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Anfangs August fand in der Umgebung von Miskolc (Ungarn) die zwanzigste Studenten-WM statt. Lilly kam in zwei Einzeldisziplinen und mit der Staffel zum Einsatz.
Wenn von der ungarischen Landschaft die Rede ist, verbinden sich damit fast wie von selbst Vorstellungen von weiten Ebenen. Die Landschaft Ungarns ist aber deutlich vielfältiger. Ein Beispiel dafür ist das Bükk-Gebirge im Nordosten des Landes. Hier befindet sich ein riesiges, sehr hügeliges Waldgebiet, das mit rund tausend Quadratkilometern eine Fläche aufweist, die mehr als halb so gross ist wie diejenige des Kantons Zürich. Fast alle Wettkämpfe der World University Orienteering Championship (WUOC) fanden westlich der Stadt Miskolc in Buchwäldern statt, die stark an den Sihlwald erinnern.
Ein Mitteldistanzlauf zum Vergessen
Ihren ersten Einsatz hatte Lilly am 1. August anlässlich des Langdistanzrennens. Die Zimmerberglerin freute sich natürlich auf den Wettkampf, zumal sie sich physisch gut fühlte. Nach sechzehn von zwanzig Posten lag sie noch auf dem zwölften Platz. Doch den 17. Posten suchte sie während rund zwei Minuten. Mit einer Zeit von 1:22:21 Stunden für den 9.8 Kilometer und 420 Höhenmeter aufweisenden Parcours klassierte sich Lilly schliesslich auf dem 16. Rang.
Beim Mitteldistanzrennen erwartete Lilly ein ähnliches Gelände. Zwar fand der Mitteldistanzlauf auch in einem Buchenwald statt, doch diesmal standen viele Posten in grünen Gebieten. „Mir fehlte ein Konzept, wie ich die Posten im unübersichtlichen Gelände finden konnte. Dadurch kam ich auch nie in einen guten Laufrhythmus“, berichtete Lilly nach dem Wettkampf und fügte an: „Schon beim zweiten Posten hatte ich grosse Probleme und es folgten weitere“. Resultat dieser Suchaktionen im Postenraum waren ein Rückstand von 15:46 Minuten auf die Siegerin Lilian Forsgren und ein enttäuschender 59. Rang im Feld der 85 Läuferinnen. Wenigstens ihren Humor verlor Lilly nach diesem frustrierenden Erlebnis nicht: „Kurz vor dem Ziel gab es noch ein letztes Routenwahlproblem zu lösen. Wir mussten zwischen dem drittletzten und dem zweitletzten Posten entscheiden, ob wir ein Sperrgebiet links oder rechts umlaufen sollen. Wenigstens hier traf ich die richtige Entscheidung und sparte damit einige Sekunden…“
Erfolgserlebnis mit der Staffel
Zur Vorbereitung des Staffelrennens setzte sich Lilly Gross mit Simone Niggli die als Coach das Schweizer Team begleitete, zusammen. „Wir werteten zuerst den missglückten Mitteldistanzlauf aus und überlegten uns dann eine Taktik für den Staffelwettkampf“, erzählte Lilly. Tatsächlich gelang der Richterswilerin beim finalen Staffellauf ein gutes Rennen. Diesmal unterliefen ihr keine groben Fehler mehr. Mit ihrer Leistung beweis sie, dass sie im Mitteldistanzrennen deutlich unter ihrem Wert geschlagen worden war. Dank eines ausgezeichneten Laufes der Schlussläuferin Martina Ruch klassierte sich das Team Schweiz B am Schluss auf dem sechsten Platz. So konnte Lilly ihre Reise nach Ungarn mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.