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«Früher habe ich als Sportart Kickboxen gemacht»
«Ene, mene, muh, Skispringerin wirst Du»: So ungefähr könnte man die Methode im Reich der Mitte beschreiben, Skispringerinnen für die Olympischen Spiele in Peking zu rekrutieren. Die Chinesen setzen dabei durchaus auf die Frauen. Wir sprachen in Einsiedeln mit der 18-jährigen Quirong Li, die erst seit zwei Jahren von Schanzen springt. Vor dem Interview auf Englisch, das zwei Übersetzer ermöglichen, verneigt sich die junge Chinesin höflich zur Begrüssung.
WOLFGANG HOLZ
Wie hat Ihnen der Wettkampf heute gefallen?
Mir hat der Wettkampf sehr gut gefallen. Und ich bin sehr glücklich, dass ich daran teilnehmen kann. Vor allem, dass ich neben so vielen anderen Springerinnen dabei sein konnte, hat mir geholfen, mich weiterzuentwickeln.
Muss man sehr mutig sein, von der Schanze zu springen?
Bis jetzt, glaube ich, bin ich noch nicht mutig genug, um von solchen Schanzen zu springen, aber ich versuche jedes Mal, ein bisschen mutiger zu sein.
Wie lange machen Sie denn schon Skispringen?
Seit zwei Jahren.
Und was für eine Sportart haben Sie vorher betrieben?
Kickboxen.
Gefällt Ihnen denn das Skispringen überhaupt?
Es gefällt mir sehr gut.
Wollen Sie denn die Goldmedaille im Skispringen bei den Olympischen Spielen in Peking gewinnen?
( Die beiden chinesischen Übersetzer und Quirong Li selbst lachen spontan, ohne eine Antwort zu geben.)
Sind Ihre Eltern sehr stolz darüber, dass Sie Skispringen?
Ja, sie sind sehr stolz auf mich. Aber sie haben auch grosse Angst um mich, wenn ich von solchen Schanzen springe. Sie respektieren aber meine Entscheidung.
Was arbeiten Ihre Eltern in China?
Sie sind Bauarbeiter.
Letzte Frage: Was wollen Sie bei den Olympischen Spielen erreichen?
Mein erstes Ziel ist es, mich überhaupt für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Das ist eine grosse Herausforderung für mich. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich es schaffe.
Alles Gute für die Zukunft …
Thank you, thank you.
Ganz schön mutig: Nach nur zwei Jahren springt die Chinesin Quirong Li von der Einsiedler Grossschanze.
Foto: Wolfgang Holz