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In Immensee fand ein Gleisumbau mit Untergrundsanierung statt, für den eine Arbeitskomposition mit Spezialfahrzeugen eingesetzt wurde. Nach Beendigung der Arbeiten am Mittwoch, 18. März 2015, um ca. 03:45 Uhr wurde die Arbeitskomposition in zwei Baukompositionen getrennt, die unabhängig voneinander Richtung Arth-Goldau fahren sollten. Die erste Baukomposition musste vor dem Spurwechsel in Brunnmatt auf die Weiterfahrt warten. Um 04:27 Uhr fuhr die zweite Baukomposition als indirekt geführte Rangierbewegung auf die vorausgefahrene, stehende Baukomposition auf. Dabei wurde ein Rangierleiter getötet, ein Gleisbauarbeiter erlitt schwere und vier Gleisbauarbeiter erlitten leichte Verletzungen. Es entstand grosser Sachschaden an Fahrzeugen und Infrastruktur.
Untersuchung
Am Mittwoch, 18. März 2015, um 04:58 Uhr traf die Meldung betreffend die Kollision zweier Baukompositionen in Immensee (SZ) bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) ein. Die Untersuchung wurde am gleichen Tag durch den Untersuchungsdienst der SUST eröffnet. Vor Ort standen verschiedene Rettungskräfte und die Kantonspolizei des Kantons Schwyz im Einsatz.
Für die Untersuchung standen zur Verfügung:
- Bestandsaufnahme vor Ort;
- Fotos, vor Ort aufgenommen;
- Aufzeichnung des Iltis-Leitsystems;
- Fahrdaten der Züge;
- Gesprächsaufzeichnungen;
- Auskünfte der Beteiligten;
- Wetterdaten;
- Aufzeichnung einer Webcam;
- Untersuchung der Funkgeräte;
- Hoheitliche und unternehmensinterne Regelungen für den Eisenbahnbetrieb.
Ursache
Die Kollision zweier Baukompositionen ist darauf zurückzuführen, dass mehrere Personen in unterschiedlichen Funktionen Vorgaben, wie das korrekte Anwenden von Prozessen für Rangierfahrten mit besonderen Fahrzeugen, das Einhalten der Sprechregeln und das Wahrnehmen definierter Rollen, nicht befolgten. Dies führte zu einem ungleichen Kenntnisstand zwischen den beteiligten Personen sowie Missverständnissen betreffend die Ausdehnung der Arbeitsstelle, Zuständigkeiten für die Strecke zwischen Immensee und dem Spurwechsel Brunnmatt und damit das Befahren der Strecke zwischen Immensee und dem Spurwechsel Brunnmatt.
Zum Unfall haben beigetragen:
- Kein Hinterfragen von Unstimmigkeiten sowie nicht sicherheitsbewusstes Verhalten mehrerer Personen.
- Die vorbestehenden Mängel am Funkgerät des Rangierleiters 2 betreffend die Schwergängigkeit der Sendetaste.
- Ein eingeschalteter Kontrollton, der den Anschein erweckte, dass der Bedienende noch bei Bewusstsein bzw. handlungsfähig ist.
Sicherheitsempfehlungen und Sicherheitshinweise
Mit dem Schlussbericht werden eine Sicherheitsempfehlung und zwei Sicherheitshinweise ausgesprochen.
Beteiligte Unternehmen:
- Eisenbahnverkehrsunternehmen: SBB AG, Infrastruktur, Bern
- Infrastrukturbetreiberin: SBB AG, Infrastruktur, Bern
- Weitere Unternehmen:
- C. Vanoli AG, Immensee
- Scheuchzer SA, Bussigny
- MEV Schweiz AG, Basel
- HPV Rail Service, La Neuveville
- Securitrans AG, Bern
Beteiligte Fahrzeuge:
- Baukomposition 1 und Spezialwagen SBB AG, Infrastruktur / Scheuchzer SA
- Baukomposition 2 mit «Puscal 2» und Spezialwagen SBB AG, Infrastruktur / Scheuchzer SA
|Info|