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Im Rahmen der ersten Juragewässerkorrektion und dem Bau des Nidau-Büren-Kanals (1868-1891) wurde die Zihl aufgeschüttet und ein neues Gerinne für den Orpundbach erstellt, das im Rahmen der Meliorationsarbeiten in den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts zusätzlich in südliche Richtung umgelegt wurde.
Im heutigen Zustand weist der Orpundbach grosse ökologische Defizite auf. Das monotone und kanalisierte Gerinne mit hart verbautem Böschungsfuss zeigt keinerlei Variabilität. Strukturbildende Elemente im und am Wasser fehlen vollständig. Zudem wird die terrestrische Längsvernetzung entlang des Orpundbachs durch die drei Strassendurchlässe unterbrochen. Diese Durchlässe führen aufgrund der geringen Abflusskapazität zu einer Überflutungsgefährdung des umliegenden Terrains.
In den vergangenen Jahren wurde der Oberlauf sowie der Mündungsbereich des Orpundbachs revitalisiert und hochwassersicher gestaltet. Der verbleibende Abschnitt südlich des Dorfzentrums weist in der kantonalen Revitalisierungsplanung eine hohe Priorität auf und der Nutzen für Natur und Landschaft ist bei einer Aufwertung hoch. Gemeinsam wollen wir nun auch den verbleibenden Abschnitt des Orpundbachs revitalisieren. Dank der Festlegung der Gewässerräume in der Ortsplanungsrevision ist die Raumsicherung für die Revitalisierung gewährleistet.
Revitalisierter Orpundbach: Naturnahe Gestaltung Gewässerraum, neue Durchlässe und amphibische Lebensräume.
Der Orpundbach soll wieder seinen natürlichen Charakter eines Wiesenbachs erhalten. Der hart verbaute Böschungsfuss wird zurückgebaut und wo nötig durch natürliche Ufersicherungen ersetzt. Mit Hilfe einer strukturierten Niederwasserrinne werden vielfältige Strömungsmuster begünstigt und eine Aufwertung der aquatischen Lebensräume erzielt.
Die angrenzenden Uferbereiche werden mit variablen Neigungen gestaltet und weisen ein ausgewogenes Mosaik an Grob- und Feinstrukturen auf, damit eine Vielzahl an verschiedenen Lebensräumen entsteht. Eine standortgerechte Bestockung und Bepflanzung bietet ausreichend Beschattung und verhindert eine übermässige Erwärmung des Orpundbachs. Mit der Schaffung von amphibischen Lebensräumen innerhalb des Gewässerraums wird zudem die Vernetzung zum bestehenden Amphibienschutzgebiet im Römerareal gefördert. Damit die terrestrische Längsvernetzung gewährleistet ist, werden die drei Strassendurchlässe durch Wellstahldurchlässe mit grösserer Querschnittsfläche und Kleintierbermen ersetzt. Dadurch kann zusätzlich die Abflusskapazität erhöht und das bestehende Hochwasserschutzdefizit behoben werden.
Der Orpundbach soll auch als Lebensraum für den Biber dienen. Es wird ein Konzept für den gesamten Orpundbach erarbeitet, in dem der Umgang mit potenziellen Konfliktsituationen geregelt wird.
Visualisierung Revitalisierungsprojekt.
Mit der Aufwertung des Orpundbachs wird ein neues ökologisch wertvolles Naherholungsgebiet in Fussdistanz zum Dorfkern geschaffen. Entlang des rechten Ufers ist eine durchgehende Besucherlenkung vorgesehen. Der Gewässerzugang wird an ausgewählten Stellen ermöglicht und mit Sitzgelegenheiten und Abfallinfrastruktur ausgestattet.
Mit dem Renaturierungsprojekt können wir als Gemeinde einen langfristigen und wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten. Intakte Fliessgewässer und ihre Uferbereiche sind komplexe und artenreiche Ökosysteme. Sie bieten Lebensraum für vielfältige Pflanzen- und Tiergemeinschaften und stellen auch für uns eine wichtige Lebensgrundlage dar.
Dank der grosszügigen Raumsicherung für den Orpundbach besteht die Chance, ein Vorzeigeprojekt mit regionaler Ausstrahlung zu realisieren. Nun gilt es, die Chance dieses Revitalisierungsprojektes zu nutzen – GEMEINSAM.
Situation des Projekts.
Geschätzte Projektkosten: rund 2.7 Mio. CHF
Beteiligung Bund/Kanton: rund 2.2 Mio. CHF *
Beteiligung Renaturierungsfonds: rund 0.25 Mio. CHF *
*je nach Projektentwicklung sind Änderungen möglich
Das Projektdossier ist bei der Gemeindeverwaltung Orpund während der Öffnungszeiten einsehbar und steht nachstehend in digitaler Form zur Verfügung.