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auf die sie in Zukunft achten sollten.»
— westzeit.de
Ihre musikalische Karriere begann Mary Gauthier (ausgesprochen: Go-shay; *1962 in Thibodaux, Louisiana) im Alter von 34 Jahren. Die frühen Jugendjahre verbrachte sie hauptsächlich on the road. Bereits mit 15 brannte sie im Wagen ihrer Eltern durch. Sie suchte nach Menschen, zu denen sie sich zugehörig fühlte. Es folgten weitere Ausreiss-Trips. Sie hauste vorwiegend bei Freunden, in schäbigen Absteigen oder auf der Strasse. Mit allem Drum & Dran, inkl. Alkohol und Drogen: Den 16ten Geburtstag feierte sie im Entzug, den 18ten im Gefängnis.
Step by step schaffte Mary Gauthier den Ausstieg aus diesem kräftezehrenden Leben: Philsophiestudium an der Louisiana State University, dann Wechsel an die Cambridge School of Culinary Arts, um kochen zu lernen. In Bosten eröffnete sie ihr eigenes Lokal «Dixie Kitchen», das gut lief und mit Preisen überschüttet wurde. Seit 1990 sei sie trocken. Sie widmete sich immer intensiver dem Songwriting, wurde 1997 schliesslich Profi-Musikerin. Sie verkaufte ihr Restaurant «Dixie Kitchen», taufte ihre erste CD so. Der US-Rolling Stone vergab dafür die höchste Wertung, nannte die Musik Country noir und sah Gauthier auf Ohrenhöhe mit Townes Van Zandt, Steve Earle und Lucinda Williams. Effektvoll stellte der grosse Bob Dylan Charles Aznavours hochdramatischen Song «Je bois / I drink», den er in seiner «Theme Time Radio Show» als den «niederschmetterndsten Trinkersong aller Zeiten» ankündigt, neben den gleichnamigen Song von Mary Gauthier mit dem lakonischen Refrain: «Fish swim / Birds fly / Daddies yell / Mamas cry / Old men / Sit and think / I drink.» Sowas wünsche sich mal einer hierzulande vom ex-Beromünster.
«The Foundling» ist ihr Siebtling, erzähle ihre eigene Geschichte und wurde vom Cowboy Junkey Michael Timmins produziert: «The songs tell the story of a kid abandoned at birth who spent a year in an orphanage and was adopted, who ran way from the adopted home and ended up in show business, who searched for birth parents late in life and found one and was rejected, and who came through the other side of all of this still believing in love.» Obwohl ihre rauchige Stimme zu einem ihrer Markenzeichen geworden ist, prägen die Texte ihre Musik. Sie werden besiedelt von Aussenseitern, von denen sie ja einige kennengelernt hat. Street credibility vom Scheitel bis zu den Zehen: «Ich benutze meine Songs wie Schriftsteller ihre Romane oder Kurzgeschichten – um Geschichten zu erzählen und zu versuchen, etwas Besonderes zu machen.» Und Mary Gauthier live auf unserem heimatgeschützten Inselparadies zu erleben ist wahrlich etwas Besonderes. Das geht unter die Haut, fährt in die Knochen. So tief, so traurig, so echt und wahr, so unendlich schööööön.