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Die Auswirkungen auf das Gehirn und die Symptome sind nicht zuletzt vom Ausmass und vom Ort der Blutung abhängig. Als Hirnblutung im engeren Sinn gilt die intrakranielle Blutung (innerhalb des Hirnschädels) direkt im Gehirn (intrazerebral). Blutungen im Bereich der Hirnhäute (extrazerebral) zählen nur im weiteren Sinn zu den Hirnblutungen.
Mediziner unterscheiden daher zwischen:
- Intrazerebraler Blutung (ICB),
- Subarachnoidalblutung,
- Epiduraler Blutung,
- Subduraler Blutung.
Die intrazerebrale Blutung ist die Folge eines geplatzten Hirngefässes und zieht eine Einblutung in das Hirngewebe nach sich. Passiert die Blutung hingegen zwischen der Dura mater (äussere Hirnhaut) und dem Schädelknochen, handelt es sich um eine Epiduralblutung. Die Subduralblutung wiederum findet zwischen der mittleren und der äusseren Hirnhaut statt. Unter Subarachnoidalblutung verstehen Ärzte eine Blutung im Subarachnoidalraum. Dieser befindet sich zwischen der mittleren und der inneren Hirnhaut und ist mit Hirnflüssigkeit gefüllt.
Von Hellerhoff - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link
Bluthochdruck ist der häufigste Auslöser einer intrazerebralen Blutung. Erhöhte Blutdruck-Werte über einen längeren Zeitraum schädigen die Blutgefässe, welche am Ende reissen und damit eine Hirnblutung auslösen können. Weitere Risikofaktoren, die eine Hirnblutung begünstigen, sind:
- Fortgeschrittenes Alter,
- Rauchen,
- Übermässiger Alkoholkonsum,
- Drogenkonsum,
- Hoher Blutfettspiegel,
- Übergewicht,
- Mangelnde Bewegung,
- Hirntumoren sowie
- Gefässmissbildungen.
Kopfverletzungen, die aufgrund starker Krafteinwirkung von aussen, z. B. durch einen Unfall, entstanden sind, ziehen zumeist Hirnblutungen im Bereich der Hirnhäute nach sich. Sowohl die Epiduralblutung als auch die akute Subduralblutung entsteht in der Regel als Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Verkehrs-, Sport- oder Arbeitsunfälle, aber auch Gewaltverbrechen mit Kopfschüssen, Hieben oder Schlägen auf den Kopf, verursachen schwere Kopfverletzungen. Das chronische Subduralhämatom betrifft vor allem ältere Menschen. Es tritt schon nach leichten Traumata auf oder kann von Medikamenten zur „Blutverdünnung“ verursacht werden.
Infolge einer Verletzung kann auch die Subarachnoidalblutung entstehen. In vielen Fällen ist aber ein gerissenes Aneurysma für diese Art der Blutung verantwortlich. Die sackförmige Erweiterung eines Blutgefässes (arteriell oder venös) entsteht zumeist durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung).
So unterschiedlich wie die Ursachen sind auch die Symptome der verschiedenen Arten der Hirnblutung. Bei der intrazerebralen Blutung treten ähnliche Krankheitsanzeichen auf wie beim Schlaganfall, der aus Durchblutungsstörungen resultiert. Patienten klagen häufig über plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen, über Übelkeit und Erbrechen. Zudem werden Sprechstörungen und Sehstörungen sowie einseitige Lähmungen beobachtet, diese können von Bewusstseinsverlust begleitet sein.
Eine Epiduralblutung geht zumeist mit einer Bewusstlosigkeit direkt nach einem Trauma einher. Der Patient / die Patientin wacht wieder auf und klagt erst nicht über Beschwerden. Wenig später kommt es aber zu einer Bewusstseinstrübung, es treten starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie zum Teil neurologische Ausfälle auf.
Diese Symptome sind auch für die akute Subduralblutung typisch. Das chronische subdurale Hämatom hingegen verursacht erst nach Wochen oder Monaten Beschwerden. Kopfschmerzen, Schwindel sowie geistige Verwirrung sind erste Anzeichen. Spezifische Symptome wie Sprachstörungen, Krampfanfälle oder halbseitige Lähmungen werden bei Druck auf das Gehirn beobachtet.
