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«Pazifismus ist ein Privileg»
Drei Studentinnen aus der Ukraine erzählen, wie es ihnen in ihrem ersten Jahr an der Uni Zürich ergangen ist.
Vor einem Jahr sind die drei Studentinnen Anastasiia, Lidiia and Kseniia aus der Ukraine in die Schweiz gekommen. Bereits damals haben sie in der ZS von ihren Schicksalen berichtet. Wie geht es ihnen und ihren Familien heute? Lidiia meint, dass es ihrer Familie und Freunde in der Schweiz und der Ukraine gut gehe. Für Kseniia ist es mehr als ein Jahr her, seit sie ihre Familie zuletzt gesehen hat. Doch sie meint: «Ich habe Glück, denn meine Freunde sind hier.» Anastasiia vermisst ihre Freund*innen in der Ukraine sehr. Sie würde sie gerne für eine Woche besuchen, wenn die Situation ihr das erlaubt.
An der Universität Zürich scheint sich Anastasiia grundsätzlich wohlzufühlen: «Die Leute hier sind sehr freundlich und ich habe schon viele Freunde gefunden», erzählt sie. Sie sei auch mit internationalen Studierenden in Kontakt. Ihr Studium möchte sie an der Universität Zürich weiterführe, die sie für eine der besten hält. Bisher war sie als Gaststudentin eingeschrieben und hat zusätzlich Deutsch gelernt.
Für Lidiia war das Deutschlernen anfangs schwierig, da sie zuerst einen Zustand der Depression überwinden musste, bevor sie die Kraft dazu hatte. Weil sie im «Survival Mode» gewesen sei, habe sie ihr Bachelor-Studium kaum geniessen können. Auch Kseniia betont: «Es ist hart, so lange stark zu bleiben, aber es ist die einzige Option, die wir haben.»
Auf die Frage, was ihre Hoffnungen seien, antworten sie gleichzeitig: Der Sieg der Ukraine und Frieden. Um die Ukraine von der Schweiz aus zu unterstützen, beteiligt sich Kseniia an Fundraising-Events und an jeder Demonstration. «Ich denke, es ist unser Recht und unsere Verpflichtung, unsere politische Haltung zu zeigen», meint sie. Lidiia versteht nicht, warum die Schweiz in dieser Lage neutral bleibt: «Pazifismus ist in hohen Massen ein Privileg. Das hast du nur, wenn dein Land nicht an Russland oder an Länder wie China oder Nordkorea grenzt.»