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| Cyrill von Jerusalem († 387) - Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)

IX. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über das Wort „Schöpfer Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren".
5.
Was haben sie an dem so großen Schöpfungswerk Gottes zu tadeln? Staunen sollten sie beim Anblick des Himmelsgewölbes; anbeten sollten sie den, der den Himmel wie einen Bogen ausgebreitet hat, der aus der flüssigen Natur der Gewässer den unerschütterlichen Himmel gebildet hat. Gott hat nämlich gesprochen: „Es werde das Firmament inmitten der Wasser!“1 Einmal hat Gott so gesprochen, und damit steht das Firmament, und nicht wankt es. Der Himmel besteht aus Wasser, seine Sonne, sein Mond und seine Sterne aber aus Feuer. Wie nun ist es möglich, daß sich feurige Körper im Wasser bewegen? Hat jemand wegen der gegensätzlichen Natur von Feuer und Wasser Zweifel, dann möge er an das Feuer denken, das zur Zeit des Moses in Ägypten unter Hagel aufflammte2. Erwägen möge er die allweise Einrichtung Gottes in der [S. 138] Schöpfung! Da nämlich die Erde, wenn man sie sollte bebauen können, des Wassers bedurfte, so hatte Gott über ihr einen Himmel aus Wasser bereitet, damit, so oft das Ackerland von Regen begossen werden soll, der Himmel schon von Natur aus dazu bereit ist.
1: Gen. 1, 6.
2: Exod. 9, 23 f.