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Die letzten Kiebitze im Rottal brüteten noch in den 60 Jahren im Flachmoor beim Mösliweiher zwischen Neuschür und Eiholz in St. Urban, wie uns Ferdinand Bernet zu berichten weiss. In den 70erJahren wurde der Weiher durch den früheren Eigentümer mit Kartoffelresten der Kartoffelflockenfabrik Langenthal aufgefüllt. Er begann regelrecht zu faulen. Schliesslich wurde er mit Schutt und Aushub zugedeckt und darauf der heutige Hornusserplatz erstellt. Vom drainierten wollgrasreichen Flachmoor gibt es leider keine Bilder mehr. Es gibt aber ganz besondere Tagfalterbeobachtungen von Anton Hirsiger zwischen 1940 und 1970 von diesen Flächen: etwa Skabiosen-Scheckenfalter, Violetter Silberfalter oder Brombeerzipfelfalter.
Wie in der ornis-Ausgabe 1/Februar 2019 von BirdLife Schweiz nachzulesen ist, gelang es den Kiebitzen neben den letzten Feuchtgebietsresten schliesslich andere feuchte Flächen mit niedriger Vegetation für die Brut zu nutzen, etwa spät bestellte Ackerbrachen und Stoppelfelder. So beobachtete Manfred Steffen Anfang 90er Jahre letzte Brutversuche im nahegelegenen Ackerland beim ehemaligen Feuchtgebiet Mösliweiher. Doch fehlte hier die Zeit, um die Jungen aufzuziehen, bevor die Felder bestellt wurden. Zudem fehlt den Jungen ausreichend Nahrung: Insekten und andere Wirbellose sind in extensiv genutzten Feuchtwiesen zahlreicher zu finden als im Ackerland.
Dank speziellen Schutz- und Vertragsprogrammen mit extensiver Bewirtschaftung oder später Ansaat von Ackerkulturen gelingt es in einzelnen Regionen der Schweiz, etwa im Wauwilermoos, dass die Kiebitze wieder Bruterfolg haben.