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Im späten 18. Jahrhundert herrschte “Wassersnot” im unteren Glarnerland, am Walensee und in der Linthebene. Immer häufiger wurden Ortschaften und ganze Landstriche überschwemmt. Ausserordentlich häufige Regenfälle im 18. Jahrhundert verursachten vermehrt Hochwasser, Bergrutsche und höhere Geschiebemengen. Die übermässige Abholzung der Wälder, insbesondere für die ansässige Textilindustrie und den Export, verstärkte die Erosionsprozesse zusätzlich. Der Zustand der Landwege und Wasserstrassen verschlechterte sich zusehends und bereits kultiviertes Land begann zu versumpfen. Malaria und andere Krankheiten erschwerten das Leben der Bevölkerung.
Hans Konrad Escher: Plan des Wallen Sees und des Laufs der Linth bis in den Zürich See, 1804
Ausschnitt aus: Hans Konrad Escher: Plan des Wallen Sees und des Laufs der Linth bis in den Zürich See, 1804
Den Menschen an der Linth konnte geholfen werden, wenn die wilde Glarner Linth in den Walensee umgeleitet würde, um ihr Geröll, Kies und Sand in dessen Tiefe zu deponieren, anstatt es in der Ebene um Ziegelbrücke abzulagern, was zu einem verheerenden Rückstau der Gewässer führte.
So wurde Hans Konrad Escher (1767 – 1823) mit der Leitung der Linthkorrektion betraut und verschaffte sich 1804 mit dem „Plan des Ausflusses des Wallen Sees und des Laufs der Linth bis in den Zürichsee” einen ersten Überblick über die Situation. Nebst des ursprünglichen Verlaufs der Linth und der Maag, dem alten Ausfluss aus dem See sowie der versumpften Gebiete zeigt der Plan mit feinen, unterbrochenen Linien Vorschläge, „die zur Austroknung der Sümpfe dieser Gegend der Eydsgenössischen Tagsazung in Bern Ao. 1804 als Auftrag derselben gemacht wurden.”
Die von 1807 bis 1823 realisierte Linthkorrektion war ein Pionierwerk, sowohl in wasserbautechnischer wie auch in politischer und volkswirtschaftlicher Hinsicht.
Der 19 x 42 cm grosse Plan mit der Signatur K 804043 kann in der Kartensammlung der ETH-Bibliothek eingesehen werden.