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Historisch
bedeutende Gebäude
in Buch
Dorfeingang Buch, ca. 1900
Foto Koch, Schaffhausen
Buch Aus dem Film: «Rundgang durch Buch mit Ernst Feser 2007»
Buch Einleitung (Tafel am Schlachthaus)
Am 1. März 1080 bestätigte Graf Burkhart von Nellenburg dem Kloster Allerheiligen die Vergabungen, die er und sein Vater Eberhard dem Kloster machten. Unter den zehn Zeugen, welche diesen Rechtsakt beurkundeten, befand sich Gerolt de Buch, ein Vasall des Grafen Burkhart, der von diesem als Zeuge geladen worden war.
1296 trat Heinrich, der Vogt von Vridingen, dem Diessenhofer Bürger Konrad Wismann die Vogtei über zwei Huben in Buch um 8 Mark Silber ab.
1341 verkaufte ein Berchtold von Stoffeln den Bucher Kelhof samt dem «gericht über den kelhof, das auch sein eigen war» um 121 Mark Silber dem Frauenkloster St. Agnes in Schaffhausen.
Der Kelhof, nachweislich seit dem 11. Jahrhundert Sitz des Ortsherrn oder seines Vertreters, gehörte also wohl schon seit dem 13. Jahrhundert bis zum Verkauf an St. Agnes den Herren von Stoffeln.
1351 verkaufte Anna Steiner von Diessenhofen, den Töchtern Klara und Katharina von Limpach drei Vogteien zu Buch.
Drei Jahre später vergabten die Geschwister Limpach ihr Vogtrechtsanteil «zu ihrer und ihrer Vorfahren Seelenheil und um etlicher Jahrzeiten und um ein ewiges Öllicht» dem Kloster St. Agnes in Schaffhausen.
1360 erwarb das Kloster Allerheiligen vom Diessenhofer Bürger Johannes Benz «ein Vogtrecht, gelegen zu Buch, das Hans, der Fridinger, baut» um 18 Pfund «guter und gäber neuer Pfennige, die man Stäbler nennt». Damit waren alle Teilvogteien auf Bucher Gebiet in die Hände der beiden geistlichen Stiftungen St. Agnes und Allerheiligen gelangt.
St. Agnes, welches den grössten Anteil an der Bucher Vogtei hatte, erwarb vermutlich nachträglich den Anteil von Allerheiligen hinzu. Der entscheidende Schritt für die spätere Zugehörigkeit Buchs zu Schaffhausen war vollzogen.
1452 sah sich das Kloster St. Agnes genötigt, die Herrschaft Buch gegen 200 rheinische Gulden an Rudolf von Randegg auf die Dauer von 10 Jahren zu verpfänden. Die Pfandschaft währte jedoch erheblich länger. Erst 1480 konnte das Kloster die Pfandsumme zurückerstatten.
1487 legte das Kloster in einer Bannbeschreibung den Gerichtsbann fest, der im Wesentlichen den heutigen Dorfbann umfasst.
Im Jahre der Reformation in Schaffhausen (1529) verkaufte das Kloster seine Besitzungen und die Vogtei Buch an Bürgermeister Hans Payer in Schaffhausen um 1500 rheinische Gulden. Dieser verkaufte das Dorf umgehend an die Stadt Schaffhausen, was am 15. Juli 1529 um 200 Pfund erfolgte.
Obwohl nun Schaffhausen Inhaber der Herrschaft über Buch geworden war, lag die Landeshoheit immer noch beim Hegaugrafen. Er übte die hohe Gerichtsbarkeit aus, urteilte also über Fälle, die eine Leibes- oder Lebensstrafe verlangten, sowie über Landfriedensbruch. Hegaugrafen waren seit dem 13. Jahrhundert die Grafen von Nellenburg, welche die Hegaugrafschaft mit ihrer eigenen Grafschaft zur Landgrafschaft Nellenburg vereinigten. Ihr Verwaltungszentrum war in Stockach.
