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Archäologen haben auf dem Berg Garizim bei Nablus eine 2.300 Jahre alte völlig intakte Öllampe aus Ton gefunden. Sie sei in der Nähe eines Steinbades der Samaritaner entdeckt worden, die auf dem 880 Meter hohen Hügel ihren eigenen Tempel hatten, schreiben israelische Medien (Dienstag).
Man habe in jüngster Zeit noch viele einzelne Tonscherben gefunden, aber kein komplettes Gefäß, das zudem noch Gebrauchs- und Brandspuren aus der Zeit seiner Benutzung aufweise, zitiert die “Jerusalem Post” einen Vertreter der Parkbehörde. Die Ausgrabungen auf dem Garizim hatten die Überreste samaritanischen Stadt aus persisch-hellenistischer Zeit samt einer großen befestigten Mauer rund um den zentralen Tempel freigelegt.
Die heute noch rund 800 Mitglieder zählende Gemeinschaft der Samaritaner ist die kleinste Religionsgemeinschaft im Heiligen Land. Sie versteht sich als Bewahrer des alten Israel, befolgt buchstabengetreu die Gebote der Thora und folgt mit ihren Festen exakt den biblischen Berichten. Anders als das Judentum erkennt sie nur die fünf Bücher des Mose an, nicht aber die übrigen Schriften der Bibel und den jüdischen Talmud.
Die Samaritaner trennten sich vom Judentum, als sie nach der Rückkehr aus dem babylonischen Exil (nach 586 vor Christus) nicht am Wiederaufbau des Jerusalemer Tempel mithelfen durften. Ihre Unterstützung wurde abgelehnt, da man sie nicht für rein-israelisch hielt. Daraufhin errichteten die Samaritaner auf dem Garizim ihren eigenen Tempel. Das Pessach-Fest der Samaritaner, bei dem die Opferung von Lämmern nach archaischen biblischen Riten vollzogen wird, lockt jedes Jahr im Frühjahr viele hundert Schaulustige an.
KNA/mit/sky/brg