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Polymorphe Lichtdermatose Indikationen Photodermatosen Mit einer „Sonnenallergie“ ist in den meisten Fällen eine sogenannte polymorphe Lichtdermatose gemeint. Dabei handelt es sich um einen juckenden, geröteten und rauen Hautausschlag, der hauptsächlich im Frühling und Sommer bei empfindlichen Personen verzögert nach der Einstrahlung von Sonnenlicht (UV-Strahlung) auftritt. Zur Vorbeugung kann das UV-Licht gemieden, Arzneimittel eingenommen oder bei schwerem Verlauf eine Phototherapie durchgeführt werden. Zur Behandlung werden unter anderem orale und topische Glucocorticoide eingesetzt. Symptome
Innert Minuten bis Stunden oder Tagen tritt nach der Exposition gegenüber UV-Strahlung (Sonnenlicht, Solarium) ein geröteter und juckender bis brennender Hautausschlag auf. Er äussert sich in zahlreichen Erscheinungsformen unter anderem mit Papeln, Bläschen, Papulovesikeln, kleinen Blasen, als Ekzem oder Plaque und wird deshalb als polymorph (vielgestaltig) bezeichnet. Beim einzelnen Patienten wird jedoch meist dieselbe Ausprägung beobachtet.
Betroffen sind vor allem sonnenexponierte Hautstellen wie der Hals- und Brustausschnitt, die Streckseiten der Arme, der Handrücken, die Beine, der Nacken, sowie eventuell das Gesicht und die Ohren. Eine Sonnenallergie tritt chronisch wiederkehrend vor allem im Frühling bis im Sommer und häufiger bei Frauen auf. Der Ausschlag verschwindet innert einiger Tage bis zu einer Woche ohne Narbenbildung, falls die Auslöser gemieden werden. Im Verlauf des Sommers entwickelt sich in der Regel eine Gewöhnung.Ursachen
Auslöser ist UVA- und/oder UVB-Strahlung (Sonne, Solarium). Oft wird ausschliesslich UVA für den Ausschlag verantwortlich gemacht, UVB kann aber ebenfalls beteiligt sein. Die tiefere Ursache ist nach wie vor nicht genau aufgeklärt. Vermutet wird eine immunologische Ursache, da die Erkrankung einer zellvermittelten Immunreaktion vom verzögerten Typ ähnelt.
Gemäss einer gängigen Hypothese wird durch die UV-Strahlung ein endogenes Antigen gebildet, welches eine allergische Reaktion auslöst. Normalerweise wird die Haut von solchen Antigenen geschützt, weil die UV-Strahlung die Immunantwort unterdrückt. Eine mangelnde Immunsuppression könnte deshalb ebenfalls eine Rolle spielen. Auch die Bildung einer körpereigenen photosensibilisierenden Substanz wurde diskutiert.Diagnose
Die Diagnose wird in ärztlicher Behandlung aufgrund des klinischen Bildes und der Patientengeschichte und eventuell zusätzlich anhand eines Provokationstest mit UV-Licht gestellt. Zu den möglichen Differentialdiagnosen gehören andere Photodermatosen wie Sonnenurticaria, aktinische Prurigo, die Mallorca-Akne, Lupus erythematodes und andere Hauterkrankungen.Vorbeugung
Zur Vorbeugung wird empfohlen, die Sonnenbestrahlung, das Sonnenbaden und Solariumbesuche zu vermeiden. Ein gutes Sonnenschutzmittel mit UVA- und UVB-Filter, mit einem dem Hauttyp angepassten und möglichst hohen Schutzfaktor über 30 soll vorbeugend aufgetragen werden. In schweren Fällen ist in ärztlicher Behandlung eine Phototherapie mit UVA, UVB oder PUVA möglich. Dabei kommt es bei fortschreitender Exposition zu einer Verdickung und Bräunung der Haut und dadurch zu einer „Abhärtung“.
Zur medikamentösen Vorbeugung werden unter anderem die folgenden Substanzen eingesetzt. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen: Betacarotin, Calcium, Folsäure, Nicotinamid (umstritten), Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und Hydroxychloroquin. Da diese Wirkstoffe ausser Hydroxychloroquin gut verträglich sind, kann eine vorbeugende Einnahme ausprobiert werden, sofern keine Anwendungseinschränkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vorliegen. Das Malariamittel Hydroxychloroquin hat einen photoprotektiven Effekt durch Herabsetzung der Empfindlichkeit der Haut für UV-Strahlen und ist als Arzneimittel in dieser Indikation zugelassen.Medikamentöse Behandlung
Zur Behandlung der akuten Lichtdermatose werden in ärztlicher Behandlung die entzündungshemmenden, immunsuppressiven und antiallergischen Glucocorticoide eingesetzt. Sie können innerlich und/oder äusserlich angewandt werden. In der Selbstmedikation steht das schwach wirksame Hydrocortison zur Verfügung. Weiter werden juckreizstillende Mittel, topische und orale Antihistaminika und seltener Immunsuppressiva verwendet.
Hautpflegemittel wie Hydrolotionen, Crèmes und Schaumsprays können die Beschwerden symptomatisch lindern. Es sind auch alternativmedizinische Arzneimittel wie zum Beispiel Cardiospermumsalben im Handel. Die Wirksamkeit der medikamentösen Behandlung ist noch nicht zuverlässig nachgewiesen worden.siehe auchLiteratur
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