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|Warum haben Ziegen mehr Mühe mit Regen wie Schafe?|
Ziegen haben ein lanolinfreies Haarkleid. Lanolin ist eine Absonderungen der Talgdrüsen des Schafs, die das Fell vor Regen und anderen Umwelteinflüssen schützt. Durch das weniger nässeabweisende Fell der Ziegen reagieren diese empfindlicher gegenüber Nässe. Bei Regen wird häufig die Nahrungsaufnahme auf der Weide ganz einstellen. Vor allem die Kombination von Nässe/Feuchte und Kälte kann die Gesundheit der Ziegen massiv beeinträchtigen.
|Warum hat unsere Zwergziege ein einseitig vergrössertes Euter?|
Frage: Unsere Zwergziege hat ein einseitig vergrößertes Euter. Das Euter ist aber weder rot noch heiß, außerdem zeigt die Ziege keinerlei Anzeichen von Krankheit, im Gegenteil, sie tobt und springt, hat Appetit und verhält sich normal. Erwähnt werden sollte noch, daß sie nicht gemolken wird und noch nie trächtig war. Sie ist 5 Jahre alt. Was kann die Ursache sein?
Antwort: Das einseitige Anschwellen des Euters kann das Anzeichen einer akuten Euterentzündung sein. Diese ist allerdings verbunden mit einer Verfärbung des Euters und Fieber. Offenbar ist nun aber das Allgemeinbefinden Ihrer Ziege sehr gut, was eine Euterentzündung derzeit ausschliessen lässt. Wir vermuten deshalb eine wesentlich harmlosere Ursache: Auch bei Ziegen, die nicht gemolken werden, kann die Milch in eine oder beide Euterhälften einschiessen, was zu einer entsprechenden Vergrösserung führt. Dies geschieht insbesondere, wenn sie voll "im Schuss" sind und/oder eine "saftige" Weide vorgefunden haben. Solange das Euter nicht zu warm und vor allem nicht hart wird, sollten keine Probleme auftauchen. In aller Regel bildet sich die Milch wieder zurück. Dennoch sollten Sie ein Auge darauf halten, die weitere Entwicklung beobachten und auf jeden Fall auf die Abgabe von Kraftfutter jeglicher Art verzichten. Denn ohne Rückbildung kann auch daraus eine Euterentzündung resultieren.
Ergänzungsfrage: Wie lange kann die Rückbildung des Euters dauern? Kann ich, außer Verzicht auf Kraftfutter, irgendetwas tun?
Ergänzungsantwort: Die Dauer der Rückbildung der Milch lässt sich schwer voraussagen. Sie hängt davon ab, welches Futter die Ziege erhält. Denn schnellsten Rückgang in wenigen Tagen erreichen Sie, wenn Sie Ihrer Ziege nur noch (gutes) älteres Heu oder Stroh füttern. Dies ist auch das Vorgehen beim Trockenstellen von Milchziegen. Wenn Sie jedoch Ihre Ziege weiterhin auf die Weide lassen wollen, wird es etwas länger dauern. Auf mastigen Frühjahrswiesen können Sie die besonders energiereichen Pflanzen abschneiden, insbesondere den Rotklee. Dieser ist reich an verdaulichem Eiweiss und besitzt einen höheren Energiegehalt als Weissklee. Dementsprechend fördert er auch die Milchproduktion.
Der Vollständigkeit halber sei auch noch erwähnt, dass im Falle eines erkranken Euters auch eine medikamentelle Trockenstellung durch den Tierarzt möglich ist. Dabei wird eine antibiotikahaltiger Trockensteller in jede Euterhälfte gespritzt.
|Was muss ich beim Transport von 20 Schafen beachten?|
Frage: Ich möchte gerne 20 Schafe mit einer Entfernung von 250km transportieren. Was muss ich da beachten? Ich bin kein Händler oder so was, sondern nur ein Hobby-Züchter. Gibt es da z.B. eine bestimmte Menge an Schafen die ich transportieren darf oder keine Ahnung gewichtmässig, was ich da für einen Anhänger brauche. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir dabei weiterhelfen könnten.
Antwort: Zum Transport von Schafen können wir Ihnen leider nicht allzu viele Angaben machen. Der Transport von zwanzig Tieren ist jedoch sicherlich zulässig, sofern das erforderliche Gefährt vorhanden ist. Nach unserem Kenntnisstand werden in Deutschland für 20 Mutterschafe allermindestens 8 m2 Ladefläche verlangt (0.40 m2 pro Tier). Bei einer Fliesslänge von über 2cm erhöht sich die Fläche um mindestens weitere 5%. Sollte es sich um einen einmaligen Transport handeln, möchte ich Ihnen empfehlen, das Viehtransportfahrzeug zu mieten. Damit können Sie auch sicherstellen, dass Sie die weiteren Erfordernisse an einen tiergerechten Transport erfüllen (Belüftung, Bodenstruktur, Laderampe, etc.). Immerhin sind 250km doch eine respektable Strecke und damit auch eine Belastung für die Tiere. Generell müssen Tiertransporte möglichst schonend und ohne unnötige Verzögerungen durchgeführt werden. In der Schweiz gilt eine maximale Fahrzeit von sechs Stunden. Weitere Tipps zur Abwicklung von Ziegentransporten finden Sie unter der Rubrik Ziegenhaltung.
|Wo finden wir 1-2 zutrauliche Ziegen für eine Modeschau?|
Frage: Wir suchen für eine Modeschau, welche am XX, abends, in XX stattfindet, 1-2 zutrauliche Ziegen, die mit den Models über den Laufsteg gehen könnten. Können Sie mir weiterhelfen, wie ich jemanden finde, der uns diese Ziegen zur Verfügung stellt - gerne gegen entsprechende Entschädigung.
