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Lassie ist offiziell eine der 100 grössten Pop-Ikonen aller Zeiten: Das Filmmagazin «Variety» setzte die Hündin 2005 als einziges Tier auf die Liste.
Seit mehr als 80 Jahren mischt Lassie die Popkultur auf. Ihren allerersten Auftritt hatte sie 1938 in einer Kurzgeschichte von Eric Knight. Diese wurde in der US-Zeitschrift «The Saturday Evening Post» veröffentlicht.
Filmkritik «Lassie – eine abenteuerliche Reise»
Der Film «Lassie – eine abenteuerliche Reise», der aktuell im Kino läuft, ist die erste deutsche Adaption des Lassie-Stoffs. Er orientiert sich an der Roman-Vorlage von 1940. Flos Vater (Sebastian Bezzel) verliert seinen Job. Deshalb muss die Familie in eine kleinere Wohnung ziehen, in der Hunde nicht erlaubt sind. Die Eltern geben Flos geliebten Collie Lassie beim ehemaligen Chef (Matthias Habich) des Vaters in Obhut.
Während eines Ausflugs an die Ostsee reisst Lassie aus und macht sich auf den Weg quer durch Deutschland zurück zu Flo (Nico Marischka).
Einfach ein paar Smartphones und Tablets einzubauen, macht den Stoff nicht moderner. Und auch nicht unterhaltsamer. Diese Adaption wirkt ziemlich veraltet, die Ideen und Witze sind alle schon mal dagewesen. Da nützt auch der herzige Hund nichts.
Kinostart 20.2.2020
Sie war ein solcher Erfolg, dass Knight die Geschichte um die kluge Hündin verlängerte und 1940, als in Europa bereits der Zweite Weltkrieg tobte, als Roman veröffentlichte.
Darin wird Lassie verkauft, da ihre Besitzer keine Arbeit und darum kein Geld haben. Die Hündin hat aber riesige Sehnsucht nach ihrem jungen Herrchen. Sie reisst aus und macht sich auf den Weg von Schottland zurück zu ihrem Zuhause in England.
Lassie und der Zweite Weltkrieg
«Der Roman war während des Zweiten Weltkriegs so erfolgreich, da er sehr nostalgisch ist», sagt Kulturwissenschaftlerin Christine Lötscher.
«Das Tier verkörpert menschliche Werte wie Loyalität und Treue. Und eben nicht Gewalt, Kapitalismus und Ausbeutung, wie es damals an der Tagesordnung war.»
1943 wurde der Roman zum ersten Mal verfilmt. Unter anderem mit der damals erst 10-jährigen Schauspielerin Elizabeth Taylor. Es folgten bis heute über ein Dutzend weitere Filme, mehrere Serien und unzählige Bücher. Lassie hat sogar einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame. Als einer von nur 3 Hunden.
Lassie wurde nur von männlichen Hunden gespielt
Obwohl Lassie ein Weibchen ist, wurde sie in allen Filmen und Serien von Männchen dargestellt. Der Grund für den Casting-Entscheid: Männliche Collies haaren weniger stark als weibliche. Deshalb sieht ihr Fell konstant gleich voll aus.
«Auch ein Geheimnis des Erfolgs», sagt Kulturwissenschaftlerin Christine Lötscher: «Collies sind einfach wunderschön. Das Fell wirkte sogar in Schwarz-Weiss edel.»
Der Look bleibt gleich. Charakterlich hat sich Lassie aber entwickelt. Zusammen mit dem Kindheitsbild, das sich seit den 1940ern ebenfalls stark gewandelt hat.
«Am Anfang war sie ein mütterlicher, häuslicher Hund, der auf den Jungen aufpasst», sagt Lötscher. Doch dann wurde Lassie immer eigenständiger. «So wie Kinder immer wilder sein durften, wurde auch die Hündin immer wilder.»
Von der vorsichtigen Streberin wurde Lassie zur Abenteuer-Partnerin. Und begeistert damit bis heute.
Sendung: SRF 1, Tagesschau, 21.2.2020, 19:30 uhr.