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Es ist ein Leichtes, den Zusammenhang zwischen dem lateinischen und dem deutschen Wort zu erraten. Lateinisch Bursa pastoris bedeutet übersetzt genau dasselbe. „Bursa“ bezeichnet eine Tasche und „pastor“ einen Hirten, somit: Tasche des Hirten. Die wild vorkommende Pflanze ist auf der ganzen Welt verbreitet. Sie ist sehr anpassungsfähig und konnte sich schon seit Generationen auf verschiedenen Kontinenten behaupten. Aus Japan sind beispielsweise sehr alte Beschreibungen vorhanden, die aber heutigen Kenntnissen zufolge ohne Nachprüfung nicht in die Praxis umzusetzen sind. In der Zeit, in der die Römer in Gallien (heutiges Frankreich) keltische Stämme kriegerisch unter Druck setzten, verwendeten die Ärzte und Druiden die kleinen Samen der Pflanze. In Form eines wässerigen Auszugs setzten die Pflegenden das Hirtentäschel als blutstillendes Mittel bei Hautverletzungen verwundeter Krieger ein. Heute ist diese Wirkung wissenschaftlich belegt. Innerliche Verabreichungen waren zu dieser Zeit natürlich auch verbreitet. Tee galt als Medizin und hatte einen sehr hohen Stellenwert. Hauptgetränke zu dieser Zeit waren jedoch Wein und Bier.
Anwendungen
Akut
Zur Behandlung von Nasenbluten und bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen. Innere Anwendung bei verlängerten Regelblutungen und Zwischenblutungen (Meno- und Metrorrhagien). Sollten die Blutungen anhalten, ist ein Arzt aufzusuchen.
Kur
Unterstützend (Adjuvans) bei Bluthochdruck (Hypertonie).
Tee
1 gehäufter Esslöffel des getrockneten Krauts (etwa 5 g) mit 3 dl heissem, nicht kochendem Wasser übergiessen. Man lässt den Tee 10 – 15 Minuten ziehen und siebt ihn anschliessend ab. 3 mal täglich eine Tasse trinken. Für Kinder und Erwachsene gut geeignet.
Tinktur
Die Frischpflanzentinktur sowie die spagyrische Urtinktur kann akut und chronisch angewendet werden. 1 bis 3 mal täglich und ein mal mit 30 Tropfen bzw. 2 Sprühstössen anwenden. Zur Behandlung von Nasenbluten und bei oberflächlich blutenden Hautverletzungen eignet sich die Tinktur besonders gut. 30 Tropfen mit 1 dl lauwarmem Wasser verdünnen und lokal anwenden. Für Kinder und Erwachsene gut geeignet.
Wirkung
Zusammenziehende (adstringierende), blutstillende und wundheilungsfördernde Wirkung. Wirkstoffgruppe: Flavon-Glykoside
Hinweise
Hirtentäschelkraut kann in Kombination mit Herz- oder Kreislaufpräparaten optimal ergänzt werden. Als spagyrische Essenz kann die Tinktur mit Weissdorn oder Ginkgo vermischt werden. So findet sie Einsatz bei zu hohem oder zu tiefem Blutdruck. Keine innerliche Anwendung während einer Schwangerschaft.