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Um die Wette rüsten: Wie viel Grünabfall wird tatsächlich beim Rüsten von Früchten und Gemüsen generiert?
Die Ernährung ist für knapp einen Drittel der gesamten Umweltbelastung des Schweizer Konsums verantwortlich. Davon wird etwa ein Viertel durch Food Waste verursacht. Ein Grossteil davon fällt bei uns Konsumenten zu Hause an. Auch wenn viele Rüstabfälle nicht als Lebensmittelverschwendung klassifiziert werden, sind viele davon geniessbar und könnten durch sparsames Schälen vermieden werden.
In der Literatur gibt es sogenannte Rüstfaktoren, welche als Richtwert für die normalerweise nicht verzehrten Teile von Früchten und Gemüsen dienen. Im Rahmen der Bachelorarbeit „Nährwertbasierte Charakterisierung von (teilweise) vermeidbaren Lebensmittelverlusten» wurden von sechs ausgewählten Früchten und Gemüsen Rüstfaktoren bestimmt und mit Literaturwerten verglichen. Die Bestimmung erfolgte mit neun Testpersonen, welche die Früchte und Gemüse wie gewohnt gerüstet haben. Die Rüstabfälle wurden anschliessend gewogen und sollen einen ersten Anhaltspunkt für das typische Rüstverhalten der Schweizer Bevölkerung geben.
In der Tabelle sind die Ergebnisse der Studie abgebildet, wobei die Durchschnittswerte sowie die Standardabweichung der neun Testpersonen ermittelt wurden. Dabei wurden teilweise grosse Unterschiede zwischen den Rüstfaktoren der Testpersonen festgestellt (z.B. 9-53% bei Lauch), aber auch Abweichungen von den Literaturwerten und den minimalen Rüstfaktoren bei sparsamem Schälen. Bei Kartoffeln haben beispielsweise die Probanden im Durchschnitt 11.3% weggerüstet. Der Rüstfaktor aus der Literatur ist mit 20% noch deutlich höher, obwohl Messungen nach Abtrennen der Schale nach dem Kochen ergaben, dass die Kartoffelschalen nur 2% der Gesamtmasse einer Kartoffel ausmachen. Durch sorgfältiges Abtrennen von ungeniessbaren Teilen kann wertvolle Biomasse gerettet werden.
Somit schont sparsam Schälen nicht nur den Geldbeutel, sondern verhindert auch überflüssige Lebensmittelverluste.