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Der Graue Star zählt zu den häufigsten Ursachen für die Erblindung des Auges. Jährlich unterziehen sich 60.000 Menschen in der Schweiz hierfür einer operativen Behandlung. 90 % der Patienten erreichen anschließend eine Sehleistung zwischen 50-100 %.
Der Graue Star, auch Katarakt genannt, bezeichnet eine Augenerkrankung, die mit einer Trübung der Linse einhergeht. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Linsentrübung deutlich durch Außenstehende erkennbar. Vorzugsweise tritt der Graue Star bei Menschen über 60 Jahren auf und wird daher häufig als Altersstar bezeichnet. Folgende Symptome sprechen für einen Grauen Star:
Die Behandlung des Grauen Stars erfolgt operativ. Die Terminvergabe richtet sich nach dem Fortschritt des Kataraktes sowie den damit verbundenen Sehbeeinträchtigungen. Ist der Patient stabil genug und kann eine weiterführende augenärztliche Betreuung gewährleistet werden, erfolgt die Operation als ambulanter Eingriff in der Augenklinik.
Im Zuge der Kataraktoperation wird die getrübte Linse entfernt und durch ein künstliches Linsenimplantat ersetzt. Meist genügt eine örtliche Betäubung in Form von Tropfen auf die Augenoberfläche oder einer Injektion neben oder hinter den Augapfel. Speziell die Injektionsanästhesie ermöglicht eine Lähmung des Augenmuskels, sodass das Auge für die Dauer der Operation fixiert bleibt. Bei Patienten mit unwillkürlichen Bewegungen (z.B. Parkinson) oder psychischen Störungen gewährleistet eine Narkose einen sicheren und komplikationslosen Eingriff.
Durch eine kreisrunde Öffnung (Durchmesser etwa 5 mm) des vorderen Kapselblattes werden Kern und Rinde der getrübten Augenlinse mittels Ultraschall zertrümmert und abgesaugt. Seitliche und hintere Linsenkapsel bleiben davon unberührt. Alternativ erfolgt die Kapseleröffnung und Linsenzertrümmerung heute durch einen Femtosekundenlaser. Dieser ermöglicht eine präzisere Schnittführung und benötigt weniger bzw. keine Ultraschallenergie. In einem nächsten Schritt wird die zusammengeklappte elastische Kunstlinse über einen zwei bis drei Millimeter großen Schnitt am Hornhautrand in den Kapselsack eingepflanzt, wo sie sich entfaltet. Die Verankerung der Linse in den Kapselovalen gewährleisten kleine Haltebügel.
Essentiell für eine erfolgreiche Kataraktoperation ist die sorgfältige Nachbehandlung des betroffenen Auges. Es wird ein Salbenverband angelegt, der erstmals am darauffolgenden Tag für kurze Zeit abgenommen werden kann. Zudem werden in den ersten vier Wochen nach der Operation antibiotische Augentropfen verabreicht. Nach ca. sechs bis acht Wochen mit regelmäßiger Nachkontrolle ist die Behandlung für gewöhnlich abgeschlossen. Sind beide Augen betroffen, werden sie nacheinander im Abstand eines Monats operiert. Besondere Vorsicht ist bei einer zusätzlich bestehenden Makuladegeneration angezeigt. Häufig wird nach einer Kataraktoperation von einer Verschlimmerung der Makuladegeneration berichtet.
Je nach Bedürfnis des Patienten kommen verschiedene Linsenmodelle zum Einsatz. Die Monofokallinsen mit nur einem Brennpunkt gelten hierbei als Standard. Sie verbessern die Fernsicht erheblich, jedoch benötigt der Patient weiterhin eine Lese- oder Gleitsichtbrille. Multifokallinsen ermöglichen sowohl das Sehen in der Ferne als auch in der Nähe, wodurch in den meisten Fällen postoperativ auf eine Brille verzichtet werden kann. Torische Linsen beheben durch ihre asphärische Konstruktion zusätzliche Verkrümmungen der Hornhaut und vermindern bzw. vermeiden so Abbildungsfehler.