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Weitere methodistische Synoden überweisen Vorschlag zur Trennung an Generalkonferenz
März 10, 2020
Anfang März stimmten die Jährlichen Konferenzen (Synoden) der Methodist/innen in Michigan und Sierra Leone über einen kürzlich vorgelegten Vorschlag zur Trennung der weltweiten Methodistenkirche ab. Mit grosser Mehrheit überwiesen die Delegierten an beiden Tagungen den Vorschlag an die im Mai tagende «Generalkonferenz».
Eine 16-köpfige Gruppe von Bischöfen und anderen führenden Kirchenpersönlichkeiten der United Methodist Church (UMC) hat Anfang des Jahres den Vorschlag «Versöhnung und Gnade durch Trennung» vorgelegt. Damit soll der jahrzehntelange Streit über Homosexualität und den Umgang mit praktizierenden Homosexuellen in der Methodistenkirche versöhnlich und achtungsvoll beigelegt werden.
Über den Vorschlag entscheiden muss die Generalkonferenz, das höchste legislative Gremium der weltweiten Methodistenkirche. Sie tagt vom 5.-15 Mai in Minneapolis (USA). Allerdings wurde der Vorschlag erst ausgearbeitet, als die Frist für die Einreichung von Petitionen an die Generalkonferenz bereits abgelaufen war. Verschiedene Jährliche Konferenzen weltweit haben darum den Vorschlag diskutiert. Sie haben die Möglichkeit, bis 45 Tage vor der Tagung der Generalkonferenz Anträge einzubringen.
Sorge um Ortsgemeinden
Am 7. März kamen die Delegierten der Jährlichen Konferenz Michigan (USA) zu einer Sondersitzung zusammen. Sie setzen sich intensiv mit dem Vorschlag auseinander. Diskutiert wurden einige Details. Häufig verlagerte sich der Schwerpunkt der Gespräche aber auch auf die Sorge um die Ortsgemeinden. Was, wenn es innerhalb der Ortsgemeinden unterschiedliche Einschätzungen der Homosexualität gebe? Werden auch Gemeinden mit einer traditionellere Sichtweise in der Methodistenkirche künftig zuhause sein können? – Bischof David Bard, der die Konferenz leitete, erinnerte in seiner Antwort daran, dass der Vorschlag die UMC als eine Kirche beschreibe, «in der es Orte für Traditionalisten, Gemässigte und Progressive geben wird».
Nach einer 90-minütigen Diskussion beschlossen die rund 1000 Delegierten mit 91% der Stimmen, den Vorschlag an die Generalkonferenz zu überweisen.
Eine eigene Geschichte schreiben
Wenige Tage zuvor, am 5. März, hatte auch die Tagung der Jährlichen Konferenz von Sierra Leone den Vorschlag an die Generalkonferenz überwiesen. Der verantwortliche Bischof John K. Yambasu hatte die 16-köpfige Gruppe initiiert, die den Vorschlag zur Umstrukturierung und Trennung der weltweiten Methodistenkirche entwickelt hat. Er erläuterte den Delegierten ausführlich den Vorschlag. Eigens hob er die Arbeit des renommierten Mediators Kenneth R. Feinberg hervor, der die Gruppe geleitet hatte. Besonders ein Satz, den Feinberg ihm sagte, habe für ihn an Wichtigkeit gewonnen. «Er sagte uns, wir müssten unsere eigene Geschichte schreiben, sonst würde sie jemand anders für uns schreiben», sagte Yamabsu.
Die Delegierten stimmten einstimmig zu, den Vorschlag an die Generalkonferenz zu überweisen. Die Liberianische Jährliche Konferenz hatte dagegen Mitte Februar in einer Resolution den Vorschlag in der vorliegenden Weise als nicht akzeptabel beurteilt. Sie forderte einige grundlegenden Veränderungen.