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Ihr Schaffen wird oft als «polyphon» beschrieben, denn Verena Schwab hat, ausgehend von der Performance, über die Jahre hinweg in ganz unterschiedlichen Medien ihr künstlerisches Kerngebiet erforscht: das metaphorische Potenzial physischer Prozesse und Handlungen.
Verena Schwab liess sich zunächst zur Ergotherapeutin ausbilden. Direkt nach dem Diplom 1983 begann sie, als Performerin in Erscheinung zu treten, etwa mit dem Berner Experimentaltheater Studio am Montag (später STOP.P.T.) von Norbert Klassen. 1989 bis 1992 absolvierte sie den Lehrgang Bildende Kunst an der Schule für Gestaltung Bern mit begleitendem Video-Projektkurs (1990 bis 1992). In ihren Performances und den stetig bedeutender werdenden Fotografien und Videos verwendete sie fortan meist organische Materialien, die sie eigenhändig einem Wandlungsprozess unterzog oder in Stadien des natürlichen Wachstums und Zerfalls ins Bild setzte – oft poetisch, manchmal anziehend und abstossend zugleich. Die Sujets ihrer Fotos wurden häufig durch extreme Nahaufnahme, Unschärfe, Achsenspiegelung oder eine neue Farbgebung vieldeutig verfremdet: Die Landscapes of Desires von 2002 lassen herangezoomte Körperkonturen und Schneehügel ineinander übergehen, bei den Germs von 2000 entfalten eingefärbte Makroaufnahmen von Pflanzenkeimen eine wesenhaft tänzerische Anmut. Dabei suggeriert Schwab mit ihrem Fokus auf Vergänglichkeit und den Akt des Handelns stets ein verborgenes, universelles (Form-)Wissen. In jüngster Zeit verfolgt sie diese Themen hauptsächlich gemeinsam mit Christine Freudiger, mit der sie seit den frühen 1980er-Jahren künstlerische Kooperationen eingeht.
Als Performancekünstlerin der 1980er-Jahre kann Verena Schwab als Nachfolgerin der postmodernen Fluxus- und Happening-Generation und als Vorbotin des Performance-Booms der 1990er-Jahre angesehen werden. Sie war 1995/1996 Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und 1998/1999 Stipendiatin des Istituto Svizzero in Rom.
Verena Schwab, 1959 geboren in Bern (CHE), lebt und arbeitet in Hünibach (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Fotografie, Video, Performance, Objekte, Installation