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Der Bündner Mountainbiker Nino Schurter hat seiner einzigartigen Karriere die Krönung verpasst. Nach Olympia-Bronze 2008 in Peking und -Silber vor vier Jahren in London gewann er in Rio Gold.
Die Schweizer Delegation reist mit 3 Gold-, 2 Silber- und 2 Bronzemedaillen aus Rio de Janeiro nach Hause. Den letzten Glanzpunkt setzte am Schlusstag der Olympischen Spiele Mountainbiker Nino Schurter. Als grosser Favorit gewann er Gold. Damit komplettierte der Bündner seinen persönlichen Olympia-Medaillensatz: 2008 in Peking gewann Schurter Bronze, 2012 in London Silber. Die Medaille hat auch eine historische Dimension: Es ist das 200. Schweizer Edelmetall an Sommerspielen (54 Gold, 78 Silber, 68 Bronze).
«Ich kann es kaum fassen, es ging alles perfekt auf», strahlte Schurter im SRF. Vor dem Start habe er plötzlich Zweifel gehabt, die Reifenwahl sei aufgrund des Wetters schwierig gewesen. «Aber dann hätte es nicht besser laufen können, ich könnte mir kein besseres Rennen vorstellen.» Fünf Mal war Schurter schon Weltmeister, vier Mal gewann er den Gesamtweltcup. Nun schloss er die letzte Lücke in seinem eindrücklichen Palmarès.
In Rio fuhr Schurter von Beginn weg an der Spitze des Rennens. Dessen Ausgang lief immer mehr auf ein Duell mit Jaroslav Kulhavy hinaus. Der Tscheche hatte Schurter vor vier Jahren im Endspurt besiegt und ihm Olympiagold weggeschnappt.
In Brasilien liess es Schurter nicht auf eine Entscheidung im Finish ankommen. In der vorletzten von sieben Runden griff er resolut an und es gelang ihm sofort, eine grosse Lücke zwischen sich und Verfolger Kulhavy aufreissen zu lassen. «Ich hatte das Gefühl, dass ich am langen Anstieg stärker bin als er», schilderte Schurter. Deshalb habe er eine Attacke versucht «und die hat sich ausbezahlt».
Der letzte Gegner war dann kein Mensch mehr, sondern die Defekthexe. In einem Rennen, in dem viele Fahrer mit Materialproblemen zu kämpfen hatten, kam Schurter ohne technische Sorgen durch und so konnte er die triumphale Zieleinfahrt geniessen.
Kulhavy sicherte sich mit 50 Sekunden Rückstand die Silbermedaille. Bronze ging nach Spanien, an Carlos Coloma Nicolas. Mit Rang 6 glückte auch Mathias Flückiger ein starkes Resultat. Aufs Podest fehlte ihm eine Minute. Der dritte Schweizer Starter, Lars Forster, konnte das Rennen wegen einer Knieverletzung nicht beenden.
Für Schurter war es schicksalhaft, dass er nicht bereits vor vier Jahren Olympiasieger geworden war. «Es ist das perfekte Märchen. Es musste wohl Silber sein in London, wenn man das hier jetzt sieht.»
Laut seinem Teamchef Thomas Frischknecht will Nino Schurter auch 2020 in Tokio noch einmal an den Olympischen Spielen antreten. Der nächste Gang nach der Medaillenzeremonie wird Schurter indes ins Olympiastadion von Rio führen: Dort fungiert er in der Nacht auf morgen Montag als Schweizer Fahnenträger an der Schlussfeier. (ram)