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«Du bist, was du isst» – so heisst es. Die Ernährung wird für viele Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht. Lebensmittel tierischen Ursprungs stehen beispielsweise im Verruf, zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen beizutragen.
Doch auch für Tiere gilt «Du bist, was du isst». Schon seit längerer Zeit wird wissenschaftlich untersucht, welchen Einfluss die Fütterung von Tieren auf die Mikornährstoffzusammensetzung (Fette, Vitamine u.a.) von Fleisch hat. Studien zeigen, dass eine Fütterung, die vorwiegend aus Gras, Heu und Grassilage besteht, einen positiven Einfluss hat. Das Nährstoffprofil von Fleisch aus Gras ist gesünder.
Die graslandbasierte Fleischproduktion nutzt nicht nur die Alpweiden optimal, sie hat auch positive Auswirkungen auf die Nährstoffe im Fleisch. (Foto: Mutterkuh Schweiz)
Von Fettsäuren, Cholesterinwerten und wie Fleisch aus Gras helfen kann
Generell unterscheidet man zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Gewisse gesättigte Fettsäuren können beim Menschen den Cholesterinwert erhöhen.
Von den drei ungesättigten Fettsäuren, die hauptsächlich in Rindfleisch vorkommen, ist bei Fleisch aus graslandbasierter Produktion die Stearinsäure die häufigste und diese hat nachweislich keinen Einfluss auf die Cholesterinwerte beim Menschen. Zudem ist der Cholesteringehalt im Fleisch von Tieren, die hauptsächlich mit Gras gefüttert werden, generell tiefer, da der intramuskuläre Fettanteil im Fleisch tiefer ist als bei anderer Fütterung.
Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fetten. Diese Fettsäuren kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen, sie müssen daher zwingend über die Nahrung aufgenommen werden.
Je nach Verhältnis dieser Fettsäuren zueinander können sie zu Entzündungsreaktionen im Körper führen oder Entzündungen vorbeugen oder hemmen. Insbesondere ist die Menge an Omega-3-Fettsäuren entscheidend. Sie können bei Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, bei der Bildung von Nervengewebe oder in der Prävention von Herzkreislauferkrankungen eine wichtige Rolle spielen.
Vergleicht man Fleisch aus kraftfutterbasierter Produktion mit Fleisch aus graslandbasierter Produktion, so ist der Omega-3-Gehalt bei Fütterung mit Gras deutlich höher und damit das Fettsäuremuster deutlich vorteilhafter.
Forschungen haben deutlich gezeigt, dass der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren im Fleisch steigt, je mehr Zeit die Tiere auf der Weide verbringen und je vielfältiger die Flora ist. (Foto: Martin Freund)
Eine graslandbasierte Fütterung beeinflusst auch den Vitamingehalt positiv
Der positive Einfluss einer graslandbasierten Fütterung auf die Fleischqualität beschränkt sich aber nicht nur auf die Fettsäuren. Die Konzentration vieler weiterer Nährstoffe ist von der Fütterung abhängig. So ist auch der Gehalt an Karotinoiden, dem Vorläufer von Vitamin A, sowie Vitamin E in Fleisch aus graslandbasierter Produktion deutlich höher.
Beide Vitamine müssen vom Menschen über die Nahrung aufgenommen werden und sind wichtige Bestandteile eines gesunden Stoffwechsels. Vitamin A spielt unter anderem eine grosse Rolle für ein gesundes Knochenwachstum, für das Sehvermögen und stärkt das Immunsystem. Vitamin E hingegen ist ein sehr kraftvolles Antioxidans und schützt die Zellen im menschlichen Körper vor schädlichen Einflüssen.
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Der Original-Artikel von Luana Speiser erschien in «die Mutterkuh» Ausgabe 4/20