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Das Forschungsprojekt untersucht die sozial- und umwelthistorischen Auswirkungen alpiner Speicherseen. Hierbei soll gezeigt werden, was für gesellschaftliche Debatten das Fluten von Bergtälern begleiteten und welche Schicksale die davon betroffenen Dorf- und Talgemeinschaften davontrugen. Damit einhergehend gilt es zudem die ökologischen Konsequenzen der Errichtung von Stauanlagen zu analysieren.
Die Geschichte des alpinen Wasserbaus wird dadurch von einer sozioökologischen Perspektive her fassbar. Das Projekt bedient sich der Methoden der transnationalen Geschichte sowie der Umweltgeschichte, um das «Wasserschloss» Europas als eine Makroregion in den Blick zu bekommen, innerhalb welcher die darin liegenden Länder eine kritisch zu bestimmende Position einnahmen.
Schliesslich wurden zahlreiche Talsperren nicht nur mithilfe von international operierenden Energiekonzernen realisiert; auch der bautechnische Eingriff in natürliche Flussläufe seitens eines Staates wirkte sich stets auf Regionen aus, die jenseits seiner Grenze lagen. Einerseits werden somit die transnationalen Netzwerke aufgezeigt, welche hinter der 1870 allmählich begonnenen Nutzung alpiner Wasserkraft standen, diese ab 1950 massiv förderten sowie letztendlich zur Zwangsumsiedlung beim Lac d’Emosson von 1974 beitrugen. Andererseits vermag das Projekt aber auch eine historische Bilanz der vom alpinen Wasserbau entstandenen, sozioökologischen Kosten zu ziehen.