Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03151.jsonl.gz/187

Der Fussweg über Oberholz zwischen Brunnen und Gersau dokumentiert beispielhaft eine traditionelle Wegverbindung im ländlichen Raum. Als Alternative zum Seeweg ist sie zu Fuss und mit Kleinvieh begehbar. Das Trassee ist an den erforderlichen Stellen mit talseitigen Stützmauern (Trockenmauern) abgesichert.
Gute Verkehrsinfrastrukturen sind eine zentrale Voraussetzung für die touristische Entwicklung einer Region. Auch in der Zentralschweiz standen die Anfänge des Fremdenverkehrs ab den 1820er-Jahren in einer engen Wechselwirkung mit dem Ausbau von Fusswegen zu Fahrstrassen, die mit Kutschen befahren werden konnten. Im Gegensatz zu Weganlagen an touristischen Brennpunkten behielt der Fussweg im Oberholz seine ursprüngliche Bestimmung als lokale Verbindung. Fremde Durchreisende bevorzugten die bequeme und schnelle Passage per Schiff. Für den regionalen Fuhrverkehr erstellte man 1867 die Fahrstrasse Brunnen-Gersau.
Der Wald, die Weiden und die höher gelegenen Heimwesen wollten erschlossen sein. Die Bereitschaft der ländlichen Bevölkerung zum Frondienst war dort am Grössten, wo der lokale Nutzen am stärksten anfiel: bei den lokalen Wegen, nicht an den Transitstrecken, zu deren Unterhalt man zwangsverpflichtet wurde.
Lange stand der Wegbau und -unterhalt in der alleinigen Verantwortung der Dorfgemeinschaften. Erst mit dem Fahrstrassenbau im 19. Jahrhundert begannen sich Kanton und Bund vermehrt am Strassenunterhalt zu beteiligen. Grössere Unterhaltsarbeiten wie die alljährliche Bekiesung oder die Instandstellung von Abflüssen oder Böschungsmauern wurden von den Dorfgenossen in unentgeltlicher Fronarbeit und mit ihren Zugtieren erledigt. Angepasst an den bäuerlichen Arbeitskalender erfolgten die grossen Unterhaltsarbeiten im frühen Frühling oder Spätherbst. Den regelmässigen Unterhalt besorgte meist ein Wegknecht.