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Die Nachlassverwalter der Pleitebank haben eine Klage gegen die CS eingereicht: Mit einer überrissenen Milliarden-Forderung versuchten die Schweizer, andere Lehman-Gläubiger zu übervorteilen.
Die Lehman Brothers Inc. hat vor einem Credit Suisse eingereicht. Die Amerikaner werfen den Schweizern vor, überrissene Schadenersatzforderungen gestellt zu haben.
Lehman Brothers Inc. ist die Abwicklungsgesellschaft der im Herbst 2008 untergegangenen US-Investmentbank. Bei der laufenden Liquidierung legte die Credit Suisse Forderungen über 1,2 Milliarden Dollar auf den Tisch, stammend aus tausenden Derivate-Kontrakten, die nach dem Konkurs von Lehman Brothers 2008 nicht erfüllt worden waren.
Ein paar Millionen statt einer Milliarde
Die Nachlassverwalter bezeichnen die Forderungen aus der Schweiz nun als künstlich aufgeblasen («artificially inflated») und verweisen darauf, dass diese Aufblähung zulasten anderer Gläubiger gehen würde.
In Tat und Wahrheit, so die amerikanische Seite, liege der Wert der CS-Forderungen bei 74,6 Millionen Dollar. Zugleich schulde die Credit Suisse ihrerseits Lehman Brothers rund 150 Millionen Dollar aus einigen internationalen Transaktionen. In der Schweiz ist der Bezug der beiden Banken bekannt durch den eifrigen Verkauf von Lehman-Notes («100 Prozent kapitalgeschützt») durch die CS an tausende Kleinanleger bis tief ins Jahr 2008 hinein.
Gegenpositionen nicht gegengerechnet
Bei den Forderungen, über die nun in New York gestritten wird, habe Credit Suisse völlig einseitige Kalkulationen vorgelegt: So stellen die Lehman-Brothers-Vertreter – laut der Agentur «Reuters» – in ihrer Schrift die Methode der Schweizer dar.
Die CS habe Gegenpositionen nicht gegengerechnet, habe einseitig günstige Bewertungstermine gewählt und ihre Positionen inkonsequent und einfach zu eigenen Gunsten bewertet, «alles ohne adäquate – oder gar keine — Rechtfertigung.»