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Die Schweiz kennt im Gegensatz zum Ausland eine bäuerliche, standortangepasste und artgerechte Nutztierhaltung. Im Unterschied zur industriellen Massentierhaltung leistet die Schweizer Landwirtschaft einen nachhaltigen Beitrag an die Ernährung und den Schutz der natürlichen Ressourcen. Weshalb ist das so?
Rund 21’000 Milchproduzenten mit 531’800 Milchkühen produzieren 3.3 Millionen Tonnen Milch. In der Schweiz herrscht eine bäuerlich geprägte Tierhaltung, welche moderate Tierzahlen pro Betrieb, Regelungen bezüglich Futterfläche sowie Beschränkung der Tierzahl pro Hektare aufweist.
25 Kühe pro Betrieb
Die Schweizer Milchwirtschaft weist durchschnittlich weniger Milchkühe pro Betrieb auf als Milchbetriebe im Ausland. Die Schweizer Familienbetriebe halten im Durchschnitt 25 Kühe auf ihrem Betrieb. Rund 53% der Milchproduzenten wirtschaften im Talgebiet und 47% im Berggebiet. Die durchschnittlich gehaltene Anzahl Milchkühe liegt im Tal bei 29, im Berggebiet bei 20 Milchkühen.
Im Ausland findet man ein anderes Bild vor. So hat beispielsweise in den USA oder in einigen Ländern der EU der Spezialisierungs- und Konzentrationsprozess in der Tierhaltung stark zugenommen. Daraus resultieren Milchbetriebe mit durchschnittlich viel höheren Tierbeständen als in der Schweiz. Kleine und mittlere Bauernbetriebe mit ihren traditionellen Tierhaltungsformen und Weidewirtschaften verschwinden.
Anzahl Kühe pro Betrieb im Ausland
Die durchschnittliche Anzahl Milchkühe beträgt in Deutschland im Jahr 2013 pro Betrieb 53 Tiere. Betrachtet man nur die neuen Bundesländer, so beträgt die durchschnittliche Anzahl Milchkühe pro Betrieb 168 Tiere. In den USA liegt die Zahl bei 187 Milchkühen pro Betrieb. Dabei bestehen grosse regionale Unterschiede. Im Westen der USA wurden im Jahr 2013 durchschnittlich 949 Kühe pro Betrieb gemolken. Im Nordosten der USA halten die Milchbauern 97 Kühe pro Betrieb. In Italien beträgt die durchschnittliche Anzahl Milchkühe pro Betrieb 46.
Die Versorgung der lokalen Bevölkerung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs erfolgt hauptsächlich über bäuerliche Familienbetriebe. In der Schweiz garantieren sie eine hohe Qualität und Lebensmittelsicherheit sowie eine tierfreundliche und umweltschonende Produktion.
Bäuerliche Familienbetriebe stehen für Nachhaltigkeit in allen drei Dimensionen (Ökologie, Ökonomie und Soziales). Die nachhaltige Nutzung von Ressourcen ist zentral für das Bestehen eines bäuerlichen Familienbetriebs, denn natürliche Ressourcen sind nicht unbegrenzt vorhanden.
Viele Traditionen wurzeln in der Landwirtschaft. Auf bäuerlichen Familienbetrieben werden diese bis heute gepflegt. Solidarität und Familiensinn sind wichtige Werte und ebenso der tägliche persönliche Kontakt zu den Tieren.
Die bäuerlichen Familienbetriebe pflegen, gestalten und erhalten die Landschaft. Dabei leisten sie auch wertvolle Arbeit für die Ökologie wie beispielsweise das Erhalten von Lebensräumen und dadurch der Biodiversität.
Zudem sind bäuerliche Familienbetriebe wichtig für die dezentrale Besiedlung und die Vitalität der ländlichen Räume. Die Wertschöpfung der Bauern schafft Arbeitsplätze auf dem Land und wirkt damit der Abwanderung in die Städte und Agglomerationen entgegen. In der Schweiz sind diese Leistungen als Aufgaben der Landwirtschaft in der Bundesverfassung festgehalten.
Durch die kleinen Strukturen kann sich ein bäuerlicher Familienbetrieb schnell und flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Das gemeinsame Wirtschaften mehrerer Familienmitglieder ist ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Auch der Zusammenhalt mehrerer bäuerlicher Familienbetriebe in Kooperationen und Genossenschaften hat sich bewährt. Der bäuerliche Familienbetrieb ist als Unternehmensmodell ideal an die kleinräumigen Strukturen der Schweiz angepasst.