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Japans Regierung sagt schrittweisen Kernenergieausstieg an
Der Entwurf der neuen Energiestrategie Japans beinhaltet den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie. Die Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerkseinheiten soll künftig auf 40 Jahre begrenzt werden. Das würde bedeuten, dass das jüngste Kernkraftwerk Japans, das 2009 die Stromproduktion aufgenommen hat, 2049 den Betrieb einstellen müsste.Laut Noda soll der Ausstieg gemäss Entwurf der neuen Energiestrategie allerdings schon «bis Ende der 2030er-Jahre» vollzogen werden. Es ist weiter vorgesehen, den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix auf 30% zu erhöhen. Der Import von Erdöl, Kohle und Gas dauert indessen in absehbarer Zukunft an.
Wiederinbetriebnahmen absehbar
Noda erklärte zudem, dass alle 50 einsatzfähigen Einheiten, die seit dem Reaktorunfall in Fukushima-Daiichi zusätzlichen Sicherheitsüberprüfungen unterzogen werden, wieder ans Netz gehen könnten, wenn sie diese bestehen und grünes Licht von den Behörden erhalten. Zwei Einheiten hatten bereits im Sommer die Überprüfung bestanden und die Stromproduktion wieder aufgenommen. Zur Zukunft der zwei Einheiten, die derzeit in Japan im Bau sind (Shimane-3 und Ohma), äusserte sich Noda nicht. Am 15. September erklärte Wirtschafts- und Industrieminister Yukio Edano jedoch, dass diese fertig gebaut würden.
Nach dem Reaktorunfall von Fukushima-Daiichi hatte die japanische Regierung beschlossen, eine nationale Debatte zur künftigen Energieversorgung Japans durchzuführen. Drei Zielvorgaben zur Kernenergieabhängigkeit des Landes standen in der engeren Wahl: Im ersten Szenario betrug der Kernenergieanteil 20–25%, im zweiten rund 15% und im dritten war der vollständige Ausstieg aus der Kernenergie bis 2030 vorgesehen.
Kritik aus Wirtschaftskreisen
Der Nippon Keidanren – der Verband der japanischen Wirtschaftsorganisationen – hatte bereits im Vorfeld den Entwurf zur neuen Energiestrategie, deren Hauptpunkte vor dem 14. September bekannt wurden, kritisiert. Für das japanische Wirtschaftswachstum sei es unerlässlich, die verschiedenen Energiequellen im Land zu erhalten und weiterzuentwickeln, erklärte Hiromasa Yonekura, Vorsitzende des Keidanren. Ein vollständiger Ausstieg aus der Kernenergie sei unrealistisch und undurchführbar. «Wir sollten die Vor- und Nachteile aller drei Szenarien prüfen und dies aus objektiver und wissenschaftlicher Sicht», forderte er.