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Datenherkunft: Wikipedia, Historisches Lexikon der Schweiz, https://www.landmarkscout.com
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Fk-Schild als Teil einer Sperrstelle
(Bilder = Beispielbilder aus der Geschichte)
Der Feldkanonen-Schild (kurz Fk-Schild) ist ein Bestandteil einer militärischen Sperre. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren Panzerabwehr Kanonen ein rarer Artikel, vor allem auch weil bei den benötigten Rohstoffe Mangelware herrschte. Die 1935 beschafften Panzerabwehr-Kanonen vom Kaliber 4.7 cm wurden durch die eidgenössische Konstruktionswerkstätte in Thun in Lizenz der österreichischen Firma Böhler hergestellt und auch dort kontinuierlich weiterentwickelt. Diese Kanone wurde fast ausschliesslich, zusätzlich zu den MG 11, in den Bunkern eingebaut. In den achtziger Jahren wurden die Bunker auf die neue wirkungsvollere 9 cm Pak 50 umgerüstet. Um die Kapazität einer Sperre zu verstärken, wurde den Verteidigern zusätzliche 7,5 cm 35/41 und 10,5 cm Feldkanonen 35 L 42 mit den benötigten Artilleristen zugeteilt. Um die Geschütze mit ihrer Mannschaft besser zu schützen hat man sogenannte „Feldkanonen Schilder“ geplant und gebaut. Diese betonierten Schilder sind vielfach heute noch bei den Sperren zu finden. Die mobilen Kanonen wurden in diese betonierten Unterstände, zugänglich durch die Rückseite, eingeschoben und schussbereit gemacht. Viele Ziel-Koordinaten waren bereits vorbereitet. Die Kanonen waren mit Munition für weiche (gegnerische Infanterie), sowie auch für gepanzerte Ziele ausgerüstet.
Die Geschichte der Bezeichnung Schild (militärisch)
In sehr früher Zeit wurden bereits Schilde zum persönlichen Schutz der Soldaten verwendet. Bereits die Armeen der Pharaonen und Sumerer waren damit ausgerüstet. Die Römer verwendeten ihre rechteckigen Schilder auch für die sogenannte Schildkröten Formation. Diese von besonders ausgebildeten Legionären angewendete Formation bot guten Schutz bei starken Pfeil-Beschuss, auch von oben. Parallel zu der Waffenentwicklung wurde auch die Funktion der Schilde den Bedürfnissen angepasst.
Kanonen brauchten neue Schutzschilde
Die ersten Kanonen des Mittealters verbreiteten vor allem Schrecken. Erst später waren sie in der Lage, Stadtmauern und Burgen zu zerstören. Obwohl sie nach 1500 auch zur Bekämpfung der gegnerischen Infanterie eingesetzt wurde, spielte die Artillerie in den Schlachten eine Nebenrolle. Von den Burgunderkriegen an gewann sie auf Kosten der Bogen- und Armbrustschützen allmählich an Bedeutung, doch genossen Artillerie-Offiziere bis Ende des 17. Jahrhunderts wenig Ansehen bei ihren Kameraden der Infanterie und Kavallerie. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts diente die Artillerie vor allem der Verteidigung, bereitete aber auch Angriffe vor und begleitete zuweilen die Infanterie, um ihr den Weg zu öffnen. Napoleon I. löste die Artillerie aus ihrer Abhängigkeit als reiner Hilfswaffe der Infanterie. Da sie nur im direkten Schuss feuerte, wurde sie in beherrschender Position auf den Flanken oder im Zentrum aufgestellt. Bei der Bekämpfung der gegnerischen Artillerie wirkte sie nur in Ausnahmefällen mit. Die Geschützmannschaften wurden vor allem mit Erdwällen vor feindlichen Angriffen geschützt. Später wurden Schutzschilde direkt an die Geschütze montiert, umso wenigstens die Bedienungsmannschaft gegen Geschosssplitter von vorne ein wenig zu schützen. Auch die schweizerischen Feldgeschütze wiesen einen solchen Schutzschild auf.
