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Basel, 1820
Maximilian Neustück (1756-1834)
Papier, Aquarell
H. 32 cm, B. 47,2 cm
Inv. 2004.197.
Ein Jahr bevor 1821 ein Teil der Klosterbauten mitsamt der angrenzenden Stadtmauer und ihren Türmen, dem Wasser- und dem Eselsturm, abgerissen wurden, hielt der Maler, Radierer und Lithograph Maximilian Neustück (1756-1834) diese seltene Ansicht des Barfüsserplatzes gegen Süden fest. Ungleich häufiger wurde die Blickrichtung zur hoch aufragenden Barfüsserkirche als Motiv gewählt (z. B. Inv.Nr. 2003.204.). Auf dem Platz – damals noch als «Säuplatz» (=Schweinemarkt) bekannt – herrscht reges Treiben von spazierenden, sich unterhaltenden oder arbeitenden Menschen. Der Betrachter erblickt links aussen die Mädchenschule sowie darüber die Schaffnerwohnung; danach die Almosenschaffnei und den Wasserturm sowie den Eselsturm hinter der Knaben-schule. Das Haus «Zum Vogel Strauss» mit dem namengebenden Motiv als Fassadenmalerei schliesst das Bild rechts ab. Im Laufe des 19. Jahrhunderts veränderte das Areal mehrmals sein Gesicht.
Ursprünglich aus Mainz kommend, wohnte und arbeitete Neustück seit 1780 als Porträt- und Dekorationsmaler in Basel, wo er auch verstarb. Zahlreiche Veduten von Basel, die teils verlorene städtebauliche Zusammenhänge bezeugen und damit wichtige Quellen zur Stadtgeschichte darstellen, sind aus seinem Werk überliefert.
Die Ansicht des Barfüsserplatzes gegen Süden wurde von Neustück im selben Jahr in eine kolorierte Lithographie übertragen (Staatsarchiv Basel). Viel-leicht diente diese Darstellung 1847 auch als Vorlage für ein nur in geringfügigen Details abweichendes Aquarell von seinem Sohn, Johann Jakob Neustück (1800-1867).
Der Maler hat in diesem Bild eine sehr persönliche und für ihn vertraute Ansicht des Barfüsserplatzes festgehalten, wohnte er doch in der «Künstlerhöhle» im «Grünen Eck» am Barfüsserplatz 20.