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||Haito, Bischof von Basel, Abt von Reichenau

Als Bischof Waldo (ca 740-814) um 805/806 zurücktrat um nach Saint-Denis zu gehen, war er mit seinem Nachfolger auf dem Basler Bischofsstuhl vertraut. Beide waren Benediktinermönche in der Inselabtei Reichenau im Bodensee. Haito (auch Heito) stammte wohl aus einem allemannischen Geschlecht und sei mit fünf Jahren um 767 dem Kloster übergeben worden. [1] Die Überlieferung solcher Details zu Haitos Leben verdankten wir Walahfrid Strabo (ca 808-849).
Klosterschüler, Abt von Reichenau, Bischof von Basel
Walahfrid (auch Walafried) war selbst Mönch und wurde 838 Abt in Reichenau. In seiner umfangreichen schriftstellerischen Hinterlassenschaft wird auch Haito genannt, der schon als kleiner Knabe in die Klosterschule von Reichenau kam. Es war eben diese Schule die er später selbst leiten sollte. Haito wurde sehr wahrscheinlich durch Abt Waldo gefördert. Dessen Herz hing auch besonders an der Bibliothek, die später Haito anvertraut wurde.
Als Waldo 805/806 nach Saint-Denis ging trat Haito seine Nachfolge als Abt im Kloster Reichenau an. Zugleich habe er von Waldo auch das Amt des Bischofs von Basel übernommen. Der Kirchenhistoriker Ekkart Sauser vertritt die Meinung dass Haito bereits 802 Bischof von Basel geworden sei, was mit seiner Theorie dass Waldo im selben Jahr vom Bischofsamt zurückgetreten sei einher geht. [2] Indes steht Sausers Umgang mit Quellen in der Kritik.
Achim Masser, Professor für Ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Innsbruck, ging 2002 von einem Amtsantritt 803 aus. [3] Es erscheint logisch dass ein Mönch erst Abt wird und danach Bischof, was für eine Einsetzung vor 806 spricht. Wie Waldo so hatte auch Haito Beziehungen zum Hof Karls des Grossen (ca 747-814). Im Raum schwebt auch die Theorie einer Verwandtschaft Haitos zu Königin Hildegard (ca 758-783), einer Gattin Karls der Grossen. [4]
Diplomat für Karl den Grossen
Zu Weihnachten des Jahres 800 krönte in Rom Papst Leo III. den fränkischen König Karl den Grossen zum Kaiser. Der Anspruch auf den seit dem 5. Jahrhundert nur noch Byzanz verwendeten Kaisertitel erregte dort Missvergnügen. Man weigerte sich am Hof in Konstantinopel, Karl als Kaiser anzuerkennen. Dazu gesellten einige Jahre später Zerwürfnisse um Venedig. Kaiser Nikephoros I. (ca 760-811) war kein Freund von Kaiser Karl und dessen Reich.
An den Hof dieses unwilligen Gastgebers schickte Karl der Grosse im Frühjahr 811 eine Gesandtschaft die von Bischof Haito geleitet wurde. [5] Gegenstand der Mission war vermutlich die Anerkennung des Kaisertitels durch Nikephoros. Bereits 803 scheiterte eine Gesandtschaft Karls in Konstantinopel. Dass diese erneute Mission in Haitos Hände gelegt wurde, sagt viel über das Vertrauen aus welches der Bischof von Basel am Hof in Aachen genoss.
Hatios Gang in die Löwenhöhle Konstantinopel wurde in der Vergangenheit fallweise als gescheitert oder als Erfolg gewertet. Der Grund für diese erhebliche Diskrepanz in der Beurteilung dürfte in den turbulenten Verhältnissen liegen die damals am Hofe von Byzanz herrschten. Als Haito und seine Gesandtschaft im Frühjahr 811 nach Konstantinopel gingen, regierte dort noch Kaiser Nikephoros I. der Karl dem Grossen wenig freundlich gesonnen war.
Heikle Mission in Konstantinopel
Der Empfang für die Abgesandten Karls des Grossen in Konstantinopel war sehr kühl. Haito verfasste später mit dem Odoporicum einen Bericht über seine diplomatische Reise nach Byzanz. Der Bericht selbst gilt heute als verloren, doch Teile seines Inhalts überlebten weil andere Schreiber Einzelheiten daraus aufgriffen und zitierten. So ist auf diesem Weg überliefert, dass Byzanz diese Gesandtschaft Karls wenig gastfreundlich empfing.
