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Madeira
Ich wollte meinen 30igsten Geburtstag nicht zuhause verbringen. So verschlug es uns auf:
Madeira
Wer nicht weiss, wo er Madeira hinordnen muss (und nein, es ist NICHT Mallorca ): Es ist eine zu Portugal gehörende Insel auf Höhe von Afrika. Sie liegt etwa 1'000 km südwestlich von Lissabon und 700 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean.
Madeira besteht aus der grossen Hauptinsel, der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten kleineren Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens.
Madeira ist vulkanischen Ursprungs und verfügt über mehrere Mikroklimata. Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm.
Diese Infos sind aus Wikipedia, und wer mehr zur Insel Madeira wissen will, ist dort bestens bedient: [ Madeira-Infos in Wikipedia ]
Madeira Reisebericht, 27.11.-4.12.2008
Inhaltsverzeichnis (für schnelleres Anspringen):
Donnerstag, 27.11.2008: Ankunft
Mit einem Direktflug von Zürich (mit AirBerlin) fliegt man nach Funchal Airport, der östlich von Funchal liegt, direkt an der Stadt Santa Cruz. Früher war der Anflug auf den Flughafen bei Flugpersonal und Passagieren gefürchtet, da sich die Landebahn direkt an einem Steilküstenhang befindet und bis vor wenigen Jahren extrem kurz (1781m) war. 1977 gab es auch einen schlimmen Unfall, als eine Boeing der TAP Portugal nicht mehr zum stehen gebracht werden konnte und über das Ende der Landebahn auf die Klippen fiel. Dabei kamen 131 Menschen ums Leben.
Im September 2000 wurde eine 520 Mio. Euro teure neue Landebahn von 2781m Länge eröffnet, auf welcher jetzt alle Flugzeugtypen landen können. Um dies zu ermöglichen, wurde die verlängerte Landebahn auf einer Brücke von 1020m Länge und 180m Breite über eine Bucht geführt. Die dabei verbauten Pfeiler haben eine Länge von bis zu 120m, davon bis zu 59 Meter oberirdisch, der Rest ist unterirdisch oder im Meeresgrund verankert (Zahlen aus Wikipedia). Ausschauen tut das wie folgt (die Fotos stammen nicht vom ersten Tag, ich greife hier mal etwas vor):
Wir hatten uns bei Sixt einen Mietwagen vorreserviert, welchen man direkt im Flughafengebäude entgegennehmen konnte (bzw. war natürlich nur der Schalter IM Flughafengebäude, das Auto ausserhalb im Carpark ). Wir hatten ein Kleinauto gebucht; so à la Opel Corsa und dergleichen. Vor Ort gefragt, ob wir für EUR 15.- Aufpreis (Spezialaktion!) einen New Beetle nehmen möchten, entschieden wir uns, dass das ein gutes Angebot sei und freuten uns schon auf den schnittigen Flitzer. Als der Herr dann jedoch EUR 50.- haben wollte und uns unklar war, ob er den Preis extra so undeutlich und unklar ausgesprochen hatte, oder wir wirklich was falsch verstanden hatten, liessen wir es bleiben. Und erhielten wohl prompt die Rache: Einen Mitsubishi Colt, der einen eeextrem langen Kupplungsgang hat (naja, nach einer Woche hatte man sich daran gewöhnt) und bei der Handbremse fehlte das Plastikteil, das die Hände davor verschont, aufgeschlitzt zu werden beim Bedienen der Handbremse. Das sei bei allen Mitsubishis so, erklärte man uns auf unsere Reklamation. Naja... ich hab bei jedem gleichen Auto später reingeguckt, alle hatten diesen Plastikabschluss. Ich sag ja, der hat sich rächen wollen...
Zu unserem Hotel-Ferienort, Caniço de Baixo, fanden wir auch relativ schnell. Nur zum Hotel drehten wir einige Extrarunden. Runden deshalb, weil der extra für den Tourismus neu angelegte Ort viel mit Einbahnstrassen erstellt wurde. Einmal dran vorbeigefahren = Extrarunde
Endlich bei der Reception des Galosol angekommen, erklärte man uns, das Hotel sei überbucht und wir seien aufs zum Resort gehörende Alpino Atlantico umgebucht worden. Mehr Informationen zum Hotel findet Ihr unter meiner ausführlichen [ Hotelbewertung Alpino Atlantico ].
