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A
Aktie
Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft (AG) und die damit verbundenen Rechte und Pflichten verbrieft. Der Inhaber einer Aktie – der Aktionär – ist Miteigentümer der Aktiengesellschaft. Er haftet in Höhe seines Kapitalanteils.
Aktiengesellschaft
Eine AG ist eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit, bei der die Gesellschafter (Aktionäre) an dem in Aktien aufgeteilten Grundkapital beteiligt sind, ohne persönlich für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften.
Aktienindex
Ein Aktienindex ist ein Indikator für die durchschnittliche Preisentwicklung des Aktienkorbs eines Landes, einer Region oder auch einzelner Branchen und bildet das Preisniveau der ausgewählten Aktien an einem bestimmten Tag ab, entweder als Preisindex (auf Basis der reinen Aktienkursveränderungen) oder als Performanceindex (unter Hinzurechnung der Dividendenzahlungen).
Aktienmarkt
Der Aktienmarkt ist der Teil des Kapitalmarkts, auf dem Aktien gehandelt werden. Die Aktienkurse ergeben sich im Handel aus Angebot und Nachfrage.
Anlageklasse
Der Kapitalmarkt wird in verschiedene Klassen unterteilt, die jeweils ähnlichen Risikoeinflussfaktoren unterliegen. Zu diesen Anlageklassen zählen z. B. Aktien, Renten, Immobilien, Energie oder Rohstoffe.
Anleihe
Siehe unter «Obligationen»
Asset Allocation
(Vermögensstrukturierung) Beschäftigt sich mit der Fragestellung, mit welchen prozentualen Anteilen unterschiedliche Anlageobjekte (Assets) in einem optimal strukturierten Vermögen bzw. Portfolio vertreten sein sollen.
Ausfallrisiko
Risiko, dass ein Schuldner den vereinbarten Zins- und Tilgungszahlungen nicht (rechtzeitig) oder nur teilweise nachkommen kann.
B
Benchmark
Eine Benchmark ist ein Referenz- bzw. Vergleichswert. Meistens werden Referenzportfolios bzw. Referenzindizes als Vergleichswerte zur Beurteilung eines Anlageerfolgs herangezogen.
Biodiversität
Als Biodiversität bezeichnet die Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen die Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süsswasser, in den Ozeanen sowie in der Luft. Biodiversität beinhaltet
-
die Vielfalt unterschiedlicher Arten als auch innerhalb einer Art (taxonomische Diversität)
-
die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Arten sowie die Diversität aller Organismen eines Lebensraums (genetische Diversität)
-
die Vielfalt an Biotopen und Ökosystemen sowie an Ökosystemfunktionen wie Bestäubung und Samenverbreitung (ökologische und funktionale Diversität)
-
die Vielfalt an Verhaltensweisen von Tieren (kulturelle Vielfalt)
Begriffe wie Artenvielfalt oder biologische Vielfalt werden häufig synonym verwendet. Laut der obigen Definition ist das Konzept der Biodiversität jedoch umfassender als der Begriff der Artenvielfalt. Dieser ist lediglich ein Mass für die Anzahl an Arten. Artenvielfalt ist also strenggenommen nur ein Teilaspekt der Biodiversität.
Bluechips
Als Bluechips bezeichnet man umgangssprachlich Aktien von grossen und ertragsstarken Unternehmen. Ursprünglich bezeichnet der Begriff die blauen Spielchips, die bei Casinospielen den höchsten Wert haben.
Bond
Siehe unter «Obligationen»
Bonität
Die Bonität ist ein Mass für die Kreditwürdigkeit eines Schuldners und dessen Fähigkeit, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Ratingagenturen und Banken ordnen Kreditnehmer nach ihrer Bonität auf mehrstufigen Ratingskalen ein.
Börse
Die Börse ist ein organisierter Markt, auf dem Wertpapiere, Devisen oder auch Waren nach bestimmten Regeln gehandelt werden. Die Feststellung der Kurse bzw. Preise der gehandelten Objekte richtet sich laufend nach Angebot und Nachfrage.
