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Telearbeit als neue Betriebsstätte von Unternehmen?
Die Schweizerische Steuerkonferenz (SSK) hat am 26. April 2022 eine interessante Analyse zu den Auswirkungen von Telearbeit auf die interkantonale Steuerausscheidung von Unternehmen veröffentlicht.
Doch was bedeutet der Begriff «Telearbeit» eigentlich? Er bezeichnet «das Arbeiten von einem mit technischen Kommunikationsmitteln ausgestatteten Ort aus, der ausserhalb der Räumlichkeiten des Arbeitgebers (und in der Regel in Privaträumen) liegt».
Die Analyse der SSK konzentriert sich hauptsächlich darauf, wie sich die Telearbeit von Mitarbeitenden auf das Unternehmen auswirkt, das sie beschäftigt. Die Frage dabei lautet: Wird ein Unternehmen, dessen Mitarbeitende in jedem noch so entlegenen Winkel der Schweiz Telearbeit leisten, beim Ausfüllen seiner Steuererklärung mit mehreren Betriebsstätten konfrontiert, was zu einer steuerlichen Zersplitterung seines Gewinns führt, mit allen damit verbundenen administrativen Komplikationen?
Keine Sorge!
Bei Unternehmen, die nur über ein einziges Steuerdomizil, d. h. eine einzige feste Geschäftseinrichtung mit Büroräumen, verfügen, stellen Telearbeitende am Ort ihres Wohnsitzes für das Unternehmen, das sie beschäftigt, in der Regel keine Betriebsstätte dar.
Dasselbe gilt für Telearbeitende, die einer Niederlassung ihres Unternehmens zugeordnet sind.
Aber Vorsicht bei Unternehmen, die über keine geeigneten Büros für ihre Mitarbeitenden verfügen. In diesem Fall ist nicht auszuschliessen, dass Mitarbeitende, die zu Hause oder in Coworking Spaces Telearbeit leisten, als Betriebsstätten gelten, was eine Steuerausscheidung des Unternehmens nach sich ziehen würde.
Schliesslich sei noch der Fall eines kleinen Unternehmens erwähnt, dessen operative Führung in den Händen einer einzigen Person liegt. In diesem Fall könnte der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung am Ort der Telearbeit dieser Person liegen. Ein solches Unternehmen würde somit nicht an seinem offiziellen Sitz, sondern am Wohnsitz des Geschäftsführers besteuert.
Alles in allem ist diese Analyse der SSK von gesundem Menschenverstand geprägt! Und das gefällt mir in einer zunehmend formalistischen und starren Welt, in der man sich immer wieder fragt, ob der gesunde Menschenverstand nicht einfach verschwunden ist ...
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