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Sarkoid
Das Equine Sarkoid ist der häufigste Tumor beim Pferd und ist ein gemischt fibroblastischer und epithelialer Tumor, der nur in der Haut vorkommt. Verschiedene chirurgische sowie lokale Therapien stehen zur Verfügung. Aufgrund hoher Rezidivrate nach Behandlung ist die Prognose gut bis vorsichtig.
Wissenswertes zu Sarkoiden
Was sind Equine Sarkoide?
Das Equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor beim Pferd.
Das Equine Sarkoid kann selten einzeln oder sehr häufig multipel auftreten und besitzt die Fähigkeit des lokal infiltrativen Wachstums in die Haut, Unterhaut und manchmal auch in das Muskelgewebe.
Beim Equinen Sarkoid werden heute sechs verschiedene Formen unterschieden:
- Okkult
- Verrukös
- Nodulär
- Fibroblastisch
- Bösartige und gemischte Formen (auf dem Bild gezeigt)
Mögliche zugrundeliegende Ursachen
Die genaue Ursache von Equinen Sarkoiden ist unklar. Das Bovine Papillomavirus (BPV) konnte wiederholt als auslösendes Agens bestätigt werden. Es ist noch unklar, wie lange die Zeit zwischen Infektion und Entwicklung von Sarkoiden beträgt und ob auch jede Infektion zu einem Tumorwachstum führt.
Neben dem BPV müssen zusätzlich weitere Faktoren zusammentreffen, um das Wachstum des Equinen Sarkoids auslösen zu können. Dazu zählen eine genetische Prädisposition und vermutlich auch eine traumatisierte Hautregion. Somit ist das Risiko von einer Ansteckung von Pferd zu Pferd sehr unwahrscheinlich.
Am häufigsten betroffene Regionen
Das Equine Sarkoid kann an allen Körperregionen vorkommen, wobei der Kopf, die Unterseite des Rumpfes (v.a. zwischen den Vorder- und Hinterbeinen), wie im Besonderen auch die Genitalregion häufig betroffen sind.
Bei den Eseln sind die Regionen um die Genitalorgane überproportional häufig betroffen.
Wie kann ich rausfinden ob mein Pferd ein Sarkoid hat?
Makroskopisch kann ein Sarkoid häufig vermutet werden, wobei eine histologische Untersuchung (mikroskopische Untersuchung einer Biopsie) für die korrekte Diagnose erforderlich ist. Da die Biopsie in gewissen Fällen das Sarkoid zu vermehrtem Wachstum anregen kann, wird diese erst genommen, wenn ein therapeutischer Plan vorhanden ist.
Wissenswertes zur Behandlung von Sarkoiden
Die Beratung
Eine intensive und ausführliche Beratung ist einer der wichtigsten Punkte bei der Wahl der Behandlung. Wir erklären Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten und empfehlen Ihnen eine Behandlungsmethode spezifisch für Ihr Pferd. Wir beantworten in aller Ruhe alle Ihre Fragen über Ablauf, Kosten, Risiken, Ergebnis und Nachsorge.
Was sind mögliche Behandlungen?
Abhängig von der Lokalisation und Form des Equinen Sarkoids stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wir beraten Sie bei der optimalen Therapie für Ihr Pferd.
Nachfolgend einige häufig verwendete Behandlungsmöglichkeiten:
- Chirurgische Entfernung
- Entfernung mit dem Laser
- Kryochirurgie (Gefrieren)
- Chemotherapie
- Immunotherapie
Die chirurgische Entfernung
Kleine, gut abgrenzbare Sarkoide können mit einer guten Prognose und kleiner Rezidivierungsrate chirurgisch entfernt werden. Dabei ist es wichtig, dass mindestens ein bis zwei Zentimeter gesundes umliegendes Gewebe mit entfernt wird.
Die Entfernung mit dem Laser
Mit dem Laser könne kleine, gut abgrenzbare Sarkoide entfernt werden. Der Vorteil des CO2-Lasers ist ein geringeres Risiko Tumorzellen zu verschleppen, da der Laser gleichzeitig die Blutgefässe und Lymphgefässe verschliesst und das Gewebe nicht direkt berührt wird. Zusätzlich wird die Rezidivrate durch die Sterilisation der Wundränder mit dem Laser weiter verringert.
Kryochirurgie
Bei der Kryochirurgie wird das Sarkoid schnell auf minus 20°C abgekühlt, um alle Zellstrukturen einzufrieren und danach langsam aufgetaut. Dieser Auftauvorgang bewirkt einerseits eine Zellzerstörung, andererseits eine Blut- und Sauerstoffunterversorgung des Tumorgewebes. Aufgrund erhöhter Aktivität der Tumorzellen sind die bösartigen Zellen empfindlicher gegenüber Temperaturveränderungen als gesunde Zellen.
Trotzdem können sich Nebenwirkungen wie Schwellungen, Rötungen, kleine Blutungen und lokale Ödeme im umliegenden Gewebe ergeben. Die Abheilungszeit beträgt im Durchschnitt etwa 2-3 Monate, wobei das nachwachsende Gewebe meist zuerst haarlos ist und später meist weisse Haare nachwachsen. Die Kryochirurgie in Kombination mit der chirurgischen Entfernung hat eine gute Erfolgsrate.
