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Die Drohung ist das Grundelement der Taktik. Es ist prinzipiell falsch, nichts zu drohen, doch scheint diese Tatsache den meisten Spielern nicht bekannt zu sein. Eine Serie von Drohungen, die passiv abgewehrt werden müssen, heisst Initiative. Initiativen enden nach Abtäuschen, Materialgewinnen oder durch Konter. Zum Thema Materialgewinn eine theoretische Betrachtung.
1.e4 e5 2.Sf3
Das droht den Bauern zu nehmen. Schwarz kann die Drohung mit 2…Sf6 ignorieren und eine Gegendrohung aufstellen. Er zieht es vor, den Bauern passiv zu decken.
3.Lb5
Das droht eigentlich nichts, aber es bereitet Drohungen vor. Das nennt man Druck. Er drückt gegen e5.
3…a6
Die andere Möglichkeit zu einem Gegenangriff war 3…Sf6. Schwarz hat noch eine ganze Palette von anderen spielbaren Zügen, weil nach 4.Lxc6 dxc6 5.Sxe5 der Konter 5…Dd4 geht.
4.La4 b5 5.Lb3 Sf6
Das sieht aus wie eine kleine Initiative. Der Bauer e4 hängt. Selbstverständlich kann ihn Weiss mit 6.d3 einfach decken, wonach die schwarzen Drohungen ausverkauft sind.
Weiss sollte immer darauf achten, gegnerische Drohungen zu ignorieren und sie nach Möglichkeit zu übertrumpfen. Daher sollte er den Angriff 6.Sg5 d5 7.exd5 prüfen, welcher einen Bauern erobert, da 7…Sxd5 8.Sxf7 Kxf7 9.Df3+ Ke6 10.Sc3 Se7 11.d4 gewinnt. In dieser Stellung hat Schwarz eine Figur mehr, aber die weisse Initiative, zusammen mit dem Angriff auf den König in der Mitte ist mehr wert als eine Figur.
Schwarz kann daher nach 6.Sg5 d5 7.exd5 nicht zurück schlagen. Wie gesagt, sind Materialgewinne meist das Ende der eigenen Initative, oft aber auch der Beginn der gegnerischen. So auch hier. Schwarz macht den erzwungenen Zug 7…Sd4, aber jetzt droht er seinerseits, den Bauern mit Entwicklungsvorsprung zurück zu holen. Weiss müsste sich zu 8.d3 Sxd5 9.0-0 bequemen. Nach 9…Le7 10.Sf3 wird der Spirnger zurückgejagt, und mit 10…Lg4 gefesselt. Nach 11.Sbd2 f6 steht Schwarz monströs.
Es war nicht die Absicht von Weiss, nach 6.Sg5 d5 7.exd5 Sd4 passiv zu verteidigen, deshalb 8.0-0, um nach 8…Sxd5 9.Te1 zu haben. Aber Schwarz erinnert sich an die Regel, dass der Materialgewinn 8…Sxd5 wahrscheinlich das Ende der Initiative bedeuten wird, deshalb sucht er nach Angriffszügen. Er prüft 8…Lg4, was in den Konter 9.f3 hinein läuft. Daher bereitet er mit 8…Lc5 ein Doppelschach vor, falls Weiss f2-f3 zieht. Nach passiven Verteidigungen wie 9.h3 oder 9.Kh1 könnte Schwarz gemütlich den Bauern wieder einsacken. Bleibt noch der Versuch 9.c3 Lg4 10.De1 Se2+ 11.Kh1 0-0. Schwarz wird in der Folge den Bauern zurück nehmen müssen, dies aber jedenfalls mit grossem Stellungsvorteil.
6.0-0
Das ist die andere Art, die Drohung zu ignorieren. Schwarz kann jetzt mit 6…d6, 6…Le7, 6…Lc5 oder 6…Lb7 ins ’normale‘ Spanisch einlenken. Er könnte aber auch auf die Idee kommen, den offenen Spanier zu suchen.
6…Sxe4?
Nach 7.d4 wären wir tatsächlich im offenen Spanisch gelandet. Aber die Sache hat einen Haken. Erneut ist ein Materialgewinn die Einleitung zu einer Initiative.