Antwort: Leider kann ich Ihnen von diesem, von Ihrer Kundschaft sicherlich gutgemeinten Vorhaben in praktischer wie rechtlicher Hinsicht nur abraten. Zunächst gilt es zu beachten, dass gemäss geltendem Tierschutzgesetz für die Werbung mit Tieren eine Bewilligung erforderlich ist. Dazu gehört auch eine Modeveranstaltung mit Tieren. Im Rahmen des Bewilligungsverfahrens prüft das kantonale Veterinäramt, ob dem eingesetzten Tier während der Veranstaltung keine Schmerzen, Schäden, Leiden oder Ängste zugefügt werden und ob es nicht in seiner Würde verletzt wird. Geprüft wird im Weiteren auch die tiergerechte Unterbringung und die geschulte Tierbetreuung (vgl. Art. 105 der Tierschutzverordnung). Ich befürchte, dass Sie diese Bewilligung nicht innert den zehn Tagen bis zur Veranstaltung erhältlich machen können. Wer aber eine Veranstaltung ohne Bewilligung durchführt, macht sich strafbar.
Neben dem Erfordernis der Bewilligung scheinen mir Ziegen aber auch in praktischer Hinsicht für den vorgesehenen Einsatz nicht geeignet. Ziegen - ob zutraulich oder nicht - sind äusserst eigenwillig und lassen sich kaum 20x auf der Bühne im Laufschritt hin und her bewegen. Sie sind als Fluchttiere zudem schreckhaft gegenüber allem Unbekanntem, das sie an einem solchen Anlass erwartet. Sollte es sich nicht um Zwergziegen handeln, so darf auch nicht die Kraft der Tiere unterschätzt werden. Es bestünde die Gefahr, dass sich die Tiere von den Models "verabschieden" und die Besucher in Aufregung bringen. Schliesslich hinterlassen Ziegen bei Bedarf überall ungeniert ihre "Spuren", was sich auf einem traditionellen Laufsteg auch nicht so gut macht.
|Wie können wir "Wochenend-Ziegen" halten?|
Frage: Wir überlegen, ob es möglich ist Ziegen auf einem Grundstück zu halten, an dem man nur am Wochenende ist. Und wenn ja, wie muss der Auslauf und der Stall gestaltet sein ?
Antwort: Wir müssen Ihnen leider entschieden von einem solchen Vorhaben abraten. Denn Sie könnten auf diesem Weg keine tiergerechte Haltung sicherstellen und würden auf kurz oder lang mit den Veterinärbehörden in Konflikt geraten. Auch bei einer extensiven Weidehaltung und noch so optimaler Unterbringung ist eine tägliche Kontrolle der Tiere erforderlich. Diese ermöglicht, auf gesundheitliche und andere Probleme der Ziegen sofort reagieren zu können. Zudem ist auch bei guten Weideverhältnissen ein Zufüttern - zumindest ausserhalb der Sommermonate - nötig. Ausserdem ist täglich frisches Wasser bereitzustellen.
|Wieviel kostet der Unterhalt einer Ziege?|
Frage: Ich wüsste gerne, wieviel ich für den Unterhalt einer Ziege rechnen muss, wenn ich alles Futter und Stroh kaufen muss. Dazu kommen noch Tierarztkosten etc. gibt es da irgendwelche Berechnungen? Wichtig wäre für mich vor allem zu wissen, wie hoch die Kosten während der Winterperiode sind, wenn die Ziegen kein Weidegang haben.
Antwort: Angaben, die Ihnen einen wirklich verlässlichen Richtwert geben könnten, haben wir nicht und gibt es wohl auch nicht. Die Kosten hängen von zu vielen verschiedenen Faktoren ab, wie Haltungsform, Tierzahl (mit zunehmender Zahl abnehmende Kosten pro Tier), Tiergesundheit, Futterzukaufbedarf, etc. Gerade die Futterkosten variieren massiv, je nach Lieferant, Bestellmenge, Futterqualität, Transportweg, etc. Aktuelle Angaben zu den Preisen des Grundfutters finden Sie unter www.agrigate.ch. Zudem finden sich gewisse Durchschnittswerte in der Literatur zur landwirtschaftlichen Ziegenhaltung. So gehen zum Beispiel die Autoren des Merkblatts "Milchziegenhaltung im Biobetrieb" (vgl. Rubrik Ziegenliteratur) von variablen Kosten pro Ziege von CHF 629 in der Schweiz sowie von EURO 285.30 in Deutschland und Österreich aus. Dazu kommen noch Festkosten (insb. für Stall) und Lohnkosten. Alle uns bekannten Angaben sind jeweils auf eine grössere Zahl an Ziegen ausgerichtet. In welchem Umfang und in welcher Form Sie Ihre Ziegen halten würden, wissen wir nicht. Sie müssen aber in jedem Fall mit einigen hundert Franken pro Tier und Jahr rechnen.
|Ab wann dürfen wir unsere Ziegen kastrieren?|
Frage: Ich habe gleich mehrere Fragen: Meine Ziege hat im Mai (also vor 4,5 Wochen) einen kleinen Bock geboren. Ich möchte diesen auch behalten und in der tiergestützten Ergotherapie einsetzen. Jetzt ist die große Frage, ab wann wir ihn kastrieren dürfen. Wir haben die Information bekommen, dass Verhaltensstörungen auftreten können, wenn man sie zu früh kastriert. Allerdings kann das Verhalten Menschen gegenüber andererseits schwierig werden, wenn wir ihn zu spät kastrieren lassen. Außerdem möchte ich ihn mit der Mutter halten - es wäre aber möglich, sie übergangsweise zu trennen. Was empfehlen Sie mir? Die zweite Frage: Lieber die Samenstränge mit der Zange abklemmen oder die Hoden entfernen und den Hodensack dran lassen? (Diese Methode wurde mir von meiner Tierärztin empfohlen.) Die dritte Frage: Ist es in Ordnung, nur zwei Ziegen zu halten, oder sind diese als Herdentiere dann unglücklich? Zur Zeit stehen sie noch in einer Gruppe, aber wir ziehen demnächst um, und ich würde meine beiden dann am Haus halten.
