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Die Münch im mittelalterlichen Basel

Eines der einflussreichsten Geschlechter im Dienste des Bischofs waren die Münch. Sie erscheinen erstmals zwischen 1185 und 1190 mit "Hugo Monachus" in Basel. Bis in die Mitte des 13.Jh steigen sie zusammen mit dem Geschlecht der Schaler auf zur Spitze der Basler Ritterschaft. Die Vermutung dass der alte Name des Geschlechts einst "Gliss" war ist wohl eine Theorie die Beachtung verdient, die aber bislang nicht durch Akten oder Urkunden belegt.
Die Theorie von den Gliss dürfte vom Haus "zur Meerkatze" am Petersberg herrühren, wo das Bild dieses Tieres, auch "Gliss" genannt, auf die Fassade gemalt gewesen sei. Das älteste erhaltene Siegel der Münch von 1237 zeigt ebenfalls ein schreitendes Tier. Wohl gab es ein Bürgergeschlecht Gliss im 13.Jh, aber es gibt keinen Beweis für eine Verwandtschaft mit den adeligen Münch, deren Name von den langen Diensten für den Bischof herrührte.
Leibeigene des Bischofs
Als erster gesicherte Vertreter in Basel gilt der bereits genannte Hugo Monachus - Hugo I. Münch. Sein Name sollte an die folgenden Generationen weitergegeben werden. Auch Konrad war ein häufiger Name in der Familie, was den Schluss zulässt dass die Wurzeln der Familie bei dem Geschlecht der Viztum zu suchen sind. Folglich dürfte der 1154 erscheinende Konrad und dessen Bruder Hugo Viztum als Ahnen der Münch betrachtet werden.
Die Münch gehörten ursprünglich zu jenen Ministerialien die als Unfreie dem Bischof von Basel dienten, und somit nur eine gehobene Form von Leibeigenen waren. Den Geschlechtern bischöflicher Dienstmannen wurde 1227 das Privileg Lehen zu empfangen zugestanden, womit ihnen der Aufstieg in den Ritterstand ermöglicht wurde. Zu jenen am Hof des Bischofs die davon besonders profitierten zählen zum Beispiel die Reich, die Schaler und eben die Münch.
Der erste Münch mit Rittertitel erscheint im Jahr 1232. Mit dem Ritterstand etablierte sich in der Familie auch der Name "Münch" endgültig und das Wappen mit dem schreitenden Mönch setzte sich gegen jenes mit dem schreitenden Tier durch. Zu jenen die noch mit dem alten Wappen siegelten gehörte Konrad Münch der in Basel 1221 bis 1237 als Schultheiss auftrat. Dem Mönch mit seinen zum Gebet erhobenen Händen sollte man bald vermehrt begegnen.
Noch heute ist er im Wappen der Gemeinde Münchenstein präsent. Dieses Wappen wurde zum neuen Familiensymbol. Die Münch wurden gemeinsam mit den Schaler zu den führenden Geschlechtern im Staat des Bischofs. Im Konflikt zwischen Psittichern und Sternern, bei dem sie eine tragende Rolle spielten, standen sie als Vertreter der erstgenannten Partei lange loyal zum Bischofsstuhl. 1258 tritt ein Ritter Konrad Münch als Mitglied des Rates auf.
Der ehemalige Münchhof an der Petersgasse auf dem Stadtmodell um 1615 im Klingentalmuseum. Man erkennt den heutigen Ringelhof (1) und wo nun die Herbergsgasse auf den Petersgraben trifft, verlief einst die Stadtmauer (2). Der Hof war um 1300 das Zentrum der Freunde Habsburgs. Hier stieg 1307 auch König Albrecht I. mit Gefolge ab.
Ab 1267 belegt das wiederholte Erscheinen Heinrichs I. Münch als Basler Bürgermeister die Bedeutung des Geschlechts. In die Mitte dieses Jahrhunderts dürfte auch der Erhalt oder der Bau einer ausgedehnten Liegenschaft am Petersberg fallen, die künftig als "Münchhof" in die Basler Geschichte eingehen sollte. Mit Hartung Münch von Landskron erlangte übrigens ein um 1265 geborener Sohn des vorgenannten Bürgermeisters 1325 eine höchst umstrittene Basler Bischofswürde.
