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Ein Marathon strapaziert vor allem das Kniegelenk. Doch die Belastung hat auch positive Folgen, wie eine Studie des University College London zeigt. Das britische Forscherteam um Laura-Maria Horga untersuchte 82 Läufer vor Beginn des Trainings und nach dem absolvierten Marathon.
Die durchschnittlich 44 Jahre alten Läufer waren vor dem Marathon zwar klinisch gesund, hatten allerdings schon einige altersbedingte Läsuren. Jeder Zweite wies Schäden am Gelenkknorpel auf, jeder Dritte hatte einen Meniskusriss. Trotzdem traten auch diese Studienteilnehmer zum Marathon an.
Das Ergebnis: Die Schäden am Gelenkknorpel hatten sich durch den Lauf zum Teil erheblich verschlechtert. Dagegen hatte sich die Knochendichte im Schienbein und im Oberschenkelknochen durch das Training und den Marathon erhöht. Besonders überraschend: Bei den Läufern mit einem Meniskusriss trat keine Verschlechterung ein – auch nicht bei jenen, die einen gravierenden Riss aufwiesen, der üblicherweise eher operiert wird. Die Studienleiterin regt deshalb ein Überdenken der bisherigen Behandlungsstrategie an. Eventuell empfehlen sich bei einem Meniskusriss zunächst eine Sport- und Physiotherapie, bevor zum Skalpell gegriffen wird. Es muss ja nicht gleich ein Marathon sein.