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Mittwoch bis Freitag 11-19 h
Samstag 10-17 h
Ein wunderbares Buch, in das man mit grossem Vergnügen eintauchen kann. Und ganz nebenbei eine packende Einführung in Homers Odyssee erhält.
Verfolgen Sie auf unserer Türkei-Länderseite die Reise von Walter Aeschimann per Velo durch die Türkei.
Der französisch schreibende algerische Schriftsteller Boualem Sansal hält Literatur heutzutage für aussichtsreicher als die politische Aktion. Und tatsächlich erweist er sich in all seinen Büchern – von Der Schwur der Barbaren, dem einzigen in seiner Heimat geduldeten, bis zum jüngsten und polemischsten, Das Dorf des Deutschen. Das Tagebuch der Brüder Schiller – als engagierter Intellektueller. Der Schwur der Barbaren wurde in Frankreich u.a. mit dem Preis für den ersten Roman ausgezeichnet, Das Dorf des Deutschen mit dem (zur Entfaltung der französischen Sprache beitragenden) Prix de la Francophonie. Mit literarischen Mitteln kämpft Sansal gegen alles, was von seinem Volk als Unterdrückung erlebt wird. Seine virtuos geschriebenen und atmosphärisch dichten Bücher spiegeln ebenso wie sein Filmporträt die Erfahrungen einer geopferten Generation wider, der Generation der "verdammten Kinder der Unabhängigkeit". Sie ist hin- und hergerissen zwischen Fatalismus und Nihilismus, alle haben die Träume ihrer Jugend geopfert und versuchen verzweifelt zu existieren. Vom ersten Algerienkrieg gegen den "Kolonisator" bis zum zweiten Krieg, einem Bürgerkrieg, beschreiben Sansals Bücher die Suche nach einer Identität, die unauffindbar bleibt.
Boualem Sansal ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Nordafrikas. Bis zu seiner Entlassung im Jahr 2003 war Sansal Direktor des algerischen Industrieministeriums. Sein Debüt Der Schwur der Barbaren wurde 1999 mit allen relevanten Literaturpreisen Frankreichs ausgezeichnet, 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In 2084. Das Ende der Welt (Merlin Verlag, aus dem Französischen von Vincent von Wroblewsky) erzählt Sansal die Geschichte Atis, der in einem religiös-totalitär beherrschten Staat für seine Freiheit und Würde kämpft. Sansal entwirft eine Zukunft, die George Orwells 1984 an Drastik bei weitem überbietet – und tut dies in einer Sprache, deren poetische Sprengkraft unmittelbar fühlbar wird.
Die Benefiz-Lesung findet im Rahmen von "Zürich liest" statt! Mit dabei sind der gefeierte Fantasy-Autor Daniel Illger, Henriette Vásárhelyi mit ihrem sensiblen Roman Seit ich fort bin sowie Peter Weber und Rolf Lappert, der aus seinem im Entstehen begriffenen Roman Leben ist ein unregelmässiges Verb liest. Der Abend wird musikalisch umrahmt von Anouk Sarbacher.
Alle ein bis zwei Monate verschicken wir einen Newsletter – mit News zu unserer Buchhandlung und Tipps zu Veranstaltungen, die entweder einen Bezug zum Mittelmeer haben, an denen wir einen Büchertisch machen oder die wir ganz einfach gut finden!
Unseren zweiten Themenschwerpunkt widmen wir Syrien. Syrien ist in unserem Alltag so präsent wie noch nie geworden, und die schlechten Nachrichten aus diesem kriegsgeschüttelten Land reissen nicht ab. Neben den aktuellen Kriegsereignissen interessiert uns hier die Geschichte des Landes. Auf welchem Boden sind die Zustände gewachsen, die die desaströse Gegenwart ermöglicht oder vielmehr bedingt haben? Und wie geht es den Leuten, die nach wie vor in Syrien leben?
Wir freuen uns, dass Elena Wetli, eine in Syrien lebende Schweizerin, sich bereit erklärt hat, Berichte aus dem syrischen Alltag zu verfassen. Was erzählen die Menschen über ihre Situation in Syrien, was treibt sie um, wie sieht der Alltag in Tartus aus? Alle zwei Wochen werden wir einen neuen Beitrag von Elena Wetli aufschalten.
Für unseren Themenschwerpunkt Syrien hat die in Tartus lebende Ethnologin Elena Wetli von Mai bis August 2017, mehrheitlich während des Ramadans, Beiträge zum Alltag in der syrischen Hafenstadt Tartus und im Umland verfasst. Wir haben sie gebeten, uns einen kleinen Einblick in den Alltag der Menschen im kriegsversehrten Syrien zu geben. Wie geht es den Menschen, was hoffen sie, was denken sie und was treibt sie um? Im Abstand von je drei Wochen schalten wir die Beiträge von Elena Wetli auf unsere Webseite.
