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Roger Tsiens Arbeit habe wortwörtlich die Forschung erhellt, schrieb die University of California in San Diego am Mittwoch (Ortszeit). Er war gemeinsam mit Osama Shimomura und Martin Chalfie, mit denen er sich den Nobelpreis teilte, massgeblich daran beteiligt, das grün fluoreszierende Protein GFP aus der Qualle Aequorea victoria zu einem Werkzeug der Molekularbiologie weiter zu entwickeln.
Aus den Laboren weltweit ist das GFP heute nicht mehr wegzudenken: Mit gentechnischen Methoden lässt sich das unter UV-Licht grün leuchtende Protein an ein beliebiges anderes Protein hängen. Dadurch lässt sich unter einem Mikroskop beobachten, wo in einer lebenden Zelle sich das markierte Protein befindet.
So können Wissenschaftler unter anderem in Echtzeit untersuchen, wie das zu erforschende Protein auf verschiedene Bedingungen reagiert, wie es mit anderen Proteinen wechselwirkt und vieles mehr.
Tsien hat das leuchtende Protein insbesondere so verändert, dass es schon bald mehrere Varianten in verschiedenen Farben gab. Dank Tsiens Arbeiten erstrahlen Zellen heute «in allen Farben des Regenbogens», schrieb 2008 das Nobelpreiskomitee in der Mitteilung zum Chemie-Nobelpreis.
Die Technologie wurde für eine Vielzahl von Anwendungen weiterentwickelt und trägt nach wie vor in der Molekularbiologie zu wichtigen Erkenntnissen bei. Auch Kurioses brachte die Entdeckung des GFP hervor: So wurden beispielsweise komplett leuchtende Mäuse, Kaninchen und Zebrafische geschaffen.
Das Talent des 1952 in New York geborenen Sohnes von Einwanderern zeigte sich früh: Bereits als Achtjähriger skizzierte er chemische Experimente in einem Notizbuch, das heute im Nobel-Museum in Stockholm ausgestellt wird. Mit 16 Jahren erhielt er den ersten Preis im Westinghouse Science Talent Search.
Nach Studien der Chemie und Physik am Harvard College und einer Doktorarbeit und Forschungstätigkeit an der University of Cambridge, arbeitete er als Juniorprofessor an der UC Berkeley, bevor er 1989 als Professor an die UC San Diego wechselte. Ausser dem Nobelpreis in Chemie 2008 erhielt er zahlreiche weitere angesehene Preise.
(SDA)