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Jürgen Jesinghaus
Mombasa oder die Welt
Roman
372 Seiten, gebunden
ISBN 9783905960129
€ 21.50 (D)
€ 22.10 (A)
CHF 39.90
Jürgen Jesinghaus, der Autor des Romans „Nikolaus, der Mann aus Myra“ und des Berlin-Romans „Mauerstreifen“, befasst sich in seinem neuen Werk wiederum mit einem Menschen, der seine Stellung im Leben sucht – das Generalthema des Autors: Wie winde ich mich aus beengten Verhältnissen in einen Raum größerer Freiheit? Wie stehe ich der Welt gegenüber und wie sieht sie mich an? Welche Fesseln bleiben mir auferlegt und welche muss ich abschütteln? Und wer bin ich dann? Solche Fragen trägt der Protagonist Philipp Radebusch nicht auf der Zunge. Ja, er stellt sie nicht einmal, aber er handelt so, als wären sie im gestellt worden.
Philipp Radebusch, zweiter Sohn eines Betriebselektrikers aus dem Rheinland, lernt Kellner in Oplyr (einem fiktiven Ort zwischen Bonn und Brühl). Die ihm zugedachte Lehrstelle genügt ihm nicht. Darum besucht er ein Abendkolleg in Bonn. Nach dem Abitur studiert er Nautik in Bremerhaven. Es verschlägt ihn nach Hamburg in das Büro eines Klarierungsagenten. In Rotterdam beginnt seine abenteuerliche Reise auf einem Seelenverkäufer in den Indischen Ozean, zuerst an die Küste Pakistans, später an die Küste Kenias – nach Mombasa. Er gerät in äußere Verwicklungen um Waffenschieberei und Medikamentenfälschung. Er stürzt in innere Verwicklungen um Pflicht und Liebe. Starke Frauen, denen er begegnet, sind Johanna, die Mutter seines Sohnes, Mwana Mkisi, eine kenianische Ministerin, die in Bonn studiert hat, und Subira Rafiki, genannt „Marp“. Zwischen ihnen und Männern wie Daniel Spielstein, Beat Imhof und Sefu Amiri alias „OTH“ wird er geformt, wie ein Rohling zwischen Walzen gebogen, aber nicht gebrochen.
Warum Mombasa? In Mombasa manifestiert sich die Welt ebenso gut wie in Oplyr, einem rheinischen Kaff. Warum dann nicht Oplyr oder Bonn oder Bremerhaven? Weil es gleichgültig ist. Daniel Spielstein, der atheistische Talmudist, würde sagen: Die Einwohnung der Welt ereignet sich in jedem Menschen und an jedem Ort, also auch in Mombasa, mit dem der Autor (obwohl Realist) romantische Vorstellungen verknüpft, zum Beispiel die Vorstellung friedlichen Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft.