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Eine selbstbewusste Frau, die sich gegen dominante Männer behaupten muss: So wird Mary Stuart von Schottland in der neusten Verfilmung «Mary, Queen of Scots» dargestellt.
Filmkritik «Mary, Queen of Scots»
Regisseurin Josie Rourke inszeniert die jahrhundertealte Geschichte modern: Mit Transgender-Diener, multi-ethnischem Hofstaat und schwulem Ehemann.
Die beiden Hauptdarstellerinnen Saoirse Ronan und Margot Robbie überzeugen. Sie stellen Mary Stuart und Elizabeth I als starke, aber gleichzeitig verletzliche Monarchinnen dar.
Der Film ist zwar voller Morde, Liebschaften und Verschwörung. Hat aber trotzdem zu viele Szenen, in denen diskutiert, intrigiert und palavert wird. Das ist streckenweise ziemlich langweilig.
Kinostart: 17.1.2019
Verkörpert wird sie von Saoirse Ronan («Lady Bird»). «Mich als junge Frau inspiriert Mary», sagt Ronan. «Sie ist dafür eingestanden, was sie für richtig hielt. Auch wenn sie dabei andere vor den Kopf stiess.»
Mary Stuart
Mary Stuart kam 1542 auf die Welt. Mit nur sechs Tagen wurde sie Königin von Schottland. Aufgrund ihrer Abstammung hatte sie auch Ansprüche auf den englischen Thron.
Als sie genug alt war, um selber zu regieren, sass auf diesem aber Elizabeth I. Dies führte zu Spannungen. Dass Mary Katholikin war, Elizabeth aber Protestantin, machte die Angelegenheit nicht einfacher.
Auch die schottischen Fürsten lehnten sich gegen ihre eigene Königin auf. Mit 26 Jahren floh sie nach England. Dort verbrachte sie fast 20 Jahren in Gefangenschaft.
1587 wurde sie mit Elizabeths Zustimmung hingerichtet. Mary Stuart soll an Verschwörungen gegen die englische Königin beteiligt gewesen sein.
Die Geschichte um sie und ihre Rivalin Königin Elizabeth I. wurde schon oft erzählt. Und je nach Zeitgeist immer anders interpretiert.
«The Execution of Mary Stuart» 1895, Regie: Alfred Clark
Zum ersten Mal verfilmt wurde Mary Stuarts Schicksal bereits 1895. Zumindest ein Teil davon. Der berühmte Erfinder und Filmproduzent Thomas Edison drehte den 19 Sekunden kurzen Film. Eine damals übliche Länge.
Er konzentriert sich im Kurzfilm auf den Tod der schottischen Königin: Ihre Rivalin Elizabeth I liess sie 1587 köpfen.
Um dies realistisch darzustellen, verwendeten die Macher einen Stopp-Trick: Sie hielten die Kamera an, ersetzten die Schauspielerin auf dem Schafott durch eine Puppe. Und liessen die Kamera dann weiterlaufen.
Special Effects gab es davor noch nicht. Deshalb war dies ein Meilenstein der Filmgeschichte. Die Zuschauer glaubten damals, eine echte Enthauptung mitzuverfolgen.
«The Execution of Mary Stuart» gilt als erster Historienfilm der Geschichte.
«Mary of Scotland» 1936, Regie: John Ford
Hollywood-Star Katharine Hepburn spielt Mary Stuart – als uneingeschränkte Heldin.
Für die Rolle war sie eigentlich viel zu alt. Wie die meisten Mary-Darstellerinnen im Film. Während der Dreharbeiten war Hepburn 28-jährig. Die echte Mary Stuart war zu Beginn der dargestellten Ereignisse aber noch ein Teenager.
Regie führte John Ford, vor allem bekannt für seine Western («My Darling Clementine»).
Die positive Darstellung Marys könnte einen einfachen Grund gehabt haben: John Ford und Katharine Hepburn hatten eine Affäre.
«Das Herz der Königin» 1940, Regie: Carl Froelich
Die Nazis nutzten die Geschichte als Propaganda. Die englische Königin Elizabeth wird in diesem Film als eitel, illoyal und grausam dargestellt. Um den Kriegsgegner England zu verunglimpfen.
Mary Stuart hingegen dient als Vorbild für das deutsche Volk. Besetzt wurde die Rolle mit Zarah Leander – dem Star des nationalsozialistischen Kinos.
Diese Mary opfert sich für ihr Land. Genau das wollen die Nazis von der Bevölkerung: Dass sie für Nazideutschland bis in den Tod gehen.
«Mary, Queen of Scots» 1971, Regie: Charles Jarrott
Diesem Film merkt man an, dass er in einer Zeit der gesellschaftlichen Umwälzung entstanden ist.
In der Verfilmung mit Vanessa Redgrave zeigen sich erste kleine Errungenschaften der Frauenbewegung. Diese Mary Stuart ist sexuell freier. Auch ist sie nicht mehr so häuslich. Sie beginnt, sich zu wehren.
«Mary Queen of Scots» 2013, Regie: Thomas Imbach
Beim Schweizer Regisseur Thomas Imbach ist Mary Stuart selbstbewusst und eigensinnig.
Imbach konzentriert sich in seinem Film «Mary Queen of Scots» aus dem Jahr 2013 vor allem auf die Gedanken und Gefühle der jungen Königin.