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Appell an die Schweizer Archäologie (Vandalismus in Yverdon-Clendy), Miscellanea / © 2003-04 Franz Gnaedinger, fgn(a)bluemail.ch, fg(a)seshat.ch, www.seshat.ch
Appell an die Schweizer Archäologie, Vandalismus in Yverdon-Clendy
Am Abend des 20. Juni 2003 war ich im Rahmen meiner Arbeiten zu den Megalithen in der Romandie (Yverdon, Sion, Lutry, Gorgier, Bevaix) wieder einmal in Yverdon-Clendy. Ein junger Mann machte ein Feuer neben den nordöstlichen Menhiren. Sein Feuerholz bestand aus neun Zentimeter dicken, rund zweieinhalb Meter langen Baumstämmen, die er zerkleinerte, indem er sie mit aller Kraft gegen die scharfen Kanten des äussersten und danach eines weiter innen gelegenen Steines schlug. Ich rief ihm zu, er solle aufhören! Als er weiterfuhr, ging ich zu ihm hin und sagte, er solle sofort aufhören, dies sei ein wichtiger archäologischer Platz, der zur patrimoine gehöre. Der junge Mann vom Typ „outlaw“ foutierte sich um alles. Stein sei stärker als das Holz, und überhaupt rufe er die Polizei (!), und er gab seinem Hund den Befehl, mich zu beissen. Worauf das Hündlein freudig wedelnd auf mich zurannte … Dachte wohl, sein Herrchen brauche jemanden zum Reden. Also sprach ich mit dem jungen Mann, und fragte ihn, ob er von hier sei? Ich käme von Zürich. Er sagte, dass er mit sechs Jahren aus Frankreich nach Yverdon gekommen sei. Ich sagte ihm, was die Menhire meiner Meinung nach bedeuten, als erstes einen grossen Vogel, und zeigte ihm die wunderbaren Reliefs von zwei balzenden Kolkraben auf dem Frühlingsmenhir (Menhir Nr. 11), in der Hoffnung, ihn für die Kunst seiner Vorfahren begeistern zu können. Er meinte, der Platz wäre ein grosses Abfallfeld, hier lägen jeweils Champagnerflaschen, und überhaupt habe er in der Zeitung gelesen, dass die Menhire verschwänden, weil man hier bauen wolle. Immerhin, der junge Mann hat sofort verstanden, was die beiden Reliefs bedeuten (wogegen mir die Archäologen versichern, dass die Menhire einzig und allein Menschen darstellen). Ich meinte, der junge Mann könne doch ein wenig zum Gelände schauen, und so quasi den Wächter spielen, also eine Aufgabe übernehmen, wenn er schon hier weile, und redete noch ein wenig in diesem Sinne. Dann wünschte ich ihm bonne chance, fuhr weiter mit meinen Aufnahmen, und verliess das Gelände. Als ich um die Ecke war, hörte ich wieder die trockenen Schläge von Holz auf Stein. Also war meine Intervention vergeblich.
Letztes Jahr (2002) habe ich den Kantonsarchäologen Denis Weidmann und die Kuratorin des Yverdoner Museums France Terrier auf möglichen Vandalismus während der Expo aufmerksam gemacht, aber keine Antwort bekommen. Dann schrieb ich in derselben Sache an das Landesmuseum Zürich, wo man mir beschied, dass der Kanton Waadt für Yverdon-Clendy zuständig sei. Am Samstag den 21. Juni 2003 schrieb ich ein e-mail an das Bundesamt für Kulturgüterschutz, worin ich den Vorfall in Yverdon-Clendy schilderte (auf Deutsch), und am Montag den 23. Juni ein e-mail an Denis Weidmann, Kantonsarchäologen in Lausanne, und Michel Egloff, Direktor des Museums Laténium Neuchatel (auf Französisch), worin ich nocheinmal um Massnahmen zum Schutz der meiner Meinung nach ausserordentlich bedeutsamen Anlage bat. Zuständig wäre Denis Weidmann, weil aber die Regionen der 3 Seen (Trois Lacs) zusammenarbeiten wollen, könnten sich auch die Kantone Neuchatel, Fribourg und Bern am Schutz von Yverdon-Clendy beteiligen. In Zürich möchte man Asylbewerber für die Bewachung von öffentlichen Anlagen einspannen. Wieso nicht auch in Yverdon? Im Weiteren könnte man die Menhire neu fotografieren und auch die Reliefs aufnehmen, die auf Tiere hinweisen. Diesen meinen (bisher vergeblichen) Vorschlag von 2002 möchte ich erweitern: wenn die Menhire wirklich von ihrem angestammten Gelände verschwinden sollen, so möchte man sie bitte filmen, und zwar so, dass später, mit einem geeigneten Programm, eine virtuelle 3-D-Rekonstruktion der Menhire möglich ist, mit allen feinen Reliefs, und bei verschiedener Beleuchtung. Das wäre eine ebenso spannende wie lohnende interdisziplinäre Aufgabe, und für die involvierten StudentInnen ein Projekt im Sinne der Formel learning by doing.
Franz Gnaedinger, Zürich, 23. Juni 2003
Keine Antwort von Denis Weidmann, dafür ein langes E-mail von Herrn Hans Schüpbach vom Bundesamt für Kulturgüterschutz. Der Vandalismus sei bedauerlich. Für den Schutz der Anlage sei Denis Weidmann zuständig, allenfalls der Denkmalpfleger E. Teysseire. Das Bundesamt für Kulturgüterschutz habe keine Befugnisse, man wolle ein Gerangel zwischen der Bundesebene und der Kantonsebene vermeiden. Ich könne allenfalls die Medien informieren, es bestünde aber die Gefahr, schlafende Hunde zu wecken. Eine Massnahme wäre eine Schutzdokumentation, wie ich sie ja auch mit meiner Homepage betreibe. Im Übrigen bedauere man, mir keine bessere Auskunft geben zu können. Ende Juli ein Brief von Herrn Prof. Michel Egloff, Direktor des Museums Laténium: leider seien die Menhire von Bevaix-Treytel nicht zugänglich, bis auf die zwei im Museum ausgestellten, und den kleinen Kiesel von Bevaix-Varoux, der mich an den Frosch-Kiesel aus der Höhle Mas d’Azil erinnert, dürfe ich gern behalten. Auf meinen Vorschlag wegen einer Zusammenarbeit mit dem Kanton Waadt in Fragen Kulturgüterschutz ist er leider nicht eingegangen. (Meine Antwort und ein neuer Vorschlag weiter unten.)
Im Sinne einer Schutzdokumentation habe ich am Morgen des 7. Juli 2003 neue Aufnahmen der sieben Menhire des Grossen Vogels von Yverdon-Clendy gemacht, überdies Aufnahmen der der Froschgöttin, des Laichballens, wie auch der Schwangeren und ihres Beschützers. Jean-Louis Voruz hat in seiner ebenso kenntnisreichen wie charmanten Arbeit über die Menhire von Yverdon allein die menschlichen Formen hervorgehoben. Hier kommen auch die meiner Meinung nach offensichtlichen Tierformen zu ihrem Recht:
Kopf des Grossen Vogels / Vogelmannes, 23. September, Murten Menhjr 54 / Menhjr 55 / Menhjr 56 / Menhjr 57 / Menhjr 58 / Menhjr 59 / Menhjr 60 / Menhjr 61 / Menhjr 62 / Menhjr 63 // Der Menhir evoziert verschiedene Bilder. Von der einen Seite her sieht man eine Halbkugel, die an ein Vogelauge erinnert Menhjr 54 / Der linke Flügel des grossen Rabens, hell der Kopfmenhir. Bei genauem Hinsehen werden Sie das Vogelauge erkennen Menhr 001 / Von der anderen Seite her sieht man eine Art Vogelschnabel Menhjr 56 / Auf mehreren Ansichten glaube ich ein Männerprofil zu sehen, besonders schön in dieser Aufnahme Menhjr 60 / Auf anderen Aufnahmen erinnert der Stein eher an einen Baum oder eine Hand Menhjr 63
Schwanz des Grossen Vogels, 21. Dezember, Les Brenets Menhjr 66
Rechtes Flügelgelenk des Grossen Vogels, (12. August,) Hügel von Cugy Menhjr 67
Linkes Flügelende des Grossen Vogels, 21. März, Biel; mit den wunderbaren Reliefs zweier balzender Kolkraben, die zugleich das 3-Seenland (oben) und das Gebiet von Genfersee und Wallis (unten) markieren Menhjr 74 / Menhjr 75 / Menhjr 76 / Menhjr 77 / Menhjr 78 / Menhjr 79
Korridor der Sommersonnwende, links vorne der Sommermenhir, rechts hinten der Herbstmenhir Menhjr 86
Die Schwangere und ihr Beschützer, nah beim Frühlingsmenhir, März, Nordufer des Bielersees Menhjr 87 Diese Aufnahme rührt mich an. Als wären die beiden Steine die plastischen Schatten einer schwangeren Frau und ihres Mannes, welche vor fünf- oder sechstausend Jahren über die Erde zogen. Zwischen ihnen ein Lichtschein derselben Sonne, die uns leuchtet, ihnen leuchtete, und ebenso unseren Nachfahren leuchten wird.
