Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03580.jsonl.gz/2172

newsletter Albanien
Schweizer Zeitschrift
für die Zusammenarbeit mit Albanien

Projekte

Handeln statt reden!

Die Glarner Hilfsorganisation »...weniger kann mehr sein.../Humanitäre Hilfe« fuhr bereits fünf Mal nach Albanien
Wie so oft begann alles mit dem Satz: »Handeln müsste man, nicht nur davon reden!« Nicht einmal einen Monat später fuhr Peter Maag bereits nach Bulgarien, um der notleidenden Bevölkerung zu helfen. Seitdem fährt er mit seinem Team quer durch ganz Osteuropa: Mehr als 80 Hilfstransporte wurden schon durchgeführt; neben Bulgarien, Slowenien, Bosnien und Kroatien auch fünf Mal nach Albanien.
Anfangs 1998 erhielt die Netstaler Hilfsorganisation »...weniger kann mehr sein...« 196 Metallbetten mit den dazugehörenden Matratzen. Die drei Kriegsversehrtenheime in Kroatien, die das Hilfswerk unterstützt, verfügten bereits über genügend Betten - wohin also damit?
In Absprache mit der Caritas Schweiz wurde dann ein sinnvoller Partner gefunden: Die Caritas Albanien plante, Unterkünfte für Flüchtlinge aus dem Kosovo einzurichten und konnte hierfür gut Unterstützung brauchen.
Schon kurze Zeit später war Peter Maag zusammen mit dem ehrenamtlichen Chauffeur Heinz Stähelin nach Albanien unterwegs. Schon fast zu früh, wie sich herausstellen sollte. Als sie am 20. Juni in Shkoder eintrafen, mussten sie feststellen, dass die Flüchtlingsunterkunft, eine alte Fabrik, noch gar nicht bereit war. Caritas Albanien und sein Direktor liessen aber in lediglich zwei Tagen Wasser und Strom einbauen, das Gebäude putzen und den Einbau der sanitären Anlagen in die Wege leiten. Auf dem Fabrikhof wurde noch ein kleiner Kinderspielplatz erstellt.
Im Lastwagen, der mit einem von Caritas Albanien organisierten Begleitschutz reiste, befanden sich neben den Betten ausgemusterte Wolldecken, die von der Schweizer Armee erworben wurden, und vier Tonnen Lebensmittel. Hinzu kamen Bisquits und Toilettenpapier vom UNHCR. Für den Betrieb des Flüchtlingsheimes waren ein benachbartes Franziskanerkloster und ein Nonnenkloster. Die Nonnen sollten sich insbesondere um die Betreuung der Kinder, Schwangeren und Kranken kümmern und das Heim leiten, während sich die Mönche primär um körperliche Arbeiten und den Einkauf kümmern wollten.
Wenig später konnten dank dieser Hilfe auch die ersten Flüchtlinge einziehen. Gemäss neusten Informationen ist das Flüchtlingsheim immer noch in Funktion und immer noch benötigt.
Peter Maag bezeichnet Albanien als eines der »schwierigsten« Länder in Südosteuropa. Gefahren drohen, auf den Lastwagen muss immer aufgepasst werden, vieles ist kompizierter als anderswo. Doch ein weiterer Transport nach Albanien ist nicht ausgeschlossen. Man müsste nur die Zeit dazu haben; zuvor stehen noch einige Transporte in andere Länder Südosteuropas an.
Bei den vorangegangenen Transporten wurden Schulen in Durrës und in Elbasan, das Spital von Lushnjë sowie ein Kinderheim in Elbasan unterstützt.
Lars Haefner

© newsletter Albanien: Wiedergabe von Text und Bildern in irgendeiner Form nur mit Genehmigung der Redaktion