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Anna Riedo-Raemy erblickte als achtes von neun Kindern von Johanna und Arnold Raemy am 28. August 1924 auf der Alp Wissenbachara das Licht dieser Erde. Dort verbrachte sie auch ihre Jugendjahre. Die Schule besuchte sie im Schulhaus Lichtena. Im Winter musste sie den beschwerlichen Weg durch den tiefen Schnee täglich bewältigen. Nach der Schule diente sie als Magd bei mehreren Bauern im Sense-Unterland. Dort lernte sie Josef Riedo kennen, der auch aus dem Oberland stammte. Am 27. Oktober 1947 heirateten sie. Der Ehe entsprossen acht Kinder. Sie wohnten an verschiedenen Orten im Sensebezirk. Vom Heimweh geplagt, zogen sie wieder in ihre geliebte Bergwelt zurück. Das junge Elternpaar betätigte sich im Schwarzseegebiet, auf der Alp «Schlossisbödeli» und später auf der Alp «La Balisa» als Alphirten. Mit mehreren kleinen Kindern und einer stattlichen Anzahl Vieh musste Anna Riedo-Raemy viel arbeiten und kannte kaum Freizeit. Ohne zu klagen, versah sie ihre Aufgabe zum Wohle der Familie und der ihr anvertrauten Tiere. Wenn die Familie nicht auf der Alp war, wohnte sie in der Hürli, in Schwarzsee und später dann im Sahli. Als das Sahli verkauft wurde, zog die Familie in die Fuhra. Dort fühlte sie sich nicht wohl und litt sehr an den Umständen.
1969 konnten Josef und Anna Riedo-Raemy ins Stöckli Telmoos, im Haus ihres Schwiegersohnes Josef, zügeln. Hier fühlte sie sich sehr wohl. Erstmals in ihrem Leben hatte sie nun eine Waschmaschine und ein Badezimmer. Dort wohnte sie fast 50 Jahre und genoss bis zu ihrem Tod, am 7. April 2014, den wohlverdienten Lebensabend.
Viele Jahre ging sie im Sommer leidenschaftlich gerne Heidelbeeren sammeln, auch ging sie fürs Leben gern «z Bärg» und genoss auf den Bergen die wunderbare Natur. Was ihr auch sehr am Herzen lag, das waren ihre Enkel- und Urenkelkinder, die sie mit allerlei Süssigkeiten als Grossmueti so richtig verwöhnte. Sie war auch immer für zu einem Jass oder irgendeinem Gesellschaftsspiel bereit. Es machte ihr bis vor kurzem nichts aus, manchmal bis tief in die Nacht zu spielen. Die Jungen waren dabei öfters bis zum Umfallen müde, sie aber fragte: «Spielen wir nochmals?» Mit einigen Frauen traf sie sich fast wöchentlich zu einem Spielnachmittag, der manchmal bis in die Nacht dauerte. Sie pflegte aber auch den Kontakt zu ihren früheren Schulfreundinnen und freute sich riesig auf die gegenseitigen Besuche. Für ihre Familie war Anna Riedo-Raemy die Mitte und wird es auch immer bleiben. Eing.