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Im Berner Jura kommen sechs Reptilienarten vor, darunter auch die endemische Juraviper, eine Unterart der Aspisviper. Sie besiedelt vor allem Felsfluren, Schutthalden, lichte Wälder und Weiden an den Südflanken der Gebirgsrücken. Im Berner Jura ist die Viper heute vom Aussterben bedroht, da in den vergangenen Jahrzehnten viele Geröllhalden verwaldeten und in den meisten Juraweiden Flurbereinigungen durchgeführt wurden, wodurch wichtige Lebensraumelemente wie Trockenmauern und Lesesteinhaufen verschwanden. Eine von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilien KARCH überwachte Population befindet sich in Vauffelin (Sauge).
Für die Bürgergemeinde Vauffelin hat das Naturnetz eine Wytweide an der Südflanke des Trockentals entbuscht. Die mit Einzelbäumen und Geröllhaufen durchsetzte Weide drohte zu verwalden. Die aufkommende, hauptsächlich Buchen- und Schwarzdornverjüngung war alleine mit Beweidung durch Rinder nicht mehr aufzuhalten. Von den nützlichen Stiefelgeissen, die auch dornige Sträucher abfressen, ist nur eine kleine Population in der Region zu finden. Für den Erhalt der Vipern-Population wurde ein grösserer Eingriff deshalb dringend notwendig.
In einem einwöchigen Einsatz hat das Naturnetz mithilfe von Motorsensen, Motorsägen und Rechen auf der Weide dem Jungwuchs den Kampf angesagt. Nach und nach kamen Geröllhaufen und Kleinstrukturen unter der Verbuschung zum Vorschein. Bei der Mahd wurde darauf geachtet, dass die von den Reptilien so geschätzten Altgrasstreifen bestehen blieben und die bekannten Viper-Burgen möglichst wenig gestört wurden.
Ein grosser Teil der Wytweide konnte so wieder freigelegt werden. Wir hoffen, damit der Viper und anderen Bewohnern der halboffenen Trockenlandschaften den Verbleib im Gebiet für die nächsten Jahre gesichert zu haben.
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