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Hören und Horchen
Die Ohren sind, im Gegensatz etwa zu den Augen, immer offen.
Sie hören also ununterbrochen. Das heisst aber nicht, dass
sie auch immer zuhören. Im Gegenteil: Der Mensch hört
nur dann zu, wenn er Lust dazu hat. So kann man beispielsweise
im Café sitzen und im Hintergrund hören, dass am
Nebentisch zwei Leute miteinander sprechen, ohne den Inhalt
des Gesprächs mitzubekommen. Man kann aber auch genau hinhören
um heraus zu finden, worüber diese zwei Personen sprechen.
Zuhören ist also eine aktive, Hören hingegen eine
rezeptive Tätigkeit. Zuhören heisst Präsenz,
Aufmerksamkeit, Wachheit. Zuhören heisst hinhören:
So wie die Augen fokussieren können, so können auch
die Ohren gezielt ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Geräusch
richten. Eben beispielsweise auf ein Gespräch in einem
Café. Beim Zuhören richtet sich die Wirbelsäule
auf, die Ohren spitzen sich, der ganze Mensch ist in Bereitschaft.
Dieses Zuhören nennen wir "horchen".
Manchmal ist die Fähigkeit oder der Wille zu horchen beeinträchtigt.
Dies hat in jedem Alter beträchtliche Auswirkungen:
- Der Mensch hat Mühe, das Geschehen um ihn herum mitzubekommen,
- seine auditive Wahrnehmung ist verschwommen,
- er hat eine verkürzte Konzentrationsspanne,
- er ist überempfindlich für bestimmte Töne,
- er versteht ungenau oder verzerrt, was andere sagen.
Dies alles kann zu Unsicherheit und Ängstlichkeit führen.
Es wird schwierig, Gehörtes richtig zu ordnen und wiederzugeben.
Oft wird die Stimme monoton und farblos, weshalb der Person
auch weniger zugehört wird. Bei Kindern entwickelt sich
der Wortschatz schwach, Lern- und Leseprobleme zeichnen sich
ab, das Selbstvertrauen schwindet.
Diese so genannten "Horchstörungen" können
sich auch auf die (grob- und fein-) motorischen Fähigkeiten
auswirken: die Haltung wird schlecht, Koordinationsprobleme
und Energieverlust können die Folge sein.
Hier setzt die Audio-Psycho-Phonologie an und "lehrt"
den Menschen im Rahmen eines "Horchtrainings" wieder
richtig zu horchen.