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Stress ist ein Ungleichgewichtszustand zwischen persönlicher Leistung, Angeboten und den eigenen Handlungsmöglichkeiten.
Auf physischer Ebene erfolgt dabei eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adreanlin, Noradrelanin oder Cortisol, welche mit molekularen Veränderungen in den Körperzellen einhergeht. Eine erhebliche und dauerhafte Aufrechterhaltung dieses Zustandes kann zur Schädigung von Blutgefässen und Immunsystem und zu Nierenversagen führen; im schlimmsten Fall ist gar mit einem Schlaganfall oder mit einem Herzinfarkt zu rechnen.
Auf psychischer Ebene wird als Folge von Stress etwa von Schlafstörungen, Angstzuständen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder sozialem Rückzug berichtet. Stress entsteht, wenn die an eine Person gestellten qualitativen und quantitativen Anforderungen höher sind, als deren Möglichkeiten, diese zu bewältigen bzw. zu kontrollieren.
Nebst betriebswirtschaftlichen bestehen auch rechtliche Risiken
Neben den genannten schwerwiegenden Beeinträchtigungen des Arbeitnehmers ist Stress am Arbeitsplatz auch für den Arbeitgeber relevant, dies insbesondere aus zwei Gründen:
Erstens verzeichnen gestresste Menschen einen Produktivitätsabfall, welcher sich letztlich auf die Rentabilität des Unternehmens auswirkt. Ferner verzeichnen stressbedingte Ausfälle weitere betriebswirtschaftliche Negativfolgen wie etwa Mehrbelastung der anderen Teammitglieder, Belastung der Unternehmenskultur, Verlust von Know-How bis hin zu einem Imageverlust der Unternehmung.
Zweitens bestehen für den Arbeitgeber auch rechtliche Risiken: Zum einen in der Lohnfortzahlung beim Ausfall der Mitarbeitenden – und diese können u.U. erheblich ins Gewicht fallen - zum andern in Haftungsrisiken. Und diese Stresshaftung ist nicht bloss ein hypothetisches Konstrukt. So hat das Schweizerische Bundesgericht einer Arbeitnehmerin eine Genugtuung von CHF 10‘000 zugesprochen, da diese aufgrund von Überbeanspruchung am Arbeitsplatz eine schwere Depression erlitt und demzufolge arbeitsunfähig wurde (BGE 4C.24/2005).
Letztlich steht es Arbeitnehmern auch offen, die Arbeitsleistung zu verweigern, wenn die Stressbelastung so hoch ist, dass sie als unzumutbar erscheint. Den Lohn müssen Arbeitgeber in einem solchen Fall aber weiterhin zahlen (Art. 324 OR).
Arbeitgeber sind folglich gut beraten, die Stressthematik ernst zu nehmen. Zudem ist auch eine gewisse ethische Verpflichtung nicht abzusprechen. Es gilt daher Verhältnisse zu schaffen, die den Arbeitnehmer vom Stress entlasten.