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Es scheint ein Klischee zu sein – typisch ,,männliches” oder ,,weibliches” Verhalten. Erwartet vom einen, belächelt und karikiert beim anderen. Männer und Frauen haben es, was Vorurteile, Erwartungen und Sterotypen angeht, nicht leicht in einer Gesellschaft, die geprägt ist von binärem Gedankengut.
So wird beispielsweise ein männliches, homosexuelles Paar in seinem Bekanntenkreis der Frage ausgesetzt, wer von beiden denn ,,die Frau in der Beziehung” sei. Verhaltensweisen werden vorausgesetzt, bewertet und lautstark jedes Klischee über beide Geschlechter ausgeschlachtet, um beide Partner zu analysieren. Wie kommt eine Gesellschaft dazu, über Privatleben, Charakterzüge und Benehmen zweier Menschen auf deren vermeintliches Geschlecht zu schließen? Wollen wir nicht eigentlich alle offene, liberale Personen sein, die über ihren Tellerrand schauen können?
Die Absurdität darin, einen Zusammenhang zwischen Sozialverhalten, Erscheinungsbild und Sprache und sexueller Orientierung zu konstruieren, ist kaum zu überbieten; dennoch ist sie wohl tief in der Gesellschaft verwurzelt, und ein sogenannter Gender Shift, eine Umkehrung der traditionellen, binären Vorstellung von ,,Mann” und ,,Frau”, wird noch seine Zeit brauchen.
Doch durch reifliche rationale Überlegungen, gegenseitigen Respekt vor Privatsphäre und rechtzeitiges Setzen von Grenzen im sozialen Umgang bestehen durchaus brillante Chancen, derartige stereotype Gesellschaftsbilder und Familienkonzepte neu zu überdenken, sodass sich Jede(r) wohl in seiner/ihrer Haut fühlen kann!