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Äthiopien
In Äthiopien setzen wir uns für die Inklusion von Kindern mit Behinderung in Schulen ein und schützen besonders schutzbedürftige Kinder in ländlichen Regionen. Ausserdem unterstützen wir die Dorfbevölkerung bei der Vorbereitung auf Naturkatastrophen.
© M. Feltner / Handicap International
Laufende aktivitäten
Wir arbeiten in 4 Regionen und 2 Gemeinden, um den Zugang zu Grundbildung für Kinder mit Behinderung zu verbessern. Wir führen verschiedene Aktivitäten, von Aufklärungsarbeit über Behinderungen für Lehrer bis zum Ausbau von barrierefreier Infrastruktur durch, um dieses Ziel zu erreichen.
Wir bewahren besonders schutzbedürftige Kinder mit und ohne Behinderung vor häuslicher Gewalt. Lehrkräfte des staatlichen Bildungssystems und Eltern-Lehrkräfte-Organisationen werden über Kinderschutz und Behinderung aufgeklärt. Kinderschutzkampagnen und Kampagnen zum Wohlbefinden der Kinder werden auch von Studierendenorganisationen und Organisationen von Menschen mit Behinderung durchgeführt.
Zu guter Letzt engagieren wir uns für die Sensibilisierung der ländlichen Bevölkerung zum Schutz vor und zur Vorbereitung auf Naturkatastrophen.
Hintergrund
Äthiopien ist mit mehr als 100 Millionen Einwohnern auf Platz 18 der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Aufgrund massiver und steter Flüchtlingszuströme wächst die Bevölkerungszahl noch weiter und verschlechtert die ohnehin kritische Gesundheitslage im Land zusätzlich.
Das Land nimmt regelmässig Menschen auf, die aufgrund von Dürren, politischen Konflikten und Bürgerkriegen aus den Nachbarländern (Eritrea, Sudan, Südsudan) fliehen mussten. Dürren führten nun auch im Inland dazu, dass Menschen fliehen mussten. Äthiopien führte schon immer eine sehr offene Politik und gewährte humanitären Hilfsorganisationen aus aller Welt Zugang zu den Flüchtlingen und den Vertriebenen im Land. Das Land ist mit mehr als 600'000 Flüchtlingen, laut UNHCR, das Land mit der weltweit grössten Flüchtlingspopulation.
In den letzten Jahren und Monaten steigt die Zahl der Flüchtlinge sowohl aufgrund der Konflikte in Somalia und im Südsudan als auch aufgrund der seit 2011 immer akuteren Nahrungsmittelknappheit weiter an. Laut der Hohen Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen (UNHCR) wird das Land aufgrund seiner geographischen Lage, der klimatischen Verhältnisse und der immer wiederkehrenden Konflikte in der Region weiterhin Asylsuchende aus den Nachbarländern aufnehmen müssen.
Äthiopien kann ein gewisses wirtschaftliches Wachstum verzeichnen, doch die Gesundheitsversorgung im Land ist weiterhin unzureichend und die Versorgung begrenzt – vor allem für Menschen mit Behinderung. Ausserdem ist Äthiopien eines der am schwersten von der HIV/AIDS-Epidemie betroffenen Länder südlich der Sahara.