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Das musst du wissen
- Eine künstliche Intelligenz trat in einer Debatte gegen einen Menschen an. Beide sollten das Publikum überzeugen.
- Die KI «Project Debater» von IBM kann ihre eigenen Argumentationen erstellen und dann Vorträge halten.
- Den Sieg trug aber der Mensch davon: Nach dem Auftritt waren mehr Menschen für seine Position als zuvor.
Sprachassistenten können Termine eintragen, SMS schreiben und einfache Fragen beantworten. Aber mit Argumenten Menschen überzeugen? Das fällt den künstlichen Intelligenzen noch schwer – doch sie werden besser, wie «Project Debater» von IBM zeigt. Dieses Computerprogramm trat diese Woche in San Francisco vor Publikum gegen einen Menschen an – und zwar gegen den Debattier-Europameister und Weltmeisterschaft-Finalisten Harish Natarajan.
Bereits seit 2012 programmiert IBM die künstliche Intelligenz «Project Debater». Sie ist dafür ausgelegt, überzeugende Reden zu halten sowie dem Gegner zuzuhören und dann mit Gegenargumenten dessen Position zu schwächen. Um sich seine Argumente zurechtlegen zu können, verfügt «Project Debater» über eine Datenbank mit Artikeln von Zeitungen und Magazinen. Einen Internetzugang hat das Programm aber nicht, es kann also nicht auf Wikipedia oder ähnliche Seiten zugreifen.
Das Thema des Abends – ob Vorschulen subventioniert werden sollten oder nicht – erfuhren der Computer und Natarajan erst 15 Minuten vor ihrem Auftritt. «Project Debater» argumentierte dann für Subventionen, Natarajan nahm die Gegenposition ein. Vor der Debatte stimmte das Publikum über das Thema ab: 79 Prozent befürworteten die Subventionen, 13 Prozent waren dagegen.
Das Debatten-Duell
Die beiden Teilnehmer hielten zuerst je einen vierminütigen Vortrag, gefolgt von einer je zweiminütigen Gegenargumentation. Zum Ende gaben die beiden ein zweiminütiges Schlusswort. Nach den Argumentationen stimmte das Publikum erneut über die Subventionen für Vorschulen ab. Nun waren nur noch 63 Prozent dafür, 30 Prozent waren dagegen. Die künstliche Intelligenz hatte also Unterstützer verloren, der menschliche Teilnehmer, Harish Natarajan, solche dazugewonnen. Sieger der Debatte war darum der Mensch. Dieser hatte einen gewichtigen Vorteil: Er konnte mit lebhafter Stimme, Mimik und Gestik zum Publikum sprechen. «Project Debater» aber verfügt bloss über eine recht monotone, computergenerierte Stimme. Inwiefern dies zur Niederlage der künstlichen Intelligenz beigetragen hat, ist offen.