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Tod des Autors
Der "Tod des Autors" geht auf den französischen Semiotiker und Philosophen Roland Barthes zurück. Der "Autor" spielt in den Geschichtswissenschaften eine tragende Rolle. Die meisten Geschichtsdarstellungen sind Erzählungen von Historikern, die Quellen darstellen und in einen Deutungszusammenhang stellen. Barthes' These wurde von David J. Bolter und George P. Landow aufgenommen und auf die Ausprägungen des Hypertexts angewandt. Die These vom "Tod des Autors", der mit dem Aufkommen des non-linearen, partizipativen Textsystems Hypertext eingetreten sei, ist daher für die Praxis der Geschichstschreibung, bzw. die wissenschaftliche Aufgabe der Synthese bzw die Dimension "Schreiben" der historischern Online-Kompetenz von zentraler Bedeutung. Sie berührt die Frage, wie im Zeitalter der ICT in den Geschichtswissenschaften textuelles Wissen verfasst wird, auf zwei Weisen.
- Non-linearer Charakter des Hypertexts, der aus verknüpften, in sich geschlossenen Informationseinheiten besteht, der zur Verwischung der Grenze zwischen AutorIn und LeserIn führt (Wreading)
- Gemeinsames Erstellen und Verantworten von Text: kollaboratives Schreiben
Bedeutet der "Tod des Autors" auch das Ende der deutenden Darstellung, der Erzählung? Schreibt sich nun jede und jeder seine Geschichte selbst? Wie findet dann Austausch über die Bedeutung von Geschichte in ihrer identitätsstiftenden Funktion statt?