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Mit einer Fläche von 22 km ² ist Anholt die kleinste Insel im Kattegat. 18 km ² liegen in den Händen eines privaten Eigentümers. Den Rest teilen sich der Staat, die Gemeinde und die Ansässigen. Auf der Insel, die zu 90 % aus Sand besteht, leben 160 Einwohner. Anholt hat eine einzigartige Natur, vor allem aufgrund des großen Sandgebietes – genannt Ørkenen (die Wüste). Sie erstreckt sich zwischen dem bewaldeten Wohngebiet auf der Westseite und dem Leuchtturm auf der Ostseite. Sie entstand um das Jahr 1650 durch eine Sandflut, die durch das Abholzen der Wälder ausgelöst wurde. Das Holz brauchten die Inselbewohner als Feuerholz für sich und für den Leuchtturm.
Die Häuser des Inseldorfes gruppieren sich um die weisse, kleine Kirche. Die Häuser verstecken sich hinter Lattenzäunen und Hecken. Eine Schule und sogar ein Lebensmittelgeschäft werden hier betrieben. Der kleine Flugplatz liegt in der Heidewüste. Er wird neben Privatflugzeugen auch von Flugtaxis angeflogen. An der östlichen Inselspitze lebt die grösste Seehundkolonie. Den Bestand schätzt man ungefähr auf 500 Tiere. Im Frühjahr und Herbst rasten grosse Vogelschwärme hier.
Um die Mittagszeit legt eine Fähre in Grenaa nach Anholt ab. Die Fahrt dauert drei Stunden. Am anderen Morgen kehrt sie zurück. Deshalb ist es ratsam, Übernachtungen im Campingplatz oder in Gaststätten im Dorf zu buchen. Das kristallklare Meer, die Sandstrände, die reine Luft und die Natur ziehen jährlich mehrere tausend Urlauber an.
Unsere Minifahrräder eignen sich nicht auf den Schotterstrassen zu radeln. Wir kämen auch nirgends wohin. Gestern haben wir eine Reihe Golf Carts gesehen. Sie bringen uns auf die Idee, einen für drei Stunden zu chartern, um die Insel im bewaldeten Teil kennen zu lernen. Die Wüste kann nicht befahren werden, weil sie unter Naturschutz steht.
Die Hafenkante ist ein Flickwerk aus Kneipen und Bars. Trotz ihrer Schäbigkeit verbreiten sie eine maritime Gemütlichkeit aus. Uns erlösen sie von der unfreiwilligen Kaffee- Abstinenz.
Über die Insel werden so einige Geschichten erzählt. Die ist besonders amüsant:
Anholt ist eines der grössten Geheimnisse des Königreichs. Dass die Insel überhaupt zu Dänemark gehört, soll sie einem cleveren dänischen Unterhändler verdanken, der im 17. Jh. die Rückgabe der Provinzen Schonen, Halland und Blekinge an Schweden verhandelte. Dabei wurde Anholt scheinbar vergessen – der Däne hatte seinen Bierkrug auf die Karte gestellt, mitten ins Meer, direkt auf Anholt – rein zufällig natürlich.