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Im Mai hatte der 61-Jährige angekündigt, im Sommer 2020 nicht mehr für die Wiederwahl zu kandidieren. Er gehe nun etwas früher, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, sagte Broggini in einem Interview mit der "NZZ" vom Freitag. Denn zusammen mit ihm müssten bis 2020 vier unabhängige Mitglieder ersetzt werden.
"So kann der neue Präsident oder die neue Präsidentin mitentscheiden, mit wem er oder sie künftig in der Verwaltung zusammenarbeiten wird." Der Tessiner Wirtschaftsanwalt war 2004 als Externer in die Verwaltung eingetreten; seit 2012 präsidiert er das 23-köpfige Gremium. Die Verwaltung ist das Aufsichtsgremium des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB), vergleichbar dem Verwaltungsrat in einer Aktiengesellschaft.
Im Interview sprach der Tessiner auch über die Ertragssituation bei der Migros. Im vergangenen Jahr erlitt der Detailhandelsriese trotz einem Rekordumsatz einen Gewinneinbruch um knapp einen Viertel auf 503 Millionen Franken. Letztmals tiefer war der Reingewinn im Jahre 2003 mit 372 Millionen Franken gewesen.
Mit den Erträgen sei die Migros 2017 am unteren Ende der für sie massgebenden Bandbreite von 2 bis 4 Prozent Nettogewinnmarge angelangt, sagte Broggini. Das Geschäft sei schwieriger geworden. "Wir arbeiten aber bereits daran, die Lage zu verbessern." Im Juni hatte die Migros bekanntgegeben, 290 Stellen in der Konzernzentrale abzubauen.
An den Strukturen der Migros mit den zehn regionalen Genossenschaften will Broggini nicht rütteln. "Eine Grundsatzdiskussion über eine Änderung der Strukturen wäre fehl am Platz." Eine Einheitsgenossenschaft sei keine Option. Damit will die Migros ihrer Konkurrentin Coop nicht folgen, die vor bald zwanzig Jahren aus vielen Genossenschaften eine grosse gemacht hatte.
(SDA)