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Cushing-Syndrom beim Hund (Morbus Cushing)
© Chalabala / stock.adobe.com
Typisch Cushing-Syndrom: Betroffene Hunde haben starken Durst.
Das Cushing-Syndrom beim Hund (Morbus Cushing) zählt zu den bekanntesten hormonellen Erkrankungen in Tierarztpraxen. Erfahren Sie hier, was es mit dieser Erkrankung auf sich hat und wie die Lebenserwartung Ihres Vierbeiners mit dieser Erkrankung ist.
Wie gefährlich ist das Cushing-Syndrom beim Hund?
Anders als der Hypoadrenokortizismus (Morbus Addison), welcher zu einem lebensbedrohlichen Mangel an Kortisol führt, verläuft das Cushing-Syndrom meist milder. Dennoch kann diese Erkrankung bei Ihrem Hund schwere Cushing-Symptome und Komplikationen auslösen.
Rassedisposition: Bei welchen Hunderassen tritt Morbus Cushing häufig auf?
Besonders häufig erkranken folgende Hunderassen am Cushing-Syndrom:
Symptome: Was sind die Anzeichen für das Cushing-Syndrom beim Hund?
Da Kortisol im Körper vielseitig wirkt, ist auch das Erscheinungsbild des Cushing-Syndroms beim Hund abwechslungsreich. So kann Ihr Hund folgende Symptome zeigen:
- Er trinkt mehr und setzt vermehrt Urin ab (Polyurie und Polydipsie).
- Ihr Hund hat mehr Appetit und Heisshunger.
- Er hechelt vermehrt.
- Seine Haut wirkt ausgedünnt und dunkler.
- Sein Fell fällt aus (insbesondere am Rücken oder Schwanz).
- Er wirkt schwach (Muskelschwäche).
- Sein Bauchumfang nimmt zu (Hängebauch).
Durch den erhöhten Kortisol-Spiegel ist ausserdem das Immunsystem Ihres Hundes geschwächt. Dadurch ist er nicht nur anfälliger für Infektionen (z. B. bakteriell oder viral), sondern auch für entzündliche Erkrankungen wie einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis).
Darüber hinaus steigt im Laufe der Erkrankung das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken.
Diagnose: Wie wird Morbus Cushing beim Hund nachgewiesen?
Das Cushing-Syndrom beim Hund ist eine bekannte Krankheit, die Ihr Tierarzt in der Regel schnell mit den verbundenen Krankheitszeichen in Verbindung bringt. Folgende Tests helfen Ihrem Tierarzt, die Diagnose zu sichern:
Welche Blutwerte sind beim Cushing-Syndrom verändert? Anzeichen für einen Hyperadrenokortizismus beim Hund sind erhöhte Leberwerte (z. B. Alkalische Phosphatase). Auch die Konzentration an Cholesterin ist meist erhöht.
Bildgebende Verfahren wie der Ultraschall machen es Ihrem Tierarzt möglich, die Struktur der Nebennieren zu beurteilen. So kann er nicht nur Tumore direkt diagnostizieren, sondern auch eine Vergrösserung einer oder beider Nebennieren als Hinweis für einen hypophysären Hyperadrenokortizismus aufspüren.
Gleichzeitig kann er auch die umliegenden Organe wie die Leber prüfen.
Verschiedene Hormontests sind ausserdem dazu nötig, die Diagnose eines Cushing-Syndroms beim Hund zu erhärten. Dazu zählen:
1. Urin-Kortisol-Kreatinin-Quotienten (UCC)
Der Urin Ihres Hundes hat viel über die Konzentration von Kortisol zu sagen. So spricht ein hoher Hormonspiegel in drei aufeinanderfolgenden Morgenurin-Proben dafür, dass Ihr Hund das Cushing-Syndrom hat.
2. Low-Dose-Dexamethason-Suppressions-Test (LDDS-Test)
Bei diesem Test überprüft Ihr Tierarzt mittels einer Blutabnahme die Basalkonzentration des Kortisols. Danach verabreicht er Ihrem Hund nun ein Kortisol-ähnliches Medikament (Dexamethason).
Bei gesunden Hunden würde diese Gabe nun zu einer negativen Rückkopplung und damit zu einer verringerten Ausschüttung an ACTH und Kortisol führen. Bleibt die Kortisol-Konzentration jedoch langfristig erhöht, leidet Ihr Hund wahrscheinlich am Cushing-Syndrom.
3. ACTH-Stimulations-Test
Der ACTH-Stimulationstest ist heutzutage nicht mehr Standard. Nach einer ersten Blutabnahme injiziert der Tierarzt Ihrem Liebling ACTH. Nach etwa einer Stunde nach der Injektion nimmt er Ihrem Hund erneut Blut ab. Liegt Morbus Cushing vor, übersteigt die Kortisol-Konzentration nach der Stimulation die anfänglich gemessene Basalkonzentration.
Therapie: Wie wird das Cushing-Syndrom beim Hund behandelt?
Die Behandlung des Cushing-Syndroms beim Hund hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.
