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In der Schweiz bebte es mit einer Stärke von 4,6. Das gab einige Rüttler, zum Glück aber keine schweren Schäden. In Asien und Südamerika veränderten Erdbeben Millionen Menschenleben. Und auch in Europa gab es einen Vorfall, der die Geschichte verändert hat.
Die genaue Stärke dieses Erdbebens ist nicht bekannt. Es zerstörte 1755 beinahe die komplette portugiesische Hauptstadt Lissabon. Laut Augenzeugen wurde die Erde kurz nach halb zehn Uhr morgens aufgerissen. Erst brachen Feuer aus, dann trafen riesige Flutwellen die Stadt und rissen unzählige Gebäude um. Darunter auch den Palast und diverse Kirchen. Zwischen 30'000 und 100'000 Einwohner fielen dem Beben zum Opfer. Der Premierminister forderte sofort Untersuchungen über das Beben, was den Anstoss zur Seismologie, der Erdbebenforschung, gab. Portugals Kolonialisierungs-Politik wurde durch die Nachwirkungen des Bebens stark beeinträchtigt.
Am 15. August 1950 wurde das Grenzgebiet zwischen Tibet und der indischen Provinz Assam von einem Erdbeben der Stärke 8,6 getroffen. Siebzig Dörfer wurden zerstört. Nach dem Beben folgten heftige Fluten und acht Tage nach den ersten Erschütterungen brach ein natürlicher Damm, was eine sieben Meter hohe Wasserwand auf umliegende Dörfer losliess. Sogar Seismologen in England und Norwegen bemerkten das Erdbeben dank Wellen in stehenden Gewässern.
Als in Hawaii plötzlich Flüsse trocken lagen, war klar: dieses Beben wird heftig. Denn das Epizentrum lag ausserhalb der Küste Ecuadors, nahe der Grenze zu Kolumbien. In Hawaii bliebs bei trockenen und danach gefluteten Flüssen, Kolumbien und Ecuador wurden von einem schweren Tsunami getroffen, der über 1000 Todesopfer forderte.
Chile liegt am Rand der Südamerikanischen Platte. Unter diese schiebt sich die rein ozeanische Nazca-Platte, was in Chile immer wieder zu Erdbeben führt. 2010 traf den Küstenstaat ein besonders schweres. 12'000 Menschen wurden verletzt und über 800'000 obdachlos. In den Tagen darauf folgten Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 6,6. Aufgrund des starken Bebens wurde die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit um einen Monat verschoben, damit der frühere Einbruch der Dämmerung den Obdachlosen keine Nachteile bringt.
Vier Stunden nach dem ersten Schock trafen Wellen mit einer Höhe von bis zu 16 Meter die Küste. Ein US-Kriegsschiff wurde zwei Meilen ins Land hinein geschwemmt. Über 25'000 Menschen kamen um, viele Dörfer wurden zerstört. Für das Jahr 2126 wurde ein Erdbeben einer ähnlichen Stärke vorhergesagt.
Kamschatka ist eine Halbinsel im östlichsten Teil Russlands. Vom Beben getroffen wurde aber das südlicher liegende Severo-Kurilsk, ein Dorf mit damals etwa 6'000 Einwohnern. Das Beben verursachte drei Tsunami-Wellen. Bis zu 18 Meter hoch waren sie. Nach dem Beben flohen die Dorfbewohner auf die Hügel und entkamen so der ersten Welle. Viele liefen jedoch zu früh zurück ins Dorf und wurden von der zweiten Welle erfasst. Ein Drittel der Dorfbewohner starb.
Das schlimmste Beben in den letzten Jahren traf Japan. Das grauenvolle Ergebnis: 18'000 Tote, 375'000 zerstörte Gebäude, vier gebrochene Dämme und die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Der Tsunami soll lokal bis zu 38 Meter hoch gewesen sein. Es ist das stärkste Beben, das je in Japan aufgezeichnet wurde. Millionen Haushalte waren betroffen. Tennō Akihito wandte sich am 16. März in einer Fernsehansprache ans Volk, um der internationalen Gemeinschaft zu danken und der Bevölkerung Mut zuzusprechen. Es war das erste Mal, dass sich der Kaiser via Fernsehen ans Volk wandte und das zweite Mal überhaupt, dass sich ein Tennō zu einem aktuellen Ereignis äusserte. Das erste Mal sprach Tennō Hirohito via Radio die Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg aus.
Es gilt als das tödlichste Erdbeben überhaupt und forderte 230'000 Leben. 165'000 davon in Indonesien. Auch Sri Lanka, Indien und Thailand wurden schwer getroffen. Über 1,7 Millionen Küstenbewohner im Indischen Ozean verloren ihr Zuhause. Das Epizentrum des Bebens lag vor der Westküste Sumatras. Die freigesetzte Energie entspricht etwa 475 Megatonnen TNT. Da es im Indischen Ozean damals kein Tsunami-Warnsystem gab, wurde das Gebiet besonders hart getroffen.
Das sogenannte Karfreitagsbeben gilt als stärkstes Beben der US-Geschichte. Das Epizentrum lag im südlichen Teil Zentral-Alaskas. Es starben 139 Menschen, die meisten von ihnen durch Tsunamis, die durch Fjorde fegten. Ihre Maximalhöhe: monströse 67 Meter.
Das schwerste Erdbeben, das je aufgezeichnet wurde, machte über zwei Millionen Menschen in Chile obdachlos. Das entspricht etwa einem Viertel der damaligen Bevölkerung. Das Epizentrum lag vor der Küste der Stadt Valdivia im Süden des Landes. Das Beben dauerte vier Minuten und zog in den folgenden Tagen Hunderte Nachbeben nach sich. Die freigesetzte Energie entspricht 180 Gigatonnen TNT. Die Erschütterung verschob sogar die Erdachse um drei Zentimeter. Da Chile gut auf das Beben vorbereitet war, starben glücklicherweise viel weniger Menschen, als es bei einem solch starken Beben sonst zu erwarten wäre. Das Beben verursachte einen Tsunami, der in Japan sogar noch eine Höhe von fünf Metern erreichte.