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Röteln (Rubella, Rubeola) ist eine hochansteckende virale Infektionserkrankung, die eine lebenslange Immunität hinterlässt. Aus diesem Grund wird sie auch zu den Kinderkrankheiten gezählt. Der Mensch ist der einzige Wirt und überall auf der Welt erkranken die Menschen normalerweise in der Kindheit daran. Typisch für die Erkrankung sind die roten Hautflecken. Fieber und Lymphknotenschwellungen können ebenfalls auftreten. Eigentlich ist es eine unproblematische Erkrankung, die symptomatisch gut behandelbar ist. Gefürchtet ist sie, weil sie während einer Erkrankung in der Schwangerschaft zu schweren Komplikationen und ausgeprägten Fehlbildungen des Kindes führen kann. (Ein Krimi von Agatha Christie „Mord im Spiegel“ behandelt einen solchen Fall.) Interessant ist die geschichtliche Betrachtung. Bis ins 18.Jahrhundert wurde die Krankheit nicht von anderen ähnlichen Erkrankungen abgegrenzt. Erst deutsche Ärzte beschrieben die klinischen Erscheinungen. Deshalb werden Röteln im englischen Sprachbereich als German Measels beschrieben.
Ursache:
Der Auslöser ist das Rötelnvirus, das einzige Mitglied der Gattung Rubivirus. Die Übertragung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion, die in 50% zu einer Erkrankung mit oder ohne Symptomen führt. Die Viren dringen über die Schleimhäute der oberen Atemwege ein und vermehren sich im lymphatischen Gewebe (erklärt die Schwellungen). Anschliessend treten die neu gebildeten Viren in die Blutbahn über.
Dauer der Ansteckfähigkeit, Isolierung:
Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage. Eine Woche vor bis eine Woche nach Ausbruch der roten Flecken ist der Patient ansteckend. Damit ist eine Isolierung relativ wirkungslos.
Symptome:
Üblicherweise beginnen die Flecken im Gesicht (einzelne und leicht erhabene Rötungen). Sie breiten sich auf den Rumpf und die Beine und Arme aus. Meist bilden sie sich nach ein bis drei Tagen zurück. Begleitend kann erhöhte Temperatur bis 39°C auftreten. Weitere mögliche Symptome sind: Kopf- und Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellugen an Hinterkopf, Nacken und hinter den Ohren, leichter Katarrh der oberen Luftwege, sowie Bindehautentzündungen. Aber der Verlauf ist sehr individuell. Er kann leicht mit anderen fieberhaften Erkrankungen mit Hautausschlag verwechselt werden. Und wie oben schon erwähnt, treten in der Hälfte der Infektionen überhaupt keine Symptome auf (stille Feiung genannt).
Komplikationen:
Sie sind selten und treten eher bei einer Erkrankung in höherem Lebensalter auf. Hierbei können Gelenkentzündungen, Verringerung der Blutplättchen, vermehrte Blutungsneigung oder Hirnhautentzündung entstehen. Ebenso kommen eine Bronchitis, eine Mittelohr-entzündung oder eine Herzbeteiligung vor.
Eine besondere Gefahr ist jedoch bei einer Infektion während einer Schwangerschaft gegeben. In den ersten 8 Wochen der Schwangerschaft führt eine Rötelninfektion in 90% der Fälle zur Schädigung des werdenden Kindes. Mit fortschreitender Schwangerschaft sinkt das Risiko im mittleren Drittel auf 25-30 %. Die möglichen Folgen sind: Spontanabort, Frühgeburt und/ oder Fehlbildungen. (Herzfehler, Trübung der Linse der Augen, Innenohrschwerhörigkeit.... sind Beispiele dafür, um nur einige zu nennen.) Bei einer vermuteten Rötelninfektion während einer Schwangerschaft ist eine passive Impfung mit speziellen Immunoglobulinen bis zu 72 Stunden nach dem Kontakt möglich. Einen Beweis für eine Erkrankung ist über einen direkten Nachweis des Erregers möglich. Routinemässig eine viel zu teure Methode. Zudem ist für die jungen Frauen vor einer Schwangerschaft ein deutlich besserer Schutz über die Impfung möglich.
Therapie:
Es werden die meist leichten Symptome behandelt. Das Fieber kann mit fiebersenkenden Methoden wie Essigsöckchen oder mit Medikamenten behandelt werden. Bei Gelenkbeteiligung kommen entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz. WICHTIG ist das Fernhalten der Erkrankten von Schwangeren! Bitte an die oben beschriebenen Komplikationen denken.
Vorbeugung:
Es gibt in der Schweiz nur eine Kombinations-Impfung zusammen mit Masern und Mumps. Es handelt sich um Erkrankungen, die Schwierigkeiten machen können und deshalb ist eine Impfung sehr sinnvoll.
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