Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/2788

Basel, 1779
Roter Sandstein
H. über Boden 90, B. 48, T. 33 cm
Inv. 1949.300.
Obwohl schon im Spätmittelalter Grenzpunkte mit Steinen markiert wurden, waren viele Grenzlinien nur ungenau definiert. Auch alte Grenzprotokolle, Karten und Pläne sind meistens ungenau, womit sich die auffallend vielen Grenzstreitigkeiten erklären lassen. Die definitive Festlegung zahlreicher Gemeindegrenzen fand erst im 18. Jahrhundert statt. Aus diesem Jahrhundert stammen auch die meisten älteren Grenzsteine. Man verspürte offenbar im Zeitalter der Aufklärung ein grosses Bedürfnis nach sauberer Gebietstrennung.
Der vorliegende Grenzstein wurde, wie die gerade noch lesbare Jahrzahl unter der Wappenkartusche angibt, im Jahre 1779 gesetzt. Er markierte die Gemeindegrenze zwischen Kleinbasel und dem Dorfe Kleinhüningen. Der Stein weist beidseits eine vertiefte Wappenkartusche mit dem Baselstab auf, darunter steht die Jahrzahl der Steinsetzung und die Buchstabenfolge KHB resp. BKH für Kleinhüningerbann.
Mit der Eingemeindung Kleinhüningens in Basel 1908 verschwand auch die Gemeindegrenze. Als der Stein an der Kleinhüningerstrasse 137 ausgehoben wurde, fand man im Erdreich drei Rheinwacken als Lohen (geheime Grenzzeichen).