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Eine Variation des berühmten The Prince and the Pauper-Motivs (vergleiche Blog vom 20. März 2014) liefert Lisa Tetzner in ihrem Kinderroman –was am See geschah.
Rosmarin von Stetten (seine Eltern haben während der Schwangerschaft gehofft, es würde eine Rosemarie), wohlbehüteter Sohn aus reichem Haus, verbringt seine Ferien auf dem Land, auf dem historischen Stammsitz seiner Familie. Ganz in der Nähe, im Dorf Dittersbach, lebt ein Junge, der August Holt heisst, Rosmarin verblüffend ähnlich sieht und ausgerechnet Thymian genannt wird. Er ist als Waisenkind im Armenhaus aufgewachsen und jetzt bei verschiedenen Leuten im Dorf in Pflege. So weit, so gut. Doch die Leute auf dem Schloss wundern sich über Rosmarin, der sich so merkwürdig verhält, gar nicht wie ein wohlerzogenes Herrensöhnchen, und auch körperlich nicht ganz den Erwartungen entspricht. Zur gleichen Zeit schüttelt die Bevölkerung von Dittersbach kollektiv den Kopf über diesen kleinen Armenhäusler Thymian, der sich plötzlich so manierlich benimmt, so gewählt spricht und in der Dorfschule mit einem Wissen brilliert, dass selbst dem Lehrer angst und bange wird. Das geschätzte Publikum hat es vermutlich bereits erraten: Ros und Thym (wie sie auch genannt werden) haben sich per Zufall kennen gelernt. Nach einem Bootsunglück werden beide unbekleidet aus dem See gefischt – und prompt miteinander verwechselt. Während sich der etwas abergläubische Thymian durch einen rätselhaften Zauber in ein anderes, märchenhaftes Leben versetzt wähnt, lernt Rosmarin ausserhalb seines gewohnten Alltags eine komplett andere Welt kennen.
Ich weiss nicht, ob es den Ort gibt, aber der Sprache nach befindet sich Dittersbach irgendwo in Süddeutschland.