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|30. August 2006

Einseitige Zeitungen
Das Vorhaben des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET), heimlich das Transitverbot für internationale Schlachttiertransporte heimlich fallen zu lassen, hat ein aussergewöhnliches Echo in der Schweizer Presse gefunden. Die Aussergewöhnlichkeit erklärt sich dadurch, dass sich von diesen Verbrechen der EU in der "sauberen" Schweiz niemand betroffen fühlen muss und auch keine grossen wirtschaftlichen Interessen daran bestehen, dass diese Todestransporte durch die Schweiz fahren. Das BVET hatte offensichtlich vor, dieses Verbot im Poker mit der EU gegen wirtschaftlich interessantere Vorteile einzutauschen.
Wenn es um mindestens so bedeutsame Machenschaften des BEVET gegen die Interessen des Tierschutzes (ein öffentliches Anliegen mit Verfassungsrang!) geht, wovon die inländische Agrolobby profitiert, herrscht fast immer Schweigen in den angepassten Schweizer Medien, die sich im Besitz weniger Aktionärsgruppen befinden.
Darüber hinaus illustriert der folgende Auszug aus unserem Medienspiegel bezüglich Transitverbot die Einseitigkeit einzelner Tageszeitungen - die wir seit Jahren so beobachten -, wenn es um Tierschutzfragen geht:
Internationale Tiertransporte durch die Schweiz hindurch?
Beschwerde VgT,
16.8.2006:
Stellungnahme BVET,
17.8.2006
Der Tages-Anzeiger hat in seiner
konstanten Einseitigkeit und Voreingenommenheit gegenüber dem VgT über
das Thema berichtet, ohne die (in der sda-Meldung dargestellte)
Beschwerde des VgT zu erwähnen.
Auch die Berner Zeitung hat über die
Beschwerde des VgT nicht berichtet, dafür dann gross über die
Rechtfertigung des BVET.
Über beides - Beschwerde des VgT und
Rechtfertigung des BVET - berichtet haben:
Die Neue Luzerner Zeitung und die Schaffhauser Nachrichten haben über das die Bevölkerung stark bewegende Thema Tiertransporte durch die Schweiz überhaupt nichts gebracht.
Das Ergebnis ist ein typischer Spiegel des einseitigen Informationsstils der Berner Zeitung und des Tages-Anzeigers und der notorisch tierschutzfeindlichen Neuen Luzerner Zeitung und der Schaffhauser Nachrichten. Die Neue Luzerner Zeitung erscheint in einem Kanton, wo mehr Schweine leben als Menschen und Tierschutzthemen deshalb beim Establishment sehr verpönt ist. Auch die Berner Zeitung erscheint in einem Kanton mit überdurchschnittlich hoher Schweinedichte. Und die Schaffhauser Nachrichten ist schlicht ein stock konservatives Sprachrohr des Establishments, welches Tierschutz schon immer als blossen Störfaktor in der Politik empfunden hat.