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Es gibt in der Schweizer National League Ausländer, die einen ganzen Verein prägen und es gibt solche, die bald wieder vergessen sind. Doch wer waren die besten und schlechtesten Ausländer in diesem Jahrtausend? Wir haben da einige Vorschläge.
Wer waren eigentlich die jeweils besten und schlechtesten Ausländer der National-League-Teams dieses Jahrtausends? Wir haben uns dieser Frage angenommen. Von jeder Mannschaft haben wir zwei Spieler ausgesucht, welche die Mannschaft seit dem Jahr 2000 geprägt haben. Einen Top-Ausländer, der den Fans Freude bereitete sowie einen Flop-Söldner, der den Fans eher negativ in Erinnerung blieb.
Während bei den Topspielern Tore, Assists, Erfolg und der positive Einfluss auf den eigenen Verein hoch gewichtet wurden, sind die Flops oft auch Opfer von überzogenen Erwartungen, unglücklichen Umständen oder Verletzungspech.
Lockout-Spieler haben wir dabei genausowenig berücksichtigt, wie Spieler, die nur für einige wenige Spiele beim jeweiligen Team einsprangen.
Es war eine enge Entscheidung zwischen Jean-Guy Trudel und Hnat Domenichelli. Letzterer hat sich aber mit seinem Wechsel zum Kantonsrivalen Lugano einige Punkte verspielt. Trudel schloss sich 2003 dem HCAP an. Der Kanadier blieb während vier Saisons in der Leventina und erzielte in jeder Spielzeit mehr als 50 Skorerpunkte.
Vladimir Denisov kam mit Vorschusslorbeeren als «guter Offensiv-Verteidiger» zu Ambri. Die Fans in der Valascia durften in 37 Partien aber nur ein Tor und vier Assists des Weissrussen bejubeln. Dafür sammelte er 54 Strafminuten. Erst in den Playouts zeigte Denisov, was er eigentlich drauf hat – acht Punkte aus 17 Spielen. Dennoch war das Engagement in der Leventina nach einer Saison wieder vorbei.
Der Franzose führte die Mutzen 2004 zum Meistertitel. In der Qualifikation kam er auf 49 Punkte aus 37 Spielen und in den Playoffs legte er gleich nach. Zehn Tore und vier Assists gab es dort in 14 Spielen. Bordeleau blieb während sieben Saisons in der Hauptstadt und erzielte dabei sechs Mal 30 oder mehr Punkte. Seine beste Fähigkeit war, dass er immer bereit war, wenn es richtig wichtig wurde.
Als Stürmer mit NHL-Erfahrung wurde er bei der Verpflichtung den Fans angepriesen. Während seiner Zeit in Bern hatte Trevor Smith vor allem eines: viel Verletzungspech. Zu Beginn der Saison zwickte der Rücken, danach setzte ihn eine Ellbogenverletzung längere Zeit ausser Gefeacht. So kam es, dass der kanadische Stürmer den SCB nach 18 Spielen und nur drei Toren wieder verliess. Mittlerweile ist Smith Captain bei den Milwaukee Admirals, dem Farmteam von Roman Josis Nashville Predators.
Der Wandervogel – in der Saison 2006/07 spielte Ahren Spylo bei vier verschiedenen Klubs – wurde 2010 beim EHC Biel sesshaft. Unter Kevin Schläpfer entfaltet sich der Problemstürmer zum regelmässigem Punktesammler. Fünf Mal knackt der Deutsch-Kanadier die 30-Punkte-Marke. im Sommer 2016, nach dem sechsjährigen Engagement im Seeland, gibt es zwar einige Misstöne. Aber kein Ausländer hat in diesem Jahrtausend den EHCB derart geprägt wie Ahren Spylo.
«Schnell, trickreich und mit einem präzisen Schuss erinnert er an Patrick Kane», schrieb das «Bieler Tagblatt», als die Verpflichtung US-Amerikaners bekannt wurde. Diesen hohen Ansprüchen konnte Tim Stapleton nicht ganz gerecht werden. Zwar war die Punkteausbeute mit fünf Toren und acht Assists in 19 Spielen nicht schlecht. Dennoch wurde Stapletons Vertrag noch im Herbst wieder aufgelöst und der Spieler zog weiter zu Lugano.
Fünf. Eine Zahl, die Bände spricht. Fünf Meistertitel holte Josef «Joe» Marha in den in den zwölf Jahren, die er beim HC Davos engagiert war. Der Tscheche war einer der treuesten Import-Spieler dieses Jahrtausends und prägt das Team von Arno Del Curto entscheidend mit. 2002 ins Bündnerland gekommen übernahm er 2004 Verantwortung als Assistenzcaptain. Marha war kein überwältigender Skorer, aber ein sehr guter Defensivcenter und ein Meister im Unterzahlspiel.
