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Fieberkrämpfe
Es folgen die wichtigsten Mittel bei Fieberkrämpfen außer Belladonna, da es schon unter den Grippemitteln beschrieben wird. Die Therapie von Fieberkrämpfen soll den Laien nicht dazu verleiten, sich zu überschätzen, sondern sie soll neue Möglichkeiten aufzeigen, der Ohnmacht und der Angst angesichts eines Fieberkrampfes mit Hilfe der Homöopathie Herr zu werden oder die Möglichkeit eröffnen, mit seinem Therapeuten neue Wege zu gehen.
Dosierung: Das passende Mittel wird in der Potenz C 200 alle fünf bis zehn Minuten wiederholt. Wenn nach zwei Gaben keine Besserung eintritt, ist das Mittel falsch gewählt.
Cicuta virosa
Es ist die Heftigkeit der Krämpfe, vor allem bei Gehirnhautentzündung (Meningitis), die Cicuta kennzeichnet. Oft ist der Kranke bei klarem Verstand, um dann ganz plötzlich delirös zu werden. Er erkennt niemanden mehr, kann Fragen nur teilweise beantworten und verharrt in diesem halbbewussten Zustand.
Daraufhin treten Krämpfe ein. Die Glieder zucken und rucken. In erster Linie krampft die ganze Wirbelsäule. Der Kopf wird nach hinten bis zum Opisthotonus (krampfhaftes nach hinten Durchstrecken) oder zu einer Seite gestreckt oder von Seite zu Seite gerollt. Heftige, furchtbare Verzerrungen der Glieder und des ganzen Körpers zeichnen Cicuta aus. Die Krämpfe werden durch Berührung, Geräusche oder Erschütterung erneut ausgelöst. Das Fieber fängt in der Regel mit Frösteln in der Brust an und breitet sich von dort aus. Der Kranke verlangt nach Wärme (Heizung, Wärmflasche). Der ganze Körper ist äußerlich eisig kalt.
Im Laufe der Erkrankung neigt er dazu, wie auf den Fleck an der Wand zu starren. Langsam steigert sich die Hitze zu höchsten Graden. Sein gerötetes Gesicht brennt vor Hitze, dabei hat er keinen Durst. Ständig verlangt er nach frischer Luft. Er schwitzt meist jede Nacht insbesondere gegen Morgen am Bauch, danach fühlt er sich belebt und erfrischt. Das Delirium von Cicuta ist genauso heftig wie die Krämpfe. Er stöhnt, jault, macht Gebärden und komische Bewegungen, singt und ist in großer Aufregung.
Hyoscyamus niger
Dieses Mittel wird in unseren Breitengraden selten in Frage kommen, da die Symptome schon vor dem Fieberkrampf so alarmierend sind, dass die meisten Laien sicher hier ihre Grenzen erkennen werden. Andererseits wird ein Homöopath das Mittel meist schon rechtzeitig erkannt und gegeben haben, um einen Fieberkrampf abzuwenden. Der Hyoscyamus-Kranke leidet unter einer zunehmenden Schwäche. Er hat Ausbrüche von heftigen Delirien, die aber wegen seiner Schwäche nicht länger anhalten. Am Anfang hat er daher häufigere Ausbrüche, später wird er immer mehr komatös. In der übrigen Zeit murmelt er im Delirium. Hyoscyamus ist besonders wichtig, wenn Krankheiten eine typhöse Form annehmen. Sein Gesicht ist blass und eingesunken im Gegensatz zu Belladonna. Er strampelt die Bettdecke ab, nicht weil es ihm warm ist, sondern weil er nicht zugedeckt sein will. Er kann sogar ganz nackt sein wollen. Die Kälte beginnt in den Füßen und läuft die Wirbelsäule hoch bis zum Nacken. Erst mit der Hitze kommt der Durst. Die Haut ist trocken und brennt spürbar vor Hitze. Die Venen sind prall gefüllt und brennen. Wenn die Lungen betroffen sind, hat er besonders nachts einen trockenen, krampfhaften Husten, der im Liegen schlimmer wird. Durch Aufsitzen wird es besser, durch Essen, Trinken und Reden schlimmer.
Opium
Opium ist charakterisiert durch eine gleichgültige Trägheit. Der Kranke ist sehr schläfrig und liegt in einer Art träumerischer Benommenheit da. Er klagt nicht und fragt auch nicht. Der Schlaf ist schwer, wie betäubt mit röchelnder Atmung, das Gesicht rot, die Augen halb geschlossen, blutunterlaufen. Die Haut, besonders das Gesicht ist mit heißem Schweiß bedeckt, vor allem im Schlaf. Er empfindet das Bett als zu heiß. Er kann nicht zugedeckt liegen, sucht ständig kühle Stellen und deckt sich ab.
Stramonium
Stramonium hat ein sehr heftiges, manchmal direkt furchterregendes Delirium: Der Kranke singt, lacht, grinst, pfeift, schreit, flucht oder betet (bittet). Über allem steht die Geschwätzigkeit. Sprunghaft nimmt er die verschiedensten, unmöglichsten Stellungen ein oder hebt immer wieder ruckartig den Kopf vom Kopfkissen. Die Augen stehen weit offen und leuchten mit riesigen Pupillen. Das gerötete Gesicht glüht besonders beim Schüttelfrost. Dagegen sind Hände und Füße während der Hitze kalt. Er mag meistens keine Dunkelheit, verlangt nach Licht und will nicht alleine sein. Beim Frösteln will er fest zugedeckt sein, was meist auch im Hitzestadium anhält. Die Krämpfe kommen, wenn die Hitze intensiv wird.
Die Nachbehandlung der Influenza
Je schwerer die Grippe war, desto sorgfältiger muss die Nachbehandlung ausgeführt werden und desto mehr sollte sich der Kranke an die folgenden Empfehlungen halten. Wenn ein Mensch die Grippe gut überstanden hat, ist damit die Erkältungsneigung noch nicht ausgeheilt. Mit der homöopathischen Nachbehandlung lege artis steht und fällt die Prognose für die zukünftige Gesundheit des Erkrankten.
Der homöopathisch behandelte Patient macht die Krankheit in ihren naturgegebenen Entwicklungsphasen verkürzt und abgeschwächt durch. In der Allopathie werden die Krankheitszeichen unterdrückt, folglich verlängert sich die Genesungszeit durch die mangelnden Selbstheilungskräfte. Richtige Ernährung während der Rekonvaleszenz kann vor einem Rückfall schützen. Viele nervliche Folgeerscheinungen werden nicht in Erscheinung treten, wenn auf Diät großen Wert gelegt wird.
Fleisch, Alkohol, Reizmittel, starke Gewürze sind pures Gift für den Organismus während der Genesung und, je nach vorherigem Gesundheitszustand, bis zu mindestens sechs Wochen danach. Folgendes sollte gegessen werden: Getreideschleimsuppen, insbesondere aus Hafer; Gemüse, Reis, Obst, Olivenöl, frische Kräuter, etwas Frischkäse und Hülsenfrüchte, Keimlinge, besonders aus Weizen und Alfa-Alfa sollten einen wichtigen Teil der Nahrung bilden. Salz und Pfeffer mäßig verwenden. In den Salat keinen Essig und Senf geben; lieber Buttermilch, Joghurt und ähnliches. Leichte Puddings (insbesondere mit Gelatine zubereitet), Grütze, Kompott und gedünstetes oder gebackenes Obst können als Nachspeise verzehrt werden.
Zum Trinken eignen sich am besten Wasser oder folgende warme Getränke: Reis-, Brot-, Malztrunk und Kräutertees (Kamillentee und Pfefferminztee meiden, da sie viele homöopathische Mittel antidotieren können). Getreidekaffees sind oftmals stark geröstet und reizen zu sehr.
Schützen Sie sich vor einem Rückfall!
Wer den Organismus zu schnell Anstrengungen und Belastungen aussetzt, muss dies später häufig teuer bezahlen. Seien Sie vor folgenden Gefahren gewarnt:
- Kälte
- nicht warm angezogen sein
- Zugluft
- zu schwer arbeiten
- geistige Überanstrengung
- fehlende Ruhepausen
All dies kann einen Rückfall auslösen oder schwere nervliche Symptome provozieren.
Bei der homöopathischen Nachbehandlung sind drei Schwerpunkte zu beachten:
- Die Symptome, die entweder nach der Gesundung zurückbleiben oder hinterher neu auftreten. (Eine richtige homöopathische Behandlung hinterlässt selten Symptome, außer bei sensiblen oder schwächeren Menschen, bei denen sich die Selbstheilungskräfte nicht voll entfalten können).
- Die Behandlung der erkrankten Organe.
- Die antimiasmatische Behandlung, vorzüglich mit Nosoden. Folgemittel und antimiasmatische Mittel werden immer in mittleren bis höheren Potenzen gegeben. Aber einige Folgemittel für die nervlichen Symptome haben sich auch in niedrigen Potenzen, sogar in der Urtinktur bewährt.
