Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03249.jsonl.gz/2249

Die gesellschaftlich unterstrichene Wichtigkeit von Zielsetzungen führt nicht selten zu Stress. Am Druck, etwas erreichen und sich selbst optimieren zu müssen, scheitern Menschen regelmässig. Der alemannische Schriftsteller Johann Peter Hebel hat in seinen Kalendergeschichten bereits vor über 200 Jahren einen bemerkenswerten Gedanken zum Thema veröffentlicht, wie man etwas erreicht. Den will ich hier in aktualisierter Form wiedergeben:
Die Erde besitzt am Äquator einen Umfang von etwas mehr als 40’000 Kilometern. Könnte man ihm entlanggehen, bräuchte man dafür über 8’000 Stunden. Das erscheint als ein weiter Weg und eine lange Zeit. Würde jemand täglich nur eine Stunde aufwenden, um diesen Weg zu gehen, so hätte diese Person innerhalb von 22 Jahren eine Strecke zurückgelegt, welche die gesamte Erdkugel umrundet.
Das macht uns deutlich, wie weit es ein Mensch in seinem Leben nach und nach bringen kann, wenn er für sein gestecktes Ziel jeden Tag auch nur eine Stunde aufwendet. Wieviel könnte die Person erreichen, wenn sie alle Tage eine gewisse Zeit dazu einsetzt, sich zu verbessern und zu vervollkommnen, und sich für sein eigenes Wohl und das Wohl der Seinigen einzusetzen. Wer allerdings nie anfängt, der wird nie ans Ziel gelangen, und wem kleine Schritte nicht genug erscheinen, der wird nie erfahren, wie man nach und nach Grosses erreicht.
Soweit die Überlegungen von Johann Peter Hebel. Die Frage ist nun: Habe ich überhaupt ein Ziel, dem ich nachgehen will? Und wie bringe ich Beharrlichkeit auf, wenn mich die Wechselfälle des Lebens ablenken und mir Steine in den Weg legen? Irgendwie entspannt mich der Text des alemannischen Dichters und schenkt mir viel Wertschätzung für die kleinen Schritte.