Wie die Münch zu Münchenstein kamen
In die Zeit um 1270 fällt auch die Erwerbung des alten Dorfes Geckingen im Birstal, welches um 1196 als Eigentum des Domkapitels von Basel erwähnt wird. Es ist nicht mehr belegbar wie die Münch in den Besitz des Dorfs kamen, aber die Erwerbung kam dem Drang dieses Geschlechts nach Geltung gewiss entgegen. Über dem Dorf entstand unter Hugo III. Münch eine Burg und eine Mauer schützte Geckingen nun von zwei Seiten. Ab 1279 erscheint das Dorf unter dem neuen Namen "Münchenstein" in den Urkunden.
Mit diesem Schritt hinaus aufs Land kamen die Münch zu einer eigenen kleinen Herrschaft und konnten sich nunmehr "Münch von Münchenstein" nennen. Daher rührt auch das heutige Gemeindewappen, welches mit dem Wappen des Geschlechtes identisch ist. Lange blieben die Münch nicht Eigentümer Münchensteins, denn noch im 13.Jh sollen sie es an den Grafen von Pfirt abgetreten haben, um es danach als Lehen aus dessen Händen wieder zum empfangen. Ein anderer Zweig der Münch entstand im heutigen Elsass.
Die Münch von Landskron
Oberhalb des Dorfes Leymen entstand um 1297 die Burganlage Landskron deren Überreste man heute noch sehen kann. Kaum errichtet schon war die Burg Gegenstand einer Fehde unter zwei Basler Rittergeschlechtern. Zum einen erhoben die Viztum Ansprüche auf das Lehen aus den Händen der Grafen von Pfirt, zum anderen beanspruchen auch die Münch die Burg Landskron und suchten Beistand bei den Freiherren von Rötteln. Der Zwist wurde schliesslich zugunsten der Münch entschieden.
Mit dem Empfang des Lehens entstand jener Zweig der Familie der sich mit Burkart I. ab 1313 erstmals "Münch von Landskron" nannte, und nun neben den "Münch von Münchenstein" zu spriessen begann. Diese Münch waren glühende Anhänger Habsburgs. Auch die Burg Angenstein an der Klus zwischen Duggingen und Aesch entstand wohl im 13.Jh, wahrscheinlich auf Eigengut der Grafen von Pfirt, die einen Teil davon an den Bischof von Basel abtreten mussten.
In der Folge ging Angenstein vermutlich als halbes Lehen an die Grafen von Thierstein, die es verstanden auch noch an die andere Hälfte zu kommen, um es als ganzes Afterlehen an die Münch von Landskron weiterzugeben. Der mächtige Wohnturm entstand nach 1286 unter den Münch. Derweil blieben andere Zweige der Familie nicht untätig, so entstand Nahe Pfeffingen auf Eigengut von Konrad III. Münch die Burg Münchsberg als eine der grössten in der Region Basels.
Konrad III. erscheint urkundlich zwischen 1258 und 1312 und war der Bruder von Hugo III. Münch der Münchenstein erbaute. Konrads Familie nahm den Namen "Münch von Münchsberg" an. Sein Sohn Konrad IV. übergab Münchsberg 1318 dem Bischof von Basel um sie als Lehen wiedererhalten. Der letzte Sohn des Zweigs war der Geistliche Peter Münch, der bei dem Erdbeben 1356 den Tod fand. Damit fiel die durch das Beben zerstörte Burg an die Münch von Landskron.
Muttenz und die Münch
Im 14.Jh tauchten die Münch einmal mehr in der Nähe von Basel als Burgherren auf. Zu Beginn des Jahrhunderts bildete Muttenz zusammen mit zwei Burgen auf dem Wartenberg und der Hard ein habsburgisches Lehen, welches zum einen Teil 1359 und schliesslich völlig 1373/76 in die Hände eines Sprösslings der Münch von Münchenstein gelangte. Konrad VIII. Münch wurde Hape genannt und heiratete um 1340 Katharina, die Tochter des reichen Heinrich von Löwenberg.
Mit dem Lehen ging auch die Verantwortung für die Kirche St.Arbogast in Muttenz an Konrad. Er liess die Erdbebenschäden von 1356 reparieren und verewigte sich im Kreuzgewölbe des romanischen Chors mit den heute noch sichtbaren Wappen Münch-Löwenberg. Bereits 1389 verpfändeten die Münch das Lehen Muttenz weiter, welches erst 1420 wieder den Schoss des Familie Münch zurückfand. Hans Thüring Münch hatte als Enkel von Konrad Münch eine geistliche Laufbahn gewählt.
