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Das Stachelzellkarzinom, auch Plattenepithelkarzinom genannt, ist nach dem Basaliom die zweithäufigste Form von bösartigem Hautkrebs in der Schweiz. Problematisch ist, dass ein Stachelzellkarzinom Metastasen in anderen Organen bilden kann, im Gegensatz zum Basaliom.
Eine frühe Form dieses Hautkrebstyps ist die aktinische Keratose. Die Erkrankung ist auf die Oberhaut beschränkt und geht mit einer gesteigerten Verhornung einher; die Hautstellen sind dadurch rau und leicht verdickt. Wächst die aktinische Keratose in die Lederhaut vor, entsteht ein Stachelzellkarzinom. Aktinische Keratose entsteht durch intensive Sonnenbestrahlung über lange Zeiträume hinweg. Wenn die Aktinische Keratose frühzeitig behandelt wird, hat sie gute Heilungschancen. Sie betrifft bevorzugt helle Hauttypen und entwickelt sich meist bei Menschen über 50. Zunehmend erkranken aber auch Jüngere an dieser sonnenbedingten Hautveränderung.
Eine Aktinische Keratose entsteht durch zu viel UV-Bestrahlung, sei es nun mit natürlichem Sonnenlicht oder künstlichen UV-Strahlen im Solarium. Dabei sammeln sich die Schädigungen der Haut im Laufe der Lebensjahre an – es gibt so etwas wie eine Lebensdosis an UV-Strahlen. Das ist mit ein Grund dafür, dass erst ältere Menschen eine Aktinische Keratose bekommen. Die geschädigte Haut reagiert, indem sie helle oder rötliche Stellen bildet, die leicht weisslich schuppen. Mit der Zeit verhornen und verhärten diese Stellen und breiten sich langsam von erst kleinen Punkten zu immer grösser werdenden Flächen aus. Hautareale, die anatomisch exponiert liegen und meist schutzlos der Sonne ausgesetzt werden, sind prädestiniert für eine Aktinische Keratose:
Normalerweise regeneriert sich die oberste Hautschicht (Epidermis) nach intensiver Sonneneinstrahlung oder einem Sonnenbrand sehr gut wieder. Findet jedoch zu viel direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeiträume hinweg statt, dann nehmen die Hautzellen das übel. In der ersten Phase schädigt das UV-Licht die Zellen der Oberhaut. Die Schädigungen (Läsionen) sind zunächst gar nicht sichtbar. Die Zellkerne der Hautzellen verändern sich. Die Hornhautzellen beginnen, sich unorganisiert zu vermehren, die Hornschicht verdickt. Die Beschädigungen sehen aus wie Hautwucherungen und fühlen sich rau und grob an. Die Hautveränderungen wachsen meist an mehreren Stellen und breiten sich in kleinen Gruppen flächig aus. Als Laie kann man die Hautschäden nicht so leicht erkennen und identifizieren, wohl aber fühlt man auf der Hautoberfläche den Unterschied: die veränderten Stellen sind derb und rau und manchmal auch ein wenig erhaben.
Zunächst bleiben die veränderten (bösartigen) Zellen auf die oberste Hautschicht begrenzt. In diesem Stadium ist die Aktinische Keratose gut behandelbar. Irgendwann beginnen die veränderten Zellen dann in tiefere Gewebeschichten vorzudringen. Ein Spinaliom (Link zu Krankheitsbild Spinaliom) entsteht, die Aktinische Keratose hat sich zu einem Stachelzellkarzinom weiterentwickelt. Auch in diesem Stadium gilt noch: Je früher die Behandlung stattfindet, desto besser.
Jeder, der sich längere Zeit ungeschützt der Sonne aussetzt, geht das Risiko ein, eine Aktinische Keratose zu bekommen. Wenn Hautpartien immer wieder eine extreme Sonnenbelastung aushalten müssen, leiden die überstrapazierten Hautzellen. Sie regenerieren nicht mehr, sammeln sozusagen die Schäden an und beginnen, sich genetisch zu verändern. Die epidermalen Keratinozyten, die Hornhautzellen, wachsen unregelmässig und unkontrolliert weiter. Aus einer Aktinischen Keratose kann ein weisser Hautkrebs entstehen, weshalb man in den Hornhautansammlungen auch eine mögliche riskante Vorstufe sieht. In der Regel sind ältere Menschen stärker gefährdet, aufgrund ihrer gesammelten „Sonnenerfahrungen“ eine Aktinische Keratose zu bekommen. Fachleute sprechen daher auch von seniler Keratose. Doch übersteigertes ungeschütztes Sonnenbaden oder zu häufige Solariumsbesuche lassen zunehmend auch jüngere Menschen an dieser möglichen Krebsvorstufe erkranken. Zu den besonderen Risikofaktoren für eine Aktinische Keratose gehören:
Die Aktinische Keratose kann auftauchen und auch wieder für eine gewisse Zeit verschwinden. Von allein heilt diese Erkrankung jedoch nicht.
Die Aktinische Keratose erscheint an den Stellen, die am meisten der Sonne exponiert sind, den sogenannten Sonnenterrassen. Sie kann sich mit unterschiedlichen Hautveränderungen zeigen und ist daher nicht immer eindeutig erkennbar. Wenn Sie oft in der Sonne sind, sollten Sie Ihre Haut regelmässig kontrollieren. Ein frühes Anzeichen sind kleine rote Flecken. Die oberste Hautschicht ist hier durch die heftige Sonneneinstrahlung dünner geworden und die Blutgefässe treten vermehrt hervor. Im Laufe der Zeit entwickeln diese Stellen sich dann zu kleinen verhornten Flecken, die sich rau und uneben anfühlen. Weissliche Schuppenkrusten sind ein weiteres Anzeichen, dass es sich um eine Aktinische Keratose handeln könnte. Die Hautveränderungen können auch mit Spannungsgefühl, kleinen Blutungen, Juckreiz oder Schmerzen verbunden sein. Suche Sie ärztlichen Rat auf oder gehen Sie ins Spital, wenn Sie bei sich folgendes beobachten:
Auch Hautveränderungen an den Unterarmen, Schienbeinen oder Waden sollten Sie ernst nehmen. Es macht keinen Sinn, die verhornten Schuppenstellen abzuzupfen und die betroffenen Hautstellen mit einer fetthaltigen Creme zu pflegen. Der Schaden ist bereits passiert, die Hilfsmittel haben höchstens einen kurzzeitigen optischen Effekt. Der Gang zur Hautärztin oder zum Hautarzt ist die richtige Massnahme, denn im frühen Stadium kann man gut und erfolgreich eingreifen.
Wenn die Ärztin oder der Arzt bei Ihnen eine aktinische Keratose oder ein Stachelzellkarzinom vermutet, wird eine Gewebeprobe entnommen, die unter dem Mikroskop untersucht wird. Bestätigt sich der Verdacht, müssen der Hautkrebs oder sein Vorläufer vollständig entfernt werden. Zur Behandlung stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, je nach Art, Grösse, Tiefe und Lokalisation der Hautveränderung sowie nach Alter und Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. Nahezu immer sind ambulante Behandlungen möglich.
Der beste Schutz vor einer Aktinischen Keratose ist der vernünftige und kontrollierte Umgang mit natürlichem und künstlichem UV-Licht. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie nun während der Freizeit oder aus beruflichen Gründen viel an der Sonne sind. In einer australischen Studie hat man ausserdem festgestellt, dass die Einnahme von Vitamin B3 (Nicotinsäure / Niacin) die Häufigkeit von Aktinischen Keratosen verringern kann. Weitere vorbeugende Massnahmen können sein:
Menschen, die überwiegend im Freien arbeiten, haben ein besonderes Risiko und müssen auch von Seiten des Arbeitgebers sinnvoll geschützt werden. Denken Sie daran, dass es auch bei bedecktem Himmel eine UV-Strahlung gibt. Beobachten Sie Ihre Haut gerade im Sommer gut und gehen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig zur Kontrolle. Verglichen mit anderen europäischen Ländern ist die Hautkrebsrate in der Schweiz sehr hoch. Nutzen Sie deshalb die Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Hautkrebs.
Wird eine Aktinische Keratose frühzeitig entdeckt und behandelt, dann kann sie einen günstigen Verlauf nehmen. Nach einer erfolgreichen Behandlung bleiben aber regelmässige Hautkontrollen wichtig. Genauso bleibt es wichtig, dass Sie Ihren „Sonnenkonsum“ kontrollieren, nur geschützt in die Sonne gehen, eine direkte Sonnenbestrahlung vermeiden und sorgfältig auf Ihre Haut achten. Denn diese vergisst die einmal erlebten Schäden nicht. Da eine Aktinische Keratose aber ein Leben lang besteht, müssen Sie sich auch nach erfolgreicher Behandlung weiterhin gut vor UV-Strahlen schützen.
Aktinische Keratosen können durch eine ganze Reihe von Behandlungsverfahren meist weitgehend narbenfrei entfernt werden.