Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03308.jsonl.gz/384

Weitere Informationen
Seit 2013 heisst der reformierte „Temple de Saint-Luc“ in Lausanne „Maison de Quartier de la Pontaise“. Der Ort dient heute als Quartiertreffpunkt. Ein Verein organisiert Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Räume können ausserdem für Privatanlässe gemietet werden.
Kirche
Die Kirche wurde zwischen 1938 und 1939 von den Architekten Eugène Béboux und Paul Lavenez gebaut. Von 1940 bis 2010 diente sie als reformierte Kirche der Paroisse de St-Laurent/Pontaise bzw. der Paroisse de Saint-Luc. Der Bau ist mit seiner schlichten und gleichzeitig monumentalen Architektur ein typischer Vertreter des Kirchenbaus der Zwischenkriegszeit. Dem Kirchensaal ist ein gedrungener Glockenturm vorgelagert, mit eingezogenem Glockenstuhl und einem massiven Kreuz. Der Bau ist doppelgeschossig. Im Erdgeschoss befindet sich der Gemeindesaal, im Obergeschoss der Gottesdienstraum, der über eine monumentale Treppe erreicht wird. Im Glockenturm befinden sich die Treppen zur Empore. Die Skulptur des geflügelten Stiers vor dem Treppenaufgang schuf der Bildhauer Edouard Sandoz im Jahr 1948. Das Gebäude steht seit 1999 unter regionalem Schutz. Der Innenraum der Kirche wies ursprünglich eine farbige Bemalung auf, die anlässlich einer Renovation von 1964/65 durch eine hellgraue Farbgebung ersetzt wurde. Dafür wurden die Fenster des Kirchenraumes mit bunten Gläsern in den Regenbogenfarben versehen.
Renovation und Umbau
Im Auftrag der „Direction enfance, jeunesse et éducation“ organisierte der „Service d’architecture“ 2007 einen offenen Wettbewerb für die Renovation der Kirche und deren Neunutzung als Maison de quartier. Den Wettbewerb, an dem sich 21 Büros beteiligten, gewann das Projekt von Deillon Delley Architectes aus Bulle. Realisiert wurde der Umbau von 2011 bis 2013. Die Kosten für die Renovation und den Umbau beliefen sich auf 10 Mio. Franken. Das Kirchengebäude wurde sowohl innen wie aussen in seinen ursprünglichen Dimensionen belassen. Einzig im Bereich der Empore erhielt der Saal einen Einbau in Form eines geschlossenen, mittels einer Fensterfront optisch zum Kirchenraum hin geöffneten Raumes. Zwischen Kirche und Brandmauer des benachbarten Gebäudes fügten die Architekten einen Neubau ein, der im Erdgeschoss ein Kaffee beherbergt, in den oberen Geschossen einen Musiksaal und Büros. Von hier aus gibt es auch Zugänge zum Saal der Kirche, den darunter liegenden Räume, zur Empore, die zum Tanzsaal umgebaut ist, sowie zu Spielzimmern. Der Haupteingang befindet sich im Neubau, Erd- und Hauptgeschoss der alten Kirche sind aber auch über die ursprünglichen Eingänge erschlossen. Anlässlich der Renovation wurden die Farbfenster in der Kirche ausgebaut. Stattdessen erhielt der Saal eine neue künstlerische Ausstattung mit 24 über die Wände verteilten monochromen Farbtafeln des Künstlers Francis Baudevin. Die Einzeltafeln bilden zusammen ein grosses Gemälde, eine Anspielung auf die ursprüngliche farbige Ausmalung der Kirche.
Neunutzung
Das Quartierzentrum (www.lapontaise.ch) steht unter der Obhut der „Fondation pour l’Animation Socioculturelle Lausannoise (FASL)“, die ihrerseits von der Stadt Lausanne subventioniert wird. Das Haus ist ein Ort der Begegnung mit vielfältigen Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den benachbarten Quartieren. Das Zentrum hat eine soziale und kulturelle Ausrichtung. Es organisiert selber soziokulturelle Anlässe und unterstützt Personen, die mit eigenen Projekten sich für das Gemeinleben engagieren möchten.
Stimmen
- „La vie sociale ne se tisse plus autour de la seule activité religieuse. La transformation de ce bâtiment en maison de quartier a trouvé un écho favorable auprès de toutes les parties concernées et conservera cette vocation de lieu de rencontre.“ (Oscar Tosato, municipal, chargé de l’Enfance)
- „Cherchant à trouver dans ce monument du passé une nouvelle identité, les autorités politiques lausannoises ont osé le choix audacieux d’en faire une maison de quartier, et de transformer un lieu où l’on entre en communication avec Dieu en un lieu où l’on entre en communication avec l’Homme.“ (Pierre-Alain Verheyen, directeur FASL)
- „Le patient travail de l’architecte a su insérer un usage renouvelé dans l’architecture existante. Celui de l’artiste a réussi à transposer dans une maison réinventée, l’héritage de la couleur. Ils offrent ainsi aux futures occupants une habitation de la mémoire et de la création, témoin des raisons sensibles de ce patrimoine remarquable.“ (Laurent Chenu, Conservateur cantonal des monuments et sites)