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Als Beispiel sei erwähnt, dass anfangs November 2015 der Mond in der abnehmenden Phase und gleichzeitig nidsigend ist. Aber: abnehmend ist nicht gleichbedeutend wie nidsigend. So ist Neumond am 11. November, der tiefste Stand des nidsigenden Mondes findet aber am 15. November statt.
Von Paul Furrer-Bischofberger, Chur
Obsigend und Nidsigend
Für die Erklärung der beiden Ausdrücke „obsigend“ und „nidsigend“ mögen wir uns an den Kanton Nidwalden erinnern. „Nid“ bedeutet soviel wie unten. Oder auch: “Es geht nidsi“ heisst soviel wie: „Es geht abwärts“.
Für die astronomische Erklärung sei auf den Aequator , respektive auf den Himmelsäquator hingewiesen. Was ist der Aequator? Er ist jener Grosskreis der Erde, der von beiden Polen gleiche Entfernung hat. Dieser teilt die Erde in zwei gleiche Hälften, in die Nord- und in die Südhalbkugel und liegt bei 0° geografischer Breite..
Der Himmelsäquator ist die Projektion des Erdäquators ins Weltall.
Die Erde dreht sich um die Sonne aber nicht auf diesem Kreis. Bekanntlich steht die Erdachse zur Umlaufbahn der Erde um die Sonne (Ekliptik genannt) in einem Winkel von 23.44°. Damit lassen sich die Jahreszeiten erklären.
Dort, wo sich die beiden „Kreise“ schneiden, sind je der Frühlings- und der Herbstpunkt. Hier stehen jeweils Sonne, Mond und Planeten senkrecht über dem Aequator..
Um nun obsigend und nidsigend zu erklären, braucht es noch die Kenntnis der Bahnneigung des Mondes zur Ekliptik (siehe folgende Darstellung).
Die Mondbahn ist um rund 5° geneigt. Das bedeutet, dass der Mond bis zu 5° nördlich oder südlich der Ekliptik sein kann. Wo die Mondbahn die Ekliptik schneidet, befinden sich die Knoten. Wenn der Mond von der Süd- zur Nordseite wechselt, passiert er den aufsteigenden Knoten (übliches Symbol: ☊), respektive beim Wechsel von der Nord- zur Südseite den absteigenden Knoten (☋).
Die Knotenlinie ist die Verbindung der beiden Knoten und die Zeitspanne zwischen zwei Durchgängen des Mondes durch den aufsteigenden Knoten wird als Drakonitischer Monat bezeichnet. Des Weiteren sei hingewiesen, dass nur in der Nähe eines Durchgangs des Mondes durch einen der Knoten – bei gleichzeitigem Voll- oder Neumond – eine Mond- oder eine Sonnenfinsternis möglich ist.
|Steigender Mond|
|Fallender Mond|
Verwechslung
Die beiden Begriffe obsi- und nidsigend werden häufig mit zu- und abnehmendem Mond gleichgesetzt. Dies ist allerdings ein Irrtum.
Aussaat nach dem Mondkalender
Viele Gärtner, insbesondere Hobbygärtner glauben an die Kraft des Mondes – auch ohne wissenschaftlichen Beweis. Erzielt man durch das Gärtnern nach dem Mondkalender bessere Ernten? Viele Gärtner glauben an die Kraft des Mondes .
Ihre Erklärung:
Mondgärtner gehen davon aus, dass der Mond jeweils die Kräfte des Sternbilds, in dem er gerade steht, auf die Erde lenkt. Wer nach dem Mondkalender sät, pflanzt und erntet, muss sich gelegentlich schon mal die eine oder andere spöttische Bemerkung gefallen lassen. Zugegeben: Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass der Mond Einfluss auf das Pflanzenwachstum hat. Wie jeder feste Körper besitzt er jedoch eine Anziehungskraft – und auf der Anziehungskraft der Massen beruht schließlich der Aufbau des gesamten Universums.
Für Erklärungen werden oft die Gezeiten zu Hilfe genommen.
