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Das Jahr 2007 begann mit einer Reihe von Temperaturrekorden in zahlreichen Regionen der Welt.
In Europazählen der Winter und der Frühling 2007 zu dem mildesten seit Beginn der Aufzeichnungen. Von Januar bis April 2007 lagen die Durchschnittstemperaturen in Europa um mehr als 4°C über dem langjährigen Durchschnittswert für diese Region.
In West-Australien wurden von anfangs Januar bis anfangs März extrem hohe Temperaturen verzeichnet. Die Durchschnittstemperaturen lagen um mehr als 5°C über dem langjährigen Durchschnittswert für diese Region.
Südost-Europa war im Juni und Juli 2007 von einer aussergewöhnlich Hitzewelle betroffen. In vielen Ländern wurden die Hitzerekorde mit Temperaturen weit über 40°C gebrochen. Am 23. Juli 2007 wurden in Bulgarien 45°C gemessen. In diesem osteuropäischen Land starben während dieser Hitzewelle Dutzende von Menschen und Flächenbrände vernichteten Tausende von Hektaren Land.
In den Südstaaten der USA verloren im August 2007 50 Menschen während einer Hitzewelle ihr Leben.
In Japan herrschten von August bis September 2007 überdurchschnittlich warme Wetterverhältnisse. Mit 40,9°C wurde am 16. August 2007 der bisherige nationale Temperaturrekord gebrochen.
In Australienwurde hingegen der kälteste Juni verzeichnet. Der langjährige Temperaturmittelwert für den Juni wurde um 1,5°C unterboten.
In Südamerika wurden ein ausserordentlich kalter Winter (Juni bis August 2007) mit starken Winden, Schneestürmen und verhältnismässig wenigen Niederschlägen registriert. Im Juli 2007 wurden in Chile -18°C und in Argentinien gar -22°C gemessen. In einigen Gebieten wurde der erste Schneefall seit Menschengedenken verzeichnet.
In Nordamerika herrschte über weite Zeitabschnitte im Jahr 2007 Dürre ähnliche Verhältnisse. Im Westen , im oberen Teil des Mittelwestens der USA und im südlichen Ontario (Kanada) wurde ab Mitte Sommer bis in den Dezember 2007 hinein eine ausgeprägte Trockenheit festgestellt. In südlichen Teil der Grossen Ebenen wurde durch heftige Niederschläge beendet.
In Australien war das Jahr 2007 nicht so trocken wie 2006. Die Wasserreserven erholten
sich wegen den unterdurchschnittlichen Niederschlägen kaum, was in
den dichter besiedelten Region Australiens und in den grossen Städten
zu Einschränkungen im Wasserverbrauch führte.
Afrika wurde im Jahr 2007 besonders stark von Überschwemmungen heimgesucht. Im Februar zerstörte die schlimmsten Flutwasser der letzten 6 Jahre im Sambesi-Tal nahezu 40 Millionen Hektaren fruchtbaren Ackerlandes. Dutzende von Menschen verloren im Wasser ihr Leben. Tausende von Menschen verloren ihr Hab und Gut.
Ende Juni anfangs Juli bewirkten starke Regenfälle im Sudan eine Flutkatastrophe, von welcher 410'000 Menschen betroffen waren. Über 200'000 Menschen verloren ihr Zuhause. Im Juli bis im September lösten ausserordentlich starke südwestliche Monsunströmung in West- und Zentralafrika sowie in Gebieten am Horn von Afrika langanhaltende Überflutungen. 1,5 Millionen Menschen waren von den Ereignissen betroffen. Tausende verloren ihre Wohnungen.
Im Januar und Februar zerstörten in Bolivien Überschwemmungen 70'000 Hektaren Ackerland. 200'000 Menschen waren unmittelbar von den fluten betroffen. Von starken Stürmen begleitete intensive Regenfälle haben Ende März und anfangs April grosse Teile Argentiniens unter Wasser gesetzt. Anfangs Mai wurden Uruguay 110'000 Menschen von der verheerendsten Überschwemmungen seit 1959 heimgesucht. Wirbelstürme haben anfangs November Mexiko stark zugesetzt. Die nationale ölindustrie meldete riesige Schäden. 500'000 Menschen wurden obdachlos.
Ausgedehnte
Überschwemmungen wurden im Februar aus Java (Indonesien) gemeldet.
Weite Teile der Hauptstadt Jakarta waren bis zu 3,5 m unter Wasser. starke
Regenfälle setzten im Juni setzten in China weite Landstriche
unter Wasser. Erdrutsche zerstörten Verkehrsverbindungen und Siedlungsräume.
13,5 Millionen Menschen waren vom Hochwasser unmittelbar betroffen.
Ausserordentliche starke Monsunniederschläge beschäftigen während Wochen weite Teile Südostasiens. über 25 Millionen Menschen in Pakistan, Bangladesh, Indien und Nepal kämpften mit den Auswirkungen der Hochwasser. In Indien sind in den Sommermonaten starke Monsunniederschläge normal. 2007 fielen lediglich 5% mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt. Ausserordentlich war jedoch 2007 die Niederschlagsverteilung auf bestimmte Regionen und Zeiträume.
Der mächtige Sturm "Kyrill" überzog Mitte Januar Nordeuropa mit heftigen Winden und intensiven Niederschlägen. Die Sturmböen erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 km/h. 47 Tote wurden gezählt.
England
und Wales meldeten von Mai bis Juli mit 415 mm die niederschlagsreichste
Periode seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im jahre 1789. Die Regenfälle
sorgten in weiten Landstrichen für die Überflutung. 9 Personen
starben in den Fluten. Der Sachschaden belief sich auf rund 6 Milliarden
US$.
