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Erfinder, Investoren und Industrielle treffen sich in diesen Tagen an der 34. Internationalen Erfindermesse in Genf.
Rund 1000 technische und wissenschaftliche Erfindungen werden der Öffentlichkeit präsentiert - in der Hoffnung auf Aufmerksamkeit und kommerzielle Unterstützung.
Die Organisatoren der vom 5. bis 9. April in Genf stattfindenden Erfindermesse sind der Ansicht, der Erfindungsgeist sei auch in diesem Jahr hellwach, hätten doch 775 Aussteller aus der ganzen Welt den Weg nach Genf gefunden.
Laut Jean-Luc Vincent, Präsident und Gründer der Messe, können jedoch eine grosse Anzahl von Möchtegern-Erfindern ihre Ideen aus zwei Gründen nicht verwirklichen.
"Der erste ist, für einen Spinner gehalten zu werden. Dieser intellektuelle Reflex ist eine starke Bremse für viele Forschende", sagt er. "Wir bitten jene Leute, die systematisch Erfinder und Erfindungen verspotten, damit aufzuhören."
Der zweite und wahrscheinlich wichtigere Grund: Die Schwierigkeit, eine Erfindung im globalen Markt unterzubringen, wo Verkäufer und potentielle Kunden oft durch Kontinente voneinander getrennt sind.
Es sei also wichtig, so die Organisatoren, einen internationalen Treffpunkt zu haben, wo sich Erfinder mit Fabrikanten, Verkäufern und Investoren treffen könnten. Vincent unterstreicht, dass jedes Jahr für über 45% der ausgestellten Erfindungen Lizenzverträge abgeschlossen werden.
Starke malaysische Präsenz
Der Hauptharst der Aussteller kommt aus Europa und Asien. Dieses Jahr führt Malaysia das Feld mit 152 Ausstellern an, gefolgt von Russland (72), Iran (62) und Frankreich (60).
Nur zwei Aussteller kommen aus den USA. Trotz ihrer geringen Anzahl fallen sie jedoch auf.
Eine ihrer Erfindungen ist ein Flugzeug, das fliegt, indem es mit seinen Flügeln schlägt. Die andere ist eine Make-up-Brille, die es erlaubt, beim Auftragen der Wimperntusche scharf zu sehen.
Der Schweizer Erfinder Eric Wideli zeigt einen mobilen Anti-Überschwemmungs-Damm. Ausgestellt ist seine Erfindung gleich neben einem beweglichen Mikro-Wassergenerator eines Moldawiers.
In der Sicherheits-Sektion finden Investoren einen Zentrifugal-Fallschirm, mit dem von hohen Gebäuden gesprungen werden kann, sowie eine chinesische Erdbebenalarm-Uhr, die als hübscher Zeitmesser beschrieben wird, dessen Alarm bei einem Erdbeben losgeht.
Andere Blickfänger sind ein optischer Apparat, mit dem man die Schärfe von Chilischoten messen kann, ein vibrierender Ring, der sexuelle Freuden bringt und etliche Anti-Schnarch-Apparate.
Wachstumsbereiche
Gemäss Anne Loertscher, der stellvertretenden Direktorin der Ausstellung, definieren sich die Wachstumsbereiche bei der Medizin, der Orthopädie, beim Hilfsmaterial für Behinderte und im Bereich Essen und Trinken.
Zudem ist der Wohnort des Schöpfers ausschlaggebend, damit eine Erfindung im Regal eines Geschäftes landet.
"Es gibt Länder, die bieten eine vollständige Struktur an, um erfolgreich zu erfinden, zu präsentieren und die nötigen Partner zu treffen. Und dort ist der Weg auf den Markt sehr kurz", sagt Loertscher gegenüber swissinfo.
"Andere, vor allem westeuropäische Länder, können das nicht bieten. Und deshalb gibt es diese internationale Ausstellung, damit Erfindungen auf den globalen Markt gebracht werden können."
swissinfo , Adam Beaumont in Genf
(Übertragung aus dem Englischen: Etienne Strebel)
Fakten
Man schätzt, dass die Ausstellung weltweit rund 40 Mio. Franken Umsatz generieren wird.
Erwartet werden 75'000 Besucherinnen und Besucher – 55% von ihnen Industrielle, Distributoren und Geschäftsleute.
57% der Erfinder kommen aus Europa, 38% aus Asien und 5% aus anderen Kontinenten.
8% der Aussteller sind Schweizer.
In Kürze
Eine Erfindung darf in Genf nur einmal ausgestellt sein. Sie muss zudem durch Rechte zum Schutz des geistigen Eigentums geschützt werden.
Das eidgenössische Amt für geistiges Eigentum betreibt einen Stand, an dem auch Vertreter der Weltorganisation für geistiges Eigentum, des Europäischen Patentamtes und Patentämter von zehn Ländern anzutreffen sind.
Rund ein Drittel der 775 Aussteller sind unabhängige Erfinder und Forscher. Den Rest teilen sich Firmen, Forschungsinstitute und Universitäten.
Ehrengäste sind der französische Prototyp Helios und die Schweizer Swiss Spirit, die beide an der World Solar Challenge 2007 in Australien starten werden.