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Der Höhepunkt des 25. Swissalpine Marathon Davos vom 31. Juli 2010 waren die Rekordbeteiligung von 5913 Teilnehmern aus 60 Nationen in acht Kategorien und einem hochkarätigen Elitefeld mit den beiden K78 Siegern Jonas Buud Schweden und der Davoserin Jasmin Nunige..
Sieger kommen immer wieder
Als erster Läufer in der Vierteljahrhundert Geschichte vom Swissalpine konnte der Schwede Jonas Buud zum vierten Mal in Serie für sich, sicher entscheiden. Der Russische Streckenrekordhalter Grigory Murzin stand in den Jahren 2000, 2002 in 5:42:34, 2003 und 2005 auf dem Siegertreppchen. Buud verfehlte seine Vorjahres Bestleitung um nur gerade 28 Sekunden. Nach 5:49:11 erreichte Buud gut gelaunt das Ziel beim Eisstadion in Davos. In Bergün, nach exakt der Hälfte der Strecke, lagen der Franzose Thomas Lorblanchet (2. Platz) und der Ostschweizer Bruno Heuberger (5.) bei der anfängliche hohem Tempo vor Buud. Der Schwede liess aber nicht abreissen und folgte unmittelbar dahinter. Im brutalen Aufstieg zur Keschhütte auf 2632 MüM übernahm der heiss gehandelte Favorit dann aber die Spitzen und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Als Lohn für ihre Topleistungen können die Sieger beim K78 je 4000 Franken und eine Steinbocktrophäe mir nach Hause nehmen. Der zweit platzierte Franzose Thomas Lorblanchet ging mit 2000 Franken und der Schweizer Jean-Yves Rey mit noch 1000 Franken Preisgeld nach Hause. Bei den Damen war die Favoritenrolle nicht so eindeutig zu Bestimmen. Die Siegerinnen aus den Jahren 2005 und 2008 Jasmin Nunige sowie die Streckenrekordhalterin im 2006 mit 6:30:12 und Siegern im 2007, Elizabeth (Lizzi) Hawker waren klare, harte Konkurrentinnen. Die Schwedische Vorjahressiegerin Lena Gavelin verzichtete zu Gunsten der Marathon-Europameisterschaft im Barcelona auf den Start. Ihre „Landsmännin“ Gloria Vinstedt belegte im Schlussklassement den Vierten Platz. Die Lokalmatadorin Jasmin Nunige schaffte es ihre Siegerzeiten von 2005 und 2008 um rund 20 Minuten zu unterbieten. In der Schlussphase lief Nunige unangefochten an der Spitze während Maja Meneghin-Pliska und Corinne Zeller sich einen harten Fight um die Plätze zwei und drei boten. Die zehn Jahre jüngere Maja lief am Schluss mit 35 Sekunde Reserve vor Corinne über die Ziellinie.
Bilderstrecke Keschhütte:
Männer:
1. Jonas Buud (SWE) 5:49:11.
2. Thomas Lorblanchet (FRA) 15:24 zurück in 6:04:38.
3. Jean-Yves Rey (Crans-Montana SUI) 19:48 in 6:09:02
4. Johan Oosthuizen (RSA) 25:44 in 6:15:00.
5. Bruno Heuberger (St. Margrethen TG SUI) 27:44 in 6:16:59
6. Matthias Dippacher (GER) 30:27 in 6:19:43.
7. Beat Ritter (Pontresina SUI) 31:10 in 6:20:26.
8. Csaba Nemeth (HUN) 37:58 in 6:27:18.
9. Thomas Engeli (Scharans SUI) 51:01in 6:40:21.
10. Gion-Andrea Bundi (SUI) 54: 07 in 6:43:27.
Frauen:
1. Jasmin Nunige (Davos SUI) 6:39:25.
2. Maja Meneghin-Pliska (Vermens SUI) 4:23 zurück in 6:43:52.
3. Corinne Zeller (Weissenburg SUI) 4:58 in 6:44:33
4. Gloria Vinstedt (SWE) 39:51 in 7:19:45.
5. Denise Zimmermann (Mels SUI) 44:22 in 7:23:55.
6. Jeanette Dalcolmo (Dürnten SUI) 46:57 in 7:26:29.
Gesamt-Rangliste: hier
Bilderstrecke Keschhütte-Scalettapass-Dürrboden:
Ein Genuss oder ein Martyrium?
