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Alle kennen ihn! Den Typen, der seinem Sohn Walter mit einer Armbrust einen Apfel vom Kopf schoss! Ein wahrer Schweizer Held oder doch bloss ein einfallsreicher Mythos?
Wir erinnern uns also an den Apfelschuss – den triumphierenden Höhepunkt einer Erfolgsgeschichte. Doch spulen wir die Erzählung doch einmal zum Anfang.
Denn alles begann mit der Eröffnung des Gotthardpasses zu Beginn des 13. Jahrhunderts, durch welche das Gebiet rund um den Vierwaldstättersee zunehmend an Interesse gewann. So kam es, dass sich Habsburger-Vögte in der Schweiz niederliessen und die dort ansässigen Urner, Schwyzer und Unterwaldner zu unterdrücken begannen.
Der wohl bekannteste österreichische Reichsvogt im Zusammenhang mit dieser Geschichte war Hermann Gessler. Sein Ruf gewalttätig und brutal zu sein, eilte ihm bis ins Schächental im Kanton Uri, wo Wilhelm Tell mit seiner Familie lebte, voraus.
Apfelschuss
Um einige Einkäufe zu tätigen, ging Wilhelm Tell mit seinem Sohn Walter ins nächst gelegene Städtchen Altdorf.
Auf dem Marktplatz angekommen, entdeckte er einen Pfahl, auf dessen oberen Ende ein Hut platziert war. Diese Bastelei wurde von einigen Soldaten bewacht und stand dort stellvertretend für den viel beschäftigten Gessler. Jeder, der am imaginären Landvogt vorbeiging, war angehalten, diesen zu grüssen. Den Regeln zum Trotz verweigert Wilhelm Tell die Begrüssung, woraufhin er von einem Soldaten festgehalten wurde, bis Gessler eintraf.
Im Wissen, dass Tell ein begnadeter Schütze war, verzichtete der entzürnte Landvogt auf eine Verhaftung und lockte Tell mit einem abgekarteten Spiel aus den Reserven. “Du bist ein freier Mann, wenn du diesen Apfel aus 80 Metern Entfernung mit einem Pfeil aus deiner Armbrust triffst”.
Der nichtsahnende Wilhelm Tell liess sich auf den Deal ein, noch bevor Gessler seine Spielregeln ausschmückte und Tells Sohn Walter befahl, sich den Apfel auf den Kopf zu setzen.
Der Legende nach nahm Tell zwei Pfeile aus dem Köcher und spannte seine Armbrust. Der erste Pfeil durchbohrte den Apfel auf Walters Kopf. Der zweite Pfeil hätte Gessler töten sollen, wenn der Apfelschuss nicht gelungen wäre. Tell wurde verhaftet und auf ein Schiff gebracht, wovon er jedoch flüchten konnte. Wilhelm Tell versteckte sich nach seiner Flucht hinter einem Baum in der “Hohlen Gasse”, wo er auf Gessler wartete, um ihn schliesslich zu töten.
Mythos oder Wahrheit?
Ob die Geschichte um Tell so stattgefunden hat, bleibt genauso ungeklärt wie die Frage, ob es Wilhelm Tell überhaupt gab. Es existieren weder Beweise dafür noch welche dagegen. Und Obwohl viele an seiner Existenz zweifeln, strömen jährlich tausende Tell-Fans nach Altdorf oder Bürgeln, um die Tellstatue, das Tell-Museum oder die berühmte Hohle Gasse zu besichtigten.
Wilhelm Tell war und ist ein Symbol für Freiheit. Und ob aus diesem Symbol ein wahrer Held wird oder nicht, liegt schlussendlich sowieso im Auge des Betrachters.