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TItus: Literarisch-musikalischer Gottesdienst im August
Titus Kirche, 18. August 2019, 10.00 Uhr
Um uns auf unsere Gemeindereise nach Israel-Palästina einzustimmen und die Daheimbleibenden auch Anteil haben lassen zu können an der Welt, in welche uns die Reise führen wird, laden wir am 18. August herzlich ein zum dritten literarisch-musikalischen Gottesdienst dieses Jahres mit dem Werk von Lizzi Doron "Who the fuck is Kafka" und mit Musik von Oum Kultum und Fairuz sowie Klezmer Musik.
Literatur: Lizzie Doron, Who the Fuck ist Kafka. Lesungen Waldtraut Mehrhof
Zuerst: Ein Hotel in Rom. Eine israelisch-palästinensische Konferenz: Aber ist der Mann, der mit Lizzie auf dem Podium sitzt, nicht vielleicht doch ein arabischer Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel? Nein, Nadim pflegt nur seine Reiseunterlagen mit schwarzem Klebeband am Hosenbund zu befestigen, und dafür gibt es Gründe ...
Dann: High Heels in Ost-Jerusalem? Ein Palästinenser im vornehmen Tel Aviver Apartmentgebäude? Von Anfang an ist es eine wechselvolle Freundschaft, die sich zwischen der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron und dem arabisch-palästinensischen Journalisten Nadim entwickelt, begleitet von Vorurteilen und Unverständnis. Es gibt Grenzen der Verständigung. Lizzie hat den Holocaust im Gepäck, Nadim die Nakba - die große Katastrophe -, wie die Palästinenser die Folgen des 48er-Krieges nennen. Sie begreifen, dass sie dieselbe Irrenanstalt bewohnen, nur in verschiedenen geschlossenen Abteilungen.
Musik:
Eingang: Oum Kultum 1904-1975 "Baeed Annak Hayati Azab" (Far from you)
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Zwischenspiel: Nuhad Haddad, bekannt als Fairuz, *1935 Rahbani Brothers
"El Bent El Chalabiya" (Das Mädchen aus Shalabiya)
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Ausgang: Matityahu Weiner Shelem [1904-1975] "Shibbolet bassadeh" (Kornähren in den Feldern)
Traditioneller, israelischer Kreistanz während der das erste Korn geschnitten und im Tempel dargebracht wird.
Oum Kultum wuchs in einer armen Familie auf dem Land auf. Als Fünfjährige begann sie die Gesänge ihres Vaters zu imitieren. Dieser war Imam in der örtlichen Mosche und sang auf religiösen Feiern als Koranrezitator, begleitet von seinem Sohn und einem kleinen Orchester. Oum Kultum verstärkte über Jahre das väterliche Ensemble, gekleidet in Jungenkleider. Als das Publikum nicht mehr zu täuschen war, wurden ihr weitere Auftritte untersagt. Ihre Stimme war aber inzwischen unentbehrlich. Sie vertiefte die arabische Gesangstradition bei Scheich Abu I-Ila dem es zu verdanken ist, dass Oum Kultum gegen anfänglichen Wiederstand mit Vater und Bruder nach Kairo zog, wo ihr Talent wachsen und sie sich musikalisch entfalten konnte.
Nuhad Haddad, bekannt als Fairuz, zog 1935 mit ihrer christlich-syrisch orthodoxen Familie nach Beirut. Mit den Brüdern Mansour und Assy Rahbani (ihrem späteren Ehemann) wurde sie Vorreiterin einer neuen Musikbewegung im Libanon. Die Brüder komponierten für sie an libanesische Folklore angelehnte Melodien und adaptierten europäische Klassik oder lateinische Rhythmen.
Fairuz Stimme ist seit Jahrzehnten nicht aus dem libanesischen Alltag wegzugdenken. 2017 hat sie ihr Album „Bebalee“ veröffentlicht.
Auch im Buch von Lizzie Doron hört Nadim Fairuz‘ Musik im Auto.
Ein Gottesdienst über unüberwindbare Grenzen, die durchlässiger sind, als vorher angenommen und Gott, "der nicht parteilich ist. Vielmehr sind Gott in jedem Volk diejenigen recht, die Gott achten und rechtschaffen handeln." (Apg 10,34+35)
Liturgie und Predigt: Pfrn. Monika Widmer Hodel