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Ronnie O'Sullivan ist zurück auf dem Snooker-Thron: Der 46-jährige Engländer holte am Montagabend im legendären «Crucible Theatre» von Sheffield seinen 7. WM-Titel. Damit zog er mit Stephen Hendry gleich, der zwischen 1990 und 1999 ebenfalls siebenmal triumphiert hatte.
Hendry adelt O'Sullivan
«Das ist eine grosse Ehre für mich, die Zahl der WM-Trophäen mit ihm zu teilen. Er hat Snooker auf ein ganz neues Level gehoben«, lobte Hendry. Kein Spieler hat im Crucible, wo die WM seit 1977 ausgetragen wird, mehr Titel geholt als O'Sullivan und Hendry. Unangefochtener Rekordweltmeister bleibt allerdings Joe Davis, der zwischen 1927 und 1946 15 Titel holte.
O'Sullivan präsentierte sich während 17 Tagen in bestechender Form und zeigte einen seiner besten Auftritte an einer WM überhaupt. Auf dem Weg in den Final liess er David Gilbert (10:5), Mark Allen (13:4), Stephen Maguire (13:5) und dem vierfachen Weltmeister John Higgins (17:11) nicht den Hauch einer Chance.
Dominanz und Überlegenheit an dem 1. Tag
Dass O'Sullivan bist zur 12:5-Führung im Final gegen Trump keine einzige Session verloren hat, widerspiegelt die Überlegenheit des 46-Jährigen. Erst am 2. Tag des WM-Finals wurde der beste Snooker-Spieler des neuen Jahrtausends gefordert – Trump konnte zwischenzeitlich auf 10:13 verkürzen. Doch O'Sullivan zeigte keine Nerven und nutzte die Fehler seines Gegners gnadenlos aus.
Ich habe nie grosse Leistungen gezeigt, wenn ich das unbedingt haben wollte. Ich will einfach geniessen, was ich mache.
«Er wird einfach immer besser. Seine Hingabe ist grossartig. Er war der beste Spieler dieses Turniers, mit Abstand. Ich habe noch versucht, ein Match draus zu machen», sagte Trump, der seinem Titel von 2019 keinen zweiten folgen lassen konnte.
O'Sullivan selber zeigte sich nach dem Triumph ungewohnt emotional. Minutenlang umarmte er seinen unterlegenen Finalgegner und redete mit ihm. Er sprach «ohne Zweifel» vom «schönsten Moment», den er bisher im Crucible Theatre erlebt hat. «Ich habe nie grosse Leistungen gezeigt, wenn ich das unbedingt haben wollte. Ich will einfach geniessen, was ich mache. Ich arbeite hart an mir.»
O'Sullivan bricht weitere Rekorde
Mit seinem Gala-Auftritt in Sheffield hat «The Rocket», der die Weltnummer 1 bleiben wird, weitere Rekorde eingeheimst oder ausgebaut:
- Mit 46 Jahren, 4 Monaten und 28 Tagen ist O'Sullivan der älteste Weltmeister der Neuzeit.
- Mit seinem 7. WM-Titel schraubt er auch seinen eigenen Rekord bezüglich Triple-Crown-Titel auf 21 hoch. Denn «The Rocket» weist in seiner Karriere bisher auch jeweils 7 Siege beim Masters sowie der UK Championship auf.
- O'Sullivan ist der 1. Spieler, der an einer WM 10 oder mehr Breaks mit über 140 Punkten geschafft hat.
- Mit 57 Breaks über 50 Punkten an einer WM setzt er eine neue Bestmarke.
Einziger kleiner Wermutstropfen: O'Sullivan realisierte insgesamt 15 Century Breaks an der WM – eines mehr, und er würde auch in dieser Sparte den Rekord halten (zusammen mit Stephen Hendry und Mark Williams). Aber so wie man O'Sullivan kennt, dürfte ihn das herzlich wenig kümmern. Schliesslich hatte er schon zu Beginn der WM gesagt, dass ihm der Turnierausgang eigentlich ziemlich egal sei.