Ein plötzlich eintretender, besonders intensiver Kopfschmerz, begleitet von Nackenschmerzen oder einem steifen Nacken, kann auf eine Subarachnoidalblutung hindeuten. Weitere Symptome sind Übelkeit und Erbrechen sowie Bewusstseinstrübung. Die Beschwerden treten zumeist nach intensiver Belastung auf.
Die Auswirkungen einer Hirnblutung können fatal sein, weswegen ein rasches Handeln nötig ist. Je später der Patient versorgt wird, desto wahrscheinlicher ist, dass die Hirnblutung zum Tode führt. Schon beim kleinsten Verdacht auf einen Schlaganfall sollte deshalb der Notarzt verständigt und eine Untersuchung in der Neurochirurgie der Klinik veranlasst werden.
Bei Hirnblutungen besteht immer die Gefahr einer sogenannten Hirnschwellung. Die daraus resultierende Erhöhung des Hirndrucks hat Auswirkungen auf den gesamten Körper. Das Blutvolumen wird ebenso gesenkt wie das Nervenwasservolumen. Die Folge ist eine Unterversorgung des Gehirns und des umliegenden Gewebes. Um dem entgegenzuwirken, werden verschiedene Massnahmen eingesetzt. Künstliche Beatmung, die Senkung des Blutdruckes durch Medikamente oder entwässernde Infusionen sind die ersten Behandlungsschritte. Grössere Blutungen verursachen einen extremen Gehirndruck und werden deshalb zumeist operativ entfernt. Ein CT des Kopfes gibt Aufschluss darüber, wo sich die Blutung befindet. Im Zuge der OP öffnet der Chirurg den Schädelknochen an der betroffenen Stelle, entfernt den Bluterguss und stillt die Blutung. In akuten Notfällen bleibt für ein CT oft keine Zeit mehr. Der Schädel wird dann auf Verdacht eröffnet. Doch egal, wie rasch der Chirurg zur Stelle ist, bleibende neurologische Schäden oder sogar der Tod des Patienten sind niemals ganz ausgeschlossen. Dies zeigt, dass es sich bei der Hirnblutung um eine ernste, lebensbedrohende Erkrankung handelt.
Abhängig vom Ort der Hirnblutung ergeben sich unterschiedliche neurologische Schädigungen. Viele Patienten müssen mit Bewegungsstörungen rechnen. Während bei einigen Betroffenen lediglich leichte Gangunsicherheiten festgestellt werden, kämpfen andere mit umfangreichen Lähmungen. Besonders häufig ist die unvollständige Halbseitenlähmung (Hemiparese), die neben Armen und Beinen auch das Gesicht betrifft. Erkennbar ist die Gesichtslähmung an einem schlaffen Augenlid oder einem herabhängenden Mundwinkel. Dazu können Sprach-, Kau- oder Schluckstörungen auftreten. Weitere Folgen können eine gestörte Bewegungskoordination (Ataxie), Probleme bei komplexeren Bewegungsabläufen (Apraxie) oder Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen sein.
An die rasche Behandlung im Krankenhaus schliesst sich in der Regel eine neurologische Rehabilitation an. Je früher diese begonnen wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die verschiedenen betroffenen Bereiche wie Sprache, Sehen, Konzentration oder Bewegung erfordern eine gute Zusammenarbeit der Therapeuten unterschiedlicher Bereiche:
- Ergotherapie
- Physiotherapie
- Physikalische Therapie
- Logopädie
- Neuropsychologie
- Sozialberatung
Die Prognose für die Genesung hängt unter anderem von der Grösse und der Ausbreitung der Blutung ab sowie vom Bewusstseinszustand der Patienten bei Einlieferung ins Krankenhaus. Ein wichtiger Faktor ist zudem das Alter. Ein Teil der Betroffenen erholt sich nach der Hirnblutung wieder vollständig, ein grösserer Teil benötigt aber mehrere Monate bis Jahre, um Alltagstätigkeiten wieder alleine meistern zu können.
- Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie
- flexikon.doccheck.com/de/Hirnblutung