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Das geriatrische Vestibularsyndrom Das Vestibularorgan ist für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts zuständig und koordiniert die Position der Augen und Beine sowie die Körperhaltung je nach Lage und Bewegung des Kopfes.
Das Vestibularorgan ist das Gleichgewichtsorgan und ist im Innenohr lokalisiert.
Es erfasst Drehbewegungen sowie lineare Beschleunigung.
Die dort gewonnenen Sinneswahrnehmungen werden über Nervenbahnen ins Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet. So wird die Körper- und Augenposition mit der Kopfhaltung koordiniert. Wie der Name sagt, sind ältere (geriatrische) Hunde betroffen. Eine Ursache für die Erkrankung ist bis heute nicht gefunden. Da sich die Patienten meist innerhalb weniger Tage erholen ist eine Ursachenforschung nur sehr eingeschränkt möglich.
Somit ist die Diagnose „geriatrisches Vestibularsyndrom“ letzten Endes eine reine Ausschlussdiagnose – es gibt keine spezifischen Tests.
Daher ist lediglich eine unterstützende Therapie möglich, um die Beschwerden zu lindern.
Es erfolgt eine symptomatische Behandlung durch deinen Tierarzt welche sich gegen Übelkeit, Erbrechen und Angst richtet. Hierfür wird oft eine Kreislauf-stabilisierende Infusionstherapie und die Gabe von Anti-Brechmitteln gewählt. Manche Patienten sind aufgrund von Desorientiertheit und Schwindelgefühl sehr unruhig und können von Beruhigungsmitteln profitieren. Dein Tierarzt wird dich hierzu detailliert aufklären und dir den weiteren Vorgang und Verlauf erläutern. Die akut einsetzenden und zum Teil sehr schweren Symptome sind verständlicherweise für dich, und auch deinen Hund, beängstigend. Häufig werden die Symptome von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Ist die Diagnose des Tierarztes das idiopathische (geriatrische) Vestibularsyndrom, geht es darum deinem Hund die nötige Zeit zu geben, um sich von den schweren Symptomen zu erholen. Es handelt sich um eine gutartig verlaufende Erkrankung, die sich innerhalb weniger Tage bis Wochen selbst limitiert. Es kann eine leichte Kopfschiefhaltung zurück bleiben, die aber keine Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Typische Symptome sind:
• einseitig betontes Taumeln
• Gleichgewichtsstörungen
• Verlust der Steh -und Gehfähigkeit
• im Kreis laufen
• Ataxie – Störung im geordneten Ablauf und der Koordination von Muskelbewegungen
• Desorientiert
• Kopfschiefhaltung
• rhythmische, horizontale Augenbewegungen (Nystagmus)
Diese akute Situation kann einen überfordern.
Wenn du weißt, wie du darauf reagieren und du deinen Hund bestmöglich unterstützen kannst, erleichtert es euch beiden das Leben.
Was ist jetzt wichtig? Ruhe
Dein Hund braucht nun viel Ruhe und Schlaf. Achte darauf, dass er gut gebettet ist.
Viele Hunde liegen in in dieser Situation lieber bodennah da sich der Einstieg über einen erhöhten Schlafplatz schwierig gestalten kann.
Der Schlafplatz sollte so stehen, dass du deinen Hund im Blick hast. So bist du zur Stelle, wenn er versucht aufzustehen und kannst ihm die nötige Unterstützung bieten. Bewegung
Dein Hund muss in Bewegung bleiben, das mag sich nach einem Widerspruch anhören.
Einerseits ist Ruhe wichtig, andererseits in Bewegung zu bleiben.
Wie sollst du das nun gestalten?
Du kannst deinen Hund mit gezielten Bewegungsanbahnungen mobilisieren bei welchen er liegen kann und aktiv nicht mitarbeiten muss. Ziel ist es, da besonders ältere Hunde betroffen sind, dass sie nicht immobil werden.
Gerne zeige ich dir wie du das mehrmals täglich durchführen kannst. Unterstütztes Gehen
Dein Hund ist momentan nicht in der Lage, selbständig und sicher zu laufen.
Dennoch muss er natürlich auch raus, um sein Geschäft zu erledigen und soll in Bewegung bleiben.
Ich empfehle dir, einen breiten Schal oder ein grosses Tuch zu nehmen. Dieser kann unter seinem Bauch durchgezogen werden und mit den oberen Enden in deiner Hand kannst du ihn unterstützen und im Halt geben.
Bitte wähle es breit genug damit es am Bauch nicht einschneidet und den Druck grossflächig verteilen kann.
So solltest du deinen Hund mehrmals täglich zum unterstützten Gehen animieren. Das ist wichtig für die Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem. Füttern aus der Hand
Akut dreht sich alles permanent. Dies auch wenn dein Hund aus dem Futternapf essen soll. Es hat sich bewährt, Hunde mit einem Vestibularsyndrom direkt aus der Hand zu füttern. Trinken
Wichtig ist auch, dass dein Hund genügend trinkt. Besonders, wenn dein Hund erbricht, verliert er viel Flüssigkeit. Da sich der selbstständige Gang zum Wassernapf als sehr schwierig gestalten kann, empfehle ich dir, diesen direkt zum Liegeplatz zu stellen. Antirutsch
Jeder Schritt ist mit Unsicherheit verbunden. Du kannst deinem Hund helfen, indem du dafür sorgst, dass er sich nur auf rutschfesten Untergründen bewegt. Du kannst die Bereiche, in denen dein Hund sich in der Regel viel bewegt, vorübergehend mit rutschfesten Läufern oder Yogamatten auslegen. Treppenlaufen vermeiden
Dein Hund sollte keine Treppen steigen. Durch das fehlende Raumgefühl sind gefährliche Stürze vorprogrammiert. Unterstütze und sichere ihn mittels Traghilfe und über das Geschirr. Hund tragen
Klingt in erster Linie sinnvoll, sollte aber wenn möglich vermieden werden. Das Hochheben kann das Schwindelgefühl noch verstärken. Während der Nacht
Dunkelheit kann das Schwindelgefühl verstärken. Daher empfehle, deinem Hund für die Nacht eine Lichtquelle anzulassen. So kann er besser zur Ruhe kommen.
Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, deinem Hund unterstützend zur Seite zu stehen.
Und wie bereits erwähnt, handelt es sich um eine gutartig verlaufende Erkrankung, die sich innerhalb weniger Tage bis Wochen selbst limitiert.