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Das im Februar dieses Jahres vom australischen Senat verabschiedete
neue Mediengesetz hatte im Vorfeld für einiges Wehgeschrei von Seiten von Facebook und Google gesorgt. Mit dem Gesetz werden Google und Facebook künftig dazu gezwungen, örtliche Medienunternehmen zu bezahlen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Australien will damit erreichen, dass Werbeeinnahmen gerechter verteilt werden. Facebook hatte eine Weile lang versucht, sich mit einem News-Boykott
gegen das Gesetz zu wehren, hatte den Boykott aber nach einigen Änderungen am Gesetz wieder aufgegeben.
Trotz der Änderungen bezeichnete der australische Wettbewerbshüter in einem Gespräch mit der 'Financial Times'
das neue Gesetz nun als vollen Erfolg. Die Internetriesen seien dadurch gezwungen worden, mit Medienunternehmen zu verhandeln und viele Deals seien auf gutem Wege. Insgesamt, so schätzt er, könnten diese Deals jährlich rund 200 Millionen australische Dollar in die Kassen der Medien spülen, was ungefähr 140 Millionen Franken entspricht.
Das Medienhaus Nine Entertainment, das unter anderem den traditionsreichen 'Sidney Morning Herald' herausgibt, hat bereits den Abschluss eines Vertrags mit Google und Facebook gemeldet. Nine prognostiziert, dass seine Einnahmen im kommenden Geschäftsjahr um 30 bis 40 Millionen australische Dollar steigen werden.
Das Gesetz sieht vor, dass der australische Finanzminister bestimmen kann, welche Unternehmen unter den "Media Bargaining Code" fallen. Dies können sowohl grosse als auch kleine Medienhäuser sein. Google und Facebook müssen dann Deals mit diesen Firmen aushandeln. Gelingt dies nicht, droht ihnen ein Zwangs-Schlichtungsverfahren mit potenziell empfindlichen Strafen.
Nun wird es spannend sein, zu sehen, ob auch andere Länder dem Vorbild Australiens folgen. In den USA,Grossbritannien und Kanada gibt es bereits ähnliche Bestrebungen. In Deutschland zahlt Facebook seit Mai 2021
einigen Verlagshäusern Geld für die Verwertung von Nachrichten in 'Facebook News'.