Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03381.jsonl.gz/918

Sie ist 14,3 Kilometer lang und umfasst 19 Stationen zwischen Asakusa und Shibuya: Die Ginza-Linie (jap. Ginza-sen) mit ihrer auffällig gelben Farbe ist der Klassiker unter den Metro-Linien in der japanischen Hauptstadt. Täglich befördert sie gemäss Tokyo Metro durchschnittlich 1,08 Million Passagiere. Im Dezember 2017 feierte sie ihren 90. Geburtstag. Somit ist sie die älteste U-Bahn-Linie in ganz Asien.
Tokyo Metro hat dieser Linie sogar eine bildstarke Website mit zahlreichen Artikeln gewidmet. Die Japan Times hat derweil einen ausführlichen Hintergrund über die Ginza Line publiziert. Hier einige interessante Fakten über die berühmteste Untergrund-Strecke Japans:
- 1927: Zwar fuhren in Japan seit den 1870ern Züge, doch erst 1925 begannen die Arbeiten für die erste U-Bahn in Japan. Am 30. Dezember 1927 war die unterirdische Strecke zwischen Ueno und Asakusa vollendet. 5 Minuten dauerte die Fahrt zwischen den beiden Stadtvierteln. 1934 folgte die Erweiterung bis nach Shinbashi. 1939 war die Linie zwischen Asakusa und Shibuya vollendet.
-
Unmittelbar unter der Strasse: Weil es sich um die erste U-Bahn handelte, konnte man sie relativ nahe an der Oberfläche bauen. Von der Strasse zum Bahnsteig sind die Wege vergleichsweise kurz. Auf den letzten 300 Metern bis nach Shibuya fährt sie gar oberirdisch in den zweiten Stock des Bahnhofsgebäudes. Bis April 2019 wird diese Station um 130 Meter in die Nähe des neuen Hikarie-Hochhauses verlegt.
-
Männer in der Überzahl: Die Tokyo Metro führt akribisch Statistik. Hier einige Beispiele: Eine Fahrt von Asakusa nach Shibuya dauert 32 Minuten. 40 Kompositionen à 6 Wagen sind im Einsatz auf der 14,3 Kilometer langen Linie. 69,1 Prozent der Passagiere der Ginza-Linie sind männlich, 30,9 Prozent weiblich. Die Station Ginza bedient zudem am meisten Passagiere. Durchschnittlich 251’459 sind es pro Tag. Es folgen die Ginza-sen-Bahnhöfe Shinbashi (247’273) und Shibuya (219’936).
- Geisterbahnhöfe: Auf der Ginza-Linie gibt es zwei stillgelegte Bahnhöfe. Die Station Manseibashi war lediglich bis 1931 in Betrieb, als sie durch die neu gebaute Station Kanda ersetzt wurde. Die Stationstafel «Manseibashi» ist bei genauem Hinschauen bis heute sichtbar, wie der Blog der Tokyo Metro mit zahlreichen Fotos zeigt. Die Station Jingumae wurde derweil 1972 geschlossen und um wenige Meter nach Osten verschoben, wo heute die Station Omotesando ist. Damit schuf man einen gemeinsamen Bahnhof für die Linien Ginza und Chiyoda. Der alte verlassene Bahnsteig der Station Jingumae existiert bis heute. Die Tokyo Metro hat darüber ebenfalls einen fotografischen Bericht geschrieben.
-
Namenstaufe: Der Name Ginza Line wurde erst 1953 eingeführt, zwecks Unterscheidung zur damals neu eröffneten, zweiten U-Bahn-Linie der Stadt: die rote Marunouchi Line. Diese verkehrte zunächst zwischen Ikebukuro und Ochanomizu.
-
Ursprung der Warteschlangen: In den Nachkriegsjahren war die Ginza-Linie so beliebt, dass die Bahnsteige regelmässig überfüllt waren. Um die Lage in den Griff zu bekommen, begannen die Mitarbeiter mit Megafonen, Tafeln und Warteschlangen zu arbeiten. Man sagt, dass die bis heute existierende effiziente Ordnung in den japanischen Bahnhöfen hier ihren Anfang nahm, wie die Japan Times in einem Hintergrundartikel schrieb.
- Ein Bahnübergang: Die Ginza-Linie ist die einzige Metro in Japan, die einen Bahnübergang hat. Es handelt sich um einen Zugang zur einer Inspektions- und Reparaturhalle in der Nähe des Bahnhofs Ueno. Passanten und Autos müssen dann geduldig warten. Hier einige fotografische Eindrücke.
- Retro-Züge im Einsatz: Das Markenzeichen der Ginza-Linie war von Anfang die gelbe Farbe. Gleichzeitig wurden die Züge in den letzten Jahrzehnten regelmässig modernisiert. Seit 2017 sind jedoch zwei Kompositionen im Einsatz, deren Ausstattung den Original-Wagen von 1927 nachempfunden ist – mit einer warmen Holzverkleidung und grünen Polstersitzen.