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Die keltischen Völker haben Europa bis heute geprägt. Sie waren hoch entwickelte Völker mit ausgeprägten Kulturen, doch leider ist nur sehr wenig über sie bekannt, da es keine schriftlichen Überlieferungen über ihr Wissen und ihre Traditionen gibt. Die Kelten
finden lediglich Erwähnung in den Schriften des antiken Roms. Dennoch werden ein paar ihrer bekannten Bräuche bis heute praktiziert.
Keltische Mondfeste
Die Mondfeste spielten in keltischen Kulturen eine wichtige Rolle. So werden die Mondfeste als "Hauptfeste" der Kelten
betrachtet. Besonders der Vollmond war für die Kelten von existentieller Bedeutung. Dieser Zeitraum galt als überaus heilig, weshalb ihre wichtigsten Feste auch am Vollmond stattfanden.
1. Samhain
Ab der Nacht des 31. Oktober auf den 1. November beginnt der Zyklus des Samhain. Es markiert den Beginn des keltischen Jahres und die Menschen bekommen zu dieser Zeit leichteren Zugang zur Anderswelt, wo die Verstorbenen auf ihre Angehörigen warten. Die Anderswelt, die man inmitten von Seen oder im Meer vermutete, oder auf Hügeln zu entdecken glaubte, sollte in dieser Zeit leichter zu finden sein. Viele Menschen befürchteten, die Geister der Verstorbenen seien ihnen nicht wohlgesonnen und versuchten, sich zu verstecken oder zu verkleiden, damit sie nicht erkannt werden würden. Daraus entwickelte sich das Fest Halloween
, welches von irischen Auswanderern seinen Weg nach Kanada und in die USA fand. Daher verkleiden sich dort auch heute noch die Menschen, obwohl sie die wahre Bedeutung des Festes meist gar nicht mehr kennen.
Die Kelten sahen die letzte Ernte im Samhain-Fest, dazu wurde dem Ende des Sommers mit einem Feuer gehuldigt und der kommende Winter begrüsst. Die Dorfbewohner warfen Knochen in das Feuer und das Knochenfeuer wurde vom Dorfdruiden gesegnet, damit jeder etwas von diesem Feuer in sein Haus tragen konnte.
2. Lughnasadh
Das grosse Erntefest zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin Tailtiu wurde von dem Erntegott Lugh erschaffen, um seiner Ziehmutter zu gedenken, die ihr Leben den Iren geopfert hatte. So wurde das Brot aus der ersten Ernte gebacken als Dank für die guten Ernten. Genau wie an Samhain wird an Lughnasadh die Verbindung zur Anderswelt gesucht. Mit Wein und einem Schlachtfest begannen die Kelten diesen Tag. Mit Strohpuppen, die im Feuer verbrannten, wurde der sterbende Korngott symbolisiert.
3. Imbolc
Zu diesem Fest wurden Brigidkreuze von Hand geflochten und die Kelten streuten Salz, um das Haus zu reinigen. Imbolc wird bis heute gefeiert und die Menschen tragen symbolisch Strohpuppen, die Brigid heissen, über die Flure und Dörfer. Man sagt, Brigid sei zwischen Flammen und Lichtsäulen auf einer Türschwelle geboren worden und stets sei sie von Flammen umgeben gewesen. Deshalb war sie für die Kelten die Hüterin des Feuers, welches sie über die Nacht bewachte. Der erste Frühlingsstrahl war ihr Pfeil, der die Erde erwärmte und die Pflanzen zum Leben erweckte. Das christliche Lichtmess-Fest (volkstümlich auch Mariä Lichtmess oder (veraltet) Unser Lieben Frauen Lichtweihe) ging aus Imbolc hervor.
4. Beltane
Beltane oder Beltaine markiert den Sommeranfang und da es sich um einen Feuerkult handelt, wurde seit Jahrhunderten das wichtigste Feuer an Beltane in County Westmeath entzündet. Ebenso wurde zu diesem Fest ein Baum geschmückt, unter dem man tanzte und feierte, weshalb der heutige Brauch des Maibaumaufstellens möglicherweise seine Wurzeln in diesem keltischen Fest hat. Schamanen
traten auch während Beltane wie an Samhain, Imbolc und Lugnasadh mit der Anderswelt in Verbindung und baten für die Bewohner um Schutz und Segen. Die Feste waren untrennbar mit einer Vielzahl von Gottheiten verbunden, zu deren Ehren sie abgehalten wurden. Der oberste Gott, der den Himmel
beherrschte und mit einem Feuerrad symbolisiert wurde, glich im Wesentlichen dem Gott Jupiter der Römer. Sein Name war TARANIS.
Weiterhin gab es einen bekannten Gott, den alle Stämme verehrten, der Gott des Krieges und der Kunst, welch seltsame Mischung der Neigungen! Er war wie auch Merkur ein Kriegsgott, symbolisiert mit einem Eber oder einem Adler. Sein Name war der wohl bekannteste unter den keltischen Göttern: TEUTATES, der "Allround-Gott".
Der feinsinnige Waldgott ESUS ist der Gott der Wälder und Pflanzen. Er wurde mit Mistelzweig und als Stier symbolisiert.
Über 400 Gottheiten, auch weibliche, sind aus der Keltenzeit bekannt. Es war also für fast jedes Anliegen ein Gott zuständig.
Als spirituelle Helfer sahen die Kelten Stiere, Adler, Widder und sogar Hunde. Auch Eule und Schwan, Hahn und Kranich waren für die Kelten besondere Wesen, mit denen sie spirituelle Energie verbanden. Ihre monumentalen Bauwerke sind zu einem grossen Teil erhalten geblieben, von Grabanlagen bis hin zu Stonehenge. Und die Kultur der Kelten ist in vielen Bräuchen noch bis in die Neuzeit erhalten geblieben. Die Kultstätten werden von tausenden Besuchern noch immer regelmässig besucht und die Sprache ist noch in wenigen Orten wie zum Beispiel in Wales ein lebendes Zeugnis der Ursprünge. Die Kelten oder auch Gallier, haben sich fast in ganz Europa niedergelassen und ihre Spuren hinterlassen. Eine bemerkenswerte Hochkultur, die das moderne Europa entscheidend geprägt hat.
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