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Wasser: Zustand
Für die Beurteilung des Zustands der Gewässer sind neben den qualitativen und quantitativen Aspekten auch die Wassertemperaturen und die Struktur der Fliessgewässer zu berücksichtigen.
Der Zustand der Gewässerqualität zeigt sich exemplarisch bei den Messungen der Spurenstoffe im Rhein bei der Rheinüberwachungsstation (RÜS). Der Rhein bei Basel führt 70% des gereinigten Abwassers aus der Schweiz. Von rund 380 analysierten Stoffen können im Durchschnitt zwischen 80 und 100 in Konzentrationsbereichen von einigen zehn Nanogramm (ng/l) und einigen Mikrogramm (µg/l) pro Liter festgestellt werden. Aufgrund erhöhter Stoffkonzentrationen macht die RÜS pro Jahr rund 20 Meldungen und Ursachenabklärungen, um die Einleitung der Stoffe in den Rhein zu unterbinden.
Die grösseren Fliessgewässer im Kanton Basel-Landschaft zeigen mit rund 80 bis 90 Stoffen eine ähnliche Anzahl von polaren Spurenstoffen wie der Rhein. Auch die Konzentrationsbereiche der Stoffe sind vergleichbar. Da die Spurenstoffe via Infiltration ins Grundwasser gelangen können, ist es nicht erstaunlich, dass auch in den Grundwasservorkommen in den Tälern Spurenstoffe gefunden werden. Die Anzahl polarer Stoffe im Grundwasser liegt mit rund 40 bis 60 Stoffen etwas tiefer, die Konzentrationswerte sind jedoch vergleichbar mit jenen in den Oberflächengewässern.
Über die Landwirtschaft, aber auch private Gärten werden Pflanzenschutzmittel in die Gewässer eingetragen. In den kleineren Bächen können immer wieder Überschreitungen der chronischen und teilweise sogar der akut toxischen Konzentrationen für Kleinlebewesen festgestellt werden. Selbst im Grundwasser gibt es lokal Überschreitungen des Anforderungswertes von 0,1 µg/L.
Ein klassischer Parameter zur Beurteilung der Grundwasserqualität ist das Nitrat. Im Kanton Basel-Landschaft wird das Qualitätskriterium für Nitrat von 25 mg/L an rund 10% der Messstellen überschritten. Dies ist hauptsächlich auf die landwirtschaftliche Nutzung in den Einzugsgebieten der Fassungen zurückzuführen. Im Kanton Basel-Stadt weisen rund 40% der Messstellen einen Wert von über 25 mg/L auf. Hier ist die erhöhte Konzentration vermutlich auf lecke Abwasserleitungen zurückzuführen.
Für eine optimale Entwicklung und günstige Lebensbedingungen von Forellen und Äschen sollte die Wassertemperatur der Oberflächengewässer 20°C nicht überschreiten. Im Sommer, bei hohen Lufttemperaturen und reichlicher Sonneneinstrahlung, ist dies in grossen Fliessgewässern nicht einzuhalten. Die Temperatur des Rheins bei Basel kann die Marke von 25°C übersteigen, und auch die Birs, die Ergolz und der Birsig weisen dann Temperaturen von deutlich über 20°C auf. Im Hinblick auf die Klimaerwärmung werden die Temperaturen der Fliessgewässer in Zukunft um rund 1 bis 4 Grad steigen.
Auch im Grundwasser ist zukünftig mit höheren Temperaturen zu rechnen. Heute liegen die Mittelwerte der Grundwassertemperatur in Basel-Stadt bei rund 14,5°C, in Basel-Landschaft bei rund 12,1°C. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind teilweise auf die unterschiedliche Höhenlage der Grundwasserleiter zurückzuführen. Die Erhöhung der Temperaturen in Basel-Stadt liegt in erster Linie aber an der Wärmeabgabe von Gebäuden ins Grundwasser, da zahlreiche Sockelgeschosse bis ins Grundwasser hineinreichen. In beiden Kantonen ist ein leichter Trend zur Zunahme der Temperaturen aufgrund des Klimawandels festzustellen.
Die Wasserführung in den Fliessgewässern ist sehr unterschiedlich. Während im Rhein, bedingt durch sein grosses Einzugsgebiet, stets eine für die Lebewesen und die Brauchwassernutzungen ausreichende Wassermenge fliesst, können kleinere Fliessgewässer in Basel-Landschaft im Sommer sogar austrocknen. Die geringen Wasserführungen in den Oberflächengewässern sind natürlich bedingt, werden jedoch durch die Nutzung von Quellen und lokalen Grundwasservorkommen für die Wasserversorgung weiter reduziert. Hinzu kommt die Ableitung des lokal genutzten Trinkwassers in regionale Kläranlagen im Unterlauf der Flüsse, was den Oberläufen Wasser entzieht. Durch den Klimawandel ist in Zukunft mit längeren Trockenzeiten und damit mit wesentlich geringeren Wasserführungen in den Flüssen im Kanton Basel-Landschaft zu rechnen.
Neben der Wasserqualität und der Wassertemperatur spielt für die Lebewesen in Fliessgewässern auch der Zustand der Fliessgewässerstruktur eine wesentliche Rolle. Wie naturnah oder -fern ein Gewässerabschnitt ist, wird mithilfe des Modulstufenkonzepts beurteilt. Darin sind verschiedene Kriterien zur Beurteilung des Lebensraumes Fliessgewässer enthalten. In beiden Kantonen sind grosse Gewässerabschnitte beeinträchtigt oder sogar eingedolt (Basel-Landschaft 40%, Basel-Stadt 80%). In Basel-Stadt können nur 15% der Fliessgewässer als naturnah oder wenig beeinträchtigt eingestuft werden. Im Kanton Basel-Landschaft sind es immerhin 60%.