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||Die ‹schillernde Figur› in der Komponistenszene - es wäre ein abgegriffenes Cliché, gäbe es nicht Clarence Barlow, der sich diesen Titel auf sperrigste Art und Weise verdient. 1945 im indischen Kalkutta geboren, wird er in Wikipedia etwas hilflos als «internationaler Komponist» bezeichnet. Und wirklich: Er figuriert als Klarenz Bahrlo oder Clarens Baarlo, er wirkte und wirkt in Köln, Den Haag und seit kurzem im kalifornischen Santa Barbara; Seine musikalischen Arbeitsgebiete reichen vom Programmieren altertümlicher Gerätschaften wie Disklavier und Atari bis zum (richtigen!) Klavierkonzert, vom Erstellen abenteuerlicher Statistiken über mikrotonale Harmonik bis zur rauschhaft klangsinnlichen Umsetzung gesprochener deutscher Sätze in einer klassischen Ensembleinstrumentation. Seine Stücke können «Çoğluotobüsişletmesi» heissen, «Ludus ragalis» oder «Farting quietly in church» …

Wie die Titel durchblicken lassen, verwendet Barlow für seine Stücke oft Modelle - musikalische aus europäischer oder indischer Tradition, aber auch statistische oder physikalisch-akustische - um dann, oft mittels computergestützter Verfremdungen, seinen höchst eigenständigen Tonfall zu finden.
Ein Portrait dieses in vieler Hinsicht aus der Reihe tanzenden Komponisten ist in der Schweiz seit langem überfällig. Das hochkarätige Ives Ensemble aus Amsterdam, das bei zahlreichen Gelegenheiten mit Barlow zusammengearbeitet hat, spielt Kompositionen für Klaviertrio und Klavier solo aus den Jahren 1973-1999.