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Am Dienstag sprach sich die Chefin der US-Börsenaufsicht SEC für eine bessere Regulierung der größten Banken des Landes aus, nachdem es in letzter Zeit lautstark Kritik hagelte, dass die Behörde dabei versagt habe, die Bilanzierungstricks der US-Investmentbank Lehman Brothers aufzudecken, bevor diese kollabierte. Mary Schapiro erklärte gegenüber einem Ausschuss des Kongresses, dass die Behörde Briefe an insgesamt 19 Großbanken versendet habe, um sie um die Übersendung von Informationen zu ersuchen, ob sie ebenfalls Bilanzierungstricks nutzten, von denen Insolvenzprüfer sagen, dass sie angewendet würden, um die prekäre Finanzsituation der Institute zu verschleiern.
Anhörung der SEC-Vorsitzenden Mary Schapiro gestern vor einem Ausschuss des Kongresses / Video: CNBC
Lehman brach im September 2008 zusammen. Es war der bislang größte Zusammenbruch eines Konzerns in der US-Historie, so philly.com. Schapiro, die zum damaligen Zeitpunkt nicht Vorsitzende der SEC gewesen ist, erklärte, dass die Behörde die Nutzung von Tricks der Bilanzierung bei Lehman untersuche, die unter dem Namen Repo 105 bekannt geworden sind, und die es dem Institut erlaubt hätten, seine Schwäche zu maskieren. Richard Fuld, Lehmans ehemaliger CEO, sagte, dass er über “absolut keine Erinnerung” über irgendwelche Dokumente verfüge, die mit den so genannten Repo 105 Bilanzierungsmanövern in Zusammenhang stünden. “An einem Tag hatten wir eine Firma”, sagte er. “Am nächsten Tag hatten wir keine mehr. Eine ganze Menge Leute wurden dadurch hart getroffen und ich muss letztendlich damit leben.”
Anm.: Damit zu leben ist eine Sache. Dafür von der Gesellschaft in Form eines ordentlichen Gerichtsverfahrens bestraft zu werden eine andere. Jedermann sollte sich fragen, warum gegen Fuld nicht längst Anklage erhoben worden ist seitens des Staates? Wo sind die „Prosecuters“?
Insolvenzabwickler Anton Valukas kritisierte sowohl das Unternehmen als auch die SEC. Obwohl die Öffentlichkeit ein Anrecht Darauf habe zu erwarten, dass Unternehmen wie Lehman seitens des Staates ordnungsgemäß reguliert werden, zeige sich in der Realität, dass dies in keiner Weise der Fall sei, erklärte Valukas gegenüber Parlamentariern in Washington. Die Aufsichtsbehörden hätten sich bietende Möglichkeiten verpasst, Lehman an die kurze Leine zu nehmen und das Gebaren der Firma zu rügen, bevor die Situation komplett außer Kontrolle geraten sei.
Anm.: Wo waren die Aufsichtsbehörden im Falle von Merrill Lynch, der Citigroup, der BofA oder im speziellen Fall von Bernie Madoff? Hat man nicht überall weg geschaut, obwohl es eindeutige und detaillierte Informationen von Insidern wie Harry Markopolous gegeben hat? Niemand wollte diesen Informationen nachgehen. Und selbst jetzt, wo die Beweise für Bilanzfälschung in hochgradigem Stil immer mehr auf dem Tisch liegen, passiert Leuten wie Richard Fuld nichts. Sie werden nicht einmal angeklagt. Warum? In welchen Taschen stecken diese Aufseher? Und wie viel Dreck haben sie vielleicht selbst am Stecken?