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Das klarste Gewässer, die sauberste Luft, die steilste Strasse: Diese 13 Orte stehen wegen ihrem Superlativ in den Rekordbüchern.
2006 bekam der Bürgermeister von Damüls in Österreich eine Urkunde überreicht: «Damüls – Das schneereichste Dorf der Welt». In sieben Jahren waren hier 65,26 Meter Schnee gefallen – im Mittel also 9,30 Meter pro Jahr. Auf den zweiten Platz kam Schröcken im hinteren Bregenzer Wald mit 63,21 Metern. Die Schweiz schaffte es in dieser Rangliste auf Platz drei – in Braunwald wurden 61,30 Meter gemessen. Der meiste Schnee in einem einzigen Jahr fiel übrigens in Mount Rainier, Washington, USA: 31,1 Meter! Das war zwischen dem 19. Februar 1971 und dem 18. Februar 1972.
Die Yungas-Strasse in Bolivien ist eine 65 Kilometer lange Passstrasse, die über einen 4000 Meter hohen Gebirgszug von La Paz nach Coroico führt. Sie wird auch «Strasse des Todes» genannt. Die Strasse wurde in den 30er Jahren gebaut. Seit 2006 gibt es eine Umfahrung. Auf der Yungas-Strasse herrscht Linksverkehr, damit die Fahrer den Rand der Strasse besser sehen können.
Das ist die Baldwin Street in Dunedin, Neuseeland. Die Strasse ist so steil, dass sie im Guinness-Buch der Rekorde als steilste Strasse der Welt aufgelistet wird. Die Steigung des knapp 350 Meter langen Asphalt-Abschnitts beträgt satte 35 Prozent, der Höhenunterschied pro Horizontalstrecke beträgt 1 Meter Höhe auf 2,86 Meter Strecke. Der steilste Teil der Strasse wurde nicht asphaltiert, sondern ist aus Beton. Grund: Der Asphalt könnte an heissen Tagen davonfliessen.
Auf der Strasse mit dem Superlativ findet einmal im Jahr auch ein Rennen statt. Der Rekord für einmal rauf- und wieder runterrennen liegt bei 1:56 Minute für 750 Meter. Die Rekordzeit wurde seit 1994 nicht mehr geschlagen. Wer in normalem Tempo die Strasse rauf will, muss etwas mehr Zeit einrechnen: Rund 10 Minuten dauert der Marsch für die 350 Meter. Oben wartet immerhin ein Brunnen auf die Superlativ-Strassen-Besieger.
Der Mount Everest ist mit 8848 Meter der höchste Gipfel der Welt. Am 29. Mai 1953 gelang es zum ersten Mal einem Menschen, das Dach der Erde zu erklimmen. Mittlerweile herrscht in der Hauptsaison ein regelrechter Run auf den Berg im Himalaya.
In den neuseeländischen Alpen liegt der Blue Lake, ein ungewöhnlicher See. Er ist einer Studie zufolge der klarste See der Welt – und eine Natursensation. Das Gewässer soll fast so klar sein wie destilliertes Wasser: Die Sichtweite beträgt 70 bis 80 Meter im Wasser. Destilliertes Wasser, das für Laborzwecke verwendet wird, hat eine Sichtweite von rund 80 Meter. Das Geheimnis seiner Klarheit ist sein Zufluss: Das Wasser sickert unterirdisch durch den Schutt eines Erdrutsches in den See. Dadurch werden fast alle Partikel herausgefiltert.
Am Cape Grim, dem nordwestlichsten Zipfel Tasmaniens, unterhält das UN-Programm «Global Atmosphere Watch» eine Messstation, die permanent unter anderem den Gehalt von Methan, Kohlendioxid und Lachgas in der Atmosphäre festhält. Mit dem Ergebnis, dass Tasmanien regelmässig die «sauberste Luft der Welt» attestiert wird.
160 Touristen verirrten sich 2014 nach Nauru. Damit gilt der Inselstaat im Pazifischen Ozean als Ort mit den wenigsten Touristen. Herausgeknobelt hat das Gunnar Garfors. Der Norweger ist ein Reise-Junkie und wollte es genau wissen. Zwar hat die World Tourism Organisation der UNO (UNWTO) 2014 ebenfalls einen Tourismusbericht herausgegeben. Garfors hat sich diese Daten der UNWTO denn auch zunutze gemacht, sie aber mit weiteren Daten ergänzt und abgeglichen. Denn laut Garfors hat die UNWTO in ihrem Bericht nur Länder aufgelistet, die offizielle Zahlen angeben konnten. Die restlichen Länder hat Garfors selber recherchiert, wie er sagt. Er hat mit Touristenagenturen gesprochen, Passagierzahlen von Flughäfen ermittelt und Medienberichte studiert. Er räumt zwar ein, dass solche Zahlen nie exakt stimmen können, das Resultat dürfte aber auch nicht völlig verkehrt sein.
Der sonnigste Ort der Welt ist Yuma im US-Bundesstaat Arizona. Wie Messergebnisse zeigen, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonne an der mexikanischen Grenze scheint, im Jahresdurchschnitt bei mehr als 90 Prozent. Durchschnittlich gibt es von möglichen 4400 Sonnenstunden in Yuma 4200 pro Jahr. Zum Vergleich: In Zürich liegt der Durchschnittswert (1981 bis 2010) bei 1544 Sonnenstunden, im Rekordjahr 2015 waren es immerhin 1957 Sonnenstunden. In Yuma scheint die Sonne aber nicht nur besonders häufig, sondern auch ziemlich stark. Temperaturen über 40 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Doch wegen Colorado River und Martinez-See ist das Klima selbst dann erträglich – und Yuma ein Eldorado für Rentner. Logisch: Hier lässt sich jeden Tag golfen, fischen, jagen oder wandern.
