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Bei Stress verspannt sich die Nackenmuskulatur und als Folge davon kann es zu Spannungskopfschmerzen kommen. Eine Behandlungs-Option ist dann Pfefferminzöl.
Spannungskopfschmerz gehört zu den häufigsten Schmerzarten. Eine der Ursachen dafür sind Nackenverspannungen. Zur Behandlung bei dieser Kopfschmerzart sind auch Arzneien aus Heilpflanzen geeignet Eine plazebokontrollierte Studie belegt den Nutzen von Pfefferminzöl.
Darin bekamen 129 Patienten entweder Pfefferminzöl in zehnprozentiger Lösung plus Paracetamol, Pfefferminzöl plus Placebo-Tabletten, Paracetamol plus Placebo- Lösung (Spuren von Pfefferminzöl) oder beide Placebos als Kombination (Z Phytotherapie 2004; 25: 129).
Von den 129 teilnehmenden Patienten beendeten 105 den Behandlungszyklus. In der reinen Placebogruppe erreichten im Mittel nur 31 Prozent innerhalb von vier Stunden nach Behandlungsbeginn eine bedeutsame klinische Besserung. In der Patienten-Gruppe mit zehnprozentiger Pfefferminzöl-Lösung und Placebo-Tabletten war das bei 56 Prozent der Fall.
Die Gruppe mit Paracetamol plus Placebo-Lösung erreichte eine Quote von 54 Prozent. Den größten Therapieerfolg gab es mit der Kombination aus Pfefferminzöl und Paracetamol: 67 Prozent der Patienten erreichten das Behandlungsziel „bedeutsame klinische Besserung“.
Waren in die Vergleichsstudie Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren eingeschlossen, ging es in einer Anwendungsbeobachtung (AWB) zum zehnprozentigen Pfefferminzöl-Präparat um Kinder im Alter zwischen 4 und 14 Jahren.
Den Schwerpunkt der Teilnehmenden bildeten 9- bis 11-jährige Schulkinder. Total konnten 210 Kopfschmerzepisoden von 63 Kindern mit der Diagnose Spannungskopfschmerz ausgewertet werden (NaturaMed 4/2008). Die Efektivität der Behandlung wurde dabei von Ärzten und Patienten oder deren Eltern ähnlich bewertet. In beinahe 80 Prozent der Fälle wurde die Behandlung als sehr gut oder gut eingestuft.
Die Autoren kommen zum Schluss: Das topische (also örtlich angewandte) Phytopharmakon habe etwa den Vorteil, dass Kinder nicht an die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln gewöhnt würden. Zudem bestehe nicht das Risiko eines medikamenteninduzierten Kopfschmerzes.
Der Wirkmechanismus von Pfefferminzöl: Das Auftragen von Pfefferminzöl auf die Haut bewirkt eine Sensibilisierung und Stimulation von Kälterezeptoren und Druckrezeptoren mit nachfolgender Blockade der Schmerz leitenden C-Fasern.
Quelle:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/default.aspx?sid=649953&ticket=ST-953-Bl3tAlnAYLANlpiraXKFUBwivcRhJgQi35u-20
Kommentar & Ergänzung:
Pfefferminzöl gilt in der Phytotherapie als bewährtes Mittel gegen Spannungskopfschmerzen.
Weitere Informationen über Pfefferminzöl:
Ätherische Öle sind Gemische verschiedener Substanzen. Woraus setzt sich Pfefferminzöl zusammen?
„Pfefferminzöl wird durch Wasserdampfdestillation von Pfefferminze (Mentha piperita, Lamiaceae) gewonnen. Hauptinhaltsstoffe sind das Menthol (35–45 %) und das Menthon (15–20 %); daneben noch Menthylacetat (3–5 %), Neomenthol (2,5–3,5 %), Isomenthol (3 %). Für medizinische Anwendungen muss sichergestellt sein, dass das Menthofuran durch Destillation abgetrennt wurde.“
(Quelle: Wikipedia)
Zur Wirkung von Pfefferminzöl:
„Pfefferminzöl wirkt schwach antibakteriell und antifungal. Es fördert die Sekretion von Magensäften und Gallenflüssigkeit. In humanpharmakologischen Studien konnte nach Einnahme in Form von magensaftresistenten Kapseln ein motilitätshemmender Effekt auf das Duodenum gezeigt werden. Bei Hautauftrag entsteht langes Kältegefühl. In klinischen Studien konnte bei äußerer Anwendung (als 10-prozentige Lösung) die Wirksamkeit von Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerz im Vergleich zu einem Placebo festgestellt werden.“
(Quelle: Wikipedia)
„Anwendungsgebiete für Pfefferminzöl (nach dem Europäischen Arzneibuch-Kommentar, 2005):
Medizinisch:
Bei Beschwerden der Gallenblase und des Gastrointestinaltrakts (Verdauungsapparats) wird Pfefferminzöl in magensaftresistenter Umhüllung (0,2–0,4 ml, ca. 1–2 Tropfen) täglich dreimal 1 Stunde vor dem Essen verabreicht. Bei Entzündungen der Mundschleimhaut und der oberen Atemwege durch 3–4 Tropfen in heißem Wasser und Einatmen der Dämpfe.
Lindert Beschwerden bei Rheuma, Insektenstichen und Verbrennungen als 10-prozentige Salbe oder im Heilbad.
Beim Reizdarmsyndrom wird Pfefferminzöl in magensaftresistenten Kapseln zur Beruhigung der Muskeln des Dickdarms verabreicht.
Kosmetisch:
Hauptanwendungsgebiet für Pfefferminzöl in kosmetischen Produkten sind Mundpflegemittel (über 50 %), weiterhin wird es als Aromastoff in der Lebensmittelindustrie und in der Aromatherapie genutzt.“
(Quelle: Wikipedia)
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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
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