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Urheberrechtlich geschützte Werke sind geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die unabhängig von ihrem Wert oder Zweck individuellen Charakter haben. Das Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (URG) erwähnt als mögliche geschützte Werke ausdrücklich „Werke der Baukunst“.
Werke der Baukunst sind Werke, bei denen Räume durch menschliche Einwirkungen gestaltet werden. Die urheberrechtlich als Werk geschützte Schöpfung muss sinnlich wahrnehmbar gemacht werden. Geschützt werden auch Modelle und Pläne eines Projektes, solange das Bauwerk als solches bereits erkennbar ist. Das URG setzt für den Schutz einen individuellen Charakter des Werks voraus. Die Individualität wird vom Bundesgericht bejaht, wenn das Bauwerk eine neue, originelle und individuelle Idee beinhaltet, wobei keine zu hohen Anforderungen an die Originalität gestellt werden, da Bauwerke in der Regel einem bestimmten Zweck zu dienen haben. Für die Individualität bei Bauwerken genügt ein geringer Grad klar ersichtlicher, selbständiger Entwurfsarbeit. Dies gilt insbesondere dort, wo durch die Zweckbestimmung der Baute und durch gesetzliche Bedingungen der kreative Spielraum des Planers eingeschränkt wird.
Der Urheber ist die natürliche Person, die das Werk geschaffen hat. Das Urheberrecht entsteht durch Schaffung des Werkes durch den Urheber, ohne weitere Handlungen wie Anmeldungen oder Eintragungen. Das Urheberrecht kann übertragen werden, wovon aber abzuraten ist. Dem Urheber muss nämlich bewusst sein, dass mit der Übertragung auch das Recht abgetreten wird, zu bestimmen, ob, wann und wie das Werk verwendet wird. Dies gilt auch für das ausschliessliche Recht, Werkexemplare herzustellen. Leider werden die Planer in dieser Hinsicht heute immer mehr unter Druck gesetzt. Wettbewerbe mit der Abtretung von Urheberrechten im Wettbewerbsprogramm, sowie Verträge mit entsprechenden Klauseln, sind leider nicht selten.
Das Urheberrecht beinhaltet das ausschliessliche Recht zu bestimmen, ob, wann und wie das Werk geändert oder zur Schaffung eines Werks zweiter Hand (geistige Schöpfungen mit individuellem Charakter und unter Verwendung bestehender Werke) verwendet werden darf.
Zu guter Letzt kann sich der Planer jeder Entstellung seines Werks widersetzen, die ihn in der Persönlichkeit (Ansehen oder Ehre) verletzt. Dies gilt auch, wenn ein Dritter vertraglich oder gesetzlich befugt ist, das Werk zu ändern oder zu verwenden. Je origineller ein Werk ist und je mehr es durch die Hand des Planers geprägt ist, desto eher kann eine Entstellung als rufschädigend qualifiziert werden. Als Folge des Urheberrechtsschutzes sieht das URG verschiedene Behelfe vor: Klagen auf Beseitigung der Verletzung, Schadenersatzklagen, Anspruch auf Schadenersatz und Gewinnherausgabe, Genugtuung und Veröffentlichung des Urteils auf Kosten der unterlegenen Partei. Mit der Abtretung des Urheberrechts verzichtet der Planer auf den einzigen Schutz seiner Tätigkeit, der kostenlos entsteht und keiner Handlung bedarf. Den Planern ist zu empfehlen, sich über die Konsequenzen einer Abtretung bewusst zu werden, bevor sie diesbezügliche Entscheidungen treffen.
Quelle www.sia.ch