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Ausgangspunkt
Der Kern Ausgangspunkt bei der Gestaltung der UW1 am Ende 30er Jahre muss das Ziel gewesen sein, eine Maschine zu entwerfen, die alle in einer kleinen Werkstatt vorkommenden Basis-Metallbearbeitungsschritte bewerkstelligen kann. Sägen, bohren, drehen, fräsen, stossen, schleifen und feilen. Also eine Vielzahl von Funktionen, die mit einer einfachen Umstellung und mit entsprechendem Zubehör auf einer einzigen Maschine zu bewerkstelligen sind. In einem Brief an ihre Kunden 1947 sagte die ehemalige Firma ASTOBA in Basel:
“Diese Universalmaschine mit ihren zwölf Bauelementen in unterschiedlichen Kombinationen den Aufbau von fünfzehn verschiedenen Werkzeugmaschinen erlaubt“.
ASTOBA Offerte 6307 d.d. 03-09-1947, UW1 249
So eine perfekte kleine Maschine passte perfekt in kleine Werkstätten von einer schnell wachsenden westlichen europäischen Industriegesellschaft. Grosse und schwere Industrie Maschinen waren ungeeignet und zu teuer für den kleinen Handwerksbetrieb.
Bis vor kurzem wurde vermutet, dass die Grund-Idee für die KWM (= “Kleinwerkstättenmaschine”) und die UW1 (= “Universal Werkzeugmaschine”) von ein und demselben Schreibtisch stammen
und ihren Ursprung in der aufkommenden Waffenindustrie im Deutschland der 30er Jahre hatte.
Aus dieser Periode stammt die seltene „Rheinmetall-KWG“, das Kleinwerkstättengerät. Dies ist wahrscheinlich der Prototyp, von dem in Sömmerda (D) die KWG und später ab 1939 in Solothurn (S) die KWM Kleinwerkzeugmaschine, weiterentwickelt und gebaut wurde.
Rheinmetall-Borsig-KWG
Die Vorgeschichte
Die Firma Rheinmetall in Düsseldorf fusionierte 1933 mit der Firma Borsig aus Berlin-Tegel zur Rheinmetall-Borsig AG. Dieser Metallgigant war infolge der politischen Situation nach dem Ersten Weltkrieg in seinen Produktions- und Entwicklungsaktivitäten eingeschränkt. Wie alle deutschen Firmen durfte Rheinmetall-Borsig nur zivile Produkte entwickeln und produzieren, wie zum Beispiel Schreibmaschinen und Lokomotiven. Jegliche Aktivitäten im Bereich der Kriegstechnologie waren gemäss des Versailler Vertrags durch die Siegermächte verboten. Durch Beteiligungen und Aufkäufe von österreichischen (Steyer) und schweizerischen (WFS) Firmen gelang es Rheinmetall-Borsig dieses Verbot zu umgehen und begann in diesen Firmen wieder Waffen zu entwickeln und in grosser Anzahl zu bauen.
Die WFS (Waffenfabrik Solothurn) 1939 bis 1943
Der Schweizer SIG-Konzern gründete 1923 die Patronenfabrik Solothurn in den WFS – Gebäuden der ehemaligen Uhrwerk-Fabrik Moderna AG in Zuchwil bei Solothurn.Durch unter anderem finanzielle Probleme wurde die WFS 1926 eine Tochterfirma der deutschen Rheinmetall-Borsig AG, die auch die Firma Steyer in Österreich besass. Am 29. November 1930 kam eine formelle Verbindung zustande durch Gründung einer Vertriebsfirma (von Waffen) die Steyer-Solothurn-Waffen AG mit Sitz in Zürich.
Waffenfabrik Solothurn (01-08-1930)
Mitte der 30er Jahre ignorierte Deutschland den Versailler Vertrag und begann wieder selber Waffen zu produzieren. Die in Solothurn entwickelten Waffen wurden jetzt in Deutschland produziert und die WFS musste sich um 1939 nach neuen Märkten umsehen. Es wurde versucht, in der Zivil-Industrie Fuss zu fassen und die Fabrik in Solothurn im Maschinen- und Apparatebau zu positionieren. Auch Maschinenbau in Lizenz wurde betrieben um den Betrieb auszulasten und das Überleben zu sichern.
So wurde ab 1940 die “ KWG-Produktion, das Kleinwerkstättengerät”, von Sömmerda (D) übertragen nach Solothurn und in Lizenz durch die WFS gebaut.
Aber der starke Rückgang der Waffenproduktion konnte nicht vollständig kompensiert werden, und von den ursprünglich 800 Arbeitern verloren Anfang der 40er Jahre rund 600 ihre Stelle.
In dieser Krisensituation, auf der Suche nach einer wirtschaftlichen Überlebensmöglichkeit der WFS, ist der Entwurf der “Universal Werkzeugmaschine”, der UW1 geboren.
Dr. Ing. W. Rossmanith, ursprünglich beschäftigt bei Steyer in Östereich, war bereits ab 1931 mit der WFS verbunden und war ein ausgewiesener Fachmann für automatische Waffen. Unter
seinem Namen wurden bei der WFS in der Zeit von 1931 – 1941 eine Vielzahl von Patenten für Waffen und Waffenteile registriert. Dabei hatte stets die Firma Rheinmetall-Borsig die
Patentanfrage platziert. Ab 1940 bis 1949 wurden mehrere Patente für Maschinen wie die UW1 und eine Hochgeschwindigkeits-Hobelmaschine und Schleifmaschinen mit diversem Zubehör in seinem
Namen eingetragen.
Dr. Ing. Wolfgang Rossmananith 1881 – ?
Österreichischer Staatsbürger. Technische Hochschule in Wien. Zwei Jahre Assistent an der Hochschule Wien. Neun Jahre Betriebs- und Abteilungsleiter bei Steyr in Österreich. Doktorat
über ein technologisches Thema. Ab 1931 bis 1949 an leitender Stelle tätig in der Waffenfabrik Solothurn (WFS) / Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn.
Erfinder der Universal Werkzeugmaschine UW1.
Im Schweizer Patentregister wurde am 17 Dezember 1942 ein Patent angemeldet für eine: “Mehrzweckwerkzeugmaschine für Spanabnehmende Beabeitungen” und als Erfinder wird Dr. Ing. Wolfgang Rossmanith genannt. Dieses Patent wurde durch eine Berner Agentur eingereicht und nicht durch die Firma Rheinmetall-Borsig AG.
Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn v/m WFS 1943 -1949
Die Waffenfabrik Solothurn AG. in Zuchwil wurde 1943 administrativ in die “Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG.” umgeformt. Unter diesem Namen wurden auch die Patente für die UW1 in diversen europäischen Ländern und in den Vereinigten Staaten und Kanada eingereicht: Deutschland (1943), Frankreich, Belgien, und England (1945) und Holland sowie Österreich (1947). Als Erfinder wird Dr. Ing. Wolfgang Rossmanith aus Solothurn registriert.
Trotz der administrativen Umwandlung der Waffenfabrik Solothurn AG in die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG im Jahre 1943 und einer Weisung von 1945, worin die Fabrik komplett in Schweizer Hände kam, wurde sie gleichwohl als deutsches Eigentum (von Rheinmetall-Borsig) angesehen und musste deshalb aufgrund der Alliierten Konvention von Washington von der Schweiz liquidiert werden.
1949 wurde die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG geschlossen und die UW1-Produktion beendet.
Durch die Schweizer Regierung wurde Notar Dr. jur. Werner von Arx, seit 1935 Verwaltungsrat der WFS, beauftragt die ehemalige Waffenfabrik vollständig zu liquidieren.
Die gezwungene Schliessung der Fabrik bedeutete jedoch noch nicht das Ende der Aktivitäten ihres Verwaltungsrates unter der Leitung von Dr. Von Arx, der schon ab den 30er Jahren an der Bielstrasse Nr. 6 in Solothurn seinen Sitz hatte.
Noch Jahre lang sind in dieser Verwaltungsstelle Versuche unternommen worden, um Güter (Waffen) und Betriebsteile der ehemaligen Maschinenfabrik Solothurn AG / vorhin WFS zu verkaufen. Trotz allen Bemühungen ist es nicht mehr gelungen, einen oder mehrere Käufer für den enormen Waffenvorrat zu finden, der bei der WFS versandfertig gelagert war.
Die Ursache dieses enormen Waffenvorrats bei der WFS war u.a. eine misslungene Lieferung von neuen Dienstwaffen an die niederländische Polizei. Einen Monat vor der Waffenlieferung im Jahr 1940 wurden die Niederlande von den Deutschen besetzt, und damit wurde die Lieferung von ein paar tausend Waffen blockiert. (Dieser Waffenauftrag soll schon für 100% von den niederländischen Autoritäten im voraus bezahlt worden sein. 1948 beschloss die niederländische Regierung „wegen administrativen Undeutlichkeiten“ einen Claim auf Zurückzahlung der nicht gelieferten Güter verfallen zu lassen). Auch die geplante Lieferung einer sehr grossen Partie Waffen an die italienische Armee im Jahr 1943 wurde wegen des Einfalls der Alliierten in Italien von 1943 blockiert.
