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Interreligiöser Rundgang 3. März 2020
Erlebnisbericht vom 2. Rundgang am 2. April 2020
Moscheen, Kirchen und Synagogen: Räume des Glaubens in der Stadt Zürich
Rund 70 Personen nahmen am ersten von insgesamt zwei interreligiösen Rundgängen teil, auf denen im Frühling 2020 jeweils eine Moschee, eine Kirche und eine Synagoge besucht wurden. Der erste Rundgang begann in der Blauen Moschee, wo der Imam und der Präsident des Moscheevereins die Gäste willkommen hiessen. Der Imam erzählte von seinem Werdegang und der Präsident von der Entstehung des Gebäudes, das 1904 ursprünglich als Handwerkerhaus gebaut worden war. Der Verein kaufte es 1994 mit privaten Mitteln und gestaltete es zu einer Moschee um. Der Präsident erklärte auch, was zur Grundausstattung einer Moschee gehört und dass die auf Arabisch «Jami» genannte Moschee einen Versammlungsraum bezeichnet.
Ein kurzer Spaziergang führte zur serbisch-orthodoxen Kirche Heilige Dreifaltigkeit. Dort wurden die Gäste von Erzpriester Branimir Petkovic und auch von Andrej Ćilerdžić, Bischof der serbisch-orthodoxen Diözese Österreich-Schweiz-Italien, der gerade in Zürich weilte, empfangen. Dieser übernahm das Wort, erzählte von der Geschichte der Orthodoxie und beglückwünschte das Forum für sein Engagement und die Teilnehmenden für ihr Interesse am interreligiösen Dialog. Er betonte die Bedeutung des mittleren Tors in der Ikonostase, der Bilderwand, die Gemeinderaum und Altarraum trennt. Geschlossen symbolisiert dieses Tor den Stein vor dem Grab Jesu. Wird es geöffnet, wiederholt sich symbolisch die Auferstehung. Dann verfolgten die Gäste für eine kurze Zeit die Zelebrierung der Messe, die von Niederwerfungen begleiteten Gebete und das Schwingen des Weihrauchgefässes.
Anschliessend führte ein weiterer Spaziergang zur Jüdischen Liberalen Gemeinde Or Chadasch. Rabbiner Ruven Bar Ephraïm berichtete dort über die verschiedenen Strömungen im Judentum und erklärte unter anderem den Begriff der Synagoge als Haus, wo sich die Gemeinde versammelt. Zum krönenden Abschluss öffnete er den Toraschrein, rollte eine Torarolle aus und las einen Abschnitt daraus vor, so dass die Gäste den Klang der melodiösen Rezitation erleben konnten. Ein Apéro gab Gelegenheit zu weiterführenden Gesprächen und rundete den facettenreichen und stimmigen Abend ab, für den sich viele Gäste bei den Vertreterinnen des Forums und den Referierenden persönlich bedankten.