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Philharmonia Zürich
1985 entstand in Folge der Trennung des traditionsreichen Tonhalle- und Theaterorchesters das Orchester der Oper Zürich. 2012, mit Beginn der Intendanz von Andreas Homoki und dem Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors Fabio Luisi, wird das Orchester der Oper Zürich zur Philharmonia Zürich.
Pro Saison ist das Orchester in rund 250 Opern- und Ballettvorstellungen des Opernhauses Zürich zu hören. Als Podium für das Konzertrepertoire werden zusätzlich die Philharmonischen Konzerte veranstaltet. Soiréen und Kammermusikmatinéen ergänzen das künstlerische Spektrum des Orchesters.
Bevor Fabio Luisi mit der Saison 2012/13 die künstlerische Leitung des Orchesters als Generalmusikdirektor übernommen hat, haben u. a. Franz Welser-Möst (1995-2008, ab 2005 als Generalmusikdirektor) und zuletzt Daniele Gatti als Chefdirigent (2009-2012) das Orchester geleitet. 2000/01 fanden die Beständigkeit der Leistungen des Orchesters der Oper Zürich und die Breite seines Könnens mit der Wahl zum «Orchester des Jahres» in der Umfrage der Zeitschrift Opernwelt weit verbreitete internationale Anerkennung.
Viele renommierte Dirigentenpersönlichkeiten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Heinz Holliger, Zubin Metha, Ingo Metzmacher, Georges Prêtre, Nello Santi, Ralf Weikert und viele andere kommen regelmässig, um mit dem Orchester in Oper und/oder Konzert zu arbeiten. Immer wieder stehen auch Auftritte im Ausland auf dem Programm, so u. a. im Wiener Musikverein, in der Alten Oper Frankfurt, der Royal Festival Hall London und in Tokio.
Eine Besonderheit der Philharmonia Zürich ist das Originalklangensemble «Orchestra La Scintilla», das sich aus Musikern der Philharmonia Zürich zusammensetzt und die Zürcher Kulturszene mit Opernaufführungen auf historischen Instrumenten bereichert. Es entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Das «Orchestra La Scintilla» arbeitet mit Dirigenten wie William Christie, Thomas Hengelbrock und Marc Minkowski. Unter der Leitung von Ada Pesch ist es regelmässig in den grossen Konzertsälen der Welt zu erleben und konzertiert mit namhaften Solisten; so begleitete es Cecilia Bartoli auf mehrwöchigen Konzertreisen.
Die Philharmonia Zürich beweist sich immer wieder in der ganzen Bandbreite von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik als stilsicherer, engagiert spielender Klangkörper – ob im Orchestergraben oder auf dem Podium.
Die Geschichte der Philharmonia Zürich
1834
Gründung des Aktientheaters Zürich an den Unteren Zäunen; hier dirigiert Richard Wagner in den frühen 1850er Jahren u.a. Aufführungen seiner eigenen Opern Der fliegende Holländer und Tannhäuser. Gründung des Orchestervereins, eines ständigen Berufsensembles mit 31 Musikern, das für die Allgemeine Musikgesellschaft und das Aktientheater spielt.
1868
Gründung des Zürcher Tonhalle-Orchesters, das bis 1944 sowohl Sinfoniekonzerte gibt als auch Opern spielt.
1890
Das Aktientheater brennt ab.
1891
Neubau des Stadttheaters Zürich (ab 1964 Opernhaus Zürich); zu den Dirigenten des Orchesters gehören unter anderem Richard Strauss und Wilhelm Furtwängler.
1895
Neubau der Tonhalle; das Orchester erlebt musikalische Höhepunkte unter der Leitung seines ersten Chefdirigenten Friedrich Hegar und dessen Freund Johannes Brahms; unter dem späteren Tonhalle-Chef Volkmar Andreae arbeitet das Orchester intensiv mit Ferruccio Busoni zusammen.
