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Dev Raj Bharati wuchs im SOS-Kinderdorf in Surkhet in Nepal auf. Heute arbeitet er als Augenarzt und setzt sich für das Wohl von Menschen aus abgelegenen Dörfern ein.
«Schon kurz nach meiner Geburt trennten sich meine Eltern. Meine Mutter heiratete einen anderen Mann, mein Vater starb kurze Zeit später an Tuberkulose. Eine Schwester meines Vaters nahm mich auf, doch sie lebte in Armut und hatte damit zu kämpfen, mich zu versorgen. Am Ende blieb niemand in meiner Familie übrig, um Verantwortung für mich zu übernehmen. Schliesslich brachten Verwandte mich in das SOS-Kinderdorf Surkhet. Einen Ort, den ich rückblickend als mein erstes echtes Zuhause bezeichnen würde. Meine SOS-Mutter und die anderen Kinder brachten mir Liebe, Geduld und Freundlichkeit entgegen. Also all die Dinge, die ein Kind braucht. Ich fand Freunde und entdeckte meine Leidenschaft für Fussball. Diese Geborgenheit machte mich nicht nur glücklich, sondern motivierte mich auch in der Schule. Die Abschlussprüfung absolvierte ich 1997 als Bester des ganzen Bezirks.
Nach der Schule entschied ich mich, Medizin zu studieren. Ich war einmal benachteiligt, und mir wurde geholfen. Das Mitgefühl der Menschen um mich herum hat mein Leben verändert. Ich sah es als meine Verantwortung, der Gesellschaft, die mich grossgezogen hat, etwas zurückzugeben. An der führenden Klinik für Augenchirurgie in Nepal liess ich mich zum Facharzt ausbilden und bin heute leitender medizinischer Direktor eines Krankenhauses in Nepalgunj. Darüber hinaus organisiere ich kostenlose augenchirurgische Eingriffe in abgelegenen oder armutsbetroffenen Gegenden Nepals, um auch den Menschen dort Zugang zu Augenbehandlungen zu ermöglichen. Besonders stolz macht mich, dass ich bis heute bereits mehr als 20 000 Patientinnen und Patienten mit
grauem Star helfen konnte.Es ist ein magischer Moment, zu sehen, wie glücklich die Patienten sind, nachdem sie nach einer Operation am grauen Star wieder sehen können. Was ich heute bin und was ich erreicht habe, verdanke ich der Fürsorge, Pflege und Liebe, die mir meine Familie im SOS-Kinderdorf Surkhet gegeben hat. Dafür bin ich bis heute dankbar.»