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Tyler Hamilton erwartet in absehbarer Zukunft ein Geständnis seines des Dopings bezichtigten früheren Teamkollegen Lance Armstrong.
"Ich wäre überrascht, wenn er es nicht eines Tages zugeben würde", sagte der Amerikaner, dem wegen Dopings das Olympiagold von 2004 aberkannt worden war: "Es weiterhin zu leugnen, ist eine sehr schwere Last."
Die Wahrheit werde zwar Konsequenzen für Armstrong haben, aber langfristig werde er davon profitieren. "Die Menschen werden ihm vergeben", sagte Hamilton.
Insgesamt müsse das "Schweigegebot" zum Thema Doping schnellstens gebrochen werden, um den Radsport zu retten. "Ob die Fahrer noch aktiv sind oder als Sportdirektor arbeiten - sie müssen einige Fragen beantworten. Sie sind immer noch Teil des Problems", sagte Hamilton.
Er ergänzte: "Das Leugnen macht mich krank - die Leute, die sagen, dass sie nichts gewusst hätten: Die Teammanager, Teamdirektoren, Helfer, Mechaniker und Fahrer, die heute immer noch im Wettkampf stehen."
Der 41-Jährige fuhr von 1998 bis 2001 mit Armstrong für das US-Postal-Team, gerade in dieser Zeit sei der Radsport von Doping durchsetzt gewesen.
"Der Sport war damals so schmutzig, was wir taten, war an der Tagesordnung", sagte Hamilton: "Armstrong entschied sich für Doping, aber es war nicht allein seine Schuld. Eine Menge Leute waren involviert."
Hamilton hatte sein eigenes Dopingvergehen unter Strafandrohung im Zuge des Verfahrens gegen Armstrong gestanden: "Ich bin dankbar, dass es passiert ist. Ich war ein gebrochener Mann."
Hamilton gehört zu den ehemaligen Wegbegleitern, die Armstrong mit ihren Aussagen schwer belastet haben. Die USADA hatte in der vergangenen Woche umfangreiches Beweismaterial und Zeugenaussagen gegen Armstrong vorgelegt, die dessen jahrelanges systematisches Doping belegen sollen.
Dem Texaner droht die Aberkennung seiner sieben Tour-Titel durch den Weltverband UCI.