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Johann Josef Franz Fässler (1822-1905) heiratete 1852 in erster Ehe mit Anna Maria Marty (1830-1869) und in zweiter Ehe mit Anna Barbara Marty (1835-1918). Bei der Taufe des ersten Kindes war er noch im Däslix wohnhaft (1854). Für das folgende Jahr ist bezeugt, dass er im Sity wohnte und ab 1856 ist er auch nicht mehr als Besitzer des Däslix erwähnt.
Laut Kaufbrief vom 15.Mai 1855 erwarb Franz Fässler das „Rössli“ auf der Stöcken, das er ausbaute und erweiterte. Zur Zeit der Hochblüte des Seidenwebens in Jberg, war er Seidenfergger, was ihm den Rufnamen „Sydeherr“ eintrug. Er arbeitete bei der Seidenfabrik Stapfer in Horgen. Seine Aufgabe bestand darin, die Seidenwupp, Seidenzapfen und Spulen den einheimischen Bauernfrauen zu bringen.
Daneben betrieb er eine kleine Landwirtschaft. Über die Seidenweberei am Ende des letzten Jahrundert’s schreibt ein Chronist in launiger Weise: „ Es gibt kein Haus mit einer grösseren Familie, in dem nicht Seide gewoben wird. Selbst einige Männer und schulpflichtige Kinder weben Seide….. Eine gute Weberin kann in vier Wochen 40 bis 50 Franken verdienen…. Deshalb haben es im Winter viele Frauen viel strenger als die Männer, da diese nicht's zu tun haben als Holz und Streue herbei zu führen und die Ofenbank zu hüten. Da wird dann nicht selten der Mann die Küchenfee und die Triebfeder des Spulrades. Da kann einem dann in den Sinn kommen, dass Jberg ohne Gumäli und Seidenweben entweder verhungern oder man auswandern müsste“.
Der „Rössliwirt“ war aber auch Zeit seines Lebens ein sehr schulfreundlicher Mann. Schon 1855 war er Schulkassier, später ein eifriger Förderer des Schulhausbaues auf der Herti; er stellte auch gerne seinen grossen Saal zur Verfügung, um der Schuljugend an Weihnachten eine schöne Christbaumfeier zu ermöglichen. Vor und nach der Gemeindeteilung (1884) war er ein einflussreiches Behördemitglied und bekleidete einige Jahre auch die Würde eines Gemeindepräsidenten. Ca 1880 wurde im „Rössli“ ein kleines Postbüro eingerichtet, welches seine Tochter Elisabeth (1859-1949) die in St.Gallen eine entsprechende Ausbildung erhalten hatte, führte. Das Postbüro war auch nötig geworden, weil seit 1867 eine Postkutschenverbindung nach Einsiedeln bestand.
1886 übernahm Dominik, der Sohn von Franz Fässler, das Postbüro. Kurze Zeit später wurde ihm auch das Gasthaus „zum Rössli“ übertragen, samt der Landwirtschaft. 1894 verehelichte er sich mit Karolina Zindel aus Oberurnen 1904 wurde für die Post ein Anbau an das bestehende Gebäude errichtet, darüber gab es im 1.Stock einen Speisesaal. Das Haus erhielt den Namen „Hotel und Pension Rössli-Post“. Das Ehepaar Dominik und Karolina Fässler-Zindel betrieben nun ein Kleinhotel mit 12 Betten, dem neuen Speisesaal und einem Restaurant mit 28 Plätzen, einen Garten, eine gedeckte Veranda und einer offenen Terrasse. Der Betrieb des Hotels oblag vor allem der Ehefrau, die daneben an der Schule noch gratis Koch - und Hauswirtschaftsunterricht gab, während Dominik als Posthalter und Wirt vorwiegend das Postbüro betrieb.
Dieser Ehe entsprossen 9 Kinder, 7 Knaben und 2 Mädchen. Am 1. Januar 1920 übernahmen die beiden Töchter Karolina und Margrith das Hotel, da die Mutter schwer erkrankte. Am 25 April 1927 heiratete Margrith Fässler mit Albin Fässler (genannt Bantoni’s) und bereits 5 Tage später am 1. Mai 1927 übernahm das jungvermählte Paar den Hotelbetrieb. In sorgsamer Obhut von Albin und Margrith Fässler wuchsen zwei Söhne heran: Albin Domink (1929-1979) und Kurt, geb.1931 der heutige Grossvater 1949 liess Albin Fässler die 12 Hotelzimmer mit fliessend kaltem & warmem Wasser ausrüsten. Bereits ein Jahr später, am 7.Juni1950, schlug das Schicksal unerbittlich zu: Vater Albin verunglückte auf dem Arbeitsplatz tödlich. Jetzt hiess es für Margrith Fässler noch fester zuzupacken. Eine grosse Hilfe war ihr dabei der Sohn Kurt. Er absolvierte 1947, 1948 und 1949 die Kochlehre in Luzern und bildete sich in den folgenden Jahren in verschiedenen renommierten Betrieben der deutschen und französischen Schweiz weiter aus.
Ab 1. August 1955 führte Kurt den elterlichen Betrieb und taufte ihn um in Hotel Rösslipost. 1958 baute der damalige Posthalter Martin Birchler ein neues Postgebäude, dadurch wurde der Raum frei und Kurt baute ein modernes Restaurant mit 35 Plätzen, ein Stübli mit 20 Plätzen, im Keller eine Fässlibar mit 20 Plätzen und neue WC ein. Am 25.April 1960 verehelichte er sich mit Elisabeth Hubli aus Oberiberg. Sie hatte ebenfalls ihre Ausbildung im Hotelfach gemacht. 4 Töchter waren der Stolz der Familie. Als anfangs der siebziger Jahre die Erschliessung des Hoch-Ybrig einen Aufschwung für die Hotellerie in Unteriberg brachte, ermutigte dies Kurt sofort, einen Hotel-Anbau mit 12 komfortablen Doppelzimmern und Garagen zu erstellen. 1976 wurde Kurt in die Schweizer Gilde etablierter Köche aufgenommen. 1978 wurde die Rösslipost nochmals einem Umbau unterzogen, indem das Haus eine neue Fassade und den Ausbau des Dachstockes erhielt.
Am 1. August 1999 konnten Kurt und Elsy Fässler Ihr Lebenswerk an die jüngste Tochter Kathrin übergeben. Damit erhielt die Rösslipost wieder neuen Schwung. Ihre berufliche Ausbildung begann sie mit der Kochlehre im Restaurant Weinhalde, Kempraten. Anschliessend bildete sie sich weiter aus im Hotel Waldhaus in Sils Maria, dann im Giardino in Ascona, im oberen Mönchhof am Zürichsee und besuchte die kaufmännische Berufsschule für das Hotelgewerbe SHV mit anschliessendem Praktikum im Hotel Montana in Zürich. Als leidenschaftliche Kochkünstlerin ist Sie ebenfalls Mitglied der Schweizer Gilde etablierter Köche, wurde 2003 im Gault Millau aufgenommen und figuriert seit 2005 im Guide-bleu.
1998 war in der Josefskirche in Unteriberg die feierliche Trauung von Kathrin Fässler mit Rolf Grossen. Heute beleben die beiden Kinder Bettina 15 Jahre und Raphael 13 Jahre die Rösslipost, zur grossen Freude der im Hause wohnenden Grosseltern.
Kurzportrait: