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Am Mittwoch den 10. Oktober 2006, verlassen wir Kalgoorlie und
fahren südlich nach Coolgardie, wo
der Holland
Track beginnt.
Für diejenigen, welche sich für die Geschichte
des Holland Tracks interessieren, hier eine kleine Einführung:
Im September 1892 wurde in Fly Flat, in der Nähe
von Coolgardie (etwa 500 km östlich von Perth) Gold
gefunden, was einen Goldrausch auslöste.
Eine damalige Zeitung schrieb: "Es scheint, als ob in Perth und Fremantle
jedermann mit Zelten, Pickeln, Schaufeln und Schüsseln herumläuft,
oder denn am organisieren des entsprechenden Materials ist." Tatsächlich
waren diese Utensilien bei den lokalen Händlern ausverkauft, da sich ein
konstanter Strom von Männern ostwärts in Richtung der Goldfelder
bewegte.
Die wenigsten waren erfahrene Bergbaufachleute, die meisten waren normale Büroangestellte,
Ladenbesitzer, Landarbeiter etc.. Sie waren in Wagen, auf Pferden oder
zu Fuss unterwegs und trugen ihre Ausrüstung oder schoben sie in Schubkarren.
Die Strassen von Albany waren bald auch voll von Glücksuchenden, welche per Schiff von den weiter östlich gelegenen Staaten anreisten.
Viele dieser "dahergelaufenen" (fremde Fötzel) fuhren dann mit der neu errichteten Great Southern Railway weiter nach York oder Northam, wo sie sich das benötigte Werkzeug kauften um sich dann auf den beschwerlichen Weg nach Osten bis zu den Goldfeldern machten.
Da es immer wichtiger wurde, eine Stadt mit Bahnanschluss nahe den Goldfeldern zu haben, wurden von vielen Städten aus mehrere Versuche unternommen, neue Routen zu erkunden.
Die meisten dieser Versuche mussten mangels Wasser, oder wegen der undurchdringbaren
Natur abgebrochen werden. Von einigen hat man auch nie mehr etwas gehört.
Dann hatte John Holland, ein lokaler Sandelholz Transporteur und Kängurujäger die Idee, direkt einen fertigen Track durch den Busch anzulegen, welcher dann auch gleich als Versorgungsstrecke für die Mannschaft verwendet werden konnte. Begleitet wurde er von den Gebrüdern Rudolph and David Krakouer und John Carmody,
alles lokale Leute. Sie starteten das Unternehmen mit fünf Ponys, wobei eines einen Karren mit 100 Gallonen Wasser und ihrem Proviant zog.
Schon nach ein paar Tagen waren sie damit beschäftigt,
sich ihren Weg durch dickes Unterholz zu schlagen. Jeden
Morgen ritt Holland alleine bis 30 km voraus und suchte
nach Wasser. Die gefundenen Wasserstellen waren meist Felslöcher
und feuchten Stellen am Rande von Granitplatten.
Die Gruppe erreichte Gnarlbine Rock, in der Nähe von Coolgardie, zwei Monate und vier Tage nachdem sie in Broomhill gestartet waren.
Auf dem neuen Track betrug die Reisezeit von Broomhill
bis Coolgardie nun etwa zwei Wochen. Wie vorauszusehen
war, wurde der Track sofort von hunderten von eifrigen,
goldhungrigen Schürfern benutzt.
Der Track wurde auch von Pferde- und Kamelkarawanen benutzt
um die Goldfelder mit Lebensmitteln und Material zu versorgen.
Die Erweiterung der Bahnstrecke von Northam nach Coolgardie bedeutete jedoch bereits drei Jahre das Ende der regelmässigen Benutzung des Holland Tracks.
Für einige Jahrzehnte wurde der Holland Track beinahe
vergessen. In den 1920-er Jahren spielten teile der Route eine wichtige
Rolle beim erschliessen der des Getreideanbau-Regionen Pingrup,
Lake Biddy and Newdegate. Teile des Tracks wurden in das
Strassennetz der Agrarwirtschaft aufgenommen. Aber der wenige
Regen nördlich des Kaninchen-Haags hat keine Farmer
angezogen. Der nördliche Teil des Holland Tracks verschwand
endgültig in der Natur
....
In den 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde von verschiedenen 4WD
Enthusiasten der Versuch unternommen, Teile des Holland Tracks aufzuspüren.
Im November 1992 wurde der Track neu gemacht indem ein Traktor mit einer Art
Rechen (Harke), einem Kompass-Kurs folgte. Obwohl die Erbauer heute mechanische
Geräte verwenden konnten, bekamen sie einen guten Einblick in die Grössenordnung
der Arbeit von Holland und seinem Team.
