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(Fiebig, 1784)
- DE: Steppen-Sattelschrecke
- EN: Saddle-backed Bushcricket
- FR: L' Ephippigère des vignes
- Syn.: Ephippigera fabricii Fieber, 1853 | Ephippiger fibigii Fieber, 1853 | Ephippigera vitium Serville, 1831
Morphologie
Ephippiger ephippiger ist äusserlich kaum von den anderen Ephippiger-Arten zu unterscheiden, was für Verwirrungen bei der Artzugehörigkeit sorgte. Die Grundfarbe ist variabel und besteht häufig aus einem kräftigen Grün, manchmal sind die Tiere jedoch auch gelblich bis bräunlich oder verwaschen olivgrün. Auffallend ist der scharf abgegrenzte schwarze Hinterkopf (oft durch den Halsschild-Vorderrand verdeckt). Der Halsschild ist in der hinteren Hälfte besonders bei den Männchen sattelförmig aufgewölbt und am hinteren Rand häufig bräunlich gesäumt. Der Hinterrand der netzartig geaderten Flügelschuppen ragt über den Halsschild hinaus und ist bei den Männchen gut sichtbar. Die Flügelflächen sind gelblich bis bräunlich und am Aussenrand schwarz gefleckt bis durchgehend dunkel gesäumt. Bei den weiblichen Tieren ist der sattelförmige Halsschild weniger stark ausgeprägt und die Flügel deutlich kleiner, so dass diese nur knapp unter dem Halsschild sichtbar sind. Die kräftigen, kegelförmigen Cerci der Männchen verfügen hinter der Mitte über einen feinen Innenzahn. Die schwertförmige Legeröhre der Weibchen ist leicht nach oben gebogen und annähernd körperlang.
Gesang
Der Spontangesang von Ephippiger ephippiger besteht aus Serien von Einzelsilben oder zweisilbigen Versen, die mehr oder weniger regelmässig aneinandergereiht werden. Es scheint kein klares Muster dahingehend zu geben, wann Einzelsilben oder zweisilbige Verse aneinandergereiht werden. Der Spontangesang ist demjenigen der anderen Ephippiger-Arten in Zentraleuropa sehr ähnlich, ist aber in der Anzahl der Silben variabler.
Spontangesang von Ephippiger ephippiger - AT, Niederösterreich, Pfaffstätten, 20° C, Zimmertemperatur, sonnig.
Spontangesang von Ephippiger ephippiger - AT, Niederösterreich, Pfaffstätten, 20° C, Zimmertemperatur, sonnig.
Spontangesang von Ephippiger ephippiger - AT, Niederösterreich, Pfaffstätten, 20° C, Zimmertemperatur, sonnig.
Verbreitung
Ephippiger ephippiger kommt ausschliesslich in Ost- und Südosteuropa vor. Die westliche Verbreitungsgrenze verläuft durch Ostösterreich und Westslowenien, in Nordgriechenland befindet sich die südliche Verbreitungsgrenze. Interessanterweise scheint der gesamte adriatische Küstenbereich des Balkans nicht besiedelt. Östlich reicht das Verbreitungsgebiet von Ephippiger ephippiger bis Russland. Nördlich reicht die Art bis ins südliche Tschechien und in der Ukraine bis auf die Höhe von Kiew. Die Höhenverbreitung reicht in Griechenland bis über 1600 m ü. M.
Bei der Bestimmung stellt das Verbreitungsgebiet ein entscheidendes Kriterium dar. In West- und Südwesteuropa kann Ephippiger ephippiger ausgeschlossen werden.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Ephippiger ephippiger findet man zwischen Juli und Oktober.
Die Eier werden in den Boden abgelegt.
Lebensraum
Ephippiger ephippiger besiedelt gebüschreiche Wiesen, Brachen, Steppen, Waldränder, Lichtungen, trockene, lichte Laubwälder (in Ostösterreich v. a. Eichenwälder) und Weinbaugebiete. Die wärmeliebende Art hält sich vorzugsweise im Ast- und Laubwerk von niederen Büschen auf. Nicht selten findet man sie auch auf Bäumen. Gerne sonnen sich die Tiere auch auf Adlerfarn oder anderen grossen Blättern von Staudenpflanzen.
Gefährdung & Schutz
Aufgrund des grossen Verbreitungsgebiets und der Besiedlung unterschiedlicher Lebensräume ist Ephippiger ephippiger nicht gefährdet. Besonders am nördlichen Verbreitungsrand kann eine Gefährdung von einer Intensivierung der Landnutzung, insbesondere im Weinbau, aber ebenso von einer Nutzungsaufgabe extensiv bewirtschafteter Standorte ausgehen. Ephippiger ephippiger profitiert sehr von einer lockeren Verbuschung von Trockenwiesen. Daher sind bei Entbuschungsmassnahmen Gebüschgruppen und Einzelgebüsche zu belassen.
- CH: Abwesend
- DE: Abwesend
- AT: VU (Verletzlich)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Morphologisch ist Ephippiger ephippiger von den anderen Ephippiger-Arten in Zentraleuropa kaum sicher zu unterscheiden. Allerdings kann aufgrund der Verbreitung Ephippiger ephippiger problemlos bestimmt werden, da in Osteuropa einzig Ephippiger discoidalis als sehr ähnliche Art im Verbreitungsgebiet von Ephippiger ephippiger vorkommt. Nur auf Kreta und in Messinien auf dem Peloponnes kommt mit Uromenus elegans eine weitere ähnliche Art vor.