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Gemäss Sucht Schweiz beträgt der Pro-Kopf-Konsum von Alkohol in der Schweiz jährlich durchschnittlich 7.7 Liter reinen Alkohol. Dies entspricht insgesamt rund 600 Gläsern mit reinem Alkohol pro Jahr oder rund eineinhalb Gläsern mit reinem Alkohol pro Tag.
Gemäss der WHO führt der missbräuchliche Alkoholkonsum weltweit jedes Jahr zu 3,3 Millionen Todesfällen, was 5,9 % der gesamten Todesfälle entspricht.
Standortbestimmung mit Nicolas Donzé, Toxikologe im Spital Wallis, Zentralinstitut der Spitäler.
Der schädliche Alkoholkonsum bildet bei mehr als 200 unterschiedlichen Krankheiten und Verletzungen einen Risikofaktor. Immer noch gemäss WHO sind weltweit bei den jungen Erwachsenen (20-39 Jahre) rund 25 % der gesamten Todesfälle dem Alkohol zuzuschreiben.
Ausserdem scheint ein Kausalzusammenhang zwischen dem schädlichen Alkoholkonsum und einer ganzen Reihe von Geistes- und Verhaltensstörungen sowie der Entwicklung anderer nicht übertragbarer Krankheiten (Depression, Zirrhose, verschiedene Krebsarten, usw.) und Verletzungen zu bestehen.
Abgesehen von diesen Auswirkungen auf die Gesundheit verursacht der schädliche Alkoholkonsum bedeutende wirtschaftliche und soziale Verluste für das Individuum und die gesamte Gesellschaft.
Alkohol: die Geschichte eines massvollen Genusses
Der Alkohol besitzt ähnliche pharmakologische Eigenschaften wie die Narkotika (chemische Substanz, die einen schlafähnlichen Zustand bewirkt und das Bewusstsein trübt), zum Beispiel Morphium. Er wirkt euphorisierend und hemmt das zentrale Nervensystem sowie das Atmungssystem. Ausserdem fördert er die Toleranzentwicklung und kann zu einer Sucht führen. Um die Risiken in Zusammenhang mit einem Alkoholmissbrauch zu evaluieren, misst man den Konsum anhand einer standardisierten Menge reinen Alkohols pro Glas. Ein Standardglas enthält 10 g reinen Alkohol und diese Konzentration hängt von der Art des getrunkenen Alkohols ab. So befindet sich rund 10 g reiner Alkohol in:
In Berücksichtigung dieser Informationen rät die WHO in ihren vor kurzem überarbeiteten Empfehlungen zum Konsum von höchstens 2 Standardgläsern für die Männer und 1 Standardglas für die Frauen, mit zwei Abstinenztagen pro Woche.
ADOLESZENZ: Alcopops und «Alkoleszenz»?
Das Jugendalter ist eine besondere Lebensperiode zwischen 15 und 25 Jahren. Sie ist von speziellen Verhaltensweisen geprägt. Zwischen Spleen, Melancholie, Vagabundentum und überbordender Begeisterung verhalten sich die Jugendlichen manchmal paradox.
Das Jugendalter ist oft mit Risikobereitschaft und Konsum von Substanzen wie Alkohol verbunden. Das «Binge Drinking» oder das Rauschtrinken, definiert durch den Konsum von 5 Gläsern oder mehr innerhalb von weniger als zwei Stunden bei den Männern (4 Gläser oder mehr bei den Frauen), ist eine Art des Alkoholkonsums, die besonders bei den Jugendlichen zu beobachten ist. In den USA trinken 5 % der 13-14-Jährigen, 16 % der 15-16-Jährigen und 24 % der 17-18-Jährigen auf diese Weise. Dieses Phänomen kann zu einem erhöhten Risiko für eine Alkoholsucht führen, wenn die Jugendlichen das Erwachsenenalter erreichen. Es ist noch zu betonen, dass der Alkoholkonsum mit seinen Auswirkungen in Bezug auf die Enthemmung oft den Konsum von anderen Missbrauchsdrogen fördert (Cannabis, MDMA, Zigaretten, usw.).
Eine Bevölkerungsgruppe, die geschützt werden muss
Die Literatur zeigt, dass der Konsum von Alkohol bei den Jugendlichen die Aufmerksamkeit und die Arbeit des Gedächtnisses beeinträchtigt. Dies kann im Erwachsenenalter zu neuropsychologischen und kognitiven Störungen, einer Enthemmung und einer verstärkten Impulsivität führen. Es ist ebenfalls eine Beeinträchtigung bei der Aneignung des Wortschatzes zu beobachten. Diese Auswirkungen scheinen abhängig von der Dosis zu sein. Bei Jugendlichen mit einen Konsummissbrauch leidet das Gehirn stärker. Das «Binge Drinking» führt nämlich in gewissen Regionen des Gehirns zu einer Abnahme des Volumens der grauen Substanz.
Rufen wir uns nach dieser eher düsteren Tabelle abschliessend in Erinnerung, dass Alkohol eine Droge ist, die gefahrlos konsumiert werden kann, wenn man gewisse Regeln einhält. Aber dieses Produkt ist kein Freund der Jugendlichen, auch wenn sie meinen, darauf zählen zu können…
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