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Werbefeldzug für den französischen Rafale-Bomber
Von den französischen Luftangriffen in Syrien profitiert vor allem einer: Der französische Multi-Milliardär Serge Dassault.
Einen effizienteren Werbefeldzug für seine Produkte hätte sich der französische Multi-Milliardär Serge Dassault gar nicht erträumen können: Am 18. November 2015 verliess der Flugzeugträger Charles de Gaulle vor den Augen der Weltöffentlichkeit den französischen Hafen Toulon in Richtung Syrien, um die Terror-Opfer vom 13. November zu rächen.
Flugzeugträger Charles de Gaulle: Laufsteg für den Rafale-Bomber
Wie auf einem gigantischen Laufsteg durchs ganze Mittelmeer präsentierten sich auf dem Flugzeugträger die 26 Jagdbomber aus dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Dassault Aviation S.A: Acht Tiefflieger vom Typ Dassault Super-Etendard und 18 Jagdflugzeuge vom Typ Rafale, dem Paradepferd aus dem Dassault-Stall.
«Kampferprobt» in Afghanistan, Irak und Libyen
Dassault Aviation gehört mehrheitlich der Familie des heute 90-jährigen Serge Dassault, laut Forbes der viertreichste Mann Frankreichs mit einem Vermögen von 15,6 Milliarden Dollar. Neben dem Flugzeugkonzern mit seinen rund 12‘000 Mitarbeitern gehört Dassault auch ein Medien-Imperium, u. a. die konservative Zeitung «Le Figaro».
Multi-Milliardär Serge Dassault: Flugzeug- und Medienmogul
Am steinreichen Mitglied von Sarkozys Republikaner (früher UMP) kommt in Frankreich niemand vorbei, auch nicht der sozialistische Präsident François Hollande. Im letzten Frühjahr hat er die Dassault-Werke besucht und sich medienwirksam in einen Rafale-Kampfjet gesetzt. Der Markt für Kampfflugzeuge ist hart umkämpft. Da gibt es für Hollande nur zwei Möglichkeiten: Mitmarschieren oder abtreten.
François Hollande im Rafale: Mitmarschieren oder abtreten
Der französische Staat ist ein fleissiger Käufer des Rafale, doch der Kampfjet braucht auch ausländische Kunden und die müssen hart umworben werden. Éric Trappier, CEO von Dassault Aviation, lobt in einem PR-Interview den Rafale als eine «exzellente Maschine», die «kampferprobt» in Afghanistan, Irak und Libyen sei. Ein PR-Erfolg für Dassault Aviation, aber ein Desaster für die betroffenen Länder.
Auch die gegenwärtigen Luftangriffe auf die Terroristen des «Islamischen Staats» in Syrien werden die Kampferprobung des Rafale und folglich seine Verkaufschancen steigern. Deshalb steht ein Sieger dieses Krieges schon heute fest: Serge Dassault mit seinem Rüstungs-Konzern.
Ausgerechnet Katar kauft 24 Rafale
Der Kampfeinsatz des Rafale in Syrien spielt sich auf der Bühne des Militärmarkts direkt vor den Augen der bisherigen Käufer ab, die in ihrem Kauf bestätigt sein wollen beziehungweise zu weiteren Käufen animiert werden müssen.
Zum Beispiel Katar, das gerade erst im letzten Mai einen Vertrag für den Kauf von 24 Rafale für 6,3 Milliarden Euro unterschrieben hat, samt Trainingsprogramm für 36 Piloten. Ausgerechnet Katar, das zusammen mit Saudiarabien zu den Drahtziehern des Syrien-Kriegs gehört.
Aber auch Ägypten zählt zu den Kunden des Rafale. Letzten Februar wurde der Vertrag für 24 Maschinen für 5,2 Milliarden Euro unterzeichnet, mit der Option auf 12 weitere Exemplare. Das Jahr 2015 war für die Rüstungsabteilung der Dassault Aviation im doppelten Sinne ein Bombenjahr.
Kampf-Show über Syrien, Air-Show in Dubai
Der Werbefeldzug des Rafale mit dem Bombardement in Syrien gilt nicht nur den bisherigen Käufern, sondern auch den potentiellen Interessenten: Indien möchte 36 Rafale posten und die Vereinigten Aarabischen Emirate sogar 60.
Dassault Rafale an der Air-Show in Dubai
Sozusagen flankierend zur realen Kampf-Show in Syrien und im Irak beteiligte sich Dassault Aviation anfangs November an der Dubai Air-Show 2015. Doch die Air-Shows sind nur die Kür. Die Kriegsflugzeug-Produzenten brauchen richtige Kriege, denn nur Kriege liefern das Verkaufs-Argument der «Kampferprobung» und produzieren zynischerweise weitere IS-Terroristen, die mit ihren Anschlägen weitere Rafale-Einsätze legitimieren und damit den Teufelskreis der Rüstung in Gang halten.
Themenbezogene Interessen (-bindung) der Autorin/des Autors
keine
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2 Meinungen
Aber offenbar ist auch der Schweizer Souverän von allen guten Geistern verlassen.
Man lehnt den Gripen ab, um in einer späteren Evaluation den Raffale abzulehnen.
Wer hat so viel Pinke Pinke war hat soviel Geld und so wenig Verstand?
Die Schweiz natürlich!
Es wird bei der derzeitigen Ausgangslage in Syrien gefährlich Kurs
auf eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Nato und Russland genommen. Ich werde den Eindruck leider nicht los, dass der Wilde Westen dies insgeheim beabsichtigt. Der bereits eingeleitete Bruch zwischen Europa und Russland nützt schliesslich ja nur diesem lachenden Dritten.
Die Destabilisierung und eigentliche Vernichtung von Staaten wie Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien (...) durch ebendiesen Westen führt ja augenscheinlich auch zu einer Destabilisierung und Schwächung von Europa - das dann leichter zu gängeln ist.
Leider sind die Kriegstreiber immer einen Zug voraus.
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