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Balmaceda
*, José Manuel, Präsident von Chile, [* 2] geb. 1840, stammte aus einer angesehenen und begüterten chilenischen Familie, ward im Jesuitenseminar in Santiago erzogen, studierte die Rechte und war ein vielbeschäftigter Anwalt. Trotz seiner kirchlichen Erziehung verfocht er freisinnige Grundsätze, gründete 1868 mit gleichgesinnten Männern den Reformklub und ward 1876 zum Abgeordneten gewählt, er bewährte sich als vortrefflicher Redner. Nachdem er als Gesandter in Buenos Ayres [* 3] während des Kriegs mit Peru [* 4] und Bolivia die wohlwollende Neutralität Argentiniens erreicht hatte, ward er vom Präsidenten Santa Maria zum Minister des Innern ernannt und wirkte nun mit entschlossener Thatkraft für die Trennung von Staat und Kirche; namentlich setzte er 1884 die Einführung der Zivilehe und die Konfessionslosigkeit der Kirchhöfe durch, wodurch er sich den Haß der Ultramontanen zuzog, aber sich in der Gunst der Liberalen so befestigte, daß er zum Präsidenten der Republik Chile gewählt wurde. Er trat sein Amt an.