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Der politische Vorkämpfer
Manche Spielfilme schaffen es nie über das 3-Minuten-Stadium hinaus. Dazu gehört (bisher) Little Iron Men, von dem es seit Jahren einen vielversprechenden Trailer gibt. Little Iron Men basiert auf einer wahren Geschichte über das heldenhafte 442. Infanterie-Regiment im Zweiten Weltkrieg, das fast ausschliesslich aus Japan-Amerikanern bestand.
In Italien, Südfrankreich und Deutschland kämpften sie an der Front. Sie befreiten die französische Stadt Bruyeres und retteten eine Gruppe von 275 texanischen Soldaten aus der Umkreisung der Deutschen. Mit 21 Tapferkeitsmedaillen wurde es zum meist ausgezeichneten Regiment der US-Militärgeschichte (Asienspiegel berichtete).
Der bekannteste dieser Eisenmänner ist Daniel Inouye, der heute vor einem Jahr gestorben ist. Seine militärische Laufbahn und vor allem seine spätere politische Karriere machte ihn zur Legende und zu einem Wegbereiter für alle Amerikaner mit japanischen Wurzeln.
53 Jahre in Washington
Für seine Leistungen im Zweiten Weltkrieg – bei der er seinen rechten Arm verlor – wurde Inouye mit der Medal of Honor ausgezeichnet, die höchste militärische Auszeichnung der amerikanischen Regierung. Danach begann seine einmalige politische Karriere. Seit der Aufnahme von Hawaii als 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten im Jahre 1959 vertrat er diesen auf Bundesebene und wurde dadurch im Repräsentantenhaus und später im Senat jeweils zum ersten japanischstämmigen Abgeordneten.
Vom 26. Juni 2010 bis zu seinem Tod am 17. Dezember 2012 war er als dienstältestester Senator zudem «Präsident pro tempore». Damit war er nach dem Vizepräsidenten und dem Sprecher des Repräsentantenhauses an Nummer drei bei der Nachfolgeregelung des US-Präsidenten im Unglücksfall.
Inouye figuriert in zahlreichen Statistiken an vorderster Front. Schaut man sich die Amtszeitliste des Kongresses (Repräsentantenhaus und Senat) an, schafft es Inouye mit seinen 53 Jahren und 118 Tagen (21. August 1959 bis 17. Dezember 2012) auf den vierten Platz der ewigen Bestenliste. Auf der Liste des Senats, zu dem er seit dem 3. Januar 1963 gehörte, ist er gar auf dem zweiten Rang.
In der US-Politik angekommen
Und wie sieht es ein Jahr nach dem Tod von Wegbereiter Inouye mit japanischstämmigen Politikern in den USA aus? In den beiden Kammern des Bundesstaates Hawaii gibt es zahlreiche Abgeordnete mit japanischen Wurzeln. Man könnte sagen, dass der Staat Hawaii zum Inkubator für japanischstämmige Politiker auf nationaler Ebene geworden ist.
Alleine auf der Wikipediaseite American Politicians of Japanese Descent finden sich 57 Namen. Über viele dieser «Erben» von Inouye liessen sich eigene Geschichte schreiben. Die wenigsten schaffen es jedoch auf die nationale Bühne. Eine der wenigen, die es geschafft haben, ist die in der japanischen Präfektur Fukushima geborene Mazie Hirono (Asienspiegel berichtete).
Was bleibt, ist die Frage, wie lange es wohl noch dauern wird, bis nach dem ersten schwarzen Präsidenten einmal eine Person mit asiatischer Herkunft zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden wird. Mazie Hirono wird es nicht werden, denn für dieses Amt muss man in den USA geboren worden sein.
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