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Hans Fahrni wird am 1. Oktober 1874 in Prag geboren. Seit frühester Kindheit spielt er Flöte und mit grosser Leidenschaft Schach. Nach einer abgebrochenen Lehre als Fotograf und einer krankheitsbedingten Entlassung aus der Fremdenlegion beginnt er seine Schachkarriere. 1904 wird Meister des Deutschen Schachbundes.1908 gewinnt er die ersten Turniere, 1911 gewann das Meisterturnier in San Remo. Im gleichen Jahr 1911 stellte er in München einen Weltrekord im Simultan auf, indem er gegen mehr als hundert Gegner spielt.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs ruiniert seine Existenz. 1916 wurde Fahrni zum ersten Mal wegen Angstzuständen behandelt und interniert, er konnte aber trotzdem seine erste Publikation herausbringen: “Das Endspiel im Schach” (Leipzig 1917). Weil Fahrni als gefährlich gilt, wird er in die Schweiz abgeschoben und verbringt einen ersten Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Waldau in Bern. Nach seiner Entlassung beteiligt er sich überall in der Schweiz an Turnieren. Sein Zustand verschlechtert sich 1921 erneut, er hat er Halluzinationen und wird deshalb wieder in Waldau eingewiesen.
Fahrni befasst sich jetzt intensiv mit Kunstschach. Als erster Schweizer Studienkomponist schafft er über 150 ziemlich partienahe Studien. Hier eine Komposition aus dem Jahre 1921, erschienen in den “Basler Nachrichten”.
Weiss zieht und gewinnt
Weiss gewinnt bei bester schwarzer Gegenwehr in 10 Zügen.
Fahrni befasst sich auch mit Kunst. In der Klinik Waldau zeichnet er oft und unterschreibt jeweils mit “H. F., Schachmeister”. Im Mai 1922 veröffentlicht er die Abhandlung “Die Aljechin-Verteidung”. In ruhigeren Phasen darf er nach Bern fahren, um dort Schach zu spielen. Weil er privat Schachstunden gibt, hat er jetzt ein wenig Geld im Sack. Er spielt regelmässig auch mit seinem Arzt, und Fahrni behauptet, der Doktor ertrage es nicht zu verlieren. Auch an ausländischen Turnieren darf er manchmal teilnehmen, zum 1925 in Wien. Er wird aber zunehmend gewalttätig. Als er während eines Turniers in Zürich in einem Hotel wohnt, fällt er dort durch sein exzentrisches Treiben auf. Er kauft mehrere Kilos Würfelzucker, die er mit Eau de Cologne übergiesst und auf die Strasse wirft. Dann fliegt der Inhalt seines Koffers aus dem Fenster des Hotelzimmers, gefolgt von den Möbeln.
Hans Fahrni bleibt bis an sein Lebensende gewalttätig und stirbt am 28. Mai 1939 in der Klinik Waldau an einer Lungenembolie.