Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03528.jsonl.gz/76

Quasi-Homonym:
Ich verwende den Ausdruck "Dialog" in Anlehnung an M. Buber und D. Bohm: ich interpretiere dabei Dialogo quasi-etymologisch als "dia logos", was ich mit "durch das Wort" oder "mittels des Wortes" übersetze. Dann stelle ich mir die Frage, was durch das Wort gewährleistet werden soll.
Als Dialog bezeichne ich einen in der Schwebe gehaltenen, sprachlichen Kommunikationsprozess, in welchem Vielfalt von Sichtweisen dazu benutzt wird, die Kommunikation in Gang zu halten.
Im Dialog ist Kommunikation nicht Mittel, sondern Zweck. Wenn Kommunikation als Mittel verstanden wird, versucht man den Kommunikationsprozess zu beenden, weil man den Zweck erreichen will. Man diskutiert beispielsweise, bis man die Lösung gefunden hat, das heisst bis ein Monolog entstanden ist. "Monolog" und "Dialog" sagt in diesem Sinne nichts über die Anzahl der beteiligten Personen, sondern etwas über die Anzahl der Sichtweisen. Im Dialog geht es darum, die Anzahl der Sichtweisen zu vergrössern, nicht darum, die richtige Sichtweise zu finden oder andere auf eine bestimmte Sichtweise hin zu überzeugen. Im Dialog interessieren sich die Teilnehmenden dafür, wie sie die Dinge oder ihre Um-Welt sehen und wie sie sie auch sehen könnten, weil andere es so tun.

Der Dialog im Dialog

Dialoge starten ohne Gestaltungsregeln und Gesprächsgegenstand, weil die Wahl des Gegenstandes und wie er behandelt wird bereits zur Kommunikation gehört. Ein möglicher Anfang ist die Reflexion des Anfanges: Wer hat zuerst was gesagt? Was habe ich zuerst gesagt? In einer gewissen Hinsicht sind aber Gegenstand und Gestaltung immer schon gegeben: Im Dialog spreche ich über mich und ich gestalte meine Rede nach meiner Art. Wenn ich mir meine Gestaltung bewusst machen will, helfen mir das Setting von David Bohm (Dialog-Containment) ebenso wie die Regeln der klassischen Conversation. Diese "Regeln" sind im Dialog keine gesetzten Regeln, die befolgt werden müssen, sondern analytische Strukturen der Selbstbeobachtung.

Dialoge kann man - durch das Wort - praktizierend üben. Die Dialogteilnehmer können sich gegenseitig durch die Unterhaltung eines bewusst gemachten Settings unterstützen, in welchem Dialoghaltungen entwickelt und gehegt werden (siehe Kasten Dialog-Seminar ).
Dialogprojekt Arbogast
die Projektseite
Arbogast Dialogprojekt
die Dialog-Seite des Seminarhaus Arbogast
Dialog-Seminar
Dialog in Chur
www.dialog-nordwest.de
www.dialogprojekt.de
Dialog in Arbogast
Dialog im ELEKTROMAGNETISCHEN SOMMER 2009 von Radio LoRa
Dialog im Literarischen Kabinett
Bohm-Dialog-Mailing-Liste
Bohm-Dialog-Mailing-Liste
J. Derrida und H.G. Gadamer sprechen - ablehnend und zustimmend - von einem inneren Dialog als einem hermeneutischen Verfahren.
Epoché (Heideger)
Dialog GFK
[Dialogphilosophie]
Literatur:
Isaacs William: Dialog als Kunst gemeinsam zu denken
Michael Giesecke: Dialog
Lnks:
http://ncdd.org
http://www.dialogueventure.com/
[ david bohm, donald factor and peter garrett - dialogue. a proposal ]