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«Es ist eine Katastrophe, was in Acapulco geschehen ist», sagte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador vor den Medien. Unter anderem durch eine Luftbrücke soll die Bevölkerung nun mit Lebensmitteln versorgt werden.
Otis war in der Nacht auf Mittwoch als extrem gefährlicher Hurrikan der höchsten Stufe 5 mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von fast 270 Kilometern pro Stunde und Böen von bis zu 330 Stundenkilometern auf die Küste getroffen. Über Land verlor er dann an Kraft und löste sich schliesslich auf.
Tausende Soldaten und weitere Einsatzkräfte schafften am Donnerstag (Ortszeit) in den Strassen von Acapulco und benachbarter Ortschaften umgestürzte Bäume und Trümmer beiseite, wie die Behörden mitteilten.
Massive Schäden und gestrandete Touristen
In Acapulco seien rund 80 Prozent der Hotels beschädigt worden, sagte die Gouverneurin des südlichen Bundesstaates Guerrero, Evelyn Salgado. Gestrandete Touristinnen und Touristen sollten mit Bussen aus der Stadt gebracht werden, wie Präsident Andrés Manuel López Obrador sagte.
Medienberichten zufolge sassen zeitweise über 100'000 Reisende fest. Die zuvor verschüttete und überschwemmte Autobahn zwischen Acapulco und der rund 480 Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt wurde nach Aufräumarbeiten am Donnerstag wieder geöffnet.
Der Sturm riss Fassaden von Häusern und liess Fensterscheiben bersten. Strom, Telefon und Internet fielen grossflächig aus. In Acapulco konnten sich viele Menschen nur zu Fuss durch die überschwemmten und von Trümmern blockierten Strassen fortbewegen. Der Flughafen des Touristenorts und die meisten Tankstellen blieben geschlossen.
Otis beschädigte ausserdem das Frühwarnsystem für Erdbeben an der mexikanischen Pazifikküste. Die Kommunikation mit mindestens 27 der rund 100 Sensoren des seismischen Beobachtungsnetzes sei unterbrochen, teilte der Betreiber am Mittwoch mit. Sollte sich in der Nähe der beschädigten Sensoren ein starkes Beben ereignen, könne die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt werden.
Acapulco ist bekannt für seine Klippenspringer und Luxushotels. Auch bei Low-Budget-Touristen ist der Ferienort sehr beliebt. Einst stieg dort der internationale Jetset ab. Wegen der grassierenden Gewaltkriminalität kamen zuletzt allerdings immer weniger Reisende aus dem Ausland. Heute verbringen dort vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner von Mexiko-Stadt ihre Ferien oder langen Wochenenden.