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Die Medici umgibt bis heute der Mythos einer Dynastie unermesslich reicher und kunstsinniger Herrscher, die das moderne Bankwesen erfanden und ihre Heimatstadt Florenz mit den schönsten Werken der Renaissance schmückten. Tatsächlich brauchte man im Florenz des 15. Jahrhunderts mehr als finanzielles Geschick, um sich an der Macht zu halten: Geld gegen Zins zu verleihen, galt der Kirche als Wucher. Die Macht der Medici stand auf schwankendem Boden, wie Tim Parks zeigt. Die Bank, 1397 gegründet, brach bereits 1494 zusammen. Knapp 100 Jahre, die unser Verständnis der Beziehung zwischen Hochkultur und Kreditwesen sowie von der Verquickung von Religion und Politik entscheidend prägen sollten.
Portrait
Tim Parks, geb. in Manchester, wuchs in London auf. 1981 zog er nach Italien. Sein umfangreiches Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, es umfasst Romane wie »Stille« und »Träume von Flüssen und Meeren«, Sachbücher und Essays. Tim Parks ist Professor für Literarisches Übersetzen und hat u.a. Moravia, Calvino, Tabucchi und Machiavelli ins Englische übersetzt. Er lebt in Mailand.