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Die gesellschaftliche Anerkennung von LGBT-Menschen sollte überall ein erklärtes Ziel der Gleichstellungpolitik sein. Die niederländische Regierung lässt aus diesem Grund alle zwei Jahre durch das Netherlands Institute for Social Research/SCP darüber einen Bericht erstellen. Im aktuellen Bericht von 2013 wird erstmals auch die gesellschaftliche Anerkennung von Bisexuellen und Transmenschen erfragt.
Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die allgemeine Anerkennung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen stetig wächst, doch – wenig überraschend – bestimmte religiöse, ethnische oder politische Bevölkerungsgruppen in der Akzeptanz hinterherhinken. Und Menschen, die sich nicht geschlechtskonform verhalten, haben es insgesamt mit der gesellschaftlichen Anerkennung deutlich schwerer.
Auch wenn die Ergebnisse insgesamt wenig überraschend sind, ist es doch wichtig, konkrete Zahlen über Nicht-Akzeptanz, Zurückweisung und Diskriminierung von Transmenschen und LGB-Personen vorweisen zu können – Zahlen, die in der Schweiz so bislang nicht erhoben wurden.
Hier der Abschnitt des niederländischen Berichts über Transmenschen in deutscher Übersetzung:
Transmenschen
Die gesellschaftliche Zurückweisung von geschlechtsabweichendem Verhalten könnte auch der Grund für eine ablehnende Haltung gegenüber Transmenschen sein. Transpersonen fühlen sich nicht in dem Geschlecht zuhause, dem sie bei Geburt zugeordnet wurden und können einen abweichenden Geschlechtsausdruck (gender expression) haben.
Obwohl Transpersonen seit 2007 in die LGBT emancipation policy der niederländischen Regierung aufgenommen sind, war bis vor kurzen eigentlich nichts über die Haltung ihnen gegenüber bekannt. […]
Die Teilnehmer der vorliegenden Studie wurden gebeten, sieben Fragen zu beantworten, in denen es um ihre Haltung zu Transmenschen und geschlechtsuntypischem Verhalten ging. Das Ergebnis: Es scheint insgesamt eine hohe Akzeptanz von Transpersonen zu geben. Nur eine kleine Minderheit (ca. 9%) berichtete, dass sie die Freundschaft mit einer nahestehenden Person abbrechen würden, wenn diese ihren Körper in Richtung ihres wahren Geschlechts verändern würde. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass es für einen erheblichen Teil der Befragten sehr wichtig ist, dass das Geschlecht des Gegenübers deutlich wird.
– 20% denken, dass mit Leuten, die sich weder männlich noch weiblich fühlen, etwas nicht stimmt.
– 21% würden lieber nicht mit Leuten umgehen, die sich nicht eindeutig männlich oder weiblich fühlen.
– 57% möchten bei einer Begegnung mit einer Person wissen, ob diese ein Mann oder eine Frau ist.
Der grösste Teil der Teilnehmenden (59%) ist der Meinung, dass eine geschlechtsanpassende Operation nach reiflicher Überlegung möglich sein sollte, ein nicht unerheblicher Teil (39%) denkt, dass die Kosten dafür jedoch selbst zu tragen seien.
Ähnlich wie bei Befragungen über die Akzeptanz von Homosexualität sind es auch hier Frauen, die eine tolerantere Haltung zu Transmenschen oder geschlechtsabweichendem Verhalten haben. Auch bei nicht-religiöse Menschen ist die Akzeptanz grösser. Die Einstellung gegenüber Transmenschen ist unter gebürtigen Niederländern und Migrant_innen von den Antillen, Aruba oder aus der westlichen Welt positiver als unter Migrant_innen mit türkischem oder marokkanischem Hintergrund.
PDF Acceptance … S. 28/29.