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können. Sechs Gruppen sind eingerichtet. Sie erzeugen 7200 Pferdekräfte, die 453000 Kerzen für die Beleuchtung und 666 landwirtschaftliche und industrielle Motore mit elektrischer Kraft versehen. Das Dotationskapital beträgt 11300000 Franken, das zu 3¾, 3½ und 4% verzinst wird. Nach drei Defizitperioden (die Kapitalzinsen wurden bezahlt) hat das Unternehmen seit 1905 einen Gewinn abgeworfen, der eine Amortisation von einer halben Million erlaubte. Der Gewinn des Jahres 1908 betrug 193270 Franken.
Der Wildstromcharakter der Saane verhindert, dass das Elektrizitätswerk von Hauterive eine konstante Wassermenge von 18 m3 per Sekunde, die zu seinem normalen Gang nötig sind, erhält; deswegen wurde im Jahre 1907 in Romont ein mit Dampf betriebenes Hülfswerk errichtet, das 5000 Pferdekräfte liefern kann. Endlich, als das Werk an der Saanestauung in Freiburg dem Bedarfe nicht mehr entsprechen konnte, baute der Staat in den Jahren 1908 und 1909 das Elektrizitätswerk von Oelberg, 2 km unterhalb des vorgenannten; dieses Werk, am Fusse der Klippe von Loretto, kann drei Gruppen von Generatoren aufnehmen und 6000 Pferdekräfte liefern. Es erhält das Wasser der Saane, das beim Stauwerk Ritter durch einen Kanal von 300 m Länge und 28 m2 Oeffnung abgeleitet wird. Dieser Kanal ist durch den Molassesporn getrieben, um den sich das natürliche Bett des Flusses zieht. Der so erhaltene Wassersturz beträgt 20 m. Das Dotationskapital dieses neuen Elektrizitätswerkes beläuft sich auf 1500000 Franken. Zur Sicherung des regelmässigen Ganges dieser drei Werke hat sich der Staat mit dem Projekt der Erstellung eines Staubeckens befasst.
Verkehrswege.
Durch die Schaffung der Universität, der Staatsbank und der elektrischen Unternehmen ist der Kanton aus der Stagnation herausgetreten, die ihm verursacht worden war durch den Bau der Linie Lausanne-Freiburg-Bernergrenze und durch den Misserfolg der industriellen Bestrebungen, die dem Bau dieser Linie folgten.
Dank der Staatsbank konnten die gegenwärtig existierenden freiburgischen Regionalbahnen gebaut werden: die Normalspurbahn Freiburg-Murten (22 km), die, 1898 dem Verkehr übergeben, im Jahre 1903 bis Ins (10 km) weitergeführt werden konnte;
sie wird vom Werke in Hauterive aus mit elektrischer Kraft betrieben;
die Schmalspurbahn Châtel Saint Denis-Palézieux (6,8 km), dem Verkehr übergeben im Jahre 1901, der sich 1903 die Linie Châtel Saint Denis-Bulle-Montbovon (36,6 km) anschloss;
die elektrische Betriebskraft wird von den Werken in Châtel Saint Denis und in Montbovon geliefert.
Am hat der Grosse Rat den Regierungsrat eingeladen, die definitiven Studien von drei neuen Linien vorzunehmen: die Linie von Freiburg nach Bulle über Marly-La Roche-Thusy-Vuippens (28 km), mit Abzweigung Bulle-Broc (4 km);
die Linie von Freiburg nach Farvagny (auf dem linken Ufer der Saane), 13 km;
die Linie von Freiburg nach Plaffeien, über Tafers-Alterswil (21 km).
Die Kosten der bestehenden Linien belaufen sich auf 11,3 Millionen; die Kosten der neuen Linien werden nach den Berechnungen der Experten 10,3 Millionen betragen. Ihr Bau wird die Konstruktion einer Brücke von 330 m Länge und 85 m Höhe über die Saane, s. von Freiburg, mit sich ziehen. Das Tracéstudium der künftigen Linien auf dem Terrain selbst ist unverzüglich begonnen worden; für die Brücke hat ein im Jahre 1908 stattgefundener Wettbewerb eine reiche Zahl von Plänen geliefert. Die zur Ausführung dieser Pläne nötigen Mittel wurden 1907 durch ein Staatsanleihen von 25 Millionen zur Vollendung der elektrischen Arbeiten und den regionalen Eisenbahnnetzes geschaffen.
Das kantonale Strassennetz hat eine Ausdehnung von 533,8 km. Der Bau von neuen Strassen ist im Studium; auf diese Weise wird ein Strassennetz von insgesamt 680 km geschaffen werden. Im Jahre 1865 zählte man 270 km Kantonalstrassen; 1900 schon 499 km.
Industrie und Handel.
