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Film-Tipp des Tages: «Potiche - Das Schmuckstück»
Als ihr Ehemann krankheitshalber ausfällt, übernimmt die bis anhin gänzlich unterdrückte und für nutzlos gehaltene Gattin (Catherine Deneuve) die Leitung des Betriebs - und entdeckt sich neu.
Sendeplatz
Sonntag um 23:15 Uhr auf SRF 1.
1977, in einem französischen Städtchen: Suzanne Pujol (Catherine Deneuve) ist die Ehefrau eines erfolgreichen Direktors einer Regenschirmfabrik. Obwohl sie die Tochter des Firmengründers ist, hat sie bis anhin nie etwas mit dem Unternehmen zu tun gehabt. Sie war stets die korrekte Hausfrau und Mutter, die die Affären ihres Mannes schweigsam hin nahm.
Das Chaos bricht aus
Doch dann sorgt ein Streik in der Fabrik dafür, dass ihr Mann Robert Pujol (Fabrice Luchini) wegen eines Schwächeanfalls ins Spital gebracht werden muss. Suzanne übernimmt derweil die Leitung der Fabrik. Ihre Tochter Joëlle (Judith Godrèche), die Suzanne primär als Schmuckstück sieht, traut es ihr nicht zu, während ihr Sohn Laurent (Jérémie Renier) unheimlich stolz auf seine Mutter ist.
Unterstützung erhält Suzanne bei ihrem ersten Treffen mit dem Betriebsrat von Roberts Sekretärin Nadège (Karin Viard) und dem Bürgermeister des Städtchens, dem Kommunisten Maurice Babin (Gérard Depardieu), mit dem sie in jungen Jahren einmal eine Affäre hatte. Entgegen allen Erwartungen meistert Suzanne die Gespräche mit den Streikführern gekonnt und wird zur allseits beliebten Chefin. Als ihr Mann auf seinen Chefsessel zurückkehren will, bricht das Chaos aus.
Feuerwerk der Filmzitate
François Ozon, bekannt als Regisseur von «8 femmes», «Swimming Pool» oder «Angel», spielt in seiner leichtfüssigen Komödie «Potiche» gekonnt mit den Versatzstücken der Filmgeschichte. Er lehnt sich einerseits an die klassischen Screwball Comedies an, anderseits erweist er auch den Louis-de-Funès-Filmen seine Reverenz.
Besetzt hat er die Hauptrollen mit der Grande Dame des französischen Kinos, Catherine Deneuve, und dem französischen Charakterdarsteller Gérard Depardieu. Während dieser in letzter Zeit vor allem durch unflätiges Verhalten von sich reden gemacht hat, geniesst Deneuve durch ihr politisches Engagement, etwa für Amnesty International, einen sehr guten Ruf.
«Potiche» war 2010 am Filmfestival Venedig für einen Goldenen Löwen nominiert. Seither hat Ozon die beiden Filme «Dans la maison» und «Jeune et jolie» realisiert. Letzterer läuft momentan im Kino.