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Gerüchte zur Scheidung der Gates schiessen ins Kraut
Die Trennung von Bill und Melinda Gates kommt offiziell recht abgeklärt daher. Wie verschiedene US-Medien berichten, gibt es jedoch eine längere Vorgeschichte, bei der Bill Gates nicht gut wegkommt.
Kürzlich gaben Microsoft-Gründer Bill Gates – mit einem Vermögen von 128 Milliarden Dollar derzeit viertreichster Mensch der Welt – und seine Frau Melinda bekannt, dass sie sich scheiden lassen. Und zunächst hörte es sich auch nach einem recht abgeklärten Schritt an – man habe sich auseinandergelebt.
Auf Twitter erklärte das seit rund 27 Jahren verheiratete Paar: «Nach reiflicher Überlegung und viel Arbeit an unserer Beziehung haben wir beschlossen, unsere Ehe zu beenden» und «wir glauben nicht mehr, dass wir als Paar in dieser nächsten Lebensphase gemeinsam wachsen können.» Wie aus dem Scheidungsantrag von Melinda French Gates hervorgeht, der dem Magazin «People» vorlag, bezeichnet die 56-Jährige ihre Ehe allerdings als «unheilbar zerrüttet».
Laut Medienberichten verläuft das Ehe-Aus der Gates nicht ganz so harmonisch und hat auch eine längere Vorgeschichte. Vor allem Bill Gates kommt demnach nicht gut in der Sache weg. So soll der 65-Jährige eine Liebesbeziehung mit einer bei Microsoft angestellten Ingenieurin gehabt haben, wie das «Wall Street Journal» berichtete.
Intime Beziehung zu Mitarbeiterin
Ein Microsoft-Sprecher erklärte dazu der Nachrichtenagentur AFP, der Konzern sei in der zweiten Jahreshälfte 2019 darüber informiert worden, dass «Bill Gates im Jahr 2000 versucht hat, eine intime Beziehung mit einer Mitarbeiterin des Unternehmens zu beginnen».
Ein Komitee des Verwaltungsrates habe daraufhin mithilfe einer Anwaltskanzlei eine «gründliche Untersuchung» eingeleitet. Die Mitarbeiterin schrieb laut «Wall Street Journal» in einem Brief, sie habe «über Jahre» eine sexuelle Beziehung zu dem Konzerngründer und Multimilliardär unterhalten.
Bill Gates soll zudem auch an anderer Stelle fragwürdiges Benehmen gezeigt haben, wie die «New York Times» schreibt. So habe er mit wenigstens zwei weiteren Angestellten geflirtet. Im Jahr 2006 habe er eine Microsoft-Mitarbeiterin nach einer Präsentation per Mail zum Dinner eingeladen. Gates schrieb demnach auch in der Mail, falls sich die Frau mit der Einladung nicht wohlfühle, solle sie so tun, als habe es sie nie gegeben. Bei einer Mitarbeiterin der Gates-Stiftung habe er indes auf einer Cocktail-Party seinen Wunsch nach einem gemeinsamen Abendessen ausgedrückt.
Problematischer Kontakt zu Jeffrey Epstein
Wie das «Wall Street Journal» berichtet, gab es im Microsoft-Verwaltungsrat zudem Sorgen angesichts von Gates' Kontakten zum Finanzinvestor und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der sich 2019 in einer Gefängniszelle das Leben nahm. Laut verschiedenen Medien könne gerade diese Bekanntschaft der Auslöser für die Trennung gewesen sein.
Epstein und Gates sollen sich demnach erstmals im Jahr 2011 getroffen haben. Bis der Kontakt im Jahr 2014 endete, hätten sie sich Dutzende Male gesehen. Die Bekanntschaft zwischen den beiden Milliardären war indes kein Geheimnis und auch Gates selbst erklärte dem «Wall Street Journal» im September 2019, dass er Epstein getroffen habe. Er dementierte sowohl geschäftliche als auch freundschaftliche Beziehungen zu Epstein.
Allerdings soll Melinda Gates kurz darauf etliche Scheidungsanwälte angeheuert haben, wie «New York Times» und «Wall Street Journal» übereinstimmend schreiben. Sie habe Epstein demnach im Jahr 2013 bei einem Dinner kennengelernt und anschliessend keinen Kontakt mehr zu ihm haben wollen. Die Beziehung ihres Mannes zu Epstein sei «ein wunder Punkt» für sie gewesen.
Sprecherin von Bill Gates sieht viele Unwahrheiten
Die Sprecherin von Bill Gates, Bridgitt Arnold, erklärte der «New York Times» indes, es sei «extrem enttäuschend», dass viele Unwahrheiten über die Ursache und die Hintergründe der Gates-Scheidung veröffentlicht würden. Bill Gates habe niemals Partys bei Epstein besucht und habe sich mit diesem ausschliesslich getroffen, um über Philanthropie zu sprechen.
Angesichts der Popularität und Bedeutung von Bill Gates und Melinda French Gates scheint es unwahrscheinlich, dass das Statement der Pressesprecherin die Spekulationen beenden kann. Auch bleibt zu hinterfragen, woher die Informationen kommen und wem sie nützen. Eine Autorin des «New York Magazine» beglückwünschte auf Twitter bereits das PR-Team von Melinda Gates. Beweise für diesen Schluss blieb die Journalistin schuldig – die Schlammschlacht hat wahrscheinlich gerade erst begonnen.