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zu-Verhältnise. Die Rüben sollen vor Frost geschützt werden, da sie beim Wiederauftauen sehr schnell verderben. Außerdem
muß eine zu starke
Verdunstung des in den Rüben enthaltenen Wassers verhindert werden.
Endlich findet in größern Rübenhaufen
auch eine Erwärmung statt, die bis zur verderblichen Erhitzung steigen kann. Man bringt deshalb (wenigstens im
nördl.
Deutschland)
[* 2] die Rüben in lange Haufen (Mieten), deren Höhe und
Breite
[* 3] gering genug ist, um keine starke Erwärmung
austreten zu lassen (Einmieten der Rüben); diese Haufen müssen sofort mit Erde bedeckt werden. Die Erddecke soll auch Schutz
gegen die zu starke Blattentwicklung und das Abwelken infolge der äußern Wärme
[* 4] bieten. – Die Aufbewahrung
der Rüben zu Futterzwecken geschieht in ähnlicher
Weise.
Rübenwurm oder Rübenälchen
(Heterodera, Schachtii Schmidt, s.
Tafel:
Würmer,
[* 5] Fig. 16), ein kleiner
Rundwurm, der gefährlichste Feind der
Zuckerrübe, die
Ursache der Rübenmüdigkeit des
Bodens, die darin besteht,
daß ein sonst fruchtbarer und an Nährstoffen reicher
Boden keine Rübenernten mehr erzielen läßt. Dieser
Wurm findet sich
zahlreich an den
Wurzelfasern der Rüben, denen er im jugendlichen Zustande durch Saugen schädlich wird und die er zum
Absterben
bringt.
Die trächtigen, citronenförmigen Weibchen erscheinen dem bloßen
Auge
[* 6] wie kleine Grieskörnchen, die
Männchen sind weit kleiner und wurmförmig. Die
Vermehrung geschieht so schnell, daß durch eine einzige kranke Rübe binnen
kurzem ein ganzes Feld infiziert werden kann. Als
Mittel gegen die Rübennematode empfiehlt J. Kühn den Anbau von Fangpflanzen, die die
Nematoden lieben. Als solche Fangpflanze hat sich der Sommerrübsen am besten bewährt. Derselbe wird
im Laufe des
Sommers auf dem mit Nematoden behafteten Felde drei- bis viermal angebaut und die
Pflanzen nach ungefähr vier
Wochen, wenn durch das Mikroskop
[* 7] die Einwanderung der jungen
Brut in die
Wurzeln der Fangpflanzen festgestellt ist, durch Grubbern
und Pflügen zerschnitten und zum
Absterben gebracht; mit ihren Nährpflanzen gehen auch die Nematodenlarven
zum größten
Teil zu
Grunde.
Will man nicht auf den ganzen Jahresertrag verzichten, so empfiehlt es sich, Hanf anzubauen, diesen zur Femelzeit zu ernten
und vor und nach seinem Anbau Sommerrübsen oder eine andere Fangpflanze einzuschieben. –
PeterPaul, der berühmteste vläm.
Maler, geb. im Juni 1577 wahrscheinlich zu
Siegen
[* 10] (im
Nassauischen), Sohn eines
Antwerpener Rechtsanwalts und Schöffen, Jan Rubens, der als
Reformierter sich vor den religiösen Verfolgungen 1568 nach
Köln
[* 11] flüchtete und dann,
weil er mit der
Witwe Wilhelms von
Oranien intimen Umgang gepflogen hatte, in
Siegen (1573) seinen
Aufenthalt nehmen mußte. 1578 erhielt die Familie die Erlaubnis, sich wieder in Köln niederzulassen;
nach dem
Tode des
Vaters (1587) kehrte die
Witwe, Maria Pypelincx, mit den
Kindern nach
Antwerpen
[* 12] zurück.
