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Bolivien
Flagge
Die Flagge Boliviens in ihrer heutigen Form wurde erstmals 1851 eingeführt und wurde in ihrer Form als horizontale Trikolore durch die Flagge Kolumbiens beeinfl usst. Seit 2009 ist die Flagge der indigenen Bevölkerung, die Wiphala, als Emblem der Nationalflagge gleichgestellt.
Geschichte
Im 15. Jahrhundert gehört das heutige Bolivien mit Ecuador und Peru zum riesigen Inkareich. Im 16. Jahrhundert erobern die Spanier das Land. Sie nennen es Altoperu (Hochperu). Damals reicht es noch bis an die Küste des Atlantischen Ozeans. 1825 befreit Simón Bolívar das Land von den Spaniern. Nach ihm wird es später Bolivien genannt. 1879–1883 verliert Bolivien im Krieg gegen Chile seine Provinzen an der Küste und die Atacama-Wüste.
Fläche
Bolivien liegt mit einer Fläche von 1,1 Millionen km² auf Platz 27 der grössten Länder der Erde.
Politik
Nach der Verfassung von 1995 ist Bolivien eine präsidiale Demokratie mit Zweikammerparlament. Evo Morales ist seit Dezember 2005 der Staatspräsident Boliviens. Die Wahl, welche er mit einer absoluten Mehrheit gewann, machte ihn zum ersten indigenen Staatspräsidenten des Landes.
Bevölkerung
Bolivien ist mit knapp 9 Millionen Einwohnern ein für Südamerika dünn besiedeltes Land. Mit über 70% den deutlich grössten Teil der Bevölkerung machen indigene Völker, zum Grossteil die in den Hochebenen lebenden Völker der Quechua und der Aymara, aus. Knappe 28% der Einwohner Boliviens sind Mestizen. Der geringe übrige Teil der Bevölkerung Boliviens besteht aus weissen Nachkommen spanischer Kolonisten und Mennoniten.
Religion & Glaube
Die Bevölkerung Boliviens gehört zu 92 % der Römisch-Katholischen Kirche an, rund 5 % sind Anhänger der Evangelical Methodist Church of Bolivia oder Mennoniten. Daneben werden auch verschiedene Urreligionen praktiziert.
Fauna & Flora
Bolivien liegt mitten in Südamerika und grenzt im Westen an Peru und Chile, im Süden an Argentinien und Paraguay, im Osten und Norden an Brasilien. Bolivien setzt sich aus unterschiedlichen Regionen zusammen: dem Altiplano (Bolivianisches Hochland), den Yungas, einer stark bewaldeten Region des östlichen Bolivianischen Berglandes, sowie den im Osten gelegenen Llanos (Tiefland), die tropischen Regenwaldgebiete Amazoniens. Der Altiplano liegt bei einer Höhe zwischen das 3’000 bis 4’000 m. Dieses bis weit in das Nachbarland Peru reichende Gebiet ist das eigentliche Kernland in dem die meisten Bolivianer leben, obwohl es nur etwa ein Drittel der Fläche Boliviens ausmacht. Inmitten des Altiplano liegt der Titicaca-See, höchster schiff barer See der Welt und grösster See Südamerikas. Durch dessen Mitte verläuft die Grenze zum Nachbarland Peru.
Industrie & Wirtschaft
Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südamerikas. Obwohl die grössten Bergbauunternehmen in den fünfziger Jahren verstaatlicht wurden, hat die bolivianische Regierung die Entwicklung der privaten Industrie und Investitionen ausländischen Kapitals aktiv gefördert. Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut. Der Bergbau, wichtigster Devisenbringer Boliviens, erlitt Ende der achtziger Jahre durch den Preisverfall an den Weltmärkten und die Erschöpfung der Minen einen Einbruch. Bolivien zählt weltweit zu den grössten Zinn-, Wismut- und Antimonproduzenten. In der Landwirtschaft sind etwa die Hälfte der Erwerbstätigen des Landes beschäftigt, die 23% des Bruttosozialprodukts erwirtschaften.