Am Meer zeigt sich die Anziehungskraft des Mondes besonders anschaulich, denn sie ist die Ursache für die Gezeiten. Der Mond zieht die Wassermassen bei Ebbe aufs offene Meer und bei Flut an die Küsten. Aber nicht nur das: Die Stellung des Mondes hat sogar einen grossen Einfluss darauf, ob es einen starken Gezeitenunterschied gibt – die sogenannte Springtide – oder eine schwache Nipptide. Eine Springtide entsteht bei Vollmond und Neumond, also immer dann, wenn Sonne, Erde und Mond in einer Linie zueinander stehen. Bei Halbmond hingegen, wenn der Mond im 90-Grad-Winkel zur Erd-Sonnen-Achse steht, fällt der Gezeitenunterschied sehr schwach aus.
Meine Meinung: Seit Jahren bearbeite ich einen Schrebergarten – ohne „Rücksichtnahme“ auf den Mondkalender. Irgendwelche Unterschiede sind mir noch nie aufgefallen, auch wenn ich Kartoffeln bei obsigendem, Bohnen bei nidsigendem Mond gesteckt habe, aber auch nicht nach der unterschiedlichen Grösse der einzelnen Sternbilder. So ist mir auch fremd, dass, wenn der Mond aufsteigt, die Erde ausatmet. Im Folgenden einen Textausschnitt von Folkert Siemens (14. November 2014):
„Symbolisch wird die Aufstiegsphase des Mondes auch als Ausatmen der Erde bezeichnet und die Abstiegsphase als Einatmen. Beim Ausatmen wird der Pflanzensaft vom Mond angezogen und strömt in die oberen Pflanzenteile. Deshalb sollte man zum Beispiel während des aufsteigenden Mondes Obst ernten: Wenn die Früchte gut im Saft stehen, sind sie besonders lange haltbar und weniger anfällig für Pilzbefall.“
Für Behauptungen, die im Folgenden aufgezählt werden, gibt es keine Studien oder wurden gar widerlegt, so soll der Stand des Mondes unter anderem Einfluss auf Schlaf, Unfallhäufigkeit, Komplikationen bei Operationen und Geburten oder auf das Haarwachstum haben. Und „hartnäckig hält sich auch die Überzeugung, dass sich die angebliche durchschnittliche Dauer des Menstruationszyklus der menschlichen Frau von behaupteten 28* Tagen mit dem Mondphasenzyklus von angeblich ebenfalls 28 Tagen erklären ließe. Dabei ist in der Gynäkologie seit Langem bekannt, dass der Zyklus schon bei gesunden Frauen zwischen 23 und 35 Tagen schwanken kann“ (Wikipedia)
Vielleicht dürfte das von Max Planck verfasste Zitat im wahrsten Sinne hier zur Anwendung gelangen. Es lautet: „Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln“.
Zunehmender und abnehmender Mond
Wie die Erde um die Sonne, so kreist der Mond um die Erde. Je nach Stellung des Mondes wird er vom Zentralgestirn, der Sonne unterschiedlich beschienen, so dass er auf der Erde in unterschiedlicher Form erscheint. Er umläuft die Erde in 29.53 Tage , resp. in 29 Tage , 12 Stunden und 43 Minuten.
|Abnehmender Mond|
|Zunehmender Mond|
Als Mondphasen bezeichnet man die wechselnden Lichtgestalten des Mondes. Sie entstehen durch die perspektivische Lageänderung seiner Tag-Nacht-Grenze relativ zur Erde während seines Erdumlaufes. Gebräuchlich ist die Einteilung in vier Viertel von je ungefähr einer Woche Länge.
- Man unterscheidet landläufig Vollmond, abnehmender Mond, Neumond und zunehmender Mond.
- Neumond, Vollmond und die beiden Halbmonde bezeichnet man als Hauptphasen.
- Im scheinbaren Widerspruch zur allgemeineren Bezeichnung Halbmond – das ist die Halbphase (Dichotomie) – beziehen sich Astronomen auf den vollen Zyklus des Mondes und nennen die zunehmende Halbphase erstes Viertel, die abnehmende dementsprechend letztes Viertel.
- Der zunehmende Mond ist v.a. am AbendhimmelMorgenhimmel
Vor dem ersten und nach dem letzten Viertel erscheint der Erdtrabant als Mondsichel. Wenn sie am Abendhimmel erstmals nach Neumond als ganz schmale Sichel sichtbar wird, spricht man vom Neulicht, bei ihrer letzten Sichtbarkeit am Morgenhimmel zirka zwei Tage vor Neumond vom Altlicht. (aus Wikipedia)
Sichtbarkeit
Der Mond ist eine passive Lichtquelle, das heißt, er streut nur das Licht der aktiven Lichtquelle Sonne.
