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Detail
ZINDER, Willi
* Le Locle, 28.04.1910; Trombone
Zinders Vater war Zollbeamter und spielte Violine, die Mutter Gitarre. Als Willy Zinder zehn Jahre alt wurde, bekam er eine Geige. Umzug nach Nyon, erste Musikstunden. Umzug nach Wattwil um Deutsch zu lernen, dort weitere Musikstunden. Nach dem Besuch beim Berufsberater forderte der Vater Willy Zinder auf, den Beruf des Tischlers zu erlernen: "Musiker sind Zigeuner". Neben der Tischlerlehre besuchte Zindler das Konservatorium. Später trat er in La Chaux-de-Fonds eine Stelle im erlernten Beruf an, aber in der Freizeit machte er die Bekanntschaft verschiedener Musiker. Da wurde in einer Band der Platz eines Posaunisten frei; Zinder, inzwischen arbeitslos, bekam von einem Kollegen intensive Gratisstunden. So wurde die Posaune sein Hauptinstrument!
Das erste Engagement als Profi hatte er 1935 bei Ed Behle. Von 1936 bis 1940 spielte er unter anderem mit René Dumont, Jean Borel, Charlie Zumstein, Ed Franke, Guy Maroco u. a.
Zumsteins Band wurde ein Engagement in den USA offeriert, aber zu schlechten Konditionen: Sechs Dollar pro Tag! Zinder lehnte ab, fast alle andern gingen mit. Hernach hörte Willy, dass Zumstein ziemlich Erfolg hatte und nicht mehr in die Schweiz zurückkehren werde.
1940 bis 1942 war Zinder bei den Lanigiro, dann wechselte er zu den Teddies, wo er bis 1946 blieb. Dazwischen spielte er etwa ein Jahr lang im Radioorchester von Bob Huber. Später ging er zu Jerry Thomas, mit dem er im Frühjahr 1947 eine Tournee in die damalige Tschechoslovakei unternehmen konnte. 1948 spielte er bei Bert Campbell, dann nochmals bei Jerry Thomas. Ab 1950 reduzierte er seine musikalische Täigkeit, trat dem Berner Symphonieorchester bei und war als Musiklehrer tätig.
Willy Zinder ist an Aufnahmen mit Bob Huber, Lanigiro und den Original Teddies beteiligt, tritt aber solistisch nicht in den Vordergrund.
[Otto Flückiger]