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Eingesandt EK
Das Bild des Himmlischen.
(1. Kor. 15)
Jedem aufmerksamen Leser des 1. Korintherbriefes müssen die traurigen Vorkommnisse in der Gemeinde zu Korinth auffallen. Viele aber beachten nicht die Wurzel, aus der sie hervorgingen. Diese Wurzel war kurz ausgedrückt: die Anerkennung des Menschen dem Fleische nach. Diese sah der Apostel, als er den Korinthern schrieb, daß sie fleischlich seien und nach Menschenweise wandelten. (Kap. 3)
Von sich und seinem Dienst sagt der Apostel: „Ich hielt nicht dafür, etwas unter euch zu wissen, als nur Jesum Christum, und Ihn als gekreuzigt.“ Damit meinte er nicht, daß er nichts weiter anerkenne als die Wahrheit des Kreuzes Christi, sondern, daß er nichts annehmen wolle, was dieser Wahrheit entgegenstehe.
Für ihn war durch das Kreuz Christi das Mitwirken der Weisheit, Fähigkeit und Güte des Fleisches in den Dingen Gottes ausgeschlossen. Darum wollte er auch in seinem Zeugnis an die Korinther keine überredenden Worte menschlicher Weisheit gebrauchen, sondern sich ganz allein auf die Kraft des Geistes stützen.
Weiter sucht der Apostel in seinem Briefe den Korinthern die wahre Natur der Gemeinschaft zu zeigen, zu der sie berufen waren. Das war nicht nur eine Gemeinschaft auf der Grundlage der Erkenntnis des Sohnes Gottes, Jesu Christi, unseres Herrn, sondern zugleich eine solche, die durch Seinen Tod bedingt war, der alles ausschloß, was vom Fleische herrührte. (Kap. 10) Mit wahrer christlicher Gemeinschaft kann nichts verbunden werden, was der Mensch von Natur ist. Verkündigten sie nicht am Mahle des Herr Seinen Tod? (Kap. 11) Sie erkannten Den als ihren Herr an, welcher gestorben war, und wenn sie Seiner im Brechen des Brotes gedachten, so machten sie sich tatsächlich mit Dem eins, der dieser Welt gestorben war.
Aus dem 15. Kap. sehen wir nun, daß diejenigen, deren Erkenntnis in Bezug auf den Tod Christi mangelhaft war, gleicherweise eine mangelhafte Erkenntnis in Bezug auf Seine Auferstehung hatten. Und finden wir nicht heute noch das gleiche? Beides geht zusammen. Wenn wir verstehen, daß in Christi Tod das ganze Geschlecht Adams, des ersten Menschen, von Gott als gänzlich untauglich dem Gericht übergeben ist, dann begreifen wir die Notwendigkeit einer neuen Art von Menschen durch die Auferstehung.
Die Sadduzäer waren religiöse Leute, die sich auf den menschlichen Verstand verließen und infolgedessen die Lehre von der Auferstehung verwarfen. Ihre an den Heiland gestellte Frage (Matth. 22) zeigte deutlich den verhüllten Gedanken, daß, wenn Auferstehung möglich wäre, sie nur eine Erneuerung des alten Menschen nach dem Fleische sein würde. Ihr Irrtum war groß; sie kannten weder die Schriften noch die Kraft Gottes.
Die Schriften bezeugten, daß der Mensch seit seiner ersten Sünde dem Tode verfallen und es ihm unmöglich war, durch eigene Gerechtigkeit sich Leben zu erwerben. Gerade die von den Sadduzäern angeführte Verordnung Moses war eine Anerkennung, daß der Mensch dem Tode unterworfen war und deshalb eine Vorsorge für die gesetzmäßige Nachfolge getroffen werden mußte. Und wiederum zeigten die Schriften auch, daß Gott Seinen Namen mit Menschen verband und mit diesen in Beziehung blieb, als sie längst gestorben waren. Wie war das möglich? Allein durch die Kraft Gottes, die fähig war, Menschen von der Gewalt des Todes zu befreien.
Die Auferstehung ist nicht Wiederbelebung. Wenn der Mensch stirbt, so ist das ganze Verhältnis und der Zustand aller Dinge, in denen er lebte, auf immer für ihn beendet. Er wird nie wieder zu den Verhältnissen und dem Wesen zurückkehren, in welchen er lebte. Unser Herr Jesus Christus zeigt uns Joh. 5, daß alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme hören und hervorkommen werden, die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichtes. Keiner wird daher seinen alten Zustand wieder annehmen; der eine wird mit Gott im Leben verbunden sein, als durch den Sohn Gottes lebendig gemacht; der andere wird sich Gott gegenüber im Gericht sehen, das den Feuersee zur Folge hat, und dies ist der zweite Tod.
