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Die Französische Revolution veränderte die soziale ordnung und mit ihr die Mode in Europa grundlegend. Einerseits gab viele Demokratien und andererseits wurde proklamiert: Zurück zur Natur! Das Schlichte, Einfache und Ungekünstelte wurde propagiert. Die Herrenmode insbesondere wurde schlicht und in dieser Art zur Norm gemacht.
Damenmode
Bei der Damenmode herrschte die Farbe weiss vor. Dabei waren die Kleider aus der Antike Vorbild. Bedruckte Baumwolle wurde zu sogenannten Hemdkliedern verarbeitet. Die Frau trug kein Korsett mehr. Die Hemdklieder flossen dem Körper entlang.
Um die Jahrhundertwende trug man wieder mehr Farben. Bevorzugt waren Himmelblau, Rosenrot und sogar Schwarz . Die Ausschnitte wurden tiefer. Die dünnen Stofe der Damenkleider liessen es nicht mehr zu, Taschen anzubringen. Also kamen die Handtäschchen auf. Die Schuhe waren klein, zierlich, spitz und flach oder hatten gar keine Absätze. Modisch waren die Spencer, kurze enge Jäckchen. Gürtel waren wichtig: Die Art, wie man sie umband, änderte ständig. Das jeweils zu beherrschen, machte die modische Kompetenz der Dame aus. Statt eines Mantels trug die Dame vorzugsweise einen Kaschmirschal.
Als Kopfbedeckung kamen auf unterschiedlichste Weise gewundene Turbane auf. Viele Damen trugen um die Jahrhundertwende eine Art Jockey-Hut, eine Art Helm mit einer Krempe, unseren heutigen Baseballkappen entfernt ähnlich. Die Haare wurden nicht mehr so aufwändig hergerichtet wie vor der Revolution, sondern einfach mit den Händen zerzaust. Das eigene Haar war jedoch nicht sehr modisch, man trug hauptsächlich Perücken. Diese wechselte man manchmal im Tag ein paarmal.
Herrenmode
1802: Viele junge Mannspersonen tragen lederne Beinkleider und Stiefel mit gelben Umschlägen. Auf den Schuhen findet man goldene schnallen. Die in runden Falten gelegten Jabots sind noch immer im Gebrauche. Die Herrenmode ähnelte in etlichen Zügen der Damenmode. Man verwendete einfache einfarbige Stoffe. Die Taillen waren hochgerutsch und gleich wie bei der Damenmode, war der Eindruck der Nacktheit auch beim Herrn, indem die hautengen Pantalons bis zur Taille zu sehen waren, da die Westen ganz kurz und der Rock vorn vollständig ausgeschnitten war. Auch Herren trugen Spencer.
Nach 1820 - Dandies

||An der Abbildung erkennt man deutlich, dass die natürlich und demokratisch gemeinte Mode des Jahrzehnts nach der Französischen Revolution sich wieder veränderte. Sie wurde aufgeputzt und dekoriert. Die Formen wurden übertrieben. Die Herren trugen Schnürleiber, um schmale Taillen zu bekommen. Um 1820 hatte die klassische Herrenmode ihre Form erreicht, die sich zum Teil bis in die heitige Zeit erhalten halt. Die Dezenz der Mänenrkleidung war inzwischen so verbreitet, dass man sich nur noch von anderen Unterscheiden konnte, indem man diese Schlichtheit ins Extrem trieb. Man verlagerte die auffallenden modischen Elemente auf die Perfektion von Schnitt und Material der Kleidung. Im frühen 19. Jahrhundert entwickelte sich der Typus des Dandy. Sie machten Eleganz zum Lebenszweck, fielen aber nie auf. Sie trugen die perfektesten Schnitte.

Das Biedermeier kündigt sich an

||Die Damenkleider waren kürzer. Der Rocksaum war kreisrund und wurde durch Rüschen verziert. Die Taille sass noch immer hoch. Der anliegende Oberteil bekam eine Herzform.

Um die Jahrhundertwende
Im Laufe der kommenden Jahre wurden die Röcke imemr weiter und länger. Die Ärmel bekamen geradezu monumentale Ausmasse. Breite Schultern waren nicht modisch. Eine Dame sollte zart aussehen. Zusammen mit vielen Unterröcken und Rosshaarpolsterung hatten die Damen eine sogenannte "Eieruhr Silhouette. Man trug wieder sein eigenes Haar. Der Damenhut der Zeit ist der Kapotthut. Die Hüte waren teils reich mit Blumen und allerei anderem Tand garniert.
Bürgerliche Werte
Die Mode hatte nun im Vergleich zum vorderen Jahrhundert, andere gesellschaftliche Funktionen. Sie war nun kein aristokratisches Phänomen mehr, sondern fast ausschliesslich verbürgerlicht. Mode galt von nun an als reine Frauensache, während Männer dafür keinen Sinn zu haben schienen. Sie beschäftigten sich mit dem Ernst des Lebens, wogegen Frauen ihr Leben mit Oberflächlichkeiten wie Mode vertändelten. Diese Auffassung rührte von der sich veränderten Gesellschaftsform her. Die Aristokratie ist am Boden. Es dominierte das Bürgertum mit seinen neuen Werten: Fleiss, Wohlstand, sozialer Aufstieg und Bildung.
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