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MONET – Bildungsstand der Bevölkerung
Bedeutung des Indikators
Für eine Nachhaltige Entwicklung ist die Erhaltung des Humankapitals von zentraler Bedeutung (Prinzip 7a). Einer der Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung besagt, dass die ökonomische Leistungsfähigkeit der Gesellschaft und ihr Produktiv-, Sozial- und Humankapital zumindest erhalten wird (Prinzip 10a). Eine wichtige Voraussetzung dafür ist eine stete Anpassung von Kompetenzen und Wissen in einem Prozess des lebenslangen Lernens (Prinzip 7c). Anderenfalls besteht die Gefahr der Entwertung dieses Humankapitals und der Verminderung der Chancen der Erwerbsbevölkerung auf dem Arbeitsmarkt. Lebenslanges Lernen erfordert eine Ausstattung an Grundkompetenzen, welche die Basis für den künftigen Aus- und Weiterbildungsverlauf bilden. Das Ausbildungsniveau eines Individuums deutet auf dessen Kapazität hin, Kompetenzen und Wissen im späteren Leben zu erwerben, zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung wird deshalb eine Zunahme des Anteils der Bevölkerung mit einem Abschluss der Sekundarstufe II oder Tertiärstufe angestrebt.
Der Indikator zeigt den Anteil der 25-64-jährigen ständigen Wohnbevölkerung mit einem Abschluss der Sekundarstufe II oder Tertiärstufe.
Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 7a Entwicklung des Humankapitals, 7c Förderung der Lernfähigkeit, 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
Kommentar
Der Anteil der Schweizer Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren mit einem Abschluss der Sekundarstufe II oder Tertiärstufe hat seit 2011 zugenommen und erreichte 2018 einen Stand von 88,4%. Immer mehr Personen erwerben einen Tertiärabschluss: 2018 lag dieser Anteil bei 43,7%. Im Gegenzug sind die Abschlüsse auf Sekundarstufe II, die unter den 25- bis 64-Jährigen das meistverbreitete Bildungsniveau darstellt, zwischen 2011 und 2018 um rund 12% zurückgegangen.
Der Anteil der Bevölkerung mit einem Abschluss auf der Sekundarstufe I (also ohne postobligatorischen Bildungsabschluss) hat in den vergangenen Jahren stetig abgenommen und beträgt nunmehr 11,6%. Das Ziel der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren ist, dass mindestens 95% der 25-Jährigen bis 2020 ein Diplom der Sekundarstufe II erlangt haben (bzw. höchstens 5% nur einen Abschluss der Sekundarstufe I besitzen).
Mit zunehmendem Alter zeigen sich zwischen den Geschlechtern Unterschiede beim Bildungsstand: Während in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen kein signifikanter Unterschied zwischen Frauen und Männern besteht, haben 75-jährige und ältere Männer 1,4-mal häufiger eine postobligatorische Ausbildung absolviert als die gleichaltrigen Frauen.
Im internationalen Vergleich zeichnet sich die Schweiz durch einen hohen Bildungsstand der Bevölkerung aus. Der Anteil der Schweizer Bevölkerung mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe lag 2018 über dem OECD-Durchschnitt (79,3%).
Bemerkung: Aufgrund des Bruches in der Zeitreihe werden für die Berechnung nur die Daten ab 2010 verwendet.