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Mysterium 'Evangelium'
28.11.2017
Die etwas andere Weihnachtsgeschichte ... für die, die ihren Kindern und Enkelkindern die tatsächlichen Hintergründe zum Weihnachts- und Osterfest aufzeigen wollen. Mit diesem Blog-Beitrag bekommen sie einen klar fundierten historischen Einblick.
Dieser historische Einblick ist ein Auszug aus dem Buch Quelle des Okkultismus, von Prof. Dr. Gottfried von Purucker, der als Hobart Lorentz Gottfried von Purucker, eines von sieben Kindern 1874 geboren wurde. Väterlicherseits entstammte er einer alten süddeutschen Adelsfamilie, während der Stammbaum der Mutter auf William Brewster, einen der Pilgerväter, die 1620 auf der berühmten 'Mayflower' nach Amerika gekommen waren, zurückführt.
Die ersten Grundlagen seiner Bildung erhielt G. von Purucker in Genf, wo sein Vater mehrere Jahre Geistlicher der amerikanischen und anglikanischen Gemeinde war. Auch er war für den geistlichen Stand bestimmt; bereits als Knabe zeigte er eine große Vorliebe und Begabung für die Originalsprachen der Bibel.
Als vierzehnjähriger übersetzte er bereits das gesamte neue Testament aus dem Griechischen ins Englische und als er siebzehn Jahre alt war, folgte die Übersetzung der Genesis aus dem Althebräischen.
Neben Griechisch, Hebräisch und Sanskrit (die die Sprache der Götter genannt wurde), beherrschte er Lateinisch, Neuhebräisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und aufgrund seiner Abstammung und seiner in Genf verbrachten Kindheit auch die Sprachen Französisch, Englisch und Deutsch.
Diese außergewöhnlichen Sprachkenntnisse ermöglichten ihm ein umfassendes Studium der alten Philosophien und Religionen in ihren Originalsprachen. Sie versetzten ihn in die Lage, Übersetzungsfehler sowie falsche Interpretationen mit Hilfe der Urtexte richtigzustellen.
Ein Mythos ist eine Geschichte oder eine Allegorie, die eine geheime Wahrheit ausdrückt. In diesem Fall ist es die teilweise in Symbol und Allegorie erzählte, zum Teil mit einfältiger Ausschmückung wiedergegebene Erzählung dessen, was in den Mysterien Kleinasiens vor sich ging.
Die Art und der Stil der Erzählung hingen in solchen Fällen von der nationalen Gewohnheit der Völker ab, unter denen dieses oder jenes Schema oder System der Einweihung (Initiation) in geheime Wahrheiten vorherrschte.
So ist der 'Jesus der Evangelien' nur eine Mysteriengestalt, eine auf der mystischen Lehre aufgebaute, angenommene Gestalt.
Wobei zweifellos zu jener Zeit ein junger syrischer Eingeweihter lebte, um den diese verschiedenen Erzählungen und Geschichten gruppiert wurden, die mehr oder weniger kühn den Mysterienschulen Kleinasiens und besonders denen von Alexandria entnommen worden waren.
Im alexandrinischen 'Mystizismus' hat das theologische Christentum seinen Hauptursprung.
Dieser syrische Eingeweihte, wahrscheinlich ein junger jüdischer Rabbi, wurde möglicherweise Jeschu, griechisch Iesous, lateinisch Jesus, genannt.
Das hebräische Wort 'Jeschu' bedeutet an sich 'Erlöser', und die späteren Christen haben natürlich den Namen aufgegriffen - oder später auf ihren angenommen Gründer übertragen - und eine mystische Geschichte um seinen Namen gewoben, um auf diese Weise seine Mission auf Erden als 'Erlöser' sinnbildlich darzustellen. Wir kennen die christliche Geschichte.
Aber von Anfang an ist die Geschichte, so wie die Evangelien sie wiedergeben - von der Geschichte der Weisen, die dem Stern folgen, bis zum 'mystischen Tod durch Kreuzigung' und zur Wiederauferstehung am dritten Tag aus dem Grab - nichts weiter als eine mehr oder weniger unnatürliche, verblichene, mangelhaft zusammengetragene Kopie von erhabenen tatsächlichen Mysterien.
