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Abbi Glines: „Until Friday Night“ („A Fields Party“, Band 1)
Seit zwei Jahren spricht die junge Maggie nicht mehr: seit sie sah, wie ihre Vater ihre Mutter ermordete.
Nachdem sie nun zu ihrer Tante Coralee und ihrem Onkel Boone sowie deren Sohn Brady, Mitglied der bejubelten Football-Mannschaft seiner Schule, gezogen ist, trifft sie unter Anderem auch auf West, Bradys besten Freund und ebenfalls dem schulischen Footballteam angehörig.
Während West, der eine fortgeschrittene unheilbare Krebserkrankung seines Vaters vor seinen Freunden geheim hält, Maggie sofort als vertrauenswürdige „Leidensgenossin“, was den Verlust eines Elternteils anbelangt, ansieht, scheut sich Maggie nicht, West gegenüber ihr Schweigen, das sie wie eine Schutzmauer betrachtet, schon bald aufzugeben.
So entsteht zwischen West und Maggie eine von körperlichen Intimitäten freie, aber doch sehr intime Beziehung, wobei sich Beide auch mehr und mehr körperlich zueinander angezogen fühlen.
Doch was würde von ihrer Freundschaft übrig bleiben, wenn das Martyrium von Wests Vater geendet hat und wenn Maggie ihr Schweigen beendet, bereit, wieder am „normalen“ Leben teilzuhaben?
Zunächst einmal: Ich habe relativ lange überlegt, wie ich Maggies erlebtes Familiendrama am Besten umschreibe, ohne zu verraten, dass sie dem Mord ihres Vaters an ihrer Mutter beigewohnt hat. Denn anfangs wird gar nicht gross darauf eingegangen, was sie eigentlich zu ihren Verwandten verschlagen hat, ehe das Geschehene dann angedeutet wird und erst später bestätigt wird, dass es sich hierbei nicht um ein blosses Gerücht handelt.
Ich dachte, ich würde spoilern und einen wesentlichen Spannungsmoment vorwegnehmen, wenn ich die Ermordung Maggies Mutter durch ihren Dad erwähne, aber: Das steht bereits in der offiziellen Kurzbeschreibung der Geschichte. (Warum habe ich mir also überhaupt den Kopf über eine unverfänglichere Umschreibung zerbrochen?)
To everyone who knows him, West Ashby has always been that guy: the cocky, popular, way-too-handsome-for-his-own-good football god who led Lawton High to the state championships. But while West may be Big Man on Campus on the outside, on the inside he’s battling the grief that comes with watching his father slowly die of cancer.
Two years ago, Maggie Carleton’s life fell apart when her father murdered her mother. And after she told the police what happened, she stopped speaking and hasn’t spoken since. Even the move to Lawton, Alabama, couldn’t draw Maggie back out. So she stayed quiet, keeping her sorrow and her fractured heart hidden away.
As West’s pain becomes too much to handle, he knows he needs to talk to someone about his father—so in the dark shadows of a post-game party, he opens up to the one girl who he knows won’t tell anyone else.
West expected that talking about his dad would bring some relief, or at least a flood of emotions he couldn’t control. But he never expected the quiet new girl to reply, to reveal a pain even deeper than his own—or for them to form a connection so strong that he couldn’t ever let her go…
Der erst am Dienstag erschienene Roman „Until Friday Night“ ist der Auftakt zu einer neuen Serie („A Field Party“) von Abbi Glines und die Geschichten werden eben im Umfeld einer Football-Schulmannschaft spielen.
Das heisst: Abbi Glines kehrt zu den jüngeren Figuren zurück, Young Adult aus der Highschool statt New Adult aus dem College.
Wer jetzt befürchtet, dass damit die Geschichten „kindischer“ werden würden, den meine ich trösten zu können: Denn meines Erachtens habe ich noch nie einen derart erwachsenen Roman Glines‘ gelesen: Ich bin wirklich schwer angetan von diesem Roman, der übrigens abwechselnd von Maggie und West erzählt wird.
