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Diese Geschichten wurden eine Woche vorher von den Kindern in die Kamera erzählt. Der Film ist im zeitgarten.ch archiviert und man kann ihn dort anschauen. Beiliegend nur eine kleine Auswahl davon:
Bombardierung der Thurbrücke 1944
Mein Grossvater hat mir eine Geschichte erzählt, die sich vor über 60 Jahren zugetragen hat. Es war während des zweiten Weltkrieges:
«An einem Vormittag musste ich mit 2 Pferden Gras für die Kühe holen. Die Wiese war ganz im Westen von Pfyn, nahe am Waldrand. Als ich das halbe Fuder geladen hatte, schreckten plötzlich die Pferde. Man hörte ein Brummen von herannahenden Fliegern, konnte jedoch nicht feststellen wieviele es waren und woher sie kamen. Die Pferde wurden so unruhig, dass ich sie ausspannen musste und unter einer grossen Buche Schutz suchte. Diese Buche halte ich heute noch in Ehren und würde sie nie fällen. Von diesem Standort aus konnte ich sehen wie ein Bombergeschwader auf die Thurbrücke etwa 7 Bomben abwarf. Auch sah man, dass sogar mit Bordwaffen geschossen wurde. Die Druckwelle konnte ich sogar aus dieser Distanz wahrnehmen. Als ich später mit meinem Graswagen zu Hause ankam, waren auf der Südseite des Hauses sämtliche Fensterscheiben durch die Druckwelle eingedrückt. Meine Mutter sagte mir, dass sie unmittelbar vor dem Bombenabwurf mit dem Velo von Frauenfeld herkommend die Brücke passiert habe. Es wird spekuliert, ob die Bomber die Brücke absichtlich oder aus Versehen bombardiert haben. Es sind nicht alle Bomben explodiert, einige sind später als Blindgänger gesprengt worden. Dieses Ereignis bleibt in meiner Erinnerung für immer bestehen.»
Aufgeschrieben von Jannik William
Ein Pfyner Dorforiginal
Dort, wo heute die Bank und die Post steht, hatte es früher einen alten, kleinen Bauernhof. Bewohnt und bewirtschaftet wurde er von einem älteren Geschwisterpaar, einer Frau und einem Mann.
Sie hiessen Scheuch, aber waren überall nur bekannt unter den Namen „Spöhli“.
Niemand wusste warum. Der alte Spöhli war ein Dorforiginal, gross und mächtig mit nur einem Eckzahn, wusste er über alle Bewohner vom Dorf etwas zu erzählen.
Er hatte nur fünf Kühe und wenig Land, so verbrachte er viel Zeit auf dem Brunnen vor dem Stall sitzend und hielt jeden an, der vorbeiging, um das Neuste zu erfahren und weiterzugeben. Eine richtige Dorfzeitung!
Er hatte noch ein wenig Land an der Strasse nach Weiningen. Zweimal im Jahr wurde die Wiese gedüngt. Dann spannte er sein altes Pferd an den Düngerwagen.Der sah aus wie ein längliches Holzfass auf Rädern. Vorn, zwischen Fass und Deichsel, hatte es noch Platz für einen Arm voll Stroh. Da konnte er gemütlich sitzen. In dieser Zeit war Fanny, seine Schwester, daheim und putzte. Der Bruder kam dann sofort, wenn er gedüngt hatte, nach Hause. Herr Spöhli wollte das Fass wieder neu auffüllen. Aber als er den Deckel abnahm, war das Fass noch voll. Da merkte er, dass er während dem Düngen auf der Wiese eingeschlafen war und auf dem Land vergass, den Schieber aufzumachen. Das Pferd wusste selber wo es hinmusste, es ging von dem Bauernhof auf das Land und wieder zurück. Bauer Spöhli merkte das gar nicht. Für den Spott des ganzen Dorfes musste Bauer Spöhli nicht sorgen. Das geschah im Jahre 1959.
