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(Reconventio), diejenige Klage, welche in einem bürgerlichen Rechtsstreit der Beklagte gegen den Kläger
vor demselben Gericht und in dem nämlichen Verfahren erhebt. In diesem neuen Prozeß ist der ursprüngliche
Beklagte nunmehr Kläger (Widerkläger), der ursprüngliche Kläger aber Beklagter (Widerbeklagter). A hat mich z. B.
wegen 1000 Mk. Kaufgeld verklagt; ich gestehe die Klage zwar zu, mache aber einredeweise geltend, daß A mir 1200 Mk. aus einem
Darlehen schuldet, und fordere nun meinerseits von A den Überschuß im Weg der Widerklage. Nach der deutschen Zivilprozeßordnung
kann der Beklagte einen Anspruch bei dem Gericht der Klage widerklagend geltend machen, wenn dieser Anspruch entweder mit dem
in der Klage geltend gemachten Anspruch oder mit den dagegen vorgebrachten Verteidigungsmitteln im Zusammenhang steht; sei
es, daß er in Ansehung des Entstehungsgrundes, sei es, daß er durch einen Einfluß auf die rechtliche
Beurteilung mit dem geklagten Anspruch oder mit den Einreden oder Dupliken zusammenhängt, welche der Beklagte dem Klaganspruch
entgegensetzt.
Die Widerklage wird in der mündlichen Verhandlung erhoben. Sie kann bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung, in welcher das Urteil
ergeht, angestrengt werden. Man spricht von einem Gerichtsstand der Widerklage (Forum
[* 3] reconventionis) insofern,
als die Widerklage vor dem Gericht der Haupt- oder Vorklage erhoben werden kann, auch wenn dieses Gericht für die in der Form einer
Widerklage erhobene Klage an und für sich nicht zuständig sein würde.
Vgl. Deutsche
[* 4] Zivilprozeßordnung, § 33, 251, 253, 136. Im
Strafprozeß spricht man von einer Widerklage mit Rücksicht auf die Vorschrift der deutschen Strafprozeßordnung
(§ 198, 232), wonach wechselseitige Beleidigungen und nur auf Antrag zu verfolgende Körperverletzungen in einem und demselben
Verfahren zu erledigen sind.
Hat daher der eine Teil Antrag auf Strafverfolgung gestellt, so muß der andre Teil
bei Verlust seines Rechts den Antrag auf Strafverfolgung auch seinerseits spätestens vor Schluß der Verhandlung in erster Instanz
stellen. Er ist dazu aber auch noch berechtigt, wenn für ihn zu eben diesem Zeitpunkt die sonst gesetzte dreimonatige Antragsfrist
bereits abgelaufen sein sollte.