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Mastschweine leiden bei grosser Hitze. Rechtzeitig eingesetzte Kühlung erhöht das Tierwohl und den Erfolg in der Schweinemast. Agroscope untersuchte, welche Indikatoren zuverlässig auf einen Hitzestress bei Mastschweinen hinweisen.
Längere Hitzeperioden können das Wohlbefinden von Schweinen beeinträchtigen. Hitzestress hat auch negative Auswirkungen auf die Leistung und somit auf die Wirtschaftlichkeit in der Produktion. Schweine reagieren besonders empfindlich, weil sie keine funktionierenden Schweissdrüsen haben und Hitze nur durch Hecheln wegführen können. Deshalb kann Hitze für die Tiere schnell kritisch werden. Um einen Anstieg der Körpertemperatur durch Verdauungswärme zu verhindern, schränken Schweine ihre Aktivität und Futteraufnahme ein. Eine weitere effektive Strategie besteht darin, den Körperkontakt mit den Artgenossen zu vermeiden, wenn die Platzverhältnisse dies zulassen. Um Wärme abzugeben, suchen Schweine kühle, feuchte Bodenbereiche auf und vergrössern die Kontaktfläche mit dem Boden über die Liegeposition, indem sie nicht in Bauchlage, sondern ausgestreckt auf der Seite liegen.
Hitzestress in der Ausmastphase ist besonders problematisch
Schweine in der Ausmastphase sind besonders von Hitzestress betroffen, da sie aufgrund der hohen täglichen Gewichtszunahme einen schnellen Stoffumsatz haben und wegen des weniger günstigen Verhältnisses von Körperoberfläche und Körpervolumen Wärme nicht gut wegführen können. Bei Hitzestress versuchen Mastschweine, die Wärmeabgabe über die Haut zu erhöhen.
Indikatoren für Hitzestress bei Schweinen
Die Betriebe sollten Hitzestress in einer frühen Phase erkennen und mit der Bereitstellung einer Kühlung reagieren können. Die Studie untersuchte mehrere Parameter zum Verhalten und zur Physiologie bei 72 Mastschweinen von drei Gewichtsklassen (40–100 kg) während eines Sommermonats. Die mit einem Temperaturlogger vaginal gemessene Körperkerntemperatur zeigte eine grosse Variabilität zwischen den Individuen, und es liess sich kein Anstieg mit zunehmender Umgebungstemperatur feststellen. Die Atemfrequenz war sehr variabel und stieg nur bei den schwersten Schweinen an. Dagegen nahm die mit einer Wärmebildkamera gemessene Körperoberflächentemperatur in allen Gewichtsklassen mit steigender Umgebungstemperatur zu. Das erfasste Verhalten war weitgehend unabhängig von der Umgebungstemperatur. Der prozentuale Anteil der in Bauchlage liegenden Schweine nahm mit steigender Umgebungstemperatur zu.
Atemfrequenz, Hauttemperatur und Lage beim Liegen weisen auf Hitzestress hin
Zusammenfassend deuten die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass die Atemfrequenz, die Oberflächentemperatur der Haut und die Lage beim Liegen zuverlässige Indikatoren für Hitzestress bei Mastschweinen sind.
Fazit
- Durch den Klimawandel wird sich das Hitzestress-Problem künftig weiter verschärfen.
- Die Haltungsbedingungen in der Schweinemast müssen den sich ändernden klimatischen Bedingungen angepasst werden.
- Als wichtigste Indikatoren für die Hitzebelastung von Mastschweinen wurden Atemfrequenz, Hauttemperatur und Lage beim Liegen festgestellt.