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Nicolantonio Melchiorre
Nicola wurde am 19. Dezember 1952 in einem kleinen abruzzesischen Dorf namens Gessopalena geboren.
Die Umstände nach der Zerstörung des Dorfes durch den zweiten Weltkrieg waren nicht einfach und die Arbeitslosigkeit war gross. Um seiner Familie ein etwas besseres Leben zu ermöglichen, verlies Nicolas Vater Domenico Melchiorre Italien und reiste nach Venezuela, um dort als Sprengmeister zu arbeiten. Nach zwei Jahren ist er, wie das Schicksal es so wollte, einen Tag vor der Rückreise nach Italien, bei einem Arbeitsunfall gestorben.
Es folgten schwere Zeiten für die Mutter Filomena Melchiorre, Nicola und seinen Bruder Biase. Sie wohnten alle drei zusammen in einem kleinen Zimmer am Rande des Dorfes. Filomena arbeitete jeweils als Hausfrau bei reichen Familien, um ihre beiden Söhne zu ernähren. Im Jahre 1957 ging Nicola dann in die Primarschule in Gessopalena. Zwei Jahre danach musste er sich schweren Herzens von seiner Mutter und seinem Bruder verabschieden und in ein Kinderheim in Francavilla einziehen, da die Mutter in die Schweiz auswanderte um zu arbeiten. Er besuchte bis 1961 weiterhin die Primarschule im Kinderheim San Giuseppe und musste nach dieser Zeit zwei Jahre in das Orfanotrofio San Antonio in Lanciano, das von Franziskaner Mönchen geleitet wurde.
Im Jahre 1964 musste Nicola ein weiteres Mal das Kinderheim wechseln und ging in die Scuola Don Bosco in Ortona. In jenem Jahr durfte er während den Sommerferien zu seiner Mutter in die Schweiz reisen und im Personalrestaurant der Ciba Geygi mithelfen.
Das folgende letzte Schuljahr besuchte er in seiner Heimat in Gessopalena.
Nicola war fasziniert von Autos. Somit hat er, nach der obligatorischen Schulzeit, bei einer Alfaromeogarage als Hilfsarbeiter angefangen unbezahlt zu arbeiten. Es waren lange harte Arbeitstage. Gewohnt hat Nicola zu jener Zeit im Untergeschoss der Garage. Nach Rund einem halben Jahr hat er entschieden auch in die Schweiz auszuwandern und sich nicht weiterhin von seinem Arbeitgeber vergebens ausnützen zu lassen.
Er schrieb seiner Mutter einen Brief, in dem er seine Situation erklärte und sie bat, sich um irgendeinen Job umzusehen; „am liebsten was mit Autos“. Er besuchte vor der Abreise noch seinen Grossvater, der ihn mit den Worten verabschiedete: „Wenn du in die Schweiz gehst, darfst du nie betteln! “
Im Sommer 1968 reiste Nicola in die Schweiz. Seine Mutter empfing ihn in Pratteln, wo sie dann mehrere Jahre gemeinsam mit anderen Familien in einem Haus wohnten.
Kurz nach seiner Ankunft besuchte er, auf der Suche nach Arbeit, die Garage von Paul Grieder in Frenkendorf. Paul Grieder stellte ihn an und wurde sein erster Lehrmeister. Am Wochenende betreute Nicola jeweils die Tankstelle vor der Garage, um das Gehalt mit etwas Trinkgeld aufzustocken. Es folgten arbeitsintensive und sehr lehrreiche Jahre, in denen Nicola eine besonders solide praktische Ausbildung unter der Führung von Paul Grieder machte. Im Jahre 1971 konnte er dann mit seinem ersten Auto, einem Ford Consul (Baujahr 1956) den Führerschein machen. Im selben Jahr begegnete er auf dem Arbeitsweg Ruth Künzle, seine heutige Ehefrau. Sie hielten zusammen und als Nicola später die Gewerbeschule in Angriff nahm, half sie ihm seine Deutschkenntnisse so zu verbessern, dass er einen stolzen Abschluss feiern konnte.
Nach der Arbeitsstelle bei Herrn Grieder folgte eine Anstellung bei Herrn Thommen in der Garage Kurven bei Bubendorf. In dieser Zeit hat Nicola angefangen neben Autos auch noch Lastwagen zu reparieren. Das hat ihn so fasziniert, dass er sich stets weiterbildete und 1977 zur Garage Nubag in Pratteln wechselte. Dort reparierte er ausschliesslich Lastwagen der Marke Renault.
Während dieser Zeit machte er, neben verschiedensten Kursen zur Spezialisierung, die Automobil und Lastwagen Mechanikerschule. Sein Rang als Mechaniker wurde dadurch höher bewertet, so dass dem Wunsch eine Familie zu gründen, nichts mehr im Wege stand.
Seine beiden Söhne kamen auch schon bald darauf auf die Welt. Domenico im Jahre 1982 und Marco im Jahre 1985.
Nach der Berufung als Chefmechaniker der Werkstatt Nubag folgten intensive Arbeitsjahre, in denen er vielen lernenden Mechanikern sein Wissen weitergeben konnte.
Im Jahre 1995 wechselte er ein weiteres Mal seinen Arbeitsplatz und tratt nun die Stelle als Lastwagenmechaniker des kantonalen Tiefbauamt Baselland an. In einer gut ausgestatteten Werkstatt trägt er die Verantwortung über den gesamten Lastwagenpark des Tiefbauamtes und sorgt für dessen Instandhaltung.
In dieser Zeit hat Nicola neben seiner Begeisterung für Autos und Lastwagen noch eine weitere Leidenschaft entdeckt. Das Kreieren von Kunstwerken und besonderen teilweise sogar neuentwickelten Schlagzeuginstrumenten. Anfänglich hat er für seinen Sohn Domenico, während dieser noch an der Musikschule Schlagzeugunterricht nahm, Schlagzeuginstrumente und Zubehör angefertigt. Später jedoch entwickelte er gemeinsam mit Domenico eigens entworfene, neue Schlaginstrumente. Unter anderem das Nicophone, das mittlerweile in dutzenden Musikkompositionen und zum Musizieren von Amerika über Europa bis nach Asien Verwendung findet.
Nicola's Tätigkeit als Instrumentenbauer und die erschaffenen Kunstwerke sollen auf dieser Homepage dokumentiert werden.