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Die
Gebärmutter ist ungemein zahlreichen Erkrankungen unterworfen. Als angebornes Übel kommen
vollständiger Mangel und Verkümmerung, anderseits aber auch eine Verdoppelung der
Gebärmutter vor (uterus bicornis), d. h.
das
Organ besteht aus zwei bald vollständig, bald unvollständig getrennten Hälften, deren eine oder
beide bald normal entwickelt, bald teilweise verkümmert sind. Mangel und Verkümmerung schließen im allgemeinen die Möglichkeit
einer
Schwangerschaft aus, während bei Verdoppelung der
Gebärmutter die
Funktionen derselben ganz die normalen sein können.
1) Die Schleimhautpolypen der Gebärmutter sind birnen- oder keulenförmige, gestielt aufsitzende, manchmal auch flach und
breit aufsitzende örtliche Schleimhautwucherungen, welche mit schlauchförmigen Drüsen oder kleinen schleimhaltigen Cysten
versehen sind und von der Höhle der Gebärmutter oder dem Halskanal ausgehen, durch letztern nicht selten
in die Scheide herabragen und vermöge ihrer Zartheit und ihres Gefäßreichtums gern zu Blutungen führen. Solche Polypen sind
mit keinen erheblichen Beschwerden verknüpft, auch nicht gerade gefährlich zu nennen und lassen sich leicht durch Abbinden
[* 4] oder Abschneiden entfernen. - 2) Die Fasergeschwülste (Myome) der Gebärmutter sind feste, meist kugelförmige,
aus sehnigem Fasergewebe und glatten Muskelfasern, oft auch aus weicherm und dann gefäßreichem Schleimgewebe bestehende Geschwülste,
welche sich ursprünglich stets in der eigentlichen Substanz der Gebärmutter, also zwischen Schleimhaut und Bauchfellüberzug
derselben, entwickeln und langsam zu oft kolossaler Größe heranwachsen können.
Solche Fasergeschwülste können im Verlauf einiger Jahre ein Gewicht von 10-15 kg sowie einen schrecklichen
Umfang erreichen, sie treten bald einzeln, bald zu mehreren auf, kommen namentlich im Alter von 30-40 Jahren und später vor.
Je nach ihrer Lage unterscheidet man Myome, welche inmitten der Gebärmutterwand (intraparietal) liegen, von solchen, die
mehr kugelige Vorwölbungen des Bauchfelles (subseröse Myome) oder Vorstülpungen der Schleimhaut (submuköse Geschwülste)
darstellen. Die letztern werden mitunter durch wehenartige Zusammenziehungen wie durch
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einen Geburtsakt ausgestoßen. Doch dies Ereignis ist immerhin selten, man kann nicht darauf rechnen, und wenn diese Neubildungen
heftige Blutungen und andre Beschwerden verursachen, so müssen sie herausgeschält werden. Die Operation ist nicht ohne Lebensgefahr,
indessen leistet gerade auf diesem Gebiet die neuere Chirurgie an glücklichen Erfolgen oft Staunenswertes, da
es gelingt, nicht nur einzelne Abschnitte, sondern die ganze Gebärmutter mit allen Anhängen zu entfernen und so selbst bösartige
Krebse bei frühzeitiger Operation radikal zu heilen.
Alle diese Momente beschleunigen den Tod der aufs äußerste erschöpften Kranken, welche auf keine Weise
zu retten ist. Die Möglichkeit einer Heilung dieses schrecklichen Übels ist einzig dann vorhanden, wenn die harte, verdächtige
Stelle am Scheidenteil der Gebärmutter sehr früh und so entfernt wird, daß durchaus kein Krebskeim an Ort und Stelle zurückbleibt.
Durch genial ersonnene Operationsmethoden auf diesem Gebiet haben sich in neuester Zeit besonders Schröder,
Freund, Spencer-Wells u. a. verdient gemacht.
die weitaus häufigste Form der Frauenkrankheiten (s. d.),
kommen entweder angeboren vor oder können während der verschiedenen Lebensperioden durch allerhand Schädlichkeiten, die
auf den Genitalapparat einwirken und seine normalen Verrichtungen in der einen oder andern Richtung beeinflussen, erworben
werden. Namentlich zur Zeit der Menstruation, der Schwangerschaft und des Wochenbettes ist die Gebärmutter infolge
vermehrten Blutzudranges gegen Schädlichkeiten jeder Art sehr empfänglich, und jede Frau muß während dieser Zeit für
ein zweckmäßiges und verständiges Verhalten durchaus besorgt sein, da die meisten Gebärmutterkrankheiten im allgemeinen
viel leichter zu verhüten als zu heilen sind.
