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Die >Gesammelten Gedichte< geben einen Überblick über das Werk, von seinen Anfängen in Santo Domingo, im Herbst 1951, bis 1985. Ihr Thema: Heimat, Liebe, Tod - die Grenzsituationen des Menschen im 20. Jahrhundert, in dem nichts mehr selbstverständlich ist. Und der widerständige Mut zur Erneuerung des Verlorenen. Der Band bringt Verstreutes und Neues. Und, ganz substantiell, eine Auswahl der frühen Gedichte, von denen nur wenige in >Nur eine Rose als Stütze< (1959) aufgenommen waren. Im ganzen werden etwa 100 bisher unveröffentlichte oder schwer zugängliche Texte vorgelegt und nach Entstehungszeit und innerem Zusammenhang lose in die neugeordneten Sammlungen eingefügt. Dazu kommen Übertragungen aus dem Englischen, Französischen, Spanischen und Italienischen, das meiste (wie Ungarettis >Tagebuch des alten Mannes<) in Zeitschriften abgedruckt.
»Am ehesten überlebt, was Nachkommen und Geschlechtern die Vergangenheit fast handgreiflich nahebringt. Ich denke, daß unsere Urenkel in Hilde Domins Werken die Botschaft einer wunderbar schöpferischen und abscheulich zerstörerischen Epoche finden werden, in der man es oft nötig hatte, nach einem Halt zu suchen und >eine Rose als Stütze< zu wählen.«
Manès Sperber in seiner Laudatio zur Verleihung der Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg, 1982.