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Die Geschichte des Josef Sprung, der 16-jährig von Schweizer Behörden an die Gestapo ausgeliefert wurde und Auschwitz überlebte.
Der Berliner Jugendliche Josef Sprung ist vor den Nazis durch halb Europa geflohen. Er hat mit falschen Papieren in Brüssel, Montpellier und Bordeaux gelebt und sogar unerkannt als Dolmetscher für seine Verfolger gearbeitet. Er hat Invasionen und Eisenbahnkatastrophen überstanden und noch kein einziges Mädchen geküsst, als er im November 1943 den Schweizer Grenzbehörden in die Hände fällt.
16-jährig wird Josef Sprung an die Gestapo ausgeliefert und als Jude denunziert. Über das Sammellager Drancy bei Paris kommt er nach Auschwitz.
Ein halbes Jahrhundert später kehrt Josef Sprung in die Schweiz zurück. Er heißt jetzt Joseph Spring, wohnt in Melbourne, Australien, und verlangt Gerechtigkeit. Er klagt die Regierung der Schweiz wegen Beihilfe zum Völkermord an. Diese lehnt jede Verantwortung ab. Das Schweizerische Bundesgericht entscheidet zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einem aufsehenerregenden Prozess: Die Auslieferung eines jüdischen Jugendlichen an die Nazis kann gerichtlich nicht verurteilt werden.
Der 75-jährige Joseph Spring hat dem Autor Stefan Keller in wochenlangen Interviews sein Leben erzählt. Die Geschichte eines Überlebenden, der ein ganzes Land verklagte, den Prozess verlor und dennoch das letzte Wort behält.
Stefan Keller, geboren 1958 im Thurgau am Bodensee, lebt in Zürich und arbeitet als Historiker und Journalist. Er hat mehrere Bücher zur Arbeiter- und Sozialgeschichte geschrieben oder herausgegeben. Insbesondere sein Buch Grüningers Fall war ein international beachteter Erfolg und trug wesentlich zur Rehabilitierung des St.Galler Polizeihauptmanns und Flüchtlingsretters Paul Grüninger (1891–1972) bei. Keller hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten.
»Ein wichtiges Buch. Künftige Pflichtlektüre an Schweizer Schulen.«
»Die Gründlichkeit, mit der Stefan Keller über Jahre recherchiert hat, macht Die Rückkehr zu einem Meisterwerk.«
»Stefan Keller hat Josef Spring eine Geschichte geschrieben, die unter die Haut geht, gerade weil sie sich nicht in Schweizkritik erschöpft.«
»Ein sehr lebendiger, stellenweise sogar witziger Text.«
»Das Herausragende an diesem Text ist nicht einmal, dass der Autor die Geschichte aus der Perspektive der Flüchtlinge zu erzählen sucht. Das kann inzwischen als ein Standard gelten. Aber Keller spürt und begreift es, wenn sein Gesprächspartner einmal etwas vom realen Leben seines Geistes preisgibt.«