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Eine Proton-Proton-Kollision im CMS-Experiment produziert vier hochenergetische Myonen (rote Linien). Das Verhalten des Experiments zeigt Merkmale, die auf das Dasein des Higgs-Boson, des "Gottesteilchens", hinweisen. (Bild: CMS)
Heute liessen ForscherInnen an einem Seminar des CERN eine Bombe platzen; Als Auftakt zur diesjährigen grossen Teilchenphysik-Konferenz, ICHEP2012 in Melbourne, präsentierten ForscherInnen der zwei grossen CERN-Experimente "ATLAS" und "CMS" eine sensationelle Entdeckung. Und zwar konnte mit grosser Wahrscheinlichkeit die Existenz des lange gesuchte Higgs-Boson-Teilchens, auch "Gottesteilchen" genannt, erstmals im Experiment wirklich nachgewiesen werden.
Beide Experimente sähen in ihren Auswertungen starke Indikatoren, für das Dasein eines neuen Partikels, das das Higgs Boson sein könnte, mit der Masse von ungefähr 126 GeV (Gigaelektronen Volts).
Die Experimente ATLAS und CMS haben die Hinweise auf den neuen Partikel gefunden, in dem sie Trillionen von Proton gegen Proton-Kollisionen analysierten, die 2011 und 2012 im berühmtem ringförmigen Large Hadron Collider LHC durchgeführt wurden, der sich unter der Stadt Genf befindet.
Ist es das Gottesteilchen?
Das Standard-Modell der Teilchenphysik sagt voraus, dass ein Higgs-Boson in verschiedene Teilchen zerfallen würde, was im Experiment des CERNS nun wirklich auch zu erkennen war. So konnte seine Existenz vermutlich nachgewiesen werden.
Die heute vorgestellten Ergebnisse des CERN sind aber noch vorläufig, die vollständige Analyse, die dann sicher sagen kann, ob das Gottesteilchen wirklich erstmals nachgewiesen werden konnte, wird voraussichtlich Ende diesen Monats veröffentlicht.
Was ist das Gottesteilchen überhaupt?
Das nach dem britischen Physiker Peter Higgs benannte Higgs-Boson oder Higgs-Teilchen ist ein Elementarteilchen. Im Standardmodell der Teilchenphysik wird die Existenz des Higgs-Bosons im Rahmen des Higgs-Mechanismus vorhergesagt, konnte bis heute aber nie nachgwiesen werden.
Dieser Higgs-Mechanismus liefert die Erklärung für die Massen der experimentell nachgewiesenen Eichbosonen, der Z- und W-Bosonen, und anderer Elementarteilchen wie Quarks und Leptonen. Der Higgs-Mechanismus ist jedoch nicht die Ursache für die gesamte Masse aller Objekte, da die Masse der Elementarteilchen nur einen kleinen Teil der Gesamtmasse ausmacht.
Da die Existenz mindestens einer Sorte von Higgs-Bosonen notwendige Folge eines Higgs-Mechanismus ist, hat der Nachweis eines Higgs-Bosons als wichtiger Hinweis auf die Gültigkeit des Standardmodells zentrale Bedeutung.
So schreiben denn auch die ForscherInne des CERN heute als frohe Überschrift auf Ihrer Website:
"Unser Verständnis des Universums wird sich nun ändern ..."
Quellen: CERN, Wikipedie
Bild: cc CMS, CERN