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Das Staubexplosionsverhalten wird im Sinne eines Screenings im modifizierten Hartmannrohr geprüft.Die getrocknete und auf eine Korngrösse von mindestens 50% < 64µm gemahlene oder gesiebte Probe wird im modifizierten Hartmannrohr (vertikales Pyrexglasrohr) durch einen Pressluftstoss aufgewirbelt. Gleichzeitig wird über eine Hochspannungs-Dauerfunkenstrecke von 4mm ein stehender Funken erzeugt (Funkenenergie ~ 10 Joule).
Die Prüfung wird als positiv beurteilt, wenn das Indikatorgerät durch Aufklappen des Deckels eine Staubexplosion anzeigt (Anzeige "1" oder "2"), oder wenn ein Staubbrand beobachtet wird (auch ohne Aufklappen des Deckels).
Brennbare Stäube, die in der modifizierten Hartmannapparatur "negativ" bewertet werden, sind in der Regel der Staubexplosionsklasse St1 - in Ausnahmefällen auch den Staubexplosionsklassen
St2 oder St3 - zuzuordnen. Für deren Zündung sind stärkere Zündquellen erforderlich als sie im Screeningtest angewendet werden. Die Mindestzündenergie der im modifizierten Hartmannrohr "negativ" bewerteten Stäube liegt im Bereich > 1J.
Brennbare Stäube, die in der modifizierten Hartmannapparatur mit der Anzeige "0" oder "1" positiv bewertet werden, sind erfahrungsgemäss der Staubexplosionsklasse St1 zuzuordnen; einzelne Ausnahmen sind aber bekannt. Die Mindestzündenergie der im modifizierten Hartmannrohr "positiv" bewerteten Stäube liegt im Bereich < 10J.
Brennbare Stäube, die in der modifizierten Hartmannapparatur mit der Anzeige "2" positiv bewertet werden, können der Staubexplosionsklasse St1, St2 oder St3 entsprechen. Falls eine genaue Feststellung der Staubexplosionsklasse erforderlich ist, sind quantitative Tests in der 20-L-Kugel durchzuführen.
Die Zuordnung zu einer Staubexplosionsklasse sagt nichts aus darüber, wie leicht - oder wie schwer - ein Staub/Luft-Gemisch gezündet werden kann, sondern nur darüber, wie heftig eine Explosion nach erfolgter Zündung verläuft.