Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03571.jsonl.gz/2364

Einleitung
Im Frühling 1895 hat eine kleine Gruppe ehemaliger Konfirmanden ihren Pfarrer Wilhelm Ryhiner gebeten, mit ihnen zusammen einen auf christlicher Grundlage stehenden Jünglingsverein zu gründen. So entstand im Frühling 1896 der Jünglingsverein Concordia. Es war die erste Konfirmandenvereinigung in unserer Stadt.
Die Concordia war anfänglich ein kleiner Verein. Erst vom Jahr 1906 an wurde ein merklicher Mitgliederanstieg verzeichnet. 1908 konnte ein neues Vereinslokal eingeweiht werden, das Haus zum Adler, Obertor 17, dem heutigen Polizeiposten. Nun begann die Zeit des Aufbaus der Concordia. Es wurden eine Lokal-, Finanz-, Unterhaltungskommission, eine Musik- und dramatische Sektion, sowie eine Wandergruppe ins Leben gerufen.
Im Jahre 1909 wurde der Name des Vereins auf Concordia Winterthur, Verein junger Männer geändert.
1910 Gründung der Turnsektion Concordia
Die Gründung ging nicht ohne lebhafte Diskussion vor sich, da befürchtet wurde, man gerate dadurch in ein anderes Fahrwasser und die Concordia werde zu einem blossen Sportverein umgewandelt. Der Hauptinitiant war Bernhard Zeindler und wurde gleich zum Präsidenten und Oberturner der Turnsektion gewählt. Die Sektion begann mit 37 Aktivmitgliedern und 1 Passivmitglied, geturnt wurde in der alten Turnhalle Geiselweid.
1911 erschien zum ersten Mal vom Hauptverein das Vereinsblatt „Gruss aus der Concordia“.
1912 Eröffnung des von der Ferienheimkommission zu einem annehmbaren Preis gemieteten Ferienheims (altes Schulhaus von Dingetswil). 1921 erfolgte die Gründung der „Genossenschaft Ferienheim Concordia Winterthur“ zwecks Kauf des gemieteten Objektes.
1913 wurde der Concordia das Vereinslokal am Obertor gekündigt, da dem Hausbesitzer der Betrieb zu laut wurde. Darauf wurde die Liegenschaft, Schwalmenackerstrasse 15/17, bestehend aus 2 Häusern, einem grossen Garten mit einem Brunnen für Fr. 61’000.- erworben.
1921 wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Durch die Altersunterschiede veränderte sich die Vereinsstruktur. Es entstand eine „Jung Concordia“ für Aktive bis zum 22. Altersjahr. Die älteren Mitglieder, die sogenannten Philaner trafen sich in einem eigenen Kreis, was heute immer noch jeden Dienstagnachmittag der Fall ist.
1926 erreichte die Mitgliederzahl des Hauptvereins mit 393 ihren Höchststand. 103 Junioren, 31 Senioren, 166 Passive, 86 Unterstützende u. 7 Freimitglieder.
Als Folge der Krisenjahre und des 2. Weltkrieges entstand ein finanzieller Engpass, welcher dazu führte, dass das Haus an der Schwalmenackerstrasse im Jahre 1939 verkauft werden musste.
1944 wurden verschiedene Sektionen aufgelöst, wobei nur noch die Turnsektion für ein Weiterbestehen stark genug war.
Am 1. Juli 1944 wurde der Verein unter dem Namen Concordia Winterthur, Verein für Kameradschaft und Bildung mit folgenden Untergruppen neu gestaltet:
- Phila (pensionierte Concordianer, deren Frauen oder Witwen)
- Turnsektion Concordia / Männerriege Concordia
- Genossenschaft Ferienheim Concordia
Von der Turnsektion zum Concordia Sportverein
Bis ins Jahr 1979 ertüchtigten sich die Turner in unserem Turnverein in den Disziplinen Kunstturnen (Barren und Reck), Leichtathletik und Körperschule. Wir nahmen unter der Leitung von Kaspar Sonderegger erfolgreich an manchen Turnfesten des Kreisturnverbandes Winterthur (KTVW), sowie an Kantonalen und Eidgenössischen Turnfesten teil. Ein Erfolg sei erwähnt! Am Verbandsturnfest Veltheim 1966 auf der Schützenwiese in Winterthur, konnte Concordia im Rahmen der Schlussvorführungen ihre hervorragende Körperschule nochmals dem Publikum zeigen.
In den Spielen Faustball (Senioren), Korbball (im 3. Anlauf Verbandsmeister) und Handball pflegten wir unsere Zusammengehörigkeit und hatten auch dadurch Kontakte zu anderen Vereinen in und um Winterthur.
Altersbedingt und in Mangel vom nötigen Nachwuchs machten wir uns Gedanken über die Zukunft des Vereins. Im Jahre 1976 wurde wieder eine Jugendriege ins Leben gerufen, dies unter der aufopfernden Leitung von Franz Häfliger und Reto Zimmermann.
Nach 9 Jahren musste die Jugendriege leider wieder aufgelöst werden, da sich der erhoffte Nachwuchs an Jugendlichen nicht einstellte, bzw. diese in andere Sportarten abwanderten. Nur ein Jugeler (Thomas Bänninger) blieb uns treu, dieser hatte viel zum Erfolg von unserem Volleyball beigetragen.
