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So kam es, dass der gelernte Bäcker, der im Alter von 26 Jahren den Beruf gewechselt und die «Wannseedroschken» gegründet hatte, sich in seiner Kutsche nach Paris aufmachte. Er wollte damit auch auf den Niedergang des Droschkenwesens wegen der aufkommenden Autos aufmerksam machen. Auf seiner Kutsche befand sich daher die Aufschrift: «Der älteste Fuhrherr von Wannsee, Gründer der Wannseedroschken, erlaubt sich mit der Droschke 120 die letzte Fahrt Berlin – Paris zu machen, da das Pferde-Material im Aussterbeetat steht.»
Gut zwei Monate war Gustav Hartmann unterwegs und erreichte heute vor 93 Jahren an seinem 69. Geburtstag unter viel Applaus Paris. Seine Pariser Kollegen ernannten ihn zum Ehrendroschkenkutscher. Wieder zurück in Berlin nutzte er seine Bekanntheit und gründete die Gustav-Hartmann-Stiftung für die Hinterbliebenen von Taxifahrern, die bei der Ausübung ihres Berufes zu Tode kamen. Damit ist auch gesagt, dass Hartmann sich nicht grundsätzlich gegen das Aufkommen der Automobile in seiner Branche wehrte. Tatsächlich besass er selber ein Taxi. Seine Reise war eher eine Art nostalgischer Abgesang auf einen ehrbaren Beruf, der seit langem fest ins Stadtbild gehörte. Angespornt wurde er dazu von einer Frau, die dieselbe Strecke ohne grosses Aufhebens zu machen, zu Pferd zurückgelegt hatte. Und darin unterscheidet sich denn auch seine Fahrt von ihrem Ritt: Gustav Hartman machte ein Aufhebens darum.