1950 wurden nach endlosen Verhandlungen mit mehreren Interessenten die Gebäude und Teile des Inventars der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG, vormals Waffenfabrik, für 2.1 Mio Franken an die Firma Sulzer in Winterthur verkauft. Sulzer begann mit 16 Arbeitern die Produktion von Webmaschinen in der ehemaligen WFS.
Ehemalige Mitarbeiter haben erzählt, dass die kompletten UW1-Produktionsmittel wie Maschinenteile, Gussformen, Zubehöre, Ersatzteile usw. bei der ehemalige WFS / Werkzeugmaschinenfabrik
Solothurn AG. in Kisten verpackt wurden und abgeschlossen bereit standen für einen mögliche Versand (ins Ausland z.B. Amerika?).
Auch grosse Mengen an unverkauften Munition und Waffen (über 160 Tonnen Material) wurden in Kisten verpackt und zum Versand bereit gestellt. Der Kurator der ehemaligen WFS / Werkzeugmaschinenfabrik (Dr. Jur. von Arx) blieb zur Untermiete in einigen Räumlichkeiten, die vor allem als Lager für die noch immer unverkauften Waffen und Waffenteile dienten. Trotz einiger Interessenten kam es zu keinen Verkäufen der Waffen. Immer wieder verweigerten die Behörden die Ausfuhrbewilligung, so dass nach einigen Jahren nur noch die Verschrottung blieb.
Das definitive Ende der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn, ehemals WFS, kam erst am 13. Oktober 1961 durch die Löschung aus dem Handelsregister.
Im Spätfrühling des Jahres 1961 kamen in Zuchwil ein paar Kinder nach ihrem Spiel nach Hause mit einer ‚tollen Beute’, die nicht nur ihre Eltern sehr erschreckten, sondern auch die Autoritäten sofort zum Eingreifen zwang. De Kinder hatten auf dem ehemaligen WFS-Gelände gespielt und in einem Schuppen Gewehre und Revolver gefunden! Als sie mit der Beute nach Hause kamen, war der Teufel los! Auf Befehl der Behörden bekam ein Betrieb den Auftrag, sofort alle noch anwesenden Waffen auf dem ehemaligen WFS-Gelände zu administrieren und dort auch gleich zu verschrotten und danach abzuführen. (NB. Jede Waffe hatte eine einmalige Seriennummer). Auf Befehl der Behörden wurde die WFS sofort aus dem Handelsregister gestrichen. Trotz dieses direkten Eingreifens der Schweizer Behörden stellte es sich heraus, dass auch hier die Kontrolle in Bezug auf das Verschrotten nicht nahtlos gewesen war. Einige Jahre später fand nämlich in Kanada ein gewalttätiger Überfall mit Handfeuerwaffen statt, die gemäss Registratur im September 1961 in Zuchwil unter schweizerischer Regierungsaufsicht verschrottet worden waren!
ASTOBA Basel
1944 hatte die Firma ASTOBA ihren Sitz an der Falknerstrasse 17 / Pfluggasse 5 in Basel und war im Handelsregister Basel eingetragen.
ASTOBA war eine Gemeinschaftsfirma von A. Stoeckle und Sulzer. Stoeckle war ein Handelsunternehmen in Basel, bei dem Sulzer möglicherweise Kapitalgeber war.
In der damals bewegten politischen Situation in Europa, in der Deutschland und Italien mit den meisten übrigen westeuropäischen Ländern Krieg führten, nahm die Schweiz eine ganz besondere ‚neutrale’ Stelle ein. Durch diese komplexe Situation befanden sich die deutsch-schweizerischen Betriebe, worunter WFS, in einer schwierigen Lage hinsichtlich der schweizerischen Industrie. In diesem
Zusammenhang hatte ASTOBA den Zweck, die Produkte der ehemaligen WFS unter neutralem Namen via zivile Kanäle auf den Markt zu bringen.
ASTOBA Briefkopf
(“Die neue ASTOBA Gesellschaft übernahm bei ihrer Gründung Aktiven und Passiven der Firma ‘ASTOBA Stoeckle & Sulzer’, in Basel, . . . “. Shab-Meldung: 050 / 2009 d.d. 13.03.2009).
KWG, ASTOBA KWM und Hommel UWG 1 / UWG 2
Angeblich wurde Ende der 30er Jahre die Fabrik in Sömmerda vom deutschen Militär beauftragt, eine Anzahl von kompletten KWG-Maschinen zu produzieren. Diese Rheinmetall-Borsig KWG-Maschinen sollen die Bestimmung gehabt haben, um mit Droppings den deutschen Soldaten an den verschiedenen Fronten die gewünschte Unterstützung zu bringen. Über die Auswirkung dieser Pläne ist weiter nicht viel mehr bekannt geworden als dass durch abnehmendes Interesse beim Auftraggeber (der deutschen Armee) bei der Fabrik in Sömmerdag ein Produktionsüberschuss dieser KWGs entstanden war. Darum war dieses Produkt für Rheinmetall-Borsig nicht mehr so interessant und konnte die Produktion 1939 einfach in die schweizerische Tochterfabrik WFS in Solothurn verlegt werden.
Die WFS und später die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG bauten ab 1940 bis 1949 die KWG-Maschinen.
Durch die Handelsunternehmung ASTOBA wurden diese KWG-Maschinen unter den Name KWM, „Universal Kleinwerkstättenmaschine“, in ganz Europa verkauft und sogar in die Vereinigten Staaten exportiert. Diese KWMs hatten einen ASTOBA-Badge an der linken Vorderseite auf dem Maschinenbett und auf dem Fuss an der rechten Vorderseite war die Maschinennummer graviert.
Durch die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn wurde ein Dekoupiersäge-Accessoire für die KWM entwickelt und 1944 patentiert. Dieses Accessoire konnte auch als Figurensäge und Feilmaschine eingesetzt werden.
Eine Quittung belegt, dass die Kleinwerkstättenmaschine (KWM) No. 382 im Jahre 1947 in der Schweiz verkauft wurde. Wie viele KWM’s durch ASTOBA verkauft wurden, ist nicht bekannt, aber die uns bekannten Maschinennummern bewegen sich zwischen No. 382 und No. 845. Es sind auch mehrere KWMs mit ASTOBA-Logo in den USA bekannt.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war Ingenieur Hans Luce Direktor der Rheinmetall-Borsig-Fabrik in Sömmerda. Kurz vor Einmarsch der russischen Truppen setzte sich Hans Luce in den Westen Deutschlands ab. Schon kurz nach Kriegsende um 1946 knüpfte Herr Luce wiederum Kontakt mit der Firma Gebr. Hommel in Mannheim. Aus dem Deutschen Patent-Register geht hervor, dass Ing. Hans Luce und die Gebr. Hommel bereits Ende der 30er Jahre an der Weiterentwicklung der “Kleinwerkstättenmaschine” zusammen gearbeitet haben.
Nach dem Krieg hatte Hans Luce offenbar die Pläne der KWG zur Hand, die er wahrscheinlich bei seiner Flucht aus Sömmerda “sichergestellt” hatte. Diese Dokumente der KWG “Kleinwerkstättengerät” aus Sömmerda wurden durch Hans Luce in kurzer Zeit umgearbeitet zu den “UWG 1 Universal – Werkstättengerät” „Konstruktion “Luce”.
Die Produktion dieser Maschine wurde in den Hommelwerken Mannheim – Käfertal untergebracht. Die erste dokumentierte Hommel UWG1 wurde mit der No. 365 am 9. April 1951 verkauft. Auf derUWG-Preisliste anfangs der 50er Jahre wurden bereits „DP- und Auslandspatente“ vermeldet.
Von dieser alten Hommel-UWG1-Preisliste ist auch ein Exemplar bekannt, bei dem das Hommel-Logo mit einem ASTOBA-Logo überklebt wurde und die Preise in Schweizer Franken angegeben sind. Offenbar war ASTOBA anfangs der 50er Jahre noch als Maschinenhändler in Basel aktiv und scheint auch Kontakt mit Herrn Luce oder den Hommel-Werken in Mannheim gehalten zu haben.
Ende der 50er Jahre wurde durch Luce und Hommel ein grösseres Modell der UWG produziert: die UWG 2. Die Hommel-UWG-Produktion wurde am 3. September 1975 mit der letzten UWG 2 No. 2004 beendet.
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DDR Drehbank DBF-Gerät / VEB Modul Unispan 110
Die KWM scheint nicht nur Vorlage für „UWG Konstruktion Luce“ gewesen zu sein, offenbar sind in der Rheinmetall-Borsig-Fabrik in Sömmerda genügend Knowhow und Pläne geblieben, um kurz nach dem Krieg eine sogenannte DDR-UWG bauen zu können.