1944
Die SRG entlässt ihr in Zürich beheimatetes Rundfunkorchester; die Musiker werden in das Tonhalle-Orchester eingegliedert. Das nun aus 142 Musikerinnen und Musikern bestehende Orchester wird in eine Konzert- und eine Theaterformation aufgeteilt und heisst fortan Tonhalle- und Theaterorchester (TTO) Zürich. Höhepunkte in der Geschichte der Theaterformation des TTO sind der Monteverdi- und der Mozart-Zyklus in den 1970er Jahren mit Nikolaus Harnoncourt (musikalische Leitung) und Jean-Pierre Ponnelle (Regie). Dirigenten wie Nello Santi (Musikdirektor von 1958 bis 1969, seither ständiger Gastdirigent) und Ferdinand Leitner (musikalischer Oberleiter am Opernhaus Zürich von 1969 bis 1984) prägen das Orchester.
1985
Ralf Weikert wird Chefdirigent des TTO (bis 1992); unter seiner Leitung wurde das Orchester ständig vergrössert. Trennung des TTO in das Tonhalle-Orchester und das Orchester der Oper Zürich.
1994
Innerhalb des Orchesters bildet sich das Ensemble «La Scintilla», das auf Originalinstrumenten spielt.
1995
bis 2008 ist Franz Welser-Möst Chefdirigent (ab 2005 als Generalmusikdirektor); Gastdirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Heinz Holliger, Zubin Metha, Ingo Metzmacher, Georges Prêtre, Nello Santi, Ralf Weikert und Ivan bzw. Adam Fischer arbeiten regelmässig mit dem Orchester.
2009
Daniele Gatti wird 2012 Chefdirigent des Orchesters.
2012
Das Orchester der Oper Zürich erhält mit Beginn der Intendanz von Andreas Homoki und dem Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors Fabio Luisi einen neuen Namen: Es heisst nun Philharmonia Zürich.
Herzlichen Glückwunsch
Die Philharmonia Zürich wird 30! Weggefährten gratulieren.
Nikolaus Harnoncourt
Dirigent
Sehr verehrtes Zürcher Opernorchester Ich weiss, Sie heissen jetzt anders, aber für mich bleiben Sie diese wunderbare, idealistische Musikerschar, die sich gera de vom Tonhalleorchester abgespalten und ganz wunderschön mit mir musiziert hat! Das bleibt unvergesslich, und ich höre die Töne und sehe Ihre Gesichter, so lange ich lebe. Alles Gute! Herzlichst, Ihr Nikolaus Harnoncourt
Christoph von Dohnányi
Dirigent
Herzliche Gratulation dem Orchester der Oper Zürich! So hiessen Sie damals und so erinnere ich Sie. Nein, vermisse ich Sie, meine Damen und Herren! Immer auf der Suche nach höchster Qualität bei einem im- mensen Arbeitspensum. Proben in Disziplin auf dem Weg zu besten Ergebnissen, meist mit Freude und auch dem nötigen Quantum an Spass dazu. Gegenseitiger Respekt, Freundschaft und ein Demokratieverständnis, getragen von Verantwortung. So habe ich Sie seiner Zeit in mein Herz geschlossen, und so wünsche ich Ihnen, möge es – heute unter anderem Namen, in Zeiten, die es unserer Musik nicht leichter machen – bis zum nächsten Jubiläum bleiben. Herzlich, Ihr Christoph von Dohnányi
Cornelius Meister
Dirigent
Welches Orchester ist gleichermassen vertraut mit Salome – auf 442 Hertz – und mit der Zauberflöte – auf 430 Hertz? Welches Orchester hat einen weltweit hochgeschätzten Zauberkünstler als Solo-Oboisten? Welches Orchester hat zu Recht den Ruf, international eines der sympathischsten und musizierfreudigsten Ensembles zu sein? Die Philharmonia Zürich ist einzigartig. Jetzt, mit dreissig Jahren, steht sie voll im Leben. Auf geht’s, Ihr Lieben! Es ist stets höchste Freude, mit Euch zu musizieren – allein im Dezember werden es mehr als fünfzig gemeinsame Stun- den sein: mit Haydn, Mozart und Mahler. Ich gratuliere Euch, verehrte Musikerinnen und Musiker der Philharmonia, aufs herzlichste und singe – ob auf 430 oder 442 Hertz – ein kräftiges: «Hoch soll’n sie leben!».
