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Peter van Ham
Krieger von Sonne und Mond
Mythen und Märchen der Völker im Nordosten Indiens
2011
Gedächtnis der Völker (GdV)
Broschur mit Bildteil, 136 Seiten
ISBN 978-3-03740-104-0
Preis CHF 32.00
(bei Online-Bestellung: 20.00 CHF)
Preis EUR 30.00
(bei Online-Bestellung: 20.00 EUR)
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«Sieben Schwestern Indiens» werden die Bundesstaaten im Nordosten des indischen Subkontinents genannt. Dieses riesige Gebiet zwischen Tibet, China, Burma und Bangladesch erstreckt sich von den eisigen Gipfeln des Himalajas bis hinunter in die feuchtheißen Ebenen Assams. Unter dem schützenden Dach des Regenwaldes haben sich ungewöhnliche Stammesriten bewahrt, die wenig mit dem hinduistischen Indien gemein haben. Bei einigen der über 500 Ethnien, die hier zu Hause sind, spielt die – heute meist symbolisch praktizierte – Kopfjagd und die Präsentation der Schädeltrophäen eine zentrale Rolle. Familienverbände von Hunderten von Mitgliedern leben in Langhäusern zusammen, praktizieren einen Megalithkult um Riesensteine, die Vielehe und die Erbfolge über die mütterliche Linie (wogegen eine männliche Emanzipationsbewegung Sturm läuft).
So reich, geheimnisvoll und archaisch wie die Riten und Traditionen ist der mündliche Erzählungsschatz, den der Himalaja-Experte Peter van Ham auf seinen Forschungsreisen gehoben hat und hier erstmals in deutscher Sprache zugänglich macht. Daneben gibt er einen ausführlichen Überblick über die Geschichte und Mythologie der Völker im Nordosten Indiens.
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Leseprobe
Warum die Tage länger und kürzer werden
Mythos der Digaru-Mishmi (Loiliang)
Manchmal ist die Sonne ein Mann und manchmal eine Frau. Wenn sie eine Frau ist, ist der Tag lang, und wenn sie ein Mann ist, geht dieser schnell nach Hause und legt sich faul ins Bett. Dann ist der Tag kurz.
Von der Liebe zwischen Himmel und Erde
Mythos der Adi-Minyong (Yeksi)
Zu Beginn der Zeit lagen Sedi, die Erde, und Melo, der Himmel, nah beieinander, da sie Mann und Frau waren. Doch als Polung-Sabbo, das erste Mithun-Rind geboren wurde und über das Land wanderte, stieß es mit seinen Hörnern immer an die Wolken. In seinem Ärger darüber wirbelte es sie fort, weit, weit weg von der Erde. Doch später, als die trockene Erde erschienen war, verlangte es Sedi, zu Melo zurückzukehren, wieder eins mit ihm zu sein. Als sie ihren Körper ihm in Verlangen entgegenzustrecken suchte, kamen Donyi, die Sonne, und Polo, der Mond, hervor und sandten ihr Licht auf die Erde. Beschämt ob ihres Verlangens erstarrte Sedi auf der Stelle. Der Teil von ihr, der sich bereits dem Himmel entgegengereckt hatte, ist bis heute zu sehen. Es sind die Berge.
Wolken
Mythos der Digaru-Mishmi (Loiliang)
Wolken sind die Schweine des Himmels. Es gibt eine Reihe von Ketten, die über den Himmel gespannt sind, und entlang dieser wandern die Wolkenschweine. Wenn sich zwei Wolkenschweine treffen, kämpfen sie miteinander, und wenn sich ihre Borsten aneinander reiben, zucken Blitze über den Himmel. Die Schweine grunzen laut während sie kämpfen, dies hören wir als Donner.
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Pressestimmen
«In der Reihe ‹Gedächtnis der Völker› erschien die bemerkenswerte Schrift von Peter van Ham ‹Krieger von Sonne und Mond›. Sie enthält Mythen und Märchen der Völker im Nordosten Indiens mit aufschlussreichen Fotos. Dabei werden sowohl die Isolation als auch die Kontakte dieser im Rückzug befindlichen Ethnien mit ihrem Erzählschatz, ihre Märchen und Mythen verdienstvoll ent- und für die Nachwelt geborgen. Dabei ist diese für uns unbekannte Welt umringt von grossen und aktuell in den Schlagzeilen täglich erscheinenden Regionen wie China, Tibet, Bhutan, Bangladesch und Birma/Myanmar. Wie lange noch werden diese Ethnien ihre reiche Kultur lebendig weitergeben? Daher ist diese Schrift von besonderem Wert für unsere im Werden begriffene Weltgesellschaft.» kultur-punkt