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«Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. […] Dass die Forderung Fragen aufwirft, […] zeigt, dass das Ungeheuerliche nicht in die Menschen eingedrungen ist, […] dass die Möglichkeit der Wiederholung fortbesteht.»
So begann der berühmte «Erziehung nach Auschwitz»-Vortrag, in dem Adorno einer ganzen Lehrerinnen- und Lehrergeneration ins Gewissen redete, dass es oberstes Ziel aller Pädagogik sein müsse, so etwas wie den Holocaust nie wieder geschehen zu lassen. Und dass er überhaupt begründen müsse, warum das wichtig sein soll, sei Ausdruck genau jenes Denkens, das es zu verhindern gelte.
Es ist ein kurzer Text. Ich kannte ihn nicht. Meine Frau hatte mich auf ihn aufmerksam gemacht. Angesichts der vielerorts zu beobachtenden Rückbesinnung auf Nationalismus, angesichts der Zunahme reaktionärer Denkweisen, angesichts von Brexit und Orban und Trump sollte man vielleicht, wenn es um Erziehung geht, nicht nur Remo Largo studieren, meinte sie, sondern auch mal Adorno. Ich begann zu lesen.
Es ist bekanntlich leichter, eine Drehtür zuzuschlagen, als Adorno zu lesen. Aber dieser Text lohnt sich. Im Kern sind es zwei Aspekte, die wichtig sind für die «Erziehung nach Auschwitz»: Autonomie und Empathie.