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Hochverehrter Herr & Freund!
In Beilage erlaube ich mir Ihnen die «finanzielle Erläuterung» zu dem Reorganisationsprogramme für die Nordostbahn, das ich Ihnen vorgestern übermittelte, zukommen zu lassen. 1
Ebenso beehre ich mich, Ihnen angeschlossen eine Nachweisung über den Rückgang der Löhne & Preise vom Jahre 1874 auf 1876, welche ich habe anfertigen lassen, zuzustellen.2 Es soll damit bewiesen werden, welch' große Differenzen sich in dieser Beziehung in sehrkurzer Zeit ergeben können. Es spricht dieß für die Wünschbarkeit, daß die gegenwärtigen außerordentlich günstigen Conjuncturen für den Bau der Gotthardbahn benutzt werden & daß man nicht etwa in Folge von Verzögerungen, welche die Liquidation der zur Zeit bestehenden Gesellschaft mit Nothwendigkeit nach sich ziehen würde, wieder in eine Periode hoher Löhne & Material| preise hineingerathe.3
Für den Fall, daß es mir möglich würde, künftigen Samstag auf einige Stunden nach Bern zu kommen, um die vielen Puncte mit Ihnen zu besprechen, die nur auf dem Wege mündlicher Unterredung gehörig erörtert werden können, erlaube ich mir die höfliche Anfrage, ob Sie am Samstage in Bern zu treffen wären. Nur wenn dieß nicht der Fall sein würde, bitte ich um Antwort.
Schliesslich erlaube ich mir, diesen Zeilen einen Ausweis beizulegen, aus welchem hervorgeht, daß die Großzahl der Obligationen der Gotthardbahn sich in Schweizerischen – & ich darf wohl Ihnen gegenüber hervorheben – in Ostschweizerischen Händen befindet.4
In freundschaftlicher Hochachtung
Ihr
Dr A Escher
Zürich
21. Febrr 1877