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Impfen schützt vor Infektionen. Im Kindesalter sind Basisimpfungen gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln, Kinderlähmung, Starrkrampf wichtig. Im Erwachsenenalter schützen Impfungen zum Beispiel gegen Grippe, Hepatitis oder Reiserkrankungen.
Was ist eine Impfung?
Die Impfung ist eine Immunstimulation, deren Ziel es ist, den Körper gegen ganz bestimmte Infektionserreger (Bakterien, Viren) immun zu machen. Einige Impfungen müssen nur einmalig gemacht werden, um eine lebenslange Immunität zu erhalten: zum Beispiel Masern, Mumps und Röteln. Andere Impfungen müssen in regelmässigen Abständen wiederholt werden, da sich teilweise Virenstämme schnell verändern - bekanntestes Beispiel ist die saisonale Grippeimpfung. Einige Impfungen verlieren nach einer bestimmten Anzahl Jahre den Schutz und müssen deshalb aufgefrischt werden.
Das Ziel aller Impfungen ist es, eine möglichst breite Bevölkerung vor schweren, ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen.
Basisimpfungen werden deshalb bereits im Säuglingsalter, Nachholimpfungen oder Auffrischungsimpfungen im Jugendalter oder im Erwachsenenalter empfohlen. Einige Impfungen betreffen nur bestimmte Risikogruppen, ein Beispiel hier ist die Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, auch Zeckenimpfung) oder Reiseimpfungen für Auslandreisende.
Die Impfempfehlungen für die Schweiz werden jedes Jahr vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) überprüft und den aktuellen Umständen angepasst.
Grundsätzlich unterscheidet man die aktive von der passiven Impfung.
Aktive Impfung
Alle Impfungen des Schweizerischen Impfplans sind aktive Impfungen. Dabei werden entweder Lebendimpfstoffe oder Totimpfstoffe eingesetzt. Der Lebendimpfstoff enthält abgeschwächte Erreger, welche die Krankheit nicht auslösen können. Der Totimpfstoff enthält abgetötete Erreger oder lediglich Bruchstücke des ursprünglichen Erregers. Die lebenden oder toten Impfstoffe werden entweder geschluckt oder gespritzt, was im Normalfall eine spezifisch gegen diese Erreger gezielte Abwehr und Immunität bewirkt.
Beispiele dazu: Impfung gegen Starrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Hepatitis.
Passive Impfung (Immunisierung)
Bei der passiven Immunisierung wird der Antikörper gegen den Erreger oder gegen ein Gift des Erregers direkt gespritzt. Vorteil: Der Körper wird damit sofort geschützt und nicht erst nach Bildung der Antikörper. Nachteil: Die Wirkung hält nur ein paar Monate an, da die Abwehrzellen des Immunsystems zu wenig stark mit dem eigentlichen Antigen in Kontakt gekommen sind.
Wichtige Informationen zum Thema Impfen
Impfen ja oder nein?
Eine hohe Durchimpfrate und verbesserte Impfstoffe haben dazu geführt, dass viele Kinderkrankheiten ganz verschwunden sind. Andere Erkrankungen, gegen die nicht mehr so konsequent geimpft wird, treten hingegen wieder gehäuft auf.
Impfen ja oder nein ist eine sehr persönliche, wichtige Entscheidung. Insbesondere Eltern müssen sich mit diesem Thema befassen - im Idealfall bereits vor der Schwangerschaft. Denn ein geimpfter Säugling oder später das Kind, ist nicht nur selber vor ansteckenden Infektionskrankheiten geschützt, er schützt auch seine Umgebung - Geschwister oder Eltern, andere Kinder. Auch Erwachsene können immer noch Impfungen nachholen oder wieder auffrischen. Werdende Eltern oder Schwangere schützen so ihr Ungeborenes vor Infektionskrankheiten. Einige Impfungen sind Personen empfohlen, die ein spezielles, persönliches oder berufliches Risiko für eine Infektionskrankheit haben oder sich in bestimmten Situationen befinden (z.B. Reisende).
So lange eine Krankheit nicht vollständig verschwunden ist, bleibt der Erreger im Umlauf. Wird der Impfschutz vernachlässigt, flammt die Krankheit wieder auf und es kann weltweit wieder zu Epidemien kommen.
Kinderkrankheiten, die durch eine hohe Impfrate praktisch verschwunden waren und durch Vernachlässigung des Impfschutzes wieder häufiger auftauchen sind: Masern, Kinderlähmung (Poliomyelitis), Röteln, Keuchhusten (Pertussis), Diphterie).
