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Informations sur le bâtiment / l'institution
Die südlich von Freiburg am linken Saaneufer errichtete Abtei Hauterive wurde 1132–1137 von Guillaume de Glâne (†1143) nach der Ermordung seines Vaters und Bruders sowie von Guillaume IV. von Burgund gegründet und von Zisterziensern des Klosters Cherlieu (Nordburgund) besiedelt. Eine erste Kirche wurde 1138 geweiht. In der Gunst des Adels, der Bischöfe von Lausanne und der Zähringer stehend, erlangte das Kloster eine wirtschaftliche und spirituelle Blüte. Nach dem Niedergang, der mit der Verschuldung im 14. Jahrhundert und der Plünderung durch die Berner (1386) und Savoyer (1448) einherging, und nach einem Brand im Jahr 1578 erfolgte unter Abt Guillaume Moënnat ein neuer moralischen und wirtschaftlichen Aufschwung, der mit einer regen Bautätigkeit im 18. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. 1848 wurde das Kloster unter der radikalen Regierung Freiburgs aufgehoben, nach einem Brand 1884 restauriert und 1939 von Mönchen aus der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau neu bezogen sowie 1973 wieder zur Abtei erhoben.
Die Konventbauten sind auf drei Seiten im Quadrat um einen Kreuzgang gruppiert, dessen vierte, nördliche Seite die Kirche bildet. Diese stammt im wesentlichen noch aus der Bauzeit von 1150–1160. Um 1250 wurde der romanischen Kirche eine gotische Fassade vorgesetzt. Der Chor wurde 1320–1328 auf den romanischen Mauern neu errichtet und mit Kreuzrippengewölben eingedeckt. Aus dieser Zeit stammt auch die von Guillaume d'Affry gegründete Nikolauskapelle am nördlichen Ende des Querhauses. Die Konventbauten wurden 1716–1768 nach Plänen des Architekten Franz Beer neu aufgerichtet. Der gotische Kreuzgang (1320–1330) blieb dabei in seiner ursprünglichen Gestalt erhalten.
Das dreischiffige und fünfjochige Langhaus besitzt ein unbefenstertes Mittelschiff mit einer durchgehenden Spitztonne, die bis ins Querhaus reicht. Arkaden öffnen sich auf die Seitenschiffe mit Querspitztonnen. Die Quadermalerei in den oberen Teilen des Schiffes stammt noch aus dem 13. Jahrhundert. Weitere Wandmalereien wurden im 15. Jahrhundert als Retabel ehemaliger Seitenältäre an den Pfeilern angebracht. Die Dekorationsmalerei mit Bandelwerk und Mauresken datiert aus der Zeit um 1595. In der Vierung und im ersten Joch des Schiffes steht das spätgotische Chorgestühl, das zu den schönsten der Schweiz zählt und dem Schreiner Claude de Peney zugeschrieben wird.
In den Chorfenstern haben sich mittelalterliche Glasgemälde erhalten. Mehrfach ausgebaut, versetzt und restauriert, haben sie sich nur in Teilen erhalten. Der folgenschwerste Eingriff erfolgte anlässlich der vorübergehenden Versetzung des grossen Chorfensters 1848 in die drei Chorfenster der Kathedrale Freiburg. Dabei passte der Zürcher Glasmaler Johann Jakob Röttinger die Fenster an, reinigte sie, verkaufte ganze Scheiben und ersetzte grosse Teile. Die heutigen Fenster beruhen auf der Rekonstruktion von Henri Broillet anlässlich der Rückführung ab 1931 und bestehen zu mehr als zwei Dritteln aus ergänzten Teilen. Das grosse Chorfenster zeigt in der unteren Hälfte Medaillons eines Vita-Christi-Zyklus (17 original), darüber sechs Heiligenfiguren (2 original). Die Reste von sechs Apostelpaaren sind in den Seitenfenstern verteilt. Die Datierung der Glasgemälde ist laut letzter Forschungen um 1340/50 anzusetzen (Parello 2004).
Bibliographie
Waeber-Antiglio, C. (1976) Hauterive. La construction d’une abbaye cistercienne au Moyen Age. Fribourg.
L’abbaye cistercienne d’Hauterive (1999). Patrimoine fribourgeois / Freiburger Kulturgüter 11.
Parello, D. (2004). Neue Lösungen zur Bildprogrammatik zisterziensischer Prachtbauten. In: Glas. Malerei. Forschung. Internationale Studien zu Ehren von Rüdiger Becksmann. Hrsg. von Hartmut Scholz/Daniel Hess/Ivo Rauch. Berin. S. 164–180.
Le cloître de l'abbaye d'Hauterive / Der Kreuzgang der Abtei Altenryf (2007). Patrimoine fribourgeois 17.
Lauper, A., Biffiger, S. et Beytrison, I. (2012). Abbaye cistercienne d'Hauterive. In: Fribourg/Freiburg, Valais/Wallis. Guide artistique de la Suisse. Bern: Soc. d'histoire de l'art en Suisse, p. 230–232.
Scheiwiller-Lorber, E.-M. (2014). "...gemäß den Regeln und Gesetzen der Ästhetik und der christlichen Kunst". Johann Jakob Röttinger: Ein Glasmalerpionier im Dienste des Historismus. Bern: Peter Lang. S. 244–246.