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Wer zu früh zufüttert, erhöht die Gefahr für Nahrungsmittelallergien, hiess es lange. Der einzige Schutz: möglichst lange allein durch Muttermilch ernähren. Schon länger war diese Regel unter Beschuss. Nun belegt eine Studie: zu Recht.
Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Langzeitstudie, an der über 3500 Familien mit ihren nach 2010 geborenen Kindern teilgenommen hatten. Die Daten von 1421 Kindern wurden dazu ausgewertet. Die sogenannte CHILD-Studie (Canadian Healthy Infant Longitudinal Development) erfasste dabei insbesondere auch Informationen zur Ernährung in den ersten beiden Lebensjahren. Zusätzlich wurden die Ergebnisse von Allergietests für gängige Nahrungsmittelallergien nach dem ersten Lebensjahr via Fragebögen erfasst. Der Fokus lag dabei auf Milchprodukten, Erdnüssen und Eiern.
Milchprodukte, Erdnüsse und Eier im Fokus
Während die Hälfte der Kinder bereits im ersten halben Jahr Kuhmilchprodukte bekam, assen nur sechs Prozent der Kinder im ersten halben Lebensjahr Ei. 76 Prozent begannen im zweiten Lebenshalbjahr damit, 19 Prozent erst im Alter von einem Jahr. Erdnüsse dagegen bekam nur ein Prozent der Kinder im ersten Lebenshalbjahr und nur 41 Prozent im zweiten.
Unter den Einjährigen liessen sich bei einem von zehn Kindern Nahrungsmittelsensibilisierungen nachweisen, aber noch keine Allergien. Vor allem reagierten die Kinder auf Hühnereiweiss. Es zeigte sich aber auch: Je früher die Kinder mit dem Verzehr aller drei Nahrungsmittel begonnen hatten, desto besser waren sie später vor Nahrungsmittelsensibilisierungen geschützt. Besonders deutlich wurde dies im Falle von Hühnerei. Erhielten die Kinder bereits im ersten halben Lebensjahr eihaltige Nahrung, war die Sensibilisierung gegen alle drei Nahrungsmittel um zwei Drittel geringer.
Kinder, die sechs Monate ausschliesslich Muttermilch bekamen, waren nicht unempfindlicher – eher im Gegenteil: Sie reagierten um das 3,5-Fache mehr auf Kuhmilch. Generell zeigte die Auswertung: Je vielseitiger die Ernährung im ersten Lebensjahr war, desto besser.