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[* 2] (Integumentum, Integument), die Bekleidung der Oberfläche und der verschiedenen Höhlen des tierischen Körpers,
im übertragenen Sinn auch s. v. w. Membran (membrana), d. h. eine dünne, ausgedehnte Schicht irgend eines Gewebes (Sehnenhaut,
Faserhaut, Knochenhaut). Gewöhnlich unterscheidet man die äußere Bedeckung des Körpers schlechthin
als Haut von derjenigen seiner Höhlen (Darmkanal, Leibeshöhle), welche als Schleimhaut (s. d.) bezeichnet wird; beide gehen
meist ohne scharfe Grenze ineinander über.
Noch andre Zellen (Ganglienzellen)
[* 10] nehmen durch besondere Ausläufer die Reize von den Sinneszellen auf und
übermitteln sie den Muskelzellen. Man unterscheidet daher fünf Arten von Hautzellen: Hautdrüsen-, Hautsinnes-, Hautmuskel-,
Hautganglien- und endlich Hautdeckzellen oder Hautzellen schlechtweg. Bei den höhern Tieren sind die Hautmuskel- und Hautganglienzellen
gänzlich, die Hautsinneszellen zum größten Teil von der Haut weg in die tiefern Schichten des Körpers
verlegt worden (vgl. Muskeln,
[* 11] Nervensystem), lassen sich aber gewöhnlich noch während der Embryonalperiode als der Haut angehörig
erkennen; in einzelnen Sinnesorganen (Nase,
[* 12] Zunge) liegen auch bei den Erwachsenen die eigentlichen empfindenden Zellen noch
direkt im Bereich der Haut (vgl. Sinnesorgane). - Als besondere, entweder nur von Hautzellen oder von ihnen
in Verbindung mit den Zellen der zunächst liegenden Körperschicht hervorgebrachte Anhänge der Haut sind noch zu nennen: die
Haare,
[* 13] Nägel,
[* 14] Federn, Schuppen, Hufe, Hörner (vgl. die betreffenden Artikel). Sie finden sich nur im Bereich der äußern Haut, nicht
auf den Schleimhäuten.
Ihre Anzahl beträgt hier bis zu 80 auf 1 qmm, an den übrigen Körperteilen die Hälfte oder noch
weniger. Man unterscheidet Gefäß- und Nervenpapillen (s. unten). Mehr in der Tiefe der Lederhaut liegen die Drüsen und die
Haarwurzeln
[* 19]
(Fig. 1). Die unterste Schicht der Unterhautzellgewebe ermöglicht durch ihre lockere Beschaffenheit die Verschiebung
der Haut auf ihrer Unterlage und heftet sie zugleich an die Knochenhäute, Sehnen, Binden etc. an. Vollkommen
unbeweglich ist die Haut nur an den Nägeln, doch zeigen auch die Runzeln der an der Hohlhand etc. an, daß sie dort fester als
an den benachbarten Stellen mit den darunterliegenden Teilen zusammenhängt.
Letztere übt bei Zerrung und Dehnung des Körperchens einen Druck auf das kolbenförmige Nervenende aus und ruft so eine Empfindung,
z. B. an den Gliedern diejenige ihrer Stellung und Lage, hervor. Speziell zum Tasten dienen die Tastkörperchen (Meißnersche Körperchen),
die nahezu ausschließlich in der Hohlhand und Fußsohle vorkommen und hier in den sogen.
Nervenpapillen (s. oben) angebracht sind. An den Fingern und Zehen kommt auf je drei Gefäßpapillen eine Nervenpapille; von
letztern sind am Endglied des Zeigefingers auf jedem Quadratmillimeter Haut etwa 20 vorhanden. - Blut- und Lymphgefäße finden
sich in der Haut in großer Anzahl. Im Unterhautzellgewebe geben die eintretenden Arterienstämmchen zahlreiche
Äste ab, welche sich zu einem Kapillarnetz um die Haarbälge, Drüsen etc. auflösen, noch dichter aber in der obersten Schicht
der Lederhaut verbreitet sind, um von dort aus in jeder Papille eine Gefäßschlinge zu bilden und sich darauf zu den in
umgekehrter Richtung verlaufenden feinen Venenstämmchen zu sammeln. Ähnlich verhalten sich die Lymphgefäße.
In der Unterdrückung der Hautausdünstung hat man lange Zeit die Ursache für zahlreiche Krankheiten erblickt, namentlich
der Erkältungskrankheiten. Wenn man aber die Natur und die Quantität der Stoffe erwägt, welche normalerweise durch die
Haut abgegeben werden, so wird man von vornherein nicht geneigt sein, der Unterdrückung der Hautabsonderung erhebliche
Folgen zuzuschreiben, zumal da der erkältete Hautbezirk in der Regel von geringer Ausdehnung
[* 25] ist gegenüber der gesamten Körperoberfläche.
Um die Wirkung der unterdrückten Hautthätigkeit auf den Körper festzustellen, hat man das Experiment zu Hilfe
genommen.
Man hat die Hautausdünstung dadurch aufgehoben, daß man Tiere mit einem luftdichten Überzug von Firnis, Ölfarbe, Gummi u.
dgl. versah. Solche lackierte Tiere gehen nach einiger Zeit regelmäßig zu Grunde, und hieraus hat man geschlossen, daß eine
unterdrückte Hautthätigkeit durch Zurückhaltung eines schädlichen Auswurfstoffs (perspirabile retentum) zum Tod führe.
Es hat sich indessen das völlig Unhaltbare dieser Vorstellung ergeben und vielmehr gezeigt, daß die Tiere deshalb
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