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Geschäftshaus Publicitas
Innenraum (Treppe)
Geschäftshaus Publicitas
Innenraum (Büro)
Geschäftshaus Publicitas
Adresse
2502 Biel/Bienne
BE
Architektur
Weitere Bauphasen
Das kubisch anmutende Geschäftshaus Publicitas überzeugt als solider und kompakter Bau. Mit einfachen gestalterischen Mitteln wurden spannungsreiche Fassaden geschaffen, die ihr konstruktives Prinzip offenlegen. Das von Werner Schindler entworfene Bauwerk in Biel ist ein gelungenes Beispiel für eine innerstädtische Bebauung am Übergang der frühen zur späten Nachkriegsmoderne.
Chronologie
Das Geschäftshaus Publicitas wurde 1962 von Werner Schindler geplant und 1963 realisiert. Bereits 1964 wurde die Schaufensterfront umgebaut. In den Jahren 2005/06 erfolgte eine Modernisierung der Attika und 2012 eine Teilsanierung durch die spaceshop Architekten. Dabei wurde das Attikageschoss von sechs Wohnungen auf vier grosszügigere Einheiten reduziert. Die Fassaden sind jedoch weitgehend in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten.
Lage
Das zentral in einer Fussgängerzone gelegene Gebäude befindet sich im Neustadtquartier südlich der Altstadt. Im Osten führt die Einkaufspassage Nidaugasse vorbei. Erschlossen wird das in einer Blockrandbebauung eingereihte Geschäftshaus von der nordseitigen Neuengasse, wobei an der Ecke zur Flaniermeile auch ein Eingang zu einem Ladenlokal angeordnet ist.
Beschreibung
Das sechsstöckige Geschäftshaus mit zurückspringendem, flach gedecktem Attikageschoss grenzt sich mit seiner Lochfassade aus gelblichem Kalkstein deutlich vom südseitig anschliessenden, 1884 fertiggestellten Nachbarbau ab. Mit dem ostseitig ansetzenden, wohl erst später entstandenen Gebäude, das eine eher geschlossene Fassadenwirkung entfaltet, tritt es hingegen in einen Dialog: Die beiden Bauten interagieren trotz unterschiedlich konzipierten Schaufronten nicht nur farblich, sondern gerade auch formal miteinander. Das eingezogene Erdgeschoss ist als vollflächige Glasfront gestaltet und eine massive, auskragende Deckenplatte erweitert den geschützten Bereich. Die Steinfassung der Obergeschosse formt ein orthogonales Gerüst, in das raumhohe Fenster mit Brüstungselementen eingefügt sind. Diese tektonische Struktur illustriert das Prinzip von Tragen und Lasten exemplarisch. Indem die Breite der Stützen variiert, wird das starre Muster etwas aufgebrochen. Das Attikageschoss ist bis auf die Südseite mit einer grosszügigen Dachterrasse gefasst und reagiert damit auf die Höhendisposition der Nachbargebäude.
Das Geschäftshaus wird von einer Wendeltreppe rund um ein elliptisches Treppenauge erschlossen. Die ursprüngliche Gestaltung der frühen 1960er-Jahre verbindet einen edlen schwarz-weissen Marmorboden mit einem feinen Staketengeländer. Der Ausbau der Geschäfts- und Büroräume wurde bereits mehrfach den Bedürfnissen der Nutzer angepasst.
Literatur