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Das Tanzhaus Zürich besteht heute seit über 20 Jahren und wurde zur künstlerischen Heimat für die in Zürich lebenden Tanzschaffenden und ist eines der wichtigsten Zentren für das Zeitgenössische Schaffen in der Schweiz.
Die Räumlichkeiten der ehemaligen Textilfachschule an der Wasserwerkstrasse 127a wurden von der Dienstabteilung Kultur der Stadt Zürich ursprünglich als Ersatz Räume für die Ballettakademie Zürich hergerichtet. Diese sollte die Villa Egli räumen zwecks Renovationsarbeiten, die dann aber nicht durchgeführt wurden. So konnten die Räume der freien Tanz- und Theaterszene für Proben zur Verfügung gestellt werden. Die IGTZ (Interessengemeinschaft Tanz Zürich), heutige TanzLOBBY Zürich, verwaltete zwischen 1992 und 1996 die beiden kleineren Räume, die mit Schwingböden, Tanzteppich und Musikanlage ausgestattet waren. Die spätere Studiobühne hatte einen Betonboden und wurde v.a. von freien Theaterschaffenden genutzt. Als der Platzspitz geräumt wurde, zogen viele der dortigen Junkies unter die Kornhausbrücke und breiteten sich weiter aus bis zum Lettensteg, was den Zugang zum Gebäude erschwerte.
1995 wurde der Trägerverein Tanzhaus gegründet und ein Jahr später kam es zu einer Betriebssubvention und der regelmässige Betrieb unter dem Namen «Tanzhaus Wasserwerk» wurde aufgenommen. Die Tanzszene entwickelte sich weiter und schon bald waren zu wenige Räume vorhanden. So kam es zu einer Erweiterung des Raumangebotes im Dachboden der Wasserwerkstrasse 129. Spätestens mit dem Umbau 2007 im Gebäude 129 konnte sich das Tanzhaus zu einem wichtigen Produktionshaus entwickeln. Damals enstand durch das Herausbrechen eines Zwischenbodens der heutige Bühnenraum von 11 Metern Hähe und einer Fläche von 400 qm. Ziwschenzeitlich verfügte das Tanzhaus über sechs Probräume, die rege genutzt wurden. Geleitet wurde das Tanzhaus von Bruno Stefanoni, Eve Bhend, Meret Schlegel, Katrin Kollo, Andrea Boll und seit 2014 von Catja Löpfe.
Die IGTZ hat die Bedürfnisse der Zürcher Tanzschaffenden immer wieder in den Verein des Tanzhauses eingebracht und stellte über viele Jahre eine Vertretung im Vorstand auf, bis dieses System der Delegierten abgeschafft wurde. Es wurde darüber diskutiert, ob und wie die IGTZ einen Arbeitsplatz im Tanzhaus haben könnte. Neben Sitzungen und dem Postversand, der zweimal jährlich im Tanzhaus durchgeführt wurde, kam es aber nicht zu einem eigenen Büro für die IGTZ im Tanzhaus.
Am 13. Oktober 2012 brach ein grosses Feuer aus und das Gebäude 127a wurde vollkommen
zerstört. Die Zeit danach wurde zu einer grossen Herausforderung für den Verein Tanzhaus Zürich.
Die Räumlichkeiten des Tanzhauses waren durch den Brand stark reduziert worden, anstatt fünf
waren nur noch zwei Probe-/Präsentationsräume vorhanden. Das Profitraining, das bis dahin im
Tanzhaus stattfand, wurde erst ins Salsarica, dann in den Mediacampus verlegt. Die im Dezember
geplante Plattform 12minmax wurde im heutigen Gebäude des Tanzwerks 101 aufgeführt. Ein
grosser Teil des Betriebs war vor dem Brand Mietbetrieb, was auch zu starken finanziellen Verlusten
für das Tanzhaus führte.
2016 wurde der Ersatzneubau durch den Gemeinderat bewilligt und die Bevölkerung nahm den dafür notwendigen Kredit in einer Abstimmung an. Die neuen Räumlichkeiten des Tanzhaus Zürich werden im September 2019 eröffnet.
Heute bietet das Tanzhaus Zürich Proberäume und Residenzen, unterstützt Tanzschaffende, organisiert Profitrainings und Workshops und betreibt Vermittlungsarbeit.
Quellen:
Weisung des Stadtrats von Zürich an den Gemeinderat, 8. Juli 2016 Interview mit Anne Rosset, 16.10.2018
Interview anonym, 16.11.2018
Interview mit Katrin Kollo, 18.12.2018
Weisung des Stadtrates an den Gemeinderat Juli 2000 http://www.gemeinderat- zuerich.ch/DocumentLoader.aspx?ID=7786e203-f331-44b2-9081-91bbb01dc518&Title=2000_0355.pdf besucht 11.4.2019
Artikel NZZ vom 9.6.2007: «Das Tanzhaus Zürich mit einem Schritt nach vorn» https://www.nzz.ch/articleF935F-1.371546 besucht 11.4.2019