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Das IOC hebt Russlands Suspendierung vor der Schlussfeier der Winterspiele nicht auf. Auch die zwei neuen Dopingfälle russischer Athleten in Pyeongchang halten das IOC davon ab.
Das IOC-Exekutivkomitee entschied am Sonntag, die im Zuge des Dopingskandals verhängte Suspendierung des Nationalen Olympischen Komitees Russlands vor der Schlussfeier der 23. Winterspiele am Sonntag nicht aufzuheben. Damit konnten die Athleten aus Russland bei der Zeremonie nicht mit der eigenen Nationalflagge ins Olympiastadion einmarschieren. Die Begnadigung wurde vertagt und soll erst erfolgen, wenn alle Dopingproben von Pyeongchang als negativ bestätigt werden. Dies kann noch Monate dauern.
"Das IOC hätte die Aufhebung der Suspendierung erwägen können, weil die 'Olympischen Athleten aus Russland' den Entscheid des IOC-Exekutivkomitees vom 5. Dezember 2017 respektiert haben", hiess es in einer IOC-Mitteilung. Dennoch hätten zwei Athleten aus Russland in Pyeongchang gegen die Dopingregeln verstossen. "Das war sehr enttäuschend und hat das IOC - zusätzlich zu anderen Überlegungen - davon abgehalten, auch nur darüber nachzudenken, die Suspendierung für die Schlussfeier aufzuheben."
Kein Widerspruch kam von einem russischen IOC-Mitglied. "Wir wollen nun ein neues Kapitel im olympischen Sport aufschlagen", sagte Schamil Tarpischtschew. Vor vier Jahren hatte Russland als Gastgeber der Winterspiele in Sotschi die positiven Dopingproben eigener Athleten illegal durch den Geheimdienst FSB und auf Geheiss staatlicher Stellen öffnen und manipulieren lassen.
Innerhalb der IOC-Führung war es nach eigenen Angaben ein langes und hartes Ringen um diesen Kompromiss, das von den in Pyeongchang aufgedeckten Dopingfällen des Mixed-Curlers Alexander Kruschelnizki (Bronze) und der Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa (12.) erheblich belastet wurde.
Ein dreiköpfige Gremium hatte während der Spiele geprüft, ob die Russen einen Verhaltenskodex nach "Buchstaben und Geist" befolgt haben und der IOC-Exekutive eine Empfehlung für eine Wiederaufnahme Russlands gegeben. Auf Basis dieses Reports hatte sich die Führung des IOC unter der Leitung von Präsident Thomas Bach am Samstag nach mehr als dreistündiger Beratung vertagt und erst am Sonntagmorgen zu einem Entscheid durchgerungen.
Um sich Rückendeckung zu verschaffen, trug Bach diesen Beschluss zunächst als Vorschlag der 132. IOC-Session vor und erhielt von den Mitgliedern einstimmige Zustimmung. "Die Diskussion auf der Session spiegelt die der Exekutive wieder", sagte Bach und dankte "für eine lebhafte Debatte".
Gemäss dem Bericht hätten sich die 168 "Olympische Athleten aus Russland" und ihre Teamleitung in Südkorea tadellos verhalten und sich korrekt an die Kleidungsordnung gehalten. Die ausgewählten Sportler mussten ohne Fahne, Hymne und mit neutraler Bekleidung antreten. Auch die russischen Zuschauer hätten sich positiv betragen. Auch ein anderer wichtiger Teil der vom IOC verhängten Sanktionen wegen des Dopingskandals wurde erfüllt. Russland überwies am 20. Februar die geforderten 15 Millionen Dollar. Das Geld soll für Massnahmen im Anti-Doping-Kampf verwendet werden.