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evimed: Journal Club
Massnahmen zur Erhöhung der körperlichen Aktivität
Frage:Welche Massnahmen sind wirksam, um bei gesunden Menschen oder bei Patienten das Ausmass der körperlichen Aktivität zu erhöhen?
Hintergrund:
Körperliche Inaktivität ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Krankheiten oder für eine schlechte Prognose bei schon bestehenden Krankheiten. Es gibt eine ganze Anzahl von Massnahmen, welche die Motivation zu mehr körperlicher Aktivität erhöhen sollen, doch es ist unklar, welche bei wem wirksam sind.
Einschlusskriterien:
Randomsiert, kontrollierte Studien sowie nicht-kontrollierte Studien, welche
§ Massnahmen zur Erhöhung der körperlichen Aktivität untersuchten
§ gesunde Menschen oder Patienten einschlossen
§ ein Mass für körperliche Aktivität als Outcome hatten
Studiendesign:
Systematic review
Studienort:
Zwei Gruppen aus Glasgow (Schottland) und Oxford (England). Die eingeschlossenen Studien stammten vorwiegend aus den USA, Australien, Schottland und England.
Resultat:
· 49 Studien (19 randomsiert, kontrollierte Studien und 29 nicht-kontrollierte Studien) konnten identifiziert werden.
· Die untersuchten Massnahmen variierten stark und die Resultate konnten nicht statistisch kombiniert werden (Meta-Analyse). Gleichwohl gab es Trends, welche Massnahmen bei welchen Studienteilnehmern wirksam waren.
· Studien, in welchen die empfohlenen Massnahmen individuell auf die Bedürfnisse der Studienteilnehmer abgestimmt wurden, zeigten generell grössere Effekte auf die körperliche Aktivität (meist ausgedrückt als Gehminuten pro Woche, wobei Zunahmen um 30-60 Gehminuten pro Woche beobachtet wurden).
· Massnahmen, welche darauf abzielten, regelmässige Strecken (zum Beispiel Schul- oder Arbeitsweg) zu Fuss zu gehen, zeigten in den meisten Studien signifikante Verbesserungen der körperlichen Aktivität. Demgegenüber waren allgemeinere Ratschläge zur Erhöhung der körperlichen Aktivität nicht in allen Studien wirksam.
· Bei Studienteilnehmern mit höherer Motivation zur Verhaltensänderung oder mit generell sehr geringer körperlicher Aktivität zeigten die Massnahmen grössere Effekte als bei nicht ausgesuchten Studienteilnehmern.
· Die meisten Studien untersuchten Massnahmen von kurzer Dauer und nur wenige Studien hatten längere Follow-ups. Damit konnten keine Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob und wie gross die Auswirkung erhöhten körperlicher Aktivität auf klinische Endpunkte wie Symptome, Lebensqualität oder zum Beispiel kardiovaskuläre Ereignisse ist.
Kommentar:
· In diesem Systematic review wurde ein sehr grosser Aufwand betrieben, um Studien zu identifizieren (25 Datenbanken wurden durchsucht, die initial über 50'000 mögliche Studien ergaben). Die Autoren versuchten in dieser sorgfältig gemachten Studie trotz der grossen Heterogenität der untersuchten Massnahmen Charakteristika zu identifizieren, welche wirksame Massnahemn auszeichnen.
· Es zeigte sich, dass es, wie man es von anderen Verhaltensänderungen her kennt, wichtig ist, dass die Massnahmen vor allem auf Menschen abzielen sollten, die zu einer Verhaltensänderungen bereit sind und dass diese Massnahmen möglichst individuell angepasst werden sollten. Dies macht es andererseits nicht möglich, allgemeingültige Regeln zur Förderung körperlicher Aktitvität zu formulieren.
· Zu einzelnen Patientengruppen konnten keine Aussagen gemacht werden. Ein Grund dafür ist wohl, dass die meisten Studien relativ breite und krankheitsunspezifische Einschlusskriterien hatten.
· Generell zeigten die Studien also einen positiven Effekt der Massnahmen auf das Ausmass der körperlichen Aktivität, vor allem, wenn sie individuell gestaltet waren. Allerdings muss berücksichtigt weden, dass vor allem kurzfristige Effekte untersucht wurden, so dass es noch unklar bleibt, ob und wie diese Effekte erhalten werden können und ob sie klinisch relevante Auswirkungen haben.
Literatur:
Ogilvie D. et al: Interventions to promote walking: systematic review. BMJ. 2007 Jun 9;334(7605):1204. Epub 2007
Verfasser: Puhan.Milo, 28.06.2007
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