Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03430.jsonl.gz/904

Sie wohnten stilvoll, die Familien Salis, Castelmur, Stampa, Redolfi und Prevosti. Schliesslich waren sie in den alten Drei Bünden als Podestà (Gouverneure) in Amt und Würden. Eine kleine Entdeckungsreise im schönen Südosten.
Erst 1803 wurde die Republik der Drei Bünde zum Schweizer Kanton Graubünden. Zuvor besass sie mit Chiavenna, dem Veltlin und Bormio Untertanengebiete im heutigen Italien. Die herrschaftlichen Häuser der Podestà zeugen von der Macht der alten Bündner Clans. Mit ihren Volumen beherrschen sie bis heute die Dörfer und die Landschaft, ihr Reichtum offenbart sich besonders im Gebäudeinnern.
Palazzo Salis in Chiavenna.
Der Palazzo wurde im 18. Jahrhundert durch die Familie Salis erbaut. Das Gebäude ist ein schön proportionierter Bau im Barockstil. Es zeichnet sich mit seinem grossen Garten und vor allem mit seinen prunkvollen Innenräumen aus. Speziell sehenswert ist der Speisesaal – ein überhoher Raum mit schönen Deckenmalereien. Seit 2002 bietet der Palazzo fürstliche Bed & Breakfast-Übernachtungen an.
Palazzo Salis in Soglio.
Als «Casa Battista» wurde dieser Palazzo 1630 erstellt. Hinter dem Haus versteckt befindet sich ein grosser, pittoresker Barockgarten mit einem Mammutbaum. Seitdem (1878) der Wohnpalast als Hotel geführt wird, hat er nebst vielen anderen schon etliche illustre Gäste beherbergt: so etwa Giovanni Segantini, Rainer Maria Rilke oder Alberto Giacometti.
Palazzo Castelmur bei Stampa.
Der Palazzo Castelmur wurde 1723 von Giovanni Redolfi erbaut und zwischen 1848 und 1854 von Giovanni de Castelmur erweitert und umgebaut. Dieser verbarg den ursprünglichen Bau bewusst. Das grosse Volumen mit den beiden Türmen auf der Südseite sollte den prunkvollen Charakter eines Schlosses betonen. Im Innern ist nur noch ein Raum aus dem 18. Jahrhundert unverändert erhalten, und die Übergänge vom Ursprungsgebäude zur Erweiterung sind kaum erkennbar. Sämtliche Räume sind im Stil der Mitte des 19. Jahrhunderts dekoriert – mit Tapeten, Polituren, Lackierungen und Möbeln. Das Gebäude dient heute als Museum und kann besichtigt werden.
Renate Leu