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Damit lehnte das Gericht auch Forderungen des umstrittenen Geschäftsmanns nach einer noch höheren Entschädigung ab. Der 72-Jährige soll zudem die Kosten für ein Schiedsverfahren tragen, das ihm 2008 die mehr als 400 Millionen Euro zugesprochen hatte.
Der schillernde Geschäftsmann hatte 1993 den drei Jahre zuvor erworbenen Sportartikelhersteller für umgerechnet 316 Millionen Euro an eine Investorengruppe verkauft, an der auch die damals staatliche Bank Crédit Lyonnais beteiligt war.
Schon im folgenden Jahr aber wurde Adidas weiterverkauft – für umgerechnet rund 700 Millionen Euro an den Geschäftsmann Robert Louis-Dreyfus. Tapie fühlt sich von der Crédit Lyonnais, die auch seine langjährige Hausbank war, hintergangen und um den wahren Mehrwert von Adidas betrogen.
Nach einer Reihe von Prozessen wurde 2007 ein privates Schiedsgericht angerufen, um dem jahrelangen Rechtsstreit ein Ende zu setzen. Dieses sprach Tapie 2008 inklusive Zinsen mehr als 400 Millionen Euro staatliche Entschädigung zu.
Bald aber wurden Betrugsvorwürfe laut: Unter anderem steht der Verdacht im Raum, dass Tapie wegen seiner Nähe zum damaligen Staatschef Nicolas Sarkozy eine Vorzugsbehandlung erhielt.
Ermittlungsverfahren wegen Betrugs
Gegen Tapie und weitere Beschuldigte laufen inzwischen Ermittlungsverfahren wegen Betrugs. Das Pariser Berufungsgericht kippte deswegen im Februar den umstrittenen Schiedsspruch und setzte neue Verhandlungen an. In diesen forderte Tapie eine noch höhere Entschädigungszahlung – zwischen 516 Millionen und 1,174 Milliarden Euro.
Das Pariser Berufungsgericht lehnte dies nun ab. Den an den Transaktionen beteiligten Crédit-Lyonnais-Töchtern könne kein Fehlverhalten vorgeworfen werden. Ausserdem habe der Verkaufswert von Adidas im Jahr 1993 dem tatsächlichen Wert zu diesem Zeitpunkt entsprochen. Tapie habe damals über die selben Informationen über die Aussichten einer Adidas-Sanierung verfügt wie die Bank.
Das Adidas-Geschäft hat bereits eine Reihe von französischen Gerichten beschäftigt. Die 2008 beschlossene Entschädigungszahlung entwickelte sich zu einer gewaltigen Finanzaffäre, die der heutigen Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, ein Ermittlungsverfahren einbrachte. Sie war damals Frankreichs Finanzministerin, rief das Schiedsgericht an und akzeptierte dessen Schiedsspruch.
(SDA)