Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/76572

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, Artikel 18 BBG auszuweiten und entsprechende Massnahmen für die fachkundige individuelle Begleitung von Lehrlingen zusätzlich für die drei- und vierjährige berufliche Grundausbildung in die Wege zu leiten.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Struktur- und Technologiewandel in der Wirtschaft führt - bei zunehmendem Kostendruck - zu ständig höheren Anforderungen an die Jugendlichen und die berufliche Ausbildung. Aus gesellschaftlicher Sicht ist es zudem ein Ziel, möglichst alle zu einem ersten nachobligatorischen Abschluss (Sekundarstufe II) zu führen. </p><p>Das Berufsbildungsgesetz (BBG) kennt seit Langem die Stützkurse an Berufsfachschulen. Das neue BBG (in Kraft seit 2004) erweitert die Möglichkeiten zur Problembekämpfung: zusätzliche Bildungsangebote (z. B. zweijährige berufliche Grundbildung) und flexible Organisationsformen, angepasst an die spezifischen Bedürfnisse der Bildung und der Branchen, sowie die im Motionstext erwähnten Massnahmen zur individuellen Begleitung.</p><p>Die fachkundige individuelle Begleitung gemäss Artikel 18 BBG beschränkt das Anrecht auf diese Begleitung auf Lernende in der zweijährigen beruflichen Grundbildung. Bereits die Expertenkommission des BBG ging davon aus, dass insbesondere in Bezug auf die Kosten noch zu wenig Erfahrungen bestehen, um solche Begleitungen als Angebotspflicht zu verallgemeinern. Der Gesetzestext schliesst aber Anwendungen in den anderen Bereichen der Berufsbildung nicht aus.</p><p>In der Gestaltung dessen, was über die Mindestvorschriften hinausgeht, sind die Kantone frei. Der Bund unterstützt im Rahmen der Projektförderung verschiedene kantonale Angebote an individueller Begleitung, z. B. um Lehrabbrüche zu verhindern oder gegebenenfalls eine Umorientierung (Wechsel des Lehrberufs oder der Lehrstelle) zu ermöglichen. Begleitung ist zudem auch eine der möglichen Massnahmen im Rahmen des "Case Management Berufsbildung", das gegenwärtig als Begleitstruktur in den Kantonen aufgebaut wird, um zu verhindern, dass Jugendliche aus dem Bildungssystem herausfallen.</p><p>Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie hat am 30. März 2007 einen umfassenden Leitfaden "Individuelle Begleitung von Lernenden in der beruflichen Grundbildung" veröffentlicht. Der Leitfaden wurde in Zusammenarbeit mit den Kantonen und Vertretern der Organisationen der Arbeitswelt erstellt. Bei dieser Gelegenheit wurde von Kantonsseite betont, dass die Begleitmassnahmen nicht zu einem Obligatorium für die ganze Berufsbildung ausgeweitet werden dürften. Gleichzeitig war unbestritten, dass individuelle Begleitung im Falle von Problemen ungeachtet der Bildungsform möglich sein soll. Der Bundesrat sieht daher keinen Grund, die neue Bestimmung im Berufsbildungsgesetz zu ändern.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.