Ausser den schon erwähnten 12448 landwirtschaftlichen Betrieben verzeichnet die Zählung von 1905 folgende 5904 Unternehmen: Ausbeutung von Minen und Steinbrüchen 115;
Waldbau, Jagd und Fischerei 341;
Nahrungsmittel 606;
Kleidung 1656;
Bau und Möbelfabrikation 1411;
Textilindustrie 1081 (darunter 1007 Strohflechtereien als Heimarbeit), Papier- und Lederfabrikation und -verarbeitung 8, chemische Produkte 21, Metallverarbeitung, Maschinen und Werkzeuge 603, Buchdruckerei, Lithographie, Buchbinderei, Kartonnage 45, hydraulische und elektrische Unternehmen 16. Die fünf Elektrizitätswerke des Kantons erzeugen ungefähr 15000 Pferdekräfte;
wenn einmal das neue Werk von Freiburg funktionnieren kann, so wird sich diese Zahl auf 21000 erhöhen.
Die grosse metallurgische Industrie ist vertreten durch die eidgenössischen Eisenbahnwerkstätten, einer Giesserei und Maschinenfabrik in Freiburg, durch Fabriken, die speziell Stahl für die Marine herstellen, in Courtepin und Montbovon;
sie sind Filialen der grossen Werke in Albertville;
durch eine Kochherdfabrik in Freiburg; Montilier hat eine Uhrenfabrik;
Lentigny, Le Mouret und Düdingen Ziegeleien;
La Tour de Trême hat eine Parkettfabrik;
die Veveyse besitzt eine Kalk- und Zementfabrik und eine Glashütte. An Nahrungsmittel-Industrieen besitzt der Kanton eine Chokoladefabrik in Broc, eine andere in Freiburg, zwei grosse Bierbrauereien in Freiburg, zwei Fabriken für kondensierte Milch in Düdingen und Épagny bei Greierz, zwei Teigwarenfabriken in Freiburg und in Sainte Apolline bei Villars, eine grosse Mehlfabrik in Freiburg. Das Wasserverteilungsunternehmen in Freiburg gehört dem Staate, das Gaswerk der Stadt. In Marly ist eine Papierfabrik;
die früher bestehende Akkumulatorenfabrik ist ausserhalb des Kantones verlegt worden;
dagegen wurde in Freiburg eine Fabrik für elektrische Kondensatoren gegründet.
Ferner sind zu erwähnen zwei Kartonnagefabriken, eine ¶
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Imprägnationsfabrik, eine Fabrik von chemischem Dünger und eine Schuhfabrik in Freiburg, eine Tabakmanufaktur in Estavayer. Als Kunstindustrien bestehen ein Glasmaleratelier, ein Photogravureatelier und elf Druckereien.
Die Handelszählung weist 2353 Unternehmungen auf, darunter 935 Spezereihandlungen und Handlungen mit andern Nahrungsmitteln, 597 Hôtels, Cafés und Restaurants, 187 Viehhändler, 145 Baumaterialhändler, 108 Gewebe-, Konfektion-, Mercerie- und Kurzwarenhandlungen.
Die Handwerke sind in lokale und kantonale Sektionen der Schweizerischen Gewerbeunion gruppiert; die Industriellen und der Grosshandel haben einen Handels- und Industrieverein gegründet; es besteht ferner eine Gesellschaft der Negozianten und Industriellen, welche die Kaufleute der Staat Freiburg in sich schliesst und eine Sektion des Schweizerischen Kaufmännischen Vereins. Die Ingenieure und Architekten haben ebenfalls ihren Verein.
Die Handwerks- und Handelslehre ist durch ein Gesetz vom Jahre 1894 geregelt, das einen Lehrlingskontrakt, Ausbildungskurse und ein Examen vorschreibt. Das kantonale Lehrlingsbureau befasst sich mit der Kontrolle.
Die Arbeiter besitzen verschiedene Organisationen; die wichtigste ist die des staatlichen Industriepersonals, der Regionalbahnen und der verschiedenen Industrien; sie zählt ungefähr tausend Mitglieder. Die dem Schweizerischen Syndikatsbunde angegliederten Syndikate sind wenig rührsam. Ferner bestehen Arbeiterkonsumvereine.
Der Steuerertrag auf Handel und Industrie beträgt Fr. 195000. Die Steuer wird erhoben als Fixbetrag nach Berufsgattungen und einem Proportionsansatz des Einkommens (3,50%).
Im Kanton bestehen 74 Banken und Sparkassen, davon sind 24 Sparkassen. Das wichtigste dieser Geldinstitute ist die Staatsbank, ihr Geschäftsumsatz erhob sich im Jahre 1908 auf 478 Millionen und der Reingewinn auf Fr. 1303000 bei einem Kapital von 21 Millionen;
die Hypothekarkasse, eine Aktiengesellschaft mit Staatsbeteiligung, mit einem Kapital von 6 Millionen hat ein Wertschriftendepot von 33,6 Millionen;
die Dividende des Jahres 1908 betrug 5%;
die Kantonalbank, eine Aktiengesellschaft unter der Kontrolle des Staates, hatte im Jahre 1908 einen Geschäftsumsatz von 58,5 Millionen bei einem Kapital von 2,4 Millionen;
Dividende: 5%;
die Kreisbank Freiburg der Schweizerischen Volksbank hatte einen Geschäftsumsatz von 328,8 Millionen bei einem Kapital von 2,7 Millionen;
der «Crédit Gruyérien» in Bulle einen Umsatz von 56,7 Millionen bei einem Kapital von einer Million;
Dividende: 6%;
die Volksbank von Greierz, mit einem Kapital von einer Million, hatte einen Umsatz von 51 Millionen;
Dividende: 7%;
der «Crédit agricole et industriel de la Broye», mit einem Kapital von einer Million, hat für 22,4 Millionen Geschäfte gemacht;
Dividende: 5½%;
die Spar- und Leihbank der Broye, mit einem Kapital von Fr. 320000 hatte einen Umsatz von 4,3 Millionen;
Dividende: 5%. Die Staatsbank ist eine Agentur der Schweizerischen Nationalbank.
