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Wie steht es mit der Glaubwürdigkeit der Bibel und warum gerade die Bibel? Wie auch immer man zur Bibel steht, so muss man doch zugeben, dass dieses Buch ein aussergewöhnliches Buch ist. Kein anderes Werk hat für vergleichbares Aufsehen in der Weltgeschichte gesorgt. Die Bibel wurde und wird geliebt und gehasst, gedruckt und vernichtet, verbreitet und verborgen. Und sie weist einige besondere Eigenschaften auf, die sie einzigartig machen:
Ihre Entstehung und Einheit: Wie entsteht normalerweise ein Buch? Ein Autor entschliesst sich, ein Buch zu schreiben. Er sammelt Material, gliedert, schreibt, ändert und lässt drucken. Wenn ein Buch mehrere Autoren hat, wird es schon komplizierter. Redaktionsgespräche sind nötig, Pläne zur Anlage und zum Inhalt des Buches werden gemacht, der Stoff wird aufgeteilt. Bei der Bibel waren mehr als 40 Autoren am Werk, die sich bis auf wenige Ausnahmen nicht einmal kannten. Sie konnten sich auch gar nicht kennen, denn sie lebten zu ganz unterschiedlichen Zeiten und schrieben das Buch in einem Zeitraum von rund 1500 Jahren (ca. 1400 v. Chr. bis 95 n. Chr.). Die Autoren kamen aus unterschiedlichen sozialen Schichten und Kulturen. Sie waren von Beruf Soldat, Politiker, König, Fischer, Arzt, Zollbeamter oder jüdischer Gelehrter. Der eine schrieb in seinem Palast, ein anderer in der Wüste und der dritte im Gefängnis. Ihre Schriften entstanden in drei Erdteilen (Afrika, Asien, Europa) und in drei Sprachen (Hebräisch, Aramäisch, Griechisch). Und das Besondere: Obwohl die Schreiber sich nicht absprechen konnten, zieht sich ein roter Faden von der ersten bis zur letzten Seite der Bibel. Woher kommt diese Harmonie und Einheit in der Bibel?
Ihre Überlieferung: Viele Fachleute bestätigen die Zuverlässigkeit der biblischen Überlieferung. Wenn man von einem antiken Werk fünf oder zehn Handschriften hat, dann gilt dieses Werk als gut belegt. Allein vom Neuen Testament der Bibel liegen jedoch über 5000 griechische Manuskripte vor, dazu viele Tausend Handschriften von Übersetzungen und Tausende von Zitaten bei Autoren der frühen Kirchengeschichte. Die Genauigkeit des Textes ist dabei ausserordentlich hoch: Im Neuen Testament gibt es maximal zehn bis zwanzig Verse, bei denen man den Ursprünglichen Wortlaut nicht exakt belegen kann. In der Regel ist der eigentliche Inhalt dadurch aber nicht betroffen.
Ihre Verbreitung: Kein anderes Buch der Weltgeschichte hat eine solche Verbreitung erfahren und wurde so häufig übersetzt wie die Bibel. Heute liegen Bibeln und Bibelteile in über 2000 Sprachen und Dialekten vor, und kein zweites Buch kommt in den Verkaufszahlen auch nur annähernd an die Bibel heran. Diese Verbreitung ist umso bemerkenswerter, weil die Bibel parallel dazu wie kein anderes Buch der Weltgeschichte verfolgt wurde. Unter römischen Kaisern, im Mittelalter und in der Neuzeit gab und gibt es Bibelverbote. Oft stand auf den Besitz einer Bibel sogar die Todesstrafe. Und doch wurde dieses Buch nicht ausgerottet.
Ihre Aktualität: Wenn ein Buch so alt ist, sollte man vermuten, dass der Inhalt mit unserem Leben heute kaum noch etwas zu tun hat. Tatsächlich bezeugen aber bis heute Millionen von Christen, dass ihr Leben verändert wurde, nachdem sie sich auf die Bibel eingelassen haben. Die Gesetze vieler Nationen sind durch die Bibel massgeblich beeinflusst worden. Selbst das deutsche Grundgesetz wäre ohne die Bibel nicht vorstellbar. Seit Jahrhunderten finden über alle Klassengrenzen hinweg Menschen jeden Alters Hilfe und Ermutigung in der Bibel.
Qualitative hochwertige Zeugen: Die Bibel verdient auch im Hinblick auf die Qualität der Zeugen unser Vertrauen. Die Schreiber des Neuen Testamentes gelten als vertrauenswürdig, weil sie über das schreiben, was sie selbst gehört und gesehen hatten oder was sie aus erster Hand überliefert bekamen. Sie können mit Recht sagen: „Wir sind Zeugen von diesen Dingen“ (Lukas 24:48). Weil viele Beobachter noch lebten und das Christentum viele Feinde unter Juden wie Römern hatte, konnten sich die Schreiber Ungenauigkeiten auch gar nicht leisten.
Ihre eingetroffenen Zukunfsvorhersagen: Die Bibel enthält über 3000 Vorhersagen verschiedenster Art, die zuverlässig eingetroffen sind: In Bezug auf einzelne Völker, auf Israel, auf bestimmte Personen und Städte. Ein bedeutender Teil dieser Prophetien bezieht sich auf den Messias Jesus Christus. So geben gleich mehrere Bibelstellen Details über seinen grausamen Kreuzigungstod wieder (Jesaja 53, Psalm 22) – Jahrhunderte bevor diese Form der Exekution von den Römern überhaupt angewendet wurde. Weitere alttestamentliche Prophetien beziehen sich auf den Zeitpunkt seines Kommens, seinen Geburtsort, seinen Stammbaum und seine Auferstehung. Erfüllte Prophetie ist etwas, was es in anderer Literatur in dieser Form nicht gibt. Für Christen ist sie ein Hinweis darauf, dass Gott selbst hinter der Bibel steht.
Erfahrbare Wahrheit: Das stärkste Argument für die Glaubwürdigkeit der Bibel befindet sich jedoch auf einer völlig anderen Ebene: In der ganz realen Erfahrbarkeit einer Beziehung zu dem Gott, den die Bibel vorstellt. Bis heute gibt es unzählige Menschen, die bezeugen, dass sie durch die Bibel den lebendigen Gott kennengelernt und erfahren haben.
Eine ganze Reihe von Argumenten, die für die Glaubwürdigkeit der Bibel sprechen! Daher ist es nur vernünftig, wenn wir uns näher mit diesem Buch beschäftigen und offen sind für das, was die Bibel uns zu sagen hat.
(Ausschnitt aus dem Heft „Iss, trink und sei fröhlich“ von Clemens Baumann, 2. Auflage 2014)