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Ganz schön dunkel für ein Gemälde eines verschneiten Berges.
Ja, es ist in der Tat sehr dunkel, schwarz auf schwarz. Es ist Teil meiner aktuellen Serie „When I Was Black“. Die Serie ist inspiriert von meiner größeren Mission, das Klima der Ungleichheit zu verändern. Das war meine Inspiration.
Das mache ich also im Moment: Ich male über Ungerechtigkeit und das Klima. Ich bin davon überzeugt, dass wir, um das Klima zum Besseren zu verändern, mehr über Ungerechtigkeit sprechen müssen. Und wir lösen die Ungerechtigkeit in der Welt erst dann, wenn wir selbst wieder ins Gleichgewicht kommen.
Mit deiner Kunst willst du also zu Gesprächen über Ungerechtigkeit anregen?
Genau. Als „Extremkünstler“ male ich Bilder von Landschaften unter extremen Bedingungen. In all meinen Bildern geht es um die Illusion von Identität. Ich möchte zeigen, dass Identität nicht das ist, was wir sind. Wir sind eine Seele mit einer Identität, nicht eine Identität mit einer Seele. Tatsächlich glaube ich, dass man seine Identität selbst wählen und erschaffen kann.
Während des Gesprächs wechselt Alexander immer wieder den Hintergrund bei Zoom und zeigt Landschaften aus der ganzen Welt zusammen mit den Kunstwerken, die er dort gemalt hat. Zu jedem Bild erzählt er eine Geschichte. Er zeigt ein Bild am Fusse des Mount Fuji in Japan, wo die Natur seinen ursprünglichen Plan, dessen perfekte Spiegelung im See zu malen, durchkreuzte. Ein anderes Bild entstand bei starkem Wind in der Provence, und ein drittes mitten in einem Schneesturm, wo das Schneegestöber so stark war, dass er nicht einmal mehr die Leinwand sehen konnte.
Du malst also Landschaften, aber eigentlich geht es in deinen Kunstwerken um die menschliche Natur und um die Illusion von Identität?
Lass mich eine Geschichte erzählen, um das näher zu erläutern. Es geschah vor sechs Jahren in Japan. Ich fuhr dorthin zum Fusse des Mount Fuji mit der Idee, die perfekte Reflektion des Berges in einem See zu malen, zwei umgedrehte Dreiecke – der Mount Fuji in der richtigen Richtung und seine spiegelverkehrte Reflektion. Ich hatte alles geplant, einschließlich einer Live-Übertragung des Entstehungsprozesses über Periscope, Datum und Uhrzeit standen also fest.
Aber als ich dort am See ankam und gerade mit dem Malen beginnen wollte, bemerkte ich, dass Wind aufkam, wodurch Wellen im See verursacht wurden.
Im ersten Moment war ich nicht allzu besorgt. Ich setzte meine Vorbereitungen fort und baute die Videokamera auf. Aber die Wellen beruhigten sich nicht. So begann ich also trotz der Wellen zu malen, schliesslich hatte ich Zuschauer:innen, rund 300 Leute sahen mir zu. Während des Malvorgangs wurden die Wellen immer stärker. Das war echt eine Herausforderung, denn es ist schwieriger, Wellen zu malen als eine ruhige, flache Oberfläche.
Warum?
Wellen sind schwierig zu malen, weil sie in Bewegung sind. Man muss sehr aufmerksam sein, um zu sehen, wie sie sich bewegen, was viel Mühe und Konzentration erfordert. Nach etwa sechs Stunden war das Bild endlich fertig. Aber ich war frustriert, da es nicht das Bild war, das ich ursprünglich malen wollte.
Auf dem Rückweg, als ich am See entlang lief, kam ich an einem Japaner vorbei. Er trug ein T-Shirt, auf dem auf Englisch drei Worte standen: „Don’t create waves.“ Das hat mich echt umgehauen. Solche Dinge passieren mir immer wieder.