Sein Vater Hans Münch starb kurz nach 1397 und hatte noch zwei andere Söhne die ebenfalls Geistliche waren. Um die Familie zu erhalten war der Wölfelin älteste aus diesem Stadt ausgetreten und wollte heiraten. Unglücklicherweise starb er vor 1400 und sein Sohn wurde nicht einmal volljährig. Thürings anderer Bruder Hans Münch war Domherr zu Basel und starb noch vor 1408, so dass schliesslich das Schicksal der Familie auf dem letzten übrigbebliebenen ruhte.
So verliess Thüring 1419 den Pfad des Klerikers um seine langjährige Konkubine Föwelina von Eptingen zu heiraten.Sie gebar die Söhne Hans und Konrad, was den Zweig vor dem aussterben bewahrte. Unter Hans Thüring entstand in Muttenz um 1430 ein neuer Kirchturm an dem das Allianzwappen Münch-Eptingen prangt. Vermutlich liess auch er die Kirchhofmauer zu einer rund sieben Meter hohen Wehrmauer mit Tortürmen umbauen, womit das Gotteshaus auch Fluchtburg wurde.
St.Arbogast in Muttenz links wurde im 15.Jh von Hans Thüring Münch zur Wehrkirche ausgebaut und mit einem neuen Turm versehen. Das Wappenband im Kircheninneren zeigt die Wappen des 1759 zuletzt erloschenen Zweigs Münch von Löwenberg, der im 14.Jh von Konrad Münch von Münchenstein begründet wurde. Er liess die Erdbebenschäden von 1356 ausbessern.
Für und gegen den Bischof von Basel
Während des bereits erwähnten Zwists zwischen den Anhängern des Basler Bischof Heinrich von Neuenburg und dem rebellischen Basler Adel der sich schliesslich in den Schutz des Grafen Rudolf von Habsburg begab, waren die Münch im Lager der Psitticher eine der unerschütterlichen Stützen des Bischofs. Als 1273 der Habsburger zum König des Deutschen Reiches gewählt wurde, musste Heinrich von Neuenburg sich unterwerfen und die Münch gerieten mit ihm ins Lager der Verlierer.
Wenig später starb Heinrich von Neuenburg. Ihm folgte Heinrich von Isny auf den Bischofsstuhl von Basel - ein Mann der das Vertrauen und den Schutz von Rudolf von Habsburg genoss. Die Münch und die Schaler erkannten wohl als führende Köpfe der Psitticher dass ein weiterer Kampf gegen die so verhassten Sterner aus dem gegnerischen Lager sinnlos sei, umsomehr als dass nun auch der neue Bischof von Basel dort drüben stand. Da mochte man wohl nicht länger auf Prinzipien pochen.
Trendbewusst liessen sich die Münch und auch die Schaler von König Rudolf vom Nutzen eines politischen Kurswechsels überzeugen. Nachdem sie als die Führer der Psitticher die Linie gewechselt hatten, verlor der Parteienstreit einiges von seiner Kraft. Als der Bischof noch ein Gegner der Habsburger war, konnte er auf loyale Unterstützung durch die Münch zählen. Nun waren die Münch zu habsburgischen Parteigängern geworden, die sich zuweilen gegen einen Bischof stellen konnten.
Der Münchhof im Brennpunkt
Der Münchhof am Petersberg war gemeinsamer Besitz der Münch. Er rückte Anfangs des 14.Jh ins Zentrum des politischen Geschehens. Seit 1306 sass auf dem Bischofstuhl mit Otto von Grandson ein Mann der das Amt eher einflussreicher Verwandtschaft denn seinen Fähigkeiten als Gottesmann verdankte. Er war nicht einmal der deutschen Sprache mächtig und er hatte mit den Münch hartnäckige Gegner, waren diese doch dem Deutschen König Albrecht I. aus dem Hause Habsburg verpflichtet.
