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Sommer 1932: Eine junge Frau reist mit ihrem viel älteren, verheirateten Begleiter im Auto nach Südfrankreich, weg aus dem politisch immer kälter werdenden Deutschland in den warmen, freien Süden.
Der Mann will das Leben geniessen, in teuren Hotels absteigen, sie aber träumt von einem einfachen Häuschen mitten in einem Olivenhain. Im Süden angekommen, verlässt sie ihn schon bald, und macht ihren Traum wahr.
Dieser autobiografische Roman von Helen Wolff, der berühmten Verlegerin und Übersetzerin, sollte nach ihrem Willen gar nie erscheinen:
« At my death, burn or throw away unread »
Das Manuskript von «Hintergrund für Liebe» war jedoch so sorgfältig aufbewahrt worden, dass Marion Detjen, die Grossnichte von Helen Wolff den Roman nach deren Tod veröffentlichte, und ein kluges und sehr gut recherchiertes Nachwort dazu schrieb.
Einerseits besticht in diesem Buch die Sommerromanze um eine junge Frau, die sich von einem dominanten Mann allmählich zu emanzipieren beginnt, und die die sommerliche Atmosphäre in Südfrankreich gekonnt beschreibt, so dass man beim Lesen die Sommerhitze spürt und den Duft von Minze und Thymian fast riechen kann.
Andererseits wird im zweiten Teil der spannende Hintergrund beleuchtet, in dem der Roman entstanden ist: Im Europa vor dem zweiten Weltkrieg wird es immer bedrohlicher und enger für viele Leute, zu denen auch Helen Wolff und ihr Begleiter Kurt Wolff gehören. Diesen heiratet sie noch vor der fluchtartigen Abreise nach Amerika. Im New Yorker Exil angekommen, gründet das Paar einen Verlag, bei dem unter anderem berühmte Autoren wie Günter Grass, Max Frisch und Uwe Johnson unterkommen.
Veronika Scheuermeier