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Eine veraltete Bezeichnung für einen akuten Gichtanfall ist "Zipperlein", das vom spätmittelhochdeutschen zipperlīn, mittelhochdeutsch von zipfen für ‘trippeln’ abgeleitet wurde und sich spottend auf den Gang des Erkrankten bezog.
Gicht wird auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet, da der Ausbruch der Erkrankung durch Faktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gefördert wird. Ursächlich für Gicht ist jedoch meist ein angeborener Stoffwechseldefekt.
Auslösende Faktoren der Erkrankung wie Bewegungsmangel und die Folgen davon (Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen) können mit kybun positiv beeinflusst werden. Kybun bringt Bewegung in Ihren Alltag und schont dabei die schmerzhaften Gelenke.
Die Gicht (Urikopathie) ist eine Purin-Stoffwechselerkrankung, die in Schüben verläuft und (bei unzureichender Behandlung) durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) in verschiedenen peripheren Gelenken und Geweben zu einer gelenknahen Knochenresorption und Knorpelveränderungen sowie durch langfristige Schädigung des Ausscheidungsorgans Niere letztlich zur Niereninsuffizienz führt. Die Schädigung der Nieren geschieht schmerzlos, ist aber ein grösseres Problem als die schmerzhaften Gichtattacken an den Gelenken.
Akute Symptome sind plötzliche starke Schmerzen in einem Gelenk und heftige Schmerzen bei Berührung. Das Gelenk ist gerötet, extrem schmerzhaft, stark geschwollen und überwärmt. Ausserdem gibt es allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, einen Anstieg der Zahl der weissen Blutkörperchen und erhöhte Harnsäurewerte vor dem Anfall (im akuten Gichtanfall oft normale Harnsäurewerte), selten treten auch Kopfschmerzen auf.
Ein Gelenk wird ohne eine Verletzung oder eine andere nachvollziehbare Ursache hochschmerzhaft, geschwollen und heiss. Oft ist das Grosszehengrundgelenk betroffen.
Grundsätzlich kann der akute Gichtanfall – auch der erste – jedes Gelenk betreffen.
Man unterscheidet zwei Ursachen der Hyperurikämie, d. h. des erhöhten Harnsäurespiegels im Blut: die primäre und die sekundäre Form:
- Die primäre Form ist eine Störung des Purinstoffwechsels. Sie entsteht durch eine Ausscheidungsstörung der Niere. In sehr seltenen Fällen kann auch eine Überproduktion von Harnsäure die Ursache sein. Die primäre Form tritt häufiger auf als die sekundäre.
- Bei der sekundären Form verursachen verschiedene Begleiterkrankungen den erhöhten Harnsäurespiegel.
In weit über 99 % aller Fälle (ohne äussere Einwirkung) liegt der Hyperurikämie eine Nierenfunktionsstörung zugrunde, diese kann autosomal dominant vererbt werden. Bei diesen Patienten liegt eine erbliche Ausscheidungsstörung der Niere für Harnsäure bei ansonsten normaler Nierenfunktion vor.
Eine Hyperurikämie kann auch bei Nierenfunktionsstörungen anderer Ursache, wie z. B. Diabetes mellitus, eine Folge sein, da über längere Zeit ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefässe schädigt, wodurch die Nierenfunktion beeinträchtigt wird.
Ausserdem schadet ein übermässiger Alkoholkonsum, da Carbonsäuren mit der Harnsäure im Ausscheidungsmechanismus der Niere konkurrieren.
Zudem liefert Bier durch die noch enthaltenen Hefereste zusätzlich harnsäurebildende Purine.
Weiter kann eine Störung des Purinstoffwechsels vorliegen.
Harnsäurebildung durch Lebensmittel (Auswahl):
- hohe Harnsäurekonzentration (über 200 mg/100 g): Forelle, Hering, Sprotten, Grillhähnchen, Leber, Niere, Kalbabries, Kernfleisch, Fleischbrühe, Suppenwürfel und Bäckerhefe.
- mittlere Harnsäuremenge (80–150 mg/100 g): Schollenfilet, Bierschinken, Muskelfleisch (Rind, Schwein, Huhn, Wild), Hülsenfrüchte und Erdnüsse.
- keine/wenig Harnsäure (0–50 mg/100 g): Milch, Joghurt, Ei, Kürbis, Paprika, Kartoffel, Apfel, Vollkornbrot, Weissbrot und Käse. Allerdings sind Milchprodukte häufig mit Fructose angereichert. Bei der Umwandlung nach dem Verzehr fällt IMP an, das über den Purinabbau die Konzentration der Harnsäure im Körper ansteigen lässt.
- Bei Getränken sind vorrangig Bier (10–23 mg/100 g) und Cola (10 mg/100 g) Purinquellen
Die in Kaffee, schwarzem Tee und Kakao enthaltenen Purine werden nicht zu Harnsäure abgebaut, können also weiterhin konsumiert werden.
