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Vor 80 Jahren wurde Altmatt «bombardiert»
Nicht immer machte der Zweite Weltkrieg einen Bogen um unsere Region. Am 30. Juni 1940 fielen zum Beispiel Fliegerbomben aufs Hochmoor.
ALBERT MARTY
In den frühen Morgenstunden des 30. Juni 1940 waren zwei britische Flugzeuge von Norden her über den Rhein in den Schweizer Luftraum eingedrungen. Vermutlich hatten die Piloten die Orientierung verloren. Die Maschinen kreisten und warfen schliesslich Bomben ab, laut «NZZ» vom 1. September 1940 deren acht beim Weissenbach auf Gemeindegebiet von Oberägeri «und vierzehn, vielleicht sechzehn bei Altmatt, Gemeinde Rothenthurm. Es handelt sich um englische 25-Pfund-Brandbomben mit teilweise neusten Herstellungsdaten. Der angerichtete Schaden ist gering, da zahlreiche von den abgeworfenen Bomben Blindgänger waren. » Hinzu kam, dass die Bomben nicht auf Gebäude, sondern auf das Wiesland und ins Moor fielen. Sie steckten dort nur gerade 60 Zentimeter im Moorboden. Einige der Blindgänger wurden später von der Armee ausgegraben, einige wurden später beim Torfabbau gefunden.
Der Textausschnitt stammt aus dem Buch «Rothenthurm – mehr als ‹Turpnä› und ‹Ischä›» von Albert Marty.
Xaver Beeler (1884–1965) im Restaurant Sonne in der Altmatt, mit einem Blindgänger aus dem Moor.
Ein Ausschnitt aus dem Einsiedler Anzeiger vom 2. Juli 1940.
Fotos: Archiv Albert Marty