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- Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea hat in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eine Militärparade abgehalten.
- Dutzende von Lastwagen mit winkenden Soldaten und andere Militärfahrzeuge rollten im Konvoi an jubelnden Menschen vorbei.
- An der Parade wurden auch Langstreckenraketen präsentiert; die Parade soll aber deutlich kleiner als jene im vergangenen Jahr gewesen sein.
Bilder von Nordkoreas Staatsfernsehen zeigten, wie Machthaber Kim Jong Un die Parade auf dem nach seinem Grossvater Kim Il Sung genannten Platz in der Hauptstadt von einem Balkon aus abnahm. Zu sehen waren auch Tausende von Soldaten, die an Kim und zahlreichen Militär- und Parteivertretern im Stechschritt vorbeimarschierten.
Auch Langstreckenraketen wurden an der Parade präsentiert. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap nach der Analyse der Bilder von der Waffenschau berichtete, wurde die neueste Rakete vom Typ Hwasong 15 präsentiert. Die USA befürchten, dass diese erst im November getestete Langstreckenrakete das amerikanische Festland erreichen kann.
Südkoreanische Medien spekulierten, Kim könnte angesichts seines plötzlichen Annäherungskurses an Südkorea und der am Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele im Nachbarland die Militärparade bewusst kleiner als im vergangenen Jahr gehalten haben.
Nordkoreaner wollen südkoreanischen Präsidenten treffen
Kim will am Freitag eine hohe Delegation nach Südkorea entsenden, die auch seine einflussreiche Schwester Kim Yo Jong und das protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam umfasst. Es wäre das erste Mal, dass ein Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie nach Südkorea kommt.
Geplant ist unter anderem ein Treffen der nordkoreanischen Delegation mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In.
Droht eine neue Eskalation?
Einschätzung von Martin Fritz, Journalist in Tokio: «Es wird zwar so dargestellt, als ob Nordkorea diese Militärparade absichtlich auf den Tag vor der Eröffnungsfeier der Winterspiele gelegt hätte. Tatsache ist: Dieser Feiertag wurde – nach fast vierzig Jahren Unterbruch – schon vor drei Jahren wiedereingeführt. Natürlich ist auch der Eröffnungstag der Winterspiele schon lange bekannt – womöglich wurde der Feiertag also mit Weitsicht wiedereingeführt. (…) Dass die jüngste Annäherung zwischen Nord- und Südkorea wegen der Militärparade infrage gestellt werden könnte, glaube ich nicht. Das Verhältnis zwischen Nordkorea und den USA bleibt ohnehin ziemlich kalt: Erst gestern haben die Amerikaner ja noch härtere Sanktionen angedroht, die bald in Kraft treten sollen.»