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Portrait
Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass Sozialhilfe nur dann geleistet wird, wenn eine bedürftige Person sich nicht selber helfen kann oder Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist. Sozialhilfe ist somit subsidiär gegenüber der Selbsthilfe (Einkommen, Vermögen), gegenüber freiwilligen Leistungen und Leistungsverpflichtungen Dritter. Sozialhilfe wird ausgerichtet, wenn die Selbsthilfe oder die Dritthilfe nicht rechtzeitig, nicht ausreichend oder gar nicht vorhanden ist.
Die Subsidiaritätsprüfung in Sozialdiensten ist insbesondere bei Klientinnen und Klienten mit gesundheitsbedingten Leistungseinschränkungen anspruchsvoll und erfordert Fachwissen und institutionalisierte Instrumente zur Abklärung der individuellen Anspruchsberechtigung. Damit muss weitgehend verhindert werden können, dass aufgrund unsorgfältiger Prüfung der Subsidiarität öffentliche Gelder falsch verwendet werden und materielle Schäden entstehen, welche darüber hinaus auch Reputationsschäden für Sozialdienste nach sich ziehen können.
Ausbildungsziel
- Sie sind in der Lage, Klientinnen und Klienten mit gesundheitsbedingten Leistungseinschränkungen besser zu erkennen.
- Sie erhalten mehr Sicherheit, durch eine systematische Subsidiaritätsprüfung im Kontext von Sozial- und Privatversicherungen, Haftpflicht- und Opferhilferecht richtige Massnahmen einzuleiten.
- Sie erkennen, wo Sozialdienste bei der Bearbeitung von Anspruchsberechtigungen an ihre Grenzen stossen und wann Spezialistinnen oder Spezialisten beigezogen werden müssen.