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(he - sj19/20)
Über die Festtage hatte ich Gelegenheit, mich auf ein spannendes Interview mit unserem Freund, Didier Défago, dem berühmten, ehemaligen Schweizer-Skirennfahrer einzulassen.
Familienvater und Legende im Schweizer-Skisport
Didier Défago ist am 2. Oktober in Morgins, Wallis geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, Alexane (13) und Timeo (10).
Er war vor allem auf Abfahrt und Super-G spezialisiert. Sein grösster Erfolg in seiner Karriere war der Gewinn der Abfahrt-Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver, Kanada.
Grosses Talent schon in frühen Jahren
Mit 6 Jahren nahm Didier erstmals an einem Skirennen teil. 1996 im Hoch-Ybrig gewann Didier Défago die Juniorenweltmeisterschaft im Super-G 🥇, holte die Silber Medaille 🥈 in der Kombination und die Bronzemedaille 🥉 im Riesenslalom. Im gleichen Jahr begann er mit seinem ersten Weltcuprennen und beendet dieses auf Platz 15.
Im Jahre 2009 gewann Didier Défago die Lauberhornabfahrt in Wengen. Eine Woche später die Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel. Somit ist er einer der wenigen Skirennfahrer, die im selben Winter die beiden berühmtesten Abfahrten gewinnen konnte.
Mehrfache Olympia-Teilnahme
Er nahm an 4 Olympischen Spielen teil.
2002 in Salt Lake City, (6. im Super-G, 12. Abfahrt, 14. Riesenslalom)
2006 in Turin, (16. Super-G, 26. Abfahrt, 14. Riesenslalom)
2010 in Vancouver (15. Super-G, 1. Abfahrt)
2014 in Sotschi (14. Abfahrt)
Das Interview
he: An wie vielen Weltcup-Rennen haben Sie teilgenommen?
DD: Es waren 402 Rennen.
he: Welches war der Höhepunkt in Ihrer Karriere?
DD: Die Goldmedaille an der Olympiade und privat meine zwei Kinder. Jeder Sieg ist eigentlich ein Höhepunkt und wenn man von "seinem" Sport leben kann, ist dies ein Leben lang ein Höhepunkt.
he: Welches war der Tiefpunkt in Ihrer Karriere?
DD: Meine Knieverletzung direkt nach der Olympiade. Aber ich konnte trotzdem etwas Positives daraus gewinnen. Die ersten Wochen nach der Verletzung waren hart, da ich zwei super Saisons hinter mir hatte und danach war es sehr schwierig wieder an die Spitze zu kommen. Die WM 2009 in Val d'Isères war ebenfalls ein Tiefpunkt. Ich war einer der Favoriten und war sehr schnell unterwegs, bin dann aber leider ausgeschieden. Die nächsten Stunden und Tage danach waren nicht einfach, aber ich habe sehr viel daraus gelernt und das ist das Positive.
he: Vermissen Sie den Skizirkus?
DD: Ja und nein. Ich habe das Glück, dass ich immer noch mit dem Skizirkus zu tun habe. Was mir am meisten fehlt, sind diese Momente vor dem Start und die Stimmung bei einem Rennen. Auch die Gefühle und die Emotionen über die erbrachte Leistung, wenn man gut war, fehlen mir heute ein wenig.
he: Was machen Sie jetzt beruflich?
DD: Ich bin selbständig, habe meine eigene Firma und Mandate. Ich arbeite zum Beispiel für Rossignol in der Entwicklung und helfe unseren Athleten, welche von Rossignol unterstützt werden. Ferner arbeite ich mit Bernhard Russi als Pisten-Architekt. Vor einigen Wochen sind wir aus China zurückgekommen, wo in 2022 die nächsten Olympischen Winterspiele stattfinden. Als letztes grosses Mandat arbeite ich als Markenvertreter für Ochsner Sport.
he: Warum sprechen Sie so gut deutsch?
DD: Ich habe die Sprache in der Schule gelernt (lacht). Die Basis stammt sicherlich von der Schule aber vor allem durch den Sport; den Kontakt zu anderen Athleten und auch im ganzen Skizirkus. Als ich vom Junioren- ins Nationalkader gekommen bin, war ich während sieben Saisons der einzige "Romand" im Team und musste Deutsch lernen!
he: Wie viele Stunden haben Sie trainiert?
DD: Zirka 22 Stunden pro Woche.
he: Wer ist Ihr Lieblingssportler?
DD: Als Kind war mein Idol Michael Johnson (Leichtathletik, Sprint). Heute ist sicherlich Roger ein grosses Vorbild, nicht nur als Sportler sondern auch als Mensch.
he: Vielen Dank Didier.