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Pfyffer von Heidegg, Alphons - Staatsschreiber, später Mitglied des helvet. Direktoriums
Taufauszug in lateinischer Sprache für Franz Xaver Sennerich, unterzeichnet und besiegelt in Inwil (LU) am 22. August 1794 von Ludwig Pfyffer von Altishofen Barochus. Mit 5 selbst geschriebenen Zeilen und Unterschrift wurde das Dokument von Alphons Pfyffer von Heidegg «chancelier» beglaubigt und in Baden vom franz. Botschafter Bathélémy und seinem Sekretär Marandet zertifiziert.
Pfyffer von Heidegg, Alphons, (*1753 - †1822), welcher dem Leodegar'schen Zweig der Luzerner Pfyffer entstammt, begann seine Karriere in der königlichen Schweizergarde in Frankreich, war nach seiner Rückkehr aus Frankreich von 1783 bis 89 Stadtschreiber in Willisau und Staatskanzler in Luzern (1789-98 ), wo er auch als Übersetzer tätig war. In den Perioden 1774-90 und 1807-14 war er Luzerner Grossrat. Ab 1795 war er Mitglied der Helvetischen Gesellschaft und verbreitete revolutionäre Ideen, was ihm 1798 die Ernennung zum Volksrepräsentant und helvetischer Senator einbrachte. Im Zeitraum vom 18.4.1798 bis 29.6.1798 war er Mitglied des helvetischen Direktoriums, ein Amt das er (zusammen mit David Ludwig Bay) auf Druck von Jean-Jacques Rapinat (französischer Regierungskommissärs) jedoch wieder abgeben musste. Pfyffer und Bay wurden durch die frankophileren Peter Ochs und und Johann Rudolf Dolder ersetzt. Von 1799 bis 1801 trat er als Redaktor und Herausgeber des «Freyheitsfreunds» in Erscheinung. Nach dem Staatsstreiche vom 8. August 1800 wurde er Mitglied des «gesetzgebenden Rathes». In dieser Stellung war Pfyffer sehr aktiv im Streit um die Verfassung vom 29. Mai 1801 (Entwurf von Malmaison) beteiligt, indem er energisch für die von der helvetischen Tagsatzung vom 7. September 1801 ausgearbeitete, ganz unitarische Verfassung eintrat. Wiederholt ergriff er in der denkwürdigen Sitzung vom 28. Oktober 1801 für dieselbe das Wort. Mit dieser Episode schließt Pfyffer’s Tätigkeit auf dem Gebiete der eidgenössischen Politik.
Barthélémy François, (*1747 - †1830), war ein Neffe des Autors und Archäologen Jean-Jacques Barthélémy, der auch zu seiner Erziehung beitrug. Durch diesen bekam er 1768 auch einen Posten im diplomatischen Dienst. Nach dem Beginn der französischen Revolution wurde er Geschäftsträger in London.
Im Jahr 1791 übernahm er als bevollmächtigter Minister die Gesandtschaft in der Schweiz. Die antirevolutionäre Stimmung im Solothurn ließen ihn die dortige Gesandtschaft auflösen und nach Baden ausweichen. Trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen durch die Tagsatzung blieb er in der Schweiz. Er war daran beteiligt, dass der Nationalkonvent 1793 die Neutralität der Schweiz anerkannte. Durch ihn wurde die Annexion Genfs aufgeschoben. Auf der anderen Seite sorgte er für Proviantlieferungen aus der Schweiz für die französische Armee. Er war nun wieder offiziell in der Schweiz akkreditiert 1795 am Abschluss des Friedens von Basel mit Preußen, Spanien und der Landgrafschaft Hessen-Kassel maßgeblich beteiligt. Ein Friedensschluss mit Großbritannien scheiterte jedoch.
Vom Rat der Alten wurde er nach den Wahlen vom 25. Februar 1797, die einen großen Erfolg der Royalisten ergaben, am 26. Mai 1797 in das Direktorium gewählt. Er stand ähnlich wie Lazare Carnot für einen gemäßigten Kurs mit gewissen monarchistischen Neigungen. Durch den Staatsstreich des 18. Fructidor V (4. September 1797), der von den republikanischen Kräften im Direktorium gegen die erstarkende Rechte angestrengt wurde, wurde er gestürzt. Er wurde verhaftet und nach Französisch-Guayana gebracht. Ihm gelang die Flucht in die Vereinigten Staaten und von dort aus nach Großbritannien.
Nach dem Staatsstreich des 18. Brumaire VIII (9. November 1799) berief ihn Napoleon nach Frankreich zurück. Dieser machte ihn 1800 zum Mitglied des Senats. Außerdem wurde er zum Kommandanten der Ehrenlegion ernannt. Barthélémy stand 1802 an der Spitze der Gesandtschaft des Senats, die Napoleon das Konsulat auf Lebenszeit antrug. Politisch spielte er aber kaum eine Rolle mehr. Als Kaiser ernannte Napoleon ihn 1808 zum Grafen.
Nach der Niederlage Napoleons in den Befreiungskriegen führte er als Vizepräsident des Senats im April 1814 den Vorsitz im Senat, der die Absetzung Napoleons beschloss. Nach der Restauration ernannte ihn Ludwig XVIII. zum Pair von Frankreich und Großoffizier der Ehrenlegion. Er gehörte dem Gremium an, dass die Charte constitutionnelle ausarbeitete. Während der Herrschaft der hundert Tage entfernte ihn Napoleon von der Liste der Pairs. Nach der erneuten Restauration von 1815 wurde er zum Staatsminister ernannt und zum Marquis erhoben. Als Mitglied der Kammer der Pairs machte er sich 1819 unbeliebt, als er den Antrag stellte das Wahlrecht zu Gunsten der Ultraroyalisten zu beschränken. Daraufhin zog er sich ins Privatleben zurück.
Marandet, Alexandre-Léopold-Louis-Narcisse de (*1770 - †1825); Sekretär der franz. Botschaft in der Schweiz. Er wurde vom König Louis XVIII im Jahr 1818 zum Baron ernannt.
Grösse und Beschaffenheit des Dokuments: 17x22 cm, Papier. Zwei guterhaltene, rote Siegel.