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Das Cubanito setzt seine attraktive monatliche Serie kubanischer Live-Musik mit einem Gig von Manolín, El Médico de la Salsa fort.
Es soll ja immer noch Leute geben, die sich unter Salseros und anderen Latino-Musikern hirnlose Machos vorstellen. Dagegen wären einschlägige Exponenten ins Feld zu führen: Jurist Rubén Blades etwa ist Minister in der panamesischen Regierung, der Merenguero Johnny Ventura amtierte geraume Zeit als Bürgermeister von Santo Domingo und der hier vorgestellte Manolín arbeitete als Arzt im kubanischen Gesundheitswesen. Was ihm später, als er sich ganz der Musik zuwandte, den Titel "El Médico de la Salsa" eintrug.
Der Übername ist zweideutig, denn Manolín machte sich in den 90er-Jahren einen Namen als unbequemer Inselkubaner, der mit seinem musikalischen "Stethoskop" die Missstände in Castros Reich zu untersuchen begann. Ausserdem vertrat er öffentlich die Meinung, die Florida-Kubaner seien in die kubanische Welt miteinzubeziehen. In Miami kann man ihm für diese Idee heute noch persönlich danken, denn Manolín lebt verständlicherweise seit geraumer Zeit dort und nicht mehr in Havanna.
Musikalisch gehört Manolín zur Timba-Familie. Berühmt ist er aber vor allem durch seine vertrackten Texte geworden, die er oft mutwillig in den gröbsten kubanischen Strassen-Slang verpackt, wie etwa jenen Song mit dem zur Hymne gewordenen Refrain "Hay que luchar!" (Man muss kämpfen!), der sich allerdings nicht auf die Revolution bezieht, sondern auf den täglichen Überlebensfight der Kubaner, welcher sich unter anderem im Gerangel um US-Dollars äussert.
Zürich, Cubanito
Fr 23.03.07, 22 Uhr
[Text aus Züri-Tipp 12/07 vom Donnerstag, 22. März]
Biografie: Manolín (Spanish)