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Den WM-Titel sicherte sich die als Topfavoritin gestartete Belgierin Lotte Kopecky. Die letztjährige WM-Zweite kam 5 km vor dem Ziel bei einem Angriff weg und siegte solo. Dahinter setzte sich die Niederländerin Demi Vollering im Sprint um Silber gegen die Dänin Cecilie Uttrup Ludwig durch.
Reusser fehlen 5 Sekunden zur Medaille
Marlen Reusser blieb nach einem intensiven Schlagabtausch unter den Topfavoritinnen der bittere 4. Rang. Der Bernerin fehlten nur fünf Sekunden aufs Podest, den Sieg verpasste sie um zwölf Sekunden. Für Reusser wäre es nach dem Gewinn mehrerer Medaillen im Zeitfahren der erste WM-Podestplatz in einem Strassenrennen gewesen.
Für Reusser ging damit eine emotionale Woche zu Ende. Die Siegerin der Tour de Suisse hatte am Donnerstag - als Topfavoritin gestartet - das Zeitfahren überraschend aufgegeben. Hinterher erklärte die Olympia-Zweite von Tokio, dass sie vor allem mental angeschlagen sei und nach einer langen Saison eine Pause benötige. Trotzdem entschied sich Reusser für einen Start im Strassenrennen. Nach einem starken Auftritt verlor sie erst am letzten der vielen kurzen Anstiege das Hinterrad von Vollering und damit die Medaille aus den Augen.
Chabbey mit langer Soloflucht
Als Siebte rundete Elise Chabbey ein tolles Schweizer Ergebnis ab. Die Genferin gehörte zu den ersten Protagonistinnen des WM-Rennens über 154,1 km von Loch Lomond nach Glasgow. Sie fand früh Unterschlupf in einer prominenten Spitzengruppe, und als sich diese eingeholt sah, versuchte es Chabbey 75 km vor dem Ziel als alleinige Ausreisserin. Damit erlaubte sie es Marlen Reusser, dass diese in der Gruppe der Favoritinnen keine Nachführarbeit leisten musste. Erst nach fast 60 km Soloflucht, bei noch einer zu absolvierenden Runde auf dem gut 14 km langen Circuit in Glasgow, wurde Chabbey eingeholt.
Titelverteidigerin mit Defekt
Zu diesem Zeitpunkt fiel auch die Titelverteidigerin Annemiek van Vleuten aus der Entscheidung. Die 40-jährige Niederländerin musste in ihrem letzten WM-Rennen wegen Problemen an ihrem Rad gleich dreimal anhalten, beim letzten Mal schaffte sie den Anschluss an die Spitzengruppe nicht mehr.