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Gespräche zwischen der Indonesischen Regierung und Rebellen der Free Aceh Movement endeten mit einer Verlängerung des bestehenden Waffenstillstandes. Vermittelt wurden die geheimen Treffen vom Genfer Henry Dunant Institut.
Der Waffenstillstand in der West-Provinz Aceh wurde um einen Monat verlängert. Die Gespräche sollen im Februar weitergehen. "Die Parteien haben eine detaillierte Agenda für die Fortsetzung der Gespräche aufgestellt", hiess es in einem gemeinsamen Communiqué vom Mittwoch (10.01.).
Die gegenwärtige Kampfpause wäre am 15. Januar ausgelaufen. Die Verlängerung wurde durch Vermittlung des Henry Dunant Instituts für humanitären Dialog erreicht. Dies ist bereits das vierte Mal, dass das Genfer Institut Kontakte zwischen den Kriegsparteien ermöglicht. Nach einem ersten Treffen im letzten Mai wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Damit wurde ein Ende der Kampfhandlungen nach langjährigem Bürgerkrieg erreicht - zumindest auf dem Papier.
Tote trotz Waffenstillstand
Die erste sogenannte "humanitäre Pause", so wird der Waffenstillstand genannt, sollte, so der Vertreter der Indonesischen Regierung, Vertrauen schaffen und die Überzeugung stärken, auf eine Verhandlungs-Lösung zu setzen. Vor Ort scheint die Regierung in Jakarta dennoch weiterhin auf eine militärische Lösung zu setzen: Innerhalb des letzten Jahres fielen über 800 Personen in der Region Aceh der Gewalt zum Opfer.
Trotzdem wurde der Waffenstillstand im September verlängert. Die Rebellen der muslimischen Gerakan Aceh Merdeka (GAM), die seit über 20 Jahren eine Unabhängigkeit der ehemaligen holländischen Kolonie fordern, und die indonesische Regierung einigten sich auf eine Weiterführung der Kampfpause. Die Regierung hatte mit einer Militäroffensive gedroht, falls die Gespräche erfolglos bleiben sollten. Eine nach dem ersten Abkommen eingesetzte Kommission mit Vertretern beider Parteien überwacht und leitet die Umsetzung von der Schweiz aus.
Erfolgreiche Vermittlungsarbeit des Genfer Instituts
Die Gespräche und Kontakte wurden in hohem Masse vom Henry Dunant Centre ermöglicht. Eine Nichtregierungs-Organisation kann erfahrungsgemäss viel informeller wirken als eine staatliche Stelle. So können verfeindete Parteien eher zueinander finden als bei diplomatischen Treffen. Dies vor allem weil der indonesische Staat die Exil-Regierung von Aceh in Schweden nicht anerkennt.
Das Zentrum will die Akzeptanz humanitärer Prinzipien in Konfliktsituationen durch den Dialog fördern. Neben Indonesien war und ist das Zentrum im Kongo, Burundi und Kolumbien aktiv.
Auch die offizielle Schweiz schätzt die Möglichkeiten des Instituts für humanitären Dialog. Der Bund hatte letzten Monat entschieden, das Zentrum über die nächsten drei Jahre mit insgesamt 950'000 Franken zu unterstützen. Bundesrat Joseph Deiss lobte das Zentrum als nützliche Ergänzung des humanitären Angebots. Das Zentrum wird von der EU, Grossbritannien, Schweden, der UNO und der Stadt Genf finanziert.
Philippe Kropf