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Die Berner sind langsame Schnecken. Aber die Bündner sind nur unwesentlich schneller.
Sprechen Sie mal einen Vokal aus und messen Sie die Zeit, die Sie dafür gebraucht haben. Dauert es etwa 66 Millisekunden, sind Sie guter Durchschnitt, wie eine von den Schweizer Linguisten Beat Siebenhaar und Adrian Leemann erstellte Studie in der «SonntagsZeitung» zeigt. Sie haben in anderthalb Jahren eine Datenbank mit 123’000 Lauten erstellt und anderthalb Jahre untersucht, wer von den Zürchern, Bernern, Bündnern und Wallisern am schnellsten spricht. Erster Rang: die Walliser. Gefolgt von den Zürchern, Bündnern und Bernern. Als Testpersonen stellten sich je zehn Gymnasiasten an vier Orten für Interviews zur Verfügung.
Die 66 Millisekunden dauern bei den Bernern 72 Millisekunden, bei den Wallisern 62 Millisekunden und bei den Zürchern 61 Millisekunden. Bei normalem Sprechtempo brauchen Walliser und Zürcher 6 Silben pro Sekunde. Bündner schaffen 5,3 Silben und Berner bringen es gerademal auf drei Silben pro Sekunde.
Die gleiche, vom Nationalfonds bezahlte Studie, ergab gemäss «SonntagsZeitung», dass der Bündner Dialekt noch in den 90er Jahren darum beliebt war, weil der Rest der Schweiz den Dialekt mit Ferien verband. Der Zürcher Dialekt wurde eher als Befehlston empfunden. Tempi Passati! Heute ist der Zürcher Dialekt, im Bündnerland vor allem in Winterferien gehört, das Zeichen für Kompetenz, wie es in der «SonntagsZeitung» heisst.
(Bild: Pixabay.com)