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(13.07.2022) Trotz der Unsicherheiten sind die Prognosen für die Schweizer Wirtschaft positiv. Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETHZ sieht einen Anstieg des BIP um 2,7% und einen weiterhin hohen Privatkonsum vorher, obwohl die Inflationsrate bei knapp 3% liegt.
Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft dürfte in diesem Jahr weiter andauern und sich im kommenden Jahr auf 1,6% abschwächen. Diese Prognose ist auf den erwarteten globalen Konjunkturabschwung zurückzuführen.
Die Inflation wird im Vergleich zu den Nachbarländern voraussichtlich auf einem relativ niedrigen Niveau bleiben und gegenüber dem Vorjahr 2,6% betragen. Für 2023 rechnet die KOF mit einer Teuerungsrate von 1,5%. Die Schweiz, deren Energieversorgung hauptsächlich auf Atom- und Wasserkraft beruht, ist weniger abhängig von Gas und Erdöl als andere europäische Länder und schafft es damit, seine Energierechnung moderat zu halten. Ausserdem bewirkt die Aufwertung des Schweizer Franken, dass die Importe weniger teuer sind.
Auch die Beschäftigung dürfte weiter zunehmen. Dieses Jahr wird ein Plus von 2% erwartet, doch schon im 3. Quartal wird die Arbeitslosenquote voraussichtlich nicht mehr weiter sinken, sondern sich auf einem tiefen Niveau stabilisieren.
Es gibt jedoch weiterhin gewisse Unsicherheiten, die beunruhigendere Szenarien vermuten lassen: Einerseits könnte ein Wiederaufflammen der COVID-19-Pandemie in diesem Herbst oder das Auftauchen einer neuen Variante zur Wiedereinführung von Beschränkungen führen und das Wachstum erneut bremsen. Zum anderen könnte Europa in eine Schuldenkrise geraten, wobei ein Anstieg der Anleiherenditen den südeuropäischen Volkswirtschaften erheblichen Schaden zufügen und damit den ganzen Euroraum in eine Rezession stürzen könnte.
Letzte Änderung 13.07.2022