Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03224.jsonl.gz/2566

Buchtipp
Ungeheuer ist der Mensch
Auf die Fragen nach dem richtigen Handeln und dem guten Leben hat die westliche Philosophie in den vergangenen 2400 Jahren sehr verschiedene Antworten gegeben. Volker Spierling stellt in diesem Buch elf grundlegende ethische Positionen vor.
Er beginnt mit den drei grossen Griechen Sokrates, Platon und Aristoteles und stellt so die Wahrheit, die Idee des Guten und das Leben nach der Vernunft vor. Dann folgen Seneca (Menschlichkeit), Augustinus (Liebe), Hume (das Gefühl bestimmt die Moralität) und Kant (der Verstand und der kategorische Imperativ). Den Abschluss machen Hegel (Geist), Schopenhauer (Mitleid), Nietzsche (jenseits von Gut und Böse) und Adorno (dass Auschwitz sich nicht wiederhole). Zu jedem Philosophen bietet Spierling einen Einstieg über Leben und Werk, stellt dann die zentralen Gedanken des Philosophen vor und verwebt sie mit dem Zeitgeschehen. Auf diese Weise entsteht ein gut lesbares Panoptikum der Ethik. Volker Spierling beschränkt sich dabei auf die Darstellung der einzelnen Ethik-Welten – die Interpretation überlässt er dem Leser. Das Buch ist deshalb anregend im besten Sinn.
Volker Spierling: Ungeheuer ist der Mensch. Eine Geschichte der Ethik von Sokrates bis Adorno. C.H. Beck Verlag, 428 Seiten, 35.90 Franken; ISBN 978-3-406-70418-5
Buchtipp zum Wochenkommentar vom 13. April 2017: Zweiter Brief an Urs Fischer