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Die Flughafenbehörden haben heute Morgen den Umweltbericht von Genève Aéroport veröffentlicht. In diesem Dokument werden die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Umweltschutzmassnahmen erfasst und die Ziele bis 2013 festgelegt. In der Periode von 2008 bis 2010 wurden über 21 Millionen Franken in verschiedene Aktionen investiert. Für die Periode von 2011 bis 2013 ist eine Ausweitung dieser Investitionen auf nahezu 34 Millionen vorgesehen.
Genève Aéroport ist als grosse Infrastruktur des Kantons dazu verpflichtet, die wirtschaftliche, politische, diplomatische, kulturelle und soziale Entwicklung der Region Frankreich-Waadt-Genf zu unterstützen. Gleichzeitig verfolgt der Flughafen wie die Luftfahrtindustrie im Allgemeinen seine Ziele im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Für die Flughafenbehörden geht es insbesondere darum, den Fluglärm für die Anrainer zu begrenzen und die Bevölkerung vor Lärmimmissionen zu schützen. Weitere wichtige Ansätze sind die Begrenzung der Schadstoffemissionen auf lokaler Ebene und die Limitierung der CO2-Emissionen in Zusammenhang mit den Flughafenaktivitäten.
Die Umweltpolitik von Genève Aéroport wird konkret umgesetzt, indem die Umweltdimension bereits im Vorfeld auf allen Ebenen integriert wird: Bei der Ausarbeitung der Projekte auf architektonischer Ebene, bei den Ausschreibungen, in den Pflichtenheften, die an externe Bevollmächtigte vergeben werden, und in den Verträgen.
Diese strategische Wahl kommt in der Bereitschaft zu Absprachen und zur Kommunikation mit den Partnergesellschaften und -instanzen am Flughafen, den Vertretern der Luftfahrtindustrie und den Anrainergemeinden zum Ausdruck. Die Umweltschutzverbände werden durch ihre Vertreter in der Konsultativkommission repräsentiert. Am Genève Aéroport wurde ein « Espace environnement » geschaffen, und über die Website www.gva.ch werden regelmässig Informationen zur Umweltpolitik kommuniziert.
Was den Fluglärm betrifft, setzen die Massnahmen direkt an der Quelle an: Die Fluggesellschaften werden dazu angehalten, den Genfer Flughafen mit Flugzeugen zu bedienen, die sowenig Lärm als möglich verursachen, und sich an bestimmte Zeitpläne zu halten. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Anreizmassnahmen geschaffen und ein zusätzlicher Lärmzuschlag für Abflüge nach 22 Uhr eingeführt. Zudem wenden die Fluggesellschaften An- und Abflugsverfahren an, die weniger Lärm verursachen.
In den vergangenen drei Jahren wurden rund 900 Wohnungen mit Lärmschutzvorrichtungen versehen, womit die Gesamtzahl der Wohnungen mit Lärmschutz heute bei 1500 liegt. Rund 700 Dossiers sind zurzeit noch in Bearbeitung, während für die Wohnungen in der Gemeinde von Ferney-Voltaire im benachbarten Frankreich spezifische Vorkehrungen für den Lärmschutz in die Wege geleitet wurden.
Die Anzahl der Personen, die einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt sind, hat sich zwischen 2007 und 2010 verringert.
Was die Luftqualität betrifft, sind die Emissionen durch eine ganze Reihe von Massnahmen begrenzt worden. Das Anreizmodell für Abgaben auf der Emission von gasförmigen Stoffen aus Luftfahrzeugen, das seit 1998 in Kraft war, wurde an ein einheitliches europäisches Modell angepasst. Die im Pistenbereich zum Einsatz kommenden neuen Motorfahrzeuge müssen den neusten Schadstoffnormen genügen. Auf den älteren Fahrzeugen wurden Partikelfilter installiert. Ab 2014 werden Fahrzeuge von über 20 Jahren für den Verkehr im Pistenbereich nicht mehr zugelassen.
Um den Umwelteinfluss des induzierten Verkehrs zu begrenzen, wurden Anreizmassnahmen für die Fluggäste in die Wege geleitet (kostenlose Fahrkarte unireso « tout Genève » für ankommende Passagiere, verbesserte Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel usw.). Für das Flughafenpersonal wurde ein ehrgeiziger Mobilitätsplan eingeführt. Dieser sieht Massnahmen wie die Erstellung eines Shuttle-Bus-Netzes für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unregelmässigen Arbeitszeiten, die Subventionierung von Abonnements der öffentlichen Verkehrsmittel sowie der sanften Mobilität und den Aufbau einer Website zur Kontaktaufnahme für Fahrgemeinschaften vor.
Im Bereich des Energiemanagements wird auf Sparsamkeit (Energiesparmassnahmen), Energieeffizienz (Einsatz der neusten Technologien bei der Erneuerung der Beleuchtung) und Erneuerbarkeit (Installation von über 1200 Quadratmeter Fotovoltaikpaneelen) gesetzt.
Was das Wassermanagement betrifft, ist zu vermerken, dass ein allgemeiner Entwässerungsplan in Ausarbeitung ist. Die Aufbereitungsanlagen wurden verbessert, und die Wasserqualität wird überwacht. Die Streusysteme für das Enteisungssalz auf den Bewegungsflächen wurden optimiert.
Was die Abfalltrennung betrifft, wurde für die Unternehmen und Geschäfte am Hauptterminal eine Sackgebühr eingeführt. Gleichzeitig wurden dort neue Abfalleimer für die Fluggäste und andere Benutzer aufgestellt, um eine Trennung der Abfälle zu ermöglichen. In der Luftfrachthalle wurde eine neue Müllsammelstelle installiert.
Genève Aéroport ist im Rahmen seiner Umweltpolitik beauftragt, sich mit Fragen des Risikomanagements zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang wurden die Notfallsituationen erfasst und systematisch bewertet und die Einsatzverfahren optimiert. Die Bereiche für die Lagerung von Gefahrengut in der Luftfrachthalle sowie die Exportverfahren wurden neu definiert.
Im Weiteren wurden die Massnahmen zur Abwehr von Tiergefahren (insbesondere Vogelschlag, d.h. Kollisionsgefahr zwischen Vögeln und Flugzeugen) neu festgeschrieben und optimiert.
Obwohl das Flughafengelände in erster Linie eine Industriezone darstellt, ist es auch ein Stück Natur mit einer Fauna und einer Flora.
Für die Naturzonen wurde eine Anleitung für Raum- und Landschaftsplanung verfasst. Es wurde ein Inventar mit den invasiven Pflanzen aufgenommen und eine Kartografie der seltenen Pflanzen erstellt. Diese Arbeit wurde 2010 im Rahmen des Jahres der Biodiversität mit der Installation von sechs Bienenstöcken auf dem Flughafengelände symbolisch konkretisiert.
Es werden regelmässig Kampagnen zur Messung der Bodenqualität durchgeführt.
Für die Lärmbekämpfung, die Erhaltung der Luftqualität und die Begrenzung der Auswirkungen des induzierten Verkehrs, das Management von Energie und Wasser, den Schutz der Naturzonen und Böden und die Abfallverwertung hat Genève Aéroport von 2008 bis 2010 CHF 21'000'000.- investiert. Für die Periode von 2011 bis 2013 sind Ausgaben in der Höhe von CHF 34'000'000 vorgesehen.