Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03201.jsonl.gz/2839

| Fulgentius von Ruspe (467-533) - Ausgewählte Predigten

7. Am Fest der Erscheinung des Herrn
1.
Nach jenem Fest, das uns in jährlicher Wiederkehr die zeitliche Geburt unsers Herrn Jesus Christus verehrungswürdig macht, begehen wir an zweiter Stelle1 [S. 229] das heutige Fest. Jenes war das Fest, an dem Christus durch die Verkündigung des Engels den jüdischen Hirten bekannt wurde, dieses ist das Fest der Offenbarung, durch die er die heidnischen Magier durch das Licht des vor ihnen herziehenden Sternes zu sich geführt hat. Der Name jenes Tages also ist aus der griechischen Sprache in die lateinische übergegangen; für die Bezeichnung dieses Tages ist auch bei den Lateinern der griechische Name in Gebrauch gekommen. Jenen Tag nennen wir den Geburtstag des Herrn, diesen nach der Sitte der kirchlichen Überlieferung Epiphanie. Epiphanie aber heißt Offenbarung. Die Offenbarung des Herrn also feiern wir heute deswegen, weil er an diesem Tag von den Magiern, die aus dem Morgenlande kamen, angebetet wurde. Denn sie sahen seinen Stern im Morgenland und kamen, von göttlicher Erleuchtung geführt, um ihn anzubeten. Denn obwohl sie mit ihren leiblichen Augen das Licht des Sternes sahen, wären sie keineswegs gekommen, um das Kind anzubeten, wenn sie nicht von Gott das Licht der geistlichen Gnade erhalten hätten.
1: Das Fest der Beschneidung des Herrn, das wir als zweites Fest im Kirchenjahr feiern, wird zum ersten Mal im can. 17 der Synode von Tours im Jahre 567 erwähnt. In fränkischen und byzantinischen Kaiendarien findet es sich im 8. Jahrhundert, in Rom ist es erst im 9. Jahrhundert nachweisbar.