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Über die exgetische Argumentation kann man verschiedener Meinung sein, jedoch nicht über den Mut des elffachen Homeschoolvaters (und auch nicht über die Ergebnisse). Der Gründer der Philadelphia-Schule, eines christlichen Heimschulwerks, hat einen 30-jährigen Kampf mit den Behörden hinter sich. In der bewegenden Chronik ist z. B. das Gutachten eines Fachlehrers aus 1984 (!) wiedergegeben:
Der Unterricht, obwohl von Laien gegeben, war gut vorbereitet, wobei von den Lernzielen teilweise zu anspruchsvoll vorgegangen wurde. Die Abschätzung was pädagogisch sinnvoll und machbar ist, fällt den Unterrichtenden mitunter schwer, so dass sie sich selbst unter Erfolgszwang setzen. Ein weiterer Grund für teilweise zu hoch angesetzte Lernziele liegt in der durch die jeweiligen Lehrbücher vorgegebenen Lerneinheit mit ihrem von pädagogischen Laien kaum abzuschätzenden Stoff- und Informationsspektrum, das ihnen als Norm gilt, ohne allerdings in vielen Fällen der Unterrichtspraxis das auch tatsächlich zu sein. Hier tut sich ein wesentliches Kriterium unserer vielfach überfrachteten Lehrbücher auf, die oft genug am Kinde vorbei wirken.
Trotz hoher Anforderungen ist die Arbeitshaltung der Kinder gut und von Kontinuität geprägt. Die in Grund- und Hauptschulen weitverbreitete Haltung des Desinteresses und der offenen Ablehnung gegenüber Stoff und Lehrperson konnte keinen Augenblick beobachtet werden. Auch die Kinder, die von ihrem Begabungspotential her gewisse Schwierigkeiten mit Mathematik oder Deutsch (bzw. deren Teilbereichen) haben, bemühten sich vorbildlich um Lernzuwachs.
Die Unterrichtsatmosphäre war gelöst, aber keineswegs locker, wobei die Anwesenheit eines “richtigen” Lehrers selbstredend zu einer gewissen Haltungsunsicherheit führte. Befragungen der Kinder ergaben einen erfreulichen Leistungsstand, der über dem vergleichbarer Hauptschulklassen liegt.
Das Werk ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen. 2010 resumiert Stücher:
Ich könnte von vielen Heimschülern berichten, die zu Hause aufblühten und besser lernten als in der Schule. Einige seien namentlich erwähnt: Ich denke an den „schlimmen Hermann“. Seine Mutter, eine Witwe, machte sich große Sorge um ihn, weil er so wild war und in der Schule nur Unsinn machte. Er mochte gar nicht in die Schule, die Mutter musste ihn immer begleiten. Schließlich verfügte das Schulamt eine sonderpädagogische Förderung, d.h. eine Sonderschule besuchen. Dort landen gewöhnlich schwache Schüler oder die so eingestuft werden. Hermann war aber eigentlich hochbegabt. Eine freie christliche Schule wollte Hermann nicht aufnehmen, weil man Probleme mit ihm befürchtete. So wandte sich die Mutter an uns. Wir konnten die sogenannte sonderpädagogische Förderung abwehren, weil die Hausschule die beste Förderung in solchen Fällen ist, auch für Hermann war.
Sehr erfolgreich war Cindy. Sie war ein schulgeschädigtes Kind, mit 10 nahm ihre Mutter sie aus der Schule. Nach 6 Jahren Heimschule mit der PhS legte sie die externe Realschulabschlussprüfung mit 1,3 ab. Danach ging sie drei Monate aufs Gymnasium, fand aber bald, dass sie dort nichts lernte bei dem Lärm in der Klasse. Sie setzte das Lernen zu Hause auf der gymnasialen Oberstufe mit ILS fort und schloss das Abitur mit der Durchschnittsnote 1,7 ab.
Anika wechselte noch im 8.Schuljahr auf die Realschule und erlebte dort Bewunderung als Heimschülerin. Ich könnte noch von manchem Heimschüler mit überdurchschnittlichen Leistungen berichten. Da ist Lisa: sie wechselte im 6. Heimschuljahr aufs Gymnasium, gewann den ersten Preis beim Lesewettbewerb und den 2.Platz bei der Matheolympiade.
Nicht alle Heimschüler glänzen so, müssen es auch nicht. Aber man kann sagen, dass sie sämtlich zu den guten Schülern zählten, wenn sie auf die öffentliche Schule wechselten oder die externe Nichtschülerprüfung zur Erlangung des Hauptschul- und Realschulabschlusses ablegten. Manche gingen noch nach der 9.Klasse auf die Realschule, um einen Abschluss zu bekommen, und schnitten gut ab. Wo Lernrückstände waren, holten sie schnell auf, weil sie gelernt haben wie man lernt.