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Die Midōsuji-Avenue ist die Champs-Élysées von Osaka. Die 4,2 Kilometer lange und 44 Meter breite Prachtstrasse mit ihren 970 Ginkgo-Bäumen verbindet den Norden mit dem Süden der Stadt – das Geschäftsviertel Umeda mit dem lebendigen Viertel Namba und dem Dōtonbori-Kanal (Asienspiegel berichtete). Hier sind alle grossen Kaufhäuser, Boutiquen, Restaurants und Geschäfte zuhause. Unter der Avenue liegt zudem die gleichnamige U-Bahn-Linie. Die Midōsuji ist zugleich die wohl grösste Einbahnstrasse Japans. Hier fliesst der Autoverkehr ausschliesslich von Norden nach Süden.
Lange war dies eine schmale Strasse. Erst während der Taishō-Zeit (1912 bis 1926) entwickelte man die ersten Pläne für eine Vergrösserung zur Avenue. 1937 waren die Arbeiten vollendet. Nun gibt es eine neue Vision für die Midōsuji-Avenue. Aus dieser sechsspurigen Hauptverkehrsachse, wo täglich 40’000 Autos verkehren, soll auf einer Länge von 3 Kilometern eine vollständige Fussgängerzone entstehen, wie die Nikkei Shimbun berichtet. Diese Vision treibt Bürgermeister Hirofumi Yoshimura zurzeit mit lokalen Wirtschaftsverbänden voran.
Ein 15 Meter breiter Gehsteig
Die ersten Pläne sehen vor, dass bis 2020 auf einem kleinen Teilstück im Süden die beiden Aussenspuren für die Autos zu Gehsteigen umgewandelt werden. Die Fussgängerbereiche auf beiden Seiten würden somit von 6 auf 15 Meter verbreitert. Das wäre genügend Platz, um neue Open-Air-Cafés zu eröffnen und Veranstaltungen abzuhalten. Bis 2025, dem Jahr der möglichen Weltausstellung in Osaka (Asienspiegel berichtete), würde man diese neuen breiten Gehsteige bis zur Yodoyabashi-Station im Norden der Midōsuji-Avenue hochziehen. Frühestens ab 2037, dem 100-jährigen Jubiläum, will man schliesslich auch die vier Hauptspuren vom Autoverkehr befreien. Die Midōsuji wäre dann die längste und breiteste Fussgängerzone des Landes.
Es ist eines der kühnsten urbanen Projekte in Japan. Laut der Mainichi Shimbun sollen noch in diesem Jahr detaillierte Pläne ausgearbeitet werden und erste konkrete Entscheidungen fallen.