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Neuzeitliche Vorstellungen musikalischer Vergangenheit
Wie hat sich zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit eine Vorstellung von «musikalischer Vergangenheit» entwickelt? Dieser Frage geht das europäische Forschungsprojekt «Sound Memories: The Musical Past in Late-Medieval and Early-Modern Europe» (SoundMe) nach.
Mit Hilfe mehrerer Fallstudien wollen die Forscher aus fünf Ländern ausserdem analysieren, auf welche Weise musikalische Traditionen für bestimmte politische und religiöse Zwecke bewusst aufgegriffen wurden. Das Projekt «Sound Memories: The Musical Past in Late-Medieval and Early-Modern Europe» (SoundMe) wird mit insgesamt rund 1,2 Millionen Euro durch die Europäische Förderinitiative HERA unterstützt.
Eine Arbeitsgruppe um Inga Mai Groote vom Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg wird sich insbesondere mit Beispielen aus dem protestantischen Deutschland beschäftigen. Dort blieben trotz der Neuerungen in Liturgie und Musikpraxis ältere Repertoires wie der lateinische Choral ganz bewusst in Gebrauch.
Neben Groote gehören dem internationalen Forschungsteam Wissenschaftler der Universitäten Cambridge (Großbritannien) und Prag (Tschechien) sowie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau an. Die Koordination des Gesamtprojekts liegt bei Karl Kügle von der Universität Utrecht (Niederlande).
Bildlegende
Introitus für den Samstag vor dem Palmsonntag in zwei verschiedenen Handschriften des frühen 11. Jahrhunderts. Links:altrömische, diastematische Fassung; rechts: gregorianische, adiastematische Fassung. Quellen: Vat. lat. 5319 et Codex angelicus 123