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Der wuchtige, in romanischen Formen gehaltene Turm mit seiner barocken Haube war einst das Wahrzeichen von 'Alt Fry Baar'.
Als was wird der hl. Martin auf dem Hochaltar dargestellt?
Oben auf dem Hochaltar wird der hl. Martin als Bischof mit einem Bettler dargestellt. Häufiger und bekannter ist die Darstellung als Reitersoldat, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Hin und wieder erscheint er auch als Bischof mit einer Gans.
Dass der hl. Martin seinen Reitermantel aus Barmherzigkeit mit einem Bettler geteilt habe, berichtet eine Legende. In der folgenden Nacht, heisst es weiter, sei Martin dann Christus erschienen, bekleidet mit der Hälfte des Mantels, die Martin dem Bettler gegeben hatte.
Mit einer Gans wird er deswegen dargestellt, weil eine andere Legende berichtet, dass der bescheidene und zurückhaltende Martin sich in einem Gänsestall versteckt habe, als er von seiner Bischofswahl erfuhr, um der Wahl zu entgehen. Doch die Gänse hätten ihn durch ihr lautes Geschnatter verraten.
St. Martin in Baar gehört neben St. Jakob in Cham, St. Michael in Zug sowie St. Peter und Paul in Oberägeri zu den vier alten Pfarreien des Zugerlandes. Im Unterschied zu deren Kirchen, die im Laufe der Jahrhunderte durch Neubauten ersetzt wurden, reicht der Baubestand der Baarer Kirche bis ins Mittelalter zurück. Beim Turm ist das offensichtlich, nicht aber beim Kirchengebäude. Der ursprünglich dunkle Innenraum wurde im 18. Jahrhundert in einen hellen Rokoko-Saal umgeformt. Immer wieder hat sich die Architektur und Ausstattung dem jeweils neuen Zeitstil angepasst.
Geschichten
Bildergalerie
Kirche St. Martin - eine reiche Fülle an Bildwerken
Der Barock dominiert die Erscheinungsweise des Innenraums. Die Kirche aber ist viel äl-ter und geht zurück bis ins 8. Jahrhundert.Inhalte ansehen
Film
Aus den Katakomben von Rom in die Pfarrkirche St. Martin
»Apfelschelm« nannte man den Katakom-benheiligen Silvanus, als man ihn noch auf Flurprozessionen mitgetragen hat.Inhalte ansehen
Standort
Weiterführende Informationen
Literatur
- Schweizerische Kunstführer GSK, Serie 84, Nr. 831: Josef Grünenfelder: Pfarrkirche St. Martin und Beinhauskapelle St. Anna in Baar, Bern 2008 (bestellen).
- Josef Grünenfelder, Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug, NA I, Basel 1999, S. 27-56.
- Leo Langenegger (Red.): Kirche St. Martin Baar, Baar 1974.
- Hans Maier: Er gab die Hälfte seines Mantels einem Bettler: Wie aus dem römischen Soldaten Martin der populärste Heilige Europas wurde, NZZ 11.11.2020
Für Schulen
- Unterrichtsmaterial als PDF herunterladen
Weblinks
- Homepage Pfarrei St. Martin, Baar
- Urkunde aus dem 13. Jh., Dachstock, Turmuhr: (Video).
- Restauration der Kirchturmuhr (Video)
- Geläute der 5 historischen Glocken
- Neue Zuger Zeitung, Hingeschaut: Andreas Faessler, Silvan, der Apfelschelm [zum Baarer Katakombenheiligen]
- Neue Zuger Zeitung, Hingeschaut: Andreas Faessler, Diese Konstruktion hats in sich [zum Dachstuhl der Kirche]