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Grand Canyon 2014 - TWENTY-TWO
Blog- Story
TWENTY-TWO – Von Kasi Fellmann
Grand Canyon National Park
Schon seit Millionen Jahren fliesst der Colorado River durch den Grand Canyon und hat diesen tiefen Graben (big ditch) in die Wüste Arizonas geschliffen. 1919 wurde das Gebiet unter Schutz gestellt; so konnte die Schönheit des Grand Caynon bewahrt werden. 1935 begann der Bau des Hoover Damms, welcher den unteren Teil des Colorado zum Lake Mead aufgestaut hat. 1956 wurde mit dem zweiten Staudamm, dem Glen Canyon begonnen, welcher den wohl landschaftlich schönsten Teil des ganzen Grand Canyons unter sich begrub. Ein weiterer Damm im Marble Canyon in der jetztigen Schlucht war geplant und konnte mit viel Effort und etwas Glück verhindert werden. Aktuell ist ein Gondelbahn vom South Rim hinunter zum Zusammenfluss des Littlec Colorado geplant. Es würde auf Navajo Land gebaut und Hotel, Vergnügungsanlagen mit Einkaufzentrum für rund 2 Mio. Besucher pro Jahr beinhalten. Hoffen wir, dass dies nie gebaut wird.
Bis zu 30'000 Menschen sind jährlich mit Booten (Rafts/Dories/Kanus) auf dem Colorado River unterwegs. Die Trips sind zwischen 10 und 20 Tagen lang, die Reisenden campieren am Ufer des Flusses und erleben die ungeahnte Schönheit dieser tiefen Schlucht. Das strikte Kontrollsystem im Grand Canyon schreibt genau vor, was erlaubt ist. Dadurch ist es Überall im Canyon sauber; kein Taschentuch, keine Petflasche und kein Zigarettenstummel im Sand findet man. Es ist unglaublich schön und man will es für andere so hinterlassen.
Die komerziellen Anbieter betreiben einen hohen Aufwand um "ihren Canyon" zu schützen und zu erhalten. So werden unter die Tische Netzte gelegt, damit Essensreste aufgefangen werden können. Alles Essbare zieht unweigerlich Tiere an: Ameisen, Mäuse, Ringtail Cats und Raben. Und diese Tiere können zum Problem werden. Raben stehlen zuweilen alles von den Booten und aus Rucksäcken, was nicht sicher befestigt ist, sie sind sogar in der Lage, Reissverschlüsse zu öffnen. Mäuse fressen sich durch Jacken, Taschen und Zelte, um zu den Leckereien zu kommen.
Jimmy hatte auf einem Trip eine Ringtail Cat zu Gast auf seinen Boot, die Viecher lieben Früchte. Darüber hat er einen Song geschrieben, den wir am Lagerfeuer gar nicht oft genug hören konnten. Besonders eindrücklich sind die Nächte. Es ist so dunkel, dass man die Milchstrasse in jeder klaren Nacht sehen kann. Der Sternenhimmel ist so gewaltig, dass man sich nicht mehr vorstellen kann, in einem Zimmer zu schlafen.
Man gewöhnt sich schnell an all das Leben im Canyon: in den Fluss zu pinkeln, 20 mal am Tag die Hände zu waschen, nichts achtlos wegzuwerfen und jedes kleine Fötzeli aufzunehmen. Naturschutz pur. Ich freue mich schon auf den nächsten Trip...