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Ein Leben mit Schizophrenie
Schizophrenie? Was ist das? Was ist der Unterschied zu einer Psychose? Manchmal wird das Wort «das ist schizophren» im Alltag auf falsche Weise verwendet. Gemeint wäre, wenn etwas widersprüchlich, als «gespalten» erscheint. Schizophrenie hat aber nichts mit einer Persönlichkeitsspaltung zu tun.
Was ist eine Schizophrenie?
Menschen mit einer Schizophrenie sind Menschen, vor denen man nicht Angst haben muss, sondern die unter einer psychischen Erkrankung leiden und die fachliche Hilfe und Unterstützung benötigen.
Je nach Studien können statistisch gesehen 0.6 bis 4 Personen pro 1000 im Laufe ihres Lebens an einer Schizophrenie erkranken. Männer sind leicht häufiger betroffen als Frauen (Verhältnis 1.4 : 1).
Eine schizophrene Erkrankung kann sich in vielfältigen Symptomen zeigen, zum Beispiel als Wahnvorstellung, dass man verfolgt werde, mit optischen oder akustischen Halluzinationen oder durch eine Desorganisation des Denkens, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung im Gehirn. Das könnte sich dann durch Gedankenabreissen, Zerfahrenheit, Danebenreden, Gedankeneingebungen, körperliche Erregung, Erstarrung u.a. zeigen. Da sich die Symptomatik auf ganz unterschiedliche Weise äussern kann und es die eine Schizophrenie nicht gibt, spricht man heute eher vom «schizophrenen Formenkreis» oder von Schizophrenie-Spektrum. Es müssen jeweils mindestens eines oder zwei des Symptomspektrums über einen längeren Zeitraum von mindestens einem Monat vorhanden sein, damit man von einer Schizophrenie sprechen kann.
Was ist eine Psychose?
Der Begriff «Psychose» ist ein Sammelbegriff und bezeichnet ähnliche Zustände von Realitätsverlust wie in der Schizophrenie, welche aber andere Ursachen haben können wie Drogenkonsum, Gehirnverletzungen, Demenzen, Entzugssymptome und anderes. Eine Schizophrenie ist als eine Psychose, aber nicht jede Psychose ist eine Schizophrenie.
Ursachen und Risikofaktoren
Es können verschiedene Faktoren zu einer Schizophrenie führen und meist sind daran verschiedene Faktoren beteiligt: Genetische Dispositionen (Vererbung), Schwangerschafts- und/oder Geburtskomplikationen, belastende Kommunikationsmuster in der Familie, Cannabiskonsum bei Menschen mit Prädisposition, Belastungsfaktoren wie Missbrauch, Gewalterfahrung oder andere traumatische Ereignisse. Eine Kombination dieser Faktoren kann zu Veränderungen im Gehirn führen, die eine organisierte Informationsverarbeitung erschweren (Abbau von Hirnstrukturen, Verbindungen zwischen Nervenzellen, Störungen der Biochemie v.a. Dopamin etc.).
Heilungschancen
Die Heilungschancen und die Prognose einer schizophrenen Erkrankung sind abhängig von Prognosefaktoren wie Dauer der unbehandelten Erkrankung, Dauer der Teilnahme an einer Therapie, einer integrierten Versorgung mit kombinierter pharmakologischer und psychosozialer Behandlung. Es gibt mittlerweile nicht nur Medikamente, sondern auch psychotherapeutische Hilfe. Bewährt haben sich bisher die Kognitive Verhaltenstherapie, Familieninterventionen, die so genannte Metakognitive Therapie sowie Aufklärung über diese Erkrankung (Psychoedukation). Je nach Lebensumständen gibt es leider eine hohe Rückfallwahrscheinlichkeit und auch schwierige Verläufe.
Im Film «A beautiful mind» spielt Russell Crowe die wahre Geschichte von John Nash, einem mathematischen Genie, das auch einen Nobelpreis erhalten hat. John Nash litt unter einer schizophrenen Erkrankung. Der Film bzw. das Leben von John Nash zeigt, dass ein Mensch auch mit dieser Erkrankung ein kreatives, sinnvolles und befriedigendes Leben führen kann.