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Oktober/November 2019
Ich habe meine Mexiko-Reise wegen den vielen Fotos auf zwei Webseiten aufgeteilt. Diese Webseite beschreibt den ersten Teil meiner Reise nach Cancun, Tulum und Mexiko City. Den Link zum zweiten Teil findest Du hier und am Schluss dieser Webseite.
Mexiko war die erste Destination auf meiner Winterreise 2019/2020. Ich bereiste dieses Land das erste Mal, denn die Reisewarnungen der Schweizer Regierung schreckten mich bisher ab. Schiessereien zwischen Sicherheitskräften und Drogenbanden kämen häufig vor. Verschiedene Drogenbanden und andere kriminelle Gruppen bekämpfen sich gegenseitig. Entführungen mit Lösegeldforderungen und politisch motivierte Entführungen nähmen im ganzen Land zu. Ebenso sei das Risiko von Gewaltverbrechen und Überfällen in vielen Bundesstaaten sehr hoch. Nach eingehendem Analyse der Sicherheitslage und Hinweisen von anderen Reisenden habe mich entschieden, die Halbinsel Yukatan zu bereisen und einen Schweizer Kollegen in Mexiko City zu besuchen, der schon viele Jahr dort lebt.
Gleich vorweg: Sowohl in Mexiko City wie auch in Yukatan habe ich keine gefährliche Situation erlebt. Auf der ganzen Halbinsel Yukatan fühlte ich mich sehr sicher und konnte sogar nachts problemlos alleine unterwegs sein.
Cancun
Mit einem Direktflug flog ich nach Cancun, der grössten Stadt auf der Halbinsel Yukatan. Hier kaufte ich sogleich eine SIM-Karte und bezog Bargeld aus dem ATM. Die Strände und die meisten Hotels und Bars befinden sich in der ‚Hotel Zone‘, ein der Stadt vorgelagerter Landstreifen im Meer. Ein grosser Teil des Strandes wird von den riesigen Hotels vereinnahmt und war nicht frei zugänglich. Es herrschte eine sterile, künstliche Atmosphäre. Das typisch mexikanische ging hier meiner Meinung nach verloren und wurde durch eine austauschbare internationale Hotellandschaft ersetzt, die wohl vorallem Pauschaltouristen aus den USA und Kanada anzieht.
Tulum
Mein Kollege in Mexiko Stadt war noch in den Ferien, so dass ich ihn erst in einer Woche besuchen konnte. Ich reiste deshalb nach Tulum, das sich 131 km nördlich von Cancun an der Küste befindet.
Ich wohnte in der wenige Kilometer vom Strand entfernten Stadt Tulum, die einige gute Restaurants aufwies. Ein Restaurants hatte sogar den giftigen Pazifischen Rotfeuerfisch (englisch Red Lionfish) auf der Speisekarte. Diesem Fisch bin ich schon in Indonesien auf Raja Ampat und im Wakatobi Riff und in Tonga beim Schnorcheln begegnet, aber ich wusste nicht, dass man diesen Fisch auch essen kann.
Ein Restaurant hatte den giftigen Pazifischen Rotfeuerfisch (englisch Red Lionfish) auf der Speisekarte.
Am 1. November feierte Mexiko ausgiebig den Tag der Toten (Dia de los muertos). Hier herrscht nicht Trauer. Vielmehr ist es ein Fest, an dem die Toten aus dem Jenseits zurück kommen und mit den Lebenden bei Musik, Tanz und gutem Essen feiern. Überall im Land wurden kunstvolle Skelette und Totenschädel zusammen mit Esswaren ausgestellt.
Mit dem Fahrrad besuchte ich die wenige Kilometer entfernte Mayastätte, die erste von unzähligen archäologischen Zonen auf meiner Reise durch Mexiko, Guatemala und Belize. Diese war einmalig, da sie als einzige direkt am Meer lag. Vor der Ankunft der Spanier war Tulum ein bedeutender Hafen der Maya am Karibischen Meer.