1995 wurde eine Karte uns ein kleines Buch publiziert, das die Off-Roader ermutigt, den Track zu fahren. Heute wird die Strecke vom Toyota Landcruiser Club unterhalten.
Thanks guys, you are doing a great job!
Wir werden den Holland Track mit zwei OKAs bereisen, unserem
OKA NT 01 und Peter und Margaret Wrights OKA 196. Peter and
Margaret werden zudem einen Bootanhänger ziehen, da
sie direkt von Kalumburu (wo sie in den nördlichen Kimberlys überwinterten)
kommen und nach Adelaide unterwegs sind. Wir wissen nicht
ob wir durchkommen, da der Track für normalgrosse 4WD-Fahrzeuge
gemacht ist, aber wir werden ja sehen.
Hinweis: Wenn du als Tourist mit einem gemieteten 4WD-Fahrzeug
vor hast diesen wunderbaren Track zu fahren, dann frage zuerst
beim Vermieter nach, ob er dies auch erlaubt. Viele interessante
Tracks sind nämlich für alle Mietfahrzeuge gesperrt,
weil die mitgeführte Ausrüstung nicht ausreicht,
weil die Wahrscheinlichkeit stecken zu bleiben oder einen
Defekt zu haben gross ist und weil der Aufwand einer Bergung
so gross ist, dass die Versicherungen nicht bezahlen.
Anhand der Wettervorhersage sollten die nächsten paar
Tage schön und sonnig sein. Das ist gut so, denn der
Holland Track ist bekannt dafür,
dass er bei Regen sehr schwer, bis gar nicht befahrbar ist.
Wir erreichen die Naturstrasse kurz nach Coolgardie als wir in die Victoria
Rock Road einbiegen.
Schon kurz danach erreichen wir den ersten Höhepunkt: Gnarlbine Rock.
Wir erforschen den Brocken und finden schöne Felsformationen.
Man kann gut sehen wie die Natur ganze Teile wegsprengen
kann.
Obwohl der Sand trocken ist und die
Tagestemperaturen über 30°C betragen blühen die Blumen am
Fuss Felsens.
Wir fahren weiter bis zum Victoria
Rocks Nature Reserve wo wir über Nacht bleiben.
Am Donnerstagmorgen wandern wir über und rund um den Fels.
Die Damen sind mit fotografieren beschäftigt.
Auch versuchen das grosse Gnamma Hole zu finden, das westlich
des Felsen sein soll, finden aber nur ein paar Wasserpfützen.
(Gnamma Holes sind Wasserlöcher welche von den Aboriginis
gebraucht werden und die normalerweise mit Steinen abgedeckt
sind um sie vor Verunreinigungen und Tieren zu schützen)
Ruedi und Peter beschliessen die OKAs zu schmieren, somit
haben Susi und Margaret viel Zeit sich noch einmal um die
Gnamma Holes zu kümmern .... und um weitere Blumen zu fotografieren!
Auf dem Felsen wohnen viele Drachen. Sie sind überall!
Es ist lustig ihnen zuzusehen wenn sie wegrennen, da sie sich, im Gegensatz
zu Echsen, aufrichten und nur auf den Hinterbeinen rennen.
Neben vielen anderen Blumen finden Susi und Margaret auch
eine Donkey Orchidee.
Wir fahren weiter südlich und biegen zum Pigeon Hole ab.
Der Track ist sehr schmal. Zusätzlich ragen Äste von Bäumen
in den Track hinein und dies auf einer Höhe, dass beide OKAs Mühe
haben nicht zu viele Bäume und Äste abzubrechen. Da spürt man,
dass der Track eben nicht für solch
grosse Fahrzeuge gemacht ist.
Trotz aller Vorsicht sammeln wir viel Brennholz ....
Das Wasserloch am Pigeon Hole hat frisches Wasser, ist
aber von einem Schwarm Bienen umgeben, so dass wir nicht
allzu nah ran gehen.
Den müden Reisenden wird ein schöner Sonnenuntergang präsentiert
....
Am Freitagmorgen kommen wir an einem Bereich vorbei, wo
beide Seiten des Tracks mit den verschiedenartigsten Blumen
bedeckt sind.
Es gibt so viel zu entdecken, die verschiedenen Farben,
Formen und Spezialitäten .... Susi und Margaret könnten Stunden
bleiben, aber die Männer werden ruhelos ...
Auch finden wir einen entlang des Tracks einen Blazed Tree
(Bäume mit alten Markierungen von Erforschern oder Erbauern).
Dann stossen wir auf viele reife Quadongs. Wir sammeln einen
Hut voll der Früchte und verarbeiten sie später zu Konfitüre.
Das Resultat ist recht gut und die Konfitüre schmeckt
wie eine Solche aus Hagenbutten, nur etwas stärker.
