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Am Montag jährte sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl zum genau 35sten Mal. Mehrere tausend Menschen starben an der grössten Atomkatastrophe. Doch was genau ist damals passiert und was haben wir bisher daraus gelernt? Haben wir überhaupt etwas gelernt?
Am 26. April 1986 kam es zu Explosionen im Kernkraftwerk in Tschernobyl. Dabei wurde das hoch radioaktive Material in die umliegende Atmosphäre freigesetzt. Weite Teile von Russland, Weissrussland und der Ukraine wurden verseucht. Die radioaktive Wolke reichte sogar bis nach Mitteleuropa und zum Nordkap. Die Folge: weltweit kam es zu langjährigen gesundheitlichen Problemen durch die Strahlung. Wie kam es dazu?
Alles Begann mit einem Versuch
Eigentlich sollte das ganze ein Versuch sein, mit dem Ziel, den Strom auch bei Stromausfall sichern zu können. Die Reaktormannschaft startete den Testversuch einen Tag vor der Katastrophe. Sie wollten prüfen, ob die Rotationsenergie
der vorhandenen Turbine alleine ausreicht, Strom zu produzieren, bis die Notstromaggregate laufen. Dabei wurde die Leistung des Reaktors minimiert, sodass weniger Strom produziert wird. Als die Hälfte der Leistung erreicht wurde, wurde das Notkühlsystem ausgeschaltet. Das Notkühlsystem dient der Abkühlung der heissen Kernelementen im Reaktor. Ist dieses abgestellt, kann eine Überhitzung der Elemente nicht verhindert werden.
Nachdem die Hälfte der Leistung erreicht wurde, musste der Versuch unterbrochen werden. Es wurde in der Stadt Strom benötigt. Der Reaktor lief weiter, ohne das Kühlsystem wieder einzuschalten. Etwa um 23 Uhr des 25. April 1986 führten die Angestellten den Versuch weiter durch. Der Reaktor soll nur noch mit einer Leistungskraft von 25% laufen. Doch innert kürzester Zeit verlor der Reaktor an Leistung und fiel auf weniger als 1%.
Die Fehlentscheidung
Warum der Reaktor so schnell an Leistung verlor, ist bis heute ungeklärt. Und was die Anwesenden nach dem Leistungsabfall gemacht haben, bleibt ebenfalls fragwürdig. Hätten sie den Reaktor abgestellt, wäre ein kompletter Stromausfall die Folge gewesen. Das ist durchaus ärgerlich, jedoch war es ja Mitternacht und Strom wurde kaum benötigt. Sie versuchten die Leistung wieder zu steigern. Mit verheerenden Folgen: Der Reaktor begann zu überhitzen. Die Arbeitskräfte verloren die Kontrolle über das Kernkraftwerk. – Es kam zur Explosion, dabei wurde radioaktives Material nach draussen geschleudert. Kurz darauf folgte die zweite Explosion. Der dadurch freigesetzte Qualm voll mit radioaktivem – giftigem – Material verteilte sich rasch und weit über die Landesgrenzen hinaus. Einsatzkräfte, Feuerwehrleute starben nach den Rettungsaktionen an den akuten Strahlenbelastungen. Die schmutzige Luft führte noch Jahre nach der Katastrophe zu Schilddrüsenprobleme, bis hin zu Krebs.
Und heute?
Die Explosion kratzte weltweit am Image der Kernenergie. Doch wurde aus der Katastrophe gelernt? Wurden Lehren daraus gezogen? Wohl kaum. Es gibt natürlich, wie zum Beispiel in der Schweiz, Programme um von der Kernenergie auf alternative Energien umzusteigen. Es gibt Programme, wie das Material entsorgt werden kann. Trotzdem setzen weltweit immer noch viele Länder auf den Strom aus Kernenergie. Die Energiequelle ist die günstigste Art Strom zu produzieren, allerdings auch die gefährliche.
Tschernobyl selbst ist bis heute unbewohnt. Nach wie vor ist eine gewisse Strahlenbelastung nicht ausgeschlossen. Über dem Kernkraftwerk wurde eine Art Sarg errichtet. Dieser wird heute für Touristenattraktionen verwendet. Mit Rundflügen können Schaulustige den Pfusch von damals aus schwindelnder Höhe beobachten. Die Anbieter verdienen Geld mit Hilfe eines schweren Unglücks, verschuldet durch den Menschen.
Nun bist du dran
Gibt es nicht genügend Möglichkeiten Strom zu produzieren und die Kernkraftwerke abzuschalten? Warum vertrauen immer noch so viele auf diese gefährliche Energiequelle? Was hältst du von der Touristenattraktion? Findest du es gut, dass man Geld mit einer Katastrophe verdient.
Sprich darüber – und melde dich doch auch bei uns. Entweder mit einem Kommentar in der Kommentarspalte, auf Facebook oder durch unser Kontaktformular. Wir freuen uns auf Rückmeldungen.
Kernkraftwerk
In einem Kernkraftwerk, auch Atomkraftwerk, wird Energie für Strom gewonnen. Dabei spalten sich sogenannte Atomkerne. Die dadurch freigesetzten Stoffe sind hoch radioaktiv. Innerhalb des Kernkraftwerks werden daher speziell dafür gefertigte Anzüge getragen. Ansonsten wären die Strahlungen schädlich für die Gesundheit.
radioaktive
Radioaktiv bedeutet strahlend. Radioaktives Material strahlt giftige Stoffe aus, welche, je nach Intensität, direkt zum Tod oder zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.
Rotationesenergie
Einfach erklärt wird durch Rotationsenergie auch bei Windrädern Strom erzeugt. Dadurch, dass das Rad dreht, wird Energie produziert, gespeichert und danach für den Strom zu Hause verwendet.
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