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Die Curlerinnen von Aarau, Baden Regio und Flims kämpfen von Mittwoch bis Sonntag in Biel um die Teilnahme an den Olympischen Spielen und an den vorgängigen Europameisterschaften in St. Gallen.
Jeder der Skips Silvana Tirinzoni, Alina Pätz und Binia Feltscher darf sich mit den Teams Aarau, Baden Regio respektive Flims ungefähr gleich gute Chancen ausrechnen, sich in der internen Schweizer Ausscheidung durchzusetzen und im Februar am Olympia-Turnier in Pyeongchang dabei zu sein. Alle drei bringen aus den letzten drei oder vier Saison gute Leistungsausweise mit. Feltscher legt zwei WM- und einen EM-Titel in die Waagschale, Pätz wurde 2015 ebenfalls Weltmeisterin.
Und Silvana Tirinzoni? Die 38-jährige Zürcherin, Junioren-Weltmeisterin 1999, bestritt im März 2013 ihre bislang letzte internationale Meisterschaft, die WM in Riga. Im Unterschied zu Feltscher und Pätz hat sie an grossen Titelkämpfen noch keine Medaille gewonnen. Dass die dennoch an den Ausscheidungen, den Swiss Olympic Trials, mittun kann, verdankt sie ihren vielen guten Klassierungen an den freien Turnieren der World Curling Tour.
Tirinzoni profitiert von Reglementsänderung
Swiss Curling hatte zuerst festgelegt, dass nur Teams in die Olympia-Ausscheidung gelangen, die sich in den letzten zwei Jahren vor den Spielen mindestens einmal für eine WM oder eine EM qualifizieren konnten. Der Verband argumentierte, dass das Olympia-Team rund drei Monate vor den Winterspielen die Europameisterschaften bestreiten wird, und kam von dem Kriterium ab. Davon profitiert im vorliegenden Fall Silvana Tirinzoni.
Wer immer die Trials gewinnt, kann sich der Olympia-Teilnahme noch nicht sicher sein. Es wird noch ein Aber im Weg stehen. Andreas Schwaller, Sportdirektor von Swiss Curling, wird mit seiner Trainercrew das betreffende Team in den nachfolgenden Wochen bis zu den Europameisterschaften in St. Gallen (ab 18. November) beobachten. Am EM-Turnier wird vom Team keine bestimmte Platzierung verlangt. Vielmehr werden laut Schwaller alle Auftritte in diesen Wochen beurteilt, also auch das Abschneiden an den internationalen Turnieren.
Teams mit Kontinuität
Vor den fünf Wettkampftagen in der Curlinghalle, die in den neuen Bieler Eisstadion-Komplex integriert ist, fällt es schwer, einen Favoriten zu benennen. Die drei Teams spielen seit langem in nahezu unveränderten Besetzungen. Den einzigen Wechsel nahm Binia Feltscher vor, die in der letzten Saison auf der ersten Position Christine Urech durch die junge Langenthalerin Carole Howald ersetzte. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte allerdings sprechen gegen Silvana Tirinzoni. Wenn es um die Startplätze an Europa- oder Weltmeisterschaften ging, scheiterte sie auffallend oft in den internen Ausscheidungen.
Genfer von Ausscheidung befreit
Bei den Männern ist die Olympia-Ausscheidung hinfällig geworden. Die einstmals harte Rivalität zwischen Genf und Adelboden hat einem Sololauf der Genfer unter Skip Peter De Cruz Platz gemacht. Die mit dem Zürcher Claudio Pätz auf der dritten Position verstärkten Romands sind schon seit letztem Frühling die designierten Olympiateilnehmer. Sie hatten im massgebenden Schweizer Ranking alle Konkurrenten klar distanziert. Sie können also die Olympia-Saison seit längerem mit Bedacht planen. Dennoch gilt für sie die gleiche Einschränkung wie für das beste Team der Frauen: Sie müssen in den nächsten Wochen anständige Leistungen zeigen, um ihren Platz in Pyeongchang zu bestätigen. Swiss Olympic wird die Olympia-Selektionen im Curling im Dezember bekannt geben.