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Bild
Titel:
Plan von der Gegend zwischen St.Gallen und Altstetten, mit dem neuen Strassenzuge über den Ruppen
Thema: Land
Datum: --.--.1834
Masse: 45 x 57 cm
Standort: Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden, KB-001371
Urheber/-in: Negrelli, Alois Luigi
Beschreibung:
Plan des Appenzellerlandes mit Höhenprofil. Strasse von St.Gallen über Vögelinsegg, Trogen und Ruppen bis Altstätten braun eingezeichnet. Überschrift: Plan von der Gegend zwischen St.Gallen und Altstetten, mit dem neuen Strassenzuge über den Ruppen.
Geschichte:
Der kürzeste Weg von der Vögelinsegg bis ins Rheintal führte über Trogen, die Landmark und den Ruppen, wobei der Weg über den Ruppen hinab ins Rheintal bis nach 1830 gerade im Winter kaum begehbar war. 1834 ergriff der damalige Trogner Gemeindehauptmann und spätere Landammann Jacob Zellweger-Hünerwadel (1805-1873) schliesslich die Initiative zum Ausbau der Ruppenstrasse und konnte auch die Obrigkeit in Altstätten dafür begeistern. Die Pläne wurden dann vom berühmten Architekten Alois Luigi Negrelli (1799-1858) gezeichnet, der zwischen 1832 und 1835 Strassen- und Wasserbauinspekteur des Kantons St.Gallen war; Negrelli baute u.a. auch die Spanisch-Brötli-Bahn in der Schweiz und fertigte die Pläne für den Suezkanal, der später unter Ferdinand de Lessep gebaut wurde.
Als der Kanton St.Gallen zur finanziellen Unterstützung aufgerufen wurde, weigerte sich dieser; problematisch aus Sicht der St.Galler war nicht die Ruppenstrasse an sich, sondern die Möglichkeit, dass bei zukünftigen Strassen-Finanzierungsproblemen auf die Finanzierungshilfe bei der Ruppenstrasse hätte verwiesen werden können. Altstätten, Trogen und Speicher griffen deshalb zu einem ungewöhnlichen Mittel: Mittels des Verkaufs von 500 Aktien zu je 100 Gulden an Private sollte die Ruppenstrasse finanziert werden. Den Aktionären wurden statt Zinsen Anteile am Weggeld in Aussicht gestellt – mit Erfolg, denn bereits im Sommer 1838 konnte die Strasse befahren werden und zwar ohne jegliche finanzielle Unterstützung St.Gallens.
1851 wurde im Ausserrhodischen ein Strassengesetz angenommen, das den Unterhalt der grösseren Strassen dem Kanton übertrug; vorher mussten hauptsächlich die Gemeinden und Private die Kosten für die Instandhaltung der für die Industrie so wichtigen Strassen übernehmen. Dieses Strassengesetz konnte allerdings erst lanciert werden, als dem Kanton Bundesentschädigungen für aufgehobene Binnenzölle aufgrund einer Zentralisation des Zollwesens zuflossen.
Autorin: Katharina Merian, Speicher
Literatur:
Helbling, Anton: Die Geschichte der Vögelinsegg-Ruppen-Strasse. St.Gallen 1943.
Huber, Robert: Zur sanktgallisch-appenzellischen Ruppenstrasse. Zürich 1956.
Schläpfer, Walter: Wirtschaftsgeschichte des Kantons Appenzell Ausserrhoden bis 1939. Gais 1984, S. 214-218.
Strassengesetz für den Kanton Appenzell-Ausserrhoden. Angenommen von der Landsgemeinde in ihrer ordentlichen Versammlung in Hundwil am 27. April 1851.
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