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Als Mitte Winter bekannt wurde, dass Mykhailo Mudryk bei Chelsea unterschrieben hatte, wollten viele Fans wissen, was dieser Spieler in seinem Leben gemacht hatte, um so viel Geld zu kosten (70 Millionen Euro plus 30 Millionen Euro Bonuszahlungen). Sie besuchten die Website von Transfermarkt, auf der man sowohl den Werdegang eines Spielers als auch seinen Marktwert finden kann.
Da die auf dem Profil des Ukrainers angezeigte Summe 40 Millionen Euro betrug, schlossen sie daraus, dass Chelsea ein schlechtes Geschäft gemacht hatte.
Mykhailo Mudryk has only scored 10 goals this season.— Ranvir (@LFCRan) January 17, 2023
Chelsea paid £88.6 Million for him.
That's £8.86 Million for every goal.
Very high price for a man who's worth €40 Million (£35.357 Million) according to Transfermarkt.
Das ist natürlich kein endgültiges Urteil, aber es zeugt von der Glaubwürdigkeit, die der Website von den Fans entgegengebracht wird. Die Spieler selbst geben zu, dass sie diese wahre Online-Fussballenzyklopädie konsultieren, auf der sie die Marktentwicklung und ganz nebenbei auch ihre persönlichen Daten einsehen können.
Cristiano Ronaldo nahm letztes Jahr Anstoss daran und blockierte sogar das Fussballportal auf Instagram, weil er sich darüber ärgerte, dass Transfermarkt ihn mit «nur» 75 Millionen bewertet hatte. Der Wertmanager Christian Schwarz, der die Zahlen auf der Website auf Konsistenz überprüft, indem er zahlreiche Informationen kombiniert (Meinungen von Experten und Fans, Vergleiche mit dem Wert von Spielern in Nachbarländern usw.), hatte gegenüber dem Portugiesen argumentiert, jedoch ohne Erfolg.
Diese Debatte hat die Popularität von Transfermarkt noch weiter gesteigert. Die Seite wird von allen, die in der Welt des Fussballs tätig sind, besucht: Fans, Spieler, Scouts und Agenten. Letztere finden hier Informationen darüber, wann die Verträge der einzelnen Spieler auslaufen und mit welchen Vermittlern bestimmte Talente bereits zusammenarbeiten.
Diese Freude wurde jedoch aus einer Frustration heraus geboren. Die von Matthias Seidel, einem Computeringenieur, der enttäuscht war, dass er im Jahr 2000 keine Informationen über seinen Lieblingsverein (Werder Bremen) finden konnte. Er hatte die Idee, eine Website zu erstellen, «auf der alle Fans Gerüchte über ihre Vereine posten und lesen konnten.»
Das Projekt wuchs sehr schnell, sodass 2008 der deutsche Medienkonzern Axel Springer 51 Prozent der Seidel-Anteile übernahm. Die Plattform, die in 14 Sprachen verfügbar ist, wuchs in der Folgezeit immer weiter. Mittlerweile bietet sie Informationen zu 1'008'987 Spielern, 92'705 Vereinen, 1888 Wettbewerben oder 328 Ligen. Mit wenigen Klicks kann man alles erfahren: z. B. die Verletzungsgeschichte von Mykhailo Mudryk oder die Anzahl der Minuten, die das Wunderkind im ukrainischen Pokalwettbewerb mit Desna Tschernihiw im Jahr 2020 gespielt hat (Antwort: 65).
Das Unternehmen hat heute etwa 50 Mitarbeiter, mit Teilzeitkräften sogar über 60. Die Einstellungen folgen in der Tat der Kurve der Einschaltquoten.
Ein solcher Erfolg bringt Seidel, der immer noch 39 Prozent der deutschen Website besitzt, und seinen Kollegen natürlich viel Geld ein. Wie viel genau? Die Verantwortlichen der Online-Enzyklopädie geben keinen Betrag bekannt. Laut einer Quelle stammt der Grossteil der Einnahmen aus Werbung, aber nicht nur.
Transfermarkt versucht nun, seinen Inhalt zu diversifizieren und möchte seinen Lesern mehr persönliche Statistiken anbieten, damit sie sich eine noch genauere Meinung über den neuen Star (oder den zukünftigen Ersatz) bilden können, den ihr Verein gerade verpflichtet hat.