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Die Chesa Viglia steht im historischen Dorfkern und gehört zu den ältesten Häusern von Bergün. Das regionaltypische Wohnstallhaus gibt Einblick in die Lebensweise der Bergbauern vom Mittelalter bis in die Gegenwart.
Verfügbarkeit
BESCHREIBUNG & GESCHICHTE
Bergün liegt verkehrsstrategisch günstig am Fusse des Albulapasses. Der im frühen 13. Jahrhundert erstmals erwähnte Bauern- und Passort entwickelte sich mit der zunehmenden Bedeutung des Handels- und Saumverkehrs über die Albula bis ins 17. Jahrhundert zum stattlichen Hauptort des oberen Albulatals.
Der Strassen- und Eisenbahnbau in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts begünstigte den Wandel zum Fremdenverkehrsort. Die Siedlungsentwicklung lässt sich noch heute an den Bauten vom Mittelalter über die Blütezeit des Alpintourismus bis in die Gegenwart ablesen. Dazu gehören das 1906 erbaute Kurhaus oder die spektakuläre Landwasserbrücke und die Kehrschleifen der Albulalinie der Rhätischen Bahn.
Die enge Verbundenheit mit dem Engadin zeigt sich an den regionaltypischen Bauernhäusern. Wie der Name schon sagt, ist die Chesa Viglia im historischen Dorfkern eines der ältesten Häuser von Bergün. Das Bauernhaus in Strickbauweise wurde 1520 auf den Ruinen zweier mittelalterlicher Türme erbaut.
Die Bewohner von Bergün waren bescheidene Kleinbauern. Die Erwerbsgrundlage bildete die Landwirtschaft, insbesondere die dreistufig organisierte Alpwirtschaft und etwas Ackerbau. Dank dem überregionalen Transport und Handel waren viele Bauern zusätzlich als Säumer tätig. Gefördert wurde die Wirtschaft von den einflussreichen Familienverbänden Planta und Salis. Das starke Siedlungswachstum ab dem 16. Jahrhundert verdankt der Ort somit wesentlich dem lukrativen Säumer- und Handelsverkehr über den Albulapass.
Über die frühen Bewohner der Chesa Viglia, vermutlich lokale Bauernfamilien, ist wenig bekannt. Die Familie Stiffler erwarb die Liegenschaft Ende des 19. Jahrhunderts und liess die Fenster vergrössern, die Decken anheben und die Stüva (Stube) ausbauen. Die beiden Töchter wohnten bis in die 1970er Jahre im Haus. 2016 wurde es von einer neuen Eigentümerschaft behutsam und mit Rücksicht auf die historische Bausubstanz restauriert.
Die Chesa Viglia ist heute in Privateigentum und wird über die der Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
BAUKULTURELLE BESONDERHEITEN
Die Einflüsse des nahen Engadins zeigen sich in Bergün in der Sprache und in der Architektur, insbesondere im vorherrschenden Bautyp des Engadiner Wohnstallhauses. Dieser Bautyp dominierte ab dem frühen 16. Jahrhundert die Bauformen und prägt das Dorf bis heute. Im historischen Dorfkern auf der Landzunge zwischen Tuorsbach und Albula stehen die Kleinbauernhäuser dicht an dicht. Zwischen den Gebäuden kreuzen sich Gassen, verschachtelte Nischen, Höfe, Brunnen- und Vorplätze sowie Gärten haben sich herausgebildet.
Die Konstruktion des Engadiner Wohnstallhauses ist einzigartig. Das Innere des Wohnteils ist ein zum Schutz vor Dorfbränden, aber auch zur Isolation und wohl auch zu Repräsentationszwecken ummauerter Strickbau. Kleine Fenster verhindern Wärmeverluste. Das Rundbogentor als Eingang musste gross genug für Pferd und Wagen sein. Über den überdachten Sulér (Hausflur im Erdgeschoss) gelangte man trockenen Fusses in die rückwärtig integrierte Stallscheune. Der Stall bzw. der Heuboden war nach Süden ausgerichtet, damit das Heu gut trocknen konnte. Die Luftschlitze im offenen Stallbau sorgten für eine gute Durchlüftung.
Die Chesa Viglia wurde in den Jahren 2016-2017 von ihren Eigentümern sanft renoviert. Dabei wurde grosser Wert auf die Erhaltung der historischen Bausubstanz gelegt. Umbauten der letzten Jahrzehnte wurden wo möglich rückgebaut. Im Obergeschoss wurde der ehemals offene Durchblick zum Stall mit einem Fenster ergänzt. Der Bestand an alten Möbeln im Haus wurde restauriert. Der Raum im Erdgeschoss gehörte früher zum Sulér und wurde im Winter wegen der guten Lichtverhältnisse für Winterarbeiten wie Flechten und Schleifen genutzt. Heute ist darin ein Schlafzimmer eingerichtet. Die Räume wurden lediglich wärmegedämmt und eine neue Küche und Bäder eingebaut.
INFORMATIONEN ZUM FERIENHAUS
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
Die Räumlichkeiten der Chesa Viglia verteilen sich auf zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss befinden sich die Küche, das Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Badezimmer. Im Obergeschoss befinden sich zwei Schlafzimmer, das Lesezimmer und ein weiteres Bad.
Direkt hinter dem Haus befindet sich ein möblierter Aussensitzplatz mit Blick auf die Berge. In der Stallscheune steht ein grosses Trampolin zur Verfügung (Benutzung auf eigene Gefahr).
