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Abkommen mit den Vereinigten Staaten
Également: Texte du Memorandum entre le War Trade Board et la Suisse. Annexe de 5.12.1917
Printed in
dodis.ch/43641 Le Chef du Département de l’Economie publique, E. Schulthess, au Ministre de Suisse à Washington, H. Sulzer1
Abkommen mit den Vereinigten Staaten
Durch die verschiedenen in den letzten Wochen gewechselten Telegramme haben wir uns über die Angelegenheit des Memorandums in der Hauptsache gegenseitig auf dem laufenden erhalten. In unsern beiden Telegrammen (Nummer 36 und 422)haben wir Sie von der Unterzeichnung des in Paris modifizierten Memorandums in Kenntnis gesetzt und verschiedene Einzelheiten beigefügt. Heute schicken wir Ihnen eine eingehende telegraphische Zusammenfassung des neuen Unterzeichneten Memorandums, verglichen mit dem von Ihnen eingesandten Entwurf, und legen dem vorliegenden Schreiben zwei Exemplare des englischen Textes, der einerseits von McCormick, anderseits von den Herren Cailler, Grobet und Heer unterzeichnet ist und für die Amerikaner als Original gilt, bei. Den definitiven französischen Text3, welcher auch von Entente-Delegierten unterzeichnet ist und für Frankreich als Original gilt, besitzen wir zur Stunde noch nicht; derselbe soll dem Protokoll der Pariser Konferenzen als «Annexe» beigelegt werden.
Indem wir nun den Verlauf der Angelegenheit nochmals resümieren, wiederholen wir zunächst, dass wir Ihren Bericht vom 2. November4 und das demselben beigelegte Memorandum am 26. November erhielten und selbstverständlich mit grossem Interesse davon Kenntnis nahmen. Die von Ihnen hervorgehobenen Schwierigkeiten und der Umstand, dass Herr McCormick, mit welchem Sie in Unterhandlung standen, plötzlich nach Europa verreist war, ohne Ihnen davon Kenntnis zu geben, machten natürlich auf uns den Eindruck, dass die Aussichten auf eine befriedigende Verständigung nicht günstig stehen und von Unterhandlungen mit den amerikanischen Delegierten nicht viel für uns zu erwarten sei. Ihren Gedanken, Herrn Rappard abzuordnen, um die Herren zu veranlassen, nach Bern zu kommen und sie dadurch dem befürchteten ungünstigen Einfluss der Entente zu entziehen, nahmen wir natürlich gerne auf. Die Herren von der schweizerischen Mission hatten am Tage nach der Ankunft Ihres genannten Berichtes einer Delegation des Bundesrats Bericht5 über ihre Tätigkeit und ihre Beobachtungen erstattet; demselben entnahmen wir zwar mit Vergnügen, dass die Stimmung in Amerika sich hinsichtlich der Schweiz in mancher Beziehung gebessert und besonders auch Herr Wilson sich über unser Land und die Versorgung desselben in durchaus günstiger, ja erfreulicher Weise ausgesprochen habe, jedoch konnten wir uns von den pessimistischen Vorstellungen, welche Ihr Bericht und Ihre vorausgegangenen Telegramme in uns erweckt hatten, nicht völlig befreien.
Herr Rappard übernahm es gerne, die Herren Amerikaner zum erwähnten Zwecke aufzusuchen. Wir hatten vorher angenommen, dass dieselben in London stationieren würden, dann aber von Paris Bericht erhalten, dass sie in dieser Stadt eingetroffen seien und sich bereits mit den Vertretern der Entente in einlässliche Beziehungen gesetzt hätten. Herr Rappard war im Begriffe, sich dahin zu begeben, als uns von unserer Gesandtschaft telegraphiert wurde, dass dieselben sehr pressiert seien und es ihnen daher nicht möglich sein werde, nach Bern zu kommen. Wir mussten uns deshalb entschliessen, sofort eine Unterhandlungsdelegation dorthin zu schicken. Dieselbe bestand aus den Herren Cailler, Grobet und Heer sowie aus den Herren Loosli und Dr.Iklé, welche als Experten für Getreide und Baumwollwaren dienen sollten.
Herr Professor Rappard begleitete dann die Delegation, speziell um seine persönlichen Beziehungen mit den Herren House und McCormick zu verwerten. Die Delegation reiste am 29. November ab und hatte dann in rascher Folge einige Konferenzen, an welchen auch die Entente-Vertreter teilnahmen. Von den telegraphischen Berichten, die wir sodann erhielten, haben wir Ihnen sukzessive telegraphisch Kenntnis gegeben.
Wie erwähnt, konnte ein in diesen Konferenzen vorgelegenes Memorandum, welches von den Amerikanern schon vorher aufgestellt und im Einvernehmen mit den Vertretern der Entente diskutiert und modifiziert worden war, durchberaten und nach wenigen Tagen unterzeichnet werden.
Ein Teil unserer Delegation erstattete uns am 7. Dezember mündlich Bericht und hob in erster Linie den ausserordentlich freundlichen Empfang durch die Herren Amerikaner wie übrigens auch durch die Entente-Vertreter hervor. Aus Ihren Ausführungen ersehen wir, dass die Beziehungen, in welche die Amerikaner mit der Entente getreten waren, insofern sich als vorteilhaft erwiesen, als sie die Sachlage wesentlich abgeklärt und ganz besonders bewirkt hatten, dass die Amerikaner, welche ganz neue Sicherheits- und Kontrollmassregeln hinsichtlich unseres Verkehrs mit den Zentralmächten glaubten aufstellen zu müssen, sich davon überzeugten, dass durch das S.S.S.-Reglement und durch eine Reihe von Spezialabkommen mit der Entente das Nötige in jeder Hinsicht schon reichlich getan war. Die Verhandlungen wurden dadurch wesentlich vereinfacht und abgekürzt. Die Amerikaner sollen in denselben sogar in manchen Punkten fester und entschiedener als die Alliierten zu unsern Gunsten eingetreten sein, namentlich was das Getreide und die Tonnage betrifft.
Wie Sie aus unsern Telegrammen ersehen haben, gelang es auch zu erreichen, dass die Fortsetzung unserer Ausfuhr von Baumwollgeweben und Stickereien nach den Zentralstaaten entgegen der ursprünglichen Forderung Amerikas, dieselbe ganz zu unterdrücken, bis auf weiteres zugestanden wurde. Bezügliche Verhandlungen mit der Schweiz im Sinne einer weitern Einschränkung des Exportes mit Bezug auf die vermeintlichen Lieferungen für militärische Zwecke sind aber ausdrücklich Vorbehalten, und es ist uns seitens der Entente zu erkennen gegeben worden, dass eine solche Einschränkung unerlässlich sein werde.
Da wir Ihnen heute das Memorandum selbst schicken und Ihnen das wesentliche desselben einlässlich telegraphisch mitgeteilt haben, können wir darauf verzichten, hier nochmals auf dasselbe im einzelnen einzutreten. Was erreicht worden ist, kann uns befriedigen, und es ist dies in der Konferenz, in welcher der Bericht unserer Delegation entgegengenommen wurde, allseitig anerkannt worden. Über all dem darf aber nicht vergessen werden, wie schwierig es sein wird, das Versprochene zu halten und insbesondere die nötigen Transporte zu bewerkstelligen, auch wenn der Wille Amerikas sowohl als der Entente dazu nachhaltig vorhanden sein sollte.
In hohem Masse ist wiederholt von verschiedenen Seiten hervorgehoben worden, wie Sie, Herr Minister, durch Ihre unablässigen Bemühungen und vorzüglichen Beziehungen das Terrain vorbereitet und in den langwierigen Vorverhandlungen die Basis für eine eigentliche Verständigung gelegt haben. Wir ergreifen daher den Anlass, Ihnen im Namen des Bundesrates den wärmsten Dank für Ihre grosse Hingabe und erfolgreiche Tätigkeit auszusprechen.
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