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Belinda Bencic überrascht in Wimbledon weiter. Die 21-jährige Ostschweizerin setzte sich in der 3. Runde nach einer über weite Strecken beeindruckenden Leistung 6:1, 7:6 (7:3) gegen die als Nummer 27 gesetzte Spanierin Carla Suarez Navarro durch.
Die Weltnummer 56 hatte seit dem Australian Open 2016 nie mehr die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers erreicht und kämpfte mit vielen Verletzungen. In Wimbledon zeigt sie sich aber wieder in alter Stärke und stellt alle Qualitäten unter Beweis, die sie vor zweieinhalb Jahren bis auf Platz 7 der Weltrangliste geführt hatten.
Bencic startete gegen die Sandplatzspezialistin von der Ferieninsel Gran Canaria äusserst dominant und diktierte die Ballwechsel mit ihren wuchtigen Grundschlägen. Der erste Satz wurde in nur 23 Minuten eine Beute der Schweizerin, und auch im zweiten ging sie gleich 3:0 in Führung.
Im zweiten Satz zeigte Bencic ihre zweite grosse Qualität: Kampfgeist und Nervenstärke. Zweimal, nach dem 4:5 und dem 5:6, machte sie ein Break wett und rettete sich ins Tiebreak. Dort lag sie dann nie im Rückstand und verwertete nach 85 Minuten gleich ihren ersten Matchball.
Im Achtelfinal trifft Bencic am Montag auf die Deutsche Angelique Kerber (WTA 10) oder die Japanerin Naomi Osaka (WTA 18).
Das Favoritensterben im Frauentableau geht ungebremst weiter. In der 3. Runde verlor die Weltnummer 1 Simona Halep gegen die Taiwanesin Hsieh Su-Wei (WTA 48) 6:3, 4:6, 5:7. Im dritten Satz hatte die French-Open-Siegerin aus Rumänien noch 5:2 geführt und bei 5:4 einen Matchball nicht nutzen können. Wimbledon war allerdings noch nie eine sehr erfolgsträchtige Station für die kleingewachsene Grundlinienspezialistin.
Damit steht von den ersten zehn gesetzten Frauen nur eine, die tschechische Nummer 7 Karolina Pliskova, in den Achtelfinals.
Während Rafael Nadal in Wimbledon ohne Probleme die Achtelfinals erreichte, setzte es für Alexander Zverev die nächste Enttäuschung ab. Die Weltnummer 3 aus Deutschland scheiterte einmal mehr bei einem Grand-Slam-Turnier früh.
Vor gut einem Monat erreichte Zverev in Paris erstmals überhaupt einen Viertelfinal - und in Wimbledon folgte nun aber wieder eine arge Enttäuschung. Nachdem er bereits in der 2. Runde fünf Sätze gebraucht hatte, scheiterte der Deutsche am Samstag in fünf Sätzen am lettischen Qualifikanten Ernests Gulbis, der Nummer 138 der Welt, Nun ist dieser Gulbis nicht irgendwer, sondern ein ebenso talentierter wie eigenwilliger ehemaliger Top-Ten-Spieler, der im besten wie im schlechtesten Sinn zu allem fähig ist.
Ähnlich souverän wie Roger Federer marschiert hingegen Rafael Nadal durch das Tableau. In der 3. Runde gewann der als Nummer 2 gesetzte Spanier gegen den australischen Teenager Alex de Minaur (ATP 80) locker 6:1, 6:2, 6:4. In seinen ersten drei Partien hat die Weltnummer 1 damit nur 26 Games abgegeben, eines weniger als Federer.
Damit steht Nadal zum achten Mal in einem Wimbledon-Achtelfinal. Weiter ist er seit der Finalniederlage gegen Novak Djokovic 2011 nie mehr gekommen. Diesmal sieht es allerdings gut aus für den 32-jährigen Mallorquiner. Er ist im Achtelfinal gegen den Tschechen Jiri Vesely (ATP 93), Linkshänder wie er, klarer Favorit. Ein Ziel hat Nadal schon mal erreicht: Er bleibt auch nach Wimbledon die Nummer 1. «Das ist natürlich positiv», meinte der Spanier. «In erster Linie ist mir aber wichtig, dass ich drei Matches gewonnen habe und in der zweiten Woche stehe.»
Seinen ersten Härtetest bestand Novak Djokovic. Der dreifache Champion setzte nach Startschwierigkeiten 4:6, 6:3, 6:2, 6:4 gegen Kyle Edmund durch. Der in Johannesburg geborene Brite und Australian-Open-Halbfinalist ist einer der Aufsteiger des Jahres und verbesserte sich von Platz 50 in die Top Ten. Am Ende setzte sich die grössere Klasse des als Nummer 12 gesetzten ehemaligen Weltranglistenersten aber durch. Djokovic trifft nun im Achtelfinal auf den aufschlagstarken, 1,98 m grossen Russen Karen Chatschanow (ATP 40).
Der Argentinier Del Potro gewann in zwei Stunden und 24 Minuten gegen den Franzosen Benoit Paire. Beim 6:4, 7:6 und 6:3 musste der Hüne keinen einzigen Satz abgeben.
Der Kanadier Raonic steht dank eines Viersatzsieges (7:6, 4:6, 7:5, 6:2) gegen den Österreicher Dennis Novak im Achtelfinal. Nach zwei Stunden und 32 Minuten stand der Sieger fest.
(qae/sda)