Der Mönch Notker von St.Gallen (ca 840-912, genannt "der Stammler" oder "Balbulus") hielt später die Schikanen fest. Die Mitglieder der Gesandtschaft seien an verschiedenen und abgelegtenen Orten untergebracht worden. Auch habe man die Gesandtschaft endlos hingehalten. [6] Sie war so gezwungen, sich unangenehm lange in diesem ungastlichen Umfeld aufzuhalten. Dies und und eine Rückkehr ohne Resultate lassen auf ein Scheitern schliessen.
Allerdings sollte man beachten, dass während der Zeit als Haito in Konstantinopel weilte Nikephoros I. in einem Feldzug gegen die Bulgaren im Juli 811 ums Leben kam. Die Krone ging an dessen Sohn Staurakios, der alsbald von seinem Schwager Michael Rhangabe vom Thron gestossen wurde. Im Oktober 811 bestieg letzterer als Michael I. den Thron von Byzanz. Im Gegensatz zu seinem mürrischen Schweigervater war er offener für Karls Anliegen.
Ob es Haito gelang Michael I. konkrete Zugeständnisse abzuringen ist ungewiss. Jedenfalls kehrten er und seine Gesandtschaft erst im Jahr 812 aus Konstaninopel zurück. Sollte sich die ganze Mission tatsächlich um Karls Anerkennung als Kaiser gedreht haben, und Haito kam ohne greifbare Zusagen nach Aachen, dann kann man das als Misserfolg werten. Allerdings schickte Kaiser Michael I. noch 812 eine Gesandtschaft an den Hof Karls des Grossen.
Diese anerkannte formell seinen Kaisertitel, jedoch ohne ihm Gleichwerigkeit mit dem Kaisertitel von Byzanz zuzugestehen). Ist man gewillt dies als eine Folge von Haitos Mission nach Konstantinopel zu betrachten, dann war das Unterfangen ein Erfolg. Als Gegenleistung für die Anerkennung verzichtete Karl auf territoriale Ansprüche an der Adria. Haitos Reise nach Konstantinopel war ein mühseliges Unterfangen, wie Reisen im 9. Jahrhundert allgemein.
Die Mühsal einer langen Reise
Den langen Weg nach Konstatinopel konnte man einerseits zu Lande durch den wilden Balkan machen. Diese Wahl traf 285 Jahre später Peter der Eremit, als er sich mit seinem Heer der Armen auf den Kreuzzug nach Jerusalem machte. Tausende die kaum richtige Schuhe hatten, geschweige denn Waffen, begaben sie auf die Reise um das Heilige Grab zu befreien. Sie beschritten jenen Weg den einst Karl den Grosse auf Pilgerfahrt nach Jerusalem nahm.
Unvertraut mit Land und Leuten, und teilweise ungehobelt im Umgang mit ihnen, geriet Peters Heer der Armen, begleitet von Bewaffneten, in Ungarn und Bulgarien mit der dortigen Bevölkerung aneinander. Bald kämpften Christen gegen Christen und als Peter am 1. August 1096 in Konstantinopel angelangte, war sein Tross schwer geschunden. Der Kreuzzug von Peter dem Eremiten erlosch später in Kleinasien in einer Orgie aus Gewalt und Inkompetenz.
Es hatte ihm nicht geholfen, dass er in den Fusstapfen Karls des Grossen gewandelt war. Im übrigen hatte Karl genausowenig eine Wallfahrt nach Jerusalem unternommen, wie er dazu die besagte Strasse nach Konstantinopel bereist hatte - all dies war fromme Legende. Haito entschied sich, wenigstens für einen Teil der Reise, für den weniger gefährlichen Weg zu Wasser. Und mit dem Schiff gelangte man ausserdem auch schneller ans Ziel.
Dies galt jedoch nur wenn die Schiffsreise planmässig verlief. Haito und seine Gesandtschaft verwünschten wahrscheinlich hinterher die Wahl des Verkehrswegs. Nicht genug damit dass sie eine mühsame Mission bei ungastlichen Gastgebern zu erfüllen hatten; sie erlitten auch noch Schiffbruch und überlebten nur mit Glück. Haito kehrte 812 erschöpft von den Strapazen von der Mission zurück, mit reichlich Anlass zu Dankgebeten.
