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Was neu und unbekannt ist, löst viele verschiedene Fragen aus. Seit 2013 erreichen uns unterschiedlichste Fragen zum vorgeschlagenen neuen Hymnentext.
Wenn Sie in den folgenden Texten Antworten auf Ihre Fragen finden, so freut uns das. Wenn Sie eine ganz andere Frage haben, so scheuen Sie sich nicht, uns direkt zu kontaktieren unter <email-pii>
Einige Gemeinden und Schulen haben uns gefragt, welchen rechtlichen und politischen Status die neuen Hymne-Texte haben. Es handelt sich um eine Initiative der Schweizer Zivilgesellschaft. Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) organisierte 2014 den Künstlerwettbewerb, an dem sich 208 Autorenteams beteiligten. Und über 24'000 Personen wählten 2015 den Siegerbeitrag online. Bereits im 19. und 20. Jahrhundert hat der Schweizer Bundesrat mehrfach darauf hingewiesen, dass eine Nationalhymne in der Schweiz nicht von oben diktiert werden kann, sondern in der Bevölkerung wachsen muss. Die SGG verbreitet darum zusammen mit Musik- und Sportverbänden die neuen Hymnetexte, damit sie möglichst häufig bei feierlichen Anlässen gesungen werden. Erst wenn die neuen Texte in der Bevölkerung genügend bekannt und beliebt sein werden, werden die Texte bei den entsprechenden Bundesbehörden zur Genehmigung eingereicht. Die eidgenössischen Behörden werden dann frei sein, über die neuen Texte direkt zu entscheiden oder sie dem Volk zur Abstimmung vorzulegen. Es kann gut sein, dass im Verlauf der nächsten Monate und Jahre weitere Korrekturvorschläge zu den bestehenden Textvorschlägen eintreffen werden oder dass gänzlich neue Textvorschläge geschaffen werden. Das Hymneprojekt versteht sich als Prozess, der offen ist für konstruktive Ideen, Kritik und Veränderungen.
Es spricht für den Text, dass er sich seit 1840 gehalten hat. Eine Nationalhymne ist aber nie in Stein gemeisselt und ist kein museales Objekt, so wenig wie die Verfassung oder das Gesetz einer Nation. Die Tradition von Nationalhymnen besteht gerade darin, dass sie etwas über die Identität, das Denken und die Werte einer Gesellschaft aussagen. Dies ist beim aktuellen Hymnentext leider nicht der Fall.
Mit diesem Killerargument kann man jeden Versuch einer Veränderung unterbinden. Das Gute ist immer der Feind des Besseren. Es ist aber inakzeptabel, notwendige Grundwertediskussionen gegen sogenannte Sachpolitik auszuspielen. Denn Letztere führen automatisch und notwendigerweise zu den Ersteren.
Wir wollen uns nicht mit schlechten Beispielen messen. Die Schweiz soll unabhängig von anderen Ländern souverän über den Umgang mit ihrer Nationalhymne entscheiden. Zudem gibt es durchaus Bestrebungen, den Hymnetext auch in anderen Ländern zu erneuern. Österreich hat seinen Hymnetext vor wenigen Jahren angepasst. Und wir haben Anfragen von Gruppen in Belgien und Frankreich zum Vorgehen des Schweizer Hymne-Projekts.
Der Schweizerpsalm soll durchaus im lebendigen Bewusstsein bleiben. In den Kirchengesangbüchern der beiden Landeskirchen soll er weiterhin seinen festen Platz behalten. Der Schweizerpsalm kann und soll weiterhin regelmässig gesungen werden (z.B. am Eidgenössischen Dank-, Bet- und Busstag).
Erstens trifft die Tatsache, die Schweiz sei eine christliche Nation, trotz ihrer christlichen Wurzeln und einer christlichen Mehrheitsbevölkerung nicht zu.
