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Lithiofor ist ein Lithiumpräparat. Lithiofor ist hauptsächlich, auf ärztliche Verordnung, zur Behandlung akuter Phasen und zur langfristigen Prophylaxe der Rückfälle bei Patienten mit manisch-depressiven Psychosen bestimmt.
Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Lithiofor auch als Ergänzung zur Behandlung mit den klassischen Antidepressiva verschreiben.
Das Präparat darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin ausgegeben werden.
Es kann vorkommen, dass das Arzneimittel seine vollständige Wirkung erst nach mehreren Monaten entfaltet, und es ist oft notwendig, die Behandlung mit Lithium ununterbrochen während Jahren fortzusetzen.
Lithiofor darf nicht bei Patienten verwendet werden, die:
an schwerer Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz oder Funktionsbeschwerden der Schilddrüsen leiden;
eine salzarme Diät befolgen oder im wasser- und natriumarmen Zustand nach hohem Schwitzen (z.B. nach hoher körperlicher Anstrengung, Aufenthalt in einem warmen Land oder fiebriger Krankheit) sind;
überempfindlich gegenüber einen Bestandteil des Arzneimittels sind.
Nicht für Kinder unter 12 Jahren anwenden.
Wenn Lithiofor eingenommen wird, darf nicht gestillt werden (siehe Kapitel «Darf Lithiofor während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?»).
Diese Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!
Sie sollten immer dafür sorgen, genügend Flüssigkeit und Salz einzunehmen. Das ist bei starkem Schwitzen (z.B. Sport) oder bei übermässigem Harnen besonders wichtig. Sehr strenge Abmagerungskuren und salzarme Diäten sind zu vermeiden (s. «Welche Nebenwirkungen kann Lithiofor haben?»).
Hohe Lithium-Blutspiegel (Lithium=Wirkstoff von Lithiofor) sind schädlich. Deshalb wird Ihr Arzt Ihnen regelmässig Blutkontrollen verschreiben, um Ihren Lithium-Blutspiegel zu überwachen und Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Empfindlichkeit gegenüber Lithium ändert sich von Patient zu Patient. Unterbrechen Sie sofort Ihre Behandlung mit Lithiofor und informieren Sie oder lassen Sie Ihren Arzt durch einem Dritten unverzüglich informieren, falls Sie eindeutig eines oder mehrere der folgenden Symptome empfinden:
starken andauernden Durst und dringenden Harndrang, Diarrhöe, Nausea, Bewegungs- und Sprachstörungen, starkes und möglicherweise unregelmässiges Zittern der Hände, Muskelkrämpfe, starke Schläfrigkeit oder Apathie.
Die Nierenfunktion sollte von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin überprüft werden, da es bei Anwendung von Lithiofor sehr selten zu Nierenschädigungen kommen kann.
Nehmen Sie das Arzneimittel an den von Ihrem Arzt bzw. von Ihrer Ärztin bestimmten Zeitpunkten ein. Falls Sie eine Einnahme vergessen haben, warten Sie bis zur Zeit der nächsten Einnahme. Verdoppeln Sie die Dosierung nicht, um eine vergessene Dose auszugleichen! Falls Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen: harntreibende Mittel, Entzündungshemmer, Metronidazol, antihypertonische Mittel, Antidepressiva, Arzneimittel, die auf psychische Beschwerden wirken, antiepileptische Mittel, Calcitonin, müssen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin davon informieren oder es mit ihm besprechen.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.
Wenn Sie schwanger sind dürfen Sie Lithiofor nicht einnehmen. Wenn Sie planen schwanger zu werden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin. Wenn Sie im gebärfähigen Alter sind und Lithiofor einnehmen, sollten Sie auf eine sichere Empfängnisverhütung achten. Falls Sie trotzdem schwanger werden, müssen Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin kontaktieren.
Während der Behandlung mit Lithiofor darf nicht gestillt werden.
Die endgültige Dosierung wird durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bestimmt in Funktion eines konstanten Lithiumblutspiegels, der durch regelmässige Bestimmungen erhalten wird. Allgemein wird folgende Basisdosierung empfohlen:
1. und 2. Tag: ½ Tablette pro Tag;
3. und 4. Tag: ½ Tablette 2 mal täglich;
5. und 6. Tag: 1½ Tabletten (in 2 Einnahmen verteilt) pro Tag;
ab 7. Tag: 1 Tablette 2 mal täglich.
