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Amiodaron und Fluconazol beeinflussen sich gegenseitig
Kombination vermeiden
Risiko
Risiko für ventrikuläre Arrhythmien
Mechanismus
Fluconazol inhibiert neben CYP2C9 auch CYP3A4 [Niwa T, 2014], welches am Metabolismus von Amiodaron beteiligt ist. Es kann zu erhöhten Amiodaronkonzentrationen kommen. Zudem können beide Arzneistoffe die QT-Zeit im EKG verlängern, wodurch es zu additiven Effekten kommen kann. Das Risiko für ventrikuläre Arrhythmien vom Typ Torsades de pointes kann daher erhöht sein.
Effekt
Gemäss Schweizer Fachinformation von Fluconazol ist die Kombination mit Amiodaron formal kontraindiziert. Durch Hemmung des Abbaus von Amiodaron kann es zu einer erhöhten Exposition kommen. Additive QT-Zeit-verlängernde Effekte sind möglich. Das Risiko für Kardiotoxizität mit Torsades de pointes und Herzstillstand kann erhöht sein.
Empfehlung
Die Kombination sollte vermieden werden. Ist eine gleichzeitige Gabe unumgänglich, ist eine sorgfältige Kontrolle der QT-Zeit im EKG vor Beginn der Therapie sowie im Verlauf durchzuführen. Elektrolytkonzentrationen (insb. Kalium und Magnesium) sollten überwacht und hochnormal eingestellt werden. Verlängert sich die QTc-Zeit unter der Therapie auf über 500ms oder um mehr als 60ms im Vergleich zur Baseline, ist die Therapie abzusetzen. Aufgrund der langen Halbwertszeit von Fluconazol kann der inhibierende Effekt auch 4-5 Tage nach Absetzen noch auftreten. Amiodaron hat ebenfalls eine lange Halbwertszeit (20-100 Tage), so dass auch hier nach Absetzen noch Interaktionen möglich sind.
Literatur
Klassifikation
Die Grundlage für die Klassifikation ist die referenzierte Literatur und ein validiertes und nachvollziehbares Entscheidungsmodell. Die getroffenen Entscheidungen für die Einteilung des Schweregrads werden durch den Flowchart visualisiert.
Letzte Aktualisierung des Textes am 29.05.2018