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Ist politisch-aktivistische Kunst ein Kompromiss?
Kann Kunst Widerstand leisten und tatsächlich gesellschaftliche Veränderungen anstossen, ohne ihre ästhetische Kraft zu verlieren oder sich instrumentalisieren zu lassen? Was liegt in meiner Macht als Künstlerin?
In den Medien lese ich häufig von Zerstörungen und Ausschreitungen radikaler politischer Gruppierungen. Ihre jeweiligen politischen Anliegen gehen dabei meistens unter, werden übersehen. Was ist mit mir? Wäre ich bereit, Steine zu werfen für ein wichtiges Ziel? Wäre ich bereit, Scheiben einzuschlagen oder gar auf einen Menschen zu zielen? Welche Möglichkeiten nutze ich, die eigenen Überzeugungen zu leben, politischen Widerstand zu leisten, Menschen von den eigenen Vorstellungen zu überzeugen und die Welt zu verändern? Warum gibt sich die links-aktivistische Szene mit Stereotypen zufrieden, statt nach neuen Formen des Widerstandes zu suchen? Ihre Diskurse finden meistens im engen, eingeschworenen Kreis statt. Doch wie könnten sie allgemeingesellschaftlich geführt werden? Sind beispielsweise Demonstrationen und politische Kundgebungen noch zeitgemäss in der Weise, wie sie heute praktiziert werden? Gibt es andere Formen, Methoden, Möglichkeiten, die eigene Haltung kundzutun, die sowohl den Ansprüchen der Aktivisten und Aktivistinnen gerecht werden als auch von der Gesellschaft verstanden und gehört werden können? Und welche Rolle kann, soll oder muss die Kunst dabei spielen? Was kann sie im politisch-aktivistischen Feld bewegen? Sollen Kunst und Aktivismus als zwei voneinander unabhängige Systeme gedacht werden oder gibt es eine Form, in der beide gleichberechtigt zusammen gedacht werden können, die mehr ist als ein fauler Kompromiss?