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Erläutere das übergeordnete Ziel des diagnostischen Prozesses beim Gutachten.
Das übergeordnete Ziel des diagnostischen Prozesses ist die Beantwortung einer personenbezogenen Fragestellung. Für den diagnostischen Prozess in der Gutachtenerstellung werden durch Experten passend zur jeweiligen Fragestellung, anerkannte wissenschaftliche Theorien, diagnostische Verfahren und Methoden und empirische Erkenntnisse genutzt.
Im Gutachten wird der wissenschaftlich fundierte Prozess dokumentiert und die Beantwortung der Fragestellung nachvollziehbar dargestellt. Es ergibt sich eine Entscheidungshilfe oder eine Entscheidung für den Auftraggeber
Nenne die Hauptgliederungspunkte eines Gutachtens.
Titelblatt mit Auftraggeber
Fragestellung (konkret und differenziert ausformuliert)
Untersuchungsplan/Methoden (so detailliert, dass er replizierbar ist)
Ergebnisbericht/Datenauswertung (Zahlen! Vergleich mit Normwerten)
Befund (Absicherung der Hypothese aus den Daten heraus)
Stellungnahme/Empfehlung
Versicherung Datum, Unterschrift
Literaturverzeichnis, Anhang
Formuliere ein Beispiel für eine psychologische Fragestellung.
Ist es zu erwarten, dass die 28jährige Frau S. ihr Umschulungsziel „Altenpflegerin“ erreichen und diesen Beruf später erfolgreich ausüben wird?
Erläutere zwei Gründe, wann/warum man ein Gutachtenauftrag ablehnen sollte
1. Wenn die Fragestellung nicht eindeutig und präzise formuliert ist
2. Wenn nicht genügend Wissen zur Beantwortung vorliegt oder der Psychologe nicht der zuständige Experte ist.
3. Wenn die Fragestellung nicht juristisch vertretbar ist.
4. Wenn die Fragestellung nicht ethisch vertretbar ist.
5. Wenn nicht die Diagnostik im Vordergrund steht.
Formuliere eine mögliche Stellungnahme
Zur Frage steht, ob Herr XY seinen Beruf als Diplom Ingenieur weiterhin in Vollzeit ausüben kann. Die Fragestellung soll unter zwei Aspekten betrachtet werden: die der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie die der emotionalen Belastbarkeit. Bezüglich seiner kognitiven Fähigkeiten zeigt Herr XY deutliche Defizite im Bereich der Intelligenz, der Aufmerksamkeit sowie der Konzentration. Damit ist davon auszugehen, dass Herr XY seinem früheren Beruf als Diplomingenieur nicht mehr in vollem Umfang nachkommen kann. Auch unter dem Aspekt der emotionalen Belastbarkeit ist Herr XY eingeschränkt. Seit seinem Unfall mit schwerem Schädelhirntrauma berichtet er, zunehmend antriebs- und freudlos zu sein. Dies konnte durch ein Depressionsscreening bestätigt werden.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass Herr XY weder von Seiten seiner kognitiven Leistungsfähigkeit noch seitens der emotionalen Belastbarkeit dafür geeignet ist, seinen Beruf weiterhin in Vollzeit auszuüben. Eine Reduktion der Stundenzahl sowie der Arbeitsmenge ist zuempfehlen.
Nenne die zwei/drei essentiellen Qualitätsanforderungen eines Gutachtens.
Nutzung von methodischen Mitteln die dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand entsprechen
Bildung relevanter Hypothesen und Auswahl der eingesetzten diagnostischen Verfahren muss anhand der Hypothesen begründet und nachvollziehbar dargestellte werden
Nachvollziehbarkeit und Transparenz in der Darstellung der Begutachtung. Überprüfbarkeit des diagnostischen Prozesses und der Schlussfolgerung
Nenne 2 formale Merkmale eines Gutachtens
Im Präsens geschrieben, in Alltagssprache (!NICHT Umgangssprache)
Name, akademischer Titel und Adresse der Gutachterin / des Gutachters,
Name und Adresse der Auftraggeberin / des Auftraggebers,
die Fragestellung der Auftraggeberin / des Auftraggebers,
Name(n) und Geburtsdatum / Geburtsdaten der untersuchten Person(en),
ggf. herangezogene zusätzliche Informationsquellen (z. B. Akten, Epikrisen),
ggf. beauftragte Zusatzgutachten,
das jeweilige Datum der Untersuchung(en),
das Datum der schriftlichen Abfassung des Gutachtens,
die rechtsverbindliche Unterschrift des Gutachters,
Nachweis der im Gutachten verwendeten Fachliteratur inklusive Quellennachweise der eingesetzten Verfahren
Nenne zwei Probleme, die in der Praxis bei Gutachten auftreten/
Nenne zwei häufige Fehler beim Verfassen von Gutachten
Tests und Fragebögen widersprechen dem aktuellen Forschungsstand
Tests und Fragebögen sind nicht nachvollziehbar ausgewählt
Fehlende Testwerte
Keine durchgängige, nachvollziehbare Dokumentation