Broker
Der englische Begriff Broker bedeutet allgemein Makler, insbesondere an der Börse. Broker vermitteln zwischen den Nachfragern für ein Gut und den Anbietern dieses Guts. Sie erhalten dafür eine Maklergebühr, die sogenannte Brokerage oder Courtage. Zu den Aufgaben eines Brokers kann auch zählen, Börsenaufträge für ihre Kunden auszuführen oder mit Wertpapieren zu handeln.
Inhalt (Wird erst sichtbar, wenn auf den Titel geklickt wird)
C
Carbon Capture
Die Abscheidung von CO2 aus Verbrennungsprozessen und die anschliessende Speicherung. Ziel der Speicherung von Kohlendioxid (CO2) ist die Verringerung von CO2-Emissionen in die Atmosphäre. Das zu speichernde CO2 kann entweder aus fossilen Energieversorgungsanlagen, aus Industrieanlagen oder aus dem Einsatz von Biomasse zur Energieerzeugung stammen. Eine Speicherung ist in ausgebeuteten Gas- oder Erdöllagerstätten, in salinen Aquiferen oder im Meeresuntergrund möglich.
Cashflow
Finanzielle Stromgrösse, die den Nettozugang an flüssigen Mitteln in einer Periode angibt. Der Cashflow gibt Auskunft über die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Er wird aus dem Jahresüberschuss zuzüglich der Abschreibungen auf Sachanlagen und den Veränderungen der langfristigen Rückstellungen berechnet. In der Praxis werden je nach Betrachtungsweise verschiedene Arten von Cashflow unterschieden (operativer Cashflow, Free Cashflow usw.).
CO2-Fussabdruck
Der CO2-Fussabdruck stellt eine Bilanz aller Treibhausgase dar, die beispielsweise ein Unternehmen verursacht. Es werden direkte und indirekte Emissionen (s. Scopes) des Unternehmens unterschieden. Dabei werden die Emissionen in CO2-Äquivalenten angegeben. Diese Einheit vereinheitlicht die unterschiedlichen Treibhausgase gemäss ihrer Klimawirkung.
Corporate Governance
Corporate Governance ist ein rechtlicher und faktischer Ordnungsrahmen für die Leitung und Kontrolle eines Unternehmens und befasst sich mit der Frage, wie ein Unternehmen möglichst gut und verantwortungsvoll geführt und seine interne Organisation so gestaltet werden kann, dass Fehlentwicklungen möglichst früh erkannt und vermieden werden können. Ziel dabei ist, die Anreizstrukturen verschiedener Interessengruppen eines Unternehmens (im engen Sinn: Management und Eigentümer; im weiteren Sinn: zusätzlich Angestellte, Fremdkapitalgeber, Lieferanten sowie soziales und ökologisches Umfeld) möglichst gut in Einklang zu bringen.
Corporate Social Responsibility / Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung
Verantwortung von Unternehmen für die Auswirkungen ihres Handelns auf die Gesellschaft. Diese umfasst soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte.
D
Deflation
Unter Deflation versteht man ein allgemeines, anhaltendes Sinken des Preisniveaus. In einem deflationären Umfeld besteht die Gefahr einer sich selbst verstärkenden Abwärtsspirale: Wenn die Verbraucher mit weiter fallenden Preisen rechnen und deshalb Konsumausgaben aufschieben, kann dieser Rückgang der Nachfrage die Unternehmen zu Produktionseinschränkungen und weiteren Preissenkungen veranlassen.
Dekarbonisierung
Die Dekarbonisierung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Treibhausgasneutralität. Der Begriff Dekarbonisierung bezeichnet die Abkehr von Kohlenstoff. Im Industriesektor versteht man darunter die Umstellung auf kohlenstofffreie bzw. kohlenstoffneutrale Produktionsverfahren.
