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Für Irans Präsident Rohani ist die Präsentation eines eigenen Kampfjets ein grosser Erfolg. Zugetraut hat es dem seit Jahren durch Sanktionen eingeschränkten Land niemand. «Kosar» heisst der neue iranische Kampfjet. Er sei bereits erfolgreich getestet worden. Von den Triebwerken bis zum Radar – alles habe man selber hergestellt.
Doch daran äussern nun Luftwaffenexperten wie Douglas Barrie vom Londoner Strategieinstitut IISS erhebliche Zweifel: «Für mich handelt es sich bei dem vorgestellten Flugzeug um einen nachgebauten F5-Jet, mit ganz wenigen Modernisierungen.»
Hilfe aus Russland oder China?
Also um einen Kampfjet-Veteranen aus den USA, einen Typ, den die Schweizer Luftwaffe allmählich ausmustert und den die Iraner seinerzeit unter dem Schah-Regime erworben hatten. «Von einem modernen Kampfflugzeug kann», so Barrie, «keine Rede sein.»
Von einem modernen Kampfflugzeug kann keine Rede sein.
Er bezweifelt vor allem, dass die Iraner imstande wären, eigene Triebwerke und Radaranlagen zu entwickeln. Dazu bräuchten sie ausländische Hilfe. Dabei stünden Russland und China, die zu Teheran freundschaftliche Beziehungen pflegen, im Vordergrund.
Etwas weiter vorangeschritten sei der Iran bei der Entwicklung diverser Raketentypen – aber auch da komme das Land nicht ohne Hilfe von aussen voran.
Innenpolitische Ziele
Der Luftwaffenspezialist findet es bereits bemerkenswert, dass es Teheran überhaupt gelinge, seine relativ kleine und hochbetagte Kampfflugzeugflotte, bestehend aus F5, aus Mirage und Suchoi-Flugzeugen, überhaupt noch in der Luft zu halten, trotz der Sanktionen und des Mangels an Ersatzteilen.
Die mit Pomp inszenierte Präsentation eines eigenen Kampfjets sieht er hingegen als «reine Propagandaaktion».
Adressat sei das heimische Publikum. Ihm soll vorgegaukelt werden, man sei nicht abhängig von ausländischer Unterstützung und könne das Land völlig autonom verteidigen.