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Nach der Besammlung am Bahnhof Sargans wurde die Exkursionsgruppe mit einem Bus zum Haupteingang von Fort Magletsch gefahren.
Das Artillerie-Fort Magletsch ("Der Hammer") wurde während des zweiten Weltkrieges erbaut und bildet den nördlichsten Eckpfeiler der Festung Sargans. Primäre Aufgabe des Artillerie-Fort Magletsch war die Abdeckung der Räume rheinaufwärts sowie in Richtung Wildhaus und in Richtung Feldkirch. Die obere Etage mit der Werkinfrastruktur und den Kampfständen war Ende Oktober 1940 teilweise bezugsbereit, der darunter liegende Unterkunftsteil mit dem Spital wurde 1943 fertig gestellt. Aufgrund der Wasserdurchlässigkeit des Gesteins wurden die gut 3,8 km langen Stollen des rund 13 Millionen Franken teuren Bauwerkes in ihrer ganzen Länge ausbetoniert.
Die Werkinfrastruktur war für 381 Mann ausgelegt und umfasste zwei Wasserreservoirs mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 1.6 Millionen Liter Trinkwasser, drei je 200 PS starke Sulzer Schiffsdiesel für die Stromproduktion, zwei Treibstofftanks zu je 100'000 l Diesel, eine leistungsstarke Lüftungsanlage sowie eine Telefonzentrale und sogar eine eigene Bäckerei, Wäscherei und ein Spital mit 70 Betten.
Aufgrund der Stilllegung grosser Artilleriewerke im Zuge der Armeereform 95 waren die Tage des Werkes Magletsch als Kampffestung gezählt. Das bereits seit Jahrzehnten als Artillerie-Ausbildungsanlage für Artillerie-Rekruten genutzte Werk Magletsch wurde für ca. 2,5 Millionen Franken umgebaut und am 30. Januar 1996 zur weiteren Nutzung freigegeben.
Heute dient Magletsch unterschiedlichen Zwecken: Mit seinen Ausbildungs- und Schiessplätzen und der modernen Unterkunft stellt das einstige Kampfwerk ein Musterbeispiel eines Miniaturwaffenplatzes dar. Für die an seltenen Blumen und Pflanzen reiche Abdeckung wurde ein Naturschutzkonzept erarbeitet und realisiert. Die obere Etage des Werkes kann als begehbare Anlage von nationaler Bedeutung, wie sie noch in den neunziger Jahren als Kampfwerk betrieben wurde, in geführten Gruppen besichtigt werden.
Nach der Besammlung vor dem Hauptportal führt uns der mit Lastwagen befahrbare Hauptstollen bis zur Drehscheibe. Von dort aus begeben wir uns über den ca. 150 m langen Schrägstollen zur rund 30 m höher gelegenen oberen Etage. In einem ehemaligen Munitionsmagazin wird den Besuchern ein Eindruck über die Bedrohungslage zur Zeit des Baues der Festung Sargans vermittelt. Anschliessend lernen wir die Infrastruktur des Werkes kennen: Filtergruppen, Werkstatt, Kraftstofftanks, den Maschinensaal mit den drei Sulzer-Schiffsdieseln, die Telefonzentrale, das Schiessbüro für die drei 10,5 cm Panzertürme, einen Beobachter- und einen Maschinengewehrstand, den Waffensaal, sowie zwei 7,5 cm rearmierte Bunkerkanonenstellung. Es werden Waffen der Festung Sargans gezeigt. Der Höhepunkt des Rundgang bildet die Besichtigung einer über 136 Treppenstufen erreichbaren Turmkanone Kaliber 10,5 cm.
|Erläuterungen zu den Munitionsarten||Waffensammlung in einem ehemaligen Munitionsmagazin|
|Die älteren Vereinsmitglieder erinnern sich noch an die Zeit|
|beim Arzt||beim Zahnarzt|

Oben:Das Geländemodell der Festung
Links. Ausschnitt aus dem Geländemodell der Festung Magletsch: unser nächstes Ziel, die Burgruine Wartau.
|Mehrbett-Unterkunft|
|Mehrbett-Unterkunft||Waschmaschine|
|Erdpfähle ("Sauschwänze") zum Befestigen von Stacheldraht||Transportkarren für Schienenbock (Panzerhindernis zum Einstecken in Strassen).|

Nach dem Imbiss in der Soldatenstube vor der Festung Magletsch wanderten wir ein kurzes Stück zur Burgruine Wartau, die sich in unmittelbarer Nähe der Festung befindet. Die Ruine liegt östlich von Gretschins auf gegen das Rheintal vorspringendem Felskopf. 5geschossiger, zinnengekrönter Bergfried mit angebautem Wohnteil, der bis auf Dachhöhe erhalten ist. Reste der Ringmauer umschliessen einen weiten Burghof. Zisterne im Hof. Um 1200 durch die Herren von Wildenberg erbaut, 1342 in Besitz der Freiherren von Belmont erwähnt. 1382 an Albrecht IV. von Werdenberg-Heiligenberg vererbt. 1402 an die Herrschaft Österreich verpfändet, 1414 an Friedrich VII. von Toggenburg verkauft. 1470 an die Grafen von Montfort-Tettnang verpfändet. Nach verschiedenen Besitzwechseln 1517 an den Stand Glarus veräussert. Danach aufgelassen. 1932 und 1983 konserviert.
|Blick von der prähistorischen Siedlungsstelle gegen die Burgruine.||Auf dem Anmarsch zur Burgruine Wartau|
|Neben der Burgruine befindet sich auch eine prähistorische Siedlung auf dem Felskopf. Der Kantonsarchäologe Dr. Martin Schindler erläutert die Situation.||Ansicht der Burg von Norden|