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Elefanten – Imposante Dickhäuter
Gesellige Riesen im Fadenkreuz der Wilderer
Elefanten sind die grössten Landsäugetiere der Erde und können bis zu sechs Tonnen schwer werden. Die imposante Körpergrösse, ihr Rüssel, die grossen Ohren und ihre Stosszähne machen ihr charakteristisches Erscheinungsbild aus. Das Elfenbein, das «weisse Gold» ist jedoch in vielen Ländern Asiens heiss begehrt und hat dazu geführt, dass die grossen Dickhäuter eine ungewisse Zukunft haben.
Die Familie der Elefanten umfasst zwei Gattungen: die Afrikanischen und die Asiatischen Elefanten, die sich vor Langem, zwischen 3 und 5 Millionen Jahren voneinander getrennt haben. Asiatische Elefanten sind kleiner als ihre afrikanischen Verwandten. Zudem haben sie weniger grosse Ohren, und ihre Weibchen besitzen keine oder nur kleine Stosszähne. Gemeinsam ist den beiden Elefantengattungen jedoch die Bedrohung durch die Menschen.
Die imposanten Dickhäuter waren am Anfang des 20. Jahrhunderts in den afrikanischen Savannen, Wüsten und Wäldern ebenso heimisch wie in den Monsunregenwäldern, Laubwäldern und im Dornenbuschland Asiens. Seither haben sich ihre Bestände stark reduziert. Ihr Lebensraum ist geschrumpft und heute stark fragmentiert.
Elefanten sind sehr sozial und bilden enge Familiengruppen mit bis zu zehn Kühen und ihren Jungtieren. Die Gruppen werden von einer Leitkuh angeführt. Manchmal schliessen sich die Gruppen zu grösseren Herden zusammen. Männliche Elefanten bleiben nur als Jungtiere in der Familiengruppe und leben später in losen Verbänden zusammen.
Intelligente Wesen
Ihr Gedächtnis ist sprichwörtlich: Elefanten speichern auf einer inneren Landkarte Informationen über ihren Lebensraum und finden immer wieder zurück zu wichtigen Wasser- und Futterplätzen. Das ist für die Tiere, die weite Strecken wandern, überlebenswichtig.
Familienbande
Elefantenkühe bringen erstmals im Alter von rund 14 Jahren ein Kalb zur Welt. Sie können bis zu 70 Jahre alt werden und bis ins hohe Alter Kälber gebären.
Ohren zur Wärmeregulierung
Elefanten können nicht schwitzen, dafür haben sie riesige Ohren, über die sie überschüssige Wärme abgeben können. Die Ohren der Afrikanischen Elefanten sind grösser als diejenigen ihrer asiatischen Verwandten.
Sein Hunger hilft dem Wald
Ein erwachsener Asiatischer Elefant verbringt drei Viertel seiner Zeit mit der Nahrungssuche und -aufnahme. Er frisst täglich bis zu 150 Kilo pflanzliches Futter. Dadurch lichtet er das Unterholz in den Trockenwäldern und verteilt auf seinen Wanderrouten die Samen von Bäumen und Büschen. So trägt er zum Erhalt der Biodiversität bei.
Gejagt, gewildert, zurückgedrängt
Die Elefantenbestände nehmen wegen Jagd, Wilderei, illegalem Handel und Lebensraumverlust noch immer rapide ab. Bereits seit 1975 sind Asiatische Elefanten in der strengsten Schutzkategorie des Washingtoner Artenschutzabkommens Cites gelistet, ihre afrikanischen Verwandten seit 1990. Während sich die Bestände danach etwas erholten, stieg die Elefantenwilderei in den letzten Jahren wieder massiv an.
Wilderei
Seit den frühen 2000er-Jahren sind die Elefantenpopulationen wieder stark durch unerlaubte Jagd bedroht: Wilderer schiessen die Tiere für international agierende Banden. Selbst in Schutzgebieten sind die Afrikanischen Savannenelefanten nicht sicher. Im Durchschnitt waren im Jahr 2011 rund drei Viertel aller entdeckten toten Afrikanischen Elefanten illegal erschossen worden. Ostafrika ist stark betroffen: In Tansania fielen zwischen 2009 und 2014 mehr als 65'000 Elefanten der Wilderei zum Opfer. Ihr Bestand schrumpfte von etwa 110'000 (2009) auf 43'000 (2014).
Aber auch die Elefanten im südlichen Afrika und in Zentralafrika sind Ziel von Wilderern. Zum Beispiel in Gabun, wo im Minkébé-Nationalpark zwischen 2002 und 2011 über 10'000 Elefanten getötet wurden. Und auch in Mocambique, Simbabwe und Namibia ist die Wilderei ein grosses Problem.
Illegaler Elfenbeinhandel
Seit 1989 ist der internationale Handel mit Elfenbein verboten. Dennoch boomt das illegale Geschäft wie lange nicht mehr. Der Motor hinter dieser Entwicklung ist die steigende Nachfrage in Asien, wo Schnitzereien und Kunsthandwerk aus Elfenbein Statussymbole und Luxusgüter sind. Gemäss Schätzungen müssen jährlich über 20'000 Elefanten in Afrika wegen ihrer Stosszähne sterben. Die Zähne werden dann hauptsächlich nach China und Südostasien exportiert. Seit 2014 ist der Afrikanische Elefant nun in Thailand offiziell geschützt, und Einfuhr, Ausfuhr, Handel und Verkauf von afrikanischem Elfenbein sind verboten.
