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Centurion in der Schweizer Armee
Der Centurion in der Schweizer Armee
Am 15. Oktober 1946 beschloss der Bundesrat, dem Kauf von 100 Panzerjägern G 13 zuzustimmen. Weitere 50 wurden ein Jahr später bewilligt. Ein grosser Teil der zweiten Serie bestellter G 13 wurde durch die Russen, neue Besatzungsmacht in der Tschechoslowakei, blockiert. Die Panzerjäger wurden schliesslich nach ausgedehnten Bemühungen des Departementes des Äusseren geliefert, die Auslieferung der Ersatzteile liess weiterhin auf sich warten! Es zeigte sich aber bald, dass der G 13 wohl die Panzerabwehr verstärkte, jedoch viele Nachteile gegenüber einem Panzer mit Turm aufwies. Der Kauf des Leichtpanzers 51 (AMX 13) war eher eine Notlösung, sah sich die K + W Thun gezwungen, in drei Normalisierungen aus der Nullserie eine kriegstaugliche Waffe zu machen. Durch den ausgebrochenen Koreakrieg entstand bei den Grossmächten wenig Bereitschaft, einem Kleinstaat Kampfpanzer zu liefern, zumal die eigenen Lieferschwierigkeiten gelöst werden mussten. Trotzdem war die britische Regierung im Sommer 1950 bereit, der Schweiz 26 Centurion zu liefern, zog dieses Angebot jedoch wieder zurück. Erst 1952, als sich die internationale Lage leicht gebessert hatte, wurde es möglich, Kampfpanzer aus den USA und Grossbritannien zu evaluieren. Zwei Kampfpanzer M-47 Patton für je eine Million Franken wurden beschafft. England stellte unserer Armee zwei Centurion leihweise zur Verfügung. Diese vier Panzer wurden nun "einem ausgedehnten Test- verfahren unterworfen. Der Centurion hatte einige Vorteile wie das konventionelle 5-Gangschaltgetriebe, das seine Überlegenheit auch im Gelände und an Hindernissen zeigte, oder das 8,4-cm-Geschütz, zu dem bereits eine Art Kerngeschosse erhältlich war. Die Bundesversammlung beschloss am 29. Oktober 1954, dem Antrag des Bundesrates zum Panzerkauf zuzustimmen. Im Frühling 1955 wurden die ersten Centurion MK III von der Firma Vickers-Armstrong Ltd in Newcastle upon Tyne geliefert. Bereits in der Sommer RS 1955 wurde auf dem Panzer 55 ausgebildet, nachdem einige Schweizer Modifikationen vorgenommen wurden. Im Herbst 1956 liessen die Suezkrise und der Aufstand in Ungarn die Welt aufhorchen. Unter diesen Umständen passierte der Antrag des Bundesrates auf Anschaffung weiterer 100 Centurion im Rüstungsprogramm 1957 ohne grosse Diskussion. Auch diese Panzer wurden von Vickers gebaut. Es handelte sich aber um die modifizierte Version Centurion MKVII, die die Bezeichnung Pz 57 erhielt. Gegenüber dem Panzer 55 wiesen sie einige wichtige Details auf: vergrösserter Treibstofftank von 1100 L statt 540 L. Der Boden des Kampfraumes dreht mit dem Turm. Nachteilig wirkte sich jedoch das neue Hauptgewindesystem aus, was die Austauschbarkeit mit Teilen des Pz 55 stark behinderte. Die Panzer 57 sind in den Jahren 1958 bis 1960 an die Schweiz ausgeliefert worden.
Im Herbst 1959 offerierte die Regierung Südafrikas dem EMD 100 Panzer Centurion MK V zu stark reduzierten Preisen. Die angebotenen Panzer waren praktisch neuwertig und durch die Truppen der südafrikanischen Union nicht eingesetzt worden. Lediglich zur Vermeidung von Stillstandschäden wurden die Fahrzeuge periodisch bewegt (mittlere Fahrleistung: 500 km), mit vier Fünfteln der Geschützrohre wurde keine Munition, mit dem Rest im Durchschnitt 50 Schuss verschossen. Die Kampffahrzeuge waren innen durch Staub und Sand verschmutzt und die Aggregate dejustiert. Das Reservematerial war immer noch in der gelieferten Originalverpackung.. Aus dem angebotenen Material konnte mit Sicherheit das Material für 100 Panzer ausgesucht und zusammengestellt. werden. Auf 373 000 Franken wurde der Kauf samt den nötigen Revisionsarbeiten geschätzt. In dieser Zeit wurden von der eidgenössischen Konstruktionswerkstätten in Thun (K+W Thun) bereits Pz 58 im Prototypenstadium getestet. Dadurch wurde über das Geschäft mit Südafrika diskutiert.
Die Bundesversammlung beschloss dennoch am 19. Juli 1960, dem Kauf der Centurion zuzustimmen. Am 27. Dezember 1960 wurden die ersten Centurion MK V in Durban verladen. In Grossbritannien wurde der Centurion Mark X gefertigt. Dies war ein zusätzlicher Grund (Originalersatzteile) , die in der K + W eingetroffenen Panzer nicht nur dem «Normal-Helvetisierungsprogramm zu unterziehen (Einbau von Mg 51, Funkgerät SE-407, Nebelwerfer, Anpassung der Richtoptik an die Schweizer Munition und der Fahrzeugbeleuchtung an die schweizerischen Verkehrsgesetze) , sondern durch die Revisionen I und II (Rev I und Rev II) auch an die neuste englische Modifikation anzupassen. In der Rev I wurden alle Pz 57 und in der Rev II alle Pz 55 auf die 10,5-cm-Pz-Kan 60 umgerüstet und die Stabilisatoranlage revidiert. Auch das gesamte elektrische Bordnetz wurde erneuert, um den Erfordernissen der Rev-Programme zu genügen (zusätzlicher Einbau von Feuerwarnanlage, Blendschutz, Leckwasserpumpe, Kühlwasserniveauüberwachung, Beleuchtungssystem 74 Lyran) und Schwierigkeiten bei der Beschaffung von original