Devisen
Devisen sind auf fremde Währung lautende Guthaben oder Forderungen in Form von Buchgeld oder Wertpapieren. Sie verkörpern einen Anspruch auf Zahlung in der entsprechenden Fremdwährung.
Devisenmarkt
Der Devisenmarkt ist ein Markt für den Handel mit Währungen, auf dem sich aufgrund von Angebot und Nachfrage der Wechselkurs (Kassa- und Terminkurs) zwischen jeweils zwei Währungen bildet. Angebot und Nachfrage werden von realwirtschaftlichen Faktoren (Import und Export von Gütern und Dienstleistungen) und finanzwirtschaftlichen Faktoren (Import und Export von Kapital) bestimmt. Der Handel verläuft nicht zentral über eine Börse, sondern zumeist direkt zwischen den Marktteilnehmern über elektronische Handelsplattformen.
Diversifikation
Als Diversifikation wird in der Vermögensveranlagung die Aufteilung des Gesamtvermögens auf unterschiedliche Anlageformen bzw. Vermögenswerte bezeichnet. Ziel der Diversifikation ist die Streuung der Veranlagung und damit die Verminderung des Risikos.
Dividende
Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausbezahlt wird.
E
Eigenkapital
Das Eigenkapital eines Unternehmens ergibt sich, wenn von der Bilanzsumme des Unternehmens alle Verbindlichkeiten abgezogen werden. In das Eigenkapital gehen die Mittel ein, die die Eigentümer in das Unternehmen investiert oder die sie aus dem erwirtschafteten Gewinn im Unternehmen belassen haben. Das Eigenkapital steht dem Unternehmen unbefristet zur Verfügung. Das Eigenkapital kann bei Verlusten in voller Höhe zur Abdeckung der Verbindlichkeiten des Unternehmens herangezogen werden; bei Kapitalgesellschaften haften Eigenkapitalgeber darüber hinaus aber nicht. Die Eigenkapitalgeber haben keinen Anspruch auf Verzinsung oder Tilgung ihres Kapitals, wohl aber auf die erwirtschafteten Gewinne und den Liquidationserlös des Unternehmens.
Emerging Markets (Schwellenländer)
Als Emerging Markets werden – nicht einheitlich definiert – unterentwickelte, aber aufstrebende Länder bezeichnet, die gerade einen Industrialisierungsprozess durchleben. Diese Länder sind attraktive Ziele für Direkt- und Portfolioinvestitionen von Unternehmen aus Industrieländern. Bedeutende Emerging Markets sind z. B. China, Indien, Brasilien und Russland, aber auch viele Staaten in Zentral-, Ost- und Südosteuropa. Die Übersetzung als «Schwellenland» ist eher unglücklich, da sie sich nicht notwendigerweise schon auf der Schwelle zu einer Industrienation befinden müssen.
Engagement
Engagement bezieht sich auf die Interaktionen zwischen einem Investor und Entscheidern in Unternehmen oder staatlichen Institutionen mit dem Ziel einer Verbesserung von Unternehmenspraktiken bzw. institutionellen Praktiken und der Offenlegung von Informationen auf Branchen- oder Marktebene. Ziel des Engagements ist es, Einfluss auf die Praktiken und die Performance von Unternehmen oder staatlichen Akteuren zu nehmen (nicht nur in Bezug auf ESG-Themen).
ESG-Faktoren
Das «E» wie «Environmental» steht für umwelt- und klimaschonende Massnahmen, etwa einen geringen Ressourcenverbrauch oder weniger CO2-Emissionen. «S» wie «Social» bezeichnet Massnahmen auf sozialer Ebene, beispielsweise bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für einzelne Menschen oder Personengruppen. Und das «G» für «Governance» steht für eine gute Unternehmensführung, die verbindlich geregelt ist und intern wie extern kontrolliert wird. Zunehmend werden ESG-Kriterien von Investoren beim Asset-Management berücksichtigt.
