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Nach dem Ausfüllen einer fragwürdigen Symptomcheckliste, einer Blutentnahme, einem neuropsychologischen Test sowie anhand der bereits vorhandenen Krankengeschichte seit der Geburt bestätigte uns die Ärztin ihre ANNAHME, dass das ADHS-Syndrom
vorliege. Sie erklärte uns, die Ursache sei eine Stoffwechselstörung im Gehirn des Kindes (eine komplexe Dysfunktion der Neurotransmitter im Bereich der Frontallappen und des limbischen Systems). Diese sei zu behandeln und zwar mit dem Präparat Ritalin. Dieses Präparat habe sich in den letzten Jahren bewährt, und das Kind würde bereits ein paar Stunden nach der Einnahme deutliche Veränderungen zum Besseren aufweisen.
Die Ärztin wollte das Präparat gleich verschreiben, doch ich hatte Bedenken und wollte noch etwas warten. Ich war extrem unsicher, denn es ging darum, ob ich meinem Kind jahrelang Medikamente geben sollte. Wir sprechen hier nicht von einer schweren Grippe, welche mit einer einwöchigen Einnahme von Antibiotika geheilt werden kann, sondern von einer mehrjährigen Medikation. Ich wollte es mit meinem Mann besprechen und mich vor allem auch noch zusätzlich informieren. Die Ärztin zeigte sich verständnisvoll und gab mir eine Broschüre mit. Als sie sich verabschiedete, sagte sie: “Überlegen Sie sich das mit den Medikamenten, aber nicht zu lange. Jetzt ist Yves erst sieben, da können die Medikamente noch helfen. Je früher Sie ihn behandeln lassen, desto weniger Begleittherapien wird er brauchen.“
Liebe Eltern und Betroffene, kennen Sie das Gefühl der Ohnmacht?
Genau dieses Gefühl hatte ich als Mutter. Was sollte ich tun? Ich war verwirrt. Ich las diese Broschüre aufmerksam durch, und einige Sätze und Worte stachen mir immer wieder ins Auge: Es ist heute noch nicht möglich, ADHS mit psychometrischen Testverfahren zuverlässig zu bestimmen. Es existiert noch kein Test, der ADHS zuverlässig – etwa wie ein Schwangerschaftstest – feststellen könnte. Es ist noch nicht möglich, aufgrund eines EEG auf die Diagnose ADHS zu schliessen. Es ist anzunehmen, dass … es ist wahrscheinlich … die Wissenschaft streitet sich darüber, ob … keine absolute Sicherheit … praktisch keine Nebenwirkungen … unterschiedliche Ergebnisse … in der Praxis neigt man zu … generell gilt ….
All dies machte mich stutzig und ich begann, im Internet Informationen zu sammeln. Ich stiess auf zahlreiche Aussagen, und die meisten waren für
die Ritalinabgabe, doch nirgends fand ich eine wissenschaftlich fundierte Aussage, die diese neue Krankheit zu 100 % und ohne Bedenken
beglaubigt, bestätigt oder beurkundet hätte. Es tauchten immer wieder die oben erwähnten unsicheren Worte auf.
Eines Tages las ich über die Nebenwirkungen des Präparats Methylphenidat (Ritalin):
Methylphenidat ist ein Arzneimittel mit Abhängigkeitspotential und kann missbraucht werden. Damit diesem Missbrauch vorgebeugt werden kann, wurde es auf die Betäubungsmittelliste gesetzt. Methylphenidat kann zu Appetitstörungen, Magenschmerzen und Übelkeit führen. Es kann aber auch Schlafstörungen, Einschlafstörungen und Stimmungsschwankungen verursachen. Und häufig, sehr häufig beeinträchtigt es das Längenwachstum der Kinder und verlangsamt die Gewichtszunahme.
Methylphenidat wird zur Behandlung von Kokainabhängigkeit verwendet. Methylphenidat kann bei Kindern auch als Auslöser von Drogenmissbrauch im späteren Leben wirken. Wissenschaftler berichten, dass Ritalin wie Kokain auf das Gehirn wirkt, wodurch ein hohes Risiko entsteht, dass das behandelte Kind später süchtig wird. Eine Untersuchung bei ‚ADHS-Patienten' in Kalifornien hat ergeben, dass diejenigen, die mit Ritalin behandelt worden waren, später als Erwachsene mit dreimal höherer Wahrscheinlichkeit Kokain nehmen würden. Methylphenidat wirke stärker als Kokain.
Liebe Leserinnen und Leser, ihr könnt euch in etwa vorstellen, wie konfus das ganze Thema ist und vor allem wie widersprüchlich. In Anbetracht dieser Tatsachen hielt ich es für meine Pflicht als Mutter und Elternteil, von einer Medikation abzusehen und stattdessen auf eine Therapie ohne Medikamente zu setzen. Und die Therapie war erfolgreich
.
In diesem Zusammenhang empfehle ich allen Eltern und Betroffenen, eine fachlich fundierte, seriöse und neutrale Beratung zu suchen und sich die Sache mit den Medikamenten gründlich zu überlegen.
Es geht auch ohne Medikamente!
18.7.06 / *Elsbeth Kaufmann
* Name geändert
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