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Inhalt:
Im April 1863 befindet sich die 23-jährige Anna Weinbrenner an Bord eines Auswandererschiffes mit Kurs auf Argentinien. Anna reist allein, ihre Familie befindet sich schon in der neuen Heimat. Auf dem engen Zwischendeck kommt es immer wieder zu Streit, Diebstahl und eines Tages wird Anna sogar Zeugin eines Mordes.
Die Reise gestaltet sich für die junge Frau dennoch kurzweilig.Sie lernt Viktoria Santos und Julius Meyer kennen.Obwohl die drei jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft sind, verstehen sie sich gut.Es dauert nicht lange und Julius verliebt sich in Anna. Sie gibt ihm jedoch keine Chance.
Angelangt in der neuen Welt, ist nichts so, wie Anna es sich erträumt hat. Sie findet ihre Familie in einem der vielen Armutsviertel von Buenos Aires wieder.
Ihr Mann, Kaleb, stirbt bald nach ihrer Ankunft.Einzig ihren Brüdern, Eduard und Gustav, geht es materiell gut. Sie verdienen ihr Geld aber nicht durch ehrliche Arbeit.
Anna gibt nicht auf, arbeitet hart und hält dadurch die Familie über Wasser.Sie bekommt ein Kind von Kaleb, Marlena.
Auch eine andere Frau findet in der neuen Heimat nicht das erwartete Glück, Viktoria.
Ihr Ehemann Humberto erweist sich als Schwächling und von ihrer Schwiegermutter, Dona Ofelia, wird sie gehasst.Viktoria bekommt eine Tochter, Estella. Ansonsten führt sie ein trostloses Leben, bis sie den Halbindianer Pedro kennenlernt.Diese Beziehung bleibt nicht ohne Folgen.
Währenddessen ist es Julius besser ergangen. Er hat eine Anstellung und Zugang in beste Gesellschaftskreise gefunden.
Dona Ofelia will sich an ihrer Schwiegertochter rächen und ersinnt einen teuflischen Plan. Dadurch geraten sowohl Annas als auch Viktorias Tochter in große Gefahr.
Meine Meinung:
Sofia Caspari hat ihren Roman in Argentinien um 1860 angesiedelt. Eine Zeit, in der die
Einwandererströme aus Europa ihren Höhepunkt erreichten. Das Schicksal europäischer Einwanderer am Beispiel der Hauptprotagonisten Anna, Viktoria und Julius prägt im Wesentlichen den Inhalt des Buches.
Die Erzählung besticht durch detaillierte, lebendige Schilderungen. Ich kann mir die Strapazen der langen Seereise gut vorstellen und mich in die Erwartungen, Sehnsüchte und auch erlebten Enttäuschungen der Hauptfiguren hineinversetzen. Die Autorin hat viel Mühe darauf verwendet, deren Charaktere perfekt herauszuarbeiten. Das ist ihr auch gut gelungen. Man kann die jeweiligen Personen ins Herz schließen, wie Anna und Pedro. Man kann sie aber auch verachten, wie Dona Ofelia und Gustav.
Die Geschichte Argentiniens hat ebenfalls Eingang in die Erzählung gefunden, was mir sehr gefallen hat.
Sofia Caspari hat die gesellschaftlichen Unterschiede dieser Zeit dargestellt.Am Beispiel Humbertos, seines Vaters und dessen Freunden wird der wachsende Einfluss der Großgrundbesitzer deutlich. In diese Zeit fällt auch der Vernichtungskrieg gegen die Indianer der Pampa.
Ganz ohne Klischees kommt die Autorin jedoch nicht aus. Julius, der Sohn aus gutem Haus verliebt sich in eine Frau aus der einfachen Bevölkerungsschicht. Es mag aber sein, dass solche Unterschiede durch die Bedingungen und Einflüsse der neuen Heimat in den Hintergrund gerieten.
Das Buch ist flüssig geschrieben und angenehm zu lesen. Eine Lektüre, die man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Das ansprechend gestaltete Cover stimmt perfekt auf das Buch ein.
Farbenfroh, facettenreich,eine wunderbare Erzählung.
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