Der Track ist interessant und die Szenerie wechselt laufend
und manchmal ist er auch anspruchsvoll. Wir haben viel Spass
und keine ernsthaften Probleme.
Am Thursday Rock hat es wieder einmal
interessante Gesteinsformationen.
Wieder versuchen wir die im Reiseführer erwähnten
Wasserstellen am Rand des Felsens zu finden, haben aber auch
dieses Mal kein Glück.
Alles was wir finden sind einige Pfützen und schöne Dekorationen
aus Flechten. Was wir bis anhin auch nicht wussten ist, dass
eine Flechte eine Symbiose einer Alge und eines Pilzes ist.
Mit uns als Pfadfinder währen John Holland und seine Mannschaft wohl hier
draussen schon längst verdurstet!
Rund um eine Stelle mit hohem Grass herum finden wir wieder
eine andere Auswahl an Blumen. Papierblumen und .... die
rosarote könnte eine Orchidee sein ... , die
blaue eine Lobelia ... aber einmal mehr hilft das Blumenbuch
bei der
Identifizierung nicht weiter.
Wir können es den Autoren
nicht verübeln!
In West Australien gibt es etwa 10'000 identifizierte Wildblumen
und weitere tausende warten auf ihre Klassifizierung.
Letztes Jahr wurden Teile der Vegetation im Bereich des Holland Tracks durch
Buschfeuer zerstört.
Wir sehen, dass die vom Buschfeuer betroffenen Bereiche, diejenigen sind wo
die meisten Blumen blühen.
Irgendwie macht das aber auch Sinn, da die Konkurrenz um Licht und Wasser auch
den kleinen Pflanzen eine Chance lässt.
Es ist einfach wunderschön, diesen Track zu befahren.
Wir fahren bis zum Diamond Rock,
wo wir eine kleine Wanderung unternehmen.
Es ist unverständlich, dass es Leute gibt, die auf diesen Felsen herumfahren
müssen.
Es zerstört die wenige Vegetation und hinterlässt für viele
Jahre Spuren. Idioten!
Das ist genau das, was zu Verboten führt.
Um das zukünftig zu verhindern, hat CAML Schranken aufgebaut.
Der Nächste Halt ist beim Agnes
Gnamma Hole.
Das Wasserloch liegt direkt neben dem Track und hat Wasser von guter Qualität.
Das Gnamma Hole ist nach Hollands Frau Agnes benannt.
Sie war die erste Frau, welche den neuen Track bereiste. Sie war damals 20
Jahre alt und begleitete John im Dezember 1893 bei seiner zweiten Reise zu
den Goldfeldern.
Sie starb im Mai 1894, als erste Frau in Coolgardie, an Typhus.
Agnes und John Holland sind beide in Coolgardies Pionier
Friedhof beerdigt.
Wir fahren weiter südlich bis über den Ewing
Rock hinaus.
Der Track wird schmaler und überwachsener.
Langsam bekommt der OKA den "Holland Track
Look" ...
grüne Markierungen and den Seiten, von den Sträuchern ...
Wir erreichen den Krakouer Rock (benannt
nach den Krakouer Brüdern, welche
zusammen mit John Holland den Track bauten) wo wir über Nacht
bleiben.
Wir machen einen Eintrag im "Logbuch" am Felsen, welches aus einem Glas besteht,
in welches man einen Zettel mit seinen Angaben legt.
Es ist lustig zu lesen, wer kürzlich hier war und was für Kommentare sie hinein
geschrieben haben.
Während der Nacht wetterleuchtet es und es fallen
ein paar tropfen Regen.
Am Samstag, den 21.Oktober sehen wir nördlich, hinter uns,
Regen fallen.
Wir sind gespannt, wie der Track heute zu befahren ist.
Bei unserer Fahrt südlich, kommt uns ein Fahrzeug
entgegen uns hält an.
Nach 4 Tagen alleine auf dem Track Unterhalten sich die Männer mit dem Fahrer
und tauschen Details über den Zustand der Strecke vor uns aus ....
.... die Frauen (inklusive der Frau aus dem anderen Fahrzeug!)
gehen Blumen anschauen
....
Da es sich hier um einen sandigen Bereich handelt, finden
Susi und Margaret viele Blumen, die sie vorher noch nicht
gesehen haben.
Kurze Zeit später erreichen wir einen Abschnitt wo es gestern
geregnet haben muss.
Die "Zeichnung" auf dem Track ist interessant. Es tut uns beinahe
Leid darüber
weg zu fahren und damit das "Gemälde" zu zerstören.
Der Verlauf der Strecke wurde in der Vergangenheit, wegen
Schäden an der Fahrspur, geändert.
