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Modellautos ohne konkrete Vorbilder
Bis in die 30er-Jahre wurden viele Modellautos nicht nach konkreten Vorbildern gefertigt,
sondern gaben einfach eine bestimmte Karosserieform oder eine bestimmte Fahrzeuggattung wieder.
Etliche Firmen haben solche Modellautos in jüngerer Zeit wieder neu aufgelegt. Doch auch bei modernen
Modellfahrzeugen, namentlich bei günstigen Werbemodellen, fehlt manchmal der Hinweis auf die Vorbildmarke.
Der Hersteller des Modells spart sich so die Zahlung von Lizenzgebühren an den Hersteller des Originals.
Einige Modelle ohne konkrete Vorbilder sind auch in meiner Sammlung vertreten. Da sie mangels Angaben zum
Vorbild oder zum Massstab nicht in der Datenbank gelistet werden können, ist ihnen diese
Seite gewidmet.
Schuco-Neuauflagen
Seit Anfang der 80er-Jahre stellt die deutsche Firma Schuco
Wiederauflagen von historischen
Blechmodellen her. Die Modelle stammen ursprünglich aus den 30er- bis 60er-Jahren, verfügen meist über
Uhrwerk-Motoren und werden teilweise mit alten Original-Werkzeugen gefertigt. Neben
exakten Kopien der alten Modelle sind mittlerweile auch Neuentwicklungen aus Blech in ähnlichem Stil
entstanden.

|Examico 4001|
|Der Examico wurde erstmals 1936 produziert und verfügt über vier Vorwärtsgänge und einen
Rückwärtsgang, Leerlauf, Kupplung Handbremse und Lenkung. Die Form erinnert an den BMW 328. Länge des Modells: 143 mm.|

|Wendeauto 1010|
|Das ebenfalls in den 30er-Jahren erstmals vorgestellte Wendeauto ist einer stromlinienförmigen Maybach-Limousine nachempfunden.
An Tischkanten dreht das Modell wegen eines querlaufenden Antriebsrads automatisch nach links ab und fährt weiter. Länge des Modells: 139 mm.|
Dinky-Toys-Nachgüsse
Die frühen Modellautos des englischen Herstellers Dinky Toys
werden heute zu sehr hohen Preisen
gehandelt. Doch heute sind auch Nachgüsse dieser seltenen Modelle aus den 30er-Jahren
erhältlich. Seit den 70er-Jahren haben verschiedene Hersteller solche Kopien herausgebracht,
zum Beispiel Dave Gilbert, der später unter dem Namen D.G. Models auch selbst entwickelte
Modelle im Stil der Vorkriegs-Dinky-Toys anbot. Aber die meisten Dinky-Toys-Nachgüsse tragen
keine Herstellerbezeichnung. Die Modelle sind meist exakte Kopien, können aber einfach
von den teuren Originalen unterschieden werden, weil sie nicht aus Diecast, sondern aus
Weissmetall gegossen und somit deutlich schwerer sind. Zudem weisen die meisten originalen
Dinky Toys aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg - anders als natürlich die Kopien - Spuren von Zinkpest auf.

|Town Sedan|
|Artikel Nr. 24c, produziert von 1934 bis 1940. Dies ist eine genaue Kopie eines sehr frühen Automodells von Dinky Toys England.
Länge des Modells: 97 mm.|

|Royal Mail Van|
|Artikel Nr. 34b, produziert von 1938 bis 1940 und von 1948 bis 1952. Wegen seiner von den originalen Dinky
Toys abweichenden Räder ist dieses Exemplar leicht als Kopie zu erkennen. Der Hersteller der Kopie ist auf der Bodenplatte angegeben.
Dort steht geschrieben: "Model Road Productions - Morris Van - Nr. 4". Länge des Modells: 83 mm.|

|Royal Air Mail Service Car|
|Artikel Nr. 34a, produziert von 1935 bis 1940. Dieses Modell wurde von einem realen Vorbild inspiriert, einem
Werbefahrzeug der königlichen britischen Luftpost, das Mitte der 30er-Jahre im Einsatz stand. Länge des Modells: 83 mm.|
Hölzerne Autos aus dem französischen Jura
Die Herstellung von Holzspielzeug hat im südlichen Teil des französischen Juras eine lange Tradition. Bis ins 19. Jahrhundert waren die Handwerker oft Bauern,
die zu Hause eine Werkstatt eingerichtet hatten. Zwischen 1890 und 1930 entstanden die ersten Industriebetriebe, die sich auf die Spielzeugproduktion spezialisierten,
und die Kleinstadt Moirans-en-Montagne wurde zu einem Zentrum der französischen Spielzeugindustrie. In den 50er- und 60er-Jahren stellten etliche lokale Firmen die
Produktion auf Plastikartikel um, andere wie Vilac, L'Arbre à Jouer, Charliluce, Janod und Jeujura blieben aber dem Werkstoff Holz treu und produzieren bis heute in der Region.
Automodelle aus lackiertem Holz finden sich namentlich im Angebot von Vilac
(gegründet 1911 von Narcisse Villet unter dem
Namen "Villet Frères") und Foulon
(gegründet 1953). In der Regel handelt es sich dabei um stilisierte Nachbildungen von Fahrzeugtypen ohne konkretes Vorbild.
Sehr beliebt sind Rennwagen, von denen es unter anderem bei Vilac eine grosse Auswahl in unterschiedlichen Formen, Farben und Grössen gibt. Die Geschichte der
Spielzeugproduktion im französischen Jura ist im Spielzeugmuseum
von Moirans-en-Montagne ausführlich dokumentiert.

