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Das Chikungunya-Virus
Die Tigermücke
Das Chikungunya-Virus wird durch die Tigermücke Aedes albopictus übertragen. Der Name dieses Insekts bezieht sich auf das charakteristischen schwarz-weisse Streifenmuster auf Bauch und Extremitäten, sowie sein aggressives Stechverhalten.
Ursprünglich aus Südostasien stammend ist die Tigermücke derzeit auf allen Kontinenten zu finden. In Europa ist sie in den Regionen um das Mittelmeer seit längerem heimisch. Im Zuge der Klimaerwärmung erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet jedoch zunehmend bis nördlich der Alpen. Nur die Weibchen ernähren sich von Blut. Tiegermücken-Weibchen stechen tagsüber, vor allem während der Dämmerung und dem Einbruch der Nacht. Neben dem Chikungunya-Virus kann die Tigermücke etwa dreissig weitere Viren übertragen, darunter den Erreger des Denguefiebers1, das Gelbfiebervirus2, und das Zikavirus3.
Ein grippeähnlicher Infekt
Die vom Chikungunya-Virus verursachte Krankheit ähnelt einem grippalen Infekt mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Die Infektion kann die Gelenke befallen, was sehr schmerzhaft ist und zu bleibenden Schäden führen kann. Diese Eigenschaft widerspiegelt sich im Namen des Virus, der in afrikanischer Sprache „Mann der vornübergebeugt geht“ bedeutet. Da die Krankheit durch ein Virus verursacht wird, zeigen Antibiotika4 kaum Wirkung. Die Heilung erfolgt spontan, jedoch können die Gelenkschmerzen mehrere Wochen andauern.
Denguefieber1 = Das Denguefieber ist eine Tropenkrankheit, die durch Mücken der Art Aedes übertragen werden kann, welche tagsüber stechen. Eine Ansteckung verläuft häufig ohne Symptome. Beim Denguefieber kommt es zu hohem Fieber, Kopf-, und Gliederschmerzen und Hautausschlägen. Das heilt meist spontan innerhalb von zehn Tagen aus. In gewissen Fällen können jedoch schwere und mitunter sogar tödliche Komplikationen auftreten. Diese äussern sich in unkontrollierten Blutungen. Es treten punktförmige Haut- oder Schleimhautblutungen, Blutungen im oberen Teil des Magen-Darm-Trakts, eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen und Beschwerden des Gehirns und des Nervensystems auf.
Gelbfieber2 = Tropenkrankheit in Afrika und Südamerika die ebenfalls durch Stechmücken übertragen wird. Sie verursacht anfänglich grippale Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Kopfschmerzen. In schweren Fällen kommt es zu blutigem Erbrechen, blutigen Durchfällen, Blutungen aus verschiedenen Körperöffnungen sowie Blutungen in die Organe und in die Haut. Die Nieren und die Leber werden beeinträchtigt. Die Patienten werden komatös und sterben in 10-20 % der Fälle. Es existiert glücklicherweise eine effiziente Schutzimpfung gegen das Gelbfieber, welche für Reisen in bestimmte Länder obligatorisch ist.
Zikavirus3 = durch Mücken der Gattung Aedes übertragen verursacht das Zikavirus im Allgemeinen eine milde Erkrankung mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschlägen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Werden schwangeren Frauen infiziert, kann dieses Virus eine schwere Missbildung des Fötus (Mikrozephalie) verursachen, die zu geistiger Behinderung führt.
Antibiotikum4 = Medikament, das Bakterien abtötet oder mindestens deren Wachstum hemmt. Antibiotika wirken gegen Bakterien sind jedoch ineffektiv in der Behandlung von Krankheiten, die durch Viren und Parasiten verursacht werden.