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Der Leib-Seele Dualismus oder auch "interaktionistische Substanzdualismus" hat seine Wurzeln wohl im antiken Griechenland, wird heute aber vor allem auf René Descartes (1596-1650) zurückgeführt. Die Kernthese des Leib-Seele Dualismus lautet wie folgt:
Annahme 1: Es gibt eine unbezweifelbare, nicht materielle und nicht ausgedehnte „denkende Substanz“ (res cogitans), die oft auch als Seele bezeichnet wird. Diese Seele umfasst kurz gesagt Geist und Bewusstsein und gehorcht nicht zwingend den Naturgesetzen.
Annahme 2: Es gibt eine unabhängig von dieser Seele existierende ausgedehnte und materielle Substanz (die „Welt“), zu der auch der menschliche Körper oder Leib gehört. Diese Welt gehorcht den Naturgesetzen.
Annahme 3: Leib und Seele gehören zwei grundsätzlich verschiedenen „Substanzen“ an, die aber kausal interagieren können. Descartes ging davon aus, dass diese Interaktion in der Zirbeldrüse stattfindet.
Gemäss einem solchen „interaktionistischen Substanzdualismus“ können also sowohl Seele wie auch Welt als je eigene „Substanz“ unabhängig voneinander existieren (deshalb Dualismus: „zwei enthaltend“). So kann die Seele beispielsweise eine Seelenwanderung unternehmen oder nach dem Tod im Paradies oder in der Hölle weiterexistieren, hört aber auch die Welt mit dem Tod eines (respektive des letzten) Menschen nicht auf zu existieren wie im »Idealismus.
Leib und Seele sind aber nicht ausschliesslich getrennt, sondern können auch interagieren: das (materielle) Aspirin wirkt auf die bewusste Empfindung des Kopfschmerzes, der bewusste Gedanke führt beispielsweise dazu, dass sich mein Körper in Bewegung setzt.
Argumente für den Dualismus
Für den Dualismus spricht die Intuition vieler Menschen, dass es eine unabhängig vom Körper existierende Seele gibt. Diese Intuition basiert aber wesentlich auf der Hoffnung, dass das, was uns ausmacht nach dem Tod in irgendeiner Form weiterexistiert.
Aus wissenschaftlicher Perspektive von grösserer Bedeutung ist das Argument, dass Geist und Bewusstsein nichts Materielles, Körperliches sind und sich kaum physikalisch erklären lassen. Während der Begriff des Geistes relativ vage ist und es denkbar ist, dass zumindest gewisse Bereiche des Geistes rein physikalisch erklärbar sind, gibt es bis heute noch nicht einmal einen Ansatz dafür, wie sich phänomenales Bewusstsein, also das „wie sich etwas anfühlt“ rein physikalisch erklären lassen soll. Es scheint also, als ob es einen Bereich des Menschseins gibt, der nicht körperlich ist und sich nicht physikalisch erklären lässt. Dies könnte darauf hindeuten, dass es eine „Substanz“ gibt, die unabhängig vom Körper existiert und anderen Gesetzen gehorcht.
Ein weiteres Argument, das gerne für den Dualismus vorgebracht wird ist das „Vorstellbarkeitsargument“. Gemäss diesem Argument lässt sich ein Substanzdualismus vorstellen. Lässt sich aber etwas vorstellen, dann ist es (angeblich) auch prinzipiell möglich. Prinzipielle Möglichkeit bedeutet aber zum einen nicht, dass es auch so ist, zum anderen scheint das Argument nicht gültig zu sein.
Obwohl doch einiges für den Leib-Seele Dualismus zu sprechen scheint, wird er heute in der Wissenschaft kaum noch diskutiert und kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als falsch bezeichnet werden. John Eccles und Sir Karl Raimund Popper galten einem Bonmot gemäss als die letzten Dualisten der Wissenschaft, wobei ihr auf Quantenprozessen basierender Dualismus nicht überzeugen kann (Newen: quantenmechanischer Dualismus nach Eccles). In jüngster Zeit hat Frau Professor Dr. Dr. Falkenburg einen Dualismus vertreten, auch wenn sie nicht so recht dazu stehen mag und ihre Argumentation alles andere als überzeugend ist (»Brigitte Falkenburg: Mythos Determinismus (2012)).
Argumente gegen den Dualismus
Keine Seele ohne Körper
Ein erstes Argument gegen den Dualismus ist die Tatsache, dass es kaum, respektive gar kein Wissen gibt über eine unabhängig vom Körper existierende Seele. Dabei handelt es sich (fast) ausschliesslich um Spekulationen oder intuitive Einsichten, die empirischen Überprüfungen nicht stand halten.
(Fast) alles Wissen über die Seele stammt „aus der Zeit“, wo die Seele mit dem Leib verbunden ist. Selbst esoterische „Rückführungen“ in angeblich andere Leben finden in einem Moment statt, wo die entsprechende Seele an einen Leib gebunden ist, der sich beispielsweise in einem Sessel befindet. Die Seele, die sich aufgrund der Therapie angeblich an frühere Leben erinnern soll bleibt in ihrem Körper. Dass es sich dabei zumindest grösstenteils nicht um wahre Erinnerungen handelt, zeigt das einfache Beispiel, dass sich sehr viele Frauen in Kleopatra zurückversetzen - Kleopatra also eine wahrhaft multiple Person gewesen sein müsste (Stamm 2000, S. 84f).
In den meisten Fällen, wo eine Seele als unabhängig vom Körper empfunden wird, sind bewusstseinserweiternde Drogen oder Rituale im Spiel. Da diese im Hirn wirken, scheint es sich dabei zumindest in der Regel um Täuschungen zu handeln. Auch die wenigen Nahtoderfahrungen, die (noch) nicht auf natürliche Art und Weise erklärt werden können lassen kaum Zweifel daran aufkommen, dass Bewusstsein ohne Körper (bislang) nicht nachgewiesen werden und vermutlich auch nicht existieren kann. Denn die Behauptung, dass Seelen unabhängig von der körperlichen Welt existieren ist eine sehr starke Behauptung, für die es mehr als ein paar subjektive Erfahrungsberichte benötigt (z.B. Eben 2013, Engmann 2011).
Dies umso mehr als neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Verbindung zwischen Gehirn und Bewusstsein, zwischen Leib und Seele sehr intensiv sein muss (vgl. dazu Roth: Verhältnis Bewusstsein - Gehirn). So sieht die Seele nichts ohne Augen, hört sie nichts ohne Ohren, sieht und hört sie aber auch nichts ohne Gehirn. Eine Seele ohne Körper hätte demnach keine Wahrnehmungen. Manche Esoteriker nehmen deshalb an, dass die Seele einen "Astralkörper" habe - wobei es sich allerdings um eine reine Behauptung handelt. Problematisch daran ist, dass der nichtphysische "Astralleib" genau gleich funktionieren müsste wie der "physische" Körper und diesen damit überflüssig machen würde. Auch ist schwer vorstellbar, warum die Seele im Körper mit den Augen des Körpers sieht und in dem Moment, wo sie den Körper verlässt mit den "Augen" des Astralleibs. Ganz abgesehen davon, dass eine solche Interaktion Energie verbrauchen und damit messbar sein müsste.
Die Seele ist aber nicht nur für Wahrnehmungen vom Körper abhängig, sondern auch die Erinnerungen werden nachweislich im Gehirn gespeichert, Hirnschädigungen können zu Veränderungen der Persönlichkeit führen, Hormone und andere materielle Substanzen bestimmen unser Gefühlsleben. Auch lässt sich die Aktivität von Bewusstsein durch "Hirnbilder" aufzeigen, ist es sogar bereits möglich allein aufgrund der Hirnaktivität Bilder zu generieren, die den bewusst erlebten Bildern erstaunlich ähneln (Vortrag von Prof. Dr. John-Dylan Haynes am Symposium Turm der Sinne in Nürnberg 2013).
Die Verbindung zwischen Gehirn und Bewusstsein, respektive Seele ist nachweislich derart eng, dass kaum noch ein Bereich übrig bleibt, den die Seele auch ohne Körper umfassen könnte. Gleichwohl gibt es einige Wissenschaftler, deren Bücher ernsthaft diskutiert werden und die den Zusammenhang zwischen Seele, respektive Bewusstsein und Gehirn leugnen. Faktisch argumentieren viele dieser Autoren für einen Leib-Seele Dualismus, obwohl sie sich zugleich von einem solchen abgrenzen. Erklären lässt sich dies damit, dass viele dieser Autoren vor allem aus weltanschaulichen Gründen gegen einen „Nicht-Dualismus“ argumentieren, sich dabei aber in Widersprüchen verheddern. Beispiele dafür finden sich in den folgenden Artikeln: »Bennett/Hacker; »Alva Noë; »Brigitte Falkenburg; »Neurokonstruktivismus
Problem der Interaktion
Es gibt aber nicht nur viele Argumente, die gegen eine losgelöst vom Körper existierende Seele sprechen, noch gravierender sind die Probleme rund um die Interaktion der beiden vom Substanzdualismus behaupteten Substanzen. Dabei ist der Gedanke der kausalen Geschlossenheit zentral.
Descartes hatte die zwei Substanzen vor allem an der „Ausgedehntheit“ unterschieden: Körper lassen sich anfassen und nehmen einen Raum ein, wogegen der Geist nicht ausgedehnt ist. Relevanter für die Unterscheidung ist allerdings, dass die beiden Substanzen je unabhängig voneinander existieren können und sich nicht die eine auf die andere reduzieren lässt. Denn ist dies möglich, handelt es sich nicht um zwei Substanzen, sondern nur um verschiedene Eigenschaften derselben Substanz.
Um wirklich völlig getrennt existieren zu können, müssen die beiden Substanzen je eigenen Kausalgesetzen gehorchen. Es gäbe also einerseits die ganz normale „physische“ Kausalität wie sie in der materiellen Welt existiert, es müsste aber zusätzlich eine Art „nichtphysische“ Kausalität angenommen werden, die die nichtphysische Seele über die Zeit hinweg verbindet. Eine solche nichtphysische kausale Verbindung wäre notwendig, damit die „jetzige“ Seele dieselbe sein könnte wie jene, die in welcher Form auch immer nach dem Tod weiter existieren soll.
Diese über die Zeit hinweg als Einheit existierende nichtphysische Seele müsste nun der Vorstellung des Dualismus gemäss irgendwie von aussen an die physische Welt „andocken“, um dann die Kontrolle über den Körper zu übernehmen. Sie müsste sich irgendwie im Hirn (oder sonstwo in der materiellen Welt) einnisten und via physische Sinnesorgane die Welt wahrnehmen - ohne allerdings selbst physisch zu sein. Sie würde in die physische Kausalität integriert werden, indem sie den Schmerz wahrnehmen würde, der durch den am Stein gestossenen Zeh verursacht würde, würde umgekehrt aber auch mittels Willenshandlungen physisch kausal in die Welt hineinwirken können. Mit dem Tod würde sie den physischen Körper allerdings wieder verlassen und nichtphysisch kausal weiterexistieren.
Die Vorstellung einer mit dem Gehirn verbundenen Seele, die wie ein kleines "Menschlein" (= "Homunculus) durch die Sinnesorgane "ihres" Körpers wahrnimmt kann allerdings empirisch ausgeschlossen werden (Singer: Homunculus). Es existiert kein „Ort“ im Gehirn, wo eine Interaktion zwischen materiellem Gehirn und nichtmaterieller Seele oder Homunculus stattfinden könnte. Zudem würde die kausale Interaktion zwischen materiellem Gehirn und nichtmaterieller Seele einen Verstoss gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, den Energiesatz bedeuten.
Doch einmal angenommen, eine unabhängig existierende Seele könnte kausal in die Welt hineinwirken, ergibt sich ein Problem mit der Logik. Ist diese kausale Interaktion nichtphysisch oder physisch? Würde eine nichtphysische Ursache (z.B. ein Gedanke) die physische Wirkung haben, dass ich meine Hand bewege, müsste sich das Nichtphysische in das Physische umwandeln lassen. Eine nichtphysische Ursache müsste also physisch wirken können und umgekehrt. Wäre dies möglich, liesse sich der Zusatz „physisch“, respektive „nichtphysisch“ allerdings weglassen, da es sich um eine kompatible Kausalität handeln würde. Das würde wiederum bedeuten, dass das Nichtphysische in die physische Kausalität eingebettet wäre (oder umgekehrt) und damit nicht unabhängig von der physischen Welt existieren könnte, da es kausal mit dieser verbunden wäre.
Ein Bild kann diesen Gedanken illustrieren. Ist die nichtphysische Kausalität eine Eisenbahnlinie, ist die physische Kausalität beispielsweise eine Strasse. Gibt es Hybridfahrzeuge, dann bilden Eisenbahnlinie und Strasse eine Einheit und sind nicht komplett voneinander getrennt. Gibt es allerdings keine Hybridfahrzeuge, ist es nicht möglich von der Strasse auf die Eisenbahntrasse und umgekehrt zu wechseln.
Analog dazu sind Leib und Seele entweder wirklich grundsätzlich verschieden und können deshalb nicht interagieren oder sie können interagieren und es handelt sich nicht um einen Substanzdualismus. Es spielt also gar keine Rolle, wie verschieden Leib und Seele sind. Können sie interagieren, handelt es sich um ein System, gehören Leib und Seele zum gleichen Kausalzusammenhang und der Leib-Seele, respektive der interaktionistische Substanzdualismus ist falsch. Können sie aber nicht interagieren, kann der Geist nicht auf den Körper, der Körper nicht auf den Geist einwirken, eine Vorstellung, die wohl von niemandem ernsthaft vertreten wird.
Evolution
Ein einfaches Argument gegen den Leib-Seele Dualismus lautet ferner, dass ein solcher nicht mit der Evolutionstheorie vereinbar ist. Denn gemäss dieser hat sich die Welt unabhängig von Geist und Bewusstsein, unabhängig von einer Seele entwickelt und komplexe Organe hervorgebracht, welche über Bewusstsein verfügen. Die Erde ist gemäss der Evolutionstheorie nur ein winziger Planet in einem riesigen Universum, weshalb es umso erstaunlicher wäre, dass sich hier die Seelen „ballen“. Mit der Evolutionstheorie lässt sich auch leicht erklären, warum Bewusstsein stets an ein Gehirn gebunden zu sein scheint - könnten Seelen auch ohne Körper wahrnehmen und empfinden (mit einem „Astralleib“), dann könnten sie sich auch irgendwo sonst ansiedeln. Tatsächlich gibt es Theorien, die sogar Steinen eine Seele zusprechen, es gibt allerdings keinerlei empirische Bestätigung dafür und es stellt sich die Frage, was man sich unter solchen Seelen überhaupt noch vorstellen könnte. Problematischer ist dieser Gedanke allerdings für Vorstellungen, die eine Seelenwanderung in welcher Form auch immer annehmen: da der Stein nicht stirbt, wäre die Seele wohl für immer im Stein eingeschlossen.
Weitere Argumente
John R. Searle argumentiert wie folgt gegen den Dualismus:
„Die Tatsache, daß die kausalen Kräfte von Bewußtsein und die kausalen Kräfte seiner neuronalen Grundlage genau dieselben sind, zeigt, daß wir nicht über zwei voneinander unabhängige Phänomene, Bewußtsein und neuronale Prozesse, reden. Wenn zwei Dinge in der wirklichen, empirischen Welt unabhängig voneinander existieren, dann müssen sie unterschiedliche kausale Kräfte besitzen. Die kausalen Kräfte von Bewußtsein sind aber genau dieselben wie die des neuronalen Substrats. Die Situation ist die gleiche, wenn es um die kausalen Kräfte von festen Gegenständen und die kausalen Kräfte ihrer molekularen Bestandteile geht. Wir reden nicht über zwei verschiedene Entitäten, sondern über dasselbe System auf unterschiedlichen Ebenen.“ (Searle 2006, S. 138f.).
Ansgar Beckermann argumentiert wie folgt:
"Probleme des interaktionistischen Dualismus
(1) Eine Wirkung des Geistes auf das Gehirn lässt sich empirisch nicht nachweisen.
(2) Auf die folgenden theoretischen Fragen gibt es keine nachvollziehbare Antwort:
(a) Warum sind die Wirkungen des Geistes so minimal und nur auf bestimmte Bereiche des Gehirns beschränkt?
(b) Wie ist ein Einwirken des Geistes auf den Körper mit den physikalischen Erhaltungssätzen vereinbar?
(c) Warum bedarf der Geist überhaupt eines komplexen und funktionsfähigen Gehirns, um kausal wirksam sein zu können?
(d) Wie sieht der Mechanismus aus, auf dem die kausale Beziehung zwischen Geist und Körper beruht?
(e) Warum kann mein Geist auf mein Gehirn, aber auf kein anderes Gehirn einwirken?"
Beckermann 2008, S. 56.
Mario Bunge fasst seine Argumente gegen den Dualismus wie folgt zusammen:
"Die erste Schwachstelle des Dualismus ist seine Vagheit: Er sagt nicht, was der Geist ist, weil er keine Theorie des Geistes, ja nicht einmal eine Definition anbietet. Allenfalls wird gesagt, was der Geist nicht ist, nämlich nicht materiell, nicht räumlich, nicht lokalisierbar usw. ... Aufgrund seiner völligen ontologischen Unklarheit gibt der Dualismus nicht nur keine Antwort auf die Frage, wie der Geist mit dem Gehirn interagieren soll, sondern auch auf die Frage, warum mein Geist nur mit meinem Gehirn interagiert und nicht mit mehreren, ja warum er überhaupt mit dem Gehirn interagiert statt mit der Leber oder dem Herzen oder ganz anderen Gegenständen (s. auch Beckermann 2001). Ein dritter Defekt des psychophysischen Dualismus besteht in seiner Unvereinbarkeit mit der Evolutionstheorie. Ist der Geist immateriell, dann steht er im wahrsten Sinne des Wortes über der lebenden Materie und kann daher kaum Selektions- und Evolutionsprozessen unterliegen. Im Gegensatz dazu kann Geist als Gehirnfunktion zusammen mit dem Gehirn evolvieren. Das schlimmste und wohl für seinen Bankrott entscheidende Kennzeichen des Dualismus ist seine wissenschaftliche Sterilität: Weder erweist er sich als heuristisch fruchtbar für die Forschung noch kann er irgendetwas zur Erklärung des Mentalen beitragen. In der Tat hat er für jedes Problem bereits eine Antwort parat: Die "Tätigkeit" des immateriellen Geistes. Welche neuen Forschungen sollte er so inspirieren? Gleichzeitig erklärt er mit seiner Allzweckantwort alles, was je einer Erklärung bedarf. Doch etwas, das alles erklärt, erklärt nichts. Damit ist er als Erklärungsinstanz unzulässig und auch überflüssig. Zu guter Letzt ist der Dualismus unprüfbar, bzw. unfalsifizierbar:" Bunge 2004. S. 145f.
Gemäss John R. Searle ist der Dualismus allerdings nicht zu bezwingen:
"Viele, wenn nicht sogar die meisten Philosophen haben dem Dualismus abgeschworen, ... Ich vermute, der Dualismus wird nicht verschwinden, auch wenn er unmodern geworden ist. In den letzten Jahren hat der Dualismus, zumindest der Eigenschaftsdualismus, sogar eine gewisse Renaissance erlebt, was teilweise an einem Wiederaufleben des Interesses am Bewußtsein liegt. Die Einsicht, die den Dualismus treibt, ist kraftvoll. Sehr vereinfacht lautet sie: Wir haben alle echte bewußte Erlebnisse und wissen, daß sie nicht von der gleichen Art sind wie die physischen Gegenstände um uns herum." Searle 2006, S. 54.
Literatur