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Mit dem in lateinischer Sprache abgefassten Bundesbrief wollen die drei Urkantone „die bestehenden Verhältnisse nicht umstossen“, aber sich gegen rechtliche Veränderungen durch den neuen deutschen König absichern. Die Eidgenossen regeln die Gerichtsbarkeit und erkennen nur einen Landsmann als Richter an. Zugleich wird in dem Brief deutlich, dass ein bereits bestehendes Bündnis zwischen Uri, Schwyz und Unterwalden erneuert wird. Zum ersten Mal wird dieser Bundesbrief im Jahr 1724 im Inventar des Schwyzer Archivs des Landschreibers Franz Anton Frischberg erwähnt. Das Dokument wird heute im Bundesbriefmuseum in der Gemeinde Schwyz ausgestellt. Es ist ein ca. 32 × 20 cm grosses Pergamentblatt mit 17 Zeilen und zwei verbundenen Siegeln. Das Siegel von Schwyz ging verloren.
Mythen und Legenden
Ende des 15. Jahrhunderts entsteht die Gründungslegende vom Rütlischwur, die im Jahrhundert zum „Nationalmythos“ der Schweiz erhoben wird. Laut dem „Weissen Buch von Sarnen“ (um 1470) schlossen die Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Vierwaldstättersee per Eid einen Bund gegen die tyrannischen Vögte der Habsburger. Seit Aegidius Tschudis Schrift „Chronicon Helveticum“, die 162 Jahre nach seinem Tod gedruckt erscheint (1734–36), werden als Anführer Werner Stauffacher von Schwyz, Walter Fürst von Uri und Arnold von Melchtal aus Unterwalden genannt. Tschudi datiert den Rütlischwur jedoch auf das Jahr 1307. In anderen Erzählungen wird seit dem 15. Jahrhundert der Eidgenosse Fürst durch den legendären Nationalhelden Wilhelm Tell ersetzt, der dem habsburgischen Landvogt Gessler den Gehorsam verweigert und ihn getötet haben soll. Diese Sage greift der deutsche Dichter und Dramatiker Friedrich Schiller in seinem Schauspiel (1804) auf. In der Entstehungszeit des Bundesstaates wird der Bundesbrief zum Gründungsdokument der Eidgenossenschaft glorifiziert.
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