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In der Nacht auf heute Mittwoch fand die vierte Debatte der republikanischen Kandidaten statt. Wenn man den US Medien glauben möchte, dann könnte sich dabei die Spreu vom Weizen trennen und sich die Frontrunner um die Nomination von den übrigen Mitbewerbern absetzen.
Die dritte Debatte wurde von NBC organisiert und war vor allem durch die etwas chaotische Moderation und die negativen Fragen geprägt. Nach kurzer Zeit profilierten sich die Kandidaten hauptsächlich damit, wer die Mainstream-Medien härter kritisierte. Eindeutige Gewinner gab es nicht, am ehesten punkteten aus Sicht der Medien noch die beiden Tea-Party-Liebling Marco Rubio und Ted Cruz. Im Anschluss an die Debatte veröffentlichte die republikanische Partei auch noch eine offizielle Protestnote über die unfaire Behandlung durch NBC.
Die Debatte auf Mittwochnacht wird vom konservativen Sender Foxnews organisiert und damit dürften die Fragen auch etwas wohlwollender ausfallen. Wie bei allen republikanischen Debatten findet vor der Hauptdebatte eine kleine Debatte mit den Kandidaten mit tieferen Umfragewerten statt. Von der Haupt- in die kleine Debatte verschoben wurde Chris Christie, ansonsten bleibt das Teilnehmerfeld wie bei der dritten Debatte.
Die Ausgangslage vor der vierten Debatte präsentiert sich wie folgt:
- Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich Donald Trump und Ben Carson. Während die Umfragewerte bei Trump auf und ab gehen, darf sich Ben Carson über einen kontinuierlichen Anstieg seiner Umfragewerte freuen und das ohne gross aufzufallen. So dürfte er auch in der vierten Debatte versuchen, präsidial zu wirken und die Schlammschlachten vor allem Trump zu überlassen. Ob der mit zusätzlichen verbalen Paukenschlägen noch weiter punkten kann, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlicher ist, dass er diesbezüglich sein Potential ausgeschöpft hat.
- Interessant wird auch das Duell zwischen Marco Rubio und Ted Cruz. Sie hatten gute Momente in der dritten Debatte und zuletzt auch steigende Umfragewerte. Sie waren es denn auch, die die Medien am stärksten kritisierten. «Die Fragen in dieser Debatte illustrieren, wieso die Amerikaner den Medien nicht trauen», meinte Cruz «das ist kein Käfigkampf» und «wieso sprechen wir nicht über die wichtigen Themen?». Marco Rubio doppelte nach und meinte, dass die Demokraten den ultimativen Super Pac (Unterstützungskomitee) hätten, nämlich die Mainstream-Medien. Mit einer starken vierten Debatte könnte sich einer der beiden definitiv wieder zurück ins Spiel um die Nomination bringen.
- Einen Befreiungsschlag brauchen Jeb Bush und Carly Fiorina. Im Frühjahr deutete noch alles auf einen Wahlkampf zwischen Bush und Clinton hin. Seit dann hat er jedoch kontinuierlich an Boden verloren und liegt nur noch an fünfter Stelle im republikanischen Bewerberfeld. Zudem scheint es, dass sich alle anderen Bewerber auf Bush eingeschossen hätten und er selber in den Debatten eher gekünstelt wirkt. Keine guten Aussichten für ihn. Ähnlich das Bild bei Carly Fiorina. Sie war lange Zeit unbekannt und durfte erst in der zweiten Debatte im Hauptfeld mitdiskutieren. Diese Chance liess sich die ehemalige HP-Chefin nicht entgehen und wurde von praktisch allen Medien als haushohe Siegerin gesehen. Ihre Umfragewerte schossen in die Höhe, um dann aber wieder kontinuierlich zu sinken. In der dritten Debatte machte sie keine Fehler und genoss die meiste Redezeit, dennoch fehlte der Punch, der ihr in der zweiten Debatte zum Höhenflug verhalf. Man darf gespannt sein, ob sie in der Debatte von Foxnews nochmals einen verbalen Turbo zünden kann – nötig hat sie ihn auf jeden Fall.
Alles klar bei den Demokraten?
Klar scheint das Rennen um die Nomination bei den Demokraten, insbesondere nachdem Vizepräsident Joe Biden mitgeteilt hat, dass er nicht für das Amt des Präsidenten kandieren werde.
Sanders wird sich an die letzten Umfragewerte in New Hampshire halten. Dort finden die ersten Vorwahlen statt und er liegt dort mit 44% zu 42.7% vor Clinton. Sollte er diese Vorwahlen gewinnen, könnte eine ähnliche Euphorie wie bei Barack Obama entstehen und die Wähler von Clinton auf Sanders wechseln. Anzunehmen ist dies jedoch nicht ernsthaft, schliesslich werden sich auch die Demokraten überlegen, mit wem sie im Hauptwahlkampf die grössten Chancen haben und diese sind mit Clinton wahrscheinlich besser als mit Sanders.
Update
So haben sich die Top6 aus subjektiver Sicht in der vierten Debatte geschlagen:
- Marco Rubio
- Carly Fiorina
- Jeb Bush
- Ted Cruz
- Donald Trump
- Ben Carson
Wir warten gespannt wie sich die vierte Debatte auf die neuen Umfragen auswirken wird. Wie sie im Detail gelaufen ist, finden Sie unter folgenden Links:
www.foxnews.com
www.cnn.com
www.cnbc.com
www.washintonpost.com
www.newyorktimes.com
www.latimes.com
www.usatoday.com
(Bild: Fängt Ben Carson (M.) Donald Trump ab? – Michael Vadon/Wikipedia)