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Februar 2020
Diese Webseite ist Teil der Beschreibung meiner Reise durch das Baa Atoll. Neben Goidhoo habe ich die folgenden Inseln besucht: Fehendhoo, Fulhadhoo, Thulhaadhoo, Maalhos, Kamadhoo, Dharavandhoo und Dhonfanu. Am Ende der Webseite findet sich der Link zur nächsten Insel.
Die Insel
Goidhoo ist der Hauptort des Goidhoo-Atolls. Flächenmässig und mit ihren 500 Einwohnern ist es die weitaus grösste Insel des Atolls. Da Fehendhoo und Fulhadhoo keinen eigenen Hafen besitzen, ist es die einzige Insel im Atoll, die von der staatlichen Fähre und von den Schnellbooten ab Male angelaufen wird.
Die Insel ist für Sonnenanbeter nicht wirklich geeignet. Es gibt nur einen kleinen ganz im Süden gelegenen Bikini-Strand, zu dem man wegen der Distanz zu den Gästehäusern idealerweise mit dem Fahrrad gelangt. Das Wasser ist seicht, so dass er nicht zum Schwimmen geeignet ist. Trotzdem ist die Insel besuchenswert, denn sie beheimatet eine Kolonie von grossen Waldkrebsen, die im Norden der Malediven Kadoofa Kakuni genannt werden. Ich sah bereits wenige dieser Krebse auf Mulhadhoo im Norden der Malediven, aber auf Goidhoo waren nach Anbruch der Dunkelheit hunderte dieser Krebse unterwegs. Auf der Insel wird wegen ihrer Grösse, dem Vorkommen von Grundwasser und guter Erde Landwirtschaft betrieben und die Produkte nach Male exportiert. Das bedeutet auch, dass die Speisen auf Goidhoo abwechslungsreicher sind als auf vielen anderen Inseln der Malediven. Als weitere Besonderheit gibt es einen von Mangroven umgebenen Süsswassersee, an dessen Ufer viele Kadoofa Kakuni Krebse leben.
Zudem bietet Goidhoo das beste Schnorchelerlebnis im Goidhoo Atoll, wie die Unterwasserbilder zeigen. Die Sicht war meist ausgezeichnet.
Weil Goidhoo keine Stranddestination ist, gibt es auf der Insel nur zwei Gästehäuser. Das ‚Olive‘ befindet sich am Weststrand der Insel. Es ist ein modernes Hotel in der Nähe eines kleinen Strandes mit Blick auf den Sonnenuntergang. Zur Zeit meines Besuches war die Küche nicht besonders toll, so dass ein paar Gäste zum Essen ins ‚Horsburgh Island Guest House‘ kamen, wo ich logierte. Dieses war im Dorf und einfacher, aber die Leute freundlich (eine Inselrundfahrt auf dem Motorrad und eine Einführung in die Landwirtschaft der Insel waren inbegriffen). Auch die kostenlose Benutzung des Fahrrades war wegen der Grösse der Insel willkommen. Dieses Gästehaus befindet sich in der Nähe des dieselbetriebenen Elektrizitätswerkes, aber ich roch keine Abgase.
Es ist eine freundliche Insel mit farbigen Häusern.
Die Moschee der Insel
Das Solarkarftwerk der Insel. Trotzdem kann auf das dieselbetriebene Elektrizitätswerk nicht verzichtet werden. Im Hintergrund sorgen die Mobilfunkmasten der beiden Telekom-Anbieter für die Kommunikation zur Aussenwelt inklusive schnellem 4G-Internet.
Die lange Westküste ist der ideale Ort, um tolle Sonnenuntergänge zu beobachten.
Das Grundwasser wird mittels Rohren auf die Felder gepumpt.
Ohne Bewässerung wächst hier nichts.
Krebse
Es ist selten, einen dieser Waldkrebse bei Tageslicht zu sehen, da sie vornehmlich nachtaktiv sind.
Im Norden der Malediven werden diese grossen Waldkrebse Kadoofa Kakuni genannt. Auf Goidhoo scheinen die Einheimischen keinen Namen für diese Krebse zu haben. Ich sah wenige dieser Krebse auf Mulhadhoo im Norden der Malediven, aber auf Goidhoo waren nach Anbruch der Dunkelheit hunderte dieser Krebse unterwegs. Sie sind die grössten Krebse auf den Malediven. Der Kopf ist etwa 10 cm breit.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Blättern.
Aber auch junge Kokosnüsse stehen auf dem Speiseplan.
Die Abwehrstellung
Den Tag durch verstecken sie sich in ihren selbst gegrabenen Löchern.
Ein Plastikteil ist das Zuhause dieses Einsiedlerkrebs.
Eine Spinne wartet auf ihre Beute.
Schnorcheln
Das Schnorchelgebiet befindet sich im südöstlichen Teil der Insel ausserhalb des ‚Secret Beach‘. Bei meinem Besuch herrschte eine ständige leichte Strömung Richtung Südwesten, die aber nicht gefährlich war, da sie nicht ins offene Meer hinaus führte. Es ist ein sehr interessantes Schnorchelgebiet. Hier sah ich das erste Mal Sichelflossen-Zitronenhaie, einmal sogar zwei nur wenige Meter Meter von mir entfernt. Auch Schildkröten und Adlerrochen sind mir begegnet.
Stahlblaues Wasser
Ein Schwarm Buckelschnapper (engl. Humpback snapper)
Grossdorn-Husar-Fisch (engl. Sabre squirrellfish)
Gelbsattel-Meerbarbe, auch Goldsattel-Meerbarbe genannt (engl. Goldsaddle goatfish)
Ein Schwarzpunkt-Kofferfisch (engl. Spotted trunkfish)
Ein Indischer Gelbklingen-Nasendoktorfisch (engl. Orange-spine unicornfish)
Eine Orientalische Süsslippe (engl. Oriental sweetlips)
Eine Kurznasen-Makrele (engl. Snubnose pompano)
Ein Gebänderter Falterfisch (engl. Meyer’s butterflyfish)
Picasso-Drückerfische (engl. Picasso triggerfish)
Diese Sichelflossen-Zitronenhaie (engl. Sicklefin lemon shark) drehten immer im gleichen Gebiet ihre Runden.
Eine Echte Karettschildkröte (engl. Hawksbill sea turtle)
Ein Gefleckter Adlerrochen (engl. Spotted eagle ray)
Dieser Graustreifen-Sergant (engl. Banded sergeant) versteckte sich zuerst unter einem Ast
aber getraute sich dann doch noch hervor.
Ein Pfauenaugenbarsch (engl. Peacock rock cod)
Eine gelbe Variante des Zigarrenlippfisches (engl. Cigar wrasse)
Eine Sattelstreifenmeerbarbe (engl. Doublebar goatfish)
Ich hatte Mühe bei der Bestimmung dieser Fischart. Eventuell ist es ein Zweifleck Schnapper (engl. Two-spot banded snapper)
Diese Weisse Geistermuräne (engl. White ribbon eel) sah ich vom Strand aus.
Ein Indischer Clown-Junker, auch Bijouteriefisch genannt (engl. Queen rainbow-wrasse)
Eine Riesen-Süsslippe (engl. Giant sweetlips)
Obwohl Goidhoo keine Traumstrände aufweist, ist diese Insel einen Besuch wert. Die Unterwasserwelt ist vielfältig, die Kolonie der grossen Waldkrebse beeindruckend und auch ein Besuch des landwirtschaftlich genutzten Gebietes lohnt sich.
Die lokale Fähre brachte mich in 1.5 Stunden zu meiner nächsten Destination, der Insel Thulhaadhoo.