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Robert Doyle1626-1691
Wieviel Gran wiegt ein Duft?
* 25. Januar 1626 in Lismore, Königreich Irland
† 31. Dezember 1691
in London war ein in England wirkender Naturforscher.
Asant - Asafoetida(Lat. Ferula asafoetida), auch Asant, Stinkasant oder Teufelsdreck genannt.
Asant: Das getrocknete Gummiharz, das aus den Wurzeln verschiedener Arten der Doldenblütlergattung „Gerula” gewonnen wird, spielt vor allem in der vegetarischen Küche Indiens eine grosse Rolle.
Die bis zu 4 m hohe Staude mit ihren schierlingsähnlichen Blättern und gelbgrünen Blütendolden wächst in Wüstengebieten, vor allem im Iran und Afghanistan. Im Zweistromland würzte man die Speisen schon
2000 v. Chr. mit Asafoetida; für die Römer war es eines ihrer meist verwendeten Gewürze überhaupt.
Das Labor duftet nach Teufelsdreck!
«Nachdem ich auf eine höchst feine Waage, welche sich gegen einen höchst winzigen Theil eines Grans empfindlich zeigte, ein Stück grauer Ambra gelegt hatte, das etwas grösser als eine wälsche Nuss war und circa 106 Gran (acore grains) wog, konnte ich nach 3 1/2 Tag nicht die geringste Abnahme an Gewicht erkennen, obgleich dieser starkriechende und an der freien Luft liegende Körper binnen dieser Zeit eine grosse Quantität Wohlgeruch verbreitet haben musste. Ein Stück Asasötida (Asant), das ich 5 1/2 Tag auf die Waage legte, verlor ebenfalls nicht an Gewicht, obgleich dasselbe, trotz des ungünstigen kalten Wetters, eine sehr stinkende Atmosphäre um sich her verbreitete. Als ich 12 – 14 Stunden, in denen sich das Wetter vielleicht etwas geändert hatte, später wieder darnach sah, fand ich, dass das Gleichgewicht nicht mehr vollkommen sey, obwohl der ganze Klumpen nicht 1/2 Gran verloren haben konnte, und diess führt mich auf die Vermuthung, dass Dämpfe, die wir mit unserm Geruchsorgane wahrnehmen können, vorhanden seyn dürften, welche weit subtiler sind, als die wohlriechenden Ausflüsse der Gewürze selbst.»
John Keill (1671 – 1721) berechnet in seiner Einleitung zur Naturgeschichte, indem er sich auf diese Versuche Boyle‘s stützt, die Zahl der Riechtheilchen, welche sich in einer Atmosphäre von 5 F. Radius befinden möchten. Er nimmt an, es befinde sich in jedem Viertelcubikzoll dieses Raums nur ein riechendes Theilchen, und wiewohl so vereinzelte Theilchen das Geruchsorgan kaum afficiren dürften, so würden sich doch, unter jener Voraussetzung, in einer Kugel von dem angegebenen Durchmesser 57,839,616 solche Räume und folglich eben so viel Riechtheilchen befinden.
Boyle bemerkt ferner zum Beweise dieser erstaunlichen Verbreitung riechender Emanationen durch gewaltige Luftquantitäten, dass einer seiner Freunde fast einen ganzen Tag lang in einer Entfernung von 20 bis 30 Meilen an der Küste von Ceylon hingesegelt sey, während der Wind vom Ufer geweht habe und dass die Luft fortwährend parfumirt gewesen sey. Lord Valenti, ein neuerer Reisender, bemerkt über dieselbe Insel, dass man 9 Seemeilen von derselben den aromatischen Geruch der Gewürze deutlich bemerkte. Diodorus Giculus sagt etwa Ähnliches von der arabischen Küste, und Bartholin behauptet, der Rosmaringeruch werde 40 Meilen von der spanischen Küste verspürt.
Auszüge aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde Nr. 899, August 1834
1 grain = 64.79891 Milligramm
Diese Ambra Brocken sind heute als Nachbildung in einem Museum auf der Insel Texel ausgestellt.
Seit es gelungen ist, den teuren Amber durch billigere syntheti-sche Essenzen zu ersetzen, ist der Handel mit den Ausschei-dungen des Pottwals fast zum Erliegen gekommen.
Pottwale besitzen den teuersten tierischen Duftstoff.