Die durch Gebärmutterkrankheiten verursachten Krankheitserscheinungen sind sehr mannigfach und zerfallen in örtliche,
den Geschlechtsapparat selbst betreffende, wie Schmerzen der verschiedensten Art, Blutungen, Schleim- und Eiterabgänge, Störungen
der Menstruation, der Schwangerschaft, ferner Unfruchtbarkeitu. dgl., und in allgemeine, die gesamte Konstitution m Mitleidenschaft
ziehende, wie namentlich Ernährungsstörungen, Blutarmut und Bleichsucht, Nervosität, Nervenschmerzen, Hysterie und andere schwere
Nervenleiden, die bei gebärmutterkranken Frauen nicht selten sind und jeden Lebensgenuß außerordentlich
verkümmern. Zur Erkennung und erfolgreichen Behandlung der Gebärmutterkrankheiten ist in der Regel eine genaue und
allseitige Untersuchung des Genitalapparats durch einen sachkundigen Arzt ganz unerläßlich.
Hinsichtlich der Behandlung läßt sich im allgemeinen nur so viel bemerken, daß außer der örtlichen
Einwirkung, die je nach der Art der Gebärmutterkrankheit in Ausspülungen, Blutentziehungen, Sitzbädern, Einspritzungen,
Ätzungen oder operativen Eingriffen besteht, vor allen Dingen für absolute Ruhe und Schonung sowie für eine gehörige Kräftigung
und Abhärtung des gesamten Körpers durch eine leichtverdauliche, kräftigende Diät, Genuß der frischen
Luft und warme Bäder gesorgt werden muß.
Gebärmutterkranke Frauen müssen sich vor vielem Treppen- und Bergesteigen, vor Reiten, Fahren auf holperigen Wegen,
vor
schwerem Heben und allen übermäßigen Muskelanstrengungen in acht nehmen und geschlechtliche Erregungen vollständig meiden;
bei allen akuten Entzündungen ist absolute Bettruhe erforderlich. Weiterhin sollen solche Kranke auf Roßhaarmatratzen,
nicht auf Federbetten liegen, die zu leicht Kongestionen nach den Beckenorganen unterhalten, sich vor jeder Erkältung, namentlich
des Leibes und der Füße, sorgfältig in acht nehmen und zu diesem Zwecke wollene Unterkleider tragen; alles starke Schnüren
durch Korsetts oder straff zusammengebundene Unterrocksbänder muß durchaus vermieden werden. Ebenso
ist gebärmutterkranken Frauen das Wohnen in kalten und feuchten Räumen, in Souterrains und Neubauten gänzlich zu verbieten,
da eine gesunde, sonnige und trockne Wohnung für Heilung derartiger Krankheiten ganz unumgänglich erforderlich ist.
Unter den angeborenen Gebärmutterkrankheiten sind am wichtigsten der vollständige Mangel und die Verkümmerung der Gebärmutter,
die dauernde Unfruchtbarkeit zur Folge haben, und die Verdoppelung der Gebärmutter (Uterus duplex), bei welcher der äußerlich
normale Fruchthalter durch eine Längsscheidewand im Innern in zwei bald vollständig, bald unvollständig getrennte Hälften
geteilt wird, womit nicht selten auch eine Verdoppelung der Scheide verbunden ist. Ist nur die eine Hälfte der
Gebärmutter einseitig entwickelt, so entsteht der sog. einhörnige Uterus (uterus unicornis), während der sog. zweihörnige
(uterus bicornis) dadurch zu stande kommt, daß die beiden für sich entwickelten Gebärmutterhälften in ihrem untern Teile
miteinander verwachsen sind.
Bei den eben genannten Entwicklungsfehlern der Gebärmutter können die Funktionen der letztern in ganz normaler
Weise von statten gehen. Von den erworbenen Gebärmutterkrankheiten kommen am häufigsten vor die verschiedenartigen
Entzündungen, die sog. Lageveränderungen der Gebärmutter, d. h. Abweichungen von der normalen Lage derselben, nämlich der
Vorfall, die Neigungen und Knickungen, die Umstülpung und die Emporzerrung der Gebärmutter, sowie endlich gewisse Geschwülste
und Neubildungen, die mannigfache Beschwerden zur Folge haben können.
