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PCB (polychlorierte Biphenyle) sind eine komplexe Mischung aus verschiedenen Organochlor-Verbindungen. Sie wurden vor allem für Dichtungen und Dehnfugen sowie bei Maler- und Spachtelarbeiten usw. verwendet. Die giftigen Materialien kamen in der Schweiz von 1955 bis 1975 zum Einsatz und sind seit 1986 verboten.
Betroffen sind öffentliche und private Gebäude: Schülen, Gymnasien, Schwimmbäder, Spitäler, Altersheime, Verwaltungsgebäude, Wohnblöcke, Einkaufszentren, Loftgebäude und andere Industrie- oder Gewerbebauten. PCB finden sich in den Dichtungsmassen von Fugen (Teilungsfugen, Verbindungsdichtungen, Bauteilfugen und Schwindfugen) sowie in Aussenfugen, Innenverbindungen und durchlaufenden Fugen.
Wir schlagen situationsgerechte Sanierungen oder Umschnürungen sowie einen Austausch der betroffenen Dichtungen vor.
PCB wird über den Magen-Darm-Trakt, aber auch über die Haut und die Lungen gut resorbiert, verteilt sich rasch im Körper und reichert sich im Fettgewebe an. Die Aufnahme von grösseren Mengen führt zu akuten Beschwerden der Haut (z. B. Chlorakne, Hautpigmentierungen), verursacht Leber-, Milz- und Nierenschäden und schwächt das Immunsystem. Eine krebsfördernde Wirkung von PCB wurde bei Tieren nachgewiesen, konnte aber bisher beim Menschen nicht bestätigt werden. Im Hinblick auf die Gefährdung von Säuglingen und Embryos besteht Forschungsbedarf.
Bei einem Unglücksfall in Japan 1968 gelangten grosse Mengen von PCB in Reisöl, das von der Bevölkerung über Monate eingenommen wurde. In der Folge kam es zusätzlich zu den oben aufgeführte Schädigungen zu neuronalen Störungen und einer Häufung von Fehlgeburten.
Die gesundheitliche Auswirkung von chronischen PCB-Belastungen in geringen Dosen ist schwer abzuschätzen. Eine Vielzahl anderer Organochlorverbindungen, die in der Umwelt gefunden werden, können Effekte hervorrufen. Dabei ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht klar, welches Gewicht PCB beizumessen ist. Einflüsse auf die Schilddrüsenhormone und mögliche Folgeeffekte auf die Entwicklung des Gehirns werden zurzeit diskutiert.
Wegen der zahlreichen offenen Fragen zur langfristigen Wirkung niedriger Mengen sind weitere Anstrengungen zur nachhaltigen Verringerung der chronischen Belastung durch so genannte persistente Umweltschadstoffe nötig. Hohe Belastungen der Innenraumluft müssen im Sinne der Vorsorge reduziert werden. Dazu muss bekannt sein, in welchen Schweizer Gebäuden noch mit starken PCB-Quellen zu rechnen ist. Auf dieser Grundlage müssen dann vorrangig in Gebäuden mit sensiblen Nutzungen und langen Aufenthaltszeiten (Wohngebäude, Krankenheime, Kindertagesstätten, Schulen), Luftmessungen durchgeführt werden.
Von übereilten, unsachgemässen Sanierungen ist dringend abzuraten. Die Gefahr der unkontrollierten Freisetzung ist gross. Untersuchungen zeigen, dass die Innenraumbelastungen nach nicht fachgerecht durchgeführten Arbeiten wesentlich höher liegen können als vor der Sanierung.