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Mehr als ein Eishockeyclub
Die Entstehung
1908 entstand mit dem Akademischen Eishockeylcub Zürich der erste Eishockeyclub der Limmatstadt. 1910 trat der AECZ, als erster Eishockey-Club des Flachlands, der zuvor welsch dominierten und 1908 gegründeten Ligue Suisse de Hockey sur Glace (LSHG) bei. Die damaligen Spielbedingungen in Oerlikon, Rüschlikon und auf den Tennisplätzen beim Grand Hotel Dolder waren prekär und man wich oft nach Andermatt, Arosa und Engelberg aus. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts spielte der AECZ auch in Wengen, Kandersteg, Davos, St. Moritz und Celerina.
Der Spielverkehr mit ausländischen Mannschaften hat im AECZ grosse Tradition. In den 1920er Jahren bot sich dem Club anlässlich seiner Trainingslager in St. Moritz regelmässig Gelegenheit, gegen Oxford und Cambridge zu spielen. Mitte der 1930er Jahre stand die Berner Oberland-Tournee hoch im Kurs. Als Gegner stellten sich unserer Mannschaft damals Teams von Kandersteg, Cambridge, Mailand, Frankfurt, Wengen und Klagenfurt.
Sportliche Höhenflüge: Internationaler Schweizermeister
Der AECZ erlebte in den frühen Jahren nach der Gründung 1908 seine sportlichen Höhenflüge. Speziell zu erwähnen ist der Gewinn der internationalen Schweizermeisterschaft im Jahre 1916. In der internationalen Meisterschaft waren im Gegensatz zur nationalen Meisterschaft der Einsatz von unbeschränkt vielen Ausländern erlaubt. Weiter sind zwei 2. Ränge in der nationalen Meisterschaft in den Jahren 1920 und 1921 zu erwähnen, die 5-malige Teilnahme am Spengler Cup zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg (1924, 1929 – 1932) sowie der Gewinn des Sonnengold-Pokals von Arosa im Jahre 1936.
Dolder: Erste Kunsteisbahn der Schweiz
Als einmaliges Ereignis aus der früheren Zeit gilt das Spiel des AECZ auf dem Zürcher Sechseläutenplatz am 24. Februar 1929 gegen Davos. Die Eisqualität war teilweise derart schlecht, dass der Ruf nach Kunsteis in Zürich nicht unerhört blieb. Schon ein Jahr später fanden auf dem Dolder die ersten Eishockeyspiele auf Kunsteis statt. Die im Zuge der Eröffnung der Dolder Kunsteisbahn gegründete eigene Kunstlaufsektion hatte rund 20 Jahre bestand. Als Höhepunkte gelten die Auftritte der damals bekanntesten Eiskunstläuferin, Sonja Henie aus Norwegen. 1935 stimmten die AECZ-Mitglieder an einer a.o. Generalversammlung selbstbewusst gegen eine Fusion mit dem ZSC, und das Handelsgericht des Kantons Zürich hob mit Urteil vom 13. Dezember 1935 ein Trainings- und Spielverbot auf der Dolder-Eisbahn auf.
Zweiter Weltkrieg: Schwierige Jahre
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 beendete den Spielbetrieb des AECZ vorübergehend. Die meisten Mitglieder standen im Militärdienst. Während der kurzen Urlaubstage konzentrierte man sich aufs Studium. In dieser schwierigen Zeit hielten nur ein paar wenige Mitglieder dem AECZ die Treue. In der Saison 1942/43 nahm dieser harte Kern den Spielbetrieb und das Training auf dem Dolder wieder auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die sportlichen Erfolge des AECZ eher bescheiden. An frühere Zeiten erinnern liess 1986 die Einladung des AECZ zum Vorspiel des renommierten Spengler-Cups gegen die Senioren des HC Davos. Das Spiel ging knapp verloren und die “Davoser Bergkristall”-Trophäe blieb im Landwasser-Tal.
Coppa Pietro Segantini
Seit 1983 begann der AECZ ausländische Mannschaften zu seinem traditionellen Turnier, der Coppa Pietro Segantini, nach Maloja einzuladen. Das Turnier ist nach dem verstorbenen AECZ-Mitglied Pietro Segantini benannt, einem Urenkel von Giovanni Segantini, dem weltberühmten Maler aus dem Bergell. In Maloja trafen die Akademiker auf Gegner aus Kanada, USA, München, Kaufbeuren, Prag, Cambridge, Düsseldorf, Füssen, Innsbruck, Chamonix und Chiavenna. Diese internationalen Kontakte mündeten in teilweise langjährige Freundschaften, verbunden mit gegenseitigen Besuchen. Die AECZ-Ausflüge nach Prag (1981/1994), München (1982/1993), Innsbruck (1991), Chamonix (1993) und Füssen (1994/1995/1998) wecken bei den Teilnehmern schöne Erinnerungen.
Höhepunkte: CARHA World Cup in Ottawa und Quebec City
Ins gleiche Kapitel gehören die Turnierteilnahmen in Marienbad (1997/1998) und Kanada, letztere teilweise zusammen mit Spielern des mit uns befreundeten Eishockeyclubs Luzern Oldies. 1989 folgte Calgary/Banff, 1996 Vancouver/Whistler Mountain, 2004 der CARHA World Cup in Ottawa und 2008 der CARHA World Cup in Quebec City. Den letzten beiden Turnieren folgten Anschlussreisen nach Florida und Kuba. Unvergesslich sind auch die Eishockey-Reisen nach Ungarn (2003) und Barcelona (2005).
Der AECZ heute
Die “Family-Days” im Winter auf der Eisbahn Wallisellen (seit 2003) haben noch keine langjährige Tradition, aber sie ergänzen unser Clubleben vortrefflich. Zusätzlich positiv wirken sich die jährliche Verleihung der “Lass-si-Trophy” (seit 1987) für eine besonders originelle, unglückliche, komische oder sportliche Leistung sowie die “Dr. Alfred Müller-Trophy” für “the most valuable club member” (seit 1992) auf den Zusammenhalt der einzelnen Mannschaften aus.
Grosser Beliebtheit erfreuen sich im AECZ auch die seit rund 20 Jahren zum Saisonbeginn und am Saisonende ausgetragenen Freundschaftsspiele zwischen “Jung und Alt”. Heute stellen die Akademiker neben einer 1. Mannschaft in der 3. Liga auch Mannschaften in den Kategorien Senioren (ab 30 Jahren), Veteranen (ab 40 Jahren) und Super-Veteranen (ab 50 Jahren). Der Mitgliederbestand in der Saison 2012/2013 beträgt 80 Aktive und 60 Passive.