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Die kurze Antwort: Ja, er darf. Denn selbstverständlich wäre jeder Spieler im Kader der Pittsburgh Penguins ein Stanley-Cup-Sieger, sollte es im Final gegen die Nashville Predators mit der Titelverteidigung klappen. Doch es gibt ein grosses «Aber».
Wer dem Kader angehört, dessen Team die Meisterschaft der NHL gewonnen hat, der ist Stanley-Cup-Sieger. Ob er in jedem Spiel eingesetzt wurde oder nur eine Ersatzrolle hatte, ist egal. Eishockey ist schliesslich ein Mannschaftssport.
Es gibt klare Regeln der NHL, wessen Name im Stanley Cup verewigt werden darf. Dazu muss ein Spieler in der betreffenden Regular Season mindestens 41 Spiele für den siegreichen Klub absolviert haben oder zumindest einmal in der Finalserie eingesetzt worden sein. *
Mark Streit erfüllt das erste Kriterium nicht, da er erst während der Saison nach Pittsburgh wechselte und für die Penguins bislang 22 Partien bestritt (19 in der Regular Season, drei in den Playoffs). Der Berner Verteidiger, in der heissen Phase der Saison zumeist als überzähliger Spieler auf der Tribüne, muss also für die Gravur darauf hoffen, nun noch mindestens einmal aufs Matchblatt zu kommen.
Holen die Nashville Predators erstmals in ihrer Geschichte den Stanley Cup, dann werden gleich die Namen dreier Schweizer eingraviert. Denn sowohl Star-Verteidiger Roman Josi wie auch Yannick Weber und der zurzeit verletzte Kevin Fiala erfüllen die Kriterien.
Insgesamt können die Klubs der Liga 52 Namen angeben, welche eingraviert werden. Nebst Spielern sind das auch Staff-Mitglieder und Klubbesitzer. Jene Akteure, welche die Kriterien nicht erfüllt haben, müssen darauf hoffen, dass das Team ihren Namen dennoch eingravieren lässt. Der Entscheid liegt letztlich bei der Liga, welche die Vorschläge des Stanley-Cup-Siegers annimmt oder sie ablehnt.
Im Vorjahr liessen die Pittsburgh Penguins bei ihrem Titelgewinn nebst den Spielern beispielsweise auch die Namen des Konditionstrainers oder von zwei Assistenten des Materialwarts eingravieren.
Für Mark Streit könnte es trotz (noch) nicht erfüllter Kriterien reichen. Von den 52 Namen spricht das Team üblicherweise etwa die Hälfte der Plätze den Spielern zu. Im bisherigen Verlauf der Playoffs setzten die Penguins 25 Akteure ein, von denen 22 ihren Platz auf dem Pokal wohl auf sicher haben. Gut möglich, dass Streit zu denjenigen Spielern gehört, die ebenfalls noch zum Handkuss kommen.
Der erste Schweizer, der den Stanley Cup gewann, war 2001 David Aebischer. Der Goalie der Colorado Avalanche absolvierte 26 Spiele in der Regular Season und gelangte zu einem Einsatz in den Playoffs (32 Sekunden im Viertelfinal gegen die L.A. Kings). Als zweiter Keeper hinter Patrick Roy kam auch Aebischer zur Gravur.
Martin Gerber, Stanley-Cup-Sieger 2006 mit den Carolina Hurricanes, bestritt in der Regular Season 60 Spiele. In den Playoffs wurde er von Cam Ward verdrängt. Gerber kam noch zu sechs Einsätzen – in den ersten drei Playoff-Runden, aber nicht mehr in der Finalserie gegen die Edmonton Oilers.
Einen Ring erhalten die Champions nicht von der Liga, sondern von ihrem Team. Es gibt deshalb keine Regeln; wer einen Ring erhält, ist Sache der Klubbosse. Obwohl eines der Schmuckstücke zumeist zwischen 20'000 und 25'000 Dollar kostet, werden sie oft grosszügig vergeben. Nicht nur Spieler und Trainer können sich darüber freuen, auch Scouts, Masseure und andere Klubangestellte.