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Die Kraft heimischer Lebensmittel
JImmer mehr Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen, stammen aus entfernten Gebieten des Erdballs: Gemüse aus Südafrika, Früchte aus Neuseeland, Weizenmehl aus Amerika usw. Viele freuen sich über die Vielfalt, die uns durch Importe jederzeit zur Verfügung steht. Andere kritisieren die sinnlose Umweltbelastung, die durch die weltweiten Warentransporte verursacht wird. Eine Frage aber wird kaum diskutiert: Bieten heimische Lebensmittel gegenüber Importwaren gesundheitliche Vorteile?
Schon Hippokrates, der Krankheiten vorwiegend heilte, indem er die Eßgewohnheiten korrigierte, machte darauf aufmerksam daß die Eigenschaften der Nahrungsmittel auch von ihrer Herkunft abhängen: "Die Nahrungsmittel sind mehr oder weniger stark, mehr oder weniger leicht, je nach dem Ort, woher sie kommen … Es reicht daher nicht aus zu wissen, welche Eigenschaften ein Nahrungsmittel hat, man muß auch wissen, aus welchem Land es stammt". (Übersetzt nach: Hippocrate "Des affections", tome II; "Du régime", tome II) Unserer Zeit näher, schrieb der berühmte französische Arzt Paul Carton (1874–1947): "Um in der natürlichen Ordnung zu bleiben, müssen die Menschen sich mit Lebensmitteln ernähren, die in ähnlichen Konditionen der Sonnenbestrahlung, Bewässerung und Belebung entstanden sind … Deshalb ist es viel vorteilhafter, sich vorwiegend mit Nahrungsmitteln zu ernähren, die aus unserem Klima stammen, sogar aus derselben Ortschaft, in der wir wohnen, wenn immer wenn dies möglich ist, da diese Nahrungsmittel völlig harmonisch sind". (Übersetzt aus: Traité de médecine, d'alimentation et d'Hygiène Naturiste, éd. Maloine, Paris 1924) Die Richtigkeit dieser Ernährungsregel ergibt sich auch aus der Gralsbotschaft, wo es im Vortrag "Der Menschenkörper" heißt: "Der Erdenkörper eines jeden Menschen ist in allen Dingen mit der Scholle eng verbunden, auf der er erstand! Nach dem Schöpfungsgesetz für alle Stofflichkeit ... Nur der Teil dieser Erde gibt dem Körper ganz genau, was er bedarf, um richtig zu erblühen und kraftvoll zu bleiben."
Daß eine enge Verbindung besteht zwischen den Menschen und dem Boden, auf dem sie geboren sind, erkennt man schon an der Vielfalt der Rassen und Völker, welche die verschiedenen Gebiete des Erdballs bevölkern. Die Körpereigenschaften – Größe, Hautfarbe, Form der Augen, der Nase usw. sind den Lebensverhältnissen und der Umgebung gut angepaßt. Und die Natur stellt in jeder Gegend den dort lebenden Menschen auch die notwendigen Lebensmittel zur Verfügung: Fettes Fleisch und fette Fische im hohen Norden helfen zum Beispiel den Eskimos dabei, dem strengen Klima zu widerstehen; Früchte mit starken Zuckerkonzentrationen dienen in den tropischen Zonen als leicht verdauliche Energiezufuhr usw.
Aufgrund des Zusammenhanges zwischen der körperlichen Konstitution und den Umweltbedingungen wäre es natürlich unangebracht, einen Eskimo zu veranlassen, sich mit der obstreichen Kost eines Tropenbewohners zu ernähren, und umgekehrt würden diesem die fettreichen tierischen Produkte schlecht bekommen.
Diesen engen Bezug zu einem idealen Lebensumfeld gibt es auch bei Tieren und sogar bei Pflanzen. Jede Pflanze gedeiht in einer Erde mit spezifischen Eigenschaften bzw. in einem ganz bestimmten Umfeld und kann nicht ohne Folgen einfach irgendwohin verpflanzt werden. Azaleen zum Beispiel entwickeln sich gut in einem an sauren Mineralstoffen reichen Boden, verkümmern aber, wenn man sie in basische Erde verpflanzt.
Man kann also leicht nachvollziehen, daß unsere Ernährung nicht vorwiegend aus "fremden Gegenden" stammen sollte. Aber wie steht es mit Lebensmitteln, die zwar zu unserer Klimazone gehören, aber anderswo gewachsen sind? Gibt es wirklich einen Unterschied zwischen einer Birne, die in unserer Gegend gewachsen ist und einer, die aus Südafrika stammt, zwischen deutschem Weizen und solchem aus den USA?
