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Allgemeine Informationen
Unsere Wirbelsäule besteht aus 23 Bandscheiben. Jede dieser Bandscheiben besteht aus einem Gallertkern, der wie ein Gelkissen wirkt. Ein harter Faserring umgibt die Bandscheibe und sorgt dafür, dass die Bandscheibe in ihrer Funktion fixiert ist. Durch dauerhafte Beanspruchung und altersbedingtem Verschleiss verringert sich die Elastizität der Scheibe und es kommt zu Brüchen im Aussenring der Faser. Das ist erst einmal nicht so schlimm. Durchbricht der Gallertkern allerdings den Faserring, kommt es zu einem Bandscheibenvorfall. Der Bandscheibenvorfall, auch Bandscheibenprolaps genannt, tritt am häufigsten bei Menschen zwischen 30 und 50 auf. Die meisten Bandscheibenvorfälle treten im unteren Rückenbereich auf und äussern sich durch starke Schmerzen. Meistens können die Symptome eines Bandscheibenvorfalls innerhalb weniger Tage oder Wochen durch eine konservative Behandlung gelindert werden.
Risikofaktoren
Es gibt einige Faktoren, die einen Bandscheibenvorfall begünstigen. Dazu gehört Übergewicht, denn übermässiges Körpergewicht bedeutet eine zusätzliche Belastung der Bandscheiben im Lendwirbelbereich. Menschen in körperlich anstrengenden Berufen, besonders wer viel schwer Heben oder Ziehen muss oder sich oft beugt, hat ebenfalls ein erhöhtes Bandscheibenvorfallrisiko. Generell begünstigt Überlastung wie zu schweres Heben, zu langes Sitzen oder Stehen oder Bewegungsmangel einen Bandscheibenvorfall.
Rauchen stellt ebenfalls einen Risikofaktor dar, denn durch Rauchen verringert sich die Sauerstoffversorgung der Bandscheibe, wodurch sie sich schneller abnutzt. Genetisch bedingt haben zusätzlich manche Menschen die Veranlagung für einen Bandscheibenvorfall.
Mögliche Symptome
Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls hängen von der Lage der Bandscheibe ab und ob die Bandscheibe auf einen Nerv drückt. Bandscheibenvorfälle treten im unteren Rückenbereich oder im Nacken auf. Grundsätzlich haben Patientinnen und Patienten im betroffenen Bereich Schmerzen. Die Art des Schmerzes wird oft als Taubheit oder Kribbeln, das in die anderen Körperteile ausstrahlt, beschrieben.
Ein Bandscheibenvorfall im unteren Rücken äussert sich meist durch Schmerzen in Gesäss, Oberschenkel und in der Wade und durch Lähmungserscheinungen. Die Schmerzen können bis in die Füsse ausstrahlen. Bei einem Bandscheibenvorfall im Nacken, verspüren Betroffene meist Schmerzen im Bereich von Schulter und Armen. Zusätzlich können Kopfschmerzen, Schwindel oder Lähmungserscheinungen auftreten. Die Schmerzen können zum Beispiel verstärkt werden, wenn man hustet oder niest. Bei einem Bandscheibenvorfall ist ausserdem häufig die Fähigkeit zum Heben oder Halten von Gegenständen beeinträchtigt.
Diagnose
In den meisten Fällen eines Bandscheibenvorfalls reichen eine körperliche Untersuchung und eine Anamnese für eine Diagnose aus. Die körperliche Untersuchung kann unterschiedlich ausfallen. Die Ärztinnen und Ärzte untersuchen auf Druckempfindlichkeit und neurologische Untersuchung werden durchgeführt, um die Reflexe, Muskelstärke und Gehfähigkeit zu beurteilen. Patientinnen und Patienten sollen sich meist hinlegen und die Beine in verschiedene Positionen bewegen, um die Ursache der Schmerzen zu bestimmen. Diese Untersuchungen reichen meist aus, um einen Bandscheibenvorfall zu diagnostizieren. Um dann die genaue Lage des Bandscheibenvorfalls zu bestimmen, kann ein MRT sinnvoll sein. Anhand eines Elektromyogrammes kann der Ort der Nervenschädigung festgelegt werden.
Um weitere Krankheiten auszuschliessen können bildgebende Verfahren, wie eine Röntgenaufnahme zum Einsatz kommen. Röntgenaufnahmen erkennen zwar in der Regel keinen Bandscheibenvorfall, jedoch werden so andere Ursachen für Rückenschmerzen wie Infektionen, Tumore, Probleme mit der Wirbelsäulenausrichtung oder Knochenbrüche ausgeschlossen.
Behandlung
Bei den meisten Menschen können die Symptome eines Bandscheibenvorfalls innerhalb weniger Tage oder Wochen durch eine konservative Behandlung gelindert werden. Die konservativen Behandlungen beinhalten meist Ruhigstellung, die Einnahme von Schmerzmitteln, Physiotherapie, Muskelkräftigung und Wärmetherapie.
Bei leichten Schmerzen können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Naproxen-Natrium helfen. Bessern sich die Schmerzen durch die eingenommenen Medikamente nicht, können die Ärztinnen und Ärzte ein Kortikosteroid empfehlen, was in den Bereich um die Spinalnerven injiziert wird. Zusätzlich wird jeweils individuell mit den Ärztinnen und Ärzten abgesprochen, welche Art von Physiotherapie und Muskelkräftigung sinnvoll ist. In sehr seltenen Fällen muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden.
Erstellt: 13.09.2021 07:00 Uhr
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