Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03572.jsonl.gz/2917

Dynamik Bereich
"DR (Dynamic Range) ist die lautmalerische Bezeichnung des technischen Begriffs “Loudness Range” und beschreibt die dynamische Qualität eines Songs oder einer Songsammlung (Album). Ein niedriger Wert (z.B. DR3) reflektiert einen starken Missbrauch von Kompression (künstliche dynamische Verdichtung). DR3 entspricht einer effektiv genutzten Dynamik von 3dB zwischen den höchsten Pegeln (Peaks) und durchschnittlichen Pegeln (RMS). Hohe DR-Werte (DR12 oder höher) stehen für natürliche und atmende Aufnahmen, die einer geringen Dosis dynamischer Klangbearbeitung unterzogen wurden. Das DR-System hat die Intention Schwarz-Weiß-Beurteilung von Dynamikbearbeitung zu vermeiden. Während DR7 für Rock-Musik einen niedrigen und für Jazz einen sehr niedrigen Wert darstellt, ist dieser Wert für elektronische Club-Musik schon fast vorbildlich, da die Mehrzahl heutiger Veröffentlichungen in diesem Genre Werte um DR4 oder niedriger aufweist. Alle Werte über DR12 haben generell eine hohe dynamische Qualität."
Musik ohne Dynamik ist wie Licht ohne Schatten oder wie Essen ohne Würze.
Annähernd alles, was heutzutage an Musik im Radio zu hören ist sowie ein Großteil aller Ton- und Datenträger- bzw. Online-Veröffentlichungen klingen wie ein Steak ohne Pfeffer - es fehlt jeder Kontrast, weil kaum noch Dynamik vorhanden ist. Heutzutage lassen sich über 90% aller Tonträger-Veröffentlichungen als technisch mangelhaft bezeichnen, da der Missbrauch digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten dem Buhlen der Musikindustrie um den lautesten Song Vortrieb geleistet hat.
Die Musikindustrie ist aus Unwissenheit im Glauben, dass der lauteste Schreihals die besten Verkaufszahlen hat. Weit gefehlt! Auf dieser Website finden Sie fast alle Antworten zu diesem als "Loudness War" (Lautheitskampf) bezeichneten Phänomen.
Aufgrund des weit verbreiteten Missbrauchs der Kompression wurde 2009 die Pleasure Music Fundation ins leben gerufen mit dem Ziel der Re-Etablierung von Dynamik in der Musikbranche. www.dynamicrange.de
Dynamischer Klang = voller Genuss = gesundes Hören
DYNAMIC RANGE und das Ende des Lautheitswahns!
Das TT DYNAMIC RANGE METER hält als Plugin für alle gängigen Formate und PC-Offline-Software - beides Open-Source-Technologie - Einzug in viele Applikationen der modernen Musikproduktion. Damit hat jeder Musikschaffende die Voraussetzung für die Umsetzung unseres Verfahrens für mehr Dynamik in der Musikproduktion.
Dies ist die Voraussetzung zur BEENDIGUNG des LOUDNESS-WARS!
Als Erklärung für alle Leser, die nicht aus der Musikbranche kommen: als Loudness-War wird der sinnlose Konkurrenzkampf der Plattenfirmen bezeichnet, mit noch stärker komprimierten (verdichteten) Veröffentlichungen noch aufdringlichere Produkte zu schaffen, um sich die Aufmerksamkeit des Hörers zu erkämpfen.
Was macht das DYNAMIC RANGE METER?
Hier sehen Sie das TT DR Offline Meter, welches der Berechnung des offiziellen DR-Wertes dient. Es zeigt den einer Aufnahme innewohnenden Kompressionsgrad und damit die Mikro-Dynamik in ganzzahligen Werten an. Die Makro-Dynamik (Unterschied vom leisesten zum lautesten Schallereignis eines Songs) wird nicht berücksichtigt, da sie keine Auskunft über den Grad der Verdichtung liefert.
Für die Techniker unter uns ist es die durchschnittliche kumulative Differenz zwischen Peak und Lautheit (RMS) bezogen auf ein Zeitfenster (Songlänge oder Tonträgerlänge) als ganzzahliger Wert in Dezibel.
