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Als einer der ersten Kantone begann Bern im 17. Jahrhundert mit der uniformen Einkleidung seines Heeres. Es waren vermutlich Berner Offiziere in französischen Diensten, welche die Idee einer einheitlichen Soldatenkleidung in die Heimat mitbrachten. Ab 1683 begann die Obrigkeit mit sanftem Druck auf die Einführung einer Einheitsuniform hinzuarbeiten, dabei legte man beispielsweise besonderen Wert auf die Ausstaffierung mit breitkrempigen Hüten, die vor Regen schützen sollten. Nicht minder fortschrittlich gab man sich in der Frage der Bewaffnung. Während 1712 die Innerschweizer Truppen noch überwiegend mit Hieb- und Stichwaffen in die zweite Schlacht von Villmergen zogen, traten ihnen die bernischen Gegner in Feuerlinien zu drei Gliedern mit modernen Steinschlossmusketen entgegen.
Die Uniformierung der Berner Miliz ging jedoch nicht allerorten zügig vonstatten. Ein Erlass von 1726 legte fest, dass jedermann, der sich vom Pfarrer trauen lassen wollte, zunächst beweisen musste, dass er über eine gehörige Militärausrüstung und Uniform verfügte, die er übrigens auf eigene Kosten anzuschaffen hatte.
Unser Füsilier der Berner Miliz trägt einen schwarzen Dreispitz mit Rosette. Der graue Uniformrock, „Kasake“ genannt, hat rote Ärmelaufschläge. Die zahlreichen Knöpfe wurden selten vollständig zugeknöpft, man beschränkte sich oft auf ein paar geschlossene Knöpfe in Gurthöhe. Um den Hals ist die vorschriftsmässige schwarze Halsbinde zu sehen. Hosen und Strümpfe waren rot. Auf seiner rechten Seite trägt der Füsilier am hellledernen Bandelier die Munitionstasche. Das Gurtzeug mit Degen und Bajonett besteht ebenfalls aus hellem Leder. Auf der Schulter ruht die Steinschlossmuskete, welche damals selten einen Tragriemen hatte. Offenbar neigte man in jenen Jahren dazu, dem Milizsoldaten zu viel in Sachen Drill abzuverlangen. Noch 1767 riet General Rupertus Scipio von Lentulus bei der Inspektion des bernischen Wehrwesens „…das Landvolk nicht so sehr mit denen Handgriffen zu plagen; diese vollkommen zu können, ist für eine Miliz eine Zierde und keine Notwendigkeit“.
Roger Rebmann, Rost und Grünspan
Schweizer Soldat 1/2001