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Systemwandel
Der Begriff Systemwandel beschreibt die Idee, das aktuelle System zu verändern. Falls den nationalen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, fordert Klimastreik Schweiz einen solchen Systemwandel. Wie dieser aussehen soll und welches alternative System an die Stelle des jetzigen treten sollte, wird in der Bewegung aktuell kontrovers diskutiert. Es herrscht auch keinen Konsens dazu, was genau unter dem Begriff des Systems verstanden werden soll. Alle Vorschläge, die einen Systemwandel fordern, gehen aber davon aus, dass einzelne Massnahmen und Veränderungen nicht ausreichen werden, um die Klimakrise abzuwenden. Stattdessen müsse das jetzige System nicht nur teilweise, sondern ganzheitlich verändert werden.
Inhaltsverzeichnis
Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das aktuelle System, welches die Forderung des Systemwandels verändern möchte, wird von der Bewegung nicht einheitlich begriffen und benannt. Unter anderem wird es als unser wirtschaftliches System, als unsere zerstörerische Lebensweise, als Kapitalismus oder als untätige Politik bezeichnet. Ausserdem wird der Begriff des Systemwandels auch häufig im Plural verwendet, um zu verdeutlichen, dass mehrere Systeme (zum Beispiel ökologische, wirtschaftliche oder politische Systeme) im Wandel stehen.
Auch über das alternative System, welches das aktuelle ablösen sollte, besteht keine Einigkeit. Verschiedene Alternativen wie die Verstaatlichung von Konzernen, die Abschaffung des Flugverkehrs, Sozialismus, Kommunismus, demokratischer Konföderalismus, Errichtung von internationalen Behörden und ökologischen Gerichtshöfen und viele mehr werden aktuell kontrovers diskutiert.
Gründe für das Fordern eines Systemwandels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die in den letzten Jahrzehnten ergriffenen Massnahmen reichen nicht aus, um den Klimawandel zu bekämpfen. Das habe damit zu tun, dass das aktuelle System nicht in der Lage ist, effektiv etwas gegen die Zerstörung des Planeten zu unternehmen. Da sich die Lebensweise in der Schweiz und damit viele Parameter des täglichen Lebens verändern müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen, ist ebenfalls ein Wechsel des Systems notwendig, welcher diese notwendige Umstellung garantieren kann. Denn das aktuelle System bietet zu viele Anreize für die Zerstörung der Umwelt, aber kaum welche gegen sie. Auch der Sonderbericht des Weltklimarates IPCC unterstreicht die Wichtigkeit von "weitreichenden Systemübergängen"[1], um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 °C begrenzen zu können.
Gründe gegen das Fordern eines Systemwandels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Forderung nach einem Systemwandel wird als problematisch eingestuft, weil sie dem aktuellen System nicht die Chance gibt, den Klimawandel zu bekämpfen. Statt auf eine riskante Umstellung der gesamten Gesellschaft soll stattdessen auf wirksame Massnahmen gesetzt werden, die bereits jetzt möglich sind. Ausserdem möchten sich viele Mitglieder von Klimastreik Schweiz nicht mit alternativen wirtschaftlichen und politischen Systemen als demjenigen der Schweiz identifizieren.
Entscheidungen zur Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bei der in Zürich stattgefunden Diskussion zum Systemwandel (organisiert von der AG Bildung & Werte) wurde der Entscheid gefasst, den Begriff Systemwandel dem Begriff Systemwechsel zu bevorzugen, weil er den Prozess des Wandels und des aktiven Gestaltens eines neuen Zusammenlebens integriert. Weiter wurde beschlossen, dass wir die Diskussion unbedingt in die breite Bevölkerung tragen müssen, weil es ein breit abgestützter Prozess sein muss, bei dem so viele Menschen wie möglich mit einbezogen werden müssen.
Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- IPCC Sonderbericht, S. 19 https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2019/03/SR1.5-SPM_de_barrierefrei-2.pdf