F
Finanzpolitik
Unter Finanzpolitik versteht man die zielgerichtete Gestaltung der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben. Zu den Zielen der Finanzpolitik zählen zum Beispiel die grundlegende Entscheidung über den Umfang der Bereitstellung öffentlicher Güter, die nachhaltige Erzielung von Einnahmen, die Steuergerechtigkeit, ferner gegebenenfalls der Versuch, mittels antizyklischer Fiskalpolitik den Konjunkturverlauf zu glätten und stetiges Wirtschaftswachstum zu gewährleisten.
Fiskalpolitik
Unter Fiskalpolitik versteht man alle Massnahmen eines Staates, mit denen die konjunkturelle Entwicklung durch die Veränderung der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben gelenkt werden soll. Als antizyklische Fiskalpolitik bezeichnet man eine politische Strategie, die das Ziel verfolgt, durch gezielte Veränderungen der staatlichen Einnahmen und Ausgaben den zyklischen Schwankungen des Wirtschaftsgeschehens entgegenzuwirken und ein stabiles wirtschaftliches Wachstum zu gewährleisten. Die Fiskalpolitik ist ein Element der Finanzpolitik.
Fonds
Ein aus Wertpapieren bestehendes Sondervermögen, ausgewählt nach dem Grundsatz der Risikostreuung. Mit dem Kauf von Investmentfondsanteilen wird der Anleger Miteigentümer am Fondsvermögen und hat einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung und Anteilsrückgabe zum jeweils gültigen Rücknahmepreis.
G
Geldpolitik
Als Geldpolitik bezeichnet man zusammenfassend alle Massnahmen, die eine Zentralbank ergreift, um ihre Ziele – beispielsweise Preisstabilität – zu erreichen. Dazu setzt sie geldpolitische Instrumente ein, mit denen sie die Zinskonditionen und Knappheitsverhältnisse am Geldmarkt steuert. Geldpolitische Instrumente des Eurosystems sind Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten und die Mindestreserve.
Green Bonds (Grüne Anleihen)
Grüne Anleihen gelten als neue Form nachhaltiger Investments. Sie haben ausschliesslich die Finanzierung umweltfreundlicher Projekte zum Zweck.
I
Impact Investing
Der Begriff «Impact Investment» stammt aus dem englischen Sprachgebrauch: «to make an impact» – «eine Wirkung erzielen». Die Definition des GIIN (Global Impact Investing Network) ist vermutlich die am meisten verbreitete:
«Impact-Investitionen sind Investitionen mit dem Ziel, neben einer finanziellen Rendite auch einen positiven sowie messbaren, sozialen und ökologischen Impact zu erzielen.»
Anleger investieren ihr Vermögen also zugunsten von ausgewählten sozialen oder ökologischen Projekten. Diese Projekte verfolgen beispielsweise Ziele wie die Reduktion von Müll oder Plastik, das Minimieren von CO2-Emmissionen oder das Herstellen von fairen Arbeitsbedingungen. Impact Investing verbindet somit ökonomische, ökologische und soziale Zielsetzungen auf optimale Weise.
Inflation
Inflation bezeichnet einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus. Wenn die Preise einzelner Güter steigen, ist dies noch keine Inflation. Kennzeichnend für Inflation ist vielmehr, dass das Geld generell und über einen längeren Zeitraum an Kaufkraft verliert.
Investmentfonds
Ein Investmentfonds ist ein von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (Investmentgesellschaft) verwaltetes Sondervermögen, das in Vermögenswerten wie beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien angelegt ist. Über das Miteigentum am Fondsvermögen werden Anteile in Form von Wertpapieren (Anteilsscheine oder Investmentzertifikate) ausgegeben. Anleger können durch deren Erwerb mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz Miteigentümer eines – typischerweise breit gestreuten – Portfolios werden; die breite Streuung soll das mit der Anlage verbundene Verlustrisiko begrenzen. Man unterscheidet zwischen Publikumsfonds, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich sind und deren Anteile häufig auch an der Börse gehandelt werden, und Spezialfonds, die speziell für institutionelle Investoren (wie z. B. Pensionskassen) aufgelegt werden.
