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Das Urkorn
Archäologische Funde bestätigen, dass die ursprüngliche, wilde Form der Gerste bereits vor 800’000 Jahren wuchs, bevor sie dann vor etwa 10’000 Jahren im südlichen Zentralasien und Vorderen Orient erstmals kultiviert wurde. Sie gilt damit als eines der ältesten Getreide und wird deshalb gerne als Urkorn bezeichnet. Eine wichtige Rolle als Nahrungsgetreide spielte die Gerste auch im Griechenland der Antike.
Gerste gehört zur Familie der Süssgräser und ist eine anspruchslose und widerstandsfähige Pflanze mit kurzer Reifezeit, sie gedeiht daher auch in raueren Regionen und grossen Höhen wie Sibirien oder dem Himalaja. Um den verschiedenen klimatischen Bedingungen entsprechen zu können hat sich ein grosser Formenreichtum entwickelt.
Geschält oder nackt
Bevor die Spelzgersten-Körner genussfertig sind, müssen sie zuerst von ihren festgewachsenen Spelzen getrennt werden, was nicht mittels Dreschen, sondern durch aufwändiges mechanisches Schälen erreicht wird. Im Gegensatz dazu besitzt die Nacktgerste keine Spelzen, ist folglich weniger arbeitsaufwändig und das erhaltene Korn besitzt einen besonders hohen Gehalt an wertvollen Nährstoffen. Allerdings sind die Ernteerträge der Nacktgerste geringer.
Das Gute darin
Mit zwei Prozent Fett ist die Gerste relativ fettarm (Hafer: sieben Prozent). Der Eiweissgehalt der Gerste variiert je nach Sorte zwischen 9 und 16 %, bei Nacktgerste erreicht er sogar bis zu 18 %. An wichtigen Mineralstoffen sind vor allem Calcium, Eisen und Phosphor zu nennen, an Vitaminen enthält sie Niacin, B1, B2 und E. Gerste enthält zudem viele Schleimstoffe, die ihre gesundheitliche Wirkung in erster Linie bei Schleimhautreizungen des Magen-Darm-Traktes entfalten. Sie wirkt auch bei entzündeten Schleimhäuten der Bronchien und des Rachens lindernd. Zusätzlich hat sie eine kühlende Wirkung bei Fieber und ist somit hilfreich bei Erkältungen und Grippe. Der Sud von abgekochter Gerste, das sogenannte «Barley Water», gilt in England als Volksheilmittel.
Gerste enthält wenig Gluten und ist deshalb nicht als reines Brotgetreide geeignet. Trotz der geringen Menge an Gluten kann Gerste allergische Reaktionen bei Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit verursachen.
Verwendung
Geniesse die Gerste und nährstoffreich im rohen Zustand, frisch gequetscht oder geschrotet fürs Frischkorn-Müesli, gekocht als Beilage oder in der typischen Bündner Gerstensuppe. Die Nacktgerste kannst du auch zum Keimen von Sprossen verwenden.
Anbau:
|Kontrolliert biologischer Anbau; EU-Landwirtschaft DE-ÖKO-001, nicht erhitzt|
Verwendung:
frisch gequetscht oder geschrotet für Frischkornbrei oder Müesli, zum Keimen
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