Zweitens baut der neue Hymnentext auf dem Geist der Präambel der neuen Schweizer Verfassung auf. Die Präambel beginnt bekanntlich mit den Worten „Im Namen Gottes, des Allmächtigen“. Der Autor des neuen Hymne-Vorschlags, der Zürcher Werner Widmer, ist persönlich religiös. Gleichzeitig hält er als Staatsbürger und Christ fest, dass die Nationalhymne eines religiös neutralen Staates kein Glaubensbekenntnis sein könne. Und er zitiert das Matthäus-Evangelium: «Nicht wer mich dauernd ‘Herr’ nennt, wird in Gottes Reich kommen, sondern wer meinen Willen tut» (Mt 7,21). Gott dürfe laut Widmer kein frommes Etikett sein. Die Werte, die in der Verfassungs-Präambel und im neuen Hymne-Text stehen, sind zutiefst vom Christentum geprägt.
Diese Frage muss noch abschliessend geklärt werden. Der Bundesrat erklärte am 1. April 1981 den «Schweizerpsalm» für die Armee sowie für den Einflussbereich der diplomatischen Vertretungen im Ausland als offizielle schweizerische Nationalhymne. Der Bundesrat besass nach der alten Verfassung gar keine Kompetenz, eine Nationalhymne zu bestimmen. Damals lag der Verfassungsprimat für den Kulturbetrieb bei den Kantonen. Über eine neue Nationalhymne würde gemäss Verfassung von 1999 vermutlich die gesamte Bundesversammlung entscheiden.
Der SGG ist wichtig, dass die neue Nationalhymne vom Willen der Bevölkerung getragen wird. Die SGG hat darum bewusst einen Künstlerwettbewerb für alle Interessierten ausgeschrieben und liess die Öffentlichkeit online den Siegerbeitrag wählen. Das demokratische Prinzip sollte von Anfang bis Ende der Hymnefindung gelten. Die SGG würde es auch begrüssen, wenn die zuständige Bundesbehörde dereinst alle Stimmberechtigten befragen würde, ob sie eine neue Nationalhymne wünschen.
Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) fördert seit 1810 die Solidarität in der Schweizer Zivilgesellschaft und die Integration der verschiedenen Sprach- und Bevölkerungsgruppen. Im 19. Jahrhundert war die SGG wesentlich am Aufbau des unentgeltlichen obligatorischen Schulwesens, der Volksgesundheit und der Volkswohlfahrt beteiligt sowie an der Gründung von Institutionen wie Pro Juventute, Pro Senectute, Mobiliar-Versicherung, Berghilfe und ZEWO. Im Jahr 1860 hat die SGG das Rütli der Eidgenossenschaft geschenkt, verwaltet es seither und organisiert dort die jährliche Bundesfeier. Die SGG erforscht und fördert die Freiwilligentätigkeit in der Schweiz und leistet so einen wesentlichen Beitrag für den Gemeinsinn in der Schweiz. Die SGG leistet zudem in Millionenhöhe finanzielle Hilfe für Notleidende und soziale Projekte.
Dieses Risiko besteht natürlich. Es ist vergleichbar mit Städten und Regionen, die sich für die Austragung von Olympischen Spielen oder einer Fussball-EM bewerben. Die SGG ist aber überzeugt, dass die breite Abstützung des Projekts auf jeden Fall eine Bewusstseinsbildung in der Schweiz auslösen wird. Sollten die Bundesbehörden in den nächsten Jahren nicht bereit sein für eine neue Nationalhymne, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit andere Initiativen aus der Zivilgesellschaft versuchen, dem Land einen aktuelleren Hymnetext zu verschaffen.
Die SGG erhält keinerlei staatliche Beiträge und Fördergelder. Die Spenden, welche die SGG von Privatpersonen oder Stiftungen erhält, setzt sie zweckgebunden ein. Für bestimmte Projekte, die der Strategie der SGG entsprechen, verwendet die SGG sehr viel mehr finanzielle Mittel als für das Hymne-Projekt (z.B. für den Freiwilligenmonitor, für Spenden an Organisation wie Pro Juventute etc.). Das Hymne-Projekt wird vollständig aus Geldern finanziert, die von der SGG selbst generiert wurden.