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Sie sind so fit wie die Generation ihrer Kinder und eignen sich darum bestens als Vorbild für viele. Die Rede ist von den so genannten Super Ager. Mit Super Ager sind Senioren über 70 Jahren gemeint, welche geistige und teilweise auch körperliche Fähigkeiten haben, welche sonst nur einiges jüngere Menschen haben. Aber was genau zeichnet diese Personen aus? Was braucht es, um ein Super Ager zu sein?
Die geistige Fitness als Schlüsselfaktor
Dr. Bradford Dickerson, ein Neurologe im Massachusetts General Hospital (MGH), und seine Kollegen studieren seit einigen Jahren das Phänomen der Super-Ager, deren Gehirn den üblichen altersbedingten Schrumpfungsprozess nicht mitmacht. Die Ergebnisse ihrer Forschungen deuten darauf hin, dass die Annahme neuer mentaler Herausforderungen der Schlüssel zum Erhalt von Hirngewebe und Gehirnfunktion sein kann.
In einer Studie wurden 81 jüngere und ältere, gesunde Erwachsene aufgefordert, eine Liste mit 16 Nomen sechsmal zu lesen. Zwanzig Minuten später wurden sie gebeten, sich an so viele Worte wie möglich zu erinnern. Während 23 der älteren Teilnehmer neun oder weniger Wörter erinnerten (=durchschnittlich), konnten sich 17 Senioren an 14 Wörter oder mehr erinnern. Letztere Gruppen zeigte eine ähnliche Punktzahl wie die jüngeren Teilnehmer.
Mittels einer funktionellen Magnetresonanztomographie, welche Bilder des arbeitenden Gehirns liefert, konnten Forscher bei den Gruppen einen Unterschied der Gehirnstruktur nachweisen. Während die 17 Senioren mit dem guten Ergebnis ähnliche Muster wie die jüngeren Teilnehmern hatten, war bei den anderen Senioren ein eine verminderte Zellaktivität zu erkennen. Diese entsprechenden Hirnregionen sind an vielen Prozessen beteiligt wie beispielsweise Emotion, Sprache und Stress.
Obwohl das Gehirn der Super Ager weniger Zellverlust aufweist als jenes ihrer Altersgenossen, sind ihr IQ und ihr Bildungsniveau ähnlich. Allerdings scheint sich die Problemlösung von anderen Personen zu unterscheiden. Super Ager haben die Fähigkeit, neue Aufgaben als Herausforderung betrachten – ganz im Gegensatz zu typischen älteren Erwachsenen, die vielleicht alleine beim Gedanken daran aufgeben.
Es wird spekuliert, dass Super Ager ausserdem eher bereit sind, ein gewisses Unbehagen zu ertragen, um eine neue Fähigkeit (z.B. Sprechen einer neuen Sprache) zu beherrschen. Super-Agenten verlassen immer wieder ihre Komfortzonen, um neue Fachgebiete zu erschliessen.
Auch die körperliche Fitness ist bei Super Agern ausserordentlich
Neben kognitiven Super Agern gibt es auch physische Super Ager, deren körperliche Werte es locker mit um Jahrzehnte jüngeren Menschen aufnehmen können. Woran das liegt, ist noch nicht vollständig geklärt, zumal die Menschen nach dem 30. Geburtstag im Durchschnitt pro Lebens-Jahrzehnt rund zehn Prozent ihrer Ausdauerfähigkeit (aeroben Kapazität) verlieren.
Die Wissenschaft ist sich aber einig, dass regelmässige körperliche und geistige Aktivitäten zwar viele potentielle Gesundheitsrisiken senken, aber zur Erhaltung der Gesundheit praktisch nur intensive Betätigungen wirklich wirksam sind. So konnten Studien mit Menschen über 80 Jahren zeigen, dass mit ein hochintensives Training von 20 bis 45 Minuten am Tag das Niveau der Ausdauerfähigkeit auf jenes von 30-Jährigen bringt..
Wie wird man zum Super Ager?
Die folgenden Tipps von Experten sind zwar keine Garantie für ein Alter als Super Ager – wohl aber ein guter Ansatz dafür:
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Mentale Herausforderungen annehmen statt vermeiden:
Zum Beispiel können Aufgaben oder Projekte (Steuererklärung machen, Möbel zusammenbauen, Computersoftware installieren etc.), welche man in der Vergangenheit an jemand anderen delegiert hatte, selbst gemacht werden. Auch Freiwilligenarbeit oder Freizeitbeschäftigungen wie ein Instrument lernen oder Gedichte schreiben, sind gute Ideen.
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Erhöhen der körperlichen Fitness:
Durch die Steigerung von Intensität, Dauer sowie Häufigkeit der Trainingseinheiten kann die Trainingskapazität und Fitness verbessert werden.
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Frust akzeptieren:
Geduld und Ausdauer sind der Schlüssel zur Bewältigung von Herausforderungen. Es kann Monate oder Jahre der Praxis dauern, bis man die Kenntnisse in einem neuen Bereich erworben hat. Der Nutzen aber ist so gross, dass sich die Mühen auf jeden Fall lohnen.
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Niemand sollte sich von seinem Alter abschrecken lassen:
Mary Robertson «Oma» Moses zum Beispiel begann erst mit 78 Jahren ernsthaft zu malen. Ein anderes Beispiel ist die oberste Richterin Ruth Bader Ginsberg, die als 68jährige nach der Behandlung von Darmkrebs anfing, mit einem Personal Trainer zu arbeiten – und nun im Alter von 84 Jahren ein Training absolviert, das die meisten von uns nicht ohne medizinische Erlaubnis ausprobieren sollten.
Zusammen macht es mehr Spass: Manchen Menschen fällt die Annahme neuer Herausforderungen leichter, wenn sie in Begleitung anderer Anfänger sind.