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Töff- und Velomechaniker am Rand der Wüste
Erfahrungen Viele junge Männer aus dem Niger wandern in die Nachbarländer aus und hoffen, so der Armut zu entkommen. Kadi Tshala hat sich anders entschieden und seine Chance zu Hause gepackt.
Kadi Tshala lebt in Sabon Gari, einem kleinen Dorf am Rand der Sahara im Niger. Kadi ist 22 Jahre alt und einer der wenigen Männer, die nicht weggezogen sind. Hier bestehen die meisten Familien nur aus Frauen und Kindern. Die Männer haben die Region verlassen, weil sie als Bauern nicht überleben können und ohne Schulbildung kaum eine andere Arbeit finden.
Doch auch in den Nachbarländern sind die Perspektiven nicht besser. Die jungen Männer haben keine Wahl und müssen jedes Angebot annehmen. Vielfach werden sie ausgebeutet und verrichten schwere, schlecht bezahlte Arbeit.
Der Armut entkommen
Kadi Tshala hingegen kann seine Familie unterstützen und hat ein regelmässiges Einkommen. Er ist Velo- und Töffmechaniker. Jeden Tag geht er nach dem Morgengebet um 5.30 Uhr in seine Werkstatt. An Arbeit mangelt es nicht. Denn in Sabon Gari sind die Strassen Staubpisten, übersät mit Löchern und Steinen. Die Pneus gehen leicht kaputt, die Bremsklötze sind schnell abgenutzt und die Gepäckträger halten die grossen alltäglichen Lasten wie volle Wasserkanister, Ziegen und Schafe nicht lange aus.
Nie hätte Kadi gedacht, dass er einst eine eigene Werkstatt besitzen und sogar Lehrlinge anstellen würde. Kadi ging nämlich mit neun Jahren immer noch nicht zur Schule. Wie viele andere Jungen in seinem Alter hätte er in der nahe gelegenen Stadt begonnen, Schuhe zu putzen oder als Handlanger zu arbeiten und wäre später als Hilfsarbeiter weggezogen. Er wäre nie der Armut entkommen.
Die Chance gepackt
Das Schweizer Hilfswerk Enfants du Monde fängt Kinder und Jugendliche wie Kadi auf, die in der öffentlichen Schule nicht mehr eingeschult werden, weil sie schon zu alt sind, und gibt ihnen Zukunftsperspektiven. Es ermöglicht den Kindern eine vierjährige Schulbildung, danach absolvieren sie eine Lehre. Damit erhalten sie das nötige Rüstzeug, um selbstständig Projekte zu starten und ihr Leben in die Hand zu nehmen.
«Ich bin stolz, dass ich die Chance gepackt und die Schule doch noch besucht habe», sagt Kadi. «Heute habe ich einen Beruf, kann meine Familie ernähren und zur Entwicklung meines Dorfes beitragen.» Enfants du Monde unterstützt zwölf solcher Schulen im Niger. 800 Kinder profitieren davon.