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Die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) ist der Zweig der Weltbankgruppe (WBG), der die 75 ärmsten Länder der Welt bei der Bekämpfung der extremen Armut und der Schaffung von nachhaltigem Wohlstand für alle unterstützt. Ihr Ziel ist es, die Armut einzudämmen, indem sie finanzielle Mittel bereitstellt, die das Wirtschaftswachstum fördern, die Gouvernanz stärken, Ungleichheiten abbauen und die Lebensbedingungen der Menschen verbessern. Als Geberin und durch aktive Mitarbeit spielt die Schweiz eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Prioritäten der IDA.
Die IDA ist einer der grössten Anbieter von Entwicklungsunterstützung für die ärmsten Länder der Welt. Sie unterstützt Projekte in den Bereichen Gesundheit und Bildung, Infrastruktur und Landwirtschaft sowie wirtschaftliche und institutionelle Entwicklung und berät Regierungen in dieser Hinsicht. Zur Finanzierung dieser Programme vergibt sie Darlehen und Zuschüsse und trägt massgeblich zur Entschuldung bei. Die operative Arbeit der IDA wird durch analytische Studien ergänzt, die der Erarbeitung von Strategien zur Armutsreduktion dienen.
Die Ressourcen der IDA werden von den Geberländern, darunter von der Schweiz, alle drei Jahre aufgefüllt. Diese Verhandlungen zur Wiederauffüllung bieten die Gelegenheit, die strategische und operationelle Ausrichtung des Fonds zu bestimmen. Die Verhandlungen über die 19. Wiederauffüllung der IDA sind 2019 angelaufen.
Hintergrund: Den Finanzbedarf von Entwicklungsländern decken
Die IDA geht Herausforderungen wie die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel, die Arbeit in fragilen und konfliktbetroffenen Staaten, die Förderung der Gleichstellung von Frau und Mann und die Unterstützung der Länder bei der Vorbereitung auf künftige Krisen und deren Bewältigung an. Sie vergibt Kredite zu Vorzugsbedingungen, das heisst, die Darlehen werden zinslos oder zu einem sehr niedrigen Zinssatz gewährt, und ihre Rückzahlung erstreckt sich über 30 oder mehr Jahre, einschliesslich einer Nachfrist von 5 bis 10 Jahren.
Im Bereich der Entwicklungsfinanzierung ist die WBG, insbesondere die IDA, die einflussreichste multilaterale Organisation. Sie ist potenziell am besten in der Lage, den Finanzbedarf zu decken, der sich aus der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ergibt.
Ziele der IDA: Die fünf Schwerpunktthemen der 18. Wiederauffüllung der IDA
In den Verhandlungen zum aktuellen Finanzierungszyklus (2017–2020), der 18. Wiederauffüllung (IDA18), wurde ein Finanzierungspaket in der Rekordhöhe von 75 Milliarden US-Dollar geschnürt. Möglich wurde dies durch eine Umstrukturierung des Finanzierungsmodells der IDA. Während der IDA18 konnte die Entwicklungsbank erstmals ihre Kapitalbasis zur Beschaffung von Mitteln auf den internationalen Kapitalmärkten nutzen. Das neue Geschäftsmodell entspricht der Forderung der Aktionsagenda von Addis Abeba an die Multilateralen Entwicklungsbanken, den bestehenden Kapitalstock effizienter zu nutzen und innovative Wege zur Finanzierung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu suchen.
IDA18 legt einen besonderen Schwerpunkt auf fünf Themenbereiche: Klima; Beschäftigung und wirtschaftlicher Wandel; Fragilität, Konflikte und Gewalt; Gouvernanz und Institutionen sowie Gleichstellung von Frau und Mann.
Das IDA18-Finanzierungspaket umfasst:
eine Verdoppelung der Kernressourcen für fragile Länder (14 Mrd. USD), einschliesslich erstmaliger Unterstützung für fragilitätsgefährdete Länder;
die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für regionale Programme zum Ausbau der regionalen Integration und Infrastruktur (5 Mrd. USD);
ein neues Finanzierungsfenster für Flüchtlinge und ihre IDA-Aufnahmeländer (2 Mrd. USD);
die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für die Krisenbewältigung (3 Mrd. USD);
ein neues Finanzierungsfenster für den Privatsektor (Private Sector Window) zur Mobilisierung von privaten Investitionen in den IDA-Ländern (2,5 Mrd. USD);
zusätzliche nicht konzessionäre Mittel für IDA-Länder mit niedrigerem Risiko und für IDA18-«Schwellenländer» (9 Mrd. USD).
Die fünf Schwerpunktthemen von IDA18 decken sich mit den Entwicklungsprioritäten der Schweiz gemäss der Botschaft zur internationalen Zusammenarbeit der Schweiz 2017–2020.