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Wäre Olympique Marseille im 1/16-Final gescheitert und die Auslosung danach gleich gelaufen, hätte der Gegner des FCB erneut Qarabag FK geheissen, also ein Gruppengegner. So aber bekommt man es mit einem Gegner zu tun, dem man noch nie in einem Ernstkampf begegnet ist. Zweimal standen sich die beiden Clubs in Freundschaftsspielen gegenüber, 1951 und 1998, und beide Male gingen die Franzosen als Sieger aus diesem Duell hervor – mit 2:0 und mit 4:0.
Mit dem neunfachen französischen Meister hat der FCB als gesetztes Team wohl eine der schwierigsten Aufgaben zugelost bekommen, die in diesem UECL-Achtelfinal möglich gewesen sind. Hinter dem enteilten PSG befand sich OM bis vor der vergangenen Runde auf dem zweiten Platz der Ligue 1. Nach einer Heimniederlage gegen die AS Monaco wurden die Südfranzosen am vergangenen Wochenende aber von OGC Nice überholt und finden sich nun auf dem dritten Rang wieder.
In die UEFA Conference League kam OM über den Umweg der UEFA Europa League. Als fünfter der Saison 2020/2021 qualifizierte sich Olympique Marseille direkt für die Gruppenphase der UEL, wo man in der Gruppe E am Ende den dritten Platz belegte – hinter Galatasaray Istanbul und Lazio Rom und vor Lokomotive Moskau. Dann folgte eben die Begegnung mit Qarabag und nun jene mit dem FCB.
Einziger französischer Champions-League-Sieger
Seine erfolgreichsten Zeiten hatte Olympique Marseille vor rund 30 Jahren, als man fünfmal en Suite Meister wurde, wobei der letzte dieser Titel (1993) aufgrund eines Bestechungsskandals aberkannt wurde und ein Jahr darauf die Zwangsrelegation in die zweithöchste Liga zur Folge hatte. 1993 gelang OM mit dem Gewinn der UEFA Champions League aber ein Erfolg, den kein anderes französisches Team bis dato feiern konnte. Den nächsten und bis jetzt auch letzten Meistertitel feierte OM im Jahr 2010. Auch wenn die grossen Erfolge zuletzt ausblieben, gehörte OM auch in den vergangenen Jahren zu den französischen Spitzenteams und verpasste einen weiteren Erfolg im Europacup nur knapp, als man im Jahr 2018 Atlético Madrid im Final der Europa League unterlag.
Der FCB hat also in den Achtelfinals nicht nur einen sehr starken, sondern auch einen äusserst geschichtsträchtigen Gegner zugelost bekommen und wird nun zuerst auswärts im Stade Vélodrome eine schwierige Aufgabe zu bewältigen haben. Immerhin geht Rotblau mit einem Erfolgserlebnis in dieses Duell, nach dem 2:0-Sieg in Lugano am vergangenen Sonntag, während Marseille zuletzt eben einen Rang abgerutscht ist. Zudem geht es ja im Hinspiel noch nicht definitiv ums Weiterkommen. In Guillermo Abascals Plänen für eine gute Ausgangslage ist der Ballbesitz von grosser Wichtigkeit: «Wir wollen gegen ein sehr offensives Marseille bestehen. Dafür wollen wir den Ball in unseren Reihen halten und ihn möglichst nie abgeben. Und falls doch, müssen wir ihn so schnell wie möglich wiedererobern.»
Ein gutes Omen?
Nicht mit dabei sein werden in Marseille Valentin Stocker, der aufgrund seiner frischen Vaterschaft in Basel blieb, sowie Adam Szalai und Strahinja Pavlovic, die beide nicht spielberechtigt sind in der Europa Conference League. Fraglich ist ob es Liam Millar zu einem Einsatz reicht, er war zunächst krankheitshalber nicht mitgereist. Zudem fällt Raoul Petretta auch weiterhin verletzt aus.
Vor sechs Jahren war der FCB übrigens auch an einem Donnerstag nach der Fasnacht in Frankreich zu Gast. Zwar verlor Rotblau damals bei der AS Saint-Étienne mit 2:3, sicherte sich aber dann im Rückspiel auf dramatische Weise das Weiterkommen. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für das Duell mit OM.