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Titel
Damas
(spr. -mas), 1)
Etienne
Charles,
Chevalier, dann
Herzog von
Damas-Crux, franz.
Generalleutnant, geb. auf
dem
Schloß
Crux in
Nivernais, focht als
Hauptmann in
Ostindien
[* 2] gegen die
Engländer, ward hier gefangen, aber später
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ausgewechselt, worauf er den Befehl über ein Infanterieregiment erhielt. Während der Revolution nahm er in der royalistischen Armee an dem Feldzug von 1792 teil, und 1794 bildete er in England und Holland eine Legion, die jedoch bei Quiberon vernichtet wurde. Als Maréchal de Camp begleitete er den Herzog von Angoulême auf dessen Reisen und erhielt nach der ersten Restauration den Grad eines Generalleutnants, nach der zweiten das Kommando einer Militärdivision, die Pairswürde und den Herzogstitel. Nach der Julirevolution aus der Pairsliste gestrichen, weil er den Eid verweigerte, lebte er zurückgezogen auf seinem Schloß bei Menou und starb
2) Joseph François Louis Charles César, Graf, dann Herzog von, geb. machte als Oberst die Feldzüge von 1780 und 1781 in Amerika [* 4] mit. Nach seiner Rückkehr mit dem Oberbefehl über ein Dragonerregiment betraut, sollte er mit diesem die beabsichtigte Flucht Ludwigs XVI. decken, verließ aber sein widerspenstiges Regiment und begab sich zu dem König nach Varennes, wo er verhaftet wurde. In Paris [* 5] zum Tod verurteilt, aber begnadigt, folgte er dann dem Grafen von Artois nach Italien, [* 6] ward 1795 zum Maréchal de Camp ernannt und war im Begriff, an der Expedition von Quiberon teilzunehmen, als er bei Calais [* 7] Schiffbruch litt und in die Hände der Republikaner fiel.
Unter dem Konsulat wieder in Freiheit gesetzt, begleitete er den Grafen von Artois als Generaladjutant nach Ile-Dieu, diente von 1797 bis 1801 in der Armee Condés und ward nach der Restauration zum Pair von Frankreich, Generalleutnant und Kapitän der Chevaulegers ernannt. Er folgte Ludwig XVIII. 1815 nach Belgien, [* 8] ward dann Kommandant der 18. Militärdivision zu Dijon, [* 9] 1825 Herzog und starb in Paris. In den »Mémoires relatifs à la révolution« (Bd. 20, Par. 1823) befindet sich von ihm ein Bericht über das Ereignis von Varennes.
3) François Etienne, franz. General, geb. zu Paris, nahm von 1792 an unter Mounier, Jourdan und Kléber an allen Kämpfen der französischen Rheinarmee teil, ward Generaladjutant, sodann Chef von Klébers Generalstab und Brigadegeneral. Er erzwang den Übergang der Sambre- und Maasarmee über den Rhein bei Neuwied. 1798 trat er wieder als Chef des Generalstabs unter Klébers Kommando und nahm rühmlichen Anteil an den Feldzügen in Ägypten [* 10] und Syrien.
Doch fiel er bei Bonaparte in Ungnade, wurde in den Moreauschen Prozeß verwickelt und verhaftet, aber auf Verwendung Murats
freigelassen, der ihn 1806 zum Militärkommandanten seines Herzogtums Berg und zum Staatsrat ernannte.
Als Mainz
[* 11] im Mai 1814 den Alliierten übergeben wurde, kommandierte
Damas daselbst die 1. Division. Ludwig XVIII. vertraute ihm
sodann die Organisation und das Kommando der Garde von Paris an. Während der Hundert Tage leistete er Napoleon I. den Schwur der
Treue, ward aber nichtsdestoweniger 1816 zum Generalinspektor der Gendarmerie ernannt, als welcher
er in Paris starb.
4) Roger, Graf von, franz. General, Bruder von
Damas 2), geb. 1765, trat in seinem zwölften Jahr in das Regiment des Königs, entwich
dann, trat in russische Dienste
[* 12] und machte 1787 den Krieg gegen die Türken mit. Ein kühner und glücklicher
Angriff auf das türkische Admiralsschiff sowie sein Sturm auf Otschakow gewannen ihm die Gunst der Kaiserin von Rußland, die
ihn zum Obersten ernannte. Gegen Ende 1789 kehrte er nach Paris zurück, ging aber nach
dem Ausbruch der Revolution nach Wien,
[* 13] erhielt zu Jassy das Kommando eines russischen Regiments und hatte großen Anteil an der Eroberung von Ismail.
Im September 1792 begleitete er den Grafen von Artois in die Champagne, nach dem kläglichen Ende dieses Feldzugs nach Petersburg
[* 14] und nach England und befehligte dann in der Rheinarmee des Prinzen Condé eine Legion in den Feldzügen von 1796 und 1797. Als
aber die Armee in russischen Sold trat, ging er nach Italien, erhielt zu Neapel
[* 15] das Kommando einer Division unter Macks Oberbefehl,
und sein Korps war das einzige in diesem schmählichen Feldzug, welches die militärische Ehre rettete.
Auch 1805 zeichnete er sich als Befehlshaber neapolitanischer Truppen aus. 1814 ward er in alle seine frühern Würden wieder eingesetzt und zum Generalleutnant und Befehlshaber von Lyon [* 16] ernannt. Nach fruchtlosen Anstrengungen, bei Napoleons I. Rückkehr von Elba die Truppen in Gehorsamen erhalten, folgte er Ludwig XVIII. nach Belgien. Nach der zweiten Restauration ward er zum Mitglied der Deputiertenkammer gewählt, vom König aber wieder auf seinen Posten als Gouverneur von Lyon zurückversetzt. Er starb
5) Ange Hyacinthe Maxence, Baron von, franz. General, geb. zu Paris, ging während der Revolution mit seiner Familie
nach Deutschland
[* 17] und von da nach Rußland, machte seit 1805 als Offizier der russischen Armee alle Feldzüge
gegen die Franzosen mit, trat nach der Restauration als Maréchal de Camp in die französische Armee und erhielt 1815 den Befehl
über die 8. Militärdivision in Marseille.
[* 18] 1823 befehligte er eine Division im spanischen Feldzug und übernahm 1824 das Portefeuille
des Kriegsministeriums. Da er in die ungerechten Maßregeln gegen die Offiziere des Kaiserreichs nicht einstimmte,
übertrug ihm Villèle im Oktober 1824 das Departement der auswärtigen Angelegenheiten, das er bis zum behielt. Später
war
Damas Gouverneur des Herzogs von Bordeaux,
[* 19] dem er 1830 in die Verbannung folgte. Nach Frankreich zurückgekehrt, lebte er auf
dem Lande den Wissenschaften und seiner Familie und starb