Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/252

Zur genauen Diagnostik von Hörstörungen bei Kindern werden unterschiedliche Messungen vorgenommen.
Wir unterscheiden zwischen Messungen, bei welchen das Kind keinen Einfluss nehmen kann (objektive Messungen) und Messungen, welche auch die Hörverarbeitung und -wahrnehmung sowie das allgemeine Entwicklungsalter berücksichtigen (subjektive Messungen).
Objektive Messungen
Neugeborenen Hörscreening NHS
Messung otoakustischer Emisionen: TEOAE / DPOAE
Impedanz-Messungen: Tympanogramm, Stapediusreflexe
Hirnstamm-Audiometrie (bei Säuglingen im natürlichen Schlaf, bei Kindern unter Sedation) BERA / ASSR
Subjektive Messungen
Verhaltensbeobachtungs-Audiometrie VBA
Visuell konditionierte Ablenk-Audiometrie VRA
Konditionierte Spiel-Audiometrie
Ton-Audiometrie
Stimmgabeltests Rinne / Weber
Sprach-Audiometrie
Wie lese ich ein Audiogramm?
Ein Reintonaudiogramm ist unterteilt in Frequenzen Hz/kHz (x-Achse) und Lautstärke dB (y-Achse).
Je weiter links in der Darstellung der Messwert liegt, umso tiefer ist die Frequenz, je weiter rechts, umso heller ist sie. Je weiter oben in der Darstellung der Messwert liegt, umso leiser wurde der Ton gehört, je weiter unten, umso lauter musste der Ton sein, um gehört zu werden.
Bei Audiogrammen von Kindern muss berücksichtigt werden, dass die erfassten Werte oft nicht die eigentliche Hörschwelle darstellen, sondern Reaktionsschwelle sind. Das heisst, die eigentliche Hörschwelle ist je nach Entwicklungsalter des Kindes etwas besser anzunehmen als die erfassten Werte.

Die sogenannte Sprachbanane zeigt auf, bei welcher Frequenz und welcher Lautstärke einzelne Sprachlaute, in einem ruhigen Raum und bei einen Meter Abstand zum Sprecher, auftreten.
Wenn die Messwerte des Hörtests oberhalb der Sprachbanane verlaufen, werden alle Sprachbereiche gut hörbar sein.
Wenn die Messwerte des Hörtests unterhalb von einem der eingetragenen Buchstaben verlaufen, heisst das, dass man diese Buchstaben selbst unter optimalen Bedingungen nicht richtig oder gar nicht hört.
Schwerhörigkeit gleich nach der Geburt erkennen
Das Neugeborenen-Hörscreening, ein vorsorglicher Hörtest in den ersten Lebenstagen, soll in der ganzen Schweiz eingeführt werden. Bereits heute wird diese einfache und für das Baby schmerzlose Untersuchung bei allen im UniversitätsSpital Zürich geborenen Kindern angewendet - in enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neonatologie.