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Artikel MAZ
Schon im 15./16. Jh. wurde am Sulzchopf Kalkstein abgebaut. Der Steinbruch selbst wurde im Jahr 1787 angelegt. Über ein Jahrhundert lang wurden hier Kalksteine abgebaut. Die massiven Kalke aus der Sulzsteingrube waren früher begehrte Bausteine. Für viele Bauten in Basel, wie die Pauluskirche oder der Badische Bahnhof, wurde der Kalkstein aus der Sulzsteingrube verwendet.
«Im Obersulz» und Steingrubenhaus
«Im Obersulz» wohnte der Grubenmeister und weitere Grubenarbeiter. Der kleine 1788 erbaute Hof wurde auch Steingrubenhaus genannt. Das Haus gehört heute der Bürgergemeinde und liegt rund 250 m in nordöstlicher Richtung vom Steinbruch.
Das schweizerdeutsche Sulz entspricht in etwa dem hochdeutschen «Sülze» und bedeutet unter anderem «Salzbrühe, Salzlecke». Im Flurnamen verweist Sulz auf Salzquellen, aber auch auf sulzige, sumpfige, zum Teil verschmutzte Böden.
Seilbahn und Steibure
Philipp Jacob Siegfried hat schon 1831 in seinem Kartenblatt eine Seilbahn eingezeichnet. Allerdings haben wir bis heute keine weiteren Hinweise auf eine solche Seilbahn aus jener Zeit.
Bann von Muttenz, "Section I 1tes Blatt, GrossZingenBrunn, RothRiss, Sulz und StierenWald"
Karte von Philipp Jacob Siegfried, Geometer, erstellt 1831, © Museen Muttenz
Georg Pfirter-Hammel (Wirth "zur Waage") und J.J. Stamm-Beyer, Baumeister in Basel stellten 1895 ein Konzessionsgesuch für den Bau einer Seilbahn. Die Seilbahn dürfte mit dem Eintrag der Firma ins Handelsregister spätestens 1897 den Betrieb aufgenommen haben.
Die Seilbahn war einspurig mit der notwendigen Kreuzung in der Mitte der Strecke. Die baulichen Einrichtungen, das Laufrad für das Seil mit den notwendigen Einrichtungen befanden sich in der Grube. Die mit Steinen beladenen Wagen zogen die leeren Wagen hinauf.
Am unteren Ende der Seilbahn befand sich eine Rampe, wo die Steine auf die dort wartenden Steinwagen der Fuhrleute, die sogen. Steinbure, gekippt wurden.
Mit dem Aufkommen der aus Ton gebrannten Bausteine um 1910 liess die Nachfrage nach Kalkbausteinen nach. Um 1915 wurden die Einrichtungen und die Bahn abgebrochen. Die Schienen und übrigen Eisenteile sollen als Alteisen nach Italien, welches damals gerade in den 1. Weltkrieg eingetreten war, verkauft worden sein.
Das Trasse der Seilbahn ist auf der Landeskarte auch heute noch als steiler Weg eingezeichnet und auf Luftaufnahmen als Geländelinie sichtbar.
Weitere Einzelheiten zum Steinbruch und zum Sulzchopf findet man online unter
Das Bähnlein auf den Sulzchopf (Erzählung aus früheren Zeiten)
Helen Liebendörfer und Hanspeter Meier in Zusammenarbeit mit den Museen Muttenz