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Genüsslich legt sie den Kopf in die linke Hand, während sie mit ihrer Rechten die Betrachterinnen und Betrachter dazu auffordert, für einen Moment innezuhalten. Ihre Augen sind geschlossen, so als würde sie sich gänzlich auf ihren Gehörsinn fokussieren. Das lauschende Mädchen, auch Brahmsrösi genannt, entsteht zu Ehren des deutschen Komponisten, Pianisten und Dirigenten Johannes Brahms (1833-1897), der in den Sommermonaten 1886 bis 1888 in Thun arbeitete. Der Bildhauer und Plastiker Hermann Hubacher erhält den Auftrag vom Thuner «Komitee für ein Brahmsdenkmal». Er kreiert eine freistehende nackte Frauengestalt als Sinnbild für die Musik und das Musikhören. Situiert wird sie in der vom Thuner Architekten Jacques Wipf konzipierten Parkanlage am Brahmsquai, wo bis in die 1930er-Jahre das Haus stand, in dem der Komponist arbeitete. Hubacher ist bekannt für seine Porträtbüsten. Sowohl die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Akt wie auch die Darstellung der zurückhaltenden Armgestik sind wiederkehrende Motive in seinem Oeuvre.
Katrin Sperry
Im 19. Jahr-hundert kam der berühmte Musiker Johannes Brahms
mehr-mals nach Thun.
Hier am Brahms-quai stand das Haus,
wo er arbeitete.
Einige Thuner wollten Brahms ehren,
und zwar mit einer Skulptur.
Sie beauftragten einen Künstler.
Hermann Hubachers Brahms-rösi lauscht mit geschlossenen Augen.
Eine Hand fordert auf:
Haltet inne, hört zu!
So steht der weibliche Akt* für Musik.
Sara Smidt
Wörter-buch:
Akt
Ein Akt ist ein nackter Mensch.
Das Wort wird in der Kunst ver-wendet.