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Früh fahre ich in Le Puy-en-Velay ab. Die von mir gewählte Route führt durch die schönsten Gebiete der Cevennen. Immer wieder halte ich. Einen kleinen Pass, den Baraque des Bouviers, muss ich überqueren. In Severac-le-chateau halte ich, tanke auf und kaufe etwas zum Essen. Leider ist das Schloss geschlossen, denn morgen beginnen dort Pfeilbogen-Meisterschaften.
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Ich besichtige die Place du Breuil, bis das Touristenbüro öffnet und hole mir dann eine Anleitung zum historischen Stadtrundgang. Diese in Hand, beginne ich: Eglise Saint-Georges (noch geschlossen); Place du Martouret, Hotel de Ville (1766), Rue Courrerie, Place du Plot, Rue Chamarlenc, wo fratzenartige Skulpturen an der Fassade sind, Rue Chenebouterie, Rue Raphael, wo mir das Logis des Alix Celliers (16. Jhdt) auffällt, Place des Tables und die zur Kathedrale hinaufführende Monumentaltreppe Rue des Tables.
Ich verschlafe um eine Stunde, fahre erst um neun Uhr morgens ab. Die Fahrt zur Barrage de Sarrans führt über kleine Strassen. Der Tag ist wunderschön und 28 Grad warm. Manche Strassen wurden kürzlich neu mit Rollsplitt bestreut. Das ist teuflisch zum Befahren, denn zum einen kann man darauf überhaupt nicht bremsen (das Motorrad versucht sich hinzulegen) und schon gar nicht lenken. Kurven gehen nur im Schritttempo. In Ladinhac finde ich eine Tankstelle. Kurz danach, in Cantoin, halte ich an, kaufe im Dorfladen etwas zu essen und verzehre es auf dem Dorfplatz, der Place de la Pieta.
Um 07:30 Uhr habe ich das Frühstück bestellt, bis dann reicht mir die Zeit, um noch zwei T-Shirts zu waschen. Ich werde sie zum Trocknen hinten auf das Gepäck binden. Das Frühstück ist gar nicht so schlecht, ich kriege Müesli, Joghurt und dunkles Brot mit Butter. Ich verabschiede mich und fahre los. In Bergerac verirre ich mich auf der anderen Seite der Dordogne aber hoffnungslos. Bis ich die richtige Strasse nach Cahors gefunden habe, dauert es ewig, weil ich nicht genau sehe, wo ich einbiegen muss. Schliesslich schaffe ich es. Beschilderung nach Cahors gibt es hier nicht.
Ich verlasse Montignac Richtung Saint-Leon-sur-Vezere. Es ist Sonntagmorgen, alles ist geschlossen. In Saint-Leon-sur-Vezere ist die romanische Kirche leider auch noch geschlossen. Unweit davon steht das Chateau de Clérans, zwischen so hohen Bäumen und hermetisch abgeschlossen, dass man es kaum sehen kann. Anschliessend daran ist eine zweite Burg, das Manoir de la Salle, die wohl etwas älter sein dürfte und vor Allem aus einem Wehrturm besteht. Ich fahre weiter zur Höhlenstadt La Roque Saint-Christophe.
Ein schöner, warmer, sonniger Tag. Kurz nach acht Uhr fahre ich gemütlich in Aurillac ab. Ich habe eine besonders lange, dafür hoffentlich schöne Strecke gewählt. Bereits in Laroquebrou halte ich an, hole mir auf der Touristeninformation eine Karte und erkunde das schmucke Städtchen. Erst die einschiffige, weitgehend schmucklose Kirche Eglise St. Martin. Dann das Hotel de Ville (die Kerngebäude stammen aus dem 15. Jahrhundert), das Chateau, davor steht auf einem hohen Felsvorsprung, zu dem ein Weg führt, eine Madonna (1887). Schliesslich laufe ich durch die Altstadt bis zum Pilgerhaus.
Aufgrund der frühen Morgenstunde beginne ich den historischen Stadtrundgang, für den nichts offen zu sein braucht. Die Eglise Notre Dame aux Neiges ist noch geschlossen. Ich durchquere noch einmal den Place du Square Vermenouze, besichtige die Statue des droits de l’homme (1890), laufe zum Gravier, unterdessen ein Parkplatz, immerhin ist noch ein Musikpavillon (1890) vorhanden. Etwas weiter unten steht die Statue von Gerbert (Papst Sylvester II). Wunderschön sind die mittelalterlichen Häuser entlang der Jordanne, die sich im morgendlich stillen Wasser spiegeln.
Am Morgen früh geniesse ich das Frühstück in der freundlichen Pension, dann lade ich den Scooter und fahre zur Talstation der Luftseilbahn Téléférique du Puy-de-Sancy. Mit der ersten Kabine, die hochfährt, fahre ich mit – sie fährt mit zehn Minuten Verspätung ab, da die Mitarbeiter noch beim Morgenkaffee sind. Oben werde ich von dichten Schwärmen von kleinen Fliegen erwartet. Sie sind so dicht, dass sie einem beim Einatmen in den Mund geraten und auch auf den Fotos gut sichtbar sind. Einige Besucher schreckt dies ab, sie bleiben bei der Bergstation der Luftseilbahn.
Heute soll der erste sonnige Tag werden, und der Morgen lässt vermuten, dass das zutrifft. Ich fahre noch einmal nach Montpeyroux und erkunde diejenigen Strassen und Gassen, für die es mir gestern zeitlich nicht mehr reichte. Dann fahre ich nochmals zurück nach Coudes, um einen guten Aussichtspunkt zu finden. Auf der Brücke finde ich ihn, nur ist jetzt Montpeyroux so weit weg, dass ohne Tele wenig zu machen ist. Ich fahre weiter Richtung Saint-Nectaire. In Champeix halte ich kurz an und kaufe in einem Supermarkt etwas zu essen und zu trinken.
Einmal mehr ist es grau und verhangen, als ich aufwache. Dunkle Regenwolken hängen über der Stadt. Ich lasse mir viel Zeit mit dem Packen. Um neun Uhr fahre ich ab und gelange kurz vor zehn Uhr zum Volcan Lemptegy in Saint-Ours-Les-Roches. Bereits haben mehrere Busse Passagiere abgeladen, die Anlage ist gar nicht für so viele Leute gemacht. Es herrscht ein unsägliches Gedränge. Mein Coupon ist eigentlich gar nicht mehr gültig, weil es die Erkundung zu Fuss nicht mehr gibt. Ich muss EUR 2.60 aufzahlen und darf mit dem Touristenzüglein mitfahren.