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Historisches Archiv der Region Biel, Seeland und Berner Jura
Konservative und radikale KräfteBerner Jura - Seeland - Stadt Biel - übrige Orte - Ideologien - Inlandpolitik - Lokalpolitik - Politische Organisationen - Wahlen und Abstimmungen
Die Radikalen traten für Freiheit, Demokratie und eine geeinte Nation ein, die gemässigteren Liberalen waren an einem nationalen Wirtschaftsraum interessiert, und die Konservativen verteidigten ihre alten, aristokratischen Vorrechte, die Souveränität der Kantone und die Autorität der Kirche. In Freischarenzügen, und 1847 im Sonderbundkrieg, nahmen die Auseinandersetzungen gewaltsame Formen an.
Nach der Niederwerfung der katholisch-konservativen Sonderbundkantone wurde 1848 mit der Bundesverfassung der ehemals lose Staatenbund in einen modernen Bundesstaat umgewandelt. Im Kanton Bern war bereits seit 1831 eine demokratische Verfassung in Kraft. 1846 haben hier die Radikalen die Grossratswahlen überlegen gewonnen.
Waren in den 40er-Jahren das Seeland und der südliche Jura fest in den Händen der Radikalen, wurde für die Wahlen von 1850 in den anderen Kantonsteilen – so auch in Biel – heftig um die Gunst der Wähler gekämpft. Der Bieler Eduard Blösch schrieb für die Konservativen des Kantons ein Parteiprogramm. Dieses liberal gehaltene, konservative Parteiprogramm setzte sich für die Bundesverfassung von 1848 ein und galt im wirtschaftlichen und sozialen Bereich als fortschrittlich. Trotzdem wurden die Liberal-Konservativen um Eduard Blösch von den Radikalen weiterhin als Reaktionäre und Freunde des Ancien Régime verschrien.
Der Wahlkampf führte in Biel zu Spannungen und vereinzelten Tumulten. Hier standen sich die Radikalen, unter Alexander Schöni, und die Liberal-Konservativen, unter David Schwab, gegenüber. Immer wieder kam es in den Gassen und Kneipen der Stadt zu Anpöbeleien und gar Schlägereien zwischen den Anhängern der beiden Parteien. Den Wahlsieg trugen letztendlich die Konservativen davon.
Autor: Matthias Nast / Quelle: -1848