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Im AMEOS Spital Einsiedeln bietet der sehr erfahrene Chirurg das gesamte Spektrum der operativen Therapie des primären und sekundären Hyperparathyreoidismus an.
Es gibt insgesamt (wenigstens) vier hirsekorngrosse Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen), die der hinteren Schilddrüsenkapsel anliegen. Sie regulieren das Calcium im Blut, indem sie den Calciumspiegel messen und bedarfsgerecht das Parathormon (PTH) freigeben, das die Calciumkonzentration im Blut reguliert. Parathormon stimuliert die Herauslösung von Calcium aus dem Knochen.
Unterfunktion (Hypoparathyreoidismus)
Die Unterfunktion ist Folge einer vollständigen Entfernung im Rahmen einer Schilddrüsenoperation und somit als Komplikation zu betrachten. Die Behandlung besteht in der Einnahme von Calcium und Vitamin D. In Einzelfällen ist die Wiederherstellung eines normalen Calciumstoffwechsels eine schwierige Aufgabe.
Überfunktion (Hyperparathyreoidismus)
Die Überfunktion ist Folge einer krankhaften Vergrösserung einer oder mehrerer Epithelkörperchen. Gelegentlich ist die Vergrösserung vererbt und sollte dann genetisch abgeklärt werden. Die Überproduktion von Parathormon erhöht den Calciumspiegel im Blut. Das führt einerseits zur Calciumschwund im Knochen (Osteoporose), andererseits zur erhöhten Calciumausscheidung im Urin (Nierensteinen) und Ablagerung im Gewebe.
Symptome
Die Unterfunktion führt zur niedrigen Calciumkonzentration im Blut und damit zur Übererregbarkeit der Nerven mit Muskelzuckungen und Krämpfen (Tetanie). Solche Krämpfe können auch organbezogen auftreten und äußern sich dann z.B. in Gallenkoliken, Asthma und Herzspasmen. Andere Symptome sind spröde Haut, Haarausfall und Sehstörungen durch Kataraktbildung.
Die Überfunktion macht sehr lange Zeit keine Beschwerden. Die Symptome kommen erst spät und erklären sich durch den Knochenschwund (Frakturen), die Calciumablagerungen (Entzündungen der Bauchspeicheldrüse) oder durch die vermehrte Urinausscheidung (Nierensteine). Unspezifische Beschwerden sind die chronische Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Appetitlosigkeit und Gelenkschmerzen. Die meisten Fälle werden heute früh entdeckt, weil bei einer Routinelaboruntersuchung der erhöhte Calciumwert auffällt und abgeklärt wird.
Diagnostik
Die Diagnose der Fehlfunktion ist einfach mittels Laborwerten zu stellen. Schwieriger ist es, herauszufinden, wie viele und welche Nebenschilddrüsen vergrössert sind. Dazu wird ein hochauflösender Ultraschall verwendet. Gelegentlich kommt eine Szintigraphie zur Anwendung. Die sicherste Diagnose ist durch Operation möglich, denn der Chirurg kann die Drüsen direkt darstellen und, wenn notwendig, vom Pathologen begutachten lassen.
Therapie
Die Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) ist eine chirurgische Erkrankung, die mittels Operation geheilt werden kann. Der Zugang zur Nebenschilddrüse erfolgt über einen zwei - vier cm langen kosmetisch kaum beeinträchtigenden Halsschnitt. Die erkrankte Drüse wird gezielt entfernt unter Schonung des Stimmbandnervs. Bei vorausgegangener erfolgreicher Lokalisationsdiagnostik kann auf die Darstellung aller vier Drüsen verzichtet werden.
Vom primärer Hyperparathyreoidismus spricht man, wenn ohne erkennbare Ursache eine oder mehrere Nebenschilddrüsen vergrössert sind und überfunktionieren. Es ist also eine Krankheit der Drüsen selbst. Die Entfernung der erkrankten Drüsen bedeutet eine dauerhafte Heilung.
Beim sekundären Hyperparathyreoidismus ist das Wachstum der Drüsen eine Reaktion auf chronisch erniedrigte Calciumspiegel infolge eine anderen Grunderkrankung wie den Vitamin-D-Mangel. Die häufigste Ursache dafür die chronische Nierenschädigung bei dialysepflichtigen Menschen. Kommt es zu einer Überreaktion der Nebenschilddrüsen (autonomes Wachstum), muss der Chirurg die Gesamtmasse der Drüsen entsprechend operativ verringern. Eine Heilung ist das nicht, aber eine langdauernde Normalisierung/Besserung des Calciumstoffwechsels kann dadurch erreicht werden.
Die Operation bleibt erfahrenden Chirurgen vorbehalten, die mit der Lupenbrille und genauen anatomischen Kenntnissen die Nebenschildrüsen operieren. Die Komplikationsrate ist bei sehr hoher Erfolgsrate gering. Die Verletzung eines Stimmbandnerves passiert in weniger als 1 Prozent (siehe Schilddrüsenerkrankungen).
Wenn beim sekundären Hyperparathyreoidismus die Gesamtmasse der Drüse verringert wird, ist die leichte Unterfunktion eine Folge, was aber meist ohne Symptome bleibt. Wenn die Grunderkrankung der Überfunktion nicht beseitigt werden kann (z.B. durch Nierentransplantation), ist nach Jahren mit einem Nachwachsen der Drüsen und erneuten Überfunktion zu rechnen.