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Für mich als Osteopathin ist zuerst einmal wichtig, die Krankengeschichte des Pferdes zu erfahren: Welche Probleme hat das Pferd, wie sind Reitweise, Haltung, Fütterung und Vorgeschichte des Pferdes?
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Danach betrachte ich das zu behandelnde Pferd im Stand: Gibt es Asymmetrien in der Muskulatur oder in den knöchernen Strukturen? Allen Auffälligkeiten schenke ich Beachtung.
Natürlich kontrolliere ich auch die Zähne, denn durch Zahnprobleme entstehen häufig Blockaden im Genick oder in der Halswirbelsäule.
Erst dann schaue ich mir das Pferd in der Bewegung an. Wenn es möglich ist, erst an der Hand, dann an der Longe und erst danach unterm Reiter.
Ich betrachte das Pferd von jeder Seite, von vorne und von hinten, um eine Ganganalyse zu erstellen. Dabei kann es möglich sein, dass der Halter das Pferd mehrfach hin und her führen muss, da jedes Gelenk für sich auf seine korrekte Funktion hin beurteilt wird.
Große Aufmerksamkeit widme ich auch dem Hufbeschlag und dem Sattelzeug.
Nun taste ich das Pferd von Kopf bis Fuß ab, achte auf die Beschaffenheit des Fells und der Haut, auf den Spannungszustand der Muskeln, auf Verhärtungen und Schmerzhaftigkeiten, auf vermehrte Wärme oder Kälte, auf die Verschiebbarkeit der Faszien, auf Narben, usw.
Schließlich teste ich jedes Gelenk auf seine Funktion, indem ich es in alle, dem Gelenk möglichen Richtungen, bewege. Beispielsweise hat das Schultergelenk die Fähigkeit zur Beugung, Streckung, Innenrotation, Außenrotation, Abstellung nach Außen (Abduktion) und Abstellung nach innen (Adduktion). Das Ellenbogengelenk ist jedoch nur zur Beugung und Streckung fähig.
Es werden immer die kontralateralen Gelenke verglichen. Wird zum Beispiel das rechte vordere Fesselgelenk getestet, vergleicht man die Beweglichkeit mit dem linken vorderen Fesselgelenk.