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Memories of Shanghai
Eine aussergewöhnliche Langzeitdokumentation
Xu Xixian, geboren 1942 in Shanghai, arbeitete bis 2009 als Reisverkäufer und begann in den 1960er Jahren in seiner Freizeit zu fotografieren. Seine Kamera richtete er sowohl auf das Zentrum Shanghais, wie auch auf die umliegenden Dörfer, die nach und nach den neuen Siedlungen der expandierenden Grossstadt weichen mussten. Sein Archiv umfasst heute rund 40’000 Schwarz-Weiss-Negative, wovon ca. 9’000 von ihm selbst vergrössert und in Ordnern abgelegt vorliegen. Am 11. November 2009 hat er seine letzte Filmrolle mit der Nr. 1623 belichtet.
In seiner Fotografie hält Xu Xixian die rasante Veränderung der Metropole fest und hat damit eine einzigartige Stadtdokumentation geschaffen. Seine Bilder ergänzen das durch die Medien vermittelte Bild von Shanghai als kanonisierter Architekturprospekt des 21.Jahrhunderts um eine differenzierte, aber auch alltägliche Sicht der Stadt. Die Ausstellung beschäftigt sich am Beispiel von Shanghai darüber hinaus mit der jüngsten Geschichte Chinas. Für die Ausstellung im Museum im Bellpark hat der Fotograf in der einfachen Dunkelkammer seiner Wohnung nochmals rund 250 Bilder - möglicherweise ein letztes Mal - selber abgezogen.
Das Fotoarchiv von Herrn Xu wird erstmals in diesem Umfang vorgestellt. Die Ausstellung
für das Museum im Bellpark ist also eine Premiere und ermöglicht einen repräsentativen Einblick in den Bestand. Die Ausstellung wird kuratiert von Hilar Stadler, Leiter Museum im Bellpark, und Jürgen Krusche, Künstler und Kulturwissenschaftler, Zürich. Xu Xixian wird im Rahmen der Ausstellung in einem filmischen Porträt des Filmemachers Yunlong Song,
Zürich/Shanghai, vorgestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Videoinstallation
«Some Streets in Shanghai» von Jürgen Krusche, die den Alltag des heutigen Shanghai ins Zentrum rückt.