Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03514.jsonl.gz/1068

Friaul-Julisch-Venetien (Regione Autonoma Friuli-Venezia Giulia) ist eine autonome Region im äussersten Nordosten Italiens mit Hauptstadt Triest. Bis nach dem zweiten Weltkrieg erstreckte sie sich auch über die gesamte Halbinsel Istrien und auf Teile Dalmatiens. Während das Friaul von der furlanischen Sprache und Kultur gekennzeichnet ist, sind in Julisch Venetien venezianische Einflüsse vorherrschend. Im Norden grenzt die Region an Kärnten (Österreich), im Osten an Slowenien, im Westen an Venetien. Das Gebiet ist geprägt von Berglandschaften, den friaulischen Dolomiten, den karnischen und julischen Alpen (40 %), ein Fünftel der Fläche ist hügelig (Collio-Gebiet), auf den restlichen 40 Prozent erstreckt sich die Poebene. Wichtigste Flüsse sind der Tagliamento und der Isonzo.
Das Gebiet war immer Grenzland mit wechselnder Herrschaft unter Rom, Byzanz, Venedig und dem Habsburger-Reich. 181 v. Chr. gründeten die Römer die Kolonie Aquileia und brachten ihre Weinkultur mit. Sie fanden aber bereits einen von den Kelten begründeten Weinbau vor und entwickelten ihn weiter, wovon viele archäologische Funde bezeugen. Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) weitete dann die Herrschaft aus, auf ihn geht auch der Name Julisch (Giulia) zurück. Der bekannte römische Autor Plinius der Ältere (23-79) berichtet über den berühmten antiken Wein Pucinum, der sogar an den Hof des Kaisers Augustus (63. v. Chr. bis 14 n. Chr.) geliefert wurde.
Die Weinberge umfassen knapp 20 000 Hektaren. Es gibt einen eher von Rotweinsorten dominierten Westen und einen von Weissweinsorten geprägten Osten. Bis Mitte der 1960er-Jahre wurde in Friaul noch zu rund 80 Prozent Rotwein produziert, vorwiegend aus Merlot. Durch Einführung moderner Methoden wie gekühlte Gärung hat sich die Region in nur einer Generation zum italienischen Weisswein-Zentrum entwickelt. Die körperreichen Weissen zählen zu den besten Italiens. Tausende Hektar Rebflächen mit einheimischen Sorten wurden gerodet und mit internationalen Sorten bestockt. Die häufigste Sorte ist aber nach wie vor Friulano (früher Tocai Friulano), gefolgt von Sauvignon blanc, Chardonnay, Pinot Bianco, Riesling Italico, Riesling Renano, Traminer, Müller-Thurgau, Verduzzo, Ribolla Gialla und Malvasia. Bei den roten Rebsorten dominieren Merlot, Cabernet Sauvignon, Pinot Nero, Ribolla Nera (Schioppettino), Pignolo und Refosco. In der Rebenzüchtung liegt Friaul an der Spitze, über die Hälfte der in Italien gepflanzten Jungreben stammt von hier. Knapp die Hälfte der Weinproduktion entfällt auf DOC-Weine.