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Der gestrige Beitrag über das Gerücht zur möglichen Übernahme von Habanos SA durch Davidoff löste viele Reaktionen aus. Davidoff CEO Hans-Kristian Hoejsgaard dementierte via Twitter: «Ich bin mir nicht bewusst, dass Habanos zum Verkauf steht».
Was wären die Konsequenzen, wenn doch etwas dahinter steckt? Davidoff ist auch im US-Markt aktiv, wäre eine Übernahme so überhaupt möglich? Natürlich dürfte Davidoff keine kubanischen Zigarren im US-Markt vertreiben, das Engagement in Kuba sollte aber kein Problem darstellen. Auch der jetzige Teilhaber Imperial Tobacco ist in den USA präsent. (Warum sich die USA daran nicht stört, jedoch Überweisungen von Schweizer Banken an kubanische Kinderhilfswerke verhindert, ist wieder eine andere Frage).
Habanos SA ist die Vertriebsgesellschaft für alle kubanischen Premium-Zigarren. Der Besitzer darf sich also über ein staatliches Monopol und eine entsprechende Rente freuen. Jedoch hält der aktuelle Besitzer Imperial Tobacco nur einen 50 Prozent Anteil, die andere Hälfte des Unternehmens gehört dem kubanischen Staat und die Rentabilität hängt vom Gutdünken der Kubaner ab, je nach Einkaufspreisen, die Habanos SA der kubanischen Industrie bezahlen muss. Schwierig dürften auch die Einflussnahme-Möglichkeiten sein, obwohl die Vorstellung eines Davidoff-Qualitätsmanagements in Kuba verlockend wäre. In der jetzigen Konstellation bestimmen die Kubaner, wie gewirtschaftet wird.
Der Wert von Habanos SA hängt schliesslich davon ab, wie lange das Vertriebsmonopol bestehen bleibt. Wenn ein Käufer die Anteile übernimmt und Kuba daraufhin beschliessen sollte, dass der Markt geöffnet wird und fortan auch unabhängige Unternehmen in Kuba Zigarren produzieren dürfen, würde das Investment über Nacht mehr oder weniger wertlos. Ob ein Unternehmen wie Davidoff ein solches Risiko eingehen will, ist fraglich, und es dürfte auch die Finanzierung erschweren, sofern Fremdmittel nötig sind.