Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/2669

So litt der Schauspieler William Shatner (Geboren 1931), der als Captain Kirk im Raumschiff Enterprise bekannt wurde und Leonard Nimnoy (Geboren 1931), der als Superhirn der Serie „Raumschiff Enterprise“ (1966) bekannt wurde, unter einem Tinnitus. Shatner hatte einen Tinnitus auf dem linken Ohr und Nimnoy hatte einen Tinnitus auf dem rechten Ohr. Obwohl beide Schauspieler an einem Tinnitus litten, war das Leben von William Shatner durch den Tinnitus deutlich stärker beeinträchtigt als beim Schauspieler Leonard Nimnoy. Gemeinsam war bei den Schauspielern, dass sie bei Dreharbeiten zur Serie „Arena“ Hörschäden erlitten, als sie in der Nähe von Spezialeffekt- Explosionen standen. Wie stark sich der Tinnitus bei William Shatner bemerkbar macht zeigt sich an seinen eigenen Worten: „ der Tinnitus ist über mich gekrochen. Zuerst war der Tinnitus noch mit einer akzeptablen, niedrigen Lautstärke, so dass ich den Tinnitus vergessen konnte. Der Tinnitus wurde insbesondere im Stillen, bei Nacht und am Morgen deutlich hörbarer. Der Tinnitus konnte furchterregend sein und hat mich in zweifacher Art und Weise terrorisiert: Erstens war es der Klang alleine, zweitens wurde der Tinnitus lauter und ich konnte mich überhaupt nicht mehr konzentrieren oder einschlafen. Über die Jahre habe ich die verschiedensten Versuche unternommen, den Tinnitus in den Griff zu bekommen. Ich versuchte Ohrentropfen, ich kaufte ein Tinnitusmaskierungsinstrument, um die Stille zu überbrücken und kaufte japanische Musik und Aufnahmen von Naturgeräuschen, wie etwa laufendes Wasser. Es war immer besonders störend trotz der Tinnitusbeeinträchtigung durch die Nacht zu kommen. Manchmal musste ich sogar aufstehen und rumlaufen. Der Tinnitus war dann so stark, dass ich mich durch Schreibtätigkeit, durch Lesen oder durch sportliche Übungen abgelenkt habe, bis ich dann endlich einschlafen konnte. Nicht selten liess ich dabei den Fernseher die ganze Nacht laufen. Ich konnte einfach nicht ohne ein Hintergrundgeräusch einschlafen. In meinen dunkelsten Momenten hatte ich dann mir überlegt: „ Wird der Tinnitus den Rest meines Lebens so wie er mich jetzt fertig macht bestehen bleiben?“. Es kamen sogar noch schlimmere Gedanken auf, die bis zum Selbstmordgedanken reichten.
Bei Shatner war es dann so, dass die endgültige Linderung des Tinnitus 1996 durch Dr. Pawel Jastreboff von der University of Maryland-Tinnitus und Hyperakusis Center - in Baltimore kam. Dr. Jastreboff verschrieb ein hörgeräteähnliches Hilfsmittel, dass weisses Geräusch dem Gehirn angeboten hatte, so dass dass Gehirn trainiert wurde, den lästigen Tinnitus eigentlich als Hintergrundgeräusch wahrzunehmen, so als wenn man sich in der Stadt befindet und den eigentlichen Strassenverkehrslärm gar nicht mehr wahrnimmt. Für den Schauspieler William Shatner war dadurch der Tinnitus deutlich gelindert: „Ich konnte mich dadurch viel besser an den Tinnitus gewöhnen. Meine Ängste und Sorgen habe ich daraufhin in den Griff bekommen. Mit rund 80% des lästigen Tinnitus habe ich gelernt gut zurechtzukommen. Zwar habe ich noch weiterhin Tinnitus, aber der Tinnitus bereitet mit beim täglichen Leben keine Probleme mehr. Besonders wichtig ist, dass es keinen Einfluss auf meine Schauspieltätigkeit hat. Ich höre den Tinnitus meist nur noch, wenn ich schlafen gehe oder aufwache - und so geht es ja vielen.