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A1711-18 Artilleriebunker Jaunpass
Diese acht Artilleriebunker befinden sich auf der Passhöhe des Jaunpass. Der Pass-Übergang stellte militärisch eine Schlüsselstellung im Reduit dar, hätte der Feind dort hinter die zentrale Frontlinie am Thunersee gelangen können.
Ab 1941 bildete das Gebirgsinfanterie-Regiment 7 die Kampfgruppe Jaun. Der Auftrag lautete: Die Jauntal-Achse ab Broc und die Achse vom Schwarzsee über den Euschels nach Jaun zu sperren und einen Vorstoss auf den Jaunpass verhindern. Sehr rasch nach dem Bezug der Stellungen begann der Bau der Verstärkungen im Gelände. Eine Besonderheit war zu der damaligen Zeit, dass die Bunker auf dem Gebiet der 2. Division (BE) lagen, ihre Ziel aber im Raum der 1. Division (FR). Das Werk verfügt über acht 10,5 cm Kasematten (zwei Batterien), welche als Alphütten getarnt frei auf den Alpwiesen stehen. Jeder Bunker (Geschützstand) ist für das Schiessen autonom und per Kabel mit der Batteriefeuerleitstelle verbunden. Zugeteilt war je eine Stellung den Schweren Batterien 103 und 104.
Die Bunker sind als Monoblock gebaut und bieten der Geschützmannschaft und dem Waffensystem Schutz vor Feindeinwirkung. Das besondere ist, dass die Stellungen untereinander keine direkte Verbindung haben, in welcher die Mannschaft sich geschützt hätte bewegen können. Auch die sehr exponierte Lage stellte ein hohes Risiko dar, durch den Feind sehr früh erkannt zu werden. Einem möglichen Luftangriff wären die Bunker schutzlos ausgeliefert gewesen.
Unterstand – eine Telefonzentrale
Rund 30 Meter hinter dem Geschützbunker 1 der Batterie Ost liegt am Hinterhang ein Unterstand, der mit Fenstern versehen und deshalb nicht druckdicht ist. In Unterlagen der 2. Division von 1944 wird der Bunker als Telefonzentrale bezeichnet. Ein Zitat aus dem Buch über das Festungsregiment 23 spricht gegen die Vermutung, dass es sich um die Batterie-Feuerleitstelle handelt: «Ende der vierziger Jahre rückten die Artillerie-Offiziere mit Flugbahnkarte, Benoistplan und Kartenwinkelmesser auf den Beobachtungsposten. Sie bestimmten angesichts des Feindes die Grundelemente für die angeschlossene Batterie. Eine Feuerleitstelle existierte noch nicht.» Nach TO51 wurde dazu übergegangen, jeweils im Schiessbureau die Schiesselemente zu berechnen.
Zudem war laut einem ehemaligen Artillerieoffizier der Festungsartillerie-Abteilung 8 die Batteriefeuerleitstelle in den letzten aktiven Jahren in der Gebirgsunterkunft auf dem Pass (bekannt als Asylantenunterkunft) installiert.
Zwei der Bunker sind vom Train- und Artillerieverein Bezirk Sense gekauft worden. In beiden Anlagen sind die 10,5 cm Kanonen auf Hebellafette noch vollständig vorhanden. Ein weiterer wird vom Langlaufzentrum genutzt.
Bekannte Objekte
- A1710 Unterstand Telefonzentrale – 592910/160060
- A1711 10,5 cm Art Bkr – 592886/160059
- A1712 10,5 cm Art Bkr
- A1713 10,5 cm Art Bkr – 592820/159940
- A1714 10,5 cm Art Bkr
- A1715 10,5 cm Art Bkr – 592125/159825
- A1716 10,5 cm Art Bkr – 591975/159800
- A1717 10,5 cm Art Bkr
- A1718 10,5 cm Art Bkr – 591850/159500
- AXXXX Gebirgsunterkunft (zeitweise als Asylbewerber-Unterkunft genutzt)