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«Irgendetwas Totes liegt hier neben mir, und ich glaube, ja, ich glaube, das bin ich selbst.»
Tom und Joy lernen sich im digitalisierten und globalisierten Zeitalter kennen, das von der universalen Dienstleistungsindustrie beherrscht wird. Diese verlangt einen flexiblen Menschen, der zwischen digitalisierter Kommunikation (immer erreichbar und immer verfügbar) und globaler Standardisierung (alles sieht gleich aus, alles schmeckt gleich) zum haltlosen Wesen wird. Ein Überleben scheint nur durch das Kennen von Zahlenabfolgen und Codes möglich. Tom ist ein belastbarer und äusserst flexibler Angestellter, der um die Welt reist. Sein Zuhause sind Hotels und Restaurants. Er ist an einem Punkt angelangt, an dem er sich orientierungslos fühlt und nicht mehr weiss, in welcher Stadt er sich eigentlich befindet. Beim Kampf um den letzten Platz an Bord eines Fluges lernt er Joy kennen. Joy ist Springerin an der Scannerkasse, hat das Studium abgebrochen und ist eine flexible, anpassungsfähige Kollegin. Als Standby-Kraft einer Supermarktkette ist sie auf den Flughäfen dieser Welt zuhause.
Electronic City ist eine Liebesgeschichte, die im rasanten und haltlosen Lebensrhythmus um Zeit, Nähe und Intimität kämpft und die Protagonisten in der gleichgeschalteten Masse um Bedeutung ringen lässt.
Text: Falk Richter / Regie: Andreas Schmidhauser / Regieassistenz: Regula Schelling / Bühne: Janine Fischer / Kostüme: Milena Hermes / Produktionsleitung: Max Schaffenberger, Anja Christina Loosli