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Hört es sich nur so an, oder steckt ein Barbar in Rhabarber? Tatsächlich wird der Name des Gemüses vom lateinischen «rha barbarum» abgeleitet, was quasi doppelt auf die «barbarische», also fremdländische Herkunft des Rhabarbers hinweist. Er kam nämlich aus dem Osten nach Europa. «Rha» bedeutet dabei in etwa «von der Wolga», erklären Sprachforscher. Vielleicht gelangten von dort die ersten Rhabarberstängel nach Europa.
Wie der Rhabarber zu seinem Namen kam
Rhabarber
Ananas
Sie kommt aus Mittel- und Südamerika und der Karibik, und ihr Name stammt aus dem Wortschatz der dortigen Ureinwohner. In den über 53 Variationen der Indianersprachen Tupí und Guaraní heissen die Früchte «naná» und «ananá». Das englische Wort «pineapple» wurde übrigens im 17. Jahrhundert gebildet, als die ersten Ananas im englischsprachigen Raum auftauchten, aufgrund der Ähnlichkeit mit einem Pinienzapfen (oder «Pinien-Apfel»).
Banane
Sie ist wohl die einzige Frucht, die fast überall auf der Welt denselben Namen trägt. Dessen Ursprung liegt in der Wolof-Sprache, die in Westafrika gesprochen wird. Dort hiess die Frucht bereits «Banaana», als die ersten Portugiesen an der Küste landeten und das süsse Ding entdeckten – in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Von dort verbreitete sich die Kunde von der Frucht in andere Weltgegenden. Die deutsche Sprache übernahm die Bezeichnung erst im 19. Jahrhundert. Zuvor hiess die Frucht hier «Pisang» nach der malaiischen Bezeichnung, aber auch Paradies- oder Adamsfeige. Dass die Nazis den Deutschen den Namen «Schlauchapfel» verordneten, weil ihnen Banane zu exotisch klang, dürfte ins Reich der Legenden gehören – Beweise dafür gibt es nicht.
Orange
Heisst die Orange so, weil sie orange ist? Oder kommt der Name der Farbe von der Frucht? Klar letzteres. Die Orange hat ihre Wurzel im persischen Wort «nāranǧ» und Alt-Indischen «nāraṅga» für den Orangenbaum, der im 16. Jahrhundert von den Portugiesen aus China nach Europa eingeführt wurde. Die Frucht gab also der Farbe ihren Namen. In Norddeutschland wurde die Orange zunächst oranger Apfel genannt («Oranienapffel»), heute ist die «Apfelsine» dort verbreitet. Allerdings ist abzusehen, dass die «internationale» Orange die Apfelsine eines Tages ganz vertreiben wird. Jetzt fragt sich natürlich, warum die Holländer vom Adelshause der Oranjer beherrscht werden, das die Farbe Orange in ihrem Wappen trägt. Nun, das Geschlecht stammt ursprünglich aus der südfranzösischen Stadt Orange, die wiederum nichts mit Orangen zu tun hat, sondern mit einem keltischen Wassergott, der der Stadt den schönen Namen Arausio übertrug. Und von dort ist es – lautmalerisch jedenfalls – nicht weit zu den Orangen …