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Die Erfolgsgeschichte von Windows, wie wir es heute kennen, beginnt am 15. August 1995 mit der Veröffentlichung von Windows 95. Die stark veränderte Nutzeroberfläche wurde bösen Stimmen zufolge zwar bei Konkurrent Apple abgekupfert, macht jedoch den PC erstmals richtig «Personal». In den folgenden zwei Jahren veröffentlicht Microsoft Updates, damit Windows 95 mit Festplatten umgehen kann, die mehr als zwei Gigabyte Daten speichern können.
Steve Ballmer preist das erste Windows der Geschichte an (Quelle: Youtube/Ivan Pliouchtchai ).
Der eigentliche Startschuss für Windows fällt zehn Jahre früher. Am 20. November 1985 veröffentlicht Microsoft Windows 1.0 und verkauft das Produkt für 99 US-Dollar. Im Werbespot tritt der damalige Windows-Verantwortliche und spätere CEO Steve Ballmer höchstpersönlich auf. Mit den Jahren verbessert Microsoft die grafische Oberfläche und fügt heute populäre Programme wie Word oder Excel hinzu. Windows 3.1, das im Oktober 1992 erscheint, ist erstmals netzwerkfähig.
Als Nachfolger von Windows 95 kommt drei Jahre später Windows 98 auf den Markt. Zum ersten Mal funktionieren USB-Anschlüsse so gut, dass externe Geräte wie Drucker oder Scanner problemlos installiert werden können. So richtig gut kommt das Betriebssystem jedoch nicht an, die Neuerungen sind verglichen mit dem Vorgänger zu spärlich ausgefallen. Erst die «Second Edition» des Betriebssystems bringt den gewünschten Erfolg.
Im Jahr 2000 erscheint Windows Millenium, etwas besser bekannt unter dem Namen Windows Me. Dieser Version ist deutlich anzumerken, dass sie ein Schnellschuss ist und eigentlich gar nicht geplant war. Immerhin wird das Abspielen von Videos dank des integrierten Windows Media Players 7.0 erstmals so richtig salonfähig. Nichtsdestotrotz ist «Me» einer der grössten Betriebssystem-Flops in der Geschichte von Microsoft.
Im gleichen Jahr veröffentlicht Microsoft Windows 2000 und bricht damit mit einer Tradition. Das Betriebssystem ist zwar wie seine drei Vorgänger (NT 3.1, NT 3.5 und NT 4.0) für den Einsatz in Unternehmen konzipiert, gehört aber neu zur Reihe für Privathaushalte (Windows 95 und 98). Trotzdem spielt es dort praktisch keine Rolle, da die damals weit verbreiteten Privat-PCs zu wenig Rechenkraft besitzen.
Microsoft ist konsequent und führt die Schienen «Privat» und «Unternehmen» im Jahr 2001 mit Windows XP endgültig zusammen. Es ist eines der erfolgreichsten Betriebssysteme aller Zeiten und übertrifft mit
dem heutigen Marktanteil von knapp 19 Prozent
das aktuelle Betriebssystem Windows 8 – und das obwohl
der Support für Windows XP im April 2014 endete
. Die farbigen Menüs, die eingeführte Funktion «Systemwiederherstellung» oder die neue «Windows Firewall» haben bis heute Bestand.
Windows Vista streitet sich mit «Me» um die Krone des erfolglosesten Microsoft-Betriebssystems. Die ursprünglich fürs Jahr 2003 geplante Veröffentlichung zögert sich immer wieder hinaus – erst am 30. Januar 2007 ist es schliesslich so weit. Für die enorm lange Entwicklungszeit und den grössten Zeitabstand zwischen zwei Betriebssystemen überhaupt, bietet Vista gegenüber XP kaum nennenswerte Neuerungen.
Gemessen an den Nutzerzahlen, ist das im Herbst 2009 veröffentlichte Windows 7 das erfolgreichste Betriebssystem aller Zeiten aus dem Hause Microsoft. Es ist
laut Netmarketshare
auf über 55 Prozent aller Computer installiert. Microsoft verändert nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern sorgt dank des «Wartungscenters» auch für mehr Sicherheit. Windows 7 wird noch bis Anfang 2020 mit Sicherheitsupdates versorgt.
Mit Windows 8 versucht Microsoft eine Brücke zu schlagen: Das Betriebssystem kommt mit zwei komplett verschiedenen Benutzeroberflächen – je eine für die Touchscreenbedienung am Tablet und für die Bedienung per Maus und Tastatur. Das kommt nicht gut an, die Verkaufszahlen bleiben unter den Erwartungen. Die ebenfalls im Oktober 2012 veröffentlichte Tablet-Version von Windows 8 mit dem Zusatz «RT» ist am Ende.
So schlimm steht es um Windows 8 nicht. Frühestens im Herbst 2015 ist es dann aber so weit. Für diesen Zeitpunkt wird der Nachfolger Windows 10 erwartet.
Autor: Reto Vogt