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Flow
Von Tobias Huber, Consultant /
Es gibt im Film „The Thomas Crown Affair” mit Pierce Brosnan eine Szene, in der er von seiner Widersacherin/Liebhaberin darauf aufmerksam gemacht wird, dass er sich als Kunstdieb nun in einer Sackgasse befindet. Seine Antwort darauf lautet „It's just a game, love. Just a game”. Aber was meint er genau damit? Meint er damit, dass es nichts Ernstes ist und es darum gar keine Verlierer geben kann? Oder meint er, dass er bereit ist, das Risiko einzugehen, das Spiel zu verlieren, weil es ihm dermaßen viel Spaß macht?
Eine mögliche Antwort darauf liefert uns Mihaly Csikszentmihalyi, der Entdecker des Flow-Prinzips. In seinem 2016 erschienen Buch „FLOW – Der Weg zum Glück“ schreibt er, dass es für ihn eine notwendige Voraussetzung für das Gefühl von erlebtem Glück ist, das Leben spielerisch zu leben. Er geht davon aus, dass Flow nur im spielerischen Umgang mit Tätigkeiten erlebbar ist. Wenn wir demgemäß von einer Tätigkeit sagen, sie sei ein Spiel, dann sagen wir damit nicht, dass sie trivial oder nicht ernst zu nehmen sei. Im Gegenteil – wir geben zu verstehen, wie sehr der Mensch, der sie vollzieht, kreativ und gestalterisch wirkt, wie sehr er darin aufgeht und darin seinen freien Ausdruck findet.
Den Herausforderungen des Lebens auf einer spielerischen Ebene zu begegnen, ist keineswegs eine neue Erfindung. Die buddhistischen Mönche sprechen davon, wie sie alles leichten Herzens und voller Freude tun; liest man frühchristliche Theologen, erfährt man dasselbe, dass nämlich das Christentum heißt, Gott in der Welt spielerisch zu entdecken; Friedrich Schiller behauptet, dass sich unsere humane Größe am vollkommensten im Spiel äußert; Sartres ganze Philosophie kann man ohne den Begriff des Spiels nicht wirklich verstehen. Csikszentmihalyi fasst es mit der Maxime zusammen: „Handle immer so, als würde die Erlösung des Universums von deiner Handlung abhängen. Und lache dabei immer über dich selbst, dass du glaubst, du könntest überhaupt etwas mit deinem Tun bewirken“.
Seine Tätigkeiten sowie auch die eigene Persönlichkeitsentwicklung als Spiel zu sehen bedeutet, stets über sich selber und das mögliche eigene Scheitern lachen zu können und nicht ein Gefangener seiner eigenen Ängste sein. Praktisch bedeutet das, nicht allzu sehr mit sich selbst beschäftigt zu sein und sich dauernd über sich selbst Sorgen zu machen oder Angst zu haben, man könnte lächerlich auf andere wirken. Wenn wir keine Sicherheit in uns tragen, kein Vertrauen zu uns selbst gefasst haben und uns andauernd vor den anderen verteidigen und rechtfertigen müssen, kann uns kein spielerischer Bezug zum Leben gelingen. Produktives, gutes Arbeiten ist immer auch mit Freude verbunden. Starre Regeln, Zwang, Ordnung und Rigidität stehen dabei oft im Weg.
Spielerischer Umgang und Flow-Erlebnisse sind in jedem Lebensbereich möglich – bei der Arbeit, beim Lesen eines guten Buches, beim Spielen mit den Kindern oder Enkelkindern, beim Ausführen von Hobbies und natürlich auch in intimen Beziehungen.
Die Spielregeln sind einfach: Immer wieder bewusst Routinen und Muster spielerisch durchbrechen und stets mit voller Aufmerksamkeit bei einer Sache sein.
Viel Spaß beim Spielen!
Ihr Manres-Team
Die Manres AG (Zürich) wurde 1990 gegründet und unterstützt Unternehmen bei Business Transformationen. In Deutschland ist Manres in Hamburg und Köln vertreten. Sämtliche Beraterinnen und Berater verfügen über einen qualifizierten Hochschulabschluss in Human- und/oder Wirtschaftswissenschaften.