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Calcium sulfuricum
ZENTRALE BEGRIFFE
Wunsch nach Wertschätzung. Möchte um seiner selbst willen geschätzt werden. Möchte dies durch Tätigkeit und Geschick verdienen. Träumt, dass er versucht einen Aal zu fangen und festzuhalten, was wegen der Steifigkeit der Finger nicht gelingt: mit Geschicklichkeit allein kann man keine Wertschätzung verdienen. Als Reaktion: Verlangen etwas zu tun verschwindet plötzlich, kann sich kaum erinnern, was er gerade tun wollte; matt, abgespannt, benommen.
Angst um seine Nächsten: Wer schätzt mich, wenn nicht meine Familie? Jammert, dass sein Wert von anderen nicht geschätzt wird.
Träumt, Zeuge einer Operation zu sein – der Operationssaal als Ort höchster Geschicklichkeit.
Fokus der inneren Aufmerksamkeit
Besonders empfindlich reagiert Calcium sulfuricum einerseits dort, wo seine Leistung nicht ausreichend anerkannt wird, wo er sich untüchtig fühlt. Andererseits ist er sehr abhängig von den ihm nahestehenden Personen, weil er fürchtet, die Anerkennung, die er von ihnen bekommt, auch noch zu verlieren.
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Die Themenliste umfasst eine inhaltlich gruppierte Sammlung von Original Prüfungssymptomen
Wie zeigt sich das Leiden des Patienten? (Sekundäre Psora)
Wie kompensiert er sein Leiden? (Egotrophie, Egolyse, Alterolyse)
Wie lautet die eigentliche Hypothese „nach Masi“? (Primäre Psora)
Hier finden Sie spannende Interpretationen von einzelnen Themen oder Symptomen
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Hauptthemen
Es gibt zwei Themengruppen, die das Leitmotiv besonders gut illustrieren: Einerseits das Verhältnis, das Calcium sulfuricum zu seinen Mitmenschen hat (Themen 1 - 7), andererseits seine Beziehung zu Arbeit, Tätigkeit, Geschicklichkeit (Themen 8 - 15). Die weiteren Themen illustrieren diese beiden Wesensanteile und werden im Kapitel D näher besprochen.
1. Wertschätzung
Jammert, dass sein Wert von anderen nicht geschätzt wird. Ph
Leicht beleidigt. Rep
2. Widerspruch
Hass auf Personen, die nicht einer Meinung mit ihm sind. Ph
Schwach nach Ärger und Widerspruch. Kt
3. Ablehnung der anderen
Gute Stimmung, aber zu Einsamkeit geneigt. A 1
Sehr reizbar spät Nachmittags, weniger am Abend. A 14
Reizbar nach Geschlechtsverkehr. Kt
4. Eifersucht. Rep
5. Sprechen
Geschwätzig. A 15
Ekel vor Sprechen, will nicht antworten. Rep
Neigung zu brüten, düstere Melancholie, kann leicht dazu gebracht werden, an einem Gespräch teilzunehmen, aber niemals fröhlich. A 8
Grosse Unruhe nachmittags und abends, mit Trauer, Unlust zu sprechen, schmollend, Wunsch zu weinen und grundsätzlich schlecht gelaunt, allein, und unglücklich; einigermassen fröhlich am Morgen; der Wechsel geschieht nicht plötzlich, sondern nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr. A 307
Gefühl von Staub im Hals, etwa um halb zwölf, mit Wundheit, die den ganzen Tag und Abend zunahm. A 204
6. Seinen Liebsten stösst Übel zu
Heftige, bittere Melancholie mit besorgniserregenden Vorstellungen über das seinen Liebsten zustossende Übel. A 7
7. Gefühl um den Kopf, als hätte er einen Hut auf, um 16 Uhr. He 4.1
8. Verlangen, etwas zu tun, schwindet plötzlich
Manchmal hat sie das Verlangen, zu gehen und an etwas teilzunehmen; sobald sie sich jedoch auf den Weg macht, es zu tun, ist das Verlangen verschwunden. He 1.3
Plötzlich, nach dem Mittagessen, Verlust des Gedächtnisses und der ganzen Denkkraft; kann mich kaum erinnern, was ich gerade tun wollte (...) A 17
9. Alte Entscheidung kann nicht ins Gedächtnis gerufen werden
Plötzlich, nach dem Mittagessen, Verlust des Gedächtnisses und der ganzen Denkkraft; kann mich kaum erinnern, was ich gerade tun wollte; alte Geschichten, die schon lange entschieden waren, fallen mir wieder ein, und ich kann mir meine Entscheidung nicht mehr ins Gedächtnis rufen. A 17
10. Faul, träge, abgeschlagen
Faul. A 296
Allgemeine Mattigkeit, fühlt sich absolut unbeschreibbar unwohl, überall. A 297
Allgemeine Abgespanntheit. A 298
Grosse Abgespanntheit, fühlt sich, als ob er krank würde, mit leichtem Fieber, kein Schweiss abends. A 301
Sehr benommen und stumpfsinnig den ganzen Tag, konnte leicht einschlafen, allerdings nicht mit dem Wunsch nach Erholung. A 302
Nahm ein Nickerchen und erwachte vollkommen elend, fühlte sich schwach und schlaff, kein Schneid, vielmehr eine unerträgliche Abgespanntheit. A 330
vgl. A 299, 300, 304, 308
11. Einen Aal fangen
Die Finger waren steif und ungelenk; träumte, dass ich versuchte, einen Aal zu fangen und festzuhalten, wozu ich aber wegen der Steifheit der Finger nicht fähig war. A 278
12. Zeuge einer Operation
Brust lahm und rauh hinter dem Brustbein, mit Übelkeit, vormittags, erreicht einen Höhepunkt um 13 Uhr 30, in einem kleinen, geschlossenen, überfüllten Zimmer, beim Mitverfolgen einer Operation, tödliche Übelkeit und Schwindel, konnte fast nicht auf die Strasse gelangen, wo es nach ca. 15 Minuten deutlich besser wurde.
A 249
13. Schwinden der Denkkraft
Verliert Gedächtnis und Denkvermögen plötzlich, nach dem Mittagessen. He 1.2
Während er angestrengt nachzudenken versucht, verlassen ihn die Gedanken. Kt
Gute Stimmung, aber ein betäubter Zustand des Geistes, abends. A 16
Plötzlich, nach dem Mittagessen, Verlust des Gedächtnisses und der ganzen Denkkraft; kann mich kaum erinnern, was ich gerade tun wollte; alte Geschichten, die schon lange entschieden waren, fallen mir wieder ein, und ich kann mir meine Entscheidung nicht mehr ins Gedächtnis rufen. A 17
14. Sehen
Sieht nur die Hälfte eines Gegenstands, spät abends. A 48
Beim Sehen auf ein Stück Papier schmerzt das rechte Auge. He 5.2
(...) Gefühl, als wären die Augen eingesunken. Gefühl von einem Fremdkörper im Auge (...) He 43.1
15. Steifheit
Die Finger waren steif und ungelenk; träumte, dass ich versuchte, einen Aal zu fangen und festzuhalten, wozu ich aber wegen der Steifheit der Finger nicht fähig war. A 278
Schmerzhafte Steifheit der rechten Seite des Nackens, nachmittags, später dasselbe im Genick. A 251
Schwäche des Rückens, steife Hände und Schwellung der Finger. A 255
Eine gewisse Steifheit der Beine, Schultern, Arme, Hände, und Füsse abends, vor allem im rechten Fuss. A 258
Wachsende schmerzhafte Steifheit von Armen, Schultern und Rücken, von Vormittag bis spät Nachmittags, abends nicht feststellbar. A 259
Schulter steif am Morgen. A 260
vgl. 261, 262, 263, 269, 270, 273, 276, 277, 280, 285, 289, 290, 310, 311
16. Singen
Heftiger Anfall von eingeklemmten Blähungen nach dem Abendessen, das Abdomen ausdehnend und eine Kolik verursachend; ein bisschen erleichtert durch Gehen und Singen (...) A 134
17. Gute Stimmung
Gute Stimmung, aber zu Einsamkeit geneigt. A 1
Besondere gut aufgelegt, spät Nachmittags. A 2
Exzessiv fröhliche Stimmung, nachmittags. A 3
Gute Stimmung, am besten um 18 Uhr herum. A 4
Ausgelassen gute Laune, immer nach Einnahme des Mittels, mit Aufstossen und saurem Geschmack. A 5
Sehr niedergeschlagen am frühen Abend, dann heiterer, dann erneut "blue". A 13
Gute Stimmung, aber ein betäubter Zustand des Geistes, abends. A 16
Kranke, die Morgens beim Erwachen unter Traurigkeit leiden, werden im Verlauf des Tages fröhlich bis zur Ausgelassenheit am Abend. Kt
18. Niedergeschlagenheit
Grosse Niedergeschlagenheit. A 6
Allgemeines Stimmungstief, vor allem nachmittags und abends. A 9
Übermässig bekümmerte Melancholie, nachmittags und abends. A 10
Ziemlich düster und mürrisch, am Abend, und sehr erschöpft. A 11
Übermässige Melancholie den ganzen Tag, aber leicht abwendbar. A 12
Sehr niedergeschlagen am frühen Abend, dann heiterer, dann erneut "blue". A 13
Grosse Unruhe und Trauer, abends. A 305
Sehr unruhig und unglücklich, Melancholie leicht abwendbar, kehrt aber sofort zurück, schlimmer abends, besser mittags. A 306
Grosse Unruhe nachmittags und abends, mit Trauer, Unlust zu sprechen, schmollend, Wunsch zu weinen und grundsätzlich schlecht gelaunt, allein, und unglücklich; einigermassen fröhlich am Morgen; der Wechsel geschieht nicht plötzlich, sondern nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr. A 307
19. Eingebildetes Unglück
Sitzt da und denkt über eingebildetes Unglück nach. Ph
Furcht vor Unglück. Rep.
Phantome, Visionen nachts. Rep.
20. Furcht vor Vögeln. Rep
21. Gesundheit
Ängstlich in bezug auf sein Herz und seine Gesundheit im allgemeinen. Kt
Furcht, wahnsinnig oder unglücklich zu werden. Kt
22. Zukunft
Furcht vor der Zukunft. Kt
Er fürchtet um sein Seelenheil. Kt
Todesfurcht. Kt
Furcht, dass ihm etwas Übles begegnen werde. Kt
Angst um die ewige Seligkeit. Rep
23. Nacht und Dunkelheit
Sie träumte, dass sie sich vor Schreck zusammenkrampfe, erwachte schreiend und sehr ermattet. He 37.3
Er wird leicht ängstlich, besonders abends im Bett, während der Nacht und im Liegen. Kt
Er fürchtet sich morgens beim Erwachen. Kt
Des Nachts, wenn er zu schlafen versucht, leidet er unter schrecklichen Bildern. Kt
Kranke, die Morgens beim Erwachen unter Traurigkeit leiden, werden im Verlauf des Tages fröhlich bis zur Ausgelassenheit am Abend. Kt
Schreckt aus dem Schlaf auf, als ob er keine Luft bekäme. Ph
Gesichtsschmerzen die ganze Nacht lang, rechte Seite. A 68
Zahnschmerzen unmittelbar nach dem Dunkelwerden. A 73
Krämpfe oder Koliken im Hypochondrium, nachts, nachdem er sich zurückgezogen macht. A 127
Krämpfe im Hypochondrium mit grosser Unruhe, nachdem er sich für die Nacht zurückgezogen hat. A 128
Schiessender Schmerz im Bauch, spät abends, bevor er sich zurückzog. A 142
Reichlicher Auswurf von durchsichtigem, geschmacklosem, leicht zähem Schleim den ganzen Tag; weniger nach Einbruch der Nacht. A 238
Wunsch nach Nachtluft, Schwäche, während er sich darin bewegt, abends. A 245
Undeutliche, schiessende Schmerzen in den Händen, schlimmer gegen die Nacht. A 275
Zahnschmerz mit geschwollener Wange; nach Eintritt der Dunkelheit, und im Schlaf; zuerst schlimmer durch kaltes Wasser, bald darauf besser. He 10.3
24. Baden
Wischt Blut aus der linken Ohrmuschel, morgens, nach dem gewohnten Bad. A 50
Schneuzt morgens nach dem Baden immer gelblichen oder grünlichen Schleim aus der Nase. A 62
Schneuzt morgens nach dem Baden schlierigen Schleim aus der Nase. A 63
Ein klein wenig blutgestreifter Schleim aus dem linken Nasenloch nach dem Baden. A 64
Bitteres Aufstossen morgens nach dem Baden. A 98
Blähung und Aufstossen nach dem Baden. A 133
Kolik im Abdomen morgens nach dem Bad. A 138
Kolik im unteren Teil des Abdomens, morgens nach dem Bad. A 147
Zwei oder drei Hustenstösse morgens vor dem Baden, beim Aufstehen. A 212
Husten morgens nach dem Baden. A 213
Husten drei oder vier Mal nach dem Baden, nachmittags. A 214
Auswurf morgens nach dem Baden. A 220
Erkältung und Schnupfen besser im Freien, Schnupfen auf der rechten Seite, nach einem Bad, besser im Freien. He 7.9
Lahmheit im inneren Teil des linken Knies wenn er badet, vormittags, beim Beugen oder schnell Gehen, später im hinteren Teil. He 33.9
Leidet extrem unter der Kälte, während er sein gewohntes Bad nimmt, vormittags. He 39.4
Knieschmerz beim Baden. 39.5
Kopfschmerz durch Kopfwaschen. Rep
Abdomen, Flatulenz nach einem Bad. Rep
Husten morgens und nachmittags nach einem Bad. Rep
Haut, tiefe Risse nach Waschen. Rep
25. Kaltes Wasser
Wundmachender Schnupfen im Freien, verschwindet sofort im Haus und nachdem das Gesicht in kaltem Wasser gewaschen wurde. A 60
Zahnweh durch kaltes Wasser unmittelbar verschlimmert, aber letztendlich dadurch gebessert. A 75
Heftige Kolik im Magen abends, (zeitweise) erleichtert durch Trinken von kaltem Wasser, mit einem Gefühl von Zusammenschnüren im Magen (...) A 121
Kolik nach Eiswasser; sogleich vergehend; sehr ungewöhnlich. A 140
Zahnschmerz mit geschwollener Wange; nach Eintritt der Dunkelheit, und im Schlaf; zuerst schlimmer durch kaltes Wasser, bald darauf besser. He 10.3
26. Gemütssymptome durch Hitze und Schweiss
Furcht während des Fiebers. Kt
Wenn ihm heiss wird, verzweifelt er und glaubt nicht an seine Wiederherstellung. Kt
Während er schwitzt, ist er traurig. Kt
Er weint, während er schwitzt. Kt
27. Im Freien
Seine Furcht wird gebessert im Freien. Kt
Geistesverwirrt, besser im Freien. Kt
Neigung zu Erkältung und Schnupfen, verschwindet im Freien. A 53
Sehr wenig Auswurf, aber starke Erkältung, verschwindet im Freien, schlimmer im rechten Nasenloch. A 56
Wässriger Schnupfen im Freien, leicht wundmachend. A 59
Wundmachender Schnupfen im Freien, sofort verschwindend im Haus und nachdem das Gesicht in kaltem Wasser gewaschen wurde. A 60
Wehtun der rechten Parotisdrüse, besser beim Gehen im Freien. He 6.5
Erkältung und Niesen, besser im Freien; Schnupfen rechts nach einem Bad, besser im Freien. He 7.9
Übelkeit beim Betreten eines warmen Zimmers, nach Aufenthalt im Freien. Rep
Husten im Haus, besser im Freien. Rep
Heiserkeit, weniger im Freien und am Abend. A 209
Auswurf und Erkältung nur im Haus; erleichtert in kalter Luft oder im Freien. A 222
Auswurf im Freien, Erkältung im Haus. A 223
Auswurf und Erkältung nicht merklich besser im Freien. A 225
Reichliche gelbliche Absonderung aus den Choanen, und Erkältung im Haus. A 241
Starkes Verlangen, sich im Freien aufzuhalten, fühlt sich besser dort. A 244
Die Kopfschmerzen entwickeln sich nach Unterkühlung, bessern sich aber trotzdem im Freien. Kt
Der Kranke wünscht frische Luft, aber er ist empfindlich gegen Zug. Kt
28. Haut zu straff, Zusammenschnürung
Ein Gefühl im unteren Teil des Abdomens, als ob die Haut zu straff wäre, mit Schmerzen. He 19.3
Innerer Hals, Zusammenschnüren. Rep
Äusserer Hals, Zusammenschnüren Schilddrüse. Rep
Magen, Zusammenschnüren. Rep
Rectum, Zusammenschnüren, Gefühl wie verschlossen, nach dem Frühstück. Rep
Brust, Zusammenschnüren, Spannung, Engegefühl. Rep
29. Wie abgeschürft, wund
Wundmachender Schnupfen im Freien, verschwindet sofort im Haus und nachdem das Gesicht in kaltem Wasser gewaschen wurde. A 60
Nasenwinkel leicht wund, wie abgeschürft. A 67
Wundheit auf der linken Seite des Gaumendachs beim Mittagessen, wie verbrannt, besser beim Tee. A 81
vgl. A 85, 89, 92, 117, 123, 149, 185, 150, 156, 157, 160, 164, 169, 176, 283
30. Wie verbrannt
Wundheit auf der linken Seite des Gaumendachs beim Mittagessen, wie verbrannt, besser beim Tee. A 81
Hände wie sonnenverbrannt. A 267
31. Sexualität, reine und unreine Vorstellungen
Ziehendes Gefühl im linken Samenleiter und Hoden morgens; das selbe noch einmal von 17 bis 18 Uhr, mit zumeist unwiderstehlichen erotischen Vorstellungen und Wünschen, und zwar sowohl von reiner als auch unreiner Art. A 203
Spermatorrhoe mit Impotenz. He 22.1
Reizbar nach Geschlechtsverkehr. Kt
Unbehagliches Gefühl der Geschlechtsorgane. A 201
Zerschlagenes Gefühl in den Hoden, als ob sie zerquetscht oder verletzt worden wären. A 202
Hitze in der Stirn und in den Augen, kein Schweiss, mit schmerzhaftem Bewusstsein der Hoden, schnell vorübergehend. A 340
32 Ernährung
Riesiger Appetit. A 90, 91
Übermässiger Appetit und Durst, mit äusserlicher Wundheit des Mundes. A 92
Der Hunger schwindet; deutliches Verlangen für grüne, saure Früchte und Gemüse. A 93
Weniger Hunger, aber deutlicheres Verlangen nach Früchten als zuvor. A 94
Kein Verlangen nach Fleisch. A 95
Viel Durst am Vormittag. A 96
Grosses Verlangen nach Tee und Rotwein, letzteres ungewöhnlich, nachts. A 97
Diarrhoe mit Schmerz im Abdomen, durch Wetterwechsel oder nach dem Essen von Ahornzucker. He 20.1
Verliert Gedächtnis und Denkvermögen plötzlich, nach dem Mittagessen. He 1.2
Abneigung gegen Fleisch, Kaffee, Milch. Rep
Zunehmende Übelkeit, wie von Tabak, und schmerzhafte Wahrnehmung der Speiseröhre vom Mund bis in den Magen. A 103
Magenverstimmung während des Frühstücks, gebessert durch heissen Kakao. A 104
Gefühl eines Gewichts in Magen und Brust morgens, erleichtert durch das Abendessen. A 115
33. Eiterung
Der Bereich seiner Wirkung ist das Bindegewebe; Entzündung mit Eiterung. He 41.1
Abszesse im Bindegewebe, wenn sie aufgrund von Stase in den Bindegewebs-Tubuli entstehen. He 41.3
Harte oder geschwollene Drüsen. He 41.5
Im dritten Entzündungsstadium; klumpige oder blutige Absonderung. He 41.6
Absonderung bei Husten, Leukorrhoe, Gonorrhoe usw. ist gelb, dick und klumpig, manchmal blutig. He 41.8
Nach mechanischen Verletzungen, wenn in vernachlässigten Fällen die Eiterung eingesetzt hat. He 41.9
Wir sehen einen Menschen vor uns, der ständig befürchtet, zu wenig geschätzt, anerkannt, gelobt zu werden. Das "fishing for compliments" beherrscht er sehr gut. Wenn ihm etwas misslingt, zweifelt er sofort an seinem Selbstwert, er glaubt dann, keine Anerkennung mehr verdient zu haben.
Nachts findet er kaum Ruhe, weil er befürchtet, immer noch zu wenig für alle anderen getan zu haben. Im Umgang mit seinen Angehörigen kann er panische Ängste entwickeln, denkbar sind überbehütende Eltern oder "Kinder", die ihr Elternhaus auch im reifen Erwachsenenalter nicht verlassen wollen.
Egotrophie
In der Wiederholung der Übertretung können wir uns einen Menschen vorstellen, der einer "Religion der bedingungslosen Achtung" huldigt, der von sich behauptet, in allen Mitmenschen nur das Gute zu sehen, sie ungeachtet ihres Wesens oder ihres Verhaltens zu schätzen. Er selbst glaubt sich von allen anerkannt, da es "aus dem Walde schallt wie man hineinruft". Die gute Laune folgt laut Thomas auf die "Erlangung des erwählten Objekts"; da Calcium sulfuricum das göttliche Gute in diesem Leben bereits verwirklicht hat, ist Frohsinn ihm sicher.
