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Warum verabreichen klassische Homöopathen und Homöopathinnen wie ich nur Einzelmittel - und meiden die sogenannten "Komplexmittel", die viele verschiedene Substanzen enthalten?
Nur ein einziges Arzneimittel ist das ähnlichste und damit das richtige Mittel für den jeweiligen Patienten in einem bestimmten Zustand. Wenn dieses Mittel anhand der Symptome des Patienten gefunden wird, dann wird die Selbstheilung rasch und gezielt angeregt und es herrscht Klarheit für die weitere Behandlung. Die Potenz und damit die Stärke des Mittels kann bei Rückkehr der Symptome gesteigert werden. Wenn nötig, kann ein passendes Folgemittel gewählt werden, um die Heilung weiter voranzutreiben.
Erhält der Patient dagegen mehrere verschiedene Mittel (Komplexmittel), von denen höchstens eines tatsächlich auf den Zustand des Patienten passt, gibt es verschiedene Reaktionsmöglichkeiten.
- Die Symptome bessern sich ohne negative Folgen, aber es ist unklar welches Mittel geholfen hat, weshalb bei evt. Rückkehr der Symptome eine Steigerung der Potenz - und damit eine Intensivierung der Wirkung - nicht möglich ist.
- Die Symptome bessern sich kurzfristig, aber sie kehren bald wieder, weil die Arznei nur oberflächlich wirkt.
- Die ursprünglichen Symptome bessern sich - aber es erscheinen neue Symptome auf einer tieferen Ebene, d.h. an Organen, die für das Überleben des Patienten wichtiger sind (Unterdrückung).
- Die ursprünglichen Symptome bessern sich, aber es erscheinen neue Symptome von den schlecht passenden Arzneimitteln, die das Komplexmittel enthält. Bei wiederholter Gabe während mehrerer Tage bis Wochen, macht der Patient eine unbeabsichtigte Arzneimittelprüfung durch - und zwar ohne mit der Mittelgabe aufzuhören, wenn Symptome des Arzneimittels auftreten. Folglich können durch häufiges Wiederholen homöopathischer Komplexmittel schwer zu behandelnde chronische Erkrankungen hervorgerufen werden.