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Vegane Ernährung in der Schwangerschaft
Mit einer rein pflanzlichen (veganen) Ernährung, die tierische Produkte in jeglicher Form ablehnt, einschliesslich Milchprodukte und Eier, ist nach Meinung der Fachleute eine ausreichende Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft auch bei sorgfältiger Lebensmittelauswahl nicht möglich. Bei einer veganen Ernährung sind immer eine spezielle medizinische Beratung und die Einnahme von Mikronährstoffsupplementen, v.a. Vitamin B12 notwendig.
Eine vegane Ernährung birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken für das Ungeborene – insbesondere für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Wenn das Gehirn des Neugeborenen durch den Vitaminmangel in der Schwangerschaft geschädigt ist, können selbst hohe Vitamingaben nach der Geburt den Schaden nicht mehr vollständig beseitigen. In Einzelfällen droht dem Kind eine lebenslange geistige Behinderung.
Vitamin B12 kommt fast ausschliesslich in Fleisch und Milchprodukten vor, in pflanzlichen Nahrungsmitteln dagegen nur in Spuren. Der hohe Bedarf eines Embryos an diesem Vitamin kann deshalb nicht gedeckt werden, wenn seine Mutter sich vegan ernährt, ohne Vitamin B12 in ausreichend hoher Dosis zu ergänzen. Während der Schwangerschaft steigt nämlich der Bedarf um das etwa Zehnfache (von 0,4 µg auf 4,5 µg) und die Dosis sollte deshalb ausreichend angepasst werden. Wenn eine Veganerin ihre Schwangerschaft in einem Vitamin-B12-Mangelzustand beginnt, kann eine wiederholte Gabe von 1 mg direkt per Spritze in einen Muskel den Speicher am schnellsten auffüllen und das Kind über die nächsten neun Monate und auch in der Stillzeit ausreichend versorgen. Etwas langsamer füllen sich die Speicher, wenn täglich 1 mg Vitamin B 12 über 4 Wochen geschluckt wird. Deshalb sollten vegan lebende Frauen mit Kinderwunsch frühzeitig ihren Arzt ansprechen und einen Bluttest auf Vitamin B 12 durchführen lassen. Das gilt auch dann, wenn die Schwangere noch nicht Symptome wie Blutarmut, Erschöpfbarkeit oder dezente neurologische Symptome zeigt.
Ausserdem ist es besonders wichtig, alternative Quellen für Vitamine, Proteine und Mineralien, v.a. Kalzium und Eisen, zu finden. Speziell mit Eiweiss angereicherte Nahrungsmittel, Hefeextrakte oder entsprechende Ernährungszusätze sind für schwangere Veganerinnen unentbehrlich. Strenge Veganerinnen brauchen auch zusätzlich Jod in der Schwangerschaft.
Sicherheitshalber sollten Sie sich in einer speziellen Ernährungssprechstunde beraten lassen, die es in jeder grösseren Stadt gibt. Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin kann Ihnen die nächstgelegene Beratungsstelle nennen.
Newsticker
Vegane Schwangere | 16.11.2020
Hat es Auswirkungen auf das Baby, wenn die Mutter in der Schwangerschaft komplett auf Fleisch und tierische Produkte wie Eier und Milchprodukte verzichtet? Eine aktuelle Studie aus Israel hat jetzt verschiedene Ernährungsweisen miteinander verglichen. Von 1.419 werdenden Müttern hatten sich 234 vegan und 133 vegetarisch ernährt, die restlichen 1052 ohne Einschränkungen. Sowohl bei vegetarischer als auch veganer Ernährung nahmen die Frauen in der Schwangerschaft deutlich seltener exzessiv viel Gewicht zu. Die Kinder von vegan lebenden Frauen waren bei der Geburt durchschnittlich 20% leichter, und mehr als zwei Drittel der Kinder hatte für die Schwangerschaftsdauer eine zu geringe Körpergrösse. Grund dafür sei den Forschern zufolge vermutlich, dass Veganerinnen häufiger untergewichtig sind, denn ein niedriger BMI ist ein bekannter Risikofaktor für ein geringeres intrauterines Wachstum. Die verschiedenen Ernährungsweisen hatten jedoch keinen Einfluss auf das Risiko von Frühgeburten oder eines zu geringen Geburtsgewichts von weniger als 2500 Gramm.
Letzte Aktualisierung : 13-04-19, BH