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Grenzsteine sind Zeugen der Vergangenheit und unterstehen einem rechtlich verankerten Schutz. Diese Kulturgüter bilden wertvolle Geschichtsquellen und müssen vor dem Vergessenwerden bewahrt werden. Seit 2008 erstellt die Kantonale Denkmalpﬂege ein laufend aktualisiertes Inventar der historischen Grenzsteine im Kanton Zürich. Leider bringen Meliorationen, Traktoren, aber auch Nichtwissen viele wertvolle Grenzsteine zum Verschwinden. Unter den Grenzsteinen eingebettet zeigen oft «Zeugen», etwa Dachziegel, die genaue Position des Grenzsteins auf für den Fall, dass der Findling sich verschieben sollte.
Im Jahr 1470 bestehen in den Untertanengebieten, in denen Zürich neben der Landeshoheit auch die Gerichtsherrschaft ausübt, sechs Landvogteien und 17 Obervogteien, zu denen später noch weitere hinzukommen. Herrliberg gehört zur Obervogtei Küsnacht. Die Vogteien bestehen bis 1798.
Der «Grosse Grüningerstein» ist ein Findling, etwa 180 cm lang und rund 130 cm breit. Er ragt etwa 100 cm aus dem Boden. Eingemeisselt sind die Buchstaben M, GN und K (Obervogtei Meilen, Landvogtei Grüningen, Obervogtei Küsnacht) sowie die Linien des Grenzverlaufs. Dieser «DreigemeindenGrenzstein» am Zusammentreffen der drei alten Grenzen steht oberhalb des Hinterbergwegs nahe dem heutigen Dreigemeinden-Grenzpunkt Herrliberg/Egg/Meilen.
Der «Kleine Grüningerstein» ist ein unauffälliger roter Ackerstein mit einer Breite und Höhe von je rund 30 cm. Er trägt auf der Vorderseite die Buchstaben GN (Landvogtei Grüningen) und liegt bis zur Verbreiterung des Hinterbergwegs 1983 (als die Kiesgrube geschlossen und gleichzeitig der Pfad zur Meilener Grenze hin als Hinterbergweg fortgeführt wird) bei der einspringenden Waldecke am Weg. Der Stein ist seither nicht mehr aufﬁndbar.
Ein weiterer rund 40 cm hoher und 30 cm langer Stein ist dreieckig und liegt etwas unterhalb der Guldenerstrasse nahe dem Küsnachterbach. Dieser «Dreigemeinden-Grenzstein» trägt die Buchstaben GN, GE und K (Landvogtei Grüningen, Landvogtei Greifensee, Obervogtei Küsnacht).
Oberhalb des Pﬂanzschuelwegs ragt auf Küsnachter Gebiet unweit der Herrliberger Grenze auf 757 m Höhe ein rund 60 cm hoher Stein aus dem Boden, mit satteldachartigem Abschluss. Eingemeisselt sind die Buchstaben GE und K (Landvogtei Greifensee, Obervogtei Küsnacht) sowie die Zahl 4, die darauf hinweist, dass es sich um einen von mehreren derartigen Grenzsteinen handelt. Die Linie zwischen den Steinen Guldenerstrasse und Pﬂanzschuelweg entspricht der alten Gemeindegrenze.