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Forschungsergebnisse aus eigenem Hause
Gemeinsame und gegensätzliche Merkmale der chronischen Weichteilschmerzen bei Fibromyalgie und Lipödem.
Anders als beim akuten Schmerz sind die Ursachen beim chronischen Schmerz meist komplex und teils nicht klar erkennbar. Als chronisches Schmerzsyndrom werden Schmerzen bezeichnet, die als vorherrschendes Symptom mit anderen gleichzeitig auftretenden Symtomen wahrgenommen werden und nach Definition der Internationalen Schmerzgesellschaft über mehr als 3 Monate andauern.
Patienten mit chronischen Krankheiten des Weichteilgewebes leiden häufig, zusätzlich zu den Schmerzen, an Symptomen, wie Müdigkeit (Fatigue), Nervosität, Depressionen sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Sie haben Probleme mit deren Bewältigung, können in der Folge zu Passivität und sozialem Rückzug neigen und ihre Krankheit überbewerten.
Es ist bisher wenig publiziert über die zwei Weichteilschmerzzustände Fibromyalgie und Lipödem. In Zusammenarbeit mit Zurzach Care (Angiologie sowie Forschungsabteilung) und dem Institut für Physiotherapie, ZHAW Winterthur, Thomas Benz) wurden spezifische Merkmale von Fibromyalgie und Lipödem auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Einerseits wurde die Literatur zu den beiden Syndromen tiefgreifend zusammengefasst. Andererseits wurde in der Studie an der Rehaklinik Bad Zurzach die Gesundheit umfassend von 112 Lipödempatientinnen und 77 Patientinnen mit Fibromyalgie verglichen. Es konnte festgestellt werden, dass zwischen den beiden Krankheitsbildern zwar wichtige und weitreichende Parallelen existieren, aber Lipödembetroffene weniger ausgeprägte Symptome, weniger Komorbiditäten und in bedeutend geringerem Masse sozial dysfunktionell sind als Personen mit Fibromyalgie. Im Vergleich zu bevölkerungs-basierten Normwerten war die Gesundheit bei Fibromyalgie deutlich schlechter als erwartet und als bei den Lipödemen. Es gibt starke Hinweise, dass diese Unterschiede durch stärker eingeschränkte Fähigkeiten der Bewältigung von Schmerz und Behinderung (Coping) bei Fibromyalgie erklärt werden können.
Für korrekte und wegweisende Entscheidungen zu Diagnostik und Therapie sind diese Erkenntnisse der Differenzierung der beiden Gesundheitsstörungen untereinander und zu anderen muskoloskelettalen Syndromen bedeutsam.
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Die publizierte Arbeit ist hier frei verfügbar und zur Lektüre empfohlen.