Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/1623

Mediation
Die Mediation ist eine speziell Methode der Konfliktbearbeitung: Ein umfangreiches, mehrstufiges Verfahren, das vorallem dann eingesetzt werden soll, wenn tiefgreifende Konflikte nachhaltig einer Lösung zugeführt werden müssen. Das Ergebnis einer Mediatonsverhandlung wird in einer Vereinbarung festgehalten, an die sich die Konfliktparteien zwingend zu halten haben. Möchte eine Konfliktpartei zu einem späteren Zeitpunkt die Vereinbarung ändern, muss das Mediationsverfahren erneut aufgenommen werden.
Einer Mediation muss nicht unbedingt ein Konflikt voraus gegangen sein. Im Gegenteil. Vieles lässt sich voraussehen: Wird in einem Wohnquartier ein Kindergarten aufgehoben, kann die von der Gemeinde angebotene Ersatzlösung bei Eltern auf Widerstand stoßen. Scheidet der Patron aus "seinem" Familienunternehmen aus, ist es gut möglich, dass in der Familie verschiedene Vorstellungen über die Zukunft herrschen usw. Wird der Mediatiator von Anfang an beigezogen, stehen die Chancen gut, dass der Prozess keine Verlierer zurück lässt und keine Verletzungen in Kauf genommen werden müssen. Das gemeinsame Erarbeiten einer tragfähigen Regelung, die von allen Beteiligten akzeptiert werden kann, wird die Beziehungen zwischen den Konfliktparteien eher stärken als beschädigen.
Vorteile des Mediationsverfahrens gegenüber einem juristischen Vorgehen:
• beziehungsschonender, wertschätzender Umgang der Konfliktparteien
• Lösungen werden von den Konfliktparteien gemeinsam erarbeitet
• Einbezug zukünftiger, vorhersehbarer Entwicklungen
• faire, nachhaltige Lösungen
• kostengünstiger und schneller
Sollte die Mediation scheitern, steht der juristische Weg immer noch offen.
Anwendungsgebiete im privaten Bereich:
• Partnerschaftskonflikte, Trennung, Scheidung, Sorgerecht
• Erbschaftsstreitigkeiten
• Nachbarschaftskonflikte, wenn es sich um Wohneigentum handelt
etc.
Anwendungsgebiete im geschäftlichen Bereich:
• Ausscheiden eines Geschäftsmitinhabers
• Funktionen in einem Familienunternehmen neu verteilen
• Auflösen oder Fusionieren von Firmen
• Versicherungsfälle
etc.
Anwendungsgebiete im öffentlichen Bereich:
• Schließung oder Neu-Ausrichtung von Institutionen
• finanzielle Absicherungen von Institutionen
• Nutzung öffentlicher Räume: Parks, Plätze, Straßen
etc.
Der Konflikt betrifft Ihre Partnerschaft, eine Erb- oder Mietangelegenheit, den Arbeitsplatz, die Nachbarschaft, die Schule, die Verwaltung oder einen anderen Bereich. Sie wollen, dass diese Situation nicht weiter Ihren Alltag dominiert und suchen nach einer Lösung.
Die Vorteile der Mediation liegen darin, dass Sie als Konfliktpartei den Ablauf der Verhandlungen in der Hand behalten. Ziel der Mediation ist es, individuell angepasste, faire, zukunftsgerichtete Entscheidungen innerhalb von (rechtlichen) Leitplanken in einem geschützten Rahmen zu erarbeiten. Gleichzeitig fördert die Mediation den wertschätzenden Umgang miteinander; so können die Beteiligten die persönliche Integrität wahren, das gegenseitige Verständnis vergrößern und die Beziehung in einer angemessenen Form aufrecht erhalten (z.B. als Eltern gemeinsamer Kinder nach der Trennung oder Scheidung, als Arbeitspartner, Geschäftspartner, Mieter etc.).
Wenn die Beteiligten gewillt sind, die Situation anzugehen und Unterstützung anzunehmen, besteht eine große Chance, dass die Mediation gelingt.
