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Speläologie
Höhlenforschung im Windgällengebiet
Auch unter der Erdoberfläche hat das Windgällengebiet einiges zu bieten. Für Nicht-Höhlenerfahrene bieten die Dolinen gleich hinter der Hütte einen kleinen, aber eindrücklichen Einblick in die Welt, die hier oben den Höhlenforschern vorbehalten bleibt.
Seit Jahrzehnten verbringt eine Forschungsgruppe von Speläologen aus dem Elsass (Association Eau Roc Explo) eine Woche im Windgällengebiet. Etliche Höhlensysteme wurden vermessen und aufgezeichnet. Dies erklärt auch die französischen Namen der Höhlen (Méga Perte, Gouffre des Sardines, Lionettes,...)
In der Hütte liegt ein Ordner auf mit Vermessungszeichnungen einiger Höhlen auf.
Was sind Höhlen?
In der Höhlenforschung wird eine Höhle definiert als ein natürlicher, unterirdischer, mehr als menschengrosser Hohlraum im Gestein, der ganz oder teilweise von gasförmigen, flüssigen oder festen Stoffen erfüllt ist.
Die Definition einer Höhle beinhaltet eine Vielfalt von Höhlenarten, die in einem ersten Schritt in Primär- und Sekundärhöhlen unterteilt werden können, wobei die Primärhöhlen gleichzeitig mit dem Gestein entstehen, während sich Sekundärhöhlen in bereits verfestigten Gesteinen entwickeln. Die Primärhöhlen ihrerseits werden anhand der Gesteinsarten weiter unterteilt (z.B. Lavahöhlen oder Kalktuffhöhlen wie die Höllgrotte Baar), während bei den Sekundärhöhlen die Entstehungsart von Bedeutung ist (z.B. Erosionshöhlen, tektonische Höhlen, Karsthöhlen).
Wie entstehen Karsthöhlen?
Karsthöhlen entstehen durch die chemische (und mechanische) Lösungstätigkeit der Sickerwässer, die entlang von Trennflächen (Klüfte, Verfungen, Schichtfugen ...) in Richtung Quelle fliessen. Dabei entsteht ein Netz von sogenannten Karströhren; cm bis dm Breite Röhren. Sind diese Karströhren gross genug, dass sie von einem Menschen befahren werden können, werden sie als Höhlen bezeichnet.
Vereinfacht kann daher eine Karsthöhle als Entwässerungskanal betrachtet werden, die das Wasser der Karstoberflächhe durch das innere des Gebirges zu der Quelle führt.
(Quelle: www.agsr.ch)
Association Eau Roc Explo A.E.R.E.
Die schon seit Jahrzehnten im Windgällengebiet forschende Speläologen-Gruppe aus dem Elsass A.E.R.E. entdeckte ein grosses Höhlensystem auf einer ausserordentlichen Höhe von 2562 m. Die Höhle bekam aufgrund einer herumliegenden Sardinenbüchse den Namen 'Le gouffre des Sardines'.
Folgend die Berichte der Forschungswochen im Windgällengebiet (en francais:). Mehr Bilder gibt es auf der Website von A.E.R.E.
> Bericht 2019
> Bericht 2018
> Bericht 2017
> Bericht 2016
> Bericht 2015
> Übersicht Höhlensysteme westlich Schwarz Stöckli (Karte)
Der gleichen Gruppe gelang auch die Begehung vom Hüfifirn zum Hüfisee (siehe folgende Videos).
> Chärstelenbach, de l’ombre à la lumière…