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Wie ich schon in meinem Artikel Der unnötige Zwist zwischen Biologen und Philosophen ausführte, hänge ich seit neuestem der Ansicht an, dass sich Fairness biologisch entwickelt hat. Und zwangsläufig für alles Leben ist, dass auf Zellen basiert.
Ich möchte hier noch mal im Einzelnen darauf eingehen. Der Artikel ist work in progress.
Fairness hat sich möglicherweise aus folgenden Gründen natürlich und biologisch entwickelt:
- Zellverbände, wie es alles zellenbasierte Leben darstellt, sind auf Kooperation angewiesen.
- Zellverbände funktionieren nur dann, wenn alle Zellen mit dem benötigten versorgt werden, also fair behandelt werden.
- Da Zellen an sich unabhängig operieren und auch den Austausch mit anderen Zellen regulieren können, liegt ein ausgleichsbasiertes System nahe, dass man mit dem Begriff Fairness umschreiben kann.
- Bei verschiedenen Tierarten kann eine Reaktion auf unfaires Verhalten festgestellt werden (siehe auch de Waal und seine Kapuzineraffen).
- Wenn unser Bauplan, unser Körper, unser Zellverband schon auf einem ausgleichsbasierten Konzept beruht, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieses Konzept auch auf anderen Ebenen benutzt wird.
Egoismus liesse sich dann ebenso aus den Betriebsparametern eines Einzellers ableiten. Absolut notwendig, sozusagen alternativlos.
Wenn Fairness und Egoismus unsere Basisbetriebsparameter sind, dann kann man die Vernunft endlich ad acta legen. Sie ist dann halt nur der rationalisierende Pressesprecher, wie ja vielerorts schon befürchtet wurde. Zumindest solange es uns nicht gelingt, dieses elegante Werkzeug für sinnvollere Angelegenheiten als die Rechtfertigung unseres egoistischen Tuns einzusetzen. Und da Fairness vernünftig scheint, hat unser Pressesprecher immer nur ein Problem, wenn es um den verdammten Egoismus geht. Ist also hauptsächlich damit beschäftigt.
Diese widersprüchlichen Basisparameter wären dann auch eine gute Erklärung für Gut und Böse, überhaupt diesen ganzen Dualismus aus moralischen Widersprüchen. Wenn das der Doktor Faust wüsste …
Wie könnten Beweise für diese These aussehen?
- Statt einer Petri-Schale wären vielleicht eher rechteckige Behälter, sehr tief, wenig breit angesagt, quasi ein Petri-Quader.
- An einer Seite erfolgt die Zuführung von Nahrung oder Nährlösung in so geringer Dosierung, dass sie nicht an die andere Seite des Petri-Quaders gelangen kann. Die Nahrung oder Nährlösung muss zudem Marker enthalten, mit denen sie identifiziert werden kann, wenn sie aufgenommen wurde.
- Bei Einzellern wie z.B. Hefe sollten die Zellen, die weitab von der Nahrungsquelle sind, auch auf Dauer keine Marker der Nährlösung aufweisen. Eher müsste sich an der Quelle der Nährlösung eine grössere Population ergeben (durch Zellteilung wegen Nahrungsangebot)
- Bei einem Zellverband, z,B, ein Stück Haut, sollte sich dagegen ein anderes Muster zeigen. Ich würde folgende Systematik vermuten: Bis zur Sättigung wird bei den Zellen, die nahe an der Quelle der Nährlösung sind, ein 50-50 Ansatz gefahren, nach der Sättigung wird alles an die benachbarten Zellen durchgeschleust, die wiederum ähnlich verfahren. Nach einer gewissen Zeit sollten also auch die Zellen am entgegengesetzten Ende der Nährlösung eine Sättigung und Markierung aufweisen.
- Ein Detailprobleme wäre da, dass die Einzeller, wie Hefe oder Pantoffeltierchen, sich innerhalb des Petri-Quaders bewegen und eine Unterscheidung, von wo sie jetzt kommen erschwert wäre. Hier wäre eine Schwelle denkbar, die nicht unüberwindbar ist, sondern nur hemmend wirkt. Oder ein zusätzlicher Marker der sich auf den Ausgangsort bezieht.