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Zwischen 1966 und 2012 erschienen insgesamt 61 Django-Filme, wenn man Django Unchained von Quentin Tarantino mitzählt. Der Italo-Western hat mit dem ersten hier als Koch-Film-Mediabook vorliegenden Film "Django – sein Gesangbuch war der Colt" (Italienischer Originaltitel: Le colt cantarono la morte e fu tempo di massacro) seinen Ausgang genommen. Der wirkliche erste Django stammt allerdings von Sergio Corbucci, ebenfalls mit Franco Nero in der Hauptrolle. "Django – sein Gesangbuch war der Colt" entstand zeitlich vor Corbuccis Django-Film und wurde vom Verleih als dritter Teil einer angeblichen Serie vermarktet. Weitere Djangos folgten über die Jahrzehnte, hatten aber oft sehr wenig mit dem Original zu tun.
Lucio Fulci, der durch seine Zombie-Filme der späten 70er und 80er erfolgreich und bekannt wurde, setzt schon im Titel auf brutale Gewalt, wenn er von einer "Zeit des Massakers" spricht in der die "Colts das Lied des Todes singen". In seinem Film werden zwar tatsächlich einige Dutzend Bösewichte gekillt, von einem Massaker zu sprechen, wäre aber dennoch übertrieben. Die martialische Sprache war damals aber sehr gefragt, wohl auch ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges. In der Geschichte geht es eigentlich um das Verhältnis der beiden Brüder Tom (Django) und Jeff Corbett (George Hilton) und ihre indianische Pflegemutter sowie die Frage nach ihrem wirklichen Vater. Als Django beim Goldschürfen die Nachricht erhält, dass er nach Texas zurückkehren muss, wird er an seine Familie erinnert und kehrt zu ihr zurück. Während sich seine Mutter freut, empfängt ihn sein Bruder Jeff allerdings weniger freundlich. Er ist zwar dem Alkohol verfallen, schießt aber immer noch wie ein Wilhelm Tell des Wilden Westens, was er auch durch einige Reit-Kunststücke untermauert.
Die Heimatstadt Djangos wird von einem gewissenlosen Monopolisten, Scott, und dessen sadistischem Sohn, Jason, und seiner Bande terrorisiert. Aber als die beiden Brüder den Kampf gegen die Expropriateure aufnehmen, haben diese trotz ihrer Überzahl wenig Chancen. Der Film schockt vor allem durch gewalttätige Szenen. Besonders der Sadismus Jasons, der gerne mit einer Peitsche spielt, wirkt sehr bedrohlich und hat sich damit wohl auch das FSK ab 18 verdient. Dass gerade auch der Held – Django – einiges einstecken muss, war für damalige Filme eher untypisch. In "Django – sein Gesangbuch war der Colt" wirkt es teilweise fast erschreckend, wie sehr er malträtiert wird. Nichts für zarte Nerven, denn das Blut fließt in Strömen. Franco Nero, der mit seinen stahlblauen Augen, seiner Lammfellweste und seinen Zigarillos etwas an einen anderen Westernhelden des Italo-Westerns von 1964 erinnert, ist zweifellos einer der charismatischsten Djangos der Reihe. Das Mediabook von Koch Media glänzt nicht nur durch eine BluRay und DVD, sondern auch eine wunderschöne Buchausgabe mit Standfotos und einem lesenswerten Essay über Details des Films.Extras: Interview mit George Hilton, Audio-Interview mit Lucio Fulci, Diverse Original Kinotrailer, Audio-Kommentar mit Leonhard Elias Lemke + Jonas Erler, Booklet Text von Leonhard Elias Lemke, Bildergalerie, Mediabook (+Booklet 32 Seiten), 2 Cover-Varianten (jeweils 1000 Stück). Der Film erscheint bei Koch Media als Mediabook A und B mit unterschiedlichen Covern.