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Wer von Gin aus dem Vereinigten Königreich spricht, muss regional unterscheiden: Handelt es sich um Gin aus England, aus Schottland, aus Wales oder aus Irland? Und handelt es sich um einen "Irish Gin" oder einen "Northern Irish Gin"? Gins aus Nordirland sind nämlich in immer grösserer Vielfalt vorhanden. Dabei haben die meisten Gin-Hersteller - wie in der restlichen Welt auch - erst in den 2010er Jahren ihren Betrieb aufgenommen und spriessen nun wie Pilze aus dem Boden. Als erster nordirländischer Gin wurde der Shortcross Gin aus der Rademon Estate Distillery umworben, welchen Fiona und David-Boyd Armstrong im Jahr 2012 kreierten. 2016 brachte ex-Bartender Gerry White seinen Jawbox Gin heraus, den er in Zusammenarbeit mit Shane Braniff in der Echlinville Distillery produziert. Die Brennerei, die auf einem uralten Bauernhof liegt und praktischerweise ihr eigenes Getreide für die Destillation heranziehen kann, hat weitere Gins wie den Echlinville Irish Pot Still Gin und den mit Leinsamen angereicherten Weavers Gin im Angebot. Etwas humorvoller geht es bei der Marke Feckin zu, die schon 2005 durch ihren Irish Whiskey bekannt wurde. 2018 weitete Shane Braniff das Sortiment dann auf Gin und Vodka aus. Damit scheint die Echlinville Distillery momentan das Epizentrum der Ginproduktion in Nordirland zu sein. Doch es gibt noch mehr zu entdecken: Der Belfast 1912 Cask Gin stützt sich auf eine handgeschriebene Rezeptur, die Ian Killen in einer alten Zeitung aus dem Jahr 1912 fand. Der verwendete Basisalkohol ist insofern speziell, da er aus drei Getreidearten gewonnen wird. Der Belfast 1912 Cask Gin wurde Ende 2016 herausgebracht, obwohl Ian den Markennamen schon Ende der 1990er Jahre registrieren liess. Im selben Jahr fielen auch die Startschüsse für den Boatyard Gin und den Copeland Gin. Und als ob 2016 das magische Jahr für nordirländischen Gin gewesen wäre, entschied sich zu jenem Zeitpunkt auch Ric Dyer dazu, eine eigene Brennerei zu gründen. Seine Woodlab Distillery brachte 2018 den Symphonia Gin hervor. Der Gin-Boom in Nordirland scheint aber auch in den 2020er Jahren nicht vorbei zu sein. Beispielsweise wurde die Hinch Distillery Anfang des Jahrzehnts neu erbaut und stellt sowohl Whiskey als auch den 9th Wave Gin her.
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