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Die Ursprünge der Nightbirds liegen im Ballorchester Jolly Rogers, bei dem der Schlagzeuger Eliano Galbiati, der Gitarrist Roby Wezzel und der Bassist Charlie de Marco mitwirkten. Auch in der warmen Sonnenstube von Locarno war der Sound der Shadows angekommen, der in dieser Zeit fast von allen Schweizer Gitarrenbands kopiert wurde. Die Paradenummer der Jolly Rogers war denn auch «Apache», das Instrumental von Jerry Lordan, das für aspirierende Gitarristen der Sixties Pflichtstoff bedeutete. Die Frage «Wo warst du, als du zum ersten Mal <Apache> hörtest?» definiert die Erinnerung vieler Musikfans an die Sixties fast gleich stark wie «Wo warst du, als du die Nachricht von der Ermordung John F. Kennedys erhalten hast?».
Im August 1964 erlebte Eliano Galbiati die elektrisierenden Gigs der Yardbirds in Locarno und Ascona. Er war regelrecht angefixt vom pulsierenden Rhythm and Blues der Londoner Band. Prompt wurde sein Ballorchester zur stilechten Beat- und Rhythm and Blues Band umgemodelt und der Bandname The Nightbirds (oder The Night Birds, wie sich die Band in den ersten Jahren schrieb) in Erinnerung an das sagenhafte Gastspiel der Yardbirds gewählt. Mit dabei waren nun auch der Sänger und Blues Harp Spieler William Mazzoni und der Gitarrist Guido Margaroli, der bald von Mario Del Don ersetzt wurde. Die junge Band erspielte sich mit ihrem frenetischen, aber auch melodieverliebten Sound rasch das Etikett der «Beatles Ticinesi» und spielte überall in der Südschweiz: Zunächst in Szenetreffpunkten wie der Bar Franco in Locarno oder der Taverna in Ascona, bald auch an Ladeneröffnungen, Festen und Festivals. 1965 vermittelte ihr Manager Ugo Broggini den Nightbirds einen Plattenvertrag mit der italienischen EMI/Columbia. Eigentlich sollte bei den Aufnahmesessions in der «Basilica» in Milano ein ganzes Album eingespielt werden, doch schliesslich erschienen «nur» fünf Singles, die heute auf dem Sammlermarkt alle sehr gesucht sind. Die eigenen Songs auf den Platten stammten meist aus der Feder von Mario Del Don, der ein Flair für melodiöse Balladen und leise Gesellschaftskritik hatte. Auf Platte sang die Band Italienisch – schliesslich wurden die Singles der Nightbirds auch für diesen Markt produziert. Ins Beuteschema der Beatsammler fallen aber vorallem die B-Seiten, wo die Band auch mal ungezügelt und dreist drauflosrockte und so für wahre Garagenrock-Glücksmomente sorgte.
Mittlerweile hatten die Nightbirds ins Profilager gewechselt und spielten oft in Italien, auch im legendären Piper Club in Milano, wo sie im gleichen Programm wie der damals noch wenig bekannte Cantautore (und Jazzer!) Lucio Dalla zu hören waren. In der Schweiz erspielte sich die Band ein immer grösseres Publikum auf der anderen Seite des Gotthards: In Zürich gastierte sie in den angesagten Beatclubs wie dem Hirschen und dem, dazwischen tingelte man auch durch die kleineren Städte. Nach einem temporären Ausstieg von Mario Del Don (der später als Bassist zur Band zurückkehrte) stiess der Deutschschweizer Gitarrist Chris Achermann von der Wettinger RnB-Band The Crocketts zu den Nightbirds. Doch trotz weiteren Plattenveröffentlichungen und wohwollenden Presseberichten blieb den Tessinern der ganz grosse Durchbruch versagt.
