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Das Wichtigste in Kürze
- Costa Rica muss nach einem Entscheid des Verfassungsgericht die Homo-Ehe einführen.
- Das Gericht folgt damit dem Entscheid des Interamerikanischen Hofes für Menschenrechte.
Die obersten Richter Costa Ricas haben das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben als verfassungswidrig erklärt. Sie ordnen an, dass das Parlament in San José die gleichgeschlechtliche Ehe innert 18 Monaten einführen muss.
In Costa Rica verbietet das Familiengesetz bisher, dass Homosexuelle eine Ehe eingehen dürfen. Mit dem Gerichtsentscheid vom Mittwoch folgt Costa Rica dem Entscheid des Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte, wie die spanische Tageszeitung «El Mundo» berichtete. Dieser urteilte zu Beginn des Jahres, dass Homosexuelle die gleichen Rechte wie Heterosexuelle haben müssen.
Präsident begrüsst den Entscheid
Staatspräsident Carlos Alvarado der Mitte-Links-Partei begrüsst den Entscheid auf Twitter: «Wir werden nun weitere Schritte verfolgen, die garantieren dass keine Personen mehr aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Geschlechtsidentität diskriminiert werden und der Staat allen Familien die gleichen Rechte zusichert.»
Der Präsident rief am Donnerstag das Parlament ein. Der LGBT-freundliche Politiker forderte die Abgeordneten dazu auf, die notwendigen Schritte schnell einzuleiten. Sollte die Deadline vom 8. Februar 2020 verstreichen, dürfen Schwule und Lesben auch ohne gesetzliche Änderung heiraten.
Ausgeprägte Machokultur
Im Einkammer-Parlament in Costa Rica haben zurzeit die konservativen und christlichen Parteien einen grossen Einfluss, weshalb es die gleichgeschlechtliche Ehe bisher nicht zum Durchbruch geschafft hat. Die Gesellschaft Costa Ricas gilt als stark konservativ und ist von der Kirche geprägt. Zudem ist die Machokultur stark verbreitet – ein patriarchalisches Weltbild bei dem die Männer ihre «Männlichkeit» gegen Aussen demonstrieren.
Die gleichgeschlechtliche Ehe gibt es derzeit in 22 Staaten. Costa Rica wäre das sechste lateinamerikanische Land, welches die Ehe für alle freigibt. Auch Kuba machte Ende Juli den Weg für die Homo-Ehe frei.