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Wie alles begann, was mit den Pferden zu tun hat...
Woher mein Pferdevirus kommt, weiss niemand so genau. Er war einfach da, von klein an, ohne dass meine Familie mit Pferden zu tun hatte.
Meine ersten Pferdeberührungen waren die gutmütigen Pferde, die Kinder auf Jahrmärkten für wenige Minuten ein unvergessliches Erlebnis bereiten.
Der Zwergesel "Fränzi", der meinem Gotti und meiner Freundin gehörte, bescherte mir auch frohe Stunden ab dem Alter von 1 Jahr.
Als ich 6 Jahre alt war, begann ich mit dem Voltigieren. Mit 8 durfte ich richtige Reitstunden nehmen, wo mir aber nach kurzer Zeit die Nähe zum Pferd und der Natur fehlte. Nur ein fertig gesatteltes Pferd zu bekommen, in der Abteilung einander nachreiten und danach das Pferd wieder abgeben, war mir deutlich zu wenig.
Im nahe gelegenen Haflingerhof in Algetshausen fand ich mein zweites Zuhause.
Anfänglich war ich 1x pro Woche dort, wo ich einen Ausritt auf den gutmütigen Haflingern mitreiten konnte. Hier musste man das Pferd selber putzen und satteln. Meine Mutter fragte dann irgendwann für mich, ob ich bei der restlichen Arbeit auch mithelfen dürfe, ich wollte das so gerne. So wurde schnell mein zweites Zuhause aus dem Hof. Ich verbrachte jede freie Minute dort und im Alter von 14 Jahren betreute ich die jugendlichen Reiter schon fast alleine, half wo ich konnte, stand jeden Sonntagmorgen im Stall und begann mit der Fütterung und dem Misten der 14 Pferde.
Inwischen hatten sich bei meiner Freundin neben dem Zwergesel "Fränzi" 2 weitere behufte Vierbeiner eingelebt. Das Welshpony "Pommetje" und der kleine Haflinger "Sebastian". Meine Schulferien verbrachte ich oft dort und der Haflinger "Sebastian" eroberte im Sturm mein Herz.
Aus privaten Gründen musste "Sebastian" die Familie verlassen. Ich konnte ihn dem Besitzer des Haflingerhofs in Algetshausen erfolgreich vermitteln. Dort wurde "Sebastian" innert Kürze zum Liebling der Nation.
Im Oktober 1995 wurde der Haflingerhof in Algetshausen verkauft, die Pferde und das gesamte Inventar versteigert. Die Bilder der vielen weinenden Kindern und Jugendlichen sehe ich noch heute vor mir.
Als Dank für meine treue Hilfe, wurde mir vom Besitzer des Hofes offeriert, dass ich den Haflinger "Sebastian" sofort kaufen dürfe, wenn ich ihn haben wollte, und nicht für ihn mitsteigern muss.
Ich wollte und durfte auch von meinen Eltern aus.
So kratzte ich mein gesamtes Gespartes zusammen und der kleine 19jährige Haflinger "Sebastian" gehörte mir.
Die grösste Überraschung war jedoch diejenige, dass meine Eltern den "Haflingerhof" kauften, umbauten und wir darin unser richtiges neues Zuhause fanden. Ich war überglücklich, denn so hatte ich neben meinem zweiten Zuhause, das nun mein richtiges Zuhause war auch mein erstes eigenes Pferd.
Für ein erstes eigenes Pferd kann einem wohl nichts besseres passieren, als das man ein erfahrenes älteres und äusserst gutmütiges Pferd übernehmen kann. Ganz nach dem Motto: Erfahrene Pferde lehren junge Leute und erfahrene Leute lehren junge Pferde.
Mit "Sebastian" begann für mich eine Zeit, die ich niemals vergessen werde. Mehr dazu unter 'In Erinnerung'. Er lehrte mich, was eine tiefe Freundschaft zwischen Zwei- und Vierbeinern bedeuten kann.