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« The life course cube: A tool for studying lives », erschien in “Advances in Life Course Research”
Die Publikation* von Laura Bernardi (NFS LIVES, Universität Lausanne, CH), Johannes Huinink (Universität Bremen, D) und Richard A. Settersten jr. (Oregon State University, USA) schlägt eine Konzeptualisierung des Lebensverlaufs als eine komplexe Anordnung von Verhaltensprozessen vor, deren charakteristische Interdependenzen sich über Zeit, Lebensbereiche und Analyseebenen erstrecken.
Dieser neue Artikel bietet eine konsistente, knappe Grundlage dafür, Lebensverlaufstheorien und -methoden zu entwickeln und die Lebensverlaufsforschung fachübergreifend zu vereinheitlichen. Es wird die Notwendigkeit eines systematischen Ansatzes einer Lebensverlaufstheorie diskutiert, die in diversen Fachrichtungen bereits existierende, parallele und teilweise redundante Konzepte integriert.
Der «Cube» – eine synthetische Darstellung des Lebensverlaufs
Anschliessend wird der Life Course Cube vorgestellt: Der Cube ist ein synthetisches Modell des Lebensverlaufs. Die Achsen stellen die drei Dimensionen Zeit, Bereiche und Ebenen dar, in denen Entwicklungs-, Verhaltens- und Gesellschaftsprozesse stattfinden. Der Würfel bietet eine Toolbox, um Forschungsfragen zu spezifizieren und in ihren Kontext zu stellen sowie um kausale Zusammenhänge und Ergebnisse fachübergreifend untersuchen.
Wie die Autoren und Autorinnen schreiben: «Wir möchten eine theoretische Grundlage schaffen, die als Leitlinie bei der Entwicklung der interdisziplinären Lebensverlaufsforschung dienen kann und zur Integration und Vereinheitlichung des Fachgebiets beiträgt. Damit wird die Lebensverlaufsforschung über die vier von Glen Elder erstmals erwähnten allgemeinen ‹paradigmatischen Prinzipien› (z. B. 1994) hinausgeführt, die für die Lancierung des Forschungsgebiets unerlässlich waren, aber keine integrierte Sicht der Lebensverlaufsprozesse bieten. Unser Modell bezieht die Prinzipien von Elder mit ein, behandelt aber die relevanten Prozesse mit erhöhter Systematik.»
Im Anhang liefern Laura Bernardi, Johannes Huinink und Richard A. Settersten jr. eine formale Beschreibung der komplexen Prozesse, die sich im Life Course Cube abspielen. Diese Beschreibung ist in einer Sprache verfasst, die allgemein genug ist, um fachspezifische Ansätze in einem generellen theoretischen Konstrukt zu verbinden.