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Das Kiefergelenk beim Pferd ist eine wichtige Verbindung zwischen Ober-
& Unterkiefer. Bei bis zu 18 Stunden am Tag fressen, ist das Gelenk in Dauerbewegung. Das permanente Kauen brauchen Pferde zum Entspannen und genug Speichel für die Futterverwertung zu
bilden. Bereits mehr als vier Stunden Fresspause kann für das Pferd gesundheitliche Folgen haben. Ist das Kiefergelenk blockiert, kann das nicht nur äusserst schmerzhaft sein, sondern auch
Auswirkungen auf die Psyche deines Lieblings haben. Kiefergelenksblockaden können sich auf den ganzen Körper auswirken. Faszinierend, dass so ein
unscheinbares, kleines Gelenk solche Probleme verursachen kann.
Was ist eine Kiefergelenkblockade?
Von einer Gelenkblockade (auch reversible segmentale Dysfunktion genannt), spricht man, wenn
sich das Gelenk nicht mehr frei bewegen kann. Durch die fehlende Mobilität kommt es oft zu Muskelverspannungen und Muskelschmerzen. Eine Blockade entsteht oft akut und kann viele verschiedene
Ursachen haben.
Anatomie kurz erklärt
Das Kiefergelenk ist ein Walzgelenk. Es bildet sich aus dem kräftigen Unterkieferknochen
(Mandibula) und der Gelenkspfanne des Schläfenbeins (Os temporale). Zwischen den beiden Knochen liegt eine Bandscheibe (Diskus). Kiefergelenke und Schädel stehen in direkter knöcherner Verbindung
zueinander. Zu den Kopfgelenken steht der Kiefer in funktioneller Verbindung.
Zum Kiefergelenk gehören auch Kiefergelenksmuskeln, die wichtige Funktionen haben um die Kaubewegungen auszuführen. Der Musculus Masseter (äusserer Kaumuskel) ist der stärkste Kaumuskel und hat unterschiedlich ausgerichtete Muskelfasern. Er hebt den Unterkiefer, schliesst die Maulspalte und ist für die laterale Verschiebung des Unterkiefers gegen den Oberkiefer zuständig.
Der M. Temporalis (Schläfenmuskel) hebt ebenfalls den Unterkiefer und schliesst die Maulspalte. Dieser Muskel vergrössert sich oft durch ständiges Zähneknirschen oder Sperren gegen die Reiterhand.
Die Mm. Pterygoidei medialis und lateralis (die inneren Kaumuskeln) heben den Unterkiefer, schliessen die Maulspalte und bei einseitiger Kontraktion funktionieren sie als Seitwärtszieher des Unterkiefers.
Ursachen einer Blockade
Es gibt verschiedene Ursachen, wodurch eine Kiefergelenkblockade entstehen kann. Hier
erfährst Du die häufigsten Ursachen. Dabei kann das Kiefergelenk entweder beidseitig oder nur auf einer Seite (entweder links oder rechts) blockieren.
Stress
Ein sehr häufiger Faktor, den ich in der Tiertherapie oft antreffe, ist Stress. Denn genau so wie wir Menschen unseren Kiefer anspannen und in stressigen Situationen oft unbewusst die Zähne zusammenpressen, kommt das auch beim Pferd vor. Passiert dies immer wieder und über einen längeren Zeitraum, kann es zu Blockaden im Kiefergelenk führen.
Verspannungen im Genick, Zungenbein oder Brustbein
Das Kiefergelenk steht anatomisch in grosser Verbindung mit dem Genick, dem Zungenbein und
dem Brustbein. Daher kann sich eine Blockade in einer der drei Strukturen auch auf das Kiefergelenk übertragen. In der Praxis erlebe ich es oft, dass mehrere dieser genannten Strukturen blockiert
sind, da sich die Verspannungen mit der Zeit übertragen.
Lahmheiten der Vordergliedmassen
Auch Lahmheiten der Vordergliedmassen können Blockaden im Kiefergelenk auslösen. Durch die
Schonhaltung und die faszialen und muskulären Verbindungen können sich die Blockaden in anderen Bereichen im Körper übertragen.
Nach einem Zahnarzttermin
Pferde sollten regelmässig eine Zahnkontrolle durch einen Pferdezahnarzt erhalten. Dies ist notwendig, um allfällige Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Während dem Zahnarztbesuch bekommt das Pferd einen Maulspanner in das Maul. Über längere Zeit muss so das Maul weitgeöffnet bleiben. Dies auch noch in einer ziemlich unbequemen und unnatürlichen Kopfhaltung. Was ebenfalls zu Blockaden im Kiefergelenk führen kann. Daher sollte nach jedem Zahnarzttermin ein Besuch eines Pferdeosteopathen folgen, um die Blockaden im Kiefergelenk und Kopfbereich zu lösen.
