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„Das Leben mit ihr ist schön. Ich kann es mir ohne sie nicht mehr vorstellen.” Was wie ein ziemlich selbstverständlicher Satz aus dem Mund einer Mutter klingt, ist es oft nicht. Ihre Tochter hat das Down-Syndrom, und fast alle werdenden Mütter, die in der Schwangerschaft diese Nachricht erhalten, entscheiden sich gegen eine Geburt. Rund 90 Prozent der Schwangeren wählt bei dieser Diagnose die Abtreibung. Dies ist bislang mit einer Zellentnahme aus dem Fruchtwasser durch die Bauchdecke der Schwangeren möglich. Doch in einem von hundert Fällen führt dieser Eingriff zu einer Fehlgeburt.
Der neue "Praena-Test" (ab 12. Woche), welcher anhand einer DNA-Probe des Fötus, die über das Blut der Mutter gewonnen wird, stellt für beide kein gesundheitliches Risiko dar. In diesem Stadium hat die Schwangere weder eine persönliche Bindung zum Fötus aufgebaut, noch ist sie für das Umfeld als werdende Mutter zu erkennen. Ein Abbruch fällt deshalb vermutlich viel leichter.
Vor gut zwei Jahren verfolgte auch ich die Sendung "Üsi Badi".
Sind Menschen, die mit diesem Syndrom trotzdem auf die Welt kommen, in unserer Gesellschaft die Ausgegrenzten?
- Kindergarten
- Schule
- Ausbildung
- Beruf
- sich selbständig in der Gesellschaft bewegen (Ausgang, Ausflüge, Ferien etc.)
- eine Partnerschaft einzugehen mit eigener Wohnung
Nicht nur ihre körperlichen Auffälligkeiten und die geringere Intelligenz, die zwar individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, sondern auch häufige Fehlbildungen der inneren Organe (Herzfehler, Seh- und Hörstörungen, aber auch Leukämie und Fehlbildung des Darms) machen es diesen Menschen nicht einfach, sich voll in unserer Gesellschaft einzufügen.
Häufig werden solche Menschen mit diesem Syndrom früher oder später in einem geeigneten und geschützten Raum untergebracht, wo sie betreut wohnen und arbeiten. Diese Menschen werden isoliert. Ist das ein Leben unter "normalen" Mitmenschen?
Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt beträgt in der Schweiz 31 Jahre, wobei die Anzahl der 35-jährigen und älteren Frauen zunimmt. Aus diesem Grund ist eine solche Früherkennung mithilfe des Praena-Tests eine sinnvolle Sache, da das Risiko, ein Kind mit dem Down-Syndrom zu bekommen, mit dem Gebäralter der Mutter steigt.
Ein Humangenetiker sagt voraus: "Das Downsyndrom werde die erste Form der Behinderung sein, die aus der Gesellschaft verschwindet – per Abtreibung, und die Schwangerschaft unter Vorbehalt wird zum sozialen Standard werden."