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Sebastian Münster
Sebastian Münster (lat. Sebastianum Munsterum) wurde 1488 in Ingelheim am Rhein geboren. Er studierte an verschiedenen Universitäten im deutschsprachigen Raum die Fachrichtungen Griechisch, Hebräisch, Mathematik, Astronomie und Geographie. Ein Teil seiner Studienzeit (1511 - 1514) verbrachte er auch in Basel an der Universität, wo er sich dem Studium der semitischen Sprachen widmete. Nach einer Zeit als Hochschullehrer in Tübingen und Basel und einer Professur in Heidelberg, wurde er 1529 als Professor an die Universität Basel berufen. Ein Jahr später heiratete er die Witwe des Basler Buchdruckers Adam Petri. In dieser Buchdruckerei wurde 1544 die erste Auflage der "Cosmographia" hergestellt. Die Sammlung von Material, die Übersetzung und Erweiterung dieses Werkes beschäftigte Sebastian Münster während dreissig Jahre seines Lebens. Er starb 1552 in Basel an den Folgen der Pest.
Die Cosmographia
Der vollständige Titel der "Cosmographia" lautete: "Beschreibung aller Lender durch Sebastianum Munsterum, in welcher begriffen Aller völcker, Herrschafften, Stetten und namhafftiger flecken, herkommen: Sitten, gebreüch, ordnung, glauben, secten vnd hantierung, durch die gantze welt, vnd fürnemlich Teutscher nation. Was auch besunders in iedem landt gefunden, vnnd darin beschehen sey. Alles mit figuren vnd schönen landt taflen erklert, vnd für augen [dar]gestelt."
Die Cosmographia war demnach eine Weltbeschreibung, eine Beschreibung der Erdkunde nach dem damaligen Wissensstand. Münster hat Berichte, Zeichnungen und Erzählungen von mehr als 100 Gelehrten gesammelt, auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft und in sein Werk eingearbeitet.
Die Cosmographia über Basel
Das 3. Buch "De Germania" enthält eine Beschreibung der "Germanischen Völker" und damit auch der Schweiz und ihrer Städte. Die Beschreibung von Basel ist mit 16 Seiten sehr ausführlich gehalten und mit einer sehr detaillierten und exakten Stadtansicht ergänzt. Der in die heutige Schrift übertragene Text kann in einem weiteren Artikel nachgelesen werden.
Im Gegensatz zur naiven mittelalterlichen Darstellung in der Nürnberger Chronik ist die Stadtansicht bei Sebastian Münster in der Vogelschau gehalten und den realen Proportionen sehr genau nachempfunden.
Die Strassenzüge sind künstlich verbreitert, damit die Gebäude einander nicht zu stark verdecken. Dies führt zuweilen zu Verzerrungen, sodass z. B. der Münsterplatz sich bis zur Barfüsserkirche zu erstrecken scheint.
Ausser einigen markanten Gebäuden wie Kirchen, Stadttoren und Brunnen sind die Häuser nur angedeutet. Weder die Form, noch die Höhe noch die genaue Anzahl oder Position stimmt mit der Realität überein. Diese Häuser sind nur hinzugefügt worden um den Verlauf der grösseren Strassen zu markieren. Die engeren Gassen wurden nicht wiedergegeben.
Als Spezialität zeigt die Stadtansicht auch einige Objekte ausserhalb der Stadtmauern, so z. B. die Kapelle bei St. Jakob, den Galgenhügel im heutigen Schwarzpark und die Deiche auf Kleinbasler- und Grossbaslerseite.
Quellen: