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Keemun ist ein bekannter schwarzer Tee aus Anhui, China. In diesem Artikel erfährst du, seit wann es diese Sorte Tee gibt, wie die Herstellung abläuft und wie du ihn zubereiten kannst. In diesem Artikel stützen wir uns, wenn nicht anders angegeben, auf das Buch 中国茶经.
Mehr über Lapsang Souchong, einen weiteren berühmten chinesischen Schwarztee, findest du in diesem Artikel.
Keemun Schwarztee: Hintergrund
Dieser Tee ist nach dem Ort Qimen in der Provinz Anhui benannt, wo das Hauptproduktionsgebiet liegt. Diese Sorte gibt es seit dem Ende der Qing-Dynastie.
Im Jahr 1875 begann der Anbau von Schwarztee in der Region: einerseits brachte der aus dem Regierungsdienst entlassene Yu Ganchen aus Fujian das Wissen mit, dass sich mit Schwarztee gutes Geld verdienen liess. Er begann zunächst im Westen von Anhui, einen Schwarztee im Fujian-Stil zu produzieren. Da das Geschäft gut lief, weitete er den Anbau 1875 auf die Gegend um Qimen aus. Als dieser grossen Anklang fand, wechselten immer mehr Teeproduzierende der Gegend zur Schwarztee-Produktion.
Zur gleichen Zeit bemühte sich Hu Yuanlong, ein gebildeter Bauer aus der Gegend, sehr aktiv um Schwarztee in der Gegend. Er pflanzte in den Jahren 1854-1861 grossflächig Teepflanzen an und produzierte zunächst Grüntee. Als sich dieser nicht wie gewünscht verkaufte, lud er 1975 einen Teemeister aus Jiangxi ein, wo mit dem „Ninghong“ bereits seit ein paar Jahrzehnten Schwarztee produziert wurde. So verbesserte er nicht nur seine eigene Produktion, sondern lehrte auch die Teebäuerinnen und -bauern der Umgebung, wie man Schwarztee herstellt.
Verarbeitung von Qimen Hongcha
Die Teeblätter für hochwertigen Keemun pflückt man nach dem Standard „Eine Knospe, ein Blatt“. Dann werden die Blätter angewelkt und anschliessend bis zu dreimal gerollt. Daraufhin folgt die Oxidation, die bei etwas über 25°C geschieht und 2-3 Stunden dauert. Schliesslich trocknet man die Blätter in zwei Etappen: Zunächst bei Temperaturen über 100°C, dann beim zweiten Mal bei Temperaturen über 80°C. Die trockenen Teeblätter sollten eng gerollt und wie Augenbrauen gebogen sein, von der Farbe her sind sie schwarz und glatt.
Zubereitung und Geschmack
Keemun schmeckt frisch und intensiv, mit einem langen Nachgeschmack. Die Blätter haben einen Orchideenduft. Die Wassertemperatur für die Zubereitung sollte zwischen 90-95°C liegen und das Verhältnis von Teeblättern zum Wasser etwa 1:50 betragen. Wenn ihr also einen Gaiwan verwendet, der 120ml enthält, dann reichen zweieinhalb Gramm Tee aus. Für einen Aufguss im Gongfu-Stil beträgt die Ziehzeit ca. 45 Sekunden, beim Aufguss im Krug länger. Keemun kann man auch mit Milch trinken, da er seinen Geschmack dadurch nicht verliert.