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Die frischgetraute Grundschullehrerin Jeni Stepien sagte der Zeitung “New York Times”, während der kirchlichen Trauung habe sie gedacht: “Mein Vater ist hier bei uns.”
Und Arthur Thomas, dessen Leben einst durch das Spenderherz gerettet wurde, erzählte demselben Blatt, er habe die Braut aufgefordert, ihn am Handgelenk zu halten. Denn dort sei sein Puls am stärksten zu fühlen. “Ich dachte, dies sei für sie der beste Weg, sich ihrem Vater nah zu fühlen. Es ist das Herz ihres Vaters, das da schlägt”, sagte der 72-jährige frühere Schulberater.
Stepiens Vater hatte dem Bericht zufolge in Swissvale im Bundesstaat Pennsylvania als Chefkoch in einem Restaurant gearbeitet. Im September 2006 wurde der damals 53-Jährige auf dem Heimweg von einem 16-Jährigen überfallen und in den Kopf geschossen. Der Täter büsst eine Haftstrafe ab, die möglicherweise lebenslänglich sein wird.
Am Sterbebett für Organspende entschieden
Als der Vater noch sterbend im Spital lag, beschloss die Familie, dessen Herz zu spenden. Der Empfänger war ein vierfacher Familienvater aus dem Bundesstaat Jersey. Nach Schilderung von Jeni Stepien hatte Thomas damals nur noch wenige Tage zu leben.
Thomas litt der Zeitung zufolge damals bereits seit mehr als 15 Jahren an Tachykardie, also einem dauerhaft beschleunigten Puls. Er hatte ein Herzversagen erlitten, als das Spenderorgan für ihn eintraf.
Schriftlicher Kontakt mit Spenderfamilie
Nach der Organspende unterhielten Thomas und die Stepien-Familie über Briefe und E-Mails Kontakt. Auch Weihnachtskarten und Blumen zu Geburtstagen wurden laut “New York Times” hin- und hergeschickt. Zu einer persönlichen Begegnung kam es jedoch nie.
Vor ihrer Hochzeit habe sie dann gedacht, “es wäre so unglaublich, wenn ein physischer Teil meines Vaters dabei wäre”, sagte die 33-jährige Stepien.
Die Trauung fand am Freitag in derselben Kirche in Swissvale statt, in der einst ihre Eltern geheiratet hatten. Thomas und die Braut hatten sich nur einen Tag zuvor erstmals getroffen.
In der Kirche wurde die Braut dem Bericht zufolge dabei fotografiert, wie sie Thomas’ Brust berührte. Bei dem anschliessenden Empfang tanzten sie zusammen.
(SDA)