Dort besuchte der junge Rubens drei Jahre lang die Lateinschule und kam 1590 als
Page zu der Gräfin Lalaing, wahrscheinlich nach
Oudenaarde. Doch bald begann er seine künstlerischen
Studien; er besuchte das
Atelier des
Tobias Verhaecht,
eines mittelmäßigen Landschaftsmalers, arbeitete 1592–96 bei
Adamvan Noort und vier weitere Jahre bei
Otto Venius. Darauf
trat er eine Studienreise nach
Italien
[* 13] an; er reiste nach
Venedig
[* 14] ab, von wo der
Herzog von Mantua,
[* 15] Vincenzo Gonzaga,
ihn mit in seine Residenz nahm.
Von Juli 1600 bis Dez. 1608 erfreute er sich der Gunst des
Herzogs, der ihn im
Sommer 1601 nach
Rom
[* 16] schickte, damit er dort
einige Gemälde kopierte und ausführte. Dort angekommen, erhielt er 1602 vom Erzherzog
Albrecht, dem
Statthalter der
Niederlande,
[* 17] den
Auftrag, drei Altarbilder für die Kapelle der heil. Helena in der
Kirche Sta. Croce in Gerusalemme
zu malen. Im April 1602 kehrte Rubens nach Mantua zurück, reiste im
Auftrage des
Herzogs März 1603 nach
Spanien,
[* 18] um König Philipp
III. Geschenke zu überbringen. Im Febr. 1604 war er wieder in Mantua und führte nun drei große Gemälde:
Die heilige Dreieinigkeit von der herzogl. Familie verehrt, Die
Transfiguration, Die
Taufe Christi, für die Jesuitenkirche
daselbst, aus. Von Ende 1605 bis Juni 1607 weilte Rubens wieder in
Rom, von neuem seit 1608; doch riefen ihn im Oktober die Nachrichten
über den schlechten Gesundheitszustand seiner
Mutter nach
Antwerpen zurück.
Als er Dez. 1608 in der
Heimat
eintraf, war seine
Mutter bereits verstorben.
In
Rom hatte Rubens die Werke der großen ital.
Meister studiert und selbständig Bildnisse sowie mytholog. und religiöse
Kompositionen
gefertigt, bei seinem letzten Aufenthalt daselbst einen heil.
Gregor mit andern
Heiligen für die ChiesaNuova,
welches
Bild später die Grabkapelle seiner
Mutter zierte (jetzt im Museum zu
Grenoble).
[* 19] Am verheiratete er sich mit
Isabella
Brant, der Tochter des Ratssekretärs, die ihm eine Tochter und zwei
Söhne gebar, und baute sich in
Antwerpen ein
stattliches Haus, das ihm als Wohnsitz,
Atelier und Museum diente.
Von Febr. 1618 bis Aug. 1619 war Rubens beschäftigt mit der Vollendung des Triptychons: Der wunderbare Fischzug, für die Liebfrauenkirche
zu Mecheln.
[* 36] Für die Johanniskirche daselbst führte er Die Anbetung der Könige als Hauptbild eines Triptychons
mit Predellen aus vollendet). Aus dem J. 1619 stammt Die Amazonenschlacht (AltePinakothek zu München:
[* 37] s. die beigefügte
Tafel: Amazonenschlacht). In der ersten Hälfte des J. 1620 vollendete er Die Geburt Christi und Die Ausgießung
des heiligen Geistes für die Jesuitenkirche in Neuburg,
[* 38] im Auftrage des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, der den Künstler kurz
vorher für dieselbe Kirche mit der Ausführung eines großen Jüngsten Gerichts beauftragt hatte (alle drei Gemälde jetzt
in der MünchenerPinakothek).
Diese großartige Arbeit wurde durch einen Brand zerstört. Vom J.1619 datiert noch: Die letzte Kommunion des heil.
Franz von Assisi, und von 1620: Christus am Kreuz, zwei Hauptwerke, die das Antwerpener Museum besitzt.
Die Zahl und Bedeutung der Werke, die Rubens während der zwölf ersten Jahre seit der Rückkehr nach Antwerpen vollendete, beweisen,
wie schnell sich sein Ruhm in seinem Vaterlande und über dessen Grenzen
[* 42] hinaus verbreitete. Im Jan. 1622 wurde er von
der Königin-Mutter Maria von Medici nach Paris
[* 43] gerufen, die ihn beauftragte, den Ehrensaal in dem von ihr erbauten Palais
du Luxembourg auszumalen; er arbeitete drei Jahre lang an diesen 24 Gemälden und ging zur Ausstellung derselben Jan. 1625 nach
Paris.
Die Gemälde, welche das Leben der Maria von Medici von ihrer Geburt bis zur Versöhnung mit ihrem SohneLudwig XIII. im J. 1620 schildern, befinden sich jetzt in der Galerie des Louvre (18 Skizzen in der Alten Pinakothek zu München).
Sodann wurde Rubens beauftragt, einen zweiten Saal des Louvre mit Darstellungen aus der Geschichte Heinrichs IV. zu schmücken;
er arbeitete daran mit Unterbrechung 1628 und 1630, doch blieb diese zweite Serie von Bildern unvollendet.
Zwei großartige Skizzen aus derselben bewahrt die Uffiziengalerie zu Florenz.
[* 44] Zu gleicher Zeit (1622) ließ König Ludwig XIII.
zwölf Kartons zu Teppichen mit der Geschichte Konstantins d. Gr. von ihm anfertigen.
Unter seinen Werken
dieser Epoche sind ferner zu nennen: Der heil. Rochus wird
von Christus den Pestkranken zur Anrufung empfohlen, für die St. Martinskirche zu Alost (1623 oder 1624), Bekehrung des heil.
Bavo, für die Kathedrale zu Gent
[* 45] (1624), Anbetung der Könige (1624; Museum in Antwerpen), Himmelfahrt Maria (1626; Hauptaltarbild
der Kathedrale zu Antwerpen), 15 große Kartons (1627 vollendet), nach denen die Erzherzogin Isabella Teppiche
für das Clarissenkloster in Madrid weben ließ.
Schon 1623–25 mit diplomat. Missionen von der Infantin Isabella beauftragt, unterhandelte Rubens 1627 auf Veranlassung des Herzogs
von Buckingham zu Brüssel mit dem engl. AgentenBalth. Gerbier über den Frieden, den Karl I. von England
mit Spanien zu schließen gesonnen war. Auf Grund der Vorbesprechungen wurde Rubens Aug. 1628 nach Madrid zum König berufen, um
endgültige Instruktionen zu erhalten. Mit diesen ging er nach London,
[* 46] wo er von Juni 1629 bis März 1630 verweilte und die
Verhandlung über die Bedingungen zur Erledigung brachte, unter denen der Friede Nov. 1630 zu stande kam.
Während seines Aufenthalts in Madrid malte Rubens zahlreiche Bildnisse von Mitgliedern der königl.
Familie (jetzt im Museum zu Madrid); in London malte er die Familie Gerbier und als Geschenk für König Karl: Minerva verteidigt
den Frieden gegen den Krieg.
Bald nach seiner Rückkehr aus London, heiratete er Helena Fourment, die ihm fünf Kinder gebar.
1630–32 arbeitete er im Auftrage der Infantin Isabella an dem herrlichen Triptychon des heil. Ildefons für die Kirche St.
Jakob aus Caudenberg in Brüssel (jetzt im Hofmuseum zu Wien); 1630–35 malte er für den König von England
Gemälde für den Bankettsaal des Schlosses zu Whitehall, in denen er eine Verherrlichung Jakobs I. gab. 1632 vollendete er
das Abendmahl für St. Rombaut in Mecheln (jetzt im Museum zu Mailand).
[* 47]
Aus derselben Zeit stammt: Tomyris und Cyrus (im Louvre), Simsons Gefangennehmung (MünchenerPinakothek). 1634 und 1635 führte
er die Kompositionen zu dem Triumphbogen für den Kardinal-Infanten Ferdinand in Antwerpen (Skizzen in der
Eremitage zu Petersburg) aus, die die Erfindungsgabe des genialen Dekorationsmalers so recht offenbaren. 1635–36 fertigte
er für den König von SpanienKompositionen nach Ovids «Metamorphosen», mehr als 50 Gemälde, bestimmt zur Ausschmückung des
Jagdschlößchens Torre de la Parada bei Madrid. In seinen letzten Lebensjahren schuf Rubens noch für König
Philipp IV. eine Anzahl Gemälde mytholog.