Wie erkennst Du eine Blockade im Kiefer?
Ein blockiertes Kiefergelenk erkennt man gut durch folgende 4 Anzeichen:
- Zähneknirschen
- Koppen
- Ständiges Knabbern an Gegenständen
- Zitronengesicht (das Pferd beisst die Zähne stark zusammen und sieht aus, als hätte es gerade in eine saure Zitrone gebissen)
Bei einem blockierten Kiefer muss das Pferd nicht alle 4 Anzeichen auf einmal zeigen.
Folgen für das Pferd
-
Ein verspanntes Kiefergelenk kann wahnsinnig schmerzhaft sein! Da kann einem nicht nur
das Kiefergelenk selber schmerzen, sondern wirklich der ganze Schädel und Nackenbereich. Dies habe ich bereits selber erlebt. Da auch ich eine Person bin, die gerne die Zähne zusammenbeisst
und den Kiefer anspannt in stressigen Situationen.
- Das Kiefergelenk, das Zungenbein, das Brustbein und das Genick sind über Muskeln und Faszien miteinander verbunden. Daher können sich Blockaden in einem der Bereiche auf die anderen Bereiche übertragen. Dies kann sich weiter auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken.
- Da die Muskulatur bei Blockaden meistens verspannt ist, kann ein blockiertes Kiefergelenk auch eine Auswirkung auf die ganzen Muskeln am Kopf haben.
- Ein gesundes Pferd macht ca. 80 Kauschläge pro Minute. Dabei bildet es ca. 38 Liter Speichel pro Tag. Durch die Blockade im Kiefergelenk wird die Kaubewegung eingeschränkt, wodurch weniger Speichel produziert wird. Zudem wird das Futter nicht genügend zerkleinert und kann nicht ausreichend verwertet werden. Dies kann zu Magengeschwüren und Koliken führen.
- Ist die Beweglichkeit des Kiefergelenks eingeschränkt, können durch die falsche Abreibung der Zähne scharfe Spitzen entstehen. Diese Spitzen können in die empfindliche Wangeninnenhaut und in die Zunge stechen, was zu schmerzhaften Verletzungen führen kann.
Wenn das Kiefergelenk blockiert ist
Um ein blockiertes Kiefergelenk zu behandeln gibt es verschiedene Methoden. Einige fassen dem Pferd ins Maul, um es so zum Kauen anzuregen. Man kann aber auch direkt am Kiefergelenk selber lösen oder wie ich es gerne mache über den neurolymphatischen Massagepunkt, der sich vorne an der Brust befindet. (Wie auf dem Bild.)
Ein blockiertes Kiefergelenk sollte immer von einem ausgebildeten Therapeuten gelöst werden. Da man wissen muss, wie die Techniken funktionieren, damit man nichts falsch macht oder dem Pferd zusätzliche Schmerzen bereitet. Ausserdem befinden sich im Körper mit Sicherheit noch andere Blockaden, die ebenfalls gelöst werden sollten. Sonst ist das Lösen des Kiefergelenks nicht von langer Dauer.
Blockaden löse ich in meiner Praxis entweder durch eine Osteopathie, Craniosacral Therapie oder durch eine energetische Tiertherapie. Alle drei Therapiearten beinhalten das Lösen des Kiefers und wirken effektiv und nachhaltig.
Bei der Auswahl der richtigen Therapieart kommt es auf die Ursache an. So eignet sich zum Beispiel die Manuelle Therapie (Osteopathie) oder Craniosacral Therapie nach einem Zahnarzttermin sehr gut um das Gelenk zu lösen. Und auch gleich noch andere Blockaden mitzulösen, die bei der Zahnbehandlung entstanden sind. Auch bei Lahmheiten der Vordergliedmassen oder anderen Blockaden im Bewegungsapparat, die sich negativ auf das Kiefergelenk auswirken wende ich gerne die Osteopathie oder Craniosacral Therapie an.
Ist die Ursache der Kiefergelenksblockade emotionaler Stress, wende ich gerne die energetische Tiertherapie an, da ich hier die Kiefergelenksblockade lösen kann, aber auch gleich der Ursache des emotionalen Stress auf den Grund gehen kann. Dies verhindert eine erneute Blockade des Kiefers und unterstützt das Tier ganzheitlich in seinen Themen.
Hast Du bei deinem Liebling ein blockiertes Kiefergelenk entdeckt?
Möchtest Du das blockierte Kiefergelenk deines Pferdes lösen lassen? Oder möchtest Du dein Liebling sicherheitshalber einmal durchchecken lassen, ob irgendwo Blockaden vorhanden sind? Dann melde Dich gerne bei mir.