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Fragen und Antworten zu Autismus
Diagnose Eltern, die eine Entwicklungsstörung bei ihrem Kind feststellen, sollten so früh wie möglich den Kinderarzt aufsuchen.
Herr Dr. Gundelfinger, was ist Autismus?
Der Kinderpsychiater Leo Kanner beschrieb 1943 in den USA erstmals den frühkindlichen Autismus. Die Kinder sind stark auf sich selber bezogen und haben wenig Interesse an Kontakt und sozialer Interaktion.
Sie haben Probleme mit verbaler und nonverbaler Kommunikation, fürchten sich vor Neuem, vor neuen Situationen und beschäftigten sich immer wieder mit ähnlichen Sachen.
Wenn das Kind schon früh in allen diesen Kernbereichen Probleme zeigt, wird die Diagnose eines frühkindlichen Autismus gestellt. Es gibt aber auch weniger schwer betroffene Kinder, es besteht ein breites Spektrum autistischer Störungen.
Wie viele autistische Kinder gibt es?
In der Schweiz fehlt eine Statistik, aber man kann aus anderen Ländern eine Zahl herleiten. Die Krankheit wird breiter gefasst als früher, es leiden 0,7 bis 1 Prozent aller Kinder an einer Autismus-Störung.
Ein Viertel von ihnen fällt früh auf, vor allem weil sie nicht oder nur rudimentär zu sprechen beginnen.
Wie wird Autismus behandelt?
Es gibt noch kein Autismus-spezifisches Medikament. So können wir nur Begleitsymptome wie Hyperaktivität, aggressive Durchbrüche oder selbstverletzendes Verhalten mit Medikamenten behandeln.
Vor allem versuchen wir, mit geeigneten Therapien den gestörten Entwicklungsprozess in Gang zu bringen, indem wir die Kinder sehr intensiv stimulieren und fördern, häufig mit guten Resultaten.
Es ist oft ein langsamer Prozess mit kleinen Schritten, aber für das Kind und die Eltern sind auch kleine Forschritten im Alltag ein grosser Gewinn.
Welches Leben steht autistischen Kindern bevor?
Eltern autistischer Kinder sind oft extrem belastet, auch finanziell. Die Hilflosenentschädigung reicht nur für das Nötigste, und intensive Frühförderungen werden von IV und Krankenkassen nicht bezahlt.
Schwer betroffene Kinder besuchen in der Regel spezielle Kindergärten und Schulen. Einige leben in Heimen; meistens versuchen die Eltern, sie daheim zu behalten, bis sie in einer Einrichtung für Erwachsene aufgenommen werden.