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Helikopter-Mutter und Videobloggerin Stephanie (Anna Kendrick) trifft auf Femme Fatale Emily (Blake Lively). Kurz darauf verschwindet Emily spurlos. Stephanie kümmert sich um den Sohn ihrer neugewonnenen Freundin und deren Ehemann Sean (Henry Golding).
Kurz darauf wird Emilys Leiche gefunden. Und Stephanie findet heraus, dass Sean kurz zuvor eine Lebensversicherung auf die Tote abgeschlossen hat.
Fakt 1: Das kommt mir bekannt vor…
«A Simple Favor» von Paul Feig hat Ähnlichkeiten mit dem sehr erfolgreichen Thriller «Gone Girl» (2014) von Regisseur David Fincher. In beiden Filmen verschwinden Ehefrauen spurlos. Polizisten misstrauen dem Ganzen wegen einer hohen Lebensversicherung.
Das vermeintlich schwache Geschlecht ist in den beiden Thrillern schlauer und durchtriebener als die Männerwelt. Diese sind hilflos und unschuldig.
Fakt 2: «A Simple Favor» ist eine Buchverfilmung
Der Kinofilm basiert auf dem Thriller von Darcey Bell. Dieser wurde im März 2017 publiziert. Bereits vor der Publikation gab es Verträge zu dessen Verfilmung. Erstaunlich, da dies Darcey Bells erstes Buch war. Vermutlich fand man die Geschichte interessant, weil sie an «Gone Girl» erinnert. Dieser hatte weltweit schliesslich gut 369 Millionen Dollar eingespielt, das Sechsfache seine Budgets.
Zwischen Roman und Verfilmung gibt es einige Unterschiede: Im Film ist Emilys Mann Sean ein Englisch Professor und Autor. Stephanie mag sein Buch sehr, weshalb sie von ihm angetan ist. Im Buch arbeitet er hingegen an der Wall-Street. Und ohne zu spoilern: Der Film endet anders als das Buch.
Fakt 3: Mit 12 Jahren für den Tony Award nominiert
Anna Kendrick bedient als Stephanie alle Klischees einer amerikanischen Mama-Bloggerin: Von aussen sieht es aus, als würde sie ein perfektes Leben führen. Der Schein trügt.
Bereits mit 12 Jahren wurde Anna Kendrick für ihre Rolle als «Dinah» im Broadway-Musical «High Society» für den Tony Award als beste Schauspielerin nominiert. Die talentierte Künstlerin ist die drittjüngste Darstellerin, die jemals für diesen Preis vorgeschlagen wurde.
Die Figuren der erfolgreichen Schauspielerin legen oft gekonnte Gesangseinlagen hin, wie zum Beispiel in «The Last Five Years», «Into the Woods» und natürlich in der «Pitch Perfect»-Filmreihe, über eine A-Cappella-Gruppe.
Filmkritik
«A Simple Favor» hat Neo-Noir-Ambitionen: Es wirkt als wollte Regisseur Paul Feig einen klassischen Thriller im pessimistischen «Film noir»-Stil drehen. Dafür ist er zu lustig. Und um als Komödie zu gelten, ist er zu ernst. Was überzeugt, sind einige überraschende Wendungen.
Gut sind auch die Protagonistinnen. Anna Kendrick spielt die verwitwete Mutter Stephanie, Blake Lively die Managerin einer Modemarke Emily. Das Zusammentreffen der verschiedenen Frauen ist spannend. Besonders Anna Kendrick überzeugt als überfürsorgliche Mama-Bloggerin, die sich gegen Ende zu behaupten weiss.
Fakt 4: Die Musik trifft die Stimmung
Passendere Musik als Chansons mit 60er-Jahre-Flair hätte man sich zu dieser Mystery-Komödie kaum vorstellen können. Klassiker wie «Ça s'est arrangé» von Jean Paul Keller und «Laisse tomber les filles» von France Gall sind ein Ohrenschmaus.
Die melancholische Stimmung der Musik passt perfekt zu Emilys Martinis, ihrer eleganten Kleidung und ihrer dunklen Seite.
Das Chanson «Poisson Rouge» von der Wiener Band Saint Privat erzeugt bereits im Trailer Stimmung. 2005 wurden sie als «Newcomer des Jahres» mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet.
Fakt 5: Paul Feig war Tour Guide bei Universal
Paul Feig führte unter anderem bei den Komödien «Bridesmaids» (2011), «Spy» (2015) und dem Publikums-Flop «Ghostbusters» (2016) Regie. Viele seiner Filme sind Komödien, in denen Frauen die Hauptrolle spielen.
Verglichen mit seinen bisherigen Produktionen ist «A Simple Favor» deutlich dunkler, auch wenn der Humor nicht zu kurz kommt.
Bevor er zum Regisseur wurde, führte Feig Touristen als Tour-Guide durch die Universal Studios in Hollywood.
Er arbeitete als Stand-up Comedian und spielte mehrere kleinere Rollen in Fernseh-Shows und Filmen. In seinen eigenen Produktionen taucht er noch heute gerne ab und zu in Statistenrollen auf.