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Museum Moderner Kunst Ascona
Museen
Im Gemeindemuseum für moderne Kunst in Ascona befinden sich die Werke der Avantgarde-Künstler, die vor den Schrecken des Grossen Krieges vom Norden geflüchtet waren und in der Region Locarno Asyl fanden, am Ufer des Lago Maggiore, bekannt dank dem Monte Verità. Seit 2014 verfügt das Museum über zwei Adressen: der Hauptsitz befindet sich in einem schönen Gebäude aus dem 16. Jhd., im Herzen von Ascona; der andere hingegen, ganz neu, ist im Castello San Materno. Letzteren beherbergt die Ausstellung der Stiftung Alten mit Werken von Autoren die eng mit dem zu Beginn des 20. Jhd. in Ascona vorherrschenden künstlerischen Klima verbunden waren.
PROMO
Die Ausstellung im Hauptsitz
Das Museum wurde dank der Grosszügigkeit von in Ascona ansässigen Künstlern und deren Freunden in den 20er Jahren gegründet und verfügte von Anfang an über eine eindrückliche Kollektion von international bedeutenden Werken, die die moderne Kunst von halb Europa wiederspiegelten.
Unter den wichtigsten Werken, die bei der Geburt des Museums eine Rolle spielten und die heute zur Kunstsammlung der Gemeinde Ascona gehören, finden wir jene der Russen Marianne Werefkin, Alexej Jawlenskj und Robert Genien; der Deutschen Arthur Segal, Walter Helbig, Otto Niemeyer-Holstein, Hans Richter, Julius Bissier; der Engländer Gordon Mallet McCouch und Ben Nicholson; der Holländer César Domela und Otto van Rees; der Schweizer Paul Klee, Cuno Amiet, Ernst Frick, Albert Kohler, Ignaz Epper; der Italiener Italo Valenti und Marino Marini.
1995 kaufte die Gemeinde Ascona den Fonds Carl Weidemeyer. Der deutscher Architekt und Maler, hatte sich 1927 in Ascona niedergelassen und eine neue Art der rationellen Architektur vorgeschlagen. Zu seinen wichtigsten Werken gehört das Teatro San Materno (gegenüber dem zweiten Sitz des Gemeindemuseums), 1928 erbaut für die international bekannte Ausdruckstänzerin Charlotte Bara. Das Theater wurde unlängst restauriert und bietet ein reichhaltiges Programm an Aktivitäten.
Das Gemeindemuseum ist jedoch hauptsächlich wegen der Sammlung der Stiftung Marianne Werefkin bekannt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Figur und das Werk dieser hervorragenden Künstlerin russischer Abstammung zu ehren. Sie ist eine der eindrücklichsten Interpreten des deutschen Expressionismus und kam 1918 ins Tessin. Diese Kollektion – 90 Bilder, 170 Skizzenbücher, etwa hundert Zeichnungen und eine enorme Zahl an autographischen Dokumenten literarischen Charakters – gehört somit zu den bedeutendsten der ihr gewidmeten.
Ebenfalls präsent ist im Museum die Stiftung Richard und Uli Seewald, welche die Werke des Künstlers und Professors der Münchner Akademie, Richard Seewald, beinhaltet.
Im Museum finden regelmässig Ausstellungen statt, wobei das Augenmerk nicht nur auf die Bewertung des eigenen Bestandes gerichtet bleibt, sondern auch auf Zeitgenössisches von Künstlern und Strömungen, die zur Geschichte Asconas beigetragen haben. Das Museum widmet sich auch der Grafik, modernen Künstlern und Sammlern, indem es als Zentrum für Archivierung und Forschung zur Verfügung steht.
(M.F.)
Die Ausstellung im Castello San Materno
Das Gemeindemuseum für moderne Kunst von Ascona verfügt seit 2014 über einen zweiten Sitz im Castello San Materno, der sich am Dorfeingang befindet und wo die Sammlung der Stiftung Alten ausgestellt ist, mit Werken von in Nordeuropa im 19. und 20. Jhd. bekannten Künstlern. Diese Autoren, historisch zum kulturellen Asconeser Kontext gehörend, sind Teil künstlerischer Bewegungen (Impressionismus, Post-Impressionismus, Expressionismus), welche den Übergang zwischen zwei Epochen geprägt und die neue der modernen Kunst eingeläutet haben.
Allen voran finden wir die Namen Lovis Corinth und Max Liebermann, die mit ihren Kollegen der Kolonie Worpswede in Kontakt standen (in Opposition zum industrialisierten Leben), gut vertreten in der Kollektion Alten mit Werken von Hans Ende, Fritz Overbeck, Friedrich Meckseper, Walter Bertelsmann, Otto Mondersohn und Paula Mondersohn-Becker. Viele dieser Künstler haben die Kunstszene in Ascona direkt oder über den Monte Verità belebt. Für alle steht der Name der Ausdruckstänzerin Charlotte Bachrach (alias Charlotte Bara), die sich in Worpswede ausgebildet hatte. Sie schloss Freundschaft mit dem Künstler Carl Weidemeyer, Architekt ihres persönlichen Theaters in Ascona (das heutige Teatro San Materno), und einmal südlich der Alpen angekommen, lebte sie hier bis zu ihrem Tod, in eben diesem Castello San Materno, dem jetzigen Sitz der Kollektion Alten.
Die Sammlung bietet des weiteren eine bedeutende Öffnung zur Kunst der historischen Avantgarde, mit einigen Werken deutscher Expressionisten von grossem Wert, sei es "die Brücke" von Dresden (Ernst Ludwig Kirchner, Erich Henckel, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Christian Rohlfs), sei es der "Blaue Reiter" von München (Alexey Jawlenskij und Gabriele Münter). Jawlenskij und Müller waren verbunden mit den esperienze asconesi von Marianne Werefkin, Gründerin des Gemeindemuseums von Ascona und Kulturschaffende am Ort, und mit der Künstlergesellschaft Orsa Maggiore, zwei der Veranstaltungen, die Ascona zum Zentrum der Verbreitung der modernen Kunst in der Schweiz machten.