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"In einem Tierheim werden jährlich Unmengen an Futter benötigt, um all die hungrigen Mäuler zu stopfen", weiß der Tierschutzbeauftragte und Geschäftsführer des Tierschutzvereins, Jürgen Foß, zu berichten. Jürgen Foß, selbst seit vielen Jahren Vegetarier, meint weiter: "Da liegt der Gedanke nahe, gerade bei diesen großen Mengen auf fleischhaltige Produkte zu verzichten, um als Tierschützer mit gutem Beispiel voranzugehen. Das in herkömmlichem Tierfutter enthaltene Fleisch stammt fast ausschließlich aus Tierfabriken. In unseren Augen ist es absurd, seine Haustiere zu lieben und ihnen aber gleichzeitig Futter anzubieten, das aus tierquälerischer Massentierhaltung gewonnen wird."
Die vegetarische Ernährung von Hunden, so der Tierschutzverein, sei unproblematisch und zudem nach allen bisherigen Erfahrungen gesünder als herkömmliches Tierfutter. Oft komme Fleisch von Tieren ins Futter, die unter eine der vier Kategorien - tot, sterbenskrank, von einer Krankheit befallen oder körperbehindert - fielen. Außerdem enthielten viele Tierfutter Hormone, Pestizide, Antibiotika, künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel, Altöle und andere toxische Stoffe. Sie seien also nicht gerade gesund für einen Hund.
Jürgen Foß: "Wir werden oft gefragt, ob denn eine vegetarische Ernährung bei Hunden artgerecht sei, wo der Hund doch vom Wolf abstammt. Diese Frage ist genauso zu beantworten wie die Frage, ob zermatschte Rinderaugen, Hühnerfedern oder andere Schlachtabfälle, gemixt mit Konservierungsstoffen und Streckmitteln, fertig verpackt in Dosen, eine artgerechte Ernährung für den Wolf sind - natürlich nicht! Aber wir sprechen hier über domestizierte Tiere, welche in ihrer Lebensweise sicherlich nicht mit ihren Vorfahren verglichen werden können."
Der Einsatz vegetarischer Tiernahrung im Tierheim und verschiedene Studien zeigten, dass sich Hunde bei einer vegetarischen Ernährung in einer hervorragenden gesundheitlichen Verfassung befänden. Geschmacklich sei es ebenso: Den Hunden schmecke es hervorragend.
Im Tierheim werde aber keinem Tier das vegetarische Futter aufgezwungen. Falls es hier und da zu Übergangsproblemen kommen sollte, würden diese Tiere nach und nach an vegetarische Kost gewöhnt. Ein weiterer Vorteil: Der Speiseplan auf rein vegetarischer Basis sei auch alles andere als langweilig.
Die weitere Vorgehensweise erläutert Foß folgendermaßen: "Wir haben nun den ersten großen Schritt getan und hoffen, dass uns andere Tierheime und Tierhalter folgen. Der nächste Schritt wird sein, auch unsere Katzen auf vegetarisches Futter umzustellen. Hier fehlt es aber derzeit noch an genügend Angebot an Fertigfutter. Wir überlegen derzeit, Katzenfutter selbst herzustellen." Die wichtigen Zusatzstoffe zur Herstellung vegetarischer Nahrung für Katzen seien bereits auf dem Markt und in den USA seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Hierbei leisten die Firmen Dr.-Baumann Cosmetic und Dr. med. Henrich aus Siegen dem Tierheim Unterstützung. Von dort sei auch der Denkanstoß zu diesem Projekt ausgegangen. Tipps zur vegetarischen Ernährung von Hund und Herrchen sind auch auf der Homepage der Siegener Tierschützer unter: "www.tierheim-siegen.de" zu finden. (Siegener Zeitung, 26. November 2001)