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Initiale E zum “Exultet” am Karsamstag im Osternachtsgottesdienst: Exsultet iam angelica turba caelorum, exultent divina mysteria (jubeln soll die Schar der Engel im Himmel …). P. 154 im Codex Sangall.348 (CLA VII 936)
Irren ist menschlich: Die Behauptung, dass das Remedius-Sakramentar um 800 für den Bischof von Chur im dortigen Skriptorium geschrieben worden sei, ist wohl ein Irrtum.
Das in frühkarolingischer Minuskel geschriebene und wunderschön mit farbigen Initialen in südenglischem Stil geschmückte Messbuch hat zwar dem Churer Bischof Remedius (ca 785 – 820) gehört, aber es war ursprünglich für eine andere Bischofskirche gedacht und ist deshalb etwas früher zu datieren. Es gilt als ein Hauptwerk der in Chur gepflegten rätisch-karolingischen Minuskel. Diese frühkarolingische Schrift ist nach B.Bischoff derjenigen der frühen Hofschule Karls des Grossen verwandt, die in Weissenburg, Metz und Lorsch ihre Schreibstuben unterhielt, bevor sie Mitte der 790 Jahre einen festen Wohnsitz in Aachen bezog.
Es ist dies, neben manch anderen, ein weiterer Hinweis dafür, dass Remedius in seiner Jugend ein Mitglied der Karlschen Hofkapelle war. Ich bin nach langer eingehender Beschäftigung mit dem Remediussakramentar davon überzeugt, dass dieser Codex nicht für Chur geschaffen worden ist, sondern vielleicht für Strassburg, wo die Kathedrale ebenfalls der Muttergottes geweiht war. Vielleicht sollte man die Urkunde, die von der Uebergabe des Klosters Eschau an das Marienmünster von Strassburg handelt nochmals genau untersuchen?