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Guillermo Fernandez hat sein Ziel erreicht! Nach 39 Tagen hat der Freiburger Papa, der nach der Lektüre der IPCC-Berichte in den Hungerstreik getreten war, wieder angefangen zu essen. Mit seiner vielbeachteten Aktion hatte er gefordert, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an den Klimaberichten des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC mitgearbeitet haben, ihre Erkenntnisse den Parlamentarierinnen und Parlamentariern der Schweizer Bundesversammlung in einer direkten Schulung vermitteln sollen. Am 9. Dezember hat die frisch gewählte Nationalratspräsidentin Irène Kaelin angekündigt, dass ein entsprechender Anlass für alle Parlamentarierinnen und Parlamentarier am 2. Mai 2022 im Bundeshaus stattfinden werde. Womit Guillermo Fernandez seine Forderung erfüllt sah.
40 Tage zuvor war Guillermo Fernandez noch ein völlig Unbekannter. Er engagierte sich weder in deiner Partei noch in einer Bewegung, und auch nicht für den Klimaschutz. Der 47-jährige Familienvater hat drei Kinder, ein Haus und einen guten Job – er war ein «ganz normaler Papa». Bis er die Berichte des IPCC aufmerksam las und sich bewusst wurde, was für eine schreckliche Zukunft seinen Kindern blühen könnte. Diese Erkenntnis und sein christlicher Glaube waren der Grund, weshalb er sich für eine radikale Aktion, den Hungerstreik, entschied.
Ein Hungerstreik ist keine harmlose Sache. Manche sehen darin eine Form von Erpressung der Behörden. Für mich war es eher der Akt eines entschlossenen Vaters, der seine Kinder (und alle unsere Kinder) schützen will. Damit hat er das Ohnmachtsgefühl zum Ausdruck gebracht, den ein Teil der Bevölkerung gegenüber der politischen Klasse empfindet, die nicht handelt.
Wer wird das Klima retten?
Woher soll unsere Rettung in Sachen Klimaschutz kommen? In den letzten Wochen beobachtete ich anlässlich meiner regelmässigen Besuche bei Guillermo, dass es vor allem Parlamentarierinnen waren, die ihn auf dem Bundesplatz unterstützten und unter der Bundeshauskuppel Diskussionen in die Wege leiteten, um die von ihm geforderte Schulung zu organisieren. Die mehrheitlich negativen Kommentare betreffend den Hungerstreik fürs Klima, die ich in den sozialen Medien und den Kommentarspalten etwa von Blick und Le Matin lese, stammen hingegen mehrheitlich von Männern. Viele von ihnen äusserten sich skeptisch gegenüber dem Klimawandel und verurteilten die Aktion. Aufgrund dieser Tatsache stellt sich die Frage: Sind Frauen sensibler für Fragen des Klimas und die Rettung unseres Planeten als Männer? Wären demnach Regierungen und Unternehmen eher bereit, sich fürs Klima zu engagieren, wenn es dort mehr Frauen in Führungspositionen gäbe? – Als Vater von vier Töchtern lautet meine Antwort: Aber ganz bestimmt!
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