- Die Mondoberfläche muss von der Sonne beschienen sein.
- Nicht beschienene Teile der Oberfläche sind keine passiven Lichtquellen und deshalb theoretisch nicht sichtbar, obwohl sich nichts zwischen ihnen und dem Beobachter befindet. Tatsächlich werden sie aber von der Tagseite der Erde angestrahlt, was bei sichelförmigen Mondphasen (vor erstem und nach letztem Viertel) oft als Erdschein zu sehen ist. Weiters wird die erdzugewandte Seite des Mondes durch das an der Erdatmosphäre gebrochene Licht geringfügig angestrahlt . Daher ist der Vollmond auch bei Mondfinsternissen schwach sichtbar und erscheint kupferfarbig. Da erinnern wir uns bestimmt an die letzte Mondfinsternis vom vergangenen 28. September 2015 mit dem „Blutmond“.
- Die Zeiten für den Mondaufgang und Untergang variieren mit den Phasen und (geringfügiger) mit der Jahreszeit. Details sind wegen der Neigung der Mondbahnebene zu jener der Erde sowie wegen der geneigten Erdachse kompliziert. Außerdem sind die Abweichungen zwischen der tatsächlichen Sonnenzeit und der Zeitzone, in der sich der Beobachter befindet, zu beachten, insbesondere während der Gültigkeit der Sommerzeit:
- Bei Neumond geht der Mond in etwa zusammen mit der Sonne am Morgen auf und am Abend unter.
- Im ersten Viertel geht der Mond gegen Mittag auf und gegen Mitternacht unter.
- Bei Vollmond geht er in der Abenddämmerung auf und in der Morgendämmerung unter und ist die ganze Nacht sichtbar (im Sommer ca. 8 Stunden, im Winter bis zu 16 Stunden).
- Im letzten Viertel geht er gegen Mitternacht auf und gegen Mittag unter.
Länge eines Monats (speziell für Mond)
Dazu liegen Verfahren vor, wie man einen Monat, oder allgemeiner, den Umlauf eines Objekts um ein anderes misst.
Die siderische Umlaufzeit eines Planeten (oder des Mondes um die Erde) ist auf den Fixsternhimmel bezogen, während die synodische Umlaufzeit die Zeit ist, nach der ein Planet (oder Mond) wieder die selbe Stellung in Bezug auf die Sonne hat.
Frage: Wie kommt man auf 28 Tage, bei Berücksichtigung des siderischen, resp. synodischem Monat?
Zeichnung: -pf-
- Ein siderischer Monat ist also die Zeit bis der Mond wieder - bezogen auf einen Fixstern - an der gleichen Stelle des Himmels steht. Er ist etwa 27 Tage, 7 Stunden und 43 Minuten lang. Der synodische Monat ist die Zeit zwischen zwei Vollmonden und das sind rund 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten.
- Eine Uebersicht über Siderischem, trooischen*, synodischem und Kalendermonat wird in der folgenden Tabelle (aus Wikipedia) präsentiert.
|Tag||Monat||Jahr|
|Siderischer Tag||Siderischer Monat(1)||Siderisches Jahr|
|86164,099s||27,32166 d||365,256366 d|
|23h 56m 4,099s||27d 7h 43m 11,5s||365d 6h 9m 9s|
|Sterntag(2)||Tropischer Monat||Tropisches Jahr|
|86164,091 s||27,32158 d||365,242199 d|
|23h 56m 4,091s||27d 7h 43m 4,7s||365d 5h 48m 46s|
|Sonnentag(3)||Synodischer Monat(5)||Sonnenjahr(3)|
|86400s(4)||29,53059 d||365,242199 d(6)|
|24h(4)||29d 12h 44m 2,9s||365d 5h 48m 46s(6)|
|Kalendertag||Kalendermonat||Kalenderjahr(8)|
|86400s(7)||30 d / 31 d||365,2425 d|
|24h(7)|
* Ein tropisches Jahr (von altgriechisch (tropos) = Drehung, Wendung) ist, vereinfacht** gesprochen, die Zeit zwischen zwei gleichen Zeitpunkten im Ablauf der Jahreszeiten, zum Beispiel von einer Frühlings-Tagundnachtgleiche (Frühlingsanfang) zur nächsten oder von einer Sommersonnenwende (Sommeranfang) zur nächsten. ( **vereinfacht aus zwei unterschiedlichen Definitionen).