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Der für Ende Oktober geplante Launch der neuen Pentium-Generation musste um Wochen verschoben werden. Neu ist nun der 20. November als Geburtstag des Pentium 4 vorgesehen. Schuld an der Verzögerung sind Probleme mit dem begleitenden 850-Chipset. Für Intel sind dies nicht die ersten Schwierigkeiten in letzter Zeit: Andere Beispiele sind ähnliche Probleme mit dem 820-Chipset, die Anullierung des Timna-Projekts und der Rückruf des 1,13-Gigahertz-Pentium-III.
Nicht unter 1,4 Gigahertz
Zu Beginn will Intel den Pentium 4 mit Taktfrequenzen von 1,4 und 1,5 Gigahertz ausliefern. Im ersten Quartal 2001 werden dann 1,7-GHz-Versionen erscheinen, bis Mitte Jahr will man 2 Gigahertz erreichen, und in der zweiten Hälfte 2001 soll die 2-Ghz-Marke sogar überschritten werden.
Damit dürfte Intel im Rennen um die Taktfrequenz die Nase wieder vorn haben. Ein Direktvergleich mit anderen Prozessoren nur aufgrund der Taktrate ist jedoch unzuverlässig. Die wahre Leistung eines Prozessors lässt sich nur anhand standardisierter Benchmark-Tests ermitteln; für den Pentium 4 sind die ersten Resultate nicht vor dem offiziellen Release zu erwarten. Ein gleich schnell getakteter Pentium III zum Beispiel würde vermutlich bessere Benchmark-Ergebnisse bringen - nur gibt es auf absehbare Zeit keinen solchen.
Zunächst nur mit Rambus
Bis Mitte 2001 rechnet man für den Pentium 4 nicht mit Preisen, die den Einsatz in Mainstream-PCs unter 2000 Dollar erlauben. Neben den üblichen geringen Stückzahlen bei Produktionsbeginn gibt es dafür einen weiteren Grund: Vorderhand läuft der Pentium 4 zusammen mit dem neuen 850-Chipset ausschliesslich mit RDRAM-Speicher. Dieser ist zwar potentiell deutlich leistungsfähiger als SDRAM, vor allem im Zusammenhang mit dem neuen 400-MHz-Frontside-Bus des 850-Chipset, aber auch exorbitant teuer. Der Pentium 4 wird sich deshalb zunächst vornehmlich in Workstations und High-end-PCs finden.
Erst auf Druck von PC-Herstellern hat sich Intel bereit erklärt, für den Pentium 4 auch eine SDRAM-Alternative zu entwickeln. Das passende Chipset "Brookdale" kommt frühestens im zweiten Quartal 2001.
Pentium III weiterhin aktuell
Die anfänglich hohen Kosten für Pentium-4-Systeme halten die Attraktivität des Pentium III weiterhin hoch. Die Meilensteine: Ein Relaunch der 1,13-GHz-Version im zweiten Quartal 2001, gefolgt von neuen Pentium-III-Varianten mit 1,13 und 1,26 GHz namens "Coppermine-T" im neuen 0,13-Mikron-Fertigungsprozess, den Intel Mitte nächsten Jahres einführt. Fast gleichzeitig kommt "Tualatin" mit völlig neuem Design des Prozessorkerns und 512 KB Level-2-Cache. Der 0,13-Mikron-Prozess bildet auch die Basis für neue Celeron sowie für Pentium-4-Varianten über 2 Gigahertz.
Aber auch die Konkurrenz macht vorwärts. AMD hat kürzlich einen 1,2-GHz-Athlon vorgestellt und soll schon im Januar die 1,5-GHz-Marke erreichen. Angesichts der teuren Pentium-4-Anfangskonfigurationen und des immer noch im 1-Gigahertz-Stau steckenden Pentium III sind dies für Intel unangenehme Nachrichten.