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Stellen wir uns vor, unser Idol kommt bei uns Spontan zu Besuch.
Was würden wir da alles machen? Wir würden durch die ganze Wohnung rennen und alles mögliche Aufräumen, kurz noch Putzen oder das beste Besteck aus dem Schrank holen.
Wir würden unserem Idol nicht nur Pommes und Ketchup auftischen, sondern unser herausragendstes Menü kochen. Vielleicht würden wir auch noch andere Leute einladen und ja dann müsste man natürlich auch noch frische Blumen auf den Tisch stellen und den abgesessenen Stuhl kann er wohl sicher nicht verwenden, da müssen wir unbedingt den schönen Stuhl aus dem Keller holen. Wir würden also sicherlich in einen grossen Stress verfallen und würden gar nicht dazu kommen mit unserem Idol die Zeit zu verbringen. Wie bedauerlich wäre es dann, wenn am Ende des Abends unser Idol, zwar gut in einer super schönen Wohnung gegessen hat, aber uns gar nie zu Gesicht bekommen hat, weil wir immer irgendwo noch was machen oder holen mussten?
Ich finde es interessant, dass genau solch eine Geschichte im neuen Testament zu finden ist, und zwar im
Lukas 10 (NGÜ)
38 Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf, wo ihn eine Frau mit Namen Martha in ihr Haus einlud.
39 Sie hatte eine Schwester, die Maria hiess. Maria setzte sich dem Herrn zu Füssen und hörte ihm zu.
40 Martha hingegen machte sich viel Arbeit, um für das Wohl ihrer Gäste zu sorgen. Schliesslich stellte sie sich vor Jesus hin und sagte: »Herr, findest du es richtig, dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!«
41 »Martha, Martha«, erwiderte der Herr, »du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe,
42 aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt und das soll ihr nicht genommen werden.«
Wir lesen hier von zwei Schwestern, die anscheinend in einer WG lebten. Martha und Maria.
Als Martha erfuhr, dass Jesus ins Dorf kommt, zögerte Sie keinen Augenblick und lud Ihn zu sich ein. Sie war dabei so begeistert, dass Sie den ganzen Abend alles perfekt machen wollte für Ihr Idol.
Doch Maria, hatte anscheinend andere Prioritäten, anstatt dass sie herum hetzte, setzte Sie sich zu den Füssen von Jesus und hörte ihm gebannt zu. Sie scheint gar nicht daran zu denken, dass es ja viele Gäste gibt, welche bewirtet werden wollten. Sondern Sie sass einfach da und hörte zu. Wie lange dies gewesen ist, wissen wir nicht. Vielleicht mehrere Stunden.
Irgendwann wird es Martha dann zu bunt und Sie fragt Jesus, ob er es eigentlich richtig fände, dass Maria so faul herumsitzt. Eine verständliche Frage, ich denke, wäre ich Martha gewesen hätte ich dasselbe gefragt.
Doch die Antwort von Jesus erstaunt, mit voller Liebe und Mitgefühl antwortet er Ihr
«Martha, Martha, du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe.»
Ja, Jesus sieht die Sorgen und die Unruhen von Martha sehr wohl. Er weiss genau, dass Martha sich gerne übereifert und er weiss auch, dass es nun Zeit ist, Ihr zu erklären, weshalb er Maria nicht wegschickt.
«… aber notwendig ist nur eines. Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.»
Jesus sagt hie eigentlich klar und deutlich, dass alle Sorgen und Unruhen überflüssig sind, dass der ganze Stress welche sich Martha macht, keinen Nutzen hat. Denn es gibt nur etwas, was wichtig ist und dieses wichtige hat Maria erkannt und deshalb wird er es Ihr sicher nicht wegnehmen.
Doch was ist dieses Wichtige?
Das wichtige ist, dass Jesus der Messias und Sohn Gottes, das grösste Idol, welches man sich vorstellt, gerade bei Ihr zu Hause sitzt. Ja, der lang ersehnte Messias auf den alle gewartet haben Sitz im Haus von Martha und Sie hat nichts Besseres vor als von einer Arbeit in dies andere zu rennen. Wie in meinem Beispiel am Anfang, hatte Martha bis jetzt gar nichts von Jesus, da Sie immer versuchte Ihm möglichst zu gefallen und alles perfekt zu machen.
Doch Jesus ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um uns zu dienen
Markus 10 (SCH2000)
45 Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.
Ja, was können wir Jesus schon geben, dem alles gehört und der über alles Macht hat, wie könnten wir ihm nur Dienen?
Wie könnten wir, auch mit unserer grössten Mühe, ihm auch nur ansatzweise etwas geben, was er nicht schon besser hat? Wie hätte Martha ihm auch nur etwas genügend machen können, dem bei dem alles Perfekt ist?