Schema des Grossen Vogels von Yverdon-Clendy, astronomische Bezüge, Kalender und Karte in einem, Doppelvogel des 3-Seen-Landes und des Genfersees mit dem Wallis Menhir 1b / Menhir 1c / Menhir 1e / Menhir 1f / Menhir 1g / Menhir 1h / Menhir 1o / Menhir 1p / Menhir 1q / Menhir 8b / Menhir 9a / Menhjr 11 Zur Erinnerung: die Längsachse des Neuenburgersees, bzw. die längste Länge von Clendy aus gesehen, gibt die so wichtige Mitsommerachse an (Aufgang der Sonne in der Woche des 21. Juni, Schlüsselidee meines Bruders Steve)
Eine Auswahl der stimmungsvollen Aufnahmen meines Bruders Steve Gnädinger, im milderen Licht vom Mittag dem 20. April 2002: Menhir 2a / Menhir 2d / Menhir 2i / Menhir 2k / Menhir 2m / Menhir 2p / Menhir 3a / Menhir 3b / Menhir 3z / Menhir 3i / Menhir 3c / Menhir 3d / Menhir 3e / Menhir 3f / Menhir 3g / Menhir 3h / Menhir 3j / Menhir 3k / Menhir 3l / Menhir 3m / Menhir 3o / Menhir 4c / Menhir 4b / Menhir 7k / Menhir 4d / Menhir 4e / Menhir 4f
Miscellanea
Brief vom 6. August an Herrn Professor Michel Egloff, Direktor des Museums Latenium (welches erfreulicherweise und sehr verdientermassen den Museumspreis 2003 des Europarates erhielt):
Professeur Michel Egloff, laténium, espace Paul Vouga, 2068 HAUTERIVE (Neuchatel) / Zurique, le 6 aout 2003 / Cher professeur Egloff, merci bien pour votre lettre du 28 juillet. Le gentil monsieur à la caisse de votre musée m’a informé que les autres menhirs de Bevaix-Treytel se trouvent dans un dépot a Fleurier dans le Val de Travers, et j’assume que quelqun a un clef pour ce dépot. Je comprends bien que vous voulez garder le droit de la premiére publication sur ce sujet, et moi je respecte ce droit, j’ai aucune intention d’être plus vite que vous. Je voudrais seulement jeter un coup d’oeuil sur les menhirs, pour voir s’il y a des formes qui évoquent les poissons. Professeur Jean-Louis Voruz a écrit une „kenntnisreiche“ et charmante brochure sur les menhirs d’Yverdon-Clendy, mais, und grand MAIS, il a seulement reconnu des hommes (menhirs-statues) et ignoré tous les formes qui évoquent les animaux. Nous connaissons bien l’importance des animaux des temps de Chauvet et Lascaux jusque aux Celtes, qui se sont moquées des Romains pour adorer les dieux et déesses en forme humaine. Avec mes meilleures salutations FG
Archäoologische Zeichnung des 520 cm langen Schalensteines von Bevaix-Vauroux aus dem Jahr 1914 (as. 25.2002.3, L’archéologie neuchâteloise revisitée), im Vergleich dazu drei Aufnahmen meines Bruders Steve Gnädinger, der im fein gewellten unteren Ende des langen und grossen Steines einen Flügel sah Menhjr 91 Vogelrelief (Adler?) auf einer Platte eines Grabes von Pully, ausgestellt im kleinen archäologischen Park von Sion Menhir 9s Flügelplatten im selben kleinen Park Menhir 9t / Menhir 9u In einem neolithischen Grab in Dänemark fanden sich die Skelette einer Frau und eines Neugeborenen; dieser, wahrscheinlich ein Knabe, lag auf den Knöchelchen eines Schwanenflügels. Also hatte man ihn wohl auf einem Schwanenflügel bestattet, in der Hoffnung, dass die Seele des Knäbleins an den Himmel eingehe. Der Flügelstein von Bevaix-Varoux und die Flügelplatten von Sion dürften dieselbe Bedeutung haben: den Seelen verdienter Verstorbenen Flügel zu verleihen, auf dass sie an den Himmel eingehen.
Eine Abteilung der ETH Zürich erstellt eine komplette virtuelle Rekonstruktion der Geoglyphen von Nasca. Weshalb nicht auch eine hochauflösende 3-dimensionale Abbildung der Menhire von Yverdon-Clendy? Wenn sich die Methode bewähren sollte, könnte man sie auch in Carnac anwenden, wo ebenfalls Vandalen tätig sind (jedes Jahr sollen Menhire verschwinden). Weshalb nicht auch eine archäologische Städtepartnerschaft von Nantes, Yverdon und Neuchâtel? Ein möglicher Ansprechpartner in Frankreich wäre Herr Professor Serge Cassen, Direktor des Laboratoriums für armorikanische Vorgeschichte an der Universität von Nantes. (Eine Idee aus dem Jahr 2001)
Jedes Jahr verlassen 700 junge Forscher die Schweiz (Tagesanzeiger), resp. 400 bis 500 brillante junge Forscher (SonntagsZeitung). In den vergangenen zehn Jahren gingen 400'000 EU-Forscher nach Übersee; allein im Jahr 2'000 waren es 85'700 EU-Forscher. Die EU will den brain drain aufhalten, unter anderem mit einer Verbindung der europäischen Universitäten (Zürcher Tagesanzeiger vom 7. August 2003). Wie wäre es, wenn die archäologischen Abteilungen der Universitäten von Lausanne, Neuchâtel und Nantes im Sinne einer solchen Verbindung Kontakt aufnähmen?
Meiner Meinung nach symbolisiert der Cromlech von Menec West das Lebensei der Grossen Seemöwe, aus dem die Urahnen aller Geschöpfe hervorgingen. Der eiförmige Cromlech hat eine Länge von 100 m und eine Breite von 70 m. Der Eidotter hätte einen Durchmesser von rund 50 m. Nehmen wir an, dass ein durchschnittlicher Menhir 3m x 2m x 1m messe, so ergäben zehntausend solche Menhire das Volumen der imaginären Dotterkugel – so viele Menhire wie in Carnac und Morbihan! Wenn diese die Urahnen aller Geschöpfe darstellen sollten, dürfen wir ähnlich sprechende Formen erwarten wie bei den weniger zahlreichen Menhiren von Yverdon. Ich möchte vorschlagen, dass die Studenten und Studentinnen von Herrn Professor Serge Cassen diesen (hypothetischen) Formen nachgehen und Schutzaufnahmen im Sinne der obigen Bilder von Yverdon-Clendy erstellen.
