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- Remco Evenepoel gewinnt das 267 km lange Strassenrennen in Wollongong solo und kürt sich mit 22 Jahren erstmals zum Weltmeister.
- Eine Verfolgergruppe mit dem Schweizer Mauro Schmid lässt sich auf dem letzten Kilometer übertölpeln und verpasst die Medaillen.
- Silber sichert sich im Sprint des Feldes der Franzose Christophe Laporte, Bronze der Australier Michael Matthews.
Beim abschliessenden Strassenrennen durfte man bis fast zuletzt von der 4. Schweizer Medaille an den diesjährigen Titelkämpfen träumen. Mit Mauro Schmid war ein Schweizer in einem Quartett vertreten, das Silber und Bronze unter sich auszumachen schien. Doch der endschnelle Zürcher konnte seine Fähigkeiten im Kampf um Edelmetall gar nicht erst ausspielen.
Auf dem letzten Kilometer ging das grosse Taktieren los, niemand wollte den Sprint lancieren. Anstatt Medaillen setzte es für Schmid und Co. die grosse Enttäuschung ab. Von hinten brauste das Feld heran, in dessen Sprint sich Christophe Laporte/FRA und Michael Matthews/AUS Silber und Bronze ergatterten.
Für Schmid blieb schliesslich nur der 17. Platz, drei Ränge dahinter klassierte sich Stefan Küng. Stefan Bissegger hatte das Rennen wegen Magenproblemen früh aufgeben müssen.
Evenepoel auf den Spuren von Merckx
Während der Kampf um Silber und Bronze erst auf den letzten Metern entschieden wurde, war die Entscheidung um Gold schon einiges früher gefallen. Remco Evenepoel war es bei der zweitletzten Zieldurchfahrt und mit noch 34 zu absolvierenden Kilometern gelungen, eine Lücke aufzureissen. Nur der Kasache Alexey Lutsenko konnte dem Belgier folgen – allerdings nicht für lange.
25 Kilometer vor dem Ziel liess Evenepoel den Kasachen im Anstieg zum Mount Pleasant stehen. Mit einer eindrücklichen Solofahrt fuhr er anschliessend ungefährdet dem Weltmeistertitel entgegen. Für Belgien ist es der erste WM-Titel auf der Strasse seit Philippe Gilbert 2012.
Das 22-jährige «Wunderkind» setzte seiner Saison damit die Krone auf. Mit Lüttich-Bastogne-Lüttich hatte Evenepoel im Frühjahr sein erstes Monument gewonnen. Auch damals ging seinem Sieg eine kilometerlange Solofahrt voraus. Zuletzt gewann der letztjährige WM-Bronzegewinner im Zeitfahren mit der Vuelta seine erste Grand Tour.
In seiner Heimat wird Evenepoel, der 2016 noch Junioren-Nationalspieler beim RSC Anderlecht war, bereits als der neue Eddy Merckx gefeiert. Die belgische Rad-Legende gewann 1967 seinen ersten WM-Titel auf der Strasse – ebenfalls im Alter von 22 Jahren.
Pogacar, Alaphilippe und Co. verpassen Abgang
Evenepoel tritt als Weltmeister die Nachfolge von Julian Alaphilippe an, der den Titel zuletzt zweimal in Folge gewonnen hatte. Der Franzose hatte gut 70 Kilometer vor dem Ziel genauso wie andere Mitfavoriten wie etwa Tadej Pogacar den Abgang einer grösseren Gruppe verpasst.
Längst nicht mehr dabei war zu diesem Zeitpunkt Mathieu van der Poel. Der Niederländer gab das Rennen nach wenigen Kilometern auf, nachdem er die Nacht zu einem Grossteil auf dem Polizeiposten verbracht hatte.