Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/154641

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, die folgenden Fragen zur Messung der Verschmutzung des Regenwassers zu beantworten:</p><p>1. Wird die Verschmutzung des Regenwassers in der Schweiz systematisch gemessen?</p><p>2. Werden bei den Messungen alle Arten von Verschmutzungen, einschliesslich der Konzentration der verschiedenen Schwermetalle, ausgewiesen?</p><p>3. Wenn nein, wieso nicht?</p><p>4. Wenn ja, wo können die Messresultate eingesehen werden?</p><p>5. Damit die Messungen der Schadstoffkonzentrationen im Regenwasser interpretiert werden können, braucht es ein ausgedehntes Netz an Messstationen. Die gemessenen Werte können je nach Ort und Zeit stark variieren. Was kann der Bundesrat diesbezüglich über das bestehende Messnetz und über allfällige Netzerweiterungen sagen?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Im Rahmen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (Nabel) werden systematische Messungen der Verschmutzung des Regenwassers durchgeführt. Diese Messungen sind Teil des Programms über die Zusammenarbeit bei der Messung und Bewertung der weiträumigen Übertragung von luftverunreinigenden Stoffen in Europa (Emep) unter dem Unece-Übereinkommen über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung (Genfer Übereinkommen, CLRTAP; SR 0.814.32).</p><p>2. Im Zusammenhang mit Regenwasser sind die Säure- und Stickstoffeinträge hervorzuheben, die für die Versauerung und Eutrophisierung empfindlicher Ökosysteme eine wesentliche Rolle spielen. Bei den Schwermetallen sind sämtliche feuchten und trockenen atmosphärischen Depositionen für die Kontrolle der Einhaltung der Immissionsgrenzwerte nach Anhang 7 der Luftreinhalte-Verordnung (SR 814.318.142.1) massgebend. Diese Parameter werden vom Nabel in Form von Staubniederschlag gemessen.</p><p>3. Abgesehen von dem flüchtigen Element Quecksilber treten Schwermetalle in der Atmosphäre überwiegend an Feinstaubpartikel gebunden auf. Die in diesem Feinstaub und im Staubniederschlag enthaltenen Schwermetallkonzentrationen werden zusammen gemessen, woraus sich der Gesamteintrag in Böden und Gewässer ermitteln lässt.</p><p>4. Die Ergebnisse der im Rahmen des Nabel durchgeführten Messungen werden jedes Jahr vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) veröffentlicht. Weitere Informationen zum Schwermetallgehalt in der Atmosphäre liefern Messungen der Deposition von Schwermetallen in Moosen. Diese Messungen werden seit 1990 alle fünf Jahre durchgeführt und sind Gegenstand eines europäischen Programms zur Überwachung der Schwermetallbelastung, das sich auf das Genfer Übereinkommen stützt. Die Ergebnisse vermitteln ein umfassendes Bild über die in der Schweiz bestehende Belastung durch rund ein Dutzend Schwermetalle und deren Entwicklung. Das Bafu veröffentlicht diese Messresultate unter dem Titel "Deposition von Luftschadstoffen in der Schweiz, Moosanalysen 1990-2010, Umwelt-Zustand 2013". Demnächst beginnt die Aktualisierung der Daten für das Jahr 2015.</p><p>5. Die Messtätigkeiten des Nabel, das mit seinen Stationen die verschiedenen in der Schweiz vorkommenden Belastungstypen abdeckt, die Messungen der kantonalen Stationen, die spezifischen Verhältnissen Rechnung tragen, sowie die an Moosen vorgenommenen Messungen geben hinreichend Aufschluss über die räumliche Verteilung und zeitliche Entwicklung der Schwermetallkonzentrationen. Diese Tätigkeiten werden fortgesetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.