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Als der Besitzer des Golden Retriever „Nat“ einen gefährlich niedrigen Blutzuckerspiegel („Hypoglykämie“) hat, endet alles in Stille. Dann läuft Ihr Hund auf und ab oder legt seinen Kopf auf den Schoß des Diabetikers. Ihr Blutzucker fiel nachts stark ab und Nat bellte oder kratzte vor der Schlafzimmertür. Erst wenn sich der Blutzuckerspiegel des Hundebesitzers wieder normalisiert, entspannt sich Nat [1]. Kann der Hund die Hypoglykämie des Besitzers erkennen?
Anekdoten, Training, Wissenschaft
Es gibt viele Berichte über Hunde, die Diabetiker vor drohenden Notfällen warnen. Daher bellen, jammern, heulen, starren oder springen Hunde auch ohne Training, um ihre Besitzer zu warnen, wenn ihr Zuckerspiegel bedroht ist. Da dieses Verhalten nicht zufällig zu sein scheint, haben Institutionen in den Vereinigten Staaten und Europa damit begonnen, diabetische Warnhunde auszubilden. Es gibt keinen einheitlichen Ausbildungs- oder Qualitätskontrollstandard für Hundeanbieter. Diabetes-Frühwarnhunde können laut Anbieter die regelmäßige Blutzuckermessung und -regelung nicht ersetzen. Tiere sollten jedoch als zusätzliche Kontrollinstanz fungieren, um drastische Veränderungen des Blutzuckerspiegels zu erkennen und zu melden. Manche Hunde holen auch das Blutzuckermessgerät oder drücken den Notrufknopf.
Können diese breit ausgebildeten Diabeteswarnhunde wirklich rechtzeitig und zuverlässig Alarm schlagen? Leider hat die Wissenschaft gerade erst begonnen, diese Frage zu beantworten. Ja, es gibt zum Beispiel Fallberichte und Befragungen und Interviews von Betroffenen, die Hoffnung machen können [zum Beispiel: 1, 3, 4, 5]. Die Betroffenen sind jedoch möglicherweise nicht in der Lage, das Verhalten ihrer vierbeinigen Begleiter angemessen einzuschätzen oder sich nicht an alle Details zu erinnern. Einige Pilotstudien [z.B. 2.8-13] haben getestet, ob und wie oft Diabeteswarnhunde richtig sind – aber diese Studien sind sehr klein und haben andere methodische Einschränkungen, wie zum Beispiel fehlende Vergleiche mit etablierten und besten der verfügbaren Methoden.
Daher können wir aus diesen Veröffentlichungen viele entscheidende Fakten nicht ableiten: Beispielsweise erkennen oder übersehen Diabeteswarnhunde unter realen Alltagsbedingungen „niedrige“ Frequenzen richtig, nach welchen Werten sie reagieren oder wann sie Fehlalarme auslösen. Wir wissen nicht, wie viele Notfälle vermieden wurden. Es ist nicht klar, wer besser für Polizeihunde geeignet ist und welche Hunde (Rassen) besser für Polizeihunde geeignet sind. Es ist unklar, wie diabetische Warnhunde Hypoglykämien genau erkennen sollen: Ist dies ein typischer Geruch, ein typisches Verhalten und eine typische Bewegung?