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Die EU stellt im Bezug auf den Handel mit landwirtschaftlichen Gütern der wichtigste Handelspartner für die Schweiz dar. Da die Schweiz weder Mitglied der EU noch des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ist, mussten andere Wege gefunden werden, um die gegenseitigen Handelsbeziehungen zu stärken. Aus diesem Grund wurden in den 70er Jahren bilateralen Verhandlungen mit der EU und ihrer Vorgängerorganisationen aufgenommen.
Die Hauptetappen des bilateralen Vertragswerks zwischen der Schweiz und der EU sind folgende:
- das Freihandelsabkommen (FHA) von 1972
- das Versicherungsabkommen von 1989
- die bilateralen Abkommen I von 1999
- die bilateralen Abkommen II von 2004
Das Freihandelsabkommen von 1972 baut tarifäre Handelshemmnisse (Zölle, Kontingente) für Industrieprodukte zwischen den Vertragspartnern ab und schafft dadurch eine Freihandelszone. Die Freihandelspartner verfolgen dabei keine harmonisierte Zollpolitik, das heisst es besteht keine Zollunion. Deshalb werden an den Grenzen nach wie vor Zollkontrollen durchgeführt.
Das Versicherungsabkommen von 1989 zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft gewährleistet den Versicherungsgesellschaften der jeweils anderen Vertragspartei die gleichen Niederlassungsrechte wie den Eigenen.
In Ergänzung des Freihandelsabkommens regeln die sieben bilateralen Abkommen I eine zusätzliche gegenseitige Öffnung der Märkte in bestimmten Bereichen. Sie betreffen folgende spezifische Sektoren: die Personenfreizügigkeit, die technischen Handelshemmnisse, das Beschaffungswesen, die Landwirtschaft, der Luft- und Landverkehr. Zudem wird mit dem Forschungsabkommen die Teilnahme der Schweiz an den Forschungsprogrammen der EU ermöglicht.
Die bilateralen Abkommen II umfassen zusätzliche wirtschaftliche Interessen und dehnen die Zusammenarbeit auf weitere politische Bereiche wie innere Sicherheit, Asyl, Umwelt oder Kultur aus. Sie betreffen die folgenden Dossiers: Schengen/Dublin, die Zinsbesteuerung, die landwirtschaftlichen Verarbeitungsprodukte, die MEDIA-Programme, die Umweltagentur, die Statistik, die Betrugsbekämpfung, die Ruhegehälter der EU-Beamten sowie die EU-Programme Bildung, Berufsbildung und Jugend.