Michael Volle
Sänger
Ein grosser Glücksfall für mein Singen war die Zeit an der Oper Zürich, von 1999-2007 fest zum Ensemble gehörend, und auch danach bis heute (und hoffentlich auch weiterhin), gerade auch wegen der wunderbaren Kolleginnen und Kol- legen im Orchester – mit denen man ja leider nie so direkten Kontakt hat von der Bühne aus. Aber man begegnet sich an der Zürcher Oper viel eher, als in manch anderem grossen Opernhaus – und das ist gut so. Wie oft wurde ich getragen und eingebettet in wundervolle Klangwolken von «unten», begleitet, gefordert, angetrieben – ein wahres Geben und Nehmen. Kollegen, Partner eben! Ein eindrückliches Beispiel dafür (unter vielen): 2004, Neuproduktion Pelléas et Mélisande, spannend und nur er- folgreich, wenn das Orchester diese spezielle impressionisti- sche, oft verhalten träumerische, verhangene Pianokultur zur Vollkommenheit bringt. Und so war es. Unglaublich delikat, (ver)zaubernd. Ein Riesenerfolg (an dem auch die unsach- liche, tendenziöse, blöde ‹Kritik› in der NZZ nichts änderte!). Alle guten Wünsche für alles Kommende, viel Freude beim guten Gelingen. Auf hoffentlich bald!!!!!
Cecilia Bartoli
Sängerin
Liebe Ada, liebe Hanna, lieber Dieter, liebe Freunde und Kollegen, liebe Orchestermitglieder! Seit 30 Jahren spielt ihr als Hausorchester im Opernhaus auf! Vor 25 Jahren in Mozarts Le nozze di Figaro haben wir zum ersten Mal zusammen musiziert! Vor 23 Jahren stolperte ich in Mozarts Don Giovanni, von Eurem verführerischen Klang begleitet, meinem lieben Mann in die Arme! Alles Glücksmomente und dazwischen noch manche mehr! Und nicht zu vergessen Euer Tochter unter- nehmen, das Kleinod «La Scintilla»: einmalig als Formation und in der Kombination! Tanti auguri e tanti baci, Cecilia
Malin Hartelius
Sängerin
Mit Wärme und Dankbarkeit denke ich an über 20 Jahre Zusammenarbeit zurück. Eine lange Zeit mit gemeinsam gelebtem und erlebtem Mu sizieren. Ich wüsste nicht, was ich aus dieser Zeit als etwas ganz Besonderes hervorheben könnte... Ob in der Oper oder im Konzert, es gab immer wieder ma- gi sche Momente, da mit Euch das Musizieren nie zur Rou ti ne wird, sondern etwas ist, das im gelebten Augenblick statt- findet. Das verlange ich von mir selbst als Künstlerin , und so habe ich es mit Euch immer erlebt. Das ist etwas Kost bares und deutet auf die Hingabe und das Einfühlungsvermögen von feinen, begabten Menschen, die sich zusammengefunden haben, um in der Geschichte des Opernhauses einzigartige Spuren zu hinterlassen. In meinem Leben sind Eure Spuren unauslöschlich! (Die schönsten künstlerischen Ergebnisse und Erlebnisse gibt es dort, wo man sich kennt und vertraut ist. Als Sänge rin ha be ich mich von Euch getragen gefühlt, als ob Ihr im mer gespürt hättet, was ich brauche oder wo «es hinführt». Dieses Gespür eines Orchesters findet man nicht überall!) Der per sönliche Erfolg, den ich und meine Kollegen erleben durfte(n), wäre ohne Euch nicht möglich. In diesem Sinne: meine innigste und herzlichste Gratulation zum Jubiläum und zugleich Danke, dass ich mehr als die Hälfte von dieser Zeit den Weg mit Euch gehen dürfte! In Freundschaft und Verbundenheit, Malin
Roberto Saccà
Sänger
Ich gratuliere der Philharmonia Zürich zum 30-jährigen Jubiläum und wünsche für die Zukunft viele musikalische Sternstunden ähnlich denen, die ich in den vergangenen Jahren mit diesem hervorragenden Orchester erleben durfte. In unzähligen Opernaufführungen von Rossini und Mozart über die Uraufführung von Herbert Willis Schlafes Bruder bis zu Wagners Meistersingern habe ich mich immer inter- pretatorisch reich inspiriert und optimal begleitet gefühlt. Danke und alles Gute!
