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Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) kommt zu dem Ergebnis, dass die chemische Industrie CO2-neutral werden kann. Doch haben mögliche Lösungen auch deutliche Nachteile. Forschende der ETH und der Universität Utrecht haben sie analysiert.
Will die chemische Industrie CO2-neutral werden, reicht es nicht aus, nur CO2-neutrale Energiequellen zu nutzen, erklärt die ETH in einer Mitteilung. Auch die verwendeten Rohstoffe für Polymere, synthetische Textilfasern und Medikamente enthalten Kohlenstoff. «Irgendwoher muss dieser kommen», wird der Professor für Verfahrenstechnik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Marco Mazzotti, in der Mitteilung zitiert. Zur Zeit stammt er vorwiegend aus Erdöl und Erdgas.
Alle Alternativen haben jedoch auch Nachteile, die in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedlich zum Tragen kommen. Ein Ansatz sieht vor, weiterhin fossile Rohstoffe zu nutzen. Dann müssten CO2-Emissionen konsequent abgeschieden und gespeichert werden. Die geologischen Voraussetzungen dafür sind nicht überall vorhanden.
Eine zweite Option wäre die Nutzung von zuvor aus der Luft oder Industrieabgasen abgeschiedenem CO2. Der benötigte Wasserstoff würde mit Elektrizität aus Wasser gewonnen. Für diese Produktionsprozesse müsste ein grosser Teil der industriellen Infrastruktur umgebaut werden. Zudem würde sechs- bis zehnmal mehr Strom benötigt. Deshalb sei dieser Ansatz nur in Ländern mit einem CO2-neutralen Strommix zu empfehlen.
Die dritte Alternative, Biomasse als Rohstoff einzusetzen, erfordert 40- bis 240-mal mehr Land. Würde für die Produktion von synthetischem Flugbenzin Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken genutzt, hätte es sogar einen grösseren CO2-Fussabdruck als fossile Treibstoffe.