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Die Handelshäfen in Bremen werden zur Überseestadt
Nach rund 700 Jahren wurde der alte Stadthafen an der Schlachte geschlossen, weil die Weser zunehmend versandete. Als Alternative wurde 1827 Bremerhaven gegründet. Die Stadt Bremen wollte aber wieder zurück zur Weltschifffahrt. Sie nahm zwei gewaltige Projekte in Angriff: Die Begradigung und Vertiefung der Weser und den Bau des ersten Freihafens 1886-88. Die Hansestadt gewann dadurch wieder direkten Anschluss an den überseeischen globalen Warenverkehr. Zollfrei gelagert wurden unter anderem Baumwolle aus der USA, Kaffee und Kakao aus Brasilien Wolle und Erze aus dem Baltikum.
In unmittelbarer Nähe siedelten sich Firmen an, die die Rohstoffe verarbeiteten z.B. die Rolandmühle, Kaffee Hag und Eduscho.
Eine Stärke von Bremen war die ausgeklügelte Logistik, mit der Anordnung der Schuppen, Speichern und Schienen für die Kräne und Güterwagen. Der Handel brachte der Stadt stattliche Gewinne ein.
Ende 1960 wurde die erste Containerbrücke gebaut. Da ahnte noch niemand, dass zugleich das Ende der Freihäfen begonnen hatte. Der Europahafen und der Überseehafen waren klassische Stückguthäfen. Die Hafenbetriebe endeten 1980.
Die Fracht ging nun an die Containerhäfen in Bremerhaven mit den riesigen Lagerflächen und Tiefwasser für die immer grösser werdenden Schiffe.
Die Überseestadt
Auf dem knapp 300 ha grossen Areal, im ehemaligen Hafenrevier, entwickelt sich seit 2000 die neue Überseestadt mit exklusiven Neubauten, zwischen den zum Teil erhaltenen historischen Industriegebäuden. In unterschiedliche Quartiere, aufgelockert mit Parkanlagen und Promenaden, haben sich neue Unternehmen angesiedelt. Moderne Lofts und neue Eigentumswohnungen sind entstanden, die immer schnell einen Eigentümer fanden. Kultur, Gastronomie und Freizeitangebote beleben die moderne Überseestadt
Zahlen:
2000: 300 Unternehmen mit etwa 6000 Beschäftigten
2015: mehr als 850 Unternehmen mit ca. 14’500 Beschäftigten – Tendenz steigend
Auf Entdeckungstour
Felix und ich schlendern mit unseren Hunden, bei blauem Himmel mit weissen Wolken und viel Sonnenschein durch die Überseestadt. Wir bestaunen die Vielfalt an Neubauten. Da konnten die Architekten ihre Ideen verwirklichen. Zuerst besuchen wir im Schuppen 1 das Zentrum für Automobilkultur und Mobilität – Herz von Felix schlägt höher.
Nachher geht es weiter zum Speicher XI. Im Restaurant Port stellen wir uns am Buffet ein Mittagessen zusammen und geniessen es auf der Terrasse. Nach so vielen Regentagen ist es eine grosse Wohltat an der Sonne zu sitzen. Die Hunde kriegen Wasser und Trockenfutter. Frisch gestärkt treten wir in die Hafenwelt von gestern ein. Weil wir die einzigen Besucher sind, dürfen Nikki und Emily mit. Die Ausstellung ist sehr interessant und abwechslungsreich. Felix und die Vierbeiner treten nach dem Museumsbesuch den Heimweg an.
Ich will unbedingt zum Künstlermarkt, der sich gleich um die Ecke befindet. Das Angebot ist umwerfend und verführerisch. Aquarellfarben sind in meinen Besitz übergegangen.
Zusammenfassend: Die Überseestadt ist faszinierend und beeindruckend!