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Dr. J. Königsberger: Erläuterungen zur Karte des östlichen Aaremassivs
In einer knappen, aber gut durchgeführten und mit einer Karte, einer Schotter-lageraufnahme und einer Tafel schematisierter Flußablenkungen belegten Untersuchung führt der junge Berner Gelehrte den Nachweis, daß die „ großartige Moränenlandschaft von Solothurn-Wangen " und der „ mächtige Endmoränenbogen des diluvialen Rhonegletschers " bei Wangen a. A. doch nicht so „ ungestört " vorliegt, wie es andere Forscher angenommen haben, sondern daß diese Hügel wesentlichen Veränderungen durch Flußläufe und Talbildungen unterworfen worden sind. Seine Beobachtungen faßt Nußbaum wie folgt zusammen: „ Die sogenannten verwaschenen Jungmoränen erweisen sich teils als frische Jungmoränen, teils als Altmoränen. Die bisher als fluviatil und interglacial gedeuteten liegenden Schotter sind als fluvio-glaciale Bildungen des diluvialen Aaregletschers aufzufassen, die jeweilen vor der Maximalausdehnung des Rhonegletschers in der Riß- und Würm-Eiszeit abgelagert worden sein dürften. Der allmählich vorstoßende Rhonegletscher hat jeweilen die westschweizerischen Flüsse, wie Sense, Aare und Emme, an seinem rechtseitigen Rande abgelenkt und sie zum Einschneiden neuer Täler veranlaßt, die heute als sogenannte Trockentäler erscheinen.Redaktion.
Dr. Joh. Königsberger: Erläuterungen zur geologischen und mineralogischen Karte des östlichen Aaremassivs von Disentis bis zum Spannort, mit Karte und Profilen. Freiburg i. B. und Leipzig. Spoyer & Kärner, Universitätsbuchhandlung, 1910.
Diese Arbeit des verdienstvollen Professors an der Universität Freiburg i. B. ist hervorgegangen aus Aufnahmen im Maßstab 1: 50,000 von 1894—1909, mit eigenen topographischen Nachträgen des Verfassers. In dieser langen Arbeitszeit hat Dr. Königsberger u.a. auch in diesem Jahrbuch Aufsätze auf diesem Gebiete veröffentlicht, nämlich: Kristallhöhlen im Hochgebirg, vol. 36, pag. 238 ff., und: Das Strahlen und die Strahler, vol. 39, pag. 262 ff. Aus beiden sind im ganzen drei