Neuere Impfungen: HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen
Die erste Impfung gegen eine Krebserkrankung, die HPV-Impfung wurde vor ein paar Jahren lanciert. Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit Untergruppen des Humanen Papilloma Virus. Durch diese Subgruppen des HP-Virus, das durch intimen Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird, können Warzen, Krebsvorstufen oder bösartige Veränderungen, insbesondere an der Gebärmutterhalsschleimhaut, aber auch an anderen Orten im Genitalbereich (Anus, Scheide, Penis etc.) hervorgerufen werden. Heute weiss man, dass 70% aller Gebärmutterhalskrebse durch HPV-Typen 16 und 18 und 90% aller Genitalwarzen durch HPV-Typen 6 und 11 verantwortlich sind.
Welche Impfung braucht das Kind?
Die Impfung schützt das Kind vor ansteckenden Infektionskrankheiten und deren möglichen Komplikationen. Die Impfung "macht" das Kind vermeintlich krank und ruft so eine Abwehrreaktion hervor. Impfungen für das Kind werden aber nur dann empfohlen, wenn deren Nutzen grösser ist als der Schaden, der durch die Krankheit und deren Komplikationen entstehen könnte. Ein geimpftes Kind schützt zudem seine Umgebung und hilft, dass Krankheiten ausgerottet werden können und Epidemien gar nicht erst entstehen.
Aufgrund der oft schweren Krankheitsverläufe empfiehlt das BAG die Impfung gegen nachfolgende Infektionserkrankungen bei allen Kindern: (Basisimpfungen) zum Beispiel gegen Diphtherie, Starrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis), Hämophilus Influenzae B, Kinderlähmung (Poliomyelitis), Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis B, Windpocken (Spitze Blattern, Varizellen), Pneumokokken-Impfung bis zum 5. Lebensjahr.
Welche Impfung brauchen Jugendliche?
Einige Impfungen, die bereits im Kindesalter gemacht wurden, bieten keinen lebenslangen Schutz und einige Impfungen machen erst im Jugendalter oder bei bestimmten Risiken Sinn. Andere Impfungen können später noch nachgeholt werden, so zum Beispiel die Windpocken (Spitze Blattern, Varizellen) oder die Röteln. Grund: Beide Kinderkrankheiten verlaufen im Erwachsenenalter viel schwerer als im Kindesalter. Die Röteln zum Beispiel können für schwangere Frauen gefährlich werden, da sie zu Fehlgeburten oder zu vielerlei Erkrankungen des Ungeborenen führen können. Besonders heimtückisch sind die Windpocken-Viren: diese müssen nicht zwingend zur Erkrankung führen. Latent vorhandene Viren können bei Erwachsenen aber noch Jahre später eine Zweiterkrankung, die äusserst schmerzhafte Gürtelrose auslösen.
Empfohlene Erstimpfung
Leberentzündungen (Hepatitis) treten gehäuft bei Jugendlichen auf. Hepatitis-B-Viren, die zu einer chronischen Lebererkrankung mit gefährlichen Spätfolgen für die Leber führen, werden sexuell oder durch Blut übertragen. Die Hepatitis-B-Impfung wird Jugendlichen zwischen 15 und 25 empfohlen.
Die Impfung gegen HPV ist eine Basisimpfung für Mädchen und eine ergänzende Impfung für Jungen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Eine spätere Impfung ist möglich, erfordert aber eine Abklärung der individuellen Situation. Die HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und Genitalwarzen.
Empfohlene Auffrischungsimpfungen und Nachholimpfungen:
- Starrkrampf (Tetanus, 10jährlich), Diphtherie
- Röteln, Masern, Mumps, Keuchhusten (Pertussis)
Impfungen für Erwachsene
Wie oben beschrieben, sind auch Erwachsene nicht geschützt vor "Kinderkrankheiten". Der Verlauf von Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln ist im Erwachsenenalter meist heftiger und mit teilweise gefährlichen Komplikationen verbunden. Diese Impfungen sollten deshalb im Erwachsenenalter nachgeholt werden. Auch die Keuchhustenimpfung wird insbesondere Personen empfohlen, die selber Kinder haben oder mit Säuglingen arbeiten.
Die Impfung gegen HPV ist eine ergänzende Impfung für junge Frauen und Männer bis 26 Jahre: Nach dem ersten Geschlechtsverkehr muss der Entscheid für oder gegen eine Impfung individuell gefällt werden. Findet eine Impfung nicht im empfohlenen Alter statt, kann eine Nachholimpfung zu einem späteren Zeitpunkt angezeigt sein.
Wundstarrkrampf (Tetanus) sowie die Impfung gegen Diphtherie bieten keinen lebenslangen Schutz und sollten alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
Impfungen für Risikogruppen
Risikogruppen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein erhöhtes Risiko aufweisen, sich mit einem Erreger anzustecken, gegen den eine Impfung vorliegt, sei es zum Beispiel durch das Verhalten (Drogenkonsum), wegen dem Lebensraum (Zeckengebiete), berufsbedingt (Waldarbeiter) oder aufgrund von chronischen Erkrankungen (geschwächtes Immunsystem).
