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Die Entenflöhe sind wieder da!
Im Sommer steigen erneut die Fälle neu diagnostizierter Uebertragungen von „Entenflöhen“.
Wissenswertes zu den Flöhen, die keine sind.
Für die im Volksmund genannte Entenfloh-Erkrankung gibt es weitere Synonyme wie „Weiherhippel“, Badedermatitis oder im angelsächsichen Raum „swimmers itch“ oder „clam digger’s itch“. Der Begriff der „cercarial dermatitis“ kommt der Wahrheit am nähesten: es handelt sich nämlich um eine parasitäre Wurmerkrankung (Trematoden = Saugwürmer), die beim Fehlwirt Mensch juckende Effloreszenzen auslöst.
Wasservögel sind Endwirte und scheiden Trematodeneier beispielsweise der Subspezies Ornitho- oder Trichobilharzia im Wasser aus. Es schlüpfen Wimpernlarven, die von Wasserschnecken als Zwischenwirte aufgenommen und in Form von Zerkarien (Gabelschwanzlarven) wieder ins Wasser abgegeben werden. Die Zerkarien schliesslich befallen die Schwimmflossen von Entenvögeln, womit der Zyklus geschlossen wird.
Die Erreger der Badedermatitis kommen weltweit vor und sind vorwiegend in Süsswasserseen, aber auch im Salzwasser zu finden. Die Zerkarien sind 0.5-1mm gross und schwimmen aktiv im seichten Wasser an der Oberfläche. Die Prävalenz soll während Schönwetterperioden mit Wassertemperaturen über 23°C steigen. Systematische Erfassungen infizierter Schnecken in der Schweiz fehlen. Observationell wurden beispielsweise während dem Sommer 1996 an vier Stränden des Genfersees bei knapp einem Viertel der Badenden Symptome einer Badedermatitis registriert (Epidemiol Infect. 1998 Jun;120(3):305-14).
Die Zerkarien, die in die menschliche Haut eindringen, lösen nach Stunden einen Juckreiz aus, was mit dem Absterben der Zerkarien einhergeht (bei bereits vorgängigem Kontakt durch Allergisierung bereits früher einsetzender Pruritus). Der maximale Juckreiz manifestiert sich innert 24-48 Stunden. Am Penetrationsort treten maculae auf, die nach einem Tag in flohstichartige Papeln übergehen. Ueblicherweise findet nach 4-7 (bis 20)Tagen eine Ausheilung statt. Die Diagnose erfolgt rein klinisch.
Aufgrund der Apathogenität mit Spontanheilung erübrigen sich spezifische Therapien. Prophylaktische
Massnahmen wie Meiden von seichtem Wasser (nach dem Motto: naht die Ente, ist der Floh nicht weit) und promptes Abduschen nach dem Seebad erscheinen sinnvoll, es fehlen jedoch entsprechende Untersuchungen.