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Ida Waeber ist mit zwei Schwestern und vier Brüdern aufgewachsen. Als viertes von sieben Kindern wurde sie am 27. September 1926 in die Lehrerfamilie Othmar Waeber geboren, wo sie eine glückliche Kindheit verbrachte. Nach der Schule begann sie eine Lehre als Schneiderin. In der Gewerbeschule lernte sie ihre Freundin fürs Leben, Josy Baertschi, später Kessler, kennen. Die zwei brachte man in den folgenden 70 Jahren nicht mehr auseinander, sie blieben bis zu Josys Tod enge Freundinnen.
Gerade 21 Jahre alt, wurde Ida Frau Boschung: Im November 1947 heiratete sie den schönsten Fussballer, schlechtesten Turner und zukünftig besten Gemeindeschreiber Joseph Boschung. Drei Monate später wurde das Glück mit ihrem ersten Sohn gekrönt, sieben weitere Kinder, vier Söhne und drei Mädchen, sollten in den nächsten Jahren folgen.
Die ersten Jahre als Familie lebten sie mitten im Zentrum von Bösingen, oberhalb der Metzgerei, Anfang der 1960er-Jahre konnte die Familie dann in ihr selbst gebautes Haus in der Hubelgasse ziehen. Das Haus und der Garten waren, nebst der Familie, Idas grösster Stolz. Viel Zeit verbrachte sie beim Pflanzen und Pflegen der Blumen, und da sie nun endlich mehr Platz hatte, kam auch die Nähmaschine so richtig zum Einsatz. Gemeinsame Nähkurse mit Josy in Bern machten die zwei zu richtigen Referenzen im Trachtennähen, und mindestens die Hälfte aller Landfrauen im Sensebezirk lernten bei den zwei Freundinnen, wie man Trachten nähte. So ist auch die schöne Tracht der Bösinger Musikgesellschaft ein Werk von Josy und Ida. Einen Beitrag zum Bösinger Kulturgut leistete sie ausserdem zusammen mit «Hanslis Pius» als Gründungsmitglied von Pro Bösingen und als Sängerin im Caecilienchor.
Eine weitere Leidenschaft von Ida Boschung-Waeber war das Reisen. Mehrere Male besuchte sie einen ihrer Söhne in Australien und beging den Jakobsweg, nebst vielen weiteren kleinen Reisen in Europa.
Und sie liebte es, Grossmuetti zu sein: Neun Enkel und drei Urenkel durften sie als wunderbare und fürsorgliche Grossmutter erleben, die Geburt des vierten Urenkelis verpasste Ida leider um drei kurze Tage.
Nachdem sie ihren Mann, ihre Geschwister, Josy und viele weitere Freunde zu Grabe tragen musste, wurde sie müder und älter. Dank der Unterstützung ihres Sohnes und von dessen Partnerin konnte sie lange in ihrem geliebten Zuhause bleiben, bis sie schliesslich im Juni 2018 ein Zimmer im Pflegeheim Bachtela bezog. Die letzten Weihnachten konnte sie noch zusammen mit ihren Lieben feiern, einige Tage darauf stürzte sie schwer, und ihre Kräfte nahmen schnell ab. Am 14. März 2019 durfte sie schliesslich friedlich einschlafen.