Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03359.jsonl.gz/923

Nachdem unsere letztjährige Argentinien Degustation zwei ausverkaufte Anlässe mit vielen positiven Reaktionen mit sich brachte, werfen wir dieses Jahr einen Blick auf die andere Seite der Anden; nach Chile, dem Bordeaux Südamerikas.
Der Weinbau in Chile hat eine lange Tradition. Bereits die spanischen Eroberer brachten den Weinbau nach Südamerika. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden in Chile die ersten Rebstöcke gepflanzt. Der Überlieferung nach soll der berühmt berüchtigte Freibeuter Sir Fancis Drake im Jahre 1578 ein Schiff gekapert haben, das 1770 Weinschläuche von Chile nach Peru bringen sollte. Ein untrügliches Zeichen, dass Chile schon zu dieser Zeit Wein exportierte und dieser begehrt war.
Der moderne chilenische Weinbau nahm seinen Anfang Mitte des 19. Jahrhunderts als französische Winzer einwanderten und ihre heimischen Sorten wie z.B. den Cabernet-Sauvignon mitbrachten. Als inzwischen typisch chilenisch gilt dabei die alte Bordeaux-Rebsorte Carménère, welche in Frankreich nach der grossen Reblausplage praktisch verschwunden ist. Chile hingegen ist weltweit das einzige Land, das bisher von der Reblaus verschont wurde, und wo der Carménère in grösserem Umfang angebaut wird.
Ein grosser Aufschwung erfolgte ab 1982, als höherwertige Rebsorten in grossem Stil eingeführt und gepflanzt wurden. Der rote “Pais”, der 1985 noch fast die Hälfte der Rebfläche beanspruchte, geht dabei immer mehr zurück. Dank Kooperationen mit kalifornischen und europäischen Partnern wurden auch bei der Vinifikation grosse Qualitätsverbesserungen erzielt. Chile produziert inzwischen auf rund 190'000 Hektaren Anbaufläche ca. 6.3 Mio. Hektoliter Wein pro Jahr. Die wichtigsten roten Rebsorten sind: Cabernet Sauvignon, Pais, Merlot und Carménère. Bei den Weissen sind es der Chardonnay, der Sauvignon blanc und der Muscat d`Alexandrie.
In wenigen Anbauländern der Welt findet der Weinbau so gute Voraussetzungen wie in Chile. Das Klima ist gleichmässig trocken und warm, aufgrund fast vollständig fehlender Rebkrankheiten muss nur sehr selten gespritzt werden und es ist genügend gut erschlossenes Rebland vorhanden. Die Produktion von roten und weissen Qualitätsweinen konzentriert sich hauptsächlich vom Rio Aconcagua bis rund 300 Kilometer weiter südlich, welche auch die Region um die schöne Hauptstadt Santiago de Chile einschliesst.
Im Rahmen unseres eigenen Weinprojekts (www.wein-trouvaillen.ch) haben wir die Weinanbaugebiete um Santiago und Valparaiso im Oktober 2015 intensiv ausgekundschaftet. Wir haben uns dabei wie zuvor in Argentinien auf kleine Familienbetriebe mit limitierter Produktion zwischen rund 50’000 und 100`000 Flaschen pro Jahr konzentriert. Mit den Weingütern Peumayen und 3 Monos konnten wir in der Folge Geschäftsbeziehungen aufnehmen. Diese Weine vertreiben wir exklusiv in der Schweiz.
Wir möchten Ihnen mit dieser Degustation die Geschichte und die Besonderheiten des Weinlandes Chile näherbringen. Erneut nehmen wir sie auf eine sensorische Reise durch das gesamte Spektrum chilenischer Weine von “einfacheren” Massenweinen bis hin zu raren Spitzenprodukten mit.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei unserer zweiten Südamerika Degustation.
Martin Zürcher und Simon Grundbacher
Datum: Dienstag 22. Oktober 2019 / Donnerstag 24. Oktober 2019
Beginn um 19.30 Uhr
Ort: In unserem Clubkeller an der Junkerngasse 38, 3011 Bern
Lesung/Referent: Martin Zürcher / Simon Grundbacher
Unkostenbeitrag: Fr. 60.- für Clubfreunde / Fr. 75.- für Gäste
Anmeldung: Bis spätestens 16. Oktober 2019 können Sie sich ein Ticket reservieren (Bezahlung bar vor Ort ) gemäss den Anmelderegeln für Clubanlässe.