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«Meine Mutter starb am selben Tag wie Marilyn Monroe, nämlich am 5. August 1961. Und genau wie im Fall des Filmstars wurde die Leiche meiner Mutter erst am folgenden Tag entdeckt.» In der Koje eines Segelbootes. An eine andere Tote gekuschelt. Vergiftet durch ausströmendes Gas. Während Monroes Tod fette Schlagzeilen machte, wurde der tragische Unfall von Lucy Coulter und ihrer Freundin Marlene in der «Daily Province» kaum thematisiert. Für die elfjährige Tochter Ethie und ihre beiden Brüder ist der Verlust ein Drama.
«Schon mit sechs Jahren war mir bewusst, dass mein Vater nicht so war wie andere Väter.» Diese irrten nicht nächtelang im Regen umher und tauchten ab in ein Meer des Schweigens. «Es war der Krieg. Er hing bei uns zu Hause in der Luft wie ein Phantom. Er lauerte hinter dem leeren Blick meines Vaters und in den Whiskeyflaschen oben auf dem Kühlschrank.»
Lucy Coulter hätte sicher allen Grund gehabt, den Bettel hinzuwerfen. Aber sie war Howard stets eine treue Frau und ihren Kindern eine liebevolle Mutter. Den inzwischen zwanzigjährigen Frankie brachte sie damals zur Welt, als ihr Mann mit seinem Jugendfreund Gordy auf dem Schlachtfeld um sein Leben kämpfte.
Wenn Donna Milner von den Kriegsgräueln in der Schlacht um Hongkong schreibt, steigt Wut auf. Spannend erzählt die Autorin aber auch von der Last, sich schuldig zu fühlen, und dem Unvermögen, sich durch die Wahrheit davon zu befreien. Howard gelingt es, dank der unerschütterlichen Liebe seiner Kinder und der jungen Chinesin Lily sich mit der Vergangenheit zu versöhnen. Bewegend. Tiefgründig.
Das berührt in diesem Roman
- Wie kanadische Soldaten 1941 in Hongkong ihr Leben oder Seelenheil verloren.
- Wie Kinder in der Not zu Überlebenskünstlern werden.
- Wie uns die Vergangenheit einholt, selbst wenn sie tot geschwiegen wird.
Donna Milner Der Tag an dem Marilyn starb (Piper)