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Uniform eines Offiziers des Schweizer Garderegiments in Französischen Diensten
Die Uniform besteht aus einem Tschako (Kopfbedeckung), Uniformfrack und weissen Hosen (erneuert). Der Tschako ist mit Filz überzogen und besitzt einen steifen ledernen Augenschirm, der durch eine Messingkante begrenzt wird. Die messingene Plakette an der Stirnseite zeigt in der blauen Querstreifung die drei Lilien des Wappens der Bourbonenkönige. Der rote Uniformfrack ist vorn über die Brust mit Bordüren aus Silbergewebe, ein Gilet darstellend, verziert. Die Knöpfe sind silbern und ebenfalls mit dem Bourbonenwappen versehen. Auf beiden Schultern befindet sich eine Epaulette aus Silbergewebe und festen Fransen.
Die Uniform gehörte Karl Franz Keiser ab Frauenstein in Zug (1767–1835), der von 1815 bis 1830 im 7. königlichen Garderegiment diente. Schweizer Söldner waren seit dem 15. Jahrhundert ein Begriff für Tapferkeit und Treue. Die Französische Revolution 1789 bedeutete einen Unterbruch in dieser Tradition. Mit dem Erstarken der restaurativen Kräfte in Frankreich kehrten die Schweizer aber wieder unter die Fahne des Königs von Frankreich, auch unter jene des Königs von Neapel oder sogar unter jene Hollands und des britischen Empire zurück. Nach der Wiedereinsetzung der Bourbonen als Könige von Frankreich 1815 erneuerte Ludwig XVIII. (17.11.1755–16.09.1824) die Soldverträge mit den eidgenössischen Kantonen. Es wurden sechs Schweizer Regimente angeworben. Zwei wurden als königliche Garderegimenter nach Paris und Orléan beordert, vier als Linienregimenter in Lyon, Dijon, Besançon und Clermont-Ferrand stationiert. In der Juli-Revolution von 1830 verlor allein das 1. Schweizer Garderegiment über 300 Mann. Am 02.08.1830 dankte König Karl X. (09.10.1757–06.11.1836) ab und entband die Schweizer Truppen von ihrem Treueeid. Die sechs Regimenter wurden von Oberst Charles-Jules Guiguer de Prangins (26.08.1780–07.07.1840) in die Schweiz zurückgeführt. 1831 schuf der Bürgerkönig Louis-Philippe I. (06.10.1773–26.08.1850) die Fremdenlegion. Deren erster Oberst hiess Christoph Anton Stoffel von Arbon (19.07.1780–04.07.1842). 1859 verbot der Bundesrat die Fremden Dienste. Einzige Ausnahme war die Päpstliche Schweizergarde in Rom, in welcher Schweizer Bürger heute noch Dienst tun.