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Pseudopolyglobulie (scheinbare Polyglobulie)
Bei einer Pseudopolyglobulie befinden sich scheinbar zu viele Erythrozyten im Blut, daher auch scheinbare Polyglobulie oder relative Polyglobulie. Es handelt sich jedoch nicht um eine vermehrte Produktion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) - was Voraussetzung für reine echte Polyglobulie wäre. Stattdessen ist lediglich aufgrund äußerer Umstände der Hämatokrit verschoben. Das heißt, es befindet sich zu wenig Blutplasma im Blut - der Anteil der Blutzellen ist damit im Verhältnis deutlich erhöht. Ursache können zum Beispiel Verbrennungen, starkes Erbrechen oder Austrocknung (Dehydration) sein.
In solchen Notsituationen brauchen die Zellen Flüssigkeit. Der Organismus nutzt in solchen Situationen das wässrige Blutplasma, um die Zellen zu versorgen und lebenswichtige Organe am Laufen zu halten. In der Folge steigt der Anteil der Blutzellen im Verhältnis zum Blutplasma (d.h. Hämatokrit erhöht). Die Ursache ist also nicht eine Überproduktion roter Blutkörperchen (echte Polyglobulie), sondern eine Verschiebung des Hämatokrits.
Symptome einer Pseudopolyglobulie
Die Symptome einer Pseudopolyglobulie sind denen einer primären Polyglobulie (Polyzythämie: Funktionsstörung im Knochenmark mit der Folge der unkontrollierten Blutbildung) und einer sekundären Polyglobulie (Erythrozytose: gesteigerte Blutbildung zur Kompensation eines Sauerstoffmangels) sehr ähnlich.
In allen Fällen wird das Blut dick und zähflüssig. Dadurch nimmt die Reibung in den Blutgefäßen deutlich zu - das Herz muss schwerer pumpen, meist mit erhöhter Frequenz. Die zunehmende Belastung durch das erschwerte Pumpen des Herzens geht oft mit einigen typischen Symptomen einher:
- Vermehrtes Auftreten von Kopfschmerzen
- Atemnot schon bei kleinen Belastungen
- Herzkrämpfe (Angina pectoris)
- Verminderte Durchblutung des Zentralen Nervensystems (z.B. Konzentrationsstörungen)
- Gerötet Haut, insbesondere im Gesicht
- Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen
- Juckreiz
Hinzu kommen meist weitere Symptome, die je nach Ursache verschieden sind.
Insgesamt steigt das Risiko einer Thrombose, bei dem die Blutgefäße durch Blutgerinnsel verstopfen. Solche Durchblutungsstörungen können einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zur Folge haben.
Blutwerte bei einer Polyglobulie
Folgende Blutwerte deuten auf eine Polyglobulie hin - auch wenn nicht ersichtlich wird, um welche Polyglobulie-Art es sich handelt:
- Hämatokrit zu hoch (Blutwert Hkt erhöht)
- Erythrozyten zu hoch (Blutwert Ery erhöht)
- Hämoglobin zu hoch (Blutwert Hb erhöht)
- Retikulozyten zu hoch (Blutwert Reti erhöht)
Polyglobulie
Bei einer Polyglobulie ist die Hämoglobinkonzentration im Blut aufgrund erhöhter Blutbildung zu hoch. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bestehen zu 90% aus Hämoglobin. Ihre Aufgabe ist folglich der Transport von Sauerstoff aus der Lunge in die Zellen - sowie der Rücktransport des Kohlendioxids. Wenn sich aufgrund einer erhöhten Produktion (Erythropoese) zu viele Erythrozyten im Blut befinden und damit die Hämoglobinkonzentration zu hoch ist, spricht man von einer Polyglobulie.
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