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Basel, um 1721
Maler: Johann Rudolf Huber (1668-1748)
Malerei auf Pergament, später auf Tannenholz
aufgezogen und gefirnisst. Rückseite parkettiert
H. 39,9 cm, B. 25,8 cm, T. 0,5 cm
Inv. 2007.324.
In herrschaftlicher Pose präsentiert sich der Basler Anatomieprofessor Johann Rudolf Zwinger (1692-1777) auf diesem kleinformatigen, auf Pergament gemalten Bildnis: Der Mode der Zeit entsprechend mit Allongeperücke und blauem, weitem Umhang über weissem Hemd bekleidet, erscheint der etwa Dreissigjährige im fensterartigen Ovalmedaillon eines Wandausschnitts, vor dem rechts oben ein grüner Vorhang drapiert ist. Er richtet den Blick auf den Betrachter und weist mit seiner rechten Hand auf den vor der Brüstung angeordneten Totenschädel. Zusätzlich deutet das vom linken Bildrand überschnittene, aufgeschlagene Anatomiebuch mit der Abbildung von Lunge und Herz auf die Profession des Dargestellten hin: Johann Rudolf Zwinger hatte nach seiner neunjährigen Tätigkeit als Professor der Logik seit 1721 bis 1724 den Basler Lehrstuhl der Anatomie sowie Botanik und ab 1725 denjenigen für praktische Me- dizin inne. Es liegt daher nahe, dass dieses Bildnis mit den Verweisen auf seine anatomische Tätigkeit Anfang der 1720er Jahre entstanden ist. Dem konservativ eingestellten Wissenschaftler kam stets der berühmte Name seines Vaters, des Medizinprofessors und Stadtarztes Theodor III. Zwinger, zugute. 1723 wurde der Porträtierte Mitglied der Leopoldinischen Akademie der Naturforscher und gründete die Socie- tas physico-medica Helvetica.
Johann Rudolf Huber (1668-1748), dem dieses Porträt zuzuschreiben ist, gilt als einer der erfolgreichsten Schweizer Porträtisten des Barock. Er selbst rühmte sich damit, über 5'000 Bildnisse geschaffen zu haben. Huber hatte im Alter von 14 Jahren seine Ausbildung beim Basler Porträtisten Hans Kaspar Meyer begonnen und 1684-87 in Bern an der Privatakademie des Miniaturisten und Historienmalers Joseph Werner fortgesetzt. Nach seinen sechs Wanderjahren in Italien kehrte er über Frankreich nach Basel zurück.
Nachhaltig wirkten die französischen Hof- und Gesellschaftsmaler wie Pierre Mignard, Hyacinthe Rigaud und Nicolas de Largillière auf seine Bildniskunst. 1702 bis 1738, also auch zur Entstehungszeit des Porträts von Zwinger, war er vornehmlich in Bern als Porträtmaler tätig, da ihm im puritanisch gesinnten Basel die nötige Anerkennung fehlte.
Ein Bildnis des hoch betagten Johann Rudolf Zwinger von der Hand Joseph Esperlins aus dem Jahre 1771 befindet sich in der Porträtgalerie der alten Aula der Universität im Museum an der Augustinergasse in Basel.