IPCC
Intergovernmental Panel on Climate Change; Weltklimarat
Zwischenstaatliche Institution, die in regelmässigen Abständen den aktuellen Wissens- und Forschungsstand zum Klimawandel zuhanden der politischen Entscheidungsträger aufbereitet und zusammenfasst.
K
Kapitalmarkt
Der Kapitalmarkt umfasst alle Märkte, auf denen langfristige Schuldverschreibungen und Beteiligungskapital wie zum Beispiel Aktien gehandelt werden. Über den Kapitalmarkt verschaffen sich Unternehmen und staatliche Stellen langfristige Mittel. Manchmal wird der Begriff Kapitalmarkt auf den organisierten Handel mit Wertpapieren, also die Börsen, verengt.
Kaufkraft
Als Kaufkraft bezeichnet man den Wert des Geldes, ausgedrückt in einer Gütermenge. Sie gibt an, welche Gütermenge für einen bestimmten Geldbetrag gekauft werden kann. Steigt das Preisniveau (Inflation), verringert sich die Kaufkraft, weil man für einen bestimmten Geldbetrag nun weniger Güter als zuvor erhält. Sinkt das Preisniveau (Deflation), erhöht sich die Kaufkraft.
Klimaabkommen von Paris
Das Pariser Klimaabkommen zielt darauf ab, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C und vorzugsweise unter 1,5°C zu begrenzen. Es ist ein internationaler Vertrag, der 2015 auf der COP21 in Paris von 196 Staaten angenommen wurde und ein Jahr später, 2016, in Kraft trat.
Klimaneutralität
Der Weltklimarat (IPCC) definiert »Klimaneutralität« als Konzept eines Zustands, in dem menschliche Aktivitäten keine Nettoauswirkung auf das Klimasystem haben. Dieser Zustand wird erreicht, wenn die nach Vermeidung und Reduktion
verbliebenen Emissionen (Residualemissionen) durch Aufnahme von Treibhausgasen in Senken ausgeglichen und regionale oder lokale biogeophysikalische Auswirkungen menschlicher Aktivitäten berücksichtigt werden, die z.B. das lokale Klima beeinflussen.
Klimapositiv
Klimapositiv sind alle Aktivitäten, die dazu führen, den Anteil der Treibhausgase langfristig wieder auf das vorindustrielle Niveau zu bringen.
Klimanegativ
Unternehmen, das durch seine Tätigkeit mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet als es hinzufügt.
Kompensation von CO2
Die nach der Vermeidung, Reduktion und Neutralisation verbleibenden Restemissionen können durch den Kauf von CO2-Zertifikaten kompensiert werden. Der Kauf von CO2-Zertifikaten ist als letzter Schritt zur Erreichung der Klimaziele eines Unternehmens gedacht werden.
Konjunktur
Als Konjunktur bezeichnet man die zyklische Auf- und Abwärtsbewegung der Wirtschaftstätigkeit um das langfristige Trendwachstum herum. Als Bezugsgrösse für die Konjunkturanalyse dient zumeist das reale Bruttoinlandsprodukt. Einen vollständigen Bewegungsablauf von Aufschwung über Abschwung bis zum nächsten Aufschwung nennt man einen Konjunkturzyklus.
Kredit
Ein Kredit ist die zeitlich begrenzte Überlassung von Kaufkraft (in der Regel in Geldform). Der Kreditnehmer zahlt dem Kreditgeber dafür einen Zins. Es lassen sich zahlreiche Kreditarten unterscheiden, die durch unterschiedliche Laufzeiten, Art und Umfang der Besicherung oder der Verwendung charakterisiert sind.
Kurs
Preis für ein an der Börse gehandeltes Wertpapier.
