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Das Wichtigste in Kürze
- Der Servette FC hat seit 1890 zahlreiche Stars und Legenden hervorgebracht.
- Viele brachten es zu internationalen Karrieren, anderen waren Servette immer treu.
Die 130-jährige Clubgeschichte der «Grenats» hat zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht. Die folgenden Stars und Legenden des Servette FC sind darum eine Auswahl.
Karl Rappan - Trainerstar
Der gebürtige Österreicher Karl Rappan (†) kam 1931 von Rapid Wien als Spielertrainer nach Genf. Er wurde mit Servette zwei Mal Meister ehe er 1935 zu den Grasshoppers nach Zürich wechselte. 1948 kehrte Rappan, der immer wieder auch die Nationalmannschaft betreute zum Servette FC zurück. Er blieb bis 1957 in Genf und holte unter anderem mit Jacky Fatton einen weiteren Meistertitel und einen Cupsieg.
Der Rekordtorschütze des Servette FC: Jacques «Jacky» Fatton
Der beste Torschütze in der Geschichte des Servette FC ist Jacques «Jacky» Fatton (†). Der Stürmer spielte von 1943 bis 1954 und von 1957 bis 1963 für die «Grenats». In 365 Ligaspielen für Servette Genf erzielte Fatton sagenhafte 273 Tore und wurde drei Mal Torschützenkönig der Liga.
Torhüter und Clublegende: Jacky Barlie
Jacques «Jacky» Barlie hütete das Tor des Servette FC zwischen 1959 und 1962 sowie zwischen 1964 und 1973. Der Sympathieträger hatte stets ein Lächeln auf den Lippen und wurde 1961 und 1962 Meister und 1971 Cupsieger. Später arbeitete Barlie bis 2004 als Goalie-Trainer und Team-Manager für den Club.
Raymond Maffiolo: Unauffälliger Kämpfer mit Clubtreue
Maffiolo spielte in seiner Karriere zwischen 1956 und 1970 ausschliesslich für Servette, und war fast zehn Jahre lang Captain. Er wurde 1961 und 1962 Meister und von den Fans im Jahr 200 in die Servette-Mannschaft des Jahrhunderts gewählt.
Der erste Captain im Europacup: Gilbert Dutoit
Der Verteidiger spielte zwischen 1948 und 1960 für Servette und wurde Cupsieger (1949) und Meister (1950). Gilbert Dutoit arbeitete in seiner Karreire auch als Buchhalter für den Kanton Genf. Er war 1955 in den Spielen gegen Real Madrid der erste Captain des Servette FC im Europacup.
Erster Superstar - Umberto Barberis
Umberto «Bertine» Barberis gewann mit Servette zahlreiche Titel. Der Sohn italienischer Einwanderer gehört auch zur legendären Mannschaft 1979, die vier Titel in einem Jahr holte. Barberis spielte von 1975 bis 1981 und von 1983 bis 1985 bei den Genfern.
Dazwischen wurde er mit Monaco französischer Meister und zum besten Ausländer der Ligue 1 gewählt. Der Natispieler (54 Einsätze) wurde drei Mal Fussballer des Jahres in der Schweiz.
Lebensfreude und Abwehr-Talent: Gilbert Guyot
Gilbert Guyot debutierte bereits als 19-Jähriger in der ersten Mannschaft von Servette. Zahlreiche Experten sind sich einig: Sein nicht perfekter Charakter verhinderte eine internationale Clubkarriere. In den 70er-Jahren führte er als Libero zusammen mit Bizzini, Trinchero und Valentini die bester Viererabwehr des Landes.
Er spielte 15 Saisons für Servette, einige davon als Captain und wurde Meister und Cupsieger. Später war er Juniorentrainer und führte eine Bar, natürlich mit dem Namen «Libero».
Mister Servette: Marc Schnyder
Marc Schnyder hat als Junior und als aktiver nur für den Servette FC gespielt. 15 Jahre lang trug er die legendäre Nummer «2» auf dem Rücken und einige Saisons die Captain-Binde. Er hielt als defensive Lebensversicherung den Stars im Mittelfeld den Rücken frei. Erst Dörfel und Bossson, dann Barberis und Andrey und zuletzt Favre und Decastel.
Der Oberwalliser in Genf: Erich Burgener
Mit dem Walliser Erich Burgener zwischen den Pfosten wurde Servette 1984 Cupsieger und 1985 Meister. Der Nationalgoalie spielte zwischen 1981 und 1986 für Servette, ehe er seine Aktivkarriere beendete. Burgener wurde später Goalietrainer, unter anderem der Schweizer Nationalmannschaft.