Viel haben wir an dem Tag nicht mehr gemacht... Wir waren beim Hotelrundgang (der gut eine Stunde dauerte) und noch was essen.
Wir hatten zwei Reiseführer: Einmal den vom Michael Müller Verlag und einmal von National Geographic, Spirallo. Der erste ist eher so wie man sich einen Reiseführer gewohnt ist. Viele generelle Informationen, Geschichte, Sehenswürdigkeiten. Der zweite geht mehr pro Region auf die Feriendestination ein, d.h. man hat eine schöne Übersicht über Madeiras Osten, Madeiras Westen, Umgebung von Funchal, Zentrales Bergland etc. Auch alles mit guten, praktischen Karten und kürzeren Wanderungen. Die Mischung aus diesen zwei Reiseführern war ideal!
Unser Spirallo-Reiseführer machte uns den Osten schmackhaft. Er schreibt:
"Der Osten Madeiras ist abwechlungsreich und von wilder Schönheit [...] um das festzustellen, muss man nur einmal zur Ostspitze hinausfahren: Hier ragen die Klippen der Ponta de São Laurenço auf."
Gesagt getan - so sah unser Tag aus (im Nachhinein... geplant war er natürlich nicht bis in dieses Detail):
Machico war einst Hauptstadt der Insel, bis Funchal ihm den Rang ablief. Viel hat Machico nicht zu sehen; ein Fluss teilt das Dorf entzwei. Es gibt einen Hauptplatz, einen künstlichen Sandstrand (wie an vielen Orten auf der Insel), ein altes Viertel und das neue Kulturzentrum.
Weiter gings bis zum äussersten östlichen Zipfel. Es hat einen grossen Parkplatz und von dort aus kann man beliebig lange auf den gut ausgebauten Hügeln rumwandern. Es war ein irres Erlebnis, einfach wunderschön die Aussicht und ich hab 100'000 Fotos geschossen
Nachdem wir uns satt gesehen hatten (und meinereiner frauenmässig WC und Essen brauchte ) gingen wir nach:
Caniçal war einer der letzten Orte Europas, die auf den Walfang verzichtet haben Darum haben sie nun ein Museum darüber eröffnet Haben wir nicht besucht. Wir sind da eh nur kurz durch- oder eher daran vorbei gelaufen um weiter zu fahren nach:
Der Reiseführer meinte, das wäre noch schön anzuschauen. Hm naja... Das Dorf liegt sehr hoch oben, ist entsprechend um einiges kälter, und sieht sehr arm und verlassen aus. Viele Hunde streunen herum und liegen teilweise wirklich mitten auf der Strasse. Wir liefen ein wenig rum, begleitet von einem Hundi ...
...und zogen bald weiter via Camacha (nur durchgefahren) nach
Das war nicht geplant, aber cool, denn von der Jesus-Statue hatte ich im Reiseführer schon ein Bild gesehen und wollte da sowieso mal hin
Unser Reiseführer meint zum Westen Madeiras:
Unser Tagesausflug führte uns dem Meer entlang durch diverse Dörfer:
Da der Reiseführer von der grandiosen Aussicht vom
schwärmte, fuhren wir als erstes dorthin. Cabo Girão ist eine Steilklippe und ca. 560-589m hoch; was der zweithöchste Steilklippe in Europa und in der Welt entspricht. Vielleicht hatte ich deshalb zuviel davon erwartet, ich fand es jetzt einfach nur einen typischen Touri-Hinkarr-Ort.
Vom Berg ging's wieder hinunter nach:
Ribeira Brava hat eine Promenade, die mit Beton-Wellenbrechern vor der stürmischen See geschützt ist. Etwas versteckt findet sich auch ein kleiner Hafen. In der Altstadt ist eine schöne Kirche (São Bento). Und sonst? Naja, irgendwie sind diese Dörfer ehrlich gesagt alle recht schnell durchlaufen...
