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Das Wichtigste in Kürze
- «Ein Staatsrat, von Amtes wegen sehr umworben, ist ziemlich einsam», sagt Pierre Maudet.
- Seine Beziehung zu Antoine Daher sei freundschaftlich, so Maudet vor dem Berufungsgericht
- Es sei eine Beziehung ohne Verpflichtungen gewesen.
Am zweiten Verhandlungstag des Berufungsprozesses hat Pierre Maudet über die Verpflichtungen eines Staatsrats gesprochen. Er bedaure, dass im erstinstanzlichen Urteil die politische Dimension seiner Funktion nicht berücksichtigt worden sei. «Ein Staatsrat, von Amtes wegen sehr umworben, ist ziemlich einsam», sagte der Genfer Ex-Staatsrat am Dienstag vor dem Genfer Berufungsgericht.
Seine Beziehung zu Antoine Daher sei eine freundschaftliche, erklärte er. Der Unternehmer war an der Organisation der umstrittenen Luxus-Reise nach Abu Dhabi beteiligt.
Mit diesem Freund habe er abschalten, den Kopf lüften können. Es sei eine Beziehung ohne Verpflichtungen gewesen. Zugleich hielt Maudet fest, dass «es Dutzende von Antoine Daher in der Entourage eines Staatsrats gibt».
Maudet kritisiert Urteil des Polizeigerichts
Daher habe ihn lediglich gebeten, einen Kontakt zum Papst bei dessen Besuch in Genf zu vermitteln. Dies, als er Regierungspräsident gewesen sei, sagte Maudet.
Der ehemalige FDP-Politiker räumte aber ein: Die wiederholten Anfragen von Daher bei seinem Stabschef Patrick Baud-Lavigne hätten ihm nicht gefallen. Die Beziehung zu Daher sei aber in keinem Fall belastend gewesen, erklärte Maudet.
Er kritisierte erneut das Urteil des Polizeigerichts. Dieses hatte ihn im Februar wegen Vorteilsannahme zu einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu 400 Franken verurteilt.
Das Gericht habe die politische Dimension seiner Funktion nicht berücksichtigt. Dies, als es darum ging, den Charakter der Reise nach Abu Dhabi festzustellen. Nach Maudets Ansicht war diese halb privater und halb offizieller Natur.
«Ein Staatsrat schafft Beziehungen. Es gibt keine eindeutigen Situationen, sonst haben wir Staatsräte, die als Eunuchen in ihren Büros liegen.» Dies sagt der Mann, der neun Jahre lang in der kantonalen Exekutive sass.
Die Verhandlung wurde am Nachmittag mit der Anhörung von zwei Zeugen und den Schlussplädoyers fortgesetzt.