Amber
Die Lieblingsspeise der Pottwale sind nun mal die Tintenfische. Aber, ob die Beute nun groß oder klein ist, sie alle haben eins gemeinsam: …einen scharfen Schnabel, der aus Horn besteht. Normalerweise wird die Beute immer gut und vor allem vollkommen verdaut, nur mit den Hornschnäbeln hat der Pottwal so seine Probleme. Sie sind etwas schwer verdaulich. Was macht der Pottwal also, wenn ihm etwas schwer im Magen liegt? Er transportiert sie weiter in seinen Darm. Dort wird sie gesammelt und in eine Substanz eingebettet. Diese Substanz, die der Pottwal in seinem Verdauungstrakt bildet, nennt man Ambra auch Amber, Ambrox oder Ambergris. Als Hauptquelle von Ambra dient Ambrein, welches zu Triterpenalkohol als Stoffwechselprodukt im Darm gebildet wird.
Dieses Amber hat eine betörende Wirkung!
Kommt diese Ausscheidung des Pottwals mit Salzwasser, Sonnenlicht und Luft in Kontakt, entwickelt sie ein ganz besonderes Aroma. Dieses Aroma wird als aphrodisierend, holzig und balsamisch beschrieben und entwickelt sogar die Fähigkeit Düfte länger haltbar zu machen. Darum waren diese Ausscheidungen des Pottwals in der Parfümindustrie heiß begehrt und es wurden Preise bis zu 50 000,00 Euro pro kg bezahlt. Der Pottwal besitzt also den seltensten und teuersten tierischen Duftstoff. Man nennt dieses Ambra und die Ambra Klumpen, die im Meer und auch am Strand angespült werden, das „Gold der Meere“. Doch dieses „Gold“ kann sich für den Pottwal auch zur wahren Todesfalle entwickeln. Denn manchmal bilden sich so große Brocken von Ambra im Darm des Pottwals, dass er einen Darmverschluss erleidet. So geschehen ist es einem Pottwal, der im November 2012 auf der Insel Texel gestrandet ist. Das Tier wurde fachmännisch zerlegt und untersucht, da man das Skelett für Ausstellungszwecke verwenden wollte. Als man den Darm des Tieres am Boden liegen hatte, sah man an verschiedenen Stellen dicke Knubbel im Darm, die die ganze Darmwand ausfüllten. Die Vermutungen der Wissenschaftler wurden durch die anschließenden Untersuchungen bestätigt. Es handelte sich um riesige Klumpen Ambra, die den Darm komplett ausfüllten. Vier solcher Ambra-Klumpen fand man im Darm des Pottwals.
Sie hatten zusammen ein Gewicht von
80 kg!
Wobei der größte Klumpen alleine 50 kg wog und eine Größe von über 60 cm hatte.
Auszüge aus dem Magazin: Pottwale.de
Jacob Leupold * 22. Juli 1674 in Platnitz, gest. 12. Januar 1727 in Leipzig war ein deutscher Mechanicus (im heutigen Sinne Ingenieur) und Verfasser der des Theatrum Machinarum (1724-1727), die als die letzte grosse deutsch-sprachige Zusammen-fassung des gesamten Maschi-nenwesens vor dem Einzug der neuzeitigen Maschinen gilt.
Technische Enzyklopädie Theatrum Machinarum
Nachdem er 1720 die Veröffentlichung der technischen Enzyklopädie Theatrum Machinarum mit der Zielsetzung angekündigt hatte, eine enzyklopädische Zusammenfassung des zeitgenössischen Standes der Technik zu erarbeiten,
reiste er im In- und Ausland, um eine umfangreiche Sammlung an technischer Fachliteratur zusammenzutragen.
Im Jahre 1724 erschien der erste Band Theatrum Machinarum Generale oder Schauplatz des Grundes mechanischer Wissenschaften bei dem Leipziger Verleger Gleditsch. Im Vorwort nennt Leupold die Zielgruppe des Werkes. Er betont,
dass sich seine Ausführungen „hauptsächlich nicht auf die Gelehrte und erfahrne Mathematicos gerichtet, (sondern dass) alle Gelegenheit haben sich derer hiervon vorhandenen Schriften zu bedienen.“[4] In den folgenden drei Jahren (bis 1727) veröffentlichte Leupold weitere sieben Bände mit über 430 Kupfertafeln. Weitere 20 Teile sollten bis zur Fertigstellung
der Enzyklopädie folgen. Auf Grund seines Todes konnte er sein Werk nicht vollenden.
Das Theatrum Machinarum setzte Maßstäbe für die künftige Maschinenkunde. Neben den schriftlichen Ausführungen verdeutlichen zahlreiche Konstruktionszeichnungen die Vorgänge. Da Leupold die Fachbegriffe in deutscher und
lateinischer Sprache abfasste und klar definierte, leistete er einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer deutschsprachigen technischen Terminologie. Ihm kommt zudem das Verdienst zu, die technischen Theorien seiner Vorgänger weiterentwickelt zu haben.
Leupolds Werk war von einem ausgeprägten Nützlichkeitsdenken bestimmt, da für ihn seine Maschinenentwürfe
vorrangig der Hebung des Wohlstands im Lande dienen sollten. Sein Hauptziel war nicht der höhere Theorieanspruch, sondern die Effektivität und eine möglichst ökonomisch sinnvolle Konstruktion und Betriebsweise seiner Apparaturen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt seiner Arbeiten sind seine Ausführungen über den Ingenieurberuf. Leupold verstand
darunter nicht mehr den Kriegsingenieur, sondern den Zivilingenieur. Das hierbei Herausragende ist die Unterteilung
derer, die sich mit Mechanik beschäftigen, in drei verschiedene Personengruppen:
Der Theoreticus, der sich mit der theoretischen Erarbeitung der Mechanik befasst,
der Practicus, der sich für den Bau der Maschinen verantwortlich zeigt und
der Empiricus, der die Maschinen bedient.
Diese Unterscheidung war zum damaligen Zeitpunkt zukunftsweisend.
In diesem Sinne verstand sich Leupold selbst als Practicus.
Uns Waagenforscher interessiert haupsächlich sein Band 5,1 von 1726:
Theatrum Staticum, Das ist: Schau-Platz der Gewicht-Kunst und Waagen.
Abbildungsbeispiel siehe oben.
Antoine Laurent de Lavoisier
war ein französischer Chemiker und Naturwissenschaftler, Rechtsanwalt, Hauptzollpächter, Ökonom und Leiter der fran-zösischen Pulververwaltung.
* 26. August 1743,
Paris, Frankreich
+ 8. Mai 1794, Paris, Frankreich (Hinrichtung durch die Guillotine).
Sein Erfolgsrezept: Genaue Waagen
Lavoisiers Leistung waren, dass er sehr genaue Messgeräte verwendete und die exakte Arbeitsweise aus dem Steuerwesen in die wissenschaftliche Chemie übertrug. So protokollierte er jeden Arbeitsschritt seiner Experimente genau und fertigte originalgetreue Zeichnungen des Apparatebaus an.
Dazu gehörte auch, dass er konsequent die Waage einsetzte und die Messergebnisse notierte. Durch die Protokolle konnte jeder andere Praktiker seine Experimente wiederholen und die Ergebnisse überprüfen. Im Prinzip waren solche Arbeits-weisen schon in der praktisch-handwerklichen Chemie bekannt, fanden aber nur wenig Eingang in die wissenschaftliche Chemie. Dort war auch die Waage gebräuchlich, aber oft wurden die Messergebnisse nicht richtig beachtet.
Seine chemischen Kenntnisse waren auch Frankreich nützlich, denn er organisierte die Gewinnung großer Mengen von Salpeter und Schießpulver. Die militärischen Siege der französischen Revolution wären ohne seinen Einsatz nicht denkbar. In der ersten Revolutionsphase hatte er konstruktiv an der politischen Neugestaltung mitgearbeitet. Im Zuge der Radikalisierung erregten seine Erfolge als Steuerpächter, Bankier und Leiter der Pulverregie den Neid seiner Zeitgenossen und führten zu seiner Inhaftierung und Verurteilung. Am 8. Mai 1794 wurde er dann zusammen mit anderen Generalsteuerpächter durch die Guillotine hingerichtet.
Charles Augustin
de Coulomb
* 14 Juni 1736 in Angoulême, † 23. August 1806 in Paris
war ein französischer Physiker und begründete die Elektrostatik sowie die Magnetostatik..
