Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03148.jsonl.gz/917

Das Werk komme in die Vereinigten Arabischen Emirate, teilte der Ableger des französischen Louvre in Abu Dhabi am Mittwoch über Twitter mit. Das "Salvator Mundi" war im November in New York für 450,3 Millionen Dollar versteigert worden. Das Auktionshaus Christie's verweigerte jeden Kommentar zum Käufer.
Nach Informationen der französischen Zeitung "Le Journal du Dimanche" stehen zwei Investmentgesellschaften hinter dem Kauf. Am Mittwochabend meldete die "New York Times" dann, bei dem Käufer handele es sich um den saudiarabischen Prinzen Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan al-Saud, einen Vertrauter des Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Verkauft hatte das Gemälde der im Exil lebende russische Milliardär Dmitri Rybolowlew. Der Besitzer des französischen Fussballklubs AS Monaco hatte das Werk vor vier Jahren für 127,5 Millionen Dollar vom Genfer Kunsthändler Yves Bouvier gekauft.
Bewegte Geschichte
Das Gemälde zeigt Jesus Christus mit zum Segen erhobener rechter Hand, in der Linken hält er eine Kristallkugel. In der Heimat des mutmasslichen Käufers Prinz Bader, der bislang nicht als Kunstsammler in Erscheinung getreten war, ist die Verehrung Christi sowie die Ausübung jeglicher Religion ausser dem Islam verboten.
Das Werk, das da Vinci um 1500 malte, hat eine bewegte Geschichte. Experten vermuten, dass es vom französischen Königshof in Auftrag gegeben worden sein könnte und später in den Besitz des englischen Königshauses überging.
Lange Zeit verschollen, tauchte das Gemälde erst im 19. Jahrhundert wieder auf und wurde zunächst einem Zeitgenossen da Vincis, aber nicht dem weltberühmten Universalgelehrten selber zugeschrieben. 1958 wechselte es für 45 Pfund den Besitzer. Erst seit 2005 gilt es offiziell als Werk Leonardo da Vincis.
Erst im November eröffnet
"Salvator Mundi" ist nicht das erste Werk von da Vinci im Louvre von Abu Dhabi. Der Pariser Louvre hatte seinem arabischen Ableger zuvor bereits "La Belle Ferronnière" ausgeliehen.
Der erste Ableger des weltberühmten Pariser Museums hatte im November in Abu Dhabi seine Tore geöffnet. Abu Dhabi hat für das neue Museum, in dem auf 64'000 Quadratmetern etwa 600 Werke aus aller Welt gezeigt werden, eine Vereinbarung mit Frankreich geschlossen, die unter anderem die Überlassung des Namens "Louvre" für 30 Jahre und Wechselausstellungen vorsieht.
Insgesamt nimmt Frankreich rund eine Milliarde Euro ein, der Pariser Louvre bekommt davon für die Überlassung des Namens 400 Millionen Euro.
Die Sammlung für das neue Museum, die von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst reicht, war im Jahr 2009 mit dem Aufkauf eines Piet Mondrian für 21,5 Millionen Euro gestartet worden. Weitere Leihgaben sind von bekannten französischen Museen wie Schloss Versailles und dem Musée d'Orsay zugesagt.