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Die Debatte um die Teilnahme von Transmenschen bei sportlichen Wettkämpfen der Frauen ist eine, die die Gemüter erhitzt. Der Schwimm-Weltverband FINA hat gestern Abend diesbezüglich neue Regeln festgelegt: Nach diesen Regeln dürfen trans Frauen nur an Frauen-Wettbewerben teilnehmen, wenn sie ihre Geschlechtsangleichung bis zum Alter von zwölf Jahren abgeschlossen haben.
Die FINA hat zudem eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die an einer sogenannten «offenen» Wettkampfkategorie arbeiten soll. Damit fährt der Schwimm-Weltverband einen relativ radikalen Kurs – in anderen Sportarten gibt es mehr Graubereiche.
Neben der FINA ist der Welt-Leichtathletikverband (IAAF) jener, der sich schon am längsten öffentlich mit der Frage um die Teilnahmebedingungen von trans und intergeschlechtlichen Athlet*innen beschäftigt. Nach Diskussionen um die südafrikanische Mittelstreckenläuferin Caster Semenya legte die IAAF eine Testosteron-Höchstwert bei Frauen fest. Dieser beträgt 5 Nanomol pro Liter (nmol/l) Blut. Zum Vergleich: Bei der Mehrheit der cis Frauen (Personen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen, die sich auch als Frau identifizieren) liegen die Werte zwischen 0,12 bis 1,79 nmol/l.
Frauen mit höheren Werten (wie bei Semenya) sollen diesen Wert sechs Monate lang mithilfe von Medikamenten auf 5,0 nmol/l senken und dürfen diesen Grenzwert danach nicht mehr überschreiten. Semenya klagte vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen diesen Entscheid und verlor. Seither darf sie nicht mehr über ihre Lieblingsdistanz von 800 Metern starten.
Aktuell gibt es im Fussball ebenfalls einen Testosteron-Höchstwert wie in der Leichtathletik. Die FIFA legte auch eine Obergrenze von 5 Nanomol pro Liter Blut fest, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten nicht überschritten werden darf.
Das soll sich aber ändern. Wie die «Mail on Sunday» am vergangenen Wochenende schrieb, plant die FIFA, die Testosteron-Obergrenze zu kippen und den Zugang für trans Athletinnen zum Profifussball zu vereinfachen. Jede Sportlerin, die sich als Frau identifiziert, solle Fussball spielen dürfen, sofern sie keine langfristigen Vorteile aus einer allfälligen männlichen Pubertät mitbringe. Ein unabhängiges Gremium von Medizinern, Rechtsexperten und Psychologen soll dabei jeden Fall individuell beurteilen. Der Vorschlag sei allerdings noch in der Entwurfsphase.
Die Women's Tennis Association (WTA) lässt trans Frauen unter gewissen Bedingungen an Turnieren teilnehmen. Die Person muss sich dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Einmal bestätigt, kann die Identität auf der Tennistour für vier Jahre nicht mehr geändert werden.
Wie bei der Leichtathletik und beim Fussball gibt es auch im Tennis einen Testosteron-Höchstwert. Allerdings ist die WTA deutlich kulanter: Spielerinnen dürfen einen Wert von 10 Nanomol pro Liter Blut nicht überschreiten. Dies gilt ab 12 Monaten vor der ersten Teilnahme an einem WTA-Turnier und über die gesamte Fortdauer der WTA-Karriere. Transmenschen, die eine «female to male transition» durchmachen, und dafür in Hormonbehandlung sind, sind von jeglichen WTA-Turnieren ausgeschlossen.
Im Eishockey müssen trans Athletinnen vor einem Expertenpanel des Weltverbands (IIHF) beweisen, dass sie über die letzten zwölf Monate nie einen Testosteron-Wert von mehr als 5 Nanomol pro Liter Blut überschritten haben. Diesen Wert dürfen sie dann auch nicht überschreiten, solange sie an Wettbewerben der Frauen teilnehmen wollen.
Der Welt-Radsportverband (UCI) hat unlängst eine Verschärfung der Regeln für trans Athletinnen angekündigt. Ab Juli liegt der Testosteron-Höchstwert neu bei 2,5 Nanomol pro Liter Blut statt wie bisher 5 Nanomol. Zudem hat die UCI auch die Zeitdauer verdoppelt, über die dieser Wert eingehalten werden muss. Statt wie bisher zwölf Monate müssen trans Athletinnen die 2,5 Nanomol pro Liter Blut über 24 Monate halten, um überhaupt für Radrennen der Frauen zugelassen zu werden.
Der Weltruderverband hat klare Testosteron-Richtwerte für trans Frauen festgelegt. Eine Expertengruppe entscheidet bei intergeschlechtlichen Athletinnen im Einzelfall.
Als einer der wenigen internationalen Sportverbände schliesst «World Rugby» trans Athletinnen kategorisch von der Teilnahme an den eigenen Wettbewerben aus. Der Weltverband begründet dies damit, dass Rugby eine Vollkontaktsportart sei, bei der schon ein erhebliches Verletzungsrisiko bestehe. Dieses werde noch vergrössert, wenn kleiner gewachsene cis Frauen mit trans Frauen kollidieren, da diese auch nach einer Hormontherapie von zwölf Monaten noch über mehr Muskelmasse und Kraft verfügen sollen.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat unlängst überarbeitete Richtlinien für die Inklusion von trans Athlet*innen veröffentlicht. Darin legt das IOC unter anderem fest, dass der Testosteronwert alleine nicht ausreicht, um die Leistungsfähigkeit einer Athletin oder eines Athleten zu definieren. Zudem wird davon abgeraten, Sportlerinnen zu Hormontherapien zu zwingen, um einen Höchstwert nicht zu überschreiten, da dies grosse Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit habe.
Um eine faire Ausgangslage zu schaffen, seien die internationalen und nationalen Sportverbände angehalten, Kriterien zu schaffen, die nicht auf invasiven Vorgängen, sondern auf wissenschaftlichen Fakten beruhen. (abu)
Am 13. April 2009 hätte man kaum geglaubt, was Haudegen und Provokateur Thomas Rüfenacht acht Jahr später machen wird. Da wird ihn nämlich ein gewisser Maxim Lapierre im Playoff-Halbfinal zwischen Bern und Lugano derart provozieren, dass ein 2009er-Rüfenacht sofort die Handschuhe hätte fallen lassen. Lapierre gibt dem Berner Leitwolf zwei Fäuste ins Gesicht und fordert ihn zum Kampf auf.