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Selbst ausgedehnte, grosse Krampfadern können bis zum Auftreten einer Komplikationen über viele Jahre schmerzfrei bleiben. Die Empfehlung, dass nur schmerzhafte Krampfadern therapiert werden müssen, ist falsch. In den meisten Fällen schreitet das Krampfaderleiden stetig fort. Erst die Komplikation ist schmerzhaft.
Hautveränderungen
Hautveränderungen können auf ein Krampfaderleiden hinweisen, wie zum Beispiel beim Stauungsekzem (Stauungsdermatitis). Die juckende, gerötete Hautentzündung wird durch eine chronische Stauung des venösen Blutes in der Haut und Unterhaut ausgelöst. Wird die Ursache (Krampfaderleiden) nicht behandelt, chronifiziert das Ekzem und breitet sich aus. Falsche Salbentherapieren können die Ausbreitung noch verstärken.
Komplikationen
Grundsätzlich ist das Ekzem auf gesunder Haut, ausser den schmerzhaften Symptomen, ungefährlich und mit der adäquaten Therapie rasch heilbar. Tritt das Ekzem aber auf einer stark vorgeschädigten Haut auf, wie zum Beispiel als Folge von weit fortgeschrittenen Hautveränderungen (trophische Hautveränderungen) bei einem langjährigen Krampfaderleiden, sind Ekzeme ideale Eintrittspforten von gefährlichen bakteriellen Infekten (Erysipel). Zudem kann die vorgeschädigte Haut durch ein Ekzem grossflächig eröffnet werden (Ulcus cruris, offenes Bein).
Therapie
Grundsätzlich muss die Ursache, das Krampfaderleiden, therapiert werden. Im akuten Stadium wird eine intensive Kortisontherapie angewendet und allfällige Ekzem auslösenden Substanzen wie Hautcremen, Waschmittel usw. gestoppt. Durch die Kortisontherapie wird praktisch jedes Ekzem in seiner Intensität deutlich abgeschwächt oder heilt momentan ab. Das Krampfaderleiden wird durch die Kortisontherapie jedoch nicht behoben und ein Wiederauftreten vom Ekzem ist die Regel. Zudem sollte eine lokale Kortisontherapie nicht über Monate und Jahre andauern. Deshalb gilt: Planen Sie während der lokalen Anwendung von Kortison auch die notwendige Krampfadertherapie.
Abbildung
54 jähriger Patient mit juckender Hautveränderung am Unterschenkel. Kratzspuren, Hautkrusten (roter Pfeil). Trotz lokaler Salbentherapie Ausbreitung der Hautveränderung. Die Ursache vom Stauungsekzem ist bereits klinisch zu erkennen (blauer Pfeil): Krampfaderleiden.
Dr. med. Bruno P. Schwarzenbach 3. August 2015
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