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Frage:
68 jährig, weiblich, Vegetarier, BMI 21.3, Nichtraucherin, kein Alkohol, täglich 2 Stunden Bewegung - an den Wochenenden bis 5 Stunden, keine Medikamente. Habe seit Jahren einen erhöhten Cholesterinspiegel: gesamt 6.9 mmol/l. HDL 1.49. LDL 4.74. Triglyzeride 1.48. Habe mich bis anhin geweigert, Medikamente zu nehmen. Nehme nur Naturpräparate wie Burgerstein EPA-Kapseln 500 mg (4 Stück täglich) sowie Benecol (täglich 65 ml). Eine Duplex-Untersuchung der extrakraniellen Arterien hat Folgendes ergeben:- Bulbuatheromatose mit kleinen Plaquebildungen links, erhöhte IMT beidseits.- Anamnestisch Hypercholesterinämie. Der Kardiologe hat mir Crestor 5mg verschrieben. Habe die Nebenwirkungen gelesen und werde mich weigern, dieses Medikament zu nehmen. Ihre offene Meinung würde mich interessieren.
Antwort von Dr. med. Stefan Christen:
Mit den von Ihnen angegebenen Werten haben Sie tatsächlich erhöhte Cholesterinwerte, insbesondere das schädliche LDL-Cholesterin. Positiv kann der hohe Werte des schützenden HDL-Cholesterins beurteilt werden. Vor der Behandlung eines erhöhten Cholesterinwertes aus zur Primärprophylaxe (Vorbeugung von Kreislauferkrankungen) muss Ihr ganzes Risiko berechnet werden. Die bei ihnen festgestellten Veränderungen an der Halsschlagader fliessen in eine solche Risikoberechnung nicht mit ein. In der Schweiz ist die Risikoberechnung nach der AGLA (www.agla.ch) am geläufigsten. Ich habe Ihre Werte in den Rechner eingegeben (den Blutdruck habe ich mit 130mmHg systolisch angenommen, auch habe ich angenommen, dass in Ihrer Verwandtschaft 1. Grades keine Herzkreislauferkrankungen in jüngeren Jahren aufgetreten sind).
Wie Sie aus der Kopie der Berechnung entnehmen können, ist Ihr 10-Jahres-Risiko für das Erleiden einer Kreislauferkrankung mit 12.5% mittelgradig erhöht.
Gemäss den allgemeinen Richtlinien ist in solchen Fällen der Einsatz eines Cholesterinsenkers empfohlen. Dabei sollte auch gemäss Richtlinien unter Therapie ein LDL-Wert von < 3.4 mmol angestrebt werden.
So schliesse ich mich also der Meinung Ihres Kardiologen an, begründet mit Ihrem Gesamtrisiko und nicht mit den Befunden an der Halsschlagader.