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Vijay Singh
Das Ziel der Arbeit besteht in der rechtsvergleichenden Beschreibung und Erklärung des Rechtswandels im indischen Copyright seit der Unabhängigkeit Indiens. Der erste Teil der Untersuchung besteht in der Beschreibung des Rechtswandels im indischen sowie im britischen Copyright sowie im Vergleich der festgestellten Rechtsentwicklungen in den beiden Copyrights. Der aus diesem Rechtsvergleich resultierende Befund wird sodann im zweiten Teil erklärt. In diesem Zusammenhang werden die beobachteten Entwicklungen im Lichte bestimmter Bedingungen und Verhältnisse im Recht, aber auch in der Umwelt des Rechts, insbesondere in der Politik und der Wirtschaft, analysiert.
Das Copyright Indiens war unter Kolonialherrschaft weitgehend identisch mit dem britischen Copyright. Mit der Unabhängigkeit Indiens verliess das indische Copyright den gemeinsamen Pfad und entwickelte sich seither selbständig. Angesichts der kolonialen Vergangenheit kann gleichwohl vermutet werden, dass das britische Recht bis zum heutigen Tag eine besondere Rolle bei der Herausbildung des indischen Copyright spielt. Um die Entwicklungen im indischen Copyright verstehen zu können, bietet sich der Vergleich mit dem Rechtswandel im britischen Copyright deshalb besonders an. Soweit das britische Recht und die koloniale Vergangenheit Indiens auf ihre Relevanz für die nachkolonialen Entwicklungen im indischen Copyright untersucht werden, versteht sich die Arbeit als einen Beitrag an die Debatten, die unter dem Titel "Rezeption", "Rechtstransfer" und im Speziellen unter dem Titel "Kolonialisierung des Rechts" geführt werden.
Im Rahmen der Erklärung der beobachteten Rechtsentwicklungen setzt sich die Untersuchung mit rechtlichen, aber auch mit nichtrechtlichen Bedingungen des Rechtswandels auseinander. Im weitesten Sinne ist hier mithin das Verhältnis des Rechts, im Speziellen des Copyright, zu anderen sozialen Systemen betroffen. Die theoretische Erklärung dieser Beziehung orientiert sich an der Systemtheorie Luhmanns.