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Heute starten wir bei Yogaleicht mit der Zen-Geschichte:
Wie würdest du leben?
Eine Zen-Meisterin sass schweigend in Versenkung unter einem Feigenbaum, als sie von einer ihrer ältesten Schülerinnen angesprochen wurde «Meisterin bitte verzeihe mir die Störung, aber mich beschäftigt eine wichtige Frage! Darf ich sie dir stellen?»
Erwartungsvoll blickte die Frau ihre Lehrerin an. Die Meisterin öffnete ihre Augen und erwiderte: «Welcher Gedanke stört denn die Ruhe deines Herzens?»
Sichtlich erleichtert über die Antwort der Meisterin platzte es aus der Schülerin heraus: «Ich möchte unbedingt wissen, was nach dem Tod passiert.»
Die Meisterin lächelte, bot der Schülerin an, neben ihr im Gras im Schatten des grossen Baumes Platz zu nehmen, und erkundigte sich dann bei der Frau: «Sage mir, wenn es nach dem Tod weitere Leben geben würde, wie würdest du leben?»
Ohne zu zögern antwortete die Schülerin: «Ich wäre achtsam, mitfühlend, hilsbereit, dankbar, demütig, respektvoll und grosszügig. Mein Denken, Fühlen und Handeln wäre weise, verantwortungsbewusst und heilsam, damit ich nicht nur jetzt Frieden und Glück erfahre, sondern auch schon heute die richtigen Samen, also heilsame Ursachen für förderliche Wirkungen in der Zukunft säen würde.» — «Das ist richtig», gab die Meisterin zur Antwort und fuhr fort. «Und wie würdest du leben, wenn es nach dem Tod keine weiteren Leben mehr geben würde?»
Die Frau hielt einen kurzen Moment inne, dachte nach und erwiderte dann: «Also, wenn das mein einziges Leben wäre, dann wäre ich genauso achtsam, mitfühlend, hilfsbereit, dankbar, demütig, respektvoll und grosszügig. Denn ich würde jeden Moment in seiner ganzen Fülle auskosten und mein Hab und Gut teilen wollen, weil jeder Augenblick einzigartig ist und ich ja sowieso nichts mitnehmen könnte. Auch meine Gedanken, meine Gefühle und meine Handlungen wären von Weisheit geprägt und von verantwortungsvoller und heilsamer Natur, denn auch sie wären die positive Grundlage, die Ursache der Wirkungen von Zufriedenheit, Freiheit, Gelassenheit und Glück, die ich in der Gegenwart erfahren würde. Es würde sich also überhaupt nichts ändern!»
Dei Meisterin lächelte, schloss ihre Augen, und bevor sie sich erneut in die meditative Versenkung begab, sprach sie: «Auch das ist richtig?»
Quellenangaben: Aus dem Buch «Im Schatten der Kiefer» von Sandy Taikyu Kuhn Shimu
Zen-Geschichten, geben uns wichtige Denkanstösse mit auf unseren Weg und helfen uns auch im Herzen und im Geiste in Bewegung zu bleiben.
Namasté Corinne