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Wie hoch waren die gesamten Gesundheitsausgaben in der Schweiz im Jahr 2016 und wie werden sie finanziert? Das Bundesamt für Statistik hat im April provisorische Zahlen dazu veröffentlicht. Mit insgesamt 80.7 Mrd. Franken bzw. durchschnittlich 803 Franken pro Person und Monat sowie einem Anteil von 12.2% am Bruttoinlandprodukt erreichten die Ausgaben einen neuen Höchstwert.
Die Haushalte zahlen fast ein Drittel der Leistungen aus der eigenen Tasche
Diese 80.7 Mrd. Franken werden aus verschiedenen Quellen finanziert. Den grössten Anteil trägt mit 35.6% die obligatorische Krankenversicherung (OKP). Privatversicherungen übernehmen 8%, weitere Sozialversicherungen 10% und der Staat 17.3% der totalen Kosten. Die verbleibenden 29.2% sind sogenannte Selbstzahlungen, das heisst Kosten, die alle Bürger direkt aus der eigenen Tasche («out-of-pocket») bezahlen. Sie beinhalten auch alle Kostenbeteiligungen bei versicherten Leistungen, z.B. die Kosten bis zur Franchise im Rahmen der OKP.
Abbildung 1 zeigt die Finanzierungsflüsse im Schweizer Gesundheitssystem: die Quellen (links abgebildet) finanzieren bestimmte Leistungen (rechts abgebildet). Die Geldflüsse sind komplex und unterscheiden sich je nach Leistung stark. So wird beispielsweise ein überwiegender Teil der Kosten (knapp ¾) für die stationäre Kurativbehandlung vom Staat (38% über Kantonsanteile) und von der OKP (36%) getragen. Hingegen ist der staatliche Finanzierungsanteil bei Gesundheitsgütern wie z.B. Medikamenten sehr tief (1.4%) und beschränkt sich auf den stationären Bereich.
Abbildung 2 zeigt die Leistungen, welche durch die Selbstzahlungen finanziert werden. Ca. 40% werden für die ambulante Kurativbehandlung aufgewendet und je ca. ein Viertel fliesst in die Langzeitpflege und in den Kauf von Gesundheitsgütern. Der Anteil an der Finanzierung von stationären Leistungen ist hingegen klein. Dies ist vor allem auf die tendenziell höheren Fallkosten bei stationären Aufenthalten zurückzuführen, welche oftmals durch die OKP abgedeckt sind.
Diese beiden Abbildungen zeigen: die Bürger tragen nebst den Prämien für die OKP einen weiteren beträchtlichen Anteil der Ausgaben im Gesundheitswesen selbst. Dies ist kein neues Phänomen; der Anteil ist in den letzten Jahren leicht angestiegen (2013: 27.9%), im Langzeitverlauf ist er allerdings sinkend (1995: 34.3%).
Michael Stucki ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Maria-Eleni Syleouni wissenschaftliche Assistentin der Fachstelle Gesundheitsökonomische Forschung am WIG.