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Wier Seisler
Der Sensebezirk ist der einzige rein deutschsprachige Bezirk im überwiegend französischsprachigen Kanton Freiburg. Der Name stammt von der «Sense». Dieser Fluss trennt die Kantone Bern und Freiburg.
Zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert begannen die Alemannen mit der Besiedlung der Region, welche erstmal 1076 als Sensuna erwähnt wurde. Seit der Neuaufteilung der ehemaligen vier Stadtpanner ist die Region ein eigener Bezirk. Der Sensebezirk gehörte bis zum Ancien Régime grösstenteils zum Aupanner und damit zum Hoheitsgebiet der Republik Freiburg.
In den 1930er Jahren war der Sensebezirk von einer grossen Armut betroffen, wie wir sie uns heute kaum mehr vorstellen können. Der Sensebezirk war das Armenhaus des Kantons, und wer täglich um sein Überleben kämpfen musste, hatte kaum Zeit und Ressourcen, um sich darüber Gedanken zu machen, wie er sich in seinem Umfeld besser einbringen könnte. Das Leben der meisten Sensler war hart damals: Viele kinderreiche Familien am Existenzminimum, ein von Handarbeit geprägter Alltag, wenig Verdienstmöglichkeiten ausserhalb der Landwirtschaft, eine Kirche mit grosser weltlicher Macht und durch die eingeschränkte Mobilität ein enges, sehr enges Weltbild. Diese Armut war es denn auch, welche viele Sensler ihr Glück in der Ferne suchen liess. Obwohl der Abschied von der Heimat über Jahrzehnte hinweg als allerletzter Ausweg galt.
In den 1960er-Jahren begann sich die Situation jedoch allmählich zu ändern. Der eigentliche Durchbruch erfolgte dann in den 1970er-Jahren. Das zeigt sich auch in einigen Zahlen: So wurde 1971 etwa das Frauenstimmrecht im Sensebezirk angenommen, nachdem es 1959 lediglich 12,5 Prozent Zuspruch erhalten hatte. Der Einfluss der Kirche wurde zunehmend kritisch hinterfragt, die Sekundarschulen waren zu einem festen Bestandteil der Schulbildung geworden und die christlich-soziale Partei sowie die Sozialdemokraten belebten die Politik des Bezirks neu.
Der Dialekt
Der Kanton Freiburg ist für viele Dinge bekannt: Vacherin und Gruyère Käse, Cailler -Schokolade, den HC Freiburg Gottéron und das Senslerdeutsch. ‚Sensler was?‘, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken.
Senslerdeutsch ist die mündliche Alltagssprache der Leute im Freiburger Sensebezirk. Der Dialekt zählt rund 30’000 Sprechende. Er unterscheidet sich von anderen Deutschschweizer Dialekten – genug, um damit aufzufallen, nicht zu viel, um auch überregional in der Regel seinen Dialekt reden zu können. Und er wird, über kurz oder lang, Ihr Herz erobern. Nichtsdestotrotz fordert der Dialekt ein ungeschultes Ohr heraus und man muss genau hinhören, will man die Sensler verstehen. Damit Sie bei Ihrem Besuch im Freiburger Sensebezirk, die Sensler problemlos verstehen finden Sie hier eine kurze Einführung.
Guten Tag guete Taag, Grüessùch
Guten Abend guete Aabe
Auf Wiedersehen adyöö
Hinauf/herunter wùy/wùha, wùcha
Hinunter/herunter ay/aha, acha