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Fidus hat sich dem Nationalsozialismus angebiedert, weil er durch ihn eine Anerkennung seiner Kunst erhoffte. Daß er hiermit irrte, merkte er bald, entschloß sich aber nicht zu einer Kehrtwendung, sondern versuchte, sich eher parallel zu den nationalsozialistischen Ansichten einen Lebensweg zu bahnen, der keine kritischen Schnittpunkte verursachte. Diese Lebenseinstellung läßt ihn in einem sehr opportunen Licht erscheinen. Daß seine Idealwelten mit denen des Nationalsozialismus deckungsgleich erscheinen, ist seiner biographischen Entwicklung und Lebensverbundenheit mit der Theosophie zu verdanken. Daß er die Untaten des Faschismus durch seine parallelgestellte und somit flußverbreiternde gesellschaftspolitische Einstellung mittrug, ist seiner mittlerweile durch Alter und Irrverständnis beeinflußten Lebensvorstellung geschuldet. Der von Fidus bewußt getragene Nationalismus hat keine Verbrechen, so wie uns heute bekannt, gewollt - und dennoch nicht verhindert.
Gerald Ramm (Hrsg.), Woltersdorf. Ein Ort im "Dritten Reich", Chronik der Jahre im Nationalsozialismus, Woltersdorf 2016, S. 169.
Letzte Änderung: 6. März 2018.