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Die vielseitigen Eigenschaften von Knochen waren schon vor 700’000 Jahren unserem entfernten Ahnen, dem Homo erectus bekannt, der damit die ersten Werkzeuge anfertigte. Die ältesten Kunstwerke der Menschheit wurden vor über 30’000 Jahren aus Mammutelfenbein Knochen und Horn gefertigt.
In der Eiszeit, als Holz in Mittel-, und Osteuropa Mangelware war, spielten Knochen und Horn als Rohstoff für die Menschen eine überlebenswichtige Rolle. Daraus bauten sie ihre Häuser, fertigten Werkzeuge, Waffen, Schmuck und Kunstgegenstände. Knochen wurde auch als Brennmaterial genutzt.
In der Antike und im Mittelalter bildete die Horn-, und Beinschnitzerei einen wichtigen wirtschaftlichen Zweig. Knochen und Horn waren leicht zu beschaffen. Doch ausschlaggebend war das Wissen, welche Teile, von welchem Tier, sich für welche Zwecke am Besten eigneten. Dies war und bleibt eine kleine Wissenschaft für sich.
Studien zum mittelalterlichen Knochenschnitzerhandwerk
– die Entwicklung eines spezialiserten Handwerks in Konstanz
Eine sehr interessante Quelle für Recherchen über das Beinschnitzer- handwerk, bildet die Dissertation von Marianne Erath. Darin wird dargelegt, welches Material die Knochen- und Hornschnitzer verwendeten, welche Bezugsquellen sie dafür nutzten und mit welchen Werkzeugen die Materialien bearbeitet wurden.