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Am 20. August 1898 fand die feierliche offizielle Eröffnung der Gornergrat-Bahn, hinter der Jungfrau-Bahn die zweithöchste Bergbahn in Europa, statt. Die Bauarbeiten der 9030 m langen Zahnrad-Bahn begannen im Jahr 1896, und am 24. November 1897 fuhren bereits die ersten drehstrombetriebenen Lokomotiven über die Strecke, die von Zermatt auf den 3089 Meter über Meer liegenden Gornergrat führt. Die Spurweite beträgt 1000 mm und die maximale Steigung liegt bei 20%. Zehn Jahre nach der Eröffnung wurde die Strecke in Richtung Gipfel um 310 m, auf die heutige Länge von 9340 m verlängert.
Auf dem Gipfel des Gornergrates steht das Kulmhotel Gornergrat mit den beiden von Weitem erkennbaren Kuppeln der Observatorien, die zu den höchstgelegenen Sternwarten der Alpen zählen. Im südlichen Turm befindet sich ein Radioteleskop der Universität Köln mit einem Durchmesser von 3 Metern. Im Nordturm befindet sich ein öffentlich zugängliches Teleskop.
Die Bahn ist die erste elektrisch betriebene Zahnradbahn der Schweiz. Die ersten Lokomotiven wurden noch mit einer elektrischen Spannung von 550 V und einer Frequenz von 40 Hz gespiesen; Im Jahr 1930 wurde dann die Spannung auf 750 V und die Frequenz auf den in der Schweiz üblichen Wert, auf 50 Hz, geändert. Der kleinste Kurvenradius der Gleise beträgt 80 Meter.
Obenstehede Fotografie zeigt das 93 Meter lange und 50 Meter hohe Findelbach-Viadukt, welches bereits nach 1.75 km Fahrt ab Talstation ein erster Höhepunkt der Reise auf den Gornergrat darstellt und zu den beliebtesten Fotomotiven der Gornergrat-Bahn zählt. [Auf das Bild klicken und eine Fahrt von Zermatt auf den Gornergrat ansehen.]
Fährt man mit der Gornergratbahn von Zermatt Richtung Gornergrat, passiert man die Stationen Findelbach, Riffelalp, Riffelboden, Riffelberg, Rotenboden und erreicht nach einer Fahrzeit von etwa 45 Minuten den Gornergrat. Der Gipfel des Gornergrates verspricht ein unvergessliches Naturerlebnis, aber auch alle fünf Zwischenstationen haben vieles zu bieten – laden zu Spaziergängen und Entdeckungswanderungen ein. Kurz vor der Mitte der Strecke befindet sich die auf 2211 Meter über Meer liegende Riffelalp. Auf dieser Alp befindt sich die höchstgelegene Trambahn Europas. Sie führt auf einer Strecke von 675 Meter Länge von der Bahnstation der Gornergratbahn zum Hotel Riffelalp.
Die Strassenbahn auf der Riffelalp weist eine Spurweite von 800 mm auf. Sie ist auf 2211 Meter über Meer gebaut höchstgelegene und mit 675 Metern Länge zugleich auch die kürzeste Tramlinie in Europa.
Das Riffelalp-Tram wurde am 13. Juli 1899 eröffnet. Dem Bau der Strecke gingen Streitigkeiten zwischen dem Hotelpionier Alexander Seiler (* 1819 – † 1891) und der Gemeinde Zermatt, welche einen Strassenbau zwischen der Station Riffelalp und dem Hotel verhinderte, voraus. Kurz entschlossen beantragte Seiler beim Bundesrat eine Konzession für eine Tramlinie. Diese wurde ihm erteilt und die Gemeinde Zermatt musste einlenken, denn mit einer Konzession für den Bau einer »Eisenbahnlinie« hatte er gleichzeitig auch das Recht zur Enteignung des dazu benötigten Bodens.
Alexander Seiler, Sohn einer Walliser Bauernfamile, war der Begründer der Schweizer Hoteldynastie, welche heute unter dem Namen »Seiler Gruppe« bekannt ist.
Nachdem in der Nacht vom 14. auf den 15. Februar 1961 das im Jahr 1884 eröffnete Grand-Hotel durch einen Brand vollständig zerstört wurde, stellte man den Trambetrieb ein. Im Zuge der Erstellung eines neuen Luxus-Hotels wurde die Tramlinie vollumfänglich erneuert, die Fahrzeuge renoviert und der Betrieb der höchstgelegenen Strassenbahn Europas wurde im Jahr 2001 – 202 Jahre nach der Eröffnung – wieder aufgenommen. Aufgrund neuer Vorschriften wird heute das Tram nicht wie einst von einer Oberleitung, sondern von Akkumulatoren gespiesen.
Obenstehdes Bild zeigt das 5-Sterne-Superior-Hotel »Riffelalp Ressort« auf 2222 Metern über Meer. Mit dem Bau wurde im Jahr 1998 begonnen. Es verfügt über 65 Zimmer, 5 Suiten und 2 Appartements; über 140 Betten.
Von der Station Rotenboden aus ist mit einer etwa vierstündigen »Wanderung« die »Neue Monte-Rosa-Hütte« erreichbar. Der Weg über den Gornergletscher ist jedoch anspruchsvoll – Steigeisen und Seil, sowie gute Bergsteigererfahrung sind Voraussetzungen für die Tour. Das futuristisch anmutende Gebäude steht auf 2883 Meter über Meer – rund hundert Meter oberhalb der alten Hütte, welche am 14. Juli 2011 von der Armee gesprengt wurde.
Die »Neue Monte-Rosa-Hütte« ist von den Viertausendern Castor (4223), Pollux (4092), Lyskamm (4527) und dem Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze (4634) und dem Matterhorn (4478) umgeben.
Die »Neue Monte-Rosa-Hütte« wurde zum 150-Jahr-Jubiläum der ETH Zürich am 25. September 2009 eröffnet. Sie besitzt weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss; Die Infrastruktur des Gebäudes mit dem Namen »Bergkristall« ist dennoch komfortabel und äusserst modern. Die benötigte Energie wird bei schönem Wetter regenerativ erzeugt und für Schlechtwetter-Zeiten steht ein mit Rapsöl und Diesel betriebenes Blockheizkraftwerk zur Verfügung. Die Hütte besitzt 120 Übernachtungsplätze und dient der ETH auch als Forschungsobjekt in den Bereichen Energie- und Gebäudetechnik.
Die nachstehende Abbildung zeigt die Vorderseite des Einbandes des Buches mit dem Titel »Gornergrat retour – Das Matterhorn und die Gornergratbahn«. Das 128 Seiten zählende Buch enthält 29 Farbbilder, rund 70 schwarz-weisse Abbildungen, Panoramen und Kärtchen, sowie 14 Tabellen.
Nicht mehr ganz aktuell, aber trotzdem ein interessantes Buch, ist es im Jahr 1982 als 2. Auflage im Orell Füssli Verlag unter dem »Titel Gornergrat retour« erschienen. Die österreichische Autorin Verena Gurtner schildert in ihrem Ferienbuch, wie sie es nennt, die Bergwelt rund um das Matterhorn und vermittelt viel Wissen über die Gornergrat-Bahn.