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Nebst der seelischen Belastung bei Krebserkrankung ist es die oft auftretende tumorassoziierte Fatigue, welche die Arbeitsunfähigkeit bis über den Heilungsprozess hinaus beeinflussen kann.
Die Diagnose Krebs ist auch heute noch eine der schlimmsten, die Patientinnen und Patienten erhalten können. Viele andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Herzinsuffizienz oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung weisen eine ähnlich schlechte Prognose auf und gehen mit einer beträchtlichen Einbusse an Lebensqualität einher. Der Begriff «Krebs» ist jedoch immer mit dem Bewusstsein um eine tödliche Bedrohung verbunden, obwohl bestimmte Tumorerkrankungen heute mit einem längeren Überleben bei akzeptabler Lebensqualität assoziiert sind.
Es erstaunt nicht, dass eine solche Diagnose zu einer akuten seelischen Belastung führt. Der Prozentsatz der Patientinnen und Patienten, die eine relevante seelische Erkrankung entwickeln, ist hoch. Dass auch die Angehörigen und das Bezugssystem in hohem Masse von der Entwicklung einer klinisch relevanten psychiatrischen Erkrankung betroffen sind, tritt oft in den Hintergrund.
Für den Versicherungsmediziner sind die psychiatrischen konkomittierenden Faktoren selten das Problem, da meist die somatische Diagnose die anstehenden versicherungsrelevanten Beurteilungen triggert. Eine Ausnahme stellt die tumorassoziierte Fatigue dar, die die Arbeitsfähigkeit auch bei geheilten Patientinnen und Patienten beeinträchtigen kann. Die Sicherung der Diagnose ist schwierig und kann unscharf bleiben.