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Lungenkrebs ist in der Schweiz bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Das mediane Erkrankungsalter bei dieser Art von malignen Tumoren liegt zwischen 68 und 70 Jahren und Hauptrisikofaktor ist das Rauchen.
Lungenkrebs wird auch Lungenkarzinom oder Bronchialkarzinom genannt. Er kann sich überall in der Lunge bilden und entsteht aus verschiedensten Zelltypen innerhalb der Luftwege oder im Lungengewebe. Anhand einer feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop werden Grösse, Art und Aussehen von Lungenkrebszellen bestimmt. Auf diese Weise lassen sich zwei Haupttypen unterscheiden: kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs. Die beiden Begriffe beziehen sich auf die tatsächliche Grösse der Zellen, wobei eine Unterscheidung der beiden Haupttypen wichtig ist, da sie unterschiedlich behandelt werden.
Lungenkarzinome entstehen in einem komplexen, stufenförmigen Prozess durch die Akkumulation veränderter Moleküle und die Deregulation von Signalübertragungswegen, basierend auf strukturellen oder zahlenmässigen Veränderungen von Chromosomen in einer Zelle.
Etwa 80–85 % aller Lungenkarzinome sind nicht-kleinzellige Karzinome (englisch NSCLC = Non Small Cell Lung Cancer). Sie lassen sich anhand des Gewebetyps (Drüsen-, Haut- oder Schleimhautgewebe) in weitere Untergruppen unterteilen:
Als Teilgebiet der Inneren Medizin, genauer der internistischen Onkologie, befasst sich solide Tumore mit Neubildungen von Gewebe. Unterteilt werden diese in gutartige (benigne) und bösartige (maligne) solide Tumore (z.B. Lungenkrebs oder Prostatakrebs).
Das Risiko, an einem Lungenkarzinom zu erkranken, wird durch folgende Faktoren erhöht:
Rauchen ist die Hauptursache für Lungenkrebs und gilt als wichtigster beeinflussbarer Risikofaktor für Lungenkrebs. Etwa 80–90 % der Lungenkrebs-Todesfälle lassen sich auf das Rauchen zurückführen. Dazu gehören alle Formen des inhalativen Tabakkonsums, einschliesslich Wasserpfeifen (Shisha). Nicht alle Raucherinnen und Raucher erkranken an Lungenkrebs, aber das Erkrankungsrisiko wird durch die Dauer des Rauchens und die Anzahl gerauchter Zigaretten pro Tag beeinflusst. Es können auch Menschen an Lungenkrebs erkranken, die nie geraucht haben.
Zudem kann ein Lungenkarzinom basierend auf ionisierender Strahlung oder einer hohen medizinischen Strahlenexposition, Feinstaub, Dieselmotorabgase, Asbest, Quarzstäube sowie chronische Infektionen entstehen. Es gibt auch Hinweise dafür, dass es eine erblich bedingte Veranlagung für Lungenkrebs gibt. Diese ist jedoch äusserst selten und bis heute ist noch weitgehend ungeklärt, wie diese Vererbung geschieht.
Lungenkrebs verursacht in frühen Stadien keine speziellen Beschwerden. Die Krankheit wird deshalb oft zufällig und erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.
Zudem zeigt Lungenkrebs oft dieselben Symptome wie andere Lungenkrankheiten auch, so z.B. wie die chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) oder die Lungenfibrose.
Symptome, die auf Lungenkrebs hinweisen können:
Diese Symptome sind nicht spezifisch für einen Lungenkrebs und können so auch von einer anderen Krankheit ausgelöst werden. Umso wichtiger ist es, solche Symptome vom Facharzt abklären zu lassen.
Im Durchschnitt erkrankten zwischen 2013 und 2017 pro Jahr rund 2700 Männer und 1800 Frauen an Lungenkrebs. Somit macht Lungenkrebs 11.9 % aller Krebserkrankungen bei Männern und 9.3 % bei Frauen aus. Das Risiko, im Laufe des Lebens Lungenkrebs zu entwickeln, betrug für Männer 5.9 % und 3.7 % für Frauen. In dieser Zeitspanne starben durchschnittlich 2000 Männer (21.3 % der Krebstoten) und 1200 Frauen (16.2 % der Krebstoten) an Lungenkrebs. Das Lungenkarzinom ist somit die häufigste Krebstodesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen, wobei das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben bei Männern bei 4.3 % und bei Frauen bei 2.4 % lag.
