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Die meisten Autoren und Autorinnen kennen das. Wir sitzen vor unseren Texten, kommen nicht weiter, suchen nach Motivation, Inspiration, Eingebung. Wir korrigieren uns selbst, weil wir an uns zweifeln. Zerreißen oder löschen Geschriebenes, unwiderruflich. Weil wir es nicht gut finden, nicht perfekt genug. Weil es nicht dem entspricht, was wir von uns erwarten, oder was wir denken, dass andere von uns erwarten. Was folgt, ist Frustration und Blockade. Nichts geht mehr.
Ich bin vor kurzem auf ein Video gestoßen, bei dem es um einen Brief des Künstlers Sol LeWitt geht. Er schrieb diesen Brief 1965 an Eva Hesse, die in eine Schaffenskrise geraten war. Er reagierte damit auf einen Brief, den die damals 29-Jährige ihm schrieb. Darin beklagte sie: „Man sollte selbstbewusst an den Schaffensprozess und an dessen Ergebnis gehen. Ich kann es nicht.“ Daraufhin schrieb Sol LeWitt einen furiosen, auch genervten Brief an seine Kollegin, der von Cumberbatch mit einigem Furor und Humor vorgetragen wird. Sol und Eva waren zwar keine Schriftsteller, aber eben Künstler, die sich offensichtlich mit den gleichen Zweifeln herumschlagen mussten.
Ich möchte dieses Video als Inspiration empfehlen. Der Text ist leider nur englisch und ohne Übersetzung. Aber die Worte von Sol sind so treffend, und von Cumberbatch mit einer solch unglaublichen Intensität vorgetragen, dass ich das Gefühl hatte, ich darf Euch das nicht vorenthalten. Aber Vorsicht: Dem einen oder der anderen wird vielleicht ein Spiegel vorgehalten.
Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=VnSMIgsPj5M
Dreamwhisperer