Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03094.jsonl.gz/1226

Tumore in der Mundhöhle, insbesondere Zungenkrebs, haben in den letzten zwei Jahrzehnten stark zugenommen. Bösartige Geschwüre können in sämtlichen Regionen der Mundhöhle entstehen. Am häufigsten findet man sie jedoch im Bereich des Mundbodens und der beweglichen Zunge.
50 bis 70-jährige Personen sind am häufigsten von Geschwüren in der Mundhöhle betroffen. Aber auch bei jüngeren Menschen kommen bösartige Geschwüre (Malignome) in der Mundhöhle immer häufiger vor.
Hauptursache der bösartigen Tumore in der Mundhöhle sind der Tabak- und Alkholkonsum.
Obwohl zum Teil gut sichtbar, werden viele Betroffene sehr spät behandelt.
Frühzeitig entdeckt sind jedoch die meisten Tumore heilbar.
Die Überlebenschance hängt in erster Linie von der Tumorgrösse und von der Ausweitung des Krebses in den Körper, z.B. in die Halslymphknoten, ab.
In der westlichen Welt sind vor allem der Alkhol- und der Tabakkonsum verantwortlich für Mundhöhlenkrebs. In andern Ländern wie Sri Lanka, Indien Pakistan und Thailand ist vorwiegend die Betelpflanze für die Entstehung von Tumoren in der Mundhöhle verantwortlich.
Andere Ursachen, die Auslöser sein können:
- Rauch, Dampf, eingeatmeter Staub mit krebsfördernden Substanzen
- Viren
- Marihuana, vor allem bei jungen Menschen
- Mangelnde Mundhygiene
- Mechanische Irritationen durch z.B. abgebrochene Zähne
Fast 90 Prozent aller Mundhöhlenkrebserkrankungen treten an folgenden Körperstellen auf: Mundhöhle (Lippen, Mundboden, bewegliche Zunge, Zahnfleisch, Wangen, harter Gaumen), oberer Rachen (Gaumenmandeln, Gaumensegel, Zungengrund), unterer Rachen (Bereich um den Kehlkopf) und Kehlkopf (Stimmbänder).
Sichtbare Symptome:
- Rote oder weisse Flecken (sogenannte Plaques, ist eine Vorstufe des Krebses) an der Schleimhautoberfläche
- Schleimhautverfärbungen, Gewebeverdickungen
- Schluck-, Kaubeschwerden
- Einschränkung der Zungenbeweglichkeit
- Zungen-, Mundbrennen
- Kleine Blutungen
- Ev. ist der Tumor sicht- oder tastbar
- Bei Kehlkopfkrebs kann eine langandauernde Heiserkeit ein Symptom sein
- Vergrösserung der Hals lymphknoten, bei Metastasierung sind auch andere Lymphknoten vergrössert.
- Schmerzen sind selten
Zur Diagnose von Tumoren in der Mundhöhle werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:
- Ausführliche Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden und Symptome
- Tastuntersuchungen
- Spiegelung von Mund, Rachen, Kehlkopf, Luftröhre, (ev. gleichzeitig der Bronchien)
- Magnetresonanztomographie, damit wird auch der Halslymphknotenbereich auf Ableger kontrolliert.
- Gewebeprobe (Biopsie) mit anschliessender Gewebeuntersuchung.
Die Behandlung ist abhängig von der Lage, der Grösse und der Ausbreitung des Tumors und der Tumorzellen sowie vom Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Primäre Behandlungsziele sind:
- Heilung der Erkrankung
- Erhalt der Kau-, Schluck- und Sprachfunktion
- Erhalt der Gesichtsform
Häufig wird kombiniert behandelt: Chemo- und Strahlentherapie plus chirurgisch.
Kleinere Tumoren werden häufig einfach chirurgisch entfernt oder allein durch Bestrahlung behandelt.
Bei Entfernung grösserer Tumoren muss oft ein ganzes Organ (z.B. der Kehlkopf) oder auch Knochenstruktur (z.B. vom Kiefer) teilweise oder komplett entfernt werden.
Bei Entfernung von Gesichtsknochen müssen die Knochenstruktur und die fehlenden Weichteile nachträglich wieder hergestellt werden.
Wichtig: Der Patient muss sofort das Rauchen und den Alkohol-Konsum einstellen.
Je früher der Mundhöhlenkrebs entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen.
Die Prognose hängt aber auch ab von der Tumorgrösse, der Wachstumsart und vom Halslymphomstatus. Geschwürige Tumore haben eine eher schlechtere Prognose. Das Alter des Patienten scheint vor allem beim Zungenkarzinom - ein relativ wichtiger Prognosefaktor zu sein, d.h. je jünger der Betroffene, desto besser sind die Heilungsaussichten.
Etwa 30% der Mundhöhlenkrebspatienten entwickeln nach Abschluss der Behandlung neue Tumore (Rezidive) entweder lokal, regional oder als Ableger in anderen Organen. Jüngere Patienten sind besonders anfällig für Lymphknoten-Rezidive.