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- Familie: Lestidae – Teichjungfern
- Gattung: Chalcolestes – Weidenjungfern
- Art: Chalcolestes viridis (Vander Linden, 1825)
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- DE: Weidenjungfer, Westliche Weidenjungfer, Grosse Binsenjungfer
- FR: Leste vert
- IT: Leste verde, Verdina maggiore
- EN: Western Willow Spreadwing, Willow Emarald Damselfly
Wissenswertes
Chalcolestes viridis ist die grösste und häufigste Vertreterin der Familie Lestidae in der Schweiz und eine der spätesten Kleinlibellen im Jahr. Sie ist die einzige Art, welche ihre Eier unter die Rinde von Laubgehölzen einsticht. Die Einstichstellen sind noch lange gut sichtbar und weisen auf Fortpflanzung dieser Art an einem Gewässer hin. Früher wurde sie der Gattung Lestes zugeteilt.
MerkmaleGesamtlänge: 39-48 mm
Körper metallisch grün, ohne blaue Bereifung. Dunkle spornartige Zeichnung auf der Brustseite (Gattungsmerkmal). Pterostigmen hell und gross.
Männchen
Obere Hinterleibsanhänge (Cerci) nach innen gebogen und auffällig weiss.
Weibchen
Abdomen etwas dicker, mit kräftigem Ovipositor.
Jungtiere
Selbe Merkmale wie Adulte. Spornartige Zeichnung auf der Brustseite stets gut sichtbar. Achtung: Pterostigmen anderer Lestidae sind bei Jungtieren ebenfalls hell.
Belegfoto
M: Thoraxseite, möglichst parallel zur Kamera. Pterostigmen und Hinterleibsanhänge (Cerci).
W: Thoraxseite, möglichst parallel zur Kamera. Pterostigmen.
Verbreitung
Chalcolestes viridis ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. Von Griechenland über die Türkei ostwärts wird sie von der sehr ähnlichen Östlichen Weidenjungfer (Chalcolestes parvidens) abgelöst. Die Verbreitungsgebiete überlappen sich nur in Italien und in Griechenland. Im Norden kommt sie bis an die Ostsee und heute auch in Südengland vor.
In der Schweiz besiedelt Chalcolestes viridis eine Vielzahl von stehenden und langsam fliessenden Gewässern in tieferen bis mittleren Lagen.
Biologie
Phänologie
Schlupfperiode: Mitte Juni bis Ende August.
Flugzeit: Anfang August bis Ende September (teils bis November).
Lebensraum
Chalcolestes viridis ist ursprünglich eine typische Art von Auengewässern. Heute besiedelt sie eine Vielzahl von stehenden und langsam fliessenden Gewässern. Wichtig für die Fortpflanzung sind dabei vor allem ufernahe und möglichst stark überhängende Laubholzarten mit dünner, glatter Rinde, wie Weiden oder Erlen.
Lebensweise Imagines
Die Reifungszeit wird an Waldrändern, in Lichtungen oder Waldschneisen statt und kann in einiger Entfernung zum Entwicklungsgewässer stattfinden.
Das Sozialleben reifer Tiere spielt sich vor allem in den Kronen ufernaher Weichgehölze (bevorzugt Weiden) ab. Dort besetzen die Männchen Reviere auf den höchsten Zweigen und warten dort auf paarungsbereite Weibchen. Einfliegende Weibchen werden am Gewässer ergriffen und es bildet sich das Paarungsrad.
Nach der Paarung legt das Weibchen meist im Tandem mit seinem sägeartigen Ovipositor jeweils zwei Eier aufs Mal unter die Rinde des Gehölzes. Diese Einstichstellen vernarben und sind optisch gut sichtbar. Die Eier gedeihen nur in lebendem Gehölz. Die Eiablage erfolgt oft in Gruppen, was vor allem zur Mittagszeit zu grossen Ansammlungen von Paaren auf ufernahen Weiden und anderen Weichhölzern führen kann.
Die Imagines schlüpfen meist in krautiger Ufervegetation.
Lebensweise Larven
Chalcolestes viridis überwintert im Eistadium. Die Prolarve schlüpft zu Beginn der Vegetationsperiode aus dem Ei und verlässt dann die Gehölzpflanze. Entweder fällt sie direkt aufs Wasser, wo die Larve schlüpft und untertaucht oder sie fällt aufs Land, wo sie sich mit windenden Bewegungen zum Wasser bewegt und dann schlüpft. Die Larven halten sich in seichten Gewässern meist auf dem Gewässerboden zwischen Wasserpflanzen auf und in tieferen Gewässern nahe der Wasseroberfläche. Bei genügend Versteckmöglichkeiten können sie mit Fischen zusammenleben. Noch im selben Jahr schlüpft die Imago.
Gefährdung und Schutz
Die Art ist in Europa und in der Schweiz nicht gefährdet (LC).
Zu ihrer Förderung können neu angelegte Gewässer nordseitig spärlich mit Weichgehölz bepflanzt werden. Bei der Pflege solcher Gewässer gilt es zu beachten, dass ganzflächige, radikale Entfernung solcher Gehölze zum Verschwinden von Chalcolestes viridis führen kann. Besonders Zweige mit sichtbaren Einstichstellen sollten unbedingt belassen werden.
- Rote Liste: LC - Nicht gefährdet
- Nationale Priorität: Keine
- NHV: -
Ähnliche Arten
Chalcolestes viridis kann insbesondere mit Arten der Gattung Lestes verwechselt werden. Besonders ähnlich sind die ebenfalls meist unbereiften und ähnlich grossen Männchen von Lestes barbarus und Weibchen aller Arten.
Lestes barbarus – Südliche Binsenjungfer
Thoraxseite ohne spornartige Zeichnung. Pterostigma bei ausgereiften Individuen zweifarbig. Antehumeralstreifen breit und hell. Hinterkopf scharf abgegrenzt gelb. Hinterleibsende weitgehend hell.
Lestes spp. – Binsenjungfern
Thoraxseite ohne spornartige Zeichnung. Pterostigma dunkelbraun oder schwarz, ev. weiss abgegrenzt.
M: Körper mit blauer Bereifung.