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Hintergrund
Junge Bäume gehören zum normalen Nahrungsspektrum der Schalenwildarten Reh, Hirsch und Gämse. Weisstannen und Bergahorne sind beim Wild besonders beliebt; sie sind aber auch forstlich wichtige Baumarten. Analysen von Daten aus langjährigen Stichproben-Erhebungen in Indikatorflächen sollen aufzeigen, ob und wie Verbiss die Struktur der Verjüngung, das heisst die Grössenverteilung nach Baumarten, langfristig beeinflusst.
Projektziel
Im Projekt soll nachgewiesen werden, inwieweit bzw. in welchen Fällen hohe Verbissintensitäten später zu Verjüngungsproblemen (niedrige Verjüngungsdichten, langsames Aufwachsen der Verjüngung, Entmischung) führen. Des Weiteren soll es einen Beitrag leisten zur Quantifizierung des Einflusses von Schalenwild auf die Verjüngung bei verschiedenen Lichtverhältnissen. Da die Lichtverhältnisse durch waldbauliche Massnahmen beeinflusst werden können, trägt das Projekt zur Frage bei, wie weit waldbauliche Massnahmen Verbisseinflüsse vermindern könnten.
Forschungsfragen
- Wie beeinflusst die Verbissintensität die spätere Verjüngungsstruktur sowie die Strukturentwicklung, einzeln bei den Baumarten Weisstanne und Bergahorn, und insgesamt in der Vertretung dieser Baumarten?
- Bestehen Unterschiede zwischen Standortsgruppen (Buchenwälder, Tannen-Buchenwälder) und zwischen Sturmflächen, lückigen Beständen und weitgehend geschlossenen Beständen?
Methode
Daten aus langjährigen Erhebungen der Verbissintensität und der Verjüngungsstruktur in Indikatorflächen, mit je 20-50 Probekreisen à 12.6 oder 78.5 m2 (2 oder 5 m Kreisradius) pro Fläche, dienen als Grundlage (Methode Rüegg 2008). Da sich die Auswertungen auf die Weisstanne und den Bergahorn konzentrieren, muss genügend Verjüngung dieser Baumarten in den Indikatorflächen vorhanden sein. Anhand folgender Kriterien wurden 38 Indikatorflächen ausgewählt: Aufnahmeperiode mindestens 10 Jahre, Präsenz von Weisstanne in mindestens 10 Probekreisen, und aktuelle Aufnahme (2011 oder 2010) und Markierung der Probekreise vorhanden.
Im Jahr 2012 wurden Zusatzerhebungen in 660 Probekreisen mit Weisstannenpräsenz durchgeführt zur Quantifizierung i) der Lichtverhältnisse (Öffnungsgrad, Basalfläche, Lückengrösse), ii) der Standortsbedingungen, iii) der Verjüngung, die dem Äser entwachsen ist, iv) der Bodenvegetation als Alternativnahrung und Konkurrenz zur Baumverjüngung sowie v) der Intensität und Frequenz des Verbisses an Weisstannenbäumchen gegenüber anderer Schäden wie Pilzbefall, Fegen, mechanische Beschädigungen, Insekten und Frost.<br/>Die Analysen fokussieren auf dem Vergleich der Verjüngungsdichten pro Grössenklasse und Baumart in den Probekreisen.
Literatur
Rüegg, D., 2008. Verjüngungskontrolle: Methoden Stichproben in Indikatorflächen. Dani Rüegg, Kaltbrunn.
Berwert-Lopes, R., 1996. Assessment of tolerable browsing by Eiberle's method: Limitations and future prospects. Forest Ecology and Management 88, 87-91.