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(Flins,Flynis), altwend. Gott der winterlichen Erstarrung der
Erde und des Wiederauflebens derselben im
Frühling,
der vorzüglich in der heutigen
Lausitz verehrt wurde: eine nackte, todähnliche Gestalt mit einem
Löwen
[* 9] auf dem
Haupt, einer herabhängenden Tierhaut auf den
Schultern und einem langen,
oben in eine brennende
Fackel auslaufenden
Stab
[* 10] in der
Hand.
[* 11]
SeinBild, das beim Dorf Öhna in der
Nähe von
Bautzen
[* 12] an einer steilen
Stelle des Spreeufers weithin sichtbar
errichtet war, wurde durch
KaiserLothar II. 1126 zerstört.
kleine, dünne Metallblättchen, aus
Gold- und Silberblech oder aus
Flittergold gefertigt, mit einem
Loch in der
Mitte, werden zum
Putz aufgenäht und sollen zuerst aus den französischen
Gold- und Silberfabriken gekommen, zu Anfang des 18. Jahrh.
aber besonders in
Nürnberg
[* 15] nachgeahmt worden sein. Sie werden mit dem Flitterstempel aus dem
Blech geschlagen
und stellen meist
Blätter,
Blumen,
Sonnen,
Sterne u. dgl. dar. Neuerdings hat man auch
Drahtflitter aus platt geschlagenen Drahtringelchen, welche kleine, kreisrunde Scheibchen mit einem
Loch in der Mitte darstellen.
Im übertragenen
Sinn bezeichnet Flitter überhaupt etwas gehaltlos Schimmerndes, daher z. B. Flitterstaat,
glänzender, aber unechter und wertloser
Putz.
Der
Name stammt wahrscheinlich nicht (wie J.
Grimm glaubte)
von den
Flittern der Brauthaube, sondern von dem althochdeutschen filtarazan (»liebkosen«)
und dem mittelhochdeutschen gevlitter (»heimliches
Lachen«) ab.
(Pulicidae), Insektenfamilie aus der
Ordnung der
Zweiflügler,
[* 33] welche durch die
Gliederung der
Unterlippe einen ebenso deutlichen Übergang zu den
Halbflüglern wie durch den in drei
Ringe geschiedenen Brustkasten zu gewissen
Geradflüglern
(Blatta) zeigt, wegen der vollkommenen
Verwandlung und der Mundbildung aber am besten bei den
Zweiflüglern ihren
Platz findet. Die Flöhe haben einen seitlich zusammengedrückten, flügellosen
Körper, kleine, runde, einfache
Augen, sehr kurze
Fühler und zu sägeartig gezahnten Stechborsten umgebildete Mandibeln, welche mit der feinen Stechborste
in der Rüsselscheide liegen.
Letztere wird aus der gespaltenen, tasterartig gegliederten, dreigliederigen Unterlippe gebildet.
Die
¶
Nach 6 Tagen erscheinen die weißen, schlanken, fußlosen Larven mit deutlich abgesetztem Kopf, Augen, Fühlern, zwei Freßspitzen,
seitlichen Börstchen und zwei Nachschiebern am Leibesende. Sie leben an allerlei faulenden Stoffen und verpuppen sich nach 11 Tagen.
Nach weitern 11 Tagen erscheint der Floh. Im Winter dauert die Metamorphose 6 Wochen. Der Floh läßt sich abrichten; durch Einsperren
in flache Dosen gewöhnt man ihm das Springen ab, spannt ihn dann mittels feiner Kettchen an kleine Wägelchen
etc. Er zieht sein 80faches Gewicht.
Das befruchtete Weibchen bohrt sich flach in die Haut
[* 41] warmblütiger Tiere, besonders auch unter die Zehen
der Menschen ein, erreicht einen Durchmesser von 5 mm und bleibt dann lange unverändert, ohne andre Belästigungen als leichtes
Jucken hervorzurufen. Die allmählich sich entwickelnden Eier werden durch den Druck der nachfolgenden ausgetrieben und gelangen
also nicht in den Körper des den Floh beherbergenden Menschen. Sind alle Eier abgelegt, so stirbt das Tier
und wird endlich mit der Haut abgestoßen.
Durch Druck auf das eingebohrte Weibchen, besonders auch durch Kratzen entsteht heftige Entzündung, welche andre Sandflöhe
anlockt. So verschlimmert sich das Übel und führt durch Eiterung und Brand oft zu den ärgsten Verstümmelungen
der Füße. Man muß den Parasiten einige Tage nach dem Einbohren, sobald seine Willensthätigkeit erlahmt ist, unverletzt herausheben;
zurückbleibende Teilchen würden die unbedeutende Wunde heftig verschlimmern.