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Ist die Leichte Sprache nur wieder ein Beispiel für die deutsche Regulierungswut, die uns zuletzt diese ahistorische, antigrammatikalische und in ästhetischer Hinsicht höchst anfechtbare Rechtschreibreform beschert hat? Mit all diesen absurden Getrenntschreibungen und der Substantivierung adverbialer Wendungen wie „aufs Schönste“, als müsse da ein Berg namens „das Schönste“ erklommen werden, wo doch nur „besonders schön“ gemeint ist?
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Krause, Tilman
Es ist jedenfalls kein anderer als Jacob Grimm, der ältere, pedantischere, auch gefühlsverhaltenere der beiden Brüder, aus dem es dann doch, von Grass beifällig zitiert, hervorbricht in der Einleitung zum „Deutschen Wörterbuch“ – und man erträgt angesichts der Begeisterung, die hier waltet, sogar die befremdliche Kleinschreibung: „Deutsche geliebte Landsleute, welches reichs, welches glaubens ihr seiet, tretet ein in die euch allen aufgethane halle eurer angestammten, uralten sprache.“
Pragmatisch und vernunftgesteuert statt fundamentalistisch und gefühlstrotzig kann in diesem Fall nur heißen: Perfektion des Status quo, nicht Wiederherstellung des alten Zustandes. Auf der Basis dessen, was Schulkinder seit vier Jahren lernen und worauf sich inzwischen das gesamte Verlagswesen umgestellt hat, muss man nun im Einzelnen modifizieren, statt alles komplett zu negieren.
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