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Was ist Myelofibrose Ursachen und Häufigkeit Symptome Diagnose Prognose Akute Myeloische Leukämie
Wenn Sie die Diagnose Myelofibrose (MF) erhalten haben, fragen Sie sich vielleicht, wie häufig diese Erkrankung vorkommt und welche Ursachen ihr zugrunde liegen.
MF gehört zur Gruppe der seltenen Blutkrankheiten: Pro Jahr erkrankt etwa einer von 100.000 Menschen in Europa an dieser Veränderung des Knochenmarks. Meist sind ältere Menschen betroffen, denn im Durchschnitt wird die Erkrankung in einem Alter von 65 Jahren diagnostiziert. Sie kann aber auch bei jüngeren Menschen auftreten. Insgesamt sind etwa 90 % der Erkrankten älter als 46 Jahre. Männer sind mit ca. 65 % häufiger betroffen als Frauen.
Blutzellen im Knochenmark bilden bestimmte Botenstoffe, die den Zellen in ihrer Umgebung gewisse Signale vermitteln. Bei der MF ist die Blutbildung im Knochenmark gestört, so dass in der frühen Phase zu viele Blutzellen gebildet werden. Dies verursacht eine vermehrte Ausschüttung an Botenstoffen, die bestimmten Zellen im Knochenmark signalisieren, dass mehr Bindegewebe gebildet werden soll. Dadurch verfasert das Knochenmark immer mehr und es kann immer weniger reife und funktionsfähige Blutzellen bilden, so dass deren Zahl im Verlauf der Erkrankung abnimmt.
Abb. 1: Im Gegensatz zu gesundem Knochenmark produziert das Knochenmark bei MF in der frühen Phase zu viele Zellen, die Botenstoffe freisetzen. In der späten Phase werden immer weniger Zellen hergestellt, weil das Knochenmark zunehmend verfasert.
Für jedes Molekül im Körper gibt es einen Bauplan, die sogenannte DNA. Wenn diese jedoch einen Fehler enthält, liegt eine sogenannte Mutation vor. Weist beispielsweise der Bauplan für ein Enzym (ein bestimmtes Eiweiss, das wichtige Prozesse im Körper steuert) eine Mutation auf, dann kann es unter Umständen nicht mehr normal arbeiten bzw. nicht die eigentlichen Funktionen ausführen. Eine solche Mutation kann bei der Entstehung der MF eine Rolle spielen. Die JAK2-Mutation ist die genetische Veränderung eines Enzyms namens Januskinase (JAK). Es gibt vier Januskinasen (JAK1/2/3 und TYK2), wobei JAK2 häufig wegen einer Veränderung überaktiviert sein kann.
In Stammzellen fungiert die Januskinase normalerweise als „Schalter“ für die Zellvermehrung, der sich je nach Bedarf abwechselnd ein- und ausschalten kann. Die genetische Veränderung (Mutation) der Januskinase führt jedoch dazu, dass dieser „Schalter“ immer eingeschaltet ist. Infolgedessen werden immer mehr Blutzellen gebildet.
Nicht jeder MF-Patient weist eine JAK2-Mutation auf. 20 bis 30 % der MF-Patienten haben eine Mutation im Bauplan eines anderen Proteins, welches das Wachstum von Zellen beeinflusst (Calreticulin, CALR). Weitere 5 bis 8 % der MF-Patienten haben eine Mutation im Bauplan des sogenannten Thrombopoetin-Rezeptors (MPL), der an der Bildung von Blutplättchen beteiligt ist. Daher sind diese drei genetischen Defekte Risikofaktoren für eine MF. Es gibt jedoch auch Patienten, die keine der drei genannten Mutationen tragen.
Abb. 2: Bei einem MF-Patienten ist die Januskinase (JAK) immer "eingeschaltet", so dass eine Überproduktion von Blutzellen stattfindet.
Quellen:
CH2310201029