Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03188.jsonl.gz/746

So durften zum Beispiel die Berner immer das Haus verlassen, während die Menschen in Rom rund 43 Wochen eine Ausgangssperre auferlegt bekamen. In dieser Zeit durften sie ihr Zuhause gar nicht oder nur zeitlich beschränkt verlassen.
Private Treffen mit sechs oder mehr Erwachsenen waren in der Schweizer Hauptstadt während rund neun Wochen verboten. Zusätzlich bestand während rund zehn Wochen ein Verbot von Ansammlungen mit mehr als fünf Personen. In Frankreich hingegen gibt es keine rechtliche Grundlage, um private Treffen zu verbieten. Es gab aber während der ganzen Krise Empfehlungen, private Treffen einzuschränken.
Aufgrund zahlreicher Änderungen und rechtlicher Widersprüchlichkeiten ist es in Wien nachträglich nicht mehr rekonstruierbar, wie lange private Treffen verboten waren. Entsprechende Verordnungen wurden als verfassungswidrig eingestuft und daher ex-post für nichtig erklärt.
In Bern fand für neunjährige Kinder während rund acht Wochen kein Präsenzunterricht statt. In Berlin waren die Schulen während rund 46 Wochen geschlossen oder es fand Wechselunterricht statt. Gar kein Präsenzunterricht fand dort während rund 18 Wochen statt.
In Berlin waren die Krippen während etwa 31 Wochen geschlossen, wobei es Ausnahmen für rund 20 Prozent der Kinder gab, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind. Eine ähnliche Regelung galt auch in Paris und London. In der britischen Hauptstadt konnten zusätzlich benachteiligte oder gefährdete Kinder während der ganzen Pandemie in die Schule oder in eine Betreuung.
Die Gastronomie in Innenräumen musste ausser in Stockholm in allen untersuchten Hauptstädten während mindestens 20 Wochen schliessen. Am längsten geschlossen war sie in London mit rund 41 Wochen.
Weniger lang geschlossen waren die Läden mit Waren des nicht täglichen Bedarfs. Auch hier durften sie in Stockholm während der ganzen Zeit geöffnet bleiben. In Wien unterschied man zusätzlich zwischen der Ladenfläche. Wäre die H&M-Filiale kleiner als 400 Quadratmeter, hätte sie nur 17 Wochen lang geschlossen bleiben müssen.
In all diesen europäischen Städten waren klassische Konzerte mit 30 Zuschauern während mehreren Wochen nicht möglich. In der schwedischen Hauptstadt galt das Verbot während rund 27 Wochen, während in Paris alle kulturellen Einrichtungen 40 Wochen lang geschlossen bleiben mussten.
Fussballfans mussten einige Wochen länger warten, bis sie wieder in ein Stadion durften. In Berlin waren das rund 57 Wochen, wobei es in dieser Zeit zu Pilotveranstaltungen kam. In Stockholm änderten die Bestimmungen für grosse Veranstaltungen laufend. So galt seit März 2020 eine Grenze von 500 Personen, zwischenzeitlich waren noch maximal 50 beziehungsweise acht Personen zugelassen. Seit Juli 2021 sind nun wieder bis zu 3000 Personen zugelassen.
Ein komplettes Demonstrationsverbot galt nur in Berlin und Paris. Für London ist keine verlässliche Aussage möglich, da unklar ist, ob Demonstrationen während des Lockdowns als «reasonable excuse» galten. Die Regierung hatte keine Stellung dazu genommen.
In einigen Ländern durfte die Bevölkerung während Wochen nicht frei reisen. In Deutschland beziehen sich die Reiseeinschränkungen auf das Beherbergungsverbot. Die Bevölkerung von Wien durfte während vier Wochen nicht ins benachbarte Bundesland einkaufen gehen. Zusätzlich gab es für Risikogebiete im Inland spezifische Reiseeinschränkungen. Die Bevölkerung von London dagegen durfte während rund 34 Wochen keine Ferien innerhalb von England machen.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hiess es, dass die Restaurants in Bern 22 Wochen (statt korrekt 30) geschlossen waren und kleine Veranstaltungen während 29 Wochen (statt 36) verboten waren. Wir bitten für die Fehler um Entschuldigung.