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Vor allem im Westen und Norden fiel anfangs dieser Wochenberichtsperiode immer wieder Schnee. Die Mengen waren zwar nicht sehr gross, aber eingeschneite, markante Schwachschichten – Oberflächenreif und eine aufbauend umgewandelte Schwachschicht unter einer Kruste – führten gebietsweise zu einer hohen Auslösebereitschaft für Lawinen und somit zu kritischen Verhältnissen für Wintersportler. Das wiederspiegelte sich in einer hohen Anzahl Personenlawinen.
Der Schneefall, welcher in der Nacht auf Donnerstag, 15.02. einsetzte dauerte im Norden bis Freitagmittag an. Die Schneefallgrenze lag während der Nacht bei rund 2000 m und sank zum Niederschlagsende gegen 1600 m. Im Süden war es teils sonnig. Am meisten Schnee fiel mit 20 bis 40 cm am nördlichen Alpenkamm, in den meisten Gebieten des Wallis sowie im Gotthardgebiet (vgl. Abbildung 1).
In der Nacht auf Samstag und am Samstagvormittag war es teils klar, tagsüber setzte aus Westen rasch wieder Schneefall ein. Die Schneefallgrenze sank von 1700 m bis am Abend auf rund 1000 m. Bis zum Niederschlagsende in der Nacht auf Sonntag fielen oberhalb von rund 1800 m am Alpennordhang und im Unterwallis 10 bis 20 cm, ganz im Westen bis 30 cm (vgl. Abbildung 2).
So fielen in der Summe von der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bis Sonntagmorgen im Unterwallis und am Alpennordhang 30 bis 60 cm Neuschnee. Der Wind wehte dabei meist schwach bis mässig aus dem westlichen Sektor, in der Nacht auf Freitag sowie tagsüber am Samstag am Alpenhauptkamm vom Gotthardgebiet bis ins Oberengadin auch stark.
In der Nacht auf Sonntag endete der Schneefall. Dann war das Wetter von einer schwachen Nordströmung bestimmt, die tiefe Temperaturen aber kaum Niederschlag brachte. Im Norden war es zeitweise hochnebelartig bewölkt, so am Sonntag und von Dienstag bis Donnerstag. Die Hochnebel-Obergrenze lag dabei meist sehr hoch bei 2000 bis 3000 m. Am Montag lag kein Hochnebel und im Norden war es sonnig. Im Süden war es am Montag bewölkt, sonst mehrheitlich sonnig.
Der Wind blies schwach bis mässig aus nördlichen Richtungen. Aus dem Nebel fiel zeitweise wenig Schnee, sonst war es trocken.
Bereits in der letzten Wochenberichtsperiode wurden sowohl Oberflächenreifschichten (vgl. Abbildung 5), als auch aufgebaute, kantige Schichten an der Oberfläche eingeschneit. Diese bildeten zwar bereits in der letzten Wochenberichtsperiode markante Schwachschichten, aber die Bruchausbreitung war eher noch klein, weil das Schneebrett aufgrund der tiefen Temperaturen noch recht locker war. Die Eigenschaften des Schneebrettes änderten sich in dieser Wochenberichtsperiode, was vor allem im Zusammenhang mit dem Niederschlag von Donnerstag bis Samstag und der hohen Schneefallgrenze stehen dürfte. Der Schnee fiel diesmal dichter und so änderten sich die Eigenschaften des Schneebrettes. Dass die Bruchausbreitung und vermutlich auch die Auslösebereitschaft eher zugenommen hatten, drückte sich in einer Vielzahl von Personenlawinen aus (siehe nächster Abschnitt).
Hinzu kam auch eine weitere Schwachschicht, die sich in dieser Wochenberichtsperiode zu verstärken schien: unterhalb einer Kruste (vor allem an Südhängen), bildete sich eine dünne Schwachschicht mit kantigen Kristallen aus (vgl. Abbildung 6 und 7). Diese Schwachschicht dürfte bei einigen Personenauslösungen massgebend gewesen sein, da viele Auslösungen an südlichen Expositionen gemeldet wurden.
Aufgrund dieser ausgeprägten Schwachschichten, Meldungen von Gefahrenzeichen und Personenlawinen hätte die Lawinengefahr für den Sonntag im Nachhinein gebietsweise auch mit einer Stufe 4 („gross“) bezeichnet werden können, wobei sich die Gefährdung ausschliesslich auf Wintersportler und nicht auf Verkehrswege oder Siedlungen bezog.
In der Folge nahm die Lawinengefahr nach den Niederschlägen mit diesen ausgeprägten Schwachschichten und den tiefen Temperaturen nur sehr langsam ab.
Dem SLF wurden elf Personenlawinen und eine Gleitschneelawine mit Sachschäden gemeldet. Total wurden 13 Personen erfasst und vier Personen ganz verschüttet (vgl. Abbildung 8).
Nach den Grossschneefällen vom Dezember und Januar lagen verbreitet überdurchschnittliche Schneehöhen. Insbesondere im Wallis wurden rund 150 %, von Arolla bis Zermatt sogar 200 % der zu dieser Jahreszeit üblichen Schneehöhen gemessen.
Weil zudem in den Gebieten, wo im Januar ausserordentlich viele und grosse Lawinen abgingen, die meisten Lawinenzüge mit Lawinenschnee gefüllt waren, bestand stellenweise eine hohe Gefährdung durch weitere Lawinen, insbesondere auch Nassschneelawinen, die im Frühling erwartet werden dürften. Bei aufgefüllten Lawinenzügen und Lawinenauffangdämmen können bereits „normale“ Lawinenabgänge die üblichen Lawinenbahnen verlassen und folglich exponierte Infrastrukturen gefährden. Als temporäre Schutzmassnahme wurden deshalb in den betroffenen Gebieten in den Lawinenauslaufbereichen Schnee aus der Hauptzugbahn der Lawine abgetragen, damit neues Auffangvolumen entstand und am Rand als Schneewall aufgetragen, damit eine gewisse Schutzwirkung wieder gegeben war (vgl. Blattbachlawine (Abbildung 9) und Luegeltilawine (Abbildung 10) im Mattertal).
Gefahrenentwicklung
Lawinenbulletins dieser Zeitperiode im Überblick.