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für die von ihr übernommene Unterstützungspflicht zu entschädigen, den ärmern Staatsangehörigen hindern soll, sich
da, wo er sein Unterkommen zu finden oder seine
Lage zu verbessern hofft, niederzulassen. Das
Recht der freien
Niederlassung
läßt jedoch nach dem Gesetz vom die Rechtsverhältnisse in betreff der Gemeindeangehörigkeit, des Ortsbürgerrechts
und der
Teilnahme an den Gemeindenutzungen (s.
Allmenden) unberührt, und es ist daher zulässig und im allgemeinen gerechtfertigt,
daß als
Äquivalent für die letztgenannten
Vorteile ein Anzugsgeld oder Einkaufsgeld erhoben werde.
altgriech. Volksstamm, der sich von Äolus (s.
Aiolos) ableitete und seine ursprünglichen Wohnsitze in der Landschaft
Äolis hatte, der südwestl. Hälfte der thessal. Ebene.
Hauptstadt war hier
Arne, das spätere Cierium. Von hier zog ein
Teil des
Stammes, infolge der Einwanderung der
Thessaler, unter dem
Namen der äol.
Böoter nach
Böotien; ein anderer Bruchteil ließ sich im südl.
Ätolien in der Gegend
von
Kalydon und Pleuron, die danach auch
Äolis genannt wird, nieder. Am längsten erhielt sich der
Name Äolier als polit.-ethnogr.
Bezeichnung für die griech. Ansiedler im Nordwesten
Kleinasiens. Den Hauptstock dieser Einwanderer bildeten
Achäer aus dem
Peloponnes, denen, wie es scheint, sich thessalische Äolier beigesellt hatten. Die etwa 30
Niederlassungen der
Äolier zerfallen, abgesehen von den
Städten auf der
InselLesbos, in zwei größere Gruppen. Die südlichere umfaßte 12 in der
Nähe der
Flüsse
[* 2] Caicus und Hermus und des Elaitischen
Meerbusens gelegene, wohl zu einem
Bunde vereinigte
Städte; Smyrna, das jedoch später an
Ionien fiel, und
Kyme waren die bedeutendsten Plätze.
Verse, bei den Alten solche daktylische Reihen, besonders Hexameter, deren erster Fuß die Gestalt
eines
Spondeus oder
Trochäus (auch Jambus oder
Pyrrhichius) hatte. Am bekanntesten sind die Äolische Verse aus
Theokrits 29. Gedichte
in äol.
oder
Äolipile (grch.,
d. i. Dampfkugel, Windkugel), ein kleines Metallkesselchen, an
das ein mit enger Mündung
endendes Ausflußrohr angesetzt ist. Ist das Kesselchen teilweise mit einer Flüssigkeit gefüllt, die durch eine untergesetzte
Flamme
[* 6] ins
Kochen gebracht wird, so strömen die
Dämpfe mit Gewalt aus jener engen Öffnung hervor. Ein
in den Weg des Dampfstrahls gestelltes Flügelrad wird von demselben angetrieben. Wenn die Äolopile um eine
Achse leicht drehbar
und der Dampfstrahl zu einem die
Achse konzentrisch umhüllenden
Kreise
[* 7] tangential gerichtet ist und das oder die Ausflußrohre
wie die bei Segners Wasserrad
[* 8] umgebogen sind, so wird sie, wie bereits Hero von
Alexandrien um 120
v. Chr.
ermittelt hatte, durch die Reaktion des ausströmenden
Dampfes in Rotation versetzt. Wird die Äolopile mit
Weingeist gefüllt, so
läßt sich der ausströmende Dampfstrahl entzünden und zum Löten oder Glasblasen verwenden.
(Windharfe),
Saiteninstrument, bestehend aus einem einfachen Kasten mit aufgespannten
Darmsaiten, die auf denselben
Ton gestimmt sind. Setzt man die A. dem Luftzug aus, so beginnen die
Saiten zu schwingen und ertönen
je nach der Windstärke leise oder laut, an- und abschwellend, erst im Einklang, dann durch die ungleichen Teilschwingungen
der
Saiten in verschiedenen
Obertönen, meist also in
Accorden. Von
Harfen, die durch den Luftzug erklingen,
berichtet schon das Mittelalter; theoretisch begründet hat die Erfindung zuerst
Ath.
Kircher in seiner «Phonurgia nova» (1650).
Bezeichnung einer ursprünglich allen indogerman.
Sprachen eigenen, später in den meisten
verloren gegangenen Tempusformen des
Verbums, deren eigentliche Bedeutung ist, die momentane Handlung
auszudrücken, im Gegensatz zum Präsens, das die dauernde, und zum
Perfektum, das die vollendete Handlung bezeichnet;
z. B.
im
Griechischen heißt das Präsens φεύγε: pheúgei, «er ist auf der Flucht»;
der Aorist έφνγε éphyge, «er entfloh»;
das
Perfektum πέφενγε pépheuge, «er ist davongekommen».
Weil der
Ä. im
Indikativ nur in der Form der vergangenen Zeit vorkommt, hat man sich gewöhnt, ihn unter die präteritalen
Tempora
zu zählen, die Bezeichnung der Vergangenheit liegt aber ursprünglich nicht in seinem
Begriff. Der Unterschied eines ersten
und zweiten Aorist im
Griechischen und ähnliche Unterschiede in andern
Sprachen beziehen sich nur auf die
Form, nicht auf die Bedeutung.
(grch.), der Hauptstamm der
Arterien, welcher aus der linken Herzhälfte heraustritt und sich später in sämtliche,
den Körper versorgende
Arterien teilt, bildet ein daumendickes festes, mit
¶
mehr
elastischen Fasern versehenes Rohr und ist daher sehr widerstandsfähig gegen das aus dem Herzen in sie hineingepreßte Blut.
Sie beschreibt nach ihrem Austritte aus dem linken Herzen zunächst einen Bogen
[* 11] (Aortenbogen) nach aufwärts, von dessen Konvexität
die Arterien für den Kopf und für die obern Extremitäten entspringen, kreuzt sich auf diesem Wege mit
dem rechten Lungenarterienstamm und mit dem linken Hauptbronchus und läuft dann als Brustaorta an der linken Seite der Brustwirbelsäule
nach abwärts. Am Zwerchfell angelangt, tritt sie dann hinter der Speiseröhre in die Bauchhöhle (Bauchaorta) und teilt sich
in der Höhe des letzten Lendenwirbels in ihre beiden Endäste, welche für die untern Extremitäten,
die Beckenorgane und die Genitalien bestimmt sind. (S. die Tafel: Die Blutgefäße des Menschen.) An ihrem Anfangsteile besitzt
die Aorta drei taschenförmige Klappen (Aortenklappen), welche durch das eindringende Blut an die Seite gedrängt werden und den
Rückfluß ins Herz dadurch hindern, daß ihre freien Ränder nach der Zusammenziehung des Herzens sich
fest aneinanderlegen.