Staatsfinanzen.
Die gewöhnlichen Einnahmen haben sich im Jahre 1908 auf Fr. 5723885 belaufen;
die gewöhnlichen Ausgaben auf Fr. 5606708. Unter den aussergewöhnlichen Ausgaben figuriert der Bau von neuen Strassen, Brücken und Gebäuden, ebenso die Beiträge der Gemeinden an diese Arbeiten;
die Ausgaben belaufen sich auf Fr. 356942, die entsprechenden Einnahmen Fr. 30660. Betriebsdefizit: Fr. 209305. Unter den Einnahmen sind besonders zu nennen: Einkommen aus den Besitzungen des Staates: Fr. 900000 (nach Abzug der Ausgaben für Unterhalt der Wälder);
Steuern: 3 Millionen (Nettoeinkommen aus dem Salzregal);
Dépôts- und Kontokorrentzinsen: Fr. 754329;
Wiedereingang der Ausgaben durch die Bundessubvention und Verschiedenes: Fr. 325135. Unter den Ausgaben sind zu erwähnen: Allgemeine Verwaltung (Grossrat und Regierungsrat): Fr. 92000;
öffentlicher Unterricht: Fr. 574000;
Justiz: Fr. 245000 (Strafjustiz inbegriffen);
Steuerverwaltung: Fr. 500000;
Zinsen der Staatsschuld: Fr. 2100000;
Landwirtschaft: Fr. 396000;
Landjäger: Fr. 217000;
Ausgaben für Zuchthaus und Gefängnisse: Fr. 133000;
Unterhalt von Brücken und Strassen: Fr. 360000;
Unterhalt der Gebäude: Fr. 237000. Das Resultat der Jahresrechnung gibt die Vermehrung oder Verminderung der Staatsvermögens nicht an;
dazu muss das Amortissement der Staatsschuld einberechnet werden;
die Staatsbank widmet demselben jährlich 60% ihres Ueberschusses.
Die Staatsbilanz weist an Aktiven auf: Fr. 154681895, an Passiven Fr. 150742183. Die Bilanz der Staatsbank ist dabei inbegriffen: Aktiven: Fr. 91184080;
Passiven: Fr. 86470951. Die Bank ist Inhaberin des Fonds zum Amortissement der Staatsschuld;
der Grosse Rat kann darüber nach Gutfinden verfügen, indem er je nach dem verfügbaren Fonds eine Verminderung der Schuld beschliesst.
Die Schuld beläuft sich auf 64,2 Millionen. Dagegen sind für 49 Millionen produktives Vermögen vorhanden, so dass der Ueberschuss der Passivzinsen nur Fr. 270000 beträgt. Er hat sich seit 1895 nicht vermehrt, obschon die damalige Schuld nur 39 Millionen betrug. Anders gesagt: die Finanzpolitik des Staates besteht darin, das ungenügende eigene Kapital durch Verwertung der entliehenen Kapitalien zu ergänzen. Diese Verwertung ist für den Augenblick noch unvollständig; die in den Eisenbahnen steckenden Summen sind noch unproduktiv.
Eine Eigentümlichkeit der Staatsrechnung ist es, dass die Ausgaben für öffentliche Arbeiten nicht auf die Jahresrechnung für die Totalität der ausgegebenen Summen gebracht wird, sondern in einem Prozentsatz (Annuität), der das Amortissement der Totalausgabe darstellt, die in dem jedem Unternehmen durch die Kapitalkasse eröffneten Kontokorrente erscheint. Dieses System wurde erdacht von Louis de Weck-Reynold, dem Neuschöpfer der freiburgischen Finanzen (1823-1880), damit das Prinzip des Budgetgleichgewichtes mit den Anforderungen der ökonomischen Entwicklung des Kantons in Einklang gebracht werde.
Gemeindevermögen.
Die Gemeindevermögen zerfallen in Gemeindefonds, Armenfonds und Schulfonds. Die Gesamthöhe der Gemeindefonds betrug am 22,7 Millionen, diejenigen der Armenfonds 9,8 Millionen, der Schulfonds 4,6 Millionen; dabei sind die Fonds der freien öffentlichen protestantischen Schulen nicht inbegriffen; diese betragen für 13 Schulen Fr. 214000.
Besitz an Immobilien und Mobilien.
Am verzeichnete der Kataster einen Immobilienwert von ¶