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Konsum kommt von con-sumere und bedeutet ?zusammen nehmen? oder ?sammeln?. Einige Fragen dazu:
· Was sammeln wir?
· Lassen wir uns von Gottes Grosszügigkeit inspirieren?
· Vertrauen wir der Fürsorge Gottes? (5-Franken-Stück: Deus providebit. Der Herr wird sorgen.)
· Lassen wir unser Leben vom Haben oder vom Sein bestimmen?
Wir möchten verschiedene gesellschaftliche Aspekte zum Thema Konsum und seinen Auswirkungen darlegen und versuchen, eine biblische Sicht zu gewinnen. Zwei Texte sollen uns dabei helfen Antworten zu finden:
Bewahre mich davor zu lügen und lass mich weder arm noch reich sein! Gib mir nur, was ich zum Leben brauche! Habe ich zuviel, so sage ich vielleicht:? Wozu brauche ich Gott? ? Habe ich zu wenig, so fange ich vielleicht an zu stehlen und bringe deinen Namen in Verruf. (Spr. 30, 8+9)
Was haben wir in die Welt mitgebracht? Nichts! Was können wir aus der Welt mitnehmen? Nichts! Wenn wir also Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen. Wer unbedingt reich werden möchte, gerät in Versuchung. Er verfängt sich in unsinnigen und schädlichen Wünschen, die ihn zugrunde richten und ins ewige Verderben stürzen. (1.Tim. 6, 7-10)
Themenbereiche
Wir haben das riesige Thema Konsum in 5 Bereiche aufgeteilt und die gesellschaftlichen Aspekte den biblischen gegenübergestellt. Der Einfachheit halber konzentrieren wir uns dieses Jahr auf den 3. Punkt: Materialismus.
1.Werbung
Gesellschaftliche Aspekte
?Zehn Markennamen könnten genügen, um das Leben eines Mitteleuropäers annähernd zu erklären.? ? Coca-Cola, Mercedes, Orange, Sony, Nestlé? (Zeitungsinterview des Philosophen Andreas Brenner vom 7.August 2004)
Die Werbung ist allgegenwärtig, sie bevormundet uns.
Sie vermittelt versteckte Botschaften, z.B.: ?Du brauchst das, um glücklich zu sein.? ?Du reichst nicht.? ?Alle haben das.?
Die Werbung ist das Medium des Materialismus?: Haben erfüllt.
Biblische Sicht
Du bist einzigartig, wertvoll und geliebt:
Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dir [meine] Güte bewahrt.
(Jer. 31,3)
Nur Gottes Liebe ist unvergänglich.
2. Umwelt
Gesellschaftliche Aspekte
Unsere Ressourcen sind nicht unerschöpflich: Rohstoffe, Luft, Wasser? Wenn die ganze Welt konsumieren würde wie wir, bräuchten wir mehrere Erden, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Wir gefährden unsere Existenz und die Existenz unserer Kinder.
Die Herstellung und Entsorgung unserer Gebrauchsgegenstände sind oft für unsere Umwelt belastend. Alles, was wir heute kaufen, jede Dienstleistung, die wir in Anspruch nehmen, hat morgen Abfälle zur Folge.
Biblische Sicht
Wir haben den Auftrag, als Haushalter sorgfältig mit dem uns anvertrauten Erbe umzugehen:
Und Gott, der HERR, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. (1. Mos 2,15)
Wenn wir zur Schöpfung Sorge zu tragen, üben wir somit Nächstenliebe (unseren Kindern usw. gegenüber) und ehren unseren Schöpfer.
3. Materialismus
Gesellschaftliche Aspekte
Der Materialismus sieht den Menschen als homo oeconomicus an und reduziert ihn auf rein wirtschaftliche Aspekte: Das Leben dient dem Haben, und der Besitz wird zum Zweck des Lebens, anstatt Mittel zu sein. Daraus entsteht oft das Sammeln von unnötigem Besitz.
Biblische Sicht
Der Mensch ist von Gott und für Gott erschaffen, nicht für den Besitz.
Gleichnis des reichen Bauern, das mit folgendem Satz abschliesst:
Du Tor! In dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist, der für sich Schätze sammelt und nicht reich ist im Blick auf Gott. (Luk. 12, 16-21)
Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. (Matth. 6,25)
4. Soziale Gerechtigkeit
Gesellschaftliche Aspekte
Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist am Zunehmen. Der Besitz ist immer mehr auf immer weniger Leute verteilt, auch in der Schweiz. Die Reichen erhalten dadurch immer mehr Macht.
Arm sein unter vielen Reichen ist schwierig: Die Konsumhaltung (und die Werbung) fördert die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse, wodurch eine egoistische Haltung entstehen kann, die wenig Platz für Solidarität mit den Armen hat. Andererseits wird den Armen ein Paradies versprochen, das auf Konsumgütern und Markenartikeln beruht, wodurch das Gefühl des sozialen Versagens gefördert wird. Oft sind es gerade Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen, die sich mit dem Kauf von Markenartikeln eine verloren gegangene Identität erkaufen wollen.
Biblische Sicht
Jesus hat sich immer mit den Armen und Verstossenen der Gesellschaft solidarisiert. Durch seine Liebesbegegnungen vermittelte er Wertschätzung und identitätsstiftende Erlebnisse.
Auch in der Urgemeinde wurde Solidarität gelebt. Paulus fordert z.B. die Korinther auf, für die Gemeinde in Jerusalem zu spenden:
?nicht, damit andere Erleichterung haben, ihr aber Bedrängnis, sondern nach Maßgabe der Gleichheit: in der jetzigen Zeit [diene] euer Überfluss dem Mangel jener, damit auch der Überfluss jener für euren Mangel diene, damit Gleichheit entstehe (2. Kor. 8, 13+14)
5. Nord-Süd-Gefälle
Gesellschaftliche Aspekte
Das Nord-Süd-Gefälle wiederspiegelt die gleichen Missstände, wie bei der sozialen Gerechtigkeit, nur auf globaler Ebene.
Dazu kommt, dass die Ressourcen im Süden an den Völkern vorbei ausgebeutet und vermarktet werden.
Unser Reichtum hat etwas mit der Not im Süden zu tun.
Biblische Sicht
Sie lässt sich mit der Antwort auf die Frage der sozialen Gerechtigkeit vergleichen.