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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine seltene Erkrankung des Nervensystems.
In der Schweiz leben etwa 700 Patienten mit dieser Krankheit. Bei diesen Patienten erlahmen die Muskeln kontinuierlich, betroffen sind zum Beispiel Arme und Beine. Geistig sind die Patienten meist noch fit, aber mit fortschreitender Krankheit sind sie mehr und mehr in ihrem eigenen Körper gefangen. In der Regel sterben die Patienten drei bis fünf Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit. Eine Heilung ist nicht möglich.
Nun hat ein amerikanisches Forschungsteam einen möglichen neuen Auslöser für ALS entdeckt. Das Team vermutet, dass ein bestimmtes Protein dafür verantwortlich ist. Dieses Protein übernimmt in den Zellen die Rolle eines Hauswarts: Es stöbert defekte Proteine auf und entsorgt sie. Fehlt der Hauswart, sammeln sich defekte Proteine in der Zelle an und können dadurch zur Entstehung von ALS beitragen.
Interessant ist vor allem, dass dieser Mechanismus bei allen Formen von ALS beobachtet wurde, also nicht nur bei der vererbten Form, die etwa zehn Prozent der Patienten betrifft, sondern auch bei der spontan auftretenden Form von ALS. Damit besteht die Möglichkeit, ein Medikament zu entwickeln, das bei allen ALS-Formen wirken wird. «Wir können nun beginnen, nach Wirkstoffen zu suchen», so Teepu Siddique, Professor an der Northwestern Universität.
Die Entdeckung könnte auch für die Behandlung von anderen, ähnlich gelagerten Erkrankungen interessant sein, zum Beispiel Alzheimer oder Parkinson.
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