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DER DEUTSCHE KONZEPTKÜNSTLER HANS-PETER FELDMANN IST GESTORBEN
04.06.2023 Der am 17. Januar 1941 in Düsseldorf geborene deutsche Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann (Bild) ist am 26. Mai 2023 ebenda gestorben. Seit 1968 arbeitete er konzeptuell mit Fotografie. Zumeist verwendete er alltägliche, "geknipste" Bilder, die er zum Teil selbst erstellte, zum Teil sammelte. Er fügte sie zu kleinen Serien zusammen, die er in Heften und Büchern edierte. Feldmann stellte in seinem Œuvre ein Repertoire alltäglicher Dinge und Handlungen zusammen. Zwischen 1968 und 1974 schuf er etwa 35 "Bilderhefte".(*) Bekannt wurde auch Feldmanns Skulptur "David", eine Nachbildung von Michelangelos gleichnamigem Werk, aber aus Metall und Epoxidharz gefertigt. 2010 wurde Feldmann mit dem Hugo Boss Prize ausgezeichnet.
Bild: Hans-Peter Feldmann, 2006 - Foto: Robheppler - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en - Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hans-peter_feldman.jpg
Ein Universalist
Der 1941 in Düsseldorf geborene Künstler hatte nicht an der berühmten Düsseldorfer Akademie studiert, sondern im österreichischen Linz. Rasch machte er sich in der westdeutschen Nachkriegskunstgeschichte einen Namen, schon allein wegen seines Humors und Einfallsreichtums.
Seine Motive fand er auf den Sammelplätzen der Wegwerfgesellschaft, auf Flohmärkten. Ebenso in Magazinen oder in der Werbung. Anschließend drückte er diesen seinen persönlichen Stempel auf – versah etwa Menschen in klassischen Ölgemälden mit Clownsnasen und verkaufte sie weiter an Avantgarde-Sammler. Beliebt waren und sind seine Aktdarstellungen, die er nachträglich mit Bräunungsstreifen versah. Über Jahre führte er mit seiner Frau zwei Trödel-Läden in der Düsseldorfer Innenstadt mit Schwarzwälder Kuckucksuhren, Kitsch und Kunst, die alsbald zu Attraktionen für die globale Kunstszene avancierten.
Ingeborg Ruthe
Bekannt wurde er vor allem durch humoristische Aktionen
Der Düsseldorfer Konzeptkünstler Hans-Peter Feldmann ist tot. Das bestätigte der Leiter der Kunsthalle Düsseldorf, Gregor Jansen, der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf die Familie des Künstlers. (…) Bekannt wurde er vor allem durch humoristische Aktionen. So malte er rote Clown-Nasen auf klassische Porträts, um der Kunstszene den Spiegel vorzuhalten. Zu den bekanntesten Werken des Documenta- und Biennale-Teilnehmers gehört eine sechs Meter hohe rosafarbene David-Skulptur, frei nach Michelangelo.
Sein Verhältnis zur Kunst war durchaus eigenwillig
1980 zerstörte er einen Großteil seiner Arbeiten und machte in Düsseldorf einen Souvenir-Laden auf. Allzu lange blieb er dem Kunstbetrieb allerdings nicht fern: So drapierte er den Inhalt von Frauen-Handtaschen in Glas-Vitrinen: Schlüssel, Visitenkarten, Schminke, Hygieneartikel und Bankkarten wurden zu Kunstobjekten. (…)
"Kunst soll nicht heilig sein - im Gegenteil. Kunst ist eine ganz banale Alltagssache für jedermann", lautete Feldmanns Devise. Als ihm ein mit 100.000 Dollar dotierter Preis in New York verliehen wurde, heftete er die Dollar-Noten an die Wände des Guggenheim Museums.
Unermüdlicher Bildersammler
Hans-Peter Feldmann war bekannt für seinen Einfallsreichtum und Humor, er ist eine solitäre Figur in der jüngeren deutschen Kunstgeschichte, rätselhaft und doch populär. Wo sonst alles groß und bedeutsam, wichtig, Kunst sein soll, wirkte es bei ihm immer so, als blickte er aus dem Ohrensessel auf die Welt: tiefenentspannt, schmunzelnd. Seine Ausstellungen trugen deshalb meist einfach den Titel "Kunstausstellung".
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