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Unerfüllter Kinderwunsch
Diese Seite beinhaltet auch: Unfruchtbarkeit, Impotenz, Sterilität
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In der Schweiz ist jedes sechste Paar ungewollt kinderlos. Für die Betroffenen kann dies eine sehr grosse Belastung sein. Glücklicherweise hat die moderne Medizin in den letzten Jahren in diesem Bereich viele Fortschritte gemacht.
Nein, hormonelle Verhütungsmittel haben keinen dauerhaften Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Nach dem Absetzen des Verhütungsmittels kann es einige Monate dauern, bis sich der Zyklus wieder auf den natürlichen Rhythmus eingestellt hat. Die ersten drei Zyklen nach dem Absetzen der Pille sind allerdings auch die fruchtbarsten.
Ein gesunder Lebensstil kann die Fruchtbarkeit von Frau und Mann positiv beeinflussen. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung, wenig Alkoholkonsum und nicht rauchen.
Frauen werden in allen möglichen Lebenssituationen schwanger, wenn der Stress einen regelmässigen Zyklus oder regelmässigen Geschlechtsverkehr verhindert, dann mindert sich damit natürlich auch die Schwangerschaftschance.
Mehrlingsschwangerschaften sind ein Risiko für Mutter und Kind. Die Rate ist abhängig von der gewählten Therapieoption und wird durch sorgfältige Therapiebegleitung möglichst gering gehalten. Die Schwangerschaftsrate nach in-vitro Fertilisation ist in der Schweiz nach Einführung des neuen Fortpflanzungsgesetz und den damit besser individualisierten Therapiemöglichkeiten von 15.9% (2017) auf 6.6% (2019) gesunken.
Die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch eines Paares findet man zu einem Drittel beim Mann, einem Drittel bei der Frau und einem Drittel bei beiden Partnern. In den meisten Fällen ist die Fruchtbarkeit eines oder beider Partner herabgesetzt. Eine vollständige Unfruchtbarkeit ist selten. Die Gründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sind zahlreich. Bei Frauen können beispielsweise ein unregelmässiger Menstruationszyklus oder andere hormonelle Störungen einen Eisprung verhindern. Auch diverse Erkrankungen oder körperliche Besonderheiten, beispielsweise einem Eileiterverschluss, können eine Schwangerschaft verhindern, wenn keine Spermien zur reifen Eizelle gelangen oder diese sich nach der Befruchtung nicht in der Gebärmutter einnisten kann. Bei Männern ist die Ursache oft eine zu kleine Anzahl normal geformter und gut beweglicher Spermien im Ejakulat. Dies wiederum kann bedingt sein durch diverse Erkrankungen, hormonelle Störungen oder auch Umwelteinflüsse und einen ungesunden Lebensstil.
Wenn der Wunsch nach einer Schwangerschaft nach über einem Jahr trotz regelmässigem Geschlechtsverkehr unerfüllt bleibt, ist die Furchtbarkeit eines oder beider Partner womöglich beeinträchtigt.
Gegenseitiges Vertrauen ist die Grundlage einer erfolgreichen Behandlung. Daher steht am Anfang unseres gemeinsamen Weges ein ausführliches Beratungsgespräch mit beiden Partnern. Wir nehmen uns Zeit, um Ihre Situation kennenzulernen und Ihnen unsere Möglichkeiten vorzustellen.
Nebst dem ärztlichen Gespräch müssen bei beiden Partnern die Geschlechtsorgane (beim Mann interdisziplinär mit der Klinik für Urologie) untersucht werden. Damit können körperliche Auffälligkeiten oder mögliche Krankheiten gefunden werden, welche eine Schwangerschaft verhindern könnten.
Zudem werden Blutuntersuchungen gemacht, um allfällige hormonelle Störungen zu finden. Bei der Frau müssen diese mehrmals während einem Monatszyklus durchgeführt werden, damit wir sehen, ob sich die Hormonspiegel im Verlauf des weiblichen Zyklus normal verändern.
Der Kinderwunsch eines Paares ist ein sehr bedeutsamer Wunsch. Wenn er sich über längere Zeit nicht erfüllt, löst dies häufig eine schmerzliche Krise bei den Betroffenen aus. Bei den Betroffenen können Schuldgefühle, Depressionen, Schlafstörungen und diverse weitere psychische Beschwerden entstehen. Dieses starke Leiden kinderloser Paare ist meist eine Folge und nicht die Ursache der Kinderlosigkeit.
Ob eine verminderte Fruchtbarkeit weitere körperliche Folgen hat, hängt von der Ursache ab. Oft stellt sie an sich kein Gesundheitsrisiko dar. Je nach Ursache der verminderten Fruchtbarkeit kann die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, mit der Zeit jedoch weiter sinken. Zudem können bei längerer Unfruchtbarkeit bei Frauen Wechseljahrsymptome auftreten.
Moderne Abklärungen sowohl bei der Frau wie beim Mann helfen uns, dem Paar eine individuell zugeschnittene Therapie vorschlagen zu können. Dabei ist es uns wichtig, vor allem die natürlichen Vorgänge im Körper zu unterstützen und Ihnen Methoden zu empfehlen, die Sie möglichst wenig belasten. Bei Bedarf ziehen wir Spezialisten aus anderen Fachbereichen des Luzerner Kantonsspitals hinzu.
