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Erbengemeinschaft
Mehrere Erben bilden rechtlich gesehen eine Erbengemeinschaft.
Das bedeutet einerseits, dass alle Erben solidarisch für die Schulden des Verstorbenen haften. Gläubiger können also einen einzelnen Erben belangen, der dann auf seine Miterben zurückgreift. Andererseits muss die Erbengemeinschaft jeden Entscheid gemeinsam fällen, wenn es um das Erbe geht.
Auch Verträge können sie nur gemeinsam unterzeichnen. Solange ein einziger Erbe nicht einverstanden ist, bleibt die Erbengemeinschaft handlungsunfähig. Er kann jeden Entscheid der Erbengemeinschaft blockieren, selbst wenn ihm nur ein kleiner Anteil am Erbe gehört und alle anderen Erben einverstanden sind.
Bei Meinungsverschiedenheiten kann es schwierig sein, eine Lösung zu finden. Das zeigt sich besonders häufig, wenn sich die Erben nicht über die Verwendung einer Liegenschaft einigen können. Damit das Erbe bis zur Lösung eines Konflikts vernünftig bewirtschaftet wird, kann jeder Erbe die Einsetzung eines Erbenvertreters verlangen.
Eine Erbengemeinschaft ist oft auch handlungsunfähig, weil die Zahl der Erben sehr gross ist oder weil ein Teil von ihnen im Ausland lebt. Rasche Entscheide sind in diesen Fällen kaum möglich. Oft ist es daher sinnvoll, eine oder mehrere Personen zu bevollmächtigen, um die Erbengemeinschaft nach aussen zu vertreten.
Wenn nicht alle erbberechtigten Personen bekannt und erreichbar sind oder wenn der Bestand der Erbschaft gefährdet ist, setzen die Behörden einen Erbschaftsverwalter ein. Er sorgt dafür, dass der Nachlass erhalten bleibt, bis die Erbteilung abgeschlossen ist. Wenn der Verstorbene in seinem Testament einen Willensvollstrecker eingesetzt hat, übernimmt dieser die Aufgabe.
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