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Allan Kardec war das Pseudonym vom angesehenen und einflussreichen französischen Pädagogen Hippolyte Léon Denisard Rivail, um die Grundwerke des Spiritismus so wie seine Studien zu veröffentlichen.
Geboren am 3. Oktober 1804 in einer traditionellen katholischen Familie mit Tradition im Rechtswesen, begibt er sich in die Schweiz, um an der Pestalozzi-Schule zu studieren. Bald erweist er sich als einer seiner angesehensten Schüler und erlangt mit nur 18 Jahren bereits das Bachelor of Science in Naturwissenschaften sowie Sprach- und Literaturwissenschaften.
Nach Abschluss seines Studiums kehrt er nach Frankreich zurück, wo er auch als Übersetzer arbeitet, da er polyglott war (er beherrschte Deutsch, Englisch und Holländisch, und hatte fundierte Kenntnisse in Italienisch und Spanisch). Er erlangt Bekanntheit in den akademischen Kreisen und wird Mitglied angesehener Gesellschaften wie des Historischen Instituts von Paris und der Royal Academy von Arras.
Als Pädagoge widmete sich der junge Rivail dem Kampf für eine stärkere Demokratisierung der öffentlichen Bildung. Zwischen 1835 und 1840 hielt er in seiner Residenz an der Straße von Sèvres kostenlose Kurse über Chemie, Physik, Vergleichende Anatomie, Astronomie und anderen ab. Zu dieser Zeit absorbierten ihn die didaktische Aspekte; er bereitete ein arithmetisches Handbuch, das während mehrere Jahrzehnten in Französisch Schulen übernommen wurde, und ein mnemonisches Bild von der Geschichte Frankreichs, das den Schülern erleichtern sollte, sich die Termine der bedeutendsten Ereignissen und Entdeckungen verschiedener Königsherrschaften Frankreichs zu merken.
Am 6. Februar 1832 heiratete er Amélie Gabrielle Boudet, die ihn bei der Verfassung der spiritistischen Werke zu einer grossen Unterstützung wurde. Laut seiner eigenen Aussage, die in “Posthume Werke” veröffentlicht wurde, war es im Jahr 1854, dass Prof. Rivail zum ersten Mal von dem damals sehr weitverbreiteten Phänomen der “Drehenden Tische” hörte, und zwar durch seinen Freund Fortier, einen Langzeit-Magnetisierer.
Allan Kardek schenkte der Geschichte keine grosse Beachtung und führte auf Bewegungen auf den sogenannten animalischen Magnetismus zu, welchen er fleissig untersuchte. Erst in Mai 1855 wurde seine Neugier effektiv geweckt, als er begann, an Sitzungen teilzunehmen, wo solche Phänomene erzeugt wurden.
In dieser Zeit wurde er auch auf das Phänomen der medialen Schrift – oder Psychographie – aufmerksam und begann damit, mit Geistern zu kommunizieren. Einer dieser Geister, bekannt als “Geist eines Bekannten”, beginnt seine Arbeit zu leiten.
Später informiert ihn dieser Geist, dass er ihn bereits aus der Zeit Galliens unter dem Namen Allan Kardec gekannt hat. So nimmt Rivail dieses Pseudonym an, unter dem er die Werke veröffentlicht, die den Spiritismus synthetisieren.
Das erste Hauptwerk des Spiritismus, das Buch der Geister, erscheint am 18 April 1857. Dieses Datum wird als Meilenstein der Gründung des Spiritismus gehalten. Nach der Herausgabe der Spiritistischen Zeitschrift (1. Januar 1858) gründet Allan Kardec im selben Jahr die erste konstituierte spiritistische Gesellschaft unter dem Namen Pariser Gesellschaft für Spiritistische Studien.
Allan Kardec widmete die letzten Jahre seines Lebens der Bekanntmachung vom Spiritismus unter den vielen Unterstützern und Sympathisanten, und verteidigte es vor den Gegnern durch die Spiritistische Zeitschrift und das Journal für Psychologische Studien.
Er starb am 31. März 1869 mit 64 Jahren in Paris, aufgrund eines Aneurysmas, während er über die Beziehung zwischen Magnetismus und Spiritismus schrieb. Er ist auf dem Friedhof Père-Lachaise begraben, einer berühmten Nekropole der französischen Hauptstadt. Neben dem Grab sind Steine, errichtet wie druidische Dolmen. Über sein Grab, sein Motto auf Französisch „unerbittlich, so ist das Gesetz, geboren zu werden, sterben, wiedergeboren zu werden und Fortschritt zu erlangen“.