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Minimalismus und systematische Konzeption bestimmten zeitlebens Markus Zürchers Schaffen. Innerhalb dieser Parameter schuf er oft grossformatige Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde, die Spannung beziehen aus dem Verhältnis von Detail und Gesamtform, Ordnung und Chaos, Regel und Freiheit.
Markus Zürcher liess sich zunächst zum Primar- und Sekundarlehrer und gleich anschliessend zum Schaufensterdekorateur ausbilden. 1967 zog er nach Bern und startete dort 1969 seine Weiterbildung zum Künstler an der Kunstgewerbeschule, setzte sie an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart fort und schliesslich im Fachbereich Kunst an der Gesamthochschule Kassel, wo er 1983 diplomierte. Sein Schaffen war geprägt von einer radikalen Reduziertheit, anfänglich auch in der Farbwahl: Die Zeichnungen der 1980er-Jahre sind in Tusche, also schwarz-weiss gehalten. Formal beschränkte sich Zürcher auf die Linie, die er nach eigenen Systematiken blattfüllend aneinanderfügte, überlagerte oder bündelte. Es entstanden auch Installationen, in denen Äste eine linear zeichnerische Funktion übernehmen. Vielzitiert ist zudem das Wandgemälde, das Zürcher in der Kunsthalle Bern mit Staub aus dem Ausstellungsraum schuf. Anfang der 1990er arbeitete er neu auch mit Bleistift, erst um Mitte der 2000er-Jahre fand Farbe Einzug in sein Schaffen: Er goss sie aus allerlei teils selbst entwickelten Gerätschaften in einem langsamen Prozess der Schichtung auf grossformatige Blätter, vorder- und rückseitig. Reizvoll flimmern die so entstandenen Aquarellschraffuren zwischen Oberfläche und Tiefe.
Markus Zürcher war im Berner Kulturleben auch als Bühnenbildner an Kleintheatern aktiv und, ein Jahr vor seinem Tod, Initiant des «Art-Tat-Ort» (heute Markus Zürcher Fenster) im PROGR – Zentrum für Kulturproduktion. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, etwa 1982 und 1985 mit einem Werkbeitrag von Stadt und Kanton Bern.
Markus Zürcher, 1946 geboren in Herisau (CHE), starb 2013 in Sedrun (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Zeichnung, Aquarell, Malerei, Multiples, Objektkunst, Skulptur, Druckgrafik, Installation