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Die Burgstelle Gümmenen (Gemeinde Mühleberg BE)
Eine gewaltige Erdburg auf dem Festihubel bei Gümmenen – ehemals auch mit einer Steinburg
Startseite: www.dillum.ch
Plan der Burgstelle Gümmenen
Äquidistanz der Höhenkurven: 1 m
Planskizze: Autor
Blick auf den Festihubel bei Gümmenen von Südwesten
Foto: Autor, 29.10.2011
Gümmenen: Städtchen (?) und Burg
Der Weiler Gümmenen liegt in einem durch den Dälenbach geschaffenen Einschnitt der felsigen Ostwand des Saane-Grabens und ist ein alter Übergang über den Fluß zwischen Bern und Murten. - Politisch gehört Der kleine Ort zur Gemeinde Mühleberg.
Gümmenen soll ein Städtchen gewesen sein. Das ist möglich. Jedoch sind keine Spuren, zum Beispiel von einer Ringmauer erhalten. – Und die erfundene Geschichte, die sogar von einem „Gümmenenkrieg“ in einem sagenhaften „14. Jahrhundert" spricht, ist ohnehin zu verwerfen.
Tatsache ist die strategische Bedeutung von Gümmenen. Diese führte auch dazu, daß sowohl im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg in den Felswänden oberhalb des Ortes Bunker angelegt wurden. Und in der Ebene sind noch Panzersperren sichtbar.
So unsicher die frühere Existenz eines Städtchen Gümmenen also ist, so eindrücklich sind noch heute die Reste einer Wehranlage sichtbar. Diese liegen auf dem sogenannten Festihubel, einem Felskopf südöstlich oberhalb des Örtchens.
Eine Bemerkung zum voraus: Die Burg ist nach dem unterhalb gelegenen Ort benannt. - Doch die Untersuchung wird ergeben, daß eher der 1 km östlich gelegene Weiler MAUSS in dem ursprünglichen Namen enthalten war.
Gümmenen als Erdburg
Die Burg Gümmenen besteht zuerst aus einem Burghügel, der auf der Kuppe eine rechteckige Form hat, die sich gegen den Graben im Norden und Osten rundet.
Jenseits des Grabens erhebt sich ein gewaltiger Schildwall, der an seiner höchsten Stelle im Osten den Burghügel um acht Meter überragt.
Gegen das Plateau im Osten ist dieser Schildwall nochmals durch einen gegenüber dem ersten weniger tiefen Graben abgetrennt.
Die Masse des ersten Grabens, zwischen Burghügel und Schildwall sind gewaltig. Besonders gegen Norden möchte man eher von einer Schlucht denn von einem Graben sprechen.
Zur Anlage der ursprünglichen Burg Gümmenen waren auf jeden Fall gewaltige Erdbewegungen nötig.
Als Erdburg ist Gümmenen sehr gut erhalten.
Spuren einer Steinburg
Das Plateau des Burghügels von Gümmenen ist wie gesagt ungefähr rechteckig und trug ehemals eine Steinburg. Diese ist jedoch vollständig abgetragen. Es ist deshalb schwierig, gesicherte Annahmen über den Grundriß zu machen.
Gemäß dem unten stehenden Plan muß eine Umfassungsmauer in Form eines unregelmäßigen Vierecks bestanden haben.
Das Rechteck muß gegen Norden und Osten von einer tiefer gelegenen Terrasse gesäumt gewesen sein.
Auffällig ist an der Nordost-Ecke dieser Terrasse ein deutlich gerundeter Vorsprung. Man darf annehmen, daß dieser einen ehemaligen Sodbrunnen einfaßte.
Der südliche Teil der Burgkuppe ist stark von Gruben und Löchern durchwühlt. Trotzdem sind dort an der höchsten Stelle die Spuren eines quadratischen Turms zu sehen.
Sondierungen haben an der Südkante des Burghügels ein Stück Mauer freigelegt, das mit Sandsteinquadern verblendet ist (siehe Abbildung).
Mit Sandsteinen verblendete Mauern sind unter anderem nachgewiesen auf Grünenberg bei Melchnau, bei Neu Bubenberg (Schliern bei Köniz) und bei der Riedburg am Schwarzwasser - von dem besonderen Beispiel Geristein abgesehen.
Mauerspuren am Südrand des Burghügels von Gümmenen
Die Verwendung von Sandsteinquadern ist deutlich zu erkennen.
Foto: Autor, 2007
Eine Figur in der Burganlage
Wie in den meisten Grundrissen von Burgen, besonders in den Erdburgen, ist auch bei Gümmenen eine Figur - vielleicht auch zwei Figuren - zu sehen.
Der mächtige Wall vor dem Burghügel zeigt deutlich die Umrisse eines Vogels, wahrscheinlich eines Fischreihers, mit dem Schnabel gegen Nordwesten.
Der Burghügel, auch mit einem Schnabel gegen Nordwesten, zeigt entweder einen Vogelkopf oder den Kopf einer Maus, am ehesten einer Spitzmaus.
Fazit: Die Maus könnte den Namen des ostwärts gelegenen MAUSS erklären.
Plan der Burgstelle Gümmenen
Äquidistanz der Höhenkurven: 2 m
Planskizze: Autor, auf Grund des untenstehenden Plans von 1974
Plan der Burg Gümmenen
Äquidistanz der Höhenkurven: 2 m
Plan: Rudolf Glutz, 1974
Das (ehemalige) Zwingherrenloch auf der Burgstelle Gümmenen
Im südlichen Teil des Steilhangs des Burghügels gegen Westen hat es früher einen unterirdischen Gang, das sogenannte Zwingherrenloch gegeben. Dieses scheint bei einem Geländeabsturz zerstört worden zu sein. - Jedenfalls läßt sich dieses heute nicht mehr lokalisieren.
Wie die meisten derartigen Tunnels scheint dieser Gang nach der Burgenzeit gegraben worden zu sein.
Das sogenannte Zwingherrenloch auf Gümmenen
aus: Die Burgen und Schlösser des Kantons Bern: Jura und Seeland, von Paul Aeschbacher, I. Teil, Basel 1934. 76
Aeschbacher bespricht die Burg auf den Seiten 74 ff. - Dabei erwähnt er Sondierungen in der Nordostecke des Burghügels, im Bereich der rundlichen Struktur. - Er sagt dabei, daß man dort Mauerwerk entdeckt habe. Zur Mauerverkleidung seien Sandsteine verwendet worden, als Mauerfüllung aber mörtelverbundene Rollsteine.