Concordia hat unserem langjährigen Präsidenten Franz Häfliger sehr viel zu verdanken. An der Frühjahrs GV 1979 stellten wir unter seiner Führung die Weichen. Wir beschlossen, uns dem Volleyball zu widmen. Wir begannen dieses Spiel unter Leitung von Kurt Haller erfolgreich zu trainieren. Bald hatten wir 2 Herren Mannschaften, mit diesen nahmen wir an der Volleyball-Meisterschaft vom KTVW teil. Dass wir dabei Anfangsschwierigkeiten hatten, war bei diesem anspruchsvollen Spiel nicht erstaunlich. Der Erfolg stellte sich dann langsam ein.
Im Oktober 1985 feierte die Turnsektion das 75-jährige Bestehen im Saal vom Römertor in Oberwinterthur mit einem festlichen Akt. Anlässlich dieses Festes durften wir schon den Sieg an der Volleyball Meisterschaft der Kantonalliga verkünden – ein beachtlicher Erfolg!
Diese Feier erschien in der Presse (Der Landbote) unter Würdigung dieses Volleyballerfolges mit dem Titel „Volleyball fördert Vereinsleben“.
Junge volleyballbegeisterte Leute gesellten sich zu unserem Verein.
An der GV 1984 wurde der Männerriegenbetrieb zugunsten dieser neuen Volleyball-Generation, der „Conci-Monkey“ aufgehoben. Welche als gemischter Betrieb von Frauen und Männern trainierten. Dies im Zuge einer Neuausrichtung „Volleyball für junge Frauen“.
Als Folge davon wurde eine Änderung der Statuten nötig, damit auch das weibliche Geschlecht in unserem Verein aufgenommen werden konnte.
An der GV vom 27.April 1987 wurden die angepassten Statuten genehmigt, mit Vereinsnamensänderung auf Concordia Sportverein.
Ab 1985 baute Franz Häfliger mit grossem Einsatz 3 Damenmannschaften auf. Der erhoffte Erfolg stellte sich bald ein. Sie nahmen an vielen Meisterschaften und Turnieren erfolgreich teil.
Die erste Mannschaft konnte sich später sogar in der Regionalen Volleyball Meisterschaft bis in die 3. Liga hocharbeiten.
Im Jahre 1999 übergab Franz diese Damenmannschaften an die heutige Präsidentin Carmen Corti.
Conci-Monkey Herren: Spielen ab der Saison 1986 an den Volleyball-Meisterschaften des KTVW und auch einige Jahre in der Kantonalliga.
Conci-Monkey Damen: Spielen im KTVW. Im Jahr 2010 schafften sie den Aufstieg in die Kantonalliga.
1994 fand eine Gruppe volleyballbegeisterter junger Männer den Weg in unseren Verein. Diese gründeten eine eigene Mannschaft und nahmen an den Volleyball-Meisterschaften vom KTVW teil. Ab 1996 traten sie an die Stelle unserer
1. Herrenmannschaft, welche sie bis heute in der Kantonalliga erfolgreich vertreten.
Volleyball-Turnier Concordia
1983 gründeten Kurt Haller und André Kaufmann das Conci Volleyball-Turnier. Urs Staub und jetzt Urs Meili mit Patrick Bättig leiten dieses bis heute erfolgreich. Zum 28. Mal konnte die Concordia dieses Jahr zahlreiche Herren-, Damen- und Mixed- Mannschaften begrüssen.
Die Einnahmen aus diesen Turnieren tragen viel zum finanziellen Erfolg des Vereins bei. Der Trainingsbetrieb, die Meisterschaftsspiele und Turnierteilnahmen aller Mannschaften können mit diesen Einnahmen beglichen werden.
Vereinsführung
Franz Häfliger leitete und strukturierte den Verein von 1966 bis 1996 mit grossem Erfolg.
Anschliessend übernahm eine neue Generation mit Philippe Schneuwly das Präsidium.
Im Jahre 2005 folgte Carmen Corti als erste Präsidentin, welche bis heute mit Geschick und Charme den Concordia Sportverein leitet.
Feier „100 Jahre Concordia Sportverein“
Alle diese weitsichtigen Massnahmen seit der Vereinsgründung und nicht zuletzt unsere langjährige Kameradschaft liessen unseren Verein 100 Jahre alt werden, ein bedeutender Grund zum Feiern.
Am 11. September 2010 reiste die Concordiafamilie über Rorschach, mit dem Schiff nach Kreuzlingen. Eine Führung durch Konstanz liess uns die schöne Stadt am schwäbischen Meer besser kennen lernen. Mit einem gemeinsamen, feinen Nachtessen in der Hafenhalle schlossen wir diese gelungene Jubiläumsreise ab.
Dem Hauptorganisator Felix Schweizer, sowie Bettina Zogg, Kurt Haller und Walter Wolfer sei herzlich gedankt!
Schlusswort
Dem Sportverein Concordia wünschen wir für die Zukunft eine gute Entwicklung, viel Glück und sportlichen Erfolg.
Mögen all seine Mitglieder durch aktives Mitwirken, verbunden mit guter Kameradschaft und Freude zum weitern aussichtsreichen Bestehen des Vereins beitragen.
Franz Häfliger, Kurt Haller, Walter Wolfer
Winterthur, im November 2010