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Projekt
Rodolfo Olgiati (1905 – 1986) hat die schweizerische Flüchtlings- und Friedenspolitik über Jahrzehnte mitgestaltet und geprägt. Er wirkte in verschiedenen Rollen, u.a. als Retter gefährdeter Kinder im spanischen Bürgerkrieg, als Leiter der «Schweizer Spende» 1944 bis 1948, als IKRK-Mitglied (1949 – 1970), als Leiter der evangelischen Heimstätte Wartensee (1958 – 1971) und als Autor. Die Vorrecherchen im Schweizerischen Sozialarchiv, das das Privatarchiv Olgiatis beherbergt, und eine erste Lektüre seiner Werke zeigen das Wirken eines Humanisten in einem neutralen Land, dessen politisches Personal das humanitäres Wirken über Jahrzehnte privaten Initianten und Initiativen überliess. Es war damals primär Pionieren wie Rodolfo Olgiati zu verdanken, dass das in vielen Sonntagsreden geführte Wort humanitäre Tradition nicht ganz zum reinen Papiertiger verkam. Es erstaunt, dass über Olgiatis Leben und Werk noch keine Biographie geschrieben worden ist. Diese Forschungslücke soll mit dem Buch geschlossen werden. Geplant sind neben umfangreichen Archivrecherchen auch Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.
Wer aus Olgiatis Leben erzählt, berichtet zugleich von der Nothilfe privater Organisationen unter schwierigsten Bedingungen in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg, vom sehr langsamen Erwachen der Schweizer Behörden, die in Olgiati die ideale Führungsperson für die «Schweizer Spende» fanden, von den ersten Schritten der modernen Entwicklungshilfe und vom Engagement für die Einführung eines Zivildienstes.