Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03117.jsonl.gz/458

Der US-Präsident und die First Lady hatten sich einem Coronatest unterzogen, nachdem Hope Hicks, eine enge Beraterin, positiv auf das Virus getestet wurde.
«Wie viel zu viele andere Amerikaner in diesem Jahr sind der Präsident der Vereinigten Staaten und ich in häuslicher Quarantäne, nachdem wir positiv auf Covid-19 getestet wurden. Es geht uns gut, und ich habe alle bevorstehenden Verpflichtungen abgesagt», schrieb Melania Trump auf Twitter. «Passt bitte auf euch auf, und wir werden alle gemeinsam da durchkommen», schrieb sie weiter.
Der Leibarzt des US-Präsidenten erwartet, dass Donald Trump trotz seiner Corona-Infektion die Amtsgeschäfte «ohne Unterbrechung» weiterführen kann. Sean Conley erklärte in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung, Trump und seiner Ehefrau Melania gehe es gut und die beiden würden während ihrer Genesung im Weissen Haus bleiben.
«Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird», erklärte Conley. Er und das medizinische Team des Weissen Hauses würden wachsam sein. Conley machte deutlich, dass dem Präsidenten und der First Lady die Unterstützung einiger der «grossartigsten» medizinischen Experten und Institutionen des Landes zur Verfügung stünden.
Trump trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske. Das Weisse Haus begründete dies damit, dass der Präsident und sein Umfeld regelmässig auf das Coronavirus getestet würden. Trumps Sprecherin, Kayleigh McEnany, bezeichnete das Tragen von Masken im Juni als «persönliche Entscheidung» und verwies darauf, dass sie regelmässig getestet werde.
Zuvor hatte Trump in einem Interview mit Fox News bestätigt, dass sich Hope Hicks angesteckt habe. «Sie wurde positiv getestet», sagte Trump. «Wir verbringen viel Zeit mit ihr.»
Im Umfeld von Trump hat es schon früher Corona-Infektionen gegeben. Hicks ist allerdings die dem Präsidenten am nächsten stehende Person, von der bekannt ist, dass sie sich infiziert hat.
Hicks war nach übereinstimmenden Medienberichten am Dienstag mit Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One zur TV-Debatte nach Cleveland gereist, bei der Trump auf seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden getroffen war. Am Mittwoch reiste sie mit zu einem Wahlkampfauftritt nach Minnesota.
Trump suggerierte, dass sich Hicks bei Angehörigen des Militärs oder Polizeibeamten angesteckt haben könnte. «Sie kommen zu dir und sie wollen dich umarmen und sie wollen dich küssen, weil wir wirklich gute Arbeit für sie geleistet haben, man kommt sich nahe und Dinge passieren», sagte Trump.
«Ich war überrascht, das mit Hope zu hören, aber sie ist eine sehr herzliche Person ihnen gegenüber und sie weiss, dass es ein Risiko gibt, aber sie ist jung.» Man könne nicht einfach sagen: «Bleib weg, bleib weg», sagte Trump.
Auf Fotos von Mittwoch war Hicks auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews ausserhalb des Präsidenten-Helikopters Marine One in unmittelbarer Nähe von Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner zu sehen. Beide trugen keinen Mund-Nase-Schutz.
Ein Sprecher des Weissen Hauses, Judd Deere, hatte am Donnerstagabend auf Anfrage mitgeteilt: «Der Präsident nimmt die Gesundheit und Sicherheit von sich selbst und allen, die für ihn und das amerikanische Volk arbeiten, sehr ernst.» Sowohl auf Reisen als auch im Weissen Haus würden die aktuellen Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und bewährte Massnahmen zur Minderung des Risikos einer Ansteckung befolgt, ging aus dem Statement hervor.
Mitarbeitern des Weissen Hauses sei seit Mittwochabend bekannt, dass sich Hicks angesteckt habe, berichtete die «New York Times». Ihr sei es in Minnesota nicht gut gegangen und sei noch während des Rückflugs in der Air Force One unter Quarantäne gestellt worden, berichtete Bloomberg.
Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater im Weissen Haus, Robert O'Brien, positiv getestet.
Die Corona-Pandemie ist in den USA noch immer nicht unter Kontrolle. Mehr als 7.2 Millionen Infektionen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207 000 Menschen starben. (sda/dpa)
Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.