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Die Exposition von Insektiziden und Fungiziden aus der Landwirtschaft in Oberflächengewässer wurde im Vergleich zum Herbizideintrag in der Schweiz wie auch international erst spärlich untersucht. Dies, obwohl toxische Effekte auf Gewässerorganismen vor allem durch Insektizide bereits bei sehr geringen Konzentrationen im Fliessgewässer zu erwarten sind.
Ziel dieses Projektes war es deshalb, die Exposition und den Verbleib von Insektiziden und Fungiziden in Schweizer Fliessgewässern besser zu verstehen. Dabei wurden in einer Situtationsanalyse Einsatzspektrum, Verkaufsmengen, Abbauraten, physikalisch-chemische Eigenschaften und ökotoxikologischen Daten zu allen in der Schweiz registrierten Insektiziden und Fungiziden betrachtet. In einer Feldstudie (März bis Juli 2012) wurden in Zusammenarbeit mit kantonalen Behörden an 5 Fliessgewässern Proben genommen (Wasserproben und zwei verschiedene Passive-Sammelproben). Die Standorte wurden aufgrund ihrer Grösse sowie unterschiedlicher Landnutzung in ihrem Einzugsgebiet ausgewählt und erstreckten sich über das gesamte Schweizer Mittelland. Die Proben wurden mit Flüssigchromatographie gekoppelt an die hochauflösender Massenspektrometrie (LC-HRMS/MS) sowie Gaschromatographie mit Massenspektrometrie (GC-MS/MS) auf fast alle der registrierten Fungizide und Insektizide untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Insektizide häufig die chronischen Qualitätsziele für Oberflächengewässer überschreiten und daher für die Bewertung der Gewässerqualität sehr wichtig sind. Ausgewählte Insektizide und Fungizide sollten daher in zukünftige Monitoringprogramme aufgenommen werden.