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Haarausfall
Von der Geburt eines Babys bis zum streng geflochtenen Haarzopf gibt es viele Gründe für Haarausfall. Die häufigste Ursache für lichtes Haar ist aber nicht Haarausfall, sondern eine verkürzte Wachstumsphase der Haare.
Die Lebensdauer eines Kopfhaars beträgt zwei bis acht Jahre plus drei Wochen und circa zweieinhalb Monate. Warum so kompliziert? Weil das Haarleben in drei Phasen verläuft. In der anagenen Phase wächst es etwa 0,3 Millimeter pro Tag. Von den 100’000 bis 150’000 Kopfhaaren sind immer etwa 90 Prozent in dieser Wachstumsphase.
In der folgenden katagenen Phase stoppt das Wachstum, die Haarwurzel wandert zur Hautoberfläche. Schliesslich heisst es Adieu: Nach einer Ruhephase fällt das Haar in der telogenen Phase aus. 50 bis 150 Haare verabschieden sich pro Tag. Bestimmte Ereignisse können aber bewirken, dass viele Haarfollikel zeitgleich in die telogene Phase wechseln. Dazu zählen etwa die Geburt eines Babys, Mangelzustände, schwere Erkrankungen, Vergiftungen und auch emotionale Schocks. Das Ergebnis wenige Monate später: Haarausfall.
Bei der weit verbreiteten Neigung zu schütterem Haar hingegen verkürzt sich die Anagenphase in den betroffenen Gebieten immer mehr. Am Ende erreichen die Haare dort nicht einmal mehr die Hautoberfläche, bevor sie ausfallen. Etwa jede fünfte Frau leidet darunter, bei den 30-jährigen Männern sind es 30 Prozent, bei den 70-Jährigen 80 Prozent. Weil die Gene dabei die grösste Rolle spielen, genügt oft ein Blick aufs Familienfoto, um den wahrscheinlichsten Verlauf abzuschätzen.