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Wer eine Abschlussarbeit schreiben muss, wird unweigerlich mit dem Thema Zitieren konfrontiert. Zuerst gilt es zu klären, wann man zitieren soll und muss. Und dann sind die formalen Zitierregeln einzuhalten. Diese sind von Institution zu Institution verschieden. Daher geht es im Folgenden um Grundsätzliches.
Abschlussarbeiten und wissenschaftliche Abhandlungen entstehen nie im «luftleeren Raum». Fast immer sind zu einem Thema schon andere Fachtexte, Untersuchungen oder Thesen vorhanden.
Mit Zitaten aus bestehenden Werken können Sie eigene Aussagen stützen, einordnen oder auch Widersprüche aufzeigen. Zitate müssen immer in eigene Gedanken eingebettet sein. Die wesentlichen Erkenntnisse einer Arbeit sollten Sie selbst entwickeln.
Kontext und Quellen aufzeigen
Es ist ein Grundsatz wissenschaftlicher Arbeit, dass man belegt, worauf man sich bezieht und mit welchen Texten man sich auseinandergesetzt hat. Man tut dies, indem man Aussagen anderer Autorinnen und Autoren zitiert oder paraphrasiert.
- Zitieren heisst, eine Aussage wörtlich zu übernehmen.
- Paraphrasieren heisst, einen fremden Gedanken in eigenen Worten auszudrücken.
Entscheidend ist, dass man angibt, wo die zitierte oder paraphrasierte Stelle zu finden ist – in welchem Buch, welcher Zeitschrift oder auf welcher Website. So lassen sich die Aussagen nachverfolgen und nachprüfen. Allgemeinwissen, auch allgemein bekanntes Fachwissen, muss nicht mit Zitaten belegt werden.
Zitat – Nachweis – Literaturverzeichnis
Richtiges Zitieren umfasst mindestens zwei Elemente: das eigentliche Zitat und den Nachweis der Quelle. Es gibt unterschiedliche Traditionen und Regeln, wie die zitierten Stellen belegt werden können:
- Mit Fussnoten: jeweils unten an der Seite
- Mit Endnoten: am Ende jedes Kapitels oder der Arbeit
- In Klammern: am Ende der Aussage direkt im Text
Hinzu kommt das Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit, das sämtliche für die Arbeit verwendeten Quellen vollständig aufführt. Das hat den Vorteil, dass Sie die Werke in den Nachweisen abgekürzt aufführen können (siehe unten).
Wie genau die einzelnen Elemente formatiert werden müssen, ist nicht einheitlich geregelt, sondern fach-, schul- und studiengangsspezifisch. Informieren Sie sich rechtzeitig.
Wörtliche Zitate
Hier übernimmt man eine fremde Aussage wörtlich in die eigene Arbeit. Das funktioniert gut, wenn diese kurz und prägnant formuliert ist. Wörtliche Zitate setzt man in Anführungs- und Schlusszeichen. Die Quelle wird in einer darauffolgenden Klammer oder mit einer Fuss- oder Endnote aufgeführt.
Meist wird ein wörtliches Zitat eingeführt mit einer Wendung wie: Die Autorin XY meint hingegen: «…» / … weist daraufhin: «…» / ist anderer Meinung: «…» / betont: «…» / …
Fiktives Beispiel: Herta Meier (Meier, 2019, S. 22) gibt zu bedenken: «Wenn man früher reagiert hätte, wären die Menschen besser vorbereitet gewesen.»
- Wenn Sie ein Zitat abschreiben oder in Ihre Notizen oder direkt in die Arbeit kopieren, notieren Sie unbedingt sofort die Quelle. Später finden Sie die Stelle womöglich nicht mehr.
Paraphrasieren
Paraphrasieren heisst sinngemäss zitieren. Paraphrasieren kommt vor allem dann zum Zug, wenn es um einen bestimmten Aspekt einer Aussage geht, ein wörtliches Zitat zu lang wäre oder nicht passt.
Hier besteht die Gefahr, dass die Quellenangabe vergessen geht oder nicht als notwendig erachtet wird. Doch auch wenn Sie umformulieren, handelt es sich immer noch um fremde Gedanken, nicht Ihre eigenen. Also muss die Quelle zwingend angegeben werden. Dies geschieht wie beim wörtlichen Zitat in einer Fuss- oder Endnote oder einer Klammer direkt im Text, doch man setzt ein «vgl.» davor, also «vergleiche …».
Fiktives Beispiel: Bei seiner Untersuchung kam Josef Müller (Müller, 2019, S. 100ff.) zu ganz anderen Schlüssen als Herta Meier. Diese war überzeugt, dass die Menschen besser vorbereitet gewesen wären, wenn die verantwortlichen Stellen früher gehandelt hätten (vgl. Meier, 2019, S 22).
- Auch wenn Sie Gelesenes umformulieren, müssen Sie die Quelle angeben!
- Am besten notieren Sie auch beim Paraphrasieren gleich die Angaben zur Quelle.
Vorsicht Plagiat!
Wer nicht auf seine Quellen hinweist und damit fremde Gedanken und Erkenntnisse als eigene ausgibt, begeht ein Plagiat, oft auch eine Urheberrechtsverletzung. Im Zeitalter von Copy+Paste womöglich schnell passiert …
Werden in einer Abschluss- oder wissenschaftlichen Arbeit Plagiate entdeckt, wird die Arbeit in den meisten Fällen zurückgewiesen. Urheberrechtsverletzungen können auch rechtliche Folgen haben.
Bei Abschlussarbeiten sollen Sie nicht nur zeigen, dass Sie eigenständig ein Thema bearbeiten können, sondern auch, wie Sie Ihre Gedanken mit dem bestehenden Fachwissen verknüpfen. Zitieren Sie also, aber richtig!
|Dienstag, 18:00 25.08.2020||Zürich||Berufsmaturität|
|Donnerstag, 18:00 10.09.2020||Bern||Berufsmaturität und Passerelle|
|Dienstag, 18:00 22.09.2020||Zürich||Berufsmaturität|
|Dienstag, 18:00 29.09.2020||Zürich||Maturität|
|Montag, 18:00 26.10.2020||Bern||Berufsmaturität und Passerelle|
Weiterführende Informationen
Welche Zitierregeln müssen eingehalten werden?