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Zusätzlich zur Stromproduktion lieferten die Kernkraftwerke Gösgen (KKG) und Beznau (KKB-I und -II) Fernwärme. Über die Heissdampfleitung bezog die Kartonfabrik Niedergösgen (Kani) aus dem benachbarten KKG rund 153 Mio. kWh Prozesswärme. Die beiden Blöcke des Kernkraftwerks Beznau versorgten das regionale Fernwärmenetz Refuna mit rund 151 Mio. kWh thermischer Energie. Durch diese Wärmeabgaben reduzierte sich die Stromproduktion beim KKG um 58,8 Mio. kWh, beim KKB-I um 19,2 Mio. kWh und beim KKB-II um 0,2 Mio. kWh. Die Summe der erwähnten Nettostromproduktion und der Minderstromproduktion infolge Fernwärmeabgebe, also die Nettoproduktion der Schweizer Kernkraftwerke, belief sich auf 24,45 Mrd. kWh gegenüber 24,02 Mrd. kWh im Vorjahr.
Die einheimische Atomstromproduktion hat sich seit der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks Leibstadt (KKL) im Jahre 1984 auf dem durchgehend hohen Niveau von jährlich über 20 Mrd. kWh gehalten, 1998 lag sie gar zum vierten Mal in Folge über 23 Mrd. kWh. Die jährlichen Schwankungen beruhen unter anderem auf unterschiedlich langen Stillstandszeiten während der Jahresrevisionen. Zum erneuten Rekordergebnis haben 1998 unter anderem folgende Faktoren beigetragen: Die markanteste Steigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichnete das Werk Beznau-I, in dem 1998 keine Jahresrevision und auch kein Brennelementwechsel durchgeführt wurde, was zu einer normalerweise rund 40tägigen Abschaltung führt. Das Kernkraftwerk Leibstadt kann seine Rekordproduktion auf folgende Faktoren zurückführen: Erstens wurde in diesem Werk die Jahresrevision auf die kürzeste je benötigte Zeit seit Betriebsaufnahme reduziert, zweitens verzeichnete das Werk mit 333 Tagen einen Rekord bezüglich Dauerbetrieb ohne Unterbruch. Und drittens erteilte der Bundesrat am 21. Oktober 1998 die Bewilligung zur Leistungserhöhung, wodurch in den Monaten November und Dezember mit 106% der bisherigen thermischen Leistung produziert wurde. Als drittes Werk steigerte auch Mühleberg im vergangenen Jahr seine Produktion gegenüber dem Vorjahr.
Eine geringere Produktion als 1997 wiesen die beiden anderen Schweizer Werke Beznau-II und Gösgen aus. Beim KKB-II ist der Hauptgrund dafür die Jahresrevision, die 1998 wieder durchgeführt werden musste, nachdem 1997 durch die Erstreckung des Betriebszyklus darauf hatte verzichtet werden können. Die leicht geringere Produktion des Kernkraftwerks Gösgen ist hauptsächlich auf die bedarfsorientierte Verschiebung der Jahresrevision, welche zu einem längeren Streckbetrieb führte, sowie auf die im Vergleich zum Vorjahr um einen Tag verlängerte Revisionszeit zurückzuführen.
Die gesamthaft sehr hohen Produktionsergebnisse in den letzten Jahren widerspiegeln den einwandfreien Zustand des schweizerischen Kernkraftwerkparks sowie die gute Betriebsführung in den einzelnen Anlagen. Gesamthaft erreichten die Schweizer Kernkraftwerke eine durchschnittliche Arbeitsausnutzung (bezogen auf die Gesamt-Nettoleistung von 3077 MW) von 90,7%. Die Schweiz befindet sich damit erneut in der Welt-Spitzengruppe. Die Arbeitsausnutzung gibt das prozentuale Verhältnis zwischen der von der Anlage tatsächlich erzeugten Energie (Nettoproduktion) und der bei durchgehendem Vollastbetrieb theoretisch produzierbaren Energie an.
Leibstadt (1030 MW, BWR) produzierte im Berichtjahr netto 8'046'205 MWh (Vorjahr 7'762'496) Strom bei einer Arbeitsausnutzung von 89,2%. Gösgen (970 MW, PWR) verzeichnete eine Nettoproduktion von 7'839'730 MWh (7'907'783) und erreichte eine Arbeitsausnutzung von 92,8%. Für Beznau-I (365 MW, PWR) lauten die entsprechenden Werte 3'183'126 MWh (2'708'211) und 99,7%, für Beznau-II (357 MW, PWR) 2'717'822 MWh (3'090'236) und 87,0%. Mühleberg (355 MW, BWR) produzierte netto 2'659'695 MWh (2'549'153) und erreichte eine Arbeitsausnutzung von 85,3%. Die aufgeführten Werte für die Arbeitsausnutzung sind Werksangaben.
Für weitere Einzelheiten über den Betriebsverlauf 1998 verweisen wir auf die Beilage "Monatsbericht über den Betrieb der schweizerischen Kernkraftwerke im Dezember 1998, Jahresrückblick 1998" im SVA-Bulletin 3/1999. Die hier angegebenen Zahlen basieren auf den im SVA-Bulletin laufend publizierten Monatsergebnissen der schweizerischen Kernkraftwerke.
Quelle
H.R.