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Kinder, die nicht bei ihren Familien leben können, finden in einer SOS-Kinderdorf-Familie ein neues Zuhause (Foto: SOS-Archiv).
Die Entdeckung riesiger Ölvorkommen im Maracaibo-See im frühen 20. Jahrhundert prägte die Wirtschaft des Landes und verlieh Venezuela ein großes Gewicht auf der weltpolitischen Bühne.
1998 wurde Hugo Chávez zum Präsidenten gewählt und 1999 wurde eine neue Verfassung per Referendum verabschiedet. Die Regierung Chávez initiierte eine Reihe von Sozialhilfeprogrammen, um die Armut zu bekämpfen und Ungleichheiten zu verringern. Im Allgemeinen und in einigen Bereichen zeigten diese Maßnahmen gute Wirkung. Die Armutsrate sank und mehr Menschen hatten Zugang zu Gesundheitsfürsorge, Bildung und Sozialwohnungen.
Junge Männer nehmen an einem Workshop zur HIV/AIDS-Prävention teil (Foto: SOS-Archiv).
Rund 10,3 Mio. Venezolaner sind unter 18 Jahre alt. Ab 1999 hat die venezolanische Regierung deutlich die Ausgaben erhöht, um das Leben von Kindern zu verbessern und hat Maßnahmen eingeführt, um Kinder und Jugendliche zu schützen, insbesondere für Kinder aus den indigenen Gemeinschaften. Jedoch hat sich auch in diesem Gebiet die Situation in den vergangenen Jahren geändert. Jeder Aspekt im täglichen Leben der Kinder war durch den Rückgang des Lebensstandards negativ betroffen.
Obwohl praktisch alle Kinder in die Grundschule gehen, beenden sie nicht alle. Die Anzahl jener Kinder, die eine Sekundarschule besuchen sinkt deutlich. 42,3 % der Mädchen und lediglich 29,5 % der Jungen besuchen derzeit die Mittelschule. Junge Menschen, sogar jene, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, finden aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit häufig keinen Job.
Trotz Bemühungen, der Kinderarbeit ein Ende zu setzen, arbeiten 8 % der Kinder zwischen 10 und 15 Jahren. Einige diese Kinder müssen arbeiten, um zu überleben, andere, um ihre Familien zu unterstützen.
In Venezuela unterstützen wir Familien, die gefährdet sind, auseinanderzubrechen und geben Kindern, die die elterliche Fürsorge verloren haben ein liebevolles Zuhause
Familienstärkung: Die SOS-Familienstärkungsprogramme starteten 2002. Wir arbeiten direkt mit den Gemeinden zusammen, damit diese in der Lage sind, ihre Kinder zu schützen und für sie Sorge zu tragen. In Zusammenarbeit mit lokalen Wohlfahrtsorganisationen und Behörden bietet jedes Familienstärkungsprogramm unterschiedliche Dienstleistungen wie Tagesbetreuung für kleine Kinder, Workshops zum Kinderschutz und Gesundheitsbetreuung. Aufgrund der aktuellen Lage haben wir unsere Aktivitäten verstärkt, um noch mehr gefährdete Familien erreichen zu können.
Betreuung in Familien: Kinder, die die elterliche Betreuung verloren haben find in den SOS-Kinderdorf-Familien in den SOS-Kinderdörfern Ciudad Ojeda, La Cañada und Maracay ein Zuhause. Geschwister wachsen gemeinsam auf und werden von einer SOS-Kinderdorf-Mutter betreut, die dafür sorgt, dass sie die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Die Kinder besuchen die lokalen Schulen und nehmen an den Aktivitäten der Nachbarschaft teil. Dadurch sind sie gut in die Gemeinschaft integriert.
Unterstützung für junge Erwachsene: Unsere SOS-Jugendprogramme bieten jungen Menschen Unterstützung, bis sie in der Lage sind selbständig zu leben. Große Aufmerksamkeit wird darauf gelegt, zu gewährleisten, dass sie die richtige Art von Bildung und Schulung erhalten, damit sie Arbeit finden.