2013 ging Arno Del Curto neue Wege in der Ausländerfrage. Er verpflichtete den jungen kanadischen Verteidiger Ryan O'Connor direkt ab der Juniorenliga in Übersee. «Ich will hier ein besserer Spieler werden», sagte der vor der Saison über sich selbst. Das Experiment ging allerdings nicht auf. Der damals 21-jährige
O'Connor absolvierte nur 17 Partien und kam dabei auf einen Assist. Danach wechselte er zu Zagreb in die KHL, wo er bald in die zweite Mannschaft abgeschoben wurde. Mittlerweile hat der Verteidiger den Tritt aber wieder gefunden: Er spielt bei HIFK Helsinki in der finnischen Liga.
Drei Saisons in Genf, unglaubliche 209 Punkte. Juraj Kolnik prägte zwischen 2007 und 2010 die «Grenats» wie kein anderer. Unvergessen ist vor allem seine zweite Saison in der Westschweiz, als er in 49 Spielen 72 (!) Punkte (25 Tore, 47 Assists) sammelte und Ligatopskorer wurde. In seinem dritten Jahr bei Servette führte der Slowake die Mannschaft von Chris McSorley beinahe zum Titel. Erst der Final gegen Bern bedeutete Endstation. Nach drei Jahren verliess Kolnik die Schweiz, wechselte nach einem Gastspiel in der KHL dann zu den ZSC Lions, wo er aber nicht mehr gleich dominant auftreten konnte.
Der Verteidiger sammelte zu seinen besten NHL-Zeiten rund 30 Punkte pro Saison. Der heutige GSHC-Sportchef und damalige Trainer Chris McSorley beschrieb ihn bei der Verpflichtung als «Leader und talentierter Verteidiger mit offensiven Qualitäten». Die Realität sah anders aus: Ranger lief nur 23 Mal für die Servettiens auf und war dabei offensiv wirkungslos (1 Tore, 3 Assists). Zwischenzeitlich wurde er an Kloten ausgeliehen, kehrte aber nach nur vier Spielen wieder zurück. Danach löste Genf den Vertrag mit seinem Verteidiger auf. Ranger fand keinen Klub mehr und ist mittlerweile zurückgetreten.
Auch Roman Cervenka wäre ein heisser Anwärter auf diesen Titel gewesen, denn der Tscheche ist der mit Abstand beste Spieler der aktuellen Fribourger Mannschaft. Doch Shawn Heins prägte die Drachen noch mehr. Sieben Jahre spielte der Aggressiv-Leader und Strafenkönig an der Galtera – vier davon als Captain. Mittlerweile ist seine Nummer 44 bei Gottéron geschützt und sein Trikot hängt unter dem Stadiondach.
Der lettische Nationalspieler wechselt im Sommer 2006 in die Westschweiz. Redlihs überzeugt zwar in der Offensive, defensiv ist der Verteidiger aber unzuverlässig. Nach 15 Spielen beendet Fribourg das Arbeitsverhältnis. Über Russland und Hamburg landet der heute 36-Jährige schliesslich bei Dinamo Riga, wo er auch aktuell noch spielt.
Auch hier war es ein schwieriger Entscheid zwischen Tommi Santala und Kimmo Rintanen. Letzterer prägte die Kloten Flyers, wie sie damals noch hiessen, während zehn Saisons. Genau wie Santala mit der aktuellen Saison auch. Santala verspielte sich mit dem Wechsel zu Magnitogorsk vergangene Saison allerdings etwas die Sympathien. 593 Punkte in 507 Spielen hat Rintanen für die Flyers gesammelt, ehe er nach zehn Jahren keinen neuen Vertrag erhielt. In der Saison 2012/13 kehrt der Finne zurück ins Zürcher Unterland – als Assistenztrainer an der Seite Felix Hollensteins und bleibt es für gut zwei Jahre.
Als starker Defensiv-Verteidiger wurde Niclas Andersén diesen Sommer in Kloten angekündigt. Doch der Einkauf des damaligen Sportchefs Pascal Müller ist beim EHC eher ein Risiko. Nach 18 Spielen und der schlechtesten Defensiv-Bilanz aller Klotener Verteidiger wurde der Einjahresvertrag aufgelöst und der Schwede verabschiedete sich in Richtung Helsinki.
Er ist der Langnauer Aufstiegsheld. 63 Skorerpunkte sammelte der Italo-Kanadier in der Qualifikation 2014/15. Zehn Tore und zwölf Assists kamen in den NLB-Playoffs dazu. Und in der Ligaqualifikation gegen Rapperswil skorte «DiDo» weitere neun Mal. Auch in der höchsten Schweizer Liga hielt er seine Punkteproduktion aufrecht. Ende 2017 folgte dann ein Abschied mit leisen Misstönen: DiDomenico verlässt die Tigers noch vor der Platzierungsrunde in Richtung NHL. Mittlerweile spielt und trifft er auch für die Ottawa Senators.
