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|Frison, Fribourg 14.11.2005

Die Dunkelheit des Konzertsaales wurde plötzlich durch den grellen Strahl eines Handscheinwerfers durchbrochen. Vom rechten Bühnenrand zielten die Lichtbahnen wild auf die Musiker und ins Publikum.
Die Band, rund um den Ex-Moloko Keyboarder Eddie Stevens, zeigte schon von Anfang an ihr Können. Die Trompete, das Saxophon und die Posaune bliesen den Auftakt von Ramalama (Bang Bang) und Roisin Murphy trat auf die Bühne.
In einem schlichten Kleid stimmte Roisin Murphy das erste Lied an. Wieder hatte sie zwei Mikrophone zur Verfügung. Das eine diente dem Livesampling, das andere als übliche Stimmverstärkung. Ihre Stimme wurde direkt von Eddie Stevens bearbeitet und als Background eingesetzt. Ein passendes Stilelement, das den vielschichtigen Sound des Albums perfekt zur Geltung bringt.
Wie man es sich von Murphy gewohnt ist, beanspruchte sie die gesamte Bühnenfläche für ihre intensiven Tanzeinlagen. Mal bewegte sie sich geschlossen und verträumt zu den eigenen Klängen, mal augelassen und furios. Roisin hatte sichtlichen Spass am Konzert. Sie spielte mit dem Publikum, mit der Band und mit sich selbst.
Während des Konzerts zog sie sich dreimal um. Ein schwarzer Umhang, bestickt mit farbig glitzernden Ornamenten, den sie über einem cremefarbenen 20er-Jahre-Jazz-Kleid trug, wurde ausgetauscht durch eine Federhaube, die sie wie eine aztekische Gottheit aussehen liess. Für die letzten zwei Lieder zog sie sich einen schwarzen Mantel über. Darunter versteckt ein rotes Tüllkleid. Die Outfits setzte sie gekonnt mit verschiedenen Accessoires in Szene: grüne Lederhandschuhe, übergrosser Rosenkranz, schwarzer Zylinder, weisser Frack und Steppschuhe.
Die Übergänge zwischen den Liedern wurden genial gelöst. Am Ende von The Night Of The Dancing Flame schmiegte sie sich lasziv an die drei Bläser. Sie lag auf dem Boden und strecke ihnen ihre Beine ins Gesicht. Die Bläser wurden mit roten Schweinwerfern angeschienen. Roisin Murphy verschwand unter hämischem Lachen der Musiker und langsamem Eindunkeln aus dem Blickfeld des euphorischen Publikums. Die ganze Halle war schwarz. Blitzartig schossen weisse Lichtstrahlen ins Publikum und Roisin stand zuvorderst auf der Bühne. Ruby Blue war das intensivste Lied des Abends. Grelle Lichteinstellungen, laute Bläser und wilde Perkussionsinstrumente vereinigten sich zu einem fulminanten Spektakel.
Bei Love in the Making steppte Misses Murphy auf einem Hartschalenkoffer und erzeugte somit den Bassschlag des Stücks. Auf dem Album kann man nur das Vorspiel dieses Songs hören. Am Konzert spielte sie den Song jedoch ganz aus. Er gehört zu den ruhigeren Stücken ihres Erstlingswerks.
Die zwei Zugaben Off on It und The Closing of the Doors waren Perlen: Die Stücke sind eher langsam und die Band spielte zurückhaltend, so konnte Roisin ihrer Stimme enormen Raum verschaffen.
Im Gegensatz zu Zürich wurden am Konzert in Fribourg viele Stücke facettenreicher ausgeschmückt. Auch waren die Lieder weicher und wurden nicht so brutal und basslastig dargeboten. Die Atmosphäre war lockerer, man gab sich einfach dem wunderbaren Sound hin. Ob das an der geringeren Zuschauerzahl oder am welschen Publikum lag, bleibt dahingestellt.
Tracklist:
1. Ramalama (Bang Bang)
Zugabe
(grimsey)
|Kommentare von anderen Konzertbesuchern

19.11.2005
schöner bericht - ist man gleich wieder am konzert :) fands auch gut, aber kann mir gut vorstellen, dasses in fribourg noch besser war als hier in züri...
w.
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