Kirchenbau auf Reichenau und in Basel
Haitos Bedeutung im Reich zeigte sich im Umstand dass er 811 zu den Unterzeichnern des Testaments von Karl dem Grossen gehörte. Trotz der diplomatischen Missionen im Dienste Karls fand Haito offenbar genügend Zeit sich um seine anderen kirchlichen Ämter zu kümmern. Vermutlich nach seiner Rückkehr aus Konstantinopel initiierte er im Kloster Reichenau den Neubau einer Kreuzbasilika die 816 vollendet war und von ihm geweiht werden konnte. [7]
In seiner Funktion als Bischof von Basel veranlasste Haito den Bau einer grossen Kirche an der Stelle eines wohl heruntergekommenen Vorgängerbaus. Das in Fachkreisen als Haito-Münster bekannte Gotteshaus hatte zwei Rundtürme und einen hohen Saal mit Nebenräumen an den Längsseiten. Über der unterirdischen Krypta erhob sich der in einer Apsis endende Chor. Der Reichenauer Mönch Walahfrid verewigte das Werk in Versen (hier in deutscher Übersetzung):
"Was du an Mauern gewahrst, was mühsam einstens errichtet,
Dann zerfallen und Schutt und Trümmer, ein Bild der Zerstörung,
Nackt das Gebälk und leer die Wände, die es getragen -
Da ragt ein ein herrlicher Bau in in glänzender Helle,
Aus zerbröckelten Trümmern nun wieder vom Boden erstanden,
Das Werk Haitos, des Priesters, beseelt vom göttlichen Hauche." [8]
Die genaue Bauzeit ist beim Basler Münster nicht sicher. Sie dürfte in die Zeit zwischen 812 und 823 fallen. Als Haito sich einige Jahre später von seinem Bischofsamt zurückzog, habe er dem Gotteshaus in Basel aus eigenen Mitteln ein heute verlorenes Ziborium gestiftet. Der prächtige Altarüberbau im Stile eines Baldachins wurde, wie das Münster selbst, Gegenstand einiger Verse Walahfrids. Zum Münster gehörte auch eine Aussenkrypta.
Unter der heutigen Pfalz kann man in einer archäologischen Informationsstelle die Überreste einer ausserhalb des einstigen Gotteshauses angelegten Krypta sehen. Sie wurde 1965 entdeckt und entstand entweder mit Haitos Münster oder kurz danach und wurde um die Jahrtausendwende abgerissen. Peter-Andrew Schwarz publizierte 2001 die Theorie, dass in dieser externen Krypta der Bischof und seine Geistlichen zurückgezogen Andacht halten konnten. [9]
Haitos Regelwerk für das Bistum Basel
Nach dem Tod Karls des Grossen im Januar 814 besteig dessen Sohn Ludwig (778-840, genannt "der Fromme") den Thron. Unter ihm setzte Haito sein Wirken fort. In diese Zeit fällt der Bau der Basilika von Reichenau 816. Wenig später gab er auf der Reichenau den Auftrag, für Gozbert den Abt von St.Gallen eine Kopie des Planes des idealen karolingischen Klosters zu erstellen. Ein anderes Vermächnis Hatios ist sein Regelwerk für das Bistum Basel.
In die Zeit kurz nach seiner Rückkehr aus Konstantinopel fällt wahrscheinlich die Niederschrift von Haitos "Capitularia ecclesiastica". In 25 Verordnungen, genannt Kapitularien, hält das Werk Regeln zu den allgemeinen und amtlichen Belangen für die Angehörigen des Klerus im Bistum Basel fest. Die Regelsammlung ist ein Spiegel ihrer Zeit. Die Historikerin Carine van Rhijn kommentierte in einer 2007 publizierten Dissertation Passagen von Haitos Regelwerk.
Van Rhijn hebt hervor, dass unter vergleichbaren Regelsammlungen aus karolingischen Tagen die Capitularia ecclesiastica von Haito sich besonders detailiert mit den liturgischen Pflichten des Klerus befasst. So unterstreiche sie wie wichtig es sei dass der Geistliche die für sein Amt nötigen Bücher besitze. Geistliche ohne das notwendige Wissen verglich er mit einem Blinden der einen Blinden führe, wobei beide am Ende in die Grube fielen. [10]
Haito legte aber nicht nur auf die fachliche Kompetenz seiner Geistlichen Wert. Sie sollten den Gläubigen auch stets ein gutes Beispiel sein, und sich ihrem Stand gemäss verhalten. Kapitular 10 hält hierzu fest, dass die Priester auf Reisen keine Gasthäuser betreten sollten. Vielmehr war ihnen geboten, dort zu beziehen was sie benötigten um es in privaten Häusern zu sich zu nehmen. Auch das Zölibat wurde von Haito angesprochen.
In Kapitular 9 wird Geistlichen untersagt, fremde Frauen bei sich wohnen zu lassen. Nur Frauen bei denen kein schlechter Verdacht aufkommen konnte war es gestattet, sich im Haushalt eines Priesters aufzuhalten. Bezüglich der Stellung der Frau wandelte Haito ganz auf den Pfaden der Kirche jener Tage. Frauen sollten sich dem Altar nicht nähern. Nicht um Opfergaben zu ihm zu bringen und auch nicht wenn das Altartuch gewaschen werden sollte.
In letzterem Fall musste ein Priester das Tuch vom Altar nehmen und es der entsprechenden Frau an der Altarschranke zum Waschen übergeben. Dort hatte sie es ihm auch zurückzugeben, damit er es wieder am Altar anbringen konnte. In manchen Belangen greifen die Kapitularien über den Bereich des Priesteramts hinaus und tangieren etwa Fragen der Ehe. Kapitular 21 untersagt in dieser Sache zum Beispiel Ehen bis zum 5. Verwandtschaftsgrad.
Das Regelwerk habe auch ausserhalb des Bistums Beachtung gefunden, was wohl daran lag dass die Vorschriften allgemein anwendbar waren. Walahfrid Strabo ging später soweit zu behaupten, dass Haitos Capitularia ecclesiastica einen auf den Grund zerstörten Schafstall wieder aufgerichtet hätte. [11] Dabei darf man nicht vergessen, dass der dichtende Mönch von der Reichenau den Abt und Bischof Haito oft in einem arg strahlenden Licht darstellte.
Die Abschrift der Regula Benedicti
In die Wirkungszeit als Abt von Reichenau fällt die Entsendung der Mönche Tatto und Grimald in das Kloster Inden. Das später unter dem Namen Kornelimünster bekannte Kloster wurde um 814/16 auf Betreiben von Ludwig dem Frommen gegründet. Geleitet wurde es von Benedikt von Aniane (ca 720-821) der ein glühender Verfechter der Ordensregel des heiligen Benedikt von Nursia (ca 480-547) und ein einflussreicher Vertrauter Ludwigs war.
Benedikt von Aniane wurde die treibende Kraft der Klosterreform im fränkischen Reich, der als Leitlinie die Regel des heiligen Benedikt diente. Das Kloster Inden galt in jenen Tagen als beispielhafte Benediktinerabtei. Das dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass Haito die beiden Möche dorthin schickte um zu beobachten und Erfahrungen zu sammeln. Zugleich wünschte sich Haitos Abtei eine Abschrift von Benedikts authentischer Regel.
Tatto und Grimalt wurden daher vom Reichenauer Bibliothekar Reginbert mit der Erstellung einer Kopie der Regel im Kloster Inden beauftragt. [12] Die beiden Mönche erfüllten diesen Auftrag penibel gewissenhaft. Sie kopierten nicht nur die authentische Regel sondern versahen sie mit einem Zusatz, der Ergänzungen, Korrekturen alter Schreibfehler und Deutungshilfen enthielt. Nach Abschluss dieser Arbeit blieben sie noch für gewisse Zeit in Inden.
Ihre Abschrift sandten sie mit einem Begleitbrief an Reginbert. Auf diesem Weg kam das Kloster Reichenau zu seiner Kopie der Regula Benedicti. Dieser Vorgang muss im Zusammenhang mit den Aachener Reformsynoden 816-819 betrachtet werden, an der auch Haito teilnahm. Leitende Kraft dieser Synode war der bereits genannte Benedikt von Aniane. Seinem Wirken wird auch die Verfassung des Capitulare monasticum zugeschrieben, der überarbeiteten Benediktinerregel.
Diese Regel wurde auf kaiserliche Verfügung hin zur allgemeinen Klosterregel im fränkischen Reich. Es ist also kein Zufall, dass Haito zwei Mönche in das Kloster des Benedikt von Aniane entsandte und dass sie dort die originale Regel Benedikts abschrieben - jene Regel die zum Fundament der Klosterordnungen im Reich von Ludwig dem Frommen wurde. Haitos Abtei verfügte damit über die Quelle des Capitulare monasticum, der Leitregel der Klöster.
Abkehr von den Ämtern und der Welt
Im Jahr 823 legte Haito seine Ämter als Bischof von Basel und Abt von Reichenau nieder, um sich als einfacher Mönch in sein Inselkloster im Bodensee zurückzuziehen. Die Allgemeine Deutsche Biographie spricht 1880 von einer schweren Krankheit, die angeblich die Ursache für diesen Schritt gewesen sei. [13]. Wieso Haito sich von Amt und Würden trennte weiss letztendlich niemand. Aber die Entscheidung zur Resignation fällt in harte Zeiten.
In den Annales regni Francorum, den Reichsannalen, ist von einem Erdbeben zu lesen, welches die kaiserliche Pfalz in Aachen heimsuchte. In Sachsen verheerten Blitzeinschläge fast zwei Dutzend Dörfer. Hagelschlag machte Ernten zunichte. Und dann sei eine Seuche über das ganze fränkische Reich gekommen. [14] Die besagten Annalen sind nicht immer über alle Zweifel erhaben, aber eine Zeit düsterer Geschehnisse würde sich in das Bild fügen.
