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Entstehung der Schweiz – ein steiniger, aber erfolgreicher Weg
Bevor die Römer die Landflächen der Schweiz eroberten, lebten dort vorwiegend vier keltische Stämme und Völker. Dies waren im Mittelland die Helvetier, im Tessin die Lepontier, im Wallis um den Genfersee die Seduner und die Rätier in der Ostschweiz. Diese Völker mussten sich bis ins 1. Jahrhundert n.Chr. den Römern unterwerfen und waren im Anschluss bis ins 13. Jahrhundert Untertanen verschiedenster Adelsgeschlechter.
Erste Städte und Talschaften erhalten die Selbstständigkeit
Zwischen 1218 und 1240 starben einige mächtige Adelsgeschlechter aus und die Differenzen zwischen Kaiser und Papst begünstigten die Verselbstständigung verschiedener Städte und Talschaften. Innerhalb von 22 Jahren erhielten Zürich, Bern, Freiburg, Schaffhausen und Schwyz den Status von Reichsstädten und unterstanden dadurch direkt dem Kaiser.
1291 schworen die Vertreter der drei Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden den noch heute berühmten Rütlischwur. Es war der Zeitpunkt der Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft. Heute gilt dieser Schwur als Gründungsakte und ist im Bundesbrief festgehalten. Zwischen 1291 bis zum Einmarsch der Franzosen im Jahr 1798 traten immer mehr Kantone der Eidgenossenschaft bei und es bildete sich ein loses Bündnis aus 13 souveränen Kantonen. Allerdings kam es zwischen den einzelnen Kantonen immer wieder zu Unfrieden und Auseinandersetzungen.
«Schweizer Eidgenossenschaft» mit sechs neuen Kantonen
Mit dem Sieg der Franzosen im Jahr 1799 erlosch die «Alte Eidgenossenschaft». Zwischendurch wurde die Selbstständigkeit der Kantone gestärkt und es bildete sich die «Schweizer Eidgenossenschaft» mit 19 Kantonen, wovon die Kantone St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin, Graubünden und Waadt neu hinzukamen. Vor allem mit den neuen Kantonen kam es immer wieder zu Spannungen innerhalb der Eidgenossen. Diese fanden erst durch den aussenpolitischen Druck der Grossmächte ihr Ende.
Die im Bundesverein immer noch ziemlich lose organisierten Eidgenossen rückten durch diesen ausgeübten Druck enger zusammen und bildeten am 7. August 1815 mit drei weiteren Kantonen, Genf, Wallis und Neuenburg, einen neuen Staatenbund. Als für alle verpflichtendes Regelwerk diente ein neuer Bundesvertrag.
Wiener Kongress akzeptiert Schweizer Staatenbund
Der Wiener Kongress ist für die Schweizer Eidgenossen noch heute ein wichtiges und historisches Ereignis. Denn die dort versammelten Vertreter der verschiedenen europäischen Staaten garantierten während des Wiener Kongresses, die immerwährende Neutralität der Schweiz anzuerkennen. Trotzdem dauerte es noch, bis endgültiger Frieden in das Land einzog. Denn 1847 kam es zum «Sonderbundskrieg», einer militärischen Auseinandersetzung zwischen den damals sieben konservativen katholischen und einem Grossteil der liberalen protestantischen Kantone.
1848 kapitulierten die katholischen Kantone und der bisher immer noch lockere Staatenbund einigte sich auf eine neue Bundesverfassung. Das Ergebnis war ein moderner Bundesstaat mit Bundesparlament und zentralisierter Regierung. Eine wichtige Änderung erfolgte 1978, als sich der französischsprachige Kanton Jura nach einer entsprechenden Volksabstimmung zum eigenständigen Kanton wurde und sich damit vom Kanton Bern löste.