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Igor wurde als Jüngster in eine große Familie geboren. Doch noch im Kleinkindalter verstarb seine Mutter und ließ den Vater in tiefer Trauer und alleine mit sieben Kindern zurück. Völlig überfordert und unfähig sich gut um alle seine Kinder zu kümmern, suchte er Hilfe bei Verwandten. Igor und seine Geschwister sollten in die Familie des Onkels integriert werden. Doch das ging nicht lange gut, auch die Verwandten konnten den Kindern nicht die Zuneigung und Betreuung geben, die sie brauchten. Und so kamen Igor und seine Geschwister in staatliche Unterbringungszentren. Als wäre der Tod der Mutter und die Trennung des Vaters nicht schon traumatisch genug, wurden die Geschwister auseinandergerissen, sie kamen in verschiedene Einrichtungen. Nur Igors Schwester Mihaela durfte bei ihm bleiben.
Einige Jahre später wurden Igor und seine Schwester in eine Pflegefamilie aufgenommen. Aber das Schicksal meinte es nicht gut mit den beiden, denn nach etwa vier Jahren löste sich die Familie auf und erneut blieb ihnen längerfristige Stabilität und Geborgenheit verwehrt. In einer familienähnlichen Einrichtung von CONCORDIA fanden Igor und Mihaela schließlich ein neues Zuhause und Fürsorge.
Igor ist heute 19 Jahre. Er macht eine Ausbildung zum Elektrotechniker, arbeitet als Betreuer für die internationale Organisation IOM und lebt gemeinsam mit Gleichaltrigen in einer Sozialwohnung von CONCORDIA. Ein wichtiger Zwischenschritt, der es ihm ermöglicht, Geld für eine eigene Mietwohnung und alles was man dafür benötigt anzusparen.
Durch das Projekt „Wings4Youth of Moldova” konnte ihm CONCORDIA psychologische Unterstützung und materielle Hilfe anbieten, sowie den Führerschein ermöglichen. Weiterbildungsangebote wie ein Englischkurs und die persönlichen, individuellen und Gruppenentwicklungssitzungen zu verschiedenen Themen halfen ihm, Ängste zu überwinden, Mut zu fassen, und sich durch seine erlernten Englischkenntnisse in einer internationalen Organisation zu engagieren. Igor zeigt heute Ausdauer und Entschlossenheit und schafft es, Studium und Arbeit harmonisch miteinander zu verbinden.
Trotz traumatischer Schicksalsschläge hat es Igor geschafft, positiv, offen und neugierig zu bleiben, Unterstützungsangebote anzunehmen und sich Ziele zu setzen. Das hilft ihm, Fähigkeiten für ein unabhängiges Leben zu entwickeln, und bei allem, was er tut, beharrlich zu bleiben. Heute ist Igor ein selbstbewusster junger Mann mit ausgeprägtem Wertesystem, indem Empathie und Freundlichkeit vorherrschen. Igors Entwicklung zeigt uns, wie wichtig es ist junge Menschen nicht im Stich zu lassen. Daher schaffen wir Angebote, die ihnen helfen, sich zu entwickeln und unabhängig zu werden, mit großen Träumen und schönen Erfolgen.
Kinder und Jugendliche, die in Moldau in staatlicher Betreuung aufwachsen, werden bis zum Ende des 18ten Lebensjahrs versorgt. Doch nur allzu oft werden sie nicht auf das Leben als Erwachsener vorbereitet. Mit der Volljährigkeit verlieren sie jeglichen Anspruch auf staatliche Unterstützungsleistungen und müssen von einem Tag auf den anderen auf eigenen Beinen stehen. Vielen fällt dieser Umstieg äußerst schwer. Sie haben keinen familiären Rückhalt, keine Netzwerke und noch nie die Geborgenheit eines glücklichen Aufwachsens in der Herkunftsfamilie erlebt.
Es überrascht daher wenig, dass viele Jugendliche auf sich allein gestellt maßlos überfordert sind. Wie findet man eine Wohnung? Wo einen gut bezahlten Job? Wie haushaltet man richtig mit dem oft geringen Budget? Fragen, mit denen sie sich nirgendwo hin wenden können. Die Folge ist Armut.
CONCORDIA ist es daher ein großes Anliegen spezifische Angebote für diese jungen Erwachsenen – sogenannte Careleaver - zu bieten. Damit sie weiterhin vertrauensvolle Andockstellen haben und wissen, wo sie hingehen können, wenn sie vor Herausforderungen stehen.