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Die Rechte von Boliviens Kindern aus indigenen Volksgruppen, die in abgelegenen Regionen aufwachsen, sind besonders in Gefahr. Der Gesundheitszustand Tausender Buben und Mädchen ist fragil, ihre Entwicklung gehemmt. Mit Sorge beobachtet UNICEF, dass in der Andenregion die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren unter chronischer Mangelernährung leidet – ein Problem, das oft über lange Zeit unentdeckt bleibt, aber lebenslange Folgen hat.
60 Prozent der knapp elf Millionen Einwohner Boliviens gehören einem der 37 Volksstämme an, die eine eigene Sprache sprechen und ebenso eigene Traditionen pflegen. Auch wenn ihre Rechte inzwischen in der Verfassung verankert sind, gehen sie noch allzu häufig vergessen. UNICEF hat sich in den zurückliegenden Jahren dafür starkgemacht, dass die Kinder indigener Völker neben der Landessprache Spanisch auch in ihrer Muttersprache unterrichtet werden und sich die unterschiedlichen Gebräuche im Unterrichtsstoff widerspiegeln.
Doch weiterhin sind die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten ausgeprägt in einem Land, das zu den ärmsten Nationen Lateinamerikas zählt. Am stärksten benachteiligt sind Mädchen aus ländlichen Gegenden und indigenen Volksgruppen. Im Durchschnitt besuchen sie die Schule lediglich während zweieinhalb Jahren, während Buben in urbanen Gegenden im Schnitt während vierzehn Jahren zur Schule gehen.
Bildungsmassnahmen können aber nur bei Buben und Mädchen greifen, deren Körper und Geist eine gesunde Entwicklung erfahren, die von früh auf gefördert und mit den notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Denn chronische Mangel- und Unterernährung können zu schwerer körperlicher und geistiger Unterentwicklung führen.
18 Prozent der Kleinkinder Boliviens sind chronisch mangelernährt. Die meisten von ihnen wachsen in abgelegenen, ländlichen Regionen auf, der grösste Teil stammt aus indigenen Familien. Diese Kinder stehen im Fokus des gegenwärtigen Engagements von UNICEF.
Boliviens Regierung hat den fragilen Gesundheitszustand zahlreicher Kinder erkannt – und reagiert: Mit Unterstützung von UNICEF laufen gegenwärtig vor allem in der Region rund um Cochabamba und Potosí auf Gemeindeebene Präventionsprogramme, um Mütter für die Thematik zu sensibilisieren und ihre Verhaltensweise zu verändern. Denn Mangelernährung darf nicht eine Thematik bleiben, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Frauen werden auf die Wichtigkeit des Stillens aufmerksam gemacht und dazu ermutigt, in den öffentlichen Gesundheitszentren die für alle zur Verfügung stehenden Präparate mit den wichtigsten Vitaminen und Mineralien zu beziehen. Gesundheitsmitarbeitende werden entsprechend geschult und sensibilisiert, Überwachungs- und Erfassungssysteme laufend verfeinert. Daneben erfasst UNICEF jene Kinder, die akut mit therapeutischer Nahrung behandelt werden müssen.
Die Angebote der öffentlichen Gesundheitszentren und Kampagnen in Bezug auf Impfen, Stillen oder ausgewogene Ernährung werden mit Unterstützung des Kinderhilfswerks immer stärker dezentralisiert und auf Gemeindeebene heruntergebrochen, sodass immer mehr Menschen auch in abgelegenen Regionen erreicht werden.
Übernehmen Sie eine Projektpatenschaft und unterstützen Sie Gemeinden, ihre Zukunft und diejenige ihrer Kinder aus eigener Kraft gestalten zu können. Wir danken Ihnen von Herzen.