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Im August beschloss die Energiekommission des Nationalrates, den Bau neuer Wasserkraftwerke mit 600 Millionen Franken zu unterstützen. Noch bevor das Parlament die Subventionen abgesegnet hat, melden Exponenten der Strombranche neue Ansprüche an.
«Der Bund vergisst die bestehenden Wasserkraftwerke, die immerhin fast 60 Prozent des Stroms erzeugen», sagt Paul Michellod, Generaldirektor des Walliser Stromanbieters FMV, der ausschliesslich Wasserkraft produziert. «Auch diese Anlagen müssen vom Bund finanziell unterstützt werden.» Schliesslich stehe man mit hochsubventionierten Konkurrenten im Wettbewerb.
Experten sprechen sich gegen mehr Subventionen aus
Roger Pfammatter, Chef des Schweizerischen Verbands der Wasserwirtschaft, bezeichnet es als «betrüblich», dass für die bestehenden Wasserkraftwerke keine Lösung auf dem Tisch sei. Andere Stromproduzenten führen ins Feld, dass in den nächsten Jahren erhebliche Investitionen in den Erhalt bestehender Anlagen nötig seien. «Viele dieser Wasserkraftwerke sind dann nicht mehr rentabel», sagt ein Vertreter eines Stadtwerks.
Energieexperten halten zusätzliche Fördermassnahmen für die Wasserkraft für unnötig. Die meisten Wasserkraftwerke seien längst abgeschrieben und deren Stromproduktion marktfähig, sagt Jürg Buri von der Energiestiftung. Laut Urs Meister von der Denkfabrik Avenir Suisse belohnte der Bund Firmen, die in der Vergangenheit falsch oder übermässig investiert haben, wenn er nun auch bestehende Anlagen subventioniere.