Als nächstes Dorf kam
Calheta ist gemäss Reiseführer ein ruhiger, attraktiver Badeort. Vermutlich wegen der zwei künstlich angelegten Strände. Ansonsten findet man dort nicht viel spannendes.
Spannender war da schon eher
Jardim do Mar
Das ist ein beschauliches Dorf mit vielen Pflastersteinen, einer hübschen kleinen Kirche und einer relativ neuen, total betonierten Promenade. Klingt jetzt vielleicht nicht so schön; aber man muss der Promenade nur bis zum Ende folgen und findet dann noch etwas ursprünglichen, wilden Steinstrand!
Unser Weg führte uns über einen ziemlich steile Strasse, fast wie eine Passstrasse weiter gegen Nordwesten. Oben in der Höhe machten wir einen kurzen Halt zwecks Verstärkung. Püüüh... von recht warmem Wetter am Meer unten, war das nun doch wieder ein harter Temperaturunterschied. Das ist es, was mich vor allem an Madeira erinnert. Warmes, sonniges Wetter im Süden, Kälte im Zentralen, Regen im Norden Na auf jeden Fall hockten auf dieser Terrasse mit uns 4 Pärchen... und alle waren Schweizer. Unglaublich. Nirgends hat man Ruhe
Nächstes Ziel war
wo der Reiseführer mit einem Leuchtturm lockte. Im Dorf selber fuhren wir erst an ein sehr neues Gebäude, das total fehl am Platz wirkte. Mitten im Nichts, inmitten von alten Häusern dieses riesige, leer wirkende Dings, dazu noch mit einem heruntergefallenen Scheinwerfer, desen Glassplitter den Boden bedeckten. Es wirkte irgendwie total deplatziert.
Wie auf den Fotos ersichtlich, wurde es langsam Abend... wir überlegten kurz, ob wir den Leuchtturm überhaupt noch suchen sollen... Und ich muss sagen, gottseidank haben wir es gemacht! Denn dieser Moment dort, war für mich das Highlight der Ferien
Der Leuchtpunkt selber ist ja nicht sooo speziell anzusehen. Aber zu seiner linken und rechten sind gewaltige Steinklippen, die einfach nur beeindruckend sind! Wenn man sich beim Leuchtturm auf den Kieselerde-Platz hinunter begibt, sieht man das ganze in seiner vollen Pracht! Zusammen mit der Abendstimmung einfach der Hammer. Ist mir eingefahren wie noch selten zuvor etwas! Man sieht den Fotos zwar schon an, dass es schön war... aber so geil wie es war, das kommt leider fast nicht genug rüber...
Wir hielten uns weiterhin an unseren Reiseführer, der die Insel praktisch in verschiedene Regionen aufteilt, die zu besichten es sich lohnt. Für diesen Tag war geplant etwas das Landesinnere anzuschauen und sich bis zum Norden durchzu'arbeiten'.
Wir starteten bei Sonne und 18° und fuhren in die Höhe zu 7° *bibber* nach
Ribeiro Frio bedeutet "kalter Bach" und befindet sich in einem Tal inmitten von dichten Wäldern. Man fühlt sich dort wie mitten im Urwald; ausser dass es dort vermutlich wärmer sein dürfte. Effektiv waren wir sehr erstaunt, wie kalt es sein kann und beschränkten unseren Besuch dort somit auch rein auf die bekannte Forellenzucht-Anlage und spazierten nicht wie geplant noch weiter dort herum. Auch wenn mein Reiseführer meint, die Forellenzucht wirke nicht industriell und sei reizend, konnte ich dem nicht viel abgewinnen. Somit stammen auch alle Fotos - bis auf das erste - von Gögi, weil ich einfach vor mich hin motzend rumgelaufen bin (was auf dem einen Foto irgendwie auch sehr deutlich rüberkommt ).
Anschliessend ging es bergab, hinunter nach
Es ist effektiv eine sehr spannende Gegend, sehr hügelig, sehr nach Urwald wirkend. Aber leider auch sehr kalt und kombiniert mit dem Regen echt ungeniessbar.
