Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03182.jsonl.gz/54

Lead
An verschiedenen Orten auf der Erde, und auch auf Mars, ist das an der Oberfläche gemessene Magnetfeld stärker oder schwächer als erwartet. Diese Abweichungen (magnetische Anomalien), entstehen, wenn Gesteine in der Erdkruste stark magnetisiert sind. Ist die Magnetisierung entgegengesetzt zum heutigen Magnetfeld, entsteht eine negative Anomalie und die Stärke des Magnetfelds kann auf 50% des erwarteten Werts reduziert werden. Solche stark negativen Anomalien stehen in Zusammenhang mit Verwachsungen von bestimmten Mineralien, Hämatit und Ilmenit, die eine ausserordentlich starke und stabile Magnetisierung aufweisen. Die Mineralien sind plättchenförming und besitzen deshalb in verformten Gesteinen eine bevorzugte Orientierung. Das Hauptziel des Projekts ist es herauszufinden, wie sich die Orientierung der Plättchen auf die Stärke der Anomalie auswirkt. Die Ergebnisse können dabei helfen, magnetische Anomalien auf Mars besser zu verstehen.
Lay summary
Das Ziel dieses Projekts ist es, stark negative magnetische Anomalien besser zu verstehen. Insbesondere wird erforscht, wie sich die Orientierung der plättchenförmigen magnetisierten Mineralien Hämatit und Ilmenit auf die gemessene Intensität des Magnetfelds an der Erdoberfläche auswirkt. Dazu wird eine stark negative Anomalie in Südnorwegen und Gesteinsproben in deren Umgebung anhand von gesteinsmagnetischen und mikroskopischen Methoden untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, wie die Hämatit-Ilmenit-Verwachsungen im Gestein orientiert sind, und wie sich diese Orientierung auf die Stärke der Anomalie auswirkt. Die Erkenntnisse, die in Norwegen gewonnen werden, können bei der Interpretation anderer negativer Anomalien auf der Erde und auf Mars angewendet werden.