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Jeder 10. Milliardär der Welt lebt in der Schweiz, gleichzeitig hat rund die Hälfte der Steuerzahlenden hierzulande weniger als 50’000 Franken auf der hohen Kante.
Seit dem Ende des Kalten Krieges wird die Schere zwischen Arm und Reich auch in der Schweiz immer grösser: Ende 2014 besassen die 300 reichsten Schweizer*innen rund 590 Milliarden Franken; das ist siebenmal mehr als noch 1989.
Ueli Mäder ist emeritierter Soziologie-Professor der Universität Basel. Er forschte lange Jahre zu Reichtum und Armut in der Schweiz und veröffentlichte unter anderem «Wie Reiche denken und lenken» und «macht.ch», zwei Werke, welche sich mit der Verteilung des Wohlstandes in der Schweiz beschäftigen sowie dessen Einfluss auf die politischen Diskurse.
Im Gespräch mit RaBe erklärt Mäder, dass rund die Hälfte des Vermögens in der Schweiz vererbt sei – trotzdem hätten viele seiner reichen Interviewpartner*innen versucht, ihm gegenüber den Eindruck zu vermitteln, dass sie ihren Reichtum selbst erwirtschaftet hätten.
Der bekennende linke Alt-68er spricht sich immer wieder gegen die zunehmende Ökonomisierung des politischen Diskurses aus, er plädiert für eine Umverteilung von Reichtum, für das Anheben der unteren Einkommen und für steuerliche Massnahmen, welche die starke Konzentration der Vermögen wieder auflösen.
Am Mittwoch 11. Dezember ist Ueli Mäder im Rössli der Reitschule zu Gast, an einer Lesung mit anschliessender Diskussionsrunde sollen Fragen aufgeworfen werden wie z.B. Wie Reiche soziale Gegensätze und ihren eigenen Einfluss wahrnehmen würden, inwiefern Menschen mit grossem Vermögen Einfluss nehmen können auf die Politik und was die gesamtgesellschaftlichen Folgen dessen seien. Türöffnung: 20 Uhr.