Eigentlich wollten wir ja auch die Dörfer Santana und Sao Jorge anschauen. Wegen des Regens sind wir aber nur durchgefahren und anschliessend via Schnellstrasse zurück. Und siehe da, zurück in
war auch gleich viel besseres, freundlicheres, wärmeres Wetter! Wir liefen also etwas auf und ab in Nähe des Hotels.
Zeit für Abendessen, Zeit für eine weitere schwierige Suche nach vegetarischer Nahrung. Wir beschlossen, in Funchal unser Glück zu versuchen. Eine so grosse Stadt musste uns doch verköstigen können. Dachten wir. Abgesehen davon, dass wir bezüglich Ernährung wenig Glück hatten, war der nächtliche Spaziergang dafür wunderschön. Funchal zur Weihnachtszeit ist einfach unglaublich. Wenn man auf den Licht-Kitsch steht. Eigentlich ist ja nicht nur Funchal, sondern ganz Madeira geschmückt. Quer durch die Insel werden Lichterketten aufgehängt. Aber in Funchal treffen sich die Extreme. Nichts bleibt unbehängt, nichts unbeleuchtet. Extra-Motive werden aufgestellt und beleuchtet, es ist alles wie in einem Märchenland! Ich selber hatte leider keinen Fotoapparat dabei, aber ich habe mir erlaubt, ein paar Bilder im Netz zu suchen, die zeigen, wie wundervoll Funchal in Weihnachtsdekoration ausgesehen hat.
In meinem Reiseführer war von der schönen Hochebene Paúl da Serra die Rede und von einer schönen Wasserfallwanderung. Dorthin wollten wir.
Das westliche Hochland zeigt sich als weitläufiges Moor. Das Plateau Paúl da Serra wirkt wie ein Schwamm und sammelt das Regenwasser für die restliche Insel. Eine Fahrt durch Paúl da Serra ist wie eine Fahrt durch verschiedene Inseln. Erst fühlt man sich wie im Regenwald; hohe Berge, viel Nebel, kalt, viele Bäume, Wälder...
...und danach folgt plötzlich eine Ebene, die so anders gar nicht sein könnte, als das was man zuvor gesehen hatte.
In
angekommen, war es seeehr kalt. Für Gögi vermutlich kein Problem; aber eine gut 3-4 stündige Wanderung mit keiner richtigen Winterausrüstung? Nein danke. Klar war es schade, und das wandern wäre nicht mal das Problem gewesen. Aber wenn man sich alles abfriert, bringt das auch nichts. So sind wir ein wenig an dem Ort rumgelaufen, wo die Wanderung begonnen hätte. Da hat es ein Wasserreservoir und schöne Aussichten
Anschliessend fuhren wir über die ER209 weiter nach Porto Moniz. Unterwegs hielten wir und trafen eine traumhafte
an. Für diejenigen, die auch ma hin wollen: Es ist auf der Passhöhe, kurz bevor später links ein Aussichtsplatz kommt und anschliessend wieder bergab geht. Man läuft etwas zurück und rechts rein. Märchenland! Knorrige alte Bäume, Sumpf, Wasserspiegelungen... Erst alles ohne Nebel und innert der wenigen Minuten die wir da waren, zog sich der Nebel hoch. Vorher-nachher, seht selbst.
Erstaunlich oder?
Unsere Märchenfahrt führte uns nach
wo es eigentlich nichts zu sehen gab. Bis auf die Wasserleitungen, die dort ihr Ende finden und eine herrliche Brandung, welche mich zu 1000 Fotos verführte. Und sagt mal, erinnern Euch die Felsen nicht auch an die Sagrada Famiglia? [guck]
Quer durch den Tunnel ging es weiter nach
(wo unsere Hotelkette übrigens auch einen Standort hat).
Nach diesem schönen, wenn auch eher kalten Tag, gingen wir uns erst im Hotel frisch machen, bevor wir uns im am Tag zuvor - endlich - entdeckten Inder verköstigen gingen. In der Sonnenuntergangsstimmung entstand von unserem Balkon aus noch dieses Foto:
Vom Vortag ziemlich angekränkelt, lag ich erstmal flach. Wäre es im Zimmer wärmer und heimeliger gewesen, wäre ich bestimmt den ganzen Tag im Hotel geblieben. Aber angesichts der Tatsache, dass es mich dort nicht so drin hielt, rafften wir uns gegen 14 Uhr doch noch auf; halt einfach auf einen kürzeren Ausflug. Wir beschlossen
einen Besuch abzustatten. Monte ist ein klassisches Ausflugsziel, weil es schön nahe bei Funchal auf 600m Höhe liegt und einen guten Ausblick auf die Stadt bietet. Anzusehen ist dort die Wallfahrtskirche Avenida do Mar:
...und die Touristenattraktion namens
Früher waren diese Schlitten ein öffentliches Verkehrsmittel, hatten bis zu zehn Plätzen und waren mit Bussen vergleichbar. Heute ist es eine reine Touristenfa... äh -attraktion Für gut EUR 25.- kann man sich zu zweit in einen Schlitten hocken und wird 2,5km hinunter geschoben, gerutscht und gesteuert.
Wir haben uns das Spektakel aus der Ferne angeschaut und sind anschliessend an den Korbschlitten vorbei in Richtung Teleférico (Seilbahn). Wenn man dort immer weiter nach hinten läuft, kommt man zum Beginn der Levadawege. Da ich noch einigermassen fit war, begingen wir den
Endlich mal an einem Levada! Die ganze Insel ist voll von Levadas, deren Anfänge bereits Ende des 15. Jahrhunderts gebaut wurden, um Regen vom Norden in die restlichen Gegenden zu befördern. Heute verfügt Madeira über 1600km an levadas!
Wir liefen etwas über 1h dem Levada entlang und kehrten anschliessend, weil ich einfach zu wenig fit war, auf demselben Weg wieder zurück. Ich war fürchterlich krank; mit in den Geburtstag reinfeiern war nichts
Burzeltaaaaag! Erst gab's Geschenke im Hotelzimmer und obwohl immer noch krank hatte ich Lust auf Unternehmungen. Von dieser ollen Gruppe den Geburtstag versauen lassen? Nene In meinem Reiseführer war eine nette Route umschrieben. Sie nennt sich "von den Gärten von Palheiro bis Monte", 7.5km, 3-4h. Und die wollte ich machen.
Wir fuhren mit dem Auto zu den Gärten von Palheiro und parkten dort. Im Dorf selber ging's dann auch schon Los dem Levada dos Tornos entlang. Ja genau, derselbe Levada vom Vortag, nur auf der anderen Seite.
Wir liefen dem Levada entlang, am Jasmin Tea House vorbei, bzw. eben nicht vorbei sondern wir kehrten ein um einen Tee und einen Honigkuchen zu uns zu nehmen (und die Katze des Hauses, "Jasmin" zu streicheln ), weiter via Quinta do Pomar, Quinta da Choupana, Romeiros in Richtung Monte. Unterwegs fotografierte ich viel, rettete 2 Hummeln aus dem Wasser und genoss es... Es war wirklich eine wunderschöne Wanderung!
Vermutlich erschöpft vom vielen Laufen machten wir einen etwas irrsinnigen Umweg, indem wir mit der Seilbahn runter nach Funchal fuhren; dort dann keinen Bus fanden, der uns zum Auto bringen konnte und ein Taxi nahmen. Tschüss Geld. Naja, dafür war der Taxifahrer noch ganz nett. Er erzählte uns, dass er diesen Winter zum ersten Mal in seinem Leben einen Pijama anziehen musste weil es kalt war. Warum suchen wir uns immer Ferienziele aus, die genau dann sonderlich kalt haben? *grmpf*
Im Hotel angekommen, fanden wir wir vom Hotel eine kleine Überraschung anlässlich meines Geburtstages vor: Einen gekühlten kleinen Champagner. Naja, gekühlt war er nicht mehr weil es doch schon einige Stunden her war, seit das Wasser noch aus Eis bestand Aber nett oder?
Wir gingen abends - wieder - zum Inder essen und dann aber auch schon bald zu Bett. Blöde Erkältung Und so ging auch der letzte Tag auf Madeira vorbei... und es hiess Koffern packen...
