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La Paz - Die Köche des bolivianischen Präsidenten Evo Morales stehen im Verdacht, den Staatschef vergiftet zu haben. Gegen die Köche des Präsidentenpalastes Quemado und der Präsidentenresidenz San Jorge in La Paz liefen entsprechende Ermittlungen, berichteten nationale Medien am Mittwoch.
Sie beriefen sich dabei auf Informationen aus Regierungskreisen. Morales war Mittwoch vergangener Woche nach eigenen Angaben in ein Spital gebracht worden, in dem kubanische Ärzte freiwillig Dienst tun. Nachdem er die Amtsgeschäfte vier Tage hatte ruhen lassen müssen, äusserte er am Montag den Verdacht, vergiftet worden zu sein.
Inzwischen sei er wieder vollständig genesen, aber "irgendetwas merkwürdiges ist passiert", sagte der erste gewählte Indiopräsident des südamerikanischen Landes. Der Leiter des Präsidentenamtes Oscar Coca betonte, die Magenkrankheit von Morales sei durch Bakterien ausgelöst worden.
"Diese Bakterien können nur durch nicht ordentlich zubereitetes Essen in seinen Körper gelangt sein", schrieb die Zeitung "La Prensa". Vizepräsident Álvaro García Linera betonte, es habe sich zwar um eine Bakterienvergiftung gehandelt, aber auch andere mögliche Ursachen würden nicht ausgeschlossen.
Morales regiert das Land seit Januar 2006 und erfreut sich grosser Beliebtheit. Er ist das erste bolivianische Staatsoberhaupt indigener Abstammung. Im Dezember vergangenen Jahres wurde er mit 64 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Allerdings hat er sich durch seine linke Politik auch Feinde im wohlhabenderen Osten des Landes gemacht. Auch seine Verstaatlichungspolitik ist umstritten.
SDA-ATS