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1.2 km
Publiziert: 1 August 2016
Sie waren Reformer und Idealisten, suchten die Verbundenheit mit der Natur, die Unabhängigkeit. Das Freilichtspiel "Träume eines anderen Lebens" zeigt eindrücklich ihr Schaffen und Scheitern.
"Dies ist der Ort!", riefen Ida Hofmann und Henri Oedenkoven, als sie im November 1900 die Anhöhe über Ascona betraten. Damals hiess diese noch Monte Monescia. Den Namen Monte Verità gaben ihm die Lebensreformer, die Idealisten und Künstler, die dem Kapitalismus abgeschworen hatten, um in der Natur ein unabhängiges neues Leben zu beginnen. Das Freilichtspiel "Träume eines anderen Lebens" (auf Italienisch: Sogni di un'altra vita) erzählt die Geschichte des heute noch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten "Hügels der Wahrheit".
Karl Vester, Lotte Hattemer, Karl Gräser, Otto Gross, Erich Mühsam, Mary Wigman und Rudolf von Laban kehren zurück. "Der Traum von einst ist der Traum von heute", heisst es in dem von Hanspeter Gschwend auf Deutsch und Italienisch verfassten und unter der Regie von Livio Andreina inszenierten Freilichtspiel. Das Theaterstück mit Musik und Tanz sowie vorausgehendem Prolog durch den Park führt durch die Anfänge des Monte Verità. Durch die wachsenden Konflikte zwischen Individualismus und Gemeinschaft, durch den Gegensatz der Ideale und den Anforderungen des wirtschaftlichen Überlebens. Die einheimische Bevölkerung beobachtete das Treiben der Zuzüger aus dem Norden mit kritischer Neugierde.
Dimitri hatte sich gewünscht, in Träume eines anderen Lebens die Rolle von Karl Vester zu spielen. Den "letzten Monteveritaner" und Schwiegervater seiner Schwester. Am 17. Juli, zwei Tage vor seinem Tod, stand er zum letzten Mal auf dem Monte Verità auf der Bühne. Dimitri könne niemals ersetzt werden, schreiben die Organisatoren des Freilichttheaterstücks. "Wir sind tief betroffen." Die Aufführungen würden trotzdem weitergehen. "Mein Vater hätte es so gewollt", sagte Masha Dimitri, die Tochter des grossen Clowns, die im Stück als "Cinzia", Saxophonistin und als künstlerische Mitarbeiterin mitwirkt. Die Rolle des Vester hat Regisseur Livio Andreina übernommen. Sämtliche Vorstellungen bis zum Ende der Spielzeit sind Dimitri gewidmet.
Preis
Tickets zum Spezialpreis von CHF 65.– sind über die Homepage oder in der Casa del Tè auf dem Monte Verità bzw. in Ascona sowie direkt an der Abendkasse zu beziehen
Aufführungen bis 27. August, immer von Mittwoch bis Sonntag, Beginn 19.00 Uhr