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Am 1. Juni 1910 verliess das auf den Namen ««Terra Nova» » getaufte Schiff die West India Docks in London und fuhr nach Cardiff um letzte Vorbereitungen zu treffen. Sechs Wochen später, am 15. Juli 1910 verliess die «Terra Nova» Cardiff mit Kurs in Richtung Süden. Scott stieg aber erst in Südafrika zum Schiff und fuhr bis Melbourne mit, wo er es wieder verliess. Scott beabsichtigte weitere Gelder für seine Expedition zu organisieren. Die «Terra Nova» fuhr weiter nach Neuseeland, wo sie am 28. Oktober 1910 eintraf. In Melbourne erhielt Scott ein Telegramm von Roald Amundsen, in dem er Scott informierte, er fahre nach Süden. Man hatte angenommen, Amundsen plane eine Arktisexpedition– das Telegramm war jedoch das erste Indiz dafür, dass es ein Rennen um den Südpol geben würde. Scotts äusserliche Reaktion war unerschütterlich und er setzte seine Arbeit in Australien fort. In Neuseeland traf Scott wieder mit dem Schiff zusammen und es wurden zusätzliche Vorräte und Ausrüstungsgegenstände an Bord genommen, darunter 34 Hunde, 19 sibirische Ponys und 3 Motorschlitten. Die überladene «Terra Nova» verliess Lyttelton schliesslich am 26. November 1910.
Während der ersten Dezembertage hätte ein schwerer Sturm die «Terra Nova» beinahe versenkt. Die Crew musste das Schiff während dem schweren Seegang mit Eimern ausschöpfen, da die Pumpen ausgefallen waren. Die «Terra Nova» überstand den Sturm, verlor aber zwei Ponys, einen Hund, zehn Tonnen Kohle und 300 Liter Petroleum. Am 10. Dezember 1910 erreichte man das südliche Packeis und wurde eingeschlossen. Nach 20 Tagen kam das Schiff wieder frei und fuhr weiter in Richtung Süden. Die unvorhergesehene Verzögerung bedeutete eine späte Ankunft auf Ross-Island, was für die Expedition eine Art Dominoeffekt in Bewegung setzte.
Die Ankündigung von Roald Amundsens Expedition veränderte den Charakter der Forschungsreise und führte zu einem Wettrennen um die Ersterreichung des Südpols und um das damit verbundene nationale Prestige.
Die «Terra-Nova-Expedition» war nur eine von zahlreichen Unternehmungen im Gebiet der Ross Sea zwischen 1840 und 1910. Diese Expeditionen strebten eine Mischung aus Entdeckungsfahrten und wissenschaftlichen und kommerziellen Aktivitäten an. Der Südliche Ozean rund um die Antarktis wurde im späten 19. Jahrhundert dank dem Walfang zu einem Gebiet von wachsender kommerzieller Bedeutung. Privatpersonen und Regierungen finanzierten Expeditionen mit der Absicht, Basen in der Antarktis einzurichten. Man wollte die Wal- und Robbenpopulationen ausbeuten und das Potenzial an Bodenschätzen untersuchen. Mit der Jahrhundertwende begann sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Südpol zu fokussieren. Fridtjof Nansens fehlgeschlagener Versuch von 1895 zur Erreichung des Nordpols und Robert Edwin Pearys anscheinend erfolgreicher Versuch 1909 liessen den Südpol als «letzte geografische Herausforderung» übrig. Die Ross Sea, der südlichste Punkt der Antarktis, wo man mit einem Schiff anlanden konnte, war der Idealfall für die Lancierung eines Versuches den Südpol zu erreichen.
Trotz der bestehenden Tradition, dass Staaten nur die Gebiete erforschten, die sie entdeckt hatten, hatten sowohl Norwegen als auch Grossbritannien eine Forschungsvorgeschichte in der Ross Sea.
Fortsetzung folgt…
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