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Der rechtschaffene Hilfspolizist Sang-hwan versucht sich in Seoul mehr recht als schlecht als Freund und Helfer. Sein Idealismus wird empfindlich gestört als er merkt, das die lokalen Gangster ihn ohne weiteres zusammenschlagen dürfen. Da kommen die Fremden, die sich als The Seven Masters ausgeben, gerade recht. Sie wollen ihn zum Maruchi ausbilden. Ja es wird ihm sogar versprochen, dass er Ch'i Energie aus den Handflächen sausen lassen kann.
Sang-hwan ist skpeptisch, aber seine als Arachi destinierte Partnerin Eui-jin sieht für den hormongesteuerten Jüngling einfach zu gut aus, als dass er sich die Chance der Zusammenarbeit verbauen könnte. Also geht probieren über studieren. Zuerst wird dem jungen aber Disziplin beim Hausputz beigebracht.
Unterdessen hat sicher der Meister des absolut Bösen Heug-un aus seiner Gefangenschaft befreit, in den ihn die Sieben Master versetzt haben. Und nur der Maruchi kann verhindern, dass Heug-un die Welt ins dunkle Chaos stürzen wird. Kann Sang-hwan rechtzeitig als Maruchi wiedergeboren werden und seine Kräfte mit Arachi kombinieren, um Heug-un endgültig zu besiegen und den friedlichen Fluss der Ch'i-Power auf der Erde zu sichern?
Maruchi and Arachi waren schon in den 70ern koreanischen Animationshelden. Nun machen sie den Sprung ins 21. Jahrhundert. "Maru" ist das koreanische Wort für die Spitze. "Chi" bedeutet Mensch. "Ara" kommt von "Arumdapda" was soviel wie "schön" heisst, aber auch von "al", womit das Ei bezeichnet wird der heilige Ursprung des Lebens. Das sagt nicht nur etwas aus über das koreanische Rollenverständnis, sondern beschreibt auch recht gut, was aus unseren beiden Helden Sang-hwan und Eui-jin werden soll. Erleuchtete Ch'i Meister, die die Welt retten sollen: Maruchi und Arachi eben.
Das tönt jetzt alles nach trockener Theorie. Aber die Firma, deren achte Filmproduktion sich Arahan nennt, heisst "Fun and Happiness" Und der Name ist tatsächlich Programm, trotz dem buddhistischen Hintergrund. Denn der Titel bezieht sich auf den Status der Erleuchtung der in Kraft tritt, wenn sich die Ch'i Kräfte von Maruchi und Arachi bündeln. Arahan ist ein geheiligtes Individuum, welches das Nirvana erreicht hat. Nun aber genug der koreanischen Philosophie, denn Arahan macht auch ohne buddistisches Vorwissen Spass.
"Urban Martial Arts Extravaganza" verspricht die Affiche und gleich zu Beginn jagt Eui-jin wie Trinity durch die Wolkenkratzer - scheinbar schwerelos die Wände hoch und runter - bei der Verfolgung eines Kleinkriminellen. Man ist also gespannt, was da noch kommen mag, denn Sang-Wan ist derweil noch nicht so weit mit seinen Superkräften. Auch er verfolgt denselben Bösewicht, wird aber von ins Büro hetzenden Sekretärinnen mit Leichtigkeit überholt und in der Folge von seine genauso inkompetenten Vorgesetzten bloss gestellt. Der Marachi ist gründlich in ihm versteckt. Der koreanische Superheld ist aber nicht einer, der von der radioaktive Spinne gebissen oder einem Strahl aus dem Kosmos getroffen wird. Er erreicht seinen Status über harte häusliche Arbeit. Denn noch ist er erst im Maulen super. Und das sorgt dann auch für Gelächter, nicht zuletzt auch wegen der für das europäische Ohr äusserst amüsanten koreanischen Sprache. Auf Deutsch oder mit Jim Carrey in der Hauptrolle würde man es als dümmliche Blödelei abtun. Aber so wie hier, mit virtuoser Action von Männlein und Weiblein in der finalen Wire-Battle, macht es doch ziemlichen Spass. Am Schluss hindert einen nur ein schlimmer Gedanke am totalen Glücksgefühl. War das jetzt nicht einfach ein Jackie Chan-Film mit jüngeren Darstellern?
Roland Meier [rm]
Roland sammelt 3D-Blu-rays, weil da die Publikationen überschaubar stagnieren, und kämpft im Gegenzug des Öfteren mit der Grenze der Speicherkapazität für Aufnahmen bei Swisscom TV. 1200 Stunden Film und Fernsehen ständig griffbereit sind ihm einfach nicht genug.