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Fünf Jahre nach der Gründung der Laienspielbühne Frauenfeld im Jahr 1969 wurde als Unterabteilung das Kindertheater aus der Taufe gehoben. Nachdem die Leitung anfänglich fast jedes Jahr wechselte, übernahm 1982 Alice Hofmann die Abteilung. Sie spielte mit den Kindern vorwiegend klassische Märchen wie „Frau Holle“ (1985), „Tischlein deck dich“ (1986) oder „Das tapfere Schneiderlein“ (1989). Die jeweils einzige Aufführung fand immer zur Weihnachtszeit statt. Die jährliche Märchenproduktion entwickelte sich zur beliebten Tradition in Frauenfeld.
1991 wechselte die Leitung an Jörg Bernhard. Nun waren es nicht mehr die klassischen Märchen, sondern die neuere Kinderbuchliteratur, die auf die Bühne gebracht wurde. Auch die Strukturen änderten sich. Während das Kindertheater früher eigentlich nur für die Proben und die Aufführung aktiv war (August - November), wurde nun ein ganzes Jahresprogramm angeboten. Neben den Proben und Aufführungen des aktuellen Stückes sind dies (bis heute) Theaterlager, Ausflüge, Weekend, Theaterspiele, Improvisationen sowie Übungen für Sprache und Ausdruck. Die Kinder erhalten also auch Einblicke in die Theatertechnik.
Seit dem „Dschungelbuch“ (1996) begibt sich das Kindertheater alljährlich auf eine mehr oder weniger ausgedehnte Tournée in der Region. Der grösste Erfolg war 1998 die Schweizer Premiere von „Pippi Langstrumpf in Taka-Tuka-Land“ mit über 3000 Zuschauern an sechs Vorstellungen. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde 1999 mit „Gut gebrüllt Löwe“ nach dem Kinderbuch von Max Kruse erstmals ein grosses Musical mit Theaterensemble und Chor produziert. Seither wechseln sich reine Theaterprojekte mit Musicals ab. 2001 konnte mit „Hotel Globi“ eine weitere Schweizer Premiere gefeiert werden. Die bis dahin grösste Produktion brachte das Theater 2005 mit dem Musical „Amapolis“ auf die Bühne. Es wurde geschrieben und komponiert von Jörg Bernhard. Finanziert wurde das Projekt durch Sponsoren, Stiftungen und eigene Mittel. In derselben Grössenordnung waren die Musicals „Zadora“ (2009) und „Clio & Castor“ (2012), das zweite und dritte Musical von Jörg Bernhard. 2016 erhielt die Zusammenarbeit mit dem Globi-Verlag eine Fortsetzung. Mit "Globi und die Pirateninsel" wurde eine zweite Geschichte auf die Bühne gebracht - und eine dritte ist bereits in Planung. Das Kindertheater Floh ist in der Schweiz das einzige Ensemble, das die Globi-Bücher auf die Bühne bringt.
Gespielt wird stets in Mundart. Bearbeitet, übersetzt und inszeniert werden die Stücke von Jörg Bernhard. 2001 wurde ein Namenswechsel beschlossen. Neu hiess das Ensemble „Kindertheater Floh Frauenfeld“. Es blieb aber weiterhin eine Abteilung der Laienspielbühne, bis es 2007 zur Trennung und Neugründung eines eigenständigen Vereins kam.
Da sich viele Kinder auf einer Warteliste manchmal länger als ein Jahr gedulden mussten, bis sie mitspielen konnten, beschloss der Vorstand des Kindertheaters 2010 eine zweite Abteilung, und wegen anhaltender Nachfrage 2011 sogar noch eine dritte zu eröffnen. Dies war allerdings nur möglich, weil Jörg Bernhard sein berufliches Pensum reduzierte und gleichzeitig vom Theater angestellt wurde. Seit 2011 sind vom Kindertheater jährlich drei verschiedene Produktionen zu sehen, von den „Minis“ und „Kids“ jeweils im Frühling, von den „Teens“ im Herbst. Das Kindertheater Floh hat mittlerweile regionale Bedeutung, stammen doch die Kinder aus dem ganzen Kanton Thurgau sowie den angrenzenden Kantonen.
Seit 2017 gibt es eine vierte Abteilung. Sie heisst "15 plus" und wie der Name schon sagt, spielen hier Jugendliche im Alter von etwa 15 bis 20 Jahren mit. Die erste Inszenierung dieser Gruppe war "Ein Abend mit Loriot".