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Nach dem beeindruckenden Debütroman «Der Zopf» hat es die Autorin auch mit ihrem zweiten Werk geschafft, eine berührende Geschichte zu schreiben. Ähnlich wie in ihrem ersten Roman hat auch dieser mehr als einen Handlungsstrang.
Einerseits erhalten wir Einblick ins Leben einer erfolgreichen Anwältin im heutigen Paris, andererseits in das einer Heilsarmeeaktivistin in Paris Mitte der Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Was die beiden Schicksale trotz dem Unterschied von ungefähr hundert Jahren gemeinsam haben ist das Haus der Frauen.
Solène, die Anwältin, erleidet trotz oder gerade wegen ihrem Erfolg ein Burn-out, fällt daraufhin in eine schwere Depression und weiss nicht mehr, was mit sich anfangen. Ihr Therapeut rät ihr dazu, sich sozial zu engagieren, damit sie wieder einen gewissen Halt im Leben erlangt. So kommt sie als öffentliche Schreiberin in das Haus der Frauen, wo sie nicht nur den Frauen hilft, sondern auch vieles von ihnen für ihr eigenes Leben lernt.
Die Entstehungsgeschichte des Hauses wird in den immer wieder kurzen Rückblenden zum Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt. Blanche, eine starke selbstlose Frau, die ihr Leben der Heilsarmee gewidmet hat, hat genug vom Leid in den Pariser Strassen. Darum eröffnet sie, nach viel harter Arbeit, den Palast der Frauen, einen Platz für alle Frauen die auf Hilfe angewiesen sind. Eben den Ort, wo Solène in der heutigen Zeit ihren neuen Lebenssinn findet.
Eine bewegende Geschichte die nicht ohne Grund für das Lieblingsbuch der Deutschschweizer Buchhändlerinnen und Buchhändler nominiert wurde.
Dshamilja Walde