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Weiss mit Schatten
Diese Serie von sechs Tapisserien entstand von 2006 bis 2009. Ich erforsche damit die Unterschiede zwischen verschiedenen Tapisserie-Webtechniken.
Als Schussgarne verwendete ich abgekochte Schappe-Seidengarne, welche durch ihren Glanz, durch den hellen Farbton und durch eher geringe Elastizität unterschiedliche Gewebestrukturen gut hervortreten lassen und kleine Unebenheiten im Gewebe betonen. Diese Unebenheiten werfen bei schrägem Lichteinfall feine Schatten auf den hellen Hintergrund. Das so entstehende Schattenspiel erscheint besonders reizvoll, wenn der Betrachter sich langsam am Bild vorbei bewegt.
Die Bilder messen 65cm im Quadrat und sind über Lightwood-Platten gespannt.
Weiss mit Schatten I
Dieses Bild kombiniert freie Wickeltechniken im senkrechten Streifen mit sogenannten "Raised Outlines" in der umgebenden Bildfläche. "Raised Outlines" sind typisch für die Webdecken gewisser Nordamerikanischer Indianer. Die Technik wird angewendet, wo zwei Farbflächen aneinander stossen. Sie führt zur Betonung dieser Farbgrenze durch eine zweifarbige, leicht erhabene Doppel-Stuktur.
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Weiss mit Schatten II
Die ganze Bildfläche ist strukturiert durch regelmässig angeordnete Wendepunkte zwischen verhängten Schussfäden. In einem senkrechten Streifen sind die Schussfäden unkorrekt verhängt, was kleine Knoten entstehen lässt, die stärkere Schatten werfen als die korrekt ausgeführten Wendepunkte.
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Weiss mit Schatten III
Die Bildfläche ist gestaltet durch eine regelmässige, diagonale Anordnung von Wendepunkten zwischen unverhängten Schussfäden. In einem senkrechten Streifen liegen diese Wendepunkte genau übereinander, was kleine Schlitze entstehen lässt, wie sie für Farbgrenzen in Kelimgeweben typisch sind.
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Weiss mit Schatten IV
In dieser Tapisserie sind die Wendepunkte benachbarter, verhängter Schussfäden zufällig verteilt über die ganze Fläche. In einem senkrechten Streifen sind einzelne Kettfäden mit einem zusätzlichen Schussfaden umwickelt, was zu erhöhten Rippen führt, wie sie in Koptischen Tapisserien vorkommen.
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Weiss mit Schatten V
Dieses Bild ist durch die Richtungsänderungen von sogenannten "Lazy Lines" gestaltet. "Lazy Lines" werden von Navajo-Weberinnen eingesetzt um grössere, ungemusterte Flächen bequemer weben zu können. Benachbarte Schussfäden werden verhängt, die Wendepunkte verschieben sich jeweils um einen Kettfaden nach links oder rechts.
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Weiss mit Schatten VI
In dieser Tapisserie sind benachbarte Schussfäden verhängt und die Wendepunkte sind zufällig über die Bildfläche verteilt. Der senkrechte Streifen ist in Perltechnik gewebt: Dabei werden einzelne Schussfäden zwischen zwei Kettfäden an die Oberfläche des Gewebes geführt und bilden dort kleine Schlaufen.