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Seit dem 12. März ist das öffentliche Leben in der Ukraine stark eingeschränkt. Die Covid-19-Krise hat die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft im Osten des Landes weiter unter Druck gesetzt. Hier herrscht seit sechs Jahren ein bewaffneter Konflikt, in Folge dessen die Grundversorgung in vielen Orten zusammengebrochen ist. Die Menschen sind daher auf Dienstleistungen der benachbarten Dörfer angewiesen, zu denen sie häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Seitdem die Region jedoch infolge der Pandemie zum Stillstand gekommen ist, ist dieses nur noch eingeschränkt möglich, sodass sich die Situation für die bereits bedrohte Bevölkerung weiter verschlechtert hat.
Trotz der erschwerten Bedingungen setzen unsere Teams ihre Tätigkeit fort und unterstützen Schulen und Kindergärten an der Frontlinie im Osten der Ukraine. Selbst wenn diese für die Kinder geschlossen sind, besuchen wir weiterhin die Einrichtungen und beurteilen ihre Bedürfnisse. Probleme die wir häufig identifizieren sind Mangel an Schulmaterial, zerstörte Infrastruktur sowie die tägliche Gefahr für Kinder und Lehrer auf explosive Kriegsmunitionsrückstände zu stossen. Die Bedürfnisse jeder Schule müssen individuell bewertet werden, um die notwendige Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Wiedereröffnung zu gewährleisten.
Kürzlich hatte ein Mitglied unseres Teams nach der Bereitstellung von Nähmaschinen für die Schule Chasiv Yar 15 im Rajon Bachmut die Idee, Lehrerinnen und Lehrer zu ermutigen, mit den neuen Maschinen wiederverwendbare Masken herzustellen und so die von der Krise betroffene Bevölkerung zu unterstützen.
In drei Tagen haben sie so 100 Masken genäht! Und auch in den folgenden Wochen stellten sie weiter Masken her – und dies nicht nur für die Schulen, sondern auch für Bevölkerungsgruppen mit wenig finanziellen Ressourcen. Das Tragen einer Maske ist in der Ukraine obligatorisch und stellt eine gewisse finanzielle Investition dar, da der Preis der Masken ca. 1% der monatlichen Rente entspricht. Somit stellen die kostenlosen Masken, die von den Lehrerinnen und Lehrern hergestellt und von der FSD verteilt werden, eine grosse Hilfe für die ärmere Bevölkerung dar.
In den kommenden Monaten wird sich das Projekt in der Ukraine vor allem auf materielle Hilfe konzentrieren, um Kindern und Lehrern den Ausstieg aus der Krise zu erleichtern.