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Simbabwe droht in eine neue schwere Krise zu stürzen. Oppositionelle und Bürgerrechtler sprachen am Tag nach den Parlaments- und PRäsidentschaftswahlen von Manipulation und «monumentalem Betrug». Die Abstimmung sei «null und nichtig», sagte Mugabes wichtigster Herausforderer, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai von der Partei MDC.
Noch sind längst nicht alle Stimmen ausgezählt. Mugabes Partei Zanu-PF verkündete dennoch kaum verhohlen ihren Sieg. Mugabe, der seit 33 Jahren mit eiserner Hand im Land herrscht, hatte sich schon am Wahltag äusserst siegesgewiss gezeigt. Die Abstimmung sei «fair und frei» gewesen, sagte sein Parteisprecher Rugare Gumbo.
Auch Bürgerrechtler kritisierten die Wahl. In manchen städtischen Bezirken habe es ernsthafte Probleme bei Wählerregistrierung und Abstimmung gegeben, so das «Simbabwe-Netzwerk zur Unterstützung der Wahl» (ZESN). Viele Bürger hätten ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen können. Das Netzwerk, eine Dachorganisation verschiedener Bürgerrechtsgruppen, hatte 7000 Wahlbeobachter im ganzen Land.
Zur Wahl waren auch Beobachter aus anderen afrikanischen Staaten sowie aus China, Russland, Kuba oder Iran zugelassen. Experten der UNO oder der Europäischen Union hatte Mugabe abgelehnt. Die nationale Wahlkommission Simbabwes hatte sich am Mittwochabend zunächst vorsichtig positiv über den Wahlverlauf geäussert, wollte aber kein endgültiges Urteil abgeben.
Ein Ergebnis wird bis zum Wochenende erwartet. Sollte keiner der fünf Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, gibt es am 11. September eine Stichwahl.
Höhere Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung war nach Angaben afrikanischer Diplomaten deutlich höher als beim Verfassungsreferendum im März. Damals hatten die Simbabwer mit überwältigender Mehrheit einer neuen Verfassung zugestimmt. Sie schränkt die bisher sehr grosse Macht des Präsidenten etwas ein und gibt Frauen einen grösseren politischen Einfluss.