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Das Lamm hat 41,2°C Fieber und dreht sich im Kreis.
Eine halbe Stunde vor dem Anruf wurde Raduan mit seiner Mutter und seinem Bruder in den Stall geholt. Er stand auf der Weide allein, abgesondert von der Herde.
Er hatte Schaum vor dem Maul und drehte sich endlos im Kreis. Er blieb mit den Hinterbeinen stehen und drehte sich im Gegenuhrzeigersinn. Sein Körper war kalt, er zitterte stark und knirschte mit den Zähnen.
15 Minuten vor dem Anruf erhielt er Nux vomica. Seit der Mittelgabe ist er etwas ruhiger geworden und hat kein Zähneknirschen mehr.
Raduan ist ein kräftiges Lamm, das sonst sehr eng bei der Mutter war.
Die Verdauung scheint in Ordnung zu sein. Er hat keinen Durchfall und ziemlich sicher hat er kürzlich noch getrunken. Er sieht nicht leer aus. Der Hautfaltentest ist normal. Die Schleimhäute (Augen und Maul) sind sehr rot.
Auf Empfehlung der Kometian-Beraterin bekommt Raduan Belladonna und Nux vomica im Wechsel. Da Nux vomica schon eine leichte Besserung erzielt hat, empfiehlt sich, das Mittel weiter zu geben.
2. Anruf am nächsten Morgen
Es geht Raduan viel besser, aber noch nicht gut. Die Temperatur ist aktuell 39,1°C. Die Schleimhäute sehen wieder normal aus. Raduan hat versucht zu trinken, ging dann aber wieder weg. Er zeigt ab und zu noch innerliches Zittern. Er läuft nun mit allen Vieren im Kreis, kann aber auch stillstehen. Zurzeit liegt er neben der Mutter. Den Kopf lässt er noch etwas hängen und wirkt zwischendurch wie desorientiert. Die Ohren sind unauffällig.
Empfehlung: Belladonna weiterhin verabreichen. Eventuell am Mittag auch noch einmal Nux vomica (wenn die Besserung nach Belladonna nur wenig fortschreitet) wiederholen.
3. Anruf 2 Tage später
Der allgemeine Zustand ist gut, aber Raduan hat wieder 41,1°C Fieber. Die Körperoberfläche ist normal warm (gleich warm wie bei seinem gesunden Bruder). Sein Verhalten ist soweit unauffällig.
Die Schleimhäute waren am Vortag wieder ganz rot, heute wieder weniger.
Die Beraterin empfiehlt, als Ergänzungsmittel Calcium carbonicumzu verabreichen.
Rückmeldung eine Woche später:
Raduan ist nun seit 2 Tagen wieder auf der Weide. Es scheint ihm gut zu gehen. Er ist einfach sehr ruhig, geht aber problemlos mit der Mutter mit.
Empfehlung: nochmals Calcium Carbonicum wiederholen.
Weitere Rückmeldung ein Monat später (die Besitzerin schreibt):
„Das Problem der akuten Krankheit wurde gelöst. Das Lamm hat aber seine gute Bindung zur Mutter verloren. Er läuft zwar mit der Mutter und dem Bruder mit, erhält aber zusätzlich noch den Schoppen. Im Wachstum ist er deutlich zurückgeblieben. Es grenzt jedoch an ein Wunder, dass er die Krankheit überhaupt überstanden hat.“
Raduan ist ein sehr kritischer Fall, um allein mit der Homöopathie zu behandeln. Das hohe Fieber und das Drangwandern sprechen für einen Infekt im Gehirn. Die Prognose war schlecht. Dessen waren sich Besitzerin und Beraterin sehr bewusst und sie haben auch offen darüber diskutiert. Die Beraterin ist selber Tierärztin und hat in ihrem Praxisalltag schon ähnliche Fälle betreut. Sie wusste also genau, was sie tut und welche Verantwortung sie trägt. Sie war mit der Besitzerin im engen Kontakt und es gab klare Absprachen, was getan werden soll, wenn der Erfolg nicht eintritt / anhält, und bis wann sich die Tierhalterin wieder melden soll. Klar wurde auch der Beizug eines Tierarztes vor Ort besprochen und dieser wäre gerufen worden, falls das Lamm nicht innert Stunden auf die Therapie angesprochen hätte.