Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03266.jsonl.gz/1032

Neues zum digitalen Buch «Schweizer Jugend im Zweiten Weltkrieg» aus der Romandie
In Europa tobte der Zweite Weltkrieg bereits drei Jahre, als die fünf jährige Maggy, zusammen mit ihrer schwangeren Mutter, 1942 an der Grenze in Basel ankamen. Obwohl ihre Mutter Schweizerin war, kamen sie als belgische Flüchtlinge an, denn die Eltern hatten dort für die Heilsarmee gearbeitet. Maggys Vater, der aus Moldavien stammte und über keinen Pass verfügte, musste bis auf Weiteres im Ausland bleiben. Lebhaft erinnert sich Maggy wie demütigend die „Untersuchung“ des Roten Kreuzes an der Grenze gewesen sei, bis sie endlich zu ihrer Tante weiterreisen konnten.
Eine allein reisende schwangere Frau mit Kind war zu dieser Zeit eher die Ausnahme und es gestaltetet sich schwierig eine Arbeit zu finden. Die Schwester der Mutter versuchte zu helfen, sodass die Mutter nach einiger Zeit als Putzfrau arbeiten konnte. Später durften sie in Yverdon-les-Bains bei einer christlichen Bauernfamilie wohnen. Durch die grossen Strapazen auf dem Weg ins Heimatland verlor die Mutter ihr ungeborenes Kind. Oft hörte Maggy sie in der Nacht weinen und fühlte sich mitverantwortlich für die schwierige Situation. Auf keinen Fall wollte sie ihrer Mutter Sorgen bereiten, daher half sie bereits als Kind auf dem Bauernhof bei der Arbeit mit. Dadurch lernte sie viele Dinge im Haushalt oder wie man beispielsweise die Milchkannen zur Käserei brachte.
Ein Jahr später bekam der Vater endlich die Einreisegenehmigung. Bei seiner Ankunft berichtete er vom kriegsgeschüttelten Europa und von grossem Hunger. Glücklicherweise fand der Vater bald Arbeit und die Familie konnte ein wenig aufatmen.
Maggy erinnert sich, wie ihre Eltern in ihrer Gegenwart öfter bei den Nachrichten das Radio ausschalteten, um sie vor dem Grauen der Kriegsereignisse zu schützen.
So erlebte sie auch unbeschwerte Zeiten mit Nachbarskindern oder beim Verstecken spielen im nahegelegenen Wald. Bei Fliegeralarm in der Schule jedoch ahnte Maggy, dass sich ganz nahe Schreckliches abspielen musste. Sie selbst, wie auch ihre Lehrerin, betete in diesen Momenten um Gottes Schutz für ihre Klasse. Maggy fand durch diese Erlebnisse Trost und Vertrauen zu einem grossen treuen Gott.