Am Jubiläum standen den Teilnehmern erstmals die verlängerte Laufzeit auf 14 Stunden (bisher 12) zu Verfügung. Rund 500 der insgesamt 1500 gemeldeten Läufer/Innen nehmen die frühe Startzeit um 06:00 Uhr in Anspruch. Das Hauptfeld wurde um 08:00 Uhr mit den Eliteläufer an der Spitze im Sportzentrum Davos auf 1538 MüM gestartet. Nach 7.8Km erreichen sie Wildboden auf 1570 MüM. In Spina auf 1587 MüM sind 12.2 Km zurück gelegt bevor es hoch nach Rotschtobel auf 1700 MüM geht. Im flotten Tempo geht es runter nach Monstein auf 1619 MüM. Bei Wiesen ist die Halbmarathondistanz bereits überschritten. Das imposannte Wiesener-Viadukt wird bei Km 25 auf 1195 MüM überquert. Ein weiterer kleiner Anstieg auf 1220 MüM liegt im Schönboden vor den Läufern/Innen. Nach 27.9 Km geht’s wieder auf rund 1000 MüM runter nach Filisur. Im schönen Bergün auf 1365 MüM haben die Läufer/Innen die Hälfte der Strecke (37.2 Km) bereits absolviert. In Chants bei Km 47.2 sind sie bereits wieder auf 1822 MüM. Bei Tschüvel geht es innert 2.8 Km von 2290 MüM hoch zur Keschhütte auf 2632 MüM, dem höchsten Punkt mit traumhaftem Panorama. Auf den nächsten 4.3 Km, runter nach Tagliöl, können sich die Athleten von der „Kletterstrapaze“ etwas erholen bevor es hoch zum Scalettapass auf 2606 MüM weiter geht. Vom den insgesamt 78 Kilometer sind 21 Km hochalpines Gelände mit schmalen, teilweise exponierten Teilabschnitten auf anspruchvollen Bergwegen. Der Panoramatrail gilt als „Knacknuss“ und Schlüsselstellte. Jetzt mit gut 60 Km in den Beinen geht’s nur noch Talwärts. Bei Km 64.4 ist der Dürrboden auf 2007 MüM erreicht. Auf den letzten 14 Km muss nochmals alle Motivation aufgeboten werden. Der nicht enden wollende Finish endet erst wieder im Zieleinlauf vom Sportzentrum in Davos auf 1538 MüM. Eine unglaubliche Leistung haben die Läufer gezeigt. 1094 Höhenmeter sind die Läufer/Innen hochgekraxelt und wieder Richtung Ziel abgestiegen. So ist nicht verwunderlich, dass im Ziel die Emotionen sich verselbstständigen.
Ein hochalpines Juwel – K42 der höchstgelegene Marathon in Europa
Rund 780 Läufer und 300 Läuferinnen wagen sich auf den anstrengenden Berg-Marathon. In Bergün auf 1365 MüM fällt der Startschuss um 11:30 Uhr. In 15.8 Km kämpfen sich die Läufer hoch zur Keschhütte auf 2632 MüM. Nur anhand der unterschiedlichen Startnummern-Fabe, (K78 rot, K42 blau) sind die Läufer den jeweiligen Kategorien zuzuteilen.
Männer:
1. Huw Lobb (GER) in 3:16:03 Startnummer 2531
2. Thierry Breuil (FRA) in 3:18:25 Startnummer 30
3. Dirk Strothmann (GER) in 3:23:24 Startnummer 32
André Marti mit Startnummer 34 belegte den sechsten Schlussrang vor Arthur von Siebenthal, Kaspar Schübbach und Konrad Von Allmen.
Bei den Damen konnte die Trilogie von der Deutschen Diana Lehmann, Siegerin 2007, 2008 und 2009 unterbrochen werden.
1. Maud Girand (FRA) in 4:04:24 mit der Startnummer 33
2. Manuela Jenny (SUI) in 4:14:15 Startnummer 2401
3. Regula Meier (SUI) in 4:16:51 Startnummer 2575
Sechs weitere Schweizerinnen liefen unter die ersten Zehn. Platz fünf Claudia Gmür, vor Céline Koch, Manuela Traina, Alexandra Schlegel, Susanne Meier und Nicole Gomringer.
