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Jan Vermeer van Delft wurde am 31. Oktober 1632 in Delft geboren. Neben Hals und Rembrandt zählt er zu den bedeutendsten niederländischen Künstlern. Er war ein Vertreter der Barockmalerei, lebte und arbeitete während des „Goldenen Zeitalters“ der Holländischen Malerei.
Vermeers Arbeit war geprägt von der Utrechter Schule, Rembrandt und Caravaggios Werken, deren Einfluss in seinen frühen Bildern „The Procuress“ (1656), „Diana und ihre Gefährten“ (1655-56), „Christus im Haus von Maria und Martha“ (um 1655) zu finden ist. Später entwickelte er seinen einzigartigen Stil. Seine Malerei fasziniert durch die Farbharmonie, die gelungenen Perspektiven und die Wiedergabe des Lichts. Seine bevorzugten Motive sind Frauen in einer intimen, ruhigen Innenraumszene mit Lichteinfall, denen der Betrachter bei irgendeiner Tätigkeit zuschauen kann.
Viele Fakten aus seinem Leben sind bis jetzt unbekannt. 1653 meldete er an der Delfter Lukasgilde und übte den Malerberuf aus. Dort lernte er Leonard Bramer kennen, einen seiner Unterstützer und Freunde. Die Identität seines Meisters, die Art seiner Ausbildung und die Zeit seiner Ausbildung bleiben bis heute ein Geheimnis.
1655 erschien eines seiner bekanntesten Gemälde „Das Mädchen mit der Perle“. Dieses Werk inspirierte den Roman „Mädchen mit einem Perlenohrring“ von Tracy Chevalier aus dem Jahr 1999 sowie eine Verfilmung dieses Buches, die 2003 erschien. Das zweite populärste Gemälde ist „Die Ansicht von Delft“ (1660/61), das die Heimstadt des Künstlers abbildet. Diese Zeit wird als Höhepunkt des Ausdrucksvermögens Vermeers angesehen. Vermeer wurde in seiner Heimatstadt Delft berühmt und 1670 zum Leiter der Malerzunft gewählt. Sein späterer Stil zeichnet sich durch atmosphärische Klarheit und sorgfältig modulierten Farben aus. Er benutzte die scharf abgegrenzten Ebenen und vermittelte viel emotionale Energie in seinen Gemälden.
In der zweiten Hälfte der 1650er Jahre schuf der Niederländer Innenraumbilder, auf denen er Personen während ihrer alltäglichen Aufgaben darstellte. Durch die Komposition von kühlem Blau und leuchtendem Gelb und das harmonische Einbinden des Lichts sind die Bilder sehr realistisch.
Vermeer datierte seine Werke selten. Deswegen gibt es heute Diskussionen darüber, welche Bilder seinem Pinsel entsprangen. Auf manche Bilder wurde irrtümlicherweise seine Urheberschaft übertragen. Sein gesichertes Gesamtwerk umfasst heute 37 Gemälde. Selbst mit diesem nicht besonders umfangreichem Oeuvre erreichte Jan Vermeer im Laufe der Zeit große Berühmtheit. Zu seinen Lebzeiten wurde er nur im kleinen Liebhaberkreis und unter lokalen Sammlern bekannt. Erst im 19. Jahrhundert stieg die Aufmerksamkeit für seine Werke, sie wurden auf Auktionen versteigert und erzielten hohe Preise.
In seinen letzten Jahren kämpfte der Künstler mit Armut und war tief verschuldet. Jan Vermeer van Delft starb am 15. Dezember 1675 in seiner Geburtsstadt.