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Es war die Zeit, als der Internet Explorer noch einen Marktanteil von 99% hatte. Nicht nur der damalige Browser-Krieg mit Netscape machte klar: Das Internet war aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und hatte die Massen erreicht. Domain-Namen erlangten eine Wichtigkeit wie früher Post-Adressen.
Am 30. November 1999 kaufte eCompanies Ventures die Domain Business.com für 7,5 Millionen US-Dollar. Der Verkauf machte einen Medienunternehmer aus Houston reich, der die Domain 1996 für 150'000 Dollar erworben hatte. "Business.com wird der Name eines neuen Business-to-Business-Internets sein", kündigte eCompanies-Mitgründer Jake Winebaum im 'Wall Street Journal'
(Paywall) an. Man wolle Kunden helfen, die besten B2B-Services im Web zu finden.
"Eine gute Investition"
Die Website Bussiness.com Anfang 2000. Screenshot: Internet Archive
Der Preis löste in den Medien Diskussionen aus, ob ein schlichter Domain-Name denn so viel wert sein könne. Winebaum konterte: "Wenn man bedenkt, was Unternehmen für den Aufbau von Marken im Internet ausgeben, war dieser Preis eine gute Investition."
Der Verkauf übertrumpfte den bisherigen Höchstpreis um ein Vielfaches. 1998 hatte Compaq 3,3 Millionen für Altavista.com gezahlt. Die gleichnamige Internet-Suchmaschine ist längst verschwunden, Business.com ist hingegen nach wie vor online. 2007 kaufte die R.H. Donnelley Corporation die Domain und die damit verbundenen Dienste für 345 Millionen Dollar. Seither haben diese noch weitere Male den Besitzer gewechselt.
Die 7,5 Millionen Dollar von 1999 sind bis heute ein hoher Preis für eine Domain. Getoppt wurde dieser aber einige Male. Als Spitzenwert gilt Cars.com, die Domain wurde 2014 für 872 Millionen verkauft. Allerdings war diese Zahl eine Bewertung innerhalb einer 1,8 Milliarden schweren Übernahme der Verkaufsseite für Autos.
Die teuersten Domain-Verkäufe
Die 5 teuersten Domain-Verkäufe in der Geschichte des Internets waren gemäss GoDaddy:
- Carinsurance.com – 49,7 Millionen
- Insurance.com – 35,6 Millionen
- Vacationrentals.com – 35 Millionen
- Privatejet.com – 30,2 Millionen
- Voice.com – 30 Millionen
Apple und die iCloud
Steve Jobs präsentiert 2011 iCloud. Screenshot: Youtube
Spätestens seit dem Preisschild von Business.com hätte nach der Jahrtausendwende auch den Tech-Konzernen klar sein müssen, welche Wichtigkeit Domain-Namen bekommen haben. Doch auch sie mussten manchmal dafür einiges an Geld ausgeben – oder konnten ihre Macht nicht einfach mit Klagen um Markennamen und -rechte ausspielen.
Apple bezahlte 4,5 Millionen Dollar für iCloud.com. So hiess ein Dienst für Online-Speicher aus Schweden, der sich in der Folge in CloudMe umbenannte. Kurz danach lancierte Apple im Juni 2011 seinen gleichnamigen Cloud-Speicher iCloud. "Einige Leute denken, dass die Cloud einfach eine Festplatte im Himmel ist. Aber wir denken, dass das viel mehr ist. Wir nennen es iCloud", zitierte inside-it.ch
Apple-Chef Steve Jobs. Dass ein paar Schweden zuvor schon auf einen solchen Namen gekommen waren, liess Jobs unerwähnt. Und finanzierte den Domain-Kauf aus dem Portokässeli.