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Ein Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) ist die Folge einer dauerhaften Überlastung des Knochens durch eine Kraft, die nicht ausreicht, um den Knochen (wie bei einem akuten Knochenbruch) spontan brechen zu lassen. Ermüdungsbrüche entwickelt sich daher über eine längere Zeit hinweg.
Beim Ermüdungsbruch ist zwischen zwei Typen zu unterscheiden:
Unabhängig vom Typ der Fraktur löst ein Ermüdungsbruch dieselben Symptome aus, die sich typischerweise schleichend entwickeln: Zunächst entstehen belastungsabhängige Schmerzen, die mit oft tastbaren Schwellungen oder sichtbarer Rötung einhergehen. Im weiteren Verlauf lassen die Schmerzen in Ruhe nicht mehr nach, sondern bestehen dauerhaft. Im Gegensatz zu einem unfallbedingten Knochenbruch gesunder Knochen führt ein Ermüdungsbruch nur selten zu einem Funktionsverlust des betroffenen Körperteils. Am häufigsten tritt eine Ermüdungsfraktur an den Knochen der Extremitäten (vorwiegend Beine und Füsse) sowie an den Knochen des Beckengürtels auf. An Wirbelknochen und Rippen kommt es seltener zu Ermüdungsfrakturen.
Bei einem Ermüdungsbruch gelingt die Diagnose durch Röntgen oder anhand einer Computertomographie. Am sichersten kann jedoch sich die Magnetresonanztomographie oder Szintigrafie eine Ermüdungsfraktur darstellen.
Beim Ermüdungsbruch besteht die Therapie darin, die betroffene Extremität zu entlasten und gegebenenfalls mit einem Gips zu versehen. Eine Stressfraktur heilt meist innerhalb von sechs bis acht Wochen aus. Bei Insuffizienzfrakturen ist es für eine erfolgreiche Knochenheilung erforderlich, auch die zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln.
Ein Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) ist – anders als akute Knochenbrüche – die Folge einer lang andauernden und sich ständig wiederholenden Belastung des Knochens. Ermüdungsbrüche kann man in zwei Arten unterteilen:
Ein Ermüdungsbruch unterscheidet sich von einem akuten Bruch dadurch, dass die belastende Kraft zu gering ist, um eine spontane Knochenfraktur zu verursachen. Vielmehr verändert sich das Knochengewebe über einen gewissen Zeitraum hinweg; es bilden sich Risse und Spalten aus. Schliesslich bricht der Knochen als Folge eines länger andauernden Prozesses. Daher spricht man bei der Ermüdungsfraktur auch von einem Dauerbruch.
Je nachdem, an welcher Stelle der Ermüdungsbruch auftritt, liegt folgende Form von Knochenbruch vor:
Ein Ermüdungsbruch tritt mit grösster Häufigkeit an den Extremitäten (zum Beispiel im Fuss, am Schienbein oder Wadenbein) sowie an den Knochen des Beckengürtels auf. Rund 70 Prozent aller Ermüdungsbrüche, die durch dauerhafte Überlastung gesunder Knochen entstehen (sogenannte Stressfrakturen), treten bei Leistungs- und Laufsportarten auf. Die Stressfraktur macht etwa 20 Prozent aller Verletzungen in der Sportmedizin aus.
Jedem Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) liegen als Ursachen dauerhafte Überbelastungen zugrunde, welche die Toleranzgrenze des Knochens überschreiten.
Betrifft der Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) einen gesunden Knochen, liegt eine Stressfraktur vor, deren Ursachen anhaltende Überbelastungen – etwa durch Leistungssport – sind, die im Knochengewebe feine Risse und Brüche (Mikrofrakturen) verursachen. Durch vermehrte Bildung von Knochensubstanz gleicht der Körper diese Mikrofrakturen aus. Bei anhaltender Überbelastung lässt dieser Prozess, bei dem sich ständig Knochengewebe auf- und abbaut, den Knochen schliesslich brechen. Neben belastenden Sportarten, bei denen es vorwiegend zur Stressfraktur in Bein (zum Beispiel Schienbein, Wadenbein) und Fuss kommt, kann etwa übermässiges, langwieriges Husten die Rippen und Wirbelkörper übermässig belasten und dort Ermüdungsbrüche auslösen (sogenannte Hustenfraktur).
Neben diesen Ursachen für einen Ermüdungsbruch gesunder Knochen gibt es einige Faktoren, die bei Erwachsenen eine Stressfraktur der Extremitäten begünstigen. Zu diesen Risikofaktoren für Stressfrakturen gehören unter anderem:
Für einen Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) erkrankter Knochen, die sogenannte Insuffizienzfraktur, kommen verschiedene Erkrankungen als Ursache infrage. Die jeweilige Grunderkrankung greift die Knochen an, sodass diese porös und dadurch nicht mehr normal belastbar sind. Das kristalline System des Knochengewebes ist aufgelockert und enthält nicht genügend Mineralstoffe – in der Folge bildet sich Knochengewebe, um die Lücken zu füllen. Der sich abwechselnde Auf- und Abbau im Knochengewebe lässt den Knochen schliesslich bei Überbelastung brechen. Grunderkrankungen, die Insuffizienzfrakturen verursachen können, sind zum Beispiel:
Ein Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) entwickelt sich meist schleichend, weshalb die auftretenden Symptome gar nicht auf einen Knochenbruch hindeuten. Als erste Anzeichen für einen Ermüdungsbruch sind nur leichte Schmerzen im Bereich des veränderten Knochens spürbar. Die Schmerzen treten typischerweise unter Belastung auf und lassen im Ruhezustand nach. Die vom Ermüdungsbruch betroffene Stelle kann ausserdem angeschwollen sowie leicht gerötet und erwärmt sein. Da diese Symptome wenig kennzeichnend sind, lassen sie die Betroffenen häufig eher an rheumatische Beschwerden denken.
Bricht ein gesunder Knochen durch Gewalteinwirkung (zum Beispiel durch einen Unfall), ist dies in der Regel mit einem plötzlichen Funktionsverlust des betroffenen Körperteils verbunden. Bei einem Ermüdungsbruch gesunder Knochen (Stressfraktur) können diese Symptome jedoch völlig fehlen: Stressfrakturen gehen selten mit einem solchen Funktionsverlust einher. Meist nimmt die Belastbarkeit des betroffenen Körperteils durch eine Ermüdungsfraktur nach und nach ab; die Schmerzen lassen in Ruhe nicht mehr nach, sondern bestehen dauerhaft.
Bei einem Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) gelingt die Diagnose mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) und Skelettszintigraphie. Dabei zeigen MRT und Szintigraphie die besten Ergebnisse, da hier feine Haarrisse und die Abnahme des Knochengewebes deutlicher sichtbar sind als etwa beim Röntgen.
Oft erfolgt die Diagnose bei einem Ermüdungsbruch – wie bei allen Überlastungsschäden des Bewegungsapparats – erst spät. Der Grund hierfür ist, dass die Symptome von Ermüdungsfrakturen erst mit der Zeit zunehmen und zudem häufig rheumatischen Beschwerden ähneln.
Bei einem Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) und seinen Vorstufen hängt die Therapie davon ab, wann die Diagnose erfolgte, wie stark die Knochenschädigung ist und an welcher Stelle sich der Bruch befindet.
Wenn sich ein Ermüdungsbruch gesunder Knochen ankündigt, also eine sogenannte Stressfraktur, reicht es im Anfangsstadium zur Behandlung unter Umständen aus, wenn der Patient seine sportlichen Aktivitäten vorübergehend einstellt und später mit geringerer Belastung wiederaufnimmt. So kann sich der Knochen selbständig regenerieren, ohne einer Dauerüberlastung ausgesetzt zu sein. Krankengymnastische Übungen können diese Therapie unterstützen.
Bestehende Stressfrakturen erfordern wie die Insuffizienzfraktur (Ermüdungsbruch erkrankter Knochen) weitergehende Massnahmen zur Therapie: Hier kommt ein Verband oder Gips zum Einsatz, um den gebrochenen Knochen zu entlasten und ruhig zu stellen. Gegen die Schmerzen, die eine Ermüdungsfraktur hervorruft, helfen Schmerzmittel (Analgetika).
Bei einem schwerwiegenden Ermüdungsbruch kommt eine Operation zur Behandlung in Betracht. Zu den operativen Verfahren, die zur Therapie einer Ermüdungsfraktur geeignet sind, zählen:
Die Phase der Ruhigstellung bei der Therapie einer Ermüdungsfraktur dauert etwa zwei bis vier Wochen. Danach können Sie die Belastung des vom Ermüdungsbruch betroffenen Körperteils wieder vorsichtig steigern. Zusätzlich erfolgt eine Physiotherapie.
Ein Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) zeigt typischerweise einen schleichenden Verlauf: Anders als bei einem akuten Knochenbruch gesunder Knochen (etwa durch einen Unfall) nehmen die Beschwerden bei Ermüdungsfrakturen nur nach und nach zu und sind wenig kennzeichnend, sodass die Betroffenen sie leicht fehlinterpretieren: Oft ähneln die Anzeichen für Ermüdungsbrüche eher rheumatischen Beschwerden.
Wenn bei einem Ermüdungsbruch eine fachgerechte Therapie und physiotherapeutische Nachbehandlung erfolgen, sind Verlauf und Prognose in der Regel günstig: Die Ermüdungsfraktur heilt dann vollständig aus. Es kann jedoch bis zu sechs Monate dauern, bis der Körper wieder vollständig belastbar ist.
Einem Ermüdungsbruch (Ermüdungsfraktur) gesunder Knochen (Stressfraktur) können Sie durch einfache Massnahmen vorbeugen: Achten Sie darauf, Ihren Bewegungsapparat nicht dauerhaft zu überlasten. Beim Sport können Sie Stressfrakturen vermeiden, indem Sie sich an ein individuelles Trainingsprogramm halten und sich entsprechend ausrüsten (zum Beispiel stossdämpfende Laufschuhe tragen). Wenn Sie Leistungssport betreiben, ist es ausserdem wichtig, dass Sie sich sportmedizinisch betreuen lassen.
Schwieriger ist es, einem Ermüdungsbruch erkrankter Knochen (Insuffizienzfraktur) vorzubeugen: Voraussetzung hierfür ist es, die jeweilige Grunderkrankung zu erkennen und zu behandeln. Wenn bei Ihnen eine solche Erkrankung bekannt ist, etwa Osteoporose (Knochenschwund), können Sie jedoch darauf achten, sich nicht zu überlasten.