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18 März 2019
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Hier ein Beitrag über das bewegliche Osterfest und warum es dieses Jahr etwas spät statt findet. Nun soll es um das Osterfest 2019 gehen. Welcher Auferstehungsimpuls soll uns durch das Osterjahr 2019 begleiten?
Im Sinne der Keimlegung schaue ich zurück in das Jahr 1986. Ein Jahr, das mit der Explosion der als großer wissenschaftlicher Erfolg geplanten Raumfähre „Challenger“ – schon kurz nach ihrem Start – beginnt. Im Frühjahr erfolgt das Reaktorunglück des AKWs im ukrainischen Tschernobyl. Aber ein Jahr auch, in dem der russische Präsident Gorbatschow dem Westen die Abrüstung aller Kernwaffen bis zur Jahrtausendwende vorschlägt und die Öffnung des sog. Ostblocks durch Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) einleitet. Deutschland erlebt aufgrund des Tschernobyls-Unglücks viele Demonstrationen gegen den Einsatz der Atomkraft, die heftigste im Dezember 1986. Ebenfalls in diesen Tagen tritt der Vertrag zur atomwaffenfreien Zone im Südatlantik in Kraft. Soweit ein Eindruck wichtigster historischer Ereignisse des Jahres 1986, die zu einem Auferstehungsimpuls für das Osterjahr 2019 werden sollten/könnten.
Nun haben wir 2019 wieder einmal den Fall einer sogenannten Osterparadoxie. Das bedeutet, dass Ostern, das Auferstehungsfest, nicht zu seinem richtigen Zeitpunkt, der durch das Zusammenwirken irdischer und kosmischer Verhältnisse gegeben ist, stattfinden wird, sondern an einem durch abstrakte Regeln eingeführten Datum, das in diesem Jahr vier Wochen später liegt.
Das wird durch folgende Ursache begründet: Wir feiern Ostern kirchlich und kulturell als ein Erinnerungsfest an die Kreuzigung und Auferstehung des Christus. Ein irdisches Ereignis, das nachvollziehbar nach dem früheren jüdischen Kalender am 1. Sonntag nach dem 1. Frühlingsvollmond (damals Karfreitag) stattgefunden hat. Die ersten Christen feierten während der ersten Jahrhunderte nach dem Golgatha-Ereignis das Ostermysterium in der Wahrnehmung der astronomischen Konstellation, die auch dem früheren jüdischen Kalender entsprach, aber vermutlich auch in der seelisch geistigen Verbindung zu diesem kosmischen Ereignis.
Mit institutionellen kirchlichen Zusammenschlüssen wurde erstmals im Jahre 325 im Konzil von Nicäa versucht, Regeln für eine Vereinheitlichung des Osterfestes für alle christlichen Gemeinschaften festzulegen, die im Detail nicht mehr rekonstruierbar sind. Spätestens jedoch durch die Gregorianische Kalenderreform 1582 wurde aus praktischen Erwägungen, um Ostern auf lange Sicht genau festlegen zu können, Regeln fixiert, die in der Folge zu verschiedenen Formen der sogenannten Osterparadoxa führten.
Alle orthodoxen Ostkirchen, mit Ausnahme der finnischen Orthodoxen Kirche, richten sich weiterhin bis heute nach dem Julianischen Kalender kombiniert mit der Regel, dass Ostern nicht vor dem jüdischen Pessachfest stattfinden darf.
Aus dem für unsere Neuzeit entwicklungsgemäß notwendigen Mangel des Erlebens der Mysterien, entstand in unserer westlichen Kirchen- und Kulturwelt die abstrakte Regel, dass der Frühlingsbeginn immer am 21.3. als Grundlage angenommen wird. Statt des tatsächlich variablen kosmischen Frühlingsbeginn zwischen dem 19. und 21.3., und statt des darauffolgenden kosmischen Vollmondes wird ein sogenannter zyklischer Vollmond ausgezählt, der jeweils genau 14 Tage nach dem astronomischen (!) Neumond angenommen wird. „Für die Osterrechnung gilt – der Einfachheit halber – immer der 21.März als Frühlingsanfang.“ (2) So einfach ist es eben doch schon längst nicht mehr, da immer wieder neue abweichende Regeln und Ausnahmeregelungen hinzugefügt wurden. Die einstige Regel, dass Ostern nicht am Vollmond sein soll, bezieht sich nun auch nur noch auf den zyklischen Vollmond, so dass es immer wieder zu Ostern mit einem tatsächlichen Vollmond kommt. So kommt es seit Einführung des Gregorianischen Kalenders 1582 bis ins Jahr 2190 geplant zu Osterdaten, die nicht dem kosmischen Ereignis entsprechen. Dies geschieht in einem Abstand von 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 16, 18, 19, 20, 24, 31, 34, 37 und 38 Jahren. In der Aufzählung dieser Jahresabstände soll verdeutlicht werden wie beliebig diese Verschiebungen stattfinden, zumal nach diesen Regeln nötige Verschiebungen wie 1994, 1997, 2004, 2008 nicht umgesetzt wurden und eine Verschiebung im Jahre 2011 nicht als eine solche benannt wurde. Nur ein einziger Rhythmus, der innerhalb der verschiedenen Osterparadoxa auftaucht, ist ein seit 1924 durchgängiger 19 jähriger Rhythmus, der sich aus dem beweglichen Frühlingsbeginn und dem zyklischen Neumond vor dem 21.3., dem wahren Vollmond jedoch nach dem Frühlingsbeginn ergibt, wie es auch in diesem Jahr sein wird. Alle komplizierten Regeln und Ausnahmeregelung hier zu erläutern, würde den Rahmen sprengen und vor allem den Sinn dieses Artikels verfehlen. Wenn ein 19-jähriger Rhythmus „übersprungen“ wird, wie das im Jahr 2000 der Fall war, ergibt sich doch wieder wie hier 1981-2019=38=2×19 Jahre.
