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Er hätte wissen müssen, dass man sich nicht ungestraft über den König lustig macht. Als er ihn dann als unersättliche Fressmaschine und das Kabinett zudem als Irrenhaus malte, war das Mass voll: Man verdonnerte ihn zu einer Geldbusse von 500 Francs und zu sechs Monaten Gefängnis. Es sollte nicht sein letzter Aufenthalt hinter Gittern sein. Was den König besonders ärgerte, waren die hohen Auflagen, in denen die Majestätsbeleidigungen verbreitet wurden: Ende des 18. Jahrhunderts war die Lithografie erfunden worden, ein Steindruckverfahren, mit dem auch Zeichnungen problemlos vervielfältigt werden konnten. Der 1808 in Marseille geborene Kunsthandwerkersohn hatte bereits mit 14 Jahren erste Lithografien veröffentlicht, mit 22 arbeitete er dann als politischer Karikaturist für illustrierte Wochenzeitschriften, später auch für eine Tageszeitung. Stoff lieferte die Zeit genug: Die Ideen der Revolution lagen noch in der Luft, und die Monarchie liess jede oppositionelle Regung verfolgen und Aufstände blutig niederschlagen. Meistens jedoch unterlag er der Pressezensur. Wenn er keine politischen Bildkommentare veröffentlichen durfte, widmete er sich dem Alltagsleben: Er hielt das Elend der GrossstadtbewohnerInnen fest, veröffentlichte Gesellschaftskarikaturen oder kommentierte aussenpolitische Ereignisse. Mit 64 Jahren … nach dem Sturz des Kaisers Louis-Napoleon … fertigte der leidenschaftliche Republikaner schliesslich seine allerletzte Lithografie an: «Monarchie im Sarg». Sieben Jahre später starb er, beinahe gänzlich erblindet.
Wie heisst der oft mit Francisco de Goya verglichene «Gigant der satirischen Zeichenkunst» (Kurt Tucholsky), der sich eine Auszeichnung mit dem Kreuz der französischen Ehrenlegion verbat?
Wir fragten nach dem französischen Karikaturisten und Maler Honoré Daumier. Noch heute berühmt ist seine Zeichnung «Rue Trasnonain», die ein Massaker dokumentiert, das Soldaten während der Weberaufstände 1834 in Paris verübt hatten.