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|Datum:||16. April 2019|
|Zeit:||18.15 Uhr bis 19.45 Uhr|
|Ort:||Universität Luzern, Hörsaal 3.B57|
Wenn wir uns über die Art und Weise verständigen, in der wir mit anderen kommunizieren bzw. interagieren, greifen wir auffallend häufig auf musikalische Metaphern zurück. Fragen des decorum werden in der Metaphorik von Ton und Takt verhandelt; ein Massstab erfolgreicher Kommunikation ist die Resonanz, die das Gesagte findet; wir sprechen von ‘konzertierten Aktionen’ und wissen, was es bedeutet, den richtigen Ton zu treffen, die zweite Geige zu spielen, jemanden zu verstimmen oder taktlos zu handeln. Mit anderen Worten, wir sprechen über bestimmte Aspekte des Kommunizierens und Interagierens, als handele es sich um eine Form des Musizierens. Diese Analogiebildung lässt sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Dort dient sie insbesondere der kritischen Reflexion pädagogischer, rhetorischer, geselliger und gelehrter Praxis. Wo sie aufgerufen wird, werden in aller Regel politische Fragen mitdiskutiert. Das gilt auch für die Art und Weise, in der Gadamer und Arendt auf diese Analogie zurückgreifen, um ihr Verständnis hermeneutischer bzw. politisch-rhetorischer Praxis zu artikulieren. Am Leitfaden einer Lektüre ausgewählter Passagen aus Gadamers und Arendts Texten möchte der Vortrag insbesondere die Frage nach den möglichen normativen Implikationen dieser uns so vertrauten Analogiebildung aufwerfen.