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Die ausserordentliche Gemeindeversammlung vom 27. Februar 2020 beauftragte den Gemeinderat aufgrund der finanziellen Lage, sich mit dem Thema einer Gemeindefusion auseinanderzusetzen. Dabei sollen entsprechende Verhandlungen aufgenommen und ein Projekt erstellt werden, wenn immer möglich unter Mitwirkung von Stimmbürgern, die mithelfen, gute Lösungen zu finden, dass Tägerig als Dorf oder als Dorfteil eines grösseren Ortes gut existieren kann.
Als Folge von Covid-19 konnte im vergangenen Jahr keine Orientierungsversammlung stattfinden, weshalb der Gemeinderat die Stimmberechtigten am 11. Januar 2021 ersuchte, sich über die Zukunft der Gemeinde zu äussern. Der Rücklauf betrug erfreuliche 51 Prozent. Gemäss Auswertung sprachen sich zwei Drittel für und ein Drittel gegen eine Fusionsabklärung aus.
Die Mehrheit wünschte sich einen Zusammenschluss mit der Gemeinde Mellingen oder mit mehreren Gemeinden der Region Mellingen, zur Hauptsache begründet mit dem Ziel, bessere Finanzen zu erreichen.
Der Gemeinderat kontaktierte daraufhin die Nachbargemeinden, inwieweit sie sich konkret die Verhandlung über eine Fusion mit Tägerig oder aber mit weiteren Gemeinden als künftige Teilregion (zwischen den Zentren Baden-Bremgarten-Wohlen) vorstellen könnten.
Mellingen und Niewil kommen für eventuellen Fusionsprozess in Frage
Die Gemeinden Hägglingen, Stetten und Wohlenschwil sind in naher Zukunft an einem Gemeindezusammenschluss nicht interessiert. Niederwil wünscht ein klares Signal, wenn die Gemeinde einen Prozess mit der Bevölkerung starten soll.
Mellingen zeigt sich offen für Gespräche in Sachen Vorabklärungen und stellt dazu die Bedingung, dass die Bezeichnung der politischen Gemeinde «Mellingen» lautet, keine Anhebung des Steuerfusses (aktuell 110 Prozent) aufgrund der Gemeindefusion erfolgt, dass keine Garantie einer Weiterbeschäftigung des Gemeindepersonals von Tägerig gegeben ist und die Auflösung der Ortsbürgergemeinde Tägerig, welche Mellingen bereits vor einigen Jahren aufgehoben hat.
Die mögliche Einleitung eines Fusionsprozesses beschränkt sich aufgrund der getroffenen Erhebungen auf die Gemeinden Mellingen und Niederwil.
In der favorisierten Gemeinde Mellingen gehört die Prüfung eines Gemeindezusammenschlusses nicht zu den prioritären Aufgaben. Deren Bedingungen als Basis für weitere Verhandlungen sind klar und unmissverständlich formuliert.
Gemeinderat lädt Bevölkerung zu Aussprache am 26. Oktober ein
Das unerwartet positive Ergebnis der Rechnung 2021 (1 Million Franken besser als budgetiert) relativiert andererseits das Hauptargument einer gewünschten Fusion aus finanziellen Gründen, zumal auch die laufende Rechnung 2022 sowie die ersten Beratungen für das Budget 2023 bezüglich der finanziellen Situation Zuversicht versprechen. Der Gemeinderat ist nach wie vor der Auffassung, dass Tägerig genügend Gemeindeautonomie aufweist, um in naher Zukunft eigenständige Wege gehen zu können.
Die Ergebnisse der Umfrage über die Zukunft der Gemeinde und die seither gewonnenen Erkenntnisse führen teilweise zu kontroversen Schlussfolgerungen. Der Gemeinderat möchte deshalb unter aktiver Mitwirkung der Bevölkerung eine aktuelle Standortbestimmung vornehmen.
Anlässlich einer bisher nicht möglichen Aussprache bietet sich nun die Möglichkeit, die Argumente für oder gegen eine Fusion sachlich abgewogen miteinander zu diskutieren.
Im Anschluss findet eine Konsultativabstimmung statt, die dem Gemeinderat aufzeigt, ob und in welchem Ausmass dieser Prozess weitergeführt werden soll. Zur Aussprache über die Zukunft der Gemeinde sind alle Bürger am Mittwoch, 26. Oktober 2022, 20 Uhr, in der Mehrzweckhalle geladen.