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Gymnasium Neufeld Läufer:innen befinden sich national und international auf der Überholspur
SCHNELLE BEINE sind am Gymnasium Neufeld in den letzten Jahren zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Mittelstreckenläuferin Delia Sclabas, die im Sommer 2019 am Gymnasium Neufeld ihre Maturprüfungen ablegte sowie die Hürdensprinterin Ditaji Kambundji, welche 2023 ihre Ausbildung am Gymnasium Neufeld erfolgreich abschloss, waren die schillernden Vorreiterinnen als national und international erfolgreiche Athletinnen in Laufdisziplinen. Nun drängt die nächste erfolgreiche Generation an Nachwuchs-Läufer*innen, die am Gymnasium Neufeld ihre Maturität erlangen werden, im Höchsttempo nach.
Die Entwicklung, die die Hürdensprinterin Valerie Guignard aus der 24Wt, der 800m-Spezialist Ramón Wipfli aus der 24Ws und der Steeple- und Mittelstrecken-Läufer Aarno Liebl aus der 25Ws in den letzten beiden Jahren an den Tag gelegt haben, ist mehr als bemerkenswert. Einerseits haben sie ihre Leistungsfähigkeit rein zeitmässig in kurzer Zeit enorm gesteigert, andererseits haben sie mit nationalen und internationalen Medaillengewinnen beeindruckt.
Valérie Guignard, die noch im Jahr 2021 aus Verletzungsgründen auf eine komplette Trainings- und Wettkampfsaison hatte verzichten müssen, holte sich im Januar 2022 den U-20 SM-Titel über 60m Hürden in der Halle und deutete ein halbes Jahr später mit der eher überraschen Finalqualifikation an den U-20-Weltmeisterschaften in Cali (Kolumbien) einen möglicherweise anstehenden Leistungssprung an. Nur ein Jahr später folgten diesen Sommer der Gewinn der SM-Silbermedaille hinter Ditaji Kambundji sowie die Silbermedaille an den U-20 Europameisterschaften in Israel.
Während ihre persönliche Bestzeit über 100m Hürden im Jahr 2020 noch 13,93 Sekunden betrug, lief sie in Cali bereits nach 13,41 Sekunden über die Ziellinie. Die Silbermedaille an der U-20 EM holte sich die für den TV Länggasse startende Athletin dieses Jahr in ihrer bisherigen Bestzeit von 13,23 Sekunden, womit sie noch knapp acht Zehntelsekunden über der Bestzeit von Ditaji Kambundji liegt, die sich dieses Jahr unter den besten acht Hürdenläuferinnen der Welt eingereiht hat.
Ramón Wipfli hat der vergangenen 800m-Saison sowohl schweizweit als auch international den Stempel aufgedrückt. Der 800m-Lauf (oder die halbe Meile) ist einer der Klassiker der Leichtathletik und gehört nominell zu den Mittelstrecken, wobei allein das Durchschnittstempo des bisher weltweit schnellsten 800m-Läufers (David Rudisha aus Kenia) von über 28 km/h ausreicht, um zu verstehen, dass Ramón Wipfli auch ein Sprinter sein muss.
1:55,09 (2020), 1:50,33 (2021), 1:48,90 (2022) und 1:46,73 (2023): Ein Blick auf die persönlichen Bestzeiten von Ramón Wipfli aus den vergangenen vier Wettkampf-Saisons zeigen auf, welche enorme Leistungssteigerung der für den STB startende 19-Jährige während seiner bisherigen gymnasialen Zeit vollbracht hat. Nebst den Zeiten der letzten Jahre, die sich kontinuierlich nach unten entwickelt haben, ist ganz besonders auch das Jahr 2023 eine grossartige Geschichte.
Im Mai hatte er an der Laufnacht Karlsruhe in 1:48,22 einen ersten Sieg geholt und damit ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. An der Team-EM in Polen im Juni siegte Ramón bei den Aktiven mit seiner bisherigen persönlichen Bestzeit von 1:46,73. Im Sommer holte er sich in Bellinzona den Schweizermeister-Titel bei der Elite und an den U-20 Europameisterschaften in Jerusalem (Israel) die Silbermedaille. Zum Abschluss der Saison sicherte sich Ramón auch an den U-20 Schweizermeisterschaften in Lausanne über 400m und 1500m die Goldmedaillen!
Der um ein Jahr jüngere Aarno Liebl kann ebenfalls auf ein sehr erfreuliches 2023 zurückblicken. Bereits ein Jahr zuvor hatte der für den STB startende Berner mit dem U-18 SM-Titel über 1500m und der Bronzemedaille im 2000m Steeple-Rennen an den U-18 Europameisterschaften in Jerusalem in einer Allzeit-Bestleistung von 5:40,45 Minuten zwei Ausrufezeichen gesetzt.
Im Jahr 2023 folgten in regelmässigen Abständen Bestätigungen des grossen Potentials und der an Fahrt gewinnenden Entwicklung von Aarno, der an vielen Wettkämpfen in Kategorien älterer Mitstreiter am Start war. So schaffte der Achtzehnjährige mit seinem Sieg an der Laufnacht Karlsruhe über 3000m Steeple in einer Zeit von 8:54:23 die Limite für die U-23 Europameisterschaften, holte sich den Schweizermeistertitel über 3000m Steeple in der U-23 Kategorie und bei der Elite die Bronzemedaille. An den U-20 Europameisterschaften belegte er als einer der jüngsten Teilnehmer in persönlicher Bestzeit von 8:52,82 über 3000m Steeple den fünften Rang. Und schliesslich holte sich Aarno zum Saisonende nach einem spannenden Zweikampf mit seinem um ein Jahr älteren Schulkollegen Ramón Wipfli an den Schweizermeisterschaften in der U-20 Kategorie die Silbermedaille über 1500m.
Aarno sieht die grössten Vorteile der Sportklasse für seine persönliche Entwicklung in der Tatsache, dass ihm für Training und Regeneration ausreichend Zeit zur Verfügung stand – auch dann, als alters- und leistungsbedingt ein deutlich höherer Trainingsaufwand notwendig wurde. Damit blieb er verletzungsfrei und konnte sowohl sportlich als auch schulisch erfreuliche Resultate liefern. Aarno ist aber auch froh, ist es ihm gelungen auch ausserhalb seiner Sportklasse Kontakte zu knüpfen und sich in Unterrichtsgefässen mit Schüler*innen, die nicht Teil der Talentförderung sind, unterhalten zu können: «Es ist mein Bedürfnis, mich im Leben nicht nur mit Sport – einem grossen Teil meiner Identität – zu befassen, sondern auch mit anderen Aspekten des sozialen Lebens wie zum Beispiel Literatur, Politik und Musik in Kontakt zu kommen. Einen solchen Austausch ermöglicht mir am Gymnasium beispielsweise das Ergänzungsfach Geschichte, wo ich mit anderen Schüler*innen (die nicht in die Sportklasse gehen) den Unterricht besuche.»Diesen Artikel teilen: