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Schulhaus Bethlehemacker
Aufgabe: Offener Wettbewerb für die Erweiterung der Schulanlage Bethlehemacker
Ort: Bern
Auslober: Stadt Bern
Status: 2. Preis
Landschaftsarchitekten: Bryum Landschaftsarchitektur
Bauingenieur: Ingegneri Pedrazzini Guidotti
Haustechnik: Lombardi AG
Das Quartier Bethlehemacker im Westen der Stadt Bern ist geprägt durch das Spannungsfeld zwischen den grossmassstäblichen Wohnscheiben der Sechziger- und Siebzigerjahren sowie der kleinteiligen Reihenhaussiedlung, entstanden in den Vierzigerjahren nach Vorbild der Gartenstadtbewegung. Darin eingebettet befindet sich die Pavillonschule Bethlehemacker, deren Kleinbauten aus den Fünfzigerjahren leicht gefächert in die schützenswerte Grünanlage gestreut sind. In den Sechzigerjahren wurde die Schule im Nordosten mit einer weiteren Turnhalle sowie einem Haupttrakt erweitert. Dieser soll nun abgerissen und mit einem Neubau zusätzlichen Schulraum geschaffen werden.
Das Projekt Boumhuus reagiert sensibel auf den vorgefundenen Kontext. Die für die Architektur der Fünzigerjahre sehr typische, sechseckige Geometrie dient auch dem Boumhuus als Grundfigur. Deren Punktsymmetrie reagiert auf die Drehung der Pavillonbauten, die sich einen gemeinsamen Drehpunkt zu teilen scheinen, der durch das neue Volumen abgebildet wird. Der Neubau wird so zum neuen Ankerpunkt der Anlage. Mit der südwestlichen Fassadenfront wird der Pausenhof präzise gefasst und gestärkt. Die feinen Knicke in der Fassade beziehen sich hofseitig auf die Fluchten der Turnhalle sowie des ehemaligen Nebentraktes und reagieren gartenseitig auf den Baumbestand. Das Gebäude nimmt sich so zurück und lässt den Bäumen Freiraum. Mit dem Boumhuus werden die bestehenden Kleinbauten (Bluemehuus, Wäööehuus, Wulchehuus und Flammehuus) mit einem weiteren Pavillon ergänzt. Form und Gestaltung knüpft an die Architektur der bestehenden Schulanlage an. Die geschossübergreifende Fassadenstruktur stärkt das Bild eines Pavillons und schafft den Bezug zu den hochwachsenden Bäumen der Landschaft.
Im Innern werden die Klassenzimmer in Zweiereinheiten zusammengefasst und um eine zentrale Treppenanlage angeordnet. Durch diese innere Logik entsteht die charakteristische Grundfigur des Sechsecks. Der Grundriss wird durch drei Service-Kerne gegliedert, die einem mehrstämmigen Baum gleich durch das ganze Gebäude nach oben wachsen. Die Treppenskulptur windet sich nach oben und wird zu einem Ort der Begegnung. Im Dachaufbau befindet sich die neue Hausmeisterwohnung, welche den Neubau gleich einer Laterne nach oben abschliesst.
Die denkmalgeschützten Kleinbauten werden mit minimalen Eingriffen an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Nur der ursprünglich als Nebentrakt konzipierte Pavillon, der durch die Erweiterung in den Sechzigerjahren ins Zentrum der Anlage rückte, wird zu einem öffentlichen Pavillon mit den Mehrzweckräumen umgewandelt. Das Erdgeschoss erhält eine feingliedrige Stützenstruktur mit grosszügiger Verglasung. Dadurch öffnet sich der Baukörper, lässt Durchblicke zwischen Schulpark und Pausenhof zu und wird so zu einem zentralen, öffentlichen Pavillon mit Nutzungsmöglichkeiten für das umliegende Wohnquartier. Der kargen Rückwand der Turnhalle, die den Pausenhof begrenzt, wird eine Stützen-Dachstruktur vorgestellt, die zum Verweilen und Spielen einlädt. Die Wand erhält durch die Intervention eine räumliche Tiefe und verzahnt sich mit dem Pausenhof.