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Lassen sich Vorlesungen und Forschung ohne Burnout realisieren?
Eine portugiesische Studie belegt, dass mehr als 62 Prozent der befragten Universitätsprofessoren in Portugal Symptome eines Burnouts aufweisen. Die Daten der Studie wurden im Rahmen einer Masterarbeit in Psychologie vor kurzem veröffentlicht und zeigen dass zur körperlichen Belastung vielfach noch eine psychische Erschöpfung hinzukommt.
Für die Studie wurden Hochschullehrer von vier Einrichtungen in Porto befragt. Die Studie zeigte auf, dass Professoren, die in einem positiven Arbeitsumfeld arbeiten, soziale und psychologische Bedingungen vorfinden, mit denen die professionellen Anforderungen gemeistert werden können.
Aufgabenlast und Pufferzone
Die Ergebnisse der Studie weisen auch darauf hin, dass der Stress durch die verschiedenen Funktionen und Aufgabenlasten in einem direkten Zusammenhang mit dem Burnout stehen. Auf der anderen Seite hat das Vertrauen und die Beziehung der Studenten zu den Dozenten und die Beziehung zu ihrer Personalführung eine grosse Pufferwirkung in Bezug auf das Erschöpfungssyndrom.
Die Befragung zeigte zudem auf, dass sich das Burnout auf alle wissenschaftliche Bereiche erstreckt und nicht auf spezielle Fachbereiche reduziert ist.
Laut der Studie widersprechen die Daten allerdings einer vorgefassten Meinung in Bezug auf das Burnout. Denn es handelt sich weniger um eine kognitive Ermüdung als vielmehr um eine körperliche Erschöpfung.
Burnout vermeiden
Die Burnout-Untersuchung zeigte, dass jeder befragte Dozent im Schnitt 16 Stunden mehr als die empfohlene Arbeitszeit arbeitete, den Unterricht und die Forschungen kombinieren muss, verwaltungstechnische Aufgaben erledigen und teilweise ein überproportional hohe Verantwortung übernehmen muss.
Die Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit hin, die gesamten Funktionen und Aufgaben der Hochschulprofessoren zu überprüfen, die sie innerhalb der Universität leisten, sei es Hinblick auf die Arbeitszeit wie auch auf das Ambiente des Arbeitsplatzes und das Verhältnis zu Vorgesetzten um auf diese Weise ein Burnout zu vermeiden.
Obgleich sich niemand der Teilnehmer (nach eigenen Empfinden) in einem fortgeschrittenen Burnout-Stadium befand, zeigten sich bei 62 Prozent der Teilnehmer Symptome, die mit einem Burnout assoziiert werden.