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Pickpocket
Robert Bresson, Frankreich, 1959o
Der mittellose Michel begeht bei einem Pferderennen einen Handtaschenraub und findet Gefallen an dieser aufregenden Tat. Seiner Meinung nach haben alle grossen Persönlichkeiten in der Geschichte die gesellschaftlichen Regeln gebrochen. Auch eine Verhaftung, der Tod seiner Mutter und das Hilfangbot einer Frau, für die er heimlich Gefühle hegt, halten ihn vorerst nicht von der fortwährenden Perfektionierung seines «Handwerks» ab.
In diesem Schlüsselfilm der Nachkriegsmoderne erzielt Bresson durch die Reduktion aufs Wesentliche, visuell unmittelbar Fassbare eine nüchterne Klarheit und Eindringlichkeit, die so stilistisch so unterschiedliche filmende Existenzialisten wie Scorsese und Schrader, Kaurismäki und Haneke in den Bann zog. Cocteau schrieb von einem «Ballett des Taschendiebs», zwischen dessen Noblesse und dessen verständnislosen Umwelt ein Abgrund klaffe, arbeitete im filmkritischen Delirium aber auch die paradoxe Pointe heraus, wonach der Dieb dank der Liebe just in der Zelle zur Freiheit gelangt.Andreas Furler
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