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Haus mit grosser Tradition
Klosters war Mitte 18. Jahrhundert ein kleines, ruhiges Bauerndorf. Mit dem Strassenbau durchs Prättigau brach das Zeitalter des Fremdenverkehrs an.
Die ersten Kurgäste fuhren in der vierspännigen Postkutsche über Klosters nach Davos und über den Flüela ins Engadin. Zu jener Zeit war die Tuberkulose eine weitverbreitete Volkskrankheit. Die grössten Heilungserfolge zeigten sich durch Kuren an der frischen Luft und viel Sonne. Also verschrieben Ärzte vor allem ihren gutbetuchten Patienten Luftkuren in Davos. Da waren berühmte Namen wie Conrad Ferdinand Meyer, Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche oder Annemarie Schwarzenbach keine Seltenheit. Es entstand ein Sanatorium nach dem andern. Jedes war mit grossen, zur Sonne ausgerichteten Balkonen und Terrassen ausgerüstet. Auf bequemen Liegen genossen die Patienten dort in warme Decken und Felle gebettet ihre Luftkuren. Davos entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem Weltkurort. So manch literarischer Stoff, z.B. der Zauberberg von Thomas Mann, entstammt jener Zeit, wo sich viel Prominenz mit viel Zeit zur Kur zusammenfand.
Klosters profitierte vom aufgekommenen Durchgangsverkehr. Es galt als günstig gelegene Übergangsstation. Hier machte man einige Tage Halt, bevor man sich in höher gelegene Destinationen begab. Gab es 1850 noch 10 Fremdenbetten in Klosters, waren es 1910 bereits 600 und 1940 gar 1‘573.
Eines der ältesten Hotels im Dorf
Peter Jost-Niggli, geboren 1838, gehörte zu den wagemutigen und unternehmungsfreudigen Pionieren im Hotel- und Pensionenbau in und um Klosters. Das Hotel Kurhaus gehört zu den ältesten Gastronomiebetrieben des Dorfes.
1864 baute Peter Jost das Gasthaus Madrisa und 1879 im „Dörfji“, heute Klosters-Dorf, das Kurhaus Klosters. Sein unternehmerischer Elan war kaum zu bremsen. Er nahm zum Beispiel mit einem Stab Saumpferden auch die beschwerliche Reise über Flüela und Bernina nach Tirana unter die Füsse, um dort den bekömmlichen Veltlinerwein einzukaufen und diesen darauf in mehrtägiger und mühsamer Fahrt nach Hause zu saumen. Das Hotel Kurhaus betrieb er zusammen mit seiner Frau bis zu seinem tragischen Tod im Mai 1898, als er vom Dach der Dependance herabstürzte und sich tödliche Verletzungen zuzog.
Die Eisenbahn bringt Touristen
Der Betrieb ging nach der Erbteilung an die im Jahre 1868 geborene Tochter Margreth über. 1889 wurde die Eisenbahnstrecke Landquart – Davos in Betrieb genommen. Das brachte eine bedeutende Steigerung des Fremdenverkehrs mit sich. Tochter Margreth und ihr Mann Hans Marugg entschlossen sich den Hotelbetrieb selber weiterzuführen. Hans Marugg hängte dafür seinen Beruf als Dorschullehrer an den Nagel. Er war ein Mann mit Grundsätzen, hielt viel auf Ordnung in seinem Hotel und verlangte dies auch von seinen Gästen. Als einmal die Offiziere eines Bataillonsstabes, der sich im Hotel einquartiert hatte, nach einem längeren und vor allem feuchtfröhlichen Gelage in den Gängen des Hotels, nach seiner Meinung, noch allzulange herumlärmten, wies er den Herren kurzerhand die Türe und warf ihnen das Gepäck auf die Strasse hinaus. Seine Gäste sollten sich bei ihm wohlfühlen, und da konnte und wollte er es nicht dulden, dass sie durch andere in ihrer Nachtruhe gestört wurden. Den wohl berühmtesten Gast seines Betriebes beherbergte er im September 1905. Es war dies der spätere Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, der in den Jahren 1925-1934 auch noch deutscher Reichspräsident war.
Zwischen den beiden Weltkriegen kamen wirtschaftlich schwierigen Jahre. Viele ehemalige treue Gäste konnten es sich nicht mehr leisten nach Klosters zu reisen. So kam es, dass Hans und Gretli Marugg-Jost nach Jahren, in welchen ihr Betrieb floriert hatte, des öftern nur mehr wenige Gäste begrüssen konnten.
