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Unter Kenias Marathonläuferinnen gibt es offenbar zwei Dopingfälle.
Laut einem Bericht der "ARD-Sportschau" war Rael Kiyara bei ihrem Streckenrekord von 2:23:47 Stunden am 29. April beim Hamburg-Marathon mit einem anabolen Steroid gedopt, und als Zweite des Boston-Marathons fiel laut "ARD" Jemima Sumgong Jelagat (2:31:52 Stunden) bei der Dopingkontrolle durch.
Bei Sumgong Jelagat wurde das Kortison-Präparat Prednisolon gefunden, sie wurde vorläufig supendiert. Der Fall sei aber weder vom Verband Kenias noch vom Leichtathletik-Weltverband IAAF bekannt gemacht worden.
Zum Fall Kiyara erklärte nun Moni Wekesa, Chef der Anti-Doping-Agentur Kenias (KADA), die Athletin sei gesperrt: "Sie wurde positiv getestet auf ein Abbauprodukt von Nandrolon. Es ist sehr bedauerlich, dass eine solche Topläuferin offenbar Dopingmittel benutzt um zu gewinnen."
Die Boston-Zweite Sumgong kommt wie etliche aktuelle und frühere kenianische Asse aus der Kleinstadt Kapsabet. Die Sportschau berichtete schon vor zwei Monaten von dubiosen Dopingofferten in dieser Ortschaft im Hochland.
Beide positiv getesteten Läuferinnen standen nicht für Kenias Team bei Olympia in London zur Diskussion. Das ostafrikanische Läuferland hatte vor vier Jahren in Peking sechs Siege gefeiert und 14 Medaillen gewonnen.
Zu Dopingverdachtsmomenten gegen weitere Kenianer äussert sich das kanadische IOC-Mitglied Richard Pound eher allgemein: "In den unterschiedlichen Ländern gibt es unterschiedliche Probleme in der Dopingbekämpfung. Es ist schwer, in Afrika Dopingkontrollen zu organisieren, gerade vom Ausland aus. Es gibt geschlossene Gesellschaften überall auf der Welt, und da ist es sehr schwer reinzukommen."