Der Gichtanfall hält unbehandelt in der Regel zwei bis drei Wochen an, die Dauer der Anfälle kann im Krankheitsverlauf zunehmen. Die Anfälle können in der chronischen Phase auch ineinander übergehen, so dass es keine schmerzfreien Intervalle mehr gibt.
Wenn mehrere Anfälle abgelaufen sind, entwickelt sich eine chronische Gicht. Die Gelenke werden zerstört, charakteristisch sind im Röntgenbild gelenknahe Stanzdefekte in der Spongiosa, der Gelenkkopf weist deutliche Defekte auf. Die Folgen sind Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Harnsäurekristallablagerungen in Gelenken, Gelenkdeformitäten, Nierensteine, Nierenversagen. Wenn die Gicht in die chronische Phase übergeht, werden die akuten Anfälle oft weniger deutlich und weniger schmerzhaft.
Bei akuten Gichtanfällen werden folgende Medikamente verabreicht. All diese Medikamente bekämpfen nur die Symptome:
- NSAR
Hemmt die Teile der Synthese von Prostaglandinen durch Hemmung eines Enzyms des Entzündungsstoffwechsels, was eine Schmerzsenkung und Entzündungshemmung zur Folge hat.
- Colchicin
Aufgrund der Nebenwirkungen zunehmend weniger in Gebrauch. Hindert Leukozyten (besonders Makrophagen) daran, Harnsäurekristalle (Urat) aufzunehmen, und mindert so die von diesen Zellen und ihren abgegebenen Cytokinen unterhaltene Entzündungsreaktion. Die Anwendung des Giftes der Herbstzeitlosen ist so alt wie die Medizin.
- Cortisol
Körpereigenes Hormon, das stark entzündungshemmende Wirkungen hat. Kortikosteroide, intraartikulär und/oder systemisch verabreicht, haben in den letzten Jahren einen grösseren Stellenwert in der Gichttherapie erhalten, ohne dass ihre Wirkung in aussagekräftigen Studien untersucht worden wäre.
Chronische Gicht:
- Ernährungsumstellung
Eine purinarme Kost wird empfohlen, zeigt aber nur eine mässige Reduktion des Harnsäurespiegels. Deutlichere Effekte auf die Harnsäure im Blut wurde mit einer mässig kalorien- und kohlenhydratreduzierten Diät mit erhöhtem Anteil an Eiweiss und ungesättigten Fettsäuren erzielt. Als eiweissreiche Nahrungsmittel sind dabei Milchprodukte geeigneter als Fleisch oder Fisch.
- Urikosurika
Hemmen Rückresorption der Harnsäure in die Nieren und fördern damit deren Ausscheidung.
- Urikostatika
Hemmer der Xanthinoxidase führen zu einer verminderten Harnsäurebildung durch kompetitive Hemmung der Xanthinoxidase, die Hypoxanthin in Xanthin und weiter in Harnsäure oxidiert. Zusätzlich bewirkt die dadurch erhöhte Hypoxanthinkonzentration eine Hemmung der Purinsynthese.
Viele Ursachen der Krankheit können nur mit einer Umstellung des Lebenstils (Ernährung, Bewegung) sowie durch Medikamente therapiert werden. Kybun kann Gicht positiv beeinflussen und unterstützt Sie bei der Umstellung des Lebensstils, indem ein regelmässiges Bewegen im Alltag zum Kinderspiel wird:
- Das weich-elastische Material des Federbodens oder der kyBoot-Sohle ist sehr angenehm und motivierend, sich öfters und länger zu bewegen. Die Bewegungsfreude kommt zurück und Sie verlieren, ganz nebenbei, überschüssiges Körpergewicht.
- Durch die vermehrte körperliche Aktivität wird neben der Normalisierung des Blutzuckers auch der Bluthochdruck gesenkt und das Risiko für Nerven- und Blutgefässerkrankungen nimmt ab.
- Auf dem weich-elastischen kybun-Untergrund sind Ihre Füsse weich eingebettet und dadurch vor Verletzungen geschützt. Die Stösse des harten Untergrunds werden abgefedert; bei Gelenkschmerzen ist dies sehr angenehm und schonend. Gleichzeitig können Sie den Boden (Steine, Pflastersteine, Naturboden) durch das Material hindurch sanft spüren und dadurch die Fusssensibilität verbessern.
- Das weich-elastische Material lässt Ihrem Fuss die volle Bewegungsfreiheit. Dadurch werden Sie auf dem kyBounder/ im kyBoot weniger stark hinken und dadurch die Gelenke des gesamten Körpers vor Überlastungen und Abnutzung schützen.
