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Zur Sicherung der Qualität und des Ertrags werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die verwendeten Wirkstoffe können aber die Qualität der Fliessgewässer und des Grundwassers beeinträchtigen. Daher fördert der Bund die Reduktion bestimmter Pflanzenschutzmittel mit Ressourceneffizienzbeiträgen.
Seit 2018 stellt der Bund, im Rahmen des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel, Direktzahlungen (Ressourceneffizienzbeiträge – REB) für den Obst-, Reb- und Weinbau zur Verfügung. Allerdings nur dann, wenn Pflanzenschutzmittel reduziert zum Einsatz kommen. Die erforderlichen Massnahmen werden noch bis 2021 gefördert.
Zur Reduktion des Herbizideinsatzes stellt die mechanische oder kombiniert mechanisch-chemische Unkrautbekämpfung eine Möglichkeit zur Reduktion des Herbizideinsatzes dar. Werden Unterstockgeräte im Obst- oder Rebbau eingesetzt, lassen sich bei vergleichbaren Erträgen die Herbizidaufwandmengen um 50 bis 100 Prozent reduzieren. Im Zuckerrübenanbau ist durch den Einsatz von Hackgeräten eine 30 bis 65-prozentige Herbizidreduktion möglich.
Das BLW stellt zur Reduktion der Herbizide zwei Massnahmen zur Auswahl (Tabellen Agridea):
Teilverzicht im Obstbau:
Tabelle 1: Massnahmen bei einem Teil- (M1) oder Totalverzicht (M2) auf Herbizide sowie einem Fungizidverzicht (M3) werden im Obstbau gefördert. Tabelle siehe auch Agridea-Merkblatt.
Teilverzicht im Rebbau:
Tabelle 2: Massnahmen bei einem Teil- (M1) oder Totalverzicht (M2) auf Herbizide sowie der Reduktion von Kupfer (M3) oder dem Totalverzicht auf Fungizide (M4) werden im Rebbau gefördert.Tabelle siehe auch Agridea-Merkblatt.
Vollständiger Verzicht auf Herbizide im Obst- und Rebbau:
Wird vollständig auf Herbizide verzichtet, erhalten interessierte Landwirte Fr. 600.-/ha und Jahr (M2).
Bei Fungiziden ist unter anderem der Einsatz von Kupfer problematisch, da er kaum abbaubar ist und sich im Boden anreichert. Wird auf Fungizide mit besonderem Risikopotenzial wie Kupfer verzichtet (gemäss der Liste «Pflanzenschutzmittel mit besonderem Risikopotenzial»), werden Obstbauern mit Fr. 200.-/ha und Jahr gefördert (s. Tabelle 1, M3). Im Rebbau gilt dies mit der Ausnahme des Einsatzes von höchstens 1,5 kg Kupfer/ha und Jahr (s. Tabelle 2, M3). Wird im Rebbau gänzlich auch auf Kupfer verzichtet, erfolgt eine Auszahlung von Fr. 300.-/ha und Jahr (s. Tabelle 2, M4).
Für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln im Zuckerrübenanbau stehen drei Massnahmen im Herbizid- und eine Massnahme im Fungizid- bzw. Insektizidbereich zur Auswahl (s. Tabelle 3).
Tabelle 3: Massnahmen bei einem Teil- (M1 und M2) oder Totalverzicht (M3) auf Herbizide sowie der Reduktion von Kupfer (M3) oder dem Totalverzicht auf Fungizide und Insektizide (M4) werden im Zuckerrübenanbau gefördert.Tabelle siehe auch Agridea-Merkblatt.
Es kann jeweils im Obst-, Reb- und Zuckerrübenanbau eine Massnahme im Herbizidbereich (M1, M2 oder M3) mit der Massnahme im Fungizid-/Insektizidbereich (M3 bzw. M4) kombiniert werden.
Im Rahmen der ordentlichen Datenerhebung für die Direktzahlungen sind die Flächen zu bezeichnen, auf denen die angemeldete Massnahme oder Massnahmenkombination umgesetzt wird. Die Anmeldung erfolgt jährlich und einzelparzellenweise bei der zuständigen kantonalen Fachstelle. Dabei müssen pro angemeldeter Fläche folgende Angaben gemacht werden:
Die Aufzeichnungen erfolgen im Rahmen des ÖLN.
Auf den angemeldeten Flächen dürfen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die auf der Liste der risikoreichen Pflanzenschutzmittel aufgeführt sind. Biobetriebe können den Herbizidverzicht nicht geltend machen. Beiträge für den Verzicht auf «Fungizide mit besonderem Risikopotenzial» sind allerdings erhältlich.
Parzellen mit hohem Unkrautdruck sollten gemieden werden. Neben der mechanischen Unkrautbekämpfung sind auch weitere Lösungen wie Mischkulturen oder Direktsaat in abfrierende Zwischenkulturen erlaubt. Durch das Anlegen einer abfrierenden Zwischenkultur kann ab Ernte der vorangehenden Hauptkultur bis zur Ernte der Zuckerrüben vollständig auf Herbizide verzichtet werden. Für den Anbau von Zuckerrüben ohne Fungizide und Insektizide sollten Sorten mit guter Blattgesundheit gewählt werden. Mulden- und Staulagen sind zu meiden.
Katrin Erfurt/pd
Pflanzenschutzmittel stehen allgegenwärtig in der Kritik. Einerseits gibt es Initiativen, die ein Pestizid-Verbot wollen, anderseits fordert auch der Bundesrat mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel zum Handeln auf. Das lässt Fragen offen und weckt Existenzängste.
In der Artikelserie «Pflanzenschutz unter Druck» greift die BauernZeitung das Thema auf und versucht offene Fragen zu klären.
Zudem gehen wir ausführlich auf die verschiedenen Massnahmen ein, wann und wie sie umgesetzt werden müssen (nach Aktualität geordnet):
Teil 2: Förderung Abwasserbehandlung
Teil 1: Förderung Innenreinigungssystem
Pflanzenschutzmittel werden heute unter dem Gesichtspunkt der guten landwirtschaftlichen Praxis möglichst gezielt und sparsam eingesetzt. Weil allerdings grosse Unsicherheiten bezüglich der optimalen Dosierung immer wieder auftreten, muss zukünftig die Spritzmenge an die Blattfläche angepasst werden.
Pflanzenschutzmittel können nach der Anwendung auf unterschiedlichen Wegen in Oberflächengewässer gelangen. Bei starken Regenfällen wird die Abschwemmung von Pflanzenschutzmittel ein wichtiger Eintragsweg in Gewässer.