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Bestehenden Damm erhalten
Plasselb: IG Sageboden wehrt sich gegen Pläne an der Ärgera
In Plasselb hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) gegen die geplanten Hochwasser-Schutzmassnahmen an der Ärgera gebildet. Die IG verlangt, dass der bestehende Damm weiterhin unterhalten wird.
Von IMELDA RUFFIEUX
Der Ball war durch ein Baugesuch ins Rollen gekommen; die Anwohner im Quartier Sageboden in Plasselb mussten vor einigen Wochen zu ihrer Überraschung zur Kenntnis nehmen, dass grosse Teile ihrer Liegenschaften in die so genannte Rote Zone verlegt worden war.
Erhebliches
Überschwemmungsrisiko
Die Einzonierung war aufgrund einer Gefahrenkarte vorgenommen worden, die für dieses Gebiet nahe der Ärgera ein erhebliches Überschwemmungsrisiko auswies. «Rote Zone» bedeutet, dass für dieses Gelände ein absolutes Bauverbot gilt. Nur mit erheblichen baulichen Massnahmen könnte die Gefahrenstufe verringert werden.
Ein von den kantonalen Ämtern vor kurzem präsentiertes Massnahmenpaket sieht vor, dass der bisherige Damm, der den Fluss bisher im Zaume gehalten hat, abgebrochen wird. Das Ärgera-Bett soll so verbreitert werden und das Wasser wird ungehindert seinen Lauf durch den nahen Auenwald suchen können. Die Studie kommt zum Schluss, dass auf diese Weise das Überschwemmungsrisiko wesentlich verringert werden könnte (FN vom 17. Dezember 2003).
Ziel ist es,
aus der Roten Zone zu kommen
Die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers haben sich vor kurzem getroffen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ziel der neu gegründeten Interessengemeinschaft ist es, dass das betroffene Gebiet wieder aus der Roten Zone kommt, da ansonsten jegliche Art von Bautätigkeit und Entwicklung verunmöglicht wird.
An der Versammlung mit rund 20 Teilnehmenden wurde einerseits Unmut über die Informationspolitik der kantonalen Behörden geäussert.
Auf der anderen Seite wurde mehrfach betont, dass der bisherige Damm seit seiner Errichtung vor rund 40 Jahren stets sehr gute Dienste geleistet hat. Zusammen mit den intensiven Verbauungen, die in den letzten Jahrzehnten am parallel verlaufenden Kuhbach vorgenommen wurden, war das Quartier bisher gegen Hochwasser gut geschützt gewesen.
Ausserdem wurde kritisiert, dass die jetzt präsentierte Studie scheinbar bereits vor mehreren Jahren einmal vorgestellt und damals von den kommunalen und regionalen Behörden abgelehnt worden war.
Brief an die Gemeinde
Die Interessengemeinschaft hat beschlossen, den Kontakt mit der Gemeinde zu suchen und diese um eine klare Stellungnahme in dieser Sache zu bitten. Der Gemeinderat soll ermuntert werden, das vorgestellte Projekt, das mit hohen Kosten verbunden ist, zu bekämpfen und die Interessen der Anwohner wahrzunehmen.
Je nach Ausgang dieser Bemühungen will die IG später mit einem Brief an die kantonalen Ämter bzw. den Staatsrat oder mit einer Unterschriftensammlung weiter Druck machen.
Konkret verlangt die IG eine bessere Informationspolitik in dieser Angelegenheit. Sie bietet aber auch ihre Mithilfe in einer allfälligen Arbeitsgruppe oder Kommission an. Die IG will erreichen, dass der Sageboden aus der Roten Zone genommen wird und dass der bisherige Damm weiterhin bestehen bleibt und unterhalten wird. Die Möglichkeiten zur Kiesentnahme für eine Wasserregulierung sowie eine Kostenauflistung der bisherigen Unterhaltsarbeiten am Damm waren weitere Themen an der Versammlung der Quartierbewohner.