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von Thomas Bitterli
Die Burgruine Benzigen befindet sich nördlich von Schwanden (GL) auf einem bewaldeten Sporn über der Talstrasse und der Linth. Von der Burg sichtbar ist ein Mauerwinkel aus grossen Blöcken (Megalith-Mauerwerk) und mit einem sorgfältig aufgebautem Eckverband.
Der bekannte Glarner Chronist Aegidius Tschudi (1501-1572) ordnet diese Burg den Freiherren von Schwanden zu und erwähnt mehrere Mitglieder dieser Familie, die für die Glarner Geschichte von Bedeutung gewesen sein sollen. Die Geschichtsforschung hat inzwischen zahlreiche Stellen in Tschudi Werk als Fälschung erkannt. So ist z.B. von den Burgherren von Benzigen lediglich ein «Heinrich von Schwanden» (1242) ohne jedliche Adelbezeichnung übriggeblieben.
Es stellte sich also die Frage, wie alt diese Burg Benzigen sei und wie ihr Grundriss etwa ausgesehen haben könnte. Zwei Fragen die mittels einer Sondierung 2005 und 2008 geklärt werden sollten. Die Bauzeit der Burg ist nach den beiden Sondierungen weiterhin nur vage ins 13. Jh. zu datieren, weil keine datierbaren Funde zum Vorschein kamen. Hingegen wurde ein mächtigen Turm von 18×18 m Grundfläche und eine weitläufige Ringmauermauer von über 90 m Länge freigelegt. Der Turmstumpf ist noch gut 4 m hoch erhalten und auf zwei Seiten vollständig mit Mauerschutt zugedeckt.
Ende des 19. Jh. hat der damalige Grundbesitzer das Burggelände grossflächig verändert. Die Mauern der Vorburg wurden weggeräumt und der Schutt beim Turm aufgehäuft. Danach wurde der noch hervorragende Teil des Turmes abgebrochen und zum Schluss der so entstandene Schutthügel mit Erde überdeckt.
Der massive Turmrest und die weitläufige Umfassungsmauer deuten darauf hin, dass der Burgherr vielleicht doch eine gewisse Bedeutung hatte und dass die Aussagen von Aegidius Tschudi doch nicht ganz so falsch sein können. Weitere Sondierungen, die auf diese Fragen eine Antwort geben könnten, sind geplant.
, Thomas : Burgruine Benzigen bei Schwanden (GL) Ergebnisse der Sondierungen 2005 und 2008
Mittelalter – Moyen Age – Medioevo – Temp medieval, Zeitschrift des Schweizerischen Burgenvereins, 15. Jahrgang 2010, Heft 2, 62 - 80.