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Das Haus an der Gartengasse 27 entstand vermutlich schon vor 1670. Das Wohnhaus blieb bis zur Sanierung im Jahr 2004 weitgehend unverändert.
An der Stelle der Liegenschaften Gartengasse 21–29 stand um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert ein Bauernhof, der dem Kloster Wettingen zinspflichtig war. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts wurde er auf vier bis heute bestehende Parzellen aufgeteilt.
Das Haus an der Gartengasse 27 wurde vermutlich schon etwas vor 1670 errichtet. Es gehörte bis etwa 1668 zum Grundstück der heutigen Gartengasse 29. Die Eigentümer übten handwerkliche Berufe aus (Maurer, Weber, Schneider, Schuhmacher). Im 20. Jahrhundert wurde die Liegenschaft zeitweise landwirtschaftlich genutzt.
Das Wohnhaus blieb bis zur Sanierung im Jahr 2004 beinahe unverändert: Es besteht aus einem niederen Bau, eingeschlossen zwischen der Gartengasse 29 und der Gartengasse 21 und 25. Fenster besitzt das Gebäude, das zwei Wohngeschosse umfasst, nur zur Gartengasse hin. Der Eingang im Erdgeschoss führte direkt in die Küche. Dahinter lagen der Keller und zur Rechten die Wohnstube. Im Obergeschoss befanden sich drei Zimmer. Links vom Wohnhaus liegen das erst im 19. Jahrhundert errichtete, etwas niedrigere Ökonomiegebäude und ein offener Schopf.
Nach der Einweisung in die Schutzzone im Jahr 2000 verkauftz der damalige Eigentümer das verwahrloste Gebäude an die Gemeinde Riehen, die es 2003/04 zusammen mit der Gartengasse 21 und 25 sanieren und zwei Wohnungen einbauen liess. Dabei ging vor allem im Innern einiges an historischer Substanz verloren.
Es handelt sich um ein typisches Kleinbauerhaus für Taglöhner und Kleinhandwerker. Diese Hausform war in Riehen ab dem 17. Jahrhundert sehr häufig, ist inzwischen aber nur noch selten anzutreffen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 13.3.2023
Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft II. Riehen 2000. S. 57–58.
Kaspar, Albin: Geht auf die Indfabrik – ist zu haus in Jakob Meyers häuslein. In: Jahrbuch z’Rieche 2003. S. 15–25.
Ritzmann, Hans: Gartengasse 27, Riehen (2003/23). In: Archäologische Bodenforschung des Kantons Basel-Stadt. Jahresbericht 2004 mit Beiträgen der Basler Denkmalpflege. Basel 2006. S. 222–226.