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Im Rahmen des HyperAgents-Projekts führen wir die neuesten Resultate im Forschungsgebiet der Multiagentensysteme mit aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich der Architektur des World Wide Web zusammen, um eine neue Generation an autonomen Softwaresystemen für das Web zu ermöglichen, sogenannte Hypermedia-Multiagentensysteme. Solche Systeme hätten weitreichende Konsequenzen in einer Vielzahl von Anwendungsfeldern: Beispielsweise könnten sie teilautonome weltweit verteilte industrielle Fertigungsprozesse ermöglichen und könnten die Nachvollziehbarkeit von im Web verfügbaren Informationen erhöhen und dadurch Phänomenen wie online Fake News entgegenwirken. Das internationale Projektteam umfasst anerkannte Wissenschaftler, die aktiv zu aktueller Forschung in den für dieses Projekt relevanten Bereichen Multiagentensysteme, Web-Architektur, Semantic Web, Web der Dinge, und Web-Standardisierung beitragen und deren jeweilige Fachgebiete sich im Rahmen des Projektvorhabens ergänzen.

Das starke Wachstum des World Wide Web in den letzten Jahrzehnten erforderte immer schlauere Mechanismen und Werkzeuge, die Menschen bei seiner Nutzung unterstützen – Beispiele hierfür sind Suchmaschinen, die das Web indexieren und für Menschen durchsuchbar machen, Empfehlungssysteme (z.B. in Online Shops), die für Nutzer relevante Inhalte identifizieren, und Softwareprogramme, die von Menschen erzeugte Inhalte (z.B. auf Wikipedia) verwalten. Im Allgemeinen bauen diese Systeme massgeblich auf Hypermedia, der zugrundeliegenden Informationsarchitektur des Web, auf.
Entwicklungen im Bereich des Web der Dinge, also der Einbettung von physischen Dingen ins Web, erfordern aufgrund ihrer höheren Dynamik weiter fortgeschrittene Systeme mit höherem Autonomiegrad. Solche Softwareprogramme wurden in den letzten Jahrzehnten unter Anderem im Forschungsbereich der Multiagentensysteme, einem Teilbereich der Künstlichen Intelligenz, erforscht, es gibt jedoch bis heute keine generelle Herangehensweise, um Multiagentensysteme mit Hypermedia-basierten Infrastrukturen wie dem Web zu verbinden.
Im Rahmen des HyperAgents-Projekts führen wir die neuesten Resultate auf dem Gebiet der Multiagentensysteme mit aktuellen Forschungsergebnissen im Bereich Web-Architektur zusammen, um eine neue Generation an autonomen Softwaresystemen für das Web zu ermöglichen: Hypermedia-Multiagentensysteme (Hypermedia MAS). Die konkreten Projektziele sind:
- Die Definition eines mit der Architektur des Web abgestimmten Architekturstils für Hypermedia MAS, der es Multiagentensystemen erlaubt, sich wichtige Eigenschaften des Web bzgl. seiner Skalierbarkeit, seiner Offenheit, und seiner Langlebigkeit anzueignen.
- Die Definition von Sprachen und Mechanismen, die es erlauben, Interaktionen zwischen Menschen und autonomen Softwareagenten in Hypermedia MAS zu spezifizieren und zu regulieren, und um diese Interaktionen nachvollziehbar zu gestalten.
- Die Entwicklung einer open-source Softwareinfrastruktur für Hypermedia MAS, die die Ausbringung solcher Softwareagenten gemäss dem definierten Architekturstil erlaubt.
- Die Demonstration von prototypischen Hypermedia MAS (i) im Rahmen autonomer kollaborativer industrieller Fertigungssysteme und (ii) im Rahmen des Umgangs mit Desinformation im Web.
An diesem vom Schweizer Nationalfonds gemeinsam mit der Französischen Forschungsförderungsagentur finanzierten Projekt arbeiten Forscher vom Institut für Informatik der Universität St.Gallen gemeinsam mit Wissenschaftlern der Connected Intelligence Forschungsgruppe der Ecole des Mines de Saint-Étienne (FR) und dem Wimmics Forschungsteam am Inria Sophia Antipolis (FR). Das internationale Projektteam umfasst dadurch anerkannte Wissenschaftler, die aktiv zu aktueller Forschung in den für dieses Projekt relevanten Bereichen Multiagentensysteme, Web-Architektur, Semantic Web, Web der Dinge, und Web-Standardisierung beitragen und deren jeweilige Fachgebiete sich im Rahmen des Projektvorhabens ergänzen.