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Wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken, seiner gentechnisch veränderten Produkte und des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat steht das US-Unternehmen, das weltweit über 21'000 Mitarbeiter in 66 Ländern beschäftigt, immer wieder in der Kritik. Im Folgenden ein Überblick über den Konzern, der an der Börse mit gut 42 Milliarden Dollar bewertet wird.
Als weltgrösster Saatguthersteller dominiert Monsanto das Geschäft wie kein anderer Konzern. Bei genverändertem Saatgut lag der Marktanteil der Amerikaner laut Greenpeace 2009 bei rund 90 Prozent. Kritiker monieren eine Einschränkung der Sortenvielfalt und der Unabhängigkeit der Bauern, vor allem in Entwicklungsländern. Denn die beherrschende Stellung von Monsanto in vielen Märkten könne zu einem deutlichen Anstieg der Saatgutpreise führen, wie laut Weltlandwirtschaftsrat etwa bei Baumwolle zu sehen ist. Für viele Bauer werde das Saatgut dann zu teuer, so Kritiker.
Die gentechnisch veränderten Sorten seien zudem oft nicht für die Wetterbedingungen in Entwicklungsländern geeignet und Schädlingen nicht gewachsen. Weitere Düngemittel und Pestizide müssten eingesetzt werden.
Bekannt geworden ist das US-Unternehmen mit Sitz in St. Louis, Missouri, durch die Entwicklung des weltweit meistgebrauchten, aber umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat. Das Mittel steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Ende Juni läuft die Zulassung des Herbizids in der EU aus, eine Abstimmung über die Verlängerung steht noch aus. In Deutschland vertreibt der US-Konzern das Mittel unter dem Markenamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Da das Patent auf Glyphosat ausgelaufen ist, wird es mittlerweile auch von anderen Herstellern produziert.
Züchtung von Hochleistungssorten
In den 1980er Jahren machte Monsanto die Biotechnologie zu einer wichtigen Säule im Unternehmen. Die Firma konzentrierte sich auf die Züchtung von Hochleistungssorten und entwickelte mit Hilfe der Gentechnik Saatgut, das selbst ein Insektengift produziert und deshalb resistent gegen Schädlinge ist. Auch das Besprühen mit Unkrautvernichtern - die Monsanto selbst vertreibt - überstehen einige Sorten. Vorreiter ist der Branchenprimus bei Genmais, doch ist sein Anbau in Deutschland und der EU umstritten. Agrar-Konzerne verzichten bislang freiwillig auf Anbau-Anträge in Deutschland. Bei der EU-Kommission aber haben neben Monsanto Syngenta, Dow AgroSciences und DuPont-Pioneer Anträge gestellt. In den USA wurden gentechnisch veränderte Pflanzen erstmals 1996 ausgebracht, nicht selten stammt die Produktentwicklung von Monsanto.
Seit 2007 entwickeln Monsanto und BASF gemeinsam ertragreichere Nutzpflanzen, wie Mais und Sojabohnen, die zudem widerstandsfähiger etwa gegen Trockenheit sind. Das erste Produkt - Genuity DroughtGard Hybride - führte Monsanto 2013 am amerikanischen Markt ein. Unter den Marken Seminis und De Ruiter vertreibt das US-Unternehmen auch 4000 verschiedene Saatgutsorten für über 20 Gemüsesarten für Freiland und Gewächshaus.
Auch Lieferant von "Agent Orange"
Die Namen Monsanto und Bayer fallen auch im Zusammenhang mit dem Einsatz von "Agent Orange" während des Vietnam-Kriegs. Ihr damaliges Gemeinschaftsunternehmen Mobay gilt neben der US-Firma Dow Chemical als ein Hersteller und Lieferant des mit Dioxinen belasteten Herbizids. Die US-Streitkräfte setzten Agent Orange zur Entlaubung von Wäldern und Nutzpflanzen ein, um der feindlichen Guerillabewegung FNL die Tarnung zu erschweren und deren Versorgung zu stören.
Doch kam es zu schweren Erkrankungen der Bevölkerung und der Soldaten. Laut Angaben des Vietnamesischen Roten Kreuzes von 2002 leiden etwa eine Million Vietnamesen an den Spätfolgen, vor allem an Fehlbildungen und Immunschwächen. Viele Neugeborene kommen noch heute mit Fehlbildungen zur Welt.
(Reuters)