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Verstorben am 8. September 2021 im Alter von 86 Jahren.
Ihre Forschungskarriere widmete Christine Hirszowicz der nationalen und internationalen Bankpolitik. Besonders interessierte sie die ethische Verantwortung in den Finanzmärkten.
Christine Hirszowicz immatrikulierte sich 1969 an der Rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich. Auf ihr Lizentiat in Wirtschaftswissenschaften mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt folgte bereits ein Jahr später ihre Dissertation über «Konjunkturpolitik und Bankensystem». Ab 1974 war Hirszowicz zunächst als Assistentin, später als ständige wissenschaftliche Mitarbeiterin am neu gegründeten Institut für Schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich tätig. 1982 erlangte sie die Venia legendi für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Das Thema ihrer Habilitationsschrift: «Die Schweizerische Bankpolitik». 1986 hielt Christine Hirszowicz ihre Antrittsvorlesung als Titularprofessorin. 1988 erfolgte ihre Beförderung zur habilitierten Oberassistentin. Von 1991 bis zu ihrer Emeritierung im Jahr 2002 war sie als Ausserordentliche Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich tätig.
Während ihrer langen Forschungskarriere hat sich Christine Hirszowicz intensiv mit der nationalen und internationalen Bankpolitik beschäftigt. Ihre Interessen galten unter anderem der Rolle der Bankaufsichtsbehörde, der Bekämpfung von Geldwäscherei, Korruption und Terrorismusfinanzierung sowie der Vermeidung und Therapie von Finanzkrisen. Neben einem Lehrbuch für Studierende und Bankpraktiker zur Schweizerischen Bankpolitik, das zum Standartwerk geworden ist, hat Hirszowicz vielbeachtete Studien zum Finanzplatz Schweiz, zur Europäischen Währungsunion, zur Fiskalpolitik der EU sowie zur Bank-Management-Ausbildung veröffentlicht.
Neben ihren Aufgaben in Forschung und Lehre arbeitete sie aktiv in verschiedenen universitären Gremien mit, war Leitungsmitglied des Instituts für schweizerisches Bankwesen und Vorstandsmitglied des Europa-Instituts an der Universität Zürich. Von 1988 bis 1998 war sie zudem Stiftungsdirektorin der Swiss Banking School.
Aufgrund ihrer didaktischen Fähigkeiten und ihrer fremdsprachlichen Begabung – sie unterrichtete in Deutsch, Französisch und Englisch – war Christine Hirszowicz auch eine gefragte Referentin an Seminaren von Grossbanken, an der Kaderschule Zürich sowie bei der Schweizerischen Treuhand- und Revisionskammer.
Christine Hirszowicz, eine gebürtige Französin mit russischen Wurzeln, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Schweiz gekommen war und 1966 das Bürgerrecht der Stadt Zürich erlangt hatte, starb, wie erst jetzt bekannt wurde, im September letzten Jahres in ihrem Heimatort, der südfranzösischen Stadt Fréjus.