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Datumdifferenz,
die Verschiedenheit der Datierung an verschiedenen Orten der Erdoberfläche. Wer nach Osten reist, muß, wenn seine Uhr [* 2] stets die richtige Ortszeit angeben soll, dieselbe um so mehr vorstellen, je weiter er sich in östl. Richtung von seinem Ausgangspunkt entfernt (s. Zeitdifferenz). Kehrt er dann von Westen her kommend wieder an den Ausgangspunkt der Reise zurück, so hat er nach und nach im ganzen seine Uhr um 24 Stunden vorstellen müssen, und demgemäß wird er auch bei seiner Rückkehr in der Berechnung des laufenden Datums um 1 Tag gegen die an dem Ausgangspunkt der Reise übliche Datierung voraus sein; er hat daher durch seine Reise um die Erde scheinbar einen Tag gewonnen.
Reist jemand in umgekehrter Richtung, also beständig nach Westen zu fahrend, um die Erde herum, so verliert er scheinbar 1 Tag. Da die Entdeckungsfahrten der Europäer sowohl in östl. wie in westl. Richtung unternommen wurden, so erhielten die Bewohner der im Großen Ocean gelegenen Inseln und Länder das Datum von Europa [* 3] aus teils von Osten, teils von Westen her, sodaß man daselbst in bestimmten Gegenden zweierlei Datum erhalten mußte. Es bildete sich auf Grund des histor.
Ganges der Entdeckung und Besiedelung eine Datumscheidelinie aus, die vom Südpol kommend östlich von der Insel Chatham, Neuseeland, Neucaledonien und Neuguinea bleibt, zwischen Celebes und Bornéo einerseits, Mindanao und den übrigen Philippinen andererseits hindurch geht und dann südöstlich von den japan. Inseln und den Kurilen verlaufend der Beringstraße zustrebt. Westlich dieser Linie zählte man als Datum und Wochentag einen Tag mehr als östlich derselben.
Diese historische Datumgrenze (s. die dem Artikel Weltverkehr beigegebene Übersichtskarte des Weltverkehrs) [* 4] mit ihrer großen Ausbuchtung nach Westen erhielt sich so lange, als die polit. und Handelsinteressen der in ihrer Ausbuchtung liegenden Inselgruppen sie vornehmlich nach dem Osten hin verwiesen. Mit der Umgestaltung der polit. und der Weltverkehrsverhältnisse in diesem Jahrhundert und mit der Anknüpfung lebhafterer Handelsbeziehungen nach Westen hin erwies sich für die Philippinen die ungewöhnliche Datierung als eine sehr störende Unbequemlichkeit.
Auf Grund einer Verordnung des Erzbischofs von Manila ließ man daher auf den Philippinen auf den unmittelbar den folgen. Die gleiche Datierung fand auf den Karolinen, den Marianen und Kingsmillinseln Eingang, während andererseits die Samoa- und Fidschi-Inseln infolge ihres starken Verkehrs mit Australien [* 5] die austral. Datierung annahmen. Auf Grund der praktischen Verkehrsverhältnisse hat sich so seit der Mitte dieses Jahrhunderts eine neue thatsächliche oder wirtschaftliche Datumgrenze herausgebildet, die dem Verkehr und Handel der verschiedenen Inselgruppen untereinander und mit dem Festlande Rechnung trägt. Im wesentlichen fällt dieselbe mit dem 180. Meridian (von Greenwich an gerechnet) zusammen. Doch darf die thatsächliche Datumgrenze nicht als etwas unverändert Feststehendes angesehen werden, sondern sie wird je nach den wechselnden polit. und ¶
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Handelsbeziehungen kleinen Änderungen und Schwankungen unterworfen sein. So nahmen die Samoa-Inseln 1892 die westl. Datierung an. Als nautische Datumgrenze gilt der 180. Meridian von Greenwich. Beim Überschreiten des 180. Meridians ändern daher die Seefahrer ihr Datum und den Wochentag (Datumwechsel), sodaß bei der Fahrt von Ost nach West ein Tag überschlagen, auf der Fahrt von West nach Ost dagegen ein Tag und Datum zweimal hintereinander gesetzt wird.
Über die infolge Einführung des Gregorianischen Kalenders entstandene
Datumdifferenz s. Kalender.