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19 Jahre nach Martina Hingis und an gleicher Stätte erreichte auch Belinda Bencic in ihrem erst vierten Grand-Slam-Turnier die Achtelfinals. Die 17-Jährige bezwang im vierten Anlauf erstmals in ihrer Karriere eine Top-Ten-Spielerin – und das in beeindruckender Art und Weise.
Bencic lieferte an ihrem ersten US Open gegen die Weltnummer 7 eine hervorragende Leistung ab. Im zweiten Satz lag Bencic zwar mit einem Break zurück, am Ende feierte sie aber völlig verdient den grössten Erfolg ihrer Karriere.
Völlig ohne Scheu legte Bencic los wie die Feuerwehr. Es war im Gegenteil die neun Jahre ältere Angelique Kerber, 2011 in New York und 2012 in Wimbledon Halbfinalistin, die auf dem mittelgrossen Court 17 viel ängstlicher agierte und auf Fehler der Gegnerin wartete.
Die junge Schweizerin, die regelmässig mit Hingis' Mutter Melanie Molitor trainiert, spielte hingegen druckvoll, hochkonzentriert und intelligent. Der erste Satz war in nur wenig mehr als einer halben Stunde eine Beute des Teenagers.
Erst im zweiten Durchgang wurde Kerber ihrer Reputation als Topspielerin gerecht. Die Bremerin mit polnischen Wurzeln fand besser ins Spiel und ging schnell 2:0 und 4:1 in Führung.«Da hatte ich ein kleines Timeout», meinte Bencic danach lachend. Es dauerte nicht lange.
Sie liess sich nicht abschütteln und hielt hartnäckig dagegen. Zudem blieb sie auch mit dem Rücken zur Wand cool. Bei 5:4 und 40:0 konnte die Deutsche bei eigenem Aufschlag drei Satzbälle hintereinander nicht nützen, ein Game später wehrte die im Kanton Schwyz wohnhafte Ostschweizerin zwei weitere Satzbälle ab.
Danach war sie nicht mehr zu stoppen. In den letzten beiden Games verlor sie nur noch einen Punkt. Nach 1:24 Stunde nützte sie gleich den ersten Matchball mit einem Aufschlagwinner zum 6:1, 7:5-Sieg. Bencic schaffte damit als erste Schweizer Tennisspielerin seit Patty Schnyder 2008 (ebenfalls am US Open) den Sprung in die Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers.
«Das ist natürlich mein grösster Erfolg», sagte die letztjährige Juniorensiegerin von Roland Garros und Wimbledon. Abgesehen vom kleinen Einbruch im zweiten Satz sei dies die beste Leistung ihrer Karriere gewesen. Den Schlüssel ortete sie bei ihrer Einstellung. «Ich habe wirklich daran geglaubt, sie schlagen zu können.»
Erstaunlicherweise sei sie gar nicht speziell nervös gewesen. Erst beim Matchball sei ihr durch den Kopf gegangen, dass sie jetzt wirklich kurz vor dem Sieg stehe. Die Satzbälle gegen sich ging sie dagegen eher cool an. «Da hatte ich nichts zu verlieren. Ich wollte einfach nicht passiv sein, sondern die Initiative ergreifen.» Genau in diesem Punkt war sie gestern um Welten besser als die Top-Ten-Spielerin.
In der Runde der letzten 16 trifft sie nun auf die Serbin Jelena Jankovic. Die Nummer 10 der Welt gab gestern gegen die Schwedin Johanna Larsson (WTA 96) nur gerade ein Game ab. «Ich habe zu ihr aufgeschaut, denn sie spielt sehr gut», verriet Bencic.
Mit ihrem ersten Grand-Slam-Achtelfinal im ersten Profijahr wird die Schweizerin am übernächsten Montag im Ranking einen grossen Sprung von Platz 58 in die Top 45 machen – mindestens. Dort soll es aber nicht enden. «Dieser Erfolg motiviert mich, noch härter zu arbeiten», versprach die 17-Jährige.(si/syl)
«Wir werden im Juli in der Seine baden», sagte Paris' Bürgermeisterin Anne Hidalgo Anfang Jahr. Nun bleiben der französischen Hauptstadt noch knapp 100 Tage für ihr tollkühnes Unterfangen, die Seine für die Olympischen Spiele herzurichten. Das erklärte Ziel ist es, den Fluss so sauber zu bekommen, dass Triathlon-Wettkämpfe darin ausgetragen werden können.