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Gerade eben fand ich auf Rollenspiel Blogs den Beitrag Gruppentrennung im Rollenspiel. Dort wurde darauf hingewiesen, wie mühsam es ist, wenn sich die Spielercharaktere auftrennen, und wie man dies als Spielleiter verhindern könnte. Selber interessiert mich allerdings mehr, wie ich dies problemloser erlauben könnte. Ich habe folgende Vorschläge:
- Man überspringt das getrennte Rollenspiel und lässt die Spieler danach die Szene zusammenfassen. Ich habe das mal in einem Mittelerderollenspiel getan. Die Gruppe befand sich zu Spielbeginn in einer Stadt. Ich wollte aber keine weitere Zeit mehr in dieser Stadt verbringen. Also begann ich den Spielnachmittag wie folgt: “Ihr befindet euch auf der Strasse nach Osten. Vor euren Augen rollen die Hügel, Raubvögel kreisen am Himmel, und ihr denkt zurück an die Stadt… Was blieb euch in Erinnerung? Jeder darf kurz von einer Sache berichten, die er gemacht hat. Eine Szene. Berni, fangen wir mit dir an…” Das hat ziemlich gut funktioniert und wurde von mehreren Spielern nachher lobend erwähnt. Vorteil: Pro Spieler gibt es genau eine Szene und keine Opposition, deswegen auch keine Kämpfe, Diskussionen, und so weiter. Die Sache wird in eine Retrospektive gezeigt und ist damit automatisch abgeschlossen. Wenn es um Informationsbeschaffung geht, erzählt der Spielleiter einfach kurz etwas passendes als Antwort und geht dann über zum nächsten Spieler. Als Faustregel würde ich maximal eine Probe erlauben.
- Viel anstrengender… Der Spielleiter führt sich auf wie ein Filmdirektor und hat das Zeitmanagement extrem im Griff. In unserer Song of Ice and Fire Runde hatten wir alle Mitglieder eines Hauses erschaffen und standen dann in einer gemischten Gruppe von Intrigenonkel, zweitem Thronerben, Schwertmeister, Ritter, Knappe, und Hundemeister vor dem Abenteuer. Wie bringt man all diese verschiedenen Gestalten in einer Szene unter? Gar nicht. Also leitete ich ein Abenteuer, wo es zu einem Überfall auf die Burg kam. Es gab zig Spuren und parallele Handlungsfäden. Einbrecher im Turm, Feuer im Arsenal, Flusspiraten, Mörder, Spuren durch das Bordell und Räuber im… Der helle Wahnsinn. Und um diese chaotische Stimmung zu unterstreichen, habe ich laut gesprochen, die Erzählungen abgeklemmt, auf den nächsten Spieler gezeigt… “Alles klar, das dauert eine Weile. Berni, was läuft bei dir?” Auch hier habe ich von allen Spielern eine positives Feedback erhalten. Nachdem sich dieses Schema aber ein paar Mal wiederholt hat, beschlossen wir, noch ein bis zwei Nebencharaktere zu erschaffen, welche wir bei Bedarf ins Spiel bringen könnten, damit es pro Szene nicht immer nur einen oder zwei Spielercharakter hat.
Habt ihr noch weitere Ideen? Eieruhr? Pokerchips zahlen für Unterbrüche? Spieler übernehmen alle Nichtspielercharaktere und Monster in Szenen? Meine beiden Vorschläge gehen davon aus, dass es in keiner Szene zu langen Würfelorgien kommt. Das liess sich nicht immer vermeiden, so dass ich ein oder zwei Mal dann halt drei Runden lang gekämpft oder diskutiert habe und dann den Fokus zum nächsten Spieler verschoben habe. Nicht perfekt, aber machbar.
Update: Rollenspiel mit getrennten Gruppen, Fortsetzung vom ursprünglichen Edalon Beitrag.
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