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Der Spycher in Attiswil ist Teil eines Bauernhofs, der eine der eindrucksvollsten landwirtschaftlichen Anlagen der ganzen Region des Bipperamtes darstellt. Besonders erfreulich ist, dass der Hof bis auf den heutigen Tag seinem ursprünglichen Zweck dient.
Verfügbarkeit
Beschreibung und Geschichte
Seit dem Jahr 1720 lassen sich auf dem Bauernhof namens «Hof zur Linde» Landwirte mit dem Namen Urs (oder Durs) Weber nachweisen. Das Haupthaus wurde in den Jahren 1835 bis 1841 anstelle des Vorgängerbaus errichtet und entspricht den wirtschaftlichen und repräsentativen Ansprüchen der damaligen Eigentümer, dem begüterten Ehepaar Friedrich Weber und Elisabeth Kürsener, deren Wohnung im Obergeschoss in einer eigentlichen Beletage lag. Es widerspiegelt die Baukultur, die materiellen Verhältnisse und den Repräsentationswillen der damaligen Führungsschicht. Fruchtbare Produktionsflächen, günstige Verkehrs- und Marktlage, eine vorteilhafte wirtschaftliche und politische Situation sowie ein über Generationen gehäufter Reichtum haben solche Bauten ermöglicht.
Der unter Denkmalschutz gestellte Speicher, in dem früher Vorräte, wie Tücher, Dörrobst, geräuchertes Fleisch, Brot aber auch Wertsachen aufbewahrt wurden, ist mit dem Stöckli und dem Bauernhaus verbunden und bildet eine wertvolle Hofstatt. In historischen Akten aus dem 17. Jahrhundert, ist von einem «Källerstock» die Rede. Ursprünglich wies dieser als Kellerstock benannte Speicher wohl einen Keller und ein simples Obergeschoss auf und stand nördlich des Haupthauses frei als Solitär. Westlich davon schirmte eine etwa vier Meter hohe Bruchsteinmauer die Liegenschaft ab, wahrscheinlich als Schutz vor dem Bach. Beim grossen Umbau Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das alte Obergeschoss des Speichers abgetragen und mit einem Wohngeschoss mit Küche und Stube ersetzt.
Der Keller diente ab dann als Kartoffellager. Im ersten Obergeschoss befand sich eine kleine Küche und Schlafräume für drei temporär angestellte Knechte, wobei gemäss Überlieferung die Küche nie in Gebrauch stand. Der Knecht und die Magd mit fester Anstellung wurden im Haus selbst untergebracht. Kurz vor 1900 wurde der Bau nochmals erhöht und das Dach auf einen stehenden Stuhl gesetzt. Seit 1884 ist der Landwirtschaftsbetrieb im Besitz derselben Familie, die ihn bis heute als solches bewohnt- und nutzt.
Der Spycher befindet sich in Privatbesitz und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.
- In zwei Spolien an einem Fenstergewände an der Südseite des Speichers ist «D17+42W» gehauen, was wohl auf den Umbau von 1742 in Auftrag des damaligen Eigentümers Durs Weber hindeutet.
Baukulturelle Besonderheiten
Das Bauernhaus, ein herrschaftlich, klassizistischer Massivbau aus der Zeit um 1840, prägt das Erscheinungsbild des Bauernhofs und reiht sich bezüglich Fassade und Vordachkonstruktion nahtlos in die Reihe der regionaltypischen Vielzweckhäuser ein. Es bildet das Hauptgebäude eines ganzen Komplexes mit Stöckli, Speicher, Ofenhaus und Umfassungsmauern. Bezüglich Baumaterial, traufseitiger Ausrichtung und Dimensionen gehört es zu den typischen Grossbauernhäusern des Bipperamtes aus dem 19. Jahrhundert. Die Dimensionen der Ställe und die Lagerkapazität des Bühnenbereiches in der Scheune sowie die Vergrösserung des Speichers widerspiegeln das grossbäuerliche Wirtschaften in den Jahrzehnten der Agrarintensivierung.
Bauernhaus, Stöckli, Speicher, Annexbauten und Umfassungsmauern sind um einen länglichen Hof gruppiert, der mit einem grossen Tor gegen die Strasse hin abgeschlossen ist. lm Gesamt- wie im Einzelgrundriss sind die Bauten unregelmässig, da sie sich dem Bach- und Strassenverlauf anpassen und allenfalls auf älteren Fundamenten stehen. Der Speicher ist ein Massivbau, auch er auf unregelmässigem Grundriss und mit einem Gerschilddach, das auf einem stehenden Stuhl einfacher Machart liegt. Der karg wirkende Putzbau orientiert sich traufseitig (Traufe = die Tropfkante am Dach eines Gebäudes) zum Bauernhaus. Die Eckquader sind aus Kalkstein.
Im Zuge der grossen Um- und Neubauphase des ganzen Bauernhofes, von 1835 bis 1841, kam es auch zu einer eingreifenden Umgestaltung des Speichers. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei dessen flachgewölbtem Keller, um den ältesten Bauteil des ganzen Hofs handelt. Bei den Umbauten wurden zudem historische Grundmauern eines noch älteren Speichers gefunden. Vermutlich eines Heidenstocks. (Heidenstöcke waren Steinspeicher, die bis ins 16. Jahrhundert die einzig massiv gemauerten Gebäude eines Bauernhofs bildeten. Die Bauern selbst lebten in Holzhäusern mit Strohdach, die als Fahrhabe flexibel abgebrochen und wiederaufgebaut werden konnten. Der aus Stein gebaute Speicher bot im Gegensatz zum Holzhaus guten Brandschutz und war ein sicherer Ort gegen Plünderungen.)
