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Die Tabakabhängigkeit zählt zu den häufigsten vermeidbaren Erkrankungen in der Schweiz, wobei die 20 bis 24-jährigen Personen am meisten rauchen (35%).
Zwar ist der Raucher-Anteil in der Schweiz in den letzten Jahren leicht rückläufig, doch er gehört nach wie vor zu den höchsten Raucherraten in Europa.
Die Zigarette ist ein legales Konsumgut, obwohl sie den Konsumenten erheblich schädigt.
Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) sterben in der Schweiz jährlich mehr als 9000 Personen an den Folgen des Tabakkonsums. Dies entspricht 15 % aller Todesfälle schweizweit; das sind 25 Personen, die täglich aufgrund des Tabakkonsums versterben.
Die Lebenserwartung von Rauchern ist durchschnittlich um 10 Jahre verkürzt. 75 % der Raucher erkranken an den Folgen des Tabakkonsums, 50 % sterben frühzeitig daran, davon 25 % vor dem 70. Altersjahr.
Die berechneten Gesamtkosten für medizinische Behandlungen, Erwerbsausfallkosten etc., die jährlich aufgrund des Zigarettenkonsums entstehen, sind enorm und übertreffen die geschätzten 2 Milliarden, die mit der Tabaksteuer eingenommen werden, bei Weitem.
Weltweit sterben jährlich ca. 6 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Die Zigarette ist somit tödlicher als Alkohol, Diabetes oder die arterielle Hypertonie.
Ein Rauchstopp lohnt sich immer. Bereits im ersten Jahr nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall um 50 %.
Das allgemeine sowie das kardiovaskuläre Sterberisiko hat nach 10-15 Jahren Nikotinabstinenz wieder das gleiche Niveau wie bei einem Nichtraucher erreicht. Das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken sinkt langsamer; innerhalb von 10 Jahren sinkt es um 50 % und ist nach 20 Jahren wieder etwa gleich hoch wie bei den Nichtrauchern.
Obwohl ein Rauchstopp bereits eingetretene Schäden wie beispielsweise eine COPD (oft als Raucherlunge bezeichnet) nicht rückgängig machen kann, verlangsamt er das Fortschreiten dieser Erkrankungen.
Dies ist ein Hemmer der Dopamin-und Noradrenalinwiederaufnahme im Gehirn und gehört zu den Antidepressiva. Präparate mit diesem Inhaltsstoff lindern die Entzugssymptome und vermindern die Gefahr der Gewichtszunahme. Der genaue Wirkmechanismus ist noch unklar und Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Dies ist ein medikamentöser Wirkstoff, welcher im Belohnungssystem des Gehirns an den Nikotin-Rezeptoren wirkt. Er führt einerseits zur Stimulation, was die Entzugssymptome lindert und andererseits zu einer Hemmung, was die belohnende Wirkung des Nikotins reduziert.
Im Tabakrauch sind mehr als 4000 verschiedene Stoffe enthalten, die durch das Inhalieren in den Körper gelangen, in verschiedenen Organen abgelagert werden und den Körper nachhaltig schädigen. Viele dieser 4000 Substanzen insbesondere Teerstoffe sind krebserregend.
Das beim Rauchen eingeatmete Kohlenmonoxid vermindert die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Blutes. Dadurch erhalten alle Organe im Körper weniger Sauerstoff, dies begünstigt die vorzeitige Hautalterung sowie die Arteriosklerose mit daraus resultierenden Herz- und Lungenerkrankungen, Immunschwächen etc.
In den Atemwegen sorgen normalerweise Flimmerhärchen für die Reinigung. Sie transportieren Schmutzpartikel wieder aus dem Körper.
Diese Flimmerhärchen werden durch den Tabakrauch geschädigt, sodass inhalierte Schmutzpartikel und Rauchteilchen nicht mehr hinaustransportiert werden können.
Zudem produzieren die Atemwegsdrüsen weiterhin Schleim, der ebenfalls nicht abtransportiert werden kann. So entsteht ein Gemisch aus Rauchbestandteilen und Schleim, das die kleineren Atemwege verstopft. Durch Husten versucht nun der Körper die Atemwege zu reinigen (Raucherhusten).
Nikotin, der abhängig machende Wirkstoff im Zigarettenrauch hat eine stimulierende Wirkung. Nikotin fördert die Ausschüttung der Nebennierenhormone und Neurotransmitter Adrenalin, Dopamin und Serotonin, was wiederum zu einer Steigerung des Herzschlages und Erhöhung des Blutdrucks führt. Kurzfristig führt Nikotin ebenfalls zu einer Aufmerksamkeitssteigerung und zu erhöhter Gedächtnisleistung.
