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Die Solothurner Filmtage sind kein Filmfestival. Eigentlich ist es eine (Werk)Schau auf das verflossene Jahr 2000. Premieren und neue Filme sind daher rar. Zu entdecken gibt es trotzdem viel. Wenn auch zahlreiche Spielfilme fehlen.
Trotz des Wandels auch in der Schweizer Filmlandschaft bleiben sich die Filmtage treu. Etwa die gleiche Anzahl Produktionen, in den gleichen Kinos, eingeteilt in zweistündige Programmblöcke mit kurzen, mittellangen und langen Filmen, und mit anschliessender Diskussion mit den Autoren bestimmen auch den diesjährigen Ablauf der Veranstaltung.
Die Schweizer Filmzeitschrift "Film" spricht von den Filmtagen in diesem Zusammenhang von einem "unerschütterlichen Bollwerk gegen die Erneuerungswut". Filmtage-Leiter Ivo Kummer sieht das, anders als seine Kritiker, jedoch durchaus positiv: "Kontinuität bedeutet für uns Stabilität", sagt er.
Eine Konsequenz der konservativen Programmpolitik ist allerdings, dass in Solothurn kaum noch Premieren zu sehen sind, und dass längst nicht mehr das ganze Schweizer Filmschaffen auf Solothurns Leinwänden erscheint. Besonders der für ein grösseres Publikum gemachte Spielfilm scheint in Solothurn wenig gefragt.
Fehlende Spielfilme
So fehlen in Solothurn etwa Ruedi Gerbers "Heartbreak Hotel", Riccardo Signorells "Scheherazade", "Das Mädchen aus der Fremde" von Peter Reichenbach, "Black" von Pierre Maraval, oder Mathieu Seilers "Orgienhaus". Aber auch Léa Pools "Lost and Delirious", Anne-Marie Miévilles "Après la reconciliation" oder Robert Franks "Sanyo" vermisst man schmerzlich.
Als einzige Spielfilmpremiere ist die deutsche Produktion "Birthday" vonStefan Jäger zu sehen. Die anderen prominenten Programmplätze sind Dokumentarfilmen vorbehalten, etwa Peter Guyers mit Spannung erwartetem "Big Mac Small World" über die weltweite McDonald-Esskultur oder Andrea Stakas New Yorker Künstlerinnen-Porträt "Yugodivas".
Im Vordergrund steht in Solothurn also einmal mehr das Dokumentarfilmschaffen. Zehn Kinospielfilmen, darunter Markus Imbodens "Komiker", Xavier Kollers "Gripsholm", Denis Rabaglias "Azzurro" oder Silvio Soldinis "Pane e tulipani", stehen insgesamt 30 lange Dokumentarfilme gegenüber.
Stefan Schwietert ("El acordeon del diablo" und "Voyage oriental") und Patrick Bürge ("al-sabbar" und "Memento Mori") sind gleich mit zwei Arbeiten vertreten. Zahlreich sind auch dieses Jahr die Porträts, etwa über Annemarie Schwarzenbach, Delphine Seyrig, Agnes Martin, Varlin, George Gruntz oder die Gruppe Mummenschanz.
Vierter Schweizer Filmpreis
Mit 122 Filmen im regulären Programm sowie weiteren 108 Titeln in acht Sonderprogrammen ist das Angebot erneut umfangreich. Neben den neuen Schweizer Filmen wird etwa eine Retrospektive der Filme des Produzenten Marcel Hoehn gezeigt. Schweizer Koproduktionen von ausländischen Regisseuren, Produktionen des Schweizer Fernsehens oder ausländische Kurzfilme runden das Programm ab.
swissinfo und Agenturen