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Das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) hat am Dienstag erstmals seit mehr als vier Jahren einen BSE-Fall in der Schweiz gemeldet. Der sogenannte "Rinderwahnsinn" wurde bei einer verendeten Kuh in einem Landwirtschaftsbetrieb im Kanton St. Gallen festgestellt.
Analysen zeigten jedoch, dass es sich nicht um einen Fall von klassischer BSE handelt, sondern um eine sogenannte atypische BSE: Das Tier war im September 2003 geboren worden, zweieinhalb Jahre nach Inkrafttreten des totalen Tiermehlverfütterungsverbots in der Schweiz und in Europa.
Seit einigen Jahren werden laut BVET in verschiedenen europäischen Ländern solche atypischen Fälle von BSE bei älteren Kühen festgestellt. Die Wissenschaftler glauben, dass diese Form der BSE möglicherweise eine sporadisch auftauchende Krankheit ist, die nicht auf infektiöses Material im Futter zurückzuführen ist.
Im Gegensatz dazu werden die typischen BSE-Fälle durch infektiöses Material im Futter der Tiere verursacht.
Der letzte BSE-Fall in der Schweiz war 2006 verzeichnet worden. Bis 2006 hatten sich die Fälle stark vermindert, und von 2006 bis jetzt wurde überhaupt kein Fall mehr diagnostiziert.
BVET: Lage bleibt gut
Der aktuelle Fall ändere nichts an der guten Lage bezüglich BSE in der Schweiz, versichert das BVET. Aber der neue Fall erinnere daran, "dass wir trotz dieser vorteilhaften Situation doch vereinzelt mit Fällen von BSE rechnen müssen", heisst es im Communiqué.
Seit dem ersten Schweizer Fall im Jahr 1990 wurden hierzulande insgesamt 464 BSE-Fälle gemeldet. Mit Ausnahme des neuesten Falls waren alle betroffenen Rinder vor dem Inkrafttreten des totalen Tiermehlverfütterungsverbots vom Januar 2001 geboren worden.
Seit 1990 war im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Massnahmen beschlossen und umgesetzt worden, um die Krankheit bei den Rindern einzudämmen. Als wirksamste Massnahme erwies sich das Verbot der Tiermehlverfütterung, das zuerst 1990 für Rinder ausgesprochen wurde, dann 2001 für sämtliche Nutztiere.
Es wurde in der Schweiz nie ein Fall der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung bei Menschen, die mit BSE in Verbindung gebracht wird, diagnostiziert.
SDA-ATS