Als Kompensation des drohenden Verlustes sehen wir hingegen jemanden, der um Wertschätzung und Anerkennung sehr aktiv bemüht ist: Er wird alles für andere Menschen tun, sein ganzes Geschick einsetzen, um ihnen jederzeit zu helfen und gefällig zu sein. Wir stellen uns den unentbehrlichen Nachbarn oder Hausmeister, oder die überfürsorgliche Mutter vor, die alles für ihre Lieben und Nächsten tun. Dabei werden sie es so einrichten, dass ihre Leistungen auch bemerkt und von anderen entsprechend hoch bewertet werden, auch wenn sie vordergründig betonen mögen, wie wohl sie sich beim Alleinsein fühlen, wie wenig sie auf die anderen angewiesen seien.
Egolyse
In der egolytischen Phase hat Calcium sulfuricum resigniert, er glaubt nicht mehr, durch eigenes Tun etwas beitragen zu können zu seinem Renommee, zu seiner Beliebtheit. Er ist nicht mehr fähig, etwas zu tun, vom notorischen Faulpelz, der sich nicht über seinen familiären Rahmen hinausbewegt, bis zum Clochard können wir uns jede Schattierung eines Menschen vorstellen, der sich nicht mehr darum bemüht, achtbar oder wertvoll für die Gemeinschaft zu sein.
Alterolyse
Die anderen sind leider nicht so, dass sie Achtung verdienen, wieviel weniger darf man diese von ihnen erwarten! In diesem Stadium legt Calcium sulfuricum keinen Wert darauf, Anerkennung zu bekommen. Er selbst bringt den anderen nur Hass und heftige Eifersucht entgegen: Offensichtlich bekommen sie, was ihm selbst verwehrt ist, sie sind anziehender als er!
Bei Calcium sulfuricum handelt es sich um eine Person, der viel an der Wertschätzung der anderen Menschen gelegen ist. Sie fürchtet, der Achtung der anderen nicht würdig zu sein und versucht, durch Tätigkeit und Geschick diese Anerkennung zu erarbeiten.
Transzendenter Wert
Da Gott das Gute an sich ist, kann er um seiner selbst willen geliebt, geachtet und verehrt werden. Er muss nichts dazu beitragen. Der Mensch kann Gott seine Ehrerweisung entgegenbringen, ohne dass er ihn vorher ganz erkennen müsste.
Menschliche Daseinsbedingung
Auf der menschlichen Ebene erweckt hingegen das — wahre oder vermeintliche — Gute im auserwählten Objekt zuerst die Aufmerksamkeit. Zuwendung, Wertschätzung oder gar Liebe können erst in einem zweiten Schritt folgen. Als erstes erfolgt also ein Akt des Erkennens, und nur was als gut erkannt wurde, wirkt anschliessend wertvoll oder anziehend.
Calcium sulfuricum hat mit dieser Tatsache seine Schwierigkeiten: Er fühlt sich nie genug geachtet, da er die absolute Güte Gottes und die bedingungslose Wertschätzung neidet. Kompensatorisch versucht er, die Be-Achtung durch Tüchtigkeit und Geschick zu erarbeiten.
Er lehnt es auch ab, das Gute im anderen Menschen und an der Welt zu erkennen: Reizbarkeit nach Geschlechtsverkehr (dem biblischen Akt der Erkenntnis), Schwierigkeiten beim Sehen und Nachdenken, ist zu Einsamkeit geneigt.
Kerne
Schuld
Calcium sulfuricum möchte wie Gott um seiner vollkommenen Güte willen, geschätzt werden. Er lehnt es ab, im anderen Menschen das Gute und Wertvolle erkennen zu müssen.
Verlust
Er glaubt in der Folge selbst die Wertschätzung zu verlieren, die ihm eigentlich zusteht: die Zuneigung seiner Angehörigen, die Anerkennung seiner Taten und seiner Geschicklichkeit. Er verliert sogar die Möglichkeit, aktiv zu werden; das Verlangen, etwas zu tun, schwindet plötzlich, er kann sich nicht mehr erinnern, was er gerade tun wollte. Im Traum versucht er vergeblich, einen Aal zu fangen und festzuhalten.
Er kann auch selber nicht mehr "erkennen", er ist reizbar nach Geschlechtsverkehr, sieht die Dinge nur zur Hälfte, die Gedankenkraft schwindet.
Strafe
Da die Angehörigen einander noch die relativ bedingungsloseste Achtung entgegenbringen, fürchtet Calcium sulfuricum besonders um seine Nächsten: wer schätzt mich, wenn nicht meine Familie? Seine Ablehnung des Erkenntnisaktes führt in der Strafe dazu, dass die ganze Welt Bedrohung werden kann, da der Mensch in und an der Welt lernt. So fürchtet Calcium sulfuricum um seine Gesundheit, bildet sich allerhand Unglück ein, die Nacht, die Zukunft, selbst Vögel ängstigen ihn.
