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Mitte 2008 erteilte uns die Baugenossenschaft Pro familia Luzern den Auftrag für die Planung der Umbauarbeiten der 72 Wohnungen an der Tribschenstrasse 32-42 in Luzern. Innerhalb des Vorprojektes wurden verschiedene Szenarien untersucht. Abriss und Neubau, Totalrenovation, oder eine Teilrenovation. Die Baugenossenschaft entschied sich vorwiegend aus sozialen Gründen, die bestehende Mieterstruktur beizubehalten und demzufolge für die dritte Variante. Der Umbau der 72 Wohnungen wurde während drei Jahre, d.h. in drei Etappen während den Sommermonaten ausgeführt. Vor Beginn der eigentlichen Umbauarbeiten der Wohnungen wurden die Balkone vergrössert.
Die Bäder und Küchen wurden einheitlich neu gestaltet. Die Badzimmerfläche wurde durch die bereits bestehenden Loggien ergänzt, wobei die dazugehörigen Öffnungen durch das Einsetzen von Kunststoff-Metall-Fenstern geschlossen wurde. Die neuen Leitungen sind hinter einer Vorsatzschale geführt und die Küchenabluft wurde über Dach geführt. Spezielle Beachtung galt der Gestaltung des nach aussen in Erscheinung tretenden neuen Badzimmerfensters. Mit einem horizontal gegliederten Metallgitterelement wird eine flächige Verbindung zwischen Wand und Öffnung erreicht, die sich in ihrer Struktur an den bestehenden Fensterläden orientiert.
Die bestehenden Balkone wurden vergrössert. Die alten Balkonplatten wurden abgebrochen und neue 3x2m grosse vorfabrizierte Betonplatten versetzt. Die rechts und links der Balkone verlaufenden Stahlstützen sind in die Kelleraussenwand abgeführt, was eine zum Boden stützenfreie Konstruktion ermöglichte. An den Unterseiten der vorgefertigten Beton- Bodenplatten sind als Sonnenschutz aufrollbare Stoffstore montiert. Die Balkongeländer bestehen aus einer feingliedrigen Staketenkonstruktion mit engen Stababständen. Ausführung: bronziertes Aluminium.
Beim Umbau der 72 Wohnungen an der Tribschenstrasse 32-42 waren vor allem folgende Schwierigkeiten zu bewältigen:
- Die Wohnungen blieben bewohnt
- Die Wohnungen wurden in drei Etappen umgebaut. Jeweils in den Sommermonaten wurden 24 Wohnungen renoviert.
- Jede Wohnung präsentierte sich in einem anderen Bauzustand.
Der Einschränkungen der Mieter während den Umbauarbeiten waren enorm. In jeder Etappe hatten die Mieter während den ersten drei Wochen in der Wohnung kein fliessend Wasser und sie mussten sich mit provisorischen Nasszellen zufrieden geben. Dank einem grosszügigen Verzicht der Mieteinnahmen, stiessen wir auf ein grosses Entgegenkommen der Mieter. Die ganze Umbauzeit pro Wohnung betrug knapp 7 Wochen. In dieser Zeit wurden die Bereiche Bad, Küche und Korridor total umgebaut. Mit betroffen vom Umbau waren auch sämtliche Zimmertüren und, durch den Wechsel von Gas- zu Elektrokochherd, zum Teil die Neuinstallation des Elektronetzes.
Eine besondere Schwierigkeit war die Baustruktur. So waren von den über 80-jährigen Häusern keine Pläne vorhanden. Aufgrund mehrere Sondagen kam man der vorhanden Tragstruktur aus Tonhurdis „auf die Schliche“. Die sechs Wohnhäuser überzeugten zwar durch ihre nach wie vor gute Bausubstanz, doch es kamen immer wieder neue Überraschungen zum Vorschein, die es zu überwinden galt. So war beispielsweise jede Wohnung in einem anderen Bauzustand und es gab keine einheitlichen Masse der tragenden Konstruktion. Somit musste praktisch in jeder einzelnen Wohnung nach neuen Lösungen gesucht werden.