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Gartenstil Guide 2017
Auf der Webseite des Gartenstil Guide 2017 "Jetzt alle Stile entdecken" drücken und sie finden ein Interview mit Mario Knecht über das Thema "alpiner Steingarten"!
viel Spass beim lesen!
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… schick ich dir Tulpen aus Amsterdam.“ Jean Walter brachte dieses Lied 1956 auf den Markt. Ein Evergreen, den ich, viele Jahre später, in meinen Kindertagen jeden Frühling hörte. Mit seiner eingängigen Melodie blieb es schnell im Gedächtnis haften, und so kommt es mir auch heute noch in den Sinn, wenn die ersten lauen Frühlingstage zu geniessen sind und die Tulpen sich in ihrer ganzen Pracht entfalten.
Ursprünglich stammt die Tulpe nicht aus Amsterdam, sondern aus Asien. Ihren Namen verdankt sie ihrem Aussehen: In ihrer klassischen Form erinnert sie an die spitze, turbanähnliche Kopfbedeckung, die die Menschen in Asien früher trugen und die in der Türkei ‚tülbent‘ und in Persien ‚dulband‘ hiess. Daraus leitet sich der botanische Namen ‚Tulipa‘ ab. Schriftlich erwähnt wird die Blume erstmals im neunten Jahrhundert in altpersischen Schriften. In die Niederlande kamen die ersten Zwiebeln in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Sie waren Liebhaberobjekte und wurden vor allem in den Gärten der gehobenen Mittelschicht kultiviert. Wurden sie anfänglich unter Züchtern getauscht, kam bald der kommerzielle Handel dazu. Die Zwiebeln verkamen zum Spekulationsobjekt. Sie waren gar kostbarer als Gold oder Edelsteine, bevor ein Börsenkrach im Februar 1637 dem Treiben ein Ende setzte. Unter dem Namen ‚Tulpenmanie‘ ist dieser Vorgang als erste gut dokumentierte Spekulationsblase in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen.
Heute sind Tulpen eine weitverbreitete Garten- und eine günstige Schnittblume. Etwa 6000 Arten gibt es mittlerweile, ein- und mehrfarbige, geflammte, gefächerte, gefranste, gefüllte, sogar lilienblütige. Kostbar sind sie aber immer noch, denn auch heute noch künden sie den Frühling an
Frau Holle im Garten
Ganz armselig sah der Holunder im Februar aus. Der grösste Teil seiner einst eindrücklichen Erscheinung war dem Bedarf an Material fürs Hügelbeet zum Opfer gefallen. Doch kaum wurden die Tage wärmer, erholte sich der Strauch, schossen aus jedem Ästchen neue Triebe. Nun, Ende April, hat er fast schon wieder seine alte Grösse erreicht und streckt voller Stolz seine Blütendolden in die Höhe.
Holunder, meist ist es der schwarze, sei eine denkbar anspruchslose Pflanze, lese ich in meinem Gartenbuch. Er liebe zwar Sonne und stickstoffreiche, feuchte Böden, doch könne er auch im Halbschatten und in jedem Boden gedeihen. Holder, wie er in der Schweiz oft genannt wird, ist in Europa weit verbreitet, wild in Hecken und Wäldern, kultiviert in Gärten. Vögel lieben seine Beeren, Insekten seine Blüten – und seine Blattläuse. Denn für die scheint der Holunder eine ganz besondere Attraktion zu sein.
Seit alters her zieht es Sambucus nigra zu den Häusern des Menschen. Er ziehe die guten Geister an, sagte mir mein Nachbar. Darum stehe der Holunder in der Nähe der Türe. Ausserdem galt er seiner vielseitigen Verwendbarkeit in der Volksmedizin wegen als ‚Apotheke des kleinen Mannes‘. Noch heute schätzt man ihn bei Erkältungen, und seine Blüten und Beeren finden sich in vielen Leckereien. Und das ist noch nicht alles.
Der Holunderbusch, das ergibt meine Google-Recherche, soll einst Sitz der germanischen Göttin Holda gewesen sein. Sie schützte das Leben von Tieren und Pflanzen und herrschte über die Jahreszeiten. Die Brüder Grimm setzten ihr mit Frau Holle ein Denkmal.
Sitz einer Göttin und der guten Geister – dafür kann man sogar Blattläuse in Kauf nehmen.
Der Baum ist einfach zu gross. Jetzt, da die Sonne so tief steht, lässt sein dichtes Efeukleid keinen Sonnenstrahl mehr in die gute Stube. Höchste Zeit also, ihn einmal zurückzuschneiden.
Wenn da nur nicht all die Vögel wären, die sich im Baum eingenistet haben. Die hier Sturm, Schnee und Kälte trotzen. Ihretwegen verzichte ich auf die Sonne – sie danken es mit viel Spektakel: Spatzen plustern sich in der Sonne auf, fliegen aufs Dach, holen sich Futter bei Nachbars Hühnern. Eine Blaumeise pickt an den auf dem Gartenhag aufgesteckten Äpfeln, eine andere frisst, mit dem Rücken zum Boden, an einem Meisenknödel. Ein Rotkehlchen lässt sich vom Ast auf den Boden fallen, pickt ein paar Samen auf, hüpft wieder zurück auf den Baum. Eine Kohlmeise bedient sich an den vom Menschen aufgebrochenen Baumnüssen. Mit einem Fuss hält es das Nussteil fest, pickt es leer, fliegt davon. Es ist ein Kommen und Gehen, ein Gepiepse und Gezwitscher.
Dann, plötzlich, ist es still, kein Vogel ist mehr zu sehen. Eine Katze kommt des Weges, schaut sich um, verschwindet durchs Katzentürchen ins Haus. Und flugs sind die Vögel wieder da.
Die Sonne geht hinter dem Wald unter. Langsam wird es ruhig um den Baum. Die Vögel verschwinden im Efeu. Noch einmal geht ein heftiges Zittern durch die Blätter – der Amselmann kommt nach Hause. Er, der am Morgen als erster den Baum verlässt, hüpft nun von Ast zu Ast, schaut aufmerksam nach allen Seiten. Fast scheint es, als würde er kontrollieren, ob alle da sind. Ein kurzes Gezwitscher, dann schlüpft auch er ins grüne Blättermeer.
Es ist dunkel geworden, der Mond geht auf. Kein Ton dringt aus dem Baum, nur ab und zu ein leises Rascheln. Ob die Vögelträumen?