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Wer das Parfum von Patrick Süsskind noch nicht gelesen hat, sollte es unbedingt tun. Es ist die spannende Geschichte von Jean-Baptiste Grenouille der im 18. Jahrhunderts als Geruchsloser zur Welt kommt, als Einzelgänger aufwächst und zum allerbesten Parfümeur und grausamen Mörder wird.
Wie Jean-Baptiste möchte ich aus einer Vielzahl von offensiven Fähigkeiten der Spieler ein raffiniertes, ausgewogenes, edles und offensives Parfüm zusammenstellen.
Ein gutes Parfum herzustellen scheint nur vordergründig einfach. Doch ist es viel schwieriger als man denkt. Einen tiefgründigen Duft zu kreieren, der einem sofort fasziniert, in Erinnerung bleibt und positive Gefühle weckt. Ein gutes Parfum besteht aus einer Kopfnote, einer Herznote und einer Basisnote.
Ich entscheide mich für folgende Ingredienzen:
Die Kopfnote: Offensivleistung
Die Kopfnote nimmt man bei einem Parfum immer zuerst wahr. Sie bildet die Spitze der Duft-Pyramide. Die Kopfnote von einem Parfum ist der Geruch, der unmittelbar nach dem Aufsprühen wahrgenommen wird. Sie ist die offensichtlichste Note, macht sofort Eindruck und wirkt belebend und erfrischend.
Klar nehmen wir als Kopfnote das Offensichtlichste. Den effektiven offensiven Output eines Spielers. Diesen messen wir mit der Summe aus "non penalty Expected Goals" (npxG) pro 90Min und Expected Assist (xA) per 90 Min. Diese Summe bezeichnen wir als Expected Offensive Value (xOV). Sie zeigt, wie stark der Spieler an den Torchancen direkt beteiligt ist. Es ist die wichtigste Messgrösse für jeden offensiven Spieler. Selbstverständlich ziehen wir die Penalty xG ab, da sie das Resultat verfälschen.
Die untere Grafik visualisiert die besten Spieler aus den Top-5 Ligen anhand der Achsen npxG per 90 und xA per 90.
Es gib die "Vollstrecker" die vor allem starke Expected Goals (xG) Werte aufweisen, sich aber weniger kreativ beteiligen. Sie erhalten als Zielspieler die guten Pässe und Vorlagen und verwerten diese eiskalt. Die Knipser halt. Dann gibt es die sehr beliebten "Vorbereiter", die mit kreativen Aktionen und Pässen ihre Mitspieler regelmässig in gute Torabschluss-Positionen bringen. Und schliesslich gibt es die Eierlegenden-Wollmilchsäue, die sowohl-als-auch Vorlagen und Tore generieren können und egal was der Gegner unternimmt immer ein Ass im Ärmel haben.
Und schlussendlich gibt es noch die wenigen Super-Superstars, die Grenzen verschieben und fast mein Diagramm sprengen...
Die Herznote: Kreativität
Ist die Kopfnote eines Parfums verflogen, folgt die Herznote. Sie bildet die mittlere Ebene der Duft-Pyramide und prägt den Charakter eines Duftes. Sie ist harmonisierend und wärmend. Sie zeichnet sich meist durch ihr blumiges Bouquet aus, das meist erst nach einigen Minuten zum Vorschein kommt.
Um die Kreativität auszuweisen verwenden wir die Anzahl "Key passes per 90". Die Wyscout Definition lautet: "A pass that immediately creates a clear scoring opportunity for a teammate." In der Offensivleistung werden schon die Expected Assists ausgewiesen. Damit aber auch die genialen Pässe ohne Torschuss honoriert werden, nehmen wir die Key passes per 90 als eigene Dimension. Auch weil man in unserer Welt voller Normen und Standards die Kreativität nicht genügend würdigen kann.
Die Kreativität ist eine Fähigkeit die schwer zu erlernen ist und den Spieler unberechenbar macht. Sie zeigt sich oft unangekündigt und versprüht eine Magie auf dem Platz.
Die Kreativität kann aus einer banalen Situation heraus einen Schlüsselmoment für das Spiel und ein Erlebnis für die Fans machen. Auch macht sie einen Spieler resilienter, da sie rar ist und zusätzlich schwer zu erlernen ist. Die Spieler können sich mit diesen Merkmal deutlich von der Konkurrenz abgrenzen.
Bei den Key passes per 90 erreichen Topspieler Werte >1.2 pro Spiel. Als Zuschauer weiss man sofort, wenn man einen Key Pass gesehen hat. Unten sind die aktuellen besten Key Passer pro 90 Minuten der Top-5 Ligen abgebildet.
Das ist schon ein extrem starke Performance von Thomas Müller. Auch in der letzten Saison hat er beachtliche 1.4 Key passes per 90 erzielt. Der beste war in der Vorsaison Callum Hudson-Odoi von Chelsea mit wahnsinnigen 1.9 Keypässen pro Spiel.
"Harte Arbeit ohne Kreativität ist eine Verschwendung. Kreativität ohne harte Arbeit ist eine Tragödie,"
Die Basisnote: Dribbling
Die Basisnote ist das Fundament eines Duftes, sie rundet den Duft ab. Die Herz- und die Kopfnote bauen auf ihr auf. Der Übergang in die einzelnen Duftphasen verläuft langsam und ist fast nicht merklich.
