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Ärzte: "Chemiekonzern Pfizer lässt Aids-Patienten sterben"Paris, 16. März 2000
Die transnationale Ärzteorganisation "Médecins Sans Frontières" (MSF) machte in 18 Ländern mit einem Aufruf an den Pharmakonzern Pfizer auf einen weit verbreiteten Missstand aufmerksam: Menschen in armen Ländern sterben, weil ein Chemiemulti mit Monopolstellung seine hilfreichen Medikamente derart teuer verkauft, dass sie viele nicht mehr erwerben können. So geschehen in Südafrika, wo zahlreiche Aids-Patienten Jahre zu früh sterben, weil sie laut MSF das lebensverlängernde Pfizer-Mittel Fluconazol zur Behandlung der Kryptokokken-Meningitis nicht kaufen konnten. "Es ist für Ärzte frustrierend, Menschen an dieser Hirnhautentzündung sterben zu sehen, wenn wir wissen, dass eine effektive Behandlungsmöglichkeit existiert", zitiert die Aerzte-Organisation den Kollegen Bernard Pécoul, der am Kap der guten Hoffnung auch die Kampagne der Vereinigung "Besserer Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten" leitet. In Südafrika koste das Medikament rund 15 mal mehr als in Thailand, wo kein Patentschutz für das Mittel bestehe, kritisiert Pécoul weiter. So müsse ein südafrikanischer Aids-Patient für seine Tagesdosis Fluconazol mit fast 18 US-Dollar (Thailand: 1.20 US-Dollar) mehr als das Doppelte des täglichen Durchschnittseinkommens aufbringen. Die Lebensqualität Aids-Kranker werde mit dem Medikament deutlich verbessert, die Lebenserwartung "um einige Jahre erhöht". Ohne Fluconazol-Behandlung sterben die Patienten in wenigen Wochen. MSF fordert deshalb den Viagra-Profiteur Pfizer auf, "den Preis des Aids-Medikaments Fluconazol für ärmere Länder drastisch zu senken." Denn: "Auch für Menschen in ärmeren Ländern müssen unentbehrliche Medikamente bezahlbar sein."
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