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Das Wahlsystem der Schweiz

Dieser Text erklärt das Schweizer Wahlsystem und wie man wählt.
Die Räte
Das Schweizer Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern: dem National- und dem Ständerat.
Der Nationalrat besteht aus 200 Mitgliedern, die die Bevölkerung der Schweiz vertreten. Jeder Kanton bekommt entsprechend seiner Einwohnerzahl eine bestimmte Anzahl Nationalratssitze, jedoch mindestens einen Sitz.
Der Ständerat vertritt die Kantone. Jeder Kanton kann zwei Personen wählen, unabhängig von Fläche und Einwohnerzahl. Eine Ausnahme bilden die Halbkantone (Appenzell-Ausser¬rhoden & -Innerrhoden, Basel-Land & -Stadt, Obwalden & Nidwalden), die je nur einen Sitz haben. Der Ständerat besteht aus 46 Politikern.
Wahlsystem
National- und Ständerat werden alle 4 Jahre neu gewählt. Jeder Kanton wählt so viele Politiker, wie ihm zustehen.
Der Nationalrat wird in einer Proporzwahl gewählt, das heisst man wählt nicht direkt Kandidaten, sondern in erster Linie Parteien. Ausnahme sind die Kantone mit nur einem Sitz, welche die Majorzwahl anwenden (vgl. Kasten). Für den Ständerat bestimmt jeder Kanton selbst das Wahlverfahren, wobei sich alle Kantone (ausser dem Kanton Jura) für die Majorzwahl entschieden haben.
So wählt man
Die Parteien stellen für die Nationalratswahl Listen mit Kandidaten auf. Jeder Wahlberechtigte hat so viele Stimmen, wie es Nationalratssitze in seinem Kanton gibt. Man unterscheidet bei der Proporzwahl grundsätzlich zwischen Partei- und Kandidatenstimmen. Wählt man einen Kandidaten, erhält sowohl die Partei des Kandidaten als auch der Kandidat selbst eine Stimme. Leere Linien auf einer Liste mit Parteibezeichnung gelten als Stimme für diejenige Partei.
Es gibt drei grundsätzliche Möglichkeiten zu wählen: eine vorgedruckte Partei-Liste unverändert einwerfen, eine vorgedruckte Liste abändern oder eine leere Liste selber von Hand ausfüllen. Vorgedruckte als auch leere Listen können wie folgt bearbeitet werden:
Wird eine leere Liste verwendet, muss die Parteibezeichnung selbst hingeschrieben werden. Fehlt diese, ist der Stimmzettel ungültig.
Der Wahlzettel für die Ständeratswahl sind kantonal unterschiedlich. Entweder gibt es Felder zum Ankreuzen oder die Wahlzettel haben nur zwei Zeilen (bzw. eine Zeile bei Halbkantonen). Es gibt keine vorgedruckten, sondern nur leere Listen, die von Hand ausgefüllt werden müssen. Gewählt sind die Kandidaten mit den meisten Stimmen unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.
Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]

Einfach erklärt
Majorzwahl (Mehrheitswahl)
Die Person(en) mit den meisten Stimmen erhält das Amt. Bei den Ständeratswahlen gibt es zwei Wahlgänge: Beim ersten zählt das absolute Mehr (d.h. mehr als die Hälfte aller Stimmen), beim zweiten genügt das relative Mehr (d.h. mehr Stimmen als die anderen Kandidaten). Bei den Nationalratswahlen für Kantone mit nur einem Sitz gibt es nur einen Wahldurchgang.
Proporzwahl (Verhältniswahl)
Bei der Proporzwahl ist entscheidend, wie viele Stimmen der Liste einer Partei zufallen. Jede Parteiliste erhält eine bestimmte Anzahl Sitze, die an die Parteikandidaten mit den meisten Stimmen verteilt werden. Der Wille der Wähler kann mit diesem System genauer abgebildet werden als bei der Majorzwahl, da Parteien (und so die politischen Richtungen) im Vordergrund stehen und nicht einzelne Personen.
Listenverbindung
Listenverbindungen werden bei der Proporzwahl von den Parteien eingesetzt. Dadurch werden die verbundenen Parteilisten bei der Auszählung wie eine Einheit behandelt. Erst im zweiten Schritt werden die Sitze auf die einzelnen Listen innerhalb der Listenverbindung verteilt.
Fallbeispiel
Beispiel einer geänderten Liste

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