DBF Gerät / DDR-VEB-UWG Model 54
“Es handelt sich, laut Typenschild, um eine VEB Modul Drehbank der Firma VEB Zahnschneide-maschinenfabrik “Modul”, Karl-Marx-Stadt. Dieses Model 1954 wurde zum ersten Mal auf der Herbstmesse in Leipzig vorgestellt, um die „Bastlerdrehbank“ dem Volk zu präsentieren. Die ersten Modelle kamen als DBF-Gerät Bastlerdrehbank und später als „Heimwerkersystem Unispan 110“ auf den Markt“.
Spätere Maschinen sind mit dieser Plakette versehen:
ASTOBA
A. Stoeckle Machines – Outils
Bale Suisse
A. Stoeckle scheint jedoch nicht der Entwerfer oder Fabrikant dieser multi-funktions-Maschine gewesen zu sein, aber er war ein Maschinenhändler, der seine Plakette an eine (noch) namenlose Maschine anbrachte. Diese UW1-Maschine wurde unter dem jeweiligen Plaketten-Namen: „ASTOBA“, „Meyer & Burger“ und zuletzt „Richard“ bekannt. Dies erklärt auch, weshalb der Name „Universal Werkzeugmaschine“ UW1 keine grosse Verbreitung fand.
Im Gegensatz zu anderen Schweizer Maschinenfabrikanten (z.B. Aciera, Schaublin, Habegger, Studer usw.) wurde der Name des UW1-Produzenten nur mit einem Badge auf der Maschine erwähnt und nicht in den Maschinenrahmen eingegossen. Es ist sehr realistisch zu denken, dass dies mit eventuellen Ansprüchen auf die Eigentumsrechte durch Rheinmetall-Borsig im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis des Erfinders Dr. Rossmanith zu tun hatte. Aber auch die besondere Position der WFS wie hier schon beschrieben, kann der Anlass gewesen sein, um den Fabrikanten (WFS) nicht zu erwähnen.
Die UW1 in den 40er Jahren
Das Jahr 1943 wird als Geburtsjahr der ersten UW1 genannt, gebaut in der „neuen“ Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG. Bei dieser erste Serie UW1 Maschinen, bis und mit Nr. 100/199, wurde der Maschinennummer die Seriennummer “100/” vorangestellt. Über die Entstehung der ersten Serie UW1-Maschinen ist noch vieles unklar. Der/die älteste bekannte Prospekt / Preisliste und die ersten bei uns bekannten Dokumente, Rechnungen usw. sind 1946 und September 1947 datiert.
Zeichnungkopf original WFS Zeichnung Nr. B 200-2-01M für UW1 – 250
Die UW1 Maschine K430, die 1949 nach Los Angeles in Amerika exportiert wurde, trägt eine Namenplakette der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG und keinen ASTOBA-Badge.
Neben dieser Namenplakette ist ein Label befestigt mit darauf: „Made in Switzerland“.
Die älteste bis jetzt bekannte UW1-Maschine hat eine einfache Seriennummer 109. Bei den Maschinen Nr. 110 bis einschliesslich Nr. 229 steht vor der Seriennummer eine „Vorlaufnummer“.
Mit diesen „Vorlaufnummern“ 100/, 200 und 250/, Z.B. UW1 – 250/ 229, wurden anfangs die drei UW1-Modelle bezeichnet, wie die untenstehende Abbildung aus der Broschüre zeigt. Aus den jetzt bekannten Seriennummern und ihrem diesbezüglichen Modell kann abgeleitet werden, dass ab der Maschine UW1-100/ 110 auch Modell UW1/200/ (Bettlänge 425 mm) und Modell UW1-250/ (Bettlänge 670 mm) lieferbar waren. Ausserdem ist aus einer alten Preisliste (1946) deutlich geworden, dass der Unterkasten von Modell UW1-100 am Anfang auch als ein Extra Zubehör geliefert wurde.
Die Zahl “1” in UW1 ruft die Frage auf, ob es auch eine Maschine UW2 oder UW3 gegeben hat. Es ist möglich, dass es beim Entwerfer oder bei der WFS Pläne für eine „Fortsetzungsmaschine“ gegeben hat, z.B. eine kleinere oder grössere Ausführung der UW1. Aber ein ehemaliger Mitarbeiter von Meyer & Burger (von 1957 bis 1997), und dort viele Jahre Betriebsführer, hat ganz entschieden gesagt, dass es in der M&B-Zeit keine einzige Initiative gegeben habe, an einem anderen Modell der UW1 zu arbeiten. Bei M&B wurde nur über die „UW“ gesprochen.
Erst mit Bekanntwerden der UW1 Nr. 100-249 und den dazu gehörenden Originaldokumenten wie Offerten, Rechnungen, Lieferscheinen, Quittungen usw. sowie einer Broschüre mit Preisliste
konnten viele Fragen zur Geschichte der UW1 geklärt werden. Diese UW1 wurde am 9. Oktober 1947 ab Station Solothurn nach Altdorf (CH) geliefert. Der Käufer wurde zuvor von ASTOBA zu einer Besichtigung eingeladen:
„Diese Maschine können Sie in unserem Lieferwerk, Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG,
Solothurn im Betriebe besichtigen“.
(ASTOBA Offerte 6341 d.d. 10-09-1947, UW1 249)
In der UW1-Broschüre der Firma ASTOBA aus den 40er Jahren werden drei Typen gezeigt:
UW1-100, UW1-200 und die UW1-250, mit einem ganzen Arsenal von Zubehör, das für die UW1 zur Verfügung stand.
“Diese Universalmaschine mit ihren zwölf Bauelementen in unterschiedlichen Kombinationen den Aufbau von fünfzehn verschiedenen Werkzeugmaschinen erlaubt“.
(ASTOBA Offerte 6307 d.d. 03-09-1947, UW1 249)
Nicht nur besonderes Zubehör für spezifische Maschinen-Kombinationen, sondern auch spezielle Werkzeuge sind im Lieferschein aufgeführt. Die Gebrauchsanweisung, die der Transportkiste beigelegt war, ist in vier Sprachen verfasst: deutsch, französisch, englisch und italienisch.
Bei einem Accessoire für die UW1 scheint Zubehör der KWM erweitert und angepasst worden sein. Das UW1 Feil- /Laubsägezubehör (Pos. 63 in der alten ASTOBA-Preisliste) welches 1944 durch die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG als “Dekupiersäge” patentiert wurde, scheint ursprünglich für die KWM gedacht zu sein.
Bilder aus dem ASTOBA – KWM-Handbuch
Der Sägetisch und der Exzenter-Antrieb wurden für die Kleinwerkstättenmaschine entworfen. Um dieses Zubehör an die UW1 anzupassen, wurde ein Gusseisen-Adapter entwickelt, um den Sägetisch an der UW1 befestigen zu können, sowie eine lange Antriebsachse für den Antrieb durch die Spindel hinzugefügt. Diese Zubehörteile wurde geliefert mit Maschine UW1 K 249 und UW1 S 322. Dieses Feil- /Laubsägezubehör wurde später von Meyer & Burger für die UW1 nicht mehr angeboten. Auch nicht von Ing. H. Luce für die Hommel UWG 1 / 2.
Dieses Maschineteil wurde durch und im Namen der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG patentiert, und in der Liquidation dieses Werks im Jahre 1949 ist dieses Zubehör verloren gegangen.
UW1 ASTOBA Model S Nr. 322
Wiederaufnahme der UW1 Fabrikation
Mitte der 50er Jahre wurde durch die Firma G. Brand aus Steffisburg ein undatierter Brief an die UW1-Kunden der ASTOBA versandt, mit folgendem Inhalt:
“Betr.: Wiederaufnahme der Fabrikation der Universal – Werkzeugmaschine UW1. (ehemals ASTOBA).
Wir freuen uns Ihnen als Kunden der Universal – Werkzeugmaschine UW1 mitteilen zu können, dass die Fabrikation dieser Maschine nach jahrelangem Unterbruch durch die Fa. Meyer & Burger, Maschinenfabrik in Steffisburg wieder aufgenommen worden ist.”
Unterzeichnet: “Generalvertretung der UW1, Brand G.”
(Brief der Firma G. Brand)
Ein Maschinen- und Zubehörprospekt wurde beigelegt. Bei diesem Maschinenprospekt der Firma Brand fällt auf, dass das benutzte Fotomaterial mit aufgedruckten Nummern identisch ist mit dem alten ASTOBA-Prospekt aus den 40er Jahren!
Firma G. Brand, Steffisburg
Herr G. Brand hatte Anfang der 50er Jahre in Steffisburg eine Handelsunternehmung in Präzisionsschleifmaschinen, Schleifsteinen, Schleifpudern usw. usw. Später erweiterte er diesen Handel mit Präzisions-Werkzeugmaschinen und Zubehör. Könnte es sein, dass G. Brand die „UW1-Lizenz“ vom Erfinder Dr. Ing. Wolfgang Rossmanith hat erwerben können und bei Notar/ Verwaltungsrat Von Arx, verantwortlich für die Liquidation der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn, die noch vorhandenen UW1 Vorräte und Produktionsmittel aufgekauft und bei der noch “jungen” und „ehrgeizigen“ Maschinenfabrik Meyer & Burger in Steffisburg untergebracht hat?