Geschrieben von: Muriel Rich
Der gefrorenen Bach
Als Ueli Halter noch in die Schule ging, wohnte er an der Bergofstrasse in Pyn. Einmal war es etwa eine Woche lang 20° minus. Als er an einem Morgen in die Schule ging, konnte er mit den Schlittschuhen in die Schule, weil der Dorfbach gefroren war. Er hatte den Rucksack auf dem Rücken, und er musste sehr aufpassen, dass er nicht an solche Stellen hinkommt, die keine gute Eisschicht hatten.
Geschrieben von: Melanie Kindler
Brand im Restaurant «Sternen»
Früher gab es neben der Kirche ein Restaurant. Im Jahr 1973 war mein Vater in der 3. Klasse. Er übernachtete mal bei den Nachbarsknaben im Oberdorf. Sie bauten im Estrich eine Hütte und machten es sich bequem. Als sie am Abend in der Hütte einschliefen, ging auf einmal die Feuerwehrsirene los, sie erschraken und rannten zum Fenster. Sie sahen das ganze Restaurant in Flammen. Es qualmte um die Kirche herum. Man hatte Angst, dass das ganze Städtli abbrennen würde, zum Glück ist es aber nicht so weit gekommen! Nach dem Brand konnten sie nicht mehr schlafen, sie redeten die ganze Nacht lang über das Geschehnis. Das Restaurant wurde wieder aufgebaut. Nach ein paar Jahren aber, wurde der „Sternen“ verkauft. Der Käufer hat Wohnungen eingebaut und diese vermietet. Viele Leute vermissten es fast ein bisschen, weil nach dem Gottesdienst am Sonntag einige einen Kaffee im „Sternen“ getrunken haben.
Geschrieben von: Nadine Stalder
Der Unfall
Im Jahr 2003 in der Nacht um 3:00 Uhr gab es draussen einen riesigen Knall. Mein Vater sprang aus dem Bett und rannte nach draussen. Meine Mutter sah aus dem Fenster und schaute, was passiert war. Sie sah ein Auto, das im Bach war mit dem Vorderteil war es im Wasser . Sie rief mit dem Telefon die Polizei an und rannte dann auch nach draussen. Da kam dann auch später die Polizei. Der Mann, der dann aus dem Auto gestiegen war, sagte dann:,,Ich war kurz eingeschlafen im Auto.“ Die Polizei stellte dann fest, dass das Auto zuerst ein Häuschen streifte dann einen dünnen Baum und dann in den kleinen Bach fuhr. Der Mann machte noch mit der Polizei ein Protokoll und meine Eltern gingen dann wieder ins Bett. Es wurde dann später abgeschleppt, aber ich weiss nicht wohin.
Geschrieben von: Katja Grünenfelder
Das Mädchenheim
Das Mädchenheim stand ganz am Anfang auf der Wiese neben dem Pfarrerhaus. 1912 ist es abgebrannt und man musste für die Mädchen ein neues Zuhause finden. Deshalb haben sie ein neues Mädchenheim eingerichtet, und das stand dann dort, wo jetzt die Reihenhäuser stehen.
Es gehörte zur Fabrik. In der Fabrik hat man aus Wolle Fäden gesponnen und gefärbt. Es haben dort viele ledige Mädchen gearbeitet, die Mädchen haben dort die feinen Sachen gemacht. Es haben auch Männer darin gearbeitet, sie haben die schweren Sachen hergestellt. Die ledigen Mädchen durften nicht alleine wohnen, darum mussten sie in das „Mädchenheim“.
Später gab es weniger Arbeit und sie konnten weniger arbeiten, deshalb wurde die Fabrik kleiner. Weil sie es nicht mehr brauchen konnten, hatten sie es an Ausländer vermietet.
Die Zimmer waren mit der Zeit nicht mehr brauchbar, und das Mädchenheim wurde baufällig, deshalb durfte man das Mädchenheim nicht mehr betreten, weil sehr grosse Einsturzgefahr bestand. Den Speisesaal haben sie der Chrischona (freie Christengemeinde) vermietet und sie konnten dort Predigten halten.
Im Jahre 1968 wurde das Mädchenheim zum Teil abgebrochen, danach hat man es angezündet und wieder gelöscht. Sie haben das mehrmals gemacht, damit die Feuerwehr gut üben konnte.