Am 23. September schreibt mir Herr Professor Michel Egloff, dass die in Fleurier eingelagerten Menhire von Bevaix-Treytel nicht „manageable“ seien, und so möge ich doch bitte auf die Publikation warten. Okay, so will ich nicht weiter stürmen. Meinen nächsten Brief schreibe ich dann wieder Herrn Professor Serge Cassen. Wär’ doch schon, wenn wir eine europäische Kooperation im obigen Sinn aufgleisen könnten.
Eine Spielerei mit dem Kalender von Yverdon-Clendy. Ein waagrechter Kalender der menschlichen Welt, und ein senkrechter Kalender der jenseitigen Welt. Die beiden gegenläufigen Kalender berühren sich in Beltane/Samhain, wenn die beiden Welten, Diesseits und Jenseits, einander berührten, ineinander übergingen Menhr 002
Zwei Bilder aus der archäologische bedeutsamen Areuse-Schlucht unterhalb des Creux-du-Van Menhr 003 / Menhr 004 // Was noch fehlt sind Aufnahmen von Biel (linker Flügel des Grossen Raben, Woche des 21. März), Neuchatel (Körper des Grossen Raben, Beltane/Samhain), Cugy/Payerne (rechte Flügelmitte des Grossen Raben), Murten (Kopf des Grossen Raben, Woche des 23. Septembers), Aarberg (? Linke Flügelmitte des Grossen Raben) und Les-Brenets (Schwanz des Grossen Raben, Woche des 21. Dezembers). Hier wenigstens ein kleiner Bilderbogen von Les-Brenets am Doubs, aufgenommen im Sommer 2003 (FG). Über dem Fluss ein Wald mit riesigen Steinwürfeln und anderen eindrücklichen Felsformationen. Oben schöne Jura-Häuser. Lohnt einen Besuch, so wie die ganze Region des Grossen Raben … Menhr 005
Die Menhire von Yverdon-Clendy kombinieren meiner Meinung nach einen Grossen Vogel mit einem Sonnenkalender und einer Karte der 3-Seen-Region. Biel entspräche dem Ende des linken Flügels und dem 21. März. Wir dürfen annehmen, dass es in Biel eine neolithische Siedlung gab, welche das Frühlings-Äquinoktium in einer Menhir-Anlage festhielt. Allerdings wäre dieser hypothetische Platz überbaut worden. Aber vielleicht gibt es in der Nähe von Biel einen Hinweis auf eine in Stein festgehaltene Feier des Frühlings-Äquinoktiums?
Im Jahrbuch der Schweizerischen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, Band 59, 1976, fand ich einen bemerkenswerten Artikel von Hubert Matile: Prähistorisch bearbeitete Steine in der Gegend von Biel. Matile entdeckte in einem aufgelassenen Rebberg bei Tüscherz in der Nähe von Biel einen Kalender-Stein (Koordinaten x = 217 988, y = 581 010) mit einer geschliffenen vertikalen Wand genau in West-Ost-Richtung. Blicke man ihr entlang, so sehe man die Sonne am 21. März und am 23. September im Kreuz von Stein und Horizont aufgehen. Nahe dem Block soll sich eine Zisterne befunden haben, welche das Wasser einer Quelle fasste. Rund zweihundert Meter neben dem grossen Block befinde sich ein grosser Schalenstein (x = 218 121, y = 581 176) mit zwei weit auseinander liegenden Schalen, welche die West-Ost-Richtung markieren sollen. Von diesem Stein aus sehe man die Sonne am 21. März über Lüterswil im Kanton Solothurn aufsteigen. Nahe bei Lüterswil befinde sich ein grosser erratischer Block mit Schalen (x = 218 090, y = 599 890).
