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Nestlé bringt eine Schokolade auf den Markt, die ausschliesslich aus Kakaobohnen und Kakaofruchtfleisch hergestellt ist. «Incoa» enthält 70% Kakao und keinen zugesetzten Kristallzucker. Für die Süsse sorgt das Kakaofruchtfleisch, wie Nestlé mitteilt. «Incoa» kommt unter der Marke Les Recettes de L’Atelier zuerst in Frankreich und den Niederlanden in die Supermärkte. Weitere Länder sollen später folgen.
Bereits Mitte 2019 hatte Nestlé angekündigt, ein Verfahren entwickelt zu haben, aus dem Fruchtfleisch der Kakaofrucht ein Pulver herzustellen, das natürlichen Zucker enthält. Als erstes Produkt mit dieser natürlichen Süsse lancierte Nestlé in Japan ein KitKat.
Das Kakaofruchtfleisch für Incoa bezieht Nestlé derzeit aus Brasilien. Man arbeite aber daran, die Beschaffung auf alle Farmen des «Nestlé Cocoa Plan» weltweit auszuweiten, heisst es in der Mitteilung.
Bisher meist ein Abfallprodukt
Das Fruchtfleisch macht etwa 10 Prozent der Kakaofrucht aus. Es umgibt die Bohnen und ist weich, süss und von weisser Farbe. Ein Teil des Fruchtfleisches wird nach der Ernte für die Fermentierung der Kakaobohnen verwendet, ein erheblicher Teil wird jedoch in der Regel weggeworfen. In den letzten Jahren bemühen sich jedoch verschiedene Hersteller um die ganzheitliche Verwertung der Kakaofrucht.
So vermarktet etwa das schweizerisch-ghanaische Start-up Koa Kakaofruchtsaft und neuerdings auch Pulver aus dem getrockneten Fruchtfleisch. Lindt&Sprüngli stellt mit diesem Pulver dunkle Schokoladentafeln her. Und der Couvertüre-Hersteller Felchlin hat eine Couvertüre auf Basis des Kakaofruchtsaftes von Koa im Angebot.
Auch der weltgrösste Schokoladenhersteller Barry Callebaut verwertet für seine neue Marke «Cabosse Naturals» sämtliche Bestandteile der Kakaofrucht– vom Fruchtfleisch über Saft und Konzentrat bis hin zur Schale, die zu feinem Mehl verarbeitet wird.