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Níjar ist eine Gemeinde am Stadtrand von Almería. Ein Zentrum der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere der biologischen: Níjar beherbergt zahlreiche Exportunternehmen wie Bio Sabor, Haciendas Bio, Biosol oder SAT Costas de Níjar. In Níjar befinden sich etwa 2’000 der insgesamt 4’400 Hektar der biologischen Produktion der Provinz Almería.
Wachsende Produktion und wachsendes Elend
In den letzten 20 Jahren hat die Gemeinde Níjar ihre Gewächshausfläche von 3’373 Hektar im Jahr 2001 auf über 6’500 Hektar im Jahr 2022 verdoppelt. Dies ist das grösste Wachstum in der gesamten Provinz Almería. Es wurden umfangreiche landwirtschaftliche Aktivitäten aufgebaut, ohne dass für die Angestellten Wohnraum zur Verfügung gestellt wurde. Das hat das chronische Defizit der Stadt an nicht touristisch genutzten Unterkünften noch vergrössert. Diese Situation und die vorherrschenden Niedriglöhne haben zur Verbreitung von unhygienischen Wohnungen und «Chabolas» (Slums aus Plastik, Paletten und Planen, in denen insgesamt mehrere Tausend Menschen leben) geführt. Und diese Zahl steigt stetig an, ebenso, wie der Wert der landwirtschaftlichen Exporte, für die diese Menschen arbeiten: über 3’000 Millionen Euro.
Die landwirtschaftliche Produktion in der Region Almeria ist nur dank der Arbeit von Einwanderern möglich, die aus Marokko, Subsahara-Afrika oder Osteuropa stammen. Sie machen 90% der Beschäftigten in den Gewächshäusern aus. Niedrige Löhne, zeitweilige Beschäftigung und Unsicherheit führen dazu, dass viele Landarbeiter*innen keine Unterkunft finden und in den «Chabolas» leben. Diese Hütten sind jedoch immer in Gefahr, von Sikarios im Dienste von Behörden oder Unternehmen angezündet zu werden, da sie ihrer Meinung nach ein schlechtes Bild von Almería abgeben. Unter anderem, weil sie für Touristen oft von den Strassen aus sichtbar sind.
«El Wallili» ist die grösste «Chabola» in der Gemeinde Níjar. Mehr als 500 Menschen wohnen hier. Die Behörden, Unternehmen und Verbände der Agroindustrie wie «Coexphal» haben beschlossen, sie abzureissen, «weil sie ein schlechtes Bild von der Provinz abgibt». Tatsächlich zeigt die Unterkunft, dass die Produktion und der Export von Obst und Gemüse aus dieser Region auf der Grundlage des Blutes und des Elends Tausender Wanderarbeiter*innen erfolgt, sodass die Region ihr schlechtes Image, das der Realität entspricht, durchaus verdient hat!
Abriss von El Wallili ohne Ersatzlösung
Offiziell wird behauptet, dass den Bewohner*innen von «El Wallili» eine alternative Unterkunft angeboten wird. Tatsächlich ist keine der von den Behörden erwähnten Siedlungen fertiggestellt und bietet ausreichend Platz für die 500 Bewohner*innen von «El Wallili». Wenn die Behörden ihre Drohung wahr machen, werden sie auf der Strasse leben und schlafen müssen.
Unterstützung
Uniterre unterstützt zusammen mit anderen Organisationen der Via Campesina den Kampf der Bewohner*innen der Siedlung «El Wallili» und der Vereinigung «Derecho a techo» (Recht auf ein Dach». Uniterre fordert die Behörden von Nijar und Andalusien sowie die Unternehmen und Coexphal, den Vertreter der Exporteure, dazu auf die Arbeiter*innen zu respektieren, die die Produktion und den Export der landwirtschaftlichen Produkte ermöglichen, die die Unternehmer der Region Nijar reich machen. Solange es keine alternative Unterkunft gibt muss auf den Abriss verzichtet warden und mit der Vereinigung «Derecho a techo» verhandelt werden.
Uniterre wird die Schweizer Öffentlichkeit weiter über die Situation in El Wallili informieren, solange keine Lösung gefunden wird, um allen Menschen in El Wallili eine menschenwürdige Unterkunft zu bieten! Wir fordern auch unsere Mitglieder und Sympathisant*innen auf, E-Mails zu schreiben, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen: Freunde von Uniterre können Protest-E-Mails an verschiedene Vereinigungen in Almeria und Nijjar schreiben: Ein Mustertext ist dieser Mitteilung beigefügt, ebenso wie die Adressen von Behörden und Berufsverbänden in Nijjar und Almeria.
* Alcaldía del Ayuntamiento de Níjar: <email-pii>
* Delegado de Gobierno de la Junta de Andalucía: <email-pii>
* Subdelegación del Gobierno en Almería: <email-pii>
* Ministerio de Igualdad, Políticas Sociales y Agenda 2030: <email-pii>
* Defensor del Pueblo Andaluz: <email-pii>
* COEXPHAL (asociacion de exportadores): <email-pii>