Am 21. März 2004 gingen mein Bruder Steve und ich nach Tüscherz und brachten eine Serie Fotos heim. Die folgende Graphik zeigt den Sonnenaufgang am 21. März und 23. September am grossen Block ob Tüscherz, auf der Basis von Aufnahmen meines Bruders, äusserste schmale Zeichnung in Analogie zu einer Aufnahme von Hubert Matile vom Sonnenaufgang an einem 21. März; untere Zeichnung des Schalensteines frei nach einer Pause von Hans Schilt: Menhr 006
Am 21. März 2004 war es recht kalt. In Tüscherz ging eine starke Bise. Der See warf überraschend hohe Schaumwellen ans Ufer. Tüscherz ist ein freundlicher kleines Rebdorf, welches schon im 13. Jahrhundert in einer Chronik erwähnt worden sei. Ein steiler Weg führt in die Rebhänge hinauf. Schon bald bekommt man den grossen Block zu sehen, der hier in einer Serie Aufnahmen meines Bruders vorgestellt sei: Menhr 007 // Blick von oben auf den Stein und den See, links Nidau und angeschnitten Biel Menhr 008 // Der Stein vor dem Wald Menhr 009 // Blick über den Steinrücken Menhr 010 / Blick auf die bearbeitete Seite des grossen Blocks. Die vertikale Fläche hat eine Länge von rund vier Metern, während der Unterschied von der tiefsten zur höchsten Stelle rund drei Meter beträgt Menhr 011 // Blickt man genau der vertikalen Fläche lang, so geht die Sonne am 21. März und 23. September am Schnittpunkt von Stein und Horizont auf, und zwar über dem 19,2 km entfernten solothurnischen Lüterswil, in dessen Nähe sich gemäss Hubert Matile ein grosser erratischer Block mit Schalen befinden soll Menhr 012 // Von der Höhe aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Freiburger Alpen Menhr 013 / Menhr 014 / Menhr 015 // In der Nähe liegen viele weitere Findlinge, darunter eine grosse Platte mit hoher Kimme. Dieser Findling dürfte abgerutscht sein: Menhr 016 / Menhr 017 // Hier ein kleiner Stein, der nach Bearbeitung aussieht. Es ist allerdings fraglich, ob es sich um einen Megalithen handelt. Nach dem Brand von Tüscherz im Jahr 1887 wurde das Rebdorf von Tessiner Fachleuten wieder aufgebaut, in einem reizvollen, tessinerisch anmutenden Stil, wobei Findlinge aus dem Wald zu Tür- und Fensterrahmen verarbeitet worden seien. Der hier gezeigte Stein könnte ein halb bearbeiteter und dann liegengelassener Findling sein, während umgekehrt echte Megalithe für den Wiederaufbau des Rebdorfes Verwendung finden mochten Menhr 018 // Nach der Erkundung des Geländes machten wir eine Pause. Wir setzen uns an den Rand einer flachen Rebenterrasse und blickten auf den See hinaus. Mit einiger Phantasie konnte ich in der grauen Fläche den linken Flügel des Grossen Vogels der 3-Seen-Region erblicken. Die freie Sicht bis zur langen Reihe der Freiburger Alpen am fernen Horizont verlieh der Landschaft eine grosse Weite. Schräg vom See her blies ein starker Wind. Wir sassen an der Klippe der hohen Terrasse, weit unter uns schwebte ein Vogel im Sturmwind, der Himmel waren von langen grauen Wolken verhangen, aber in der Ferne öffnete er sich und gab die Alpenkette frei. An den langen Wolken hingen „Wattebäuschchen“: Regen im Wallis? Wir sahen lang in die Ferne und konnten uns beinahe vorstellen, dass wir ähnlich Nils Holgerson im Märchen von Christian Anderson auf dem Flügel des grossen Vogels reitend übers Land flögen … Dieser Eindruck war nicht zu fotografieren, aber man kann ihn an Ort und Stelle erleben. Später fanden wir dann auch noch den grossen Schalenstein Menhr 019 (Alle Aufnahmen Steve Gnädinger)
Tüscherz, astronomische Zeichnungen (Aufnahmen Steve Gnädinger). Grosser Steine, Visierlinie zum Sonnenaufgang am 21. März und 23. September Menhr 020 / Blick über den grossen Stein auf den See und den Horizont; die Stelle von Lüterswil ist mit einem kleinen gelben Kreis markiert Menhr 021 / Blick auf den Bielersee, auf dem Weg von Tüscherz nach Twann, gelb der Sonnenuntergang am 21. Dezember (Wintersonnwende); rechts davon, in der Ferne, der Berghang von Bevaix Menhr 022 / Der Hang von Tüscherz hätte wohl ein megalithisches Zentrum mit kalendarischer Funktion sein können (die lange Reihe der Freiburger Alpen mit ihren vielen Gipfeln würde sich zum Beispiel für die Beobachtung der Sterne eignen). Der hypothetische Kalender von Falera aus der späten Bronze- und frühen Eisenzeit hätte auch in der 3-Seen-Region gelten können: Menhr 023 / Menhr 024 / Menhr 025 / Menhr 026 / Menhr 027 / Menhr 028 / Menhr 029 / Menhr 030 / Menhr 031 / Menhr 032 / Menhr 033 / Menhr 034 / Menhr 035 /
Meine Beschäftigung mit der Vinca Schrift führte mich auf einen hypothetischen Kalender der Vogelgöttin Alteuropas: Kirike 01 / Kirike 02 / Kirike 03 bis 17 / Kirike 18 / Kirike 19 bis 26 / Kirike 27 / Kirke 28 / Kirike 29 / Kirike 30 / Kirke 31 / Kirike 32 / Kirike 33 / Kirike 34 / Kirike 35 bis 37 // Fernreferat für die Zirkumferenz II: Ki-Ri-Ke --- Die Vogelgöttin Altueropas und ihr kreisförmiger Kalender
Panorama vom Felshügel Mutta-Falera ins Valsertal (links) und Vorderrheintal Richtung Disentis (rechts) Falera 12 / Dramatische Wolken beim Blick über den Rhein Falera 13 / Grosse Steinplatte, auf welcher die Sonnenfinsternis vom 25. Dezember 1089 vermerkt ist Falera 14 / Panorama ins Rheintal Richtung Chur Falera 15 / Blick über die Menhirwiese auf Falera im Schatten und den Berghang in der Sonne Falera 16 / Blick auf die Remigius-Kirche und ein paar kleine Menhire Falera 17 / Blick von ferne auf den grossen Menhir von Falera in der blühenden Wiese unterhalb der Remigius-Kirche Falera 11 (Aufnahmen Steve Gnädinger, 21. bis 23. Mai 2004)
Ulrich Büchi und seine Frau Greti Büchi haben sich in sehr verdienstvoller Weise mit den Schalensteinen und Menhiren im Kanton Graubünden befasst, insbesondere mit jenen der Surselva und von Falera. Ich möchte ihre Schriftenreihe empfehlen, besonders Band VIII, der eine erstaunliche, astronomisch dichte und schlüssige Interpretation der Anlage von Palezzas / Falera anbietet: ULRICH und GRETI BÜCHI, Die Megalithe der Surselva, Graubünden, Band VIII, Die Menhire auf Planezzas / Falera; Dritte, erweiterte Auflage von Greti Büchi, Forch, und Sibylle Späni-Büchi, Winterthur-Seen, 2002, ISBN 3-905223-00-7.
