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Die zusammengefasste Geburtenziffer in der Schweiz liegt 2019 mit 1,48 Kindern pro Frau etwas unter dem EU-Durchschnitt von 1,53.
Die Frauen in der Schweiz sind bei der Geburt des ersten Kindes durchschnittlich 31,0 Jahre alt und gehören damit – knapp hinter den in Spanien und Italien lebenden Frauen – zu den ältesten Müttern in Europa. Im EU-Durchschnitt werden die Frauen mit 29,2 Jahren zum ersten Mal Mutter.
Nichteheliche Lebendgeburten
Die Schweiz hat - von den hier berücksichtigen Ländern - mit 27% klar den tiefsten Anteil an ausserehelichen Geburten, auch in Deutschland und Italien sind Geburten von unverheirateten Frauen vergleichsweise selten. Im EU-Durchschnitt liegt der Anteil bei 40% und in Frankreich, Portugal, Schweden, Dänemark und Niederlande wird die Mehrheit der Kinder ausserhalb einer Ehe geboren.
Erwerbstätigenquote
Im internationalen Vergleich fällt die Schweiz mit überdurchschnittlich hohen Erwerbstätigenquoten auf: 91% der 25- bis 54-jährigen Männer und 82% der Frauen dieser Altersgruppe sind erwerbstätig. In der EU-27 belaufen sich die entsprechenden Werte auf 85% bzw. 74%.
Frauen mit Kindern weisen die tiefsten Erwerbstätigenquoten auf. In der Schweiz sind Mütter in einem Einelternhaushalt (82%) häufiger erwerbstätig als Mütter, die mit einem Partner zusammenleben (79%). In der EU-27 gibt es keinen wesentlichen Unterscheid zwischen diesen beiden Gruppen.
Teilzeiterwerbstätige
Die hohe Erwerbsbeteiligung in der Schweiz wird - insbesondere bei den Frauen mit Kindern - durch den hohen Anteil an Teilzeiterwerbstätigen etwas relativiert. Im Vergleich zur EU-27 arbeiten rund doppelt so viele Erwerbstätige Teilzeit.
Sowohl in der Schweiz als auch im europäischen Mittel sind 25- bis 54-jährige Frauen gut viermal häufiger teilzeiterwerbstätig als gleichaltrige Männer.
Familienergänzende Kinderbetreuung
In der Schweiz werden 34% der Kinder unter drei Jahren mindestens eine Stunde pro Woche formell betreut. Dies liegt ganz leicht unter dem EU-Durchschnitt von 35%.
Kleinkinder werden also in der Schweiz relativ häufig in einer Kindertagesstätte oder von Tageseltern, die einem Netzwerk angehören, betreut, allerdings nur für eine geringe Dauer. Anders z.B. in Dänemark, wo mehr als die Hälfte der Kinder unter 3 Jahren 30 Stunden oder mehr pro Woche in einer Betreuungseinrichtung verbringen.
Äquivalenzeinkommen
Haushalte mit Kindern weisen im Allgemeinen einen tieferen Lebensstandard auf als jene ohne Kinder, wobei die Unterschiede je nach Land sehr gross sind.
Unter den hier berücksichtigten Ländern nimmt der Lebensstandard eines Haushalts mit zwei Erwachsenen und einem oder zwei Kindern im Vergleich zum Lebensstandard eines Haushalts mit zwei unter 65-jährigen Erwachsenen ohne Kinder in der Schweiz am stärksten ab.
In der Mehrheit der Länder haben Einelternhaushalte den tiefsten Lebensstandard.
Sozialleistungsausgaben für Familien und Kinder
In der Schweiz liegen die Sozialleistungsausgaben für Familien und Kinder, wie beispielsweise Familienzulagen, Mutter- oder Vaterschaftsentschädigungen oder Beiträge an Kindertagesstätten, 2017 bei 1,6% des BIP. Sie sind damit höher als in den Niederlanden, in Portugal und in Spanien, aber tiefer als in mehreren west- und nordeuropäischen Ländern wie Dänemark, Deutschland und Schweden. Im Vergleich zu Ländern mit einem ähnlichen Pro-Kopf-Einkommen wie zum Beispiel Österreich (2,7% des BIP) sind die Sozialausgaben für Familien und Kinder in der Schweiz eher bescheiden.