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Am 10. Mai 1962 verkehrten die ersten Autos auf dem 7,5 km langen Abschnitt der Autobahn A1 beim Grauholz nördlich von Bern. Nicht zuletzt wegen der Raststätte, 1975 eröffnet, ist das Grauholz wohl schweizweit bekannt.
Heute führt die A1 über 385 Kilometer von St. Margrethen (SG) am Bodensee nach Genf. Damit ist sie die längste Autobahn der Schweiz. Es war Bundesrat Hans-Peter Tschudi, der den ersten Abschnitt dieser Autobahn vor 60 Jahren eröffnete. Die 7,5 Kilometer führten von Wankdorf/Bern bis Schönbühl. Man nannte sie «Grauholz-Autobahn»; sie kostete damals 23 Millionen Franken, was nach heutigem Wert 89,5 Millionen Franken entspricht. 84 Prozent der Kosten deckte der Bund, der Rest der Kanton Bern.
Der Abschnitt wies 15 Kunstbauten auf (4 Brücken, 6 Unterführungen und 5 Flurwegbrücken bzw. Überführungen). Die markanteste Kunstbaute ist das 90 Meter lange Viadukt über das Worblental.
Der Baubeginn erfolgte im November 1958. Die Erdarbeiten dauerten rund drei Jahre.; dazu wurden 4 Hektaren Land benötigt und 500’000 Kubikmeter Erde verschoben.
In den angrenzenden Gemeinden Worblaufen, Zollikofen und Ittigen freute man sich über die Entlastung vom Durchgangsverkehr. Dagegen gab es vor dem Bau zahlreiche Einsprachen von Industrie, Gewerkschaften, Gemeinden und Privaten. Das führte zu langen Verhandlungen und Anpassungen der Linienführung, die schliesslich in groben Zügen dem historischen Verkehrsweg führte.
Das Denkmal: Bis 1850 war der Weg übers Grauholz die einzige Verbindung von der Stadt Bern nach Norden. Das Denkmal bei Grauholz nahe der Autobahn auf der Gemeinde Moosseedorf wurde 1886 errichtet und erinnert an die verlorene Schlacht 1798 der Berner gegen Frankreich. Autofahrer/-innen wurden vor 60 Jahren darauf aufmerksam gemacht, beim Denkmal nicht anzuhalten.
Die Raststätte: 1975 wurde die Autobahnraststätte Grauholz eröffnet.
In den 1970er-Jahre gab es erste Ausbaupläne für die Erweiterung des Abschnitts auf 6 Spuren. Damals zählte man pro Tag rund 16’000 Fahrzeuge.
1991 bis 1996 wurde der Sechspur-Ausbau realisiert. Gleichzeitig wurden zahlreiche Lärmschutzbauten erstellt, die Entwässerung optimiert und eine Wildtierquerung gebaut. Kosten: ca. 35 Millionen Franken (heute: 43 Millionen Franken). Heute fahren rund 100’000 Fahrzeuge täglich bei Grauholz durch.
Das Nadelöhr Grauholz war nach dem 6-Spur-Ausbau fürs Erste entschärft. In den Jahren danach wuchsen die Bevölkerung, die Wirtschaft und damit der Verkehr allerdings weiter. Nicht nur in Bern, sondern in der ganzen Schweiz.
2008 wurde für die Strasse das schweizweite Programm Engpassbeseitigung lanciert. Einer der Schwerpunkte lag im Bereich Bern-Nord. Dabei hatte man nicht nur den Abschnitt bei Grauholz im Fokus, sondern die ganze Strecke entlang Bern zwischen der Verzweigung Weyermannshaus und Schönbühl. 2012 in einer Vertiefungsstudie für einen Ausbau die Variante «Kombination» als Bestvariante herausgeschält. Das bedeutet: Verkehrsmanagementmassnahmen im Abschnitt Weyermannshaus–Wankdorf und eine Fahrstreifenergänzung im Abschnitt Wankdorf–Schönbühl.
Weiterentwicklung der A1 im Grauholz
Der Bundesrat will die Funktionsfähigkeit des Nationalstrassennetzes erhalten und verbessern. Dazu gehört, Autobahnen an neuralgischen Stellen gezielt auszubauen, um Staus zu vermeiden, und die vernetzte Mobilität zu fördern. Die Projekte sind im Strategischen Entwicklungsprogramm (STEP) Nationalstrassen enthalten und betreffen vor allem Erweiterungen in den Agglomerationen. Fünf dieser Projekte sollen im Rahmen des Ausbauschritts 2023 vom Parlament verbindlich beschlossen werden. Dazu gehören auch der Ausbau der Abschnitte der A1 Wankdorf-Schönbühl auf acht Spuren und Schönbühl-Kirchberg auf sechs Spuren.