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Viel Kredit erhielt die NHL-Franchise aus Las Vegas vor der Saison nicht. Das neu gegründete Team aus Nevada startete als Aussenseiter in die Saison, überraschte positiv und liegt zur Saisonhälfte ganz weit vorne. Die Golden Knights um den Schweizer Luca Sbisa können sogar historisches schaffen.
Kein einziges Expansionsteam der letzten 26 Jahre hat in seiner ersten NHL-Saison die Playoffs erreicht. Wieso sollte es also ausgerechnet bei den Vegas Golden Knights, der Franchise mitten in der Wüste, klappen?
Bereits nach dem gelungenen Saisonstart rieben wir uns verwundert die Augen. Unser «NHL-Chronist» Adrian Bürgler analysierte die Situation damals wie folgt:
Nun ist aber bereits die Hälfte der Regular Season vorbei und die Vegas Golden Knights grüssen immer noch von ganz weit oben. Wir haben fünf Zahlen gesammelt, die belegen, wie sehr die «Goldenen Ritter» die NHL tatsächlich aufmischen.
... der letzten 10 Spiele haben die Vegas Golden Knights gewonnen. In der Nacht auf heute hat das Team aus dem US-Bundesstaat Nevada die New York Rangers mit 2:1 geschlagen.
Nicht dabei war bei den Golden Knights der Schweizer Luca Sbisa, der sich in einer Partie zuvor nach dem Block eines Slapshots das Eis verlassen musste und verletzt fehlte.
... Punkte haben die Vegas Golden Knights nach exakt der Hälfte (41 von 82) der Spiele in der Regular Season bereits gesammelt. Bloss Tampa Bay Lightning hat mit 63 Zählern (aber auch mit einer Partie mehr) noch mehr Punkte auf dem Konto.
Im Durchschnitt sammelten die neu geschaffenen Franchisen übrigens 57 Punkte – in der ganzen Saison!
Die Golden Knights haben bisher 29 ihrer 41 Partien gewonnen und weisen einen starken «Point Percentage» von .732 auf. Sie haben also 73,2% der möglichen Punkte geholt. Auch hier ist einzig Tampa Bay in der aktuellen Saison noch leicht besser (.750).
Eindrücklich ist die Zahl vor allem im Vergleich zu den anderen Expansion-Teams in ihrer ersten Saison. Seit 1967/68 (davor bestand die NHL von 1942 bis 1967 bloss aus sechs Teams) hat kein neues Team in seiner ersten Saison mehr als die Hälfte der Spiele bis Saisonende gewinnen können. Die Florida Panthers schafften es 1993/94 immerhin auf eine Quote von 49,4%.
Zu Saisonhälfte waren die Flyers 1967/68 immerhin mit 56,8% der möglichen geholten Punkte gut unterwegs. Es ist jedoch kein Vergleich zum Wert der Vegas Golden Knights in dieser Spielzeit.
... Niederlagen mussten sich die Golden Knights zu Hause bisher nach 60 Minuten einstecken – in 21 Partien. 18 Mal ging Vegas als Sieger vom Eis, dazu kommt eine Overtime-Niederlage. Damit haben die Golden Knights die beste Heimbilanz der gesamten Liga.
Die Glücksspiel-Stadt Las Vegas haben schon unzählige Zocker als Verlierer verlassen, neuerdings zählen auch reihenweise Eishockey-Teams dazu und eine Weisheit aus Vegas scheint sich zu bewahrheiten: Das «Haus» gewinnt immer.
Mit Marc-André Fleury haben die Vegas Golden Knights den besten Torhüter der Liga. Zumindest statistisch. Denn mit einer Abwehrquote von 94,5% schwingt der 33-jährige Kanadier oben aus. Dazu hat Fleury mit 1,73 Toren pro Spiel durchschnittlich am wenigsten Gegentreffer der Liga zugelassen.
Wegen einer Verletzung konnte Fleury bisher zwar erst 12 Spiele absolvieren, stellte seine grosse Klasse in diesen Partien aber eindrücklich unter Beweis.
Dass Fleury auch bereit ist, wenn es zählt, bewies er in den letztjährigen Playoffs, als er die Pittsburgh Penguins als Back-Up-Goalie durch die ersten zwei Playoff-Runden hexte und so den Grundstein für den Stanley-Cup-Triumph legte.
Ein so grosser Coup wird den Golden Knights zwar nicht zugetraut, aber wer dachte zu Beginn der Saison schon, dass sich Vegas oben festsetzt und nach Saisonhälfte grosse Chancen hat, die Playoffs zu erreichen? Eben.