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Am 18. Mai 2014 haben Volk und Stände die Volksinitiative «Pädophile sollen nicht mehr mit Kindern arbeiten dürfen» angenommen. Der Artikel 123c der Bundesverfassung sieht vor, dass Personen, die verurteilt werden, weil sie die sexuelle Unversehrtheit eines Kindes oder einer abhängigen Person beeinträchtigt haben, endgültig das Recht verlieren, eine berufliche oder ehren-amtliche Tätigkeit mit Minderjährigen oder Abhängigen auszuüben. Der Bundesrat ist mit der Umsetzung dieser Initiative beauftragt und hat zwei Varianten des StGB und des MStG in die Vernehmlassung geschickt. Die erste sieht einen Automatismus des endgültigen Verbots vor, die zweite berücksichtigt eine auf leichte Fälle anwendbare Ausnahmeklausel. Der Bundesrat bevorzugt die zweite Variante, welche dem Verhältnismässigkeitsprinzip Rechnung trägt.
Der Staatsrat befürwortet in seiner Antwort die erste Variante, da der Automatismus des endgültigen Verbots dem Text der vom Volk angenommenen Initiative entspricht. Er erinnert zudem daran, dass sowohl die Bundesverfassung als auch das Übereinkommen der UNO über die Rechte des Kindes diesem einen besonderen Status verleihen, der ihm erhöhten Schutz vor Gewalt, Misshandlung und sexuellen Übergriffen gewährt. Er unterstreicht auch, dass das endgültige Verbot lediglich Tätigkeiten mit Kindern oder abhängigen Personen betrifft und dass dadurch die berufliche Zukunft des Verurteilten keineswegs beeinträchtigt wird. Letztes Argument: der Staatsrat stellt fest, dass in Anwendung des konstitutionellen Verhältnismässigkeitsprinzips der Richter in einem besonderen Fall (z.B. ?Jugendlieben?) ein zeitlich beschränktes Tätigkeitsverbot nach Abwägen aller vorliegenden Interessen aussprechen kann.