Rechtfertigung
Im Symptom A 278 "Die Finger waren steif und ungelenk; träumte, dass ich versuchte, einen Aal zu fangen und festzuhalten, wozu ich aber wegen der Steifheit der Finger nicht fähig war" dient die Rigidität der Finger als Rechtfertigung für die eigene Ungeschicklichkeit, damit fällt die Eigenverantwortung für Tüchtigkeit und Anerkennung weg.
Hass auf Personen, die nicht einer Meinung mit ihm sind (Thema 2)
Weil die Meinung eines Menschen ein Ausdruck seines Egos ist, bedeutet das Annehmen seiner Meinung durch die anderen, dass er als Person geschätzt und bejaht wird, daher der Hass von Calcium sulfuricum auf die, die ihm widersprechen: Sie zeigen ihm allzu deutlich, dass sie ihn nicht anerkennen.
Sprechen (Thema 5)
Am Beispiel des Sprechens kann das Verhalten von Calcium sulfuricum noch einmal in allen miasmatischen Phasen demonstriert werden: In der sekundären Psora schwankt er zwischen schmollender Unlust zu sprechen und einiger Fröhlichkeit. Er kann auch leicht dazu gebracht werden, an einem Gespräch teilzunehmen, obwohl er nicht fröhlich ist: Wegen seiner Furcht, nicht genügend geachtet zu werden, beugt er sich dem Wunsch der anderen.
Egotroph ist er geschwätzig, egolytisch will er gar nicht mehr sprechen, ein Gefühl von Staub im Hals hindert ihn daran, alterolytisch empfindet er förmlich Ekel vor dem Sprechen und Antworten, denkbar wäre auch, dass er das "Geschwätz der anderen" ablehnt.
Gefühl um den Kopf, als hätte er einen Hut auf (Thema 7)
Das bedeckte Haupt bedeutet Freiheit und Adel, im Gegensatz zu den barhäuptigen Sklaven. Der Hut ist des weiteren ein Symbol für Macht und Unabhängigkeit. Den Hut beim Eintritt in ein Gebäude zu ziehen, zeigt Ehrerbietung. Verschiedene Hüte stellen Angehörige sozialer oder hierarchischer Ordnungen dar. Der Meister der freimaurerischen Versammlung behält seinen Hut auf, was als Zeichen für seine Vorrechte und seine Überlegenheit gilt. (DDS)
Das Symptom ist also am ehesten ein Ausdruck der Egotrophie: schaut her, welch bedeutende Person ich bin!
Alte Entscheidung kann nicht ins Gedächtnis gerufen werden (Thema 9)
Die Wertschätzung eines Objekts setzt einen Wahlentscheid voraus: Calcium sulfuricum lehnte diesen Schritt ab und kann sich in der Folge seinen Entscheid nicht mehr ins Gedächtnis rufen.
Einen Aal fangen (Thema 11)
Geschicklichkeit ist ein mögliches Mittel, um Anerkennung zu bekommen. Calcium sulfuricum versucht, an einem fast unmöglichen Gegenstand seine Geschicklichkeit zu beweisen.
Der Aal ist in China ein Symbol der geschlechtlichen Liebe, in Japan gilt er als Götterbote (wie die Vögel in verschiedenen Kulturen, vgl. Thema 20), allgemein hat er symbolische Ähnlichkeit mit der Schlange und mit dem Wasser in dessen verbindender Funktion. (DDS)
Zeuge einer Operation (Thema 12)
Ein Symptom, das man ebenfalls unter dem Stichwort Geschicklichkeit erklären kann: Calcium sulfuricum wird fast ohnmächtig, wenn er Zeuge der Geschicklichkeit eines anderen wird.
Steifheit (Thema 15)
Die Steifheit ist einerseits eine Strafe und wird zur Rechtfertigung für die eigene Ungeschicklichkeit herangezogen, andererseits drückt sie eine Haltung der Würde aus.
Baden (Thema 24)
Das Bad bedeutet rituelle Reinigung, damit eine Verbesserung oder Vervollkommnung der eigenen Person, ein "Gutwerden", damit ein "Wertvoller-Werden". Calcium sulfuricum kann folgerichtig vor oder nach dem Baden eine Besserung (ich werde/bin würdiger) oder eine Verschlimmerung (ich habe es nicht nötig, mich würdiger zu machen) erleben. Das kalte Wasser (Thema 25) deutet in die gleiche Richtung.