Hier finden Sie ihre Beiträge.
Wir haben für Sie eine Zusammenstellung von einigen Titeln zu und aus Syrien gemacht, die uns gefallen, beeindruckt, berührt haben: Michael Sommer führt uns auf sehr lesbare und nachvollziehbare Weise zurück in die Geschichte der Antike, nach Hatra, Jerusalem, Aleppo, Palmyra. Einen visuellen Eindruck von diesen Orten und die Diskussionen um diese Schätze in den Wirren des Bürgerkrieges finden Sie im bebilderten Buch von Mamoun Fansa. Gertrude Bell, man nennt sie auch die weibliche Lawrence of Arabia, beschreibt humorvoll und kenntnisreich ihre Reise in das Syrien von 1905. Gerhard Schweizer gibt einen äusserst spannenden Überblick über die Geschichte des Nahen Ostens seit der Antike bis in die Neuzeit – die verschiedenen politischen wie auch kulturellen und religiösen Strömungen, das immer schon prekäre Verhältnis zwischen dem Orient und dem Okzident. John McHugo präsentiert uns eine dichte Beschreibung der Geschichte Syriens der letzten hundert Jahre. Sein Text ist insbesondere empfehlenswert zusammen mit dem Buch seiner Frau, Diane Darke. Sie beschreibt die neueren Ereignisse Syriens als persönliche Reportage, entlang des Erwerbs und des Bewohnens eines Hauses in Damaskus. Ihre Analyse der Gesellschaft und ihre kulturellen und philosophischen Überlegungen ermöglichen uns einen aufschlussreichen Innenblick auf die Region. Im Film Al-Leil von Mohamed Malas nehmen wir teil am Schicksal einer Kleinstadt und ihrer Bewohner und Bewohnerinnen in den syrischen Golanhöhen und erfahren eine ganze Menge zu den politischen Ereignissen der 60er Jahre.
Literarisch lässt sich die drückende Schwere des Assad-Regimes in Syrien seit 1970 insbesondere in der sehr melancholischen, äusserst lesenswerten Familiengeschichte von Khaled Khalifa erfahren. Sie führt uns in die Resignation und das Schweigen der 70er und 80er Jahre unter Assad. Die Grausamkeit und Härte dieses Regimes gegenüber seinen Bürgern und Bürgerinnen lässt sich in dem beeindruckenden Gefängnisroman von Mustafa Khalifa auf schockierende Art erahnen. Die äusserst grausame Haltung gegenüber Menschen, die sich nicht dem Regime unterordnen, versucht Daniel Gerlach in seiner Analyse des Herrschaftssystems unter Assad zu erklären.
Die aktuellen Zustände seit dem Ausbruch des Krieges 2011 dokumentiert Samar Yazbek in sehr persönlicher Weise mit ihren Reportagen. Sie erlaubt uns durch ihr Schreiben einen tiefen Blick in die Wünsche und Ängste der Menschen, die sich für eine Veränderung der Verhältnisse eingesetzt haben. Larissa Bender stellt uns eine ganze Reihe von Kulturschaffender in und aus Syrien vor und führt uns vor Augen, wie wichtig Kunst und Kultur gerade in den Zeiten sind, da man eigentlich denken könnte, dass nur noch das Überleben zählt.
Einen visuellen Blick auf die Komplexität der Kriegssituation gewährt uns Hamid Sulaiman mit seiner Graphic Novel über ein Untergrundspital im Norden Syriens. Mit seinen expressionistischen Zeichnungen ist dieses Buch eine Entdeckung, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Das eigene Empfinden gegenüber der Zerstörung der Heimat, der Stadt, der Familie finden wir einerseits in den tieftraurigen Miniaturen von Niroz Malek, in denen die Grenze zwischen Leben und Tod in irritierender Art und Weise verwischt wird. Er wollte Aleppo und seine Heimat nicht verlassen. Hamed Abboud, der mit fantastischen Elementen und mit viel schwarzem Humor seine Flucht aus Syrien nach Österreich beschreibt, eröffnet uns dank seines lyrischen Könnens einen neuen Blick auf das kriegsgeschüttelte Syrien – und auf die Flucht, die seit Kriegsbeginn für so viele Menschen aus Syrien zur Realität geworden ist.
Orient-Occident II von Jordi Savall erweist Syrien eine musikalische Hommage.
