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Kunst
Konferenz der Sieben Ewigen
Neil Gaiman, der auch selbst das Vorwort zu der vorliegenden Ausgabe geschrieben hat, erinnert sich an seinen Sandman, den er zwischen 1987 und 1996 in mehreren Episoden publizierte. Nach den ersten zehn Bänden, die bei panini auch auf Deutsch erschienen sind, gab es eine längere Pause, um neuerdings mit "Ouvertüre" (Band 11) und "Ewige Nächte" (Band 12) neu durchzustarten. Die Idee für eine Fortsetzung der Serie kam Gaiman ausgerechnet am 11. September 2001, an dem das World Trade Center zerstört wurde und Gaiman gerade in Venedig weilte. Auch in der ersten Episode des vorliegenden Bandes - mit dem Titel "Death" - geht es um einen Streuner in Venedig, der sich seiner Kindheit erinnert. Außerdem befindet sich auch eine Hommage an den großen italienischen Comiczeichner Milo Manara in der vorliegenden Ausgabe sowie viele weitere Abenteuer des einsamen Helden, der noch mehrere Geschwister hat.
Die Sieben Ewigen auf einer Konferenz
Und genau um diese Geschwister geht es auch in den einzelnen Kapiteln. Episode 1 heißt auch deswegen "Death", weil sie die Schwester von "Dream" aka Sandman ist und folglich auch eine der "Ewigen". Die Geschichte über "Desire" ist Milo Manaras Comickunst nachempfunden und als Hommage an den großen Künstler zu verstehen. Darin geht es ebenfalls nicht ganz jugendfrei zu, ganz anders als man es von Gaimans Geschichten gewohnt ist. "In unserer Hütte liebten wir uns, wie sich Flammen lieben - sich öffnen, verschmelzen, verbrennen", heißt es da etwa, aber es ändert sich alles, als Fremde den Kopf des Ehemannes vorbeibringen. "Ich hatte alles bekommen und alles verloren". In "Dream - Herz eines Sterns" treffen sich die Ewigen in einem eigens dafür errichteten Palast und "Dream" kommt sogar in Begleitung einer Frau zu dem Treffen. "Mizar hat ihn für die Konferenz gemacht. Wenn sie vorüber ist, löst er sich in reines Licht und Sternenstaub auf", erklärt "Dream" seiner Geliebten. Aber oft ist die Liebe genauso "löslich" wie der Sternenstaub und das Licht.
Das letzte Wort hat Destiny
In Kapitel 4 "Despair" werden 15 Gesichter der Verzweiflung gezeigt. "Es ist viel einfacher. Er ist Traum. Es ist Begehren. Sie ist Verzweiflung. Nimm die Verzweiflung raus und nichts bleibt.", heißt es in Bild 10 und in Bild 13 folgt eine Anleitung zum Glücklichwerden wenn schon nicht -sein: "Wenn Sie dort, wo Sie sich befinden, nicht glücklich sein können, können Sie nirgendwo glücklich sein. Erörtern Sie diese These anhand von Beispielen aus Ihrem Leben." "Delirium", Kapitel 5, endet mit dem Aufruf "Folgt den Fischen!" und im vorletzten Kapitel, "Destruction", wird auf einer Insel die Zukunft ausgegraben. Zuletzt kommt auch der geheimnisvollste der Sieben Ewigen zu Wort: "Destiny". In seinem Buch befindet sich unser aller Leben, Episode für Episode akribisch aufnotiert und ohne Bewertung, ohne Urteil, nur einfach dokumentiert. Zum ersten Mal sei ein amerikanischer Comic-Verlag auf der New York Times Bestsellerliste gelandet, schreibt Variety, völlig zu Recht möchte man meinen, denn Neil Gaimans Sandman spielt gekonnt auf der Klaviatur der Mythen und Alltagssituationen und verknüpft beides zu wahrer Poesie.