Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03336.jsonl.gz/967

Leider scheint das Gründungsprotokoll im Laufe der Zeit verlorengegangen zu sein, deshalb kann der Gründungstermin nicht mehr auf den Tag genau widergegeben werden. Dennoch ist aus früherer Chronik zu erfahren, dass die Gründungsversammlung im Restaurant Zollhaus im Lerchenfeld stattgefunden hat. Der Club wurde unter dem offiziellen Namen Fussballclub Lerchenfeld-Thun gegründet. Die Initianten, welche sich als Männer der Stunde bezeichnen dürfen, sind Brodbeck Willy (damals einziger Besitzer eines richtigen Fussballs) und die Gebrüder Ernst und Fritz Gasser.
Als Clubfarben wurden Rot-Weiss gewählt, was in den längsgestreiften Leibchen zum Ausdruck kam. An die Terrainbeschaffung wurden bescheidene Ansprüche gestellt. Aus praktischen Gründen wurde damals der Platz auf der Allmend in der Nähe der Waldeck gewählt. Dass der Boden einige natürliche Unebenheiten aufwies, tat dem Spielbetrieb keinen Abbruch. Die ersten Tore wurden von Würmli Werner aus Wasserleitungsrohren erstellt und geliefert. Nach kurzer Zeit entschloss sich der Verein dem Fussballverband beizutreten. Dies verschaffte ihm die Berechtigung neben den Begegnungen mit „wilden“ Clubs auch gegen Verbandsvereine anzutreten.
Die Gründungsmannschaft 1923
Stehend v.l. Stalder Hans, Siegenthaler Karl, Häusler Hermann, Brodbeck Emil, Steffen Arnold, Brodbeck Willi, Gasser Ernst, Gasser Werner
Sitzend v.l. Jakob Armin, Egli Otto, Steck Hans.
Zum 10-jährigen Bestehen wurde endlich der langersehnte Aufstieg in die 3. Liga verzeichnet. Ausscheidungsspiele mussten gegen namhafte Mannschaften wie Young Boys, Bümpliz und Lyss bestritten werden.
Aufstiegsmannschaft in die 3. Liga 1933
Stehend v.l. Matzinger Hans, Gasser Fritz, Wyler Ernst (Begleiter), Germinal Cugnolio, Steffen Arnold (Begleiter), Feller Hans, Scheuner Hans
Mitte v.l. Berger Ernst, Schori Paul, Matzinger Jakob
Vorne v.l. Reichen Fritz, Reichen Hans, Gasser Ernst.
Am 1. September wurde ein grosser Teil unserer Aktiven zur Generalmobilmachung der Armee aufgerufen. Die zugespitzte Lage im Norden unseres Landes machte der geplanten Meisterschaft 1939/40 einen grossen Strich durch die Rechnung.
Der Meisterschaftsbetrieb wurde als Übergangslösung in eine Mobilisationsmeisterschaft ohne Relegation umgewandelt. Dennoch war es schwierig eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Man behalf sich, indem man auswärtige, dienstleistende Wehrmänner in Thun für den Spielbetrieb einsetzen durfte. So standen zu jener Zeit viele fremde Namen in den Reihen des FC Lerchenfeld.
In den ersten Cup-Runden der Saison 1943/44 wurde dem FC Lerchenfeld der Stadtrivale FC Thun zugelost. Das erste Spiel endete 2:2. Auch im Wiederholungsspiel endete die Partie unentschieden 3:3. Ein Penaltyschiessen war noch nicht im Reglement verankert, so dass ein Losentscheid zu Gunsten des FC Lerchenfeld nötig wurde, um eine Runde weiter zu kommen. Die weiteren Gegner Minerva und Grünstern-Ipsach konnten mit 2:1 aus der Konkurrenz geworfen werden. Als letzter Drittligist musste der FCL gegen den Erstligaverein Helvetia-Bern antreten und gewann überraschend 2:0.
Die Auslosung für die nächste Runde ergab ein Heimspiel gegen den Nationalliga-A-Club FC Biel. Welch ein Fussballfest für den damaligen Drittligisten. Bei den Seeländern spielten unter anderem bekannte Grössen wie Scheurer Armin, Hasler Robert, Rossel Roland und Thomet Paul, die teilweise schon in der Nationalmannschaft eingesetzt wurden. Mit der fast gleichen Mannschaft wurde der FC Biel übrigens in der Saison 1946/47 zum ersten und einzigen Mal Schweizer Meister.
