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Simultaner (bilingualer) Erstspracherwerb
Das Kind erwirbt von Geburt an zwei oder mehr Sprachen.
Es vollzieht früh eine Sprachentrennung und entwickelt jede Sprache eigenständig.
Tipps:
Sukzessiver Zweitspracherwerb
Das Kind erlernt erst nach dem 3. Lebensjahr eine zweite oder dritte Sprache.
Tipps:
Mehrsprachigkeit und Spracherwerbsstörungen
Eine Spracherwerbsstörung bezieht sich immer auf beide Sprachen. Dies wird als sprachübergreifender Nachweis der Störung bezeichnet und gilt v.a. für die bilingual aufwachsenden Kinder. Diese Kinder benötigen Logopädie, da es ihnen meistens an Basisvoraussetzungen für das Sprachlernen fehlt.
Bei Kindern, welche eine zweite Sprache sukzessiv erwerben, gibt es individuelle Unterschiede. Viele Kinder erlernen die zweite Sprache ohne Probleme, einige haben eine echte Spracherwerbsstörung in beiden Sprachen, andere bekunden grosse Mühe mit dem Erlernen der Zweitsprache. Aber nicht jedes Kind, das seine Zweitsprache fehlerhaft spricht, hat eine „echte“ Spracherwerbsstörung. Ungünstige Erwerbs-bedingungen oder für das Kind undurchschaubare Unterschiede zwischen den beiden Sprachen spielen hier eine Rolle. Für diese Kinder ist eine zusätzliche Unterstützung z.B. in Form von Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder eine Sprachförderung angezeigt.
Wichtig: Sprachentwicklungsstörungen oder Stottern kommen bei mehrsprachigen Kindern nicht häufiger vor als bei einsprachigen.