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Ab August soll eine Expedition nach dem Wrack jenes Flugzeugs suchen, in dem sich der Polarforscher und Entdecker Roald Amundsen bei seinem Verschwinden im Jahr 1928 befunden hat.
81 Jahre nach dessen mutmasslichen Flugzeugabsturz begibt sich die norwegische Marine erneut auf die Suche nach dem Polarforscher und Entdecker Roald Amundsen (1872-1928). Wie die Armee in einer Aussendung mitteilte, soll Ende August von der nordnorwegischen Stadt Tromsö aus eine mit modernster Ortungstechnik ausgestattete Expedition aufbrechen. Damit will man endlich das Wrack jenes Flugzeugs finden, mit dem Amundsen zuletzt geflogen war. Doch ob die Maschine am Ende tatsächlich gefunden wird, will niemand der am Projekt beteiligten voraussagen. Das grösste Problem: Der Absturz ist mittlerweile 81 Jahre her - und in dem Gebiet wird auch mit Hilfe von Schleppnetzen gefischt. Die verräterischen Trümmer könnten also längst woanders liegen.
TV-Firma an Bord
An der Suche beteiligt sich ausserdem die deutsche Produktionsfirma «Context-TV», die bereits in die Suche nach den Wracks der «Titanic» und der «Bismarck» involviert war. Weitere Akteure bei der Expedition sind das norwegische Luftfahrtmuseum sowie der norwegische Waffen- und Schiffsbauer Kongsberg.
Amundsen war im Juni 1928 auf einem Suchflug nach dem damals mit seinem Luftschiff vermissten italienischen Polarforscher Umberto Nobile verschwunden. Nobile, der den Nordpol mit einem Ballon erreichen wollte, sowie seine Mannschaft wurden später im Treibeis lokalisiert und gerettet. Amundsen blieb dagegen verschollen. Norwegische Fischer sichteten fünf Jahre später im Meer Wrackteile, die vermutlich von Amundsens Flugzeug stammten. Die Bergung der Wrackteile misslang jedoch.
Schon der Start sah irgendwie sonderbar aus. Als das Flugboot «Latham 47.02» am Nachmittag des 18. Juni 1928 das nordnorwegische Tromsø verliess, bemerkten Schaulustige, dass die voll beladene Maschine sehr lange brauchte, um abzuheben. An Bord des französischen Doppeldeckers war ein Star: Norwegens Nationalheld Roald Amundsen, der Bezwinger des Südpols. Zusammen mit einer französisch-norwegischen Besatzung unter Führung des Piloten René Guilbaud brach er zu einer Rettungsmission auf: Es galt, den italienischen Luftschiffkapitän Umberto Nobile und dessen Mannschaft zu finden. Sie waren mit ihrem Luftschiff «Italia» nach einer Nordpolexpedition im Mai 1928 verunglückt. Amundsen kannte Nobile gut. Mit ihm und dem Amerikaner Lincoln Ellsworth war er zwei Jahre zuvor über den Pol nach Alaska geflogen. Nun war Nobile in Gefahr - und obwohl Amundsen und ihn nicht unbedingt Freundschaft verband, machte sich der Entdecker auf die Suche nach seinem Kollegen. Es war eine Suche, die er selbst mit dem Leben bezahlen sollte. Der Funkverkehr mit der «Latham 47.02» brach knapp drei Stunden nach dem Start ab. Flugzeug und Besatzung verschwanden spurlos - bis heute.