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Laut der Natixis-Studie halten sich 83% der 350 befragten Schweizer Anleger für vorsichtige Anleger und räumen ein, dass sie Sicherheit der Performance vorziehen. Der weltweite Trend zeigt, dass die meisten Anleger zwischen ihrem Wunsch nach hoher Rendite und den damit verbundenen Risiken, die sie bereit sind einzugehen, schwanken. Die befragten Schweizer scheinen angemessene Renditeerwartungen von 7,5% zu haben und liegen damit deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 9,5%. Paradoxerweise gelang es den eidgenössischen Anlegern 2015, eine durchschnittliche Rendite von 8,5% zu erzielen, die erheblich höher war als der weltweite Durchschnitt von 5,8%. Trotz dieser Ergebnisse zeigt die Studie jedoch, dass es den Schweizer Anlegern an einer klaren Orientierung mangelt. Lediglich 43% von ihnen (weltweit 49%) gaben an, dass sie sich ein präzises finanzielles Ziel gesetzt haben, und nur 30% (weltweit 37%) haben einen Finanzplan ausgearbeitet, um diese Ziele zu erreichen.
Diese hohen Renditeerwartungen und diese geringe Risikobereitschaft sowie der Mangel an konkreten Zielen und Planung werfen Fragen im Hinblick auf die Auswahl der Anlagen und die Finanzierung der Renten auf. Das verdeutlicht die Notwendigkeit, sich Hilfe bei professionellen Finanzberatern zu suchen.
Rolle der passiven Verwaltung – von Anlegern überschätzt?
Privatanleger auf der ganzen Welt scheinen die Rolle der passiven Verwaltung und ihre Vorzüge im Portfolio zu überschätzen. Die Studie zeigt, dass Indexfonds weiterhin in der Gunst der Schweizer Anleger stehen, die sie für erschwinglicher (60%) und effizienter beim Minimieren von Verlusten halten. Über die Hälfte der Anleger sind der Meinung, dass Indexfonds im Vergleich zu anderen Anlageformen eine bessere Diversifizierung bieten.
Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu jüngsten Umfragen von Natixis Global Asset Management bei institutionellen Anlegern und Finanzberatern1, aus denen hervorgeht, dass diese der aktiven Verwaltung den Vorzug geben, um einen Nutzen aus Marktschwankungen zu ziehen, Alpha zu generieren und das langfristige Rendite/Risiko-Profil ihrer Portfolios zu verbessern. Die passive Verwaltung wird hingegen vor allem als Mittel zur Reduzierung der Verwaltungskosten betrachtet. Ein Gegensatz, der die Herausforderungen und die Widersprüche verdeutlicht, mit denen Privatanleger konfrontiert sind.
"Aus diesem Grund ist es unerlässlich, die Risiken seines Portfolios zu kennen und auch zu verstehen. Vielen Anlegern, die etwa in Indexfonds investieren nur weil sie billiger sind, ist womöglich gar nicht klar, worum es beim Investieren geht: nämlich darum, Alpha zu generieren und auf lange Sicht hohe risikobereinigte Erträge zu erzielen. Bei kurzfristigen Kursanstiegen mag ein Indexfonds vielleicht eine gute Wahl sein, für sinkende Märkte gilt das aber nicht. Nur wirklich aktive Strategien können dabei helfen, von Marktturbulenzen zu profitieren und stabile Erträge zu erwirtschaften", sagt Jörg Knaf, Executive Managing Director von Natixis Global Asset Management für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Mehr Diversifizierung und besseres Risikomanagement
Die Studie zeigt auch, dass die Anleger entschlossen sind, nach neuen Anlageansätzen zu suchen, die besser auf die neuen Paradigmen der Finanzmärkte abgestimmt sind. Weltweit meinen fast ein Drittel der befragten Anleger, dass der traditionelle Aktien/Anleihen-Ansatz nicht mehr ihren Bedürfnissen entspricht. In der Schweiz suchen 70% der Anleger nach Strategien, die ihnen ein besseres Risikomanagement bieten, und 75% wünschen sich mehr Diversifizierungsmöglichkeiten für ihr Portfolio, insbesondere in Form von alternativen Anlagen.
