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Die Wanderratte stammt aus Ostasien, ist aber heute über die ganze Welt verbreitet, vor allem über die Nordhalbkugel. In den Tropen erscheint sie seltener als die Hausratte, dort beschränkt sich ihr Vorkommen auf Häfen, Bewässerungsgebiete und große Flußtäler. In Europa erscheint sie überall sehr zahlreich. Wanderratten leben in Gruppen von mehreren hundert Tieren mit einer ausgeprägten sozialen Organisation. Ähnlichwie die übrigen Nager kann sie sich unter günstigen Bedingungen das ganze Jahr über vermehren.
Junge Tiere werden mit 75 Tagen erwachsen, das Weibchen ist 22-24 Tage lang trächtig, jeder Wurf umfaßt durchschnittlich 9 Junge. Allerdings werden die Weibchen nur 3-5 mal jährlich trächtig. Die Tiere bauen sich Nester aus Gras, Papierfetzen oder anderem geeigneten Material. Wanderratten leben einerseits in Gebäuden, vorwiegend im Erdgeschoß und in Kellerräumen, andererseits auch im Freien.
Zum Leben brauchen sie nur genügend Nahrung und Zutritt zum Wasser. Im Stadtgebiet erscheinen sie in Wohnhäusern, Geschäften, Lagerhäusern, auf Schlachthöfen und in anderen Lebensmittelbetrieben, auf offenen Müllkippen, an Abwasserläufen und Kanälen (Wanderratten sind ausgezeichnete Schwimmer), auf dem Land vorwiegend in Scheunen, Silos, Speichern, Schweine- und Geflügelmästereien.
In wärmeren Ländern bewohnen sie auch die Reisfelder. Wanderratten vorkommen ist typisch für die Docks der Überseehäfen. Die Tiere sind Allesfresser und ernähren sich vorwiegend von Abfällen, bevorzugt werden Getreide und Samen, Fleisch und Fisch, Nüsse, gekochte Eier und Obst. Dabei braucht das Tier eine beträchtliche Wassermenge. Bei Nahrungsmangel werden auch schwächere Artgenossen angefallen.
Die von Wanderratten angerichteten Schäden sind ungeheuer. Sie konsumieren nicht nur Nahrungsmittel in beachtlichem Umfang, sondern beschädigen auch alle möglichen Gegenstände oder Einrichtungen, daneben sind sie ernsthafte Krankheitsüberträger. Besteht keine Fluchtmöglichkeit, ist diese Ratte sogar imstande, einen Menschen anzugreifen; ansonsten sind die Tiere äußerst wachsam und meiden den Menschen.