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OBEDIENCE
Obedience ist die „Hohe Schule“ der Unterordnung, es hat seinen Ursprung in Grossbritannien. 1919 war es noch Bestandteil von „Working Trials“, Vielseitikeitsprüfungen welche vom Verein für Deutsche Schäferhunde organisiert wurden. Als eigenständige Sportart anerkannt wurde es erst um 1951, als auf den Crufts Obedience erstmals vorstellt wurde. Seit 1996 werden in der Schweiz OB Wettkämpfe durchgeführt.
Es gibt nach Schweizer Reglement die Klassen Beginners, OB 1 und OB 2, ausserdem können auch Turniere nach internationalem Reglement, Klasse 1, 2 und 3 bestritten werden.
OB Prüfungen werden draussen auf einem markierten Ring von min. 25 mal 40 Meter oder in der Halle von min. 20 mal 30 Meter ausgetragen.
Die Hunde müssen ein mindest Alter haben:
Beginners 9 Monate
OB 1 12 Monate
OB 2 14 Monate
OB 3 15 Monate
Es dürfen Hunde aller Rassen an Prüfungen teilnehmen, es gibt nur einen Sprung und dieser wird der Grösse des Hundes angepasst, so haben auch kleine Hunde keinen Nachteil. Deshalb ist die Rassenvielfalt erfreulich gross.
Um OB zu betreiben muss man Freude an der Präzision haben. Es wird grossen Wert auf exakte, schnelle und freudige Ausführung der Übungen gelegt.
Das Team wird von einem Wettkampfleiter durch die Prüfung geführt, fast alle Aktionen werden kommandiert. Der Richter bewertet die 10 Übungen offen, das heisst die Note wird direkt nach jeder Übung angezeigt. Es gibt max. 10 Punkte, dann in Halbpunkte Schritten abwärts bis 5 unter 5 Punkten ist die Übung nicht bestanden und wird mit 0 Punkten bewertet. Die 10 Übungen haben verschiedene Koeffizienten von 2, 3 und 4 so erhalten die einzelnen Übungen verschiedene Wertungen.
Übung 1 und 2 sind die Gruppenübungen, hier wird das Freisitzen und Freiablegen in Gruppen von 3 bis 6 Hunden geprüft. Je nach Klasse von einer halben bis 4 Minuten sollen die Hunde ruhig auf ihrem Platz in der vorgegebenen Position warten. Der Hundeführer (HF) steht in den tiefen Klassen dem Hund auf fünf Meter Entfernung gegenüber und muss sich ebenfalls absolut ruhig verhalten, in hohen Klassen müssen die HF ausser Sich in ein Versteck.
Übungen 3 bis 10 sind die Einzelübungen die jedes Team alleine und am Stück absolviert.
Übung 3 ist die Freifolge, je nach Klasse werden Kreise oder Winkel gelaufen, dies wird im Normal-, Langsam- und Laufschritt gezeigt. Der Hund soll sich immer dicht am linken Knie des HF befinden und diesem freudig folgen. Das Laufshema wechselt für jede Prüfung und wird vom Richter und Wettkampfleiter bestimmt, der HF erhält dieses ca 1 Woche vor dem Wettkampf .
Übung 4 sind die Positionen aus der Bewegung, je nach Klasse werden 1 bis 3 Positionen in wechselnder Reihenfolge gezeigt. Der Hund soll aus der Freifolge freudig und schnell auf Kommando des HF die vorgegebene Position einnehmen.
Übung 5 ist der Appell, der Hund wartet ruhig im Platz während der HF sich 20 bis 35 Meter entfernt. im Beginners erfolgt der Rückruf direkt in die Fussposition (Front ist erlaubt), im OB 1 wird ein Platz, im OB 2 ein Steh und im OB 3 ein Steh und Platz nach je einem Drittel der Distanz verlangt.
