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Bishnoi - Hüter der Wildnis
Wenn die Morgenröte den Horizont erhellt und die Sonne im Osten aufsteigt, formen Licht und Schatten das Einfallen der Sonnenstrahlen in die Landschaft der Wüste. Das Muster und die Gestalt der Sanddünen verändern sich jede Minute, bis das Licht so stark blendet, daß alles verschwindet. Offensichtlich trägt dieses leblose, kahle Ödland seinen Namen zu recht - Wüste. Sie ist eine Verlängerung der arabischen Sahara-Wüste. Sie liegt ziemlich in der Mitte zwischen Pakistan und Indien und wird als die große indische Thar-Wüste bezeichnet.
Ist es eine richtige Wüste? Anscheinend ja! Es ist eine rauhe Umgebung mit verbotenen Temperaturen von über 50 Grad im Sommer und unter Null Grad in Winternächten. Die Hitze wird noch verstärkt durch trockenen heißen Wind und die Kälte durch eiskalten Wind. Diese rauhen Bedingungen lassen das Land weiter veröden, besonders, wenn der Regen jedes Jahr aufs neue ausbleibt. Es gibt kein Wasser an der Oberfläche. Wo es doch welches gibt, ist es mehr Salzwasser als Trinkwasser. Es gibt nur wenige, tiefe Brunnen. Durch die unzuverlässige Versorgung mit Wasser und Nahrung sowie schlechte Fütterungsmöglichkeiten wird das Leben für Mensch und Tier zum Risiko.
Und doch gibt es in vielen Pflanzenarten üppiges Leben in pflanzenwachstumsfördernden Gebieten, von Steppe zu Bäumen und Salzpflanzen zu Dürrpflanzen. Diese Pflanzen ernähren eine Reihe von Lebewesen, die an erster Stelle der Nahrungskette stehen, die wiederum die Nahrungskette in der Wüste weiter ausbauen.
Eine größere Anzahl von Insekten ist hier vorhanden. Vorherrschend die Ameise und die Heuschrecke. Es gibt viele Arten der Landwirbeltiere, bis hin zur Dracheneidechse und giftigen Schlangen, die andere Schlangen, Vögel und Insekten fressen. Hier ist die Heimat der ursprünglichen Antilope, das Schwarzwild.
Die Wüste beherbergt viele, dort ansässige Vögel, insbesondere das Sandhuhn. Während des Winters gibt es zusätzlich noch wandernde Kraniche, die von gemäßigteren Regionen kommen. Von den Raubvögeln ist der gelbbraune Adler der größte. Der Habicht und der Adler sind die Tiger des Himmels.
Die Wölfe stellen die Spitze der Lebenspyramide in der Wüste dar. Die Geier, einschließlich dem Königsgeier, sind die allgemeinen Aasfresser.
Da ein Zeitraum von weniger als 1 Million Jahren kaum eine biologische Veränderung ausmacht, ist die Existenz eines großen Spektrums von Leben in der Wüste ein heldenhafter Kampf der Überlebenden.
Die Wüste blüht zweimal im Jahr. Die Blumen variieren von prächtig bis großgetupft. Die Früchte sind saftig und bunt, bitter aber nahrhaft. Im Frühling blühen die dürren Pflanzen und in der Regenzeit blühen die einjährigen Pflanzen.
Die hier ansässigen Siedlungen sind kosmopolitisch - Hindus, Bishnoi und Moslems leben harmonisch zusammen. Was Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele angeht, so herrscht Überbevölkerung.
Es gibt Spuren von Zivilisationen, die 2.500 Jahre vor Christus existierten. Sogar die kürzlich entdeckten Ruinen von Kiradu sind l. 000 Jahre alt. Sie stellen das goldene Zeitalter der Wüste dar.
Damals wurden viele Eindringlinge angelockt. Diebstahl, Ausplünderungen und Aneignungen haben das Leben der Bewohner verändert. Aus einer offenen Gesellschaft wurde eine befestigte und geschlossene Kultur.
Aus Bedürfnissen wurde Habgier und willkürliches Abholzen der Bäume und töten der Tiere machten große Landschaftsabschnitte baumlos und leblos. Dürren, Hungersnot, Abwanderung und Armut wurden die Regel.
Die Bishnoi sind eine friedliche Rajasthani-Gemeinschaft, die an die Unverletzlichkeit allen Lebens glaubt. Ihr Respekt vor dem Leben schließt nicht nur Mensch und Tier, sondern auch Pflanzen mit ein. Ihr Dorf sticht in der harschen Rajasthan-Landschaft heraus, da seine Baumbestände immer von verschiedenen Tierarten bewohnt werden.