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Am zweiten Wochenende im Oktober findet Jahr für Jahr in Belem das Fest zu Ehren der Nossa Senhora de Nazaré statt. Sie ist Schutzpatronin des Bundesstaates Pará und “Königin“ Amazoniens. Zum ersten Mal fand der Círio de Nazaré mit päpstlicher Genehmigung 1793 statt. Damals vereinte er etwa 10.000 Menschen und beinahe die gesamte Bevölkerung Belems.
Dass die heilige Jungfrau von Nazareth in Belem so stark verehrt wird hängt wiederum mit einer Legende zusammen. Nach dieser soll im Jahr 1700 ein Mann Namens Plácido de Sousa am Ufer des Flusses Murutucu eine Statue der heiligen Jungfrau gefunden und mit nach Hause genommen haben.
Am nächsten Tag war diese allerdings verschwunden und tauchte plötzlich wieder am Ufer des Flusses auf. Plácido zog daraus den Schluß, dass sie am Fluss bleiben wollte. Dort wurde ihr zu Ehren schließlich die Basílica Santuário Nossa Senhora de Nazaré gebaut.
In der Basilika wurde das diesjährige Fest am 8. Oktober mit einer Messe und der Präsentation des Umhangs der Heiligen eröffnet. Der wird jedes Jahr unter strengster Geheimhaltung neu gestaltet. Höhepunkt der mehrtägigen Feier mit Andachten und verschiedenen Veranstaltungen ist jedoch die Prozession am Sonntag (10.).
Dann werden sich schon am frühen Morgen die Gläubigen in der Catedral de Belem am Largo da Sá bei einer Messe vereinen, um danach gemeinsam zum Praça Santuario de Nazaré zu ziehen. Die Prozession umfasst 3,6 Kilometer und zieht jährlich hunderttausende Pilger aus ganz Brasilien und ebenso aus anderen Ländern der Welt an.
Wegen seiner kulturellen Bedeutung ist der Círio de Nazaré von Belem 2004 vom brasilianischen Denkmalamt bereits als Kulturerbe anerkannt worden. Von der Uneso erhielt er im Dezember 2013 den Titel als Weltkulturerbe.