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Geschichtsträchtiges Schiff Sensation: Wrack von James Cooks legendärer «Endeavour» gefunden?
Unterwasserarchäologen glauben an einen Sensationsfund: Vor der Ostküste der USA haben sie ein Wrack entdeckt, bei dem es sich um die berühmte «Endeavour» des Entdeckers James Cook handeln soll.
Historisch bedeutsam ist die fast 40 Meter lange Bark «Endeavour» vor allem, weil der englische Seefahrer und Entdecker James Cook (1728 - 1779) mit ihr seine erste Südseereise unternahm. Im Zuge dieser Fahrt betraten Mitglieder ihrer Mannschaft am 28. April 1770 als erste Europäer im heutigen Sydney die Ostküste des australischen Kontinents.
25 Jahre lang suchten die Unterwasserarchäologen des «Rhode Island Marine Archaeology Project (RIMAP)» und des «Australian National Maritime Museum (ANMM)» im Hafengebiet von Newport, Rhode Island, nach dem Wrack der 1778 versenkten «Endeavour». Von 13 auf dem Grund des Hafens ruhenden Schiffen grenzten die Wissenschaftler zuletzt fünf infrage kommende Wracks ein. Nun erklärte die Unterwasserarchäolgin Dr. Kathy Abbass bei Fairfax Media: «Wir glauben das Schiff gefunden zu haben». Die Masse des Rumpfes und anderer sichtbarer Teile stimmten mit denen der «Endeavour» überein.
Vom Expeditionsschiff zum Gefängnisboot
Die Beteiligten hoffen nun, dass das Wrack noch im nächsten Jahr geborgen werden kann. Dann liesse es sich zu den Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum von Cooks Australien-Landgang präsentieren. Allerdings gaben die Wissenschaftler auch zu bedenken, dass man den Beweis dafür, wirklich die «Endeavour» gefunden zu haben, erst erbringen könne, sobald man das Holz des Schiffes und anderer Teile an Land untersucht habe.
Die Bark wurde nach der Heimkehr Cooks im Juli 1771 verkauft und transportierte später unter ihrem neuen Namen «Lord Sandwich» hessische Söldner für die englische Krone in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Im Hafen von Newport, rund 240 Kilometer nordöstlich von New York City gelegen, nutzten die Briten das Schiff zuletzt als schwimmendes Gefängnis – sie kerkerten dort renitente Amerikaner ein.
Am 4. August 1778 wurde die «Lord Sandwich» schliesslich von den Engländern mit anderen Schiffen versenkt, um den Hafen für französische Schiffe zu blockieren. Jene hatten auf Seiten der nach Unabhängigkeit strebenden Amerikaner in den Krieg eingegriffen.
Gewissheit bringt wohl erst die Untersuchung des Holzes
Das Holz der «Lord Sandwich» beziehungsweise «Endeavour» müsse sich nach Meinung von Kevin Sumption, dem Direktor des «Austalian National Maritime Museum», von dem der anderen in Newport versenkten Schiffe unterscheiden. Diese seien bereits in Amerika aus indischen und einheimischen Hölzern gezimmert worden, während die «Endeavour» im «Norden Englands gebaut wurde – und das hauptsächlich aus Eiche».
Am Freitag, 21. September 2018 will RIMAP in einer Medienkonferenz mit einer 3-D-Aufnahme der Fundstelle an die Öffentlichkeit gehen.Zurück zur Startseite