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Appenzell Ausserrhoden hat einem Anwalt die kantonalen Mandate entzogen. Dieser hatte das Bauvorhaben des Autorennfahrers Michael Schumacher in Wolfhalden bekämpft.
Der Anwalt hatte beim Bauprojekt einen Umweltverband vertreten. Damit habe er sich gegen die Interessen des Kantons gestellt, hielt der Ausserrhoder Regierungsrat fest. Schumachers Projekt hätte "hohen raumplanerischen Anforderungen" zu genügen vermocht.
Die grundsätzliche Opposition einzelner Vertreter von Umweltverbänden hätte die Verwirklichung des Projekts jedoch verunmöglicht, heisst es. Daran störe sich der Regierungsrat.
Ein rein politischer Entscheid
Der betroffene Anwalt sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, es handle sich um einen rein politischen Entscheid der Regierung, den er zur Kenntnis nehme. Er sei jedoch erst mündlich vom Vizepräsidenten der Kantonsregierung informiert worden und kenne den genauen Wortlaut der Verordnung noch nicht.
Der Anwalt betonte, er habe auf kommunaler Ebene Einsprache erhoben. Das Verfahren sei Sache der Gemeindebehörden gewesen, und der Kanton habe sich den Fall selber zu eigen gemacht.
Der vierfache deutsche Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hatte beabsichtigt, mit seiner Familie von der West- in die Deutschschweiz zu ziehen und in Wolfhalden ein Wohnhaus und Stallungen für eine Pferdezucht zu bauen.
Dafür hätte eine inselartige Landwirtschafts-Parzelle mitten in der umgezont werden müssen. Umweltverbände und Private erhoben Einsprache. Zwei Unterredungen zwischen Behörden, Bauherrschaft und Umweltverbänden führten zu keiner einvernehmlichen Lösung, und Schumacher das Projekt im Mai zurück.
Die Umweltschutz-Organisiation Pro Natura hat die Regierung von Appenzell Ausserrhoden wegen dem Fall kritisiert. Der Mandats-Entzug des betroffenen Anwalts zeuge von wenig kritischer Distanz.
swissinfo und Agenturen