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BeobachterNatur: Starbucks verkauft nur noch fairen Kaffee, und der britische Konzern Cadbury bezieht fair gehandelten Kakao aus Ghana. Stört es Sie nicht, dass sich Grosskonzerne aus Marketinggründen mit dem internationalen Fairtrade-Label schmücken, das auch Max Havelaar verwendet?
Martin Rohner: Starbucks und Cadbury leisten ein echtes Engagement, von dem Tausende von Kleinbauern in Afrika und Lateinamerika profitieren. In den abgelegenen Kakaokooperativen kann jeder zusätzliche Franken viel bewirken. Ziel von Fairtrade ist es, über den Handel eine echte Verbesserung der Lebensbedingungen der Produzenten zu erreichen. Mit globalen Partnern gelingt uns das eher.
BeobachterNatur: In seinen Anfängen besetzte Fairtrade eine Nische. Nun entwickelt sich das Label zum globalen Player. Verraten Sie damit nicht die Gründungsidee des alternativen Handels?
Rohner: Max Havelaar wurde gegründet, um über ein Label aus der Nische in die Supermärkte zu gelangen. Der Vorteil eines internationalen, unabhängigen Labels wie des unsrigen ist, dass die Kunden genau wissen, unter welchen Bedingungen ein Produkt produziert und gehandelt wurde. Unsere Vision ist, dass sich die Grundsätze des fairen Handels auch im konventionellen Handel durchsetzen.
BeobachterNatur: Wie können Sie bei steigendem Absatz weiterhin gleichbleibende Standards garantieren?
Rohner: Zwischen Absatz und Strenge der Kontrollen besteht kein Zusammenhang. Die Kontrollen werden von der Organisation FLO-Cert unabhängig vom Marktgeschehen durchgeführt.