Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03403.jsonl.gz/2336

Aaron Feuerstein, Gründer des Unternehmens Malden Mills (heute Polartec), ist in diesem Jahr zum «OutDoor Celebrity of the Year 2014» gekürt worden.
Die Messe Friedrichshafen hat am 12. Juli 2014 zum neunten Mal eine Persönlichkeit geehrt, die sich um die Outdoor-Branche besonders verdient gemacht hat: Im Rahmen der europäischen Outdoor- Fachmesse OutDoor 2014 wurde der Malden Mills-Gründer Aaron Feuerstein als «OutDoor Celebrity of the Year 2014» geehrt. Branchenkenner und Laudator David Udberg beschrieb die Leistung des Preisträgers anlässlich der Verleihung bei der Messe Friedrichshafen als «ganz entscheidend für die Entwicklung der Outdoor-Industrie und auch von erheblicher Bedeutung in puncto Engagement für seine Leute». Die Trophäe wurde von Eric Yung, Europadirektor Sales bei Polartec, entgegengenommen, der diesen an den in den USA lebenden Aaron Feuerstein weiterreichen wird.
Es gibt die Selfmade-Men und es gibt Unternehmerkinder. Aaron Feuerstein war Letzteres. Sohn und Enkel von Unternehmern, die seit 1906 Inhaber einer Firma namens Malden Mills sind – einem der grössten Arbeitgeber in Lawrence/ Massachusetts. In den 60er Jahren übernahm Aaron Feuerstein die Firma, die berühmt war für ihre wollenen Workman’s Sweaters. In den frühen 80er Jahren stand Malden Mills kurz vor der Insolvenz.
Feuerstein, der das Ende des Workman’s Sweater vorausgesehen hatte und beizeiten in die Entwicklung neuer Stoffe investiert hatte, präsentierte 1981 ein Material, das er Polarfleece nannte und unter dem Markennamen «Polartec Climate Control Fabrics» zum Patent angemeldet hatte. Als das Times-Magazin zur Jahrtausendwende ein Resümee des Jahrhunderts zog und die 100 wichtigsten Erfindungen dieser so innovativen und schnelllebigen Zeit kürte, gehörte Polartec zu den «100 Most Important Inventions of the 20th Century» – in einer Reihe mit dem Reissverschluss, dem Pflaster, dem Computer, Kontaktlinsen, der Waschmaschine, der Anti-Baby-Pille oder dem Lego-Stein. «Die Entwicklung des Polarfleece revolutionierte die Art und Weise wie man sich anzog, um sich vor Kälte zu schützen», hiess es damals.
Die Grösse eines Unternehmers zeigt sich aber nicht nur im Erfolg, sondern, im Gegenteil, in der Krise. Und die kam bereits 1995. Kurz nachdem Malden Mills Millionen in die Erforschung, Entwicklung und Produktion von recycelten Fleece gesteckt hatte, zerstörte ein Grossbrand die gesamt Produktionsstätte. Der 70-jährige Aaron Feuerstein hätte sich zurücklegen können und von der Versicherungssumme einen geruhsamen Lebensabend verbringen können oder die Produktion, wie damals üblich, nach Fernost verlegen können, aber was wäre dann aus der Belegschaft geworden? Feuerstein baute die Fabrik genau dort auf, wo sie gewesen war. Er behielt seine Angestellten unter Vertrag und zahlte ihnen in der Übergangszeit ihren Lohn. Man sagt, das habe Feuerstein wöchentlich 1,5 Mio. Dollar gekostet – insgesamt 400 Mio. von der die Versicherung nur Dreiviertel deckte. Feuerstein wurde bekannt als «The Mensch of Malden Mills», weil er sich seiner Heimatgemeinde verpflichtet zeigte. Feuerstein selber lebte nie auf grossem Fuss, verprasste nie Gelder für einen Privatjet, nicht mal für einen Chauffeur. Feuerstein entwickelte nicht nur eines der unverzichtbaren Funktionsbekleidungsteile der Outdoor-Branche, sondern war Vorbild eines verantwortungsvollen Unternehmers.
Inzwischen ist Aaron Feuerstein 88 Jahre alt und hat das Unternehmen 2004 verlassen. Das Unternehmen Polartec bietet heute eine Sammlung von mehr als 300 unterschiedlichen Technologien, die dafür geschaffen sind den Träger warm, trocken und am wichtigsten bequem durch eine Vielzahl an Outdoor-Aktivitäten zu begleiten.
Gewählt wurde Aaron Feuerstein von international führenden Fachjournalisten und Industrievertretern: Arne Arens (The North Face, Switzerland), Laurent Belluard (Montagne, Frankreich), Dr. Bene Bendedikt (Alpin, Deutschland), Simon Baseley (OCC Outdoor, United Kingdom), Eugenio Di Maria (EDM Publications, Italien), Horst O. Frankl (SAZ, Deutschland), Sandro Parisotto (Scarpa, Italien), Andy Schimeck (Marmot, Deutschland), Jordi Vilagut (Diffusion Sport, Spanien) und Antje von Dewitz (Vaude, Deutschland).