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Alte Flugzeuge müssen durch neue ersetzt werden. Das älteste Kampfflugzeug «F-5 E/F Tiger II» ist über 40 Jahre alt. Das zweite Kampfflugzeug «F/A-18 C/D Hornet» ist bereits 25 Jahre alt. Der Ersatz muss jetzt eingeleitet werden, damit ein nahtloses Ersetzen der Flugzeuge möglich ist, ohne die Sicherheit im Schweizer Luftraum zu gefährden.
Die Flugzeuge des Typs Tiger sind seit 1978 im Einsatz und bereits jetzt technisch veraltet. Sie werden heute nur noch tagsüber und bei klaren Wetterverhältnissen für Trainingszwecke eingesetzt. Sie erfüllen die Anforderungen der Luftraumsicherung nicht mehr. Auch die 1996 beschafften Flugzeuge des Typs F/A-18 Hornet erreichen in zehn Jahren das endgültige Ende ihrer Nutzungsdauer. Es ist daher nötig, den Ersatz beider alten Flugzeugtypen jetzt einzuleiten. Ein geordneter Beschaffungsprozess dauert mehrere Jahre. Durch den Ersatz der beiden Flugzeugtypen durch einen einzigen wird der Unterhalt zusätzlich vereinfacht und billiger.
Um eine Lücke der Fähigkeiten der Luftwaffe zu verhindern wurde eine Nutzungsverlängerung der F/A-18 beschlossen. Um die für maximal 5’000 Betriebsstunden zugelassenen F/A-18 auf 6’000 Betriebsstunden zu erhöhen, musste eine halbe Milliarde Franken aufgewendet werden. Dies war notwendig, um einen weiterhin sicheren Betrieb für Personal und Umgebung zu gewährleisten und ein „Grounding“ der Schweizer Luftwaffe zu verhindern, bevor neue Jets beschafft werden können. Die Schweiz wird schon bald eine der letzten Nationen sein, die den F/A-18 C/D noch einsetzen. Egal ob Fahr- oder Flugzeug: Jedes Vehikel kommt nach einer gewissen Zeit an den Punkt, an welchem ein kompletter Ersatz finanziell sinnvoller ist, als das Bestehende für teures Geld instand zu halten. Dieser wirtschaftliche Aspekt wurde von den Behörden genauestens geprüft: Auf die am 25.03.2020 eingereichte Interpellation 17.3817 des Nationalrates Carlo Sommaruga, mit der Frage, warum die F/A-18-Nutzungsdauer nicht weiter verlängert werden könne, antwortete der Bundesrat, dass alle anderen Betreibernationen des F/A-18 planen, ihre Flotte aufgrund ihres technischen Alters bis Ende des Jahrzehntes ausser Dienst zu stellen.
«Ab dann müsste die Schweiz die Ersatzteilbewirtschaftung, den Unterhalt vonseiten Hersteller sowie allenfalls notwendige Weiterentwicklungen und Nutzungsdauerverlängerungen alleine tragen, (…)».
Das wäre finanziell und sicherheitstechnisch nicht mehr tragbar. Diese Gründe berücksichtigt der Bundesrat und möchte den langfristig günstigeren Weg einschlagen: Er möchte neue Kampfflugzeuge kaufen und die alten in den Ruhestand schicken. Die Betriebskosten, welche durch das Alter der Flugzeuge ansteigen würden, werden mit den neuen Kampfflugzeugen tiefer ausfallen und durch eine Ein-Flotten-Strategie können weitere zusätzliche Einsparungen gemacht werden. Die Betriebskosten der neuen Kampfflugzeuge, mit einer Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren, ist nicht, wie vom Referendumskomittee behauptet, eine zusätzliche finanzielle Last. Sie ersetzen die aktuellen, höheren Betriebskosten der F-5 und der F/A-18. Man kann zusätzlich davon ausgehen, dass die neuen Kampfflugzeuge für eine beträchtlich höhere Anzahl von Betriebsstunden zugelassen werden, da sich deren Technik stark verbessert hat.
Ein „leichtes Kampfflugzeug“ ist als Alternative ungeeignet
Ein leichter Trainingsjet als Kampfflugzeug zu nutzen, wie es die SP vorschlägt, ist beim Kauf zwar billiger, aber durch die vorgeschlagene 2-Flotten-Strategie würden die Betriebskosten viel höher ausfallen.
Ein bewaffneter Trainingsjet ist zudem sogar für den täglichen Luftpolizeidienst untauglich. Sie sind als Trainingsflugzeuge konzipiert. Sie verfügen nicht über die für die Aufträge benötigten Flugeigenschaften, Leistung, Bewaffnung & Sensoren. Zum Beispiel könnte die von der SP vorgeschlagene M-346 bei luftpolizeilichen Aufträgen nicht einmal alle Linienflugzeuge und Businessjets abfangen, weil dieser „leichte Kampfjet“ nicht genug schnell und zu wenig hoch fliegen kann. Man kann diese Trainingsflugzeuge für vereinzelte luftpolizeiliche Einsätze einsetzen. Doch steigt die Komplexität des Einsatzes, reichen die technischen Fähigkeiten dieses Flugzeuges nicht mehr aus, um den Erfolg der Mission zu garantieren. Ein modernes Verkehrsflugzeug oder ein moderner Businessjet auf 12 km Höhe könnte beispielsweise nicht abgefangen werden, da der leichte Kampfjet maximal gleich schnell fliegen kann. Durch fehlende Sensorik und nicht allwettertaugliche Waffen kann diese Art von Flugzeug zudem nicht bei jeder Wetterlage, resp. zu jeder Zeit eingesetzt werden. Auch ein Mix von modernen Kampfflugzeugen und leichten Trainingsjets ist nicht sinnvoll, da für die luftpolizeilichen Einsätze immer die modernen Kampfflugzeuge bereit gehalten werden müssten um einen Erfolg zu garantieren, da die Komplexität des Einsatzes sich sehr dynamisch ändern kann. Das Wetter, der übrige Flugverkehr um das abzufangende Flugzeug, die Art der Verletzung der Luftverkehrsregeln, das Verhalten, die Flughöhe und Geschwindigkeit des abzufangenden Flugzeuges können sich in kurzer Zeit ändern. Das kann beim Entscheid des Luftpolizeieinsatzes nicht alles mit 100%iger Sicherheit vorausgesagt werden. Nur moderne Kampfflugzeuge mit entsprechender Leistung, Sensorik (Radar) und allwettertauglichen Waffen können auf alle kurzfristigen und dynamischen Änderungen reagieren und den Auftrag erfolgreich durchführen.