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| Laktanz († nach 317) - Auszug aus den göttlichen Unterweisungen (Epitome divinarum institutionum).

21. Die Elemente und Gestirne.
Gehen wir nun auch an die Widerlegung derer, welche die Grundbestandteile der Welt, d. h. Himmel, Sonne und Mond für Götter halten, und die aus Unkenntnis des Schöpfers die Werke der Schöpfung bewundern und anbeten. Diese Verirrung findet sich nicht nur bei der ungebildeten Menge, sondern auch bei den Weltweisen; so versetzen die Stoiker sämtliche Gestirne am Himmel unter die Zahl der Götter, weil sie bestimmte und vernunftgemäße Bewegungen haben, durch die sie den Wechsel und die Aufeinanderfolge der Zeiten in unveränderlicher Gleichmäßigkeit bewahren. Aber die Gestirne haben keine freiwillige Bewegung; sie richten sich nach vorausbestimmten Gesetzen, und zwar nicht aus eigener Einsicht, sondern nach der weisen Anordnung des höchsten Schöpfers; denn dieser hat sie so eingerichtet, daß sie unabänderliche Bahnen und festbestimmte Räume durchmessen und so die Abwechslung von Tag und Nacht, von Sommer und Winter herbeiführen. Wenn nun die Stoiker die Wirkungen der Himmelskörper, wenn sie die Bahnen, die Helligkeit, die Gleichmäßigkeit und Schönheit der Gestirne bewundern, so hätten sie zur Einsicht kommen sollen, wie [S. 151] überragend an Schönheit, Herrlichkeit und Macht der Schöpfer und Meister der Welt sein muß. Aber sie haben das Göttliche nach menschlichem Anblick geschätzt, ohne zu erkennen, daß das nicht ewig sein kann, was sichtbar ist, und daß man das Ewige mit sterblichem Auge nicht wahrnehmen kann.