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Der Arbeitsmarkt ist eine der zentralen Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft. Arbeitsmangel kann zu finanziellen Schwierigkeiten, Unzufriedenheit und längerfristig sogar zu einem beruflichen Qualifikationsverlust und sozialer Isolation führen. Der Indikator Arbeitsmangel gibt Aufschluss darüber, wie die Unterschiede in Bezug auf die Aussichten der verschiedenen Bevölkerungsgruppen (schweizerische oder ausländische Staatsangehörige, qualifiziert-unqualifiziert usw.) auf dem Arbeitsmarkt sind. Gesamtwirtschaftlich stellt Arbeitsmangel zudem ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial dar.
Stand 16. November 2018
Die wichtigsten Ergebnisse
Im 2. Quartal 2018 waren 11,9% der Erwerbspersonen von Arbeitsmangel betroffen (584'000 Personen). Gegenüber dem Vorjahresquartal (11,6%) ist damit eine Zunahme zu verzeichnen. Seit 2004 hat sich die Quote entsprechend der Konjunkturlage verändert. Im 2. Quartal 2018 waren 4,6% der Erwerbsbevölkerung erwerbslos gemäss ILO (Personen ohne Arbeit, auf Stellensuche und für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar) und 7,3% unterbeschäftigt (teilzeiterwerbstätige Personen, die mehr arbeiten möchten und für eine Arbeit mit erhöhtem Pensum verfügbar wären).
Kontext
Frauen haben eine höhere Erwerbslosenquote gemäss ILO (5,2%) als Männer (4,1%). Deutlich markanter ist diese geschlechterspezifische Differenz bei der Unterbeschäftigung: Frauen sind dreimal so stark betroffen wie Männer (11,5% der weiblichen Erwerbspersonen sind unterbeschäftigt gegenüber 3,6% der männlichen Erwerbspersonen).
Das Qualifikationsniveau spielt nach wie vor eine wesentliche Rolle für die Integration in den Arbeitsmarkt. Bei den Personen ohne nachobligatorische Ausbildung lag die Erwerbslosenquote gemäss ILO im 2. Quartal 2018 bei 7,1%, während sie bei Personen mit einer Ausbildung der Sekundarstufe II (Maturität, Lehre) 4,8% und bei Personen mit höherer Ausbildung (Universität oder gleichwertig) 3,6% betrug. Der Übergang von der Ausbildung in die Arbeitswelt ist häufig entscheidend für das weitere Berufsleben, weshalb der Kampf gegen die Jugenderwerbslosigkeit auch zu den Prioritäten der Arbeitsmarktpolitik gehört. Im 2. Quartal 2018 belief sich die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei den 15- bis 24-Jährigen auf 6,4%. Obwohl sie damit höher liegt als bei der gesamten Erwerbsbevölkerung, liegt sie im internationalen Vergleich doch sehr tief. Ausländische Staatsangehörige sind der Erwerbslosigkeit deutlich stärker ausgesetzt als Schweizerinnen und Schweizer (Erwerbslosenquote gemäss ILO von 8,8% gegenüber 3,1%). Bei der ausländischen Bevölkerung besteht ein grosser Unterschied zwischen Personen aus der EU/EFTA (6,8% Erwerbslose gemäss ILO) und Personen aus Drittländern (13,8%).
Vergleich mit subjektiven Daten
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Internationaler Vergleich
|%|
|Schweiz||12,1|
|Italien||14,0|
|Frankreich||14,7|
|Deutschland||7,0|
|Österreich||9,5|
|USA||--|
|EU (28 Länder)||11,3|
|OECD - Total||--|
Tabellen
Definitionen
Definition des Indikators
Der Indikator erfasst alle Personen, die von Arbeitsmangel betroffen sind. Personen mit Arbeitsmangel werden in zwei Gruppen unterteilt: Erwerbslose gemäss ILO (Internationales Arbeitsamt), d.h. Personen ohne Arbeit, auf Stellensuche und die für die Aufnahme einer Tätigkeit verfügbar wären, sowie Unterbeschäftigte, d.h. teilzeiterwerbstätige Personen, die mehr arbeiten möchten und die (innerhalb von drei Monaten) für eine Arbeit mit erhöhtem Pensum verfügbar wären. Zur Berechnung der Arbeitsmangelquote wird die Anzahl Personen mit Arbeitsmangel durch die Erwerbsbevölkerung (Erwerbstätige und Erwerbslose gemäss ILO) dividiert.
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