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Sie ist neun Jahre alt. Ihr Name ist Marina, aber in der Schule nennt man sie Vozdevieja. Dieser Sommer in Sevilla, der erste nach der Expo 92, ist so lang und so trocken, dass sie nicht weiß, ob sie weinen oder lachen soll. Wenn sie will, dass sich alles ändert oder alles beim Alten bleibt. Weil sie immer noch mit Chabel-Puppen spielt, aber sie schaut sich bereits Zeitschriften für Erwachsene an. Weil ihre Mutter krank ist und sie sich bereits in einem Kloster vorstellt, das von kleinen Waisenkindern umgeben ist. Weil alle, auch ihr Vater, darauf bestehen, zu verschwinden. Denn ihre beste Freundin ist ihre Grossmutter, die ihre Haare schmort, sich wie Skorpione schneiden lässt, ihr von ihrer Liebe zu Felipe Gonzalez erzählt, ihr leise erzählt, ihr neue Tacos beibringt, Blumenkleider näht. Dann geht sie raus und diese Kleider stören sie so sehr, als wären sie Schleifpapier. Und trotzdem hat Marina immer Hunger: auf Leben und auf panierte Steaks.
Eine einzigartige, zarte, lyrische und urkomische Stimme.
Rezenssionen: