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Der Libanon ist eine der ältesten Weinbau betreibenden Regionen der Welt, was bereits auf die Phönizier zurückzuführen ist. Ein Indiz dafür ist auch der Bacchus-Tempel, der als Teil der riesigen Tempelanlage in der historischen Stadt Baalbek dem Gott des Weins gewidmet war. Im Mittelalter wurden die süssen Weine aus dem Libanon sogar bis nach Venedig gehandelt. Mitte des 19. Jahrhundert stand es schlecht um den Weinbau, bevor 1857 die Jesuiten von Ksara begannen gezielt Weinbau zu betreiben. Sie profitierten zum Teil von der Zeit des französischen Mandats (1919 bis 1943), als die Nachfrage nach Wein stark wuchs. Die Familie Barton aus Bordeaux beriet beispielsweise Chateau Musar und läutete so die Modernisierung des libanesischen Weinbaus ein. Die weitere Entwicklung wurde dann leider – bedingt durch den Bürgerkrieg der Jahre 1975 bis 1989 – gehemmt. Aber nach dem Abkommen von Taif gab es neue Hoffnung und es traten zwischen 1996 und 2000 mehrere neue Weingüter und Weinkellereien hervor.
Heute beträgt die Rebfläche des Libanons rund 30'000 Hektar, doch sind nur ca. 3'000 Hektar für den Weinbau reserviert, der Rest dient dem Anbau von Rosinen oder zur Herstellung von Raki. Das Zentrum des libanesischen Weinbaus bildet das fruchtbare, auf 800 bis 1'000 m ü. M gelegene Bekaa-Tal. Durch die umliegenden Gebirgsketten profitiert die Eben von kühlen Nächte, aber auch ausreichend Niederschlag. Die Reifeperiode ist länger als in manchen Teilen Südfrankreichs, und die Ernte findet in der Regel zwischen Mitte und Ende September statt. Die Böden in der Talsohle bestehen hauptsächlich aus fruchtbaren Lehmböden. Der hohe Tonanteil sorgt für die Wasserspeicherung, der Kalkgehalt für die mineralischen Spurenelemente.
Auch die vorherrschenden Rebsorten sind durch den französischen Einfluss geprägt. Hauptsächlich angebaut werden Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Carignan, Cinsault und Syrah. Viele Weine des Bekaa-Tals sind heute sehr hochklassig und international absolut konkurrenzfähig.