Devisen
Die Währung Boliviens ist der Boliviano, im Verhältnis 1 USD = ca. 7 Bolivianos (Stand Januar 2018). Geld wechselt man am besten in Wechselstuben (casas de cambio). Kreditkarten werden nur in grösseren Städten akzeptiert.
Impfungen
Generell sollte ein Impfschutz gegen Polio, Tetanus/Diphterie sowie Hepatitis A bestehen. Darüber hinaus empfiehlt es sich Malariaprophylaxe und Gelbfieber für Reisen in die Urwaldgebiete. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder in einem der schweizerischen Tropeninstitute.
Reisepass und Visum
Schweizer Staatsbürger benötigen für die Einreise in Bolivien einen noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültigen Reisepass. Für Schweizer Bürger ist bis zu einem Aufenthalt von 90 Tagen kein Visum erforderlich.
Reisezeit und Klima
Die Durchschnittstemperaturen im Hochland liegen tagsüber bei ca. 10 Grad, nachts sinken die Werte oft deutlich unter den Gefrierpunkt. Die kälteste Jahreszeit ist von Mai bis August, allerdings schneit es in La Paz nur ganz selten. Die meisten Niederschläge fallen im ganzen Land zwischen Dezember und April. Ständig tropisch heiss sind nur die Regionen des östlichen Tieflandes, gemässigt warm ist es in den niedrigeren Seitentälern der Anden und in den Yungas.
Sicherheit
Obwohl Bolivien als sicheres Land gilt, sollte man unterwegs immer wachsam sein. Besonders gewarnt wird vor Taschendieben in den Märkten.
Speis und Trank
Dank der vielen verschiedenen Klimazonen des Landes ist die bolivianische Küche recht vielfältig. In der Region des Altiplano treten Kartoffeln in Dutzenden von Arten auf, meistens klein und farbig. Sie sind als Beilage stark verbreitet. In der Tiefebene werden Kartoffeln durch die verwandte Yuca ersetzt. Beim Fleisch dominieren Rind und Huhn. Am Titicaca-See ist die Forelle sehr beliebt. Ansonsten gehören zu den typisch bolivianischen Gerichten chairo, eine Art Suppe mit Lamm- oder Schafsfleisch sowie Kartoffeln und Gemüse, sajta, Hühnchen mit einer scharfen Pfeffersauce, saice, ein würziger Braten, pacumutu, Rinderfilet am Spiess und pique macho, Hackfleisch, das mit Zwiebeln serviert wird. Als Imbiss essen viele Bolivianer saltenas, ballförmige Fleisch- und Gemüsekuchen, die ursprünglich aus Salta in Argentinien stammen. Sie werden mit Rind- oder Hühnerfleisch, Oliven, Eiern, Kartoffeln, Zwiebeln, Erbsen oder etwas anderem gefüllt. Das beliebteste Getränk der Einheimischen ist der mate de coca (Kokablättertee) und der api. Api ist ein süsses Getränk zum Frühstück, das aus Mais, Zitrone und Zimt hergestellt und vorallem auf den Märkten verkauft wird. Das bolivianische Bier, gebraut nach deutschem Rezept, ist recht gut. Das alkoholische Lieblingsgetränk der Einheimischen ist jedoch chicha, ein Maisschnaps aus der Umgebung von Cochabamba. Beim Alkoholgenuss sollte man immer an die Nachwirkungen denken: in der Höhenluft kommt der Rausch sehr schnell und der Kater danach bleibt um so länger.
Sprache
Die Landessprache Boliviens ist Spanisch. Weit verbreitet sind in den ländlichen Gebieten die beiden indianischen Sprachen Quechua und Aymara.
Taxis
In den Städten wie La Paz bewegt man sich am besten per Taxi fort, da die innerstädtischen Fahrten sehr günstig sind.
Zeitzone
Während unseres Sommers beträgt die Differenz zwischen der Schweiz und Bolivien minus 6 Stunden, im Winter minus 5 Stunden.