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In den 90er Jahren sahen Millionen von Menschen auf ihren Fernsehbildschirmen Aufnahmen aus Ländern, die durch Antipersonenminen kontaminiert wurden, und welch dramatische Auswirkungen dieser Umstand auf die betroffenen Bevölkerungsgruppen hatte. Im Jahr 1997 wurde das Thema zu einem internationalen Anliegen und führte zur Verabschiedung der Ottawa-Konvention (Mine Ban Treaty). Eine Gruppe Schweizer Freunde, von denen die meisten bereits in der humanitären Welt aktiv waren, nahmen sich dieser Problematik an und gründete die Fédération suisse de déminage (Schweizerischer Verband für Minenräumung).
Das erste echte Projekt zur Minenräumung der FSD begann dann einige Monate später in Bosnien-Herzegowina. Ziel war die Räumung des olympischen Dorfes Dobrinja an dem die Frontlinie verlief.
Danach weitete die FSD ihre Aktivitäten auf andere Länder aus, vor allem auf Ersuchen des Welternährungsprogramms, mit dem 2001 ein gemeinsames Abkommen geschlossen wurde. Darin wurde festgelegt, dass Notfallteams der FSD in Bereitschaft sein müssen, um die Verteilung von Nahrungsmitteln an die Zivilbevölkerung in verminten Gebieten sicherzustellen. Dazu gehörte auch die Sicherung wichtiger Strassen und Infrastruktur im Irak, Afghanistan, Sudan und Südsudan.
Anfang 2003 wurde die Fédération suisse de déminage zur Fondation suisse de déminage (Schweizerische Stiftung für Minenräumung) und setzte ihre humanitäre Arbeit in Ländern fort, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind. In stark kontaminierten Ländern wie Albanien, Libanon, Laos und Sri Lanka werden gross angelegte Aktionen durchgeführt. Im Laufe der Jahre hat die FSD Tausende von Minenräumern in der ganzen Welt ausgebildet.
Die auf Notsituationen spezialisierten Teams der FSD führen zudem humanitäre Massnahmen durch, die über die Minenräumung hinausgehen, wie etwa nach dem Tsunami in Sri Lanka im Jahr 2004. Die FSD beschloss, ihr Minenräumprogramm auszusetzen, damit ihr gesamtes Personal, ihre Krankenwagen und weiteren Fahrzeuge für die von der Naturkatastrophe betroffenen Menschen zur Verfügung stehen konnten.
Im Laufe der Jahre ist das Fachwissen innerhalb der FSD gewachsen und die Minenräumung hat sich weiterentwickelt. Die FSD investiert in Maschinen und neue Technologien, um die manuellen Arbeiten zu unterstützen. Seit 2003 werden mechanische Bodenbearbeitungsmaschinen eingesetzt. Seit 2008 ist die FSD auch an Forschungsprojekten beteiligt, die am Einsatz von Drohnen in der Minenräumung arbeiten.
Das Repertoire der FSD erweiterte sich fortlaufend, wodurch ergänzende Aktivitäten bereits bestehende Programme bereicherten. In mehreren Ländern, darunter Mosambik und Armenien wurden Programme zum Aufbau lokaler Kapazitäten durchgeführt. Im Jahr 2009 wurde in Tadschikistan ein Programm zur Vernichtung veralteter Waffen- und Munitionsbestände gestartet.
Die FSD ist in Post-Konflikt Umgebungen tätig, in denen sich die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht allein auf die Minenräumung beschränken. Die Organisation bewegte sich folglich immer mehr in Richtung Entwicklungshilfe. Im Jahr 2012 wurde in Kirgisistan auch ein Umweltsanierungsprogramm gestartet, das die Bodenverschmutzung durch Minen analysierte.
Anschliessend führte die FSD mehrere Projekte zur Sanierung ehemaliger Uranabbaustätten in Tadschikistan sowie Kirgisistan durch und arbeitet seit 2016 an der Bereinigung von Standorten, die mit giftigen Pestiziden kontaminiert sind.
Gleichzeitig nahmen Projekte zur Unterstützung von Friedensprozessen Gestalt an. Im Jahr 2015 begann die FSD mit einem Programm zur Unterstützung des Entwaffnungs-, Demobilisierungs- und Rehabilitationsprozesses ehemaliger Kämpfer in der Zentralafrikanischen Republik.
Auf den Philippinen, im westlichen Teil der Insel Mindanao, setzt die FSD Minenräumprojekte als Vermittlungsinstrument zwischen ehemaligen Kriegsparteien ein. Des Weiteren werden auch sozioökonomische Unterstützungsprojekte durchgeführt, um wie beispielsweise in Afghanistan Minenopfern durch eine sinnvolle Tätigkeit, wieder einen Weg zurück in die Gesellschaft zu öffnen.
Im Rahmen ihrer humanitären Programme arbeitet die FSD auch an der Entwicklung nationaler Kompetenzen. So können ab einem gewissen Punkt, die lokalen Akteure selbst eine wirksame und nachhaltige Strategie zur Entminung ihres Landes umsetzen.
Zwischen 1997 und 2022 hat die FSD 450 km² gesichertes Land an die Gemeinden zurückgegeben und fast 1,4 Millionen Kampfmittel zerstört. Derzeit beschäftigt die FSD über 500 Mitarbeiter in acht Ländern, die täglich daran arbeiten, die Welt ein Stück weit sicherer zu machen.
Die humanitäre Arbeit der FSD ist seit 25 Jahren nur durch die grosszügige Unterstützung unser privaten und öffentlichen Förderer möglich.
Wir danken jedem, der sich mit uns für eine sichere Welt einsetzt!