Marc Albrecht
Dirigent
Die Philharmonia Zürich zählt für mich zu den raren Glücks- fällen der heutigen Opernszene: ein Spitzenensemble mit leuchtendem Ton und immer wieder verblüffender W endig- keit und Flexibilität, das sich bei Wagner ebenso zuhause fühlt wie bei Bernd Alois Zimmermann – wunderbar! Happy Birthday!
Simone Young
Dirigentin
Ich gratuliere den Musikerinnen und Musiker des Orchester herzlich zum 30-jährigen Jubiläum: Was für eine wunder- bare Vereinigung von grossen Talenten!!! Ich habe unsere Zusammenarbeit bei Lohengrin sehr genossen und freue mich, dass unser gemeinsames Musizieren in den nächsten Spielzeiten eine Fortsetzung findet! Herzliche Grüsse, Simone Young
Philharmonia Records
Die Philharmonia Zürich gründet zum dreissigjährigen Jubiläum ein eigenes Label, über das Live- und Studio-Aufnahmen weltweit online und im Fachhandel vertrieben werden. Erfahren Sie mehr auf der Philharmonia Records-Website.
Ein Gespräch mit dem Generalmusikdirektor Fabio Luisi
Herr Luisi, pünktlich zu ihrem dreissigjährigen Jubiläum lanciert die Philharmonia Zürich ein eigenes Label. Mit welchem Ziel wurde dieses gegründet?
Mit dem Label Philharmonia Records soll unser Orchester eine eigene mediale Plattform erhalten. Und damit verbunden ist der Wunsch, die Identität des Orchesters zu stärken und seine Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Wunsch kommt von den Orchestermusikern selbst. Gemeinsam mit dem Opernhaus und mir haben sie das Projekt ins Leben gerufen. Nun erscheinen die drei ersten Einspielungen, die ich dirigiere. Für die Zukunft wünsche ich mir aber, dass das Orchester auch Aufnahmen mit Gastdirigenten realisiert.
Mit Hector Berlioz’ Symphonie fantastique sowie Vor- und Zwischenspielen von Richard Wagner erscheinen als erstes Werke aus dem orchestralen Kernrepertoire. Ist das die Linie, die Sie mit dem Label verfolgen möchten?
Das Kernrepertoire ist wichtig, um uns im Vergleich zu anderen Orchestern zu präsentieren. Daran werden wir gemessen. Aber auch Raritäten sind meiner Meinung nach willkommen, da es noch immer viel zu entdecken gibt! Generell ist es nicht möglich, sich zu stark auf ein spezielles Gebiet einzulassen. Durch den grossen Auf- gabenbereich, den das Orchester in seiner Funktion als Opernorchester abdecken muss, sind uns also, was die Aufnahmen angeht, Grenzen gesetzt; andererseits können wir dadurch aber gerade die künstlerische Flexibilität des Orchesters beweisen.
Heisst das, dass auf den Aufnahmen gewissermassen die Höhepunkte der Philharmonischen Konzert saison festgehalten werden?
