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Avalokiteshvara (Chin. Guanyin oder Guanshiyin, Jap. Kannon, Tib. Chenrezi) ist eindes -Buddhismus. Sein Name bedeutet auf Sanskrit «der Herr, der herabblickt», in der chinesischen Übersetzung «der alle Töne der Welt wahrnimmt». Er verkörpert das .
Im Lotos-– ein einflussreicher Lehrtext des Mahayana, der um das 2. Jahrhundert entstand – wird dargelegt, dass Avalokiteshvara den Gläubigen, die ihn mit reinem Herzen anrufen, zu Hilfe eilt. Dabei kann er in 33 verschiedenen Gestalten erscheinen. In Tibet werden sogar 108 verschiedene Erscheinungsformen des Bodhisattvas beschrieben.
Deshalb wird der Bodhisattva des Mitgefühls in der Kunst auf verschiedene Weise dargestellt. Beispielsweise kann er mit einer grossen Anzahl von Armen abgebildet werden, die seine Fähigkeit symbolisieren, allen Wesen zu helfen. Andere Darstellungen zeigen ihn mit zwei oder sechs Armen. Häufig erkennt man ihn daran, dass er ein Bildnis des Buddhasin seiner Krone trägt.
In Ostasien entwickelte sich eine besonders starke Verehrung des Bodhisattvas des Mitgefühls. In vielen Darstellungen wirkt er auf den ersten Blick sehr weiblich. Zwar gibt es in Ostasien verschiedene Geschichten über weibliche Erscheinungsformen von Avalokiteshvara, aber Bilder und Figuren stellen ihn nie als Frau dar. Das ist sowohl an der meist unbedeckten Brust zu erkennen als auch an den blossen Füssen. Da in China die Füsse der Frauen seit dem 10. Jahrhundert als sehr erotisch galten, hätte man eine weibliche Gottheit nie so freizügig gezeigt.