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Nationale Open Access-Strategie: Stand der Verhandlungen mit Wiley, Elsevier und Springer
Am 17. Dezember hat die Dachorganisation der Schweizer Hochschulen, swissuniversities, über den Stand der Verhandlungen mit den grossen Wissenschaftsverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley informiert: Bei den Verhandlungen mit dem Verlag Springer Nature kommt es ab Anfang 2020 zu einem «vertragslosen» Zustand mit möglicherweise erschwertem Zugang zu den elektronischen Zeitschriften. Mit den beiden Verlagen Wiley und Elsevier sind die Verhandlungen hingegen auf gutem Weg, und der Zugriff auf die Inhalte bleibt unverändert. Weitere Informationen zum Stand der Verhandlungen finden sich auf der Seite von swissuniversities.
Die Verhandlungen sind Teil der nationalen Open Access-Strategie, welche swissuniversities Anfang 2017 verabschiedet hat. Die Strategie sieht vor, dass bis zum Jahr 2024 alle aus öffentlich finanzierter Forschung entstandenen Publikationen frei zugänglich sein müssen.Zu den Massnahmen, mit denen dies erreicht werden soll, gehören die Neuverhandlungen mit den drei grossen Verlagshäusern. Ziel ist es, auf der Basis von sogenannten Read-and-Publish-Verträgen Vereinbarungen zu erreichen, die es Angehörigen von Schweizer Hochschulen erlauben, ihre Publikationen bei diesen Verlagen direkt frei zugänglich zu machen, bei gleichzeitigem Zugriff auf die übrigen Journal-Inhalte der Verlage.
Hintergrund dieser Verhandlungen ist die Tatsache, dass es auf dem wissenschaftlichen Publikationsmarkt - insbesondere im Bereich der englischsprachigen Zeitschriften - zu einer Monopolisierung und zu massiven Kostensteigerungen gekommen ist. Das Resultat ist, dass die grossen Verlage sehr hohe jährliche Gewinnraten verzeichnen, während Bibliotheken ihren Forschenden den Zugriff auf die benötigte Literatur teilweise nicht mehr gewähren können. Die Universität Luzern hat zusammen mit den übrigen Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen der Schweiz die Verhandlungsdelegation beauftragt, diese Verhandlungen zu führen und dabei auch – falls es zu keiner Einigung kommen sollte - auf eine Erneuerung der Verträge zu verzichten.
Der „vertragslose“ Zustand mit Springer Nature ab 1.Januar 2020 bedeutet nicht automatisch, dass der Zugriff auf die aktuellen Journals ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich sein wird. Erfahrungen aus dem Ausland haben gezeigt, dass die Verlage den Zugriff nicht sofort gesperrt haben. Der Zugriff kann jedoch ab Anfang 2020 nicht mehr sicher gewährleistet werden. Nicht betroffen davon sind die E-Books sowie Open-Access-Titel. Falls der Zugriff auf die Springer-Journals ab 2020 gesperrt wird, bietet die ZHB über die Fernleihe Unterstützung zur Artikelbeschaffung. Über folgende Tipps können Autoren/innen sich ausserdem Artikel beschaffen:
- Legal zum Volltext - die wichtigsten Tipps im Überblick (ZHB)
- Weitere Tipps zur Artikelbeschaffung (swissuniversities)
Plan S - cOAlitionS
Der europäische Plan S bezeichnet die Strategie zur Umsetzung von 100 Prozent Open Access bis 2020 von 16 nationalen und internationalen Forschungsförderungsorganisationen sowie der Europaäischen Kommission und des Europäischen Forschungsrates.
Im Unterschied zur nationalen Open Access-Strategie der Schweiz, die den Goldenen und den Grünen Weg zu Open Access unterstützt, setzt Plan S auf den Goldenen Weg. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt den Plan S, hat ihn jedoch nicht unterzeichnet.