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Mit dem Monat Dezember hat sich nicht nur der meteorologische Winter eingestellt, fast gleichzeitig stellte sich die Grosswetterlage über dem Nordatlantik und Europa grundlegend um. Eine kräftige Westströmung hat die Regie über unser Wetter übernommen und bringt nicht nur Stürme, sondern auch viel Niederschlag und für die Jahreszeit deutlich zu milde Temperaturen. Lässt sich daraus ableiten, wie der Winter 2011/2012 generell verlaufen wird?
Die sehr lange und ausgeprägte Hochdrucklage über Europa im Herbst war auf einen negativen Index der Nordatlantischen Oszillation (NAO) zurückzuführen. Der NAO-Index drückt vereinfacht gesagt das Verhältnis zwischen Islandtief und Azorenhoch aus. Sind die Gegensätze zwischen den beiden Druckgebilden ausgeprägt, wird der NAO-Index positiv, sind die Druckzentren verschoben oder schwach ausgebildet, spricht man von einem negativen NAO-Index. Bei deutlich positiven NAO-Index-Lagen ist die vom Nordatlantik nach Europa gerichtete Westströmung stark ausgeprägt, bei negativem Index ist die Westströmung schwach, dann herrschen über dem Kontinent häufig Nord-, Süd- oder gar Ostlagen, sowie längere windschwache Hochdrucklagen, wie wir dies im vergangenen Herbst erlebt haben.
Einiges deutet darauf hin, dass sich nun eine längere NAO+ Lage einstellt:
– die Wassertemperatur an den Küsten Westeuropas weicht positiv zur jahreszeitlichen Norm ab
– die Wassertemperatur vor der Südostküste Grönlands bis zum zentralen Nordatlantik ist eher kühl
– der subtropische Atlantik vor der Ostküste der USA ist eher zu warm
Eine solche Verteilung der Wassertemperaturen fördert oft über längere Zeit die Entstehung von Höhentiefs (Trögen) über dem zentralen Nordatlantik, woraus immer wieder kräftige Sturmtiefs resultieren. Diese sorgen für die ausgprägte Westströmung, begleitet von zu hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchte, also überdurchschnittlichen Niederschlägen. Die Konstellation lässt einen milden und zu nassen Winter in der Nordhälfte Europas erwarten, während im Mittelmeerraum ein durchschnittlicher bis leicht zu kühler und zu trockener Winter ansteht. Die Grenze bildet der Alpenbogen, entsprechend wird ein solcher Winter an der Alpennordseite zu nass und nur in hohen Lagen schneereich ausfallen, während an der Alpensüdseite Schnee wahrscheinlich zu einem seltenen Gut werden dürfte.
Das Langfristmodell des amerikanischen Wetterdienstes hat diesem Umstand bereits Rechnung getragen (links die Temperaturabweichung, rechts die Niederschlagsabweichung zum Klimamittel):