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Die Burg des Mittelalters diente in allen Fällen ab Schutz- oder Wehrbau. Gleichzeitig bildete sie den Mittelpunkt eines Herrschafts- oder Verwaltungsbezirks. Die früheren Adelsburgen standen mehrheitlich auf kleinen und leicht zugänglichen Erhebungen, nicht weit von denDörfern der Untertanen entfernt. Später rückten sie immer weiter von den bäuerlichen Siedlungen weg, an exponierte Standorte, die schwierig zu erstürmen waren. Damit wollte man allerdings auch die Standesunterschiede zwischen Herrn und Untertanen sichtbar hervortreten lassen. Nach der Lage der Burg unterscheidet man: Höhen-, Wasser-, Höhlen- und Stadtburgen.
Bei Adelsburgen des 10. und 11. Jahrhunderts herrschte der Holzbau vor. Spätere Burgen enthielten mehr Bauteile aus Stein. Für den Mauerbau dienten lokale (grobe Gerölle aus Bächen, kleine Findlinge oder weiche bearbeitete Blöcke aus Steinbrüchen). Als Bindemittel verwendete man einen aus Kalk, Sand und Wasser gemachten Mörtel. Das Mauerwerk wurde in einzelnen Räumen auf der Innenseite mit einem Verputz überzogen. Die Innenausbauten sowie die Dachkonstruktionen waren aus Holz gefertigt. Als Bedachungsmaterial verwendete man anfänglich Stroh, Schilf und Brettschindeln. Erst im 14. Jahrhundert kamen Ziegel- und Steindächer auf.
Das beherrschende Bauwerk einer Burganlage stellte vor allem im 12./13. Jahrhundert der Bergfried (Wohn- und Wehrturm) dar. Im 13. Jahrhundert wurden die Wohntürme durch einen geräumigen, wehrhaften Wohntrakt, den Palas, verdrängt. An die Aussenseiten dieser Gebäude gliederte man Verteidigungseinrichtungen, als erstes eine Ringmauer. Seit dem 13. Jahrhundert wurde dieses Bollwerk mit vorstehenden Türmen bewahrt. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Gestaltung des Zuganges geschenkt: Fallgatter, Pechnasen, Zugbrücken, Zwinger und Halsgraben waren Einrichtungen, die eine Erstürmung der Burg zu einem schwierigen Unterfangen machten. Innerhalb der schützenden Ringmauer entstanden später verschiedene Ökonomiegebäude: Ställe, Speicher, Scheunen und Werkstätten. Kapellen wurden häufig im Schutze der Befestigungsantagen errichtet. Dadurch bildete die Burg oft das sakrale Zentrum der Umgebung.