7.Te1 d5 8.Sc3
Das ist eine theoretische Neuerung! Bisher habe die Weisspieler sich damit begnügt, den Bauern mit 8.d3 zurück zu holen.
8…Sxc3 9.dxc3
Die Drohungen sind gewaltig. Hauptsächlich hängt d5.
9…Le6
Das ist schon der einzige Zug. Schlägt Weiss nun auf e5, wird die Initiative versanden. Er hat eine weitere Drohung.
10.a4
Er droht mittels axb5, Txa8 und Lxd5 erneut, den d-Bauern zu nehmen, und der e-Bauer hängt immer noch. Schwarz macht schon wieder den einzigen Zug.
10…b4 11.a5
Weiss weigert sich noch immer, Material zurück zu gewinnen und stellt die nächste Drohung 12.La4 auf.
11…Dd6 12.La4 f6 13.cxb4 Le7 14.Le3
Ungeheuer der Druck, den Weiss entwickelt. Schwarz kann wegen 15.Lc5 nicht rochieren. Es droht 15.c4. Möglicherweise ist es noch das Zäheste, mit d5-d4 den Bauern einfach aufzugeben. Die Computeranalyse lautet:
14…d4 15.Lxd4 0-0-0 16.De2 Sxd4 17.Sxd4 exd4 18.Dxe6+Dxe6 19.Txe6 Lxb4 20.Txa6 Kb7 21.Tc6 Lxa5 22.Txc5 Ld2 23.Tb5+ Kc6 24.Tg5+ Kb6 25.Txg7.
Mit dem Bauerngewinn ist die Initiative zu Ende.
In diesem Zusammenhang kommt mir Hans Joller in den Sinn. Hans ist ein kompromissloser Gambitspieler. Als ich einmal in einer Analyse vorschlug, den geopferten Bauern zurück zu gewinnen, antwortete er trocken: „Ich opfere doch keinen Bauern, um ihn dann zurück zu holen!“. Es war die wichtigste Lektion meines Schachlebens.
In ausgeglichenen Stellungen pendeln kleine Initiativen so lange von einer Partei zur anderen, bis eine Partei einen Fehler macht und die Initiative der anderen Partei langfristig wird. Dann muss sie der Spieler mit allen Mitteln festhalten, was bedeutet, dass er Konter vermeidet, und – wenn nötig – opfert.
FM Werner Kaufmann (2240) – FM Joël Adler (2280)
Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft 2012
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 e6 4.d4 cxd4 5.Sxd4 Dc7 6.Le3 a6 7.Ld3 b5 8.0–0 Lb7 9.Kh1 Sf6
Hier opferte ich meinen schönsten Bauern, einfach so und aufs Geratewohl, weil ich gerade gut gelaunt und kampflustig war. Ich berechnete nichts und vertraute darauf, dass sich schon etwas ergeben würde.
10.f4 b4 11.Sa4 Sxd4 12.Lxd4 Sxe4 13.f5
Ich drohe so gut wie nichts, vielleicht noch am ehesten 14.De2 Sf6 15.c3, daher ist praktisch jeder seiner möglichen Züge spielbar. Aber es versteht sich von selbst, dass er das Opfer widerlegen will.
Das Spiel kann sich in alle Richtungen entwickeln. Ich habe in praktisch allen Varianten gute Kompensation. Ich gebe ein paar Computer-Hauptvarianten an:
13…Le7 14.De2 Lf6 15.Lxe4 Lxd4 16.Tad1 La7 17.Lxb7 Dxb7 18.c4
13…Ld6 14.Lxe4 Lxe4 15.Sb6 Tb8 16.Dg4 exf5 17.Dxg7 Tf8 18.Tae1 Dc6 19.Txf5 Kd8 20.Df6+ Kc7 21.Txe4 Dxe4 22.Sd5+ Kc6 23.Se7+. Remis, weil 24…Dxe7 25.Tc5+ Kb7 26.Df3+ verliert.
