Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03266.jsonl.gz/933

Das Ungleichgewicht in der Gesundheits-Forschung zu Gunsten der reichsten Länder ist nach den Worten von DEZA-Chef Walter Fust nicht akzeptabel. Ohne Fortschritt im Gesundheitsbereich und in der Entwicklung werde es keine globale Sicherheit geben.Dieser Inhalt wurde am 10. Oktober 2001 - 17:33 publiziert
Wenn sich in diesen Bereichen die Lage in den ärmeren Ländern nicht verbessere, würden die industrialisierten Staaten mit allen negativen Folgen konfrontiert werden. Diese könnten aber verhindert werden, sagte der Fust am Dienstag bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz zur Gesundheitsforschung in Genf.
Die Konferenz mit 700 Teilnehmern sucht nach Wegen, um den öffentlichen und privaten Gesundheits-Sektor in Entwicklungsländern zu stärken. Damit sollen die am weitesten verbreiteten Krankheiten besser bekämpft werden können. Mehr als 73 Mrd. Dollar werden weltweit für die Forschung ausgegeben. Nur zehn Prozent davon werden jedoch für jene Krankheiten verwendet, die 90 Prozent der Kosten verursachen.
Plädoyer für Generika
Der Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) machte sich für eine Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft stark. Fust plädierte für einen "permanenten Dialog über die spezifischen Probleme der Entwicklungsländer wie die Notwendigkeit einer differenzierten Preisgestaltung für Medikamente oder die Bewilligung von Lizenzen für essenzielle Generika."
Er kritisierte die Pharma-Industrie. Aus Profitgründen werde nicht in neue Medikamente zur Heilung von Krankheiten investiert, die in armen Ländern häufigsten am häufigsten seien.
Laut Konferenzpräsident Adetokunbo Lucas sind mindestens 30 Jahre zur Korrektur "dieses offensichtlichen Ungleichgewichts notwendig."
Von den 73 Mrd. Dollar, die weltweit in die Gesundheitsforschung investiert werden, stammen 37 Mrd. von Regierungsseite. Davon wiederum macht der Anteil der Entwicklungsländer 2,5 Mrd. Dollar aus. Die Pharma-Industrie allein investiert 30,5 Mrd. Dollar. Sechs Mrd. Dollar geben Universitäten und private Non-Profit- Einrichtungen aus.
swissinfo und Agenturen
Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: <email-pii>