich selber und treffen falsche Entscheide. Bin ja gespannt wie das bei Euch weitergeht — wenn dann mal ein paar Schwergewichte in Zahlungsschwierigkeiten kommen und Dominoeffekte auftreten sollten.
Gut der Staat ist noch nicht so stark verschuldet und kann sich eine grössere Rettungsaktion noch leisten – aber spätestens dann wird auch China in Sachen Verschuldung in der westlichen Welt angekommen sein.
Hallo Marcel, ob ich die Dinge vor Ort besser sehe, weiss ich nicht, aber mit Sicherheit anders 🙂 Die Schnelligkeit der Zahlenmeldung lässt sich durch die staatliche Kontrolle erklären, da der Staat und die Bevölkerung als Einheit verschmolzen sind. Das gilt für die Investitionen und die Schulden. Wie genau die Zahlen sind, ist wieder eine andere Frage. Ich bin mir sicher, dass sich die chinesische Führung der Problematik bewusst ist. Sie setzen aber die Prioritäten anders. Es wird in nicht vorstellbarem Tempo in die Infrastruktur und in die Produktion investiert. Gleichzeitig aber laufen auch längst Projekte mit westlichen Firmen in Bezug auf die Umweltproblematik, entstanden aus ständig steigendem Wohlstand und gestiegener Produktion. Der Platz reicht hier nicht, um alle Projekte der Regierung aufzulisten (Gesundheitswesen, Produkte-Haftpflicht, Eindämmung Immobilien-Blase etc.). So ganz nebenbei – und von den USA/Europa kaum bemerkt – wurde kürzlich ein Abkommen über die freie Konvertierung/Handelswährung des RMB mit Neuseeland vereinbart. Abkommen mit anderen Ländern werden im Wochentakt abgeschlossen. Im gleichen Tempo werden auch hohe Beamte vor Gericht gestellt und verurteilt, die den Wandel der Zeit und das moderne Wirtschaftssystem noch nicht ganz kapiert haben, um es mal so auszudrücken 🙂 Aus reinem Kalkül versteckt sich China noch hinter dem US$. Dessen Tage als Leitwährung sind aber gezählt. Spannend wird es hier so oder so bleiben. Gruss von China nach Uruguay übrigens. Schreib mir doch mal eine E-mail. Du hast ja meine Anschrift.
Als Ergänzung noch ein Link aus der Finanz & Wirtschaft zur Volatilität des RMB: http://www.fuw.ch/article/der-renminbi-wird-volatiler/
Minsky schreibt „das Finanzsystem kann nicht dem freien Markt überlassen werden“. Dies wahrscheinlich deshalb, weil die theoretische Gleichberechtigung von Geld- und Gütermarkt im mathematischen Modell nicht immer der praktischen Realität entspricht. Das Finanzsystem beruht auf einem staatlichen Monopol, dem Geldschöpfungsmonopol der Noten- und Geschäftsbanken. Ist das Finanzsystem praktisch jeglicher Regelungen enthoben, so können infolge Monopolstellung und faktischer Staatsgarantie alle Risiken systematisch auf die Gläubiger überwälzt werden; der Geld- und Gütermarkt funktioniert nicht unter gleich langen Spiessen. Logischerweise wehrt sich deshalb die Finanzbranche mit Händen und Füssen insbesondere gegen Eigenmittelvorschriften, weil diese die EK Rendite oder dann die Boni drücken.
Gemäss Minsky und Schumpeter befeuert die riskante Kreditschöpfung der Banken den Gang der Wirtschaft und treibt die Spekulation an. Eine Abfederung von platzenden Spekulationsblasen ist gemäss Minsky aber nur mit harten Eigenmittelanforderungen zu erreichen.
Es wäre Zeit, einmal ALLE Schulden dieser Welt aufzulisten. Also alle Staats- Unternehmens- und Privatschulden zusammen in einem ehrlichen Schuldenreport bekannt zu geben.
Gleichzeitig auch die Ratschläge der „Weisen“ zur Verhinderung (nicht Verschiebung) des bevorstehenden total Kollaps.
Wenn es so weiter geht, können wir bald wieder neu bei Null anfangen.
