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pro + Akkusativ / Dativ / Nominativ
Die Frage, welchen Kasus die Präposition pro regiert, ist nicht einfach zu beantworten. Unterschiedliche Nachschlagewerke liefern unterschiedliche Informationen zur Präposition pro und erwähnen dabei pro + Akkusativ, pro + Dativ und pro + Nominativ. Bei stark flektierenden Substantiven ohne fallanzeigendes Begleitwort (z. B. ein Adjektiv) stellt sich die Frage nach dem korrekten Fall allerdings nicht, weil sie keinen Kasus erkennen lassen. Folgende Beispiele bereiten beim Schreiben eines Textes deshalb keine Schwierigkeiten und kommen häufig vor:
- Die Äpfel kosten 50 Rappen pro Stück.
- Ich verrechne meinen Aufwand pro Stunde.
- Wir fliegen pro Jahr zweimal in den Urlaub.
- Wir haben mit 150 Gramm Nudeln pro Person gerechnet.
pro + Akkusativ
Alle von mir zurate gezogenen Quellen gehen davon aus, dass die Präposition pro den Akkusativ regieren kann:
- Das Restaurant verrechnet 5 Franken pro getrunkenen Liter Leitungswasser.
- Unser Kino verkauft ca. 100 Tüten Popcorn pro gezeigten Film.
- Die Bibliothek erhält Subventionen von der Gemeinde pro neuen Einwohner.
pro + Dativ
Zwei meiner fünf Quellen erachten es als korrekt, die Präposition pro mit Dativ zu verbinden. Der Duden* empfiehlt sogar diese Variante, weil pro meist den Dativ verlange. Canoonet schreibt zur Präposition pro: «Häufig auch mit Dativ».
- Das Restaurant verrechnet 5 Franken pro getrunkenem Liter Leitungswasser.
- Unser Kino verkauft ca. 100 Tüten Popcorn pro gezeigtem Film.
- Die Bibliothek erhält Subventionen von der Gemeinde pro neuem Einwohner.
In allen anderen von mir genutzten Quellen ist kein Hinweis auf pro + Dativ zu finden.
pro + Nominativ
Duden und canoonet gehen davon aus, dass pro + Nominativ ebenfalls möglich ist, allerdings seltener vorkommt:
- Das Restaurant verrechnet 5 Franken pro getrunkener Liter Leitungswasser.
- Unser Kino verkauft ca. 100 Tüten Popcorn pro gezeigter Film.
- Die Bibliothek erhält Subventionen von der Gemeinde pro neuer Einwohner.
In den anderen Nachschlagwerken ist pro + Nominativ mit keinem Wort erwähnt. Allgemein hält die Rechtschreib- und Grammatiklehre von Heuer/Flückiger/Gallmann* (30. Auflage, S. 148) aber fest: «Die Präpositionen bestimmen den Fall der Wortgruppen, die von ihnen abhängen. Dies kann der Genitiv, der Dativ oder der Akkusativ sein – nie aber der Nominativ.» Konsequenterweise muss pro + Nominativ nach dieser Ansicht abgelehnt werden.
Fazit
Die Präposition pro kann je nach Quelle mit Akkusativ, Dativ oder Nominativ verbunden werden. Der kleinste gemeinsame Nenner ist, dass alle Nachschlagewerke pro + Akkusativ als korrekt einstufen. Bei der Variante mit Akkusativ kann man also nichts falsch machen. Allerdings empfiehlt der Duden in seinem Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle pro + Dativ. Orientiert man sich in einem Text an den Dudenempfehlungen, ist die Variante mit Dativ deshalb ein gangbarer Weg. Von der Variante pro + Nominativ rate ich ab. Zwar erwähnt wiederum der Duden vereinzelte Fälle von pro + Nominativ, allerdings schliesst die Grammatiklehre von Heuer explizit aus, dass eine Präposition den Nominativ regieren kann.
Quellen: Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle (Duden Band 9*); Richtiges Deutsch: Vollständige Grammatik und Rechtschreiblehre* (Heuer/Flückiger/Gallmann); Brockhaus WAHRIG* Deutsches Wörterbuch; Das Wortauskunftssystem zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart (DWDS); canoonet – Deutsche Wörterbücher und Grammatik.