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Judith Wegmann, Pianistin
Judith Wegmann spielt seit ihrem 6. Lebensjahr Klavier. Mit 16 Jahren begann sie ihr Studium an der Jazz Schule Luzern und der Swiss Jazz School Bern und setzte sich während 6 Jahren mit dem Jazz und der improvisierten Musik auseinander (Studien u.a. bei Roberto Domeniconi, Olivier Truan). Danach absolvierte sie das klassische Musikstudium in Neuchâtel und Luzern (bei S. Deferne und E. Serman), wo sie ihre Studien im Hauptfach mit der Abschlussnote „sehr gut“ beendete. Weitere Studien im klassischen Repertoire folgten bei den Professoren Sébastien Risler, Karl-Andreas Kolly und Tobias Schabenberger. Sie besuchte Meisterklassen in der Schweiz, Frankreich und Österreich.
2014 beendete sie einen weiteren Masterstudiengang bei den Professoren Fred Frith und Alfred Zimmerlin an der Hochschule für Musik in Basel. In dieser Zeit setzte sie sich neben der freien Improvisation auch intensiv mit der Neuen Musik auseinander, wo sie ihr Wissen bei zahlreichen Professoren weiter vertiefen konnte.
Als klassische Pianistin und Kammermusikerin gibt sie regelmäßig in verschiedenen Formationen Konzerte.
Als genre-übergreifende Pianistin setzt sie sich in Projekten sowohl mit klassischer Musik und Neuer Musik als auch Improvisation auseinander. Regelmässig entwirft und konzipiert sie neue Konzertprogramme mit unterschiedlichen Besetzungen und trägt die Verantwortung bis diese zur Aufführung gelangen. Ihre Projekte wurden sowohl in der Schweiz als auch im Ausland aufgeführt, z.B. Kollaboration mit Alexandre Caldara; „Bach, Schumann et l’ombre de Nico“(F/CH 2006/2008) oder die Performance-Reihe "Dialoge" mit Claudia Bucher (2009/10). Ein wichtiger Aspekt ihres Schaffens ist auch das spartenübergreifende Arbeiten. Die Zusammenarbeit mit Komponisten und Kunstschaffenden aus den Bereichen visuelle Kunst und Literatur eröffnet immer wieder neue Perspektiven, wie in „Schwarzberg“ mit Arno Cameisch und UA des Schweizer Komponisten Werner Bärtschi (1950).
2013 wurde sie während zwei Monaten von der Kunsthalle Basel für die Schweizer Uraufführung von „Songs for a mad King“ des afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman engagiert. Im gleichen Jahr war sie für die Produktion "Soundrack meines Lebens" mit der Sopranistin Daniela Braun für ein Interaktives Opernprojekt an der jungen Bühne des Theaters Biel-Solothurn tätig.
Ein wichtiger Bestandteil ihres Schaffens ist Literatur vom Klavier Duo. Mit der aus Frankreich stammenden Pianistin und Komponistin, Charlotte Torres spielt sie seit 2015 klassisches und zeitgenössisches Repertoire.
Seit 2017 hat sie mit der in Berlin lebenden Pianistin, Komponistin und Improvisatorin, Julia Kadel ein Duo gegründet, wofür Julia Kadel komponiert.
2011 und 2015 war Judith Wegmann Preisträgerin des Förderpreises des Kantons Zug, den sie für ihr freies künstlerisches Schaffen erhielt.
2013 gründete sie das New4Art Ensemble, das 2014/2015 auf Tournee war und für das sie 2014 den Werkbeitrag der Stadt Biel erhielt. Ebenso konnte sie von der Dienststelle Kultur der Stadt Biel 2015 und 2016 einen Werkbeitrag für ihr künstlerisches Schaffen erhalten.
2017 ist ihr erstes Solo Album beim Label Hat Hut records erschienen, das international (u.a. im theguardian, the wire und im FONO FORUM) positive Kritik erhielt.
Über diese Aufnahme der schottische Jazzkritiker Brian Morton im letzten Satz schrieb;
„Make time to listen to this music, as the musician made time to prepare for it. Don’t wedge it into a pile of other CDs clamouring to be heard. Don’t immediately applaud it and move on to the next thing. Play it again. You’ll be playing it for years.“
Seit 2015 ist sie Vorstandsmitglied der Werkstatt für die freie Improvisierte Musik in Bern und leitet dort die „offene Werkstatt“. Ihr breitgefächertes Wissen gibt sie seit 2008 an der Musikschule Oberägeri weiter.