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Über ein Jahr ist es her, seit Santi Cazorla zuletzt auf einem Fussball-Feld gestanden hat. Seine Leidenszeit, die er nun der spanischen Sportzeitung «Marca» in einem bewegenden Interview erzählt hat, hatte bereits im September 2013 begonnen. In einem Freundschaftsspiel mit der spanischen Nationalmannschaft zog sich der Arsenal-Regisseur eine komplizierte Achillessehnen-Verletzung zu.
Nach fünf Wochen gab Cazorla zwar bereits sein Comeback, doch er spielte ständig unter Schmerzen. «Am Anfang liessen sich die Schmerzen ertragen, solange ich warm war, konnte ich spielen, aber sobald ich abkühlte, musste ich weinen.»
Es kam noch schlimmer: Ende 2015 musste sich der 32-jährige Spanier wegen eines Aussenbandrisses auch am Knie operieren lassen, der rechte Fuss bereitete ihm jedoch weiterhin die grösseren Probleme. In England hatten die Ärzte wenig Hoffnung auf eine Besserung: «Sie haben mir gesagt, dass ich froh sein soll, wenn ich bald mit meinem Sohn im Garten laufen könnte.»
Im Oktober 2016 ging schliesslich nichts mehr: Cazorla liess sich erneut operieren, drei Wochen sollte die Pause diesmal dauern, doch es wurden die schlimmsten Monate seiner Karriere. Weil sich die Wunden aufgrund eines bakteriellen Infekts nicht richtig schlossen, folgten acht weitere Eingriffe am Knöchel.
Der Infekt hatte das Fersenbein und einen Teil der Achillessehne schwer beschädigt. «Da fehlten plötzlich acht Zentimeter der Sehne», erzählt Cazorla. Kurzfristig drohte gar die Amputation des Fusses.
In einer Not-Operation rekonstruierte der behandelnde Arzt das fehlende Stück der Achillessehne. Um die Wunde dauerhaft zu schliessen, wurde dem 1,65 Meter kleinen Mittelfeldspieler Ende Mai ein Stück der Haut seines tätowierten Arms entfernt und an die betroffene Stelle transplantiert.
Die Operation glückte, doch ein Knochenodem verlangsamte den Heilungsprozess. Mittlerweile befindet sich Cazorla auf dem Weg der Besserung. In Salamanca arbeitet er derzeit an seinem Comeback – allein. «Meine Familie lebt noch in London, weil meine Kinder dort ihre Schule begonnen haben. Allein ohne sie zu sein, ist das Schwierigste», erzählt er.
Vergessen hat man ihn trotz der langen Leidenszeit noch nicht, vor allem seine ehemaligen Kollegen aus der Nationalmannschaft unterstützen ihn: «Fast jeden Tag erhalte ich eine Nachricht von Iniesta, Silva, David Villa ...».
Auch deshalb gibt sich Cazorla weiterhin optimistisch. Noch immer liegt ein Comeback nicht drin, da er im Fuss zunächst wieder Kraft und Muskeln aufbauen muss. Immerhin hat er mittlerweile einen Termin im Kopf. «Ich hoffe, dass ich im Januar wieder auf dem Platz stehen kann», sagt er. Es wäre höchste Zeit, Ende 2018 endet sein Vertrag mit Arsenal. Wird es in der Rückrunde wieder nichts mit dem Comeback, ist seine Karriere wohl doch vorzeitig zu Ende. (pre)