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Burgruine an dem nordöstlich über Sissach auslaufenden Vorsprung des Kienbergs. Wie der Name sagt, eine Gründung des Bischofs von Basel als Landesherrn. Seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts nachweisbar tritt die Burg in die Geschichte ein als Lehen der bischöflichen Dienstmannen aus dem Geschlechte der von Eptingen. Im Erdbeben von 1356 zerfallen, erhob sich die Burg nicht mehr aus den Trümmern. Wegen der mit dem Burglehen verbundenen Gerechtsamen und Einkünften zu Bischofstein gehörte ein grundherrlicher Bannbezirkhörte aber mit dem Untergang des Wehrbaues das Interesse der Lehensträger am Lehen nicht auf. Bis gegen die Mitte des 15. Jahrhunderts blieben die Eptinger im Besitze und Genuss des Lehens. Dann traten durch Kauf an ihre Stelle die Herren Zu Rhein, ebenfalls ein bischöfliches Ministerialengeschlecht. Von diesen ging durch Verkauf mit Vorbehalt des Wiederkaufrechtes Bischofstein im Jahre 1464 über an die zum Basler Stadtpatriziat gehörenden Herren von Offenburg. Den Offenburgern gegenüber leistete der Bischof Verzicht auf seine Lehensherrlichkeit, so dass diese Bischofstein mit seiner Zugehör als freies Eigengut besassen, für das sie den Bischöfen nicht verpflichtet waren. Als solches vererbte es sich bei den Offenburgern weiter.
Durch die Einwilligung des Bischofs in den Verkauf von Bischofstein an die Offenburger und durch seinen Verzicht auf die Lehensherrlichkeit über das bisherige Burglehen entstanden Anlässe zu Streitigkeiten zwischen den Zu Rhein und dem Bischof einerseits und den Offenburgern anderseits, die sich durch Jahrzehnte hinzogen.
1560 erwarb dann die Stadt Basel durch Kauf das Holz Kienberg samt dem Burgstall Bischofstein von den Offenburgern. Unter Berufung auf ihr Wiederkaufs recht an Bischofstein traten die Herrn Zu Rhein gegen diese Veräusserung auf und klagten vor dem Basler Schultheissengericht auf ihr Wiederlösungsrecht. Sie wurden in ihren Ansprüchen vom Bischof unterstützt, der durch den Übergang Bischofsteins an die Zu Rhein wieder in seine Rechte als Lehensherr eingetreten wäre. Jahrelang wurde um die Sache prozessiert. Schliesslich mit dem Ergebnis, dass Bischofstein mit allen seinen Gerechtsamen und Besitztümern der Stadt Basel verblieb und darauf zum Amte Farnsburg geschlagen wurde.
Die ehemalige Burg zerfiel immer mehr. Schon zur Zeit, als der bekannte Basler Geometer Georg Friedrich Meyer in den 1680er Jahren seine topographischen Aufnahmen im Baselbiet unternahm, sah er nur noch wenig Mauerwerk.
Photos Armin Schweizer
In den Jahren 1914 bis 1916 wurde zum ersten Male aus historischem Interesse von einigen jungen Leuten von Sissach auf Bischofstein gegraben. Im Jahre 1921 wurden dann diese Grabungen zur Festellung des einstigen Umfanges der Feste und zur Aufnahme eines Grundrisses mit finanzieller Unterstützung der Bürgergemeinde Sissach forttgesetzt. Das Ergebnis der Ausgrabungen war nach einem von Herrn Gemeindeverwalter J. Horand in Sissach 1923 in der "Volksstimme von Baselland" veröffent lichten Bericht folgendes: Der im Grundriss kreisrunde Bergfried, mit einem Durchmesser von 7,60 Meter und erhalten in einer Höhe von 4-5 Metern, wurde vollständig freigelegt. Sein Mauermantel ist stark zerbröckelt und reicht nur noch in mässige Höhe hinauf. Vom Palas sind die Grundmauern zum Teil noch bis 1,70 Meter vorhanden. In der nordwestlichen Hälfte dieses Bauteiles der ehemaligen Burg ist in den gewachsenen Felsen ein Keller eingehauen, der von den in den Felsen eingemeisselten Balkenlöchern an gemessen eine Tiefe von 2,40 Meter besitzt. Gegen Südosten lehnte sich der Palas an die 1,85 Meter dicke Ringmauer, die im Halbkreis die Burg auf der Angriffsseite gegen Süden und Osten schützte. Nordwestlich bildeten die senkrecht abfallenden Felswände das natürliche Verteidigungsmittel. In diesen Felswänden mündet auch der Ringgraben aus. Der Verlauf des die Burgstelle mit dem Kienberge verbindenden Berghalses ist an drei Stellen durch je einen Halsgraben unterbrochen. Im Süden, kurz vor dem Zusammentreffen der Ringmauer mit dem Palas, wurde der einstige Toreingang freigelegt, von dem aber nur noch die Sohle, eine gewöhnliche Mauerschwelle, erhalten geblieben ist. Auf der einen Seite des ehemaligen Toreingangs wird dessen Einfassung von der die Torsohle um zirka 1 Meter überragenden Ringmauer noch angedeutet.
Bibliographie