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Sie laufen auf allen vieren und nehmen nur selten die charakteristische Stellung der Affen an; verfolgt
setzen sie sich in einen merkwürdigen Galopp.
[* 12] Sie sind wild, zornig, unverschämt, tückisch und höchst geil; zu einander
und gegen die Kinder hegen sie große Liebe, auch wohl in der Gefangenschaft gegen den Pfleger, aber bei der geringsten Veranlassung
bricht die Bestialität ungebändigt wieder durch. Sie fliehen den Menschen, lassen sich aber in der Not
mit ihm wie mit Raubtieren in einen Kampf ein und können furchtbare Wunden beibringen.
Man fängt sie leicht, indem man ihnen Töpfe mit Branntwein hinsetzt; sie trinken denselben leidenschaftlich, werden vollkommen
trunken und sind dann leicht zu bewältigen. Am Kap benutzt man gezähmte Paviane zum Aufsuchen des Wassers.
In denSagen und Erzählungen der Araber spielen sie eine große Rolle. Der Mohren- oder Schopfpavian (C. nigerDesm.), den Makaken
nahestehend, 65 cm lang, mit Stummelschwanz, breiter, flacher, kurzer Schnauze, die Oberlippe nicht überragender Nase,
[* 13] schwarzem
Pelz, nacktem, schwarzem Gesicht
[* 14] und rotem Gesäß, bewohnt Celebes, die Philippinen und Molukken, kommt öfters
zu uns, lernt spielend leicht, ist aber in der Gefangenschaft sehr hinfällig.
Der Babuin(C.BabuinDesm.), 1 m lang, mit 0,5 m langem Schwanz, oberseits grünlichbraun mit geringeltem Haar,
[* 15] unterseits heller,
auf den Backen weißlichgelb, lebt in Abessinien, Kordofan und in andern mittelafrikanischen Ländern, ist
sehr klug, leicht abzurichten und treu, findet sich in allen Affenhäusern, Tierschaubuden und Affentheatern und zählt unter
die Hauptkünstler der letztern. Schon die alten Ägypter hielten ihn gern im Haus. Der Mantelpavian (C.HamadryasWagn., s.
Tafel »Affen II«)
[* 16] ist 70-80 cm lang, mit 20-25 cm langem Schwanz, grau, mit grünlichbraun und gelb geringeltem
Haar, welches besonders bei alten Männchen einen langen Mantel bildet und auch an den Backen stark verlängert ist.
Der etwas kleinere Dril(C. leucophaeusWagn.) ist oben olivenbraun, unten und an der Innenseite weißlich,
mit schwarzem Gesicht, weißem Backenbart, braunen Händen und Füßen und roten Schwielen. Mandrill und Dril stammen von der Küste
von Guinea, sollen truppweise in gebirgigen Wäldern leben, die Ansiedelungen der Menschen heimsuchen und Verwüstungen anrichten.
Sie kommen nicht selten zu uns; der junge Mandrill ist harmlos, lustig, etwas älter aber erliegt er ganz
seinen scheußlichen Leidenschaften und wird wahrhaft abschreckend. Man hat aber auch Mandrille vortrefflich abgerichtet und
durch Heranbildung zu einer bedeutenden Leistungsfähigkeit alle übeln Gewohnheiten unterdrückt.