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Das Weinbaugebiet Bordeaux, im Französischen korrekt als Bordelais bezeichnet, ist mit rund 3.000 Weingütern auf mehr als 120.000 Hektar Fläche das grösste zusammenhängende Anbaugebiet der Welt. Der Kalksteinsockel der Küstenregion ist von eiszeitlichen Ablagerungen aus Sand und Kies bedeckt, was ein tiefes Einwurzeln der Reben ermöglicht. Der nahe Atlantik, die Waldgebiete landeinwärts sowie die Wasserzuläufe sorgen für ein mildes Klima mit geringen Temperaturschwankungen, frostfreie Winter, genügend Feuchtigkeit im Frühjahr und viele Sonnenstunden im Sommer bis in den Herbst hinein.
Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc sind die roten Rebsorten, die den Bordeaux berühmt gemacht haben.
Viele hervorragende Rotweine aus dem Weinbaugebiet Bordeaux sind sogenannte Cuvées, also Weine, bei denen mehrere Rebsorten desselben Weinguts gemeinsam gekeltert oder vergoren werden. Die deutschsprachige Übersetzung „Verschnitt“ klingt abwertend, darf aber keinesfalls so verstanden werden. Die Assemblage, also die Zusammenstellung geeigneter Rebsorten für einen Cuvée, ist die besondere Kunst des Kellermeisters. Er beurteilt die Eigenschaften jeder Rebsorte wie Fruchtausprägung, Tannin und Alkoholgehalt sowie die Restsüsse. Dann kombiniert er zum Beispiel körperreiche, farbintensive Weine mit jungen, fruchtigeren Sorten. Sein Ziel ist es, eine bessere Qualität zu erreichen, als sie jede Partie für sich bieten würde. Meist werden drei bis fünf Rebsorten kombiniert, im Extremfall – nämlich beim Châteauneuf-du-Pape – sind 13 Sorten zugelassen. Hier dürfen sogar weisse Trauben in den Rotwein kommen. Übrigens ist der Saft von roten Trauben zunächst genauso farblos wie bei weissen Sorten. Seine Farbe erhält der Rotwein erst durch den Kontakt des Traubensaftes mit den festen Bestandteilen der Maische.
Die Appellation, abgekürzt AOC für Appellation d'Origine Contrôlée, ist ein Schutzsiegel für Weine mit kontrollierter Herkunft. Im Bordelais gibt es mehr als fünfzig Appellationen. Bordeaux und Bordeaux Supérieur dürfen aus dem gesamten Département Gironde stammen. Darunter gibt es subregionale und kommunale Appellationen. Der bekannte Saint-Émilion beispielsweise, den Sie auf ricardo.ch erhalten, ist eine kommunale Appellation und muss aus dem gleichnamigen Anbaugebiet im Osten des Bordelais stammen. Neben den Appellationen wird auch zwischen Markenweinen und Château-Weinen unterschieden. Während die Markenweine von Weinhändlern und Genossenschaften aus passenden Fassweinen mehrerer Weingüter zusammengestellt werden, repräsentieren Château-Weine (Gutsweine) die Charakteristika der Trauben eines einzelnen Weinguts. Bei der Beurteilung eines Château-Weins ist deshalb der Ruf des Weinguts und seines Kellermeisters ebenso wichtig wie die Appellation.
Bordeaux Weine sind Teil der Geschenkideen für Paare.