Da wir aufgrund des dicht gedrängten Spielplans nur selten die Möglichkeit haben, ein Werk im Ton studio aufzunehmen, sind vorläufig vor allem Live-Mitschnitte der Philharmonischen Konzerte geplant.
Für die Wagner-Aufnahme ist das Orchester aber für ein paar Tage aus dem Alltagsbetrieb aus gestiegen und ins Tonstudio gefahren...
Für diese Aufnahme haben wir vier Tage im Tonstudio verbracht und konnten uns sehr intensiv mit den einzelnen Werken beschäftigen. Das war eine wichtige Erfahrung für die Musiker – eine Art des Arbeitens, die sich sehr von den alltäglichen Aufgaben eines Opernorchesters unterscheidet. Für das Orchester geht es nicht nur um das Endprodukt; auch der Entstehungsprozess ist wichtig, es ist für das Orchesterkollektiv auch ein Prozess der inneren Festigung. Deshalb hoffen wir, dass wir es uns auch in Zukunft wieder leisten können, im Studio aufzunehmen.
Der Medienmarkt erlebt gerade die «Verflüssigung» seiner Medien. Bereits heute beschafft sich die Mehr heit ihre Musik über das Internet. Ist es da nicht etwas unzeitgemäss, ein neues CD-Label zu gründen?
Philharmonia Records ist für uns nicht die Gründung eines CD-Labels, sondern einer Marke. Diese wird nicht nur auf CDs und DVDs präsent sein; wir werden die Einspielungen selbstverständlich auch zum Streaming und Downloaden anbieten. Es geht uns um eine mediale Präsenz, und wir versuchen uns dabei flexibel zu den Anforderungen des Marktes zu verhalten.
Die Aufnahmen werden weltweit vertrieben. Für welchen Markt sind sie gedacht?
Wir möchten diejenigen ansprechen, die unser Orchester noch nicht kennen. Bis jetzt ist die Philharmonia Zürich fast nur im lokalen Bereich aufgetreten; jetzt wollen wir uns international öffnen. Wichtige Märkte sind weite Teile Asiens, die amerikanischen Kontinente und Europa.
Warum eignet sich Ihrer Meinung nach ein Opern orchester für Aufnahmen des sinfonischen Repertoires?
Ich glaube, dass ein erstklassiges Opernorchester auch ein sehr gutes Sinfonieorchester sein kann, denn etwas können diese Musiker besonders gut, nämlich zuhören! Sie müssen in der Oper immer auf die Sänger hören, mit denen sie musizieren, und deshalb hören sie sich auch selbst besser zu. Dadurch hat das Orchester eine sehr hohe Flexibilität; die Musiker sind sehr «wach» und können agil auf den Dirigenten und die Solisten reagieren.
Welche Qualitäten der Philharmonia Zürich schätzen Sie ganz besonders?
Die Musiker haben ein sehr hohes Arbeitsethos und einen grossen Willen zur Perfektion – das ist nicht bei allen Opernorchestern der Fall. Diese Punkte sind mir sehr wichtig, und ich erlebe sie hier wie in kaum einem anderen Orchester. Die Musiker der Philharmonia Zürich glauben an ihre Fähigkeiten und wollen immer Qualität anbieten.
Nun feiern wir das 30-jährige Orchesterjubiläum. Das heisst, die Philharmonia Zürich ist vergleichsweise jung. Viele der berühmten traditionellen Orchester haben bereits ihr 100-jähriges Jubiläum hinter sich...
Das ist richtig, aber gerade diese Traditionsorchester sehen sich zurzeit vor das Problem gestellt, dass sie ihre Tradition erneuern müssen. Denn diese kommt noch aus einem älteren Verständnis des Musizierens und auch der Präsentation von Musik. Die Philharmonia Zürich hat dieses Problem nicht, weil sie eben noch ein junges Orchester ist! So ist es beispielsweise das erste Orchester überhaupt, das sich mit «La Scintilla» ein eigenes professionelles Ensemble für Alte Musik geschaffen hat. Ein Traditionsorchester zu sein, ist also nicht in jeder Hinsicht ein Vorteil.
