Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03350.jsonl.gz/2886

Josef Zbinden-Delaquis wurde am 1. Februar 1924 als jüngstes von fünf Kindern des Emil und der Marie Zbinden-Zbinden in Brünisried geboren. Die Eltern bewirtschafteten ein kleines Heimwesen. Da sein Vater Emil infolge eines Unfalls nicht mehr alle Arbeiten ausrichten konnte, war die Familie auf seine Hilfe angewiesen. So war ihm das Absolvieren einer Lehre nicht möglich. Als Handlanger und Baumwärter verdient er etwas dazu.
Im November 1948 führte er Christine Delaquis vom Schatten zum Traualtar. Sie war ihm stets eine treubesorgte Gattin. Der Ehe entsprossen zwei Buben und ein Mädchen.
Grosse Freude hatte er an der Natur, besonders an den Haustieren. Er übernahm das elterliche Heimwesen im Hinterdorf. Doch der kleine Hof warf zu wenig ab, so dass mit Pachtland und Schweinehaltung der Verdienst etwas aufgebessert wurde. Schon früh wurde er von Herzproblemen und Asthma geplagt und war auf die Mithilfe von Angehörigen und auch anderen treuen Kräften angewiesen.
1974 traf die Familie ein schwerer Schlag, den sie nie verkraften konnte. Mit nur 21 Jahren musste der jüngere Sohn Dionys zu Grabe getragen werden.
In den 80er-Jahren musste Josef aus gesundheitlichen Gründen und schweren Herzens den gesamten Viehbestand verkaufen. Fortan hielt er Schafe, bis er diese 1991 auch aufgeben musste. Während 40 Jahren war er in Brünisried als Viehinspektor tätig. Er liebte den Kontakt zu den Bauern. In dieser Zeit waren für die Bauern auch schlimme Ereignisse wie Notschlachtungen wegen Tuberkulose und der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu bewältigen. Während zweier Perioden war er Gemeinderat, wo er u. a. die Zonenzuteilung für Berggebiete erwirken konnte.
In den letzten Jahren lebte er zurückgezogen, war aber stets am Weltgeschehen interessiert. In seiner Freizeit schrieb er Kurzgeschichten und Gedichte. Einige hat er letzten Winter in Buchform veröffentlicht, andere sind im Freiburger Kalender erschienen. Seine handwerkliche Begabung setzte er im Haushalt ein. Sein grosser Stolz waren seine Rosen.
Besonders grosse Freude hatte er an den zwei Grosskindern und am sonntäglichen Jass. Sein grösster Wunsch war es, zu Hause bei seinen Angehörigen zu bleiben. Da sich sein Gesundheitszustand verschlechterte, wurden Spitalaufenthalte notwendig, zuletzt am 8. Juni. Am Samstag, 19. Juni 2010, besuchte ihn Sr. Stephana-Maria und erteilte ihm den Segen. Am gleichen Abend hörte sein geschwächtes Herz auf zu schlagen und so hat ihn Gott vom irdischen Leben zu sich zurückgeholt. Eing.