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Lieber Gerry McGovern
Das Magazin N°4 – 27. Januar 2018
Die Kolumnen von Max Küng lese ich jeweils mit grossem Vergnügen, manchmal sogar mit Lachkrämpfen, die mir in der S-Bahn peinlich sind.
In seinem Brief «Lieber Gerry McGovern» schrieb Herr Küng jedoch etwas, das ich überraschenderweise sehr unlustig fand: «Dies scheint die Spezialität des Hauses zu sein: gelebte Schizophrenie.» Ich bin mir sicher, dass Herr Küng weiss, dass Schizophrenie eine schreckliche Krankheit ist, die nicht nur bei den direkt Betroffenen, sondern auch bei deren Familien und Freunden viel Angst, Leid und Sorgen verursacht. Ich kann mir nur vorstellen, dass Herr Küng dieses Wort in einem unüberlegten Moment gewählt hat. Die Redaktoren vom “Magazin” hätten m. E. das Wort durch Inkonsequenz, Unentschlossenheit, Unbeständigkeit, Wankelmut etc. ersetzen sollen. Somit wäre Herrn Küngs Metapher erhalten geblieben, ohne jedoch Leserinnen und Leser zu befremden, die Erfahrungen mit Schizophrenie gemacht haben.
Ich bitte Sie um mehr sprachliches Feingefühl. Dies gilt auch für das Wort Alzheimer, das ausschliesslich in einem medizinisch gerechtfertigten Zusammenhang verwendet werden soll und nicht etwa als Synonym für Vergesslichkeit.
Mit freundlichen Grüssen,
Paul Jenkinson, Zollikon