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1974 Jahren bestand die Starbesetzung aus Albert Finney, Lauren Bacall, Ingrid Bergman, Richard Widmark und Sean Connery. Damals verfilmte Regisseur Sidney Lumet zum ersten Mal den Kriminalroman «Mord im Orient-Express» von Agatha Christie. Der Film erhielt sechs Oscar-Nominierungen, Ingrid Bergman gewann ihn. Als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als schwedische Missionarin.
Über 40 Jahre später ist aus der schwedischen Missionarin eine Spanierin geworden, die von Oscar-Gewinnerin Penélope Cruz verkörpert wird. Es ist insgesamt die fünfte Verfilmung von «Mord im Orient-Express» und der zweite Kinofilm.
Wer hat es getan?
Der Film beginnt in Jerusalem. Direkt an der Klagemauer überführt Detektiv Hercule Poirot den Dieb vor einer staunenden Menschenmenge. Und nun ist Zeit für Ferien!
Poirot fährt mit dem Orient-Express von Istanbul nach Calais. Aber Erholung gibt es für den berühmten Ermittler nicht. Der Zug bleibt in der Nacht im Schnee stecken. Am nächsten Morgen wird ein Mann ermordet in seinem Abteil aufgefunden.
Der wahrscheinlich beste Detektiv der Welt, wie sich Poirot selbst bezeichnet, will den Fall aufklären, bevor der Zug weiterfährt.
Geflohen sein kann der Mörder nicht, denn Spuren im Schnee gibt es keine. Die Tür zu den anderen Wagen ist verriegelt. Der Mörder muss sich also in der ersten Klasse befinden – 12 Passagiere stehen unter Verdacht.
Die Entführung des Lindbergh-Babys
Ziemlich schnell enthüllt Poirot die wahre Identität des Opfers. Es handelt sich um einen entflohenen Kindesentführer; für den weiteren Verlauf der Ermittlungen nicht unwichtig.
Dass ein Fall von Kidnapping eine wichtige Rolle spielt, kommt nicht von ungefähr. Als Agatha Christie den Roman 1934 schrieb, wurde sie von der Entführung des Lindbergh-Babys inspiriert.
Pilot Charles Lindbergh war damals ein amerikanischer Nationalheld. Als 1932 sein zweijähriger Sohn entführt und trotz Lösegeldzahlung getötet wurde, sorgte das weltweit für Schlagzeilen.
Grosse Kulisse
Regisseur Kenneth Branagh präsentiert spannendes Unterhaltungskino, eindrückliche Bilder und sich selbst in der Hauptrolle als Hercule Poirot. Durch viel Originalität besticht die Neuverfilmung nicht. Der Kinofilm ist dicht dran an der Literaturvorlage. Einige Sätze sind mit der Filmausgabe von 1974 identisch.
Gelungen sind die historischen Kulissen. Mit der Hilfe von Spezialeffekten hat Branagh das Jerusalem und das Istanbul der 1930er in romantisch gefärbter Pracht rekonstruiert. Auch die Berglandschaften, die in Neuseeland aufgenommen wurden, lassen den Zuschauer staunen.
Riesiger Schnauz
Beeindruckend wie die Filmkulisse: Hercule Poirots Schnauz. Wer die Bücher kennt, weiss wie stolz der Kultdetektiv auf seinen Oberlippenbart ist. Doch so gross wie bei Branagh war er wohl noch nie. Im Internet kommentierte jemand: «Man könnte es ‹Schnauz im Orient-Express› nennen.»
«Mord im Orient Express» hat etwas herrlich Altmodisches. Wie es für klassische Kriminalfilme dieser Art Standard ist, werden am Ende alle Verdächtigen versammelt und der Detektiv erklärt die Lösung des Falles bis ins kleinste Detail. Für Agatha-Christie-Fans und für Liebhaber des Whodunit-Genres ist der Film definitiv sehenswert.
Kinostart: 9.11.2017