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"Das Rad, das sich dreht, setzt keinen Rost an" [Griechisches Sprichwort]
Sie sollten wissen, dass ich in Como in Italien lebe, aber von meiner Heimat aus sehe ich die Schweiz, insbesondere Chiasso. Dies soll Ihnen zeigen, wie nahe ich an der Grenze bin.
Am Vorabend des verhängnisvollen Sonntags, an dem die Abriegelung in Italien angekündigt wurde, hatte ich mit meiner Familie geplant, einen Tag in den Bergen im Schnee zu verbringen, in San Bernardino in Graubünden.
Sobald wir aufgestanden waren, begann meine Frau, die Sachen für die Reise vorzubereiten, und als ich mein Mobiltelefon eingeschaltet habe, um die Wettervorhersage zu prüfen schaute ich doch noch auf die neusten Nachrichten. Mir fällt sofort etwas "Befremdliches" auf: Die Regierung beschloss in der Nacht, die vollständige Abriegelung durch ein Reiseverbot und die Schließung aller Produktions- und Handelsaktivitäten zu veranlassen. Dies löste Paniksituationen aus, nicht im übertragenen Sinne, sondern real. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Mailänder Hauptbahnhof wurde buchstäblich von Bürgern gestürmt, die aus Angst, in der Lombardei festzusitzen, zum Bahnhof rannten, um den ersten verfügbaren Zug in ihre jeweiligen Herkunftsstädte zu nehmen. Amateurfilme dokumentierten diese Szenen, die dann in den nationalen Nachrichten gezeigt wurden.
Während ich diese Bilder staunend anschaue, wende ich mich an meine Frau, um zu entscheiden, was mit der Reise in die Berge geschehen soll, und spontan stellt sich die Frage: "Wird die Grenze offen sein?" Für mich und meine Familie war die Grenze immer eine sehr offene Grenze: Früher ging ich jeden Tag zur Arbeit und meine Kinder gingen regelmässig zum Sport (Tommaso macht Leichtathletik in der SFG Chiasso und Bianca macht Eiskunstlauf im Skating Club Chiasso). Wir fuhren oft in die Schweiz, um einzukaufen, Freunde zu treffen oder Sportwettkämpfe zu verfolgen.
Dann kam der Coronavirus und diese Grenze wurde abgeriegelt: die meinem Haus nächstgelegene Zollstelle wurde geschlossen und die Hauptzollstelle führte sehr selektive Kontrollen ein. Ich musste nur einmal dorthin gehen, da ich von zu Hause aus arbeite, um einen wichtigen Brief abzuschicken und ich war mit einer ganz anderen Situation konfrontiert als sonst: wenige Autos und Menschen, viele Wachen auf beiden Seiten, die Spannung war spürbar. Es erinnerte mich an diese Grenzen zwischen Kriegsgebieten oder zwischen verfeindeten Ländern.
Doch nun kommen wir zu den positiven Gefühlen und Hoffnungen.
Dank der SISA kann ich von zu Hause aus arbeiten, regelmäßig und zu 100%. Das ist wichtig, weil es mir ermöglicht hat, aktiv zu bleiben, meinen Geist zu beschäftigen und mich vor allem als Teil einer Gemeinschaft von Menschen zu fühlen, die sich über die normale Arbeitstätigkeit hinaus gegenseitig unterstützen. Dies hat es mir auch ermöglicht, mit der schweizerischen Realität in Kontakt zu bleiben, selbst wenn die physische Grenze geschlossen ist.
Ein weiterer positiver Aspekt war zu sehen, wie meine Teenager-Kinder mit diesem unerwarteten Zusammenleben umgingen und ich muss sagen, dass sie dies mit Reife und gegenseitigem Verständnis taten. Darüber hinaus ermöglichte ihnen der Online-Unterricht, mit Lehrern und Schulkameraden in Kontakt zu bleiben.
Der Erste, der aufsteht und zur Arbeit geht, bin ich, dann die Kinder, die den Unterricht online "besuchen". Das Haus verwandelt sich in ein kleines Büro mit Computern und Schreibtischen in jedem Raum.
Am meisten profitierte jedoch zweifellos unsere Katze Daisy, die vor dem Notfall die meiste Zeit allein verbrachte, während sie jetzt die Gelegenheit nicht verpasst, uns bei unseren täglichen Aktivitäten Gesellschaft zu leisten.
Ich freue mich, wenn sich die Beschränkungen an der Grenze nun allmählich lockern und alle Kinder, auch meine Kinder, wieder gemeinsam Sport treiben können.
Bis bald.
Autor: Nicola Introzzi
Abteilung: Softwareentwicklung
Datum: 20.05.2020