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Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit
Seit dem 1. November 1998 gilt für die Zulassung von Ausländern, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit aufnehmen möchten, das duale Zulassungssystem. Das Freizügigkeitsabkommen, in Kraft seit dem 1. Juni 2002, bedeutet Vorrang für die Zulassung von Erwerbstätigen aus der EU/EFTA einerseits und führt zu einer begrenzten Zulassungspolitik für spezialisierte und qualifizierte Arbeitskräfte aus den übrigen Ländern andererseits (Drittstaaten).
Kontingente für Erwerbstätige aus Drittstaaten und Dienstleistungserbringer aus der EU/EFTA
Im Jahr 2019 können insgesamt 8'500 Spezialistinnen und Spezialisten aus Drittstaaten rekrutiert werden. Dies sind 500 mehr als 2018. Für diese stehen 4'500 Aufenthaltsbewilligungen (B) und 4'000 Kurzaufenthaltsbewilligungen (L) zur Verfügung.
Der Bundesrat hat auch die Höchstzahlen für Dienstleistungserbringer aus EU/EFTA-Staaten mit einer Einsatzdauer von über 90 respektive 120 Tagen pro Jahr festgelegt. Es werden im Jahr 2019 3'000 Bewilligungen für Kurzaufenthalter (L) und 500 Bewilligungen für Aufenthalter (B) zur Verfügung stehen. Nebst unserem Informationsangebot finden Sie auch beim Staatssekretariat für Migration unter Arbeitsmarkt ausführliche Informationen zu diesem Thema.
Erwerbstätigkeit für Personen aus dem EU-27/EFTA-Raum
Die Umsetzung der Abkommen über den freien Personenverkehr (FZA), welche die Schweiz mit der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) abgeschlossen hat, trat ab 1. Juni 2007 in eine neue Phase.
Personen aus Staaten, die im Zeitpunkt der Unterzeichnung des Freizügigkeitsabkommens (21. Juni 1999) der EU (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien sowie Malta und Zypern) oder der EFTA (Fürstentum Liechtenstein, Island, Norwegen) angehörten sowie Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn (EU-8-Staaten) und Bulgarien und Rumänien (EU-2-Staaten) kommen in den Genuss der vollständigen Personenfreizügigkeit.
Auswirkungen auf die Bewilligungspraxis
Ab 1. Juni 2007 sind Aufenthaltsbewilligungen für Staatsangehörige der oben aufgeführten EU-27/EFTA-Länder, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben wollen, nicht mehr kontingentiert. Personen, die länger als vier Monate einer Erwerbstätigkeit in der Schweiz nachgehen wollen, müssen vorgängigkein Einreisegesuch mehr einreichen. Es werden auch keine Zusicherungen der Aufenthaltsbewilligung mehr ausgestellt. Diese Personen können ein Aufenthaltsgesuch zusammen mit dem Arbeitsvertrag bzw. der Arbeitsbescheinigung direkt bei der für ihren Wohnort zuständigen Einwohnerkontrolle einreichen.
Zusicherungen der Aufenthaltsbewilligung werden künftig nur noch für eine kurzfristige Erwerbstätigkeit gestützt auf Art. 19 Abs. 4 lit. a VZAE ausgestellt (ab drei bis maximal vier Monate bzw. für die sogenannten 120-Tage-Bewilligungen), die gleichzeitig als Aufenthaltsberechtigung gelten.
Der Inländervorrang gegenüber EU-27/EFTA-Staatsangehörigen wurde abgeschafft und es findet keine Kontrolle der Lohn- und Arbeitsbedingungen mehr statt. Für Kurzaufenthalte bis zu drei Monaten oder 90 Tagen im Kalenderjahr werden keine Bewilligungen mehr benötigt. Für sie besteht ein einfaches Meldeverfahren, für welches im Kanton Zürich das Amt für Wirtschaft und Arbeit zuständig ist.
Seit 1. Juni 2004 erteilt und erneuert das Migrationsamt Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA und erteilt Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA. Ferner ist das Migrationsamt für die Prüfung von Gesuchen um Erteilung von Grenzgängerbewilligungen zuständig.
