Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03405.jsonl.gz/140

Ettiswil liegt an der Strasse von Sursee nach Willisau. Die gotische Sakramentskapelle und die St. Anna Kapelle gehören zu den herausragenden sakralen Bauten.
Der Luzerner Chronist Diepold Schilling berichtet in seiner Chronik von 1513 von einem Hostienraub im Jahre 1447.
Nach der Legende entwendete Anna Vögtlin aus der Pfarrkirche eine geweihte Hostie, warf diese aber auf ihrer Flucht fort. Eine Schweinehirtin wurde auf Grund des eigenartigen Benehmens der Tiere auf die Hostie aufmerksam und barg sie. In einer Sühneprozession wurde die Hostie in die Kirche zurückgebracht. Der Rat von Luzern liess an der Fundstelle eine Kapelle errichten. Die Frevlerin wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Die heutige Kapelle stammt im Wesentlichen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Der Hochaltar zeigt bei geschlossenen Flügeln die Verkündigung Mariens. Bei geöffneten Flügeln berichtet ein 18-teiliger Bilderzyklus die Geschichte vom Raub der Hostie bis zu deren Verherrlichung.
Auch die Fresken an der Südwand veranschaulichen Legende und Geschichte der Entstehung der Sakramentskapelle. Die Kreuzigungsgruppe auf dem Hochaltar stammt aus dem 17./18. Jahrhundert, das vergitterte Sakramentshäuschen hingegen noch aus der Erbauungszeit um 1450.
Die frühbarocke Nebenkapelle wird erstmals 1590 erwähnt. Das Patrozinium nimmt ebenfalls auf die Frevlerin Anna Vögtlin Bezug. Die Heilige Anna in der Mitte wird mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind dargestellt; auf der Seite der Heilige Antonius mit Monstranz und Esel und St. Klara mit Monstranz.
Der gotischen Sakramentskapelle begegnen Sie am nördlichen Dorfrand von Ettiswil im Gebiet «Schnarzen». Von der Bushaltestelle aus, ist sie in ca. 10 Minuten zu erreichen.