Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03605.jsonl.gz/2812

Forscher haben ermittelt, wie stark die geistige Leistung bei Hitze oder Flüssigkeitsmangel sinkt – und ein Mittel gefunden, das einen Teil der Einbusse wettmacht.
Das Jahr 2016 war weltweit betrachtet das wärmste seit 200 Jahren. Das hatte auch einen Effekt aufs Denken: Die Reaktionszeit verlangsamte sich und die Leistungsfähigkeit sank, jedenfalls bei 44 Studenten, die an einem Experiment teilnahmen. Verschiedene geistige Funktionen liessen bei Hitze um vier bis 13 Prozent nach.
Ebenfalls schlechter fielen die Leistungen aus, wenn die Studenten weniger als etwa 1,8 Liter pro Tag tranken. Mehr als ein coffeinhaltiges Getränk täglich dagegen steigerte einige geistige Leistungen.
Zu Beginn der Studie im Juli 2016 waren die Temperaturen fünf Tage lang so wie zu erwarten. Dann setzte eine fünftägige Hitzeperiode mit durchschnittlich 33,4 Grad Aussentemperatur ein, gefolgt von einer zweitägigen «kühleren» Phase mit 28,1 Grad – ideale Bedingungen für die Umweltwissenschaftler der Harvard T.H. Chan School, die herausfinden wollten, wie sich Hitze auf den Geist auswirkt.
Die Studenten verbrachten den Sommer in der Nähe von Boston, USA. 24 von ihnen wohnten in klimatisierten Räumen, in denen es durchschnittlich 21 Grad Celsius hatte. Die anderen lebten in nicht-klimatisierten Räumen mit einer Temperatur von rund 26 Grad.
Via Smartphone mussten alle täglich zwei Tests für die Hirnfunktion machen, zum Beispiel in kurzer Zeit viele Rechenaufgaben lösen. Diese Tests messen zum Beispiel, wie gut die Aufmerksamkeit ist, wie schnell Aufgaben gelöst werden und wie gut das Arbeitsgedächtnis funktioniert.
Manche geistigen Leistungen wie schnelles Rechnen nahmen mit steigender Hitze immer stärker ab, andere waren bei etwa 22 Grad am besten und sowohl bei kühleren als auch wärmeren Temperaturen schlechter.
Quelle: «PLOS Medicine»