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Sie tourt nicht zum ersten Mal durch die Schweiz: Jersey Julie und ihre Band. Sie wuchs - man vermutet es schon - in New Jersey auf. Ein Zweig Ihre Familie reicht in den Süden der USA. Dadurch wurde sie gleichzeitig durch die New Yorker Jazz- und Broadway Szene geprägt und von Blues, Country und Bluegrass aus Alabama und Florida beeinflusst. Zur Sängerin und Saxophonistin entwickelte sie sich in Chicago, wo sie zehn Jahre lebte und musizierte und wo ihr die etablierten Kollegen den Namen «Jersey Julie» gaben. Entsprechend schwierig ist es, die quirlige Künstlerin musikalisch einzuordnen. Eine Mischung von Blues, Boogie, Gospel, Funk, Rockabilly und American-Roots-Musik beschreibt es wohl am ehesten. Jedenfalls ist sie unverwechselbar und originell und hat das Talent ein Publikum mitzureissen und in kurzer Zeit in ausgelassene Stimmung zu bringen.
Mike Zito ist ein talentierter Gitarrist, hat eine variationsreiche Stimme und einen sehr emotionalen Gesang. Er ist ein begabter Songschreiber mit poetischer Symbolik. Er gewann 2010 den «Blues Music Award» für seinen Song Pearl River vom 2009 erschienenen gleichnamigen Album, das ausserdem als Rock Blues Album des Jahres nominiert war. 2012 kam seine 2011 herausgekommene Scheibe Greyhound erneut ins Finale. Sechs Alben hat er bisher aufgenommen und auf drei weiteren ist er als Gast zu hören. Aktuell ist er auch ein Teil von The Royal Southern Brotherhood, einem Projekt mit Cyril Neville, dem jüngsten der Neville Brothers und Gregg Allmans Sohn, Devon Allman, dem Bassisten Charlie Wooten und dem Schlagzeuger Yonrico Scott. Heraus kommt dampfend heisser Southern Bluesrock.
Zum dritten Mal fand am 22. August 2012 die Swiss Blues Challenge (SBC) statt, der Wettbewerb um die Teilnahme an der European Blues Challenge (EBC) 2013. Gastgeber war das Sierre Blues Festival, welches den Anlass am Vorabend des eigentlichen Festivals inszenierte. Ausserhalb der Fachwelt ist die Europäische Bluesunion und die damit verbundene Blues Challenge noch nicht in dem Masse präsent, wie man sich das wünschen würde. Diese SBC war ein wichtiger Schritt dafür, beides bekannt zu machen. Immerhin ist sie das europäische Pendant zur Blues Foundation und die EBC zeigt, dass es eine respektable Bluesszene in Europa gibt, die sich gegenseitig inspirieren kann, sofern sie besser vernetzt ist. Die Swiss Blues Challenge ist der Schweizer Beitrag dazu.
Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - wie wir seit Forrest Gump wissen - man weiss nie, was man kriegt. Das gilt auch für das Duo Peter Karp und Sue Foley, deren Leben sich unerwartet kreuzten. Beide hatten bereits eigene Karrieren hingelegt, die sich sehen lassen können, bevor sie zusammen kamen und beide waren früh erfolgreich. 2006 waren sich die beiden am Ottowa Blues Festival zum ersten Mal begegnet. Die musikalische Partnerschaft ist aber erst nach einem langen Briefwechsel und nach persönlichen Schicksalsschlägen auf beiden Seiten gewachsen. Entstanden ist daraus etwas völlig Neues, das zu Recht begeistert. Das Publikum konnte sich am 22. Juni 2012 im Rahmen der Blues Now! Konzerte im Volkshaus in Basel bei ihrem ersten Konzert in der Schweiz davon überzeugen.
Aus Kansas City kommen die Geschwister Danielle, Kris und Nick Schnebelen, die sich nach einem Led Zeppelin Song nennen: Trampled Under Foot. Sowohl als Band, als auch einzeln haben sie folgende Preise und Nominierungen erspielt: 2008 gewannen Nick Schnebelen den Albert King Award der International Blues Challenge als «vielversprechendester Gitarrist des Jahres» und alle drei den Preis als beste Band. Für die 33. Ausgabe des Blues Music Awards 2012 sind sie gleich in 2 Kategorien nominiert: Beste Band und beste DVD (The Emporium to the Orpheum). Danielle Schnebelen ist ausserdem als beste Bassistin nominiert. 2006 erschien ihre erste CD, seither haben sie vier weitere Alben veröffentlicht, die ausnahmslos wohlwollend bis begeisternd aufgenommen worden sind.
Am 18. Mai 2012 spielen sie im Rahmen der BluesNow! Konzerte im Volkshaus in Basel. Sie treten damit zwar nicht zum ersten Mal in der Schweiz aus, wie im Promotext des Veranstalters angekündigt. 2010 waren sie bereits in Sierre zu erleben. Sie dürften aber nicht so bald wieder hier zu sehen sein. In jedem Fall garantieren sie einen grossartigen Abend mit bestem, zeitgenössischem Blues. Unbedingt hingehen!