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Trotz der großen Summen, die ihm seine Kunst eintrug, war er in beständiger Geldverlegenheit, da er der Leidenschaft des Spiels
frönte. Renis Werke sind von sehr verschiedenem Charakter. Die aus seiner frühern Zeit zeigen grandiose,
mächtige Gestalten in erhabener Anordnung und mit einer eigentümlich dunkeln Schattengebung, die eine Annäherung an die
Weise der Naturalisten, besonders des Caravaggio, verrät. Später trat an die Stelle des Gewaltigen eine einfachere Natürlichkeit.
Er kolorierte in einem hellen, aber warmen Fleischton und vollendete sorgsam.
Die Werke dieser mittlern Periode sind seine schönsten. Später nahm der Künstler im Kolorit des Fleisches häufig einen etwas
kältern, rötlichen, in den Schatten
[* 11] einen grauen, ja öfters schwarzen Ton an, womit sich zugleich Kälte des Gefühls, etwas
Gesuchtes in der Stellung und ein absichtliche Prunken mit seiner Meisterschaft einstellten, und noch später
ging er in einen feinen Silberton über, welcher oft von großem Reiz und heller Harmonie, zuweilen aber auch zu nüchtern
und fade ist; auch sind die Werke seiner spätern Zeit oft leichtsinnig und übereilt gemalt.