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Was bedeutet dieser Name? Warum heisst dieser so aufregende Gleitsport Skeleton? Woher kommt er? Der Internationale Bob- und Toboggan Verband (FIBT) will hier versuchen diese Frage zu beantworten.
Die Ende des 19. Jahrhunderts in den Alpenländern verwendeten "Toboggans" hatten ihren Ursprung in den kanadisch-indianischen Transportschlitten. Auch der norwegische Schlitten "Ake”, welcher von Eisfischern benutzt wurde, und der ähnliche "Kjaelke”, der zum Vergnügen auf dem Eis diente, sind Vorläufer der heutzutage im Wintersport verwendeten Schlitten.
Im Jahre 1882, als Skifahren in Mitteleuropa noch unbekannt war, bauten englische Soldaten in der Schweiz eine Schlittelbahn von Davos nach Klosters. Die Strecke wurde nach dem Muster der damals sehr beliebten kanadischen Bahnen gebaut, die jedoch nur gerade eine abfallende Rutsche darstellten. Damit das Ganze anspruchsvoller wurde, baute man in Davos zusätzlich Kurven ein. Auf dieser Bahn kamen nun bereits drei Kategorien von „Toboggan“ zum Einsatz. Die Einteilung erfolgte nach der Herkunft, je nachdem ob sie Kanadier, Amerikaner oder Schweizer waren.
1892 überraschte ein Mr. Child aus England seine Sportsfreunde mit einem neuen Schlitten, der grösstenteils aus Metall bestand. Einige spekulieren, dass das skelettartige Aussehen dem Schlitten seinen Namen verliehen hat. Andere behaupten zu wissen, dass der Name "Skele" von der ungenauen Anglisierung des norwegischen Word "Kjaelke” stammt. Beide Erklärungen mögen stimmen, aber gewiss ist, dass dieser Sport - egal ob als Tobogganing oder Skeleton bezeichnet - spannend und faszinierend zugleich ist.
1905 wurde Skeleton zum ersten Mal ausserhalb der Schweiz ausgeübt, und zwar im Rahmen eines Bob-Rennens in der österreichischen Stadt Mürzzuschlag, die in der Steiermark liegt.
1906 wurden dort die ersten österreichischen Meisterschaften ausgetragen. 1908 und 1910 wurden dann auch auf dem Semmering bei Wien Wettkämpfe ausgetragen.
1923 wurde die FIBT offiziell gegründet. Gemäss den Statuten des FIBT- Kongress in Paris von 1926 erklärte das Internationale Olympische Komitee Bob und Skeleton als olympische Sportarten. Dieser Kongress beschloss zudem die Skeleton Regeln von St. Moritz für den Verband anzuwenden.
1928 gewann der Amerikaner Jennison Heaton in St. Moritz vor seinem jüngerern Bruder John die erste olympische Skeleton Goldmedaille.
Die fünften Olympischen Winterspiele fanden 1948, also zwanzig Jahre später, im mondänen Schweizer Wintersportort im Engadin statt. 13 Athleten aus fünf Ländern nahmen an den an Wettkämpfen teil. Der in St. Moritz lebende Italiener Nino Bibbia holte sich nach sechs Läufen Olympiagold, und John Heaton gewann seine zweite olympische Silbermedaille. Bibbia siegte danach noch in 200 Skeleton Wettkämpfen.
Die erste künstliche gefrorene Bob- und Rodelbahn wurde 1969 in Königssee bei Berchtesgaden (Deutschland) eröffnet. Dies ermöglichte den Athleten Trainingsläufe und Wettkämpfe unabhängig vom Wetter durchzuführen.
1970 wurde ein neuer Sportschlitten entwickelt, der vom traditionellen Crestabahn-Schlitten aus St. Moritz abstammte. Der neue Skeletonschlitten wurde speziell für den Gebrauch auf Bobbahnen gebaut. Da der Sport immer populärer wurde, führte die FIBT neue Regeln und Wettkampfordnungen ein, um Einheitlichkeit und Fairness zu garantieren.
