Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03458.jsonl.gz/2203

Schulhausstrasse 2 «Spritzenhaus»
Das Spritzenhaus am Rigiplatz mit der Adresse Schulhausstrasse 2 erbaute Cham für die Feuerwehr – und für die Sekundarschule. Im hohen Erdgeschoss standen die einsatzbereiten Wasserspritzen. Das Türmchen diente dazu, die Feuerwehrschläuche fachgerecht aufzuhängen. Im Obergeschoss war die erste Sekundarschule Chams daheim, später der erste Kindergarten.
Chronologie
1902 Das erste Chamer Spritzenhaus wird zerlegt und in Lindencham wieder aufgebaut. Den Platz stellt dazu Bürgerrat und Kantonsrat Gottlieb Villiger (1849–1916) kostenlos zur Verfügung. An der Versammlung der Einwohnergemeinde kommen zwei Varianten zur Abstimmung: Variante 1 will das Feuerwehrdepot mit einer Wohnung ergänzen, Variante 2 mit zwei Schulzimmern für die erste Chamer Sekundarstufe. Die Stimmbürger entscheiden sich mit 269 gegen 76 Stimmen für Variante 2.
1902/1903 Der Zuger Baumeister Johann Landis (1860–1936) erstellt das zweite Chamer Spritzenhaus mit zwei Schulzimmern und mit dem markanten Türmchen (um die Schläuche aufzuhängen). Etliche Chamer Handwerker wie Maurer Leonz Käppeli, Schlosser Josef Dogwiler, Schreiner Josef Zimmermann, Spengler Carl Ritter und Maler Jakob Rast beteiligen sich am Bau, der 28'003 Franken und elf Rappen kostet. Im Sommer 1903 beziehen 24 Knaben und 22 Mädchen der 1. Sekundarklasse sowie elf Knaben und drei Mädchen der 2. Sekundarklassse die Schulzimmer im Spritzenhaus.
1915 Nach zwölf Jahren wird die Sekundarstufe in eine Mädchen- und in eine Knabenschule aufgeteilt: 27 Mädchen verlassen daraufhin das Spritzenhaus und kommen ins ehemalige Postlokal an der Hünenbergerstrasse 2.
1917 Im Frühling 1917, als das benachbarte Schulhaus Kirchbühl bezugsbereit ist, kommen die Mädchen und Knaben wieder zusammen. Ins Spritzenhaus zieht der erste gemeindliche Kindergarten ein.
1921 Die Feuerwehr Cham schafft sich als erstes Korps im Kanton Zug eine Motorspritze mit Autokupplung an. Sie hat eine Leistung von sechs Handspritzen.
1955 Die automatische Telefonzentrale wird im Spritzenhaus ausgebaut und in einen Zweckbau an die Nestléstrasse verlagert.
1978 Das erste Spritzenhaus in Lindencham wird durch einen Neubau ersetzt.
1987 Die Feuerwehr zieht mit ihrem Löschmaterial in den neuen Werkhof um. Seither ist das Spritzenhaus ein Probelokal für Chamer Musikschule und Musikvereine.
1999/2000 Das Spritzenhaus steht unter Denkmalschutz und wird fachgerecht restauriert. Unter anderem werden die originalen Verputzfarben wiederhergestellt. [2]
Dokumente
Pläne
Einzelnachweise
- Grünenfelder, Josef, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, Neue Ausgabe, Bd. 2, Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, Bern 2006, S. 109f.
- Bauleitung: Architekt Jean-Pierre Prodolliet, Cham. Restaurierung: Kurt Beck, Bern. Siehe auch: Tugium 17/2001, S. 21–22