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Wenn es eine Miss Eurovision gab, dann war sie es: Lys Assia. 1956 gewann sie für die Schweiz den allerersten Eurovision Song Contest mit ihrem Lied «Refrain». Sie blieb in der Folge dem ESC stets verbunden. Durch Comebacks, TV-Auftritte und indem sie sich immer wieder unter die Fans mischte. Am 24. März 2018 hörte ihr Herz nun auf zu schlagen.
Stets war sie gepflegt, legte Wert auf ihr Auftreten. Als douzepoints.ch mit seiner Seite startete, wollten wir ein Interview mit ihr machen. Das Ganze hatte seinen Preis: 200 Franken für den Coiffeur, damit daraus auch schöne Fotos und Videoaufnahmen entstanden. Wir hatten ein komisches Gefühl, war sie etwa eine Diva? Ja, das war sie durchaus. Oder besser gesagt: Konnte sie ruhigen Gewissens auch sein. Dank ihrem Sieg 1956 in Lugano prägte sie die Schweizer Eurovision Geschichte. Der ESC wurde nicht nur von einem Schweizer erfunden und in der Schweiz ausgetragen, er wurde auch gleich noch von einer Schweizerin gewonnen. Es passte zur neutralen Schweiz, die Positives für Europa und die Welt tat.
Ein paar Comebacks
Lys Assia konnte es nicht lassen. Auch 1957 ging sie für die Schweiz an den Start des Eurovision Song Contest, belegte hier aber den vorletzten Platz. 1958 trat sie erneut an und wurde Zweite. Lys war sehr erfolgreich. Sie verdiente ihr Geld mit Musik, aber wurde mit ihrem zweiten Mann auch zur Unternehmerin. Dieser war dänischer Generalkonsul und Multimillionär und sie betrieb mit ihm zusammen Hotels in der ganzen Welt. Dann wurde es bis 2003 still um sie. In diesem Jahr veröffentlichte sie eine CD mit 14 Liedern. 2007 trat sie zusammen mit Beatrice Egli am internationalen Grand Prix der Volksmusik an. In der Schweiz mit Bravour qualifiziert, landeten die beiden nur auf Platz 12 von 16. Gemäss Diva Assia sei dies die Schuld von Beatrice gewesen. Auch im September 2011 machte sie nicht positive Schlagzeilen. Mithilfe eines Songs von Ralph Siegel wollte sie erneut für die Schweiz an den Song Contest. Sie hatte keine Chance und war erbost über dies. 2013 startete sie dann ihren letzten Versuch, erfolglos.
Dem ESC verbunden
Und trotzdem: Lys Assia verkörperte wie keine andere den Geist des Eurovision Song Contest. Wo sie auftauchte, hatte sie rasch Trauben von Fans um sich. Geduldig posierte sie, auch wenn dies spät morgens wurde. Diese Erinnerung nehmen wir auch an sie mit. Es war an der After-Party 2015 in Wien, Mans Zelmerlöw hatte soeben den Contest gewonnen, wir nahmen einen Drink darauf. Da kam eine junge Frau auf uns zu und fragte uns, ob wir ein Foto mit Lys machen möchten, sie hätte aufgenommen, wir seien Schweizer. Dann begegneten wir ihr. Machten das Foto. Bedankten uns. Wir waren glücklich, dieser Diva begegnet zu sein. Und waren uns einig: Sie darf durch und durch Diva sein. Möge sie in Frieden ruhen!
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