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dichtere Baumkronen zu erhalten. Sind diese Gewächse Frühjahrsblüher
(Akazien,
Callistemon,
Azaleen), so geschieht das Beschneiden erst
nach Beendigung der Blütezeit. Dieser allgemeine Frühjahrsschnitt an
Topfpflanzen wird größtenteils während des
Verpflanzens
der Gewächse vorgenommen. Der Schnitt ist stets mit scharfen
Instrumenten
(Messer,
[* 2] Gehölzschere, Baumsäge) auszuführen,
und es dürfen nur glatte Schnittwunden hinterlassen werden, weshalb auch die vermittelst der Säge
[* 3] verursachten
Wunden nachträglich mit dem
Messer glattzuschneiden sind.
Alle bedeutendern Schnittflächen sind mit
Baumwachs zu verstreichen,
da sie andernfalls schwer überwallen und leicht durch Eindringen von Nässe in das Holz
[* 4] zu Faulstellen Veranlassung geben.
(grch. peritome; lat.circumcisio;
hebr. mila), die bei verschiedenen Völkern noch jetzt herrschende
Sitte, die
Vorhaut des männlichen
Gliedes (s. Geschlechtsorgane)
ab- oder einzuschneiden. Diese Körperverstümmelung fand sich im
Altertum besonders in
Äthiopien (nach Herodots
Bericht),
Ägypten
[* 5] und den an dieses angrenzenden asiat. Landschaften und wird noch jetzt von
Juden, Kopten,
[* 6] christl. Abessiniern und
Mohammedanern, außerdem von sehr vielen afrik., von amerik. und austral.
Völkerschaften geübt. Durch den
Islam ging sie von den
Arabern, die sie auf Ismael zurückführten, zu
Türken, Persern und
Indern über.
Bei den Ägyptern geschah sie im 14. Lebensjahre (nach
1 Mos. 17, 25),. wohl nur im Priester- und Kriegerstande,
bei den Völkern des
Islams erfolgt sie zwischen 6. und 15., meist aber im 13.; die
Juden vollziehen sie am achten
Tage nach
der
Geburt. Doch scheint sie zur Zeit des alten Israels beim Eintritt der Mannesreife vorgenommen worden zu sein.
Jeder
Jude, nötigenfalls auch eine Frau, darf sie verrichten; sie geschieht in der Regel mit feierlichem Ritus von eigens
darin geübten Männern, genannt Mohel,d. i. Beschneider. An einigen Orten ist ein Wundarzt zugegen.
Dieser seltsame Gebrauch hat sicher nichts mit diätetischen Rücksichten (Reinlichkeit u. a.)
zu thun, die dem höchsten
Altertum, in das er zurückreicht, völlig fremd sind, sondern wurzelt wie die meisten traditionellen
Körperverstümmelungen in religiösen
Anschauungen der Vorzeit, wie denn die Beschneidung noch jetzt bei vielen wilden Völkern die
Aufnahme unter die waffen-, heirats- und kultfähigen
Männer des
Stammes bedeutet.
Wohl zu unterscheiden sind von der Beschneidung der
Knaben die
Operationen an den weiblichen
Geschlechtsteilen, besonders der Klitoris,
die in vielen, namentlich mohammed.
Ländern herkömmlich sind und vielfach gleichfalls Beschneidung benannt werden. – An die
Stelle
der Beschneidung ist in der christl.
Kirche die
Taufe getreten. Die BeschneidungChristi (Beschneidungsfest,festum circumcisionis)
wurde nach
Luk. 2, 21. bereits gegen Ende des 4. Jahrh. im
Abendlande am 2. Jan. kirchlich gefeiert, ursprünglich als
Buß- und
Fasttag, später als Freudenfest. –
Über dieVerbreitung der Beschneidung vgl. H. Ploß, DasKind in Brauch und
Sitte der
Völker (2. Aufl., 2 Bde., Berl.
1882); ders., Geschichtliches und Ethnologisches über Knabenbeschneidung (Lpz. 1885).
Wer infolge seines Lebenswandels die Unbescholtenheit verscherzt (z. B.
Vagabunden und öffentliche Dirnen), wer wegen gemeiner
Vergehen auch ohne Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft
ist, wird von der Obrigkeit wie von der Gesellschaft anders angesehen als ein Unbescholtener. Bei der
Übertragung einer
Vormundschaft, einer Pflegschaft, einer Konkursverwaltung, bei der Prüfung der Glaubwürdigkeit des Zeugnisses,
bei der Auswahl zum
Geschworenen oder Schöffen, bei der Frage,
ob der von den Eltern verweigerte Ehekonsens richterlich zu
ergänzen ist, ob eine
Person aus einer Genossenschaft ausgestoßen, von der
Börse ausgeschlossen werden
darf, in eine
Innung aufzunehmen ist, kommt noch jetzt die in Betracht. Die
Römer
[* 7] faßten derartige Fälle zusammen mit der
Bezeichnung infamia facti oder turpitudo (S. auch
Anrüchigkeit und Ehre.)
Unterthanenverstand, meist ironisch gebrauchter
Ausdruck, herzuleiten aus einem
Erlaß des preuß. Ministers
von Rochow vom worin folgender
Satz vorkommt: «Es ziemt dem
Unterthanen nicht, die Handlungen des Staatsoberhauptes
an den Maßstab
[* 8] seiner beschränkten Einsicht anzulegen.»
Die Beschränkungen des Eigentümers in der
Verfügung über sein Grundstück bestehen teils
im Interesse der Nachbarn (s. Legalservituten), teils in allgemeinem Interesse.
Dahin gehören die Beschränkungen der Waldeigentümer
zur
Erhaltung der Forsten (s. Forstpolizei und Waldgenossenschaften), die baupolizeilichen Beschränkungen (s.
Baupolizei), die Rayonbeschräntungen (s. Festungsrayon), die Deichlasten (s.
Deich),
[* 9] die Zwangspflicht zur
Bildung von Wassergenossenschaften (s.
Wasserrecht), die sich aus dem
Bergrecht
(s.
Bergwerkseigentum 4) ergebenden Beschränkungen, die Unterwerfung unter die Enteignung (s. d.).
im weitesten
Sinne die sprachliche
Darstellung eines Gegenstandes durch Angabe mehrerer
Merkmale. Sie giebt
das Eigentümliche seiner Erscheinung, versinnlicht, individualisiert ihn, während die Erklärung abstrakt ist, den Gegenstand
generalisiert. Gegenstand der Beschreibung kann jedes wirkliche oder als wirklich gedachte Ding
sein (s. Erzählung); doch gehören vorzugsweise die Werke der Natur und Kunst sowie körperliche
und geistige Zustände und Charaktere hierher.
Die Beschreibung muß treu und anschaulich sein, d. h. sie darf nur vorhandene Züge
bieten und muß diese zu einem
Bilde gestalten, das die wirkliche
Anschauung ersetzt. Da die Beschreibung gewöhnlich
belehren oder auf die
Phantasie wirken soll, so hat man sie in Lehrbeschreibung oder Beschreibung schlechtweg und in
Schilderung eingeteilt.
Die poetische Beschreibung oder
Schilderung will durch Zusammenfassung mannigfaltiger, die
Phantasie anregender
Merkmale das Gefühl auf
eine bestimmte
Weise erregen, und löst ihre
Aufgabe um so sicherer, je lebendiger sie individualisiert.
Ein Gedicht, dessen Zweck die ästhetische Beschreibung eines Ganzen ist, heißt ein beschreibendes, im engern
Sinne eins, das einen
Naturgegenstand behandelt. Die
¶
mehr
malerisch-beschreibende Poesie, eine untergeordnete Gattung, hat sich vornehmlich bei den Engländern ausgebildet. Durch den
Einfluß der engl. Litteratur beherrschte sie von der Mitte des 17. bis zur Mitte des 18. Jahrh.
ganz Europa;
[* 11] Lessings «Laokoon» machte ihrer Vorrangsstellung ein Ende.
In den Wissenschaften heißt Beschreibung die genaue Darlegung eines beobachteten Thatbestandes; beschreibende (deskriptive)
Wissenschaft eine solche, die über die Beschreibung des Thatbefundes nicht hinausgeht. Ihr steht gegenüber die erklärende
Wissenschaft oder Theorie, welche die Thatsachen auch erklären, d. h. auf ihr Gesetz bringen will.