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AUSSTELLUNG 1995
15 Jahre 1980
vom 1995-12-08 bis 1996-01-21
Eröffnung: 1995-12-08 00:00
Der Titel des Projektes "15 Jahre 1980" spielt auf das fünfzehnjährige Jubiläum der Roten Fabrik an und ist zugleich eine ironische Formulierung gegen das "Dekadendenken": Es ist klar, dass jede Person/Gruppe, die in dieser Zeit an linker Politik oder subkulturellen Projekten beteiligt war, eine eigene Perspektive auf die 80er Jahre entwickelt hat, welche nicht nur vom Widerstand gegen eine zunehmend repressive und durchkapitalisierte gesellschaftliche Situation, sondern zugleich von den persönlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen in dieser Situation geprägt ist. Zudem wäre es nicht mehr als eine Hilfskonstruktion, die 80er Jahre vereinheitlichend oder objektivierend gegen andere Dekaden abzugrenzen: Die 80er Bewegung knüpfte an politische Diskussionen der 70er Jahre an; ihre Praxis wurde in den 90er Jahren institutionalisiert (Rote Fabrik, Kanzlei).
Wir wollten die 80er Jahre nicht historisieren, sondern sind von der momentanen Drogen- und Asylpolitik in Kreis 4 und 5 sowie vom heutigen "Zustand" ehemals erstrittener Räume wie Rote Fabrik, AJZ, Kanzlei und später Wohlgroth ausgegangen. Um die gegenwärtige Situation der Verdrängung vor allem von DrogenkonsumentInnen und Flüchtlingen besser beurteilen zu können, haben wir die Geschichte der Quartiere 4 und 5 bis in die 70er und 80er Jahre hinein zurückverfolgt. In der Ausstellung wurden die für die Umgestaltung besonders markanten Orte mit Bild- und Schrifttafeln herasgegriffen, wodurch der Zusammenhang zwischen der Schliessung und Räumung von AJZ, Kanzlei, Platzspitz, Wohlgroth, Letten, Kunsthaus Oerlikon auf der einen Seite und die Etablierung des Kreis 5 als Museums- (Löwenbräuareal) Freizeit- und gehobenes Wohnquartier (Steinfels-Areal) augenfällig wurde.