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access_time veröffentlicht 24.12.2018
Endokarditis: Geht es teilweise auch mit oralen Antibiotika?
Redaktion des Swiss Medical Forum
Editors' Choice 2018
Endokarditis: Geht es teilweise auch mit oralen Antibiotika?
24.12.2018
Die Linksherz-Endokarditis bleibt eine Erkrankung mit relevanter Mortalität und führt in bis zu 50% zu einem späteren Herzklappenersatz. Sie wird häufig mit einer 6-wöchigen intravenösen Antibiose stationär behandelt, wenn auch die Spitalaufenthalte zum Teil mit den allerdings auch nicht unproblematischen peripheren intravenösen Verweilkathetern abgekürzt werden können. Eine dänische Studie untersuchte 400 Patient(inn)en mit Linksherz-Endokarditis (Erreger: Streptokokken, Staphylokokken [S. aureus und koagulase-negativ], Entercoccus faecalis), ob eine sequentielle Therapie (Beginn stationär mit intravenöser Antibiose, gefolgt von oraler Therapie, wenn immer möglich ambulant) einer rein intravenösen Behandlung unterlegen sei. Je etwa 200 Patient(inn)en wurden initial mindestens zehn Tage intravenös behandelt (Wahl des Antibiotikums entsprechend europäischer und US-Richtlinien). Die «orale Gruppe» erhielt dann eine orale Folgetherapie von median 17 Tagen (Wahl der Antibiotika siehe Tabelle S. 2 im «supplementary appendix»), während die intravenöse Gruppe im median weitere 19 Tage weiterbehandelt wurde.
Die Studie fand, dass die sequentielle Therapie nicht schlechter («non-inferior») als die rein intravenöse in Bezug auf Mortalität, ungeplante Herzoperationen, Kardioembolien oder Wiederauftreten einer Bakteriämie mit dem primären Erreger war (Nachbeobachtung: sechs Monate nach Absetzen der Antibiose). Eine attraktive Alternative also, vor allem angesichts des Kostendrucks. Trotzdem (oder auch deswegen!) empfiehlt die Redaktion des Swiss Medical Forum das konkrete Vorgehen interdisziplinär vertieft zu analysieren und zu beschliessen.