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Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien hat am Donnerstag die vorläufige Freilassung des serbischen Ultranationalisten Vojislav Seselj angeordnet. Seselj soll sich bis zur Urteilsverkündung in Serbien behandeln lassen dürfen.
Der wegen schwerer Verbrechen in Bosnien und Kroatien während der Balkankriege angeklagte 60-Jährige sei aus gesundheitlichen Gründen entlassen worden, sagte Gerichtssprecherin Magdalena Spalinka.
Dem Angeklagten ist es während dieser Zeit auf freiem Fuss verboten, Kontakt zu Zeugen oder Opfern aufzunehmen. Zudem muss er nach Den Haag zurückkehren, sobald das Gericht ihn dazu auffordert.
Seseljs Serbische Radikale Partei (SRS) hatte im Oktober die umgehende Freilassung ihres Vorsitzenden gefordert, der sich im Dezember 2013 einer Darmkrebs-Operation unterziehen musste. Nach Angaben der SRS leidet er inzwischen auch unter Leberkrebs.
Seselj muss sich wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Zeit der Balkankriege Anfang der 90er vor dem Tribunal verantworten. Die Anklage fordert 28 Jahre Haft für Seselj, der sich in Den Haag selbst verteidigt. Der serbische Ultranationalist hatte sich im Februar 2003 freiwillig dem Tribunal gestellt. Er plädiert auf unschuldig.
Während des Verfahrens wurde der 60-Jährige bereits mehrfach wegen Missachtung des Gerichts zu Haftstrafen zwischen 15 und 24 Monaten verurteilt.