Die kurze El Niño-Periode von Ende 2006 war im Januar 2007 beendet. La Niña-Bedingungen verstärkten sich in der zweiten Jahreshälfte 2007. Das Meerwasser kühlte sich in den zentralen und östlichen äquatornahen Gebieten des Pazifiks ab. Zusätzliche zum La Niña-Effekt wurde von Nordaustralien bis zum Indischen Ozean kühlere Meerwassertemperaturen als normal registriert. Im westlichen Indischen Ozean war das Meerwasser hingegen wärmer als üblich. Diese zusätzlichen Bedingungen, so glauben die wissenschaftler, haben die zu erwartenden weltweiten Auswirkungen La Niña von beeinflusst.
Die
gegenwärtige La Niña-Phase
wird sich voraussichtlich bis ins erste Jahresviertel 2008 fortsetzen.
Das Ozonloch über der Antarktis war
wegen den milden Wintertemperaturen der antarktischen Stratosphäre relativ klein. Das Ozonloch erreichte
Mitte September mit 25 Millionen km2
seine grösste Ausdehnung. 2000 und 2006 wurden als Rekordwerte 29
Millionen km2 gemessen. Das Ozonmassendefizit
betrug am 23. September 28 Mt (Megatonnen). 2006 betrug das Defizit 40
Mt.
Im Nordwest-Pazifik entwickelten sich 2007 24 mit Namen versehene tropische Wirbelstürme. Durchschnittlich werden in dieser Region pro Jahr etwa 27 grössere Stürme erwartet. 14 Stürme wurden als Taifune klassifiziert, was dem langjährigen Durchschnitt entspricht.
Im Atlantik entstanden während der Hurrikan-Saison 2007 14 benannte tropische Wirbelstürme (2 mehr als im langjährigen Durchschnitt). 6 Stürme wurden als Hurrikane bewertet. diese Anzahl entspricht dem langjährigen Durchschnitt. Erstmals erreichten in einer Saison zwei Kategorie 5-Hurrikane (Dean und Felix) das Festland.
Im Februar setzte der tropische Wirbelsturm Gamède in La Réunion (Frankreich) einen neuen Niederschlagsweltrekord. Innert 72 Stunden prasselten 3'929 mm (rund 5,5 cm pro Stunde) Regen auf das Inselreich im Indischen Ozean.
Im Juni streifte der Zyklon Gonu den Iran und erreicht in Oman die Arabische Halbinsel. Letztmals erreichte 1945 ein Zyklon den Iran.
Am 15. November sorgte der Zyklon Sidr in Bangladesh für grosse Zerstörungen. Rund 3000 Menschen starben und rund 8,5 Millionen Menschen wurden auf die Flucht getrieben. Bangladesch ist häufig von Sturmereignissen betroffen. Das Land hat ein Netz von Sturm- und Überflutungsschutzräumen sowie ein Sturmfrühwarnsystem gebaut. Diese Massnahmen halfen mit, die Opferzahl zu vermindern.
Die Sturmsaison
in Australien fiel moderat aus. In der Saison 2006/2007 wurden
nur 5 tropische Wirbelstürme registriert, was der geringsten Anzahl
Stürme seit 1943/44 entspricht. betrug das Defizit 40 Mt.
Am
Ende der Eisschmelz-Saison, welche üblicherweise jedes Jahr zusammen
mit dem Nordsommer abschliesst,
war
im September 2007 die durchschnittliche Meereisfläche im Arktischen
Meer mit 4,28 Millionen km2 auf
einem neuen Rekordtiefstand. Die Eisausdehnung war um 39% geringer als
der langjährige Mittelwert der Periode von 1979 bis 2000 und 23% geringer
als der alte Rekordwert vom September 2005.
Zum ersten Mal in der Geschichte führt die geringe Meereisausdehnung in den arktischen Gebieten dazu, dass die Kanadische Nordwest-Passage ab dem 11. August 2007 für gut ausgerüstete Schiffe während 5 Wochen frei passierbar. Die Nordwest-Passage, welche üblicherweise von Schelf- und Treibeis blockiert ist, wurde in dieser Zeit rund 100 Mal von Schiffen durchfahren.
Die
jährliche Abschmelzrate beträgt gegenwärtig bezogen auf
das Jahr 1979 rund 10% pro Jahrzehnt, was einer Verringerung der arktischen
Meereisfläche um 72'000 km2 entspricht.
Der
Meeresspiegel erhöht sich gegenwärtig um Beträge, welche
höher liegen als jene im 20. Jahrhundert. Im letzten Jahrhundert stieg
das Meer um durchschnittlich 1,7 mm pro Jahr. In diesem Jahrhundert ist
die Anstiegsrate auf über 3 mm pro Jahr geklettert. Moderne Satellitenmessungen
bestätigen diesen Trend seit 1993. Schätzungen vermuten, dass
sich der Meeresspiegel seit 1870 um rund 20 cm angehoben hat.
(Golfstrom Meeresströmung im Atlantik)
An
diesem Bericht haben folgende Institute und Organisationen mitgewirkt:
The African Centre of Meteorological Applications for Development (ACMAD, Niamey), the Australian Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (CSIRO), the Centro Internacional para la Investigación del Fenõmeno El Niño (CIIFEN, Guayaquil), the IGAD Climate Prediction and Applications Centre (ICPAC, Nairobi), the SADC Drought Monitoring Centre (SADC DMC, Gabarone) and the World Climate Research Programme (WCRP).