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| Ambrosius von Mailand (340-397) - Exameron

Der fünfte Tag. Siebte und achte Homilie. (Gen 1,20-23)
IV. Kapitel. Das Wasser das Element der Fische. Was die Luft für die übrigen lebenden Wesen, ist das Wasser für die Fische. Lungenund Kiemenatmung.
11.
Der Grund ist einleuchtend. Bei uns nimmt die Lunge Luft in das sich weitende Innere der Brust auf und dämpft mit der infolge ihrer großen Durchlässigkeit einströmenden Luft die innerliche Hitze. Wie nämlich die Brusthöhle die Nahrung aufnimmt, so sondert sie auch die überflüssigen Speisereste wie die der Gesundheit zuträglichen Säfte und das Blut aus: da nun wird die Lunge durchlässig, und die eingeatmete Luft vermag daher leichter dahin einzuströmen. Die Fische hingegen haben Kiemen, die sie bald zusammenziehen und schließen, bald auseinanderziehen und öffnen. Mit diesem Schließen und Öffnen beim Aufnehmen, Hindurchleiten und Eindringen des Wassers scheint nun [bei ihnen] die Atmungsfunktion vor sich zu gehen. So haben denn die Fische ihre eigenartige Natur, die sie mit den übrigen Wesen nicht teilen, ihre besondere Lebensweise und ihr von den übrigen geschiedenes und abgesondertes Lebenselement. Sie werden darum nicht aufgenährt und empfinden auch nicht gleich den Tieren des Festlandes Ergötzen an der Streichelund Schmeichelhand des Menschen, ob sie auch wohlverwahrt in Behältern leben.