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70 Jahre ist es her, seit am 14. Mai 1948 der Staat Israel gegründet wurde. Mit dem eigenen Staat ging für die Juden ein Traum in Erfüllung. Zur religiösen Deutung und Bedeutung der Staatsgründung von 1948 gehen die Meinungen auseinander.
Der 1975 von der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands unter dem Titel «Kursbuch des Glaubens» herausgegebene «Evangelische Erwachsenen-katechetismus» formuliert die gedankliche und religiöse Herausforderung so: «Der Staat Israel versteht sich als Erneuerung des alten Israels und als Zuflucht für die Juden aus aller Welt. Er ist ein Sinnbild und eine Probe für das Lebensrecht der Juden unter den Völkern der Erde und er stellt damit auch die Christen vor Fragen, die sie nicht unbeantwortet lassen können.»
Hat Staatsgründung eine theologische Bedeutung?
In der Diskussion der evangelischen Kirchen in Europa um die Wertung und Deutung der Gründung des Staates Israel von 1948 gehen die Meinungen auch 70 Jahre später auseinander. Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), zu der auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) gehört, hat die unterschiedlichen Positionen im Jahr 2001 so beschrieben: «Die Kirchen unterstützen alle Bemühungen des Staates Israel und seiner Nachbarn, insbesondere des palästinensischen Volkes, in gegenseitiger Achtung einen sicheren, dauerhaften und gerechten Frieden zu finden und zu bewahren.» Die GEKE schreibt weiter: «Die Frage, ob die Gründung und Existenz des Staates Israel auch für Christen eine theologische Bedeutung hat, wird in den Kirchen unterschiedlich beantwortet und bleibt eine Herausforderung für die Kirchen. In diesem Zusammenhang ist jede direkte politische Inanspruchnahme der biblischen Landverheissungen zurückzuweisen. Ebenso sind alle Deutungen, die diese Verheissungen im Licht des christlichen Glaubens als überholt ansehen, abzulehnen. Die christliche Wahrnehmung der Erwählung Israels als Volk Gottes kann in keinem Fall dazu führen, dass die Unterdrückung von politischen, ethnischen und religiösen Minoritäten religiös legitimiert wird.»
Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei Personen, die eine Beziehung zu Israel und zum Judentum haben, darum gebeten, zu beschreiben, wie sie die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 sehen.
(23. April 2018, Text: Ernst Ritzi, Bild: zVg)
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