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Kurz vor der Entscheidung über den Literaturnobelpreis ist Bob Dylan (70) in den Favoritenkreis aufgerückt. Der US-Rockpoet stand am Mittwoch, einen Tag vor der Bekanntgabe der Entscheidung, auf Platz zwei der Einsatzlisten beim britischen Wettanbieter Ladbrokes.
Dylan gilt seit mehreren Jahren als Aussenseiter, dessen Chancen aber letztlich gering eingeschätzt werden, weil er literarisch vornehmlich mit Songtexten in Erscheinung getreten ist.
Vor Dylan lag auf der Wettliste der libanesisch-syrische Lyriker Adonis (81). Hinter Dylan folgten mit identischer Quote der schwedische Lyriker Tomas Tranströmer (80) und der japanische Romancier Haruki Murakami (62).
Die Ladbrokes-Wettlisten haben in den letzten Jahren mehrfach, aber auch nicht immer, die späteren Preisträger vorn gesehen. Bei den Preisträgern Orhan Pamuk 2006 und dem Franzosen Jean-Marie Le Clézio zwei Jahre später stiegen die Wetteinsätze kurz vor der jeweiligen Bekanntgabe drastisch an.
E.Y. Meyer vorgeschlagen
Nicht auf der Liste steht E.Y. Meyer, der vom Deutschschweizer PEN-Zentrum vorgeschlagen wurde. Er könnte das Preisgeld von zehn Millionen Kronen (1,33 Millionen Franken) gut gebrauchen: Die Stadt Bern hat ihm die preisgünstige Herrschaftswohnung im Brünnengut gekündigt, weil sie die in derselben Villa befindliche Kindertagesstätte erweitern will; Meyer hat dagegen in mehreren Interviews heftig protestiert.
Einzige Schweizer Literatur-Nobelpreisträger waren Carl Spitteler 1919 und Hermann Hesse 1946; letzterer hatte seit 1923 das Berner Bürgerrecht.