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- "Arabia 2", Filmstill 1, ca. 1991/2017
- C-Print auf Fuji-Papier
- Auflage: 21
- Bildgröße: 28,00 cm x 36,00 cm
- Blattgröße: 28,00 cm x 36,00 cm
- Produktion: Michel Dettling
- CHF 460.00
- verfügbar
Das druckgraphische Werk des Schweizer Künstlers Klaus Lutz wurde seit 1984 von der Edition VFO in Zürich verlegt. Ab 1987 begann Lutz, seine Zeichnungen und Zeichen auch in den erweiterten Raum des bewegten Bilds einzuschreiben. Bis 2009 entstanden rund zwanzig 16mm-Filme.
Für die Ausstellung Not Really For Sale, die 2007 in der Galerie Elga Wimmer in New York stattfand, schuf Klaus Lutz einen handgefertigten Faltprospekt, 12 Silent Films by Klaus Lutz, 1988–2004, in dem er seine bis zu diesem Zeitpunkt fertig gestellten Filme mit je drei Filmstills visuell repräsentierte.
Die Filmstills von Klaus Lutz sind eigenständige Werke. Sie wurden vom Künstler selbst vom projizierten 16mm-Filmbild abfotografiert: zum Zweck der näheren Betrachtung seiner Kompositionen. Die hier als posthume Edition, in Zusammenarbeit mit dem Verein für die Erhaltung des Werks von Klaus Lutz, herausgegebene Dreiergruppe stammt aus dem erwähnten Faltprospekt 12 Silent Films und folgt den editorischen Vorgaben des Künstlers. Die Prints wurden von den Originalnegativen aus dem Nachlass von Klaus Lutz abgezogen.
„The great Flood“ (Die grosse Flut) geht auf ein Naturspektakel und ein „Spektakel“ der globalen Krise zurück. Klaus Lutz stand für Filmaufnahmen am East River unter der Brooklyn Bridge und war erstaunt über die Kraft (Flut) des Atlantiks, die den Fluss hochdrückte. Eine Flut des Elends, von der Wirtschaftskrise ausgelöst, sah er in den wachsenden Menschenschlangen vor den Missionsspeisungen der Stadt. Die Welt auf dieser Radierung lässt sich über das zweigeteilte „Portrait“ des Stechers zusammensetzen (der Oberkörper auf dem ersten Blatt, die Beine auf dem letzten).
Die Arbeit am monumentalen „Marsschatten“ wurde durch die Invasion Israels in den Gazastreifen ausgelöst. Zur selben Zeit setzte sich Klaus Lutz mit der Geschichte des Warschauer Ghettos auseinander. Herauszulesen sind - die Reihenfolge der „Erzählung“ hat der Künstler von rechts nach links festgelegt – der Titel einer Untergrundzeitung (hebräische Buchstaben), die Bunker, wo die Zeitung gedruckt wurde, ein Plan des Ghettos, ein Hammer, der auf eine Patronenhülse schlägt und vieles mehr. Gemäss Klaus Lutz ist es nicht eine Arbeit nur über das Warschauer Ghetto, sondern über Katastrophen, die sich immer wiederholen können – im Schatten des (Kriegsgottes) Mars.
„The Fishman“ ist ein Protokoll der Phantasie und der Realität, die dem Künstler in New York begegnen. Klaus Lutz stellt aus verschiedenen „Sets“ die 3,8 x 3,8cm grossen Platten zusammen: Auge, Fischkörper mit Zunge, Quadrat mit Lampe, Raster, menschliche Figur, rote Pistole. Ein Element übernimmt immer die Brückenfunktion ins nächste Bild. Die gebogene Linie auf der letzten Platte unten rechts führt wieder ins erste Bild zurück. Loopartig macht das Auge die Runde auf dem Blatt. Die fünfte Platte zeigt einen Ausschnitt eines neuassyrischen Rollsiegels: ein Mann, in einen Fischmantel gehüllt, streckt ein Bein und einen Arm heraus. Die rote, Signet artig entworfene Pistole ist ein Flashback auf eine Party, an der Klaus Lutz zusammen mit einer anderen Person „Licht- und Schall ausströmende Pistolen zu betätigen hatten“- Kinderpistolen. Der Künstler trifft während der Dreharbeiten zu seinem Film „Titan“ eine Japanerin namens „Fish“ (im Film rettet ein Fisch u.a. den gekreuzigten Titan, mit ihm fliegt/schwimmt er über Manhattan hinweg ins Zeitlose). Diese Begebenheiten verarbeitet Klaus Lutz in seiner Arbeit. Das Etui oder die Mappe für die Radierung ist für den Künstler nicht einfach ein rotes Papier, sondern, man höre und staune, ein veritabler „Goldfisch“- er behütet das verschluckte Blatt. Und bringt vielleicht Glück.+ mehr- weniger
Nietzsche, Mahler, Lutz. Im Sommer 2007 hört Klaus Lutz in New York – ‘mit weit geöffneten Ohrtrichtern’ – eine Direktübertragung aus Luzern von Mahlers 3. Symphonie, u.a. ‘Zarathustras Mitternachtslied’. Ein Jahr später kommt ihm das Buch ‘Erinnerungen an Gustav Mahler’ (1923) in die Hand, darin ein faksimiliertes Blatt einer Handschrift des Komponisten. Auf diesem Blatt das Gedicht Friedrich Nietzsches, welches Mahler für seine Symphonie verwendet hat (aus ‘Also sprach Zarathustra’): ”O Mensch gieb Acht!/ Was spricht die tiefe Mitternacht?/ Ich schlief, ich schlief…”. Gemäss Klaus Lutz liest sich seine neuste Arbeit für den VFO von rechts nach links, quasi gespiegelt. Wer sie ganz lange betrachtet, erreicht vielleicht sogar das Ende des Nietzsche-Zitats: ”…Doch alle Lust will Ewigkeit / Will tiefe, tiefe Ewigkeit!”+ mehr- weniger
Lutz filmt mit einer 16 mm Kamera Strassenszenen, Modelle von Städten und Häuserfluchten, aber auch von kosmischen Räumen und fügt mittels Mehrfachbelichtungen Aufnahmen seiner eigenen verkleideten Person und von Zeichnungen verfremdend dazu. Zur vorliegenden Arbeit hat Klaus Lutz ein Ausstellungsaufenthalt auf Schloss Ringenberg (Niederrhein, D) inspiriert. Entstanden ist eine Geschichte über malende Schnecken, Roboterskulpturen, tanzende Menschen und ein „red lady“ genanntes Schlossgespenst+ mehr- weniger
Lutz filmt mit einer 16 mm Kamera Strassenszenen, Modelle von Städten und Häuserfluchten, aber auch von kosmischen Räumen – in den letzten Jahren aus und in New York – und fügt mittels Mehrfachbelichtungen Aufnahmen seiner eigenen verkleideten Person und von Zeichnungen verfremdend dazu. “To Lady Butterfly“ ist eine Hommage an eine japanische Bekannte, die Klaus Lutz zu einem «Pas de deux» in Kupfer animierte.+ mehr- weniger
- BIGSTARWAY 2002
- Kaltnadelradierung (Leporello)
- Auflage: 20
- Bildgröße: 6,00 cm x 144,50 cm
- Blattgröße: 6,00 cm x 144,50 cm
- Produktion: Klaus Lutz, New York
- CHF 600.00
- vergriffen
- MURAL (first state) 2005
- Kaltnadelradierung (Leporello)
- Auflage: 4
- Bildgröße: 15,00 cm x 85,50 cm
- Blattgröße: 15,00 cm x 85,50 cm
- Produktion: Klaus Lutz, New York
- CHF 720.00
- vergriffen
Der 1940 in St. Gallen geborene Klaus Lutz war nach einer Lehrerausbildung und nach dem Studium der Architektur an der ETH Zürich zunächst als Primarlehrer tätig. Von 1972 an datiert seine künstlerische Beschäftigung mit der Technik des Kupferstichs und der Kaltnadelradierung in der Auseinandersetzung mit dem Werk von Robert Walser. Es entstehen bis 1978 ausschliesslich und später immer wieder Bücher und Büchlein zu den Prosastücken dieses Dichters. 1978-1982 lebt und arbeitet Lutz in Genua, später in Zürich und ab 1993 hauptsächlich in einer kleinen Wohnung im East Village in New York. 1987 entsteht sein erster kurzer Film und seither fast jedes Jahr ein weiterer Experimentalfilm. Lutz filmt mit einer 16mm Kamera Strassenszenen, Modelle von Städten und Häuserfluchten, aber auch von kosmischen Räumen - in den letzten Jahren aus und in New York – und fügt mittels Mehrfachbelichtungen Aufnahmen von seiner eigenen verkleideten Person und von Zeichnungen verfremdend dazu. Die Aufführung dieser Filme mit ihren künstlichen, fantastischen Welten – sie dauern ein paar Minuten oder bis zu einer knappen halben Stunde - geschieht meist in Performances, manchmal als Endlosstreifen oder auf einen riesigen Ball als „Leinwand“ projiziert. In der Helmhaus-Ausstellung von 1999/2000 hat Lutz einige dieser Werke unter dem Titel „Acrobatics“ als Filminstallationen gezeigt und zur Aufführung gebracht. Das ist die eine Seite seiner künstlerischen Bemühungen. Daneben hat er immer wieder Sequenzen aus diesen Filmen als eine Art Bildergeschichten hintereinander oder ineinander übergehend als Kaltnadelbildstreifen in kleiner Auflage gedruckt. Der Verein für Originalgraphik hat seit Mitte der 80er Jahre zunächst Blätter herausgegeben, die aus vielen kleinen Bildchen komponiert waren, später dann immer wieder kürzere und längere Bildstreifen, die wie Teile von radierten gezeichneten Drehbüchern wirken. Sie entstehen parallel zu seinen Filmen. Es handelt sich um eine höchst originelle Art von kleinen Buchobjekten: die Streifen sind leporellomässig gefaltet, können wie ein kleines Buch betrachtet oder als Streifen ausgelegt werden. Dazu gehört jeweils eine zierliche, aus Karton gestaltete Schachtel, die das Ganze zu einem unverkennbaren „Klaus Lutz“ macht. Der Künstler hat in seiner kleinen Atelierwohnung nicht nur sein Filmstudio, sondern er ist auch eingerichtet, diese Drucke auf einer winzigen Presse mit einem minimalen Materialaufwand selber zu drucken. Zwar wollte er mehrmals diese Druckarbeit aufgeben, aber über Jahre war die Produktion dieser kleinen Buchkunstwerke die einzige Einnahmequelle, die Lutz aus der künstlerischen Tätigkeit hatte. Zum grossen Glück! So wichtig und interessant und zeitgemäss die Filmarbeit und neuerdings die Produktion von Filmstills auch ist, als Freunde spannender Druckgrafik schätzen wir dieses zweite Bein, auf dem dieser Künstler steht und geht.+ mehr- weniger