Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03436.jsonl.gz/1716

Inhalt
Geschichtlichtliche Bauten
Die katholische Kirche St. Martin, die 1148 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das heutige Kirchengebäude umfasst ein Schiff und einen Vorchor aus den Jahren 1786-89 sowie einen spätgotischen Chor unter einem polygonalen Glockenturm aus dem 16. Jahrhundert. Im Innern auf dem nördlichen Seitenaltar eine schöne Pièta aus Holz, diese stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Chor befinden sich diverse, barocke Statuen.
Neben der Kirche Tafers befindet sich das ehemalige Beinhaus von 1753 mit einer Kreuzigungsdarstellung aus dem 16. Jahrhundert.
Das Sigristenhaus, das gleich neben der Kirche steht, ist ein sehr schönes und für die Gegend typisches Haus. Es wurde 1780 als Schulhaus erbaut und später Wohnhaus des Sigristen. Die Fassade ist mit Schnitzereien und Inschriften verziert. Das Haus des Sigristen ist heute Heimatmuseum des Sensebezirkes und beherbergt eine volkskundliche Sammlung, unter anderem Votivbilder. Sehenswert ist auch der Gasthof St. Martin (1755) sowie das klassizistische Pfarrhaus und das schlossähnlich umgebaute Oberamtsgebäude sowie die Kaplanei mit dem Mansartdach (18. Jahrhundert) ferner natürlich die Jakobskapelle auf dem Friedhof.
In Tafers gab es, wie auch anderswo, eine Jakobsbruderschaft. Diese in Tafers entstand 1620 und bestand bis ins 19 Jh. Ihre Aufgabe war die Förderung der Pilgerei nach Santiago de Compostela. Jakobspilger war derjenige, der die Wallfahrt tatsächlich unternommen hatte, Jakobsbruder der, welcher der Gesellschaft etwas vergabt oder beigesteuert hatte.
Auf dem Friedhof von Tafers steht die schon oben erwähnte Jakobskapelle. Sie wird im Jahre 1665 erstmals erwähnt und ihre heutige Gestalt stammt wohl aus dem Jahr 1769. Die Kapelle ist aussen wunderschön bemalt mit der Geschichte vom Galgenwunder, sowie dem Heiligen Jakobus dem Älteren und Johannes. Schöpfer der Malereien war der bekannte Sensler Maler Jakob Stoll (1731-1812). Die Legende vom Galgenwunder, die auf dieser Kapelle verewigt ist, treffen wir längs den Pilgerstrassen gegen Santiago immer wieder an. Auch in Deutschland wurde sie häufig dargestellt. Die ursprüngliche Legende stammt aus dem 13. Jahrhundert. Darstellungen vom Galgenwunder finden wir auch noch im luzernischen Ermensee, sowie in der Augustinerkirche in Zürich und auf Wandbildern der ehemaligen Kirche des Berner Antonierspitals, wo Fresken mit dem Thema Galgenwunder gefunden wurden. Das Antonierspital nahm seinerzeit auch Pilger auf.