Bilder: D. Peter/Linsenreflektion.ch und A. Derungs
Reportage: Andrea Derungs
Chronik vom Swiss Alpine Marathon Davos
1986
899 Läufer nehmen den Alpine Marathon, wie die Königsdistanz über 67 Kilometer von Davos über den Sertigpass auf 2740 MüM und zurück nach Davos heisst, in Angriff. 138 sind es beim 29.6 Kilometer langen Sertiglauf (Bergün-Sertigpass-Davos) und 170 beim über 28 Kilometer führenden Landwasserlauf (Davos-Filisur). Der Frauenanteil liegt bei sieben Prozent.
1988
Der Deutsche Charly Doll stellt mit 5:12:25 den Streckenrekord auf, den auf der 67 Kilometer langen Strecke kein Läufer mehr unterbieten konnte.
1990
Beim Landwasserlauf (28 Km) läuft der Kenianer Alfredo Shahanga mit 1:37:00 den ewigen Streckenrekord.
1994
Drei Indios aus dem Norden Mexiko verleihen dem Swiss Alpine Davos, kurz SAD einen Farbtupfer. Sie treten in ihrer landesüblichen Bekleidung sowie mit selbst angefertigten Sandalen aus alten Autoreifen und Lederschnüren an. Die 67 Kilometer scheinen für die drei Lauftalente, die wöchentlich ungefähr 800 Kilometer zu Fuss zurücklegen, eine zu kurze Distanz zu sein. Sie erreichen das Ziel inmitten des Feldes.
1995
Der SAD feiert sein zehnjäriges Bestehen. Das Wettkampfprogramm wird mit einem Mini- und einem Staffelwettbewerb – die Wechselzonen befinden sich in Bergün und auf dem Sertigpass – erweitert, was zu einem beträchtlichen Teilnehmerzuwachs führt. 3501 Männer, Frauen und Kinder aus 30 Länder melden sich an, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 48 Prozent entspricht. Der Frauenanteil klettert auf 17 Prozent.
1997
Der 67 Kilometer lange Alpine Marathon, der Sertiglauf und der Landwasserlauf figurieren ebenso zum letzten Mal unter dieser Bezeichung im Wettkampfprogramm wie der Staffelwettbewerb. Die Veranstalter setzen die in einem Umweltaudit gewonnenen Erkenntnisse in die Tat um und führen das Rail Ticket ein. Schweizer Teilnehmer können damit kostenlos mit der Bahn on ihrem Wohnort nach Davos und zurück fahren, für ausländische Starter ist es ab einem Schweizer Grenzbahnhof gültig. Begleitpersonen können zu einem günstigeren Preis ein Regio Ticket kaufen, das für unbeschränkte Fahrten im Laufgebiet gültig ist.
1998
Streckenbezeichnungen und –Führungen werden umgekrempelt:
Der Alpine Marathon mutiert zum K78, der Sertiglauf zum K42, der Landwasserlauf zum K30 und der Staffelbewerb zum Teamwettkampf. Verbunden mit der Namens- ist eine Streckenänderung. Kulminationspunkt des SAD ist, neu die auf 2632 Metern gelegene Keschhütte. Anschliessend führt ein Panoramatrail zum Scalettapass, ehe es weiter nach Dürrboden geht.
1999
In der Schweiz lebende äthiopische Asylbewerber entdecken den K42 und belegen mehrere Spitzenplätze.
2000
Zum ersten Mal sei 1995 klettert die Teilnehmerzahl mit 3556 wieder über die 3500er-Grenze. Für den K78 schreiben sich exakt 1000 Männer und Frauen ein, beim K42 sind es etwas mehr (1023). Der Panoramatrail ist fortan den K78-Läfern vorenthalten; der Weg des K42 führt über die Alp Funtauna zum Scalettapass. Eine Mutation erfährt der Teamwettbewerb: Zu den drei Läufern gesellen sich je ein Biker und Inline-Skater, weshalb eine minime Streckenkorrektur vorgenommen wird.
