Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03655.jsonl.gz/1403

Von einem Darlehen spreche ich, wenn hinreichend viel Geld(wert) hinreichend lange ausgeliehen wird.
Ausleihen unterscheide ich von schenken und von tauschen.
Tauschen macht nur mit verschiedenen Waren Sinn. Beide Tauschende haben etwas, was sie nicht brauchen und brauchen etwas, was sie nicht haben. Leihen macht mit derselben Ware Sinn.

Anmerkungen
Bei vielen Darlehen wie etwa Hypotheken geht es gar nicht darum, dass sie je beglichen werden. Darlehen werden in unserer Gesellschaft normalerweise als Geschäft abgewickelt. Der Geldgeber verlangt Zins und sagt dann, der Tausch bestehe darin, dass er eine zeitlang auf sein Geld verzichte und dafür Zins als Gegenwert bekomme.
So gesehen hat das Darlehen einen ganz eigenständigen Charakter, der mit der Differenz zum Tauschen nichts mehr zu tun hat, sonder ausdifferenziert etwas eigenes geworden ist.
In der politischen Ökonomie wird Geld teilweise als Darlehen der Zentralbank bezeichnet. Das macht natürlich differentiell Sinn, wo die Zentralbank als Aktiengesellschaft Gewinn produziert und sozusagen auf ihr Geld verzichtet um Zins zu bekommen. Da die Zentralbank aber das Geld selbst herstellt, ist schwerlich zu begreifen, dass von einem Verzicht darauf gesprochen werden könnte.
Die Zentralbank als Institution der Nation braucht den Zins als Regelungsmechanismus. Dazu ist Zins funktional, solange die Banken Zinsen nehmen (können), statt sich (islamisch) ihre Arbeit zahlen zu lassen.