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Entstehung
Blenden wir zurück ins alte Basel des 15. Jahrhunderts, als der Bischof zu Basel sowohl die kirchliche als auch die weltliche Macht ausübte. Das Handwerk und das Gewerbe in der unteren Stadt prosperierten und ihre Zünfte, die schon im 13. Jahrhundert ihren Anfang hatten, nahmen immer mehr Einfluss auf die Geschicke der Stadt, während der Fürstbischof und der Adel allmählich an Macht einbüssten.
Durch diese gewaltfreie Kräfteverschiebung oblag schliesslich die Stadtverteidigung den Zünften. Nach Aufkommen des Schwarzpulvers (erstmals 1360 im Staatsarchiv erwähnt) wurden in der Folge nebst Kanonen bald auch Handfeuerwaffen (sogenannte Büchsen) entwickelt. Diese Waffen ergänzten die bisherigen Hieb- und Stichwaffen sowie die Armbrüste. Die Büchsengesellen wurden zu einem taktisch mobilen Korps zusammengezogen, welches rasch eingesetzt werden konnte, wo Not war. Im Rahmen dieser Evolution erliess der Rat 1466 eine Schützenordnung (die ältestbekannte; das Original befindet sich im Archiv der Feuerschützen) welche die Beschaffung der Waffen, deren Unterhalt und die Ausbildung der Schützen umschreibt. Die damaligen 15 Zünfte gründeten aus ihren Reihen die Ehrengesellschaft der Büchsenschützen (später umbenannt in E.E. Gesellschaft der Feuerschützen Basel). Das 1. Rodel umfasste 81 Mann, je 12 aus den Zünften zu Schuhmachern, Gerbern und Zimmerleuten, 11 von der Schmieden-, 10 von der Schneidernzunft sowie einzelne aus andern Zünften.
Der amtierende Bürgermeister nahm als Vertreter des Rats am Wahlakt der Vorgesetzten E.E. Gesellschaft der Büchsenschützen teil. Nur ein Zunftmeister oder Ratsherr konnte Oberstschützenmeister werden. Die Übernahme der Stadtbewachung durch die Zünfte 1466 ist nur eine von bedeutenden Entwicklungen in unserer Stadt. Das Konzil zu Basel (1432–1448) – gedacht zur Stärkung des Bischofs – versammelte über Jahre eine Vielzahl von Persönlichkeiten aus nah und fern und hinterliess bleibende Früchte:
1448 erste Papiermühle am St. Albanteich,
1458 Entstehung der Buchdruckerkunst,
1460 Gründung der Universität.
Die Schiessstätte für die Büchsenschützen lag am Leonhardsgraben. Erst 1498 stellte der Rat der Gesellschaft «draussen vor dem Spalentor beim Teuchelweiher» ein neues Gelände, die «Schützenmatte», zur Verfügung, welche dann vier Jahrhunderte lang Basels Schiessplatz blieb.
Die Hosengabe
Die Schiessordnung von 1466 gewährte den Büchsenschützen das Tuch für ein Paar Hosen pro Woche. Wer die Hosen gewann, konnte sie im gleichen Jahr nicht ein zweites Mal gewinnen. Dieser Beitrag der Stadt dauerte bis 1887. Noch heute wird aber dieser Brauch hochgehalten: Jeden Donnerstag werden die «Hosen» herausgeschossen. Beim Absenden nach dem Nachtessen wird der Gesellschaftshumpen herumgereicht und dem Gewinner zugetrunken. «Wem der Schuss am besten sass, kriegt die Hosen, wixt die Mass.»