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Sprachenfragen und statistische Erhebungen
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BFS)
Seit 2010 führt das BFS die Volkszählung im Einjahresrhythmus durch, wobei die Informationen primär den Einwohnerregistern entnommen und mit Stichprobenerhebungen ergänzt werden. In jährlichen thematischen Erhebungen werden politisch wichtige Fragen vertieft. 2014 führte das BFS die thematische „Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur“ (ESRK 2014) durch, die alle fünf Jahre wiederholt wird.
In diesem Projekt haben wir am Beispiel des Moduls „Sprache“ untersucht, welche Herausforderungen eine sprachstatistische Erhebung in der vielsprachigen Schweiz mit sich bringt. Im Zentrum standen folgende Fragen:
- Nach welchen Kriterien und mit welchen Zielen sind die sprachbezogenen Fragen der statistischen Erhebung ESRK 2014 zusammengestellt worden?
- Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Formulierung der Fragen und Erläuterungen?
- Welche Aushandlungsprozesse ergeben sich während der Telefoninterviews?
- Welche Fragen und Begriffe verursachen Verständnis- und Interpretationsprobleme auf Seiten der Befragten?
- Welche sprachregionalen Differenzen sind zu beobachten?
Um diese Fragen beantworten zu können, führten wir sowohl eine Dokumentenanalyse als auch eine ethnografische Forschung durch: Wir haben die vor und während der Durchführung der ESRK 2014 erarbeiteten Dokumente des BFS und des beauftragten Sozialforschungsinstituts analysiert (Fragebogen, Schulungsmaterialien und Nachinstruktionen für die BefragerInnen in Deutsch, Französisch und Italienisch). Zudem konnten wir an Schulungsanlässen sowie an Debriefing-Veranstaltungen für die BefragerInnen teilnehmen. Für unsere Forschungszwecke hatte das beauftragte Sozialforschungsinstitut in Zusammenarbeit mit dem BFS eine Parallelerhebung zur ESRK 2014 bei rund 150 Personen (je 50 deutscher, französischer und italienischer Befragungssprache) durchgeführt. Die Telefoninterviews wurden mit ausdrücklicher Zustimmung der Befragten aufgenommen. Während dieser Parallelerhebung konnten wir die BefragerInnen im Sozialforschungsinstitut an drei sprachregional unterschiedlichen Standorten begleiten und interviewen.