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Sonntag, 01. April 2012 um 11:11 Uhr
Befreiungsschlag durch sachlich geführte Debatte
Zürich, 12. März 2012. In den letzten Tagen haben zahlreiche Medien die Entschädigung von Doris Fiala als Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz kritisiert. Die Aids-Hilfe Schweiz und ihre Präsidentin stellen sich sachlich der emotional geführten öffentlichen Debatte. Die Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz nimmt das Heft in die Hand und hat zwei Massnahmen eingeleitet.
1. Sie hat das Gespräch mit der ZEWO gesucht und möglichst rasch um eine auf Fakten beruhende Bewertung gebeten, welche Entschädigung unter Berücksichtigung ihrer umfangreichen Aufgaben als Präsidentin aus Sicht der ZEWO gerechtfertigt wäre. Wichtig ist auch die Frage, wie viel die Mittelbeschaffungskosten betragen dürfen, und ob tatsächlich davon ausgegangen werden kann, dass der Turnaround eines in Not geratenen Hilfswerks mit einer ehrenamtliche Präsidentin zu schaffen ist.
2. Sie bittet die Medien, ihr Interesse einer Studie des Instituts für Verbandsmanagement der Universität Freiburg (VMI) zu widmen: Die Studie mit dem Titel „Gehaltsstudie 2011 - Vergütung von Führungskräften in Nonprofit-Organisationen“ kann im Internet unter http://www.vmi.ch/index.php?idnav=354 bestellt werden.
Gemäss dieser Studie arbeitet die Präsidentin der Aids-Hilfe Schweiz 4mal so viel, wie der Durchschnitt der Nonprofit-Organisationen. Andere Nonprofit-Organisationen, deren Präsidenten einen vergleichbaren Arbeitsaufwand haben, zahlen eine Entschädigung von mehr als 50‘000 Franken. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie ersehen Sie untenstehend.
Die wichtigsten Ergebnisse der VMI-Gehaltsstudie 2011:
- Die durchschnittliche Arbeitszeit von Präsidenten in NPOs beträgt 15 Stunden im Monat.
- Die mittlere Arbeitsbelastung ist bei Präsidenten von wirtschaftlichen NPO am höchsten (20 Stunden), bei Präsidenten von sozialen NPO am tiefsten (10 Stunden).
- 39 Prozent der Präsidenten in Wirtschaftsverbänden arbeiten mehr als 20 Stunden im Monat, 26 Prozent sogar über 50 Stunden,
- nur 20 Prozent der Präsidenten von sozialen NPO arbeiten mehr als 20 Stunden im Monat und kein einziger mehr als 50 Stunden.
- 12 Prozent aller Präsidenten erhalten eine Entschädigung zwischen 20‘000 und 50‘000 Franken, 5 Prozent eine Entschädigung über 50‘000.
- Die Entschädigungen korrespondieren mit den unterschiedlichen Aufgaben und Arbeitsbelastungen der Präsidenten.
Auskünfte: Dr. Michael Kohlbacher, Geschäftsführer Aids-Hilfe Schweiz, 076 336 19 61