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Rund 3'000 Zuschauer haben am Freitagabend (04.08.) am Filmfestival Locarno den umstrittenen französischen Film "Baise-moi" besucht. Nur wenige verliessen den Saal vorzeitig. Der Film von Virginie Despentes wurde erstmals in der Schweiz gezeigt.
Der im Wettbewerb des Festivals laufende Streifen wurde in Frankreich in die Pornokinos verbannt, da es im westlichen Nachbarland es keine Alterslimite von 18 Jahren für Sexfilme gibt.
In der Schweiz soll "Baise-moi" im Herbst in den Kinos anlaufen und für unter 18-jährige verboten sein. In Locarno wurde der Film nicht auf der Piazza Grande sondern im Saal vorgeführt.
Festivaldirektor Marco Müller stuft die Produktion nicht als Pornofilm ein, da die Sexszenen nicht um ihrer selbst willen gedreht worden seien, sondern etwas aussagen sollen.
In ersten Reaktionen nach der Vorführung vom Freitag zeigten sich einige Zuschauer allerdings schockiert.
Die 31-jährige Despentes hatte den Film nach ihrem gleichnamigen Buch von 1994 zusammen mit Coralie Trin Thi gedreht.
Der französische Staatsrat hatte auf Druck der rechten politischen Bewegung `Mouvement national republicain" den Film in die Rotlicht-Kinos verbannt, weshalb er laut Despentes zum Politikum wurde, statt die angestrebte Gesetzesänderung über Filmverbote herbeizuführen.
Laut eigenen Aussagen wollte Despentes keine Debatte auslösen. Es gebe schlicht viele Menschen, die sich an den beiden ausgezeichneten Pornoschauspielerinnen, an der Technomusik und an einem ausgefallenen Punkfilm erfreuen wollten. Für dieses zahlenmässig eher beschränkte Publikum habe sie den Film gedreht.
swissinfo und Agenturen