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Junioren-Europameisterschaften
Kanu in Solkan
(Slowenien)
Zum Abschluss
sensationelle Silbermedaille für das Damenteam
Reto Schläppi
Zum Abschluss
der Junioren-Europameisterschaften in Solkan (Slowenien) holte sich
das Schweizer Damenteam mit Melanie Mathys, Selina Zimmermann und
Vroni Bitzi völlig überraschend die Silbermedaille über die lange
Distanz und klassierte sich klar vor den favorisierten Deutschen und
Slowenen. Mit der zweifachen Junioren-Europameisterin Melanie Mathys
und der zweiten Schweizerin Selina Zimmermann, die sich in den
Einzelrennen auf dem vierten und sechsten Schlussrang klassierte,
verfügte das Schweizer Team über zwei sehr starke Fahrerinnen. Die
dritte Schweizerin, die Luzernerin Vroni Bitzi war aber klar
schwächer einzustufen und wies in den Rennen jeweils einen
deutlichen Rückstand auf. Aus diesem Grund rechnete das Schweizer
Betreuerteam nicht mit einer Medaille im Team. Die Solothurner
Trainerin der Junioren, Kristin Amstutz kann sich den Erfolg aber
gut erklären:"Da wir wussten, dass sich Vroni Bitzi in den
Einzelrennen kaum würde durchsetzen können, wurde bei ihr im
Training der Fokus ganz auf die Mannschaftsrennen gelegt und sie
fuhr die ganze Woche jeden Trainingslauf hinter Melanie oder Selina
auf der Heckwelle und gewöhnte sich so an die Mannschaftstaktik.
Fahren in der Heckwelle ist vergleichbar mit dem Windschattenfahren
bei den Velorennen. Die schwächere Fahrerin wird von der Vorderen
mitgezogen und kann so Kräfte sparen. Allerdings ist das auf
bewegtem Wasser nicht so einfach und benötigt sehr viel Übung. Vroni
hat sich aber die ganze Woche über gesteigert und das Resultat heute
ist deutlich mehr als erwartet. Sie ist aber heute über sich
herausgewachsen und hat das beste Rennen ihrer Karriere geliefert."
Zumindest für das Teamrennen hatte das sehr flache und fast stehende
Wasser in Solkan einen grossen Vorteil für das Schweizer Team. Die
beiden Topfahrerinnen konnten Vroni gar auf eine Doppelwelle nehmen,
bei der Melanie und Selina nebeneinander fuhren und Vroni Bitzi von
beiden Heckwellen profitieren konnte. Diese Form ist auf dem
Wildwasser praktisch nicht umsetzbar, da Wellen, Walzen und Steine
diese Formation immer wieder auseinanderreissen.
Das Schweizer
Damenteam konnte aufgrund der guten Einzelränge von Melanie Mathys
und Selina Zimmermann als Letzte starten und waren so bestens über
ihren aktuellen Rang informiert. Sie gerieten im oberen Teil aber
schnell in Rückstand und bei der zweiten Zwischenzeit hatten sie
bereits mehr als zehn Sekunden Rückstand auf einen Medaillenrang.
Erst im sehr flachen Schlussteil konnte die eingeübte
Mannschaftstaktik effizient umgesetzt werden und das Schweizer
Damenteam setzte zu einer fulminaten Aufholjagd an, die den Drei im
Ziel die Silbermedaille einbrachte.
Auch das das
Schweizer Herrenteam mit Jonas Tschirren, Alistair Smorthit und Urs
Zimmermann zeigte eine gute Leistung und klassierte sich wie bereits
im Teamsprint auf dem guten sechsten Schlussrang.
Mit der Silbermedaille im Team endet die sehr erfolgreiche
Junioren-Karriere der Solothurnerin Melanie Mathys, wie sie begonnen
hat, mit einem Triumph. Als gerade mal Fünfzehnjährige überraschte
sie an der Heim-WM 2009 alle und gewann aus dem Nichts ihren ersten
Weltmeistertitel. Danach war sie vier Jahre lang im Juniorenbereich
kaum zu bezwingen und schloss ihre Juniorenkarriere dieses
Wochenende in Slowenien mit dem Gewinn beider EM-Titel und der
Team-Silbermedaille ab.