Perrault kam 2011 aus der AHL zu den SCL Tigers. Der Kanadier sollte die Langnauer sowohl in der Defensive wie auch in der Offensive verstärken. Der Center wurde den Erwartungen im Emmental aber nicht gerecht und musste sofort viel Kritik einstecken. Nach nur 23 Spielen wurde sein Vertrag von Ambri übernommen. Nach dem Wechsel in die Leventina brachte Perrault seine Qualitäten wieder vermehrt aufs Eis.
Lausanne macht es einem nicht einfach. Kaum ein Ausländer blieb lange genug, um den Verein wirklich zu prägen. Am ehesten gelang das dem Russen Andrei Bashkirov. Er schloss sich 2001 den Waadtländern an und wurde zum Punktegaranten. Seine beste Saison hatte der Flügel 2003/04 als er mit 55 Punkten Topskorer seines Teams wurde. Der Lohn war damals die Teilnahme an der WM mit Russland. Nach vier Jahren am Genfersee zog es Bashkirov dann wieder zurück in seine Heimat
Es ist äusserst schwierig, bei Lausanne in diesem Jahrtausend einen wirklichen Flop-Ausländer zu finden. Auch Dusan Milo wird den Kriterien nur teilweise gerecht. Der slowakische Verteidiger stösst 2003 von Schweden zu den Waadtländern, als diese mitten im Abstiegskampf stecken. Der kann dann zwar im letzten Moment noch verhindert werden, doch Milos Engagement beim LHC wird nicht weiter verlängert.
Petteri Nummelin – auch schon als «bester Offensiv-Verteidiger Europas» beschrieben – prägt den HC Lugano wie kein Zweiter in diesem Jahrtausend. Via Davos und Columbus landet der Finne im Tessin. Zehn Jahre verbringt Nummelin bei den «Bianconeri», nur unterbrochen von einem zweijährigen Gastspiel bei den Minnesota Wild. Neben zwei Schweizer Meistertiteln gewinnt der heute 44-Jährige auch WM-Gold, vier Mal WM-Silber, sowie die Silbermedaille an den Olympischen Spielen von Turin 2006. Einen Spieler solchen Kalibers hat die Schweiz seither nur noch selten gesehen.
Am anderen Ende der Skala steht der Amerikaner Dan LaCouture. Der Flügel sollte die Offensive der Luganesi in der Saison 2007/08 verstärken. Doch er bescherte den Fans nichts als Enttäuschung. Nach 15 Spielen und nur einem Tor und einem Assist wurde das Arbeitsverhältnis bereits wieder beendet.
Die Legende und während 13 Jahren die Wand im Tor der ZSC Lions. Mit «Sulo» holten die Löwen nicht nur vier Meistertitel sondern auch den Sieg in der Champions Hockey League und beim Victoria Cup. Er ist zudem der erste Torhüter, dem in der Schweizer Liga ein Tor gelang (2002, ein Empty-Netter bei einem 6:4-Sieg gegen Ambri). Seine Nummer 31 wurde von den Lions gesperrt und sein Trikot hängt im Hallenstadion unter dem Dach. Sulander blieb den Zürchern treu, auch als er langsam aber sicher von Lukas Flüeler als Nummer 1 abgelöst wurde.
Flop ist beim kanadischen Flügel das falsche Wort – Pechvogel trifft es besser. Als «Transfer-Coup» wurde er von den Medien bei der Bekanntgabe beschrieben. In der Realität wurden die ZSC Lions die bittere letzte Station in der Karriere von Guillaume Latendresse. Eine Hirnerschütterung setzte den heute 30-Jährigen aber ausser Gefecht. Latendresse kehrte nach Kanada zurück, um sich dort behandeln zu lassen und die Lions lösten den Vertrag auf. Seither hat der Kanadier kein einziges Profispiel mehr bestritten.
Beim EV Zug gab es ebenfalls mehrere Kandidaten für die Auszeichnung zum besten Ausländer des neuen Jahrtausends. Zaubermaus Linus Omark verzückte die Fans. Pierre-Marc Bouchard war ein unglaublich kompletter Spieler. Oleg Petrov sammelte fleissig Skorerpunkte. Aber keiner prägte die Mannschaft so sehr wie Josh Holden. Seit mittlerweile zehn Jahren ist er den Zentralschweizern treu. Er war Captain, Liga-Top-Torschütze und auch Playoff-Finalist. Diese Saison akzeptiert er den Gang zum Farmteam, um weiterhin seinem EVZ zu dienen.
Der Finne war 2013 der designierte Stammtorhüter des EVZ, bis in der Saison darauf Tobias Stephan übernahm. Doch Kilpeläinen war kein guter Rückhalt. Im Schnitt kassierte er mehr als drei Tore pro Spiel. Zu allem Unglück kommt noch dazu, dass der heute 32-Jährige zwischenzeitlich auch noch von Verletzungspech geplagt war. Das hatte zur Folge, dass die Zentralschweizer eine weitere Ausländerlizenz einsetzen mussten um einen Ersatztorhüter zu holen. Die Zuger Fans dürften nicht traurig gewesen sein, als der Finne den Klub wieder verliess.