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Lieber Andreas Kirstein,
als Staatsangestellter verwechselst Du da etwas fundamental. Es ist nicht der Staat, der – völlig losgelöst von Marktüberlegungen und von der Produktivität der Angestellten – das Lohnniveau und die Anstellungsbedingungen frei definiert, worauf sich die Privaten irgendwie anpassen müssen, um im Rennen zu bleiben. Denn die Privaten unterstehen sehr wohl dem Wettbewerb.
Es ist vielmehr umgekehrt: Es sollte dem Staat auf dem Arbeitsmarkt untersagt sein, ein besseres Angebot zu machen, als es Marktplayern möglich ist. Andernfalls finanzieren privat angestellte Niedriglohnempfänger die besseren Arbeitsbedingungen privilegierter staatlicher Angestellter. Das nennt sich dann unlauterer Wettbewerb.
Was ihr tut, ist nicht "etwas für die Arbeiterklasse", sondern schlicht "etwas für privilegierte Staatsangestellte", die ohnehin schon von höchster Jobsicherheit profitieren. Auf Kosten der restlichen Bevölkerung. Normalerweise erkauft man sich eine höhere Sicherheit mit einer geringeren Rendite, hier ist das Gegenteil der Fall. Eine besondere Form der Zweiklassengesellschaft.
Eine Untersuchung vor ein paar Jahren hat beispielsweise ergeben, dass Bundesangestellte im Schnitt mehr verdienen als Angestellte in Hochlohnbranchen wie dem Bankwesen – siehe Bericht im Tages-Anzeiger. Womit auch klar wäre, wo die Abzocker sitzen, wer diese im Parlament vertritt, und wer die ganze Party bezahlt.