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Thema der Woche vom 9. Oktober 2018
Die Erlöse von Green Bonds fliessen bislang vor allem in die Bereiche Energieeffizienz, effiziente Gebäude und Transport.
Quelle: Allianz Global Investors, Climate Bonds Initiative, Daten per 22.06.2018
Nachhaltiges Investieren ist ein zunehmendes Bedürfnis unter Anlegern. Sie möchten, dass ihre Gelder dort investiert werden, wo ein guter Zweck unterstützt und gefördert wird. Hierfür bieten sich sogenannte Green Bonds an.
Das Angebot an nachhaltigen Anlagelösungen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Während nachhaltige Aktienanlagen inzwischen bereits stark verbreitet sind, steckt die Entwicklung im Bereich der Obligationen noch in den Kinderschuhen. Hier erlebt aber eine ganz bestimmte Form der nachhaltigen Anlage ein starkes Wachstum. Es handelt sich um "Green Bonds", sprich grüne Anleihen. Während "Social Bonds" und "Sustainability Bonds" soziale Ziele verfolgen, liegt der Fokus bei grünen Anleihen in der Finanzierung von Umweltprojekten.
Dabei handelt es sich beispielsweise um Investitionen in Bereiche wie Energieeffizienz, Erhaltung der Artenvielfalt an Land und im Wasser, Effizienzinstallationen in Gebäuden oder die Entwicklung von Systemen, die dem Klimawandel entgegenwirken (siehe Grafik). Der Nutzen dieser Anleihen für die Umwelt kann beispielsweise an der Menge vermiedener CO2-Emissionen infolge unterstützter Projekte für erneuerbare Energiesysteme gemessen werden. Dank der Herausgabe von grünen Anleihen konnten bereits grosse Kapazitäten an Installationen von Solaranlagen geschaffen werden.
Was ist "grün"?
Was als "grün" gilt, wird den Emittenten (noch) selbst überlassen. Herausgeber von grünen Anleihen können sich aber an den Green Bond Principles (kurz: GBP) orientieren. 2014 kam es durch die Zusammenarbeit mehrerer Investmentbanken zur Erarbeitung dieses Rahmenwerks, welches sich als Leitfaden inzwischen stark etabliert hat. Die GBP enthalten Richtlinien zur Berichterstattung, geben eine Orientierungshilfe dafür, was als grün gilt und sie erhöhen die Transparenz, indem sie den Emittenten die Offenlegung der finanzierten Projekte empfehlen.
Das Vorurteil, grüne Anleihen seien teuer oder müssten mit einem Risikoaufschlag erkauft werden, konnte in zahlreichen Studien widerlegt werden. Es zeigte sich, dass grüne und klassische Anleihen desselben Emittenten eine vergleichbare Rendite bei gleichem Risiko erzielen.
Aus Sicht der Emittenten von Green Bonds fallen jedoch Kosten an, welche bei "klassischen" Bondanlagen nicht anfallen, wie beispielsweise der Überwachungsaufwand für die Kontrolle des Verwendungszwecks. Doch sie gewinnen auch Differenzierungseigenschaften und damit Wettbewerbsvorteile, weil sie sich einen Namen für die Nachhaltigkeitsentwicklung machen und einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten.
Opportunitäten nutzen
Aus Anlegersicht können attraktive Opportunitäten wahrgenommen werden. Sie können gezielt umweltspezifische Projekte unterstützen. Und gleichzeitig können sie den Diversifikationsgrad in ihrem Portfolio erhöhen.
Investieren können Anleger entweder via Einzelobligationen oder mittels Kollektivanlagen wie Fonds oder ETFs. Dabei lohnt es sich, auf die Zusammensetzung der Projekte zu schauen. Eine Investition kann sich wegen des Nachhaltigkeitsaspekts besonders gut für langfristig orientierte Anleger lohnen. Aufgrund der Umweltkomponente werden insbesondere jene Anleger angesprochen, welche konkrete Massnahmen finanziell unterstützen, sich im Kampf gegen den Klimawandel engagieren und gleichzeitig mit klassischen Anleihen vergleichbare Renditen erwirtschaften möchten.
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