Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03262.jsonl.gz/1041

Autor: Josef Jungo
KerzersDie Änderung des Grenzschutzsystems treffe nicht nur die Produktion, führte der Präsident des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV), Fritz Glauser, aus. Auch die Müller befürchten, dass nach der Änderung des Schutzes ab dem 1. Juli 2009 die Mehlimporte stark zunehmen könnten.
Nach dem enttäuschenden Beschluss über das zweite Verordnungspaket der AP 2011 in Bezug auf die Direktzahlungen habe der SGPV beschlossen, sich im Gegenzug gegen die geplante Zollsenkung von vier Franken per Juli 2009 zu wehren. Im Rahmen des Projekts «Getreide 2015» hätten sich die Getreideproduzenten mit der Zollsenkung einverstanden erklärt, sofern die Hälfte dieser Einbussen mit Direktzahlungen kompensiert worden wäre, erklärte Fritz Glauser. Die Behörden gingen nicht auf diese Forderung ein. Sie gewährten lediglich eine Erhöhung von 60 Franken pro Hektare.
Der SGPV lehnt auch das Freihandelsabkommen mit der EU ab. Die Nachteile überwiegen die Vorteile bei weitem, sagte Glauser. Seine Kritik richtete sich an das Bundesamt für Landwirtschaft sowie an die Volkswirtschaftsdirektorin Doris Leuthard.
Die Delegierten stimmten dem von Direktor Olivier Sonderegger präsentierten Geschäftsbericht zu, genehmigten die Verbandesrechnung und nahmen Wahlen vor. Anstelle von Jean-Marc Muheim, Düdingen, wurde Elmar Rudaz, Schmitten, in den Vorstand gewählt.
Perspektiven sind düster
Die rund 30 000 Getreideproduzenten sind in Frankreich gewerkschaftlich organisiert, berichtete Direktor Hervé Le Stum. Die Getreideproduktion beträgt 55 bis 60 Millionen Tonnen. Etwa 25 Prozent dieser Menge werden exportiert. An der Getreidebörse in Rouen habe der Getreidepreis am Montag lediglich 140 Dollar pro Tonne betragen. Unter diesem Preisdiktat hätten auch die Produzenten zu leiden, erklärte der Referent. «Für die Landwirtschaft gibt es immer eine Art Perspektiven, aber wie diese längerfristig für die Produzenten aussehen würden, könne nicht abgeschätzt werden», antwortete Le Stum auf die Frage einer Journalistin.