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Das Erdbebengefährdungsmodell der Schweiz bildet dieses Wissen umfassend ab. Es macht eine Vorhersage der möglichen Erdbeben und damit einhergehenden Bodenbewegungen in den nächsten fünfzig Jahren. Das Modell basiert auf Kenntnissen der Tektonik und Geologie, Informationen über die Erdbebengeschichte, Schadensbeschreibungen sowie Modellen der Wellenausbreitung. Fachpersonen und Behördenvertreter nutzen es als Ausgangspunkt, um Entscheide im Bereich der Erdbebenvorsorge und des integralen Risikomanagements zu treffen. Zudem gründen darauf die Erdbebenbaunormen.
Die Einschätzung der regionalen Verteilung der Erdbebengefährdung der Schweiz hat sich in den letzten zehn Jahren nicht massgeblich verändert. Das Wallis bleibt die Region mit der höchsten Gefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz. Eine im Vergleich zu 2004 leicht erhöhte Gefährdungseinschätzung weist neu das Bündnerland auf. Zudem fallen die zu erwartenden Bodenbewegungen schweizweit in vielen Frequenzbereichen etwas stärker aus.
Das Erdbebengefährdungsmodell 2015 für die Schweiz löst jenes aus dem Jahr 2004 ab. Eine periodische Aktualisierung, die dem neusten Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, bildet die Grundlage für adäquate Schutzmassnahmen. Das Erdbebengefährdungsmodell 2015 zeichnet sich durch neue Daten, überarbeitete Einschätzungen historischer Quellen, einen homogenen Referenzfels und verbesserte Vorhersagemodelle aus. Die Unsicherheiten in der Abschätzung der zu erwartenden Bodenbewegungen fallen 2015 deutlich geringer aus als 2004. Das Modell 2015 liefert somit eine solidere Abschätzung der Erdbebengefährdung und eine gute Grundlage für ein nationales Risikomodell.
Interaktives Kartentool
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