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Was man(n) für seine Gesundheit machen kann
Prävention «Wann ist ein Mann ein Mann?» fragte Herbert Grönemeyer 1984 auf seinem Album «4630 Bochum».
Was hat ein Kardiologe (Herzspezialist) mit einem Urologen (Nieren-, Harnblasen-, Prostata- und Hodenerkrankungen) zu tun? Und warum wurde Winston Churchill über 90 Jahre alt, obwohl er stark übergewichtig war, rauchte und Sport als Mord bezeichnete? Offenbar hatte Churchill von seinen Vorfahren eine derart gute Erbanlage (Gene) mit auf den Weg bekommen, dass seine biologische Uhr trotz seines Lebenswandels so lange ticken konnte. Andere wie Angelina Jolie haben weniger Glück und tragen ein Gen in sich, das eine gefährliche Krankheit wie Brustkrebs auslösen kann. Die Quintessenz daraus: Unsere Krankheiten und Gebrechen sind zum Teil schicksalshaft vorgegeben, zum Teil können wir aber selber aktiv Einfluss nehmen und ihnen vorbeugen.
Vorbeugung
Herz- und Kreislauferkrankungen sind die häufigste Todesursache in den westlichen Ländern. Begünstigende Faktoren sind Bluthochdruck, Nikotinkonsum, erhöhte Blutfette und Übergewicht, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bewegungsmangel. Geschädigt werden prinzipiell alle Blutgefässe im Körper. Sind die Herzkranzgefässe speziell betroffen, kann es zum Herzinfarkt kommen und der Kardiologe ist gefragt. Sind die Gefässe der Schwellkörper des Penis betroffen, kann das zur Impotenz – oder korrekterweise als erektile Dysfunktion bezeichnet – führen und der Mann sucht den Urologen auf. Entgegen früherer Ansichten ist die erektile Dysfunktion nämlich eher selten psychisch bedingt, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass man(n) seinen Lebensstil und seine Ernährung günstiger gestalten sollte. Bevorzugen Sie eine mediterrane Kost, also reichlich Ballaststoffe (Gemüse, Früchte), lieber Fisch als Fleisch, ungesättigte Öle und Rotwein in gemässigten Mengen. Steigen Sie besser 15 Mal pro Tag die Treppe vom Parterre in den 3. Stock hinauf statt den Lift zu nehmen. Übertreiben Sie aber nicht, ein Hobbymarathonläufer hat statistisch gesehen eine deutlich geringere Lebenserwartung als ein Mann mit einem Prostatakrebs im Frühstadium.
Vorsorge
Und wenn alle diese Ratschläge eine Krankheit nicht verhindern können? Dann sollte man die Krankheit zumindest so früh entdecken, dass sie nicht lebensbedrohlich wird. «Männer sind so verletzlich, aussen hart und innen ganz weich» (H. Grönemeyer). Das Gesundheitsbewusstsein von Männern ist geringer als dasjenige von Frauen. Nur 20Prozent der Männer nutzen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen im Vergleich zu knapp 50Prozent der Frauen. Dabei liesse sich das Risiko bei den drei häufigsten bösartigen Tumoren des Mannes klar senken. Beim Lungenkrebs durch Vorbeugung, also Verzicht aufs Rauchen; beim Dickdarmkrebs durch eine Vorsorgeuntersuchung, der Darmspiegelung. Und beim häufigsten Männerkrebs überhaupt, dem Prostatakarzinom, durch eine Entnahme von ganz wenig Blut zwecks Messung des prostataspezifischen Antigens (PSA). Dieser PSA-Test wurde in letzter Zeit leider durch selbsternannte «Experten» etwas in Verruf gebracht. Tatsächlich existiert aber keine bessere Möglichkeit, um Prostatakrebs in einem heilbaren, frühen Stadium zu entdecken – und der Test schneidet auch keineswegs schlechter ab als die vielerorts propagierte Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs bei der Frau. Die Schweizerische Gesellschaft für Urologie (SGU) empfiehlt den PSA-Test dem individuellen, gut informierten Mann im Alter von 50 bis 70 Jahren.
Fazit
Was man(n) für seine Gesundheit tun kann: Gesunde Ernährung (mediterrane Kost), ausreichende körperliche Aktivität, kein Nikotin und kein übermässiger Alkoholkonsum.