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Gebirgspatrouille, 26.Januar 2008

Der Aktuar R&G, Martin Henke, hatte im Januar Gelegenheit sich als Feldweibel der Gebirgspatrouille von Oberleutnant Thomas Schott auf der Schwägalp am Säntis anzuschliessen. Mit historischem Material ausgestattet begab sich die kleine Patrouille in die alpine Winterpracht, um Ski- und Gebirgsausrüstung der Aktivdienstzeit zu erproben.
Im Dezember 1939 fand im Berner Oberland auf der Kleinen Scheidegg der erste Zentralkurs der Armee für Wintergebirgsausbildung statt. Ziel des Kurses war es, dass die Teilnehmer lernten sich in unwirtlichen Höhen, im heikelsten Gelände und widrigsten Bedingungen einzurichten und dabei stete Kampfbereitschaft zu bewahren.
Als Klassenlehrer zog man für den Zentralkurs die kompetentesten Ski- und Alpinoffiziere der Armee bei. Indes wurden in den Heereseinheiten ausgesuchte Offziere, Unteroffiziere und Soldaten in dreiwöchigen A-Kursen skitechnisch ausgebildet. Die besten Kursabsolventen wurden wiederum in B-Kursen in der Kriegsführung im Hochgebirge geschult.
Im Zentralkurs als auch in den B-Kursen zeigte sich ein erhebliches Defizit bezüglich bergtechnischen Kenntnissen bei vielen Teilnehmern. Folglich wurde im Sommer 1940 ein zweiter Zentralkurs abgehalten, der sich auf die Vermittlung von Alpintechnik konzentrierte. Mit ausgesuchten Bergführern wurden wiederum Spezialisten als Lehrer beigezogen.
Wer den Winter-, als auch den Sommerkurs mit der durchschnittlichen Bewertung "sehr gut" absolvierte, erhielt das Hochgebirgsabzeichen. Natürlich war es nicht möglich, die ganze Armee im Gebirgskampf zu schulen. Immerhin entstand während des Aktivdienstes in nahezu jeder Einheit von Auszug und Landwehr ein Nucleus gebirgstauglicher Männer.
Im Rahmen des Aktivdienstes 1939-1945 zeitigte die Gebirgsausbildung eine Reihe herausragender Leistungen. So im B-Kurs der Gebirgs-Birgade 11 im Winter 1940. In vierundzwanzig Stunden bewältigten 300 vollständig ausgerüstete und bewaffnete Männer die Strecke von Wengen nach Saas-Fee via die auf 3200 M.ü.M liegende Lötschenlücke.
Im Sommer-Zentralkurs des Jahres 1941 bezwangen über hundert Mann das Grosse Aleschhorn mit seinen 4182 Metern über Meer, mit einem Aufstieg über die Haslerrippe und dem Abstieg über den scharfe Südostgrat. Ein Bündernerkurs der Gebirgs-Brigade 12 erstieg im Aktivdienst den Piz Bernina mit 4000 Metern über Meer.
Während 14 Tagen hielt ein Kurs der Gebirgs-Brigade 11 in den Walliser Alpen kriegsmässig Stellungen auf dem Alphubeljoch (3802 M.ü.M.), Feejoch (3812 M.ü.M.), Allalinpass (3570 M.ü.M.), Adlerpass (3798 M.ü.M.) und Fluchthornsattel (3750 M.ü.M.) besetzt. Dabei wurden Kampfstände, Depots und Schlafräume in Eis und Schnee angelegt.
Mit dem Rückzug der Armee ins Réduit ab Sommer 1940 gewann die Gebirgsausbildung an Bedeutung für die Landesverteidigung. Eine intensive Ausbildung setzte ein, denn die Feldeinheiten der Armee mussten vom der Kriegsführung im Mittelland auf den Einsatz im Gebirge umgeschult werden. Die Armee erkannte die Bedeutung des militärischen Alpinismus.
Unser Feldweibel überstand den Gebirgskurs an der Seite des Oberleutants. Keiner wurde von einer Lawine geholt und nur der alpine Sonnenschein brachte etwas Gefahr, nämlich die eines Sonnenbrands. Man beachte die Schutzbrillen die damals bei den Truppen im Gebirge ausgegeben wurden, und die schon vor dem Krieg erstmals ausgegebenen Schneetarnanzüge.
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