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16. Juli 2021
Die Dorfgemeinschaft feiert 25-jähriges Jubiläum!
Die Dorfgemeinschaft ist natürlich schon viel älter as 25 Jahre! Gegründet wurde sie 1975, also konnten wir 1995 unser 20-Jähriges feiern. Im selben Jahr fand das JEKO-Fest statt, ein gross(artig)es Dorffest im Dorfteil Kindhausen, wo die Vereinsbeizen Namen von Dorfteilen hatten. Jede Beiz erhielt eine Tafel mit einem kurzen historischen Hintergrund über den Dorfteil oder Weiler. Für diese Tafeln hatte die Dorfgemeinschaft aus Anlass ihres Jubiläums die Kosten übernommen.
1996, also vor 25 Jahren, wurden sie an den entsprechenden Orten aufgestellt und freuen sich seither über kurze Besuche! Jede Tafel enthält einige Details über die Geschichte des Dorfteils sowie Informationen aus der «Volkszählung 1780», die viel Interessantes aufzeigte über unser Dorf und was damals aktuell war.
«31 Häuser mit 49 Stuben»Für das heutige Gemeindegebiet ergab jener Zensus eine Sammlung von zwei Weilern und zwölf Höfen oder Sammlung von Höfen. Darin gab es 31 Häuser mit 49 Stuben und 47 Haushaltungen. Diese waren bewohnt von «73 Männern, 41 Söhnen über 16 Jahr, 49 Söhnen unter 16 Jahr, 75 Weiber, 31 Töchter über 16 Jahr, 58 Töchter unter 16 Jahr, 16 Knechte und 12 Magde». Dazu kamen 2 abwesende Männer und 3 abwesende Weiber (die Beschreibungen sind Zitate aus dem Dokument). Das ergab ein Total von 361 Einwohnern. Diese bearbeiteten u.a. 358 Juchart* Wiesen, 687 Juchart Acker, 37 Juchart Reben und hatten 50 Stiere, 80 Kühe, 23 Kälber, 30 Pferde, 52 Schweine, einige Gänse und Hühner sowie 55 Bienenvölker.
Die Tafeln sind aufgestellt beim Dorfbrunnen Kindhausen, beim Brunnen im Oberen Schönenberg, beim alten Schulhaus Gwinden (ja, da gab es bis in die 60er-Jahre ein Schulhaus!), beim Brunnen in Baltenswil vis-à-vis Kienberger und zwischen der Kirche und dem «grauen» Schulhaus. Ein Spaziergang zu diesen Tafeln lohnt sich!
Wer sich für unsere Geschichte interessiert, dem ist das Buch «Grenzen überschreiten» sehr empfohlen. Es ist erhältlich auf der Gemeindekanzlei. Geschrieben wurde es für das vermeintliche 200-Jahr-Jubiläum 2003. (Bis da ging man davon aus, dass unsere Gemeinde das Resultat von Napleons Mediationsakte sei; bei der Recherche zum Buch realisierte man aber, dass sich unsere Gemeinde bereits früher von Dietikon losgelöst hatte. Wann das geschah, ist allerdings erstaunlicherweise nirgendwo niedergeschrieben.) Auch die Chronik der Dorfgemeinschaft – abrufbar auf unserer Homepage – gibt eine verkürzte Einführung in die Geschichte unserer Gemeinde wie auch der Dorfgemeinschaft.
* Die Juchart oder Jucharte war ein in der Schweiz bis ins frühe 20. Jahrhundert, in der landwirtschaftlichen Umgangssprache teilweise bis heute gebräuchliches Flächenmass.
Da Landmasse meist auf Schätzungen von Arbeitsprozessen beruhte, war eine Juchart nicht immer gleich gross. Es kam auf die Lage des zu messenden Landstücks an.
Ist eine Juchart aufgrund einer in einem Tag vollführten Arbeit definiert, so variiert sie je nach Geländebeschaffenheit. Im Mittelland lag die Einheit für Ackerland zwischen 27 und 36 Aren, in Gebieten mit vorwiegend Getreidebau betrug eine Juchart zwischen 32 und 36 Aren, mit vorwiegend Wiesland 27 bis 34 Aren.
Je hügeliger und steiler das Land, desto kleiner die Juchart – im Rebbau mass sie nur zwischen drei und vier Aren. (Quelle: Wikipedia)
Bericht: Dorfgemeinschaft Bergdietikon