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Emanuel von Bodman
Das Buch der Kindheit
Mit einem Text von Zsuzsanna Gahse. Herausgegeben von Walter Rügert
Der neue, sechste Band der Bodman-Werkauswahl ist in mehrfacher Weise ein besonderes literarisches Dokument. Das autobiografisch gefärbte Buch bezieht sich im ersten Teil auf die frühen Jahre Bodmans in Friedrichshafen. Es spielt in der Zeit am Ende des 19. Jahrhunderts und ist ein einzigartiges literarisches Zeugnis der Stadt. Es erzählt davon, wie der heranwachsende Junge seine Umgebung erforscht, wie er den Einzug des württembergischen Königs in seine Sommerresidenz erlebt, wie er die Farben des Sees kennen lernt, wie er sich die Stadt nach und nach zu eigen macht.
Der zweite Teil des Buches ist in Kreuzlingen und Konstanz angesiedelt: Kreuzlingen bildete den neuen Wohnort der Familie, in Konstanz besuchte der Heranwachsende das Gymnasium. Von einer Grenze zwischen den beiden Städte ist allerdings niemals die Rede: Die Grenzerfahrung war erst das Resultat der beiden folgenden Weltkriege.
Das „Buch der Kindheit” ist eine wunderbare Milieubeschreibung einer längst versunkenen Zeit und zugleich ein Schatzkästlein vergessener Wörter: Hat heute zum Beispiel das Wort „Sommerstille” seine Bedeutung nicht schon lange eingebüßt?
Bodman schrieb das „Buch der Kindheit” in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu Ende, als Friedrichshafen zerbombt wurde und Bodman für seine eigene Arbeit aufgrund der Zeitumstände keine Zukunft mehr sah. Das Erinnern der Kindheit bedeutete für ihn das Einholen und Konservieren einer glücklich erlebten Zeit in einer Epoche, die nur für Zerstörung, Enttäuschung und Tod stand.
ISBN 978-3-7193-1449-1, 2006 <<<zurück
Emanuel von Bodman
Erwachen
Eine Novelle
Mit einem Text von Jochen Kelter. Herausgegeben von Walter Rügert
Mit seiner Novelle „Erwachen” entfaltet Emanuel von Bodman das Panorama einer Jugendliebe am Bodensee gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Schüler wirbt um ein Mädchen und erlebt die Höhen und Tiefen seiner Annäherungsversuche: die Hoffnung auf glückliche Begegnungen, die Zeiten der Enttäuschungen. Der unerwartete Tod des Mädchens konfrontiert den jungen Mann mit einer Verlusterfahrung, deren erzählerische Gestaltung auch heute noch berührt.
Emanuel von Bodman griff bei der Novelle auf autobiografisches Material aus der Zeit zurück, als er in Kreuzlingen wohnte und in Konstanz die Schule besuchte. Seine Erlebnisse mündeten zunächst in einen Zyklus von Gedichten, die zu den frühesten literarischen Arbeiten des Dichters zählen. Der Titel „Erwachen” bezieht sich daher nicht nur auf das erste Aufkeimen eines jugendlichen Begehrens, sondern auch auf die langsame Entfaltung einer dichterischen Begabung.
Die Novelle „Erwachen” erschien 1903 in Fortsetzungen in der Frankfurter Zeitung. Im Jahr 1906 erfolgte der Druck in der „Bibliothek zeitgenössischer Autoren” gleichzeitig mit Werken von Ricarda Huch, Ludwig Finckh, Ernst Zahn u.a. und fand allgemein positive Resonanz: „ein Buch für die Stillen und Sensitiven, aber es ist für diese ein lieb Geschenk”, so formulierte Stefan Zweig seine Wertschätzung des Werkes in einem Brief an Emanuel von Bodman.
ISBN 978-3-7193-1405-7, 2005 <<<zurück
Emanuel von Bodman
Lassen Sie bald wieder Mutiges und Gutes von sich hören
Briefe von und an Emanuel von Bodman
Herausgegeben von Walter Rügert und Claudia Black-Rügert
Seit Beginn seiner literarischen Laufbahn stand Emanuel von Bodman in regem Briefkontakt mit bedeutenden Autoren. Es existieren Briefe von Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Hermann Hesse, Richard Dehmel und Gustav Landauer. Und Korrespondenzen finden sich auch mit vielen Autoren, mit denen sich zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts das literarische Leben am See zu etablieren begann, wie Fritz Mauthner, Wilhelm von Scholz und Heinrich Ernst Kromer.
Mit den Worten „...lassen Sie bald wieder Mutiges und Gutes von sich hören” endet ein Brief Rilkes an Emanuel von Bodman aus dem Jahr 1902. Sie sind nicht nur eine freundliche Aufmunterung in einer für Bodman persönlich schwierigen Lebensphase, sondern stehen auch für eine wichtige Funktion des Briefeschreibens zwischen den Autoren: Hoffnung zuzusprechen auf dem stets schwankenden Boden der literarischen Welterkundung. So ist auch dieser Band mit Briefen von und an Bodman beides zugleich: Er enthält persönliche Zeugnisse aus dem Leben eines Schriftstellers wie auch Dokumente aus einer Zeit, in der das literarische Leben am See als eigenständige Literaturszene erste Konturen bekam.
