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|Enamore, Wereda liegt ca. 220 km südwestlich der Hauptstadt AddisAbeba, 45 km südlich der Hauptstrasse Addis Abeba > Jima entfernt. Die Region wurde seit jeher von der Zentralregierung vernachlässigt. Schlechte oder keine Strassen verhindern eine angemessene Mobilität. Ein Gesundheitswesen existiert nicht. Im einzigen Regionalspital weit und breit, in Werra, das 1995 von Irland gebaut wurde, sind die Behandlungskosten für den grössten Teil der Bevölkerung unerschwinglich.

Strom- und Wasserversorgung gibt es keine. Die Menschen sind auf sich selber angewiesen. Auf einer Fläauml;che von ca. 200 km2 lebt die Bevölkerung zerstreut in Siedlungen mit ihren Familiensippen. Die Menschen sind absolute Selbsternäauml;hrer. Das Wenige, das sie nicht selber erzeugen können, z.B. öl, Salz oder Kleider, wird durch den Verkauf von eigenen Produkten auf kleinen, regionalen Märkten erworben. Fleisch gibt es nur an Festtagen, wie an Hochzeiten, Ostern oder am hohen Festtag „Meskel“ im Herbst. Die paradiesische Vegetation wird getrübt durch die fünf Monate lange Trockenzeit von November bis März.
Jede Familie lebt im eigenen Rundhaus. Das Haus ist vollumfänglich mit lokalen Baustoffen erbaut. Eukalyptusholz, Fasern, Lehm und Gras sind die Baustoffe aus eigenem Anbau. Nur wer über entsprechendes Geld verfügt, kann sich eine gezimmerte Eingangstüre leisten. Eine Türe kostet ca. 50 Franken, was 10% des Jahreseinkommens entspricht. Ein kräftiger Mittelstamm trägt über Stützen den mit jungen Eukalyptusstämmen mittels Fasern geflochtenen Dachunterbau.

Dieser Unterbau wird mit einer 30 bis 40 cm dicken Grasschicht belegt, was für zwei bis drei Jahre ein regensicheres Leben im Haus ermöglicht. Rundum ist das Haus mit ca. 10 cm dicken Tremeln abgeschlossen. Zur Stabilität sind diese einen Meter in den Boden eingelassen. Die Wand wird innen mit einem Lehm- und Fasergemisch verputzt und mit verflüssigtem Kuhdung gestrichen. Vor dem Mittelstamm wird eine runde Feuerstelle gebaut. In einem Sektor sind die Kühe angebunden, auf der anderen Seite ist der Wohn- und Schlafsektor. Die Kühe im selben Raum sorgen in kühlen Näauml;chten für angenehme Temperaturen.
An der hinteren Seite des Hauses fügt sich der innere Anbauring an. Dort werden die lebenswichtige Pflanze „Ensete“ sowie Gemüse, Mais und Kartoffeln angebaut. Das Ganze ist mit einer dicken Mulchschicht bedeckt und dient als WC sowie als Wasserspeicher in der regenarmen Zeit. Vereinzelt sind auch Bananenstauden, Mango und Papaya zu sehen. Im mittleren Anbauring wird vorwiegend Kaffee und die Drogenpflanze „Tschad“ angebaut. Der äussere Anbauring dient als Gras- und Weideland. Weiter entfernt von den Häusern sind grosse Eukalyptuswälder gepflanzt worden. Es ist der Stolz jedes Bauern, sein eigenes Bau- und Brennholz zu kultivieren. Mehr und mehr können auch Baustämme verkauft werden, um so das karge Haushaltsbudget etwas aufzupolieren.