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Neher,
Bernhard, Historienmaler, geb. zu Biberach in Württemberg, erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und vom Maler Müller, genoß dann in Stuttgart von 1822 an den Unterricht Danneckers und Hetschs, erhielt aber seine Hauptausbildung auf der Akademie in München unter Cornelius. Infolge eines Kartons: Joseph wird von seinen Brüdern erkannt, und eines Ölbilds: Tod des Herzogs Ulrich von Württemberg bei Döffingen, erhielt er ein Reisestipendium und verweilte vier Jahre in Rom, wo er die Auferweckung des Jünglings zu Nain malte (1831, Museum in Stuttgart).
Nachdem er noch Neapel besucht hatte, kehrte er nach München zurück und begründete 1833 seinen eigentlichen Ruf durch das meisterhafte Freskobild des Isarthors: Einzug des Kaisers Ludwig des Bayern nach der Schlacht von Ampfing. Bald nachher malte er für die Großherzogin von Weimar in den Dichterzimmern des dortigen Schlosses 34 Freskobilder nach Schillers und 28 nach Goethes Dichtungen. Nachdem er dann fünf Jahre Direktor der Akademie in Leipzig gewesen war, ging er 1846 als Professor an die Kunstschule in Stuttgart, deren Direktorat er 1854-79 verwaltete.
Dort entfaltete er eine reiche Thätigkeit sowohl in Ölbildern wie in Kartons für Glasgemälde, die sich durch Adel der Empfindung und Auffassung sowie Großartigkeit des Stils auszeichnen. Es sind unter den Ölbildern z. B.: eine Kreuzigung in der Kirche zu Ravensburg (1850), eine Kreuzabnahme (Museum in Stuttgart), der Frühling von Zephyren getragen, Noahs Dankopfer (1861), Christus segnet die Kinder, Abrahams Fürbitte für die Gerechten in Sodom (1872) und unter den Kartons zu Glasmalereien vor allen die sechs Fenster der Stiftskirche in Stuttgart, die, mit der Geburt Christi beginnend, mit dem Neuen Jerusalem und der Anbetung des Lammes schließen werden; ebenso die der Leonhardskirche, der Schloßkapelle und der neuen Johanniskirche. Er ist Mitglied der Akademien zu München und Wien und Inhaber zahlreicher Orden.