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Titel
Schlösser,
1) Hermann Julius, Historienmaler, geb. zu Elberfeld, besuchte 1852-56 die Akademie in Düsseldorf unter der Leitung von Karl Sohn, verweilte mehrere Jahre in Paris, wo er unter anderm eine Jungfrau von Orléans ganz in moderner Auffassung, trefflich in der Zeichnung, aber von frivoler Romantik malte, und nahm dann seinen Wohnsitz in Rom. Sein Hauptgebiet ist das ideale Historienbild, dessen Stoffe er meistens der griechischen Mythologie entlehnt, aber nicht in symbolischer Darlegung des Mythus, sondern in rein realistischer Auffassung und Vorführung schöner Körpergestalten; so namentlich: die aus dem Meer aufsteigende Aphrodite, Thetis von Peleus überrascht (Kunsthalle in Hamburg), Werbung des Theseus um Ariadne, Pandora vor Prometheus und Epimetheus (1878, Nationalgallerie in Berlin), eine Abstraktion, deren farbige Darstellung den tiefen Gegensatz zwischen dem Ideenkreis der antiken Welt und der modernen Malerei aufs klarste darlegt. 1870 erhielt er die kleine goldne Medaille der Berliner Ausstellung.
2) Karl, Genremaler, geb. zu Darmstadt, war Schüler von Jakob Becker in Frankfurt und von Couture in Paris, brachte 1859 als erstes bedeutendes Bild die mit einer gewissen virtuosen Nonchalance behandelte Totenfeier Masaniellos. Später nahm er seinen Wohnsitz in London und widmete sich fast ganz dem Genre, das er in charaktervoller, oft humoristischer, aber im Kolorit nicht immer glücklicher Weise behandelt, z. B.: die sehr scharf charakterisierte Generalprobe, der Dorfadvokat, das Refektorium, die verbotene Frucht, der Verweis, die politischen Gegner (1871), die erste Flasche Champagner, der obligatorische Unterricht, priesterliche Ermahnung und der ins Städelsche Institut gekommene Rat in der Not. Er ist Ritter des hessischen Verdienstordens.