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Während der Vorsorgeauftrag nur von handlungsfähigen Personen verfasst werden kann und an strenge Formvorschriften gebunden ist, kann die Patientenverfügung auch von einer urteilsfähigen Person verfasst werden. Insbesondere können bereits Jugendliche vor der Mündigkeit eine Patientenverfügung verfassen, wenn sie deren Inhalt verstehen und damit einverstanden sind. Bei der Patientenverfügung darf auch eine vorgedruckte Version verwendet werden, die ergänzt und mit Datum und Unterschrift versehen wird. Die Ärzteverbindung FMH stellt auf ihrer Website kostenlos zwei Versionen zur Verfügung:
Vorlage Patientenverfügung der FMH
Bei der Kurzversion wird grundsätzlich festgehalten, wie lange Massnahmen zur Lebenserhaltung ergriffen werden sollen, welche Person für den Fall der Urteilsunfähigkeit in medizinischen Belangen die Vertretung übernehmen darf und ob eine Organspende möglich sein soll.
Die ausführliche Version enthält grundsätzliche Haltungen der Person gegenüber medizinischen Massnahmen, der Einstellung zum Leben, zur Krankheit, zum Sterben und zum Tod, zu Lebensqualität sowie Religion. Zudem enthält die ausführliche Version konkrete Angaben dazu, wie bei einem unerwarteten Ereignis wie z.B. Herzinfarkt vorgegangen werden soll, welche Schmerz- und Symptombehandlung gewünscht wird, ob eine dauerhafte künstliche Zufuhr von Flüssigkeit und Nahrung erfolgen und ob nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder Atemstillstand reanimiert werden soll. Im Weiteren wird angegeben, ob eine Organspende und Autopsie erlaubt ist.
Vor Unterzeichnung eines der Formulare ist ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt sinnvoll, um zur weitreichenden Entscheidung in der Lage zu sein. Zudem sollte die Patientenverfügung alle zwei Jahre neu datiert und unterzeichnet werden, damit sie im Bedarfsfall aktuell und damit rechtsgültig ist.
Weisungen in einer Patientenverfügung erleichtern der vertretungsberechtigten Person den Entscheid, wie die betroffene Person wohl selbst entschieden hätte. Ohne solche Weisungen muss die vertretungsberechtigte Person nach dem mutmasslichen Willen und Interessen der urteilsunfähigen Person entscheiden.