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Adventskalender 2016

Adventskalender am 2. Dezember: Dumoulin gegen Planckaert – der spannendste Zweikampf des Jahres
|02.12.2016|

In manch anderer, weniger beachteter Rennserie war dies 2016 anders, und hier sticht besonders die Coupe de France hervor. Samuel Dumoulin und Baptiste Planckaert lieferten sich in der französischen Pokalserie ein packendes Duell, das erst im letzten Rennen entschieden wurde, vor welchem die Kontrahenten nur durch einen einzigen Punkt getrennt waren. Diesen intensiven Zweikampf wollen wir heute noch einmal Revue passieren lassen.
Das Jahr 2016 markierte die 25. Saison der Coupe de France, die 1992 zum ersten Mal ausgetragen worden war. Zunächst konnten ausschließlich Franzosen Punkte für die Gesamtwertung erhalten, bevor ab 1999 dann auch ausländische Fahrer französischer Rennställe berücksichtigt wurden. Prompt holte sich Jaan Kirsipuu von der Equipe Casino, die später zu AG2R wurde, den Gesamtsieg. Der Este triumphierte 2003 erneut und blieb mit zwei Gesamtsiegen eine Weile alleiniger Rekordhalter. So lange, bis Samuel Dumoulin auf den Plan trat und sowohl 2012 (73 Punkte vor Julien Simon) als auch 2013 (6 Punkte vor Bryan Coquard) die Jahreswertung gewann.
Zur Saison 2016 trat eine Lockerung der Coupe-Regeln in Kraft, welche das packende Duell dieses Jahres überhaupt erst ermöglichte: Nicht-französische Fahrer nicht-französischer Mannschaften, die zwar auch früher an allen Rennen teilnehmen durften, aber keine Punkte erhielten, wurden nun ebenfalls im Klassement geführt. So erwuchs dem zum Ende dieser Saison 36-jährigen Franzosen Dumoulin mit dem acht Jahre jüngeren Belgier Baptiste Planckaert vom belgischen Team Wallonie Bruxelles-Group Protect ein neuer Rivale im Kampf um einen weiteren Erfolg in der Coupe de France.
(Ein Beitrag aus unserem Adventskalender des Jahres 2013)
In der folgenden Übersicht sind alle 16 Rennen der Coupe de France 2016 mit ihren jeweiligen Siegern aufgelistet. Dumoulin war mit vier Siegen der erfolgreichste Fahrer und der zweimal siegreiche Planckaert der einzige weitere Fahrer, der mehr als ein Rennen gewann. Punkte wurden aber nicht nur für Siege, sondern für die Top15 jedes Rennens vergeben (Punkteschlüssel: 50-35-25-20-18-16-14-12-10-8-6-5-3-3-3).
Datum Rennen Sieger 31.01. GP la Marseillaise Dries Devenyns (IAM) 19.03. Classic Loire Atlantique Anthony Turgis (COF) 20.03. Cholet - Pays De Loire Rudy Barbier (RML) 01.04. Route Adélie de Vitré Bryan Coquard (DEN) 03.04. Paris-Camembert Cyril Gautier (ALM) 14.04. GP de Denain Daniel McLay (FVC) 16.04. Tour du Finistère Baptiste Planckaert (WBC) 17.04. Tro-Bro Léon Martin Mortensen (ONE) 24.04. La Roue Tourangelle Samuel Dumoulin (ALM) 28.05. Grand Prix de Plumelec Samuel Dumoulin (ALM) 29.05. Boucles de l’Aulne Samuel Dumoulin (ALM) 31.07. La Poly Normande Baptiste Planckaert (WBC) 04.09. GP de Fourmies Marcel Kittel (EQS) 11.09. Tour du Doubs Samuel Dumoulin (ALM) 18.09. Grand Prix d’Isbergues Kristoffer Halvorsen (TJB) 02.10. Tour de Vendée Nacer Bouhanni (COF)
In den ersten Rennen zeichnete sch der spätere Zweikampf noch nicht ab, weil Dumoulin noch gar nicht punktete. Den „GP d'Ouverture“ in Marseille Ende Januar beendete er mit zehn Minuten Rückstand und bei den beiden März-Rennen stand er gar nicht erst am Start. Das gab Planckaert die Möglichkeit, sich früh einen nicht unerheblichen Vorsprung zu verschaffen, von dem er noch lange zehren sollte. Als Dritter in Marseille, wo er den Sprint um Platz drei hinter den Ausreißern Dries Devenyns und Thibaut Pinot für sich entschied, und Zweiter in Cholet, wo er sich im Massensprint nur Rudy Barbier geschlagen geben musste, sammelte der Belgier wertvolle 60 Punkte.