Aber auch der neue Teil zeigt bereits wieder schwer befahrbare Stellen, die
von den Fahrzeugen umfahren werden.
Wegen der Breite der OKAs können wir die Umfahrungen teils nicht benützen,
haben aber wegen der hohen Bodenfreiheit auch keine Probleme mit den Stellen.
Der Holland Track ist bekannt, dass wenn er nass ist, beinahe
unpassierbar ist. Das durchfahren des Tracks dauert einige Tage. Wenn einen
der Regen auf dem Track erwischt, muss man sich entscheiden, ob man ausharren
kann, oder durchfahren muss. Wenn man durchfährt fügt man dem Track
natürlich
sofort enorme
Schäden zu.
Wir fahren weiter zum Centenary
Rock.
Im Verlaufe des Tracks werden an historisch interessanten Orten über UKW-Radio
auf 100 MHz Touristische Informationen ausgestrahlt; Centenary Rock ist einer
dieser Orte. Die Sender sind sehr schwach und können in der unmittelbaren
Umgebung der Orte empfangen werden. Eine sehr gute Idee.
Auf dem sandigen Track fahren wir weiter.
Hier müssen die Buschfeuer wesentlich schneller durchgezogen sein und
somit weniger destruktiv gewirkt haben. Die Natur hat sich bereits gut erholt
und
der Track wird schon bald wieder überwachsen sein.
Ein weiteres Fahrzeug kreuzt uns. Hey ... da herrscht ja
Stossverkehr!!
Heute Samstag haben wir natürlich mit etwas mehr Verkehr zu rechnen, da
sicher viele Off-Roader übers Wochenende etwas erleben wollen.
Wir erreichen den State Barrier Fence wo
wir einige schöne Arten von Featherflowers finden.
Dieser 260 km lange Haag führt vom No. 1 Rabbit
Proof Fence nördlich der Getreideanbau-Stadt
Bonnie
Rock,
bis hierher und wurde 1954 gebaut um die Emus von den Anbaugebieten
fernzuhalten.
Der Bau musste hier, mitten im Nichts gestoppt werden, da die dafür von der
Regierung gesprochenen Mittel aufgebraucht waren
.....
Wir fahren durch das Jilbadji Nature
Reserve und erreichen Sandalwood Rocks.
Als John Holland hier übernachtete, hatte es einige Gruppen von Sandelholzbäumen,
aber nicht ein Baum hat den Kahlschlag für die Versorgung der Minen überlebt.
Auch das Gästebuch bei den Sandalwood Rocks ist speziell: Man verewigt
sich und seine Details auf flachen Steinen.
Der Track wird eng und kurvenreich. Gottlob
hat es keinen Gegenverkehr!
Wir übernachten nahe der Bounty
Gold Mines.
Ein herumlungerndes Gewitter generiert schöne Farben am Himmel.
Genau als wir mit dem Essen fertig sind, fallen die ersten Tropfen ..... eben
genug, dass wir uns verkriechen müssen
....
aber für den Rest der Nacht bleibt es trocken.
Am Sonntagmorgen fahren wir auf dem Track weiter; er wird
immer schmaler ....
... und manchmal auch etwas zu schmal
...
Beim wegräumen dieses, durch uns gebrochenen Baumes, haben wir zuwenig auf
seine Höhe geachtet und Peters Wagen nur um 20 cm verfehlt ...
Wir erreichen das Mallee Fowl's Nest, aber es ist verlassen.
Wir können den Vogel verstehen. Der Track ist praktisch um sein Haus herum
gebaut worden!
Kurz darauf müssen wir hart auf die Bremsen stehen.
Ein Thorny Devil (Moloch horridus) sitzt mitten auf dem
Weg und ist bereit sich mit den OKAs anzulegen ...
Er bewegt sich nicht, was immer wir auch tun .... auch auf hupen reagiert er
nicht (kein Wunder bei dem Horn das der OKA hat!!!!) ..... also raus aus dem
Wagen
....
ihn umlaufen .... nada - er steht einfach da und starrt auf die Wagen.
Peter nimmt das Tier in die Hand und setzt es neben dem Track neben einen rötlichen
Stein.
Fasziniert sehen wir zu, wie er seine Farbe innert kürzester Zeit von grünlich
auf rötlich ändert und sich so der Umgebung anpasst.
So wie wir weiter wollen kommen uns von der anderen Seite
3 Fahrzeuge entgegen.
Sie kommen zu uns auf einen Schwatz und können kaum glauben, dass wir
mit unserem Monster von Fahrzeug, den für Toyotas
und ebenbürtige Fahrzeuge gebauten Track, durchfahren können.
