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Elwin Bruno Christoffel (1829–1900)
Professor für Mathematik
Elwin Bruno Christoffel wurde am 10. November 1829 in Monjoie, einer Kleinstadt in der Nähe von Aachen, geboren. Seine Studienzeit verbrachte er an der Universität in Berlin, wo ihn vor allem Peter Gustav Dirichlets Mathematik-Vorlesungen begeisterten. Darüber hinaus beschäftigte er sich eingehend mit Experimentalphysik und Chemie. Auch nach seiner Habilitation (1859) blieb er in Berlin als Dozent tätig.
Ruf nach Zürich
Im Jahre 1862 folgte er dem Ruf nach Zürich und übernahm als Nachfolger J. W. Richard Dedekinds Professur für höhere Mathematik des noch jungen Eidgenössischen Polytechnikums (eröffnet 1855).
Auch hier genoss er den Ruf eines hervorragenden Lehrers und Forschers.
Darüber hinaus war Christoffel massgeblich an der Umwandlung der sechsten Abteilung des Polytechnikums in eine Fachschule für Lehrer in mathematisch-naturwissenschaftlicher Richtung beteiligt. Er entwarf den Lehrplan und wurde 1866 zum ersten Vorstand der neuen Fachschule gewählt.
Aufbau des Mathematischen Seminars in Strassburg
Drei Jahre später (1869) kehrte er zurück nach Berlin und unterrichtete an der dortigen Gewerbe-Akademie (heutige TU Berlin). Da jedoch das Interesse der dortigen Studentenschaft für Mathematik unter den Erwartungen blieb, siedelte Christoffel schon bald (1872) nach Strassburg an die dortige, neu gegründete Hochschule um. Auch hier war er entscheidend am Aufbau eines Mathematischen Seminars beteiligt. Christoffel verschied fünf Jahre nach seiner Emeritierung am 15. März 1900 in Strassburg.
Handschrift
Brief Elwin Bruno Christoffels an den Präsidenten des Schweizerischen Schulrates, Carl Kappeler, vom 8. August 1862 (Annahme der Wahl zum Professor für höhere Mathematik), SR 3 1862 und Hs 43a: 4.
Werke
Rückblickend findet vor allem die Tatsache Beachtung, dass Christoffel – neben anderen – die Grundlagen lieferte, die es Albert Einstein ermöglichten, die Aussagen seiner Allgemeinen Relativitätstheorie mathematisch exakt zu fassen und die Gravitationsfeldgleichungen in kovarianter Form aufzustellen. Einstein selbst hat mehrfach die Bedeutung der Ergebnisse Christoffels betont. In seiner berühmten Arbeit von 1915 "Zur Allgemeinen Relativitätstheorie" schreibt Einstein wörtlich: "Dem Zauber dieser Theorie wird sich kaum jemand entziehen können, der sie wirklich erfasst hat; sie bedeutet einen wahren Triumph, der durch Gauss, Christoffel, Ricci und Levi-Cività begründeten Methode des allgemeinen Differentialkalküls." Ein Schriftenverzeichnis findet sich in den Mathematischen Annalen 54, 1901, S. 329ff.
Bestand
Einen guten Einstieg in Leben und Werk Elwin Bruno Christoffels bietet das biographische Dossiers, welches im Lesesaal Sammlungen und Archive (Hochschularchiv der ETH Zürich) konsultiert werden kann. Im Schulratsarchiv finden sich diverse Unterlagen zur Anstellung Christoffels und zur Umwandlung der 6. Abteilung in die Mathematische Fachschule. Und schliesslich liegen unter der Signatur Hs 43 und Hs 43a einzelne Originale aus Christoffels Hand vor (ebenfalls einzusehen in den Sammlungen und Archiven).