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Montag, 13. Mai 2019 06:30
Foto Pixabay.
Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Bundesamtes für Gesundheit BAG, zum Thema Strahlen im Flugzeug.
Herr Dauwalder, stimmt es, dass man im Flugzeug einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt ist?
Ja, das ist korrekt.
Steigt die Belastung mit der ansteigenden Flughöhe?
Wie hoch die Strahlenbelastung im Flugzeug ist, hängt vor allem von folgenden Faktoren ab: Von der Flugdauer, Flughöhe, Flugroute und der Sonnenaktivität.
Wie kommt es zu dieser Strahlenbelastung?
Ursache für die erhöhte Strahlenbelastung ist die kosmische Strahlung. Diese stammt von unserer Sonne, der Milchstrasse und von anderen Galaxien ab. Das Magnetfeld der Erde lenkt einen Teil der kosmischen Strahlung von der Erdatmosphäre ab. Diese Abschirmung ist am Äquator am stärksten und an den Polen am schwächsten. Deshalb ist die Strahlendosis auf Flügen über die Polarregionen höher. Auch die Sonnenaktivität beeinflusst die kosmische Strahlung. Sonnenwinde lenken einen Teil davon ab. Bei höherer Sonnenaktivität ist die Strahlenbelastung beim Fliegen deshalb tiefer.
Wieviel höher ist die Belastung im Vergleich zur natürlichen Belastung?
In 10 Kilometern Höhe ist die kosmische Strahlung rund 100-mal stärker als auf 500 Meter über Meer. Neben der verbleibenden kosmischen Strahlung ist man auf dem Boden aber auch anderen Arten von natürlicher Strahlung ausgesetzt: der terrestrischen Strahlung (das heisst Strahlung aus Boden und Fels) und natürlichen radioaktiven Stoffen, die wir mit der Nahrung aufnehmen. Das führt in der Schweiz zu einer durchschnittlichen Dosis von circa 1.1 mSv pro Jahr. Berücksichtigt man noch die durchschnittliche Dosis durch Radon und seine Folgeprodukte, kommen nochmals 3.2 mSv dazu. Ein Überseeflug (retour) führt aktuell zu einer Dosis von circa 0.06 mSv. Durch einen solchen Flug erhöht sich die mittlere jährliche Dosis durch natürliche Strahlung also um 1 bis 5 %.
Welche akuten Symptome kann eine erhöhte Strahlenbelastung im Flugzeug hervorrufen?
Die Strahlenbelastung im Flugzeug ist viel zu tief um akute Symptome hervorzurufen.
Wirkt sich die Strahlung langfristig auf die Gesundheit aus?
Grundsätzlich geht man im Strahlenschutz davon aus, dass jede Strahlenexposition eine Erhöhung des Krebsrisiko bedeuten kann und es keine Schwelle gibt, unter der keine Effekte auftreten. Für einen Retourflug nach Übersee ist die theoretisch berechnete Erhöhung des Krebsrisikos aber verschwindend klein. Für Gelegenheitsflieger ist die zusätzliche Strahlendosis pro Jahr sehr gering und kleiner als die Schwankungen, die bei der natürlichen Strahlenbelastung in der Schweiz vorkommen (zum Beispiel bedingt durch den Wohnort).
Wie kann man sich dagegen schützen?
Man kann sich nicht gegen die kosmische Strahlung im Flugzeug schützten. Da hilft nur nicht zu fliegen.
Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.
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