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Ihre innere Haut
[* 5] bildet an vielen Stellen (meist in Abständen von 5-8 cm) halbmondförmige, taschenähnliche Falten oder Klappen,
deren je zwei einander gegenüberstehen und so an der Innenfläche der Venen angebracht sind, daß sich
das Blut in ihnen fangen muß, sobald es in rückläufige Bewegung gerät, während es in der Richtung nach dem Herzen zu ungehindert
zwischen ihnen hindurchfließen kann. Sie wirken also wie Ventile. In denVenen fließt das Blut kontinuierlich, ohne pulsatorische
Bewegung, weit langsamer als in den Arterien, aber schneller als in den Kapillaren.
Über ihre Anordnung und Verteilung im Körper s. Blutgefäße (mit Tafel, auf welcher die Venen mit blauer Farbe eingedruckt sind).
Erkrankungen der Venen kommen häufig vor, doch meist nur neben Erkrankungen benachbarter Gewebe
[* 6] und Organe. Die häufigste Venenkrankheit
ist die Erweiterung derselben (Phlebektasie), die namentlich an den untern Extremitäten solcher Leute
sich zeigt, welche anhaltend stehen müssen. Sie ist entweder eine gleichmäßige cylindrische, oder besteht in ungleichmäßigen
buchtigen Erweiterungen des Venenrohrs (Varikosität, s. Krampfadern).
In den erweiterten Venen, welche übrigens regelmäßig eine verdickte Wand besitzen, kommt es leicht zur Gerinnung
des Bluts (Thrombose). Solche Blutgerinnsel können nachträglich zu Venensteinen (phlebolithi) verkalken.
Die Entzündung der Venenwand (Phlebitis) tritt meist infolge einer vorausgegangenen Verletzung ein und geht mit dumpfen oder
lebhaften Schmerzen einher; die Haut über der entzündeten Vene, wenn diese oberflächlich liegt, ist stark gerötet, die Vene
selbst fühlt sich gespannt und zeigt eine strangartige oder knotige Härte, die Haut und das Unterhautzellgewebe
in der Umgebung sind entzündlich geschwollen. Mit der Venenentzündung ist stets die Gefahr einer Eitervergiftung des Bluts
(Pyämie) verbunden; s. Embolie.
Vgl. Braune, Das Venensystem des menschlichen Körpers (Leipz. 1884 ff.).