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- Elf Museen, elf Brunnen, elf Kirchen und elf Kapellen. Die Zahl Elf ist in der Stadt Solothurn des Öfteren vertreten und wurde zum Wahrzeichen. Doch wie kam es dazu, dass sich bis heute Solothurner und Solothurnerinnen mit dieser Zahl identifizieren? Der zweite Teil der Reihe «So tickt SO!», über den Mythos der Zahl 11.
«Es lit es Stedtli wunderhübsch am blaue Aarestrand. S`isch immer eso gsih, s`isch immer eso gsih!» Das sind die ersten Strophen des sogenannten «Solothurner Liedchen», dessen Melodie täglich jeweils um 11:00, 12:00, 17:00 und 18:00 Uhr erklingt, ausgelöst von der stadtbekannten Solothurner Uhr. Und wie viele Ziffern besitzt sie? Natürlich, elf! Nicht nur in der Solothurner Uhr ist diese Zahl auf eine spezielle Art und Weise vertreten. Woher kommt dieser Mythos, um den sich zahlreiche Gerüchte und Vermutungen kreisen?
Mythische Sagen
Um die Entstehung dieses Mythos ranken sich die verschiedensten und skurrilsten Sagen. Eine Beliebte stammt aus dem Buch «Leben am Jurasüdfuss». Nach einem Dokument der Solothurner Stadtrundgänge handelt die Sage von einem Dörfchen, welches Solothurn hiess. Die Einwohner waren alle bereits des älteren Alters und es gab keine Kinder im Dorf. Auch gab es kein Licht und es war stets dunkel auf den Strassen des Dörfchens. Die Sage besagt, dass die Bewohner des Dorfes keinerlei Freude empfanden oder wussten, was es hiess, zu lachen. Eines Tages erkannte die Elfenwelt, in welcher Situation sich die Solothurner und Solothurnerinnen befanden und ihr Meister beschloss, genau elf Elfen loszuschicken, die als Kinder verkleidet waren, um den Bewohnern zu zeigen, was es hiess, Freude und Glück zu empfinden. Von da an erfreute man sich wieder über das Leben in Solothurn. Die Frauen brachten Kinder zur Welt und das Dorf wuchs an, bis es eine Stadt wurde.
Der Sage nach, wurden als Dank die 11 Brunnen, 11 Kirchen, 11 Kapellen, etc. erbaut und den Elfen gewidmet.
Verewigung der Zahl 11
Diese «heilige Zahl», wie sie im Solothurner Munde gerne genannt wird, ist in allem möglichen vertreten. Der Architekt der St. Ursenkathedrale Gaetano Matteo Pisoni war von diesem Mythos, welcher bereits zu seiner Zeit in vollem Gange war, so begeistert, dass er sie auch in seinem Bauwerk verewigen wollte. Die St. Ursenkathedrale besitzt bis hin zur Pforte 33 Stufen, verteilt auf 3 Ebenen, also jeweils 11. Laut solothurn-city.ch, misst der Glockenturm 6 x 11 Meter und beinhaltet 11 Glocken. Innerhalb der Kathedrale wurden 11 Altäre eingebaut, die Anzahl der Pfeifen der Orgel ist durch 11 teilbar und viele weitere Elemente, die auf die Wichtigkeit dieser Zahl hinweisen, sind in der Kathedrale anzufinden. Interessanterweise betrug auch die Bauzeit der Kathedrale 11 Jahre, von 1762 bis 1773.
Die 11 Brunnen sind eine weitere Form der Verewigung der Zahl 11. Aufgrund des Reichtums des Ambassadors zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert, wurden diese reichlich beschmückt. Im Vergleich mit den Flächen anderer Städte der Schweiz, wurde Solothurn die «Brunnenreichste», da sich die Menge der 11 Brunnen nicht so gut auf die nicht allzu grosse Fläche Solothurns verteilt.
Prägung bis in die heutige Zeit
Nicht nur in den Bauwerken der Stadt ist die Zahl 11 anzutreffen. Beispielsweise im Namen der Kinderguggenmusik «Öufischränzer», dem Club «eleven» oder einer Firma namens «IMMO-11». Aber auch im Kulinarischen macht diese «heilige Zahl» nicht halt. So ist das sogenannte «Öufi-Bier» schweizweit bekannt. Das Solothurner Bier wird in der eigenen «Öufi-Brauerei» in der Stadt hergestellt. Die Brauerei besitzt ebenfalls eine Beiz, in der es möglich ist, das «Öufi-Bier» in all seinen Variationen zu probieren. Auch ein spezieller «Öufi-Whiskey», darf da natürlich nicht fehlen. Auch in der «11i-Schockolade» ist die Ziffer verewigt. Ausserdem muss die Zahl 11 nicht unbedingt gross auffallen. Manchmal ist sie auch versteckt, wie zum Beispiel in Speisekarten der Restaurants als kleinen «Gag» oder als Anspielung an den Mythos. Ebenfalls wird auch das Infanterie-Bataillon 11 der Schweizer Armee als «Solothurner-Bataillon» bezeichnet.
Solothurn und die 11, eine ewige Liebe?
Bis heute konnte nicht erklärt werden, weshalb die Solothurner Bevölkerung eine so grosse Liebe zur Zahl 11 pflegt. Klar ist, dass die Erklärung dafür bis ins Mittelalter zurückreicht. Des Weiteren konnten nur Vermutungen angestellt werden, was die Herkunft der Zahl 11 betrifft. Die Bürgerschaft der Stadt zu Gründungszeiten Solothurn, war in 11 Zünfte gegliedert. Der erste Rat, welcher die Stadt in der Eidgenossenschaft stellen durfte, beinhaltete ebenfalls 11 Mitglieder. Möglicherweise begann die Bevölkerung aufgrund dieser beiden und zahlreichen weiteren «11er-Beziehungen», bewusst, wie auch unbewusst, diese «Liebe» zur Zahl 11 zu pflegen und immer mehr in die Kultur zu übernehmen. Eine Liebe, die vermutlich noch lange halten wird.
Bildquellen
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