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In den USA war Gin, zusammen mit Tequila, für lange Zeit als billiger Fusel verschrien. Wer etwas auf sich hielt, trank teuren Vodka oder eine noch teurere Flasche exklusiven Scotch Whiskys. Dies war kein Wunder, da oftmals die schlechteren Gin-Batches an die britischen Kolonien exportiert wurden, in denen Gin zum Überdecken des noch bitteren Chinin-Geschmacks zur verwendet wurde. Chinin war damals überlebensnotwendig, da es zur Behandlung von Malaria benutzt wurde – und daher kommt auch die klassische Kombination von Gin mit Bitter Tonic Water. Mit britischen und holländischen Einwandern aber änderte sich das Bild und man begann, amerikanische Gins im grossen Stil zu produzieren. Eine der ersten Brennereien war die Fleischmanns-Brennerei, die ihren Gin kommerzialisierte und über die gesamten USA vertrieb. In den letzten Jahrzehnten allerdings wurde man sich auch in den USA bewusst, dass hinter Gin mehr steckt als nur mit Wacholder aromatisierter Neutralalkohol. Viele Kleinbrennereien entstanden, welche neben den Gins im London Dry-Stil oftmals auch in Richtung Western Gin destillieren und sich dafür einer Vielfalt an Botanicals bedienen, wie Leopolds oder die Gins der Marke Aviator, die sich heute einer grossen Beliebtheit erfreuen.
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