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Staatliche Transferleistungen
Im System der sozialen Sicherheit stellen bedarfsabhängige staatliche Transferleistungen die Grundversorgung sicher, wenn diese in Folge von Lebensereignissen nicht durch Eigenleistung oder Sozialversicherungen abgedeckt sind. Der Indikator gibt einerseits Hinweise auf prekäre Lebenssituationen, kann aber auch auf allfällige strukturelle Ungleichheiten hinweisen.
Statistischer Kommentar
Im Jahr 2015 machen die bedarfsabhängigen Sozialleistungen im Mittel (Median) 3,8 Prozent des Einkommens der Luzerner Haushalte aus. Wird der Durchschnitt der drei jüngsten Datenjahre (2013-2015) mit dem Durchschnitt der drei ersten Datenjahre (2009-2011) verglichen, zeigt sich eine wesentliche Zunahme.
Schweizweit machen Sozialleistungen und Taggelder im Durchschnitt 3,6 Prozent des Einkommens der Haushalte aus (2015).
Normative Anbindung
Die Sozialhilfe bezweckt gemäss Sozialhilfegesetz, der Hilfebedürftigkeit vorzubeugen, deren Folgen nach Möglichkeit zu beseitigen oder zu mildern und die Selbsthilfe der Hilfebedürftigen zu fördern.
Die Zunahme der staatlichen Transferleistungen wird entsprechend negativ beurteilt. Wünschenswert ist eine Abnahme.
Im Kanton Luzern steigt der Anteil staatlicher Transferleistungen am durchschnittlichen Haushaltseinkommen an. Das weist darauf hin, dass - über die gesamte Bevölkerung betrachtet - ein geringerer Anteil des Grundbedarfs mittels Erwerbseinkommen und Sozialversicherungsleistungen gedeckt werden kann. Dies, entweder weil die Lebenshaltungskosten stärker zunehmen als die Einkommen, oder weil mehr Personen auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind.
- Bedürfnisdeckung Die Deckung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung ist langfristig sicherzustellen. Bei der Deckung der darüber hinaus gehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse soll den Individuen ein angemessener Spielraum eingeräumt werden.
- Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit Jedes Mitglied der Gesellschaft soll dieselben Rechte und bei gleichen Voraussetzungen dieselben Chancen haben. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf soll gefördert werden. Eine gerechte Verteilung der Ressourcen und Belastungen ist anzustreben.
- Diskriminierungsverbot Niemand darf aufgrund bestimmter Merkmale diskriminiert werden.
- Existenzsicherung Ein menschenwürdiges Leben ist frei von Armut. Die Existenzsicherung soll in erster Linie durch die bezahlte Erwerbsarbeit sichergestellt werden. Bedürftige Mitglieder der Gesellschaft erhalten Solidaritätsleistungen.
- Integration Benachteiligter Die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen und Regionen ins wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben soll gefördert werden.
- Interkulturelle und personale Verständigung Die Verständigung zwischen respektive das Zusammenleben von Einzelnen und Gruppen sowie die gewaltfreie Konfliktlösung sollen gefördert werden, weil das gemeinwohlorientierte Funktionieren und der Zusammenhalt der Gesellschaft wesentlich im solidarischen Handeln ihrer Mitglieder gründet.
- Soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation Die soziale, wirtschaftliche und politische Partizipation für alle soll gefördert werden.
Definition
Der Indikator weist diejenigen Einkommensanteile der Privathaushalte aus, die aus bedarfsabhängigen Sozialleistungen (Ergänzungsleistungen, individuelle Prämienverbilligungen, Stipendien, Wirtschaftliche Sozialhilfe, Alimentenbevorschussung, Mutterschaftsbeihilfe) und Hilflosenentschädigungen stammen.
Der angegebene Schweizer Vergleichswert beruht auf der Haushaltsbudgeterhebung des BFS.
Analysen