Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03241.jsonl.gz/2221

Die Region Veneto liegt im Nordosten Italiens und grenzt an vier andere Regionen: Friaul-Julisch-Venetien im Osten, Trentino-Südtirol und Lombardei im Westen, sowie Emilia-Romagna im Süden. Geographisch gesehen ist Venetien die vielfältigste italienische Weinbauregion. Einerseits ist ein Drittel von Gebirgszügen bedeckt, andererseits verfügt das Gebiet in der zentralen Ebene über ausgedehnte Reisfelder und über einen grossen Küstenstreifen. In der Alpenzone liegen die Dolomiten mit dem höchsten Berg Marmolata (3343 m ü.M.). Die venetischen Voralpen sind geprägt durch weitreichende Hügellandschaften (Colli Euganei, Colli Berici, Colli Asolani und Montello-Gebiet), die Poebene von zahlreichen Flüssen Po, Etsch, Brenta, Piave, Sile, Livenza. An der Ostküste befindet sich der grösste italienische See, der Lago di Garda. Entlang der 150 Kilometer langen Adriaküste erstrecken sich zahlreiche Lagunen. Über 50 Prozent des Gebietes sind eben, ein Drittel bergig und der Rest ist hügelig.
Dementsprechend verfügt Venetien über eine breite Palette von Weinstilen, die auf einer Rebfläche von 75 000 Hektar erzeugt werden. Die Region ist hinter Sizilien und Apulien das drittgrösste Anbaugebiet. Auf knapp einem Viertel dieser Fläche werden Qualitätsweine mit DOC-Status erzeugt. Die wenigen Küstenweine sind in der Regel bedeutungslos. Im hügeligen Hinterland wird vor allem Weisswein angebaut. Der im Gebiet des Valpolicella angebaute Amarone gilt neben dem Barolo und dem Brunello als einer der drei grossen Rotweine Italiens.
Bedeutende weisse Rebsorten sind Garganega (Soave), Glera (Prosecco), Tai (Breganze). Bei den roten Sorten stehen hoch im Kurs: Corvina und Corvinone (Valpolicella), Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc (Veneggazù). Vielerorts werden die Reben auch heute noch im alten Pergola-System angebaut, das mit der Klimaerwärmung wieder an Attraktivität gewinnt, indem das Blattwerk die Trauben vor direkter Sonneneinstrahlung besser schützt.
Zwei Drittel der Veneto-Weine stammen aus der Gegend um die Stadt Verona, wo es insgesamt sechs DOC-Zonen beim Garda-See gibt. In den 1970er-Jahren erreichten die venetischen Weine weltweit eine grosse Popularität, und in den USA verdrängte der Soave den Chianti vom Platz eins des meistverkauften DOC-Weines. Heute boomen Amarone, die Spezialität aus teilgetrockneten Trauben, und Prosecco, der zu den beliebtesten Schaumweinen überhaupt zählt.
Die vielfältige Weinlandschaft wurde schon von den Etruskern bewirtschaftet, später folgten die Römer. Sie schätzten den von Plinius dem Älteren (23-79) erwähnten antiken Wein Raeticum, es soll sich dabei angeblich um einen Vorläufer der heutigen Recioto-Weine gehandelt haben.