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Verlag Christian Egenolph, Frankfurt a. M., 1533 (?)
Nutzung als Stammbuch: Basel, 1583–1593
Holzschnitte, koloriert, auf Papier; Deckfarbenmalerei,
handschriftliche Eintragungen; Pergamenteinband
(Blatt aus einer spätmittelalterlichen Handschrift),
Goldschnitt
H. 18,5 cm, B. 13,3 cm, D. 3,3 cm
Inv. 1897.201.
Johann Jacob Grynaeus (1540–1617), geboren in Bern, war als Sechsjähriger mit seinem aus Veringendorf in Württemberg stammenden Vater Thomas Grynaeus (Griner) nach Basel gezogen, da diesem wegen seiner lutherischen Ausrichtung an der Hohen Schule in Bern gekündigt worden war. In Basel wurde Johann Jacob Grynaeus später Schüler des Simon Sulzer, der ebenfalls dem Luthertum nahestand. Dieser riet ihm zum Theologiestudium in Tübingen, wo er 1564 die Doktorwürde erwarb. Johann Jacob Grynaeus war zunächst Diakon in Lörrach (1559), dann Pfarrer in Rötteln (1565). Pfalzgraf Johann Kasimir berief ihn an die Heidelberger Universität, um sie zu reformieren.
1575 wurde er Professor der Theologie an der Basler Universität, 1586 auch Antistes. Seit 1569 war er verheiratet mit Lavinia de Canonicis aus Bologna, der Pflegetochter des Thomas Erastus von Heidelberg, der bedeutenden Einfluss auf seine Hinwendung zum reformierten Bekenntnis hatte. Bis zu seinem Tod 1617 unermüdlich tätig, prägte er entscheidend die autoritär angelegte reformierte Basler Staatskirche.
Als Stammbuch, in das sich insgesamt 42 seiner Schüler eintrugen, diente die bei Christian Egenolph (1502–1555) in Frankfurt am Main erschienene Bilderfolge «Biblisch Historien Figürlich fürgebildet» (ohne Datumsangabe), für die der Nürnberger Maler Sebald Beham (1500–1550) die Holzschnitte geschaffen hatte. Die kleinformatigen Szenen aus dem Alten Testament sind nur von einer Überschrift begleitet, so dass die gegenüberliegenden Seiten Raum für weitere Eintragungen boten. Diese folgen einem festen Schema: Der biblischen Szenen gegenüber wurde das Familienwappen des Studenten gemalt, handschriftlich ergänzt um Devise und Sinnsprüche sowie Namen und Datum. Die gewählten Zitate waren religiösen Texten entnommen: Der Charakter der biblischen Illustrationen und das Amt des Stammbuchinhabers liessen nichts anderes angemessen erscheinen.
Die Einträge stammen aus dem Zeitraum zwischen 1583 und 1593 und von Studenten aus Deutschland, Österreich und Dänemark, darunter zahlreiche junge Adelige.
Die meisten werden seine Hörer, etliche wohl auch seine zahlenden Hausgenossen gewesen sein. Von den 42 Wappen stammen nachweislich mindestens fünf von Dänen, die sich wie Sebastian Munck auf den aufgeschlagenen Seiten (fol. 88v/89r) als «Danus» bezeichnen. Munck ist in den Matrikeln der Universität nicht nachweisbar. Vermutlich war er Begleiter des Dänen Ebbio Andre Galdt, der sich am gleichen Tag, dem 26. August 1587, in das Grynaeus- Stammbuch eintrug und der sich im März 1585 in Basel immatrikuliert hatte.