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Freitag, 21. August 2015
36 Kindertanzleiterinnen und Tanzleiter trafen sich am Freitagabend in Rohrbach. Nach der herzlichen Begrüssung durch die Obfrau des Landesteils Oberaargau, Marianna Ramseier, die betonte, dass die Zusammenarbeit mit dem Landesteil Emmental sie sehr freue, folgte die Begrüssung durch die Tanzleiterinnen Maya Bänninger und Regula Graber. Maya äusserte ihre Wertschätzung der Arbeit der anwesenden Kindertanzleiterinnen und -leiter: "Mir si da und bewürke öbbis". Danach wurden Gruppen gebildet um verschiedene Aufgaben zu lösen. Eine Gruppe konnte Täfeli aus einem Sack nehmen, die anderen bekamen die Aufgabe zu beobachten.Dann die selbe Aufgabe beim Falten eines Hutes. Diese Aufgaben dienten der Wahrnehmung, dass in einer Gruppe nicht alle gleich reagieren, dass es verschiedenen Typen gibt. Den theoretischen Teil erklärte Regula wie folgt: Dass es Alpha/Anführer-Typen gibt oder Gamma/Arbeiter-Typen, der oder die Ausführende ist oder mitträgt. Dann Beta-/Spezialisten-Typen, der/die eher die beratende, hilfsbereite Funktion übernimmt und nicht den Anspruch hat, Führer zu sein. Den Omega-Typ "Sündenbock", der/die vielleicht nicht so gern in der Gruppe mitmacht, es aber der Mutter zu liebe macht, zurücksteht, sich aber nicht wohl fühlt, vielleicht auch einen schlechten Tag hat ... Nicht zu vergessen, dass es auch "Mischformen" gibt. Fazit: Nicht alle reagieren gleich! Also beim Vorbereiten der Tanzstunde den verschiedenen Typen und dem Tagesempfinden der Kinder jeweils Rechnung tragen. Grundsätzlich ist auch die Gruppenzusammensetzung ein Teil, der zu berücksichtigen ist: Ist es eine Zufalls-Gruppe, eine Interessens-Gruppe oder eine Wunsch-Gruppe? Diese Gedanken können hilfreich sein, um eine erfolgreiche, zufriedene Tanzstunde halten zu können.
Maya zeigte mögliche "Anfänge", wie man die Kinder abholen könnte. Reihen bilden, die aufeinander zugehen oder im Wechsel aufeinander zugehen und sich begrüssen. Verschiedene Schrittfolgen einbauen, eine Polonaise damit verbinden. Mit einem Lied die Kinder abholen, dazu bestimmte Schritte üben, mit dem Tempo variiieren. Den Raum grosszügig wahrnehmen lassen und ausnützen, dabei die Ecken nicht vergessen.
Beim "Austausch" wurde folgendes Problem angesprochen: Mutter bei der Probe immer dabei, oft mit dem jüngeren Geschwister, das dann nicht geduldig warten kann. Wie sag ich's, ohne jemanden vor den Kopf zu stossen? Antworten wären: Eine kleine Sequenz, in der das kleinere Geschwister einbezogen wird oder bis zur Pause bleibt; mit der Mutter eine Abmachung treffen. Aber auch bestimmt sagen, was möglich ist.
Von welchem Alter an sollen Kinder aufgenommen werden? Die allgemeine Meinung ging dahin, dass die Kinder fünf Jahre alt sein sollten. "Lieblingspaare" kann man trennen, indem man im Kreis weiter geht oder mit Bildern arbeitet, den entsprechenden Partner sucht, der zum eigenen Bildsujet passt.
Dass Tanzleiterinnen sich in Schulprojekten zum Thema Brauchtum engagieren und in Klassen Tänze zeigen, ist lobenswert. Nicht vergessen werden sollte jedoch, die Kulturlektion zu berücksichtigen, die von der Erziehungsdirektion angeboten wird; dann ist die Chance grösser, dass das befristete Projekt weitergeführt wird.
Am 10. September 2015 tanzen 10 Jugendliche aus der TG Rohrbach und der TG Madiswil sowie aus anderen Gruppen bei der Unspunnenstubete in Interlaken auf der Höhematte mit. Für die Kinder- und Jugendtänze, die für Unspunnen 2017 geplant sind, gibt es ein Angebot, diese in Aarau 2016 einzustudieren.
Aber auch beim nächsten Jugend- und Kindertanzleiterinnenleiter-Treffen 2016 werden diese Tänze gezeigt. Der letzte Tanz an diesem Abend, der geübt wurde, hiess "Der Wäg uf d'Rüeschegg", ein Tanz für Kinder der 2. bis 5. Klasse.
Die Obfrau Marianne Ramseier bedankte sich bei Maya Bänninger und Regula Graber für die Gestaltung des Abends mit einer kleinen Überraschung. Mit einem herzlichen Dank für das grosse Engagement schlossen Maya und Regula den Abend.
Bei Kuchen und Kaffee wurden noch angeregte Gespräche geführt.
Text und Bilder: Ruth Frey