Dann fahren sie ihre Wagen auf die Seite, so dass wir mit dem OKA
passieren können
(in der Regel macht das kleinere Fahrzeug Platz).
Ihre Kinnladen schlagen beinahe auf den Boden auf, als hinter uns noch ein
zweiter OKA kommt und der erst noch ein Bootsanhänger hinterher schleppt.!
...
und wir amüsieren uns köstlich.
Wir kommen an einigen grossartigen Plätzen mit Blumen vorbei:
Featherflowers, Waxflowers, Clawflower,
Grevilleas,
Smokebush
...und dann gibt das Blumenbuch wieder auf ....
Als wir die Hyden - Norseman Road erreichen,
wo der Holland Track endet, beschliessen wir auf dem John
Holland Way weiterzufahren.
Bis zum tiersicheren State
Barrier Fence ist der Track gut und auch gut unterhalten,
danach ist es allerdings eine andere Geschichte .... er
wird wirklich grässlich schmal.
Die Strecke direkt vor dem Emu Rock wurde offensichtlich seit einiger Zeit
nicht mehr befahren und beschäftigen uns mit "bush-bashing",
das heisst, wir schlagen unseren Weg durch den überwachsenen Track und drücken
alles was uns in den Weg kommt seitlich weg. Dazu sind schliesslich die Seile
vorn am OKA da und darum sind auch die Kanten des Aufbaus so stark.
Das, den Emu Rock umgebende Buschland,
blüht in lebendigen gelben Farben.
Das wirkt gut gegen den roten Untergrund.
Von da an ist der Track angenehm zu befahren.
Offensichtlich kommen die Besucher dieses Felsens selten von Norden.
Weiter geht's, am Modesty
Rock vorbei, zum Lake
Carmody.
Wir scheinen auf wenig befahrenen Strassen unterwegs zu
sein. Der Regen hat alle Reifenspuren verwischt und so ist
es einfach Tierspuren zu sehen.
Jeden Tag finden wir Gebiete mit neuen Pflanzenarten die studiert
werden müssen.
Einige der Pflanzen, wie die Coneflowers, enthüllen ihre
Schönheit erst, wenn man genau hinschaut.
Wir kommen zum Dragon Rocks und sind überrascht
wie gut originale Teile des über 100 Jahre alten Tracks erhalten
sind!
Wir bleiben hier über Nacht und geniessen nach dem schwülen Tag mit über
30°C
ein wohlverdientes Panache (Bier mit Zitro (D: Limo)).
Der Montag zeigt sich bewölkt.
Auf unserem weiteren Weh gen Süden sind wir wieder von blühender
Landschaft umgeben.
Featherflowers, Eucalyptus, Bottlebrush, und die Curly Grevillea
....
Von Lake Biddy ist nicht mehr viel übrig.
Der Kühlschrank am Strassenrand, der heute als Briefkasten verwendet wird,
ist einer grossen Huntsman und einer Redback
Spider
bewohnt (wir hatten kein Bedürfnis der Redback zu Nahe zu kommen ....
sie ist die giftigste Spinne Australiens).
An einem Wassertank füllen wir unsere Reserven auf.
Obwohl wir brav unseren Wasserbezug von etwa 200 Litern im Buch eintragen,
bekommen wir nie eine Rechnung. Danke der Gemeinde von Lake Biddy (die werden
sich schön amüsiert haben)!
Beim Silver Wattle Hill Nature Reserve schauen
wir uns Wagenspuren des originalen Holland Tracks an, aber
sie sind wesentlich weniger ausgeprägt als die bei den Dragon
Rocks.
Wir kommen zum Holland Tank und untersuchen
die Wasserfassungsanlage am Holland
Rock.
Das, auf den grossen Felsen gefallene Regenwasser, wird mit Hilfe kleiner Mauern
in ein Rohr geleitet welches zum Tank führt.
Der Tank hat kleine undichte Stellen, was einigen Tieren die Möglichkeit
bietet auch einen Anteil des Wassers zu bekommen.
Wir suchen auch die verschiedenen Gnamma holes auf der
Felsoberfläche.
Sie scheinen gut unterhalten zu werden; das Wasser darin ist sauber.
Später erreichen wir die Umgebung des Chinocup
Nature Reserves mit seinen Salzseen
und bleiben über Nacht beim Lake Altham.
Da wir immer mehr südlich fahren, gehen die Temperaturen langsam herunter,
mit weniger als 30°C am tag und weniger als 15°C in der Nacht.
Am Dienstag ist es windig, recht kühl und der Himmel ist
bedeckt, aber bis wir Gnowangerup erreichen
ist das Wetter bereits wieder besser.
Es ist offensichtlich, dass wir den Landwirtschaftsbereich
erreicht haben.
