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The Subversive Stitch
Die Welt vor 250 Jahren hatte für die Frau ordnende Systeme bereit, egal in welcher Gesellschaftsstufe sie sich befand. Ein Beispiel sei hier vorgestellt:
Erstausgabe
Der Subversive Stich - Sticken und die Konstruktion von Weiblichkeit
Dargestellt von Rozsika Parker
Aus dem Englischen übersetzt von Erika Cohn, Hamburg, und Elke von Nieding, Berlin.
Inspiriert durch die Ausstellung „The Subversive Stitch“ in Manchester veröffentlichte die Kunsthistorikerin und Psychotherapeutin Rozsika Parker 1984 unter dem gleichen Titel ein Buch, das sich grundlegend mit der Kritik an weiblicher Kunstfertigkeit auseinandersetzte. Das Werk erschien in mehreren Auflagen in England und Amerika, zuletzt 2014.
Ausgehend von der großen Tradition der Stickkunst in England vom Mittelalter bis in die heutige Zeit beschreibt sie jedoch nicht nur Fundorte und Techniken, sondern beleuchtet jeweils im Spiegelbild ihrer Zeit die wirtschaftlichen und sozialen Lebensumstände der zumeist weiblichen Sticker.
Parker ist Feministin und Soziologin, der provozierende Titel ihres Buches ist Programm. Sie sucht nach Ursachen für die Rollenmuster und Stereotypen, die stickenden Frauen seit dem Mittelalter zugeschrieben werden und weshalb Frauen, denen Jahrhunderte lang die Ausübung kreativer Talente in Literatur und bildender Kunst verwehrt wurde, professionell oder aus Liebhaberei kunstvolle Stickereien anfertigen. Einen Grund dafür sieht sie in der Erziehung von Mädchen. Diese ist für sie das Verhalten, das von ihnen erwartet wird, wozu sie bevorzugt ermutigt und für das sie von der sie umgebenden Gesellschaft geformt werden. Zugleich sieht sie in vielen Arbeiten unterdrückte Bedürfnisse, die in sozialen Nischen ausgelebt wurden, die ihnen in der von Männern do-minierten Gesellschaft überlassen bleiben.
Ihre mit vielen historischen Dokumenten und zahlreichen, Bildern belegten Untersuchungen beziehen sich zwar in erster Linie auf die Gegebenheiten für Stickerei in England, sind aber ebenfalls auf andere europäische Länder und auf die meisten Textiltechniken dort übertragbar.
Wir haben uns zu einer Übersetzung des Buches entschlossen, weil wir in der Bundesrepublik kein Werk kennen, das die Geschichte der Textilkunst so in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang stellt. Mit seinem umfassenden Quellenmaterial stellt es eine bisher unerschlossene Fundstätte für Textilfachleute, Kunsthistoriker, Erziehungswissenschaftler und Soziologen dar.
Berlin, im Februar 2016
Das Buch heute:
https://www.amazon.de/Subversive-Stitch-Embroidery-Making-Feminine/dp/1848852835#reader_1848852835
Für Neugierige steht eine Leseprobe der Übersetzerinnen Erika Cohn und Elke von Nieding zur Verfügung. Die Veröffentlichung der Übersetzung ist heute aus Urheberrechtlichen Gründen nicht möglich.
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- 23.05.2020