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Der Professor für Sozialphilosophie und Politische Philosophie an den Universitäten Stuttgart und Stuttgart-Hohenheim Günter Rohrmoser ist am 15. September 2008 im Alter von 80 Jahren verstorben. Der Philosoph wurde durch seine Kritik an der linksliberalen „Frankfurter Schule“ bekannt und setzte sich für eine Rückbesinnung auf ein ethisch akzentuiertes, christlich-abendländisches Weltbild ein.
Der Träger des Deutschen Bundesverdienstkreuzes, der in Bochum geboren wurde, studierte von 1947-55 in Münster und Tübingen Philosophie, Theologie, Nationalökonomie, Geschichte und Germanistik. Er promovierte 1955 in Münster und habilitierte 1961 in Köln. Rohrmoser wurde von der Regierung in die Bund-Länder-Kommission zur Erforschung der geistigen Ursachen des Terrorismus berufen und war Gründungsmitglied der Gesellschaft für Kulturwissenschaft e.V. (BRD). Viele Jahre seines Lebens widmete der Philosoph sich der Aufgabe, die das Gemeinwesen gestaltenden Philosophien auf ihren Grund und ihre Wirksamkeit auf das Ganze zu überprüfen und ihren Berechtigungsanspruch zu beurteilen. Dafür wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und von der Akademie der Wissenschaften Russlands und der Akademie für Sozialwissenschaften Chinas ausgezeichnet. Seine Werke stehen nicht nur in den Universitätsbibliotheken ganz Europas, sondern auch in Amerika, Israel, Russland, China, Südafrika und Australien.
Rohrmoser, der mit seinen Reden und scharfsinnigen Analysen zahlreiche Studenten und anderes Publikum begeisterte, war wohl der profilierteste Gegner der 68er-Intellektuellen. Wenige Monate vor seinem Tode begann er sein letztes Großprojekt, nämlich Deutschland aufzuklären, über die geistigen Wurzeln der Kulturrevolution, bevor in der falschen Konfrontationsstellung Rechts oder Links eine Entscheidung fällt, die das Schicksal Deutschlands besiegeln könnte. Als leidenschaftlicher liberaler Demokrat war er nicht dafür, diese Extreme zu unterdrücken und zu verbieten, sondern im Sinne Aristoteles durch die Herrschaft der Mitte zu zügeln und ihre berechtigten Ansätze für das Gemeinwesen fruchtbar zu machen.