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Erzählt wird die Lebensreise des Ferdinand Bardamu. Der Medizinstudent meldet sich zur Mobilmachung 1914 als Freiwilliger, doch schnell lernt er den Krieg als einen apokalyptischen Kreuzzug zur Vernichtung der "lästigen Armen" kennen. Nach dem Krieg verschlägt es Bardamu nach Afrika; er erlebt Lüge und Elend des Kolonialismus und wird schließlich todkrank von Eingeborenen auf eine Galeere Richtung Amerika verschachert. Schließlich kehrt er nach Frankreich zurück und wird Armenarzt. Auch dort hat er die gleichen Erlebnisse, die nach Célines Erfahrung das menschliche Dasein ausmachen:
Rezension
Ein Übersetzungs-Meisterwerk.
Portrait
Louis-Ferdinand Celine, geboren 1894 in Courbevoie, gestorben 1961 in Meudon. Nach seiner Entlassung aus der Armee war er 1916/1917 als Verwalter auf einer Plantage in Schwarzafrika tätitg. Wieder zurück in Frankreich studierte er Medizin und arbeitete als Arzt für den Völkerbund. 1927 verliess er den Völkerbund und liess sich als Armenarzt in Clichy bei Paris nieder. 1932 erschien sein berühmter erster Roman "Reise ans Ende der Nacht". Ab 1937 entzweite sich das intellektuelle Paris mit ihm, weil er neben seinen Romanen antisemitische Pamphlete verfasste. Hinrich Schmidt-Henkel, geboren 1959, lebt in Berlin, übersetzt Prosa und Theaterstücke aus dem Französischen, Norwegischen und Italienischen, zuletzt vor allem Jean Echenoz, Yasmina Reza, Jon Fosse, Erlend Loe und Louis-Ferdinand Céline.
Die Veröffentlichung von "Reise ans Ende der Nacht" 1932 hat Louis- Ferdinand Celine (1894- 1961) eine Menge Ärger eingebracht. Er war jetzt mit einem Male berühmt, rief aber durch seine radikale Änderung der Sprache und des ungewöhnlichen Schreibstils zahllose Kritiker auf den Plan. Dennoch hat sich das provozierende Werk...
Die Veröffentlichung von "Reise ans Ende der Nacht" 1932 hat Louis- Ferdinand Celine (1894- 1961) eine Menge Ärger eingebracht. Er war jetzt mit einem Male berühmt, rief aber durch seine radikale Änderung der Sprache und des ungewöhnlichen Schreibstils zahllose Kritiker auf den Plan. Dennoch hat sich das provozierende Werk durchgesetzt: die "Reise" gilt als bahnbrechendes Werk der Literatur überhaupt und hat viele französische Autoren beeinflusst, wie z.B. Queneau oder Sartre. Der Ich- Erzähler des Romans, Bardamu, erinnert uns stark an Simplizius. Wie der Held in "Der abenteuerliche Simplizissimus" beginnt er seine unglaubliche Lebensodyssee beim Militär. Bardamu lernt das Grauen der modernen Schlachten kennen, nach dem Krieg verschlägt es ihn nach Afrika, wo er im tiefsten Urwald die verrücktesten Abenteuer erlebt, schließlich als Sklave verkauft und auf einem Schiff nach Amerika verfrachtet wird. Nach weiteren Eskapaden kehrt er von dort nach Paris zurück, um als Arzt in den Elendsvierteln zu arbeiten. - Unvermittelt bricht die Handlung ab, hinterlässt bei uns das ungute Gefühl, etwas völlig Absurdes, Hässliches miterlebt zu haben. Die Hoffnungslosigkeit des Menschen in der modernen Welt beschreibt Celine in einer groben, manchmal obszönen Umgangssprache, zeigt uns eine Vision des Lebens als absurde Reise in die Nacht - bis zum Tode. Wer sich mit dem Leben Celines beschäftigt stellt fest, dass der Autor selbst nach dem großen Erfolg seines Romans genau eine solche Reise antreten wird!