Da das Kinderwunschzentrum Teil der Frauenklinik ist, begleiten wir Sie auf Wunsch im Falle einer Schwangerschaft bis zur Geburt Ihres Kindes.
Mit einer Hormonbehandlung kann der weibliche Monatszyklus kontrolliert und ein Eisprung gefördert werden. Mittels Ultraschall kontrollieren wir Anzahl und Grösse der Eibläschen und lösen bei Vorhandensein eines sprungreifen Eibläschens den Eisprung mit einer Hormoninjektion aus. Dadurch ist der ideale Zeitpunkt für den Geschlechtsverkehr bekannt. Die Hormonbehandlung kann auch mit anderen Behandlungsverfahren kombiniert werden.
Ist die männliche Fruchtbarkeit leicht bis mittel beeinträchtigt, wird sehr oft eine Intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt. Dabei suchen wir im Labor im Ejakulat des Mannes gezielt nach möglichst vielen gesunden und beweglichen Spermien, welche in die Gebärmutter eingebracht werden können. In der Regel wird zudem bei der Frau eine Hormonbehandlung durchgeführt, da dies die Erfolgschancen deutlich erhöht. Sobald mittels Ultraschall ein sprungreifes Eibläschen sichtbar ist, wird mit einer Hormonspritze der Eisprung ausgelöst und am nächsten oder übernächsten Tag die Insemination durchgeführt. Die ausgewählten Spermien werden mit einer Spritze durch einen sehr dünnen Schlauch in die Gebärmutterhöhle eingebracht. Dadurch haben die Spermien einen deutlich kürzeren und einfacheren Weg bis zur Eizelle vor sich. Für die Frau ist dies schmerzlos und dauert nur wenige Minuten.
Führen diese beiden Methoden nicht zum Erfolg oder liegt ein endgültiger Eileiterverschluss oder eine schwere männliche Fruchtbarkeitsstörung vor, werden wir mit den Paaren die Möglichkeiten einer Befruchtung ausserhalb des Körpers besprechen. Dabei wird das Ejakulat des Mannes wie bei der Insemination im Labor aufbereitet und die weibliche Eireifung mittels Hormonbehandlung unterstützt. Die Behandlung kann aber auch ohne Hormone im natürlichen Zylkus durchgeführt werden. Nach dem Auslösen des Eisprungs werden die Eizellen unter Ultraschallkontrolle von der Scheide her abgesaugt. Dies ist schmerzlos und geschieht in der Regel unter Analgosedation (starkes Schmerzmittel). Bei der Behandlung im natürlichen Zyklus geschieht die Entnahme der Eizelle ohne Narkose.
Sind beim Mann keine Spermien im Ejakulat vorhanden, kann in Zusammenarbeit mit den Urologen des Luzerner Kantonsspitals Hodengewebe entnommen werden, um gesunde Spermien zu gewinnen.
Die Vereinigung von Eizelle und Samenzelle erfolgt ausserhalb des Körpers im Reagenzglas (in vitro). Es existieren zwei Vorgehensweisen. Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) dringt eine von vielen Samenzellen selbstständig in die Eizelle ein. Bei der Intra-Cytoplasmatischen-Sperma-Injektion (ICSI) hingegen wird eine einzelne Samenzelle mithilfe einer ganz feinen Nadel in die Eizelle gebracht. Wurde eine Eizelle befruchtet, wird der Embryo einige Tage später in die Gebärmutter gesetzt. Dies geschieht über einen sehr dünnen Schlauch von der Scheide in die Gebärmutter und ist ebenfalls schmerzlos.
Falls mehrere befruchtete Eizellen vorhanden sind, können diese eingefroren und gemäss den gesetzlichen Bestimmungen gelagert werden. Später ist es dann möglich, diese in einem Auftauzyklus der Frau wieder einzusetzen. Zudem können auch Eizellen, Spermien und Hodengewebe eingefroren werden. Die in diesem Abschnitt aufgeführten Therapien sind keine Leistungen der Krankenkasse.
Bei familiärer Belastung mit einer genetischen Erkrankung beraten wir das Paar über die Therapiemöglichkeiten und führen die notwendigen Vorabklärungen durch.
Bei Implantationsversagen nach Kinderwunschbehandlungen oder bei wiederholten Fehlgeburten (habituelle Aborte) ist der Leidensdruck der Paare oft sehr gross. Wir führen nach einem ausführlichen Gespräch eine sorgfältige erweiterte Abklärung durch. Dazu sind in der Regel eine Ultraschalluntersuchung, eine Blutentnahme, evtl. auch die Bestimmung der Gene beider Partner und evtl. eine Gebärmutterspiegelung mit Schleimhautbiopsie notwendig. Je nach Resultat machen wir anschliessend einen individualisierten Behandlungsplan, um damit die Einnistung und Frühschwangerschaft (z.B. auch mit Infusionstherapien) bestmöglich zu unterstützen.
Ein unerfüllter Kinderwunsch ist eine grosse Belastung. Allen Paaren am Kinderwunschzentrum der Frauenklinik bieten wir eine psychologische Begleitung an, die freiwillig ist und mehrere Paar- oder Einzelgespräche umfasst. Dadurch kann die Kinderlosigkeit besser bewältigt und die medizinische Behandlung seelisch unterstützt werden. Die Kommunikations- und Konfliktfähigkeit des Paares wird positiv beeinflusst.
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