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Die symptothermale Methode
Die symptothermale Methode ist eine wissenschaftlich erforschte Methode der natürlichen Familienplanung. Dadurch ist es Paaren möglich, eine Schwangerschaft zu verhüten, oder aber gezielt anzustreben. Aus diesem Grund spricht man nicht von einer Verhütungsmethode, sondern von einer Methode zur Familienplanung oder zur Empfängnisregelung.
Weitere Infos
Dieser Artikel kann nur einen kurzen Überblick zur symptothermalen Methode bieten. Wenn Sie natürliche Familienplanung anwenden möchten, ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema sehr wichtig. Hier finden Sie weitere Infos:
"Natürlich & sicher - Das Praxisbuch" der Arbeitsgruppe NFP
Institution für natürliche Empfängnisregelung INER
Wie funktioniert die Methode?
Die fruchtbare Phase der Frau wird durch die Beobachtung und Aufzeichnung der folgenden Symptome ermittelt:
- Körpertemperatur: Diese steigt ca. zwei Tage nach dem Eisprung messbar an und bleibt bis zur nächsten Menstruation erhöht. Dieser Temperaturanstieg wird verursacht durch das Progesteron, das nach dem Eisprung im Gelbkörper gebildet wird. Das Ende der fruchtbaren Phase wird angenommen, wenn die Körpertemperatur an drei Tagen in Folge um mindestens 0.2° Celsius höher liegt als an den vorangehenden sechs Tagen. Um eine aussagekräftige Temperaturkurve zu bekommen, wird jeden Morgen nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen die Basaltemperatur gemessen.
- Zervixschleim: Dieser wird in den Drüsen des Gebärmutterhalses gebildet und dient den Spermien als Nahrungs- und Transportmittel. Abhängig vom Östrogenspiegel verändert er seine Konsistenz im Verlaufe des Zyklus und liefert dadurch wichtige Hinweise über fruchtbare und unfruchtbare Phasen. Um den Eisprung herum ist er klar, durchsichtig, zwischen zwei Fingern spinnbar, glitschig und gleicht in seiner Konsistenz rohem Eiweiss.
- Gebärmutterhals (Muttermund): Auch er verändert sich während des Zyklus. Nach der Menstruation ist er hart, verschlossen und reicht tief in die Scheide hinein. Vor dem Eisprung öffnet er sich. Er fühlt sich weich an und steigt etwas höher, so dass er sich möglicherweise nicht mehr so leicht ertasten lässt. Nach dem Eisprung verschliesst er sich wieder, wird hart und ragt erneut in die Scheide hinein. Die Selbstuntersuchung des Gebärmutterhalses empfiehlt sich vor allem für Frauen, bei denen wenig oder gar kein Zervixschleim vorhanden ist.
Die Werte der morgendlichen Temperaturmessungen sowie die Beobachtungen von Zervixschleim und / oder Gebärmutterhals werden in ein Zyklusblatt eingetragen. Die Eintragungen werden nach bestimmten Regeln ausgewertet, so dass die fruchtbare Phase sehr zuverlässig ermittelt werden kann. Paare, die eine Schwangerschaft verhindern wollen, verzichten an den fruchtbaren Tagen auf Geschlechtsverkehr oder wenden eine Barrieremethode wie z. B. das Kondom an. Paare, die sich ein Kind wünschen, können das Wissen über die fruchtbaren Phasen nutzen, um eine Schwangerschaft anzustreben.
Was es dazu braucht
- Ein Thermometer, das zwei Nachkommastellen anzeigt. Am besten geeignet ist ein analoges Thermometer, da bei einem digitalen Thermometer eine schwache Batterie oder Materialüberalterung zu ungenauen Messwerten führen können.
- Zyklusblätter, die beispielsweise hier heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Alternativ können die Eintragungen in einer APP wie z. B. myNFP oder INER Cycle gemacht werden.
- Die Bereitschaft, sich mit dem weiblichen Zyklus und der eigenen Fruchtbarkeit vertraut zu machen.
- Zeit, um sich in die Regeln der Methode einzulesen oder einen Einführungskurs zu besuchen.
- Einen Partner, der bereit ist, diesen Weg mitzugehen und sich ebenfalls mit der Materie auseinanderzusetzen.
Wie zuverlässig ist die Methode?
Dank der symptothermalen Methode lässt sich die fruchtbare Phase sehr genau feststellen. Dies ermöglicht es Paaren, die sich ein Kind wünschen, diese Phase gezielt zu nutzen, um eine Schwangerschaft anzustreben.
Eine ungeplante Schwangerschaft lässt sich zuverlässig verhindern, wenn das Paar während der fruchtbaren Tage gänzlich auf Geschlechtsverkehr verzichtet. In diesem Fall liegt der Pearl Index bei 0.4. Wird während der fruchtbaren Phase mithilfe eines Kondoms verhütet, liegt er bei 0.6. Die Methodensicherheit ist also sehr hoch. Ein Paar, das eine Schwangerschaft nicht um jeden Preis vermeiden will, neigt aber möglicherweise dazu, es nicht so genau zu nehmen. Bei der Anwendungssicherheit wird für die symptothermale Methode deshalb ein Wert zwischen 1.8 und 2.3 angegeben. Die wichtigste Voraussetzung ist also, dass sich das Paar an die Regeln hält. Dies ist nur möglich, wenn man sich eingehend mit der Methode befasst hat, denn ungeplante Schwangerschaften lassen sich fast immer auf eine falsche Anwendung oder ein mangelhaftes Wissen über die Methode zurückführen.
Nach dem Absetzen der Pille, in der Stillzeit, bei verlängerten Zyklen und in den Wechseljahren gelten spezielle Regeln, die Sie unbedingt kennen sollten, wenn Sie vorhaben, nach der symptothermalen Methode zu verhüten.
Letzte Aktualisierung: 12.2017, TV