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Rang ist eine Enttäuschung. Die Schweizer hatten sich im Vorfeld eine bessere Klassierung erhofft. Doch wie bereits in der Qualifikation kamen die Schweizer auch am zweiten Tag nicht auf Touren.
Das Klassierungsrennen um Platz 5 hatte Nationaltrainer Daniel Gisiger im Vorfeld der Spiele als realistisches Ziel angegeben. Und der (vermeintliche) Teamleader Silvan Dillier sprach von einem neuen Schweizer Rekord, den das Team aufstellen wolle. In der Tat: Hätten sie ihre 2015 an der Heim-EM in Grenchen aufgestellte Bestmarke von 3:56,791 unterboten, dann wären die Schweizer in Rio (mindestens) um Platz 5 gefahren.
In einer Zeit von 4:03,580 Sekunden blieb das Quartett von Swiss Cycling in der Hauptrunde gegen Deutschland (3:56,903) aber knapp sieben Sekunden unter seinem Rekord. Am Vortag in der völlig missglückten Qualifikation waren die Schweizer nur unwesentlich schneller gefahren.
Bis zur Rennhälfte nach 2000 m schienen die Schweizer auf Kurs, danach aber fielen sie erneut komplett auseinander. Zwar verpasste keiner des Quartetts fast den Anschluss wie Dillier in der Qualifikation, aber es fehlte im zweiten Teil der Zug. Die sehr bescheidenen Zeiten lassen sich nur zu einem Teil mit dem Fehlen von Stefan Küng erklären.
Offensichtlich lief in der unmittelbaren Vorbereitung auf das Rennen in Rio nicht alles nach Wunsch. Am Mittwoch nach der Qualifikation übte Trainer Gisiger Einzelkritik (an Dillier), was in den letzten Jahren gegen Aussen noch nie vorgekommen ist. Dillier sei langsam geworden und deshalb dran Schuld, dass der Vierer beinahe auseinandergebrochen wäre.
Dillier hatte letzte Woche längere Strassentrainings absolviert, weil er nach Rio mit seinem Team BMC an der Vuelta teilnehmen wird. Für die Mannschaftsverfolgung erwies sich dieses Training von Dillier offensichtlich nicht als das richtige. Für die Hauptrunde versetzte Gisiger den Aargauer auf die vierte Position; die letzte lange Ablöse fuhr deshalb Thièry statt Dillier. Zudem trat Dillier mit einem kleineren Kettenblatt als am Vortag in die Pedale. Die Massnahme zahlte sich – zumindest von der Zeit her – nicht wirklich aus.
Während sich die Schweizer mehr schlecht als recht abmühten, verbesserten die Briten um ihren Superstar Bradley Wiggins nicht unerwartet den Weltrekord. In einer Zeit von 3:50,570 fuhren Wiggins und seine Teamkollegen Edwan Clancy, Steven Burke und Owain Doull über eine Sekunde schneller als vor vier Jahren bei ihrem Heimauftritt in London. Der Rekord hatte sich angedeutet, nachdem die Briten bereits im Training so schnell gefahren waren wie noch nie davor. Am Mittwoch in der Qualifikation hatten bereits ihre britischen Landsfrauen einen Weltrekord aufgestellt.
Den Final um Gold bestritt Grossbritannien wie erwartet gegen den ewigen Rivalen aus Australien. Die Australier, die im März in London den Briten im WM-Final eine empfindliche Niederlage zugefügt hatten, fuhren in der Hauptrunde aber fast drei Sekunden langsamer als die britischen Europameister. Um Bronze fahren Dänemark und Neuseeland.
Ebenfalls einen Weltrekord gab es im Teamsprint der Frauen. Mit den Chinesinnen Gong Jinjie und Zhong Tianshi, die in der Hauptrunde eine Zeit von 31,928 fuhren, blieb erstmals ein Duo unter der magischen Marke von 32 Sekunden.
(SDA)