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Die ersten Gebäude stammen schätzungsweise aus dem 11. Jahrhundert. Vermutlich wurde die Anlage während des 12. und 13. Jahrhunderts massiv ausgebaut und vergrössert und im 14. Jahrhundert durch eine äussere Ringmauer und Annäherungshindernisse erweitert.
Über die Geschichte der Burg ist wenig bekannt. Zwischen den Herren von Giornico, welche ihre Machtstellung in der Leventina ausbauen und absichern wollten, und dem Domkapitel von Mailand, welchem die gräflichen Rechte in der Leventina zustanden, herrschten während des 12. Jahrhunderts ständig Spannungen.
Der bedeutendste Vertreter der Herren von Giornico war Bernardo von Giornico, der sich um 1160 mit den Anhängern von Kaiser Friedrich Barbarossa zusammenschloss und Anführer der kaiserlichen Partei in der Leventina wurde. Als Günstling Barbarossas wurde Bernardo zum kaiserlichen Vogt ernannt und bekam den Bezirk um 1170 zu Lehen. Um 1175 versuchten die Herren von Giornico, eine Landesherrschaft in der Leventina zu errichten. Dieses Vorhaben misslang jedoch, nachdem Kaiser Barbarossa 1176 in der Schlacht von Legnano der „Lombardischen Liga“ (= Bündnis zwischen den norditalienischen Kommunen, dem Papst und dem Domkapitel Mailand gegen Kaiser Barbarossa) unterlag und die kaiserliche Machtstellung in der Lombardei verloren ging. Bernardo von Giornico blieb nichts anderes übrig, als sich dem Domkapitel zu unterwerfen. Allerdings konnten die Herren von Giornico die Burg als Lehen des mailändischen Domkapitels weiterhin behalten. Sie bekleideten auch im 13. und 14. Jahrhundert noch immer wichtige öffentliche Ämter, auch wenn sie ihre Unabhängigkeit weitgehend eingebüsst hatten.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts gelangten die Visconti in Besitz der Herrschaftsrechte über die Leventina. Unter den Visconti und später den Sforza wurden die Befestigungsanlagen von Bellinzona (siehe Artikel) stark ausgebaut. Also Folge davon verlor die Burg von Giornico ihre Funktion als befestigter Vorposten und wurde im Laufe des 15. Jahrhunderts aufgegeben. Ihr kam daher auch in der Schlacht bei Giornico, am 28. Dezember 1478, keine Bedeutung zu.
1518 wurde die in hohem Masse verwahrloste Burg von den Eidgenossen geschleift. Bis auf die Kirche S. Maria wurden die Steine abgebaut und für andere Zwecke verwendet. Heute sind noch einige Mauerreste erhalten.
(Quelle: Burgen der Schweiz, Band2, Werner Meyer, Silva-Verlag, Zürich 1982)
Siehe auch den Artikel Die Schlacht bei Giornico 1478 in der Rubrik Mittelalter (Artikel folgt in kürze!)