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Anton Styger
Anton Styger wurde im Jahr 1947 in Unterägeri geboren und wuchs als ältestes von elf Kindern auf. Die Familie war katholisch und besuchte regelmässig die Gottesdienste. Als Kind fiel Anton Styger seinem Umfeld durch seine ausgeprägte Phantasie auf, er berichtete von Begegnungen mit Natur- und Geistwesen und fürchtete sich sehr vor nächtlichen Erscheinungen. Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit arbeitete Styger im Holzbearbeitungsbetrieb seines Vaters mit und absolvierte daneben zuerst eine kaufmännische Ausbildung, dann an einer Abendtechnikerschule in Zürich ein Architekturstudium.
In den Siebzigerjahren machte sich Styger als Architekt in Unterägeri selbständig, wobei er sich auf Baubiologie, Solarenergie und alternative Heizsysteme spezialisierte. In den Achtzigerjahren kam Styger im Anschluss an eine Erkrankung seines Sohns in Kontakt mit dem alternativen Heiler Fridolin Bitzi aus Baar, der Kundschaft, die sich von Störzonen, Erdstrahlen und Wasseradern belastet fühlte, u.a. mit selbst hergestellten Quarzgeneratoren versorgte. Styger arbeitete mit Bitzi zusammen und wurde bald seinerseits ein gefragter Anbieter auf dem Bereich der esoterischen Entstörung von Liegenschaften, wobei sich Stygers Fokus insbesondere auf Belastungen durch Geistwesen wie erdgebundene Seelen richtete. Deren negativen Einfluss will Styger durch die Befreiung der Seelen beheben können.
Im Jahr 2008 erschien der erste Band der Buchreihe „Erlebnisse mit den Zwischenwelten“, in welchem Styger von seinen Einsätzen in Häusern und Wohnungen berichtet. Weitere Bände kamen in den darauf folgenden Jahren dazu.
Anton Styger vertritt ein esoterisches Weltbild.
So will Styger in der Lage sein, die Aura, ein übersinnliches Energiefeld um den Menschen herum, wahrnehmen zu können.
Styger glaubt an Reinkarnation und an Karma. Er bezieht sich zwar bekenntnishaft auf das in der Esoterik verbreitete „Gesetz von Saat und Ernte, von Ursache und Wirkung“, welches beinhaltet, dass eigene Schuld durch eigenes Leiden kompensiert werden muss, präsentiert dann aber Aussagen zu jenseitigen Schicksalen, welche dieser Vorstellung zu widersprechen scheinen. Styger ist der Überzeugung, dass Menschen von Dritten in üble Situationen gebracht werden können, die sie nach ihrem Tod über Jahrhunderte immer wieder durchleiden müssen. So berichtet Styger öfter davon, dass Opfer von Folterungen über Jahrhunderte weiter gefoltert werden, bis sie von einem Seelenbefreier wie Anton Styger aus ihrer misslichen Lage erlöst werden. Die besondere moralische Gerechtigkeit und Fairness, welche die esoterische Sichtweise von Reinkarnation und Karma gern für sich in Anspruch nimmt, ist in diesem Konzept nicht mehr wiederzuerkennen, ebensowenig das Bild einer selbstverantwortlichen Seele, welche an ihrem Aufstieg durch die Inkarnationen hindurch arbeitet.
Anton Styger unterscheidet verschiedene Formen von Seelen, welche Belastungen auslösen können, etwa irdisch gebundene Seelen, Astralwesen, Elementale, Tierseelen, Naturgeister, Dämonen und Ausserirdische.
Zur Diagnostik setzt Anton Styger vor allem das Pendeln ein, das er auch in Kursen vermittelt.
Anton Styger vertritt einen ausgeprägten Engelglauben und bezieht sich bei seinen Befreiungen oft auf Erzengel Michael und andere Engel. Das Gottesbild ist esoterisch geprägt.
Anton Styger rät vor manchen Gewohnheiten, Bräuchen und kulturellen Produkten ab, weil er sie für emotional oder spirituell belastend hält, so Kriminalromane, Horrorstories und -Filme, schwarze Kleider, Halloween-Parties.
Suizid ist in Anton Stygers Sicht ein grosser Fehler, der zu üblen nachtodlichen Konsequenzen führt.
Ausserdem vertritt Anton Styger eine Variante der Reptiloiden-Verschwörungstheorie.
Anton Styger bietet die Befreiung von negativen Einflüssen von Störquellen und Geistwesen an.
Daneben unterrichtet er an Pendelkursen und Heilerseminaren.
Der Styger Verlag publiziert die Werke Anton Stygers.
In kritischer Sicht wirken Anton Stygers Berichte manchmal überzeichnet, auffällig klischeehaft oder gar unglaubwürdig.
So kombiniert er Merkmale, die nicht zusammenzupassen scheinen, etwa in einem Bericht aus Band 1 der „Erlebnisse mit den Zwischenwelten“, s. 128f.: „So stand ich nun vor der Tür und klingelte. Unter einem kleinen Anbau standen die Fahrräder der Familie. Auf allen Schutzblechen waren Aufkleber mit Fischen oder Fischsymbolen. Das Fischsymbol steht für die Aussage: ‚Ich bin Christ‘. … Ich lugte in die Stube, in deren Türrahmen der Mann lehnte. Ein ungemütlicher Raum: Fast in der Mitte stand ein hölzernes Knie-Bet-Möbel, wie man sie aus katholischen Kirchen kennt, worauf ein aufgeschlagenes, altes Gebetbuch lag. Daneben lag eine solide Lederpeitsche mit vielen, ellenlangen Lederschnüren mit Knoten. … Wir gingen über den Korridor ins Elternzimmer. … Auffallend war, dass vor jedem Bett ein Kissen auf dem Boden lag, und auf den Betten je ein aufgeschlagenes Gebetbuch. Daneben lag je eine Reiterpeitsche, wie sie Jockeys verwenden, um auf der Endrunde eines Derbys ihr Pferd damit zu traktieren.“ Diese Passage erscheint als eine recht wilde und ziemlich unwahrscheinlich wirkende Kombination von freikirchlichen Gepflogenheiten mit katholisch-konservativen Elementen und übersteigertem Flagellantentum.
Als historisch fragwürdig kritisiert werden auch Anton Stygers Darstellungen katholischer Institutionen. Hier finden sich öfter Folterszenen, die in kritischer Sicht an die Sexploitation-Filme der Sechziger- und frühen Siebzigerjahre erinnern.
Angesichts dieser Situation sind auch grundsätzlich wohlwollende Rezensionen zum Schluss gekommen, dass „man dieses oder jenes bezweifeln mag“ (Wendezeit 6/09, s. 50).
Kritik finden auch einzelne Aussagen Anton Stygers, etwa wenn er sich über die Figur von Kundinnen äussert.
Nach eigenen Angaben erreichen Anton Styger täglich rund 1’000 Anfragen per E-Mail und Telefon.