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Seit 1 1/2 Jahren bin ich mit einem Chilenen zusammen. Unsere Beziehung ist ehrlich und ernst, wir haben genug vom ewigen hin&her reisen, warten und skypen und möchten nun zusammen in der Schweiz leben. Er ist offen, neugierig und vielseitig, lernt motiviert deutsch. Er hat ein abgebrochenes Studium (da in Chile zu teuer) und arbeitet seit mehreren Jahren als Koch, jedoch keine Grundausbildung und Diplom.
Wir haben uns über Diverses schon informiert. Da wir unsere Beziehung immer wieder rechtfertigen und verteidigen müssen (wie das bei diesen Fernbeziehungen halt so ist), sind wir uns den kommenden Herausforderungen mehr oder weniger bewusst. Meine Fragen sind:
1. Hat er ohne Grundausbildung überhaupt eine Chance auf einen Job?
2. Gibt es Arbeitgeber die bereit sind, jemandem aus dem Ausland eine Ausbildung zu bezahlen? Sprich einem Schweizer vorzuziehen?
3. Geht ein Zusammenleben hier auch ohne Heirat?
4. Welche öffentliche und ernstgemeinte Unterstützung erhalten wir, ohne uns ständig rechtfertigen zu müssen?
5. Welche Informationen brauchen die Behörden von mir?
Tausend dank für die ehrlichen Antworten!
also wenn dein freund schon ein studium angefangen hat (welche richtung?) und relativ gut deutsch kann bzw. am lernen ist, wäre es denn nicht eine möglichkeit, dass er hier weiterstudiert? vielleicht kann er auch ein stipendium beantragen, das hängt aber von sehr vielen faktoren ab.
ein studienplatz würde aber sicher helfen bei der visumserteilung! sonst sehe ich eigentlich nicht, wie er ein visum erhalten könnte, wie habt ihr euch das vorgestellt? da er vermutlich drittstaater ist, kann er auch nicht so einfach einen unqualifizierten job annehmen, schon gar nicht vom ausland aus.
wovon werdet ihr in einer ersten zeit leben? hat er ersparnisse? oder du? oder einen super job, der euch beide ernähren kann?
wollt ihr heiraten?
zusammenleben ohne heirat ginge glaube ich in den niederlanden, natürlich nur sofern du dort einen aufenthalt hast.
was stellst du dir genau unter öffentlicher unterstützung vor? finanziell? oder wie? wo wohnst du? in einigen städten gibt es beratungsstellen für binationale paare, die ig binational berät ihre mitglieder auch in einem ersten schritt, oder vielleicht wäre eine treffpunktgruppe (siehe website) ein möglichkeit zum austausch mit leuten in ähnlichen situationen?
wie meinst du das mit welche infos brauchen die behörden von dir? willst du deinen freund einladen? dann musst du verpflichtungserklärung etc. abgeben, genügend wohnraum und einkommen etc. falls er untertaucht musst du die suche und abschiebekosten übernehmen etc. also vielleicht kannst du noch etwas genauer schreiben, was ihr genau plant? einfach so zusammenleben weil ihr das gerne möchtet, das ist leider ein bischen komplizierter als schön wäre...
Enjoy difference - start tolerance!!
"Mit oder ohne Kopftuch bin ich doch dieselbe." - Ni pute, ni soumise.
Ici et ailleurs - c'est la misère qui fait partir les gens.
Dass er Drittstaater ist und deswegen auch vieles für ihn in der Schweiz erschwert wäre, das haben wir schon rausgefunden. Deswegen meine Frage, ob es denn für ihn ohne abgeschlossene Ausbildung hier überhaupt möglich wäre, einen Job zu finden. Oder eben einen Arbeitgeber, der die Ausbildung bezahlen würde? Sein Kunststudium hat er nach 1 Jahr abbrechen müssen.
Bezüglich heiraten. Grundsätzlich ist eine Zweckheirat nicht das, was wir uns beide vorstellen. Darum, obs denn auch ohne gehen würde, wenn er hier einen festen Job hätte. Aber ich glaube eher nicht. Ohne Arbeit kann er in der Schweiz 3 Monate leben.
Bezüglich externer Unterstützung. Wie ich von Bekannten gehört und im Internet gelesen habe, reagieren die Behörden eher kritisch, als dass sie konstruktive Unterstützung anbieten. Damit meine ich nicht finanziell. Von meiner Seite wäre genug Erspartes vorhanden, dass ich auch gerne bereit bin einzusetzen. Mir geht es eher um Unterstützung bezüglich Arbeit, Integrierung, Bürokratie. Wenn es aber daraus ausläuft, uns für unsere Beziehung in der Schweiz mehr rechtfertigen zu müssen, als dass wir gemeinsam aufbauen können (da Ausländer ohne Ausbildung), so stimmt mich dies mehr negativ als positiv.
langfristig am sichersten neben der heirat wäre sicher ein studienplatz! habt ihr das ausgecheckt? ein jahr ist ja nicht nichts, vielleicht lässt sich auch etwas anrechnen? ansonsten stehen natürlich aufnahmeprüfungen an. hat er ein gutes werkbuch, mit bildern von dem, was er gemacht hat? oder hat er nicht kunst, sondern kunstgeschichte studiert?
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Soweit ich informiert bin, unterstehen Ausländer einem bestimmten Kontingent, das heisst also, das Schweizer und EU Arbeiter bevorzugt werden, und erst wenn sich keinen finden lässt, ein Drittstaatsausländer zum Zuge kommt. Jedenfalls ist das so wenn man nicht verheiratet ist, daher denke ich, das es sehr schwierig wird, für ihn einen Ausbildungsplatz in der Schweiz zu finden.
Was ich mir evtl. noch vorstellen könnte, das er hier sein Studium fortsetzen könnte? Wäre das eine Option? Vielleicht ist es dann etwas leichter in die Schweiz zu kommen.
Wenn er allerdings für 3 Monate ohne Visum in die Schweiz kommen kann, dann ist das schon mal sehr gut. Das können nämlich nicht alle aus den Drittstaaten, so ist es bestimmt auch einfacher zu beantragen das er erstmal hier bleiben kann. Wahrscheinlich wird dann erstmal eine B Bewilligung erteilt. Aber auch nur unter gewissen Voraussetzungen, da ihr nicht verheiratet seit, muss seine finanzielle Situation abgesichert sein, das heisst du musst vielleicht eine Garantieerklärung abgeben, oder er irgend ein Beweis das er für sich selber sorgen kann.
Bzw. könnte natürlich auch eine Arbeitgeberbestätigung hilfreich sein, die ihm bestätigt das er dort arbeiten kann wenn er eine Bewilligung erhält, somit ist sein Lebensunterhalt gesichert.
Der einfachste Weg ist ganz klar heiraten, man hat einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug, dies haben alle Schweizer und Menschen aus EU Staaten die hier leben (mit Ausweis C). Da spielt es auch keine Rolle ob du z.b. von Sozialhilfe lebst, und bei dir stellt sich die Frage ja eh nicht, da du genügend Geld hast. Dann kriegt er gleich eine Bewilligung B, wohl erstmal für 1 Jahr und somit hat er dann auch genügend Zeit eine Arbeit zu finden oder eine Ausbildung oder evtl. sogar sein Studium fortzusetzen.
Mein Mann konnte früher mal, 1 Jahr in der Schweiz bleiben weil er eine anerkannte Deutschschule besucht hat. Danach musste er allerdings ausreisen, trotz unserer Heiratsabsichten. Also heirateten wir im Ausland und er kam dann mit Familiennachzug rasch wieder in die Schweiz zu mir.
Vielleicht wäre das noch eine Möglichkeit? Mit der Deutschschule? Die müsste er oder jemand allerdings selber finanzieren. Kann schon um die 10000 CHF kosten, für ne Vollzeittagesschule.
möchte ich dich darüber aufmerksam machen dass es auch Kantonale Unterschiede gibt!
Beispielsweise hat der Kanton Bern letzten Sommer seine Bestimmungen geändert und
somit wurde für uns ein Visum Zwecks Sprachschule abgelehnt!
Weiterführung des Studiums hier wäre eine Möglichkeit!
Aber Stipendien denke ich kann man vergessen...
Enjoy difference - start tolerance!!
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Ici et ailleurs - c'est la misère qui fait partir les gens.
Über die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen haben wir schon diverse Informationen, sicher noch nicht alle. Trotzdem meine Frage ob er auch hier bleiben könnte, ohne dass wir verheiratet sind. Vielleicht hats ja mal jemand geschafft?
Aber. Warum sollte z.B. ein schweizer Arbeitgeber ihm einen Job geben? Und sei es auch nur als Kellner.
Siehe bfm "Grundlagen zur Arbeitsmarktzulassung von ausländischen Personen", Betreff "vorrang".
Und dann siehe die Ausbildung meines Freundes. Wenn ich also all die Formulare der Schweiz lese und was von ihm verlangt wird, beziehungsweise er nicht vorzeigen kann, dann ist dies echt deprimierend!
Wir sind nicht gegens Heiraten. Wir haben schon mehr als einen Monat Alltag zusammen erlebt (mit und ohne Familien), das nächste mal im Frühling zwei Monate. Ich denke, dass wir uns kennen. Nur. Würden wir halt auch gerne wie nicht binationale Paare zuerst einmal richtig zusammen leben und schauen wies funktioniert, bevor wir heiraten. Oder dafür heiraten müssen.
Ihr versteht was ich meine, sonst würden wir nicht darüber disskutieren. ;)
Chile und die Schweiz haben gute Abkommen miteinander, keine politischen Probleme. Die Schweiz gewährt sogar Stipendien an Chilenen, jedoch keine Bachelor- und Masterstudiengänge. Mein Job reicht für meine und seine Ausgaben über eine gewisse Zeit, jedoch nicht um ein Studium zu finanzieren.
Werde aber weitersuchen bezüglich Stipendien oder Ausbildungen.