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Lärche
Bild Lignum
Der Gegenstand dieses Berichtes ist die botanisch so genannte Larix decidua, die europäische Lärche. Es sei aber noch erwähnt, dass es noch eine andere Lärche gibt, die in Japan beheimatet ist und in Europa mit gutem Erfolg kultiviert werden konnte, und zwar die Larix leptolepis, das ist die japanische Lärche.
Ferner gibt es noch die Larix sibirica, die sibirische Lärche, die aus dem westlichen Sibirien stammt, aber auch im nordöstlichen Europa wächst, sowie eine andere sibirische Lärche, die aus dem östlichen Sibirien kommt, botanisch Larix dahurica. Schliesslich noch ein Hinweis auf die Larix occidentalis, die aus dem Nordwesten der USA und aus dem Südwesten Kanadas stammt und dort unter den Handelsnamen Western Larch und Tamarack bekannt ist. Ebenfalls aus den USA (Nordosten), Kanada und Alaska kommt die Eastern Larch mit der botanischen Bezeichnung Larix laricina.
Baumform
Als sommergrüner Baum erreicht die Lärche Höhen von 35 bis 40 m, gelegentlich aber auch 45–50 m, und sie hat in der Regel eine ebenmässige, kegelförmige, im Alter breite oder abgeflachte Krone. Die meistens gerade verlaufenden Stämme erreichen Durchmesser von 50–150 cm, gelegentlich auch bis 200 cm. Charakteristisch ist noch ihre 5–10 cm dicke, tiefgefurchte und grau- bis rotbraune Schuppenborke. Weiterhin erkennt man die Lärche schon an ihren fast quirlig stehenden Hauptästen, wobei zwischen den Scheinquirlen noch kleinere Äste gebildet werden, die sich fast waagerecht abspreizen oder bogenförmig aufsteigen. Die seitlichen Zweige hängen schlaff herunter.
Die Lärchennadeln hängen einzeln an Langtrieben und sind spiralig angeordnet. Sie sind 1,5–3 cm lang, flach, weich und sehen hellgrün aus. Die Herbstfärbung ist goldgelb. In den Monaten September/Oktober werden aufrecht stehende Zapfen gebildet, sie sind 3–4 cm lang, eiförmig und braun. Erfahrungsgemäss bleiben die Zapfen nach dem Samenfall noch jahrelang am Baum hängen.
Standort und Wachstum
Die Lärchen wachsen auf nährstoffreichen, frischen, lehmig-tonigen, aber auch sandigen, möglichst gut durchlüfteten und mittel- bis tiefgründigen Böden, ebenso auch auf Kalk oder Urgestein in lufttrockenen, sonnenreichen und natürlich frostigen Klimaregionen. Im übrigen bilden sie nicht gerade dichte Reinbestände, oder sie wachsen vergesellschaftet mit anderen Baumarten wie Fichten, Tannen, Bergkiefern, Zirbelkiefern (Arven) und Buchen.
Was das Alter betrifft, so kann die Lärche für sich in Anspruch nehmen, dass sie im Kreise der Schweizer Baumarten das höchste Alter erreicht. So sind zum Beispiel im Jahre 1995 einige Lärchenveteranen am Simplon auf Alter zwischen 500 und 700 Jahre geschätzt worden. An der Schweizerischen Landesausstellung in Genf im Jahre 1896 war die Stammscheibe einer 800-jährigen Lärche aus Saas Fee zu sehen.
Nutzung des Holzes
Das Holz der europäischen Lärche lässt sich recht vielseitig verwenden, d.h. sowohl für Konstruktions- als auch für dekorative Zwecke. In Anbetracht ihrer hervorragenden technischen Eigenschaften bezeichnet man die Lärche zu Recht auch als die Eiche unter den Nadelhölzern. Geeignet als Bauholz/Massivholz ist die Lärche z.B. für die Herstellung von Fenstern, Türen oder Treppen, ebenso für Dachunterschläge und Garagentore oder andere Torarten.
Ferner kann Lärchenholz eingesetzt werden für Rahmenkonstruktionen z.B. im Holzhausbau, Fassdauben, chemische Behälter oder Bottiche. Der zuletzt genannte Zweck vor allem deshalb, weil Lärchenholz säurefest ist. Zu den weiteren Verwendungsbereichen gehören z.B. noch Rammpfähle, Masten, Schwellen und Decksplanken im Schiffsbau. Nicht zu vergessen auch die Herstellung von Profilbrettern im Innen- und Aussenbau.
Schliesslich noch der Hinweis auf die Herstellung von Furnieren aus stärkeren und gut geformten Lärchenstämmen. Gefragt sind hier vor allem Messerfurniere für hochwertige Möbel, für Einbauten verschiedener Art, für Vertäfelungselemente, Innentüren usw.
* Dr. rer. nat. (forest.) Rudolf Beyse, Fritzenwiese 29, D-29221 Celle
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