Die Entzündungen der Gebärmutter kommen sowohl während der Schwangerschaft und des Wochenbettes, wo sie Kindbettfieber (s. d.)
verursachen, als auch im nichtschwangern Zustande vor und nehmen je nach ihrer Ausbreitung und Intensität einen sehr verschiedenartigen
Verlauf. Eine sehr häufige Form der Entzündung ist der Katarrh der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis),
der mit mehr oder minder erheblicher Schleimabsonderung verbunden ist und entweder akut oder chronisch verläuft.
Der akute Katarrh, der gewöhnlich mit Scheidenkatarrh verbunden ist, entsteht am häufigsten durch plötzliche Unterdrückung
der Menstruation, durch starke Erkältungen kurz vor oder während der Menstruation, durch übermäßigen Geschlechtsgenuß
oder Ansteckung mit Trippergift; eine besondere Disposition zu solchen Katarrhen pflegen schwächliche,
blutarme und bleichsüchtige, nervöse und skrofulöse Frauen zu besitzen. Die hauptsächlichsten Svmptome bestehen in einem
Gefühl von Wärme
[* 8] und Völle im Unterleib, wohl auch schmerzhaften Empfindungen in der Becken- und Lendengegend, Harndrang
und Abgang eines zähen, anfangs durchsichtigen, später trüben und milchweißen Schleims; bei heftigem
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Katarrh kann auch vorübergehendes Fieber vorhanden sein. Bei vollkommener Ruhe und Schonung, lauen Bädern oder lauen Einspritzungen
von Milch oder Leinsamenthee, warmen Umschlagen oder feuchten Einpackungen auf den Unterleib kann der Katarrh nach 8-14 Tagen
in Genesung übergehen, während bei Vernachlässigung sich leicht die chronische Form aus ihm entwickelt, die
unter dem Namen des WeißenFlusses oder der Leukorrhöe (fluor albus) bekannt ist. Hier ist der Schleim- und Eiterabgang gewöhnlich
sehr reichlich und hartnäckig und nicht selten tritt nach längerm Bestehen der KrankheitAbmagerung, Blutarmut, trübe und
melancholische Gemütsstimmung oder Hysterie ein, die solchen Kranken und ihrer Umgebung das Leben sehr
verbittert.
Beim chronischen Gebärmutterkatarrh kann nur von einer konsequenten und verständigen örtlichen Behandlung, die natürlich
ausschließlich Sache des Arztes ist, und oft nur von der allmählichen Kräftigung der gesamten Konstitution der Kranken durch
kräftigende animalische Kost, gute reine Gebirgsluft, Sol- oder Seebäder und den innerlichen Gebrauch des EisensHeilung
erwartet werden. Bei der Gebärmutterentzündung im engern Sinne (Metritis parenchymatosa) ist nicht bloß die Schleimhaut,
sondern das ganze Organ entzündet, geschwollen und ungemein blutreich und schmerzhaft.
Die chronische Gebärmutterentzündung, auch chronische Anschoppung oder Infarkt der Gebärmutter genannt, entsteht meist durch
andauernden Blutandrang nach dem Gebärorgan (infolge unmäßigen Geschlechtsgenusses, falscher Lagerung der Gebärmutter,
Klappenfehler am Herzen, Lungenemphysem u. dgl.) oder nach wiederholten Fehlgeburten sowie durch unzweckmäßiges
Verhalten im Wochenbett und stellt sich als eine oft beträchtliche Vergrößerung und Verhärtung der ganzen Gebärmutter
oder auch wohl nur des Scheidenteils derselben dar.
