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Bob Dylan soll sie nach einem Konzert hinter der Bühne umworben haben –sie zeigte ihm die kalte Schulter. Auch Musikstars wie Paul McCartney oder George Harrison sollen sich umsonst um ihre Gunst bemüht haben. Enfant terrible Mick Jagger bezeichnete sie als «Idealbild einer Frau» – vergeblich. Madame Hardy blieb distanziert, was irgendwie auch ins Bild der charismatischen Sängerin passte.
Ihre melancholische und gleichzeitig etwas unnahbare Art war schon von Anfang an ihr Markenzeichen. «Alle andern sind verliebt, nur ich bin allein» sang sie schon zu Beginn ihrer Karriere in «Tous les garçons et les filles». Der Erfolg kam damit buchstäblich über Nacht.
Der Yéyé-Hype
Als «Yéyé» wird die französische Variante der Beatmusik bezeichnet. Sie wurde in den 1960er-Jahren populär.
«Yéyé» ist abgeleitet vom Ausruf «Yeah», der in Songs angesagter, englischsprachiger Beat-Bands häufig Verwendung fand.
Stilikone der Babyboomer-Generation
Hardy wuchs in sehr bescheidenen Verhältnissen bei einer alleinerziehenden Mutter auf. Zum Schulabschluss wünschte sie sich eine Gitarre, da man damit nur schon mit drei Akkorden schöne Melodien komponieren kann. Was Mode anbelangt war sie stets stilsicher. Modezar Paco Rabanne war so begeistert von ihr, dass er für sie extra ein mit Metallpailletten besticktes Kleid entwarf, welches sagenhafte 60 Kilo wog. Als unendlich stilvoller Popstar und Schauspielerin fand sich Hardy alsbald an der vordersten Front der französischen Musikszene wieder zusammen mit weiteren Yéyé-Stars wie France Gall, Sheila oder Sylvie Vartan.
Unerträgliches Lampenfieber
Der erlangte Ruhm war Hardy aber irgendwann zuviel. Von andauerndem Lampenfieber geplagt verabschiedete sie sich 1968 von den Brettern, die die Welt bedeuten. Allerdings veröffentlichte sie seither in unregelmässigen Abständen immer wieder neue Alben. Eine Krebserkrankung hat sie mittlerweile gut überstanden und lebt in Paris.