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Die Slowenen hatten im Vorfeld zum engsten Favoritenkreis gehört. Allerdings hatten die Buchmacher dabei eher an Tadej Pogacar oder Primoz Roglic gedacht, aber sicher nicht an Matej Mohoric.
Doch der 27-Jährige setzte sich nach einer risikoreichen Abfahrt vom Poggio, dem letzten Hindernis des Tages wenige Kilometer vor dem Ziel, von seinen Konkurrenten ab und triumphierte in Sanremo als erster Slowene überhaupt.
Mohoric düpierte die Favoriten auf dieselbe Weise wie im Vorjahr Jasper Stuyven. Auch der Belgier, der dieses Jahr wie Weltmeister Julian Alaphilippe krankheitsbedingt fehlte, hatte in der Abfahrt vom Poggio angegriffen und damit die meistgenannten Sieganwärter überrumpelt.
Zwölf Monate später rettete nach 293 km auch Mohoric wenige Meter Vorsprung ins Ziel. Zweiter wurde der Franzose Anthony Turgis, Dritter - in seinem ersten Rennen der Saison überhaupt - der Niederländer Mathieu van der Poel. Den Topfavoriten Pogacar (5.), Wout van Aert (8.) und Roglic (17.) blieb in der Gruppe der Verfolger das Nachsehen.
Für Mohoric, der in seiner Karriere bereits bei allen drei grossen Rundfahrten Etappensiege gefeiert hat, ist es der grösste Erfolg der Karriere. Die Öffentlichkeit hatte den Fahrer des Teams Bahrain-Victorious nicht auf der Rechnung, Mohoric selbst hatte sich aber durchaus Chancen ausgerechnet.
Er habe sich speziell auf dieses Rennen vorbereitet, erzählte er in einer ersten Reaktion. Er sei für die Abfahrt vom Poggio mit einem extra angefertigten Rad angetreten und habe für die Rampen zuvor explizit trainiert.
Mohoric überquerte den Poggio wenige Meter hinter den Favoriten und überholte diese anschliessend. Beinahe stürzte er, als er alleine vorneweg fuhr. Doch Mohorics Plan ging perfekt auf. Am Ende musste auch der in dieser Saison noch ungeschlagen Pogacar, der am letzten Anstieg erfolglos versucht hatte, seine Widersacher loszuwerden, seinem Landsmann gratulieren.
Die beiden einzigen zum Rennen gestarteten Schweizer hatten mit dem Ausgang des Rennens wie erwartet nichts zu tun: Silvan Dillier klassierte sich mit gut sechs Minuten Rückstand auf Platz 102, Simon Pellaud wurde 133. (11:15 zurück).