Nein, niemand kann Jesus etwas geben! Denn er Besitz ja bereits alles, wir können nicht mit unserer Leistung oder irgendwelchen Diensten Jesus gefallen. Denn in seinen Augen muss alles als viel zu schlecht angesehen werden.
Doch was ist dann nun mit der Aussage Jesus, was hat Maria erkannt, was Martha nicht hatte.
Ich glaube, beide hatten eins gemeinsam, nämlich dass Sie Jesus sehr hoch schätzten. Doch nur eine hat von Anfang an begriffen, dass Jesus da ist um uns etwas zu geben und wir ihm rein gar nichts zurückgeben können.
Das wichtige, was Maria hier begriff, ist nicht, dass Sie einfach Faulenzen darf und Ihre Schwester alles alleine machen lässt. Sondern dass Jesus viel wichtiger als alles andere ist, das jedes Wort von Ihm wertvoller und unendlich wichtiger ist, als alles Weltliche. Sie wollte möglichst alles von diesem Jesus ergreifen, was er sprach. Ja, Maria hat tatsächlich begriffen um, was, dass es geht. Nämlich die Beziehung leben und zuzuhören.
Ich frage mich, über was Jesus wohl gesprochen hatte, aber wir können sicher sein, dass es sicher nicht über belangloses wie der aktuelle Wetterbericht war. Sondern dass es Worte des ewigen Lebens waren, welche Maria sehnsüchtig in sich aufgezogen hatte. Sie wollte jede Minute von Jesus Anwesenheit ausnützen und von Ihm profitieren. Sie hat das einzig Richtige gemacht und nicht versucht Jesus zu gefallen, sondern akzeptiert, dass Sie von Jesus einfach so angenommen wurde und deshalb ohne schlechtes Gewissen zuhören durfte.
Wie oft erkenne ich mich in der Rolle von Martha? Wie oft versuche ich Jesus mit meinen Werken zu gefallen, dabei weiss ich, dass ich ihm gar nichts geben kann. Wie oft setze ich meine Taten über dem zuhören und das Gebet. Wievielmal versuche ich für Gott alles perfekt zu machen, aber vergesse, dass er in diesem Augenblick eigentlich mit mir Sprechen möchte. Wievielmal versuche ich meine Leistung vor Gott hervorzuheben. Wie Vielmal habe ich mir Sorgen und Unruhe gemacht, weil ich nicht wusste, ob dies, was ich mache, genügte für Jesus.
Natürlich bedeutet dies nicht, dass wir nur noch faul herumsitzen sollten, sondern wir dürfen mit Jesus zusammen aufs Wasser hinausgehen und erleben, dass sein Wort nicht nur schön ist, sondern dass es Wirklichkeit ist. Natürlich dürfen und sollten wir auch Dienen. Jedoch dürfen wir dabei nie vergessen, von wem dieses Dienen eigentlich wirklich ausgeht. Dass es nicht unser Verdienst ist. Sondern, dass es gehorsam-schritte sind, die unsere Beziehung zu Jesus stärken und erfüllen. Denn alles, was wir aus uns versuchen zu leisten, kann in Gottes Augen nie genügen.
Doch in seiner unendlichen Liebe und Gnade, setzt uns Jesus trotzdem als seine Werkzeuge ein.
Wenn Jesus in unser Herz kommt, dann dürfen wir ihm zu Füssen Sitzen und seine Worte des ewigen Lebens hören. Denn nur mit diesen Worten finden wir die Kraft und die Macht herauszugehen und in Jesus Namen zu dienen. Nur auf sein Wort können wir auf dem Wasser laufen. Nicht, weil Jesus es nötig hätte, sondern weil er uns Liebt und uns deshalb diese Ehre geben möchte.
Maria scheint auf den ersten Blick einfach faul zu sein und wäre jemand geringeres als Jesus dort gewesen, dann würde dies sogar stimmen. Aber weil Jesus bei Ihr war und sich Zeit für Sie genommen hatte, war das einzig Richtige, was Sie mache, konnte, war zu seinen Füssen zu sitzen und jedes seiner Worte aufzusaugen.
Ich wünschte mir das uns Jesus nicht wie Martha, zusprechen muss «Du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe», sondern dass wir wie Maria, diese wertvollen Zeiten mit Jesus verbringen können.
Wir dürfen also mehr zuhören und können uns dabei weniger sorgen. Denn auf Jesus können wir all unsere Sorgen werfen.
1 Petrus 5 (SCH2000)
7 Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
Wir müssen also nicht wie Martha für Jesus sorgen, denn Jesus sorgt viel mehr für uns.