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Frieden gegen die dramatische Hungersnot im Südsudan
Soziale Themen Seit vier Jahren leidet der Südsudan unter einem Bürgerkrieg. Bisher starben rund 300000 Menschen
Viele Überlebende im Südsudan sind derzeit von Hunger bedroht. Die Landwirtschaft ist vielerorts zusammengebrochen, die Lebensmittelpreise steigen. Anfang März schlug die UNO Alarm. Neben der dringend benötigten Soforthilfe ist besonders langfristige Unterstützung zentral.
Das Land braucht Frieden. Nach Schätzungen der UNO sind im südsudanesischen Bürgerkrieg bisher rund 300000 Menschen umgekommen, gut 3,5 Millionen sind auf der Flucht, innerhalb des Landes, aber auch im benachbarten Ausland, vor allem in Äthiopien, Kenia, Uganda und im Sudan. Im Land selbst sind gemäss UNO rund eine Million Menschen vom Hunger bedroht.
Hunderttausende gestorben
Gemäss Uno herrscht eine Hungersnot, wenn mindestens 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind, pro Person täglich weniger als vier Liter Wasser zur Verfügung stehen, die Menschen kaum mehr Zugang zu Nahrungsmitteln haben und sehr viel weniger als die benötigten 2100 Kilokalorien täglich zu sich nehmen.
Ein weiteres Indiz für eine Hungersnot ist dann gegeben, wenn ein grosser Teil der Bevölkerung die gesamte Lebensgrundlage verloren hat und keine Möglichkeit sieht, ein Einkommen zu erwirtschaften, und mindestens zwei von 10000 Menschen täglich an Nahrungsmittelmangel sterben.
Zuletzt erlebte Afrika eine solche Katastrophe 2011. Damals starben in Somalia Hunderttausende von Menschen. Die Lage ist vergleichbar: Wie seinerzeit in Somalia kann heute im Südsudan wegen des andauernden Kriegszustandes von Staat keine Rede sein. Es gibt zwar eine Regierung, aber funktionierende Strukturen sind meist nicht vorhanden.
Zunehmende Gewalt
Unter einer fatalen Dürreperiode, mitverursacht durch den Klimawandel, leidet Ostafrika schon länger. In Kenia und in Somalia blieben die Regenfälle Ende 2016 hinter den Erwartungen zurück, auch Äthiopien leidet noch unter den Folgen einer katastrophalen Dürre.
Im Südsudan zeigt sich, dass der Katastrophenfall erst dann eintritt, wenn die Regierung versagt und ein Krieg das Helfen erschwert. Die Getreideproduktion und Landwirtschaft sind im eigentlich fruchtbaren Südsudan bereits durch drei Jahre Bürgerkrieg erheblich geschwächt. Die zunehmende Gewalt seit Juli 2016 liess die Nahrungsmittelproduktion auch in zuvor noch stabilen Regionen einbrechen.
Auf der Flucht
Im Südsudan sind derzeit nahezu sechs Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Für einen Teil des Landes wurde die Hungersnot ausgerufen, und unterdessen breitet sich die Cholera aus.
Gleichzeitig sind die Menschen im Südsudan nicht nur Opfer des Klimawandels und der damit verbundenen Dürren. Der brutale Bürgerkrieg trägt dazu bei, dass sich die Lage für die wehrlose Zivilbevölkerung dramatisch zuspitzt. Die Bauernfamilien konnten wegen der verheerenden Sicherheitslage ihre Felder nicht mehr bestellen. Die Dürre wiederum vernichtete die wenigen verbliebenen Ernten.
Allein im Februar dieses Jahres sind nahezu 70000 Südsudanesinnen und Südsudanesen nach Uganda geflohen. Ebenso viele überschritten in den vergangenen sechs Monaten die Grenze nach Äthiopien. Zwei Drittel davon sind Kinder und minderjährige Jugendliche.