Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/133405

<h2>SubmittedText<h2><p>In der Westschweizer Presse war zu lesen, dass das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bestimmte Veranstaltungen, darunter die Patrouille des Glaciers, abschaffen will. Dabei handelt es sich aber nicht nur um eine Westschweizer Veranstaltung: Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Schweiz reisen dazu an, teilweise sogar aus dem Ausland. Zudem sind auch die Soldaten, die bei der Gelegenheit ihre Wiederholungskurse absolvieren, von der Veranstaltung begeistert, da sie sich dabei nützlich fühlen. Vor diesem Hintergrund konsternieren die Aussagen des Bundespräsidenten und Chefs des VBS, Ueli Maurer, denen zufolge die Patrouille des Glaciers kein nationaler, sondern ein Anlass der Westschweiz sei. Der Kanton Wallis ist zudem ein zweisprachiger Kanton, und der Gletscherlauf findet auch im deutschsprachigen Gebiet des Kantons Wallis statt.</p><p>Meine Frage lautet: Ist dem VBS bekannt, dass der Kanton Wallis zweisprachig ist und demnach die Patrouille des Glaciers ein nationaler bzw. sogar ein internationaler Anlass ist?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Es ist für das VBS und den Bundesrat unbestritten, dass die Patrouille des Glaciers (PDG) ein von der Armee organisierter sportlicher Wettkampf in hochalpiner Umgebung mit besonderer Ausstrahlung ist. Sie hat positive Auswirkungen auf den zweisprachigen Kanton Wallis, aber auch auf die Armee.</p><p>Obschon die PDG nicht offiziell in der Wettlaufagenda aufgeführt wird, ist sie ein fester Bestandteil des Ski-Alpinismus, mit dem sich neben Spitzenathleten auch zahlreiche Hobbysportler befassen. Im Vergleich zu ähnlich renommierten Sportanlässen erweist sich die PDG als der längste Gebirgslauf, der in einer Etappe zu bestreiten ist. Zudem wird die PDG von den Wettläufern und der Öffentlichkeit wie auch von den entlang der Rennstrecke befragten Zuschauern übereinstimmend als ausgesprochen volksnah und faszinierend bezeichnet. Im Jahr 2012 stammten 3428 Teilnehmer aus der Romandie, 416 aus der deutschen Schweiz und 505 aus insgesamt 24 Nationen.</p><p>Dank ihrem historischen Hintergrund, der militärischen Organisationsstruktur und der Unterstützung durch das VBS ist es der PDG möglich, ihre Autonomie und Spezifität beizubehalten bzw. zu pflegen. Es handelt sich um ein Grossereignis, das nicht nur als anspruchsvoller Sportanlass empfunden wird, sondern vor allem als ein menschliches Abenteuer.</p><p>Die Armee würde sehr gerne an dieser Veranstaltung festhalten, aber im Zusammenhang mit umzusetzenden Sparmassnahmen gilt es, zwischen dem Nötigen und dem Wünschbaren zu unterscheiden. Die längerfristige Fortführung der PDG als militärischer Wettkampf hängt nicht nur von deren Ausstrahlung ab, sondern auch von den Mitteln, die zur Verfügung stehen. Es sind die definitiven Beschlüsse zur Weiterentwicklung der Armee abzuwarten, bevor über 2014 hinaus ein definitiver Entscheid gefällt werden kann.</p>  Antwort des Bundesrates.