Antwort: Die unmittelbaren Nachwehen sind bei einer Kastration von jungen Lämmern geringer, weshalb mehrheitlich die Vornahme innerhalb der ersten vier oder acht Wochen empfohlen wird. Über die langfristigen Auswirkungen eines Eingriffs vor der Geschlechtsreife bestehen allerdings - wie Sie auch festgestellt haben - verschiedene Meinungen, die wir mangels eigener Erfahrungen mit Kastrationen nicht bewerten möchten. Bei der Vorgehensmethode strebt Ihre Tierärztin offenbar eine operative "blutige" Kastration an und kein Abquetschen der Samenstränge. Auch hierzu gibt es verschiedene Meinungen. Ich würde deshalb die von der Tierärztin favorisierte Variante wählen, zumal sie ja auch für die optimale Umsetzung verantwortlich ist.
Eine Zweiergruppe bildet den Minimalbestand einer Ziegenhaltung. Die Haltung von zwei Ziegen ist absolut vertretbar, wenn auch eine etwas grössere Gruppe sicherlich noch tiergerechter ist und deshalb zu favorisieren wäre. Besondere Probleme stellen sich insbesondere dann, wenn eines der beiden Tiere stirbt. Nicht selten ist nach einer längeren Zweierbeziehung eine Umgewöhnung an neue Partner oder gar eine grössere Gruppe schwierig.
|Weshalb hat mein Ziegenbock wackelige und braune Zähne?|
Frage: Bei meinem Ziegenbock (3 Jahre) sind die beiden mittleren Schneidezähne braun verfärbt und 0.5 cm kürzer als die anderen Schneidezähne!!! Und die gesamte Zahnreihe und das Zahnfleisch wackelt!!! Meine andere Ziege (ebenfalls 3 Jahre) hat alle Schneidezähne gleich lang, weiss und es wackelt nichts.... Was hat das zu bedeuten? Hat der Ziegenbock vielleicht einen Mangel?
Antwort: Ihre Beobachtungen müssen nicht besorgniserregend sein, wenn der Bock ansonsten keine besonderen Verhaltensmuster zeigt. Unregelmässigkeiten können auch mit dem Zahnwechsel in Verbindung stehen, der 3 ½ bis teilweise gar 4 Jahre dauert. Zudem können Ziegenzähne durchaus wackelig erscheinen, ohne dass grössere Probleme bestehen.
Dennoch empfiehlt es sich, dem Tierarzt bei einem nächsten Besuch die Zähne zu zeigen.
Allgemein lässt sich sagen, dass Zahnprobleme bei Ziegen nicht die Regel darstellen. Vor allem in fortgeschrittenem Alter kann eine ungenügende oder zu starke Zahnabnutzung sichtbar werden. Diese Unregelmässigkeiten können vom Tierarzt mit der Zahnraspel abgetragen werden, wenn die Ziege beim Fressen behindert wird. Bei weidenden Ziegen ist auch mit zunehmendem Alter eine Zahnsteinbildung festzustellen (brauner bis schwarzer Belag an den Zahnhälsen, insbesondere der Schneidezähne). Starke Zahnsteinbildungen können zum Zurückdrängen des Zahnfleisches und zu Parodontose mit Zahnausfall führen.
Tatsächlich bilden auch fehlende Mineralstoffe eine Ursache für "schlechte" Ziegenzähne, insbesondere bei einer unausgewogenen Versorgung mit Kalzium, Phosphor oder Vitamin D. Bei einer solchen Unterversorgung sind aber stets weitere Symptome feststellbar (vermehrtes Liegen, klammer Gang, Lecksucht, Abmagerung, etc.). Es ist zudem davon auszugehen, dass in diesem Fall auch Ihre andere Ziege mit denselben (Zahn-)Problemen zu kämpfen hätte.
|Wie soll ich meinen Ziegenstall einrichten?|
Frage: Wir haben kürzlich 3 Saanenziegen gekauft. Einen Unterstand mit Futterraufe haben wir schon gebaut. Nun geht es, um den richtigen Stall für den Winter zu bauen. Könnten Sie uns hierbei etwas mit Rat zur Seite stehen? (Vorhandes Gebäude ist 5m breit, 12m lang, Raumhöhe 2,50m).
Anwort: Bestehende Gebäude werden recht häufig für Ziegenställe umgenutzt. Ihr Gebäude scheint vom Platzangebot für drei Ziegen sehr attraktiv. Wichtig ist aber auch, dass genügend Fensterflächen vorhanden sind, damit Licht und Luft in den Stall kommt. Kippbare und mehrstufig verstellbare Fenster sind besonders gut geeignet. Allenfalls ist auch noch zusätzlich ein Entlüftungsschacht an der Decke anzubringen. Durchzug ist jedoch zu vermeiden. Im Gebäudeinnern darf es nicht feucht sein. Eine Isolation hilft, dass im Winter kein Schwitzwasser entsteht.
Ziegen wechseln gerne den Fressplatz, weshalb Fresströge bzw. -raufen an mindestens zwei Orten geplant werden sollten. An der Wand sind Liegebretter vorzusehen. Ein Boden aus Beton erleichtert das Ausmisten. Generell sollte der Stall derart eingerichtet sein, dass die Reinigungsarbeiten möglichst einfach vorgenommen werden können (leichte Zugänglichkeit sämtlicher Stellen). Damit wird nicht nur Ihre Zeit geschont, sondern auch die Stallhygiene besser sichergestellt. Sie müssen sich schliesslich noch entscheiden, ob sie einen Tiefstreustall wollen. In jedem Fall sind die Liegeflächen (mit Ausnahme der Liegebretter) einzustreuen. Allenfalls wollen Sie noch einen Melkstand einrichten, der Ihnen die Arbeit erleichtert. Vor dem Stall wird im Idealfall ein direkter Auslauf vorgesehen, damit die Tiere regelmässig ins Freie können. Lassen Sie sich bei Ihrer weiteren Planung auch von anderen Ziegenställen inspirieren. Sie finden zahlreiche Bilder bei den Ziegenlinks und auch unter der Rubrik "Ziegenstall" sind noch weitere Anregungen zu finden.
|Muss ich meine zwei Zwergziegen irgendwo anmelden?|
Frage: Ich habe vor ein paar Tagen 2 Zwergziegen geschenkt bekommen. Meine Frage ist, ob ich die irgendwo anmelden muss?
Antwort: Ja. In Deutschland ist unseres Wissens eine Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt sowie bei der Tierseuchenkasse (www.tierseuchenkasse.de) erforderlich.
|Warum fressen meine Ziegen keine Blacken?|
Frage: Mit einem Schüler arbeite ich am Thema Ziege. Er selber hat Ziegen zuhause. Wir haben im Zusammenhang mit der herausgegebenen Briefmarke zur Förderung der Biodiversität gelesen, dass Ziegen gerne Blacken fressen. Mein Schüler hat bis jetzt die Erfahrung mit seinen Ziegen gemacht, dass diese Blacken überhaupt nicht mögen. (Das wäre ja eine gute Sache, wenn dem so wäre, man könnte dann ja aufs Blackenstechen verzichten...) Betrifft diese Äusserung vor allem die Pfauenziegen?
Antwort: Die Wiesen-Blacke (Stumpfblättriger Ampfer) bildet als konkurrenzstarker Platzräuber für die Landwirtschaft ein stetes Problem, zumal er auch ein hohes Vermehrungspotential und eine jahrzehnte (!) dauernde Keimfähigkeit besitzt. Aus diesem Grund bestehen verschiedene Untersuchungen über Bekämpfungsmassnahmen, u.a. über die Wirkung der Beweidung durch Nutztiere. Der Blackenbestand nahm bei einer Beweidung durch Rinder jeweils sogar noch zu. Beim Einsatz von Ziegen ging er jedoch deutlich zurück (nach einer Studie der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft um 71 Prozent nach einer zweijährigen Beweidung!).
Weshalb fressen nun die Ziegen Ihres Schülers die Blacken nicht? Dazu gibt es zwei Begründungen: Zunächst sind Ziegen sehr wählerisch. Sie fressen immer zuerst diejenigen Pflanzen, die sie besonders mögen und erst danach die für sie weniger schmackhaften. Solange es genügend bevorzugtes Futter gibt, werden sie sich diesem widmen oder auch darauf warten (und dafür vorübergehend auch Hunger in Kauf nehmen). Wenn sie aber wiederum lernen, dass sie für eine gewisse Zeit vom Vorhandenen leben müssen, ergibt sich eine Gewöhnung an die weniger begehrten Pflanzen.
Eine weitere Begründung liegt darin, dass nicht alle Ziegen ein vollkommen deckungsgleiches Fressverhalten aufzeigen. Unabhängig von der Rasse können Ziegen unterschiedliche Vorlieben haben, was sich auf der Weide bemerkbar macht. Auch hier wird wohl die Gewöhnung und Erfahrung als Jungtier eine Rolle spielen.
|Wie kann ich meine Terrassenweingärten durch Ziegen beweiden lassen?|
Frage: Ich bin ein Winzer, der im letzten Jahr Terrassenweingärten zugepachtet hat, diese Böschungen sind leider stark mit Büschen (Hagebutte, usw.) bewachsen, welche ich teilweise häckseln lassen kann, der andere Teil aber bleibt unberührt. Ich habe im Internet gelesen, dass in Deutschland am Kaiserstuhl Böschungen mit Ziegen beweidet werden. da ihre Seite die unfangreichste war, bitte ich Sie um folgende Info: welche Ziegen eignen sich am besten zur Buschbekämpfung auf Böschungen? Sollten es hornlose oder Hornziegen sein? Muss ich Ziegen melken? Kann ich nur weibliche Tiere halten? Fleischziegenrassen wären von Vorteil - da ich diese im Winter leider der Fleischnutzung zuführen müsste, da diese Flächen im Winter nicht erreichbar sind; Wie sollte die Einzäunung gemacht werden? (Elektroz. Höhe, Stärke); Wie lange braucht eine Ziege bis sie ausgewachsen ist? Bitte Sie um Hilfe, Literaturvorschläge, Kontaktdaten von Ziegenzüchtern, usw.
Antwort: Ihre Fragen beantworten wir gerne stichwortartig. Vorweg aber eine grundsätzliche Bemerkung: Da Sie offenbar keine Winterunterkunft bereitstellen könnten, würde ich mir ernsthaft überlegen, ob es nicht besser wäre, sich mit einem Ziegenhalter zusammenzutun, der Ihre Böschungen mit seinen Tieren beweidet oder Ihnen die Tiere im Sommer zur Verfügung stellt. Es würde Sie nicht befriedigen und lohnt sich auch ökonomisch nicht, falls Sie tatsächlich die Tiere jeweils nur in den Sommermonaten halten könnten und dann allesamt zum Metzger bringen müssten.
