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Eine mysteriöse Serie von Diebstählen menschlicher Gebeine hält die Polizei in Madagaskar in Atem. Wie die Sicherheitskräfte am Donnerstag mitteilten, wurden bereits zum zweiten Mal Verdächtige festgenommen, die mehrere Kilo menschliche Knochenreste bei sich trugen.
Die drei Verdächtigen hätten ausgesagt, ein weisser Ausländer wolle menschliche Gebeine kaufen. Allerdings wüssten sie nicht, wie dieser Ausländer heisse und hätten ihn nie gesehen, sagte der Polizeioffizier Francio Marovavy aus Nosy Be, einer Madagaskar im Norden vorgelagerten kleinen Insel. Beim Zugriff auf Nosy Be wurden sechs Kilogramm Gebeine beschlagnahmt.
In einem anderen Bezirk im Nordwesten Madagaskars wurden laut Polizeiangaben vor drei Wochen zwei Männer festgenommen, von denen einer eine Tüte mit neun Oberschenkelknochen bei sich trug. In den vergangenen Jahren wurden wiederholt Grabstätten geschändet und Gebeine entwendet, Festnahmen gab es nie.
Die Grabschändungen finden in Madagaskar ausserordentliche Beachtung, weil das Land eine besonders ausgeprägte Form der Ahnenverehrung kennt.
Zu den höchsten Festen der Madagassen gehört die Famadihana, eine Zeremonie, bei der die Gebeine von Verstorbenen unter Gesängen aus Familiengräbern herausgeholt, neu eingehüllt und wieder bestattet werden. Die reich dekorierten Gräber liegen häufig ausserhalb der Ortschaften, weshalb sie schwer zu überwachen sind.
SDA-ATS