Die Seuche habe Menschen beiderlei Geschlechts in grosser Zahl getötet. Liess Haito, von der Seuche angesteckt, Abt- und Bischofsstab fallen um sich ins Kloster zurückzuziehen wo er ein Ende erwartete, welches ihm dann vorerst erspart blieb? Oder war es eine Untergangsstimmung im Angesicht zahlloser Toter die unter den Schwingen der Seuche überall ins Grab sanken, die Haito traf und ihn dazu bewog wieder die Kutte eines einfachen Mönchs anzulegen?
Die Visionen des Mönchs Wetti
Ein Indiz für eine verdüsterte Weltsicht könnte Haitos Interesse an den Jenseitsvisionen seines Reichenauer Mitbruders Wetti (ca 775/780-824) sein. Wetti war einst Schüler Haitos und führte später auch dessen Klosterschule. Im Jahr 824 erkrankte er schwer und wurde ins Krankenrevier des Klosters gebracht. Dort überkam ihn eine Reihe von Visionen des Jenseits, die er Mitbrüdern wie Haito anvertraute, der sie ausführlich niederschrieb.
Hatio muss intensive Stunden am Sterbelager seines früheren Schülers verbacht haben. Aufmerksam notierte er was der fiebernde Wetti gesehen hatte. Böse Geister bedrängten diesen unter der Leitung eines Geistlichen, bis sie von einer Schar guter Geister die ein Mönch führte vertrieben wurden. Dann führte ein Engel Wetti durch die Reiche des Jenseits, wo er die Verdammten sah, wie so auf verschiedene Arten für ihre Verfehlungen büssten.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass zehn Jahre nach seinem Ableben 814 auch Karl der Grosse als Büssender in den Visionen von Wetti erscheint. Als Herrscher stand dieser strahlend und aufrecht einer Bestie gegenüber, die ihm ganz spezifisch und ausschliesslich die Lenden zerfleischte, aber den Rest des Körpers unberührt liess. Der begleitende Engel erklärte dies in der Vision mit der wollüstigen Unzucht des Fehlbaren zu Lebzeiten.
Haito nennt den Namen Karls nicht konkret (Walahfrid wird dies wenig später in seiner Versfassung der Visionen nachholen). Doch die Andeutungen zeigen klar dass Karl der Grosse gemeint ist, der fünf Ehefrauen, vier bekannte Bettgespielinnen und dementsprechend viele Nachkommen hatte. Vielleicht nannte Haito den Namen Karls nicht, weil sich etwas in ihm sträubte, den Mann dessen Vertrauter er einst war als Lüstling der Nachwelt zu hinterlassen.
Dennoch lässt Haitos Beschreibung keinen Zweifel daran dass er Karl meinte. Zugleich verteidigte er den verstorbenen Kaiser mit einer rührenden Loyalität, indem er betonte dass diese Verfehlungen eher gering zu taxieren wären, verglichen mit den guten Dingen die er besonders für die Kirche getan hätte. [15] Peter Ochs bemerkte 1786 im ersten Band seiner Geschichte Basels zu den Visionen Wettis ebenso aufgeklärt wie sarkastisch:
"... Haitto soll Schriften hinterlassen haben: die Beschreibung seiner ersten Gesandtschaft, und dann die Erzählung der Visionen eines Moenchen, Wettin genannt, der in einer Verzuckung die Quaalen der Verdammten in der Hoelle sah; da aber dieser Moench den dritten Tag darauf gestorben, so ist leicht zu erraten, was dergleichen Visionen waren..." [16]
Das Reichenauer Verbrüderungsbuch
Ungefähr zu Gleichen Zeit wie Haitos Aufzeichnungen der Visionen Wettis, um 824/825, entstand im Kloster Reichenau auch das Verbrüderungsbuch. Es handelte sich dabei um eine Liste von Lebenden und Verstorbenen die im Gebet eingeschlossen sein sollten. Dabei wurde nicht nur der Mönche von Reichenau gedacht, sondern auch jener anderer Klöster, sowie wohltätigen Personen und Stiftern ausserhalb des Klerus. Gegenseitige Gebete sollten im Jenseits helfen.
Der Historiker Franz Nieske deutete 2007 die Anlegung des Verbrüderungsbuches als Mittel gegen die Not der verheerenden Seuche. [17] Wenn dem so war, dann setzten die Mönche damals auf die Hilfe des Gebetes für das Seelenheil jener, deren sterbliche Körper der Tod ins Grab zerrte. Gegen seine Macht war man hilflos, doch sein Triumph endete dort wo der Weg der unsterblichen Seele begann. Dies wäre dann der damalige Grundgedanke gewesen.
