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Die Biennales internationales de la Tapisserie in Lausanne (1962–1995)
Das im Juni 1961 in Lausanne gegründete Centre international de la Tapisserie Ancienne et Moderne (CITAM) hatte sich zum Ziel gesetzt, durch die Organisation internationaler Tapisserie-Biennalen die Vitalität und Kreativität der Textilkunst zu beweisen, zu dokumentieren und vor allem öffentlich zu präsentieren. Dieses ehrgeizige Projekt wurde von mehreren Persönlichkeiten der kulturellen und politischen Welt getragen. Zu ihnen gehörten der französische Künstler Jean Lurçat, Initiator der Erneuerung der Tapisserie in den Wirkmanufakturen seines Landes, Pierre Pauli, Chefkurator der Biennale und künftiger Konservator des Musée des arts décoratifs, Paul-Henri Jaccard, Direktor der Association des Intérêts de Lausanne, Georges-André Chevallaz, Syndic der Stadt Lausanne, und René Berger, Direktor des Musée cantonal des Beaux-Arts.
Um der zeitgenössischen Tapisserie eine neue Plattform zur Verfügung zu stellen, führte das CITAM zwischen 1962 und 1995 sechzehn Veranstaltungen durch, welche die Landschaft der internationalen Textilkunst tief greifend veränderten und gemäss Lurçats Wunsch wie ein echter «Seismograph» des zeitgenössischen Textilschaffens wirkten.
Mehr als einfache Ausstellungen, wurden die Biennalen, die im Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne stattfanden, im Laufe der Jahre immer mehr zu einem unumgänglichen Ereignis. Sie zeugten von der einzigartigen Geschichte eines Mediums, das sich von einer dekorativen zu einer freien Kunst entwickelte. So war Lausanne dank der Tapisserie-Biennalen dreissig Jahre lang die Hauptstadt der zeitgenössischen Textilkunst und das Experimentierfeld der Neuen Tapisserie.
Nach Paulis Tod 1970 bildete sich ein Verein, um ihm Ehre zu erweisen. Seine Mitglieder, Kunstschaffende, die in den Biennalen von Lausanne ausgestellt hatten, vereinten eine Sammlung von Werken, die heute Teil der Sammlung der Fondation Toms Pauli, Kulturerbe des Staats Waadt, ist.