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Immer wieder fragen sich BesucherInnen, was es mit den Fischen im Lorrainebad-Becken auf sich hat.
Es gibt verschiedene Theorien und Gerüchte. Sicher ist: Sie beissen nicht, es scheint ihnen im Gegenteil seit vielen Jahren gut zu gefallen.
Seit dem Bau des Lorrainebades Ende des 19. Jahrhunderts tummeln sich allerhand Fische im Schwimmbecken. Am Anfang wurde das Schwimmbecken mit Aarewasser gespiesen, so dass zahlreiche Fische ihren Weg in den ruhigen Hafen fanden. Aus hygienischen Gründen (es gab noch lange keine Kläranlagen, alle Abwasser gingen in die Aare) mussten Pumpen installiert werden, um das Schwimmbecken mit sauberem Grundwasser zu speisen. Seither schlüpfen die Fische über den, am Ende des Beckens angebrachten Schieber von der Aare in die Badi. Wenn sich infolge Westwinds einiges an Laub und Oberflächendreck beim Schieber ansammelt und dieser dann eine gewisse Zeit geöffnet bleibt, finden die aareaufwärts schwimmenden Fische den Eingang ins Lorrainebad recht einfach. Aber auch Enten können den Fischbestand beeinflussen, indem sie am Schnabel und am Gefieder hängengebliebenen Fischlaich „einfliegen“. Und natürlich vermehren sich die im Becken lebenden Fische auf natürliche Art, das sei ihnen gegönnt!
Zu früheren Zeiten erteilte das kantonale Fischereiamt sogar eine Pacht zum Fischen im Lorrainebad. Vom Pächter ausgesetzte „Regenbögeler“ (Zucht-Forellen) hatten aber ein kurzes Leben: Praktisch über Nacht drangen „böse Fischer-Buben“ ein und fischten den Teich praktisch leer. Seither gilt: Fischen verboten. Es gibt Spiegel- und/oder Schuppenkarpfen. Da müsste man noch genauer hinschauen….! Die Karpfen werden gut und gerne 40 Jahre alt, sie geniessen das ruhige, schlammige Gewässer. Es gibt Ruchfische, Ischer, Röteli, kleine Egli und Hechte (die sich punkto Grösse an den Lebensraum im Schwimmbecken anpassen). Wer die Hechte (sie können 20-30 Jahre alt werden) sehen will, müsste frühmorgens im hinteren Teil des Beckens wachsam Ausschau halten. Oder aber abends, wenn sie sich wieder aktiver um Futter kümmern und die kleinen Fische jagen gehen. Den Menschen geht der Hecht aus dem Weg.
Einmal im Becken bleiben die Fische drin, ein Rausschwimmen ist praktisch unmöglich. Es gibt keine explizite Betreuung der Tiere, sie passen sich den (engen) Gegebenheiten an und sind den Brotkrumen, die die Gäste vom Lorraine Restaurant spendieren nicht abgeneigt. Das Überleben im Winter, wenn das Schwimmbecken gefroren ist, stellt ebenfalls kein Problem dar. Die Fische brauchen weniger Futter, da sie weniger aktiv sind. Sie ernähren sich von Insektenlarven, kleinen Krebsen, Würmern, Schnecken oder Muscheln, die am Grund oder am Beckenrand leben. Sie erhalten genügend Sauerstoff, da am Grund immer etwas Aarewasser ins Becken gelangt und das Schwimmbecken nie total zugefroren ist.