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Frauen prägen die Landwirtschaft mit ihren vielfältigen Tätigkeiten in Haus und Hof massgeblich mit.
Die Bedeutung der Frauen für die Landwirtschaft ist gross. So nehmen sie Aufgaben im Haushalt und bei der Erziehung der Kinder wahr, arbeiten oft auch auf dem Betrieb oderpflegen die (Schwieger-) Eltern. Viele haben zudem eine Erwerbstätigkeit ausserhalb der Landwirtschaft und engagieren sich auch in der Freiwilligenarbeit.
Die Rolle der Frauen im Betrieb ist sehr unterschiedlich: Die einen sind Betriebsleiterinnen und haben dabei die alleinige Verantwortung für den Betrieb, andere teilen sich diese Verantwortung mit einem Partner, wieder andere helfen bloss ab und zu auf dem Betrieb mit und manche Frauen halten sich ganz von der betrieblichen Arbeit fern.
Die rechtliche Stellung der Frauen in der Landwirtschaft setzt sich, wie auch bei den Männern in der Landwirtschaft, zusammen aus:
- Personenstand sowie Güterstand und Haftung (bei verheirateten Frauen),
- Sozialversicherungsrechtlicher Status (AHV-Status) bzw. arbeitsrechtliche Stellung,
- Betrieblich-rechtliche Stellung und Haftung, sowie
- Eigentumsverhältnisse.
Von den im Jahre 2014 insgesamt 158‘800 beschäftigten Personen in der Landwirtschaft waren 58‘000 Frauen (37 %), davon 2‘800 Betriebsleiterinnen. Die meisten Frauen in der Landwirtschaft sind verheiratet, i.d.R. wird der Betrieb vom Ehemann geführt und ist auch in seinem Eigentum.
Der gesamte wöchentliche Zeitaufwand der Frauen lag 2011 bei knapp 65 Stunden. Über die Hälfte ihrer Zeit verwendeten Bäuerinnen für Haushalt, Familie und Garten: Im Mittel 25 Stunden für den Haushalt, 7,5 Stunden für die Kinderbetreuung, knapp 0,5 Stunden für die Pflege von alten oder kranken erwachsenen Personen sowie 3 Stunden für Garten- und Umgebungsarbeiten. Weitere Zeit der Bäuerinnen nahmen der Betrieb (15 h), die Administration (3 h) sowie landwirtschaftsnahe Tätigkeiten (2 h) in Anspruch. Der Zeitaufwand für die ausserbetriebliche Erwerbstätigkeit der Bäuerin betrug im Durchschnitt 8,5 Stunden pro Woche.
Die Mehrheit der Frauen sind mitarbeitende Familienmitglieder ohne eigenes AHV-Einkommen. Mehr und mehr haben jedoch ein eigenes AHV-Einkommen, sei es aus einer ausserbetrieblichen Erwerbstätigkeit, als Angestellte des Betriebes, als selbständige Bewirtschafterin eines Betriebszweigs oder als selbständige Bewirtschafterin eines Bauernbetriebs. Dadurch verbessert sich auch ihre eigene soziale Absicherung.
Trotz der grossen Bedeutung der Frauen für die Schweizer Landwirtschaft gab es bis 2002 nur wenige Studien, die sich mit dieser Thematik befassten. Mit der nationalen Studie „Die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft“, 2002 im Auftrag des Bundesamts für Landwirtschaft durchgeführt, wurden erstmals schweizweit fundierte quantitative und qualitative Daten erhoben. Diese Untersuchung wurde zehn Jahre später, 2012, im ähnlichen Rahmen wiederholt.