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Titel
Glaize
(spr. glähs), 1) Auguste Barthélemy, franz. Historienmaler, geb. zu Montpellier, wurde in Paris Schüler der Brüder Achille und Eugène Déveria, unter denen er auch die Steinzeichnung erlernte. In seinen Bildern sehr verschiedenen Inhalts und sehr verschiedenen Werts ist er ein Realist, der mit fesselndem Inhalt oft eine malerische Wirkung verbindet. Dahin gehören, abgesehen von einigen mythologischen Bildern aus seiner frühesten Zeit, folgende als die ihn am besten charakterisierenden: die hell.
Elisabeth von Ungarn, die von den Thüren der Reichen abgewiesen wird (1844), Dante seine «Göttliche Komödie» schreibend (1847), die sehr gut komponierten gallischen Weiber, die sich verzweiflungsvoll gegen die Römer wehren; sodann der (von ihm lithographierte) seltsame Pranger, der 1854 großes Aufsehen erregte, oder vielmehr eine Reihe von Prangern, an denen die Märtyrer der Idee aus allen Zeiten, auch Christus und Sokrates, stehen, vor ihnen die allegorischen Gestalten einerseits des Elends und der Unwissenheit, anderseits der Heuchelei und der Gewalt.
Viel malerischer gedacht war die allegorische Darstellung: Ce qu'on voit à vingt ans, fast widerwärtig dagegen das zum Laster verführende Elend, wiederum sonderbar im Inhalt, aber gut behandelt das für die französische Auffassung der Geschichte sehr bezeichnende Schauspiel der menschlichen Thorheit (1872), sehr poetisch und meisterhaft komponiert (als Fries) die geweihte Asche. Andre ihn weniger charakterisierende Bilder übergehend, erwähnen wir noch seine Wandmalereien in den Kirchen St. Sulpice und St. Jacques du Haut Pas (1859 und 1868) und seine neuesten in der Kirche St. Merry. Nachdem er 1842-48 mehrere Medaillen erhalten hatte, wurde er 1855 Ritter der Ehrenlegion.
2) Pierre Paul Léon, franz. ¶
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Historienmaler, geb. zu Paris, Sohn des vorigen, Schüler seines Vaters und Gérômes, brachte bis jetzt historische Gegenstände meistens aus dem christlichen und heidnischen Altertum von trefflicher Zeichnung und etwas derbem Naturalismus. Noch unter der Leitung seines Vaters debütierte er erfolgreich mit dem Verrat der Delila, dem bald nachher Faun und Nymphe folgten (Museum in Montauban). Unter Gérôme malte er, von diesem beeinflußt, Äsop im Haus des Xanthos (Museum in Dijon) und Simson, der seine Bande zerreißt (1864, Museum in Mülhausen).
Unter seinen später folgenden Schöpfungen nennen wir nur: Christus und die zehn Aussätzigen, die Nächte der Penelope, Herkules zwischen Tugend und Laster (1867), die meisterhaften Porträte seiner Mutter und eines kleinen Mädchens, das erste Duell (1870, Museum in Arles), Tod des heil. Ludwig (Kirche St. Louis d'Antin). 1875 kopierte er im Auftrag der Regierung die Staalmeesters von Rembrandt im Museum zu Amsterdam (Palais des beaux-arts), brachte in demselben Jahr den in seinem Naturalismus fast ekelhaften Schwur der römischen Jünglinge, die sich zur Wiedereinsetzung des Tarquinius Superbus verbinden (nach Plutarch), 1877 die Flucht der Athener und 1878 ein Porträt seines Vaters. 1877 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion.