Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03382.jsonl.gz/1307

Nordwestlich von Australien kamen sich zwei Zyklone sehr nahe und begannen sich gegenseitig zu beeinflussen – ein seltenes Schauspiel.
Zyklon «Seroja» kam von Indonesien her, Zyklon «Odette» blieb lange auf dem Indische Ozean. Wäre «Seroja» nicht näher gekommen, wäre «Odette» wohl noch länger dort geblieben. Aber je näher «Seroja» kam, desto mehr begannen die beiden Zyklone umeinander zu rotieren.
«Fujiwara-Effekt» nennt man dieses Phänomen, wenn zwei Tiefruckzentren beginnen, umeinander zu rotieren. Der japanische Meteorologe Sakuhei Fujiwhara hat den Effekt vor 100 Jahren zum ersten Mal beschrieben. Aber weil das Phänomen selten vorkommt, ist es noch wenig erforscht.
Ab einer Distanz von 1400 km zwischen zwei tropischen Zyklonen beginnt die Anziehung zu wirken und die Zyklone beginnen, sich um einen Punkt zwischen den Systemen zu drehen. Sie bewegen sich danach auf einer Spiralbahn, was die Vorhersage der Zugbahn schwierig macht.
Aussertropische Tiefdruckgebiete kennen den «Fujiwara-Effekt» ebenfalls, wenn sie weniger als 2000 km auseinander liegen.