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Einmal mehr stellt Uniterre fest, dass Zielkonflikte zwischen den verschiedenen Massnahmen und Regelungender Agrarpolitik vom BLW nicht angegangen werden: Der politische und wirtschaftliche Druck auf die Preise durch die Forderung nach Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung der Produktivität auf der einen Seite, und Zielvorgaben zu Versorgungssicherheit und Umwelt auf der anderen Seite. Dazu wäre es jedoch unerlässlich, die Wertschöpfung guter bäuerlicher Praktiken zu verbessern. Die Verordnungen agieren jedoch einseitig im Bereich des Umweltschutzes und ignorieren die schädlichen Auswirkungen der Spezialisierung, der Mechanisierung und der agronomischen und zeitlichen Standardisierung der Praktiken. Der Preisdruck und die gewünschte Steigerung der Produktivität als Triebkräfte werden ebenso verkannt.
Beitrag zur Versorgungssicherheit
Uniterre fordert, dass die Beiträge für die Versorgungssicherheit nicht gesenkt, sondern wieder auf den ursprünglichen Betrag von CHF 900.–/ha zurückgeführt werden. Die letzten Jahre haben uns gezeigt, wie wichtig die Selbstversorgung ist. Wir leiten daraus ab, dass die Beiträge für die Versorgungssicherheit logischerweise dem Verteidigungsbudget undnicht dem Agrarbudget belastet werden sollten.
Administrativer Aufwand
Uniterre verlangt zwingend, dass der administrative Aufwand für die Produzentinnenund Produzenten plafoniert und gesenkt wird. Wenn die Einführung neuer Programme neuen administrativen Aufwanderfordert, mussdieser in jedem Fall durch eine Reduktion von mindestens demselben Volumen an anderer Stelle kompensiert werden. Uniterre ist der Ansicht, dass die Anforderungen in Bezug auf Biodiversität, Nährstoffverluste, Wasserqualität und Tierschutz von einem einzigen staatlichen Amt kontrolliert werden müssen und hauptsächlich nach einem einfachen griffigen System der Selbstkontrolle funktionieren sollten. Anstelle von VerbotenundStrafen sollten vermehrt wirtschaftliche Anreize geschaffen werden.
Verringerung von Nährstoffverlusten
Die Reduktion von Nährstoffverlusten sollte zeitlich gestaffelt und durch eine konsequente Aufwertung von Hofdüngern begleitet werden. Eine Hofdüngeraufbereitung, die Nährstoffverluste begrenzt, ist investitions–und arbeitsintensiv. BäuerlichePraktiken, die die Erhöhung der Nährstoffreserven der Böden und ihre Vitalität fördern, sollten durch Anreize gefördert werden.
Milchpreisstützung
Seit langem fordert Uniterre, dass die Zulage für verkäste Milch direkt an dieErzeuger gezahltwird, damitsie wirklich auch dort ankommt, so wie es der Gesetzgeber gewollt hat. Es liegt darüber hinausein Gerichtsentscheid vor, der bestätigt, dass infolge Lücken in der Kontrollpraxisein Teil der Zulagen entlang der Wertschöpfungsketten versickert und nicht bis zum Produzenten gelangt.Weiter ist es auch nicht akzeptabel, dass der Bund sich für die Versäumnisse bei der Überwachung der Auszahlung dieser Prämie entlastet.Ja, dem Milchmarkt mangelt es in hohem Masse an Transparenz, und die Machtverhältnisse zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Supermärkten sind sehr ungleich verteilt. Dies mag die Branchenverbände befürchten lassen, dass diese Änderungen bei der Auszahlung Druck auf die Erzeugerpreise zur Folge haben könnten. Diedirekte Auszahlung der Käseprämiean die Produzentinnen und Produzenten muss mit einer Verbesserung ihrer Position und derjenigen ihrer Dachorganisation innerhalb des Markteseinhergehen. Dies erfolgt durch eine Auslegung der Artikel 8, 8a und 9 des LwG welchedie Produzentinnenund Produzentenstärkt.
Die zukünftige Agrarpolitik
Uniterre erwartet, dass der Bund auf die zahlreichen Herausforderungen reagiert und die zukünftige Agrarpolitik auf eine bessere Wertschätzung der Arbeit und der landwirtschaftlichen Produkte ausrichtet, kurzeWege und umweltfreundliche bäuerliche Praktiken fördert und den sterilen Gegensatz zwischen Produktion und Nachhaltigkeit endgültig aufgibt zugunsten eines Neben–und Miteinanders. Dazu muss der Strukturwandel zwingend umgekehrt und die Zahl von 300’000 Erwerbstätigen in der landwirtschaftlichen Produktion angestrebt werden.