Die Analyse der chemischen Zusammensetzung zeigt, daß hier tatsächlich bedeutsame Unterschiede bestehen. Der Gehalt des Weizens an Wasser, Eiweiß, Fetten, Zellulose und Mineralstoffen kann zum Beispiel bis zum Doppelten unterschiedlich sein – je nachdem, woher das Getreide kommt. Obst – zum Beispiel Aprikosen oder Trauben – ist im allgemeinen süßer, wenn es in südlichen Ländern gezogen wird.
Die Tatsache, daß die Pflanzen je nach dem Boden, auf dem sie gedeihen, eine andere chemische Zusammensetzung zeigen, ist in der Pflanzenheilkunde gut bekannt. Thymian (thymus vulgaris) ist reich an Phenol in Südfrankreich (Côte d'Azur), jedoch reich an Linalool in der Hohen Provence (Frankreich) und reich an Zitral in Spanien. Das ätherische Öl einer Wermutpflanze, die in der Gegend rund um Paris wächst, enthält maximal 19,5 % Thujon, jedoch 80,6 Prozent, wenn die Pflanze aus den Meeralpen stammt.
Diese Unterschiede in der Zusammensetzung haben natürlich auch sehr verschiedene therapeutische Wirkungen zur Folge.
Nun haben auch Nahrungsmittel, genauso wie Heilpflanzen, verschiedene physiologische Wirkungen – je nach ihrer Herkunft. Diese sind weniger schnell sichtbar, zeigen sich jedoch unausbleiblich mit der Zeit.
Über die chemischen Analysen hinaus, die nur den materiellen Aspekt der Dinge aufzeigen, sind auch die feineren Energien, die von den Nahrungsmitteln ausgehen, je nach Herkunftsort verschieden. Man kann sich leicht vorstellen, daß die Früchte und Gemüsearten sich genau entsprechend den Umweltbedingungen des jeweiligen Ortes entwickeln und also Temperatur, Feuchtigkeitsgrad, Sonnenbestrahlung usw. ganz bestimmte Energien hervorbringen. Ein Mensch, der nun in den genau gleichen Umweltbedingungen lebt, kann aus der Gleichart der Energie, die ihm heimische Nahrungsmittel bieten, also Nutzen ziehen.
Hingegen kann man die ungünstigen Folgen, die sich ergeben können, wenn jemand auf Dauer Lebensmittel zu sich nimmt, die nicht heimischen Ursprungs sind, am besten bei Personen beobachten, die dauernd im Ausland, in einer anderen klimatischen Zone leben: Am Anfang behalten sie eine relativ gute Gesundheit – wie auch wir, wenn wir für einige Wochen um Ausland Ferien machen. Mit der Zeit jedoch nimmt ihre Vitalität ab, ebenso die Resistenz gegenüber Krankheiten. Sie können ihr Energieniveau und den anfänglichen "Schwung" nicht beibehalten, und das Bedürfnis, Nahrungsmittel aus der Heimat zu genießen, zeigt sich früher oder später immer stärker.
Soll das bedeuten, daß ein Emigrant – so dies überhaupt möglich wäre – ausschliesslich Lebensmittel aus dem Land seiner Herkunft essen sollte? Nein. Denn natürlich geht es für ihn auch darum, sich den Lebensbedingungen seines Wohnortes anzupassen. Aber die Ernährung sollte eben zum Teil auch aus der Gegend seines Ursprunges stammen, da diese seinem Körper am besten entspricht.
Nun bleiben heute jedoch zumeist die Menschen in ihrer Heimat, während die Nahrungsmittel "emigrieren". Die aktuellen kommerziellen Methoden führen dazu, daß immer mehr Nahrungsmittel aus weit entfernten Ländern zu jeder Jahreszeit bei uns zu finden sind. Dennoch sollten wir das heimische Angebot bevorzugen, denn nur diese Lebensmittel bieten für jeden Menschen das ideale Energiepotential. Aber natürlich sollten wir den Begriff "heimisch" im Hinblick auf die Ernährung auch nicht zu eng fassen: Man muß nicht nur Gemüse aus dem eigenen Garten essen, um gesund zu bleiben. Wichtig ist das Bewußtsein für die Gleichart, die unseren Körper mit seiner "Heimatscholle" verbindet. Wenn wir das essen, was aus der Region, der Provinz oder auch der klimatischen Zone unserer Heimat stammt, respektieren wir das Gesetz der Gleichart und unterstützen, stärken damit unsere Gesundheit.
Christopher Vasey
Dieser Artikel basiert sich auf den Kenntnissen der Gralsbotschaft