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Sawallisch begann seine Laufbahn 1947 als Kapellmeister am Augsburger Stadttheater. Er war Dirigent in Salzburg, dann Generalmusikdirektor in Aachen. Bereits mit 30 Jahren dirigierte er die Berliner Philharmoniker – was ihn international bekannt machte. Daraufhin wirkte Sawallisch bei den Bayreuther Festspielen, am Hessischen Staatstheater, am Philharmonischen Staatsorchester in Hamburg und leitete die Wiener Symphoniker. In Köln hatte er eine Professur für Dirigieren inne.
Wagner und Strauss
1971 holte ihn die Bayerische Staatsoper als Chef nach München. Der Intendant der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, äusserte sich «tief betroffen» vom Tode Sawallischs: «Mit seiner grossen Persönlichkeit und seiner unverwechselbaren Kunst hat er über Jahrzehnte die Bayerische Staatsoper geprägt.» Bis heute sei sein Wirken für Orchestermitglieder und Publikum spürbar.
Seine letzte Oper hatte Sawallisch vor mehr als 20 Jahren dirigiert. Dennoch sind seine Interpretationen der Bühnenwerke etwa von Richard Wagner oder Richard Strauss bei Musikliebhabern präsent wie eh und je.
Sawallisch zählte anfangs zu den Vorreitern der gemässigten Moderne, bekannte sich dann aber als Opernchef eher zur Tradition des deutschen Ensemble- und Repertoire-Theaters.
Von der Oper zur Sinfonie
Mit 70 erfüllte sich Sawallisch seinen Wunsch, nach all den bekannten Opern auch noch alle grossen sinfonischen Werke aufzuführen: Er wurde Musikdirektor des Philadelphia Orchestra in den USA. Das New Yorker Publikum liebte den in Deutschland oft als konservativ bezeichneten Dirigenten. US-Medien feierten Sawallisch als Bereicherung der amerikanischen Musiklandschaft. 2003 trat er als musikalischer Leiter des Philadelphia Orchestra zurück.
Nach seinem Rückzug aus der internationalen Öffentlichkeit gründete Sawallisch eine Stiftung, die nach eigenen Angaben das Ziel hat, «möglichst viele Kinder an den Umgang mit der Musik, an das gemeinsame Musizieren, Musikhören und -erleben heranzuführen».