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Ein viermal so hoher Verlust wie erlaubt und eine Airline als Deckmantel – wie Manchester City gegen das Financial Fairplay der Uefa verstossen haben soll.
Manchester City darf in den kommenden zwei Saisons nicht an der Champions League teilnehmen. Dies hat der europäische Fussballverband Uefa entschieden. Zudem muss der Premier-League Klub eine Busse von 32 Millionen Franken zahlen, wie die Uefa am Freitagabend bekanntgab. Es ist das erste Mal, dass die Uefa derart harte Sanktionen gegen einen Verein ausspricht. Der Grund für die Strafe ist, dass Manchester City gegen das Financial Fairplay verstossen hat.
Manchester City hat bereits mitgeteilt, dass er beim Internationalen Sportgerichtshof (TAS) Berufung gegen das Urteil der Uefa einlegen werde.
Laut der Finanzkontrollbehörde der Uefa (CFCB) hat Manchester City das Financial Fairplay systematisch verletzt und versucht die Uefa zu täuschen.
Gemäss den Financial-Fairplay-Regeln hätte Manchester City zwischen 2012 und 2013 ein Defizit von 45 Millionen Euro ausweisen dürfen – falls dieses gedeckt wird von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, dem Besitzer von Manchester City. Tatsächlich soll Manchester City jedoch ein Defizit von 180 Millionen verzeichnet haben.
Mansour hat den Verlust heimlich ausgeglichen. Geld dafür hat er genug: Mansour gehört der Herrscherfamilie von Abu Dhabi an, das Wirtschaftsmagazin «Forbes» schätzte sein Vermögen 2017 auf 26 Milliarden Franken.
Laut der Uefa hat Mansour Sponsoren aus Abu Dhabi als Deckmantel für die privaten Investitionen benutzt. Der «Spiegel» berichtete 2018, Mansour habe einen Hauptteil des Sponsorenbeitrags der Fluggesellschaft Etihad Airways aus seinem privaten Vermögen bezahlt. Offiziell überwies Etihad pro Jahr fast 85 Millionen Franken an Manchester City, unter anderem für die Namensrechte am Stadion. Doch der grösste Teil des Betrages soll in Wahrheit eine geheime Finanzspritze des Klubbesitzers Mansour gewesen sein. Etihad selbst soll lediglich 8,5 Millionen Franken überwiesen haben.
Mansour ist mit der Etihad verbandelt. Die Fluggesellschaft ist ein staatliches Unternehmen und Mansours Bruder Khalifa bin Zayed Al Nahyan ist der derzeitige Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Emir von Abu Dhabi.
Die Zahlungen würden gegen das Financial Fairplay verstossen, sagt die Uefa. Sie hat zudem von externen Experten prüfen lassen, ob die Sponsorenverträge marktübliche Beträge enthalten. Das Fazit: Die Summe im Kontrakt mit Etihad Airways sei «überrissen».
Die Plattform Football Leaks und das deutsche Magazin «der Spiegel» hatte den Fall Ende 2018 aufgedeckt und belastende Unterlagen wie Verträge und Mails publiziert. Danach nahm die Uefa Ermittlungen auf.
Nein. Manchester City teilte am Freitagabend auf seiner Homepage mit, dass der Klub vom Entscheid der Uefa zwar «enttäuscht, jedoch nicht überrascht» worden sei. Der Verein werde beim Internationalen Sportgerichtshof (TAS) «zum frühestmöglichen Zeitpunkt» Berufung einlegen gegen die Sperre und die Busse.
Zudem laufen derzeit noch drei weitere Untersuchungen gegen Manchester City:
Ein Sprecher von Manchester City sagte dem «Guardian» im Januar: «Wir sind bereits 2014 bestraft worden. Aus unserer Sicht ist die Angelegenheit damit geklärt. Man will die Reputation unserer Organisation systematisch beschädigen.» Der Klub und die Uefa hätten 2014 ausgehandelt, dass Manchester City die Angelegenheit nicht weiter kommentiere.
Tatsächlich wurde Manchester City bereits 2014 bestraft – mit einer Busse von 60 Millionen Euro. Doch das ganze Ausmass des Betrugs blieb der Uefa damals offenbar noch verborgen.
Auf die Saison 2010/11 führte die Uefa das Financial Fairplay ein. Mit diesen Regeln will sie die Klubs vor Überschuldung schützen. Zudem soll verhindert werden, dass reiche Klubbosse sich den Erfolg erkaufen können. Die Uefa will mit dem Financial Fairplay den Wettbewerb in den europäischen Fussball-Ligen schützen.
Die Regeln des Financial Fairplay werden periodisch angepasst, zuletzt 2018. Im Dreijahreszyklus überprüft die Uefa, ob die Klubs sich an die Regeln halten. Derzeit dürfen die Klubs nur noch 30 Millionen Euro Verlust schreiben, zuvor waren es 45 Millionen. Ausgaben für Stadien, Trainingsinfrastruktur, Nachwuchsfussball und Frauenfussball sind seit 2015 von diesem Betrag ausgenommen.