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Sie hatte es nie leicht in ihrem Leben, auch im Wahlkampf nicht. Und jetzt muss Valérie Trierweiler eine Rolle ausüben, die ihr nicht behagt: Ins Rampenlicht zu treten und an der Seite des neuen französischen Präsidenten François Hollande «First Lady» zu spielen.
Die 47-jährige Französin stammt aus Angers im Loiretal. Dort wuchs die Zweitjüngste von fünf Geschwistern in einfachen, ja ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr kriegsversehrter Vater starb jung; danach arbeitete ihre Mutter als Kassiererin in der lokalen Eisbahn. Nach ihrer Schulzeit zog Valérie Massonneau – so ihr Mädchenname – nach Paris, um an der Sorbonne-Universität Geschichte und Politik zu studieren.
Mit 24 Jahre trat Trierweiler in die Redaktion der Illustrierten Paris-Match ein. Die Journalistin heiratete einen Jugendfreund, dann den Redaktionssekretär Denis Trierweiler. Mit ihm hatte sie drei Söhne, bevor sie sich scheiden liess; den Namen ihres zweiten Mannes behielt sie bei.
«Was für ein Schock»
Ihre Beziehung zu Hollande begann vor etwa sechs Jahren. Offiziell war der damalige Sozialistenchef damals noch mit seiner langjährigen Partnerin Ségolène Royal zusammen, mit der er vier Kinder hat. Da Royal präsidiale Ambitionen hatte, wollte sie allerdings den Schein einer intakten Beziehung wahren. So stellte Hollande Trierweiler erst 2007 einer breiteren Öffentlichkeit vor.
Die Zeit muss für die Redakteurin hart gewesen sein. Und auch danach blieb sie lieber hinter den Kameras, wo sie die Politstars selber zu beobachten konnte, als selber aus dem gesellschaftlichen Schatten zu treten. Als ihr Partner 2011 seinerseits für das höchste Amt im Staat kandidierte, musste die Profijournalistin bei Paris-Match in den Ausstand treten. Im März entdeckte sie sich – neben Hollande – auf dem Titelblatt der eigenen Illustrierten. «Was für ein Schock», schrieb sie ihren Tausenden von Twitter-Anhängern und warf ihrem eigenen Arbeitgeber Sexismus vor, da er sie in der Schlagzeile als Hollandes «Charme-Trumpf» präsentierte. Das war indes noch einiges zurückhaltender als die Adjektive, die Paris-Match für die Noch-First Lady Carla Bruni und andere Promi-Gattinnen verwendet.
Ausserhalb des Goldkäfigs
Scharf reagierte Trierweiler auch, als Gerüchte zirkulierten, der Geheimdienst habe womöglich auf Betreiben von Nicolas Sarkozy eine Akte zu ihrer Person angelegt. Die nachmalige Präsidentengattin reichte Klage ein. Ségolène Royal soll sie seither als «Rottweiler» bezeichnen. Doch die neue Partnerin Hollandes – eine Heirat ist offenbar nicht vorgesehen – kennt den Medien- und Politbetrieb zu gut, um solche Dinge durchgehen zu lassen.
Trierweile kleidet sich so elegant wie Bruni und ist mindestens so selbständig und selbstbewusst. Sie verhehlt aber nicht, dass «Angst vor dem Verlust der Freiheit» hat; und sie glaubt «eher nicht», dass ihre sieben gemeinsamen Kinder in den Präsidentenpalast übersiedeln werden. Auch sie will auf eigenen Füssen stehen und ausserhalb des goldenen Elysée-Käfigs arbeiten: «Ich will nicht, dass mein Mann oder der Staat für mich aufkommen müssen.»