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Zu der Zeit der Projektidee des Solebads wurde der Andreasplatz als Lager für Marktkarren benutzt oder er diente einfach sonst als Parkplatz: Es waren sieben Blaue Zone Parkplatzfelder sowie Abstellflächen für Motorräder markiert. Wagen von Baufirmen, die irgendwo in der Umgebung tätig waren, wurden auf dem Platz positioniert, Materialien für Strassenbauprojekte zwischengelagert. Schlichte, urbaslerische vier- und fünfstöckige Häuser säumten den Platz, mit Fassaden im Spritzputz- / Besenwurfstil oder auch einfach übermalt. Einige gotische Fenster und Türen waren zu sehen, ebenso ein Dachaufzug. Der Andreasplatz gehörte damals nicht zur Schutzzone, sondern zu den „grauen Zonen“, den „toten, unbelebten Bezirken der Altstadt“.
Die leerstehenden Häuser des oberen Andreasplatzes waren schon sehr abgenutzt. Gekauft hatte diese Ferdinand Musfeld aufgrund eines Plans, eine Zufahrtstrasse zur Rosshof-Garage zu bauen, die dort durchgeführt hätte. Schliesslich erwarb jedoch der Staat das Rosshofareal für die Erweiterung der Universität Basel mit der Folge, dass das Rosshof-Parking-Projekt nicht wie geplant realisiert wurde.
Inspiriert durch die Diskussion über ein Hallenbad in Riehen, entstand die Idee für ein Bad, das Andreasbad, auf dem Andreasplatz. Aus diesem Gedanken entstand das Projekt eines Grossbasler Altstadt-Sole-Schwimmbads, welches vom Musfeld Architekten Ernst Egeler im Auftrag erstellt wurde. Im Verlauf der Projektarbeiten wurde bekannt, dass bereits im Mittelalter auf dem Andreasplatz ein Bad vorhanden war.
Ab 1967 arbeitete der Architekt zusammen mit den Behörden an dem Projekt, das aus einem Solebad mit Restaurant auf dem hinteren, höheren Andreasplatz bestand. Mitte 1969 wurde die Eingabe den Behörden eingereicht. In den drei Jahren Projektarbeit wurden natürlich viele Abänderungen vorgenommen, sei es aufgrund der Denkmalpflege oder sei es wegen des Heimatschutzes oder des Stadtplanbüros. Mit jedem Monat Verzögerung kostete das Projekt mehr und resultierte in einem drei bis vier Millionen Franken teuren Solebad. Die Grundidee aber sollte bleiben: Die heruntergekommenen Liegenschaften sollen abgebrochen und durch den an die Altstadt-Umgebung angepassten neuen Komplex ersetzt werden:
„In einem an den Nadelberghang angelehnten Gebäude soll ein Solebad errichtet werden, was direkt vom unteren Platz zugänglich und zur Hauptsache in Kellerlage angelegt sein wird. Läden und Wohnungen ergänzen das Bauprogramm. Bei der Abgrenzung zwischen oberem und unterem Platz ist ein neues Gebäude mit Restaurant und weiteren Wohnungen vorgesehen. Das Restaurant ist als Ersatz für das am Spalenberg abgebrochene „Lisettli“ gedacht. Das ganze Projekt muss selbstverständlich auf die Erhaltung des historischen Stadtbildes Rücksicht nehmen. Entsprechend wird die Fassadengestaltung ausgebildet. Die Firsthöhen der einzelnen Gebäude werden gegenüber der heutigen Bebauung verringert, so dass von der Schneidergasse her über den Andreasplatz hinweg die schönen hohen Häuser am Nadelberg sichtbar werden. Ein zugemauerter Durchgang zum Imbergässli soll wieder geöffnet werden. Später einmal wäre die Erstellung einer zusätzlichen Treppe vom oberen Andreasplatz an den Nadelberg hinauf – parallel zum Totengässlein – denkbar.“
Die neuen öffentlichen Fussgängerverbindungen vom Andreasplatz zum Imbergässlein und in Richtung Peterskirche würden die lang ersehnte Attraktivität des Platzes steigern und ihm neues Leben einhauchen.
Die zusammengefassten Raumprogramme für den Bau von Bad und neuer „Lisettli-Baiz“ beinhalteten folgendes:
- Das erste Untergeschoss lag laut Planung auf der Höhe des unteren Andreasplatzes, von dem man in das Gebäude gelangte und sich Kasse, Garderoben und die Schwimmhalle mit Badebassin 16.63 x 9.50 m, einschliesslich Liegebetten, Bademeister und Kiosk befinden sollten. Hier war auch das Restaurant mit einer Weinstube vorgesehen.
- Im zweiten Untergeschoss waren die Kellerräume mit der Heizung samt Luftschutzkeller geplant. Hier sollte auch die Wasseraufbereitung erfolgen.
- Das Erdgeschoss war in der Planung am oberen Andreasplatz mit zwei Boutiquen und einem lichtdurchfluteten längeren Schwimmhallenraum projektiert. Über die Badehalle war ein Zugang zu den nächsten Stockwerken vorgesehen. Auf diesem Niveau war auch ein Boulevard Café geplant.
- Wohnungen und Arztpraxen mit Wellnessbereich waren für das Wohlbefinden der Gemeinschaft bestimmt. Im ersten Stock waren zwei 2-Zimmerwohnungen geplant. Zusätzlich hätten zwei Arztpraxen mit Warteraum und einem Schwesternzimmer, sowie einen Therapieraum, ein Sprechzimmer und zwei Massageräume erstellt werden sollen. Weiter waren Säle für Sitzungen und Zusammenkünfte, ein Office, ein Personal-Essraum und die Wäscherei des Betriebs zu erstellen beabsichtigt.
- Der zweite Stock bestand gemäss Planung aus verschiedenen Wohnungen im Maisonettestil.
- Auch im dritten Stock waren weitere Wohnungen eingeplant.
Die komplett neuen Baulinien, die die Realisierung des Projekts bedingt hätten, wurden schliesslich vom Stadtplanbüro nicht bewilligt.