Ein solcher Gebärmuttervorfall entsteht infolge eintretender Erschlaffung der Gebärmutterbänder und der Mutterscheide entweder
plötzlich, wenn frisch entbundene Frauen zu früh das Bett verlassen und sich wohl gar schwerer Arbeit unterziehen, oder allmählich,
außerhalb des Wochenbettes, infolge anhaltender schwerer körperlicher Arbeit, Heben schwerer Lasten
u. dgl. Der Gebärmuttervorfall ist ein außerordentlich lästiges und unangenehmes Übel, das die Kranken zu jeder angestrengten
Thätigkeit unfähig macht und die mannigfachsten Beschwerden verursacht; infolge der beständigen Reibung,
[* 14] welche der bloßliegende
Schleimhautüberzug des Vorfalls beim Gehen und Sitzen erfährt, sowie der andauernden Verunreinigung mit Harn und Kot bilden
sich Geschwüre oder selbst brandige Abstoßungen an der Gebärmutter und an der Scheide und werden beständig
entzündliche Reizungen hervorgerufen, die sich durch peinigende Schmerzen, Blutflüsse und übelriechende ätzende Schleimabgänge
zu erkennen geben. Die Behandlung besteht darin, daß man die vorgefallene Gebärmutter in ihre normale Lage zurückbringt
und in dieser durch gewisse mechan. Vorrichtungen, die sog.
Mutterkränze oder Pessarien und die Mutterhalter oder Hysterophore, erhält; hochgradige Fälle werden am schnellsten und sichersten
durch operative Eingriffe geheilt.
Bei den Neigungen oder Versionen der Gebärmutter ist die letztere als Ganzes entweder nach vorn (Anteversion) oder nach hinten
(Retroversion) in verschieden hohem Grade umgelegt, ohne daß ihre Form dabei verändert ist, während
bei den Knickungen oder Beugungen (Flexionen) der Gebärmutter diese in der Gegend des Halses eine Knickung derart erleidet,
daß die Achse des Gebärmutterkörpers mit der des Cervikalkanals einen mehr oder minder spitzigen Winkel
[* 15] bildet; dabei
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Die Behandlung besteht auch hier in der Aufrichtung des geneigten oder gebeugten Fruchthalters und in der
Anwendung mechan. Unterstützungsmittel (Pessarien, Hysterophoreu. dgl.), durch welche die aufgerichtete Gebärmutter in ihrer
normalen Lage möglichst unterstützt und erhalten wird. In geeigneten Fällen wird die Gebärmutter durch Operation in ihre
normale Lage gebracht. Die Umstülpung oder Inversion der Gebärmutter kommt gewöhnlich kurz nach der Entbindung
durch gewaltsames Zerren an der Nabelschnur oder ungebührlich starkes Pressen zu stande, indem der Grund der schlaffen Gebärmutter
durch den weiten Muttermund hervortritt und schließlich eine vollständige Umstülpung der Gebärmutter und der Scheide nach
außen erfolgt.
Gewöhnlich zeigen heftige Leibschmerzen, Erbrechen, Blutung, Ohnmacht, Angstgefühl und andere bedrohliche
Symptome den Eintritt dieses gefährlichen Zufalles an. Die Behandlung erfordert die schleunige Reposition der umgestülpten
Gebärmutter, indem der Geburtshelfer die letztere mit der Hand
[* 17] nach oben drängt und in ihre normale Lage zu bringen sucht.
Bei der Emporzerrung oder Elevation der Gebärmutter wird die letztere durch allmählich wachsende Geschwülste
oder durch Verwachsungen mit dem Bauchfell nach oben in die Höhe gezerrt; besondere Beschwerden sind bei dieser Lageveränderung
gewöhnlich nicht vorhanden.
Gebärmutterblutungen oder Metrorrhagien kommen sehr häufig vor und können so hochgradig werden, daß die Gefahr der Verblutung
oder bei häufiger Wiederholung chronische Blutarmut entsteht. Am gefährlichsten sind Gebärmutterblutflüsse
am Ende der Schwangerschaft, während der Entbindung und in der ersten Zeit des Wochenbettes, wo gewöhnlich schleunige Hilfe
notthut; aber auch übermäßige Blutungen zur Zeit der monatlichen Reinigung (Menorrhagie) vermögen den Körper in hohem Grade
zu schwächen. (S. Menstruation.) Außerdem geben noch am häufigsten Blutstockungen und Blutandrang nach
der Gebärmutter, Auflockerung der Schleimhaut durch Katarrhe, Polypen und andere MißbildungenAnlaß zu langwierigen Blutungen;
auch leiden während der Klimakterischen Jahre (s. d.) viele Frauen an zeitweiligen heftigen Gebärmutterblutflüssen.
