Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03261.jsonl.gz/1483

Annie Dufresne, Sopran
Julien Freymuth, Altus
Lior Leibovici und Ivo Haun, Tenöre
Jean-Christophe Groffe, Bass und Leitung
thélème ist ein professionelles Ensemble, das sich auf die Interpretation Alter Musik spezialisiert hat. Das Ensemble wurde 2013 von seinem künstlerischen Leiter Jean-Christophe Groffe gegründet und besteht mehrheitlich aus Absolventen der Schola Cantorum Basiliensis.
Der Name des Ensembles gründet auf der von François Rabelais am Ende seines Romans Gargantua beschriebenen Utopie, der Abtei Thélème. Thélème ist ein hexagonales Renaissanceschloss mit fünf Etagen, mit wertvollen Materialien gebaut. thélème hat keine Umfassungsmauer, keine Uhren. Weshalb sollte man sich um die Zeit scheren, wenn man nicht von der Zeit abhängig ist, wenn man selbst entscheidet, wann man aufstehen, essen, arbeiten oder sich der Freude der Konversation widmen möchte? Der Name selbst ist Programm: «thelo» kommt aus dem Griechischen und bedeutet «ich will», so kann man thélème mit «freier Wille» übersetzen.
Das Ensemble thélème stellt die Stimme ins Zentrum seiner Arbeit und hinterfragt im szenischen Dialog die Beziehung zwischen Sänger und Publikum. thélème verwendet Alte Musik als Rohmaterial zur Reflexion über die Rolle der Musiker in der Gesellschaft. thélème möchte mit anderen Sängern, Instrumentalisten, Komponisten, Autoren, Tänzern, Choreographen, Schauspielern, Regisseuren, Forschern und Kreativen in jeglichen Bereichen zusammenwirken, ganz dem Leitsatz von Rabelais getreu: «Tu, was du willst».
thélème tritt auch mit weiteren prominenten Ensembles und Künstlern auf, darunter dem Ensemble Musica Fiorita.
Das Ensemble thélème plant bis Ende 2017 drei CD-Aufnahmen um den Komponisten Clément Janequin, die beim Label Coviello Classics erscheinen werden.
Plamena Nikitassova und Yelizaveta Kozlova, Violinen
Martina Joos, Flöte; Michael Lang, Gambe
Daniel Rosin, Bassviola; Juan Sebastian Lima, Theorbe
Daniela Dolci, Orgel, Cembalo und Leitung
Seit 25 Jahren bringt das Ensemble MUSICA FIORITA unter der Leitung von Daniela Dolci Werke der Spätrenaissance und des Barock auf die Bühne. Das Ensemble reflektiert den neuesten Stand historischer Aufführungspraxis und ist einerseits der Werktreue, andererseits der Lebendigkeit verpflichtet.
Repertoire, Instrumentarium und Generalbasspraxis von MUSICA FIORITA berücksichtigen die aktuellsten Strömungen in der Alten Musik. Die Klangfarben des in jener Zeit beliebtesten Instruments, des Cornetto (Zink), eine vielfältig besetzte Generalbassgruppe (Laute, Theorbe, Viola da Gamba, Psalterio, Cembalo und Orgel) sowie die stilgerechte, reich verzierte Art des Gesangs charakterisieren das Klangbild des Ensembles MUSICA FIORITA (der altitalienische Ausdruck für Verzierung war fioritura!). Mit instrumentaler und vokaler Virtuosität und einer improvisatorisch wirkenden Interpretation kommt MUSICA FIORITA einer Spielweise nahe, die man „erfrischend authentisch“ nennen könnte. In ihren historischen Kontext eingebettet, entwickeln sich auch jahrhundertelang vergessene Partituren zu fühlbarer Lebensnähe. Darüber hinaus ermöglicht MUSICA FIORITA den Nachvollzug des ganzen Spektrums leidenschaftlicher Affekte – dies ganz im Sinne des Barockzeitalters – und ist damit heute aktueller denn je.
In der ausgewogenen Mischung vokaler und instrumentaler Musik und im Kontrast zwischen geistlichen und weltlichen Werken verwirklicht MUSICA FIORITA in ihren Konzertprogrammen das abwechslungsreiche Konzept des Früh- und Hochbarock. Die Aufführungen ausgewählter Kammermusik wird – wie einst – als gesellschaftliches Ereignis inszeniert; die Kirchenmusik lebt dagegen von Einfachheit, Poesie und Tiefe.
Die Besonderheit dieses Ensembles besteht darin, dass seine Mitglieder zwar aus vielen Teilen der Welt stammen, dass sie jedoch alle dasselbe Klangbild anstreben und dieselbe „musikalische Sprache“ sprechen dank ihres Studiums an der Schola Cantorum Basiliensis, dem „Lehr- und Forschungsinstitut für Alte Musik“ an der Musik-Akademie der Stadt Basel, das nicht nur die künstlerische Kompetenz seiner Absolventen geprägt hat, sondern auch ihre Lust am Forschen, Suchen, Neues Entdecken, an Horizonterweiterung und Weiterentwicklung.