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Geboren 13.10.1939
Priesterweihe 2.4.1966
Seelsorge in Simbabwe 1968-1977
Serima, Mashaba, St. Anthony (1971-77)
Verwaltung und Seelsorge in Sambia 1978-1995
Mpima-Seminar (1978-81)
Kaparu-Mission (1982-95)
Seelsorge in Simbabwe 1996-2008
Mukaro/Rupiri (1996-99)
Masvingo (2000-2008)
Missionshaus Bethlehem, Immensee 2008-2015
Verstorben 23.10.2015
Abdankung bei der Auferstehungsfeier
am 29. Oktober 2015:
Liebe Schwestern von Franz-Sepp, Maria u Judith,
liebe Angehörige, liebe Mitbrüder u Freunde,
lieber Franz-Sepp,
„Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“ (Lk 12, 40)
Ich weiss nicht, ob Du mit der überraschenden Erfüllung dieses Evangelientextes zehn Tage nach deinem 76. Geburtstag gerechnet oder ob Du es geahnt hast. Theoretisch wusstest Du um die Schwäche Deines Herzens, praktisch hast Du gewisse Schmerzen immer wieder gespürt, auch am Tag vor Deinem unerwarteten Tod.
Du hast im solothurnischen Luterbach mit deinen lieben Schwestern Maria und Judith eine frohe Jugend erlebt. Obwohl Du die Schreinerwerkstatt deines Vaters besonders geschätzt hast, wähltest du einen andern Berufsweg.
Als 12jährige Buben begannen wir in Rebstein, im entfernten Rheintal, das Gymnasium. Die Maturareise 1959 nach Venedig und Padua war wohl für manche von uns damals eine der ersten mehrtägigen Auslandreisen. Nach der Priesterweihe 1966 zusammen mit den Gebrüdern Toni und Walter Achermann in Entlebuch und der Primiz in Luterbach wurde der missionarische Auszug aus der Heimat weiter konkret. Wie so viele andere Mitbrüder hat Franz-Sepp als Vorbereitung auf Süd-Rhodesien einen einjährigen Englandaufenthalt absolviert, dann in Driefontein die Landessprache Shona gelernt für seine Missionsarbeit auf verschiedenen Missionsstationen. Die schwierige und gefährliche Zeit des Befreiungskrieges ab 1975 hat er in St. Anthonys erlebt. Der gewaltsame Tod von Martin Holenstein, Gieri Jörger und Kilian Hüsser (2 Jahre jünger als wir) war für die Mitbrüder in Zimbabwe wie auch für uns daheim eine sehr belastete Zeit.
Anschliessend hat Franz-Sepp ein Sabbatjahr in der Heimat gemacht, verbunden mit einem intensiven Buchhalterkurs in England, denn er hatte sich für einen neuen Missionseinsatz im Nachbarland Sambia zur Verfügung gestellt. Als Ökonom des Mpima-Seminars hat er seine Missionsarbeit vor allem in praktischer Form durch viele Dienste ausüben können. Seine mehr praktisch-organisatorischen Veranlagungen kamen dort und während der 13 Jahre Aufbau der Kaparu-Mission zusammen mit Josef Christen voll zum Zug. Wie oft war er mit seinem Pick-up unterwegs, um die notwendigen Baumaterialien herzuschaffen. Wie oft hat er nach schlechten Erntezeiten, da Hunger in der Gegend herrschte, Mais zugeführt und neues Saatgut für die Bauern; so ist er für die Leute oft ein eigentlicher Brotvater geworden.
Im Jahr 1996 hat Franz-Sepp einen elfjährigen Neueinsatz in Simbabwe, in der Diözese Gweru und der neuen Nachbardiözese Mashvingo, begonnen. Unser Mitnovize und Regionaloberer Tony Wey schrieb vorgestern in einem sms: „Die praktische Hilfsbereitschaft von Franz-Sepp und seine Gastfreundschaft wurden von allen geschätzt. Das trifft besonders auf die Jahre zu, in denen er Gastpater im ‚Bethlehem House‘ in Mashvingo war. Bei Aufnahme und Bewirtung seiner Gäste, SMB und andere, kamen ihm seine organisatorischen Fähigkeiten sehr zustatten. Vor seiner Rückkehr in die Schweiz, hat Franz-Sepp auch als Finanzverwalter der Region Simbabwe gearbeitet.“
Auch einer unserer langjährigen und verdienten Missionsärzte, Dr. Herbert Aschwanden, der Franz-Sepp all die Jahre kannte und mit uns die Trauer teilt, schildert das Wirken von Franz-Sepp: „Von den Afrikanern erhielt er anfänglich den Übernamen ‚Baby-Priest‘. Der jugendliche Teenager, so sah er aus, entpuppte sich dann aber in den folgenden Jahren als ein starker Entwicklungshelfer und Missionar. Er war immer mit RAT und TAT für seine Gemeinden an vorderster Front. Zusammen mit seinen Schützlingen erarbeitete er Projekte, die für sie das Leben verbesserten und ihnen das Überleben in Hungersnöten ermöglichten. Er kaufte jeweils das Saatgut und die Leute bezahlten nach der Ernte. Gab es Überschuss, kaufte er diesen Mais von ihnen zurück. Davon profitierten auch unser Spital und die Angestellten während einer Hungersnot. Nachts, über Buschwege brachte er den Mais nach Dreifontein. Tagsüber wäre er überfallen und ausgeraubt worden. Ein Helfer und treuer Freund für alle, die ihn kannten, das war FRANCIS.“
Nach seiner Rückkehr 2008 in die Schweiz hat er wieder persönlichen Missionsdienst geleistet in vielen Diensten von Mensch zu Mensch, in Begleitung älterer Mitbrüder – unser Senior sagte, er habe an ihm den rechten Arm verloren; Computerpannen, Radioprobleme fanden bei ihm eine hilfreiche, sachverständige Hand. Bei gewissen Aufräumearbeiten ging er energisch ans Werk, nicht immer zur Freude aller.
Die letzten Jahre, wie schon im Missionsseminar Schöneck, ging er oft still betrachtend mit wachen Augen durch Gottes Schöpfung, von der er manches in Photos festgehalten hat. Eine zur Meditation einladende Broschüre ‚SMB Toten Buch‘ hat er letztes Jahr noch gestaltet: ein neues Format, mit biblischen und andern Zitaten angereichert.
Lieber Franz-Sepp, Du warst ein eifriger, vielseitiger und vor allem ein dienender Missionar in Afrika wie hier. Deine vielfachen praktischen Dienste werden wir vermissen, wie auch den lebendigen Vortrag biblischer Texte bei der Eucharistiefeier und dein sinnierendes Fragen bei Gesprächen. Aber wir dürfen dich jetzt beim himmlischen Gastmahl wissen, wie es Jesaja in der heutigen Lesung schreibt: „Der Herr der Heerscharen wird auf diesem Berg allen Völkern ein Mahl bereiten mit feinsten Speisen, ein Gelage mit edelsten Weinen“ (Jes 25,6), ein Satz, den Du im Testament zitiert hast.
Herzlichen Dank für deine Weggemeinschaft und auf Wiedersehen, Franz-Sepp!
Josef Steiner ■