Der König hatte Bischof Otto von Grandson wichtige Privilegien verweigert. Als Albrecht nun im April 1307 nach Basel kam, wollte der Bischof vom König die Verleihung dieser Rechte erlangen. Es zeugt vom hohen Status der Münch, dass der König in Basel im Münchhof residierte und nicht den Münsterhügel als Sitz des Bischofs für sein Domizil wählte. Überaus demütigend musste es für den Bischof gewesen sein, an den Petersberg in den Münchhof als Bittsteller zum König zu gehen.
Angeblich soll Otto geplant haben den König zu erdolchen, sollte der ihm die Privilegien versagen. Albrecht empfing den Bischof von Basel abweisend. Nur die List eines Übersetzers vermochte die Situation zu entschärfen. So zog Otto von dannen im Glaube der König würde ihn am nächsten Tag mit allem versehen das er wünsche. Bloss hatte Albrecht nichts dergleichen zugesagt und verliess Basel am nächsten Morgen in aller Frühe, den vor Zorn schäumenden Bischof zurücklassend.
Die Rache der Bischofs
Bischof Otto von Grandsons Groll galt nicht nur dem König sondern auch den Münch als dessen Parteingänger. Im Mai 1308 wurde Albrecht I. ermordet was dem Bischof von Basel sehr gelegen kam. In der Folge kam es in Basel zu Unruhen zwischen jenen Adligen die zu Otto von Grandson hielten, und jenen die wie die Münch nicht zu seinen Freunden zählten. In der Nähe von St.Peter sei dabei Niklaus Zerkinden aus dem bischöflichen Lager schwer verletzt worden.
Das soll der Auslöser für einen Handstreich des Bischofs auf den Münchhof gewesen sein. Begleitet vom Stadtbanner habe er eine aufgehetzte Meute hinauf zum Petersberg geführt, wo der Münchhof als Refugium seiner erbittertsten Gegner gewaltsam gestürmt wurde. Der Sitz der Münch wurde verwüstet und geplündert, während die Angehörigen der Familie ihr Heil in der Flucht aus Basel suchen mussten. Otto von Grandson starb im folgenden Jahr auf der Reise zum Papst nach Avignon.
Der Münchhof wurde von den in die Stadt zurückgekehrten Münch wieder hergestellt und diente erneut als ihr Domizil. Im Schatten des Streits zwischen Otto von Grandson und König Albrecht wartete einer jener Münch auf seine Chance, die in jener Zeit den Basler Klerus durchsetzten. Hartung Münch von Landskron wurde um 1265 als Sohn des Bürgermeisters Heinrich I. Münch geboren. Die Münch waren wie bereits erwähnt in den Tagen von Rudolf von Habsburg zu Anhängern seines Hauses geworden.
Das Wappen der Münch links an der Münchkapelle des Münsters erinnert mit dem Hirtenstab an den ersten der drei Bischöfe von Basel aus der Familie Münch. Rechts das Grabmal des 1371 verstorbenen Probstes Konrad Münch von Landskron in der Peterskirche. Offenbar hatte er einen Bart.
Bischöfe von Basel aus dem Hause Münch...
Als führende Parteingänger Habsburgs in Basel genossen sie besondere Beziehungen. Es war denn auch der oben genannte Habsburger Albrecht I. der sich 1299 erfolgreich für die Erhebung von Hartung Münch von Landskron zum Domherrn einsetzte, und so einen Mann seiner Wahl im hohen Klerus unterbachte. Hartung erwies sich als treuer Gefolgsmann. Er schreckte nicht davor zurück Peter von Aspelt, amtierender Bischof von Basel und Gegner der Habsburger, öffentlich zu ohrfeigen.
Dieser kecke Auftritt brach Münch dank seiner Protektion mitnichten das Genick. Er sass stattdessen weiterhin im hohen Klerus und stand schliesslich 1325 an der Schwelle zum Höhepunkt seiner Karriere. Das Basler Domkapitel wählte Hartung Münch von Landskron zum Bischof von Basel. Da das Kapitel aber diese Wahl gegen den Willen des Papstes traf, erhob dieser seinerseits Johann von Chalons zum Bischof von Basel. Zwei Bischöfe beanspruchten nun das Bistum Basel.
Es kam zum Konflikt bei dem 1328 schliesslich Hartung Münch von Landskron unterlag und Johann von Chalons exklusiv die Bischofswürde überliess. Münch der rebellische Bischof starb 1332 als Archidiakon des Domkapitels und wurde in der von ihm eingerichten Münchkapelle im Basler Münster beigesetzt. Die Münch waren im Basler Klerus stark vertreten, so bestieg im Jahr 1393 mit Konrad Münch von Landskron ein weiterer Angehöriger des Geschlechts den Bischofstuhl.
