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Wer richtig zuhört, erfährt Neues und achtet auf Details. Wer Mitarbeitern und Arbeitskollegen richtig zuhört, fördert die Problemlösekompetenz. Doch wie geht das, richtig zuhören?
Ich-Umkehr
Sprechen Sie sehr schnell über sich? Erläutern Sie gerne, welche Erfahrungen Sie selbst bei einem Thema gemacht haben? Wie Sie das Problem damals erfolgreich gelöst haben? Mit diesem Verhalten lenken Sie das Gespräch auf Ihre eigenen Erfahrungen, auf Ihre Ideen und Kenntnisse. Mit diesem Verhalten geben Sie als Zuhörer die Richtung vor. Vielleicht gibt es aber einen entscheidenden Unterschied zwischen der Situation, die Ihr Gegenüber beschreiben möchte, und der Situation, die Sie erlebt haben. Vielleicht wüsste sie eine bessere Lösung. Sie werden es nicht erfahren, wenn Sie Ihre eigene Sichtweise in den Mittelpunkt stellen.
Tipp 7
Versetzen Sie sich in die Lage des Gesprächspartners. Wie erlebt diese Person das Problem und was braucht sie zu Lösung? Nur diese Frage ist von Bedeutung.
Reaktionen, die das Zuhören erleichtern
Als Zuhörer können Sie den Sprechenden ermutigen, mehr zu erzählen. Wenn Sie vermuten, dass im Kopf der Mitarbeiter die passende Lösung auf die Entdeckung wartet, dann sollten Sie dem Sprechenden Raum geben und Ideen entstehen lassen. Mit den beiden letzten Tipps steuern Sie das Gespräch. Nicht dadurch, dass Sie in die Inhalte eingreifen, sondern dadurch, dass Sie dem Sprechenden zeigen, dass Sie zuhören und interessiert sind.
Paraphrase
Bei der Paraphrase wird der Inhalt des Gehörten vom Zuhörer kurz in eigenen Worten wiedergegeben. Bei der Paraphrase steht die Sachebene im Fokus. Bei der Wiedergabe kann zusätzlich auch die emotionale Lage der anderen Person aufgenommen und reflektiert werden. Mit der Paraphrase können Sie schnell und einfach zeigen, dass Sie zuhören und verstehen, was gesagt wurde. Die Paraphrase ist sofort anwendbar, es braucht kein langes Training. Es braucht nur Konzentration und Interesse.
Tipp 8
Fangen Sie gleich beim nächsten Gespräch an. Geben Sie kurz den Inhalt des Gehörten wieder. Leiten Sie die Sätze ein mit „Sie meinen also, dass …” oder „Dir ist also in diesem Punkt wichtig, dass …” und fassen Sie dann den Inhalt kurz zusammen. Sie werden merken, dass Sie bedeutend mehr Zustimmung erhalten, dass Sie auf Fehler hingewiesen werden, wenn Sie Inhalte anders verstanden haben. Schon durch das Wiederholen des Gehörten werden Sie zu einem beliebten Problemlöser im Unternehmen. Nicht weil Sie Ratschläge erteilen, sondern weil die Paraphrase dem Sprecher Orientierung gibt.
Soziales Grunzen
Ein guter Zuhörer gibt dem Sprechenden laufend Zeichen, dass er zuhört. Das geschieht mit kurzen, sprachlichen Äußerungen, die den Sprechenden nicht unterbrechen: „Aha”, „Hm”, „Interessant”. Die kurzen Botschaften an den Sprechenden sind wichtige Zeichen des Zuhörens. Man nennt sie „soziales Grunzen” oder – noch furchtbarer – „Gesprächsverlängerer”.
Doch müssen die Äußerungen an den Sprechrhythmus des Erzählers angepasst sein. Sie können nicht drei Mal „Mhm” sagen, wenn die andere Person den Satz noch nicht einmal beendet hat. Auch sollten Sie die Aussagen variieren – es gibt viele Bestätigungslaute. Immer der gleiche ermüdet und lässt in Routine verfallen. Die sprachlichen Äußerungen müssen auch zur Körpersprache passen. Wenn Sie signalisieren, dass der Sprechende fortsetzen soll und Sie dabei keinen Blickkontakt halten oder ungeduldig mit dem Bein wippen, geben Sie Doppelbindungsbotschaften. Dies verwirrt und lenkt den Sprechenden ab.
Tipp 9
Geben Sie die Laute stets am Ende des Satzes von sich und nicken dazu leicht. Wenden Sie den Körper dem Sprechenden zu und ruhen Sie in sich. Sie können alle vorher angeführten Haltungsaspekte ideal mit dem sozialen Grunzen kombinieren. Vermeiden Sie die Bewertung des Gesagten, denn das lenkt vom Inhalt ab und kann Ihren Körper in Anspannung versetzen. Mit einer ruhigen, aufmerksamen Haltung sind Ihre „Gesprächsverlängerer“ authentisch und wirksam. Ihr Gesprächspartner wird innere Ruhe finden und den notwendigen Raum für seine Ausführungen erhalten.
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