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Sonntag, 9.10.2022
Heute geht’s zum Parque del Retiro…. ein 1.43 km² grosser Park am östlichen Rand der Innenstadt Madrids. Wir nehmen die Metro, steigen in Canillejas in die grüne Linie 5, steigen in Ventas in die rote Linie 2 um und 4 Stationen weiter sind wir an der Station Retiro. Das geht wirklich einfach!
In der Calle de Alcalá steigen wir aus dem Untergrund nach oben. Das ist eine der wichtigsten Strassen Madrids, sowohl im Verkehr als auch in der kommerziellen Tätigkeit. Sie erstreckt sich über 11 Kilometer vom Zentrum von Madrid bis in den Nordosten der Stadt. Sie beginnt an der Puerta del Sol.
Die Puerta de Alcalá (Alcalá-Tor) befindet sich an der Plaza de la Independencia (Unabhängigkeitsplatz). In unmittelbarer Nähe ist der Eingang zum Parque del Retiro. Die Calle de Alcalá durchquert den Platz in Ost-West-Richtung. Leider wird das Tor gerade restauriert, wir sehen ein Bild davon.
So sieht das Tor ohne Verkleidung aus….
…. und so bei Dunkelheit!
Der Eingang zum Park
Der Park erfreut sich unter den Einwohnern Madrids grosser Beliebtheit. Besonders an den Wochenenden ist er das Ziel familienweiser Tagesausflüge. Rings um den Estanque Grande de El Retiro bieten Freiluftcafés Erfrischungen an. Auf den Hauptwegen unterhalten Musiker, Gaukler, Zauberer, Schnellzeichner und Puppenspieler die Besucher.
Es gibt übrigens noch einige grosse Parks und Grünanlagen in Madrid, wie diese Übersicht zeigt…. der grösste Park ist Casa de Campo…. vermutlich kann man eine ganze Woche damit verbringen, sich alle Parks in Madrid anzuschauen! 😀
Der Fuente de los Galápagos aus dem Jahr 1832. Er stand zuerst an der Ecke Gran Vía / Calle de la Montera. Der Brunnen wurde zum Gedenken an Ereignisse im Zusammenhang mit Königin Isabel II in Auftrag gegeben: für die Princesa de Asturias (Prinzessin von Asturien), entweder ihre Geburt oder ihren ersten Geburtstag. Der Brunnen wurde vom Architekten Francisco Javier de Marietegui entworfen, die Skulpturen sind aus Granit und Kalkstein, die vom Bildhauer José Tomás erstellt wurden.
So sah es im Jahr 1840 auf dem Öl-auf-Kupfer-Gemälde Fuente de los Galápagos von Ramón Gil Rey aus:
Das sind zwei von den Gauklern im Park!
Der Gewinner eines nationalen Wettbewerbs zum Bau eines Denkmals für König Alfonso XII war der Architekt José Grases Riera mit einem grandiosen Projekt auf einer Längsseite des Estanque Grande de El Retiro, bestehend aus einer Kolonne mehrerer Skulpturen, die die Reiterstatue des Königs in Bronze und Marmor umgibt. Das gesamte Ensemble ist 30 m hoch, 86 m lang und 58 m breit und mehr als zwanzig Bildhauer waren an der Herstellung beteiligt, darunter Mariano Benlliure, Josep Clarà und Mateo Inurria.
Der Fuente Egipcia del Dios Canopo (Ägyptischer Brunnen des Gottes Canopo) ist ein monumentaler Brunnen, der im ersten Drittel des 19. Jh. vom Architekten Isidro González Velázquez entworfen und 1850 fertiggestellt wurde, um das südliche Ufer des Estanque Grande zu verschönern und dem romantischen Geschmack der damaligen Zeit zu folgen. Sein Stil ist neoägyptisch, obwohl er auch einige neoklassizistische Spuren aufweist.
Noch etwas zu den zahlreichen Cafés und Restaurants auf dem Gelände…. etwas trinken ja…. etwas essen nein…. erstens gibt es nur Fast Food und zweitens vergeht einem spätestens der Appetit, wenn man auf die Toilette muss und zwangsläufig einen Blick in die Küche wirft! Also…. entweder den Hunger vorher stillen oder danach! 😀
Der Palacio de Velázquez wurde zwischen 1881 und 1883 anlässlich der Feier der Exposición Nacional de Minería (dt. Nationale Bergbauausstellung) in der Stadt errichtet. Der Architekt Ricardo Velázquez Bosco, von dem der Palast seinen Namen hat, leitete das Projekt.
Derzeit gehört der Palast zum Ministerio de Educación, Cultura y Deporte (Ministerium für Bildung, Kultur und Sport) und ist ein temporärer Ausstellungsraum des Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía.
Kurz hinter dem Palast hat der Maler Yonatan seinen Verkaufsstand aufgestellt, ein netter Typ! Ein Bild, ähnlich wie das, was er gerade in der Hand hält, habe ich ihm kurz vorher abgekauft…. das hängt jetzt in unserem Wohnzimmer.
Einige Meter weiter am Ufer eines künstlichen Sees…. der Palacio de Cristal (Kristallpalast), er wurde 1887 anlässlich der Ausstellung der Philippinen im selben Jahr erbaut. In seinem Inneren finden heute Ausstellungen zeitgenössischer Kunst statt. Auch dieser Palast wurde von Ricardo Velázquez Bosco erbaut, sein Bauprojekt wurde vom Crystal Palace in London beeinflusst.
