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| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch I.
13.
Demokritos, ein Schüler des Leukippos, Sohn des Damasippos aus Abdera, hatte mit vielen [S. 29] Gymnosphisten1 bei den Indern , mit vielen ägyptischen Priestern, Astrologen und babylonischen Magiern Verkehr. Er äußert sich wie Leukippos über die Elemente, über das Volle und das Leere, und nennt das Volle existierend, das Leere nicht existierend. Er lehrt, daß sich die Dinge ständig im Leeren bewegen, daß es zahllose, verschieden große Welten gebe; in einigen Welten gebe es weder Sonne noch Mond, in anderen hätten sie einen größeren Umfang, in wieder anderen seien sie mehrfach vorhanden. Die Abstände der Welten voneinander seien ungleich, bald größer, bald kleiner; die Welten seien zum Teil im Wachsen, zum Teil stünden sie auf dem Höhepunkt, zum Teil seien sie am Vergehen, hier bildeten sich solche, dort verschwänden sie; ein Zusammenstoß vernichte sie. Es gebe Welten ohne Lebewesen, ohne Pflanzen und ohne jede Feuchtigkeit. In unserem Weltsystem sei die Erde vor den Sternen entstanden; der Mond habe die unterste Lage, dann komme die Sonne, dann die Fixsterne. Die Planeten hätten verschiedene Höhenlagen. Die Welt sei in der Entwicklung, bis sie nichts mehr von außen aufnehmen könne. Er lachte über alles, als ob alles Menschliche lächerlich wäre.
1: „Nackte Weise“, griech. Bezeichnung für die indischen Philosophen.