Edeltechniker und Supertrainer: Lucien Favre
Seine Karriere als Spieler nahm nach dem Foul von Gabet Chapuisat und einem zerstörten Knie ein unschönes Ende. Vorher zog der geniale Techniker Lucien Favre im Mittelfeld von Servette die Fäden und zirkelte manchen Freistoss in den Winkel. Als Trainer feierte Favre bei Servette, Hertha Berlin, Gladbach, Nizza und Borussia Dortmund noch grössere Erfolge.
Favre spielte zwischen 1981 und 1983 sowie von 1984 bis 1991 bei Servette. Als Regisseur erzielte er in 193 Spielen 48 Tore.
Alain Geiger - der letzte echte Libero
Der Walliser Alain Geiger kam 1981 als 21-Jähriger mit Favre, Decastel und Goalie Burgener nach Genf. Er spielte sechs Jahre bei Servette und gewann Meisterschaft und Cup. In Genf etablierte er sich als Abwehrchef und führte später die Nationalmannschaft an die WM 1994. Als Trainer steigt er 2019 mit Servette wieder in die Super League auf.
Der Star aus der Deutschschweiz: Marco Schällibaum
Der Zürcher Marco Schällibaum bezeichnet sich selbst gerne als den «ersten modernen Aussenverteiger» des Schweiz. Fakt ist: Schällibaum kam 1987 als Star zu Servette und eroberte mit seiner Art die Herzen den Genfer im Flug. Schälli spielte sechs Jahre in Genf und wurde 2003, nach seiner erfolgreichen Zeit bei YB, auch Trainer bei Servette.
John Eriksen, doppelter Torschützenkönig
Der Däne John Eriksen (†) hatte ein Quote wie kaum ein zweiter in der Geschichte des Schweizer Fussballs. In drei Saisons und 87 Spielen für Servette erzielte der Stürmer 75 Tore. Eriksen wurde zwei Mal in Folge Torschützenkönig. Später wechselte Eriksen noch zum FC Luzern und dann zurück nach Dänemark, wo er mit nur 45 Jahren verstarb.
José Sinval - das Wunderkind aus Brasilien
José Sinval war 1986 der erste Brasilianer der direkt aus der Heimat in die Schweiz wechselte. Der wieselflinke Stürmer war damals erst 19-jährig und bei den Servette-Fans sofort sehr beliebt. Sinval verdrängte den französichen Star Genghini aus der Mannschaft, damals waren nur zwei Ausländer pro Team erlaubt.
Sonny Andersson - Von Servette über Umwege zu Barcelona
Es gibt nicht viele Spieler, die es aus der Schweizer Super League zum FC Barcelona schaffen. Der Brasilianer Sonny Anderson ist einer davon. In der Saison 1992/93 wurde er mit Servette Torschützenkönig der höchsten Schweizer Liga.
Anderson absolvierte nur 52 Spiele für Servette, erzielte dabei aber 31 Tore. Später wechselte er über Marseille und Monaco 1997 zum FC Barcelona. An den diversen Transfers partizipierte der Servette FC finanziell, damals war das noch nicht üblich.
Oliver Neuville: Start zu einer grossen Karriere
Dass Oliver Neuville einst ein grosse Karriere landen und in der deutschen Nationalmannschaft spielen würde ahnte damals niemand. 1992 wechselte der schmächtige Stürmer als Talent von Locarno zum Servette FC. Doch in etwas mehr als 100 Spielen traf Neuville aber 41 mal und ballerte die Genfer zum Meistertitel 1994.
Neuville wechselte über Teneriffa und Rostock zu Leverkusen und schliesslich zu Borussia Mönchengladbach. Für die deutsche Nationalmannschaft erzielte der italienisch-deutsche Doppelbürger in 69 Länderspielen 10 Tore.
Held der Nationalmannschaft: Marco Pascolo
Ein weiterer Walliser der das Glück in Genf suchte und fand. Marco Pascolo hütet das Tor von Servette zwischen 1992 und 1996 und hatte 1994 massgeblichen Anteil am Meistertitel. Pascolo war der Held und Rückhalt der Nati, die sich 1994 für die WM und 1996 für die EM qualifizierte.
Nach der Europameisterschaft 1996 in England wechselte er zu Cagliari in die italienische Serie A. Nach einer erfolgreichen Zeit beim FCZ kehrte Pascolo 2002 noch einmal zu Servette zurück, wo er zu den Publikumslieblingen gehörte.