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Zwölf Monate nach dem Jahrhundert-Hochwasser in der Schweiz (Mai 1999) sind die Schäden weitgehend behoben. Vielerorts haben die Überschwemmungen und Erdrutsche vom Mai 1999 die Realisierung von zusätzlichen Schutzmassnahmen beschleunigt.
Das Hochwasser hat an den Gebäuden gesamtschweizerisch einen Schaden in der Höhe von 250 Mio. Franken angerichtet. Zusammen mit den Fahrhabeschäden (180 Mio.) und den Strassen-, Wald- und Flurschäden im öffentlichen, nicht versicherten Bereich (140 Mio.) belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 570 Mio. Franken.
Verheerende Auswirkungen hatten die Überschwemmungen vor allem im Gebiet entlang der Aare zwischen Thun und Bern, am Bodensee und im aargauischen Rheinfelden.
In der Berner Gemeinde Belp, wo das Hochwasser unter anderem den Flugbetrieb lahm legte, ist inzwischen ein Konflikt über das richtige Hochwasserschutz-Konzept ausgebrochen. Der Kanton möchte die Natur einbeziehen, die Belper wollen stattdessen höhere Aare-Dämme. Derzeit wird die Überflutungskarte für das Gebiet vollständig überarbeitet.
Die Stadt Bern hat für die naturnahe Aaresanierung 2,5 Mio. Franken aufgewendet. 300'000 Franken werden für die Ausarbeitung eines neuen Hochwasser-Konzepts eingesetzt. Der Aare soll bei hoher Wasserführung mehr Platz gelassen werden, statt sie zwischen Dämme zu zwängen.
Die Gebäudeschäden im Kanton Bern betrugen 80 Mio. Franken. Insgesamt musste die kantonale Gebäudeversicherung im Katastrophenjahr Schäden von 365 Mio. Franken zu decken - viermal soviel wie im langjährigen Mittel.
Dramatische Tage erlebten die Bewohner der Linthebene entlang des Linthkanals. Das 200-jährige Bauwerk hielt trotz der grossen Belastung stand. Die eher geringen Schäden sind inzwischen repariert worden.
Unabhängig vom Hochwasser ist ein von Bund und Kanton St. Gallen finanziertes Projekt zur Gesamtsanierung des Kanals angelaufen. Für das laufende Jahr wird mit Kosten in Höhe von 300'000 Franken für ergänzende Verstärkung der Dämme gerechnet.
Auch derzeit liegt der Pegel des Boden- und des Walensees über dem langjährigen Durchschnitt. Vor allem im östlichen Teil der Schweiz liegt noch viel Schnee in den Bergen. Wegen des trockenen Aprils können die Böden momentan aber noch viel Wasser aufnehmen.
Das Hochwasser hat auch im Kanton Aargau, vor allem entlang des Rheins, Spuren hinterlassen. Am stärksten betroffen war Rheinfelden. Mitte Mai 1999 stand die Altstadt während mehreren Tagen einen Meter unter Wasser. Der Pegelstand des Rheins erreichte einen neuen Rekordstand von 6,80 Metern.
Ein Jahr später sind die Narben, die übertretende Flüsse und Bäche im Aargau verursacht hatten, weitgehend verheilt. Der beschädigte Rhein-Damm zwischen Full und Felsenau wurde neu befestigt, die Dammkrone um 10 bis 30 Zentimer erhöht. In verschiedenen Gemeinden werden Regenrückhaltebecken geplant.
swissinfo und Agenturen