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Kanuten haben EM-Ziele nicht erreicht
Aus gesundheitlichen Gründen waren die drei Romanshorner Kanuten Simon Fäh, David Gubser und Remo Gubser mit gemischten Gefühlen an die Europameisterschaften nach Racice in die Tschechei gereist. Nur Simon Fäh konnte mit dem Erreichen des B-Finals über 500 Meter einigermassen zufrieden sein. Für David und Remo Gubser bedeutete das Ausscheiden in den Halbfinals eine Enttäuschung.
Diese Europameisterschaften, die bei sehr heissen aber vom Wind und Wasser her idealen Bedingungen stattfanden, wurden von den Ungarn beherrscht, die nicht weniger als 10 der 27 Titel erobern konnten. Dazu gesellten sich dann noch diverse Silber- und Bronzemedaillen. Die Deutschen, die Dominatoren der letzten WM, mussten sich oft mit Ehrenplätzen begnügen. Lediglich ihr Starboot, der Kajak-Zweier mit Ronald Rauhe und Tim Wieskötter, sorgte für den erwarteten Doppelsieg.
Gesundheitliche Probleme hatten dazu geführt, dass die drei Schweizer Vertreter an der Kanu-Europameisterschaften nicht optimal vorbereitet an den Start gehen konnten. Kajak-Einer-Fahrer Simon Fäh konnte im Frühjahr wegen dem Pfeifferschen Drüsenfieber längere Zeit kaum trainieren. Ihm fehlte nun die körperliche Grundlage für eine so harten Wettkampf. In den Rennen konnte Fäh bis zur Hälfte jeweils gut mithalten im Feld, dann übersäuerte seine Armmuskulatur und auf den letzten Metern verlor er Meter um Meter auf seine Konkurrenz. Besonders auffällig war dies bei den Rennen über die längere Distanz von 1000 Metern, eigentlich Fähs bevorzugte Strecke. Über die kürzere Strecke konnte er besser mithalten und qualifizierte sich in seinem besten Rennen, dem Halbfinal über 500 Meter, für den B-Final, wo er dann den 8. Rang belegte. Damit war Fäh, in Anbetracht der Umstände, zufrieden mit dem Wettkampf.
Der Romanshorner Simon Fäh (Bahn 1) am Start zum B-Final der Europameisterschaften über 500 Meter
Nicht zufrieden waren die Brüder David und Remo Gubser mit ihren Resultaten im Kajak-Zweier. Noch an den letztjährigen Europameisterschaften hatten die beiden mit zwei Top-Ten-Klassierungen für einen Glanzpunkt gesorgt. Doch an diesem Wochenende schieden sie über beide Distanzen bereits in den Halbfinals aus. In den letzten zwei Wochen vor dem Wettkampf hatte Remo, der jüngere der beiden, auf Grund ärztlicher Ratschläge pausieren müssen. Auch hier wirkte sich dies auf das Durchstehvermögen aus. Beim Halbfinal über 1000 Meter fuhren sie, wie im Vorjahr üblich, vom Start weg an der Spitze mit, lagen bei 700 Metern noch an 4. Stelle und hatten einen A-Final-Platz in Griffweite, bevor dann die Kräfte nachliessen und sie ans Ende des Feldes zurückfallen liess. Im 500 Meter-Halbfinal, nur 5 Stunden später, manifestierte sich der Mangel an Kraft von Beginn weg. Sie kamen nicht über den letzten Rang hinweg.
In sechs Wochen finden die Weltmeisterschaften in Ungarn statt. Die drei Schweizer Athleten gehen zu deren Vorbereitung die nächsten drei Wochen ins Höhentrainingslager nach St. Moritz. Mit einem grundlegenden Aufbau wollen sie sich so wieder Kraft und Moral für den wichtigsten Wettkampf des Jahres holen.
[Peter Gubser]