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Im Dezember 2020 hatte die Kommission Polyquity des Studierendenverbandes AGEpoly der ETH Lausanne (EPFL) die Alarmglocke gezogen. Sie berichtete von zahlreichen Aussagen von Studierenden, die auf dem Campus sexuelle Belästigungen, Sexismus, unangemessene Gesten, Drohungen oder Homophobie erlebt haben.
In der Folge wurde eine Task Force eingesetzt, die im Austausch mit sechs Arbeitsgruppen Massnahmen zur Verbesserung der Situation erarbeitete. Eines der Resultate ist, dass Klagen über Belästigungen künftig einer externen Stelle anvertraut werden können, wie die EPFL am Mittwoch mitteilte.
Sichere Zonen
Ausserdem sollen verschiedene Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen sicherstellen, dass sich die Studierenden sicher fühlen können und falls nötig Unterstützung von ausgebildetem Personal erfahren. Bei Veranstaltungen und Festivitäten der EPFL wird es künftig eine sogenannte «Safe Zone» geben.
Weiter ist eine Informationskampagne geplant. In deren Zentrum stehen die sechs Schlüssel-Werte Gleichberechtigung, Vielfalt, Dialog, Verantwortung, Toleranz und Inklusion.
Parallel zu den Massnahmen hat die ETH Lausanne am Mittwoch erste Ergebnisse einer internen Untersuchung über Diskriminierungen, Belästigungen und Gewalt veröffentlicht. Befragt wurden diesen Sommer 2512 Personen.
Kaum Anzeigen erstattet
80 Prozent von ihnen hätten sich mit dem allgemeinen Klima zufrieden erklärt, teilte die EPFL mit. Trotzdem gaben 30 Prozent an, in den vergangenen fünf Jahren Opfer von Diskriminierungen geworden zu sein. Dieser Prozentsatz steigt auf 44 Prozent, wenn nur die Resultate der befragten Frauen angeschaut werden.
Ein Drittel der Frauen sprach davon, dass sie unerwünschte körperliche Berührungen erfahren hat. 14 Prozent berichteten über sexuelle Übergriffe, fast drei Prozent sogar über Vergewaltigung. Aus der Befragung ging auch hervor, dass die Betroffenen nur selten Anzeige erstatteten, insbesondere in Unkenntnis der Verfahren.