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Zwei Wochen lang lebten wir in der Illusion, im Hockey auf einer Insel zu leben. Nun zerstört die Wirklichkeit diese Traumwelt. Gottéron muss die drei nächsten Partien verschieben. Und der nächste Schritt wird die Absage aller Nationalmannschaftstermine in diesem Jahr sein.
Fest steht: Gottéron muss die nächsten drei Partien gegen Davos, Lausanne und Servette verschieben. Die Cup-Partie zwischen den Pikes Oberthurgau und Lugano kann nicht wie geplant heute gespielt werden. Ob Lugano auch Meisterschaftspartien absagen muss, entscheidet der Tessiner Kantonsarzt. Bei Gottéron sind vier und bei Lugano ist ein Spieler positiv getestet worden.
Es ist das Ende der durchgetakteten Meisterschaft, wie wir sie seit dem Hallen-Obligatorium (1975/76) kannten. Einer Meisterschaft, die vom September bis zur Meisterfeier im April nach einem festen Plan durchgeführt worden ist. Einer Meisterschaft, bei der es schon eine Polemik gab, wenn eine Mannschaft in einer Woche ein Spiel mehr zu bestreiten hatte.
Seit mehr als 50 Jahren hatte es keine äusseren Umstände mehr gegeben, die den Ablauf in Frage stellten. Diese Planbarkeit hat es möglich gemacht, die Meisterschaft von 28 Spielen (die letzte Saison vor dem Hallen-Obligatorium) auf heute über 60 Partien (inkl. Playoffs) auszubauen und aus dem Hockey ein Geschäft zu machen.
Aber Spielverschiebungen bedeuten noch lange nicht das Ende der Meisterschaft. Liga-Direktor Denis Vaucher sagt: «Wir haben so oder so immer Daten, um Spiele verschieben zu können. Durch die Absage der Champions League und des Spengler Cups sind wir noch flexibler geworden. Im Extremfall wäre es sogar möglich, die Playoffs zu verkürzen oder ganz abzusagen und die Qualifikation bis Mitte April zu verlängern.»
Oberste Priorität habe die Durchführung einer Meisterschaft unter Einhaltung aller behördlichen Anordnungen. Was er nicht sagt: Bald werden die Nationalmannschafts-Termine (2. bis 8. November und 14. bis 18. Dezember) frei und die Flexibilität wird noch grösser. Der Liga-Direktor sagt lediglich: «Es macht inzwischen keinen Sinn mehr, die besten Spieler von mehreren Mannschaften an einem Ort zu versammeln.»
Die im Ansatz gute Idee von Nationaltrainer Patrick Fischer, von keinem Club mehr als zwei Spieler und von jedem einen aufzubieten, könnte wie ein «Brandbeschleuniger» wirken. Und bei Absage des Deutschland Cups und des Heimturniers in Visp die Nationalmannschaft trotzdem in einer «Blase», abgeschirmt von der Aussenwelt zu Trainingszwecken zu versammeln, ist angesichts der Entwicklung der letzten Tage absurd. Am Donnerstag tagt das Leistungssport-Komitee des Verbandes. Eine gute Gelegenheit, alle Nationalmannschaftstermine bis Ende Jahr abzusagen. So kann ein Eklat vermieden werden. Einflussreiche Klubmanager fordern bereits einen Verzicht auf die Länderspieltermine. Die Russen haben die Teilnahme am Dezember-Turnier in Visp ohnehin bereits abgesagt.
Das Geschäftsmodell des Sportes auf der Basis regelmässiger Massenveranstaltungen steht vor der stärksten Belastungsprobe der Geschichte. Die Klubs haben durch die Einhaltung und Durchsetzung aller behördlichen Vorgaben und die Zuschauer durch vorbildliches Verhalten die Voraussetzungen zur Rettung der Meisterschaft 2020/21 geschaffen. Aber es geht nur noch mit einer Konzentration auf das Wesentliche, auf die nationale Meisterschaft. Weil sie die Geschäftsgrundlage für unsere gesamte Hockeykultur ist.
Alles andere muss zurückstehen. Die Champions League und der Spengler Cup sind bereits abgesagt worden. Die Nationalmannschaftstermine werden folgen.