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Die den Verlagen Rezzonico und Ringier gehörende Tessiner Wochenzeitung «Il Caffè» hat vier Mitarbeitenden gekündigt. Begründet wird der Abbau mit schwachen Werbeeinnahmen.
Zwei technische Mitarbeitende und zwei Journalisten seien gekündigt worden, teilte der Verleger Giò Rezzonico von «Il Caffè» am auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Er ist Konzernchef der Rezzonico Editore SA, die zusammen mit Ringier die Sonntagszeitung Il Caffè im Tessin verlegt.
Beide Medienunternehmen besitzen je 50 Prozent der Anteile an der Wochenzeitung. Laut Rezzonico ist «Il Caffè» besonders durch die Mindereinnahmen auf dem Werbemarkt betroffen, weil die Zeitung über keine Abonnenten verfüge.
Noch sechs Leute
Neu bestehe die Redaktion inklusive des Chefredaktors noch aus sechs Mitarbeitenden, sagte Rezzonico. Er legte Wert auf die Feststellung, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Entlassungen und dem Strafverfahren gegen vier Journalisten gebe. Keine der ausgesprochenen Kündigungen betreffe Mitarbeitende, die strafrechtlich verfolgt worden seien.
Erst vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Tessiner Staatsanwaltschaft Strafbefehle gegen vier «Il Caffè»-Journalisten erlassen hatte. Diese hatten über einen Kunstfehler eines Arztes berichtet und sahen sich in der Folge der Kritik der betreffenden Klinik ausgesetzt.
Ihnen wird "unlauterer Wettbewerb" und wiederholte Diffamierung vorgeworfen. Die Zeitung kündigte bereits an, gegen die Strafbefehle vorzugehen. Deshalb wird es wahrscheinlich zu einem Prozess kommen.
Die Mediengewerkschaft Syndicom bezeichnete den Stellenabbau in einer Mitteilung als eine «Todeserklärung» für den investigativen Journalismus. Die Informationsvielfalt, welche gerade durch kleine Redaktionen garantiert werde, gerate immer mehr in Gefahr. Die Tage des kritischen und unbequemen Journalismus seien gezählt.
(sda/chb)