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Eine neue Studie des Swiss Re Institute kommt zum Schluss, dass Klimainvestitionen «früher und in viel grösserem Umfang» getätigt werden müssen, um diese Ziele zu erreichen. Durch gemeinsame Anstrengungen des öffentlichen und privaten Sektors könnte das Defizit ausgeglichen werden.
Angesichts des langfristigen Horizonts ihrer Verbindlichkeiten und des langfristigen Kapitals, das ihnen zur Verfügung steht, betonte Swiss Re auch, dass institutionelle Investoren wie Pensionsfonds oder Rück-/Versicherungsgesellschaften gut positioniert sind, um eine Rolle beim grünen Wandel zu spielen. So kann die Versicherungsbranche den Markt beispielsweise durch die Finanzierung neuer Dekarbonisierungslösungen wie Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -abfuhr sowie Investitionen in nachhaltige Infrastrukturen ankurbeln.
Bepreisung von Risiken liefert Entscheidungsgrundlage
Als Risikoabsorber kann die Branche auch das Risiko-Rendite-Profil klimafreundlicher Investitionsprojekte verbessern, und durch die Bepreisung von Risiken und die Weitergabe von Risikowissen kann die Branche die Marktteilnehmer in die Lage versetzen, klare und fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.
«Der Markt für grüne Anleihen macht immer noch weniger als zwei Prozent des Wertes des globalen Anleihemarktes aus, was bedeutet, dass er viel zu klein ist», sagt Jérôme Haegeli, Group Chief Economist bei Swiss Re. «Wir müssen mehr tun, um Investitionshemmnisse abzubauen und eine internationale Konvergenz bei der Taxonomie für Klima- und grüne Investitionen zu erreichen.»
Klimaziele: Öffentlicher und privater Sektor müssen zusammenarbeiten
Zudem stellt er fest, dass die Investitionen in die Dekarbonisierung seit 2016 um durchschnittlich fünf Prozent pro Jahr gestiegen sind. «Wenn sich dieser Trend fortsetzt, bedeutet dies, dass die Netto-Null-Ziele für 2050 wahrscheinlich um 20 Jahre verfehlt werden», erklärte Haegeli. «Die Identifizierung der Klima-Investitionslücke ermöglicht es, die jährlichen Fortschritte auf dem Weg zu einer Netto-Null-Wirtschaft zu verfolgen. Der Wandel kann jedoch nur dann in dem erforderlichen Tempo erfolgen, wenn der öffentliche und der private Sektor zusammenarbeiten, um Kapital freizusetzen und es gezielt zu lenken.»
Laut der Studie von Swiss Re besteht die grösste Investitionslücke zur Erreichung der Netto-Null-Ziele im Verkehrssektor mit geschätzten 114 Billionen Dollar, wobei die meisten Investitionen für die Infrastruktur von Elektrofahrzeugen erforderlich sind. Im Energiesektor wird die Investitionslücke auf 78 Billionen Dollar geschätzt, wobei der grösste Mangel bei den erneuerbaren Energien und der entsprechenden Infrastruktur besteht. (reinsurance news/hzi/sec)