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Wilfried Spinner wurde am 12. Oktober 1854 in Bonstetten bei Zürich geboren. Seine Jugendjahre verbrachte er in den Pfarrgemeinden seines Vaters, Bonstetten und Fällanden. Nach dem Studium der Theologie an der Universität Zürich und der Ordination 1877 übernahm er die Pfarrstelle im Dorf Dinhard im Bezirk Winterthur.
1885 reiste er als Mitbegründer und erster Missionar des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins nach Japan. Sechs Jahre lang lebte und arbeitete er als Gemeindepfarrer, Lehrer und Missionar in Tokio, Yokohama und Kyoto. Sein Interesse galt aber auch der Religiosität der japanischen Bevölkerung. Er besorgte sich Bilder zu populären religiösen Figuren, Pilgerstätten und Glaubenswegen und verwendete diese für religionshistorische Studien.
1891 kehrte Wilfried Spinner nach Europa zurück. Er heiratete die Schweizerin Bertha Stoll und lebte mit seiner Familie fortan im deutschen Thüringen. Protegiert vom Grossherzog Carl Alexander stieg er bis zum Generalsuperintendenten des grossherzoglich-sächsischen Kirchenrats auf. Am 31. August 1918 starb Wilfried Spinner in Weimar.