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Der 1832 in Oberesslingen bei Stuttgart geborene Carl von Häberlin war der wohl wichtigste und produktivste Exponent der späten naturalistischen Historienmalerei im südwestdeutschen Raum. Der monumentale Bilderzyklus zur Geschichte der ehemaligen Klosterinsel in Konstanz gehört zu den spektakulärsten und wohl auch meistbesuchten Werken dieser Art. Als der Maler von 1887 bis 1896 mit Unterbrüchen im Inselhotel arbeitete, hatte er seinen privaten Wohnsitz bereits auf Schloss Wyden bei Ossingen im Zürcher Weinland. Auf das Schloss aufmerksam wurde er übrigens durch seinen Landsmann Julius Motteler, der 1880 von seinem Zürcher Exil aus auf Wyden den ersten Kongress der deutschen Sozialdemokraten unter dem Bismarck’schen Sozialistengesetz organisiert hatte.
Ebenfalls in die Zeit auf Wyden fallen die Wandmalereien auf Schloss Castell in Tägerwilen (TG) und am Rathaus von Stein am Rhein (SH), für die er am 25. März 1901 das Ehrenbürgerrecht der Stadt und damit die schweizerische Staatsbürgerschaft erhielt, sowie drei Entwürfe im Hinblick auf den Wettbewerb für die Wandbilder in der Waffenhalle des 1893 bis 1898 erbauten Schweizerischen Landesmuseums
in Zürich. Den Zuschlag erhielt allerdings Ferdinand Hodler mit seiner völlig neuen, ebenso expressiven wie eigenwilligen Historienmalerei, was zum längsten und leidenschaftlichsten Kunststreit der Schweiz führte.