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550. Jahrestag der Geburt des bedeutenden polnischen Astronomen, Mathematikers, Arztes, Juristen und Ökonomen Nikolaus Kopernikus, des Begründers der heliozentrischen Theorie.
Am 19. Februar 1473 als Sohn einer Thorner Kaufmannsfamilie geboren verbrachte Nikolaus Kopernikus nur wenige Jahre seines Lebens in Toruń selber.
Die Mutter von Nikolaus stammte aus der wohlhabenden Familie Watzenrode in Toruń. Als Niklas Koppernigk, der Vater von Nikolaus, im Jahr 1483 starb, übernahm der Bruder seiner Mutter, Lucas Watzenrode, die Betreuung der vier Kinder. Die beiden Brüder Andreas und Nicolaus erhielten eine gründliche Ausbildung und wurden beide nach einer gewissen Zeit des Studiums Kanoniker in Frombork.
Onkel Watzenrode schickte die Brüder zum Studium nach Italien. Nikolaus begann im Jahr 1496 sein Studium in Bologna. Von Anfang an zeigte er vielseitige Interessen: Kanonisches Recht, Astronomie, griechische Philologie. Dort begann er auch sein Medizinstudium. All diese Interessengebiete vertiefte er darauf in Ferrara und Padua. Er interessierte sich auch für Kartografie und Wirtschaft, was an den folgenden Beispielen erkennbar ist:
- an der Entwicklung von Karten des Ermlandes und von Teilen der preussischen Gebiete;
- an der Umgestaltung des Geldsystems in seiner „Abhandlung über das Münzwesen“.
Kopernikus übersetzte auch eine Sammlung von 85 literarischen Briefen des byzantinischen Geschichtsschreibers Theophylaktos Simokattēs vom Griechischen ins Lateinische, die 1509 in der bekannten Krakauer Druckerei von Jan Haller veröffentlicht wurde. Ebenfalls dem Astronomen zugeschrieben wird das religiöse Gedicht „Sieben Sterne“ (Septem sidera).
48 Jahre seines Lebens verbrachte er als Kanoniker in Frombork, wobei er zeitweise auch viele andere Funktionen ausübte. So
- verwaltete er einen Teil der bischöflichen Güter im Auftrag des Bischofs;
- bekleidete er während der Vakanz des Bischofs von Ermland das Amt des Generalverwalters der Ländereien;
- wurde er wiederholt zum Kanzler des Kapitels der Stiftskirche von Ermland gewählt;
- verwaltete er den Stiftungsfonds;
- war er ab 1503 Scholastiker an der Breslauer Stiftskirche des Heiligen Kreuzes und des Heiligen Bartholomäus.
Während des Krieges zwischen Polen und dem Deutschen Orden von 1519-1521 führte er – leider erfolglose – Verhandlungen mit Albert von Hohenzollern. Damals fungierte er als Verwalter der Herrschaft Allenstein (Olsztyn) und bat König Sigismund den Alten um bewaffnete Unterstützung.
1521 kehrte Kopernikus nach Frombork zurück, wo er sich seinen astronomischen Studien widmete und fast bis zu seinen letzten Lebensjahren als Arzt wirkte.
Es ist bewundernswert, dass Nikolaus Kopernikus seine grosse Entdeckung des heliozentrischen Systems hauptsächlich auf der Grundlage von mathematischen Berechnungen und Himmelsbeobachtungen mit drei astronomischen Instrumenten gemacht hat: dem Quadranten, dem Triquetrum (Dreistab) und dem höchst komplizierten Astrolabium.
De revolutionibus orbium coelestium war ein Werk, das damals in Widerspruch stand zu den Ansichten der Kirche und zur bisherigen ptolemäischen geozentrischen Theorie. Daher war es für Kopernikus nicht leicht, sich für eine Veröffentlichung zu entscheiden. Vielleicht ist das der Grund, warum er es Papst Paul III. gewidmet hat. Die Veröffentlichung von Über die Umdrehungen der Himmelskörper ist eigentlich Joachim von Lauchen, genannt Rheticus, zu verdanken, der vier Jahre vor dem Tod des Astronomen nach Frombork gekommen war. Ihm gelang es, Kopernikus davon zu überzeugen, das Werk im Druck zu veröffentlichen. Es wurde 1543 in Nürnberg veröffentlicht, also ungefähr zeitgleich mit dem Tod des Astronomen. Den genauen Tag seines Todes kennen wir nicht. Historiker gehen davon aus, dass dieser zwischen dem 21. und 24. Mai 1543 gelegen haben muss.
Im Museum auf Schloss Rapperswil besitzen wir ein Exemplar der 2. Auflage von 1566, die in Basel gedruckt worden ist. Die 3. Auflage wurde 1616 veröffentlicht, bevor sie ein Jahr später auf die Liste der von der Kirche verbotenen Bücher gesetzt wurde. Offiziell wurde De revolutionibus erst 1822 von dieser Liste gestrichen. Kanonikus Nikolaus Kopernikus wurde an seinem Altar in der Kathedrale von Frombork beigesetzt.
Text: Ewa Wąsik
Bild: Jan Matejko, “Astronom Kopernikus – oder Gespräch mit Gott“, 1873, Öl auf Leinwand, Foto: Museum der Jagiellonen-Universität. Frei zugängliches Gemeingut.