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Mit dem beginnenden Frühling und der erwachenden Vegetation hat die Linthebene Melioration den maschinellen Kanalunterhalt eingestellt. In den vergangenen Wintermonaten wurden an diversen Stellen die ursprünglichen Abflussprofile wiederhergestellt, indem die in das Profil einwachsenden Böschungswulste abgetragen und die Sohle von Schlamm befreit wurde. Durch die kaum vorhandenen Gefälle lagern sich die Feststoffe, die die Bäche aus den Einzugsgebieten mitführen, in den Kanälen des Werks ab. Dieses Material muss periodisch entnommen werden, um die Funktionsfähigkeit des Gewässernetzes auch in Hochwassersituationen zu gewährleisten.
Um die Unterhaltsmassen umweltverträglich auszuführen, werden die Arbeiten etappiert und an verschiedenen Gewässern ausgeführt. Schwerpunkte im Winterhalbjahr 2020/2021 waren Unterhaltsarbeiten linksseitig an der alten Linth oberhalb der Grynau, am Tuggenerkanal oberhalb der Siedlung, am Wildbachkanal in Buttikon, am Steinenbach in Uznach sowie an den Kanälen im Grindbühl, Schänis/Benken.
Seit einigen Wochen sind bei der Gemeinde Schänis wiederholt Meldungen wegen einer möglichen Gewässerverschmutzung im Forrenkanal eingegangen. Eine Abklärung durch einen Hydrogeologen ergab jedoch, dass es sich um einen sogenannten arthesischen Brunnen handelt. Voraussetzung dafür ist der Einstau eines Grundwasserleiters durch eine aufliegende, wasserundurchlässige Schicht. Im vorliegenden Fall tritt das gespannte Grundwasser aus der Sohle des Forrenkanals sprudelnd zu Tage. Bei der leichten Trübung handelt es sich um natürlich gelöste Stoffe aus dem Untergrund.
Die Linthebene-Melioration beobachtet die Entwicklung und führt in regelmässigen Abständen Messungen an der angrenzenden Strasse durch.
Durch den Bau der Autobahn A15 (früher A53) musste der Tuggenerkanal im Bereich des Autobahnanschlusses Tuggen verlegt werden. Zwischen der Kanalumleitung und der Autobahnauffahrt verblieb ein rund 40 m langer isolierter Altlauf, der seither von Niederschlag und zulaufendem Oberflächenwasser gespeist wird. Dank tonigem Untergrund ist der Weiher natürlicherweise gegen den Untergrund abgedichtet. Das durch Weiden beschattete Stillgewässer bietet ein wichtiges Habitat für Fauna und Flora.
Mittlerweile ist der Verlandungsprozess jedoch so stark fortgeschritten, dass in der Schilffläche nur noch kleinere Tümpel übriggeblieben sind. Die Linthebene-Melioration ist bestrebt, verschiedenartige Lebensraumtypen zu pflegen und aufzuwerten. Im Frühjahr 2021 hat die Werkgruppe deshalb die Verlandungen im Altlauf ausgebaggert und abgeführt. Durch das Modellieren von Flach- und Tiefwasserzonen finden hier künftig wieder verschiedene Artengruppen Schutz und Nahrung.
Für den Substanz- und Werterhalt der Strassen führt die Linthebene-Melioration in grösseren Zeitabständen erweiterte Unterhaltsmassnahmen durch. Die Arbeiten werden so gestaffelt, dass jedes Jahr ungefähr der gleiche Aufwand resultiert. Im Jahr 2021 stehen rund 2.5 km Naturstrassen und 4.5 km Belagstrassen auf dem Programm.
Im Kanton St. Gallen wird die Buechenstrasse und die Eichenwieskanalstrasse in Benken, die Ramisbachstrasse in Schänis sowie mehrere kürzere Kiesstrassen zwischen dem Benknerbüchel und dem Gasterholz saniert. Im Kanton Schwyz sind nebst der Kiesstrasse Schandelnstrasse auch die asphaltierte Neulandstrasse, die Giessenstrasse und die Strubengrabenstrasse (alle Reichenburg) zur Instandstellung vorgesehen. Sämtliche Arbeiten werden durch spezialisierte Unternehmen aus der Region ausgeführt.
Das Neue Jahr hat für die Linthebene-Melioration gleich mit einem Höhepunkt begonnen. Am 7. Januar 2021 hat die Verwaltung den neuen Werkhof beim Autobahnkreuz Reichenburg bezogen. Der Umzug der Werkgruppe erfolgt noch bis Ende Januar. Die Schlüsselübergabe fand bereits am 11. Dezember 2020 im kleinen Rahmen statt. Somit konnte der Bau in der rekordverdächtigen Zeit von knapp einem Jahr abgeschlossen werden. Die kurze Bauzeit lässt sich unter anderem durch die Holzbauweise mit vorfabrizierten Elementen erklären. Abgesehen vom Treppenhaus, das zur Aussteifung und aus Brandschutzgründen aus Stahlbeton gefertigt wurde, bestehen sowohl Tragwerk als auch Fassadenverkleidungen komplett aus Schweizer Holz. Auch bei der Haustechnik wurde auf Nachhaltigkeit geachtet; so wird das Gebäude mit Erdwärme geheizt, das Flachdach ist für eine Fotovoltaikanlage vorbereitet und das Dachwasser wird in einem Brauchwassertank gesammelt. Der Werkhof bietet Platz für Maschinen, Material, Personal sowie Archiv und ist auf die werkspezifischen Arbeitsprozesse ausgelegt, was letztlich auch der Effizienz dient. Wir freuen uns, nach fast zwei Jahrzehnten der Suche und der Planung endlich einen eigenen Werkhof zu besitzen, der nicht nur zweckmässig, sondern auch ästhetisch ansprechend ist.
Gegenwärtig werden Haupt- und Sammelleitungen des Werks systematisch aufgenommen und mittels Kanal-TV dokumentiert. Ziel ist es, den teilweise ungenügend bekannten Zustand der Leitungen zu ermitteln und davon die notwendigen baulichen Massnahmen zur Wiederinstandstellung abzuleiten. Ebenso können aus den Aufnahmen die entsprechenden Sanierungskosten ermittelt werden. Die Firma Hegner Kanalreinigungen AG, Tuggen, wurde aufgrund der durchgeführten Submission auch mit der zweiten Etappe von ca. 15 km beauftragt. Die entsprechenden Arbeiten dauern bis ca. Januar 2021 und konzentrieren sich auf das Gemeindegebiet Schmerikon, Uznach und Benken.
Die Aufnahmen werden im Rahmen der periodischen Wiederinstandstellung (PWI) in den nächsten zehn Jahren schliesslich über das gesamte Meliorationsgebiet erhoben und umfassen Leitungslängen von insgesamt rund 180 km.