Was würden Sie spontan auf eine Glückwunschkarte an die Philharmonia Zürich schreiben?
«Ich vermisse Euch!» – Das ist wirklich so! Wenn ich woanders bin, vermisse ich die Musiker des Orchesters.
Das Gespräch führten Claus Spahn und Fabio Dietsche
Fabio Luisi
Fabio Luisi, Generalmusikdirektor des Opernhauses, stammt aus Genua. 2011 wurde er zum Principal Conductor der Metropolitan Opera in New York ernannt, nachdem er dort bereits seit September 2010 als Principal Guest Conductor amtiert hatte. Von 2005 bis 2013 war er Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Zuvor war Fabio Luisi Generalmusikdirektor der Staatskapelle Dresden und der Sächsischen Staatsoper (2007-2010), Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters Leipzig (1999-2007), Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (1997-2002), mit dem er zahlreiche CDs aufnahm (Poulenc, Respighi, Mahler, Liszt, eine Gesamtaufnahme der sinfonischen Werke von Arthur Honegger und Verdis Jérusalem und Alzira). Luisi war Chefdirigent des Tonkünstler-Orchesters Wien (1995-2000) und Künstlerischer Direktor der Grazer Symphoniker (1990-1996). Als Gastdirigent trat er mit folgenden Orchestern auf: Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Wiener Philharmoniker, Chicago Symphony Orchestra, Boston Symphony Orchestra, Philadelphia Orchestra, Cleveland Orchestra, San Francisco Symphony, Concertgebouw Orchestra, Staatskapelle Berlin, Oslo Philharmonic Orchestra, Orchestre de Paris, Philharmonia London, NHK Symphony Tokio, Münchner Philharmoniker, Santa Cecilia Orchestra Rom, Mahler Chamber Orchestra. Zudem ist er häufiger Gast an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, der Deutschen Oper Berlin sowie der Staatsoper Berlin. 2002 debütierte er bei den Salzburger Festspielen mit Richard Strauss’ Die Liebe der Danae und kehrte im folgenden Jahr mit Strauss’ Die Ägyptische Helena dorthin zurück. An der Met dirigierte er erstmals 2005 (Don Carlo). Im Jahr 2011 dirigierte Fabio Luisi Neuproduktionen von Don Giovanni, Siegfried und Götterdämmerung (2012) an der Met und dort ausserdem Das Rheingold, Ariadne auf Naxos, Rigoletto und Massenets Manon. Mit dieser Oper gab er auch sein Debüt am Teatro alla Scala di Milano. Am Royal Opera House Covent Garden debütierte er mit Aida, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona mit Falstaff. Zudem leitete er eine USA-Tournee mit den Wiener Symphonikern. Am Opernhaus Zürich dirigierte Fabio Luisi bisher die Neuproduktionen von Jenůfa, Rigoletto, Don Giovanni, La straniera, Fidelio und Aida sowie die Wiederaufnahmen von Tosca, La bohème, Der Rosenkavalier und Don Carlo. Zu seinen CD-Aufnahmen gehören Verdis Aroldo, Bellinis I puritani sowie sämtliche Sinfonien und das Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln des vergessenen österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Ausserdem liegen verschiedene sinfonische Dichtungen von Richard Strauss und eine hochgelobte Aufnahme (Echo-Klassik-Preis 2009) von Bruckners 9. Sinfonie mit der Staatskapelle Dresden vor. Für die Einspielungen von Siegfried und Götterdämmerung mit dem Orchester der Met erhielt er einen Grammy, 2013 wurde ihm der begehrte italienische Kritikerpreis Premio Franco Abbiati und 2014 der Grifo d’Oro der Stadt Genua verliehen.
