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Jahrhundertelang war die Schweiz auf Salzimporte angewiesen. Ein deutscher Geschäftsmann veränderte die Geschichte des Schweizer Salzes mit seiner Entdeckung dieses Rohstoffes im Jahr 1836 für immer. 1909 wurde dann der Grundstein für die heutige moderne und nachhaltige Salzversorgung der Schweiz gelegt.
Der 7. Juni 1837 war ein denkwürdiger Tag für die Region um Basel: An diesem Tag nahm in Schweizerhalle bei Pratteln die erste Schweizer Saline ihren Betrieb auf und förderte Steinsalz. Ein Jahr zuvor, am 30. Mai 1836, stiess der deutsche Geschäftsmann Carl Christian Friedrich Glenck (1779–1845) beim Rothausgut auf Muttenzer Boden in 135 Metern Tiefe auf eine sechs Meter dicke Salzschicht – ein mächtiges Salzlager am Rheinufer, das eine neue Ära für die Industrie der Region Basel einläutete.
Das Basler Stadtbuch berichtete 1890 im Artikel «Basler Grund und Boden und was darauf wächst» auch über die Salzgewinnung.
«Weisses Gold» in der Schweiz
Die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz wurde massgeblich durch die Salzgewinnung und die Unabhängigkeit von Importen aus dem benachbarten Ausland beeinflusst. Diese legte in der Region um Basel den Grundstein für die chemisch-pharmazeutische Industrie, denn Salz wird als Rohstoff in der Produktion von Medikamenten und vielen anderen Alltagsprodukten verwendet.
Heute dient Salz auch zur Produktion vieler industrieller Güter wie Glas, Aluminium oder Kunststoff. Salz ist ausserdem ein wichtiger Bestandteil der Küche und Kosmetik. Um einen Stillstand des öffentlichen Lebens zu verhindern, hilft der effiziente Einsatz von Auftausalz zur Glättebekämpfung. Dieses macht in etwa die Hälfte des Salzabsatzes in der Schweiz aus. Ausreichend Salz ist also für den Erfolg eines Landes und einer Wirtschaft entscheidend.
Seit über 111 Jahren eine sichere Salzversorgung
1909 schlossen sich die Saline Schweizerhalle, Rheinfelden und Riburg zu den «Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen» zusammen. Aus drei Privatunternehmen entstand eine AG mit kantonaler Beteiligung. Damit wurde der Grundstein für die unabhängige, nachhaltige und solidarische Salzversorgung aller Kantone der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein gelegt. 2014 schlossen sich die Saline de Bex SA und die Schweizer Rheinsalinen unter dem neuen Namen Schweizer Salinen AG zusammen.
Die Schweizer Salinen sehen in der heimischen Salzversorgung eine grosse Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und den Kantonen. Für Dr. Jürg Lieberherr, ehemaliger Direktor der Schweizer Salinen und Autor von «Vom Tontiegel zum Pharmasalz: 10 000 Jahre Salzgewinnung», liegt die Bedeutung vor allem im Winterdienst bei der Sicherstellung der Mobilität: «Beim Auftausalz haben die Schweizer Salinen einen Versorgungsauftrag von Bund und Kantonen. Das bedeutet, dass zu jeder Zeit grosse Mengen Auftausalz von gleichbleibender guter Qualität und zu stabilen Preisen in jede Ecke des Landes geliefert werden können.»
Seit über 111 Jahren teilen die Schweizerinnen und Schweizer das Salz. Die Schweizer Salinen feiern dieses Ereignis in diesem Jahr mit einer einmaligen Jubiläums-Tour durch alle Kantone und das Fürstentum Liechtenstein. Die Roadshow «Tour da Salz» läuft noch bis im September. Werfen Sie einen Blick auf die kommenden Veranstaltungen.