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Ein Zwerchfellbruch (Hiatus- oder Zwerchfellhernie) entsteht, wenn sich Teile des Magens durch eine Öffnung im Zwerchfell nach oben in den Brustraum verlagern. Die häufigste Form des Zwerchfellbruchs ist die axiale Hiatushernie. Eine Hiatushernie ist eine häufige Erkrankung, die in der Regel mild verläuft und oft keine Beschwerden verursacht. Ein Zwerchfellbruch wird nur bei Beschwerden behandelt.
Bei einem Zwerchfellbruch dringen Teile des Magens durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum ein. Der Durchgang dafür ist der sogenannte „Hiatus“. Normalerweise sind Brust- und Bauchorgane durch das Zwerchfell voneinander getrennt und die Speiseröhre führt durch eine schmale Lücke im Zwerchfell in den Bauchraum. Im Bereich dieser Lücke sind Speiseröhre und Magen normalerweise gut fixiert. Bei der Hiatushernie ist dieser bindegewebige Halteapparat aber so schlaff, dass Teile des Magens durch die Lücke hindurch nach oben rutschen können. Auch kann durch das ständige Herauf- und Herabrutschen des Magens die Zwerchfellücke mit der Zeit grösser werden. Ein Zwerchfellbruch tritt häufig in Kombination mit Sodbrennen und der gastroösophagealen Refluxkrankheit auf.
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden verschiedenen Formen von Hiatushernien:
Die häufigste Form des Zwerchfellbruchs ist die axiale Hiatushernie. Neun von zehn Personen mit einer Hiatushernie haben eine axiale Hernie. Sie bereitet in den meisten Fällen keine oder nur geringe Beschwerden. Symptome entstehen, wenn durch die veränderte Lage des Mageneingangs der Ventilmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig funktioniert und saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt.
Ein Zwerchfellbruch geht häufig mit der sogenannten Refluxkrankheit einher. Bei der Refluxkrankheit fliesst Magensaft in die Speiseröhre zurück (Reflux = Rückfluss). Eine Rolle spielt der Winkel, in dem die Speiseröhre in den Magen mündet. Im Normalfall steht die Speiseröhre in einem spitzen Winkel zum Magen (sogenannter His-Winkel). Wenn sich jedoch der bindegewebige Halteapparat im Bereich der Speiseröhreneinmündung lockert, ändert sich der Winkel. Jetzt kann Magensaft leichter in die Speiseröhre zurückfliessen. Die Folge sind Refluxbeschwerden wie Sodbrennen oder Aufstossen. Die sogenannte kardio-fundale Fehlanlage ist ein häufiger Zufallsbefund bei einer Magenspiegelung. Sie gilt als Vorstufe eines Zwerchfellbruchs. Bei einem Zwerchfellbruch ist der spitze Winkel zwischen Speiseröhre und Magen dann vollständig aufgehoben.
Ein Zwerchfellbruch wird durch eine Schwächung des bindegewebigen Halteapparats im Bereich der Speiseröhre verursacht. Einige Menschen haben von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe. Mit zunehmendem Alter kann sich daraus ein Zwerchfellbruch entwickeln. Auch erhöhter Druck im Bauchraum auf das Zwerchfell kann das Risiko für eine Hiatushernie erhöhen. Zum Beispiel durch:
Ein Zwerchfellbruch bereitet häufig keine Beschwerden. Viele Menschen wissen nicht, dass Sie einen Zwerchfellbruch haben.
Eine axiale Hernie bereitet eher selten Beschwerden. Oft ist sie ein Zufallsbefund, etwa im Rahmen einer Magenspiegelung oder einer Röntgenaufnahme. Ihr wird generell kein oder nur ein geringer Krankheitswert zugeschrieben. Geht der Zwerchfellbruch mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit einher, kann aggressiver Magensaft in die Speiseröhre zurückfliessen. Dies führt zu Symptomen wie:
Eine paraösophageale Hernie, die sich neben der Speiseröhre befindet, führt nicht zwangsläufig zu Beschwerden. Schreitet die Erkrankung jedoch voran, dann durchläuft sie mehrere Stadien:
Ein Zwerchfellbruch ist häufig eine Zufallsdiagnose, denn der Bruch bereitet meist keinerlei Beschwerden. Die Ärztin oder der Arzt kann eine grosse Hiatushernie manchmal bereits auf einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Röntgen-Thorax-Aufnahme) entdecken. Bei typischen Beschwerden können wir dann anhand verschiedener Untersuchungen feststellen, ob ein Zwerchfellbruch der Auslöser ist. Mögliche Untersuchungen sind:
Beim Speiseröhren-Breischluck röntgen wir den gesamten Schluckakt vom Hals bis zum Magen. Hierzu muss die oder der Betroffene ein Kontrastmittel trinken. Mithilfe dieser Untersuchung können wir feststellen, um welche Bruchform es sich handelt und wie gross er ist.
Bei der Endoskopie führen wir einen dünnen Schlauch durch den Mund in den oberen Verdauungstrakt ein. Das Ende des Schlauchs ist mit einer kleinen Kamera versehen. Auf diese Weise können wir einen direkten Blick auf Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm werfen und entzündliche Veränderungen oder Abweichungen im Verdauungstrakt erkennen. Vor dem Eingriff erhalten Sie ein Beruhigungsmittel, so dass Sie von der Untersuchung nichts mitbekommen.
Mit einer Computertomographie können sehr grosse Hiatushernien erkannt werden. Bei dieser Untersuchung werden Röntgen-Schichtaufnahmen des Körpers angefertigt und die Hernie lässt sich so gut darstellen.
Diese Untersuchungen spielen eine Rolle bei der Abklärung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (Sodbrennen). Sie geben Auskunft darüber, ob das Verschlussventil zwischen Speiseöhre und Magen funktioniert und ob zu viel Säure aus dem Magen in die Speiseröhre zurückfliesst.
Wenn Sie unter Refluxbeschwerden leiden, können Sie selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern:
Viele Zwerchfellbrüche bereiten keine oder nur wenige Beschwerden. Ist eine Operation nötig, dann gehen die Beschwerden in der Regel nach der operativen Korrektur der Hiatushernie vollständig zurück.
Länger andauernde Refluxbeschwerden sollten Sie immer ernst nehmen und durch eine Ärztin oder einen Arzt abklären lassen. Es ist nicht gesund, wenn saurer Mageninhalt wegen eines Zwerchfellbruchs regelmässig in die Speiseröhre zurückfliesst. Der Reflux kann dazu führen, dass sich auf der Speiseröhrenschleimhaut Geschwüre bilden. Einatmen von Magensaft in die Lunge (sogenannte Aspiration) kann zudem zu chronischem Husten führen und die Beschwerden bei Asthmapatientinnen und Asthmapatienten erheblich verstärken.
Eine paraösophageale Hernie kann zu verschiedenen Komplikationen führen, zum Beispiel: