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In den ländlichen Gebieten von Guinea-Bissau ist die direkte Zusammenarbeit mit Bäuerinnengruppen der beste Weg, um nachhaltig und effektiv zu helfen. Die Kleinbauernfamilien zusammenzubringen, ist jedoch nur ein erster Schritt; es ist dann notwendig, sie auszubilden, zu stärken und Strukturen zu schaffen, um sie zu echten Partnern für die Zukunft zu machen.
Die Fakten
Die Ziele
Dieses Projekt zielt darauf ab, die organisatorischen und technischen Kapazitäten der partnerschaftlichen Basisgemeinschaftsorganisationen (CBO) in den Regionen Cacheu und Bissau zu stärken. Durch den Aufbau von Kapazitäten und die Generierung von Eigenkapital sind die CBOs besser in der Lage, auf die Bedürfnisse der Begünstigten einzugehen und werden autonomer. Ausserdem werden die CBOs als Vertretende der Gemeinschaft anerkannt, konsultiert und stehen vor anderen Akteuren für ihre Interessen ein.
Cacheu im Nordwesten von Guinea-Bissau sowie das Umland der Stadt Bissau gehören zu den ärmsten Regionen des Landes. Die Gesundheitslage ist katastrophal. Die Frauen leben in besonders prekären Verhältnissen und werden in beinahe allen Lebensbereichen deutlich benachteiligt. Ihre Bemühungen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, werden kaum unterstützt.
Der Zugang zu Bildung und zum Gesundheitssystem ist für Frauen stark eingeschränkt. Es fehlt an medizinischer Betreuung und grundlegendem Wissen zu Hygiene, Schwangerschaft und Geburt.
Dreiviertel der Frauen können weder lesen, schreiben noch rechnen. Ohne dieses Wissen führt kein Weg aus der Armut. Analphabetismus erschwert den Zugang zu Informationen, Institutionen und Krediten.
Diskriminiert werden Frauen zudem bezüglich Landrechts: Traditionellerweise besitzen nur Männer Land; die Landrechte der Frauen sind bis heute nicht legalisiert.
Entwicklungszusammenarbeit heisst, Menschen zu befähigen
Dabei nehmen Frauen eine besonders wichtige Rolle in der Gesellschaft und der Familie ein: Sie tragen die Hauptverantwortung für die Versorgung und für die landwirtschaftliche Produktion. Es ist deshalb entscheidend, dass sie Grundkompetenzen erwerben, Zugang zu medizinischer Information und Betreuung sowie wirtschaftliche Autonomie erlangen.
Denn genau das ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit: den Menschen die Mittel in die Hand zu geben, ihre Lebensbedingungen selbst zu verbessern. Nachhaltige Hilfe zu leisten, steht im Zentrum der SWISSAID-Strategie. «Es hat keinen Sinn, den Betroffenen zu sagen, was sie wie tun sollen. Sie müssen ihrerseits den Wandel selbst in die Hand nehmen, sonst bringen die Bemühungen nichts», erklärt Aissé Barry, Gleichstellungs-Verantwortliche bei SWISSAID Guinea-Bissau.
Ihre Spende zählt
Gemeinsam besser regieren
SWISSAID setzt alles daran, den Bäuerinnen und Bauern in Guinea-Bissau zu helfen. Tchur Brick, Bachil, Granja Pessube, Ponta Rocha, Tchada und Manel Iagu sind allesamt Vereine, die während und mit dem 40-jährigen Engagement von SWISSAID im Land entstanden sind. Sie werden auch als Basisgemeinschaftsorganisationen (CBO) bezeichnet und bieten der Landbevölkerung viele Vorteile: Sie ermöglichen es, Waren, Werkzeuge und Land zu teilen, Ratschläge auszutauschen, Rechtsstreitigkeiten über den Landerwerb zu führen oder die Bedürfnisse der Landbevölkerung einzufordern.
Frauen als Wegbereiterinnen des Wandels
Die Mehrheit der CBO-Mitglieder sind Frauen. Allerdings sind im westafrikanischen Küstenland 73,5 % der über 15-jährigen Frauen Analphabetinnen. «In ländlichen Gebieten gehen nur Männer zur Schule. Frauen werden schon früh aus der Schule geholt, um ihren Müttern bei der Familienarbeit zu helfen oder um zu heiraten», sagt Aissé Barry.
Alphabetisierungskurse sind daher der erste Schritt in die Unabhängigkeit. Sie unterstützen Frauen darin, Selbstvertrauen zu gewinnen, ihr Wissen zu teilen und ihre Rechte durchzusetzen. «Frauen, die an den Alphabetisierungskursen teilgenommen haben, gehen jetzt wählen, was sie vorher ohne ihre Männer nicht tun konnten. Sie sind stolz darauf, unabhängig zu sein», sagt Felizberto Semedo, der für das Projekt verantwortlich ist.
«Frauen, die an den Alphabetisierungskursen teilgenommen haben, wählen jetzt, was sie vorher ohne ihre Männer nicht tun konnten. Sie sind stolz darauf, unabhängig zu sein», sagt Felizberto Semedo, der für das Projekt verantwortlich ist.
Seit 2019 geht die Unterstützung weiter, mit Workshops zum Thema Gender-Bewusstsein und Schulungen in den Bereichen Advocacy, Verwaltungs- und Finanzmanagement sowie Kommunikation. Die CBOs erhalten eine langfristige Strategie und Vision, ein Budget und werden so von Begünstigten zu wichtigen Partnerinnen in SWISSAID-Projekten der Agroökologie und der Geschäftsentwicklung.