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Bernische Staatsbahn
|Kürzel||BSB|
|Bahntyp||Normalbahn|
|Betriebseröffnung||1861-06-01|
|Mutiert||Ab 1877-05-24 Jura bernois|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die BSB entstand 1861 aus der vormaligen Schweizerischen Ostwestbahn (OWB; im Volksmund aufgrund chronischer Geldprobleme «Oh-Weh-Bahn» genannt). Diese musste trotz beträchtlicher kantonaler Subventionen von 2 Mio. Franken zwangsliquidiert werden, worauf der «Staat» respektive Kanton Bern angesichts seiner bereits getätigten Investitionen einen Grossteil der Konkursmasse für 7 Mio. Franken erwarb. Die BSB war folglich Eigentum des Kantons Bern und die erste rein staatlich betriebene Bahn der Schweiz. Das vom Kanton Bern für die BSB aufgebrachte Kapital behandelte die Statistik als Aktienkapital, abgeführte Gewinne als Dividenden.
Das Schienennetz der BSB umfasste zunächst nur die Strecke Biel–La Neuveville, die bis 1864 an die Centralbahn (SCB) verpachtet wurde. Für den Zeitraum 1861 bis 1864 konnten deshalb für die BSB fast keine Daten ausgeschieden werden, und ihre Betriebslänge weist den Wert null auf. 1864 nahmen die nun fertiggestellten BSB-Linien (Bern–) Zollikofen–Biel und (Bern–) Gümligen–Langnau den Betrieb auf. 1875 erwarb die neu eröffnete Bern–Luzern-Bahn (BLB) die Strecke Gümligen–Langnau für 7.34 Mio. Franken. Entsprechend verringerten sich die Bahnlänge und das Anlagekapital der BSB. Schon 1876 war jedoch auch die BLB zahlungsunfähig und wurde 1877 vom Kanton Bern aufgekauft. Gleichzeitig wurde die BSB aufgelöst, wobei der Abschnitt Zollikofen–Biel–La Neuveville an die Jura Bernois (JB) veräussert wurde (gegen JB-Aktien im Wert von 11.56 Mio. Franken). Die Daten zur BSB 1877 umfassen nur den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 23. Mai. Angaben, die sich auf das Jahresende beziehen, etwa zum Rollmaterial oder zu gewissen Finanzzahlen, haben 1877 aufgrund der Veräusserung den Wert null.
Die Einnahmen der BSB entstammten gesamthaft gesehen etwa zu gleichen Teilen aus dem Personen- und Güterverkehr. Mit Blick auf die Betriebsergebnisse wirtschaftete die BSB recht erfolgreich. Im Zeitraum von 1864 bis 1877 flossen über 6.2 Mio. Franken als «Dividenden» in die Staatskasse. Das beste Ergebnis wurde mit knapp 744'000 Franken 1871 erzielt. Gemessen am Anlagekapital entsprach dies einer Rendite von immerhin 4.1 Prozent. Allerdings ist diese Berechnung nicht lupenrein, weil mit den Betriebsergebnissen auch die Verzinsung der Anlagegelder sowie (allfällige) Reservenbildungen finanziert werden müss(t)en. Diese Zahlen sind jedoch aus den verfügbaren Angaben nicht ersichtlich. So wies die Statistik für die BSB keine Reserven aus. Dies muss aber nicht bedeuten, dass tatsächlich keine existierten.
Bei der Differenz zwischen den Brutto- und den Nettobaukosten handelte es sich um den Verlust, der beim Konkurs der Ostwestbahn (OWB) 1861 entstand. Insgesamt wurden damals 5'005'000 Franken abgeschrieben. Davon entfielen rund 1.17 Mio. Franken auf die von der Nordostbahn (NOB) übernommene Strecke Luzern–Zug. Damit verblieb für die BSB der Restbetrag von 3'835'000 Franken.
Erwähnungen
Diese Bahn wird auch in den Kommentaren folgender Bahnen erwähnt: