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Die seit fast 80 Jahren in der Schweiz nicht mehr beobachtete Kuckucksbienenart Triepeolus tristis wurde im Sommer 2021 im Tessin gesichtet.
Triepeolus tristis ist eine der zahlreichen Wildbienenarten, welche in der Schweiz als ausgestorben gilt, und befindet sich mit fast 9 % der 626 einheimischen Arten, welche in die Gefährdungskategorie «RE» (regional ausgestorben) eingestuft werden, auf der künftigen Roten Liste der Wildbienen. Die zwei einzigen Beobachtungen dieser seltenen Kuckucksbiene erfolgten 1939 und 1942 in der Region Pfyn. Im Sommer 2021 entdeckten Dimitri Bénon und Lorenzo Giollo bei Bestandesaufnahmen in der Region Bolle di Magadino eine grosse Ansammlung von Nestern von Tetralonia dentata, und diskret umherfliegend Dutzende von Individuen ihres seltenen Parasites Triepeolus tristis. Wie alle Kuckucksbienen sammelt diese Art keinen Pollen, sondern versteckt seine Eier in den Nestern seines Wirtes. Da letzterer wahrscheinlich schon immer in der Schweiz, auch südlich der Alpen, vorkam, ist es naheliegend, dass Triepeolus tristis während dieser Jahrzehnte unbemerkt geblieben ist. Dies zeigt einmal mehr, dass unser Wissensstand zur Verbreitung der Wildbienen trotz jahrelanger Bestandsaufnahmen selbst für gefährdete Arten lückenhaft ist.
Kuckucksbienen
Kuckucksbienen bauen keine eigenen Nester und versorgen keine Brutzellen mit Nahrung, sondern schmuggeln ihre Eier in Brutzellen anderer Bienenarten. Die Schmarotzerlarve saugt die Wirtszelle aus, tötet damit die Junglarve und ernährt sich anschliessend von deren Futtervorrat. Kuckucksbienen werden auch Brutparasiten, Futterparasiten oder im angloamerikanischen Raum cleptoparasites (vom griechischen Wort kleptein = stehlen) genannt. Meist sind Kuckucksbienen wenig behaart und bunt gefärbt. Weibchen besitzen darüber hinaus keine Vorrichtung zum Pollentransport, da sie keine Pollen sammeln.