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Wir alle kennen sie: grosse Wildkatzen wie Löwen, Tiger oder den Puma. Doch gibt es auf der Welt auch unzählige kleinere Wildkatzen, die nur Wenigen bekannt sind. Eine davon ist die Schwarzfusskatze, eine Katzenart, die ausschliesslich in der Trockenzone des südlichen Afrika vorkommt. Sie ist nicht nur die kleinste afrikanische Katzenart, sondern auch die seltenste.
Die Schwarzfusskatze ist nicht nur die kleinste Katzenart von Afrika, sondern gehört zu den kleinsten Katzenarten überhaupt. Männchen werden ohne Schwanz in etwa 36,7–43,3 Zentimeter gross und sind somit um einiges kleiner als eine durchschnittliche Hauskatze, die eine Rumpflänge von rund 50 Zentimetern erreicht. Auch der Schwanz der Schwarzfusskatze ist mit einer maximalen Länge von knapp 20 Zentimetern rund fünf bis zehn Zentimeter kürzer als der einer Hauskatze.
Eine männliche Schwarzfusskatze erreicht ein Maximalgewicht von 2,45 Kilogramm, während das einer Hauskatze durchschnittlich bei vier Kilogramm liegt. Weibliche Schwarzfusskatzen sind etwas kleiner und somit auch leichter als die Männchen.
Um das Aussehen der Schwarzfusskatze zu veranschaulichen hier ein Foto:
Entgegen dem Namen hat eine Schwarzfusskatze keine komplett schwarzen Füsse. Lediglich die Ballen an der Unterseite der Pfoten sind schwarz. Die Oberseite des Fusses ist mit hellbräunlichem Fell bedeckt und lässt somit nicht auf den Namen schliessen.
Das Hauptverbreitungsgebiet der Schwarzfusskatze sind die trockenen Savannen von Südafrika, Namibia und Botswana. Eher selten trifft man die Tiere auch in Simbabwe und im äussersten Süden von Angola an. Zwar mögen sie es trocken, dennoch findet man die Katzen nicht in Wüstenregionen vor, dafür aber in Höhenlagen von bis zu 2000 Meter über Meer.
Leider ist auch die Schwarzfusskatze in ihrem Lebensraum immer mehr bedroht. 2002 wurde sie daher von der «Roten Liste gefährdeter Arten» als «gefährdet» eingestuft, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass die Schwarzfusskatze in naher Zukunft aussterben wird. Da diese Katzenart den Leuten kaum bekannt ist, fehlt es leider oft auch an Spendengeldern, die helfen könnten, diese Art zu erhalten. Daher widmet sich bisher auch nur eine Organisation aktiv dem Schutz dieser Tiere.
Wer jemals eine Schwarzfusskatze in ihrem natürlichen Umfeld zu Gesicht bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Die kleinen Wildkatzen machen es einem nämlich äusserst schwer, sie ausfindig zu machen.
Nicht nur sind sie äusserst scheu, sie sind auch nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in ihrem Bau. Diesen graben sie in der Regel nicht selber, sondern übernehmen verlassene Bauten von anderen Tieren. Allerdings sind sie Meister darin, bestehende Bauten zu erweitern. Manchmal übernehmen Schwarzfusskatzen sogar verlassene Termitenhügel, was ihnen bei der lokalen Bevölkerung den Namen «Ameisentiger» eingebracht hat.
Schwarzfusskatzen sind durch ihre Anpassung an ihren trockenen Lebensraum nicht darauf angewiesen, Wasser zu trinken. Zwar trinken sie Wasser, wenn es verfügbar ist, aber sie können ihren Wasserbedarf alleine durch ihre Beute abdecken. Diese besteht im Wesentlichen aus kleineren Tieren wie Mäusen oder Vögeln. Mit 250 Gramm Fleisch pro Tag ist ihr Nahrungsbedarf höher als der einer normalen Hauskatze. Auch haben Schwarzfusskatzen keinen grossen Drang zu klettern und bleiben lieber in Bodennähe.
Über die Fortpflanzung von Schwarzfusskatzen ist bisher noch sehr wenig bekannt. Man weiss, dass sie nach einer Tragzeit von 63 bis 68 Tagen etwa zwei bis vier Jungen zur Welt bringen und diese sich schneller entwickeln als Jungtiere von Hauskatzen. Verwunderlich ist das nicht, denn in ihrer rauen Umgebung ist es ein entscheidender Vorteil, wenn Jungtiere sehr schnell erwachsen werden. Um möglichen Fressfeinden zu entgehen, zieht die Schwarzfusskatzenmutter mit ihren Jungtieren etwa alle sechs bis zehn Tage in ein neues Versteck.