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Geschichte » Mittelalter » MA: Dorf und Bauern
Mittelalterliches Dorf
In der Regel war ein durchschnittliches mittelalterliches Dorf nicht sehr gross. Eine Siedlung, die aus acht bis zehn Höfen bestand, war schon recht beachtlich. Was zuerst auffällt, sind die vielen Zäune. Einmal war das ganze Dorf mit einem sogenannten Etter, einem dichtgeflochtenen Zaun aus Ästen und Weidenruten, umschlossen. Diesem Dorfetter kam eine ganz ähnliche Bedeutung wie der Stadtmauer zu. Eine Bestimmung aus Fällanden ZH sagte, den "niemand ausserhalb des Etters wohnen dürfe". Wer innerhalb des Etters wohnt, hat das Nutzungsrecht an der Allmend, ausserhalb Wohnende unterstehen nicht dem Dortrecht und stehen als Rechtlose auf einer niederen sozialen Stufe. Eine Ausnahme bilden da nur die Müller, da die Mühlen an die Wasserläufe gebunden sind.
Der Dorfetter schützt das Dorf vor Feinden (Mensch und Tier) und verhindert gleichzeitig das Auslaufen des Kleinviehs und Geflügels auf die umliegenden Acker. Innerhalb des Dorfetters gab es zahlreiche Hausetter, die entweder nur das hauseigene Gärtchen umschlossen und du Eindringen der Haustiere in den Garten verhinderten, oder aber den ganzen Hofe umschlossen. Das Leben im Dorf und der Arbeitsverlauf innerhalb der dörflichen Lebensgemeinschaft war durch zahlreiche Bestimmungen genau geregelt.
Als Beispiele können etwa folgende Regelungen gelten:
- In Sachen, die das Dorf zu bestimmen hat, folgt die Minderheit der Mehrheit ohne Widerspruch. Die Gebäude und die sie umgebenden Zäune sind in gutem Zustand zu erhalten.
- Die Wintergetreidefelder ( Roggen, Weizen) sollen am Martinstag (11.November) eingezäunt sein und das Haferfeld am 1. Mai.
- Niemand darf ohne Wissen und Bewilligung der Dorfgenossen mit der Ernte beginnen. Man wählt jedes Jahr vier Bauern, die das Korn begutachten und den Erntebeginn festlegen. Wo Güter an eine Strasse stossen, sollen die Besitzer einander helfen, Steg und Weg zu bessern und in Ordnung zu halten.
Auf diese Weise wurden fest ab Arbeitsgänge im Dorf geregelt: Unterhalt der Wege und Zäune, Regelung des Weidganges, gleichzeitige Ernte, koordinierter Anbau usw.