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| Zeno von Verona (um 370) - Traktate (Predigten und Ansprachen)

Buch 2
Traktat XLIX. Über das Osterfest. V.
Über das Osterfest. V.
Der Lenker des ewigen Wagens, der in dem alljährlich zu beschreibenden Kreislauf um das Endziel seine Schritte wendet, der Tag des Heiles ist herangekommen. Er folgt sich nach, er geht sich voraus, er ist alt und doch immer jung. Zeuger des Jahres und Sprößling des Jahres, geht er den Zeiten voraus, denen er folgt. Um die Jahrhunderte zu säen und sie zu häufen, schafft er sich aus seinem Ende immer wieder einen Anfang. Das ist der Tag, an dem in ähnlicher Weise, doch nur einmal, aus Liebe zu seinem Menschen sein Schöpfer, Gott unser Herr, untergegangen und wiederum aufgegangen ist, um den Untergang niemals mehr zu wiederholen. Das ist, sag* ich, der Tag, an dem die Finsternis des Todes zerrissen ward; der Tag, an dem der Tod besiegt ward; der Tag, an dem die Hölle (Vorhölle) sich gezwungen sah, die Menschen, die sie tot aufgenommen, lebendig wieder herauszugeben. Daß wir diesen Tag, immer und überall, immer größer an Glauben, an Zahl, an Liebe mit unsern Brüdern feiern mögen, das wird uns geben Gott, der allmächtige Vater! [S. 310]