Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03373.jsonl.gz/874

mhanke hat geschrieben: ↑27 Mär 2024, 10:23
Hertie hat geschrieben: ↑26 Mär 2024, 17:17
Morgen wird gewechselt.
Mir gefällt die Uhr sehr gut, ist da ein ETA 2894 drin? Gut, der Name ist ein wenig ..... naja. Aber wenn ich dran denke, dass mein Auto mit Reifen namens "Potenza" ausgeliefert wurde ....
Marcus
Danke Marcus.
Die Uhr ist eigentlich ziemlich interessant.
Luigi Macaluso, der damalige Eigner von Girard Perregaux und Claudio Castiglioni, der ehemalige Eigner der Traditionsmarke MV Agusta, (Ducati, Cagiva) kannten sich von jungen Tagen an, da beide aus gutem Hause in Italien stammten und dem Rennsport verbunden waren.
So war Luigi Macaluso vor seiner Zeit bei Girard Perregaux , was eigentlich viele gar nicht wissen, sogar Ralley-Europameister. MV Agusta wiederum Spitzenmotorradmarke mit 75 Weltmeistertiteln in Konstruktion-, bzw.Fahrerwertung mit legendären Fahrern wie Agostini und John Surtees ( der einzige Motorrad- UND F1-Weltmeister) .
Castiglioni kaufte die MV Agusta von Harley Davidson zurück und es entstand die Idee, dass man unter der Zweitmarke mit dem großen Namen (Daniel) JeanRichard, welcher ja eigentlich die Uhrenindustrie eingeleitet hatte (mit der man wie Blancpain, Breguet und Lange) neu durchstarten und sie ebenso im Spitzenfeld der Marken positionieren wollte , etwas zusammen machen wollte.
Damit entstand dann die Zusammenarbeit mit den MV Agusta-Chronos. Der Name Brutale kam nicht von ungefähr, sondern ist schlicht die Bezeichnung des Motorrades (und bedeutet eben so etwas wie "Kraft" ) . MV Agusta legte dann auch 100 Stück der F4 100 CC (Claudio Castiglioni) auf. Mit € 100´000.- damals eines der drei teuersten Motorräder weltweit.
Und für die MV Agusta Brutale mit 200 PS/ 290 km/h wurden dann jeweils 290 Uhren aufgelegt, deren Limitierung eben die Höchstgeschwindigkeit symbolisieren sollten.
Und am Motorrad wiederum prangten die Schriftzüge von Jeanrichard.
Nach dem leider bereits kurz darauf erfolgten frühen Ableben von Luigi Macaluso übernahm sein Sohn Girard-Perregaux, sodass für JeanRichard keine Ressourcen verblieben. Soweit mir bekannt, wollen sie die Rechte aber auch nicht abgeben.
Der Chrono selbst ist eigentlich ebenso interessant verarbeitet. Das kissenförmige Gehäuse im Panerai-Stil ist nunmal sowieso meins, dazu ein Karbon-Zifferblatt sowie seitlich eine Gold-Plakette wie bei Ulysses Nardin, auf der der Markenname prangt. Überzogen ist das Gehäuse teilweise mit Kautschuk .
Das Gehäuse ist irgendwie auch ein kleines Fragezeichen. Im Netz findet man manchmal die Bezeichnung "Reintitan" oder "Hightech" .
Ich vermute, dass es eine Kombination aus beiden ist . Nämlich Titan mit Gold.
Meine Anfrage bei Girard Perregaux und der Stammbuchauszug ergab sonderbarerweise die Auskunft, das Gehäuse sei vollständig aus : "Pink Gold 5N 18" , was ich nicht glaube. Für mich sind Plakette, Boden,Lünette,Krone,Drücker aus 18k Gold und der Korpus eben aus dem besagten Materialmix.
Und nein, kein ETA-Kaliber, sondern Manufaktur JR1030 auf Basis JR1000 . Recht flach und fein finissiert. Mein Uhrmacher der es serviert hat, war ziemlich angetan von der Qualität.
So, das war es . Sorry für die Exkursion, aber für einen eigenen Thread hat die Uhr zu wenig Fans.
Gast-Member Nr.1 - am 15.2.2006 virtuell bereits im Schlafsack vor der Türe wartend.