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Die Covid-19 Pandemie hat das Reiseverhalten innerhalb der Schweiz wie auch international stark beeinflusst. Diese Thematik haben Timo Ohnmacht und sein Forschungsteam von der Hochschule Luzern unter die Lupe genommen, indem sie ein sozialpsychologisches Modell für die Schweizer Bevölkerung entwickelten, welches die Reisebereitschaft sowie die Akzeptanz der Massnahmen während einer Pandemie untersuchte.
Das Modell wurde durch eine Befragung von 1683 in der Schweiz wohnhaften Personen validiert, mit entsprechender Repräsentation von Alter, Geschlecht und Sprachregion. Die Studie zeigt unter anderem, dass die Reiseabsicht am stärksten von der eigens wahrgenommenen Anfälligkeit sich mit dem Virus zu infizieren beeinflusst wird. An zweiter Stelle folgte die individuell eingeschätzte Wirksamkeit der geltenden Massnahmen. Die Akzeptanz der Massnahmen wiederum wird am stärksten von der eigenen Einstellung geprägt. Dies unterstreicht, wie wichtig Informationskampagnen sind, um der Gesellschaft die Gründe für das Einführen von Schutzkonzepten und -massnahmen zu veranschaulichen.
Basierend auf den Forschungsergebnissen organisierte das Forschungsteam im Oktober 2021 einen Workshop mit Vertretern und Vertreterinnen des Schweizer Tourismus. Die Teilnehmenden diskutierten imaginäre Fallbeispiele, wie unterschiedliche Personen auf Massnahmen reagieren und wie man am besten auf deren Bedürfnisse und Bedenken eingehen kann. Diskutiert wurden zudem neue Ideen wie z.B. eine App, die das Anstehen dosiert und so grosse Menschenansammlungen vermeiden kann oder ein Ampelsystem, welches eine aktuelle Besucheranzahl online anzeigt. Die erarbeiteten Massnahmen wurden dabei mit den empirischen Forschungsergebnissen argumentativ in Verbindung gesetzt. Dieser Workshop wurde im Rahmen des Implementierungsprojekts im NFP 78 ermöglicht.
Bisher wurden das Verhalten und die Entscheide hauptsächlich durch Alter, Geschlecht und Lebensphase der Reisenden beeinflusst. Die Pandemie hat zusätzliche neue Faktoren mit sich gebracht wie die Risikobereitschaft, sich dem Virus auszusetzen und die Akzeptanz von Schutzmassnahmen. Aufgrund der hohen Bedeutung für die Wirtschaft ist der Wissenstransfer zwischen Forschung und der Tourismusbranche fundamental. Dazu werden die Erkenntnisse aus dem Workshop in einem Massnahmenkonzept berücksichtigt, um den Tourismus schnellstmöglich wieder ankurbeln zu können und den Menschen ein sicheres Reiseerlebnis zu ermöglichen. Zwei wissenschaftliche Artikel wurden ebenfalls bereits bei bekannten Tourismus-Journals eingereicht.