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Der Vatikan lehnt bekanntlich das Konkubinat bis zum heutigen Tag generell ab, wie vielen Stellungnahmen von Papst Johannes Paul II. zu entnehmen ist. Halter gelangt demgegenüber zum Schluss, das Konkubinat könne aus sexualethischer Sicht kaum mehr abgelehnt werden, jedenfalls nicht generell. Diese Ansicht ist unhaltbar. Mit Halter zu sagen, ein Konkubinat sei verantwortbar, wenn man wirklich ehefähig und auch ehewillig sei, ist ein Unding. Wären die Konkubinen wirklich ehewillig und ehefähig, würden sie ja eine Ehe eingehen. Entgegen Halter ist die Ehe nicht wie das Konkubinat "eine unbefristete, treue Liebes- und Lebensgemeinschaft" (…) "mit ungewissem Ausgang". Die Ehe ist vielmehr eine klar befristete - nämlich lebenslängliche - Gemeinschaft mit durchaus gewissem Ausgang.
Entgegen der kirchlichen Lehre will Halter sodann die voreheliche Enthaltsamkeit "nicht verabsolutieren". Er plädiert dafür, dass sexuelle Beziehungen auch ausserhalb der Ehe gut und verantwortbar sein können. Dabei setzt er eine feste Freundschaft, ein Konkubinat und eine Ehe einander gleich, sofern soziale und sexuelle Treue erwartet werden könne. Diese Gleichsetzung ist ebenfalls unhaltbar. In der Ehe muss die Treue lebenslänglich sein. Gerade diese Treue wird in der festen Freundschaft und im Konkubinat gemeinhin nicht praktiziert; solche Beziehungen sind Karikaturen der Ehe, wie Papst Johannes Paul II. letzthin wieder klar betont hat. Sie fördern systematisch Verwahrlosung und Gewalt, namentlich unter den Jugendlichen, und höhlen das Institut der Ehe aus. Die kirchliche Soziallehre warnt daher mit gutem Recht vor solchen Modellen. Angesichts der zitierten Thesen Halters darf von seinem letzten Beitrag über Homosexualität, der noch erscheinen wird, kaum mehr viel erwartet werden.