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Publiziert: 4 Mai 2014
Erstmals wird ein Film beim Lugano Festival aufgeführt: "Der Rosenkavalier" von 1926, der die Musik von Strauss begleitet.
Bei Filmen ist es meist eine Selbstverständlichkeit, dass zuerst die in Bildern erzählte Geschichte entsteht und die Musik später geschaffen wird, um diese zu begleiten. Doch es gibt Ausnahmen, bei denen zuerst die Musik entstand und die Bilder die Aufgabe hatten, die Töne zu begleiten. Ein besonders anschauliches Beispiel dieser Kunstform wird an den nächsten beiden Wochenenden beim Lugano Festival möglich. Bei der Aufführung des 1926 gedrehten Stummfilms "Der Rosenkavalier" von Robert Wiene geht die moderne, hektische und komplizierte Welt vor den Türen des Kinos (und in Form des Smartphones in der Hosentasche) für knappe 90 Minuten vergessen, und die Zuschauer werden in den Mauern des Cinema Iride in die goldenen Zwanziger zurückkatapultiert.
Gezeigt wird am 10. und 11. Mai sowie am folgenden Wochenende, 17. und 18. Mai, eine Aufnahme aus dem Jahr 2006, in der die Sächsische Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Frank Strobel die Musik zum Film spielt. Jedoch ist der Ausdruck "Musik zum Film" im Fall des Rosenkavaliers wohl der falsche Begriff. Denn beim Rosenkavalier hat die Musik Vorrang. Anders als bei den meisten Filmen, existierte die Musik zuerst. Der Regisseur Robert Wiene schuf vor fast 90 Jahren die Bilder, um die Musik zu begleiten und nicht andersherum. So hatte der Vorführer des Films sich an die Geschwindigkeit des Orchesters anzupassen. Die Uraufführung des Films fand übrigens in der Semperoper in Dresden statt. Dirigiert wurde das Orchester damals vom Komponisten Richard Strauss. Zum 150. Geburtstag von Strauss ist es das erste Mal, dass auch eine Filmvorführung im Programm des Lugano Festivals steht.
Preis
regulär CHF 15.- ermässigt CHF 12.-
Samstag, 10. Mai, 16.30 Uhr Sonntag, 11. Mai, 20.45 Uhr Samstag, 17. Mai, 17.45 Uhr Sonntag, 18. Mai, 14.30 Uhr