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Internationale Jury entscheidet in Sachen Heer - Mori
Am Dienstagnachmittag um 14.00 Uhr UTC hat die Internationale Jury ihre Entscheidung über den Antrag von Oliver Heer auf Wiedergutmachung veröffentlicht. Der Schweizer Skipper war kurz nach dem Start bei der Annäherung an die Cape Fréhel-Marke mit DMG MORI an Backbord kollidiert. Oli kam von Steuerbord und hatte Vortritt.
Als beide beschädigten Boote nach Saint Malo zurückkehrten, entschuldigte sich der japanische Skipper Kojiro Shiraishi und gab zu, dass er als Backbord-Wendeboot im Unrecht war. (Lagoo: Mit anderen Worten war Oli vortrittsberechtet und Mori hat ihm den Weg abgeschnitten). Er (Mori) und sein Team taten alles in ihrer Macht Stehende, um die Reparatur des Bootes von Oliver Heer Racing zu erleichtern. Die internationale Jury hat nun Oliver Heer 84 Stunden Zeitausgleich zuerkannt, was den 3,5 Tagen entspricht, die er in Saint Malo und Port La Foret verbracht hat, um die Verbundwerkstoff-Reparaturen durchzuführen. Olis Ziel bleibt es, das Zeitlimit für die IMOCA-Klasse zu brechen - plus 50 % der verstrichenen Zeit des Siegers - damit sein Renn-Lauf zu seiner Qualifikation für die Vendée Globe beiträgt. Heute Nachmittag sagte Oli an Bord: «Es ist in gewisser Weise eine Last von meinen Schultern gefallen. Es ist eine Sache, zu denken, dass man nichts falsch gemacht hat, und Koji hat die Verantwortung auf dem Dock zugegeben, als wir nach Saint Malo zurückkamen aber die tatsächliche Entscheidung der Jury, als Bestätigung zu haben, ist ziemlich schön. Ich habe soeben meine Berechnungen angestellt und ich habe bis zum 30. November um 8.24 Uhr UTC Zeit, um die Linie zu überqueren aber um ehrlich zu sein, es ist kein sicheres Geschäft. Sie haben mir die ganze Zeit gegeben, die ich mit der Reparatur verbracht habe, aber die Vorhersage ist ziemlich schwach und ich segle im Moment nur mit einer Brise von 11 Knoten aber ich habe jetzt ein Ziel und es geht um alles.
Westschweizer Alan Roura wird mit seiner Hublot 21. in seiner IMOCA Klasse.
Route du Rhum 2022 - eine Tortur
Im Ziel sind sich viele einig: Die diesmalige «Rhum» war eine Tortur. Mensch und Material gingen an ihre Grenzen - und darüber hinaus.
Die wohl bitterste Pille musste die Britin Pip Hare schlucken, die gestern noch als sichere 10 Platzierte aussah und auch auf dieser Position die Nordwestspitze Guadeloupes passierte. Doch dann schlug die für notorische Windlöcher bekannte Lee-Seite der Insel gnadenlos zu und bescherte Hare einen der härtesten Segeltage ihres Lebens. Nach der Ankunft sprudelte es nur so aus ihr heraus: «Es war ein verrücktes Rennen, wirklich intensiv und am Ende wurde ich echt durch die Mangel gedreht. Aber ich bin so glücklich hier zu sein. Die vom Veranstalter vorgeschriebene Runde um die Insel ist einfach brutal. Warum tun die uns so etwas an? Realisieren sie nicht, dass wir gerade alleine über den Atlantik gesegelt sind? Was für eine Art, ein Rennen zu beenden. Ich bin total zerschlagen. Ich kam zur Landspitze und wusste wie dicht die beiden Jungs (Romain Attanasio und Sebastien Marsset) hinter mir waren und hatte sie im Auge. Und ich habe heute morgen einige Halsen gefahren, um sie zu decken. Und ich dachte: Das ist gut, ich habe gute sechs Meilen Vorsprung. Ich könnte in ein Loch fahren, aber sie würden dann auch hinein fahren und ich würde eben als erste wieder heraus kommen. Aber nein. Romain segelte um mich herum. Und dann wurde ich richtig müde. Als ich an der Tonne Basse Terre ankam hatte ich einfach nichts mehr im Tank, meine Arme zerliefen einfach. Ich war so müde. Ich hätte fast ein Segel ins Wasser fallen lassen. Ich war am Boden. Was gut war, ist das Seb dann mit mir Wendeduelle fuhr. Ich war so müde und sagte mir nur Du hast gerade den 10.Platz weg geworfen...und dann sah ich eine Möglichkeit zurück zu kommen und es war wirklich gut. Ich war am Ende so dicht an ihm dran, das hat mich wieder aufgerichtet, um bis zum Ende kämpfen zu können. Wäre das Ziel eine Meile später gekommen, hätte ich ihn überholt!»
Wegen eines Risses im Grosssegel konnte Hare nur mit erstem Reff segeln, was sie letztlich auf Platz 12 zurück warf. Dennoch war sie froh im Ziel zu sein, eine starke Leistung. «Es war meine beste Platzierung in einem IMOCA-Rennen und für ein Boot mit kleinen Foils bin ich auf meine Leistung stolz». Das kann sie auf jeden Fall. Und wir sind stolz auf unsere belle schnell aus Genf! 😊
Favorit Bestaven: Route du Rhum, härter als die Vendée Globe
Im Reigen der gut einem Dutzend IMOCAS, die Schlag auf Schlag ins Ziel kamen, war auch Vendée Globe Gewinner Yannick Bestaven mit seiner brandneuen “Maitre Coq”, mit der er offenbar Unmengen von technischer Probleme hatte.
«Ich fand diese Route du Rhum härter als die Vendée. Das Boot ist neu und es gab eine Menge Lecks. Ich musste viele Reparaturen erledigen um im Rennen zu bleiben. Ich hätte beinahe auf den Azoren gestoppt, aber am Ende konnte ich die Reparaturen im Schwachwind des Hochdrucks erledigen. Die Dichtung vom Schwenk-Kiel ging ab und das führte zu einem massiven Wassereinbruch. In der Kabine stand das Wasser Kniehoch. Ich musste dabei immer an Fabrice denken, denn genau da waren auch meine Batterien. (Amedos Batterien waren nach Wassereinbruch in Brand geraten und explodiert, das Schiff gesunken d. Red.) Ich habe mehr Zeit damit verbracht zu reparieren als meine Straegie auszuarbeiten. Es war anstregend und ich bin total fertig. Diese IMOCAS mit großen Foils sind einfach verrückt. Das kleinste technische Problem kostet dich soviel. Ich hatte keine bestimmte Platzierung im Auge beim Start. Ich war nach der ersten Woche unter den Top 10, aber dann wurde es wirklich kompliziert. Ich habe nicht ein einziges mal Spaß oder smoothes Segeln erlebt in diesem Rennen. Wir haben jetzt noch zwei Jahre uns für die Vendée Globe vorzubereiten, und dafür war dass ein guter Schritt.»
Nur noch wenige Meilen bis ins Ziel hat auch der führende der Class 40’s, der Franzose und Favorit Yoann Richomme mit seiner “Arkea Paprec”. Er wird vermutlich gegen 19:30 bis 20 Uhr über die Ziellinie gehen. Er hat dann 13 IMOCAS in seinem Kielwasser gelassen, unter anderem auch den Deutschen Boris Herrmann, der noch 120 Meilen bis ins Ziel hatte. Herrmann segelt seine “Malizia Seaexplorer” ohne Foils, nachdem sich deren obere Führung gelockert hat und abzureißen droht.
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