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Quartierportrait Rosental
Messeviertel mit Tradition
Bevor die gründerzeitliche Bautätigkeit einsetzte, gab es ausser dem ersten Badischen Bahnhof nur wenige Gebäude im zukünftigen Rosental-Viertel. Bald aber breitete sich die Bebauung vom damaligen Bahnhof ostwärts aus. In dichter Bauweise, wie in den anschliessenden Quartieren Matthäus und Klybeck, wurden nun Wohn- und Gewerbebauten errichtet. Bis zur Jahrhundertwende waren bereits wesentliche Bereiche des Viertels überbaut. In den folgenden 20 Jahren wurden die Wohnareale arrondiert. Der neue Badische Personenbahnhof wurde im Hirzbrunnenquartier errichtet, die Gleisanlagen und der dazugehörige Güterbahnhof wurde im Rosentalviertel gebaut. Direkt vis-à-vis dem neuen Bahnhof entstand zudem ein umfangreiches Fabrikareal der Chemischen Industrie. Dazu gehört auch das mehrmals erweiterte und modernisierte Werk Rosental der Ciba-Geigy, die 1996 mit der Sandoz zur Novartis fusionierte. Heute befindet sich auf diesem Gelände der Hauptsitz des Agrokonzerns Syngenta, einer Abspaltung der Novartis AG.
Im Gegensatz zu vielen andern Messegründungen im Europa des angebrochenen 20. Jahrhunderts, konnte Basel schon auf eine jahrhundertelange Tradition im Messewesen zurückblicken. Erstmals stellte sich aber in jener Zeit die Frage nach festen Gebäuden, um künftige Messeveranstaltungen in überdeckten Räumen stattfinden zu lassen. 1918 wurde auf dem Gelände des alten Bahnhofs ein erstes, hölzernes Messeprovisorium eingeweiht. Dieses wurde 1923 ein Raub der Flammen. Unverzüglich begann man mit dem Bau von neuen massiven Messehallen an gleicher Stelle. Erweiterung und Erneuerung der Messe gingen bis heute weiter: 1954 weihte die Messe Basel den heute unter Denkmalschutz stehenden Rundbau, 1965 den Neubau Rosental und 1984 das Kongresszentrum am Riehenring (im Wohnviertel Clara) ein. 1999 eröffnete schliesslich die neue Messehalle, welche die erste Halle in Massivkonstruktion ersetzt. Mit dem 2003 fertiggestellten Messeturm wurde das höchste bewohnbare Gebäude (105 m) der Schweiz realisiert. Im Turm befinden sich neben Räumlichkeiten der Messe Schweiz unter anderem auch Büros der Hoffmann-La Roche sowie ein Hotel und eine Bar. Auf dem Messeplatz sowie in der näheren Umgebung fanden parallel zum Turmbau grössere Umgestaltungsarbeiten statt. Dabei wurde der Messeplatz vom Motorfahrzeugverkehr befreit und die Clarastrasse fussgängerfreundlicher gestaltet. Weiter ist geplant, die zum Messegebiet gehörende Rosentalanlage in einen Park umzuwandeln. Allerdings muss für die dort regelmässig stattfindenden Zirkusveranstaltungen noch ein geeigneter Ersatzstandort gefunden werden. Jedes Jahr finden in den Hallen der Messe Basel zahlreiche Publikums- und Fachausstellungen statt, von der «Muba», der Mustermesse Basel und der Uhren- und Schmuckmesse (Baselworld) im Frühjahr über die Kunstmesse «Art» im Frühsommer bis zur «Herbstmesse» im Spätherbst.
Als neuster Wurf des Messeplatzes Basel entsteht bis im Jahr 2012 ein vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfener Hallenkomplex mit mehreren Ausstellungsgeschossen, einer multifunktionalen Eventhalle und einem grossen, überdachten Raum mit Lichthof, die so genannte «City Lounge».
Die Nordecke des Wohnviertels Rosental ist stark von Verkehrseinrichtungen geprägt. Einen wesentlichen Teil seiner Fläche nehmen die nicht mehr benutzten Anlagen des Güterbahnhofes der Deutschen Bahn in Anspruch. Dort soll in den nächsten beiden Jahrzehnten der neue Quartierteil Erlenmatt entstehen, der auch der dichten Bebauung im Rosental selbst wie in den angrenzenden Quartieren Matthäus und Klybeck Rechnung tragen und einen entsprechend grossen Frei- und Grünflächenanteil aufweisen soll. Ein Nachteil für die Bebauung sind die Autobahn-Ost- und Nordtangenten, die das Gebiet oberirdisch säumen und deren Lärmimmissionen die Möglichkeiten für den Wohnungsbau einschränken. Erst an der Quartiergrenze taucht die Nordtangente westwärts in Richtung Rhein in den Untergrund ab. Dieses Nationalstrassenteilstück, über das lange Jahre gestritten und dessen Bau schliesslich in einer Volksabstimmung beschlossen wurde, stellt die Verbindung zum französischen Autobahnnetz her. Mitte 2008 wurde das letzte Teilstück eröffnet. Mit der Realisierung verbunden war die Hoffnung, dass die Quartierstrassen vom Transitverkehr entlastet werden.