Informationen zum Ferienhaus
- Grundriss Erdgeschoss
- Grundriss Obergeschoss
Der Spycher befindet sich im Dorfkern von Attiswil, einer Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern. In zwei Schlafzimmern können darin bis zu fünf Personen regionale Baukultur erleben. Das Ferienhaus ist Teil eines Bauerhofes, der bis heute seinem ursprünglichen Zweck dient.
Wer möchte, kann sich gerne am bäuerlichen Alltag der Familie Stuber beteiligen. Kühe melken, Eier einsammeln, Kaninchen füttern; erkundigen Sie sich bei Interesse gleich persönlich bei der Familie Stuber auf www.hof-zur-linde.ch. Im hauseigenen Bauernkiosk können frische Produkte direkt ab Hof gekauft werden (frisches Brot und Butterzopf auf Vorbestellung).
Der Spycher ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.
Personen: 5 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Zimmer: 1 Doppelzimmer inkl. einem Einzelbett, 1 Zimmer mit zwei Einzelbetten, Babybett auf Anfrage
Saison: Ganzjährig
Kurzferien: Nebensaison und Wintersaison (mind. 3 Nächte)
Höhe: 469 m ü. M.
Haustiere: nicht erlaubt aus Rücksicht auf die Hoftiere
ÖV: Mit der ASM (Aare Seeland Mobil) bis Attiswil, die zwischen Oensingen, Langenthal und Solothurn im Halbstundentakt verkehrt. Vom Bahnhof aufwärts in die Solothurnerstrasse laufen. Links abbiegen und bei der ersten Kreuzung rechts in die Dorfstrasse abbiegen. Direkt gegenüber vom Gemeindehaus finden Sie den Bauernhof an der Dorfstrasse 4. Etwa 200 m vom Bahnhof Attiswil entfernt.
Parkplatz: Ein ungedeckter Parkplatz ist auf dem Hofgelände vorhanden
Aussenbereich: Aussensitzplatz beim Eingangsbereich, Kräutergarten, eingezäunter Spielplatz, diverse Spielsachen für Kinder die mitgenutzt werden können
WLAN: Ist vorhanden
Heizung: Diverse Öfen, Fussbodenheizung im Badezimmer
Ofen / Cheminée: Stubenofen und Holzkochherd in der Küche
Küche: Nespressomaschine, Geschirrspülmaschine vorhanden, Waschmaschine zur Mitbenutzung auf Anfrage
Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir Ihnen gute Hausschuhe empfehlen. Auf dem Hofgelände gibt es viele Tiere, die von den Gästen gerne zu gewissen Zeiten besucht werden können. Mithilfe auf dem Hof auf Anfrage möglich. Ebenso besteht die Möglichkeit, im Hoflädeli saisonale Produkte frisch ab Hof einzukaufen. Frisches Brot und Butterzopf gibts auf Vorbestellung. Der Hot Pot im Garten und die Sauna können gegen Gebühr mitbenutzt werden.
Lage
Lage
Attiswil ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Oberaargau des Kantons Bern, dem Bipperamt. Sie besteht aus einem einzigen Dorf, das am Jurasüdfuss liegt. Das Bipperamt ist durch seine weiten landwirtschaftlichen Ebenen auf unverkennbare Weise geprägt. Unzählige Flurwege laden hier zum Verweilen ein. Der Jura bietet spannende Ausflugsziele über der Nebelgrenze an und wartet mit atemberaubenden Aussichtspunkten auf Mittelland und Alpen auf. Das mit dem Wakker-Preis (1974) gekrönte mittelalterliche Städtchen Wiedlisbach oder das im literarischen Schaffen Gerhard Meiers verewigte Dorf Niederbipp zeigen, wie viel Grosses im Kleinen zu finden ist. Attiswil steht im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS).
Geschichte
Attiswil ist nach Ansicht der Historiker alemannischen Ursprungs. Die Anfänge des Dorfes reichen ins 7./8. Jahrhundert zurück. Vorher siedelten hier Romanen, Nachfahren von Helvetiern und Römern. Im Mittelalter gehörte Attiswil zur Herrschaft Bipp, die im Jahr 1413 an Bern und Solothurn fiel. Mit der Besetzung des Stadtstaates Bern durch die Franzosen im Jahre 1798 und der Einführung der Helvetik kam Attiswil zum Bezirk Wangen. Der mannshohe Freistein bei Attiswil, der sich südwestlich der Kirche nahe beim Friedhof befindet und unter staatlichem Schutz steht, gilt als der letzte Menhir im Kanton Bern. Der Stein ist ein sehr interessantes und seltenes Exemplar, das sowohl in frühgeschichtlicher als auch in rechtsgeschichtlicher Hinsicht, zumindest in der Schweiz, seinesgleichen sucht.
Ausflüge
In und um Attiswil gibt es wunderschöne Wanderwege. Das Wandergebiet reicht von Attiswil bis über 1000 m.ü. M. und bietet beste Fernsicht auf das Mittelland. Gerade an Nebeltagen kann man sich abseits vom Verkehr bestens erholen: Der Panoramastrasse den Berg hinauf oder der alten Bergstrasse entlang durch den kühlen schattigen Wald. Aber auch der Aare entlang, Richtung Wangen an der Aare oder gegen Solothurn, können naturnahe Wanderungen unternommen werden. Stattliche Bauernhöfe, florierendes Gewerbe und einladende Gasthöfe runden das Angebot ab.