Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03454.jsonl.gz/522

In den 1960er-Jahren merkten die NASA-Astronauten, dass ihre Kugelschreiber im All gar nicht funktionieren, was in Zeiten, in denen es noch keine Mini-Computer – also Smartphones – gab, ein grosses Problem war. Denn man musste ja die erhobenen Daten und Erkenntnisse irgendwie für die Nachwelt und eine spätere Auswertung festhalten.
Um das Problem zu beheben, machte sich die NASA daran, einen eigens für den Weltraum konzipierten Kugelschreiber herzustellen. Heraus kam ein Wunderstift: Er funktionierte kopfüber, im Vakuum, in der Schwerelosigkeit und er funktionierte sogar unter Wasser. Einziges Problem: Er kostete Millionen, während die gescheiten Russen einfach einen simplen Bleistift nahmen, um dasselbe Problem zu lösen.
Die Geschichte ist bekannt und wurde so oft im Internet und durch Mundpropaganda verbreitet, dass sie selbst von Historikern wiederholt wurde. Dabei ist sie vor allem eines: Unwahr. Der eigentliche Geschichtsverlauf ist folgendermassen:
Am 23. März 1965 verliess das Raumfahrzeug «Molly Brown» Cape Canaveral für eine kurze Mission. Wochen davor wurde in verschiedenen Zeitungen Kritik geäussert, da die zwei Astronauten zwei mechanische Bleistifte mitführten, die damals je rund 130 US-Dollar kosteten. Das sind heute gut 1’000 Franken pro Stift. Die NASA kaufte sich damals also 34 Schreiber im Wert von 34’000 Franken.
Die Öffentlichkeit war entrüstet. Die NASA musste ihr erklären, dass die Stifte aus leichtgewichtigem, hoch stabilem Material gefertigt und so designt wurden, dass sie von den Astronauten, mit ihren unförmigen Weltraum-Handschuhen, betätigt werden konnten. Sie taten dies trotz der Gefahr, dass das leitende Graphit der Bleistiftmine Kurzschlüsse auslösen könnte, sollten sich Splitter in die Gerätschaften verirren.
Nach dem Aufruhr meldete sich Paul Fisher mit seinem «Space Pen». Die NASA lehnte diesen zunächst ab und kaufte erst Monate später bei Fisher – und nicht einmal den «Space Pen». Fisher liess es trotzdem so aussehen, als habe die NASA ihn mit dem «Space Pen» beauftragt und streute die Geschichte, welche sich über die Jahre im Gedächtnis der Öffentlichkeit festsetzte und dort zu einem Ungetüm heran wuchs. Es war der perfekte Marketing-Stunt.
Wie kann ich gewinnen?
Bei den Kollegen von Card2Brain kann nun das Lösungswort erspielt werden, welches gebraucht wird, um das nachstehende Formular korrekt ausfüllen und an der Verlosung des iPads inklusive Apple Pencil – aka Wunderstift – teilnehmen zu können. Wir wünschen viel Glück!
Teilnahmeschluss ist der 30. September 2018.