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Die erfolgreiche Queer-Serie «The L Word» geht diesen Herbst in die Verlängerung. Eine Nachfolgestaffel mit acht Folgen zeigt, wie sich das Leben der lesbischen Freundinnen Bette, Alice und Shane weiterentwickelt hat. Dazu stossen neue Charaktere. Einer davon ist der berechnende und erfolgreiche Geschäftsmann Rodolfo, gespielt von Carlos Leal, 50.
Herr Leal, «The L Word» handelt von den Freuden und Problemen von Lesben und anderen Personen sexueller Minderheiten. Woher die Motivation, ausgerechnet da mitzuspielen?
Eine Serie über die LGBTQIA-Community ist nicht nur wichtig, sondern eine Notwendigkeit. Wenn ich einen Teil dazu beitragen kann, ist das grossartig. Abgesehen davon arbeiten brillante Menschen an der Serie!
Inwiefern spielen Homosexuelle in Ihrem eigenen Leben eine Rolle?
Nun gut, ich bin in einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen. Aber für mich spielt es ehrlich gesagt gar keine Rolle, was für ein Sexualverhalten oder welche Geschlechtsidentität jemand hat. Was zählt, ist, wie stark dein Herz und wie clever dein Geist ist. Ich bin einfach nur froh, dass ich Kollegen habe, welche diese beiden Kriterien erfüllen.
LGBTQIA
Die Abkürzung LGBTQIA versucht, so viele Gruppen der sexuellen Minderheiten zu integrieren, wie möglich: Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transsexuelle, Queere, Intersexuelle und Asexuelle.
Sie sind zweifacher Vater. Wie gehen Sie mit dem Gedanken um, dass sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter dereinst als homosexuell outen könnten?
Meine Kinder sind frei in ihren Entscheidungen bezüglich Sexualleben. Wir schreiben immerhin bald das Jahr 2020! Es ist unglaublich, dass das für manche immer noch ein Problem sein kann. Für mich ist es absolut keins.
Wie würden Sie reagieren, wenn Ihre Tochter Ihnen anvertraut, dass sie lesbisch ist?
Wenn ihr Herz und ihr Körper von anderen Frauen angezogen werden, dann ist das ihr Recht. Und ich würde sie niemals zwingen, anders darüber zu denken. Jeder Mensch hat dieses Recht und den Respekt für seine Entscheidung verdient.
Wie besprechen Sie dieses Thema mit Ihrer Frau?
Unser Freundes- und Bekanntenkreis ist so vielfältig, das ist nicht einmal ein Thema.
Verraten Sie uns etwas über Ihre Rolle als Rodolfo bei «The L Word»!
Es ist mir wichtig, nie über meine Rollen zu urteilen. Rodolfo ist ein erfolgreicher Selfmademan. Er tut alles, um sein Business, sich selbst und aber vor allem sein brillantes und einziges Kind, seine Tochter Dani, zu beschützen. Wenn er bösartig handelt, dann, weil er Angst hat oder Rache nimmt.
In Hollywood läuft es gerade rund für Sie. Erst im März erhielten Sie eine Rolle für den Serien-Piloten von «The Republic of Sarah». Was ist Ihr Geheimnis?
Ausdauer und Vertrauen. Und glauben Sie mir, es ist so einfach, den Glauben in dieser Industrie zu verlieren. Etliche Male schon wollte ich aufgeben. Aber Glück ist eben auch ein Teil des Spiels – und Talent hoffentlich auch (lacht).
Und wohl auch die richtigen Connections.
Ich bin umgeben von einem unglaublichen Team von Agenten, mein Manager ist grossartig. Trotzdem vergeht kein einziger Tag, an dem ich keine Zweifel habe. Die Herausforderung eines Künstlers ist es, das auszuhalten und daran zu wachsen.
Weshalb setzen Sie seit Längerem gezielt auf Serienrollen?
In den USA arbeite ich hauptsächlich für TV-Serien, weil es davon ein riesiges Angebot gibt. Aber vergangenes Jahr schaffte ich es, in Hollywood einen Fuss in die Tür von Arthouse-Filmen zu bekommen. Nächstes Jahr werde ich in «The Last Thing He Wanted» zu sehen sein, Seite an Seite mit Ben Affleck und Anne Hathaway. Und in «Axis Sally» mit Al Pacino. Kleine Rollen, aber grossartige Filme. Das ist ohnehin meine Hauptmotivation: Teil von Filmen zu sein, die etwas bewirken.