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Weitere Luftaufnahmen von Echallens
Kaum erhöht auf einer Anhöhe, hat es heute ein wenig furchtbares Aussehen. War es wirklich ein feudales Schloss? Aber ja! Im Mittelalter waren die Abhänge, die es umgaben, steil. Im Norden und im Westen lief der Talent tief in einem Graben, während im Osten und im Süden das Schloss durch einen gewöhnlichen trockenen Graben geschützt, aber den man bei Gefahr mit Wasser füllen konnte. Das Tor der Festung befand sich an der Seite der Stadt, am Eingang der grossen Strasse und um den Graben zu überqueren, gab eine Zugbrücke.
Der Name Echallens erscheint bereits in 1141 in einem Dokument, unter der Abhängigkeit von der Abtei von Montbenoît, die noch immer im Norden von Pontarlier steht. Später gehörte das Dorf der burgundischen Familie von Montfaucon- Montbeliard, von der ein Mitglied, Amadeus III, das Schloss baute; man weiss nicht wann, aber jedenfalls vor 1273. Die Form des Turmes bestätigt diese Hypothese, da man im 13. Jahrhundert begann, runde Türme zu bauen, wo sie doch während der römischen Zeit rechteckig waren (1000-1200).
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts versuchte eine andere burgundische Familie, die das Schloss Nozeroy im Süden von Besancon bewohnte, ihren Besitz im Waadtland auszudehnen. Der unternehmenslustigste dieser Herren, Louis de Chalon, erhielt durch seine Ehe mit Jeanne von Montbeliard die Rechte auf Echallens, Orbe und Montagny. Allerdings war es erst in 1424, infolge einer Transaktion mit dem Herzog aus Savoyen, dass er seine Rechte auf die Grafschaft von Genf aufgab, und somit wurde Louis de Chalon in Kompensation Eigentümer der Herrschaften.
Louis de Chalon war sehr reich und lieh sogar dem deutschen Kaiser eine beträchtliche Summe. 1451 beschloss er, einen Teil seines Schatzes, der im Schloss Nozeroy eingeschlossen wurde, zu verwenden, um Schloss Echallens zu vergrössern. Er fügte den grossen Behausungskörper mit der Abhängigkeit hinzu, sowie einen zweiten runden Turm, der heute enthauptet im Süden des Schlosses steht.
Nach dem Tod von Louis, jagte ein Unglück das nächste bei der Familie Chalon-Orange. Während der Schlacht von Grandson in 1475 befand sich sein Sohn Hugues an der Seite von Karl den Kühnen als Vassale des Burgund Hauses. Nach der Schlacht bedrängten die Schweizer besonders die Chalons, sie verwüsteten ihren Besitz und belagerten unter anderem Schloss Echallens, dessen grosser Turm noch die Spur der Kugeln trägt. Schliesslich wurde es angezündet.
Dieser Besitz wurde die gemeinsame Vogtei von Bern und Freiburg, die dort Vögte bis zur Revolution installierten. Um diese in Echallens unterzubringen, mussten die beiden Sieger das ruinierte Schloss wieder zum Leben erwecken, wenigstens einen Teil davon, und in 1719 bauten sie mit gemeinsamen Kosten den langen Behausungskörper, der sich im Norden befindet.
Das Schloss wurde zum Staatseigentum vom Waadtland nach dem Weggang der Vögte und wurde mit vielen anderen Schlössern im Kanton zum Verkauf angeboten, um die Kasse des jungen Staates zu versorgen. Es wurde von der Gemeinde von Echallens in 1816 gekauft, um dort seine Dienste unterzubringen.
Bibliographie