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Im Sommer 2015 führte die Kantonsarchäologie an der Kirchgasse in Erschwil eine dreimonatige Notgrabung vor dem geplanten Bau eines Einfamilienhauses durch. Dabei legte sie ein 17 x 24,5 Meter grosses römisches Steingebäude frei. Die Entdeckung des bisher ältesten Gebäudes in Erschwil stiess in der Bevölkerung auf grosses Interesse.
Das römische Haus war teilweise in den Hang gebaut und deshalb stellenweise noch sehr gut erhalten. Der talseitig gelegene Wohntrakt besass im Untergeschoss einen langgezogenen Raum mit Bretterboden und einem 2 Meter breiten Tor auf der Schmalseite. Nördlich davon lag ein kleinerer, fast quadratischer Raum, der mit einem Lehmboden ausgestattet war. Im rückwärtigen Teil des Gebäudes, hangaufwärts, befanden sich einzelne Werkstätten sowie vermutlich Lager- und Vorratsräume, die um einen offenen Hof gruppiert oder in einer grossen Halle untergebracht waren. Nachgewiesen sind eine zentrale Feuerstelle, eine kleine Schmiedewerkstatt und Spuren von Holzbauten.
Der Bau stammt aus dem 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. und war wohl ein Nebengebäude einer grösseren Anlage, eines Gutshofes. Damit ist im näheren Umfeld noch mit weiteren Bauten aus der Römerzeit zu rechnen.