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Bären in der Schweiz
Bisher wurde im Jahr 2023 kein Bär auf Schweizer Boden nachgewiesen. Das Jahr 2023 bildet dabei eine Ausnahme. In den vergangenen Jahren wurden fast jedes Jahr einzelne, männliche Bären auf Schweizer Boden gesichtet.
Vorkommen in der Schweiz
Der erste Bär in der Schweiz wurde im Sommer 2005 im Schweizerischen Nationalpark fotografiert. Seither kam es beinahe jährlich zu Sichtungen, mit Ausnahme der Jahre 2006, 2009 und 2023.
Beobachtungen und Nachweise werden meistens während der warmen Monate (ungefähr April bis Oktober) gemacht. In den Wintermonaten halten die Bären meistens Winterruhe und sind dadurch nicht beobachtbar.
Bei den bisher in der Schweiz nachgewiesenen Bären handelte es sich ausschliesslich um Männchen. Die eingewanderten Bären werden nach Möglichkeit durch DNA-Analysen genetisch identifiziert. Sie blieben unterschiedlich lange, einige nur einige Tage, Wochen oder Monate, einer, der Berühmtheit erlangte (M29), fast vier Jahre. Alle sind über den Kanton Graubünden eingewandert und stammen aus der italienischen Population im Trentino ab. Der Raum zwischen dem Trentino und den Bündner Alpen ist durchgehend gebirgig und waldreich, zudem erleichtern einige Korridore die Wanderungen zwischen dem Schweizerischen und dem italienischen Nationalpark. Die Einwanderung der Bären ist deshalb nicht erstaunlich. Die Männchen sind auf der Suche nach Weibchen und möchten eigene Reviere etablieren. Abgesehen von M29 zogen alle nach ihrer erfolglosen Partnersuche wieder aus dem Land, oder fanden hier ihren Tod durch den Verkehr oder einen bewilligten Abschuss, nachdem sie gemäss Konzept Bär Schweiz als Risikobär eingestuft wurden.
Seit 2005 wurden 21 Bärenbesuche in der Schweiz registriert. Die meisten blieben ein paar Monate. Die Bären wandern aus der Schweiz meist nach Italien oder Österreich ab. M73, welcher im Jahr 2021 einen Sommer lang im Engadin unterwegs war, wies man beispielsweise im Folgejahr mehrmals in Österreich nach (Grafik: KORA, Stand: 16.10.2023).
Grenznahe Bären
Die nächsten residenten (sesshaften) Bären der Trentinopopulation befinden sich ungefähr 40km von der Schweizer Grenze entfernt. Im Jahr 2021 wurden dort 73–92 Bären geschätzt (ohne Jungtiere). Die dortigen Bären stammen von zehn Tieren ab, welche zwischen 1999 und 2002 aus Slowenien umgesiedelt wurden, um die Restpopulation von nur noch 3-4 Bären in den Alpen zu stützen. Der Braunbär (Ursus arctos) ist in der Schweiz per Jagdgesetz geschützt. Mangels Reproduktion ist er zudem in der Schweiz als ausgestorben gelistet – trotz durchziehender Tiere.
Die Spuren des Braunbären sind unverkennbar. Die Hinterpfote, von der häufig die ganze Fusssohle abzeichnet, ist länger als breit und kann bei adulten Bären bis zu 22 cm lang sein. Die Grösse ist vom Alter des Tieres abhängig und kann bei einem sehr jungen Bären sogar im Bereich einer Dachsspur liegen. (Bild: © Daniela Nagl)
Unser Auftrag
KORA ist vom Bundesamt für Umwelt BAFU für das schweizweite Monitoring der Grossraubtiere (Wolf, Luchs, Bär) beauftragt. Mit Monitoring ist die systematische Überwachung von Vorgängen oder Prozessen anhand von Parametern wie Populationsgrösse, Lebensraumbedingungen, Bedrohungen oder Akzeptanz gemeint. Wir liefern Informationen über den Status der jeweiligen Tierart und über dessen zeitliche Entwicklung. Das Monitoring ist wissenschaftlich abgestützt und arbeitet mit verschiedenen Methoden (beispielsweise DNA-Analysen) und Partnern, wie beispielsweise die kantonale Wildhut, zusammen. Im Bärenmonitoring wird mangels Vorkommen bisher in der Schweiz keine systematische Forschung betrieben. Das Monitoring wird durch die gute Zusammenarbeit mit der Wildhut der Kantone (beim Bären v.a. Kanton Graubünden) und Zufallsbeobachtungen gewährleistet.