Der Mediator bildet eine Brücke für die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien. Es geht nicht vor allem darum, Vergangenes auszugraben, sondern die Mediation soll Ihnen helfen, vorwärts zu blicken. Der Mediator bietet Ihnen seine Unterstützung an, die möglichen Konsequenzen der von Ihnen erwogenen Regelungen zu erkennen und deren Wirkung auf Außenstehende - auch in Bezug auf Ihre persönliche Zukunft - zu erfahren.
Der Mediator formuliert Ihre individuell erarbeiteten Regelungen zu einer Mediationsvereinbarung, welche bei Unterzeichnung zwischen den Verhandlungspartnern als Vertrag rechtsgültig wird. Sie haben vor der Unterzeichnung selbstverständlich die Möglichkeit, die Vereinbarung zur Überprüfung anderen Fachleuten vorzulegen.
Der Mediator unterstützt die Teilnehmer/-innen darin, die strittigen Punkte zu definieren, über diese zu verhandeln und eigenverantwortlich Lösungen zu entwickeln.
In den Verhandlungen – und dies ist das eigentliche Merkmal der Mediation – wird nicht auf einen einfachen Kompromiss hingearbeitet. Vielmehr werden, entsprechend den Bedürfnissen der Beteiligten, verschiedene Möglichkeiten einer Lösung entwickelt, wobei auch Ungewöhnliches und nicht sofort Realisierbares Platz haben kann. Die Lösung soll vorhersehbare Veränderungen einbeziehen, um in Zukunft Konflikte zu vermeiden und das Einhalten der Vereinbarung zu verstärken. Auf Wunsch werden auch am Konflikt mittelbar Beteiligte (z.B. gemeinsame Kinder bei Partnerschaftskonflikten, Arbeitskollegen bei Mediation am Arbeitsplatz etc.) in eine Mediationssitzung eingeladen. Dies fördert das Einbinden aller Sichtweisen und erhöht die Chancen einer erfolgreichen Vereinbarung.
Ich arbeite nach dem Prinzip der offenen Sitzungsdauer. Erfahrungsgemäß dauert eine Zusammenkunft 2 – 4 Lektionen à 45 Min. Die Anzahl der Besprechungen hängt von der Art und der Komplexität des Konflikts ab; durchschnittlich sind 3 bis 6 Zusammenkünfte notwendig.
In den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Institutionen etc. wird der Tarif je nach Situation gemeinsam festgelegt.
Im privaten Bereich ist es mir wichtig, Mediation auch dann zu ermöglichen, wenn wenig finanzieller Spielraum besteht. Nehmen Sie mit mir Kontakt auf, wir werden gemeinsam einen Weg finden.
Mediation beruht auf Freiwilligkeit. Eine erfolgreiche Mediation setzt voraus, dass
- die Parteien anerkennen, dass sie Probleme miteinander haben.
- sie diese Streitpunkte gemeinsam lösen wollen.
- sie bereit sind, sich auf eine faire Beilegung des Konfliktes unter Mithilfe eines Mediators einzulassen.
Alle Verhandlungspartner/-innen müssen in der Lage sein, ihre eigenen Interessen in der Gesprächssituation zu vertreten. Alle notwendigen Informationen müssen offen gelegt werden. Eigenverantwortung, Dialogfähigkeit und Bereitschaft zur Kooperation sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mediation.
Wenn ein extremes Machtungleichgewicht zwischen den Konfliktparteien nicht ausgeglichen werden kann, oder wenn eine Partei versucht, die eigenen Interessen ausschließlich auf Kosten der anderen durchzusetzen, wird die Mediation scheitern. Das gleiche gilt, wenn wichtige Informationen bewusst zurückgehalten werden.
Jede Konfliktpartei, aber auch der Mediator, kann den Mediationsprozess jederzeit abbrechen.
Mediation fördert die Autonomie und ebnet den Weg zu fairen und nachhaltigen Lösungen. So erhält Kommunikation eine neue, aufbauende Qualität.
Mediation ermöglicht den wertschätzenden Umgang von Menschen untereinander, sogar dann, wenn sie sich in einer belastenden Konfliktsituation befinden.
Ich möchte Sie unterstützen, Ihre eigene tragfähige und zukunftsweisende Lösung selber zu finden.
weiter zu Supervision >