Meldeverfahren oder Arbeitsbewilligung?
Reicht eine simple Meldung des Einsatzes aus oder benötigen Sie eine Arbeitsbewilligung der Schweizer Behörden? Die Internetplattform des SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) www.entsendung.ch ist eine Informationsplattform zum Thema Arbeits- und Lohnbedingungen in der Schweiz und in den verschiedenen Kantonen. Sie richtet sich sowohl an Schweizer als auch an ausländische Unternehmen. Aber auch Arbeitnehmende erhalten hier viele interessante Hinweise.
www.entsendung.ch unterstützt ausländische Arbeitgeber, die sich bei einer Mandatübernahme in der Schweiz korrekt verhalten möchten, durch Beantwortung der meisten Fragen, die sie sich in diesem Zusammenhang stellen. So erfahren die Unternehmen zum Beispiel, wie ein Meldeverfahren abläuft oder welche Mindestlöhne (Lohnrechner) in den betreffenden Branchen und Kantonen gelten und eingehalten werden müssen. Ausserdem findet der Besucher von entsendung.ch weiterhelfende Links und Kontaktadressen für zusätzliche Informationen.
Meldeverfahren - Arbeitseinsätze von Arbeitnehmer/innen aus EU/EFTA-Staaten bis zu maximal 90 Tagen innerhalb eines Kalenderjahres
Arbeitseinsätze von Arbeitnehmer/innen aus EU/EFTA-Staaten ab drei bis maximal vier Monate oder 120 Tage im Kalenderjahr
Nach erfolgter arbeitsmarktlicher Prüfung bzw. nach Vorliegen eines gutheissenden arbeitsmarktlichen Vorentscheids, stellt das Migrationsamt eine Zusicherung aus, welche gleichzeitig als Aufenthaltsbewilligung gilt.
Kurzaufenthaltsbewilligung EU-27/EFTA
Kurzaufenthaltsbewilligungen werden erteilt, wenn ein unterjähriger Arbeitsvertrag (von mehr als vier Monaten und weniger als einem Jahr) vorgelegt wird. Die Bewilligungsdauer der Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA entspricht der Dauer des Arbeitsverhältnisses.
Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:
- Aufenthaltsgesuch (bei der für den Wohnort zuständigen Einwohnerkontrolle einzureichen)
- Nachweis einer Erwerbstätigkeit (z.B. Einstellungserklärung, Arbeitsbescheinigung oder Arbeitsvertrag des Arbeitgebers)
Eine Kurzaufenthaltsbewilligung kann bis zu einem Gesamtaufenthalt von max. 364 Tagen verlängert werden. Eine Verlängerung setzt den Abschluss eines neuen unterjährigen Arbeitsverhältnisses voraus. Die Gültigkeit des alten und des neuen Arbeitsverhältnisses darf zusammen nicht mehr als 364 Tage betragen.
Es besteht berufliche und geographische Mobilität. Die Kurzaufenthaltsbewilligung EU/EFTA berechtigt zum bewilligungsfreien Stellen- und Berufswechsel im Rahmen einer unselbständigen Erwerbstätigkeit. Vorbehalten bleiben die für Schweizerinnen und Schweizer geltenden gesundheits- und wirtschaftspolizeilichen Vorschriften oder sonstige Berufsausübungsbewilligungen nach kantonalem oder Bundesrecht.
Kurzaufenthaltsbewilligungen EU/EFTA können ohne Unterbruch erneuert werden. Zwischen zwei Bewilligungen muss keine Ausreise erfolgen.
Aufenthaltsbewilligung EU-27/EFTA
Eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA wird erteilt, wenn ein Arbeitsverhältnis von einem Jahr oder mehr vorliegt. Aufenthaltsbewilligungen EU/EFTA werden für eine Aufenthaltsdauer von fünf Jahren ausgestellt.
