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Jeder der sich dem Lebewesen Pferd verschreibt und die Verantwortung für ein solches übernimmt, träumt von einer partnerschaftlichen, harmonischen und lebendigen Beziehung!
Voraussetzungen, die das Pferd in die Partnerschaft mitbringt
Die Grundbedürfnisse des Pferdes sind in erster Linie Nahrung, Bewegung und soziale Kontakte. Als Herdentier will das Pferd entweder führen oder geführt werden, je nach seiner Stellung innerhalb der Gruppe.
Es gehört nicht zu seinem Grundbedürfnis, eine Beziehung mit einem Menschen einzugehen.
Voraussetzungen, die ein Mensch für den Beginn einer Partnerschaft mit einem Pferd mitbringen soll
Wünsche ich als Mensch eine Partnerschaft mit dem Pferd einzugehen, so muss ich einige Voraussetzungen erfüllen: Ich respektiere die Grundbedürfnisse des Pferdes, ich will das Pferd und sein Wesen verstehen lernen, ich bin bereit in Aus- und Weiterbildung zu investieren und in dieser Partnerschaft die Verantwortung/Führung zu übernehmen.
Bemühungen zur Pflege der Partnerschaft Mensch-Pferd
Beachte ich alle Voraussetzungen, bestimmen viele weitere Faktoren die Harmonie in meiner Partnerschaft mit dem Pferd. Ich gehe davon aus, dass alles was ich mit einem/meinem Pferd tue von Wohlwollen, Ehrlichkeit und Respekt geprägt ist. Es ist mir bewusst, dass alles was ich anfänglich mit ihm mache meinen eigenen Bedürfnissen entspricht. Ich bin mir bewusst, dass jede Reaktion des Pferdes das Spiegelbild meiner selbst ist. Es liegt an mir, mich in der Beziehungsförderung dem Wesen Pferd zu nähern.
Im Alltag wie auch im Training gebrauche ich meinen Körper, die Stimme und Berührungen, um dem Pferd zu erklären, was ich von ihm wünsche. Die innere Haltung ist mit meinen äusseren Erklärungen immer identisch. Das Training ist einfühlsam aufgebaut. Ich beachte und respektiere den psychischen wie den physischen Zustand des Pferdes. Durch konsequentes Auffordern wird das Pferd an eine gestellte Aufgabe herangeführt. Ich suche einen Weg, der zum Ziel führt. Im Umgang stehen Lob und Belohnung an erster Stelle. Nur durch gleichbleibende Aufforderungen kann sich das Pferd an meiner Kommunikationsweise orientieren. Auch kleine erfolgreiche Schritte des Pferdes werden belohnt. Dadurch überzeuge ich das Pferd, dass es sich lohnt, sich auf mich einzulassen. Ich vertraue darauf, dass mein Pferd die von mir gestellte Aufgabe, mein Wunsch erfüllen kann. Aber der Entscheid, wann das Pferd die Aufgabe wirklich ausführt, der liegt beim Pferd. Ich beobachte das Pferd genau. Es liegt an mir, mich so zu erklären, dass es mich verstehen kann. Sollte es mich nicht verstehen, so suche ich einen neuen Weg, ihm meine Absicht mitzuteilen. Je länger unsere Partnerschaft dauert, umso intensiver wird unsere Beziehung. Meine Kommunikation wird für das Pferd immer verständlicher und das Vertrauen des Pferdes in mich wird gestärkt. Auf dieser Basis sind Fortschritte und Vertiefung einer respektvollen Partnerschaft möglich.
Im Umgang mit Pferden haben Aggressionen, Vorwürfe, Demütigungen, Zwang, physische und psychische Gewalt oder Strafe keinen Platz. Auch mein Wissen über das Wesen des Pferdes nütze ich niemals negativ aus. Pferde bewusst in Stresssituationen zu manövrieren, um ihnen dann eine Freundschaft vorzutäuschen, finde ich eine unakzeptable Vorgehensweise.
Ununterbrochen bin ich bemüht, mich und mein Handeln zu reflektieren, damit ich ein vertrauensvoller und verantwortlicher Partner für mein Pferd sein kann.
Jede Partnerschaft muss gepflegt werden. Bei Partnerschaften zwischen Menschen bringen beide Partner ähnliche Voraussetzungen mit und übernehmen je eine gegenseitige Verantwortung. Bei einer Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd liegt die Verantwortung der Beziehung beim Menschen. Er muss den Umgang mit dem Pferd von Grund auf lernen und sich dazu die notwendige Hilfe suchen. Er macht in der Beziehung den ersten Schritt, geht auf das Pferd zu, erweist ihm Respekt. Das Pferd wird reagieren und mit der Zeit lernen, seinen Menschen zu verstehen.
Respekt und Vertrauen bilden die Basis jeder Partnerschaft, egal ob zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Pferd. Niemand soll an sich den Anspruch haben, in allem zu genügen oder gar perfekt zu sein. Die Voraussetzung, dass die Partnerschaft lebendig bleibt und sich entwickeln kann, ist der Wille des Menschen, daran zu arbeiten.