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Erbringt die Verkäuferin oder der Käufer die Leistung aus dem Kaufvertrag nicht gehörig, so kann der Vertragspartner unmittelbar aus OR 184 I einen Erfüllungsanspruch geltend machen (Primäranspruch).
Unmöglichkeit liegt vor, wenn eine geschuldete Leistung dauerhaft nicht oder nicht mehr erbracht werden kann.
Anfängliche Unmöglichkeit: Ist die Leistungserbringung anfänglich objektiv (niemand kann leisten) unmöglich, so kommt nach h.L. OR 20 I zur Anwendung. Ist die Leistungserbringung anfänglich subjektiv (nur gerade die Verkäuferin kann nicht leisten) unmöglich, so kommt OR 97 I bzw. OR 119 zur Anwendung.
Nachträgliche Unmöglichkeit: Ist der Verkäuferin die Leistung nach Vertragsschluss (subj. und obj.) unmöglich geworden, so beurteilen sich die Rechtsfolgen je nachdem, wer die Unmöglichkeit zu vertreten hat. Hat die Verkäuferin die Unmöglichkeit zu vertreten, so richtet sich die Rechtsfolgen nach OR 97 I.
Falls der Käufer die Unmöglichkeit der Leistungserbringung der Verkäuferin zu verantworten hat, wird die Verkäuferin von ihrer Pflicht zur Erbringung ihrer Leistung befreit. Die Verkäuferin behält aber Anspruch auf Leistung des Kaufpreises.
Haben weder Käufer noch Verkäuferin die Unmöglichkeit der Leistung der Verkäuferin zu verantworten, beurteilen sich die Rechtfolgen nach den Gefahrtragungsregeln von OR 119 und OR 185.