Prinzipiell sind alle Ziegenrassen zur Landschaftspflege geeignet. Die grösste Verbreitung findet zu diesem Zeck bislang die Burenziege und deren Kreuzungen. Sie ist als Fleischziegen mit robuster Konstitution, ruhigem Temperament und geringerer Springfreudigkeit für die extensive Landschaftspflege prädestiniert. Walliser Schwarzhals Ziegen, Nera Verzasca Ziegen und Kaschmirziegen sind aufgrund ihrer besonderen Robustheit und geringen Witterungsempfindlichkeit ebenfalls ideale Landschaftspfleger. Diese Rassen sind allerdings in Österreich weit weniger verbreitet.
Die Frage der Hörner muss sich nur stellen, wer seine Tiere längere im Stall belässt. Dies wäre bei Ihnen ja nicht der Fall.
Die Ziegen brauchen Sie nicht zu melken, wenn Sie dies nicht wollen. Fleischziegen eignen sich dazu ohnehin nicht und auch Milchziegen können trockengestellt werden.
Hinsichtlich des Geschlechts haben Sie ebenfalls die Wahl, zumal Befürchtungen wegen Geruchsbelästigungen hier nicht von Belang sind. Böcke sind in der Regel kräftiger (vgl. Rubrik Ziegenbock-Tipps). Zudem sorgen Sie für Nachwuchs, der erwünscht sein muss.
Zur elektrifizierten Einzäunung eignen sich feste Zaunpfosten mit (5) abnehmbaren Litzen. Eine hohe Hütesicherheit bieten auch Netze (1.1m). Sie benötigen aber vergleichsweise viel Strom, und es besteht auch immer die Gefahr, dass sich Tiere (Ziegen und vor allem Wildtiere) darin verheddern. Auf Weiden mit starkem Bewuchs ist in jedem Fall ein 12-Volt Viehhütergerät erforderlich.
Und schliesslich noch zu Ihrer Frage, wann eine Ziege ausgewachsen ist: Ziegen erreichen ihr Endgewicht und ihre Endgrösse mit rund drei Jahren, wobei die Wachstumsphase auch von der Fütterungen abhängt.
Zur weiterführenden Lektüre können Sie zum Beispiel das ausführliche Skript "Ökologische Schaf- und Ziegenhaltung, 100 Fragen und Antworten für die Praxis" von Gerold Rahmann kostenlos im Internet heruntergeladen (http://www.uni-kassel.de/fb11/dek/spoel/public/rahmann/Schafe-Ziegen-Skript.pdf). Im Weiteren gibt es verschiedene sehr gute Fachbücher zu kaufen (vgl. Rubrik Ziegen-Literatur ). Die Auswahl des richtigen Buches ist stets auch eine Geschmacksache, die sich am besten beim Durchblättern in der Buchhandlung klären lässt. Hinsichtlich Kontaktdaten zu Züchtern in Ihrer Nähe kann Ihnen der regionale Ziegenzuchtverband sicher weiterhelfen. (vgl. Rubrik Ziegenzuchtverbände).
|Darf ich erwachsene Ziegen mit Milch tränken?|
Frage: Seit letztem November sind wir freudige Hobby-Halter von je zwei Muttertieren mit ihren Kids (einmal gemsfarbige Gebirgsziege mit Ziegenböcklein und einmal Pfauenziege mit einem Jungen). Meine Frage: die Pfauenziege hatte kürzlich ein Euter-Problem, weshalb wir sie melken mussten. Die Ziegenmilch, welche von uns nicht verwertet wird, trank die Mutterziege mit grösster Freude aus dem Melk-Kessel. Meine Frage: ist das für ein Muttertier problemlos, wenn sie pro Tag ca. 5 dl eigene Ziegen-Milch kriegt oder hat das einen negativen Einfluss auf den Labmagen?
Antwort: Dass erwachsene Ziegen Milch mögen, ist nicht die Norm. Dennoch kommt es immer wieder vor. Ein besonderes Problem stellt dies dar, wenn sie sich die Milch selbst aussaugen oder das Euter einer Herdenkollegin absaugen. Neben dem unerwünschten Milchverlust besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko am Euter. Dass der (begrenzte) Milchkonsum zu einer Magenschädigung führen würde, ist uns hingegen nicht bekannt. Es gibt sogar Ziegenhalter, die - offenbar ohne Folgen - ihren Ziegen konsequent diejenige Milch geben, die von den Lämmern nicht benötigt wird und deshalb abgemolken werden muss. Dennoch würde ich empfehlen, auf die Abgabe von Milch grundsätzlich zu verzichten: für eine gesunde Entwicklung (mit "normalem" Futter) und mit Blick darauf, dass sich die Ziege versucht sein könnte, sich selber zu bedienen, wenn sie einmal auf den Geschmack gekommen ist (siehe oben).
|Wie behandle ich den Durchfall meines viermonatigen Bocks?|
Frage: Ich habe einen kleinen Ziegenbock von etwa 4 Monaten, nun hat er aber schon fast 3 Tage Durchfall, habe auch gleich den Züchter angerufen, er sagt, ich sollte Kamillentee mit Salz geben und nur Stroh mit Heu also auch das Wasser weg. Ist das richtig, denn er hat heute immer noch Durchfall?
Antwort: Ich kann Ihnen nur raten, rasch den Tierarzt zu rufen. Die Beschränkung auf Heu und Stroh ist als Sofortmassnahme zwar sicher richtig. Wenn er den Kamillentee, der als (sehr) sanftes Mittel gegen Durchfall gedacht war, nicht genügend trinkt, sollte ihm auch Wasser angeboten werden. Denn ohne Flüssigkeit besteht die Gefahr des Austrocknens. Starker und anhaltender Durchfall kann ein Symptom für verschiedene Erkrankungen (durch Bakterien, Viren, Parasiten) sein, die in der Regel nur mit Medikamenten behandelt werden können. Auch Fütterungsfehler können die Ursache für Durchfall bilden. Nachdem die Umstellung auf reine Rohfaser keine Besserung gebracht hat, kann dies ausgeschlossen werden, und es muss von einer ernsteren Erkrankung ausgegangen werden. Gerade für Jungtiere stellt der Durchfall in diesen Fällen eine erhebliche Gefahr dar, weshalb nicht lange selber "herumgedoktert" werden sollte.
Ergänzungsfrage: Danke für Ihr schnelle und hilfreiche Antwort ...der Durchfall ist nun von unserem kleinen 4 Monate alten Ziegenbock weg...doch nun habe ich wieder eine Frage ...er Frisst nun gerne Haferflocken, sind die gut ?? und wieviel darf er bekommen ? das Salz lass ich auch weg in seinem Kamilentee,ist das richtig?
Antwort: Wenn der Durchfall tatsächlich weg ist, können Sie völlig auf den Kamillentee verzichten und ihm stattdessen wieder Wasser geben. Für den Salzbedarf sollten Sie einen Salzleckstein aufhängen, falls dies noch nicht geschehen ist.
Haferflocken sind ein Kraftfutter und nicht gesund für Zwergziegen. Sie können in grösseren Mengen erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen (Verfettung, Pansenprobleme, Durchfalltod, etc.). Wenn Sie nicht völlig auf die Abgabe verzichten wollen, sollten Sie die Menge auf weniger als eine Handvoll pro Tag beschränken.
|Wo finde ich Informationen zur Herstellung von Ziegenmilchkosmetika?|
Frage: Wo bekomme ich Infomaterial zum Thema Kosmetik mit Ziegenmilch selber herstellen? Gerne würde ich selber Ziegenmilch und -butter zu Seifen, Salben oder Badezusätzen verarbeiten. Wo bekomme ich Rezepte, Tipps etc?
Antwort: Seifen sind die wohl am häufigsten anzutreffende Ziegenmilchkosmetik-Produkte. Sie bedürfen relativ weniger Zutaten und der Zeitaufwand ist ebenfalls gering. Die Herstellung verlangt jedoch ein gewisses Fingerspitzengefühl, setzt es doch eine genaue Beachtung von Mengen, Temperatur und Sicherheitsvorschriften voraus. Insbesondere der unsachgemässe Umgang mit Natronlauge (NaOH) kann zu Verätzungen bis hin zu Explosionen (!) führen. Diese Herausforderungen werden wohl mit ein Grund sein, dass nicht mehr Ziegenzüchter selber ihre eigenen Seifen produzieren. Dennoch finden sich im Internet verschiedene Rezepte für den Haus- und Kleingebrauch. Statt vieler und ohne Gewähr: www.naturseife.com (mit Sicherheitshinweisen), www.siedekessel.de oder http://candleandsoap.about.com/od/tipstricks/ss/goatsmilksoap.htm.
|Wie nennt man eine Ziegenmutter?|
Der Begriff "Mutterziege" ist gebräuchlich.
|Was heisst "CAE freier Betrieb"?|
Frage: Was heisst CAE freier Betrieb? - Kann man Zwergziegen in Tiefstreu mit Mutterkühen zusammen halten und im Sommer auf die gleiche Weide lassen?
Antwort: CAE steht für "Caprine Arthritis Encephalitis". Es handelt sich um eine Viruserkrankung (vgl. Rubrik Ziegengesundheit). Alle Ziegenbestände gelten heute in der Schweiz als amtlich anerkannt "CAE-frei". Erst im Verdachts- oder Seuchenfall wird dem betroffenen Bestand die Anerkennung bis zur Aufhebung der Sperre entzogen. Die Bestände werden durch periodische serologische Untersuchungen überwacht. Wer sich nicht auf die Aussage des Verkäufers über seinen Status verlassen will, erkundigt sich vor dem Kauf beim kantonalen Veterinäramt nach dem CAE-Betriebsstatus des Verkäufers.
Die gemeinsame Haltung von Kühen und Ziegen auf einer Weide ist durchaus möglich, wenn sie für alle genügend Futter bietet und der Zaun auch für Ziegen ausbruchsicher ist. Im Stall ist jedoch eine Abtrennung nötig.
|Kommt die Capra Orobica auch in Mitteleuropa vor?|
Frage: Auf der Insel Elba bin ich einer ganz tollen Ziege mit riesigen geschweiften Hörnern begegnet: der capra orobica, wie ich später zu hause dank Internet herausgefunden habe. Ich bin immernoch ganz begeistert vom Anblick dieser Ziege. Gibt es dafür einen deutschen Namen? Kommt diese auch in Mitteleuropa vor? Wenn Nein, warum nicht? Gibt es deutschsprachige Beschreibungen dieser Ziege?
Antwort: In der deutschsprachigen Fachliteratur ist von der "Orobica-Ziege" oder der "Orobica di Valgerola-Ziege" zu lesen. Es handelt sich um eine langhaarige, grosse Ziege mit imposanten, säbelförmigen oder nach aussen gedrehten Hörnern. Eine einheitliche Fellfarbe gibt es nicht. Die Milchleistung ist mit 650-740 kg p.a. ansprechend.
