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Autor: Imelda ruffieux
TafersDer Unfall ereignete sich am 7. Oktober 2007 kurz vor 14 Uhr auf der Autobahn A12 zwischen Bern und Freiburg. Kurz nach dem Viadukt in Flamatt kam das Auto von der Strasse ab, fuhr die Böschung hinauf und wieder zurück auf die Strasse, überschlug sich und kam auf dem Dach liegend zum Stehen.
Am Unfallort verstorben
Einer der vier Insassen, ein 24-jähriger Mann, erlitt schwere Kopfverletzungen und war auf der Stelle tot. Ein anderer wurde aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Der Fahrer sowie der vierte Insasse wurden leicht verletzt.
Die Nacht durchgemacht
Der Unfall geschah, weil der Fahrer am Steuer eingeschlafen war. Die vier jungen Männer stammen aus dem Kanton Waadt, in der Nähe von Bex. Sie waren am Vorabend an ein Konzert nach Zürich gefahren, das erst um 2 Uhr morgens begann. Sie blieben bis in die frühen Morgenstunden und trödelten noch etwas herum. Erst kurz vor Mittag hatten sie sich wieder auf den rund dreistündigen Heimweg gemacht.
Mehrere Joints geraucht
An mehreren Raststätten und -plätzen hatten sie kurz haltgemacht und sich beim Fahren abgewechselt. Nach eigenen Angaben waren alle vier nicht mehr in fahrtüchtigem Zustand. Der Angeklagte hatte weit über 24 Stunden nicht mehr geschlafen.
Zudem hatte er mehrere Joints geraucht; seine Blutwerte lagen wesentlich höher als die gesetzlichen Grenzwerte. «Ich habe mich gut gefühlt. Ich merkte die Müdigkeit nicht kommen», sagte der 29-jährige Mann am Dienstag vor dem Strafgericht Sense aus. Er gab auch an, dass er wegen seiner Rückenprobleme regelmässig Cannabis konsumiere.
Immer noch präsent
Es sei ein grosser Fehler gewesen, sich so zu überschätzen, sagte er vor dem Gericht. Er habe einen Freund verloren, und das tue ihm leid. Nach dem Unfall erlitt er einen Schock und war eine Zeitlang in psychiatrischer Behandlung. Seither fährt er kaum noch Auto. «Der Unfall ist immer noch präsent. Aber ich kann mittlerweile damit umgehen.»
«Das Verschulden wiegt schwer», erklärte Andrea Minka Il-Wiederkehr, Substitutin der Staatsanwältin, in ihrem Plädoyer. «Er war sich bewusst, dass er zu viel Cannabis konsumiert hatte, und er wusste, dass er zu wenig geschlafen hatte. Trotzdem setzte er sich ans Steuer. Das ist grob fahrlässig und höchst pflichtwidrig», hielt sie fest.
Sie sprach auch von einer «grobfahrlässigen Selbstüberschätzung» des Fahrers und wies auf wissenschaftliche Studien hin, die beweisen, dass regelmässiger Cannabis-Konsum das Fahrvermögen generell beeinträchtige.
Keine Verkehrsrowdys
«Das Tragische ist, es hätte jeden der vier treffen können», hielt Andrea Minka Il-Wiederkehr fest. In eine ähnliche Richtung plädierte auch der Verteidiger des Angeklagten. «Er hatte das Pech, der letzte der noch vermeintlich fahrtüchtigen Fahrer zu sein», führte Pierre-Henri Gapany aus.
Es seien keine Verkehrsrowdys, die da unterwegs waren, rief er in Erinnerung. «Sie haben sich überschätzt. Wenn man jung ist, denkt man, man wird es schon schaffen.» Weder er noch sein Klient suchten Ausflüchte für das Geschehene und waren bereit, die Konsequenzen zu akzeptieren. «Es war ein tragischer Unfall, der strafrechtliche Folgen hat», hielt der Anwalt fest.