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Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine relativ seltene Erkrankung – sie macht hierzulande etwa 3,2 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Bauchspeicheldrüsenkrebs entsteht meist in dem Teil der Bauchspeicheldrüse, der die Enzyme produziert (sog. exokriner Teil). Es ist äusserst wichtig, Bauchspeicheldrüsenkrebs möglichst früh zu erkennen. Gelingt dies, sind die Heilungschancen und somit die Überlebensrate deutlich verbessert.
Bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen ermöglicht eine rechtzeitige Diagnose eine chirurgische Entfernung des Tumors durch eine Operation. In den anderen Fällen wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs meist zu spät entdeckt – der Krebs hat sich dann schon weiter ausgedehnt und unter Umständen Absiedlungen in anderen Organen gebildet (Metastasen). Tochtergeschwulste entstehen beim Pankreaskarzinom vor allem in Leber, Lunge und Knochen.
In fortgeschrittenen Stadien von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Operation oft nicht mehr möglich. Dann behandelt der Arzt vor allem mit einer Chemo- und Strahlentherapie. Deren Ziel ist es, den Krankheitsverlauf zu mildern und die Lebensqualität des Erkrankten zu verbessern. Insgesamt ist die Diagnose Pankreaskarzinom mit einer ungünstigen Überlebensrate verknüpft.
Die klassischen Symptome Gelbsucht und Oberbauchschmerzen treten meist erst bei weiter fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs auf. Diese Symptome sind aber wenig charakteristisch und können auch bei anderen Erkrankungen vor. Oberbauchschmerzen können auch bei einem frühen Pankreaskarzinom auftreten, mögliche weitere Symptome können auch ein Druckgefühl in der Bauchregion sowie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen sein. Sie enstehen, wenn sich der Bauchspeicheldrüsenkrebs auf benachbarte Organe wie Magen, Leber oder Darm ausbreitet.
Die Bauchspeicheldrüse (das Pankreas) liegt an der hinteren Bauchwand unter dem Zwerchfell. Sie produziert zum einen Verdauungssäfte, die sie in den Zwölffingerdarm abgibt. Zum anderen das Hormon Insulin, welches massgeblich die Zuckerverwertung im Körper regelt.
Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse. Der Krebs entsteht meist im Pankreaskopf nahe dem Gallengang. Er betrifft in über 95 Prozent der Fälle den sogenannten exokrinen Teil der Drüse, der Verdauungsenzyme herstellt und absondert. Man spricht dann vom exokrinen Pankreaskarzinom. Viel seltener geht der Krebs von hormonproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse aus (sog. endokrines Pankreaskarzinom). Ein Beispiel für eine Form des endokrinen Pankreaskarzinoms ist das sogenannte Insulinom, bei dem der Tumor das Hormon Insulin im Übermass produziert. Dieser Text behandelt das exokrine Pankreaskarzinom.
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters: Das mittlere Erkrankungsalter liegt
An Bauspeicheldrüsenkrebs erkranken in der Schweiz jährlich rund 850 Menschen, je zur Hälfte Frauen und Männer. Nur 5 Prozent der Fälle treten vor dem 50. Lebensjahr auf, cirka 60 Prozent aller Diagnosen werden nach dem 70. Lebensjahr gestellt.
Da ein Pankreaskarzinom in der Regel erst sehr spät entdeckt und behandelt wird, hat der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose meist bereits Absiedelungen in andere Organe gestreut, zum Beispiel in die Leber (Lebermetastasen). Die Folge ist eine ungünstige Überlebensrate: Bei fortgeschrittenem Pankreaskarzinom lebt lediglich ein geringer Anteil der Betroffenen länger als fünf Jahre nach der Diagnosestellung.
Die 15 cm lange und 70 g schwere Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt im Oberbauch quer an der hinteren Bauchwand und schmiegt sich mit ihrem Kopf (lat.: Caput) in den Bogen des Zwölffingerdarms (Duodenum), den ersten Abschnitt des Dünndarms. Mit ihrem nach links weisenden Schwanz (lat.: Cauda) liegt die Bauchspeicheldrüse der Milz an. Der Körper (lat.: Corpus) der Bauchspeicheldrüse befindet sich vor der unteren Hohlvene; die Oberfläche ist mit Bauchfell überzogen.
Das Organ stellt in seinem exokrinen Teil Verdauungssäfte her. Zahlreiche Seitengänge leiten diese Verdauungssäfte in Richtung des zentralen Pankreasgangs. Zusammen mit den Gallenwegen aus der Leber mündet dieser in einen gemeinsamen Ausgang im Zwölffingerdarm, der sogenannten Papille. Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse sondert Hormone wie das Insulin direkt in den Blutkreislauf ab.
Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse stellt innerhalb von 24 Stunden ungefähr 1,5 Liter Verdauungssaft her. Neben Wasser und alkalischem Bikarbonat besteht der Verdauungssaft aus verschiedenen Verdauungsenzymen. Diese wirken im Körper als sogenannte Biokatalysatoren, welche die Nahrung in einzelne Moleküle aufspalten. Erst dann kann die Darmschleimhaut die Nahrung aufnehmen und ins Blut abgeben.
Der endokrine Teil der Bauchspeicheldrüse besteht aus den sogenannten Langerhans-Inseln. Diese Zellgruppe wird in ihrer Gesamtheit auch als Inselorgan oder Inselapparat bezeichnet. Vier verschiedene Zelltypen (A, B, D, PP) der Bauchspeicheldrüse bilden jeweils unterschiedliche Hormone.
Entfernt der Chirurg die Bauchspeicheldrüse bei einer Operation komplett, fehlt dem Körper Insulin. Die Folge: Er kann den Blutzuckerspiegel nicht mehr selbst kontrollieren, so dass der Betroffene einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entwickelt und entsprechend mit Insulin behandelt werden muss.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) sind die genauen Ursachen bisher nicht bekannt; Mediziner untersuchen noch, welche Auslöser hinter der Erkrankung stecken. Gesichert ist, dass bestimmte Faktoren das Risiko erhöhen, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. So begünstigen etwa Rauchen und Alkoholkonsum die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Auch Fettleibigkeit (Adipositas, Body-Mass-Index grösser als 30) stellt einen Risikofaktor dar. Ebenso diskutieren Fachleute unterschiedlichste Ernährungsgewohnheiten wie eine fettreiche Ernährung als Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Eine viele Jahre andauernde Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) kann das Risiko für ein Pankreaskarzinom erhöhen. Auch Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 erkranken häufiger an Bauchspeicheldrüsenkrebs als Gesunde. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass der Diabetes auch durch den Bauchspeicheldrüsenkrebs selbst verursacht sein könnte.
Hat ein Verwandter ersten Grades (Eltern oder Kinder) Bauchspeicheldrüsenkrebs, erhöht dies das Risiko, selbst auch daran zu erkranken, im Vergleich zur Normalbevölkerung um das 2- bis 3-Fache. Hiervon zu unterscheiden ist das familiäre Pankreaskarzinom. Man spricht von einem familiären Pankreaskarzinom, wenn in einer Familie bei mindestens zwei Verwandten ersten Grades ein Pankreaskarzinom festgestellt wurde. Da das Erkrankungsrisiko beim familiären Pankreaskarzinom um ein Mehrfaches erhöht ist, ist den Angehörigen betroffener Familien eine genetische Beratung zu empfehlen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) zeigt lange Zeit keine oder nur leichte Symptome, die auch bei vergleichsweise harmlosen Erkrankungen auftreten können. Da in der Frühphase der Erkrankung keine typischen Beschwerden oder Warnsymptome vorliegen, wird Bauchspeicheldrüsenkrebs meist erst sehr spät entdeckt. Liegen bereits Symptome wie eine Gelbsucht (Ikterus) oder Oberbauchschmerzen vor, handelt es sich in der Regel schon um ein weiter fortgeschrittenes Pankreaskarzinom. Häufig finden Ärzte zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Absiedelungen des Tumors (Metastasen) in anderen Organen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht zu Beginn meist keine Symptome. Erst wenn durch das Tumorwachstum die Produktion der für die Verdauung wichtigen Pankreasenzyme oder deren Abfluss in den Zwölffingerdarm behindert ist, treten Beschwerden auf. Es kann zur vermehrten Ausscheidung von unverdautem Fett über den Stuhl kommen – zu sogenannten Fettstühlen. Hat sich das Pankreaskarzinom bereits auf benachbarte Organe wie den Magen, die Leber oder den Darm ausgebreitet, können uncharakteristische Beschwerden auftreten, wie:
Etwa zwei Drittel aller Pankreaskarzinome entstehen im Pankreaskopf nahe dem Gallengang. Sobald ein solcher Tumor auf den Gallengang drückt, behindert dies den Abfluss der Galle. Symptome wie Gelbsucht (Verfärbung der Haut und des Augenweisses) und Juckreiz sind die Folge. Der Urin verfärbt sich dunkel, der Stuhl hell. Diese Symptome können auch schon in einem frühen Krankheitsstadium auftreten, in dem die Heilungschancen besser sind. Allerdings tritt eine Gelbsucht auch bei anderen Erkrankungen auf.
Bedingt durch Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse kann es zu einem Mangel an Insulin oder gar dem Erliegen der gesamten Insulinproduktion kommen. Es entsteht eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Ein Bauchspeicheldrüsenkrebs kann sich also auch durch das Neuauftreten eines Diabetes bemerkbar machen.
Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse führen aufgrund der engen Nachbarschaft des Organs zur Wirbelsäule in manchen Fällen auch zu Rückenschmerzen, die mitunter gürtelförmig ausstrahlen können.
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist eine frühzeitige Diagnose von grosser Bedeutung. Sie eröffnet die Chance auf eine Operation und somit auf Heilung. Schon der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs sollte den Arzt veranlassen, sich auf die Suche nach der zugrunde liegenden Erkrankung zu begeben. Hierbei gilt es, im ersten Schritt den Tumorverdacht abzuklären. Wenn es sich tatsächlich um Bauchspeicheldrüsenkrebs handelt, muss der Arzt im zweiten Schritt die genaue Lage und Ausbreitung des Tumors bestimmen, um die nachfolgende Therapie planen zu können. Dies bezeichnet man auch als Tumorstaging.
Der Arzt kann eine ganze Reihe von Untersuchungsmethoden nutzen, um bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs die Diagnose zu sichern. Reihenfolge und Auswahl der Untersuchungen hängen davon ab, wie eindeutig der Befund ist und ob die jeweilige Technik in der Klinik verfügbar ist.
Übersicht der Untersuchungsmethoden:
Um Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) nachzuweisen, klärt der Arzt zuerst in einem Gespräch, welche Beschwerden bestehen und ob unter Umständen Risikofaktoren vorliegen. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Der Arzt achtet beim Abtasten des Bauchbereichs auf eine vergrösserte oder veränderte Leber und Gallenblase und schaut, ob sich im Bereich der Bauchspeicheldrüse Tumoren, also Schwellungen, tasten lassen. Hieraus können sich erste Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse oder anderer Organe ergeben.
Weitere wichtige Untersuchungen, die sich daran anschliessen, sind Blutuntersuchungen (Laboruntersuchungen) und der Einsatz von bildgebenden Verfahren. Hierbei kommen dem Ultraschall (Sonographie), der Computertomographie (CT) und unter Umständen der Magnetresonanztomographie (MRT) grosse Bedeutung zu. Erhebt der Arzt einen verdächtigen Befund, können spezielle Tumormarker im Blut (z.B. CA 19-9) auf dem Weg zur richtigen Diagnose weiterhelfen.
Die Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs (Oberbauchsonographie) ist ein sehr hilfreiches und zudem völlig schmerz- und risikoloses Verfahren. Die Ergebnisse dieser Untersuchung können in einigen Fällen den Verdacht bestätigen, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs vorliegt. Ebenso kann der Arzt die Lage eines möglichen Tumors und seine Ausbreitung auf benachbarte Organe beurteilen. Der Arzt betrachtet die Leber und die Lymphknoten im Bauchraum und kann somit auf mögliche Tochtergeschwulste (Metastasen) schliessen.
Die Computertomographie (CT) ergänzt die Ultraschalluntersuchung. Mittels Röntgentechnik werden Schichtbilder des Bauchraums angefertigt: Deren Betrachtung ermöglicht eine noch genauere Aussage darüber, wie gross der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist und wie weit er sich bereits auf umliegende Organe und Gewebe ausgebreitet hat. Der Arzt kann mit der Computertomographie auch der Frage nachgehen, ob Metastasen vorliegen. Die Computertomographie erfolgt unter Gabe von Kontrastmittel. Aufgrund der technischen Grenzen von CT und Ultraschall sind sehr kleine Tumoren mit diesen Methoden kaum zu entdecken – weitere Untersuchungen können dann notwendig sein.
Die Kernspin- oder Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein ergänzendes Verfahren, das präzise Auskunft bei der Metastasensuche gibt und die Abgrenzung einer bösartigen Erkrankung von beispielsweise einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) ermöglichen kann. Im Unterschied zur Computertomographie arbeitet dieses Verfahren nicht mit Röntgenstrahlen, sondern mit Magnetfeldern.
