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16.11.2020 - Nachhaltigkeit Die Migros setzt sich für ein Ende des Kükentötens ein
Über 3 Millionen männliche Küken werden pro Jahr in der Schweiz getötet, weil sie keine Eier legen. Die Migros setzt sich für ein Ende des Kükentötens ein.
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Über 3 Millionen männliche Küken werden pro Jahr in der Schweiz getötet, weil sie keine Eier legen. Die Migros setzt sich für ein Ende des Kükentötens ein.
In der Eierproduktion haben sich vor Jahrzehnten Hühnerrassen durchgesetzt, die verlässlich viele Eier legen. Die Brüder der Legehennen legen keine Eier und eignen sich nicht für die Geflügelmast, weil sie zu langsam und zu wenig Brustfleisch ansetzen. Das führt dazu, dass jährlich in der Schweiz über drei Millionen männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet werden. Nicht nur in Schweiz ist dies ein Thema - ein Blick über die Grenze zeigt: In Deutschland sind es etwa 45 Millionen männliche Küken jährlich, noch einmal die gleiche Anzahl kommt aus Frankreich dazu. Man schätzt, dass es sich europaweit insgesamt um eine halbe Milliarde Küken handelt. Ein ethisch nicht zu vertretendes Problem der intensiven Eierproduktion. Deutschland und Frankreich setzen sich auf EU-Ebene dafür ein, dass diese Praxis bis Ende 2021 beendet wird.
Die Migros setzt sich bereits heute in Zusammenarbeit mit den Produzenten für ein Ende dieser Praxis in der Schweiz ein. Sie geht dabei zwei Wege: Seit diesem Monat gibt es in den Genossenschaften Zürich und Genf Freilandeier mit dem Label «Respeggt». Bei dieser Methode werden Eier, aus denen die späteren Legehennen schlüpfen, zwischen dem neunten und elften Tag einem Verfahren zur Geschlechtsbestimmung unterzogen. Die männlichen Küken werden dann nicht ausgebrütet. Ab Juni 2021 werden diese Eier in der Migros schweizweit verfügbar sein.
Stammen die Eier aus der Schweiz?
Die Hühner werden als Schweizer Freilandhühner gehalten. Geboren wurden diese Hühner in Holland, da dort die Geschlechtsbestimmung vorgenommen wird.
Weshalb sind die Respeggt-Eier teurer als konventionelle Freiland-Eier?
Das Verfahren für die Geschlechtsbestimmung ist aufwendig und teuer. Zudem müssen männliche Tiere (die Methode hat eine Treffergenauigkeit von ca. 95%), die schlüpfen, gemästet werden. Die Kosten des Mästens übersteigen den Ertrag der Fleischverwertung.
Weshalb gibt es die Respeggt-Eier nicht auch in Bio-Qualität?
Die Bio-Branche akzeptiert bis heute keine Methoden, bei welchen eine Geschlechtsselektion vorgenommen wird.
Die Bio-Alternative für Eier ohne Kükentöten sind Bio-Demeter-Eier. Bei diesen werden die männlichen Küken aufgezogen, gemästet und kommen als Poulets in die Läden.
Was passiert mit den aussortierten Eiern?
Die aussortierten Eier werden zu Pulver verarbeitet, welches im Tierfutter eingesetzt werden kann.