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Berger des Pyrénées
FCI Gruppe 1: Hüte- und Treibhunde (mit Arbeitsprüfung)
Ursprüngliche Aufgabe
Selbstständiges Treiben und Hüten von Herden, fungieren als «lebendiger Zaun».
Herkunft
Frankreich, Pyrenäen. Es sind unverfälschte, ursprüngliche Hütehunde, die über Jahrhunderte Charakter und Aussehen kaum verändert haben. Man unterscheidet zwischen dem langhaarigen Berger des Pyrénées à poil long (oder auch Museau Normal) und dem Berger des Pyrénées à face rase mit kurzhaarigem Gesicht. Lange interessierte sich kaum jemand für diese urwüchsige Rasse, die als eifrige Helferin der Hirten in einem geographisch geschlossenen Raum lebte. Erst während des Ersten Weltkrieges wurde der Berger des Pyrénées in weiteren Kreisen bekannt. 1916 nutzten einige Offiziere den Geruchssinn und die Flinkheit sowie die Ausdauer für Kriegszwecke. Die Hunde wurden die beliebtesten Melde- und Sanitätshunde der Armee. Keine andere Diensthunderasse verzeichnete so viele Gefallene. Um 1923 wurde ein Verein gegründet, der sich für den Schäfer- wie auch den Berghund der Pyrenäen einsetzte.
Arbeitsweise
Die Herden wurden vom grossen, weissen Pyrenäenberghund geschützt und die kleinen Pyrenäen-Hütehunde trieben und hüteten Schafe, Ziegen, Rinder und Pferde. Selbst in schwierigstem Hochgebirge und auch im vorgelagerten Land arbeiteten die robusten, agilen und wendigen Hütehunde selbstständig dem Schäfer zu. Sie sind unbestechliche Wächter und achten auch auf Gefahren aus der Luft. Wenn der kleine Berger Gefahr erkennt, eilt er hin und verbellt sie, bis der grosse Pyrenäenberghund zu Hilfe kommt und die Gefahr vertreibt.
Aussehen
Bei einem Minimum an Grösse (Schulterhöhe 40 bis 54 cm) und Gewicht strahlt dieser Hund ein Maximum an Lebhaftigkeit aus. Eine pfiffige, misstrauische Miene und der stets wachsame Gesichtsausdruck verbunden mit impulsiver Bewegungsfreude runden das charakteristische Auftreten dieses Hundes ab. Bei allen Farben – erlaubt sind Fauve, Grau, Blau mit schwarzer Tüpfelung (Harlekin), Gestromt, Schwarz und Schwarz mit weissen Flecken – verlangt der Standard einen schwarzen Nasenspiegel sowie schwarze Lidränder und Lefzen. Der Berger des Pyrénées à face rase ist etwas grösser und kräftiger als der Berger des Pyrénées à poil long, sein Haarkleid ist halblang. Beim kleineren Vertreter ist das Haarkleid in seiner Textur ein Mittelding zwischen Ziegenhaar und Schafwolle. Die Augen müssen gut sichtbar sein, ohne von Haar bedeckt zu werden, d.h. das Haar an den Seiten erscheint wie durch einen Windstoss von vorn zurückgeweht.
Charakter
Als mutiger, schlauer Hund ist er zur Initiative fähig. Typvoll gilt er als eigensinnig und braucht Überzeugungskraft, um seine Energie in die richtigen Bahnen zu lenken und um das Beste aus Intelligenz und Lebhaftigkeit zu machen. Fremden gegenüber verhält er sich oft misstrauisch.
Gesundheit
Mögliche Probleme: Hüftgelenksdysplasie (vor Zuchteinsatz wird geröntgt), Epilepsie, PDA (persistierender Ductus Arteriosus (Herzerkrankung)
Spezielles
Für den Berger des Pyrénées gelten zwei unterschiedliche Standards. Sie werden separat gerichtet und gezüchtet, dürfen aber auch gekreuzt werden. Beim langhaarigen Berger kann das Fell am Körper auch zotthaarig sein. Der Berger besitzt ein aussergewöhnliches Springvermögen. An den Hinterläufen können einfache, doppelte oder gar keine Afterkrallen vorhanden sein.
FCI Gruppe 1
(ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1: Schäferhunde
Belgischer Schäferhund, Deutscher Schäferhund, Kelpie, Beauceron, Bearded Collie, Border Collie, Tschechoslowakischer Wolfshund, Australian Shepherd, Collie Rough, Welsh Corgi, Shetland Sheepdog, Berger des Pyrénées etc.