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7. – 8. AUGUST 1851 : EINE ORIGINELLE PARTITUR FÜR DAS WINZERFEST
Ab 1851 ist der originelle künstlerische Beitrag jedes Winzerfestes einer der Erfolgsfaktoren der Veranstaltung. Das Fest von 1851 gibt zum ersten Mal Anlass zu einem musikalischen Werk von stilistischer Einheit. Von 800 Chorsängern interpretiert, bringt die Originalkomposition von François Grast das Winzerfest an die Oper heran. Doch ist das Libretto immer noch ein mehr oder weniger geschicktes Arrangement von Dichtungen verschiedener Autoren, wodurch es an Homogenität verliert. Die Gottheiten bleiben im Hintergrund und lassen dem Landarbeiter den Vorrang.
SCHAUSPIEL
Präsident:François Déjoux
Tanzleiter: Benjamin Archinard
Musik: François Grast: vollständige Partitur,
Beginn der schöpferischen Phase, erste
Harmonie und Chöre
Offizieller Dichter: Jules Mülhauser, doch ist das Libretto noch ein Kollektivwerk
Kostüme: Pierre Lacaze
Vorstellung vor den Estraden, dann traditionelle Parade durch die Stadt, mit an den “Stationen” ausgeführten Tänzen.
GEKRÖNTE WINZER
Henri Bény (im Winter vor dem Fest verstorben, die Krone wird seinem Sohn überreicht) und Louis Michaud (sowie 51 ausgezeichnete und prämierte Winzer).
ARENA UND BÜHNENBILD
Grosse Tore und 3 Triumphbögen für die Gottheiten, man spricht von einem Amphitheater, der Bühnenhintergrund nimmt Gestalt an.
3 viereckige, massive und nicht miteinander verbundene Aufbauten, gegen Norden geöffnet
8’000 Sitzplätze.
EIGEN- UND NEUARTIGKEITEN
Sechs Gliederungen: die vier Jahreszeiten, die Ehrentruppe und die Truppe der Schweizer
Die Ehrentruppe steht an der Spitze
Die Alten Schweizer als errichtete Körperschaft; bis dahin rahmten sie den Umzug ein und sorgten für Ordnung
Bacchus wird von einem jungen, in Vevey verweilenden Engländer verkörpert
Die Senner gesellen sich zu der Truppe des Frühlings; die Truppe ist um mehrere Kühe vergrössert
Die Göttinnen stehen auf “antiken”, von Ochsen gezogenen Wagen, und nicht mehr auf Baldachinen
Hohe Priester ersetzen die Priesterinnen der Göttinnen und singen Lobeshymnen an die Gottheiten
“Inder” ersetzen die “Neger” zur Führung von Bacchus’ Pferden
Der Winter beinhaltet nicht mehr die Arche Noah und den Baron, die in der Zeit der “republikanischen Sitten” als veraltet erachtet werden.
DAS FEST IN ZAHLEN
900 Statisten, 3 Vorstellungen
Die Plätze kosten von 1 bis 5 Franken
Das Fest kostete 64’850 Franken
Defizit: 20’367 Franken