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Legislaturindikator: Modalsplit im alpenquerenden Güterverkehr
Auszug aus dem Legislaturziel 7: Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur erhöht sich die Beanspruchung insbesondere aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen und der wachsenden Mobilität. Der öffentliche Verkehr und das Nationalstrassennetz müssen modernisiert und punktuell ausgebaut werden. [...] Auch will der Bundesrat den Gütertransport auf der Schiene stärken, indem für diesen mit neuen Instrumenten langfristig attraktive Fahrrechte (Trassen) gesichert werden.
Bedeutung des Indikators: Aufgrund ihrer geografischen Lage nimmt die Schweiz im europäischen Verkehrsnetz eine besondere Stellung ein. Ein bedeutender Teil des internationalen Güterverkehrs zwischen Nord- und Südeuropa nutzt die Schweizer Alpenübergänge. Um das Land und die Alpenregionen vor den negativen Auswirkungen des alpenquerenden Lastwagenverkehrs zu schützen, verfolgt die Schweizer Verkehrspolitik eine Verlagerung des Strassengüterverkehrs auf die Schiene.
Der Indikator stellt den Anteil der auf der Schiene transportierter Güter, gemessen an der Gesamtmenge der transportierter Güter des gesamten alpenquerenden Güterverkehrs (Schiene, Strasse), dar. Eine Veränderung des Modalsplits zugunsten der Schiene kann auch bei zunehmenden Transportmengen auf der Strasse auftreten, nämlich wenn die Zunahme auf der Schiene stärker ist als auf der Strasse.
Quantifizierbares Ziel: Der Anteil des alpenquerenden Güterverkehrs, der auf die Schiene verlagert wird, nimmt während der Legislaturperiode 2015–2019 zu.
Kommentar
Rund 90% der Güter wurden Anfang der 1980er-Jahre auf der Schiene durch die Schweizer Alpen transportiert. Bis 2009 ist dieser Anteil auf 61% gesunken, seither hat er wieder zugenommen. 2018 wurden 70,5% des Transportguts per Bahn und 29,5% auf der Strasse durch die Schweizer Alpen befördert. In den Nachbarländern Frankreich und Österreich ist das Verhältnis in etwa umgekehrt.
Abgangs- wie auch Bestimmungsort der auf der Schiene über die Schweizer Alpen transportierten Güter lagen 2014 mehrheitlich im Ausland: Zu 87% passierte der alpenquerende Schienengüterverkehr die Schweiz im Transit. Die verbleibenden 13% entfielen auf den Binnen-, Import- und Exportverkehr.
Die auf Strasse und Schiene über die Schweizer Alpen transportierte Gütermenge belief sich 2018 auf insgesamt 39,6 Millionen Nettotonnen. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch 1981, dem Jahr nach der Eröffnung des Gotthard-Strassentunnels. Der Strassengüterverkehr hat dabei stärker zugenommen als der Schienengüterverkehr. Dieser Umstand wird durch die Entwicklung der Anzahl Fahrten schwerer Strassengüterfahrzeuge über die Schweizer Alpenübergänge verdeutlicht. Diese erreichte im Jahr 2000 mit 1,4 Millionen Fahrten ihren Höchststand und ist im Anschluss wieder zurückgegangen. Im Jahr 2018 überquerten 941 000 dieser Fahrzeuge einen Schweizer Alpenübergang, wovon rund drei Viertel die Gotthard-Route wählten. Im Vergleich zu 1981 entspricht dies einer Verdreifachung der Anzahl Fahrten.
Der gesamte innere Alpenbogen (Fréjus bis Brenner) wurde 2018 von 5 Millionen schweren Strassengüterfahrzeugen gequert. Der grösste Teil davon benutzte die österreichischen Alpenübergänge (53%). Der Anteil der Schweiz betrug 19%, derjenige Frankreichs belief sich auf 28%.