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Inzuchtkoeffizient und Ahnenverlustkoeffizient
Jede Hunderasse, wie wir sie heute kennen, wurde aus wenigen Stammhunden gezüchtet. Verfolgt man die Ahnen zurück, wird man unter den Urahnen deshalb zwangsläufig immer wieder gemeinsame Ahnen finden. So auch beim Bergamasker.
Inzucht und Linienzucht bedeuten die Verpaarung möglichst verwandter Hunde. Solche Verpaarungen können gewünschte Merkmale einer Rasse stärker hervorheben, bergen aber ebenso Gefahren. Durch eine starke und/oder lange fortgesetzte Inzucht/Linienzucht wird einer Rasse auch Schaden zugefügt. Sie führt zu genetischer Verarmung und bringt auf Dauer Fehlbildungen, verminderte Leistungsfähigkeit, Unfruchtbarkeit, Welpensterben und ein vermehrtes Auftreten von Erbkrankheiten hervor.
Als Mass für den Inzuchtgrad eines Tieres werden heute meist zwei Begriffe genannt: Der Ahnenverlust (AVK) und der Inzuchtkoeffizient (IK). Sie sollten zur Unterstützung der Gesunderhaltung und genetischen Vielfalt dringend ein wichtiger Bestandteil von vielen Gedankengängen und Überlegungen sein, die in der Zuchtplanung bedacht sein wollen!
Bei der Frage, wie eng ein Hund gezüchtet ist, sind IK und AVK immer gemeinsam zu betrachten!
Es kann nämlich vorkommen, dass die Welpen aus einem Wurf einen geringen IK haben, da die Eltern nicht verwandt sind, dass es aber zu einem hohen AVK kommt, weil die Eltern selbst eng gezüchtet wurden.
Wichtig, sowohl bei der Berechnung des Ahnenverlustkoeffizienten als auch des Inzuchtkoeffizienten ist, dass alle möglichen Ahnen über die berechneten Generationen bekannt sind (bei 5 Generationen sind es 62). Bei Hunden mit weniger bekannten Vorfahren wird das Ergebnis der Berechnung verfälscht. Sie haben automatisch einen niedrigeren IK und entsprechend einen höheren AVK.
WAS IST….?
Ahnenverlustkoeffizient (AVK)
Er berechnet in Prozent den Verlust von Ahnen, der immer dann vorliegt, wenn ein oder mehrere Ahnen öfters als einmal in der Ahnentafel eines Hundes vorkommen.
In der Regel wird der AVK bei Hunden über fünf Generationen errechnet. Liegt der AVK bei 100%, sind keine doppelten Ahnen vorhanden. Je höher also der AVK, desto besser.
Um dem Verlust der Ahnenvielfalt entgegen zu wirken, sollte der AVK bei fünf Generationen 85% nicht unterschreiten.
Inzuchtkoeffizient (IK)
Er gibt an, wie stark die Eltern eines Hundes miteinander verwandt sind. Auch der IK wird in der Regel über fünf Generationen errechnet. Ein IK von 0% bedeutet, dass, über die entsprechenden Generationen gerechnet, kein Vorfahre der Mutter auch Vorfahre des Vaters ist.
Je näher die Eltern miteinander verwandt sind, desto grösser der IK. Ein IK von 6,25% entspricht einer Verpaarung Cousine x Cousin, 12,5% entspricht einer Halbgeschwister-Verpaarung und ein IK von 25% einer Vater-Tochter, Mutter-Sohn oder Geschwisterverpaarung.
Um die genetische Vielfalt zu erhalten sollte der IK bei fünf Generationen 5% nicht überschreiten und idealerweise unter 2% liegen.