Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03171.jsonl.gz/1393

Prof. Dr. Nikolaus G. Greeff, Titularprofessor für Physiologie
Verstorben am 16. Juli im Alter von 76 Jahren.
Nikolaus G. Greeffs Forschungsinteresse galt der biophysikalischen Untersuchung von potenzialabhängigen Natriumkanälen, insbesondere der Funktion von Potenzialsensoren bei der Kanalinaktivierung.
Nikolaus G. Greeff studierte bis 1972 Medizin an der Universität Zürich und promovierte 1977 am Physiologischen Institut der Universität Zürich mit einer Arbeit zu den elektrischen Eigenschaften einer Riesennervenfaser der Schleie. Seit 1977 war Nikolaus G. Greeff als Oberassistent am Physiologischen Institut tätig, unterbrochen durch einen zweijährigen Forschungsaufenthalt am Physiological Department der University of Cambridge (UK), wo er an der Forschung am Marine Institute in Plymouth (UK) beteiligt war. Er habilitierte sich an der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich und erhielt 1983 die Venia legendi für den Fachbereich Physiologie. 1989 wurde Nikolaus G. Greeff zum Titularprofessor ernannt. 2009 wurde er pensioniert.
Nikolaus G. Greeff befasste sich mit dem Öffnungs- und Schliessverhalten von spannungsabhängigen Kanälen in der Membran von Nerven- und Muskelzellen. Diese Kanäle bestimmen die Erregbarkeit dieser Zellen und damit die Signalübertragung bzw. Muskelkontraktion. Für diese Fragestellungen wurden die Kanäle beispielsweise an unterschiedlichen Stellen mutiert oder markiert, in Oozyten des Afrikanischen Krallenfrosches exprimiert und schliesslich ihr elektrophysiologisches Verhalten sowie strukturelle Veränderungen untersucht. Dabei gewann Nikolaus G. Greeff neue Einsichten in die Funktion der Spannungssensoren von Natriumkanälen, welche für die Kanalinaktivierung zuständig sind. Seine Studien wurden wiederholt ergänzt durch Forschungsaufenthalte an den Marineforschungsinstituten in Plymouth (UK) und Roscoff (FR).
Nikolaus G. Greeff war während 32 Jahren Oberassistent, Dozent und Gruppenleiter am Physiologischen Institut der Universität Zürich. Während dieser Zeit und darüber hinaus konnten viele Generationen von Medizinstudierenden, Nebenfachbiologen, angehenden Sekundarlehrern und Volkshochschülern von seiner umfangreichen Expertise in den Vorlesungen und sinnesphysiologischen Praktika profitieren. Prof. Roland H. Wenger, Physiologisches Institut der UZH.