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Sonntag, 6. Mai 2012 – 12. Reisetag
Wir erreichen auf unserer Reise den vierten Bundesstaat; Oklahoma, den Sooner State, benannt nach den Pionieren, welche diese Gegend besiedelten, bevor die US-Regierung das Land von den Indianern gekauft hatte. 432 Meilen (695 km) der alten Route 66 werden wir uns in diesem Staat etwas genauer ansehen. Wir freuen uns auf weitere interessante Orte. Wikipedia hat die Entwicklung der Route 66 in Oklahoma eine ausführliche Dokumentation gewidmet. Schon in Kansas wurden wir darauf aufmerksam gemacht, in Oklahoma die Geschwindigkeitslimiten pingelig einzuhalten. Sie werden bei den Ortseingängen kurz hintereinander immer stärker reduziert.
Quapaw
Murals aus der Zeit der Kohlenminen und eine bescheidene ”City Hall“ fallen auf.
Dieser Ort wurde 2014 ebenfalls vom Tornado heimgesucht. Wir wissen nicht, ob diese beiden Gebäude noch stehen. Vielleich dokumentiert uns bei Gelegenheit ein Besucher über den aktuellen Stand.
Commerce
Die ”Conoco Fillin’ Station” ist eine Tankstelle, die als Loch in der Wand an eine alte Backsteinmauer gebaut wurde. Heute ist sie ein Gift Shop. Daneben befindet sich Dairy King, zuständig für Original Route 66 Cookies; bei unserer Durchfahrt geschlossen.
Miami
Ein Neon aus dem Jahre 1965 macht aufmerksam auf “Waylan’s Ku Ku Burger“. Ein Kuckuck erweckt den Eindruck, als sei er soeben aus dem Gebäude gesprungen.
Bewundernswert ist das im Spanischen Missions-Stil gebaute “Coleman Theatre“.
Ribbon Road
Diese Strasse, die bereits vor der Route 66 existierte, ist auch unter den Namen „9-foot-Hwy“ und „Sidewalk Hwy“ bekannt. Seit 1922 geht es 15,469 Meilen (24,9 km) im Zick-Zack durch Wies- und Ackerland von Miami nach Afton. Die Legende sagt, dass die Mittel damals nicht ausreichten, um die ganze Fahrbahn zu asphaltieren, weshalb man sich auf die halbe Breite beschränkte. Verwendet wurde dafür ein ganz spezieller Belag. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, diese Strecke bei Nässe oder Regen zu befahren. Heute kein Problem. Selbst die Kühe hatten heiss. Und auch die Gefahr einer Geschwindigkeitsübertretung besteht bei den vielen Schlaglöchern nicht.
Afton
Kurz vor der Horse Creek Bridge (Bild 1) kommen wir wieder auf ein ’66 mit besseren Belag. Das kann man von den Gebäuden beim Dorfeingang nicht sagen. Die Hinweistafel zum „Rest. Haven“ hat schon bessere Zeiten erlebt. Das Motel gibt es nicht mehr. Das Gebäude steht zwar noch, macht aber einen eher verlotterten Eindruck.
Wie Route 66 News am 23. September 2016 berichtet, wird das Oklahoma Department of Transportation die „Horse Creek Bridge“ (Bild 1) wegen Verschlechterung des Zustandes wahrscheinlich schliessen, sie aber als Denkmal für Reisende erhalten. Das gleiche Schicksal droht der „Pony-Bridge“ bei Bridgeport. (Siehe Bericht Oklahoma City – Clinton).
Da entdecken wir vor uns eine schön renovierte Tankstelle, eine weitere „Roadside Attraction“ und wohl ein „must stop“:
„Afton Station Packard Museum“
Es ist für uns ein weiterer Höhepunkt! Das Museum wurde von der Besitzerin Laurel Kane und ihrem Ex-Mann in 30 Jahren aufgebaut. Es beherbergt über 20 sehr schöne Packards und andere ausgesuchte Sammlerstücke. Sie erzählte uns, dass ihr Mann einige Packards mitgenommen hatte, als er sie verliess. Ihre Tochter aus Chicago war auch dort. Ich meinte, Sie sehe einem fröhlichen Ereignis entgegen und wünschte ihr alles Gute. Das war voll daneben. Sie war ganz einfach nicht so ganz schlank… Das längere Gespräch mit Laurel wird uns unvergesslich bleiben. Die bei uns kaum mehr bekannte Marke Packard fusionierte mit der Marke Studebaker, die später einging.
Laurel Kane starb im Januar 2016. Wie ihr Ex-Mann mitgeteilt hat, soll das Museum in geeigneter Form weitergeführt werden.
Unsere Fahrt geht weiter nach Vinita.