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Zollprobleme und Familienbonus: 11 Fun Facts zu "James Bond - The Man with the Golden Gun"
In seinem zweiten Bond-Einsatz durfte sich Roger Moore mit Christopher Lee anlegen. Auch wenn der Film unter den Fans ein nicht so hohes Ansehen hat, gibt es hier einige Fun Facts.
Harry Palmer ist Schuld
The Man with the Golden Gun ist der letzte Bond-Film, den Saltzman und Broccoli gemeinsam produzierten. Im Verlauf der vergangenen Jahre hatten sich die beiden immer wieder verkracht, weil sie unterschiedliche Ansichten auf die jeweiligen Produktionen hatten. Am Ende wurden sie sich dann doch noch einig. 1975 verkaufte Saltzman seine Anteile an die Verleihfirma United Artists. Er selbst war finanziell angeschlagen, da seine eigenen Produktionen, wie zum Beispiel die Harry-Palmer-Reihe mit Michael Caine, nicht den gewünschten Ertrag in die Kasse gespült hatten.
Zigi, Fülli, Zigi
Die "Golden Gun" wurde vom Spezialeffekte-Magier John Stears (Oscar-Gewinner für die visuellen Effekte von Thunderball) entworfen, die aus einem Zigarettenetui, Füllfederhalter und einem Zigarettenanzünder besteht. Schon in den 1950er-Jahren hatten russische KGB-Agenten etwas Ähnliches: Eine Ein-Schuss-22-Kaliber-Mini-Pistole, die in Zigarettenetuis gepresst wurde. Aus Gold war sie aber natürlich nicht.
Roger Moore was kung-fu fighting, those kicks were fast as lightning
Roger Moore nahm vor Drehbeginn zwei Monate lang Kung-Fu-Lektionen, um in den entsprechenden Kampf-Szenen authentisch zu wirken. Im Film selbst war aber der Einsatz davon eher bescheiden. Trotzdem berichtete sein Lehrer, dass Moore sehr fit war und die Bewegungen schnell erlernte. Er schaffte es in nur 13 Lektionen den grünen Gürtel zu verdienen, für den man normalerweise ungefähr 40 benötigte.
Familienbonus
Ursprünglich wollte man die Rolle des Bösewichts Scaramanga mit Jack Palance besetzen. Doch Sir Christopher Lee bekam schlussendlich den Zuschlag. Er hatte nämlich einen Familienbonus: Lee und Romanautor Ian Fleming waren Cousins. Da Fleming bei den Produzenten als der Mann mit dem goldenen Stift bekannt war, passte diese Konstellation wie die Faust aufs Auge. Bereits 1962 hatte sich Fleming für Lee als Bösewicht in Dr. No stark gemacht. Doch die Produzenten entschieden sich damals für Joseph Wiseman. Auch wenn Moore und Lee im Film Feinde waren, waren sie privat eng miteinander befreundet.
Astro Spiral Jump
Für die exakte Berechnung des "Astro Spiral Jump" auf der kaputten Brücke wurde zum ersten Mal ein Computermodell erstellt. Dieses spuckte sämtliche Daten aus, wie der Stunt in der Theorie gelingen konnte. Zwei AMC Hornets-Autos wurden umgebaut: Damit die Balance stimmte, mussten Lenkrad und Fahrer mittig platziert werden. Ausserdem wurde ein grosses Aufgebot an Technikern und Rettungskräften bereitgestellt, falls etwas schiefgehen sollte. Der Stunt verlief reibungslos beim ersten Take. Im Film ist der Stunt in Zeitlupe zu sehen, da er im normalen Tempo zu schnell ablaufen würde.
Zollprobleme
Um The Man with the Golden Gun zu promoten, reiste Sir Christopher Lee mit der besagten Requisite durch die Welt. Als Lee für die "Tonight Show mit Johnny Carson" nach Los Angeles musste, wurde die "Golden Gun" vom U.S. Zoll beschlagnahmt. Ärger gab es auch am Flughafen Heathrow in London, als Lee mit seiner goldenen Pistole zurückkehrte, wo er vom britischen Zoll angehalten wurde. Die Beamten dort fanden aber schnell heraus, dass die Waffe harmlos war.
Klein, aber o-ho
Hervé Villechaize, auch bekannt als Scaramangas Handlanger Nick Nack (zu Deutsch: Schnick Schnack), war nur 1,30 m gross. Gerade in Szenen zusammen mit Christopher Lee war es für den Kameramann eine Herausforderung, den passenden Ausschnitt so zu filmen, damit beide in ihrer Grösse auch dargestellt wurden. Ausserdem hatte Villechaize eine Schwäche für Frauen. Wenn die Crew morgens zum Dreh aufbrechen wollte, kam er erst mit ein paar asiatischen Schönheiten ins Hotel zurück. Aber nebst dem Vergnügen konnte er auch arbeiten. Verzögerungen deswegen hat es keine gegeben.
Sheriff Pepper Returns!
In der Rolle des Sheriff Pepper wurde Clifton James zu einem Publikumsliebling in Live And Let Die. Für die Macher bedeutete dies, Clifton James auch für The Man with the Golden Gun zu engagieren. Diesmal bekam er etwas mehr Screentime, in der er weitere flotte, proletische Sprüche klopfen und er kurzzeitig mit Bond Scaramanga jagen konnte. So konnte sich Clifton James beim Publikum endgültig ins Gedächtnis einmeisseln.
Booooring
Mit fast 98 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis hat The Man with the Golden Gun sein Budget von 13 Millionen Dollar zwar eingespielt, lag aber zahlenmässig deutlich hinter seinem Vorgänger zurück. Auch das Publikum hatte bei diesem Bond-Abenteuer einige Beanstandungen: kaum Spannung, wenig Tempo, wenig Action und zu lang geraten. Aus diesem Grund gehört der Film unter Fans zu den weniger beliebten Filmen der Reihe.
SCHLANGE!
Sir Christopher Lee zählte seine Rolle als Francisco Scaramanga zu seinen Favoriten. Doch hatte er gewaltiges Glück, diese Rolle auch bis zum Drehende spielen zu können: An einem drehfreien Tag in Thailand spielte Lee Golf. Am zweitletzten Loch trat er versehentlich auf eine Kobra. Die wechselte zum Angriff über und hätte Lee beinahe gebissen. Er allerdings kam noch mit dem Schrecken davon.
Fake Trailer!
Im Trailer von The Man with the Golden Gun ist eine Szene zu sehen, die im finalen Film nicht vorkommt: Ursprünglich war die Duell-Szene und die anschliessende Jagd zwischen Bond und Scaramanga länger. Da die Produzenten das Gefühl hatten, das Tempo würde darunter leiden, wurden einige Szenen beim finalen Schnitt verkürzt.