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Phoebe singt «Smelly Cat». Muss man noch mehr sagen? Sonst gibt's das Video weiter unten.
bild: nbc
Rachel, Monica, Phoebe, Ross, Joey und Chandler treffen sich mit Gästen in den alten Kulissen und reden über die Zeiten von «Friends» und was seither geschah. Hier ist eine kleine Einleitung in das Universum der Sitcom, die seit 17 Jahren zu Ende, aber unsterblich ist.
26.05.2021, 19:5327.05.2021, 13:56
Was ist das Thema von «Friends»?
Drei weisse Frauen und drei weisse Männer in ihren Zwanzigern gründen WGs oder wohnen alleine, trinken ständig zusammen Kaffee, feiern zehn Jahre lang einmal im Jahr Thanksgiving, haben DIE SCHLIMMSTEN Beziehungsprobleme und zwar andauernd, sind verschwistert oder verliebt, aber vor allem befreundet.
Sie sind sechs, die zusammenhalten und zueinander schauen, während die letzten Nachwehen der Jugend ausklingen. Und all dies mitten in Manhattan. Ihre Metiers sind: Knochen (Ross), Kochen (Monica), Mode (Rachel), Massieren und Musik (Phoebe), Schauspiel (Joe) und «statistische Analyse und Datenrekonfiguration» (Chandler).
Von links nach rechts: Rachel, Joey, Ross, Phoebe, Chandler und Monica.
Bild: AP WARNER BROS
Während zehn Jahre ins Land gehen, ordnen sich ihre beruflichen und privaten Verhältnisse minimal, Kleider und Möbel werden teurer, aber niemals so teuer wie in «Sex and the City», und immer mehr Kinder werden geboren. Das kennen wir auch aus Nachfolgeprojekten wie «How I Met Your Mother» und «Big Bang Theory». Aber «Friends» war zuerst.
«Friends» hiess lange nicht «Friends»
Die Arbeitstitel der Sitcom waren «Insomnia Café», «Friends Like Us», und «Six of One».
Die Worte «Kondom» und ...
... «Nippel» wurden im Gegensatz zu «Penis» zensuriert. Sie waren für die Sendezeit von «Friends» um 20 Uhr zu vulgär.
Den Springbrunnen aus dem Vorspann ...
... kann man in New York ewig suchen. Er steht nämlich in Los Angeles.
Der Brunnen, der niemals in New York stand.
bild: nbc
Hier gibt es die Sitcom und die Reunion zu sehen:
Alle zehn Staffeln «Friends» gibt's auf Netflix zu sehen. Das HBO-Special «Friends: The Reunion» ist ab dem 27. Mai um 9.00 Uhr auf Sky Show zu sehen.
Wer liebt wen?
- Rachel hat im Lauf der zehn Jahre Beziehungen oder Affären mit dreizehn Männern. Aus dem Sixpack sind das allen voran Ross und ein wenig auch Joey. Ihr berühmtester Datingpartner wird in Staffel 6 von Bruce Willis gespielt. Der wiederum der Vater einer Studentin ist, die eine Affäre mit Ross hat.
- Auch die stets etwas verklemmt wirkende und putzneurotische Monica bringt es auf dreizehn Männer. Aus dem Sixpack wählt die kleine Schwester von Ross den soliden Chandler. In Staffel 2 kommt sie wieder mit ihrem ultrasoliden Arzt-Ex Richard (Tom Selleck) zusammen.
- Hippie-Masseurin und Hobby-Musikerin Phoebe ist die einzige, die keinen ihrer Freunde datet, sondern fünfzehn Liebschaften ausserhalb des engsten Kreises hat. Der reiche Mike Hannigan (Paul Rudd) wird schliesslich ihre grosse Liebe.
- Der intellektuell nicht gerade überfrachtete Schauspieler Joey datet im Lauf der Jahre dreizehn Frauen. Darunter Rachel und Ursula, die Zwillingsschwester von Phoebe. Seine prominentesten Partnerinnen sind Susan Sarandon und Supermodel Elle Macpherson.
- Chandler beglückt 12 Frauen. Natürlich Monica, aber auch Kathy, die bereits mit Joey zusammen war. Was es mit Julia Roberts auf sich hat, lest ihr weiter unten.
- Der etwas weinerliche Nerd Ross und Rachel sind sowas wie Romeo und Julia der Sitcom-Geschichte. Aber insgesamt hatte auch Ross zehn grössere und kleinere Lieben. Darunter auch die Professorin Charlie Wheeler, die bereits mit Joey zusammen war.
Ross (David Schwimmer) und Rachel (Jennifer Aniston).
bild: nbc
Wurden die «Friends» eigentlich reich?
Und wie! Von 1994 bis 2004 liefen 10 Staffeln mit insgesamt 236 Folgen. In der ersten Staffel erhielten alle 22'500 Dollar pro Folge. In der zweiten gab es Abstufungen zwischen 20'000 und 40'000 Dollar pro Folge. Doch obwohl das Studio an Einzelverträgen festhalten wollte, forderten die sechs Stars gleiche Gehälter für alle. Und die gingen kontinuierlich hoch. Staffel 3: je 75'000 Dollar pro Folge. Staffel 4: 85'000 Dollar. Staffel 5: 100'0000 Dollar. Staffel 6: 125'000 Dollar. Staffel 7 und 8: 750'000 Dollar. Staffel 9 und 10: eine Million Dollar pro Folge. Mehr war TV-Stars zuvor noch nie bezahlt worden.
David Schwimmer musste als Ross ziemlich viel Glacé essen. Dabei hasst er Glacé.
Bild: http://dvdbash.wordpress.com
Was war der stilistische Einfluss von «Friends»?
Die Sitcom prägte massgeblich die Ära des sogenannten Shabby Chic. Also neue Möbel, die aussehen, als wären sie schon hundert Jahre lang von Hunden, Stiefeln oder Rasenmähern traktiert worden. Der Auslöser? Monica Gellers Wohnung und das Café Central Perk. Monicas Wohnung war mit aufgehübschten, bunt bemalten Flohmarkt-Möbeln ausstaffiert, weil Monica als angehende Köchin nicht viel Geld hatte.
Die Grösse der Wohnung mitten in Manhattan widersprach zwar Monicas Budgetproblemen, aber sooo genau konnte man es nicht in allem nehmen. Und das Sofa im Central Perk war tatsächlich schon mal für die Entsorgung vorgesehen gewesen, bevor es für die Serie rezykliert wurde.
Hier befindet sich Monicas sehr saubere Wohnung schon in einem fortgeschrittenen Einrichtungsstadium. Der funktionierende Kühlschrank war für das Team übrigens immer mit echten Getränken und Speisen gefüllt.
bild: nbc
Weil plötzlich viele gerne so leben wollten wie Monica und ihr WG-Gschpändli Rachel, verkaufte die Einrichtungskette Pottery Barn neue teure Möbel im «Friends»-Stil. Beziehungsweise stattete die «Friends»-Wohnungen zunehmend aus. Und wurde dafür von den Freundinnen und Freunden auch wieder und wieder erwähnt. Ross kaufte sich Bettwäsche bei Pottery Barn. Rachel einen antiquitösen Tisch. Und so weiter.
In der Serie arbeitet Rachel, die immer mal was mit Mode machen wollte, bei Ralph Lauren. 2019 brachte Ralph Lauren zum 25-Jahre-Jubiläum von «Friends» eine «Friends»-Linie heraus, in der die Serie allerdings überhaupt nicht zu erkennen war.
Die heimliche Hymne ...
... von «Friends» ist natürlich nicht der Titelsong «I'll Be There For You» von The Rembrandts, sondern «Smelly Cat» von Phoebe Buffay. Das Lied von der stinkenden Katze. Wieder und wieder im Central Perk gesungen, mal für eine Katzenstreuwerbung geklaut, mal in ein Musikvideo gequält ...
Phoebe und ihre «Smelly Cat»
Private Schicksale hinter den Kulissen
- 2004 ging für Jennifer Aniston nicht nur ihre Zeit als Rachel zu Ende, sondern auch ihre Ehe mit Brad Pitt. Die beiden waren sechs Jahre zusammen, als Pitt auf dem Dreh von Mr. & Mrs. Smith Angelina Jolie kennenlernte. Sie liessen sich im Januar 2005 scheiden. Pitt hatte 2001 übrigens eine Gastrolle als Gründer des «I Hate Rachel»-Clubs aus Highschool-Zeiten.
- Während Courteney Cox als Monica im Studio die Geburtsszene von Rachels Baby filmte, trauerte sie noch um ihr eigenes, das sie eben verloren hatte.
- Matthew Perrys Medikamentensucht war ein offenes Geheimnis, seine Gewichtsschwankungen während «Friends» waren dramatisch. 1997 und 2001 war er in der Rehab, um seinen Vikodin-, Methadon-, Amphetamin- und Alkohol-Konsum in den Griff zu kriegen.
- Aber: Hier kommt zur Belohnung noch eine schöne Geschichte! Matthew Perry bat in den Anfängen von «Friends» die von allen verehrte Julia Roberts, einmal mitzuspielen. Sie antwortete: «Schreib mir einen Aufsatz über Quantenphysik!» Was er mit Hilfe des ganzen Teams tat. Er faxte ihr den Aufsatz, sie begannen zu flirten – und 1995 und 96 waren die beiden ein Paar! Was schliesslich auch dazu führte, dass Roberts 1996 an der Seite von Chandler in der Serie auftrat.
Ja, hier sitzt ein echtes Liebespaar zusammen vor der Kamera: Matthew Perry und Julia Roberts.
Bild: nbc
Das wurde aus dem Sixpack
- Jennifer Aniston (Rachel) schaffte mühelos den Umstieg ins Filmbusiness und wurde mit schrägen romantischen Komödien zu einer der bestbezahlten und beliebtesten Schauspielerinnen Hollywoods. An der Seite von Reese Witherspoon (die in «Friends» Rachels verzogene kleine Schwester Jil spielt) ist sie aktuell auch Produzentin und Hauptdarstellerin der Serie «The Morning Show».
- Courteney Cox (Monica) erhielt neben vielen kleineren Rollen mit «Dirt» und «Cougar Town» zwei eigene Serien, die beide nicht an den Erfolg von «Friends» anknüpfen konnten.
- Lisa Kudrow (Phoebe) erhielt unter anderem mit «The Comeback» ebenfalls eine eigene Serie – über das immer wieder versuchte Comeback einer einstigen Sitcom-Queen. Zwischen Staffel eins und zwei lagen neun Jahre.
- Matt LeBlanc (Joey) spielte zwei Staffeln lang in «Joey» das Leben von Joey Tribbinai nach «Friends». Joe wandert nach Los Angeles aus und versucht, in Hollywood Fuss zu fassen.
- David Schwimmer (Ross) spielte unter anderem in der Sitcom «Will & Grace» mit und verkörperte für Netflix den Anwalt Robert Kardashian in «American Crime Story: The People v. O. J. Simpson».
- Matthew Perry hat wiederkehrende Rollen in «Good Wife» und «The Good Fight» und spielt Ted Kennedy in «The Kennedys: After Camelot».
Faulheit oder Genialität?
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Faulheit oder Genialität?
quelle: imgur
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