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Die 1947 geborene Yvette Théraulaz wird für «die kreative Originalität ihres leidenschaftlichen und einfühlsamen Schauspiels geehrt», heisst es in der Jurybegründung. Die am 28. Februar 1947 in Lausanne geborene Théraulaz habe über 50 Jahre lang die Westschweizer Theaterszene geprägt und deren Einflussbereich auf Frankreich und Belgien ausgedehnt.
Die Jury lobt ausserdem Théraulaz' «einzigartige Fähigkeit der kritischen Hinterfragung» und auch ihr bemerkenswertes Engagement für die Frauenrechte.
Frühes Debut als Schauspielerin
Yvette Théraulaz zeigte sich auf Anfrage «total zufrieden und gleichzeitig erstaunt», mit dem Preis ausgezeichnet zu werden, den erst so wenige Schauspielerinnen bekommen haben.
Sie ist erstaunt, dass sie überhaupt diese Arbeit macht: «Niemand in meiner Familie war in diesem Milieu.» Zum Theater sei sie nur zufällig gekommen. Als sie elf Jahre alt war, hörte sie, dass Mitglieder für eine Kindertruppe gesucht waren. Sie schrieb sich daraufhin am Konservatorium ihrer Heimatstadt Lausanne ein.
Am Anfang von Yvette Théraulaz' Karriere stand Bertolt Brechts Theaterstück «Die Heilige Johanna der Schlachthöfe», das 1962 in Lausanne auf die Bühne kam. Théraulaz debütierte darin als 15jährige Schauspielschülerin und legte damit den Grundstein für eine kontinuierliche Präsenz auf französischsprachigen Bühnen.
Aktuelle Auftritte und eine Tournée
Drei Wochen vor ihrem 66. Geburtstag hat Yvette Théraulaz derzeit gleich mehrere Eisen im Feuer. So spielt sie in Dostojewskis «Schuld und Sühne». Die Produktion, die in Sitten Premiere hatte, wird bald in Treyvaux (FR) und Paris gezeigt.
Daneben hat Théraulaz eine Chanson-Tournée in Vorbereitung. Das Programm «Les Années» wird zunächst durch Frankreich ziehen und erst nachher in der Schweiz gastieren. Vorerst aber wird die Künstlerin ab April in Berlin einen Kurzfilm drehen, eine Ausdrucksform, die für sie noch relativ neu ist.
Offizielle Preisverleihung im Herbst
Der Hans Reinhart-Ring gilt als höchste Auszeichnung für Theaterschaffende in der Schweiz. Seit 1957 wird er von der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur SGTK vergeben, ab 2001 mit Unterstützung des Bundesamts für Kultur. Zu den Preisträgern gehören Christoph Marthaler, Luc Bondy oder Anne-Marie Blanc.
Die offizielle Preisverleihung des Hans Reinhart-Rings 2013 findet im Herbst statt. Zeitpunkt und Ort der feierlichen Übergabe werden später festgelegt.