Am 26. Dezember 1943 sahen über 1500 begeisterte Zuschauer auf dem Grabengut ein ausgezeichnetes Spiel. Dem favorisierten FC Biel wurde alles abverlangt. Das erste Tor für die Gäste fiel in der 30. Minute durch Ibach, der eine Flanke unbehindert einköpfeln konnte. Die endgültige Entscheidung erzwang Piguet kurz vor Spielende. Mit einem ehrenvollen 0:2 wurde der FC Lerchenfeld vom übermächtigen Gegner nur knapp bezwungen.
Am 26. Dezember 1943 stellten sich die beiden Mannschaften vor dem Spiel den Fotografen. Der FC Lerchenfeld links neben dem FC Biel.
Stehend v.l. Pico Stelio (Spielertrainer), Feller Fritz, Matzinger Hans, Schoch Ernst, Liechti Fritz, Berger Ernst, Grünig Oskar
Kniend v.l. Schertenleib Hans, Müller Willy, Burri Max, Feller Walter.
Saison 1943/44, 3. Liga-Regionalmeister und Aufsteiger in die 2. Liga.
Stehend v.l. Matzinger Hans, Schertenleib Hans, Liechti Fritz, Burri Max, Grünig Oskar, Schoch Ernst
Kniend v.l. Pico Stelio (Spielertrainer), Feller Fritz, Müller Willy, Feller Walter, Berger Ernst.
Das Clubhaus kurz vor der Eröffnung
Im Vordergrund rechts ist hinter Bäumen und Sträuchern das Clubhaus des FC Lerchenfeld erkennbar. Links daneben das alte Châlet, der Waldecksaal und das bis heute erhaltene und äusserlich kaum veränderte Restaurant Waldeck.
Fotoquelle: Fotosammlung Zimmermann Stadtarchiv Thun
Am 11. August 1946 war es soweit.
Mit der Einweihungsfeier der neu erstellten Infrastrukturen hat ein neuer Höhepunkt in der Clubgeschichte Platz genommen. Die wohlgelungenen Räumlichkeiten und das mit einem schönen Rasenteppich versehene Spielfeld vis-à-vis der Waldeck präsentierten sich an diesem sonnigen Sonntag von seiner besten Seite.
Für das Eröffnungsspiel hatte man - wie konnte es anders sein - den FC Thun eingeladen. Die kurz zuvor in die Nationalliga B aufgestiegenen Thuner sorgten für eine würdige Affiche und gewannen standesgemäss mit 2:0 Toren.
Mit den Garderoben- und Duschräumen sowie dem Sportplatz liefen schlussendlich Baukosten in der Höhe von Fr. 38’350.- auf. Das Clubhaus kostete Fr. 27’300.- und der Sportplatz kam auf Fr. 11’050.- zu stehen.
Saison 1947/48, Regionalmeistertitel und Aufstieg in die 2. Liga.
Stehend v.l. Widmer Albert, Gattiker Max, Wittwer Ernst, Schlumpf Willi, Feller Walter, Müller Willy, Jöhr Walter, Berger Ernst, Grünig Oskar, Boss Arnold, Gyger Fritz, Hofer Fritz (Trainer), Nafzger Herbert (Präsident)
Vorne v.l. Feller Hermann, Imhof Ernst, Grünig Fritz und Haldemann Walter.
Zum 25-jährigen Bestehen. Am Freitag wurde im engsten Familienkreis mit einem kleinen Tirolerabend der Festakt eröffnet. Was sich danach am Samstagabend beim Unterhaltungsabend in der Waldeck abspielte, das hat das Lerchenfeld sicher noch nie erlebt. Das Lokal war zum Bersten voll, so dass wirklich kein einziger Stehplatz mehr zur Verfügung stand. Die Feststimmung gelangte zu einem nie vergessenen Höhepunkt.
Vor dem mit Spannung erwarteten Jubiläumsspiel, konnte am Frühschoppenkonzert ein wenig das Fussballfieber gesenkt werden. Doch dann herrschte gegen den FC Thun wieder einmal Grosskampfstimmung. Den Sieg trugen stolz die Unsrigen davon.
Für den offiziellen Jubiläumsakt war der Waldecksaal abermals zu klein.
Eine grosse Gästeschar von Offiziellen, Delegierte des Fussballverbandes, benachbarte Fussballklubs und viele Thuner Vereine lauschten der Jubiläumsansprache unseres Präsidenten Nafzger Herbert.