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Die Vorhaben des Senators würden den Umfang der Staatsausgaben in Washington um 40 Prozent erhöhen, sagte Clinton. Sie kritisierte in der vom Fernsehsender PBS übertragenen Debatte in Milwaukee vor allem Sanders' Idee für eine staatliche Krankenversicherung.
Das Versprechen des Senators, dass höhere Steuern für die Mittelschicht durch Einsparungen bei den Gesundheitskosten ausgeglichen würden, sei «nicht haltbar».
Sanders entgegnete, dass Clinton die Wähler mit ihrer Kritik in die Irre führe. «Ich weiss nicht, mit welchen Volkswirten Aussenministerin Clinton redet», sagte er.
Mit Blick auf Sanders' Schwerpunkt auf dem ungerechten Wirtschaftssystem machte Clinton deutlich: «Ich bin keine Kandidatin mit nur einem Thema. Und ich glaube, dass wir nicht in einem Land mit nur einem Thema leben.»
Die frühere Aussenministerin warf dem Senator vor, nicht loyal gegenüber Präsident Barack Obama zu sein. «Die Art der Kritik, die wir von Senator Sanders über unseren Präsidenten gehört haben, erwarte ich von den Republikanern und nicht von jemandem, der sich um die Nominierung der Demokraten bemüht, um Präsident Obama nachzufolgen», sagte sie.
Sanders wies die Äusserung als «Tiefschlag» zurück. Als Senator habe er das Recht, auch den Präsidenten zu kritisieren. Bei den meisten Themen sei er aber ein «starker Verbündeter» von Obama gewesen.
Beide Präsidentschaftsbewerber warben auch um die Stimmen von Afroamerikanern, ein wichtiger Wählerblock bei den Demokraten. Clinton erklärte, sie wolle den «systematischen Rassismus» in den USA «ausrotten».
Sanders drehte das Thema auf das Problem der sozialen Ungleichheit und der zu Gunsten der Reichen «gezinkten Wirtschaft»: Afroamerikaner und Latinos seien besonders hart von der Finanzkrise getroffen worden, sagte er.
Clinton sieht ihren Favoritenstatus im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten zunehmend bröckeln. Die erste Vorwahl Anfang Februar in Iowa gewann sie nur hauchdünn, bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire am Dienstag siegte Sanders mit einem Vorsprung von mehr als 20 Prozentpunkten.
Auch in landesweiten Umfragen holte der 74-jährige Senator aus Vermont zuletzt auf. Die nächste Vorwahl der Demokraten findet am 20. Februar in Nevada statt. Die republikanischen Kandidaten treten am gleichen Tag in South Carolina an. (SDA)Publiziert am 12.02.2016 | Aktualisiert am 12.02.2016