Geschrieben von : Julia. Müller
Das „Mädchenheim“ wird von der Feuerwehr zur Übung angezündet und gelöscht.
Die vermisste Katze
Eine Familie wollte in die Ferien. Sie mussten noch die zwei Meerschweinchen und die Katze zur Oma bringen. Sie fuhren mit dem Auto. Während der Fahrt miaute die Katze. Dem Vater wurde es zu laut und er schrie „: Sei endlich still!!!!“ Aber es nützte nichts. Er hielt an und machte das Fenster auf. Dannach blieb es still, die ganze Fahrt ihn hindurch, bis zur Oma. Dort luden sie die Meerschweinchen ab, aber die Katze war spurlos aus dem Käfig und dem Auto entflohen, ohne dass sie es bemerkten während der Fahrt. Nach den Ferien suchten sie die Katze, aber sie fanden die Katze nie mehr.
Geschrieben von Katie Bauer.
Thurtallinie
Etwa im Jahre 1860 wollten die Schweizer Bundesbahnen (SBB) eine Eisenbahn bauen. Sie sollte von Winterthur nach Romanshorn führen. Doch sie hatten ein Problem: Sollten sie die Eisenbahn auf die linke oder die rechte Seite der Thur bauen? Die Pfyner und die Müllheimer konnten sich sehr lange nicht einigen. Nach langem Überlegen entschieden sie sich, dass sie die Eisenbahn nicht im Dorf wollten, wegen dem Rauch und dem Lärm, den früher die Dampflokomotive die noch mit Holzkohle betrieben wurde, von sich gab.
Jetzt gibt es die Haltestellen: Felben, Hüttlingen-Mettendorf und Müllheim-Wigoltingen. Wenn es sich dort die Pfyner und die Müllheimer anders überlegt hätten, dann hätten wir jetzt hier im Dorf einen Bahnhof und müssten nicht nach Frauenfeld auf den Zug gehen. Aber auch ohne diese Eisenbahn ist Pfyn ein sehr schönes Dorf.
Geschrieben von: Sara Frauenfelder
„D’ Böllefresseri“
Mein Vater ging ebenfalls in Pfyn zur Schule. In der Pause spielte er fast jedes mal Fussball auf dem Schulhausplatz. Als Tor haben sie immer das hölzerne Scheunentor genommen. Das Scheunentor war dort, wo heute das grosse Fenster des Kindergartens ist. Die Besitzerin des Hauses wollte nicht, dass sie dort Fussball spielen. Sie hat ihnen immer probiert den Ball wegzunehmen. Wenn es ihr gelang einen Ball zu bekommen, gab sie den Ball nie wieder her. So hatte sie nach einer Weile den ganzen Keller voller Bälle. Darum nannten sie sie „D’ Böllefresseri“.
Geschrieben von: Tobias Schmid
Hochwasser
Wenn ein Gewitter kam und es starke Regenfälle gab, ging das Wasser der Thur oft über die Ufer. Die Bauern mussten dann das Vieh von der Weide neben der Thur holen, damit es nicht ertrank. Das musste immer schnell gehen, denn das Wasser der Thur stieg sehr schnell. Nach wenigen Stunden ist das Wasser wieder zurück ins Flussbett gekehrt.
Manchmal sind auf der Weide viel Sand und einige Wassertümpel liegengeblieben. In den Wassertümpeln waren Fische, die es nicht wieder zurück in die Thur geschwemmt hatte. Die Fischer mussten dann die Fische aus den Wassertümpeln holen und sie zurück in die Thur tragen, sonst wären sie im Trockenen liegengeblieben und gestorben. Auch heute ist die Gefahr immer noch sehr hoch, dass es zu Hochwasser kommen kann. Heutzutage gibt es einen Hochwasseralarm, der alle Landbesitzer telefonisch warnt. Zum Beispiel der Badiweiher tritt noch oft über die Ufer, wenn es sehr fest regnet. Dann ist alles beim Badiweiher überschwemmt. Und auch die Wiese, die nebenan ist, ist dann oft überschwemmt.
Geschrieben von: Lara Siegwart