Die Steinreihen von Falera verweisen auf die Tage um den 21. jeden Monates, überdies auf den 11. November und 2, Februar als Beginn und Ende des Bauernwinters. Kalendertage sind mit Steinen kaum auf den Tag genau festzulegen, man erreicht allenfalls eine Genauigkeit von einer Woche. Daher käme für Falera eine Abwandlung des obigen Kalenders der Vogelgöttin in Frage. Das Jahr wäre wie unseres in 52 Wochen gegliedert:
Wochen 1-51 je 7 Tage
Woche 52 8 oder 9 Tage (7 Tage plus 1-2 Schalttage)
Neujahr 25. Dezember (bei 2 Schalttagen 26. Dezember)
Jan 21 Woche 4
Feb 21 Woche 9
Mär 21 Woche 13 Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche
Apr 21 Woche 17
Mai 21 Woche 22 Beginn der Woche 22
Jun 21 Woche 26 Sommer-Sonnwende
Jul 21 Woche 30
Aug 21 Woche 35
Sep 23 Woche 39 Herbst-Äquinoktium
Okt 21 Woche 43
Nov 21 Woche 48
Dez 21 Woche 52 Winter-Sonnwende, verlängerte Woche
Nov 11 Woche 46 Beginn des Bauernwinters
Feb 2 Woche 6 Ende des Bauernwinters
9 Lunationen = 265,7753021... oder praktisch 266 Tage
Wochen 1 bis und mit 38 = 266 Tage = praktisch 9 Lunationen
Wochen 14 bis und mit 51 = 266 Tage = praktisch 9 Lunationen
Am 25. Dezember 1089 BC um 10 Uhr 17 ereignete sich in Falera eine nahezu totale Sonnenfinsternis, welche auf einem Stein in Falera und einem Fels in Villa vermerkt ist. Nach dem obigen Kalender hätte die Sonnenfinsternis am Neujahr stattgefunden und wäre deshalb besonders bedeutungsvoll gewesen.
Der hypothetische Kalender von Falera Menhr 023 Verwandlung des Kalenders in ein Ideogramm von 14 mal 14 Punkten: Menhr 024 Auf eleganten Münzen der keltischen Parisii findet man Ideogramme aus 3x3, 5x5, 6x6, 4x5 und 5x6 Punkten: Menhr 025 / Menhr 026 / Menhr 027 / Menhr 028 / Menhr 029 / Menhr 030 / Im hypothetischen Kalender von Falera und der Surselva habe ich zwei Bögen à 9 Lunationen eingezeichnet, aber eigentlich wären es 14 Bögen. 9 Lunationen sind 265,775… oder praktisch 266 Tage. 266 Tage sind 38 Wochen. Auf den beiden folgenden Zeichnungen sind alle vierzehn Bögen eingetragen. Sie gemahnen an keltische Rolltiere: Menhr 031 / Menhr 032 / Menhr 033
Neben dem Sonnenjahr und den Lunationen gäbe es noch das pastorale Jahr mit Samhain, Imbolc, Beltane und Lugnasad. Das pastorale Jahr fügt sich überraschend leicht in den Kalender der 52 Wochen ein: Menhr 034 / Menhr 035 Der keltische Triskeles könnte ein Symbol der 3 im numerischen Kalender vereinigten Tiere sein: Sonnenpferd, Mondbulle, Weidetiere (pastorales Jahr).
