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Autor: Mediscope
Depressionen sind Gemütskrankheiten, die mit Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, bedrückter Stimmung, Schuldgefühlen und Angst einhergehen. Unbehandelt kann dies über Monate oder sogar Jahre anhalten.
Stimmungstiefs sollten nicht mit einer Depression verwechselt werden. Diese sind als normale Gefühlsreaktionen anzusehen, genauso wie Schmerz, Trauer, Enttäuschung, Eifersucht.
Depressionen kommen in ganz unterschiedlichen Arten und Schweregraden vor. Früher wurde nach der vermuteten Ursache unterschieden (endogene = von innen kommende, vererbte Form und psychogene = erworbene Formen).
Heute legt man sich weniger auf die Ursache fest und teilt die Depression eher nach dem Schweregrad ein: Leichte, mittelschwere und schwere Depression.
Tritt nur in Herbst- und Wintermonaten auf, verschwindet spontan und es folgt eine unbeschwerte Sommerzeit. Diese Form spricht gut auf eine Lichttherapie an. Vermehrtes Schlafbedürfnis, Heisshunger und Gewichtszunahme sind Hauptmerkmale.
Kann bei entsprechender Veranlagung durch die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft und im Wochenbett begünstigt auftreten, verschwindet mit Normalisierung des Hormonhaushaltes meist von selbst wieder. In manchen Fällen kann sich aber auch eine dauerhafte Depression (postpartale Depression) entwickeln, die behandelt werden muss.
Es wird vermutet, dass bei der Depression bestimmte chemische Botenstoffe (Serotonin und Noradrenalin) im Gehirn vermindert freigesetzt werden. Die Ursache dafür ist unbekannt. Wahrscheinlich spielt aber eine erbliche Vorbelastung eine Rolle.
Auslöser für eine depressive Episode können beispielsweise plötzliche oder länger andauernde belastende Lebensereignisse sein.
Die Beschwerden einer Depression entwickeln sich meist über Wochen und Monate, können aber auch sehr rasch (innerhalb von Tagen oder Stunden) auftreten. Viele Betroffene sind auf ihre körperlichen Beschwerden konzentriert und vermuten meist nur körperliche Ursachen. Häufig fühlen sich Depressive auch nicht krank, sondern vielmehr als Versager.
Die körperlichen und seelischen Anzeichen sind vielfältig und nicht immer leicht zu erkennen.
Die Diagnose wird durch ein ausführliches Gespräch mit einer Fachperson gestellt (Psychiater oder Psychotherapeut). Bisher gibt es noch keinen Test, der eine Depression eindeutig identifiziert. Spezielle Tests können Hinweise für das Vorliegen einer depressiven Erkrankung geben.
Der Arzt wird auch eine Blutuntersuchung und eine Computertomographie durchführen lassen, um andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschliessen. Hier kommen niedriger Blutzuckerspiegel, Mangel an Vitamin B12, Schilddrüsenunterfunktion oder Demenzerkrankung in Frage. Auch einige Medikamente können zu Depressions-Symptomen führen.
Depressionen sind allgemein gut behandelbar. Die Art der Therapie richtet sich vor allem nach der Schwere des Leidens, aber auch nach den Wünschen der Betroffenen. Bei drohender Suizidgefahr (Selbstmordabsichten) ist eine stationäre Einweisung notwendig. In weniger schweren Fällen kann auch ambulant behandelt werden.
Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die entweder die Konzentration der Botenstoffe im Gehirn erhöhen oder deren Wirkung verstärken. Dazu zählen: Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI), Monoamino-Oxidase-(MAO)-Hemmer oder Trizyklische Antidepressiva. Lithiumsalze können helfen, Rückfälle zu vermeiden.
Johanniskrautpräparate eignen sich nur zur Behandlung von leichten Depressionen. Die Johanniskrautextrakte enthalten eine Vielzahl chemischer Substanzen. Welche Substanzen der Johanniskrautpräparate antidepressiv wirken, ist nicht genau bekannt.
Hier kommen mehrere Verfahren zur Anwendung. Häufig wird die kognitive Verhaltenstherapie angewendet. Hier wir gelernt, depressionsauslösende Gedanken wie ich bin unfähig, ich bin wertlos etc. zu erkennen, zu hinterfragen und durch neue positive Gedanken zu ersetzen. Aber auch analytische Ansätze sowie Paar- und Familientherapien kommen zum Einsatz.
Diese Behandlung scheint auf den ersten Blick etwas eigenartig, da viele depressive Patienten ohnehin schon an Schlafstörungen leiden. Dennoch erleben viele nach einer durchwachten Nacht eine deutliche Aufhellung der Stimmungslage. Auch der Schlafrhythmus kann sich zunächst wieder normalisieren. Auch wenn sich die depressiven Symptome meist nur für wenige Tage bessern, so fassen viele Patienten danach wieder Mut.
Hier wird das Gehirn während einer Kurznarkose elektrisch gereizt und dadurch ein epileptischer Anfall ausgelöst. Diese Methode wird nur bei ganz schweren Fällen von Depression angewendet.
Diese Therapieform wird vor allem bei der sogenanten Herbst/Winter-Depression (saisonale Depression) eingesetzt. Man benötigt dazu spezielle Lampen mit grosser Lichtstärke (10'000 Lux), von denen sich die Betroffenen während ca. 30 40 Minuten täglich beleuchten lassen. Die minimale Therapiedauer beträgt zwei Wochen, nach einigen Tagen stellt sich in der Regel die erste Besserung ein. Die Nebenwirkungsrate ist sehr gering, vorgängig sollte jedoch eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
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