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Shoplifters
Regie: Hirokazu Kore-eda
Darst.: Kirin Kiki, Lily Franky, Moemi Katayama, Sôsuke Ikematsu, Sakura Andô, Yôko Moriguchi, Mayu Matsuoka, Jyo Kairi, Yûki Yamada, Miyu Sasaki u.a.
Das Ehepaar Osamu und Nobuyo lebt mit Grossmutter Hatsue in beengten Verhältnissen in einem ärmlichen Quartier von Tokio und hat, obwohl Osamu auf dem Bau und Nobuyo in einer Wäscherei schuften, ein zu geringes Einkommen, um die Familie samt den beiden Kindern durchzubringen. Deshalb arbeitet Aki, die Teenager-Tochter, in einem Stripclub, und Vater Osamu geht nach Feierabend mit Shota, dem kleinen Sohn, auf Diebestour in den Supermärkten des Viertels. Vater und Sohn haben ihre Methoden zur Ablenkung des Personals perfektioniert; sie verständigen sich mit unauffälligen Zeichen, um im richtigen Moment unbemerkt und blitzschnell Ware in ihren Taschen verschwinden zu lassen. Doch Osamu begnügt sich nicht mit Ladendiebstahl, sondern knackt bei Gelegenheit auch Autos auf und leert sie geschickt. Als Osamu und Shota einmal nach einer Diebestour auf ein kleines Mädchen aufmerksam werden, das völlig allein und offensichtlich verwahrlost auf einer Terrasse hockt, nehmen sie das Kind kurzerhand mit nach Hause, wo es sich bei einer Mahlzeit aufwärmen kann. Zwar geht Nobuyo davon aus, dass Osamu das Mädchen Yuri danach wieder zurückbringt, doch daraus wird nichts, als Grossmutter Hatsue Spuren an Yuris Körper bemerkt, die auf eine Misshandlung hindeuten. So behalten sie die Kleine, die sich in ihrer neuen Familie offensichtlich wohl fühlt und bald auch Unterricht im Stehlen erhält. Doch dann flimmern im Fernsehen plötzlich Bilder von einem vermissten kleinen Mädchen in die ärmliche Stube dieser scheinbar ganz normalen Familie. Susanne Ostwald schrieb in der NZZ vom diesjährigen Filmfestival Cannes, wo «Shoplifters» verdientermassen die Goldene Palme gewann: «Familie ist das grosse Thema des 1962 geborenen Hirokazu Kore-eda, und hier variiert er es um die Geschichte eines Paares Kleinkrimineller, das zwar selber bitterarm ist, sich aber eines kleines Mädchens annimmt, das es in der Kälte findet. Wieder führt der grosse japanische Regisseur ein warmherziges Idyll unter widrigen Bedingungen vor. (…) Auch wenn der Plot um diese zusammengewürfelte Familie von gesellschaftlichen Aussenseitern am Ende etwas forciert scheint (…), so ist ‹Shoplifters› doch ein Film, der Optimismus verbreitet – vielleicht nicht das schlechteste Signal in einem Cannes-Jahrgang, der so viel menschliches Elend auf der Leinwand zeigte wie kaum je zuvor.»