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In den 1820/30er Jahren wurde der Strassenbau in alle Richtungen vorangetrieben, und bereits zu Zeiten der Pferdefuhrwerke bot dieser viel Stoff für angeregte Diskussionen. Dies natürlich nicht zuletzt wegen der Landabtretungen, wie wir unseren alten Protokollen entnehmen können.
Mit Aufkommen der ersten motorisierten Fahrzeuge mussten auch die Strassen angepasst werden, und so wurde manch ein Vorgarten für die Strassenverbreiterung zurückgesetzt, Steigungen wurden ausgeglichen und Brücken verstärkt. Geteerte Strassen waren in den 1930er Jahren der Stolz einer jeden Gemeinde. Besassen in unserem Dorfe anfänglich nur einige wenige Personen ein eigenes Auto (beispielsweise der Gemeindeammann), so brachte das Ende des Zweiten Weltkrieges eine starke Zunahme der Fahrzeuge und somit eine neue Strassenbaupolitik.
Ab 1954 übernahm der Bund die schweizerische Strassenplanung. Er tat dies unter anderem mit der Erstellung der Nationalstrasse. Ziel der Nationalstrassen war die Verbindung der grösseren Städte, die Führung des Transitverkehrs von Norden nach Süden und ein Anschluss an die grossen europäischen Fernverkehrsstrassen. So entstand auch die N1 Genf-Lausanne-Bern-Zürich-Winterthur-St. Gallen. Am 18. September 1969 konnte die Nationalstrassenstrecke Wängi-Wil-St. Gallen eröffnet werden.
Der Bau der Nationalstrasse ging jedoch nicht ohne Änderungen am Wilener Ortsbild vonstatten. Zum einen sei an den Kirchweg gedacht, der früher vom Gröttli bis hin zur Kirche St. Peter führte. Heute endet die Kirchstrasse an der Einmündung in die Hubstrasse, und dies, obwohl damals über hundert Stimmbürger ein Begehren unterzeichneten, dass dieser Weg unbedingt erhalten bleiben müsse, da er die kürzeste Verbindung nach Wil darstelle und schon seit ältester Zeit als Strasse nach Wil benutzt worden sei. Mit diesem Begehren fanden die Stimmbürger jedoch wenig Gehör.
Stattdessen wurde die Dorfstrasse/Wilenstrasse verbreitert und mit einem Gehsteig versehen. Wie auf obigen Abbildungen ersichtlich, mussten einige Häuser der Strassenverbreiterung und der Autobahn weichen. Dennoch freuten sich die Leute über die neue Strasse, die Fortschritt verhiess.
Text: Daniela Wiesli