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Das Oberste Gericht in Rom hat sechs italienische Wissenschaftler freigesprochen. Ihnen war vorgeworfen worden, die Bewohner der italienischen Stadt L'Aquila nicht hinreichend vor einem Erdbeben im Jahr 2009 gewarnt zu haben, das über 300 Leben forderte.
Das Oberste Gericht bestätigte damit den Freispruch eines Berufungsgerichtes. Erstinstanzlich waren die Wissenschaftler im Jahr 2012 zu Haftstrafen von sechs Jahren verurteilt worden. Das Urteil hatte in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft für einen Eklat gesorgt.
Führende Wissenschaftler Italiens
Im November 2014 waren die Verurteilten dann freigesprochen worden, doch die Staatsanwaltschaft legte dagegen Berufung ein. Zu den nun erneut freigesprochenen Angeklagten zählen führende Wissenschaftler Italiens, wie etwa der ehemalige Leiter des Instituts für Geophysik und Vulkanologie, Enzo Boschi, und Ex-Zivilschutzchef Franco Barberi. Sie waren vor dem Beben zum Schluss gekommen, dass eine Reihe von vorangegangenen Erdstössen in der Region auf kein erhöhtes Erdbebenrisiko hinweise. Ihre Empfehlungen dienten den Behörden als Entscheidungshilfe.
Die Angeklagten hätten die lange Serie kleiner Beben ohne Schäden ignoriert, die in der Region Wochen vor dem Erdbeben registriert worden waren sowie die wachsende Sorge in der Bevölkerung heruntergespielt, meinten die Staatsanwälte. Die Verteidiger erwiderten, dass Erdbeben unvorhersehbar seien. Diese Ansichten teilten offenkundig auch die Berufungsrichter.