13…Sf6 14.De2 h5 15.Sb6 Td8 16.Sc4 h4 17.Le5 Dc5 18.h3 Le7 19.Tae1
13…h5 14.De2 Sf6 15.Tae1 h4 16.fxe6 dxe6 17.Lg6
13…e5 14.Te1 d5 15.c4 bxc3 16.Sxc3 exd4 17.Sxd5 Lxd5 18.Lxe4 Lxe4 19.Da4+ Dd7 20.Txe4+ Lxe7 21.Txe7+ Kxe7 22.Te1+ und remis durch ewiges Schach, entweder durch 22…Kd6 23.Dxd4+ Kc7 24.Tc1+ Kd8 25.Dxg7 Te8 26.Df6+ oder durch 22…Kd8 23.Da5+ Kc8 24.Tc1+ Kb7 25.Db4+. Spektakulär, innert 7 Zügen sind 11 Figuren vom Brett verschwunden.
Zu allen diesen Varianten gibt es zig Verzweigungen. Die Stellung entzieht sich jeder vernünftigen Berechnung. Kein Wunder, dass Joël 50 Minuten lang überlegte und immerhin einen starken Zug fand.
13…Sg3+ 14.hxg3 Dxg3 15.Tf2 Dh4+ 16.Kg1
Er hat zielstrebig die Initiative übernommen und stand nun vor der Wahl, die Figur zurück zu gewinnen, oder sie zu opfern, um die Initiative zu behalten. Das kostete eine weitere Viertelstunde. Er berechnete 16…Ld6 17.Lc5 Lh2+ 18.Kf1 Lg3 19.Tf3 Dh1+ 20.Lg1 und kam nicht mehr weiter. Trotzdem hätte er opfern sollen, denn damit würde er eine leichte Initiative behalten. Im nachhinein ist es natürlich einfach, Schwarz zum Opfern zu raten. Es war für ihn ein schwieriger Entscheid, er hat nur zwei Bauern für die Figur und darf gerade auf f3 die Qualität nicht nehmen, wegen dem Gegenangriff auf den Ta8 . Er konnte sie mit 20…Lh2 21.Kf2 Le5 22.De1 Ld4+ 23.Kg3 Lxf3 24.gxf3 Lxg1 25.Dxg1 Dxg1+ 26.Txg1 Ke7 abholen. Mit dem Materialgewinn ist die lange Initiative zu Ende. Er hat einen Turm und zwei Bauern für zwei Figuren. Das Endspiel steht besser für ihn.
Mit dem Rückgewinn des Läufers geht die Initiative an mich über.
16…Dxd4 17.fxe6
Er darf wegen Damenverlust nicht zurück nehmen. Die Alternative bestand nun in 17…0-0-0 18.exf7, wonach es materiell gleich steht, ich aber immerhin einen Freibauern auf f7 und die Drohungen 19.c3 und 19.De2 habe. Verständlich, dass er sich dagegen entschied, obwohl die Computer dafür sind.
17..Le7
Nun hatte auf einmal ich die Initiative und damit die Qual der Wahl. Ich sah, dass auf 18.exd7+ Kf8 wegen 19.c3 nicht geht, weil ich dann nach 19…De3 20.Lc4 f6 21.Ld5 gewinne. Dass 19…Dh4 möglich ist, entging mir, aber darauf gewinnt 20.Db3 f6 21.De6.
Also 18.exd7 Dxd7 19.Sb6 Dc6 20.Sxa8 Lc5, und er droht ein Matt auf g2. Hier brach ich die Berechnung ab. Aber 21.De1+ Kf8 22.Lf1 Lxa8 wäre in Ordnung, und gut für mich gewesen. Ich sah nur, dass ich nach dem Rückgewinn der Qualität auf f2 einen Bauern weniger haben würde, und nicht, dass hier 23.Td1 eine unangenehme Mattdrohung aufstellt. Nach etwa 23…Df6 24.Td7 Lxf2 25.Dxf2 Dxf2+ 26.Kxf2 g5 27.Lxa6 Kg7 gewinne ich den a-Bauern und bin wegen der besseren Figurenstellung klar im Vorteil.
Auch wenn er mit 18.exd7 Dxd7 19.Sb6 Dc6 20.Sxa8 0-0 21.Df3 Dxf3 22.gxf3 Txa8 23.Kg2 Lf6 die Qualität gibt, steht das Endspiel klar zu meinen Gunsten.
