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In den vergangenen Monaten habe ein Managementausschuss, der sich unter anderem mit Reputationsrisiken beschäftigt, verschiedene Optionen diskutiert, sagten zwei der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Vorschlag sei gewesen, die an Trump ausgereichten Kredite weiterzuverkaufen, um die Geschäftsbeziehungen mit dem Immobilienmogul zu beenden. Doch dieser Vorschlag habe nicht verfangen, unter anderem weil unklar sei, wer die Darlehen aufkaufen würde, sagte ein Insider.
Die Deutsche Bank gehört zu den wichtigsten Kreditgebern von Trump. An sein Familienunternehmen Trump Organization hat das Institut aktuell noch rund 340 Millionen Dollar an Darlehen vergeben, wie ein Insider sagte.
Diese Grössenordnung geht auch aus Dokumenten hervorgeht, die Trump im Juli beim Office of Government Ethics einreichte. Bei den insgesamt drei Krediten, die ab 2023 fällig werden, gebe es keinen Zahlungsverzug und Trump habe persönlich für deren Rückzahlung gebürgt, sagten zwei Insider.
Milliardengeschäfte
Der Immobilienmogul ist seit über zwei Jahrzehnten Kunde der Deutschen Bank. Mehr als zwei Milliarden Dollar an Krediten habe Trump seit Ende der 1990er-Jahre erhalten, sagte einer der Insider. Der prominente Kunde hat dem Geldhaus viele Negativschlagzeilen eingehandelt. Immer wieder verlangten die Demokraten im US-Kongress Auskünfte über die Geschäfte mit dem republikanischen Präsidenten, der diese unter Verweis auf die Gesetzeslage zurückwies.
Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren, die die Deutsche Bank schon seit vielen Jahren wegen möglicher Geldwäsche-Verstössen im Visier hat, lässt nicht locker und will sich weiter für einen Untersuchungsausschuss im Kongress einsetzen. «Ich werde weiterkämpfen. Darauf können Sie wetten», sagte Warren zu Reuters. Die Bankengesetze müssten durchgesetzt werden, besonders für riesige Institute wie die Deutsche Bank.
Wie es in der Trump-Saga weitergeht, wird entscheidend vom Ausgang der US-Wahlen abhängen. Sollte Trump verlieren und die Demokraten das Weisse Haus und den Kongress kontrollieren, dürften die Untersuchungen zu Trumps Finanzen Fahrt aufnehmen. In so einer Situation hätte die Deutsche Bank aber auch mehr Freiraum, das Kreditthema anzugehen und ihre Geschäftsbeziehungen mit Trump zu beenden, sagten die Insider. Die Bank hoffe, damit etwas aus der Schusslinie der Untersuchungen zu geraten.
Mehr Möglichkeiten, wenn Trump nicht mehr Präsident ist
Die Kredite, die für Trumps Golfplatz in Miami und Hotels in Washington und Chicago vergeben wurden, seien so gestaltet, dass die Trump Organization bislang nur Zinsen zahlen muss, sagten zwei der Insider. Die Tilgung des Darlehens findet also komplett am Ende der Laufzeit statt.
Die Kredite werden 2023 und 2024 fällig, wie Dokumente zeigen. Die mit den Darlehen finanzierten Hotels und Golfclubs leiden unter der Corona-Krise, die Einnahmen sind wie in der gesamten Touristikbranche eingebrochen. Trump hatte zudem geplant, auf Golfplätzen wie dem in Miami Hotels und Häuser zu bauen, und so zusätzliche Einnahmen zu erwirtschaften. Doch bislang ist daraus nichts geworden.
Die Deutsche Bank mache sich wegen der verbleibenden Zeit bis zur Fälligkeit der Kredite und Trumps persönlicher Bürgschaft keine allzu grossen Sorgen, sagten die drei Insider. Aber Manager hätten verschiedene Szenarien durchgespielt. Sollte Trump nicht mehr Präsident sein, wäre es aus Sicht der Deutschen Bank einfacher, auf der Rückzahlung der Kredite zu bestehen, die Zwangsvollstreckung einzuleiten, wenn Trump die Darlehen nicht zurückzahlen oder refinanzieren kann, oder sie zu verkaufen, sagten zwei der Insider.
Da Trump persönlich für die Kredite bürgt, könnten seine Vermögenswerte beschlagnahmt werden, wenn er sie nicht zurückzahlen kann. Sollte Trump aber wiedergewählt werden, hätte die Bank weniger Optionen, sagten die drei Insider. In diesem Fall würden die Darlehen wohl bis zum Ende von Trumps Amtszeit verlängert. Es scheint jedenfalls undenkbar, Vermögenswerte eines amtierenden US-Präsidenten zu beschlagnahmen - der öffentliche Aufschrei wäre enorm.
(reuters/tdr)