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In Aarau beginnt heute ein Gerichtsprozess der seltenen Art. Vor dem Militärgericht 2 steht ein Kampfjetpilot, der 2015 mit einer F/A-18 abstürzte. Der Mann konnte sich mit dem Schleudersitz retten. Das teure Flugzeug hingegen wurde zerstört.
Flugzeug verlor massiv an Höhe
Es hätte ein normales Luftkampf-Training sein sollen. Die FA 18 startete an einem Herbstmorgen vor fünf Jahren in Payerne. Zwei F5-Tiger, die als Gegner fungierten, kamen aus Sion angeflogen. Über dem französischen Jura fand das Training statt.
Es lief zunächst normal ab. Der F/A-18-Pilot wollte mit vollem Schub nach oben rechts fliegen, um einen Tiger zu verfolgen. Dabei begann sich das Flugzeug jedoch nach links zu drehen. Auf 2280 Metern Höhe erhielt der Pilot schliesslich die Warnung über einen sogenannten Strömungsabriss, der dafür sorgt, dass das Flugzeug massiv an Höhe verliert.
Schleudersitz betätigt
Ein fatales Problem also, das sich jedoch mit den richtigen Gegenmassnahmen in den Griff hätte kriegen lassen. Hätte – denn dies hat der Pilot gemäss Untersuchungsbericht nicht genügend getan. Wenige Sekunden später, auf 1855 Metern Höhe habe der Mann den Schleudersitz betätigt, obwohl das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch hätte gerettet werden können.
So kam es, dass der Pilot mit seinem Fallschirm landete und der Kampfjet in ein Feld stürzte. Angeklagt ist der Mann nun, weil er die Maschine im Luftkampf-Training zu tief geflogen haben soll. Dies sei eine fahrlässige Nichtbefolgung von Dienstvorschriften.
Gegen 50 Millionen Franken wert
Schwerer wiegt die Anklage auf fahrlässigen Missbrauch und Verschleuderung von Militärmaterial. Hier wurde mit einer F/A-18 tatsächlich etwas sehr Teures zerstört, für das die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler aufkamen.
Die Maschine war noch gegen 50 Millionen Franken wert. In den kommenden drei Tagen wird verhandelt, inwiefern der Pilot für den Schaden verantwortlich gemacht werden kann.