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Kaum hatte man sich in Uri mit dem Auto abgefunden, kam das neuste Verkehrsmittel von oben. Die ersten Flugzeuge erschienen um die Zeit des Ersten Weltkrieges am Himmel. Und wer in den 1920er-Jahren an den einzelnen in Uri abgehaltenen Flugtagen den nötigen Mut und das nötige Geld aufbrachte, um in eine "fliegende Kiste" zu steigen, teilte nach dem Flug den auf der Erde Zurückgebliebenen mit, dass es noch ein erhabeneres Fahrgefühl als dasjenige im Automobil gäbe.

Die ersten „Flugplätze“ befanden sich in Uri auf dem Urnersee und der Altdorfer Allmend. Hier fanden verschiedene Aktionstage statt, wo auch Einheimische als Passagiere das Fliegen erleben konnten. Der Grasflugplatz auf der Allmend wurde auch zu militärischen Zwecken. Zudem benutzten einige Urner die Grasfläche für den Start und die Landungen ihrer Segelflugzeuge.
Im Jahre 1967 errichtete die Heliswiss (Schweizerische Helikopter AG, Bern) in Erstfeld ihre erste Aussenbetriebsstelle. Die traditionelle Eisenbahnergemeinde wurde als Helikopterbasis gewählt, weil sie mitten in den Bergen liegt, das Reusstal hier aber trotzdem noch ein paar ebene Flächen in gut erschlossener Lage bietet. Auf dem Werkareal der Firma Murer AG stand nun vorerst während der Sommermonate für Einsätze aller Art eine Maschine mit Pilot und Mechaniker bereit. Man besass zwar noch keinen eigentlichen Hangar, sondern hatte sich in einer Lastwagengarage eingemietet. Die einzige Büroeinrichtung bestand in einem Wandtelefon. In Erstfeld blieb vorerst eine Agusta Bell 47 G-3, welche bis zu 300 Kilogramm Nutzlast transportieren konnte, stationiert. Durch die Errichtung dieser Aussenbetriebsstelle konnten für Flüge in der Zentralschweiz nun bis zu 2200 Franken eingespart werden, dies waren nämlich die Kosten, welche bis anhin der Überflug Bern-Belpmoos nach Erstfeld kostete. Auch die zeitlichen Verhältnisse begannen sich zu verbessern. Die eingesparten Minuten sollten vor allem bei den Rettungseinsätzen von Bedeutung werden, welche die Heliswiss im Auftrage der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega) ebenfalls von Erstfeld aus durchführte. Die neue Aussenbasis erwies sich bald als Erfolg, wurde doch die Maschine fast dauernd eingesetzt.
Für den Helikopter gibt es im Gebirge, seinem bevorzugten Operationsgebiet, unzählige Einsatzmöglichkeiten. "Der Maulesel der Lüfte" wurde im Urnerland einmal zur Transporthilfe, was bis anhin "im Schweisse des Angesichts" stundenlang bergauf getragen werden musste, gelangte nun in wenigen Minuten zu seinem Bestimmungsort. Im Mai 1973 schenkte die Heliswiss anlässlich ihres 20jährigen Bestehens der "Filiale" in Erstfeld einen fabrikneuen und besonders gebirgsfreudigen Drehflügler vom Typ Aerospatiale SA 315 B Lama. Der 210 Stundenkilometer schnelle und damals 820 000 Franken kostende Helikopter, der Lasten bis höchstens 900 Kilo zu tragen vermochte (fünf Plätze), eignete sich mit seinen ausgezeichneten Höhenleistungen vor allem für den Einsatz in den Bergregionen der Zentralschweiz. Die Lama wurde zudem mit Bahre, Bahrenhalterung und Rettungswinde ausgestattet. Einen Grosseinsatz leisteten die Helikopter am Weissen Sonntag des Jahres 1975, als sich der Winter mit ergiebigen Schneefällen und gewaltigen Lawinenniedergängen zurückmeldete. Dank des unverzüglichen und unermüdlichen Helikopter-Einsatzes konnten die Versorgung der abgeschnittenen Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten sowie der unbedingt erforderliche Krankentransport sichergestellt werden.
Das Jahr 1975 brachte der Heliswiss mit dem Absturz eines Helikopters im Sustengebiet einen schweren Schicksalsschlag.
Die zunehmende Rettungstätigkeit und vor allem auch das Unwetter von 1977 waren dann ausschlaggebend für den Entschluss der Rega, in Erstfeld einen eigenen Helikopter zu stationieren. Im September dieses Jahres erfolgte auch der der Umzug der Heliswiss in den Hangar in der "Pfaffenmatt". 1978 kam die rote Alouette III mit der Immatrikulation HB-XFM ins Urnerland. Die Besatzung bestand nun aus einem Piloten, einem Flughelfer und einem Bergführer. Den Arzt holte man - falls nötig - vom Kantonsspital in Altdorf. Erst 1980 stellte die Rettungsflugwacht einen eigenen Arzt ein - er war immer noch der einzige Rega-Angestellte.
1982 kaufte die Rettungsflugwacht den Heliswiss-Hangar und baute im März des folgenden Jahres Erstfeld zu einer 100prozentigen Basis aus: Ein eigener Pilot und Flughelfer wurden nun angestellt. Erstfeld wurde zu einer von insgesamt zwölf Rega-Basen in der Schweiz. Der Heliswiss-Helikopter blieb unter dem Dach der Rega-Basis stationiert, bis die Seilbahnfirma OHAG Ende der 1980er-Jahre aus dem benachbarten Industriegebäude aus und die Heliswiss dort einzog. Die Heliswiss flog mit ihren ihren zwei in Erstfeld stationierten Lamas weiterhin kommerzielle Einsätze. 1990 verzeichnete man bei der Heliswiss auf der Basis Erstfeld 699 Bewegungen (Starts und Landungen). Insgesamt wurden dabei rund 11'000 Tonnen Material und 350 Arbeiter transportiert. 75 Prozent der Flüge bildeten dabei Holztransporte in Folge der Sturmschäden, was eine Zunahme von rund 50 Prozent zu früheren Jahren bedeutete. Zum Alltag der Erstfelder Rega-Crew gehören vor allem Skiunfälle auf Pisten und Touren. Ende der 1980er-Jahre gab es auch immer mehr Einsätze wegen Gleitschirmunfällen in der Rega-Statistik (1990: 27). Recht zahlreich sind auf der Basis Erstfeld auch Verlegungsflüge von einem Regionalspital wie Altdorf in die Spezialkliniken nach Luzern, Aarau oder Zürich. Am Alpenkamm geschehen immer wieder Flugzeugabstürze, es blieben aber auch schon Ballone hängen. Beides bedeutet Such- und Bergungsflüge für Helikopter.
1990 erfolgte in der "Pfaffenmatt" der Spatenstich für eine neue Rega-Basis. Mit dem neuen Hangar werden die Anforderungen der Flugsicherheit, der Umweltgesetzgebung und vor allem auch der Arbeitsplatzqualität wieder erfüllt sein. Ende 1990 erhielt die Heliswiss zwar an ihrem benachbarten Standort einen neuen Hangar, schloss jedoch später ihre Basis. Im Jahre 1991 konnte die Rega ihren neuen Hangar beziehen. 1984 wurde die Heli Gotthard gegründet, welche kommerzielle Flüge ausführt. Heute gehört die Heli Gotthard zur Firma Swiss Helikopter mit Sitz in Chur. Bei einem Helikopterabsturz im Juli 2013 bei der Kröntenhütte fanden die vier Insassen den Tod.