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Aufgrund des hohen Anteils bioaktiver Substanzen wird die Aroniapflanze in Russland schon lange Zeit in der Schulmedizin eingesetzt. Sie wird dort besonders wegen ihrer blutdrucksenkenden Wirkung geschätzt. Im sibirischen Bijsk wurden über 30 Jahre hinweg Tabletten aus Aroniabeeren und Vitamin C-Zusatz hergestellt. Als „Vitamin P“ wurde dieses Gemisch genutzt, um Bluthochdruckerkankungen und Vitaminmangelerkrankungen zu behandeln.
Das „P“ im Namen weist auf die erhöhte Permeabilität der Blutgefässe, also deren Durchlässigkeit für flüssige und feste Bestandteile des Blutes, hin. Dies wird durch die in der Aroniabeere enthaltenen Flavanoide erreicht. Innere Erkrankungen wie Magen-, Darm- oder Leber- und Gallenerkrankungen sind in der ehemaligen UdSSR mit Pulver und Saft aus Aroniabeeren behandelt worden. Aronia wirkt galletreibend, weshalb sie verstärkt zur Behandlung von Leber- und Gallenblasenerkrankungen eingesetzt wurde.
Bei der Bekämpfung von Kinderkrankheiten wie Masern und Scharlach machte man sich die antivirale und antibakterielle Wirkung der Aroniabeeren zunutze. Der hohe Vitamin- und Flavanoid-Gehalt sorgten zudem für eine Verwendung als Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte und zum Kampf gegen Vitaminmangel. (Salas Kastilio 1993)
Eine Zusatzanwendung findet Aronia bei Schwermetall-Vergiftungen und somatischen Strahlenschäden. Die Einnahme der Beeren steigert die Ausscheidung von radiaktiven Strontium, wodurch sie vor allem in der ehemaligen UdSSR zur Behandlung von Strahlenkrankheiten genutzt worden ist. Neuere Untersuchungen aus dem Jahr 2003 haben ergeben, dass die Anthocyane (die Hauptflavanoide der Aroniabeeren) bei der Ausschneidung von Cadmium helfen können. (Kowalczyk, Kopff et al. 2003)