... und ein Bischof von Lausanne
Eine besonders gute Figur gab Konrad als Bischof von Basel allerdings nicht ab. Das Amt in das er gewählt wurde wurde ihm zu einer schweren Last der er nicht gewachsen war. Die finanzielle Lage des Bistums war desolat und er vermochte daran nichts zu ändern. Als im Sommer 1394 das Amt des Domprobstes, welches er selbst einst bekleidete, wieder frei wurde, trat er als Bischof zurück um es zu übernehmen. Als Domprobst starb er dann auch im August 1402.
Mehr Durchhaltevermögen zeigte Konrads Bruder Johann Münch von Landskron. Nicht in Basel sondern in Lausanne erhob man ihn zum Bischof. Seine Wahl fiel in die Zeit des Grossen abendländischen Schisma, als zwei gewählte Päpste die Kirche spalteten. Das Besondere an Johanns Wahl zum Bischof von Lausanne war die Tatsache dass dieser Bischoffstuhl zuvor stets von Anhängern des Gegenpapstes Clemens VII. besetzt wurde. Mit Johann wurde ein Parteigänger Papst Urbans VI. zum Bischof.
Johann Münch von Landskron bewegte sich auf diffizilem Terrain und die Lage verschlimmerte sich noch als das Konzil von Pisa 1409 das Problem nicht löste sondern stattdessen mit Alexander V. einen weiteren Papst wählte, womit nunmehr drei Heilige Väter dieselbe Macht beanspruchten. Lange musste Johann Münch allerdings die Last der schwierigen Zeiten nicht auf seinen Schultern tragen, denn während eines Aufenthalts in Basel im April 1410 starb er.
Der letzte Münch auf dem Basler Bischofsstuhl
Mit Hartmann III. Münch gelangte 1418 ein Sohn von Konrad Münch von Löwenberg (Hape) auf den Bischofstuhl von Basel. Er erscheint in den 1390er Jahren als Probst sowohl zu St.Peter in Basel als auch in Moutier-Grandval. Leider erwies sich Hartmann als unglücklicher Kandidat der als betagter Mann das Bischofsamt nicht wirklich angestrebt hatte, und der sehr menschenscheu gewesen sei. Diese Eigenheit habe ihn gar daran gehindert im Münster Messen zu lesen.
Bescheiden lebte er in seiner Domherrenwohnung am Münsterplatz und sein ganzer Haushalt habe aus einem Kaplan, einem Diener, einem Scholaren und einer Magd bestanden. Mit einem teuren Hofstaat hat er jedenfalls die Kasse des Bistums nicht belastet. Er zog sich zuweilen gerne in sein kleines Schloss Fröscheneck in Muttenz zurück, wo wie bereits erwähnt Hans Thüring Münch Lehensherr war. Er hatte Fröscheneck 1406 westlich des Dorfes erbauen lassen.
Hans Thüring Münch ging dem bischöflichen Verwandten oftmals bei dessen Pflichten um die Verwaltung des Bistums zu Hand. Hartmann floh schliesslich der Last seines Amtes indem er es niederlegte und sich nach Fröscheck zurückzog um kurze Zeit darauf zu sterben. Er wurde im Jahr 1424 im Münster beigesetzt. Es mutet beinahe wie ein böser Fluch an - kein Vertreter der Familie Münch bekleidete mehr als nur einige Jahre das Amts des Bischofs von Basel.
Burkart VII. Münch von Landskron, der zweitletzte seines Familienzweigs, findet in der Schlacht von St.Jakob den Tod durch einen geworfenen Stein. Wandgemälde von 1917 an der Kirche St.Jakob von Alfred Heinrich Pellegrini.
Eine besondere Nähe pflegten die Münch zu St.Peter in Basel, nur einige Schritte vom Münchhof gelegen. Mehrere Vertreter des Geschlechts dienten dem Chorherrenstift als Probst, so etwa Hans Münch von Landskron der 1371 bereits in seinem ersten Amtsjahr starb. An ihn erinnerte ein Grabmal an der Nordwand der Martinskapelle zu St.Peter. Der bereits genannte Bischof Konrad Münch von Landkron bekleidete ab 1371 als Nachfolger von Hans Münch das Probstamt.
