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Hier finden Sie alles über die drei Traumfänger Legenden und ihre Entstehung. Lesen Sie über ihre Mythen und welche Weisheiten sich hinter diesen magischen Netzen verbergen.
Vor sehr langer Zeit suchte ein verzweifelter Vater, rat bei dem grossen Geist. Dazu ging er mit seiner Medizinpfeife in den Wald. Mitten im Wald setzte er sich ruhig hin und rauchte dabei seine Pfeife und lauschte dem Flüstern des Windes. "Ich kann dir helfen", hört er plötzlich. "Wer sprach zu mir?", fragte der Vater ganz erschrocken. Eine grosse Spinne näherte sich ihm, setzte sich vor Ihm auf einem Grashalm. "Ich bin es, die dich gerufen hat. Ich weiss auch wieso du von Alpträumen geplagt wirst. Und ich habe eine Antwort auf deine Gebete”. Sprach die Spinne. “Ich zeige dir meine Medizin. Die Verwirrungen in deinem Leben kommen nicht von dir selbst, denn du führst ein gutes Leben. Die Geister um dich herum, die nicht in Harmonie leben, möchten, dass du zugrunde gehst. Es sind böse chaotische Geister, die dich während deines Schlafes heimsuchen." Während die Spinne dem Vater das alles sagte, zog sie zwei Grashalme zueinander und band sie mit Spinnfaden zusammen. "Bringe mir jetzt folgende Dinge, damit ich dir helfen kann", befahl ihm die Spinne. Der Vater hörte auf die Spinne und organisierte auf direktem Wege die geforderten Dinge. Als er alles gefunden hatte, kehrte er zurück zur Spinne.
Die Spinne nahm die Gegenstände und legte zuerst die Adlerfeder in das Netz "Diese Feder steht für die Luft sowie für die Geister der Lüfte", sagte die Spinne. Danach legte die Spinne den Stein ins Netz und sagte: “ dieser Stein steht für den Geist der Erde.” Anschliessend legte die Spinne noch die Muschel ins Netz und sprach: “ Diese Muschel steht für die Geister des Meeres. Und zuletzt gebe ich noch die Perlen dazu, diese steht für das Feuer und die Geister des Feuers”. Danach rat die Spinne dem Vater: “ Nun nimm diesen Traumfänger, der die Kräfte von Erde, Wind, Feuer und Wasser in sich trägt. Hänge ihn über dein Bett und du wirst von nun an gut ruhen. Denn die friedlichen Geister bewegen sich in einer geraden Linie, damit diese in den Träumen zu dir kommen können. Aber die bösen chaotischen Geister können auf gerader Linie nicht vorankommen und werden im Netz gefangen, und verbrennen in den ersten Sonnenstrahlen am Morgen”. Diese Legende wurde seither von Generation zu Generation bewahrt.
Traumfänger Legenden von den Lakota-Sioux Vor sehr langer Zeit begab sich der Medizinmann der Lakota-Sioux auf einen hohen Berg. Dort bekam er eine Vision von Iktomi, der große Trickser und Lehrer der Weisheit, welcher die Gestalt einer Spinne hatte. Iktomi sprach zu dem Ältesten. Während er sprach, nahm die Spinne, des Ältesten Weidenreifen, der mit Federn besetzt war, und verzierte den Reif mit einigen Pferdehaaren, Perlen und Opfergaben und begann ein Netz zu spinnen und erklärte dem Ältesten die Lebenszyklen. Wie jedes Lebewesen als Säuglinge anfängt und sich zu einem Erwachsenen entwickelt und danach alt wird und anschliessend wieder auf Hilfe von anderen angewiesen ist, gleich wie ein Säugling. Danach schliesst sich der Zyklus wieder. „Aber”, sagte Iktomi, während er sein Netz spannte, „in jeder Zeit des Lebens begegnen uns Kräfte – einige gute und einige schlechte. Wenn Du den guten Kräften zuhörst, werden sie Dich in die richtige Richtung lenken. Hörst Du aber auf die schlechten Kräfte, werden sie Dich verletzen und fehlleiten.”
Als Iktomi seine Erläuterungen beendet hatte, gab er dem Lakota-Ältesten das Netz und sagte: „Schau, das Netz ist ein vollkommener Kreis, aber im Zentrum des Netzes ist ein Loch. Benutze das Netz, um Dir und Deinem Stamm zu helfen, Eure Ziele zu erreichen und nutze die Ideen, Träume und Visionen Deines Volkes. Wenn Du an den grossen Geist glaubst, wird das Netz Deine wertvollen Ideen einfangen, während die schädlichen durch das Loch verschwinden.” Der Lakota-Älteste gab seine Vision an sein Volk weiter. Seit dem wird der Traumfänger bei den Sioux-Indianer gebraucht und wird über ihren Betten gehängt, um ihre Träume zu sieben. Das Gute ihrer Träume wird im Lebensnetz gefangen und begleitet sie, während das Böse durch das Loch im Zentrum.
Traumfänger Legenden von den australischen Ureinwohner (Quelle: aus dem Buch "Traumfänger" von Marlo Morgan)
Wie wir alle wissen, träumt jeder von uns, jedoch nicht jeder macht sich die Mühe, sich an seine Träume zu erinnern und die darin enthaltenen Botschaften zu entschlüsseln. Nach den Weisheiten der alten Legenden der Aborigines, sind Träume Schatten der Realität, ein Abbild der Wirklichkeit.
Laut den Urvölkern von Australien findet man in den Träumen die Antwort auf alle Fragen. Die Aborigines befragen dazu eine Seelenfrau oder auch Traumfängerin. Früher wurden bei Zeremonien mit Tänzen und Liedern Spinnennetze als Hilfsmittel eingesetzt. Dazu bat man das Universum auf diese Weise um eine Führung durch die Welt der Träume. Die Seelenfrau half dem Träumenden dabei die Botschaft in aus seinen Träumen zu verstehen. Laut diesen Weisheiten gab Ahnenträume aus der Zeit, als der Gedanke die Welt erschuf; es gab Wachträume wie zum Beispiel die tiefe Meditation; es gab Schlafträume und viele andere mehr.
Die Stammesangehörigen nehmen die Hilfe der Traumfänger bei den unterschiedlichsten Problemen in Anspruch. Wenn sie sich über ihre Beziehung zu einem anderen Menschen nicht im Klaren waren. Wenn sie Probleme mit der Gesundheit hatten oder wenn sie nicht verstanden, welchen Sinn eine bestimmte Erfahrung haben sollte, suchten sie die Antwort auf ihre Fragen stets im Traum. Für uns "Veränderte Menschen" gibt es nur einen Zugang zu unseren Träumen durch den Schlaf. Jedoch die "Wahren Menschen" können sich auch im wachen Zustand in die Bewusstseinsebene des Traums versetzen. Da sie sich nicht mit Hilfe bewusstseins-verändernder Drogen in die Traumwelt begeben, sondern einfach durch Atemtechnik und Konzentration, handeln sie sehr bewusst.
Die Stammesangehörigen träumen nachts nur, wenn sie einen Traum herbeigerufen haben. Der Schlaf ist für ihre Körper eine wichtige Zeit der Ruhe und Erholung. In diesen Stunden sollen die Energien nicht auf mehrere Vorhaben gleichzeitig gelenkt werden. Sie glauben, dass wir "Veränderten Menschen" nachts träumen, weil es in unserer Gesellschaft nicht erlaubt ist, tagsüber zu träumen.