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Philosophie. Ist die Begierde ein obskures Objekt?
Sollte man lieber seine Wünsche überdenken, als an der Weltordnung zu rütteln? Muss man all seine Wünsche, Begierden oder Bedürfnisse befriedigen, um glücklich zu sein? Ist der Wunsch das Gegenteil der Vernunft? Ist das als begehrenswert Empfundene das wahre Objekt unserer Begierde? Der Mensch ist sich intuitiv bewusst, ein Objekt zu begehren, das aufgrund bestimmter Eigenschaften, Formen oder Farben, wegen eines Geruchs oder Geschmacks den Wunsch weckt, probiert und besessen zu werden. Somit ist die Begierde auf den ersten Blick die Befriedigung eines Mangels. Doch wäre sie nicht noch mehr, würde Don Juan nicht eines Tages aufhören, zu begehren? Strebt er nicht vielmehr danach, seine Freiheit zu beweisen und Gott herauszufordern? Laut Spinoza begehrt man etwas nicht, weil es begehrenswert ist, sondern es ist begehrenswert, weil man es begehrt … Silvia Manonellas ist Agrégée in Philosophie, Marie-Anne Charbonnier ist Agrégée in Literatur – zusammen mit Raphaël Enthoven diskutieren sie heute über Begierde