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Jesus wählte die aus, die er wollte, und er berief die Zwölf.
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Meine lieben Freunde,
Meine lieben Gläubigen,
Danken wir Gott dafür, dass wir uns hier versammelt haben, an diesem so rührenden Fest der Reinigung der allerseligsten Jungfrau Maria und der Darstellung Jesu im Tempel. Eine Zeremonie, die so gut zu der anderen Zeremonie passt, die ebenfalls an diesem Fest stattfinden wird, der Zeremonie der Weihen, der Tonsur, der Einkleidung und der ersten niederen Weihen.
Es gibt in der Tat eine große Ähnlichkeit und einen tiefen und geheimnisvollen Sinn, der dieses Fest mit der Zeremonie der Einkleidung und der Tonsur verbindet. Und gerade an euch, meine lieben Freunde, die ihr in wenigen Augenblicken das geistliche Gewand anlegen und die Tonsur empfangen werden, gerade an euch werde ich mich wenden.
Als ich sagte, dass es eine Ähnlichkeit zwischen dem Fest der Reinigung und der Darstellung Jesu im Tempel und dieser Zeremonie gibt, mit der ihr auch in den Tempel Gottes eingeführt werden, ist es, weil eure Eltern, die hier sind, auch kommen, um euch dem Tempel vorzustellen. So wie bei den Zeremonien der Eheschliessung die Eltern ihre Kinder zum Altar führen, damit sie die Gnaden des Ehesakraments empfangen, so führen sie euch heute zum Fuß des Altares, zu dieser mystischen Hochzeit eurer Seelen mit unserem Herrn Jesus Christus, mit Jesus und mit dem gekreuzigten Jesus.
Denn Er ist der Bräutigam eurer Seelen. Er ist es, der jeden Tag mehr und mehr zum Bräutigam wird, wenn ihr bereit sind und eure Seelen wirklich ganz unserem Herrn Jesus Christus übergebt – ein großes Geheimnis ist diese Wahl, die unser Herr getroffen hat, eine ganz besondere Wahl.
Das ist es, was das Evangelium sagt, als wir gestern gemeinsam die Seiten des Evangeliums gelesen haben, in denen es um die Berufung geht. Es heißt: Unser Herr erwählte die, die er wollte: Vocavit discipulos suos, et elegit duodecim ex ipsis (Lk 6,13). Er wählte die aus, die er wollte, und er berief die Zwölf.
Und das Gleiche gilt für euch. Er hat euch berufen.
Und das Zeichen dieser Berufung für die Kirche, dieses Zeichen eurer Berufung, ist genau die Zeremonie der Tonsur. Denn es ist die Kirche, die euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus beruft, der euren göttlichen Bräutigam, euren mystischen Bräutigam vertritt. Sie ruft euch. Sie wird euch ernennen und sie wird euch als Mitglieder der Hierarchie weihen. Von nun an werdet ihr keine Laien mehr sein, sondern Kleriker, das heißt, ihr werdet nach und nach und immer mehr zu Amtsträgern werden, zu Amtsträgern unseres Herrn Jesus Christus: dispensatores mysteriorum - Spender der Geheimnisse Gottes.
Was für eine bewundernswerte, was für eine erhabene Berufung! Tretet wie Jesus im Tempel auf, mit reinem Herzen, mit losgelöstem Herzen. Und bittet auch Maria, dass sie euch im Tempel als unseren Herrn darstellt. Ihr seid ihre Söhne, ihr seid ihre Kinder. Sie ist es auch, die euch im Tempel präsentiert, damit ihr Gott geweiht seid, geweiht unserem Herrn Jesus Christus.
Bittet diese heilige Mutter, dass sie in eure Seelen, in eure Herzen jene Anlagen legt, die sie hatte.
Und der Heilige Geist lässt diese Anlagen durch die Klugheit zur Heiligkeit emporsteigen.
Wenn wir versuchen, uns vorzustellen, wie diese absolut außergewöhnliche Szene der Darstellung Jesu im Tempel ausgesehen haben könnte, werden wir überall das Wirken des Heiligen Geistes sehen. Das Wirken des Heiligen Geistes in der allerseligsten Jungfrau Maria, die mit dem Heiligen Geist erfüllt wurde.
Sie konnte nicht anders handeln, als bewegt durch den Heiligen Geist, durch die Liebe Gottes, durch diese substantielle Liebe Gottes selbst.
[Erzbischof Lefebvre, Maria Lichtmess, 2. Februar 1984].