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Vincent Mortier sagte in einem Pressebriefing diese Woche, dass die Menge an Geldern, die in den letzten Jahren von Private-Equity-Häusern eingesammelt wurde, die Bewertungen in die Höhe getrieben hätten. Das wiederum habe den Firmen einen Anreiz gegeben, einander Vermögenswerte zu überhöhten Preisen abzukaufen.
"Wir befinden uns in einer grossen Blase auf den privaten Märkten", sagte Mortier. "Wenn ich eine extreme Analogie wähle, könnte man sagen, dass einige Teile des Private-Equity-Marktes gewissermassen aussehen wie ein Schneeballsystem, ein Pyramidensystem." In solchen Systemen, die auch als Ponzi-Schemes bekannt sind, werden Gewinne von neuen Investoren an schon bestehende Investoren ausbezahlt und der Eindruck erzeugt, es handle sich um Gewinne. Einer der bekanntesten Ponzi-Betrüger der vergangenene Jahre war der New Yorker Financier Bernard Madoff.
Gewinner der Niedrigzins-Ära
Privatmarkt-Anlagen waren weltweit mit die grössten Gewinner der Niedrigzinsen in den letzten zehn Jahren. Im vergangenen Jahr haben Buyout-Firmen laut einer Studie der Unternehmensberatung Bain & Co den Rekordwert von 1,1 Billionen Dollar in neue Deals investiert, befeuert von hohen Mittelzuflüssen und Bergen an nicht investiertem Kapital.
Amundi selbst hatte Ende 2021 rund 11 Milliarden Euro in Private Equity investiert, was nur einen Bruchteil der 2 Billionen Euro an verwaltetem Vermögen des französischen Unternehmens ausmacht.
"Die überwiegende Mehrheit der Deals wird derzeit zwischen Private-Equity-Playern abgeschlossen", so Mortier. "Ein Private-Equity-Unternehmen verkauft an ein anderes, das gerne einen hohen Preis zahlt, weil es viele Investoren an Bord geholt hat." Dank der Option, an Mitbewerber zu verkaufen, konnten viele Firmen Abwertungen der Vermögenswerte vermeiden. Dies, obwohl es zugleich einen Ausverkauf an den Aktienmärkten gab.
Weiter gute Gelegenheiten, aber keine Wunder
"Wenn sie wissen, dass sie einen Anteil an ein anderes Private-Equity-Haus für ein Vielfaches des Gewinns von, sagen wir, 20-mal, 25-mal oder 30-mal abgeben können, werden sie das in ihren Büchern natürlich nicht abschreiben", so Mortier. "Deswegen spreche ich von einem Schneeballsystem, weil es zirkulär ist."
Allerdings seien mit den richtigen Managern weiterhin gute Renditen erzielbar, so Mortier. "Mein Punkt ist nicht zu behaupten, Private Equity sei per se schlecht, es gibt einige sehr, sehr gute Gelegenheiten", sagte er. "Aber Wunder gibt es eben nicht immer."
(Bloomberg/cash)