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Erstmals seit der Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Bernerinnen im Jahr 1970 haben die Frauen im Berner Stadtparlament eine Mehrheit. Ab der Sitzung vom 31. August 2017 verteilen sich die insgesamt 80 Sitze im Stadtrat neu auf 41 Frauen und 39 Männer.
Hiess es noch im Februar 1840 in der Schweiz: „Es ist ein Mangel in unserer Verfassung und Gesetzgebung, dass das weibliche Geschlecht nicht vollkommen emanzipirt ist.“ hat sich das heutzutage dramatisch geändert.
Hinter diesem historischen Ergebnis steht einerseits die Tatsache, dass die Frauen bereits bei den Parlamentswahlen im November 2016 ausserordentlich erfolgreich abschnitten: Sie gewannen 38 Sitze (47,5 Prozent) und egalisierten damit das Rekordergebnis bei den Wahlen 2012. Andererseits ist seit Januar 2017 bei drei der bisher fünf Rücktritte eine Ersatzkandidatin für einen ursprünglich gewählten Stadtrat nachgerückt, womit sich das Verhältnis sukzessive zu einer Frauenmehrheit hin verschoben hat.
Mit einem Frauenanteil von 51 Prozent steht der Stadtrat von Bern gegenwärtig im Vergleich mit den übrigen Städten in der Schweiz deutlich an der Spitze. Im Stadtparlament von Zürich beispielsweise werden lediglich 32 von 125 Sitzen von Frauen besetzt, was einem Anteil von knapp 26 Prozent entspricht. Allerdings handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme, tritt doch während der vierjährigen Legislaturperiode rund die Hälfte der gewählten Mitglieder aus dem Stadtrat zurück und wird ersetzt.
In der Legislatur 2013-2016 hat dies zu einem markanten Rückgang des Frauenanteils im Stadtrat geführt: Von den ursprünglich gewählten 38 Stadträtinnen sassen am Ende nur noch deren 33 im Parlament, wobei der Anteil zwischenzeitlich sogar auf 29 Sitze gesunken war.