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Der Schweizer Glasbläser Thomas Blank (geb. 1973) schafft aus Glas facettierte Objekte, die von den zahllosen Handgriffen künden, die während ihrer Herstellung im Berner Atelier ausgeführt wurden: das sorgsame Aufheizen und Formen der Glasmasse, das Überfangen der geblasenen Form, der Schliff mit der rotierenden Scheibe und zu guter Letzt die Politur.
Vor Blanks innerem Auge materialisierte sich das Objekt, das er anschliessend im Berner Atelier in einem eleganten Sololauf fertigte. Freihändig blies er zunächst aus rotem Kristallglas mit der Glaspfeife die Kugelform und stattete diese mit einem Überfang in transparentem Orange aus. Nach dem sorgfältigen Abschlagen von der Pfeife erfolgte das kontrollierte Erkalten im Abkühlofen. Das eigentliche Dekor folgte nun in der sogenannten Kaltverarbeitung. In regelmässigen Abständen setzte Blank das beinahe kugelrunde Stück an das Diamantschleifrad, bei grossflächigen Mustern gemäss der direkt auf dem Glas aufgetragenen Skizze. Diesen venezianischen «battuto»-Schliff, der die Oberfläche wie gehämmert aussehen lässt und der an die Silberbearbeitung erinnert, erlernte Blank auf Murano (Hier hatte der Architekt und Gestalter Carlo Scarpa bereits in den 1930er-Jahren erfolgreich mit der Technik experimentiert). Die Politur, die unter ständigem Kühlen durchlaufendes Wasser erfolgt, rundet die Optik des Werkstücks ab, während es die eingravierte Künstlersignatur zu einem eindeutig identifizierbaren Unikat macht. Die Faszination für das Material Glas packte Blank während des Studiums an der San Francisco State University Ende der 1990er-Jahre. Hier eignete er sich die technischen und theoretischen Grundlagen der Glasgestaltung an, die ihn befähigen, solch erratische Objekte zu erschaffen, deren Oberfläche nach Berührung schreit. (Sabine Flaschberger)