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Szenische Lesung mit Musik
Der 1962 erschienene Roman «Parsifal» von Hans Rudolf Hilty (1925-1994) figuriert innerhalb der St.Galler Literaturgeschichte als zweiter bedeutender Stadtroman nach dem 1909 erschienenen Roman «Die Brokatstadt» von Viktor Hardung. Hier wie dort bilden die Ostschweizer Metropole und deren altes Stadttheater am Bohl die literarischen Hauptschauplätze.
Hiltys Roman spielt im Jahr 1957: Der Klavierlehrer Ekkehard Gilg sieht sich durch den Verzehr radioaktiv verseuchten Thunfisches zur Auseinandersetzung mit Fragen der Kernspaltung und der atomaren Bedrohung gezwungen.
Seinen Verbindungsnamen Parsifal ruft ihm kurz darauf sein Studiengenosse Hermann Schlumpf vulgo Trotzki in Erinnerung, der nun Präsident der liberalen Partei ist.
Trotzki nimmt Parsifal nach einer Zufallsbegegnung unter seine Fittiche und schanzt ihm einen Kompositionsauftrag des Stadttheaters zu. Er soll die Musik für ein Ballett nach Saint-Éxupérys «Der kleine Prinz» schreiben, den die junge Solotänzerin Rahel Aubépine verkörpern soll.
Gilg verliebt sich in sie und sieht sich so innert kürzester Zeit mit vier Problemen konfrontiert: Der Bedrohung durch das Atom, der Vereinnahmung durch den politisierenden Freund, dem Ringen um schöpferischen Ausdruck und dem Bestehen einer ernsthaften Liebe.
Mit dieser Produktion setzt die Kellerbühne die Auseinandersetzung mit dem Literaturschauplatz St.Gallen fort.
Der Abend wird vom gleichen Team bestritten, das 2015 «Die Brokatstadt» von Viktor Hardung auf die Bühne brachte:
Es lesen Simone Stahlecker, Alexandre Pelichet und
Matthias Peter. Am Piano: Urs Gühr.
Mit ideeller Unterstützung der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur
«Verloren auf der Suche nach Tönen»
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«Gilg, das Atom und die Frauen»
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