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| Justin der Märtyrer († um 165) - Dialog mit dem Juden Trypho (Dialogus cum Tryphone)

33.
1. Ich weiß wohl“, fuhr ich fort, „daß ihr bei Auslegung dieses Psalmes die Kühnheit besitzet, ihn auf König Ezechias zu beziehen 1. Euren Irrtum will ich euch aber sofort aus den Psalmenworten selbst dartun. Es heißt unter anderem: ,Der Herr hat es geschworen, und nicht wird es ihn reuen’, und: ,Du bist der Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedech.’ [S. 49] Auch ihr werdet es nicht zu behaupten wagen, daß Ezechias ein Priester war, und daß er ein ewiger Priester Gottes ist. Daß die Worte sich vielmehr auf unseren Jesus beziehen, ist in ihnen selbst angedeutet. Aber eure Ohren sind verstopft und die Herzen verhärtet 2. 2. Die Worte: ,Der Herr hat es geschworen, und nicht wird es ihn reuen; du bist der Priester ewig nach der Ordnung des Melchisedech’ besagen: Gott hat eidlich — wegen eures Unglaubens — geoffenbart, daß Jesus der Hohepriester nach der Ordnung des Melchisedech ist, das heißt: gleich wie Melchisedech, der nach dem schriftlichen Zeugnis des Moses Priester des Allerhöchsten geworden ist, Priester der Unbeschnittenen war und den Abraham segnete, der in der Beschneidung ihm den Zehnten opferte, so soll nach der Offenbarung Gottes sein ewiger Priester, der auch Herr vom Heiligen Geist genannt wird, Priester der Unbeschnittenen sein, so wird er aufnehmen und segnen auch diejenigen, welche in der Beschneidung zu ihm kommen, das heißt wenn sie an ihn glauben und ihn um den Segen bitten. Am Schlusse des Psalmes ist geoffenbart, daß Jesus zuerst ein Mensch in Niedrigkeit sein wird, und daß er dann werde erhöht werden. Denn (es steht geschrieben): ,Aus dem Gießbach am Wege wird er trinken’, und zugleich heißt es: ,Daher wird er sein Haupt erheben’.
1: Vgl. Tertullian, Gegen Marc. 5,9.
2: Is. 6,10.