Empfohlene Impfungen: Hepatitis A, Hepatitis B, Grippe (Influenza), Pneumokokken, Meningokokken (Hirnhautentzündung), Windpocken (Varizellen) oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME auch Zeckenenhirnhautentzündung).
Auch bestimmte Kinder gehören zu Risikogruppen, zum Beispiel Frühgeburten, Kinder mit einer chronischen Krankheit oder einem schwachen Immunsystem. Solchen Kindern werden Impfungen gegen verschiedene weitere Krankheiten empfohlen wie z.B. gegen Hepatitis A, Hepatitis B, Grippe, Pneumokokken, Meningokokken, Windpocken, Tuberkulose oder Zeckenenzephalitis (FSME).
Siehe Impfempfehlungen >>
Saisonale Grippeimpfung
Grippeviren ändern sich ständig, weshalb immer wieder ein neuer Impfstoff gefunden werden muss. Die saisonale Grippe (Influenza) ist keine harmlose Krankheit. Sie kann insbesondere bei Risikogruppen wie Menschen über 65 Jahren, chronisch Kranken oder Schwangeren schwerwiegende Komplikationen auslösen, welche im Extremfall zum Tod führen können.
Auch Personen, die eng mit gefährdeten Menschen (Senioren, Kinder, Pflegebedürftige) arbeiten sowie solche die mit Tieren arbeiten (Virusverschmelzung zwischen Mensch und Tier), sollten sich deshalb jährlich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.
Pneumokokkenimpfung - die Impfung für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem
Pneumokokken-Infektionen haben meist einen schweren Verlauf, weshalb die Impfung insbesondere Personen mit einem schwachen Immunsystem empfohlen wird: Säuglingen, Kleinkindern bis 5-jährig, Personen mit einem chronischen Grundleiden (Diabetes, chronische Nierenkrankheit, Herz-Lungenkrankheit etc.). Aber auch Menschen mit einer Krankheit, die mit einer Immunschwäche einhergeht, sollten sich impfen lassen: HIV-Infizierte, Personen mit Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis etc.).
Wichtig: Kann eine Impfung aus irgendeinem Grund, nicht im empfohlenen Alter stattfinden, kann eine Nachholimpfung auch später angezeigt sein. Je nach persönlicher Situation, zum Beispiel Schwangerschaft, chronische Erkrankung, erhöhtes Risiko für eine Ansteckung oder erhöhtes Übertragungsrisiko können weitere Impfungen empfehlenswert sein.
Reiseimpfungen
Auslandreisen sind sowohl bei Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren beliebt. Auch chronisch Kranke können heute viel unbeschwerter lange Fernreisen unternehmen.
Reiseimpfungen haben zwei Ziele: einerseits soll der Geimpfte vor ansteckenden Infektionserkrankungen im Reiseland selber geschützt werden. Andererseits sollen durch das Einhalten und Auffrischen von Schweizer Basis-Impfempfehlungen, auch Menschen im Ausland vor Krankheiten geschützt und das Verbreiten von Epidemien eingedämmt werden.
Jeder Reisende soll sich ein paar Wochen vor Abreise ausserdem beim Hausarzt, Reisebüro oder im Schweizer Tropeninstitut erkundigen, welche zusätzlichen Impfungen für das jeweilige Reiseland empfohlen werden oder sogar obligatorisch sind (Impfzertifikat). Für einige Länder gelten Impfbestimmungen, wonach zum Beispiel bei einem Kurzaufenthalt eine bestimmte Impfung nicht notwendig ist, für längere Aufenthalte aber schon.
Erstimpfungen oder Auffrischungsimpfungen aus den Basisempfehlungen:
- Diphtherie, Tetanus (Starrkrampf), Keuchhusten (Pertussis), Masern, Mumps und Röteln, Hepatitis B (wird insbesondere Jungendlichen empfohlen, meist als Kombination mit einer Hepatitis A-Impfung), Kinderlähmung (Poliomyelitis).
Weitere empfohlene Impfungen:
- Hepatitis A (kombiniert mit Hepatitis B), Tollwut (Rabies), Typhus, saisonale Grippe (Influenza)
Impfungen für Reisende in spezielle Länder, wo entweder Epidemien herrschen, das Risiko für Epidemien erhöht ist oder wo ein Impfobligatorium besteht:
- Meningokokkenimpfung (Impfung gegen Hirnhautentzündung), Japanische Enzephalitis, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Cholera, Gelbfieber.
Sonderfall Malaria
Gegen Malaria gibt es keine Impfung. Die Wirkstoffe sowie die Einnahmeempfehlungen ändern sich häufig. Es wird empfohlen, sich beim Tropfeninstitut zu erkundigen oder die BAG-Malariaschutzempfehlungen zu lesen.
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