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In seiner Sportmuseum-Kolumne berichtet unser Museumsleiter Gregor Dill regelmässig aus unserem Museum.
Erstens: Turnierdirektor Brennwald und seine Leute sorgten in den Siebzigern für eine beachtliche Popularisierung des Tennis. Man profitierte dabei von einem internationalen Rückenwind. Ab 1968 wurden die grossen Turniere für Berufsspieler geöffnet. Sie hiessen fortan US Open, French Open etc. Ausserdem begünstigte die gleichzeitig erfolgte flächendeckende Versorgung der Ersten Welt mit Fernsehgeräten das Aufkommen von TV-Ikonen. Schon bevor Björn Borg 1977 die Swiss Indoors beehrte (siehe Bild) und sie auch gewann, hatte sich der Hippie aus Schweden und zweifache Wimbledon-Sieger als internationaler Pop-Star etabliert. Posters John Lennons und Björn Borgs hingen in jedem zweiten Teeniezimmer nebeneinander. Und wenn ein solcher Star anrückt, strömen die Massen.
Zweitens: Das Tennis genoss damals den Ruf einer aristokratisch gefärbten Welt der Schönen und Reichen, die nur wenigen vorbehalten war. Ein Besuch der Swiss Indoors macht es möglich, an dieser exklusiven Welt teilzuhaben und dadurch eine Art sozialen Aufstiegs zu erfahren, – wenngleich nur für einen Abend. Damit traf Brennwald den Nerv der Zeit. Ein vergleichbares Erlebnis war das Rauchen einer Zigarre, was man allerdings auch zu Hause tun konnte. Die Zusammenarbeit mit Titelsponsor Davidoff dauerte 17 Jahre …
Drittens: Die Arbeit Brennwalds für die Entwicklung des hiesigen Sportmarketings war wegweisend. Als einer der ersten erkannte der umtriebige Turnierdirektor den Mechanismus zwischen Stars, Fernsehen und Sponsoren: Sind Stars da, kommt das Fernsehen. Ist das Fernsehen da, kommen Sponsoren. Und sind Sponsoren da, kann man Stars bezahlen, die wiederum das Fernsehen anlocken und dadurch Sponsorengelder versprechen, mit welchen sich die Preisgelder der Stars finanzieren lassen. Brennwald beherrschte dieses Spiel als einer der ersten und zeigte allen, wie’s geht.
Drittens: Brennwald machte aus den Swiss Indoors in kurzer Zeit einen Mythos. Im Wissen, dass Sport publikumsseitig auf Erinnerungskultur basiert, liess er die Geschichte seines Turniers regelmässig Revue passieren, indem er zum Beispiel seine Alt-Stars wiederholt einlud, um sie seinen Gästen zu präsentierten. Brennwald wusste stets über die Marketingrelevanz der Sportgeschichte Bescheid und spielte diese Karte aus.
Roger Brennwald ist ein Siebensiech.