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Gestern habe ich mit einem Torposten diskutiert. Er achtete beim Weltcup-Slalom vom letzten Sonntag darauf, dass die Athleten die Tore korrekt durchfahren und nicht einfädeln. Also schon im Normalfall eine Herkules-Aufgabe, wenn sich Kristoffersen, Hirscher & Khoroshilov duellieren. Der Nebel vom Wochenende machte die Sache jedoch noch einmal kniffliger. Dazu sind die Anweisungen der FIS ebenfalls herausfordernd. So heisst es in der Internationalen Skiwettkampfordnung (IWO) etwa: «Jede von einem Torrichter gemachte Aussage muss klar und unparteiisch sein. Der Torrichter muss den Fehler nur angeben, wenn er überzeugt ist, dass ein Fehler begangen wurde.»
Ganz schön schwierig, im Nebel innert Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob man jetzt wirklich überzeugt ist oder nicht … Und wenn man schliesslich doch überzeugt ist und einen Einfädler disqualifiziert, macht man sich auch keine Freunde. Niemand fädelt gerne ein. Das gilt für Nadel und Faden, das gilt fürs Einfädeln bei der Autobahnauffahrt, und das gilt eben auch für die Tore beim Slalom.
Gibt es nun eine Möglichkeit, die Torposten zu entlasten, die Rennfahrer nicht zu drangsalieren und dennoch auf der Weltcup-Piste ein Rennen zu veranstalten? Die Lösung liegt auf der Hand: Man nimmt das Chuenisbärgli einfach in der Woche vom 18. bis 23. Januar in Angriff. Dann steht die legendäre Strecke nämlich für jedermann offen. Und weil jeder für sich fährt und es dabei keine Weltcup-Punkte zu verlieren gibt, kann mein Torposten für einmal ausschlafen. Das hat er sich auch verdient.