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Schlangen begegnen sich einzig und allein zur Reproduktion – in der Regel im Sommer.
Die Kopulation
Sie findet nur zwischen männlichen und weiblichen Exemplaren der gleichen Spezies statt. Aus diesem Grund sondern die weiblichen Tiere während ihrer reproduktiven Phase spezifische chemische Substanzen ab, mit denen sie ein männliches Tier der gleichen Spezies anlocken.
Die Männchen können ein Weibchen mittels eines Kriegstanzes erobern: Sie greifen sich gegenseitig zwar nicht direkt an, sondern rempeln sich an – derjenige, welcher dabei weggeschoben oder umgeworfen wird, zieht sich zurück.
Vor der Kopulation reibt das männliche Exemplar die Unterseite seines Kopfes gegen den Rücken des Weibchens. Im Moment der Kopulation legen sich die Afteröffnungen von Männchen und Weibchen aneinander – der vom Blut erigierte Hemipenis wird in die weibliche Kloake eingeführt und die Spermienentladung erfolgt. Der Hemipenis besitzt winzige Kalkdornen, welche an der Wand der weiblichen Vertiefung haften, um zu verhindern, dass das Paar sich während der Kopulation löst. Das Paar ist während dieses Vorgangs, der zwischen ein paar Minuten bis zu 72 Stunden dauern kann, besonders durch Beutejäger gefährdet.
Das weibliche Tier kann das Sperma über Jahre aufbewahren – oder die Eier gleich nach der Kopulation befruchten.
Schlangen können Eier legen (ovipar) oder lebende Jungen gebären (vivipar). In Brasilien gehören die meisten Schlangen zu den Eiern legenden (ovipar).
Ovipar
Der Legevorgang dauert zirka 15 Minuten. Einige Arten legen ihre Eier gleich nach der Befruchtung, dann dauert es zirka 3 bis 4 Monate, bis sich das Jungtier vollkommen entwickelt hat.
Andere Spezies legen ihre Eier erst 3 oder 4 Monate nach der Befruchtung ab – in diesem Fall sind die Jungen bereits voll entwickelt.
Die durchschnittliche Anzahl der Eier ist je nach Spezies unterschiedlich, sie kann zwischen 1 und 100 Eiern variieren. Die Eier werden an einer schattigen Stelle am Boden abgelegt. Sie haben eine elyptische Form und besitzen eine pergamentartige, flexible und resistente Schale, im Allgemeinen sind sie weiss.
Die grosse Mehrheit der Spezies verlässt ihre Eier sofort nach dem Legen. Sind die Eier dann reif, reissen die Jungen die Schale mittels eines Eizahns auf, den sie kurz danach verlieren – und machen sich sofort auf die Suche nach Wasser und Nahrung.
Die lebend gebärenden Schlangen warten bis die Embrionen, eingehüllt in Membranen, sich im Körper des Muttertieres entwickelt haben. Die Zeit zwischen Befruchtung und Geburt beträgt 60 – 70 Tage, je nach Spezies. Die Anzahl der Jungen kann zwischen 1 – 50 bei jeder Geburt variieren. Diese Babyschlangen kommen bereits voll entwickelt auf die Welt – sie entfernen sich sofort von der Mutter und den Geschwistern auf der Suche nach Wasser und Nahrung.
Jungtiere
Die Anzahl der Jungen variiert entsprechend der jeweiligen Art – die Mehrheit wird mit einer Länge von zirka 20cm geboren. Die Geburt vollzieht sich in der Regel Während der zweiten Hälfte der Regenzeit.
Das Überleben der Babyschlangen hängt von ihrem eigenen Glück ab, denn es gibt nur ganz wenige Schlangenarten, die ihre Eier und Jungen beschützen:
Die Lachesis muta rollt sich ein, rund um die Eier, und verbleibt so regungslos bis die Jungen schlüpfen. Die Pseudoeryx plicatilis, eine halb-aquatische Spezies, greift Eindringlinge an, die sich ihren Eiern nähern.
Junge Schlangen können ihren Eltern entweder aufs Haar ähneln oder ganz unterschiedliche Farben und Zeichnungen aufweisen, um auf diese Weise fast unsichtbar in ihrem Habitat heranzuwachsen (dies hängt davon ab, wodurch sie besser geschützt sind : durch die Eltern oder durch ihr Ambiente) – und später, mit dem Heranwachsen, nehmen sie dann langsam ihre endgültige Farbe und Zeichnung der ausgewachsenen Tiere an – dank dem stetigen Wechsel ihrer Haut.
Schlangen der Spezies Corallus caninus sind ein gutes Beispiel für den beschriebenen Farbwechsel während des Heranwachsens: diese Schlange ist rot in ihrem Jugendstadium und wenn sie erwachsen ist, wird sie grün!