Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03549.jsonl.gz/2053

Was soll man noch werden, wenn man schon gross ist?
Sara Stäuble
Schweiz | 2016 | 10 min
Weltpremiere
Sprache : ohne Dialog
Was soll man noch werden, wenn man schon gross ist ? Diese Frage versucht Sara Stäuble in sieben surrealistischen Gemälden mithilfe einer Schnecke, einer Leiter, eines Aquariums, eines Tischs ohne Gäste und einer zu hohen Decke zu beantworten. Sie komponiert absurde und komische Bilder, um zu zeigen, wie es sich anfühlt, erwachsen zu werden, und um den toten Punkten und leeren Passagen, die damit einhergehen, Ausdruck zu verleihen. Indem sie Gegenstände aus ihrem Kontext reisst oder sie von ihrem eigentlichen Zweck befreit, reiht sich Sara Stäuble in eine surrealistische Tradition ein und erinnert ebenso an die Gemälde von René Magritte wie an das Kino von René Clair oder Luis Buñuel. Mit dieser Feldstudie thematisiert der Film die Schwierigkeiten des kreativen Prozesses, seine Blockaden und Niederlagen, die ebenso frustrierend wie wesentlich für seinen Fortschritt sind. Darüber hinaus findet er in ihnen jedoch auch die Mittel, sie zu überwinden: denn wenn die Decke physisch unerreichbar ist, kann man sie immer noch mit der Vorstellungskraft durchbrechen.
Mourad Moussa