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(Rossi, 1794)
- DE: Kleine Knarrschrecke | Rossis Knarrschrecke
- EN: Common Maquis Grasshopper
- FR: Le Criquet pansu
- IT: Piccola Podisma di Rossi
- Syn.: Podisma communis Costa, 1836 | Pezotettix giornai Jacobson, 1905 | Platyphyma giornae variety rufipes Brunner von Wattenwyl, 1882 | Omocestus rufipes rufitarsis Navás, 1909
Morphologie
Pezotettix giornae ist die kleinste Knarrschrecke Mitteleuropas. Die Grundfärbung variiert zwischen ocker, grau- und dunkelbraun. Die Larven sind besonders in den frühen Stadien grün. Hinter den grossen Augen setzt oft eine helle Linie an, die bis zum Hinterrand des Halsschilds läuft. Unterhalb des Flügels setzt sich die helle Linie auf der Brustseite fort und ist dort oft dunkel gesäumt. Die ersten Hinterleibssegmente sind an der Basis meist verdunkelt. Auf den Halsschildseiten und an den Hinterschenkeln befinden sich einige undeutliche, dunkle Flecken. Die Flügel sind schuppenförmig, erreichen nur die Mitte des zweiten Rückensegmentes und bedecken die Gehöröffnung. Der Fortsatz auf der Vorderbrustplatte ist bei Pezotettix giornae rundlich beilförmig. Dieser Fortsatz unterscheidet sie von allen anderen Knarrschrecken. Die Männchen haben sehr grosse Haftlappen zwischen den Krallen der Vorderbeine.
Gesang
Es ist anzunehmen, dass Pezotettix giornae, wie andere Knarrschrecken auch, mit den Mandibeln Geräusche erzeugt. Die Männchen machen vor allem während der Paarung auffällige Bewegungen mit den Hinterbeinen. Dabei werden aber keine Geräusche erzeugt.
Verbreitung
Pezotettix giornae ist von Portugal und Südspanien über Südfrankreich, ganz Italien und den Balkan bis nach Südgriechenland verbreitet. Sie kommt auf vielen Mittelmeerinseln vor. In der Schweiz liegt das Hauptverbreitungsgebiet im Tessin, wo sie nördlich bis in die Magadinoebene und in eine Höhe von knapp 1000 m vordringt. Im Mendrisiotto ist die Art weit verbreitet. Die alten Fundorte aus dem Wallis sind vermutlich auf Verwechslungen mit Larven anderer Arten zurückzuführen.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Pezotettix giornae findet man von Juni bis November.
Im Mittelmeerraum und auch im südlichen Tessin überwintern die Tiere und sind noch bis in den Mai des Folgejahres anzutreffen. Oft sieht man die Art im Tandem, da die Männchen nach der eigentlichen Paarung noch lange auf den Weibchen sitzen bleiben. Die Larven durchlaufen 6 Stadien.
Lebensraum
Pezotettix giornae ist wärmeliebend. In trockenwarmen Regionen lebt sie oft in feuchten Mikrohabitaten. Im Tessin werden verschiedene Lebensräume besiedelt, die sich durch eine hohe Vegetation auszeichnen. Es sind langgrasige Wiesen, Brombeerhecken, Waldränder und Ruderalstandorte.
Gefährdung & Schutz
Pezotettix giornae wird aufgrund des kleinen Verbreitungsgebietes im Tessin als potenziell gefährdet eingestuft. Da die Art verschiedene Lebensraumtypen besiedelt und die Südschweiz nur den Rand des grossen, südeuropäischen Verbreitungsgebietes bildet, sollten die Vorkommen stabil sein.
- CH: NT (Potenziell gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Pezotettix giornae ist die einzige braune Knarrschrecke in Mitteleuropa. Durch die geringe Grösse wird sie mit Larven von Grashüpfern verwechselt. Als Knarrschrecke erkennt man sie eindeutig am Fortsatz auf der Vorderbrust. Die Larven erinnern an Odontopodisma decipiens insubrica oder Nadigella formosanta. Besonders bei grünen Larven ist eine Unterscheidung nicht immer einfach. Bei den Larven von Pezotettix giornae ist der Halsschild-Mittelkiel deutlich sichtbar.