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Charles-Henri Favrod ist vor allem als Gründer des Musée Elysée in Lausanne bekannt. Er war jedoch mehr als das: Er hat sich als Journalist, Fotograf, Buchautor, Herausgeber, Fotohistoriker, Sammler, Kurator – kurz: als Vermittler von Fotokultur schlechthin, weit über unsere Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Jetzt ist seine Flamme für die Fotografie für immer erloschen.
Die Schweizer Fotokulturszene hat einen grossartigen Kenner und Mäzen verloren: Charles-Henri Favrod. Favrod war ein unermüdlicher Förderer der Fotografie und Vermittler von Fotokultur. Er hat in seiner langen Tätigkeit als Journalist, als Sammler, als Präsident der Stiftung für Photographie (1983-86), als Herausgeber zahlreicher Publikationen, aber auch als Filmproduzent und – dafür war er am bekanntesten – als Gründer und Leiter des Musée Elysée in Lausanne unzähligen Fotografen zu mehr Publizität verholfen und hat insbesondere viele junge Talente gefördert.
Foto: Philippe Maeder, Schweizer FotojournalistInnen – Impressum
Charles-Henri Favrod wurde am 21. April 1927 in Montreux geboren und verschied am 15. Januar 2017 in Morges. Er hatte Literaturwissenschaft studiert und war danach bei der «Gazette de Lausanne» tätig. Er bereist vor allem Asien, die arabischen Länder und Afrika, publiziert dazu verschiedene Bildbände und arbeitet für verschiedene Medienhäuser und das französische Fernsehen. Zudem hat er als Vermittler zwischen Frankreich und der algerischen Freiheitsbewegung FLN in Vorfeld der Vereinbarung von Evian (1961) Massgebliches erreicht. Weiter produzierte er mehrere Filme und war Mitbegründer und Direktor der Fotosammlung der Edition Rencontres. 1985 erhielt er vom Kanton Waadt den Auftrag ein Museum für Fotografie zu gründen, woraus das Musée Elysée entstand. Mit grossartigen Einzel- und Gruppenausstellungen und einem reichen Sammlungsbestand konnte das Musée Elysée bald einen internationalen Ruf als hochkarätiges Museum für Fotografie geniessen. Favrod leitete das Museum bis 1996 und war danach für verschiedene Museum, insbesondere in Florenz und Triest beratend tätig.
Mit Charles-Henri Favrod verliert die Schweizer Fotoszene einen grossartigen Kenner der Fotografie und insbesondere einen unermüdlichen Förderer junger Fototalente. Sein Name wird für immer mit der Fotografie in der Schweiz verbunden bleiben.
Urs Tillmanns