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Restaurant Bergli Glarus
Die Geschichte des Restaurants „Bergli“
Auf einem Hügel in Glarus, auf 574 M.ü.M., entstanden durch einen Bergsturz am Glärnisch, eröffnete der Glarner „Kronenwirt“ Jakob Stüssi im Jahr 1865 eine Sommer-Wirtschaft. Dienstags und samstags wurde jeweils musikalische Unterhaltung geboten – bei guter Witterung.
Vorab mussten jedoch Unstimmigkeiten zwischen den Eigentümern der einzelnen Bergli-Parzellen bereinigt werden hinsichtlich der Wegrechte - in äusserst zähen Verhandlungen. Die Gemeindeversammlung gestattete im gleichen Jahr die Erstellung eines Fahrweges durch den Bergliwald. Finanziert wurde dieser von Jakob Stüssi. 1867 kaufte Stüssi zwei angrenzende Liegenschaften auf dem Bergli und erbaute ein einfaches Giebelhaus (die heutige Bergli-Gaststube).
1875 musste die Bergli-Liegenschaft verkauft werden infolge des Konkurses des Eigentümers. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wechselte das Bergli etwa 20 Mal Eigentümer bzw. Pächter.
1918 kaufte der Tagwen Glarus die gesamte Bergli-Liegenschaft (34710 m2) für Fr. 43‘000. Ab 1921 wurde sie an gegen 15 Wirtsleute verpachtet, erstmals für einen Jahreszins von Fr. 1‘950.
In der grossen Gartenwirtschaft bestanden die Tische aus Schieferplatten, welche auf Holzpfosten befestigt waren. Als Attraktionen galten ein Eichhörnchen-Gehege sowie eine „Gigampfi“ westlich des Gasthauses. Sehr beliebt war auch ein Fernrohr, mittels dessen man für 10 Rappen (manche bedienten sich auch eines abgeschliffenen Hosenknopfes !) den Anwohnern unterhalb des Bergli in die Wohnräume spähen konnte… …Zur Wahrung der Privatsphäre liess der Gemeinderat das Okular entfernen.
Rund um das Bergli ereigneten sich viele sonderbare Geschichten. 1886 zum Beispiel mussten Polizei und Justiz sogar einen Diebstahl aufklären; aus dem Bergli-Weinlager, einem Stall unterhalb des Gasthauses, wurden edle Getränke bis hin zum Cognac in grösserem Umfang entwendet. Die Angeklagten wurden zu 2 Jahren Zuchthaus resp. mehreren Monaten „Arbeitshaus“ verknurrt.
In den Jahren 1982 / 1983 erfolgte ein totaler Umbau durch die Gemeinde Glarus. In den Folgejahren wurden weitere Renovationsarbeiten ausgeführt.
Diese historischen Angaben mit dem Nachweis, dass der Ursprung des Restaurants Bergli bereits mehr als 150 Jahre zurückliegt, verdanken wir nachfolgender Quelle: Laurenz Burlet: „Glarus. Vom Flecken zur Stadt. Geschichtliche Notizen zu den Strassen und Gebäuden“ Band I Strassen A-G, Glarus 1989.