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Ein Moratorium (lateinisch morari, „verzögern“, „aufschieben“) ist im Grunde eine Übereinkunft, einen gefassten Beschluss erst einmal auszusetzen.
Im wirtschaftlichen Kontext wird ein Moratorium von Gläubigern und Schuldnern eingesetzt, um Zahlungen (fällige Zinsen und Tilgungen) auf eine befristete Zeit auszusetzen. In einem zweiten Schritt folgt dem Moratorium häufig ein Sanierungskredit. Wobei der Staat in bestimmten Fällen für Zusatzkredite bzw. Ausfallbürgschaften sorgt, um Arbeitsplätze zu sichern. Darüber hinaus werden ebenso Moratorien für einen befristeten Zahlungsaufschub bei fälligen Zinsen und Kapitalrückzahlungen für staatliche in- und ausländische Verpflichtungen gewährt. Moratorien gibt es auch im Bankwesen, wenn Banken in eine Schieflage geraten, die zu schwerwiegenden Verwerfungen in der Gesamtwirtschaft führen könnten. Zum Beispiel bei Störungen der Abläufe im Zahlungsverkehr sind während eines Moratoriums Zwangsvollstreckungen, einstweilige Verfügungen oder Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kreditinstituts nicht zulässig.