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Heinrich Schütz: Johannespassion
Karfreitagsmusik 2019
Johannespassion von Heinrich Schütz (1585 – 1672)
Rita Barmettler – Sopran
Susanne Andres – Alt
Matthias Lüdi – Tenor
Balduin Schneeberger – Bass
Armin Würsch – Evangelist
Agileu Motta – Laute
Thilo Hirsch – Violone
Peter Scherer – Orgel und Leitung
Schützens Leistungen in der Kirchenmusik stehen ebenbürtig neben denen seines grossen Nachfolgers Johann Sebastian Bach und sichern ihm einen Platz unter den grössten deutschen Komponisten.
Schütz kam in Köstritz in Thüringen zur Welt. Sein Vater war Bürgermeister von Weissenfels , wo er auch den noch heute stehenden Gasthof „zum Schützen“ besass. Mit 13 Jahren kam er als Kapellknabe an das Collegium Maritianum nach Kassel. Hieran schloss sich ein kurzes Jurastudium in Marburg. 1609 ermöglichte der Landgraf Schütz das Musikstudium bei Gabrieli an San Marco in Venedig. Nach seiner Rückkehr wurde er Hofkapellmeister in Dresden am Hof. Als er im Jahre 1619 heiratete, begann eine äusserst schöpferische Periode.
Der 1618 ausgebrochene Dreissigjährige Krieg, mit seinen Schrecken und Nöten, ging auch an den Verwandten und Freunden Schützens nicht spurlos vorüber. So starb seine Frau Magdalena, sein Freund Johann Hermann Schein. Später reiste Schütz noch einmal nach Venedig um sich mit der Musik von Monteverdi vertraut zu machen. 1627 komponierte er das Bühnenwerk „Dafne“, die erste deutsche Oper, welche als Meilenstein in der Geschichte der Musik zu gelten hat. Von dieser Oper ist leider nur noch das Textheft vorhanden. Die Interessenlosigkeit seines Kurfürsten führten dazu, dass Schütz verschiedene Stellen an deutschen Höfen übernahm, so war er auch zwei Jahre Kapellmeister am Hofe in Kopenhagen. Nach Beendigung des Krieges beteiligte sich Schütz am Wiederaufbau des Dresdner Musiklebens. Nach dem Tod des Kurfürsten, in den nun folgenden Alterswerken erreichte Schützens Kunst ihre höchste Meisterschaft. Zwischen 1664 und 1666 vollendete Schütz seine gewaltigen Passionen nach Matthäus, Lukas und Johannes, in denen er mit sparsamsten Mitteln dramatische Wirkung erzielt. Den krönenden Abschluss seines Lebenswerkes bildete nicht etwa ein Requiem, nein das achtstimmige Deutsche Magnificat 1671. Im Alter von 87 Jahren ist Schütz in Dresden gestorben.
Die Johannespassion
dürfte aus dem Jahre 1665 stammen, denn dieses Datum wird auf einer Abschrift genannt. Von keiner der drei Passionen sind Originalmanuskripte gefunden worden. In der Johannespassion erreichen die Chorstücke eine bewundernswerte dramatische Kraft, aber auch Charakterisierung mit denen Spott, Wut, Ärger und Falschheit ausgedrückt werden. Solche Schilderungen aber bleiben auf das Ensemble beschränkt, während die Rezitative des Evangelisten eine fast feierliche Strenge aufweisen, ein seltsamer Kontrast, der den Hörer Schützscher Musik zum Nachdenken über die Epoche dieses Meisters zwingt. Die 16 Chorsätze sind im allgemeinen äusserst kurz, über lange Strecken hin erreicht keiner auch nur eine Minute Dauer. Unvergleichlich länger sind die Rezitative, die oft in Dialogform gehalten sind. Schütz gebührt in mancher Hinsicht etwa der Ehrentitel eines „Stammvaters der Musik“, den alle Meister der folgenden Jahrhunderte in Einstimmigkeit Bach zuerkannten.