Folgende Krankheiten können Folgen dieser schädlichen Stoffe im Tabakrauch sein:
Die Tabakkonsumenten sterben hauptsächlich durch folgende Erkrankungen:
Zudem werden durch den Tabakkonsum folgende Tumoren begünstigt:
Folgende Krankheiten werden begünstigt:
Frauen, die die Pille einnehmen und zusätzlich rauchen, haben ein erhöhtes Thromboserisiko. Die Kombination Rauchen und Pilleneinnahme ist eine ernstzunehmende Todesursache bei jungen Frauen. Raucherinnen sind zudem häufiger unfruchtbar und länger ungewollt kinderlos.
In der Schwangerschaft wird das ungeborene Kind im Mutterleib durch die toxischen Substanzen im Zigarettenrauch geschädigt. Der Tabakkonsum während der Schwangerschaft führt unter anderem zu einer Minderdurchblutung der Placenta, weshalb Babys von Raucherinnen bei der Geburt leichter sind als Babys von Nichtraucherinnen. Raucherbabys kommen auch häufiger zu früh auf die Welt und das Risiko für den plötzlichen Kindstod ist signifikant erhöht.
Ein Rauchstopp sollte gut vorbereitet werden. In der Schweiz möchten 48 % der Raucher gerne mit dem Rauchen aufhören.
Durchschnittlich wird ein Raucher 3 bis 6 Mal rückfällig bevor ein Rauchstopp gelingt. Die Erfolgschancen für einen Rauchstopp sind ohne Hilfe eher gering.
Eine kompetente Raucherberatung und die ärztliche Begleitung mit adäquater Medikation erhöhen die Erfolgschancen massiv.
Es empfiehlt sich, das Vorgehen gemeinsam mit dem Hausarzt zu besprechen und ein fixes Datum für den Rauchstopp festzulegen.
Je nach Stärke der Nikotinabhängigkeit kann der Entzug medikamentös unterstützt werden.
Unter Umständen wird mit der Medikamenteneinnahme bereits 2 Wochen vor dem vereinbarten Stichdatum begonnen. Der behandelnde Arzt wird den Patienten durch den Prozess begleiten und regelmässig Gespräche führen.
Es existieren zahlreiche Gruppenprogramme und verhaltensorientierte Therapien, welche zusätzlich Unterstützung bieten können.
Mögliche Entzugserscheinungen:
Körperliche Entzugserscheinungen des Rauchstopps treten vor allem aufgrund der Nikotinabhängigkeit auf.
Entzugssymptome können nach ca. 2 bis 24 Stunden beginnen, erreichen meistens nach 2 bis 3 Tagen einen Höhepunkt und klingen nach 2 bis 4 Wochen wieder ab.
Intensität und Dauer der Symptome sind individuell ausgeprägt und können stark variieren.
Die psychische Abhängigkeit und deren Auswirkungen dürfen nicht unterschätzt werden. Dient doch die Zigarette oftmals auch dazu, Stress abzubauen, Langeweile zu überbrücken, soziale Kontakte zu pflegen.
Deshalb ist es wichtig, auch das soziale Umfeld einzuweihen und um Unterstützung beim Rauchstopp zu bitten.
In der ersten Zeit empfiehlt es sich, Situationen mit Rückfallpotential (Stress, Zusammensein mit anderen Rauchern, Partys, Alkohol) zu meiden oder konkrete Bewältigungsstrategien vorzubereiten.
Rückfälle (durchschnittlich 3-6 bis ein Rauchstopp gelingt) stellen kein Versagen dar sondern gehören zum Prozess des „Nichtraucher- Werdens“.
Je nach Grad der Abhängigkeit, kann der Rauchstopp durch folgende medikamentöse Wirkstoffe unterstützt werden (Ihr Arzt wird Sie diesbezüglich beraten):
20 Minuten nach der letzten Zigarette sinkt der erhöhte Herzschlag.
12 Stunden später erreicht das Kohlenmonoxid (Indikator für die Sauerstoffsättigung im Blut) ein normales Niveau.
2 Wochen bis 3 Monate nach dem Rauchstopp beginnt das Herzinfarktrisiko zu sinken, die Lungenfunktionen erholen sich. Die Lunge beginnt mit der Selbstreinigung. Die Flimmerhärchen der Bronchien erholen sich langsam.
1 bis 9 Monate nach dem Stopp nehmen Raucherhusten und Atemnot ab.
1 Jahr nach dem Rauchstopp hat sich das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu erleiden, halbiert.
Nach 5 bis 15 Jahren ist das Risiko für einen Hirnschlag auf das Niveau von Personen, die nie geraucht haben, gesunken.
Nach 10 Jahren ist das Risiko für einen Tod durch Lungenkrebs nur noch halb so hoch wie bei einem Raucher. Das Risiko für Krebs von Mund, Rachen, Speiseröhre, Blase, Niere und Bauchspeicheldrüse ist signifikant vermindert.
Nach 15 Jahren ist das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Krankheit zu erleiden, gleich hoch wie bei Personen, die nie geraucht haben (Quelle: Krebsliga Schweiz).