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Fujitsu Siemens Computers auf der Kippe? Siemens will den Vertrag mit Fujitsu angeblich "vorsichtshalber" kündigen.
Wie 'Reuters' heute gestützt auf mehrere Quellen, deren Identität die Nachrichtenagentur nicht verriet, berichtet, verhandeln Siemens und Fujitsu gegenwärtig intensiv über die Zukunft ihres Joint Ventures Fujitsu Siemens Computers (FSC). Je eine Person in Japan und Deutschland hätten konkret ausgesagt, dass Siemens wahrscheinlich im Herbst den Vertrag mit Fujitsu "vorsichtshalber" kündigen werde.
Ohne Kündigung von einer der beiden Seiten vor Ende dieses Jahres würde sich der 1999 ausgehandelte Joint-Venture-Vertrag im September 2009 automatisch um fünf Jahre verlängern. Die Kündigung des bestehenden Vertrags würde nicht automatisch den Ausstieg von Siemens bedeuten, aber dem deutschen Partner im Joint Venture Spielraum verschaffen, um zum Beispiel den Vetrag mit einer kürzeren Laufzeit neu auszuhandeln.
Siemens-Chef Peter Löscher hat in der Vergangenheit wiederholt die aus Sicht des Siemens-Konzerns mangelnde Rendite von FSC kritisiert, was auch zu Spannungen mit dem FSC-Chef Bernd Bischoff geführt habe, wie die 'Financial Times Deutschland' berichtet.
Wenn Siemens tatsächlich aussteigen will, wären meherere Szenarien möglich. Zuerst müsste Siemens seinen 50-Prozent-Anteil Fujitsu zum Kauf anbieten. Gemäss dem japanischen Informanten von 'Reuters' wäre Fujitsu aber wahrscheinlich nicht gewillt, diesen zu übernehmen. Fujitsu verkauft in Asien und und Nordamerika Computer aus eigener Produktion und unter eigenem Namen. FSC macht dagegen den grössten Teil seines Umsatzes in Europa und ist der grösste "europäische" Computerhersteller, und würde somit eigentlich gut zu Fujitsu passen. Nach der Einschätzung von Fujitsu, so der Insider, hätte aber der Markenname der Japaner in Europa allein zu wenig Kraft, um sich im harten Konkurrenzkampf zu behaupten.
Falls Fujitsu das Joint Venture nicht ganz übernehmen würde, könnte es für Siemens aber auch schwierig werden, seine Anteile anderweitig zu verkaufen. Ein absolut logischer Kandidat - ein europäischer Hersteller, der genügend gross wäre, um mit den Japanern zusammenzuarbeiten - ist gegenwärtig nicht in Sicht. Eine weitere Alternative wäre dann, dass beide Partner ihre Anteile einem Drittunternehmen verkaufen. (Hans Jörg Maron)