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Vor dem Klima auf der Flucht
Die Bewohner von Sam Dzong im Himalaja leben einfach. Sie fahren keine Autos, sie betreiben keinen Handel. Sie leben von dem, was ihr Land hergibt. Nur: Ihr Land gibt nichts mehr her. Durch die globale Erwärmung ist es ausgetrocknet. Nun müssen sie flüchten.
"Ende Winter schmolz der Schnee früher als sonst, so früh, dass die Felder noch nicht bereit waren", schildert ein Dorfmitglied die Veränderungen der letzten dreissig Jahre. Der Schnee schmolz auch schneller, verwandelte den Fluss im Tal zum reissenden Strom und schwemmte die fruchtbare Erde fort. Und wenn es nicht regnete, schien die Sonne so lange und so heiss auf die Erde hinab, bis kein Wasser mehr floss. Das Land trocknete aus, und immer mehr Felder wurden unbrauchbar.
Auf der Suche nach einem neuen ZuhauseDie Folgen des Klimawandels, wie der Dorfbewohner sie beschreibt, sind vom Menschen verursacht. Er produziert immer mehr Treibhausgase zum Beispiel, wenn er beim Heizen, Autofahren oder Fliegen Erdöl, Erdgas und Kohle verbrennt. In der Folge wird das klimatische Gleichgewicht gestört: Extremwetter-Ereignisse wie Überschwemmungen und Dürren werden häufiger. Die Sam Dzong Ngas, die Bewohner des nepalesischen Dorfes im ehemaligen Königreich Mustang, sind zwar selber fast gar nicht für die Treibhausgasemissionen verantwortlich, sind aber direkt davon bedroht und müssen handeln. In ihrer Not wandten sie sich an ihren König, der ihnen ein Stück Land anbot. Dankbar nahmen sie es an und machten sich ans Werk. Denn um die Erde fruchtbar zu machen, mussten sie zunächst das Land von Findlingen befreien, Felder aufarbeiten, das Plateau terrassieren und natürlich Häuser bauen.
Auf in die neue HeimatNach drei Jahren harter Arbeit war es so weit: Die Sam Dzong Ngas brachen zur neuen Heimat Namashung auf. Das neue Dorf ist so konzipiert, dass es bei einer Überschwemmung geschützt ist und nur wenig Ackerfläche verloren geht. Die Sam Dzong Ngas sind erleichtert. Wie lange sie im neuen Dorf bleiben können, wissen sie jedoch nicht. Wenn die Gletscher im Himalaja weiterhin so rasant abschmelzen, wird das Land auch dort irgendwann unbewohnbar. Wie es dann weitergeht, ist ungewiss.
Im Falle der Sam Dzong Ngas fand sich eine vorübergehende Lösung. Aber die Frage bleibt: Wie können wir verhindern, dass es überhaupt so weit kommt?