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Begriffsklärungen
Zu Beginn des Forschungsprojekts verwendeten wir im Zusammenhang mit Dokumenten und Artefakten von Performances den Begriff des Lebendighaltens. Im Lauf der Arbeit hat sich unser Interesse dann auf Konzepte der Tradierung und Weiterschreibung verschoben. Unserer Ansicht nach kann sich das Interesse an Artefakten nicht darauf beschränken, Performances möglichst wahrheitsgetreu und realistisch ‹rekonstruieren› zu können, sondern es geht darum, vielfältige theoretische und künstlerische Methoden und Strategien einer Tradierung bzw. Neuinterpretation von Performancekunst zu erproben und zu analysieren. Unter Weiterschreibung verstehen wir neben der Herstellung von Artefakten auch Re-enactments, Re-Performances und andere künstlerische Aneignungsstrategien, die ebenfalls Tradierungsmethoden sind. Diese Methoden erzeugen unterschiedliche Überlieferungsintensitäten und Leistungen: von der historischen Treue zum ‹Original› im Re-enactment über die interpretative Übersetzung in einer Re-Performance bis zur Neuformulierung in einem künstlerischen Werk. Mit dem Begriff der Überschreibung ist eine deutliche Überlagerung des Intentionalen oder Spezifischen einer Arbeit gemeint. Das bedeutet, dass die ehemals konstituierenden Elemente einer Performance – zum Beispiel ein Konzept mit konkretem Bezug zu einem historischen Kontext – in einem Artefakt oder einer Weiterschreibung nicht mehr erkennbar und lesbar sind.
Im Projektverlauf haben wir uns auf bestimmte Performance-Genres geeinigt, die sich stark an der Idee und Form einer Performance orientieren (siehe related documents). Diese Begriffe spielen im Zusammenhang mit der strukturierten inhaltlichen Erschliessung derjenigen Artefakte eine wichtige Rolle, die ins Medienarchiv der ZHdK eingespeist wurden. Zugleich werden damit anderen Nutzer/innen dieses Archivs modellhafte ‹Performance-Datenbankeinträge› zur Verfügung gestellt.