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Prof. Manuel Herz
Manuel Herz ist Architekt. Seine Forschung beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen der Disziplin der Planung und (staatlicher) Macht. Seine Arbeit widmet sich ausführlich der Architektur und dem Urbanismus von Flüchtlingslagern in den Gebieten der Sahara und Sub-Sahara Afrikas. Im Buch From Camp to City—Refugee Camps of the Western Sahara (Lars Müller Publishers, 2013) dokumentiert Manuel Herz, wie Flüchtlingslager Orte gesellschaftlicher Emanzipation sein können und dazu dienen, die Institutionen einer Nation durch eine im Exil lebende Flüchtlingspopulation vorwegzunehmen. Auf der Architekturbiennale in Venedig 2016 hat Manuel Herz den Nationalen Pavillon der Westsahara kuratiert und gestaltet. Sein preisgekröntes Buch African Modernism—Architecture of Independence (Park Books 2015) stellt die Architektur von Ländern wie Ghana, Senegal, Elfenbeinküste, Kenia und Sambia zum Zeitpunkt ihrer Unabhängigkeit in den 1960er und 1970er Jahren vor. Die zentrale Aussage des Buches ist, dass diese Architektur Zeugnis ablegen kann, und Beweis ist für die Komplexität und die Widersprüche der jedem Land eigenen Dekolonisationsprozesse. Die im Vitra Design Museum gezeigte Ausstellung tourt derzeit durch Städte in Europa, USA und Afrikas. Das Architekturbüro von Manuel Herz befindet sich in Basel. Zu seinen kürzlich fertiggestellten Projekten gehört unter anderem der Bau der Synagoge Mainz, das gemischtgenutzte Gebäude „Legal/Illegal“ in Köln, sowie eine Museumserweiterung in Ashdod, Israel, die in Zusammenarbeit mit Eyal Weizman und Rafi Segal entstand. Seine aktuellen Bauten umfassen Wohnprojekte in der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Seine Projekte haben mehrere Preise gewonnen, darunter den Deutschen Fassadenpreis 2011 und den Deutschen Architekturpreis Beton 2004; zudem wurde er 2011 für den Mies-van-der-Rohe-Preis für europäische Architektur nominiert.