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Artikel über Ani Choyings
von Basler Psi Verein
09. Dezember 2014
Ani Choyings Botschaft Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als auf die Dunkelheit zu beschimpfen.
«Wir Nonnen möchten tätige Nächsten liebe praktizieren und anderen helfen, aber uns fehlen die Möglichkeiten und Fähigkeiten, dies zu verwirklichen. Seit jeher wird die Bildung von Frauen in Asien vernachlässigt. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft ist streng reglementiert. Diskriminierung gehört zum Alltag – auch und gerade für Nonnen, denn eine spirituelle Ausbildung ist seit jeher den Männern vorbehalten. Die meisten Nonnen, vor allem diejenigen, die aus entlegenen Gegenden stammen, verfügen nur über eine geringe oder gar keine Schuldbildung, wenn sie sich den buddhistischen Übungen zuwenden. Ich hatte das Glück, in Tulku Urgyen Rinpoche meinen Lehrer zu finden, einen grossen Meister, der daran glaubte, dass alle Menschen – Männer und Frauen gleichermassen – in der Lage sind, zur Erleuchtung zu gelangen. Durch seinen Segen habe ich erkannt, dass es den Menschen – denen zu dienen ich gelobt hatte – an elementarer Bildung, Gesundheitspflege und lebenspraktischen Fähigkeiten fehlt. Und als ich darüber nachdachte, hatte ich eine Vision: Warum sollte es mir nicht möglich sein, eine Schule zu gründen, in der Nonnen eine moderne und praktische Ausbildung erhalten? Gestärkt durch den Segen meines Lehrers und S.H. des Dalai Lamas ist meine Vision Wirklichkeit geworden.» Ein altes Sprichwort sagt: «Wenn ich Dir meinen Traum erzähle, wirst Du ihn vielleicht vergessen. Wenn ich nach meinem Traum handle, wirst Du dich vielleicht an ihn erinnern. Aber wenn ich Dich mit einbeziehe, wird es auch Dein Traum werden.» Ich heisse Sie willkommen, an meinem Traum teilzunehmen. Mit den Spenden bei ihren Konzerten ist es Ani Choying gelungen, ihren Traum zu verwirklichen: In der von ihr im Jahr 2000 gegründeten Arya Tara Schule leben zur Zeit mehr als 160 junge Nonnen. Sie erhalten eine kostenlose, staatlich anerkannte Ausbildung. Mit diesem Projekt wirkt Ani Choying der noch immer bestehenden Benachteiligung von Mädchen im Bildungsbereich entgegen. Der Anteil von Frauen mit Schulbildung beträgt in Nepal nur 24%, verglichen mit beinahe 60% der Männer. Die Schule bietet eine umfangreiche Bildung und traditionelle buddhistische Studien. Der Fächerkanon enthält Englisch, Nepalesisch, Tibetisch, Mathematik, buddhistische Philosophie, Naturwissenschaften, Computerunterricht und weitere ergänzende Fächer. Die Nonnen werden mit Wissen, Führungsqualitäten, Selbstvertrauen und einer geistlichen Grundlage ausgerüstet, die sie befähigt, nach sechsjährigem Besuch der Schule eigene Projekte in ihren Heimatorten zu entwickeln oder Zugang zu weiterführenden Ausbildungen oder einem Hochschulstudium zu erhalten.
Die Stimme Tibets und Nepals
Wenn Ani Choying singt, ist dies stets eine Meditation. Ihre tibetischen Mantren, aber auch die nepalesischen Lieder haben einen meditativspirituellen Inhalt. Nach ihrem Selbstverständnis tut Ani Choying nur das, was viele Lamas und Anis (Nonnen) täglich in den klösterlichen Übungen, den Pujas praktizieren: In Tibet, Nepal, Indien und vielen anderen Ländern. Mit ihrem unvergleichlichen Gesang lädt Ani Choying ein, an ihrer Meditation teilzunehmen. Sie besitzt eine Stimme, die jeder Mensch hören sollte! Mit ihrer charismatischen Ausstrahlung und ihrer Stimme hat sie 2009 auch die nepalesischen Hitparaden gestürmt. So ist sie wohl die einzige singende Nonne, die spirituell und weltlich gesinnte Menschen gleichermassen begeistert!