Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03408.jsonl.gz/2791

Trainingsprinzipien sind notwendig
Trainingsprinzip 1: „Trainieren Sie ein- bis zweimal pro Woche. Jedes Training soll den ganzen Körper erfassen.“
Warum nicht täglich? Weil ein hochintensives Training (HIT) die Muskeln vorübergehend schwächt. Erhält der Muskel nicht ausreichend Zeit für die Regeneration, findet nicht nur keine Kraftentwicklung statt, sondern eine Schwächung. Die Praxis hat gezeigt, dass zweimaliges Training pro Woche eine kontinuierliche Steigerung der Belastung und damit der Muskel-/Kraftentwicklung ermöglicht. Wer regelmäßig und intensiv trainiert, erreicht am Ende seiner Aufbauphase meistens ein Kraftplateau – der Fortschritt stagniert. Die Muskeln sind stärker geworden, der Widerstand wurde laufend angepasst und das Arbeitsvolumen hat sich oft verdoppelt. Ein Verlängerung der Regenerationsphase sowie unsere Intensitätsmethoden bringen hier oftmals erneuten Fortschritt.
Warum nicht das Trainingsprogramm aufteilen? Zum Beispiel ein Training für den Oberkörper, das andere für den Unterkörper? Das hört sich logisch an und wird auch von vielen so praktiziert. Hier gibt es in der Tat unterschiedliche Meinungen. Die „alte Schule“ des Krafttrainings geht davon aus, dass der Körper eine Ganzheit, ein System von Abhängigkeiten, darstellt und dass nichts im oder am Körper geschieht, das ihn nicht als Ganzes betrifft und beeinflusst. Mein Mentor und Lehrer Arthur Jones erläuterte das so: „Du isst nicht dein Frühstück für die Beine, das Mittagessen für die Schultern und das Nachtessen für die Arme.“ Es gibt aber auch Wissenschaftler, die davon ausgehen, dass die Muskel-/Kraftentwicklung ein lokaler Prozess sei. Es gibt aber noch andere Argumente, die für das Ganzkörpertraining sprechen. Das werde ich anhand des zweiten Trainingsprinzips in der nächsten Reflex-Ausgabe erläutern.
Ihr Werner Kieser