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Uros Predic 1856-1953
Uros Predic wurde in Orlovat – Banat (damals Kaisertum Österreich, heute Serbien) geboren.
Seine Kindheit verbrachte er in Orlovat, wo er die Grundschule besuchte. Danach setzte er seine Ausbildung im Deutschen Gymnasium in Pancevo fort und studierte anschliessend in Wien in der Akademie der Künste, seit 1880 in der Klasse vom Professor Gripenkerl.
1883 bis 1885 war er als Assistent der Kunstakademie in Wien tätig. Zu diesem Zeitpunkt fertigte er unter der Leitung vom Professor Gripenkerl und Architekten Hanzen 13 Bilder mythologisches Inhalts für das Wiener Parlament.
Als sein Vater und kurz danach auch sein Bruder starben und seine Mutter schwer erkrankte, kehrte Uros Predic im Jahr 1885 nach Orlovat zurück. Dort machte er eine Reihe von Bildern aus dem damaligen „wirklichen“ Leben einfacher Menschen, dem Leben der Bauern und ihrer Umgebung. Die Themen die er malte sind vielfältig und reichen von historischen und kirchlichen Motiven, Porträtmalereien bis zu Alltagskompositionen.
In seinen Werken perfektionierte Uros Predic den akademischen Realismus auf dem höchsten Niveau, angefangen bereits in der Studentenzeit mit dem Werk „Moravkinja“ – eine Frau mit dem blauen Kleid und roten Kopfbedeckung. Werke mit historischen Inhalten „Bosnische Flüchtlinge“ „Starina Novak“ und andere beweisen ebenso sein Talent. Er beschäftigte sich auch mit der Malerei der Ikonostase und gehört seitdem zu den bedeutendsten Serbischen Ikonenmaler.
Zu seinen weiteren berühmten Werken zählen auch: „Glückliche Bruder, traurige Mutter“ „Weiserkind am Grab der Mutter“, „Banacanin vor dem Tür der Anwälte“, „Kinder in der Nähe des Brunnens“. Diese Periode von zwanzig Jahren lebte er in Orlovat- Vojvodina, wo er sich mit Malerei mit nationalen und historischen Themen sowie Portraits beschäftigte. Berühmt sind seine Portraits von Vojvodina- Persönlichkeiten, einfachen Bürgern sowie Mitgliedern der Serbischen Königlichen Akademie deren ordentliches Mitglied er seit 1910 wurde.
Zu seinen Ikonostasen: statt einfach die Bilder alter Meister zu kopieren, hat Uros Predic zuerst biblische Inhalte studiert und machte dazu diverseste Skizzen. Die Ikonen von Uros Predic setzen sich rührend mit dem Trost der Gläubigen auseinander und haben die Aufgabe, ein Heiliges Gesicht oder Ereignis zu zeigen, das bei den Menschen in ihren Seelen Christliche Gefühle auslösen. Seine Heiligen sind nicht starr sondern stellen die Menschen voller Liebe und Fröhlichkeit dar. Die Kirche in Becej und anderen Orten in Serbien: Sremski Karlovci, die Kapelle von Njegos in Monte Negro auf dem Berg Lovcen zählen zu den höchsten Errungenschaften in seiner Kirchenmalerei.
Am Ende seines Lebens war Uros Predich eine lebende Legende, der viel arbeitete und seiner Heimat treu blieb. Um 1904 hat er die „Lada Art Association“ gegründet und war eine lange Zeit als Präsident dieser Vereinigung tätig. Weiter war er auch der Gründer und der erste Präsident des Verbandes der Bildenden Künstler in Belgrad. Bis zu seinem Tod in Belgrad in 1953 hat er die Verbindung zu seinem Geburtstagsort Orlovat nicht unterbrochen und wurde nach seinem Tod in Orlovat im Familiengrab beerdigt.
An einem kalten Februartag ging die Prozession in Orlovat durch die schlammigen Dorfstrassen. Die Menschen waren still und verabschiedeten respektvoll den Toten Künstler, der die Häuser, die Strassen, die Menschen und die Natur von Orlovat verewigte.