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Das myofasziale Schmerzsyndrom und die Triggerpunkt-Therapie
Das myofasziale Schmerzsyndrom (MSS) ist eine der häufigsten Ursachen chronischer Schmerzen und wird als eigenständige Diagnose angesehen. Bei bis zu 85% aller Patienten mit chronischen Schmerzen lässt sich ein zugrunde liegendes MSS diagnostizieren. Die Begriffe MSS, myofasziale Triggerpunkte, Hartspannstrang, lokale Zuckungsantwort und das damit verbundene differenzierte Verständnis dieser spezifischen eigenständigen Diagnose wurden erstmals von Janet Travell in den fünfziger Jahren publiziert.
Ziele der Triggerpunkt-Therapie
Die Ziele einer erfolgreichen Triggerpunkt-Therapie sind das Lösen der lokalen Kontraktionen, die Verbesserung der Durchblutung sowie die Senkung der Entzündungsreaktion. Je präziser die Triggerpunkte behandelt werden, desto besser ist das Behandlungsresultat. Therapeutisch führend sind manuelle Techniken und das Dry Needling.
Diagnostik
Das Kennzeichen des MSS ist der myofasziale Triggerpunkt. Die typischen Charakteristika von Triggerpunkten lassen sich palpieren (ertasten). Bildgebende Verfahren existieren, sind aber für den klinischen Alltag zu aufwendig.
Die heute üblichen Diagnosekriterien sind:
Das MSS kann sich regional manifestieren, aber auch einen oder mehrere Körperquadranten betreffen. Triggerpunkte haben typische Referred Pain Patterns (Muster).
Die heute üblichen Diagnosekriterien sind:
- der Hartspannstrang
- die lokale Druckdolenz innerhalb des Hartspannstranges
- die ausstrahlenden Schmerzen, die von diesem Punkt auf Druck ausgehen (Referred Pain)
- die lokale Zuckungsantwort des Hartspannstranges, die besonders bei dessen Nadelung (Dry Needling) sichtbar wird
Das MSS kann sich regional manifestieren, aber auch einen oder mehrere Körperquadranten betreffen. Triggerpunkte haben typische Referred Pain Patterns (Muster).
Pathophysiologie von myofaszialen Triggerpunkten
Ausgelöst durch eine allgemeine muskuläre Überlastung (z.B. Trauma, Fehlbelastung etc.) kann es zu Rupturen des sarkoplasmatischen Retikulums kommen. Diese führen zu einer unkontrollierten Freisetzung von Kalziumionen aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und damit zu anhaltenden Kontraktionen von Sarkomeren. Eine Vielzahl solcher Kontraktionen an einer Stelle können einen Hartspannstrang bilden. Hartspannstränge können nicht nur palpiert (ertastet), sondern auch im MRI und Ultraschall dargestellt werden. Die Kontraktionen verursachen Kompression benachbarter Kapillaren und damit eine verringerte Bereitstellung von Sauerstoff und energiereichen Verbindungen bei insgesamt erhöhtem Energiebedarf. Dadurch entsteht eine sogenannte Energiekrise mit gleichzeitig verminderter Wiederaufnahme von Kalzium in das sarkoplasmatische Retikulum – die Kontraktion wird also aufrechterhalten. Darüber hinaus kommt es zur Ausschüttung neurovasoaktiver Substanzen wie Bradykinin, CGRP, u.a., die nozizeptive Nervenfasern erregen, welche aus ihren freien Nervenendigungen Schmerzbotenstoffe wie etwa die Substanz P freisetzen. Verschiedene Arbeiten unter anderem von Brückle und Shah untermauern diese Energiekrisentheorie. Die „integrierte Hypothese“ ist eine Erweiterung der Energiekrisentheorie und derzeit das anerkannteste pathophysiologische Konzept zur Entstehung myofaszialer Schmerzen. Die integrierte Hypothese besagt, dass die beschriebenen pathologischen Prozesse in der Nähe von motorischen Endplatten ablaufen, deren Funktion stören, was zu einer vermehrten Acetylcholin-Ausschüttung führt und somit den Circulus vitiosus der pathologischen Dauerkontraktion schliesst.
(Quelle: DGSA)