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Die Achillessehne ist die längste und dickste, vor allem aber die stärkste Sehne des Körpers und setzt sich aus den Enden der Wadenmuskulatur zusammen.
Achillodynie – Was ist das?
Achillessehnentendinose ist ein Synonym für Achillodynie. Unter einer Tendinose versteht man eine degenerative Erkrankung einer Sehne, welche zu einer abnehmenden Belastbarkeit führt. Degenerativ bedeutet ungefähr „durch Verschleiss bedingt“.
Der Begriff Achillodynie wird in der medizinischen Literatur sehr unspezifisch gehalten. Meistens ist aber eine chronische, degenerative Erkrankung gemeint, die mit Schmerzen einhergeht. Manchmal wird in der Literatur eine Tendinitis, also eine Entzündung der Sehne, ebenfalls als Achillodynie bezeichnet.
Wieso entsteht eine Achillodynie?
Tendinosen kommen häufig bei Sportlern vor (siehe auch Tennisellbogen), können aber genauso Personen betreffen, die keine besondere körperliche Belastung haben.
Gewisse Faktoren kommen aber als Ursache oder Folge in Frage:
- Männer sind häufiger betroffen als Frauen
- Ab ca. 30 Jahren nimmt die Qualität der Sehnen ab
- Fehlpositionen des Fusses und Sprunggelenks
- Beweglichkeitseinschränkung des Sprunggelenks
- Übergewicht
- Medikamente wie Cortison (bei Einnahme über längeren Zeitraum) oder Antibiotika
- Verletzungen der Achillessehne in der Vergangenheit
- Trainingsfehler oder Überbelastung
- Muskelschwäche oder Ungleichgewicht der Muskulatur
Symptome
Patienten mit einer Achillodynie beschreiben die Achillessehnenschmerzen meist zwei bis sechs Zentimeter über dem Fersenbein oder direkt am Achillessehnenansatz. Hier besteht Verwechslungsgefahr mit einer Haglund-Exostose oder einer Bursitis. Die Beschwerden treten vor allem zu Beginn der Belastung und früh morgens bei den ersten Schritten auf. Eine Morgensteifigkeit der Achillessehne kommt ebenfalls häufig vor. Im fortgeschrittenen Stadium können die Schmerzen aber auch in Ruhephasen andauern.
Nach dem „Einlaufen“ lassen die Schmerzen bei einer Achillodynie oft nach – Tempoverschärfungen oder Bergaufläufe können dann allerdings dazu führen, dass die Schmerzen wieder zunehmen.
Die Beschwerden bestehen im Gegensatz zur Tenidinitis schon über Monate hinweg, mindestens aber mehr als sechs Wochen.
Was tun bei Achillodynie?
Für den Heilungsprozess ist es wichtig, dass Ihr Physiotherapeut oder Arzt herausfindet, ob es sich um eine Tendinitis, also einen entzündlichen Prozess, oder eine Tendinose, eine chronische, degenerative Erkrankung, handelt.
In der Physiotherapie kann z.B. ein Belastungstest angewandt werden. Wenn die Schmerzen länger andauern und am Folgetag in einen Ruhe- oder Nachtschmerz übergehen, ist von einer Entzündung auszugehen.
Zusätzlich kann ein MRI oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden. Diese liefert aber häufig keine konkreten Ergebnisse.
- In einer Studie wurde bestätigt, dass Kortison bei chronischen Achillessehenbeschwerden keinen Erfolg bringt. Nach einer Kortisonspritze können sogar (vermehrt) Teilrisse auftreten.
- Ruhigstellung, Schienen und Fersenerhöhung verstärken die Problematik bei einer Tendinose. Bei einer Tendinitis können diese Methoden aber helfen.
- In einer Operation kann das degenerierte Gewebe entfernt werden. Zusätzlich können weitere Problemfaktoren wie z.B. eine Haglund- Exostose behandelt werden.
Wie hilft die Physiotherapie bei Achillodynie?
- Physikalische Massnahmen wie Eis, Wärme, Massage, Ultraschall, Elektrotherapie und Laser können helfen. Die Wirksamkeit dieser Massnahmen ist aber nicht mit Studien belegt.
- Die Stosswellentherapie verbessert den Zellstoffwechsel und „deaktiviert“ die Schmerzfasern. Nach mehreren Behandlungen gelingt bei 60 –80 % der Patienten eine Schmerzlinderung oder die komplette Besserung der Beschwerden.
- Falls nötig, Verbesserung von Beweglichkeit des Sprunggelenks oder anderer angrenzenden Gelenke.
- Intensives exzentrisches Training gilt als die effektivste Methode. Dies wurde auch durch ausreichend Studien belegt. In diesem Video finden Sie ein Beispiel für exzentrisches Training der Wade. Ihr Physiotherapeut im Physiozentrum erklärt Ihnen gerne was Sie dabei beachten müssen und erarbeitet mit Ihnen eine korrekte Durchführung. Hier sollten drei Mal 15 Wiederholungen durchgeführt werden. Die letzten Wiederholungen sollen unangenehm sein. Die richtige Dosierung und Ausführung sollten Sie mit Ihrem Therapeuten besprechen. Die Schmerzen könnten in den ersten zwei Wochen zunehmen, sollten dann aber wieder abnehmen. Das Training muss über zwölf Wochen konstant durchgeführt werden.
Der Heilungsprozess dauert meist sehr lange. Drei bis sechs Monate müssen Betroffene rechnen. Allerdings ist die Therapie in 80% der Fälle erfolgreich.