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Für die Universität und für die Autofirma Opel wies die Stadt Bochum in den 1960er Jahren ein Wohngebiet mit einer Vielfalt von Bautypen für 25.000 Menschen aus, das sukzessive ausgebaut wurde. Das Terrassenhaus Girondelle wurde hier zwischen 1967 und 1971 realisiert.
Nach einer Planungszeit von ca. zwei Jahren entstand im sozialen Wohnungsbau ein ca. 200 Meter langer, bis zu acht Geschossen hoher Baukörper mit 211 Wohneinheiten von 1 ½ bis 6 Zimmern. Bauherr war die Wohnbaugesellschaft Bochum, Architekt Albin Hennig aus Nürnberg, der in Bochum sechs weitere Objekte realisierte, unter anderem das Verwaltungszentrum der Ruhr-Universität.
Der stark gegliederte, sich in der Höhe zurückstaffelnde Schottenbau gliedert sich in fünf Bauteile. Die äußeren sind wesentlich kürzer als die mittleren. Ablesbar werden sie durch vier tief eingeschnittene Haupttreppenkerne mit Aufzug. (Abb. 3) Drei weitere kleinere Treppenkerne befinden sich im Inneren der längeren Baukörper und sind nur bei Kenntnis des Baus ablesbar. All diese zweiläufigen Treppen werden genutzt, die Wohnebenen halbgeschossig zu verschieben, gleichzeitig aber auch die Baufluchten vor- oder zurückzuversetzen. (Abb. 4) Noch unterstützt durch die Wahl zweier Achsmaße für die Schotten (3,75 und 5,25 Meter), die ohne regelmäßige Abfolge angeordnet sind, entsteht im geschossweisen Vor- und Rückspringen der Einzelfelder, oft noch durch vorgelagerte Terrassen und die Schottengrenze übergreifende Balkone überspielt, eine sich nach oben zurückstaffelnde Architekturplastik von größter Lebendigkeit. (Abb. 5) Die Verjüngung des Gebäudequerschnittes wird erzielt, indem der Architekt für das Erdgeschoß – wohl in Anklang an den Marler Wohnhügel – einen Winkelgrundriss verwendete, dessen weit vorkragender Schenkel dem Geschoß darüber als Terrasse dient. Die unteren Geschosse werden durch einen ca.1,50 Meter breiten Mittelgang erschlossen (und verbreitert); die oberen schließen dagegen über kurze Stichflure direkt an die Haupt- und Nebenkerne an. Am Ende dieser Flure liegen die großen Wohnungen. Diese gehen über die gesamte, sich nach oben reduzierende Haustiefe. In einigen Bereichen gibt es zur weiteren Verschlankung auch Laubengänge. (Abb. 6)
Farblich bestimmte Sichtbeton das Erdgeschoss. In den weiteren Geschossen waren die Felder mit einer weißen Verkleidung eingerahmt, die Fensterrahmen ocker und die Brüstungspaneele graublau gehalten, die Pflanzkästen wiederum in Sichtbeton. So ergab sich eine verhaltene farbliche Differenzierung. Diese Gestaltung ist im Laufe der Zeit bis auf einige Rudimente ein Opfer der Erneuerung der Fenster in weißem, später auch braunem Kunststoff geworden.
Die Wohnungen entsprechen in den Abmessungen der Räume den (damaligen) Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus, Wohnräume werden direkt belichtet, meist auch die Küchen. Der Planer legte zudem Wert auf die Ausweisung eines Essplatzes. Neben-und Funktionsräume liegen innen bzw. am Mittelgang.