Wahrscheinlich ging die Inspiration zur Anlegung des Verbrüderungsbuches von Reichenau von Haito aus. Um 825 wurde im Zuge der Vorbereitungen zur Erstellung des Verbrüderungsbuches eine Liste aller lebenden Mönche des Klosters angelegt. Geordnet nach dem chronologischen Zeitpunkt ihres Ordensgelübdes (Profess) treten uns in dieser Liste die Mönche von Reichenau entgegen. Die Liste führt der amtierende Abt Erlebald an.
Direkt nach ihm erscheint der ehemalige Abt und Bischof Haito. [18] Da er als Fünfjähriger um 767 ins Kloster gekommen war, lag seine Profess dementsprechend lange zurück. Haito war also um 825 der vermutlich dienstälteste der einfachen Mönche im Kloster. Die in den Reichsannalen erwähnte Seuche hatte ihn verschont. Auch den Schiffbruch während seiner Mission nach Konstantinopel überlebte er. Haito starb als alter Mönch in Reichenau am 17. März 836.
Zusammenfassung
Als fünfjähriger Knabe mit vermutlich allemannischen Wurzeln wurde Haito von seinen Eltern ins Inselkloster Reichenau im Bodensee geschickt. Wahrscheinlich gefördert von Abt Waldo, übernahm er später die Leitung der Klosterschule und der Bibliothek. Als Waldo nach Saint-Denis berufen wurde, trat Haito um 805/806 an dessen Platz als Abt von Reichenau. Frühstens zur gleichen Zeit, eher aber etwas später, wurde Hatio auch Bischof von Basel.
Als Abt und Bischof kamen seine Beziehungen zum Hof Karls des Grossen in Aachen zum Tragen. In seinen Diensten wirkte Haito als Diplomat für das fränkische Reich. Eine seiner wichtigsten Missionen führte ihn 811/812 nach Konstatinopel an den Hof der Kaiser von Byzanz. Seine Gesandtschaft musste einen unfreundichen Empfang und einen Schiffbruch über sich ergehen lassen. Haito verfasste mit dem verschollenen Odoporicum einen Bericht über die Reise.
Haito veranlasste als Abt von Reichenau den Bau einer neuen Klosterkirche, die er im Jahr 816 weihte. In seine Amtszeit fällt auch die Entsendung zweier Mönche in das Kloster Inden bei Aachen. Die beiden Benediktiner Tatto und Grimald erstellten dort eine Abschrift der originalen Regel des heiligen Benedikt für das Kloster Reichenau. Etwa zur gleichen Zeit nahm Haito an den Aachener Reformsynoden von Ludwig dem Frommen teil.
In Basel liess Haito an der Stelle eines Vorgängerbaus ein neues Gotteshaus (wo heute das Münster steht) mit zwei Türmen bauen. Ihm stiftete er einen Altarüberbau aus eigenen Mitteln. Mit der Capitularia ecclesiastica erliess er ein Regelwerk welches den Geistlichen des Bistums Basel ihre Pflichten in 25 Verordnungen erläuterte. Nach dem Tod Karls des Grossen 814 war diente Haito auch dessen Thronfolger Ludwig dem Frommen.
Im Jahr 823 legte Haito seine Ämter als Bischof und als Abt nieder, um sich als einfacher Mönch in die Abtei Reichenau zurückzuziehen. Dort wirkte er für die Klostergemeinschaft und verfasste auch eine Niederschrift der Jenseitsvisionen seines todkranken Mitbruders Wetti. Man vermutet ferner dass Haito den Anstoss zum Anlegen des Reichenauer Verbrüderungsbuches um 825 gegeben hatte. Am 17. März des Jahres 836 starb Haito als Mönch in Reichenau.
