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Die Zusammensetzung des Edelgases Xenon in der Erdatmosphäre unterscheidet sich zum Teil von derjenigen, die sich bei anderen Himmelskörpern unseres Sonnensystems finden, zum Beispiel in der Marsatmosphäre, im Sonnenwind, in Meteoriten oder in Asteroiden. Woher dieser abweichende Teil des Xenons in der Erdatmosphäre kommt, war bisher ein Rätsel.
Dieses Rätsel konnte nun ein internationales Forscherteam dank Daten des Berner Messinstruments ROSINA an Bord der Rosetta-Sonde lösen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Science" berichten. Demnach haben Kometen wie 67P/Tschurjomov-Gerasimenko ("Tschuri") rund ein Fünftel (22 Prozent) des Xenon in der Erdatmosphäre beigetragen.
"Wenn man die Zusammensetzung des Xenon vom Kometen und die von den Objekten des inneren Sonnensystems im Verhältnis eins zu vier mischt, stimmt das sehr gut mit dem Xenon in der Erdatmosphäre überein", sagte Studienautor Martin Rubin von der Uni Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.
Xenon existiert in mehreren, verschieden "schweren" Versionen, Isotope genannt. Und die Mischung dieser Xenon-Isotope konnte ROSINA in den Ausdünstungen des Kometen "erschnüffeln", während die Rosetta-Sonde im Mai 2016 einige sehr enge Umlaufbahnen um den Kometen flog - im Abstand von nur sieben bis zehn Kilometer von seinem Zentrum.
Anhand der ROSINA-Daten konnten die Forschenden um Projektleiterin Kathrin Altwegg von der Uni Bern bereits in einer früheren Publikation in "Science" berichten, dass sich die Zusammensetzung des Wassers auf "Tschuri" von der des irdischen Wassers deutlich unterscheidet. Kometen scheinen daher keinen wesentlichen Beitrag zum Wasser auf der Erde geleistet zu haben.
"Die Frage ist darum: Haben Kometen überhaupt eine Rolle gespielt für die Erde?", erklärte Altwegg. "Und in diesem Zusammenhang: Wie ist es mit der Theorie, dass Kometen die Entwicklung von Leben auf der Erde gestartet haben?" Mit den neuen Ergebnissen lasse sich nun sagen, wie viel der Edelgase von Kometen kommen, und daraus folgern, wie viel Material überhaupt von Kometen geliefert wurde.
So konnten die Forschenden auch abschätzen, dass etwa 1 Prozent des Wassers der Ozeane von Kometen stammt. Interessant dürften auch weitere Analysen der ROSINA-Daten über organische Verbindungen im Kometen werden. "Wenn wir die organischen Verbindungen - also Kohlenwasserstoffe und die einfachste Aminosäure Glyzin, die wir mit ROSINA auf dem Kometen entdeckt haben - inventarisieren, können wir auch bestimmen, wie viel dieser Zutaten für die Entstehung von Leben auf der Erde von Kometen stammten", sagte Rubin.
(SDA)