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Wie der Name schon sagt, ist der Lernfahrausweis zum Durchführen von Lernfahrten gedacht. Jetzt stellt sich die Frage, ob einfach ein bischen mit dem Motorrad rumfahren schon eine Lernfahrt ist und was genau man so lernen soll? Um diese Frage zu beantworten, schaut man sich am besten die Prüfung an, die man für den Führerschein absolvieren muss.
Die Prüfung besteht aus zwei Teilen, der erste Teil ist die Manöverprüfung. Wurde die Manöverprüfung bestanden, kann man zum zweiten Teil antreten, der praktischen Prüfung im Verkehr. Bei der Manöverprüfung muss man in etwa 20 Minuten 5 Einzelmanöver durchführen. Sie bilden den Hauptteil der Prüfung. Zusätzlich werden das Parkieren und Sichern des Fahrzeuges und die Kenntnisse der Bedienungs- und Kontrolleinrichtungen geprüft (Hupe, Blinker, Warnblinker, Fernlicht und Lichthupe müssen blind bedient werden). Hier gibt es noch weitere nützliche Infos: Motorfahrzeug-Prüfstation beider Basel und Motorfahrzeug-Prüfstation beider Basel – Manöverprüfungen Kategorien A und A1.
Die Manöverprüfung besteht aus Manövern wie Anhalten, Anfahren, Bremsen, das Fahren von Kreisen und das Langsamfahren in der Spurgasse sowie aus Manövern bei denen man um Pylonen fahren muss. Die Parcours für die Spurgasse und die Pylonenmanöver sind in folgendem Bild dargestellt:
Generell gilt, dass bei der Manöverprüfung keine Pylonen umfallen dürfen, man nicht abstehen darf und das der Parcours in einem Stück durchfahren werden muss. Die Spurgasse ist ca. 1m breit und 10m lang und sollte möglichst langsam und gleichmässig in Sitzposition (Füsse auf den Fussrasten) durchfahren werden. Das ganze sollte mindestens 15 Sekunden dauern. Dies soll zum Beispiel die Situation in einem Stau oder an einer Ampel nachstellen. Beim Slalom ist die Distanz für Kategorie A zwischen den sechs Pylonen 3m und die Pylonen sind in einer Reihe aufgestellt. Beim versetzten Slalom ist die Distanz zwischen den fünf Pylonen 4,5m in der Länge und die Pylonen sind jeweils ca. 90cm links und rechts in der Breite versetzt. Das Slalomfahren soll aufzeigen, ob man Hindernissen ausweichen kann und das Motorrad in heiklen Situationen sicher beherrscht. Beim 8i-fahren um die ca. 8m auseinanderstehenden Pylonen sollte man möglichst enge, gleichmässige Kreise fahren. Es zeigt, ob man den eigenen Wendekreis kennt, um enge Abbiegemanöver links und rechts sicher abschätzen zu können.
Auf SwissBikers.ch habe ich noch ein super Video gefunden, dass die einzelnen Manöver auf dem Prüfungsplatz der Motorfahrzeug-Prüfstation Münchenstein zeigt:
Hier noch ein weiteres Video, ebenfalls auf dem Prüfungsplatz der MFK Münchenstein. Sehr schön dabei ist die zusätzliche Helmkamera, die den Blickwinkel zeigt. Man kann ja als Anregung nicht genug Videomaterial anschauen:
Wer an der Manöverprüfung die Prüfer erstaunen will, kann auch versuchen die Manöverprüfung so zu absolvieren:
Wenn wir zu der Eingangs gestellten Frage zurückkommen, sehen wir, dass die Manöverprüfung an die Realität auf der Strasse angelehnt ist und wir bei Lernfahrten nicht einfach in der Gegend herumfahren sollten, sondern gezielt Übungen suchen sollten, die wir dann weiter vertiefen, z.B. Ausführen der Manöver mit dem Hintergedanken was das Manöver bezwecken soll, Befahren von anspruchsvollen Verzweigungen (Kreisverkehrsplätze, Kreuzungen, Gabelungen, Einmündungen, Kreisel) etc. Wir sollten die Manöver auch isoliert z.B auf einem Parklpatz trainieren. Wer es etwas professioneller angehen will, kann sich dazu für ca. 30 CHF auch Markierungskegel kaufen, die er dann z.B. im Rucksack mitbringt.
Zum Schluss noch ein Hinweis. Oft kommt die Frage, ob man den mit dem Lernfahrausweis auch im Ausland fahren darf. Der Lernfahrausweis ist kein Führerausweis nach internationalem Recht und deshalb nur in der Schweiz gültig. Es dürfen somit keine unbegleitete Lernfahrten mit Motorräder im Ausland vorgenommen werden. Diese Tatsache geht klar aus dem Art. 41 des „Übereinkommens über den Strassenverkehr“ hervor, welches nach der Ratifikation durch die Schweiz seit dem 11.12.1992 in Kraft getreten ist. Wer trotzdem mit dem Lernfahrausweis im Ausland fährt riskiert viel. Bei einem Unfall ist grundsätzlich kein Versicherungsschutz vorhanden. Von der örtlich zuständigen Strafbehörde würde dies als Fahren ohne gültigen Führerausweis eingestuft.vgl. [1]
Weitere Fragen zum Thema „Was darf ich mit dem Lernfahrausweis Kategorie A/A1 und was nicht?“ sollte man am besten direkt an die Strassenverkehrsämter bzw. MFK (BS/BL) stellen.
Literaturverzeichnis
So, jetzt würde mich interessieren was und wo ihr so trainiert und wie und wor ihr eure „Lernfahrten“ angeht und gestaltet?