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02.03.2018 - Corina Preiswerk
02.03.2018
Corina Preiswerk
Die Königsdisziplin unter den Kartenspielen: Bridge
Dieses Kartenspiel ist ideal für Menschen im gesetzten Alter. Man erweitert seinen Bekannten- und Freundeskreis, unternimmt zusammen etwas Anspruchsvolles, trainiert das Gedächtnis und die geistige Flexibilität. Man hat ja Zeit. Ich kenne eine 92-jährige Dame, die dreimal wöchentlich in den Club geht, Bridge spielt und das sehr geniesst.
Wie spielt man Bridge? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Grundsätzlich wird in einem Vierer-Team gespielt, zwei Partner spielen zusammen und versuchen, die Gegner zu schlagen. Man braucht 52 Karten, die alle einen bestimmten Wert haben. Die Kunst besteht darin, die Karten gemeinsam so zu kombinieren und auszuspielen, dass man mehr Punkte erzielt. Das ist vor allem eine Frage des Gedächtnisses, der Kombinationsfähigkeit und der geschickten Strategie.
Bridge lernt man jedenfalls nicht von heute auf morgen. Am besten treten Sie einem Bridge-Club bei oder suchen sich einen (diplomierten!) Bridge-Lehrer und lernen, bis Sie turnierreif sind. Das kann recht lange dauern, Wochen und Monate, aber es lohnt sich.
Seit den Anfängen im 18. Jahrhundert sind unzählige Bridge-Bücher erschienen, welche die Regeln beschreiben und alle mit grösstem Interesse gekauft und gelesen wurden und immer noch werden. Das Spiel hat sich aus dem englischen «Whist» weiterentwickelt, das die Herren, die in den Kolonien des «British Empire» Dienst taten, besonders gern spielten. Seit dem Jahr 1925 hat sich das «Kontrakt-Bridge» durchgesetzt. Grossbritannien und die USA sind bis heute die grössten Zentren. Als erster Höhepunkt kann die Einführung des Bridge-Whist durch Lord Brougham im Londoner Portland-Club (1894) gesehen werden. Danach überboten sich verschiedene Tüftler, Spielentwickler und Koryphäen mit immer wieder neuen Regelsystemen. Die Matches, zu denen sie sich jeweils herausforderten, wurden von einer breiten Öffentlichkeit mit Spannung verfolgt und entsprechend in der Presse und im Radio kommentiert.
War Bridge anfangs ein Spiel der britischen High Society, wird es heute weltweit von allen gesellschaftlichen Kreisen gepflegt und geliebt. Das einstmals elitäre Spiel hat sich zum Massensport entwickelt – auch die Migros-Klubschule veranstaltet Kurse. Bridge ist ideal, um Leute kennenzulernen und neue Freundschaften zu schliessen.
Kult: Turniere in den Londoner Clubs
Ein Geschäftsmann aus unserem Freundeskreis, der oft beruflich in Grossbritannien unterwegs ist, beschrieb mir die unvergleichliche Atmosphäre so: «London ist immer noch das berühmteste Bridge-Zentrum. An einem Turnierabend spielen Damen und Herren im Vierergespann à 2 × 2 Spieler und wetteifern um die besten Stiche, die höchsten Punkte und schliesslich um den Sieg. Nach etwa zwei Stunden zieht man weiter in den nächsten Club und trifft sich dort mit bis zu 100 Personen zum Abendessen. Manche reisen aus der Umgebung an, vor allem aus Cambridge. Kultivierte Geselligkeit ist eigentlich – neben dem sportlich-spielerischen Teil – das Wichtigste. Ob die Diamanten der Damen echt sind, spielt gar nicht eine wesentliche Rolle; Und noch ein interessantes Detail: In der «TIMES» wird täglich eine Bridge-Spielsituation thematisiert. Kein Wunder, dass sich echte Könner sofort darauf stürzen. Bridge ist eine Passion, je besser man wird, desto stärker wird die Leidenschaft, seine Spieltechnik immer mehr zu vervollkommnen.
Stürzen Sie sich ins Abenteuer Bridge! Sie werden sehen: Es erschliesst sich Ihnen eine neue Dimension des Lebens mit vielen begeisternden Erlebnissen.