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Petition «Für eine gerechte Sozialhilfe»
Mirian Dias Santana aus Brasilien hat nach einer langen Odyssee endlich eine stabile Arbeitssituation. Doch ihr Lohn reicht nicht für zwei. Ihr 18-jähriger Sohn ist auf Lehrstellensuche. Um über die Runden zu kommen, könnte Mirian Sozialhilfe beantragen. Das will sie aber nicht, aus Angst, dadurch ihre Aufenthaltsbewilligung B zu verlieren. Stattdessen verschuldet sie sich, um Zahlungsbefehlen nachzukommen – der Beginn eines Teufelskreises.
Für eine Stelle als Nanny migrierte Mirian L. C. in die Schweiz. Sofort erhielt sie eine Aufenthaltsbewilligung B. Die Anstellung wurde aber bald zum Albtraum. Sie kündigte und war ein Jahr lang erwerbslos. Gerade als sie endlich eine neue Anstellung gefunden hat, der herbe Schlag: Mirian L. C. erhält einen Wegweisungsentscheid, weil sie Sozialhilfe bezogen hat. Mit Unterstützung von HEKS kann sie den Entscheid zum Glück anfechten.
Mohammed F. ist 2015 mit seiner Familie aus Syrien in die Schweiz geflüchtet. Doch auch hier kämpft er um seine Existenz: Die Familie ist in der Schweiz nur vorläufig aufgenommen (Status F) und bekommt darum weniger Sozialhilfe als der Normalsatz. Gleichzeitig erschwert der Status «vorläufige Aufnahme» die Arbeitssuche von Mohammed F. enorm. Im Moment ist er erwerbslos. Vom monatlichen Grundbedarf von knapp 2000 Franken kann die siebenköpfige Familie kaum leben.