Mitglieder 14/15
Generalmusikdirektor
Fabio Luisi
Persönliche Assistentin des Generalmusikdirektor Marie Wolfram-Zweig
Orchesterdirektor
Heiner Madl
Orchestertechniker Thomas Bossart, Daniel Gutler, Sebastian Lange, Markus Metzig
Orchesterdisponent Luis Perandones Lozano
Orchesterbüro Sara Waegner
Bibliothek Anja Bühnemann, Dominique Ehrenbaum
1. Violine
Konzertmeister/innen Bartlomiej Niziol, Ada Pesch, Hanna Weinmeister, Keisuke Okazaki, Xiaoming Wang, Wen-Chun Lin
Jonathan Allen, Christian Barenius, Josiane Clematide, Franziska Eichenberger, Juliana Georgieva, Lisa Gustafson, Betül Henseler, Ulrike Jacoby, Martin Lehmann, Judit Morvay, Jakub Nicze, Tatjana Pak, Seraina Pfenninger, Dominique Schiess, Janet van Hasselt, Laurent Weibel, Daniele D'Andria (Orchester-Akademie), Alexander Kuznetsov (Orchester-Akademie), Mateusz Slawomir Smol (Orchester-Akademie)
2. Violine
Anahit Kurtikyan, Eoin Andersen, Michael Salm
Hermann Alexejew,Yuko Arakaki-Krachler, Marianne Borling, Andrea Bossow, Cornelia Brandis, Martina Goldmann, Regine Guthauser, Daniel Kagerer, Nadezhda Korshakova, Anne-Frédérique Léchaire, Sibylle Matzinger-Franzke, Ursula Meienberg, Marina Yakovleva Häfliger, Chen Yu, Ignazio Atzori, Birgit Th. Löffler-Müller, Saskia Paulisch, Timotheus Schläpfer, Mikolaj Tomaszewski, Daniele D'Andria (Orchester-Akademie), Alexander Kuznetsov (Orchester-Akademie), Mateusz Slawomir Smol (Orchester-Akademie)
Viola
Solo Karen Forster, Valérie Szlàvik, Sebastian Eyb, Rumjana Naydenova
Louis Chaintreuil, Maria Clément, Katarzyna Duz-Bielec, Daniel Hess, Florian Mohr, Natalia Mosca, Juliet Shaxson, Martina Zimmermann, Artur Wieczerzynski (Orchester-Akademie)
Violoncello
Solo Claudius Herrmann, Massimiliano Martinelli, Xavier Pignat, Christine Theus
Luzius Gartmann, Alexander Gropper, Christof Mohr, Barbara Uta Oehm, Daniel Pezzotti, Andreas Plattner, Fabien Genthialon (Orchester-Akademie)
Kontrabass
Solo Viorel Alexandru, Dariusz Mizera, Ruslan Lutsyk, Roman Patkoló
Wolfgang Hessler, Hayk Khachatryan, Dieter Lange, Bruno Peier, Alexander Önce (Orchester-Akademie)
Flöte
Solo Maria Goldschmidt, Maurice Heugen
Thomas Voelcker, Pamela Stahel, Andrea Kollé, Nathalie Hérouan (Orchester-Akademie)
Oboe
Solo Bernhard Heinrichs, Philipp Mahrenholz
Samuel Castro Bastos, Maria Alba Carmona Tobella, Clément Noël, Martin Danek (Orchester-Akademie)
Klarinette
Solo Rita Meier, Robert Pickup
Heinrich Mätzener, Nina Sara Höhn, Filipa Margarida Sacramento Nunes, Livio Russi (Orchester-Akademie)
Fagott
Solo Urs Dengler, Anne Gerstenberger
Artan Hürsever, Elisabeth Göring, Marc Jacot, Baris Önel (Orchester-Akademie)
Horn
Solo Glen Borling, László Szlávik
Tomas Gallart, Hanna Rasche, Edward Deskur, Lionel Pointet, Andrea Siri, Elia Bolliger (Orchester-Akademie)
Trompete
Solo William Nulty, Laurent Tinguely
Evgeny Ruzin, Albert Benz, Paul Muff, Marco Antonio Carneiro da Silva (Orchester-Akademie)
Posaune
Solo David García, Sergio Zordan
Ricardo Faustino Diaz Méndez, Benjamin Green, René Meister, Marc Sanchez Marti (Orchester-Akademie)
Tuba
Ricardo Lopes Sotomaior Carvalhoso
Pauke
Norbert Himstedt, Renata Walczyna, Lukas Gamper (Orchester-Akademie)
Schlagzeug
