Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/203366

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen und den betroffenen Organisationen und Fachpersonen eine nationale Strategie zur Stärkung der Kinder- und Jugendmedizin zu erarbeiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Dem Bundesrat ist es ein grosses Anliegen, dass für alle Patientengruppen eine qualitativ hochstehende, zweckmässige und effiziente gesundheitliche Versorgung besteht. Er ist sich der besonderen Bedeutung der Kinder- und Jugendmedizin für die Prävention chronischer Krankheiten in späteren Lebensphasen bewusst. Den von der Postulantin angesprochenen Herausforderungen in Bezug auf die Versorgungssituation wird durch verschiedene Massnahmen begegnet.</p><p>Hinsichtlich des Bestands und Bedarfs an Ärztinnen und Ärzten in der Kinder- und Jugendmedizin hat das Gesundheitsobservatorium (Obsan) 2016 im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) verschiedene Modelle erarbeitet. Unter anderem wird die Situation der Kinder- und Jugendmedizin ermittelt. Mit diesen lassen sich zukünftige Prognosen ermitteln und konkrete Massnahmen für die ärztliche Weiterbildung auf nationaler Ebene ableiten.</p><p>Der Bundesrat sichert in seiner Stellungnahme zur Kommissionsmotion 19.3957 der SGK-S, "Kostendeckende Finanzierung der Kinderspitäler bei effizient erbrachten Leistungen", zu, bei der Ausübung seiner gesetzlichen Aufgaben im Tarifbereich auf die spezifischen Anliegen der Kinder- und Jugendmedizin ein besonderes Augenmerk zu legen. Dies hat der Bundesrat in der Vergangenheit mit den Anpassungen des Tarifs für ambulante ärztliche Leistungen (Tarmed) in den Jahren 2014 und 2018 bereits getan, indem er die Leistungen der Grundversorgung inkl. der Pädiatrie tariflich bessergestellt hat. Aber auch mit dem Eingriff im Jahr 2018, mit dem er unter anderem für Kinder Ausnahmen bei den Mengenbeschränkungen für gewisse Leistungen vorgesehen hat.</p><p>Wie in der Beantwortung des Postulates Moser 19.4207, "Stärkung der Kinder- und Jugendmedizin. Versorgungslücken schliessen", dargelegt, wurden auch im Bereich der Versorgung mit Arzneimitteln bereits Massnahmen getroffen und umgesetzt. Im Rahmen der ordentlichen Revision des Heilmittelgesetzes (BBl 2016 1953; HMG, SR 812.21) wurden Massnahmen sowohl zur Entwicklung neuer kindergerechter Arzneimittel als auch zur Optimierung beim Off-Label-Einsatz bereits zugelassener, etablierter Arzneimittel getroffen. Eine Evaluation der Massnahmen soll 2024 vorliegen. Die Vergütung von Arzneimitteln im Einzelfall wird derzeit vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Auftrag des Bundesrates bis Mitte 2020 evaluiert. Bei Bedarf wird der Bundesrat Anpassungen vorschlagen.</p><p>Nächstes Jahr erscheint der Nationale Gesundheitsbericht 2020 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums. Es wird schwerpunktmässig auf die Kinder- und Jugendgesundheit eingehen und ein umfassendes Bild der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz vermitteln. Unter anderem werden auch Versorgungsaspekte beleuchtet.</p><p>Der Bundesrat ist folglich der Ansicht, dass die Verbesserung der Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen bereits angegangen wird. Die oben genannten Berichte (Nationaler Gesundheitsbericht 2020, Evaluation Off-Label Use) sowie die Modelle zum Bestand und Bedarf an Ärztinnen und Ärzten in der Pädiatrie werden jedoch erlauben, die Situation erneut zu beurteilen und über allfällige weitere Schritte zu entscheiden.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.