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Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Guinea sind wenig intensiv. Während der Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone in den 1990er-Jahren leistete die Schweiz humanitäre Hilfe in Guinea. Es wurden verschiedene Abkommen zu Schuldenreduktion und Migration ausgehandelt.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Guinea
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Seit der Anerkennung der Unabhängigkeit Guineas durch die Schweiz haben die beiden Länder eine Reihe von bilateralen Verträgen abgeschlossen. Sie betreffen Handel, Investitionsschutz, Luftverkehr, technische Zusammenarbeit sowie Migration.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Der Handelsaustausch zwischen der Schweiz und Guinea ist gering. 2011 importierte die Schweiz Waren in Höhe von 0.1 Mio. CHF. Die Exporte nach Guinea betrugen 9 Mio. CHF und betrafen vor allem Papier, Papierwaren und grafische Erzeugnisse, Maschinen und Fahrzeuge.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Forschende und Kulturschaffende aus Guinea können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe
In den 1990er-Jahren, während der Bürgerkriege in den Nachbarländern Liberia und Sierra Leone, leistete die Schweiz humanitäre Hilfe in Guinea, die zum Teil noch andauert.
2005–2011 setzte das Bundesamt für Migration BFM gemeinsam mit der DEZA und der Internationalen Organisation für Migration IOM ein auf Guinea zugeschnittenes Rückkehrhilfeprogramm um.
Schweizerinnen und Schweizer in Guinea
2015 zählte die Schweizergemeinschaft rund 106 Personen. Ein grosser Teil der in Guinea ansässigen Schweizerbürgerinnen und -bürger ist für die evangelisch-reformierte Mission Philafricaine tätig, die seit 30 Jahren im Land ansässig ist.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte die Unabhängigkeit der ehemaligen französischen Kolonie Guinea am 13. Oktober 1958. Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen erfolgte 1960. Das 1959 in Conakry eröffnete Konsulat wurde 1965 in eine von einem Geschäftsträger geleitete Botschaft umgewandelt und 1992 geschlossen. Seit 2001 besteht ein Generalkonsulat, geleitet von einem Honorarvertreter.
In den 1960er-Jahren schlossen die Schweiz und Guinea einen Vertrag über Handel, Investitionsschutz und technische Zusammenarbeit sowie ein Luftverkehrsabkommen ab. Die weitere Entwicklung der Beziehungen wurde durch die im Land bis 2010 herrschenden politischen Strukturen verhindert.
Dennoch gewährte die Schweiz in den 1980er und 1990er-Jahren finanzielle Hilfe im Rahmen von multilateralen Strukturanpassungsprogrammen. Weitere Abkommen regelten die Umschuldung im Rahmen des Pariser Clubs. 1997 wurde ein Abkommen zur Schuldenreduktion unterzeichnet.
Im Bereich Migrationszusammenarbeit wurde 2004 ein Protokoll betreffend Rückkehr und Wiedereingliederung guineischer Staatsangehöriger mit unbefugtem Aufenthalt in der Schweiz unterzeichnet. 2011 konnte ein Migrationsabkommen unterzeichnet werden. Dieses wird nach Abschluss des Ratifikationsprozesses in Kraft treten.