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Ein eindrückliches Erlebnis ist es, die Kraftübertragung vom Wasserrad bis zum Mahlstein in der Mühle mitzuerleben: Das Wasserrad (1)
dreht, parallel dazu das Stirnrad (2)
mit einem Durchmesser von 4 Meter auf der Innenseite der Mühle. Seine Zähne greifen in die Lücken des Kolbens, welcher die Kraft auf einen massiven Wellbaum überträgt. Die Welle dreht 6 Mal schneller als das Stirnrad - lautlos - mit leisem Vibrieren. Am gegenüberliegenden Ende der Welle dreht das Kammrad (3)
mit seinem Durchmesser von 1.60 Meter mit. Seine Zähne sind rechtwinklig abstehend und greifen seinerseits in das stehende Stockrad mit dem senkrecht eingestemmten 1 Meter langen Mühleeisen/Welle (4)
. Im ganzen Räderwerk ist dies der einzige massive Metallteil. In alten Zeiten war dies das kostbare Kernstück jeder Mühle.
Auch hier geschieht wiederum eine fünffache Beschleunigung der Drehzahl, die direkt auf den darüber liegenden Mahlstein (5)
übertragen wird. Das Mühleeisen greift durch die zentrale Öffnung im ruhenden Bodenstein in den darüber liegenden Läuferstein und dreht diesen somit 30 Mal schneller als der Umgang des Wasserrades.
Aus dem Mahlgang (6)
(Boden- und Läuferstein) rieselt dann das Mahlgut. Dieses wird in zwei Stufen als Weissmehl und Ruchmehl ausgesiebt. Diese Aufgabe übernimmt der Sichter (7)
. Das sechseckige Trommelgestell ist mit Siebgaze bespannt. Weil die Trommel kegelförmig ist, bewegt sich das Mahlgut durch die Drehung abwärts und sortiert die verschiedenen Mehlsorten aus. Zugleich wird die Kleie in den Kleiekasten befördert.
Der Sichter wird vom Stockrad aus über einen Lederriemen (8)
angetrieben.