Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03223.jsonl.gz/2828

Der russische Energieriese Rosneft gab die Entdeckung eines riesigen Ölvorkommens in der Petschorasee bekannt. Das neue Ölfeld soll schätzungsweise 82 Millionen Tonnen Öl enthalten.
Das Ölfeld wurde aufgrund einer Bohrkampagne im Küstengebiet Medynsko-Varandeysky entdeckt. „Während der Tests wurde ein freier Ölfluss mit einer maximalen Durchflussrate von 220 Kubikmetern pro Tag erreicht“, heißt es in der Erklärung des Unternehmens. Ferner stellte man fest, dass das Öl leicht, schwefelarm und niedrigviskos ist“.
Rosneft beschrieb die Ergebnisse als Beweis für „ein erhebliches Ölpotenzial der Provinz Timan-Pechora im Schelfgebiet“.
Laut russischen Medien besitzt Rosneft eine Mehrheitsbeteiligung an 28 Offshore-Lizenzen in der russischen Arktis, von denen sich acht in der Petschora-See befinden.
Bis wann die neuen Funde gefördert werden, ist noch offen. Wegen den Sanktionen gegen Russland sind einige Projekte nach dem Ausstieg westlicher Energiekonzerne in Schieflage geraten.
Neue Schiffe für Öl und Gas
Nachdem die Interessenten für russisches Erdöl und Gas nach den Sanktionen des Westens meist im Osten liegen, dürfte die Nordostpassage an Bedeutung gewinnen.
Dem zufolge sollen bis 2030 laut Anatoly Bobrakov, dem stellvertretenden russischen Minister für die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, zusätzlich 55 verschiedene Schiffe mit hoher Eisklasse gebaut werden, um in der Arktis erfolgreich operieren zu können. Geplant sind zusätzlich 10 Frachtschiffe und 33 Großraumtanker.
Bobrakov wies darauf hin, dass die Entwicklung der Nordmeerroute als Motor für die Entwicklung der Schiffbauindustrie, einschließlich Wartung und Reparatur, in Russland dienen würde. Das Frachtvolumen auf der NSR soll bis 2024 ca. 80 Millionen Tonnen und bis 2030 mindestens 150 Millionen Tonnen erreichen, gemäss den Wünschen von Präsident Putin.
Derzeit sind 32 Schiffe für den Kraftstoff- und Energietransport in diversen Werften in Auftrag gegeben worden, oder bereits im Bau, darunter 15 Gastanker für das Arctic LNG-Projekt. Ob diese alle mal zur Auslieferung gelangen ist fraglich, da die koreanische Werft Daewoo Shipbuilding and Marine Engineering nach erneuter ausstehender Zahlung bereits den zweiten LNG-Frachter aus den Auftragsbüchern gestrichen hat.
Auf die Probleme angesprochen meinte Bobrakov: „Bestimmte Schiffe haben bis zu 80 Prozent Fremdkomponenten. Es gibt drei Möglichkeiten, dies zu lösen. Wir können es selbst tun, wir können in befreundeten Ländern einkaufen, oder wir können diese Komponenten zurückentwickeln und alles herstellen, was wir jetzt importieren. Ich bin ein leidenschaftlicher Verfechter für die erste und dritte Option“.
Heiner Kubny, PolarJournal