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Eine Zürcher Brauerei hat relativ ahnungslos ihr Saisonbier nach einem ehemaligen nepalesischen König benannt. Das führte nun zu einem diplomatischen Streit mit dem ehemaligen Königreich im Himalaja.
Stellen Sie sich vor, Sie haben in ein Pfefferkorn oder eine Chilischote gebissen, und Ihre Zunge fühlt sich an, also ob sie in Flammen stehen würde. Zum Glück haben Sie ein Bier zur Hand, und ein Schluck verschafft Ihnen etwas Linderung. Der Geschmack, den Sie danach im Mund hätten, entspricht in etwa dem ungewöhnlichen Geschmack des Birendra-Biers, produziert von der in Zürich ansässigen Brauerei Turbinen Bräu.
"Einer meiner Brauer kochte daheim mit nepalesischem Pfeffer und dachte, das wäre fein, um in einem Bier benutzt zu werden. Wir versuchten es, und es funktionierte", sagt Adrien Weber, Gründer und Besitzer von Turbinen Bräu, gegenüber swissinfo.ch.
Nach drei Versuchen hatten die Brauer die richtige Mischung der Zutaten gefunden. Sie entschieden, 12'000 Flaschen als spezielles Frühlingsbier zu produzieren. Doch wie sollte es heissen? Nach einem Wochenende Recherchen über Nepal kam Weber auf den ehemaligen König Birendra Bir Bikram Shah.
"Ich dachte, er sei eine wichtige Figur in der nepalesischen Geschichte gewesen. Ich hatte mir Sorgen gemacht, dass er einen schlechten Ruf gehabt haben könnte, doch meine Recherchen zeigten, dass sein Erbe eher positiv als negativ war. Ich würde nie jemanden mit einem schlechten Ruf auf eines unserer Biere drucken", so Weber.
Doch es gab einen kleinen Haken: "Das Hauptproblem war, dass er auf allen Fotos so seriös aussah. Ich fand kein Bild von ihm, auf dem er lachte. Ich sagte dem Grafiker, er solle ihn sympathischer darstellen", erzählt der Brauer.
Unglückliche Nepalesen
Neben einem angedeuteten Lächeln wollte Weber den König aber auch mit einem Bier in seiner Hand zeigen. Und das war es schliesslich, was für die Nepalesen das Bierfass zum Überlaufen brachte und bei Royalisten im Himalajastaat wie auch bei Mitgliedern der Diaspora in der Schweiz für Unmut sorgte.
Ein ehemaliger König eines hinduistisch geprägten Landes mit einem alkoholischen Getränk in seiner Hand? Ein Nepalese sah das Bier in Zürich und schrieb einen Blogeintrag darüber. Dieser wurde von anderen aufgenommen, was schliesslich zu Online-Petitionenexterner Link führte, welche die Einstellung des Verkaufs des Birendra Biers forderten.
"Sie dachten, wir würden uns über ihren ehemaligen König lustig machen. Das ist aber überhaupt nicht der Fall", betont Weber.
Letzten Freitag nun rief Elisabeth von Capeller, die Schweizer Botschafterin in Nepal, Weber an und bat ihn, die Werbung von der Website seines Vertriebspartners entfernen zu lassen. "Sie erklärte, es gebe Proteste gegen die Schweiz, und ich müsse etwas tun, um ihre [der Auslandschweizer in Nepal] Sicherheit zu verbessern. Sie bat mich darum, die Werbung zu stoppen", sagt Weber.
"Die Botschafterin kontaktierte Turbinen Bräu am Freitag und bat sie darum, Informationen zu diesem Bier von ihrer Website zu nehmen", bestätigte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber swissinfo.ch.
Weber kam der Bitte nach. Doch er hat nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. "Die Schweizer Botschafterin sagte mir, es sei nicht gerne gesehen, dass der ehemalige König ein Bier trinke, aber ich weiss nicht, was die Verbindung sein soll. In Nepal gibt es zwei Brauereien, die Biere namens Everest und Gorkha produzieren. Deshalb bin ich etwas befremdet, dass sie dagegen sind."
Auf den Absatz sollte die Kontroverse um das Birendra Bier keinen Einfluss haben, schätzt Weber. "Der Wirbel in Nepal wird hier keine Auswirkungen haben, da die meisten Menschen in der Schweiz nicht wissen, wer Birendra ist. Wir werden die gesamte Charge in zwei bis drei Monaten verkaufen, dann ist das erledigt. Es ist nur ein Saisonbier."
(Übertragung aus dem Englischen: Christian Raaflaub)