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Am Samstag, 15. Januar 2022 war mit Hiroshi Katanishi, Träger des 8. Dan Judo, erneut hoher Besuch im Ustermer Dojo. Hiroshi kam extra aus Lausanne angereist und leitete zwei Judotrainings für die teilnehmenden Trainer. J+S Trainer müssen alle 2 Jahre ein Modul Fortbildung besuchen, damit sie wieder anerkannt sind und ihre Clubs vom Baspo auch Geld für die Trainings mit den Kindern und Jugendlichen bekommen. Die von J&S ausgerichteten Gelder bilden eine wichtige Einnahmequelle für viele Sportvereine.
Bereits bei der Begrüssung informierte uns Hiroshi, dass in Japan zuerst nach vorne zu den Ahnen (Gründer Jigoro Kano) des Dojos gegrüsst wird (Shomen ni Rei), dann eine zweite Verneigung/Gruss zum Lehrer/Meister (Sensei ni Rei), dann ein 3tes Mal um die Übungspartner (Otagai ni rei) zu grüssen und ihnen Respekt zu zollen. Bei einem Turnier grüsst man zudem auch die Zuschauer und/oder den Kampfrichter mit (Shimpan ni Rei). Nachdem Training wird, das ganze Rückwärts in einer anderen Reihenfolge zelebriert: Sensei ni rei, Otagai ni Rei, Shomen ni Rei. Früher grüsste man sich zuerst auf dem Knieen und dann nochmals im Stand, aber das hat sich jetzt im modernen Japan geändert.
Zum Aufwärmen startete Hiroshi das Morgentraining mit Tandoku-rentsu, wobei der Judoka die Würfe ohne Partner übt, dies tönt jetzt einfach, doch auch ohne Partner müssen die Bewegungen und die Fussstellungen präzise ausgeführt werden. Dazu kommen noch die Hände (Tsurite, die Fischer-Hand welche Uke’s Rever greift und Hiki-te, die Pulling-Hand, die am Ärmel greift und zieht).
Weiter ging es mit einer Bodentechnik (Ne-waza), nachdem ein Wurf nicht zum Sieg sondern nur zum Vorteil (Waza-ari) ausgeführt wurde. Sofort schnappte sich Hiroshi den Arm und fixierte seinen Partner (Uke) mit seinem Arm, den Händen, den Beinen und seinem Gesäss, so dass sich dieser fast nicht mehr bewegen konnte und für jede Bewegung, die Uke ergriff, um auszubrechen, hatte Hiroshi bereits eine Lösung zur erneuten Festhaltetechnik, also kein Entkommen für Uke!
Nach einer kurzen Mittagspause, einer interessanten Fragestunde und den J+S-News ging es mit einem kurzen Aufwärmen im Stand weiter. Als weiteres Aufwärmelement zeigte uns der pensionierte Grossmeister verschiedene Gangarten. Hiroshi zeigte uns wie nützlich ein kleiner «Zwischenhüpfer» sein kann und wie man verschiedene Würfe mit diesem zusätzlichen Hüpfer dynamischer und geschmeidiger ausführen kann. Nicht bei allen sah es so locker aus wie bei Hiroshi. 😉
Auch bei den Partnerübung Uchi-komi (Wurfeingang ohne Wurf) und Nage-komi (Wurf mit Fall) ging es darum, das richtige Timing für das Eindrehen zu finden, um seinen Gegner im richtigen Moment zu werfen, oder die richtige Stellung zu finden, um möglichst ohne Kraft zum Erfolg zu kommen.
Hiroshis Überlegungen zu den komplexen Judotechniken sind immer sehr, sehr lehrreich und jeder kann profitieren und hatte das eine oder andere Aha- und Erfolgserlebnis. Arigato Hiroshi. Ein Dankeschön auch an David Sigos meinen Mitorganisator, Norbert Vetterli für die professionelle Kontrolle der Covid-Zertifikate, Thomas Marras für’s Übersetzen vom Französisch ins Berndeutsch sowie Eduard Nicolaescu als bester Uke für den Sensei.