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Schädel-Hirn-Trauma
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- Schlaf-Wach-Störungen
- Hirntumore
- Demenz
- Kopfschmerzen als neurobiologische Erkrankung
- Schädel-Hirn-Trauma
Schädel-Hirn-Trauma
Ein Schädel-Hirn-Trauma entsteht, wenn der Kopf zum Beispiel bei einem Fall mit hoher Geschwindigkeit aufschlägt. Pro Jahr und pro 100‘000 Einwohner ereignen sich 200 bis 300 Unfälle mit Hirnverletzungen. Die Mehrzahl dieser verläuft glimpflich und ohne bleibende Schäden. Ein Viertel der Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma versterben. So erstaunt es nicht, dass das schwere Schädel-Hirn-Trauma bei den unter 44-Jährigen noch heute die häufigste Todesursache ist.
«Offenes» und «geschlossenes» Schädel-Hirn-Trauma
Es wird zwischen dem «offenen» und dem «geschlossenen» Schädelhirntrauma unterschieden. Beim offenen Schädel-Hirn-Trauma gelangen Luft oder Fremdkörper in die Schädelhöhle. Dies birgt im weiteren Verlauf die Gefahr von Infektionen des Hirns, der Hirnhäute und des Schädelknochens. Beim geschlossenen Schädel-Hirn-Trauma kommt es zu keiner Eröffnung des Schädelknochens. Generell kann es beim Aufschlagen des Kopfes zu Frakturen des Schädelknochens, Blutungen im oder um das Gehirn und zu Gehirnverletzungen mit Zerreissungen von Nervenfasern (sogenannte «shearing injuries») kommen. Die Lokalisation und das Ausmass dieser Verletzungen hängen von der Heftigkeit des Aufpralls und von der Lokalisation der Krafteinwirkung am Schädel ab. Für Blutungen stellt die Einnahme vom blutverdünnenden Medikamenten ein zusätzliches Risiko dar.
Schweregrad von Schädel-Hirn-Traumen
Die häufigsten Ursachen von Schädel-Hirn-Traumen sind Stürze, Sportverletzungen und Auto- oder Fahrradunfälle. Je nach Schweregrad der Hirnverletzungen wird zwischen einem leichten (sogenannte Hirnerschütterung oder Commotio cerebri), mittelschweren oder schweren Schädel-Hirn-Trauma unterschieden. Die Einteilung erfolgt anhand der Symptome des Patienten am Unfallort. Je nach Schweregrad und Lokalisation der Hirn-Verletzungen kann der Patient an ganz unterschiedlichen Symptomen leiden, wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit, blutende Wunden der Kopfhaut, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Lähmungen, Sprachprobleme oder auch epileptische Anfälle und Bewusstlosigkeit. Dabei können die Symptome unmittelbar nach dem Unfall auftreten oder sich erst verzögert, nach mehreren Stunden oder Tagen, entwickeln. Treten solche Symptome auf, sollte sich der Betroffene sofort bei einem Arzt oder in einem Spital melden.
Abklärungen
Die notfallmässigen Abklärungen hängen ab vom Schweregrad des Schädel-Hirn-Traumas. Sie beinhalten eine körperliche Untersuchung mit speziellem Fokus auf die Untersuchung des Nervensystems (neurologische Untersuchung) und die Durchführung einer bildgebenden Untersuchung des Kopfes und Hirns (sogenannte Computertomographie oder Magnetresonanztomograhie). Diese Untersuchungen erlauben eine Aussage über das Ausmass und die Art der Hirnverletzungen. Bei Patienten, welche im Rahmen des Schädel-Hirn-Traumas das Bewusstsein kurz verloren haben, erfolgt meist eine Überwachung für mindestens einen Tag im Spital. Dies ist nötig, da es in den ersten Stunden nach dem Unfall zu Nachblutungen im oder um das Hirn herum kommen kann. Bei Patienten mit schweren Kopfverletzungen ist unter Umständen eine lebensrettende Notfalloperation nötig. Grund hierfür ist meist eine drohende Hirneinklemmung. Durch die Einblutung um oder in das Hirn, wird dieses komprimiert und als Folge werden nicht verletzte Hirnanteile oder das ganze Hirn irreversibel geschädigt. Durch die chirurgische Entfernung des Blutes und/oder des darüber liegenden Schädelknochens kann dies eventuell verhindert werden.
Bei ausgedehnten Hirnverletzungen tritt in den Tagen nach dem Unfall eine Hirnschwellung auf. Diese wird hauptsächlich durch Entzündungsprozesse bei der Resorption des Blutes verursacht. Durch die Hirnschwellung besteht erneut die Gefahr einer Schädigung von nicht verletztem Hirngewebe, da der sogenannte Hirndruck ansteigt (= Druck innerhalb des Schädels; das Hirn wird von den Hirnhäuten und der „Schädelkugel“ umgeben, eine Zunahme des Hirnvolumens führt somit zum Anstieg des Druckes in dieser Kugel.) Mit dem Anstieg des Hirndrucks nimmt die Blutversorgung ab, was zu einer Unterversorgung des Hirns mit Sauerstoff führen kann und somit zu einem weiteren Hirnschaden. Um den Hirndruck zu senken, sind unter Umständen die Einleitung einer Narkose (künstliches Koma) oder eine Operation (teilweise Entfernung des Schädelknochens) notwendig. Ist die Entfernung eines Teils des Schädelknochen nötig, so kann dieser meist nach 1 bis 3 Monaten, wenn sich die Hirnschwellung vollständig zurückgebildet hat, wieder mit einer Operation eingesetzt werden.
Prognose nach Schädel-Hirn-Traumen
Die Prognose nach einem Schädel-Hirn-Trauma hängt vom Ausmass der Hirnverletzungen ab. Bei leichten Hirnverletzungen (Hirnerschütterung) ist eine vollständige Erholung die Regel. Nach schweren Hirnverletzungen muss mit bleibenden Störungen von gewissen Hirnfunktionen gerechnet werden: Je nach betroffenen Hirnarealen können dies zum Beispiel folgende Symptome sein: Lähmungen (z.B. Halbseitenlähmung), Sprachstörungen, Gedächtnisstörungen, Sehstörungen, Verhaltensstörungen, Bewusstseinsstörungen (Störungen der Aufmerksamkeit bis Wachkoma). Auch können epileptische Anfälle auftreten.
Das genaue Ausmass der bleibenden Störungen nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist zum Teil in der Akutphase schwierig vorauszusagen und kann unter Umständen erst nach einem mehrmonatigen Rehabilitationsaufenthalt abgeschätzt werden.