5 Jahre nach der Diagnose von Lungenkrebs lebten noch etwa 20 % der erkrankten Männer und 28 % der erkrankten Frauen (absolute Überlebensrate). Unter Berücksichtigung des Sterberisikos hinsichtlich anderer Todesursachen betrug die 5-Jahres-Überlebensrate für Männer 22 % und für Frauen 30 % (relative Überlebensrate).
Dank innovativer Therapien im Gebiet des Lungenkarzinoms haben sich die relativen 10-Jahres-Überlebensraten zwischen den Zeiträumen 2003–2007 und 2013–2017 von 10 % auf 16 % (Männer) bzw. 14 % auf 22 % (Frauen) deutlich verbessert.
Janssen bietet auf dem Schweizer Markt verschiedene Therapien in den Bereichen Hämatologie und Solide Tumore an.
Die späte Diagnose ist mitverantwortlich für die hohe Sterblichkeit an einem Lungenkarzinom. Rund 90 % der Patienten mit Lungenkarzinom weisen bereits initial Krankheitssymptome auf, wobei die Häufigkeit der initialen Symptome mit höheren Lungenkrebsstadien zunimmt (Symptome im Stadium I 40.7 %, im Stadium II 57.5 %, im Stadium III 69.8 % und im Stadium IV 72.3 %).
Die Notwendigkeit eines Früherkennungsprogramms ist daher unumstritten.
Die Prognose des Lungenkarzinoms ist stadienabhängig, wobei eine kurative Lokaltherapie bereits in den Frühstadien möglich ist. Die Berechnungen der medianen Zeitspanne zwischen ersten, bildgebend nachweisbaren Veränderungen und der klinischen Diagnose eines Lungenkarzinoms variieren jedoch stark und liegen für die Computertomographie zwischen 1.38 und 3.86 Jahren.
In der Diagnostik des Lungenkarzinoms kommen überwiegend drei Verfahren zum Einsatz, die mit ionisierender Strahlung arbeiten: der Röntgen-Thorax, die Computertomographie (CT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Sonographie am Thorax sind bei der Diagnostik und beim Staging des Lungenkarzinoms für spezielle Fragestellungen etabliert.
Die Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms erfolgt stadienabhängig.
Basis der ersten Therapieentscheidung ist die klinische Stadieneinteilung unter Berücksichtigung des Allgemeinzustandes, der lungenfunktionellen Reserve und Komorbiditäten des Patienten. Die weitere Therapie wird durch die Ergebnisse der pathologischen Untersuchungen und des Lymphknotenstatus bestimmt.
Aufgabe interdisziplinärer Tumorkonferenzen ist die kritische Abwägung der differenzialtherapeutischen Optionen als Basis der ärztlichen Empfehlung, wobei eine umfassende Information der Patienten Voraussetzung für seine autonome Entscheidung ist.
Die Empfehlungen für die lokale Therapie mit kurativem Anspruch gelten für die gesamte Gruppe der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome. Bei der systemischen Therapie ohne kurativen Anspruch werden die Empfehlungen nach histologischen, immunologischen und genetischen Markern differenziert. Durch die Einführung der systemischen molekular-gezielten Therapie, der Checkpoint Inhibitoren und der multimodalen, interdisziplinären Therapie können auch Patienten mit metastasierter Erkrankung und insbesondere Patienten im oligometastasierten Tumorstadium Überlebenszeiten über 5 Jahre erreichen.
Jede Massnahme, die verhindert, dass mit dem Zigarettenrauchen begonnen wird, oder die das Aufhören mit dem Rauchen bei abhängigen Rauchern fördert, ist ein Schritt zur Prävention des Lungenkrebs.