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Auf der Suche nach dem verlorenen Schnee
Erzählungen und Essays
Übersetzt von Claudio Spescha, Flurin Spescha, Christina Tuor-Kurth, Elisabeth Peyer, Renzo Caduff, Michel Decurtins / Umschlagbild von Cécile Wick
März 2016
978-3-85791-802-5
Literarisches Echo aus den Bergen
Nicht nur seine Romane spielen in den Bergen, mit dem Leben in den Bergen hat sich Leo Tuor immer auch in anderen Textformen auseinandergesetzt.
Seine Berge, das ist die Surselva, wo Leo Tuor lebt. Das ist der Rhein, oder besser: sind die Rheine, denn am Anfang sind es zwei. Das sind die Alp, der Winter, die Lawine. Die Lawine, die einst Verhängnis war und jetzt zur Quelle von Subventionen und Medienereignissen geworden ist. Der Gletscher, der zum See geworden ist. Er schreibt über die Bergler, deren Element mehr der Stein ist als das Wasser, die entweder schweigen oder schwatzhaft sind wie Tassen. Er schreibt über ihr Leben mit Geistern, Heiligen und Tieren, über das Schwein im Pferch, die Kühe, die Schafe auf der Alp und den Hund, den Wolf, über das Wild und deren ausgekochten Schädel an der Stallwand der Jäger. Er schreibt über die Touristen, die die Landschaft fotografieren und dem Jäger böse Blicke zuwerfen, wenn er mit der Flinte unterwegs ist.
Leo Tuors Texte sind immer prägnant und von erfrischendem Humor, einzelne wie «Vom Schafe hüten» sind bereits Kult und in mehrere Sprachen übersetzt worden.
Leo Tuor
Leo Tuor, geboren 1959, wuchs in Rabius und Disentis auf, wo er die Schule im Benediktiner-Kloster besuchte und 1979 mit der Matura B abschloss. Anschliessend studierte er Philosophie, Geschichte und Literatur in Zürich, Fribourg und Berlin. Während des Studiums war er Redaktor der streitbaren rätoromanischen Zeitschrift «la Talina».
Leo Tuor schreibt Erzählungen, Essays, Kolumnen, Kurzgeschichten und Beiträge für Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien. Daneben arbeitet er für Radio und Fernsehen. Viele Jahre verbrachte er den Sommer als Schafhirt auf der Greina und den Herbst als Jäger auf Carpet. Als sein Hauptwerk kann die Surselver Trilogie Giacumbert Nau (1988), Onna Maria Tumera (2002), Settembrini (2006) bezeichnet werden.
Claudio SpeschaClaudio Spescha, geboren 1971 in Chur, studierte Romanistik in Zürich und Montpellier, lebt in Zürich und arbeitet als Bundeshauskorrespondent von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha RTR. Er war Mitorganisator der Dis da litteratura a Domat, der rätoromanischen Literaturtage in Domat/Ems. Literarische Übersetzungen für Leo Tuor und Gion Mathias Cavelty. Claudio Spescha ist Mitglied im Stiftungsrat der Schweizerischen Schillerstiftung.
Flurin Spescha1958 bis 2000, geboren in Domat/Ems (Graubünden), wo er zweisprachig aufgewachsen ist. Nach 1978 lebte er längere Zeit in den USA und Kanada. Ausgedehnte Reisen nach Frankreich, Italien und Israel. Nach der Rückkehr in die Schweiz studierte er Romanistik und Literaturkritik an der Universität Zürich. Daneben war er Schriftsteller und Journalist, Lehrer und Taxifahrer.
Inhalt
Texte, die auf Rätoromanisch noch nie erschienen sind, sind in diesem Band in beiden Sprachen abgedruckt. Die Texte wurden vom Autor durchgesehen und leicht überarbeitet.
Das eBook enthält nur die deutschsprachigen Versionen.