Zusatzschutz für Kanonen
Im frühen Festungsbau wurden die zu Verteidigungszwecken angelegten unterirdischen Gewölbe auch als Mordgrube bezeichnet. Die Beschusssicherheit einer Kasematte erreichte man zunächst durch hohe Mauerstärken und insbesondere durch die Einwölbung, zu der rasch eine Erdüberdeckung hinzukam. Mit der Einführung der Brisanzgeschosse im 19. Jahrhundert wurden Kasematten aus Beton bzw. Stahlbeton notwendig. Diejenigen Mauern, die Gewölbe tragen, heissen Widerlager oder Pfeiler, und diejenigen, die die Widerlager miteinander verbinden und die Gewölbe abschliessen, Stirnmauern. Dient die äussere Umfassungsmauer zugleich als Widerlager, so erhält man die Parallelkasematte. Stehen sie im rechten Winkel dazu, so spricht man von einer Perpendikular Kasematte. Bei dieser zieht der Einsturz der Umfassungsmauer nicht auch den der Decke nach sich.
Man unterschied Kasematten für Mannschaften (Wohn- und Bereitschaftskasematten) und für die Aufnahme von Vorräten (Aufbewahrungskasematten). Zur Gewehr- oder Geschützverteidigung wurden Defensionskasematten oder Defensionskasernen angelegt. Diese konnten beispielsweise zu den Kanonenhöfen in der Bastionsflanke führen.
Bei Schiffsbewaffnung und bei Festungen bezeichnet der Begriff Kasemattgeschütz, dass das Geschütz hinter einer Panzerwand aufgestellt ist und das Rohr durch eine bewegliche Schartenblende, die sich mit der Elevation des Geschützes um eine Achse mitdreht, nach außen geführt wird. Die zylindersegmentartige Form dieser Blende erweckt oft den Eindruck, es wäre ein kompletter Geschützturm in die Kasematte eingebaut, was aber fast nie der Fall war. Mit dem Erscheinen des Flugzeugs am Kriegshimmel wurde zusätzlicher Schutz der Geschütze in festen Abwehrstellungen notwendig. Der Fk-Schild in den Sperrstellen war eine schweizerische Antwort auf diese Bedrohungen.
Bunkergigantismus
Ein Blick über die Grenze sei erlaubt, denn auch da gibt es, oder gab es Interessantes zu sehen. Am Atlantikwall gab es sehr viele, aber im Vergleich zu den Fk-Schildern viel grössere, verbunkerte Geschützstellungen, die vor allem von Fliegerangriffen (Bombenabwürfen) schützen sollten, was in den meisten Fällen auch gelang. Sehr wenig Geschützbunker wurden bei diesen Angriffen zerstört. Die Schiffsgeschütze am D-Day hatten noch etwas mehr Erfolg. Zusätzlich zu den verbunkerten Geschützstellungen wurden gigantische Bunker für den Abschuss der sogenannten Vergeltungswaffen gebaut.
Die Batterie Waldam
Das Lösen des grossen Problems der am Atlantikwall verbunkerten Geschützstellungen – diese hatten nur einen kleinen Seiterichtbereich von 90o – 120o Grad – artete in typischer Nazi Art, in einen gigantischen um 360o drehbaren Betonbunker aus. In der Batterie Waldam, benannt nach dem Dorf Waldam, östliche der Stadt Calais in Frankreich, wurde ein solcher Bunker gebaut.
Die Küstenbatterie begann als französische Küstenverteidigungsbatterie. Nach dem Überfall auf Frankreich durch die Wehrmacht wechselte es den Besitzer. In den Jahren 1941 -1942 hatte die Batterie offene Geschützstellungen, später wurde beschlossen, die Batterie mit dem Bau von Geschützstellungen zu befestigen. Die Geschütze wurden in Bunkern platziert. Die Wehrmacht erbaute Mannschaftsbunker, Munitionslager, eine Küche, ein Sanitärgebäude, medizinische Einrichtungen und einen Feuerleitbunker am Rand. Ebenfalls wurde eine Garnison mit 6 Offizieren, 36 untergeordneten Offizieren und 200 Soldaten beherbergt.
