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UNESCO Welterbe
im Tessin
Burgen in Bellinzona
Das natürliche Zentrum der Talsperre von Bellinzona wird vom mächtigen Felsklotz des Castelgrande gebildet.
Die drei Burgen von Bellinzona (Castelgrande, Castello di Montebello, Castello di Sasso Corbaro), gehören zu den eindrucksvollsten Exemplaren mittelalterlicher Wehrbauten des gesamten Alpenraumes.
Die drei Schlösser und die Stadtmauer (Murata) von Bellinzona wurden im Mittelalter erbaut
Zweck dieser Festungen war es, den nördlichen Völkern den Zugang zum Tessiner Tal zu versperren und die Wegezölle sowie die Strasse in Richtung St. Gotthard zu kontrollieren.
Nach wiederholtem Wiederaufbau über die Jahrhunderte hinweg, sowie kürzlich erfolgten Restaurationsarbeiten präsentieren sich heute die drei Schlösser in ihrem schönsten Glanz und stellen eine der Haupttouristenattraktion des Kantons Tessin dar.
Die Region gehörte früher zum Römischen Reich
Während des ersten Jahrtausends fanden hier viele Kämpfe und Belagerungen statt. 1803 wurde der Kanton Tessin gegründet und mit dieser Gründung gingen die drei wunderbaren, geschichtsträchtigen Burgen in den Besitz des Tessins über.
Die drei Burgen liegen an einer strategisch günstigen Stelle…
…da in der Talenge des Ticino mehrere wichtige Passrouten zusammen laufen. In moderner Zeit sind dies der Gotthard, der San Bernardino, der Lukmanier und der Nufenen, in frühere Zeiten führten Saumpfade auch über die Greina und den San Jorio. Ein in die Flussebene ragender, mächtiger Felsrücken lässt nur zwei Durchgänge offen. Während das Castelgrande über der Altstadt sich erhebt, befinden sich Montebello und Sasso Corbaro auf der östlichen Talseite auf Vorsprüngen. Zusammen mit der Murata und der Stadtmauer konnte das Tal vollständig abgeriegelt werden. Der Mailänder Kommissar Azzo Visconti beschrieb 1475 die strategische Lage wie folgt: «Dieser Platz ist Schlüssel und Tor zu Italien» (Questa terra è pur una giave e porta de Italia).
Die UNESCO erklärte am 2. Dezember 2000 die Burgen von Bellinzona zum Welterbe, als herausragendes Beispiel spätmittelalterlicher Befestigungsanlagen am Zugang zu wichtigen Alpenpässen.
Mittelalterliche Festspiele „La spada nella rocca“
Lebendige Geschichte
Das Mittelalter lebt während drei Tagen, jeweils im Frühling, auf dem Castello di Montebello in Bellinzona wieder auf.
Schwerter, die sich kreuzen, funkelnde Schilder und Helme, bunte Gewänder und wehende Fahnen – all dies und vieles mehr ist „La Spada nella Rocca„.
Die historische Veranstaltung mit zahlreichen Gastgruppen zeichnet Szenen aus dem mittelalterlichen Leben nach, mit Turnieren für Schwertkämpfer und Pfeilbogenschützen, Fahnenschwingern, mittelalterlichen Abendessen und Einblicken in die Handwerkskunst.
Im Innern der Burg werden den Gästen in zwei Tavernen kleine Mahlzeiten und Getränke zu günstigen Preisen angeboten. Die Teilnehmer werden von Darstellern in historischen Kostümen, Kriegern in Rüstung sowie Trompetern und Handwerkern in ihren Werkstätten begrüsst.
Die Zeitreise zurück in die Vergangenheit wird von Duellen und Turnieren, Pfeilbogenschiessen und weiteren Attraktionen umrahmt.
Monte San Giorgio, der Fossilien-Berg im Tessin
Der Monte San Giorgio (knapp 1100 m.ü.M) erhebt sich wie eine Pyramide am Südende des Luganersee und ist DER Schweizer Saurierberg, denn hier lebten früher Meeres- und andere grosse Tiere !
Von seinem Gipfel geniesst man eine herrliche Aussicht, und wenn man ganz genau aufpasst, kann man heute noch kleinere Funde machen…!
Dieser Berg hat ein reiches Innenleben und ist darum, seit dem 19. Jahrhundert, ein wahres Mekka der Fossilien-Wissenschafter und seit 2003 Unesco-Welterbe.
Fossilienmuseum in Meride
Tausende von perfekt erhaltenen versteinerten Fischen und Meeressauriern bis zu sechs Meter Länge wurden auf dem Monte San Giorgio von eifrigen Paläontologen bereits zutage gefördert und sind unter anderem im Fossilienmuseum von Meride zu bewundern.
Schlendern Sie entlang der Südhängen des waldigen Hügels durch die Rebberge, bummeln Sie durch das idyllische Örtchen Meride oder lassen Sie sich verwöhnen in den Grotti des Mendrisiotto.