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Verhandlungen mit Wissenschaftsverlagen zu führen ist Teil der nationalen Open-Access-Strategie der Schweiz. Diese Verhandlungen haben in den letzten Jahren zu zahlreichen «Read and Publish»-Verträge geführt. Dadurch konnte der Anteil von Open-Access Publikation in der Schweiz markant gesteigert werden. Dies hat zu einer Transformation von "Pay-to-Read"- (also Subskription) hin zu "Pay-to-Publish"-Publikationsmodellen geführt.
Im Auftrag von swissuniversities verhandelt das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken (CSAL) mit Verlagen Lizenzen für den Zugriff auf digitale Publikationen. Fast alle Schweizer Hochschulen sind an den Konsortiallizenzen der grossen Wissenschaftsverlage beteiligt. Das Konsortium verhandelt also im Auftrag von über 40 Institutionen, was die Schweizer Verhandlungsposition stärkt.
Die Verhandlungen mit den drei grossen Verlagen Springer Nature, Elsevier und Wiley (sog. Big-Deals-Verhandlungen) machen rund drei Viertel der Lizenzausgaben in der Schweiz aus. Die mit ihnen abgeschlossenen Verträge setzen zudem Präzedenzfälle für die Verhandlungen mit mittelgrossen Verlagen.
Die Verhandlungsziele werden von der Delegation Open Science (DelOS) im Verhandlungsmandat definiert und von den Mitgliedern von swissuniversities genehmigt. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den Verhandlungen werden regelmässig unter den beteiligten Akteuren diskutiert. Die Verhandlungen beruhen auf den LIBER principles für Open-Access-Verhandlungen. Mit der Unterschrift unterstützen die beteiligten Hochschulen, Institute und Bibliotheken die Verhandlungsziele und verpflichten sich gleichzeitig, keine parallelen Verhandlungen zu führen.
Die erste Verhandlungsrunde für die Big Deals startete Anfang 2018. Seit 2020 engagiert sich auch der Schweizerische Nationalfonds im erneuerten Verhandlungsteam. Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Verhandlungsrunde mit den drei grossen Verlagen Elsevier (Vertragslaufzeit 2020-2023), Springer Nature (Vertragslaufzeit 2020-2022) und Wiley (Vertragslaufzeit 2021-2024) hat swissuniversities das Read&Publish-Modell mit den drei grössten Verlagen umgesetzt, das sowohl den Lesezugang zu wissenschaftlichen Zeitschriften gewährt als auch die Open-Access-Veröffentlichungen umfasst.
Die Plenarversammlung von swissuniversities verabschiedete am 3. Februar 2022 ein aktualisiertes Verhandlungsmandat für die zweite Verhandlungsrunde. Diese startete Anfang 2022 mit den Verhandlungen mit Springer Nature und führte zur zweiten Open-Access-Vereinbarung für die Jahre 2023-2025. Die zweite Verhandlungsrunde wird 2023 mit Elsevier und ab 2024 mit Wiley fortgesetzt.