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Zu spät ........!
Ich möchte hier nun ebenfalls meine Erfahrungen mitteilen - nicht zuletzt in der Hoffnung, dass andere Frauen nicht denselben Fehler machen wie ich! Und auch, weil es einfach hilft....
Ich bin das, was gemeinhin als Karrierefrau bezeichnet wird, zudem sportlich und abenteuerlustig. Zwischen Ende 20 und Ende 30 war ich ungewollt Single. Ich wünschte mir einen Partner, konnte mir aber absolut nicht vorstellen, ein Kind zu haben. Den Beruf aufgeben oder stark einschränken zu müssen, angebunden zu sein, mindestens 5 Jahre nie mehr ausschlafen zu können und ebensolange nicht mehr reisen zu können - das war es, was ich mit der Vorstellung von einem Kind verband und auf keinen Fall in Kauf nehmen wollte.
Mit 37 lernte ich meinen Partner kennen. Er ist gleich alt wie ich, hat keine Kinder, und machte mir von Anfang an klar, dass er auch keine wollte. Kurz nachdem wir ein Paar geworden waren, platzte im "relevanten" Moment der Gummi.... Mein Partner war entsetzt und bestand darauf, dass ich die Pille danach nahm, was ich auch tat.
Nicht lange danach begann sich bei mir ein starker Kinderwunsch zu melden - für mich absolut unerwartet! Mein Partner hatte seine Meinung diesbezüglich nicht geändert. Mein Wunsch wurde jedoch immer stärker, und nach einigen Jahren war ich ganz davon beherrscht. Mit 41 setzte ich die Pille ab, obwohl mein Partner nicht sehr glücklich war damit (es aber doch akzeptierte). Ich konsultierte auch meine Frauenärztin und einen Fruchtbarkeitsspezialisten. Beide sagten mir, dass mit 41die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, minimal sei. Für IVF und IUI sei ich ebenfalls zu alt - die Wahrscheinlichkeit sei auf natürlichem Weg noch grösser! Auch eine Adoption komme für mich nicht aus Altersgründen mehr in Frage.
Ich stellte mir die Frage, ob ich aufgrund unserer verschiedenen Haltungen in dieser wichtigen Frage mich von einem Partner trennen und versuchen sollte, einen Mann kennenzulernen, der meinen Wunsch nach einem Kind teilte. Aufgrund der minimalen Chancen einer Schwangerschaft erschien mir dies jedoch als garantierte "no win situation".
Seither versuche ich es nun sozusagen im Alleingang. Ich kenne meinen Partner inzwischen gut und bin überzeugt, dass er, wenn ein reales Kind da wäre, ein sehr guter Vater würde und diese Rolle auch akzeptieren würde. Er ist ausserordentlich begabt im Umgang mit Kindern. Ich versuchte es mit alternativen Heilmethoden, Fussreflexzonen-Behandlung und Clomid. Ich liess Hormontests und ein Hysterosalpinogramm machen und überredete sogar meinen Partner, ein Spermiogramm machen zu lassen. Alles ist normal, und ich habe nun auch einen Arzt gefunden, der mit Utrogestan verschrieben hat - dies erschien ihm aufgrund meines Alters noch verhältnismässig.
Ich bin heute 46, und obwohl ich noch nicht in der Prämenopause bin, obwohl meine Pubertät um Jahre später eingesetzt hat, als "normal" ist, obwohl ich körperlich viel jünger wirke, als ich bin - trotz alledem weiss ich, dass ich die Hoffnung nun wohl wirklich aufgeben muss. Ich hoffe jedoch noch immer auf ein Wunder und versuche es mit Utrogestan - aber 46 ist wohl einfach wirklich zu alt!
Ich bedaure so vieles: dass ich damals mit 37 die Pille danach genommen habe (vielleicht wäre DAS ja die Chance gewesen!), dass ich zwischen 38 und 42 nicht ALLES versucht habe, um schwanger zu werden, dass ich nicht noch andere Ärzte konsultiert habe, die weniger konservativ waren, dass ich nicht mehr Druck auf meinen Partner ausgeübt habe....
Auf jeden Fall denke ich, dass ich es für den Rest meines Lebens bedauern werde, kein Kind gehabt zu haben. Ich weiss nicht, wie ich mit diesem Bedauern umgehen soll.
Vielleicht gibt es hier ja Frauen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben - wenn ja, wäre ich an einem Gedankenaustausch im Sinn einer Selbsthilfegruppe sehr interessiert. Meldet Euch doch (<email-pii>)! Allen jüngeren Frauen wünsche ich, dass sie es nie soweit kommen lassen, dass sie die Sache nicht hinauszögern mit der vaguen Idee, "vielleicht später einmal".... Es gibt ihn wirklich, den Moment, wo es zu spät ist!
Amedea