Zweiter
EM-Titel für Melanie Mathys
Reto Schläppi
Einen Tag nach
dem Sieg an den Junioren-Europameisterschaften über die klassische
Distanz konnte sich die Solothurnerin zum ersten Mal auch im Sprint
durchsetzen. Sie gewann den Finaldurchgang mit dem knappen Vorsprung
von 12 Hundertstelsekunden auf die Italienerin Costanza Bonaccorsi
und schloss damit ihr letztes internationales Juniorenrennen mit dem
totalen Triumph ab.
In den
Vorläufen klassierten sich die beiden Schweizerinnen Melanie Mathys
und Selina Zimmermann mit zwei fehlerfreien Läufen auf den
Zwischenrängen Zwei und Vier und qualifizierten sich problemlos für
den Finaldurchgang. Während sich die Nidwaldnerin Selina Zimmermann
im Finallauf aber nicht mehr steigern konnte, sicherte sich Melanie
Mathys mit der Tagesbestzeit ihren ersten
Junioren-Europameistertitel im Sprint. Nach drei Podestplätzen an
den Sprintbewerben steht sie zum Abschluss jetzt zuoberst auf dem
Podest und holt den ersten EM-Titel im Sprint überhaupt für den
Schweizer Kanuverband.
Mit der im Zwischenklassement führenden Italienerin hatte Melanie
Mathys eh noch eine offene Rechnung zu begleichen. Die Italienerin
Bonaccorsi verhinderte mit ihrem unfairen Fahrmanöver bei der
Junioren-Weltmeisterschaft 2011 beinahe den Sieg der Solothurnerin.
Obwohl Melanie Mathys bereits zu ihr aufgeschlossen hatte und sie
keine Chance mehr auf die vordersten Ränge hatte, versuchte sie mit
wildem Hin- und Herfahren ein Überholen zu verhindern und zwang
Melanie zu einem zeit- und kräfteraubenden Ausweichmanöver.
Bei den Kajak Herren konnte sich der Berner Jonas Tschirren mit dem
9. Zwischenrang für den Final qualifizieren. Er konnte sich aber
nicht mehr steigern und wurde am Schluss 14. Damit verpasste er die
angestrebte Top-Ten Klassierung.
Melanie Mathys verteidigt ihren Titel
Reto Schläppi
Die
Solothurnerin Melanie Mathys konnte beim Auftaktrennen zur Junioren
Europameisterschaft Kanu im slowenischen Solkan ihren EM-Titel von
2010 erfolgreich verteidigen. Damit beendet sie ihre
Juniorenkarriere über die klassische Distanz mit dem Maximum von
zwei Junioren-Weltmeistertiteln und zwei
Junioren-Europameistertiteln ab. Ähnlich wie bei der Junioren-WM im
letzten Jahr, war der Weg zum Titel aber nicht ohne Hindernisse und
das Rennen verlangte Melanie Mathys alles ab. Auf der für
Wildwasserkanuten ungewohnt flachen und technisch anforderungslosen
Strecke auf der Soca, geriet Melanie Mathys bereits bis zur ersten
Zwischenzeit in Rückstand und musste zur Aufholjagd ansetzen. Dies
gelang ihr im Mittelabschnitt aber nicht und bis zur zweiten
Zwischenzeit durch das Schweizer Betreuerteam verlor sie noch einmal
zwei Sekunden auf die Führende und lag bereits über vier Sekunden
zurück. Danach gelang es Melanie aber, den Turbo zu zünden und unter
Aufbietung aller Kräfte konnte sie den Rückstand aufholen und die in
Führung liegende Deutsche Susann Gihr bis ins Ziel um mehr als drei
Sekunden distanzieren. Sie profitierte davon, dass sie als
amtierende Junioren-Europameisterin als Letzte ihrer Kategorie
starten konnte und so während des Rennens durch ihre Betreuer genau
über ihren Rang und ihren Vorsprung oder Rückstand informierte
werden konnte. Im Ziel war Melanie Mathys zwar voller Freude über
den erneuten Sieg, musste aber zugeben, dass dies eines der
härtesten Rennen ihrer Karriere gewesen war. "Wir sind es gewohnt,
auf fliessenden Gewässern Rennen zu fahren. Hier war ein Grossteil
der Wettkampfstrecke praktische stehendes Wasser und ich benötigte
dadurch viel mehr Kraft, als bei einem normalen Wildwasserrennen.
