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Die Singstimme ist das ursprünglichste und auch persönlichste Instrument des Menschen. Der Gebrauch der Stimme ist für die meisten Menschen etwas Selbstverständliches, sie überlegen nicht weiter wie die Klänge und Geräusche, die sie beim Sprechen und Singen hervorbringen, eigentlich zustande kommen. Erst wenn Störungen auftreten, fangen sie an über die Stimmfunktion nachzudenken. Damit die Stimme gut klingt, muss sie gepflegt und wie eine sportliche Leistung durch das Zusammenspiel der Muskeln trainiert werden. Ein schöner wohlklingender Ton entsteht nur, wenn alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören:
die Körperhaltung des singenden Menschen
ein genau dosierter Atemdruck
eine maximale Ausnützung der Resonanzräume
Neuere Forschungen haben nachgewiesen, dass Singen sogar das Immunsystem stärkt, indem es die Durchblutung anregt, insbesondere die Lunge kräftigt und so Körper und Geist in Harmonie bringt.
Klangerzeugung
Das Instrument „Stimme" sitzt am oberen Ende der Luftröhre, im Kehlkopf oder auch Adamsapfel genannt. Darin sind die Stimmlippen gespannt. Wenn man die Stimmlippen schliesst, ertönt ein Ton. Dies geschieht immer, wenn wir sprechen oder singen. Beim Singen werden die Stimmlippen in Schwingung gebracht wie die Saiten einer Geige oder eines Cellos. Die Anzahl Schwingungen sind massgebend für die Tonhöhe. Wenn wir geräuschlos ein- und ausatmen, sind die Stimmlippen offen, damit genügend Luft in die Lunge gelangt.
Klassischer Gesang
Die klassische Form des Gesangs bezieht sich häufig auf die Praxis des Belcanto. Dies war die bevorzugte Form des Gesangs in der Oper. Im klassischen Gesang wird die Stimme in drei Register eingeteilt. Die Bruststimme als tiefstes Register sowie die Kopfstimme als höchstes und die Mittelstimme dazwischen. Es wird grosser Wert auf die schwerelosen Übergänge von einem Register ins andere gelegt.
Jazz- und Popgesang
Anders als im klassischen Gesang bezieht sich die Praxis nicht auf den Belcanto, sondern auf das Belting (engl = schmettern). Die Klangfarbe unterscheidet sich deutlich durch die farbigen Obertöne. Unterteilt wird die Stimme nicht in Register sondern in so genannte Modi: Neutral, Curbing, Overdrive und Edge. Neutral ist am ehesten mit der Klangvorstellung des Belcanto zu vereinbaren. Curbing, Overdrive und Edge sind metallische Modi mit vielen Obertönen. Das Ziel ist, alle Modi in allen Lagen zu beherrschen.
Einsatzmöglichkeiten
Als Sänger oder Sängerin hat man die Möglichkeit in einem Chor oder Ensemble mitzuwirken, solistisch tätig zu sein oder im Zusammenspiel mit verschiedenen Begleitinstrumenten zu musizieren.
Voraussetzungen
Freude am Singen
Begeisterung am Entdecken von Körper, Atmung und Stimme