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Mit dem Recycling von Altspeiseöl leistet dieses Projekt sowohl einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz wie auch zur Verbesserung der Lebensbedingungen einer marginalisierten Gruppe.
In Zusammenarbeit mit unserer lokalen Partnerorganisation, der regionalen Caritas, unterstützen wir fünf Kooperativen von Müllsammlerinnen und Müllsammlern bei der Verarbeitung von Altspeiseöl zu Biodiesel und beim Verkauf dieses Produkts. Lokale Partnerunternehmen der Kooperativen sowie Restaurants, Hotels, Kantinen und Schnellimbisse stellen ihr gebrauchtes Speiseöl zur Verfügung, welches von den Müllsammelnden abgeholt und mit Hilfe einer Anlage verarbeitet wird. Durch die Beigabe von Zusatzstoffen entsteht aus dem Altspeiseöl Biodiesel sowie das Nebenprodukt Glycerin. Dieses wird in einem einfachen Prozess zu Seife verarbeitet und kann ebenfalls verkauft werden. Mit verschiedenen Partnerunternehmen der Kooperativen sind Abnahmevereinbarungen für den Biodiesel und die Seifen abgeschlossen worden. Damit ist der Verkauf dieser Produkte gesichert und die Müllsammlerinnen und Müllsammler haben ein zusätzliches, planbares Einkommen.
Das Projekt begünstigt insgesamt 122 Familien von Müllsammlerinnen und –sammlern aus den fünf Kooperativen. Die Müllsammlerinnen und Müllsammler erwirtschaften durch diese Tätigkeit ein monatliches Zusatzeinkommen von rund 35 Franken (110 Reais) oder zusätzliche 16%. Dieses hilft ihnen, die Kosten für ihre Grundbedürfnisse, wie beispielsweise bessere Wohnverhältnisse oder die Schulbildung ihrer Kinder, zu decken. Der Rest des Gewinns fliesst in einen Solidaritätsfond, aus welchem primär die Kosten für den Betrieb und den Unterhalt der Anlage gedeckt werden. Mit den verbleibenden Fondsmitteln werden Familien in Notsituationen (beispielsweise bei Krankheit) unterstützt, wobei in einem partizipativen und transparenten Prozess entschieden wird, wer mit welchem Beitrag begünstigt wird.
Nebst der Erhöhung des Einkommens zielt das Projekt auch darauf ab, die Müllsammlerinnen und -sammler in ihrem Selbstwertgefühl und ihren Rechten als Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Zu diesem Zweck werden verschiedene Workshops durchgeführt. Zudem wird die Verantwortung für den Betrieb der Anlage und die Administration des Solidaritätsfonds sukzessive an die Abfallsammelnden übertragen.
Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Das Recycling des Altspeiseöls zu Biodiesel führt zu einer Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der CO2-Emissionen. Der geringe Aromaten- und Schwefelgehalt von Biodiesel reduziert überdies den Ausstoss von Schwefeldioxid; zudem wird eine Reduktion der Emissionen von Kohlenwasserstoffen, Kohlenstoffmonoxid und Feinstaub erreicht. Das beim Verarbeitungsprozess entstehende Glycerin wird zu Seife weiterverwertet, sodass bei der Produktion keine giftigen Abfallstoffe entstehen. Ausserdem wird durch das Einsammeln von gebrauchtem Speiseöl verhindert, dass dieses über das Abwasser oder den Müll ins Grundwasser gelangt.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist die Sensibilisierung der Bevölkerung sowie die Lobbyarbeit zu Umweltfragen bei politischen Behörden. So werden Kommunikationsmaterialen erarbeitet und beispielsweise die Restaurants, Hotels und Schnellimbisse, welche ihr Öl zur Verfügung stellen, als umweltfreundliche Unternehmen gekennzeichnet.