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Italienisch, eine geschützte Sprache, insbesondere auf dem Papier
Von Gesetzes wegen ist Italienisch eine der am besten geschützten nationalen Minderheitensprachen der Welt. In der Praxis sieht es etwas anders aus, wie ein Bericht zeigt.
Von Gesetzes wegen ist Italienisch eine der am besten geschützten nationalen Minderheitensprachen der Welt. In der Praxis sieht es etwas anders aus, wie ein Bericht zeigt.
Die Studie, die vom Forum zum Schutz der italienischen Sprache in der Schweiz (Forum per l'italiano in Svizzera, in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Die Mehrheit der Italienischsprechenden (rund 53 Prozent) lebt ausserhalb der italienischen Schweiz und befindet sich somit in einer Minderheitssituation ohne besonderen Schutz. Sie bilden eine fragmentierte und übergreifende Gemeinschaft, die nur durch die Sprache geeint ist, stellt der Bericht «Die Position des Italienischen in der Schweiz» fest.
Verfasst wurde der Bericht vom Sprachobservatorium der italienischen Schweiz (OLSI), der Fachhochschule der Südschweiz (SUPSI-DFA), in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Graubünden (PHGR). Der Bericht umfasst den Zeitraum von 2012 bis 2020.
Neben Italienisch als Hauptsprache (8,4 Prozent) geben weitere 33 Prozent der Schweizer Bevölkerung an, Italienisch auf verschiedenen Niveaus teilweise zu beherrschen (Zweitsprache). Dieses zweisprachige Repertoire sei ein weiterer wesentlicher Bestandteil und ein Potenzial für die Aufrechterhaltung und Verbreitung von Italienisch weltweit, stellt der Bericht fest.
Die Bedeutung der Medien
Nicht überraschend spielen das Lesen und die Nutzung von Radio, Fernsehen und Internet eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der italienischen Sprachkenntnisse ausserhalb des Territoriums. Dies gilt laut der Untersuchung insbesondere für diejenigen, die Italienisch als Hauptsprache haben.
Was den Italienischunterricht in der Schweiz betrifft, so wird Italienisch in der obligatorischen Schule mit Ausnahme der Kantone Graubünden und Uri erst ab der Sekundarstufe angeboten. Dann steht es Schülerinnen und Schülern in den meisten Kantonen als Freifach und in einigen wenigen Kantonen als Wahlfach offen.
Englisch als 2. Unterrichtssprache
Englisch ist in vielen Kantonen zur zweiten obligatorischen Unterrichtssprache geworden, zum Nachteil der Landessprachen, wie der Bericht festhält. Die Zahl der italienischsprachigen Schüler, die nicht auf Italienisch unterrichtet würden, habe gleichzeitig in den letzten Jahren zugenommen.
Mobilitäts- und Sprachaustauschprogramme, einschliesslich Movetia, bieten eine breite Palette von Möglichkeiten zum Lernen und Erlernen der italienischen Sprache. Aber insbesondere beim Austausch von Klassen scheinen laut dem Bericht die anderen Landessprachen gegenüber dem Italienische begünstigt zu sein.
Im Kino dominiert in jeder Sprachregion die Nutzung von Filmen in ihrer eigenen Sprache. Ausserhalb des traditionellen Territoriums werden Filme in italienischer Sprache nur von einer kleinen Zahl von Personen gesehen.
Nur ein Fünftel der Museen mit überregionaler Ausrichtung, die sich ausserhalb des italienischen Sprachraums befinden, gaben an, dass sie ihre Besucherinnen und Besucher auf Italienisch empfangen. Rund ein Viertel von ihnen verfügt über eine Website, die ganz oder teilweise in italienischer Sprache verfasst ist.
Bundesverwaltung: Italienisch vor allem schriftlich
Aus gesetzlicher Sicht stellt der Bericht fest, dass das Italienische eine der am besten geschützten nationalen Minderheitssprachen der Welt ist. Bei der Umsetzung also auch dem tatsächlichen Gebrauch als Amtssprache ergibt sich ein differenziertes Bild.
Italienisch als Amtssprache findet sich, wie der Bericht feststellt, nur in schriftlichen Texten wie Pressemitteilungen, Rechtstexten und Stellenangeboten. In der mündlichen Kommunikation (Parlamentsdebatte 2012 und 2019) sei Italienisch dagegen fast ausschliesslich in Beiträgen von geringem kommunikativem Wert vertreten.
Die Vertretung der italienischsprachigen Sprachgemeinschaft beim Personal der Bundesverwaltung ist, wie der Bericht feststellt, insgesamt gut. Defizite zeigten sich allerdings, wenn man nach Departementen differenziere und auf das obere Lohnsegment fokussiere.
SO-Reporter
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