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Bei der Haltestelle Chantier. Foto P. Sutter, Archiv Tramclub Basel
Areuse liegt 6 km südwestlich von Neuenburg.
Die Normalspurstrecken nach Neuenburg lagen alle etwas zurückgesetzt vom See, leicht erhöht am Hang. Man war der Ansicht dass die Seegemeinden mit den vorhandenen Schifffskursen genügend erschlossen wären. Die Bewohner waren diesbezüglich anderer Meinung und verlangten ebenfalls schnellere und häufigere Verbindungen zur Stadt. So kam es zum Bau mehrerer Tramlinien und der Dampfstrassenbahn nach Cortaillod und Boudry. 1892 konnte die Neuchâtel-Cortaillod-Boudry Bahn NCB eröffnet werden. 1901 fusionierte die NCB mit dem Neuenburger Tram zu den Tramways de Neuchâtel TN. 1984 wurde das Busnetz stark erweitert und die nicht einmal einen Kilometer lange Zweiglinie von Areuse nach Cortaillod wurde eingestellt und durch eine bis ins Dorf verlängerte Buslinie ersetzt.
In Areuse trennte sich die Linie nach Cortaillod von der Hauptlinie und führte auf Eigentrassee entlang der Strasse Richtung See an den Fuss des Winzerdorfes. Im ersten Streckendrittel wurde der Areuse-Fluss mit einer Eisenbrücke überquert. Da das Dorf Cortaillod etwas erhöht liegt konnte die Endstation nicht im Zentrum angelegt werden. Einzige Zwischenstation war Chantier. In Cortaillod gab es eine grössere Einstellhalle zum Abstellen der Reserve Fahrzeuge und der Museumswagen. An Kunstbauten waren nur die Metallbrücke über die Areuse sowie eine weitere kleinere Brücke vorhanden.
Die Fahrzeit betrug 4 Minuten.
Streckenskizze map.search.ch
Das Eigentrassee dieser, in der Schweiz wohl kürzesten Zweigstrecke, blieb als Veloweg auf der ganzen Länge erhalten. Die Eisenbrücke über die Areuse wurde schön renoviert im Gegensatz zur Brücke über einen kleinern Bach die durch eine Betonkonstruktion ersetzt wurde. Der Haltestellen-Unterstand in Chantier wurde an die Hauptstrasse versetzt (für den Bus), wogegen das Stationsgebäude in Cortaillod noch vorhanden ist. Die grosse Wagenhalle wurde abge-brochen. Vor dem Stationsgebäude in Cortaillod liegen noch die letzten Meter Gleis in der Betonplatte.
Diese kürzeste aller eingestellten Bahnstrecken lässt sich gut abwandern, allerdings ist die ganze Länge asphaltiert, teilweise als Fuss- und Veloweg oder auch als Quartierstrasse. Bei der Station Areuse der TN überqueren wir die Strassenverzweigung und gehen in genau südliche Richtung. Bei dieser Strasse sehen wir linkerhand einen durch Grünstreifen von der Strasse abgetrennten Fussweg. Dies ist das ehemalige Eigentrassee der TN. Bald schon kommen wir zum Fluss Areuse welcher mit einer schön renovierten Metallbrücke überquert wird (original Bahnbrücke). Etwas später zweigt ein schmales Strässlein, ehemaliges Trassee, links ab und führt dann wieder, getrennt durch eine Häuserzeile parallel zur Haupstrasse. Nach dem über-queren eines kleinen Baches und nun wieder als Fussweg sehen wir im Hintergrund bereits das kleine Stationsgebäude mit dem kurzen Gleisrest davor und dem grossen freien Platz auf dem die Wagenremise stand. Hier können wir den Bus besteigen und hinauf nach Cortaillod oder wieder zurück nach Areuse fahren.