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Drama. Indien. Hindi
Alternativer Titel -
Regie
Raj Khosla
Drehbuch Rahi Masoom Reza, Jayant Dharmadhikari nach einer Story von Raj Khosla
Produktion Lekhraj Khosla
Songs Laxmikant-Pyarelal
Kamera Kaka Thakur
Choreografie Naidu
Darsteller Rajesh Khanna, Shashi Kapoor, Mumtaz, Vinod Khanna, K.N. Singh, Leela Mishra
Länge 156 Min.
Kinostart 1975
Trade classification -
Molodezhnaja Altersempfehlung ab 12
|Humor||Spannung||Action||Gefühl||Anspruch||Erotik|
© Text Marco,
molodezhnaja 24.8.06
© Bilder Shemaroo, Screenshots molodezhnaja
STORY
Indien in den frühen 40er-Jahren: Rajesh Narayan (Rajesh Khanna) ist ein apolitischer Student und Dichter. Doch als sein Bruder von den Engländern während einer Demonstration erschossen wird, schliesst sich Rajesh den Widerstandskämpfern an. Dazu muss er sogar seine geliebte Kamini (Mumtaz) verlassen. Er bricht ihr Herz, damit sie in die Heirat mit einem anderen Mann einwilligt. In den nachfolgenden Monaten avanciert Rajesh zu einem der meistgesuchten Männer Indiens. Als die Polizei ihn verletzt, flieht er mit Hilfe des tapferen Truckers Sher Khan (Vinod Khanna) nach Ghazipur, wo sein alter Freund Dheeraj (Shashi Kapoor) als Superintendent arbeitet. Der hat frisch geheiratet - und zwar niemand anderes als Kamini.
REVIEW
Raj Khosla, ein Zögling Dev Anands und Guru Dutts, hatte seine Blütezeit in den 50er- und 60er-Jahren, als er mit stimmungsvollen Filmen wie Woh Kaun Thi? oder Kala Pani reüssierte. In den 70ern wandte er sich stärker dem Populärkino zu, ausgelöst durch seinen erfolgreichsten Film ("Do Raaste") und weitergeführt z.B. mit dem knallbunten Shareef Budmaash. "Prem Kahani" steht dabei etwas abseits, da das Drama im Unterschied zu fast allen Khosla-Filmen visuell wenig zu bieten hat: Gefilmt ist der Film erstaunlich einfallslos und auch vom allgemeinen Look her wirkt er billig. Wüsste man es etwa nicht besser, man würde den Film im Jahr 1975 ansiedeln, denn Khosla und seine Crew unternehmen kaum etwas, um die 1940er aufleben zu lassen. Entweder war es ihnen egal, oder sie hatten kein Geld. Das Resultat ist jedoch eine Beliebigkeit und mangelnde historische Einbettung.
Dabei böte "Prem Kahani" durchaus Stoff für einen packenden Film. Die zentrale Dreiecksgeschichte zwischen zwei Freunden und einer Frau etwa, obwohl etwas konstruiert, ist klassisches Drama-Material in Bollywood. Und wenn die Rollen in diesem Triangel auch noch mit Shashi Kapoor, Rajesh Khanna und Mumtaz besetzt sind, sollte eigentlich nichts schief gehen. In der Tat haben die Akteure ein paar gute Momente. Eine ganz kurze Sequenz, die mir besonders gefiel, ist die, in der Rajesh zum ersten Mal die verheiratete Mumtaz sieht. Sie hebt den Schleier und Rajesh bricht zusammen - dabei übersieht man fast die Einblendung von Shashi, der Mumtaz nun zum ersten Mal als seine Frau sieht, und bei der Nahaufnahme seines Gesichts mit einem schönen, flüchtigen Lächeln andeutet, er habe sich nun richtig verliebt. Es ist eine Szene, die an einem vorbeigehen könnte, doch sie blieb bei mir eher hängen als etwa die ewig langen Poesie-Duelle, die in einem Gedichte-Banausen wie mir wenig auslösen. Im Gegenteil: Solches Hineinpacken der Story und Gefühlslagen der Figuren in Gedichte finde ich immer etwas mühsam.
Da ist Vinod Khanna schon eher auf meiner Wellenlänge. Er sagt, was er denkt und überzeugt mit ruppigem Charme. Er spielt einen Afghanen, der nie seine Freunde oder Indien verraten würde. Als die Polizei ihn foltert, erklärt er einmal sogar, er schwöre zu Allah, er wisse nicht, wo Rajesh sei - eine ziemlich heftige Szene, wenn ein Mann, der im ganzen Film als gläubig und unbeugsam gezeigt wird, im Namen Gottes lügt. Seltsamerweise geht Khosla darauf nicht gross ein, was nichts am Umstand ändert, dass Vinod Khanna der heimliche Star des Films ist. Rajes Khanna ist nämlich etwas gealtert und wirkt müde, Mumtaz ist primär süss, aber ihr fehlt die Tiefe. Nur Shashi kann mithalten mit einer kraftvollen Darbietung.
Dieses Ensemble ist letztendlich aber machtlos gegen die lustlose Präsentation. Dramaturgie, Sets, Kameraarbeit, ja sogar die Musik von Laxmikant-Pyarelal wirken zu billig für einen so ambitionierten Film. Die historische Verknüpfung passiert zu selten (nur am Anfang gibt es Derartiges), dramatische Zuspitzungen halten sich in Grenzen. Vielleicht wäre "Prem Kahani" als kammerspielartiges Bühnenstück effektiver gewesen, als in der vorliegenden Kinoversion. Auf jeden Fall bringt Raj Khosla weder sein gewohntes visuelles Flair in das Drama hinein, noch nutzt er die ihm zur Verfügung stehenden Mittel voll aus. Das Resultat ist ein halbherziges, solide gespieltes, lasch inszeniertes und schlecht ausgestattetes Filmchen, das primär wegen seiner Einfallslosigkeit enttäuscht.
MEINE DVD
Shemaroo (IND), Code 0, NTSC
Vollbild
Hindi Dolby Digital 5.1 mit englischen Untertiteln (Film und Songs).
Disk Rating * * (Oft unscharfes und defektes Vollbild, farblich nicht übel).
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