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Iwan Bunin – Im Zauber der Sprache
- Dienstag, 6. Februar 2018, 9:02 Uhr
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Erste Ausstrahlung:
- Dienstag, 6. Februar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
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Wiederholung:
- Dienstag, 6. Februar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Iwan Bunin (1870-1953) gilt als einer der grössten russischen Autoren. 1933 erhielt er den Nobelpreis. Nun erscheint sein Werk neu auf Deutsch. «Kontext» macht sich auf die Spur des Dichters, dessen Leben von Revolution und Exil geprägt war - und dessen Werk erstaunlich modern geblieben ist.
Bunin entstammte einer verarmten russischen Adelsfamilie und wuchs auf dem Land auf. Nach den Revolutionen von 1917 floh er nach Frankreich ins Exil. In seinen Werken blieb er stets dem alten, vorrevolutionären Russland verpflichtet. Die Bolschewiki hasste er.
Bunin verstand es meisterhaft, Grundfragen des Mensch-Seins zu thematisieren: Liebe, Tod, Einsamkeit, Verfall. In seinen Texten pflegte er einen ebenso lyrischen wie präzisen Stil, der menschliche Abgründe oft nicht ausspricht und nur erahnen lässt.
Buchhinweis:
Im Dörlemann-Verlag sind mehrere Bände mit Neuübersetzungen von Bunins Werk erschienen. Zuletzt: Iwan Bunin. Ein Herr aus San Francisco. Erzählungen 1914/1915. Deutsch von Dorothea Trottenberg. Dörlemann 2017.
Beiträge
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Ein zerrissenes Leben
Iwan Bunin schrieb zunächst Lyrik und kam später zur Prosa. Er war im alten Russland ein geachteter Autor. Die Oktoberrevolution 1917 zwang ihn in die Emigration.
Im französischen Exil schrieb er eine Literatur, die sich an der Prosa im vorrevolutionären Russland orientierte. 1933 erhielt er als erster Russe überhaupt den Literaturnobelpreis.
Bunin wünschte sich im Innern bis zu seinem Tod 1953, nach Russland zurückzukehren. Die politischen Verhältnisse im Sowjetstaat verunmöglichten ihm dies jedoch.
Felix Münger
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«Ein Herr aus San Francisco»
1915 veröffentlichte Iwan Bunin die Novelle «Ein Herr aus San Francisco». Sie ist eine meisterhafte Parabel auf die menschliche Existenz, die Versuchungen des Reichtums und eine Welt, die – ohne es zu merken – auf einen Abgrund zusteuert. Das Werk begründete Bunins Ruhm auch im Westen.
Felix Münger analysiert mit dem SRF-Literaturredaktor Julian Schütt und der Bunin-Übersetzerin Dorothea Trottenberg Sprache und Metaphorik der Novelle, welche diese zu grosser Literatur machen.
Felix Münger
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Russland im Exil
Wie Iwan Bunin flohen nach 1917 eine bis zwei Millionen Russinnen und Russen aus dem Sowjetstaat nach Westen, vorab nach Berlin. In mehreren Wellen verliessen danach immer wieder russische Autorinnen und Autoren ihr Land.
Die Zürcher Slavistik-Professorin Sylvia Sasse erzählt vom harten Los der Geflüchteten. Sie schildert zudem, wie sich im Ausland ab den 1920er Jahren eine eigenständige russische Literatur entwickelte.
Felix Münger