Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03536.jsonl.gz/1757

Ein neues Bienenüberwachungssystem macht es möglich, Bienenbestände in Echtzeit zu überwachen, um ihre Kommunikation zu analysieren. Oldooz Pooyanfar, Mechatronik-Absolventin der kanadischen Simon Fraser University, hat die Technologie entwickelt und möchte sie nun bald selbst produzieren, um die Kosten zu verringern.
Überwachung der "Bienengespräche"
Die Technologie von Pooyanfar überwacht im Moment 20'000 Bienen und auch das, was sie zueinander "sagen", um deren Gesundheit zu überprüfen. Spezielle Sensoren werden an der Wand eines Bienenstocks platziert. Diese sind mit Mikrofonen und Beschleunigungsmessern ausgestattet, um Details über die Geräusche der Bienen zu sammeln. Sie messen außer den Geräuschen auch die Vibration, Temperatur und Feuchtigkeit im Stock. Dadurch können sie bei abnormalem Verhalten sofort reagieren.
"Um die Kommunikation der Bienen zu verstehen, muss man sich auf Pheromone oder Geräusche fokussieren. Mit diesem Überwachungssystem sammeln wir nicht nur Daten in Echtzeit, wir können auch überwachen, was die Bienen einander kommunizieren. Zum Beispiel Informationen über Futtersuche, ob sie sich im Schwarm formatieren sollen oder ob die Bienenkönigin im Stock ist", erklärt Pooyanfar.
Das intelligente High-Tech-System wird vorerst über den Sommer eingesetzt. Allerdings stehen die Chancen gut, dass die Technik im breiten Spektrum etabliert wird. Denn aktuelle Systeme liefern weniger detailreiche Informationen, unterbrechen aber mit jedem Öffnen des Stocks die Aktivität der Bienen für ungefähr 24 Stunden. Um es mehr Bienenhaltern zu ermöglichen, besser acht auf ihre Schwärme zu geben, will Pooyanfar die Sensoren selbst herstellen.
Bienen sind Mangelware
Der Bienenbestand ist im letzten Jahrzehnt um 30 Prozent gesunken, deshalb ist es wichtig, das Verständnis und das Wissen in Bezug auf die Honigbiene zu erweitern. Vor allem, weil diese die Umwelt durch Bestäuben der Feldfrüchte und Blumen stark beeinflusst. Viele Bienenstämme sind bereits kollabiert. Um das Bienensterben langfristig zu minimieren, bedarf es neuer Technologien wie dieser.
Artikelfoto: PollyDot (CC0 Public Domain)