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Saskia Andrey ist Ernährungsberaterin im KSA Spital Zofingen und bestätigt, dass im Herbst und Winter Fragen über Nahrungsergänzungsmittel deutlich mehr aufkommen, als im Sommer. Warum die Nachfrage im Winter steigt, darüber kann die Ernährungsberaterin nur mutmassen: «Ich denke, dass sich viele im Winter matter fühlen als im Sommer und hoffen, dem mit Nahrungsergänzungsmitteln entgegenzuwirken.» Zudem hätten viele das Gefühl, mithilfe gewisser Präparate das Immunsystem zu stärken und einer Grippe vorzubeugen.
Aber: Gerade im Zusammenhang mit einer Grippe oder Erkältung kursierten viele Mythen, die weitergegeben würden, ohne hinterfragt zu werden. Ein Beispiel? Dass Zink und Vitamin C eine Grippe oder Erkältung lindern könnten. «Das ist leider ein Irrtum und auch medizinisch widerlegt. Studien haben gezeigt, dass weder Zink noch Vitamin C einen Einfluss auf die Genesung einer erkälteten Person haben.» So seien derartige Präparate zwar rausgeschmissenes Geld, für den Körper aber nicht schädlich: «Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Diese werden nicht im Körper gespeichert, sondern durch den Urin ausgeschieden.»
Wenn Vitamine gefährlich werden
Anders bei der Überdosierung fettlöslicher Vitamine, also: E, D, K und A. «Wird die empfohlene Dosis fettlöslicher Vitamine deutlich überschritten, kann das Leber- oder Nervenprobleme begünstigen.» Dies, weil die fettlöslichen Vitamine in den Fettdepots gespeichert werden und nicht wie die wasserlöslichen über den Urin ausgeschieden werden können. Die Ernährungsberaterin betont aber, dass die Dosierung deutlich und wiederholt überschritten werden müsse, dass die fettlöslichen Vitamine eine schädliche Wirkung auf den Körper hätten.
Grundsätzlich, sagt Andrey, seien die meisten Ernährungsergänzungsmittel für Menschen, die sich einigermassen ausgewogen ernähren, nicht nötig. «Eine Ausnahme ist Vitamin D. Im Winter macht es Sinn, dieses Vitamin einzunehmen.» Vitamin D wird in der Haut mithilfe von Sonneneinstrahlung produziert und ist nur in wenigen Lebensmitteln enthalten.
Ein Bluttest gibt Aufschluss
Wer Mangelsymptome wie beispielsweise Schwindel, Blässe oder eine ausgeprägte Müdigkeit bemerkt, solle zum Arzt gehen und einen Bluttest machen lassen, rät Andrey. «Wird im Blut ein bestimmter Mangel nachgewiesen, kann dieser durch gezielte und sinnvoll eingesetzte Präparate behoben werden.» Als häufiges Beispiel nennt Andrey den Eisenmangel, von dem insbesondere junge Frauen betroffen sind.
Ansonsten rät die Ernährungsberaterin abschliessend: «Ernährt euch ausgewogen, versucht, möglichst viele unbearbeitete und naturbelassene Produkte zu verwenden. Dann sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht nötig.»
(noe)