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Herrenmode
Die Mode der Männer durchlief nur wenige Wandlungen. Das war auch im Jahrzehnt von 1860 bis 1869 nicht anders. Die Herren hatten berufliche Verpflichtungen, gingen einer Arbeit nach und legten großen Wert auf sachliche Schlichtheit. Neben den Damen wirkten die Männer geradezu unauffällig. Dafür sorgten auch die gedeckten Farben, die sie für ihre Garderobe bevorzugten. Die Mode hatte einfach keine Macht über den Mann, während die Frauenwelt jedem Trend nachrannte. Je bunter und augenscheinlicher die Damengarderobe wurde, desto zurückhaltender kleideten sich die Herren, erst recht, wenn sie beispielsweise im Kontor bei einer Schreibtischarbeit sitzen mussten. Im Alltag sah man die Herren zum Anfang des Jahrzehnts noch im traditionellen Gehrock oder Frack, mit einer Weste, die entweder durch Schottenkaros oder einen von den sonstigen dezenten Farben abstechendes buntgefärbtes Material auffielen, darunter ein schlichtes helles Hemd, das mit einem Halsschmuck versehen war, der ein gebundenes Tuch als Vorläufer der Krawatte war. Außerdem kam ein Kragen zum Anknöpfen auf. Die Hosen waren bodenlang und gerade geschnitten. En vogue war es, einen Zylinder zu tragen. Damit war Mann schon perfekt gekleidet und an Eleganz mangelte es ihm durchaus nicht. Weniger war mehr und der Herren Blick richtete sich nicht gen Paris, sondern nach England. In den Jahren von 1860 bis 1869 war auch ein Sakko schon angesagt, wobei hier der Kragen und die Ärmel mit glänzendem Atlas-Stoff abgesetzt sein konnten. Es verdrängte den Frack, der schließlich nur noch zu festlichen Gelegenheiten aus dem Schrank geholt wurde.
In den eigenen vier Wänden erlaubte Mann sich durchaus Farbtupfer und edle Materialien. Die Hausröcke waren prachtvoll, waren aus Damast gefertigt, auch Samt oder Kaschmir kam hier zum Einsatz.