Die Ziegenrasse gilt aufgrund der geringen Anzahl an Tieren als gefährdet. Beheimatet ist sie in Norditalien in den Provinzen Como und Bergamo. Es ist natürlich nicht auszuschliessen, dass Ziegen dieser Rasse auch an anderen Orten anzutreffen sind. Manche Rassen sind auch schwer zu unterscheiden.
Die Verbreitung einzelner Rassen über die Ursprungsregion hinaus hängt bei allen Nutztieren im Wesentlichen davon ob, wie leistungsfähig die Tiere sind und wie aufwändig ihre Haltung ist. Die Orobica-Ziegen weisen gute, aber nicht ausserordentliche Milchleistungen auf. Die grossen Hörner, die uns als Betrachter so beeindrucken, erschweren die Haltung namentlich im Stall. Zudem sind in der ertragsorientierten Ziegenhaltung die langhaarigen Tiere leider ebenfalls weniger beliebt.
|Warum wollen meine Ziegen das neue Heu nicht fressen?|
Frage: Ich habe 3 Zwergziegen, die gerne Heu fressen. Aber der Vorrat von 2009 ist auf. Habe jetzt neues besorgt, verschiedene Sorten zur Probe. Hab dann auch gutes Heu gefunden und gekauft, aber das wird nicht gefressen. Es wird ein bisschen herausgesucht und der Rest bleibt liegen. Was kann ich machen? Bekommen die Ziegen jetzt zu wenig Futter?
Antwort: Ziegen sind für ihr wählerisches Fressen bekannt. Dies gilt auch für die Heuaufnahme, die in der Menge je nach Qualität um über 100% abweichen kann. Einen wesentlichen Einfluss hat der Zeitpunkt der Heuernte. Vor Ende der Blüte geschnittenes Heu wird in der Regel besser gefressen. Sehr empfindlich reagieren Ziegen auf Heu, das feucht geworden ist und im Geschmack nicht mehr einwandfrei ist. Geradezu verweigert wird Heu, das verunreinigt ist, z.B. durch Kot.
Es ist davon auszugehen, dass sich Ihre Ziegen mit der Zeit an den neuen Geschmack des Heuangebot gewöhnen. Wenn Sie in diesem Jahr ein Heu von geringerer Qualität erwischt haben sollten, müssen Sie aber mit Sicherheit mit einem grösseren Ausschuss und damit insgesamt mit einem höheren Heubedarf rechnen. Sollten Ihre Tiere das Heu hingegen mehr oder weniger konsequent verweigern, werden Sie nicht umhinkommen, neues Heu herbeizuschaffen. Denn der Verzehr von genügend Raufutter ist für eine gute Ziegengesundheit unumgänglich.
|Wie wirkt sich die Kastration auf den Bockgeruch aus?|
Frage: Wir haben vor ca. 5 Wochen kleine Ziegen bekommen. Einen kleinen Bock haben wir Anfangs mit der Flasche gefüttert. Dadurch ist er jetzt sehr zutraulich. Wir würden ihn gerne behalten. Also haben wir überlegt ihn kastrieren zulassen. Meine Frage: Wann sollten wir das tun? Und ich würde gerne wissen, ob er dann trotzdem noch riecht?
Antwort: Der Bockgeruch fällt bei einer Kastration in der Regel weg oder ist danach zumindest deutlich geringer.
Hinsichtlich des richtigen Zeitpunkts der Kastration existieren unter Experten verschiedene Meinungen. Mehrheitlich wird eine Kastration in den ersten Lebenswochen empfohlen. Es wird aber auch die Ansicht vertreten, dass die Kastration erst unmittelbar nach der Geschlechtsreife erfolgen sollte. Da wir selber keine eigene Erfahrung mit Kastrationen haben, empfehlen wir jeweils, möglichst frühzeitig den Tierarzt anzufragen und ihn aus seiner Optik über den Zeitpunkt entscheiden zu lassen, zumal er ja ohnehin die Kastration durchführen muss.
|Ist das Ausreissen der Haare ein Zeichen für Mangelerscheinungen?|
Frage: Ich habe zwei Zwergziegenböcke (Geschwister). Kürzlich musste ich feststellen, das einer dem anderen immer wieder Haare ausreißt und leider auch schluckt. Ist das ein Anzeichen für einen Mangel/Krankheit, oder auf Dauer gefährlich für das Tier? Bleiben diese Haare im Magen?
Antwort: Dass Ziegen sich gegenseitig beissen, kommt immer wieder vor. Meistens versuchen sie sich an den Ohren zu fassen. Doch auch andere Körperstellen werden gepackt, wobei dann vor allem einzelne Fellbüschel ausgerissen werden. Der Grund sind nicht Mangelerscheinungen, sondern Rangeleien um die Rangordnung, den besten Futterplatz oder einfach aus einer (schlechten) Laune heraus. Beissen ist häufiger bei unbehornten Ziegen festzustellen wie bei behornten. Letztere verwenden in der Regel ihre Hörner zum Ausfechten von Auseinandersetzungen. Doch auch sie setzen gelegentlich ihr Gebiss als Waffe ein.
Dass Ziegen die ausgerupften Haare gleich herunterschlucken, ist nach unserer Beobachtung weniger üblich. Aufgrund der kleinen Menge sind aber keine gesundheitliche Schäden zu erwarten. Die Haare werden wieder ausgeschieden.
|Warum findet sich Blut in der Milch meiner Ziege?|
Frage: Unsere Ziege gibt seit einiger Zeit meistens am Abend rötliche Milch bzw. sieht man dass Blutflankerl in der Milch sind. Woran könnte das liegen? Ist das Euter entzündet oder melke ich zu fest, dass vielleicht eine Ader platzt? Vielleicht können sie mir weiterhelfen.
