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Bei Sportfesten an japanischen Schulen gehört eine gymnastische Attraktion zum Standard: die Menschenpyramide. Fast jeder Japaner musste in seiner Schulzeit schon einmal bei einer solchen Einlage mitmachen. Sie fördert den Teamgeist und sieht auch noch spektakulär aus. Einst war dies ein harmloses Erlebnis. In den letzten Jahren wurden diese Übungen jedoch immer höher, akrobatischer und somit gefährlicher. Die Zahl der Unfälle nahm stark zu. Jeweils über 8000 waren es pro Jahr.
Zum Umdenken führte schliesslich ein Zwischenfall in der Stadt Yao in der Präfektur Osaka. Dort stürzte 2015 eine 10-stöckige Menschenpyramide bei einem Sportfest in sich zusammen. Ein Schüler erlitt einen Knochenbruch. Das Video wurde über 1 Million Mal angeschaut. Die Bildungsbehörde der Stadt Osaka erliess darauf ein komplettes Verbot von Menschenpyramiden an Schulfesten (Asienspiegel berichtete). Die japanische Sportbehörde zog im März 2016 nach, indem sie allen Schulen im Land schriftlich mitteilte, dass man Menschenpyramiden sein lassen solle, wenn die Sicherheit der Schüler nicht gewährleistet werden könne. Von einem kompletten Verbot sah man jedoch ab.
Weniger Unfälle, mehr Knochenbrüche
Die Menschen-Pyramiden werden trotz der Massnahmen weiterhin durchgeführt. Sie ist eine Tradition, an der viele festhalten möchten. Und so kam es letztes Jahr zu 5271 Unfällen im Zusammenhang mit dieser Übung, wie NHK News. Das sind zwar 35 Prozent weniger als in den Jahren zuvor. Gleichzeitig kam es aber zu 1326 Unfällen mit Knochenbrüchen. Experten fordern nun eine bessere Gewährleistung der Sicherheit für die Schüler – und ein Ende des Höhenwahns bei den Menschenpyramiden.