Bleibt nach den Standarduntersuchungen wie Ultraschall und Computertomographie weiterhin unklar, ob es sich um Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) handelt, kann eine sogenannte MRCP weiterhelfen: CP steht für die Darstellung des Gallen (Chole)- und Pankreasgangs. Eine weitere Variante ist die sogenannte MR-Angiographie, mit der der Arzt die Blutgefässe des Bauchraums darstellen kann.
Alle genannten Magnetresonanz-Untersuchungen sind für den Betroffenen schonend und schmerzfrei. Sie stellen eine Alternative zur sogenannten endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) und zur klassischen Angiographie, also der Gefässdarstellung durch Röntgentechnik, dar.
Die ERCP – endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie – ist eine spezielle endoskopische Untersuchung des Gallengangs und des Pankreasgangs. Dabei spiegelt der Arzt den Magen und den Zwölffingerdarm mit einem beweglichen Endoskop (sog. Gastroduodenoskopie). Die gemeinsame Mündung von Gallengang und Pankreasgang in den Zwölffingerdarm nennt sich Papille. Unter Sichtkontrolle füllt der Untersucher mithilfe eines kleinen Schlauchs über die Papille Kontrastmittel in das Gangsystem. Im Anschluss fertigt er Röntgenaufnahmen an, um die mit Kontrastmittel gefüllten Gänge und damit auch mögliche durch den Tumor bedingte Gangunterbrechungen und Abflussbehinderungen sichtbar zu machen.
Die ERCP ist nicht nur eine Diagnosemethode – sie wird auch therapeutisch genutzt.
Liegt ein verschlussbedingter Gallestau vor, der zu Gelbsucht führt (sog. Verschlussikterus), kann der Arzt einen Stent (ein Röhrchen) einlegen und somit dafür sorgen, dass die Galle wieder abfliesst. Wenn eine Operation des Bauchspeicheldrüsenkrebses geplant ist und diese zeitnah erfolgen kann, legt der Arzt in der Regel keinen Stent ein.
Eine Endosonographie (endoskopische Ultraschalluntersuchung) kann helfen, auch kleine Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom) zu erkennen. Zudem ermöglicht sie, vor einer geplanten Operation die Ausbreitung des Tumors zu bestimmen. Bei Bedarf kann der Arzt eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie). Das Endoskop (schlauchförmiges Untersuchungsinstrument) ist mit einem Ultraschallkopf ausgerüstet und wird über Mund und Speiseröhre in den Magen oder Zwölffingerdarm vorgeschoben. Der Arzt kann dann die Bauchspeicheldrüse sowie weitere Organe und Gefässe mittels Ultraschall untersuchen.
Um die Ausbreitung des Tumors und einen möglichen Befall der Lungen mit Metastasen beurteilen zu können, erfolgt bei Vorliegen von Bauchspeicheldrüsenkrebs stets eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs.
Liegt der Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs vor und ist der Patient in einem Zustand, in dem eine Operation erfolgen kann, ist die Entnahme einer Gewebeprobe vor der Operation in aller Regel nicht nötig: Die Gewebeuntersuchung erfolgt während oder nach der Operation. Kann ein Patient nicht operiert werden, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, um die Diagnose zu sichern.
Der Arzt erhält eine solche Gewebeprobe durch eine Computertomographie- oder Ultraschall-gesteuerte Punktion der Bauchspeicheldrüse oder einer Absiedlung des Tumors (Metastase). Alternativ ist je nach Lage des Tumors eine kontrollierte Gewebeentnahme, die durch die Endosonographie unterstützt wird, möglich und sinnvoll.
In einigen Fällen kann es notwendig sein, die Ausdehnung des Bauchspeicheldrüsenkrebses mithilfe einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) genau zu beurteilen. Dabei führt der Arzt über kleine Einschnitte in der Bauchdecke ein flexibles optisches Instrument ein (Endoskop) – der Eingriff geschieht in Vollnarkose. Die Kamera des Endoskops überträgt die Bilder aus dem Bauchraum auf einen Monitor. Je nach Befund entscheidet sich der Arzt für eine Operation oder er leitet eine andere Therapie ein.
Eine weitere Untersuchungsmethode ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Sie stellt mithilfe eines radioaktiv markierten Stoffs Stoffwechselvorgänge im menschlichen Körper dar. Da Tumorzellen einen besonders hohen Stoffwechsel haben, ist die PET gut geeignet, um Metastasen (auch sehr kleine) sichtbar zu machen.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) und dessen Therapie kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten infrage, die zum Teil miteinander kombiniert werden:
Die chirurgische Entfernung ist die wichtigste Therapieform: Sie ist die einzige Behandlung, die bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Chance auf Heilung verspricht. Im Anschluss an eine Operation sollte eine Chemotherapie erfolgen.
Liegen bereits Absiedelungen des Tumors in weiter entfernt liegenden Organen oder Lymphknoten vor (Fernmetastasen), so wird in der Regel nicht mehr operiert. Beim metastasierten Bauchspeicheldrüsenkrebs kommt eine palliative Therapie, also krankheitslindernde Behandlung, zum Einsatz. Sie soll die Lebensqualität erhalten oder verbessern. Eine Heilung ist in diesen fortgeschrittenen Fällen nicht mehr möglich. Die palliative Therapie besteht aus Chemotherapie oder einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie (sog. Radiochemotherapie).
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) verspricht nur die Operation eine Chance auf Heilung. Je früher der Bauchspeicheldrüsenkrebs entdeckt wird, desto besser sind diese Heilungschancen. Solange der Tumor die Grenzen der Bauchspeicheldrüse nicht überschritten hat, lässt sich der Tumor operieren – in manchen Fällen geht dies auch dann, wenn Nachbarorgane bereits mitbefallen sind. Das Alter des Betroffenen spielt für die Entscheidung zur Bauchspeicheldrüsenkrebs-Operation keine Rolle, sofern der gesundheitliche Allgemeinzustand nicht gegen einen solchen Eingriff spricht (z.B. bei schwerer Herz-, Lungen- oder Lebererkrankung). Das genaue Ausmass der Operation hängt individuell von der Ausdehnung des Tumors, seiner Lage in der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskopftumor, Pankreaskörpertumor oder Pankreasschwanztumor) und vom feingeweblichen Tumortyp ab.
Bei einer Operation entfernt der Chirurg den Tumor , danebenliegendes gesundes Gewebe sowie benachbarte Lymphknoten. Eine solche Entfernung "im Gesunden" senkt das Risiko, dass bösartige Tumorzellen im Bauchbereich verbleiben. Die Bauchspeicheldrüse wird dabei je nach Befund zum Teil oder als Ganzes entfernt. Auch die (Teil-)Entfernung weiterer Organe kann notwendig sein, zum Beispiel:
Falls möglich, erhält der Chirurg bei einer Operation Teile der Bauchspeicheldrüse. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil bei einem vollständigen Verlust des Organs auch ebenswichtige Hormone und Verdauungsenzyme fehlen – der Betroffene muss diese dann mit Medikamenten ersetzen. Entfernt der Operateur die Bauchspeicheldrüse komplett, entsteht ein Insulin-Mangel und somit ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Wie auch manche Diabetiker, muss der Betroffene nach der Operation regelmässig Insulin spritzen, um seine Blutzuckerkonzentration in normalen Grenzen zu halten.
Die sonst von der Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungsenzyme muss der Betroffene nach der Entfernung des Organs in Form von Kapseln gemeinsam mit den Mahlzeiten einnehmen. Um den korrekten Umgang mit den Enzymen und die Kontrolle des Blutzuckerspiegels mit Insulin zu erlernen, bietet sich eine eingehende Ernährungsberatung und Diabetikerschulung an.
Eine gängige Operationstechnik, die beim Pankreaskopfkarzinom zum Einsatz kommt, heisst Whipple-Operation (Fachbegriff: partielle Duodenopankreatektomie). Sie kann in zwei Varianten erfolgen, die sich darin unterscheiden, ob der Operateur auch den Magen teilweise entfernt oder nicht. Bei dieser Operation entnimmt der Chirurg neben einem Teil der Bauchspeicheldrüse unter anderem auch den Zwölffingerdarm. Da sich dieser direkt an den Magen anschliesst und die Mündung für den Gallen- und den Bauchspeicheldrüsengang enthält, muss der Chirurg einen weiter abwärts gelegenen Teil des Dünndarms mit dem Magen und dem Rest der Bauchspeicheldrüse und des Gallengangs verbinden. Dies gewährleistet, dass weiterhin ein Transport des Nahrungsbreis sowie der Abfluss der Galle und des Verdauungssaftes der Bauchspeicheldrüse erfolgen.
Liegt das Pankreaskarzinom im linken Teil des Organs, also im Schwanzbereich, entfernt der Chirurg in der Regel auch nur diesen Teil sowie in manchen Fällen die benachbarte Milz: Sogenannte Linksresektion des Pankreas.
Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) setzen Mediziner eine Chemotherapie in verschiedenen Situationen ein. Als Wirkstoffe verwenden sie sogenannte Zytostatika – Medikamente, die das Zellwachstum hemmen und die sich schnell teilenden Krebszellen eher angreifen als gesunde Zellen.
Zum einen kann eine sechsmonatige Chemotherapie nach einer Operation erfolgen, wenn diese eine Heilung zum Ziel hatte und den Tumor vollständig oder bis auf kleine Überreste beseitigen konnte. Die Chemotherapie soll unter Umständen noch im Körper verbliebene Krebszellen abtöten.
Darüber hinaus hat die Chemotherapie – ebenso wie die Strahlentherapie – beim Bauchspeicheldrüsenkrebs in der krankheitsmildernden (palliativen) Therapie ihren Stellenwert. Ihr Ziel: Die Beschwerden und die Lebensqualität der Betroffenen zu bessern, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Besonders das Medikament Gemcitabin kommt dann zum Einsatz. Kombiniert der Arzt es mit den Wirkstoffen Capecetabin und Erlotinib, kann dies die Überlebenszeit weiter verlängern. Eine Chemotherapie kann bei nicht operierbarem Bauchspeicheldrüsenkrebs auch mit einer Strahlentherapie kombiniert werden (sog. Radiochemotherapie).
Wenn der Chirurg den Bauchspeicheldrüsenkrebs vollständig entfernen konnte, erübrigt sich in den meisten Fällen eine Strahlentherapie (Bestrahlung). Besteht beim Bauchspeicheldrüsenkrebs keine Aussicht auf Heilung, erfolgt eine palliative Therapie. Sie soll Schmerzen mindern und die Lebensqualität der Betroffenen bessern.
Die Strahlentherapie kann bei der Behandlung von Tochtergeschwulsten (Metastasen) im Gehirn oder Skelett eine Rolle spielen. Die Strahlen können dort Krebszellen vernichten und somit die von den Tumorabsiedlungen ausgehenden Beschwerden mildern. Unerwünschte Begleiterscheinungen einer Bestrahlung sind trotz allen Fortschritts nicht vollständig zu verhindern.
Je früher der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) entdeckt und entfernt wird, desto günstiger sind Verlauf und Lebenserwartung (Prognose). Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen können die behandelnden Ärzte versuchen, die Erkrankungen mittels Operation zu heilen. Wurde der Tumor bei der Operation komplett entfernt und war er darüber hinaus nicht grösser als zwei Zentimeter, dann überleben etwa 40 Prozent der Betroffenen ein Pankreaskarzinom länger als fünf Jahre.
Die Prognose von Bauchspeicheldrüsenkrebs ist stark vom Stadium abhängig: Je weiter fortgeschritten der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist, desto ungünstiger ist die Lebenserwartung.
Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs kontrolliert der Arzt nach der Operation in Nachsorgeuntersuchungen, ob der Tumor wieder aufgetreten ist (Rezidiv). Diese Untersuchungen finden in der Regel alle paar Monate statt. Grundsätzlich orientieren sich die Nachsorgeuntersuchungen jedoch an den vorliegenden Beschwerden; oft finden sie im ersten Jahr nach Therapieende alle ein bis zwei Monate statt, später in drei- bis sechsmonatigen Abständen. Die regelmässigen Nachsorgeuntersuchungen dienen auch dazu, mögliche Folgen einer Operation optimal behandeln zu können und um bei einem Diabetes mellitus die Medikamente richtig einzustellen und die nicht mehr von der Bauchspeicheldrüse hergestellten Verdauungsenzyme medikamentös zu ersetzen.
Ziel der Nachsorge sollte darüber hinaus sein, den Betroffenen auch bei den durch die Erkrankung möglicherweise entstandenen psychischen und sozialen Problemen helfend zur Seite zu stehen.
Nach einer Bauchspeicheldrüsenkrebs-Operation können Betroffene eine stationäre Rehabilitation in besonders erfahrenen Tumornachsorgekliniken antreten, die mit den speziellen Erfordernissen des Pankreaskarzinoms vertraut sind.
Da die genauen Ursachen von Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) bisher unbekannt sind, heisst "Vorbeugen" in diesem Falle "Risiko senken". Sie können dies tun, indem Sie bekannte Risikofaktoren meiden und generell auf eine gesunde Lebensweise achten.
Dazu gehört, auf das Rauchen zu verzichten und Alkohol nur selten und in geringen Mengen zu konsumieren. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein deutlich erhöhtes Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.