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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) erhielt für die Jahre 2004-2007 insgesamt 1,951 Milliarden Franken an Forschungsgeldern. Für die Zeitperiode von 2008-2011 sollen sogar 2,617 Milliarden Franken zur Verfügung stehen. Bei diesen enormen Summen an Forschungsgeldern ist es unabdingbar, dass bei der Vergabe der Gelder neben dem wissenschaftlichen auch der wirtschaftliche Nutzen klar berücksichtigt wird. </p><p>Der Bundesrat wird darum gebeten, folgende Fragen in einem Bericht zu beantworten: </p><p>1. Wie gross ist die Anzahl geförderter Projekte in den Jahren 2004 bis 2007? Wie viele davon sind geisteswissenschaftlicher Ausrichtung? Wie viele sind naturwissenschaftlich-technischer Ausrichtung? </p><p>2. Wie war die Aufteilung der Mittelverwendung zwischen diesen Richtungen (effektiv und in Prozent)? </p><p>3. Erachtet er die Mittelzuteilung zwischen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlich-technischen Projekten als richtig? </p><p>4. Welche und wie viele Projekte haben direkt in wirtschaftliche Tätigkeiten umgesetzt werden können (Spin-offs)? </p><p>5. Wie hoch schätzt er die Anzahl Arbeitsplätze, welche nach Abschluss dieser Projekte dank diesen längerfristig geschaffen worden sind? </p><p>6. Wie hoch schätzt er die Effekte dieser Projekte für die Volkswirtschaft (getrennt nach den geisteswissenschaftlichen und den naturwissenschaftlich-technischen Projekten)?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) ist das wichtigste Instrument des Bundes zur Förderung der Grundlagenforschung. Der SNF unterstützt die freie Grundlagenforschung namentlich durch die Projekt- und Personenförderung sowie die orientierte Forschung durch die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) und die Nationalen Forschungsprogramme (NFP).</p><p>Da der parlamentarische Vorstoss in Form einer Interpellation erfolgte, beantwortet der Bundesrat die Fragen im Folgenden direkt:</p><p>1./2. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die freie Forschungsförderung, die Personenförderung sowie die orientierte Forschungsförderung aufgeteilt nach Wissenschaftsgebieten (Quelle: SNF). Die Angaben zur freien Forschungsförderung beinhalten betreffend das Jahr 2007 nur den ersten Gesuchseingang.</p><p>a. Freie Grundlagenforschung</p><p>- Projektförderungen:</p><p>Anzahl Zusprachen für Sozial- und Geisteswissenschaften (Januar 2004 bis Juni 2007): 850 (davon 425 in Geisteswissenschaften); für Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften: 1766; für Biologie und Medizin: 1311; Total: 3927;</p><p>Beiträge, gerundet (Januar 2004 bis Juni 2007): 187 Millionen Franken (18 Prozent); 393 Millionen Franken (39 Prozent); 438 Millionen Franken (43 Prozent); 1 Milliarde Franken (100 Prozent);</p><p>- Personenförderungen:</p><p>Anzahl Zusprachen (Januar 2004 bis Dezember 2006): 679; 432; 577; 1688;</p><p>Beiträge, gerundet (Januar 2004 bis Dezember 2006): 83 Millionen Franken (33 Prozent); 71 Millionen Franken (28 Prozent); 96 Millionen Franken (39 Prozent); 250 Millionen Franken (100 Prozent);</p><p>b. Orientierte Forschung (NFP+NFS)</p><p>Beiträge, gerundet (Januar 2004 bis Dezember 2006): 41 Millionen Franken (22 Prozent); 68 Millionen Franken (36 Prozent); 78 Millionen Franken (42 Prozent); 187 Millionen Franken (100 Prozent).</p><p>3. Im Bereich der freien Grundlagenforschung werden bewusst keine detaillierten Förderprioritäten vorgegeben. Die Qualität der eingereichten Projekte ist das Hauptkriterium zur Vergabe der Fördermittel. Nur so kann die Forschung die von ihr verzeichneten Durchbrüche realisieren und dem Forschungsplatz Schweiz top ausgebildete Nachwuchskräfte zur Verfügung stellen. Einzig der Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften wurde in der Wissenschaftsbotschaft 2004-2007 (BFT-Botschaft) als zu stärkendes Gebiet deklariert. Dies geschah namentlich mit dem Ziel, die dort weitgehend gepflegte Individualforschung vermehrt in Forschungsnetzwerken (national und international) zu fördern.</p><p>4. Die freie Grundlagenforschung ist nicht auf die Entwicklung direkt anwendbarer Problemlösungen oder marktfähiger Produkte ausgerichtet. Im Gegensatz dazu gehört der Wissens- und Technologietransfer bei den NFS zu den wichtigsten Zielsetzungen. Die NFS haben ihre diesbezüglichen Anstrengungen in den letzten Jahren sogar intensiviert. In den ersten 5 Betriebsjahren der NFS (2001-2006) entstanden 142 Patente, 22 Lizenzen, 18 Start-ups, 337 Kooperationen mit Firmen und 40 KTI-Projekte. Für den Wissensstandort Schweiz können aber auch die NFS sozialwissenschaftlicher Ausrichtung eine wichtige Rolle spielen. So trägt der NFS FINRISK (Financial Risk Management) nicht nur dazu bei, das konzeptionelle Methodenwissen zu erweitern, sondern auch dazu einen international erstklassigen Nachwuchs im Bereich der Finanzwirtschaft heranzuziehen. Vor diesem Hintergrund ist auch die erfolgreiche Kooperation mit der Privatwirtschaft (Swiss Finance Institute) zu sehen. Im Weiteren unterstützt die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) die Umsetzung von Forschungsergebnissen aus den Hochschulen. Die KTI-Fördertätigkeit ist mit dem SNF abgestimmt: Projektteams oder Resultate aus Förderaktivitäten des SNF können zu KTI-Projektanträgen führen und werden von der KTI mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen und geprüft. Die Effekte der SNF-Förderung auf die Volkswirtschaft können auf diese Weise über die KTI noch verstärkt werden.</p><p>5./6. Wie im Bereich der Fiskalpolitik ist es auch bei der Forschungsförderung nicht möglich, einen direkten Bezug zwischen getroffenen Massnahmen und der Schaffung von Arbeitsplätzen herzustellen. Es ist jedoch unbestritten, dass eine gute Forschungsförderung die wirtschaftliche Standortqualität eines Landes aufwertet. Forschungsstarke Unternehmen, die auf wissenschaftlichen Nachwuchs angewiesen sind, achten bei ihren Standortentscheiden auf die Qualität des lokalen Hochschul- und Forschungsplatzes. Als Beispiel sei auf die vom SNF geförderten Lebenswissenschaften verwiesen. Wie der jüngst veröffentlichte Bericht des Bundesrates zur Biotechnologie der Schweiz aufzeigt, haben sich in der Schweiz dank der herausragenden Forschung eigentliche Clusters von Biotechnologie-Unternehmen gebildet, die 2005 zusammen einen Umsatz von fast 6 Milliarden Franken erzielt haben.</p><p>Die Vorstösse mit Tabellen und Grafiken können heruntergeladen werden unter: Ratsbetrieb / Curia Vista / Vorstösse mit Tabellen und Grafiken, die in der Geschäftsdatenbank nicht abgebildet werden können.</p>  Antwort des Bundesrates.