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Nur wenige Frauen lassen ihre gefrorenen Eizellen später auftauen.
Eizellen bleiben tiefgekühlt
Frauen, die ihre Eizellen einfrieren lassen, nutzen diese später nur selten. Dies geht aus Zahlen eines grossen Behandlungszentrums hervor.
Nur 8 von 100 Frauen, die im «Zentrum für Reproduktive Medizin» in Belgien ihre Eizellen einfrieren liessen, nutzten diese später für eine Behandlung. Dies geht aus Zahlen zum «Social Freezing» hervor, welche das Zentrum kürzlich an der Jahrestagung der «European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE)» präsentierte, berichtet «Medical Xpress». Das Brüsseler Zentrum gehört europaweit zu den grössten Zentren für Reproduktionsmedizin.
Nur wenige Schwangerschaften
- 563 Frauen liessen zwischen 2009 und 2017 im Brüsseler Zentrum ihre Eizellen einfrieren.
- Die Frauen waren im Durchschnitt 36,5 Jahre alt.
- Den 563 Frauen wurden Eizellen in 902 Behandlungen entnommen.
- Pro Behandlung wurden den Frauen im Durchschnitt 8,5 Eizellen entnommen.
- 72 der 563 Frauen (knapp 13 Prozent) kehrten später für eine Behandlung ans Zentrum zurück.
- Von diesen 72 Frauen liessen 43 Frauen (8 Prozent der 563 Frauen) ihre Eizellen auftauen, im Reagenzglas befruchten und in die Gebärmutter transferieren.
- Nur 14 dieser 43 Frauen wurden schwanger. Wie viele dieser Frauen ein Baby bekamen, gab das Zentrum nicht bekannt. Diese Zahl ist laut anderen Statistiken noch tiefer als die Zahl der Schwangerschaften. Und sie stagniert seit Jahren.
Frauen «umfassend» informieren
Laut Michel De Vos, Co-Direktor des Brüsseler Zentrums, kehrten Frauen hauptsächlich zurück, weil sie einen Partner gefunden hatten und mit diesem ein Kind wollten. Er warnte Frauen vor «unrealistischen Erwartungen». Mit zunehmendem Alter bei der Eizellen-Entnahme und bei der Behandlung sinke die Erfolgschance. Andrea Büchler, Präsidentin der Schweizerischen Ethikkommission, sagte in der «NZZ am Sonntag», es sei wichtig, Frauen «umfassend» über die Chancen, Grenzen, Belastungen und Risiken des Einfrierens von Eizellen zu informieren: «Der Aufwand ist gross, das Verfahren birgt nicht nur gewisse gesundheitliche Risiken, sondern ist auch finanziell belastend.»
Risiken kein Thema
Anders formuliert: Das Einfrieren von Eizellen ist für Reproduktionskliniken ein Geschäft, das sie wegen der schlechten Erfolgsaussichten kaum gross ausbauen können. Es ist deshalb vermutlich kein Zufall, dass immer mehr Studien und Wissenschaftler auf die sinkende Erfolgsrate mit zunehmendem Alter hinweisen. Frauen sollen bereits in jungen Jahren Eizellen einfrieren, heisst der lauter werdende Ratschlag. Die erheblichen gesundheitlichen Risiken dieser Behandlung sind kaum ein Thema.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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