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Herrliberger 18e
Das Schloss von Hegi schmiegt sich östlich von Oberwinterthur an den Fuss einer Hanglage an. Heute sieht es eher wie eine herrschaftliche Villa zu Ende des Mittelalters aus. Der Wachtturm in seiner architektonischen Eigenschaft, stammt aus der Zeit der Konstruktion des Gutes um das Jahr 1200.
Heute erreicht man den primitiven Eingang des Wachtturmes hinter den Dächern des sogenannten „Ritter“ Hauses. Man kommt so im dritten Stockwerk an, jenes das seinen mittelalterlichen Charakter am besten beibehalten hat. Man kann die römische Säule, die vom alten Schornstein übrig bleibt, nicht übersehen. Die engen Fensterbuchten an drei Seiten lassen in diesem Saal nur ein schwaches Licht eindringen, und das hier herrschende Halbdunkel gibt uns einen Einblick in die dunkelsten Seiten des Lebens, das in solchen Türmen stattgefunden habt.
Das obere Stockwerk, ausgestattet mit einfachen zentralen Pfeilern und mit Deckenfresken, scheint schon komfortabeler. Man bedeckte es mit einem Stein-Oberbau in 1707, nachdem derjenige aus Holz durch ein Feuer zerstört worden war. Zum Beginn hatte man nur von der Grundebene Zugang zu den unteren Stockwerken, wo sich eine erhöhte Tür befand. Die direkten Eingänge wurden später eingebaut. Das erste Stockwerk beinhaltet ein spät-gotisches Zimmer, das ungefähr aus dem Jahre 1500 datiert; nachdem es eine gewisse Zeit im Museum von Stein am Rhein ausgestellt wurde, hat es nun seinen Platz in Hegi wieder gefunden. Das zweite Stockwerk, in dem sich der Waffensaal befindet, wird mit den Zürcherischen Wappen der Vögte geschmückt. Das Schloss wurde renoviert, nachdem sein damaliger Besitzer, Hugo von Hohenlandenberg, in den Rang als Bischof ernannt wurde. Mit seinem Bruder Ulrich liess er den Turm von drei Seiten ummauern. Im Norden liess er ein geräumiges Fachwerkgebäude aufrichten, das "Ritterhaus". Drei Winkel der Umfriedungsmauer wurden durch runde Türmchen markiert; im Nordosten baute man einen polygonalen Turm, den man als Kapelle verwendete. Die zwei grossen Säle, die zwei Kapellen, die Küchen, die geräumigen Zimmern, und das Ritterhaus zeigen auf verblüffender Weise, wie sehr sich der Wohnstil im Mittelalter verändert hat. Sie zeugt gleichzeitig vom Grad des Vermögens und von der Herkunft der Hohenlandenberger. Johannes Stumpf Hegi schreibt in seiner Chronik von 1548 über ein "Schloss mit Fischteich".
Erst im 18. Jahrhundert wurden die Wassergräben gefüllt. Im Laufe der Jahrhunderte haben verschiedene Konstruktionen den Raum zwischen der Umfriedungsmauer und dem Wachturm besetzt, es blieb schlussendlich nur ein enger Hof im Osten. In 1613 liess der allgemeine Vogt, namens Gessner, den ganzen westlichen Teil des Gutes von einem Dach bedecken und brachte in dieser Konstruktion Ställe, eine Scheune und die Kammern der Angestellten unter. Auf Reproduktionen des 17. Jahrhundert sieht man das sogenannte "frühere" Haus im Süden des Schlosses, d.h. am der Stelle, wo sich seit jeher der Eingang befand. Dieses Gebäude erhielt sein derzeitiges Profil durch die Arbeiten, die in 1805 durchgeführt wurden. Zu dieser Zeit ersetzte man ebenfalls den östlichen Teil der Umfriedungsmauer durch die kleinen Mauern, die den inneren Hof flankieren.
Die verschiedenen Konstruktionsphasen, die ihren Höhepunkt gegen 1500 erreichten, widerspiegeln die veränderlichen Schicksale, die die Schlossherren von Hegi kannten.
Die ältesten durch Dokumente bestätigten Eigentümer sind die Herrschaften von Hegi, Verwandte der Herrschaften von Hugelshofen; sie werden zum ersten Mal in 1225 erwähnt. Ihr Haupt-Lehnsherr war der Bischof von Konstanz, dem das Land gehörte, auf dem sie ihr Schloss erbauten. Auf Befehl des Abtes von Petershausen übten sie ausserdem das Majorat von Wiesendangen aus. Daneben besassen sie die Gebiete der Kyburger und später die von ihren Nachfolgern, die Grafen von Habsburg. Sie unterhielten mit Winterthur sehr unterschiedliche Beziehungen. Und somit wurde in 1342 Hugo von Hegi Bürgermeister, obwohl das im Widerspruch zu den alten Gesetzen der Stadt gestanden hat. Andere Familienmitglieder wurden Bürger von Winterthur, was sicherlich der Entstehung einiger Streitigkeiten nicht verhindern konnte. Der letzte männliche Nachkomme, Hug von Hegi, gab die Pfünde an die Kirche von Oberwinterthur. Seine Tochter Barbara heiratete Jacques von Hohenlandenberg, dem Hug bereits in 1460, also mehr als dreissig Jahre vor seinem Tod, das Schloss und Herrschaft von Hegi übertrug. Die zwei Söhne von Barbara, Ulrich und Hugo von Hohenlandenberg erwiesen sich als aktive Bauherren und Unternehmer und gaben dem Schloss seinen derzeitigen Stil. Schon in 1519 gelangte das Schloss in die Hände der Familie von Hallvil, dessen Sohn Caspar, eine Tochter von Ulrich von Hohenlandenberg geheiratet hat.
Der Umfang der Güter und der Rechte, die mit Hegi zusammenhängen, gehen aus der aufgestellten Akte hervor, als Zürich die Herrschaft in 1587 erwarb. Ausserdem werden in der Akte Obstgärten, Rebstöcke und Wäldern in dieser Umgebung, erwähnten. Insbesondere wird auch dazugezählt: der Zehnter für Hegi, der Zehnter auf den Weinen von Hegi und von Stadel, der einfachen Justiz in den Territorien von Hegi, Oberwinterthur, Wiesendangen, Gundetswil und Zünikon ebenso wie das Majorat von Wiesendangen. Es scheint, dass die zahlreichen Erben von Wolfdietrich Hallwl die Liquidation der Hinterlassenschaft gefordert haben. Zürich konnte dann einen Verkauf an Winterthur verhindern. Die Zürcher Vögte besetzten das Schloss bis in 1798. So wurde das Gut eine externe Vogtei, und die Herrschaft wurde weiterhin als Darlehen an Zürich vom Bischof von Konstanz geführt. Nach der Revolution ging das Gut in die Hände der Familie Farner über, dann wurde es zwischen mehreren Eigentümern aufgeteilt. Frédéric Hegi erwarb es im Jahre 1915. Seit 1947 gehört es zur Stadt von Winterthur. Diese öffnete es für die Öffentlichkeit und lies eine Jugendherberge in einigen von ihren Räumen einrichten.
Bibliographie