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Winterkälte und Spätfrost
gel tardif (franz.); cold injury (engl.)
Abb. 1. Abgestorbene, schwarze Blätter nach einer SpätfrostnachtAbb. 2. Spätfrostschäden des Walnussbaumes
Der Walnussbaum leidet unter Winterkälte und Spätfrost. Tiefe Temperaturen im Winter verursachen Frostrisse im Holz. Auch einzelne Äste oder ganze Kronenpartien können absterben. Betroffen sind vor allem freistehende Bäume.
Spätfröste zwischen April und Juni sind aber weit gefährlicher. In dieser Jahreszeit bildet der Walnussbaum Blätter und Blüten. Die weiblichen und die männlichen Blüten sind sehr empfindlich auf Temperaturen knapp unter dem Nullpunkt. Bereits eine Frostnacht reicht aus, dass die Blüten absterben. Der Schaden ist besonders gross, wenn zur Zeit des Kälteeinbruchs die Vegetation nach einem milden Winter dem Normalzustand voraus ist.
Nach einer Spätfrostnacht werden die Blätter schwarz und bleiben noch lange am Baum hängen (Abb. 1 und 2). Die Blüten haben eine braune bis schwarze Farbe. Die männlichen Pollenspender erscheinen normalerweise früher als die weiblichen Blüten und sind deshalb besonders gefährdet für Spätfröste.
Die Walnuss ist eine wärmeliebende Baumart. Sie sollte nicht an Orten mit häufigem Spätfrost, zum Beispiel Mulden, gepflanzt werden. Günstig sind windgeschützte Süd- oder Westhänge in Weinbaulagen oder Föhntälern.
Auch wird empfohlen, spät blühende Sorten anzubauen.
Abb. 3. Die Walnuss trägt jeweils männliche und weibliche Blüten an gleichen Baum (einhäusige Pflanze). Die Organe sind aber getrennt in männliche Pollenspender (oben) und weibliche Blüten (unten). Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. (abgebildete Blüten sind nicht geschädigt durch Spätfrost)