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In Amsterdam fühlte sich Thomas Mann als Sohn einer Hansestadt ausgesprochen wohl: »Ich wage es, sie heimlich, vertraut, verwandtschaftlich zu nennen, diese Eindrücke.« Die Tischrede hielt er am 3. Mai 1924 anlässlich eines Besuchs beim dortigen PEN-Club; ein willkommener Zwischenstopp auf seiner Fahrt nach England, wohin er ebenfalls auf Einladung des Clubs reiste. Passagenweise beruht das Redemanuskript, das zwei Tage nach der Veranstaltung im Nieuwe Rotterdamsche Courant zuerst abgedruckt wurde, auf Manns Beitrag für einen vom österreichischen Bundespräsidenten initiierten Sammelband, an dem er sich mit dem Essay Kinder des Lebens beteiligt hatte. In Fragen bezüglich der zu erhoffenden »seelischen Gesundung« Europas stehen für Mann mittlerweile zwei Dinge im Vordergrund: einerseits die Republik, und andererseits eine »ideelle und grundsätzliche Wendung vom Tode weg zum Leben.«
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.