Ein ehemaliger Mitarbeiter, der in den frühen 60er Jahren bei M&B im Zeichensaal in Dienst trat, kann sich noch ganz gut erinnern, dass er wochenlang mit dem Anpassen der Zeichnungsköpfe beschäftigt gewesen war: dem Ersetzen der „Solothurn-Marke“ durch die Meyer & Burger-Adresse.
Zeichnungkopf
Am 8. Februar 1957 platzierte die Firma G. Brand ein Inserat in der Zeitschrift : „Technische Rundschau“. Der Hinweis „Fabrikation Meyer & Burger“ wird nur in kleiner Schrift erwähnt.
Im „neuen“ dreisprachigen (deutsch, englisch und französisch) Zubehörprospekt, auch durch die Firma G. Brand in Steffisburg herausgegeben, wird das Zubehör in kleinerem Umfang und in einer neuen Nummernfolge gezeigt. Diese Nummerierung wird auch in der Preisliste 1963 und in Broschüren von Meyer & Burger benutzt.
Ein paar Dinge in dieser “Brand-Periode” der UW1 sind bemerkenswert:
1. Aus diversen Dokumenten stellt sich heraus, dass die Firma G. Brand offenbar Zugang zu administrativen Daten der Firma ASTOBA in Basel hatte, wie zum Beispiel den Adressen der UW1-Kunden sowie zu Fotomaterial der UW1.
2. Im oben genannten Brief an die UW1- Besitzer und in den Broschüren bezeichnete sich die Firma G. Brand als Generalvertretung der UW1, also als Generalvertretung von einem Produkt und nicht von einer Firma.
Bewohner von Steffisburg, die Herrn G. Brand persönlich noch gut gekannt haben, erzählen, dass Herr Gottfried Brand ein leidenschaftlicher Hobby-Dirigent von einer Musikgesellschaft und eines Sangchors in Steffisburg war, und dass er auch in seinem Geschäft deutlich als Dirigent erkennbar war. Ende der 60er Jahre zog die Firma G. Brand in ein neues Gebäude an der Bernstrasse in Steffisburg und wurde damit der „Nachbar“ von Meyer & Burger.
Die UW1-Broschüren und Druckwerke in Namen der Firma G. Brand sind wahrscheinlich bei Aebi Buchdruck in Steffisburg gedruckt worden. Diese Firma wurde 1963 von Armin Gerber übernommen.
Sicher bis in die späten 60er Jahre verkaufte die Firma G. Brand die UW1-Maschinen nicht nur in der Schweiz, sondern auch in ganz Europa.
Auf den Maschinen wurde unter dem Meyer & Burger-Badge eine eigene Namenplakette der Firma G. Brand befestigt.
Meyer & Burger AG, Steffisburg
Hans Meyer gründete am 1. Januar 1951 in Hünibach nahe Steffisburg einen Metallwarenbetrieb. 1953 ist Wilhelm Burger Mitinhaber geworden und die Firma wurde in Meyer & Burger umbenannt. Ab diesem Zeitpunkt hat Meyer & Burger Maschinen für die Uhrenindustrie entwickelt und produziert. 1956 erbaute Meyer & Burger einen neuen Firmensitz in Steffisburg.
Meyer & Burger
Alte Bernstrasse Steffisburg
Meyer & Burger
Allmendstrasse Steffisburg
Alles weist darauf hin, dass die Firma G. Brand 1956 die UW1-Produktion bei der jungen und ambitiösen Firma Meyer & Burger in Steffisburg untergebracht hat. Aufgrund von interessanten Produktionsziffern aus der letzten WFS-Periode und der Herkunft aus der renommieren Solothurner Waffenfabrik musste für dieses besondere und qualitativ hochwertige Produkt bestimmt ein guter Markt zu finden sein. Sicher weil für die UW1 inzwischen auch die Schlesinger-Normen galten.
Die Firma G. Brand kümmerte sich um die kommerziellen Angelegenheiten für die UW1 und Meyer & Burger produzierte die Maschinen.
In den ältesten Meyer & Burger UW1-Gebrauchsanleitungen (ASTOBA) steht das Bügelsäge-Zubehör (Bild 16) noch abgebildet und beschrieben.Dieses Zubehör wurde jedoch als erstes aus dem Lieferprogramm genommen und alles weist darauf, dass dies in dem Augenblick geschehen ist, als die Produktion 1956 von Meyer & Burger übernommen wurde. Eine eventuelle Lieferung dieses Zubehörs durch M&B kann noch aus dem WFS-Einzelteilvorrat geschehen sein. Im Zubehör Prospekt (Pos. 1 – 49) der Firma G. Brand (1957) war für dieses Bügelsäge-Zubehör schon kein Platz mehr reserviert.
Die älteste M&B-Maschinengebrauchsanleitung ist identisch mit der alten ASTOBA-Version und wurde durch eine identische Ausgabe mit einem eigenen Meyer & Burger Umschlag und Vorblatt gefolgt.
NB. Im Brand-Prospekt 1957 steht Pos. 24 (Kipp- und Schwenktisch) noch mit einer Skizze angegeben. Dies ist eigenartig, weil im letzten ASTOBA Prospekt (1948) dieser Kipp-Schwenktisch
schon erwähnt wird. Ausserdem lässt sich aus der Datierung „16-08-1956“ auf den Konstruktionszeichnungen (D 200-105-04 und anderen) schliessen, dass dieses Zubehör bereits erhältlich gewesen sein muss oder auf jeden Fall produktionsbereit war.
Im französischen Zubehörprospekt von Meyer & Burger (1965) steht bei Pos. 11 als Nachdruck erwähnt: „Pos. 22 n’est plus fabriquée. En cas de besoin utilisez Pos. 24.“ / Pos. 22 wird nicht mehr hergestellt. Falls nötig verwenden Sie Pos. 24.
1962 wurde von Meyer & Burger der Direkt-Teilapparat entwickelt und im Sonderzubehör Prospekt 1963 als Pos. 20a aufgenommen. Die 7 Stück Rastscheibe (2, 3, 6, 8, 12, 20 und 24 Teilung) sind jedes als apartes Zubehör unter Pos. 20c – Pos. 20f im Zubehörprospekt aufgenommen. In der M&B-Preisliste 1963 steht das ganze umfassende Schleifzubehör (Pos. 39 bis einschliesslich Pos. 43) noch wohl abgebildet, aber im Sonderzubehör Prospekt 1965 und späteren Versionen ist dies weggefallen. Rationell gesehen ist dieser Eingriff gut zu verstehen, denn kleine separate Schleifmaschinen waren inzwischen überall zu einem vernünftigen Preis erhältlich. (Das Aufstellen und Einstellen dieses Zubehörs war ausserdem eine zeitraubende Angelegenheit!).
Die ältesten bekannten UW1-Prospekte von Meyer & Burger datieren aus dem Jahr 1963 und tragen keine Spuren mehr aus der ASTOBA-Zeit. Wohl wurde auf dem deutschen Prospekt erwähnt: „Verkauf: G. Brand“. Alle UW1 Prospekte und Maschinengebrauchsanleitungen von Meyer & Burger wurden ab 1963 durch die Druckerei Gerber in Steffisburg gedruckt.
Am 15. März 1971 verschickte Meyer & Burger den folgenden Brief:
“An die Besitzer der Universal-Werkzeugmaschine, UW1”.
“Verkauf und Ersatzteildienst ab Januar 1971 werden direkt durch unsere Firma wahrgenommen”.
(Meyer & Burger Brief 15-03-1971)
Diesem Brief wurde beigelegt: Prospekt Sonderzubehör und Preisliste 1970, aber kein Maschinenprospekt.
Was fällt hier auf?
1. Warum wurde kein Maschinenprospekt beigelegt? Musste schnell gehandelt werden und waren in diesem Augenblick keine Maschinenprospekte vorhanden?
2. „wahrgenommen“ ist nicht identisch mit „übernommen oder fortgesetzt“. Spielte hier das „Eigentums“- oder Patentrecht noch eine Rolle?
In dem beigefügten „Sonderzubehör“-Prospekt und auch in späteren M&B-Prospekten und Preislisten blieben die Nummerpositionen gleich. Es wurden ab 1957 bis 1973 noch verschiedene neue Zubehöre an das Sortiment hinzugefügt, wie der Direkt-Teilkopf mit Rastscheiben und verschiedene Aufsteckdornen 13, 17 und 27 mm usw. Mitte der 80er Jahre spezialisierte sich die Firma Meyer & Burger auf Präzisionssägen und übergab die UW1-Produktionsrechte sowie die vorhandenen Einzelteile der Firma Richard in Murgenthal.
