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| Irenäus († um 200) - Gegen die Häresien (Contra Haereses)

Erstes Buch
30. Kapitel: Die Ophiten und die Sethianer
3.
Die Kraft aber, die aus dem Weibe überfloß, besaß einen Lichttau; sie stürzte hinunter von ihren Vätern, trug aber aus eigenem Willen in sich den Lichttau. Diese heißt die Linke oder Prounikos oder Sophia oder Mannweib. Nun warf sie sich einfach in die Gewässer, die unbeweglich waren, setzte sie in Bewegung, indem sie mutig bis auf den Grund tauchte und nahm aus ihnen einen Leib an. Denn an den Lichttau hängte sich alles schleunigst an und umgab ihn; ja, hätte sie diesen nicht besessen, so wäre sie wohl gänzlich von der Materie verschlungen und verschluckt worden. Da sie nun von dem materiellen Körper gefesselt und gar sehr beschwert war, da kam sie zur Besinnung und versuchte aus dem Wasser loszukommen und sich zur Mutter zu erheben, doch es war wegen der Schwere des sie umgebenden Körpers vergeblich. Nun wurde ihr schlecht zumute, und sie trachtete, das innere Licht zu verbergen, aus Furcht, es könne von den unteren Elementen wie sie selber verletzt werden. Da erhielt sie Kraft von ihrem Lichttau, sprang auf und erhob sich in die Höhe, und dort erweiterte sie sich wie zu einer Decke und schuf den sichtbaren Himmel aus ihrem Körper. Nun blieb sie zunächst unter dem Himmel, den sie gemacht hatte und der noch heute die Gestalt eines wässerigen Körpers hat. Dann aber bekam sie eine Begierde nach dem oberen Lichte und erlangte durch all dieses Kraft; und sie legte ab ihren Körper und wurde davon befreit. Den Körper aber, den sie auszog, nennen sie Weib vom Weibe.