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2023/24 Session 4
Keine Fasnachtsnachwehen bei der Abendgesellschaft
Der Referent Manuel Menrath reiste mehrmals in entlegene Regionen Amerikas und Kanadas, in die keine Strasse führt. Dort sprach er mit den Nachfahren jener Menschen, die seit Menschengedenken dort leben. Am Sessionsabend erzählte er faszinierend über die Geschichte der Indianer, den kulturellen Wandel und wie das Leben in den Reservaten heute aussieht. Seit über 10 Jahren beschäftigt er sich mit dem indianischen Nordamerika und hat sein fundiertes Wissen in zwei Büchern festgehalten.
Sein Vortrag beleuchtete Aspekte der Missionsgeschichte auch aus indianischer Perspektive. Dabei spielten die Klöster in der Schweiz, speziell Einsiedeln, eine entscheidende Rolle. Menrath zeigte die teilweise dramatischen Folgen des Klerus-Einflusses bei den Indianern auf, insbesondere nach der Ausrottung des Büffels, der für sie lebenswichtig war.
Heutzutage besitzen die Indianer nur noch 2.3 Prozent ihres ehemaligen Landes, das vielfach unproduktiv und schwer zu bewirtschaften ist. Menrath stellte interessante Verbindungen zwischen der indianischen Welt und der Schweiz her und verwies auf das indianisch geprägte Eingangsportal der Luzerner Jesuitenkirche.
Er betonte den Einfluss der katholischen Kirche bei der weiteren Entwicklung der Indianer, insbesondere bei den Sioux. Die Ausrottung der Büffel um 1900 führte zu Reservationszwängen und verstärkte die kirchliche Einflussnahme, besonders bei Kindern und Frauen.
Aktuell kämpfen die Indianer mit vielen Problemen wie Alkoholismus, Armut und Einsamkeit. Doch es gibt auch Hoffnung auf kulturelle Erneuerung und politische Stärke. Sie gewinnen zunehmend ihr "eigenes" Land zurück, oft als Ergebnis von Gerichtsprozessen.
Abschliessend hofft Menrath, dass die Indianer künftig wieder respektiert werden und an den Reichtümern ihres Landes teilhaben können. Es stehen jedoch noch grosse Herausforderungen bevor.
„Ein Indianer macht ein kleines Feuer und alle setzen sich nahe hin, um sich zu erwärmen. Der weisse Mann macht ein grosses Feuer und alle setzen sich weit weg, damit sie nicht verbrennen.“