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Frankreichs Ackerbauern können ihr Ergebnis 2012 voraussichtlich um 42,5% auf etwa 74'400 Euro (89'000 CHF) verbessern und würden damit ihren bisherigen Rekord von 2007 übertreffen. Ebenfalls schneiden Schweine- und Geflügelhalter gut ab, während Milchvieh- und Schlachtrinder- sowie insbesondere Schaf- und Ziegenhalter empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen.
Le Foll will Preisvolatilität glätten
Frankreichs Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll erklärte mit Blick auf die Agreste-Prognose, dass diese ihn in seiner Idee bestärke, die Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gerechter zugunsten der Tierhaltung aufteilen zu müssen. Er unterstrich die Notwendigkeit, Instrumente einzuführen, um die Preisvolatilität der Agrarrohstoffe glätten zu können.
Nach Auffassung des französischen Bauernverbandes (FNSEA) und der Junglandwirteorganisation (JA) reflektieren die von Agreste vorgelegten Zahlen den „Schaden aus der Preisvolatilität“, seitdem die GAP nicht mehr ihre „Regulierungsrolle“ spiele und seitdem „Europa in grossem Umfang Zugeständnisse bei internationalen Verhandlungen“ mache.
Winzer verbuchen ein Minus von 51 Prozent, Milchviehhalter Minus 10%
Auf Getreide, Ölsaaten und Proteinpflanzen spezialisierte Betriebe steigern ihre Einkommen der Agreste-Prognose zufolge um 48% auf 72'100 Euro (86'500 CHF). Zwischen den einzelnen Tierhaltungsformen geht die Spanne sehr weit auseinander. Während Landwirte mit Milchvieh ein Minus von 10,2% und ihre Berufskollegen mit Schlachtrindern Einbussen von 7,8% hinnehmen müssen, so dass sie nur noch 26'500 Euro (31'800 CHF) beziehungsweise 24'800 Euro (29'800 CHF) RCAI erreichen, legen Schweine- und Geflügelhalter um 32,7% und 36,4% auf 46'700 Euro (56'000 CHF) beziehungsweise 40'500 Euro (48'600 CHF) zu.
Spürbare Verluste haben dieWinzer zu verkraften, deren RCAI verschlechtert sich drastisch, von 46'500 Euro im Jahr 2011 um 51% auf nur noch 22'800 Euro (27'400 CHF).
Wetter beeinflusst Preise und Mengen
Die Agreste-Statistiker wiesen in ihrer Erläuterung zu der RCAIPrognose der französischen Landwirte darauf hin, dass das Jahr 2012 von einem neuerlichen internationalen Kursschub der Agrarrohstoffe geprägt gewesen sei, der einerseits positive Auswirkungen auf die Produzentenpreise bei Getreide, Ölsaaten und Proteinpflanzen gehabt, andererseits aber auch die Futtermittel versteuert habe.
Zudem sei von den klimatischen Bedingungen mit Frost und Witterungsbeeinträchtigungen im Frühjahr des zurückliegenden Jahres Einfluss auf die Mengen und auf die Preise zahlreicher Pflanzenproduktionen ausgegangen. Allerdings hätten die hiervon betroffenen Betriebe von einem Preisanstieg für ihre Produkte profitiert, der den Mengenrückgang „mehr als kompensiert“ habe. Agreste schreibt in seinem Begleittext, dass die Produktionskosten im Pflanzenbau moderat geblieben seien. Die Verteuerung der Düngemittel sei von besseren Produktpreisen aufgefangen worden.
Mit Blick auf die Tierhaltung führen die Agreste-Statistiker weiter aus, dass in Raufutterbetrieben die Produktionskosten gestiegen seien, was insbesondere aus höheren Ausgaben für Mischfutter resultiere. Bei Schweinehaltern habe sich die seit 2010 begonnene Einkommenssteigerung fortgesetzt. Zwar seien auch hier im zurückliegenden Kalenderjahr die Ausgaben geklettert, doch hätten die Schweinehalter diese über höhere Preise ausgleichen können.
Mehr Regulierung gefordert
Der FNSEA und die Junglandwirte forderten in einer gemeinsamen Pressemitteilung die europäischen Regierungen dazu auf, „absolute Priorität“ auf die Wiedereinführung von Regulierungsinstrumenten in der nächsten GAP zu legen und dies auch entsprechend auf globaler Ebene in den G20-Verpflichtungen durchzusetzen.
Vor dem Hintergrund, dass die RCAI-Prognose Landwirte mit Schlachtrindern erneut am unteren Ende der Bandbreite zeigt, forderte der Fachverband der Rinderhalter (FNB) bessere Regulierungsmassnahmen für seine Branche.