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Das Bundesamt für Energie (BFE) veröffentlicht die Studie "Wirtschaftliche Situation von Schweizer Energieversorgungsunternehmen im Zeitverlauf". Diese wurde von EY im Auftrag des BFE und der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) erstellt mit dem Ziel, die Entwicklung der finanziellen Lage der Schweizer Stromwirtschaft in den letzten 10 Jahren zu untersuchen. Die Studie weist auch die von den Energieversorgungsunternehmen (EVU) geleisteten Beiträge für Gewinnausschüttungen, Steuern oder Wasserzinsen an die öffentliche Hand aus.
BFE / red.
Für die Studie wurden öffentlich verfügbare Informationen für den Zeitraum 2007 bis 2016 für eine repräsentative Auswahl von Schweizer EVU ausgewertet. Ermittelt wurden daraus die Kennzahlen zur Gewinnsituation, Profitabilität, Finanzierung, Reserven und Liquidität, Wasserzinsen, Dividenden und Steuern.
Wichtigste Resultate
Die EVU können aufgrund ihrer Struktur und unternehmerischen Ausrichtung in 2 Gruppen aufgeteilt werden: Alpiq und Axpo einerseits, die keine Kunden in der Grundversorgung haben, und der Rest der Branche andererseits.
- Die erste Gruppe mit Alpiq und Axpo hat sich hinsichtlich Umsatz, EBITDA und Reingewinn im Zeitraum 2007 bis 2016 negativ entwickelt: Aggregierter Umsatz beinahe halbiert und ab 2011 Reinverluste. Zudem stieg der Fremdkapitalanteil von 24% auf 49%.
- Die zweite Gruppe, also die kleinen Stromanbieter, hat sich hinsichtlich Umsatz und EBITDA tendenziell positiv entwickelt: Der aggregierte Reingewinn ist zwar tendenziell gesunken (ausser bei den kleineren EVU, bei denen der Reingewinn von 2007 bis 2016 gestiegen ist), blieb jedoch auch nach 2011 in der Regel im positiven Bereich. Die Schwankungen des Reingewinns bei den grösseren EVU dieser Gruppe sind massgeblich auf deren Aktienbeteiligungen an Alpiq und Axpo zurückzuführen. Der Fremdkapitalanteil dieser EVU-Gruppe ist leicht angestiegen aber weiterhin mit insgesamt rund 20% auf einem tiefen Niveau.
- Die Gewinnausschüttungen an Kantone sind um knapp 40% gesunken, wobei die Mittellandkantone (mit über 10% Beteiligung an Axpo und Alpiq) den grössten Rückgang verzeichnen mussten.
- Die Gewinnausschüttungen an die in der Studie untersuchten Gemeinden und Städte waren 2016 etwa gleich hoch wie 2007 (mit höheren Ausschüttungen in den Jahren 2009 bis 2015).
- Das Volumen der gezahlten Wasserzinsen hat sich im Zeitraum 2007 bis 2015 um fast 40% erhöht.
- Die gezahlten Steuern sind im Betrachtungszeitraum deutlich gesunken, im Wesentlichen verursacht durch die grossen EVU. Die Steuerzahlungen der grösseren bis kleineren EVU sind vergleichsweise konstant geblieben.
Enormes Verlustrisiko für Mittelland-Kantone
Der Wert der Aktien von Axpo und Alpiq ist innert zehn Jahren regelrecht eingebrochen. Alleine der Kanton Solothurn würde, wenn er seine Alpiq Aktien heute verkaufen könnte, mehrere hundert Millionen Franken Verluste machen. Stossend ist aber auch, dass sich die Kantone derart massiv mit Steuergeld an Unternehmen beteiligen, welche immer mehr private KMU im Bereich der Haustechnik und Dienstleistungen direkt konkurrenzieren. Hier wächst das Unbehangen in der Politik und in der Bevölkerung zu recht.
Alpiq und Axpo verfügen über Geschäftskunden. Nach der Liberalisierung des Strommarktes für Unternehmen haben Alpiq und Axpo den Wechsel hin zu marktwirtschaftlichem Verhalten (sprich: rasche Kostensenkungen und Personalabbau) nicht geschafft. Parallel dazu haben sie die Auswirkungen des Ausbau von Solar- und Windkraft in der EU unterschätzt. Noch heute sind die beiden Unternehmen viel zu gross. Sie geben täglich mehr Geld aus, als sie einnehmen. Das ist aus unternehmerischer Sicht fatal.
Die Studie ist in Deutsch verfügbar und enthält eine Zusammenfassung in französischer Sprache. Sie kann über folgenden Link heruntergeladen werden >> Download Studie PDF
Foto: Alpiq in Olten (Bild Archiv soaktuell.ch)