Kursrisiko
Beschreibt die Gefahr, bei der Vermögensanlage Geld zu verlieren, wenn sich die relevanten Marktwerte zum eigenen Nachteil verändern. Bei verzinslichen Wertpapieren könnte dies eine Änderung der Marktzinsen und bei Wertpapieren im Allgemeinen Änderungen der Börsenkurse sowie bei Fremdwährungen Änderungen der Wechselkurse hervorrufen.
L
Leitzins
Die Leitzinsen sind die von der Zentralbank festgelegten Zinssätze, zu denen sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Liquidität beschaffen oder überschüssige Reserven anlegen können. Leitzinsen stellen das zentrale geldpolitische Instrumentarium dar, denn sie beeinflussen (bzw. «leiten») massgeblich die Zinsverhältnisse am Geldmarkt und darüber auch die allgemeine Zinsentwicklung.
Liquidität
Liquidität bedeutet die «Geldnähe» von Vermögenswerten, d. h. deren Potenzial, sofort bzw. kurzfristig Mittelzuflüsse zu generieren. Zu unterscheiden von der Liquidität von Vermögenswerten ist die Liquidität eines Marktes. Diese ist dann gegeben, wenn die Differenz zwischen dem Geldkurs und Briefkurs niedrig ist und auch grössere Volumina eines Vermögenswertes gehandelt werden können, ohne den Marktpreis substanziell zu beeinflussen.
Liquiditätsrisiko
Das Risiko, dass eine bestehende Verbindlichkeit aufgrund fehlender liquider Mittel nicht fristgerecht zu einem akzeptablen Preis erfüllt werden kann. Das temporäre Fehlen liquider Mittel ist nicht unbedingt ein Indikator für eine Insolvenz, da die Verbindlichkeit möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt (z. B. nach Verkauf von Vermögenswerten) erfüllt werden kann.
M
MSCI
Morgan Stanley Capital International
Ein amerikanischer Finanzdienstleister, welcher der weltweit grösste Anbieter von ESG-Aktien-Indizes ist. Unternehmen werden hinsichtlich der ESG-Risiken und der Tatsache, wie gut sie diese Risiken im Vergleich zu ihren Wettbewerbern handhaben klassifiziert. Die Indizes werden von anderen Finanzakteuren als Benchmark verwendet.
N
Nachhaltigkeit
Es gibt keine universelle, allgemein anerkannte Definition des Begriffs Nachhaltigkeit. Die geläufigste Definition ist die des Brundtland-Berichts der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (1992): «Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.»
Netto-Null-Emissionen
Grösstmögliche Verminderung der Treibhausgasemissionen und Ausgleich der Wirkung der verbleibenden Emissionen durch die Anwendung von Negativemissionstechnologien.
O
Obligationen
Obligationen (auch Anleihen oder Bonds genannt) sind Wertpapiere, die der Fremdfinanzierung dienen und bei denen Verzinsung, Laufzeit und Rückzahlung festgelegt sind. Der Gesamtbetrag dieser Form von Schuldverschreibung ist in viele gleiche «Stücke» geteilt. Durch die Stückelung können sich viele Gläubiger mit jeweils kleinen Anlagebeträgen an der Schuldverschreibung beteiligen; das erleichtert ihre Vermarktung. Über die Emission einer Obligation beschafft sich der Emittent – der Schuldner – Fremdkapital. Die Obligationen werden am Obligationenmarkt gehandelt. Durch den Verkauf seiner Obligationen kann sich ein Gläubiger aus seinem Engagement lösen, ohne dass dem Emittenten dadurch Fremdkapital entzogen wird.
P
Performance
Wertentwicklung einer Anlage in einem bestimmten Zeitraum.
Portfolio
Portfolio ist eine Bezeichnung für den Bestand an Vermögenswerten – im engeren Sinne der Wertpapiere – eines Investors.
