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Projektbeschreibung: New Güllen – for sale!
Als Ausgangslage für die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden aus der Schweiz und aus China wurde das Stück „Der Besuch der Alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt ausgewählt. Die Geschichte aus der Zeit des Wirtschaftswunders von 1950 handelt von einer reichen, alten Frau, welche in ihr Heimatdorf zurückkehrt und für zwei Milliarden den Tod ihres früheren Geliebten verlangt. Dieser hatte vor Jahren bei Gericht ein gemeinsames Kind geleugnet und sie ins Verderben gestürzt. Nun verlangt sie Gerechtigkeit. Zunächst sind die Einwohner des Dorfes empört über das Angebot, beginnen aber zunehmend auf Kredit zu leben. So bringen sie sich in die unausweichliche Lage ihren Mitbürger umzubringen, um an das versprochene Geld zu gelangen. Das Stück behandelt zentrale und aktuelle Themen unserer Gesellschaft wie Geld & Macht, Gerechtigkeit, Schuld, Kollektiv & Individuum und den Verfall von Moral. Jede der fünf Gruppen wählte eines dieser Themen aus und interpretierte es auf eigene Art und Weise. Die Wahl des Mediums war frei und ergab sich aus der Konstellation der unterschiedlichen Disziplinen innerhalb der Gruppen.
Entstanden ist die performative Ausstellung mit dem Titel „New Güllen – for sale!“. Sie bestand aus fünf Teilen, welche am 2. September 2011 in einem Park nahe der Akademie präsentiert wurden. Der Park als Aufführungsort symbolisierte das Dorf „Güllen“ aus dem Stück. Am Eingang des Parks erhielten die Besucher „gelbe Schuhe“, welche in Dürrenmatts Stück als Symbol für die mehr und mehr korrumpierten Bewohner von Güllen stehen. Die Besucher folgten einem Parcours mit verschiedenen Stationen, darunter eine Seebühne, ein Teehaus und ein verstaubter Rummelplatz. Diese unterschiedlichen Orte waren Schauplatz für die fünf Stationen der Ausstellung – einer Tanzperformance mit dem Titel „The Tribunal“, der Inszenierung „Smile Land“, der interaktiven Installation „KILL ILL“, der Ausstellung mit Theaterfragmenten unter dem Titel „The Power of Transformation“ und der performativen Installation „Made by Claire“. Die Ergebnisse waren beeindruckend, die rund 200 Zuschauer fasziniert und die Projektteilnehmer glücklich über die lehrreichen fachlichen und interkulturellen Erfahrungen.