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Die Moral der Rumpf-Mavs wird in Memphis nicht belohnt. Allen meldet Mayo ab. Alte Probleme lassen den Ex-Meister abrutschen. Die Hintergründe zu den Spielen hier.
O.J. Mayo spielte die ersten vier Jahre seiner NBA-Karriere in Memphis
Von Eric Böhm
München/Memphis - Die Dallas Mavericks haben O.J. Mayos Wiedersehen mit seinem alten Team verpatzt.
Bei den Memphis Grizzlies musste der Meister von 2011 eine 82:92 (39:40)-Niederlage hinnehmen - die fünfte aus den vergangenen sechs Partien.
Bisher hatte Mayo die Rolle des Topscorers in Abwesenheit von Dirk Nowitzki, der sich seiner Rückkehr nähert, solide ausgefüllt. In Memphis lief aber nichts.
"Sie kennen mich natürlich sehr gut. Ihre Herangehensweise war: O.J. bekommt nichts, der Rest des Teams soll uns schlagen", bilanzierte Mayo.
Superstar-Behandlung für Mayo
Ex-Kollege Tony Allen meldete den Shooting Guard ab und erlaubte ihm nur zehn Punkte bei drei von elf Treffern aus dem Feld. Zudem unterliefen Mayo fünf Ballverluste.
"Es war für mich ein ganz normales Spiel. Ich habe gegen ihn wie gegen Kobe (Bryant, Anm. der Red.) oder LeBron (James, Anm. der Red.) verteidigt. Ich war sehr konzentriert, denn er war ja zuvor gut drauf gewesen", beschrieb Allen seine Taktik.
Erst vier Minuten vor Ende des dritten Viertels versenkte der bis dato achtbeste Schütze der NBA seinen ersten Wurf.
Hollins zufrieden
Mayo hatte die ersten vier Jahre seiner Karriere in Memphis verbracht, aber die Vorschusslorbeeren als dritter Pick des Drafts nie komplett rechtfertigen können.
Nachdem er zum Sixth Man degradiert worden war, wechselte er im Sommer nach Texas, um sich neu zu beweisen.
"Ich habe Tony gesagt, er solle unbedingt an ihm dranbleiben. Er ist für dieses Team der Motor. Wenn er gut ist, kommt der Rest des Teams in Schwung. Tony hat das ausgezeichnet gelöst", lobte Grizzlies-Coach Lionel Hollins.
Routiniers wehren sich
Shawn Marion und Vince Carter (je 14) waren die besten Schützen der Mavs. Nach dem Debakel gegen Miami zeigte die Truppe aber immerhin Moral.
Vor der Pause liessen sie Memphis nicht wegziehen. Trotz grosser Probleme im Angriff, hielten sie dank ordentlicher Verteidigung mit.
"Wir wissen, dieses Team gibt nicht auf. Shawn war bei ihrer Meisterschaft dabei, aber wir haben unsere Linie durchgezogen", sagte Hollins.
Carlisle bleibt positiv
Dallas (12 Siege - 15 Niederlagen) verlor erst im dritten Viertel durch einen 14:0-Lauf der Grizzlies kurzfristig den Anschluss.
Mit einer kleineren Aufstellung kämpften sie sich im Schlussabschnitt noch einmal auf 73:76 heran, ehe Rudy Gay (26 Punkte) und Zach Randolph (17 Zähler, 13 Rebounds) mit Drei-Punkte-Spielen konterten.
"Ich war sehr zufrieden. Wir hatten gestern ein schweres Spiel und haben stark ersatzgeschwächt alles gegeben. Bei einer Niederlage ist das aber nur ein kleiner Trost", meinte Coach Rick Carlisle.
Kaman chancenlos
Neben Nowitzki fehlten auch Point Guard Derek Fisher (Patellarsehnenverletzung) und Forward Elton Brand (Leistenprobleme).
Wieder einmal verhinderten Ballverluste (24) und zu viele Offensiv-Rebounds des Gegners (17) einen möglichen Auswärtserfolg.
Auch der deutsche Center Chris Kaman (8 Punkte, 6 Rebounds) konnte gegen Randolph und Marc Gasol nicht gegenhalten.
Conley Jr. schreibt Geschichte
Dallas rutschte im Westen hinter die L.A. Lakers auf Rang zwölf ab und muss in der Nacht auf Montag den schweren Gang zum Erzrivalen nach San Antonio antreten.
Memphis ist nach dem vierten Sieg in Folge nun Dritter. Spielmacher Mike Conley Jr. stellte mit nun 2079 Assists einen neuen Teamrekord auf und übertraf Jason Williams.
Matchwinner war jedoch Allen. "Wir haben Rudy, Zach oder Marc, die scoren können. Ich versuche den Laden in der Abwehr zusammenzuhalten", gab sich der Defensivspezialist bescheiden.
SPORT1