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Cholecalciferol (Vitamin D3) Arzneimittelgruppen Vitamine Vitamin DCholecalciferol ist die Vorstufe des aktiven Vitamin D, welches eine zentrale Rolle bei der Regulation des Calcium- und Phosphatstoffwechsels spielt. Es wird hauptsächlich für die Vorbeugung und Behandlung eines Vitamin-D-Mangels und in Kombination mit Calcium gegen eine Osteoporose eingesetzt. Vitamin D hat im Körper weitere wichtige Funktionen, zum Beispiel für das Immunsystem, die Muskelfunktion und das Zellwachstum. Cholecalciferol wird in der Leber und Niere zum aktiven Wirkstoff Calcitriol metabolisiert. Die Arzneimittel werden in der Regel peroral eingenommen und seltener intramuskulär gespritzt. Die übliche Dosis beträgt abhängig vom Alter 400 bis 800 IE, wobei therapeutisch viel höhere Dosen verabreicht werden. Vitamin D3 kann täglich, wöchentlich oder monatlich eingenommen werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören eine Hyperkalziämie, eine Hyperkalzurie, ein Hautausschlag, Juckreiz und Nesselfieber. Produkte
Cholecalciferol (Colecalciferol) ist als Monopräparat als Lösung auf alkoholischer oder öliger Basis sowie in Form von Tabletten und Kapseln im Handel. Des Weiteren stehen Injektionspräparate zur Verfügung.Struktur und Eigenschaften
Cholecalciferol (C27H44O, Mr = 384.6 g/mol) liegt als weisse Kristalle vor, die in Wasser praktisch unlöslich und in fetten Ölen und Ethanol löslich sind. Die Substanz ist luft-, wärme-, und lichtempfindlich. Als Lösungsmittel werden für die Arzneimittel zum Beispiel mittelkettige Triglyceride verwendet. Cholecalciferol gehört zur Gruppe der Secosteroide, welche sich von den Steroiden ableiten.
Wirkungen
Vitamin D wird vom Körper selbst gebildet und mit Lebensmitteln zugeführt, zum Beispiel mit Milch, Butter und Eigelb. Cholecalciferol wird in der Haut unter dem Einfluss von UV-Strahlung aus 7-Dehydrocholesterol synthetisiert.
Vitamin D spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts. Es fördert die Aufnahme von Calcium und Phosphat im Darm und den Einbau von Calcium in das Osteoid. In der Niere wird die Rückresorption von Calcium und Phosphat gehemmt. Vitamin D ist auch ein Antagonist des Parathormons an der Niere und im Darm.
Vitamin D hat weitere Funktionen im Stoffwechsel und ist unter anderem im Immunsystem, für die Muskulatur, das Zellwachstum und die Entwicklung von Bedeutung. Es hat antitumorale und immunmodulierende Eigenschaften. Vitamin-D-Rezeptoren kommen im Körper ubiquitär vor.
Viele Menschen haben einen Vitamin-D-Mangel, weil vor allem im Herbst bis im Frühling die Sonnenstrahlung zu gering ist und sich die Menschen im Sommer aufgrund der möglichen negativen Folgen der UV-Strahlung vor ihr schützen. Gleichzeitig ist die Aufnahme mit der Ernährung in der Regel ungenügend.
Vitamin D, zum Vergrössern anklicken. Illustration © PharmaWikiIndikationen
- Zur Vorbeugung und Behandlung der Rachitis und Vitamin D-Mangelerkrankungen.
- Für die Behandlung der Osteomalazie.
- Vitamin D3-Substitution im Wachstum, während der Schwangerschaft und Stillzeit.
- Zur Vorbeugung und Behandlung der Osteoporose, in Kombination mit Calcium.
Des Weiteren existieren zahlreiche potenzielle Anwendungsgebiete, zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes, Infektionskrankheiten, Hauterkrankungen und Krebserkrankungen. Es sind aber keine zugelassenen medizinischen Indikationen.Dosierung
Die übliche Tagesdosis beträgt 400 bis 800 IE, wobei therapeutisch auch wesentlich höhere Dosen von 4000 IE bis über 10'000 IE verabreicht werden. Noch höhere Dosen werden bei einer Nebenschilddrüseninsuffizienz eingesetzt.Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit
- Hyperkalziämie
- Hyperkalziurie
- Hypervitaminose D
- Neigung zur Bildung calciumhaltiger Nierensteine
- Pseudohypoparathyreoidismus
- Gestörte renale Calcium- und Phosphatausscheidung
- Akute Lungentuberkulose
- Rachitisprophylaxe beim Säugling und Kleinkind bei Vorliegen einer Hypothyreose oder idiopathischen Hypercalciämie
- Längerfristig immobilisierte Patienten
- Gleichzeitige Behandlung mit Benzothiadiazin-Derivaten
- Gleichzeitige Gabe von Vitamin D-Analoga
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Wechselwirkungen wurden mit den folgenden Wirkstoffen beschrieben:
- Enzyminduktoren wie Antiepileptika und Barbiturate
- Ionenaustauscherharze wie Colestyramin und Colestipol
- Orlistat
- Abführmittel wie Paraffinöl
- Azol-Antimykotika
- Herzglykoside
- Thiazid-Diuretika
- Glucocorticoide
- Al-Hashimi N., Abraham S. Cholecalciferol. 2021, StatPearls Publishing, Pubmed
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, USA, UK)
- Di Rosa M., Malaguarnera M., Nicoletti F., Malaguarnera L. Vitamin D3: a helpful immuno-modulator. Immunology, 2011, 134(2), 123-39 Pubmed
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Malaguarnera L. Vitamin D3 as Potential Treatment Adjuncts for COVID-19. Nutrients, 2020, 12(11), 3512 Pubmed
- Sosa Henríquez M., Gómez de Tejada Romero M.J. Cholecalciferol or Calcifediol in the Management of Vitamin D Deficiency. Nutrients, 2020, 12(6), 1617 Pubmed
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.