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Beschreibung
Bilder und Fotografien ziehen Menschen in den Bann und schaffen visuelle Vertrautheit mit Dingen und Orten, die wir nie mit eigenen Augen gesehen haben. Welche Vorstellungen von der Welt vermittelt uns die moderne digitale Fotografie? Wie beeinflussen diese Vorstellungen unser Verhältnis zur Welt?
Zu Beginn stelle ich die These des Philosophen Jan Patocka vor, wonach die Materialität der Welt das Produkt des menschlichen Geistes sei. Diese These korrespondiert mit Kants Auffassung, dass die Dinge an sich uns nie zugänglich seien, wir können lediglich unsere Wahrnehmung derselben beschreiben. Wohl das bekannteste Beispiel für das kognitive Erfassen der visuellen Eindrücke ist Platons Höhlengleichnis, unser erstes Beispiel. Im nächsten Schritt werden wir uns den bis anhin ältesten Bildern der Menschheit zuwenden, den Malereien der Chauvet-Höhle. Was sagen diese Bilder über das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt aus und wie unterscheiden sie sich zum Beispiel von späteren Bildern, die neben realen auch surreale und religiöse Gestalten zeigen? Hierzu werde ich einige Bilder von Hieronymus Bosch vorstellen. Das visuelle Verhältnis des modernen Menschen zur Welt ist weitgehend technisch bestimmt: die meisten Besucher des Rockerfeller Center in NY betrachten die Aussicht auf die Stadt durch das Display ihrer (Handy-)Kamera. Die mathematisch-technischen Parameter definieren das visuelle Verhältnis zur Welt und es scheint, als ob sich der Mensch mehr an „Spiegelungen“ (Platon) als an der Wirklichkeit erfreuen würde.
Referentin
Jana Bochet
Jana Bochet studierte an der Universität Zürich Philosophie, Linguistik und Gender Studies. In ihrer Masterarbeit hat sich sich mit dem Thema Ethik in der Kriegsfotografie auseinandergesetzt. Neben schriftlichen Beiträgen zu philosophischen Themen hielt sie Vorträge zum Thema Bild und Fotografie (in der Schweiz und in Holland).