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Die Geschichte des Voltigierens
Erste Ansätze des Voltigierens werden aufgrund von Felszeichnungen bereits in der Antike vermutet.
Bei den Römern gehörte das Voltigieren hauptsächlich zur militärischen Ausbildung der Soldaten. Dabei ging es im Wesentlichen um das Auf- und Abspringen an einem Holzpferd, damit die Technik auf echte Pferde umgesetzt werden konnte. Diese Gewandtheitsübungen befähigten den Reiter, Gefahren schnell und behände auszuweichen oder Gegnern erheblichen Schaden zuzufügen. Bei den alljährlichen altrömischen Spielen wurden nicht nur Pferde- und Wagenrennen ausgeführt, sondern auch akrobatische Übungen auf dem galoppierenden Pferd gezeigt.
Auch im Mittelalter erlernten die Ritter das Aufspringen auf das Pferd in ihrer Ausbildung. Die Aufsprünge erfolgten dabei in voller Rüstung. Zusätzlich mussten sie kunstvolle Übungen auf dem Pferd ausführen. Die Turniere und Wettkämpfe dienten zur Unterhaltung des Volkes und des Königs. Im Spätmittelalter kam es in Mode sich bei den Turnieren zu verkleiden. Zwar liegt keine eindeutige Quelle vor, die dies bestätigt, aber es könnte möglich sein, dass auch bei den akrobatischen Aufführungen auf dem Pferd Verkleidungen getragen wurden.
Die Renaissance war nicht nur die „Wiedergeburt“ im kulturellen, sondern auch im sportlichen Sinne der Antike. Nun war es nicht mehr ausreichend, wie im Mittelalter nur reiten und kämpfen zu können. Die Höflinge mussten gebildet sein, gute Manieren besitzen und sich vornehm und grazil bewegen können. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich aus dem Auf- und Abspringen der mittelalterlichen Kampfspiele das eigentliche Voltigieren, welches mit dem lateinischen Begriff „volte sive giri“ bezeichnet wurde.
Das Voltigieren wurde ein besonders bei Hofe beliebter Zeitvertreib und gewann an Ansehen und Bedeutung. Wie stark der ästhetische Aspekt betont wurde, zeigt ein Zitat des italienischen Höflings, Diplomaten und Schriftstellers Castiglione:
„Für nicht weniger rühmlich halte ich das Voltigieren zu Pferde, das zwar mühevoll und schwierig ist, aber mehr als alles äußerst behände und geschickt macht; und es bietet, wenn die Leichtigkeit von schöner Anmut begleitet ist, außer dem Nutzen nach meiner Meinung ein schöneres Schauspiel als irgendetwas sonst.“
Später war das Voltigieren nicht mehr nur Bestandteil der militärischen Ausbildung.Ein Höhepunkt des Voltigierens war die einmalige Teilnahme an den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen. Unter dem Namen Kunstreiten traten Kavalleristen aus verschiedenen Ländern gegeneinander an. Es mussten in Einzel- und Mannschaftswettkämpfen Sprünge auf gesattelten und ungesattelten Pferden sowie in allen möglichen Gangarten ausgeführt werden. Jeweils drei Mann waren in einer Gruppe vertreten.
Im Jahr 1972 hatte das Voltigieren seinen zweiten großen Auftritt bei Olympia in München. Mitte der 1970er Jahre wurde das Einzelvoltigieren eingeführt. Viele forderten für diese neue Disziplin ein Reglement, damit auch dafür Wettbewerbe stattfinden konnten. Es dauerte allerdings fünf Jahre bis das Einzelvoltigieren 1980 in die Richtlinien aufgenommen wurde.
Quelle: Wikipedia