Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03422.jsonl.gz/144

Jean Tinguely
Wundermaschine - Méta-Kandinsky I
Relief polychrome
1956
Material/Technik: Holztafel mit 9 verschieden geformten und bemalten Metallelementen, Holzräder, Metallstäbe, Gummiriemen, Elektromotor 110 V.
Masse (HxBxT): 39,8 x 103,2 x 33 cm
Inventarnummer: 11107
Werkverzeichnis: Bischofberger 0058
Creditline: Museum Tinguely, Basel
«J’expose des ‹peintures›, la machine c’est mon chassis.» Im Oktober 1955 zeigt Tinguely in einer durch Pontus Hulten vermittelten Ausstellung in der Stockholmer Galerie Samlaren eine Gruppe jüngster Arbeiten, die schon durch die Titel ihre Eigenart offenbaren: In Werken wie «Trois points blancs» und «Blanc-bleu-noir No I» kommt das Relief zur Farbe; die strengen, vornehmlich schwarz-weissen «Eléments détachés» und «Méta-Malevitchs» verbinden sich mit der Farbigkeit der «Méta-Herbins», hervor gehen als wohlgestaltete Nachkommenschaft die «Reliefs polychromes». Wie bei den «Méta-Malevitchs» bewegen sich auch bei den «Reliefs polychromes» verschiedene Elemente vor einem zumeist einfarbigen Grund; allerdings entspricht der Buntfarbigkeit hier eine grössere Varianz in der Form der Kompositionslemente. Waren jene noch beherrscht von Linie und Kreis, so finden sich in Werken wie «Bleu, jaune sur fond noir», 1955, oder dem «Relief cinétique I», 1956, spitze und stumpfe Dreiecke, Haken, unregelmässige Vierecke und anderes. Sonderformen bilden hier die beiden 1955 entstandenen Werke wie «Ocre, bistre, vert» oder «Trois points blancs». Während letzteres mit einer zweiten Reliefebene aufwartet, hinter der einzelne Kompositionselemente während des Bewegungsablaufs ganz oder teilweise verschwinden, setzt Tinguely in jenem an Henri Matisse, Sophie Taeuber Arp oder Hans Arp erinnernde Negativ- und Positivformen ein, die sich in bestimmten Stadien des Bewegungsablaufes zu neuen Gesamtformen ergänzen, wodurch diese Arbeit schon auf Werkgruppen wie die ab 1956 entstehenden «Reliefs blanc sur noir», «Reliefs blanc sur blanc» oder die «Œufs d’onocrotales» vorausweist.
Bildverwendungen in der Sammlung
Für Bildverwendungen in Bezug auf unsere Sammlung gilt:
Das Museum Tinguely besitzt keine Urheberrechte an Werken von Jean Tinguely und weiteren Künstler:innen in der Sammlung. Die Abklärung und Abgeltung dieser Rechte ist Sache des Antragstellers oder der Antragsstellerin. Hierfür ist in der Schweiz die Verwertungsgesellschaft ProLitteris, Zürich (link Webseite www.prolitteris.ch) zuständig. Das Museum Tinguely haftet nicht für Ansprüche Dritter aus Verletzung von Urheber- und Persönlichkeitsrechten.
Sammlung Museum Tinguely
In der Sammlung des Museum Tinguely sind Arbeiten aller Phasen und Werkgruppen von Jean Tinguely vertreten. Zusammen mit temporären Leihgaben ermöglichen sie den Museumsbesuchenden einen umfangreichen Überblick über das Schaffen des Künstlers. Neben den Skulpturen befindet sich eine Vielzahl von Zeichnungen und Briefzeichnungen, Dokumenten, Ausstellungsplakaten, Katalogen und Dokumentationen sowie Fotografien in der Sammlung des Museums. Alle Bestände sind – soweit möglich – öffentlich zugänglich und werden regelmässig sowohl in der permanenten Ausstellung im Museum Tinguely wie auch als Leihgaben in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt.
Die Museumssammlung entstammt einer grosszügigen Gründungsschenkung der Witwe des Künstlers Niki de Saint Phalle, aus der Sammlung von Roche, grösseren und kleineren Schenkungen sowie verschiedenen Ankäufen.
>> Biographie Jean Tinguely
>> Geschichte der Sammlung