Es sind dies die Mysterien der Einweihungszeremonien, über die die Christen sicherlich einiges Wissen besaßen, siehe Origenes und Clemens von Alexandria.
Aber die Geschichte zeigt in verschiedenen Unvollkommenheiten klar, dass sie nur eine schlecht zusammengestellte Allegorie oder ein Mythos über tatsächliche Ereignisse bei der Einweihung ist.
Wie kam es, dass von Jesus gesagt wurde, er sei gekreuzigt worden, obwohl er nicht wirklich gekreuzigt wurde? Es ist eben, wie bereits gesagt, eine Mysterien-Geschichte, und nicht notwendigerweise eine jüdische oder griechische.
Jedes Volk hatte seine Mysterien, die einander sehr ähnlich waren, sich nur in der Darstellung voneinander unterschieden; aber es gab immer den 'mystischen Tod'. Immer erfolgte der "Abstieg in den Hades" oder in die Hölle und immer erfolgte die "Auferstehung" das Auffahren gen Himmel, gewöhnlich nach drei Tagen, und am Ende der Prüfung stand die "Verklärung".
Ursprünglich basierten diese Mysterien auf astrologischen Wahrheiten, auf wirkliches Wissen über die Zeitperioden gegründet, wurden aber später falsch verstanden und falsch angewandt.
Ist bekannt, dass der christliche religiöse Gedächtnistag 'Karfreitag' und die drei Tage später stattfindenden Ostern praktisch das Gleiche sind wie die Wintersonnenwende am 21./22. Dezember und Weihnachten am 25. Dezember, also drei Tage später?
Beide beruhen auf derselben ursprünglichen Idee von dem "mystischen Tod" und der 'Geburt' oder 'Auferstehung' der unbesiegten Sonne nach drei Tagen, wofür der "Tod" und die "Auferstehung" des Neophyten als Beispiel dienen.
Wie kommt es, dass die Christen sowohl das alte heidnische Fest der Wintersonnenwende als auch den alten heidnischen "Auferstehungs-Mythos" annahmen und aus dem Letzteren Ostern machten?
Das eine von ihnen bildet, wie von den Christen behauptet, den Jahrestag der "Geburt" (Weihnachten) ihres Jesus und das andere den Jahrestag seiner "Auferstehung" (Ostern), weil sie sich so sehr wünschten, ihre neumodische Religion mit der Persönlichkeit des großen, später Jesus genannten jüdischen Propheten und Eingeweihten zu verbinden und ihn gleichzeitig mit den archaischen Mysterienlehren der Weisheitsschule zu verknüpften.
Da nun das jüdische oder vielmehr syrische Fest am Tag des Vollmonds nach der Frühjahrs-Tagundnachtgleiche stattfand, kopierten sie wiederum die alten Mysterien wie folgt:
Sie trennten sozusagen das Symbol in zwei Teile, nannten den einen Teil "Weihnachten" im Gedenken an die "Geburt des physischen Körpers" ihres angenommen Jesus; den anderen Teil nannten sie "Auferstehung" oder Ostern im Gedenken an die "Geburt des transzendierten Christus" zu diesem Zeitpunkt.
Noch anzumerken bleibt: Dass Julius Caesar im Jahre 47 v. Chr. den Kalender reformierte.
Denn der römische Kalender war zweifellos aufgrund politischer Machenschaften der verschiedenen Pontifices maximi, gegen das natürliche Jahr der Jahreszeiten so weit in Rückstand geraten, dass der kalendarische "erste Januar" auf den Tag fiel, der der Natur entsprechend in Wirklichkeit der dreizehnte Oktober war, und die 'Wintersonnenwende' des Kalenders, also der 21. oder 22. Dezember, fiel damals etwa auf den 3. Oktober.
Wenn Caesar die zunehmende Unordnung und Verwirrung nicht berichtigt hätte, wäre das Kalenderjahr durch den fortwährenden Verlust von Tagen infolge falscher oder unterlassener Einschaltung durch das ganze natürliche Jahr hindurch beständig in Rückstand gekommen.
Später, im Februar 1582, musste Papst Gregor der XIII, durch Mathematiker den alten julianischen Kalender ebenfalls verbessern, weil auch dieser durch die Unwissenheit seiner Vorgänger bereits um 11 oder 12 Tage hinter dem Jahr zurück war.