Die Chesa Viglia ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 6 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Schlafzimmer: 2 Doppelzimmer, ein Zimmer mit zwei Einzelbetten, ein Durchgangszimmer mit Tagesliege. (Kinderbett auf Anfrage vorhanden).
Saison: ganzjährig
Kurzferien: Ostern, Auffahrt und Pfingsten (min. 3 Nächte)
Höhe: 1360 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt
ÖV: Stündlich Züge ab St. Moritz und Chur, Bahnhof Bergün 400m vom Haus entfernt.
Parkplatz: Ein Garagenplatz vorhanden.
Aussenbereich: Terrasse hinter der Scheune mit Esstisch, einer Liege und Sonnenschirm. Von der Terrasse führt eine Treppe auf eine kleine Wiese.
WLAN: vorhanden
Heizung: Radiatoren im ganzen Haus (Wärmepumpe).
Ofen / Cheminée: Tiba-Ofen in der Küche.
Küche: Elektroherd mit Backofen. Geschirrspülmaschine vorhanden. Mokka Kaffeekanne.
Badezimmer: 2 (1x Dusche und Toilette, 1x Badewanne und Toilette). Haartrockner vorhanden.
Waschmaschine und Tumbler: Beides vorhanden.
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir Ihnen gute Hausschuhe empfehlen. Da in historischen Häusern nicht alle Zimmer gleichmässig beheizt werden können, empfehlen wir Ihnen genügend warme Kleidung mitzunehmen. In der Scheune befindet sich ein grosses Trampolin, das von den Gästen auf eigene Gefahr benutzt werden kann.
LAGE
Lage
Das intakte Bergdorf Bergün liegt am Fusse des Albulapasses, dem Tor zum Engadin. Die Fahrt mit der Rhätischen Bahn von Bergün nach Preda, dem Herzstück der Unesco-Linie Albula/Bernina RhB, gehört zu den Höhepunkten der Region. Im Winter ist Bergün als Schlittelwelt bekannt. Die Chesa Viglia liegt im Dorfteil Unterdorf, einer kompakten, haufendorfartigen, kleinbäuerlichen Bebauung entlang von Haupt- und Nebengassen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Das Unterdorf ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder (ISOS) mit dem Erhaltungsziel A aufgeführt. Der Dorfteil ist trotz einiger weniger sensibler Eingriffe ursprünglich geblieben. Die beiden Hauptgassen des Unterdorfes sind aufgrund der beiden Sackgassen und der engen Bebauung kaum befahren. Die Chesa Viglia liegt etwas zurückgesetzt an einer Platzsituation.
Geschichte
Gelegentlich wird der Ortsname Bergün aufgrund von Chroniken vom lateinischen «burgus» abgeleitet. Dies lässt vermuten, dass sich an dem Ort ehemals kleinere, turmartige Kastelle der Römischen Kaiserzeit und Spätantike befanden. Die überlieferte Pfarrkirche und die für 1309 belegte Anwesenheit eines Leutpriesters deuten bereits auf eine grössere Siedlung hin, die 1323 in einer Auseinandersetzung zwischen den Herren von Vaz und dem Bischof von Chur vollständig zerstört worden sein soll. Nicht zuletzt aufgrund der engen kulturellen Beziehungen zum Engadin schlossen sich die Bewohner von Bergün und Filisur – im Gegensatz zu den Gemeinden im unteren Albulatal – zwischen 1577 und 1590 der Reformation an. Neben der Viehwirtschaft bildeten der Verkehr über den Albulapass und der Bergbau die Lebensgrundlage des Dorfes. Mit Sprengstoff – damals eine Neuheit im Bündner Strassenbau – wurde 1696 eine neue Strasse durch den Bergünerstein gebaut. Als 1903 die Albulabahn eröffnet wurde, erhofften sich die Bergüner einen touristischen Aufschwung, der das Dorf auf das Niveau der Oberengadiner Kurorte St. Moritz und Pontresina heben sollte. Zeugnis dieser Hoffnungen ist das 1905/1906 erbaute Kurhaus Bergün. Dass man sich bereits im Ersten Weltkrieg von diesen Plänen verabschieden musste, wird heute eher als glückliche Fügung betrachtet, denn so konnte das Dorf sein historisches Ortsbild unverfälscht erhalten.
Ausflüge
Im Winter bietet Bergün eine 6 km lange Schlittelbahn von Preda nach Bergün und ein Skigebiet mit Pisten bis auf 2552 m ü. M. Im Sommer locken Wander- und Themenwege. Dazu gehört der spannende Bahnerlebnisweg Preda-Bergün. Die spektakuläre Albulabahn, Herzstück der Unesco-Linie RhB Albula/Bernina, schlängelt sich durch Kehrtunnels, Galerien und über turmhohe Viadukte. Auf einer Strecke von 8 km begleitet der Bahnerlebnisweg die eindrückliche und interessante Albulalinie. Ein Besuch im Bahnmuseum lohnt sich.
PARC ELA
Das Ferienhaus Chesa Viglia befindet sich im Parc Ela.
Der Parc Ela ist der grösste Naturpark der Schweiz. Er liegt im Herzen Graubündens und vereint die drei Sprachkulturen Rätoromanisch, Deutsch und Italienisch. Mit seinen schroffen Gipfeln und weiten Landschaften, umgeben von Gletschern und Bergseen, bietet der Park noch echte Wildnis. In den Tälern erinnern historische Dörfer und barocke Kirchen an die frühere Bedeutung der Handelsrouten über die Alpenpässe Albula, Julier und Septimer. Die Natur, die Menschen und ihre Produkte machen den Parc Ela unverwechselbar!
www.parc-ela.ch