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Zwischen Agrarrohstoffen und anderen Rohstoffen bestehen an vielen Stellen deutliche Unterschiede. Daher werden sie auch traditionell als einzige Rohstoffgruppe den Soft Commodities zugeordnet. Für alle zu dieser Gruppe zählenden Rohstoffe gilt: Sie stammen aus landwirtschaftlicher Produktion oder aus der Natur, sind also nachwachsend und dienen dem Menschen für weiterführende Anwendungszwecke, insbesondere im Nahrungs- und Futtermittelbereich.
Bei vielen Agrarrohstoffen handelt es sich um Produkte, die in armen Ländern produziert und anschließend in die reichen Länder exportiert werden. Gründe dafür sind einerseits in den klimatischen Gegebenheiten zu finden, andererseits in den strukturellen Bedingungen: Wo es an moderner Infrastruktur fehlt, leben die Menschen eher von der traditionellen Landwirtschaft. In vielen Fällen bedeutet dies eher Handarbeit und den Einsatz von Arbeitstieren als die Nutzung moderner Landmaschinen.
Die Nachfrage nach Agrarrohstoffen ist besonders in jenen Ländern hoch, deren Eigenproduktion nicht für die Versorgung der Gesamtbevölkerung ausreicht. Auch hier sind China und Indien mit ihren Milliardenbevölkerungen typische Beispiele. Darüber hinaus sind hier viele Handwerksbetriebe und Industrien angesiedelt, die aus natürlichen Rohstoffen Produkte für den Welthandel herstellen.
Zu dieser Kategorie zählen seit jeher die meisten Agrarrohstoffe. Auch ist diese Gruppe Soft Commodities am breitesten gefächert. Hierzu zählen Getreidearten wie Reis, Weizen, Roggen, Hirse, Gerste, Mais oder Quinoa, außerdem Hackfrüchte wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Maniok, Zuckerrübe oder Zuckerrohr sowie Ölpflanzen wie Raps, Soja oder Ölpalmen. Kaffee und Kakao sind ebenfalls wichtige Güter des Welthandels.
Vor allem Baumwolle und Kautschuk werden seit vielen Jahrzehnten weltweit nachgefragt: Baumwolle ist in der Textilindustrie einer der wesentlichen Rohstoffe, Kautschuk ist die Basis für die Herstellung von Gummi. Darüber hinaus sind Bauhölzer und Edelhölzer die Existenzgrundlage für zahlreiche Industrie- und Handwerksbranchen.
Ebenfalls von globaler Bedeutung, wenn auch in geringerem Umfang, sind weitere natürliche Rohstoffe wie Naturkork oder Rattan.
Ein großer Teil der in diese Kategorie fallenden Rohstoffe ließe sich auch als Nahrungs- und Futtermittel deklarieren. Fisch, Fleisch, Milch- und Milchprodukte sowie Eier sind Beispiele dafür. Leder, Wolle, Haare beziehungsweise Fell sowie Federn hingegen sind wichtige Werkstoffe für Industrie und Handwerk.
Viele Agrarprodukte gelangen nicht in Reinform, sondern bereits weiterverarbeitet in den Welthandel. Hier sind etwa Fruchtsaftkonzentrate, Pflanzenöle, Butter oder gegerbtes Leder zu nennen.