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Kurt Bossart, Jahrgang 1945, lebt seit Juni 2019 im süssbach. Hier hat er endlich Zeit, seine zahlreichen Interessen zu pflegen.
Fremdsprachen sind die grosse Leidenschaft von Kurt Bossart. Wenn er aufzählt, welche Sprachen er spricht oder zumindest versteht oder sie gerade lernt, von welchen er Grundkenntnisse hat oder die Alphabete lesen kann, kommt man aus dem Staunen nicht raus. Schweizerdeutsch, Schriftdeutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch, etwas Albanisch und Kroatisch. «Natürlich auch Latein, Griechisch und Bibelhebräisch», fügt er hinzu. Inzwischen hat er angefangen, Russisch und Ivrit zu lernen, modernes Hebräisch. Gefragt, wie er es schafft, sich das alles zu merken, antwortet er: «Man muss viele Wörter kennen und die ganze Grammatik. Wenn Sie eine Sprache lernen, müssen Sie immer auch die Grammatik lernen.»
Das Thema Sprachen durchzieht das Leben von Kurt Bossart wie ein roter Faden, ebenso seine Ordnungsliebe und Disziplin. Die hat er von früher Kindheit an gelernt. Geboren ist er in St. Gallen. Sein Vater sei streng gewesen. Der Vater arbeitete im Schweizer Verlagshaus und redigierte das ehemals bekannte NSB Universal-Lexikon der Buchreihe Neue Schweizer Bibliothek. Auch Kurt war hier zeitweise beschäftigt. In Rapperswil absolvierte er eine KV-Lehre (kaufmännischer Verband) bei der Firma Geberit und einen Fremdsprachenaufenthalt in Neuenburg, «um meine Französischkenntnisse zu verbessern.»
30 Jahre lang war er Beamter bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich. Er arbeitete zunächst im Sekretariat und dann bis zu seiner Pensionierung als Sachbearbeiter in der Rechnungskontrolle. Sechs Jahre war er stellvertretender Abteilungsleiter. Kurt Bossart war zehn Jahre lang verheiratet, er hat zwei Söhne und viele Freunde und Bekannte. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, die vor 13 Jahren verstorben ist, lebte er in einem Reiheneinfamilienhaus in Fislisbach (AG). Im Moment kann er seine Söhne aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkung nicht so oft sehen, doch er macht das Beste daraus.
Genauer gesagt: Er veranstaltet ein- bis zweimal im Monat ein Wunschkonzert auf der Station. Denn Kurt Bossarts zweite grosse Leidenschaft ist die Musik – zur Freude aller im süssbach. Der Pianist spielt 36 Stücke auswendig, darunter Ballade pour Adeline, bekannt geworden durch Richard Clayderman, und Für Elise von Beethoven: «Ich spiele vor allem gerne Oldies, Evergreens von früher, auch Lieder von ABBA und den Beatles.» Sein Lieblingslied ist Yesterday:
«Yesterday, all my troubles seemed so far away …»
Gestern schienen all meine Probleme so weit weg zu sein ...
Ein schönes Lied, ein trauriges Lied. Glücklicherweise trifft es nicht auf die gegenwärtige Lebenssituation des beliebten Süssbach-Pianisten zu, denn er fühlt sich ausgesprochen wohl hier: «Es ist eine gute Einrichtung, die Pflege und das Essen sind gut und das Zimmer ist schön. Ich kenne viele Leute; man fühlt sich nicht allein.»
Sprachen und Musik sind nicht die einzigen Interessen von Kurt Bossart. Er beschäftigt sich mit Politik und Religion, nutzt den Computer zum Schreiben und Sprachenlernen, er jasst und: «Ich würde auch gern Schach spielen, aber ich habe keinen Gegner. Ich war früher im Schachclub Rapperswil.» Auch im Kirchenchor Höfe (SZ) war er elf Jahre lang aktiv, und er will so gerne wieder singen, aber ... Corona belastet praktisch jeden, auch einen so engagierten und geselligen Menschen wie Kurt Bossart. Zum Glück kann er sich gut beschäftigen: Vokabeln lernen geht immer, in english, en français, in italiano, по-русски.