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Troxler über sich selbst
Quellen dessen, was Troxler über sich selbst ausspricht, sind einerseits seine zahlreichen Briefe an Freunde, wie Zschokke [1], Balthasar [2] und Münch [3], mit denen er über einen bestimmten Lebensabschnitt in intimer Freundschaft verbunden war, insbesondere jedoch an den deutschen Diplomaten und Publizisten Karl Varnhagen von Ense [4], mit dem er eine jahrzehntelange Korrespondenz pflegte, welche für beide gleichermaßen fruchtbar war. Hinsichtlich der Selbstwahrnehmung Troxlers besonders interessant und ergiebig ist ein in seinem Nachlass aufgefundenes autobiografisches Fragment über seine Kindes- und Jugendzeit, welches den Angaben zufolge von ihm 1830, fünfzigährig also, offenbar auf Anfrage eines nicht genannten Adressaten entstand und an diesen in Briefform gerichtet war. Zum autobiographischen Fragment
[1] Heinrich Zschokke (1771–1848), deutscher Schriftsteller und Pädagoge. Ließ sich in der Schweiz einbürgern, ab 1798 in Aarau, übernahm in der Folge zahlreiche politische Ämter und wirkte als liberaler Vorkämpfer und Volksaufklärer.
[2] Jos. Anton v. Balthasar (1761-1837), liberaler Sproß eines bekannten Luzerner Patriziergeschlechtes, war viele Jahre lang Direktor der aargauischen Kantonsbibliothek in Aarau.
[3] Ernst Hermann Joseph Münch, (1798 –1841) Schweizer Historiker, Bibliothekar und Hochschullehrer. Erinnerungen, Lebensbilder und Studien aus den ersten 37 Jahren eines deutschen Gelehrten. Mit Rückblicken auf das öffentliche, politische, intellektuelle und sittliche Leben von 1815 bis 1835 in der Schweiz.
«Von dieser Zeit an (als 12-jähriger) fing ich an, in mir zwei Menschen inne zu werden, nicht aber, wie man gewöhnlich lehrt, einen guten und einen bösen, nein, einen, der ich selbst von mir aus war, und einen, wozu mich andere gemacht hatten …»
Troxler in seinem autobiografischen Fragment über seine Jugendzeit, das er mit etwa 50 Jahren verfasst hatte.
«Freiheit des Vaterlandes war meine erste Liebe»
im selben Fragment Troxlers über seine Jugendjahre
«Ich werde mich erst im Kanton Aargau niederlassen, und wenn auch gar nichts zu hoffen ist, in stillerem und engeren Kreise die Bildung der Menschen zu fördern sichern, was ja doch bei all meinem politischen Streben mein letzter Zweck war. Es müssen am Ende doch die Waffen des Lichtes siegen».
Troxler in einem Brief, nach seiner missglückten Intervention am Wiener Kongress
«Allein ich kann mein Vaterland und meine alte Mutter nicht verlassen, nicht geniessen, was mir die liebe Germania schon wiederholt geboten. Hätte ich doch in meinem Vaterland eine Lehrstelle unter mir anständigen Verhältnissen. Aber ich will gesucht sein, mich nicht einschleichen oder aufdrängen.»
Troxler 1818, nach seiner Ablehnung einer Berufung auf den Lehrstuhl für Philosophie an die Universität Bonn.
«Wie ich mir schmeichle, ist mir in meiner Logik eine eigene neue Schöpfung gelungen. Das macht mich oft selig. Ich bin noch mit keiner meiner Schriften so zufrieden wie mit dieser… Die Schrift greift wahrscheinlich in meine Zukunft ein.»
Nach 1822
«Ich finde mich zu sehr geliebt und gehasst, um eigentlich unglücklich zu sein. Freunde und Feinde übertreibens mit mir.»
Aus einem Brief Troxlers 1825
«Meine erbittertsten Gegner im In- und Ausland darf ich mit kühner Stirn herausfordern, mir nachzuweisen, dass ich nur je eine Linie breit von meinen in Wort, Schrift und Tat bewährten Grundsätzen abgewichen sei.»