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Das Landwirtschaftsministerium von Deutschland hat angekündigt, dass die jährliche Produktion von Bioethanol von derzeit 70.000 Tonnen bis 2010 verzehnfacht wird. Investoren zeigen starkes Interesse. Bioethanol wird ausschließlich aus regenerativer Biomasse hergestellt. Chemisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen Bioethanol und anderen Ethanolen. Die in der als Rohstoff dienenden Biomasse enthaltene Stärke wird enzymatisch in Glukose ausgespalten, und diese wird mit Hefepilzen zu Ethanol vergoren.
Im Dezember 2005 gab die Europäische Union ein Programm bekannt, das die zunehmende Verwendung biologischer Ressourcen zur Deckung des europäischen Energiebedarfs vorsieht. Begründet wird dieser Plan zum einen mit der Notwendigkeit, gemäß dem Kyoto-Protokoll die Kohlendioxidemission zu verringern, zum anderen mit dem Wunsch, die Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen zu reduzieren. Gegenwärtig macht Bioethanol an der ungarischen Treibstoffproduktion einen Anteil von 2% aus. Im kommenden Jahr soll er sich auf 4,4% erhöhen. Die EU hat für 2010 das Ziel von 5,75 vorgegeben.
Um dies zu erreichen, muss Ungarn die Produktion in den kommenden vier Jahren auf rund 200.000 Tonnen erhöhen. Als Rohstoff dient dem Land in erster Linie Mais. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums reichen die derzeitigen Produktionsbedingungen für eine Steigerung dieses Ausmaßes.
Laut Zoltán Gõgös, Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, lässt das Interesse in- und ausländischer Investoren hoffen, dass sich die Produktion auf jährlich 1,5 Mio. Tonnen erhöht. Die Regierung hat 100 Mrd. Ft (359,6 Mio. Euro) aus EU-Quellen und 20 Mrd. Ft (71,9 Mio. Euro) für die Förderung der Bioethanolherstellung im Zeitraum 2007 und 2013 bestimmt.
Herkömmliche Fahrzeugmotoren können ohne Änderungen mit einem Bioethanolanteil von 15% betrieben werden. Zwei Arten von Bioethanoltreibstoff sind derzeit in Gebrauch: E10 und E85 mit einem Ethanolanteil von 10% beziehungsweise 85%, vermischt mit 95er Benzin. Der für Südosteuropa zuständige PR-Manager erklärte unlängst, wegen der Steuervorteile könne E85-Benzin um 30 bis 35% billiger angeboten werden als herkömmliches Benzin. Nach Angaben von Péter Gál, dem für Südosteuropa zuständigen Vertreter der Firma Saab, die für Biotreibstoff geeignete Autos herstellt, beginnt im Oktober der Verkauf solcher Fahrzeuge in Ungarn.
Die bisher 2%ige Verwendung von Bioethanol für Treibstoffe in Ungarn entfällt zum größten Teil auf die Firma Mol. Sie nutzt den Stoff für die Oktanausgleichung ihres Benzins. Das umweltfreundliche E85 wird in Schweden schon an 300, in Deutschland an 50 Stellen angeboten.