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Bild
Titel:
Uraufführung der Appenzeller Kantate
Thema: Kultur
Datum: 07.09.1963
Masse: 12,5 x 17 cm
Standort: LAAI, O.XIII Anlässe 01
Urheber/-in: Manser, Emil, Appenzell
Beschreibung:
Foto der Uraufführung der "Appenzeller Kantate" von Georg Thürer und Guido Fässler in der Pfarrkirche St. Mauritius Appenzell am 7. September 1963 anlässlich der gemeinsamen Jubiläumsfeier beider Appenzell zum 450. Jahrestag des Beitritts zur Eidgenossenschaft. An der Aufführung wirkten der Jungkirchenchor, der Cäcilienverein, der Frauenchor, der Männerchor "Harmonie" und einige Musikanten der Musikgesellschaft "Harmonie" mit.
Geschichte:
Anders als 1913 feierten beide Appenzell das Bundesjubiläum 1963 gemeinsam, nämlich mit einem Festtag, mit der "Appenzeller Kantate", mit Gedenkmünzen sowie mit der Herausgabe des ersten Bandes der Appenzeller Kantonsgeschichte.
Die Idee für die Schaffung einer offiziellen Festkantate war von Innerrhoden ausgegangen. Schon 1959 hatte der Cäcilienverein Appenzell bei der Regierung das Interesse signalisiert, beim anstehenden Bundesjubiläum eine Kantate aufzuführen. Erste Vorarbeiten begannen, doch konkrete Züge erhielt die Kantate erst 1962, als Innerrhoden und Ausserrhoden gemeinsame Feierlichkeiten vereinbarten. Bei der Kantate sah man eine Arbeitsteilung vor: Die Musik sollte vom in Luzern wirkenden Innerrhoder Guido Fässler, der Text vom in Ausserrhoden lebenden Georg Thürer beigesteuert werden. Die jeweiligen Kosten gingen zu Lasten des Heimat- resp. Wohnkantons. Inhaltlich erwarteten die Regierungen einen Querschnitt durch die Geschichte des Appenzellerlandes von rund einer Stunde Dauer.
Das schliesslich in der Pfarrkirche uraufgeführte Werk gliederte sich in drei Teile: Im ersten Teil wurde nach der Einleitung zunächst das "Land im Vorfeld der Alpen" und danach die Freiheit als "gütige Mutter im Land" beschrieben, die sich im Bär manifestiere. Der zentrale zweite Teil umriss kurz die Geschichte Appenzells bis 1513 inklusive der Gallus-Sage, der Christianisierung des Alpstein-Gebietes, den Schlachten bei Vögelinsegg und am Stoss und des Schwabenkriegs. Der dritte Teil war schliesslich dem Bundesschwur gewidmet und endete in der Beschwörung der Landsgemeinde, womit bedeutet werden sollte, "was der Stand Appenzell dem Bundesganzen zu bieten hat: eine auf dem Glauben gegründete Volksherrschaft".
Die Kantate erhielt vielfältige Anerkennung: Der "Appenzeller Volksfreund" lobte sie als "herrliches Werk", "schon der erste Teil der Kantate liess voll Ergriffenheit aufhorchen". Es handle sich um eine "hervorragende Textfassung und eine musikalisch packende und hochstehende Komposition", die einen "unvergesslichen Höhepunkt unserer Jahrhundertfeier" dargestellt habe. Im Rückblick auf das Jubiläum wurde im Grossen Rat von Innerrhoden gar bemerkt, die Kantate habe zur besseren Verständigung beigetragen, "ja sogar zur tiefern Verbundenheit zwischen Ausser- und Innerrhoden".
Autor: Sandro Frefel, Appenzell
Literatur:
Appenzeller Kantate zur Erinnerung an den Ewigen Bund der XII Eidgenössischen Orte mit dem Land Appenzell im Advent 1513. Text ausgewählt und ergänzt von Georg Thürer, Musik von Guido Fässler, Appenzell 1963
Appenzeller Volksfreund, 9. September 1963
Appenzeller Zeitung, 9. September 1963
Frefel, Sandro: Die Jubiläen des Appenzeller Bundesbeitritts 1913 und 1963. In: Innerrhoder Geschichtsfreund 54 (2013), S. 7-54
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