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1957 ins Leben gerufen
Nach Sammlungspräsentationen in Vaduz, Kassel und Krems zeigt das «migros museum für gegenwartskunst» in vier Teilen verschiedene Sammlungswerke, bevor eine weitere Auswahl von Arbeiten nach Bozen reist. Die Sammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes wurde 1957 mit der Festschreibung der Statuten der Migros und des Migros-Kulturprozent ins Leben gerufen und Ende der 1970er Jahre mit der Fokussierung auf internationale zeitgenössische Kunst professionalisiert.
Problematiken des Sammelns
Die Ausstellung «Tour d’Horizon» gibt einen Einblick in die verschiedenen Jahrzehnte, in denen nach unterschiedlichen Interessen und inhaltlichen Standpunkten gesammelt wurde, verweist aber auch auf spezifische Aspekte und Problematiken des Sammelns. Im Fokus steht die Präsentation exemplarischer Werke, die noch nie oder schon länger nicht mehr dem Publikum gezeigt wurden. Begleitet wird die sich an einer Chronologie der Ankaufsjahre orientierende Ausstellung durch ein Rahmenprogramm, das sich verschiedenen Fragestellungen des Sammelns und der Geschichte der Sammlung zuwendet.
Vorläufer des Museums
Der erste Teil der Ausstellung wirft einen Blick auf die Phase der Professionalisierung der Sammlung, die zeitgleich mit dem Bestehen des InK (1978–1981) – dem institutionellen Vorläufer des Museums – stattfand. «InK» steht für «Internationale neue Kunst» und galt als wegweisende Institution für den Typus eines «Museums» für Gegenwartskunst. Gezeigt wird eine Auswahl von Werken, die im inhaltlichen Umfeld der Institution entstanden und von Künstlern stammen wie Jan Dibbets (*1941), Donald Judd (1928–1994), Klaudia Schifferle (*1955) und Giuseppe Penone (*1947), die im InK ausstellten. Ergänzt wird die Werkauswahl mit Dokumenten aus dem Archiv des InK.
Ort für Experimente
Das InK unter der Leitung von Urs Raussmüller verstand sich als offener, experimenteller Ort der Produktion und Rezeption; im Zentrum stand ein prozesshaftes Arbeiten, das mitunter auch für das Publikum zugänglich war. Künstler wie Bruce Nauman, Robert Ryman, Jannis Kounellis und Lothar Baumgarten, die bereits damals zu den Protagonisten der internationalen Kunstszene zählten, wurden zu Einzel- und Gruppenausstellungen eingeladen – einige der gezeigten Werke gingen danach in die Sammlung ein. Der Raum war aber vor allem auch ein Ort der Begegnung, der Vermittlung und des Austauschs zwischen der lokalen und der internationalen Kunstszene. So bildet die Ära des InK eine Art konzeptueller Vorläufer für die später wiederaufgenommene Verschränkung von Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit.