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Die Geschichte von Taira (5)
Hätte man Yoritomo nicht ausgerechnet in die abgelegene Provinz Izu, in der die Vulkane ruhten, sondern an einen anderen Ort verbannt, wäre die folgende Geschichte Japans völlig anders verlaufen. Izu war ein wundersames Land am Fusse des Vulkans Fujisan. Dort lernte Yoritomo mit Anfang dreissig die junge Frau Masako, die im "Feuerland" aufgewachsen war, kennen. Eine schicksalhafte Begegnung: Yoritomo verbüsste bereits seit achtzehn Jahren mit dem täglichen Gebet und Abschreiben der Heiligen Schriften seine Verbannung. Er wurde von Masakos Liebe und Leidenschaft überwältigt. Das grösste Opfer dieser Liebe war Masakos Vater, Tokimasa Hojo, der Masako über alles liebte.
Währenddessen eskalierte in Kyoto der Streit zwischen Goshirakawa und Enryakuji zu einer Gewaltdemonstration. Goshirakawa verurteilte das Oberhaupt von Enryakuji zur Verbannung, aber das Mönchsvolk begehrte gewaltsam gegen Goshirakawa auf.
Yutaka Hayauchi (Hrsg.)
Yutaka Hayauchi wurde 1951 in Masuda, Japan, geboren und genoss dort die schulische Ausbildung bis zur High School. Mit 18 Jahren begann er zunächst an der Universität Osaka, Japan, ein Chemiestudium. Mit 20 Jahren zog er nach Hamburg und studierte Chemie an der Universität Hamburg, wo er nach seinem Abschluss auch die Promotion in der Organischen Chemie erwarb. Während des Studiums war er als Übersetzer für naturwissenschaftliche Literatur und Patentschriften, Dolmetscher bei Geschäftsverhandlungen sowie Simultandolmetscher für Kongresse tätig. 1984 stieg er als promovierter Chemiker bei der Firma Bayer AG in Leverkusen in die Forschung ein, betreute die Arzneimittelzulassung für Bayer in Japan von1988 bis 1991 und arbeitete bis zu seinem Ruhestand in verschiedenen Entwicklungslabors für neue Arzneimittel in Leverkusen und Wuppertal von1991 bis 2016. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und lebt in Leverkusen. Seit 1998 besitzt er die deutsche Staatsangehörigkeit.
Den mehrfach verfilmten, in Japan hochgeschätzten Roman "Die Geschichte von Taira" von Eiji Yoshikawa lernte Yutaka Hayauchi kennen, als er von 1988 bis 1991 mit seiner Familie in Kyoto lebte. Schon als Schüler hatte er von seiner Mutter Geschichten über den tragischen General Yoshitsune gehört und war sofort von dem Roman fasziniert gewesen. Zudem spielte sich die Geschichte in Kyoto ab, eine Stadt, an die er sich gerne erinnert. Er arbeitet seit 1991 an der bisher einmaligen Komplettübersetzung dieser sehr langen Geschichte in die deutsche Sprache und glaubt, dass sie auch viele deutschsprachige Fans gewinnen kann.
Eiji Yoshikawa
Eiji Yoshikawa (1892 - 1962) ist einer der bekanntesten Schriftsteller der volksnahen Literatur in Japan. Er schrieb schon früh Romane über historische Personen und Themen. So schrieb er von 1935 bis 1939 den Serienroman "Miyamoto Musashi" in einer Wochenzeitung. Kein anderer Serienroman wurde so viel gelesen wie "Miyamoto Musashi". Seine schriftstellerische Darstellung des berühmten Schwertkämpfers fand bei den Japanern, die unter den miserablen Umständen des Zweiten Weltkriegs (des Pazifischen Kriegs) litten, ein starkes Echo. Als ein Roman der volksnahen Literatur wurde "Miyamoto Musashi" ein grosser Erfolg. Eiji Yoshikawa war von der Niederlage des Zweiten Weltkrieges und der unvorstellbaren Zerstörung Japans sehr enttäuscht und konnte mehrere Jahre nicht schreiben. Er begann erst 1950, den grossen Roman "Shin Heike Monogatari" (die Geschichte von Taira - neue Interpretation) zu schreiben und schloss ihn nach 7 Jahren ab. In diesem, ebenfalls als Zeitungsserie erschienenen Roman interpretierte Eiji Yoshikawa das Schicksal der Familie Taira, die in dem Machtkampf gegen den Erzrivalen Minamoto unterging, aus einem neuen Blickwinkel. Dieser lange Historienroman sprach viele Japaner an, die in den Folgejahren nach dem Zweiten Weltkrieg arg gebeutelt waren, und wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Eiji Yoshikawa schrieb bis zu seinem Tod weitere Historienromane.