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Buenos Aires, Argentinien: Carla und Luciano scheinen ein glückliches Paar zu sein. Eines Tages jedoch reist Luciano, von Beruf Geologe, geschäftlich nach Patagonien und lässt nichts mehr von sich hören. Die verzweifelte Carla folgt ihm in die Weiten des südlichen Argentiniens und macht sich zusammen mit einem Polizisten auf die Suche nach ihrem verschwundenen Mann. Bereits in den ersten Tagen trifft sie jemanden, der Luciano wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Der vertraute Unbekannte heisst jedoch Luis, lebt seit sechs Jahren in Patagonien und behauptet, Carla noch nie gesehen zu haben. Die aufgewühlte Frau versucht daraufhin, dem Wesen dieses fremden und doch so vertrauten Mannes auf den Grund zu gehen. Ist dies nun eine Wiederholung ihrer Liebe zu Luciano oder eine völlig neue Beziehung?
Zwei Männer, eine Liebe?
Der Film lässt, wie der Titel schon sagt, viele Möglichkeiten offen. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Luis und Luciano? Da beide vom selben Schauspieler gespielt werden und sich ihr Leben doch voneinander unterscheidet, wird nicht nur der Zuschauer auf verschiedene Fährten gelockt, sondern auch Carla, die Protagonistin zur Verzweiflung getrieben. Doch die Suche nach Luciano schwächt sich mit der Zeit ab: Als der Polizist eine Spur zu Luciano findet, will Carla gar nichts mehr davon wissen. Stattdessen verbringt sie die Zeit lieber mit Luis. Dies könnte einerseits zeigen, dass Carla Angst hat, direkt mit einem Verlust konfrontiert zu werden, aber auch dass sie Luciano vielleicht gar nicht mehr braucht, da sie mit Luis einen Ersatz gefunden hat. Hat Carla gar nicht begriffen, dass Luis nicht der vermisste Mann ist? Will sie es überhaupt begreifen? Diese und weitere Fragen lassen dem Zuschauer viel Freiraum, um sich eigene Geschichten auszudenken.
Verloren in der Landschaft
Der Freiraum wird durch die Landschaft, in welcher der Film spielt, passend unterstützt. In den weiten Ebenen und Seen Patagoniens fühlen sich nicht nur Carla, sondern auch die Zuschauerinnen und Zuschauer zunehmend verloren. Die Filmmusik hält sich bescheiden zurück, mit Ausnahme einiger intensiver Toneinlagen. Zum Beispiel die Scheibenwischer in Carlas Auto, die in brenzligen Situationen wie verrückt hin und her schwingen und ein dröhnendes Surren von sich geben. Der erhoffte Spannungsaufbau durch dieses Element gelingt leider nicht.
Auch die schauspielerische Leistung von Ana Celentano (Carla) überzeugt nicht restlos. Oft merkt man, dass sie sich von der Kamera ablenken lässt und so die Gefühle von Carla nicht authentisch verkörpern kann. German Palacios (Luis/Luciano) gibt sich melancholisch und mysteriös. Sein geheimnisvolles Benehmen wirkt jedoch mit der Zeit übertrieben und man nimmt es ihm nicht mehr ganz ab.
Viele Interpretationen sind möglich
Die Regisseurin Sandra Gugliotta wollte einen Film machen, der verschiedene Lesarten zulässt. Keine Version dürfte gänzlich wahr und keine gänzlich falsch sein. Somit verzichtet sie auch auf die Erklärung einzelner Handlungen. Möglicherweise wünscht man sich als Zuschauer dennoch, dass sie die Ähnlichkeit zwischen Luciano und Luis durch einzelne Hinweise verstärkt oder klarer unterschieden hätte. Den beiden männlichen Rollen fehlt etwas der eigene Charakter, weshalb der Film als Ganzes leider nicht so viel hergibt.
Info:
Spieldaten:
Baden: 4. bis 12. Mai
Basel: 15. Mai
Lenk: 1. und 2. Mai
Luzern: 21. August bis 3. September