Firma F. Richard AG, Murgenthal
Firma F. Richard Maschinenfabrik Murgenthal
Als die UW1-Produktion Mitte der 80er Jahre an die Firma F. Richard Maschinen- und Apparatebau in Murgenthal übergeht, sind einige Zubehörteile weggefallen. Im Richard-Prospekt sind z.B. Pos. 15, 17, 18 sowie Pos. 46 (Einrichtung zum Schneiden von Steilgewinden) sowie Pos. 47 (Reduziergetriebe) und andere, nicht mehr aufgeführt. Auch das UW1 Model S wird im Prospekt nicht mehr gezeigt und somit offenbar auch nicht mehr hergestellt. Fa. Richard AG versuchte den Verkauf der UW1 neu anzukurbeln. Sie druckten neue Werbeprospekte für Maschine und Zubehör und gaben der UW1 eine neue Farbe: hellgrün (Normalfarbe RAL 6011 grün). Sogar ein neues Zubehör wurde in die Liste aufgenommen: Weldon-Fräserspannfutter für Stiftfräsen 6, 8, 10, 12, 16 und 20 mm.
Von Richard wurden auch „Prüfprotokolle“ für 14 Maschinen-Einzelteile der UW1 aufgestellt. Siehe untenstehendes Beispiel:
Aber gegen die asiatische Konkurrenz hatte die Schweizer Qualität (mit dem entsprechend hohen Preis) einen schweren Stand.
Mitte der 90er Jahre spezialisierte sich die Firma Richard AG auf Stromabnehmer für Züge und die UW1-Produktion wurde eingestellt.
Brunner Machine Tools LTD, London
Bis Ende 1965 hatte die Firma G. Zwicky Ltd. ihren Sitz in London. Am 1. Januar 1966 wurde das Geschäft fortgesetzt unter dem Namen Brunner Machine Tools LTD an derselben Anschrift (241 –7 High Street, Acton, London W3) und unter der Leitung von M. Brunner und E. Brunner (beide aus der Schweiz stammend).
Diese Firma Brunner in London war schon seit Jahren Importeur von Meyer & Burger und anderen Schweizer Maschinenproduzenten. Auf den UW1 Maschinen die sie 1984 verkaufte, brachte die Firma Brunner auch ihren Namenbadge an (wie auf dieser UW1 K 2520 zu sehen ist).
Die aktuelle Adresse des Unternehmens ist:
6 Colville Road, Acton,
London W3 8DU, England
Tel: (0044) 020-8992-6011
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Durch den Import von UW1-Maschinen hatte Brunner Interesse daran, weiterhin Zubehör für die UW1 verfügbar zu haben. Deshalb kauften sie Ende der 90er Jahre die UW1-Teile von Richard auf und lagerten das Zubehör bei der Firma H. Urben AG. in Inkwil ein.
Firma H. Urben AG, Inkwil
Die Firma H. Urben AG, ein Kleinbetrieb im Präzisionsmaschinenbau, fabriziert hochwertige mechanische Produkte und ist spezialisiert in der Herstellung von Prototypen, Einzelteilen, Apparaten, Präzisionsmaschinen und Kleinserien in dem ganzen Bereich der Spanabhebenden Bearbeitung.
Durch die Firma Hans Urben werden die UW1 Lagerbestände der Zubehöre solange Vorrat verkauft. Auch diverse Maschinen-Reserve- und Standard-Ersatzteile wie Zahnräder, Spindeln, Spindelmuttern, usw.
Die Original Schaublin Spannzangen P 22 für die UW1 sind inzwischen nirgendwo mehr erhältlich. Aber weil die Nachfrage noch immer besteht, Spannzangen sind ja für eine Anzahl von Metallbearbeitungen unverzichtbar, hat Hans Urben ein neues UW1-Spannzangenfutter hergestellt für die Regofix ER 32 und Schaublin EX 32 Spannzangen.
Für weitere Informationen über UW1 Zubehör oder Maschinen-Teile:
Urben AG
Birkenweg 1
CH-3375 Inkwil
Telefon: + 41 (0)62 961 18 42
Fax: + 41 (0)62 961 60 44
Email: <email-pii>
www.urben.com
Firma H. Urben A.G. Inkwil
Die UW1 in Zahlen und anderen Details
UW1 Einordnung in Produktionsgruppe und Typen:
1)ASTOBA ohne Vorlaufzahlen und mit breiter Wechselrädernhaube (K 109)
2)ASTOBA mit Vorlaufzahlen und mit breiter Wechselrädernhaube (K 100/ 115)
3)ASOTBA ohne Vorlaufzahlen mit modifizierter Wechselrädernhaube (S 322)
4)M&B ab Seriennummer 1000 bis 1200
5)M&B ab Seriennummer 2000 bis 2587
6)Zeitraum Richard
Typen / Modell
K = Kasten
S = Ständer / Säule
UW1-100 Tischmaschine (K) Spitzenweite max 425 mm
UW1-200 Ständermaschine (S) Spitzenweite max 425 mm
UW1-250 Ständermaschine (S) Spitzenweite max 740 mm
Seriennummern
Aus der Übersicht der nun bekannten UW1-Seriennummern zeigt sich, dass noch relativ viele dieser UW1 Maschinen betriebsmässig eingesetzt und noch immer für die Herstellung von Prototypen gebraucht werden. Dazu gehören auch noch viele ASTOBA’s (von vor 1949), die noch immer betriebsmässig eingesetzt werden. Im Augenblick kennen wir verschiedene Betriebe und Privatleute (Hobby), mit mehreren UW1-Maschinen.
Die Übersicht neuesten Datums mit UW1 Seriennummern und Standorten steht auf www.uw1.ch in der Rubrik „Maschinennummern“.
Die Nummerierung von UW1 Maschinenbestandteilen, Zeichnungen und Zubehör
Im Lauf der Jahre sind aus diversen Quellen (Teil-)Zeichnungen der UW1-Einzelteile bekannt geworden. Unmittelbar aus M&B und Richard nach Fragen über Reparaturen oder indirekt via einen Händler. Diese Zeichnungen tragen alle eine Betriebskodierung wie oben in den verschiedenen Zeichnungen (Zeichnungsköpfen) zu sehen ist, z.B. E 200-37-02. Diese Kodierung datiert schon aus der WFS-Zeit ab den 40er Jahren und verweist nicht nur auf die UW1 Maschinen-Einzelteile, sondern auch auf das UW1 Zubehör. Sie wurden von Meyer & Burger in den 60er Jahren u.a. auf der Packliste erwähnt.
Die Buchstaben A bis einschliesslich F stehen für das Papierformat das übereinstimmt mit: A=A0,
B=A1, C=A2, D=A3, E=A4 und F=A5-Format.
Die Zahl „200“ auf der ersten Position steht auf allen Zeichnungen und ist die interne Fabrikprojektnummer: die „“UW-Universal Werkzeugmaschine“. Die Zahl „37“ auf der zweiten Position verweist auf die Maschinen-Einzelteilgruppe: „Spannzangen“. Die Zahl auf der dritten Position „02“ verweist nach dem betreffenden Einzelteil „Glockenzange“. Auf einer Anzahl Zeichnungen steht auf der dritten Position der Buchstabe „U“.
Das „U“ bedeutet “Unterbaugruppe”, das heisst, vormontierte Baugruppe welche unabhängig vom Aufbau einer Maschine in Kleinserien zusammengebaut und ans Lager gelegt wurde. (auch als Ersatzteil).
Der Datum-Stempel z.B. “10. März 1981” zeigt den Tag, an welchem diese Papier-Kopie vom Transparent-Original erstellt wurde. Am unteren Zeichnungsrand sieht man auch noch die alte Nummer von der WFS (UW1 100 E 96 U2 => E200-96-U2), sie wurde als Hilfe eingetragen.
Wenn der Datum-Stempel “10.März 1981” auf dem Transparent-Original war, ist es der Tag an welchem eine Kopie auf Mikrofilm erstellt wurde. Im Zeichnungskopf (Legende-Box) finden Sie bei “Gez.” (gezeichnet = Datum und Ersteller der Zeichnung, z.B. Ne = Peter Neuhaus), “Kontr.” (kontrolliert = Freigabe der Zeichnung, Visum des damaligen Verantwortlichen im Techn. Büro, z.B. Wi = Bruno Wicki).
(Quelle: Felix Kneubühl, Steffisburg)
Durch die Firma Richard wurden diese UW1-Gruppennummern auch bei den Zubehören in der Preisliste 1991-1 und später erwähnt.
Für eine vollständige Übersicht der „Maschinen-Einzelteile-Gruppen / Zeichnung-Gruppen“ ab der WFS-Zeit siehe untenstehende Übersicht.
Tabelle: Nummern und Namen der UW1 Zeichnungen und Maschinen-komponenten und Zubehör
Aus dieser Übersicht lassen sich ein paar Dinge ableiten.