Mein nächster Zug ist leider nur der zweitbeste.
18.c3 De3
In beginnender Zeitnot musste er sich schnell zwischen dem Textzug und 18…bxc3 19.bxc3 De3 20.exd7 Kd8 entscheiden. Danach hätte ich 21.De2 gespielt, obwohl mir das Läuferopfer 21.Dh5 gefährlichen Angriff gibt: 21…Dxd3 22.Da5+ Kxd7 23.Tae1 mit der Drohung Sc5+. Solches hätte meine schachlichen Fähigkeiten definitiv überfordert. Seine Wahl war sicherer.
Nun werweisste ich lange, ob ich exf7+ oder exd7+ ziehen sollte. Nach 19.exd7+ Kd8 sah ich nichts anderes als den Damentausch 20.De2, wonach sein König auf d8 sicher besser als auf f8 steht, und so entschloss ich mich zum korrekten 19.exf7+.
19.exf7+ Kf8 20.De2 Dxe2 21.Txe2 bxc3
Er verpasst es, mit 21…Lc6 wieder selber die Initiative zu übernehmen. Jetzt versandet die Partie.
22.Sxc3 d5 23.Tf1
Es ist in etwa ausgeglichen. Den Rest der Partie habe ich vergessen, nachdem ich durch einen Bedienungsfehler meine Partien-Datenbank zerstört hatte.
Joël war hier bereits in Zeitnot, die Berechnung des Unberechenbaren hatte ihn zu viel Zeit gekostet. Etwa 10 Züge später lief er in einer Remisstellung in ein Matt hinein. Daher leider
1-0.
Ein etwas übermütiges Bauernopfer, werden Sie zu recht einwenden. Genau genommen war es ein Gambit. Bei Gambiten hat man zunächst keine Drohungen, sondern „nur“ Enwicklungsvorsprung. Die Zeit, die der Gegner braucht, weil er sich entwickeln muss, reicht dann, Druck aufzubauen. Dass ich selber unter Druck geriet, war nicht geplant.
Während seines 50-minütigen Nachdenkens fürchtete ich 13…e5 am meisten, und fand tatsächlich die korrekte Antwort 14.Te1 d5 15.c4. Ob ich dann die weiteren korrekten Züge ebenfalls gefunden hätte, sei dahingestellt.
Sorgfältig gespielte Initiativen halten ewig. Initiativen versanden nicht! Als Beispiel die nächste Partie.
Garri Kasparow – Anand Viswanathan
Tilburg (5), 1991
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Dc7 5.Sc3 e6 6.Le3 a6 7.Ld3 Sf6 8.0–0 Se5 9.h3 Lc5 10.Kh1 d6 11.f4 Sc6??
Dies war die zweite Partie zwischen diesen Gegnern. Anand bringt in dieser wohlbekannten Theoriestellung eine dubiose Neuerung. Die Hauptvariante 11…Sg6 verspricht Schwarz Ausgleich.
Kasparow fängt sofort an, Drohung an Drohung zu reihen, und lässt die Initiative 17 Züge lang nicht mehr los. Er war der unbestrittene Meister darin, Initiativen am laufen zu halten.
12.e5 Sxe5
Das hätte die Pointe sein sollen. Auf 12…Sd7 kommt 13.Sxe6 fxe6 14.Dh5+ mit entscheidendem Angriff, z. B. 14…Kd8 15.Dg5+ Se7 16.Lxc5 dxc5 17.Tad1
13.fxe5 dxe5
14.Sdb5 war einfacher als der Textzug: 14…axb5 15.Lxb5+ Ld7 16.Lxd7+ Sxd7 17.Lxc5 Dxc5 18.Txf7 und gewinnt.
14.Lb5+
Hier verpasst Anand die letzte Chance, seinem Gegner schwierige Aufgaben zu stellen, er hätte 14…Kf8 versuchen sollen. Die studienartige Gewinnvariante 15.Txf6 exd4 16.Lh6 dxc3 17.Df3 axb5 18.Tf1 Ke8 19.Txf7 Dc6 20.Dh5 Dd5 21.Lg5 g6 22.Dh6 wäre auch einem Kasparow nicht ganz selbstverständlich von der Hand gegangen.
