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Wetternews
Ungewöhnlich kalter Winter
Antarktis: Fast minus 80 Grad
Das ist selbst für die Antarktis eisig: An der Forschungsstation Wostok wurden kürzlich minus 79,4 Grad gemessen. Der gesamte Winter verlief am Südpol rekordverdächtig kalt. Ursache war ein starker Polarwirbel, der weitere negative Folgen hat.
Am 1. Oktober meldete die russische Forschungsstation Wostok mitten in der Antarktis minus 79,4 Grad. Die niedrigste je gemessene Temperatur im Oktober beträgt dort minus 80 Grad. Der Allzeitrekord an der Station stammt vom Juli 1983 und liegt mit 89,2 Grad noch niedriger. Dies ist auch die kälteste je auf der Erde registrierte Temperatur.
Ungewöhnlich kalt gestaltete sich auf dem Kontinent der gesamte Winter. An der amerikanischen Amundsen-Scott Station waren es sogar die kältesten Monate des Südwinters seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1957. Mit durchschnittlich minus 61 Grad war der Winter sogar 4,5 Grad kälter als der Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre.
Ursache der niedrigen Temperaturen war ein ausgeprägter Polarwirbel über dem Südpol. Die Winde am Rande des Wirbels waren besonders stark, sodass die kalte Luft meistens über der Antarktis "eingeschlossen" blieb und sich nicht mit wärmerer Luft aus den mittleren Breiten vermischen konnte.
Der starke Polarwirbel hat auch noch eine andere Folge: In besonders kalten Wintern bilden sich in der Atmosphäre oberhalb von 20 Kilometer Höhe vermehrt sogenannte Polare Stratosphärische Wolken. Diese setzen chemische Prozesse in Gang, die das Ozon angreifen und teilweise zerstören. Daher war das Ozonloch über dem Südpol in diesem Jahr besonders groß. Auch über dem Nordpol war das Ozonloch ausgeprägt, ebenfalls aufgrund eines starken Polarwirbels.
(Ein Bericht von Verena Leyendecker aus der WetterOnline-Redaktion)