|Vilac "Old Sport"|
|Der "Old Sport" von Vilac ist einem einsitzigen Rennwagen aus den 30er-Jahren nachempfunden. Neben der schwarzen Version (Artikel Nr. 2286K) existieren
noch mehrere andere Farbvarianten. Die Karosserie ist aus massivem Holz, Achsen und Räder aus Metall, die Reifen aus Gummi. Länge des Modells: 20 cm.|

|Foulon "Formule 1"|
|Der "Formule 1" von Foulon stellt einen moderneren Rennwagen mit Motor hinter dem Fahrer und Heckflügel dar. Das abgebildete Modell (Artikel Nr. 8052) ist 22 cm lang, es
existiert aber noch eine kleinere, 14 cm lange Version. Beide Versionen sind in blau oder rot erhältlich. Karosserie und Räder bestehen aus Buchenholz.|
Playsam Streamliner - Kinderspielzeug und Designikone
Das ursprüngliche Ziel der 1984 in Kalmar gegründeten schwedischen Firma Playsam
war die Produktion von qualitativ
hochwertigem und gut designtem Kinderspielzeug aus Holz. Ihr erstes und bekanntestes Produkt ist der von Ulf Hanses entworfene Streamliner: ein Stück Holz ohne scharfe Ecken und
Kanten auf vier Rädern, hochglänzend lackiert. Wegen seiner klaren und einfachen Linien weckte das Spielzeugauto auch das Interesse von erwachsenen Liebhabern skandinavischen Designs
und wurde vom schwedischen Nationalmuseum als Designklassiker ausgezeichnet. Der Streamliner wurde die Basis einer ganzen Produktlinie mit Einsitzern, Zweisitzern, Cabriolets und sogar
Bussen. Die minimalistische Machart des Streamliners ist auch charakteristisch für die Playsam-Modelle von realen Autos, die nur die wesentlichen Linien ihrer Vorbilder wiedergeben, aber
dennoch klar zu identifizieren sind.

|Playsam Streamliner "Espresso"|
|Playsam-Streamliner gibt es in vielen verschiedenen Farben. Die klassischen Kombinationen sind schwarz mit roten Rädern
und rot mit schwarzen Rädern. Die Version "Espresso" mit dunkelbrauner Karosserie und hellbeigen Rädern (Artikel Nr. 12656) war ab 2012
erhältlich. Länge des Modells: 13,5 cm.|
Werbemodelle zur UEFA Euro 2008
Grosse Sportereignisse können für Modellautosammler recht interessant sein, da sich unter den vielen Werbeartikeln
manchmal auch Sondermodelle finden lassen. Dies war auch an der UEFA Euro 2008 nicht anders, der
Fussball-Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich im Juni 2008. Drei offiziell von der UEFA lizenzierte
Lastwagen- und Busmodelle waren erhältlich: ein Werbelastwagen im Massstab 1:87 mit dem Logo des Anlasses und
Zeichnungen der Euro-2008-Maskottchen Trix und Flix, ein ähnlicher Lastwagen im Massstab 1:64 und ein Mannschaftsbus,
ebenfalls im Massstab 1:64.
Die Modelle wurden in China für M&S Global International
in Waldenhofen (Deutschland) hergestellt und von einer
Firma namens Living Picture
vertrieben. Gemäss den Angaben auf der Verpackung wurden alle Modelle in 16 verschiedenen
Versionen herausgebracht, die jeweils eines der Teilnehmerländer repräsentierten. Allerdings gab es anscheinend
Modelle für England, dessen Mannschaft sich nicht für die Euro 2008 qualifizierte, aber keine Modelle für Russland,
das nicht nur teilnahm, sondern gleich bis ins Halbfinale vorstiess. In der Schweiz waren die roten und weissen
Lastwagen und Busse der Schweizer Nationalmannschaft in grossen Stückzahlen in vielen Läden erhältlich,
während die Modelle der anderen Teams
sehr selten blieben. In Österreich war es einfacher, Modelle verschiedener Teams zu finden.
Die Lastwagenmodelle sind in blauen Blisterpackungen verpackt. Die Qualität ist vergleichbar mit den preiswerten
Werbelastwagen für Brauereien und andere Firmen, wie sie von Herstellern wie
Grell
,
Hümmer
oder
Top-Style
gefertigt werden. Die Fahrerhäuser
bestehen aus Diecast, alle anderen Teile sind aus Plastik. Die Internetadresse des Distributors, Living Picture
(www.livingpicture.com
), ist auf den Bodenplatten beider
Modelle aufgeprägt. Es gibt auf den Modellen keine Hinweise auf die Vorbildmarken, aber das Modell in 1:87 sieht
aus wie ein Scania, und das Modell in 1:64 ist offensichtlich ein Mercedes-Benz Actros.
Der Mannschaftsbus ist das Modell eines modernen Autocars ohne konkretes Vorbild. Er ist aus Diecast und hat
sehr grosse Räder mit breiten Reifen. Dieses Modell ist in einer blauen Schachtel mit Sichtfenster verpackt.
Auf der Bodenplatte ist als Hersteller 2BToys
angegeben, eine niederländische Firma, die auf den Vertrieb von
Modellautos und Bussen mit aufgedruckten Logos von europäischen Fussballklubs und Radrennteams spezialisiert ist.
Das Modell stammt aber ursprünglich von Maisto
,
denn diese Firma hat einige Jahre zuvor Busse aus den gleichen Formen herausgebracht.
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