Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03198.jsonl.gz/881

Dieses Jahr wurde die Echte Mehlbeere zum Baum des Jahres gekürt. Die Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) in Deutschland hat diesen Baum zudem auf die Liste der Zukunftsbäume für die Stadt gesetzt.
Die Echte Mehlbeere
Die Echte oder auch Gewöhnliche Mehlbeere (Sorbus aira) gehört zur Familie der Rosengewächse. Der Name «Mehlbeere» stammt vermutlich daher, dass – besonders in den Nachkriegszeiten – die getrockneten Früchte des Baums dem Mehl für das Brot beigemischt wurden oder das Mehl gleich komplett ersetzten.
In unserem Klima kann die Echte Mehlbeere bis zu 15 Meter hoch wachsen. In England, wo milde klimatische Bedingungen herrschen, sind sogar über 20 Meter möglich. Manchmal wächst dieser Kleinbaum auch mehrstämmig, er ähnelt dann mehr einem grossen Strauch. Die Mehlbeere gedeiht im Tiefland bis in die Gebirge und ist in Europa weit verbreitet. Auch in Nordafrika kommt sie vor. In der freien Landschaft findet man sie an Waldrändern, auf Mager- und Trockenrasen sowie in Heidegebieten. Sie bevorzugt offene, sonnige Standorte mit wenig Konkurrenz.
Die Mehlbeere ist ein tiefwurzelnder Baum mit einem kurzen, geraden und schlanken Stamm. Die Baumrinde ist schwarzgrau mit weissen Flecken. Mit zunehmendem Alter wird die anfänglich glatte Rinde immer längsrissiger. Ausserdem ist die Echte Mehlbeere ein sommergrüner Kleinbaum: Ihre dicht belaubte und gleichmässig gewölbte Krone ist eiförmig und nimmt, je älter sie wird, eine kuppelförmige Gestalt an. Die Echte Mehlbeere kann ein Alter von bis zu 200 Jahren erreichen.
Welche Kostbarkeiten sind in der Krone versteckt?
Die Mehlbeere besitzt ein sehr ansprechendes Aussehen. Sie trägt länglich ovale, vorne zugespitzte, zwischen acht und zehn Zentimeter lange Blätter. Im Herbst präsentiert sich der Baum mit prächtigem rötlich-braunem Laub. Ab Mai bis Juni keimen kleine, cremefarbene Blüten an ihren Zweigen. Zwischen August und Oktober reifen daraus apfelförmigen, orange bis leuchtend rote Früchte. Sie werden nur ein bis zwei Zentimeter lang und hängen bis im Winter am Baum. Erst nach dem ersten Forst werden die Früchte von heimischen Vögeln gepickt – sie haben dann mehr Aroma. Durch die Vögel werden auch gleich ihre Samen verbreitet.
So pflegt man die Echte Mehlbeere richtig
Wie bereits erwähnt, sollten gute Standorte für die Mehlbeere trocken und sonnig sein. Optimal bieten sich felsige Hänge und südexponierte Lagen. Der Boden sollte idealerweise kalkhaltig und nährstoffreich sein. Das winterharte Gehölz wird am besten im Frühling oder Herbst gepflanzt – zur Stabilisation ist das Anbringen eines Stützpfahls empfehlenswert. Ansonsten sind keine weiteren Pflegemassnahmen notwendig. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es nicht zu Staunässe kommt. Mit Trockenheit kommt der Baum dagegen gut klar.
Ihre Botschaft
Mit dem Titel «Baum des Jahres 2024» will man die Bekanntheit der Echten Mehlbeere steigern und zugleich auf ihre naturschutzfachliche Bedeutung als Wild-Obst aufmerksam machen. Zudem gibt sie durch ihre Fähigkeit, länger andauernde Trockenperioden zu ertragen, einen hervorragenden Stadtbaum ab. Dadurch ist sie auch von zunehmender Bedeutung für das Stadtgrün.
Natürlich gibt es nicht den einen perfekten Stadtbaum, da nicht alle Bäume an jedem Standort gleich gut wachsen. Dennoch erwies sich die Mehlbeere als für viele Standorte in der Stadt geeignet.
Neben der Funktion als Stadtbaum wird die Mehlbeere auch in Lawinenschutzwäldern in den alpinen Bergregionen gefördert.
Stadtgrün ist wichtig: Pflanzen regulieren die Temperatur und reinigen die Luft. Damit wirken sie positiv auf das Stadtklima. Zudem bieten Grünräume Lebensraum für Flora und Fauna, wodurch die Biodiversität in der Stadt gefördert wird. Die Mehlbeere kann in Park- und Grünanlagen oder auch entlang Strassen gepflanzt werden. Wird sie als Strassenbaum eingesetzt, so sollte im Winter jedoch auf Streusalz verzichtet werden. Eine hohe Salzkonzentration im Boden schädigt die Wurzeln, wodurch die Wasser- und Nährstoffaufnahme reduziert bis ganz verhindert wird. (Am Streusalz leidet nicht nur die Mehlbeere, sondern speziell auch die immergrünen Gehölze.) Wer noch vertiefteres über das Thema Stadtgrün lesen möchte, kann gerne bei unserer Artikelserie «Grünräume in der Stadt» vorbeischauen!