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Ein unruhige Nacht lag hinter mir! Waren die zwei vorbeiziehenden Gewitterfronten wohl der Grund für den schlechten Schlaf oder vielleicht doch eher die Nervosität wegen der ungewissen Weiterreise?
Beim Wasserholen fürs gestrige Nachtessen hatte ich einen wertvollen Tipp betreffend einer guten Autowerkstatt erhalten: So begab ich mich gleich am Morgen zur empfohlenen Garage.
Dort half mir einer der Mechaniker ohne zu zögern! Gekonnt bohrte er die Schraube raus und ein neues Gewinde rein, sägte die neue Schraube auf die richtige Länge zu und montierte alles wieder perfekt zusammen... Nach kurzer Zeit war mein Velo wieder bereit für die Weiterreise:-)
Bis ich tatsächlich die Weiterfahrt antrat, dauerte es aber noch eine Weile: Zuerst standen noch ein verspätetes Morgenessen, Einkaufen und Internet auf dem Programm. Der schönen Musik von zwei südamerikanischen Strassenmusikanten konnte ich auch nicht widerstehen und hörte ihnen noch ein bisschen zu, bevor es endlich aus Jçkabpils rausging...
Der kleine Feldweg ausserhalb von Jēkabpils, der nicht auf meiner Karte eingezeichnet war, führte zum Glück nicht wie befürchtet in eine Sackgasse sondern wie erhofft in Richtung lettisch-litauische Grenze. Der Grenzübergang auf einer Nebenstrasse gestaltete sich hier völlig problemlos und kontrolliert wurde man nur auf lettischer Seite!
Die Strassen waren auf litauischer Seite plötzlich viel besser und meistens asphaltiert! Ob sich dies wohl so fortsetzen wird?
Noch vor ich im Besitz von litauischem Geld war begab ich mich in den ersten Laden und nützte meine Visa-Karte für den Kauf des Nachtessens... Ausserdem nutzte ich die Gelegenheit für einen Crash-Kurs in litauisch, um wenigstens die wichtigsten Wörter wie hallo, adieu, danke, ja, nein etc. zu beherrschen;-)
Im ersten grösseren Ort in Litauen machte ich einen Halt, um Geld abzuheben, Wasser zu besorgen und mich für die letzten Kilometer zu stärken und so einen sich anbahnenden Hungerast zu vermeiden.
Weil in dieser Gegend die Signalisationen für Nebenstrassen fehlten, machte ich einen ärgerlichen Irrweg von etwa fünf Kilometern:-( Daraufhin entschied ich mich, auch meinem Velo zuliebe, vorerst auf Hauptstrassen weiterzufahren...