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Ein grosser Schritt für Sam Smith und ein grosser Schritt für die Queer-Community: Am Wochenende hat sich der Popstar als non-binär geoutet. «Mein Leben lang war ich auf Kriegsfuss mit meinem Geschlecht, jetzt habe ich beschlossen, mich so zu akzeptieren, wie ich bin», schrieb Smith in einem Post auf Instagram.
Im Unterschied zu anderen Transgender-Personen fühlen sich non-binäre Menschen weder dem weiblichen, noch dem männlichen Geschlecht eindeutig zugehörig. Sie verorten ihre Identität irgendwo zwischen den beiden Polen – oder ausserhalb davon. So können sich nichtbinäre Menschen mit mehreren Geschlechtern identifizieren, sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen (gender-neutral) oder sich zwischen den beiden Geschlechtern bewegen (genderfluid). Nicht zu verwechseln ist die Geschlechtsidentität übrigens mit der sexuellen Orientierung eines Menschen.
Einen Versuch ists wert
Auch Smith hat in der Vergangenheit angegeben, seine Geschlechtsidentität laufend zu verändern. Konsequenterweise möchte Smith deshalb auch nicht mehr mit dem männlichen Pronomen «er» angesprochen werden. Stattdessen solle man das genderneutrale «they» oder «them» verwenden. Im Englischen sind diese Pronomen gebräuchlich, aber noch immer gewöhnungsbedürftig, wie auch Smith selber weiss. «Mir ist klar, dass viele Fehler passieren werden, aber ich bitte euch nur um eines: Bitte, bitte probiert es einfach!»
Und wenn es kein they/them gibt?
Auf Deutsch ist die Sache noch einmal komplizierter. Das naheliegende Pronomen «es» ist zwar neutral, wird von vielen jedoch oft als beleidigend empfunden. «Deshalb ist es unumgänglich, jemanden zu fragen, was das verwendete Pronomen ist», steht auf der Informationsseite Nonbinary.ch. Als weitere mögliche Lösung wird der sogenannte «Gendergap» angegeben, der entweder mit einem Stern oder Unterstrich – zum Beispiel im Wort Leser*in oder Leser_in – markiert wird.
Eine Alternative ist es auch, ganz auf Pronomen zu verzichten, wie wir es in diesem Text getan haben.
Kommt ein drittes Geschlecht?
An der wortwörtlichen Sprachlosigkeit, mit der wir dem Thema begegnen, zeigt sich, wie neu der Umgang damit ist. In Deutschland wurde letztes Jahr die Geschlechtsoption «divers» geschaffen, die nichtbinäre Geschlechtsidentitäten abdecken soll. In der Schweiz wird über ein drittes amtliches Geschlechts noch diskutiert. Vielen Menschen aus der Transgender-Community wäre das Weglassen eines Geschlechtseintrags am liebsten.
Auch für Sam ist die Situation noch ungewohnt: «Ich bin noch nicht so weit, dass ich lang und breit in Worte fassen kann, was es für mich bedeutet non-binär zu sein. Fürs Erste versuche ich deshalb einfach sichtbar und offen zu sein.» Und wir werden so gut wie möglich versuchen, eine Sprache zu kultivieren, in der sich alle aufgehoben fühlen.