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Der schottische Clan ist mindestens 700 Jahre alt und gehört zum britischen Adel. Der Familienzweig, der vom Bankier Andrew Drummond (1688–1769) abstammt, ist bis heute im Finanzwesen tätig und gehört damit zu den ältesten noch aktiven Bankiersfamilien der Welt. Wie viele schottische Clans sind sie traditionell mit der Freimaurerei verbunden.
Der britische Zweig
Andrew Drummond (1688–1769) gründete 1717 die Drummonds Bank, die bis heute in Betrieb ist und damit zu den ältesten noch existenten Banken der Welt gehört. Die Bank befand sich bis 1924 in Familienbesitz und wurde dann von der Royal Bank of Scotland gekauft, die ebenfalls zu den ältesten britischen Banken gehört und heute eine der grössten britischen Banken ist. Die Drummonds Bank unterhielt von Anfang an Kontakt zur schottischen Elite. Seit ihrer Gründung gehört sie zu den wichtigsten Vermögensverwalter der britischen Elite und auch die britische Königsfamilie gehörte zu ihren Kunden. Die Bank ist zudem traditionell mit den britischen Streitkräften verbunden.
Viele der Nachkommen von Andrew Drummond und seinen engen Verwandten arbeiteten für die Drummonds Bank oder waren sonst im Finanzwesen tätig.
Erwähnenswerte britische Angehörige des Drummond Clans im 20. und 21. sind:
- Graf Eric Drummond (1876-1951) war ein britischer Politiker und Diplomat sowie der erste Generalsekretär des 1920 gegründeten Völkerbundes. Er wurde in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist.
- Sein Sohn Graf David Drummond (1907-2002) arbeitete für die Schroders Bank und war Partner. Die Bank wurde von der deutsch-britischen Schröder Familie gegründet, die im 19. Jahrhundert zu den reichsten und mächtigsten Bankiersfamilien der Welt gehörte. Während des 2. Weltkrieges arbeitete David in Paris für ein britisches Propagandabüro. Nach seiner Rückkehr nach London arbeitete er im Kriegskabinett und im Ministerium für Kriegsproduktion (Aufrüstung). 1957 wurde er in den Privy Council aufgenommen. Er war Vorsitzender der Ditchley Foundation, ein einflussreicher angloamerikanischer Think Tank in dem auch schottische Clans wie Campbell, Cameron und McLaren vertreten waren.
- Peter Drummond-Murray von Mastrick (1929-2014) war als Bankier und Börsenmakler tätig. Von 1977 bis 1989 war er Kanzler des Malteserordens (Vatikan-Orden) im Vereinigten Königreich. Er heiratete in den schottischen Hope Clan.
Der schottische Lord Thomas Drummond (1742-1780) war Präsident der „Saint Andrew’s Society of the State of New York“. Diese wurde 1756 gegründet und besteht bis heute. Sie ist somit die älteste Wohltätigkeitsorganisation von New York. Die Gesellschaft wird seit ihrer Gründung von schottischen Clans geführt. Fast alle Präsidenten der Gesellschaft waren Angehörige schottischer Clans, unter anderem der Clans Barclay, Livingston, Carnegie, Duncan und Lenox.
William Drummond von Logiealmond (1769-1828) war Botschafter in Konstantinopel für die Levant Company, eine wichtige englische Handelskompanie, die für den Handel zwischen England und dem Osmanischem Reich zuständig war. Sie wurde 1581 gegründet und bestand bis 1825.
Eine Urenkelin des Vizegrafen James David Drummond (1839-1893) war Margaret Anne Stratton, die in die Bankiersfamilie Hambro heiratete.
