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Verletzungsrisiko bei Weltklasseathleten
Wer im Weltcup reüssieren will, muss an seine physischen Grenzen gehen – und manchmal auch darüber hinaus. Die Belastungen sind während eines Rennens heute so hoch, dass sich die Athleten auch ohne Stürze verletzen können, wenn sie nicht zentral über dem Ski stehen. Über ein Drittel verletzte Athleten pro Saison zeugen von dieser immensen Beanspruchung des Körpers. Entscheidend für die Krafteinwirkungen auf den Körper sind dabei auch die mechanischen Eigenschaften des Schnees.
Verletzungsfaktor Schnee
Neben den Verletzungsfaktoren Material, Gelände und Kurssetzung, war das SLF bei dieser Studie insbesondere zuständig für die Charakterisierung der Pisteneigenschaften und der Pistenpräparation. Zu diesem Zweck wurden im Untersuchungsdesign subjektive und objektive Charakterisierungsmethoden auf unterschiedlichen Grössenskalen kombiniert. Zudem wurden die Athleten nach den Rennen zu den Pisteneigenschaften befragt.
Umfassende Pistencharakterisierung
- CT-Scans von Schneeeproben an 2-4 Positionen
- Messungen der Schneetemperatur, -Dichte, -Härte und Korngrösse an 5 bis 15 Positionen mit jeweils 3 bis 12 Einzelmessungen
- Bewertung von Pistenhärte mittels Rammsondenpenetration an 10 - 30 Positionen
- Subjektive Bewertung von Pistenhärte, Aggressivität, Ebenheit der Oberfläche, Schäden und Homogenität möglicht für jedes Tor
- Klassische Bestimmung von Korngrösse, Kornform mittels Lupe und Rasterbrett
- Fragebögen zu den Pisteneigenschaften für die Athleten
Grosse Unterschiede bei den Schneeeigenschaften
Die Athlentenbefragung ergab, dass eine hohe Variabilität, Unebenheiten und die Brüchigkeit des Schnee mit einer schlechte Piste in Verbindung gebracht wird. Die Schneemessungen offenbarten grosse Unterschiede innerhalb einer Piste als auch zwischen den verschiedenen Rennen. Die Daten deuten darauf hin, dass nicht die vereisten Stellen die Pistenqualität im Rennsport reduzieren, sondern das Vorhandensein von weichen, wenig verdichteten, Schneepassagen. Zudem zeigte sich, dass die empfunde Pistenqualität aus dem Zusammenspiel verschiedener Schneeparameter (Dichte, Temperatur, Mikrostruktur) resultiert. So werden beispielsweise zwei Pisten trotz ähnlichen Schneedichten aber mit unterschiedlicher Temperatur und Mikrostruktur auch sehr verschieden bewertet.
Weitere Verletzungsfaktoren: Material, Gelände & Kurssetzung
Der Verletzungsfaktor Material wurde in einer gesonderten Kampagne anhand von verschiedenen Prototypen mit unterschiedlichen Skigeometrien bereits im April 2011 untersucht. Ergebnisse dieser Untersuchung gaben der FIS Anlass zu Änderungen im Reglement für die Saison 2012/13. Ebenso wurden Untersuchungen zum Einfluss der Kursssetzung und des Geländes durchgeführt.
Details zum Projekt
Projektdauer
2010 - 2016