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Die Witterung im 1. Quartal 2022 (Januar, Februar, März), Heizgradtage April 2021 bis März 2022. Das Januar-Wetter war trocken und überdurchschnittlich warm. Im Februar war’s stürmisch, mit eindrücklichen Böenspitzen. Der März war wiederum extrem sonnig und trocken.
Milder und sonniger Januar mit wenig Niederschlag
Der Januar brachte sehr viel Sonne und war dementsprechend warm. Die Niederschläge fielen unterdurchschnittlich aus. Auf der Alpensüdseite erreichten sie nur etwa einen Fünftel des langjährigen Mittels.
Der Januar startete sehr mild mit Höchstwerten um 19 °C beidseits der Alpen. Vom 1. bis zum 4. Januar floss aus Westen und Südwesten sehr milde Luft in unser Land. Am 2. Januar lag die Nullgradgrenze auf rund 3800 Meter, was dem zweithöchsten Januarwert seit Messbeginn 1954 entspricht. Die milde Luft brachte an 17 Messstandorten verteilt über die ganze Schweiz neue Januarrekorde bei der Tagesmaximum-Temperatur (z.B. 19,2 °C in Poschiavo, 18,7 °C Basel Binningen).
Vom 5. bis am 10. Januar bestimmte polare Kaltluft das Wetter in der Schweiz. Auf der Alpennordseite fiel mehrmals etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Auf der Alpensüdseite brachte die kalte Luft als Nordföhn viel Sonnenschein und Tageshöchstwerte von 10 bis 12 °C. Ab dem 11. bis am 27. Januar herrschte über der Schweiz vorwiegend winterliches Hochdruckwetter. Die Alpensüdseite erhielt bereits ab dem 5. Januar viel Sonnenschein. Die lange sonnige Periode dauerte im Süden bis zum Monatsende.
Im Süden sehr trocken: Im Januar fiel in der ganzen Schweiz wenig Niederschlag. Die Alpensüdseite erhielt bereits im vergangenen Dezember weit unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen, sodass die Monate Dezember und Januar zusammen nur 21 % der Norm erreichten. Als Folge der anhaltenden Trockenheit brach gegen Monatsende im Tessin in der Region Gamborogno am Lago Maggiore ein grösserer Waldbrand aus.
Die geringen Niederschlagsmengen seit dem Winterbeginn führten auf der Alpensüdseite im Januar zu einer ausgeprägten Schneearmut. Bosco-Gurin (1486 m) registrierte mit nur 1 cm die geringste mittlere Januarschneehöhe seit Messbeginn 1961 und in San Bernardino (1639 m) lagen im Durchschnitt nur 5 cm Schnee.
Vom 28. bis am 30. Januar war die Witterung auf der Alpennordseite wechselhaft. Am 31. Januar brachte eine Kaltfront aus Norden anhaltenden Schneefall in den Alpen. Auf der Alpensüdseite blieb es mit Nordföhn meist sonnig und am 30. Januar stiegen die Tageshöchstwerte auf sehr milde 18 bis 21 °C.
Monatsbilanz Januar 2022
Die Januartemperatur lag im landesweiten Mittel 0,8 °C über der Norm 1991−2020. In den tieferen Lagen nördlich der Alpen lag sie 0,1 bis 0,8 °C über dem Durchschnitt. In Berglagen wurden Temperaturen von 0,5 bis 1,5 °C, lokal auch um 2 °C über dem langjährigen Mitel registriert. Auf der Alpensüdseite brachte der Januar verbreitet Temperaturen von 2 bis 3 °C, in Berglagen lokal um 3,5 °C über dem Durchschnitt. Im Zentralwallis blieb die Januartemperatur 1 bis knapp 3 °C unter der Norm. Die Niederschlagssummen waren im Januar meist unterdurchschnittlich. In vielen Gebieten fiel weniger als 50 %, auf der Alpensüdseite verbreitet weniger als 20 % der Norm.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Januar nördlich der Alpen verbreitet 150 bis 180 %, lokal auch 190 bis knapp 200 % der Norm. In den Alpen bewegte sie sich meist zwischen 120 und 140 %, im Wallis lokal zwischen 150 und 160 % des langjährigen Mittels. Auf der Alpensüdseite wurden verbreitet 135 bis 150 % und im Südtessin bis knapp 160 % des Durchschnitts verzeichnet.
Warmer und stürmischer Februar
Der Februar zeigte sich sehr mild mit viel Sonnenschein. In den Niederungen der Alpennordseite blieb er ohne Schnee und auf der Alpensüdseite sehr niederschlagsarm. Verschiedene Sturmtiefs verursachten immer wieder starke Winde.
Der Februar startete mit einer zweitägigen stürmischen Nord- bis Nordwestlage. Unter Hochdruckeinfluss war es am 4. und 5. Februar in der ganzen Schweiz meist sonnig. Erneut stürmisch wurde es am 6. und 7. Februar. Hochdruckbestimmt und gebietsweise anhaltend sonnig verlief die Periode vom 8. bis am 13. Februar. Ab dem 16. Februar brachte ein Orkantief über England zunächst in den Bergen, am 17. und 18. Februar auch in tiefen Lagen stürmische Verhältnisse. Ein weiteres Sturmtief, das von Schottland über die Nordsee zur Ostsee zog, sorgte vom 20. auf den 21. Februar für turbulente Bedingungen in der Schweiz. Nördlich der Alpen erreichten die Böenspitzen oft 70 bis 90 km/h, vereinzelt auch über 100 km/h. Auf den Jurahöhen und in den Alpen wurden vielfach Böenspitzen zwischen 100 und 150 km/h registriert. Vereinzelt lagen die Werte auch zwischen 160 und 180 km/h. Die ersten beiden Sturmperioden (1./2. Februar und 6./7. Februar) brachten auf der Alpensüdseite in tiefen Lagen stürmischen Nordföhn mit Böenspitzen von 80 bis über 100 km/h. An den weiteren Sturmtagen (17./18. sowie 20./21. Februar) entwickelte sich der Nordföhn an den höher gelegenen Messstandorten Simplon-Dorf und Poschiavo mit Böenspitzen zwischen 80 und 100 km/h. Mit den stürmischen Winden gab es vor allem in den Ostalpen kräftige Neuschneefälle. Die Alpensüdseite erhielt vor allem vom 14. auf den 15. Februar eine grössere Neuschneemenge. Vom 26. bis am 28. Februar war es im Norden verbreitet sonnig, in der Westschweiz und im Süden bereits ab dem 25. Februar.
