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Doch Wissenschaftler haben nun das unvollständige Fossil eines Grenadiers, einer in der Tiefsee lebenden Art der Dorschartigen, in etwa 45 Millionen Jahre alten Ablagerungen der antarktischen Halbinsel entdeckt. Dieser Fund belegt, dass die Grenadierfische später und vor allem räumlich weit entfernt von den Dorschen entstanden sein müssen. Sie entwickelten sich offensichtlich in den flachen Meeresbereichen auf der Südhalbkugel, zu einer Zeit, als Südamerika, Australien und die Antarktis noch den Superkontinent Gondwana bildeten.
Noch bevor Südamerika und die Antarktis vor etwa 40 Millionen Jahren durch die sich öffnende Drake- Passage voneinander getrennt wurden, wanderten die Grenadiere entlang der Nordküste der Antarktis in den südlichen Atlantik ein. Ähnlich den Dorschen passten auch sie sich sehr früh in ihrer Evolution an die Tiefsee an. Diese beiden zeitlich kurz aufeinander folgenden Anpassungen und ihre sehr rasche weltweite Ausbreitung, ausgehend von zwei weit auseinander liegenden Punkten auf der Nord- und Südhalbkugel waren vermutlich für den enormen Erfolg und die grosse artenreiche Diversität der Dorsche und Grenadiere verantwortlich.
Seit etwa 25 Millionen Jahren sind diese Fische perfekt an ihre Lebensräume angepasst. Der derzeitige Druck des Menschen auf die Dorschartigen führt jedoch allmählich zum Aussterben eines für marine Ökosysteme wichtigen Fisches mit einer sehr langen und erfolgreichen evolutiven Geschichte.
Quelle: Humboldt-Universität Berlin
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