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Aus der altehrwürdigen „Kilchhöri“ oder Pfarrei Elfingen entstand über die Jahre die heutige Kirchgemeinde Bözen. Das Verständnis dieser geschichtlichen Entwicklung ist wichtig für die Familienforschung in den betroffenen Gemeinden.
Die Frühgeschichte der Kirchgemeinde
Die Geschichte der Kirchgemeinde Bözen reicht sehr weit zurück. Das im 8. Jahrhundert gegründete elsässische Kloster Murbach besass unter anderem den Dingholf Elfingen. Dessen kirchliches Zentrum war ursprünglich in Elfingen. Die dortige Kirche war dem heiligen Leodegar geweiht und wurde etwa um 950 nach Christus gebaut. Vermutlich bestand dort bereits vorher eine Verena-Kapelle.
Aus dieser Zeit gibt es auch Hinweise auf eine Marienkapelle in Bözen. Diese Kapelle wurde 1381 zur Filialkirche von Elfingen erhoben. Der Pfarrer wohnte in Elfingen und betreute nicht nur die drei Dörfer Elfingen, Bözen und Effingen, sondern auch Linn und Zeihen.
1514 wurde das Gebiet von Bözen, Effingen und Elfingen von den Bernern gekauft. Mit der Einführung der Reformation im eidgenössischen Stadtstaat Bern von 1528 wechselten diese Gemeinden ebenfalls zum neuen Glauben.
Das Dorf Zeihen blieb Teil des habsburgischen Fricktal und somit katholisch. Dafür erhielten die Berner Densbüren und den dazugehörigen Weiler Asp zugesprochen. Dieses Dorf wechselte somit auch den Glauben und wurde vorerst Teil der Pfarrei Elfingen. Das Dorf Linn, das schon vor 1528 zur Berner Herrschaft gehörte, blieb ebenfalls Teil dieser Pfarrei. Die gnädigen Herren in Bern ersetzten als Folge der Reformation den Namen Pfarrei für ein kirchliches Einzugsgebiet neu mit dem Namen Kirchgemeinde.
Das Dorf Densbüren-Asp wurde 1642 von der Kirchgemeinde Elfingen abgetrennt und wurde kirchlich selbstständig. Linn wurde 1649 der Kirchgemeinde Bözberg zugeteilt.
Von nun an bestand die Kirchgemeinde aus den drei Dörfern Bözen, Effingen und Elfingen.
Das kirchliche Zentrum verlagert sich nach Bözen
Bereits 1534 beschloss die Berner Herrschaft, dass nur noch ein Gotteshaus bestehen soll. Die Bevölkerung entschied sich für Bözen. Die Kirche Elfingen wurde aufgegeben und zerfiel langsam. Man vermutet, dass sie zwischen 1562 und 1577 abgebrochen wurde.
Die zu klein gewordene Kapelle in Bözen dagegen wurde 1667 durch eine neuerbaute Kirche ersetzt. Der Geistliche aber wohnte noch rund 300 Jahre in Elfingen.
Die rote Markierung auf der Karte entspricht in etwa den heutigen Gemeindegrenzen der drei Ortschaften. Man beachte die Übereinstimmung mit dem Grenzverlauf des Murbacher Dinghofes Elfingen im 12. Jahrhundert.
Die Kirchenbücher
Die Geschichte der Amsler in Bözen beginnt mit den Kirchenbüchern. Dank der Führung von Kirchenbüchern unter der Berner Herrschaft gewinnt man Einblicke in die lokale Bevölkerung. Als Bern die Reformation einführte, bekehrte sich auch das Untertanengebiet Unteraargau, teilweise nur unter Druck der Berner. Wenige Jahrzehnte nach der Einführung der Reformation wurden die örtlichen Pfarrer angewiesen, die Bürger in ihrer Kirchgemeinde zu registrieren. Diese Aufzeichnungen, gehören als "Kirchenbücher" oder "Taufrodel" zu den frühesten und besten Informationsquellen für Genealogen. Vor dieser Zeit gab es kaum Spuren vom Leben der einfachen Menschen, ausser sie besassen beträchtliches Eigentum, zum Beispiel eine Mühle, hatten ein Amt inne oder aber hatten ein Verbrechen begangen.
