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Gemäss dem Urteil dürfen FIFA und UEFA Wettbewerbe ausserhalb ihres Verantwortungsbereichs nicht grundsätzlich von ihrer Genehmigung abhängig machen und Vereinen und Spielern nicht verbieten, an diesen Wettbewerben teilzunehmen. Das bedeute allerdings nicht zwangsläufig, dass die Super League genehmigt werden müsse.
Die Verantwortlichen der UEFA hatten auf die Absichten der Drahtzieher für eine Super League mit gravierenden Sanktionen gedroht. Abtrünnige Klubs sollten aus den Meisterschaften ihres Landes ausgeschlossen, ihre Spieler für Einsätze mit ihren Nationalteams an internationalen Turnieren gesperrt werden.
Es gebe keinen Rahmen für die Reglemente der Verbände, der gewährleiste, dass die Vorgaben transparent, objektiv, nicht diskriminierend und verhältnismässig seien. Auch die Vorgaben, die FIFA und die UEFA die ausschliessliche Kontrolle über die kommerzielle Rechteverwertung der Wettbewerbe einräumen, würden den Wettbewerb in der EU einschränken, hiess es im Urteil weiter. Die FIFA und UEFA würden ihre dominante Marktposition missbrauchen.
Die Initiatoren der Super League feierten das Urteil umgehend als grossen Sieg. «Das UEFA-Monopol ist vorbei», war aus ihren Reihen zu vernehmen.
Die UEFA ihrerseits hat «das Urteil zur Kenntnis genommen». Sie verweist in einem Communiqué darauf, dass der richterliche Beschluss «keine Billigung oder Bestätigung der sogenannten Super League» bedeutet. Beim Kontinentalverband sind sie von der Richtigkeit ihrer Regeln überzeugt - insbesondere davon, dass sie mit allen relevanten europäischen Gesetzen und Vorschriften übereinstimmen.
Die UEFA bleibt entschlossen, die europäische «Fussball-Pyramide» aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass sie weiterhin den allgemeinen Interessen der Gesellschaft dient. Weiter lässt sie wissen, dass sie beabsichtigt, das gegenwärtige Modell betreffend Wettbewerbe weiterhin gemeinsam mit den nationalen Verbänden, den Ligen, aber auch mit den EU-Institutionen und den Regierungen in Europa zu gestalten.
Die Idee einer europäischen Super League war schon seit vielen Jahren durch die Fussball-Stadien gegeistert. Konkrete Konturen nahm diese Idee vor zweieinhalb Jahren an. Die Strippenzieher mit Florentino Perez, dem Präsidenten von Real Madrid, an der Spitze machten ihre Absichten damals öffentlich. Zwölf Vereine - Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham Hotspur aus der englischen Premier League, neben Real Madrid der FC Barcelona und Atlético Madrid aus der spanischen La Liga sowie Juventus, Inter Mailand und Milan aus der italienischen Serie A -, hatten sich ursprünglich für die Umsetzung ausgesprochen.
Die Front bröckelte aber rasch. Vom Dutzend blieb lediglich ein Duo übrig, nämlich Real Madrid und Barcelona. Wie stark das Interesse nach dem Urteil in Luxemburg wieder zunehmen wird, wird sich weisen. Und welche Auswirkungen der Richterspruch auf den Klubfussball beziehungsweise die internationalen Wettbewerbe in Europa haben wird, ebenso.