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Biedermeier, 19. Jh.
Holz und Metall, bemalt
L. 49, H. 20, B. 16,5 cm
Inv. 1914.411.
Die angeblich aus Schloss Maienfeld (Kanton Graubünden) stammende Spielzeugkutsche ist eine sogenannte Jagdwurst nach dem Vorbild des in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland und Österreich, seit Ende des 18. Jahrhunderts verbreiteten Typus. Die Bezeichnung leitet sich vom Sitz her, der längs auf dem Gefährt über dem Langbaum gerichtet und mit Drillich- oder Lederpolster bezogen ist. Er bietet je nach Länge mehreren rittlings sitzenden Personen Platz. Solche "Wurstwagen", im Französischen auch "Vourste" genannt, hatten Vorgänger in den deutschen, höfischen Wurstschlitten des 17. und 18. Jahrhunderts, die bei Paraden Pauker und Trompeter aufnahmen, und in den russischen "Spazier-Chaisen".
Unser Gefährt aus Holz ist relativ unbeholfen gestaltet, im Gegensatz zu den eleganten, englischen Stichvorbildern nachempfundenen Pferden und den Figuren in Biedermeier-Kleidung. Es handelt sich um eine interessante "Mariage" eines handwerklich gearbeiteten Wagens mit zugekauften Figuren.