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Urmusica: Musikschule als Projekt zur Selbsthilfe
Ein jahrelanger Streit zwischen Carlo Balzaretti, Klavierlehrer und Christine Waldmann, Vio-linlehrerin einerseits und der Schulleitung der Musikschule Uri andererseits endete schliesslich mit der Entlassung der beiden Lehrkräfte.
Die Mehrheit der betroffenen Eltern wollte jedoch nicht auf die beiden Lehrkräfte verzichten. Sie schlossen sich zusammen und führten die Zusammenarbeit durch die Gründung einer eigenen Musikschule weiter.
Am 15. März 2004 wurde der Trägerverein Urmusica gegründet und am 16. August 2004 begann das erste Schuljahr. Dieser Emanzipationsschritt der Eltern löste eine Kontroverse in der Urner Politlandschaft aus. Diese führte schliesslich zu einer Motion von Tumasch Cathomen und Thomas Arnold zur Änderung der Verordnung über Beiträge an den freiwilligen Musikunterricht während der Volksschulzeit. Die Motion wurde durch den Urner Landrat erheblich erklärt und die Rahmenbedingungen für die Subventionierung des Musikunterrichts durch den Kanton Uri so verändert, dass „urmusica“ als Kleinorganisation keine Chance zum Überleben mehr hatte.
Am 28. September 2006 löste sich daher der Trägerverein auf und „urmusica“ wurde geschlossen. Zwei Jahre lang war es immerhin gelungen, die Kinder durch ihre geliebten MusiklehrerInnen unterrichten zu lassen.
Bis heute (April 2010) hat sich die Musikschule Uri weiterentwickelt und ist zu einem professionellen Bildungsunternehmen geworden, welches seinen Leistungsauftrag auch mit einem differenzierten Qualitätskonzept optimal zu erfüllen sucht. Die „urmusica“ - Auseinandersetzungen haben einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet.
Auf „In memoriam“ stelle ich einige historische Dokumente zur Verfügung, die beitragen sollen, dass „urmusica: „die alternative Urner Musikschule, die von den Eltern mitgetragen und mitgestaltet wurde“ nicht vergessen wird: