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Zangerl Hermann, Architekt, 1875-1947
Der renommierte Architekt Hermann Zangerl hat mit seinen namhaften Architektenkollegen Emil Fritschi (1877-1951), Robert Sträuli (1898-1986) und Ernst Rüeger (1898-1978) nach der Jahrhundertwende ins 20. Jhdt. viel zur baulichen Entwicklung der Stadt Winterthur beigetragen.
Nach einem Nekrolog aus der Schweiz Bauzeitung vom 31.1.1948:
Hermann Zangerl, Architekt in Winterthur, ist am 20. Februar 1947 auf einer Geschäftsreise in Le Locle an einem Schlaganfall gestorben. Er war am 19. Okt. 1875 zu Kapplim im tirolischen Paznaum zur Welt gekommen und durchlief die acht Jahre der Einklassenschule «am Platz» in der benachbarten Gemeinde See. Er bereitete sich danach an der allgemeinen Handwerkerschule zu Imst für das Berufsleben vor. Von 1890 bis 1900 war er bei der Bauunternehmung Locher & Cie. in Zürich tätig, wo schon sein Vater Saisonarbeiter gewesen war. Daselbst erlernte er zunächst das Maurerhandwerk und verdiente sich die Mittel zum Besuch von Fortbildungskursen an den Handwerkerschulen von Zürich und Imst, sowie an der K. K. Staatsgewerbeschule in Innsbruck. Dann war er als Zeichner in einem technischen Bureau beschäftigt. Anschliessend fand er eine Arbeit zu einer Sonderaufgabe bei Architekt Moossheer in Zürich. Eine nächste Anstellung fand er in der Winterthurer Architekturfirma Jung & Bridler, nachmals Bridler & Völki. Er leitete als Bauführer zahlreiche Bauten in der Stadt und ihrer weiteren Nachbarschaft. 1910 wurde er selbstständig als Gesellschafter von Architekten Prof. J. E. Fritschi. An seiner Seite vollendete er während eines vollen Vierteljahrhunderts sein eigentliches Lebenswerk. Seine Dienste wurden mehr und mehr in Anspruch genommen für Industrie-, Gewerbe- und Ladenbauten, sowie für schwierige Umänderungen an Kirchen und Profanräumen, auswärts hauptsächlich im Tösstal. Seine vorzüglichen Bauten blieben nicht unbemerkt. So unterrichtete er am kantonalen Technikum Winterthur während einiger Semester über Baukosten und über Wasserversorgung. Er wirkte lange Zeit in der städtischen Schätzungs-Kommission. Ab 1934, nach dem Rücktritt von Emil Fritschi arbeitete er in einer Bürogemeinschaft mit Robert Sträuli (1898-1986) und Ernst Rüeger (1898-1978) zusammen. Als Sechziger trat er aus der Firma aus und befasste sich mit Bauaufsichten, Gutachten und Bewertungen. Das schweizerische Bürgerrecht hatte er 1913 durch die Gemeinde Winterthur erlangt.
Noch unter Jung und Bridler zeichnete er verantwortlich für das Wohlfahrtshaus der Lokomotivfabrik und für verschiedenen Villen: Villa Prios an der Römerstrasse 32, Villa Sträuli an der Museumstrasse 60 und Villa Stucki an der Trottenstrasse 20. In eigener Regie entstanden die Gebäude für den Konsumverein an der Bankstrasse und für das Gaswerk (beide heute abgerissen). Die Fabrikanlage der Geilinger AG, das Tramdepot an der Tösstalstrasse, Ladenbauten für Optiker Eisen und vieles mehr tragen die Handschrift von Hermann Zangerl.
Neu- und Umbauten erstellte er für das Haldengut und die ZKB. Er baute das Lehrlingsheim in Oberwinterthur für die Gebr. Sulzer AG, das Druckerei-Gebäude der Konkordia an der Rudolfstrasse, sowie verschiedene Wohnkolonien insbesondere die Eisenbahner-Siedlung der Baugenossenschaft Union auf der Breite.
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