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Es ist Montag, wir feiern Jubiläen. Heute mit der ersten Generation des Audi TT, die vor 25 Jahren auf den Markt kam.
- Gebaut von 1998 bis 2006
- 178’765 Coupé gebaut, dazu 90’733 Roadster
- Ein zukünftiger Klassiker?
Es lief gut für Audi, damals in den 90er Jahren. Man hatte sich bestens positioniert als Verfolger hinter BMW und Mercedes, die Verkaufszahlen gingen stetig aufwärts. Und es sollte noch besser werden – unter Leitung von Claus Potthoff experimentierte Audi schon Anfang der 90er Jahre mit einem für damalige Zeit sehr fortschrittlichen Design mit vielen Rundungen, als erstes Modell sollte der A6 ab 1997 davon profitieren können. Konservativ konnte innerhalb des VW-Konzern ja Golf und Passat.
Doch es ging noch mehr – und die Frage ist ein wenig: Huhn oder Ei? Im September 1994 legte Freeman Thomas im Audi-Design-Center im kalifornischen Simi Valley einen Entwurf vor, der überragend war. Ob damals schon die Idee bestand, ein kompaktes Sport-Coupé auf Basis des Golf IV auf den Markt zu bringen oder ob erst der Entwurf von Thomas zu diesen Überlegungen führte – so genau wissen das nicht einmal mehr Audi-Mitarbeiter aus jenen Jahren. Sicher ist, dass schon im Herbst 1995 eine erste Coupé-Studie auf der IAA gezeigt wurde, kurz darauf in Tokio auch ein Roadster. Die Bezeichnung TT war auch ganz neu für Audi, symbolisierte den Aufbruch (und stand für die Tourist Trophy auf der Isle of Man, wo die Audi-Vorgänger DKW und NSU einst grosse Motorrad-Erfolge gefeiert hatten).
Noch im Dezember 1995 fiel die Entscheidung, den TT in Serie zu produzieren, im Herbst 1998 stand das Coupé dann auf der IAA, der Roadster folgte ein Jahr später. Und es war wirklich ein aussergewöhnliches Fahrzeug, so etwas wie die Quadratur des Kreises, die Audi versuchte. Der Kreis, diese perfekte graphische Form, ist überall zu finden, nicht nur aussen, auch innen – alles ist rund. Audi beschrieb den TT damals als «eine fahrende Skulptur, höchste Qualität in Flächen und Linien». Jede Linie hat ihren Zweck, man bezeichnete den Audi TT als «Bauhaus-Architektur auf Rädern».
Doch die so brillante Form machte dann auch gleich Probleme: Schon kurz nach Verkaufsstart kam es zu einer Serie von schweren, auch tödlichen Unfällen. Walter Röhrl hatte nach einer erste Testrunde gesagt: «Für den normalen Menschen zu gefährlich. Wenn der bei 200 das Gas wegnimmt, fährt der rückwärts». Das Problem lag darin, dass das Heck bei höheren Geschwindigkeiten starken Auftrieb verursachte, dadurch sehr instabil wurde – und in Verbindung mit dem sportlich ausgelegten Fahrwerk kaum mehr beherrschbar war. Eine kleine Abrisskante am Heck sowie eine etwas weichere Fahrwerksabstimmung sorgten für Besserung, doch das Spoilerchen störte halt die so grossartigen Linien des TT. Es ist trotzdem ein sehr hübsches Fahrzeug, auch heute noch.
Schreiben wir es einmal so: Die Preise für diese frühen TT sind am Boden. Man kriegt die Fahrzeuge dieser ersten Generation für zwei Butterbrote. Bis 2006 wurden 178’765 Coupé gebaut, dazu 90’733 Roadster – und jetzt ist der Zeitpunkt, sich noch eine dieser Design-Legenden anzuschaffen. Exemplare ohne Spoiler gibt es nur wenige – und wenn man sich den Kauf überlegt, dann sollte man darauf achten, ein Fahrzeug von nach der Modellpflege im Jahr 2000 auszusuchen, dann gab es auch ESP.
In der nächsten Ausgabe der AUTOMOBIL REVUE findet sich ein Fahrbericht dieses Audi TT – und ein Vergleich mit einem der letzten Exemplare der aktuellen Generation, dies dann mit dem famosen Fünfzylinder-Motor. In der monatlich erscheinenden Klassik-Beilage der AUTOMOBIL REVUE finden Sie immer schöne Old- und Youngtimer. Abos gibt es: hier. Ansonsten entsteht hier eine Reihe mit den Jubiläen von 2023, da haben wir eine Liste mit diesen schönen Geburtstag-Stories erstellt: hier.