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Der Erreger Staphylococcus aureus ist in der Milchviehhaltung und bei der Käseherstellung gefürchtet, denn er führt zu hohen finanziellen Verlusten beim Milchvieh. Verarbeitet im Rohmilchkäse kann er zu Verdauungsproblemen führen. Ein neu von Agroscope entwickelter Gentest kann den Erreger in Milchproben sehr zuverlässig nachweisen. Der Gentest liefert damit die Basis für die Sanierung von Herden, in denen der Problemkeim auftritt, und wird dazu beitragen, den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren.
Häufig gestellte Fragen rund um den Gentest für Staphylococcus aureus
Was braucht es für eine Sanierung von GTB-positiven Betrieben
1) Test
2) konsequente Umsetzung von 5 Hofmassnahmen und
3) die richtige Antibiotikawahl.
Die fünf Hofmassnahmen einer GTB Sanierung (1 und 2 sind am wichtigsten)
1. Striktes Einhalten des Melkens gemäss Gruppeneinteilung:
Entweder: Zuerst alle Kühe der Gruppe 1 (GTB-negativ), danach der Gruppe 2 (GTB-unklar) und am Schluss der Gruppe 3 (GTB-positiv) melken
Oder: alle Kühe der Gruppe 1 mit Melkzeugen des Melkstandes melken. Für Gruppe 2 und Gruppe 3 sind orange bzw. rot gekennzeichnete Standeimer mit eigenen Melkzeugen zu verwenden; die Standeimer dürfen zwischen Gruppe 2 und Gruppe 3 nicht ausgetauscht werden.
2. Melkaggregate und Melkanlage morgens und abends vollständig reinigen nach Angaben des Melkmaschinenherstellers. Es sind diejenigen Reinigungsmittel zu verwenden, die vom Melkmaschinenhersteller empfohlen werden.
3. Für jede Kuh ist zum Zitzenreinigen und Anrüsten ein eigenes Wegwerfmelktüchli bzw. eigener Holzwollknäuel zu verwenden.
4. Unmittelbar nach dem Melken ist bei allen Kühen ein Zitzentauchen mit jodhaltigem Mittel durchzuführen.
5. Jede Melkanlage ist einmal jährlich durch eine Fachperson warten zu lassen.
Wie sensibel ist dieser Test?
Der Test kann auch für die Untersuchung von Tankmilch verwendet werden. Er ist hoch empfindlich und erlaubt 1 GTB-positive Kuh in Milch von mindestens 138 Kühen nachzuweisen. Er ist daher auch geeignet, GTB-positive Herden zu identifizieren und sanierte Betriebe zu überwachen.
Wie kommen interessierte Tierhalter zum Testmaterial, und wo und wie wird dieses ausgewertet?
Das Testmaterial sollte der Bauer bei seinem Tierarzt beziehen können. Die Sanierung selbst und deren fachliche Begleitung gehört aber in die Hände erfahrener Tierärzte. Die Probenentnahmen und das Einschicken in eines der Untersuchungslabors (siehe unten) können die Bauern selber machen. Die erste Abklärung, ob eine Herde GTB-positiv ist, wird
anhand der Ablieferungsmilch gemacht. Im Falle eines positiven Resultates werden dann alle Kühe beprobt. Im Labor werden aus Kostengründen die Proben gepoolt (mehreren Pools) und nur bei den positiven Pools die Kühe einzeln untersucht.
Wie teuer kommt dieser Test in der Anwendung?
Ausser im Tessiner Projekt, wo die Analysen gratis für die Bauern sind (Kosten durch Projekt gedeckt), betragen die Kosten pro Test einheitlich CHF. 45.-.
Welche Labore bieten den Gentest an?
Der Test wird gegenwärtig durch drei von Agroscope zertifizierten und monatlich überprüften Labors angeboten.
EOC- DIPARTIMENTO DI MEDICINA DI LABORATORIO (SMIC),
Via Mirasole 22 A, CH- 6501 Bellinzona
IDEXX
DIAVET AG, Schlyffistrasse 10, CH-8806 Bäch
BAMOS
AG, Neue Industriestrasse 63, CH-9602 Bazenheid
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