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Der TCS testet seit 2008 Fussgängerstreifen in der ganzen Schweiz. Auch 2012 hat der Mobilitätsclub insgesamt 100 Fussgängerstreifen in 10 Schweizer Städten untersucht.
Obwohl die Resultate im Vergleich zum Vorjahr ein wenig besser ausfallen, sind sie noch keineswegs befriedigend. Die Sichtbarkeit bei Tag und Nacht ist der grösste Schwachpunkt und wurde in 44 von 100 Fällen als ungenügend beurteilt. 2011 wurden auf Schweizer Fussgängerstreifen annähernd 1‘000 Personen verletzt und 28 Personen getötet.
Neben dem Verhalten der Fussgänger und der Fahrzeuge (Zweiräder, Automobile) spielt die Infrastruktur bei der Verkehrssicherheit eine fundamentale Rolle: Sie kann Unfälle verhüten oder mindestens deren Folgen verringern. Aus diesem Grund führt der TCS seit mehreren Jahren präventive Tests bei Schweizer Fussgängerstreifen durch und macht die Behörden so auf ihre Verantwortung gegenüber allen Verkehrsteilnehmenden aufmerksam. Nach dem Veröffentlichung der Testresultate von 2011 sind in mehreren Städten und Kantonen Massnahmen ergriffen worden, um die Sicherheit der Fussgängerstreifen zu verbessern.
2012 hat der TCS jeweils 10 Fussgängerstreifen in den folgenden 10 Städten geprüft: Basel, Bellinzona, Davos, Lausanne, Luzern, Neuenburg, St. Gallen, Solothurn, Thun und Winterthur.
Auch wenn im Vergleich zu den Tests von 2011 Fortschritte verzeichnet werden konnten, ist die Sicherheit der Fussgängerstreifen noch keineswegs zufriedenstellend. Zwar erhielt kein Fussgängerstreifen die Note «Absolut ungenügend», aber es wurde auch nur einer mit «Sehr gut» bewertet. Obwohl die Resultate generell ein wenig besser ausgefallen sind, zeigen immer noch 44 der getesteten Fussgängerstreifen Schwächen bei der Sicherheit. In den meisten Fällen ist das wesentliche Problem die mangelhafte Sichtbarkeit, und zwar am Tag wie auch in der Nacht.
Ein einziger Fussgängerstreifen erhielt die Note «Sehr gut», dieser befindet sich in Bellinzona an der Via Giuseppe Motta. Er zeichnet sich unter anderem auch durch ausgezeichnete Sichtverhältnisse in der Nacht und einfache Zugänglichkeit aus. Andererseits befindet sich aber auch einer der beiden am schlechtesten bewerteten Fussgängerstreifen in der Tessiner Haupstadt. Beim Fussgängerstreifen an der Piazza Governo ist die Sichtbarkeit sowohl tagsüber wie auch nachts unzureichend. Das andere Schlusslicht des Klassements liegt in St. Gallen an der Holzstrasse. Dieser wurde vor allem wegen den tagsüber schlechten Sichtverhältnissen als absolut ungenügend beurteilt.
Insgesamt wurden 44 Fussgängerstreifen als «Mangelhaft», 35 als «Ausreichend», 20 als «Gut» und 1 als «Sehr gut» eingestuft.
In jeder der 10 Ortschaften wurden jeweils 10 Fussgängerstreifen in verschiedenen Quartieren nach einer halbzufälligen Methode ausgewählt. Der Test prüft jeden Übergang anhand von 27 Kriterien in vier Kategorien: Anlage und Konzeption, Sichtverhältnisse am Tag, Sichtverhältnisse in der Nacht sowie Zugänglichkeit. Jede Kategorie wird in Bezug auf Kriterien wie Signalisation, Länge, Markierungen, Inseln, Lichtsignale und Unterhalt mit folgenden Noten beurteilt: «Sehr gut», «Gut», «Ausreichend», «Mangelhaft» und «Sehr mangelhaft». Was die Zugänglichkeit betrifft, wurden Hindernisse und die Erreichbarkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigt.