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Porto Alegres Herausforderung für die WM 2014
Die Implantierung einer U-Bahn und die Reurbanisierung des Guaíba-Ufers sind die primären Herausforderungen der Gaúcho-Hauptstadt.
Gegründet 1772 am Guaíba-Fluss, ist Porto Alegre die meridionalste Hauptstadt Brasiliens und auch die mit dem höchsten Prokopf-Einkommen in der Südregion. Dreimal wurde sie von der UNO zur brasilianischen Metropole mit der besten Lebensqualität gewählt – die Stadt hat im Durchschnitt 17 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner!
Die Stadt kann auf zwei Stadien zurückgreifen – ausserdem auf Publikumszahlen und Einnahmen, welche die von der FIFA erwarteten notwendigen Anpassungen garantieren können. Was für andere Städte ein Grund zur Freude sein würde, hat sich in der Gaúcho-Hauptstadt als Problem erwiesen, und zwar deshalb, weil die FIFA die Benutzung nur ein Stadion pro Stadt erlaubt, um die Übertragungen der Spiele zu konzentrieren – im Fall Porto Alegre gehören die Stadien zwei Team-Rivalen!
Das Stadion „José Pinheiro Borda“, bekannt als „Gigante da Beira-Rio“ (Riese vom Flussufer) gehört dem „Sport Club International“, dem „Inter“. Um die Partien der „Copa“ zugeschanzt zu bekommen, wird das Stadion bereits reformiert. Das „Estádio Olímpico Monumental“ dagegen gehört dem „Grêmio Foot-Ball Porto Alegrense“ – dieses Team verlässt sich seinerseits auf die Neukonstruktion einer Arena für multiple Nutzung an der Ausfahrt der Stadt, dort wo die Bundesstrasse BR-116 die neue BR-448 kreuzt. Die Bauarbeiten sind Teil eines Planes zur Urbanisierung, welcher Residenz- und Geschäftsgebäude, Schulen und Dienstleistungseinrichtungen einbegreift.
Die beiden konkurrierenden Projekte gehen weit über ihre sportlichen Ansprüche hinaus. Sie sind beide eingebunden in Programme zur Urbanisierung und Wiederbelebung ihres Umfeldes. Nach der Wahl wird man den Plan sämtlicher Veränderungen, sowie die finanziellen Mittel für die entsprechenden Investitionen definieren.
Die Stadt eignet sich besonders für Business-Tourismus und Events – aber sie wartet auch mit ein paar interessanten Postkartenmotiven auf, wie dem Denkmal des „Laçador“ (Lassowerfer) oder der „Usina do Gasómetro“ (antike Fabrik). Sie ist umgeben von viel besuchten Destinationen, wie Novo Hamburgo, und sie liegt nur zirka 100km von der Touristenroute der „Serra Gaúcha“ entfernt, auf der man auch die berühmten Orte Gramado und Canela anfahren kann.
Der grössere Touristenstrom aus dem Ausland sind nicht etwa Europäer oder Asiaten, sondern solche aus den Nachbarländern, aus Argentinien, Uruguay und Paraguay, und die wollen dort in erster Linie einkaufen. Ein weiter zu entwickelndes Potential ist der Business-Tourismus, denn Porto Alegre ist ein bedeutendes Zentrum für diverse Aktivitäten auf den verschiedensten Gebieten. Für den Empfang seiner Touristen präsentiert Porto Alegre heute 80 Hotels der besten Ketten, mit mehr als 12.700 Betten. Auch die kleinere Hotelerie, wie Fazenda-Hotels und Pousadas, rund um die Stadt, hat inzwischen ihr Bettenangebot erweitert.
Die metropolitane Region von Porto Alegre umfasst mehr als 30 Munizipien, die mit der Hauptstadt durch die Bundesstrassen BR-11 und BR-290 verbunden sind. Optionen für den Publikumstransport sind die 330 städtischen und 1.8882 intermunizipale Buslinien – ausserdem ein Bahnsystem, dessen Erweiterung geplant ist, mit rund R$ 3,7 Millionen Kostenaufwand.
Die urbane Mobilitätsplanung der Region sieht die strategische Implantierung einer „Rede Estrutural Multimodal“ (Strukturelles Netz unterschiedlicher Transportmittel) vor, mit zeitlichem Horizont bis zu den Jahren 2013, 2023 und 2033. Die Stadt plant auch den Bau einer U-Bahn mit 37,4km Schienennetz und einer Kapazität von 80.000 Passagieren pro Stunde – jedoch wird bis zur „Copa“ lediglich die erste Phase fertig sein – mit 13,2km aber den Stadion-Zugang für die Besucher erleichtern. Ausserdem sind Erweiterungsarbeiten an den Strassen geplant, welche den Zugang zum Interior, nach Santa Catarina und nach Argentinien vereinfachen sollen.
Der internationale Airport „Salgado Filho“ befindet sich in der Nordzone von Porto Alegre, 15 Minuten vom Zentrum der Stadt – er fertigt pro Tag zirka 13.000 Passagiere ab und ist der bedeutendste Flughafen des Südens – gegenwärtig wird er vergrössert, die Planung wurde bereits vor der Kandidatur der Stadt für die „Copa“ entworfen. Das Projekt sieht eine Erweiterung der gegenwärtigen Piste von 2.700 auf 3.500 Meter und inzwischen auch eine allgemeine Verbesserung des Service für den Worldcup.
Es steht in erster Linie die Verbesserung der urbanen Infrastruktur auf dem Plan für die nächsten vier Jahre, mit zwei grossen Projekten: die Implantierung einer U-Bahn und die Urbanisierung des Ufers des Rio Guaíba.
Nicht weniger wichtig ist allerdings die Errichtung eines neuen Stadions bis zum Jahr 2013. Eine weitere Herausforderung ist es, die existierende Rivalität zwischen den beiden traditionellen Gaúcho-Teams (Grêmio und Inter) in den Griff zu bekommen und somit zu einem Konsens hinsichtlich des Stadions zu gelangen, in dem die Copa-Partien von Porto Alegre ausgetragen werden sollen.
Die von der FIFA verlangte Infrastruktur für den Worldcup 2014 war Thema der 16. „SERGS DEBATE“, ein Event, der von der „Sociedade de Engenharia do Rio Grande do Sul (Sergs) “ im Oktober 2008 im Hotel Plaza São Rafael / Porto Alegre veranstaltet wurde. Die Debatte konzentrierte sich auf die Zugangsforderungen und die urbane Mobilität, sowie die anlässlich des Worldcup gebotene Gelegenheit zur Entwicklung des Bundesstaates Rio Grande do Sul.