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In Zentralamerika haben zwischen 50und 90% der Bevölkerung keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die grosse Mehrheit der armen Menschen wendet sich immer noch an den halbformellen oder informellen Sektor (Familienangehörige, private Kreditgeber), wenn sie Geld benötigt, was ihre Verschuldung und Abhängigkeit weiter erhöht. Die NGO und die Genossenschaften, die sich im Mikrofinanzbereich spezialisiert haben, bieten kurzfristige Darlehen an. Sie existieren oft nicht lang, haben nur ein sehr beschränktes Angebot und sind selber auf Unterstützung angewiesen.
Die Strategie des PROMIFIN-Programms zielt auf die folgenden drei Probleme ab:
- Ineffizienz der Institutionen
- Mageres Angebot an Finanzdienstleistungen in Bezug auf Produkte und geografische Deckung in ländlichen Gebieten
- Fehlende Nachhaltigkeit und Stabilität des gesamten Systems
Das 1999 in Nicaragua, Honduras und El Salvador lancierte PROMIFIN-Programm ermöglichte eine Verbesserung des Finanzdienstleistungsangebots dank Interventionen auf verschiedenen Ebenen.
Stärkung der Kapazitäten von Mikrofinanzinstituten
Im Vordergrund der Arbeit von PROMIFIN stand die Verbesserung der Kapazitäten der Mikrofinanzinstitute in Bezug auf Entscheidungsprozesse, Effizienz, geografische Ausdehnung des Angebots, Sensibilisierungskampagnen (Produkte, Strategien usw.). Die von PROMIFIN unterstützten Institute verzeichneten nicht nur die höchsten Wachstumsraten des Sektors in Bezug auf die Kundenzahl (sie haben die Zahl verdoppelt, während die nicht unterstützten Institute lediglich einen Zuwachs von 50% verbuchen konnten), sondern zeichneten sich auch durch die hohe Qualität ihres Portfolios aus (sie konnten ihre Verzugsraten um die Hälfte verringern, während sie sich bei den nicht unterstützten Instituten verdoppelten). Über 70Finanzinstitute wurden im Rahmen von PROMIFIN unterstützt. Sie haben gut eine Million Kunden, was 70% des nationalen Mikrofinanzmarkts entspricht.
Investitionen in Ausbildung und Dienstleistungen
PROMIFIN organisiert auch Ausbildungen für spezialisierte Berater, bei denen die Institutionen bei Bedarf Rat einholen können. Das Programm standardisiert und verbreitet die von den Mikrofinanzinstituten in Zusammenarbeit mit den lokalen Beraterinnen und Beratern entwickelten Instrumente. Letztere erhalten Unterstützung, wenn sie ihre Erfahrungen anderen Mikrofinanzinstituten weitergeben. Die rund 50 lokalen Beraterinnen und Berater arbeiten als Zweierteams mit jeweils einem Mikrofinanzexperten und einer Informatikerin. Diese Beraterinnen und Berater haben in Nicaragua, Honduras und El Salvador für über 55 Institutionen solche Verwaltungsinstrumente eingerichtet. PROMIFIN nutzt den regionalen Austausch zwischen Beraterinnen bzw. Beratern und Institutionen, um die erworbenen Kenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gleichzeitig stärkte das Programm die Infrastruktur des Finanzsystems, namentlich den Aufbau eines Dienstleistungsangebots zur Unterstützung der Finanzinstitute (technische Hilfe, Ausbildung der Berater/innen). PROMIFIN unterstützte zudem die Regionalisierung eines Ausbildungsprogramms im Bereich Mikrofinanz, das von zwei Universitäten in Honduras und in Nicaragua angeboten wird und jährlich über 100 neue Berufsleute hervorbringt. PROMIFIN unterstützt auch die Konsolidierung von Zusatzleistungen für Mikrofinanzinstitute: Informationsaustausch durch Mithilfe bei der Schaffung einer Risikozentrale in Nicaragua (SINRIESGOS) sowie Unterstützung bei der Einführung eines Systems gegenseitiger Garantien in Honduras.
Verbesserung der Rahmenbedingungen im Mikrofinanzsektor
PROMIFIN ermöglichte eine Verbesserung der politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Sektors. Das Programm unterstützte namentlich NGO sowie Regulierungs- und Überwachungsinstitutionen bei der Entwicklung eines günstigeren Umfelds für Finanzinstitute in ländlichen Gebieten. In diesem Sinn unterstützt PROMIFIN die Spezialisierung und den Einbezug des öffentlichen Sektors im Bereich Förderung und Regulierung der Finanzdienstleistungen für Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen. Es fördert zudem die Koordination, den Erfahrungsaustausch und die Konsensfindung zwischen wichtigen Akteuren wie Refinanzierungsbanken, Mikrofinanznetze und -vereinigungen, Bankbehörden und Gebergemeinschaft.
Koordination zwischen Geldgebern und Regierung
Die Koordination zwischen Geldgebern und Regierung ist in Nicaragua und Honduras angesichts der grossen Gebergemeinde besonders wichtig. Durch den Dialog zwischen diesen Akteuren lässt sich vermeiden, dass Projekte mit widersprüchlichen Zielen finanziert werden und es zu Verzerrungen auf dem Finanzmarkt kommt. Im Bereich Mikrofinanz ist es besonders wichtig, Messnormen zu schaffen, die von allen Institutionen verwendet werden. Zusätzlich braucht es Rahmenbedingungen, die das Wachstum des Sektors begünstigen. Gemäss einem Dokument (Review zur Effizienz der Hilfe im Bereich Mikrofinanz) der CGAP, einem Konsortium aus 30 Geldgebern, spielt PROMIFIN eine wichtige Rolle bei der Förderung des Dialogs zwischen den Geldgebern und den Regierungen Nicaraguas und Honduras. In diesen beiden Ländern ist die DEZA für ihre langfristige strategische Vision eines Finanzsystems bekannt, zu dem alle Männer und Frauen Zugang haben. In El Salvador – kein Schwerpunktland der DEZA – ist PROMIFIN eine strategische Partnerschaft mit der staatlichen Refinanzierungsbank eingegangen. Ziel ist es, die im Rahmen des Programms entwickelten Kenntnisse an die lokalen Beraterinnen und Berater weiterzugeben.
Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit niedrigem Einkommen
Die von PROMIFIN unterstützten Institute konnten systematisch ihre Managementindikatoren verbessern. Sie konzentrieren sich auf die Bevölkerungsgruppen mit den niedrigsten Einkommen (mehr als 50% ihrer Kunden sind Frauen, und 40% leben in ländlichen Gebieten). Ein Monitoring von 1200Kunden dieser Finanzinstitute zeigte, dass sie ihre Einkommen um rund 40% erhöhen konnten. Dieses Geld setzten sie für eine bessere Ernährung, eine angenehmere Unterkunft, ärztliche Behandlungen von Familienmitgliedern und für die Einschulung der Kinder ein. Die Frauen, die von diesen Finanzdienstleistungen profitierten, konnten zudem ihre Entscheidungsmacht ausbauen.