Die Traktoren, welche zum bewirtschaften der Felder verwendet
werden, haben sich im Laufe der Zeit stark verändert ....
Später am Tag erreichen wir die Stirling
Ranges, wo wir gleich ausserhalb des Stirling
Ranges National Parks einen guten Schlafplatz finden.
Da der Park für seine Blumen (im speziellen die Orchideen), seine Wanderungen
und Aussichten bekannt ist, hoffen wir für Morgen natürlich auf gutes Wetter.
Während der Nacht fallen einige Regentropfen und die Temperatur
fällt auf unter 10°C.
Am Mittwochmorgen ist das Wetter besser und wir machen
uns auf die Socken um den Bluff
Knoll zu besteigen.
Dieser 1'073 Meter hohe Berg ist der einzige Ort in West Australien, wo jedes
Jahr im Winter ein paar Schneeflocken fallen.
Der Höhenunterschied zwischen dem Ausgang der Wanderung und der Spitze beträgt
rund 1'000 Meter.
Der Aufstieg ist hübsch und wir können schön den Wechsel
der Umgebung zu bewundern.
Mit der Zeit wird der Bewuchs immer weniger hoch und wir sehen immer weiter
in das weite Land hinaus.
Während des Aufstiegs gibt es viel zu
sehen, von den interessanten Raupen .... über Drumsticks
(Kingia
australis); Nein, es ist kein Grasstree oder Black-Boy (Xanthorrhoea
preissii)! ...
... bis hin zu Blumen ... Dampiera, Velleia, Red Pea,
die grandiose Southern Cross, Bottlebrush, Darvinias.
Immer wieder müssen wir anhalten und die Aussicht
geniessen.
Oben gibt's nun was zu futtern.
Peter bemerkt weit weg, aber noch innerhalb des National
Parks ein verdächtiges Feuer und ruft über sein
Globalstar Satelliten- und gleichzeitig CDMA Mobile-Phone
(wenn man sich im Empfangsbereich von Mobile-Phones bewegt,
so wird diese Infrastruktur benutzt, ausserhalb davon die
der Satelliten-Kommunikation. Die Gebühren sind immer
die des normalen Mobile-Phones. Das Satelliten-Telephon funktioniert
aber vielfach nicht) die 000 Alarmzentrale (Polizei, Feuerwehr,
Ambulanz) an.
Nachdem er nur zwei Mal weiter verbunden wird, hat er bereits das Department
of Conservation and Land Management CALM
in
Perth am Telefon.
Peter wird dass der Brand vom Kontrollierten Abbrennen (controlled burning)
stammt und alles unter Kontrolle ist.
Wir sind beeindruckt!.
Der Berg wird von Reptilien alle Grössenordnungen bewohnt
(nein, keine Krokodile).
Der Goana rechts ist mindestens 50 cm lang und so an die Wanderer gewöhnt,
dass er sich von uns überhaupt nicht gestört fühlt und genüsslich weiter seine
Ameisen mampft.
Auf dem Weg zurück zu unserem Schlafplatz halten wir noch
beim Paper
Collar Creek, der bekannt ist für seine verschiedenartigen
Orchideen. Susi und Margaret stolpern im wahrsten Sinne
über eine
Leopard
Orchid,
viele
Common Mignonettes, und eine Art Spinnen (oder Bienen?)
Orchid ...
Am Donnerstag ist es, nach einer weiteren kalten Nacht mit
nur 8.9°C, bewölkt und es weht ein kalter Wind.
Trotzdem fahren wir über den Scenic Drive und werden mit
vielen schönen Blumen belohnt .....
... Mallee, Dryandra, Banksia mit ihren schön gerollten
Blättern, Hakeas, Starflowers ....
... Triggerplants (Fleischfresser) ...
... Peas ...
.... Banjines, Coneflowers, Grevilleas ...
... Leschenaultias, Dampieras, Sundews....
... Cottonheads, Chittik, Honeysuckle ...
... Synaphea, Leschenaultia, Kunzea ...
.... and viele andere, die wir nicht bestimmen können.
Entlang eines kleinen Tracks, sieht es plötzlich aus, als
wie wenn es brennen würde
....
was für kräftige Farben!
Dann nimmt es ein Shingelback (Tannzapfen
Skink, Blue Thong Lizard Art) der mitten auf der
Strasse sitzt mit uns auf.
Das sind erstaunliche Kreaturen.
Wenn sie sich angegriffen fühlen, formen sie ein "U", drehen
die Hinterbeine und strecken dem Angreifer beide Enden des Körpers entgegen,
so dass dieser das Gefühl hat, es mit zwei Tieren zu tun zu haben.
Der Skink wird ernsthaft böse und geht auf Peters Fuss los. Es ist ein
grimmiges kleines Biest!
