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Das Tessiner Weinbaugebiet umfasst kaum tausend Hektar, aber die Dynamik einer Reihe von Winzern hat ihm bereits internationale Anerkennung verschafft, auch dank der Dienste eines starken Botschafters, der Rebsorte Merlot: Sie fand im Tessin zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein besonders günstiges Gebiet für die Akklimatisierung und bedeckt heute 85 % der Tessiner Weinbaufläche. Die Geografie bestimmt hier die Weinlandschaft und die Unterschiede zwischen den einzelnen Crus. Das durch den Monte Ceneri geteilte Tessin gliedert sich in zwei Hauptregionen und ist in 8 Bezirke unterteilt: Sopraceneri im Norden (Bellinzona, Blenio, Riviera, Leventina, Locarno, Vallemaggia) und Sottoceneri im Süden (Lugano und Mendrisio).Diese Unterteilung in zwei große Subregionen wird der Vielfalt der Weinberge jedoch nicht vollständig gerecht, da die Unterschiede von einer Gemeinde zur anderen sehr deutlich sein können. Zu diesen Regionen kann man noch Mesolcina hinzufügen, ein italienischsprachiges, aber bündnerisches Tal, das etwa 50 Hektar Weinberge umfasst.Von den Göttern gesegnet mit einer jährlichen Sonnenscheindauer von etwas mehr als 1000 Stunden pro Jahr, werden die Tessiner Weinberge vom Mittelmeer beeinflusst. Aber die Tessiner Weinberge sind mit fast 1600 mm pro Jahr auch einem hohen Niederschlag ausgesetzt. Diese kurzen, aber heftigen Regenfälle erschweren die Arbeit der Tessiner Weinbauern, insbesondere derjenigen, die sich für den Bio-Weinbau entschieden haben. Glücklicherweise sind die Tessiner Weinberge größtenteils auf porösen Böden mit einer hohen Drainagekapazität angelegt, insbesondere auf dem Sopraceneri, wo saure Böden wie Granit und Gneis vorherrschen. Im südlichen Teil ist die Morphologie komplexer mit zahlreichen Gletscherablagerungen, vulkanischen Sedimenten (San Salvatore) und im Mendrisiotto, das mehr als ein Drittel des Tessiner Weinbaugebiets ausmacht, wechseln sich kalkhaltige Sedimente mit schwereren Böden mit tonhaltiger Matrix ab.