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Victor Attinger (1856-1927)
Victor Attinger ( 1856-1927 ) Schwager, Freund und Tourengefährte von Louis Kurz, war Victor Attinger mit diesem und mit Eugène Colomb einer der Pioniere bei der Erschliessung des Trient-Massivs und der Südflanken des Mont Blanc. Einen ersten Aufenthalt auf dem Glacier de Trélatête hielt er Anno 1889, dessen gute und schlechte Stunden er in seinem Bericht « Huit jours sous la tente » im « Echo des Alpes » ( 1890 ) schildert. 1892 wurde ein solches Lager wiederholt, wobei er mit Ch.Hermite auf der Arrête du Chatelet, zwischen dem Glacier du Fresnay und dem Glacier du Brouillard, ein Biwak errichtete, wo später das Refuge Gamba gebaut wurde, « in der wildesten, abgelegensten und damals unbekanntesten Region des Massivs. » Das gesamte Material, rund 140 kg, musste auf dem Rücken von Orsières aus ins Val Veni transportiert werden. Zuvor hatte Attinger mehrere Erstbesteigungen rund um Arolla ausgeführt: so eine Spitze der Vignettes, eine der Aiguilles Rouges. Von 1889 an konzentrierte er seine Tätigkeit auf das Gebiet von Saleina: Grande Luy, Pointe Darrey, Pointe et Grand Clocher de Planereuse, Portalet ( über die Südflanke ).
Als Seniorchef seines Verlagshauses hat Victor Attinger besonders zur Förderung des Alpinismus beigetragen. Als um die letzte Jahrhundertwende das Photographieren noch nicht Allgemeingut war, bot er der Öffentlichkeit eine reiche Auswahl von Bergansichten an. Er begann zu dieser Zeit auch mit der Publikation des wertvollen « Dictionnaire géographique de la Suisse », in welchem die Alpen einen Ehrenplatz einnehmen.
Victor Attinger gehörte 1882 dem CC der Section Neuchâteloise an, die ihn 1926 zum Ehrenmitglied ernannte.Louis Seylaz JULIEN GALLET ( 1858-1934 ) Julien Gallet wurde in La Chaux-de-Fonds geboren, wo er, nach Aufenthalten in Deutschland und den Vereinigten Staaten, mit seinem Bruder Georges die Direktion der väterlichen Fabrik übernahm. Er trat der S AC-Sektion La Chaux-de-Fonds bei, welcher er seit Beginn einen bedeutenden 10 Die Alpen- 1963- Les Alpes145 Auftrieb gab. Er suchte nach wenig begangenen Wegen und wenig erforschten Massiven. So ergab sich eine eindrückliche Fahrtenliste, die nach jeder Reise verlängert wurde, mit Erstbesteigungen und neuen Routen, über 60, worüber im « Jahrbuch » SAC und « Echo des Alpes » Berichte erschienen, die später in zwei Bänden vereinigt wurden: « Dans l' Alpe ignorée » ( 1910 ) und « Derniers souvenirs de l' Alpe » ( 1927 ). Es seien nur einige der vielen Neufahrten erwähnt: Dolent über die Schweizer Flanke, Mont Blanc de Cheillon über den Grat, der seinen Namen erhielt, NO-Grat der Ebnefluh. Es gibt auch am Doldenhorn einen « Galletgrat ». Seine Besteigungen verteilen sich auf die ganze Alpenkette, vom Monte Viso bis zum Ortler.
1903,45jährig, liess sich Julien Gallet in Bex nieder, um seinen geliebten Bergen näher zu sein. Von diesem Ausgangsort aus durchstreifte er mit seinem treuen Führer und Freund Ph. Allamand die Waadtländer-, Berner- und Walliser Alpen bis in deren letzte Grate und Winkel. Mit Guido Rey war Gallet eng befreundet. 1913 wurde er Ehrenmitglied des Gesamt-SAC, 1918 verlieh ihm der Alpine Club diesen begehrten Titel. Er war auch Ehrenmitglied der Sektionen La Chaux-de-Fonds und Argentine. In Bex erinnert ein schöner Brunnen an den Bergsteiger und Wohltäter Julien Gallet.
Louis Seylaz