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Nach wochenlangen Protesten gegen ihn hat Boliviens Präsident Evo Morales seinen Rücktritt erklärt. Er habe dem Parlament ein Rücktrittsschreiben geschickt, sagte der linke Staatschef in einer Fernsehansprache am Sonntag.
Zuvor hatte der Militärchef den Rückzug des Präsidenten gefordert. Dadurch könne Frieden und Stabilität im Land wiederhergestellt werden, hatte General Williams Kailman erklärt. Morales hatte am Sonntag erklärt, Neuwahlen anzusetzen und die Wahlkommission auszutauschen. Dabei hatte er die Frage offen gelassen, ob er erneut antreten werde.
Der Präsident war zuletzt stark unter Zugzwang geraten. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hatte am Sonntag Neuwahlen in Bolivien empfohlen, weil sie bei dem Urnengang am 20. Oktober nach eigenen Angaben ernste Unregelmässigkeiten festgestellt hatte. Es habe schwerwiegende Manipulierungen der Computersysteme gegeben. Daher müsse die Wahl annulliert werden und es zu Neuwahlen kommen, hatte die OAS erklärt.
Bei der Wahl im Oktober lagen Morales und Oppositionsführer Carlos Mesa zunächst Kopf-an-Kopf. Die Auszählung wurde dann für einen Tag unterbrochen. Nach ihrer Wiederaufnahme führte der Linke Morales, der das Land seit 2006 regiert, mit zehn Prozentpunkten Vorsprung. Das löste massive Proteste im Land aus.