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Verifikationsschiessen mit Luft-Luft-Lenkwaffen in Schottland erfolgreich abgeschlossen
Bern, 08.12.2021 - Vom 15. November bis 3. Dezember 2021 führte armasuisse und die Schweizer Luftwaffe ein Verifikationsschiessen mit scharfen Luft-Luft-Lenkwaffen auf den Hebriden in Schottland durch. Die beiden abgeschossenen Lenkwaffen erfüllten ihre Anforderungen vollumfänglich.
Sehr grosse Schiessplätze, weiträumige Sicherheitszone sowie moderne Messmittel für die Überwachung und Auswertung der Schiesstests sind Voraussetzungen, um moderne Luft-Luft-Lenkwaffen sicher und gefahrenfrei testen zu können. In Europa sind nur wenige solche für ausländische Luftwaffen nutzbare Flugversuchsgelände verfügbar. Eine dieser Anlagen befindet sich in Schottland.
Vom 15. November bis 3. Dezember führte armasuisse und die Schweizer Luftwaffe ein sogenanntes Verifikationsschiessen mit Luft-Luft Lenkwaffen auf den Hebriden durch.
Im Rahmen zweier Flüge wurden je eine Lenkwaffe des Typs AIM-120C-7 AMRAAM von einer F/A-18C Hornet abgefeuert. Als Begleitflugzeug kam jeweils eine F/A-18D zum Einsatz. Ausgangspunkt des Testschiessens war der britische Luftwaffenstützpunkt der Royal Air Force (RAF) Leeming, wo zeitgleich auch das Ausbildungsmodul Nachtflug (Yorknite) der Schweizer Luftwaffe stattfand und dadurch logistische Synergien genutzt werden konnten.
Interdisziplinäres Schweizer Team
Das interdisziplinäre Team der Schweizer Armee, armasuisse und RUAG setzte sich aus 25 Flugzeugmechanikern, Lenkwaffenspezialisten und Militärpolizisten sowie aus einem Testteam von zwölf Piloten, Flugversuchsingenieuren und Flugversuchsinfrastrukturspezialisten zusammen.
Die Lenkwaffen waren mit Kriegsköpfen ausgerüstet und wurden nach dem Zufallsprinzip aus dem Lager der Schweizer Luftwaffe ausgewählt und ausschliesslich durch Schweizer Personal operiert. Der Lenkwaffenlieferant, vertreten durch die amerikanische Luftwaffe, sowie deren Vertragspartner Raytheon waren lediglich im Vorfeld der Kampagne im Rahmen der notwendigen Berechnungen zur Bestimmung der Sicherheitszonen beteiligt. Damit konnte die Leistungsfähigkeit der Lenkwaffen in zwei unterschiedlichen Schiessszenarien erfolgreich überprüft werden. Beide Zieldrohnen wurden jeweils vollständig zerstört. Die diesjährige Verifikationskampagne ist nicht die erste ihrer Art. Die letzte Kampagne fand 2007 in den USA und 2018 in Schweden statt.
Luft-Luft-Lenkwaffe AMRAAM
Die AIM-120C-7 AMRAAM (Advanced Medium Range Air-to-Air Missile) ist eine moderne Radar-Luft-Luft-Lenkwaffen Modell und wurde mit den Rüstungsprogrammen 2011 und 2017 beschafft. Sie ist für die Bewaffnung des Kampfflugzeugs F/A-18 der Schweizer Luftwaffe bestimmt und ersetzt teilweise das mit dem Rüstungsprogramm 1992 (RP92) beschaffte Vorgängermodell AIM-120B. Die Lenkwaffe wird primär auf Distanzen ausserhalb des Sichtbereichs eingesetzt und ist bei jeder Wetterlage fähig, das Ziel zu bekämpfen.
Sie verfügt über ein Datenlink zum Trägerflugzeug F/A-18 für die Zieleinweisung in der ersten Flugphase sowie über ein eigenes Radar - den sogenannten Suchkopf - zur selbstständigen Erfassung respektive Verfolgung des Ziels in der Endflugphase. Die neue Radar-Lenkwaffe der Schweizer Luftwaffe ist in grosser Anzahl bei den US-Streitkräften und weiteren Luftwaffen eingeführt. Im Rahmen des Rüstungsprogramms 2011 wurden 180 Millionen Schweizer Franken genehmigt. Die Bewaffnung des Kampfflugzeuges F/A-18C/D besteht in der Schweiz aus einer Radarlenkwaffe für mittlere Entfernungen (AIM-120C-7 AMRAAM), einer Infrarot-Lenkwaffe für kurze Entfernungen (AIM-9X Sidewinder) sowie einer 20-mm-Bordkanone.
Die AIM-120C-7 AMRAAM wird auch mit dem für die Beschaffung vorgesehenen Kampfflugzeug Lockheed Martin F-35A eingesetzt.
Adresse für Rückfragen
Kaj-Gunnar Sievert
Leiter Kommunikation armasuisse
+41 58 464 62 47
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