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Rechts auf diesem kolorierten Bild kann man an der Gassenfront des „Hotel Löwen“ als Wirtshausschild den gusseisernen Löwen erkennen. Er wurde 1923 vom bedeutenden Badener Bildhauer Hans Trudel durch den gemeisselten, vollplastischen Löwen ersetzt.
Der Löwen war eine Tavernenwirtschaft, durfte also kalte und warme Speisen sowie Übernachtungsmöglichkeiten anbieten. 1454 wird das Gasthaus erstmals urkundlich erwähnt. Teilweise findet sich noch heute Bausubstanz aus der Zeit um 1600. Dem Gasthof war hinten auch ein Stall für Wechsel- und Vorspannpferde angegliedert.
Von 1587 bis 1872 war der Löwen ununterbrochen im Besitz der aus Zug hergezogenen Familie Müller, aus welcher eine ganze Anzahl von Schultheissen hervorgingen. Von 1805 bis 1841 war im Löwen auch das Postlokal untergebracht. 1872 kaufte ein August Müller von Brugg den Gasthof. l887 war Metzger Georg Seiler Inhaber des Löwen. Nach verschiedenen Wechseln erwarb 1895 Adolf Meier den Gasthof.
1947 übernahm Rudolf Kyburz, Ochsenwirt und Metzger von Lupfig, den Löwen. Als der Ochsen in Lupfig abbrannte, zog die Familie Kyburz 1948 nach Mellingen und betrieb den Gasthof Löwen. Zu diesem gehörte auch eine schon längere Zeit bestehende Metzgerei mit Schlachthaus. Als 1952 der Ochsen in Lupfig wieder aufgebaut war, beschloss die Familie Kyburz wieder dorthin zurückzukehren. Der Löwen in Mellingen wurde an Margrit Schmid verpachtet. In der Metzgerei wirkte lange Jahre Frau Eichenberger, nachmalige Frau Fischer. Während vermutlich ab 1952 das Schlachthaus nicht mehr benutzt wurde - man bezog das Fleisch von der Metzgerei Kyburz in Lupfig -, blieb die Metzgerei in Mellingen bis 1991 geöffnet. 1967/68 wurde der Löwen umfassend umgebaut und das daneben stehende Haus als Eingangshalle in den Komplex integriert. Ab 1919 gehörte dieses Haus Walter Linder, der darin einen Schuhladen eröffnete und später auch Lebensmittel (Konsum Denner) verkaufte. Auf der Hinterseite entstand anstelle der Stallungen, in welchen Vieh von auswärts untergebracht war, und dem Schlachthaus ein grosser Saal. Damit wurde der Löwen das flächenmässig grösste Gebäude in der Altstadt. 1968 übernahm Rudolf Kyburz' Tochter Ruth zusammen mit ihrem Gatten Bruno Wüst das Hotel Löwen und führte das Haus über 40 Jahre. 2010 kaufte die Wagen Immo AG, Mägenwil, die Liegenschaft. Seither wird die Gastwirtschaft verpachtet.
Bild-Nr.: 04004.1col
Bild: Fotoarchiv Mellingen Postkarte
Text: Ruth Wüst / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Über die Geschichte des Hotel Löwen s. Bild-Nr. 04004.1col
Rechts des Löwen der "Consum Denner" der Familie Linder (Hauptgasse 10), später als Eingangsbereich in den Löwen integriert.
Bild-Nr.: 04023.1
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Abbrucharbeiten vor dem Neubau des Saals des Gasthofs „Löwen“
Abgebrochen wurden die Ökonomiegebäude des Gasthofs „Löwen“ am 12. Februar 1964.
An dessen Stelle wurde der Löwensaal gebaut, der 1967 in Betrieb genommen wurde.
Im ehemaligen Stall waren Kühe und Pferde untergebracht. In früherer Zeit waren es vor allem die Vorspann- und Wechselpferde.
Um die Steigungen gegen Fislisbach und Mägenwil besser überwinden zu können, wurden den Fuhrleuten Vorspannpferde zur Verfügung gestellt. Für die Kutschen standen die Wechselpferde bereit. Damit der Kutscher möglichst schnell vorankam, liess er die ermüdeten Pferde im Stall zurück und spannte neue ausgeruhte Pferde ein.
Auf dem Bild sehen wir die Abbrucharbeiten am 12 Februar 1964. Beim Haus links des „Löwen“ handelt es sich um das Gebäude Hauptgasse 10, das 1966/67 als Eingangsbereich für Gasthaus und Hotel in den Löwenkomplex integriert wurde.
Otto Müller berichtet: „Der alte Saal hatte seinen Platz im Dachgeschoss. Er war baufällig und stellte eine enorme Brandbelastung dar.
Bei Tanzanlässen bewegte sich der Boden wie ein Schwimmrasen. Beim Neubau des Saales wurde auch die Gastwirtschaft umgestaltet und erweitert unter Einbezug des angrenzenden ‚Linder-Spezereiladens‘.
Im Jahre 1967 wurden die neuen 'Löwen-Räumlichkeiten' in Betrieb genommen.
1988 erfuhr das Haus eine umfassende Fassadenrenovation."
Bild-Nr.: 05055
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Otto Müller / Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Gassenfront des Hotels „Löwen“ (Hauptgasse 10) zur Fasnachtszeit im Jahre 2001
Bald nach dem Dreikönigstag nahmen jeweils im Städtchen die
Fasnachtsböggen den Platz ein. An den gleichen Stellen strahlten in der Advents- und Weihnachtszeit rote Kerzen ihr festliches Licht aus.
Über die Geschichte des Hotels Löwen s. Bild-Nr. 04004.1col
Bild-Nr.: 04031
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Fotoarchiv-Team Mellingen
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Dieser Saal wurde 1966/67 anstelle der 1964 abgebrochenen Ökonomiegebäude des Gasthofes erbaut: s. Bild-Nr. 05055. An diesen Saalbau leistete die Gemeinde Mellingen einen finanziellen Beitrag, da damals für grössere kulturelle Anlässe nur noch die Turnhalle Bahnhofstrasse zur Verfügung stand. Der alte „Löwen“-Saal im Estrichgeschoss des Gasthauses durfte aus brand- und baupolizeilichen Gründen schon längere Zeit nicht mehr benutzt werden. Auch der „Kronen“-Saal an der Bahnhofstrasse stand aus ähnlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
Rechts das 1997 in Betrieb genommene Ortsmuseum mit Bibliothek --> Scheunengasse Nr. 7 und dahinter das viergeschossige, 2005 restaurierte Haus Scheunengasse Nr. 5.
Bild-Nr.: 05057
Bild: Fotoarchiv Mellingen
Text: Rainer Stöckli
Copyright: Fotoarchiv Mellingen
Die Metzgerei wurde aber bereits 1991 geschlossen, s. die Angaben über Gasthof und Metzgerei unter Bild-Nr. 04004.1 col.
In den Räumlichkeiten der Metzgerei entstand im November 2017 die Löwenbar.
Bild-Nr.: 04100
Bild: Viktor Zimmermann
Text: Ruth Wüst
Copyright: Viktor Zimmermann