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Hyssopus officinalis
In den 80er Jahren hat die Aroma- und Medizinalpflanzengruppe von Agroscope Changins-Wädenswil in Les Fougères (VS) mit Unterstützung verschiedener Partner (z.B. Ricola) mit der Kultivierung von Ysop begonnen. Ziel war die Selektion einer Ysop Sorte, welche sowohl den Ansprüchen der Produzenten als auch der Verarbeiter Rechnung trägt. Unter der Leitung von Charly Rey wurden verschiedene schweizer Ysop Herkünfte in Kultur genommen und beschrieben (1984-88). Die Herkünfte aus dem Wallis zeichnen sich durch einen kleinen Gehalt an isopinocamphone und den Gehalt von 1,8-cinéol aus. Im Weitern besitzen sie ein spezielles Aroma.
Mit dem Fortschreiten der Arbeiten wurden auch Herkünfte aus anderen Ländern angebaut. Unter anderem auch eine Herkunft aus Ungarn, welche von Fenaco vertrieben wurde.
Die Herkunft aus Ungarn wurde mit der Herkunft aus Fully (VS) gekreuzt.
Durch weitere Selektion (Auslese) dieser Abkömmlinge entstand eine homogene stabile Sorte. Sie wurde von Charly Rey auf den Namen PERLAY getauft. Der Name PERLAY setzt sich aus den damaligen Verantwortlichen der Station «Les Fougères», den Herren Perraudin et Darbellay, zusammen.
Im Vergleichsanbau wurde die Sorte PERLAY charakterisiert und zeigte die folgenden Eigenschaften:
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ein homogener, aufrechter Wuchs
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eine durchschnittliche Produktivität von 6 bis 7 t/ha
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einen Gehalt an ätherischen Oelen von 0.8 bis 1.3%, welches hauptsächlich aus Pinocamphone (40-60%), Isopinocamphone (20-30%) und B-Pinene (4-15%) zusammengesetzt ist.
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eine gute Widerstandskraft
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eine geringe Anfälligkeit auf Sklerotinie
Diese Sorte wird heute angebaut und ist unter anderem in den Bonbons von Ricola zu finden.
Lokale Herkünfte aus dem Wallis
Die Distillerie de Bassins ist ein Familienbetrieb, der in Bassins (VD) Aroma- und Medizinalpflanzen anbaut und daraus aetherische Oele gewinnt. Auch aus dem Ysop wird ein aetherisches Oel gewonnen. Dazu wurde bis 2007 die Sorte PERLAY verwendet. Seit dem Jahr 2008 wird im Versuchsanbau eine neue Ysop-Herkunft aus dem Wallis verwendet. Diese Pflanzen gehen auf zwei Walliser Herkünfte (A und B) zurück.
Die Herkunft A wurde durch C.-A. Carron (ACW) im Jahr 2006 im Raum Sion gesammelt. Die Herkunft B wurde aus einem in vitro Klon (C.-L. Lê, ACW) vermehrt. Dieser Klon geht auf die Herkunft Fully (VS) zurück, welche von C. Rey 1990 gesammelt wurde.
Die Distillerie von Bassins stellt ihren Anbau auf diese Ysop-Herkünfte aus dem Wallis um, weil diese Pflanzen sich durch einen weniger kräftigen Wuchs auszeichnen und dadurch ihr Gehalt an ätherischem Oel in einem besseren Verhältnis zur Trockensubstanz steht.
Die von der Distillerie von Bassins angebaute Ysop-Herkünfte aus dem Wallis haben keinen Namen.
Der Wert von pflanzengenetischen Ressourcen am Beispiel PERLAY
Immer wieder wird der Wert von Aroma- und Medizinalpflanzen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft in Frage gestellt. Deshalb ist es auch immer wieder nötig, den Wert von pflanzengenetischen Ressourcen (insbesondere auch der Aroma- und Medizinalpflanzen) mit Zahlen zu untermauern. Ricola hatte 2004 einen Jahresumsatz von SFr. 245 Millionen erreicht. Ysop ist eines der 13 bekannten Ricola-Kräuter. Wird der Jahresumsatz gleichmässig auf die 13 Ricola-Kräuter aufgeteilt, so hat die Ysop-Sorte PERLAY im Jahr 2004 mit SFr. 18.8 Millionen an den Umsatz von Ricola beigetragen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstützt die Gesammtheit der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft mit SFr. 3 Millionen pro Jahr.
Diese vereinfachte Rechnung soll beitragen, die Wichtigkeit der Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen und insbesondere der Aroma- und Medizinalpflanzen belegen zu können. Weiter soll das Beispiel der lokalen Ysop Populationen aus dem Wallis, die Wichtigkeit der in situ Erhaltung von pflanzengenetischen Ressourcen aufzeigen (Schlussbericht Kapitel 5.2.2).
Literatur
Interview C. Rey, Julli 2008.
Rey, C., Carron,C.-A., Cottagnoud,A., Bruttin,B. und Carlen,C. 2004. La variété d'hysope officinale PERLAY. Revue suisse Vitic.Arboric.Hortic., 36(6), 337-341.
Moser, D., Gygax, A., Bäumler B., Wyler N., Raoul P. 2002. Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz -