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Der erste Sieganwärter auf den Grossen Preis von St. Moritz am 18. Februar heisst Nimrod. Er gewann die erste Vorbereitungsprüfung unter Maxim Pecheur, der an diesem Tag zwei Sieger ritt, souverän.
Es herrschten ausgezeichnete Bedingungen an diesem ersten von drei Renntagen auf dem gefrorenen St. Moritzersee: Die Bahnverhältnisse waren dank einer Wärmebildkamera unter ständiger Kontrolle. Unter allen Umständen sollte ein Unfall, wie er im vergangenen Jahr geschehen war, vermieden werden, weshalb eine unsichere Stelle nach dem Ziel ausgesteckt wurde. Die Sonne erfreute die rund 8000 Zuschauer, welche am Totalisator gut 53'000 Franken umsetzten.
Nimrod vor Berrahri
Im Herbst hatte Nimrod im Grand Prix Jockey Club in Dielsdorf sein Schweizer Debüt gegeben, dort musste er sich von seinem Stallgefährten Samurai geschlagen geben. Beide waren damals aus Deutschland angereist, wechselten danach aber in den Besitz des neugegründeten Schweizer Stalls Belmond Racing Stables und blieben bei Miroslav Weiss im Training. Der Schnee erprobte und einmal mehr aus England angereiste Berrahri erwischte in dem mit 20'000 Franken dotierten GP Longines den besten Start und setzte sich vor Vardak und Fit For The Job an die Spitze. Letzterer tat auf der Gegenseite einen Rumpler und brachte dadurch einige Unruhen ins Feld. Diesen Moment benützte Maxim Pecheur mit Nimrod, um an den Leader heranzugehen und schon bald war absehbar, dass nur noch diese beiden für den Sieg in Frage kamen. Es war schliesslich der fünfjährige Nimrod, der seinen ersten Start auf Schnee siegreich gestaltete. Das Leichtgewicht Strade Kirk komplettierte das Podest.
Pecheur doppelt nach
Eine Stunde nach diesem Erfolg doppelte Maxim Pecheur in dem am höchsten dotierten Rennen
des Tages nach. Arabische Scheichs warfen für das Araberrennen 38'500 Franken auf, der Löwenanteil davon ging nach Holland, denn der vierjährige Dynamites gewann das Rennen vor seinem Stallgefährten Athlète del Sol. Die vier anderen Kandidaten kamen aus dem Trainingsquartier von Franziska Aeschbacher aus Avenches, von ihnen kam der Vorjahressieger Nil Aziz als Dritter am weitesten.
Dynamites (links) gewann ebenfalls unter Pecheur das mit 38'500 Franken höchstdotierte Rennen.
Weiss-Schützlinge dominieren Sprint
Vor dem Sprintrennen gab es in den Startboxen einige Aufregungen, die Türen mussten geöffnet werden und der Favorit Filou drehte eine Runde ohne Reiter. Leider konnte er danach am Rennen nicht teilnehmen und so machten die Weiss-Schützlinge – der Championtrainer stellte vier der sieben Starter – das Rennen unter sich aus. Kontrast aus dem Stall Redcap gab unter Silvia Casanova Alvin the Drummer, Dhalam und Footprintinthesand das Nachsehen. Das dritte Flachrennen ging an den aus Deutschland angereisten Lovelett, der Jockey Bauyrzhan Murzabayev aus Kasachstan im Sattel hatte. Er verwies den Lokalmatadoren Fleur d’Ipanema aus dem Stall ForzAgricula von Duri Casty auf den Ehrenplatz.
Wieder auf Siegeskurs
Letzten Winter konnte sich mit Valeria Hollinger erstmals eine Frau zur Königin des Engadins krönen lassen, denn sie gewann die Skikjöring-Trophy. Mit dem neuerlichen Sieg zusammen mit Usbekia legte die St. Moritzerin den Grundstein zur Titelverteidigung. Zwar versuchte Franco Moro mit Perfect Swing entgegenzuhalten, doch im letzten Bogen zeichnete sich der neuerliche Sieg von Usbekia ab, die schlussendlich überlegen gewann.
Wie Usbekia im Skikjöring blieb auch Spike auf Schnee ungeschlagen. Diesmal sass die junge Fanny Homberger in dem zum Schlitten umfunktionierten Sulky und sie ging die Sache ruhig an. Während vorne Rebecca de Corday und Super Berry Chenou für Tempo sorgten, machte sie ihren Rückstand sukzessive wett, ging eingangs des letzten Bogens an die beiden Leader heran und gewann überlegen.
Fanny Homberger, die noch kein Jahr im Besitz der Fahrerlizenz ist und erst ihr achtes Rennen bestritt, errang bereits ihren vierten Sieg. Damit vertrat sie ihre Mutter Nathalie Gonin, die den Winter mit einem Teil ihrer Pferde in Frankreich verbringt, erfolgreich.
Im anderen Trabrennen kamen altbekannte Rennfarben zu Siegerehren. Erhard Schneider brachte Top Gun du Citrus nach der einjährigen Pause topfit an den Start und setzte sich nach Kampf gegen Anshy durch. Die rot-blau-gelben Schneider-Farben hatten früher – vor allem zur Zeit von Vater Erhard Schneider – die Trabrennen auf Schnee jahrelang dominiert.
(Erschienen in der PferdeWoche Nr. 5/2018)
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