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- Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock ist zurückgetreten.
- Hancock hatte zuvor bereits zugegeben, gegen die Corona-Schutzmassnahmen verstossen zu haben.
- Der konservative Premierminister Boris Johnson nahm den Rücktritt an.
Wer die Corona-Regeln aufstelle, müsse sich erst recht daran halten, kommentierte der konservative Politiker in einem Video seinen Rücktritt. Premierminister Boris Johnson teilte mit, Hancock könne stolz sein auf das, was er vor und während der Pandemie erreicht habe. Zu Hancocks Nachfolger ernannte Johnson Sajid Javid, der im Februar 2020 im Streit mit dem Premier als Finanzminister zurückgetreten war.
Das Letzte, das ich will, ist, dass mein Privatleben die Aufmerksamkeit von der zielstrebigen Konzentration ablenkt, die uns aus dieser Krise herausführt.
Hancock war unter Druck geraten, nachdem durch Fotos bekannt geworden war, dass der verheiratete 42-Jährige eine hochrangige Mitarbeiterin umarmt und geküsst hatte. «Das Letzte, das ich will, ist, dass mein Privatleben die Aufmerksamkeit von der zielstrebigen Konzentration ablenkt, die uns aus dieser Krise herausführt», betonte der Ex-Minister. Er wolle nun bei seinen drei Kindern sein.
Die Bilder entstanden der «Sun» zufolge im vergangenen Monat, als in Grossbritannien wegen der Corona-Pandemie strikte Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen galten.
Zahlreiche Vorwürfe in der Vergangenheit
Die Opposition fordert zudem eine Untersuchung, ob der Minister seine mutmassliche Geliebte, die ebenfalls verheiratet ist, vor Beginn der Affäre eingestellt hat oder erst danach.
Hancock gilt als Gesicht der britischen Regierung in der Pandemie. Trotz zahlreicher Vorwürfe konnte er sich bisher im Amt halten. So hatte etwa ein Kumpel einen millionenschweren Auftrag zur Lieferung von Corona-Schutzausrüstung erhalten, obwohl er keine Erfahrung in diesem Gebiet hat.
Erst kürzlich eckte Hancock auch mit seiner Gesundheitspolitik an. Die Regierung setzte aufgrund der sich zuspitzenden Corona-Lage im Land auf eine Impfpflicht für das Personal von Alters- und Pflegeheimen. Beim Pflegepersonal löste dieser Entscheid heftige Reaktionen aus.