Der Gemeine Schwarzleguan (engl. Black Spiny-Tailed Iguana) begegnete mir auf meiner Mexiko-Reise immer wieder.
Die Hotel Zone von Tulum mit dem Strand befindet sich neben der Mayastätte. Auf einer Schnorcheltour begegnete ich Rochen und Schildkröten, die wegen den regelmässigen Fütterungen die Scheu vor den Menschen verloren hatten. Eigentlich schaue ich mir die Tiere lieber in ungestörter freier Natur an.
Ein Steuerbarsch (engl. Brassy Drummer)
Amerikanischer Stechrochen (engl. Southern Stingray)
Eine Echte Karettschildkröte (engl. Hawksbill Sea Turtle), die über drei Amerikanische Stechrochen schwimmt
Um Tulum besuchte ich die ersten Wasserlöcher (Spanisch Cenotes), die auf der Halbinsel Yukatan zu Hunderten zu finden sind. Yukatan ist ein riesiges Karstgebiet, durch das die Flüsse unter- statt oberirdisch fliessen. Das Wasser ist erfrischend kühl und lädt zum Schwimmen ein. Die meisten Cenotes sind überirdisch, aber viele sind Höhlen, bei denen Tageslicht gar nicht oder nur durch ein kleines Loch in den Untergrund dringt.
Jede Cenote ist einzigartig, so dass der Besuch der vielen Cenotes auf meiner Mexiko-Reise immer wieder Überraschungen bot.
Um Tulum besuchte ich die Cenotes Labnaha, Casa Cenote, Gran Cenote, Cenote Zacil-Ha und die Cenote Carwash (Cenote Aktun Ha).
Cenote Labnaha
Die Cenote Labnaha wird wegen ihrem hohen Eintrittspreis von ca. CHF 35 kaum besucht. Vom Empfangsbüro an der Strasse fährt man mit dem Bus der Betreiberfirma ein paar Kilometer in den Wald hinein. Von einem Tor geht es ca. 15 Minuten zu Fuss zum Eingang einer Tropfsteinhöhle, wo ich Fledermäusen, Spinnen und einige Fischen begegnete.
Casa Cenote
In der Casa Cenote sah ich einen Alligator, der mich anfänglich sehr erschreckte. Er war aber ungefährlich, da er als Junges von den Eltern verlassen aufgefunden und von Menschen aufgezogen wurde. Mit den vielen Wurzeln im Wasser und dem Fischreichtum war diese Cenote sehr interessant.
In der Casa Cenote lebt ein ungefährlicher Alligator
Cenote Carwash (Cenote Aktun Ha)
Die Cenote Carwash heisst eigentlich Cenote Aktun Ha. Den Übernamen bekam sie, da sie gleich neben der Strasse von Tulum nach Coba liegt und früher als Autowaschplatz benutzt wurde. Die Sonnenstrahlen boten ein tolles Farbspektakel und einige Fische suchten zwischen den Wasserpflanzen Schutz. In dieser Cenote können Taucher zudem in weitere Höhlenbereiche vordringen.
Mexiko City
Nach sechs Tagen in Tulum flog ich nach Mexiko City, wo ich meinen Schweizer Kollegen traf, der schon viele Jahre als Direktor der Schweizer Schule in dieser Stadt lebt.
Quartier Coyoacán
Am ersten Tag machte ich mich auf Entdeckungstour durch das nahe Quartier Coyoacán. Es ist eines der ältesten Quartiere von Mexiko City und wurde schon in präkolumbianischen Zeiten besiedelt. Einerseits ist es ein kulturelles Zentrum mit Museen und dem Haus der bekannten Künstlerin Frida Kahlo, andererseits ist es eine ruhige Wohngegend mit Kopfsteinpflasterstrassen, Parks, Plätzen und vielen Restaurants und Cafés.
Die Franziskaner-Kirche San Juan Bautista ist eine der ältesten und schönsten Kirchen in Mexiko.
Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe
Am folgenden Tag besuchte ich mit einer Tour die Maya-Stätte Pirámides de Teotihuacán. Auf dem Weg machten wir bei der katholischen Kirche ‚Basílica de Nuestra Señora de Guadalupe‘ halt. Sie ist eine der berühmtesten katholischen Wallfahrtsorte Mexikos und empfängt jedes Jahr Millionen von Gläubigen. Bereits den Mayas war dieser Ort heilig, doch die Spanier zerstörten den dort stehenden Tempel und errichteten 1531/32 eine Kapelle, nachdem auf einem nahen Hügel dem Heiligen Heiligen Juan Diego Cuauhtlatoatzin die Jungfrau Maria erschien. 1709 wurde die Basilika eingeweiht. Vor allem verehrt wird der Umhang von Diego mit dem auf mirakulöse Weise erschienen Bild der Muttergottes von Guadalupe, der in der Kirche aufbewahrt wird.
Teotihuacán
40 km nordöstlich von Mexiko City entfernt, ist Teotihuacan die grösste und bedeutendste präkolumbianische Stadt in Mexiko. Zu ihrer Blütezeit in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends n. Chr. zählte sie bis zu 125‘000 Einwohner und war damit zu jener Zeit weltweit eine der grössten Städte.
Die Grösse der Pyramiden und des gesamten Komplexes war beeindruckend. Alle weiteren archäologischen Stätten auf meiner Reise durch Mexiko, Guatemala und Belize waren bedeutend kleiner.
Blick auf die ‚Strasse der Toten‘ vom Mond-Tempel aus gesehen. Die über einen Kilometer lange Allee zieht sich durch die gesamte Anlage.
Die Sonnenpyramide ist mit 65 Meter Höhe und einer Grundfläche von 222 m × 225 m die grösste in Teotihuacán und die drittgrösste weltweit.
Nach dem Besuch von Teotihuacán wurde als Teil der Tour ein Essen serviert. Dabei sangen Sänger traditionelle Lieder.
Anschliessend wurde unsere Gruppe in die Tequila-Produktion eingeführt. Das Ausgangsprodukt ist die Agave-Pflanze.
Mexiko City Zentrum
Am nächsten Tag besuchte ich das Zentrum von Mexiko City.
Catedral Metropolitana
Die Kirche mit dem vollständigen Namen ‚Catedral Metropolitana de la Asunción de la Santísima Virgen María a los cielos‘ ist mit 128 Meter Länge die grösste auf dem Amerikanischen Kontinent. Die Kirche wurde auf einem heiligen Bezirk der Azteken mit Steinen von zerstörten Azteken-Tempeln erbaut.
Templo Mayor
Der Grosse Tempel war der Haupttempel der mexikanischen Völker in ihrer Hauptstadt Tenochtitlan, dem heutigen Mexiko City. Er war gleichzeitig dem Kriegsgott Huitzilopochtli und dem Gott des Regens und der Landwirtschaft Tlaloc gewidmet. Für jeden Gott gab es einen Schrein an der Spitze der Pyramide, die über separate Treppen erreicht werden konnten. Wegen seiner enormen Grösse von 100 auf 80 Meter Grundfläche wurde die Basis des Tempels zwar über die Jahrhunderte überbaut, aber nicht vollständig zerstört. Anfangs des 20. Jahrhunderts begannen die Ausgrabungsarbeiten. Dank diesen Grabungen und Zufallsfunden im Zusammenhang mit Bauarbeiten in der Gegend kamen viele Artefakte und Überreste des Tempels ans Tageslicht. Das angeschlossene Museum stellt die Fundstücke aus.
Grabbeilagen
Der Monolith von Tlaltecuhtli wurde 2006 entdeckt. Die Gottheit Tlaltecuhtli wurde als Quelle alles Lebens angesehen und musste regelmässig mit Menschenopfer besänftigt werden.
Dieser Behälter in der Form eines Adlers, Cuauhxicalli genannt, wurde 1985 gefunden. In der Öffnung im oberen Teil wurden die Herzen der geopferten Menschen aufbewahrt.
Palacio Nacional
Der Palacio Nacional beherbergt die Büros des mexikanischen Präsidenten und des Finanzministeriums. Wie viele andere Gebäude wurde er anstelle des zerstörten Palastes des Azteken-Herrschers Montezuma II mit Steinen des Azteken-Palastes erbaut. Besonders sehenswert machen den Palast die Wandmalereien des mexikanischen Künstlers Diego Rivera über die mexikanische Geschichte von der Aztekischen Kultur über die koloniale Besetzung, Widerstände gegen die Obrigkeiten und Unterdrückung bis hin zu einer sozialistischen besseren Zukunft, die zu dieser Zeit (1929 – 1935) dem Zeitgeist entsprach.
Dieses Wandbild zeigt die Unterdrückung der Einheimischen.
Palacio de Bellas Artes
Der Palacio de Bellas Artes (Palast der Schönen Künste) ist ein bedeutendes Kulturzentrum in Mexiko-Stadt, wo Veranstaltungen und Ausstellungen in den Bereichen Musik, Tanz, Theater, Oper, Literatur, Malerei, Skulptur und Fotografie stattfinden.
Da mein Kollege wie ich ein Feinschmecker ist, wollten wir dem Restaurant Pujol einen Besuch abstatten. Gemäss der San Pellegrino Liste der weltbesten Restaurants ist es 2019 die Nummer 3 in Lateinamerika. Obwohl wir uns schon Wochen vor dem beabsichtigten Besuch um einen Tisch bemühten, waren unsere Reservationsversuche erfolglos. Auch beim 11.-platzierten Quintonil blitzten wir ab. Schlussendlich schlug mein Kollege das Restaurant Koma vor, wo Mikel Alonso und Gerard Bellver eine zeitgemässe baskische Küche inszenieren.
Der Tintenfisch schmeckte so gut wie er aussieht.
San Ángel Samstagmarkt
Am letzten Tag meines Mexiko-Besuches stöberte ich mit meinem Kollegen durch den nahen San Ángel Samstagmarkt. San Ángel ist ein weiteres Quartier mit Kopfsteinpflasterstrassen, baumgesäumten Strassen und grosszügigen Häusern. Am Markt stellen Künstler ihre Werke zum Verkauf aus. Unzählige kleine Läden verkaufen hochstehende kunsthandwerkliche Objekte, Dekorationsstücke, Schmuck, Kleider und ausgewählte Lebensmittel. Auch gute Cafés und Musikanten fehlen nicht.
Museo Soumaya
Nachmittags besuchte ich das private Soumaya Museum, das bedeutendste Kunstmuseum in Mexiko. Gegründet wurde es von Carlos Slim, dem wohlhabendsten Mann Lateinamerikas und einer der reichsten weltweit. Das Museum ist nach seiner verstorbenen Ehefrau benannt. Es beeindruckte mich mit seinen tausenden von Kunstwerken von vielen weltberühmten Künstlern und seiner Architektur, die den Besucher vom Eingang spiralförmig sechs Stockwerke nach oben führt.
Abends führte mich mein Kollege zu einem traditionellen Taco-Restaurant. Der dunkle Taco rechts im Bild wurde aus dem Mehl der blauen Maiskolbe hergestellt.
Von Mexiko City flog ich nach Guatemala City. Nach 8 Wochen in Guatemala und Belize überquerte ich Ende Dezember wieder die Grenze zu Mexiko. Den zweiten Teil meiner Mexiko-Reise findest Du unter diesem Link.