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Kein Weg zu lange, kein Meer zu tief.
Erdöl deckt weltweit rund einen Drittel des Primärenergieverbrauchs ab (2019). Entsprechend wichtig ist der fossile Energieträger bis heute. Gut ein Drittel des Erdöls wird verheizt und für die Wärmegewinnung genutzt. Für den Verkehr ist das Öl besonders wichtig: Fast sämtliche mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Fahrzeuge bewegen sich dank Erdöl-Treibstoffen, das heisst die allermeisten Autos, Lastwagen, Flugzeuge und Schiffe. Knapp 30% des Erdöls wird als Treibstoff genutzt, getankt und verfahren. 22% wird in der Industrie und in Kraftwerken zur Elektrizitätserzeugung verwendet. 13% wird als Grundstoff in der chemischen Industrie verwendet und steckt in zahlreichen Alltagsprodukten.
Die Produktion fossilen Erdöls flacht ab.
Dies ist insbesondere auf die sinkende Förderung von konventionellem Erdöl zurückzuführen, da hier das Fördermaximum bereits erreicht wurde. Die grössten Förderländer sind aktuell die USA, Saudi-Arabien, Russland, Kanada und China (2020). Dank der verstärkten Gewinnung von unkonventionellem Öl, das heisst Ölsanden, Ölschiefer oder Tiefseeöl, bleiben die Förderraten auf hohem Niveau. 2019 erlebte die globale Ölförderung zum ersten Mal einen leichten Rückgang.
Verknappung und ungebremste Nachfrage lassen den Preis steigen.
Der Ölpreis ist neben der Fördermenge und Nachfrageschwankungen jedoch von einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängig: Wirtschaftswachstum, Versorgungsengpässe, politische Krisen, Terrorangst, spekulative Ölgeschäfte aber auch Klimaschutzpolitik und Ausbau erneuerbarer Energien. Der Rohölpreis hat in den letzten Jahrzehnten starke Schwankungen erlebt: Zwischen 1973 und Juli 2008 schnellte der Preis pro Barrel Öl von drei auf 148 Dollar in die Höhe danke der stetig steigenden Nachfrage, insbesondere durch die emerging markets. Nach einem Taucher anschliessend an die Finanzkrise stieg der Ölpreis ab 2009 wieder an. Anfang 2012 lag er bei ca. 115 Dollar. Ab 2014 sank der Preis aufgrund des Überangebots, angetrieben von Nicht-OPEC Staaten, auf unter 30 Dollar (2016). Nach erneuter Erholung erlebte der Ölpreis 2020 aufgrund des pandemiebedingten Nachfrageeinbruchs erstmals negative Preise. Und heute treibt ihn der Ukraine-Krieg wieder massiv in die Höhe. Aus ökologischer Sicht kann ein hoher Ölpreis hilfreich sein: Er beschleunigt die sparsame Nutzung von Ölprodukten und die Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren. Andererseits eröffnet ein hoher Ölpreis die Attraktivität unkonventioneller Fördermethoden wie Fracking, Ausbeutung von Ölsanden oder Tiefseebohrungen mit all ihren negativen Umweltfolgen.
Die SES sagt:
Erdöl ist ein zu wertvoller Rohstoff, um diesen ineffizient in Verbrennungsmotoren und Ölheizungen zu verbrennen. Angesichts der Klimakrise muss die Erdölförderung sofort massiv eingeschränkt, fossile Anwendung im Energiesystem unterbunden und auf die Nutzung von Erdöl in der Petrochemie beschränkt werden. Die verbleibende Förderung ist menschen- und umweltgerecht zu gestalten. Auf unkonventionelles Erdöl ist zu verzichten.