Monatsbilanz Februar 2022
Im landesweiten Mittel lag die Februartemperatur 1,8 °C über der Norm. In den tieferen Lagen der Alpennordseite lag sie verbreitet 2,3 bis 2,7 °C über dem Durchschnitt. In Berglagen wurden meist 1 bis 2 °C, auf der Alpensüdseite verbreitet 2 bis 2,5 °C über dem langjährigen Mittel verzeichnet.
Im Februar erreichten die Niederschlagssummen nördlich der Alpen verbreitet 70 bis 90 % der Norm. Auf den Jurahöhen und in den Alpen bewegten sich die Monatssummen vielerorts zwischen 120 und 165 % des Durchschnitts. Niederschlagsarm blieb erneut die Alpensüdseite. Regional fiel weniger als 30 % des langjährigen Mittels.
Die Sonnenscheindauer erreichte im Februar nördlich der Alpen verbreitet 130 bis 145 % der Norm. In den Alpen bewegte sie sich meist zwischen 100 und 120 % des Durchschnitts. Die Alpensüdseite erhielt 120 bis 140 % des langjährigen Mittels.
Extrem sonniger und trockener März
Der März brachte in der Schweiz sehr viel Sonnenschein und extrem wenig Niederschlag. Die Alpennordseite zählte 24, die Alpensüdseite 19 sonnige Tage. Nur gerade an drei Tagen fiel verbreitet Niederschlag.
Im März dominierte in der Schweiz sonniges Hochdruckwetter. Die Tage vom 1. bis am 10. März zeigten sich verbreitet sonnig. Nach einem viertägigen Unterbruch vom 15. bis am 18. März mit landesweit trüben Verhältnissen kam das sonnige Hochdruckwetter schon am 19. März wieder zurück. Bis am 28. März zeigten sich am Himmel nur selten Wolken.
Das sonnige Hochdruckwetter blockierte die Zufuhr von feuchter Meeresluft. Grössere Niederschlagsmengen fielen in der Schweiz am 15. März, vor allem in der West- und Nordwestschweiz und im Wallis. Vom 15. bis am 18. März floss aus Südwesten und Süden feuchte und milde Mittelmeerluft zur Schweiz. Sie trug viel Saharastaub mit sich. Der mit Wolken verhangene Himmel färbte sich zeitweise intensiv gelbbraun. Der 30. und 31. März waren die zwei weiteren Tage mit verbreiteten Niederschlägen.
Extrem wenig Niederschlag: In den zentralen und östlichen Landesteilen war es an mehreren Messstandorten mit über 100-jährigen Messreihen der Märzmonat mit der geringsten oder zweitgeringsten Niederschlagssumme seit Messbeginn. In den Kantonen Bern, Tessin und Wallis brachen wegen der anhaltend trockenen Bedingungen Waldbrände aus.
Monatsbilanz März 2022
Im landesweiten Mittel erreichte die Märztemperatur 1,0 °C über der Norm. Sie lag in den tiefen Lagen der Alpennordseite verbreitet 0,5 bis 1,4 °C über dem Durchschnitt. In Berglagen wurden meist Temperaturen von 1,1 bis 1,8 °C, lokal auch mehr als 2 °C über dem langjährigen Mittel verzeichnet. Auf der Alpensüdseite lag die Märztemperatur verbreitet 0,3 bis 0,9 °C, lokal auch bis 1,2 °C unter der Norm. Im März erreichten die Niederschlagssummen in der Westschweiz und am westlichen Alpennordhang 20 bis 30 % der Norm. Am zentralen und östlichen Alpennordhang bewegten sich die Monatssummen vielerorts zwischen 30 und 40 % des Durchschnitts. In Nord- und Mittelbünden sowie in Teilen der Alpensüdseite und des Wallis fielen weniger als 10 % des langjährigen Mittels. In den übrigen Gebieten gab es meist 10 bis 20 % der Norm. Die grosse Ausnahme war die Region Basel: Mit den zwei Niederschlagstagen am Monatsende stiegen hier die Monatssummen auf 60 bis 80 % des langjährigen Mittels.
Die Sonnenscheindauer im März stieg vor allem auf der Alpennordseite regional weit über die Norm. So war es in Zürich mit über 250 Sonnenstunden der sonnigste März seit Messbeginn 1884. An den allermeisten Orten schien die Sonne länger als im langjährigen Mittel, stellenweise war es der sonnigste März seit Messbeginn.
Schweizer Karte mit Klimastationen
Tabellen als PDF:
Heizgradtage April 2021 bis März 2022_Heizgrenze 12°C_Raumtemperatur 20°C
Klimadaten im ersten Quartal 2022
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2022