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Cholesterin gilt in der Medizin als wichtigster Risikofaktor für Herzkreislaufkrankheiten. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass Cholesterin als erstes fettähnliches Molekül im Blut leicht gemessen werden konnte. Der Begründer der Cholesterinhypothese, Ancel Keys, verwendete Daten über Fettkonsum und Cholesterinspiegel von sieben Nationen („Seven Countries Study“), obwohl Daten von bereits 22 Nationen vorhanden waren. Die restlichen 19 Nationen passten allerdings nicht in seine Hypothese…………….Die weitere Entwicklung der Cholesterinhypothese ist nicht weniger fragwürdig, sie musste auch immer modifiziert werden. Den endgültigen Durchbruch erlebte sie mit der Entwicklung cholesterinsenkender Medikamente. Nun war die Forschung völlig in der Hand von Pharma-Unternehmen, und die Cholesterinsenker wurden zum Blockbuster des Jahrhunderts.
Zur „Diet-Heart“-Hypothese resp. „Cholesterin-Herzinfarkt-Connection“ siehe „Lipide und Lipoproteine“.
Sogenannte Checkups wurden ursprünglich von Versicherungen angeboten in der Meinung, dass Vorbeugen billiger sei als Heilen.
Allerdings haben Checkups nichts mit Vorbeugen zu tun, Ziel ist die Suche nach Krankheiten, die der Betroffene noch nicht spürt, in der Fachsprache „Sekundärprävention“. „Vorbeugen“ wäre in dieser Terminologie Primärprävention, also die Summe der Massnahmen, welche das Auftreten der Krankheit verhindern sollen. Leider befähigt die Ausbildung der Medizin den Arzt nur sehr beschränkt, wirksame die Gesundheit erhaltende Massnahmen zu empfehlen, welche nicht Jedem und Jeder schon bekannt wären.
Die Meinung, das frühe Erfassen einer Krankheit sei für deren Behandlung ein Vorteil ist leider nur intuitiv richtig aber selten begründet. Im Allgemeinen wird einfach die Diagnose vorgeschoben, und man lebt länger mit seiner Krankheit. Dies ist vor allem bei den sogenannten Krebs-Screenings offensichtlich. Ein bösartiger Tumor besteht bei seinem frühest möglichen Nachweis bereits aus einer oder mehreren Milliarden Zellen. Die Wahrscheinlichkeit ist verschwindend klein, dass sich zu diesem Zeitpunkt nicht schon mehrere davon abgesetzt und irgendwo im Körper mikroskopische Metastasen gebildet haben.
Bemerkt als Beispiel eine Frau mit 67 Jahren einen Knoten in der Brust, hat sie eine Lebenserwartung von 3 – 5 Jahren. Wäre bei dieser Frau der Krebs mittels Mammografie bereits mit 59 Jahren diagnostiziert worden, gälte sie mit 69 Jahren als medizinisch (dank Krebs“vosorge“) als „geheilt“, da sie 10 Jahre überlebt hat. Sie wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach kaum viel älter als 70 werden, denn die frühere Diagnose hat nur ihre Überlebenszeit verlängert, nicht ihre Lebenserwartung. Sie hat jedoch über 10 Jahre mit der Gewissheit gelebt, Krebs zu haben und daran zu sterben.
Eine weitere Meinung ist intuitiv richtig aber leider falsch: Nützt der Checkup nicht, so schadet er wenigstens nicht. Leider ist der Schaden von Checkups für das Individuum und für die Gesellschaft oft grösser als der Schaden: unnötige und gefährliche Zusatzuntersuchungen infolge Pseudobefunden, lebenslange Medikation zur Behandlung von „Risikofaktoren“ mit mehr oder weniger Nebenwirkungen für den Rest des Lebens mit fragwürdigem Nutzen.
Als Beispiel seien die beliebten EKGs und Belastungs-EKGs erwähnt: Die United States Preventive Services Task Forc (USPSTF) rät von diesen Untersuchungen klar ab, da der Schaden erwiesenermassen grösser ist als der Nutzen!
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