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In einem neuen Policy Brief der Eidgenössischen Kommission für Familienfragen EKFF befassen sich zwei Autorinnen mit den optimalen Voraussetzungen zur Förderung des Stillens und den Vorteilen, die die Gesellschaft, nicht nur Mutter und Kind, daraus ziehen können. Aufgrund der hierzulande im Ländervergleich kurzen Stilldauer machen sie Empfehlungen für die Schweiz.
Viele Mütter und medizinische Fachkräfte sind sich der Vorteile des Stillens auf verschiedenen Ebenen bewusst. Doch im Alltag kommt es nicht selten vor, dass das Stillen aufgrund familienexterner Faktoren nicht oder (zu) schnell nicht mehr möglich ist. Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine Mutter, die ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnimmt, von ihrem Arbeitgeber nicht unterstützt wird, oder wenn es finanziell nicht tragbar ist, die für das Stillen erforderlichen Stunden auf Kosten einer anderen Tätigkeit aufzuwenden.
Die am Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut tätigen Autorinnen Sonja Merten, Mitglied der EKFF, und Jordyn Wallenborn sind überzeugt, dass die Vorteile des Stillens über die Familie hinausgehen. In dem von ihnen verfassten Policy Brief formulieren sie verschiedene Empfehlungen. So soll insbesondere das Stillen am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit verbessert werden; zudem soll eine nationale Kommunikationsstrategie Eltern, Arbeitgeber und die Gesellschaft über das Stillen informieren und die Akzeptanz des Stillens erhöhen. Damit es möglich ist, die Empfehlungen für ausschliessliches Stillen umzusetzen, empfehlen die Autorinnen die Einführung einer mehrmonatigen Elternzeit inklusive Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs.