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Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz soll ihre öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit erhöhen.
- Bei einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit der Befragten für eine Erhöhung aus.
- 70 Prozent der Teilnehmenden zeigten sich besorgt über das Ausmass der globalen Armut.
In einer Umfrage haben 55 Prozent der Teilnehmenden angegeben, dass die Ausgaben der Schweiz für die Entwicklungszusammenarbeit erhöht werden sollten. 70 Prozent zeigten sich besorgt über das Ausmass der globalen Armut.
Durchgeführt wurde sie vom Center for Development and Cooperation (Nadel) der Hochschule. An der repräsentativen Umfrage «Swiss Panel Global Cooperation» nahmen 2800 Personen teil, wie die ETH Zürich am Mittwoch mitteilte.
Demnach überschätzten vier von fünf Personen (80 Prozent) die öffentlichen Ausgaben der Schweiz für die Entwicklungszusammenarbeit. Diese betragen insgesamt 3,3 Milliarden Franken, was etwa 350 bis 400 Franken pro Person entspricht. Wurde den Befragten dieser Betrag offengelegt, befürwortete ein grösserer Prozentsatz von ihnen höhere Ausgaben: Von den anfänglichen 55 Prozent stieg der Anteil der Befürwortenden auf 71 Prozent.
Gut ein Drittel (36 Prozent) gab zudem an, an Organisationen zu spenden, die sich für die globale Armutsbekämpfung einsetzen. Zum Vergleich: In Deutschland und Frankreich würden etwa 20 Prozent spenden, schrieb die ETH.
Sorgen über Ausmass der globalen Armut
Besorgt über das Ausmass der globalen Armut zeigten sich 70 Prozent der Befragten. Dabei war nur jeder vierten Person bewusst, dass mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung mit weniger als zehn Dollar pro Tag auskommen muss.
Hingegen unterschätzten 97 Prozent die Fortschritte im Kampf gegen extreme Armut. Dies, obwohl heute weniger als 800 Millionen Menschen in extremer Armut lebten. Im Jahr 2000 waren es noch über 1,6 Milliarden, hielt Isabel Günther, fest. Sie ist Nadel-Co-Leiterin und Professorin für Entwicklungsökonomie.
Wie die Umfrage weiter zeigte: Schweizerinnen und Schweizer unterstützen auch politische Massnahmen zur Ungleichheitsbekämpfung, die sich negativ auf die Wirtschaft auswirken können.
70 Prozent würden demnach den Patentschutz für Covid-Impfstoffe im Interesse ärmerer Länder temporär aufheben. 90 Prozent zeigten sich zudem offen für Massnahmen zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung durch Schweizer Unternehmen.
76 Prozent sprachen sich für eine wirksame Klimapolitik aus. 74 Prozent sind für Massnahmen, die Steueroptimierungen für multinationale Unternehmen verhindern, indem diese ihre Gewinne in die Schweiz verschieben.