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Österr. Hochtal im Bundesland Tirol, das parallel zum Unterengadin von der Bielerhöhe (2036 m) nach Nordosten verläuft und westlich von Landeck ins Stanzertal mündet. Engadiner Rätoromanen bewirtschafteten und besiedelten im HochMA das P. und dessen südl. Seitentäler. Im 11. Jh. besassen die Herren von Tarasp im Fimbertal (Val Fenga) Alpen; im 12. Jh. erfolgte die Landnahme im mittleren Teil des Haupttals um Ischgl und Mathon durch Eigenleute der Tarasper und des Klosters Marienberg im Vinschgau. Für das 13. Jh. sind Bauernhöfe im Fimbertal bezeugt. Freie Bauern aus Ardez und Sent siedelten in Galtür, P. und Sinsen. 1320 liess sich eine Gruppe von Walsern, die dem Landesherrn von Tirol zinspflichtig waren, in Galtür nieder. Der Ort, dessen Bevölkerung die Pest 1348-51 um 50% dezimierte, gehörte im MA kirchlich zu Ardez und zum Bistum Chur. Weil der Weg nach Ardez mit Täuflingen oder Toten weit und gefährlich war, errichteten die Bewohner des P.s 1359 eine Pfarrkirche, die Bf. Johannes Ministri 1383 weihte. Zu dieser Zeit stellten die rätorom. Bauern und Kolonen in Galtür noch die Mehrheit der Bevölkerung. Erst im 15. Jh. versetzte sie der weitere Zuzug von Walsern, insbesondere in das bei Galtür ausmündende untere Jamtal, in die Minderheit. Um 1365 verliehen die Kirchgenossen von Sent das südlich von Kappl gelegene Visnitztal an deutschsprachige Tiroler. Durch das stete Vordringen der Tiroler talaufwärts geriet die rätoroman. Bevölkerung im 16. Jh. auch hier in Minderheit. Noch jahrhundertelang nutzten Engadiner Bauern Alpen im P., von Ramosch und Sent aus im Fimbertal und von Ardez, Guarda und Ftan aus über die hochgelegenen Pässe Futschöl (2768 m) und Fuorcla Vermunt (2798 m) im Vermuntgebiet.
Literatur
– T. Schmid, Das Tal P. in den Engadiner Urk. und Chroniken, 1976
– M. Bundi, Zur Besiedlungs- und Wirtschaftsgesch. Graubündens im MA, [1982], 480-483
Autorin/Autor: Martin Bundi