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In diesem Forschungsprojekt werden aus kulturgeschichtlicher Perspektive Konflikte um das gesellschaftliche Medium Geld am Beginn des „langen“ 20. Jahrhunderts untersucht. Dazu werden Momente in den Blick genommen, in denen die Zirkulation von Geld und seine Funktion als Wertmassstab in der Wahrnehmung von gesellschaftlichen Akteuren in die Krise gerieten. Versucht wird, anhand solcher Konflikte, in denen Geld plötzlich nicht mehr als neutrales, reibungsloses Medium des Austauschs erschien und zu einem qualitativen Problem geriet, eine „people’s history of money“ in der Zeit zwischen 1870 und 1923 zu schreiben. Um dies zu tun, werden eine Reihe verbundener Fallstudien unternommen: es geht um Debatten über Wucher und die Entstehung des politischen Antisemitismus nach der grossen Wirtschaftskrise von 1873, das Aufkommen der Grenznutzentheorie in der Wirtschaftswissenschaft des Habsburgerreichs, die Einführung der deutschen Rupie im kolonialen Tansania zwischen 1890 und 1914 und die Marktproteste von Frauen in der Weimarer Inflationszeit. In dieser Geschichte spielen Minister, Bankiers und Ökonomen eine Rolle, aber ebenso ländliche Viehhändler, ostafrikanische Bäuerinnen und Bauern sowie Frauen in deutschen Städten in den 1920er Jahren.