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Nach dem Durchzug des Hurrikans «Dorian» sind auf den Bahamas weitere Todesopfer entdeckt worden. Die Zahl der Toten sei nun bereits auf 30 gestiegen, sagte Regierungschef Hubert Minnis dem US-Fernsehsender CNN am Donnerstag (Ortszeit).
Die Behörden der Inselgruppe befürchten zudem, dass die Zahl weiter steigt. Zuvor war von 20, dann von 23 Todesopfern die Rede gewesen.
Die endgültige Zahl der Todesopfer des Hurrikans «Dorian» auf den Bahamas werde nach Einschätzung des zuständigen Gesundheitsministers Duane Sands «überwältigend» sein. Dies sagte er am Donnerstag (Ortszeit) dem Radiosender der Zeitung «The Nassau Guardian». «Die Zahlen werden weitaus höher sein», sagte er weiter. «Es ist nur eine Frage der Bergung der Leichen», führte er zudem aus.
Nur bestimmte Personen könnten Menschen für tot erklären, betonte Sands in dem Radio-Interview. Es brauche zusätzliche Bestatter und Kühlvorrichtungen, sagte er.
Die Lokalregierung könne eine Gesundheitskrise dieses Ausmasses nicht allein bewältigen, sagte er. Daher habe er unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO um Hilfe gebeten, erklärte Sands. Drei «Mini-Spitäler» und 50 Ärzte würden auf die betroffenen Inseln gebracht. «Ich habe so etwas noch nie erlebt, und ich will auch nie wieder so etwas erleben», sagte der Minister.
«Dorian» – einer der stärksten jemals registrierten Tropenstürme im Atlantik – hatte mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Stundenkilometern auf den Bahamas gewütet und das Urlaubsparadies verwüstet.
Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen mindestens 70'000 Menschen auf der zwischen Kuba und Florida gelegenen Inselgruppe dringend Hilfe. Die Menschen benötigten Lebensmittel, Wasser, Unterkünfte und Medikamente, sagte der Uno-Chef für humanitäre Angelegenheiten, Mark Lowcock.
Die Rettungseinsätze gingen am Donnerstag auf den beiden am schwersten getroffenen Inseln im Norden des Karibikstaates weiter. Zahlreiche Menschen wurden noch immer vermisst. Bahamaer nutzten soziale Medien, um Vermisste zu suchen und die Verteilung von Hilfsgütern zu koordinieren. Manche Inselbewohner klagten über hinderliche Bürokratie. Die Regierung verlangt, dass Spenden nur über von ihr autorisierte Organisationen laufen.
Am Donnerstag prallten erste wuchtige Ausläufer von «Dorian» auf die Südostküste der USA. Starker Regen und heftige Winde peitschten die Küstengebiete der Bundesstaaten North und South Carolina. Die Behörden warnten vor lebensgefährlichen Überschwemmungen und Sturzfluten. Auf seinem Weg zur US-Küste verlor «Dorian» zwar etwas an Kraft und wurde vom US-Hurrikanzentrum (NHC) auf die Stufe 2 der fünfstufigen Hurrikan-Skala herabgestuft. Noch immer transportierte der Wirbelsturm aber Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 175 Stundenkilometern.
Am Donnerstagabend (Ortszeit) befand sich «Dorian» vor der Küste des US-Bundesstaats South Carolina. Auch dort kam es in Küstennähe zu Überschwemmungen. Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten stürzten um. (sda/afp/dpa)