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Unsere Gesellschaft wird älter. Bis 2035 werden gemäss dem mittleren Szenario des Bundesamts für Statistik (BFS) mehr als ein Viertel der Schweizer Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. In ländlichen Kantonen werden es sogar noch mehr sein, während eher städtisch geprägte Gebiete im Durchschnitt eine jüngere Bevölkerung haben. Insgesamt werden alle Kantone einen deutlichen Zuwachs an älteren Menschen erleben. Dies liegt vor allem daran, dass in den nächsten 15 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge, die zwischen 1950 und 1970 geboren wurden, das Pensionsalter erreichen.
Da viele Menschen inzwischen ein sehr hohes Alter erreichen, unterscheidet man heute zwischen dem jungen Rentenalter und einer Phase verstärkter Fragilität. Im jungen Rentenalter sind die Kinder ausgezogen und die Platzbedürfnisse nicht mehr gleich gross wie früher. Menschen in diesem Alter sind noch sehr aktiv und möchten beispielsweise nochmals ein neues Hobby beginnen, sie reisen vielleicht gerne oder sie kümmern sich um ältere Angehörige oder Enkelkinder.
Mit dem Eintritt ins Pensionsalter geht oft ein erheblicher Rückgang der Einnahmen einher. Dieser kann bis zu 40 Prozent betragen und hat entsprechend auch Einfluss auf die Wohnkosten. Unter dem Titel «Demografie und Wohnungswirtschaft» hat die Hochschule Luzern kürzlich eine Studie veröffentlicht. Darin befragte die Hochschule verschiedene Anbieter von Wohnungen – wie institutionelle Eigentümer, private Vermieter, Genossenschaften und die öffentliche Hand – nach ihren Erwartungen und Lösungsansätzen für die Bedürfnisse der älter werdenden Gesellschaft. Die Mehrheit der Befragten erwartet eine Verschiebung der Nachfrage von der mittleren Preiskategorie in Richtung tiefere Preiskategorien. Während die institutionellen Eigentümer momentan den Grossteil der Wohnungen im mittleren Preisumfeld anbieten, gibt es bei den privaten Vermietern
schon einige, die Wohnungen im tiefsten Preissegment vermieten.
Mittlerweile leben in beinahe der Hälfte aller Schweizer Haushalte nur noch eine oder zwei Personen. Die Gründe für die kleine Haushaltsgrösse liegen zum einen in der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft – nicht alle Lebensentwürfe beinhalten die Gründung einer Familie, und auch das Zusammenleben mehrerer Generationen im gleichen Haushalt ist selten geworden. Zum anderen trägt die Alterung wesentlich dazu bei, da viele ältere Menschen alleine leben, nachdem ihr Partner verstorben ist.
Mit zunehmendem Alter werden weitere Bedürfnisse an die eigene Wohnung gestellt. Während junge Rentner noch gut zu Fuss sind, wird die Barrierefreiheit in der Wohnung mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Dabei geht es nicht nur darum, dass ein Lift als Alternative zur Treppe zur Verfügung steht. Auch Türschwellen und Badewannen können Hindernisse darstellen, die durch entsprechende Anpassungen jedoch relativ leicht zu beseitigen sind. Hilfreich zeigen sich auch Haltegriffe an verschiedenen Stellen. Gemäss der Luzerner Studie verfolgen immerhin etwa ein Drittel der Privateigentümer eine Strategie, wenn es um die Umrüstung von Wohnungen auf die Bedürfnisse älterer Menschen geht. Die meisten konzentrieren sich darauf, Anpassungen im Rahmen von allgemeinen Sanierungs- oder Umbauarbeiten auszuführen oder bei einem Neubau von Anfang an
hindernisfrei zu bauen.
Pensionierte werden also auf dem Wohnungsmarkt als Mieter immer wichtiger. Wie gehen Menschen im Rentenalter vor, wenn sie eine neuen Wohnung suchen? Bisher sind nur wenige von ihnen im Internet auf Wohnungssuche, und sie unterscheiden sich in ihrem Suchverhalten deutlich von jüngeren Menschen. Die Hauptschwierigkeit besteht darin, dass ältere Personen oft schon lange keine neue Wohnung mehr gesucht und entsprechend keine Übung darin haben. Die Suche über das Internet ist ausserdem sehr schnelllebig, was viele überfordert. Teilweise unterstützen heute schon Freiwillige ältere Menschen bei ihrer Suche nach einer neuen Wohnung. Wer als Vermieter gezielt ältere Mieter ansprechen möchte, kann beispielsweise Inserate auf zielgruppenspezifischen Websites oder in Zeitungen schalten. Die heute jungen Pensionierten dürften im Umgang mit den neuen Technologien schon hinreichend vertraut sein, so dass sich diese Herausforderung in Zukunft etwas entschärfen sollte.