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Woher kommt die Traurigkeit in Astrid Lindgrens Kinderbüchern? Etwa wenn Pippi am Weihnachtsabend in den Himmel schaut und ihrer verstorbenen Mutter vorschwindelt, dass sie ganz viele Geschenke erhalten habe, nur damit sich diese keine Sorgen macht. Antworten finden sich im Film Astrid.
Dieser beleuchtet ein dunkles Kapitel in der Biografie der Kinderbuchautorin: Bei ihrer ersten Stelle verliebt sich Astrid in den verheirateten Herausgeber einer Lokalzeitung. Als sie schwanger wird, entscheidet sie sich gegen ein Leben in Sicherheit, gegen die Ehe mit dem Kindsvater und wählt den Weg gegen alle Konventionen ihrer Zeit. So wächst ihr Sohn Lasse zuerst bei einer Pflegemutter in Kopenhagen auf. Dort lebt er so lange, bis er Astrid als Mutter nicht mehr erkennt und nur widerwillig mit ihr nach Schweden zurückkehrt. Nach einer schwierigen Annäherung zwischen Mutter und Sohn erobert sie schliesslich sein Herz mit – wie könnte es anders sein – einer selbst erfundenen Geschichte.
Martina Meienberg
Astrid. Schweden/Dänemark 2018. Regie: Pernille Fischer Christensen. DVD Berlin: DCM Film Distribution, 2019.
Die Rezension ist erschienen in Akzente 3 (2019): S. 34.