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Die Opisthorchose ist eine seltene Parasitose, eine Infektion mit dem Trematoden Opisthorchis viverrini oder Opisthorchis felineus. Menschen erwerben diese Art der Helminthose, wenn sie rohen oder nur unzureichend gekochten Fisch essen. Der Parasit wird im Darm des Menschen frei und erreicht über den Ductus choledochus die Gallengänge und die Leber. Die Parasitose geht mit einer chronischen Entzündung der genannten Strukturen einher und prädisponiert für die Entwicklung eines Cholangiokarzinoms. Die Diagnose erfolgt bei entsprechendem klinischen Verdacht durch den Nachweis von Eiern im Stuhl.
Der Terminus Opisthorchose beschreibt eine Parasitose, eine Infektion mit Leberegeln, die in südostasiatischen Ländern wie Thailand und Laos endemisch sind - das betrifft vor allem Opisthorchis viverrini -, aber auch in anderen Teilen Asiens und Europa vorkommen [1]. Der Katzenleberegel Opisthorchis felineus ist auch im deutschsprachigen Raum heimisch. Beiden Arten dienen Fische als Zwischenwirte und damit ist der Konsum von nicht ausreichend gegartem Fisch die Hauptinfektionsquelle für den Menschen [2]. In den Gallengängen des Endwirtes kann der adulte Trematode jahrzehntelang überleben und dabei chronische hepatobiliäre Entzündungen hervorrufen.
In frühen Stadien der Infektion sind die meisten Patienten jedoch asymptomatisch [3]. Wird die Parasitose in dieser Phase festgestellt, dann weil bildgebende Studien durchgeführt werden und Anomalien im Bereich von Leber und Gallengängen auffallen. Die symptomatische Opisthorchose zeigt sich zunächst in unspezifischen Beschwerden wie Nausea, Dyspepsie, Diarrhoe oder Konstipation und abdominellen Schmerzen. Nicht immer werden die Patienten mit diesen Symptomen beim Arzt vorstellig, sondern handeln erst, wenn sich eine Hepatomegalie, ein posthepatischer Ikterus und Anzeichen von Nährstoffdefiziten einstellen [2]. Auf entsprechende Nachfragen geben sie dann jedoch an, seit Jahren unter Verdauungsstörungen zu leiden. In etwa einem Viertel der Fälle zieht die Opisthorchose schwere Komplikationen wie Cholangitis und Cholezystitis, periduktale Fibrose und Cholangiokarzinom nach sich [1] [4] [5] [6].
Infektionen mit Opisthorchis felineus werden manchmal mit einer akuten Schistosomiasis verwechselt. Symptome wie Exanthem, Ödem, generalisierte Lymphadenopathie und Arthralgie mit Eosinophilie lassen den behandelnden Arzt nicht selten an das Katayama-Fieber denken. Langfristig entwickelt sich die Infektion mit dem Katzenleberegel jedoch so, wie dies im vorigen Absatz beschrieben wurde, wobei auch das Pankreas ins Krankheitsgeschehen involviert sein kann.
Der Schlüssel zur Diagnose der Opisthorchose ist der klinische Verdacht, der wiederum auf den Ergebnissen von Anamnese, Allgemeinuntersuchung, Labor- und bildgebender Diagnostik beruht:
Der Goldstandard zum Nachweis einer Infektion mit Opisthorchis spp. ist die Untersuchung einer Stuhlprobe und der Nachweis von Eiern des Trematoden. Verschiedene Verfahren, die in Sensitivität und Spezifität variieren, stehen zur Verfügung: Sehr häufig kommt die Formol-Ether-Methode zum Einsatz [2], die aufgrund ihrer geringen Sensitivität jedoch mehrfach zu wiederholen ist. Alternativ können serologische Verfahren zur Anwendung kommen, wobei der ELISA bevorzugt wird [2] [9]. Es wurde auch versucht, die Opisthorchose unter Verwendung von Stuhlproben mittels Polymerase-Kettenreaktion nachzuweisen, aber die Sensitivität des Verfahrens ist bei geringgradiger Infektion noch zu niedrig. Wenn während eines diagnostischen oder therapeutischen Eingriffes Galle oder Duodenuminhalt gewonnen werden können, kann dieses Material zur Identifikation der Opisthorchose verwendet werden [12].