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Auf Simches, also auf ein freudiges Ereignis, wünschen wir Juden den Trauernden nach einer Levaja (=Beerdigung). Diesen Wunsch sagt man, nachdem das Met (=Leichnam) im einfachen Holzsarg – für Reiche und Arme der gleiche Sarg – liegend in die Erde gebettet wurde und nach dem Decken mit Erde das Kaddischgebet (=Heiligung Gottes) gesprochen worden ist. Doch vorher wird eine Tahara, das ist die Totenwäsche, gemacht; 3 -4 Männer für einen Mann, 3 -4 Frauen für eine Frau. Vor der rituellen Handlung wird ein Gebet gesagt, das einen vor Fehlern bei der Wäsche schützen soll. Anschliessend wird der mit einem Leintuch bedeckte Leichnam auf dem Waschtisch mit 27 Litern Wasser übergossen, abgetrocknet und mit dem Sargenes, nämlich dem Totenkleid, angekleidet. All diese Dinge werden sehr pietätvoll gemacht, ohne dass das Met je ganz nackt gesehen wird. Überhaupt wird die ganze Handlung ohne viel zu sprechen ausgeführt – alles sehr pietätvoll. Auch das Wasser, mit dem gewaschen wird, ist lauwarm; wie wenn der Mensch noch leben würde. Der Sargenes – bei Männern eine Hose, ein Oberteil, eine Mütze und Finken, bei Frauen eine Art Nachthemd, ein Häubchen und Finken – besteht aus einfachem Stoff und hat keine Taschen. Die Männer umhüllen den Leichnam mit dem Talit, dem Gebetsschal, den der Verstorbene im Leben getragen hatte. Der Leichnam wird nach Beendigung der Waschung und der Ankleidung umhüllt mit einem Leintuch in den Sarg gebettet, der unverziert sein soll. Den Kopf legt man auf ein mit Sand aus Israel gefüllten Stoffsäckchen; so liegt der Mensch symbolisch in Erde des Heiligen Landes.
Auf Simches!
Edith und Robert Heymann-Burgauer, Münsingen