Die Menhire von Falera stammen aus der späten alpinen Bronzezeit, zwischen 1200 und 1100 BC. Die berühmte Scheibennadel aus Mutta-Falera, heute im Rätischen Museum Chur, stammt aus der mittleren alpinen Bronzezeit, zwischen 1800 und 1500 BC, und soll mit der ungarischen Kisapostag-Kultur verwandt sein (ungefähr 70 Kilometer südlich von Budapest) Falera 01 / Falera 02 Die Nadel ist mit 84 cm ungewöhnlich lang. Die ovale Scheibe hat eine Breite von 15,9 cm. Im Zentrum sieht man einen schwachen ungerahmten Buckel, schräg rechts darüber einen noch schwächeren ungerahmten Buckel (nur am Original zu sehen). Falls die beiden Buckel intendiert waren, so könnten sie Sonne und Mond darstellen Falera 01 Das zentrale Feld wird von einem runden Rahmen aus vier klar voneinander abgesetzten Rundleisten eingefasst. Längs der Leisten sind je vier gerahmte Buckel angeordnet, insgesamt 16 Buckel, dazu kommt ein kleines leeres Rahmenfeld im Nadir der Ellipse, dem rechten unteren Rahmenleisten zugehörig. Aussen schliessen sich vier grosse Rahmenleisten an, die mit je fünf gerahmten Buckeln versehen sind, was insgesamt 20 gerahmte Buckel ergibt Falera 02 Ob die gerahmten Buckel einen Wochenkalender darstellen? Falera Man beginne mit dem Buckel links vom leeren Rahmen der kleinen Ellipse, zähle die 16 Buckel im Uhrzeigersinn ab, wechsle zur äusseren Ellipse, zähle die 20 Buckel im Gegenuhrzeigersinn ab, kehre zur kleinen Ellipse zurück und zähle ihre 16 Buckel nocheinmal in derselben Reihenfolge ab wie beim erstenmal. So bekommt man 16+20+16 = 52 gerahmte Buckel oder Wochen à 7 Tagen. Der kleine leere Rahmen würde dann für einen Schalttag oder bisweilen für zwei Schalttage einstehen Falera / Falera 02 Die kleine Ellipse kann als Tabelle der 9 Lunationen gelesen werden. Ihre Buckel bezeichnen die Wochen 1/38, 2/39, 3/40, 4/41, 5/42, 6/43, 7/44, 8/45, 9/46, 10/47, 11/48, 12/49, 13/50, 14/51, 15/52. Die Bögen von 9 Lunationen werden von den Wochen 1-39, 2-40, 3-41, 4-42, 5-43, 6-44, 7-45, 8-46, 9-47, 10-48, 11-49, 12-50, 13-51, 14-52 angegeben. Ein Beispiel: ist in der zweiten Nacht von Woche 1 Vollmond, so ist in der zweiten Nacht von Woche 39 wieder Vollmond Falera
Am 22. Mai war es neblig Falera 07 Am 21. Mai sah man die Berge von Vals Falera 08 Der Felskopf Mutta-Falera ist ein hervorragender Ort für die Beobachtung des Wetters an den wichtigen Alpen-Übergängen, insbesondere oberhalb von Vals. Nachdem die Siedlungen auf dem Felshügel aufgegeben worden waren, ungefähr 1300 BC, mag der Felshügel weiterhin als Beobachtungsstation für das Wetter und auch von Sonne, Mond und Sternen gedient haben. Im weiteren hätte man die Steinblöcke der ehemaligen Mauer als Menhire verwendet, welche den Kalender in Stein festhielten. Hier der grosse Menhir von Falera, vor der runden Bergflanke des Calanda über Chur Falera 09 Am 21. Mai blühten die Apfelbäume, und die Wiesen waren gelb vor Löwenzahn. Hier ein Blick auf die Wiese von Mutta-Falera und den grossen Menhir Falera 10 (Aufnahmen FG).
Hier noch eine stimmungsvolle Aufnahme meines Bruders Steve auf die blühende Wiese und den grossen Menhir, vom 21. Mai, dem wichtigen Tag im frühen Falera Falera 11
Steve ermöglichte die archäologische Exkursion nach Falera, wofür ihm herzlich gedankt sei.
Mitte April bekam ich einen freundlichen Brief von Frau Greti Büchi. Sie gratulierte mir für meine Arbeit, welche ihr gut durchdacht und präzis erscheine. Vielen Dank für das Kompliment, das ich gern zurückgebe: Frau Büchi und ihr leider verstorbener Mann Ulrich Büchi haben in der Surselva grossartige Arbeit geleistet, und ich hoffe, dass ihre Schriften dereinst als Buch herausgegeben werden.
