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Engadin
Das Engadin, Nagiadegna und Gidegna, italienisch Engadina, womöglich abgeleitet von En, dem rätoromanischen Namen des Flusses Inn) ist ein Hochtal im schweizerischen Kanton Graubünden. Es ist eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas und mehr als 80 km lang. Es bildet die obere Talstufe des Inns und wird in das Ober- und das Unterengadin unterschieden. Die Grenze zwischen den beiden Abschnitten des Bergtales markiert der Bach Ova da Punt Ota, der zwischen Cinuos-chel (Fraktion der Gemeinde S-chanf) und Brail (Fraktion der Gemeinde Zernez) von links in den Inn mündet. Als Landmarke gilt die Punt Ota, die oberhalb der Mündung über den Bach führt.
Oberengadin
Das Oberengadin (rätorom. Engiadin’Ota) ist von einem ebenen, 1600 bis 1800 m hoch gelegenen Talboden mit Seen geprägt (Engadiner Seenplatte: Silsersee, Silvaplanersee, Lej da Champfèr und St. Moritzersee), von Arven- und Lärchenwäldern, sowie, besonders in den Nebentälern, von Gletschern. Aufgrund der Höhenlage weist die Talsohle hochmontanes bis subalpines Klima auf und ist einer der winterkältesten Landstriche der Alpen. Die Wiesen im Tal werden von nur mäßig steilen Bergflanken eingefasst, über die meist schroffere Schneegipfel aufragen. An den Schattenhängen im Süden erstrecken sich Nadelwälder und darüber Alpweiden; die waagerechte Grenzlinie ist gut erkennbar. Das Oberengadin ist durch den Berninapass mit dem Puschlav und durch den Malojapass mit dem Bergell verbunden; nach Norden hin verbinden es der Julierpass mit dem Oberhalbstein und der Albulapass mit dem Albulatal. Der nordöstliche Teil des Oberengadins in Richtung Unterengadin heißt La Plaiv.
Unterengadin
Das Unterengadin (rätorom. Engiadina Bassa) weist ein deutlich größeres Gefälle auf (von 1610 bis 1019 m). Es ist enger und wilder als das Oberengadin. Der Inn rauscht hier über Felsen und wühlt sich zwischen engen Wänden durch. Die wildeste seiner Schluchten ist die von Finstermünz, wo er das Schweizer Gebiet verlässt.
Das Unterengadin ist über den Flüelapass mit dem Landwassertal bei Davos sowie über den Ofenpass mit dem Val Müstair verbunden. Zusätzlich besteht seit 1999 eine Bahnverbindung ins Prättigau durch den Vereinatunnel, die neben dem (nur bedingt wintersicheren) Julierpass und der Albulabahn, beide im Oberengadin, die einzige ganzjährig nutzbare Verkehrsverbindung des Engadins zur restlichen Schweiz darstellt.
Nach der Grenze zu Österreich schließt das Oberinntal ans Unterengadin an.
Quelle: Wikipedia