Die Gruppen-Nummern für die UW1-100 laufen von Nummer 1 bis einschliesslich 110. Für das Modell S 200 und S 250 wurde die Nummernfolge 201 gebraucht. Dadurch, dass verschiedene Zubehöre in den alten ASTOBA-Preislisten verfügbar werden, erscheinen die betreffenden Zubehöre auch mit einer höheren Gruppen-Nummer in der Zeichnungen-Liste, z.B. der „Schwenk-Kipptisch” steht auf Position „E 200-105-1“.
Der Direkt-Teilapparat, von M&B 1963 entwickelt, wurde an diese Reihe unter Nummer „E 200- 108-1“ hinzugefügt.
Aber aus dieser Übersicht zeigt sich auch, dass vor allem in der Übergangsperiode WFS – M&B, 1949 – 1956, viele Maschinengruppen weggefallen sind. Zum Beispiel:
Das Hubsäge- / Feilzubehör, die Bügelsäge, die flexible Achse, die Schleifspindel mit allerlei Zubehören, das Schleifzubehör für viereckige Drehmeissel usw. usw. Auch sind durch neue Entwicklungen Maschinengeräte hinfällig geworden, worunter Fräsen mit P22-Schaft, z.B. E 200-54-1. Diese Fräsgeräte mit P22- Schacht wurden unter anderem ersetzt durch Fräsdorns für Walzenstirnfräser (Pos. 36) und unter Nummer „E 200-65-1“ als Maschinengruppe angegeben.
Man kann keine Parallele ziehen und es gibt auch keine Verbindung zwischen der (ursprünglichen (WFS)) Gruppeneinteilung und der Zubehör-Nummerierung in der Preisliste 1946 – 1947 von ASTOBA; auch nicht mit den späteren Zubehör-Listen von Brand, Meyer & Burger und Richard.
Die Zubehör-Nummerierung durch die Firma G. Brand / Meyer & Burger ab 1957 hat überhaupt keinen Zusammenhang mit der vorangehenden ASTOBA-Nummerierung. Wie viele UW1 Maschinen wurden von 1943 bis 1990 hergestellt?
Auf Grund der jetzt verfügbaren Daten (UW1 Maschinen und ihre respektiven Seriennummern) können wir dies nun im Jahr 2013 nur schätzungsweise angeben.
ASTOBA:
Die Anzahl UW1 Maschinen durch die Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn, vormalig WFS, in der Zeitspanne 1943 – 1949 gebaut und unter dem Namen ASTOBA auf den Markt gebracht, kann nicht genau angegeben werden. Wir verfügen nun über 32 Stück UW1 Seriennummern von Maschinen mit einem ASTOBA’-Badge. Die Nummerierung dieser Maschinen läuft von UW1 109 bis einschliesslich 430. Wenn man von der Bemerkung im Zeichnungkopf von Zeichnung B 200 – 01 M aus geht und wenn man annimmt, dass es auch keine Lücken in der Produktionsreihe gibt, könnte das bedeuten, dass ungefähr 440 Stück UW1 „ASTOBA-Maschinen“ gebaut worden sind.
Meyer & Burger:
Aus der Übersicht der UW1 Maschinen, die uns bis jetzt bekannt sind, kann geschlossen werden, dass Meyer & Burger mit der Produktion der UW1 im Jahr 1957 mit der Maschinennummer 1000 angefangen hat. Diese Reihe läuft jedoch nicht ununterbrochen bis zur letzten uns bekannten Maschine UW1 2587. Mitte 1964 gibt es in der Produktionsreihe zwischen UW1 1200 und UW1 2015 eine bis heute unerklärliche Lücke. Ein ehemaliger M&B-Mitarbeiter gab dafür als mögliche Erklärung:
„Mein Kollege hat sich damals an den Schlagzahlen geirrt und man hat das einfach weiter geführt!“. Ein andere Kollege sagte: „Sie seien zufällig von 1 auf 2 “verrutscht” danach habe man mit der 2 weitergearbeitet“. Der ehemalige Betriebsleiter hat dies jedoch vor kurzem widersprochen, konnte aber selbst keine Erklärung für diesen Serienbruch geben und konnte sich auch nicht mehr erinnern, was der Grund für diese merkwürdige Lücke in der Maschinennummerierung gewesen sein könnte.
In der Seriennummernfolge 1000 bis 1200 sind in diesem Augenblick 27 UW1-Nummern bekannt. Wenn es keine anderen Lücken in dieser Reihe gibt, dann beträgt die Anzahl (abgerundet) 200 UW1 Maschinen. Die Nummernreihe UW1 2015 bis UW1 2587 zählt jetzt 42 bekannte Maschinen, ziemlich gut verteilt über die ganze Reihe. Wenn es auch hier keine Lücken in dieser Serie hat, beträgt die Gesamtanzahl UW1-Maschinen in dieser Reihe 572 (abgerundet: 2000 bis 2600 = 600 Maschinen. Insgesamt kann die Anzahl UW1 Maschinen, die von Meyer & Burger produziert worden sind, also 200 + 600 = 800 Stück betragen.
Firma F. Richard:
Im Augenblick sind noch sehr wenig konkrete Zahlen (UW1 Seriennummern) verfügbar, aber wenn man von den schon bekannten Seriennummern aus geht, könnte die Anzahl der von Richard produzierten UW1 Maschinen 46 Stück betragen (2600 bis 2646).
Totale UW1 Produktion von 1943 bis 1990:
ASTOBA ca. 440
M&B ca. 800
Richard ca. 46
——
ca. 1286
Ausser vollständigen Maschinen hat Meyer & Burger auch eine grosse Anzahl „Querschlitten mit Obersupport“ ans CERN in Genf geliefert. Diese Teile wurden für die Fein-Regulierung der Spiegelaufstellungen im ‚kleinen’ Ring für kernphysische Forschung gebraucht.
U-Boot-Fabeln KWM und UW1
Zum Schluss noch ein letztes Wort über die mögliche Anwesenheit von KWM und UW1 Maschinen an Bord von deutschen U-Booten und anderen deutschen Kriegsschiffen während dem 2. Weltkrieg. Aus dem vorgehenden wird inzwischen deutlich sein, dass nur der Vorläufer der KWM, die Rheinmetall KWG-Maschine der 30er Jahre aus Düsseldorf oder Sömmerda, ins Interbellum fällt, und dass diese Maschine also Teil des deutschen U-Boot-Inventars gewesen sein könnte. Eine Studie in deutschen Kriegsdokumenten und Archiven könnte hierüber vielleicht Aufschluss geben. Die KWM-Maschinen, ab 1939 bei der WFS in der Schweiz gebaut, können, logistisch gesehen, nicht mehr zum Inventar von deutschen U-Booten gerechnet werden. Die Produktion der UW1 ist tatsächlich erst nach dem 2. Weltkrieg in Gang gekommen und passt deshalb auch nicht mehr in einen deutschen U-Boot Geschichtenrahmen. Mit dem Aufheben der Werkzeugmaschinenfabrik Solothurn AG im Jahr 1949 war formell auch die schweizerische KWM Produktion vorbei. Weil die KWM ein deutsches Patent-Produkt war, ist die Produktion gewiss nicht durch Meyer & Burger fortgesetzt worden.
Die Firma Meyer & Burger ist 1953 gegründet worden, und ihre Produkte fallen deshalb ganz ausserhalb der Zeitspanne von U-Boot und anderen Verbindungen mit dem 2. Weltkrieg, von denen in einigen Websites gesprochen wird.
Modifikationen an der UW1 und ihrem Zubehör 1943 – 1990
Vergleichen wir die älteste uns bekannte Maschine K 109 mit einer „jungen“ Version K 2504, so fällt sofort auf, dass während der gesamten Produktionszeit keine wesentlichen Veränderungen am Maschinenkonzept vorgenommen wurden. Als Meyer & Burger Mitte der 50er Jahre die UW1-Produktion übernahm, wurde allerdings über Modifikationen nachgedacht:
“Wie das Anpassen der Werkzeugaufnahme für handelsübliches Zubehör wie Spannfutter, Spannzangen, Fräsdorne usw. Man überlegt sich auch die Spannzangen mit Innengewinde durch Standardspannzangen mit Aussengewinde zu ersetzen. Nur hätte dieser Wechsel eine Neukonstruktion der Hauptspindel und des Spindelkopfes verlangt. Da alle Gussmodelle vorhanden waren und für den Spindelstock hätten neu hergestellt werden müssen, verzichtete man auf diese aufwändige Arbeit aus Kostengründen“.
Dies berichten ehemalige Mitarbeiter von Meyer & Burger (aufgezeichnet von Herrn K. Badetscher ).
Zwischen der ältesten UW1 (anfangs der 40er Jahre) und der jüngsten (Mitte der 90er Jahre) finden sich nur wenige Unterschiede.
Obersupport
Es ist möglich, dass der Obersupport der ersten UW1 Maschinen mit 2 T-Schlössern ausgestattet war, wie dies u.a. auch von den Schaublin 102 Maschinen bekannt ist.
