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Indonesien setzt nicht mehr auf Kernenergie
Der aus dem Jahr 2006 stammende National Energy Plan legt die Richtlinien für die energetische Entwicklung Indonesiens fest. Auf der Liste der zu verwendenden Technologien stand darin bisher auch die Kernenergie. Von diesem Vorhaben hat sich der indonesische Minister für Energie und Bodenschätze, Sudirman Said, jetzt distanziert: «Wir sind zum Schluss gekommen, dass es nicht der richtige Zeitpunkt wäre, um Kernenergiekapazitäten aufzubauen. Wir haben immer noch zahlreiche Alternativen und müssen deshalb keine Kontroversen eingehen.» Indonesien bleibe jedoch dabei, die weitere Entwicklung der Kernenergie zu verfolgen.
Dieser Meinungsumschwung bedeutet gemäss der indonesischen Tageszeitung Jakarta Globe, dass das Vorhaben, bis 2025 für USD 8 Mrd. (CHF 7,3 Mrd.) vier Reaktoren mit einer Kapazität von 6 GW zu bauen, nun gestrichen sei. Der indonesische National Energy Council, der den Präsidenten des Landes in Energiefragen berät, hat am 12. Dezember 2015 sein aktualisiertes Programm vorgestellt. Bis 2020 soll das Land fast flächendeckend elektrifiziert sein. Indonesien strebt an, bis 2025 über 136,7 GW und bis 2050 über 430 GW an installierter Kapazität zu verfügen. Der Primärenergiemix soll 2025 zu 23% aus erneuerbaren Energien – insbesondere Bioenergie – bestehen, zu 25% aus Erdöl, zu 30% aus Kohle und zu 22% aus Gas. Heute stammen 5% von Indonesiens Primärenergie aus erneuerbaren Quellen.