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Geschichten aus Gletsch
Das blaue Haus
Das Blauhaus (ursprüngliche Bezeichnung) hat seinen Namen vom Blauberg südlich der Furkapasshöhe (Untersuchung 1991 von Stefan Wagner aus Limburg an der Lahn). Es wurde in verschiedenen Etappen gebaut. 1899/1900 erhielt es seine heutige neunachsige Gestalt. Es wurde als Dependance und Versorgungsgebäude mit kleineren Zimmern und bescheidenen sanitären Anlagen in den langen Gängen gebaut. Vom Fluss her gesehen wurde im Kellergeschoss ein Kleinkraftwerk (Versorgung aus dem 160 Meter höher gelegenen Reservoir aus dem Tal) erstellt.
Das Wasser diente der Strom- und Wasserversorgung und deckt heute den Wasserverbrauch von Gletsch. Weiter folgten der Schlachtkeller, der Räucherkeller, zwei Räume für die Käselagerung (auch heute noch in Betrieb), Werkstatt- und Lagerräume sowie zuhinterst eine Bäckerei. Ein Bach nahm durch das ganze Gebäude die anfallenden Abfälle Richtung Rhone mit (auch heute noch vorhanden).
Das Kleinkraftwerk wurde 1899 an der Weltausstellung in Paris ausgestellt. Es war weltweit eines der ersten Kraftwerke, das Strom erzeugen konnte. Es ist heute im ursprünglichen Zustande restauriert und als Ausstellungsobjekt weiter vorhanden.
Das Gebäude ist heute in Privatbesitz. Dach- und Mansardengeschoss wurden in den letzten Jahren bereits restauriert und die Käsekeller um einen Raum in Richtung Rhone verschoben. 2023 werden die Fenster im Parterre und im ersten und zweiten Stock ersetzt, ein Ausgang vom Treppenhaus ins Tal erstellt und weitere Sanierungen ausgeführt.
Das Blauhaus soll weiterhin als Versorgungsgebäude von Gletsch dienen, Ehrenamtliche (Fronis) der Bahn und Gletsch aufnehmen und weitere einfache Übernachtungen anbieten. Die Ausstellung «Gletscherwelt» soll erweitert, ein Anbau mit Terrasse erstellt und ein neues Kleinkraftwerk erstellt werden