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Der April war in Mörschwil mit einer Durchschnittstemperatur von 9.7°C genau 1°C wärmer als der längjährige Mittelwert von 1981 bis 2010. (Mittelwert von Meteoschweiz)
Zudem war er viel zu nass: Mit 158.6mm gab es einen Niederschlagsüberschuss von 78%! In einem durchschnittlichen April fallen nämlich nur etwa 89mm. Dazu beigetragen hat im Wesentlichen ein schweres Gewitter am Monatesende, über das ich weiter unten noch mehr schreibe. Allein am 27. und 28. April fiel die Hälfte des diesjährigen Monatsniederschlags!
Der Monat begann windig. Nachdem am 31.März ein Sturmtief die stärksten Böen seit über 3 Jahren gebracht hatte, waren die 47.7 Km/h an meiner Wetterstation aber gar nicht mehr so stark. Dieser Wert wird immerhin etwa drei Mal im Jahr erreicht. Dazu war es recht kühl und es fiel mal Regen, mal Schnee. Am 3.April klarte es vorübergehend auf, was zur Folge hatte, dass es in der Nacht knapp Luftfrost gab. Am 6. setzte sich zunehmend Hochdruck durch, doch es zogen noch letzte Schneeschauer durch. Die Temperatur sank in der Nacht auf -3.1°C, den tiefsten Aprilwert seit mindestens 3 Jahren.
Danach wurde es sonnig und rasch milder. Der Hochdruck hatte zur Folge, dass die Luftmassen zu Boden sanken. Dabei erwärmten sie sich und wurden trockener. So wurde am 8.April eine relative Luftfeuchtigkeit von lediglich 18% gemessen, den tiefsten Wert seit Messbeginn im Dezember 2011!
Am 10.April vermochte die Temperatur erstmals im Jahr 2015 auf 20°C zu steigen. Am 17.brachte eine Kaltfront kräftigen Regen und Abkühlung. Danach wurde es aber rasch wieder sonnig, aber am 19. lag die Temperatur morgens bei empfindlich kalten 0.1°C, was in der Regel mit Bodenfrost einhergeht. Meines Wissens hat die schon fortgeschrittene Vegetation glücklicherweise keine Schäden genommen. Es wurde erneut rasch wärmer, sodass am 22. schon 22.9°C erreicht wurden. Die letzten Tage des Monats gestalteten sich wechselhaft aber insgesamt recht mild.
In der feuchtwarmen Luft bildeten sich am 27.April teils schwere Gewitter. Besonders heftig schüttete es hier in Mörschwil: In einer einzigen Stunde fielen 50.1mm Starkregen! Das ist ungewöhnlich heftig. Sogar das Unwetter am 10.Juli 2011, das erhebliche Schäden anrichtete, konnte hier knapp nicht mithalten. Mit meinen Wetterdaten konnte ich nicht bestimmen, wie aussergewöhnlich das Ereignis war, da bisher nicht annährend eine solche Stundensumme erreicht wurde. Zum Glück gibt es von einer Niederschagsmessstation aus Eggersriet eine Extremwertstatistik, die bis ins Jahre 1994 zurückreicht. Hier wurde in 21 Jahren nur einmal eine Stundensumme von mindestens 50mm gemessen!
In der Ostschweiz gab es Stundensummen über 50mm an folgenden Tagen seit dem Jahr 2008:
28.7.14, Gais/Oberegg
12.6.14, Weisstannental
10.6.14, Wartau SG
10.7.11, Herisau/St.Gallen
2.6.08, Abtwil (SG)
Wie man sieht, gab es in den vergangenen sieben Jahren in der Ostschweiz nur 5 Ereignisse mit solchen Stundensummen. Meines Wissens fielen auch am 5.Juli 2012 in der Region Gais 50 mm in einer Stunde, ich konnte aber nirgends Daten finden.
Wenn man bedenkt, dass auch in den letzten Jahren nur vereinzelt solche Summen gemessen wurden, dann ist durchaus davon auszugehen, dass es an einem bestimmten Punkt nur alle 20 Jahre oder sogar seltener zu derartigem Starkregen kommt! Zum Glück waren die Böden einigermassen trocken. Wären sie schon nass gewesen, dann wären grosse Schäden die Folge gewesen. Wir hatten also Glück im Unglück.
Da es in der Nacht noch weiterregnete, wurde eine 24-Stundensumme von 80.4 mm erreicht. Das ist auch klar ein neuer Rekord. Ich gehe davon aus, dass diese Summe etwa alle vier Jahre auftritt.
Die Folgen waren überflutete Keller und Erdrutsche, die auch den Bahnverkehr behinderten.