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Bis zum weltweiten Siegeszug dauerte es, denn der Auftakt der Sci-Fi-Saga wurde von einigen Medien zerrissen. “Es wird nicht funktionieren”, schrieb das Branchenblatt “Variety”. Dem Kritiker erschien “Star Trek” als “ein unglaubwürdiges und ödes Durcheinander”.
Wegen schlechter Einschaltquoten setzte NBC die Serie dann auch im Jahr 1969 nach 79 Folgen zunächst ab. Doch nach der Mondlandung stieg weltweit das Interesse am Weltraum. Über Jahrzehnte sammelte die Serie durch Wiederholungen Fans – im damals eher von Live-Sendungen geprägten Fernsehen ein relativ junges Phänomen.
Die deutsche Erstausstrahlung folgte ab Mai 1972 unter dem Namen “Raumschiff Enterprise” im ZDF, 1979 gab es den ersten Kinofilm. Auch er bekam eher lauwarme Kritiken. Nach mittlerweile sechs TV-Serien mit über 700 Episoden und mehr als einem Dutzend Filmen steht inzwischen aber fest: “Star Trek” ist ein Riesenerfolg.
Gegen Rassenhass und kalten Krieg
Die Fans lieben das Serien-Universum, weil es immer auch eine bessere künftige Gesellschaft gezeigt hat. In den 60er-Jahren mit ihren Rassenunruhen und dem Kalten Krieg arbeitete bei “Star Trek” der Amerikaner Captain Kirk vertrauensvoll mit seinem russischen Navigator Pavel Chekov zusammen. Die afroamerikanische Schauspielerin Nichelle Nichols übernahm die Rolle der Lieutenant Uhura. George Takei, dessen Familie aus Japan stammt, spielte ihren Kollegen Sulu.
Behandelt wurden relevante Themen wie Ausbeutung der Umwelt oder Klassenunterschiede – und schliesslich gab es zwischen dem hellhäutigen Kirk und der dunkelhäutigen Uhura einen Aufsehen erregenden Kuss. Einige Sender in den US-Südstaaten weigerten sich, die Folge auszustrahlen.
Der Zeit voraus
“Star Trek” schien zwar in der Zukunft zu spielen. “Aber es war immer dann am Besten, wenn es sich mit den Problemen der Gegenwart beschäftigt hat”, sagte Shatner der Zeitung “USA Today”. Die Idee, dass Menschen verschiedener Völker, Nationen und sogar Planeten zusammenarbeiteten, sei revolutionär gewesen. Shatner faszinierten auch die technischen Spielereien.
Sie nahmen vieles vorweg, was heute Alltag ist: Die Kommunikatoren der Originalserie erinnern an Smartphones. In “The Next Generation” gab es in den späten 80er-Jahren Geräte, die Tablets ähneln. In Summe war “Star Trek” so etwas wie der ernsthaft-visionäre Gegenentwurf zum 1977 erstmals gezeigten “Star Wars”-Unterhaltungs-Universum.
Autor im All bestattet
Die pazifistische Ausrichtung sei für den “Star Trek”-Schöpfer Gene Roddenberry besonders wichtig gewesen, sagte sein Sohn Rod kürzlich in der Dokumentation “50 Years of Star Trek” auf dem History Channel. Roddenberry war Polizist und Bomber-Pilot im Zweiten Weltkrieg, bevor er das Drehbuch zu “Star Trek” schrieb. “Er hat die schlimmsten Seiten der Menschheit gesehen und er hat die besten Seiten der Menschheit gesehen”, das habe seinen Blick geschärft.
Roddenberry wünschte sich, im Weltall bestattet zu werden. Seine Witwe hat 1997 einen Teil seiner Asche per Rakete in den Orbit befördern lassen. Es war eine der ersten Weltraumbestattungen.
Star Trek läuft ständig irgendwo mal im TV. Auf Netflix sind alle Original-Star-Trek-Folgen abrufbar, die er Nachfolge-Serien werden demnächst zur Verfügung stehen.
(SDA/red)