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Seewasser in der Broye im Zentrum eines einzigartigen, nachhaltigen und innovativen Projekts
AquaVia erreicht einen neuen Meilenstein. Das Projekt unter der Leitung der Gemeinde Estavayer, von ArroBroye und von Groupe E tritt in die Studienphase ein; der Beginn der Arbeiten ist für 2026 geplant. Die drei Projektpartner wollen ihre Kräfte weiterhin bündeln, um das Wasser des Neuenburgersees nachhaltig zu nutzen und so dem Bedarf der Region in Sachen Trinkwasser, Rohwasser für die landwirtschaftliche Nutzung sowie Wärme und Kälte gerecht zu werden. Der Beginn der Studien ist für 2023 vorgesehen.
AquaVia vereint drei Partner mit unterschiedlichen Bedürfnissen, aber dem gleichen Ziel: eine gemeinsame und von allen benötigte Basisinfrastruktur, basierend auf einer einzigen Energiequelle, dem Wasser des Neuenburgersees. Das 2020 lancierte Projekt wurde angepasst und optimiert; nun beginnt die Umsetzungsphase.
Auf der Grundlage der vor zwei Jahren initiierten Machbarkeitsstudien entschied der Lenkungsausschuss, dieses Grossprojekt fortzusetzen und direkt in die Vorprojektphase einzutreten. Mit diesem Schritt soll die für 2025 geplante Ausschreibung eingeleitet werden. Bis dahin müssen alle drei Partner je eine Vereinbarung ausarbeiten, in der die jeweiligen finanziellen Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten festgelegt sind. ArroBroye ist zuständig für die bestätigten Zusagen aller Landwirte, die an der Bewässerung ihrer Felder interessiert sind. Groupe E wird ab 2023 mit der Vermarktung der FW-Anschlüsse in den betroffenen Gebieten beginnen. Die Rückmeldungen der Kunden werden entscheidend sein für den weiteren Verlauf des Projekts. Die Gemeinde wird dem Generalrat 2023 einen Studienkredit zur Abstimmung unterbreiten.
Drei Projekte – eine zu 100% nachhaltige und lokale Energiequelle
AquaVia strebt Synergien zwischen drei verschiedenen Projekten an: Estavayer entwickelt ein Projekt für eine neue Aufbereitungsanlage, die die Sicherheit der Trinkwasserversorgung der Gemeinde gewährleisten soll, indem sie die derzeitige Kapazität verdoppelt. Der Gemeindeverband ArroBroye möchte ein landwirtschaftliches Bewässerungsnetz in der Waadtländer und der Freiburger Broye schaffen, um dem Abpumpen aus den Gewässern der Region ein Ende zu setzen und die landwirtschaftliche Produktion langfristig zu sichern. Und Groupe E schliesslich will ein neues Netz zur Wärme- und Kältelieferung für Wohngebiete und Industriezonen in der Bahnhofsumgebung errichten.
Für die Umsetzung dieser drei Projekte setzt AquaVia auf eine lokale, erneuerbare Energiequelle: das Wasser des Neuenburgersees. Das Projekt sieht den Bau einer Hauptanlage vor, die mit einer neuen Wasserfassung im See in einer Tiefe von ca. 40 bis 50 Metern verbunden ist. Ein Teil des Wassers wird zunächst zu Trinkwasser aufbereitet und anschliessend in einen 2500 m3 grossen Speicher geleitet, der das Trinkwassernetz der Region speist.
36 GWh Energie aus erneuerbarer Quelle
Das Rohwasser wird gleich zwei Aufgaben erfüllen. Zum einen wird es einen 1360 m3 grossen Speicher füllen, der mit dem Bewässerungsnetz von ArroBroye verbunden ist. Zum anderen wird es die erforderliche Energie für die Energieader liefern, die von Groupe E errichtet und mit drei mit Wärmepumpen ausgestatteten Energieproduktions- und -verteilanlagen verbunden sein wird. Diese Anlagen werden die künftigen Quartiere Casino-Gare und Plateau de la Gare sowie die derzeit brach liegende Industriezone Plein Sud mit Wärme und Kälte versorgen. Das Wohngebiet der Route d’Yverdon sowie die Bereiche Bel-Air, Fontany, Pré-aux-Fleurs, Le Piolet und die Route de la Scie sollen nur mit Wärme beliefert werden
Mithilfe dieser Energieinfrastruktur sollen insgesamt rund 36 GWh Energie, d.h. 27 GWh Wärme und 9 GWh Kälte, geliefert werden. Groupe E wird diese neue Infrastruktur früher oder später mit dem aktuellen Fernwärmenetz ESTACAD verbinden können, das derzeit rund fünfzig Gebäude zwischen der Croix de Pierre und dem Sacré Cœur versorgt. Durch das Seewasser können alle diese neuen Gebiete mit einer äusserst kohlenstoffarmen Energie beliefert werden.
Das Projekt AquaVia bietet die einzigartige Gelegenheit, die Energiewende voranzutreiben, und ist Ausdruck des gemeinsamen Willens, die ehrgeizigen Ziele im Bereich der Senkung der CO2-Emissionen bis 2030 zu erfüllen.
Kennzahlen
Geplante Investitionen:
- Energieinfrastruktur Groupe E: CHF 50 Millionen (+/– 20%)
- Leistungen der Gemeinde: CHF 45 Millionen (+/– 20%)
- Bewässerungsnetz ArroBroye: CHF 65 Millionen (+/– 20%)
Potenziell bewässerbare landwirtschaftliche Nutzfläche: 4200 +/– 500 ha (42 km2)
Wärmepotenzial mit dem Wasser des Neuenburgersees: 13 000 GWh, d.h. über 18% des Wärmebedarfs der Wohnungen in der Schweiz
Website AquaVia