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Schweizerische Osteuropabibliothek
Die Sammlung «Rossica Europeana» dokumentiert Russland im Spiegel europäischer Druckschriften, Karten und Graphiken der Neuzeit (16. bis 19. Jahrhundert).
Sie umfasst zur Hauptsache Berichte von diplomatischen und anderen Reisen sowie historische, landeskundliche und ethnographische Beschreibungen Russlands, die im westlichen Europa gedruckt worden sind. Ausserdem gehören zur Sammlung mehrere Hundert seltene geographische Karten über Russland aus dem gleichen Zeitraum sowie Graphiken, Bilder und einige Autographen, darunter eines von Peter dem Grossen. Es handelt sich dabei immer um Originaldrucke aus dem 16. bis 19. Jahrhundert.
Die Sammlung «Rossica Europeana» ist das Ergebnis der jahrzehntelangen Sammlertätigkeit von Dr. Peter Sager, dem Gründer des Schweizerischen Ost-Institutes und der Schweizerischen Osteuropabibliothek.
Dank der finanziellen Unterstützung namentlich des Bundesamtes für Kultur der Schweizerischen Eidgenossenschaft, des Lotteriefonds des Kantons Bern, der Kulturstiftung der Burgergemeinde Bern und der Sophie und Karl Binding Stiftung konnte sie Ende 2005 in die Schweizerische Osteuropabibliothek übernommen werden.
Die «Rossica Europeana» gehört wegen ihres kulturhistorischen Gehalts und aufgrund der vorhandenen bibliophilen Werte zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen ihrer Art. Sie birgt ein grosses Potential für die wissenschaftliche Forschung zur Gegenwart und Geschichte Europas und Russlands. Sie ist der Wahrnehmung Russlands durch das westliche Europa seit der frühen Neuzeit gewidmet und beleuchtet, wie sich im Wechselspiel von Eigen- und Fremdbildern europäische und russische Identitäten konstituierten. Sie macht zudem deutlich, dass unser Wissen über Russland, historisch bedingt, bis heute mit Vorurteilen behaftet ist.
Die Druckschriften der Sammlung sind erschlossen und im Katalog nachgewiesen; die Grafiken und Karten werden noch katalogisiert. Sie sind jedoch für wissenschaftliche Zwecke nach Voranmeldung zum Teil bereits konsultierbar (Ansprechperson: Eva Maurer, Leiterin der Schweizerischen Osteuropabibliothek).