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Die Kakao-Kooperative "El Ceibo" in Bolivien
Aus Fairtrade-Prämie realisierte Projekte
Finanzielle Unterstützung der Mitglieder der Kooperative in Gesundheitsbelangen
Schulung der Bauern im Bereich Mischkultur und Workshops zum Thema Qualitätsverbesserung des Kakaos
Entwicklungsgeschichte von El CeiboDie Gründung der Kooperative El Ceibo liegt bereits 50 Jahre zurück. Anfang der 60er Jahre wurden tausende Familien aus dem bolivianischen Hochland wegen Landknappheit und einer Krise der Bergbauindustrie vom Staat im 4000m tiefer gelegenen Amazonasgebiet angesiedelt. Dieser Hintergrund und der Überlebenswille der Mitglieder wird auch mit der Wahl des Namens ausgedrückt - El Ceibo ist ein Urwaldbaum, der - so erzählen es die Leute - niemals stirbt.
Kakaoanbau als LebensgrundlageDen Kakaoanbau mussten die umgesiedelten Familien von Grund auf erlernen. Die Hoffnungen auf ein besseres Leben wurden aber zunächst enttäuscht, Gewinne aus dem Kakaoverkauf blieben aus. Zwar lag damals der Weltmarktpreis für Kakao relativ hoch, die Leute verkauften aber an ZwischenhändlerInnen, die ihnen weniger bezahlten. Seit der Zusammenarbeit mit alternativen Handelsorganisationen und FAIRTRADE hat sich die Situation für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wesentlich verbessert.
Ein höherer und garantierter Mindestpreis, der die ProduzentInnen vor allzu großen Preisschwankungen schützt, ist hier nur ein Aspekt des fairen Handels. Intensive Beratungstätigkeit und die gemeinsame Weiterentwicklung von Produkten stärken die benachteiligten ProduzentInnen und eröffnen neue Marktzugänge.
Anbau und Vermarktung in den Händen der KooperativeSchon in früheren Jahren haben die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern von El Ceibo damit begonnen, ihre Eigenständigkeit auszubauen und neben dem Anbau von Kakaobohnen auch die Vermarktung ihrer Ware vorzunehmen. Seit 1985 verfügt El Ceibo über einen eigenen Lager- und Verarbeitungsbetrieb, in dem Kakaopulver, Kakaobutter und einfache Schokolade für den heimischen Markt produziert werden. El Ceibo wurde damit zum weltweit ersten Kakao-Unternehmen, das Kleinbauern- und bäuerinnen gehörte. Noch heute wird der Verarbeitungsbetrieb fast ausschließlich von den Mitgliedern El Ceibos geführt.
Neben der eigenständigen Verarbeitung, Verwaltung und nachhaltigen Wirtschaftsweise ist El Ceibo vor allem die Mitbestimmung, die Einbindung der Mitglieder in alle Arbeitsbereiche und die umfassende Ausbildung ein wesentliches Anliegen.
Bereits 1987 wurde auf El Ceibo außerdem mit der Umstellung auf organisch-biologischen Anbau begonnen. Heute ist El Ceibo einer der wichtigsten Lieferanten für fair gehandelten Bio-Kakao. Beim Anbau der Kakaopflanzen erweist sich die kleinbäuerliche Mischwirtschaft, in der Kakao zusammen mit anderen Kulturen wie etwa Yuca, Mais und Bananen angebaut wird, als wesentlich umweltverträglicher als die in Monokulturen angelegten Großplantagen.
Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.
Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.
Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.
Rechte stärken, Lebensalltag verbessern
Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.
Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.
Prämie und politische Teilhabe
Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.
Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.
Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.