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Der letzte Tag der Heisei-Ära
Heute ist das Ende der Heisei-Ära in Japan. Kaiser Akihito wird offiziell abdanken und Platz für seinen Sohn Naruhito machen, der am morgigen 1. Mai 2019 neuer Tennō Japans wird. Seit dem 8. Januar 1989 sass Hirohito auf dem Thron der ältesten Erbmonarchie der Welt. Diese 30-jährige Periode wurde ihrem Namen – Heisei wird als «Frieden überall» übersetzt – gerecht. Denn zum ersten Mal in der modernen Geschichte Japans, die mit der Meiji-Zeit (1868 – 1912) begann, war das Land in keinen Krieg direkt involviert. Es war tatsächlich eine Ära des Friedens und in dem Sinn auch ein Fortsetzung der erfolgreichen Nachkriegsjahrzehnte der Shōwa-Ära (Asienspiegel berichtete). Doch ruhig war es auch in der Heisei-Zeit nicht.
Die Heisei-Ära war zunächst das Ende der Euphorie. Anfang der 1990er-Jahre platzte die Wirtschaftsblase. Es folgten die Jahre der Finanzkrisen und der Anschlag der AUM-Sekte auf die Tokioter U-Bahn (Asienspiegel berichtete). 1995 erschütterte das Kobe-Erdbeben eine ganze Nation (Asienspiegel berichtete). 2011 kam es zur verheerenden Dreifachkatastrophe , die bis heute ihre Spuren hinterlässt (Asienspiegel berichtete). Und dennoch war nicht nur alles negativ in diesen 30 Jahren, ganz im Gegenteil. Die Heisei-Jahre waren auch geprägt von Höhepunkten, die nicht nur Japanern ein Begriff sind. Im Folgenden eine kleine (unvollständige) Auswahl.
Tamagotchi, Game Boy und Hayao Miyazaki
Im ersten Jahrzehnt der Heisei-Jahre prägte Japan die globale Game-Industrie. 1989 brachte Nintendo den Game Boy auf den Markt, mit dem das Zeitalter der portablen Spielkonsolen begann. Nur ein Jahr später antwortete Sega mit dem Game Gear, der zwar ein Farbdisplay besass, aber nie die Popularität des Game Boys erreichte. Nintendo entwickelte zudem 1990 mit dem Super Nintendo, auf Japanisch Sūpā Famikon genannt, eine Heimkonsole, die weltweit die Jugend der 90er in ihren Bann zog. Schliesslich wurde die Playstation von Sony ab 1994 zum grössten Konkurrenten.
Da war aber auch Tamagotchi von Bandai, das virtuelle Haustier auf dem Mini-Display. Das Elektronikspielzeug in der Form eines Plastikeis erschien 1996 in Japan und wurde zum Kult für eine ganze Generation. Pokémon, dessen Erfolg bis heute anhält, erlebte im selben Jahr seine Premiere. Derweil wurde 1995 mit der Serie Neon Genesis Evangelion eine der einflussreichsten Anime-Produktionen überhaupt realisiert (Asienspiegel berichtete). 2001 feierte «Spirited Away» von Hayao Miyazaki und seinem Studio Ghibli in Japan Premiere. Der Anime ist bis heute der erfolgreichste japanischen Kinofilm (Asienspiegel berichtete). Die Oscar-Auszeichnung machte Miyazaki endgültig zu einem globalen Superstar.
Die 1990er boten aber auch Höhepunkte abseits der Welt der Spiele und der Animes. 1992 machte die Shinkansen-Strecke zwischen Tokio und Hakata mit der Einführung der Nozomi-Verbindungen einen beachtlichen Geschwindigkeitssprung (Asienspiegel berichtete). 1993 wurde ausserdem der Hawaiianer Akebono der erste Ausländer, der den Status des Yokozuna erreichte. Im selben Jahr wurde die J-League mit 10 Mannschaften ins Leben gerufen. Die Fussball-Profilliga wurde zur Erfolgsgeschichte. Heute ist Fussball in Japan fast genau so beliebt wie der Nationalsport Baseball. Für den Höhepunkt in dieser Sportart sorgte derweil die japanische Frauen-Nationalmannschaft, die nur wenige Monate nach der Dreifachkatastrophe 2011 die Fussball-WM gewann (Asienspiegel berichtete).
Der höchste Fernsehturm
Auch bauchtechnisch setzte Japan neue Standards. 2003 wurde Roppongi Hills eröffnet. Der gigantische Büro-, Restaurant, Shopping-Komplex wurde zum neuen Vorbild für weitere ähnliche Modernisierungsprojekte in Tokio und anderen japanischen Städten. Zum neuen Wahrzeichen der Hauptstadt wurde derweil der Tokyo Skytree, mit 634 Metern das zweithöchste Bauwerk der Welt (Asienspiegel berichtete). Der Fernsehturm ersetzte den Tokyo Tower, der zum Symbol des Wirtschafswunders nach dem Zweiten Weltkrieg wurde. Seinen grossen Test bestand der Skytree, als er noch in der Bauphase das grosse Erdbeben von 2011 schadlos überstand. Überhaupt war es eine goldene Ära für die japanische Architektur. Gleich sechs Mal wurden Japaner (Fumihiko Maki, Tadao Ando, SANAA, Toyo Ito, Shigeru Ban & Arata Isozaki) in der Heisei-Zeit mit dem renommierten Pritzker-Preis, dem Nobelpreis der Architektur, ausgezeichnet.
Auch meine Japan-Geschichte begann in der Heisei-Zeit, nämlich 1995:
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