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Wawrinka verdiente sich den Sieg durch eine klare Leistungssteigerung ab dem zweiten Satz. Er wurde vor allem bei eigenem Aufschlag deutlich stabiler, zugleich nutzte er seine Chancen beim Return resolut. Der Backhand-Passierball bei 6:5 im zweiten Durchgang war erst sein zweiter Breakball der gesamten Partie, den vierten verwertete er 45 Minuten später zum Matchgewinn. Die gute Chancenverwertung hatte Wawrinka zu einem gewissen Grad auch der Risikobereitschaft von Kyrgios zu verdanken. Zweimal versuchte es der Australier in den Schlüsselmomenten mit Serve-and-Volley beim zweiten Aufschlag.
In der 2. Runde trifft Wawrinka auf den 26-jährigen Marton Fucsovics (ATP 51). Das bisher einzige Duell mit dem ehemaligen Junioren-Wimbledonsieger aus Ungarn verlor der Schweizer im Mai in Genf deutlich. Fucsovics feierte im Anschluss seinen ersten ATP-Sieg.
Die Vorstellung, dass Wawrinka in seinem Auftaktspiel in Toronto noch ins Spiel finden könnte, brauchte zunächst Fantasie. Zwar kam der 33-jährige Schweizer gleich im ersten Game zu einem Breakball, danach konnte er den 1,93 m grossen Australier in dessen Aufschlagspielen lange nicht mehr in Bedrängnis bringen. Da er gleichzeitig schlecht servierte (nur 38 Prozent der ersten Aufschläge waren im ersten Satz im Feld), entwickelte sich zunächst eine einseitige Partie. Vom 1:1 bis zum 1:6 gewann der zehn Jahre jüngere Kyrgios fünf Games in Serie.
Erst im zweiten Satz fand Wawrinka zu mehr Konstanz. "Crazy Kyrgios" seinerseits agierte in einigen Momenten unkonzentriert und leichtsinnig, fast schon arrogant. Einige Punkte schenkte er mit missglückten Showeinlagen ab. In der entscheidenden Phase im zweiten Satz schienen sich bei Kyrgios zudem die Beschwerden an der rechten Hüfte am stärksten bemerkbar zu machen. Kurz zuvor hatte er sich länger behandeln lassen.
Der Sieg gegen Kyrgios ist für Wawrinka nicht nur deshalb wertvoll, weil er in der Weltrangliste rund 30 Plätze gutmachen wird. Es ist im zwölften Turnier auch erst die siebte gewonnene Partie des im ATP-Ranking zwischenzeitlich aus den Top 200 gefallenenen Waadtländers. "Was ich brauche, sind Siege für das Vertrauen", hatte Wawrinka vor dem Spiel gesagt. Genau ein solcher gelang ihm gegen Kyrgios.
(sda)