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Die Visualisierung des Antifaschismus in der DDR (1945-1990)
Wie kein zweiter Gedächtnisort prägte die Gedenkstätte Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar den antifaschistischen Kanon und die Erinnerungspolitik in der DDR. Ebenso nachhaltig beeinflussten das Fernsehen der DDR und die DEFA-Verfilmungen des Romans Nackt unter Wölfen die Vorstellungen vom heroischen Kampf der Buchen-wald-Häftlinge um ihre Selbstbefreiung. Weitere Kinofilme und Fernsehbeiträge popularisierten in der Folgezeit diese Lesart der Ereignisse. Der Band zeichnet das Entstehen der filmischen Bilder nach und setzt Gedenkpolitik und Bildproduktion zueinander in Beziehung. Anhand neuen Archivmaterials rekonstruiert der Autor den Entstehungs- und Gebrauchskontext der in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald gezeigten Einführungsfilme. Dabei kann er Ausblendungen unbearbeiteter Erinnerungen von ehemaligen Buchenwald-Häftlingen nachweisen und vielschichtige, widersprüchliche Kontrollmechanismen des offiziellen Geschichtsbildes dokumentieren.
Portrait
Thomas Heimann ist Medien- und Zeithistoriker. Er war von 1997 bis 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam.