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Leukeran enthält den Wirkstoff Chlorambucil, welcher die krankhafte Zellvermehrung hemmt.
Leukeran wird bei einer bestimmten Form von Leukämie (chronische lymphatische Leukämie), Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphom und bei der Waldenström-Krankheit angewendet.
Leukeran darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin eingenommen werden.
Leukeran darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit auf den Wirkstoff Chlorambucil oder einen der Hilfsstoffe sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit.
Leukeran beeinträchtigt die Funktion des Knochenmarks (blutbildendes System). Daher wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin regelmässig Ihr Blutbild kontrollieren und wenn notwendig die Dosis von Leukeran entsprechend reduzieren oder eine Therapiepause veranlassen.
Andere Arzneimittel oder Massnahmen, wie z.B. eine Strahlenbehandlung, die ebenfalls die Zellvermehrung hemmen, können die Wirkung und Nebenwirkungen von Leukeran verstärken. Deshalb sollte Leukeran nicht unmittelbar im Anschluss an solche Arzneimittel bzw. Massnahmen eingenommen werden.
Leukeran kann Krampfanfälle auslösen. Deshalb sollten Patienten und Patientinnen mit bestehenden Krampfanfällen oder Anfällen in der Vorgeschichte, Patienten und Patientinnen, die Leukeran in hohen Dosen erhalten, und Patienten und Patientinnen mit sogenanntem nephrotischem Syndrom speziell überwacht werden.
Ebenso sollten Patienten und Patientinnen mit Nieren- oder Lebererkrankungen streng überwacht werden.
Leukeran kann wegen seiner hemmenden Wirkung auf das Immunsystem dazu führen, dass Impfungen wirkungslos bleiben oder Impfungen mit Lebendimpfstoffen eine Infektion auslösen. Während der Therapie mit Leukeran sollen deshalb keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden.
Leukeran kann bei Patientinnen die Funktion der Eierstöcke unterdrücken und zum Ausbleiben der monatlichen Regelblutung führen. Bei Männern kann Leukeran in hoher Dosierung die Bildung von reifen Spermien stören.
Aufgrund der unerwünschten Wirkungen von Leukeran wie Übelkeit, Erbrechen und Krampfanfälle ist beim Lenken von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen Krankheiten wie z.B. Krampfanfällen leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.
In beiden Fällen darf das Arzneimittel nicht eingenommen werden. Es müssen entsprechende Verhütungsmassnahmen ergriffen werden, wenn einer der Partner unter Leukeran-Therapie steht.
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die Dosis von Leukeran entsprechend Ihrem Körpergewicht und Ihrer Erkrankung festlegen. Eventuell muss die Dosis entsprechend dem Blutbild, das der Arzt oder die Ärztin regelmässig kontrolliert, angepasst werden (siehe «Wann ist bei der Einnahme von Leukeran Vorsicht geboten?»).
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Erkrankung und wird vom Arzt oder von der Ärztin festgelegt.
Leukeran Filmtabletten sind einmal täglich oder verteilt auf mehrere Dosen auf nüchternen Magen (mindestens ½ Std. vor oder mind. 3 Stunden nach dem Essen) mit genügend Flüssigkeit einzunehmen. Die Filmtabletten müssen ganz geschluckt werden und dürfen nicht geteilt oder zerstossen werden. Waschen Sie unmittelbar nach dem Berühren der Filmtabletten die Hände. Achten Sie darauf, dass sie allfällige Tablettenteilchen (z.B. bei einer Beschädigung einer Filmtablette) nicht einatmen und dass diese nicht mit der Haut oder Schleimhaut (Augen!) in Kontakt kommen. Falls es dennoch zu einem Hautkontakt kommt, waschen Sie die Stelle mit Wasser und Seife, bei einem Augenkontakt spülen Sie gründlich mit Wasser.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin.
Die häufigste Nebenwirkung von Leukeran ist die Beeinträchtigung der Blutbildung im Knochenmark, hauptsächlich mit Verminderung der weissen Blutkörperchen. Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Fieber, Halsschmerzen oder andere Zeichen einer Infektion auftreten.
Folgende weiteren Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Leukeran auftreten:
Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Geschwüre der Mundschleimhaut, insbesondere bei Langzeitbehandlung Blutbildveränderungen wie Leukämie.
Gelegentlich: Hautausschlag.
Selten: Allergische Reaktionen mit Quaddelbildung auf der Haut, Atembeschwerden oder Schwellungen im Gesicht, Krampfanfälle (können bei Kindern häufiger vorkommen), Leberschädigung, Gelbsucht, schwere Hautreaktionen, Fieber.
Sehr selten: Bewegungsstörungen, Zittern, Zuckungen, Muskelkrämpfe, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Lungenerkrankungen, Blasenentzündung.
Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin in Verbindung, wenn Sie plötzlich unter Atembeschwerden, einem Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, Schwellungen im Gesicht, Krampfanfällen, plötzlich auftretendem Fieber oder Hauterscheinungen leiden.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Das Arzneimittel wird von der Herstellung bis zur Abgabe durch die Apotheke kühl gelagert, um die vollständige Wirksamkeit zu erhalten. Sofern der Inhalt der Packung innerhalb von 1 Monat verbraucht wird, ist eine Lagerung bei Kühlschranktemperatur (2 -8 °C) nicht erforderlich. Es sollte jedoch vermieden werden, die Packung der direkten Sonneneinwirkung bzw. anderen Wärmequellen (Heizung etc.), auszusetzen. Vor Licht und Feuchtigkeit geschützt in der Originalverpackung aufbewahren.
Bringen Sie verfallene oder nicht mehr gebrauchte Filmtabletten unbedingt in die Apotheke oder Arztpraxis zur fachgerechten Entsorgung zurück.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.
1 Filmtablette enthält 2 mg Chlorambucil sowie Hilfsstoffe zur Tablettenherstellung.
23'426 (Swissmedic)
In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.
25 Filmtabletten zu 2 mg.
Pro Farma AG, Baar.
Diese Packungsbeilage wurde im April 2011 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic) geprüft.