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Querverweise zum Thema:
>> Geschichte des Bistums Basel - Teil 1
>> Waldo, Bischof von Basel und Pavia
Beitrag erstellt 16.09.08 / Quellen nachgeordnet 09.04.11
Anmerkungen:
[1] H. Houben, "Heito (Haito, Hatto) von Reichenau", publiziert in Die deutsche Literatur des Mittelalters - Verfasserlexikon, Band 3, Gert van der Schüren - Hildegard von Bingen, Berlin, 1981, Spalte 939
[2] E. Sauser, Beitrag "Waldo (Walto)", publiziert in Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, Band 21, Nordhausen, 2003, Spalten 1521 bis 1522 (Sauser wurde mehrfach wegen der Handhabung seiner Quellen kritisiert)
[3] A. Masser, Kapitel "Glossar - Schreiber - Text", in "Kommentar zur lateinisch-althochdeutschen Benediktinerregel des Cod. 916 der Stiftsbibliothek St.Gallen: Untersuchungen, philologische Anmerkungen, Stellennachweis, Register und Anhang", publiziert in Studien zum Althochdeutschen, Band 42, Göttingen, 2002, Seite 23
[4] M. Steinmann, Unterabschnitt "Die Bischöfe der Karolingerzeit", Abschnitt "Völkerwanderung, Karolinger und das Königreich Hochburgund: Der Bischof etabliert sich" in Kapitel "Von der frühen Besiedlung bis zur ersten Blüte der Stadt", Publiziert in Basel - Geschichte einer städtischen Gesellschaft, Basel, 2000, Seite 24
[5] W. Wattenbach, Beitrag "Heito" publiziert in Allgemeine Deutsche Biographie, Band 11, "Hassenpflug - Hensel", München und Leipzig, 1880, Seite 677 bis 678
[6] D. Walz, "Karl der Grosse - ein verhinderter Seefahrer. Die Reichenauer Heiligbluterzählung aus dem 10.Jh.", publiziert in Karl der Grosse und das Erbe der Kulturen: Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.-18. März 1999, Berlin, 2001, Seite 239
[7] D. Walz, "Karl der Grosse - ein verhinderter Seefahrer. Die Reichenauer Heiligbluterzählung aus dem 10.Jh.", publiziert in Karl der Grosse und das Erbe der Kulturen: Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.-18. März 1999, Berlin, 2001, Seite 243, Vgl. Alfons Zettler, Die frühen Klosterbauten der Reichenau, Sigmaringen, 1988, Seiten 174 bis 176
[8] R. Thommen, "Basler Annalen", publiziert in Basler Beiträge zur vaterländischen Geschichte, Band 15, Basel, 1901, Seite 158
[9] P.A. Schwarz, "Die Archäologische Informationsstelle Aussenkrypta unter der Pfalz des Basler Münsters", Archäologische Denkmäler in Basel, Broschüre 1, Basel, 2001, Seite 14
[10] C. van Rhijn, Kapitel 3 - "Ideals of priesthood: 800-820", publiziert in Shepherds of the Lord : priests and episcopal statutes in the Carolingian period, Turnhout, 2007, Seite 128
[11] A. Burckhardt, Biographie Haitos, publiziert in Bilder aus der Geschichte von Basel, Basel, 1877, Seite 13 bis 16
[12] A. Masser, Kapitel "Glossar - Schreiber- Text", in "Kommentar zur lateinisch-althochdeutschen Benediktinerregel des Cod. 916 der Stiftsbibliothek St.Gallen: Untersuchungen, philologische Anmerkungen, Stellennachweis, Register und Anhang", publiziert in Studien zum Althochdeutschen, Band 42, Göttingen, 2002, Seite 22
[13] W. Wattenbach, Beitrag "Heito" publiziert in Allgemeine Deutsche Biographie, Band 11, "Hassenpflug - Hensel", München und Leipzig, 1880, Seite 677 bis 678
[14] Annales regni Francorum, Band 6, eine Publikation der Monumenta Germaniae Historica, Hannover, 1895 (Nachdruck 1950), Seiten 163 bis 164
[15] M. Richter, "Karl der Grosse und seine Ehefrauen. Zu einigen dunkleren Seiten Karls des Grossen anhand von Quellen des ausgehenden achten und beginnenden neunten Jahrhunderts", publiziert in Karl der Grosse und das Erbe der Kulturen: Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.-18. März 1999, Berlin, 2001, Seiten 17 und 18
[16] P. Ochs, Kapitel "Vierte Periode - Zeitraum der Franken", publiziert in Geschichte der Stadt und Landschaft Basel, Band 1, Berlin und Leipzig, 1786, Seite 150
[17] F. Neiske, Unterabschnitt "Leib und Seele", Abschnitt "Einstellung zum Ich", Kapitel III. publiziert in Europa im frühen Mittelalter - eine Kultur und Mentalitätsgeschichte, Darmstadt, 2007, Seite 69
[18] G. Althoff, "Der Sachsenherzog Widukind als Mönch auf der Reichenau, Ein Beitrag zur Kritik des Widukind-Mythos", publiziert in Frühmittelalterliche Studien, Band 17, Jahrbuch des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster, Berlin und New York, 1983, Seiten 251 bis 279
