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DIE SOFT-AUSWILDERUNG
Jede Woche entlassen wir gefiederte Patienten in die Freiheit. In den letzten Monaten waren dies vor allem Greifvögel, welche ab der Hand in den Himmel fliegen durften. Eine unserer letzten Freilassungen war jedoch eine Spezielle: Eine Schleiereule wurde in einen Nistkasten umgesetzt, von wo sie selbstständig davonziehen durfte.
Das «Umsetzen» in einen Nistkasten bezeichnet man als «Soft-Auswilderung». Die nachtaktive Schleiereule entscheidet so selbst, wann sie bereit ist, um zu gehen. Dieser Vorgang wird gewählt, um dem sensiblen Tier die Wiederauswilderung so angenehm wie möglich zu machen. Der Sicherheit des Kastens wirkt beruhigend und das Tier kann im Schutz der Nacht davonziehen. Eine Freilassung am Tag wäre ungeschickt, da man damit gegen die Nachtaktivität des Tieres arbeiten würde und es natürlichen Gefahren – wie zum Beispiel streitsüchtigen Krähen – aussetzen würde.
Der Nistkasten wurde in der Nähe der Station in Betrieb genommen. Nachdem die Schleiereule davonzog, wurde Futter im Kasten bereitgelegt. Das Futter sollte einen Anreiz für die Eule bieten, wieder zurückzukommen. Bis anhin hat sie dies jedoch nicht getan. Der Nistkasten bleibt weiterhin offen, falls es sich das Tier nochmals anders überlegt. Uns bleibt nur noch zu sagen: «Mach’s gut»!