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Der Perimeter der Bestandsaufnahme Emmenbrücke befindet sich im Industrieareal der Stiftung Viscosuisse in der Emmenweid in Emmenbrücke. Die Gebäude sind durch die Emmenweid- und Merkurstrasse erschlossen.
Die Gründung des Industriedorfes und die ersten Industriebauten wurden zwischen 1900 und 1930 durch die Société de la Viscose Suisse S.A. erbaut. Einige dieser Liegenschaften, wie zum Beispiel die Scheddachhalle (Gebäude 633) aus dem Jahr 1927 oder die Festhalle Séchoir (Gebäude 632) aus den 30er Jahren und im Jahr 1943 umgebaut, sind noch aus dieser Gründerzeit.
Andere Gebäude wurden nach und nach erstellt und an diesen bestehenden Bauten angebaut.
Die einzelnen Liegenschaften werden heute als Gewerbeflächen von unzähligen Firmen und Vereinen gemietet. Das alt-neue Industriedorf ist von einer hohen Vielfalt geprägt und soll auch in Zukunft seine ortstypische Identität beibehalten.
Um eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, muss das Industriedorf unterhalten oder teilweise saniert werden. Im Rahmen dieser Bestandsaufnahme Emmenbrücke werden die einzelnen Liegenschaften geprüft um die Massnahmen zu eruieren.
Die erarbeiteten Grundlagen zeigen, welche Sanierungsmassnahmen umgesetzt werden müssen, um die vorgefundene Substanz des historisch bedeutenden Industriedorfes Emmenweid für weitere 30 bis 50 Jahre nachhaltig zu erhalten. Die untersuchten Teilobjekte: Halle 632 (Séchoir), Halle 633 (Scheddach und Werkstatt) sowie das Gebäude 636 (die alte Schmiede) sind in Bezug auf die Haustechnik, Tragstruktur und Nutzung als grosses Gebäudekomplex zu verstehen und eng miteinander verwoben. Eine klare Trennung dieser Objekte würde sowohl den technischen Gegebenheiten als auch dem Geist dieses „Ensembles“ nicht entsprechen.
Die erarbeitete Dokumentation dient als Planungs- und Investitionsgrundlage für kurz-, mittel- und langfristige Sanierungsmassnahmen. Die Liegenschaften, oder einzelne Bauteile davon, werden in einem Ampelsystem mit Rot, Gelb und Grün klassifiziert. Die mit Rot eingestuften Liegenschaften oder Bauteile sind stark beschädigt und müssen, um die Trag- sowie Personensicherheit wiederherzustellen, umgehend ertüchtigt werden. In der gelben Stufe sind Sanierungsvorschläge beschrieben, welche nicht dringend sind und in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Diese Sanierungsmassnahmen sind nötig, um den Lebenszyklus der Bauteile oder der Konstruktion zu verlängern. In der grünen Klasse sind für die nächsten fünf bis zehn Jahre vorwiegend Unterhaltsmassnahmen nötig.