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Ab dem Mittelalter wurden Pflanzgärten als Teil der bäuerlichen Wirtschaft zum Intensivanbau von Gemüse und später von Kartoffeln im Allmendland eingezäunt. Ländlliche Heimarbeiterfamilien waren in der frühen Neuzeit von solcher Selbstversorgung ebenso abhängig wie später die Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter. In städtischen Verhältnissen betrieben Arbeiterfamilien im 19. Jahrhundert den Anbau von Kartoffeln und Gemüse auf Bauerwartungsland am Stadtrand. Der philanthropische Wohnungsbau des 19. Jahrhunderts legte Wert auf die Bereitstellung von Gartenland in den Arbeitersiedlungen. Die Gartenarbeit sollte zu Fleiss und Familiensinn erziehen und die Arbeiter von Alkohol und Politik fernhalten. In ähnlicher Absicht bemühten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinnützige Organisationen und Naturheilvereine um die Anlage von Schrebergärten. In der Versorgungsnotlage des 1. Weltkriegs wuchs vor allem in den Städten der Bedarf an Pflanzland schlagartig.
In der Schweiz schlossen sich die Kleingärtner zu Vereinen zusammen und gründeten 1925 einen schweizerischen Dachverband. Dem Schweizer Familiengärtner-Verband waren 2005 rund 28'500 Mitglieder und 375 Gartenareale angeschlossen. 1974 erfolgte eine Aufteilung in die Regionen Suisse romande, Basel, Bern, Ostschweiz, Zentralschweiz und Zürich.
Die Gartenareale werden von Städten und Gemeinden dauerhaft zur Verfügung gestellt und von in Genossenschaften organisierten Gartenpächtern im Sinne eines naturnahen Gartenbaus gefördert und verwaltet. Die Familiengärten gelten als kreative und produktive Freizeitbeschäftigung mit ausgesprochen integrativem Charakter. Die Angebote werden auch von der ausländischen Wohnbevölkerung rege benützt. Die Verbandszeitung Gartenfreund - Jardin familial erscheint monatlich zweisprachig in einer Auflage von 25.000 Exemplaren.