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Hintergrund «Swiss Connection»
Der kosovarische Autor Jeton Neziraj, geboren 1977 in Kaçanik, gehört zu den führenden Theaterautoren und aktivsten künstlerischen Protagonisten des Kosovo. Er legt mit den Stücken und Aufführungen seines freien Produktionszentrums Qendra Multimedia die Aufmerksamkeit auf die zahlreichen prekären Situationen in seinem Heimatland. Themen wie Korruption und Machtmissbrauch, Migration oder das Aufeinanderprallen von archaischen Lebensformen und Turbokapitalismus verhandelt er in seinen Projekten mit schwarzem Humor und bissiger Satire.
In den 80er und 90er Jahren waren die Eidgenossen dringend auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Es überrascht daher nicht, dass die ersten von Exilkosovaren geführten politischen Organisationen, die die «Befreiung Kosovos» vorantreiben wollten, gerade in der Schweiz entstanden. Mitte der 80er Jahre formierte sich die marxistisch-leninistische Organisation Kosovos (OMLK), die später mit anderen Verbänden zur Volksbewegung Kosovos (LPK) fusionierte. In den 90er Jahren verdrängte die UÇK (Befreiungsarmee des Kosovo) die friedliche Widerstandsbewegung im Kosovo, die von Präsident Ibrahim Rugova angeführt wurde. 1998 brach der Krieg gegen (Rest-) Jugoslawien aus. Prominente Vertreter der UÇK sitzen bis heute an den Schalthebeln in Politik und Wirtschaft des Landes; so etwa Hashim Thaçi, der bis vor kurzem Präsident der Republik Kosovo war. Er lebte, wie etliche andere seiner Genossen, in den 90er Jahren für längere Zeit in der Schweiz und studierte an der Universität Zürich. Den Schweizer Behörden war seine eigentliche Tätigkeit als Führungsmitglied der UÇK bekannt.