Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/18664

<h2>SubmittedText<h2><p>Anfang Januar 1997 hatte der bisherige Inhaber der Professur für rätoromanische Sprache und Literatur an der ETH und Universität Zürich seine Stelle auf den 1. August 1997 gekündigt. Seither ist diese 50-Prozent-Professur unbesetzt geblieben. Im Wintersemester 1997/98 wurde der Unterricht durch Lehrbeauftragte gewährleistet. Die Ausschreibung für die Neubesetzung der Professur ist bisher noch nicht erfolgt. Gemäss Medienberichten soll die Stelle nicht vor dem Jahre 2000 wiederbesetzt werden. Begründet wird dies mit Differenzen zwischen der ETH und der Universität Zürich betreffend die künftige Finanzierung der Rätoromanisch-Professur. Eine Wiederbesetzung der einzigen Rätoromanisch-Professur an einer eidgenössischen Hochschule soll allerdings unbestritten sein.</p><p>Es stellen sich folgende Fragen:</p><p>1. Die Rätoromanisch-Professur ist für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen Sprache gerade im Bereich der Ausbildung von Lehrkräften sowie der wissenschaftlichen Vertiefung von Sprachkenntnissen und Literatur von besonderer Bedeutung. Warum wird die Wiederbesetzung des Rätoromanisch-Lehrstuhls derart verzögert?</p><p>2. Trifft es zu, dass der Rätoromanisch-Lehrstuhl bisher aufgrund von Differenzen in bezug auf die Finanzierung der Professur zwischen der ETH und der Universität Zürich nicht wiederbesetzt wurde? Weshalb behindern diese Differenzen die Wiederbesetzung der betreffenden Stelle?</p><p>3. Wie will der Bundesrat dafür sorgen, dass die Rätoromanisch-Professur möglichst bald - mindestens im gleichen Umfang wie bisher - wiederbesetzt wird?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1./3. Es ist der klare Wille und die klare Verpflichtung des Bundesrates, das Rätoromanische inklusive die akademische Lehre und Forschung zu fördern. Im ersten Quartal 1999 ist die Evaluation des Departementes Humanwissenschaften der ETH Zürich geplant und vorbereitet. Die Ergebnisse der Evaluation werden für Sommer 1999 erwartet. Die Leitung der ETH Zürich möchte die Evaluationsergebnisse bei der zukünftigen Ausgestaltung der Professur berücksichtigen können. Anlass für diese Überprüfung gaben u. a. die Aufforderung der Finanzdelegation, den Einbezug der Geistes- und Sozialwissenschaften in die Ausbildung der Ingenieur- und Naturwissenschafter an den beiden ETH zu überdenken, sowie ein Bericht der Finanzkontrolle, in dem die Aufwendungen der ETH Zürich für den Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften beanstandet worden sind.</p><p>Der feste Wille der ETH Zürich, die akademische Lehre und Forschung auf diesem Gebiet weiterzuführen, zeigt sich auch dadurch, dass sofort nach dem Rücktritt des Lehrstuhlinhabers Übergangslösungen mit Lehrbeauftragten angeordnet worden sind. Diese werden nur aufrechterhalten, bis die Professur in ihrer zukünftigen Ausgestaltung realisiert ist.</p><p>2. Es trifft nicht zu, dass die bisherige Nichtwiederbesetzung des Lehrstuhls für rätoromanische Literatur und Kultur der ETH Zürich auf Differenzen zwischen den beiden Zürcher Hochschulen zurückzuführen ist. Die Universität Zürich hat ihre Bereitschaft zur Beteiligung an einer gemeinsamen Professur im bisherigen Ausmass erklärt.</p>  Antwort des Bundesrates.