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Hochgeachteter Herr Präsident!
Von Hrn. Cecovi , welcher von einer Zusammenkunft mit Sillar & Cie in Paris zurükkehrend gestern hier durchge reist ist, wird mir mitgetheilt, daß die englische Gesellschaft nun beschloßen habe, den Gotthardt an die Spitze ihres Programms zu stellen, oder – wie er mir schon von Basel aus telegraphirte – « Londres a decidé publier definitivement passage Gotthardt ». Wenn die Sache ihre Richtigkeit hat, so dürfte eine solche Publikation, mit einem für den Gotthardt günstigen Beschluß des Bundesrathes zusammenfallend, nicht ohne Bedeutung sein. Herr | Cecovi meinte, es wäre von Nutzen, wenn an Sillar noch einige auf munternde Zeilen gerichtet & dem selben bemerkt würde, daß mit der Entscheidung des Bundesrathes auch der Moment vorhanden sei, das Gotthardtsprojekt v. Seite Englands öffentlich zu proklamiren.
Ich bin bereit, einige Zeilen im an gedeuteten Sinne an Hrn. Sillar zu richten, wenn Sie es für angemeßen & zwekentsprechend erachten & nicht vielleicht vorziehen, selbst an Hrn. Sillar zu schreiben. Ihre Zuschrift würde immerhin mehr Gewicht haben.
Hr. Cecovi äußerte sodann auch wiederholt den Wunsch, eine Copie des Gutachtens v. Hrn. Bekh zu | erhalten, um dasselbe beförderlich nach London zu senden, worauf ich ihm bemerkte, daß das Gutachten, weil wir noch einige Vervollständigungen desselben desselben wünschten, noch nicht veröffentlicht werden könne, daß ich überdieß augenbliklich auch noch nicht im Besitze desselben sei. Meines Erachtens kann dermalen von der Mittheilung einer Copie nicht die Rede sein. Ob dagegen Herr Cecovi einige Auszüge – betreffend die Ausführ barkeit einer Gotthardtbahn, Ver gleichung mit andern Alpenpäßen etc-mitgetheilt werden sollten, möchte ich gerne Ihrem beßern Ermeßen anheimstellen. –
Von Bern habe ich keine nähern Nachrichten | erhalten. Es scheint, daß die Hrn. Bundesräthe die Beschlußfaßung des Bundesrathes abwarten wollen.
In freundschaftlicher Hochachtung verbleibe
Ihr ergebener
J. Zingg.
Luzern d. 9. März 64.