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Die Fondation de l’Hermitage zeigt kommenden Sommer ein aussergewöhnliches Ensemble mit 80 Werken von Joan Miró (1893-1983) aus den Beständen der Fundació Pilar i Joan Miró in Palma de Mallorca, die einen Grossteil des Nachlasses des Künstlers besitzt. Die Ausstellung konzentriert sich auf das Reifewerk, das in den letzten dreissig Lebensjahren in Mirós Atelier auf Mallorca entstand, wo der grosse Meister von 1956 bis zu seinem Tod 1983 lebte.
Die Ausstellung präsentiert die letzte Schaffensphase der langen Karriere des Malers, zu einem Zeitpunkt, da sein Traum Wirklichkeit wird: ein grosses Atelier mit Werkstatt, wo er in Frieden und Ruhe in direktem Kontakt zur Natur, einer für ihn unerschöpflichen Inspirationsquelle, arbeiten kann. «Mallorca ist Poesie und Licht», stellte Miró 1957 fest. Das vom katalanischen Architekten Josep Lluís Sert entworfene Atelier, ein grosser, dem künstlerischen Schaffen förderlicher Raum, erlaubte ihm, mit einer Fülle ständig neuer Ideen an mehreren Werken gleichzeitig zu arbeiten.
In den 60er und 70er Jahren bestimmen Frauenmotive, Vögel und Handabdrücke sowie Landschaften den Rhythmus seines in leuchtenden und kräftigen Farben gehaltenen Werks. Von diesen Themen ausgehend vereinfacht Miró die Figuren, seine Ikonografie wird abstrakter. Verschiedene Ausdrucksformen bestehen nebeneinander, statische Werke wie Mosaïque (1966) neben den ungestümen Pinselstrichen von Poésie (1966). Die grossen monochromen Landschaften der 70er Jahre offenbaren schliesslich die Anziehung, die der abstrakte Expressionismus und die fernöstliche Kalligrafie auf Miró ausüben. Diese Einflüsse verleihen seinen Bildern eine Schlichtheit, die sich durch schwarze, aus der unberührten Leinwand hervorbrechende Linien auszeichnet. Die aus Flecken, Zeichen, Farbspritzern, Abdrücken und Kratzspuren bestehende Bildsprache gibt die geistige Vielfalt des katalanischen Genies besonders gut wieder. In seinen letzten Lebensjahren schafft er eine Serie stilisierter Motive auf einem königsblauen Untergrund von seltener Intensität wie in Sans titre (1978). Gleichzeitig legt Miró die Pinsel beiseite, um mit den Fingern auf unterschiedlichsten Materialien (Karton, Glaspapier, Holz usw.) zu malen, was seinen ungebrochenen Einfallsreichtum widerspiegelt.
Die chronologisch und thematisch zusammengestellte Auswahl umfasst eine Serie von fünfzig Ölgemälden, darunter zahlreiche Grossformate (Femme dans la rue, 1973), aber auch Plastiken aus Terrakotta und Bronze (Femme, 1967) sowie Papierarbeiten (Radierungen, Tusche). Es sind auch mehrere Skizzen für Kunstprojekte im öffentlichen Raum zu sehen, wie die Wanddekorationen am Harkness Commons der Universität Harvard oder im Terrace Plaza Hotel in Cincinnati.
Eine räumliche Nachbildung von Mirós Atelier in Palma de Mallorca und ein Ensemble mit Originalobjekten aus dem Besitz des Künstlers ermöglichen dem Besucher, in die aufregende Welt des katalanischen Meisters einzutauchen. Ein bedeutender biografischer Teil, Archivfotos und ein Dokumentarfilm über den Künstler runden die Ausstellung ab.