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Das Europäische Sozialmodell (ESM) ist vor allem gekennzeichnet durch den untrennbaren Zusammenhang von wirtschaftlicher Leistung und sozialem Fortschritt (SB S. 63). Zudem umfasst es mehrere Dimensionen von Wohlfahrt, inklusive subjektiver Elemente: Sozialer Fortschritt, Demokratie, persönliche Freiheitsrechte, Tariffreiheit, Chancengleichheit, Solidarität und soziale Sicherheit, vor allem gegenüber der USA
1. Wohlfahrtsstaat: Die umfassende Absicherung von sozialen Risiken erfolgt durch wohlfahrtsstaatliche Institutionen, z.B. durch Sozialversicherungen und/oder steuerfinanzierte Einkommenstransfersysteme
2. Arbeitsbeziehungen: Die institutionalisierten Arbeitsbeziehungen sind durch einen umfangreichen Bestand an kodifiziertem (kodifizieren = in Gesetzform bringen) Arbeitsrecht, starken Interessenverbänden und geregelten Verhandlungsprozessen zur Beilegung sozialer Konflikte gekennzeichnet.
3. Kapitalismustyp: Das ESM ist durch eine spezifisch europäische Form des Kapitalismus (rheinischer, koordinierter oder institutionalisierter Kapitalismus genannt) charakterisiert, welcher sich von anderen (außereuropäischen) Kapitalismustypen unterscheidet.
Im Zuge der Entwicklung der EU-Sozialpolitik wird auch eine "europäische Dimension" als kennzeichnendes Merkmal des Europäischen Sozialmodells genannt. Seit 1992 zeichnete sich innerhalb der EU auch ein verstärktes Bekenntnis zum Sozialstaat ab. Die EU, die sich vorher hauptsächlich als Binnenmarktprojekt verstand, nahm den Begriff in ihr Selbstverständnis auf.
Das "Europäisches Sozialmodell" ist der Versuch, Gemeinsamkeiten der (kontinental‑)europäischen Wohlfahrtsstaaten zu erfassen und diese zugleich von den Wirtschafts- und Sozialsystemen anderer Staaten, insbesondere der USA, abzugrenzen.