Die Geburt der Geschichten
Surselva. Streiflichter
Die Wäscherin und die Mulde
Da l’autra vart dallas petgas la val
Jenseits der Säulen das Tal
Grossmutters liebstes Tier
Vom Rhein
Sur digl ir vida nuorsas
Über das Schafhüten
Der Sonnenuntergang
Am Tisch der Götter
Über den Winter
La Svizra de fèrias
Ferienschweiz
Stein und Wasser
Die verschwundene Bibliothek
A Rousseau
An Rousseau
Il Gioder e la gronda litteratura
Der Gioder und die grosse Literatur
Über die Nacht. Ein literarischer Teppich
Suppe, Huhn und Zauberzahl
Lesung im Literaturhaus Zürich vom 16. Januar 2017, Moderation Roman Bucheli
Südostschweiz, 7. April 2016
Surselva, 13. April 2016
ruinaulta, 15. April 2016
St.Galler Tagblatt, 02. Mai 2016
NZZ am Sonntag, 29. Mai 2016
Zalp, 27/2016
Literaturblatt, September 2016
Literarischer Monat, Oktober 2016
Neue Zürcher Zeitung, 12. Januar 2017
Zürich West, 12. Januar 2017
«Man kommt als Flachländer nicht gut weg in diesem Buch – und liest doch mit Freude, was Leo Tuor in 17 Essays und Erzählungen über Berge, Wässer, Surselver, Literaten, Schafe, Wölfe oder Touristen schreibt. Vorzüglich.» NZZ am Sonntag
«Tuors Vivisektionen der ‹Ferienschweiz› rebellieren gegen Kommerz und sind zugleich intellektuelle Recherchen nach den Geschichten in allen historischen Schichten, nach Verlorenem und Verlogenem, um nüchtern und dabei leidenschaftlich den Wahrheitsgehalt zu entdecken und dadurch zum Kern dessen vorzudringen, was Heimat heute sein könnte.» Literaturblatt
«Dreh- und Mittelpunkt des Bandes ist ein höchst bemerkenswerter Beitrag ‹Über das Schafhüten›, eine von Tuors Leidenschaften. Im leichten Gepäck einen guten Feldstecher, einen Stock und ein Buch, beispielsweise Canettis ‹Masse und Macht›, dazu ein guter Hund: So folgte er einer Herde von vielleicht tausend Schafen. Das Hüten von Schafen ist eine Kunst: ‹Du musst wissen, was sie im Kopf haben; was du im Kopf hast, brauchst du nicht zu wissen.›» Südostschweiz
«‹Die Suche nach dem verlorenen Schnee› ist eine Sammlung von hinreissenden Erzählungen und Essays, durchzogen von wehmutsvollen Erinnerungen an Zeiten, in denen der Schnee noch ewig war und die Wege durch die Greina nur Tieren und Berglern bekannt.» Literarischer Monat
«... schildert Tuor die Schönheiten der Bündner Berglandschaft, und er liest den Landsleuten die Leviten, weil sie diese Schönheit verkauft haben.» Hotel Revue
«Der Dichter darf dank seiner Sprachgewandtheit alles niederschreiben, was ihm durch den Kopf geht, auch seine Träume. Dichtung und Wahrheit verschlingen sich ineinander, regen Fantasie und Erinnerungen der Leserin und des Lesers an und überraschen mit klar formulierten Merksätzen, die ihr und ihm Lebenshilfe sein können.» ruinaulta
«Tuors Worte sind so poetisch wie sezierend, manchmal heiter, oft bitterböse und meist erhellend.» Zalp
«Leo Tuor hat aus der Variation seine Poesie geschöpft. Er bringt das Kunststück zustande, uns immer wieder von den Gemsen, Murmeltieren und Steinböcken, von den bockigen Schafen und ihren ebenso verbockten Hirten zu erzählen: Und immer glauben wir, die Geschichten so noch nie gehört zu haben.» Neue Zürcher Zeitung