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Nächsten Samstag findet der 29. Welttag der Katastrophenvorbeugung statt. Unter der englischen Bezeichnung „International Day for Disaster Reduction“ (IDDR) wurde der Anlass 1989 von den Vereinten Nationen eingeführt. Der Welttag hat zwei Hauptziele: Einerseits soll gefeiert werden, wie sich Menschen weltweit gegen Katastrophen schützen, andererseits wird darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, die Risiken einzuschränken. Der diesjährige Tag der Katastrophenvorbeugung ist insbesondere dem Ziel gewidmet, bis 2030 die ökonomischen Verluste durch Katastrophen im Bezug zum weltweiten Bruttoinlandprodukt zu reduzieren. Dies ist einer der sieben globalen Zielvorgaben, die am 18. März 2015 mit dem Rahmenvertrag für internationales Risikomanagement im japanischen Sendai verabschiedet wurden (Sendai Framework for Disaster Risk Reduction).
Was sind Katastrophen?
Katastrophen können unterschiedlich definiert werden. Laut Duden bezeichnet der Begriff ein „schweres Unglück“ sowie ein „Naturereignis mit verheerenden Folgen“. Die verheerenden Folgen bedeuten, dass Menschen und deren Infrastrukturen betroffen sind. Ansonsten handelt es sich um ein Naturereignis. In Berlin zum Beispiel wird die Definition konkret gefasst:
„Katastrophen im Sinne dieses Gesetzes sind Großschadensereignisse, die zu einer gegenwärtigen Gefahr für das Leben oder die Gesundheit einer Vielzahl von Menschen, für die Umwelt oder für sonstige bedeutsame Rechtsgüter führen und die von den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden mit eigenen Kräften und Mitteln nicht angemessen bewältigt werden können.“
- Katastrophenschutzgesetz Berlin
Ein Ereignis gilt nach dieser Definition also als Katastrophe, wenn lokale Hilfskräfte überfordert sind und überregionale, nationale oder gar internationale Kräfte eingreifen müssen.
Katastrophen können auf verschiedenen Ebenen eintreten. Unter den Begriff Naturkatastrophen fallen Meteoriteneinschläge, Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme, Lawinen, Hochwasser oder Waldbrände, die verheerende Folgen nach sich ziehen.
Im Gegensatz dazu sind Umweltkatastrophen vom Menschen verursacht. So kann technisches Versagen in der Industrie zur Vernichtung oder Krankheit zahlreicher Lebewesen und der Umwelt führen.
Auch auf gesellschaftlicher Ebene kann es zu Katastrophen kommen, etwa bei Krieg, Völkermorden, Versklavung oder Hungersnöten, bei Verkehrsunfällen oder in Wirtschaftskrisen.
Gegen Desaster ist nichts auszurichten – oder doch?
Laut der UNO fallen jährlich 26 Millionen Menschen, die von Katastrophen betroffen waren, in Armut – und diese Zahl gilt es zu minimieren.
Viele Katastrophen basieren auf menschlichem Versagen. So hätten mithilfe einer sorgfältigen Risikoprävention zum Beispiel ungezählte Gas- und Ölunfälle oder Verkehrsunfälle vermieden werden können.
Zum Anderen kann der Mensch Naturereignisse nicht verhindern – aber er kann beeinflussen, wie verheerend die Folgen sein werden. Dafür sind Risikoabwägung und Katastrophenvorbeugung unverzichtbar. In unseren Siedlungsgebieten gibt es - zumeist in den Alpen – sogenannte Gefahrenzonen, die als Bauverbotszonen ausgeschieden sind. Dennoch finden sich vielerorts darin Gebäude. Durch Lawinen und Murgänge sind sie entsprechend gefährdet – Katastrophenvorsorge ist dies nicht.
Auch in Entwicklungsländern und vor allem in asiatischen Ländern wie den Philippinen, Indonesien oder China bedarf es noch vieler Verbesserungen in diesem Bereich. Die Population und die Städte wachsen dort teilweise unkontrolliert. Der Zerstörungsgrad von Überschwemmungen, Taifunen oder Erdbeben könnte massiv verringert werden, wenn Infrastrukturen sorgfältig geplant würden. Es zahlt sich aus, in standhafte und erdbebensichere Gebäude zu investieren.
Auch im Hochwasserschutz muss sich noch Einiges tun. Die niederländische Firma Arcadis entwickelt in China ein Modell, mit dem in Städten in Zukunft mit wasserdurchlässigem Asphalt gebaut würde und viele Grünflächen und Parks angelegt würden.
Ein grosses Problem ist auch, dass die Meeresküsten besonders dicht bevölkert sind – und bei Wirbelstürmen oder Tsunamis unzählige Menschenopfer und Heimatlose fordern.
Als weiteren Faktor wird der Klimawandel immer bedeutender: Die Meere erwärmen sich, wodurch Hurrikane, Taifune und Zyklone immer häufiger, heftiger und unberechenbarer sind. Letztes Jahr waren laut der UNO 18 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, da diese von extremen Wetterereignissen im Rahmen des Klimawandels heimgesucht wurde.
Entsprechend unserer Vorsorge und stabilisierter Massnahmen können wir also bis zu einem bestimmten Grad beeinflussen, wie stark die Naturphänomene zu Naturkatastrophen werden.