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Der Vogel mit dem langen Hals
Der Weissstorch nistet auf Felsvorsprüngen, Bäumen, Gebäuden oder Strommasten. Er besiedelt offene und halboffene Landschaften. Dabei bevorzugt er feuchte und wasserreiche Gegenden.Sein Nistplatz wird als Horst bezeichnet, wobei das früher ankommende Männchen den Standort auswählt.
Die Brutzeit erstreckt sich von Anfang April bis Anfang August. Weil ein Storchenpaar seinem Horst über Jahrzehnte treu bleibt und der Nestbau nie abgeschlossen wird, kann der Horst eine Höhe von mehreren Metern und ein Gewicht von zwei Tonnen erreichen – kein anderer europäischer Vogel betreibt einen derart grossen Nestbau.
Der Weissstorch (Ciconia ciconia) ist als Kinder bringender Klapperstorch und als Glücksbringer «Adebar» bekannt. Seit der Antike wurde der Storch von einigen Völkern als Botschafter der Fruchtbarkeit vergöttert und geschützt. Die Intensivierung und die modernen Methoden der Landwirtschaft sind verantwortlich, dass der Storch heute Probleme hat, seine Jungen ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich durch seine Vorliebe für feuchte Wiesen, die zunehmend entwässert wurden, durch Kollisionen mit Freileitungen, den Einsatz von Pestiziden und den Jagddruck in den Durchzugs- und Winterquartieren. Mittlerweile geht es mit dem Storchenbestand in der Schweiz wieder aufwärts, doch noch immer gilt er als «verletzlich». Sollen die stolzen Vögel bei uns auch in Zukunft ein Auskommen haben, müssen wir für sie geeignete Lebensräume erhalten und aufwerten.
Der Storch beschäftigt den WWF Thurgau schon seit einigen Jahren. Mittels Besenderung von Jungstörchen in Zusammenarbeit mit Storch Schweiz sollen Daten über das Leben, die Nahrungsgebiete und über den Zug von Jungstörchen generiert werden. Im Kanton Thurgau leben 9 Horstpaare (Bürglen, Frauenfeld, Güttingen, Kesswil, Kradolf-Schönenberg, Müllheim, Pfyn, Egnach-Salmsach, Sulgen und Wigoltingen). Die meisten Paare verbringen den Winter jedoch nicht im Thurgau.