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1 Traditionelle Werte und Auffassung von Leadership
1.1 Eine Kultur aus vielen Kulturen
Die französische Kultur ist ein Mosaik von Subkulturen. Der Süden gehört zur mediterranen Kultur, der Norden steht den nordeuropäischen Kulturen näher, der Westen mit der Bretagne und der Normandie ist britischer und die Region Elsass und Lothringen steht unter Einfluss der deutschen Kultur. Nichtsdestotrotz bietet das französische Volk nach aussen ein Bild in welchem Werte und Verhaltensmuster weitgehend allen Subkulturen gemeinsam sind.
1.2 Werte und Verhaltensmuster
Die Beziehung der Franzosen zur Macht prägt ihre Geschichte. Schon die Landkarte widerspiegelt diesen Wert: Aus allen Himmelsrichtungen führen die meisten Autobahnen nach Paris. Die Hauptstadt wirkt wie ein Oktopus, der seine Tentakel über das ganze Land ausstreckt. Die Geschichte Frankreichs wird in den Strassen von Paris mittels zahlreichen Monumenten und Statuen der grossen Persönlichkeiten erzählt, die sie geformt haben. Auch wenn sie in ihren Lebzeiten umstritten waren, bleibt bei den Franzosen eine Faszination für die ehemaligen Herrscher, ob sie Könige oder Staatspräsidenten gewesen sind. Wie die Staatspräsidenten haben Firmen-CEOs mehr Macht und Entscheidungsbefugnisse als in vielen anderen Ländern.
Die französische Gesellschaft ist sehr hierarchisch nach Klassen strukturiert: ganz oben liegt die „haute bourgeoisie“, welche die reichsten Familien beinhaltet inklusive einer kleinen aristokratischen Elite, die immer noch viel Einfluss ausübt, sowie die Top-Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft . Dann kommt die „petite bourgeoisie“, bestehend aus Managern von Grossfirmen und Geschäftsführern aus Kleinfirmen. Dann, die „classe moyenne“ mit dem mittleren Kader von Organisationen, Lehrkräften und Ladenbesitzern. Ganz unten steht letzlich die „classe populaire“, also die Mitarbeiter mit minimalem Ausbildungsniveau (Hall, 1990, 97).
Gemäss Hall und Hofstede brauchen die Franzosen klare Strukturen und Regeln und legen zum Beispiel Wert darauf, vor Sitzungen über alle relevanten Informationen zu verfügen. Überraschungen schätzen sie nicht. Paradoxerweise heisst das aber nicht, dass sie jederzeit gewillt sind, Regeln und Gesetze zu befolgen. Viel mehr verhalten sie sich situativ, d.h. kontextabhängig.
Eine polychrone, „high context“ Gesellschaft
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2 Leadership und Management Frankreich – Führungsstil
Vorgesetzte erwarten von Untergebenen Gehorsamkeit. Im Hinblick auf die oben erwähnte Vorliebe für die Macht, ist diese Erwartung logisch, steht aber im Konflikt mit dem Individualismus. Mitarbeiter sollen grosse Machtunterschiede akzeptieren und trotzdem stark individualistisch eingestellt sein. Folgende Aussage unterstreicht diese Kollision: „In adult life the French expect obedience from subordinates, creating a conflict in a people who place a premium on individuality (Hall, 1990, S. 107).
2.1 „La Direction par Objectifs“ (Management by Objectives)