Und um das Trio der Bischöfe komplett zu machen, war zwischen 1386 und 1392 Hartmann Münch von Münchenstein Probst zu St.Peter. Für ihn als auch für Konrad Münch von Landskron war aber die Probstwürde offenbar nur eine Sprosse auf der Karriereleiter nach oben. Ganz in der Nähe von St.Peter, direkt am heutigen Flachsländerhof gelegen, befand übrigens im 14.Jh die Hofstatt "zem Slegel". Der Name stammte offenbar von einem anderen Münch ab.
Ritter Konrad VII. Münch von Landskron wurde im Jahr 1327 Bürgermeister von Basel und blieb der Nachwelt als weiser Amtsmann überliefert. Er starb in den 1340er Jahren und trug den Beinamen "Slegel". Sein genaues Todesdatum ist nicht überliefert, aber es muss nach 1342 gewesen sein. Ihm gehörte das neben dem Flachsländerhof gelegene Anwesen "Uf St.Petersberg". Somit ist dieses Quartier ein weiteres mal als Stammsitz der Münch in der Stadt Basel belegt.
Tod auf dem Schlachtfeld
Eine der letzten herausragenden Gestalten der Familie erlangte zweifelhaften Ruhm, der ihm später nationale Berühmtheit verschuf. Während des Krieges zwischen Basel den Habsburgern schlugen sich die Münch von Landskron auf die Seite der letzteren. Derweil bemühten sich die Münch von Münchenstein (und Muttenz) um Neutralität und wollten sich aus dem Krieg heraushalten. Dennoch bezog österreichischer Adel am 23. August 1444 Quartier im Dorf Münchenstein.
Die ungebetenen Gäste waren mit dem Heer der Armagnaken gekommen machten sich im Vorfeld der Schlacht von St.Jakob um Basel herum breit. In Münchenstein trafen sich dann wohl auch diese Adligen mit Jean de Bueil, dem Anführer der Armagnaken zu Besprechungen. Die um Neutralität bemühten Münch von Münchenstein mussten wohl die Besetzung ihres Dorfes hinnehmen, aber konnten ihre Burg darüber verschlossen halten. Trotzdem wurde Münchenstein zur Operationsbasis für die Österreicher.
Hier warteten sie während der Schlacht von St.Jakob am 26.August eine günstige Gelegenheit zum Eingreifen ab. In dieser Schlacht trat dann mit Burkart VII. Münch von Landkron ein Cousin der Münch von Münchenstein auf, der damals auf Angenstein sass. Als Unterhändler soll er auf das Schlachtfeld gekommen sein, wo er es sich angeblich nicht verkneifen konnte die untergehenden Eidgenossen zu verhöhnen. Daraufhin habe ihn der Stein eines Schweizers ins offene Helmvisier getroffen.
Binnen drei Tagen sei Burkart VII. Münch von Landskron an den Folgen dieser Verwundung gestorben. Er war zuerst mit Susanna von Hattstatt verheiratet und ehelichte später Johanna von Thierstein. Die Burg Landskron verwaltete er als ein Lehen des Markgrafen von Hachberg. Mit einem geworfenen Stein begann der Vorhang für diesen Zweig des altehrwürdigen Geschlechts zu fallen. Mit dem Tod von Burkarts Bruders Johann erlosch 1461 die Linie der Münch von Landskron.
Das Ende der Münch
Im 15.Jh sank der Stern der Münch. Die grossen Tage als man den Bischof ohrfeigen und die Politik Basels bestimmen konnte waren vorbei. Auf dem Lande verarmten die Münch und mussten Besitztümer abtreten, so ging die Kollatur der Kirche St.Arbogast in Muttenz, die noch Hans Thüring Münch so pflegte, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts an Chorherr Peter Luft aus Basel über. Hans Thüring musste erleben wie Anfangs Dezember 1447 der Graf von Falkenstein Muttenz plündern liess.
Als er 1449 starb traten seine Söhne Hans und Konrad ein schweres Erbe an. Sie gerieten bald tief in die Schulden. Im Sommer 1470 bot Konrad schliesslich Basel Muttenz mit Leut und Gut, den Burgstall Wartenberg sowie Schloss und Dorf Münchenstein mit allen Rechten der Stadt Basel als Pfand gegen 6000 Rheinische Gulden an, die alsbald auf 8400 Gulden aufgestockt werden mussten. Konrad Münch von Münchenstein sackte dennoch tiefer und tiefer in Schulden.
