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Platte der Woche: Atlas Sound – Logos
Bradford Cox wird oft auf seinen extrem dünnen Körperbau reduziert. Der US-Amerikaner leidet am Marfan-Syndrom, einer Bindegewebekrankheit. Aber eigentlich hat der Mann ein ganz anderes Problem: Er ist zu produktiv, und zu gut dabei.
Bradford Cox, Sänger der Indie-Band Deerhunter, hat unter seinem Pseudonym Atlas Sound innert drei Jahren acht EPs und zwei Langspieler aufgenommen, die sich dem zurzeit ziemlich angesagten Dreampop/Chillwave zuordnen lassen. Parallel zu diesen offiziellen Lebenszeichen verstreut der Mann regelmässig Songs via seinen eigenen Blog. Ein Promotions-Ansatz, der durchaus lobenswert ist, allerdings wurde Cox seine Offenheit und Freigebigkeit diesen Sommer zum Verhängnis. So gerieten erste Songskizzen von „Logos“ fälschlicherweise als öffentliche Dateien auf seine Austauschplattform, wo sie natürlich sofort entdeckt und durch gewiefte Internet-Kids weiterverbreitet wurden.
Cox schrieb daraufhin eine wutentbrannte Schmähschrift gegen alles und jeden und versprach, dass „Logos“ nie erscheinen werde. Er raffte sich aber kurze Zeit später wieder auf und stellt die Platte doch noch fertig. Es wäre auch zu schade gewesen, wenn diese psychedelischen Pop-Perlen nicht noch den letzten Feinschliff erhalten hätten.
Alleine um die beiden Kollaborationen mit Noah Lennox alias Panda Bear von Animal Collective und Laetitia Sadier von Stereolab wäre es mehr als schade gewesen. Zur Entstehungsgeschichte der Zusammenarbeit mit Noah Lennox hat Bradford Cox einen interessanten Einblick gegeben:
„I toured for a period in Europe with Animal Collective, whose band dynamic was very inspirational to be around. On the bus, we often played improvised iPod games. We would take turns formulating a theme or unifying concept and then play three songs. The goal would be for everyone to try and figure out the theme. During one of these games, someone played „What Am I Going to Do“ by the Dovers. I was amazed at the hook – a weird organ thing with drums and electric bass. I mentioned to Noah that someone should really sample that riff. He agreed and he taught me a little about sampling and matching up beats. This ended up as the collaborative effort „Walkabout.“
Unter dem Strich präsentiert Cox sein Schlafzimmer-Laptop-Projekt mit dem Zweitling als gereiftes Pflänzchen, das weniger introspektiv und weniger verschlossen wirkt als sein Debüt-Album und sogar als heimliches Lieblingsalbum des Jahres enden könnte.
Atlas Sound – Walkabout
Atlas Sound – Quick Canal
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