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Lemuel Sears ist ein Geschäftsreisender aus New York und passionierter Naturfreund. Hin und wieder besucht er ein idyllisches Fleckchen in Connecticut, um auf dem Beasley-Teich Schlittschuh zu laufen. Damit soll es plötzlich vorbei sein, denn dort plant man eine Mülldeponie. Lemuel will dies mit allen Mitteln verhindern. Von der Rettung »seines kleinen Paradieses« können ihn auch die Affäre mit der kapriziösen Renée und andere Begegnungen nicht abbringen. Bei seinem Kreuzzug gegen die skrupellosen Umweltverschmutzer erhält er sogar überraschende Unterstützung. In dem kurz vor seinem Tod veröffentlichten Roman ›Ach, dieses Paradies‹ greift der Visionär John Cheever das Thema Naturschutz auf und zeigt sich einmal mehr als Meister der ironisch-hintersinnigen Erzählung. Auch was gut ist, ist bei Cheever selten gut gemeint. Der grosse amerikanische Spötter zeigt in diesem entlarvenden Stück Literatur: Egal, wie moralisch wir zu handeln glauben, wir handeln stets selbstsüchtig. Mit einem Nachwort von Peter Handke.
Portrait
John Cheever, 1912 geboren in Quincy, Massachusetts, gestorben 1982, gilt als einer der Innovatoren der amerikanischen Erzählkunst. Im flimmernden Wechsel zwischen Parodie, Satire und scheinbar treuherzig-naivem Bericht vom Tun und Lassen der Ostküstenelite hat er einen Schatz an Romanen und Storys hinterlassen, der in deutscher Sprache nie angemessen erschlossen wurde. Thomas Gunkels Übersetzung der Wapshot-Chronik füllt eine bislang weisse Stelle auf der Karte der modernen Weltliteratur. Thomas Gunkel, geboren 1956, übersetzte neben John Cheever u. a. John Griesemer, Jon Krakauer, Nick McDonell, Stewart O'Nan, Chaim Potok und William Trevor ins Deutsche.