Globale Verschuldung aktuell::
Staatsschulden aktuell rund 48 Bio $
Haushaltsschulden inkl. Hypos und Small Business: 62 Mio $
Corporate Bonds: 11 Bio
Financial Bonds: 42 Bio $
Securitized Loans: 13 Bio $
Total Welt aktuell rund 175 Bio $ – (bei aktuell 73 Bio Welt-BIP wären das auch 240%!
plus noch öffentliche Aktienwerte von aktuell rund 60 Bio $ (die ja keine Schulden sind) und noch einige wenige Billionen der nichtöffentlichen AG’s
Auf der Aktivseite:
Besitz der über 14jährigen Privatpersonen:
Gross Financial Assets 147 Bio
Gross Non-Financial Assets 134 Bio
Dazu kommen noch Staatsvermögen: Schätzung 40-50 Bio (Gebäude, Land, Rechte, Kunst, Infrastrktur (Wiederherstellungskosten) etc.
Zentralbankvermögen: Geschätzte 14-18 Bio
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Das beweist unter anderen auch, dass es die angeblichen Riesenvermögen von Rothschild oder Rockfeller von angeblich 500 bis 1000 Bio (unsere Verschwörungstheoretiker kennen da keine Grenzen in der Phantasie) gar nicht existieren können – denn sie müssten ja irgendwo angelegt sein!
Die Welt als Buchhaltung ist nicht der schlechteste Approach!
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Quellen: CS Wealth Report, Mc Kinsey Weltfinanzreport, eigene Recherchen und Schätzungen
Und wo bitteschön sind die Schattenbanken aufgeführt! Zum Beispiel die BlackRock, wo jetzt ja unser Philipp Hildebrand angestellt ist? Aber eben so viel zu Verschwörungstheoretiker! Und dann noch die vielen Hedge-Fund etc. etc.!
An Ihrer Stelle würde ich nich schämen mit den Quellangaben von CS und Mc Kinsey!
Müller: Hedge Funds und Schattenbanken sind keine eigene Anlageklassen, sondern Vermögensverwalter die mit den anderen Anlageklassen arbeiten inkl. Short Verkäufe, Derivate und strukturierten Produkten.
Darum müssen sie auch nicht separat aufgeführt werden, da es zu Doppelzählungen käme!
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Auf der Aktivseite hat jeder Hedge Fund ja auch mehrere private Besitzer – also ist der Wert dieser Fonds (Buchwert plus Marktprämie) schon im finanziellen Teil des Privatbesitzes miteinbezogen!
Alles klar Herr Müller — ich mag ja CS und McKinsey auch nicht – aber die gobalen Reports sind gut gemacht und sehr detailliert und man kann die Zahlen nachvollziehen und mit anderen Publikationen vergleichen – da stehen keine Phantasiezahlen drin!
Müller: 2012 haben institurionelle Anleger total 78 Bio $ angelegt
Davon
30 Bio in investmentfonds
24.5 Bio von Versicherungsgesellschaften
21.5 Bio von Pensionskassen
1.8 Bio andere
Quelle OECD Pension Markets in Focus 2013
Starkes Marktwachstum ermöglichte China durch hohe Geldströme Investitionen vorzunehmen. Dadurch erhöhte sich natürlich die Nachfrage nach Wohnraum, da es in gewissen Ballungszentren viele Arbeitskräfte anhäufte. Die Kaufkraft wurde erhöht und einige Personen kamen zu Geld, welches investiert werden musste. Hat auch den Nachteil dass viele Kredite gewährt wurden. Sobald sich die marktwirtschaftliche Lage etwas verschlechtert, kommt es zurück auf die Kreditnehmer, die dann teilweise ihren Forderungen nicht mehr nachkommen können. Somit muss wiederum die Geldpresse angeworfen werden und dies hat dann auch seine Nebenwirkungen.
Ich entnehme dem Artikel, dass es schlecht ist wenn sich die Schulden viel schneller entwickeln als das BIP und dies zu Risiken führt. In der Schweiz steigen die Hypothekarausleihungen exponentiell und da frage ich mich, ob das nicht längerfristig dieselben Auswirkungen zeitigt. Die SNB sagt ja nicht wie die Geldmenge wirklich zurückgefahren werden soll. Es bleiben somit immer die gleichen verdächtigen und die Chinesen wollen sicher nicht hinter den anderen zurückstehen. Am Ende werden die Staatsschulden durch die Teuerung aufgefressen und im besten Fall halbiert. Die Anleger kommen zu Schaden welche Staatsanleihen kaufen. Das Wort des Jahres wird wohl Dauerkrise werden und in dieser befinden wir uns.