- Organaufbaumittel gibt man in der Urtinktur bis D 3. Die Salze des Lebens werden meist von D 3 bis D 12 eingesetzt.
1. Symptomatische Folgebehandlung
Es ist darauf zu achten, dass nicht ausschließlich Organtherapie betrieben wird. Es können viele andere Mittel als Aufbaumittel in Frage kommen, besonders auch die Grundmittel oder Polychreste, z. B. Sepia und Sulfur:
Sepia
Sepia verliert jegliches Interesse an allem, was sie (er) gerne gemacht oder gemocht hat. Nicht nur an der Arbeit, auch am Essen und insbesondere an seiner Familie.
Sulfur
Er fühlt sich ganz schwach, möchte zwar gerne vieles machen, aber er bricht durch die geringste körperliche Anstrengung in Schweiß aus. Es ist ihm eher warm; er hat wenig oder keinen Appetit, aber meist viel Durst und gewöhnlich auf Warmes.
Weitere wichtige Mittel sind:
Arsen, Arsen jodatum, Psorinum, Valeriana, aber auch: Sulfuricum jodatum, Calcium phos., Calcium carb., Natrium mur., Calcium fluor., Lathyrus, Conium, Sarcolacticum acidum.
2.Organmittel – Nervenaufbaumittel
Muriaticum acidum
Nach schweren Erkrankungen fällt der Mensch, der Muriaticum braucht, zurück in ein frühkindliches Entwicklungsstadium. Es tritt eine geistige Schwäche zutage, die an ein Kind erinnert. Der Mensch ist nicht fähig, die einfachsten Dinge zu tun. Er kann weder stehen, gehen, sitzen, noch alleine essen und muss rundherum gepflegt werden. Es kann so weit gehen, dass er sogar das Sprechen neu erlernen muss. Wir finden hier extreme geistige und körperlicher Schwäche.
Dosierung: Mur.-ac. wird sowohl in niedrigen (D 3 – D 12, 3 x täglich 3 Tropfen) als auch in höheren Potenzen (C 200, 1 – 3 x täglich) gegeben.
Avena sativa
Der Avena-Kranke fühlt sich nervlich völlig ausgelaugt und erschöpft. Jegliche geistige Arbeit ist ihm unmöglich.
Dosierung: Die Zufuhr von Hafer über die Nahrung reicht oft zur Stärkung aus. Wenn die Genesung aber zu langsam voranschreitet, dann sind Potenzen von D 3 bis C 200 oder LM-Potenz angezeigt. Niedrige Potenzen werden 4 x täglich, höhere brauchen in der Regel nicht so oft wiederholt zu werden.
Scutelaria
Der Genesende fühlt sich durch die Krankheit ausgelaugt, er kann schlecht denken und schlafen. Das Leben mit seinen Anforderungen ist ihm zu viel. Sehr oft treten Kopfschmerzen während der täglichen Beschäftigung auf. Jedes Mal, wenn von ihm etwas mehr verlangt wird, bekommt er Schlafstörungen. Und infolge des Schlafmangels entweder biliöse Kopfschmerzen, oder seine aufs äußerste gespannten Nerven entladen sich in einem Nervenzusammenbruch: Der Kranke ist völlig außer sich und kann nur noch hilflos schreien und weinen. Sein ganzer Zustand ist rein nervlich bedingt. Eine Untersuchung wird nichts Organisches feststellen können.
Dosierung: Scut. wird meist in der Urtinktur bis D 3 benutzt, 3 – 4 x täglich 3 Tropfen.
Cypripedium
Auch bei diesem Mittel finden wir eine nervöse Schwäche, allerdings nicht als Folge von Überforderung, sondern aufgrund nervöser Erregung. Der Genesende ist einfach in zu großer Aufregung, die ihn daran hindert, sich auf irgendetwas zu konzentrieren oder nachts zu schlafen.
Dosierung: Cypr. wird wie Scutelaria niedrig gegeben.
Leberaufbaumittel:
Chelidonium, Carduus marianus, Hydrastis, Taraxacum, Berberis.
Milzaufbaumittel:
Ceanothus, China, Chininum arsenicosum.
Nierenaufbaumittel:
Berberis, Solidago, Urtica urens.
Herzaufbaumittel:
Iberis, Crataegus, Adonis.
Weiterführende Literatur
A. und D. Pulford / Ravi Roy PNEUMONIE – Lungenentzündung homöopathisch behandeln, Lage & Roy Verlag
Entnommen
Homoeopathischen Ratgeber HR 5 – „Grippe-Erkältungskrankheiten“, Lage & Roy Verlag D-82418 Riegsee-Hagen
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