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Nein. Jedenfalls nicht auf Deutsch.
Ich erinnere mich daran, wie wir im 1. Semester (Proseminar 1: „Einführung in die deutsche Sprachwissenschaft“) über diese Formulierung diskutierten, die damals hin und wieder vernommen wurde. Das war 1991. Inzwischen hat Sinn machen seine deutschen Varianten weitgehend verdrängt. Das hindert mich jedoch nicht daran, hier trotzig Widerstand zu leisten.
Sinn machen ist Englisch, und Englisch bleibt es. Auf Deutsch kann etwas
- Sinn ergeben.
- einleuchten. (Wie schön und bildhaft!)
- sinnvoll oder nachvollziehbar sein. (Eigentlich kann hier irgendein positives Adjektiv stehen.)
Ein wahrhaft üppiger (und hier nicht annähernd vollständig präsentierter) Strauss an Möglichkeiten. Natürlich drücken diese Varianten nicht alle dasselbe aus. Sie zeigen vielmehr zarte Facetten und Schattierungen, die mit dem Einheitsbrei von Sinn machen brutal zugekleistert werden. Es gilt nun, Varianten zu pflücken, die im Kontext angemessen ist:
- Diese Erklärung macht Sinn wird dann zu diese Erklärung leuchtet ein.
- Eine Massnahme, die Sinn macht, ist dann einfach angemessen.
- Eine Formulierung wird nachvollziehbar.
- Und was du sagst, ergibt einfach keinen Sinn.
In meinen Augen gehört Sinn machen zur übelsten Sorte von Anglizismen, weil es nach Denkfaulheit und Verarmung riecht. Als Nächstes übernehmen wir vermutlich die englische Tail-Question und sagen: „Diese Idee macht wirklich Sinn, macht sie nicht?“ Das klingt dann wie bei Asterix bei den Briten, nur dass es dort lustig war.
Zum Aufwerfen ist das manchmal, ist es nicht?