1465 erwarb Erzherzog Sigmund von Österreich die Landgrafschaft Nellenburg. 1723 gelang es der Stadt Schaffhausen, die hohe Gerichtsbarkeit über den Reiat und Buch um die hohe Summe von 215 000 Gulden an sich zu bringen. Jetzt erst besass Schaffhausen die uneingeschränkte Landeshoheit über diese Gebiete.
Rechtlich war Schaffhausen seit 1529 Inhaber der Herrschaft über Buch. Weil aber die Nonnen von St. Agnes, wie auch die Klosterherren von Allerheiligen schlechte Haushalter waren, verordnete die Stadt Pfleger, welche die Aufsicht über das Geld- und Rechnungswesen der beiden Klöster ausübten. So hatte die Stadt, bereits vor der Übernahme der Klostergüter während der Reformation, mittelbaren Einfluss auf die Klosterbesitzungen oder deren Herrschaftsrechte.
1531 liess der Rat in allen Dörfern die Herdstätten zählen, weil jedes Haus, in dem Licht und Feuer aufging, einen Wehrmann (Feuerwehrmann) zu stellen hatte. Für Buch ergab sich ein Bestand von 19 Feuerstellen. Wir dürfen daraus auf eine Einwohnerzahl von ungefähr 100 Einwohnern schliessen. Buch bildete mit Buchthalen, Widlen und Gennersbrunn eine Obervogtei.
Erster Obervogt war Itelhans Ziegler. Rechte Hand des Obervogtes und wichtigste Amtsperson auf dem Dorfe war der Untervogt oder einfach Vogt. Schon 1480 wurde in Cunrat Brütsch ein solcher vom Kloster eingesetzt. Mit dem Ausbau der städtischen Herrschaft wurde der Untervogt immer mehr zum Exekutivorgan der Obrigkeit, Seine Stellung zwischen Gemeinde und Herrschaft war gewiss nicht immer beneidenswert. Anderseits genoss er gewisse Privilegien, die das Amt trotzdem begehrt machten. Der Untervogt war zugleich Vorsitzender des Gemeindegerichtes. Diesem oblag die Beurkundung von Kauffertigungen und die Schätzung von Pfandliegenschaften. Es durfte ferner die niedrigen Dorfbeamten ernennen. Stellvertreter des Untervogtes war der Stabhalter. Wenn der Untervogt an der Sitzung des Gemeindegerichtes verhindert war, hielt er den Gerichtsstab und präsidierte die Behörde. Gemeindeversammlungen, ausser solchen, die sich mit Flurangelegenheiten befassten, durften nur mit Genehmi- gung oder im Beisein des Obervogtes abgehalten werden. Politische Bewegungsfreiheit hatte die Gemeinde demnach keine, auch die Wahl der massgebenden Behörden blieb dem Obervogt oder dem Rat vorbehalten. Die Bucher scheinen sich aber in diese Ordnung gefügt zu haben. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts sind schüchterne Ansätze zu eigenem Handeln festzustellen. Offene Auflehnungen, wie etwa in den Klettgaudörfern, gab es keine.
Die Französische Revolution 1798, die der Stadt und Landschaft Gleichberechtigung versprach, wurde auch in Buch gefeiert. Aber mit dem Einmarsch der Franzosen in die Schweiz kam alsbald die grosse Ernüchterung. Die Bucher hatten sich an den Schanzarbeiten im Schaaren zu beteiligen und Fuhren zu leisten. Im Jahr 1800 (als die Franzosen bei Hemishofen über den Rhein setzten) musste die Gemeinde 1800 Pfund Fleisch und 8 Zentner Heu nach Schaffhausen liefern. Von Dezember 1813 bis Januar 1814 mussten total 268 Mann durchziehende österreichische Truppen verpflegt werden. Überdies waren Fuhren zu leisten.
Der Umsturz brachte, nebst Verfassungsänderungen, auch eine Neuordnung der Landkarte mit sich.
Die zürcherische Enklave Stein mit Hemishofen und Ramsen wurde, dank dem bereits schaffhauserischen Buch, 1798 dem Kanton Schaffhausen zugesprochen. Buch selber verblieb bis 1928 beim Bezirk Reiat, und erst auf Grund eines Bundesgerichtsentscheides wurde die Gemeinde dem Bezirk Stein zugeteilt.