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Das Handgelenk besteht aus sieben Handwurzelknochen, welche alle miteinander mit diversen Bändern verbunden sind. Die Handwurzelknochen bilden zwei Handwurzelreihen und zwei Gelenklinien. Das Kahnbein ist der grösste Handwurzelknochen. Es liegt an der Daumenseite der Handwurzel und funktioniert als Bindeglied zwischen erster und zweiter Handwurzelreihe. Dadurch ist es anfällig auf Verletzungen und derjenige Handwurzelknochen, der am häufigsten frakturiert.
Kahnbeinbrüche entstehen am häufigsten durch einen Sturz auf die ausgestreckten Hände. Manchmal bestehen Hohlräume (Zysten) im Knochen, die eine Fraktur begünstigen. Auch im Rahmen von Handgelenk-Luxationen kann es zur Fraktur des Kahnbeins kommen (perilunäre Luxationsfraktur).
Da die Durchblutung des Kahnbeines nicht sehr gut ist, braucht die Heilung des Knochens lang. Wird die Fraktur nicht konsequent behandelt, besteht ein grosses Risiko, dass sie nicht abheilt und sich ein Falschgelenk (Pseudarthrose) zwischen den Frakturfragmenten entwickelt. Eine nicht behandelte Kahnbein-Pseudarthrose führt häufig zu einer Fehlform des Knochens mit vorzeitiger Abnützung des Handgelenkes.
Die Symptome bei einem Kahnbeinbruch unterscheiden sich von den Symptomen bei einer Kahnbein-Pseudarthrose.
Es bestehen Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenkes. Die Handgelenkbeweglichkeit ist typischerweise schmerzhaft eingeschränkt und es kann eine Schwellung bestehen. Axialer Druck auf den Daumen kann die Schmerzen verstärken.
Häufig bestehen anfänglich nur relativ geringe Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenkes, die insbesondere bei grösserer Belastung wie zum Beispiel beim Aufstützen auf die Hände auftreten. Die Beweglichkeit und maximale Kraft im Faustschluss kann etwas eingeschränkt sein. Später treten mit zunehmender Handgelenksreizung Schmerzen schon bei geringerer Belastung auf. Im Endstadium besteht dann eine Abnützung des Knorpels im Handgelenk.
Die klinische Untersuchung ergibt die Verdachtsdiagnose. Zusätzlich werden verschiedene Röntgenbilder angefertigt. Ist der Röntgenbefund nicht eindeutig, wird eine Computer-Tomographie oder MRI durchgeführt. Bei speziellen Bruchformen kann zusätzlich noch eine Magnet-Resonanz-Tomographie indiziert sein, um die Durchblutung beurteilen zu können.
Die Kahnbein-Pseudarthrose ist praktisch immer auf normalen Röntgenbildern sichtbar, da sie sich als Spalt zwischen den Knochenfragmenten darstellt. Um eine genaue Operationsplanung durchführen zu können, wird in der Regel eine Computer-Tomographie beider Handgelenke durchgeführt. So kann anhand der gesunden Seite die Rekonstruktion geplant werden. Soll die Durchblutung der Knochenfragmente beurteilt werden, kann ein MRI durchgeführt werden.
Ein Kahnbeinbruch wird durch Gipsruhigstellung oder eine Operation therapiert. Bei einer Kahnbein-Pseudarthrose ist eine Operation notwendig.
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