Unser vorliegendes Kapitel spricht von dem zweiten Menschen, der Leben bringt im Gegensatz zu dem ersten Menschen, der den Tod gebracht hat. Es ist von höchster Wichtigkeit, den Gegensatz zwischen diesen beiden Menschen klar zu sehen.
Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele durch den in seine Nase geblasenen Hauch Gottes. Dadurch war er ein verstandbegabtes Geschöpf, das in bewußter Beziehung zu Gott stand und Ihm verantwortlich war im Gegensatz zu den Tieren, die keinen Verstand haben. Aus Staub gemacht, war er irdisch und deshalb in seinem Wesen passend für die Erde. Auch wenn er nicht gesündigt hätte, würde er nicht für den Himmel passend gewesen sein, sondern nur für die Erde, auf der zu leben Gott ihn bestimmt hat. (Ps. 115,16) Aber er sündigte und kam unter das Gericht des Todes und konnte daher nicht auf der Erde bleiben, die für ihn bestimmt war. Seine Nachkommenschaft befindet sich in dem gleichen Zustand, denn „wie der von Staub ist, so sind auch die, welche von Staub sind“. Ihr leiblicher Zustand ist der von Fleisch und Blut, der durch die Sünde dem Tode verfallen ist. Der Apostel bezeugt nun, daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können, noch kann die Verwesung die Unverweslichkeit ererben. (1. Kor. 15,50) Darum muß dieser Zustand, in welchem wir jetzt als Nachkommen Adams leben, zu einem vollständigen Ende kommen. Er kann nicht bleiben und kann auch nicht nach dem Tode erneuert werden, kann nicht gereinigt und wiederhergestellt werden, sondern muß zu Ende kommen. So zeigt uns die Schrift den ersten in Sünde gefallenen Menschen, Adam, und sein Geschlecht.
Der letzte Adam jedoch ist ein lebendig machender Geist; Er hat Macht, Leben zu geben. Er ist wesentlich verschieden vom ersten Menschen, Adam: „Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel.“ (V. 47) Wenn Er daher die Seinigen lebendig macht, so ist dies ein Leben, das Ihm Selbst entspricht; und darum werden wir himmlische Menschen, wie wir lesen: „Und wie der Himmlische, so auch die Himmlischen.“ Obwohl diese noch auf Erden sind, so bilden sie doch ein neues Geschlecht von Menschen, das in seinem Wesen völlig verschieden von dem Geschlecht des ersten Menschen, Adam, ist.
Unsere Schwierigkeit, dies zu erfassen, liegt zum Teil in unserem gegenwärtigen tatsächlichen Zustand, denn wir tragen noch alles an uns, was wir vom ersten Menschen, Adam, empfangen haben. Während dies noch so ist, haben wir aber den Geist des letzten Adam empfangen. In 1. Kor. 6,17 ist gesagt: „Wer dem Herr anhängt, ist ein Geist mit Ihm.“ Durch dieses Verbundensein mit Ihm verwerfen und mißbilligen wir die Eigenschaften des gefallenen Adam und bemühen uns, die Eigenschaften Christi durch Seinen Geist zu offenbaren.
So werden wir in das Wesen und Leben des Himmlischen umgestaltet, während wir noch im Fleisch- und Blutzustand sind. Dieser Zustand aber vergeht, und wir werden einst das Bild des Himmlischen tragen. Auch, wenn wir nicht sterben, wird unser gegenwärtiger Zustand aufhören, aber in der wunderbaren Weise, die der Apostel hier als ein Geheimnis bezeichnet. Er gebraucht diesen Ausdruck, weil das von ihm erwähnte Ereignis nicht zu den Handlungen Gottes gehört, die sich vor den Augen der Menschen vollziehen.
Der Tod steht dem Menschen täglich vor Augen und sollte einen tiefen Eindruck auf ihn machen, denn der Tod bedingt die Auferstehung.
Es gibt jedoch solche, die nicht sterben werden, aber auch diese können das, was sie von Adam empfangen haben, nicht behalten, es muß vergehen; aber es wird von der Kraft des Lebens verschlungen werden, denn dieses Verwesliche muß das Unverwesliche anziehen und ebenso dieses Sterbliche die Unsterblichkeit. Dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: „Verschlungen ist der Tod in Sieg.“ (V. 54)