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Mehrere der 26 Mitglieder des EZB-Rats äusserten auf der Zinssitzung im März Zweifel daran, dass die Inflation tatsächlich so schnell auf ein niedriges Niveau zurückgehen wird, wie in den Projektionen der EZB-Mitarbeiter suggeriert. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Zusammenfassung der geldpolitischen Sitzung hervor.
Sie bezeichnete die Wahrscheinlichkeit einer "makellosen Disinflation" - einer Rückkehr der Inflation auf das Zielniveau mit sehr niedrigen Kosten in Form von Produktionsverlusten - als "nur gering". Die EZB-Projekten signalisieren, dass die Inflationsrate bis 2025 allmählich auf das angestrebte Ziel von zwei Prozent sinken dürfte, während die Löhne moderat steigen sollen und das Wirtschaftswachstum anziehen werde.
Eine Reihe von Mitgliedern des EZB-Rates bezeichnete den Angaben nach die Risiken für die Inflationsaussichten "über den gesamten Zeithorizont hinweg als aufwärtsgerichtet". Im EZB-Rat sitzen die sechs Direktoren der Zentralbank sowie die Präsidenten der nationalen Notenbanken der 20 Euro-Länder, darunter Bundesbankchef Joachim Nagel.
Die EZB hatte sich im März ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten infolge der Pleite der Silicon Valley Bank mit grosser Mehrheit für eine erneute kräftige Zinserhöhung entschieden. Der Vorschlag von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane für eine Anhebung von 3,0 auf 3,5 Prozent habe "eine sehr grosse Mehrheit" im obersten Beschlussorgan der Zentralbank gefunden, wie es hiess.
"Einige Mitglieder hätten es vorgezogen, die Leitzinsen erst dann zu erhöhen, wenn die Spannungen an den Finanzmärkten nachgelassen haben", wurde hinzugefügt. Mit den höheren Zinsen wollen die Währungshüter die Inflation dämpfen.
(Reuters)