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Candonga – Santa Catalina – Candelaria,
auf den Spuren der Jesuiten

Nach dem Einfall der Konquistadoren kamen auch die Jesuiten nach Argentinien und gründeten hier ihre Estancias in der Provinz Cordoba. Die Jesuiten waren die wichtigsten Eroberer des Südamerikanischen Kontinentes. Sie haben die Urbevölkerung, die Indianer weniger versklavt, sondern vielmehr versucht, ihre Geschicke zu leiten und in eine dörfliche Gemeinschaft umzumünzen. Bis heute sind ihre Bauten und Kirchen im Barockstil erhalten geblieben und für Besucher geöffnet. Die Unesco hat diese Estancias im Rahmen der Patenschaft der Humanität zum Weltkulturerbe erklärt.
Diese Estancias erreichen wir von La Cumbre aus über Naturstrassen im Auto oder mit dem Motorrad bei Tagesausflügen. Jede Estancia hat für sich eine eigene Geschichte.
Candonga: Weiter auf der Staubstrasse, die nun stetig ansteigt, verlassen wir die E66. Die Strasse wird nur einmal im Jahr für die Rallye-Weltmeisterschaft unterhalten. Dementsprechend ist der Zustand und manchmal ähnelt der Weg mehr einem Bachbett. Unser 4x4 meistert jedoch tapfer jedes Hindernis, wo jedes herkömmliche Auto passen muss. Auf den 27 km ist der Verkehr deshalb sehr dünn.
Die Landschaft wechselt zwischen grünen Hügeln, kleinen Flussläufen und saftigen Wiesen, auf denen die Rinder in Herden weiden. Häuser oder gar Siedlungen gibt es keine. Hin und wieder findet man einen Wegweise, der auf eine Estancia in der Umgebung hindeutet.
Nach einer Flussquerung sind wir auf dem Zufahrtsweg nach Candonga. Candonga war eine Zwischenstation der Jesuiten und heisst Maultierpfad. Die Estancia San Getrudis war für die Reisenden der Versorgungsort für neue Maultiere und Pferde. In der kleinen Mühle, wurde das Korn gemahlen. Die Kapelle in Candonga hebt sich weiss gegen den blauen Himmel und das Grün der Wiesen ab. In ihrem Inneren ist die Decke blau weiss bemalt, wie sich der Himmel hier oft präsentiert. Die Kapelle und die Mühle sind im Jahre 1730 entstanden.
Heute findet man auf der gegenüberliegenden Seite der Kapelle ein Restaurantkomplex, in den die alten Gemäuer der Estancia eingebaut wurden. In den 3 kleinen Räumen des ursprünglichen Hauptgebäudes befindet sich ein kleines Museum. Es gibt aber noch viele Leute in der Umgebung, die in der alten Estancia noch übernachtet haben auf ihrem Weg von La Cumbre nach El Manzano.
Wir folgen der Staubstrasse weiter nach El Manzano und kommen auf die Ruta Nacional 53. Endlich wieder Asphalt unter den Rädern. Bis nach Asconchinga folgen wir der Hauptstrasse, um diese dann wieder zu verlassen.
Santa Catalina: Von La Cumbre aus führt eine Provinzstrasse nach Ascochinga. Auch diese Naturstrasse ist einmal im Jahr der Austragungsort für die Rallye-Weltmeisterschaft. Die Piste führt durch eine unvergleichlich abwechslungsreiche Bergwelt. Von Ascochinga aus geht es weiter auf einem „Waschbrett, die letzten Kilomter zur Estancia Santa Catalina. Die weisse Kirche präsentiert sich überraschend aus dem Grün der Umgebung in voller Pracht. Hier haben die Jesuiten ein Meisterwerk hinterlassen.
Der ganze Komplex mit Estancia, Kirche und Noviziat enstand Anfangs des 18. Jahrhunderts. Die Architektur lässt auf deutsche Bauherren schliessen und die Brüder Andrés Blanqui, Gian Batista Primoli und Antonio Harls lebten hier. Des weiteren arbeiteten bis zu 450 negride Sklaven auf der Estancia. Die Studenten absolvierten eine Ausbildung von 15 Jahren.
Als die Jesuiten auf Grund eines Erlasses des Königs Carlos III das Land verlassen mussten, hat der Spanier Francisco Antonio Díaz das ganze Anwesen 1767 gekauft. Noch heute ist der ganze Komplex im Familienbesitz. Ein Teil die Familie Díaz lebt auf Santa Catalina. Sie kümmert sich auch um die Restauration des Anwesens.
Candelaria: Auf der Gegenseite der Sierras Chicas, eingebettet in die Sierras de Cordoba haben die Jesuiten einen weiteren Stützpunkt gebaut. Candelaria war ganz in der Nähe der Goldminen, war aber nicht ganz so gross wie Santa Catalina. Obwohl es einen direkten Verbindungsweg nach La Cumbre gibt, muss man mit dem Auto oftmals den Umweg über die asphaltierte Ruta 38 nehmen. In Candelaria wurde die Kirche liebevoll restauriert. Das Anwesen liegt in einer grünen Oase, für die damalige Zeit sehr zentral. Im Jahre 2009 und 2010 donnerten die Piloten der Dakar an ihr vorbei.
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