Neuer Elan durch den Wintersport
Erst wieder das Aufkommen des Wintersportes bedeutete für die darniederliegende Hotellerie neue Hoffnung, konnte von nun an doch der Betrieb auch im Winter aufrecht erhalten werden. Der Aufschwung war aber nur von kurzer Dauer. Die wirtschaftlich schwierigen Zwanziger- und Dreissigerjahre, die politischen Umwälzungen in Europa und vor allem im Deutschen Reich und der Ausbruch des 2. Weltkrieges im September 1939 liessen einen lohnenden und einträglichen Hotelbetrieb nicht mehr zu. Über die Kriegsjahre quartierte sich das Militär im Kurhaus ein. Der grosse Saal diente als Kantonnement für die Mitrailleure und Füsiliere der Grenzschutzkompanie und anderer Einheiten.
Kurhaus-Jogg
Nach dem Ableben von Hans und Gretli Marugg in den Jahren 1956 und 1957 übernahm Sohn Jogg, genannt Kurhaus-Jogg, den Betrieb. Das Hotel konnte nun allerdings in seiner Einrichtung und Ausstattung den ausserordentlich gestiegenen Ansprüchen einer durch den wirtschaftlichen Aufschwung verwöhnten und anspruchsvollen Kundschaft nicht mehr genügen. Eine Totalerneuerung drängte sich auf. Dazu konnte sich Jogg Marugg, der alleinstehend war, nicht mehr entschliessen, weshalb er im November des gleichen Jahres das Kurhaus an Otto Altermatt aus Solothurn verkaufte.
Aufschwung in den 70er Jahren
Nachdem anfänglich der Hotelbetrieb durch verschiedene Pächter weitergeführt wurde, erfolgte im Sommer 1965 ein erster Umbau, der allerdings nicht zu befriedigen mochte. Im Herbst, d.h. vor Beginn der Wintersaison nahmen der Sohn des Eigentümers, Ubald Altermatt und dessen Frau Renate das Hotel in Pacht. Der gute Geschäftsgang der nun folgenden Jahre veranlasste 1973 das Ehepaar, das Hotel käuflich vom Vater Altermatt zu erwerben. Mit frischem Elan und grossem Einsatz gelang es den beiden dem Betrieb einen ungeahnten Aufschwung zu verschaffen.
Das Aufkommen des Wintersportes bedeutete für die Hotellerie neue Hoffnung, konnten doch von da an die Betriebe auch im Winter geöffnet werden. Im Jahr 1956 übernahm Otto Altermatt aus Solothurn den Betrieb welchen er käuflich erwarb und anfänglich durch verschiedene Pächter weiterführen liess. Ab Herbst 1965 übernahmen dann der Sohn des Eigentümers, Ubald Altermatt und seine Frau Renate das Hotel. Durch den guten Geschäftsgang in den folgenden Jahren konnte in den Jahren zwischen 1977 und 1982 eine Totalsanierung des ganzen Hotelkomplexes realisiert werden. Herr und Frau Altermatt verstanden es, ihre Gäste mit einem aufmerksamen Service und einer ausgezeichneten Küche zu verwöhnen und das Restaurant wurde zu einem beliebten Treffpunkt für Gäste und Einheimische. Viele treue, jährlich gar zwei- bis dreimal wiederkehrenden Gästen waren die logische Folge. Der Gast fühlte sich wohl im Kurhaus.
2009 nahm Familie Altermatt noch zu einer letzten Sanierungsetappe Anlauf. Die Fassade und das Treppenhaus wurden gestrichen und bis auf die Arvenzimmer, bekamen alle Zimmer neues Mobiliar. Familie Altermatt führte das Hotel knapp 40 Jahre lang. Sie können von vielen treuen, jährlich gar zwei- bis dreimal wiederkehrenden Gästen und Reisegruppen erzählen. Der Gast fühlt sich wohl im Sporthotel Kurhaus.
Neue Ära
Mit der Wintersaison 2010/2011 beginnt eine neue Ära im Hotel Kurhaus. Der mit Klosters eng verbundene Zürcher Unternehmer Alfred Meili erwirbt das Hotel von der Familie Altermatt. Mit dem neuen Besitzer beginnt auch eine neue Gastgeberin zu wirken - Hildegard Steck übernimmt die Betriebsleitung. Im Mai 2011 wird das Hotel Kurhaus mit einer umfangreichen Sanierung an die gestiegenen Komfortbedürfisse der Gäste angepasst. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, um die Erfolgsgeschichte des Hotel Kurhaus in Klosters Dorf weiterzuschreiben.