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Bilkossas Pflugochsen sind verhungert. So kann sie ihre kleine Feldparzelle nicht ohne fremde Hilfe bearbeiten und für den kommenden Regen vorbereiten. Bereits vor dem Tod ihrer Ochsen galt Bilkossa als arm. Denn sie baut nicht den lukrativen Kathstrauch an, dessen Blätter als leichtes Rauschmittel sehr beliebt sind und gute Preise erzielen auf dem Markt. Das kleine Stück Land, das sie bewirtschaftet, reicht nur für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Eigenbedarf.
Die wenigen Nahrungsmittel, die sie noch besitzt und die viel zu geringen staatlichen Hilfsrationen reichen kaum für eine richtige Ernährung. «Wir essen jetzt nur noch einmal täglich», sagt Bilkossa. Das Saatgut, das sie eigentlich für die nächste Anbauperiode im Sommer zurücklegen wollte, musste Bilkossa verzehren. So muss sie sich wieder Saatgut von den Nachbarn leihen.
Ihr Mann hilft ihr, wo er kann. Doch auch er hat keine andere Einkommensmöglichkeit als die der Feldarbeit. So muss Bilkossa, wie in der Region üblich, Backplatten für das lokale Fladenbrot Injera herstellen, um sie auf dem städtischen Markt zu verkaufen. Immerhin kann sie durch den Erlös etwa 10 bis 15 Franken pro Monat einnehmen.
Bilkossa ist eine sehr bescheidene junge Frau. Ihr grösster Wunsch ist es, gesund zu bleiben. Dann kann sie wenigstens ihr bisheriges Leben aufrechterhalten – «und vielleicht doch noch ein Kind bekommen».
Bilkossa Abdullah lebt im östlichen Äthiopien, in der Verwaltungszone West Hararghe in der Oromia-Region, einem von der Dürre am meisten betroffenen Gebiet. Aufgezeichnet von Jens Steuernagel, Caritas-Delegierter in Äthiopien.