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FIEBER
Der Sinn des Fiebers ist eines der am häufigsten missverstandenen Themen der Medizin. Weil ich den grossen Wert des Fiebers in der Praxis immer wieder erlebe, ist es mir ein Anliegen, einiges dazu zu erklären.
Fieberentstehung:
Die Körpertemperatur eines gesunden Menschen wird konstant bei ca. 37° C gehalten. Ausgelöst durch Bakterien, Viren, Allergene, Medikamente oder auch Krebs, bewirkt ein körpereigener Stoff die Erhöhung dieses Sollwertes im Gehirn (genauer im Hypothalamus). Daraufhin versucht der Köper durch Verminderung von Wärmeabgabe (Verminderung der Hautdurchblutung) und vor allem durch vermehrte Wärmebildung (Schüttelfrost, Muskelzittern) die neu vorgegebene Temperatur zu erreichen.
Zum „Wert" des Fiebers:
Die erhöhte Körpertemperatur stimuliert das Immunsystem des Menschen. Zudem vermag sie viele Viren, deren Temperaturtoleranz oft sehr gering ist, zu inaktivieren. Fieber ist keine Krankheit! Im Gegenteil: Fieber ist Ausdruck der Fähigkeit des Immunsystems, gegen Krankheiten aktive Gegenwehr zu leisten. Insbesondere bei Kindern ist häufiger hohes und auf 3 Tage begrenztes Fieber zu beobachten und Zeichen für eine gute Gesundheit.
Fiebersenkende Massnahmen (z.B. Wadenwickel, Fieberzäpfchen) vermögen zu lindern und vordergründig die Arbeit zu erleichtern, sind aber kurzsichtig, weil sie dem Körper die Möglichkeit nehmen, sich durch das Fieber gegen den Infekt zu wehren.
Säuglinge unter einem halben Jahr sollten am 2. Fiebertag ärztlich untersucht werden, weil bei ihnen das Immunsystem noch ungenügend entwickelt ist. Bei über 6 Monate alten Kindern sind bis zu drei Fiebertage unproblematisch.
Der Fieberkrampf:
Obwohl sich die meisten Eltern genau davor fürchten: es ist noch nie ein Kind durch Fieberkrampf gestorben. Diese Fieberkomplikation ist durchweg harmlos und es wird in keiner Studie in der Folgezeit nach Fieberkrämpfen von irgendeiner Beeinträchtigung der Gesundheit oder der intellektuellen Leistung berichtet. Bei Krämpfen, welche sich aus anhaltend hohem Fieber entwickeln, sollte ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.
Behandlung des Fiebers:
Wie oben schon erwähnt, rate ich grundsätzlich davon ab, das Fieber zu senken. Wichtig sind liebevolle Betreuung, Bettruhe, Reizabschirmung sowie Trinken fördern. Eine Arzneibehandlung (auch mit homöopathischen Mitteln) ist nicht notwendig. Wenn das Fieber auch am 4. Tag nicht zurückgeht, der Patient trocken (kein Schweiss) und durstlos ist oder andere Komplikationen auftreten, kann mit dem passenden homöopathischen Akutmittel schnell und unkompliziert geholfen werden.