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Ostern 1768 erschien seine
»Vorstellung an
Menschenfreunde für
Schulen, nebst dem
Plan eines Elementarbuches der menschlichen
Erkenntnisse«. Er legte in derselben die unschätzbare Wichtigkeit einer guten
Erziehung und namentlich eines richtig erteilten
Unterrichts, der von der Körperpflege und Betrachtung der Sinnenwelt auszugehen und der
Natur sich anzuschließen
habe, mit
Begeisterung dar und forderte zur Unterstützung seiner
Unternehmungen auf. Der Erfolg war großartig. Aus dem umfassenden
Briefwechsel, in welchen ihn die zahlreichen Anfragen seiner Anhänger verwickelten, entstanden (1768 u.
1769) seine »Unterhaltungen mit
Menschenfreunden«, später »Vierteljährige Nachrichten vom
Elementarwerk« betitelt (1770 u.
1771). Die Pränumeration auf das große
Elementarwerk ergab bis 1770 mehr als 7000
Reichsthaler.
Als
Vorläufer erschien 1769 das Schriftchen »Endzweck, Möglichkeit und Probe
des versprochenen Elementarbuches«; 1770 das »Methodenbuch für
Väter und Mütter der
Familien der
Völker«; 1774 das
»Elementarwerk«
selbst in 4
Bänden mit 100 größtenteils vonChodowiecki entworfenen Kupfertafeln. Es fand allgemeinen
Beifall und wurde in mehrere fremde
Sprachen, selbst ins
Russische,
[* 6] übersetzt, hatte aber keineswegs den gehofften praktischen
Erfolg und wurde nur wenig im
Unterricht der öffentlichen
Schulen verwertet.
Basedow, von seinen Zeitgenossen oft über Gebühr gepriesen, ist von der Nachwelt bisweilen unterschätzt worden. Er war ein reichbegabter,
anregender Geist und erfüllt von aufrichtiger Begeisterung für das erkannte Gute, namentlich für das Wohl der Menschheit.
Leider fehlten ihm Selbstbeherrschung, Ausdauer und fester sittlicher Halt, lauter Eigenschaften, welche der Pädagog
zu einer gedeihlichen Ausübung seines Berufs am wenigsten entbehren kann. Bekannt ist die Parallele,
[* 14] welche Goethe in »Wahrheit
und Dichtung« zwischen und Lavater, seinen beiden Begleitern auf einer Rheinreise (1774), entwirft. In religiöser Beziehung
war Basedow leidenschaftlicher Rationalist und Anhänger der natürlichen Religion, welche er für den wahren Kern
des Christentums hielt; auch auf diesem Gebiet beeinträchtigte der Mangel an Gemütstiefe sein Wirken.
Auf dem Gebiet der Pädagogik ist trotz allem die Nachwirkung seiner Anregungen eine sehr bedeutende und nach der kritischen
Ausscheidung seiner Einseitigkeiten eine im ganzen heilsame gewesen.
Vgl. Rathmann, Beiträge zur Lebensgeschichte Basedows
(Magdeb. 1791);