Die Behandlung verlangt absolut ruhige horizontale Rückenlage, gehörige Regulierung des Stuhlgangs durch milde Abführmittel,
kalte Umschläge auf den Unterleib und die äußern Genitalien, sowie Einspritzungen von kaltem Wasser,
Eiswasser oder adstringierenden Lösungen (Gerbsäure,
Alaun,
[* 18] Eisensesquichlorid) in die Scheide und die Gebärmutterhöhle.
Hilft dies nicht, so muß vom Arzte oft die Tamponade, d. i. die kunstgemäße Ausstopfung der Scheide vermittelst eingeführter
Wattebäuschchen, ausgeführt werden, übrigens muß bei allen stärkern Metrorrhagien an die Möglichkeit
einer Fehlgeburt (s. d.) gedacht werden.
Alle Frauen, die öfter an Gebärmutterblutungen leiden, müssen überdies den Genuß aller aufregenden Getränke (Kaffee,
Thee, stärkere Biere, Wein), alle psychischen Aufregungen sowie anstrengende Körperbewegungen, namentlich Tanzen, soviel als
möglich vermeiden. Bei angeborenem Verschluß des Muttermundes sammelt sich das ergossene Menstrualblut
in der Gebärmutterhöhle an, verwandelt die Gebärmutter in eine große sackartige Geschwulst und verursacht die heftigsten,
den Geburtswehen ähnliche Schmerzen (Gebärmutterkolik).
Bei dieser krankhaften Blutansammlung in der Gebärmutter (haematometra) muß dem angehäuften Blut durch einen eingestochenen
Troikar ein künstlicher Ausweg nach außen verschafft werden. Auf ähnliche Weise können sich unter
gewissen Umständen Schleim, Eiter, Wasser (sog. Sackwassersucht der Gebärmutter, hydrometra) oder Luft und Gase
[* 19] (sog. Windgeschwulst
der Gebärmutter, physometra) in der Gebärmutterhöhle ansammeln und gleichfalls Anlaß zu heftigen Schmerzen geben.
Unter den Geschwülsten und Neubildungen der Gebärmutter kommen am häufigsten die Schleimpolypen, die Fasergeschwülste oder
Fibroide und die krebsartigen Geschwülste vor. Die Schleim- oder Schleimhautpolypen sind erbsen- bis walnußgroße,
gestielt aufsitzende geschwulstsörmige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, die am häufigsten vom Cervikalkanal ausgehen
und wegen ihrer Zartheit und ihres Gefäßreichtums außerordentlich leicht Anlaß zu langwierigen Blutungen geben.
Sie lassen sich durch Abschneiden oder Abbinden leicht entfernen. Die Fasergeschwülste oder Fibroide bestehen aus
einem derben sehnigen Fasergewebe, glatten Muskelfasern und verhältnismäßig spärlichen Blutgefäßen und werden wegen ihres
Reichtums an Muskelfasern auch Myome oder Fibromyome genannt. Sie kommen bald vereinzelt, bald in größerer Anzahl vor und
werden am häufigsten bei Frauen beobachtet, die zwischen dem 30. und 40. Jahre stehen. Die Fibroide, deren Größe
von der einer Erbse bis zum Umfang eines Männerkopfes und darüber schwankt und deren Gewicht 10-15 kg betragen kann, entwickeln
sich ursprünglich in der eigentlichen Substanz der Gebärmutter, drängen aber bei ihrem weitern Wachstum entweder den Bauchfellüberzug
der Gebärmutter vor sich her und ragen dann als mehr oder minder große gestielte Geschwülste in die
Bauchhöhle (subseröse Fibroide), oder sie schieben die Gebärmutterschleimhaut vor sich her und ragen als sog.
fibröse Polypen in die erweiterte Gebärmutterhöhle oder selbst in die Scheide hinein. GrößereMyome verursachen gewöhnlich
beträchtliche Lageveränderungen und Verschiebungen der Gebärmutter, der Harnblase, des Mastdarms und der benachbarten Organe.
Die Beschwerden, die derartige größere Myome veranlassen, bestehen hauptsächlich in außerordentlich
heftigen, bisweilen fast unstillbaren Blutungen, in wehenartigen Schmerzen, Stuhlverstopfung und Harnbeschwerden, bisweilen
auch Schmerzen und abnormen Empfindungen
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