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Geodätisches
Institut, in Preußen [* 2] ein Institut, welches die Pflege der wissenschaftlichen Geodäsie und als Zentralbüreau der europäischen Gradmessung [* 3] die Ausführung der im preußischen Staatsgebiet erforderlichen Arbeiten derselben zur Aufgabe hat. Die Arbeiten des Instituts müssen stets spätestens drei Jahre nach Abschluß der Öffentlichkeit übergeben werden. Alljährlich ist der Arbeitsplan und später der Bericht über die ausgeführten Arbeiten dem »Zentraldirektorium der Vermessungen im preußischen Staat« vorzulegen.
Ein wissenschaftlicher Beirat begutachtet den Etat, den Arbeitsplan, neue Einrichtungen, Anschaffung von Instrumenten etc. für das Institut. Seine Arbeiten stehen selbständig neben denen der trigonometrischen Abteilung des Generalstabs. Eine ähnliche Stellung nimmt in Frankreich das 1874 reorganisierte Bureau des longitudes neben dem Dépôt de la guerre ein. In den übrigen Staaten sind die betreffenden Arbeiten vollständig der Leitung des Generalstabs ihrer Heere untergeordnet. Vgl. Gradmessung.