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Die Natur im Wohnzimmer. Eine medien- und umwelthistorische Untersu-chung der Natursendungen von Hans A. Traber im Schweizer Fernsehen
Naturfilme und -sendungen, die sich seit der Entwicklung des bewegten Bildes anhaltender Beliebtheit erfreuen, hielten in den 1950er Jahren Einzug in die Programme westlicher Fernsehanstalten. Als einer der prominentesten Vertreter dieses Genres in der Schweiz schloss Hans A. Traber (1921–1986) 1955 erstmals in einer Live-Sendung die Fernsehkamera an ein Mikroskop. Er startete damit die Sendereihe Wunderwelt im Mikroskop (1955–1975) und gleichzeitig seine knapp 30-jährige Karriere als Naturfilmer beim Schweizer Fernsehen. Das Mikroskop war nicht nur ein Markenzeichen Trabers, sondern versinnbildlichte auch sein Naturverständnis. Der erste Teil meines Referats untersucht, wie Traber mittels Technikanwendung dem Fernsehpublikum die Natur näher zu bringen versuchte und wie diese Naturdarstellung durch die medialen Anforderungen des Fernsehens geprägt war. Traber zeichnete in seinen Sendungen schon früh das Bild einer erhaltenswerten Natur und prangerte in ihnen immer wieder ökologische Missstände an. Im zweiten Teil meines Referates zeige ich am Beispiel der Sendereihe Hans A. Traber gibt Auskunft (1971–1976) auf, wie das Fernsehen in den 1970er Jahren als Forum für den sich neu politisierenden Umweltschutz diente. In der Sendung konnten Zuschauer_innen mittels Zuschriften auf Umweltzerstörungen in ihrer unmittelbaren Umgebung aufmerksam machen und Behörden sowie Gemeinden aufgrund Trabers Berichterstattung und hohen Einschaltquoten dazu zwingen Stellung zu beziehen. Der Wirkungsmacht von Trabers Sendungen waren sich auch Umweltschutzverbände bewusst und versuchten diese für ihre politischen Ziele nutzbar zu machen. Mein Referat nimmt so einen Fernsehautor als Akteur im Umweltschutzdiskurs in den Fokus und beleuchtet die zunehmende Politisierung der Naturdarstellung im Leitmedium der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie ihre Rolle im modernen Umweltschutz.