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New York, 1926. Nicht in unserer Welt, sondern in demselben Fantasy-Kosmos, in dem die Harry-Potter-Romane angesiedelt sind. Newt Scamander (Eddie Redmayne) hat gerade eine Forschungsreise rund um den Globus hinter sich. Als Experte der «Magizoologie» ist sein Koffer prall gefüllt mit magischen Geschöpfen, über die er einen Bestseller schreiben will. Den Titel für das künftige Standardwerk hat er schon: «Fantastic Beasts and Where to Find Them». Doch dann läuft einiges schief: Zuerst verliert Scamander seinen Koffer. Und als er ihn wiederfindet, muss er feststellen, dass seine phantastischsten Biester ausgebüchst sind.
1. Das phantastischste Zitat
Nebenfigur Jacob Kowalski (Dan Fogler) erklärt dem Filmhelden Newt Scamander, warum er trotz merkwürdiger Vorkommnisse nicht daran glaubt, zu träumen: «Weil ich nicht klug genug bin, um mir all dies auszudenken!»
2. Der Regisseur
David Yates ist der Mann, der die meisten Harry-Potter-Filme gedreht hat: «The Order of the Phoenix» (Teil 5), «The Half-Blood Prince» (Teil 6), sowie das zweiteilige Kinofinale «The Deathly Hallows» (Teil 7 und Teil 8). Mit seinen Romanadaptionen entwickelte der Brite die dunklere Tonalität weiter, die Alfonso Cuarón mit «The Prisoner of Azkaban» (Teil 3) etabliert hatte. Angesichts dieser Vorgeschichte wird es manchen erstaunen, dass «Fantastic Beasts and Where to Find Them» der allererste Yates-Film ist, der auf einem Drehbuch von Potter-Schöpferin J. K. Rowling basiert. Die vielbeschäftigte Bestsellerautorin hatte das Adaptieren ihrer Fantasy-Epen bisher immer anderen überlassen. Für den Potter-Veteranen Yates stellt «Fantastic Beasts and Where to Find Them» somit die bislang engste Zusammenarbeit mit Rowling dar.
3. Fakten, die man wissen sollte
Wie J. K. Rowling kürzlich verriet, hat Eddie Redmayne den Part des «Magizoologen» Newt Scamander ohne ein Vorsprechen erhalten. Für Redmayne war es eine späte Genugtuung. Vor 14 Jahren hatte sich der Brite erfolglos für eine Nebenrolle im zweiten Harry-Potter-Film beworben. Damals war Redmayne noch ein Nobody ohne jegliche Kino-Erfahrung. Inzwischen kann sich der Londoner nicht mehr vor Angeboten retten, obwohl jedem klar sein dürfte, dass der 34-jährige Oscarpreisträger bis auf weiteres ausgebucht ist. Newt Scamander, die Hauptrolle im neuen Harry-Potter-Ableger, wird den dichten Terminkalender des Londoners in den nächsten Jahren bestimmen. Schliesslich ist «Fantastic Beasts and Where to Find Them» nur der erste von fünf geplanten Filmen über Scamanders Abenteuer. Die Vorbereitungen für Teil 2, der 2018 in die Kinos kommen soll, laufen bereits auf Hochtouren.
4. Das Urteil
Obwohl Harry Potters Geschichte für J. K. Rowling auserzählt ist, hätten sich Millionen Menschen auf der ganzen Welt über eine Fortsetzung gefreut. Doch das wäre der Bestseller-Autorin wohl zu billig gewesen. Wer wissen will, wie es mit Harry Potter nach «The Deathly Hallows» weiter geht, pilgert ins Palace-Theatre nach London. Dort läuft «Harry Potter and the Cursed Child» als Bühnenstück. In Buchform ist das Ganze freilich ebenfalls zu haben; nur eine Verfilmung wird es laut Rowling nie geben. Und das ist auch gut so, denn fürs Kino hat sich die Autorin etwas Passenderes ausgedacht: «Fantastic Beasts and Where to Find Them» – eine bildstarke Ausweitung der Rowling’schen Wunderwelt auf das pulsierende New York der 20er Jahre. Mit einem Eddie Redmayne, der in der US-Metropole genauso faszinierend fremd wirkt, wie die exotischen Geschöpfe, die in seinem Koffer hausen. «Fantastic Beasts and Where to Find Them» ist wilder, phantasievoller und packender als die meisten Harry-Potter-Abenteuer. Als ob die zauberhaften Kreaturen erst nach Amerika reisen mussten, um zu ihrem Biss zu finden.
Kinostart: 17.11.2016