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In einer weltweit erstmals eingesetzten Kombination dreier Bildgebungsverfahren wurden eine signifikante Verminderung der Plaque und des Cholesteringehalts sowie eine Verdickung der schützenden Plaque-Kappe in den Herzkranzgefässen nachgewiesen.
Herzinfarkte und der plötzliche Herztod werden grösstenteils durch Hochrisiko-Plaques verursacht. Diese bestehen aus Cholesterinablagerungen mit grossem Volumen, welche durch eine dünne natürliche Barriere, die fibröse Kappe, vom Blutstrom getrennt sind. Reisst die Kappe ein, bilden sich Blutgerinnsel und es kommt zu einem Herzinfarkt.
Solche Hochrisikoplaques zu stabilisieren und ein Aufbrechen zu verhindern, ist eines der wichtigsten Ziele in der Herzgefässmedizin.
Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine können zu einem gewissen Grad die Grösse der Plaques reduzieren. Statine senken den Cholesterinspiegel um 40–50 Prozent, diese Senkung reicht aber bei Patienten mit deutlich erhöhten Ausgangswerten nicht aus.
PCSK9-Antikörper Alirocumab
Bekannt war, dass der injizierbare Cholesterinsenker Alirocumab (Antikörper gegen das PCSK9-Enzym in den Leberzellen) zu einer zusätzlichen Reduktion der verbleibenden Cholesterinmenge von bis zu 60–70 Prozent führt. Die Studie PACMAN-AMI untersuchte nun die Auswirkungen dieser kombinierten Therapie auf die Hochrisiko- Plaques.
Verkleinerung und Stabilisierung von Hochrisikoplaques
Mit der Kombinationstherapie Alirocumab und Statin reduzierte sich die Plaque-Menge in nur 52 Wochen mehr als doppelt so stark in der Gruppe, welche Alirocumab erhalten hatte (2.13 Prozent gegenüber Reduktion um 0,92 Prozent). Der Cholesteringehalt in den Hochrisiko-Plaques konnte hier um 40 Prozent stärker reduziert werden und die Verdickung der schützenden Kappe war beinahe doppelt so gross (63 Mikrometer statt 33 Mikrometer).
Intensive Cholesterinsenkung
«Die Resultate zeigen, dass eine intensive Cholesterinsenkung zu einem deutlichen Plaque-Abbau und einer Plaque-Stabilisierung führt. Aufgrund der aufwendigen Messmethodik konnte dies erstmalig so nachgewiesen werden. Dies weist darauf hin, dass eine intensive Kombinationstherapie bereits früh nach Herzinfarkt vielversprechend ist», kommentiert Prof. Lorenz Räber, Erstautor und Studienleiter, Universitätsklinik für Kardiologie des Inselspitals und Universität Bern, die Resultate.
Untersuchungsmethoden weltweit erstmals kombiniert
Mit einer weltweit erstmalig kombinierten Messmethodik wurden die beiden nicht vom Herzinfarkt betroffenen Herzkranzgefässe auf Hochrisiko-Plaques untersucht. Zum Einsatz kamen der intravaskuläre Ultraschall zur Ausmessung der Plaque-Grösse, die Nahinfrarotspektroskopie, welche Cholesterineinlagerungen sichtbar machen kann, und schliesslich die hochauflösende Optische Kohärenztomographie, mit der man die schützende Kappe auf 10 Mikrometer genau ausmessen kann. Nach 52 Wochen Therapie wurden die Plaque-Messungen wiederholt.
Studien zu Folgeinfarkten und Sterblichkeit notwendig
Die PACMAN-AMI-Studie liefert die Basis für ein neues Behandlungskonzept von Herzinfarktpatienten. «Die Studienergebnisse geben eindrückliche Hinweise darauf, in welchem Ausmass Hochrisiko-Plaques stabilisiert werden können. Inwieweit mit dieser Therapie Folgeinfarkte vermieden und infarktbedingte Todesfälle verhindert werden können, bleibt in Folgestudien zu klären», erläutert Dr. med. Konstantinos C. Koskinas, Letztautor der Studie.PS