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Nach dem aussergewöhnlich trockenen März meldete sich der Winter Anfang April mit Schnee bis ins Flachland zurück (Abbildungen 1 und 2). Die Lawinengefahr stieg verbreitet auf erheblich (Stufe 3). Nachdem sich die Situation in den folgenden Tagen beruhigt hatte, folgte am Donnerstag, 07.04. die nächste Niederschlagsperiode. Dieses Mal aber mit Regen bis 2000 m und begleitet von stürmischem Westwind. Die Gefahr von nassen und trockenen Lawinen stieg wieder an, im Westen markant.
In der Nacht auf Sonntag ging eine dreitägige Niederschlagsperiode zu Ende, während der die Schneefallgrenze bis ins Flachland sank (Abbildungen 1 und 2). Am Alpennordhang und im Bernina Gebiet fielen verbreitet 40 bis 60 cm Neuschnee, vom östlichen Berner Oberland bis in die Schwyzer Alpen sogar bis zu 80 cm (Abbildung 3). Weiter südlich waren die Niederschlagsmengen kleiner, aber regional sehr unterschiedlich und auf den Bergen oft deutlich grösser als in den Tälern.
An Südhängen wurde der Neuschnee verbreitet auf rauen Büsserschnee abgelagert (siehe letzten Wochenbericht). An steilen Nordhängen dagegen war die Altschneeoberfläche in der Höhe teils kantig aufgebaut und damit eine weniger günstige Unterlage. Lawinen konnten teils leicht am Übergang von der Saharastaubschicht zum Neuschnee ausgelöst werden (Abbildungen 4 und 5). Entsprechend galt verbreitet Gefahrenstufe 3 (erheblich).
Am Sonntag, 03.04. war es im Süden und allgemein im Hochgebirge sonnig, am Montag, 04.04. fast überall. Einzig im Tessin war es bewölkt, und im Sottoceneri waren in der Nacht auf Montag in mittleren Lagen sogar etwa 20 cm Schnee gefallen. Am Dienstag, 05.04. die ausgleichende Gerechtigkeit: eitler Sonnenschein ganz im Süden und stark bewölkt mit wenig Niederschlag am zentralen und östlichen Alpennordhang. Mit 0 °C im Norden und + 3 °C im Süden war es auf 2000 m um 5 bis 8 Grad wärmer als noch am Vortag. Der Mittwoch, 06.04. war zunächst recht sonnig und mild, bevor sich am Nachmittag ein Wetterumschwung anbahnte.
Die Gefahr von trockenen Lawinen nahm ab und war ab Dienstagmorgen, 05.04. in den ganzen Schweizer Alpen mässig (Stufe 2). Überall? Nein, es gab noch ein kleines Gebiet, das am Dienstagmorgen wieder auf erheblich (Stufe 3) hochgestuft wurde. Dass die Rückstufung vom Vorabend im Bernina Gebiet wieder rückgängig gemacht wurde, lag nicht an einer Verschlechterung der Verhältnisse über Nacht. Grund war eine Rückmeldung über spontane Lawinenabgänge und viele Wummgeräusche, die das SLF am Montag spät abends erreicht hatte. Tags darauf wiederholte sich das Ganze. Weil sich die Lawinensituation hier offensichtlich nicht so rasch entspannte, wurde für Donnerstag für dieses Gebiet dann vor einem Altschneeproblem mit Stufe 3 (erheblich) gewarnt. Dieser Fall zeigt, wie wichtig Informationen aus dem Gelände sind. Wir bedanken uns herzlich für zeitnahe Meldungen, z.B. mit unserem Rückmeldetool.
Am Donnerstag, 07.04. läutete eine Warmfront die nächste, wiederum dreitägige Niederschlagsperiode ein. Der Westwind erreichte am Nachmittag teils Sturmstärke (Abbildung 7), und im westlichsten Unterwallis fielen bis am Mittag in der Höhe bis zu 30 cm Schnee, unterhalb von rund 2000 m teils als Regen.
Ab Mittag war teils intensiver, bis am Samstag, 09.04. anhaltender Niederschlag prognostiziert, der dem Alpennordhang und dem Wallis verbreitet 50 bis 100 cm Neuschnee bringen sollte, und dem westlichsten Unterwallis noch mehr. SLF und MeteoSchweiz hatten die lokalen Sicherheitsdienste bereits am Dienstag, 05.04. mit einer "Vorinformation Starkschneefälle" darüber informiert. Ob die Prognose sich bewahrheitet, und wie sich das auf die Lawinenaktivität auswirkt, erfahren Sie im nächsten Wochenbericht am Mittwoch, 13.04. auf Deutsch bzw. am Donnerstag, 14.04. auf Französisch.
Am Donnerstag, 07.04. wurden oberhalb von rund 2000 m auf den Flachfeldern verbreitet etwa drei Viertel so viel Schnee gemessen wie zu dieser Jahreszeit üblich, im Süden gar nur etwa ein Drittel so viel. Damit waren die Schneehöhen in der Höhe weiterhin unterdurchschnittlich, im Süden stark unterdurchschnittlich (Abbildung 8). Die Schneefälle am Anfang dieser Berichtsperiode vermochten die Schneearmut also bei weitem nicht zu kompensieren.
Bis zum Redaktionsschluss wurden in dieser Berichtsperiode 22 durch Personen ausgelöste Lawinen gemeldet (Abbildung 9). Dabei wurde am Samstag, 02.04. am Hasliberg eine Person in einer ganz kleinen Lawine verletzt.
Wegen Ostern erscheint der nächste Wochenbericht bereits am Mittwoch, 13.04. auf Deutsch und am Gründonnerstag, 14.4. auf Französisch.
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.