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Goreng (Iván Massagué) wacht in einer Art Gefängnis auf Ebene 48 auf und trifft auf Herrn Trimagasi (Zorion Eguileor), der schon länger im Schacht lebt. Goreng hat sich freiwillig einliefern lassen, um nach sechs Monaten einen Abschluss zu erhalten. Trimagasi muss ein Jahr absitzen, weil er versehentlich einen Passanten mittels eines Fernsehers getötet hat.
Auf einer herabsinkenden Plattform werden täglich Nahrungsmittel transportiert und die Bewohner der einzelnen Ebenen dürfen sich immer nur so lange bedienen, wie sie auf ihrer Ebene hält. Wenn sie hamstern, hat das Konsequenzen. Manchmal befinden sich auch Personen auf der Plattform, wie zum Beispiel Miharu (Alexandra Massangkay), die im Schacht nach ihrem Kind sucht. Auf Ebene 48 bleiben Goreng und Trimagasi meist nur Knochen und Reste übrig, da die reichhaltigsten Nahrungsmittel bereits von den Bewohnern der obersten Ebenen vertilgt wurden. Vom Essen können sie sich mit etwas Bestimmtem ablenken, denn alle Insassen durften einen Gegenstand mitnehmen. Goreng hat eine Ausgabe von Don Quijote mitgenommen, Trimagasi hat sich für ein Messer entschieden.
Der hierzulande weitgehend unbekannte Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia hat mit The Platform einen beklemmenden Sci-Fi-Thriller produziert, der sich gewaschen hat. Herausragend ist Iván Massagué, der sich je nach Gesprächspartner immer wieder ganz anders verhält. Aber auch die anderen Schauspieler in diesem kleinen Ensemble machen ihre Sache sehr gut.
Es ist dies der erste grössere Film, den der 1974 in Bilbao geborene Regisseur Galder Gaztelu-Urrutia gemacht hat. Wie auch der Regisseur sind die Schauspieler im deutschsprachigen Raum eher unbekannt, sieht man von Antonia San Juan ab (hier in der Rolle der Imoguiri), die kurz vor der Jahrtausendwende in Todo sobre mi madre (Oscar für besten ausländischen Film) von Pedro Almodóvar eine Hauptrolle übernahm.
The Platform erinnert zu Beginn stark an die Saw-Reihe und ein wenig an den letztes Jahr erschienenen The Lighthouse. Er präsentiert seine Kritik an der Gesellschaft im Allgemeinen und dem Kapitalismus im Speziellen sehr offensichtlich und fragt sich dabei, wessen es bedürfe, dass sich der Mensch nicht immer selbst der Nächste ist, sondern eben auch an den Mitmenschen denke. Bei der Suche nach der Beantwortung dieser und weiterer Fragen wird der Zuschauer in eine Welt voller Brutalität, Gier, Hass und Perversionen geführt.
Das Resultat ist in ein polarisierender Film, den man mit nüchternem Magen schauen sollte. Denn dieser Streifen lässt den Zuschauer definitiv nicht kalt.
Christoph Reiser [chr]
Christoph arbeitet seit 2020 als Freelancer für OutNow. Er weiss, dass man Animationsfilme nicht hassen darf, dafür liebt er Sergio-Leone-Western. Der Besuch eines Filmfestivals ist zuoberst auf seiner Bucket-List, naja fast. Und er mag kein Popcorn im Kino, denn er steht auf Chips.