Basel half dem verschuldeten Adeligen mehrfach, gewährte ihm Darlehen und setzte ihn 1478 sogar als Verwalter seiner verpfändeten Güter ein. Konrad erwies sich als treuloser Geselle und veruntreute was ihm anvertraut war. Er verkaufte eben jene Besitztümer die er Basel verpfändet hatte an Solothurn und verursachte dadurch beinahe einen Krieg zwischen beiden. Die Eidgenössische Tagsatzung erklärte schliesslich den Verkauf an Solothurn für unrechtmässig.
Es war gewissermassen die unrühmliche Abschiedsvorstellung eines ehemals mächtigen Geschlechts. Die verbliebenen Reste der Münch-Sippe sanken ab in die Bedeutungslosigkeit. Der Adel musste in Basel der neuen bürgerlichen Oberschicht weichen. Bis 1759 existierte noch die von Konrad Münch und Katharina von Löwenburg im 14.Jh begründete Linie der Münch von Löwenburg. Mit ihr erlosch dann das letzte Licht der einstigen Herren vom Petersberg.
Querverweise:
>> Beitrag zu Bischof Hartung Münch von Landskron
>> Beitrag zum Zwist zwischen Sterner und Psitticher

Literatur:
René Teuteberg, Basler Geschichte, 2.Auflage 1988, Christoph Merian Verlag, ISBN 3-856-16-034-5, Seite 112
Werner Meyer, Die Löwenburg im Jura, Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft, Band 113, 1968, Helbing & Lichtenhahn, Seiten 31 bis 238
Werner Meyer in "Ereignis - Deutung - Mythos, 1444-1994 St.Jakob an der Birs", 1994, Werner Geiser Basel, ISBN 3-9520120-4-1, Seite 39
Franz Egger in "Ereignis - Deutung - Mythos, 1444-1994 St.Jakob an der Birs", 1994, Werner Geiser Basel, ISBN 3-9520120-4-1, Seiten 166 bis 167
Jakob Eglin, Die drei Burgen auf dem Wartenberg bei Muttenz, Herausgegeben von der Gesellschaft Pro Wartenberg Muttenz, 1956, Seiten 12 bis 16
Benedikt Bury, Geschichte des Bistums Basel und seiner Bischöfe, 1927, Buch- und Kunstdruckerei Union AG, Seiten 108 bis 109, 137 bis 138 und 143 bis 144
August Burckhardt, "Herkunft und Stellung von Adel und Patriziat zu Basel im XIII. bis XV. Jahrhundert" im Basler Jahrbuch 1909, 1908 Verlag von Helbing & Lichtenhahn, Seite 103
Emil Major, Bauten und Bilder aus Basels Kulturgeschichte, 1986, Verlag Peter Heman Basel, ISBN 3-85722-010-5, Seite 48
Diverse Autoren, Nah dran - weit weg, die Geschichte des Kantons Basel-Landschaft, Band 2, 2001, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, ISBN 3-85673-264-0 (Bände 1 und 2), Seiten 52, 108 und 146
Emil A.Erdin/Werner Meyer, Burgen der Schweiz, Band 7, 1981, Silva-Verlag Zürich, Seite 95
Fritz Hauswirth, Burgen und Schlösser der Schweiz, Band 7, Basel-Landschaft - Basel-Stadt - Solothurn, 1971, Neptun Verlag, Seiten 41 bis 42 und 64 bis 65
Daniel Burckhardt-Werthemann, Bilder und Stimmen aus dem verschwundenen Basel, ohne Jahr, Seiten 151 bis 160
Hans-Rudolf Heyer, Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft, Band 1 - der Bezirk Arlesheim, 1969, Birkhäuser Verlag, Seite 285 und 323 bis 234
Gustav Adolf Wanner, Häuser Menschen Schicksale, Band 1, 1985, Buchverlag Basler Zeitung, ISBN 3-85815-126-2, Seite 99
François Maurer, Kunstdenkmäler des Kantons Basel Stadt, Band 5, 1966, Birkhäuser Verlag, Seiten 16 bis 17, 101, 155, 157, 177 und 280

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