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Kalksteppe ohne Quellen
Die Alp «Le Suchet» befindet sich im Waadtländer Jura unweit von der französischen Grenze. Wegen ihrer südöstlich exponierten Lage und dem kalkhaltigen Untergrund sind die Weiden eher trocken und karg. Die Weiden befinden sich auf flachgründigen Kalkböden und sind in den tiefer gelegenen Gebieten als lichte Waldweiden mit teils mächtigen Fichten bestockt, die das Landschaftsbild prägen. Die Alp verfügt über keine eigenen Quellen und ist deshalb ausschliesslich auf die Sammlung von Regen- und Schmelzwasser angewiesen. Die vier bestehenden Zisternen bei der Hütte und je eine im östlichen und westlichen Weidegebiet haben ein Fassungsvolumen von insgesamt 250 m3. Reichen diese Speicher nicht aus, müssen die Zisternen mit Wassertransporten versorgt werden. Obwohl Wassertransporte auch in der Vergangenheit immer wieder nötig waren, wurden diese durch die zunehmende Trockenheit der letzten 20 Jahre immer häufiger. Die kritischen Perioden waren meistens von Juli bis August.
Eigenversorgung statt Transporte
Im Rahmen einer Alpbewirtschaftungsplanung wurde festgestellt, dass der östliche Teil der Alp zu schwach beweidet wird und langsam verbuscht. Hauptgrund dafür war das fehlende Wasser in diesem Gebiet.
Die extrem heissen und trockenen Sommer 2015 und 2018 mit Wassertransporten von über 100 m3 waren schliesslich der Auslöser, ein Projekt zur optimierten Wasserversorgung zu starten. Der Weideverlust sowie der Transportaufwand führten zur Projektidee: Durch den Bau eines Wasserspeichers und neuer Tränkestellen sollten Wassertransporte vermieden, eine verbesserte Weideführung ermöglicht werden und damit das Tierwohl und die Futterqualität trotz Wetterextremen aufrechterhalten bleiben.
Wasserspeicherung und Tränkestellen
Aufgrund des Wasserverbrauchs durch Vieh und «Buvette» war es das Ziel, das Wasserspeichervolumen der Alp zu verdoppeln. Dabei galt es zu klären, ob transportable Zisternen und Tanks oder ein Speichersee gebaut werden. Schliesslich entschieden sich die Projektverantwortlichen aufgrund von ökonomischen Überlegungen und Standortkriterien für den Bau eines Speicherbeckens im oberen Bereich der nordwestlich gelegenen Weiden. Dabei war die Auswahl des Standortes ein entscheidender Faktor. Sowohl die Bodenbeschaffenheit wie auch Aspekte des Landschaftsbildes spielten eine massgebliche Rolle.
Wichtig war die Auswahl von Qualität und Farbe der Teichfolie zur optimalen Einbettung in die Landschaft. Bei der Standortplanung wurden zudem die Weideführung, der Wasserdruck für die Verteilung an die Tränkestellen sowie die Sicherheit von Tier und Mensch miteinbezogen. Zudem musste der Ort geeignet sein für die Sammlung von Schmelzwasser, um jenen Bereich der Weiden zu versorgen, der bisher zu wenig Wasser hatte. Durch die
Erschliessung des östlichen Weidegebietes kann neu eine zusätzliche Koppel zur optimierten Futternutzung gezäunt werden.
Langfristige Planung mit Nachbaralpen
Die Realisierung erfolgte im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die vier Alpen im Besitz der Gemeinde Rances und in Koordination mit der Alp La Poyette von der Gemeinde Ballaigues. So wurden zusätzliche Leitungen installiert, um die vorhandenen Quellen auf der Alp «La Sagne» besser zu nutzen und die Käserei «La Poyette» besser zu versorgen. Mit dem neuen Leitungssystem wurden alle Tränkestellen mit Schwimmern ausgestattet, um Wasserverluste zu vermeiden. Das Funktionieren der Schwimmer ist zwingend notwendig für das Gesamtsystem. Ein defekter Schwimmer kann trotz täglichen Kontrollen verheerende Folgen haben. Die Kontrolle und die Reinigung der Tränkestellen sowie die Entleerung der Leitungen im Winter und die jährliche Reinigung der Zisternen erfolgt durch den Hirten. Auf den Nachbaralpen wird für die Wasserverteilung mit Solarpumpen gearbeitet. Der Einsatz von Solarpumpen ist ökologisch und ökonomisch eine attraktive Lösung und hat sich auf einigen Alpen im Jura bereits bewährt.
Die Abhängigkeit vom Niederschlag bleibt grundsätzlich bestehen. Erhöhte Speicherkapazitäten, eine kluge Wasserverteilung und die Koordination mit den Nachbarbetrieben können aber grössere Schwankungen überbrücken, um Wassertransporte möglichst zu vermeiden.