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Tanja Stadler betonte am Dienstag wiederholt die hohe Wirksamkeit der Impfungen gegen das Coronavirus. Der Schutz vor Hospitalisierungen sei in allen Altersgruppen «extrem hoch», sagte die neue Taskforce-Präsidentin.
Dennoch kursieren immer wieder Meldungen, wonach der Impfschutz stark abgenommen haben soll. So wurde unter Impfskeptikern etwa die Meldung herumgereicht, wonach in Israel 59 Prozent der Covid-Patienten geimpft seien.
Dies ist jedoch kein Grund, um an der Wirksamkeit der Impfung zu zweifeln. In Tat und Wahrheit zeigt das Beispiel Israel einfach, dass man sehr vorsichtig sein muss bei der Interpretation der Daten. Wenn man die Summe aller Daten betrachtet, kann dies deutlich anders aussehen, als wenn man die einzelnen Gruppen analysiert. Bei diesem Phänomen spricht man auch vom «Simpson-Paradoxon». Stadler nahm sich am Dienstag Zeit, um dieses zu erklären:
Genau so verhielt es sich auch in Israel, als am 15. August 59 Prozent der Covid-Patienten doppelt geimpft waren. Damals gab es 2,1 Millionen geimpfte Israeli über 50 Jahre, 290 von ihnen befanden sich im Spital. Also 136 Personen pro Million. Nur gerade 186'000 Israeli über 50 Jahre waren zu diesem Zeitpunkt nicht geimpft. Von ihnen befanden sich 171 im Spital. Also 919 pro Million.
Von den erwachsenen Israeli unter 50 Jahren waren am 15. August 1,1 Millionen nicht geimpft. Von ihnen befanden sich 43 im Spital. Also 39 pro Million. 3,5 Millionen erwachsene Israeli unter 50 waren zu diesem Zeitpunkt bereits geimpft. Von ihnen befanden sich gerade mal elf im Spital. Also etwa drei pro Million.
Vergleicht man die Altersgruppen untereinander, sieht man die hohe Wirksamkeit der Impfung auf den ersten Blick. Dennoch war es möglich, dass mehr Geimpfte im Spital lagen als Ungeimpfte. Daraus zu schliessen, dass die Impfung nichts nützt, ist jedoch falsch. (cma)