Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03461.jsonl.gz/958

Neue Perspektiven
für die Personalisierte Medizin in
der Schweiz
08.12.2017
EndoPredict®-Test sagt Therapieansprechen in der neoadjuvanten Situation voraus
Ein wesentliches Ziel der Behandlung von Patientinnen mit HR-positivem, Nodal-negativem primärem Mammakarzinom besteht darin, die Frauen anhand klinischer Parameter nach ihrem Fernmetastasierungsrisiko zu stratifizieren und auf dieser Basis eine Therapieentscheidung für eine alleinige endokrine Behandlung oder eine zusätzliche Chemotherapie zu treffen.1,2 Aktuelle Daten einer Studie, die beim San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2017 in San Antonio, Texas, USA, präsentiert wurde, weisen darauf hin, dass der Genexpressionstest EndoPredict® dazu genutzt werden kann, die oftmals schwierige Entscheidung einer neoadjuvanten Chemotherapie oder endokrinen Therapie zu unterstützen.
Sicherere Therapieentscheidung im neoadjuvanten Setting
Im Rahmen der General Session 6 beim SABCS stellte PD Dr. Peter Dubsky, Hirsladen, Schweiz, aktuelle Studiendaten der österreichischen ABCSG (Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group) 34-Studie vor.3 Ein translationales prospektiv definiertes Studienziel war, die prädiktive Aussagekraft des molekularen 12-Gen-Tests EndoPredict® (EP) hinsichtlich des Ansprechens auf eine neoadjuvante Chemotherapie oder neoendokrine Therapie zu untersuchen. Im Rahmen der Untersuchung wurden 217 Biopsien von Patientinnen mit HR+/HER2-negativem Mammakarzinom analysiert. 134 der Frauen erhielten aufgrund ihrer aggressiven klinisch-pathologischen Tumorsignatur eine neoadjuvante Chemotherapie, die übrigen 83 Frauen, deren Tumortyp als Luminal A klassifiziert wurde, eine neoendokrine Behandlung. Der primäre Endpunkt der Studie war die Resttumorlast am Tag der Operation [RCB0/1 (gutes Tumoransprechen) gegenüber RCBII/III (schlechtes Tumoransprechen)].
Von den Patientinnen, die eine neoadjuvante Chemotherapie erhalten hatten, wiesen 125 einen hohen und 9 einen niedrigen EP-Score auf. Rund ein Viertel der Frauen mit hohem EP-Score sprach gut auf die neoadjuvante Chemotherapie an (RCB0/1), jedoch keine der Patientinnen mit niedrigem EP-Score. Genau umgekehrt waren die Verhältnisse in der Gruppe der Luminal A-Patientinnen, die eine neoendokrine Therapie erhalten hatten und bei denen sich Patientinnen mit hohem (n=39) und niedrigem EP-Score (n=44) in etwa die Waage hielten. In dieser Gruppe sprachen 27,3% der Frauen mit niedrigem EP-Score gut auf die endokrine Behandlung an, dagegen nur 7,7% der der Patientinnen mit hohem EP-Score (Tab.)
|Niedriger EP-Score||Hoher EP-Score||p-Wert|
Ansprechen auf
|0,0%||26,4%||0,0001|
Ansprechen auf
|27,3%||7,7%||0,015|
Diese Daten aus der ABCSG 34-Studie sind nach Meinung von Dr. Dubsky vielversprechend, denn sie deuten darauf hin, dass der Test einen prädiktiven Wert für das Ansprechen auf Chemotherapie hat.
Quelle: Vortrag im Rahmen des San Antonio Breast Cancer Symposium 2017, 5. bis 9. Dezember 2017 in San Antonio, Texas, USA
1 Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.0, 2017 AWMF Registernummer: 032-045OL, www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/ (abgerufen am: 09.01.2018
2 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/mammakarzinom-der-frau/@@view/html/index.html (abgerufen am 9.1.2018)
3 Dubsky P et al., The EndoPredict score predicts residual cancer burden after neoadjuvant chemotherapy and after neoendocrine therapy in HR+/HER2- breast cancer patients from ABCSG 34, SABCS 2017, Abstract GS6-04, oral presentation