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Die meisten Menschen nehmen an, dass die Konsensusrealität - das heißt die Welt der menschlichen Kontakte, der linearen Zeit, des Raumes und der Materie - wichtiger ist als Träume und die Erfahrung von Tendenzen. Vielleicht erinnern Sie sich, einmal über einen Traum gesprochen zu haben, als sei er imaginär, obgleich diese „imaginären“ Traumräume und Traumzeiten erschreckend oder hinreißend „real“ sein können. Der Übergang zwischen den verschiedenen Welten und Dimensionen ist manchmal verwirrend. Zum Beispiel spricht eine Person, die aus dem Koma erwacht, als befände sie sich in einem Traum. Medizinisches Personal wird die andauernde traumhafte Kommunikation wahrscheinlich als pathologisches Ereignis betrachten.
Wie die meisten inneren Erfahrungen besitzen die subjektiven Erfahrungen des Körpers einen anderen Zeitverlauf als die Geschwindigkeit der Konsensusrealität - die Geschwindigkeit, mit der sich eine Uhr bewegt. Sie können den Unterschied fühlen. Drängt Ihr Alltagsverstand Ihren Traumkörper in Richtungen, in die er nicht gehen will, bringt der Körper eine Art Stressreaktion hervor, eine innere Rebellion gegen die Alltagszeit.
Führt, der chronologischen Zeit zu folgen, Sie zu weit von Ihrem Körpergefühl oder Ihrer propriozeptiven Zeit weg, kann die Form Ihrer Rebellion vielleicht eine „Erkältung“ oder „Grippe“ genannt werden. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Bewusstseinszustand fügen sich in einem taoistischen Bewusstseinszustand die Tätigkeiten der Realität und die Erfahrungen des Traumkörpers nahtlos zusammen. Das Tao erinnert mich an das alte griechische Konzept des Kairos.
Im antiken Griechenland (ebenso wie in anderen Teilen der Welt) versammelten sich die Fischer jeden Morgen im Hafen und dachten bei einem Frühstück darüber nach, ob der Kairos - das heißt der richtige Moment - zum Fischen gekommen war. Kairos wahrzunehmen bedeutete, das Wetter und irrationale Erfahrungen als eine Quelle der Führung wahrzunehmen, wenn es darum ging, zu beurteilen, ob günstige Umstände vorhanden waren oder nicht. Wenn der Kairos gegenwärtig war, gingen die Fischer an die Arbeit. In jenen Tagen und in jenem Land war Kairos im Wesentlichen multidimensionale Wahrnehmung - Teil der Konsensusrealität. Heute bedeutet Konsensusrealität, Kronos, dem Gott der linearen Zeit zu folgen: „Triff eine chronologische Verabredung und halte sie ein, ob dein Körper zustimmt oder nicht!“
Diese beiden Arten von Zeit, die wir mit Realität und Nicht-Konsensusrealität assoziieren, Kronos und Kairos, existieren Seite an Seite. Kairos-Zeit ist wie die Spürerfahrung oder Körperzeit. Sie ist nicht besser oder schlechter als die chronologische Zeit; sie ist einfach ein „Hyperraum“, das heißt ein anderer Raum jenseits der vertrauten drei oder vier Dimensionen des Alltagslebens.
Was ich Lebensstile der Regenbogenmedizin nenne, unterstützt die Wahrnehmung der verschiedenen Realitäten, Räume und Zeiten. Ihr Bewusstsein zu schulen, um in traumartige Zustände einzutreten oder „luzider“ zu werden, ermöglicht Ihnen, Ihre subtilsten Körperzustände wahrzunehmen, zu erfahren und ihnen zu folgen, während Sie die Alltagswelt zu schätzen wissen. Mit Übung darin zu bejahen, was Sie erfahren, füllt sich das Leben mit multiplen Realitäten. Luzidität und Alltagsbewusstsein erlauben Ihnen nun, die der Konsensusrealität zugehörigen Dimensionen eines Symptoms wie den Druck oder die Veränderung Ihrer Körpertemperatur zu verstehen, während Sie gleichzeitig andere Dimensionen erfahren - vielleicht die „Monster“ und „Geister“ oder die speziellen Kräfte und subtilen Gefühle des Traumzustandes. Auf diese Weise verspüren Sie vielleicht pochende Kopfschmerzen und visualisieren gleichzeitig einen tanzenden Schlagzeuger, der ein „Pochen“ erzeugt, um Sie dazu zu bringen, sich zu entspannen und in eine Trance zu gehen. Der Trancezustand ist ein Hyperraum, der die Kopfschmerzen vielleicht auflöst. Auf diese Weise kann ein Symptom seine eigene Medizin sein. Anders ausgedrückt, Hyperräume lösen Probleme im gewöhnlichen Raum und in der gewöhnlichen Zeit.
Höhere Dimensionen - Hyperräume - sind wichtig für Psychologie und Medizin. Für gewöhnlich denken wir über uns selbst als bloß dreidimensionale Wesen und identifizieren uns auch so. Wir haben nicht einmal ein vierdimensonales Bild von uns, denn wenn dem so wäre, würden wir uns als einen sich bewegenden Prozess betrachten, der sich durch Zeit und Raum hindurch ausdehnt. Anstatt in den Spiegel zu blicken, um zu sehen, wie wir aussehen, würden wir sagen: „Ach, der Spiegel ist lächerlich. Er zeigt mir nur eine dreidimensionale Ansicht von mir. Ich bin vierdimensional! Ich bin nicht das Bild, das ich zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort sehe.“
Arnold Mindell Quantengeist und Heilung