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Aufstieg und Fall eines fast perfekten Kandidaten
- Donnerstag, 11. Februar 2016, 14:57 Uhr
Nach der Vorwahl von Iowa schien im Feld der Republikaner im Kampf um die US-Präsidentschaft alles für Marco Rubio zu laufen. Nach New Hampshire drehte sich alles gegen ihn. Warum nur?
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Marco Rubio bringt scheinbar alles mit, um ein politisches Märchen zu schreiben: Als Sohn von kubanischen Einwanderern hat er es bis zum Senator von Florida gebracht. Und in Iowa, bei der ersten Vorwahl im Kampf um die US-Präsidentschaft, kam er auf den guten dritten Platz. Geschlagen nur vom Tea-Party-Kandidaten Ted Cruz, nur knapp hinter Donald Trump.
Rubio – 44-jährig, jugendlich und gutaussehend – gilt als Kandidat des Polit-Establishments. Nach Iowa schien Rubio der Kandidat mit den besten Chancen, um die gemässigtere Mehrheit der Republikanischen Partei hinter sich zu bringen. In den Medien herrschte breite Einigkeit: Rubio wäre der geeignet Mann, um bei den Vorwahlen den Sieg des Enfant Terrible Donald Trump zu verhindern.
Die Enttäuschung in New Hampshire
Doch am Dienstag bei den Vorwahlen in New Hampshire landete Rubio nur abgeschlagen auf dem fünften Platz. Er erreichte nur knapp 11 Prozent der Stimmen. Hinter Donald Trump auf Platz zwei landete diesmal John Kasich. Und auch Jeb Bush kam auf mehr Stimmen als Rubio. Rubio scheint den ganzen Schwung aus Iowa bereits wieder verloren zu haben.
Was ist passiert? Gemäss Beobachtern hängt der Absturz von Marco Rubio eng zusammen mit seinem missglückten Auftritt bei der letzten Fernsehdebatte vor der Vorwahl in New Hampshire. In der Debatte griff Kandidat Chris Christie Senator Marco Rubio direkt an. Er warf ihm vor, als Parlamentarier wenig erreicht zu haben. Er habe nur 25-Sekunden-Statements auswendig gelernt, aber noch nie schwierige Entscheidungen treffen müssen. Ihm fehle schlicht die Erfahrung als Exekutiv-Politiker. Rubio sei zu wenig qualifiziert, um US-Präsident zu werden.
Rubio, der Roboter
Interessant war, wie sich Rubio verteidigte: Er wiederholte dreimal praktisch den gleichen Satz. Und tat damit genau das, was Christie ihm vorwarf: Er wiederholte auswendig gelernte Statements. Rubio wirkte ein wenig wie ein falsch programmierter Roboter.
Die Kommentatoren in den USA waren sich einig: Das positive Image, das Rubio von sich aufgebaut hatte, und die Erfolgsgeschichte, die er mit seinem Leben geschrieben hatte, zerfielen in diesem Moment. Hinter der lächelnden Fassade sei die Überforderung zum Vorschein gekommen – Rubio habe sich selber enttarnt.
Bei der Vorwahl in New Hampshire stürzte Rubio also bös ab. Ob er sich noch einmal aufrappeln kann und neuen Schwung findet, ist völlig offen. Was die Episode auf jeden Fall zeigt, ist, dass die Fernsehdebatten nicht nur Schattentheater sind, sondern konkrete Auswirkungen auf die Wahlresultate haben können.
Sendungsbeiträge zu diesem Artikel
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Das Phänomen Trump
Aus 10vor10 vom 10.2.2016
Der Milliardär Donald Trump ist Anti-Politiker mit Hang zum Theatralen. In New Hampshire ging er als deutlicher Sieger bei den Republikanern hervor. «10vor10» ging auf die Suche nach den Zutaten für Trumps Erfolgsrezept.
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Nacht der Rebellen
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Die Albträume des US-Polit-Establishments sind bei der Vorwahl in New Hampshire wahr geworden – in Form von Republikaner Donald Trump und Demokrat Bernie Sanders. Einschätzungen von Peter Düggeli, SRF-Korrespondent, in Washington
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Vorwahlen in New Hampshire
Aus Tagesschau vom 9.2.2016
Nach Iowa ist heute New Hampshire dran mit den Vorwahlen zur US-Präsidentschaft. Bei den Demokraten sagen die Umfragen einen haushohen Sieg von Bernie Sanders voraus.
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