Chemotherapie
Verschiedene Chemotherapeutika wie Cisplatin können direkt in den Tumor injiziert werden. Es sind in der Regel mehrere Behandlungen im Abstand von 2 Wochen erforderlich. Weitere Chemotherapeutika wie Liverpoolsalbe oder 5-Fluorouracil können lokal als Salbe auf die Sarkoide aufgetragen werden. Für jede Salbe gibt es ein Therapieplan. Gewisse Salben werden nur an der Klinik selber aufgetragen und nicht mit nach Hause gegeben, weil der Therapieplan je nach lokaler Reaktion angepasst werden muss. Auch brauchen die Pferde meistens zusätzlich entzündungshemmende Medikamente. Hierbei müssen strikte Vorsichtsmassnahmen, wie das Tragen von Handschuhen, eingehalten werden.
Immunotherapie
Verschiedene Therapien und Impfungen, die das eigene Immunsystem des Pferdes beeinflussen und somit den Tumor bekämpfen werden bei Equinen Sarkoiden angewendet.
Die BCG-Impfung wurde als Human-Impfstoff gegen Tuberkulose entwickelt, wird heute jedoch vor allem für grossflächige Sarkoide und Sarkoide im Bereich der Augen verwendet. Meist sind mehrere Behandlungen im Abstand von zwei Wochen erforderlich. Die Abheilung beginnt bereits während der Therapie, dauert jedoch meist mehrere Monate. Der grosse Vorteil ist, dass keine Hautdefekte entstehen.
Lokal wird Aldara® als Salbe zur Therapie von Equinen Sarkoiden verwendet. Die immunmodulatorische Wirkung erzielt vor allem bei okkulten und verrukösen Sarkoiden mit unklarer Begrenzung sehr gute Erfolge. Die Behandlung erfolgt in unterschiedlichen Abständen, abhängig von der Reaktion, über mehrere Wochen bis Monate, bis der Tumor vollständig verschwunden ist.
Wissenswertes zur Operation
Wer operiert mein Pferd?
Um den höchsten Standard zu gewährleisten, werden Operationen von einem Chefarzt oder einer erfahrenen Oberärztin, einem erfahrenen Oberarzt geleitet.
Vollnarkose oder Sedation
Je nach Ausmasse und Lage der Sarkoide sowie dem Charakter des Pferdes wird entschieden, ob eine Vollnarkose notwendig ist für die Sarkoidentfernung (falls eine chirurgische Herangehensweise geplant ist). In den meisten Fällen können Sarkoide unter Sedation und Lokalanästhesie entfernt werden.
Vollnarkosen bei Pferden sind für uns Routine. Die heutigen sehr schonenden Narkosemethoden sind sicher und deutlich weniger belastend als frühere Methoden. Alle Narkosen werden von speziell hierfür ausgebildete Tierärzte durchgeführt.
Vor einer Operation wird Sie der zuständige Tierarzt über die Operation, die notwendige Narkose, allfällige Risiken und mögliche Komplikation informieren und Ihre Einwilligung für den Eingriff einholen. Bitte zögern Sie nicht, Fragen zu stellen um Unklarheiten oder Unsicherheiten zu vermeiden.
Ungefähr eine Stunde nach der Aufstehphase wird Ihr Pferd wieder in die Box gebracht und Sie können es ab diesem Zeitpunkt zu den normalen Besuchszeiten besuchen.
Die Nachsorge
Die Nachsorge ist für eine optimale Heilung und ein schönes Ergebnis sehr wichtig. Wir erklären Ihnen worauf sie bei Ihrem Pferd zu Hause achten müssen, was Ihr Pferd machen darf und was nicht. Zudem erhalten Sie einen schriftlichen Bericht mit genauen Anweisungen. Die Nachsorge zu Hause wird durch Ihren Privattierarzt überwacht, diesen informieren wir bevor Ihr Pferd nach Hause geht.
In der Regel benötigt Ihr Pferd eine Ruhezeit von bis zu 4 Wochen und kann anschliessend progressiv aufgebaut werden. Die Ruhezeit ist abhängig von der Operationsmethode.
Die Prognose und Abheilzeit
Die Prognose ist vorsichtig bis gut aufgrund der hohen Rezidivrate der Sarkoide. Gerade die Therapie von Rezidiven kann sehr hartnäckig sein. Auch spielt die Lage und die Grösse des Sarkoids ein grosse Rolle. Wichtig ist nicht abzuwarten bis Sarkoide zu gross wachsen, je kleiner sie sind desto einfacher sind sie zu entfernen.
Sobald Sie merken, dass ein Sarkoid sich in der Grösse und im Aussehen verändert, empfehlen wir, dass Sie Ihren Privattierarzt konsultieren.
Die Abheilzeit kann je nach Behandlung und Lokalisation des Sarkoids unterschiedlich sein. Manchmal ist eine Weiterführung der Behandlung notwendig. Wir informieren Sie über die mögliche Abheilzeit von Ihrem Pferd im Beratungsgespräch.
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