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Greeenpeace hat eine Studie mit dem Titel “Die Pensionskassen, die Abholzung und die Klimakrise” publiziert, die heftige Kritik an der Anlagepolitik der schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen übt. Kurz zusammengefasst heisst es: “Schweizer Pensionskassen investieren Vorsorgegelder
in die Zerstörung tropischer Wälder. Sie befördern
damit die Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt.
Und sie tun kaum etwas, um die Abholzung zu stoppen.”
Weiter wird festgestellt: “Die Berechnung ergab, dass Schweizer Pensionskassen 2021 mit mindestens 60 Milliarden Schweizer Franken an Unternehmen beteiligt waren, die aufgrund ihres Geschäftsmodells sowie mangelhafter Richtlinien in hohem Masse für die Entwaldung tropischer Wälder verantwortlich sind. Das sind rund 5% der Schweizer Vorsorgegelder.
Daraus folgt, dass eine durchschnittlich versicherte, arbeitnehmende Person regenwaldzerstörende Unternehmen mit rund 5% ihrer Pensionskassengelder unterstützt. Sie trägt damit unfreiwillig dazu bei, dass diese Unternehmen ihre Lebensgrundlagen sowie die Lebensgrundlagen von nachfolgenden Generationen zerstören.”
Allerdings gehen die Berechnungen von Greenpeace von diskutablen Annahmen aus. Basis bilden nicht reale Grössen bezüglich Abholzung, sondern Richtlinien von Banken und Unternehmen, woraus dann das Verhalten und auf die entsprechenden Konsequenzen geschlossen wird.
Dass Pensionskassen “ihre Investitionen nicht offenlegen”, wie es heisst, kann nun wahrhaft nicht behauptet werden. Hingegen spielt, wie diverse Untersuchungen belegen (u.a. Swisscanto), der Faktor Nachhaltigkeit bei der Anlagen von Vorsorgegeldern eine bedeutende Rolle. Die Stiftungsräte diskutieren das Thema intensiv. Die Vorwürfe von Greenpeace sind entsprechend zu relativieren.
“Methode: Hochrechnung aufgrund mangelnder
Transparenz
Weil Schweizer Pensionskassen ihre Investitionen nicht
offenlegen, hat Greenpeace Schweiz für diesen Bericht
eine konservative Hochrechnung mittels bekannter Angaben
vorgenommen. Dabei wurde (vereinfacht gesagt) der
durchschnittliche Aktienanteil der Schweizer Pensionskassen
in verschiedenen Aktienindizes wie MSCI-World,
SPI und MSCI Emerging Markets mit der Börsengewichtung
derjeniger 141 Unternehmen (siehe Anhang) multipliziert,
die ein besonders hohes Abholzungsrisiko14 aufweisen.
Für die Auswahl dieser 141 Unternehmen wurden
die öffentlichen Datenbanken von Forest50015 und Forest
& Finance16 hinzugezogen, welche weltweit tätige Unternehmen
und Banken anhand ihrer Richtlinien bezüglich Abholzung
in den Lieferketten bewerten. Details zur Methode
sind im Anhang zu finden.”
In den Freiburger Nachrichten wird Hanspeter Konrad, Direktor ASIP, zitiert:
Die PK seien sich ihrer ethischen, ökologischen und sozialen Verantwortung durchaus bewusst, sagt Hanspeter Konrad, Direktor des Schweizerischen Pensionskassenverbands. «Immer mehr Kassen berücksichtigen heute aus Eigeninitiative Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance-Aspekte.» Das liege letztlich auch im langfristigen Interesse der Versicherten.
Vergangenen Juli hat der Verband eine Nachhaltigkeits-Wegleitung für Schweizer PK veröffentlicht. «Wir gehen deshalb davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die betreffenden Pensionskassen das von Greenpeace angesprochene Problem von selbst und aus eigenem Antrieb gelöst haben», sagt Konrad. Letztendlich unterliege es dem Stiftungsrat jeder einzelnen Pensionskasse, die Anlagestrategie seiner Kasse festzulegen.