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Das menschliche Becken ist das Zentrum der Bewegung und Hüterin der Blase, der Lust und Fruchtbarkeit sowie des Darmes. Es besteht aus drei Gelenken, den beiden Sakro-Iliakal-Gelenken (SIG) und der Symphyse. Zusammen geben sie Stabilität und Bewegung.
Ist eines oder mehrere dieser Gelenke verschoben (disloziert) oder verkantet (blockiert), beginnt eine oft lange Leidensgeschichte mit Schmerzen im Kreuz, ausstrahlenden Schmerzen in Rücken, Schultern, Nacken und Oberschenkel, Unterschenkel und Füsse. Die Wirbelsäule kann sich verziehen, Ligamente und Faszien können unter Daueranspannung stehen und sowohl die SIG als auch die Symphyse können dislozieren.
Muskuläre und fasziale Schmerzen sind nur eine mögliche Folge einer Beckenringdysfunktion. Ligamentäre Anspannungen können zu ganz speziellen Beschwerden führen, wie Sitzschmerzen oder Schmerzen bei der Sexualität.
Sind Beckenringgelenke disloziert, kann dies zu Bewegungsstörungen führen wie Gangproblemen, Drehschmerzen nachts und der Unmöglichkeit, sich vornüber zu beugen und aufzurichten.
Ist der Beckenring länger nicht im Lot, können die inneren Beckenorgane in ihrer Funktion gestört werden. Das menschliche Becken ist eine neurologische Schaltzentrale. Der Plexus pelvicus vernetzt und versorgt die inneren Beckenorgane und ist mit der nervalen Versorgung der unteren Extremitäten vernetzt.
Bei einer Beckenring-Dysfunktion können so Blasenreizungen entstehen, Dauer-Erregungen, ano-rektale Dysfunktionen mit sekundärer Obstipation (Verstopfung), Beckenboden-Tonus-Erhöhungen und Fruchtbarkeitsabnahme.
Die Symptomatik der Beckenringdysfunktion umfasst vier grosse Bereiche:
- Gelenksdislokationen der Sakro-Iliakal-Gelenke und der Symphyse
- Muskulo-fasziale Beschwerdemuster der Beckenringstabilisatoren
- Ligamentär bedingte Beschwerdebilder der Ligamenta inguinalia, sacro-ischiadica und sacro-tuberalia
- Neurologische Symptome des Plexus pelvinus (hypogastricus inferior), des Plexus präsacralis, Plexus pelvicus und der Sacralnerven