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Ackerschonstreifen – ein BFF-Typ
Der Ackerschonstreifen ist weniger bekannt als etwa der Nützlingsstreifen, die Brachen, der Saum auf Acker oder das Getreide in weiter Reihe. Deshalb wird er im Folgenden genauer beschrieben: Welches sind seine Ziele, welche Auflagen gelten und welches sind gute Voraussetzungen für den Ackerschonstreifen?
Der Ackerschonstreifen ist ein Randstreifen im Acker, auf dem eine Kultur gesät wird und der neben der Kultur im Idealfall seltene, sicher aber unproblematische Beikräuter aufweisen soll.
Das Ziel des Ackerschonstreifens besteht also darin, unproblematische Ackerbeikräuter sowie auch viele Kleintiere, die damit und davon leben, zu fördern. Einige Beispiele wären Mohn, Kornblumen, und auch unscheinbare wie Stiefmütterchen, Ehrenpreis, oder Taubnesseln, aber auch seltenere wie Acker-Hahnenfuss, Acker-Frauenmantel oder Acker-Rittersporn (siehe Bilder). Dies soll mit passenden Kulturen und mit dem Verbot von breitflächiger mechanischer Unkrautbekämpfung erreicht werden. Einzelstockbehandlungen oder mechanische Entfernung von Problempflanzen sind immer erlaubt. Gleichzeitig werden die Stickstoff-Gaben auf Null reduziert, was die Auswaschung stark einschränkt und die Konkurrenz-Verhältnisse zu Gunsten der Ackerbegleitflora verschiebt. Der Ertrag der Kultur ist denn auch zweitrangig und soll mit dem Beitrag für den Ackerschonstreifen ausgeglichen werden.
Auflagen:
- Kulturen, die im Ackerschonstreifen angebaut werden dürfen, sind alle Getreidearten (ausser Mais), Raps, Sonnenblumen, Eiweisserbsen, Ackerbohnen, Soja oder Lein.
- Der Ackerschonstreifen soll auf der ganzen Parzellenrandfläche (nicht im Anhaupt) angebaut werden. Die Breite des Streifens ist nicht vorgegeben. Im Extremfall kann der Streifen auch breit sein.
- Der Streifen liegt zwei Jahre am selben Ort. Eventuell braucht es eine Anpassung der Fruchtfolge oder eine Änderung der Reihenfolge im Anbau der Kulturen. Es sind zwei Jahre nur die oben aufgezählten Kulturen zugelassen.
- Es darf keine Stickstoffdüngung ausgebracht werden.
- Die breitflächige mechanische Unkrautbekämpfung ist verboten
- Es werden keine Insektizide ausgebracht.
Beitrag: Fr. 2300.- pro ha Ackerschonstreifen
Von Bauern lernen, die seltene, ehrwürdige Ackerbeikräuter haben.
Wie bewirtschaften sie ihre Äcker, damit nicht nur die Kulturen, sondern auch die seltenen Ackerbeikräuter gedeihen? Res Moser vom Stammerberg gehört zu ihnen. Er und vorher sein Vater bewirtschaften die Äcker schon lange extensiv. Als Biobauer fehlen ihm die grossen Mengen von Stickstoff, aber auch regelmässig ausgebrachte Herbizide.
Er macht im Projekt «Zielorientierte Biodiversitäts-Förderung (ZiBiF: siehe unten) mit. Somit muss er sich nicht an die Auflagen halten, erreicht aber trotzdem die Ziele im Acker.
Der langjährige, herbizidlose Anbau, so meint er, habe sicher den Haupteinfluss, dass auf seinen Äckern neben der gesunden Kultur auch vielfältige Ackerbegleitpflanzen wachsen.
Dann hat er nicht direkt eine Fruchtfolge, aber auf seinen Äckern wachsen viele Getreidearten: Winterweizen, Roggen, Dinkel, Hafer als Gesundungsfrucht und 1 ha Hartweizen als Spezialität, da öfter das Wasser fehlt und Hartweizen dann gut gedeiht.
Hartweizen und auch Winterweizen baut er bewusst zur Hasenförderung in weiten Reihen an. Die Sorte Wiwa funktioniere recht gut. Auch sonst hat er alle 6 m Fahrgassen, die seinem Striegel geschuldet sind. In allen Getreidearten setzt er den Striegel recht häufig und auch scharf ein: immer wenn es nötig ist und es die Bedingungen zulassen. Im Frühling werden dann, ausser im Roggen und im Sommerhafer Untersaaten mit der Schleppschar flach eingesät. Während sich der Klee langsam entwickelt, sieht Res vom Gras im Untergrund recht wenig. Erst wenn das Getreide geerntet ist, kommt dann langsam der Vorteil der Frühlingssaat gegenüber einer Sommersaat zum Vorschein! Die nachfolgende Kunstwiese (200 und 300-Mischungen oder Carbonfix beim Dinkel) kann sich trotz Wassermangel entwickeln. Von 8 bei 10-mal funktioniere die Untersaatmethode tadellos, sagt Res.
Den Pflug setzt er nur beim Umbruch von Kunstwiesen oder in nassen Herbsten nach Mais ein. Ansonsten arbeitet er so flach als möglich mit einem Grubber und der Kulturegge. Der Rototiller wird höchstens zur Verkleinerung von Grasmotten gebraucht.
Dann gibt er in der Regel im Frühling via Lohnunternehmer eine Gabe 1:1 verdünnte Rindergülle seiner Mutterkühe mit Schleppschlauch. Er schätzt, dass er so etwa auf einen Drittel des Normbedarfs kommt.
Unterschiede in der Ackerführung von Res Moser und den Auflagen des BFF-Typ Ackerschonstreifen gibt es. Diese bestehen vor allem im häufigen Striegeleinsatz und in der - zugegeben kleinen - N-Düngung. Auch arbeitet er bei einigen Kulturen mit Untersaaten. Dies alles ist in den Auflagen verboten. Aber die Auflagen gelten nur zwei Jahre, während Res Moser seine Äcker immer wie oben beschrieben bewirtschaftet!
Was ist ZiBiF?
Die Zielorientierte Biodiversitätsförderung (ZiBiF) ist ein Ressourcenprojekt des Kanton ZH, dem ZBV und von Agridea, das von 2020 bis 2027 dauert. Es ermöglicht 29 Betrieben im Kanton ZH mit klaren Zielen und viel Freiheiten ihre Biodiversitätsförderflächen (BFF) zu bewirtschaften. Das Richtige am richtigen Ort wird mit viel Eigenverantwortung gepflegt! Hilfestellungen können die Betriebe durch Beratungspersonen beanspruchen, sie bauen aber auch ihr Wissen bezüglich Biodiversitätsförderung mit Lebensraumbeschrieben, Merkblättern, Apps, anderen digitalen Hilfsmitteln und Weiterbildungen aus. Weitere Informationen zum Projekt finden sie unter zielorientierte Biodiversitätsförderung.