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Der Gründer unserer Schule, August Bach, war als kantonaler Schulinspektor ein engagierter Vertreter der Reformpädagogik. Um seine Ideen zu verwirklichen, gründete er 1906 seine eigene Schule mit dem Landerziehungsheim Schloss Kefikon.
Zu dieser Zeit waren viele Lehrer der Meinung, dass das Wissen den Schülern auch unter Repression durch Drill eingepaukt werden müsse. Dies war verbunden mit den verschiedensten Strafmassnahmen, falls die Schüler das durch die Lehrer vermittelte Wissen nicht wie gewünscht wiedergeben konnten.
Der reformpädagogische Ansatz beruhte im Wesentlichen auf der heute bekannten Erlebnispädagogik. Schüler sollen durch erleben und handeln zum naturwissenschaftlichen Verständnis dieser Prozesse geführt werden. Ebenso kommt man zur Erkenntnis, dass nur lernt, wer lernen will. Dies kann wie damals üblich durch Zwang, aber viel besser noch durch Motivation erreicht werden. Neugierde ist die beste Voraussetzung zum Lernen.
1241 wird das Schloss erstmals im Zusammenhang mit Burchardus de Kevincon erwähnt. Burchardus war kyburgischer und reichenauischer Dienstmann und wahrscheinlich auch der Erbauer der Wasserburg Kefikon. Die Herrschaft Kefikon war bis 1798 in Lehen des Klosters Reichenau und gehörte zur Landgrafschaft Thurgau sowie auch zur Landgrafschaft Kyburg. Die Grenze verlief über die Herdplatte der Schlossküche. Erst im 20. Jahrhundert wurde diese Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Thurgau bereinigt. So liegt das Schloss heute im Kanton Thurgau und der Schlosspark im Kanton Zürich. Das durch die Kantone getrennte Dorf ist ein Unikum, Kefikon Thurgau gehört zur Gemeinde Gachnang und Kefikon Zürich zur Gemeinde Wiesendangen.
Verschiedene Geschlechter besassen Kefikon, bis 1650 der Zürcher Stadtschreiber Hans Kaspar Hirzel Schloss und Herrschaft kaufte. 1669 wurde er Bürgermeister der Stadt Zürich. 1740 verkauften die Brüder Hirzel das Schloss ihrem Schwager Heinrich Escher vom Glas. 1798 ging die Gerichtsherrschaft der Familie Escher durch die französische Revolution und die Befreiung des Kantons Thurgau verloren. 1804-1823 bewohnte das Schloss Hans Konrad Escher von der Linth, der Erbauer des Lindtkanals zwischen Zürichsee und Walensee.
Um die Neugier zu wecken, setzt unsere Schule schon seit über hundert Jahren die Vielfältigkeit unserer Infrastruktur ein. Ein altes Schloss mit unüblichen Strukturen, ein Schulhaus mit vielen interessanten Apparaten, ein Park mit einer beeindruckenden Pflanzenwelt, ein Schwimmbad, unser Spielhügel Nufa und unsere Hausmeisterei mit vielen Geräten zur Pflege der Gärten, des Schwimmbads, des Fussballplatzes, der Velos und der verschiedensten Fahrzeuge.
Bis heute machen wir die Erfahrung, dass interessierte und neugierige Jugendliche schnell über sich hinauswachsen können und Rückstände in ihrer Entwicklung schnell wieder aufholen können. Immer stellt sich die Frage: "Wie können wir unsere Schüler dazu bringen, etwas wissen zu wollen." Es ist unserer Schule gelungen, im hundertjährigen Wandel unserer Gesellschaft, immer wieder die richtige Antwort auf diese Frage zu finden.
In der Folge wechselte der Besitz zwölfmal bis das Schloss 1906 durch August Bach, thurgauischer Schulinspektor, zur Gründung eines Landerziehungsheims erworben wurde. Im Januar 1929 zerstörte ein Kaminbrand den oberen Teil des Schlosses. Bei minus 30° Celsius waren die Löscharbeiten sehr schwierig. Der ehemalige Wohnturm wurde neu mit einem Treppengiebel versehen, das Zeltdach wurde zu einem Mansardendach ausgebaut. Das Eingangstor mit den beiden Adlern und dem Wappen von Kefikon entstand 1850. Immer wieder wurde das Schloss und die dazugehörenden Liegenschaften renoviert und auf die aktuellen Bedürfnisse ausgerichtet.
1992 übernahm der Schwiegersohn von Willy Bach, Manfred Meyer-Bach, die Verantwortung für den Betrieb. Seit 2007 ist bereits die 4. Generation der Familie Bach, Frau Sonja Lendenmann-Meyer im Verwaltungsrat der Familiengesellschaft Schloss Kefikon AG.