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Alexis Pinturault (30) ist nach dem Weltcup-Auftakt sichtlich genervt. Nach seinem fünften Rang beim Riesenslalom auf dem Sölden-Gletscher beklagt sich der Gesamtweltcup-Titelverteidiger im Gespräch mit französischen Journalisten über die Chancenungleichheit während der Saisonvorbereitung: «Es ist ja logisch, dass in Sölden mit Odermatt ein Schweizer gewonnen hat. Schliesslich waren die Schweizer die einzigen, die in diesem Sommer auf ihren Gletschern optimal trainieren konnten.»
Marco Odermatt (24) beginnt zu lächeln, als er mit der Aussage seines grossen Widersachers konfrontiert wird und sagt: «Wenn es so ist, ist es ja umso besser. Und ich glaube, dass wir mit unseren Gletschergebieten in Zermatt, Saas Fee und auf der Diavolezza im Vergleich zu den anderen Nationen tatsächlich einen kleinen Vorteil haben.»
Kein Training in Südamerika
Die heimischen Gletscher sind für Swiss Ski während dieser Pandemie noch wertvoller geworden. Im Normalfall fliegen die meisten Ski-Teams im August und September in die Schnee-Camps nach Südamerika oder Neuseeland. Doch das war in den beiden letzten Sommern wegen Corona nicht möglich. Und in Europa gibt es im Spätsommer nur drei Gebiete, welche sich für Ski-Trainings auf höchster Stufe eignet – die Gletscher in Zermatt, Saas Fee und auf der Diavolezza.
Das Problem der ausländischen Abfahrer
Und weil die Schweizer hier die besten Pisten in erster Linie für sich beanspruchen, hatten viele internationale Ski-Stars tatsächlich ein echtes Problem. Vor allem die Speed-Fahrer. «Als Riesen- und Slalom-Spezialist bekommst du im Wallis als Ausländer trotz allem viel eher eine Trainingspiste, als ein Abfahrer» weiss ORF-Experte Hans Knauss (50).
Der ehemalige Kitzbühel- und Adelboden-Champion liefert die Erklärung: «Für die Abfahrer gibt es im Sommer in Europa nur eine geeignete Trainingspiste, und die ist in Zermatt. Die Österreicher konnten zwar ein paar Tage auf dieser Piste mitfahren, den grossen Rest der Vorbereitung haben sie aber in Saas Fee auf einer Strecke absolviert, die mit einer Abfahrt wenig zu tun hat.»
Das spricht tatsächlich für einen besonders erfolgreichem Schweizer Alpin-Winter.