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Interpellation lvo Müller, Speicher:
"Schweizer und Appenzeller Spuren zu Sklaverei und Sklavenhandel mit der Neuen Welt'
Antwort des Regierungsrates
Der Regierungsrat anerkennt die Ausgangslage, wie KR Müller sie in seiner Interpellation schildert.
Ältere und neuere Darstellungen zur Schweizer Wirtschafts - und Sozialgeschichte belegen, dass es Verflechtungen von Privatpersonen und Unternehmen mit Sklaverei und Sklavenhandel in der Neuen Welt tatsächlich gegeben hat.
Im 18. und 19.Iahrhundert sind etliche Kaufleute, Söldner und Kolonisten aus Appenzell Ausserrhoden in unterschiedlicher Ausprägung involviert gewesen: Das Spektrum ist von sklavenhaltenden Grundbesitzern in den Südstaaten der späteren USA bis hin zu Sklavenaufsehern auf Kuba gegangen.
Informationen dazu finden sich im 1994 publizierten Werk "Appenzeller in aller Welt' von Peter Witschi (Appenzeller Verlag, Herisau). Der Vollständigkeit halber sei hier bemerkt, dass im 18. Jahrhundert auch einige Appenzeller am eigenen Leib erfahren haben, was Sklaverei bedeutet. Das Staatsarchiv von Appenzell Ausserrhoden in Herisau - gleich gegenüber - verwahrt die öffentlich zugänglichen geschichtlichen Quellen.
Und nun zur Beantwortung der zwei Fragen von KR Muller
1. Aufgrund des weiträumigen Kontexts erachtet der Regierungsrat eine auf unsern Kanton beschränkte Aufarbeitung als nicht adäquat - zumal auch im Nationalrat und in verschiedenen Kantonsparlamenten ähnlich lautende Vorstösse eingebracht worden sind. Wir sind aber grundsätzlich bereit, wissenschaftliche Studien zu diesem Themenkreis zu unterstützen, wenn sie in einem nationalen Rahmen angesetzt werden.
2. Über eine allfallige Mitwirkung von Appenzell Ausserrhoden an einer gesamtschweizerischen Aktion zur politischen Verarbeitung würde der Regierungsrat dann entscheiden, wenn die Ergebnisse einer allfälligen wissenschaftlichen Studie zu dieser Thematik vorliegen.