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Donnerstag, 26. April 2012 - 20:09
Abends um 21:00 Uhr nehmen wir den Nachtzug von Hanoi nach Lao Cai und treffen nach einer holprig-harten Nacht gegen 6:00 Uhr dort ein. Mit unserem Guide fahren wir noch ca. 1 Stunde von Lao Cai (80 m.ü.M) auf 1600 m.ü.M bis Sapa.
Schlafwagen - wir fahren wir bis Lao Cai - es rumpelt so stark, dass die Kinder unten schlafen möchten...
Der kleine Ort Sapa wurde ursprünglich von den Franzosen für militärische Zwecke angelegt und lockte schließlich reiche Franzosen an, die wegen des angenehm kühlen Klimas kamen. Sapa liegt nahe der chinesischen Grenze (2 km) in den Hoang Lien Son Bergen auf einer Höhe von 1600m.
Vom Ort aus hat man eine spektakuläre Aussicht auf die umliegenden Berge und auf die auf Terrassen angelegten Reisfelder. Die Gegend wird von zahlreichen ethnischen Minderheiten, hauptsächlich den H'mong, besiedelt.
Sapa ist auch Ausgangspunkt für die Besteigung des 3143m hohen Fansipan, Vietnams höchstem Berg, sowie zu wunderbaren Ausflügen zu den Dörfern der verschiedenen Hill Tribes.
Sapa - erinnert an ein europäisches Dorf in den Bergen hier wird hart gearbeitet
Nach einem Frühstück (ohne Strom - der wird unserer Meinung nach absichtlich "verknappt", weil sie in den vor Sapa liegenden Tälern eine Staumauer bauen wollen ;-) starten wir unseren 3-stündigen Trek durch die atemberaubend schöne hügelige Landschaft, durch die unzähligen Reisfelder zu 3 verschiedenen Dörfern der Minoritäten in der Umgebung.
Wir werden (ungebeten) 1,5 Stunden lang von 2 Hmong-Frauen begleitet, die in sehr gutem Englisch mit uns "plauderten" um uns dann im nächsten Dorf ihre (zugegeben sehr schönen) Handarbeiten verkaufen wollten.
schon etwas grünliche Reisfelder
Trotz Regen traumhafte Szenerie
Die Hmong, die wohl ärmste Bevölkerungsgruppe Vietnams, kamen Anfang des 19. Jahrhunderts aus China nach Vietnam. Die Kindersterblichkeit ist hoch, das Bildungsniveau niedrig, die Lebenserwartung gering.
Etwa eine halbe Million leben heute in den höheren Regionen der nördlichen Provinzen. "Barbaren" werden sie auch abfällig genannt - sie geniessen wenig Ansehen im Land. Ihnen bleibt nur schwere Arbeit für wenig Geld... oder der Verkauf ihrer Handarbeiten an Touristen.
Die Frauen werden oft schon mit 14 Jahren verheiratet und bekommen Kinder. Während dann beide Eltern auf den Reisfeldern oder auf dem Markt harte Arbeit verrichten, bleiben ihre Kinder alleine im Dorf zurück. Hier müssen die selber noch kleinen Kinder auf ihre noch jüngeren Geschwister aufpassen und für sie kochen.
Dorf mit sehr einfachen Wohnhäusern Schwarze Hmong - nach der Hochzeit dürfen
Frauen nur noch dieses traditionelle (aber
sehr schöne) Gewand tragen
Reisfelder wohin man schaut Büffel als Helfer - nachdem dieser Kerli hier unsere Hmong-Begleitung angegriffen hat, hat die "Dame" ihre rote, neue Regenjacke nicht mehr anziehen wollen ;-)
Im Gegensatz zu den tieferliegenden Regionen Vietnams kann hier statt 3-mal nur 1-mal jährlich Reis geerntet werden. Dafür soll er aber besser schmecken und etwas teuerer verkauft werden können.
Apropos "Essen": Lunch bekommen wir in einer besseren "Hütte" am Fluss, umgeben von Reisfeldern. Was die Kinder zum Glück nicht gesehen haben: während wir da gemütlich unser leckeres Hühnchen, Beef, Gemüse, etc. vom Holzkohleherd essen, spaziert der Koch kurz hinaus, kommt mit 2 lebenden Hühnern wieder hinein und verschwindet hinter einer Wand... Ich vermute mal, dass die beiden Hühner das nicht überlebt haben und dann wohl von der nächsten grösseren Reisegruppe gegessen werden. Frischer gehts nicht ;-)
Auf über 1000 m.ü.M. wird Reis, Mais aber auch Opium und Haschisch angebaut (und konsumiert)
wir balancieren über Reisfelder
Dorfleben (rote Hmong) - im "schrecklichen Dorf" wie es unser Guide nennt
Hier wird offenbar "engagierter" verkauft, als irgendwo sonst....
Interview: "Joe" (und vermutlich die Kinder) werden am nächsten Sonntag im vietnamesischen Fernsehen zu sehen sein
Wir haben auch genügend Zeit, uns in Sapa und dem recht grossen Markt umzusehen. Wir suchen Hundefleisch - offenbar essen alle Vietnamesen Hunde... Wir finden aber keines - es soll für einen ganzen Monat Unglück bringen, wenn man es Anfang Monat (ihres eigenen Kalenders) isst (was offenbar gerade der Zeitpunkt war). Naja - dafür konnten wir einige andere merkwürdige Entdeckungen machen :-)
Zum Beispiel die Hühner (Bild unten) oder dass alle - und wir meinen auch wirklich alle - dieselben, immer mindestens eine Nummer zu kleinen Schuhe (Schlappen) tragen...
Hühner werden mit Füssen verkauft - was etwas grüslig aussieht, hat einen Grund: an den Füssen erkennt man das Alter...
Wären da nicht die ganzen Hmong-Verkäuferinnen gewesen, die die Touristen richtiggehend "belagern", "verfolgen" hätten wir den Marktgang noch viel mehr geniessen können...
Wir können nur hoffen, dass der ganze Tourismus, dieses "öffnen" der Dörfer für Touristen, die uralten Traditionen der Bewohner nicht noch weiter zerstört und sie ihre Identität weiter verspielen...
Ein aufgespiesstes Schweindl in Sa Pa Vietnamesischer Kaffee
"tüüflisch heiss und höllisch schtarch.."
Nach 2 Tagen wandern in der schönen Berglandschaft und den Hügeln sind wir abends um acht wieder in den Nachtzug nach Hanoi gestiegen. Gleich nach Ankunft in Hanoi gegen 5:00 Uhr sind wir mit dem Taxi an den Flughafen gefahren, um nach Hoi An weiterzufliegen.
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