Dieser Landstrich um Calais wurde mit zahlreichen Batterien und Beobachtungsposten so gut verteidigt, dass er den Spitznamen Hellfire Corner (Höllenfeuer Ecke) erhielt.
Die Anlage wurde auch „Küstenbatterie M1“ genannt, da es die erste Batterie der Marineartillerie-Sektion 244 war und etwa 300 Meter vom Strand entfernt liegt. Seine Bewaffnung bestand 1941 aus drei 17cm SL L/40 Schiffsgeschützen in offenen Stellungen. Nachdem die Kriegsmarine die Batterie übernommen hatte, platzierte sie drei 15-cm-SK C/28-Geschütze (SK steht für Schnellladekanone) zunächst in offenen Stellungen, später wurden zwei in M270 regelbau-Kasematten und eine in einer einzigartigen Versuchsbetonkuppel, einem SK Drehturm, der um 360° schwenkbar war, installiert.
Neben den 15cm Geschützen hatte die Anlage eine 7,62cm Kanone, eine 7,5cm Kanone, eine 2,5cm Panzerabwehrkanone, 7 FLAK Geschütze unterschiedlichen Kalibers, einen Suchscheinwerfer und 10 Maschinengewehre zum Schutz.
Der einzigartige rotierende Bunker in Waldam sollte das Problem des begrenzten Feuerbereichs lösen, welche statische Geschützstellungen störten. Die Forschung zur Lösung des Problems begann 1943 in Frankreich und ein Jahr später wurde im Pioneerpark in Gennervillers ein Prototyp gebaut. Marine Küsten Batterie Waldam oder MKB Waldam wurde ausgewählt, um das erste und einzige Betriebsmodell zu beherbergen.
Um die rotierende Kuppel mit einem Gewicht von 750 Tonnen unterzubringen, installierten sie einen Drehmechanismus, mit dem die großen Geschütze auf dem französischen Schlachtschiff Provence gedreht wurden.
Das britische Oberkommando befürchtete, dass die französische Flotte nach der Kapitulation Frankreichs am 22. Juni 1940 in die Hände der deutschen Armee fallen würde. Das Schlachtschiff Provence wurde von der britischen Flotte in Mers El Kébir beschossen und sank auf den Grund des Hafens.
Nach ihrer Hebung wurde sie nach Toulon verlegt. Die deutsche Armee besetzte die Stadt kurz darauf und die Franzosen versenkten die Provence im Hafen von Toulon und zum zweiten Mal sank sie auf den Grund eines Hafens. Dies gab den Deutschen Zugang zum Geschützdrehmechanismus des Schlachtschiffs Provence. Der Mechanismus konnte bis zu 800 Tonnen Gewicht halten und erfüllte die Anforderungen, um eine Kasematte mit einem rotierenden Turm zu bauen.
1944 wurde die 3. kanadische Infanteriedivision befohlen, die Küstenverteidigung in der Straße von Dover zu räumen. Von den Stränden der Normandie zogen sie nach Norden, nach Frankreich und Belgien. Am 30. September 1944 erreichten sie die Batterie Waldam. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum der Drehturm weg vom Meer und ins Land zeigt. Er ist in seiner letzten Position blockiert, eingenommen durch die 3. kanadische Division.
Ein weiteres einzigartiges Gebäude von Batterie Waldam ist der Feuerleitbunker, der sich neben der rotierenden Kasematte befindet. Es hat drei Ebenen und mehrere Beobachtungshöhen. Der Eingang zur zweiten Ebene befand sich früher an der Außenseite des Gebäudes, fehlt heute aber.
Das Video ist leider nicht auf Deutsch, aber es beinhaltet schöne Drohnen Bilder