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Die jüngste Geschichte Haitis ist geprägt von den Auswirkungen des zerstörerischen Erdbebens im Jahr 2010 und des Wirbelsturms Matthew im Oktober 2016. Die politische Lage des Landes bleibt instabil und eine Verbesserung zeichnet sich im Moment nicht ab. Bei diesen negativen Aussichten sind die Verbesserungen im Grundschulbereich besonders erfreulich. 90 Prozent der Kinder im Grundschulalter besuchen heute eine Schule in Haiti. Zugang zu Grundschulbildung für besonders marginalisierte Gruppen, die in ländlichen Gebieten wohnen, ist jedoch weiterhin nicht selbstverständlich: 200'000 Kinder haben immer noch keinen Zugang zu einer Grundschulbildung.
In den Jahren nach dem Erdbeben war die Wiederherstellung des Schulangebots ein zentraler Punkt bei zahlreichen Wiederaufbauprojekten im Bereich Bildung. In fünf Gemeinden im West Departement engagierte sich Caritas Schweiz, in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, im Wiederaufbau von fünf katholischen Schulen, welche während dem Erbeben zerstört worden waren. Die neuen Gebäude wurden im Jahr 2013 bezogen und hielten dem Wirbelsturm Matthew alle Stand. Einzig in einer Schule, die in der neuen Projektphase weiter unterstützt wird, entstanden geringfügige Schäden.
Der Wiederaufbau trug zwar dazu bei, die Bildungschancen in den Gemeinden zu erhöhen, reicht allerdings nicht aus, um das Ziel einer qualitativ guten Grundschulbildung zu erreichen. Die grösste Herausforderung ist, einerseits, die Qualität des Unterrichts zu erhöhen und andererseits die Eltern und Kinder von der Wichtigkeit einer Grundschulbildung zu überzeugen. Dies ist besonders wichtig, da zurzeit nur 33% der Kinder in Haiti erfolgreich eine Grundschulbildung beenden.
Caritas Schweiz unterstützt in diesem Projekt deshalb sieben katholische Schulen ihre institutionellen Kapazitäten zu stärken und die Qualität des Unterrichts für die Kinder zu verbessern.