Ab 1968 kam es zu Personalwechseln: Roby Wezzel verliess die Band und wurde vom äussert talentierten Gitarristen Corry Knobel ersetzt. Der Sound der Band wurde härter und progressiver – auch auf der letzten Single der Nightbirds, die in dieser Formation aufgenommen und auf dem unabhängigen lokalen CDA Label veröffentlicht wurde. Nach dem Weggang von Sänger William Mazzoni 1969 spielte man als Trio weiter und bestritt etwa ein Konzert als Vorgruppe von Yes (auf deren ersten Schweizer Tournee 1969). Nach dem Weggang von Corry Knobel stiess der Locarneser Blues Gitarrist Dino Morandi zur Band. In dieser Besetzung spielten The Nightbirds noch den Soundtrack zum Dokumentarfilm «24 su 24» von Villi Hermann ein, doch dann hatte es sich ausgeflattert. Die Nightbirds lösten sich 1970 auf.
Schon ab 1972 kam es zu sporadischen Reunions und ab den 1990er wurde die Band mit ihrem Sixties Sound wieder recht aktiv und bespielte Festivals, Rockcafes und Clubs. Mittlerweile sind die Aktivitäten der Nightbirds wieder auf Eis gelegt. Der Gitarrist Chris Achermann starb 2008 nach längerer Krankheit. Die anderen Bandmitglieder sind teilweise noch musikalisch aktiv und halten das Erbe der ersten und besten Beatband im Tessin weiterhin in Ehren.
The Nightbirds (or the Night Birds, as they called themselves in the beginning of their career) started as the ballroom orchestra Jolly Rogers in the early Sixties. Their speciality were Shadows covers – especially “Apache”, which was the favourite of almost every Swiss guitar band in the early to mid Sixties. In August 1964 drummer Eliano Galbiati saw the Yardbirds perform in his home town of Locarno/Ticino (in the Italian part of Switzerland) and was flabbergasted. Soon, under the influence of those legendary Yardbirds Swiss shows, the Jolly Rogers changed their name to The Night Birds and their style to Rhythm and Blues and Beat music.
The first really successful line up consisted of Eliano Galbiati, Charlie De Marco (bass), Mario Del Don (guitar), Roby Wezzel (guitar) and William Mazzoni (vocals and blues harp).
Soon The Nightbirds were very popular with the Ticino Youth and played local clubs, restaurants and festivals. Among fans they were called “Gli Beatles Ticinesi”. In 1965, their manager Ugo Broggini secured them a record deal with the Italian Columbia/EMI company. Originally it was planned to record an LP, but in the end there are “only” five Nightbirds 45s that survive from the Sixties – all of them rare and sought after by record collectors worldwide. The early records mostly featured rather soft, italian sung Folkbeat ballads on the A-Sides. But the raw and raucious B-Sides with their Freakbeat and Garage Rock feel are the real attraction for record collectors and music lovers of today.
The Nightbirds turned pro and often played in Italy, for instance in the legendary Piper Club of Milano. They were also frequent performers in the Beat clubs of the German part of Switzerland, like thein Zurich. Mario Del Don temporarily left the band (he later rejoined them as a bass player) and was replaced by Chris Achermann who came from the RnB band The Crocketts in the german part of Switzerland. The Nightbirds had good press and were popular with the Swiss Beat youth – but somehow they did not reached the big breakthrough. By 1968 there were frequent line-up changes: Chris Achermann, Roby Wezzel and William Mazzoni left the band, that continued first as a quartet and then as a trio. Their sound was now a more progressive Blues Rock, as can be heard on the last (and rarest) Nightbirds 45, that was released on the small local CDA label in 1968. In 1970 the Nightbirds disbanded.
As early as 1972 there were first reunions. From the 1990s on the band was quite active again with a strictly Sixties repertoire, playing clubs, Rock cafes and festivals. By now, the Nightbirds are not active any more, though some members still are on the music scene and all are proud of the heritage of the first and best Beat Band from Ticino.