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Das Lager Jerash, das lokal auch Gaza-Lager genannt wird, liegt 50 km nördlich von Amman. Hier wohnen rund 25’000 palästinensische Flüchtlinge, die wegen des israelisch-arabischen Kriegs von 1967 aus dem Gazastreifen flüchteten. Jerash wurde 1968 als Notlager eingerichtet. Anders als die Mehrheit der palästinensischen Flüchtlinge in Jordanien erhielten diese Flüchtlinge nie die jordanische Staatsbürgerschaft, und ihre Erwerbsmöglichkeiten und Gesundheitsversorgung sind daher sehr eingeschränkt.
Von Abwasser verunreinigter Kinderspielplatz
Jerash war eines der letzten Flüchtlingslager in Jordanien, das keine unterirdische Kanalisation hatte. Brauchwasser und ein Teil des Abwassers flossen in offenen Kanälen durch die Strassen. Krankheiten, die auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen sind, nahmen zu, besonders bei Kindern. Wenn sie auf den Wegen liefen oder spielten, rutschten sie in einer Mischung aus Brauchwasser und Abwasser aus. Die Zahl der von wasserbürtigen Krankheiten betroffenen Kinder war dreimal so hoch wie in anderen Lagern in Jordanien.
Das Lager wurde sporadisch mit Trinkwasser versorgt. Das seit langem marode und zu kleine Wassernetz wurde seit 1968 nie angepasst, und die Abwasserentsorgung bestand hauptsächlich aus Klärgruben und anderen Behältern, in denen das Abwasser aus den Toiletten gesammelt wurde. Die Klärgruben liefen regelmässig über, vor allem bei Regen, was eine zusätzliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt darstellte.
Im Dezember 2012 begann die DEZA mit dem Bau von unterirdischen Abwasserkanälen und einer Wasserversorgung für das Lager Jerash. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Departement für Palästinenserfragen, dem offiziellen jordanischen Gremium für Palästinaflüchtlinge in Jordanien, durchgeführt.
Gleicher Zugang zu Wasser und Abwasserentsorgung
Mit dem Abschluss der ersten Projektphase im Jahr 2017 erhielten 2550 Haushalte im Lager (d. h. rund 25’000 Personen) Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Dank dem Bau der unterirdischen Kanalisation ist die Zahl der Durchfallerkrankungen, vor allem bei Kindern unter drei Jahren, erheblich gesunken. Zudem hatten die Flüchtlinge während der Bauphase befristete Möglichkeit zu arbeiten.
Das Departement für Palästinenserfragen setzte sich in Zusammenarbeit mit der DEZA dafür ein, dass die Lagerbevölkerung ihr Wissen und ihren Umgang mit Wasser und Abwasser verbessern kann. Damit soll die ordnungsgemässe Nutzung der Anlagen sichergestellt werden. Die umliegenden Dörfer und die Landwirte im Lager profitieren indirekt vom Projekt, da ihre Felder nicht mehr von auslaufendem Abwasser kontaminiert werden.
Im Mai 2016 wurde die neue Wasser- und Abwasseranlage den jordanischen Behörden übergeben, die nun für die Bewirtschaftung und den Unterhalt zuständig sind.