Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03401.jsonl.gz/2190

German Leimer
|German Leimerr|
|* 1906|
|† 2002|
|Waldarbeiter, Entdecker des Münzschatzes der Burg Grenchen / Bettleschloss|
Alfred Fasnacht besuchte German Leimer am 7. April 2001 um ihn zu diesem bedeutenden Fund zu befragen.
German Leimer arbeitete während Jahrzehnten als Waldarbeiter in Bettlach. Sein Vorgesetzter war zur Zeit des Münzfundes der Holzweibel/Bannwart Vinzenz Kummer.
Er ist der Entdecker des Münzhortes, der im Jahre 1929 auf der Burg Grenchen gefunden wurde. Holzweibel Kummer beauftragte im Laufe des Jahres 1929 (an das genaue Datum kann sich Leimer nicht erinnern, vermutlich im Herbst) German Leimer und seinen Kollegen Edwin von Burg auf der Burg Grenchen zu graben, 'um da vielleicht etwas zu finden'. Wie Leimer berichtet, schien dieser Grabungsauftrag ohne irgendwelche Hintergründe (also ohne Auftrag von Behörden) von Kummer persönlich zu stammen. German Leimer und Edwin von Burg begannen mit Schaufeln und Pickeln auf der Burg zu graben. Bereits nach etwa 15 Minuten stiess German Leimer auf den Münzschatz.
Leimer war sich wohl in keiner Weise bewusst, dass ihm an diesem Tag einer der bedeutendsten mittelalterlichen Münzfunde gelang.
Fundort: an der Innenseite der Südwestmauer des Wohnturms (wenige cm vor der Mauer), ca. 150 cm von der West-Ecke des Turms entfernt: Tiefe ca. 30 cm. Die Münzen wurden offen und lose vorgefunden (unverklumpt), waren also in keinem Behälter, bzw. von einem Behälter war nichts mehr festzustellen. Die Angaben zur Fundtiefe wo der Hort lag, sind relativ zu verstehen zum damaligen Zustand der Turmruine. Es ist leider nicht mehr festzustellen, wie hoch das Erdreich an der Innenseite der Südwestmauer reichte vor der Grabung 1929.
Leimer übergab den Fund unmittelbar nach der Ausgrabung seinem Vorgesetzten Vinzenz Kummer. Leimer erinnert sich neben den Münzen an weitere Fundstücke:
- 1 schweres, längliches Eisenstück (vermutlich den von Tatarinoff erwähnten Eisenbarren)
- 1 Hufeisen
Dass auch Keramikteile unter den damaligen Funden waren (s.Tatarinoff, S.202 und Protokollauszug des Bürgergemeindrats Bettlach vom 8. März 1930), verneint Leimer. Er könne sich jedenfalls nicht an Keramikscherben erinnern.
Die Frage, ob er und sein Kollege nach dem Fund die Grabungen fortgesetzt hätten, verneint Leimer. Er und sein Kollege hätten nach dem Münzenfund das Graben eingestellt.
Als man German Leimer die Fotografien der 13 Brakteaten-Schrötlinge aus dem Schweizerischen Landesmuseum, Zürich, zeigte, erkannte er die abgebildeten Stücke sofort und spontan als Teil seines damaligen Fundes. Leimer meinte: "Ja, so haben sie ausgesehen".
Ueber die damaligen Grabungen wurde nichts schriftlich festgehalten. Erst als der Münzfund dem Museum in Solothurn übergeben wurde, hielt Eugen Tatarinoff im Jahrbuch für solothurnische Geschichte[1], das Ereignis schriftlich fest.
Ob der Hort heute noch vollständig erhalten ist, kann vermutlich nicht mehr überprüft werden.
Folgen des Fundes[Bearbeiten]
Die Nachricht über diesen Fund ging natürlich wie ein Lauffeuer durch Bettlach und Grenchen. Die Burg erlebte einen Boom von Raubgrabungen. Als die wissenschaftlich geführten Grabungen der Jahre 1959 und 1961 begannen, war das Innere des Wohnturms ausgeräumt bis auf den gewachsenen Felsen. Im Inneren des Wohnturms jedenfalls war für die Wissenschaft nichts mehr zu holen. Natürlich ist es nicht bekannt, was bei diesen vielen Raubgrabungen alles ans Tageslicht gelangte.
Dank[Bearbeiten]
- Herrn German Leimer danke ich für den freundlichen Empfang in seinem schönen Heim in Bettlach und für das klärende Gespräch über das Auffinden der Münzen auf der Burg Grenchen im Jahre 1929.
- Herrn Eduard Leimer, Bettlach, Neffe von Herrn German Leimer, danke ich verbindlich für seine Hinweise und für seine Begleitung zum Besuch bei Herrn German Leimer.
Einzelnachweis[Bearbeiten]
- "Jahrbuch für solothurnische Geschichte", Bd 4, 1931, S. 202-203