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Bereits für die Maturaarbeit wagte sich eine Gruppe Kantonsschüler rund um Alissa Cuipers an ein spätes Theaterstück von Friedrich Dürrenmatt. Die Komplexität von „Midas oder Die schwarze Leinwand“ lockte Cuipers vor allem. „Zudem gefällt mir die Verworrenheit des Stücks und, wie die Relativität von Subjektivität und Objektivität im Stück behandelt wird.“
Philosophie und Dramentheorie
Die Verworrenheit nimmt den Zuschauer gleich zu Beginn des Stücks in Beschlag. Die Bühne bleibt lange Zeit schwarz und aus dem Hintergrund spricht die Figur Richard Green zum Publikum. Das Green dabei nicht erscheint, hat einen einfachen Grund: Er ist tot. Gleichzeitig hört man ein leises klappern auf der Bühne. Erst als Green mit dem Schriftsteller F.D. spricht, erkennt man, dass dieser gleichzeitig am Stück schreibt, welches das Publikum sieht.
Diese Brüche in der Handlung nutzt Dürrenmatt immer wieder, um Gedankengänge über das literarische Schaffen einzustreuen. Er beschreibt, wie er einen Stoff bearbeitet und thematisiert gleichzeitig den langen Weg von Midas. Schliesslich beschäftigt das Stück den Autor während Jahrzehnten und er verfasste rund zwölf verschiedene Versionen.
Ambitionierte Inszenierung
„Midas oder Die schwarze Leinwand“ stellt durch seine Vielschichtigkeit eine grosse Herausforderung dar, die aber von den Schauspielern und der Regisseurin mit Bravur gemeistert wurde. Nahe am Werk und doch mit passenden Kürzungen und eigenen Ansätzen erreichten sie es, das Stück lebendig auf die Bühne zu bringen. Kein leichtes Unterfangen mit schnellen Szenenwechseln, Sprüngen aus der Handlung in theoretische Gespräche und dem Wechseln von verschiedenen Rollen. Die erste Inszenierung von Cuipers bestach durch ein gutes Gespür für Tempowechsel und ein eingespieltes Ensemble.