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Nach rund 20 Monaten verlässt Chris Ciauri den Posten als Leiter des Google-Cloud-Geschäfts in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) bereits wieder. Dies bestätigt der Konzern gegenüber 'The Register'. "Chris Ciauri hat sich entschieden, Google zu verlassen, um sich externen Möglichkeiten zu widmen. Wir sind sehr dankbar für seine Führung während seiner Zeit bei uns und wünschen ihm alles Gute für seine zukünftigen Unternehmungen", so ein Sprecher von Google Cloud. "Unser Global President für Google Cloud Sales, Rob Enslin, wird als Interimsleiter einspringen, bis wir einen neuen Leiter EMEA ernennen", heisst es weiter.
In seiner kurzen Zeit bei Google Cloud stellte der Salesforce-Veteran erfahrene Manager von Salesforce, Microsoft und SAP ein und baute unter anderem im DACH- und ACH-Raum aus und um, wie wir exklusiv berichteten
. Unter anderem wurde Daniel Holz zum Chef von DACH und Nordeuropa ernannt.
Aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfahren wir, dass auch Dr. Roger Schroth, Head of Sales Engineering Switzerland/Austria – also Presales –, nach rund einem Jahr schon wieder gehen soll.
'The Register' schreibt
unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass Google mit dem Cloud-Wachstum im EMEA-Raum im Vergleich zu den Geschäften in Nordamerika und Asien-Pazifik nicht zufrieden sei.
Das Cloud-Geschäft ist im Vergleich zum Werbegeschäft bei Google noch immer unbedeutend und verlustreich. Google Cloud verzeichnete im Jahr 2020 einen operativen Verlust von 5,6 Milliarden US-Dollar (2019: 4,645 Milliarden). Wie EMEA und DACH dabei abschneiden, geht aus dem Jahresbericht an die SEC, eine US-Behörde für die Kontrolle des Wertpapierhandels, nicht hervor.
Im Dokument (PDF)
heisst es allgemein: "Der Betriebsverlust von Google Cloud stieg von 2019 auf 2020 um 962 Millionen US-Dollar und von 2018 auf 2019 um 297 Millionen US-Dollar. Der Anstieg des Betriebsverlusts in beiden Zeiträumen wurde durch einen Anstieg der Gesamtaufwendungen in Höhe von 5'103 Millionen US-Dollar von 2019 auf 2020 und 3,377 Millionen US-Dollar von 2018 auf 2019 verursacht. Die Betriebskosten stiegen in erster Linie aufgrund von Vergütungsaufwendungen, die grösstenteils auf einen Anstieg des Personalbestands zurückzuführen sind. Ausserdem stiegen die Kosten für Rechenzentren und andere Betriebskosten in beiden Zeiträumen."
Das RZs teuer sind, wusste Google schon vorher. Entsprechend kann man interpretieren, dass die neuen Leute wurden wohl teuer eingekauft wurden, zu teuer bezogen auf die Erwartungen der Konzernzentrale? Beziehungsweise könnte der Overhead zu gross geworden sein? Was stimmt, weiss man nicht, Google nahm auch gegenüber 'The Register' keine Stellung.