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Rauchende Mütter haben vermehrt eine chromosomale Instabilität der Amniozyten
Tabak erhöht das Risiko systemischer Krankheiten und wird assoziiert mit Problemen in der Schwangerschaft (Unterentwicklung des Kindes, Allergien, Asthma...). Bis anhin wurde aber kein direkter genotoxischer Effekt von Tabak auf die Schwangerschaft nachgewiesen.
Die Autoren untersuchten, ob das Rauchen der Mutter einen genotoxischen Effekt auf Amniozyten ausübt (erhöhte Chromosomeninstabilität) und ob es chromosomale Regionen gibt, die von dieser Instabilität speziell betroffen sind.
Die Studie unterlag einem prospektiven Design. Amniozyten wurden von 25 schwangeren Raucherinnen und 25 Nichtraucherinnen entnommen, welche sich einer Routineamniozentese unterzogen. Die Frauen füllten einen Fragebogen zu ihren Rauchergewohnheiten aus. Die chromosomale Instabilität wurde nach chromosomaler Routinediagnostik von 2 unabhängigen Personen beurteilt. Instabilität wurde an Hand des Bandenmusters (G-banding) beurteilt. Der primäre Endpunkt war die Assoziation zwischen dem Rauchen der Mutter und erhöhter chromosomaler Amniozyteninstabilität (gabs, breaks) und struktureller Chromosomenabnormität.
Zwischen Raucherinnen und Nichtraucherinnen bestand der grösste zytogenetische Unterschied bei der Proportion struktureller Chromosomenabnormitäten (Raucherinnen 12.1%, Nichtraucherinnen 3.5%, P=0.002). Es bestand aber auch ein Unterschied in der Proportion von Metaphasen mit chromosomaler Instabilität (Raucherinnen 10.5%, Nichtraucherinnen 8.0%, P=0.04) und für die Proportion chromosomaler Läsionen (Raucherinnen 15.7%, Nichtraucherinnen19.1%, P=0.045). Nach Analyse der 689 „Breakpoints“ konnte gezeigt werden, dass das Band 11q23, welches hauptsächlich mit hämatopoetischer Malignität assoziiert wird, am häufigsten von Tabak in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Konklusion der Autoren: Das Rauchen von mehr als 10 Zigaretten pro Tag für mindestens 10 Jahre und während der Schwangerschaft ist assoziiert mit einer chromosomalen Instabilität der Amniozyten. Das Band 11q23, welches assoziiert wird mit der Entstehung von Leukämien, scheint insbesondere auf im Tabak vorhandene genotoxische Komponenten anfällig zu sein.
Abstract
JAMA 2005;293:1212-1222 - De la Chica et al
09.03.2005 - undefined