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Zurück in die Zukunft……
…… Unter diesem Motto besuchte der Gemeindeverein letzten Samstag das Druckereimuseum „Graphos“ in Uster.
Bis vor etwa 600 Jahren wurden Bücher ausschliesslich und meistens durch Mönche von Hand geschrieben. Das machte Bücher unglaublich teuer, und nur sehr reiche Leute und der Klerus konnten sich Bücher leisten. Und da bekanntlich Lesen bildet, war Bildung damals fast ausschliesslich dem interessierten Adel und Kirchenmännern vorenthalten.
Die grosse Mehrheit der Bevölkerung konnte sich nur anhand von Bildern, Geschichtenerzählern oder Predigten über Vergangenes und Neues informieren.
Im Jahre 1450 erfand der Mainzer Drucker Johannes Gensfleisch zu Gutenberg (heute nur noch Johannes Gutenberg genannt) den Buchdruck ab geschnitzten Holzschnitten, was aber für Texte sehr langwierig und umständlich war. Da kam er auf die Idee, einzelne Buchstabenstempel in Blei (Lettern) zu giessen, und diese zu Wörtern, Sätzen und schlussendlich zu ganzen Seiten zusammenzusetzen und seitenweise zu drucken. Der Umstand, dass das vom Chinesen Tsai Lun bereits um 105 n.Ch. erfundene geschöpfte Papier endlich um 1390 nach Europa kam, und somit das sehr teure Pergament ersetzte, ermöglichte nun die Herstellung von Druckerzeugnissen wie Handzettel und eben Bücher zu relativ günstigen Kosten in grosser Anzahl herzustellen. Damit war der Zugang zu Bildung und Wissen einer viel breiteren Bevölkerungsschicht möglich.
Die Erfindung der Vervielfältigung von Texten mit auswechselbaren Lettern mittels Druckerpresse (Buchdruck) wird nicht zu Unrecht als die wichtigste und nachhaltigste Erfindung bezeichnet. Die breite Vermittlung von Wissen und damit die Aufklärung machte das Ende des Mittelalters erst möglich.
Ein weiterer Meilenstein war die Erfindung der Zeilen-Setzmaschine durch Ottmar Mergenthaler im Jahre 1884. Bis dahin mussten alle Druckerzeugnisse von Hand gesetzt werden, und ein guter Setzer schaffte 1400 Zeichen pro Stunde. Mit der Setzmaschine konnten ganze Textzeilen über eine Klaviatur, ähnlich einer Schreibmaschine, getippt werden. Die Stundenleistung eines Maschinensetzers betrug dann beachtliche 6000 Zeichen. Weiterentwicklungen wie Lochbandsteuerung liessen die Stundenleistung auf 18‘000 Zeichen steigen – bis in den 1980er Jahren neue Techniken wie Fotosatz und noch gravierender Desktop-Publishing (DTP) die Satzherstellung und damit auch den Buchdruck verdrängten.
Die sehr interessante Führung durch pensionierte, aber immer noch begeisterte Jünger Gutenbergs (wie Drucker und Setzer genannt werden), war sehr informativ und machte wieder mal deutlich, wie wenig wir über Dinge wissen, die jeder von uns mehrmals täglich in Händen hält.
Christian Tischhauser, Präsident Gemeindeverein
Stadtführung Schaffhausen
25. Mai 2013
Sieh das schöne liegt so nah…… Unter diesem Motto reiste der Gemeindeverein letzten Samstag zu einer grossen Stadtbesichtigung nach Schaffhausen und an den Rheinfall. Zu Beginn des Rundganges erwähnte unsere Stadtführerin Carmen, dass im Jahre 1045 Schaffhausen urkundlich erstmals unter dem Namen Scafhusun bei der Erteilung des Münzrechtes durch König Heinrich III genannt wurde. Mit heute 35‘500 Einwohnern leben 45% der gesamten Bevölkerung des Kantons Schaffhausen in der Stadt. An total 20 Stationen wusste Carmen vieles aus der Geschichte und Gegenwart lebhaft zu berichten. Den Charme dieser Stadt machen seine gut erhaltene und verkehrsfreie historische Altstadt mit den vielen Erkern und der schönen Lage am Rhein aus. Vom Wahrzeichen Schaffhausens, dem Munot, bietet sich ein weiter Blick über die Giebeldächer zur einzigartigen Stromlandschaft des Rheins und die bewaldeten Hügel des Randen, die Schaffhausen wie einen grünen Gürtel umgeben. Im Anschluss an den Stadtrundgang fuhren wir nach Neuhausen an den Rheinfall. Aufgrund des regnerischen Frühlings mit sehr grossen Wassermassen zeigte er sich von seiner besten Seite. Alle, die dachten über den Rheinfall nun wirklich schon alles zu wissen, wusste die Führerin Carmen mit vielen interessanten Details aus der geologischen und wirtschaftlichen Vergangenheit zu überraschen. Auch mit Ausblicken zur wirtschaftlichen Nutzung in der Zukunft, wie zum Beispiel ein geplantes Wasserkraftwerk und diverse Hochhäuser über dem Rheinfall, konnte sie uns interessante und nicht für alle erfreuliche Informationen geben. Wir danken Heinz Mühleis herzlich für die Organisation und Leitung dieses tollen und informativen Ausfluges.
Christian Tischhauser, Präsident Gemeindeverein