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Der Body Mass Index (BMI) ist eine Formel, die das Körpergewicht (kg) im Vergleich zur Körpergrösse (m) in Quadrat setzt. Aus dieser Gleichung generiert sich eine Zahl, die dann als BMI-Zahl einer Person gilt. Mittels einer Tabelle kann man folglich feststellen, ob man als untergewichtig, normal- oder übergewichtig gilt.
Der BMI ist eine rein mathematische Formel, die 1832 von Adolphe Quetelet, einem Statistiker, erfunden und schliesslich von Ignaz Kaup, einem Sozialhygieniker, weiterentwickelt und verbreitet wurde. Motivation für einen solche Berechnung war nicht ein gesundheitlicher Aspekt, sondern der Wunsch nach einem berechenbaren Normwert, um die Bevölkerung in «normal» und «nicht normal» einstufen zu können.
Der BMI erfasst weder Alter und Geschlecht, noch den Muskelanteil und die Fettverteilung. So gelten viele Sportler wie z.B. Vladimir Klitschko gemäss dem BMI als übergewichtig. Soweit auch die gängige Kritik. Wir gehen aber noch weiter: eine Schlussfolgerung zum Gesundheitszustand einer Person, ausschliesslich basierend auf seinem*/ihrem* Gewicht finden wir problematisch. Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum, übermässiger Medienkonsum und anderes, ist ebenfalls gesundheitsgefährdend, wird jedoch in der Gesellschaft viel eher toleriert. Kaum eine*r betrachtet eine*n Weintrinker*in und denkt sich «Igitt, so ungesund!». Sprechen wir aber über Dicke, so kommt dieses Vorurteil meist recht schnell zum Vorschein. Fat-Phobia unter dem Deckmantel der Gesundheit.
Ja, wir alle wissen um die Risiken von Übergewicht: Herzkreislauf-Probleme, Diabetes und Gelenkschmerzen, um einige zu nennen. Und diese gilt es durch eine gesunde Lebensweise zu minimieren. Es ist aber falsch, diese lediglich mit «Übergewicht» in Verbindung zu bringen. 1. Wissen wir nicht, ob diese Person, mit der wir sprechen / die wir sehen, an diesen Symptomen leidet (das tun nämlich nicht alle), 2. Gibt es zahlreiche andere Faktoren, die diese Risiken begünstigen und 3. Geht es uns auch überhaupt nichts an, wie wer mit seinem Körper umgeht und wie er*/sie* aussieht.
Der Körperkult unserer Zeit ist auf einem solchen «Höhepunkt» angelangt, der jegliche Werte eines Menschen, an dessen Aussehen festmacht – und dazu gehört zu einem grossen Anteil auch das Gewicht. Die Bandbreite, was denn als «normal» gilt, ist ziemlich klein. Alles ausserhalb wird kritisiert. Das ist nämlich ein weiterer Grundsatz unserer heutigen Gesellschaft: Jede*r meint, über jede*n urteilen zu müssen. Der Wert eines Menschen aber sollte nicht von seinem Äusseren abhängen. So simpel diese Aussage klingt, so notwendig ist es, dass wir uns alle wieder daran erinnern.