Es werden nur die lautesten 20% gemessen, um die kritische Verdichtung (Überkompression) zuverlässig darzustellen, die vor allem in lauten Passagen deutlich wird. Wäre das nicht der Fall, würde ein Titel mit leisem Intro und stark überkomprimierten Ende einen unangemessen hohen DR-Wert ergeben. Die DR-Skala dient der vereinfachten und standardisierten Darstellung des Kompressionsgrades einer Veröffentlichung.
Ein analysierter Song oder Tonträger hat beispielsweise mit DR4 (DYNAMIC RANGE 4) einen genutzten dynamischen Bereich von 4 Dezibel.
Das ist sehr wenig und die Musik scheint oberflächlich druckvoll, ist bei näherem Hinhören jedoch verzerrt, aufdringlich und neigt dazu, den Hörer bei längerem Hörgenuss aggressiv zu machen. Ein derartiges Master lässt sich äußerst schlecht und nur unter Inkaufnahme erheblicher klanglicher Verschlechterung im Radio abspielen oder in ein mp3 wandeln.
(Bitte googeln Sie einmal das Schlagwort „Loudness War“ oder „Loudness Race“. Hier finden Sie viele unabhängige und interessante Hintergrundinformationen.)
Ein weniger komprimierter Titel hingegen könnte DR14 aufweisen und wird als angenehm musikalisch und natürlich empfunden. Dynamische Aufnahmen haben mehr Druck als stark komprimierte Aufnahmen, wenn Sie bei gleichem Schalldruck gehört werden.
WICHTIG für die sinnvolle Interpretation des DR-Wertes ist eine genreabhängige Einteilung. DR8 ist für Techno geradezu vorbildlich während es für Jazz bereits den sicheren Klangtot darstellt. Aufgrund der unberücksichtigten Makrodynamik machen Werte über DR14 wenig Sinn.
Radio und mp3 klingen besser mit dynamischer Musik!
Sicher ist: Ein DR14 Titel, der durch die typische Sendekette einer Radiostation geschickt wird, klingt am Ende gleich laut, wie der gleiche Titel in einer DR6-Version, dabei aber wesentlich weniger durch die Kompressoren der Radiostation entstellt!
Der bereits überkomprimierte DR6-Titel hingegen wird durch noch weitere Verarbeitung in seinen innewohnenden Lautstärkeverhältnissen empfindlich gestört und klanglich entstellt und verzerrt. Es besteht aus kommerzieller Sicht also kein Anlaß, CDs unnötig zu komprimieren. Ebenfalls entfallen bei DR14-Musik die lästigen Übersteuerungs- und Verzerrungsartefakte bei der mp3-Encodierung. Sie haben einen wesentlich erhöhten Hörgenuss auch bei mp3!
Worin liegt der klangliche Vorteil dynamischerer Musik?
Vergleichen Sie einen kurzen Ausschnitt eines Titels gegen einen lauteren kurzen Ausschnitt des gleichen oder eines anderen Titels, so erscheint oberflächlich der lautere Titel ersteinmal „druckvoller“. Der Grund hierfür liegt in der Natur unseres Gehörs und lässt sich durch die „Fletcher-Munson-Kurve gleicher Lautheit“ erklären.
Die klanglichen Vorteile dynamischer Musik erschließen sich, indem Sie beide Titel bei gleicher Lautheit (Schalldruck) anhören. Damit ist die von Ihnen empfundene gleiche Lautheit und nicht eine gleiche Stellung Ihres Volumenreglers von Bedeutung. Je länger Sie die Titel hören, desto leichter EMPFINDEN Sie den Unterschied. Dynamische Musik verursacht aufgrund der natürlichen Klangeigenschaften keine Kopfschmerzen, macht nicht aggressiv und ist vor allem dazu in der Lage dynamische Ereignisse in der Musik auch als solche wiederzugeben. Während auf dem CD-Master von „Californication“ der Red Hot Chili Peppers keine Lautstärkesteigerung im Verlauf einzelner Songs mehr wahrzunehmen (und zu messen) ist, hört man auf der ungemasterten dynamischeren Vinylversion Steigerungen von bis zu 3dB innerhalb eines Songs. Ebenfalls reduzieren sich so genannte Crescendi (kurze Steigerung) auf überkomprimierten Mastern zu kaum wahrnehmbaren Klangnuancen, während der musikalische Ausdruck dieser Passagen bei dynamischerer Musik voll zur Geltung kommt.
Hören Sie zur Verdeutlichung diesen YouTube-Beitrag von Matt Mayfield: