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Durch die vielen Vitamine (B1, B6 und E)Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Lecithin und Folsäure senkt Avocado den Cholesterinspiegel, stärkt das Immunsystem und hat eine vorbeugende Wirkung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kein Wunder, dass die Frucht eines Lorbeergewächses derzeit als eines der trendigsten und beliebtestes Lebensmittel gilt.
Wasserverschwendung, Waldrodung und Monokulturen
Auf die erhöhte und tendenziell immer noch steigende Nachfrage nach Avocado reagieren die Anbieter. In Mexiko, dem weltweit grössten Avocado Exporteur, vergrösserte sich die Anbaufläche zwischen 2000 und 2010 von 95'000 Hektar auf über 134'000 Hektar. Gemäss Gira, einer Mexikanische Umweltschutzorganisation, werden jährlich 1500 bis 4000 Hektar Wald gerodet, um freie Flächen für Avocado-Felder zu schaffen. Avocadobäume werden meist in Monokulturen angebaut, bei welchen Pestiziden eingesetzt werden. Zudem ist der Wasserverbrauch enorm. Für ein Kilogramm Avocado (das sind etwa zweieinhalb Avocados) werden 1‘000 Liter Wasser benötigt. Dies ist mehr als sieben Mal so viel wie für ein Kilogramm Salat. Die ökologische Sünde geht mit dem langen Transportweg weiter. So werden die Avocados mit Lastwagen an die Küste gebracht, wo sie im Falle von Mexiko per Schiff nach Rotterdam verfrachtet werden. Ganze 26 Tage werden die Avocados in strombetriebenen Containern – Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Konzentration müssen stimmen – quer über den Ozean befördert.
In den Niederlanden angekommen, werden sie bei Nature’s Pride, der in Europa grössten Avocado-Reiferei, gelagert. Obwohl es ziemlich paradox klingt, kann dem Unternehmen, abgesehen vom Import und Export von ca. 500 verschiedenen Früchte- und Gemüsesorten als ihrem Hauptgeschäft kaum ein ökologisches Vergehen angehängt werden. Auf dem Parkplatz stehen Teslas, das grossflächige Dach ist mit Solarzellen ausgestattet, es wird einen Schmetterlingsgarten betrieben, welcher der Forschung zur Verfügung steht und auf dem WC wird mit Regenwasser gespült. Es könnte angenommen werden, dass die Firma dadurch ihre schlechte Ökobilanz aufbessern möchte. Allerdings wird ökologisches Verhalten auch unabhängig davon immer mehr zum Statussymbol in der westlichen Welt.
Eine bewusste Ernährung?
Avocado zählt als so genannter Superfood. Dieser soll besonders gesund und reich an wertvollen Inhaltsstoffen sein. Verblüffend ist, dass Avocado regelrecht als Sinnbild für eine bewusste Ernährung steht. Umweltbewusste Veganer bis zu fleischessenden Fitnessfreaks verzehren die grüne Frucht regelmässig. Dabei ist ihr ökologischer Rucksack den wenigsten bewusst. Allerdings sollte in der Zeit, in der bewusste Ernährung grossgeschrieben wird, auch das Bewusstsein über die Herkunft geweckt sein. Gurken im Winter und Avocados aus Mexiko oder Peru sollten bei dem Konsumenten allgemein Fragen aufwerfen.
Wer nun trotzdem nicht komplett auf Avocados verzichten möchte, sollte den Kern mitessen. In ihm stecken viele lösliche Ballaststoffe und Antioxidantien: Da wäre es doch schade, ein solch wertvolles Lebensmittel nur zur Hälfte zu essen. Dafür muss die braune Haut abgeschält und der Kern dann in kleine Stücke geschnitten werden. Die Stücke müssen getrocknet werden und können anschliessend im Mixer zermalmt oder geraspelt werden. Als Pulver kann der Avocadokern überall beigegeben werden.