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Wie die Neue Zürcher Zeitung in ihrer Ausgabe vom 19. Juli 2008 schreibt, geniessen Private-Equity-Gesellschaften gegenwärtig keinen besonders guten Ruf. Im Zuge der Finanzkrise wurden sie berüchtigt, weil sie viele Grossübernahmen unter hohem Fremdkapitaleinsatz getätigt hatten – und diese Kredite lasten nun schwer auf den Bilanzen mancher Banken. Vor allem deshalb stehen sie aber in der Kritik, weil sie oft verkrustete Firmen übernehmen, diese restrukturieren oder zerteilen und später wieder mit Gewinn verkaufen. Oder in der Lesart der Kritiker: Sie überfallen traditionsreiche Firmen, saugen sie aus und streichen eine saftige Rendite ein. Der ehemalige deutsche Vizekanzler Franz Müntefering hat deshalb den berüchtigten Begriff “Heuschrecken” geprägt.
Eine Studie von Sharon Katz (Harvard-Business-School) liefert nun allerdings ein weiteres Indiz dafür, dass der Begriff völlig verfehlt ist. Die Untersuchung vergleicht Firmen, die von Private-Equity-Gesellschaften, und solche, die vom Management kontrolliert werden. Dabei zeigt sich, dass die “Heuschrecken” ihre Unternehmen deutlich besser überwachen, anleiten und pflegen als traditionelle Managements. So treten beispielsweise viel seltener Manipulationen der Ertragszahlen auf; die Lage der Firma wird objektiver dargestellt. Vor allem aber entwickelt sich der langfristige Börsenkurs besser, wenn eine ehemals von Private Equity kontrollierte Firma an die Börse gebracht wird. Der Autor begründet dies damit, dass die Private-Equity-Gesellschaften grossen Wert auf ihre Reputation als Wertschaffer legten. Offenbar haben auch “Heuschrecken” einen Ruf zu verlieren.
Private-Equity-Gesellschaften haben keinen guten Ruf. Sie überfallen traditionsreiche Firmen, saugen sie aus und streichen eine saftige Rendite ein. Ist diese Denkhaltung korrekt oder bewirken Private-Equity-Gesellschaften mitunter Gutes?