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Im argentinischen Parlament werden die Sitzungen während der Corona-Pandemie mittels Videoübertragung abgehalten. Nur wenige Abgeordnete befinden sich vor Ort in Buenos Aires. Die anderen werden per Video auf eine grosse Leinwand zugeschaltet.
Am Donnerstag flimmerte ein Szene in den Saal, mit der kaum jemand gerechnet hat: Neben dem Abgeordneten Emilio Ameri setzte sich eine Frau, legt ihren Arm um ihn – worauf der Abgeordnete kurzerhand ihre Brust auspackte und diese küsste.
Die Parlamentssitzung wurde daraufhin abgebrochen. «Während dieser Monate der Telearbeit haben wir schon viele verschiedene Situationen erlebt. Einmal ist ein Abgeordneter eingeschlafen, einmal hat sich ein anderer versteckt. Aber heute haben wir eine Situation erlebt, die über die Anstandsregeln dieses Haus geht», sagt Parlamentspräsident Sergio Massa gegenüber der argentinischen Zeitschrift «Todo Noticias».
Er dachte, er sei zu diesem Zeitpunkt nicht verbunden gewesen, begründete Ameri seine Kussattacke. «Hier, im ganzen Landesinneren, ist die Verbindung sehr schlecht. Meine Frau kam aus der Toilette, ich fragte sie, wie es ihren Prothesen geht. Und dann küsste ich sie, denn vor zehn Tagen wurde sie wegen Brustprothesen operiert», so Ameri.
Im Interview mit Todo Noticas drückte der Abgeordnete erneut sein Bedauern aus. In der Nacht zum Freitag trat der Abgeordnete aus der Provinz Salta im Nordwesten des Landes zurück, wie die Zeitung «La Nación» berichtete.
«Das Signal kam zurück und wurde automatisch wieder verbunden. Ich habe sie auf die Brust geküsst, es ist nichts passiert», erklärt Ameri. «Es hätte nichts passieren dürfen.» Seine Frau fühle sich seither sehr schlecht. (cki)