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Jasper Morrison wurde von der Zeitschrift «A&W» zum Designer des Jahres 2016 gekürt, eine der begehrtesten und anerkanntesten Auszeichnungen der Gestalterszene.
Das Museum für Gestaltung Zürich präsentiert nun auf dem Toni-Areal bis am 5. Juni die erste Retrospektive des 1959 in London geborenen Designers. Sie zeigt vier Jahrzehnte Designarbeit von frühen Experimenten mit Gebrauchsgegenständen bis hin zu technisch raffinierten Arbeiten in den späteren Jahren.
Super normales Design
Gutes Design ist «super normal», denn gute Lösungen entstehen mehrheitlich unerwartet. Mit diesem Ansatz hat der Engländer ein neues Designverständnis geprägt. Die Form tritt dabei in den Hintergrund, wichtiger ist ihm die Entwurfshaltung.
Es ist die Beschäftigung mit einem Archetyp, die Morrison oftmals als Ausgangslage für seine Arbeit wählt und dabei versucht, der Funktionalität auf den Grund zu kommen. Morrison hat sein Designverständnis in den 1980er-Jahren entwickelt, mitten in der Postmoderne, als viel Wert auf die Erscheinung der Dinge gelegt wurde. Morrison kritisiert jedoch Design, welches auf Effekt baut und in erster Linie geschaffen wird, um Aufsehen zu erregen. Mit seinen frühen Arbeiten für Vitra und Alessi reagierte er auf diese Mode und begegnete ihr mit Objekten, die ihren Charakter ihrer Einfachheit verdanken, wie etwa auch mit seinen wegweisenden Entwürfen für Firmen wie Cappellini und FSB.
Ausgewählte Objekte
Neben Morrisons eigenen Entwürfen ist auch eine Auswahl von Objekten zu sehen, die für ihn persönlich oder für seine Arbeit bedeutsam sind. Er hat sie aus den vier Sammlungen des Museums mit über 500'000 Objekten ausgewählt. Gezeigt wird diese Zusammenstellung, die Unerwartetes und Unbekanntes kombiniert, unter dem Titel «MyCollection». (ba)