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Bangladesch: Stärkung der Arbeitsrechte und Hilfe für Rohingya
Bangladesch ist mit zahlreichen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Solidar Suisse setzt sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der Lederindustrie ein und unterstützt die Rohingya-Flüchtlinge im Lager von Cox’s Bazar.
Ausbeutung und humanitäre Krise
Obwohl die Armut in Bangladesch in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, sind die sozialen Probleme im Land nach wie vor gross. Die Obdachlosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen, bleibt eine grosse Herausforderung und der Bedarf an Investitionen in die Grundversorgung und Infrastruktur ist immens. Industriesektoren wie die Textilindustrie, die das Wirtschaftswachstum des Landes vorantreiben, zwingen den Beschäftigten menschenunwürdige und gefährliche Arbeitsbedingungen auf und verursachen schwerwiegende Verstösse gegen Menschen- und Arbeitsrechte.
Vertriebene Rohingya Bangladesch beherbergt heute eine Million geflüchtete Rohingya, die in den überfüllten Flüchtlingslagern von Cox’s Bazar leben. Es gilt als grösstes Flüchtlingslager der Welt. Diese humanitäre Krise, die Vertriebene und Aufnahmegemeinschaften in Bangladesch gleichermassen betrifft, zieht sich immer weiter hin und kann ohne die Hilfe der internationalen Gemeinschaft nicht überwunden werden.
Lebenserwartung: 72 Jahre
Durchschnittliche Lebenserwartung in der Schweiz: 83,6 Jahre
Alphabetisierungsgrad: 73,9 %
Alphabetisierung unter Erwachsenen in der Schweiz: 99,9 %
Gini-Index (Einkommensungleichheit): 32,4
Der Gini-Index misst den Grad der Einkommensungleichheit in einem Land, wobei 0 für perfekte Gleichheit und 100 für völlige Ungleichheit steht. Schweiz: 32,7
Mehrdimensionale Unterstützung
Solidar Suisse engagiert sich in Bangladesch in zwei Bereichen. Im Bereich Entwicklung und Zusammenarbeit unterstützen wir Lederarbeiter*innen. In diesem Wirtschaftszweig herrschen katastrophale Arbeitsbedingungen, sowohl in Bezug auf die Gesundheit als auch auf die Einhaltung der Grundrechte. Unsere Unterstützung stärkt die Verhandlungsfähigkeit der Arbeiter*innen und verbessert ihre Arbeitsbedingungen.
Im Bereich der humanitären Hilfe unterstützt Solidar Suisse seit 2017 geflüchtete Rohingya, die in den Flüchtlingslagern im Osten des Landes leben. Indem wir ihre behelfsmässigen Unterkünfte und ihre Möglichkeiten zur Lebensmittelversorgung verbessern und sie für gemeinnützige Tätigkeiten finanziell entschädigen, tragen wir dazu bei, ihr Leben menschenwürdiger zu gestalten. Ein wichtiger Teil unserer humanitären Hilfe richtet sich auch an die Aufnahmegemeinschaften. Die Bangladeschi, die in der Nähe der Lager leben, sind von der Ankunft der Flüchtlinge stark betroffen, und auch sie brauchen dringend die Hilfe der internationalen Gemeinschaft.
«Während die Rückkehr der Rohingya-Flüchtlinge nach Myanmar immer unsicherer zu werden scheint, sitzen sie in den überfüllten Lagern in Cox's Bazar fest und brauchen weiterhin unsere Unterstützung. Wir dürfen sie nicht vergessen.»