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Lilian
Beidler
so föhn! 2010
Interaktive Klanginstallation mit Föhnen, Kontaktmikrofonen, Holz, Dimmer, Lichtpult, Rechner mit MAX/MSP
Fünf Föhne hängen mit knapp einem Meter Abstand voneinander kopfüber an ihren Kabeln von der Decke. Gegenüber
jedes Föhns an der Wand hängt auf gleicher Höhe ein Kontaktmikrofon auf einem Holzkreis. Vor der Installation steht ein
Pult mit fünf Reglern, womit die Föhne vom Publikum stufenlos an- und ausgeschaltet werden können. Links und rechts
sowie hinter der Installation stehen insgesamt vier Lautsprecher.
Wenn ein Föhn zum Blasen gebracht wird, beginnt er sich langsam kreisförmig zu bewegen. Sobald mehrere Föhne laufen, versetzen sie sich auch gegenseitig in Schwingung. Sobald die Kontaktmikrofone durch die Föhnluft an die Wand geschlagen werden und deren Membran zu schwingen beginnt, entstehen perkussive Klänge, die aus den Lautsprechern ertönen.
Die Klänge aus den Lautsprechern werden aus gesampelten Föhnklängen generiert. Ein aufgenommener Föhnklang wird in einzelne Grains zerlegt und in einem bestimmtem Rhythmus abgespielt. Jedem der fünf Föhne ist ein Klangcharakter zugeordnet, jedes Kontaktmikrofon erzeugt also eine andere Art von Klängen, wenn es an die Wand stösst. Prallt ein Kontaktmikrofon an die Wand, gibt es ein Signal an den Computer. Für drei Sekunden ertönen perkussive Klänge. Sie werden von der Installation weg geblasen, wandern also durch die vier Lautsprecher nach hinten. Je öfter die Kontaktmikrofone nacheinander an die Wand stossen, desto dichter wird die rhythmische Struktur der einzelnen Klänge. Wenn die Föhne weniger stark blasen, beruhigen sich die Luftmassen und der Rhythmus der Klänge wird analog dazu auch bedächtiger.
© Lilian Beidler 2016