Seit 1986 werden internationale Skeleton-Schulen auf verschiedenen Bahnen durchgeführt. Die neu gegründete Skeleton-Kommission der FIBT versuchte mit Solidaritäts-Programmen den neuen Mitgliednationen den Einstieg in den Skeletonsport zu erleichtern. Mit speziellen Trainingskursen wurden die nationalen Verbände ermuntert das Training ihrer Athleten zu verbessern.
Mit einer Beteiligung von 12 Ländern an den Europameisterschaften von 1987 wurden die vom FIBT Vorstand auferlegten minimalen Kriterien erfüllt, um wieder Weltmeisterschaften austragen zu dürfen. Die neuen Bahnen in Calgary, Albertville und Lillehammer boten für das Skeleton-Training weitere Gelegenheiten. In vielen Bob-Nationen erkannte man nun die Vorteile, junge Nachwuchs-Bobpiloten erst einmal über den Weg des Skeletonsportes auszubilden, wie dies von den Funktionären des Skeletons stets als Strategie propagiert worden war.
1992 nahmen bereits 20 Nationen an der Weltcup-Serie teil. Ein Jahr später wuchs die Teilnahme auf 23 an. 1994 erreichte die FIBT ihr Ziel von 25 Ländern, und erfüllte somit die Vorgabe des FIBT Vorstandes. Gegenwärtig wird der Skeletonsport von rund 30 Ländern aus sechs Kontinenten wettkampfmässig betrieben.
Seit 1986 lebt der Skeletonsport von den Mittel der FIBT. Leider haben nicht-olympische Disziplinen kaum eine Chance an finanzielle Unterstützung heran zu kommen. Auch das Medieninteresse, besonders das des Fernsehens, konzentriert sich hauptsächlich auf olympische Sportarten. Ohne Fernsehpräsenz ist es aber nicht möglich Sponsoren zu finden. Kein Sponsor bedeutet jedoch, keine finanziellen Mittel zu haben.
Aus dieser Erkenntnis heraus finanzierte die FIBT die Fernsehübertragungen von Skeletonrennen, was auf grosses Interesse stiess. 1998 wurde erstmals eine Weltmeisterschaft live auf Eurosport gesendet. Weitere Veranstaltungen wurden 1999 ausgestrahlt.
Während der Saison 1999–2000 wurden zwei Weltcups live, und auch zeitlich verspätet, übertragen. Über die Weltmeisterschaft gab es eine live Berichterstattung.
Am 2. Oktober 1999 wurde Skeleton wieder ins olympische Programm aufgenommen. Damit erreichte die FIBT ihr Ziel. Die wachsende Benützung der teuren Olympiabahnen zeigt, dass Skeleton ein attraktiver Sport ist. Zudem wurde Skeleton als eine der Sportarten, die das olympische Sportprogramm bereichern, anerkannt.
Bei den olympischen Winterspielen 2002 in Park City, Utha, kehrte Skeleton mit den Damen- und Herren-Wettkämpfen in das Programm der olympischen Winterspiele zurück. Mit Herren und Damen Wettkämpfen wurde so eine 54-jährige Abwesenheit von den weltweit renommiertesten Sportwettkämpfen beendet. Der Skeleton-Sport behauptete seinen Status als olympische Disziplin auch 2006 in Turin.
In der Saison 2004 - 2005 schlossen sich Skeleton und Bob für einen Multisport-Weltcup zusammen. Dies ermöglichte der FIBT eine umfassende Übertragung von Skeleton-Wettkämpfen. Ausserdem fasste die FIBT 2004 sämtliche Weltmeisterschaften zu einer Einzigen zusammen und trug während zwei Wochen in Königsee Skeleton, Damen-Bob und Herren-Bob-Wettkämpfe auf derselben Bahn aus. Davor wurden Skeleton und Damen-Bob als separate Weltmeisterschaften ausgetragen.
Mit der Rückkehr ins olympische Sportprogramm ist die Teilnahme am Skeleton signifikant angestiegen. Des weiteren haben Europacup und Americacup Wettkämpfe weitere Kreise angezogen.
2007-2008 wurde dann von der FIBT ein Intercontinentalcup ins Programm aufgenommen. Dabei werden, eine Stufe unter dem Weltcup, zusätzliche Skeleton-Rennen angeboten.