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Im Jahr 1896 gründete Julius Brann die gleichnamige Kaufhauskette Brann. 1900 zog man an die Bahnhofstrasse 75, wo aber bald schon der Platz knapp wurde (auf dem Foto ganz rechts). 1912 konnte man in das neu erstellt Gebäude an selber Adresse einziehen. Die Julius Brann AG war in den 30er Jahren das grösste Schweizer Detailhandelsunternehmen. 1939 übernahm Oscar Weber das Unternehmen und benannte es 1941 in Oscar Weber AG um. Anfang der 80er Jahre verschwanden die Oscar Weber Filialen immer mehr und wurden teilweise in EPA-Filialen (Einheispreis AG) umgewandelt. Für die Bahnhofstrasse 75 entschied man sich aber anders. Das Gebäude wurde 1984 für 30 Jahre an Manor (Maus und Nordmann) vermietet. Unterdessen ist der Vertrag abgelaufen, und der Besitzer der Immobilie (Swiss Life) möchte das Gebäude anderweitig vermieten. Eine Interessengemeinschaft wehrt sich gegen dieses Vorhaben. www.ig-manor-bahnhofstrasse.ch
In den letzten 100 Jahren sind nicht nur ein Teil des Wollenhofs (wo heute das Heimatwerk zuhause ist), der obere Mühlesteg (heute verbindet die Rudolf-Brun-Brücke die beiden Ufer) und die Häuser auf der Limmat verschwunden. Auch diverse Firmen, welche hier ansässig waren, mussten den Bauprojekten weichen. Hier eine Auflistung von Gebäudebeschriftungen, welche auf diesem Bild zu erkennen sind. (v.l.n.r.):
Koffer Taschenfabrikation Louis Woelfe
Städtisches Laboratorium
Pestalozzianum
Automobil-Garage, Garage-Reparaturen-Miete
Buchdruckerei J.Leemann
Aussteuer-Geschäft von W. Kolla
Heute vor genau 30 Jahren, am 16. April 1986, stand Zürich unter Schock. Der damalige Chef der Zürcher Baupolizei Günther Tschanun (Jahrgang 1941) erschiesst an seinem Arbeitsort im Amthaus IV (in der Bildmitte) am frühen Morgen vier seiner Angestellten und verletzt einen Fünften schwer. Der bis heute schlimmste Amoklauf der Stadtgeschichte. Drei Wochen später wurde er im Burgund gefasst und später zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt (aber im Jahr 2000 vorzeitig entlassen). Das Motiv für die Tat war Mobbing (dieses Wort war damals allerdings noch nicht im Sprachgebrauch). Von vielen Leuten in der Bevölkerung wurde Tschanuns kaltblütige Tat gutgeheissen. Man spach davon, dass endlich jemand den Mut fasste, sich gegen diese täglichen Quälereien zu wehren. An einer Mauer in Zürich stand geschrieben: Tschanun hatte recht! Sogar Liebesbriefe mit Heiratsanträgen erreichten Ihn im Gefängnis. Heute lebt er mit geändertem Namen an einem unbekannten Ort.
Dokumentation zum Fall Tschanun:
Das von 1912 – 1914 gebaute St. Annahof Gebäude (Foto von kurz nach der Fertigstellung) dient auch noch heute seinem ursprünglichem Zweck – als Warenhaus. Auf dem Areal der ehemaligen St. Anna Kapelle damals erbaut durch den Lebensmittelverein Zürich. Diese waren zu dieser Zeit schon Mitglied im Verein schweizerischer Konsumgesellschaften, aus welcher später die COOP-Gruppe hervorging. Heute ist hier die COOP City St.Annahof Filiale.
So sah das Zentrum der eigenständigen Gemeinde Altstetten im Jahr 1919 aus, 15 Jahre bevor es von der Stadt Zürich eingemeindet wurde. Wegen Platzproblemen in der Kirche (Gottesdienste mussten an Feiertagen zum Teil drei Mal abgehalten werden), wurde 1937 beschossen die alte Kirche durch eine neue zu ersetzen. Zum Glück wurde durch grosse Kritik an den Abrissplänen entschieden, die neue Kirche an der bestehenden anzubauen und diese somit zu erhalten.