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Aufgrund der erstmaligen Reduktion der Fördermenge seit acht Jahren durch die OPEC hat sich der Ölpreis substanziell verteuert. Auch wenn die Preise in der kurzen Frist nochmals höher notieren werden, dürften die Kursanstiege eher kurzfristiger Natur sein, denn die OPEC hat das Überangebot nicht beseitigt, weiss Viktor Nossek. Vielmehr zeige sich, dass Saudi Arabiens Rolle als bestimmende Partei im Ölmarkt geschwächt ist. Generell lasse sich sagen, dass aufgrund der Schieferöl-Förderung in den USA auf der Angebotsseite Stabilität herrscht. Dies führe allerdings dazu, dass Kurssteigerungen wahrscheinlich nicht nachhaltig sein werden. Nicht auszuschliessen ist aber eine höhere Volatilität im Ölpreis, so Nossek weiter.
Bob Minter erachtet die Entscheidung der OPEC aus zwei Gründen als bedeutsam: Erstens habe man eine Seite aus dem Regelbuch der Zentralbanken entfernt. Indem man Russland miteinbezogen habe, nutze man als Echo auf das Handeln der Zentralbanken nach der Finanzkrise eine koordinierte Aktion mit Ländern außerhalb des Kartells.
Zweitens habe man beschlossen, die Produktion in stärkeren Volkswirtschaften zurückzufahren und gleichzeitig den schwächeren erlaubt, die Produktion zu erhöhen. Es werde einige Monate dauern, bis man sähe, ob die geforderte Absenkung tatsächlich durchgeführt wurde. Allerdings habe man die Einrichtung eines Komitees angekündigt, das die Produktion beobachten soll.
Gemäss Minter bestätigt die Entscheidung der OPEC noch einmal ihre Fähigkeit, als Gruppe zu handeln. Ein deutlicher Nachfrageanstieg beim Öl in den kommenden Jahren sei allerdings keine Gewissheit. Trump möge versuchen, das Pariser Abkommen aufzukündigen, es seien aber Indien, China und ihresgleichen, die hier entscheidend seien und diese wollten nicht mehr vom Öl abhängig sein. Die OPEC müsse all ihre Kräfte bei der Zusammenarbeit und in Verhandlungen bündeln, um dieser existentiellen Bedrohung zu begegnen.