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Das Haus von Gustave Courbet
Nachdem Courbet 18 Monate in der Pension Bellevue, an der Hauptstrasse Richtung Montreux verbracht hat, lässt er sich im Juni 1875 im Haus Bon Port nieder, seinem letzten Wohnsitz.
Er malt, betätigt sich als Bildhauer, organisiert seine Verteidigung, empfängt Freunde und Kunstsammler – und badet nackt im See. Auch eröffnet er ein kleines Museum mit alten Werken (eine dubiose, in Frankreich aufgekaufte Sammlung mit angeblich grossen Namen: Murillo, Veronese, Rubens) und zahlreichen von ihm erstellten Meisterwerken, darunter Les Amants dans la campagne (1844) (Liebende auf dem Land),Le Désespéré (1844) (Der Verzweifelte), Studie für Les Demoiselles des bords de la Seine (1856) (Mädchen an den Ufern der Seine), Jo, la belle Irlandaise (1866) (Jo, die schöne Irin) und weitere.
Kurz vor seinem Tod schreibt er an Whistler, mit dem er in der Normandie malte: „Ich bin hier in einem reizenden Land, dem schönsten auf der ganzen Welt, am Ufer des Genfersees, umgeben von riesigen Bergen. Die Weite hier würde Ihnen gefallen, denn gegenüber ist das Meer mit seinem Horizont, die Landschaft ist sogar noch reizvoller als Trouville.„
Laurence Madeline, Kuratorin der Ausstellung „Courbet, die Schweizer Jahre“ im Museum für Kunst und Geschichte in Genf bringt es 2014 auf den Punkt: „Freiheit, Grösse, Grenzen… Mit Grand Panorama des Alpes (Grosses Alpenpanorama)und dem Panorama des Alpes (Alpenpanorama)zeigt Courbet eine aussergewöhnliche Vision auf die er, der bis zum Schluss ein virtuoser Künstler bleibt, die heftigen Paradoxien seiner Seele überträgt – den Kampf zwischen einem Gefühl der Gefangenschaft und dem Wunsch nach Freiheit, zwischen gleichzeitig Lebensdurst und der schleichende selbstmörderische Trieb, die ihn beherrschten.