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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Drittes Buch
21.
Ich rede da noch nicht von der bei den Evangelien nötigen Beachtung aller aufgezeichneten Punkte. Ein jeder von diesen läßt eine mehrfache Auslegung zu, die nicht bloß der großen Menge, sondern auch manchem Gebildeten schwer verständlich ist. Dazu gehört die tiefsinnige Erklärung der Gleichnisreden, die Jesus vor denen hielt, die "außerhalb"1 standen, und die er dann denen auslegte, die über das äußerliche Zuhören hinweggekommen waren und ihn persönlich "in dem Hause"2 aufsuchen konnten. Die Erkenntnis des Grundes, warum einige als "außerhalb" stehend, und andere als "in dem Hause" befindlich bezeichnet werden, wird [manchen] in Staunen versetzen. Und werden nicht andererseits die Personen, welche die Wandlungen Jesu zu schauen fähig sind, aufs höchste überrascht sein, wenn sie Jesus bald hinaufsteigen sehen auf den Berg, um solche Reden zu halten und solche Werke zu vollbringen, oder um verklärt zu werden, und wenn sie ihn unten in der Ebene die Kranken heilen sehen, die nicht wie seine Jünger mit ihm hinaufgehen konnten3 ! Doch die wahrhaft erhabenen und göttlichen Stellen der Evangelien oder den in Paulus wohnenden Sinn Christi, d.h. den der Weisheit und des Wortes Gottes, jetzt zu erklären, ist nicht am Platze. Das Gesagte mag genügen, die eines Philosophen unwürdigen Spöttereien des Celsus abzuweisen, der den innerlichen und geheimnisvollen Besitz der Kirche Gottes mit "den Katzen, Affen, Krokodilen, Böcken und Hunden der Ägyptier" auf gleiche Linie stellen will.
1: vgl. Mt 13,20 f u. Par.
2: vgl. Mt 5,15
3: vgl. Mt 17,1 f u. Par.