Auf unserer Syrien-Seite können Sie unser ganzes Sortiment zu Syrien durchforschen, denn es gibt natürlich noch viele weitere Autoren und Autorinnen, die wir Ihnen gerne empfehlen, und weitere Bücher über die Region, ihre Geschichte, den aktuellen Krieg. Sie finden dort auch Musik und Filme aus Syrien. Aktuell legen wir Ihnen hier die Bücher (Ebenholz, Wächter der Lüfte) von Rosa Yassin Hassan ans Herz, die im November und Dezember in Zürich zu treffen sein wird.
Während unseres Themenschwerpunktes Syrien, machen wir Sie hier gerne auf Veranstaltungen zu Syrien aufmerksam, auf Lesungen, Konzerte, Theater, Gespräche, Ausstellungen – in Zürich, in der ganzen Schweiz und im Ausland.
Das Bode-Museum in Berlin zeigt vom 16. Juni bis am 5. November:
Bode-Museum, Am Kupfergraben, 10178 Berlin
Weitere Informationen finden Sie hier.
Am Writers in Prison Day wird in vielen Ländern alljährlich am 15. November der verfolgten Schriftsteller gedacht. Das DeutschSchweizer PEN Zentrum (DSPZ) begeht im November 2017 diesen Tag und widmet ihn der bedeutenden syrischen Schriftstellerin Rosa Yassin Hassan, die seit 2012 in Hamburg lebt.
Rosa Yassin Hassan wurde 1974 in Damaskus geboren und begann schon in den 1990er Jahren während ihres Architekturstudiums mit dem Schreiben; daneben engagierte sie sich für Frauenrechte und gründete die Organisation "Frauen für Demokratie". Ihr erstes Buch war eine Erzählsammlung, es folgten vier Romane: Ebenholz und Wächter der Lüfte. Sie liegen in deutscher Übersetzung beim Alawi-Verlag vor.
"Wächter der Lüfte fokussiert auf zwei Paare, deren Ehen an den Traumata von Haft und Unterdrückung zu Bruch gehen, lenkt den Blick aber auch auf Missstände jenseits der syrischen Grenze. Ebenholz übergreift sechs Generationen und stellt markant gezeichnete Frauenfiguren ganz unterschiedlicher Prägung ins Zentrum. Rosa Yassin Hassan verschachtelt Zeitebenen und Schicksale, sie schreibt körpernah an den Figuren, dehnt ihr literarisches Universum aber auch ins Reich der Dämonen und der Toten aus. Ihr jüngster, noch unpublizierter Roman spielt in den ersten zwei Jahren des syrischen Bürgerkriegs."
Angela Schader, NZZ
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Dieser Abend widmet sich der Gefängnisliteratur sowie der aktuellen Situation in syrischen Gefängnissen. Die Gefängnisliteratur ist ein Genre, das spätestens seit den 90iger Jahren eine starke Gewichtung in der gesamten arabischen Literatur hat. Dr. Huda Zein wird das syrische Gefängnis an Hand von zwei literarischen Werken vorstellen: Während Mustafa Khalifa in seinem 2008 erschienenen Roman Die Kapsel – Tagebuch eines Voyeurs (auf englisch: The Shell), für den er 2015 den Ibn Rushd Preis erhielt, die Situation im Gefängnis von Innen, oft mit detailgenauen Schilderungen beschreibt, ist für Yassin al Haj Saleh, ein bedeutender syrischer Intellektueller, der selbst 16 Jahre im Gefängnis sass und nun in Istanbul im Exil lebt, das Gefängnis ein symbolischer Ort der syrischen Gesellschaft schlechthin: er beschreibt die Wechselwirkung vom Gefängnis als Mikrokosmos und den syrischen gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen in seinem 2012 erschienenen Roman Auf die Erlösung, Jungs! 16 Jahre in syrischen Gefängnissen.
Rosa Yassin Hassan wird aus ihrem 2009 erschienenen Roman Wächter der Lüfte lesen und damit eine weitere Seite des Gefängnisses – das Gefängnis als Ort "draussen" thematisieren. In diesem Roman sind es Frauen, die auf ihre Männer, Väter, Brüder warten und sie besuchen. Zudem wird Rosa Yassin Hassan von ihren Interviews mit Frauen berichten, die in syrischen Gefängnissen waren.
In der anschliessenden Gesprächsrunde werden die aktuellen Situationen in syrischen Gefängnissen besprochen, sowie die Auswirkungen von Haftbedingungen auf das Leben nach der Freilassung. Der Abend findet in deutscher Sprache statt. Die Texte von Rosa Yassin Hassan werden auf Arabisch und auf Deutsch gelesen. Die Buchhandlung mille et deux feuilles präsentiert eine Auswahl von Literatur zum Thema.
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