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Schweissverluste = Elektrolytverluste
Heisse Temperaturen und schweisstreibende Arbeit führen zu Elektrolytverlusten
Bei meiner Frage nach dem Einsatz von Elektrolyten höre ich von Pferdebesitzern immer wieder eine ähnliche Antwort: „Nein, bislang haben wir keine Elektrolyte eingesetzt und wissen auch nicht wirklich, ob es diese für unser Pferd braucht.“
Bei meiner nächsten Frage nach dem Einsatz von Salz in den Rationen folgt dann aber meist die Antwort: „Ja, Salz setzen wir schon ein“
Elektrolyte spielen für das Pferd eine tragende Rolle bei der Aufrechterhaltung des osmotischen Druckes, des Wasserhaushaltes sowie bei der Nerven und Muskelaktivität. Während körperlicher Leistung gehen Natrium (Na+), Kalium (K+) und Chlorid (Cl–) über das Schwitzen verloren. Hohe Verluste dieser Elektrolyte führen zu Müdigkeit bis hin zu Erschöpfung, Muskelschwäche und Vermindern auch den Durst, welcher der Dehydrierung entgegenwirken sollte. Demzufolge ist es für die Rationsgestaltung wichtig, dass man eine Ahnung darüber hat, wie hoch die Elektrolytverluste sind, welche beim Pferd während seiner Arbeit zu erwarten sind. Die meisten Elektrolyte gehen über den Schweiss verloren. Die Gewichtsverluste während körperlicher Anstrengung sind deshalb ein guter Schätzwert für den Schweissverlust.
Wieviel dann effektiv verloren geht ist abhängig von der Leistung bzw. Arbeitsintensität, aber auch von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit. Die einfachste Methode ist daher die Pferde vor und nach der Arbeit und noch bevor sie Trinken dürfen zu wägen. Rennpferde verlieren während einem Routinetraining 5-10 l in Form von Schweiss. 25 bis zu 50 l können bei einem Enduranceritt auftreten.
Auch eine Military ist eine schweisstreibende Angelegenheit
Anlässlich einer Military-Prüfung in New Jersey wurden die Gewichtsverluste, der Flüssigkeitsverlust und das Elektrolytgleichgewicht gemessen. Obwohl das Wetter recht mild und angenehm für eine solche Prüfung war, verloren die Pferde signifikant an Gewicht und damit an Flüssigkeit und Elektrolyten. Die 48 Pferde verloren durchschnittlich 18.4 l Flüssigkeit während der Geländeprüfung.
Eine ähnliche Studie wurde an der Olympiade 1996 in Atlanta durchgeführt. Verschiedene Teams erklärten sich bereit Ihre Pferde während der 3-tägigen Prüfung zu wägen. Untenstehende Tabelle zeigt die Gewichte der Pferde von drei siegreichen Teams (Australien Gold, USA Silber, Neuseeland Bronze). Die Pferde verloren während der Geländeprüfung im Durchschnitt 18.4 kg.
Muskuläre Probleme
Die Wissenschaft hat heute die verschiedenen Formen der Kreuzschläge definiert. So unterscheidet man den sporadisch auftretenden Kreuzschlag, welcher keinen genetischen Hintergrund hat sowie die vererbten Formen belastungsbedingter Kreuzschlag (RER) und die Kohlenhydratspeicherkrankheit (PSSM).
Noch vor dieser Zeit in den frühen 90-er Jahren wurde in Newmarket England der Elektrolytstatus von 144 Rennpferden untersucht, welche wiederholt unter Kreuzschlag litten. 100 dieser Pferde wiesen Ungleichgewichte im Elektroythaushalt auf. Nach einer angemessenen Ergänzung mit Elektrolyten hatten 72 dieser 100 Pferde keine weiteren Kreuzschlagprobleme. Den restlichen 28 Pferden hätte man höchstwahrscheinlich über eine angepasste Diät helfen können. Damals war darüber aber noch nicht so viel bekannt wie heute.
Ungleichgewichte im Elektrolythaushalt können auch bei ungenügender Rohfaseraufnahme entstehen. Heu enthält 10 – 20 g Kalium pro kg. Über Heu alleine kann der Kaliumbedarf bereits weitgehend gedeckt werden. Rohfaser in Form von Heu oder auch noch höher verdaulich in Form von Optibeets, S/max und MaxEGlo Reiskleie dient zudem zu Speicherzwecken. Wasser und Elektrolyte stehen dem Pferd so auch während Leistungen zu Verfügung. Heu selber enthält jedoch nur sehr wenig Natrium und Chlorid, welches jedoch ganz einfach in Form von Natriumchlorid = Kochsalz zugeführt werden kann.
Salzsteine
Salzsteine sind eine praktische Methode Natrium und Chlorid zu verabreichen. Dennoch beobachten wir immer wieder, dass Pferde Ihren Salzbedarf nur ungenügend über den Leckstein decken. Ausgehend von einem Minimalbedarf von 30 g Salz pro Tag müsste ein Salzleckstein von 3 kg in spätestens 3 Monaten weggeleckt sein. Die Praxis zeigt, dass die Lecksteine meist eine viel längere Lebensdauer haben.
Dies kann übrigens auch daran liegen, dass die Salzsteine noch weitere Stoffe enthalten, die das Pferd ganz einfach nicht mag. Wir empfehlen deshalb reine Kochsalzsteine zu verwenden oder noch besser Salz täglich mit dem Kraftfutter zu geben.
Übrigens hat diese kleine und günstige Ergänzung schon manchem sommerfaulen Pferd zu besserer Leistungsbereitschaft verholfen
Endurance
Wohl am meisten geschwitzt wird im Endurancesport. Hier können Schweissverluste von 40 litern oder auch mehr auftreten. Bei 40 litern verliert das Pferd 300 g Natriumchlorid, 90 g Kaliumchlorid, ca. 8 g Calcium und 4 g Magnesium. Alles kann während dem Ritt nicht ersetzt werden, doch sind Pferde, welche während den Pausen regelmässig Wasser und Elektrolyte aufnehmen erfolgreicher. Ein ganz wichtiger Aspekt bei der Ergänzung von Elektrolyten während dem Ritt ist das die Pferde Wasser trinken. Elektrolytergänzungen ohne Wasseraufnahme kann zu schweren Koliken, Dehydrierung bis hin zum Tod führen.