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| Theodoret von Cyrus († 466) - Kirchengeschichte (Historia ecclesiastica)

Viertes Buch [363—378]
2. Die Rückkehr des heiligen Athanasius
Erfreut über diese Sprache ging der Kaiser mit sich zu Rate, wie er für das allgemeine Wohl sorgen und das Heer unversehrt aus dem feindlichen Lande zurückführen könnte. Es bedurfte aber keiner langen Überlegung, sondern er erntete gleich die Frucht von dem Samen seiner christlich-gläubigen Gesinnung. Denn alsogleich offenbarte der Gott des Weltalls seine Fürsorge und half ihm aus der sichtlichen Verlegenheit. Als nämlich der Perserkönig von dem Regierungsantritt Jovians Kunde erhielt, schickte er Gesandte, um über den Frieden zu verhandeln. Dann sandte er Nahrungsmittel für die Soldaten und ließ für sie in der Wüste einen Markt herrichten. Jovian aber schloß hierauf einen dreißigjährigen Frieden und führte das Heer wohlbehalten aus dem feindlichen Lande zurück.
Kaum hatte er den Boden seines Reiches betreten, da erließ er sofort ein Gesetz, das bestimmte, daß die Bischöfe aus der Verbannung zurückkehren sollten, und verordnete, daß die Kirchen denjenigen zurückgegeben werden müßten, die das zu Nizäa aufgestellte Glaubensbekenntnis unversehrt bewahrt hätten. Er richtete auch an Athanasius, den berühmten Verteidiger dieser Lehren, ein Schreiben mit der Bitte, es möge eine genaue [S. 204] Unterweisung über die göttlichen Dinge für ihn verfaßt werden. Dieser berief die angeseheneren Bischöfe zu einer Versammlung und ermahnte ihn in seinem Antwortschreiben, an dem zu Nizäa aufgestellten Glaubensbekenntnis festzuhalten, da dasselbe mit der Lehre der Apostel übereinstimme. Mit Rücksicht auf den Nutzen der Leser will ich diesen Brief in meine Darstellung einfügen.