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Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel. Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Immer wieder schaffte er Comebacks und Songs wie «I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)» wurden zu Klassikern.
Aber Drogen und Gesundheitsprobleme liessen den Sänger nicht los. In der Nacht zum Freitag, 21. Januar 2022, berichtete das Branchenblatt «Deadline» unter Berufung auf die Familie des 74-Jährigen und dessen Agenten nun von seinem Tod; auch in einem Post auf der verifizierten Facebook-Seite des Musikers wurde darüber informiert.
Mit «Bat out of Hell» hatte Meat Loaf, der zu den ganz Grossen der Rock’n’Roll-Geschichte gehört, 1977 eines der bis heute meistverkauftesten Alben aller Zeiten veröffentlicht und war über Nacht zum Weltstar geworden. Mit «Bat out of Hell II: Back into Hell» (1993) und «Bat out of Hell III: The Monster Is Loose» (2006) schaffte er Comebacks und eine Erfolgstrilogie.
Voluminöse Stimme
Geboren wurde Meat Loaf als Marvin Lee Aday in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Wie er zu seinem Spitznamen kam, der auf Deutsch übersetzt Hackbraten heisst, erzählte er einmal in einem Interview: «Mein Vater nannte mich ‹Meat›, weil ich als Baby so rot war. Auf der High-School wurde ich dann irgendwann von meiner Football-Mannschaft ‹Meat Loaf› genannt.»
Im Alter von 20 Jahren begann die musikalische Karriere des Sängers mit der voluminösen Stimme, der auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Meat Loaf zog nach Los Angeles, sprach für Rollen in Musicals vor und sicherte sich Engagements in «Hair» und «The Rocky Horror Picture Show». Bei den Proben zum Musical «More than You Deserve» traf er 1974 auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, mit dem er kurz darauf «Bat out of Hell» schuf.
Depressionen und Alkoholsucht
Auf der folgenden Welttournee ruinierte sich der Rock-Koloss seine vier Oktaven umfassende Stimme. Meat Loaf stürzte ab: Depressionen und eine Alkoholsucht setzten ihm zu. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und auch die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Die folgenden Platten waren wenig erfolgreich.
Doch Meat Loaf rappelte sich auf. Anfang der 90er-Jahre versöhnte er sich mit Jim Steinman und produzierte mit ihm das zweite «Bat out of Hell»-Album, das heute für eines der grössten Comebacks der Musikgeschichte steht. Die erste Auskopplung «I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)» eroberte die Charts – 16 Jahre nach seinem ersten internationalen Erfolg war Meat Loaf wieder ganz oben.
In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. «Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens. war immer die gleiche», sagte Meat Loaf einmal in einem Interview. «Eines Tages werden wir zurückschauen – und lachen.»