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"Klimajugend" ist das Wort des Jahres 2019 in der Deutschschweiz. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen "OK Boomer" und "Flugscham".
In der am Dienstag veröffentlichten Begründung für die Wahl von "Klimajugend" auf Platz eins schreibt die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, in ernster Besorgnis riefen die Jugendlichen in der Schweiz dazu auf, endlich etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Und sie hätten Biss, Schlagkraft und Ausdauer wie Greta Thunberg: Immer wieder brächten sie Zehntausende auf die Strasse zum Klimastreik.
Zu Platz zwei heisst es, "OK Boomer" sei die Antwort darauf, wenn sich eine Person aus der Babyboomer-Generation abwertend und herablassend über die Meinung einer jüngeren Person äussere. Er sei in den letzten Jahren vereinzelt aufgetaucht und verbreite sich rasch seit Oktober, unter anderem ausgelöst durch den Zwischenruf in einer Klimadebatte: Ein Babyboomer unterbrach eine junge Rednerin, die mit "OK Boomer" quittierte.
Fliegen oder nicht fliegen? "Flugscham" sei 2019 zum Thema geworden, heisst es weiter. Das Wort bezeichne die Scham darüber, trotz Klimawandel nicht auf Flugzeugreisen zu verzichten. Im Wort "Flugscham" verbinde sich Reiselust mit Klimakrise, setze Globalisierung ihren ökologischen Fussabdruck, verzahnten sich Flugmeilenprämien mit Gewissensbissen.
Die weiteren Wörter des Jahres 2019 in der Schweiz sind "vague verte", "féminicide" und "flygskam" fürs Französische, "onda verde", "sciopero delle donne" und "5G" fürs Italienische sowie "luf", "diaspora" und "unda verda" fürs Rätoromanische.
Wissenschaftlich analysiert
Die Verantwortung für das Wort des Jahres hat das Departement Angewandte Linguistik der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur. Es analysiert die Schweizer Diskursdatenbank Korpus Swiss-AL und bestimmt pro Sprache die 20 Wörter, die im Jahr 2019 häufiger oder deutlich anders verwendet wurden als in den Jahren zuvor.
Dann wählt eine Jury von Sprachprofis aus dieser Liste, aus Publikumsvorschlägen und aufgrund eigener Erfahrung die drei markantesten Wörter. Die vier Jurys bestehen aus je rund zehn Sprachschaffenden aus der deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Schweiz.