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Art. 62 URG sieht verschiedene Massnahmen zur Vorbeugung von Rechtsverletzungen oder zur Begrenzung der Folgen einer Rechtsverletzung vor und umfasst Bestimmungen zum Schadenersatz.
a) Bei drohender, aber nicht erfolgter Rechtsverletzung (Art. 62 Abs. 1 lit. a URG): Unterlassungsklage
Als Voraussetzung für die Unterlassungssklage, bedarf es einer drohenden oder konkret erfolgten Urheberrechtsverletzung. Die blosse, abstrakte Annahme einer Rechtsverletzung reicht nicht aus. Die Gefahr muss gegenwärtig vorhanden sein, d. h. zum Zeitpunkt des Urteilsspruchs immer noch vorliegen (vgl. BGE 124 III 72 E. 2a). Die Gefahr besteht insbesondere dann, wenn der Beklagte in der Vergangenheit bereits analoge Rechtsverletzungen begangen hat (BGE 128 III 96 E. 2e) und die Wahrscheinlichkeit besteht, dass solche erneut stattfinden. Wiederholungsgefahr kann angenommen werden, wenn der Beklagte bereits vergleichbare Rechtsverletzungen begangen hat und sein Verhalten als rechtmässig verteidigt oder die Widerrechtlichkeit seines Verhaltens bestreitet (Urteil 4A 45/2012 vom 12.7.2012, E. 5.2.2; BGE 124 III 72). Die Gefahr ist auch dann vorhanden, wenn klare Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beklagte die Rechtsverletzung demnächst begehen wird.
b) Bei begonnener und laufender Rechtsverletzung gilt es, den Schaden zu begrenzen (Art. 62 Abs. 1 lit. b URG): Beseitigungsklage
Der Kläger muss belegen, dass eine Rechtsverletzung vorliegt. Das ist einfacher zu beweisen als eine in der Zukunft drohende Rechtsverletzung. Es reicht, mit Hilfe von Dokumenten oder Zeugenaussagen zu beweisen, dass eine Rechtsverletzung vorliegt. Beispiel: Eine Website (oder der Provider der Website) verwendet urheberrechtlich geschützte Bilder.
c) Der Rechteinhaber vermutet eine Urheberrechtsverletzung oder stellt eine solche fest, benötigt aber Beweismittel, um die Urheberrechtsverletzung zu verhindern oder beseitigen zu lassen (Art. 62 Abs. lit. c URG): Klage auf Herausgabe von Informationen
Die anspruchsberechtigte Person kann diese Informationen mitunter für die Verteidigung ihrer Rechte oder für die Berechnung des erlittenen Schadens benötigen. Die Klage richtet sich gegen alle Personen, die in den Besitz der streitbaren Gegenstände gelangt sind.