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Die Ermittler schlossen einen Haftbefehl gegen den Sohn des früheren Chefs der Samsung-Gruppe, Lee Kun Hee, nicht aus. Ein Parlamentsausschuss, der Anhörungen zum Skandal durchführt, zeigte Lee zudem wegen Meineids an, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Es gebe Beweise, dass Lee während einer Anhörung im Dezember unter Eid falsch ausgesagt habe. Auch könnte er wegen Untreue und Vertrauensbruch angeklagt werden.
Südkoreas grösster Konzern soll als Gegenleistung für die Förderung von Unternehmen und Stiftungen von Parks umstrittener Freundin Choi Soon Sil politische Unterstützung für die Fusion zweier Firmentöchter erhalten haben.
Die Freundin ist die Schlüsselfigur in dem Skandal, der Park das Amt kosten könnte. Choi soll unter anderem dank ihrer Beziehungen zur Präsidentin Sponsorengelder für ihre Stiftungen eingetrieben und sich persönlich bereichert haben.
Park selbst wird verdächtigt, direkt oder indirekt auf den staatlichen Pensionsfonds eingewirkt zu haben, damit dieser die Übernahme des Bauunternehmens Samsung C&T durch Cheil Industries im Jahr 2015 bewilligt. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Gründerfamilie des Konzerns.
Südkoreas Parlament leitete im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park ein. Das Verfassungsgericht muss nun über die Absetzung der Staatschefin entscheiden, die ihrer langjährigen Freundin auch die Einmischung in die Regierungsgeschäfte erlaubt haben soll.
Die Samsung-Gruppe gilt als grösster Förderer der beiden Stiftungen Mir und K-Sports, die von Choi kontrolliert worden sein sollen. Ausserdem habe der Konzern im August 2015 einen Vertrag über 22 Milliarden Won (17,6 Millionen Euro) mit einem von Choi gegründeten Unternehmen in Deutschland unter dem Vorwand abgeschlossen, den Pferdereitsport zu fördern, berichtete der Rundfunksender KBS. Chois Tochter, die derzeit wegen illegalen Aufenthalts in Dänemark festgehalten wird und selber Dressurreiterin ist, soll am meisten davon profitiert haben.
Lee Jae Yong hatte bei der Parlamentsanhörung im Dezember gesagt, er habe niemals die Vergabe von Sponsorengeldern angeordnet, um im Gegenzug Vergünstigungen zu erhalten. Er wies den Verdacht zurück, die Fusion der beiden Samsung-Firmen sei nur dank der Hilfe der Regierung erfolgt./dg/DP/mis
(AWP)