- Durch das natürliche Abrollen wird die Gesundheit des Fusses verbessert: Die Beweglichkeit, Koordination und Kraft nimmt zu und der Fuss kann, durch die verbesserte Funktion, die Kräfte der Umwelt, die u.a. beim Gehen auf den Körper wirken, abfangen und dadurch die darüberliegenden Gelenke vor Fehlbelastung und Überlastung schützen.
Mögliche Erstreaktionen bei Gicht
Bei akuten Gelenkschmerzen im Grosszehengrundgelenk oder Fuss kann es vorkommen, dass die Abrollbewegung des Fusses im kyBoot (mit Abstossen über die Grosszehe) eine zu grosse Druckbelastung auf die Grosszehe bringt und dadurch die Schmerzen verstärkt werden. Befolgen Sie in diesem Fall die Anwendungstipps und hören Sie auf die Grenzen Ihres Körpers.
Für allgemeine Erstreaktionen bei kyBounder und kyBoot Neueinsteigern, klicken Sie hier: Erstreaktionen
Für Informationen zu den kyBoot Spezialübungen und den kyBounder Grundübungen klicken Sie bitte hier: kybun Übungen
- Durch das schubweise Auftreten der Gicht-Schmerzen sollte das kyBoot-Training immer wieder der Tagesform angepasst werden. Es ist wichtig, das der Betroffene mit der Zeit herausfindet, wie viel kybun-Training gut für ihn ist, und wann es eine Pause braucht, damit danach keine vermehrten Schmerzen auftreten. Es kann gut sein, dass an manchen Tagen das kyBoot-Training nur sanft und kurz möglich ist (oder sogar ausfallen muss) und an anderen Tagen längere Distanzen im kyBoot gegangen werden können.
Es ist wichtig, dass nach dem kyBoot-Training/ Gehen keine vermehrten Schmerzen auftreten (Dosierung!), damit der Gicht-Erkrankung entgegengewirkt werden kann!
Dies ist besonders bei allen entzündlichen Erkrankungen wichtig!. Mit der Zeit wird sich der Körper, bei regelmässigem Gehen im kyBoot, anpassen (stärkere Muskulatur und Bindegewebe und stabilere Gelenke) und Beschwerden/ Erstreaktionen treten weniger schnell und weniger häufig auf.
Weitere hilfreiche Tipps:
- Wenn das Abrollen über die Grosszehe sehr schmerzhaft ist können Sie die Druckbelastung auf die Grosszehe folgendermassen reduzieren:
1) Kürzere Schritte
2) Eine steifere, dünne Einlegesohle in den kyBoot legen. Diese reduziert die Weichheit der kyBoot-Sohle und die Grosszehe wird weniger stark mobilisiert.
- Wenn Sie im kyBoot oder auf dem kyBounder "neue" Schmerzen bekommen oder sich Ihre bekannten Schmerzen verstärken, kann dies mehrere Gründe haben (z.B. ungewohnte, aufrechtere Körperhaltung, verspannte Muskulatur, ungewohnte Bewegungen für den Körper).
- Wir raten Ihnen die kybun-Übungen regelmässig zwischendurch anzuwenden. Diese lockern Ihre Muskulatur und richten den Körper auf. Dadurch werden die Gelenke entlastet.
Wählen Sie die kybun-Übungen aus, die Ihnen gut tun! Manche Kunden bevorzugen leichte Bewegungen andern Kunden helfen eher die intensivieren Übungen; dies ist sehr individuell.
- Wählen Sie ein kyBoot-Modell mit der etwas breiteren Sohle der 2. Generation. Diese verleiht ihnen im Mittelfuss mehr Stabilität; lassen Sie sich die verschiedenen Modelle vom kybun-Händler Ihrer Wahl zeigen.
- Wenn Sie sich auf dem kyBoot zu unsicher fühlen, oder ein zusätzliches Trainingsgerät für zu Hause suchen, ist der kyBounder die ideale Alternative. Auf dem weich-elastischen Federboden können Sie an Ort die Füss- Bein- und Rückenmuskulatur stärken. Bei Unsicherheit können Sie sich an einem festen Gegenstand festhalten. Ausserdem haben Sie die Möglichkeit zwischen verschiedenen kyBounder-Dicken zu wählen (je dicker desto Trainings-intensiver); lassen Sie sich von Ihrem kybun-Händler vor Ort beraten.
- Wenn Sie trotz kybun-Übungen stark ermüden, Schmerzen haben oder seitlich auf der kyBoot-Sohle abkippen raten wir Ihnen, eine kurze kyBoot/ kyBounder-Pause einzulegen, bis die Symptome verschwunden sind.
- Achten Sie sich auf eine aufrechte Körperhaltung und schauen Sie in die Weite (nicht auf den Boden). Sie sollten gerade auf der kyBoot-Sohle gehen, das heisst, ein eventuell seitliches Abkippen korrigieren!
- Bitte wenden Sie sich bei weiteren Fragen oder Unsicherheiten an einen lokalen kybun-Händler oder an uns.
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