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Gotischer Saal des Rathauses Zug
Der Anschlag auf den Regierungsrat und das Parlament am 27. September 2001 hat die Einwohner Zugs nachhaltig erschüttert. Wie konnte so etwas in einer Stadt geschehen, die sich als grundsolide, bürgerlich, vielleicht sogar langweilig versteht? Klara Obermüller, Philosophin und Fernsehmoderatorin, Altständerat Andreas Iten und der Pfarrer Leonhard Jost diskutierten im Gotischen Saal des Rathauses mit etwas fünfzig Gästen. Man versuchte, dem Geschehen irgendwie beizukommen, ohne ihm einen Sinn zu unterlegen. Aber lässt es sich aushalten, es als vollständig sinnlos zu verbuchen? Können diejenigen, die direkt davon betroffen sind, mit dem Gedanken leben, dass sie und ihre Angehörigen, Freunde und Kollegen Opfer eines unausdeutbaren Geschehens geworden sind?
Das Zuger Privileg hat unmittelbar nach dem Anschlag eine CD herausgebracht, auf der 19 Stimmen von Menschen zu hören sind, die von dem Anschlag direkt oder indirekt betroffen waren. Es handelt sich um ein Dokument, das die damalige Gemütsverfassung zum Ausdruck bringt. Eine Frage, die auch die Podiumsdiskussion beeinflusste, war: Ist eine Versöhnung mit dem Täter, der sich das Leben genommen hat, möglich? Hintergrund für diese Frage war der Trauergottesdienst, bei dem für jedes Opfer eine Kerze entzündet wurde, die Kerze für den Täter jedoch nicht. Wann würde sie je entzündet werden? Oder durfte das nie geschehen, weil die Tat eine Versöhnung mit dem Täter ausschliesst?
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