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(Fluorwasserstoff, Wasserstofffluorid, Fluorwasserstoffsäure, acidum hydrofluoricum); ein aus Fluor und
Wasserstoff bestehendes, höchst scharfes und stechend riechendes Gas, das jedoch schon mit sehr wenig Wasser eine farblose,
ätzende an der Luft rauchende Flüssigkeit bildet, die man am besten in Flaschen von Guttapercha aufbewahrt, und versendet,
da Glas durch die F. stark geätzt und die Säure durch die Glasbestandteile dann verunreinigt wird.
Man bereitet die F. durch Erhitzen von gepulvertem Flußspat mit Schwefelsäurehydrat in Gefäßen von Blei oder Platin und
Auffangen der Dämpfe in einer etwas Wasser enthaltenden, gut abgekühlten Blei- oder Guttaperchavorlage. Die Hauptverwendung
der Flußsäure ist die zum Ätzen von Glas. Eine hierzu auch schon brauchbare Flüssigkeit erhält man,
allerdings gemengt mit freier überschüssiger Schwefelsäure, wenn man eine Mischung von Flußspat, Schwefelsäure und Wasser
einige Tage stehen läßt, bis die Zersetzung erfolgt ist und der gebildete Gips sich als Bodensatz abgesondert hat.
Endlich erfolgt die Ätzung sofort, wenn die breiartige Mischung von Spatpulver und Säure direkt auf die zu
ätzende Glasfläche gelegt wird. In allen diesen Fällen findet also eine nasse Ätzung statt, deren Wirkung sich von der
Ätzung mit Dämpfen dadurch unterscheidet, daß die eingefressenen Striche etc. glatt und weniger
bemerkbar sind, da das Glas an diesen Stellen nichts von seiner Durchsichtigkeit verloren hat, während im Gegenteil beim
Ätzen mit Dämpfen, die man in einem geschlossenen Behälter ent, wickelt und sogleich an das Glas treten läßt die davon
getroffenen Zeichnungen oder Flächen matt und undurchsichtig werden. Je nach dem Zwecke wendet man entweder die eine oder
andre Methode an, wobei natürlich immer, wie
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beim Ätzen in Kupfer etc., die nicht anzuätzenden Stellen mit einem Deckfirnis geschützt sein müssen.
Die Mattätzung ist am meisten im Gebrauch, da nicht nur alle Gradeinteilungen an Thermometer- und andern Skalen so erzeugt
werden, sondern auch die jetzt so gebräuchlichen Glasscheiben in matten Musterungen. Hierbei werden durch ein Überdruckverfahren
ähnlich wie bei der Verzierung von Steingutgeschirren die Stellen mit Deckfirnis versehen, welche hell bleiben sollen.
Die F. wirkt in heftigster Weise zerstörend auf alle organischen Stoffe; ein Tropfen, auf die Haut gebracht, bewirkt ein
bösartiges und gefährliches Geschwür. Als ein verwandter Gegenstand möge zugleich mit erwähnt werden die Kieselflußsäure
(Siliciumfluorwasserstoff, acidum hydrofluorosilicicum, acidum hydrosilicicum fluoratum), welche, sonst nur als chemisches
Reagens gebraucht, neuerdings auch in die Technik eingetreten und Handelsware geworden ist.
Trifft man nämlich Veranstaltung, daß die Flußsäure gleich im Entstehen sich mit Silicium sättigen kann, indem man zu
Flußspat und Schwefelsäure noch Quarzsand, Glaspulver u. dergl. mischt,
so ist das entwickelte Gas Kieselfluorwasserstoff. Man leitet dasselbe in Wasser, wo es noch eine Umwandlung erleidet, indem
sich ein Teil des Kiesels als Gallert wieder absondert, während das Wasser sich säuert und bei längerm Einleiten zu einer
starken Säure wird. Man benutzt diesen Stoff als Ätzbeize in der Zeugdruckerei statt der teuren Weinsäure,
ebenso statt des Weinsteins beim Verzinnen durch das sog. Weißsieden. Auch andre Benutzungsweisen sind in
Vorschlag gebracht worden. Zollfrei.