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Gut einen Monat nach den Anschlägen vom 13.November, bei denen in Paris – vor allem in der Nähe von Piafs Wirkungsstätte Belleville – 130 Menschen getötet worden waren, fielen die Gedenkveranstaltungen bescheidener aus als anlässlich ihres 50. Todestags am 10. Oktober 2013.
Piafs Chansons hätten eine “soziale Funktion” gehabt, sagte die Sängerin Malène Lamarque, die immer dienstags in dem Bistro “Le Vieux Belleville” bekannte Titel Piafs anstimmt, um Pariser und Touristen zu erfreuen. “Sie vermittelten Freude und Zusammenhalt – aber sie spendeten auch Trost.”
Piaf habe “alle Stadien” durchlebt, “von der Armut zum Leben als Star”. Die Pariser Anschläge lasteten schwer auf dem Betrieb im “Vieux Belleville”, sagte der Besitzer Joseph Pantaleo. Das Café lebe traditionell von Touristen aus Grossbritannien, den USA, Russland, Spanien und Portugal.
“Man muss weitermachen”, sagte Lamarque in Anspielung auf den Aufruf, weiter in Cafés, Restaurants und zu Konzerten zu gehen, der unter dem Hashtag “tousaubistrot” (alle ins Bistro) nach den Anschlägen die Runde machte. Die Attentäter vom 13. November hatten unter anderem etliche Cafés in der Nähe des Viertels Belleville und die Konzerthalle Bataclan angegriffen, in der früher auch Piaf aufgetreten war.
Die Neue Philharmonie hatte anlässlich des 100. Geburtstags von Piaf eine One-Woman-Show mit der Popsängerin Camélia Jordana auf dem Programm. In der neugotischen Johannes-der-Täufer-Kirche, in der Piaf getauft wurde, waren ein Gedenkgottesdienst und ein Konzert zu Ehren Piafs angekündigt.
Piafs Musik wurde nach den Anschlägen vom 13. November weltweit als Zeichen der Solidarität mit Frankreich gespielt. Madonna sang etwa bei ihrem Konzert in Zürich den Piaf-Klassiker “La vie en rose”, Céline Dion widmete bei den American Music Awards das Lied “L’hymne à l’amour” den Anschlagsopfern, und in den sozialen Netzwerken wurden andere grosse Erfolge des nur 1,47 Meter kleinen “Spatzen von Paris” hochgeladen, etwa “Sous le ciel de Paris” und “Je ne regrette rien”.
(SDA)