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Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Jean Dubas und Hans-Uli Feldmann:
Die erste Karte des Kantons Freiburg von Wilhelm Techtermann, 1578
Cartographica Helvetica 10 (1994) 33–40
Zusammenfassung:
Auf den ersten Schweizerkarten des frühen 16. Jahrhunderts war die Westschweiz und somit der heutige Kanton Freiburg noch nicht dargestellt. Erst mit der Karte von Thomas Schoepf aus dem Jahre 1577, die den ganzen Kanton Bern zeigt, ist auch das Gebiet des benachbarten Freiburg kartiert worden.
Weil aber Schoepf als Arzt die Stadt Bern, die damals unter einer Pestepidemie litt, nicht verlassen durfte, war er auf die Mithilfe verschiedener Gewährsleute angewiesen, die ihm Grundlagen für seine relativ grossmassstäbliche Karte lieferten. Die Karte wurde in Kupfer gestochen und in 18 Blättern publiziert.
Die Angaben zur Kartierung des Kantons Freiburg erhielt Schoepf höchstwahrscheinlich von Wilhelm Techtermann (1551–1618), der während 42 Jahren u.a. als Staatskanzler für den Kanton tätig war. Techtermann, selbst ein hervorragender Zeichner, fertigte dann 1578 nach der gedruckten Karte Schoepfs selbst eine Karte an, die im ungefähr gleichen Massstab das ganze Kantonsgebiet zeigt. Es handelt sich dabei um eine farbige Handzeichnung auf Papier, für die er einen hölzernen Rahmen herstellen liess, den er selber mit den Wappen der verschiedenen Grafschaften verzierte.
Die Karte von Techtermann zeigt einige Unterschiede gegenüber der Karte von Schoepf, so z.B. in der französischen bzw. deutschen Schreibweise der Ortsnamen, einigen wesentlichen Korrekturen im Gewässernetz und zum Teil genaueren Siedlungsabbildungen.
Bibliographische Anmerkung