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Eine neue Sensation
Der PGB 35, Jahrgang 1904
Teddybär, dunkelblond, 35 cm gross (sitzend gemessen), gestickte Nase und fünf Krallen.
Eine Rarität, die faszinierend im Design und in der Konstruktion ist und zugleich einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des Teddybären darstellt.
Der PGB 35 (P steht für Plüsch, G für Gestänge und B für beweglich) ist ein 50 cm grosser Bär, der wahrscheinlich Geschichte schreiben wird. Dieser Bär ist deshalb so bedeutsam, weil er vermutlich das zuvor unbekannte fehlende Glied zwischen den mit Metallgestängen ausgestatteten und den angescheibten Teddybären ist.
Die Steiff-Archivare trauten ihren Augen kaum, als sie das Metallgestänge und die schwarze, handgestickte Nase des PGB 35 sahen. Sein Design und die Gliederbefestigung deuten eindeutig darauf hin, dass der Bär aus dem Jahre 1904 stammt und nach dem PB 55, dem PB 28 und dem PB 35, aber vor der PAB-Serie entwickelt wurde.
1902 präsentierte Steiff das Modell PB 55, den ersten Teddy der Welt mit beweglichen Gliedern. Dieser 55 cm grosse, stehende Bär war mit Holzwolle gestopft und deshalb hart.
Er hatte eine Bindfadenaufhängung sowie eine Siegellacknase. Der PB 55 war schwer und wirkte noch recht plump. Daher kam er bei den Kunden nicht besonders gut an. Richard Steiff nahm sich dieser Problematik an. Er stellte im Jahr 1904 die Modelle PB 28 und PB 35 vor. Diese Bären waren kleiner (40 bzw. 50 cm) und verfügten über ein Aufhängesystem aus drei Metallstangen: Eine führte den unteren Teil des Körpers und verband die Beine miteinander, eine die Arme am Oberkörper, und an der obersten Stange wurde der Kopf befestigt. Wie ihr älterer Bruder hatten auch diese Bären eine Siegellacknase. Sie waren kleiner und leichter als der PB 55, doch immer noch relativ schwer. Damit die Metallaufhängung im Körper nicht verrutschte, musste sie mit Holzwolle umgeben und so fixiert werden.
Bis zur Entdeckung des PGB 35 liessen die verfügbaren Aufzeichnungen vermuten, dass die dem PB 28 und dem PB 35 nachfolgende Teddybären-Generation die 1904 herausgebrachten PAB-Modelle (P steht für Plüsch, A für angescheibt und B für beweglich) waren. Sie wichen beträchtlich von ihren Vorgängern ab: Sie waren puppenähnlicher, hatten kürzere Arme, einen weniger stark ausgeprägten Buckel und insgesamt rundlichere, freundlichere Züge. Ausserdem verfügten sie als Besonderheit über handgestickte Nasen und Münder. Diese Bären waren die ersten ihrer Art mit einer revolutionären, neuen Gliederbefestigung. Bei dieser neuen Technologie befestigte man Kopf, Arme und Beine durch ein System von mit Splinten verbundenen Pappe- und Metallscheiben. Dieses Befestigungssystem wird seit seiner Einführung vor über einem Jahrhundert nahezu unverändert noch heute bei Steiff verwendet. Da man nun auf das Gestänge zur Befestigung der Glieder verzichten konnte, wurde auch keine feste Füllung mehr benötigt. Die Bären wurden lockerer gefüllt; mit Holzwolle oder mit Kapok (weisse flaumige Naturfaser aus den Früchten eines Tropenbaumes). Das Gewicht reduzierte sich so um 40%. Zwei der berühmteren Bären im PAB-Design sind der 32 cm grosse, graue Richard-Steiff-Bär (Steiff-Museum in Giengen) und Teddy Girl, ein 46 cm grosser, aprikosenfarbener Bär mit Mittelnaht.
Mit der Entdeckung des PGB 35 ist nun geklärt, dass es zwischen dem PB 28 und dem PB 35 von 1904 und der Einführung der PAB-Serie im Jahre 1905 ein Übergangsmodell gab. Der PGB 35 ist somit zeitlich vor dem Teddy Girl und dem Richard-Steiff-Bär einzuordnen.
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