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Der keltische Glaube
Da nach dem Glauben der Kelten der Himmel auf den Bäumen ruhte und in den Bäumen ihre Götter wohnten, lag es für sie auf der Hand, dass die Bäume etwas besonderes, ja Heiliges, seien. In ihrer Lebensweise und Auffassung, die sich stark an geistigen Erscheinungen und Mythen orientierte, stellten die Bäume immer einen Mittelpunkt und Halt dar.
Feuer und Rauch war für die Kelten etwas ganz besonderes. Der Rauch des Feuers symbolisierte den freigesetzten Geist der Bäume. Ob in den Hütten oder bei festlichen Anlässen, immer schwellten Lagerfeuer. Verbrannt wurde am liebsten das Holz der Eiche, der heiligste Baum der Kelten.
Auch die uns, aus der Keltenzeit, bekannten „Druiden“ verdanken ihren Namen der Eiche, was bisweilen in verschiedenen Quellen auch bestritten wird. Abgeleitet vom keltischen Wort „dru“ für „Eiche“, waren sie die Wächter der Religionen, Berater der Stammesfürsten, Heilkundler und vieles mehr. Der wohl bekannteste Druide war Merlin, dessen Wirken in der Artussage überliefert wurde.
Neben den Druiden waren, anders als bei Asterix & Obelix, die „Barden“ ebenfalls Gelehrte und sehr wichtig, überlieferten sie doch durch ihren Gesang das Wissen und die Sagen der Kelten.
Aufgeschrieben wurde von den Kelten nichts. Stattdessen entwickelte sich im Laufe der Zeit eine aus Zeichen bestehende Ogam- oder Ogham-Schrift, benannt nach Ogimos, dem altirischen Gott der Redekunst. Mit dieser Zeichenschrift wurden – vorwiegend in Irland – versehene Steine gefunden, auf denen aber keine Texte im eigentlichen Sinne, sondern in den meisten Fällen ausschließlich Namen von Personen, verewigt wurden. Die genutzten Zeichen wurden aller Wahrscheinlichkeit nach aus den auf den britischen Inseln seit der Altsteinzeit bekannten Zählhölzern (tally sticks) abgeleitet.
Die einzelnen Zeichen werden zwar nach Bäumen benannt, die mit dem zugehörigen Laut beginnen, das war es aber auch schon. Bei dem erst Anfang der achtziger Jahre aus dem Nichts aufgetauchten Keltischen Baumhoroskop in seiner vorliegenden Form, handelt es sich schlichtweg um eine gut gemachte Erfindung aus der Neuzeit.
Die Kelten in der Schweiz
- die Helvetier (im Mittelland, ohne Alpen und Voralpen)
- die Rauriker [Rauracher] (im Baselbiet und unmittelbar benachbarten Teil des Elsass)
- vier kleinere keltische Stämme im Unterwallis
- die Räter (ein nicht keltischer Stamm) im Tirol, am Vorder- und Hinterrhein, im Engadin, im Rheintal und am Walensee
- die Lepontier im Tessin nördlich des Monte Ceneri
Druiden bei den Kelten
Das Wort Druide setzt sich aus dem keltischen Wort für „stark“ oder und dem Wort „sehen“ zusammen, bedeutet also „Oberseher“. Somit dürften die Hauptaufgaben der Druiden darin bestanden haben, die Zukunft vorherzusehen und die Ursachen von Krankheiten zu ergründen.
Damit hatten sie einerseits grossen Einfluss auf die Politik. Andererseits versuchten sie als „Medizinmänner“ ihre Patienten mit einer Kombinatination von Ritualen (Behandlung der Psyche) und Heilkräutern (Medikamenten) zu heilen. Heute würde man das Grundprinzip ihrer Heilmethode als „ganzheitliche Medizin“ bezeichnen. Die immer den Körper und die Seele als Ganzheit betrachtet und behandelt. Da die Druiden überzeugt waren, dass ihr Wissen nur im lebendigen Vollzug weiter gegeben kann, schrieben sie nichts davon auf. Obwohl die Kelten die griechische Schrift durchaus kannten und auch häufig, z.B. auf Grabinschriften, bei Handelsgeschäften usw. benutzten). Die Druiden gaben ihr Wissen an sorgfältig ausgewählte Schüler weiter. Mit dem Untergang der keltischen Kultur ging dieses weit gehend verloren. Schriftliche Berichte gibt es nur aus griechischen und römischen Quellen. Die von Vorurteilen (Kelten = Barbaren) geprägt und somit mit Vorsicht zu lesen sind. Zuverlässig überlieferte Details kennen wir also heute nicht mehr.
Stellung der Frau
Einige Quellen bezeichnen die keltischen Frauen als Amazonen, die ebenso stark und kriegstüchtig gewesen sein sollen wie die Männer. Die Grabfunde in der Schweiz scheinen solche Berichte allerdings nicht zu bestätigen. Während vornehme Männer mit ihren Waffen beerdigt wurden, finden sich in Frauengräbern reiche Schmuckbeigaben. Wichtigste Schmuckstücke sind goldene und silberne Halsringe mit raffinierten Verschlüssen, sowie Arm- und Fussspangen. Immerhin scheinen die Frauen bei den Kelten wesentlich mehr Rechte als bei den Germanen und Römern gehabt zu haben. Frauen hatten Mitspracherecht bei Zwistigkeiten und beim Entscheid über Krieg und Frieden und konnten sich ihren Gatten frei wählen.
Krieger und Häuptlinge
Der Fürst oder König war nicht wie in anderen Kulturen Heerführer, Gesetzgeber und Richter, sondern nur für die „Aussenpolitik“. Für die diplomatischen und militärischen Mitteln zuständig. Er hatte jedoch die Macht, den einzelnen Sippen Land zuzuteilen. Partner zu vermählen und konnte im Gegenzug bei Bedarf Kriegsdienstleistungen von den Sippen erwarten. Das Königsamt war nicht erblich, wer dazu gewählt werden wollte, musste aber einer königlichen Sippe entstammen.