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Medienmitteilung
Ausgabedatum: Dienstag, 11. November 2014 15:30 Uhr
Starkniederschläge und Schneefälle auf der Alpensüdseite - überschwemmte Ufer am Lago Maggiore
Prognose MeteoSchweiz - Situation auf der Alpensüdseite
Seit Anfang November befindet sich der Alpensüdhang mehrheitlich im Einflussbereich einer Südwestströmung, die feuchte und relativ milde Subtropenluft zum Alpensüdhang führt. Eine neue, aktive Stauphase ist seit Sonntagabend im Gange und verursacht anhaltenden Niederschlag.
Von Sonntag bis Dienstagmittag sind auf der Alpensüdseite 100 bis 150 l/m2 Regen gefallen. In der Leventina, im Bleniotal sowie im Misox liegen die Mengen um 50 l/m2. Folglich sind die Pegel der Gewässer markant angestiegen. In der milden Luftmasse ist die Schneefallgrenze relativ hoch, sie liegt in etwa 2000 Metern Höhe. Im westlichen Tessin ist in den Hochalpen etwa ein Meter Neuschnee gefallen.
Die Niederschläge dauern nun noch bis Mittwochabend an. Es ist mit zwei intensiveren Niederschlagsphasen zu rechnen, die erste am Dienstagabend und in der folgenden Nacht, eine zweite am Mittwochnachmittag. Insgesamt kann je nach Region mit weiteren 50 bis 100 l/m2 Niederschlag gerechnet werden. Die Schneefallgrenze bleibt mehr oder weniger unverändert bis am Mittwoch, gegen Ende des Ereignisses kann sie dann auf 1500 Meter absinken.
Die Schneefallgrenze liegt im Allgemeinen zwischen 1800 und 2100 Metern, in den oberen Alpentälern bei intensiverem Niederschlag deutlich tiefer. Zwischen den südlichen Walliser Alpen und dem Oberengadin sind 100 bis 140 cm Neuschnee zu erwarten. In bestimmten Gebieten im Tessin und Oberwallis herrscht die Lawinengefahrenstufe 4.
Hochwassergrenze am Lago Maggiore überschritten
Aufgrund der vorhergesagten Niederschläge werden die Abflüsse der Fliessgewässer im Tessin auf erhöhtem Niveau verbleiben und teilweise weiter ansteigen. Die weiterhin markant erhöhten Zuflüsse zum Lago Maggiore und Lago di Lugano, insbesondere der Toce (Italien), lassen die Seepegel weiter ansteigen. Beide Seen befinden sich aktuell in Gefahrenstufe 3. Am Lago Maggiore wird in der Nacht auf Mittwoch Gefahrenstufe 4 (195.5 m ü M) erreicht. Damit wird die Hochwassergrenze überschritten. Am Mittwoch tritt voraussichtlich die Gefahrenstufe 5 (sehr grosse Gefahr; 195.75 m ü M) ein. Am Seeausfluss in Sesto Calende (Italien) sind die Schleusen seit Tagen maximal geöffnet. Am Lago di Lugano wird bis am Mittwoch Gefahrenstufe 4 (271.40 m ü M) erreicht.
Die Flusspegel werden ansteigen, aber die grösseren Flüsse wie Maggia und Ticino bleiben morgen voraussichtlich knapp unter der Gefahrenstufe 2. An kleineren Flüssen sind bei vorübergehenden Niederschlagsintensivierungen hohe Abflussspitzen möglich. Am Mittwochabend oder spätestens in der Nacht zum Donnerstag erfolgt eine Wetterberuhigung.
Rutschungen möglich
Aufgrund der Niederschläge der letzten Tage sind die Böden und der Felsuntergrund im Maggiatal, im Centovalli und im Onsernonetal stark gesättigt. Die zusätzlich erwarteten Niederschläge können angesichts der Menge und Intensität lokal und regional Hangrutschungen auslösen. Lokale Schauerniederschläge können die Situation noch verschärfen. Es ist mit spontanen und grossen Rutschungen zu rechnen.