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Rechenmacher/in
Der Rechenmacher stellt aus Holz Rechen her. Damit der fertige Rechen wetterfest ist und sich weder verzieht noch rissig wird, muss das Rechenholz vor der Verarbeitung drei bis vier Jahre gelagert werden. Der Stiel eines Qualitätsrechens besteht aus sorgfältig ausgewähltem, astfreiem Holz, häufig Lindenholz. Für die übrigen Teile – Rechenhaupt und Zähne – wird zum Beispiel Buchen- oder Eschenholz verwendet. Die Arbeit beginnt mit dem Zusägen der Rechenstiele: Ein Lindenbrett von passender Dicke wird in rund 3 cm breite Latten zersägt, die anschliessend mit dem Hobel gerundet werden. Nun wird das Rechenhaupt zugesägt und die Löcher für die Zähne werden hineingebohrt, je nach Grösse des Rechens 18-24 an der Zahl. Für die Zähne werden Holzklötze zuerst in Brettchen und diese daraufhin in Stäbchen zerteilt. Die Stäbchen werden durch ein röhrenförmiges Messer getrieben: Die ausgeschnittenen Kerne kommen auf der anderen Seite als Rechenzähne heraus. Die Rechenzähne werden an einem Ende angefeuchtet und in die Löcher des Rechenhauptes eingeschlagen. Anschliessend werden sie mit dem Zugmesser gerichtet und zugespitzt. Der Rechenmacher hobelt die Oberfläche des Rechenhauptes in Form, dann bohrt er das Stielloch und weitere Löcher für die Aufnahme der Verankerungsdrähte hinein. Zum Schluss wird der Stiel eingesetzt: Das Haupt wird auf den Stiel geschlagen, und die Drähte werden festgezogen.
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Geschichte
Als Rechenmacher betätigten sich häufig Bauern im Winter oder während Schlechtwetterperioden. Rund 1000 Rechen konnten pro Person und Winter hergestellt werden, die dann entweder einem Zwischenhändler oder direkt auf den Märkten verkauft wurden und den Bauern ein willkommenes und oft lebensnotwendiges Zusatzeinkommen einbrachten. Noch um 1900 war das Rechenmacherhandwerk in den ländlichen Gegenden der Schweiz weit verbreitet. Rechen wurden zu dieser Zeit noch beinahe ausschliesslich in Handarbeit hergestellt. Zunehmend wurden einzelne Arbeitsschritte durch Maschinen ergänzt oder ersetzt, so löste zum Beispiel die Fräse das kraft- und zeitaufwenige Zusägen der Rechenstiele ab. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwand das Handwerk der Rechenmacher.
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Literatur
Hugger Paul: Der Rechenmacher, in: Hugger Paul (Hg.): Sterbendes Handwerk, Heft 20, Basel 1968.
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