Coulombs Vater Henry stammte aus einer angesehenen Familie von Juristen und Verwaltungsbeamten in der Region Languedoc, seine Mutter war Catherine Bajet. Er wuchs in Angoulême auf und ging, nachdem die Familie nach Paris gezogen war, auf das angesehene College Mazarin in Paris. Nachdem sein Vater sein Vermögen bei Spekulationen verloren hatte, trennten sich die Eltern. Coulomb blieb zunächst bei der Mutter, da es jedoch zum Streit darüber kam, dass er eine Karriere in Mathematik und Naturwissenschaften einschlagen wollte, folgte er seinem Vater nach Montpellier. 1758 war er jedoch wieder in Paris, um sich für die Eingangsprüfungen an der staatlichen Schule für Ingenieursoffiziere Ecole de génie militaire de Mézières vorzubereiten. Anfang 1760 begann er dort zu studieren und machte Ende 1761 seinen Abschluss und begann seine Laufbahn im Staatsdienst als Leutnant des Corps de Génie, wo Coulomb Aufgaben als Bauingenieur zum Beispiel bei der Instandsetzung von Festungen wahrnahm. Zunächst war er in Brest stationiert und ab 1764 in Martinique in der Karibik, das 1762 vorübergehend von den Engländern erobert worden war und nach der Rückgabe von Frankreich stärker befestigt werden sollte. Bis 1772 leitete Coulomb den Bau des neuen Fort Bourbon. Frucht dieser Arbeiten war auch eine Abhandlung zur Baustatik, die er 1773 nach seiner Rückkehr nach Frankreich in den Abhandlungen der französischen Akademie der Wissenschaften veröffent-lichte, die ihm die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern wie seinem ehemaligen Lehrer Charles Bossut verschaffte. Während er in Cherbourg stationiert war, schrieb Coulomb eine Abhandlung über den Kompass, die ihm 1777 einen Preis der Pariser Akademie einbrachte. Die Abhandlung war auch von Bedeutung, weil er die Torsionswaage (und allgemein die Torsion von dünnen Fäden) behandelte, die später Grundlage seiner Experimente zur Messung auch schwacher Kräfte werden sollte.
Drehwaage von Coulomb
Eine Drehwaage (auch: Torsionswaage) benutzt man seit dem 19. Jahrhundert zur Messung sehr kleiner Kräfte, z. B. der Massenanziehung (Gravitation) zwischen zwei Bleikugeln oder der elektrostatischen Anziehung zwischen zwei verschieden geladenen Körpern.
Funktionsprinzip
Das Funktionsprinzip des ersten Instrumententyps ist: Eine große, stationäre Masse (Bleikugel) zieht eine kleinere Kugel gravitativ an. Dazu wird ein Stab mittig an einem Torsionsdraht aufgehängt und
an dessen Enden jeweils eine kleine Massekugel. Zwei große Massekugeln werden in geeignetem Abstand und symmetrisch zu den drehbar aufgehängten Kugeln fest montiert. Die gegenseitige Anziehung bewirkt dann eine Auslenkung bzw. Drehung des Stabes, der das Torsionsmoment des Drahtes entgegensteht. Aus dem Drehwinkel lässt sich die Gravitationskonstante berechnen.
Meist ist die wirkende Kraft so gering, dass die Positionsänderung der Kugel durch die Ablenkung eines Lichtstrahls durch einen am Aufhängefaden befestigten Spiegel hinreichend vergrößert werden muss, um genau bestimmt werden zu können. Um die Messung nicht durch den Luftwiderstand zu beeinflussen, befindet sich die Waage in einem evakuierten Gefäß. Mit der Drehwaage wurde erstmals die für die Physik und Technik (z. B. bei der Raumfahrt) sehr wichtigeGravitationskonstante.
Geschichtliche Daten
Das Prinzip der Drehwaage bzw. Gravitationswaage wurde von folgenden Wissenschaftlern erstmals ausgearbeitet und benutzt:
ca. 1760 beschrieb John Mitchell das Prinzip der Drehwaage und baute ein Gerät, kümmerte sich dann jedoch um andere Wissenschaftsbereiche.
1784 beschrieb Charles-Augustin de Coulomb die Benutzung einer Drehwaage zur Untersuchung der Abstoßungs- und Anziehungskräfte elektrischer Ladungen
Ersttagscouvert: Privatsammlung,
Porträt und Bild rechts: Wikipedia
Porträt und Bild rechts: Wikipedia
Kubische Bleigewichte aus massivem Blei. Judaea ca. 5 Jahrhundert v.Chr.
In kristalliner Form bildet Pyrit häufig annähernd perfekte Würfel. (Nach Foto von Carles Millan)
Heutige stapelbare Stahlgewichte
in kubischer Form
in kubischer Form