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James Camerons Avatar ist spektakulär, unterhaltsam, clever und bahnbrechend in technischer Hinsicht. Der Film hat sogar, gemessen am sonst üblichen infantilen Blockbuster-Niveau, eine halbwegs intelligent erzählte Geschichte. Bloss kommt sie uns in der Schweiz und in Deutschland überraschend bekannt vor (und ich bin sicher weder der einzige noch der erste, dem die Parallelen aufgefallen sind): Die Geschichte des Jake Sully, der im Körper eines Avatars die Na’vi auskundschaften soll und sich dabei in die schöne Häuptlingstochter verliebt, ist die von Old Shatterhand in Winnetou I. Wir erinnern uns: Der Deutsche kommt im Auftrag der Eisenbahngesellschaft als Ingenieur und Vermesser in den Westen, stellt fest, dass er missbraucht wird, um den edlen Apatschen ihr Land abzunehmen, und schlägt sich auf die Seite der Indianer. Die schöne Häuptlingstochter Nscho-tschi rettet ihm zuvor aber das Leben und verliebt sich in ihn, zu einem Zeitpunkt, als ihr Volk dem Bleichgesicht noch keineswegs über den Weg traut. Nun: Avatar erzählt die gleiche Geschichte. Macht aber nichts, denn erstens ging uns schon Winnetou wieder und wieder und wieder zu Herzen, und zweitens funktioniert auch diese neue High-Tech-Version der Geschichte sowohl emotional wie auch auf der schieren Überwältigungsebene.