Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/65089

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zu prüfen, wie unsere Trinkwasserreserven zukünftig verwaltet werden können. Er soll prüfen, ob zusätzliche Rückhaltedämme gebaut werden können und ob grossflächige, aus den Seen gespeiste Bewässerungssysteme möglich sind, damit unsere Trinkwasserreserven und -versorgung langfristig sichergestellt sind. Die Prüfung soll mit den in der Verwaltung zur Verfügung stehenden Mitteln erfolgen, also ohne Auftrag an eine externe Stelle und ohne Zusatzbudget.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Seen der Schweiz sind grosse natürliche Speicherbecken. Diese Speicher sind in verschiedener Hinsicht von Nutzen. Sie gewährleisten die Trinkwasserversorgung, schützen vor Hochwasser und dienen der Stromerzeugung.</p><p>Der Vorschlag des Postulanten, zusätzliche Rückhaltespeicher zu bauen, mag sich für aride Gebiete eignen. Eine optimale Nutzung der vorhandenen Speicherkapazitäten ist hierzulande sinnvoller und landschaftsschonender. </p><p>In den letzten Jahrzehnten sind vielerorts die Trinkwasserversorgungen ausgebaut und benachbarte Wasserversorgungen vernetzt worden. Dadurch konnte die Wasserversorgung bisher auch in Trockenperioden sichergestellt werden.</p><p>Fliessgewässer müssen unterhalb von Wasserentnahmestellen (auch für Bewässerungszwecke) über das ganze Jahr eine minimale Wassermenge führen. In Perioden mit geringen Niederschlägen können die Behörden jedoch Abweichungen von den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwassermengen bewilligen, um Schäden für die Landwirtschaft in einem erträglichen Rahmen zu halten. Es spricht nichts dagegen, dass auch die Landwirtschaft selbst zusätzliche Massnahmen zur Bekämpfung der Trockenheit vorkehrt, wie z. B. im Kanton Wallis, wo gemeinschaftlich erstellte und betriebene Bewässerungsanlagen schon seit alten Zeiten Schmelzwasser auch in Trockenperioden in die wasserärmeren Kantonsgebiete verteilen.</p><p>Systematische Erhebungen zur Versorgung der Bevölkerung mit Trink- und Brauchwasser existieren auf Bundesebene noch keine. Es wurden aber erste Vorbereitungen für das Projekt "Wasserversorgung 2025" getroffen, welches die Grundlagen zur mittel- und langfristigen Sicherstellung einer einwandfreien Wasserversorgung der Schweiz erarbeiten soll. Trink- und Brauchwasser soll, in der heutigen hohen Qualität und zu günstigen Preisen, auch künftig für die ganze Bevölkerung in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen, selbst in Jahren mit geringen Niederschlägen.</p><p>Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die heute vorhandenen Möglichkeiten der Wasserspeicherung ausreichen. Lokale Engpässe in der Wasserversorgung können problemlos beseitigt werden, wenn der eingeschlagene Weg (konsequenter Schutz der Wasservorkommen, Erstellung von Verbundleitungen, Erhöhung der Reservoirkapazitäten usw.) gezielt weiterverfolgt wird.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.