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Genf führte 2020 mit knapp 24 Franken pro Stunde den höchsten Mindestlohn der Welt ein. Eine Studie von José Ramirez, Professor an der Universität Genf, beleuchtet die Auswirkungen auf die Wirtschaftslage in Genf drei Jahre nach der Einführung.
Die Genfer Bevölkerung stimmte 2020 für einen gesetzlichen Mindestlohn, obwohl sich die kantonale Regierung damals dagegen aussprach. Noch im selben Jahr wurden Unternehmen dazu verpflichtet, ihren Mitarbeitenden mindestens 23 Franken pro Stunde zu bezahlen.
Anfang 2023 wurde der Betrag aufgrund der Inflation auf 24 Franken erhöht.
José Ramirez untersucht die Auswirkungen des Mindestlohnes auf die Wirtschaft des Kantons Genf.
José Ramirez hat nun die erste von vier geplanten Studien zum Thema veröffentlicht. Diese zeigt, dass die Wirtschaft den Mindestlohn gut verkraftet: Die Arbeitslosigkeit ist in Genf im Vergleich zur restlichen Schweiz nicht übermässig gestiegen, und es werden auch nicht mehr Grenzgänger verzeichnet.
Trotz der stabilen Wirtschaftsentwicklungen äussern Kritiker wie Pierre-Alain L’Hôte, Präsident des Genfer Gewerbeverbandes, weiterhin Zweifel. Er betont die Gefährdung des Wirtschaftsstandorts.
Da Genf nun teurer ist als der Nachbarkanton Waadt, besteht die Gefahr, dass Genfer Firmen nach Waadt abwandern, um so den Mindestlohn zu umgehen. Dies soll in einer der nächsten Studien von Ramirez untersucht werden.
Einen Bezahlartikel zum Thema, erschienen im Magazin «Tages-Anzeiger», finden Sie hier.