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Existenzsicherung und Integration
Der Fokus in diesem Themenbereich liegt auf der Funktion der sozialen Sicherungssysteme für die Absicherung von Lebensrisiken. Im Zentrum stehen die Weiterentwicklung der sozialen Sicherungssysteme sowie die Dynamiken der Armut. Im Zuge dessen werden Risikoverläufe in den Bereichen Krankheit, Invalidität, Alter, Familie und Kinder, Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit, Wohnen und soziale Ausgrenzung betrachtet. Weiter wird untersucht, wie Massnahmen wirken, die Menschen befähigen sollen, mit ihren eigenen Ressourcen ihre Existenz zu sichern und an der Gesellschaft teilzuhaben.
Referenzprojekte
Existenzsicherung im Alter
Wegen ungenügender Altersvorsorge sind immer mehr Menschen im jüngsten Rentenalter auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Dies zeigt das Projekt "Existenzsicherung im Alter". Rund 12 Prozent aller AHV-Beziehenden bekommen Ergänzungsleistungen (EL), um den minimalen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Während diese Quote in den letzten 15 Jahren stabil geblieben ist, hat sie bei den unter 70-Jährigen deutlich zugenommen, von 5,9 Prozent im Jahr 1999 auf 8,6 Prozent im Jahr 2012. Vorsorgelücken entstehen unter anderem wegen Erwerbsunterbrüchen, unsicheren Anstellungen und tiefem Lohn, aber auch wegen Scheidung oder gesundheitlichen Problemen. Im Projekt sind qualitative und quantitative Forschungsmethoden zum Einsatz gekommen.
Analyse von Leistungsverläufen und Risikoprofilen der ALV-Beziehenden
Im Forschungsprojekt wurden Analysen erstellt, die den Verlauf von Personen, die Arbeitslosenentschädigung (ALE) beziehen, zeigen. Die Verlaufsanalyse umfasst die ersten sechs Jahre des Leistungsbezugs. Der Fokus lag dabei auf der Interaktion von ALV und Sozialhilfe. Wie häufig folgt nach einem ALE-Bezug ein Sozialhilfebezug? Wie hoch ist der Anteil der Personen, die danach erneut ALE beziehen – welche Bevölkerungsgruppen sind bei diesen "Pendlern" überproportional vertreten?
Es zeigte sich, dass vor allem Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, der Landwirtschaft und zum Teil dem Baugewerbe ein erhöhtes Risiko für lange Verläufe und Verläufe mit Sozialhilfefolge haben. Jobs mit prekären Anstellungsbedingungen, mit einem tiefen Lohn und befristeten Verträgen dürften für dieses Risiko verantwortlich sein. Ein erheblicher Teil dieser Verläufe führte in die Sozialhilfe.
- Schlussbericht „Verläufe, Risikoprofile und Einflussfaktoren für die berufliche Integration von neuen ALE-Beziehenden“
- Beitrag „Verlaufstypen und Risikoprofile von arbeitslosen Personen“ in Volkswirtschaft 9/2011
- Beitrag „Welche Gruppen von Arbeitslosen riskieren, längerfristig von Sozialleistungen abhängig zu werden?“ in Volkswirtschaft 4/2014
- Beitrag „Leistungsbezugsverläufe und Risikoprofile von neuen Arbeitslosen“ im impuls 1/ 2014
Wirksamkeit von Beschäftigungs- bzw. Qualifizierungsprogrammen in der Sozialhilfe
Die Frage der Wirksamkeit von Massnahmen der beruflichen und sozialen Integration wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert, weil in den meisten Untersuchungen der Erfolg solcher Angebote ausschliesslich über die Eingliederungsquote in den ersten Arbeitsmarkt gemessen wird. Auswirkungen auf "weiche Faktoren" (soziale Integration, Gesundheitszustand) werden häufig ausgeblendet. In diesem Projekt werden die Wirkungsdimensionen von fünf Berner Integrationsprogrammen untersucht. Ziel ist es, ein standardisiertes Messinstrument zu entwickeln, das in einem Paneldesign an 500 Programmteilnehmenden getestet und validiert wird.
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