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- Veröffentlicht: 22. August 2012
Die Anlage, welche an die Rheinfelderstrasse zu stehen kommt und die zwei Trinkwasserförderstellen Auweg und Obere-Hard bedient, besteht aus einem dreistufigen Aufbereitungsverfahren.
Drei stufiges Verfahren
In einer ersten Stufe wird das Wasser mit Ozon und Wasserstoff (nach dem AOP-Verfahren, advanced oxidation process) behandelt.
Nach diesem Oxidationsprozess folgt die Adsorptionsstufe, in welcher das Wasser mittels Pulveraktivkohle weiter gereinigt wird, bevor schliesslich mit einem abschliessenden Membranfilterverfahren zur Abtrennung der Pulveraktivkohle das keimfreie Trinkwasser mit maximaler Qualität ins Netz eingespiesen wird.
Das vorgesehene AOP-Verfahren ist ein weiterentwickelter Oxidationsprozess, auch bekannt als HiPOx-Verfahren. Dieses unterscheidet sich vom klassischen Oxidationsprozess, indem die Verteilung von Ozon und Wasserstoffperoxid unter Druck über mehrere Dosierstellen in einem Schlaufenreaktor sehr genau erfolgen kann.
Ein Mischer sorgt für die optimale Durchmischung. Damit erhöht sich die Wirksamkeit des Oxidationsprozesses und die Entstehung von unerwünschtem Bromat kann weitestgehend verhindert werden.
Im Vorfeld hat die WABAG bereits verschiedene Pulveraktivkohlen und das Abtrennen der Pulveraktivkohle (PAK) an verschiedenen Membranen in Pilotanlagen getestet.
Das sichere Abtrennen der PAK erfolgt mittels Druckmembranen (poröse Hohlfasern). Das mit PAK versetzte Rohwasser kommt mit einem entsprechenden Druck auf die Innenseite der Hohlfasern und durchströmt die Poren. Dabei werden sämtliche Aktivkohlepartikel, aber auch andere Trübstoffe, Viren und Bakterien zurückgehalten.
Zweitrassiges Verfahren und Redundanz
Die Anlage wird über alle drei Verfahrensschritte konsequent zweistrassig mit einer Nennleistung von880 m³/h geplant. Somit kann die zur Deckung des aktuellen Tagesbedarfs notwendige Trinkwassermenge von 9’000 m³ vorwiegend im Nachtbetrieb gefördert werden. Die maximale Anlagekapazität ist so bemessen, dass die konzessionierte Trinkwassermenge von 20’000 m³/Tag produziert werden könnte. Gleichzeitig bietet die zweistrassige Anlage eine maximale Redundanz und Wartungssicherheit.
Die Redundanz resp. die hohe Pumpleistung ist – wie sich bereits in der Vergangenheit mehrmals gezeigt hat – auch für die Einbindung der Wasserversorgung Muttenz in die regionale Trinkwasserversorgung von grosser Bedeutung. Aktuell beziehen Birsfelden und Prattelnbeträchtliche Mengen Trinkwasser von der Wasserversorgung Muttenz.
Pumpwerke im Birstal
Die beiden Fassungen im Birstal sollen weiterhin das zweite wichtige Standbein der Wasserversorgung Muttenz bleiben und eine partielle Unabhängigkeit von den Einflüssen der Grundwasserströme aus dem Rhein ermöglichen. Eine weitere Optimierung der Trinkwasserqualität kann durch die Desinfektion des in diesen beiden Pumpwerken geförderten Rohwassers mit UV-Strahlen anstatt wie bisher mit Chlor erreicht werden.
aus dem Überweisungschreiben Gemeindeversammlung vom 14.12.2011
Die Gemeindeversammlung genehmigt am 14.12.2011 den Kredit für Bau einer dreistufigen Trinkwasseraufbereitungsanlage mit grossem Mehr gegen wenige Gegenstimmen.
Dokumente zum Trinkwasser