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Das richtige Training bei Herzinsuffizienz
Körperliches Training verbessert die Belastungsfähigkeit und die Lebensqualität von Patienten mit Herzinsuffizienz. Leitlinien empfehlen daher, dass alle betroffenen Personen, die dazu in der Lage sind, trainieren sollten. Ein einheitlicher Ansatz ist jedoch nicht ausreichend. Daher sollte mit jedem Patienten ein eigenes Trainingskonzept ausgearbeitet werden.
Nicht nur Patienten mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), sondern auch solche mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) profitieren von körperlicher Aktivität.
Besonders bei HFpEF ist das Training wichtig, da es bis vor Kurzem keine pharmakologischen Therapieoptionen gab, wie Professor Dr. Emeline Van Craenenbroeck von der Universitätsklinik Antwerpen erklärt (1). Durch körperliche Betätigung können viele ihre funktionelle Unabhängigkeit zurückgewinnen.
High-Intensity-Training ist bei Gesunden besonders effektiv
Ziel der Therapie ist eine Steigerung der Spitzen-Sauerstoffaufnahme (VO2 peak). Bei unselektierten Personen mit Herzinsuffizienz wurde festgestellt, dass eine geringere Verbesserung der Peak-VO2 mit einem schlechteren Ergebnis verbunden ist. Bei gesunden Erwachsenen hat sich gezeigt, dass hochintensives Intervalltraining (HIIT) besonders effektiv ist, um die Sauerstoffaufnahme zu erhöhen. Studien zufolge führt HIIT im Vergleich zum moderaten Ausdauertraining zu einer stärkeren Anpassung der Mitochondrien und einer höheren Kapillardichte.
Bei herzinsuffizienten Patienten scheinen beide Trainingsformen in Bezug auf die Peak-VO2 gleichermassen vorteilhaft zu sein. Zahlreiche klinische Studien mit HFrEF-Patienten weisen darauf hin. Die Datenlage bei HFpEF ist jedoch weniger umfangreich. Daher bleibt das moderate kontinuierliche Training die bevorzugte Methode, betonte Prof. Van Craenenbroeck. Das Konzept «je mehr, desto besser» gilt in Bezug auf die Intensität nicht, was möglicherweise auch an der fehlenden Personalisierung des Trainings in den Studien liegt.
Durch ein stärker individualisiertes Programm könnte wahrscheinlich mehr erreicht werden als durch eine «One-size-fits-all»-Strategie. Dafür müssen körperliche Untersuchungen, Echokardiografie und kardiale Belastungstests durchgeführt werden, um herauszufinden, welche Faktoren die Symptome bei jedem Einzelnen bestimmen. Auch individuelle Vorlieben und Fähigkeiten müssen berücksichtigt werden, um die Einhaltung des Trainings zu unterstützen.
Betablocker-Therapie kann Interpretation erschweren
Professor Dr. Flavio D'Ascenzi von der Universität Siena plädiert dafür, den Patienten konkrete Anweisungen zur Art und Dosis des Trainings zu geben. Das «Bewegungsrezept» muss verschiedene Einflussfaktoren wie Belastungstoleranz, Symptome, Arrhythmien, hämodynamische Reaktionen und die Bewegungsanamnese berücksichtigen. Ein ehemaliger Leistungssportler lässt sich leichter zur Aktivität motivieren als jemand mit einem sitzenden Lebensstil.
Durch kardiale Belastungstests können individuelle Trainingsintensitäten festgelegt und der Erfolg überwacht werden. Häufig werden Indizes wie Peak-VO2 oder maximale Herzfrequenz verwendet. Bei kardiovaskulären Patienten, die Betablocker einnehmen, können diese Indizes jedoch ein falsches Bild vermitteln und dazu führen, dass eine Aktivität mit zu hoher Intensität empfohlen wird, warnt der Experte.
Laut einem Positionspapier der European Association of Preventive Cardiology sollte man sich daher vorzugsweise an den ventilatorischen Schwellen (VT1 und VT2) orientieren. Wenn sich das Fitnesslevel des Patienten ändert, sollten diese Parameter überprüft werden, um die Trainingsdosis gegebenenfalls anzupassen.