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Die Region Werdenberg besitzt nur wenige stehende Gewässer. Das grösste ist der Voralpsee (Gemeinde Grabs). Er «erfüllt den zentralen Teil einer grossen, poljenartigen Karstwanne, deren Ausgang durch den späteiszeitlichen Bergsturz vom Chapf herunter verbarrikadiert worden ist. Das idyllische Gewässer fliesst unterirdisch via Schlucklöcher im Seeboden ab. Die Annahme, dass die grossen Quellen am Walchenbach (Rogghalmquellen) südwestlich Grabs über diesen Weg versorgt werden, ist durch Färbungsversuche widerlegt worden. Das am Seeboden abfliessende Wasser tritt erst am Rheintalhang wieder aus, und zwar in den Hugenbüelquellen bei Grabs und in den Quellen am Werdenberger Seelein [...], was der generellen Richtung der Karstentwässerung im Alviergebiet entspricht. [...]. Wenn grosse Wassermengen den Voralpsee erreichen, ist die unterirdische Entwässerung wie ein überlastetes Rohrsystem nicht mehr in der Lage, den Zufluss vollständig abfliessen zu lassen. In diesem Fall funktioniert das Seebecken wie ein Expansionsgefäss. [...] Der Seespiegel steigt an, bis das Wasser über die Felsschwelle zwischen Höhi und Chalchofen überläuft. [...] Da im Abflussbereich die mächtigen Chapf-Bergsturzmassen liegen, erfolgt der Überlauf ebenfalls unterirdisch, zwar nicht im Karst, aber im Bergsturzschutt. Jetzt werden die grossen Quellen am Ostende der Sturzablagerungen bei der Schwendi [oberhalb Rogghalm] zusätzlich noch mit Voralpseewasser gespiesen.» (Keller 1998, 57f.).
Blick von der Nideri auf das Alptal Ischlawiz und den Voralpsee. Rechts über ihm deutlich zu sehen der Felsabbruch am Chapf. Die abgestürzten Felsmassen führten zur Stauung des unterirdisch entwässernden Bergsees auf 1123 m ü. M. Ganz rechts oben der Margelchopf (2163 m), darunter die Alp Isisiz; links im Hintergrund das Liechtensteiner Unterland, Feldkirch und der Eingang in den Walgau.
Im Aufstieg zur Alp Isisiz von der Voralp her. Unter uns der Voralpsee, rechts darüber das Berggasthaus; ganz hinten der Alpstein mit dem Säntis; davor (über der weissen Felswand) die Alp Gamperfin. - Bild: Werdenberger Namenbuch.
Der Werdenberger See ist offenbar in ursächlichem Zusammenhang mit der Gründung des Städtchens Werdenberg ab dem späten 13. Jh. künstlich gestaut worden, indem ein nordostseitig errichteter Damm die am Hangfuss hervortretenden Quellen aufhielt. Augenscheinlich geschah diese Stauung hauptsächlich, um die ansonsten ungeschützte Vorderflanke der neuen Stadtsiedlung gegen Südosten abzuschirmen, aber natürlich auch im Hinblick auf ein Fischgewässer. Dass es sich um eine künstliche Stauung handelt, geht nicht zuletzt auch aus dem Namen Wuer (Buchs) des Dammes hervor, über den die Durchgangsstrasse führt, kommt das Wort Wuhr doch von wehren, weist also auf menschliches Handeln hin.
Der Schaner See in der Gemeinde Wartau, in der ebenen Fläche nördlich hinter Oberschan, stellt eine Stauung in dem dortigen parallel zum Rhein verlaufenden Randrinnental dar. Das Seelein ist allerdings infolge von Auffüllungen, natürlicher Verlandung und der Entwässerung durch den Putelgraben mittlerweile zu einem schilfverwachsenen Weiherchen zusammengeschrumpft und heute fast verlandet.
Was vom Schaner See hinter Oberschan (Wartau) übriggeblieben ist.
Ehemalige historisch bezeugte Tümpel und Wasserflächen sind durch Verlandung verschwunden, so in Rheinnähe (etwa im Gebiet Seeli (Sennwald), östlich von Haag, im Raum der Autobahnauffahrt), sodann auf der Scheitelfläche des Grabser Bergs (im Maienberggebiet Anggapells auf 1290 m, 1463 noch als «Sewlin» erwähnt), ferner auch im Gebiet Seebach (Gams) am obersten Gamser Hinderberg (970 m), das vom Aggerbächli entwässert wird.
Bei den grösseren Bergbächen wurden am Bergfuss Kiessammler angeordnet. Diese halten das heruntergespülte Geröll zurück, das dort regelmässig ausgebaggert wird.
Im Werdenberger Alpengebiet sind stehende Gewässer eher selten. Die vorhandenen kleinen Wasserflächen bilden den höchstgelegenen Lebensraum für Bergmolch, Grasfrosch und Erdkröte. Im Wesentlichen handelt es sich um die Weiher und Tümpel über dem Buchser Berg, auf der Luna östlich vom Isisizgrat (1980-1990 m; vgl. Bi den Seeli [Buchs]), dann in Wartau im oberen Teil der Schaner Alp (1970 m; Bi den Seen [Wartau]) und schliesslich in Grabs auf der Hochweide Gerschella südwestlich des Gamserruggs (1960-2070 m), zwischen den Alptälern Ischlawiz und Plisen.
Auf Gerschella, dem hochgelegenen Weideplateau zuoberst in der der Alp Ischlawiz, auf rund 2000 m. Rechts hinten der Kegelstumpf namens Trestercholben (2160 m), ganz links der Gämsler oder Gamsberg (2385 m).