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Die Tingatinga Kooperative
Die tansanische Tingatinga-Malerei wurde Ende der 60-er Jahre durch den Autodidakten Edward Saidi Tingatinga begründet. Als Arbeitsloser in der Großstadt Dar es Salaam begann er mit Fahrradlack auf quadratische Spanplatten Tiere, Pflanzen und Dorfszenen zu malen. Verwandte und Freunde Tingatingas griffen die Kunstform ebenfalls auf, gaben sie ihrerseits weiter und ließen neue Entwicklungen einfließen. Sie sorgten auch dafür, dass die Tingatinga-Malerei nach dem plötzlichen Tod ihres Begründers - er wurde 1972 versehentlich von einer Polizeistreife erschossen - sich zu einer kulturellen Realität entwickelte, die aus dem heutigen Tansania nicht mehr wegzudenken ist.
Nach dem tragischen Tod Tingatingas organisierte sich die Gruppe von Malern zu einer Genossenschaft, der "Tingatinga Arts Cooperative Society" (TACS), mit dem Ziel, ihre Malerei im Sinne des Begründers weiterzuführen. TACS wurde am 28. Juli 1990 registriert. Heute besteht die Genossenschaft aus fast 100 Malern und Malerinnen. Viele von ihnen sehen sich durchaus noch in der Tradition Tingatingas, andere hingegen experimentieren mit neuen Formen und Themen. Die Genossenschaft funktioniert einerseits als Malschule, welche die Tingatinga-Kunstrichtung lehrt und weitergibt, andererseits versucht sie, die Malerei außerhalb der Landesgrenzen bekannt zu machen und ihren Mitgliedern einen Lebensunterhalt zu ermöglichen.
Neben einem kleinen Beitrittsgeld steuern die Mitglieder auch 15% des Verkaufsumsatzes an die Genossenschaft bei. Zusammen mit den Familien der Maler, von denen nur eine Handvoll mehr als die Primarschule besucht hat, leben heute 250 bis 300 Personen von der TACS. Doch reich wird keiner, denn die Verkäufe schwanken stark. Es gibt Monate wie Dezember, Juli und August, wo gute Verkäufe zu verzeichnen sind, doch dazwischen liegen Durststrecken.
1996/1997 lancierte die Entwicklungsorganisation Helvetas eine umfangreiche Tingatinga-Wanderausstellung in der Schweiz. Der Erlös der verkauften Bilder wurde der Tingatinga-Genossenschaft als Beitrag für den Bau eines Gebäudes für die Malerwerkstatt zur Verfügung gestellt. Bis 1996 arbeiteten die Maler unter freiem Himmel, was besonders in der Regenzeit sehr schwierig war.
Bis Ende 2006 unterstützte Helvetas die Genossenschaft in Management-, Organisationsentwicklungs- und Marketingfragen. Seit 2007 behauptet sich die Genossenschaft finanziell und administrativ eigenständig und leistet einen wichtigen Beitrag zur Festigung der tansanischen Kultur und Identität.
Diese Homepage bietet der Kooperative die Möglichkeit, ihre Bilder in Europa bekannter zu machen und zu verkaufen.  
|Staffeleien besitzen die Tingatinga-Maler nicht, deswegen stützen sie das obere Bildende auf ein kleines Pult, während das andere auf den Oberschenkeln liegt. Der knappe Platz zum Nachbarn ist angefüllt mit an die Wand gelehnten fertigen Bildern, die auf Käufer warten - denn an der Wand ist kein Platz mehr.|