Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1537

Sikh in der Nordwestschweiz
Diese monotheistische Religion wurde von Guru Nanak (1469–1539) in Nordindien begründet.
Nanak verstand sich als Reformer eines sinnentleerten ritualisierten Hinduismus und eines erstarrten Islams.
Er lehrte einen bildlosen Monotheismus, der zwischen Menschen verschiedener Herkunft keinen Unterschied macht.
Offiziell wurde der Sikhismus am 1. Vaisakh 1699 von Guru Gobind Sing als eigenständige Religion erklärt. Seither lebte die Mehrheit der Sikh im nordindischen Bundesstaat Punjab.
Die Sikh engagierten sich im Unabhängigkeitskampf gegen die englische Besatzung. Nach der Unabhängigkeit im Jahre 1947 wurde der Punjab in einen westlichen Teil, der heute zu Pakistan, und einen östlichen Teil, der zu Indien gehört, geteilt. Die Mehrheit der Sikh lebte im indischen Teil.
Ein Minderheit strebte einen eigenen Sikh-Staat Khalistan an. Deshalb herrschten im Punjab während Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände. Im Anschluss an den von Indira Gandhi befohlenen Tempelsturm «Blue Star Operation» im Jahre 1984 flüchteten oder emigrierten Tausende in den Westen, so auch in die Schweiz.
Von 1984 bis Anfang der neunziger Jahre lebten mehrere Hundert Sikh in Basel und Umgebung.
Jährlich wurden mehrere Feste in gemieteten Sälen gefeiert. Während etwa einem Jahr gab es an wechselnden Orten einen kleinen «Gurdwara», wo jeden Sonntag Gottesdienste gefeiert wurden.
Von 1992 bis 2003 war ein ständiger Gurdwara in einer ehemaligen Fabrik in Roggwil eingerichtet. Aus persönlichen Gründen spaltete sich die Gemeinde.
Die eine Gruppe tritt unter dem Namen SIS SIKH-Stiftung (Schweiz) (Langenthal) auf.
SIS baute einen Gurdwara nach indischem Vorbild in Langenthal; die Eröffnung war am Samstag, 23. September 2006.
Die andere Gruppe nennt sich Sikh Gemeinde Schweiz Gurudwara (Däniken) und hat am 26. Oktober 2002 in Däniken SO in einer ehemaligen Fabrikhalle ihren Gurdwara eröffnet.
Theologisch unterscheiden sich die beiden Gemeinden nicht. Die persönlichen Animositäten, die zur Trennung geführt hatten, sind heute nicht mehr spürbar. So besuchen sich einige der Mitglieder gegenseitig. Grundsätzlich entscheidet der Wohnort oder die Bekanntschaft mit anderen Sikh, wer welchen Gurdwara besucht.
Heute leben in der Schweiz rund 1000 Sikh.
[int.Nr.:i240e02]
Aktualisiert: 25.1.2011
Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:
© INFOREL, Information Religion, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!
|Powered by LAUPER COMPUTING, TYPO3|