Bei Patienten, die schon mit Lithium behandelt werden, kann der Wechsel von einer einfachen Form zu Lithiofor direkt erfolgen, im allgemeinen mit einer Dosierung von 1 Tablette 2 mal täglich.
Die Einnahme der Tabletten soll morgens und abends erfolgen, mit einem Zeitabstand von 10?12 Stunden. Bei gut eingestellten Patienten kann die gesamte Tagesdosis als Einmalgabe vor dem Schlafengehen erfolgen. Die Tabletten müssen unzerkaut mit etwas Wasser geschluckt werden.
Bei älteren Patienten sind oft niedrigere Dosen nötig, um die gewünschte therapeutische Wirkung zu erhalten, und unerwünschte Wirkungen sind mit Dosen möglich, die von jungen Patienten gut vertragen werden.
Die Anwendung und Sicherheit von Lithiofor bei Kindern unter 12 Jahren ist bisher nicht geprüft worden.
Eine Anwendung des Präparates bei Jugendlichen soll nur in Spitälern mit entsprechender Erfahrung erfolgen.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Auftreten und Ausmass der Nebenwirkungen ist von der Dosierung sowie von der individuellen Empfindlichkeit abhängig.
Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Lithiofor auftreten:
Leichtes Händezittern, zunehmende Harnmenge, Durst und Nausea. Diese Wirkungen verschwinden gewöhnlich im Verlauf der Behandlung oder nach einer Dosisreduktion.
Ganzer Körper: Ödem (Wasseransammlung im Gewebe).
Herz und Kreislauf: Arrhythmie, Elektrokardiogramm-Veränderungen, Funktionsbeschwerden, niedriger Blutdruck.
Zentrales Nervensystem: Händezittern, faszikuläre Zuckungen oder Krämpfen, Bewegungsbeschwerden, Anfälle, verwaschene Sprache, Schwindel, Augenzittern, Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen.
Haut: Haarausfall, Akne, Hautausschläge, Juckreiz, Auslösen oder Verstärkung einer Psoriasis.
Endokrinologisch: Kropfausbildung, Beschwerden der Schilddrüsenfunktion.
Gastrointestinaltrakt: Appetitlosigkeit, Nausea, Erbrechen, Diarrhöe, Bauchschmerzen, übermässiger Speichelfluss, Mundtrockenheit.
Blut: Anstieg der roten und weissen Blutkörperchen und der Blutplättchen.
Metabolismus: Erhöhung der Glykämie und des Calciumblutspiegels, Gewichtszunahme.
Muskeln: Gelenk- und Muskelschmerzen.
Hirn: Halluzinationen, Gedächtnisverlust.
Nieren: Durst, Erhöhung des Harnvolumes, unwillkürlicher Harnabfluss, nephrotische Beschwerden (sogenanntes nephrotisches Syndrom). Sehr selten: bleibende Nierenschädigung (chronische Nephritis, Fibrose).
Geschlechtsorgane: Impotenz, Funktionsbeschwerden.
Sinnesorgane: Sehbeschwerden.
Sie müssen Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren, wenn eine oder mehrere der oben beschriebenen Nebenwirkungen.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Wie andere Arzneimittel ist Lithiofor ausserhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.
Die Tabletten sind in ihrer Originalpackung vor Feuchtigkeit geschützt und bei Raumtemperatur (15?25 °C) aufzubewahren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden. Wenn Sie Tabletten mit überschrittenem Verfalldatum haben, bringen Sie sie bitte in die Apotheke zurück.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Retardtablette enthält: 660 mg wasserfreies Lithiumsulfat, was 12 mmol Lithium entspricht, und Hilfsstoffe.
38061 (Swissmedic).
In Apotheken nur gegen ärztliche Verordnung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
Packungen zu 30 oder 250 Retardtabletten.
Vifor SA, Villars-sur-Glâne.
Diese Packungsbeilage wurde im Dezember 2012 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.