Übung 6 ist das voran senden in ein Viereck welches sich je nach Klasse in einer Distanz von 15 bis 25 Meter befindet. Im OB 3 wird der Hund erst zu einer Pilone in 10 Meter Distanz gesendet wo er 2 Sekunden ruhig stehen soll, dann rechtwinklig weiter ins Viereck. Dieses ist 3 mal 3 Meter gross und mit einer Markierung begrenzt, zusätzlich steht an jeder Ecke eine Pilone. Der Hund muss sich im Viereck hinlegen und sich dabei komplett innerhalb der Markierung befinden. Je nach Klasse begibt sich der HF direkt zum Hund oder er läuft darauf zu / daran vorbei und wieder zum Ausgangspunkt zurück während er seinen Hund in die Fussposition ruft.
Übung 7 ist das Bringen. Im Beginners wird ein fremdes Apportierholz 10 Meter weit getragen, im OB 1 wird das Holz 10 Meter entfernt ausgelegt und vom Hund gebracht, im OB 2 wird der Hund zu einer 10 Meter entfernten Pilone gesendet von dieser dann schräg nach rechts oder links zum Holz. Die Richtung wird ausgelost, im OB 3 befinden sich 3 Hölzer vorne, das mittlere wird aber nie gebracht. Es wird grossen Wert auf freudiges Arbeiten und gleichmässiges Tempo gelegt.
Übung 8 Bringen über die Hürde, je nach Klasse wird ein Holz oder Metallgegenstand über die Hürde geworfen und vom Hund Apportiert.
Übung 9 die Eigenidentifikation, aus einer Anzahl geruchsneutraler Hölzern, 11 im Beginners, 4 im OB 1, 5 im OB 2 und 6 im OB 3, muss das mit dem Geruch vom HF gesucht werden.
Übung 10 die Distanzkontrolle, der Hund wartet im Platz während sich der HF 5 bis 15 Meter entfernt, je nach Klasse muss er nun zwei bis sechs Positionswechsel zeigen und dabei an Ort bleiben.
Im Obedience sind für die Wettkämpfe klare Abfolgen vorgeschrieben umso Variationsreicher muss man mit seinem Hund trainieren, damit es auch noch nach Jahren Spass macht und keine Ablenkung das Team aus dem Konzept bringt. Obedience ist eine hervorragende Beschäftigung, da es sehr vielseitig ist und sowohl Nähe zum Mensch, die Kontrolle auf Distanz, ruhige Präzision und Tempo beinhaltet. Alles Elemente die wir auch für ein angenehmes miteinander im Alltag brauchen, damit wir unseren Hunden maximale Freiheit geben können, weil wir sie schnell unter Kontrolle haben.
Mein bezaubernder Sheltie Rüde Maybe Fair-Play from Spirit of a new Generation liebt OB, er läuft bereits seit fünf Jahren im OB 3 und hat viele Wettkämpfe bestritten, viele gute Ränge an Schweizermeisterschaften erstritten. Und immer besticht er durch seinen Charme, sein Temperament und seine unbändige Freude an der Arbeit.
Ich bin Gründerin der Hundeschule Flying-Paws (Fliegende-Pfoten) seit 1992. OB betreibe seit 1999, habe 10 Hunde fünf verschiedener Rassen ausgebildet, 15 mal an OB Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen. Seit 2008 bin ich OB Richterin, seit 2010 mit internationalem Status. Täglich bilde ich Anfänger, Fortgeschrittene, Plausch- und Turnierteams aus und freue mich immer noch über kleine und grosse Fortschritte. Training muss Freude bereiten, nur freudige Teams können sich weiterentwickeln, nur freudige Hunde werden zuverlässig Arbeiten! Dies ist auch für den Spaziergang wichtig, nur einem zuverlässig abrufbaren Hund kann ich artgerechten Freilauf gewähren.
Für Fragen und Infos stehe ich gerne zur Verfügung.