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In diesem Projekt wird die Bedeutung der Spitäler als Punktquellen für den Eintrag von Arzneimitteln evaluiert. Ausgewählte Arzneimittel und Desinfektionsmittel werden analysiert und deren Massenflüsse vom Spital über die Kläranlagen ins Oberflächengewässer erfasst. Durch Vergleich von Messungen und Verbrauchszahlen von Arzneimitteln im Spital wird der Anteil ermittelt, welcher direkt im Spital ausgeschieden wird, und nicht durch ambulante Patienten nach Hause getragen wird. Ein GIS-basiertes Modell wird entwickelt, um die Konzentrationen an Arzneimitteln in den Oberflächengewässern vorauszusagen, basierend auf den mittleren Ausscheidungen der Menschen ins kommunale Abwasser sowie im Spital.
Um die Einträge aus den Spitälern in die Kläranlage bzw. in die aquatische Umwelt zu minimieren, werden Technologien evaluiert, um das Spitalabwasser direkt im Spital zu behandeln. Dazu wird eine Pilotanlage in einem Schweizer Spital installiert und so die Abwasserbehandlung direkt im Spital auf Machbarkeit, Effektivität, technische und ökonomische Faktoren getestet. In einem ergänzenden Projekt wird eine Stakeholder-Analyse, kombiniert mit einer Multikriterien-Entscheidungsanalyse durchgeführt, um die Probleme der Entscheidung, wie mit Spitalabwasser umgegangen werden soll, zu strukturieren und die Rolle und Meinungen der Stakeholder darzulegen.
Damit soll eine Entscheidungsgrundlage zur Formulierung einer Strategie bezüglich Arzneimitteln und resistenten Keimen aus den Spitälern erarbeitet werden. Es soll beurteilt werden, ob der Stand der heute zur Verfügung stehenden Technik genügt, und es werden Kriterien für die Beurteilung einer für Spitäler praktikablen Abwasserbehandlung zusammengestellt. Zur Unterstützung dieser Entscheidung hat sich eine Arbeitsgruppe “Spitalabwasser” konstituiert, welche Fachleute aus der Forschung, des Bundesamtes für Umwelt, aus Kantonen und Ingenieurbüros umfasst.