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Zappa
Regie: Alex Winter
Mitw.: David Bowie, Arsenio Hall, Ringo Starr, Mick Jagger, John Lennon, Alice Cooper, Kathie Lee Gifford, George Harrison, Paul McCartney, Timothy Carey u.a.
Am Anfang steht ein frenetisch bejubeltes Konzert in Prag 1991. Der Mann auf der Bühne mit dem charakteristischen buschigen Schnurrbart und schon etwas ergrautem Haarschopf wendet sich an die Fans: «Ich bin sicher, dass das der Beginn einer neuen Zukunft in eurem Land ist.» Anlass des Konzerts: der Abzug der letzten Sowjettruppen aus der Tschechoslowakei. Für Frank Zappa ist es, wie er stolz erklärt, das erste Mal seit drei Jahren, dass er wieder als Gitarrist auftritt. Im Dezember 2020 wäre der geniale Komponist, Bandleader, Gitarrist, Sänger, Filmer, Performer und politische Aktivist 80 Jahre alt geworden. Doch er ist seit 28 Jahren tot, 1993 starb er an Prostatakrebs. Regisseur Alex Winter hatte für seinen Dokumentarfilm freien Zugang zum riesigen Archiv Zappas, von dem es 1967 in Newsweek hiess, er leite die «radikalste und unterhaltsamste Rockgruppe der USA». Was schon damals nur bedingt zutraf, denn Zappa war stets ein Grenzgänger zwischen Rock, Jazz und klassischer Avantgarde. Neben grossen Blues-Gitarristen wie B.B. King oder Elmore James zählten Edgar Varèse, John Cage und Igor Stravinsky zu seinen musikalischen Vorbildern. Seit Ende der 1960er-Jahre spielte Zappa auch mit Symphonieorchestern zusammen, später komponierte er Werke für Orchester oder Streichquartette. So etwa für das Ensemble Modern und das Kronos Quartet, dessen Leiter David Harrington ihn im Film in eine Reihe stellt mit den grossen US-Avantgardisten Charles Ives, Harry Partch und Sun Ra. Frank Zappa passt in keine Kategorie. Wenngleich er erstmals in der Hippie-Ära bekannt wurde, war ihm klar: «Die Hippies mögen uns nicht, weil wir nie das taten, was ihnen gefiel, wir waren nicht peace, love and happiness.» Zappa war vor allem ein Workaholic, zu Lebzeiten veröffentlichte er 62 LPs und CDs, nach seinem Tod erschienen 53 weitere. Und wie sehr Zappa vor allem Zappa war, bringt die heute 75-jährige Perkussionistin Ruth Underwood auf den Punkt, die eine von zahlreichen Weggefährtinnen und von 1969 bis 1976 Mitglied in seinen Bands war: «Was war er für ein verdammt nur auf sich selber fixiertes Arschloch! Wir waren, wie er bisweilen scherzte, seine trainierten Affen. Und doch war er einfach – menschlich. Und seine Musik wird da sein, so lange es noch irgendeine Wertschätzung für Kunst gibt.»