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<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Wie beurteilt der Bundesrat die aktuelle Entwicklung der Impfstoffherstellung gegen das Corona-Virus? Wie rasch wird ein solcher Impfstoff in der Schweiz verfügbar sein? Wie lange wird eine solche Impfung wirksam sein?</p><p>- Gibt es Pläne, solche Impfstoffe in einem verkürzten Verfahren zuzulassen? Wie steht der Bundesrat zur Kritik von wissenschaftlicher und klinisch-medizinischer Seite, dass insbesondere die mRNA-Impfstoffe wegen ihrer Neuartigkeit (bisher nicht bewährte Technologie) ein grosses Risiko darstellen könnten und daher keinesfalls mit verkürztem Prüfverfahren auf den Markt kommen sollten?</p><p>- Wie sehen die Fortschritte in der Schweiz bei neuen Therapiemethoden gegen das Coronavirus aus? Besteht die Gefahr, dass zu einseitig auf Impfstoffe gehofft wird, obwohl parallel dazu international an Therapiemethoden gearbeitet und geforscht wird? Wo steht der Forschungsplatz Schweiz?</p><p>- Wo steht die Entwicklung und Forschung von sogenannten Kombi-Therapien? Aus einer grossangelegten Studie aus Marseille <a href="https://www.journals.elsevier.com/travel-medicine-and-infectious-disease">https://www.journals.elsevier.com/travel-medicine-and-infectious-disease</a> resultierten äusserst erfolgversprechende Ergebnisse. Wird dazu auch in der Schweiz geforscht?</p><p>- Ist der Bund bereit in die Forschung von Kombi-Therapien zu investieren, in dem er sich selbst oder durch den Nationalfond finanziell und/oder koordinativ beteiligt? Obwohl zukunftsweisend scheint die Pharmaindustrie offenbar nicht an der Entwicklung und Weiterentwicklung interessiert. </p><p>- Wird in der Schweiz eigentlich selber am COVID-19 geforscht? Wenn ja: Konkret woran?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Die weltweiten Arbeiten zur Erforschung und Entwicklung von SARS-CoV-2 Impfstoffen laufen auf Hochtouren. Zurzeit wird an über 200 Impfstoffkandidaten und an über 400 verschiedenen therapeutischen Medikamenten geforscht. Für einige Impfstoffkandidaten werden bereits klinische Studien der Phase drei durchgeführt. </p><p>Für die Schweiz wird mit der Zulassung von ersten Impfstoffen durch die Swissmedic in der ersten Jahreshälfte 2021 gerechnet. Die Wirksamkeit der zukünftigen Impfstoffe und die Dauer des immunologischen Schutzes kann zum heutigen Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilt werden.</p><p>2. Alle Impfstoffe und Therapiemethoden durchlaufen bei Swissmedic auch während der Pandemie ein strenges und geregeltes Zulassungsverfahren, in welchem die Daten zur Qualität, Wirksamkeit, Sicherheit aus den klinischen Studien genau analysiert werden. Die Beurteilung der wissenschaftlichen Daten erfolgt trotz der hohen Dringlichkeit gemäss den international anerkannten, hohen Standards: Die Arzneimittelsicherheit und die Sicherheit der Empfängerinnen und Empfänger haben auch während der Pandemie höchste Priorität. Zur Beschleunigung der Prozesse sieht Swissmedic für Pandemiemedikamente/-impfstoffe unter anderem eine schrittweise Einreichung des Zulassungsantrags ("Rolling Submission") vor, ohne Abstriche bei den Begutachtungsstandards. Dieses Verfahren wird auch bei neuartigen mRNA-Impfstoffen angewendet und garantiert, dass nur sichere, wirksame und qualitativ einwandfreie Impfstoffe zugelassen werden. </p><p>3. Angesichts der internationalen gesundheitlichen Notlage hat der Schweizerische Nationalfonds (SNF) bereits im März eine Sonderausschreibung im Umfang von 10 Millionen Franken lanciert. Die Projekte sollen zum Verständnis des Virus, der von ihm verursachten Krankheit, seiner Verbreitung, der Diagnose oder Behandlung beitragen oder helfen, dass das Gesundheitssystem und die Gesellschaft besser mit der Epidemie umgehen können.</p><p>Zusätzlich hat der Bundesrat den SNF im April mit der Durchführung des Nationales Forschungsprogramm NFP 78 "Covid 19" im Umfang von 19 Millionen Franken beauftragt. Damit wird das Ziel verfolgt, neue Erkenntnisse zu Coronaviren und Covid-19-Erkrankung zu gewinnen, Empfehlungen für das klinische Management und das Gesundheitswesen zu erarbeiten sowie die Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen und Impfstoffen zu beschleunigen. </p><p>Im Rahmen ihres internationalen Engagements zur Bewältigung der Pandemie unterstützt die Schweiz die Entwicklung und Bereitstellung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 mit 19 Millionen Franken. </p><p>Schweizer Pharmafirmen sind ebenfalls in die Entwicklung von auf Antikörpern basierenden Therapien involviert.</p><p>4./5./6. Die WHO organisierte im vergangenen März eine internationale klinische Studie, bei der verschiedene Medikamente auf deren Wirksamkeit und Nebenwirkungen zur Behandlung von Covid-19 getestet werden. In diesem "Solidarity Trial" werden auch Kombinationstherapien getestet. Die Schweiz beteiligt sich mit mehreren Studienzentren daran und unterstützt damit den raschen weltweiten Vergleich bislang nicht belegter Behandlungen. Die Gelder dafür wurden vom SNF bzw. vom Bund zusätzlich zur oben erwähnten SNF-Sonderausschreibung und dem NFP 78 bereitgestellt. </p><p>Zusätzlich laufen viele weitere Forschungsprojekte, die direkt von den universitären Einrichtungen, privaten Stiftungen und weiteren privaten Institutionen finanziert werden. Eine Übersicht über die vom SNF und von der Innosuisse geförderte Forschung zu Covid-19 findet man über das "<a href="https://data.snf.ch/covid-19">Covid-19 Projektregister</a>" des SNF und betreffend laufende Klinische Versuche über das <a href="https://www.kofam.ch/de/studienportal/nach-klinischen-versuchen-suchen/?sid=97557">Schweizer Studienportal</a>.</p><p>Bisher beteiligen sich Forschende aus der Schweiz auch an 17 von insgesamt 100 Projekten, welche im Rahmen von Horizon 2020 als direkte Massnahme zur Covid-19-Bekämpfung gefördert werden. </p>  Antwort des Bundesrates.