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Gesetzeslage in der Schweiz
Die Herstellungsart von Foie Gras, die sogenannte Stopfmast (frz.: gavage), ist in der Schweiz seit dem Jahr 1978 verboten. Der Artikel 20 der Schweizer Tierschutzverordnung verbietet explizit das Stopfen von Hausgeflügel (hier eingeschlossen sind Enten und Gänse).
Importstatistiken
Trotz hiesigem Herstellungsverbot von Foie Gras und anderen Stopfmastprodukten ist deren Import in die Schweiz nach wie vor erlaubt. Dennoch landeten in den letzten drei Jahren jährlich durchschnittlich mehr als 200 Tonnen Foie Gras und mehrere hundert Tonnen Enten-/Gänsebrust (darunter Magret) in der Schweiz. Die Schweiz gehört somit zu den Top 5 Foie gras-Importeuren weltweit. Der grösste Teil wird dabei aus Frankreich, dem weltweit grössten Foie Gras-Produzenten, importiert.
Jährlich werden mehr ungefähr 600'000 Enten und Gänse getötet, nur um den schweizerischen Bedarf gezielt zu decken. Hier eingeschlossen sind einerseits die männlichen Tiere, die gestopft werden und andererseits die weiblichen Küken, die jeweils kurz nach dem Schlüpfen geschreddert oder vergast werden, da ihre Leber nicht Foie Gras-tauglich ist.
Die Motion Haab: Importverbot für tierquälerisch erzeugte Stopfleber
Die Motion 20.3021, die im März 2020 von Martin Haab (SVP/ZH) im Nationalrat eingereicht wurde, fordert ein Importverbot für Stopfleber, da deren Herstellung tierquälerisch ist.
Im Februar 2022 wurde sie von den Mitgliedern des Nationalrats klar angenommen (119 zu 61 Stimmen bei 9 Enthaltungen). VIER PFOTEN unterstützt diese Motion unter anderem mit einem Positionspapier.
VIER PFOTEN fordert nun den Ständerat auf, dem Nationalrat zu folgen und sich für ein Importverbot von Stopfleber auszusprechen. Damit würde die Schweiz Geschichte schreiben und ein starkes Zeichen in Bezug auf Tierschutzstandards setzen.
In der Vergangenheit sind andere parlamentarische Versuche, den Import von Stopfleber zu verbieten, gescheitert. Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucher auf die Tierquälerei bei der Herstellung von Stopfleber und anderen Folgeprodukten aufmerksam gemacht werden, diese anerkennen und die Produkte strikt ablehnen.