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Erstmals seit einem Jahr ist es wieder möglich, die Region Timbuktu im Norden von Mali zu besuchen. Das SRK will die Dörfer, in denen es vor dem Ausbruch der Gewalt tätig war, beim Wiederaufbau unterstützen.
Seit die Rebellen Ende Januar aus Timbuktu zurückgedrängt wurden, hat sich die Situation beruhigt. Einzelne Familien, die Richtung Süden und in die Nachbarländer geflohen waren, kehren in den Norden zurück. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hat seinen Delegierten von Bamako nach Timbuktu entsandt. Dort klärt er zusammen mit dem Malischen Roten Kreuz und den lokalen Behörden ab, welche Schäden im vergangenen Jahr in jenen Dörfern entstanden sind, die das SRK im Bereich Wasserversorgung und Gesundheit jahrelang unterstützt hatte.
Schulen zerstört, Gesundheitsposten geplündert
«Die Situation ist sehr ernst», berichtet Kamilou Wahabou. «Viele Brunnen funktionieren nicht mehr, weil die Wasserhahne und Leitungen kaputt sind.» Die Sonnenkollektoren, mit denen ein Teil der Wasserpumpen ausgestattet waren, seien gestohlen worden. Zudem wurden Gesundheitsposten geplündert und öffentliche Gebäude sowie Schulen zerstört. Der Konflikt führte auch dazu, dass die Versorgung der abgelegenen, kargen Region komplett zusammenbrach. Die Lebensbedingungen, die auch in friedlichen Zeiten äusserst hart waren, haben sich weiter dramatisch verschlechtert. Die humanitären Bedürfnisse sind enorm.
Noch ist die weitere Entwicklung in Mali ungewiss. Sobald die Sicherheitslage es erlaubt, will das SRK den Menschen im Norden, die vom gewaltsamen Konflikt am schwersten betroffen sind, beim Wiederaufbau und der Rehabilitation beistehen. In einem ersten Schritt sollen die Brunnen repariert werden.
Nothilfe in Mopti
Wegen der zunehmenden Gewalt und Unsicherheit sah sich das SRK vor einem Jahr gezwungen, sein langfristiges Engagement in der Region Timbuktu zu sistieren. Der Delegierte wurde nach Bamako versetzt, von wo aus er zusammen mit dem Malischen Roten Kreuz Nothilfe-Aktionen für Vertriebene koordinierte. Das SRK unterstützt in Mopti die Verteilung von Nahrungsrationen, Decken und Moskitonetzen an 3000 Familien. Gastfamilien, die Vertriebene aufgenommen haben, sollen durch die Abgabe von Saatgut, Tierfutter und Werkzeug entlastet werden. Insgesamt hat das SRK vorläufig 600‘000 Franken für die Nothilfe in Mali bereit gestellt.