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Vor 20 Jahren stürzte ich eine Treppe hinunter. Die Diagnose war eine atypische HWK 2 Fraktur mit Brown-Sequard Syndrom. Ich hatte Mega Glück, die halbseitige Lähmung bildete sich bereits in der Reha gut zurück. Nach gut 3 Monaten bekam ich den Halofix Exterieur abgenommen. Da meine Hände beim Beugen des Kopfes kribbelten, sollte ich nun doch (zunächst würde der Bruch konservativ "im Streckbett" behandelt) operiert werden. Das habe ich nicht machen lassen (ging nicht, Eigenbedarfskündigung, kein Job, 2 kleine Kinder u.s.w. naja, und mein Stationsarzt sagte in der riesengroßen Chefarztvisite, dass er sich nicht operieren lassen würde).
Nun aber zu meiner Problematik. Seit Jahren habe ich Schmerzen in der LWS, BWS und HWS. Jahrelang bin ich von Arzt zu Arzt gegangen. Von Gehschule, Akupunktur, Osteopathie, Chiropraxis, Schwimmen, Rückengymnastik, Physiotherapie, Reha, Cortison vielfach an alle möglichen Stellen appliziert, bis zu mehreren Facettendegenerationen und intrathekalen Cortisoninjektionen habe ich so ziemlich alles gemacht, was angeboten wurde, um die anstrengenden und enervierenden Schmerzen zu verringern.
Nach ca. 7 Jahren wurde dann diagnostiziert, dass eine leichte Halbseitenspastik, durch meinen Unfall, zurückgeblieben ist. Seitdem nehme ich "Muskelrelaxantien". Wenn ich sie nicht nehme, kann ich nur sehr schwerfällig gehen (mein Marker ist meine Gassigehrunde. Normalerweise gehe ich ca. 5 km durch den Wald. Wenn ich bereits nach 1 km anfange zu heulen und mich ins Bett legen muss, weiß ich, dass etwas nicht in Ordnung ist).
Endlich kommt meine Frage:
Kann Baclofen seine Wirkung mit der Zeit verlieren?
Wenn ja, welche Alternativen gibt es noch?
Wichtig:
Ich habe, glaube ich, bereits ziemlich viel ausprobiert.
Gabapentin und Lyrika: haben etwas geholfen. Verursachten jedoch einen starken Eisenmangel. Zusätzlich zu meiner Schmerzoroblematik war ich mit Magen-Darmspiegelungen etc. beschäftigt und hatte Nebenwirkungen von den Eisentabletten, die ich nehmen musste Nachdem ich Lyrika absetzte, war der starke Eisenmangel weg (alle Ärzte sagten, da gäbe es keinen Zusammenhang).
Jahrelang nahm ich dann Viveo. Irgendwann lieferte ich mich heulend in die Notfall Aufnahme ein, da sämtliche Bewegung für mich immer anstrengender wurde. Der Arzt gab mir Baclofen und es wurde schlagartig besser.
Nun habe ich jahrelang Baclofen (je nach Bedarf 10 bis 25 mg genommen, selten mehr), war damit auch zufrieden, da es so schön klar, direkt und wenn ich es abends genommen habe, ohne Hang over am Morgen, gewirkt hat (vor der Arbeit habe ich es nicht genommen) und bin anscheinend wieder an der Stelle, dass das Muskel relaxants nicht mehr richtig wirkt?
Alleine meinen Kopf zu halten, strengt mich an. Meine Spaziergehrunde mit meinem Hund wird immer kürzer und erinnert mehr an das Schleichen einer Schnecke.
Ich habe, zum Glück, immer gerne und regelmäßig Sport gemacht. Mich jetzt aber dazu zu bekommen, ist wegen der damit verbundenen Schmerzen, eine riesengroße Überwindung.
Ich habe auch Cannabis Blüten verordnet bekommen. Leider hasse ich diesen Geruch und nehme sie nicht so oft. Aber gegen diese ständige Verspannung, hilft es ganz gut.
Was kann ich machen?
Ergänzung. Schmerztherapeutisch habe ich im letzten Jahr erst Mirtazapin und dann Duloxetin ausprobiert. Duloxetin hat sehr schnell bei meinen, mich am stärksten belasteten LWS Schmerzen, geholfen. Führte aber zu sehr interessanten neuen bzw. Verstärkung von Schmerzen, die ich schon kannte, die aber ohne das Medikament nicht im Vordergrund standen, starken Schwitzen und beeindruckenden Träumen (leider auch Alpträume).
Ich schleich es gerade aus.
Wahrscheinlich sollte ich auch Baclofen ausschleichen? Was aber dann?
Ärztetechnisch war/bin ich eigentlich ganz gut betreut.
Ich habe einen Hausarzt, der seit Jahren alles begleitet.
Ich bin bei einem Neurologen, eigentlich, in Behandlung, der aus MS spezialisiert ist und wirklich alles mögliche ausprobiert. Da es aber ein Krankenhausarzt ist, müsste ich mich ins Krankenhaus begeben, oder bekomme in drei Monaten einen Termin.
Meine Schmerztherapie habe ich allerdings nun nach knapp zwei Jahren abgebrochen, da ich keinerlei Compliance mehr habe irgendwelche Medikamente auszuprobieren.
Ich freue mich über jede Anregung oder Berichte, ob es ähnliche Erfahrungsberichte gibt, dass Baclofen nach längerer Einnahme nicht mehr wirkt und welche Alternativen es gibt?
Viele Grüße Kerstin