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ERNST EMIL SCHLATTER
Ernst Emil Schlatter wurde am 27. November 1883 in Zürich als Sohn des Schlossermeisters Eduard Schlatter und seiner Frau Anna (geb. Jäger) geboren. Die Familie Schlatter stammte ursprünglich aus dem Kanton Schaffhausen mit Bürgerort Büttenhardt.
1905 im Alter von 22 Jahren zog er nach Stuttgart, arbeitete dort zuerst ein halbes Jahr als Lithograph bei Otto Seger und studierte anschliessend anderthalb Jahre an der Kunstgewerbeschule bei Lang, Kolb, Rochga und Cissarz. Seine Skizzenbücher aus jener Zeit zeigten bereits den weiteren Weg hin zum Künstlerischen.
Am liebsten malte und zeichnete er in der freien Natur, die er als seine höchste Lehrmeisterin bezeichnete. Er blieb der naturalistischen Darstellung in seinen Werken lebenslang treu, sie entsprach seinem bürgerlichen Charakter.
1920 begann Ernst E. Schlatter als freischaffender Künstler zu arbeiten. Am 1. Oktober 1920 zog Ernst Emil Schlatter mit seiner Familie ins schöne Fischer- und Bauerndorf Uttwil am Bodensee, wo er zuerst im Haus der Fabrikantenfamilie Schubert wohnte und 1925 direkt am See sein Wohn- und Atelierhaus «Moosacker» am Seeweg bezog. Er fand hier seine neue Heimat und war bis an sein Lebensende als Maler und Grafiker tätig.
Thurgauer Landschaften, vor allem am Bodensee, Darstellungen aus der Bergwelt, aber auch Blumenstillleben wie auch Karikaturen waren seine beliebtesten Sujets. Er schuf auch Serienwerke in Mappen- oder Postkartenform, u.a. „Der Untersee“ um 1910, „Lithographien aus der Stadt Zürich“ um 1918, „12 Schlösser im Kanton Aargau“ um 1928, „Arosa im Winter“, um 1934, „Der Kanton Thurgau“, 1941. Seine Landschaftsmotive fand er aber auch auf seinen zahlreichen Reisen in der Schweiz, in Süddeutschland, in Italien und Frankreich. Speziell fallen die exotischen Motive derjenigen Bilder auf, welche Ernst E. Schlatter Anfang der 1950er-Jahre schuf, während und nachdem er im damaligen Rhodesien seine dort verheiratete Tochter Elisabeth besucht hatte.
Ernst Emil Schlatter ist kein revolutionärer Sucher, er bricht nicht aus dem Konventionellen aus. Aber sein künstlerischer Ausdruck ist unverwechselbar, in seinen Landschaften ebenso wie in den meisterhaften Porträts.
Am 13. September 1954 schloss der Künstler nach kurzer, schwerer Krankheit seine Augen und wurde in Uttwil bestattet.