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Die Bewohner Rondônia leben in erster Linie von der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Industrialisierung von Hölzern – der Warenhandel ist auch hier, wie überall in Brasilien, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Goldfunde – einmal bedeutend, sind heute stark am Zurückgehen. Gegenwärtig ist der Tourismus – und zwar seine sanfte ökologische Art – Investitionsthema Nummer eins und der durch ihn zu erwartende „Selbsterhaltungsaufschwung“ der Bevölkerung. Die Cassiterit-Förderung in der „Serra da Onça – in Potosi und in Bom Futuro“ stagniert vorläufig, wegen dem Preisverfall auf dem Weltmarkt.
INDUSTRIE
Es gibt 3.391 Industriebetriebe in Rondônia, die meisten von ihnen kleine oder mittelgrosse Unternehmen. Die Holzverarbeitung macht davon 27,6% aus, und die Holzindustrie bewegt den Kommerz und den Dienstleistungssektor. Ausserdem sind die Lebensmittelproduktion, die Bauunternehmen, die Metallverarbeitende Industrie, die Möbelherstellung und die Textilkonfektion erwähnenswert.
LANDWIRTSCHAFT
Die wichtigsten Produkte sind: Reis, Bohnen, Mais, Maniok, Kaffee, Kakao, Bananen, Baumwolle und Soja.
VIEHWIRTSCHAFT
In der Nord-Region von Rondônia grast eine Herde von schätzungsweise 4,5 Millionen Rindern. Bemerkenswert, dass die Rinderzucht erst 1970 begonnen wurde und so schnell gewachsen ist, dass sie heute den wichtigsten Faktor unter allen anderen Haustierzüchtungen im Staat darstellt. Auch die Zucht von Milchvieh hat sich sehr gut angelassen und die entsprechende Verarbeitungsindustrie ist heute hoch spezialisiert und technisch auf dem neuesten Stand. Rondônia verfügt über 44 Milchverarbeitende Industriebetriebe, die den internen Markt von Manaus beliefern. Die jährliche Milchproduktion wurde (1995) auf 235.097.982 Liter geschätzt.
MINERALIEN
Nach der Förderung von Gold und Cassiterit – 1995 wurden von letzterem noch 14.400 Tonnen gefördert und exportiert – verkauft man zur Zeit grosse Mengen von Granit und anderen ornamentalen Steinen. Grosse Lager von Columbit, Tantalit, Silber, Kupfer, Kobalt, Zink, Platin, Paladium, Chrom, Phosphor, Smaragde, Diamanten, Calcium und Topaze warten auf den Abbau.
ENERGIE
Mit dem Bau der „Usina Elétrica de Samuel“ wurde 1982 angefangen – sie ist noch nicht in Betrieb. Das Projekt wird für die elektrische Versorgung von Porto Velho bis nach „Pimenta Bueno“ verantwortlich sein – zirka 50% des Bundesstaates beliefern – mit einer Leistungskapazität von insgesamt 216 MW. Ein weiteres Projekt sieht die Konstruktion eines Kraftwerks vor, das eine Leistung von 275 MW erbringen soll und ausser Rondônia auch den Nachbarstaat Acre mitversorgen kann.
TRANSPORT
Rondônia besitzt asphaltierte Strassen, deren wichtigste die BR-364 ist, die Porto Velho mit der Hauptstadt von Mato Grosso, Cuiabá im Süden und der Hauptstadt des Acre, Rio Branco im Norden verbindet und das gesamte Territorium von Rondônia durchquert. Das bundesstaatliche Strassennetz besteht aus zirka 5.000 km von territorialen Verbindungen und wichtigen Abtransportwegen für die landwirtschaftliche Produktion.
Obwohl in Amazonien gelegen, wird das hydrografische Netz, an dem Rondônia, durch seine privilegierte Lage, angeschlossen ist, noch zu wenig ausgelastet. Vom Hafen Porto Velho verlassen Lebensmittel und einige andere Güter Rondônia mit dem Ziel Manaus, andere Produkte werden nach Peru verschifft. Der jährliche Umschlag von Gütern in Porto Velho erreicht 275.562 Tonnen an Importen und 528.574 Tonnen an Exporten.
Diese Zahlen dürften in Kürze ansteigen, wenn das neue Saatgutterminal in Betrieb genommen wird. Von hier aus wird dann anfangs etwa 300.000 t Saatgut die lange Reise nach Europa antreten.
Für den Transport auf dem Luftweg bietet Rondônia eine recht gute Infrastruktur. Der Flughafen von Porto Velho ist auf dem Weg der „Internationalisierung“, und wenn es soweit ist, werden Flüge nach und von allen Nachbarländern sowie nach Chile hier abgewickelt werden. Schon jetzt sind es jährlich rund 88.000 Passagiere, die auf dem Flughafen der Hauptstadt ein- und ausfliegen – neben einem entsprechenden Frachtaufkommen.
Eisenbahnlinien gibt es in Rondônia nicht, wenigstens existiert auf der im Urwald seit 1972 verrottenden „Madeira-Mamoré“ Strecke kein Eisenbahnbetrieb mehr. Die kleine alte Dampfeisenbahn präsentiert sich lediglich an Wochenenden noch für die Touristen, mit denen sie die kurze Strecke zwischen Porto Velho und Santo Antônio hin- und herschnauft.