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Das Schutzgebiet Anjozorobe Angavo wurde errichtet, um die einzigartige Flora und Fauna des letzten Primärwaldes im madagassischen Hochland zu schützen. Zu diesem Schutz gehört auch, dass die lokale Bevölkerung ökonomische Alternativen zum Raubbau an den Ressourcen des Waldes erhält. Deshalb möchte das CEAS die nachhaltige Produktion von Ingweröl unterstützen. Lokale Kleinproduzent:innen und ihre Familien können so von einer Arbeit leben, die im Einklang mit ihrem Lebensraum steht.
In Madagaskar bedroht der Raubbau an den natürlichen Ressourcen heute den Reichtum der biologischen Vielfalt. Dieser Verlust wäre eine Katastrophe für das Land: Mit 14'000 Pflanzenarten, von denen mehr als 90% endemisch sind, ist Madagaskar eines von 17 Länder, die über eine "biologische Megadiversität" verfügen. Innerhalb von 60 Jahren sind beispielsweise durch die Zunahme der Bevölkerung und das Wachstum der Städte bereits 44% der natürlichen Wälder verschwunden. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, werden regelmässig neue Gebiete unter staatlichen Schutz gestellt. Ein wirksamer Schutz der Wälder erfordert jedoch, dass der dort wohnhaften Bevölkerung wirtschaftliche Alternativen zur illegalen Ausbeutung der natürlichen Ressourcen geboten werden.
Diese doppelte Herausforderung veranlasste das CEAS, mit der madagassischen Nichtregierungsorganisation Fanamby im Gebiet Ajozorobe-Angavo zusammenzuarbeiten. Diese auf die Verwaltung von Schutzgebieten spezialisierte NGO wollte Ingwerproduzent:innen unterstützen und die Produktion von ätherischem Öl aus dieser Wurzel ankurbeln. Obwohl die Destillation von ätherischen Ölen ein grosses wirtschaftliches Potenzial hat, erfordert diese Tätigkeit viel Energie und damit Brennholz. Bei diesem Widerspruch möchte das CEAS ansetzen.
In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurswissenschaften in Yverdon-les-Bains und dem Waadtländer Start-up-Unternehmen Firefox Technology haben wir an der Adaptation eines kostengünstigen Heizkessels gearbeitet, der bis zu 75% Holz einspart", erklärt Niels Bourquin, Projektverantwortlicher in Neuenburg. Die alte Ingwerverarbeitungsanlage wird nun saniert, um diese neue, vor Ort hergestellte Technologie integrieren zu können. Die Zahl der Produzent:innen, die ihre Familien durch die Gewinnung von Ingweröl ernähren, soll von 60 auf 300 steigen.
Gleichzeitig hat die Organisation Fanamby bereits mit der Wiederaufforstung von Grundstücken begonnen, um den geschädigten Wald zu regenerieren, aber auch um eine nachhaltige Forstwirtschaft zu betreiben. So wird für den Betrieb des sanierten Heizkessels Holz aus einer eigens angelegten Baumschule verwendet, was eine nachhaltige Versorgung mit Holzenergie ermöglicht. Die Herstellung von Briketts aus Ingwerabfällen wird die Brennstoffproduktion ergänzen. Dieser positive Kreislauf soll einen besseren Schutz der biologischen Vielfalt auf der «Grande-Île» sicher stellen. Ist das Modell erfolgreich, soll es in anderen Schutzgebieten umgesetzt wenden, in denen Fanamby aktiv ist.
Spendenaufruf
Das Projekt sieht die Pflanzung von 100’000 Bäumen für die Wiederaufforstung vor. Die Kosten für 1’000 Pflanzen belaufen sich auf CHF 79. Unterstützen Sie uns, damit wir dieses Projekt erfolgreich umsetzen können!