Dazu sind folgende Unterlagen erforderlich:
- Aufenthaltsgesuch (bei der für den Wohnort zuständigen Einwohnerkontrolle einzureichen
- Nachweis einer Erwerbstätigkeit (z.B. Einstellungserklärung, Arbeitsbescheinigung oder Arbeitsvertrag des Arbeitgebers)
Es besteht berufliche und geographische Mobilität. Der Stellenwechsel sowie der Wechsel von einer unselbständigen zu einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind nicht bewilligungspflichtig. Vorbehalten bleiben die für Schweizerinnen und Schweizer geltenden gesundheits- und wirtschaftspolizeilichen Vorschriften oder sonstige Berufsausübungsbewilligungen nach kantonalem oder Bundesrecht.
EU/EFTA-Staatsangehörigen kann auch die selbständige Erwerbstätigkeit bewilligt werden. Personen, die zur Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit in die Schweiz einreisen, müssen den Nachweis einer selbständigen Erwerbstätigkeit erbringen.
Sofern der Nachweis einer dauerhaften, tatsächlich ausgeübten selbständigen Erwerbstätigkeit erbracht werden kann, wird eine Aufenthaltsbewilligung mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren ausgestellt.
Grenzgängerbewilligung EU-27/EFTA
Alle EU-27/EFTA-Staatsangehörigen können Grenzgänger sein. Sie erhalten eine Grenzgängerbewilligung, sofern sie im EU-27/EFTA-Gebiet wohnen und in der Schweiz arbeiten. Die schweizerischen und ausländischen Grenzzonen gelten nicht mehr.
Für die Erteilung einer Grenzgängerbewilligung sind folgende Unterlagen direkt dem Migrationsamt einzureichen:
- Gesuch um Erteilung einer Grenzgängerbewilligung (vgl. unten)
- Nachweis einer Erwerbstätigkeit (z.B. Einstellungserklärung, Arbeitsbescheinigung oder Arbeitsvertrag des Arbeitgebers)
- Wohnsitzbestätigung der Wohngemeinde im EU-27/EFTA-Gebiet
- ein aktuelles Passfoto
Bei einem unterjährigen Arbeitsvertrag wird die Grenzgängerbewilligung für die effektive Dauer des Arbeitsverhältnisses ausgestellt; liegt ein solches von einem Jahr oder länger vor, wird eine Grenzgängerbewilligung mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren erteilt.
Die Rückkehr an den Hauptwohnsitz in der Grenzzone hat mindestens einmal pro Woche zu erfolgen. Grenzgänger, die sich unter der Woche in der Schweiz aufhalten, haben sich bei der an ihrem Aufenthaltsort zuständigen kommunalen Behörde zu melden (Wochenaufenthalt).
Der ausländische Wohnort und die Adresse des Arbeitgebers werden im Ausländerausweis eingetragen. Der Stellenwechsel und der Wechsel des Arbeitsortes müssen dem Migrationsamt zwecks Mutation des Ausländerausweises gemeldet werden.
Erwerbstätigkeit für Personen aus den übrigen Staaten, inkl. neue EU-Staaten sowie EU/EFTA-Staatsangehörige, die bisher erwerbslose Wohnsitznahme in der Schweiz hatten
Vor einer Bewilligungserteilung hat die zuständige Arbeitsmarktbehörde zu prüfen, ob die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage eine Zulassung erlaubt und ob die übrigen Voraussetzungen zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit erfüllt sind. Gesuche um Erteilung einer Bewilligung zwecks Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind vor der Einreise beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) einzureichen: www.arbeitsbewilligung.zh.ch
Die Einreisebewilligung wird durch das Migrationsamt ausgestellt, sofern ein gutheissender arbeitsmarktlicher Vorentscheid vorliegt und die üblichen ausländerrechtlichen Vorschriften erfüllt sind.
Beschäftigung einer Person mit N- oder F-Bewilligung
Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene können in der ganzen Schweiz eine selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit ausüben, wenn die orts-, berufs- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Sie benötigen keine Arbeitsbewilligung mehr.
Anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene können demnach eine Arbeit auf-nehmen, sobald diese vom Arbeitgeber gemeldet worden ist. Die Meldung erfolgt mit einem Formular, das den Arbeitgebern vom Staatssekretariat für Migration zur Verfügung gestellt wird.