Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03128.jsonl.gz/2158

Bedienungsanleitungen (Swisscom Produkte)
Telefon-Wählscheibe als App für Smartphones
Spannende Zeiten: Wir werden älter, der technologische Fortschritt überrennt uns und schon werden Handies museumsreif!
Dank der Schenkung einer fast kompletten Sammlung von Ericsson- und Sony-Ericcson-Mobiltelefonen kann das Museum den Anfang der Handy-Aera eindrücklich dokumentieren.
Woher kommt überhaupt der uns so geläufige Name "Handy"? Wohl aus dem Englischen, wie so Vieles?
Falsch! Dort heisst das Handy nämlich mobile oder cell phone.
Allgemeinbildung Kompakt Duden schreibt darüber:
Das Wort handy ist im Englischen als Adjektiv bekannt und bedeutet griffbereit, praktisch oder geschickt; der handyman ist ein Handwerker. Vermutlich wurde der Begriff Handy in Deutschland geprägt. Damit ist der Begriff Handy ein typischer Vertreter der Schein- oder Pseudoanglizismen, womit Begriffe bezeichnet werden, die zwar aus englischem Wortmaterial gebildet sind, die es im Englischen jedoch nicht gibt, zumindest nicht in der Bedeutung, in der sie hierzulande verwendet werden. Dazu zählt beispielsweise der Smoking, der im Englischen dinner jacket heisst. Auch die Berufe eines Dressman, Showmasters oder Barkeepers sind rein deutsche Erfindungen. Für den Bodybag gibt es eine englische Bedeutung, nämlich Leichensack. Bei uns ist damit meist eine Art Rucksack gemeint, welcher im Englischen wiederum rucksack heisst! Zu den skurrilsten Pseudoanglizismen zählt das Public Viewing, das öffentliche Rudelgucken einer TV-Liveübertragung zB. eines Fussballspiels. Im Englischen versteht man darunter die öffentliche Aufbahrung eines Toten.
Lebenserwartung:
Männer lebten in der Schweiz 1950 durchschnittlich 66,4 Jahre, heute sterben sie mit durchschnittlich 80,1 Jahren. Dies ist mit ein Grund, weshalb sich der Kostenanteil des Gesundheitswesens am schweizerischen BIP von 4,8 (1960) auf 11,4 Prozent (2009) mehr als verdoppelte.
Konsumausgaben: Was billiger wurde:
1990 beliefen sich die Konsumausgaben auf rund 182 Milliarden Franken. 2008 hatten die Schweizer für Nahrungsmittel, Kleider, Wohnung, Auto und so fort bereits über 298 Milliarden Franken zur Verfügung. Trotz diesem Anstieg: Es muss prozentual immer weniger für Lebensmittel aufgewendet werden: 1990 betrug der Anteil an den Konsumausgaben 12,5 Prozent, heute sind es noch 10,5 Prozent.
Was teurer wurde:
Überdurchschnittlich zugenommen haben die Ausgaben fürs Wohnen (plus 14 Prozent), die Gesundheitspflege (plus 42 Prozent, siehe oben!), und das Telefonieren (plus 37 Prozent). Hier hat die Verbreitung des Mobilfunkverkehrs und des Internets Spuren im Portemonnaie hinterlassen.
Die Welt hat Thomas Alva Edison ein Wort zu verdanken, das seither aus dem Telefonverkehr nicht mehr wegzudenken ist.
F.P. Fish, der Vorsitzende der amerikanischen Telephongesellschaft, hat überliefert, wie es dazu kam:
"Als das Telephon in Gebrauch genommen wurde, waren die Leute gewohnt, eine Glocke zu läuten und dann nachdrücklich zu fragen: "Sind Sie dort?", "Sind Sie bereit?".
Schön, Mr. Edison verwarf diese umständlich-unamerikanische Art von Fragen. Er nahm eines Tages einen Empfänger und schrie ein Wort ins Mikrophon, ein sehr zufriedenstellendes, markiges Wort: "Hallo!".
Es hat seinen Weg um die ganze Welt gemacht. Die Japaner brauchen es, es wird in der Türkei gehört, und Russland kam ohne dieses Wort nicht durch; ebenso wenig Patagonien oder Belutschistan."
Übrigens: Wäre es nach Alexander Graham Bell gegangen, würden wir unsere Telefonpartner jetzt mit dem seemännischen "Ahoi!" begrüssen!
Gemäss dem Leitsatz "Kulturgut Telekommunikation – erhalten und bewahren" wurden wir aktiv, als wir erfuhren, dass 1994 in Frauenfeld der letzte Telefonmast abgebrochen und verschrottet werden sollte. Dank einer Kostenübername der früheren Telecom (heute Swisscom) wurde er gerettet und fand seinen neuen Standort neben dem Greuterhof. Und nicht nur das: Pensionierte Leitungsmonteure gaben anschliessend dem Mast seine ihm zugedachte Aufgabe zurück und spendierten ihm fachgerecht (exakt parallel!) gespannte Drähte abgehend in drei verschiedene Richtungen.
Und nun wurde er auch Symbolfigur im Titel dieser Homepage.
Wie erkennt man den Unterschied zwischen einem Telefonmasten und einem Strommasten? Beim Strommasten sind die Isolatoren links/rechts in der Höhe versetzt zueinander, beim Telefonmasten sind sie nebeneinander.
Da ein damals direkt Betroffener heute im Stiftungsrat des Telefonmuseums sitzt, konnte über jenes Ereignis aus erster Hand berichtet werden. Ergänzend dazu hat Arthur Kammer über den Brand der Telefonzentrale Hottingen einen kurzen Film gemacht. Charmantes Detail anlässlich dieser Katastrophe: Zwei Darsteller in diesem Kurzfilm lernten sich seinerzeit als PTT-Mitarbeiter/-Mitarbeiterin beim spontanen Notfall-Einsatz auf dem Schadenplatz kennen und daraus resultierte eine glückliche Ehe.
Im schweizerischen Tösstal, im Weiler Ottenhub, kündet diese Tafel an der Fassade eines abgelegenen alten Flarzhauses vom Einzug des ersten Telephons.
Bemerkenswert ist der letzte Absatz des Textes:
...ist das besser als nur stumme Apparate angucken. Sie werden viele weitere Fakten & Legenden zu hören bekommen. So mannigfaltig wie die Geräte, so bunt sind die amüsanten, grotesken,
verblüffenden oder auch tragischen Geschichten dahinter. Willkommen im Telefonmuseum!