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Als im Izu Velodrome die letzten 250 Meter eingeläutet wurden, mobilisierte Théry Schir seine letzten Kräfte, fuhr an die Spitze und überquerte die Ziellinie im Schlusssprint als Erster. Auch wenn sich der Schweizer danach nicht als Olympiasieger im Omnium feiern lassen konnte, so passte das Bild hervorragend zu seinem erfreulichen Auftritt im Vielseitigkeits-Wettkampf. Dem 28-jährigen Waadtländer war es gelungen, im Konzert der Grossen mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern aus verschiedenen World-Tour-Teams mitzuhalten.
Mit den Rängen 9, 4 und 3 in den ersten drei Disziplinen Scratch, Tempo- und Ausscheidungsfahren hatte sich Schir eine ausgezeichnete Ausgangslage geschaffen. So nahm er das abschliessende Punktefahren, seine Paradedisziplin, als Vierter des Zwischenklassements in Angriff. Von einem Podestplatz trennten ihn vor den letzten 100 Runden mit den zehn Sprintwertungen lediglich zwölf Punkte. Statt dem angepeilten Diplom lag plötzlich sogar eine Medaille drin.
«Vor mir gab es nur Champions»
Doch weiter nach vorne ging es für Schir nicht mehr. Ein Rundengewinn, der mit 20 Punkten belohnt wird, wollte ihm im Rennen über 25 km keiner mehr gelingen. «Leider fehlte mir im Punktefahren etwas die Kraft», gestand der Waadtländer. So büsste er in der Gesamtwertung noch drei Positionen ein. Daran änderten auch die zehn gewonnenen Punkte im Schlusssprint nichts mehr.
«Ich bin sehr glücklich, dass ich mit den Besten mithalten konnte. Vor mir gab es nur Champions», resümierte Schir, dessen grösster Einzel-Erfolg bislang ein 2. Platz an den Europa-Spielen 2019 in Minsk gewesen war. Zu einer olympischen Medaille - es wäre die erste gewesen eines Schweizer Bahnfahrers seit Silber 2004 in Athen durch Bruno Risi/Franco Marvulli im Madison - fehlten ihm am Ende 15 Zähler. Nun strebt Schir am Samstag im Madison zusammen mit Robin Froidevaux erneut einen Diplom-Rang an. Als Mitglied des Bahnvierers hat Schir 2016 in Rio (7.) und eben in Tokio (8.) schon zwei solche erreicht.
Walls triumphiert überlegen
Olympiasieger wurde überlegen der Brite Matthew Walls. Der Europameister, der beim Strassenteam Bora-Hansgrohe unter Vertrag steht, setzte sich mit 24 Punkten Vorsprung vor dem Neuseeländer Campbell Stewart durch. Bronze sicherte sich der Italiener Elia Viviani, der Goldmedaillengewinner von 2016 in Rio de Janeiro. Weltmeister Benjamin Thomas aus Frankreich, der grosse Favorit und Teamkollege von Stefan Küng bei Groupama-FDJ, ging als Vierter leer aus.