14…axb5 15.Sdxb5 Db6 16.Lxc5 Dxc5 17.Sd6+ Ke7 18.Txf6 gxf6 19.Sce4 Dd4 20.Dh5 Tf8 21.Td1 De3 22.Dh4 Df4 23.De1 Ta4
Es lief alles wie am Schnürchen. Jeder Zug Kasparows war mit einer tödlichen Drohung verbunden, und auch jetzt droht sein nächster Zug ein 3-zügiges Matt,
24.Dc3 Td4 25.Txd4
25…exd4 26.Dc7+ Ld7 27.Sc8+
25…Df1+ 26.Kh2 exd4 27.Dc5 Kd7 28.Sb5 Df4+ 29.g3 1–0
Er steht vor undeckbarem Matt.
Ernesto Inarkiew – Alexander Motylew
Aeroflot Open Moskau (5), 07.02.2002
1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.Le2 0–0 8.f4 Sc6 9.Sb3 Le6 10.Lf3 a5 11.a4 Lc4 12.Dd2 Dc8 13.Sd4 Sg4 14.Sxc6 bxc6 15.Lg1 Tb8 16.b3 La6 17.Tb1 f5 18.exf5 Dxf5 19.h3 Sh6 20.Le3 e5 21.g4
Hier brachte Motylew ein absolut fantastisches Damenopfer.
21..exf4 22.gxf5 fxe3 23.Dxe3 Sxf5 24.De6+ Kh8
Er hat eine einzige Figur für die Dame und wird noch eine weitere gewinnen. Initiativen versanden nicht, erinnern Sie sich? Zum Beweis gebe ich die Computer-Hauptvariante wieder.
25.Se4 Sd4 26.Dd7 Txf3 27.Da7 Sxc2+ 28.Kd1 Te8 29.Sd2 Tc3 30.Dxa6 Se3+ 31.Ke2 Sg4+ 32.Kf1 Tf8+ 33.Ke1 Te3+ 34.Kd1 Sf2+ 35.Kc2 Tc3+ 36.Kb2 Sxh1 37.Se4 Te3+ 38.Ka3 Txe4 39.Txh1 Lc3 40.Dxc6 Lb4+ 41.Kb2 Te2+ 42.Kb1 Lc5 43.b4 Lxb4.
Es sind viele Abweichungen möglich, aber Schwarz hat immer genug Drohungen.
Weiss musste zwischen 25.Se4 und 25.Se2 wählen. 25.Se2 sah sicherer aus…
25.Se2? Tbe8
Eine weitere Variante: 26.Dd7 Lxe2 27.Lxe2 Sg3 28.Kd1 Sxh1 29.Dxc6 Sf2+ 30.Kd2 Se4+ 31.Kd3 Sc5+ 32.Kd2 Lh6+ 33.Ke1 Te5 34.Td1 Tfe8 35.Db5 Lg5. Er braucht sich nicht auf e2 zu bedienen, sondern kann auf Matt spielen.
26.Dxe8 Txe8 27.c4
Es war Inarkiews beste praktische Chance, die Dame zurück zu geben. Schwarz lässt jetzt den stärksten Zug 27…d5 aus, aber das Endspiel ist auch so kaum zu halten.
27…Sd4 28.Kf2 Sxf3 29.Kxf3 d5 30.Tbc1 d4 31.Thd1 c5 32.Td3 Lh6 33.Te1 Lb7+ 34.Kg3 Kg8 35.h4 Te5 36.Kf2 Le3+ 37.Kg3 g5 38.hxg5 Txg5+ 39.Kh4 Te5 40.Kg3 h6 41.Sg1 Tg5+ 42.Kh2 Th5+ 43.Kg3 Tg5+ 44.Kh2 Lf2 45.Tf1 Tg2+ 46.Kh3 Lxg1 47.b4 cxb4 48.c5 Le3 49.Tf6 Tg1 50.c6 Lc8+ 51.Kh2 Tc1 52.Tb3 Kg7 0–1