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Splunk und Co: Diskussionen um belastete Fachausdrücke halten an16. Juni 2020 um 10:01
Fast alle wollen "Master" und "Slave" loswerden. Aber was könnte falsch sein mit "Sanity Check" oder "Dummy"?
Die "Black Lives Matter"-Bewegung hat die schon seit einiger Zeit schwelende Diskussion um problematische Fachausdrücke in der ICT-Branche kräftig angeheizt. Das Resultat scheint, dass zumindest im Softwarebereich die beiden Ausdrücke "Master" und "Slave" bald tatsächlich weitgehend verschwinden dürften. Das jüngste Beispiel ist Splunk.
Wie der Chief Product Officer Sendur Sellakumar ankündigt, sollen, angeregt durch Stimmen aus der Community, die Ausdrücke "Master" und "Slave" in der Lizenz- und Clustering-Terminologie von Splunk durch neutrale Begriffe ersetzt werden. Schon seit einiger Zeit arbeite man zudem daran, "Blacklist" und "Whitelist" zu eliminieren. Zudem habe Splunk eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Prozeduren ausarbeiten soll, um weitere problematische Bezeichnungen zu identifizieren und Alternativen zu finden.
"Software-Ingenieure und andere Techniker lernen diese Ausdrücke im ersten Jahr ihrer Ausbildung", kommentiert Sellakumar. "Sie sind tief verwurzelt in der Art, wie wir über Technologie reden … Wir können – und sollten – bessere Begriffe finden, um unbewusste Vorurteile aus unserer Arbeit zu entfernen. Nur dass diese Begriffe für so lange Zeit Teil unseres Fachjargons waren, macht sie nicht weniger anstössig."
Auch in der Open-SSL-Community möchten viele den Begriff "Master" loswerden, und es gibt auch Vorschläge beispielsweise "Whitespace" durch "Blanks" zu ersetzen.
Über entsprechende Initiativen bei GitHub und Git haben wir bereits berichtet. Dass es möglich ist, sich von solchen Begriffen zu trennen, haben andere schon vorgemacht. Die In-Memory-Datenbank Redis beispielsweise hat schon 2018 "Master" und "Slave" durch "Primary" und "Replica" ersetzt. Chromium tat das gleiche ein Jahr später.
Aber es gibt auch Diskussionen um weitere Begriffe, die nicht rassistisch ausgelegt werden können, aber anderweitig problematisch sein könnten. Bei Google beispielsweise möchte man Wörter vermeiden, die als behindertenfeindlich aufgefasst werden könnten oder patriarchalisch geprägt sind. Der Internetriese hat hierfür eine Liste mit heiklen Begriffen und Ersatzvarianten erarbeitet.
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