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Der 23-jährige Gayle lief in Katar zur Hochform auf. Bereits im ersten Sprung verbesserte er die persönliche Bestleistung um 14 Zentimeter auf 8,46 m. Im vierten Versuch steigerte er sich auf 8,69 m, womit er in der ewigen Bestenliste auf Platz 10 vorrückte. Die bisherige Jahresweltbestmarke von Juan Miguel Echevarria, bei Weltklasse Zürich erzielt, übertraf er um vier Zentimeter. Der Kubaner sprang "lediglich" 8,34 und musste sich noch hinter dem Amerikaner Jeff Henderson (8,39), dem Olympiasieger von 2016, mit Bronze begnügen. Alle drei gewannen zum ersten Mal an einer Freiluft-WM eine Medaille.
Auch Sifan Hassan erlebte über 10'000 m eine Premiere, stand sie doch noch nie an einer WM zuoberst auf dem Podest. Dabei lief die 26-jährige Niederländerin erst zum zweiten Mal überhaupt ein Rennen über 10'000 m. Mit 30:17,62 Minuten steigerte sie sich gegenüber ihrem Debüt im Mai in Palo Alto (31:18,12) um mehr als eine Minute. Die bisherige Jahresweltbestmarke hielt die äthiopische Silbermedaillengewinnerin Letesenbet Gidey (30:37,89).
Dennoch war der Sieg von Hassan aufgrund ihrer Endschnelligkeit keine Überraschung. Im Juli verbesserte sie in Monaco über eine Meile in 4:12,33 Minuten den 23 Jahre alten Weltrekord der Russin Swetlana Masterkowa (4:12,56). Sie hält auch über 1500 m und 3000 m die Jahresweltbestleistung. Gidey versuchte zwar alles und distanzierte Hassan zwischenzeitlich, im Ziel lag sie aber 3,61 Sekunden zurück. Hassan ist die erste europäische Weltmeisterin über 10'000 m seit der Portugiesen Fernanda Ribeiro im Jahr 1995. Seither kamen die Siegerinnen entweder aus Kenia oder Äthiopien, wo Hassan geboren ist. Am 19. November 2013 nahm sie die niederländische Staatsbürgerschaft an.
Favoritin Chepngetich gewinnt im Marathon
Im Marathon setzte sich die Kenianerin Ruth Chepngetich durch. Der Startschuss des Rennens auf dem Rundkurs an der Strandpromenade fiel wegen der Hitze erst eine Minute vor Mitternacht. Dennoch wurden 32,7 Grad Lufttemperatur und 73,3 Prozent Luftfeuchtigkeit gemessen. Insofern erstaunt es nicht, das Chepngetich mit der schlechtesten Siegerzeit (2:32:43 Stunden) der WM-Geschichte triumphierte. Im Januar war ihr in Dubai mit 2:17:08 Stunden die drittbeste je gelaufene Zeit über 42,195 km gelungen.
Chepngetich siegte vor der als Titelverteidigerin angetretenen Rose Chelimo aus Bahrain (2:33:46). Bronze ging an Helalila Johannes aus Namibia (2:34:15). Die 39-jährige Edna Kiplagat, die Weltmeisterin von 2011 und 2013, musste sich mit Rang 4 begnügen. Knapp die Hälfte der 68 gestarteten Läuferinnen gab auf. Schweizerinnen nahmen keine teil. Martina Strähl und Maude Mathys hatten trotz erfüllter Limite früh ihren Verzicht erklärt. Bei den Männern hingegen wird am kommenden Samstag der EM-Zweite Tadesse Abraham an den Start gehen.
Den Wettbewerb im Hammerwurf der Frauen entschied die Amerikanerin DeAnna Price (77,54) für sich. Die 26-Jährige holte zum ersten Mal eine WM-Medaille.
Weitere WM-Enttäuschung für Lavillenie
Der französische Stabhochspringer Renaud Lavillenie hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt - ausser den WM-Titel. Das wird so bleiben. Der 33-Jährige scheiterte in der Qualifikation dreimal auf 5,70 m und verpasste den Einzug in den Final. An den letzten fünf Weltmeisterschaften war er einmal Zweiter (2013) und viermal Dritter geworden.