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Der russische Harfenist und Komponist Alexander Boldachev wurde 1990 in Sankt Petersburg geboren, als Sohn der Pianistin und Professorin Irina Sharapova und des Philosophen und Zukunftsforschers Alexander Boldachev. Schon als 4-Jähriger erlernte er das Klavierspiel, nahm mit fünf Unterricht auf der Harfe und schrieb mit 6 Jahren eigene Werke für sein Instrument. Im Alter von 8 Jahren trat er als Solist mit dem Litauischen Staatlichen Symphonieorchester auf.
Eine grundlegende musikalische Ausbildung erhielt Boldachev am Lyzeum des Petersburger Konservatoriums in den Klassen für Harfe (bei Karina Maleyeva) und Komposition (bei Svetlana Lavrova). Er studierte an der Zürcher Hochschule der Künste im Hauptfach Harfe bei Catherine Michel und Sarah O’Brien, Komposition bei Mathias Steinauer und Dirigieren bei Marc Kissóczy. Überdies besuchte er Meisterkurse bei Xavier de Maistre, Marielle Nordmann und Marie-Pierre Langlamet.
Alexander Boldachev wurde in mehr als einem Dutzend internationaler Wettbewerbe, für Harfe und für Komposition, mit Preisen geehrt, etwa bei der «Vera Dulova Harp Competition» in Moskau, der «Golden Harp Competition» in Sankt Petersburg, beim «Concours Godefroid» im belgischen Namur oder dem «Concours de harpe Lily Laskine» in Paris. Er gewann als erster Nicht-Brite den «Britain’s Brillant Prodigies Award» und empfing den Europäischen Förderpreis für junge Künstler der Kulturstiftung «Pro Europa».
Boldachev ist Stipendiat der Stiftung Lyra in der Schweiz und der Fondation d’entreprise Banque Populaire in Frankreich. Gemeinsam mit dem Geiger Alexander Kuznetsov bildet er das Duo «Game of Tones», das 2015 den «Kleinen Prix Walo», den Nachwuchspreis der Show Szene Schweiz, erhielt.
Als Komponist hat Alexander Boldachev das Repertoire der Harfe durch eigene Werke bereichert, aber auch durch Bearbeitungen, von denen einige wie die Fantasien über Themen aus Rimsky-Korsakows Scheherazade, über Strawinskys Petruschka oder die Fassung der Suite Nr. 1 von Sergej Rachmaninow für Harfe und Klavier zu den virtuosesten Herausforderungen in der Harfenliteratur zählen. Auch internationale Hits der Popmusik interpretierte Boldachev auf der Harfe, etwa Songs der Beatles, von ABBA, Deep Purple oder Nirvana, oder berühmte Werke der Filmmusik wie in seinen Variations on the Themes from Star Wars. Seine Adaption des Titels Californication der Red Hot Chili Peppers wurde bei den Akademia Music Awards in Los Angeles als «Best Rock Song Cover» ausgezeichnet. Boldachev komponierte Werke für Harfe und Orchester, das Oratorium Verbum nach Vladimir Nabokov und Schauspielmusik für den Regisseur Kirill Serebrennikow.
Als Solist und als Harfenlehrer in Meisterkursen bereiste Alexander Boldachev Alexander Boldachev mehr als 40 Länder auf fünf Kontinenten. Er trat bei Musikfestspielen wie dem Gstaad Menuhin Festival, dem Davos Festival, dem Musical Olympus International Festival in Sankt Petersburg und beim «Burning Man» in Nevada auf. Im Juni 2018 wirkte er mit einer eigenen Komposition für Harfe solo bei der Eröffnungsfeier der Fussballweltmeisterschaft in Moskau mit. Im Bolschoi-Theater spielt er als Gastsolist in Premieren unter der Leitung von Maestro Tugan Sokhiev.
Alexander Boldachev ist Exklusivkünstler der Harfenbaufirma «Salvi Harps», Teilnehmer des «World Harp Congress», Juror der American Harp Community und des russischen Wettbewerbs «Nota Bene». Seine Diskographie umfasst CDs mit Solo- und Kammermusik. Zuletzt erschienen die Alben The Harp As An Orchestra, Musical Adventure (mit Alexander Kuznetsov) und From Russia With Harp.
Das detaillierte Konzertprogramm am heutigen Rezital:
Motto: Von Russland in die Schweiz
Aus den Anfängen russischer Musik
Michael Glinka (1804 - 1857): Die Lerche (1840)
Alexander Alabieff (1787 - 1851): Die Nachtigall (1825)
Sowjetische Zeiten
Dmitri Schostakowitsch (1906 - 1975): Zweiter Walzer aus der Suite für Jazzorchester Nr. 2 (1938)
Sergej Prokofjeff (1891 - 1953): Tanz der Ritter aus dem Ballett «Romeo und Julia» (1935/36)
In Erinnerung an Alexander Puschkin
Ekaterina Walter-Kühne (1870 - 1931): Fantasie über Themen aus "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowsky op. 81
Ein Schweizer aus Russland
Alexander Boldachev (geb. 1990): Schweizer Suite op. 32 (Uraufführung)
- Schloss Chillon
- Der Bärengraben
- Über Interlaken
- Der Zürichsee
- Die Kapellbrücke in Luzern
- Montreux
- Die Teufelsbrücke in der Schöllenen-Schlucht
Ein Klassiker des 20. Jahrhunderts
«Fantasie über Themen aus dem Ballett Petruschka» von Igor Strawinsky (2016)
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