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Autor: arthur zurkinden
Seit dem Jahr 2004 erstellt die Grossbank jährlich einen Standortqualitätsindikator. Verbessert hat sich Freiburg seither nicht. Bereits im Jahre 2004 befand sich Freiburg auf Rang 21 mit einem Minusindex von 0,65 auf das schweizerische Mittel (Schweiz = 0). Die soeben veröffentlichte Studie des Jahres 2008 zeigt, dass Freiburg weiterhin den 21. Rang mit einem Minusindex von 0,64 belegt.
Der Indikator wird von den CS-Ökonomen auf der Basis von Daten der rund 2700 Schweizer Gemeinden berechnet und umfasst die wichtigsten fünf quantitativ messbaren Erfolgsfaktoren im Standortwettbewerb: die Steuerbelastung der natürlichen und juristischen Personen, der allgemeine Ausbildungsstand der Bevölkerung, die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten sowie die verkehrstechnische Erreichbarkeit. «Weiche» Standortfaktoren wie etwa die landschaftliche Schönheit oder die Qualität der öffentlichen Dienste lassen sich laut Credit Suisse kaum messen und unterliegen meist Werturteilen.
Überrascht von Freiburgs Unattraktivität
Thomas Rühl, Autor der Studie, führt die relativ schlechte Klassierung Freiburgs vor allem auf die hohe Steuerbelastung zurück. «Wir sind überrascht, dass Freiburg steuerlich unattraktiv ist. Der Kanton ist finanziell auf Rosen gebettet. Er hat keine Schulden. Freiburg – zwischen den Ballungszentren Bern und Lausanne gelegen – könnte unserer Ansicht nach ein attraktiver Agglomerationskanton bilden wie gewisse Kantone in der Zentralschweiz», führt er aus.
Steuersenkungen führten nicht zu Verbesserung
Die Steuersenkungen, die der Kanton Freiburg in den letzten Jahren vorgenommen hat, haben zu keiner besseren Rangierung Freiburgs geführt, da auch die vor ihm liegenden Kantone steuerliche Erleichterungen beschlossen haben.
Laut Thomas Rühl kommt Freiburg aber auch bezüglich des allgemeinen Ausbildungsstandes der Bevölkerung sowie in der verkehrstechnischen Erreichbarkeit schlecht weg. Beim Ausbildungsstand ist vor allem der Anteil der Arbeitskräfte mit einer abgeschlossenen Berufslehre im Verhältnis zu den Ungelernten massgebend. Beim Verkehr wird insbesondere auch die Erreichbarkeit der Gemeinden unter sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln berücksichtigt. Laut Autor der Studie schliessen da Freiburg, Murten oder auch der Sensebezirk gut ab, nicht aber Regionen im Süden des Kantons.
Gute Verfügbarkeit von qualifizierten Leuten
Im 10. Rang liegt Freiburg nach Worten von Thomas Rühl bezüglich der Verfügbarkeit der hochqualifizierten Arbeitskräfte. Da wirken sich die Präsenz der Universität und der Fachhochschulen positiv aus.
Obwalden machte neun Ränge gut
Der attraktivste Kanton ist weiterhin Zug (Index +2,27), gefolgt von Zürich (+1,89) und Nidwalden (+0,90). Der Kanton Obwalden, der in letzter Zeit mit seinen Steuersenkungen für Furore gesorgt hat, folgt nun bereits auf Rang 4 (+0,86). «Mit einem Gewinn von neun Rängen gegenüber 2004 ist Obwalden der Kanton, welcher mit Abstand am meisten aufgeholt hat. Die Platzierung von vier Zentralschweizer Kantonen in den sechs obersten Rängen widerspiegelt die grosse Attraktivität dieser Grossregion», kommentiert die Studie diese Entwicklung.
Hinter Freiburg sind Graubünden, Uri, Wallis, Neuenburg und Jura klassiert.