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Sirkeli Höyük (Türkei)
Der Sirkeli Höyük liegt ca. 40 km östlich der südtürkischen Millionenstadt Adana inmitten der Çukurova, des Ebenen Kilikien, an einer Stelle, an der sich der Fluss Ceyhan einen Weg durch die Misis-Berge (türk. Nur Dağ) bahnt. Hier verläuft die wichtigste Passage durch Kilikien, die Richtung Osten über den Amanus-Pass nach Syrien und Richtung Westen über Adana und Tarsus zur Kilikischen Pforte führt.
Die strategische Bedeutung dieser historischen Route wird durch die Anlage der mittelalterlichen Burg Yılan Kalesı am gegenüberliegenden Flussufer sowie den Verlauf der »Bagdad-Bahn« und der modernen Autobahn verdeutlicht, die beide den Sirkeli Höyük unmittelbar an dessen südlicher Peripherie passieren.
Einen natürlichen Schutz des Hügels bietet neben den Misis-Bergen auch der Fluss, der den Hügel an zwei Seiten umfließt. Gleichzeitig lässt sich vom Sirkeli Höyük aus die gesamte Ebene östlich, westlich und nördlich der Flussbiegung überblicken.
Seiner geographischen Lage verdankt der Ort, der nach Ausweis von Survey-Ergebnissen und Ausgrabungen einer der größten bronze- und eisenzeitlichen Fundplätze der Çukurova ist, seine ökonomische und strategische Schlüsselstellung, die nicht zuletzt in der Anbringung zweier hethitischer Felsreliefs unterhalb der Ruinen ihren Ausdruck fand:
- Das besser erhaltene der beiden zeigt den hethitischen Großkönig Muwatalli II. (1290–1272 v. Chr.) und ist somit eines der bislang ältesten bekannten hethitischen Felsreliefs.
- Nahebei fand sich ein weiteres, antik ausgemeißeltes Relief, das vermutlich auf den durch Hattušili III. (1265–1240 v. Chr.) entmachteten Sohn Muwatallis II., Muršili III. (1272–1265 v. Chr.) datiert.
Die bisherigen Ausgrabungen bezeugen, dass der Ort vom Chalkolithikum über die gesamte Bronze- und Eisenzeit bis in die hellenistische Epoche besiedelt war.
Archäologische Ausgrabungen auf dem Sirkeli Höyük fanden erstmalig 1936 in Form einer kurzen Untersuchung durch J. Garstang sowie zwischen 1992 und 1996 durch die Universität München und die Bayerische Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von B. Hrouda und 1997 durch die Universität Innsbruck unter der Leitung von H. Ehringhaus statt.
Seit 2006 werden die Ausgrabungen durch die Eberhard Karls Universität Tübingen und seit 2011 durch die Universität Bern in Zusammenarbeit mit der Onsekiz Mart Üniversitesi Çanakkale durchgeführt. Dabei wurde u.a. ein in die Spätbronzezeit datierendes Gebäude erfasst, dessen Mauern Steinsockel besaßen und dessen Fußboden aus Steinplatten bestand. Das Fundmaterial bezeugt Kontakte des Ortes nach Syrien, Mesopotamien, Zypern und Inner-Anatolien. Kulminationspunkt für den überregionalen Handelsaustausch könnte ein Flusshafen gewesen sein, der sich im Landschaftsbild und in der Geomagnetik im Bereich der nördlichen Unterstadt abzeichnet.