Hans-Peter Achberger, Didier Chevallier, Michael Guntern, Dominic Hermann
Harfe
Julie Palloc, Una Prelle
Tasteninstrumente
Kateryna Tereshchenko (Orchester-Akademie)
Philharmonische Konzerte
Spielzeit 14/15
MYTHOS WIEN
Zweimal in der Geschichte bildete Wien das Zentrum der Musikwelt: Um 1800 waren es Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven, die in der Stadt wirkten und unter der Etikettierung «Wiener Klassik» Meisterwerke komponierten. Hundert Jahre später führte der Komponistenkreis um Gustav Mahler, Alban Berg und Arnold Schönberg in dieser Stadt das musikalische Erbe des 19. Jahrhunderts fort und leitete die Moderne ein. Diese beiden Höhepunkte der Musikgeschichte machten die Musikstadt Wien zu einem Mythos. Als vormaliger Chefdirigent der Wiener Symphoniker hat sich unser Generalmusikdirektor Fabio Luisi intensiv mit der musikalischen Tradition dieser Stadt beschäftigt und sie zum Thema dieser Spielzeit gemacht. Die Werke von Gustav Mahler bilden den Schwerpunkt unserer Philharmonischen Konzerte. Mahler stellte nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent und Operndirektor eine wichtige Identifikationsfigur im Wiener Musikleben um 1900 dar. Von der Zweiten Wiener Schule ausgehend blicken wir einerseits mit Werken von Haydn und Beethoven auf die Erste Wiener Schule zurück und weisen andererseits in die Moderne voraus. Mit dem Alphornkonzert von Jean-Luc Darbellay präsentieren wir sogar eine Uraufführung. Unser artist in residence, die Pianistin Lise de la Salle, und Fabio Luisi setzen ausserdem ihren Rachmaninow-Zyklus fort und bringen dessen drittes und viertes Klavierkonzert zur Aufführung. Für unser «Scintilla»-Konzert wird der Dirigent Teodor Currentzis, der am Opernhaus Zürich mit Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk einen grossen Erfolg feierte, aber auch ein Barockspezialist ist, eigens eine Suite aus Werken von Jean-Philippe Rameau zusammenstellen, dessen 250. Todestag in diesem Jahr begangen wird. Ab dieser Spielzeit finden sämtliche Konzerte im Opernhaus statt.
Die Philharmonischen Konzerte werden unterstützt von Evelyn und Herbert Axelrod
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Diego Matheuz, Philharmonia Zürich
28.09.2014 - 20:00
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Fabio Luisi, Hanna-Elisabeth Müller, Bartlomiej Niziol, Philharmonia Zürich
25.10.2014 - 19:00
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Julie Fuchs, Benjamin Bernheim, Sebastian Knauer, Philharmonia Zürich
31.10.2014 - 19:00
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Cornelius Meister, Elisabeth Kulman, Stuart Skelton, Philharmonia Zürich
14.12.2014 - 19:30
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Fabio Luisi, Lise de la Salle, Philharmonia Zürich
18.01.2015 - 20:00
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Alain Altinoglu, Philharmonia Zürich
22.03.2015 - 19:30
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Teodor Currentzis, Julie Fuchs, Anna Goryachova, Orchestra La Scintilla Zürich
03.05.2015 - 20:00
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Fabio Luisi, Lise de la Salle, Philharmonia Zürich
12.07.2015 - 20:00