Für
einen kleinen Film hier klicken
(Dateityp: .wmv, Grösse: 1'561 KB).
Auch begegnen wir dieser Brown Snake oder Dugite [Pseudonaja
affinis] (eine der giftigeren Schlangen Australiens) und
werden einmal mehr daran erinnert, dass es nicht bedeutet,
keine Schlangen
zu haben, nur weil wir sie nicht sehen!
Wir fahren durch Cranbrook hindurch und
schwenken in die Boyup Brook Road ein.
Auch dieses Gebiet ist ein Mekka für Blumenliebhaber (der EDV-Administrator
rastet langsam aus, aber der Internet Provider liebt sie - und schickt
uns sicher bald eine höhere Rechnung
wegen des
benötigten Speicherplatzes :-)) ....
... Kangaroo Pows, Basket Flowers, Patersonias, Fringe Lily,
Westringia, Milkmaids ...
.. und die Orchideen ..... Cowslip, Spider, Scented Sun,
Blue Lady ....
... und einige unbekannte Schönheiten.
Als wir an einem verlassenen Grundstück mit einem alten
Haus, in der Nähe des Palgarup
State Park vorbeikommen, beschliessen wir über
Nacht zu bleiben.
Am Freitag den 27. Oktober besuchen wir Roo
Gully (www.roogully.com
).
Es ist ein Schutzgebiet für Kängurus und wurde durch eine
längere Serie im
ABC TV, die wir uns anfangs Jahr jeweils auch angeschaut
haben, bekannt.
Carol, die die Station betreibt, nimmt sich die Zeit und die Anlage zu zeigen.
Die Jungen sind so herzig! Ruedi macht aber einen ziemlich
verlorenen Eindruck ..... man sieht sofort, dass er nie eigene
Kinder
hatte!
Wir ziehen weiter nordwärts, durch die grossen Wälder des Wilga
State Forest, wo Pinien gezüchtet werden.
Über Nacht sind wir nahe des Lake Ngartiminny.
Auch am Samstag geht es weiter nach Norden.
Heute werden wir in der Nähe von Beverly,
auf der Farm von Cherry und Robert Williamson
, selber Besitzer eines OKAs,
erwartet.
Sie haben im Sinn einen OKA-Camper zu bauen, sind aber erst
am Anfang der Planung.
Die Besichtigung Peters und unseres OKAs und die langen Diskussionen über
Vor- und Nachteile verschiedener Konzepte, geben ihnen ganz neue Ansätze.
Während sich die Mann-schaft um die OKAs kümmert, Achsen bestaunt und über
technisches Zeugs fachsimpelt, hat die Frau-schaft bereits eine "fortgeschrittene"
Party in der Küche.
Als es Nacht wird, kommen auch die Männer zur Party ....
Am Sonntag nehmen sich Robert und Cherry Zeit uns ihre
Station zu zeigen.
Sie hatten dieses Jahr viel zu wenige Niederschläge;
alles ist gelb und dürr.
Es hat zwar immer noch in den Dämmen, aber Robert füttert
die Schafe mit Getreide, was für diese Jahreszeit ungewöhnlich
ist.
Im Creek zeigt und Robert ein wenig die Möglichkeiten seines
OKAs.
Ein stolzer OKA-Besitzer sprich mit anderen stolzen OKA-Besitzern ..... (würde
auf Toyota Besitzer höchst öde wirken ...).
Am Montag ist der letzte Tag wo für dieses Jahr auf der
Farm noch Schafe geschoren werden.
Margaret und Peter kennen das schon von früher, aber für
uns ist das ein grossartiges Erlebnis.
Für
Details hier klicken
(Dateityp: .wmv, Grösse: 4'717 KB).
Auf dem Feld findet Susi viele kleine Fellstücke und fragt
interessiert, was das sei.
Es ist das was übrig bleibt, wenn man den jungen Bock
zum "B-Ochsen" macht .....
Um die Hoden wird ein Gummiring gespannt, welcher die Blutversorgung unterbindet
.... und Bingo ...
Es heisst, das ganze schmerze die Tiere nicht (well, Ruedi fühlt sich schon
bei der Vorstellung des Ablaufs nicht so wohl ....).
Cherry erklärt uns auch noch weitere Utensilien welche sie
gebrauchen ....
- Die Medizinspritze, mit denen den Tieren Medikamente in den Rachen gespritzt
werden.
- Das Instrument zum kupieren der Schwänze.
- Spezielle, für die Tiere unschädliche Sprayfarbe zur Kennzeichnung.
- Futter für die Papiertiger ....
Es ist irrsinnig interessant, von dieser Seite her einmal einen Einblick in
die Schafzucht zu bekommen.
Wir lieben das!
Später kontrolliert Ruedi noch etwas am OKA.
Als er die Dieseltanks umschaltet fallen plötzlich alle elektronisch kontrollierten
Instrumente aus. Ruedi bringt sie nicht mehr zum laufen.
Da wir sowieso nur noch 100 km von Perth entfernt und auf dem Weg zu OKA sind,
stört
uns das nicht gross und wir suchen auch nicht lange nach dem Grund.
Da er eben auf den vollen Tank umgeschaltet hat und die Fahrgeschwindigkeit
auch mit dem GPS überwacht werden kann, ist das alles kein Problem.
Bald sind wir wieder in der Küche und die Party geht weiter.
Jeder erzählt seine Geschichten und wir haben alle viel zu lachen.
Am Dienstag macht Robert einen Tag frei und zeigt uns die
Umgebung.
Wir fahren zum Segelflugplatz, wo
Peter and Margaret, beides Segelflugpiloten, einige, ihnen bekannte, Flugzeuge
zu sehen bekommen.
Später finden wir heraus, dass einer von Ruedis ehemaligen Vorgesetzten
aus der Schweiz, 1993 für einen Monat Mitglied des Beverly Segelflugvereins
war, um in einem Wettbewerb mitfliegen zu können.
Manchmal ist die Welt soo klein ...
Wir besichtigen auch York und seine Umgebung.
Dann ist es bereits wieder Zeit auf die Station zurückzukehren
um mit der Party fortzufahren ....
Am Mittwoch verlassen wir die gastliche Stätte. Perth schreit
nach uns :-)
Liebe Cherry and Robert,
Vielen herzlichen Dank für Eure Gastfreundschaft.
Die Zeit bei Euch war herrlich!
Kurz vor Roleystone und der dortigen steilen
Abfahrt nach leuchtet die Auto-Shut-Off Anzeige des Motors.
Das heisst: Keine Kraftverstärkung für Steuerung und Bremsen ....
Stress lass nach!!
Ruedi weist Susi an Peter, der hinter und fährt, zu warnen, dass er ein ernsthaftes
Problem hat.
Da wir genau in dem Moment von einem Road-Train überholt werden, muss sich
Ruedi voll darauf konzentrieren, den Wagen auf der Strasse halten zu können.
Entweder versteht Peter Susis Warnung nicht, ist zu Nahe um reagieren zu können
- was auch immer, auch er überholt uns noch.
Dann endlich kann Ruedi den Wagen auf die andere Strassenseite ziehen und am
ansteigenden Strassenrand endgültig zum stehen zu bringen.
Nachdem wir alle kurz durchgeatmet haben, suchen Peter und
Ruedi nach dem Grund für den Auto-Shut-Off.
Da die Anzeigen nicht funktionieren, können sie den Grund nicht sehen.
Also ruft Ruedi Linden, den Entwickler von OKA an, um das Problem zu diskutieren.
Die Kabine wird ausgeräumt und der Motor inspiziert .... nichts.
Alle Sicherungen werden ausgemessen .... alle sind ok.
Als er eine aber der unwahrscheinlichsten Sicherungen aus- und wieder einsteckt
.... ah, die Instrumente funktionieren wieder.
Wahrscheinlich hat sich die Software im Geschwindigkeitsmesser, wo das
Programm für die Anzeigen gespeichert ist, "verabschiedet" und
für
einen erfolgreichen Neustart musste die Stromzuführung zu diesem komplett
unterbrochen werden.
Beim überprüfen der Instrumente, sieht er, dass die Tankanzeige
auf 0% steht.
Das ist interessant, da wir ja genau beim umschalten der Tanks den Ausfall
der Instrumente hatten.
Jetzt ist auch klar was passiert ist: Wegen des gestrigen Fehlers, hat die
Tankumschaltung nicht funktioniert und wir sind mit dem beinahe leeren Tank
weitergefahren.
Als der Tank schlussendlich leer war, hat der Motor gestoppt - isch dänk logisch,
oder?
Jetzt macht alles Sinn, nur ..... was hat den Ausfall der Instrumente verursacht?
Nun, das ist ein Problem, welches Linden und die Mannschaft von OKA zu lösen
hat.
Während der Zeit haben Susi und
Margaret wieder viel Zeit sich um ihre Blumen zu kümmern.
Bei OKA angekommen wird der Wagen sofort zum Zentralen geschehen
der dortigen Mannschaft.
Man muss sich immer vor Augen halten, dass unser Wagen immer
noch der einzige OKA des neuen Typs ist, der auf der Strasse
herum fährt und die Entwickler habe jetzt die Gelegenheit
zu untersuchen wie sich ihr "Baby" im Alltag bewährt .....