Antwort: Das Blutmelken deutet auf einen Bluterguss aufgrund einer Euterverletzung hin. Hornstösse oder andere unsanfte Einwirkungen auf das Euter können die Ursache sein. In diesen Fällen ist ein besonders sorgfältiges Ausmelken zu empfehlen. Denn im Blut bilden sich leicht Bakterien, die wiederum eine Euterentzündung verursachen. Letztere tritt oftmals nach Euterverletzungen auf.
|Wann können wir die Ziegen nach dem Ablammen wieder decken?|
Frage: Wenn eine Ziege Junge hat, wie lange müssen wir warten, bis wir sie wieder decken können?
Antwort: Der Abstand zwischen zwei Geburten liegt üblicherweise bei einem Jahr. Wir empfehlen mit Blick auf die Gesundheit der Muttertiere, diese Zeitspanne einzuhalten. Die Verkürzung des Zeitabstandes ist jedoch theoretisch möglich. Die Zeitspanne zwischen dem Ablammen und der Deckung hängt von der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der Uterusschleimhaut ab. Dies ist frühestens vier Wochen und spätestens nach vier Monaten der Fall. Voraussetzung für eine erfolgreiche zweite Deckung sind zudem das Eintreten einer Brunst, eine gute Fütterung, ein frühes Absetzen der Lämmer und ein zeitlich gezieltes Decken.
|Darf man Ziegen im gleichen Stall mit Milchkühen halten?|
Eine gemeinsame Haltung von Ziegen und Milchkühen im gleichen Stall ist durchaus möglich, wenn sie in abgetrennten Bereichen untergebracht sind und sich damit nicht ins Gehege kommen können.
|Wie kann ich mein achttägiges Böcklein in die Herde integrieren?|
Frage: Ich ziehe zur Zeit einen kleinen Ziegenbock groß er ist jetzt 8 Tage alt. Die anderen Ziegen und Böcke der Herde akzeptieren ihn nicht. Was kann ich tun, damit er schnell in der Herde laufen kann? Wann ist er auch stark genug um sich zu behaupten? Ich habe ihn über Nacht bei mir zuhause und über den Tag in einem Unterstand in Kontaktnähe der anderen. Ist das ok? Bin um jede Hilfe dankbar, da es das erste Ziegenbaby ist was ich großziehen muss, da seine Mum es nicht macht.
Antwort: Der Ziegenbock hat die bei der Handaufzucht schwierige Klippe der ersten Tage offenbar gut überstanden. Dies spricht für Ihre Betreuung als Ersatzmutter! Auch die Unterbringung in Kontaktnähe ist sicher richtig. Er sollte sich an seine Artgenossen gewöhnen und umgekehrt. Wenn noch andere Ziegenlämmer vorhanden sind, wäre als nächstes der direkte Kontakt mit ihnen zu ermöglichen. Der Anschluss lässt sich hier leichter finden wie bei den Altziegen. Die vorübergehende Trennung der Lämmer von den Müttern entspricht überdies durchaus einem natürlichen Verhalten. Als nächster Etappe kommt die Zusammenführung mit der Herde. Im Idealfall findet diese schrittweise unter Aufsicht statt. Die Engliederung in der Herde wird für Ihr Böckchen so oder so kein Zuckerschlecken sein und nicht ohne Auseinandersetzungen abgehen. Es wird als Fremdling angesehen und ein solcher hat es bekanntlich in jeder Ziegenherde schwer. Das Absetzen der Milchgaben wäre ein möglicher Zeitpunkt, die vollständige Integration zu versuchen. Letztlich hängt er aber wesentlich von der individuellen Entwicklung des Tiers ab. Ein kerngesundes und keckes Böcklein findet besser seinen Platz wie ein schüchterner Kümmerling.
|Warum hat meine Ziege geschwollene Vorderbeine?|
Frage: Eine Geiss hat seit 3 Tagen geschwollene Vorderbeine mehrheitlich an der untere Hälfte der Beine so am Fuss oder Fussgelenk! Sie hat auch Schmerzen an diesem Ort und bleibt liegen, aber manchmal steht sie schon noch auf! Vor zwei Wochen hatte sie schon Mühe gehabt, aber damals habe ich die geschwollenen Stellen noch nicht gesehen und habe gedacht, das könnte vielleicht auch sein, weil sie bald gitzeln will, sie hat schon ein schön geformtes Euter! Als ich es gesehen habe, habe ich ihr Penizilin (Antibiotika) gegeben und eine speziale Salbe zum das Geschwollene zu mindern. Diese Salbe ist mehrheitlich für Euterentzündungen, aber ich habe gedacht es könnte helfen. Wissen Sie vielleicht, was das sein könnte?
Antwort: Ich will den Teufel nicht an die Wand malen. Aber geschwollenen Vorderbeine deuten auf eine CAE-Infektion hin (Caprine-Arthritis-Encephalitis-Krankheit). Das häufigste Krankheitsbild sind Gelenksentzündungen (Arthritisform der CAE). Zu Beginn sind meistens die Vordergelenke und dann die Sprunggelenke befallen. Die Verdickung ist deutlich sichtbar. Nach und nach werden alle Gelenke entzündet. Antibiotika hilft in solchen Fällen nicht. Die Krankheit gilt als unheilbar. Eine Beurteilung aus der Ferne ist natürlich von sehr geringem Wert und die Ursachen können durchaus auch harmloser sein. Dennoch würde ich empfehlen, falls nicht sehr rasch eine Besserung eintritt, den Tierarzt zu rufen. Denn im Falle von CAE besteht ein erhebliches Risiko der Krankheitsübertragung auf weitere Tiere.
Und hier geht es zum 15. Teil der Ziegen-Fragen.