Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03453.jsonl.gz/1051

Die Fischzucht in der Schweiz konzentriert sich heute auf Forellen, Saiblinge, Renken und Hechte. Es gibt zwei Formen der Fischzucht, die intensive Zucht für kommerzielle Zwecke und die Zucht für neuen Fisch-Bestand.
Besonders geeignet für die intensive Zucht ist die Regenbogenforelle, um 1880 aus den Vereinigten Staaten nach Europa eingeführt. Bei besonderen Bedingungen gelingt das Wachstum in einem Jahr vom Ei-Stadium bis zur sogenannten "Portions-Forelle", d.h. der Serviergrösse für Restaurants. Durch niedrige Wassertemperaturen und weniger Nahrung wäre ein solche s Wachstum in der Natur nicht möglich.
Intensive Fischzucht wird fast ausschliesslich in privaten Anlagen praktiziert, während in unserem Land weitgehend die Kantone die Aufgabe der Fischzucht zum Fischbestand an Fischervereine delegieren.
Die Befruchtung ist eine sehr delikate Angelegenheit. Durch leichten Druck in Richtung Afteröffnung werden den Weibchen die Eier und den Männchen die Spermien entnommen, die dann vorsichtig mit Hilfe einer Gänsefeder gemischt werden. So erfolgt die künstliche Befruchtung der Eier.
Die Inkubationszeit variiert von Art zu Art und je nach Wassertemperatur. Unmittelbar nach dem Schlüpfen sind die Jungfische sehr anfällig. Sie ernähren sich noch aus den Reserven des Dottersacks. Nur nach Ausschöpfung dieser Reserve sind sie in der Lage, sich in der Natur selbst zu ernähren.
Die Vielzahl der Gefahren, denen die Jungfische in der Natur ausgesetzt sind, kann man sich leicht vorstellen. Allein die Tatsache, dass das Wasser nicht ganz sauber ist, verhindert einigen empfindlichen Arten die Eier auszubrüten. Aus diesem Grunde werden die Fische zunehmend bis zur Vor-Sommerzeit, Sommerzeit oder sogar für ein Jahr gezüchtet, bevor sie im offenen Gewässer ausgesetzt werden. Die Fische passen sich rasch den neuen Umweltbedingungen an, und so ist es möglich, viele fliessende Gewässer fischreich zu halten. Ohne eine solche künstliche Wiederbevölkerung wären die Gewässer seit langem ohne Fische.