Tja, was soll man zum letzten Tag schon gross sagen? Ihr wisst bestimmt selber wie es ist, wenn die Ferien zu Ende gehen. Einerseits freut man sich aufs Daheim... und doch ist man traurig, weil alles so schnell vorüber ging. Schön, wenn man die gewonnenen Eindrücke in Form von vielen vielen Fotos mit nach Hause nehmen kann...
Fazit: Madeira ist eine wunderschöne, vielfältige, faszinierende Insel, deren Besuch sich lohnt! Sofern man nicht reine Badeferien machen will versteht sich. Ich würde einfach nicht mehr im Dezember hingehen; denn vieles macht einfach mehr Spass, wenn es ein paar Grad wärmer ist...
Eigentlich hatten wir ein Zimmer im Galosol gebucht; wurden aber vor Ort darüber aufgeklärt, dass dies ausgebucht sei und sie uns im Alpino Atlantico einquartiert hätten. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil war, war uns auf den ersten Blick unklar
Das Alpino Atlantico liegt in einer ruhigen Seitenstrasse weg vom Gross der Touristen und ist klein und überschaubar, wie auch sehr ruhig. Ein absoluter Pluspunkt.
Die Gäste sind fast allesamt aus Deutschland.
Da wir ein Mietauto hatten, spielte es für uns keine Rolle, dass direkt ums Hotel weder Einkaufsmöglichkeiten noch allzu leckere Verpflegungsmöglichkeiten bestehen. Ohne Auto ist man aber etwas arg auf das reine Touristendorf konzentriert.
Das Zimmer selber, naja, für ein 4-*-Hotel waren wir etwas enttäuscht. Der Ausblick ist zwar wunderschön, aber das ganze Zimmer und das Bad wirkten eher alt. Die Tür zu Veranda liess sich nur mit grosser Anstrengung - und unter lautem Gequitsche - öffnen. Wir waren Ende November/Dezember dort und haben eine sehr kalte Periode erwischt. Da das Hotel nicht auf tiefe Temperaturen ausgelegt ist, war die "Heizung" anfänglich überfordert und die ersten 2 Tage froren wir ziemlich; im Bad war es immer kalt, da dort gar keine Heizung vorhanden ist.
Das Servicepersonal war sehr freundlich und spricht mehr oder weniger gut Deutsch. Nicht alle klopfen gerne an, so platzte uns 2x jemand einfach ins Zimmer rein.
Wir haben lediglich Frühstück gebucht und das war auch durchaus lecker. Es hat diverse Frühstücksflocken, ein äusserst leckeres Müesli, lecker Früchte, Joghurt, diverse Brote, Käse, Fleisch, Kaffee, Orangensaft etc.
Im Hotel Galosol gibt es eine Internetstation, die man benutzen kann. Leider nur eine Einzige (mickrig). Alle sonstigen Angebote des Galoresorts sind ebenfalls im Hotel Galosol (ca. 5-10 Fussminuten). D.h. die ganzen Sport- und Wellnessangebote; was relativ viel ist, von uns aber ehrlich gesagt nie benutzt wurde. Das wäre vielleicht anders gewesen, wenn wir im "Haupthaus" einquartiert gewesen wären.
Fazit: Lage gut, Frühstück ebenfalls, Zimmer im Sommer sicherlich uh schön, im Winter einfach zu kalt. Alles in allem: Ich würde jetzt nicht zwingend wieder da hin wollen, aber weiter empfehlen kann ich es schon.
Ich war eigentlich vorgewarnt; Madeira ist nichts für Vegetarier. Wie schwierig es aber wirklich sein würde, war uns nicht bewusst, da wir dachten, wir kämen mit einem Italiener sicher gut über die Runden. Denkste, Pizza machen gilt nicht gerade als Spezialität auf Madeira und ist längst nicht überall essbar.