In dem See stehen mehrere Exemplare von Sumpfzypressen (Taxodium distichum), deren Hauptmerkmal darin besteht, dass ein Teil des Stammes und der Wurzeln unter Wasser liegen.
Seine Struktur ist aus Metall und ist vollständig mit Glasplatten verkleidet, daher sein Name. Die keramischen Dekorationen, die in kleinen Friesen und Endstücken verwendet werden, sind das Werk von Daniel Zuloaga…. davon sind die Figuren von grotesken Entenköpfen hervorzuheben.
Heute ist gerade eine Kunstperformance mit Spiegeln und künstlichem Nebel im Gange
Der Palacio de Cristal in der Dämmerung
Dados de Hormigón (Betonwürfel) Parque del Retiro
Der baskische Maler und Bildhauer Agustín Ibarrola, einer der bedeutendsten plastischen Künstler des 20. Jh., verwendet hier den Betonkubus einer Ufermauer als Motiv, wie er es auch in Llanes (siehe nächstes Bild!) tat, wenn auch mit einer anderen Bedeutung, indem er dort leuchtende Farben einsetzte. Das am 7. Juni 1982 eingeweihte Denkmal im Retiro scheint dagegen auf den Bau eines Deiches oder einer Mauer aus Betonblöcken anzuspielen, wie es an den Küsten üblich ist. Diese Würfel sind somit ein Beispiel für die Einführung zeitgenössischer Skulpturen in den Parque del Retiro, inmitten der malerischen Umgebung des Palacio de Cristal und seines Sees.
Cubos de la Memoria (Würfel der Erinnerung)
Agustín Ibarrola schuf diese künstlerische Intervention im Fischereihafen von Llanes auf den Betonblöcken, die die Mole des Hafens bilden. Es ist eines der besten Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum, bei dem wesentliche Elemente des Werks des Künstlers mit der historischen und kulturellen Vergangenheit der Stadt Llanes verschmelzen.
Vielfältiger Bestand an Baumarten
La Rosaleda (der Rosenkranz) ist ein Gartengebiet im Parque del Retiro, das 1915 von Cecilio Rodríguez entworfen wurde. Es ist Teil der Paisaje de la Luz (Landschaft des Lichts), einer Kulturlandschaft, die zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.
Der Brunnen ist der Fuente de Cupido (Amorbrunnen)…. aus Granit und Marmor, stammt aus dem Garten des ehemaligen Palastes des Markgrafen von Salamanca am Paseo de Recoletos. Es wird vermutet, dass der Brunnen, wie der Palast und der Garten, von Narciso Pascual Colomer entworfen wurden. Der Brunnen wurde von der Stadt Madrid gekauft und 1915 vom Gärtner Cecilio Rodríguez im Rosengarten aufgestellt.
Living Madrid bietet auf seiner Webseite sehr schöne 360° Bilder vom Parque del Retiro!
Der Ausgang…. die Puerta del Ángel Caído…. einer von vier Ein- und Ausgängen des Parque del Retiro…. hier kommt man in der Calle de Alfonso XII heraus und hat direkten Zugang zur Calle Claudio Moyano mit dem als Cuesta de Moyano bekannten Markt für antiquarische Bücher.
Feria de libros (Büchermesse)
Obwohl heute Sonntag ist, sind doch einige Läden offen und viele Interessenten unterwegs!
Wir passieren die Plaza del Emperador Carlos V, ein wichtiger Platz, von dem der Paseo del Prado, die Calle de Atocha, die Calle de Santa Isabel (Fussgängerzone in diesem Abschnitt), die Ronda de Atocha, der Paseo de Santa María de la Cabeza, der Paseo de las Delicias, die Calle de Méndez Álvaro und der Paseo de la Infanta Isabel, der bis 1941 den Namen Plaza de Atocha hatte.
Auf diesem Platz befinden sich auch das Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía (ehemals Hospital General de Madrid, im 17. und 18. Jh. Hospital General y de la Pasión oder Hospital Provincial de Madrid), der Palacio de Fomento, in dem das Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung) residiert und das Hotel Mediodía.
Das ist das Museo Reina Sofía…. das werden wir morgen besuchen….
…. und gehen jetzt zwischen Museum und dem Real Conservatorio Superior de Música de Madrid….
…. die Calle de Santa Isabel hoch bis zur Metrostation Antón Martín. Dieses Barrio Embajadores gehört zum Centro de Madrid und ist das älteste Gebiet der Stadt. Im multikulturellen Viertel Embajadores reihen sich afrikanische und indische Restaurants in engen Kopfsteinpflastergassen an trendige Kaffeeröstereien sowie Rock- und Reggaebars. Auf dem berühmten sonntäglichen Flohmarkt El Rastro sind Stände mit Antiquitäten und Lederwaren zu finden…. den haben wir leider verpasst!
Die Calle de Santa Isabel und Calle de Atocha sind Parallelstrassen, die sich an der Plaza Antón Martin vereinen, weiter geht die Strasse als Calle de Atocha bis zur Plaza de la Provincia im Barrio Sol.
Ein sympathisches Quartier…. es gibt viel zu sehen…. aber dort wohnen? Eher nicht!
Von der Metrostation Antón Martín fahren wir drei Stationen mit der blauen Linie 1 bis zur Gran Vía, dort steigen wir in die grüne Linie 5 um.
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