R
Rating
Bei einem Rating werden Schuldner oder Wertpapiere hinsichtlich ihrer Kreditwürdigkeit oder Kreditqualität nach Bonitätsgraden eingestuft. Die Einstufung wird in der Regel von sogenannten Ratingagenturen vorgenommen. Die besten Bonitätsgrade sind dabei von den bekanntesten Agenturen als AAA oder Aaa notiert, schlechtere Noten mit ähnlichen Buchstaben- und Ziffernkombinationen. Die Kreditqualität von Schuldnern oder Wertpapieren mit einem Rating im Bereich von BBB- oder besser wird als vergleichsweise hoch eingeschätzt. Schuldner oder Wertpapiere mit einem schlechteren Rating werden als spekulativ eingestuft und diese Wertpapiere auch als Hochzinspapiere (High Yield Bonds) bezeichnet.
Ratingagentur
Ratingagenturen sind Wirtschaftsunternehmen, die andere Wirtschaftsunternehmen, Banken, Staaten und von diesen ausgegebene Wertpapiere bezüglich deren Bonität bewerten. Als Ergebnis geben sie eine Einschätzung ab, für wie gut sie einen Schuldner – also den Emittenten der Wertpapiere – halten, in der Zukunft seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, bzw. wie hoch sie das Risiko einschätzen, dass die von ihm begebenen Wertpapiere «ausfallen». Je schlechter die Ratingnote, desto höhere Zinsen muss ein Schuldner zum Ausgleich des höheren Risikos zahlen, und umgekehrt.
Rendite
Als Rendite wird der Ertrag auf das eingesetzte Kapital bezeichnet. Die Rendite wird üblicherweise als Prozentsatz angegeben und bezieht sich meist auf den Zeitraum von einem Jahr. Die Rendite einer festverzinslichen Anleihe wird aus ihrem Marktkurs, ihrer Nominalverzinsung sowie ihrer Laufzeit errechnet.
Rezession
Als Rezession wird ganz allgemein die konjunkturelle Abschwungsphase bezeichnet, die auf einen Boom folgt. In der Wirtschaftspolitik wird häufig dann von einer Rezession gesprochen, wenn das Bruttoinlandsprodukt in mindestens zwei aufeinander folgenden Quartalen schrumpft.
S
Saubere Technologien
Produkte, Dienstleistungen und Prozesse, die weniger natürliche Ressourcen verbrauchen und Emissionen und Abfälle reduzieren oder eliminieren. Windturbinen und Elektrofahrzeuge sind zwei Beispiele.
Scope 1, 2, 3
Generell gibt es drei wesentliche «Scopes» bzw. Abgrenzungen für die Kategorisierung von CO2-Emissionen:
-
Scope 1: Direkte Emissionen aus eigenen oder vom Unternehmen kontrollierten Quellen wie Betriebsstandorten oder Geschäftsfahrzeugen
-
Scope 2: Indirekte Emissionen aus der Erzeugung der vom Unternehmen eingekauften oder genutzten Energie
-
Scope 3: Alle anderen Emissionen, die im Zusammenhang mit den Aktivitäten eines Unternehmens stehen, von diesem aber nicht direkt kontrolliert werden – zum Beispiel, weil sie bei Lieferanten oder durch die Nutzung der Produkte des Unternehmens entstehen.
Stranded Assets
So genannte Stranded Assets sind «gestrandete» Vermögenswerte, die sich aus klimabedingten Übergangsrisiken ergeben. Die OECD definiert Stranded Assets als Vermögenswerte, deren Investitionskosten nicht wie vorgesehen gedeckt werden können, was für die Investoren einen Wertverlust zur Folge hat. Klimabedingte Stranded Assets sind bereits zu einer Marktrealität geworden (vgl. z. B. Kollaps der US-Kohleindustrie).
Swiss Market Index
Der Bluechip-Index SMI ist der bedeutendste Aktienindex der Schweiz und enthält die 20 grössten Schweizer börsennotierten Unternehmen. Der SMI deckt ungefähr 80% der Gesamtkapitalisierung des Schweizer Aktienmarktes ab. Mit der Beschränkung der Einzeltitelgewichte ist sichergestellt, dass kein Unternehmen ein Gewicht von 20% überschreitet.
