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ZDF History, irgendwann nachts, eine Dokumentation über Egon Krenz. Ich denke mir noch, jetzt zeigen sie sicher gleich das Haus, das er sich nach der Wende noch schnappen wollte und das aber heute einem Freund von mir gehört. Tatsächlich: Vorderansicht der Fassade, dann ein TV Interview im Wohnzimmer. Ob es hier für Krenz nach Wandlitz nicht ein wenig beengt sei. Darauf er, er sage mal so: Hauptsache Berliner.
Der Bungalow, der ehemalige Sitz des DDR Aussenministers, besitzt eingeschossig mehrere Hundert Quadratmeter Wohnfläche und eine Garage für für drei Volvos. Mein Freund riss die damals neu für Krenz eingezogenen Mauern wieder heraus und liess auch die Toilette in der Form einer Venusmuschel ersetzen. Wegen der umfangreichen Grundfläche zieht man sich im Winter in eine geringere Zahl an Zimmern zurück. Das gesamte Haus wäre so nicht heizbar.
Manchmal passiert es meinem Freund noch, dass er vor dem Haus steht, ein Besucherbus vorbeikommt und ehemalige DDR Bürger ihn für den Sohn von Egon Krenz halten. Sie versichern ihm dann, dass er das alles nicht so schlimm sehen müsse. Der Staat würde schon wiedererstehen. Dann lächelt er meistens in sich hinein. Hauptsache Berliner.