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Findet Madagaskar einen Weg aus der politischen Krise?
- Freitag, 25. Oktober 2013, 10:13 Uhr, aktualisiert um 18:27 Uhr
Überschattet von Gewalt ist in Madagaskar ein neuer Präsident gewählt worden. Vier Jahre nach dem Sturz von Präsident Marc Ravalomanana durch seinen Rivalen Andry Rajoelina soll die mehrfach verschobene Abstimmung eine Rückkehr zur Stabilität bringen.
In Madagaskar musste an mindestens drei Orten der Wahlvorgang nach Gewaltakten ausgesetzt werden. In einem Wahllokal in der Stadt Benenitra im Süden des Landes wurde ein Bezirkschef getötet, wie aus Kreisen des Innenministeriums hiess.
In dem Wahllokal sei daraufhin Panik ausgebrochen. Im südlichen Bezaha wurde zudem ein Mensch aus einem Wahlbüro entführt, während im nördlichen Bezirk Tsaratanana Unbekannte ein Lokal anzündeten. An allen drei Orten musste die Wahl vorübergehend ausgesetzt werden, konnte später aber fortgeführt werden.
33 Kandidaten stellten sich zur Wahl
Die Leiterin der EU-Wahlbeobachter, Maria Muniz de Urquiza, sagte dennoch, es gebe «keine ernsthaften Störungen». Die Beteiligung war gross: Vor einigen Wahllokalen in der Hauptstadt Antananarivo bildeten sich schon kurz nach der Öffnung Schlangen.
Die Wahlkommission teilte am Vormittag mit, in einigen ländlichen Gemeinden habe die Wahlbeteiligung bereits 50 Prozent erreicht. Wähler zeigten sich optimistisch, dass die Wahl der bei Touristen wegen ihrer Bilderbuchstränden beliebten Insel endlich erlauben würde, die politische Krise zu überwinden.
Bei der Wahl traten 33 Kandidaten der unterschiedlichsten Couleur an, doch wurden nur sechs Politikern ernsthafte Chancen zugerechnet. Gute Chancen auf das Präsidentenamt rechnen sich Ex-Finanzminister Hery Rajaonarimampianina und der ehemalige Minister für Sport und Gesundheit, Robinson Jean-Louis, aus.
Internationale Sanktionen
Sowohl Ex-Präsident Ravalomanana als auch Rajoelina waren von der Teilnahme ausgeschlossen. Der damalige Bürgermeister von Antananarivo hatte im März 2009 Ravalomanana entmachtet und sich zum Übergangspräsidenten ausrufen lassen.
Die internationale Gemeinschaft erkannte Rajoelina jedoch nicht an und verhängte Sanktionen gegen das Land. Wegen des Streits zwischen den Rivalen wurde die Wahl eines neuen Präsidenten in den folgenden Jahren mehrfach verschoben.
Rajoelina sagte bei der Stimmabgabe, er sei «bereit die Macht zu übergeben, gemäss den Spielregeln». Die Herausforderung sei, die Transition friedlich zu beenden und ein Abgleiten in einen Bürgerkrieg zu verhindern.
Stichwahl möglich
Sollte keiner der Bewerber in der ersten Runde siegen, gibt es eine Stichwahl am 20. Dezember – an dem Tag soll auch ein neues Parlament gewählt werden.
Rund 6000 Wahlbeobachter, darunter 800 ausländische Experten, überwachten den Ablauf der Wahl. Erste Prognosen werden in der Nacht zum Samstag erwartet.