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An den November 2014 werden sich viele Bewohner der südlichen Landesteile nur ungern zurückerinnern. Die grossen Tessiner Seen traten über die Ufer, und die starken Niederschläge führten zu zahlreichen Erdrutschen, die auch Todesopfer forderten. An zahlreichen Orten muss von einem Jahrhundertereignis gesprochen werden. In Lugano fielen seit Monatsbeginn 561 Millimeter Regen. Das gab es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1864 noch nie im Monat November. Man muss in den Jahrbüchern für Lugano überhaupt weit zurückblättern bis man einen Monat mit mehr Regen findet. In den Annalen gibt es nur einen einzigen Monat der noch nasser war, nämlich der Oktober 1896 mit 742 Millimetern.
Rekorde auch im Val Bavona und am Corvatsch
Auch im obersten Maggiatal, dem Val Bavona, wurde ein absoluter Monatsrekord verzeichnet. Dort gingen seit Monatsbeginn 787 Millimeter Niederschlag nieder. Bis jetzt lag der Höchstwert bei 745 Millimetern und stammte aus dem Oktober 2000, als es ebenfalls am Lago Maggiore grosse Überschwemmungen gab. Im Val Bavona geht die Messreihe aber nur bis ins Jahr 1991 zurück. Auch auf dem Corvatsch wurde ebenfalls ein absoluter Monatshöchstwert mit 362 Millimetern gemessen. Dort stammte der bisherige Maximalwert von 330,2 Millimetern aus dem Mai 1983. Bei Gebirgsstationen müssen die Niederschlagsmengen aber immer mit grosser Vorsicht interpretiert werden, da dort grosse Schneedrifteffekte die Messergebnisse verfälschen können.
Generell November 2014 auf Platz 2
An den meisten Standorten im Süden war der November 2014 der zweitnasseste. Noch mehr Niederschlag gab es im November 2002. Die grossen Regenmengen betrafen aber nicht nur das Tessin sondern auch die angrenzenden Gebiete. So war auch in Disentis der November auf Platz 2 mit 317 Millimetern, in Andermatt und in Ulrichen im Goms landete der November 2014 auf Platz 3.
Südanströmungen ohne Ende
Verantwortlich für die grossen Niederschlagsmengen war die Grosswetterlage im Alpenraum. Immer wieder stellten sich Südströmungen ein, die sehr warme, aber auch extrem feuchte Mittelmeerluft an die südlichen Alpen quetschten. So kam es zu tagelangem Dauerregen und weil gleichzeitig die Schneefallgrenze sehr hoch war, floss auch aus den Bergen das ganze Wasser fast ungebremst in die Seen. Kein Wunder gab es in der Folge Hochwasser. Trotz Rekordregen war der November 2014 im Südtessin auch noch der wärmste. In Lugano betrug die Monatsdurchschnittstemperatur genau 10 Grad.