Die Aufzeichnungen der Pfarrer beschränkten sich zunächst auf die Taufdaten, den Namen der Eltern und oft auch den Namen der Taufzeugenes. Später kamen Ehe- und Sterberegister dazu. Im Laufe der Zeit wurden diese detaillierter. Die Register können Informationen über Berufe enthalten oder Ortsangaben bei auswärtigen Ehepartnern. All diese Daten ermöglichen die Erstellung von Stammbäumen. Viele dieser heute noch erhaltenen Aufzeichnungen wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, einige Jahrzehnte nach Einführung der Reformation, begonnen. Die meisten Informationen über die Amsler Familien basieren auf diesen Kirchenbüchern, obwohl gelegentlich andere Quellen Einblicke in das Leben unserer Vorfahren geben. century, a few decades after the reformation was introduced. Most of the information regarding the Amsler families is based on these church records although occasionally other sources provide insight in the lives of our ancestors.
Die Kirchenbücher enthalten somit Einträge für alle der obgenannten Ortschaften, manchmal sogar mit Angabe des jeweiligen Wohnortes der Eltern bzw. des Ehepartners. Die Bücher befinden sich im Archiv der Gemeinde Bözen. Kopien auf Mikrofilm befinden sich im Staatsarchiv Aarau.
Das erste Kirchenbuch von 1562 bis 1604
Dieses schmale, zerbrechliche Buch enthält 122 Seiten aus handgeschöpftem Büttenpapier. Es ist 460 Jahre alt, die Schrift ist zum Teil ausgebleicht und oft kaum lesbar. Im Verzeichnis „Kirchen- und Jahrzeitbücher des Kantons Aargau 1200-1900“ des Aargauer Staatsarchivs wird es aufgeführt unter dem Titel „KI/01 – Bözen 01 - 1562-1604“. Es beinhaltet Angaben zu Taufen und Heiraten in Bözen, Elfingen, Effingen, Linn, Densbüren und Asp.
Auf der ersten Seite findet sich ein Eintrag von Ulrich Kienberger, dem Pfarrer der Kirchgemeinde. Er bezieht sich in 1562 noch auf beide Kirchen, diejenige in Bözen und diejenige in Elfingen.
Der Rodel oder das Taufbuch enthält die von ihm getauften Kinder ab dem 31. Mai 1562.
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Das zweite Kirchenbuch von 1606 bis 1685
Vom Format her ähnlich wie dasjenige aus dem Jahre 1562, ist es etwas besser erhalten und enthält 237 Seiten. Auf der ersten Seite findet sich ein Eintrag von Cunrat Wyss, dem damaligen Pfarrer der „Kirche Bözen“. Es ist ein Verzeichnis der von ihm getauften Kinder ab dem Jahr 1604. Auch Ehen wurden verzeichnet.
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zen getauft worden sind;
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Dieses Kirchenbuch enthält die Taufen und Ehen für die Gemeinden Bözen, Elfingen, Effingen und den Weiler Käsenthal. Für kurze Zeit auch diejenigen von Linn, Densbüren und Asp. Es wird unter dem Titel „KI/02 – Bözen 02 - 1604-1685“ aufgeführt.
Bözen ist um 1604 die alleinige Kirche. Von nun an erhält die Kirchgemeinde den Namen „Kirchgemeinde Bözen“.
Schwierigkeiten beim Erstellen von Stammbäumen
Der Verfasser dieser Web-Seiten hat das Dorfarchiv Bözen mehrfach besucht und kürzlich auch jede Seite der obigen Kirchenbücher fotografiert, um sie daheim zu transkribieren. Mit diesen Daten kann man Stammbäume für fast jeden Bürger mit dem Heimatort Bözen erstellen. Nach 1750 wurden die ersten Familienregister geführt. Mit diesen ist es einfacher, einzelnen Familien zu folgen.
Erheblich schwieriger ist es für die Zeit vor dieser Neuerung. Der Dorfpfarrer führte lediglich fortlaufende Aufzeichnungen über Geburten, Eheschliessungen und Todesfälle. In den Geburtsakten finden sich die Namen der Eltern und Taufzeugen. In den Sterberegistern kann man manchmal einen Hinweis auf das Alter des Verstorbenen bekommen. Anhand solcher Informationen fügt sich der Stammbaum zusammen.
In diesen Aufzeichnungen begegnen wir von sauberen und genauen Handschriften bis hin zu fast unlesbaren, alles abhängig von der damaligen Person und deren Handschrift. Es bedarf also einer gewissen Sachkenntnis, um die Kurrentschrift der verschiedenen Autoren der vergangenen Jahrhunderte zu entschlüsseln.
Zudem gab es oft mehrere Familien mit demselben Familiennamen. Dies in Kombination mit einer etwas begrenzten Auswahl an Vornamen macht es extrem schwierig, sich der Generationen- und Familienverflechtungen sicher zu sein. Ich finde oft divergierende Informationen und Diskrepanzen in scheinbar gut recherchierten Stammbäumen.