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.Er ist eine bekannte charismatische Reizfigur: Rodney Howard-Browne, Pastor mit südafrikanischem Hintergrund und u.a. Inspirator des «Toronto-Segens» in den 90er Jahren. Mitte der 90er Jahre emigrierte er in die USA und ist heute Pastor der «River Church» in Tampa Bay, Florida. Er ist einer der prominenten Pastoren, die 2017 im Oval Office mit Präsident Trump beteten.
Auch nachdem in den USA Versammlungen von mehr als 10 Personen verboten wurden, fuhr er fort, Menschen zu seinen grossen Gottesdiensten einzuladen. «Ich werde meine Gemeinde erst schliessen, wenn die Entrückung kommt» sagte er.
Der Sheriff von Hillsborough County wollte nicht so lange warten. Am Montag nach dem Gottesdienst wurde Pastor Howard-Browne verhaftet, verhört und gegen eine Kaution von 500 Dollar wieder freigelassen.
«Lebenswichtiger Dienst» oder nicht?
Florida hat über 5'200 bestätigte Corona-Fälle und mindestens 63 Tote. Hillsborough County, der Regierungsbezirk der Kirche, hatte einen Befehl erlassen, dass die Bürger zu Hause bleiben sollten ausser für «lebenswichtige Dienste», wie Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche. Gottesdienste fallen nicht unter diese Kategorie.
Sheriff Chronister erklärte, er habe Pastor Rodney-Browne verschiedentlich ersucht, seine 4'000-Plätze-Megachurch zu schliessen. Noch während des Gottesdienstes kam Polizei in die Gemeinde und wollte mit dem Pastor sprechen, der «sich aber nicht zur Verfügung stellte», wie Chronister sagte. An diesem Sonntag hielt die Kirche zwei Gottesdienste ab; in der Predigt erklärte Rodney-Browne: «Wenn ihr Corona bekommt, dann sicher nicht hier.»
«Rücksichtslosigkeit bringt Tausende in Gefahr»
Am Montag wurde Rodney-Browne verhaftet. «Seine rücksichtslose Missachtung menschlichen Lebens setzt Hunderte von Besuchern seiner Gemeinde und Tausende ausserhalb grossem Risiko aus», erklärte der Sheriff in einer Pressekonferenz. Er tue so etwas nicht gern, erklärte der Sheriff: «Der Pastor und seine Anwälte sollten sich schämen, dass sie uns in der Ausübung unserer Pflicht zu so etwas zwingen.»
Rodney-Browne war zunächst nicht für eine Stellungnahme verfügbar, verteidigte die Gottesdienste aber via facebook: «Ich sage nicht, dass Menschen nicht an Corona sterben; wir sagen einfach, dass dieses Ding völlig unverhältnismässig ist und wenn man die Kirche schliesst, erklärt man sie als nicht-lebensnotwendig.» Seine Anwälte hielten fest, dass die Kirche die Vorschriften für Desinfektion und Social Distancing eingehalten habe.
Religionsfreiheit vs. Nächstenliebe?
Das Versammlungsgebot verletze die Religionsfreiheit, erklärte die Gemeinde auf ihrer Website am 22. März. «Die Kirche ist ein Ort, wo die Menschen in einem Klima von Angst und Unsicherheit Hilfe und Trost suchen. In einer Zeit der Krise haben die Menschen Angst und brauchen Trost und Gemeinschaft mehr denn je», ist ihr Argument. «Mit welchem Recht stellt der Staat fest, dass die Kirche ein nicht lebenswichtiger Dienst ist?»
Staatsanwalt Andrew H. Warren hielt dagegen fest: «Es ist schade, dass der
Pastor sich hier hinter der Verfassung versteckt.» Die Versammlungsverbote seien
«verfassungsrechtlich gültig» und mit Bezug auf die Bibel sagte er: «Ich würde
den guten Pastor an Markus Kapitel 12 Vers 31 erinnern: es gibt kein grösseres Gebot als
seinen Nächsten wie sich selbst zu lieben. Und seinen Nächsten lieben, das
bedeutet, dass man ihn schützt und nicht seine Gesundheit gefährdet, indem man
ihn diesem tödlichen Virus aussetzt».
Update:
Pastor Rodney-Browne hat eine umfassende Erklärung zu den Vorgängen um seine Gemeinde abgegeben (in Englisch)
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