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Wie Vergebung und Versöhnung gelingen lang, selbst dann wenn der Konfliktpartner bereits verstorben ist, erkläre
ich dir in diesem Blogartiel.
Vor vielen Jahren war ich in einer schwierigen Situation gefangen, die ich weder kontrollieren noch verlassen konnte. Ich verzweifelte damals beinahe daran. Da es keine Zufälle gibt und einem zur rechten Zeit alles zufällt, fand ich bei meiner täglichen Internet-Recherche "zu-fällig" folgende Geschichte:
Es waren einmal zwei Männer, der eine lebte in Amerika, der andere in Israel. Beide waren vor vielen Jahren beste Freunde. Leider ist eines Tages irgendetwas zwischen ihnen passiert und ihre Wege haben sich getrennt. Der eine Mann aus Amerika, nennen wir ihn Max, lebte seither mit unglaublichen Schuldgefühlen. Denn er für den Streit verantwortlich welcher die Freundschaft der beiden Männer beendete. Der andere Mann, nennen wir ihn einfach Kurt, lebte damals in Israel. Getrieben von seinem schlechten Gewissen beschloss Max eines Tages nach Israel zu fliegen, Kurt zu besuchen und ihn um Verzeihung zu bitten.
Das tat er dann auch, doch leider musste unser Mann aus Amerika nach seiner Ankunft von Kurts Familie erfahren, dass dieser leider bereits seit einigen Jahren verstorben sei. Diese Tatsache traf unseren Max wie ein Schlag. Am Boden zerrstört ging er hinaus in die Wüste und setzte sich traurig auf einen grossen Stein. Schluchzend streckte er die Arme gen Himmel und sprach: "Lieber Gott, was soll ich jetzt bloss machen? Mich plagen meine schrecklichen Schuldgefühle. Jetzt wollte ich mich endlich mit Kurt aussöhnen und nun ist er gestorben und ich kann ihm nicht mehr sagen, dass es mir so leid tut was ich ihm angetan habe und ihn um Vergebung bitten."
Verzweifelt flehte er Gott an, dass er ihm doch helfen möge. Nach einem kurzen Moment schien es Max, als ob er eine innere Eingabe empfangen hätte. Es fühlte sich an, als ob eine innere Stimme zu ihm sprach: "Warum schreibst du ihm nicht einfach einen Brief?"
Verdutzt stand Max auf, ging zurück in sein Hotel und begann einen Brief an Kurt zu schreiben. Dabei erwähnte er alles, was er aus seiner Sicht Kurt angetan hatte, bat ihn am Schluss von ganzem Herzen um Vergebung und dankte ihm für all das Schöne was Sie gemeinsam erlebt hatten. Abschlissend wünsche er ihm Gottes Segen und eine gute Reise in der jenseitigen Welt. Nachdem der Brief fertig geschrieben war, ging Max wieder hinaus an dieselbe Stelle in der Wüste. Max stellte sich vor den grossen Stein und las den Brief laut vor, in der Hoffnung der gute Kurt möge ihn im Himmel oben hören.
Während des Vorlesens begannen plötzlich Max’s Tränen zu fliessen und seine jahrelang unterdrückten Gefühle von Reue, Schmerz und Traurigkeit kamen in Bewegung. Plötzlich fühlte es sich an, wie wenn eine riesengrosse Last von Max Herzen fallen würde und es ging ihm wirklich schon viel besser. Als er mit Lesen fertig war, liess er los, zerriss er den Brief und warf ihn in den Wind. Während die kleinen Papierfetzen munter durch die Luft und auf dem Boden herumwirbelten, flog plötzlich ein kleiner Zettel genau vor seine Füsse. Max hob ihn auf und staunte nicht schlecht. Weisst du was auf dem Zettel draufstand?
Vergebung!
In diesem Moment wusste Max tief in seinem Herzen, dass seine Bitte um Vergebung bei Kurt angekommen war. Seine Schuldgefühle hatten ihn verlassen und er konnte frohen Mutes seine Rückreise in die Ferne antreten.
Nachdem ich die Geschichte gelesen hatte, wusste ich was zu tun war. Und so begann auch ich einige Briefe, nein ehrlich gesagt sehr viele Briefe, zu schreiben
und genau wie Max fand ich wieder Frieden in meinem Herzen und eine Tür aus meiner damals festgefahrenen Situation sprang auf und führte mich endlich in die Freiheit.
©sabineamrhein.ch
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