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Die Suchkräfte stehen vor dem Nichts: Mittlerweile sind 850 Quadratkilometer Meeresboden rund um die Stelle abgesucht worden, wo vermeintliche Signale der Blackbox des Flugzeuges MH370 der Malaysian Airlines empfangen wurden. Vergeblich.
Nun sind sich die Suchtrupps nicht mal mehr sicher, ob die Ping-Signale überhaupt von der Blackbox stammten – oder von der technischen Gerätschaft anderer Suchboote.
Zwei Jahre für Air-France-Wrack
Schon einmal schien es so, als würde eine Flugzeug-Katastrophe für immer ein Rätsel bleiben: Beim Absturz des Air-France-Fluges 447, der sich diesen Sonntag zum fünften Mal jährt. Damals wurden zwar bereits nach fünf Tagen Leichen gefunden, allerdings dauerte es zwei Jahre, bis das Wrack in rund 4000 Metern Tiefe aufgespürt werden konnte.
Der Fall Air France hatte weitreichende Auswirkungen auf die Flug-Branche. Nach der Auswertung der Flugschreiber war klar, dass die Piloten überfordert waren, als sich nach der Vereisung der Geschwindigkeits-Sonden der Autopilot abschaltete. Nach einer Reihe falscher Entscheidungen im Cockpit führte letztlich ein Strömungsabriss zum Absturz der Maschine.
«Der tragische Absturz führte vor Augen, dass sehr erfahrene Piloten die Kontrolle über ein Flugzeug verloren haben und nicht wussten, was mit ihnen passierte», sagt Aviatik-Journalist Hansjörg Bürgi.
Positionsmelder hat sich nicht durchgesetzt
Nach der Katastrophe vor fünf Jahren wurden weltweit an allen Flugzeugen vereisungsanfällige Sonden ausgetauscht, Airbus liess sich eine neue Steuerungssoftware für die Geschwindigkeitsmessung zertifizieren, und auch die Piloten werden seither besser auf heikle Situationen vorbereitet.
Viele Angehörige der Air-France-Passagiere sind überzeugt, dass das Wrack von MH370 nicht verschollen wäre, wenn die Industrie nach der Air-France-Katastrophe im Jahr 2009 zügig alle Empfehlungen der Flugunfallermittler umgesetzt hätte.
Bei den Vorschlägen sei es darum gegangen, die automatischen Positionsmelder für die Notfallsuche widerstandsfähiger zu machen und in Flugschreibern Batterien einzusetzen, die nach einem Absturz nicht nur 30, sondern 90 Tage lang eine Ortung ermöglichen.
Bessere Positions- und Überwachungssysteme würden sich nach dem Fall MH370 wohl definitiv durchsetzen, so Bürgi. «Weltweite Satellitenüberwachungs-Systeme gibt es bereits. Nun müssen sie bloss flächendeckend installiert werden», sagte der Chefredaktor von Skynews.ch.
Moderne Flugzeuge sind hochkomplex
Allerdings sind moderne Flugzeuge derart komplex, dass sie kaum mehr von Menschen selber geflogen werden können. Dieser Ansicht ist Flugunfall-Experte Tim van Beveren: «Die Automatisierung ist sicherlich eine Erleichterung für die Piloten und hat das Fliegen sicherer gemacht.»
Doch wenn diese Automatik ausfalle, hat man als Pilot ein Problem, denn man habe eigentlich nie gelernt, manuell zu fliegen. «Die Zeiten, in denen ich ein Flugzeug von Hand steure, sind sehr begrenzt auf die letzte Phase beim Landeanflug oder beim Start, danach schalte ich die Automatik ein», erklärte van Beveren. Aus diesem Grund lernen heute Piloten auch mit defekten Flugzeugen fliegen.
Erst wenn das Wrack gefunden ist, kann aber mit Sicherheit bestimmt werden, was den Absturz hätten verhindern können.