Ich mochte Maggie sehr gerne, die sich offenbar via West wieder an die direkte Kommunikation anzunähern traute und die hier auch sehr offen zugab, sich für das Schweigen entschieden zu haben, aus der Angst heraus, dazu gedrängt zu werden, über Dinge zu reden, über die sie nicht reden möchte. (Hier ist übrigens insofern eine kleine Parallele zu Sophie Kinsellas „Finding Audrey“ vorhanden als dass Audrey zwar nie das Sprechen verweigerte, sich aber doch auch zusichern liess, dass es okay sei, über die Dinge nicht zu reden, über die man nicht sprechen will. Maggie fehlt hier diese Gewissheit.)
Maggie war sehr vorsichtig und behutsam, empathisch und fürsorgevoll und hatte längst gelernt, genau zu beobachten und Dinge zu sehen, die von Anderen nicht auf Anhieb bemerkt wurden.
So erkannte sie in Wests Verhalten sofort auch die Angst und Unsicherheit, die er zu überspielen versuchte.
Tatsächlich verhielt sich West auch sehr zwiegespalten: Der West, der er privat daheim war, stand in krassem Gegensatz zu dem West, den er ausserhalb der heimischen vier Wände darstellte. Während er zuhause der liebe und liebende Sohn war, dem seine Eltern soviel bedeuteten und der sich angesichts des langsamen Sterbens seines Vaters nahezu täglich bei Maggie ausweinte, war er ansonsten der coole Mädchenschwarm, der sich nichts aus festen Beziehungen machte und der mit seinen „Freundinnen“ einfach nur sexuellen Spass haben, sich quasi die Hörner abstossen oder auch einfach nur, direkt gesagt, seinen Frust wegficken, wollte.
Ich mochte nicht sonderlich, wie er sich nach aussen gab, meine aber doch auch erkannt zu haben, wie West im Verlauf der Handlung von dieser Oberflächlichkeit abliess und den Wert enger Freundschaften immer höher schätzte: Die Charakterentwicklung hat mir zweifelsohne gefallen!
Auch die Geschichte fand ich spannend, da sie für mich nicht wie eine der typischen „Ja klaaaaar, nur Freunde!“-Liebesgeschichten wirkte, sondern für mich grade zu Beginn des Schlussteils noch einmal unklarer wurde, ob West nach dem Tod seines Vaters auch Maggie gegenüber zum unbeschwerten Schul-Playboy werden bzw. ob er bereit sein würde, seine Stellung als Maggies einziger echter Gesprächspartner aufzugeben oder worüber die Beiden ihre Freundschaft noch definieren würden, nachdem sie sich gegenseitig in und aus ihrer Trauer heraus geholfen haben.
Ob sie letztlich ein Paar sein würden, war für mich also ebenso fraglich wie, ob sie überhaupt auch nur Freunde bleiben könnten. Klar hofft man darauf, dass es doch so endet wie derartige Geschichten gemeinhin eben ausgehen, aber ich war mir bei einem YA Roman grade zum Ende hin selten so unsicher wie hier, was eine potentielle Voraussehbarkeit angeht.
Insgesamt fand ich die Ernsthaftigkeit, den Hintergrund der Charaktere, hier wirklich toll dargestellt; wie gesagt: in meinen Augen bislang die „erwachsenste“ Geschichte aus der Feder Abbi Glines‘, eigentlich auch völlig frei von jedem romantischen Kitsch und (ausufernden) Sex-Szenen.
Ich hoffe sehr, dass die weiteren Teile dieser Serie wie eben „Until Friday Night“ auch mehr dieser Tiefe aufweisen werden und freue mich jetzt schon wie Bolle auf Band 2!
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Abbi Glines: „Until Friday Night“ – bislang der beste Roman, den ich von Abbi Glines gelesen habe!
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„Until Friday Night“ von Abbi Glines, veröffentlicht am 25.08.2015
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