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Warum Journalist? Das Schlüsselerlebnis waren Kantischüler. Die hatten sich in den Achtzigerjahren zum Kiffen statt zum Turnunterrricht getroffen. Sie wurden alle erwischt. Mehrere mussten das Gymi verlassen, die Erziehungsdirektion verbannte sie. Einer aber hatte studierte Eltern, selbst Lehrer. Die wehrten sich juristisch gegen den Ausschluss, bis vor Bundesgericht. Sie bekamen recht. Ihr Sohn machte die Matura, konnte studieren. Die anderen nicht, sie hatten ja nicht geklagt. Für mich war es ein Lehrstück zur Bedeutung sozialer Herkunft und zum Unterschied von Recht und Gerechtigkeit. Darüber wollte ich schreiben.
Ich studierte Soziologie, Staatsrecht und Publizistik, arbeitete als Handelslehrer und begann zu schreiben. Bei einer Regionalzeitung, dann zehn Jahre für den «Tages-Anzeiger» und die «Sonntags-Zeitung». Dabei besuchte ich regelmässig Gerichtsverhandlungen. Ich recherchierte über organisierte und andere Kriminalität, lernte Mafiosi, Geldwäscher und korrupte Unternehmer kennen – und deren Opfer. Daneben unterrichtete ich mehrere Hundert Studentinnen und Studenten in journalistischer Recherche.
Der Beobachter ermöglicht es, vertieft über die Auswirkungen wirtschaftlicher und sozialer Ungerechtigkeiten zu berichten, Tätern und Opfern gegenüberzustehen und gesellschaftliche Verwerfungen früh zu erkennen.
Das Leben neben der Arbeit verbringe ich gerne mit Brettern. Nicht vor dem Kopf, besser unter den Füssen, beim Windsurfen oder Snowboarden. Und ich schlage gerne zu, mit Stöcken in den Händen. Als Schlagzeuger in Kellern, ab und zu auf einer Bühne.