Der US-amerikanische Zweig
Der US-Amerikaner Heman Edward Drummond (1905 -1956) gründete 1935 die Drummond Company, ein grosses Unternehmen das sich mit Kohle, Öl und Immobilien befasst und bis heute in Betrieb ist. Seine beiden Söhne Garry (1938-2016) und Elbert (1943-2012) leiteten das Unternehmen weiter. Elbert nahm eine führende Position im“American Family Business Institute“ ein, eine Lobbyorganisation die sich für die Abschaffung der Erbschaftssteuer einsetzt. Er spendete an die Republikaner und ihre Wahlkämpfe. Garry war führendes Mitglied der „National Mining Association“, eine bedeutende Lobbyorganisation der US-amerikanischen Bergbauindustrie. Er spendete ebenfalls Geld an Republikaner und an die Kohlelobby. Er arbeitete eine Zeit lang fürs US-Energieministerium. Sein Vermögen wurde auf 980 Millionen US-Dollar geschätzt und er galt damit als die reichste Person Alabamas. 1979 wurden die beiden Brüder angeklagt drei Gesetzgeber in Alabama mit Prostituierten bestochen zu haben. Sie wurden freigesprochen. Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen Drummond Company von Angehörigen von drei kolumbianischen Gewerkschaftsführern verklagt, welche in der Nähe der Drummond-Minen von Paramilitärs ermordet wurden. Sie warfen dem Unternehmen vor, die Paramilitärs zu den Morden angestiftet zu haben. Drummond wurde freigesprochen. Das Unternehmen stand noch weitere male mit der Justiz im Konflikt (mehr dazu auf Wiki).
Ein Seitenzweig des Drummond Clan ist die schottische Cargill Familie. Diese waren mit der britischen Ölindustrie verbunden. Ein Zweig der Cargills der in die USA auswanderte, sind die Gründer und Besitzer des US-Grosskonzern Cargill. Sie heirateten in den schottischen MacMillan Clan, der seither auch an Cargill beteiligt ist. Die Familien Cargill und MacMillan besitzen ein Vermögen von 42.9 Milliarden Dollar (stand 2019) und gehören damit zu den reichsten Familien der Welt.
Clan Drummond und die Freimaurerei
Auch wenn man es bisher nicht sicher sagen kann, so entstand die Freimaurerei vermutlich in Schottland. Die älteste bekannte Freimaurerloge wurde 1599 in Schottland gegründet. Viele der schottischen Clans nahmen von Anbeginn bis heute eine führende Rolle in der Freimaurerei in Grossbritannien und seinen Kolonien ein. Der Drummond Clan brachte auch mehrere Freimaurer hervor:
- Alexander Drummond (1698-1769) war der Sohn eines Kaufmanns und wurde 1739 Provinzial-Großmeister der Logen im Westen Schottlands. Von 1751 bis 1759 war er britischer Konsul im damals osmanischen Aleppo und gründete dort die erste bekannte schottische Freimaurerloge ausserhalb Grossbritanniens. In Aleppo vertrat er auch die Interessen der oben bereits erwähnten Levant Company (Quelle 1 und Quelle 2).
- Der schottische Politiker und Beamte George Drummond (1688–1766). Er war Grossmeister der 1736 gegründeten Grossloge von Schottland. Der grösste Teil der Grossmeister der Loge stammten aus schottischen Clans und waren Adlige (Quelle).
- Graf Thomas Hay-Drummond (1785-1866) war ebenfalls Grossmeister der schottischen Grossloge (Quelle).
- Der US-amerikanische Politiker Josiah Hayden Drummond (1827-1902) war Grossmeister der Grossloge von Maine und nahm weitere führende Positionen in der US-amerikanischen Freimaurerei ein. Er war von 1867 bis 1879 „Sovereign Grand Commander“ der Hochgrad-Freimaurer der USA (Quelle). Die „Sovereign Grand Commanders“ gelten in der spanischen Freimaurerei als der oberste Rat der Hochgrad-Freimaurer, in dem nur wenige ausgewählte Hochgrad-Freimaurer beitreten können (Quelle). Ob dies bei den US-Grand Commanders auch der Fall ist, ist nicht bekannt.
Mehrere Angehörige des Drummond Clans waren Mitglied der schottischen Freimaurerloge Canongate Kilwinning Lodge, No 2. (Quelle). In dieser Loge waren sehr viele schottische Clans vertreten, unter anderem Hamilton, Hope, Sutherland, Barclay, Livingstone, Carnegie und Russell. Die Loge wurde 1677 gegründet und gehört damit zu den ältesten Freimaurerlogen der Welt (Quelle).