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Paul Blattmann-Stähli (1900–1985)
Quelle: Jahrbuch der Stadt Wädenswil 1986 von Peter Ziegler
Am 6. Dezember 1985 starb der altem Wädenswiler Geschlecht entstammende, beliebte und angesehene Fabrikant Paul Blattmann-Stähli im 86. Altersjahr.
Paul Blattmann wurde am 7. Januar 1900 als Sohn des Ehepaars Paul Blattmann Gehrig geboren, als erster Wädenswiler Bürger in diesem Jahrhundert. Er besuchte die Schulen in Wädenswil, absolvierte eine Spenglerlehre im väterlichen Geschäft und erwarb sich weitere Berufserfahrung in Lausanne und Genf und während eines mehrjährigen Aufenthalts in New Orleans und Chicago. 1925 verheiratete sich Paul Blattmann mit Martha Stähli; der Ehe entsprossen zwei Söhne und eine Tochter.
Nach seinen Ausbildungsjahren übernahm Paul Blattmann mit grossem Geschick und viel Initiative die technische Leitung im väterlichen Betrieb und später – zusammen mit seinem für das Kaufmännische verantwortlichen Bruder Willi – die gesamte Metallwarenfabrik. Die Brüder Blattmann verstanden es, ihre Produktion auf die ständig wechselnden Bedürfnisse ihrer Kunden auszurichten und konnten das Unternehmen die MEWA, zu grosser Blüte führen. Äusserlich kam der geschäftliche Erfolg im 1935 vollendeten Neubau an der Zugerstrasse zum Ausdruck, der die Geschäftslokalitäten am Floraweg ersetzte.
An den Geschicken seines Heimatdorfes, dessen Geschichte, Kultur und Vereinsleben, nahm Paul Blattmann stets regen Anteil. Seine Freude an der Musik und am Gesang liess ihn 1926 Mitglied des Männerchors Eintracht
werden, den er von 1936 bis 1953 als beliebter Präsident leitete und dem er bis zu seinem Lebensende angehörte. Ihm gelang es auch, Ruedi Sidler
als Chordirigenten zu gewinnen. Nun wurden mit Erfolg anspruchsvolle Werke aufgeführt, wie Hermann Suters «Le Laudi», was damals ein grosses Wagnis bedeutete.
Das grossartige Mäzenatentum das Paul Blattmann mit seinem Bruder Willi für viele kulturelle Veranstaltungen übte, kam neben dem Männerchor Eintracht auch in reichem Masse dem Kirchengesangverein
zugute, der mit dieser Unterstützung viele erfolgreiche Aufführungen verwirklichen konnte.
Auch die Geschichte faszinierte den vielseitig interessierten Paul Blattmann. Vor allem aus der Geschichte seiner Heimatgemeinde Wädenswil wusste er gewinnend und in bester Zürcher Mundart zu erzählen. Mit Freude und grossem Eifer beteiligte er sich am Aufbau des Wädenswiler Ortsmuseum «Zur Holen Eich», dem er die vielbewunderte Spenglerwerkstatt schenkte. Als Mitglied der Altschloss-Stiftung setzte er sich für die Erhaltung der Burgruine Alt-Wädenswil ein, als Vorstandsmitglied des Au-Konsortiums für die grossartige Landschaft des Auhügels. Als Mitbegründer der Genossenschaft Hoch-Etzel
trug Paul Blattmann – seit 1927 Mitglied des Schweizerischen Alpenclubs, Sektion Hoher Rohn
– entscheidend dazu bei, dass der Hoch-Etzel als Wanderziel mit gefälligem Berggasthaus erhalten blieb.
Während sechs Jahren war Paul Blattmann auch Mitglied des Verwaltungsrates der Bank Wädenswil, bis diese 1967 an die Schweizerische Kreditanstalt verkauft wurde. Mit grosser Freude half er 1958 den Rotary-Club Au am Zürichsee zu gründen.
Allen, die ihm begegnen durften und ihn kannten, wird Paul Blattmann in lebendiger Erinnerung bleiben als liebenswürdige, bodenständige und kraftvolle Persönlichkeit, dem die Öffentlichkeit viel zu verdanken hat.
(Nach dem Nachruf im «Allgemeinen Anzeiger vom Zürichsee» vom 20. Dezember 1985.)
Metallwarenfabrik Blattmann an der Zugerstrasse, 1944.