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Millenniumsziele: Geht es der Welt tatsächlich besser?
- Aktualisiert am Montag, 23. September 2013, 16:33 Uhr
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verkündete jüngst: Die UNO habe fünf von acht Millenniums-Zielen erreicht. Eigentlich erfreulich. Doch: Die ungelösten Probleme sind umso schwerwiegender.
Im Juli 2013 hat die UNO einen Bericht zu den Millenniumszielen vorgelegt. Seither steht fest: Fünf von acht Millenniumsziele wurden erreicht, nur wenig Fortschritt gibt es bei der Gleichstellung, dem Zugang zu sanitären Anlagen sowie bei der Muttergesundheit.
Zu den Ländern mit der grössten Hilfsbedürftigkeit zählen vor allem afrikanische Staaten, allen voran jene südlich der Sahara; Mali, Sudan, Niger, Äthiopien beispielsweise. 1,2 Milliarden Menschen dort leben in extremer Armut. Das heisst, sie müssen mit weniger als 1.25 Dollar am Tag auskommen.
Frauen haben weniger Chancen
Verbesserungspotenzial sieht der Bericht bei der Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Grosse Unterschiede gibt es vor allem im Westen Afrikas, Nordafrika sowie in Südasien. Dort sind weniger als 20 Prozent der Angestellten Frauen – nicht gezählt wurden Landwirtschaftsbetriebe. Zudem sind die Berufe der Frauen seltener gesichert und die sozialen Vergütungen geringer als bei ihren männlichen Kollegen.
Ohne medizinische Hilfe gebären
Der Gesundheitszustand von schwangeren Frauen ist immer noch sehr bedenklich. «Nur die Hälfte der Schwangeren in Entwicklungsländern erhält das empfohlene Minimum von vier Arztbesuchen vor der Geburt», kommt der Bericht zum Entschluss. Zudem müssen noch heute fast die Hälfte aller Mütter ihre Kinder ohne Hilfe eines Arztes oder einer Hebamme zur Welt bringen. 2011 waren dies etwa 65 Millionen.
Auch kleine Fortschritte zählen
Schliesslich ist laut dem Bericht der Zugang zu sanitären Anlagen noch «ungenügend». Zwar habe es erfreuliche Verbesserungen gegeben. Fast 200 Millionen Menschen müssen dennoch Flüsse, Seen, Teiche oder Bäche für ihre Körperhygiene benutzen. Neben den Ländern der Sub-Sahara hinkt Ozeanien den fortschrittlichen Ländern hinterher.
«Die Länder südlich der Sahara befinden sich auf einem gänzlich anderen Entwicklungsstand», sagt dazu Michael Gerber von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Von Anfang an hätten diese Länder einen anderen Ausgangspunkt gehabt. Für sie bedeutet die Reduktion extremer Armut zum Beispiel etwas anderes als etwa für Länder wie Südkorea oder Vietnam. «Deshalb verwischt die Messmethode, die für die Erhebung verwendet wurde, die Ergebnisse in den einzelnen Regionen und Ländern», hält er fest.
Christoph Spurk, Dozent für Entwicklungspolitik an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, meint angesichts der unerreichten Absichten: «Bei den Zielen geht es nicht einfach um erreicht oder nicht. Der Bericht zeigt eben auch auf, wo die Länder stehen und dass sie trotz Nichterreichen einiger Ziele Fortschritte gemacht haben».
Und Michael Gerber von der Deza sagt: «Für die Zeit nach 2015 soll eine Entwicklungsagenda individuelle Ziele erfassen. Die Agenda beinhaltet zwar immer noch globale Ziele, berücksichtigt aber auch die nationalen Unterschiede.»
(schubeca)
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