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Duomo Santa Maria del Fiore
Als Pisa im 11. Jahrhundert seinen prächtigen Dom, Siena im 12. Jh. und Lucca anfangs des 13. Jh. zu bauen begannen, war in Florenz die Hauptkirche, die kleine Santa Reparata, zu klein geworden. Aufgrund der neuen Machtposition der Stadtrepublik in der Toskana wurde ein repräsentativer Neubau verlangt. Es sollte das schönst mögliche Gebäude errichtet werden!
So schuf der Stadtbaumeister Arnolfo di Cambio (1294) mit 153 m Länge und 38 m Breite eine der bis heute grössten Kirchen der Welt. Nach seinem Tod übernahmen Giotto, Talenti und Giovanni di Lago Ghini die Bauführung. 1434 bei Fertigstellung der Kirche war sie die grösste in Europa.
Brunelleschis Kuppel
Die Bürger von Florenz wünschten sich (nach einem Vorschlag einer Künstlergruppe) eine riesige Kuppel für ihre Kirche, die die Dächer der Stadt weithin überragen sollte. Schliesslich war Florenz im 14. Jahrhundert wirtschaftlich führend und das wollte man auch zeigen. So gewann Filippo Brunelleschi mit seiner Idee, eine Kuppel mit 42 m Durchmesser und einer sich selbst tragenden Doppelschalenkonstruktion zu bauen, die Ausschreibung. Seit dem Bau des römischen Pantheon (Durchmesser 42 m) hatte sich niemand mehr getraut, eine derartige Weite zu überspannen. So glaubten die Florentiner auch nicht, dass diese Konstruktion die Jahrhunderte überdauern würde. Doch Brunelleschi gelang dieses technisch grandiose Meisterwerk. Die ebenfalls von Brunelleschi entworfene Marmorlaterne mit der Kugel an ihrer Spitze hält mit ihrem Gewicht bis heute das bedeutendste architektonische Bauwerk zusammen.
Die Bauzeit dieser Kirche war immens lang (rund 600 Jahre), die Fassade des Doms wurde erst Ende des 19. Jh. vollendet. Sie beeindruckt durch die wunderschönen Farben des Marmors. (Der weisse Marmor stammt aus Carrara, der grüne aus Prato und der rote aus der Maremma.)
Tipp: Die Domkuppel zu besteigen ist ein Muss, ein absolutes Highlight! Die insgesamt 463 Stufen, die zwischen der Doppelschalenkonstruktion liegen, sind ein einziges Abenteuer, und man wird zuoberst auf der Laterne an der Kuppelspitze in 106 Meter Höhe mit einer grandiosen Aussicht auf die ganze Stadt und Umgebung belohnt! (Auch für Familien mit Kindern ab ca. 6 Jahren geeignet.) Man sollte die Treppen schön gemütlich angehen, sind die Stufen bis oben nicht ganz ohne! Zudem steigt man die Stufen bis fast unterhalb der Kuppel wie in einem Turm „rundherum“, immer in derselben Richtung empor (Wendeltreppe) – es könnte einem fast schwindlig werden. Doch bereits bei der ersten Pause wird man belohnt, kann man von weit oben direkt in das Innere der Kirche herab blicken. Und wenn man die Innenwände der Kirche betrachtet, sieht man überall Messgeräte, die das Fortschreiten der Mauerrisse überwachen. Weiter geht es nach oben, und man fühlt sich in die Zeit versetzt, als dieses Wunderwerk gebaut worden ist. Auf einmal herrscht Gegenverkehr und es wird enger – die Besucher, die von der Kuppel herabsteigen kreuzen die anderen Menschen, die auf die Kuppel wollen. Die letzte Treppe fast zuoberst ist sehr steil und imposant. Dann noch einige wenige Stiegen eine Leiter empor und man hat die Kuppel erreicht. Was für ein atemberaubender Augenblick, da hoch oben zu stehen und über ganz Florenz und Umgebung zu sehen!
TIPP: Weil der Dom sehr beliebt ist, kann es sich lohnen, vorgängig die Tickets online zu buchen.