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Forscher haben Hinweise darauf gefunden, dass der ständig zunehmende Schiffsverkehr entlang von Baffin Island Narwale unter Stress setzt. Zudem sind Narwale auch durch das vermehrte Auftreten von hungrigen Orcas in der kanadischen Arktis in ihrem Lebensraum bedroht.
Eine neue Studie, die auf der ArcticNet Wissenschaftskonferenz vom 8. Dezember diskutiert wurde, hat herausgefunden, dass das Stresshormon Cortisol bei Narwalen ihr Verhalten beeinflusst. Die Studie besagt, dass Cortisol um bis 200 Prozent angestiegen sei, nachdem ab 2006 mehr Schiffe die Gewässer befahren haben. Die Messungen wurden im Eclipse Sound, in der Nähe von Pond Inlet genommen. So haben Forscher Hinweise darauf gefunden, dass der zunehmende Schiffsverkehr Narwale unter Stress setzt. Dies berichtet das Newspaper-Portal «Nunatsiaq News». Der Eclipse Sound im Norden von Baffin Island beherbergt die weltweit größte Population von Narwalen.
Das Stresshormon Cortisol ist verantwortlich für die Steigerung der verfügbaren Energie im Körper, um einmaligen oder wiederholten körperlichen und psychischen Belastungen besser begegnen zu können. Cortisol kann als das wichtigste Stress-Hormon angesehen werden.
Wie «Nunatsiaq News» weiter berichtet sind die Proben der Narwale von der Mittimatalik Hunters and Trappers Organization und von James Simonee, einem Mitautor der Studie, zur Verfügung gestellt worden. Die Entnahme der Proben erstreckte sich über drei Jagd-Perioden, die zwischen 2000 und 2006 stattfanden, bevor der Schiffsverkehr zum Mary River Eisenminenprojekt begann. Weitere Messungen wurden während des Schiffsverkehrs zu den Minen von 2013 bis 2019 gemacht. In der Studie wurde der Gehalt des Stresshormons Cortisol im Fett gemessen.
Auch Orcas verursachen Stress
Erhöhter Schiffsverkehr ist nicht das Einzige, was Narwale stresst. Die derzeitige vermutete Anzahl von weniger als 200 Orcas in der Region, könnte bereits für bis zu 1.504 Narwale, während ihrer jährlichen Streifzüge in der nördlichen Baffin-Region, den Tod bedeutet haben. Dies berichtet eine neue Forschungsarbeit mit dem Titel „Killer whale abundance and predicted narwhal consumption in the Canadian Arctic“. Hauptautor der Forschungsarbeit und Analyse war Kyle Lefort, ein Meeresbiologen der Universität von Manitoba mit seiner Vorliebe für Orcas und Narwale. Veröffentlicht wurde die Studie in Global Change Biology.
Im Moment sind die Auswirkungen einer erhöhten Anzahl von Raubtieren in diesem marinen Ökosystem noch ‘weitgehend unbekannt’, sagte der Meeresbiologe Kyle Lefort.
In den Monaten Mai bis Juni wandern etwa 95.000 Narwale an die Nordküste von Baffin Island und kehren dann im Spätherbst in die küstennahen Überwinterungsgebiete in der Baffin Bay zurück. Die Erwärmung der Arktis könnte dazu führen, dass den Orcas ein früherer Zugang und eine längere eisfreie Zeit zur Jagd ermöglicht wird. Die Orcas könnten in bisher unzugängliche Gebiete vordringen. Das bedeutet, dass sie sich auch länger in diesen arktischen Gewässern aufhalten, da die Gewässer durch den Klimawandel auch später zufrieren.
Dies sind keine guten Voraussetzungen für die Narwale.
„Mehr Orcas könnten eine erhöhte Sterblichkeit der Narwale bedeuten und die diese dazu zwingen, weiter nach Norden zu ziehen, in Gebiete mit größerer Meereisbedeckung,“ sagte Kyle Lefort.
Heiner Kubny, PolarJournal
Links zur Orca-Studie: