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Mustafa Z
Regie: Nidhal Chatta
Darst.: Abdelmonem Chouayet, Fatma Nasser, Issa Harrath, Taoufik Bahri, Mohamed Graiaa, Ferid Memmich, Narjess Ben Ammar, Rania Jedidi, Sabri Khiari u.a.
Tunesien, kurz vor den ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen. Der 44-jährige Mustafa arbeitet bei einem lokalen Radiosender, seine Frau Farah ist Flight-Attendant und viel unterwegs; die Eheleute scheinen sich auseinandergelebt zu haben. Der pubertierende Sohn Malek hat für seinen Vater nur Verachtung übrig. Am Morgen jenes denkwürdigen Tages, an dem die ganze Geschichte spielt, haben die Eheleute wieder einmal Zoff. Farah klebt Mustafa wortlos die Einkaufsliste an den Spiegel im Badezimmer – worauf ihm beim Zähneputzen ein Zahn herausfällt. Kaum hat er die morgendliche Ansage am Radio beendet, wird er zur Chefin zitiert und erhält nach achtzehn Jahren die Kündigung, weil er zu wenig dynamisch und innovativ sei. Auch die weiteren Ereignisse des Tages laufen für Mustafa exemplarisch nach Murphys Gesetz ab: «Alles, was schiefgehen kann, wird schiefgehen.» Wie Mustafa mit einer Aktion auf Social Media am Ende des Tages doch noch zum Volkshelden avanciert und den Respekt seines Sohnes zurückgewinnt, sei hier nicht verraten. «Mustafa Z» ist der vierte Spielfilm von Regisseur Nidhal Chatta, eine geschliffene und unterhaltsame Satire über Geschlechterrollen und Politik im heutigen Tunesien. Die Idee zum Drehbuch stammt von Hauptdarsteller Abdelmonem Chouayet, der auch an den Dialogen mitschrieb und den Film als ausführender Produzent begleitete. Herrlich verschroben gibt er den hypochondrischen Mustafa, einen ewigen Verlierer, der im steten Kampf mit seiner Umwelt und gegen die Windmühlen der alltäglichen Bürokratie durch sein Leben stolpert. Für diese Rolle wurde Chouayet 2017 an den neu ausgerichteten Filmtagen von Karthago (Journées Cinématographiques de Carthage), dem ältesten noch existierenden Filmfestival des afrikanischen Kontinents, als bester Darsteller ausgezeichnet. «Tunesiens Filmlandschaft ist im Aufbruch», schrieb damals Sarah Mersch auf Qantara.de, «internationale Preise für junge Regisseure, nach langem Warten endlich eine Kinemathek und ein vorsichtig erneuertes Festival: Es weht ein frischer Wind durch Tunesiens Filmlandschaft.»