Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03538.jsonl.gz/1186

Biblische Grundlage
Der Wandteppich gibt das Gleichnis vom grossen Gastmahl wieder, wie es im Lukasevangelium überliefert ist: Lukas 14, 16 – 24. Dort erzählt Jesus das Gleichnis. Er spricht in ihm von der Einladung Gottes an die Menschen und stellt die verschiedenen Antworten der Menschen auf die Einladung dar.
Links
sehen wir die Menschen, welche die Einladung ausschlagen, weil sie einer angeblich wichtigeren Beschäftigung nachgehen müssen. Zuoberst erkennen wir den Mann, der im Begriffe steht, ein Stück Land („einen Acker“) zu kaufen. Dieses Stück Land ist auf dem Teppich, der Eigenart unserer Landschaft im Weinland entsprechend, als Rebberg dargestellt. Unten befindet sich der Viehhändler, der gerade damit beschäftigt ist, fünf Joch Ochsen (= 10 Ochsen) zu kaufen. In der Mitte sehen wir den jungen Mann, der kürzlich geheiratet hat und deswegen nicht kommen kann.
Rechts
steht unten der Knecht, der die Einladung seines Herrn den Menschen zu überbringen hat. Mit dieser Gestalt meint Jesus im Gleichnis sich selbst. Die übrigen Figuren auf der rechten Seite sind die geschlagenen und verachteten Menschen (zwei Lahme, eine Alte und eine Blinde), welche die Einladung dankbar annehmen. Oben sehen wir den gedeckten Tisch, an dem bereits etliche Gäste sitzen. Dieser stellt die Gemeinschaft Gottes mit den Menschen im Reich Gottes dar, woran uns der gedeckte Abendmahlstisch stets von neuem erinnern will.
In der Mitte
steht das grosse Kreuz, dessen Querbalken die linke und die rechte Seite zusammenhält. In jedem Kreuzwinkel finden wir ein Christus-Symbol: den Fisch mit dem griechischen Christus-Zeichen, das Lamm, Brot und Kelch sowie den Weinstock.
Zur Entstehung
Der Teppich wurde 1968-70 während der vorletzten Kirchenrenovation von ca. 30 Frauen der Kirchgemeinde Andelfingen genäht und gestickt. Er ist 7,2 m breit und 3,5 m hoch. Das Material der Stoffe ist handgewebte Walliserwolle. Zum Nähen und Sticken wurde Leinengarn und Wolle verwendet. Die gesamten Arbeiten erforderten rund 5000 Arbeitsstunden. Der Entwurf und die Leitung der Arbeiten lagen in den Händen der Schweizer Künstlerin Ruth von Fischer (1911-2009), die ihre Bekanntheit durch verschiedene textile Arbeiten erlangte, die jeweils als Gemeinschaftswerke entstanden.