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Hört sich wie die Geschichte aus einem Märchen an: Prinz Manvendra Singh Gohil will in seinem grossen Palast ein Zentrum für in Indien verfolgte LGBT-Menschen einrichten.
Die Geschichte beginnt traurig: Seine Familie entdeckt, dass der Prinz Männer liebt und enterbt ihn sofort. Doch der heute 52-Jährige lässt sich nicht unterkriegen, setzt sich von da an intensiv für die Belange von LGBT-Menschen ein und gründet eine Stiftung, die sich für Aufklärung und Aids-Prävention in Indien einsetzt.
Und da sass also der Prinz eines Abends in seinem grossen Palast und grübelte über seine Zukunft nach. Und da wurde es ihm klar: Da er keine Kinder haben werde, könne er doch die Räume für einen guten Zweck nutzen. In seinem Palast sollen nun LGB-Menschen, die von ihren Familien verstossen wurden, medizinisch und psychologisch versorgt und zudem berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen können. «Leute, die sich outen, sind immer noch grossem Druck ausgesetzt», weiss der Prinz aus eigener Erfahrung. «Sie werden dazu gedrängt zu heiraten oder zu Hause rausgeschmissen. Oft haben sie niemanden, der sie unterstützt und keinen Ort, wo sie hinkönnen.»
Die Pläne des Prinzen haben einen ernsten Hintergrund: Zurzeit denkt der Oberste Gerichtshof in New Delhi darüber nach, ob der Paragraf 377 des indischen Strafgesetzbuches, der «sexuelle Handlungen wider die Natur» verbietet, überhaupt rechtmässig sei und aufgehoben werden soll. Aufgrund dieses Artikels werden in Indien oft durch die Polizei Haftarreste ausgesprochen oder homosexuelle Menschen werden Erpressungen ausgesetzt.
Prinz Manvendra ist sich sicher, dass die Aufhebung des Gesetzes viele Menschen ermutigen werde, sich zu outen und ihr Leben freier zu leben: «Aber sie könnte auch bedeuten, dass mehr Menschen auf Unterstützung angewiesen sein werden».