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Heftige, meist einseitige Gesichtsschmerzen von kurzer Dauer, die spontan oder bei alltäglichen Gesichtsbewegungen auftreten, sind Anzeichen der Trigeminusneuralgie. Zugrunde liegt eine Funktionsstörung des fünften Hirnnerven, der für das Gefühl im Gesichtsbereich zuständig ist (der sog. Nervus Trigeminus). Die genaue Ursache noch unbekannt, oft finden sich jedoch Gefässschlingen in direktem Kontakt beim Eintritt des Nerven in den Hirnstamm. Die Behandlung kann einerseits medikamentös erfolgen, allerdings kommt es bei älteren Patienten oft zu Nebenwirkungen. Die Alternative ist der chirurgische Eingriff, bei dem entweder dem Trigeminusnerv aufliegende Blutgefässe verlagert werden oder eine partielle Nervendurchtrennung durchgeführt wird.
Die sog. Trigeminusneuralgie besteht typischerweise in wiederholten attackenartigen heftigen Schmerzen im Gesichtsbereich. Diese lassen sich durch Reden, Kauen, Berührungen der Gesichtshaut, Kälte, Wasser, Waschen, Zähneputzen, Rasieren o.ä. auslösen. In den Intervallen zwischen den Attacken bestehen keine Symptome (kein Dauerschmerz!!). Die neuralgiformen Schmerzattacken beeinträchtigen die Lebensqualität schwer. Die Frequenz der Gesichtsschmerzen variiert zwischen einigen Malen pro Monat und vielfachen täglichen Schmerzattacken. Frauen sind häufiger als Männer betroffen; jährlich sind davon zwischen 2 und 5 pro 100.000 Personen neu betroffen. Meistens erkranken Menschen ab dem 50. Altersjahr daran. Etwa 1 Prozent der Menschen, die von der Multiplen Sklerose betroffen sind, entwickeln eine Trigeminusneuralgie.
Ursache
Auch heute ist die exakte Ursache der Trigeminusneuralgie unbekannt. Nicht selten findet man an der Eintrittsstelle des Nerven in den Hirnstamm eine Kompression bzw. mechanische Reizung durch arterielle Blutgefässschlingen. Diese lassen sich bei einer bildgebenden Untersuchung mittels Magnetresonanztomografie nachweisen. Allerdings findet man diese Gefässschlingen auch bei gesunden Patienten ohne Trigeminusneuralgie.
Therapie – Thermokoagulation des Ganglion trigeminale (Gasseri)
Häufig wird die Trigeminusneuralgie zunächst mit Medikamenten (Carbamazepin, Gabapentin, Phenytoin) behandelt; etwa 70% der Betroffenen reagieren darauf positiv. Rund die Hälfte der Patienten sprechen aber früher oder später und nicht mehr ausreichend auf Medikamente an. Eine operative Variante besteht darin, die schmerzleitenden Nervenfasern in einer Kurznarkose mit einer Kanüle, die durch die Haut über die Schädelbasis bis zum Ganglion trigeminale geführt wird, bei Temperaturen von 60o bis 70o C zu veröden. Die Erfolgsrate beträgt etwa 60 Prozent.
Operative Entlastung
Eine weitere Möglichkeit mit erhöhter Erfolgsrate (~90%) bietet die operative Entlastung bzw. Thermokoagulation oder partielle Durchtrennung des N. trigeminus direkt am Eintritt in den Hirnstamm. Vorhandene Gefässschlingen können vom Nerven abgelöst und durch Einsetzen eines Teflonschwämmchens dauerhaft vom Nerven ferngehalten werden. Findet sich keine Gefässschlinge, besteht die Möglichkeit einer lokalen Thermokoagulation bzw. einer partiellen Durchtrennung der sensiblen Wurzel des N. trigeminus. Der Nerv ist auch bei seinem Eintritt in den Hirnstamm in Zonen unterteilt, so dass sich die betroffenen Äste des Nerven selektiv behandeln lassen.