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Tiefe radioaktive Belastung von Mineralwasser
Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt hat 46 Mineralwässer auf ihre Belastung mit natürlichen und künstlichen Radionukliden untersucht. Abgesehen von wenigen Ausnahmen erfüllten die in der Schweiz erhältlichen Mineralwässer die gesetzlichen Richtwerte.
Insgesamt 46 Mineralwässer wurden bei acht Grossverteilern und in fünf kleineren Lebensmittelläden erhoben. Zehn Mineralwässer enthielten keine Kohlensäure, fünf Mineralwässer waren mit Aromastoffen versetzt. Der Hauptanteil war Schweizer Mineralwasser sowie Mineralwasser aus Italien.
Uran war in 45 von 46 Mineralwässern nachweisbar. Der Höchstwert von 30 µg/l wurde eingehalten. Bei den Radiumnukliden waren Radium-226 und Radium-228 regelmässig nachweisbar. Ein serbisches Mineralwasser enthielt 0.4 Bq/l Radium-228, womit der Richtwert von 0.2 Bq/l überschritten wurde. Ein portugiesisches Mineralwasser enthielt eine Aktivität von 1.4 Bq/l Radium-226. Hier war der Richtwert von 0.5 Bq/l deutlich überschritten. Rund die Hälfte der untersuchten Mineralwässer enthielten messbare Blei-210-Aktivitäten. Ein Mineralwasser aus Portugal wies eine Aktivität von 0.3 Bq/l auf über dem Richtwert von 0.2 Bq/l. 14 Mineralwässer enthielten Polonium-210. Der Maximalwert betrug 0.23 Bq/l in einem Italienischen Mineralwasser, was eine Überschreitung des Richtwerts von 0.1 Bq/l bedeutete. Radonspuren Rn-222 waren nur in 27 von 46 Mineralwässern nachweisbar, da der Hauptteil des Radons bei Produktion und Transport des Wassers durch Ausgasung verloren geht. Tritium war erfreulicherweise nur in zwei von 46 Mineralwasserproben in Spuren nachweisbar. Dies lässt darauf schliessen, dass die Mineralwasserproduktion keinen radiologischen Umwelteinflüssen ausgesetzt ist, da Tritium von menschlichen Aktivitäten stammt.
Von den künstlichen Betanukliden waren einzig Cäsium-137 und Strontium-90 in wenigen Mineralwässern nachweisbar. Beide Radionuklide stammen vom Bombenfallout und vom AKW-Brand in Tschernobyl. Die Mehrheit der untersuchten Mineralwässer erfüllte somit bei der Gesamtdosis den Richtwert von 0.1 mSv. Fünf der untersuchten Mineralwässer wiesen eine Gesamtdosis über dem Richtwert von 0.1 mSv auf. In Analogie zur Regelung beim Trinkwasser sind in diesen Fällen vermehrte Untersuchungen über das Jahr durchzuführen, um saisonale Schwankungen festzustellen. Die höchste Gesamtdosis von 0.46 mSv errechnete sich bei einem portugiesischen Mineralwasser aufgrund erhöhter Gehalte an Radium-226 und Blei-210.
Abgesehen von wenigen Ausnahmen erfüllten die in der Schweiz erhältlichen Mineralwässer die gesetzlichen Richtwerte gemäss TBDV.