Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/125

01. Was war dein erster Berufswunsch als Kind / als junge Frau?
Mit acht wollte ich Präsidentin der USA werden (ich glaube, mir gefiel die Idee, dass dann mein Foto an der Klassenzimmerwand hängen würde), mit zwölf wollte ich Richterin werden und für Fairness in der Welt sorgen, mit 16 dann Anwältin in einem Konzern und mit 20 entschied ich mich für International Corporate Finance.
02. Was war dein erster bezahlter Job?
Mit 16 war ich Kellnerin in einem BBQ-Restaurant und verdiente dort genug Geld, um mir ein Auto leisten zu können.
03. Welche Ziele und Wünsche hattest du während des Studiums?
Ich wollte nicht nur des Geldes wegen arbeiten, sondern etwas bewirken. Damals war ich fasziniert von der internationalen Geldpolitik und Makroökonomie, daher dachte ich, ich würde Chefökonomin bei der Weltbank werden und so die Welt verbessern.
04. Hast du diese Ziele erreicht?
Teilweise, wenn auch in einem komplett anderen Gebiet, als ich ursprünglich dachte.
05. Was war für deine Karriere eine der wichtigsten Entscheidungen?
Ich denke, jede Gelegenheit beim zu Schopf packen, die sich mir bot, war zentral. Das ermöglichte es mir, Erfahrung, Verantwortung und Anerkennung zu sammeln, weit über meine ursprüngliche Erwartung hinaus.
06. Hast du deine Karriere geplant?
Nein, nicht wirklich. Ich wusste nach dem Studium, dass ich ins Banking gehen wollte, aber danach ging ich einen Schritt nach dem anderen, ohne Langzeitplan.
07. Was liebst du heute noch an deinem Beruf?
Er ist unglaublich interessant und intensiv. Keine zwei Tage sind gleich und wir sind ständig mit neuen Herausforderungen und Chancen konfrontiert.
08. Was sind die grössten Stolpersteine für eine Frau auf der Karriereleiter?
Nicht zu verstehen, wie das Spiel in einer Männerdomäne gespielt wird. Es gibt einfach gewisse ungeschriebene Gesetze und Normen, die für Frauen nicht offensichtlich sind. Diese so früh wie möglich herauszufinden, ist der Schlüssel, um sich dort zu bewegen und vorwärtszukommen, wenn man fast ausschliesslich mit Männern zusammenarbeitet.
09. Wann hattest du das Gefühl, beruflich angekommen zu sein?
Als mir klar wurde, dass ich auch ohne formale Autorität Einfluss besitze.
10. Worauf bist du rückblickend am meisten Stolz?
Ich bin erfolgreich, ohne jemals meine Grundsätze verraten zu haben. Ich habe meinen Stil und mein Verhalten angepasst, wenn es notwendig war, aber das stand nie meinen Werten entgegen. Es ist ein wahres Vergnügen, mit Menschen zu arbeiten, die die gleichen Grundsätze und denselben Anspruch haben.
Gina Domanig ist Managing Partner von Emerald Technology Ventures und derzeit im Vorstand von Pelamis, SDCMaterials, Synapsense und Takadu. Sie blickt auf über 25 Jahre internationale Berufserfahrung zurück, darunter in Banken, M&A, strategische Entwicklung und Risikokapital. Bevor sie bei Emerald startete, war sie als Senior Vice Präsidentin bei Sulzer, eine multinationalen Schweizer Unternehmen, für die strategische Planung und M&A verantwortlich. Gina hat MBA-Abschlüsse aus Thunderbird in Arizona und Esade in Barcelona und spricht fliessend Englisch, Deutsch und Spanisch.
Mehr über Emerald Technology Ventures erfahrt ihr unter www.emerald-ventures.com