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bewirkte Reibung [* 2] beschränkt die Bewegung. Die Breitseitenlafetten (s. Tafel »Geschütze [* 3] II«) [* 4] sind für alle Kaliber nach demselben System erbaut. Die Mittelpivotlafetten für 15 cm Ringkanonen (s. Tafel »Geschütze II«) [* 4] haben zur Ausstellung mittschiffs von Kanonenbooten oder im Heck und Bug größerer Schiffe [* 5] ihren Drehpunkt (Pivot) in der Mitte des Rahmens, damit die Geschütze nach allen Seiten feuern können. Die Rahmen der Turmgeschütze sind meist in den Turm [* 6] fest eingebaut, drehen sich daher mit diesem.
Die Brookwelllafetten (von Wagenknecht) für 15 cm Kanonen sind Oberdeckslafetten ohne Rahmen, mit drei niedrigen, massiven Rädern. Das Brook- (Hemm-) Tau, um einen Bolzen in der Schiffswand liegend, wickelt sich beim Rücklauf von einer (Brook-) Welle ab und zieht dabei ein Bremsband um so fester an diese an, je heftiger der Rücklauf ist und die Drehung der Welle stattfindet. Neuerdings ist bei der deutschen Marine die Kruppsche Pivotgelenklafette eingeführt worden, deren senkrechte Wände um eine wagerechte Achse drehbar sind. In ihrem obern Drittel sind sie mit einer hydraulischen Bremse verbunden, die ihr Widerlager in einem in die Bettung eingelassenen Ring findet.
Diese Lafette mit geringem Rücklauf bedarf keines besondern Rahmens und wird ähnlich den Mittelpivotlafetten verwendet. Landungslafetten sind leicht zerleg- und zusammensetzbare Räderlafetten für leichte Kanonen, welche bei Landungen verwendet und von Mannschaften gezogen werden. Stellt man Geschütze hinter Panzerwänden und Mauern auf, so verliert man um so mehr an Deckung, je größer die Scharten sind, durch welche die Geschütze feuern. Die Schartenweite aber nimmt zu mit der Differenz zwischen dem größten Elevations- und Inklinationswinkel des Rohrs und beträgt in der Höhe bei schweren Schiffsgeschützen 1,5-2 m. Wenn aber der Drehpunkt des Rohrs beim Richten nicht in der Schildzapfenachse, sondern in der Mündungsfläche des Rohrs liegt, so braucht auch die Scharte nicht größer zu sein als der Mündungsdurchmesser des Rohrs.
Lafetten, welche solche Drehung des Rohrs gestatten, heißen Minimalschartenlafetten. In Deutschland [* 7] ist eine solche nach der Konstruktion von Gruson (s. Tafel »Geschütze I«) für Geschütze in Hartgußpanzerständen eingeführt, bei welcher das Rohr durch eine hydraulische Pumpe [* 8] bewegt wird. Durch die Kruppsche Panzerkanone, welche kugelgelenkartig mit der Mündung in dem Panzer selbst drehbar festgehalten wird, ist sowohl jede offene Scharte als der Rücklauf aufgehoben.
Noch ist diese Konstruktion nicht praktisch angewendet. Eine geniale Erfindung ist die Moncrieffsche Gleichgewichtslafette (s. Tafel »Geschütze II«), [* 4]
bei welcher das Geschützrohr durch den Rückstoß gesenkt und durch die dabei in Gegengewichten aufgespeicherte Kraft [* 9] des Rückstoßes auch wieder in die Feuerstellung gehoben wird. Die Lafette schiebt sich mit den Rollen [* 10] an ihrem hintern Ende auf den schrägen Laufschienen herunter und zieht dabei die Hubscheiben zurück. Das untere Ende der Hubscheiben ist mit Blei [* 11] gefüllt und dient als Gegengewicht. Die gekrümmte Zahnschiene an der Seitenfläche der Hubscheibe greift in eine am Rahmen sitzende Triebwelle, welche eine Bremsscheibe trägt.
Durch das Anpressen eines Bremsbandes an dieselbe kann die Bewegung des ganzen Mechanismus gehemmt werden. Die Zahnschiene ist nach einer cykloidischen Kurve, der Moncrieffschen Kurve, gebogen. Nach Lösung des Bremsbandes wird die Lafette mit Rohr durch die Gegengewichte der Hubscheiben in die Feuerstellung hinaufgehoben. Der Rahmen ist um ein Mittelpivot drehbar. Die Lafette macht die Scharten entbehrlich. Geschütze in Depressionslafetten kommen zur Verteidigung steiler Bergabhänge in Anwendung (Festung [* 12] Ehrenbreitstein bei Koblenz). [* 13]
Die schrotleiterartige Lafette wird hinten durch eine in einem schräg aufrecht stehenden Gerüst angebrachte Windevorrichtung bis zu dem erforderlichen Grade der Inklination des Rohrs gehoben. Die deutschen Feld- und Belagerungslafetten sind für die Neukonstruktion aller Länder mustergültig geworden. Dagegen sind die deutschen Schiffs- und Küstenlafetten aus englischen Konstruktionen hervorgegangen, die auch für andre Länder maßgebend waren.