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Gemeinden und Städte in der Schweiz erstellen in regelmässigen Abständen Langzeitstrategien und Legislaturplanungen. Diese strategischen Überlegungen entsprechen einer politischen Agenda und enthalten die strategischen Ziele und prioritären Schwerpunkte der Legislaturperiode. Diese Vision wie sich die Gemeinde in Zukunft entwickeln soll wird oft ohne die Beteiligung einer breiteren Bevölkerung entworfen. Unser Ziel ist es dies zu ändern und partizipative Prozesse in die Strategieerstellung konsequent zu integrieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein gesamter Prozess entworfen und das Kernelement der Partizipation im beispielhaften Anwendungsfall einer Strategieentwicklung für die Stadt Zürich getestet. In einem Workshop wurden die Themen und Dimensionen entwickelt, diese in ein Poster überführt und anschliessend zwei Versionen der Darstellung getestet. Die gesammelten Erkenntnisse sind in die Methode «The Co-Vision» eingeflossen.
Ich würde auch noch anfügen, dass die Methode hilft, Ergebnisse der Partizipation einfach auszuwerten, und dass die Gemeinde die Ergebnisse in den Strategieprozess so einfliessen lassen können
Wie kann der Strategieprozess von Gemeinden und Städten partizipativer gestaltet werden?
In diesem beispielhaften Anwendungsfall nimmt ein Team aus Arbeitskolleg*innen von EBP an einem fiktiven partizipativen Prozess zur Entwicklung einer Strategie für die Stadt Zürich teil. Ziel ist es die Methode «The Co-Vision» anhand dieses Beispiels zu erproben und im Anschluss für Kund*innen einsetzen zu können.
Die Kreation der partizipativen Methode zur Erstellung von Strategien von Gemeinden und Städten verlief in mehreren Schritten ab. Zuerst wurde recherchiert und Interviews mit Experten durchgeführt, darauf basierend ein Prozessdesign erstellt und das Kernelement der Methode «The Co-Vision» beispielhaft erprobt.
Experteninterviews und Recherche
In diesem Schritt wurden einerseits Recherchen zu partizipativen Methoden, Visualisierungsmöglichkeiten und Inhalten von Gemeindestrategien durchgeführt. Weiter wurden verschiedene Interviews mit Fachexperten und Gemeindevertretern aus den Bereichen «Gemeindestrategie», «Partizipation» und «Raum- und Standortentwicklung» geführt. Diese Interviews zeigten, dass ein grosses Bedürfnis nach partizipativen Methoden bestehen, sie gaben aber auch wichtige Aufschlüsse zu Hemmnissen und Herausforderung. Dabei kamen Fragen auf wie «Wie kann richtiges Erwartungsmanagement betrieben werden, so dass der Prozess und der Grad an Einflussnahme transparent sind?», «Wie können die Ergebnisse einfach ausgewertet werden, ohne einen riesigen Aufwand bei der Gemeinde zu erzeugen?» oder «Wie kann erreicht werden, dass unterschiedliche Bevölkerungsgruppen abgeholt werden?». Diese Fragen waren sehr hilfreich, für die weitere Bearbeitung des Themas.
Prozessdesign
Auf der Grundlage der Erkenntnisse wurde ein gesamthaftes Prozessdesign erstellt. Dieses umfasst mehrere Elemente und Interaktionen zwischen den Gemeinden/Städten und den Einwohner*innen. Kernelement dieses Prozesses ist die Durchführung einer partizipativen Aktion im öffentlichen Raum. Diese Methode soll strukturiert und selbsterklärend sein, so dass die Teilnahme möglichst niederschwellig funktioniert und die Ergebnisse einfach ausgewertet werden können. Ziel ist es, dass sich die Einwohner*innen zu bestimmten Themen äussern und verschiedene Optionen abwägen können. So erhalten die Vertreter der Gemeinde oder Stadt ein Meinungsbild und wichtige Anregungen (keine repräsentativen Angaben), wie die Bevölkerung sich eine Entwicklung der Gemeinde vorstellt resp. wünscht.
Die inhaltliche Ausarbeitung der partizipativen Aktion ist vorgelagerter Teil des Prozessdesigns und kann entweder durch Vertreter der Gemeinde oder Stadt alleine oder im Zusammenspiel mit Einwohner*innen resp. speziellen Zielgruppenvertreter*innen erarbeitet werden. Dieser Teil der Methode wurde hier aufgrund der Skalierung des CAS Methodenprojektes nicht vertieft behandelt.
Anwendung erproben
Da sich in der Zeit des CAS keine Möglichkeit für die direkte Anwendung im Rahmen eines Kundenprojektes ergeben hat, haben wir Firmenintern die Methode in einem beispielhaften Anwendungsfall getestet. Da sich unsere Firma in Zürich befindet, lag es nahe, eine Strategie für die Stadt Zürich zu entwickeln. Die inhaltlichen Themen und Dimensionen basieren auf bestehenden Gemeindestrategien, deren Erstellung wir in der Vergangenheit begleitet haben. Darauf basierend wurden Visualisierungsmöglichkeiten ausgearbeitet und die zwei vielversprechendsten in einem A/B-Testing mit den Arbeitskolleg*innen getestet und Feedback zur Methode an sich und den beiden Varianten abgeholt. Dieser Test zeige deutlich das Potential der Methode aber auch das Verbesserungspotential auf. Die Methode wurde im Anschluss daran in einer Iteration weiterentwickelt (z.B. in dem die Leserichtung verändert oder die Bereiche für die Stimmabgabe visuell deutlicher gekennzeichnet wurden). Zudem wurde deutlich, dass die sprachliche Ausarbeitung der Dimensionen sehr herausfordern und zentral für den Erfolg und die Aussagekraft der Resultate ist. Es muss darauf geachtet werden keine Fremdworte zu verwenden, so dass die Aussagen klar und verständlich sind. Pro Dimension sollten nicht zu viele Aussagen miteinander verknüpft und klare Gegensätze an den Polen geschaffen werden, so dass eine eindeutige Einordnung der eigenen Meinung möglich ist. Es zeigte sich weiter, dass die Poster eigenständig funktionieren, aber eine Moderation vor Ort helfen kann Hemmungen zur Teilnahme abzubauen und durch die Gespräche vor Ort wichtige Eindrücke und Aussagen gesammelt werden können, die das Meinungsbild abrunden.
Ausblick
Die Beschäftigung mit partizipativen Methoden und die Durchführung des Testes haben Lust gemacht das Thema im Rahmen des Mastermoduls zu vertiefen und die Methoden weiterauszuarbeiten.
Durch die Durchführung des beispielhaften Prozesses konnten wir wichtige Rückmeldungen von Teilnehmenden zur Darstellungsform, den Inhalten und der Handhabung einholen. Zum Beispiel hatte sich gezeigt, dass die Beschriftung der Achsen angepasst werden muss, um die Leserlichkeit zu erhöhen, dass wir die Bereiche pro Dimension besser erkennbar machen müssen oder dass wir die Berechnung der Resultate durch grafische Unterstützung vereinfachen können. So konnten wir die Methode weiterentwickeln und verfeinern.