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Astronomische
Uhren, die auf Sternwarten gebrauchten, möglichst genau gehenden Pendeluhren, welche bei astronomischen Beobachtungen zur Bestimmung der Zeit, in welcher irgend eine Erscheinung am Himmel stattfindet, angewendet werden. Oft versteht man aber auch solche künstliche Räderwerke darunter, welche Erscheinungen am Himmel selbst im kleinen möglichst getreu nachahmen, z. B. die Bewegung der Planeten um die Sonne und der Nebenplaneten um ihren Hauptplaneten, nebst den dadurch für uns Erdbewohner hervorgebrachten Phänomenen, z. B. Finsternissen, Sternbedeckungen etc. Die zweite Klasse von astronomischen Uhren ist viel älter als die erste. Lange vor der Erfindung der eigentlichen Räderuhren (Gewichträderuhren) hatten die Chinesen schon solche astronomische Uhrwerke, welche den Lauf der Himmelskörper anzeigten; sie wurden entweder durch Wasser getrieben, oder durch Menschenhände mittels einer Kurbel in Bewegung gesetzt. Namentlich stellten sie vermöge eines darauf berechneten Räderwerks die Bewegung der Sonne, des Mondes und der fünf Planeten vor, die Konjunktionen, Oppositionen, die Sonnen- und Mondfinsternisse, die Bedeckungen der Sterne etc. Man sah daran die Länge der Tage nebst den über und unter dem Horizont befindlichen Sternen. Ähnliche astronomische Uhrwerke kannten auch schon die alten Griechen und Römer. Dahin gehört des Archimedes Sphäre sowie die Uhrwerke des Chromatius, Boetius, Pacificus u. a. Vollkommnere Werke dieser Art kamen aber erst nach der Erfindung der eigentlichen Räderuhren zum Vorschein. Vorzüglich berühmt wurde das
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unter der Aufsicht des berühmten Mathematikers Dasypodius von den drei geschickten Künstlern Isaak, Abraham und Josias Habrecht in den Jahren 1571 bis 1574 verfertigte, neuerdings nach langem Stocken wieder in Gang gebrachte Kunstwerk im Münster zu Straßburg. Ähnliche astronomische Uhrwerke besitzen Prag, Lübeck, Augsburg, Lyon, Versailles u. a. O. Auch in kleinerm Maßstab, für Zimmer, sind solche Uhrwerke verfertigt worden.