Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/2046

Menhir Lychleustein
46.911637
7.656195
Der Lychleustein ist eine behauene Granitsäule und steht auf der Höhe des Möschberg in der Gemeinde Oberthal. Der menhirartige Block ist rund 2m über dem Boden sichtbar und hat die Inschrift "1755/HS". Er hat mehrere Löcher.
Möglicherweise diente er auch als Grenzstein zwischen den Gerichtsbezirken Höchstetten und Signau.
Im Berner Dialekt bedeutet leuen soviel wie rasten. Der Lychleustein, der ja am Weg steht, müsste so etwas wie ein Leichenzug-Rastplatz gewesen sein.
Zum Beispiel in Obwalden gab es die sogenannten Lichen-Ghirmi übersetzt etwa Leichen-Rastplatz. Am Tag der Beerdigung wurde der Leichnam von zuhause in die Kirche getragen. Die Träger mussten alle 500 bis 800 Meter Rast machen und den Sarg abstellen. Diese Stellen waren übers ganze Gemeindegebiet verstreut und befanden sich bei einem Wegkreuz, einer Kappel oder Chäppeli. An den Lichen-Ghirmi wurde jeweils gebetet und dann gings weiter Richtung Kirche. Die gleiche Tradition ist auch aus anderen Gegenden der Schweiz bekannt. So diente das Kreuz beim 'Galgechappeli' in Einsiedeln als "Gruebi", als die Toten aus dem Weiler Egg am Etzel noch im Klosterdorf Einsiedeln beerdigt wurden.
Foto: Daniel Reichmuth