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Hauptaufgabe der Grenadiere war einst das Schleudern von Handgranaten. „Granate“ bzw. „Grenadier“ (italienisch „granatiere“) leitet sich daher von „granata“ ab, dem Granatapfel. Dieser aus dem Mittelmeerraum und dem Orient stammenden Frucht mit den vielen Kernen ähnelte nämlich die ursprüngliche Handgranate – eine metallene oder gläserne, mit Pulver gefüllte und mit einer Lunte versehene Hohlkugel.
Grenadiere, egal ob der Linie oder einer Garde zugehörig, galten stets als Elitesoldaten. So waren bei der Musterung zum „grenadier à pied“ der Kaisergarde Napoleon I. zwei bestandene Feldzüge ebenso Bedingung wie sechs mit Qualifikation zurückgelegte Dienstjahre bei der Infanterie. Es konnten aber auch ganze Einheiten, wenn sie sich ausgezeichnet hatten, zu Grenadieren erhoben werden. Handelte es sich dabei um Berittene, nannte man diese fortan „Grenadiere zu Pferd“. Beispielsweise war das königlich-preussische Grenadier-Regiment zu Pferd „Freiherr von Derftlinger“ (Neumärkisches) Nr. 3, errichtet 1704, ursprünglich ein ordinäres Dragoner-Regiment gewesen.
Typisches äusseres Merkmal der Grenadiere bildeten die unübersehbar hohen Kopfbedeckungen aus Stoff oder Bärenfell. Erstere waren aus einer Art Zipfelmütze entstanden, die gestärkt, hochgezogen und vorne mit einem Blechschild oder mit Metallgarnituren versehen wurden. Im Gegensatz zu den breitkrempigen Kopfbedeckungen, dem Schlapphut, dem Zwei- oder Dreispitz, waren diese Mützen beim Werfen der Handgranaten weniger hinderlich. Zudem verliehen sie den Trägern ein imposantes Aussehen, was beim Gegner wiederum nicht ohne psychologische Wirkung blieb. Die Grenadiermützen im Soldatenjargon auch „Hurratüten“ genannt, sind eine Kreation des 18. Jahrhunderts. Vereinzelte Traditionstruppenteile, so das in St. Petersburg stationierte Pawlowsche Leib-Garde-GrenadierRegiment, trugen diese noch zur Zeit des Ersten Weltkrieges. allerdings nur zur Parade.
Die Abbildung zeigt einen nach preussischem Muster uniformierten Zürcher Pörtler-Grenadier um 1750, benannt nach der „militärischen Gesellschaft der Pförtneren“, welcher sich mit der ausserdienstlichen Schulung der Miliz beschäftigte. Rechts ein ebenfalls zürcherischer Konstabler, d.h. ein Artillerist.
Vincenz Oertle, Maur, Schweizer Soldat 3/1998