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Die kritische Gesamtausgabe der Werke des Freiherrn Johann Wolfgang von Goethe umfasst 133 Bände, wobei 50 Bände den 13 500 erhaltenen Briefen vorbehalten sind. Rudolf Steiner (1861–1925), der Begründer der Anthroposophie, war glühender Verehrer Goethes und Herausgeber seiner naturwissenschaftlichen Schriften. Mit seinem Output hat er sein Idol dabei weit übertroffen: Steiners Gesamtwerk soll sich in gut 400 Buchbänden wiederfinden.
350 Bücher mit Steiners Autorenschaft wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits ediert. 53 Bücher sollen noch bis 2025 zusammengestellt und herausgegeben werden. Und dabei sind die 1800 Briefe von und 12 000 Briefe an Steiner noch nicht enthalten. Und ebenfalls nicht berücksichtigt sind die aufbewahrten 622 Notizbücher sowie 7044 Notizzettel. Zumindest die Notizen in Buch- und Zettelform sollen lediglich als elektronische Datei aufbereitet werden, das buchgebundene Gesamtwerk soll jedoch pünktlich zum 100. Todesjahr des Meisters in neun Jahren vorliegen.
Die Ziele des Dornacher Rudolf-Steiner-Archivs, das die Edition verantwortet, sind ambitiös. Der Mitarbeiterbestand muss auf 4,5 Vollzeitstellen verdoppelt werden, um rechtzeitig fertig zu werden. Jährlich müssen gut 700 000 Franken generiert werden, um die Projektkosten von sieben Millionen Franken zu stemmen. In einem aktuellen Forschungsband, der den Stand der Planung wiedergibt, startet Finanzchef Marc C. Theurillat einen «innigen Appell» an alle, «die sich dem anthroposophischen Erkenntnisweg verbunden fühlen», um das Geld zu sichern. Auf Anfrage sagt er, optimistisch zu sein, die Finanzierung sicherstellen zu können. Mehrere grössere Beiträge stünden konkret in Aussicht.
Steiners Totalität
Eine Gesamtausgabe von Steiners Schriften war eine Herzensangelegenheit von Marie von Sievers, Steiners enger Mitarbeiterin und späteren Gattin. Sie hinterliess das Vermächtnis, dass Steiners Werk in «seiner Totalität wiederhergestellt» werden müsse. Die Editionsarbeit gestaltete sich dabei wiederholt als Rennen gegen die Zeit. Aufgrund anhaltender interner Streitereien und Anfeindungen bestand die Befürchtung vor Ausgaben von «zweifelhafter Absicht» oder «schlechter Qualität». Auch damit «keine Fälschungen an die Öffentlichkeit gelangen», sollte ein Abschluss vor Ablauf der Schutzfrist der Urheberrechte erfolgen. Obwohl Gesetzesänderungen diese Frist, die ursprünglich 1956 abgelaufen wäre, bis ins Jahr 1995 verschoben hatten, konnte sie nicht eingehalten werden. Stattdessen wurde immer umfangreicher, was als Totalität von Steiners Werk erkannt wurde.
Besonders umfangreich ist das Konvolut der 6200 Vorträge, die Steiner auf eigentlichen Tourneen gehalten hatte. Diese hielt er weitgehend in freier Rede, was zu epischen Diskussionen unter den Steiner-Exegeten führt, wie zuverlässig die stenografischen Aufzeichnungen von 3700 Reden sind. Marie Steiner-von Sievers hatte gefordert, dass «schlechte Nachschriften» bearbeitet werden müssen, «da durch sie der gute Name Rudolf Steiners als Stilist geschädigt wird». Dies überfordert jedoch die heutigen Editoren, die nicht wagen, die quasi heiligen Worte Steiners anzutasten.
Vom editorischen Mammutprojekt ausgeklammert ist der anthroposophische Traum, Steiners künstlerisches Wirken auszustellen. Im Jahr 2000 unterzeichneten die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft und die Rudolf-Steiner-Nachlassverwaltung allerdings eine Absichtserklärung, ein Steiner-Museum aufzubauen, «in dem die Werke der Öffentlichkeit in grösserem Umfang zugänglich gemacht werden können».
Im Vordergrund steht derzeit jedoch der «konservatorische Notstand» der Goetheanum-Kunstsammlung, in der zahlreiche Steiner-Werke gelagert sind. Dieser sei gross, «wenn man sehen muss, unter welch ungenügenden Bedingungen unersetzliche Objekte ihrem Verfall preisgegeben werden», schrieb Bodo von Plato in einer Publikation der Organisation. Die personelle Konstellation sei jedoch günstig wie selten zuvor, um in absehbarer Zeit ein Museum zu errichten.
Ein mögliches Exponat kam vergangenes Jahr neu in die Sammlung: das Eurythmie-Kleid Marie Steiners-von Sievers.
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Zum 100. Todesjahr Rudolf Steiners soll die Gesamtausgabe vorliegen. Es fehlen 53 Bände.
Die kritische Gesamtausgabe der Werke des Freiherrn Johann Wolfgang von Goethe umfasst 133 Bände, wobei 50 Bände den 13 500 erhaltenen Briefen vorbehalten sind. Rudolf Steiner (1861–1925), der Begründer der Anthroposophie, war glühender Verehrer Goethes und Herausgeber seiner naturwissenschaftlichen Schriften. Mit seinem Output hat er sein Idol dabei weit übertroffen: Steiners Gesamtwerk soll sich in gut 400 Buchbänden wiederfinden.