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Estrichquartiere
Im Estrich trifft man Fledermäuse meist im Sommerhalbjahr, jedoch kaum im Winter an. Die Fledermäuse hängen im Estrich frei am Dachgebälk und ihre Chegeli fallen auf den Estrichboden. Ab und zu verkriechen sich Fledermäuse im Estrich auch in Spalten am Kamin oder sie verstecken sich zwischen Dachbalken und Ziegeln oder kriechen zwischen den obersten Dachlatten unter die Firstziegel. Im Estrich trifft man Einzeltiere an und ganze Kolonien. Frei am Dachgebälk hängende Fledermauskolonien sind eine Seltenheit geworden.
Typische "Estrichfledermausarten" sind die äusserst seltene Grosse Hufeisennase, die seltene Kleine Hufeisennase, das landesweit verbreitete Grosse Mausohr, das sehr seltene Kleine Mausohr, das landesweit verbreitete und relativ häufig anzutreffende Braune Langohr und das seltene Graue Langohr. Alle diese Fledermausarten ziehen im Estrich auch Junge auf.
Hände weg!
Bereits bewohnte Estriche sind immer auch optimale Quartiere. Hände weg von den dort lebenden Tieren, diese nicht aufwecken oder gar aufscheuchen und auf keinen Fall auch noch so gut gemeinte "Verbesserungen" am Quartier durchführen.
Hauptbedrohung Renovationen!
Steht die Renovation eines Gebäudes an, in dessen Estrich sich eine Fledermauskolonie befindet, so ist bereits in der Planungsphase der Rat der Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten einzuholen. Man sollte die Hangplätze und die Ein- und Ausflugöffnungen erhalten können - und es dürfen ausschliesslich fledermausverträgliche Holzschutzmittel (pdf) eingesetzt werden.
Ich möchte Fledermäuse in meinem Estrich haben!
Grundsätzlich kommt jeder Estrich als Fledermausquartier in Frage, wenn er zwei Bedingungen erfüllt: er muss warm und ruhig sein und er muss einen geeigneten Zugang haben. Mit wenig aufwendigen handwerklichen Massnahmen kann man im Estrich optimale Hangplätze schaffen.