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Léon, ein Walliser Winzer – so besagt die Legende – hat das Raclette erfunden. An einem kalten Tag erwärmte Léon ein Stück Käse über dem offenen Holzfeuer und genoss den geschmolzenen Käse. Geboren war das urtypische Walliser Gericht. Ein Gericht, das seither weit über die Landesgrenzen hinaus für Furore gesorgt hat.
Bereits im Jahr 1574 war das Käseschmelzen im Wallis bekannt. Den Namen Raclette bekam der Käse aber offiziell erst im Jahr 1874. Raclette wurde vom Wort „racler“ abgeleitet und heisst im einheimischen französischen Dialekt so viel wie „schaben“. Schaben aus dem Grund, weil der Käse nach dem Schmelzen über dem Feuer vom Käselaib sanft abgestrichen oder eben „geschabt“ wird.
Der Walliser Käse kann seit dem 4. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen werden. Während der Römerzeit war der Alpkäse berühmt. Zwischen dem 14. und 19. Jahrhundert wurde der Käse häufig sogar als Zahlungsmittel, Arbeitsentgelt oder als Exportprodukt genutzt. Raclette du Valais AOP wird noch heute nach einem altüberlieferten Rezept hergestellt.
Das Raclette du Valais und seine Legende
Geschützte Herkunftsbezeichnung
Gebietsnamen und traditionelle Bezeichnungen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, deren Qualität und Haupteigenschaften durch ihre geografische Herkunft bestimmt werden, lassen sich mit dem Register der Ursprungsbezeichnung schützen. Ein geschützter Namen darf also nur von den Produzentinnen und Produzenten verwendet werden, die aus dem definierten geografischen Gebiet stammen und sich strikt an das dazugehörige detaillierte Pflichtenheft halten.
Seit dem 15. Oktober 2007 ist die Bezeichnung „Raclette du Valais“ als geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP = appellation d’origine protégée) in der Schweiz eingetragen. Dank einer Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und der Schweiz ist die Bezeichnung „Raclette du Valais“ auch in der Europäischen Union geschützt.