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Der Ausgang der heutigen Parlamentswahl in Dänemark könnte mit wenigen Stimmen Mehrheit entschieden werden. Und da es sehr knapp werden dürfte, kämpften die Spitzenkandidaten in der vergangenen Nacht bis zur letzten Sekunde.
Schlussdebatte im Fernsehen
Die Nervosität war deshalb bei der Schlussdebatte im dänischen Fernsehen am gestrigen Abend sehr gross und statt auf Angriff setzten die beiden Spitzenkandidaten, der bürgerliche Ex-Ministerpräsidentin und Herausforderer Lars Lökke Rasmussen und seine Nachfolgerin als Regierungschefin Helle Thorning Schmidt, auf scheinbare konziliante Töne.
Zunächst lobte Rasmussen Thorning für ihre Politik im Nachzug zum Terroranschlag Mitte Februar, bei dem ein islamistischer Attentäter in Kopenhagen mehrere Menschen tötete: «Das hast Du gut gemacht», sagte Lökke Rasmussen, worauf die Ministerpräsidentin auf den Herausforderer zuging und die Hand schütteln wollte. Sie fragte gleichzeitig, ob der Herausforderer für einen Kompromiss in der dänischen Sozialpolitik zu haben sei. Das aber löste beim bürgerlichen Spitzenkandidaten nur Kopfschütteln aus und er fragte plötzlich, wer die Frau mit ausgestreckten Hand eigentlich sei.
Zehn Parteien vor dem Sprung ins Parlament
Nicht weniger als zehn Parteien haben gute Chancen, ins neue Parlament einzuziehen; je fünf Parteien auf der linken und auf der rechten Seite. Unabhängig vom Wahlresultat wird sich deshalb die künftige Ministerpräsidentin oder der künftige Ministerpräsident darin üben müssen, ausgestreckte Hände schütteln zu können.
Gemäss fast allen Meinungsumfragen halten sich der sogenannte rote Block der amtierenden Regierungschefin und der blaue Block des bürgerlichen Herausforderers die Waage.
Färöer und Grönland: Zünglein an der Waage?
So könnten am Ende nicht die Däninnen und Dänen selbst darüber entscheiden, wer in den kommenden vier Jahren im nordischen Königreich das Sagen hat, sondern die Wähler in den ehemaligen dänischen Kolonien im Nordatlantik, den Färöerinseln und Grönland. Diese beiden Länder entsenden bis heute je zwei Abgeordnete ins Parlament nach Kopenhagen. Dort enthalten sich diese in den meisten Abstimmungen, mit einer Ausnahme: Der Wahl des Regierungschefs.
Deshalb werden sich in der kommenden Nacht viele Blicke in den höchsten Norden richten, wo die Wahllokale einige Stunden nach den dänischen geschlossen werden.