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Bilanz ziehen
Die vergangenen stürmischen und niederschlagsreichen Tage liegen hinter uns. In einer starken Westströmung eingelagert zogen zwei markante Randtiefs, "Burglind" und "Christine", über die Schweiz hinweg. Nebst kräftigen Sturmwinden fiel vor allem am Donnerstag auch anhaltend Niederschlag. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen.
Die vergangenen Tage waren aus meteorologischer Sicht sehr dynamisch. Über dem Nordatlantik entwickelte sich bereits zum Jahreswechsel ein kräftiges und recht umfangreiches Tief mit einem Kerndruck von unter 960 hPa. In der Höhe war es an einen starken Jetstream gekoppelt, der die weitere Entwicklung wesentlich mitsteuerte.
Sturmtief "Burglind"
Am 2. Januar entstand an der Kaltfront eine frontale Welle, die sich rasch zu einem Randtief intensivierte und gesteuert von der starken westlichen Höhenströmung über Schottland hinweg zur Nordsee zog, wo es am 3. Januar mit einem Kerndruck von 966 hPa seine stärkste Phase erreichte. Dieses Tief sorgte am letzten Mittwoch 3. Januar als „Burglind“ auch in der Schweiz für Sturmwinde. In der Folge zog das Sturmtief „Burglind“ weiter ostwärts nach Dänemark und begann sich aufzufüllen. Somit nahmen auch über der Schweiz die Windgeschwindigkeiten vorübergehend ab.
Sturmtief "Christine"
Über dem Nordatlantik blieb die stark ausgeprägte Frontalzone weiterhin bestehen, so dass sich bereits am Mittwoch eine nächste Randzyklone bildete. Sie verlagerte sich auf einer ähnlichen Zugbahn wie schon zuvor „Burglind“ über England hinweg zur Nordsee und vertiefte sich auf 982 hPa. Wiederum erfasste das Tief, genannt „Christine“, an seinem Südrand die Schweiz mit stürmischen Winden, wenn auch weniger stark als am Tag zuvor. Markant war zudem auch die Warmfront von „Christine“, die die Zufuhr von milder und feuchter Meeresluft vom Atlantik zum Alpenraum einleitete. Dieser anhaltende Zustrom von feucht-milder Luft führte am Donnerstag den ganzen Tag zu teils recht intensiven Niederschlägen, die am Alpennordhang durch Staueffekte noch verstärkt wurden. Gleichzeitig stieg die Schneefallgrenze mit der wärmeren Luft schon am Donnerstagvormittag rasch von 600 auf über 2000 Meter an. In der Nacht auf heute Freitag zog das Tief „Christine“ unter einsetzender Auffüllung zur südlichen Ostsee weiter, und in der Schweiz setzte eine Wetterberuhigung ein.
Ergiebige Niederschläge
Seit Dienstag 2. Januar folgten, eingelagert in die starke Westströmung, mehrere Niederschlagsphasen. Die erste war an eine okkludierende Front gebunden, die unmittelbar dem Sturmtief „Burglind“ vorausging. Nach einer kurzen Wetterberuhigung folgte bereits am Mittwoch 3. Januar die markante Kaltfront von „Burglind“, die am späteren Vormittag die Schweiz überquerte, vereinzelt sogar von kleinen Gewittern begleitet. Nach längeren trockenen Abschnitten setzten in der Nacht auf Donnerstag 4. Januar erneut Niederschläge ein, verursacht von der Warmfront des sich annähernden Tiefs „Christine“. Da die Zufuhr von milder und feuchter Meeresluft während des ganzen Tages aufrecht erhalten wurde, hielten die Niederschläge fast ununterbrochen an. Erst in der Nacht auf Freitag 5. Januar fanden die Niederschläge dann ein Ende.
In den Alpen teilweise viel Neuschnee
Mit den ergiebigen Niederschlägen fiel in den Alpen natürlich auch viel Neuschnee. Betroffen waren aber hauptsächlich Höhenlagen oberhalb rund 2000 Metern, dort wo der Grossteil der Niederschläge in Form von Schnee fiel. Unterhalb fiel der Niederschlag wegen der angestiegenen Schneefallgrenze meist als Regen. Einzig in einigen inneralpinen Tälern, wo der starke Westwind nur schwer vorstossen und daher die Kaltluft nur zögerlich ausräumen konnte, fiel der Niederschlag noch länger als Schnee bis zum Talgrund, wie beispielsweise im Obergoms oder in Teilen der Surselva.
Stürmische Tage
Mit dem Sturmtief „Burglind“ zogen über einen Grossteil der Schweiz heftige Stumwinde. Sie erreichten im Flachland Böenspitzen von 80-100 km/h, an den Voralpen sogar 125 km/h (Thun und Luzern) resp. in Wädenswil gar 151 km/h! In erhöhten Lagen zeigte das Anemometer 120-160 km/h an. Auf dem Säntis waren es 171 km/h, auf dem Pilatus 195 km/h und auf dem Gütsch ob Andermatt sogar 201 km/h!
Das zweite Sturmtief „Christine“ brachte am Donnerstag 4. Januar zwar nochmals stürmische Winde, aber nicht mehr in der Stärke wie am Vortag. Im Flachland wurden Böenspitzen von 50-80 km/h verzeichnet, deutlich höhere Werte traten wiederum in Thun (96 km/h) und in Luzern (101 km/h) auf. An erhöhten Standorten wurden 80-110 km/h gemessen, auf einigen Bergstationen (Jungfraujoch, Titlis, Crap Masegn, Säntis) rund 150 km/h.
Warnungen
Die Wetterereignisse der vergangenen Tage wurden von MeteoSchweiz mit verschiedenen Warnugen bewarnt. Es wurden Warnungen Stufe 3 für Sturm sowie für intensiven Regen und für starken Schneefall ausgegeben. Für Teile der westlichen Schweizer Alpen wurden zudem noch Warnungen Stufe 4 für intensiven Regen und starken Schneefall gemacht.