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Article Cap: Wegen gesundheitlicher Probleme muss der Neuenburger Präsident der Grünliberalen Raphaël Grandjean seine Aktivitäten verringern. Er hat sich für das Weiterbestehen seiner Firmen entschieden und verlässt die Politik. Raphaël Grandjean hat in nur drei Jahren politischer Hyperaktivität frisches Blut reingebracht.
Für diejenigen, die die Neuenburger Politik verfolgen, ist diese Information ein Schock. Der Präsident der ganz jungen Neuenburger Sektion der Grünliberalen, die 2012 gegründet wurde, der omnipräsente und hyperaktive Raphaël Grandjean, 40 Jahre alt, verlässt die Politik. Durch seinen Gesundheitszustand gezwungen Entscheidungen zu treffen, zieht er seine Familie und seine Unternehmen seinen politischen Aktivitäten als Präsident der Partei und als Abgeordneter vor.
Sich ausserhalb des rechten und des linken Blocks positionierend, sind Raphaël Grandjean und die kleine parlamentarische grünliberale Gruppe (5 Abgeordnete von 115), seit dem Frühjahr 2013 und ihrem Eintritt in den grossen Rat, der Dreh- und Angelpunkt der Neuenburger Politik, parlamentarische Mehrheitsbeschaffer. Als Anhänger von Kompromisslösungen, die er als konstruktiv präsentiert, hat sich der Parteivorsitzende der Grünliberalen als jener profiliert, der die Links-Rechts-Widrigkeiten überwinden will. Im Interesse des Kantons, wie er betont.
Im Bewusstsein des Risikos manchmal als Opportunist zu erscheinen und als Anhänger von grossen Schachzügen, die er den Medien zu „verkaufen“ weiss, führte an Raphaël Grandjean im Raum der Neuenburger Politik kein Weg vorbei.
Er verärgerte von seiner Seite aus als Besserwisser, er reizte auch durch eine Positionierung zum rechten Block (die Grünliberalen sind Wahlverbündete der FDP), wie auch zur Regierungsmehrheit und zu den Linken. Genau genommen, indem er saubere Formeln skizziert, die er als fähig vorstellte, alle Trends zu sammeln.
Bevor er in die Politik eintrat, hat sich der Ingenieur Raphaël Grandjean einen Namen als Unternehmer gemacht. Sein erstes Unternehmen hat er im Alter von 22 Jahren gegründet. Heute, im Alter von 40 Jahren, ist dieser Familienvater der Kopf eines Quartetts von Firmen, die in der Distribution von Unterhaltungsprodukten und der umweltfreundlichen Mobilität in ganz Europa tätig sind. Ohne Komplexe und stolz auf seinen Erfolg hat Raphaël Grandjean sie nach seinen Initialen benannt: RG Group, mit Sitz in Corcelles, einem Vorort von Neuenburg.
Die Konjunktur zwingt ihn dazu, seine Energie neu auf seine Aufgabe als Unternehmer aus zu richten: «Die Komplexität der internationalen Märkte im Zusammenhang mit der Stärke des Frankens und verschiedenen konjunkturellen Herausforderungen führen (mich) dazu, die Nachhaltigkeit meiner professionellen Aktivitäten sichern zu müssen», schreibt er.
Genauso, wie er seine unternehmerischen Aktivitäten vorangebracht hat, hat sich Raphaël Grandjean mit Leib und Seele auch in die Politik eingebracht. Mit dem grossen Bestreben: Den Neuenburgern, die 2012-2013 durch die Altersschwäche der alten Regierung frustriert waren, eine neue Hoffnung zu geben. Dieser Mann hat sich klugerweise die Medien zu Nutze gemacht, indem er ihnen eine andere Art und Weise gezeigt hat, wie man Politik machen kann. Ausserhalb der traditionellen Parteien, ausserhalb des uralten Kodexes.
Er hat sich dafür eingesetzt, dem politischen Geschehen sein Ansehen zurück zu geben. Hatte er nicht entschieden, Verbänden von öffentlichem Interesse ein paar Prozente des Budgets der kantonalen Kampagne von 2013 anzubieten? Er ist auch der Urheber des Wettbewerbes «Neuchâtelois extraordinaires (aussergewöhnliche Neuenburger)», von ihm wegen der positiven Auswirkung auf das öffentliche Interesse so bezeichnet.
Man sagte Raphaël Grandjean grosse Ambitionen nach. Es war die Rede davon, ob er, im Sommer 2014, den vom zurückgetretenen Yvan Perrin vakanten Sitz im Regierungsrat anstreben würde. Klugerweise hat er diese Gelegenheit vorbei ziehen lassen, da es noch zu früh war, um der Regierung bei zu treten. Früher oder später würde er dran kommen, unter der Bedingung, dass die Partei der Grünliberalen einen dauerhaften Stand in der politischen Szene Neuenburgs finden und weiter wachsen würde.
Der politische Kurs des Shootingstars Raphaël Grandjean wird durch Gesundheitsprobleme unterbrochen. Dem treu bleibend, was er während der drei Jahre war, sagt er, was er heute macht, nämlich «eine verantwortungsvolle und triftige Entscheidung zu fällen», «stolz, an einer hochwertigen Debatte über die Zukunft unseres Kantons beigetragen zu haben», und listet danach die Dossiers auf, bei denen er und seine Grünliberalen Freunde das Zünglein an der Waage waren.
Aus gesundheitlichen Gründen zieht sich Raphaël Grandjean aus der Politik zurück. Aber nichts deutet darauf hin, dass er dorthin nicht zurückkehren wird.