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Sri Lanka steht vor einem Machtwechsel: Der 70-jährige frühere Verteidigungsminister und Oppositionspolitiker Gotabhaya Rajapaksa hat die Präsidentschaftswahl gewonnen, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Rajapaksa rief seine Anhänger auf Twitter auf, den Sieg friedlich zu feiern.
Rajapaksa erhielt nach Auszählung aller Stimmen 52,25 Prozent, wie die Wahlkommission am Sonntag mitteilte. Sajith Premadasa von der Regierungspartei UNP kam auf 41,99 Prozent.
"Friedlichste Präsidentschaftswahl"
Der unterlegene Kandidat der Regierungspartei, Sajith Premadasa, räumte die Niederlage ein. Er sprach von der "friedlichsten Präsidentschaftswahl in der Geschichte unserer unabhängigen Republik".
Im Wahlkampf hatten beide Kandidaten das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt gerückt. An Ostern 2019 erschütterten Anschläge von Islamisten die Insel erschüttert, beim Angriff auf Kirchen und Luxushotels starben 268 Menschen. Seither leidet die Wirtschaft von Sri Lanka unter einer Touristenflaute. Rajapaksa hat versprochen, dieses Problem zu lösen.
Insgesamt waren 35 Kandidaten angetreten. Die knapp 16 Millionen Berechtigten beteiligten sich zu rund 85 Prozent an der Wahl. Wahlbeobachter meldeten mehrere gewalttätige Vorfälle am Rande der Abstimmung. Laut Wahlkommission beeinträchtigte aber nichts davon die Wahl.
Rajapaksa soll bereits am Montag als Präsident vereidigt werden. Mit der Niederlage des Kandidaten der Regierungspartei traten drei Minister aus dem Kabinett zurück. Der neue Präsident darf ein neues Kabinett mit Ministern seiner Wahl berufen.
Mahinda Rajapaksas Bruder
Rajapaksa ist der jüngere Bruder des früheren Präsidenten Mahinda Rajapaksa, der von 2005 bis 2015 amtierte. Als Verteidigungsminister war er damals verantwortlich für den Militäreinsatz gegen tamilische Aufständische. Mit der Niederschlagung des Aufstandes endete nach mehr als einem Vierteljahrhundert der Bürgerkrieg vor zehn Jahren.
Kritiker werfen Gotabhaya Rajapaksa vor, damals sehr brutal vorgegangen zu sein. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen ging Rajapaksa als Verteidigungsminister ausserdem gegen kritische Journalisten vor, auch bediene er sich einer gegen die tamilische und muslimische Minderheit gerichteten Rhetorik.