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Maserati Mexico oder: der Zufall
Fast auf den Tag genau vor 55 Jahren wurde der Maserati Mexico dem Publikum auf dem 53. Pariser Salon vorgestellt. Er darf als einer der schönsten italienischen GT aller Zeiten gelten.
Warum trägt der Maserati Mexico den Namen eines mittelamerikanischen Landes? Eine mögliche Geschichte ist die, dass ein wichtiger mexikanischer Kunde 1961 einen 5000 GT mit einer Allemano-Karosserie gekauft hatte, dessen Vorbesitzer der mexikanische Präsident Adolfo López Mateos war. Der Mexikaner nun brachte das Fahrzeug nach Modena, um ihn nach einem Unfall reparieren zu lassen.
Während seines Besuchs im historischen Werk in der Viale Ciro Menotti sah der Kunde aber einen Prototypen, der von Vignale (nach Zeichnungen von Giovanni Michelotti) eingekleidet worden war. Er war vom Design des Prototyps so beeindruckt, dass er absolut darauf bestand, diesen zu kaufen. Und tatsächlich wurde die Karosserie auf das Fahrwerk seines 5000 GT gebaut. Die Aneinanderreihung dieser Zufälle, so wird behauptet, habe dazu geführt, dass das neue Modell fortan den Namen «Mexico» trug.
Eine andere Version geht so: Vignale hatte 1965 auf seinem Stand am Salon von Turin einen 5000 GT mit einer neuen 2+2-sitzigen Karosserie (die von Virginio Vario gezeichnet worden war). Der Wagen gefiel den damaligen mexikanischen Präsidenten Adolfo López Mateos so gut, dass er ihn gleich kaufte. Und weil John Surtees kurz darauf auch noch den Grossen Preis von Mexico in einem Cooper-Maserati T81 gewann, sah man das in Modena als gutes Zeichen und gab dem Serien-Modell fortan die Bezeichnung «Mexico».
485 Maserati Mexico wurden produziert
Unter der Haube des ersten «Mexico» (der aber wahrscheinlich noch gar nicht so hiess...) befand sich also tatsächlich der ganz böse 4,9-Liter-V8, wie er sehr ähnlich auch im berühmten Rennwagen 450 S verwendet worden war (ja, die Geschichte des Maserati 5000 GT erzählen wir eines schönen Tages auch noch). Doch die Serien-Produkte erhielten dann den 4,7-Liter, der für den ersten Quattroporte entwickelt worden war, 290 PS, vier Weber-Doppelvergaser. Später kam auch noch ein kleinerer 4,2-Liter-V8 dazu, mit 260 PS. Und irgendwann noch ein Einzelstück von Frua mit einem 3,7-Liter-Sechszylinder.
Der Maserati Mexico überzeugte durch Stil und Ausstattung. So gab es etwa Ledersitze, elektrische Fensterheber, Armaturenbrett aus Holz, Klimaanlage und Scheibenbremsen mit Servo-Unterstützung vorne in der Standardausführung. Automatikgetriebe, Servolenkung und Radio waren optional erhältlich. Die Innenausstattung wurde als «Lounge im italienischen Stil» bezeichnet. Somit stand sie für italienische Individualität in Verbindung mit der Ingenieurskunst aus dem Hause Maserati - eine wunderbare Mischung, die auch heute noch zu gefallen weiss. 175 Maserati Mexico wurden mit dem 4,7-Liter-Motor ausgeliefert, 305 mit dem 4,2-Liter-V8 - von fünf Stück weiss man es nicht so genau.
Text/Bilder: Maserati