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Lachen ist nicht ein exklusiv menschliches Verhalten. Auch Primaten, besonders die Schimpansen, lachen. Wenn junge Menschenaffen gekitzelt werden, kichern sie wie Kleinkinder. Aber nicht nur unsere nahen tierischen Verwandten lachen – auch Ratten lachen, wenn sie miteinander spielen oder gekitzelt werden.
Das Lachen dient als Signal dafür, dass sie sich wohl fühlen. Und es verstärkt die sozialen Bindungen zwischen den Tieren: Ratten, die öfter lachen, bevorzugen die Gesellschaft von anderen Ratten, die ebenfalls häufiger lachen.
Die meisten Leute würden behaupten, dass sie vor allem über Witze oder andere humoristische Einlagen lachen. Das ist aber nicht der Fall: Wir lachen am häufigsten, so das Ergebnis einer psychologischen Studie, wenn wir mit Freunden sprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir über etwas lachen, ist 30 Mal höher, wenn wir nicht allein sind.
Und wenn wir mit Freunden sprechen, lachen wir auch über Bemerkungen, die eigentlich gar nicht lustig sind. Lachen ist eine Form der Kommunikation – wir zeigen damit anderen Leuten, dass wir sie verstehen und mögen.
Das nächste Mal müssen Sie sich keine Mühe mehr geben und höflich lachen, wenn jemand einen schlechten Witz erzählt: Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass unser Hirn echtes von gestelltem Lachen unterscheiden kann. Hören wir gestelltes Lachen, wird eine Hirnregion stimuliert, die eine besondere Rolle dabei spielt, die Emotionen von anderen Leuten zu verstehen.
Zugegeben, diesen Fakt über das Lachen kannten Sie garantiert schon: Es ist tatsächlich ansteckend. Sogar Menschen mitten in einem Gehirn-Scan – nicht unbedingt die lustigste Situation, die man sich vorstellen kann – reagieren auf Gelächter: Ihr Hirn bereitet die Gesichtsmuskeln darauf vor, mitzulachen.
Pärchen, die miteinander lachen, bleiben länger zusammen. Das ist das Ergebnis einer psychologischen Studie, bei der Paare jeweils über eine Eigenart des Partners diskutieren mussten, die der andere als unangenehm empfand. Die Pärchen, die diese heikle Aufgabe mit Lachen und Lächeln meisterten, fühlten sich nicht nur unmittelbar danach besser – es stellte sich auch heraus, dass sie mit ihrer Beziehung zufriedener waren und länger zusammenblieben.
Zwar kann man überall lesen, dass Lachen gesund sei. Das ist zwar nicht falsch – aber Lachen macht leider nicht schlank, wie oft behauptet wird. Lachen erhöht den Energieverbrauch und die Herzfrequenz um 10 bis 20 Prozent, doch damit werden nur ungefähr 10 bis 40 Kalorien zusätzlich verbrannt – bei einer Lachdauer von 10 bis 15 Minuten. Um die in einer Packung Kartoffelchips enthaltene Energie zu verbrennen, müsste man rund drei Stunden ununterbrochen lachen. Und das wäre alles andere als lustig.
Ohne es bewusst zu tun, timen wir unser Lachen in Gesprächen sehr genau auf das Ende von Sätzen. Sogar hörbehinderte Leute, die in Gebärdensprache miteinander kommunizieren, halten sich daran – obwohl sie während ihrer lautlosen Unterhaltung jederzeit problemlos lachen könnten.
Das Lach-Timing ist auch für Komiker sehr wichtig, die auf der Bühne dem Publikum mit Pausen signalisieren müssen, dass jetzt gelacht werden kann. Wenn dann niemand lacht, braucht der Künstler viel Selbstbewusstsein, um die peinliche Stille zu überspielen.
Erwachsene, die nun mal schon länger mit dem Ernst des Lebens zu tun hatten, lachen durchschnittlich nur gerade 15 Mal am Tag. Kinder dagegen bringen es im Schnitt auf etwa 400 Lacher.
Sinn für Humor: Damit beschrieben sich in Anzeigen auf Datingseiten sowohl Männer wie Frauen häufiger als mit Angaben zu Intelligenz, Bildung, Beruf oder Sexualtrieb. Das behauptet zumindest eine Studie. Eine andere Untersuchung förderte die nicht weiter verwunderliche Tatsache zutage, dass wir Fremde attraktiver finden, wenn sie über unsere Witze lachen.
Es gibt zwar nicht den universellen Witz, der jederzeit garantiert jeden zum Lachen bringt. Doch offenbar gibt es Dinge, die stark zum Lachen reizen. Dazu gehören Aufnahmen von Leuten, die verzweifelt versuchen, sich das Lachen zu verbeissen – in Situationen, in denen Lachen unangebracht ist.
Das widerfuhr zum Beispiel vor einigen Jahren der britischen Radiosprecherin Charlotte Green auf BBC 4. Hören Sie sich die Aufnahme an und versuchen Sie, nicht zu lachen:
Auch wenn die britische Komikertruppe Monty Python in diesem legendären Sketch etwas Anderes behauptet:
via BBC
(dhr)