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Gebenstorf
Der alte Dorfkern liegt zwischen dem Ostufer der Reuss und dem westlichen Abhang des Gebenstorfer Horns, einer Erhebung des Tafeljuras. In einer Flussschlaufe der Reuss liegt der Ortsteil gleichen Namens, der mit Gebenstorf zusammengewachsen ist.
Geografie
Etwa einen Kilometer nördlich des Dorfzentrums fliesst die Reuss in die Aare, nochmals einen Kilometer weiter entfernt befindet sich die Mündung der Limmat. Limmat und Aare bilden eine 900 Meter lange und 300 Meter breite Halbinsel, auf der die Ortschaft Vogelsang liegt. Die Spitze der Halbinsel wird durch einen künstlich angelegten Kanal durchschnitten, der als Energiequelle für eine ehemalige Baumwollspinnerei diente. Im Mündungsbereich von Aare und Limmat liegen ausserdem drei aus Sedimenten entstandene Inseln.
Geschichte
In einem Dokument aus dem Jahr 1247 wird der Name «Gebenstorf» erstmals urkundlich erwähnt. Das Wasserschloss war allerdings lange vorher besiedelt. Ein keltisches Bronzeschwert aus dem Bereich der Limmatmündung deutet darauf hin. In Wil bei Turgi steht am ursprünglichen Standort die Kopie eines im Landesmuseum aufbewahrten römischen Meilensteins. Er beweist, dass die römische Strasse von Vindonissa (Windisch) nach Aquae Helveticae (Baden) durch Gebenstorf lief. Um 1830 brach die Industrie in die bisherige kleinbäuerliche Lebenswelt ein. Damals entstanden in Turgi und Unterwindisch zwei der grössten Spinnereikomplexe der Schweiz. Einheimische aus armen Einkommensschichten fanden hier Arbeit. Seine Lage im Herzen des Wasserschlosses machte Gebenstorf während des Zweiten Weltkriegs zu einem militärisch wichtigen Ort. Im Engnis zwischen Bruggerberg und Gebenstorfer Horn bestand die letzte Gelegenheit, einen von Norden eindringenden Gegner daran zu hindern, sich im schweizerischen Mittelland frei zu entfalten. Bunker und Tanksperren zeugen heute noch von der so genannten Limmatstellung von 1939/40. Wegen seiner guten Verkehrslage zwischen Baden und Brugg entwickelte sich Gebenstorf seit dem Krieg zum bevorzugten Wohnort. Zeitweise erlebte die Gemeinde einen ähnlich starken Wachstumsschub wie um 1830. Zwischen 1950 und 1990 verdoppelte sich die Bevölkerung auf 4000 Personen. Vom Arbeiterdorf der nahen Textilindustrie wurde Gebenstorf zur verkehrsgünstigen Wohngemeinde für viele Pendlerinnen und Pendler.