Vor allem die Aufholjagd brachte mich an den Rand meiner Kräfte und
die schlechten Zwischenzeiten durch meine Trainer irritierten mich.
Als ich das Ziel in Sichtweite hatte war ich gar nicht sicher, dass
es reichen würde".
Beinahe hätte
es sogar zwei Schweizerinnen auf dem Siegerpodest gehabt. Die
Nidwaldnerin Selina Zimmermann wurde bei ihrer ersten Junioren-EM
ausgezeichnete Vierte und klassierte sich als erst Fünfzehnjährige
inmitten der europäischen Spitze. Sie hatte noch vor einer Woche
ihrer Teamkollegin Melanie Mathys an den
Junioren-Schweizermeisterschaften die erste Niederlage seit vier
Jahren zugefügt. Mit dem heutigen Topresultat wird sie in einem Jahr
an den Junioren-Weltmeisterschaften sicher die Nachfolge von Mathys
antreten können.
Der Berner
Jonas Tschirren war der erfolgreichste Junior des Schweizer Teams.
Mit seinem 16. Rang war er im Ziel nicht ganz zufrieden, er will
aber vor allem beim Sprintrennen vom Samstag in die Top Ten fahren.
Mit dem Sprintrennen hat auch Melanie Mathys noch eine Rechnung
offen. Zwar holte sie im Sprint bisher an jeder Jun-WM und Jun-EM
einen Podestplatz, für ganz zuoberst reichte es aber noch nicht.
Dies will sie morgen bei ihrem letzten Einzelrennen als Juniorin
noch ändern.
Resultate siehe Beilage PDF
Meli wird
zum zweiten Mal Junioreneuropameisterin in der klassischen Abfahrt.
Bravo.
i
Sprintrennen
Schweizer Damenteam verpasst Team-Medaille:
Das Schweizer Damenteam verpasste eine Medaille im Teambewerb knapp.
Nach dem 1. Lauf waren die Schweizerinnen (Melanie Mathys, Selina
Zimmermann und Vroni Bitzi) noch auf dem dritten Zwischenrang
klassiert mit sehr geringem Abstand auf das führende Team aus
Italien. Im zweiten Lauf unterlief Selina Zimmermann aber ein
folgenschwerer Fahrfehler und es gelang ihr nicht, bis ins Ziel
wieder zu den beiden Teamkolleginnen aufzuschliessen.
Das Schweizer Herrenteam (Jonas Tschirren, Fabian Munsch, Alistair
Smorthit) bot eine gute Leistung und erfüllte mit dem sechsten
Schlussrang die Erwartungen des Kanuverbandes.
RanglisteJunioren-EM, Wildwasser-Abfahrt, Classic-Race (3,9 km);
Kajak-EinerHerren: 1.Bonato (Italien) 15.59,98, 2. Paufler
(Deutschland) 16.08,69, 3. Urbani (Italien) 16.15,98, Ferner: 15.
Jonas Tschirren (Zollikofen) 16.50,43, 20. Urs Zimmermann (Buochs)
17.02,75, 23. Alistair Smorthit (Buochs) 17.24,40, 24. Fabian Munsch
(Basel) 17.26,15.
Kajak-EinerFrauen: 1. Melanie Mathys (Solothurn) 17.33,00, 2. Gihr
(Deutschland) 17.36,25,
3.Hostens (Frankreich) 17.46,17, 4. Selina Zimmermann (Buochs)
17.55,36, Ferner: 23. Vroni Bitzi (Luzern) 19.46,67.
ResultateSprint-Team-Race (2x400m); Kajak-Einer Herren: 1. Slowenien
2.14,89, 2. Italien 2.15,30, 3. Tschechien 2.16,84, Ferner: 6.
Schweiz (Munsch, Tschirren, Smorthit) 2.19,36.
Kajak-EinerFrauen: 1. Frankreich 2.30,78, 2. Italien 2.31,17, 3.
Deutschland 2.31,60, Ferner:
5.Schweiz (Mathys, Zimmermann, Bitzi) 2.33,85.