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In der zweiten Hälfte des Sommers, wenn schon viele Pflanzen verblüht sind, sorgt der aromatisch duftende Silberstrauch im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon für einen starken Auftritt. Die blauen Blütenrispen dieses trockenresistenten und anspruchslosen Zierstrauchs blühen von August bis September und sind eine wahre Freude für jeden Gartenliebhaber. Er bringt vor allem mit seiner filigranen und silbergrauen Belaubung ein südlich-mediterranes Flair in jede sonnige Gartensituation.
Der Silberstrauch (Perovskia atriplicifolia), auch Silber-Perowskie oder Blauraute genannt, ist eine Art aus der Gattung der Perowskien (Perovskia) und gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Perowskien-Arten liegt in Asien und reicht vom Nordosten Irans bis nach Belutschistan (Region im iranischen Hochland) und in den Nordwesten des Himalayas.
Der Gattungsname „Perovskia“ erinnert an den russischen General und Gouverneur namens L. A. Perovskij (1792 – 1856) der Provinz Orenburg. Orenburg liegt 1'230 km südöstlich von Moskau, unweit der Grenze zu Kasachstan. Das Wort „atriplicifolia“ leitet sich von „atriplex“, dem Gattungsnamen der Melden ab. Die Melden (Atriplex) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Das Wort „-folius“ steht für „blättrig“ und beschreibt damit die Form der Laubblätter, die jener der Melde ähneln. Den deutschen Namen verdankt die Pflanze ihrem grau bis silbrig erscheinenden Laub.
Der Silberstrauch wächst in seiner Heimat in Steppen und Trockenwäldern. Er wurde erstmals 1848 vom Botaniker George Bentham wissenschaftlich beschrieben.
Der Silberstrauch ist, je nach Sorte, ein bis zu 120 cm hoher Halbstrauch mit einem lockeren bis kompakten Wuchsform. Seine rundlichen, rutenförmigen, silbergrauen und sternhaarigen Triebe sind mit gelben Drüsen besetzt.
Von August bis September beschert uns der Silberstrauch eine Menge an blauvioletten bis hellblauvioletten Blüten. Sie wachsen zu 2 bis 6 Scheinwirteln (zusammengesetzter Blütenstand), die einen 30 bis 50 cm langen Blütenstand in Form einer kegelförmigen Rispe bilden.
Die 3 bis 6 cm langen, eiförmig-lanzettlichen, grau bis silbrig farbigen Blätter sind anfangs behaart und beiderseits mit Drüsen besetzt. Sie duften aromatisch.
Als Früchte werden vier kleine, braune Nüsschen gebildet, die von einem weissfilzigen Kelch umgeben sind. Sie sind eher unscheinbar.
Dieser Zierstrauch fühlt sich an warmen, vollsonnigen Standorten auf eher trockenem, gut durchlässigem und magerem Boden wohl. Sandig-kiesige oder sandig-lehmige Böden werden vom Silberstrauch bevorzugt, da diese Böden sehr durchlässig sind. Ein guter Wasserabzug des Bodens ist unabdingbar, da der Zierstrauch Winternässe nicht gut erträgt.
Seine silbergraue Erscheinung, die feine Laubtextur, der aromatische Duft der Blätter und die lange, sommerliche Blütezeit machen das Gehölz zu einem reizvollen Zierstrauch für den Stein- und Steppengarten, für Rosenbeete, Trockenmauern, Böschungen und mediterrane Gärten.
Der Silberstrauch ist ein guter Teamplayer. In Verbindung mit Salbei (Salvia), Katzenminze (Nepeta), Zistrose (Cistus), Bergminze (Calamintha), Wolfsmilch (Euphorbia), Prachtkerze (Gaura), Palmlilie (Yucca) oder Lavendel (Lavandula) entsteht ein mediterranes, üppiges Blütenbild. Grundsätzliche bilden auch sonnenliebende Ziergräser, wie zum Beispiel das Herz-Zittergras (Briza media), verschiedene Schwingel (Festuca), der Blaustrahl-Wiesenhafer (Helictotrichon sempervirens), die verschiedenen Federborstengräser (Pennisetum) und das Federgras (Stipa) gute Mitspieler. Malerisch verwischt der Silberstrauch durch seine schwungvolle Wuchsform (rutenförmige Äste) steife Linien und Grenzen im Garten.
An breiten Wegen, Treppen, entlang dem Rasen oder auf dem Balkon und der Terrasse gepflanzt, kommt das Ziergehölz voll zur Geltung und verwöhnt Augen und Nase zugleich.
Sehr gut kann der Silberstrauch auch in Gefässen auf dem Balkon oder der Terrasse gehalten werden. Kombiniert und arrangiert mit weiteren, mediterran erscheinenden Stauden und Kleinsträuchern wird eine südländische Stimmung geschaffen.
Der Silberstrauch wird von Bienen sehr gerne besucht und ist dadurch eine echte Bienenweidepflanze.
Der Silberstrauch zählt zu den Halbsträuchern, da nur der Grundstock der Pflanze verholzt. Die meisten jungen Triebe frieren im Winter zurück. Deswegen ist ein jährlicher, starker Rückschnitt im Frühjahr empfehlenswert. Die Triebe werden 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten.
In rauen Lagen ist ein Winterschutz im Wurzelbereich der Pflanze mit Laub und Tannenreisig empfehlenswert. So ist die Pflanze gut geschützt vor starkem Frost.
Ein im Gefäss gehaltener Silberstrauch benötigt eine gute Drainage. Diese kann zum Beispiel mit einer 2 bis 5 cm dicken Schicht Leca (Blähton), die mit einem Flies abgedeckt wird, gewährleistet werden. Selbstverständlich ist ein Winterschutz im Gefäss nötig. Der Grund ist darin zu finden, weil der Wurzelbereich viel stärker den tiefen Temperaturen und insbesondere den Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.
Ansonsten benötigt der anspruchslose Silberstrauch keine weitere Pflege.
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