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Olympia-Traum der Schweizer Gymnastinnen zerplatzt
Rhythmische Gymnastik. – Dabei sein ist alles, sagte sich das britische Team, lancierte eine Unterschriftensammlung und bewirkte die Einsetzung eines unabhängigen Mediators. Der nationale Turnverband hatte am 17. Januar im Anschluss an den Olympia-Qualifikationswettkampf in London mitgeteilt, dass Grossbritannien den Fixplatz für den Gastgeber nicht beanspruchen werde. Die Gruppe verpasste die Verbandsvorgabe um 0,273 Punkte. Dass das Verdikt so knapp ausfiel, lag nicht zuletzt daran, dass die Exotinnen vom Kampfgericht mit viel Goodwill bewertet wurden.
Hätte British Gymnastics die harte Linie durchziehen können, wären die Schweizerinnen nachgerückt, obwohl sie die Qualifikation um einen Rang verpasst haben. Nun aber hat der Mediator den Rekurs der Turnerinnen gutgeheissen. Weil der Selektionsmodus nicht präzise genug ausformuliert gewesen sei, müsse der Turnverband die Gymnastinnen dem Nationalen Olympischen Komitee zur Nomination vorschlagen. Die British Olympic Association hat bereits bestätigt, dass die Gruppe an den Sommerspielen antreten dürfe.
Die Schweizerinnen stehen vor verschlossenen Hintertüren. Sie haben ein Wechselbad der Gefühle hinter sich: zuerst die Enttäuschung über die verpasste Qualifikation, dann die mit zunehmendem Aktionismus auf der Insel schwindende Hoffnung auf ein Happy End - und jetzt die Gewissheit, dass all die Mühen im Kampf um Olympia-Tickets umsonst waren. Statt die Schweiz als WM-Achte kommen Kanada und Grossbritannien zu Olympia-Ehren. Kanada belegte an der WM den 17. Platz, Grossbritannien trat nach dem peinlichen 29. Rang im Jahr zuvor erst gar nicht an. Zwei andere unverrückbare olympische Grundsätze lauten eben: Teilnahmegarantie für das Gastgeberland und Vertreter von verschiedenen Kontinenten. (si)