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Nach heftigem Regen sei in der Nacht ein Schuttberg innerhalb einer Mine der Ortschaft Hpakant im Norden des Landes ins Rutschen geraten und habe die Opfer unter sich begraben, berichtete ein Gemeindevertreter am Dienstag. Nach seinen Angaben könnte sich die Zahl der Opfer weiter erhöhen.
Einem ranghohen Polizeivertreter zufolge wurden bis Dienstagmorgen zwölf Leichen geborgen. Mindestens 15 Menschen wurden demnach verletzt, 30 weitere galten noch als vermisst.
Nach neuen Regenfällen und wegen der Gefahr weiterer Erdrutsche wurden die Bergungsarbeiten den Angaben zufolge vorerst unterbrochen. Die Gemeindevertreterin Nilar Myint berichtete, zum Zeitpunkt des Unglücks hätten rund 50 Menschen in der Mine nach Jade gesucht.
Hpakant liegt im nördlichen Unruhestaat Kachin, dem Hauptabbaugebiet für Jade. Dort waren bei einem ähnlichen Unglück im November mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen. Anfang Mai starben bei einem weiteren Erdrutsch in Kachin 13 Menschen.
Das südostasiatische Land ist der grösste Jade-Produzent weltweit. Vor allem im benachbarten China steht der Schmuckstein hoch im Kurs. Die Bergbaufirmen, die vielfach mit der früheren Militärjunta in Verbindung stehen und an der Regierung vorbei im Verborgenen arbeiten, verdienen mit dem Abbau Milliarden.
Von den Gewinnen werden wiederum tausende Anrainer und Wanderarbeiter angezogen, die den lose aufgeschütteten Aushub der Minen nach übersehenen Edelsteinen durchforsten. Dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Erdrutschen und Unfällen.
Einem Einwohner von Hpakant zufolge könnte die Zahl der Opfer nach dem jüngsten Erdrutsch noch höher ausfallen als von den Behörden angegeben. In der Region suchten derzeit hunderte Menschen in den während der Regenzeit stillliegenden Minen nach Jade, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Allein zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich rund 200 von ihnen in dem Gebiet aufgehalten.
(SDA)