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Solange die Bäume klein sind und durch die Schneelast flach auf den Boden gepresst werden, verursachen Lawinen, Schneegleiten und Schneesetzung meist keine grossen Schäden. Die Bäume richten sich nach der Ausaperung (Schneeschmelze) wieder auf. Schneebewegungen können die Bäume erst ernsthaft verletzen, wenn die Stämme dicker und damit weniger flexibel geworden sind. Die Äste werden abgebrochen oder ausgerissen. Am Stamm entstehen Schürfungen, Risse und Stammspaltungen. Solche Verletzungen sind für den Baum nicht unmittelbar tödlich. Sind dies seltene Ereignisse, können die Verletzungen wieder vollständig ausheilen. An steilen Lawinen und Gleitschneehängen verheilen solche Verletzungen kaum, da die Bäume jeden Winter solchen Schneebewegungen trotzen müssen. Die instabilen Bäume werden durch Schneebewegung entwurzelt oder gebrochen (Stammbruch).
Die Wuchsform der Bäume wird vor allem durch den Schneebewegungen beeinflusst. Schon die normale Setzung der Schneedecke nach Schneefällen bewirkt an Steilhängen eine talwärts gerichtete Bewegung (Schneekriechen), welche die Stämme zu Boden drückt. Oft können sich grössere Bäume (3 bis 5 Meter) während der Vegetationsperiode nicht mehr ganz aufrichten und bleiben somit talwärts geneigt. Vor allem an südlich exponierten, steilen Hängen rutscht die ganze Schneedecke langsam talwärts (Schneegleiten). Dies führt bei Bäumen schon früh zu säbelförmigem Wuchs. 20 Jahre nach der Pflanzung hatten 70 Prozent der Bäume talwärts geneigte Stämme oder Säbelwuchs.
In der Aufforstung Stillberg wiesen 20 Jahre nach der Pflanzung 2 Prozent der Bäume Stammbrüche oder -spaltungen auf. Diese Verletzungen sind vor allem an den Sonnenseiten der Hangrippen zu beobachten, also auf den Standorten mit guten Wachstumsbedingungen. Einige wenige Bäume wurden durch Lawinen vollständig abgebrochen. Mit zunehmendem Stammdurchmesser werden aber diese Schäden stark zunehmen.