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Mit einer Rebfläche von 300 Hektaren zählt Savièse heute zu den grössten Weinbaugemeinden des Kantons. Ende des 19. Jahrhunderts war die Sachlage ganz anders. Der Rebbau beschränkte sich auf die Hänge von Sitten, in der Region von Diolly. Man findet auch einige Parzellen auf den steilen Südhängen des Hügels von Schloss de la Soie, zwischen Vuisse und Chandolin, sowie auf dem rechten Ufer der Sionne.
Riddes-Saxon-Charrat - auf dem linken Rhone-Ufer pflanzt man, je nach Marktbedarf und Subventionen, mal Reben, mal Aprikosen. Vor 1850 ist die Landwirtschaft auf die Hänge und Schuttkegel beschränkt. Dank der Ankunft der Eisenbahn und der Eindämmung der Rhone können die Rebflächen vergrössert werden.
Es gibt viele Legenden über die Herkunft der Walliser Weine. Diese besagen oft, dass die uralten Sorten durch römische Garnisonen eingeführt worden seien. Man muss jedoch wissen, dass die römischen Autoren nicht den gleichen Begriff von Rebsorten hatten wie wir derzeitig. Unter einer gleichen Bezeichnung betrachteten sie ganze Pflanzengruppen, die heute verschiedenen Rebsorten entsprechen.
Während der Zeit der Hexenverfolgung wird das erlittene Unheil verschiedentlich mit Wein in Verbindung gebracht. So wird zum Beispiel 1492 Jeannette Boson aus Lens von den Dorfbewohnern der Hexerei beschuldigt. Weil ein gewisser Pierre ihr den Verkauf eines Landstückes verweigerte, hat sie ihm angeblich Wein ausgeschenkt, worauf er sehr krank geworden sei. In Vex schenkt eine Zauberin einer Wöchnerin Wein ein, der mit Krötengift vermengt ist. Die arme Wöchnerin stirbt daran.
Ab der Renaissance wird das Rhonetal in den Chroniken und Reiseberichten von zahlreichen Autoren beschrieben. Sie erwähnen das ausserordentliche Klima, die fruchtbaren Böden, die Vielfalt der Kulturen und die Qualität der Weine und sind beeindruckt vom Kontrast zwischen der furchterregenden wilden Bergwelt und der sonnigen malerischen Kulturlandschaft in der Talebene.
Anfangs des 20. Jahrhunderts tritt das Chablais in die Industrieära ein, lange vor dem Mittelwallis. Chemie- und Metallindustrien lassen sich in Monthey nieder und stärken somit einen bereits seit Jahren ansässigen Sektor (Glashütten). Während die 3'000 Einwohner der Stadt noch vor allem vom Einkommen aus der Landwirtschaft leben, setzen sich die Gemeindebehörden ab 1893 für diese Entwicklung ein.