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Schiedsmann
(Friedensrichter), die zur Herbeiführung und protokollarischen Aufnahme von Vergleichen, die unter streitenden Teilen vereinbart werden, besonders eingesetzte Behörde. In Preußen war das Institut der Schiedsmänner seit 1827 für den ganzen Umfang der Monarchie mit Ausnahme von Rheinpreußen eingeführt, und verschiedene deutsche Staaten hatten, diesem Beispiel folgend, Vergleichs- und Friedensrichter zur gütlichen Beilegung von Privatrechtsstreitigkeiten und Injuriensachen berufen.
Das Sühnegericht entstammt dem französischen Recht, indem nach dem letztern kein Streit vor den Zivilgerichten begonnen werden kann, dem nicht ein Sühneversuch vor dem als Bureau de conciliation fungierenden Friedensgericht vorausgegangen ist. Dies System hat die deutsche Strafprozeßordnung (§ 420) für die Privatbeleidigungen angenommen, indem wegen solcher die Klage erst dann erhoben werden kann, wenn die Sühne erfolglos versucht wurde. Die Behörden, welche zu solchem Sühneversuch berufen, bestimmt die Landesjustizverwaltung. In Preußen sind es die Schiedsmänner, nachdem die Schiedsmannsordnung vom das Institut (auch für bürgerliche Rechtsstreitigkeiten)