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Die «Action Identification Theory» besagt, dass wir Verhaltensweisen mit zunehmender Übung abstrakter darstellen (von Zwiebeln schneiden zu Suppe kochen zu Freunde gewinnen). Diese Abstraktion führen wir deshalb aus, weil wir in abstrakten Grössen (Freunde gewinnen) mehr Sinnhaftigkeit festmachen können als in konkreten Grössen (Suppe kochen). Denn eine hohe Abstraktion führt dazu, dass wir uns mit dem «Warum» auseinandersetzen, eine niedrige Abstraktionsebene verharrt im «Wie».
Freiwillige sollten also nicht nur bei der Ausführung, dem «Wie», mitreden können, sondern auch die Ziele, das «Warum», mitgestalten. Wenn wir mit der Ausführung Probleme kriegen, weil etwa das Messer zum Zwiebelnschneiden stumpf ist, fallen wir wieder auf die konkrete Beschreibung des Verhaltens zurück. Das kann der Fall sein, wenn man bei freiwilligem Engagement mehr administrative Arbeiten erledigen muss, als sich direkt für die Sache zu engagieren. Man erlebt weniger Selbstwirksamkeit. Denkbar wäre, dass Freiwillige um das Administrative entlastet werden, damit sie sich mit einer abstrakteren Ebene beschäftigen können, mit Fragen wie: Was wollen wir erreichen? Fragen also nach dem Sinn.
Es ist nicht die abstrakte Repräsentation der Handlung per se, die motiviert. Die Motivation entsteht vor allem, wenn es gelingt, Schwierigkeiten zu überwinden und so trotz anfänglicher Widrigkeiten Stück für Stück der abstrakten Repräsentation des Verhaltens näherzukommen. Ein Mensch empfindet die höchste Wirksamkeit bei einer Aufgabe, wenn er relativ schwierige Herausforderungen mithilfe seiner Fähigkeiten meistern kann. Es führt zu einem höheren Selbstwertgefühl, ein Konzept, das stark mit Selbstwirksamkeit zusammenhängt. Sinnhaftigkeit für Freiwillige ist also dann gegeben, wenn sie selber über das «Warum» mitentscheiden können und wenn sie Aufgaben angehen, die für sie herausfordernd sind und sie wachsen lassen.