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Bewegung unterstützt die Behandlung von Depressionen. Was ist bei Qi Gong besonders und warum könnte es in der Therapie eingesetzt werden?
Eine Depression wirkt sich auch auf das Gedächtnis aus. Medizinische Erkenntnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Depressive eher an Negatives erinnern, Nicht-Depressive hingegen an Positives. Zudem haben sie Schwierigkeiten, sich an konkrete Erlebnisse oder Ereignisse zu erinnern. Das Erinnerungsvermögen ist unklar.
Wie kann sich das Gedächtnis von Depressiven normalisieren?
Diese Frage lag im Fokus einer kürzlich veröffentlichten Studie. Das wissenschaftliche Team um den Psychologen Johannes Michalak legte zugrunde, das mit Bewegung und Körperhaltungen Verhaltensänderungen möglich werden, was vielfach durch internationale Studien bestätigt wird.
Das Wittener Forscherteam nutzte Bewegungsübungen aus dem Qi Gong, das auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) Anwendung findet.
Öffnend statt schliessend?
Bei den Teilnehmern der Studie handelte es sich um 40 depressive Patienten, die in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurden. Für die Studie wurden einige Minuten nach oben gerichtete, öffnende Qi Gong Übungen durchgeführt oder nach unten gerichtete, schliessende Übungen.
Lt. dem Forschungsleiter zeigen depressive Menschen eher eine zusammengekrümte Körperhaltung und fühlen sich auch körperlich nidergedrückt oder gebeugt. Es wurde davon ausgegangen, dass durch eine entgegengesetzte Qi Gong Bewegung nach oben eine positive Wirkung entsteht und davon profitiert werden kann.
Von der nach unten gerichteten Qi Gong Bewegung wurde keine Veränderung erwartet.
Was ist das Ergebnis der Studie?
Die Vermutung der Wissenschaftler wurde durch die Studie bestätigt. Depressive Menschen, die nach oben ausgerichtete Qi Gong Übungen praktizierten, erinnerten sich vermehrt an Positives und konkreter an Vergangenes.
Das kurze Experiment zeigte, dass durch positive Körperhaltungen, wie aus dem Qi Gong, das Gedächtnis von Depressiven verändert werden kann. Diese Veränderung kann die Therapie positiv beeinflussen. Damit sollten antidepressive Bewegungen in einer Behandlung berücksichtigt werden.