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Der britische Prediger Stephen Green wurde kürzlich zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er vor einer Abtreibungsklinik in Ealing (London) ein Schild mit Psalm 139,13 («Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe.») hochgehalten hatte. Laut einer Verordnung des Bezirksrats vom April 2018 ist rund um Abtreibungseinrichtungen jede Form von «Beeinflussung» verboten. Auch einvernehmliche Gespräche, stille Gebete und das Zitieren der Bibel fallen darunter. Bezirksrichterin Kathryn Verghis meinte, Greens Protest sei zwar friedlich, seine Handlung aber «nicht verhältnismässig» gewesen. Sie verurteilte den 72-Jährigen deshalb zur Zahlung eines Opferzuschlags von 26 Pfund (30 Euro) an die Abtreibungsklinik und den Verfahrenskosten von 2’400 Pfund (2’800 Euro). Green will Berufung einlegen. Wenn es eine Straftat sei, ein Schild mit einem Vers aus Psalm 139 auf einer Londoner Strasse zu tragen, sei niemand mehr frei. Er würde lieber ins Gefängnis gehen, als die Strafe «an den Staat zu zahlen, der die Bibel verboten hat», sagte Green.
(idea)