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Ein Gastbeitrag von Jürg Vogel. Er hat in der Edition Unik sein Buch geschrieben, die Anekdote «Snuff» ist darin erschienen.
Grossvater Wetli war eine eindrückliche Person. Stattliche Postur, konservative Ansichten und eine liebenswürdige Ausstrahlung. Geprägt durch die Entbehrungen der Kriegsjahre, riet er mir immer wieder, mir einen stattlichen Bauch zuzulegen. Danach sei ich bereit, Bundesrat zu werden. Wir Enkel liebten unseren Opa, mit dem wir auch gerne spielten. Wenn die Nachbarn im unteren Stock versuchten, unser Treiben mit Klopfen gegen die Decke zu beenden, war es der Grossvater höchstpersönlich, der mit heftigen Fusstritten klar zeigte, dass er sich nicht dreinreden liess. Mein Bruder und ich waren irgendwo Mitte zwanzig, als wir von Opa nach Hause eingeladen wurden. Er wollte uns etwas zeigen. Das war meine erste und letzte Lektion in der Applikation von Schnupftabak. Er holte seine Dose Snuff und eine Holzvorrichtung, mit der wir den Schnupftabak in die Nase schleudern konnten. Wir mussten das Gerät exakt platzieren, wozu ein befestigter Spiegel diente. Nach einigen Versuchen und noch mehr Niesern, erklärte uns der Grossvater dann zu erwachsenen Männern. Zumindest aus seiner Sicht.