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Das Christentum hat in den U.S.A. stark dazu beigetragen, dass in dem jungen Land, das sich seine Sozialpolitik noch erarbeiten musste, Gerechtigkeit und Solidarität verankert wurden. Walter Rauschenbusch und Andrew Carnegie trugen ihren Teil dazu bei, jeder auf seine Weise.
Soziales Christentum (8)
Walter Rauschenbusch (1861-1918) ist der Vater des sozialen Christentums (Social Gospel) in den U.S.A. Die große Armut, die er als Pfarrer in New York erlebte, veranlasste ihn, die mitunter allzu scharfe Trennung von Religion und Sozialem aufzuheben. Der Kampf gegen die Armut sei ein Gebot Christi, dessen Ideal hier und jetzt in einer Welt der Gerechtigkeit gelebt werden müsse. So lautet sein Postulat in Christianity and the Social Crisis (1907), das zu den herausragenden theologischen Abhandlungen des 20. Jahrhunderts in den U.S.A. gehört.
Walter Rauschenbush, Christianity and the Social Crisis, 1907,
Erstausgabe, eine Leihgabe der American Baptist Historical Society.
Das Evangelium des Reichtums (9)
Andrew Canergie (1835-1919) war einer der reichsten Männer seiner Zeit. Als Stahlunternehmer in einem masslos stahlhungrigen Jahrhundert entwickelte der gebürtige Schotte ein ehrgeiziges Wohltätigkeitskonzept. Im seinem 1889 verfassten «Evangelium des Reichtums» kritisierte er erbliches Vermögen und Konsumwahn, und plädierte für eine Umverteilung von Reichtum und die Bekämpfung von Armut durch den Zugang zu Arbeit. Die protestantische Ethik ist nicht weit…
Andrew Canergie, The Gospel of Wealth, New York, 1901, Leihgabe des Athenaeums von Philadelphia.