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Unterspritzung der Harnröhrenwand
Ein leichter ungewollter Harnverlust kann durch eine Unterspritzung der Harnröhrenwand behandelt werden. Bei dieser Methode wird unter lokaler Betäubung der Harnröhre eine zähflüssige Kunststoffmasse von innen in die Wand der Harnröhre gespritzt und damit die Abflussbahn eingeengt. Damit kann ein unfreiwilliger Harnverlust verhindert oder zumindest eingedämmt werden.
Harnröhrenbänder zur Verhinderung des Absinkens der Harnröhre
Für Männer mit Belastungsinkontinenz wurden Harnröhrenbänder und Schlingen entwickelt, die nach einer Prostataentfernung verhindern sollen, dass sich die Harnröhre aus der Verankerung im Beckenboden löst und absinkt. Dadurch funktioniert der Verschluss nicht mehr optimal und es kommt zum unfreiwilligen Harnverlust beim Husten, Niesen oder bei körperlicher Aktivität. Ein Harnröhrenband ist ein Kunststoffband, das unter der Harnröhre platziert wird und so ein Widerlager schafft, ähnlich einer Hängematte. Diese verhindert ein Absinken und sorgt so für einen verbesserten Verschluss.
Harnröhrenballon zur Einengung der Harnröhre
Das Harnröhrenballon-System ProACT ist ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostata-OP. Es besteht aus zwei ungefähr kirschgrossen Silikonballons, die mit einer Zuleitung verbunden sind. Die Ballons werden rechts und links der Harnröhre unmittelbar an ihrem Abgang aus der Blase platziert und mit Flüssigkeit gefüllt. Die Zuleitungen werden unter der Haut des Hodensacks abgelegt, sodass sie durch die Haut ertastet werden können. Nach der Implantation beginnt man, die Ballons schrittweise aufzufüllen. Mit zunehmender Füllung engen die beiden Ballons dann die Harnröhre ein und verbessern so die Kontinenz.
Adjustierbare Implantate und Protesen zur individuellen Anpassung
Das ATOMS Implantat ist ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostata-Operation. Es besteht aus einem unter der Harnröhre platzierten adjustierbaren Kissen und ist für alle Grade der Harninkontinenz geeignet. Durch die Verstellbarkeit des Systems kann der Patient es an den individuellen Aktivitätsgrad anpassen.
Die Schliessmuskelprothese AMS 800 besteht aus drei Komponenten: Einer Harnröhrenmanschette, einer Bedienpumpe und einem Ballon. Diese sind untereinander mit Silikonschläuchen verbunden und bilden eine in sich geschlossene Einheit. Die Manschette dient dem Verschluss der Harnröhre zur Vermeidung eines ungewollten Harnverlusts. Für die gewollte Entleerung der Blase betätigt der Träger die Bedienpumpe, die die Flüssigkeit aus der Manschette pumpt – der Druck auf die Harnröhre lässt nach und gibt den Weg frei. Während der Blasenentleerung fängt der Ballon die abgeleitete Flüssigkeit auf und speichert sie kurzzeitig. Nach der Entleerung der Blase strömt die Flüssigkeit innerhalb von wenigen Minuten automatisch vom Ballon zurück in die Manschette – die Harnröhre ist wieder verschlossen.