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wie verhalte ich mich richtig
Guten Tag Mein Mann verträgt Alkohol, vor Allem Bier, nicht. Es braucht nur einen halben Liter Bier, damit sich sein Wesen verändert. Er findet, dass er mit 1 – 3 Bierdosen pro Abend nicht zu viel trinkt und seinen Konsum mehrheitlich im Griff hat. Meist trinkt er erst, wenn die Kinder im Bett sind und verzieht sich in die Werkstatt. Wenn ich nachts erwache, gehe ich manchmal nachschauen und treffe ihn oft schlafend an. Unter Alkoholeinfluss will ich mit ihm weder Gespräche führen, noch Nähe haben. Ich finde ihn dann furchtbar. Das will er nicht verstehen. Wenn ich ihm mitteile, dass ich mich zurückziehe, da er Alkohol konsumiert, nimmt er dies zur Kenntnis, es ändert jedoch nichts an seinem Verhalten. Am nächsten Tag ist er immer, als wäre nichts gewesen. Für mich war als Letztes das schale Gefühl, dass er den Abend für sich verbracht hat und möchte dies klären. Das kommt gar nicht gut an. Wie verhalte ich mich richtig: Soll ich, wie ich es tue, immer wieder nachschauen gehen und nachfragen am nächsten Tag? Oder soll ich möglichst gar nichts tun?
Erst einmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass Sie ein paar Tage auf die Antwort warten mussten, das tut mir sehr leid. Sie fragen sich, wie Sie sich richtig Ihrem Mann gegenüber verhalten sollen wenn er getrunken hat, bzw. wenn er trinkt und wie Sie mit ihm reden können. Unter Alkoholeinfluss ist es sicherlich nicht sinnvoll mit ihm zu sprechen. Und, so schreiben Sie ja auch, dass Sie dies gar nicht möchten. Aber wenn er nüchtern ist und Sie gemeinsam Zeit haben, können sie das Gespräch mit ihm suchen. Erklären Sie ihm, was Sie bewegt und besorgt. Sprechen Sie über Ihre Beobachtungen und über sich selbst. Vermeiden Sie Äusserungen wie: »Dur trinkst zu viel…» oder «wieviel hast Du jetzt schon wieder getrunken»? Sprechen Sie mit Ihrem Partner darüber, was Sie von einer Partnerschaft wünschen und erwarten, wie Sie sich Ihre Beziehung vorstellen und was Sie an der gegenwärtigen Situation belastet und was Ihnen fehlt. Machen Sie ihm keine Vorschriften. Stellen Sie eher Fragen, z.B. wie er die Situation sieht, was er denn braucht und welche Bedürfnisse er hat. Sie können auch Vorschläge machen z.B. was Sie am Abend gemeinsam unternehmen oder was sie beide verändern könnten. Vorwürfe und Kontrollen bringen hingegen nichts. Nehmen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen ernst und getrauen Sie sich auch «Nein» zu sagen, wenn Sie etwas nicht möchten. Sehr gerne dürfen Sie sich auch hier wieder melden, wenn Sie weiteren Austausch wünschen. Alles Gute für Sie.