Ich beschreib hier einfach mal wo wir waren und wie das war:
1. Tag:
Pizzeria & Trattoria Galosol in Caniço de Baixo
Zum Hotelkomplex des Galoresort gehörend gibt es die Pizzeria. Sie liegt eigentlich direkt vor dem Galo Sporthotel. Wie auf dem Foto ersichtlich, ist sie klein und rustikal eingerichtet und bietet die typischen italienischen Essen an. Es war jetzt nicht sooo übel, aber halt auch nicht so lecker, wie wir das von unseren Pizzerias gewohnt sind. Dafür ist der Kaffee dort sehr empfehlenswert
2. Tag:
Kleiner Imbiss im Habeas Coppus Restaurant/Pub in Caniço de Baixo
Das Habeas Coppus befindet sich an der Rua D. Francisco Santana (siehe Punkt 2 auf der Karte). Es ist ein kleiner Imbiss, wo es z.B. Knoblauchbrot, Nudeln oder Eieromelette für Vegetarier gibt. Das Knoblauchbrot ist der Hammer! Die Nudeln sind, ähm, naja, wie oben erwähnt, auf Madeira kann man nicht italienisch kochen... und das Omlette war wiederum sehr lecker. Dafür hatte die Bedienug - trotz keinen Gästen - Ewigkeiten bis sie uns bedienen kam; was ich nicht mag.
3. Tag:
Pizzeria Golden im Supermarkt von Caniço
Dies ist eine Warnung; an alle die gerne Pizza essen. Geht nie, wirklich nie nie nie dorthin Gögi jammert noch heute von der "worst pizza ever", die ihm fast die ganze Nacht lang, und zig Tage danach noch auf dem Magen lag.
4. Tag:
Pizza Hut, Funchal
In der Hoffnung, in der grossen Stadt mehr Auswahl für Vegetarier vorzufinden, durchliefen wir die weihnächtlich beleuchteten Strasse von Funchal. Schauten Restaurantschilder an, liefen weiter, schauten, liefen... Es ist effektiv immens schwierig, wenn man kein Fleisch isst, keinen Fisch isst und sich nicht eine Woche lang von Eieromelette ernähren mag.
Am Schluss landeten wir widerwillig im Pizza Hut, weil wir dachten, wenigstens dort gäbe es eine Auswahl für Vegetarier. Hm, naja... von 6 Saläten waren alle 6 mit Fleisch und die Bedienung auch nicht gerade daran interessiert, etwas für uns zu ändern. Es blieb bei einer Pizza für Gögi (naja, war essbar) und einer Gemüselasagne für mich (war lecker).
5. und 7. Tag:
Indisch Essen beim Sabor da India, Estrada Monumental, Funchal
Am Tag zuvor per Zufall entdeckt, konnten wir nun endlich den lang ersehnten Inder ausprobieren. Bevor wir nach Madeira losgereist waren, hatte ich mich im Internet nach vegetarischen Möglichkeiten orientiert und war auf den Sabor da India gestossen, der jede Menge positive Bewertungen erhalten hatte. Leider hatte ich als Beschreibung nur die folgende:
Die Lage des Sabor da India ist etwas versteckt in der kleinen Seitengasse (Rampa do Lido) zur Estrada Monumental. Es befindet sich zwischen Hotel Florasol und Hotel Alto Lido.
Womit uns nicht klar war, dass sich das ganze NICHT im Zentrum von Funchal, sondern eben in der ganzen Hotelzone befindet. Funchal hat das eigentlich sehr geschickt gelöst indem die ganzen Hotelkomplexe etwas ausserhalb stehen! Mit dem Auto fährt man, wenn man vom Hafen her den Hügel hinauffährt, mal links durch einen Tunnel. Es ist gross angeschrieben "Estra Monumental". Wenn man das weiss, ist es nicht mehr so schwer. Man fährt dann also der Hotelzone von Funchal entlang, parkiert in der Nähe des Hotel Florasol oder Alto Lido. Von der Hauptstrasse zweigt eine kleine Seitengasse den Hügel hinauf ab. Vielleicht sieht man schneller das Schild zu einem "Chinesisch Vegetarischen Restaurant" als zum Sabor da India; es ist dieselbe Gasse.
Das Restaurant ist geräumig und vom Ambiente her sehr schön eingerichtet. Die Bedienung (der Chef?) war sehr nett, wenn auch fast zu geschleimt für meinen Geschmack. Egal, hauptsache endlich viel vegetarische Auswahl; und davon gab es genug. Wir waren 2x dort und es war sehr sehr lecker! Als Vegetarier das absolute Muss auf Madeira
Madeira-Links
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