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04.06.2018 La-Chaux-de-Fonds-Besançon-Dijon
Frühmorgens muss ich zur Polizei wegen der Kamera. Die Kantonspolizei erklärt sich als unzuständig. Ich fahre zur Gemeindepolizei. Eine nette Beamtin nimmt den Rapport auf und gibt mir noch Tipps für die Weiterfahrt. Ich fahre durch das schöne Vallée du Doubs. Als ich in Biaufond keine Tankstelle finde, schwant mir, dass ich mitten im Chasseral steckenbleiben werde, denn meine Tankuhr zeigt Ebbe an und ich habe vergessen in La-Chaux-de-Fonds nachzutanken. Auch auf der französischen Seite gibt es weit und breit kein Benzin. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als 20km nach La-Chaux-de-Fonds zurückzufahren und den Tank randvoll zu machen, um bis zur nächsten Tankstelle (in Besançon) zu kommen. Nun fahre ich nochmals die gleiche Strecke, diesmal mit gut gefülltem Tank. Ueber kleinste Nebenstrassen, die eigenartigerweise streckenweise zu Autobahnen werden, erreiche ich Besançon. Den Eingang zur Zitadelle finde ich nicht, dafür das wunderschöne Hopital Saint-Jacques. So stelle ich den Töff unterhalb der Treppe zur Zitadelle (Citadelle de Besançon) ab und laufe hinauf. Dort besichtige ich die Festung. Ich beginne mit der Mauer auf der Ostseite, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Dann besuche ich den Zoo auf der Nordseite, mangels Zeit nur die Affen, die Löwen, die Tiger, die Vögel und die Känguruhs. Die Ausstellung der nachtaktiven Tiere folgt. Ich marschiere die Mauer auf der Ostseite ab, sehe mir die Multimedia-Show in der Kapelle an –gut gemacht, doch ist der Ton so schlecht, dass man kein Wort versteht. Vis-a-vis der Kapelle steht der massive, 135m tiefe, Ziehbrunnen, der allerdings nur Brackwasser geliefert hat, das für den menschlichen Konsum ungeeignet war. Ich besuche das Museum des Widerstands und der Deportation, eigentlich eine Abhandlung des zweiten Weltkriegs. Man müsste Tage aufwenden, um alles zu lesen. Danach besuche ich den Espace Vauban, bezüglich des berühmten Militärarchitekten, und das Comtoiser Museum, in dem Ethnografische Gegenstände, bronzene Kaminplatten, sowie Marionetten und Fotografien gezeigt werden. Schliesslich fahre ich noch in die Altstadt hinein und besuche die Catédrale Saint-Jean (1127-1161). Ein eindrückliches Gewölbe. Hauptattraktion ist die in einer Seitenkammer gelegene astronomische Uhr aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ich werde netterweise kostenlos eingelassen. Danach muss ich rasch weitermachen. Noch fehlt mir etwas zum Mittagessen und Benzin. Tankstellen sind äusserst rar in Frankreich. Eigentlich findet man sie meist nur bei grossen Supermärkten. So fahre ich, bis ich bei einem Lidl halten kann und mir ein Sandwich kaufe. Als ich mich umdrehe, sehe ich einen Hinweis auf einen Super-U mit Tankstelle. So fahre ich hin, fülle auf und muss dann feststellen, dass ich die ganze Zeit genau in die falsche Richtung gefahren bin. So kehre ich um und komme nun auf die Strasse nach Dijon. Der Himmel hat sich unterdessen mit Regenwolken bedeckt und es ist kühl geworden. Das Navi will zeigt mir die Autobahn an (obwohl es eigentlich den Dienst versagt hat und keine Anweisungen geben kann). So fahre ich etwas der Nase nach durch die Dörfer. Alle paar Kilometer muss ich anhalten und auf dem Navi die Position kontrollieren. Ueber Marnay und Portailler-sur-Saone erreiche ich Dijon, wo ich wegen dem defekten Navi die Einfahrt in die Stadtautobahn verpasse und mich mühsam über Nebenstrassen zu meinem Hotel, dem „Premiere Classe“ (der Name trügt, es ist ein Konkurrenzprodukt zur Billigstmarke „Formule 1“), durchmogeln muss. Für das Abendessen fahre ich zu einem nahegelegenen Shoppingzentrum, wo ich mir eine gebratene Lammkeule und Linsen kaufe.