Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/2118

RC2NB - Workstream 3
Im Labor die Fehlregelung des Immunsystems erfassen und verstehen
Die Hauptakteure in diesem Workstream sind Prof. Tobias Derfuss, PD Dr. Matthias Mehling und PD Dr. Anne-Katrin Pröbstel.
Tobias Derfuss leitet die neurologische Poliklinik am USB. In der Forschung fokussiert seine Arbeitsgruppe auf die Rolle der B-Zellen, einer Subpopulation von weissen Blutkörperchen, insbesondere auf die Identifizierung neuer Autoantigene und auf die Mechanismen der autoimmunen Toleranz. In diesem Zusammenhang konnte ein neues pathogenes Prinzip aufgezeigt werden, das den Zusammenhang von Infektionen und Autoimmunität erklären könnte. Dieses Prinzip beruht auf der Fähigkeit von B-Zellen, ihr Antigen von der Membran anderer Zellen direkt über den B-Zellrezeptor aufzunehmen. Diese Fähigkeit von B-Zellen kann auch dazu genutzt werden, Antigen-spezifische B-Zellen aus dem Blut aufzureinigen und damit neue Autoantigene zu identifizieren. Zusammen mit Anne-Katrin Pröbstel konnte er zeigen, dass Antikörper gegen MOG (myelin oligodendrocyte glycoprotein) bei einer Subgruppe von MS-Patienten eine zentrale Rolle spielen.
B-Lymphozyten im Gehirn bei einer akuten Entzündung. Das linke Bild zeigt ein Blutgefäss (grün) im Gehirn, bei dem in der Gefässwand und im Gehirngewebe um das Gefäss herum B-Lymphozyten (rosa) zu sehen sind. Auf dem rechten Bild sind Virus infizierte Nervenzellen (grün), Astrozyten (rosa) und B-Lymphozyten (gelb) im Gehirn zu sehen.
Während ihres Forschungsaufenthalts in San Francisco hat Anne-Katrin Pröbstel zeigen können, wie Darmbakterien positive und negative Effekte von B-Zellen im ZNS beeinflussen. Sie führt diese Forschung in Basel in Projekten, die vom SNF und der EU gefördert werden, weiter.
Matthias Mehling setzt sich in seiner ebenfalls vom SNF geförderten Forschung vor allem mit der Wanderung von Immunzellen bei MS auseinander, weil dieser Prozess für die natürliche Überwachung durch das Immunsystem, aber auch für die Entstehung von Autoimmunität bei MS und anderen Erkrankungen zentral ist. Von ihm stammen wichtige Arbeiten zur Wirkung von Fingolimod auf Immunzellen und zur Impfreaktion und deren Beeinflussung durch Therapien bei Patienten mit MS.
Oktober 2020