Als Fundament kommt für mich nur das Dribbling in Frage. Die Essenz des Fussballs. Die Fähigkeit Spieler auszudribbeln ist das Kernelement jedes offensiven Spielers. Auch für defensive Spieler ist die Dribbling-Stärke Gold wert, da man sich damit aus brenzligen Situationen befreien kann. Das erfolgreiche 1vs1 ist die betörende Nachhaltigkeit der Offensiv-Spieler und hilft bei den Verantwortlichen und Fans in Erinnerung zu bleiben und Schwächephasen schneller überwinden zu können.
Klar, dass es auch wichtig ist, zu wissen wann man dribbeln soll.
"Wenn Du ein toller Dribbler bist, aber nicht weisst wann zu dribbeln, dann bist Du kein toller Dribbler." Junama Lilo
Die Dimension Dribbling weisen wir mit der Anzahl der erfolgreichen Dribblings per 90 aus.
Anbei die besten Spieler mit den meisten "Successfull dribbles per 90" gemäss Wyscout,
Adama Traoré ist seit einigen Jahren immer der stärkste Dribbler in den Top-Ligen gewesen. Mit einem überragenden Schnitt von 9.2 erfolgreichen Dribblings pro Spiel, dribbelt er wieder alle in Grund und Boden. Gerüchteweise soll Antonio Conte mit Tottenham an ihm interessiert sein. Im 3-5-2 von Conte würde er als Flügelverteidiger zum Einsatz kommen und nach dem ersten ausgespielten Gegenspieler noch mehr Raum für seinen Speed und seine Technik vorfinden.
Die Haupt-Ingredienzen für das Parfum Offensivleistung, Kreativität und Dribbling sind nun definiert. Jetzt geht es um die Mischung, die Raffinesse und die Ausgewogenheit. Auf die Mischung kommt es an.
Die besten Spieler pro Dimension und Kombination
Das ist schon spannend pro Parfum-Ingredienz und Dimension wie oben die besten Spieler auszuweisen. Jeder Spieler ist aber anders und hat auch in diesen drei Dimensionen eine verschiedene Ausprägung. Es ist wie bei den Denkpräferenzen. Jede Dimension ist bei jedem Spieler verschieden stark vorhanden, aber meist ist eine der Dimensionen ausgeprägter und dominant.
Viel spannender als eine einzelne Ausprägung ist die Kombinationen der Dimensionen. Um die verschiedenen Ausprägungen und Kombinationen zu visualisieren verwenden wir ein Venn-Diagramm aus der Mengenlehre. So können wir Quermengen und Kombinationen sichtbar machen, Ausprägungen kombinieren und auch die variabelsten Spieler finden, bei denen mehrere Dimensionen eine starke Ausprägung haben,
Um die Spieler fair zu Vergleichen und zu Selektieren haben wir pro Liga und Dimension Perzentilen verwendet. Nur herausragende Spieler mit einer Perzentile von 75 und mehr haben es in den Chart geschafft.
Daten Selektion Daten Provider: Wyscout Positionen: Nicht enthalten sind Torhüter, Innenverteidiger und defensive Mittelfeldspieler Spielminuten: Mindestens 750
Bundesliga
Jeder der unteren drei Kreise steht für eine der Dimensionen (Offensivleistung, Kreativität & Dribbling). Aus den Quermengen ergeben sich Total sieben Zonen und Kombinationen, in denen man die Spieler einteilen kann. Wer es überhaupt auf das Graph geschafft hat ist schon gut. Und nur wenige Spieler sind in zwei oder sogar allen drei Dimensionen herausragend. Ganz im Zentrum sind die Spieler zu finden, in allen drei Dimensionen herausragende Leistungen erzielen.
Anhand der Quermengen/Kombinationen können wir die besten kreativen Dribbler, die dribbelstarken Vollstrecker oder die kreativen Vollstrecker etc. visualisieren.
Die Spieler mit den besten Werten sind zuerst erwähnt.
Premier League
Serie A
La Liga
Ligue 1
Super League
Als Zugabe folgt noch die Schweizer Super League.
Die Kalkulation und Visualisierung von Quermengen kann auch in der Kaderplanung nützlich sein. So kann zum Beispiel festgestellt werden, dass eine Skill-Kombination nicht genügend breit abgedeckt ist.
Die Kategorisierung ist eine Schutzmassnahme unseres Gehirns, um die Vielfalt der Welt (und des Fussballs) "ertragen" zu können.
Trotz all den Informationen, Zahlen und Kategorien und meinem Versuch den Fussball und die Fähigkeiten-Kombinationen der Offensivspieler etwas verständlicher zu machen:
Es bleibt jederzeit die Gewissheit über die Einzigartigkeit jedes einzelnen Menschen und jedes einzelnen Spielers.
Im Fussball erzielen Stereotype keine Wettbewerbsvorteile. Ein jeder, ob gross oder klein, drahtig oder muskulös, schwarz oder weiss, schnell oder weniger, reich oder arm, alt oder jung, intelligent oder weniger... Jeder kann auf seine Weise einzigartig sein und zum Weltstar werden. Dies bedeutet auch, dass jedes Kind davon träumen kann, ein Fussball Superstar zu werden.
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