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Nein, ein Held war er nicht, der Bürger Louis Gut aus dem Luzerner Hinterland. Rechtschaffen war er, Bauer war er, Politiker war schon in jungen Jahren. Sein Väter hatte es ihm gelehrt.
Doch dann fand er sich bei den Büchern, bei den Dichtern, den Deutschen vor allem, und er eiferte ihnen nach. Schrieb Geschichten, Gedichte, klärte seinen Kopf geschrieben, immer wieder: in den Briefen an seine Freundin, in den Artikeln zu Wirtschaft und Politik. Im Aktivdienst des Ersten Weltkrieges berichtet er von den Mäusen im Stroh, in der Zwischenkriegszeit über die großen Pleiten.
Im Zweiten Weltkrieg aber geriet er selbst aus der Bahn. Er konnte das Ungeheuerliche, das sich da ereignete, nicht fassen und vermischen es weitgehend aus, bis alles zusammenstürzte. Er sah sein Irrtum ein und zog sich aufs Familiäre zurück. Louis Gut kommentierte in seinen Tagebüchern seine Zeit. Die frühen Briefe zwischen ihm und seiner späteren Frau Waldburga Gut und die Tagebücher schaffen den Boden des Romans «Kaltbach».
Der Leser, die Leserin begegnet einem feinsinnigen, intelligenten Mann, der das Leben feierte und an sich und an der Welt litt, jeden Tag. Denn jeder Tag hat seine Nacht.
Autor: Willi Bürgi 455 Seiten, broschiert ISBN 978-3-905927-58-0Erschienen im 2017