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In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts machte die Käseherstellung in der Schweiz eine rasante Entwicklung, die Schweiz war international zu Käseproduzenten par excellence geworden. 1869 baute Emil Wartmann im Holzhof, der nebst seiner Ausrichtung als Landwirtschaftsbetrieb eine bewegte Geschichte als Gaststätte, Bierbrauerei und Stärkefabrik hinter sich hatte, eine Käserei und wandte sich nur noch der Land- und der Milchwirtschaft zu.
Seit 1869 wird auf dem Holzhof ununterbrochen Käse hergestellt, heute in der fünften Generation. Ein Kuriosum war, dass der Holzhof der einzige Betrieb weit und breit war, wo der Besitzer gleichzeitig Milchkäufer und Milchlieferant war. Sohn Adolf vergrösserte den Betrieb auf rund 30 ha und ging zur reinen Milch- und Graswirtschaft über, während sein Bruder Otto ein bald schon blühendes Käseexportgeschäft in Weinfelden startete. Er wurde ein führender Milchwirtschafter der Schweiz. 1893 stellte er in der Käserei Holzhof den ersten Tilsiter der Schweiz her. Dieses Verdienst teilt er mit einem anderen Thurgauer Käser, Hans Wegmüller vom Herrenhof bei Münsterlingen. Während seinen Gesellenjahren in Ostpreussen lernte Otto die Tilsiterfabrikation kennen. Der Tilsiter hat seinen Namen vom Städtchen Tilsit an der Memel. Verarmte Schweizer hatten die Kunst des Käsens dorthin gebracht. Otto propagierte den neuen Käse, indem er versuchte, möglichst viele Käser für die Tilsiterherstellung zu gewinnen. Der Thurgau wurde so zum «Tilsiterland», zur Heimat des Tilsiters.
Der Vertreter der dritten Generation Otto (1890–1959) führte die Käserei und einen Teil des Landwirtschaftsbetriebes weiter (der andere Teil wurde seinem jüngeren Bruder Karl übergeben). Seine Leidenschaft war die Politik. Als führender Bauernpolitiker blieb er bis zu seinem Tod im Nationalrat. Sein Sohn, mein Vater Otto (1917–1985), modernisierte die Käserei von Grund auf.