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Vom Hafen aus wandern wir nördlich zum „Det Ny Land“, einer krummen Nehrung, die Wind und Meer aus Sand bildeten. Vom Feldweg aus erspähen wir verschiedene Arten von Enten und Stelzvögel. Sie brüten im seichten Gebiet.
Die schmale Strasse führt uns an naturbelassenen Teichen, Kornfeldern und Wiesen vorbei. Ein Bauer mäht mit seinem riesigen Gefährt ein Kleefeld. Kühe sehen wir keine. Ab und zu lugt ein Haus zwischen den Bäumen und Sträuchern hervor. Wir wandern weiter über das hügelige Land. Die höchste Erhebung der Insel ist 24 Meter hoch.
Kaum vorstellbar, dass der König Valdemar (1231) einst auf der Insel zur Jagd ging. Die Insel ist gegenwärtig spärlich bewaldet. Die staatliche Forstverwaltung pflanzte, dem entgegenzuwirken, 1990 einen neuen 20 ha grossen Eichen- und Buchenwald an.
Bald erreichen wir das Inseldorf Lyø mit 140 Einheimischen. Um 1540 waren die ersten Inselbewohner nach einem missglückten Aufstand gegen die Gutsherren vor die Wahl gestellt worden: Hinrichtung oder Auswanderung hierher. Viele Familien leben über Generationen auf demselben Hof und dies über 450 Jahren.. Die Häuser und Höfe scharen sich um die Kirche. Die Felder gingen früher sternförmig vom Dorf aus. Eine Ansammlung der Häuser um den Gemeinschaftsplatz, den Anger, ist ein so genanntes Angerhaufendorf. Die von Stockrosen umrankten Fachwerkfassaden, der reetgedeckten Häusern, sind mit den charakterlich samtblauen oder grauen Farben gestrichen. Nach alter Sitte sollen die zwei Farben den Haushalt vor Hexerei und Krankheit schützen und die Tiere im Stall gesund halten. Im Dorf werden ein kleiner Lebensmittelladen, zwei Restaurants und ein Frisörsalon betrieben. Die Dorfschule ist seit 2008 geschlossen.
Wir wandern zum östlichen Teil der Insel wiederum zu einer krummen Nehrung. Zwischen Schilf und hohen Pflanzen stapfen wir am Schluss auf schmalem Pfad der Küste entlang zurück zum Boot.
Die dänischen Jachthäfen bieten viel an für die Gemeinschaft und das Wohlbefinden. Für die Kinder sind Spielplätze eingerichtet. An robusten Bänken und Tischen versammeln sich am Abend Landsleute und Gäste zu ihrem Mahl. Fleischstücke werden auf den Grills zubereitet. Die Grills samt Kohle gehören ebenfalls zur Einrichtung. Auch wir packen unseren Picknickkorb ein und bräteln ein gutes Stück Fleisch.