Alternative Anlagen erscheinen immer mehr als eine Lösung für Anleger, die nach Diversifizierung suchen. Allerdings nutzen nur etwas mehr als die Hälfte der befragten Schweizer Anleger (53%) alternative Anlagen (unter denen Strategien vom Typ Hedge-Fonds, Private Equity, Managed Futures, Immobilien, Absolute Return und Long-Short zusammengefasst sind). Fast 50% der Anleger, die keine alternativen Anlagen nutzen, halten diese Vermögenswerte für zu riskant, ein Drittel hält ihre Performance nicht für ausreichend und 29% glauben, dass sie keine Alternativen brauchen.
Es ist eine steigende Nachfrage nach sozial verantwortlichen Anlagen (Socially Responsible Investments, SRI) zu beobachten, vor allem in der Schweiz. 65% die Schweizer Anleger halten es für wichtig, dass ihre Anlagen zum Gemeinwohl der Gesellschaft beitragen und ihre persönlichen Überzeugungen widerspiegeln; 70% geben an, dass Anlegen in ethischen Unternehmen für sie Priorität hat. Ein Trend, der eindeutig von Finanzberatern aufgenommen wurde. Etwa 70% der Schweizer Anleger sagen, dass sie mit ihrem Finanzberater über sozial verantwortliche Anlagen gesprochen haben (gegenüber 51% weltweit).
In der Schweiz hat die Finanzierung der Renten absolute Priorität
Für etwa 73% der Anleger weltweit hat die Finanzierung ihrer Renten Priorität. Der Mangel an konkreten Zielen und an Planung könnte sie jedoch langfristig verletzbar machen. Der grundlegende Trend einer allmählichen Übertragung des wesentlichen Teils der Rentenfinanzierung vom Staat auf Privatleute scheint sich zu bestätigen. So sind nahezu 75% der Schweizer Anleger der Meinung, dass die Finanzierung ihrer Rente unmittelbar ihre eigene Angelegenheit ist. Die eidgenössischen Anleger sehen sich stärker in der Verantwortung (17%), optimistisch (16%) und zufrieden (16%) angesichts dieser Entwicklung. Weltweit zeigen die Befragten gegenläufige Reaktionen: 19% beschreiben sich als resigniert, 16% sind optimistisch und 14% sehen sich stärker in der Verantwortung.
Finanzanlagen gehören bei den Schweizer Anlegern nicht zu den Prioritäten für die Finanzierung ihrer Renten. Die bevorzugten Instrumente sind die Pensionskassen ihrer Arbeitgeber, gefolgt von Vorsorgesparplänen. Die Studie zeigt hingegen, dass die Anleger den Betrag ihres Vorsorgesparplans, der für die Sicherung einer komfortablen Rente erforderlich ist, niedriger einschätzen. Im Durchschnitt gehen die Schweizer Anleger davon aus, dass sie 65% ihres Gehalts vor Rentenbeginn benötigen, was unter der Schwelle von 70% bis 80% liegt, die allgemein empfohlen wird.
Wunsch nach individueller Beratung
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass insgesamt 62% der Anleger finanzielle Beratung in Anspruch nehmen. Immerhin 48% nutzen die Dienste eines Beraters, während sich 8% mit Robo-Advisoren zufriedengeben. Etwa 14% kombinieren persönliche Beratung mit Robo-Advisoren. Weltweit glauben 64% der Anleger, dass die Dienste eines Finanzberaters echten Mehrwert einbringen. 65% der Schweizer Anleger meinen, dass Beratung erforderlich ist, um ihre Anlagen zu verwalten und ihre Rentenziele zu erreichen.
Für die Studie wurden 7100 Privatanlegern, darunter 350 aus der Schweiz, aus 21 Ländern in Asien, Europa, Nord- und Südamerika und im Nahen Osten befragt. Die Umfrage wurde im Januar und Februar 2016 online durchgeführt.