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1987 präsentierte der Schweizer Hersteller ROWEN seinen ersten Lautsprecher. Die Reference 1&1 war ein bipolar abstrahlender Lautsprecher als eigentlicher Rundstrahler und basierte auf dem Prinzip von Acoustic Suspension für den Tieftonbereich, also mit einem geschlossenen Gehäuse ohne Resonanz-System wie Bassreflex. Diesen Idealen vom Erfinder und Entwickler Anton Aebischer ist ROWEN bis heute nicht gewichen und bietet 6 Modelle der voll-bipolaren Klangsäulen mit dem passenden Namen: Symphony.
Lautsprecher voll-bipolar zu bestücken bringt einen grossen Zusatzaufwand mit sich, den man als Hersteller verständlicherweise nicht gerne auf sich nimmt. Trotzdem sind bei ROWEN nicht nur die Top-Modelle der ABSOLUTE-Linie rundstrahlend ausgelegt, sondern auch die günstigeren Lautsprecher der Symphony-Serie. Der Grund hinter dieser Technik ist, dass die Lautsprecher sich besonders gut für einen Platzierung nahe an einer Rückwand eignen.
Typische frontseitig bestücke Lautsprecherboxen strahlen das gesamte Frequenzspektrum mehr oder weniger gebündelt auf die Hörposition ab. Zur Seite hin und nach hinten fehlen aber höhere Frequenzen gänzlich, obschon Grundton und Bass rundum angestrahlt werden. Je näher die Boxen vor einer Wand aufgestellt werden, desto stärker wird der reflektierte Anteil des rückseitig abstrahlenden Tieftonbereichs und bewirkt zunehmend ein stumpfes, zu voluminöses Klangbild. Um diesen Effekt zu kompensieren, wird bei einseitig bestückten Lautsprechern in der Regel der Hochton entsprechend angehoben. Dies wiederum führt tendenziell zu einer Überzeichnung und vorallem zu einem verfärbten Direktschall, der wiederum die räumlichen Qualitäten der Wiedergabe beeinträchtigt.
Die Rundstrahl-Charakteristik bei Lautsprechern ermöglicht ein homogenes Energieverhalten im Wohnraum zwischen direktem Schall und indirekten Reflektionen von den Wänden. Bei ROWEN werden alle Symphony- und ABSOLUTE-Lautsprecher voll-bipolar aufgebaut, was dem Prinzip vom Rundstrahler optimal gerecht wird. Entsprechend offenbaren die ROWEN Klangsäulen ein helles und klares Klangbild, das von ausgesprochen hoher Homogenität und Linearität begleitet wird. Der ungemein natürliche Klang und die faszinierend räumliche Musikwiedergabe dieser Schallwandler lässt einen vergessen, überhaupt Lautsprecher zu hören.
ROWEN Bipol Lautsprecher
typische frontseitig bestücke Lautsprecher
Schon die kleinste Symphony 2 zeigt überdeutlich, wie unproblematisch diese Klangsäulen sich in den Wohnraum integrieren lassen. Die 90 cm hohe und schlanke Box lässt sich völlig frei nach Gusto einkleiden. Verschiedenfarbige Stoffbezüge und Abdeckplatten in verschiedenen Materialien lassen kaum Wünsche offen und wer will, kann die Abdeckplatten nach Wunsch lackieren lassen. Auch von der Platzierung her zeigen sich die Symphony 2 völlig unkritisch. Der Hersteller selbst empfiehlt eine Distanz von 20 bis 25 cm vor der Rückwand. Somit passen die ROWEN Lautsprecher überall hin und machen eine gute Figur. Neben einem Lowboard gestellt, ergibt sich frontseitig eine Linie mit den Klangsäulen.
Faszinierend ist, wie ungemein luftig und offen schon die Symphony 2 spielt und einen gefühlt in einen Konzertsaal transferiert. Die räumliche Breite findet auch keinen Abbruch in ihrer Tiefe. Alleine der dreidimensionalen Qualitäten wegen sind schon die kleinsten Symphony typischen Boxen überlegen. Durch die geschlossenen Gehäuse ist der Tieftonbereich nicht nur auffällig präzise, die bipolar angeordneten Bässe spielen auch sehr tief runter in den Frequenzkeller. Kontrabässe zeigen ihre wahre Grösse und Drums überzeugen mit Kick und mit Druck. Im Unterschied zu Boxen mit Bassreflex bauen diese Klangsäulen auch deutlich unterhalb deren Linearitätsverlauf noch einen druckvollen Bass auf und lassen sich dank dem hohen Grad an Definition wandnahe im Wohnraum platzieren.
