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Rudolf Braun, Basel
signiert und 1832 datiert
Ölmalerei auf Leinwand
H. 72 cm, B. 99 cm
Inv. 1963.44.
Drei Generationen im Bild vereint
Zusammen mit den Porträts der Eltern von Susanna Bischoff (1796–1866) im Hintergrund sind in dem Familienbild drei Generationen gegenwärtig.
Das Bild dient so der genealogischen Repräsentation einer Basler Familie, deren Stolz der einzige Sohn ist. Drei weitere Kinder waren schon kurz nach der Geburt verstorben. Die Bischoffs wohnten in Basel in der vornehmen St. Alban-Vorstadt. Vater Hieronymus (1790–1872) war Kaufmann. Über seine Erziehung erfahren wir aus seiner Leichenrede: Mit acht Jahren wurde er zusammen mit seinem Bruder nach Pieterlen zum Pfarrer Holzach «zur Auferziehung gegeben». Danach besuchte er die Schulen in Basel, Mömpelgard und Neuenburg, es folgte eine Handelslehre in Basel bei seinem Vater und seinem Onkel sowie in Verviers in Belgien.
Die Einrichtung, die Kleidung und die Accessoires verraten bürgerlichen Wohlstand. Die Familienhierarchie tritt am runden Tisch zurück, doch gibt die gepolsterte Rückenlehne am Stuhl des Vaters noch einen dezenten Hinweis auf den ihm zustehenden besonderen Sitzplatz. Die Mutter rückt ins Zentrum des Bildes und erfährt damit eine Aufwertung. Das Interesse des fünfzehnjährigen Sohnes Hieronymus Emil (1817–1841) an der Pflanzenwelt ist auffällig: Das aufgeschlagene Herbarium beansprucht die Hälfte des Tisches, die Botanisiertrommel mit einer noch frischen Pflanze nimmt den vierten Platz am Tisch ein.
«Mein Herbar ist das Tagebuch meiner Wanderungen; ich sehe alles wieder vor mir: Wiesen, Wasser, Wälder, Einsamkeit …» hatte der botanisierende Jean-Jacques Rousseau in seinen «Lettres élémentaires sur la botanique» (1771– 1773) notiert. Das Studium der Pflanzenkunde, das er mit vielen Gleichaltrigen seiner Zeit teilte, mündete bei Herrn Bischoff junior in die Betätigung als dilettierender Landschaftsmaler. Zur Zeit der Entstehung des Bildes hatte er schon in Basel die Gemeinschule und das Pädagogium besucht, wie schon beim Vater folgte ein einjähriger Aufenthalt zur Kaufmannsausbildung in Belgien. Die Leichenrede schildert Hieronymus Emil als introvertierten Charakter von einfachem kindlichem Gemüt. «Er blieb gern daheim bei seinen Eltern», heisst es. Mit 24 Jahren starb er an einer Herzkrankheit.