2001
Erstmals sind am SAD Walker zugelassen. Sie legen die Strecke des K42 (Bergün-Davos) zurück. Eine steigende Nachfrage erfährt der Teamwettbewerb, dank dessen die Teilnehmerzahl (3945) noch knapp unter der 4000er-Grenze liegt.
2002
Mit 4079 Teilnehmer aus 33 Nationen wird die 4000er-Marke geknackt. Grigory Murzin läuft mit 5:42:34 Streckenrekord.
2003
Die Teilnehmerzahl (4624) schnellt erneut in die Höhe. Zum einen steigt die Nachfrage am Teambewerb weiter, zum anderen wegen der Einführung des C42 (Davos-Bergün).
2004
Der „Fall Monica Casiraghi“ erhitzt die Gemüter. In Führung liegend wird sie fehlgeleitet, womit der Weg frei für Maria Bak ist. Obwohl diese als Erste ins Ziel läuft, wird sie nach dem Rennen durch einen Juryentscheid hinter Monica Casiraghi auf den zweiten Rang versetzt. Nach massiven Protesten gibt OK-Chef Andrea Tuffli den Exaequo-Sieg der beiden bekannt und sorgt damit für ein Novum.
2005
Der SAD feiert das 20-Jahr-Jubiläum. Das Wettkampfprogramm erfährt weitere Modifikationen: Sämtliche Bewerbe enden in Davos, der K30 trägt neu die Bezeichnung K28, und der K21 (Wiesen-Davos) ergänzt das Angebot wie auch die K78-Couple- und die Team-Single-Prüfung. 5571 Teilnehmer aus 37 Ländern sorgen für eine Rekordzahl. Der Frauenanteil befindet sich bei 30 Prozent.
2006
Rüfengänge im Wettkampfgebiet am Vorabend des Rennens sorgen für Aufregung bei den Organisatoren. Dank der grossartigen Arbeit zahlreicher Helfer kann der Anlass auf der Originalstrecke durchgeführt werden. Der C42 beginnt neu in Tiefencastel und gilt als erster Kulturmarathon der Schweiz.
2007
Der Halbmarathon (K21) und der Walk-Bewerb beginnen erstmals auf der Sunnibergbrücke in Klosters und enden in Davos. So erfahren die beiden Wettkämpfe einen Zuwachs von 40 respektive 60 Prozent. Eine Grossleinwand im Start-/Zielgelände mit Live-Übertragung via Satellit von der Keschhütte sorgt für einen Quantensprung.
2008
Dem Anlass wird ein neues Erscheinungsbild verpasst. Der SAD heisst nun swissalpine marathon unter dem Slogen „more than a race“. Er entwickelt sich wieder zu einer reinen Laufveranstaltung: Der polysportive Teamwettkampf wird ausgelagert und führt jetzt sechs Tage früher unter der Bezeichnung alpinathlon von St. Moritz auf die Davoser Schatzalp. Das Rahmenprogramm trägt neu die Bezeichnung highseven. Der Begriff steht für hoch in den Alpen, für sieben Tage, und verbindet den alpinathlon mit dem swissalpine marathon. Davos ist nicht mehr der einzige Zielort. Damit sie einfacher zu laufen sind, führen der K28 – er ist drei Kilometer länger und heisst neu K31 – und der C42 wieder in die umgekehrte Richtung. Erstmals figuriert der K11 (Davos Laret-Davos) im Wettkampfprogramm. Er richtet sich an Laufeinsteiger.
2009
Mit der Einführung von zusätzlichen Seniorenkategorien beim C42 schenken die Verantwortlichen den älteren Läufern ein besonderes Augenmerk. Die Veranstaltung bildet neu eine Partnerschaft mit dem japanischen Sugadaira Race. Die 4732 Gemeldeten stammen aus 50 Nationen, was Rekord bedeutet.
2010
Der SAD feiert das 25-jährige Bestehen. Den K78-Teilnehmern stehen neu 14 statt wie bisher 12 Stunden zur Verfügung. Der Anlass bildet neu eine Partnerschaft mit dem Ultra-Trail du Mont-Blanc; „erlebnis pur“ – diesen Titel trägt das Jubiläumsbuch, das die vergangenen 25 Jahre in Text und Bild Revue passieren lässt.
Quellen-Nachweis: swissalpine Jubiläumsmagazin 2010