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Wegen der Veruntreuung von Steuergeldern musste sich der Vorsitzende des halbstaatlichen Telekomkonzerns Orange, Stéphane Richard, in der sogenannten Adidas-Affäre vor der französischen Justiz verantworten. Zusammen mit dem Hauptangeklagten Bernard Tapie ist er am Dienstag freigesprochen worden.
Ein Gericht in Paris sah es als nicht erwiesen an, dass sich Stéphane Richard in der Affäre um die Millionenzahlungen an Geschäftsmann und Ex-Minister Bernard Tapie im Jahr 2008 auf irgendeine Weise schuldig gemacht hat, wie unterschiedliche Medien am Dienstag berichtenten.
2008 waren 285 Millionen Euro an öffentlichen Geldern an Bernard Tapie geflossen. Tapie hatte Schadenersatz gefordert, weil er sich von der staatlichen Bank Crédit Lyonnaise beim Verkauf seiner Adidas-Aktien betrogen fühlte. Stéphane Richard war zu diesem Zeitpunkt Stabschef von Finanzministerin Christine Lagarde.
2007 hatte Bernard Tapie den Wahlkampf von Präsident Nicolas Sarkozy unterstützt. Dessen Kabinett mit Finanzchefin Lagarde und Stabschef Richard lösten den Schadenersatz-Konflikt, indem sie Tapie nach einer aussergerichtlichen Einigung das Geld aus der Staatskasse überwiesen.
Das Pariser Gericht sprach am Dienstag den Orange-Chef zusammen mit dem Hauptangeklagten frei. Mit Richards Freispruch bleibt er auf seinem Chef-Posten beim Telekomkonzern, an dem der französische Staat die meisten Aktien hält.