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Der Waldrapp
Der Waldrapp (Geronticus eremita)
Ibisse haben lange, gebogene Schnäbel. Die meisten Arten leben in der Nähe von Gewässern. Mit ihren Schnäbeln stochern sie im Schlick und Erdreich nach Wirbellosen und kleinen Kaulquappen. Im 17. Jahrhundert starb der Waldrapp in der Schweiz aus. Offenbar wurden die Vögel gerne gejagt und verspeist, wie der Zürcher Naturforscher Conrad Gessner im Jahre 1557 schrieb. Später wurden die letzten Waldrappen geschossen, um sie als Trophäen und für naturhistorische Museen auszustopfen.
Merkmale
Der Waldrapp (Geronticus eremita) zählt zu den Ibisvögeln und erreicht ein Körpergewicht von 1 – 1,5 kg und eine Flügelspannweite von bis zu 125 cm. Männchen und Weibchen zeigen keine deutlichen Geschlechtsunterschiede. Charakteristisch für Waldrappe ist ihr schwarzes, grün-violett glänzendes Gefieder. Während der Kopf adulter Waldrappe unbefiedert ist und von verlängerten Schopffedernumrahmt wird, ist er bei Jungvögeln noch grau befiedert und der Federschopf noch nicht vorhanden bzw. deutlich weniger ausgeprägt; auch glänzt das noch bräunlich-schwarze Körpergefieder weniger.
Verbreitung und Bestand – Historische Bestände
In Europa verschwand der Waldrapp bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Als Hauptursache für dieses Verschwinden wird die Nachstellung durch den Menschen angeführt, die auch vor der Aushorstung von Jungvögeln nicht Halt machte. Die Jagd wurde mit dem drastischen Rückgang der Waldrapp- Bestände zwar streng reglementiert, dies konnte die negative Bestandsentwicklung jedoch nicht mehr kompensieren.
Verbreitung und Bestand – Aktuelle Bestände
Der Waldrapp ist in seiner charakteristischen Lebensweise als Zugvogel in freier Wildbahn bis auf ein Individuum im Mittleren Osten ausgestorben.
Fortpflanzung und Brutbiologie
Waldrappe brüten in Kolonien, wobei sie aber nicht unbedingt monogam leben. Während der Brutzeit bilden sie feste Partnerschaften, die sich im folgenden Jahr jedoch ändern können. Nestbau, Brut und Aufzucht der Nachkommen übernehmen beide Partner eines Paares.
In der Regel legen Waldrappe bis zu vier Eier, die leicht grünlich sind und die Größe eines Hühnereis haben. Die Elternvögel brüten ab dem ersten Ei, was zur Folge hat, dass die Jungvögel in einem zeitlichen Abstand schlüpfen. Dieser Abstand beträgt ein bis drei Tage, legt die Rangfolge im Nest fest und dämmt die Nestlingsaggression ein. Waldrappe gelten als sehr gute Eltern, die auch das Nesthäkchen ausreichend versorgen.