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Bisher sei es gängige Praxis, die Folgen solcher „Störungen“ zu beseitigen, also beschädigte Bäume schnellstmöglich zu ernten, schreiben die Wissenschaftler im Journal „Nature Communications“. Vom Borkenkäfer befallene Fichten würden ebenso aus dem Wald geholt wie verdorrte Buchen oder von Stürmen zu Boden geworfene Bäume.
„Diese Praxis ist aber eine zusätzliche Störung, die sich negativ auf die biologische Vielfalt auswirkt“, erklärte Thorn. Bei Aufräumaktionen entstünden Bodenverletzungen, Totholz werde zum Grossteil entfernt und Strukturen wie hochgeklappte Wurzelteller gingen verloren. Darum sollte ein gewisser Teil solcher Störungsflächen von Aufräumaktionen ausgeschlossen werden.
Würden rund 75 % eines natürlich gestörten Waldgebietes nicht aufgeräumt, blieben 90 % des dortigen Artenreichtums erhalten, so das Fazit des Experten. Lasse man nur die Hälfte eines gestörten Waldes unangetastet, gehe rund ein Viertel der Arten verloren. Diese Zahlen können dem Wissenschaftler zufolge als einfache Faustregel für das Belassen von Störungswäldern dienen.