Gemütssymptome durch Hitze und Schweiss (Thema 26)
Die Begriffe "in Hitze geraten", "heiss sein auf jemanden" und die Synonyme "Schwüle, Leidenschaft, Weissglut, Begeisterung, Erwärmung, Erregung" zeigen deutlich den Zusammenhang mit der Thematik des Erkennens und der Anziehung. Calcium sulfuricum lehnt diesen Schritt ab und leidet folgerichtig unter den entsprechenden Körperzuständen. Im gleichen Sinne können auch die Schmerzen wie (sonnen-) verbrannt (Thema 30) verstanden werden.
Reine und unreine Vorstellungen (Thema 31)
Leider wird im Symptom nicht näher ausgeführt, welcher Art die unwiderstehlichen erotischen Vorstellungen und Wünsche sind, von denen Calcium sulfuricum verfolgt wird. Durch die Begriffe "rein und unrein" klingt aber wieder der Wahlentscheid an: Calcium sulfuricum will das Gute nicht erkennen müssen und erlebt in der Strafe ambivalente Phantasien, seine Wahl könnte auf etwas Unreines gefallen sein.
Eiterung (Thema 33)
Eine heftige Eiterung bedeutet, dass von der Abwehr mehr getan wird als üblich. Im Französischen gibt es den Begriff "pus louable", d.h. lobens- oder anerkennenswerter Eiter.
ANDERE HYPOTHESEN
Die vorliegende Hypothese basiert auf einer Arbeit der Masi-Gruppe Basel II und den Unterlagen der AFADH.
Sulfur
Neidet Gott Ehre und Ruhm. Calcium sulfuricum setzt den Akzent auf die Wertschätzung.
Calcium carbonicum
Erleidet ähnliche Vorahnungen von Unglück und künftigem Übel. Calcium sulfuricum fürchtet dabei besonders das Unglück, das seinen Liebsten zustossen könnte, den Leuten also, die ihm Respekt entgegenbringen. Wenn sie verunglücken sollten, ist keiner mehr da, er bleibt wertlos zurück.
Moschus
Verlangt ebenfalls Respekt und Ehrerbietung, aber eher, um dadurch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Sippe bestätigt zu bekommen, während Calcium sulfuricum aufgrund seiner absoluten Güte geschätzt werden möchte.
THOMAS VON AQUIN
Begriff der Wertschätzung, lat. caritas, bei Thomas von Aquin "Teuerliebe".
Siehe ST III 27. 3-6, "Ist Gott wegen seiner selbst aus Teuerliebe zu lieben?", "Kann Gott hier in diesem Leben unmittelbar geliebt werden?"
ZUR SUBSTANZ
Calciumsulfat, CaCO4, Gips oder Alabaster: Ein Material, das sich mit Begriffen wie Geschicklichkeit, Anerkennung, Vornehmheit und Wert leicht in Verbindung bringen lässt, man denke nur an die Totenmasken oder Gipsbüsten berühmter Persönlichkeiten.
Wer einmal mit Gips gearbeitet hat, weiss, welche Geschicklichkeit dieser Werkstoff fordert. Entsprechend hoch geachtet und bezahlt sind z.B. Stukkateure bis auf den heutigen Tag. Alabasterweisse Haut ist praktisch ein Synonym für ein königliches Wesen. Auf der anderen Seite kann das steife Gipsbein sozusagen eine Strafe für die eigene Ungeschicklichkeit sein, es wird von manchen Kindern aber auch geschätzt, weil sich dadurch Beachtung erringen lässt.
QUELLEN
Autor: Susanne Studer, Materia Medica Homoeopathica – revidiert nach Dr. Alfonso Masi-Elizalde
|A||Allen T.F., The Encyclopedia of pure Materia Medica, New Delhi 1988, Band 2|
|He||Hering Constantin, The Guiding Symptoms of our Materia Medica, New Delhi 1989, Band 3|
|Kt||Kent, James T., Kents Arzneimittelbilder, Heidelberg 1988, S. 268|
|Ph||Phatak, Dr. S. R., Materie Medica of Homoeopathic Medicines, Bombay 1977|
|DDS||Chevalier/Gheerbrandt, Dictionnaire des Symboles, Laffont, Paris 1982|
|ST||Thomas von Aquino, Summe der Theologie, Hrsg. von Joseph Bernhart, Stuttgart 1985|
|Rep||Synthesis, Schroyens, Greifenberg 1994|
|Bild||Keines|