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Ein wahre Lady ist vielleicht schlau aber niemals intrigant! Lady Susan Vernon scheint alle Untugenden einer Lady in sich zu vereinen. Von Jane Austen extrem zugespitzt, dass es schon wieder amüsiert.
Gewisse Bücher oder wenigstens Verfilmungen sollten zum Repertoire eines jeden gehören, sofern er die Welt und die menschlichen Tugenden und Abgründe besser verstehen will. Anna Karenina ist ein Muss, nicht nur für alle Freunde gepflegter Umgangsformen und schöner Kostüme, sondern ein Muss für alle, die sich nicht mit oberflächlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen in der Literatur zufrieden geben.
Tolstoi selbst ein russischer Adliger, war nicht nur ein Kenner seines Standes, sondern auch ein subtiler Beobachter seiner Zeitgenossen. Anna Karenina eines seiner Meisterwerke wurde schon mehrfach verfilmt. Zu den gelungenen, allerdings sehr gerafften, zählt diese Verfilmung.
Anna, die Hauptdarstellerin des Romans ist verheiratet mit dem eher nüchternen, leidenschaftslosen Karenin und lebt in wohlhabenden und damit auch sorglosen Verhältnissen, bis zu dem Zeitpunkt, als sie Graf Wronskij einem Offizier und Rittmeister begegnet, der sich sofort in die anziehende geheimnisvolle Frau verliebte. Anna, die eigentlich beabsichtigte die Ehe ihres untreuen Bruders in Moskau zu retten, gerät selbst in einen Strudel der Gefühle, denen sie sich nach anfänglicher Zurückhaltung ergibt. Was als geheime Verliebtheit beginnt, schockiert kurz darauf den russischen Adel. Der Skandal bleibt nicht ohne schicksalhafte Folgen.
Der Anfang vom Ende.
Die leidenschaftliche Affäre bestimmt fortan ihr Leben. Selbst ihre Reue, die sie nach einer Fehlgeburt empfand, währte nur kurz. Das Sehnsucht nach ihrer Genesung in den Armen von Wronskij zu liegen, war stärker als ihre Vernunft, sodass sie sogar die Trennung von ihrem über alles geliebten Sohn in Kauf nimmt, in der Hoffnung, ein neues Leben an der Seite ihres Geliebten zu führen. Nicht nur die äusseren Umstände machten diesen Wunsch zunichte, sondern Zweifel und Eifersucht plagten sie hinfort, aus denen sie keinen Ausweg mehr fand….
Wer «Jane Eyre» mag, findet auch leicht einen Zugang zu diesem Film. Etwas düster, geheimnisvoll und mysteriös sind solche Filme und deshalb nicht jedermanns Geschmack. Auch dürfte es dem einen oder anderen jungen Zuschauer, der von «modernen» und typischen Hollywood Filme geprägt ist, nicht ganz leichtfallen, sich auf dieses Werk einzulassen. Dennoch, absolut sehenswert sind die meisten solcher BBC Verfilmungen, die sich als echte Klassiker abheben von den üblichen Herz Schmerz Schinken.
Eine Frau, jung und voller romantischer Gefühle erliegt dem lasterhaften, eitlen und dreisten Lügner Arthur und heiratet in ihrer Naivität diesen «Gentleman». Wie es damals üblich war, wurde man als Gentleman geboren, wenn man adlig war und es sich leisten konnte, wie damals auch üblich, den Tag mit mehr oder weniger Müssiggang d.h. mit nichts tun zu verbringen. Charakterliche Qualitäten zeichneten einen Gentleman dieser Zeit nicht zwingend aus, was auch die junge etwas farblose aber tugendhafte Frau Helene Graham zu spüren bekam. Mit einem fast schon «dämonischen» Ehemann an der Seite, der sich mit Freunden und Huren vergnügte, soff und den eigenen Sohn schon früh in dieses Leben einführen wollte, konnte oder wollte sie nach Jahren der „Hölle“ das gemeinsame Leben nicht fortsetzen. Sie floh eines Nachts, um abgeschieden auf dem Anwesen „Wildfell Hall» in der Nähe eines kleinen Dorfes zu leben und ihre Existenz mit Malerei zu bestreiten.
Sie passte so ganz und gar nicht in diese Dorfgesellschaft, diese Fremde, welche mit Argusaugen von den Klatsch und Tratsch Basen der puritanischen Gesellschaft beobachtetet wurde. Das konnte den jungen Farmer Gilbert Markham, der fasziniert von dieser geheimnisvollen Frau war, nicht abhalten die Freundschaft der verschlossenen Frau zu gewinnen, in die er sich allmählich verliebte. In dieser Zeit, geprägt vom Ringen um Pflichtgefühl und treue Erfüllung des Ehegelöbnisses, kehrte Helene Graham zu ihrem Ehemann zurück, als er vom Alkohol gezeichnet im Sterben lag.
Dass sich der Farmer als wahrer Gentleman erwies, ist eine angenehme Quintessenz des Films!