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Heute am 21. Juni ist Sonnenwende – für die südliche Halbkugel ist es die Wintersonnenwende, für uns in der nördlichen Halbkugel ist es die Sommersonnenwende und damit der Beginn der Jahreszeit »Sommer«. Für die Bewohner der Nordhalbkugel bedeutet es zugleich, dass sie heute den längsten Tag und die kürzeste Nacht eines Sonnenjahres, welches genau 365,2425 Kalendertage, also in den Gemeinjahren etwas länger als 365 Tage dauert, geniessen können. Nahe dem nördlichen Polarkreis geht heute die Sonne gar nicht unter, dafür taucht sie Nahe dem südlichen Polarkreis schon gar nicht auf. Am Warum wir auf der Erde vier Jahreszeiten haben liegt daran, dass die Achse der Erde schief zur Ekliptikalebene steht. Das nachstehende Bild zeigt die positionsorientierten in einem Sonnenjahr herrschenden Verhältnisse zwischen Sonne und Erde. Die Erklärung dazu ist durch Anklicken des folgenden Bildes abrufbar.
Viele Künstler und Wissenschaftler haben sich von den vier Jahreszeiten inspirieren lassen: Das wohl bekannteste Werk von Antonio Vivaldi trägt den Titel »Le quattro stagioni«. Es besteht aus vier Violinkonzerten und jedes davon repräsentiert auf musikalische Weise eine der vier Jahreszeiten. Kennen wir oder erinnern wir uns an das von Johann Wolfgang von Goethe geschriebene Gedicht mit dem Titel »Die vier Jahreszeiten«? Durch Anklicken des unteren Bildes ist der Text des Gedichtes zu erfahren.
Auch der dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller Søren Aabye Kierkegaard (* 1813; † 1855) verfasste ein Gedicht zu unserem heutigen Thema:
Die Sonne scheint für dich – deinetwegen;
und wenn sie müde wird, beginnt der Mond,
und dann werden die Sterne angezündet.
Es wird Winter,
die ganze Schöpfung verkleidet sich,
spielt Verstecken, um dich zu vergnügen.
Es wird Frühling;
Vögel schwärmen herbei, dich zu erfreuen;
das Grün sprießt, der Wald wächst schön
und steht da wie eine Braut,
um dir Freude zu schenken.
Es wird Herbst,
die Vögel ziehn fort,
nicht weil sie sich rar machen wollen,
nein, nur damit du ihrer nicht überdrüssig würdest.
Der Wald legt seinen Schmuck ab,
nur um im nächsten Jahr neu zu erstehen,
dich zu erfreuen.
All das sollte nichts sein, worüber du dich freuen kannst?
Lerne von der Lilie und lerne vom Vogel,
deinen Lehrern:
zu sein heißt:
für heute dasein – das ist Freude.
Lilie und Vogel sind unsere Lehrer der Freude.
In seinem Museum ist ab 24. März 2012 bis 2. September 2012 das monumentale in den Jahren 2007 bis 2011 vom Maler Franz Gertsch (* 8. März 1930 in Möringen BE) geschaffene Werk »Vier-Jahreszeiten-Zyklus« mit den Bildern »Frühling«, »Herbst«, »Sommer und »Winter« erstmals in einem Raum ausgestellt. Mehr über Franz Gertsch, seine Werke und über die Ausstellung und das »Franz Gertsch Museum« in Burgdorf erfahren Sie durch Anklicken der nachstehenden Fotografie.
Und auch der spanische Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner Salvador Felipe Jacinto Dali i Domènech, Marqués de Púbol (* 11. Mai 1904; † 23. Januar 1989) schuf Werke, welche die vier Jahreszeiten symbolisieren. Von ihm beispielsweise wurde unter dem Titel »Jahreszeiten« eine Edition in vier Werken als in einem Acrylglas-Quader eingebettete Silber-Medaillen herausgegeben. Das nachstehende Bild zeigt den Quader mit den vier Silber-Medaillen» Frühling« (oben), »Sommer«, (rechts) »Herbst« (unten) und »Winter« (links).
Im Volkslied von Pappert Robert mit dem Titel »Grün, Silber und Gold«, kommen Frühling, Sommer, Herbst und Winter als Sinnbilder des sich wandelnden Lebens wunderschön zum Ausdruck. Im Lied wird die Jugendzeit als zeit des Reifes mit dem Frühling verglichen, die Sommerzeit mit der Blüte des Lebens und zum Herbst wird gesungen: «Und Du merkst mit einem Schlage – auch der Herbst hat schöne Tage». Der Winter wird mit der Ruhe und der Gelassenheit des alternden Menschen verglichen – der Zeit, wo man sich auch wieder die Stunden nehmen kann, sich an die vergangenen Jugendtage zu erinnern.
Das mittlerweile in manchen Ländern, so auch in der Schweiz, bekannte »Fête de la Musique«, deutsch auch als »Internationaler Tag der selbstgemachten Musik« bezeichnet, ist im Jahr 1981 vom damaligen französischen Kulturminister Jack Lang initiiert worden und sinnigerweise am 21. Juni folgenden Jahres zum ersten Mal – in Paris – zelebriert worden. Es handelt sich dabei um Veranstaltungen mit Auftritten von Amateur- wie auch von Berufsmusikern, die in Dörfern und Städten auf offener Strasse stattfinden. In Münchenbuchsee beispielsweise treten heute auf dem »Areal Paul Klee« vier Musikformationen der Gemeinde auf: die Arbeitermusik, die Musikgesellschaft, die Jugendmusik und die Musikschule der Region Münchenbuchsee. Und in Landiswil, dem 630-Seelen-Dorf im Berner-Mittelland gibt die Jugendmusik ab 20.00 Uhr beim Gasthof Löwen ein Platzkonzert.
Ich wünsche allen, die heute in irgeneiner Form den »Tag der Musik« feiern, als Interpreten, Zuschauer, Zuhörer, Tänzer oder als Fan, einen sonnigen – herrlich langen Abend.
Bild-Quellen:
Bild A: Wikipedia
Bild B: Wikipedia
Bild C: Wikipedia
Bild D: JBS
Bild E: www.bern-ost.ch