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Mont Durand Gletscher nach Chanrion), Col des Maisons Blanches (3426 m), Col de Boveyre (3487 m), Col de Panosseyre (3600 m) und Col de l'Ane (3037 m), die alle nach Mauvoisin oder Fionnay leiten. Der Col de Mille (2476 m) und Col du Six Blanc (2337 m) münden auf Le Châble aus u. werden auch von den Landesbewohnern hier und da benutzt.
Begrenzt wird die Vallée d'Entremont: links vom Pic de Drônaz (2953 m), den Monts Telliers (2954 m), von der Becca Cotinta (2819 m) und dem Mont Mourin (2769 m), welch' beide letztern es von der Combe de Lâ scheiden, dann vom stolzen Bergstock des Mont Catogne, der auf eine Strecke von 13 km Länge der Reihe nach die Vereinigung des Val Ferret, Val de Bagnes und Val du Durnand mit der Vallée d'Entremont beherrscht, und endlich von der Pointe Ronde, die dem Thal seinen nach N. gerichteten Schlussweg weist; rechts vom Mont Vélan (3765 m), der Gruppe des Grand Combin (4317 m), dem Grand Laget (3134 m), Mont Rogneux (3087 m) und Six Blanc (2411 m), von denen der erstgenannte das Thal vom italienischen Val d'Ollomont, die übrigen vom Val de Bagnes scheiden. Vom Rhonethal endlich trennt die Vallée d'Entremont rechts die gut angebaute Hochfläche von Chemin.
In der Vallée d'Entremont liegen die Gemeinden Martinach Combe, Bovernier, Vollège, Sembrancher, Orsières, Liddes und Bourg St. Pierre. Das Thal wird seiner ganzen Länge nach von einer Poststrasse durchzogen. Das ganze Jahr hindurch zweimal täglich Fahrpost zwischen Martinach u. Orsières u. während des Sommers einmal täglich zwischen Orsières u. dem Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard. Schon seit undenklichen Zeiten zog eine sog. fahrbare Strasse thalaufwärts; sie war aber bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts schmal und steinig, ging planlos bergauf und bergab, wurde oft durch Bergsturz- und Lawinenschutt gesperrt und stieg stellenweise derart steil an, dass man sie für Fuhrwerke von heutzutage als unpassierbar erklären würde.
Einige besonders beschwerliche Stellen pflegte man von Zeit zu Zeit zu verbessern; 1820 führte man sie durch die sog. Galerie de la Monnaie, um die Stelle zu umgehen, wo 1795 die Kutsche des Abtes Cocatrix, Obern des Klosters Saint Maurice, mit allen Insassen in die Dranse hinunterstürzte. Um 1850 fand eine durchgreifende Korrektion der ganzen Strasse statt, doch wurde das Teilstück Bourg St. Pierre-Grosser St. Bernhard erst 1892 fertiggestellt. Beim Durchbruch der 1901 erweiterten Galerie de la Monnaie fand man eine von Rost halb zerfressene alte Kanone, von der man annimmt, dass sie hier von den 2000 Italienern zurückgelassen worden sei, die 1476 über den Grossen St. Bernhard Karl dem Kühnen zu Hilfe eilen wollten, von den Wallisern aber völlig aufgerieben wurden.
Das Thal von Entremont bildet in seinem obersten Abschnitt die Grenze zwischen den beiden orographischen Einheiten des Matterhorns und Mont Blanc und greift in der Folge bald da, bald dort in das eine oder andere dieser Gebirgsmassive über. Der Oberlauf empfängt durch die mit ihm parallel ziehende Combe de Lâ und das Val Ferret seine Wasser einerseits aus dem Massiv des Mont Blanc und durch eine Reihe von rechtsseitigen Nebenthälchen aus der dem Matterhornmassiv zugehörigen Gruppe des Grand Combin andererseits.
Mit der Einmündung des Val Ferret bei Orsières tritt das Thal ganz auf das Gebiet des Mont Blanc über, durchschneidet bei Sembrancher - die Richtung des Val de Bagnes fortsetzend - die untern Stufen des äussersten Ausläufers des Mont Blanc Massives in engem Durchbruch und wird nach der Aufnahme des Wildbaches Durnand neuerdings abgelenkt, um nun nach N. gegen Martinach zu sich zu wenden. Der Thalkessel, in dem die Wiesen und Felder von Vollège liegen, lässt heute noch die Spuren dieses einstigen Kampfes um die Vorherrschaft zwischen dem Walliser und dem Savoyer Bergriesen erkennen. Unterhalb Sembrancher, sagt Viollet-Le Duc, hatte sich das Flussgeschiebe, dessen Ueberreste heute noch als Terrassen an den Thalhängen kleben, zu einer nicht weniger als 430 m mächtigen Schicht angehäuft; dann durchbrach der Fluss den Felsdamm, der die prachtvolle Pyramide des Mont Catagne mit der Montagne de Vence verband, riss die angehäuften Geschiebe mit und verfrachtete sie weithin thalauswärts.
Das Thal von Entremont ist eines der bekanntesten und sicher auch berühmtesten Durchgangsthäler der Alpen. Früher ist sogar die heute wohl allgemein aufgegebene Ansicht verfochten worden, dass es von Hannibal und seinen Truppen durchzogen worden sei. Wohl aber hat es andere Eroberer gesehen, so Karl den Grossen, der 773 mit einem von seinem Oheim befehligten Heer über den Grossen St. Bernhard nach Italien zog, so 1160 eine von Berchtold IV. von Zähringen geführte Armee Friedrich Barbarossa's und endlich 1800 die Reservetruppen des damaligen ersten Konsuls Bonaparte, die sich zur Poebene begaben, um dort mit dem Sieg von Marengo ihre Lorbeeren zu pflücken. (Vergl. auch die Art. Dranse und Grosser St. Bernhard.)