Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/3730

Stadt im preuß. Regierungsbezirk und Landkreis
Düsseldorf,
[* 3] am
Rhein, hat eine evangelische und kath.
Pfarrkirche, eine berühmte evang. Diakonissenanstalt (1836 vom
PfarrerFliedner gegründet) mit
Filialen selbst in
Asien
[* 4] und
Amerika
[* 5] (vgl.
Diakonissinnen) und verbunden mit einem Lehrerinnenseminar, Mädchenwaisenhaus, einer Irrenheilanstalt und einem
Asyl für entlassene weibliche Sträflinge; ferner ein katholisches geistliches Emeritenhaus (ehemaliges
Kapuzinerkloster), ein kathol. Marienhospital, Seidenweberei, Tabaksfabrikation,
Schiffahrt und (1885) 2388 meist kath. Einwohner.
-
Pippin von
Herstal schenkte das Gebiet, auf dem die Stadt liegt, um 710 dem
Bischof Suitbert, der hier ein Benediktinerkloster
errichtete.
Nebenbei hat die Anstalt auch den
Zweck, genossenschaftliche Alterversorgungsanstalten für einzelne Berufskreise durch Beschaffung
der notwendigen statistischen und Rechnungsgrundlagen sowie durch Beirat bei Einrichtung der
Verwaltung etc. zu unterstützen.
Protektor der Kaiser Wilhelms-Spende ist der
Kronprinz des
DeutschenReichs. Die Kaiser Wilhelms-Spende erfreut sich einer von Jahr zu Jahr wachsenden
Beteiligung. Sie zählte 1880: 337 Mitglieder mit 41,855
Mk. und 1885: 8363 Mitglieder mit 841,375 Mk. Jahreseinlage.
Vgl.
Stämmler, Die
Kaiser Wilhelms-Spende (Berl. 1880).
Auf ozeanischen Passagierdampfern sind die Kajütten, der Zahl der Reisenden entsprechend, von großen
Abmessungen, so daß sie nicht selten das ganze Hauptdeck sowie einen Teil des darunterliegenden
Decks einnehmen und häufig,
besonders in neuester Zeit, auch noch umfangreiche Deckbauten zu Kajütten eingerichtet sind. Die erste Kajütte der
Hochseedampfer vertritt anBord die
Stelle des Hotelspeisesalons ersten
Ranges, ist dem entsprechend reich
möbliert und mit allem
Komfort ausgestattet, wie die anstoßenden
Kabinette gleichfalls, welche die
Kojen und
Betten nebst Wascheinrichtung
aufnehmen. Diese empfangen ihr Tageslicht durch Seitenfenster (side lights) in den Schiffsborden, deren runde Form zur Bezeichnung
Ochsenaugen führte.
¶
mehr
Die die Tropen passierenden Dampfer sind wegen des gesteigerten Lüftungsbedürfnisses mit größern (und eckigen) Seitenfenstern
ausgestattet. Die von beiden Schiffsseiten meist durch die Kabinette abgesperrten Salons empfangen ihr Tageslicht durch Oberlicht
(skylights) von zweierlei Art:
1) durch in das Oberdeck eingelassene Glasstücke und 2) durch einen am Deckausschnitt sich erhebenden
glasüberdachten Aufbau, welcher bei schönem Wetter
[* 15] thürartig geöffnet und zugleich mit Sitzbänken auf Oberdeck ausgestattet
ist. Meist ist die zweite Kajütte unter der ersten eingebaut. In neuesten Dampfern liegen beide Kajütten jedoch häufig auf demselben
(Haupt-) Deck. Sämtliche transatlantische Passagierdampfer, darunter die Auswandererschiffe, besitzen auch Damenkajütten,
d. h. entsprechend ausgestattete Räumlichkeiten, welche ausschließlich
für den Aufenthalt von Damen bestimmt sind, während die männlichen Kajüttenreisenden sich in Rauchzimmer zurückziehen
können.
Auch die Wohnräume der Schiffsbeamten sind als Kajütten zu betrachten, zu denen auch deren Speiseräume zu rechnen sind,
welche auf Kriegsschiffen »Messe« genannt werden. Kajüttenreisende heißen die Personen, welche Kajüttenplätze belegt haben,
im Gegensatz zu den Zwischendeckpassagieren, welche gegen billiges Passagegeld in tiefer gelegenen großen Räumen, die nur
mit Bettstellen (Kojen) ausgestattet sind, befördert werden. Mit dem Kajüttenbillet erwirbt der Reisende zugleich das Recht,
gewisse Partien des Oberdecks, bez. des Promenadendecks, beschreiten zu dürfen,
deren Grenzen
[* 16] nach obenhin streng zu beachten sind. Das Quarterdeck, etwa das hintere Schiffsdrittel, darf
nur von Passagieren erster Kajütte betreten werden, während mittschiffs Reisende der zweiten Kajütte sich ergehen
können. Die »Zwischendecker«, Reisende dritter Klasse, sind nur auf das Vorschiff angewiesen.