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Im letzten «Tatort» gestand die Kommissarin, vor langer Zeit mal mit dem Mörder Sex gehabt zu haben – als Experiment, zum Wohle von Wissenschaft und Aufklärung. Ähnlich wissenschaftlich scheint mir die australische Studie, in der die Frage erforscht wurde: «Wie lange dauert durchschnittlicher Sex?»
Vier Wochen lang massen 500 – augenscheinlich heterosexuelle – Paare aus diversen Ländern jeden Geschlechtsakt mit der Stoppuhr und erzielten Zeiten zwischen 33 Sekunden und 44 Minuten; im Durchschnitt dauere Sex also 5,4 Minuten, hyperventilierten daraufhin sämtliche Medien.
Doch die Versuchsanordnung evoziert Fragen. «Gemessen wurde möglichst exakt ab dem Eindringen bis zum männlichen Orgasmus», wobei Durchschnittszeiten bis zur Ejakulation zu messen «keine einfache Sache» sei, wie der leitende Forscher betonte.
Jetzt fragt sich manche Leserin und auch ich, weshalb denn da überhaupt jeweils eine Frau teilnehmen musste. Die durchschnittliche Masturbationszeit männlicher Individuen hätte zweifellos ohne störende weibliche Laute, Wünsche oder gar Forderungen wissenschaftlich weit sauberer ermittelt werden können: reduziert auf ihn allein als Herr der Fantasien und des Handwerks.
Einen halbwegs passenden Titel fand ich übrigens nur in der Onlineausgabe der «Rheinischen Post»: «So lang kann Mann wirklich».