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Name: VolkerK Permalink: http://tierrechtsforen.de/7/505/626

Datum: 17.06.03 10:45
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Hallöle,
ich hab mal mangels Lebenszeichen der angeschriebenen Herstellerfirmen selber recherchiert, was problematisch sein kann, insbesondere bei der Hefeproduktion.
Hefe wird in Melasse gegärt, wobei es mehrere Verfahren gibt. Ein Verfahren (das allerdings nicht ernsthaft wirtschaftlich genutzt wird) setzt Geliermittel voraus, um die Melasse "schnittfest" zu machen. Dies Geliermittel kann auch Gelatine sein, da es aber faktisch nur in Labors zur Zucht neuer Hefestämme sowie zur Qualitätskontrolle benutzt wird, gehe ich davon aus, dass in Deutschland grundsätzlich Agar als Geliermittel Verwendung findet.
Melasse selber ist der Muttersirup der Zuckerproduktion und in meinen Augen daher genauso zu problematisieren, wie Zucker an sich. Wenn Weisszucker an sich potentiell unvegan ist, dann ist auch Melasse als Nebenprodukt der Zuckerindustrie potentiell unvegan. Wer also Weisszucker meidet, weil dieser mit Tierkohle gebleicht wurde, muss sich im Klaren darüber sein, dass auch die Einnahmen aus dem Melassehandel in derselben Kostenrechnung landen.
Viel kritischer sehe ich allerdings den genauen Gärungscocktail.
Der besteht nicht nur aus Melasse. Diese wird nämlich abgekocht, was einige Vitamine (B-Komplex) zerstört. B-Vitamine (Panthenol) sind nunmal potentiell unvegan:
Zitat:
Panthenol. Dexpanthenol. Vitamin B-Komplex-Faktor. Provitamin B5 - Kann aus Tieren isoliert sein, z.B. aus der Leber. Als entzündungs- und reizlindernder Wirkstoff in Kosmetika. In Shampoos, Nahrungsmitteln, Zusatzstoffen, etc. Alternativen: aus Pflanzen, z.B. Reiskleie; synthetisch.
Vorbereitung der Nährlösung (Quelle: http://www.biohefe.de/node11.html):
Zitat:
Bevor die Melasse in den Fermenter gelangt, mußsie vorbereitet werden :
* Ansäuern mit Schwefelsäure auf pH 5
* Sterilisieren bei [$100^\circ$] C, um Mikroorganismen, die das Hefewachstum behindern könnten, abzutöten
* Abtrennen des entstandenen Schlamms durch Filtration oder Separation
* Zugabe von Nährsalzen (hauptsächlich Ammoniumsalze und Phosphate), sowie von Vitaminen der B-Gruppe, da diese für das Hefewachstum benötigt werden und in der Melasse nicht in ausreichenden Mengen vorhanden sind.
Gruß,
Volker.