Hat Ihr Hund einen Nebennierentumor, kann Ihr Tierarzt diesen unter Umständen operativ entfernen. Dazu darf der Tumor allerdings nicht in andere Organe gestreut haben. Nach der Entfernung einer Nebenniere kann die andere Nebenniere die Arbeit übernehmen.
Ist keine Operation möglich oder leidet Ihr Hund unter einem Tumor der Hypophyse, kann auch eine Chemotherapie helfen. Das Medikament (Vetoryl, Wirkstoff: Trilostan) schwächt die Kortisolproduktion in den Nebennieren.
Generell sollten Sie Ihren erkrankten Hund regelmässig beim Tierarzt vorstellen, um die Dosis der Medikamente individuell anzupassen und den Kortisol-Spiegel im Blut zu messen.
Kosten: Wie teuer sind Diagnostik und Therapie?
Aufgrund der aufwendigen Diagnostik und lebenslangen Medikamentengabe zählt das Cushing-Syndrom zu den eher kostspieligen Hundekrankheiten. Bereits die Durchführung einer Blutprobenentnahme kann rund CHF 20 kosten – ohne weitere Vor- oder Nachuntersuchungen.
Auch die Grösse Ihres Bellos ist eine Kostenfrage. Denn umso grösser Ihr Hund ist, desto grösser ist auch die notwendige Dosis des teuren Medikaments. Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte daher immer die möglichen Tierarztkosten im Hinterkopf behalten.
Ursachen: Morbus Cushing oder Cushing-Syndrom?
Produzieren die Nebennieren Ihres Hundes zu viel Stresshormon (Kortisol, Cortisol), kommt es zu einem Kortisolüberschuss. Diese Erkrankung bezeichnen Tierärzte als Cushing-Syndrom (auch Hyperadrenokortizismus genannt).
Der Morbus Cushing ist hingegen eine bestimmte Sonderform des Cushing-Syndroms. Denn hierbei bedingt eine erhöhte Ausschüttung des ACTH (Adrenocorticotropin, Adrenocorticotropes Hormon) im Hypophysenvorderlappen des Gehirns eine erhöhte Produktion von Kortisol in den Nebennieren. Tierärzte bezeichnen diese Hormonkrankheit daher auch als zentrales Cushing-Syndrom.
Was sind mögliche Entstehungsursachen?
Am häufigsten sind Tumore (meist gutartig) innerhalb der Hypophyse (ACTH-bildend) für das Cushing-Syndrom beim Hund verantwortlich. Diese Erkrankung bezeichnen Tierärzte als hypophysären Hyperadrenokortizismus.
In seltenen Fällen kommen Tumore in der Nebennierenrinde (Kortisol-bildend) als Ursache infrage – vom Tierarzt als adrenergen Hyperadrenokortizismus bezeichnet.
Anderweitig kann auch eine aktuelle Behandlung mit Steroiden (z. B. Kortisonpräparate wie Prednisolon oder Dexamethason) zu einem Cushing-Syndrom führen. Diese Form bezeichnen Tierärzte als iatrogen.
Ältere Hunde, darunter vor allem Hunde kleinerer Rassen, können zudem spontan an einem Cushing-Syndrom erkranken.
Der natürliche Regelkreis der Hormone
Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) im Gehirn Ihres Hundes steuert wesentliche hormonelle Kreisläufe – darunter auch die Bildung von Kortisol.
Schüttet der Vorderlappen der Hypophyse das ACTH aus, regt dieses die Nebennierenrinde zur Produktion des Stresshormons Kortisol an. Schüttet das Organ zu viel Kortisol aus, kommt es zu einem automatischen negativen Feedback und das Gehirn schüttet wieder weniger ACTH aus. So schafft es ein gesunder Hund, seinen Kortisol-Spiegel im Blut zu regulieren.
Prognose: Ist das Cushing-Syndrom beim Hund heilbar?
Das Cushing-Syndrom beim Hund hat in der Regel eine gute Prognose. Das setzt allerdings eine frühzeitige Erkennung und Behandlung voraus.
Zwar sind die meisten Entstehungsursachen heilbar, doch Ihr Hund ist zumeist lebenslang auf regelmässige Hormonkontrollen und Medikamente angewiesen.
Lebenserwartung: Wie lange kann ein Hund mit Cushing-Syndrom leben?
Befolgen Sie die therapeutischen Ratschläge Ihres Tierarztes, kann Ihr Hund in der Regel trotz Cushing-Syndrom ein normales Hundeleben führen.
Vernachlässigen Sie dagegen die tierärztlichen Kontrollen oder lassen Sie Ihren Vierbeiner nicht behandeln, kann dies die Lebenserwartung, abhängig von der Ursache, deutlich verkürzen.
Was passiert, wenn man Cushing beim Hund nicht behandelt?
Ohne Behandlung verläuft die endokrine Erkrankung in der Regel tödlich.
Vorbeugung: Ist Morbus Cushing beim Hund vermeidbar?
Krebserkrankungen treten häufig spontan auf und sind daher nicht immer vermeidbar. Ähnliches gilt also auch für Morbus Cushing. Dennoch können Sie versuchen, Risikofaktoren wie Übergewicht durch die richtige Ernährung und genügend Bewegung verringern.
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