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Freihandelsabkommen und Palmöl
Verschiedene Freihandelsprojekte stehen zur Unterzeichnung bereit. Im Falle von Malaysia und Indonesien drohen sich die für Palmöl vorgesehenen Zollerleichterungen negativ auf die einheimische Rapsproduktion auszuwirken. Die SALS-Schweiz appelliert daher an den Bundesrat, eine kohärente Politik zu betreiben. Angesichts der negativen Auswirkungen der Palmölproduktion von Malaysia oder Indonesien auf die Umwelt ist es unsinnig, den Import von Palmöl zu fördern. Aufgrund der Auswirkungen auf Herzkreislauferkrankungen empfehlen zahlreiche Ernährungswissenschaftler, den Palmölanteil in der Ernährung nicht zu erhöhen. Bei einer Gewichtung zwischen öffentlicher Gesundheit, Umwelt und nachhaltiger Entwicklung einerseits und Profit eines sehr engen Kreises von Unternehmen andererseits fordert die SALS-Schweiz den Bundesrat auf, die richtige Wahl zu treffen.
Mercosur-Abkommen
Die Schweiz plant, über die Europäische Freihandelsassoziation EFTA formelle Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen mit dem Mercosur aufzunehmen. Dieser Staatenbund aus Ländern wie Brasilien, Argentinien, Paraguay und anderen umfasst einige Schwergewichte in der weltweiten Produktion und Ausfuhr von Nahrungsmitteln. Eine 2014 im Auftrag der SALS-Schweiz durchgeführte Studie verdeutlichte die grossen Risiken für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor. Mit dem Export von Spezialitäten wie Käse könnten die aufgrund der Tiefpreisprodukte verlorenen Marktanteile nicht kompensiert werden. Die in den Mercosur-Staaten angewandten Produktionsmethoden sind wenig nachhaltig, da massiv Pestizide und andere agrochemische Produktionsmittel eingesetzt werden. Zudem haben sie das Problem der Abholzung noch immer nicht im Griff.
Der jüngste Skandal von Gammelfleisch hat gezeigt, dass die Umsetzung tierärztlicher Vorschriften in Brasilien nicht befolgt und Exportzertifikate während über 10 Jahren gefälscht worden sind. Für die SALS-Schweiz müssen daher zahlreiche sensible Produkte, wie beispielsweise das Fleisch, zwingend von den Verhandlungen mit dem Mercosur ausgeschlossen werden. Dies, damit die Ernährungssicherheit für die Bevölkerung und unsere produzierende Landwirtschaft erhalten bleiben.
Ernährungssicherheit und Inlandproduktion
Die Generalversammlung der SALS-Schweiz stellt sich hinter eine Auslegung des Verfassungstextes zur Förderung der Ernährungssicherheit, die den Fokus auf die Inlandproduktion und einen angemessenen Grenzschutz im Agrarsektor legt. Sie hofft, dass diese Auslegung die Grundlage der in den kommenden Jahren entwickelten Agrar- und Handelspolitik bildet.