Da der Mondknotenrhythmus 18 2/3 Jahre umfasst, kommt es also jeweils nach einem Mondknotenumlauf zu einer Verschiebung des Osterfestes.
In seinen letzten Ostervorträgen im Jahr 1924 geht Rudolf Steiner auf den verloren gegangenen Bezug der Menschheit zum Ostermysterium ausführlich ein und sagt auch : „Das ist es, was noch übriggeblieben ist, das man rechnet“ (3) „21. März, Vollmond: Sonntag“ (4) „…also ist es eine abstrakte Zeitbestimmung, geblieben von einem ganz realen Mysterienvorgang“ (4) aber auch:
Im Jahre 1912 sagt R. Steiner dazu folgende wichtige Worte: „Es ist charakteristisch für unsere materialistische Zeit, dass man daran denkt, weil es der Materialismus so braucht, das Osterfest festzulegen, es zu fixieren, das also, was ihm seinen Sinn gibt, aufzugeben…. aber gerade dieses Bestimmen des Osterfestes nach der Konstellation am Himmel drückt aus, wie Irdisches und Himmlisches zusammenwirken. In dieser Festsetzung der Feste ruht eine große Weisheit der Urmenschheit…. Daher wird Theosophie berufen sein, wenn auch das Osterfest nach äußeren Interessen festgelegt wird, es fortzuzählen als ein bewegliches Fest, das allein fixiert werden kann durch die Konstellation von Sonne, Mond und Gestirnen. Neben dem materialistischen Osterfest wird es daher ein spirituelles Osterfest geben, das wir in unseren Herzen weiter feiern, so dass wir uns des Zusammenhangs mit der geistigen Welt bewusst sind.“ (5)
Bereits im Mai 1923 tagte unter dem Vorsitz eines ökumenischen Patriarchen ein Kongress der orthodoxen Ostkirchen, wo beschlossen wurde das Osterfest zukünftig zur tatsächlich stattfindenden Frühlingspunkt/ Vollmond-Konstellation zu begehen. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt. 1997 gab es einen weiteren gescheiterten Impuls der Einigung zwischen Ost-Westkirchen. Schließlich regte Papst Franziskus bei einem weltweiten Treffen 2015 an, einen festen Ostertag (2.Sonntag im April) festzulegen. (6)
Da in dieser materialistischen Zeit offenbar der Bezug zu real geistigen Ereignissen zunehmend verloren geht, wird Ostern immer mehr zu einem schönen Frühlingsfest. So sollte dies auch im Bewusstsein eines Frühlingsfestes als kulturelles Erbe gefeiert werden.
„ … es ist aber heilige Pflicht, die Menschen vor Irrtum zu bewahren. Es ist zwar keine angenehme Aufgabe, ihnen solche Wahrheiten zu sagen, aber es muss geschehen.“ (5)
In welcher Weise nun der Osterimpuls 2019 die Ereignisse aus dem Jahre 1986 zu einer Auferstehung bringen kann, in Verbindung mit dem Ergreifen des Menschheitskarmas, wird davon abhängen, wie bewusst wir in das Ostermysterium eintauchen, besonders durch das seelisch-geistige Miterleben der ätherischen und geistigen Wirksamkeiten im realen Zeitgeschehen. Dazu ist auch wichtig zu bedenken, dass die 7-wöchige Passionszeit am Aschermittwoch, den 6.Februar beginnt (statt am 6.März) und das auf Ostern aufbauende Fest der Himmelfahrt am 2.Mai (statt am 30.Mai) und Pfingsten am Sonntag, den 12.Mai (statt am 9.Juni) zur Vertiefung unserer Verbundenheit mit den Geistigen Welten stattfinden. Zu den Unterschieden der Impulskraft des wahren Ostern und des errechneten angenommenen Osterdatums für das Jahr 2019 werde ich in meinen Vorträgen zum österlichen Jahresbeginn eingehen.
Quellennachweise:
1 – R. Steiner: „Alte Mythen und ihre Bedeutung“ 1.Vortrag vom 23.12.1917
2 – Internet: www.deutschlandfunk.de astronomie vom 5.04.2015
3 – R. Steiner: „Das Osterfest als ein Stück Mysteriengeschichte der Menschheit“, 2.Vortrag vom 20.04.1924
4 – siehe 3 , 3.Vortrag am 21.04.1924
5 – R. Steiner: „Die Geheimnisse der Reiche der Himmel in Gleichnissen und in wirklicher Gestalt“, Vortrag vom 7.05.1912
6 – Wikipedia aus „Der Ostertermin und das jüdische Pascha-Fest“
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