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Der Datierung nach verfasste Thomas Mann diesen Gruß am 4. Januar 1948. Er erteilte damit der Einladung des Oberbürgermeisters von Frankfurt zur Paulskirchen-Feier im Frühjahr eine höfliche, aber klare Absage. Die Strapazen der weiten Reise Mann befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder in Kalifornien boten ihm einen durchaus willkommenen Vorwand. Dabei verbanden ihn vielfältige Beziehungen mit dem »lieben Frankfurt«, das ihm im darauffolgenden Jahr außerdem den Goethepreis verleihen sollte. Zu vernehmen ist in Manns Worten ein Nachhall der schweren Verstimmungen, die seine Entscheidung, bei seinem ersten Europabesuch nach dem Krieg nicht nach Deutschland zu kommen, im Mai 1947 in seinem ehemaligen Heimatland hervorgerufen hatte. Aus dem Tagebuch geht hervor, dass der ursprünglich längere Text auf Anraten Erika Manns »stark gekürzt« wurde. Sie veröffentlichte im Rahmen der Briefe III 1948-1955 auch zuerst den vollständigen Text, nachdem mehrere Zeitungen bereits Auszüge abgedruckt hatten. Unter anderem Die Welt hatte dabei den alternativen Titel Ich bin kein Deserteur gewählt.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.