Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/827

Ob bei Verkehrsunfällen, Operationen oder auch Kriegsverletzungen: Seit Jahrzehnten suchen Forscher nach einem Mittel, das schwere Blutungen rasch stillt. Einem jungen Biomediziner aus New York, Joe Landolina, scheint dies gelungen zu sein. Er hat ein neuartiges Gel aus Meeres-Algen entwickelt, das innerhalb weniger Sekunden starke Blutungen stoppt.
Ein Netz legt sich über die Wunde
Das Wirkprinzip des Gels beruht auf einer chemischen Reaktion. Wird das Gel an den Rand der Wunde gespritzt, passieren zwei Dinge: Zum einen verbinden sich die Moleküle des Gels zu einem dichten Netz, das sich über die Wunde legt und die Blutung sekundenschnell stoppt. Zum anderen beschleunigt das Gel die Produktion von Fibrin, dem körpereigenen Klebstoff, der zur Blutgerinnung produziert wird. Das Fibrin nutzt das vom Gel produzierte Netz als Gerüst, legt sich darüber und verschliesst so die Wunde dauerhaft. Auch dieser Vorgang braucht nur wenige Minuten Zeit.
Das Gel funktioniert nicht nur bei Wunden auf der Haut. Auch bei verletzten Organen und Arterien können mittels Algen-Gel die Blutungen gestoppt werden. Man erhofft sich darum nicht nur einen baldigen Einsatz bei Verkehrsunfällen oder Kriegsverletzungen, sondern auch bei Operationen.
Im Moment ist «Vetigel» allerdings nur für die Tiermedizin zugelassen. Der junge Erfinder hofft, 2016 die Genehmigung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die Humanmedizin zu erhalten, damit er mit Tests an Menschen beginnen kann.