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Historische Karten
Johann Jakob Sulzberger – Ein Frauenfelder Kartograph mit Pioniergeist
Johann Jakob Sulzberger (4.7.1802–13.1.1855), Spross eines alteingesessenen Frauenfelder Geschlechts, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf, besuchte in Frauenfeld die Lateinschule und erwarb sich seine mathematisch-naturwissenschaftlichen Kenntnisse weitgehend autodidaktisch. Entscheidend für seine spätere berufliche Laufbahn war 1823 seine Beförderung zum Leutnant des eidgenössischen Feldingenieur-Korps, wo er sich solide Kenntnisse in der Vermessungstechnik aneignen konnte. Nach seiner Wahl zum Strasseninspektor des Kantons Thurgau begann er sich mit der «militärisch-topographischen Ausmessung» des Kantons zu befassen und setzte diese Bemühungen auch nach seinem Rücktritt vom Staatsdienst im Jahre 1832 fort. Parallel zu seiner kartographischen Tätigkeit wirkte er als Ingenieur und Unternehmer in verschiedenen Pionierprojekten der Modernisierung und Industrialisierung der Schweiz (Entwicklung einer gänzlich neuen Mahltechnik in der «Walzmühle» Frauenfeld; Tieferlegung des Lungernsees; Abbruch der Zürcher Stadtbefestigung; Vermessung der Eisenbahnlinie Islikon–Romanshorn).
Die Sulzberger Karte 1834–1837
Den Auftrag für die Vermessung des Kantons auf der Basis von insgesamt 33 trigonometrischen Punkten erhielt Sulzberger von der Militäraufsichtsbehörde. In einem Vertrag verpflichtete er sich zur Lieferung von Aufnahmekopien im Massstab 1:25'000 in insgesamt 13 Teilkarten bis 1837 an Guillaume-Henri Dufour, den späteren Oberbefehlshaber der eidg. Truppen im Sonderbundskrieg von 1847. Sein Werk bildete die Grundlage für die 1850 bzw. 1854 erschienenen Blätter IV und IX der Topographischen Karte der Schweiz im Massstab 1:100'000, der sog. «Duffourkarte». Die mit den Mitteln der Schraffur nach der Lehmannschen Manier («je steiler desto dunkler») gezeichnete topographische Karte war zu ihrer Zeit ein Muster an Präzision und wurde aufgrund ihrer sorgfältigen und detailreichen Darstellung weitherum gelobt.
Die Siegfried-Karte
Dufours Nachfolger, Oberst Hermann Siegfried (1819–1879), erarbeitete auf der Grundlage zweier neuer eidg. Gesetze von 1868 die zweite amtliche Gesamtkarte der Schweiz nach der Dufourkarte. Ab 1870 erschienen die Einzelkarten des «Topographischen Atlas» der Schweiz im Massstab 1:25'000 und 1:50'000 auf der Grundlage einer vollständigen Neuvermessung mit Höhenkurven und Schattierung als dreifarbige Kupferstiche. Ihre Genauigkeit und hervorragende Darstellungsart hält im internationalen Vergleich ihrer Zeit höchstes Niveau.
Von der Siegfried-Karte zur neuen Landeskarte der Schweiz
Die Einzelblätter der Siegfried-Karte wurden in anfänglich unregelmässigen Abständen (7–16 Jahre) den veränderten Gegebenheiten angepasst und überarbeitet, wobei sich die Darstellungsart zwar verfeinerte, aber nicht grundsätzlich änderte. Ab 1938 erschienen die ersten Blätter der neuen Landeskarte zuerst im Massstab 1:50'000, bald auch im Massstab 1:25'000. Dieses neue Kartenwerk wurde massgeblich geprägt durch Eduard Imhof, der ab 1925 Leiter des neu gegründeten Instituts für Kartographie an der ETH Zürich war. 1979 waren sämtliche Karten der Schweiz im Massstab 1:25'000 abgeschlossen. Seit den 60er Jahren (im Falle des Blattes «Frauenfeld» seit 1966) werden diese Karten im Turnus von sechs Jahren überarbeitet.
Wichtiger Hinweis:
Um die Datenmenge zu verringern und gleichzeitig den Darstellungskomfort beim Zoomen zu verbessern, wurde aus den erfassten Karten teilweise ein Ausschnitt gewählt, der sich an den Stadtgrenzen Frauenfelds orientiert.
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