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Karl Gottfried, Maler der religiösen Historie, geb. zu Mühlhausen
i. Th., ging 1835 nach Berlin, wo er sich unter Daege und später unter Cornelius ausbildete, der ihn
vor allen Dingen auf die monumentale Kunst hinwies. Dann besuchte er mehrmals Italien und studierte dort namentlich die Meister
des 15. und
16. Jahrh. Seine Bilder, ausschließlich religiösen oder vielmehr biblischen
Inhalts, sind der Erguß eines echt gläubigen protestantischen Gemüts, voll Tiefe der Empfindung, Adel
und Reinheit des Ausdrucks und einem der idealen Auffassung entsprechenden Kolorit.
Dahin gehören als seine Hauptschöpfungen: die Austeilung des Abendmahls in der Schloßkapelle zu Berlin (stereochromisch),
Wandmalereien in der Schloßkirche zu Schwerin, Altarbild in der Paulskirche daselbst, die Auferstehung in der Kirche
zuBarth in Pommern, Altarbild in der St. Gotthardskirche zu Brandenburg a. H., Kartons
zu Glasgemälden für die Nikolaikirche in Berlin, für den Dom in Magdeburg und für das Mittelfenster des Chors der neuen
Garnisonkirche in Stuttgart (mit dem Hauptbild der Kreuzabnahme) und Altarbild für die Friedenskirche in Bremen («Friede
sei mit euch»).
Meisterhaft sind seine sieben Zeichnungen aus dem Leben des Moses (gestochen von Ludy), seine acht Blätter: das Wehen des
Gerichts und seine sechs Kartons aus dem Leben des Propheten Daniel (in der Nationalgallerie). Eine Zeitlang war er auch als
Bildhauer thätig, modellierte einige Porträtstatuetten, eine kleine Gruppe der Maria mit dem Kind und
einen Heiland als guten Hirten. Er ist Professor an der Akademie in Berlin, Mitglied des Senats derselben, Ritter des Roten
Adlerordens vierter Klasse und des belgischen Leopoldsordens.