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Ketterer Karl, Stadtrat, 1911-1977
Karl Ketterer war ein grosser Förderer des Wohnungsbaus. Manche Siedlungen z.B. im Rotenbrunnen und auf der Weierhöhe sind auf seine Initiative entstanden. Auf der politischen Bühne hat er in den Parlamenten auf allen drei Ebenen gewirkt. Als überzeugter Abstinent gehörte der Kampf gegen den Alkoholmissbrauch zu seinen Maximen.
Karl Ketterer, am 1. Juli 1911 on Belfort geboren, machte eine Ausbildung als Maschinenzeichner und studierte am Winterthurer Technikum. Bald schon machte er auf sich aufmerksam. Er besass eine seltener Tatkraft und ausgeprägter Hilfsbereitschaft. Als Abstinent nahm er eine Tätigkeit bei der alkoholfreien Obstverwertung auf, er engagierte sich in der Volksbildungsarbeit, war Gewerbelehrer und Leiter eines Lehrlingsheims sowie Geschäftsführer der Wohnbauförderung. Ab 1950 war er aktiv beim Migros-Genossenschaftsbund (u.a. während vier Jahren als Leiter der Migros-Türk in Istanbul). 1970 bis 1977 zeichnete er als Leiter der Stiftung Kirchlicher Sozialdienst Zürich. Ketterer politisierte für den Landesring der Unabhängigen: Für ihn war er von 1942 bis 1957 im Gemeinderat von Winterthur und präsidierte diesen im Amtsjahr 1952/53. Von 1947 bis 1967 war er Zürcher Kantonsrat. Bei einer Ersatzwahl wurde er 1968 überraschend in den Stadtrat von Winterthur gewählt, in dem er die Leitung des Fürsorge- und Waisenamtes übernahm. Zwei Jahre später anlässlich der ordentlichen Gesamterneuerungswahlen verlor Ketterer seinen Exekutivsitz, in dem die SP seinen an ihn verlorenen Sitz zurückeroberte. Ketterer sass von 1966 bis 1975 auch im Nationalrat. Weitere Funktionen in seinem manigfaltigen Leben waren Katastrophenhilfen im Ausland, Präsident der eidgenössischen Asylrekurskommission, Verwaltungsrat des EW des Kantons Zürich und Ehrenpräsident der Tükgücü. Am 22. Juli 1977 verstarb Ketterer in St. Pölten (Niederösterreich).