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Oftmals ensteht eine Verminderung des Gehörs schleichend und der Betroffene nimmt die Veränderung nicht wahr. Es kann aber auch zu einer plötzlichen Hörverminderung kommen, aufgrund eines Hörsturzes oder einer Entzündung des Ohres. Bei jeder Einschränkung des Gehörs sollte eine umgehende fachärztliche Untersuchung und eine Gehörsprüfung durchgeführt werden. Bei einer schleichenden Hörverminderung ist möglicherweise die Versorgung mit einem Hörgerät sinnvoll um eine Einschränkung der Funktion des Hörnerven und der Sprachverarbeitung zu verhindern. Im Falle eines Hörsturzes sollte eine umgehende Therapie mit Medikamenten begonnen werden.
Das Gehirn arbeitet schwer
Viele Menschen haben Schwierigkeiten, an manchen Orten, wie in einem lauten Restaurant, Gesprächen zu folgen. Das liegt daran, dass Sprache aus einer Vielzahl an verschiedenen Klängen besteht, die in innerhalb eines sehr schnellen Sprachflusses zusammengesetzt werden. Unser Gehirn priorisiert und ordnet all diese Klänge pausenlos für uns.
Wenn es um das Hören geht, mag es überraschend klingen, dass das Gehirn schwerer arbeitet als die Ohren. Deshalb kann es in geräuschintensiven Umgebungen, wie z. B. in einem gut besuchten Restaurant, sehr frustrierend sein, einem Gespräch zu folgen. Selbst Menschen ohne Hörverlust haben damit Schwierigkeiten. Für gewöhnlich ist Ihr Gehirn mittels eines kognitiven Prozesses in der Lage, alle Informationen, denen Sie Aufmerksamkeit schenken, zu sortieren: Einfach ausgedrückt ordnet das Gehirn die Klangumgebung, wählt die gewünschte Klangquelle aus und folgt dieser. Bei Menschen mit Hörverlust muss das Gehirn jedoch viel schwerer arbeiten, um Klänge sinnvoll zu ordnen, da die Eingangssignale von den Ohren leiser, weniger detailliert und/oder undeutlich sind.
Manche Klänge werden besser wahrgenommen als andere Hohe Konsonanten, wie f, s und t, werden schnell durch lautere, tiefe Vokale, wie a, o und u, überlagert. Dies führt dazu, dass Personen mit Hörverlust darüber klagen, dass sie andere reden hören, aber nicht verstehen, was sie sagen.
Wie funktioniert unser Gehör?
Zum Hören haben wir zwei Ohren und ein Gehirn.
Das Außenohr
Haben Sie sich jemals gefragt, warum ein Ohr die Form hat, die es hat? Die Form ihres Ohrs gewährleistet, dass Schallwellen erfasst und durch den Gehörgang an Ihr Trommelfell weitergeleitet werden.
Das Mittelohr
Drei winzig kleine Knochen bilden zusammen mit dem Trommelfell das Mittelohr: Der Hammer, der Amboss und der Steigbügel. Der Steigbügel ist von allen Knochen in Ihrem Körper der kleinste. Zusammen amplifizieren die genannten Knochen die Schallwellen.
Das Innenohr
Die schneckenförmige Cochlea ist mit Flüssigkeit gefüllt. Durch Schallwellen gerät diese Flüssigkeit in Bewegung, und die Bewegung wird von den Sinnenzellen aufgenommen, welche die elektrischen Impulse an das Gehirn senden.
Das Gehirn
Sobald das Gehirn Impulse erhält, beginnt es mit der Verarbeitung der Daten damit wir entscheiden können, was für die Situation relevant ist und uns danach richten können.
Natürliches Hören:
Ein gesundes Gehör nimmt sowohl tiefe Töne (etwa ein Bassinstrument oder Verkehrslärm) und hohe Töne (eine Geige oder Vogelgezwitscher) wahr. Technisch gesehen, Frequenzen zwischen etwa 20 und 20.000 Hertz. Es kann ausserdem besonders leise Töne (das Summen einer Mücke), aber auch extrem laute Geräusche (einen startenden Düsenjet) verarbeiten. Das entspricht einem Lautstärkebereich von 0 bis über 120 Dezibel.
Sprachverstehen:
Unser Gehör ist ein Meister in der Wahrnehmung von Sprache, in all ihren Facetten und in jeder Situation. Ob im Café, am Telefon oder in einem Vortrag: Unser Gehör filtert aus einer Flut von Geräuschen alle unwichtigen Signale heraus und konzentriert sich nur auf das Wesentliche. Dank dieser besonderen Fähigkeit können wir beispielsweise aus einem ganzen Orchester ein einzelnes Instrument heraushören oder trotz lauter Umgebung mit unserem Gesprächspartner entspannt plaudern.
Räumliches Hören:
Unser Gehirn nimmt Geräusche in einem 360-Grad-Radius um den Kopf wahr, aus jedem Winkel. Unser Gehirn kann zwischen vorne und hinten, oben und unten unterscheiden. Dadurch erkennen wir, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, wie gross der Raum ist, in dem wir uns befinden, und ob sich uns ein Hindernis in den Weg stellt.