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Wie kann Mitgefühl in der Naturschutzpraxis verankert werden? Wie können wir das Wohlergehen von Wildtieren messen und sie respektieren, während wir uns mit Problemen großen Ausmaßes befassen? Und sollten wir über den Naturschutz hinausgehen und Ökosysteme so verändern, dass die natürlichen Schäden, denen Wildtiere ausgesetzt sind, verringert werden?
Diese und andere damit verbundene Fragen wurden auf dem Workshop "Animals, Compassion and Conservation: Ethics and Scientific Methods Relating to Wild Animals, Their Welfare and Conservation" (Tiere, Mitgefühl und Naturschutz: Ethik und wissenschaftliche Methoden in Bezug auf Wildtiere, ihr Wohlergehen und ihre Erhaltung) diskutiert, der vom Environmental Sciences and Humanities Institute veranstaltet wurde. An diesem dreitägigen Online-Workshop, der vom 7. bis 9. Februar stattfand, nahmen mehr als 120 Teilnehmer aus 80 verschiedenen Einrichtungen aus der ganzen Welt teil. Ziel des Workshops war es, eine Brücke zwischen Naturschutz- und Tierschutzwissenschaft und Tierethik zu schlagen, wobei der mitfühlende Naturschutz im Mittelpunkt stand. Ein wichtiger Konsens, der sich aus dem Workshop ergab, ist, dass das Wohlergehen der Tiere bei der Entscheidungsfindung im Naturschutz stärker berücksichtigt werden muss, wobei die Schwelle für die Gefährdung einzelner Tiere höher angesetzt werden sollte. Andererseits hat der Workshop Meinungsverschiedenheiten und weitere Forschungsmöglichkeiten aufgezeigt, z. B. in der Frage, inwieweit Vorsorge getroffen werden sollte, ob das Töten selbst (unabhängig von den verursachten Schmerzen) als Schaden angesehen werden sollte, ob der Mensch versuchen sollte, das natürliche Leiden in der Natur zu verringern, und ob Gentechnologien bei der Bewirtschaftung von Wildtieren überhaupt in Betracht gezogen werden sollten.