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Lange blieb des Westside Modell in der Schachtel….. nun habe ich ihr, nebst einem komplett neuen Kessel, die beigelegten moderneren Zylinder samt Walschaertssteuerung verpasst, wie bei Messing-handarbeit üblich passte fast nichts…. ein Murks a là USA, in Korea hergestellt.
Nun ein doch für Schmalspur 3 Fuss wuchtig gewordenes Modell einer fiktiven Garrat. Offenbar sind einmal Überlegungen zu so einer Lokomotive für die engen und steilen Rockimountains gemacht, aber nie ausgeführt worden. Ich habe sie als K-38 bezeichnet. Die logische Fortstzung der Rio Grande Klassifikation. Die Betriebsnummer 504 gehörte einer schon 1916 ausrangierten 4-6-0.
Unten das schmalbrüstige Modell von Westside. Zwei K-27 Fahrwerke und ein Kessel. ebenfalls von einer D&RGW K-27. Dazu der vordere Wassertank, der von einer Schmalspur Lokomotive, einer 2-6-o der Southern Pacific stammt. Woher der hintere Tender)-Tank stammt? Jedenfalls ist das Modell wahrscheinlich aus überzähligen Serienteilen entstanden……. der Kessel ist viel zu klein, um überhaupt genügend Dampf für die vier Zylinder zu liefern!
Laut dem Buch „Garratt Lokomotiven“ von A.E. Durrant, ein ausgezeichnetes Werk über diese Gelenkloks weltweit, hätte meine Version rund 160Tonnen gewogen. Nimmt man die Achslast der 2-8-2 K-36 als Grundlage, wäre das so möglich gewesen. Die K-36 hatte rund 16t Achslast pro Antriebsachse! Gesammtgewicht 130Tonnen. Rund 90Tonnen wiegt die Lok, der Tender 40Tonnen.
Ich habe 15 Tonnen als Achslast angenommen, macht 120Tonnen Adhäsionslast plus je 10Tonnen pro Laufachse. Ich bin also Gewichtsmässig im Bereich der K-36! Zudem gab es mehrere Loks ähnlicher Grösse und Gewicht. Sierra Leone Development, eine 2-8-2+2-8-2 hatte Meterspur, wog 153 Tonnen und hatte einen inneren Kesseldurchmesser von 2057mm. Goldküste Ghana, gleiches Achsbild, 1067mm Spur, gleiches Gewicht, Kesseldurchmesser 2133mm!
Der Wasservorrat beträgt (vorne und hinten) rund 24’000 Tausend Liter. Der Ölbunker fasst rund 7500 Liter Öl. Etwas knapp bemessen im Verhältnis zum Wasser.
Die Luftpumpe habe ich an die Front gesetzt. Bewegliche Leitungen waren kein Problem mehr. Sogar der Big Boy hatte die Pumpen auf dem Frontdrehgestell!
Der vordere (Southern Pacific) Tank. Die zusätzlichen, nutzlosen, seitlichen Handläufe habe ich abmontiert (siehe Originalmodell).
Der hintere Tank (Öl und Wasser). Er stammt wahrscheinlich auch von eine K-27/28. Die ebenfalls nutzlosen Seitenschürzen beim Öltank habe ich weggefräst. Ein weiteres, unlogisches Detail dieses zusammengebastelten Modells…..
Die linke Seite mit demWasserverbindungsrohr der beiden Tanks vorne und hinten. Von dort (grüne Hähne) werden die Injektoren (je einer auf jeder Seite) mit Wasser versorgt.Vom Injektor geht die Speiseleitung auf die Rückschlagventile oben hinter dem Schornstein.
Die isolierte Frischdampfleitung mit Druckregler zur Druckluftpumpe.Die Luftbehälter musste ich auf dem Kessel montieren. Zuwenig Platz auf der Seite (dicker Kessel).
Die Luftdruckpumpe mit Öler und Ansaugfilter.
Abziebilder von Micro Scale und Champ.
Das Beispiel eines Modellkompromisses… die Kupplung musste, um zu funktionieren, verlängert werden.
Sämtliche Fittings sind von mir ergänzt worden (Ölvorheizung im Tank mittels Dampf).
Die Dampfleitungen für das hintere Antriebsgestell. Die Frischdampfleitung ist isoliert.Vor dem Führerhaus ist der Steuerzylinder (Servohilfe) für die Steuerung der Zylinder montiert. Die Schubstangen samt justierbaren Anschlüssen sind unter dem Laufsteg zu sehen.
Den Feuerbüchsenboden mit Regelklappen und Aschenhutze ist Eigenbau, wie der Kessel (siehe weiter unten).
Antriebsmechanik.
Vor dem Zusammenbau: Man sieht. das Modell ist eine recht vielteilige Sache.
Hier ein paar Bilder und Text des Umbaus:
Wie zu sehen ist, können alle Aufsätze weggenommen werden. Der Servicefreundliche Bau-Aufwand lohnt sich aber. Es fehlen hier die Kardanwellen.
Völlig daneben beim Modell sind die Drehzapfen. Diesen sträflichen Fehler der Lastverteilung (in Wirklichkeit unbrauchbar) habe ich nicht ganz korrigieren können, Immerhin ist es eine Annäherung…
Beim Modell ist der Brückenrahmen nur aufgesetzt, da die Kontaktaufnahme vorne und hinten gleich gepolt ist. Hier meine Lösung: Beide Seiten sind verschieden gepolt um je vier Kontakte zu ermöglichen.
Durch das verlängern des Brückenrahmens unter die Tanks zu ermöglichen sind sie nun durch eine selbst hergestellt Schraube mit feinem (Bruchlast)-stift von unten her verschraubt. So ist die Montage der Einzelteile aus der Box leicht gemacht.
Dann der Antrieb: Zwei Motoren, geht noch. Aber die Stromaufnahme ist Horror! Eine Seite vier Kontakte über die Räder und Rahmen, geht so gut, die andere Seite nur mit einem Federkontakt auf zwei Räder die auch noch bremsen!
Weg damit! Vorderer und hinterer Teil habe ich auf einer Seite des Brückenrahmens getrennt. Ergibt jetzt je vier Kontakte. Dazu ein zentraler, kräftiger Motor mit selbstgefertigten Kardanwellen.
Die Motoren habe ich durch massive Lagerblöcke ersetzt, die ein feines Messinglagerrohr enthalten, das ausgewechselt werden Kann. Die Motoraufhängung mit ovalen Löchern konnte ich bestens gebrauchen. Der Schneckeneingriff kann so ideal eingestellt werden.
Der Originalkessel
Der Neubaukessel. Rot sind Eigenbauteile, blau gekaufte Schleudergussteile.
Legende vom Unterboden:
1 Motor, 2-2b Drainage der langen Rohre (Kondenswasser, Winter), 3 Abdampfrohr hinteres Drehgestell, 4 Ölvorheizer, 5 Frischdampfleitung hinteres Drehgestell (isoliert), 6 Feuerbüchse Ölgefeuert, System Santa Fe, 7 kleiner Aschenkasten für die Reinigung, 8 Luftzufuhrregelschieber, 9 Distributing Valve (Bremssystem, 10 Equalizer Tank (Bremssystem).
Der leere Brückenrahmen der Westside Lokomotive.
Die Antriebseinheit vorne. Abmontieren der sinnlosen Handlaufhalter seitlich (vom Modell der Southern Pacific stammend), Anlöten der Schwingenträger (heikel), Serviceöffnung der Walscharts-Steuerübertragung. Nocken zum Aufsetzen des Oberteils montieren, Bunpe und Fittings neu anbringen.
Hintere Einheit: Die seitlichen Kohleschürzen neben dem Öltank entfernen. Der Tenderaufbau gehört offensichtlich zu einem anderen Modell……auf der Tankdecke sind (von oben) gesehen die Fittings der Tankheizung zu sehen. Das dickflüssige Öl musste mit Dampf vorgeheizt werden damit es überhaupt zur Feierbüchse gelangte.
Ätztechnik zum Bau des neuen Kessels. Hier die zweite Ätzung mit Eisenchlorid II. Die Erste ist abgedeckt.
Die alte Ziehfeder leistet gute Dienste beim Auftragen der Kesselbänder.
Fertig geätzt!
Vorsichtiges biegen des Kessels über eine etwas kleineren Rundstab (zurückfedern des Messingblechs).
Abdrehen des Durchmessers auf der Drehbank einer nicht mehr gebrauchten Vorderfront (4-8-4 Santa Fe).
Viele feine, „gedrehte“ Einzelteile habe ich mit meinen beiden Dremel Handbohrmaschinen angefertigt.Gegeneinander laufen lassen.
Als weiteres Beispiel die Dampfrohre: Alle Teile einzeln einspannen und alles, was rot ist wegschleifen.
Dampfdom Herstellung mittels einer M8 Hutmutter……
Überhitzer-Abdeckung verkleinern (von einer Niagara 4-8-4)
Ein richtiger Murks war die beigelegte Steuerung!
Die Kulissenstange hatte keine Platz. Die Führung beim Zylinder musste abgefräst werden. Die kleine Verbindungsstange zum Keuzkopf war viel zu lang. 4x neu Bauen. Die senkrechte Stange musste gebogen werden (Modellkompromiss).
Der Kulissenstein war zu gross. Die Kolbenstange wurde unten berührt. Oben kam sie am Ramen an. Die Steuerung war vermutlich auch für ein anderes Modell gemacht….. Dazu ausrichte, Exenter Löten die zu schwachen Kurbelzapfen richtig befestigen undundundund….