ISBN 3-7193-1332-8, 2004 <<<zurück
Emanuel von Bodman
Früher Mond
Gedichte
Mit einem Text von Beat Brechbühl. Herausgegeben von Walter Rügert
Für den neuen Band der Werkauswahl von Emanuel von Bodman hat Walter Rügert eine Auswahl der Gedichte des während vieler Jahre in Gottlieben wohnhaften Dramatikers, Erzählers und Lyrikers zusammengestellt.
Es sind Hunderte von Gedichten, die der Autor während seines Lebens geschaffen hat. „Früher Mond” enthält eine Sammlung, die einen Bogen spannt von den ersten Anfängen der Dichtung Emanuel von Bodmans bis zu seinem Spätwerk. Dem Leser öffnen sich kleinstädtische Kulissen aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts, entlegene Räume des ländlichen Flaneurs, stimmungsvolle Naturerfahrungen und selbstverständlich auch alle jene Schattierungen im Verhältnis zwischen Mann und Frau, die Bodman in einem frühen Werk ebenfalls unter eine Naturmetapher zusammenfasst: „Die Gärten der Liebe”.
In seinem stimmungsvollen Vorwort lässt der seit vielen Jahren im Thurgau lebende Schriftsteller und Lyriker Beat Brechbühl gleichsam den Maler Adolf Dietrich zu Wort kommen. In einem imaginären Brief an dessen Bruder äussert sich der Bild-Künstler über den Wort-Künstler: Da treffen über das Medium des Geschriebenen unvermittelt zwei Welten aufeinander: Beide am See, beide farbig auf ihre Weise, erfüllt von Skepsis und Bewunderung von Anziehung und Widerspruch.
ISBN 3-7193-1294-1, 2002 <<<zurück
Emanuel von Bodman
Zirkusluft und Künstlerwelt
Erzählungen und Novellen
Mit einem Text von Herman Kinder. Herausgegeben von Walter Rügert
„Ich gehöre in vergeistigtem Sinn eigentlich zu den Seiltänzern, Zirkusreitern, die ihr Leben fortwährend aufs Spiel setzen. Wenn ich Zirkusmusik höre, bin ich in meinem Element”, notiert Emanuel von Bodman 1901 in seinem Tagebuch. Ihre Art des Lebens wird ihm zum Spiegelbild seiner eigenen Existenz. Darüber hinaus bietet ihre bunt schillernde, scheinbar aus den üblichen Konventionen herausgelöste Welt für Bodman auch eine hervorragende Kulisse für die literarische Entfaltung seiner zentralen Themen wie Sehnsucht, Liebe und Verrat.
Der zweite Band der Werkauswahl mit dem Titel „Zirkusluft und Künstlerwelt” präsentiert Erzählungen und Gedichte Bodmans, die in der Sphäre der Artisten und Schausteller angesiedelt sind, darunter auch seine bekannteste Novelle „Das hohe Seil”. Sie enthält in konzentrierter Form viele der Themen, die sich im gesamten Werk verstreut wiederfinden. Weitere Gedichte sowie ausgewählte Tagebucheintragungen enthalten Bodmans Reflexionen über das Selbstverständnis des Künstlers und dessen Verhältnis zur Welt.
ISBN 3-7193-1246-1, 2001 <<<zurück
Emanuel von Bodman
Literarische Grenzüberschreibungen
Erzählungen und Novellen
Mit einem Text von Iso Camartin. Herausgegeben von Walter Rügert
Rechtzeitig auf den Bücherherbst 2000 hat die Thurgauische Bodman-Stiftung den ersten Band einer Werkauswahl mit Erzählungen, Gedichten und Tagebuchnotizen von Emanuel von Bodman vorgelegt. Ihr vielsagender Titel: „Grenzüberschreibungen”.
Die Themen des ersten, 128seitigen Bandes sind die literarische Existenz als Grenzerfahrung, aber auch Grenzziehung und literarische Grenzüberschreibungen, die dem Buch den Titel gegeben haben. Es enthält neben ausgewählten Texten des Gottlieber Dichters auch ein einleitendes Essay von Iso Camartin, der bei der Eröffnung des Bodman-Hauses die Festansprache gehalten hat.
ISBN 3-7193-1217-8, 2000 <<<zurück
Besondere Gestaltung
Mit einer besonders sorgfältigen Herstellung der Werke will der Verlag Huber in Frauenfeld an die buchkünstlerische Tradition der ersten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts anknüpfen. Der in Stein am Rhein und Paris wirkende Künstler Richard Tisserand hat ein Umschlagkonzept entwickelt, das die Eleganz der Bände zur Geltung bringt.
Für Freunde bibliophiler Buchkunst wird im Buchbinderei-Atelier im Bodman-Haus eine limitierte Anzahl von Bänden in Leder gebunden.