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Die Cybersicherheitsbehörde Cyberspace Administration of China hat mitgeteilt, dass der amerikanische Chiphersteller Micron keine "Betreiber von nationaler kritischer Informationsinfrastruktur" mehr beliefern dürfe – zum Beispiel Firmen in den Bereichen Telekommunikation, Verkehr, Energie oder Verteidigung.
Eine Untersuchung von Micron-Produkten zur Netzwerksicherheit habe "relativ schwerwiegende potenzielle Probleme ergeben", begründet das CAC die Entscheidung. Das sei eine Gefahr für die nationale Sicherheit.
"Diese Massnahme sowie die jüngsten Razzien und Angriffe auf andere amerikanische Unternehmen stehen im Widerspruch zu den Beteuerungen der Volksrepublik China, dass sie ihre Märkte öffnet und sich für einen transparenten Rechtsrahmen einsetzt", antwortete das US-Handelsministerium sogleich auf den Entscheid. "Damit spielt das Ministerium auf die Durchsuchung der Büros der Beratungsfirmen Mintz, Bain und Capvision in den vergangenen Wochen an, bei denen auch einige Mitarbeiter festgenommen wurden. Zusammen mit dem angekündigten Antispionage-Gesetz sorgt dies derzeit für grosse Verunsicherung unter ausländischen Firmen in China."
Micron betreibt eine Chipfabrik, macht Chipdesign sowie Marketing und Verkauf an Standorten in Shanghai, Shenzhen und Xian. Im Geschäftsjahr 2022 erzielte Micron rund 16% seines Umsatzes in Festlandchina und Hongkong.
Politische Motive?
Politische Motive sollten hinter diesem Entscheide keine Rolle gespielt haben, meint die CAC. Holden Triplett, Gründer von Trenchcoat Advisors und ehemaliger FBI-Beamter für Spionageabwehr in Peking, ist da anderer Meinung: "Niemand sollte diese Entscheidung der CAC als etwas anderes verstehen als eine Vergeltung für die US-Exportkontrollen für Halbleiter", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur 'Bloomberg'. "Kein ausländisches Unternehmen, das in China tätig ist, sollte sich durch diese Vorwände täuschen lassen. Das sind schlicht und einfach politische Aktionen, und jedes Unternehmen könnte das nächste sein, an dem ein Exempel statuiert wird."
Micron stellt vor allem moderne Speicherchips her, die unter anderem in Computern oder Smartphones verwendet werden. Die Auswirkungen auf Micron sollten deshalb begrenzt sein, da das Geschäft mit Server-Chips eine vergleichsweise geringere Bedeutung hat.
Der Handelskrieg zwischen den USA und China hält schon lange an. Aufgrund der Befürchtung, dass Chiptechnologie für militärische Zwecke genutzt werden könnte, haben die USA etwa auch Exportkontrollen für Chiptechnologie nach China eingeführt.