Blick vom Infinity Pool auf die teuerste Stadt der Welt: Singapur steht schon länger an der Spitze des Rankings. Mieten für eine 100 Quadratmeterwohnung in guter Lage können hier leicht 4500 Euro (5000 Franken) übersteigen. Gleich hinter Singapur reiht sich Zürich ein – die teuerste Stadt Europas.
Das Death Valley (Tal des Todes) erhielt seinen Namen, nachdem dort 1849 der Grossteil eines Goldgräbertrupps sein Leben verlor. Als heissester Ort der Welt ging der Wüstenfleck am 10. Juli 1913 in die Bücher ein. Damals wurde bei Greenland Ranch, besser bekannt als Furnace Creek Ranch im US-Bundesstaat Kalifornien, die höchste jemals auf der Erde gemessene Aussentemperatur registriert: 134 Grad Fahrenheit, das sind umgerechnet 56,7 Grad Celsius. Das attestiert die World Meteorological Organization. Bis 2012 galt übrigens das libysche Städtchen El Azizia als heissester Ort der Welt. Doch der Rekord aus dem Jahr 1922 wurde von der World Meteorological Organization wegen eines Messfehlers aberkannt: Die Temperatur wurde damals über Asphalt gemessen, der sich bekanntermassen besonders leicht aufheizt.
Die hohen Temperaturen im Death Valley kommen deshalb zustande, weil sich die Hitze im Tal staut: Der tiefste Punkt des Death Valley befindet sich 85,5 Meter unterhalb des Meeresspiegels. Gestorben wird im «Tal des Todes» übrigens eher selten – und wenn, dann meist durch von Touristen verursachte Autounfälle denn durch Hitzschlag.
7000 Kilometer Luftlinie vom heissesten Ort der Welt entfernt liegt Oimjakon in Russland – der kälteste bewohnte Ort der Welt. Oimjakon liegt etwa 680km ostnordöstlich der Grossstadt Jakutsk, zwischen dem langgestreckten Werchojansker Gebirge und dem Tscherskigebirge. Die das Hochland nach Süden abschliessende Bergkette verhindert den Zufluss wärmerer Luftmassen. Minus 71,2 Grad zeigte hier im Winter 1938 ein Thermometer. Schulkinder bekommen in Oimjakon ab minus 50 Grad schulfrei, höhere Klassen sogar erst ab minus 53 Grad. Die Kälte dort ist nur deshalb zu ertragen, weil sie sehr «trocken» und die Gegend relativ windgeschützt ist.
Die kälteste jemals gemessene Temperatur (an einem unbewohnten Ort) wurde am 21. Juli 1983 von einem sowjetischen Aussenposten tief in der Antarktis registriert. Die Temperatur: –89,2° C.
Falls du gerne im Regen stehst, solltest du nach Hawaii ziehen. Genauer auf den Mount Wai’ale‘ale. Dort regnet es durchschnittlich an 335 Tagen im Jahr. Dabei kommen im langfristigen Mittel jährlich bis zu 12'000 Millimeter – oder 12'000 Liter pro Quadratmeter – Niederschlag zusammen. Zum Vergleich: In der Schweiz fallen im Mittelland durchschnittlich etwas mehr als 1000 Millimeter pro Jahr.
Den Rekord für den höchsten je gemessenen Niederschlag in einem Monat liegt hingegen in Indien: Im Dorf Cherrapunji fielen 1861 22'600 Millimeter Niederschlag, davon allein 9100 während eines Monats. Das Dorf ist mit diesen beiden Rekorden (am meisten Regen in einem Monat und in einem Jahr) im Guinness-Buch der Rekorde. Den Rekord für den meisten Regen innert 24 Stunden hält die Insel La Réunion im indischen Ozean. Laut Angaben der staatlichen Uni Arizona in den USA fielen 1966 an einem Tag 1800 Millimeter Regen – so viel wie auf dem Mount Wai’ale‘ale in zwei Monaten.
Hier strahlt die Königin des glücklichsten Ortes der Welt: Queen Margrethe und Prinz Henrik von Dänemark. Die Dänen sind laut dem World Happiness Report der UN das glücklichste Land der Erde. Der vom Earth Institute der renommierten Columbia-Universität in New York erstellte Bericht verbindet unter anderem Daten von Sozialsystemen und dem Arbeitsmarkt mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung der Menschen. Ausschlaggebend seien dabei vor allem die Lebenserwartung, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und fehlende Korruption. Zudem, so die Autoren der Studie, sei es auch sehr wichtig, verlässliche Menschen um sich herum zu haben und die Freiheit zu haben, Entscheidungen über sein eigenes Leben treffen zu können. Wichtigster Faktor für das Glück eines Menschen jedoch ist die geistige Gesundheit, so die Autoren. Am zweitglücklichsten sind übrigens die Schweizerinnen und Schweizer. Auf dem letzten Platz von 157. untersuchten Ländern liegt Burundi.
(meg)