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20. Februar 2020: Rolf spricht mit Robert
Robert ist das älteste der drei Kinder der Familie. Wenn er einmal gross ist, will er mit Holz arbeiten und die Leute zum Lachen bringen.
Rolf Hermann ist Schriftsteller. Er erhielt den Kulturpreis der Stadt Biel (2017) und den Literaturpreis des Kantons Bern (2019).
https://vision2035.ch/parminous/
La version française du dialogue entre Rolf et Robert: https://vision2035.ch/fr/parmi-nous/
Robert est l’aîné des trois enfants de la famille. Quand il sera grand, il voudra travailler le bois et faire rire les gens.
10. Februar 2020: Update https://stayherech.herokuapp.com/update
Français: https://stayherech.herokuapp.com/fr
Die Familie Mikayelyan-Safaryan
Die Familie Mikayelyan-Safaryan wohnt seit acht Jahren in der Schweiz. Ihr ältester Sohn, Robert, ist hier geboren und besucht in Biel die erste Klasse. Das ältere Mädchen, Charlotta, besucht den Kindergarten, das jüngere, Inessa, verbringt die Tage mit den Eltern. Die Kinder sind hier aufgewachsen, sprechen Deutsch und sogar ein bisschen Französisch, wie das in Biel halt üblich ist. Die Mutter engagiert sich im Elternrat, der Vater spielt mit den Kindern der Schule Schach. Robert fährt Fahrrad, Charlotta schminkt sich als Prinzessin, die kleine Inessa mag „Mascha und der Bär“ – eine ganz normale Familie, die aber leider keine Aufenthaltsbewilligung hat.
Deshalb dürfen die Eltern nicht arbeiten, deshalb können sie kein Bibliotheksabonnement lösen und dürfen keine Schlitten mieten. Schlimmer noch: die Familie muss täglich damit rechnen, ausgeschafft zu werden, in ihre „Herkunftsländer“. Für den Vater ist das Kasachstan, aber dort darf seine Frau nicht leben. Für die Mutter ist das Armenien, aber dort darf der Vater nicht leben. Die Behörden haben deshalb die Absicht, den Vater und die zwei älteren Kinder nach Kasachstan, die Mutter mit Inessa nach Armenien auszuschaffen. Oder den Vater mit allen drei Kindern nach Kasachstan und die Mutter allein nach Armenien. So würde nicht nur das Bieler Leben der Familie zunichtegemacht, sondern die Familie auseinandergerissen.
Einige Menschen haben der Familie geholfen, bei den Behörden ein sogenanntes „Härtefallgesuch“ einzureichen. Das wurde aber leider abgelehnt, weil ihre „Lebens- und Daseinsbedingungen […], gemessen am durchschnittlichen Schicksal von anderen ausländischen Personen“ durch die Ausschaffung und die Trennung der Eheleute und der Kinder nicht „in gesteigertem Masse in Frage gestellt“ seien. Diesen anderen ausländischen Personen muss es wirklich sehr schlecht gehen!
Kurz vor Weihnachten haben sich Roberts Lehrerinnen an die Behörden gewandt und festgestellt, dass es für sie schwierig ist, eine Klasse zu unterrichten, die jederzeit damit rechnen muss, dass uniformierte Polizisten eines der Kinder abholen, aufs Flugzeug bringen und an einen fremden Ort verfrachten, von woher er nie mehr zurückkehren kann. Wie sollen sie das den anderen Kindern erklären, wie sollen sie Freundschaften, Beziehungen, Spielnachmittage unterstützen, wenn sich eines ihrer Kinder in einer derart akuten Gefahr befindet? Die Behörden haben geantwortet, dass man da leider nichts machen kann.
Wir meinen, dass man da schon etwas machen kann. Die Familie soll hier in Biel und in ihrer Wohnung bleiben, die Kinder sollen in die Schule gehen und die Eltern sollen arbeiten dürfen. Die Familie Mikalyelyan-Safaryan gehört zu uns, ihre Kinder sind hier geboren und aufgewachsen. Wir wollen, dass die Familie hier in Biel endlich ein würdevolles Leben führen kann.
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Überparteiliche Fraktionserklärung und offener Brief der Stadträtinnen und Stadträte von Biel/Bienne
Déclaration de groupes interpartis et lettre ouverte :
Artikel im Bieler Tagblatt vom 8. Januar 2020 et dans le Journal du Jura du 8 janvier 2020
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