In den letzten Jahren hat der Verkauf von Elfenbein über das Internet vor allem in China deutlich zugenommen. Die Behörden reagierten und beschlagnahmten Tausende illegaler Produkte und bestraften mehrere hundert Täter. Das sind erste Schritte, der Markt bietet jedoch auch heute noch viele Schlupflöcher für den illegalen Elfenbeinhandel.
Lebensraumverlust
Asiatische und Afrikanische Elefanten sind vom starken Bevölkerungswachstum in ihrer Heimat bedroht. Die wirtschaftliche Entwicklung schreitet rasant voran, und der Landbedarf der Bevölkerung für Siedlungen, Strassen und Landwirtschaftsflächen steigt. So verlieren die Elefanten ihren Lebensraum und werden von traditionellen Wanderrouten abgeschnitten. Das macht sie verwundbar, denn die Wanderungen der Elefanten zu Nahrung und Wasser sind für die Populationen überlebenswichtig. Alle Asiatischen Elefantenpopulationen sind mittlerweile klein und verstreut.
Wo landwirtschaftliche Anbauflächen und Wanderrouten zusammenstossen, kommt es immer wieder zu ernsten Zwischenfällen: Elefanten fressen die Ernten der Bauern oder trampeln Felder nieder. Das kann zu lebensgefährlichen Konflikten führen, in denen Menschen und Elefanten sterben.
Im Fokus der WWF-Arbeit
Seit seiner Gründung hat der WWF zahlreiche Projekte zum Schutz der Elefanten und ihres Lebensraumes unterstützt. Dabei arbeiten wir mit Regierungen, Nichtregierungspartnern und der lokalen Bevölkerung zusammen.
Mit Traffic, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, kämpfen wir gegen den illegalen Handel mit Elfenbein. Aber auch dafür, dass Konsumenten keine Elefantenprodukte kaufen. Dabei suchen wir beispielsweise auf lokalen Märkten nach Hinweisen auf illegalen Elfenbeinhandel, unterstützen die Regierungen bei der Bekämpfung des Schmuggels und informieren die Bevölkerung in China und Südostasien über die tödlichen Folgen ihrer Elfenbeinnachfrage.
Ein weiterer Fokus der Arbeit zum Schutz der Elefanten ist unser Engagement in Namibia. Der WWF unterstützt die Regierung und Nichtregierungsorganisationen vor Ort seit vielen Jahren dabei, ein Programms zur Förderung von kommunal verwalteten Hegegebieten umzusetzen. Unser Ziel dabei ist die Erhaltung der afrikanischen Tierwelt und damit verbunden die Verbesserung der Lebensumstände der lokalen Bevölkerung.
Auch zum Schutz der Asiatischen Elefanten engagiert sich der WWF in der Bekämpfung der Wilderei und hilft dabei, bestehende Schutzgebiete besser zu verwalten. Ausserdem setzen wir uns für den Schutz der Wälder in verschiedenen Projekten in Thailand, Laos und Kambodscha ein.
«Elephant Officers»
In Kenia arbeiten lokal ausgebildete Elefanten-Beauftragte mit Massai-Gemeinschaften zusammen, um Konflikte mit den Tieren zu vermeiden. Sie schützen die Elefanten auch vor Wilderei und bilden Ranger aus.
Schutzgebiete
Das Kavango-Zambezi Schutzgebietsnetz (KAZA), das durch die Regierungen von Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe unterstützt wird, umfasst heute 520’000 km2 und ist damit das weltweit grösste grenzüberschreitende Naturschutzgebiet. Es ist Heimat für die Hälfte der afrikanischen Elefanten.
Wälder im Greater Mekong Gebiet
Der WWF hat sich zum Ziel gesetzt, das Management von Waldschutzgebieten auf einer Fläche von über 40'000 Km2 zu verbessern. Damit wird auch die Heimat des Asiatischen Elefanten besser geschützt.
Ökotourismus
Der WWF fördert eine nachhaltige touristische Entwicklung. So wurden seit den 1990er Jahren über 80 kommunale Hegegebiete eingerichtet. Die Gemeinden tragen die Verantwortung für Wildtiere und Natur und profitieren von den Einnahmen aus dem Tourismus. Das Resultat sind steigende Wildtierzahlen und Arbeitsplätze.
Wildhüter
Wir unterstützen die Ausbildung und Ausrüstung von Anti-Wilderei-Einheiten und Wildhütern. Ein wichtiges Instrument ist dabei die Kontrolle der Wildtier-Bestände, unter anderem mit Fotofallen.
Chili-Bomben
Manchmal helfen einfache Massnahmen, um Mensch-Tier-Konflikten zu reduzieren. Zum Beispiel das Befestigen von mit Chili-Öl getränkten Lappen an Zäunen oder Chili-Stinkbomben. Die Elefanten kommen den Feldern der Bauern nicht mehr zu nah, weil sie der beissende Geruch des scharfen Öls abschreckt.
Seit mehr als 50 Jahren engagiert für die Elefanten
Die Elefanten stehen seit unserer Gründung im Fokus der WWF Arbeit. Wir setzen uns für ihren Schutz in verschiedenen Projekten in Afrika und Asien ein.
Was Sie tun können
Menschliche Aktivitäten haben den Elefanten so stark zurück gedrängt, dass er heute als «verletzlich» und «stark gefährdet» gilt. Damit sich der WWF für den Erhalt der imposanten Dickhäuter einsetzen kann, brauchen wir Ihre Unterstützung.