Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/137859

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht vorzulegen, in dem er darstellt, unter welchen Voraussetzungen er bereit wäre, sich dafür einzusetzen, dass an der ETH ein Lehrstuhl für Gebäudetechnik geschaffen wird.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat teilt die Einschätzung bezüglich der Bedeutung des angesprochenen Forschungsbereichs für die Erreichung der Ziele, welche die Energiestrategie 2050 festhält. Dabei stehen unterschiedliche Gebiete wie z. B. Energieeffizienz, Produktivität, Komfort und Sicherheit in Neu- und Bestandsbauten miteinander in Verbindung. Entsprechend interdisziplinär ist die Forschung in diesem Themenbereich anzulegen.</p><p>Vor diesem Hintergrund weist der Bundesrat darauf hin, dass die Institutionen des ETH-Bereichs bereits heute auf unterschiedlichste Weise in Forschung und Lehre in all diesen Gebieten engagiert sind. So stellen sowohl an der ETH Zürich wie auch an der EPFL Fragestellungen aus dem genannten Themenbereich Forschungsschwerpunkte mehrerer Professuren in unterschiedlichen Fächern dar. Im Sinne von Beispielen sei des Weiteren festgehalten, dass sich an der ETH Zürich, wie vom Postulanten erwähnt, ein spezialisierter Master-Studiengang im Bereich Gebäudesystemtechnik in Planung befindet und dass das Smart Living Lab, welches die EPFL am Standort Freiburg realisieren wird, auf die interdisziplinäre und anwendungsorientierte Forschung zu Gebäuden der Zukunft zielt. Schliesslich wird auch die Forschungsplattform für nachhaltiges Bauen, welche die Empa unter dem Namen Nest realisieren wird, spezifisch auf Forschung im Bereich der Gebäudetechnik und dabei namentlich des energieeffizienten Bauens ausgerichtet sein.</p><p>Der Bundesrat hat 2011 und 2012 umfangreiche Abklärungen zum Stand der Energieforschung in der Schweiz und zum Bedarf für einen weiteren Ausbau vornehmen lassen. Die Resultate sind in den beiden Dokumenten "Stand und Perspektiven Energieforschung" (29. April / 12. Mai 2011) und "Aktionsplan Koordinierte Energieforschung Schweiz" (24. April 2012) festgehalten und publiziert. Aufgrund der daraus abgeleiteten Botschaft (12.079) vom 17. Oktober 2012, die das Parlament im Frühjahr 2013 verabschiedet hat, hat der ETH-Bereich zusätzliche Mittel für den Aufbau von neuen Forscherteams und Infrastruktur im Bereich der Energieforschung erhalten. In Abstimmung mit allen Institutionen des ETH-Bereichs hat der ETH-Rat bereits im Juli 2013 über die Verwendung dieser Mittel entschieden, wobei Forschung in den für die Gebäudetechnik relevanten Themenfeldern einen wichtigen Bereich darstellt. Im Rahmen des Aktionsplans für eine koordinierte Energieforschung Schweiz ist zudem der Aufbau von sieben Kompetenzzentren (Swiss Competence Centers in Energy Research, SCCER) geplant, wovon eines der Energieeffizienz mit den beiden Stossrichtungen "Gebäude" und "Industrielle Prozesse" gewidmet ist. Der Bundesrat geht davon aus, dass sich der ETH-Bereich in diesem Kompetenzzentrum engagieren wird.</p><p>Angesichts des bereits umfassenden Engagements des ETH-Bereichs im genannten Themengebiet sowie des anstehenden Ausbaus der entsprechenden Aktivitäten in Forschung, Lehre und Technologietransfer erachtet es der Bundesrat nicht als opportun, durch die Schaffung eines spezifischen Lehrstuhls den Institutionen des ETH-Bereichs Vorgaben zu ihrer Umsetzung der Energiestrategie 2050 zu machen. Er erachtet es vielmehr als Aufgabe des ETH-Bereichs, im Rahmen seiner gesetzlich garantierten Autonomie einerseits den Forschungsbedarf zu bestimmen, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, sowie andererseits daraus abgeleitete Massnahmen mit Blick auf den Lehrkörper umzusetzen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.