Die Symphony 2 ist die Einstiegslösung in die Familie der voll-bipolaren Lautsprecher von ROWEN. Vorne und hinten sitzen bei der S2 je ein 18 mm Kalottenhochtöner und ein 16 cm Tieftonchassis. Je ein klassisches 2 Wege Layout, würde man meinen. Aber schon die S2 geht eigenwillige Wege: So ist die Übernahmefrequenz mit 4300 Hz sehr hoch angesetzt und die beiden Tieftöner sitzen in separaten, geschlossenen Kammern nach dem Prinzip von Acoustic Suspension. Dank der hohen Präzision und sehr kontrollierten Membran-Auslenkung ist ein hoch gesetzter Übergang möglich, was einer bruchlosen Wiedergabe im Stimmenbereich dient. Jedenfalls spielt Symphony 2 jede Art von Musik in natürlicher und unverfärbter Weise - ein echter Allrounder.
Bei der Symphony 4 kommt dann ein akustischer Crossover zum Einsatz. Die Ellipsen auf den Basstreibern dient nicht alleine der Versteifung der Membran, sondern wirkt gleichzeitig als Crossover bei 4500 Hz. Die 18 mm Kalottenhochtöner fallen unterhalb von 4500 Hz langsam ab, womit der Übergang zum Tieftöner dann auf rein akustischem Wege passiert. Selbstverständlich schützt ein serieller Kondensator die Hochtöner vor Überlast und eine serielle Luftspule befreit die Tieftöner von unschönen Resonanzen oberhalb der 4.5 kHz. Dank dieser Auslegung entfallen dynamische Verluste der passiven Filterkomponenten im Bereich der Übernahmefrequenz, was hörtechnisch einer Annäherung an Aktiv-Lautsprecher erinnert. Gerade bei Stimmen wirkt die Symphony 4 klarer und deutlicher, bleibt auch bezüglich deren Platzierung besser auf dem Punkt. Insgesamt spielt die Symphony 4 auf einem audiophilen Level und gibt der Musik nochmals mehr Raum.
Mit der Symphony 6 hat dann der LMT "Linear-Motion-Transformer" Einzug. Dieser von ROWEN entwickelte und im Freiburgischen Düdingen produzierte Mittel-/Hochtöner spielt von 1'000 bis 28'000 Hz über beinahe 5 Oktaven. Das ist absolut einzigartig und wird dem Ideal einer hörtechnischen Punktschallquelle gerecht. Alle Frequenzen im relevanten Hörbereich zwischen 1 -10 kHz werden völlig bruchlos von der einen und derselben Papier-Membran abgestrahlt, das ohne Übergänge, ohne Phasenfehler und ohne Einwirkungen passiver Filterkomponenten. Das offene System ist zudem vergleichbar agil wie Bändchen oder AirMotion-Treiber, zeigt im Gegenzug aber keine Verfärbungen durch Oberflächenverformungen. Die halbzylindrische Papier-Membran bewegt sich ohne Verformung linear nach vorne und hinten. Ausserdem hat Papier eine hohe Eigendämpfung und somit sehr wenig Eigenklang.
Die Symphony 6 demonstriert die Überlegenheit des LMT-Hochtöners sehr deutlich und brilliert mit einer natürlichen Transparenz, die ihresgleichen sucht. Was die räumliche Abbildung angeht, setzt der LMT noch eins drauf und auch die Platzierungen einzelner Stimmen und Instrumente sind nochmals besser gehalten. Alles wirkt klarer und weicher zugleich. Klanglich spielt die Symphony 6 aussergewöhnlich neutral, ungemein seidig und alles ist wie aus einem Guss. Wie schon bei der Symphony 4 kann auch die S6 auf Bi-Active erweitert werden. Der Zugewinn an Dynamik und Kontrolle werden wir dann bei der S10 genauer erläutern. Gerade die kleinen, nur 90 cm hohen S4 und S6 profitieren von einer zusätzlichen Bass-Linearisierung. Dieses Upgrade katapultiert die 90 cm hohe Symphony 6 in die Oberklasse.
Eine Nummer grösser kommen die Symphony S8 und S10 daher. Technisch vergleichbar mit den S4 und S6 ragen sie 105 cm in die Höhe und beherbergen zwei 20 cm Tieftöner statt der 16er der kleinen Geschwister. Dieser Zugewinn an Grösse macht sich tonal durch einen insgesamt grosszügigeren und tiefer in den Frequenzkeller reichenden Bassbereich positiv bemerkbar. Die beiden grösseren Modelle spielen sehr souverän und alles geht gefühlt locker von der Hand. Hier spürt man das deutlich höhere Innenvolumen dieser Klangsäulen, obwohl sie ja nur 15 cm höher sind.
Bei der Symphony 8 kommt wie schon bei der S4 eine akustische Filterung zum Zuge, die einen Übergang bei 4500 Hz vom Tief- zum Hochtöner ohne passive Filterkomponenten ermöglicht. Diese sogenannte Active Crossover Technology, kurz AXT, ermöglicht den schon erwähnten Übergang ohne negative Einwirkungen und dynamischen Phasenfehler von Frequenzweichen. Die S8 spielt schon passiv dermassen homogen, dass man einen aktiven Lautsprecher vermuten würde. Auch bei tiefsten Frequenzen und groovigen Bässen spielt die Symphony dank der geschlossenen Bauweise extrem präzise und zugleich wunderbar vollmundig. Die S8 zeigt wahrlich Grösse und ist ein musikalischer Genuss.
Die Symphony S10 wiederum vereint die 20 cm Tieftöner mit dem Linear-Motion-Transformer und gilt bei ROWEN als der Referenz-Lautsprecher für jedermann und für jede Frau. Nicht zu gross, sehr unkritisch zu platzieren, upgradebar auf Bi-Active ist die S10 ein Lautsprecher, der sich bei jeder Art von Musik und in jedem Wohnraum sofort zu Hause fühlt. Wohlklingend im Grundton, super aufgelöst im Stimmenbereich und mit einer faszinierend räumlichen Wiedergabe spielt die Symphony schon passiv betrieben dermassen authentisch auf, als wäre man im Konzertsaal.
Bi-Active Technik ist bei ROWEN als Upgrade mit Ausnahme der kleinsten S2 für alle Symphony zu haben. Die Frequenzweichen können hierfür zu einem beliebig späteren Zeitpunkt mit jeweils zwei Lötstellen gebrückt werden. Als Verstärker gibt es einerseits die eleganten Bi-Active Sockelamp's direkt am Fusse der Klangsäulen in zwei Varianten für die kleinen S4 / S6 oder die grösseren S8 / S10 / S12. Wer das nicht mag oder lieber externe Verstärker verwenden möchte, kann diese mit entsprechenden Filter zwischen Vor- und Endverstärker ansteuern.
Die Symphony 10 in Bi-Active ist dann nochmals eine ganze Spur definierter und spielt nochmals gelassener als ihre passive Version. Einzelne Stimmen und Instrumente sind noch besser ortbar und insgesamt wirkt die Bühne durchsichtiger, so als würde man einen kaum vorhandenen Schleier endgültig wegzaubern. Ungeheuer akkurat und gleichermassen subtil musiziert die aktive Symphony 10 auf einem absolut hi-fidelen Niveau und verleiht jeder Tonaufnahme eine total authentische Wiedergabe.
Und es geht noch eine Stufe weiter nach oben, nämlich auf genau 125 cm. Die schlanke S12 ist das Top-Modell der Symphony-Serie und bietet auch technisch noch ein weiteres Highlight. Denn bei den Symphony 12 sind zwei spezielle Subbass-Treiber verbaut, die einen noch tiefer reichenden Bassverlauf ermöglichen. Diese Subass-Treiber werden direkt vom Verstärker angetrieben und arbeiten bis 150 Hz, wo sie rein mechanisch und ohne Filterkomponenten ausklingen. Darüber wird ein Bass-/Mitten-Treiber eingesetzt, der einen deutlich akkurateren Anschluss an den LMT garantiert und zu mehr Definition im Mittenbereich beiträgt. Grundsätzlich ist es dieselbe Technik aus den grösseren ABSOLUTE Modellen und somit ist die S12 das Top-Modell und der eigentliche Star der Symphony-Linie.
Tatsächlich trumpft die Symphony 12 nochmals richtig auf. Bei ultra-tiefen Bässen sowieso, aber ganz deutlich in Sachen Präzision in mittleren Frequenzbereichen. So werden Strukturen bei Cellos noch griffiger, die Bühne gewinnt eine räumlich authentische Grösse und Stimmen sind dermassen präzise ortbar, dass man völlig vergisst, zuhause vor einer HiFi-Anlage zu sitzen. Der Bass fasziniert mit einem Tiefgang, als wären mindestens zwei grosskalibrige Subwoofer im Einsatz. Trotzdem wummert oder dröhnt nichts mit, mittlere Bässe spielen extrem trocken und bestens definiert, obschon die S12 gerade mal 25 cm vor einer Fensterfläche platziert sind. Die Symphony 12 ist ein Lautsprecher, der vor absolut nichts Halt macht und Musik in ihrer vollen Grösse und mit vollem Glanz in den Wohnraum zaubert.
Von gut 3'500 CHF bis 11'000 CHF das Paar bietet ROWEN mit ihren Symphony-Modellen Musik pur. Dank dem Upgrade auf Bi-Active ist der nächste Schritt zu höheren musikalischen Sphären jederzeit möglich. Mit einer Vielzahl an farblichen Variationen und dem speziell unproblematischen Platzierungs-Verhalten sind die Symphony Klangsäulen eine ästhetische und musikalische Bereicherung in jedem Wohnraum.
Source: living.audio