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Die Weisse Gasse führt parallel zur Falknerstrasse vom Pfluggässlein bis zur Streitgasse. Ihr gerader Verlauf ist an derjenigen Stelle leicht geknickt, an der das schmale Ringgässchen von Osten her rechtwinklig auf sie trifft. 1290 wird die Weisse Gasse zum ersten Mal als "vicus qui dicitur des Wissen gasse" erwähnt, im Jahrbuch des Domstifts wurde sie "vicus Hugonis Albi" genannt. Die Bezeichnung scheint sich also auf einen Anwohner "Hugo der Weisse" zu beziehen. Jedenfalls rührt sie nicht, wie andernorts angenommen, von der Gipsmühle her, die der Rat ab 1418 hier betrieb.
An der östlichen Gassenseite befanden sich vorwiegend zwei- bis dreigeschossige Hintergebäude der Liegenschaften an der Freien Strasse, während an der westlichen Seite drei- bis viergeschossige Vorderhäuser standen, deren Höfe und Gärten sich zum erst 1900 überdeckten Birsig erstreckten. Die Nähe zum Gewässer begünstigte die Ansiedlung von Gerbern und Kürschnern, aber auch von Berufsgruppen aus dem Textilgewerbe oder dem Bauwesen sowie von Malern und Kartenmalern. Nahe dem Barfüsserplatz besass die Druckerfamilie Petri oder Henircpetri mehrere Liegenschaften. Als öffentliche Einrichtungen sind die Badestube an der Ecke zum Pfluggässchen sowie das Haus Nr. 7 zu nennen, das seit Anfang des 17. Jahrhunderts als städtisches Kornhaus, als Brotlaube, im 19. Jahrhundert auch als "Schol" (Fleischverkaufsstelle) und Schlachthaus, schliesslich als öffentliche Speiseanstalt diente, bevor es 1896 als Hintergebäude der Rebleutenzunft neu erbaut wurde.
1863 wurde die Gasse mit Rheinkieseln und mit einem asphaltierten Trottoir an der Westseite versehen (vgl. Abbildung). Heute besteht der Strassenbelag aus Alpnacher Quarzsandstein, der seit Anfang des 20. Jahrhundert in Basel verwendet wird. Nach Anlage der Falknerstrasse wurde die Weisse Gasse endgültig zur Nebenstrasse, auf welche die Hinterausgänge der an den Hauptstrassen stehenden Wohn- und Geschäftshäuser führen; der gestalterische Aufwand für die Fassaden war indes vergleichsweise gering. Neubauten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägen das heutige Bild der Gasse.Quellen: Nagel/Möhle 2006, Salvisberg 1999