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Die Blutgefässe - Aufbau, Funktion und häufige Erkrankungen
Im Zentrum ist das Herz und Blut fliesst durch den Körper. So viel ist den meisten Menschen klar. Aber welcher Mechanismus sorgt dafür, dass das Blut auch den gewünschten Zielort erreicht? Wie funktioniert der Blutkreislauf?
Themenübersicht dieses Artikels
Die Blutgefässe — Das Blutleitsystem des Körpers
Die Blutgefässe sind als weit verzweigtes System von Blutleitern von essenzieller Bedeutung für Kreislauf und Stoffwechsel. Medizinische Probleme im Blutleitsystem haben in den meisten Fällen absehbare, gravierende Folgen für das Zusammenspiel im menschlichen Körper. Ein Blick auf die Funktionsweise und die wichtigsten Erkrankungen der Blutgefässe lohnt sich also.
Die verschiedenen Arten von Blutgefässen
Blutgefässe kommen grundsätzlich in fünf verschiedenen Varianten vor. Die bekanntesten sind die Vene und die Arterie. Venen führen sauerstoffarmes Blut zum Herzen zurück, während Arterien den sauerstoffreichen Blutstrom in die Organe und Peripheriegebiete bereitstellen.
Venen und Arterien sind über ein System von Verästelungen verbunden, die Blutkapillaren heissen. Die Kapillaren verknüpfen die venösen und arteriellen Gefässe. Darüber hinaus existieren Verbindungsgefässe, die einen Übergang von den grossen Blutgefässen zu den Kapillaren darstellen. Diese bezeichnen Mediziner als Venolen (von der Vene ausgehend) und Arteriolen (von der Arterie ausgehend).
Das grösste und wichtigste Blutgefäss ist die Aorta. Ärzte bezeichnen die Aorta als grosse Körperschlagader. Sie führt von den Halsschlagadern über das Herz bis zu den Nierenarterien und ist 30 bis 40 Zentimeter lang, bei einem Durchmesser von 2,5 bis 3,5 Zentimetern.
Dieses Video stellt die Aorta dar (Erklärungen auf englisch)
Aufbau und Funktionsweise der Blutgefässe
Den Blutgefässen liegt eine röhrenförmige Struktur zugrunde. Sie sind elastisch, können also gedehnt und zusammengezogen werden. Blutgefässe ziehen sich durch den gesamten Körper und fungieren als Transportvehikel für den lebenswichtigen Blutkreislauf. Die Pumpstösse des Herzens bewirken, dass Blut durch die Gefässe in die verschiedenen Regionen des Körpers gelangt. Dabei transportieren die Arterien Sauerstoff und Nährstoffe, während die Venen das nunmehr stoffarme Blut zum Herzen zurückführen.
Die Ausdehnung der Blutgefässe wird vom Blutdruck bestimmt. Dieser resultiert aus der Herzleistung und dem Widerstand in den Blutgefässen. Eine Erweiterung der Gefässe (Vasodilatation) kann einerseits durch eine Zunahme des Blutdrucks, andererseits aufgrund einer Erschlaffung der Gefässmuskulatur erfolgen. Eine Verengung der Gefässe (Vasokonstriktion) gründet sich auf eine Abnahme des Drucks oder eine Anspannung der Gefässmuskulatur.
Das Netzwerk der Blutgefässe sorgt in Verbindung mit dem Herzen für die Aufrechterhaltung des Herz-Kreislauf-Systems. Mediziner sprechen im Hinblick auf die Zusammenarbeit von Herz und Blutgefässen vom kardiovaskulären System.
Erkrankungen der Blutgefässe
Eine der wichtigsten Gefässerkrankungen ist die Thrombose, welche alle Arten von Blutgefässen befällt, meistens jedoch die Venen.
Grundsätzlich teilen Mediziner Erkrankungen der Blutgefässe aber in zwei Klassen ein, arterielle und venöse Erkrankungen (Arteriopathien und Venopathien). In der folgenden Aufzählung sind die wichtigsten Gefässerkrankungen aufgelistet.
Arteriopathien:
- Raynaud-Syndrom
- Atherosklerose
- Takayasu-Arteriitis
- Mikroskopische Polyangiitis
- Polyarteriitis nodosa
- Endangiitis obliterans
- Riesenzellarteriitis
Venopathien:
- chronisch venöse Insuffizienz (CVI)
- Phlebektasien
- Varizen
Mediziner erhalten zumeist durch Blutdruckmessungen und Pulsbestimmungen verschiedener Körperregionen einen ersten Hinweis auf das Vorliegen einer Gefässerkrankung. Wenn Verdacht auf ein bislang unbekanntes Krankheitsbild besteht, hilft eine Ultraschalluntersuchung bei der näheren Bestimmung. Des Weiteren kommen Körperscans zum Einsatz (z.B. Röntgenstrahlen mit Kontrastmittel oder eine Magnet-Resonanz-Tomografie von Gefässregionen).
Symptome, Risikofaktoren und Präventionsmassnahmen
Symptome von Gefässerkrankungen
Die Symptomatik von Gefässerkrankungen ist breitgefächert und bei vielen Krankheitsbildern spezifisch. Übergreifende Symptome sind beispielsweise:
- Schmerzen und Missempfindungen
- Schnelle Ermüdung
- Durchblutungsstörungen
- Fieber, Schweissausbrüche und Blutarmut (bei Entzündungen)
- Verfärbung der Haut und Schwellungen (v.a. bei Thrombose)
Risikofaktoren für Gefässerkrankungen
Einige mögliche Gründe für Gefässerkrankungen, darunter das Alter, die Gene sowie das Geschlecht, lassen sich nicht aktiv beeinflussen. Andere Risikofaktoren jedoch können vom Lebenswandel abhängen und vermieden werden. Zu diesen beeinflussbaren Risikofaktoren zählen:
Vorbeugung von Gefässerkrankungen
Die erste Massnahme zur Vorbeugung von Gefässerkrankungen besteht in ausreichender Bewegung. Bewegung vermeidet, dass sich Blut in den Gefässen staut und den Blutfluss behindert. Auch chronischer Stress kann mit der Zeit Blutgerinnsel in den Gefässen hervorrufen. Die Vermeidung von Stress beugt der Ausbildung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.
Ebenfalls von zentraler Bedeutung ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung. Cholesterin beeinträchtigt die Elastizität der Gefässe und hemmt langfristig die Durchblutung. Achten Sie darauf, sich vermehrt auf natürliche Nahrung zu verlegen (z.B. Obst, Gemüse, Nüsse) und Lebensmittel mit Zusätzen sowie tierische Produkte (v.a. rotes Fleisch) zu vermeiden. Eine Anpassung der Ernährung bewahrt Sie zudem vor Übergewicht, einem weiteren Risikofaktor.