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Bei der Gestaltung digitaler Lehre sollten Sie sich überlegen, welche Werkzeuge Sie wofür einsetzen. Das 3C-Rahmenmodell nach Kerres und de Witt [1] hilft Ihnen, mediengestützte Lernprozesse zu strukturieren.
Das Modell beschreibt ein Lernangebot als ein Arrangement, das aus drei Komponenten besteht:
Die Content Komponente stellt Materialien für den Lernenden zur Verfügung und repräsentiert die individuelle Wissensaneignung.
Die Communication Komponente ermöglicht den persönlichen Austausch zwischen Lernenden oder zwischen Lernenden und Lehrkräften.
Die Construction Komponente steht sinngemäss für die Konstruktion von Wissen. Diese Komponente unterstützt und begleitet sowohl individuelle als auch kooperative Lernaktivitäten, um aktiv an Lernaufgaben zu arbeiten.
Die Komponenten können je nach didaktischer Konzeption zusammengestellt werden, sie müssen nicht zu gleichen Teilen eingesetzt werden. Zum Beispiel: Bei der Wissensvermittlung durch Video ist der Content Anteil sehr hoch, mit einer Gruppendiskussion (in Präsenz oder virtuell) könnte eine kommunikative Komponente eingebaut werden. Wie Sie die Komponenten einsetzen, hängt vom jeweiligen Lernziel ab. Kerres und de Witt geben hierzu einen Überblick (S. 105 ff).
Für die Umsetzung der einzelnen Komponenten stehen unterschiedliche mediale Formate und digitale Werkzeuge zur Verfügung. In diesem Programm finden Sie verschiedene Things, die Sie nutzen können:
Content Elemente umsetzen oder nutzen: Video, Screencasting, Audio, Bilder, Infografik
Kommunikation unterstützen: Lernforum, Online-Kollaboration, Webmeeting
Wissenskonstruktion gestalten: Quiz, Digitale Lernnachweise, Lernforum, Webmeeting
Bemerkung: Ein Werkzeug oder Format kann für verschiedene Zwecke genutzt werden, z.B. kann ein Bild sowohl Wissen vermittlen (Content) als auch Produkt einer Wissensaufgabe sein (Construction). Die obige Auflistung soll als Empfehlung verstanden werden.
Aktivitäten
Denken Sie an eine Lernsequenz bzw. Lernangebot aus Ihrem Fachbereich und untersuchen Sie diese mit Hilfe des 3C-Modells. Beschreiben Sie Ihre „Komposition“. Welche Komponenten setzen Sie ein? Und welche Formate und Werkzeuge werden hierfür genutzt? Versuchen Sie Ihre „Komposition“ grafisch zu skizzieren. Schreiben Sie einen kurzen Beitrag im Forum Things Journal: wie hilfreich finden Sie das 3C-Modell, um Lerneinheiten mediengestützt zu konzipieren?
Ressourcen
- Kerres, M./Witt, C. D. (2003): A Didactical Framework for the Design of Blended Learning Arrangements. In: Journal of Educational Media 28, S. 101–113. Zugriff für Angehörige der Hochschule Luzern via Campusnetz oder VPN möglich.
- Kerres, M. (2005). Didaktisches Design und eLearning. Zur didaktischen Transformation von Wissen in mediengestützte Lernangebote. Vorabdruck aus D. Miller (Hrsg.), eLearning. Eine multiperspektivische Standortbestimmung. Bern: Haupt.
Download: https://learninglab.uni-due.de/sites/default/files/kerres4miller-final_0_0.pdf
Titelbild: Eigene Darstellung der Komponenten des 3C-Modells (aus Kerres / deWitt 2003)