T
THG Treibhausgase
Gase mit Treibhauswirkung in der Atmosphäre. Dazu gehören neben dem CO2 vor allem Methan, Lachgas, und Fluorkohlenwasserstoffe (und noch weitere). Diese Gase sind unterschiedlich klimawirksam. Um die Angaben zu vereinheitlichen, werden sie – relativ zu ihrer Wirksamkeit – in äquivalente Mengen von CO2 umgerechnet.
Tracking Error
Statistisches Mass für das Abweichungsrisiko, welches die Standardabweichung der Performancedifferenz zwischen dem Portfolio und der Benchmark wiedergibt. Je grösser der Tracking Error ausfällt, desto stärker weichen die Renditen des Portfolios von der Rendite der Benchmark ab. Daher sollten passive (indexnahe) Mandate einen tiefen Tracking Error aufweisen.
U
UNGC United Nations Global Compact
Der UN Global Compact formuliert zehn universelle Prinzipien, die Menschenrechte, Arbeitsnormen, Korruptionsprävention sowie Umweltschutz zum Ziel haben. Mit dem Beitritt zum UN Global Compact verpflichten sich Unternehmen (Business) und Organisationen (Non-Business), wie Universitäten, Städte, Verbände, zivilgesellschaftliche Verbände und öffentliche Institutionen ihre Fortschritte zu den 10 Prinzipien des UN Global Compact und die Entwicklungen zu den Sustainable Development Goals (SDGs) zu berichten.
V
Volatilität
Beschreibt das Ausmass kurzfristiger Schwankungen eines Wertes um den Trend, gemessen durch die Berechnung der Standardabweichung (ein statistisches Mass für den Durchschnitt der Entfernung real eingetretener Werte von deren Mittelwert). Für Wertpapiere wird die Volatilität als Standardabweichung der Renditen berechnet.
W
Währungsrisiko
Risiko, dass die Wechselkurse schwanken und zu Verlusten bei Anlegern führen.
Wechselkurs
Der Wechselkurs (Devisenkurs) ist das Austauschverhältnis zweier Währungen. In einem System freier Wechselkurse bildet er sich durch Angebot und Nachfrage.
Wertpapier
Ein Wertpapier verbrieft ein Vermögensrecht. Wertpapiere sind beispielsweise Aktien, Schuldverschreibungen (Rentenpapiere, Anleihen) und Investmentfondsanteile. Die Verbriefung erleichtert den Handel mit diesen Vermögensrechten.
Z
Zins
Der Zins ist allgemein der Preis für die zeitweise und leihweise Überlassung von Kapital, den der Kapitalnehmer dem Kapitalgeber zahlt. Der Zinssatz wird üblicherweise in Prozent bezogen auf ein Jahr angegeben. Typischerweise ist der Zins umso höher, je länger ein Kredit läuft. Weitere Bestimmungsfaktoren für die Höhe der Zinsen sind beispielsweise das geschätzte Ausfallrisiko eines Kredits und die Güte etwaiger Besicherungen.
Zinseszins
Der Zinseszins bezeichnet allgemein einen Zins auf Zinsen. Er entsteht z. B. bei Geldanlagen, bei denen Zinserträge dem bisherigen Guthaben zugeschlagen werden und fortan in allen Folgeperioden mitverzinst werden. Durch den Zinseszins wächst angelegtes Kapital somit schneller als ohne Berücksichtigung von Zinseszins, da gutgeschriebene Zinsen weiter verzinst werden.
Disclaimer
Die hierin enthaltenen Informationen gelten als zuverlässig, aber ihre Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht garantiert werden. Dieses Glossar ist nicht als Empfehlung gedacht, in ein bestimmtes Wertpapier oder eine bestimmte Strategie zu investieren.