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Objekt /

Adresse

Die ehemalige Tapetenfabrik am Zeltweg
und das Tomanische Gut
|erbaut||18. Jahrhundert|
|Hausname||Tapetenfabrik am Zeltweg "Hottinger Fabrique"||Abbruch||1939 (Tapetenfabrik)|
|Quartier(e)||Hottingen||Stadtkreis||7||PLZ||8032|
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Das ehemalige Anwesen der Familie Thomann, das
Tomanische Gut, eingegrenzt durch Zeltweg,

Gemeindestrasse und dem heutigen Beustweg sowie der heutigen Minervastrasse.
|Bildquelle||Müllerplan von Zürich 1793|
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Der Zeltweg in der
ehemaligen Gemeinde Hottingen

Dieser zog sich noch in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts durch Wies- und Ackerland mit Bauernhäusern, enthielt aber doch eine halbstädtische Häusergruppe, deren kommerzielle Bedeutung unsern Künstler offenbar veranlasst hat, sie im Bilde zu verewigen. Merkwürdigerweise hat gerade sie sich bis heute erhalten (Nr.33 und 35) und ist wohl manchem Passanten schon durch ihr etwas altertümlich verschlafenes Aussehen aufgefallen.
Aus den Notariatsprotokollen ergibt sich, dass die Häuserreihe mit einem Hinterhaus und grossem Grundstück das sogenannte "Thomann'sche Gut" bildete und vom Fabrikanten Hans Caspar Thomann, "wohlberühmtem Handelsherrn und Burger der Stadt Zürich" um die Mitte des 18. Jahrhunderts zu einer Seidenstoff-Fabrik umgeändert worden ist.
Nach dem Tode des Vaters führten die Söhne, Joh. Caspar, Hauptmann des Andelfinger Quartiers (1750-1830) und Joh. Ludwig (1752-1799) zunächst das väterliche Geschäft weiter, trennten sich dann aber 1785 oder 1786 in zwei Firmen und teilten auch die Liegenschaft, wobei Joh. Ludwig das "vordere", Joh. Caspar das "hintere" (bzw. südliche) Haus übernahm.
Beiden wurde die Krisenzeit der neunziger Jahre zum Verhängnis. Zuerst kam Joh. Ludwig, der Besitzer des vordern Hauses, in Konkurs, und 1799 folgte ihm der Bruder auf dem gleichen Unglückswege.
Das vordere Haus, das allein auf unserem Bilde erscheint, wurde vom Direktor Heinr. Muralt (ohne Zweifel einem der Gläubiger) übernommen und gelangte durch verschiedene andere Hände (M. Usteri nennt im "Vikari" einen Herrn Weerli als Tapetenhändler im Zeltweg) 1820 an Stadtseckelmeister Wilh. Meyer in der Limmatburg (1770-1840), der darin eine Tapetenfabrik einrichtete, die nach seinem Tode bis zirka 1874 - wahrscheinlich durch seine Witwe, eine geborene Esslinger, oder auf ihre Rechnung - weiter betrieben worden ist und dem Hause den Namen "Tapetenhof" eingetragen hat.
Quelle: Zürich - Bilder aus fünf Jahrhunderten (1450-1850), 1925
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|Bildtext||Der Zeltweg in der Gemeinde Hottingen um das Jahr 1779|
|Bildquelle||Tuschzeichnung von J.B. Bullinger um 1779|
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Die Familie Thomann und das Tomanische Gut

Bereits in den Jahren 1749 bis 1799 stand am Zeltweg, am ungefähren Standort der heutigen Liegenschaften Zeltweg 29-51, eine erste Fabrik. Diese Fabrik erzeugte Seidenstoffe und wurde von Herrn Hans Caspar Thomann und seinen Söhnen, Johann Caspar Thomann und Johann Ludwig Thomann, betrieben.
Das umliegende , und nicht etwa zu knapp bemessene Land, wurde nach dem Namen der Besitzerfamilie "Thomann" als "Tomanisches Gut" bezeichnet. Ähnlich der angrenzenden Landgüter der Familien Fierz mit dem "Fierzischen Gut" am Zeltweg (heute um Nr.40) sowie das Landgut der Familie Schulthess, dem "Schulthessen Gut" an der Gemeindestrasse.
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Die Hottinger Fabrique im
noch ländlichen Hottingen, am heutigen Zeltweg.

