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Kontinent: Europa
Land: Spanien
Region/Destination: Altkastilien/Castilla y León
Gewisse Städte und Gegenden wecken unser Interesse nur schon wegen dem Wohlklang ihrer Namen, so etwa Samarkand, Salerno oder eben Salamanca. Während die erste Stadt leider unweit hegemonischer
Konfliktgebiete liegt, also unsicher ist; die zweite später mal besprochen werden soll; liegt die dritte, Salamanca, sozusagen am Wege: am Pilgerweg nach Santiago von Andalusien aus (Camino de la
Plata) und für uns Nordeuropäer an der Achse Genf - Lyon - San Sebastián - Coimbra (bzw. Porto, Lissabon oder gar Fatima: Portugal einfach)
Salamanca, auch "ciudad helmántica" genannt geht bis auf die Keltiberer zurück und Wissenschafter sprechen die Namensgebung gar Hannibal zu, der dieses in der Meseta eingebettete Paradies heimsuchte, als er eben "Heim suchte", d.h. ein Refugium (militärisch) aber auch einen Tempel (religiös). Wie dem auch sei, man nennt Salamanca auch "Roma la chica" (Kleines Rom). Für uns Paradiessucher bleibt Salamanca vor allem als "ciudad de oro" (Goldstadt) und Universitätsstadt im Herzen und in der Erinnerung.
Schon von weitem erblickt man den Turm und die Kuppel seiner Kathedralen (ja, zwei Schiffe nebeneinander, ein weiteres Unikum!) und diese einmalige Silhouette im Herzen von Altkastilien, wo das eleganteste "castellano" (Spanisch), gesprochen wird, vergisst man nicht mehr. Vor allem im Abendlicht scheint die Stadt mit ihrem ockergelben Gemäuer wirklich aus Gold !
Diesen Aspekt verdankt Salamanca dem Stein aus Villamayor, der das Sonnenlicht gülden reflektiert und der zum Glück von den Städteplanern geschickt auch bei neueren Bauten verwendet wurde. Diese Homogenität der Mauern und die Harmonie der Gebäude im Stadtzentrum vermittelt einem nach Mitternacht das Gefühl, tatsächlich im goldenen Zeitalter Spaniens durch die Gassen zu wandeln.
Das eigentliche Kleinod, unweit der Kathedralen, der ebenso goldenen Fassade der Universität (platereske Dekoration, mit dem weltberühmten Frosch, "la rana"), der "Casa de las Conchas" (die mit Steinmuscheln dekorierte heutige Bibliothek) ist und bleibt die Plaza Mayor, der Hauptplatz Salamancas, wo man flaniert, verweilt, den Gaumen verwöhnt und einfach mal die Zeit vergisst.
Reservieren Sie sich eine Woche zum Verweilen, denn die Innenhöfe der Klöster (San Esteban, Las Dueñas) bzw. der Escuelas Mayores, des Palacio de Monterrey, Palacio de Fonseca, Casa Lis etc. etc. sind eine Augenweide. Auch der Spaziergang über die Römerbrücke ist ein Muss...
Wer weiss, vielleicht packt Sie gar der goldige Sprachvirus und Sie belegen einen zweiwöchigen, bestenfalls gleich einen Monatskurs "en castellano" in einem der guten Sprachinstitute oder direkt bei der Universität, welche mit Cambridge und Bologna zu den ältesten Europas gehört (1218, Alfonso IX) ! Alles ins allem: Kultur uns Ästhtik pur !
ital von Reding, September 2015