Quellen:
Gerd Althoff, "Der Sachsenherzog Widukind als Mönch auf der Reichenau, Ein Beitrag zur Kritik des Widukind-Mythos", publiziert in Frühmittelalterliche Studien, Band 17, Jahrbuch des Instituts für Frühmittelalterforschung der Universität Münster, Verlag Walter de Gruyter, Berlin und New York, 1983, Seiten 251 bis 279
Abel Burckhardt, Biographie Haitos, publiziert in Bilder aus der Geschichte von Basel, Verlag Felix Schneider, Basel, 1877, Seite 13 bis 16
Benedikt Bury, Geschichte des Bistums Basel und seiner Bischöfe, Buch- und Kunstdruckerei Union AG, Solothurn, 1927, Seite 15
Aryeh Grabois/Peter Dinzelbacher, Enzyklopädie des Mittelalters, Edition Atlantis, Zürich, o.J., ISBN 3-7611-0726-9, Seiten 82 (Benedikt von Aniane und Benedikt von Nursia), 416 (Kaiser Michael I.), 437 (Kaiser Nikephoros I.), 597 (Walahfrid Strabo), 609 (Wetti)
Herbert Houben, "Heito (Haito, Hatto) von Reichenau", publiziert in Die deutsche Literatur des Mittelalters - Verfasserlexikon, Band 3, Gert van der Schüren - Hildegard von Bingen, herausgegeben von Kurt Ruh, Verlag De Gruyter, Berlin, 1981, ISBN 978-3-11-008778-9, Spalte 939
Gregor Jäggi, Das Bistum Basel in seiner Geschichte - Mittelalter, Edition du Signe, Strassburg, 1999, Seiten 8 bis 9
Achim Masser, Kapitel "Glossar - Schreiber - Text", in "Kommentar zur lateinisch-althochdeutschen Benediktinerregel des Cod. 916 der Stiftsbibliothek St.Gallen: Untersuchungen, philologische Anmerkungen, Stellennachweis, Register und Anhang", publiziert in Studien zum Althochdeutschen, Band 42, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2002, ISBN 978-3-525-20357-6, Seiten 22 bis 23
Franz Neiske, Europa im frühen Mittelalter - eine Kultur und Mentalitätsgeschichte, herausgegeben von Peter Dinzelbacher, Primus Verlag, Darmstadt, 2007, ISBN 13: 978-3-89678-540-4, Seite 69
Peter Ochs, Geschichte der Stadt und Landschaft Basel, Band 1, Georg Jakob Decker, Berlin und Leipzig, 1786, Seite 150
Michael Richter, "Karl der Grosse und seine Ehefrauen. Zu einigen dunkleren Seiten Karls des Grossen anhand von Quellen des ausgehenden achten und beginnenden neunten Jahrhunderts", publiziert in Karl der Grosse und das Erbe der Kulturen: Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.-18. März 1999, Berlin, 2001, Seiten 17 und 18
Peter-Andrew Schwarz, "Die Archäologische Informationsstelle Aussenkrypta unter der Pfalz des Basler Münsters", Archäologische Denkmäler in Basel, Broschüre 1, herausgegeben von der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt, Basel, 2001, ISBN 3-905098-31-8, ISSN 1660-0398, Seite 14
Ekkart Sauser, "Waldo (Walto)", publiziert in Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon, Band 21, Verlag Traugott Bautz, Nordhausen, 2003, ISBN 3-88309-110- 3, Spalten 1521 bis 1522
Martin Steinmann, "Von der frühen Besiedlung bis zur ersten Blüte der Stadt", Publiziert in Basel - Geschichte einer städtischen Gesellschaft, herausgegeben von Georg Kreis und Beat von Wartburg, Christoph Merian Verlag, Basel, 2000, ISBN 3-85616-127-9, Seite 24
René Teuteberg, Basler Geschichte, Christoph Merian Verlag, Basel, 2. Auflage 1988, ISBN 3 856 16 034 5, Seiten 84 bis 86
Rudolf Thommen, "Basler Annalen", publiziert in Basler Beiträge zur vaterländischen Geschichte, Band 15, herausgegeben von der Historischen Gesellschaft, Basel, 1901, Seite 158
Carine van Rhijn, Kapitel 3 "Ideals of priesthood: 800-820", publiziert in Shepherds of the Lord : priests and episcopal statutes in the Carolingian period, Brepols Publishers, Turnhout, 2007, ISBN 978-2-503-52319-4, Seite 128
Dorothea Walz, "Karl der Grosse - ein verhinderter Seefahrer. Die Reichenauer Heiligbluterzählung aus dem 10.Jh.", publiziert in Karl der Grosse und das Erbe der Kulturen: Akten des 8. Symposiums des Mediävistenverbandes Leipzig 15.-18. März 1999, herausgegeben von Franz-Reiner Erkens, Akademie Verlag, Berlin, 2001, ISBN: 3-05-003581-1, Seiten 174 bis 176
Wilhelm Wattenbach, Beitrag "Heito" publiziert in Allgemeine Deutsche Biographie, Band 11, "Hassenpflug - Hensel", herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Duncker & Humblot, München und Leipzig, 1880, Seiten 677 bis 678
Annales regni Francorum, Band 6, eine Publikation der Monumenta Germaniae Historica, Hahnsche Buchhandlung, Hannover, 1895 (Nachdruck 1950), Seiten 163 bis 164