Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03133.jsonl.gz/61

Der Pharmavista-Newsletter hat einen informativen Text publiziert zu Wirkungen und Anwendungsbereiche von Heilerde. Die wichtigsten Punkte daraus hier:
Der Begriff Heilerde umfasst verschiedene Sedimentarten und besteht zum grössten Teil aus Silikat, enthält zahlreiche Mineral- und Spurenelemente und zeichnet sich durch ein hohes Bindungsvermögen aus.
Heilerde wird seit langem zur Behandlung von Reflux und Sodbrennen eingesetzt. Weniger bekannt ist die Anwendung bei Durchfall.
Die leicht basische Heilerde kann säure im Magen binden und ist zudem bei gleichzeitig vorhandenen Magenbeschwerden beziehungsweise bei Brechreiz von Vorteil.
Die natürliche Heilerde besitzt ausgeprägte, abdeckende Eigenschaften. Silikate bestehen aus feinsten Blättchen, die durch schwache Kohäsionskräfte leicht übereinander gleiten und dadurch auf Schleimhäuten einen Schutzfilm ausbilden können.
Heilerde ist in der Lage, über Kapillarkräfte Flüssigkeiten und Gase zu absorbieren.
Durch Kationenaustausch können an der Substanzoberfläche der Heilerde verschiedene Stoffe wie zum Beispiel Toxine im Darmlumen adsorbiert werden. Darum kann Heilerde wie Medizinalkohle bei Durchfall angewendet werden. Darüber hinaus vermindert der Schutzfilm die Flüssigkeitssekretion ins Darmlumen und der Mineralgehalt der Heilerde kann den durchfallbedingten Elektrolytverlust reduzieren.
Heilerde zur innerlichen Anwendung ist in verschiedenen galenischen Formen wie Pulver, Granulat oder Kapseln im Handel.
Das Heilerde-Pulver wird für die Einnahme in ein Glas Wasser eingerührt.
Der etwas erdige Geschmack lässt sich mit Kräutertee etwas vermindern.
Saure Getränke wie Fruchtsäfte sollten bei der Einnahme von Heilerde vermieden werden, da dies zu einer unerwünschten Neutralisationsreaktion und einer Aufhebung der Säurebindungsfähigkeit führen kann.
Die empfohlene Dosis liegt je nach Literaturquelle zwischen 500 und 1‘000 mg 2-3-mal täglich, oder 1-2 Teelöffel ein- bis mehrmals täglich.
Wegen der hohen Bindungskapazität der Heilerde sollen andere Medikamente nicht gleichzeitig, das heisst im Abstand von etwa zwei Stunden eingenommen werden. Bei Patienten mit schwerer, chronischer Verstopfung in der Anamnese ist Vorsicht geboten.
Quellen:
http://www.pharmavista.net/content/default.aspx?http://www.pharmavista.net/content/NewsMaker.aspx?ID=5141&NMID=5141&LANGID=2
Kommentar & Ergänzung:
Heilerde ist ein traditionelles Naturheilmittel. In der klassischen Naturheilkunde wurde Heilerde unter anderem von Sebastian Kneipp, dem „Lehmpfarrer“ Emanuel Felke und Adolf Just propagiert.
Neben der innerlichen Anwendung bei Verdauungsstörungen wird die Heilerde auch äusserlich eingesetzt, zum Beispiel bei Akne.
Allerdings kann die äusserliche Anwendung die Haut austrocknen, was bei Akne jedoch eher erwünscht sein kann.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch