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Chronik BKSV
Am 3. März 1901 fand in Konolfingen unter dem ersten Verbandspräsidenten Dr. Fritz Bösch die Gründungsversammlung des Bernisch-kantonalen Schwingerverbandes statt. Bereits fünf Wochen später wurden die Statuten an der ersten Delegiertenversammlung genehmigt. Noch im gleichen Jahr traten der Oberländische und der Mittelländische Schwingerverband (beide 1893 gegründet), der Emmentalische Schwingerverband (gegründet 1898) sowie der Oberaargauische Schwingerverband (gegründet 1899) dem neuen Kantonalverband bei.
Zum selben Zeitpunkt schloss sich auch der Bernisch-kantonale Turnerschwingerverband an, der aber 1922 wieder austrat, um sich zu einem eigenen Nationalturner-Verband zu bilden.
Am 21. Juli 1901 gelangte in Biglen das erste offizielle Bernisch-kantonale Schwingfest zur Austragung und ab 1921 wurde das "Kantonale" alljährlich durchgeführt. Trotz Konkurrenz von anderen Sportarten, Wirtschaftskrise und Kriegswirren verbreitete sich das Schwingen im Kanton Bern unaufhaltsam und nahm an Beliebtheit und Bedeutung zu.
1906 trat der der Seeländische Schwingerverband (gegründet 1905) und 1922 der Jurassische Schwingerverband (gegr. 1921) bei. Nach der Gründung des Kantons Jura und der Abspaltung vom Kanton Bern entstand aus letzterem der Bernisch-Jurassische Schwingerverband.
25 Jahre später mussten die Reglemente des Verbandes neu überdacht werden, da diese den Anforderungen nicht mehr genügten. Mit der Ernennung eines Technischen Leiters 1926 wurden Training, Anmelde- und Kampfrichterwesen umgestaltet. Diese Neuerung hat sich bis in die Gegenwart bewährt.
1951 konnte das Jubiläums-Schwingest "50 Jahre Bernisch-kantonaler Schwingerverband" in Huttwil durchgeführt werden. Der Verband gedieh in den folgenden Jahren zu grosser Blüte - dies auch dank einem nie geahnten Wirtschaftsaufschwung und steigendem Wohlstand. Einzig der ganz grosse sportliche Erfolg bleib vorerst aus: der Titel des Schwingerkönigs ging erst 1966 wieder ins Bernbiet.
1964 wurde der Vorstand von sieben auf 9 Mitglieder erweitert. Die neu eingeführte Funktion des Pressechefs war in der Folge verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Medien und die Berichterstattung der Schwingfeste.
Von 1966 bis 1974 folgte eine Glanzzeit für den BKSV. An vier aneinanderfolgenden Eid-genössischen Schwing- und Älplerfesten konnten sich Berner Vertreter als Schwingerkönig feiern lassen. Rudolf Hunsperger sorgte dabei für einen einmaligen Rekord: als bislang einzigem Athleten gelang es ihm, dreimal alleiniger Schwingerkönig zu werden.
Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 1983 in Langenthal setzte in vielfacher Hinsicht neue Massstäbe. Erstmals wurde das Rechnungsbüro von Computern unterstützt. Medienvertreter konnten sich so auf optimale Bedingungen und schnelle Informationen abstützen.
In den 80-er Jahren verloren die Berner ihre Vormachtstellung. Sie verfügten zwar nach wie vor über ein breites Kader mit guten Schwingern, zuverlässige Siegertypen fehlten aber. Dies änderte sich erst wieder 1987 mit dem Sieg von Niklaus Gasser am Unspunnen und zwei Jahre später mit dem phantastischen Sieg von Adrian Käser am "Eidgenössischen" in Stans sowie total 15 Kränzen für die Berner Delegation. Die Konkurrenz aus den anderen Verbänden bleib aber gross und die Berner mussten in der Folge verschiedene Rücktritte von bewährten Spitzenathleten verkraften - Abgänge, welche von einer zwar starken, aber noch jungen Basis nur teilweise kompensiert werden konnten.
Über 50 Jahre musste Bern warten, bis ihm wieder die Ehre zukam, ein "Eidgenössisches" durchzuführen. Vor einer grandiosen Kulisse von über 38'000 Zuschauern im altehrwürdigen Wankdorfstadium traten 1998 die besten Schwinger an, um ihren König auszumarchen. Mit Jörg Abderhalden ging der Sieg an die Jugend.
2001 feierte der BKSV sein 100-jähriges Bestehen mit einem Jubiläums-Schwingfest in Büren. Eine neue Fahne wurde eingeweiht und die Jubiläumsschrift "100 Jahre Bernisch-kantonaler Schwingerverband 1901 - 2001" präsentiert - ein Anlass auch für einen Blick in die Zukunft:
Das Schwingen hat sich in den letzten Jahren vom Nationalsport zum Leistungssport ent-wickelt. Die Gänge werden athletischer geführt, den erfolgreichen Schwinger zeichnen Viel-seitigkeit und eine gesunde Härte aus. Das Schwingen hat damit aber nichts von seinem ursprünglichen Charakter eingebüsst. Brauchtum und Tradition werden an den Schwingfesten mit viel Freude gepflegt, Athleten und Publikum begegnen sich in volksnaher Atmosphäre.
Der Bernisch-kantonale Schwingerverband darf der Zukunft mit Zuversicht entgegen sehen. Er will Sorge tragen zum Erreichten und mit gesunden Strukturen, Selbstvertrauen und Kameradschaft einen weiterhin erfolgreichen Weg beschreiten.