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Heute möchte ich wieder mal etwas über meine Arbeit erzählen. Wie ich schon erwähnt habe, werde ich vom 23.-26. Oktober meine neuesten Werke erstmals in einer Einzelausstellung „live“ an den „Open European Quilt Championships“ in Veldhoven (NL) zeigen. Die Auflage war, möglichst viele neue Arbeiten zu zeigen. Kürzlich wurde ich auch von einer Galerie angefragt, ob ich teilnehmen möge an einer Gemeinschaftsausstellung in März 2015 mit dem Titel „Wasser“. Was lag näher, als die Ziele dieser beiden Ausstellungen zu vereinen? Ich wollte aber nicht auf dem „beaten track“ bleiben, sondern eine neue Perspektive in meine Werke bringen. Der Anstoss brachte das Werk, das ich am „Wordless Wednesday“ gepostet habe.
Dieses Werk hat zwar nicht „Wasser“ zum Thema, aber die Perspektive ist das Entscheidende. Diejenigen von Ihnen, die letzte Woche die „Carrefour Européen du Patchwork“ im Val d’Argent besuchten, dürften die Ausstellung „Radiation“ gesehen haben. Anlässlich einer Radiologenkonferenz vor einigen Monaten in Genf wurde eine Quiltausstellung dazu initiiert, in der „Strahlung“ thematisiert werden sollte. Auch ich wurde angefragt, ob ich einen Beitrag leisten wolle. Ich bin das ganze Spektrum der Möglichkeiten durchgegangen, Segen und Fluch von radioaktiven Strahlen, Diagnostik, Krebsbehandlung, etc. Schliesslich entschied ich mich zu dem, was mich am meisten über dieses Thema umtreibt: die ungelösten Probleme bei der Entsorgung des atomaren Abfalls. Das erste Atomkraftwerk wurde 1954 in Betrieb genommen, obwohl das Problem mit dem radioaktiven Abfall nicht gelöst war. 60 Jahre später und nachdem Tausende neue Atomkraftwerke gebaut wurden, ist die Sicherheit der zukünftigen Generationen immer noch nicht gewährleistet.
Ich gab meinem Werk den Titel: „Radioaktiver Abfall – Problem gelöst?“. Ich wollte es nicht „schön“ gestalten, sondern eher wie improvisiert. Ich schrieb die Halbwertzeiten der verschiedenen Elemente auf und rechnete aus, wie viele Generationen später immer noch 1/16 der Materie strahlt. Die Formeln sind handschriftlich hingeworfen wie auf einer Kladde, ohne auf eine schöne Darstellung zu achten.
Die schiefen Shiboristreifen deuten eine mögliche Verwerfung der Erdschichten an, in denen die Fässer „endgültig“ und „erdbebensicher“ („bombensicher?“) für Millionen von Jahren gelagert sein sollten.
Als nächstes Thema wählte ich die systematische Zerstörung der Urwälder: Abholzung und Brandrodung. Die Arbeit über Brandrodung ist schon älter, wurde aber geändert.
|Rainforest Deforestation, 83 x 68 cm|
|Rainforest Deforestation, Ausschnitt|
|Rainforest Slash and Burn, 114 x 75 cm|
|Rainforest Slash and Burn, Ausschnitt 1|
|Rainforest Slash and Burn, Ausschnitt 2|
|Acid Drain Water I, 118 x 72 cm|
|Acid Drain Water II, ca.85 x 115 cm|
Ebenfalls noch nicht fertig ist das erste Werk über den Tod von Korallen weltweit. Vor gut dreissig Jahren war ich zu Gast in einer Forschungsstation auf einer winzigen Insel im Barrier Reef – abgesehen von dieser Station gab es nur noch ein Luxushotel. Dort konnte ich beim Schnorcheln die farbenfrohen Korallen, in denen sich die Fische tummelten, bewundern. Ein unvergessliches Erlebnis! Jetzt ist der Anteil der abgestorbenen Korallen beträchtlich. Warum dies so ist, braucht man wohl nicht zu erwähnen. Das Tuch zu diesem Thema habe ich nach dem Färben mit Rost behandelt. Jetzt hängt es an der Wand und wartet auf weitere Inspiration meinerseits.
|Coral Reef at Danger, ca. 95 x 80 cm|
|Coral Reef at Danger,, Ausschnitt|
|Log Booms, ca. 80 x 65 cm|
|Log Booms, Ausschnitt|
Sie sehen: Das alles muss noch fertig gestellt werden bis zur Ausstellung Ende Oktober. Deshalb muss ich jetzt Schluss machen und mich schleunigst an die Nähmaschine begeben.