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Josef Huber: Der letzte Eremit auf Sankt Jost
1869 war die neue Ratenstrasse eröffnet worden, welche die Pilger in einiger Entfernung an der Einsiedelei vorbeiführte. Erstaunlicherweise hielt es Bruder Benedikt dennoch einige Jahre aus.
Allerdings war die Klause für ihn kaum mehr als ein Aufenthaltsort unter vielen. Sein 1842 abgelegtes Gelübde hatte ihn nicht lange in der Eremitenkongregation, der ordensähnlichen Vereinigung der Innerschweizer Eremiten, gehalten. Bald trat er wieder aus oder wurde ausgeschlossen, hielt sich aber stets im kirchlichen Milieu auf und trug weiterhin die Eremitenkutte.
1846 und 1852 pilgerte er nach Rom. 1853 wanderte er nach Amerika aus, weilte dort längere Zeit im neu gegründeten Sankt Meinrad, kehrte nach drei Jahren nach Europa zurück, pilgerte erneut nach Rom und blieb dort etwa ein halbes Jahr. Danach lebte er angeblich während 16 Jahren in der Einsiedelei in seinem Geburtsort Hägglingen, hielt sich während dieser Zeit aber auch im Elsass, im Wallis und an anderen Orten auf.
Diesen unsteten Lebensstil pflegte er auch nach seinem Einzug in Sankt Jost. Die Pflichten als Eremit kümmerten ihn weniger. 1883 verliess er die Klause, um als Laienbruder ins Kloster Mariastein in Delle einzutreten, wurde aber bald wieder entlassen, bezog eine Einsiedelei im Elsass und wollte schliesslich wieder nach Sankt Jost zurückkehren. Der Kirchenrat wies aber sein Gesuch wie manche andere ab, da die Einsiedelei für die Gemeinde "in Folge total veränderter Verkehrswege kein Bedürfnis mehr" war. Auch waren kaum mehr "Eremiten dieser Art, lebend nach dem Zwecke und Geiste der Stiftung", zu finden, "wie die Geschichte derselben sattsam bewiesen hat". Auch der Oberägerer Pfarrer war nicht unglücklich über das Ende der Einsiedelei, deren Bewohner ihm manchen Ärger bereitet hatten.