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Speed-Queen Goggia: Crash, Spital und Saisonende!
Der Grat zwischen Speed- und Crash-Queen ist bei der Italienerin Sofia Goggia äusserst schmal. Das zeigte sich auch heute Vormittag, als sie im Techniktraining im Hinblick auf den Riesenslalom am kommenden Wochenende in Andorra stürzte und sich schwer verletzte.
Gemäss «Gazzetta dello Sport» wurde Goggia danach mit dem Helikopter nach Mailand transportiert, wo sie durch den aus Como angereisten Arzt Dr. Andrea Panzeri untersucht wurde. Dieser erklärte bei seiner Ankunft in der Klinik: «Ich habe mit Sofia telefoniert, sie hat mir gesagt, dass sie Schmerzen im rechten Bein und im Knöchel hat, aber ich muss die Untersuchungen abwarten. Wir alle haben Angst vor einer Fraktur, aber manchmal sind die Empfindungen der Athleten anders als die Untersuchungen.» Kurz nach 14 Uhr bestätigte sich nach den Untersuchungen der Beinbruch, der operativ behandelt werden musste.
Goggia ist damit das nächste Opfer der Verletzungsserie, die in diesem Winter den Weltcupzirkus trifft. Schon Topstars wie Aleksander Aamodt Kilde, Alexis Pinturault, Corinne Suter oder Petra Vlhova und zahlreiche weitere Athletinnen und Athleten mussten die Saison wegen gravierenden Verletzungen frühzeitig abbrechen.
«Goggia-Style» bezeichnet die 31-jährige Italienerin ihren risikoreichen Stil, der sich immer an der Grenze des Machbaren bewegt und schon mehrmals zu Verletzungen geführt hat. So zum Beispiel Anfang Dezember 2013, als sie eine Woche nach dem Gewinn ihrer ersten Weltcuppunkte in Lake Louise stürzte und sich einen Kreuzbandriss im linken Knie zuzog. Kurz vor Beginn der Saison 2018/19 erlitt Goggia im Training einen Knöchelbruch, kehrte drei Monate später zurück und wurde im Super-G von Garmisch-Partenkirchen Zweite. Die WM 2021 in Cortina verpasste sie, weil sie nach der Absage des Super-G in Garmisch bei schlechter Sicht in einen Schneehaufen fuhr und sich das Schienbeinplateau brach.
«Only the brave», «nur die Tapferen», ruft sie nach gelungenen Fahrten regelmässig. Und tapfer ist die Frau aus Bergamo definitiv. Im Dezember 2022 schlug sie in St. Moritz in der ersten Abfahrt mit der Hand heftig am dritten Tor an, fuhr dennoch fertig und wurde hinter Teamkollegin Elena Curtoni Zweite – mit einer gebrochenen Hand, wie sich später zeigte. Goggia liess sich von einem Betreuer nach Mailand chauffieren, wurde operiert; sie hatte sich drei Frakturen am zweiten und dritten Mittelhandknochen zugezogen – neun Schrauben und zwei Platten waren nötig, um den Schaden zu beheben. Noch am selben Abend reiste sie aus Italien ins Engadin zurück – und raste ein paar Stunden später in der zweiten Abfahrt zum Sieg.
Und nun also die nächste schwere Verletzung, die gleichbedeutend mit dem Saisonende ist. Und das tut weh. Die Italienerin liegt nach fünf von neun Rennen in der Abfahrtswertung mit 89 Punkten Vorsprung auf die Österreicherin Stephanie Venier und 141 Punkte vor Lara Gut-Behrami in Führung. Aus der vierten Abfahrtskugel in Serie und der fünften insgesamt dürfte nun aber nichts werden.