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Jetzt ist es offiziell: Danzer hat seine industriellen Holzgeschäfte in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) verkauft.
Ende Februar wurde die Tochtergesellschaft Siforco (mit einer Holzeinschlagsfläche von circa 2,1 Millionen Hektar Wald, rund die Hälfte der Fläche der Schweiz) an die sich in amerikanischem Besitz befindliche Groupe Blattner Elwayn (GBE) verkauft.
Damit endet eine 40-jährige Geschichte der Einflussnahme Danzers in der DRK, eine Zeit, die nur allzu oft von sozialen Konflikten und der Zerstörung des tropischen Regenwaldes gekennzeichnet war.
Nun stellt sich die entscheidende Frage, was die Übernahme von Siforco für die lokalen Gemeinden bedeuten wird, welche Opfer der von Danzer geförderten Gewalt wurden, und was der neue Besitzer hinsichtlich «nachhaltiger Forstwirtschaft» und «Entwicklung» unternehmen wird.
In der Pressemitteilung von Danzer heisst es: «Neben der industriellen Entwicklung haben wir ebenfalls ein international anerkanntes professionelles Niveau hinsichtlich nachhaltiger Waldbewirtschaftung und sozialer Aktivitäten erreicht» – eine Aussage, die völlig im Gegensatz zu den tatsächlich vorliegenden Sachverhalten steht.
Eine Geschichte der Gewalt
Danzers Tochterfirma verursachte Aufruhr in den lokalen Gemeinden, indem sie wiederholt ihre sozialen Verpflichtungen, wie etwa die Errichtung von Schulen und Gesundheitszentren, verletzte. Im Jahr 2011 führten Proteste gegen Danzer zu gewaltsamer Unterdrückung, Vergewaltigung und Schlägereien, die im Tod einer Person endeten. Die Firma stellte die Logistik für den Übergriff bereit, darunter einen Lastwagen mit Fahrer, und bezahlte die Soldaten- und Polizeitrupps, welche die «Vergeltungsmission» durchführten. Die Opfer reichten in der Folge eine Rechtsklage gegen Danzers vor Ort agierenden Manager, die Polizei sowie das Militär ein. Die Unternehmensverantwortung für die Vorkommnisse im 2011 lassen sich nicht verkaufen und die juristische Aufarbeitung des brutalen Angriffs steht noch an. Werden die Gemeinden für die erlittenen schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen, in denen das Unternehmen verwickelt war, Entschädigungen erhalten?
Greenpeace fordert Danzer dazu auf, verantwortlich zu agieren, die Rechte der Gemeinden auf rechtliche Schritte zu respektieren und einen fairen und transparenten Rechtsprozess zu unterstützen.
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Mittwoch, 18. April 2012
Greenpeace exponiert eine Lieferung tropischer Hölzer aus der Demokratischen Republik Kongo von der deutschen Holzfirma „Danzer“ im französischen Hafen Caen und bezeichnet das Gebiet mit roten Beschriftungen als „Tatort Wald“. Greenpeace-Aktivisten decken Danzers Beteiligung an einem gewaltsamen Übergriff auf eine Waldgemeinde in der Provinz Bumba auf. 11/07/2011 © Nicolas Chauveau / Greenpeace
Nachhaltige Waldbewirtschaftung bleibt eine Illusion
Danzers Abzug aus der DRK und das zurückgelassene Chaos entlarvt das Märchen, dass industrieller Holzschlag eine nachhaltige Entwicklung in Ländern wie der DRK ermöglicht.
In den Regenwäldern des Kongobeckens schlagen industrielle Holzfäller die kommerziell wertvollsten Bäume in einem Gebiet, packen ihre Kettensägen ein und ziehen weiter, um neue, noch unberührten Waldflächen zu erschliessen. Was für die lokalen Gemeinden zurückbleibt ist ein ausgebeuteter Wald, zerstörte soziale Strukturen und Arbeitslosigkeit.
Die Abholzungsfront dringt tiefer und tiefer in die noch verbleibenden intakten Regenwaldflächen des Kongobeckens vor und überschwemmt diese neu erschlossenen Gebiete mit einer weiteren Welle der Zerstörung.
Die Abholzungsraten im Kongobecken haben sich seit dem Jahr 1990 verdoppelt und die industrielle Abholzung ist dabei ein Schlüsselfaktor.
Anstelle der Förderung weiterer industrieller Abholzung sollten internationale Geldgeber in zielführende Lösungen wie gemeindebasierte Alternativen, unabhängige Überwachungen und auf Mitbestimmung begründete Landnutzungsplanungsprozesse investieren.
Wird die Blattner Gruppe besser abschneiden?
Danzers Geschäfte in der DRK werden von der Groupe Blattner Elwyn (GBE) übernommen. Andere Mitglieder der Blattner-Familie sind gemeinsam mit Safbois in der Provinz Orientale im Holzgeschäft tätig. Im Jahr 2008 berichtete Greenpeace über Safbois illegale Abholzungen und soziale Konflikte in Yafunga. GBE ist unter anderem in den Bereichen Infrastruktur und Agrarwirtschaft tätig.
GBE hat bisher – basierend auf unserem Wissensstand – noch keine Informationen zu ihren weiteren Plänen herausgegeben. Laut Danzer werden sie «unser Konzept des industriellen und forstwirtschaftlichen Managements weiterführen.»
Was dies bedeuten wird, ist derzeit noch unklar. Das Forest Stewardship Council (FSC) teilte Greenpeace mit, dass GBE nicht um eine FSC-Zertifizierung für nachhaltige Waldbewirtschaftung oder kontrolliertes Holz beantragen wird. Die bereits bestehenden Zertifizierungen wurden nach Übernahme durch GBE umgehend gekündigt.
Die Hoffnung, dass der Wald und seine Bewohner mit GBE bessere Erfahrungen machen werden, steht praktisch auf Null.