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Das Wichtigste in Kürze
- In der Sperrzone um Tschernobyl soll im Juli dieses Jahres ein Atommülllager entstehen.
- Die ersten Anlagen wurden bereits im Dezember fertiggestellt.
- Damit soll die Ausfuhr des Atommülls in das Nachbarland Russland verhindert werden.
Die Ukraine will im Juli in der Sperrzone um das Kernkraftwerk Tschernobyl ein Atommüllzwischenlager in Betrieb nehmen. Damit soll der Export von radioaktiven Abfällen nach Russland überflüssig werden.
«Der Bedarf der Ukraine an diesen Dienstleistungen ist weggefallen», sagte der Chef des Staatskonzerns «Energoatom», Pjotr Kotin.
Zwischenlager soll Brennelemente aufnehmen
Die ersten Anlagen sind demnach bereits im Dezember fertiggestellt worden. Es sei noch ein 43 Kilometer langer Gleisanschluss in der Sperrzone fertig zu bauen, erklärte Kotin. Bis 2040 sollen weitere Bauabschnitte hinzukommen.
Das Zwischenlager soll zukünftig die verbrauchten Brennelemente von drei der vier Atomkraftwerke des Landes aufnehmen. Diese wurden bisher zur Wiederaufbereitung ins Nachbarland Russland gebracht.
Energoatom gab die jährlichen Kosten dafür mit umgerechnet rund 165 Millionen Euro an. Kiew ist zudem vertraglich verpflichtet, wiederaufbereitete Abfälle zukünftig zurückzunehmen. Die Beziehungen zu Russland sind schon seit Jahren zerrüttet.
Grösste Atomkatastrophe in der Geschichte
Die Atomkraftwerke des Landes produzieren mehr als 50 Prozent des Stroms in der Ex-Sowjetrepublik. Im April 1986 war es im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer verheerenden Explosion gekommen. Das Unglück gilt als die grösste Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft.
Infolgedessen wurden verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Kiew will das Gebiet zunehmend wirtschaftlich nutzen.