Schutzhaube
Eine frühe und auffällige Modifikation an der UW1 ist die Modellveränderung der Schutzhaube über den Wechselrädern. Diese Haube ist nach Maschine 100/ 260 verändert; sie ist profiliert und eleganter geworden.
Aber die erste sichtbare und vielleicht auch wohl am meisten eingreifende Änderung betraf die Schaltung des Wendegetriebes (Pos. 22 in der ASTOBA-Anleitung). Der Griff wurde in einen Drehknopf verändert (siehe Masch. Nr. 100/148 und Nr. 100/199).
Auch die Wirkung des Griffs (in der Gebrauchsanleitung mit Nr. 2 angedeutet) ist verändert. Bei der frühen ASTOBA musste „der Griff“ linksherum in die horizontale Position gelöst werden und dann aus der Passung gezogen werden. Nach dem vertikal/horizontal Kippen der Maschine konnte „der Griff“ wieder in die Öffnung der Passung gesteckt und rechtsherum in vertikale Position gedreht werden für eine gute Sicherung. Bei den späteren Versionen konnte „der Griff“ durch linksherum drehen gelöst werden. Danach konnte die Maschine in jeden Stand zwischen 0 und 90 Grad gekippt und fixiert werden, indem man den Griff rechtsherum festdrehte.
Die Spindelblockierung wurde mehrmals angepasst. Zuerst wurde die Blockierung durch einen Knopf mit Rückfeder, der einen Stift in die Zähne des Antriebsrades drückte, vorgenommen.
Einige Jahre später konnte der Knopf mit einer Stellschraube im eingedrückten Zustand gehalten werden. Diese Änderung wurde später wieder rückgängig gemacht. Ein Grund könnte die Gefahr einer Beschädigung des Kunststoffzahnrades durch den blockierten Stift beim Starten der Maschine gewesen sein.
Der Spindelstock-Feststellknopf
Um den in der Höhe verstellbaren Spindelstock aus seinen Basispositionen, 110 mm oder 210 mm, zu entriegeln, dient dieser ursprünglich ausziehbare Knopf. In der späteren Meyer & Burger-Periode wurde dieser Knopf durch einen Hebel ersetzt.
Der Motor
Alle UW1-Zubehörteile sind auf allen Maschinen einsetzbar und untereinander austauschbar, ausser der Schleifeinrichtung. Für diese braucht der Motor eine zweite Antriebsscheibe sowie eine Befestigungseinrichtung für die flexible Welle.
Nach dem Wegfallen des Schleifzubehörs wird auch der Motortyp geändert. In der älteren Version hatte der Motor eine durchgehende
Achse, an deren Enden je eine Antriebsscheibe montiert werden konnte. Später hatte der Motor nur noch eine Antriebsscheibe für den Hauptantrieb
Die elektrische Bedienung
Bei den ASTOBA-Maschinen war oben auf dem Motor ein doppelt funktionierender Schalter (ASTOBA An leitung Pos. 11) gebaut, womit de Drehrichtung des Motors umgekehrt werden konnte. Meyer & Burger hat diese Motorschaltung geändert und an der Vorderseite auf Position 19 integriert angebracht in Kombination mit einem Hauptschalter (und Sicherheitssicherungen) an der rechten Seite oben im Unterkasten.
Der ASTOBA Motordrehrichtungsschalter, angebracht auf dem Motor (Pos. 11), hat ein langes Gehäuse. In diesem Gehäuse gibt es an der rechten Innenseite einen schmalen Metallstreifen, womit ein gefaltetes Blatt Papier festgeklemmt wird: das Stromversorgungsschema. (siehe Abbildung)
Der Unterkasten für Modell K wurde in einigen Details verändert: Die erste ASTOBA-Version zeigt die Maschine auf einem offenen Unterbau mit drei Tablaren. Der Unterbau war ursprünglich ein Zubehör, das extra bestellt werden konnte.
Soweit jetzt bekannt ist, konnten alle ASTOBA UW1-100 Maschinen mit einem offenen Kasten ohne Türen geliefert werden.
Durch Meyer & Burger wurden später zwei Türen in den Unterkasten angebracht. Auch wurden durch M&B in den Unterkasten an der rechten Obenseite die elektrischen Sicherheitsschalter eingebaut. Die Ausführung dieser Vorkehrung ist im Laufe der Zeit verschiedene Male geändert worden.
Riemenschutz für Hauptantrieb
In den 70er Jahren hat Meyer & Burger eine Schutzhaube aus Kunststoff mit Gusseisenrahmen für den Hauptantrieb hinzugefügt, welche den frei drehenden Keilriemen abdeckte.
Die Farbe der UW1-Maschine
Die Maschinenfarbe der ASTOBA-Periode war ein dunkles graugrün, wobei die Gussoberfläche nicht verschliffen wurde. Die ASTOBA Nr. 335 hat bereits eine glatte Oberfläche mit der Farbe „Dunkel grün“. Spätere ASTOBA UW1 sind auch in der Farbe „Standard Maschinengrün“ gestrichen worden. Meyer & Burger lieferte die UW1 zuerst in einem hellen Maschinengrün, später in Dunkelgrün (siehe Nr. 1182) und kurze Zeit später in „Normal Farbe Grau VSM“ (blaugrau).
Die Firma Richard hat die UW1 wieder hellgrün gestrichen: Normalfarbe RAL 6011 grün.
Modifikationen / Ergänzungen an dem UW1 Zubehör durch die Meyer & Burger AG.
Das Zwischenrad Pos. 32 wurde von Meyer & Burger 1957 modifiziert.
Im ASTOBA-Zeitraum war das Getriebe auf einer festen Getriebeunterstützung befestigt. M&B hat das Getriebe (129,5 mm Ø) auf einer kippbaren Getriebeunterstützung befestigt, wobei das Getriebe in der Höhe verstellbar wird.
Der Direkt-Teilapparat (Pos. 20a) mit Zubehör und 7 Rastscheiben (2, 3, 6, 8,12, 20 und 24 Teilung) wurde 1962 von Meyer & Burger entworfen und dem UW1 Zubehör-Sortiment hinzugefügt.
Durch M&B wurden weiter noch dem Zubehör-Sortiment hinzugefügt:
Pinole MK2 zum Reitstock
Handhebel-Pinole MK2 zum Reitstock Pos. 19b
Rotierende Körnerspitze MK 1 / 2 (Pos. 3a)
Aufsteckfräsdorn 13 mm Pos. 36c
Aufsteckfräsdorn 16 mm Pos. 36d
Aufsteckfräsdorn 27 mm Pos. 36e
Fräsdorn 22 mm Pos. 37a
Fräsdorn 27 mm Pos. 37b
F. Richard AG
Der Original-UW1 Schraubstock wurde von der Firma Richard durch ein anderes (eigenes?) Modell ersetzt. Wahrscheinlich waren die gegossenen Einzelteile des originalen WFS / M&B Modell nicht mehr erhältlich oder war die Anfertigung einer neuen Gussserie zu teuer geworden.
In der Richard Preisliste 1991 wurde angeboten:
Eine „Digital Anzeige 3 Achsen. Preis auf Anfrage“. Bis heute kennen wir jedoch noch keine UW1-Maschine mit diesem Zubehör.
Die Firma Richard lieferte eine Ergänzung zum Zubehör mit einem Set Weldon-Fräserspannfutter (P22) für gerade Fräseschachte von 6, 8, 10, 12, 16 und 20 mm Ø. In der Lager-/ Zubehörliste der Firma Urben steht dieses Weldon-Fräserspannfutter auf Pos. 36 h – 36 m.
H. Urben AG.
Spannzangenfutter für Regofix ER 32 und Schaublin EX 32 Spannzangen.
Die Firma H. Urben hat als Ersatz für die speziellen Schaublin Spannzangen P22 einen Adapter, passend für die Regofix ER 32 und
Schaublin EX 32 Spannzangen im Angebot.
Gezeichnetes aber nicht produziertes UW1 Zubehör durch M&B
Aus der Konstruktionszeichnung E 200-37-02 zeigt sich, dass es bei M&B einen Plan gab für die Produktion einer Glocken-Spannzange für Anwendungen auf der UW1. In einer M&B Sonderzubehörliste ist eine Glockenzange jedoch nie erwähnt und also wahrscheinlich auch nie hergestellt worden.
Hergestelltes UW1 Zubehör durch M&B / Richard wofür keine Werbung gemacht worden ist.
Durch Meyer & Burger wurde Mitte der 80er Jahre eine erste Konzeptzeichnung gemacht für ein UW1-Schnellspannfutter. Dieses Konzept ist durch die Firma Richard am 10.11.1989 bearbeitet worden. Danach ist dieses Schnellspannfutter wohl produziert worden, wurde aber nicht in die Richard Preisliste ‚91-1 und auch nicht in die späteren von Richard herausgegebenen Zubehör-Prospekten aufgenommen.
Auch dieses Weldon-Fräserspannfutter Zubehör wurde nicht in den Firma Richard Sonderzubehör-Prospekt aufgenommen.
Diese Weldon-Fräserspannfutter und der Schnellspannfutterschaft sind lieferbar durch die Firma H. Urben.
Quellen und Bibliographie
* „Geschichte die Waffenfabrik Solothurn; Swiss connection“
Michael Heidler und Andreas Skrobanek
In: Visier, das Internationalen Waffen-Magazin, Februar 2007
* „Schweizer Rüstungsindustrie und Kriegsmaterialhandel zur Zeit des Nationalsozialismus“
Peter Hug
Zürich 2002
* „Waffenfabrik Solothurn,
Schweizerische Präzision im Dienste der Deutschen Rüstungsindustrie“
Ramón Bill
In: Schriftenreihe des Kantonalen Museum Altes Zeughaus Solothurn.
Solothurn 2002.
* „Solothurner Waffenfabrik fest in Nationalsozialitischen Händen“
Stefan Frech
Solothurner Zeitung, 6 Dezember 1997
* „Solothurn im 2. Weltkrieg“
U. Altermatt und S. Frech
Neue Mittelland Zeitung 16 Dezember 1997
* „The machine gun“
“History, evolution and development of manual automatic and airborne repeating weapons”
George Chinn
5 Parts
1951
Part IV Aircraft and Air-borne weapons
Chapter 26; page 450 – 463
Rheinmetall-Borsig Machine Gun
* Seriennummernliste UW1 Maschinen www.uw1.ch
* UW1 Dokumentliste www.uw1.ch
Übersicht der jetzt bekannten UW1 Dokumenten
* Verschiedene Dokumenten von UW1-Besitzern www.uw1.ch
* „Gespräche mit ehemaligen Mitarbeitern von Meyer & Burger“
Aufzeichnungen von Herrn K. Badertscher
Steffisburg 2010
* Gespräch mit Herrn Hans Egger, Ehemalig Betriebsleiter Meyer & Burger
Steffisburg 2012
Vielen dank an:
Kurt Badertscher, Lenzburg
Bruno Berger, Alchenflüh
William Brem, Muri
Hans Egger, Steffisburg
Felix Kneubühl, Steffisburg
Wim Kolb, Zürich
Frank Meyer Lohne (D)
Walter Oldani, Ebikon
Hans & Ursula Urben, Inkwil
und alle anderen UW1 Freunde die ihr Wissen und Dokumente mit mir geteilt haben.
Auch vielen Dank an:
Frau Susi de Groot – Simon für die Übersetzung ins Deutsche
4e Auflage
Juni 2013
NL – Helmond,
Paul Lanner
<email-pii>
.
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English/version 2
UW1, The Universal Machine Tool – a history.
The main objective in the design of the UW1 must have been to enable small workshops to execute all the basic metal operations with one machine: sawing, drilling, turning, milling, slotting, grinding. In short, a large number of operations made possible by a minor adjustment and the application of the appropriate accessories available in one single machine.
The first UW1-machines known to us had a badge reading:
“ASTOBA A. Stoeckle, Machines – Outils, Bale”.
Was A.Stoeckle indeed the briljant designer and manufacturer of this multi-purpose machine? Or was Stoeckle an engine-trader who applied his badge on a (still) nameless machine? It remains curious that, contrary to other manufacturers, the name of the UW1-producer is only mentioned by means of a badge and is not cast into the machine’s body. This is part of the reason that the name UW1 has not become widely known. The UW1-machine was first mentioned under the badge-names: Astoba, Meyer&Burger and Richard. It is said that the first “Universal Werkzeugmaschine” was produced in 1948; but this is not certain.
What is certain, is that, shortly after World War 2, the name ASTOBA was also found on a badge of the German multi-purpose HOMMEL UWG 1 (Universal-Werkstätten-Gerät 1). This might enhance the assumption that ASTOBA was an engine-trader and not a manufacturer. (The Hommel UWG 1/2 is a design by Hans Luce and was produced between 1938 – 1970 by Hommelwerke, Mannheim-Käfertal). Perhaps it was this contact with Hommel, that made ASTOBA add the number 1 to the UW:UWG 1 and UW 1. (Some years later Hommel developed a larger version of the UWG 1: the UWG 2).
So there remain quite some questions about the UW1: Who are its designers, where was it designed, when and where did production start and who was the first producer? We do know that right from the start the major part of all the UW1-accessories has been available (machine nr 322 was supplied with the bow-hacksaw and the fretsaw. Machine nr 335 was supplied completely, with nearly all accessories except the the saw tools and Pos.24).
It is also known that, in the mid 60-ies, UW1 machines were supplied with a badge of Meyer&Burger by G.Brand, together with an “ASTOBA”-manual.
G.Brand, Steffisburg, who, up till the mid 60-ies, (as general agency for Meyer&Burger) sold the UW1-machines not only in Switzerland but throughout Europe. His brochure only gives a brief summary of the possibilities en specifications of the UW1-machine, but it does show an almost full range of accessories (pos.1-49) with pictures and the German, English and French names. The numeric order of the accessories used in this Brand-leaflet remains unchanged in the course of years. In new leaflets there are no alterations and nothing is added. The opposite is the case, during the later years of production an increasing number of accessories is left out. The first to be ommitted are the saw accessories, the bow-hacksaw and the fretsaw. This seems to have taken place at the moment (early 50-ies) that the production was taken over by Meyer&Burger. In the later numbering of accessories (pos 1-49) the saw accessoiries have lost their places. In the Brand-leaflet Pos.24 (the swiveling and turning table) is still presented as a draft. In the French version of the M&B accessories-leaflet (mid 60-ies) it says for Pos.22: “Pos. 22 has been replaced with Pos.24).
The M&B-period start with a complete list of accessories which, over the years, is reduced. The first to disappear is the sawing-accessories; in the mid 60-ies followed by the complete range of grinding accessories. When in the mid 80-ies, the UW1 production moves to the firm of Richard in Murgenthal, again a number of positions disappears from the leaflet (a.o. pos. 15, 17, 18, 46, 47, etc.). All UW1 accessories are applicable to all machines and are mutually exchangeable, with the exception of the grinding device. For the grinding device the engine requires a second pully for the drive and a attachment-support for the flexible axle. Because the grinding accessories is left out, the construction of the engine has also changed: in the older edition the motor had an uninterrupted axle with a pully on each side. Later this became an engine with one pully for the main drive.
Over the years of production, no major change has been made in the concept of the machine. Only minor adjustments are known. E.g. the blocking of the spindle has been altered. At first this was a spring-button which pushed a pin between the teeth of a main toothed wheel. Thus the drive of the machine was blocked. A few years later this was modified: the spring-button could be blocked with an adjustment-screw. Later this modification was undone. A possible reason for this was the vulnerability of the synthetic toothed wheel which could be badly damaged when switching on the machine with the spindle blocked. Some years later this blocking-device was moved to the front of the UW1. The spindle is now blocked by the turning of a handle. One other modification is the lock knob (pos 5; bild 5) to lock the machine in its basic position. In the later M&B period this knob was replaced by a handle.
From the 70-ies onwards Meyer&Burger have supplied the UW1 model K with a floor unit with two doors (see picture: Machines). In the 80-ies M&B placed a synthetic hood on a cast-iron frame over the main drive.
From the Richard-period no change is known besides a change in colour. The UW1 became green again. The Richard firm did add an accessory, a set of Weldon miller-holders for miller-shanks of 6, 8, 10, 12, 16 and 20 mm. In the list of accessories these holders are on Pos. 36 h – 36m.
The machine-colour in the “Astoba” period was a dark, dull green, with a bumpy metal surface, not smoothly polished. Astoba machine 335 does have a smoothly polished surface in the colour dark “army green”. Later Astoba-versions are found in normal “machine-green”. In the M&B period the colour of the UW1 changed from clear machine-green to dark-green (see picture 1182) and shortly after to blue-grey. Richard gave all parts a clear green colour: Normal colour RAL 6011 geen.
In the mid 80-ies Meyer &Burger has been specialised, leaving no room for the small scale production of UW1. Production and a large supply of parts was transferred to the firm of Richard in Murgenthal. This firm tried to give a new boost to the production of UW1. Richard arranged new leaflets for machine and accessories and gave the UW1 a new colour. This was not an avail, Swiss quality could not compete with cheap Asian imports. In the mid 90-ies Richard was forced to reorganise and specialised in the production of pantographs for trains. There was no more room for the UW1.
The firm of Brunner in London had been importer for England for machines from Meyer &Burger and other Swiss machines for the precision engineering industry. Due to its import of UW1 machines this firm had a vested interest in a continuous flow of parts for UW1. He therefore bought all the remaining store supplies of UW1 and stored them at Inkwil with the firm of H.Urben. Urben is a small metal company in fine and high quality mechanical products, mainly grinding spindles and the manufacture of prototypes. Hans Urben sells UW1 parts and accessories until its stock runs out. It still supplies from stock spare parts, such as toothed wheels, spindles, nuts, bolts, etc. For more details see: www.urben.ch