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Ziel dieses Projekts war es, anhand der Entwicklung von Nebennierenrindenhormonen (Corticosteroiden) den sich verändernden biologischen, pharmakologischen und politischen Zugriff auf den Körper in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu untersuchen. Untersuchungsebene ist die Zirkulation von Wissen. Die zentrale Frage lautet: Welches Wissen über den hormonell regulierten bzw. den hormonell regulierbaren Körper entstand in der heterogenen Dynamik zwischen physiologischer Theorie, chemisch-pharmazeutischer Forschung, biologischem Experiment, medizinischer Praxis und öffentlichem Diskurs? Und wie veränderten sich im Zuge dieser Wissenskonsolidierung einerseits die Hormone, andererseits die Vorstellungen von Krankheit, Gesundheit und Therapie? Diesem Ansatz liegt die Beobachtung zugrunde, dass Cortison, das bekannteste und in den 1950er Jahren als Medikament stabilisierte Nebennierenrindenhormon, nicht eine pharmakologische Antwort auf ein konkretes medizinisches Problem war. Die Geschichte des Cortisons lässt sich also nicht in einer Laborlogik erzählen, die ein bestimmtes Ziel vor Augen gehabt hätte, sondern nur als Geschichte des Wissenstransfers über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg. Dieser Wissenstransfer resultierte nicht nur in einem der wichtigsten Medikamente der Nachkriegszeit, sondern brachte neue Therapieformen, neue medizinische Probleme und eine Neukonzeption der scientific medicine mit sich.
Das Projekt wurde vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und von der Vögelin-Bienz-Stiftung für das Staatsarchiv Basel-Stadt finanziert. Das Buch ist als Bd. 18 der Reihe Interferenzen im Chronos-Verlag erschienen.
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