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3 Nächte in London und ein kleiner weisser MP3-Player
In dieser Studie wurde untersucht wie sich die Wahrnehmung eines mittelmässigen Objektes verändert, wenn es mit einem sehr positiven oder sehr negativen Vergleichsobjekt in Verbindung gebracht wird. Das ist in vielen Situationen von Bedeutung.
Die bisherige Forschung hat gezeigt, dass eine gemeinsame Kategorisierung dazu führt, dass sich die Bewertungen angleichen, während der direkte Vergleich zweier Objekte eher zu Kontrasten führt. Wird ein Politikerskandal in Erinnerung gerufen, bewertet man Politiker im allgemeinen als unglaubwürdiger. Wird man jedoch nach einem einzelnen Politiker befragt, bewertet man denjenigen als glaubwürdiger ("im Vergleich zum Skandalpolitiker ist der ist der eigentlich noch ganz in Ordnung."). Meist sind jedoch beide Prozesse im Gange. Das heisst es wird sowohl angeglichen (aufgrund der gemeinsamen Kategorie) als auch kontrastiert (aufgrund eines direkten Vergleichs.
In dieser Studie wurde untersucht welchen Einfluss die zeitliche Distanz zum Bewertungsobjekt auf die beiden Prozesse (Angleichen und Kontrastieren) hat. In einer Versuchsbedingung findet der Kongress in drei Tagen statt, in der anderen erst in einem Jahr.
Wir hatten die Hypothese untersucht, dass in grosser zeitlicher Distanz die gemeinsame Kategorie wichtiger wird und es darum eher zu einem Angleichen der Bewertung der beiden Metro-Hotels kommt. Das passt wiederum zu befunden, die zeigen, dass Leute in simpleren Kategorien denken, wenn die Distanz zu dem zu elaborierenden Objekt gross ist. So konnte z.B. gezeigt werden, dass Personen die einen Campingausflug in einem Jahr planen die Dinge die sie mitnehmen in weniger Kategorien aufteilen, als wenn der Campingausflug in einer Woche stattfinden soll.
Leider konnten die erwarteten Ergebnisse nicht gefunden werden. Es zeigte sich eine Tendenz in die gegenteilige Richtung, sprich dass der Kontext eher bei geringer Distanz einen Einfluss auf die Bewertung des mittleren Objekts hat.
Jakub Samochowiec
Institut für Psychologie, Universität Basel
Abteilung für Wirtschafts- und Sozialpsychologie
jakub.samochowiec(at)unibas.ch