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Golf und Singh. Man denkt sofort an Vijay Singh (Fidschi). Aber es gibt im Kreis der Weltklasse-Golfer noch einen weiteren Singh: Im Juli macht erstmals Jeev Mikha Singh in Bad Ragaz seine Aufwartung. Auch er, der Inder, war auf dem europäischen Circuit ein vorzüglicher Professional.
Vijay und Jeev Milkha sind nicht miteinander verwandt. Erstens gibt es in Indien auch in der Relation mehr Singhs, als es in der Schweiz Müllers und Meiers gibt. Und zweitens haben sie nicht die gleiche Nationalität. Vijay gehört der indischstämmigen Bevölkerung von Fidschi an, Jeev Milkha ist ein «richtiger» Inder aus der Millionenstadt Chandigarh.
«Singh II» konnte «Singh I» mit seinen Erfolgen nie recht nacheifern. Das ist keine Schande, denn es wäre auch für die allermeisten anderen Profis schwierig gewesen, einem dreifachen Majorturnier-Champion und zeitweiligen Weltranglisten-Ersten etwas entgegenzustellen.
An der US PGA Championship 2008 im Oakland Hills Country Club spielte Jeev Milkha Singh in der Schlussrunde lange Zeit um den Sieg mit, fiel am Schlusstag dann aber mit 73 Schlägen in den 9. Rang zurück. Daneben wusste er sich für die vier Turniere auf Grand-Slam Stufe nicht oft zu qualifizieren, achtmal insgesamt von 2002 bis 2012.
Jeev Milka Singh weiss dafür umso besser, wie man in den Schweizer Bergen abschlägt. Zwischen 1998 und 2015 war er ein häufiger Gast am Omega European Masters in Crans-Montana. Seine beste Klassierung auf dem Walliser Hochplateau erreichte er im Jahr 2002 als Zehnter. Auf den damaligen Sieger, den gross gewachsenen Schweden Robert Karlsson, büsste er sieben Schläge ein.
In seiner Heimat war Jeev Milkha Singh schon als Bub bekannt, denn er ist der Sohn des als Held verehrten Sprinters und Mittelstreckenläufers Milkha Singh, eines mehrfachen Siegers an Asienspielen und Olympiateilnehmers. Gold gewann der Vater auch an den Commonwealth-Games 1958.
Jeev Milkha Singh war insofern ein Pionier, als er sich – in seinem vierten Jahr als Profi – im Herbst 1997 als erster Inder für die PGA European Tour (heute: DP World Tour) qualifizierte. Mit diesem Aufstieg begann die beste Zeit des im Dezember 1971 geborenen Golfers allerdings noch nicht. Die sehr bemerkenswerten Erfolge stellten sich ab 2006 ein. In jenem Jahr gewann er das zum europäischen Circuit zählende China Open in Peking und das Volvo Masters in Valderrama, das den besten 54 Spielern der Tour vorbehaltene Saison-Finale. Singh verwies in Andalusien ein illustres Trio auf den 2. Platz: Sergio Garcia, Luke Donald, Padraig Harrington. 2008 gewann Singh das Austria Open und 2012 – es war der wohl schönste Sieg – das Scottish Open vor dem späteren British-Open-Sieger Francesco Molinari.