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| Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

25. Cap. Ihre Ansichten über die menschliche Seele. Achamoth besass, ohne dass der Demiurg es ahnte, auch einen schwachen pneumatischen Keim.
[S. 121] In der Achamoth befand sich von der Substanz ihrer Mutter Sophia her noch ein kleiner Vorrat pneumatischer Keime, wie die Achamoth auch in ihrem Sohne, dem Demiurgen, ohne sein Vorwissen deren ebenfalls hinterlegt und aufbewahrt hat. Diese umsichtige heimliche Vorsorge lassen wir uns schon gefallen. Denn sie hatte jene Keime zu dem Zwecke hinterlegt und versteckt, damit, wenn der Demiurg bald nachher von seinem Hauche auf Adam übertrüge, jener pneumatische Keim in gleicher Weise auch durch die Seele wie durch einen Kanal in das Stoffliche hinübergeleitet würde, und so im materiellen Leibe, wie in einem Mutterschosse, als eine Art Fötus gezeitigt und ausgebildet, geeignet gefunden würde, zu seiner Zeit das vollkommene Wort aufzunehmen. Indem so der Demiurg einen Setzling seiner Seele in Adam niederlegte, blieb der durch seinen Anhauch eingepflanzte pneumatische Mensch verborgen, weil der Demiurg den von seiner Mutter herrührenden Samenkeim so wenig kannte, als diese selbst. Diesen Samenkeim nennen sie die Kirche, als das Spiegelbild der höhern Kirche und das Bestimmende für den Menschen und leiten ihn ebenso von der Achamoth her, wie das Psychische vom Demiurgen, das Hylische von der Substanz [des Äon] Arche und das Fleisch von der Materie. Sehet da den neuen, d. h. vierfachen Geryon!