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(Weitere Luftaufnahmen von Schwyz)
Die reiche und mächtige Linie der Reding zählt heute noch zu den ältesten und einflussreichsten Familien von Schwyz. Der Name von Reding ( ahd retig = der Berater), zeigt, dass es sich um eine Familie von Richtern und Geschworenen handelte. Die ersten authentifizierten Vertreter der Familie Reding erschienen Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Reding spielten sofort eine Hauptrolle auf der politischen und historischen Bühne des Kantons Schwyz und zeichneten sich ebenfalls auf der eidgenössischen Bühne aus. Nach dieser Feststellung, war das Söldnertum, ohne Zweifel, der wahre Motor ihres sozialen Aufstiegs. Als Männer mit Talent, am Kopf einer Söldnertruppe, trugen sie die Grade als Offizier in den kaiserlichen Armeen von Frankreich, Spanien oder Savoyen. In 1585 adelte König Heinrich II Rudolf Reding (1539-1609).
Später bauten seine Söhne die Haupthäuser Reding von Schwyz. Rudolf, Ital, der Sohn, trat bereits als Eigentümer des Gebiets der Rickenbachstrasse auf. Momentan ist das Eigentum immer noch in den Händen der Familien Glutz-von Reding und Orelli-von Reding. Das Haus wurde 1609 gebaut. In 1633 wurde es mit einem Erker, Giebel und Türmchen erweitert. Das Jahr 1699 sah die Konstruktion der Gartenpavillons. Ein Garten verziert den Osten und Süden des Hauses, während dem im Westen das lange und enge Mauerwerk ein Ökonomiegebäude steht. Das Haus zeichnet ein längliches Rechteck. Die Fenster des Erdgeschosses haben ein Renaissance-Profil, während dem in den höheren Stockwerken sie die gotische Form annehmen. Das Bestehen sowohl gotischer wir auch Formen der Renaissance ist eigen zum Beginn des 17. Jahrhunderts. Vordächer umklammern das ganze Gebäude zwischen dem Ersten und das zweite Stockwerk.
Die Ecken des Hauses werden von Grössensteinen umfasst, die in Perspektive gemalt wurden, als man sie von unten sehen würde. Auf der Nordfassade zeigt ein Renaissance-Tor eine reiche Dekoration. Es trägt zuoberst einen viereckigen Erker, der die auf der Treppen-Rampe die katalogisierten toskanischen Kolonnen unterstützt. In 1663 wurde das Dach gänzlich umgewandelt. Zwei hohe frisierte Giebel tauchten schleichend auf, um ein Dach mit gekreuzten Giebeln zu bilden. An der Kreuzung der Giebel und der Erker stehen zwei kleine Laternen. Sie tragen eine Zwiebelkuppel mit einer Kugel, auf der eine Wetterfahne steht.
Die Zimmer der ersten Etage des Hauses gehören zu den schönsten Ihrer Art in der Zentralschweiz, was getäfelte Zimmer betrifft. Sie wurden, so nimmt man an, zwischen 1630 und 1632 errichtet. In der Südwestecke steht ein Esszimmer mit geschmückter Kassetten-Decke. Die Einlegearbeit nimmt traditionelle geometrische Formen wieder auf. Man erkennt, dass die Einlegearbeit und die Architektur des eingefügten Büfetts mit der Dekoration der Wände harmonieren. Das Waschbecken aus Zinn wird von vier Medaillon geschmückt, auf denen man zwei Allegorien des Friedens und der Mässigkeit sehen kann; das dritte Medaillon ist ebenfalls einer allegorischen Darstellung gewidmet und das Letzte der Hochzeit von Cana.
Gehen wir jetzt zum grossen Saal zurück; in der Südostecke des ersten Stockwerkes. Dort sind die reichsten Wandverkleidungen des Hauses. Die Mauern werden völlig durch die Einlegearbeit belebt. Das eingefügte Büfett nimmt fast allein die ganze nördliche Wand ein. Seine vollkommen flache Architektur passt zu den Wandverkleidungen. In der Nische des Waschbeckens aus Zinn repräsentiert ein grosses Medaillon Bellone (römische Göttin des Krieges), die vorher auf dem Waschbecken des Büfetts im Esszimmer gesehen wurde.
Eine Kassettendecke wiegt schwer auf der leichten Anordnung der Wandverkleidungen; ein grosser Kontrast. Kleinere Bretter, Platten und Vierecke mischen sich zwischen den tiefen achteckigen Kassetten. Was die Verzierungen betrifft; verwendete der Künstler astragale sowie Blättermotive. Im Gegenteil zu den intarsierten Zimmern, die man gewöhnlich in Schwyz begegnet, wurden die Wandverkleidungen des grossen Saales nicht lackiert und ergeben dank der Vielfalt an Hölzer eine elegante Wirkung. Die breiten Brettern zeichnen grosse Vierecke. Das Herz der Bretter wird durch Rosetten und Sphären geprägt, die in Perspektive geschnitten wurden, die Ecken durch Lilienblumen und Passionsblumen. An der Kreuzung der Bretter hat der Künstler Köpfe von Mauren, Türken und behelmten Sarrasinen platziert. Die Inkrustationen haben ihre Originalzeichnungen bewahrt aus rote Kreide. In der Nordwestecke des Zimmers steht ein prächtigen zylindrischer Ofen, der aus 1679 datiert, welchen man Hans Heinrich Graf aus Winterthur zuschrieb. Dort sind Schlachten gemalt und Städte in Versform beschrieben. Auf dem Ofensims befinden sich die Wappen der Reding.
Das Bethlehem-Haus ist ebenfalls im Innern der Umfassungsmauer angesiedelt, die den Wohnsitz Ital Reding (Ital Reding-Hofstatt) umgibt. Ab 1981 befindet sich auf dem herrschaftlichen Gebiet auch das wirtschaftliche Gebäude, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Experten hinsichtlich der Konstruktion haben bestätigt, dass die Holz-Verkleidung des Hauses „Bethlehem“ bereits in 1287 gebaut worden ist, also zu der Zeit als die Eidgenossenschaft gegründet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte hat dieses Haus zwei einzige entscheidende Umwandlungen erfahren. Mitte des 16. Jahrhunderts hat die Holzkonstruktion eine neue Grundmauer aus Stein erhalten. Gleichzeitig hat man einen Festsaal, geschmückt mit Malereien, eingerichtet. Die zwei Veranden, wie wir sie heute kennen gehen zu einer Umwandlung des Gebäudes in 1700 zurück. Damit der Besucher sich Gedanken zur Geschichte des Gebietes machen kann, gibt es im Innern zwei Modelle, die die Lage in alten Zeiten sowie die archäologische Sichten illustrieren. Ausserdem lässt eine diskrete Einrichtung die Wohnkultur des Mittelalters und der modernen Zeiten erkennen. Im Innern der Hofstatt, kann man also zwei gut erhaltene unterschiedliche Gebäude besuchen, die beide von hoher Qualität zeugen.
Bibliographie