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Anlässlich eines Tierarztbesuchs aufgrund von schwerem Durchfall und Erbrechen wird festgestellt, dass der linke obere Eckzahn (Caninus) von „Iusha“ stark geschädigt ist. Eine leichte Manipulation des Zahnes bewirkt, dass dieser ausfällt. Dabei wird ersichtlich, dass durch die Vereiterung des Zahnfaches eine Verbindung in die Nasenhöhle des Hundes entstanden ist – durch das Fehlen des Eckzahnes als „Pfropfen“ besteht nun eine sogenannte oronasale Fistel (unnatürliche Verbindung zwischen der Maul- und Nasenhöhle).
Nachdem das ursprüngliche Problem mittels Medikamenten und intravenösen Infusionen behoben worden ist und der Hund wieder wohlauf ist, wird das Maulhöhlenproblem in Narkose angegangen.
Die Zähne werden mittels Ultraschall-Zahnsteinentfernungsgerät von Zahnstein befreit. Jetzt zeigt sich, dass auch der rechte obere Eckzahn stark geschädigt ist – seine Wurzel ist praktisch vollständig freigelegt, und das Zahnfach ist entzündet. Der Zahn kann mit sehr geringem Aufwand entfernt werden – und auch auf dieser Seite entsteht dadurch eine oronasale Fistel.
Um ein ständiges Eindringen von Wasser und Futter aus der Maulhöhle in die Nasenhöhle zu verhindern, müssen die beiden unnatürlichen Öffnungen verschlossen werden. Dazu wird beidseits aus der Lefzenschleimhaut ein Stück Gewebe (Flap) so freipräpariert, dass es über den Defekt gezogen werden kann. Die Ränder der Fistel werden débridiert (aufgefrischt und von Totgewebe befreit), damit der Verschiebelappen gut anwachsen kann; danach werden die Flaps mit dem Rändern der Fisteln mittels resorbierbarem Fadens vernäht. Innert kurzer Zeit verheilen unter Antibiotikatherapie die Defekte – die Fäden fallen mit der Zeit von selbst aus und müssen nicht gezogen werden.
Die Eckzähne von Hunden haben eine einzelne, sehr lange Wurzel. Kommt es im Oberkiefer zu einem Infekt der Eckzahnwurzel, kann die dünne Knochenschicht, welche das Zahnfach von der Nasenhöhle trennt, durch die Eiterbildung eingeschmolzen werden. Manchmal äussert sich dies in einem chronischen, möglicherweise eitrigen Nasenausfluss.
Wird der faule Zahn dann gezogen, entsteht eine unnatürliche Verbindung zwischen Maul- und Nasenhöhle, durch die Futterbestandteile in die Nase gelangen können was zu Entzündungen, Fremdkörperreaktionen und möglicherweise Einatmen von Futterbestandteilen und Wasser führen kann.
Verschiedene chirurgische Methoden zum Verschluss solcher Fisteln sind beschrieben worden – bei kleineren Öffnungen ist es manchmal möglich, nach Auffrischen der Fistelränder diese direkt zu verschliessen. Ist der Defekt grösser, so muss ein sogenannter Flap gebildet werden: Hierbei wird aus der Lefzenschleimhaut ein zungenförmiger Lappen herauspräpariert, welcher an der Basis noch mit der restlichen Schleimhaut verbunden ist. Dieser Lappen wird dann, da elastisch, über die Fistelöffnung gezogen und an den drei freien Seiten mit der umliegenden Schleimhaut vernäht, nachdem diese ebenfalls aufgefrischt worden ist. Ein solcher Flap kann auch aus der Gaumenschleimhaut gebildet werden.
Ist die Blutversorgung des Lappens genügend, verwächst er normalerweise gut mit dem umgebenden Gewebe. Findet ein Wundinfekt statt (z.B. wenn der Hund die Wunde ständig mit der Zunge bearbeitet) oder ist der Lappen nicht gut durchblutet oder weist eine zu grosse Wundspannung auf, kann eine erneute Fistelbildung auftreten.