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Die Fünf-Elemente-Lehre oder auch die Lehre der Fünf Wandlungsphasen, ist eine daoistische Theorie zur Natur- und Umweltbeschreibung. Mit diesem Schreiben zeigen wir Euch auf wie die Elemente aufeinander angewiesen sind und welche Eigenschaften der jeweiligen Wandlungsphase zugeordnet werden können.
Alle Elemente beeinflussen sich gegenseitig, folgen aufeinander und bedürfen einander. Ein Element nährt das andere:
Holz nährt das Feuer, damit es brennen kann. Aus Feuer wird die Asche, welche die Erde nährt. Aus der Erde gewinnt man das Metall, Metall nährt das Wasser, weil es das Wasser mit wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen anreichert. Und um den Kreis zu schließen, nährt das Wasser das Holz, damit es wachsen kann.
Ist ein Element nicht stark genug um das andere zu nähren, kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper.
Jeder Prozess und jedes Menschenleben durchläuft unweigerlich die Stadien der Fünf Elemente in der Reihenfolge des Nährungszyklus: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Ob hierbei das Potenzial des jeweiligen Elementes voll ausgeschöpft oder negativ genutzt wird, liegt in der Natur des einzelnen Menschen.
Grundsätzlich wird versucht ein harmonisches, sich ergänzendes und unterstützendes Gleichgewicht zwischen den Elementen und somit zwischen dem einzelnen Mensch (Mikrokosmos) und seiner Umwelt (Makrokosmos) herzustellen.
Holz:
Der Mensch wird im Holzelement geboren. Unter günstigen Voraussetzungen wird in der frühen Kindheit die Basis für Kreativität, Spontaneität, Toleranz, Grosszügigkeit, und Offenheit gelegt. Negative Bedingungen können Steifheit, Intoleranz, Zorn, Geiz und emotionale Verschlossenheit, gepaart mit körperlicher Anspannung auslösen.
Menschen mit einem gesunden Holz-Element können richtig einschätzen, wann sie sich zurückhalten sollten oder ob es Zeit für eine Veränderung ist. Sie wissen dass sie nichts zu forcieren brauchen oder ungeduldig versuchen müssen, die Dinge zu beschleunigen.
Feuer:
Kinder die sich in der Holzphase entfalten durften und Neugierde, Begeisterung und Wissendurst entwickeln konnten, haben gute Voraussetzungen, das Feuerelement in ihrer Jugend voll auszuschöpfen. Intelligenz und Wissen, Intuition und geistige Klarheit schaffen hier die Basis für Lebensfreude und geistige Entwicklung. Desinteresse, mangelndes Verständnis für andere, materielle Verhaftungen und die Unfähigkeit, ein geistiges Leben zu entfalten, sind die Folge, wenn das Feuer im Menschen nicht geschürt wird.
Ein gesundes Gleichgewicht des Feuer- Elements ermöglicht Menschen, Liebe zu geben und anzunehmen und emotionale Nähe zuzulassen. Dadurch gelingt es ihnen, unterschiedlich intensive Beziehungen einzugehen und richtig einzuschätzen, wann und wie weit sie sich anderen gegenüber öffnen oder verschliessen sollten.
Erde:
Vernunft, praktische Erfahrung und Konzentration auf das Wesentliche führen im mittleren Lebensalter zu innerer und äusserer Stabilität, der Frucht des Erdelementes. Wenn die Erdung fehlt, ist der Mensch unfähig, Ideen in die Realität umzusetzen, aus Erfahrungen zu lernen und eine Existenz zu schaffen und zu erhalten. Er bleibt unverbindlich und verantwortungslos in Beziehungen und fühlt sich nirgendwo richtig zugehörig.
Bei einem gesunden Gleichgewicht ihres Erd-Elementes sind Menschen ohne weiteres imstande, emotionale Unterstützung und Zuwendung von anderen anzunehmen und auch zu geben.
Metall:
Im Metallelement schärfen Reife und Lebenserfahrung den Sinn für Gerechtigkeit und den Blick dafür, wie die Dinge sind. Materieller und psychologischer Überfluss machen den Menschen selbstbewusst und bei gesunder geistiger Entwicklung entsteht aktives Mitgefühl, das Bedürfnis, etwas für andere zu tun. Ein weiser Mensch gibt, weil er weiss, das Geben reich macht. Ein mitfühlender Mensch gibt, weil ihm Geben Freude macht. Das Metallelement birgt die Fähigkeit, die wahre Natur des Raumes zu erkennen: Der Raum ist leer und gleichzeitig enthält er das gesamte Potenzial, aus dem alles entsteht. Menschen, die sich diesem Verständnis nähern, entwickeln spontan Weisheit und aktives Mitgefühl. Existenzangst, egoistisches Denken und Handeln charakterisieren einen Menschen, der kein Vertrauen in den Ursprung seiner Existenz entwickelt hat. Ungerechtigkeit, rücksichtsloses Verhalten und das Projizieren der eigenen Unfähigkeit, den Raum als verbindendes Element zwischen sich und anderen zu erleben; stattdessen wird der Raum als etwas Trennendes erfahren, und eine Mauer aus Stolz manifestiert die Abschirmung gegenüber anderen, um die eigene innere Schwäche zu tarnen.
Menschen mit einem gesunden Gleichgewicht des Metall-Elements können Verluste sowohl empfinden als auch darüber hinwegkommen. Zufrieden nehmen sie die ganze Fülle des Lebens an und akzeptieren auch, dass sie etwas loslassen müssen.
Wasser:
Aus dem Vertrauen in das unbegrenzte Potenzial des Raumes und des eigenen Geistes entsteht das Verständnis, dass der Geist nicht zerstört werden kann. Die Frucht dieser Erkenntnis ist Furchtlosigkeit, die höchste Eigenschaft des Wasserelementes. Im Alter befindet sich der Mensch im Wasserelement. Angst entsteht, wenn der Mensch sich im ihn umgebenden unbegrenzten Raum nicht zuhause und nicht sicher fühlt. Er entwickelt Blockaden und Feindseligkeit gegenüber anderen, um sein Ego zu schützen und verliert mehr und mehr den Kontakt zum eigenen Ursprung.
Menschen mit einem gesunden Wasser-Element sind imstande, Gefahren zu erkennen und zu beurteilen, welches Risiko sie bergen.