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| Franz Anton von Bernard, Einleitung. In: Des Afrikaner's Arnobius sieben Bücher wider die Heiden. Aus dem Lateinischen übersetzt und erläutert von Franz Anton von Bernard, Landshut 1842.

Einleitung
Vorwort
11.
Die Leiden der abendländischen Christen waren von keiner langen Dauer. Diokletian's Glücksstern schien zugleich mit seiner Gunst für die Christen untergegangen zu seyn. Schon auf seiner Reise von Rom nach Ravenna im Dezember des J. 303 überfiel ihn eine Krankheit, welche der Aerzte Kunst lindern, doch nicht heben konnte. Da der Winter regnerisch und kalt war, so mußte er seines Rückreise durch Venetien und Illyrien nach Nikomedia beschleunigen, wo er nach geendigtem Sommer angekommen, sich in seinem Palaste verschloß, seine Gesundheit zu pflegen. Das Gerücht seiner Krankheit verbreitete sich in der Stadt; man urtheilte über derselben Zustand nach der Hofleute Mienen und Gebärden; und als wider die bisherige Gewohnheit des Kaisers öffentliches Erscheinen zu lange währte, so hielt man ihn im Dezember 304 bereits für todt. Um die in Umlauf gesetzten Gerüchte zu zerstreuen, sah Diokletian sich endlich den ersten März 305 veranlaßt, [S. 14] öffentlich zu erscheinen. Aber seine Gestalt war durch das lange Siechthum so verfallen, daß man ihn nur mit Mühe erkannte. Zu der körperlichen Schwäche gesellte sich ein Trübsinn, der hinwieder von derselben eindringlicher gemacht wurde, und auf welchen das vergossene Blut so vieler Unschuldigen, deren manche seinem Herzen nahe gestanden, gewiß nicht ohne Einfluß blieb. In diesem dumpfen, lebenssatten Zustand beschloß er der Herrschaft zu entsagen (Stollberg IX 318 flg.). Doch sollte dieß mit dem Glanze geschehen, mit welchem er sie angetreten hatte, und er übte über sein Geschöpf Maximian noch genug gebietenden Einfluß, daß auch dieser sich, obgleich sehr ungern herbeiließ, von dem Throne herabzusteigen. So legten denn beide am ersten Mai 305, Diokletian zu Nikomedia, Maximian zu Mailand den Purpur vor dem versammelten Heere ab, und überließen die Augustuswürde dem Konstantius und Galerius. Zu Caesarn wurden ernannt: Severus, ein entkräfteter Wollüstling, nur Würfel zu regieren und Reigen zu ordnen kundig, und Maximinus Daja, des Galerius Neffe, einstmals Viehhirt, seinem Oheim an roher Grausamkeit gleich, an Aberglauben ihn aber übertreffend, und zügelloser Wollüstling. Sie verdankten ihre Erhebung dem Galerius, welcher in ihnen lenksame Werkzeuge zu finden hoffte. Diokletian hatte diese Wahl nicht gebilligt, doch eben weil aller Geschäfte überdrüssig, auch nicht mit Entschiedenheit bestritten. (Stollberg IX. 379 flg.) Diese Regentenveränderung machte der Verfolgung im Westen ein Ende: denn Konstantius war durch den Rang eines Augustus kaum zur Machtvollkommenheit gelangt, als er auch die Christen in seinen Ländern anzufeinden verbot und ihnen die eingezogenen Kirchen zurückgab. Severus, welcher Italien und Afrika als von ihm abhängiger Caesar beherrschte, ahmte seine Milde nach, entweder aus Scheu vor dem Augustus, oder weil es ihm an Gutmüthigkeit weniger, als an männlichem Ernste und Regenteneigenschaften gebrach. Konstantius überlebte diesen Wechsel der Dinge nicht lange: denn er starb den 25. Julius 306 zu Eborakum (York), wo er sich wegen eines Krieges wider die Kaledonier aufhielt. Doch den Christen wie dem Reiche ersetzte ihn sein Sohn Konstantin, welchen Gottes Erbarmung zu einem großen Werke erkohren hatte. (Stollberg IX. 385 flg.)