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10) Turbenthal (mit
Kehlhof und Dorf Turbenthal). Zusammen: 405
Häuser, 1952 Ew. (wovon 157 Katholiken);
Dorf Turbenthal: 73
Häuser, 357 Ew. Kirchgemeinde Turbenthal.
Die
Weiler und
Höfe im gebirgigen SO.-Abschnitt der Gemeinde
sind seit 1838 zur besondern Pfarrei
Sitzberg vereinigt. Elektrisches Licht und Hauswasserversorgung. Sekundarschule. Im
Tössthal
hat die Industrie ihren Sitz aufgeschlagen: Baumwollenindustrie, Stickerei und Wolldeckenfabrikation.
Auf den Höhen und in den Seitenthälern treiben die Bewohner besonders Viehzucht und Holzschlag.
Im Schloss Turbenthal befindet
sich seit 1905 die schweizer. Anstalt für schwachbegabte Taubstumme.
Alemannische Ansiedelung. 825: Turbatuntale = «wildes, zerklüftetes Bergthal»
(keltisch turba = wild; dun = Berg). Alemannische Gräber bei
Hutzikon. 825 überträgt ein Perahthard
und 829 ein Altirih seinen Besitz in Turbenthal, 858 ein Reginbert seinen Anteil an der dortigen Kirche dem Kloster St. Gallen.
Nach
alten Ueberlieferungen sollen sich
Bischof Salomon von Konstanz und der Abt von St. Gallen
vor den Kammerboten Berchtold und Erchanger
nach Turbenthal geflüchtet und hier eine dem h. Gallus geweihte
Kapelle gestiftet haben. In der Gegend
erhoben sich die Stammburgen der
Landenberger.
Die von
Breiten-Landenberg besassen die niederen Gerichte, von denen ein Teil im 18. Jahrhundert an andre Familien überging,
die nahe dem Dorf ein schlossartiges Gebäude errichteten. Die hohe Gerichtsbarkeit stand den
Grafen von
Kiburg zu, mit deren
Grafschaft sie an Zürich
kam. Bis 1798 war die Gemeinde ein Bestandteil des oberen Amtes der kiburgischen Landvogtei.
Die Kollatur gehörte dem Kloster St. Gallen,
und dieses belehnte damit 1544 die Familie
Breiten-Landenberg. 1873 kam sie an Zürich.
Unter dem
hohen Chor der altertümlichen Kirche befindet sich das Erbbegräbnis der
Breiten-Landenberg (vergl. die
Art.
Landenberg). Siehe u. a.
Strehler. Geschichte der Sekundarschule Turbenthal. 1885.
Zwischen Piz Turettas und seiner scharfen südl. Vorhöhe 2905 m liegt die öde, wenig steile Felsennische
Val della
Crappa. Nach NW. verbreitert sich der Gratstock, um sanft und plateauartig nach N., mit steilen, von Grasbändern
unterbrochenen Felsenrippen in der entgegengesetzten Richtung abzufallen und erst am Thälchen
Valbella, einem zum kleinen
Lai da Chazfora hinaufreichenden Seitenzweig des
Thales der
Münsteralpen zu endigen. Im N. nehmen die wilden,
stark verbauten Felsentöbel
ValRuina,
Val Fossa und
Val dell' Archa
Gronda ihren
Ursprung. Der Piz Turettas kann von
Fuldera aus
leicht und bequem in etwa 4 Stunden erstiegen werden und bietet eine prächtige Fernsicht dar. Der Bergstock ist
zur Hauptsache aus Hauptdolomit, Rauhwacken der Raiblerschichten und Arlbergdolomit zusammengesetzt, welche Schichtglieder
auf der
Münsterthaler- wie auf der
Seite des
Thales der
Münsteralpen auf alpinem Muschelkalk, Breccien, Konglomeraten und sandig-tonigen
Schichten des Verrucano ruhen.
(Kt. Aargau,
Bez. Baden).
343 m. Gem. und Dorf am Zusammenfluss von
Limmat und
Reuss. Station der Linien
Zürich-Baden-Brugg
und Turgi-Waldshut. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit
Unterwil: 77
Häuser, 877 Ew., wovon 493 Katholiken und 384 Reformierte;
Dorf: 59
Häuser, 732 Ew. Kirchgemeinden
Gebensdorf. Acker-, Obst- und Weinbau, Viehzucht und Milchwirtschaft. Aktive industrielle
Tätigkeit: Baumwollspinnerei, Badapparatenfabrik, Herstellung von chemischen Produkten und von Metallwaren.Säge.
Turgi gehörte ursprünglich zur Gemeinde
Gebensdorf, wurde aber seit dem von der Mitte des 19. Jahrhunderts datierenden Aufblühen
der Industrie davon abgetrennt. Der Name (Dialektausdruck für "Thurgau")
) bezieht
sich darauf, dass hier an der äussersten W.-Grenze der ehemaligen Landschaft Thurgau
eine «Thurgauhof»
genannte Siedelung sich befand.
Eine in
Unterwil aufgefundene römische Inschrift war von Aegidius Tschudi
nach
Baden transportiert worden und kam 1712 nach Zürich.
Römische Münzen werden in Turgi nicht selten gefunden.