Anmerkung:
In diesen Übersichten sind die Renn-Ergebnisse von Dumoulin und Planckaert
aufgeführt, in Klammern die jeweils erhaltenen Punkte. Dazwischen steht
der fortlaufende Punktestand mit dem jeweiligen Vorsprung des Führenden.
Im Monat April hatte die Coupe de France mit sechs zumeist in Sprints entschiedenen Rennen ihre intensivste Phase, in welcher nun auch Dumoulin mitwirkte, der mit je einem ersten, zweiten, dritten und vierten Platz auch sehr erfolgreich war und insgesamt 133 Punkte sammelte. Doch auch Planckaert fuhr konstant in die vorderen Plätze, beendete sogar jedes einzelne April-Rennen in den Top7, was ihm noch einen Punkt mehr einbrachte. Ein besonders wichtiger Tag war für Planckaert jener bei der Tour du Finistère, als er Dumoulin auf den zweiten Platz verwies und seinen ersten Coupe-Tagessieg feierte. Seinen später zwischenzeitlich auf 93 Punkte angewachsenen Rückstand konnte Dumoulin bei La Roue Tourangelle merklich verkleinern. Dort hatte er sich gemeinsam mit Olivier Pardini und Julien Duval nach einem Angriff auf den letzten 15 Kilometer das Hauptfeld um Planckaert erfolgreich vom Leib gehalten.
Ende Mai stand die Belgium Tour auf dem Rennprogramm von Wallonie Bruxelles-Group Protect und das Continental Team wollte bei der wichtigsten Rundfahrt in seiner Heimat selbverständlich nicht auf seinen besten Mann verzichten. Planckaert wurde einmal Etappenzweiter, zweimal -vierter und Gesamtfünfter, verpasste allerdings am Wochenende des 28. und 29. Mai auch zwei Coupe-Rennen. Dumoulin packte diese Gelegenheit beim Schopfe und gewann sowohl den Grand Prix de Plumelec (im Sprint vor dem Vorjahressieger und seinem eigenen Teamkollegen Alexis Vuillermoz) als auch die Boucles de l’Aulne. Beide Rennen endeten mit Sprints von ca. 20 Fahrern und hätten wohl auch Planckaert gelegen. Doch so konnte Dumoulin zweimal 50 Punkte einstreichen und seinen Rückstand von 61 Punkten in einen Vorsprung von 31 Zählern umwandeln.
Zwei Monate nach dem Verlust seiner Führung zeigte Planckaert, dass er sich noch lange nicht geschlagen geben wollte, und gewann den Massensprint bei La Poly Normande, näherte sich dem diesmal Viertplatzierten Dumoulin auf neun Punkte an. Nachdem die Coupe-Kontrahenten beim stark besetzten GP de Fourmies (es siegte Marcel Kittel vor Nacer Bouhanni und Bryan Coquard) nicht viele Punkte geholt hatten, setzte sich Dumoulin mit seinem Sieg direkt vor Planckaert bei der Tour du Doubs, wo sie Teil einer siebenköpfigen Spitzengruppe waren, wieder etwas weiter ab. Doch Planckaert schlug beim Grand Prix d’Isbergues zurück, wurde dort Dritter hinter Kristoffer Halvorsen und Romain Feillu und kam gar bis auf einen Punkt an den Leader heran. Dumoulin hatte zu diesem Rennen nicht antreten können, da am selben Tag das Straßenrennen der Europameisterschaft stattfand, bei dem er als Vierter nur knapp eine Medaille verpasste.
Die Entscheidung um den Gesamtsieg in der Coupe de France 2016 fiel schlussendlich erst auf der Zielgeraden des letzten von insgesamt 16 Rennen. Sowohl Dumoulin als auch Planckaert mischten im Massensprint vorne mit, doch während der Franzose hinter Sieger Nacer Bouhanni Zweiter wurde, erreichte der Belgier nur den fünften Platz. So feierte Dumoulin mit 348 zu 330 Punkten seinen dritten Coupe-Jahreserfolg, während Planckaert sich durch seine konstant starken Leistungen immerhin einen WorldTour-Vertrag bei Katusha-Alpecin ergatterte. Auf gerade einmal 123 bzw. 122 Punkte brachten es der am Ende der Saison der Drittplatzierte Romain Feillu und Bryan Coquard, der den Preis des besten Nachwuchsfahrers bekam. Beste Mannschaft wurde HP BTP-Auber 93 zwei Punkte vor Armée de Terre und fünf vor Cofidis.

|02.12.2016|
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