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Chinas Aufstieg als Wirtschaftsmacht stösst auf grosse Herausforderungen. Nach Jahren spekulativer Übertreibungen im Immobiliensektor ist ein grosser Teil der privaten Unternehmen stark verschuldet.
Chinas Exportwachstum stottert aufgrund einer schwachen internationalen Konjunktur. Droht nun China ein japanisches Stagnationsszenario?
Xi Jinping und die chinesische Kommunistische Partei haben seit 2020 mit einer drakonischen Covid-Politik und der öffentlichen Demütigung der Eigentümer führender Technologiekonzerne (zum Beispiel Jack Ma mit Alibaba) ihren unmissverständlichen Machtanspruch über alle Bereiche der chinesischen Gesellschaft untermauert.
Mild formuliert dürfte das den Unternehmergeist in der Privatwirtschaft etwas dämpfen. Die chinesische Führung verfolgt aber wichtige geopolitische Ziele und nimmt dafür wirtschaftlichen Teil-Kollateralschaden in Kauf.
Chinas relative Stagnation dürfte die geopolitische Gewichtsverschiebung in Ostasien und entlang der „Neuen Seidenstrasse“ (Asien, Mittlerer Osten, Afrika, Südamerika) aber nicht hindern.
China erzielte 2022 einen Handelsbilanzüberschuss im Wert von 877 Milliarden Dollar. Damit gewinnt man grossen Einfluss auf der Weltbühne – nicht zuletzt als Gläubiger für Kredite.
Dank der ungeschickten Aussenpolitik der USA gewinnt China jedes Jahr neue Verbündete, zuletzt sogar Saudi-Arabien.
Die Allianz mit Russland sichert eine stabile Energieversorgung, auch wenn der schwelende Konflikt mit Taiwan mittelfristig eine amerikanische Blockade des Öltransports aus dem Persischen Golf nach sich ziehen dürfte.
Mit jedem weiteren Jahr steigt die Dominanz der chinesischen Kriegsmarine und Raketenstreitkräfte in Ostasien.
Pentagon-Studien meinen, dass es illusorisch scheint, dass die US-Navy im Kriegsfall Taiwan retten könnte.
Chinas Staatskapitalismus weist eine Kombination aus Trägheit und Stabilität auf.
Die chinesische Regierung hat gegenüber westlichen Konkurrenten den Vorteil der langfristigen Perspektive. Sie baut zum Beispiel mehr als 20 neue Atomkraftwerke, während in Europa längerfristig Stromknappheit droht.
Chinas Bruttoinlandprodukt (BIP) betrug 2022 18 Billionen Dollar. Die USA brachten es auf 25.5 Billionen.
Wenn man überteuerte Spitalrechnungen, Medikamentenpreise, Medicare- und Rüstungsausgaben auf der US-Seite herausrechnet, dürften die BIPs beider Nationen ähnlich hoch ausfallen.
China geniesst darüber hinaus einen Vorteil bezüglich der tatsächlichen produktiven Leistung.
Das Land macht über 30% der globalen Industrieproduktion aus. China ist für 45% der globalen Stahlproduktion verantwortlich.
Zum Vergleich: Die USA bringen es nur auf bescheidene 7%.
Im Jahr 2022 produzierten chinesische Schmelzöfen 40’000 Tonnen Aluminium. Abgeschlagen folgten Russland (4’000), Indien (3’700) und Kanada (3’000) – und weit abgehängt die USA (860).
Wer Flugzeuge und Raketen bauen will, braucht aber Aluminium.
Für manche Güterkategorien (Feinchemikalien für die Pharmaindustrie, seltene Erden für die Elektronikindustrie) führt an China einfach kein Weg vorbei.
China verarbeitet solche Halbfabrikate in grossen Mengen. Der Vorsitzende des US-Rüstungskonzerns Raytheon meinte kürzlich, Raytheon habe mehrere tausend chinesische Zulieferer, und eine Entkopplung der Produktions- und Lieferketten sei schlichtweg unmöglich.
Also bräuchte Amerika eine stete Zufuhr an chinesischen Komponenten, um China mit US-Raketen dauerhaft zu bekriegen.
Die chinesische Telekommunikations-Gesellschaft Huawei hat nun ein eigenes Betriebssystem für Mobiltelefone als Ersatz für den gebannten Android entwickelt und bleibt nach wie vor führend als Anbieter von 5G-Telekommunikations-Netzwerken.
Chinesische Halbleiterproduzenten wie Shanghai Semiconductor International Manufacturing (SMIC) unternehmen beachtliche Schritte, um die Abhängigkeit Chinas von ausländischen Halbleiterimporten zu reduzieren.
Die Beispiele lassen erahnen, wie inflationär und zerrüttend eine Auseinandersetzung zwischen den China und den USA in Ostasien für die globalen Produktionsketten sein wird.
Aber es kreiert auch Chancen für KMUs, die sich auf die neuen Entwicklungen einstellen und von der Deglobalisierung profitieren.
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