Gezeichnet über die Felder hinweg des Fierzischen-Gutes (heute etwa Zeltweg 30 bis 52)
|Bildquelle||Undatierte und anonyme aquarellartige Federzeichnung (Original: Baugeschichtliches Archiv Stadt Zürich)|
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Die Sammet-Wäberey im "Steinhaus"

1767 mietete Johann Caspar Thomann von Zürich stammend das "Steinhaus" am ehemaligen Hottingersteg um eine Samtweberei ("Sammet Wäberey") darin einzurichten. Dieses Gebäude, am heutigen etwaigen Standort des Schauspielhauses an der Rämistrasse 34, wurde ihm von niemand geringerem als vom Untervogt Notz von Fluntern vermietet.
Die Überlieferungen aus dieser Zeit bringen aber auch nicht geahntes an das Tageslicht. Hätten Sie gedacht, dass man sich bereits zu dieser Zeit Sorgen gemacht hätte wegen fremder und auswärtiger Arbeitskräfte? Dem war wirklich so, und auch die Familie Thomann musste dies feststellen und sich gegenüber der Gemeinde Hottingen rechtfertigen, als sie einen Arbeiter aus dem zürcherischen Theilingen (Aussenwacht heutige Gemeinde Weisslingen) einstellen wollte.
Aber die Familie Thomann konnte gut argumentieren, dass der "Frömbde Ma" seine Arbeiter aus Hottingen anlernen und instruieren soll. Und das war auch wirklich nicht einmal gelogen, denn die reichen Städter verstanden es zwar den Handel abzuwickeln, für das technische und handwerkliche Fachwissen waren sie aber meist auf auswärtige gelernte Arbeiter angewiesen.
Auf jeden Fall erhielt Thomann von der Gemeinde Gehör und für seinen auswärtigen Mitarbeiter die Nîederlassungsbewilligung, und dies wohlgemerkt gegen das geltende Gemeindegesetz. Aber auch der Bittsteller Thomann zeigte sich auch sonst gegenüber den Hottingern nicht kleinlich.
So kam es denn auch vor, dass er zusammen mit der benachbarten Familie Schulthess Wein stiftete¨. Oder wie beispielsweise am "Schwörtag" 1799 geschehen, gar für eine "freundschaftliche Abendmahlzeith" aufzukommen wusste.
Der Schwörtag wurde meines Wissens jährlich abgehalten, wobei der Stadt- resp. der Gemeindevorstand neu gewählt, der Bevölkerung vorgestellt und zugleich vereidigt wurde.
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|Bildtext||Das ehemalige Steinhaus vor der Stadtbefestigung beim Hottinger-Steg.|
|Bildquelle||Müllerplan von Zürich 1793|
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Die Tapetenfabrik am Zeltweg

Die ehemalige "Fabrique" genoss auf ihrem Gebiet einen guten und weit herum reichen Ruf. Nicht nur wegen der Qualität der gefertigten Ware auch der Schönheit und Kreativität wegen. Auch zeitgenössische bekannte Maler wie beispielsweise David Alois Schmid (1791-1861) schufen Bilder und Vorlagen für die Produktion von Tapeten. Seit 1810 lieferte Schmid regelmässig und in nicht geringer Anzahl seine Landschaftsvorlagen auch dort ab.
In den Jahren 1820 bis etwa 1874 hielt Wilhelm Meyer-Esslinger, seines Zeichens städtischer Säckelmeister, resp. nach seinem Ableben, seine Witwe die Leitung der Firma.
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|Bildtext||Die alte Tapetenfabrik am Zeltweg im Jahre 1904.|
|Bildquelle||Zürcher Wochen-Chronik vom 20. August 1904|
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Industriegebäulichkeiten die verschwunden sind

Alte Gebäulichkeiten, die wohl in Bälde verschwinden werden, stellt unser heutiges Bildchen dar. Wir fixieren sie noch in unserem Blatte, nicht deswegen, weil sie baulichen oder historischen Wert hätten, sondern weil unser Auge an sie gewöhnt ist und später bei ihrem Anblick Erinnerungen aus alter Zeit in uns werden wachgerufen werden.
Beide alte Gebäulichkeiten dienten ehemals der Industrie; die erste, an der alten, nun ziemlich verödeten untern St. Leonhardsgasse gelegen, war ein Annex zur Neumühle, dem ehemaligen grossen Gebäudekomplex der Maschinenfabrik Escher Wyss & Cie., die zweite, am mittlern Zeltweg, war einst die Tapetenfabrik Ausderau, welches Geschäft schon längst nicht mehr existiert.
Quelle: Zürcher Wochen-Chronik vom 20. August 1904
Trotz dieser Meldung aus dem Jahre 1904 über eine baldigen Abbruch, konnten sich die Bauten noch ein wenig der drohenden Gefahr widersetzen.
Die letzten Gebäude des Tomanischen Gutes resp. der Tapetenfabrik am Zeltweg, ehemals Zeltweg 33 und 35, wurden schlussendlich in den Jahren 1938 bis 1939 abgerissen. Das vermutliche Lehenhaus des Tapetenhofes blieb bis heute am Zeltweg 29 erhalten und steht seit 1982 unter Denkmalschutz.
|Jahr||Hausgeschichte|

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Thema
|Das Lehenshaus des "Tapetenhofes" am Zeltweg 29|
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