Das Jahr Homers in der Odyssee scheint so bemessen zu sein: 1 Jahr = 10 Monate plus 5 oder 6 Tage; 1 Monat = 4 Wochen, 1 Woche = 9 Tage. 7 Lunationen dauern 206,714… oder praktisch 207 Tage. 207 Tage sind 23 Wochen à 9 Tagen. In Analogie zum Bronzekalender von Falera würde sich dieser Kalender empfehlen: ein Kreis mit 8 gerahmten Buckeln in der Mitte und 16 gerahmten Buckeln längs dem Rand, sowie einem leeren Rahmen, der für die zusätzlichen 5 oder 6 Tage einstünde Falera g Man zähle die 16 äusseren Buckel im Uhrzeigersinn ab, wechsle zum inneren Kreis, zähle die 8 Buckel im Gegenuhrzeigersinn ab, kehre zum äusseren Kreis zurück, zähle die 16 Buckel wieder im Uhrzeigersinn ab, und nehme die 5 oder 6 Tage am Jahresende hinzu. Winter und Sommer wären je 4 Monate lang, Frühling Herbst je einen Monat Falera g2
Die Phase 3ii von Stonehenge, bestehend aus einem Kreis von 30 Sarsenen und einem „Hufeisen“ aus 5 Doppel-Sarsenen, könnte einen analogen Kalender darstellen. Ein Jahr hätte 40 Wochen plus 5 oder 6 Tage, eine Woche wäre 9 Tage lang, 5 Wochen ergäben einen Monat, 2 Monate wären eine Jahreszeit. Das Jahr begänne mit Woche 1 nach den 5 oder 6 Tagen der Sommersonnwende: Falera s1 / Falera s2 / Falera s3 / Falera s4 / Falera s5
Stonehenge 3iv und 3v sowie Avebury als lunisolare Kalender: Falera s6 / Falera s7 / Falera s8 / Falera s9 // Die grosse Goldbrosche von Bush Barrow südlich von Stonehenge könnte denselben Kalender darstellen wie die Bronzescheibe und Nadel von Falera Falera t1
Ende Mai 2004 bekam ich dieses e-mail: (…) Vielen Dank für Ihre aufschlussreichen und anschaulichen Ausführungen im Zusammenhang mit den Menhiren in Yverdon. Ich habe diese Anlage Sonntag das erste mal gesehen und war enttäuscht über die magere Infotafel vor Ort. Mit Ihren Informationen werde ich die Anlage nochmals besuchen und diesmal wahrscheinlich mehr als einen Tag brauchen … Im Zusammenhang mit Vandalismus kann ich nur sagen: Wir schützen, was wir lieben, wir lieben, was wir kennen. Und solange nicht einmal die Einheimischen wissen, was für ein Schatz da vor ihrer Nase steht, woher soll es dann ein Tourist wissen? Informationen wie die Ihren sollten vor Ort verfügbar und in den Schulen der Region Pflichtstoff sein. Sollten. Kann vielleicht der Kontakt zu Lehrern in Yverdon und Umgebung (Vortrag plus Dokumentation) mehr bewirken als jede Dokumentation bei „zuständigen“ Stellen von Bund oder Kanton? Ich erinnere mich, dass wir in der Schule die Pfahlbauer „trocken“ durchgenommen haben , aber so eine Anlage direkt vor der Haustüre, das müsste doch jedem Lehrer wie ein Geschenk des Himmels vorkommen? Vielleicht kann man hier wirklich im kleinen, bei den Kleinen, anfangen? Vielen Dank jedenfalls, dass Sie sich dieses Themas angenommen habden und auch andere teilhaben lassen an Ihren Erkenntnissen. Ich grüsse Sie freundlich und mit grösstem Respekt(…)
Vielen Dank. Es tut gut, auch einmal so etwas zu lesen.
Die Menhire am Weiher auf dem Käferberg in Zürich dürften Symbole der Fruchtbarkeit sein. 5 der sechs eleganten, fein polierten, wahrscheinlich relativ jungen Menhire scheinen mir sprechende Formen aufzuweisen: trächtiges Schaf, Buche, Tannzapfen, Feder/Blatt/Fisch, Aal. Die Menhire stehen in einer weiten Senke der ziemlich flachen Kuppe des Käferberges. Auf der Krete oberhalb der Menhire befindet sich ein kleiner Hügel, der vielleicht ein Tumulus war (in der Kehre des Weges, neben dem Wasserschloss Käferberg). Steigt man von hier aus ab, so gelangt man auf die Waid, von der aus man einen prächtigen Blick auf Zürich, den See und bei Föhn auf den Kranz der Glarner Alpen geniessen kann. Sollte im hypothetischen Tumulus ein Chef der frühen Bronzezeit begraben gewesen sein, so könnten ihm die Menhire ein neues Leben versprochen haben. Kommentierte Bilder: Linda Magos // Bilder: Linda 8a / Linda 8b / Linda 8c / Linda 8d / Linda 8e / Linda 8f / Linda 8g / Linda 8h / Linda 8i / Linda 8j / Linda 8k / Linda 8l
DIE MENHIRE VON YVERDON, SION, LUTRY, GORGIER, BEVAIX UND CORCELLES
Teil 1 Das Mädchen und der Rabe (eine archäologische Fabel) / Geometrische Muster? / Das schräge Kreuz als Ideogramm des Jahres / Ein Doppelheiligtum des Grossen Kolkraben und der vielfigurigen Lebensspenderin / Neue Aufnahmen der Menhire von Yverdon-Clendy Die Menhire von Yverdon, Sion und Lutry (1/3)
Teil 2 Die frühen Phasen von Stonehenge / Ein kombinierter Sonnen- und Mondkalender / Eine Stele aus Sion / Boissy-aux-Cailles / Lascaux / Chauvet / Das Sommerdreieck Deneb – Wega – Atair auf den Stufen Chauvet, Lascaux, Carnac und in keltischer Zeit Die Menhire von Yverdon, Sion und Lutry (2/3)
Teil 3 Silbermöwe und Morgensonne (ein archäologisches Märchen) / Das Weltei von Carnac / Drei-Seen-Land, Wallis und Genfersee / Bibliographie und Kommentare / Die Fabel von Gorgier und Bevaix / Die Gemini-Steine von Concise-Corcelles Die Menhire von Yverdon, Sion und Lutry (3/3)