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Als Wolle bezeichnet man nach dem Textilzeichnungsgesetz die weichen Haare des Fells (im Gegensatz zum Deckhaar), vor allem der Schafe. Im weiteren Sinne werden damit auch die von anderen Säugetieren (z. B. Ziegen, Kamelartigen und Angorakaninchen) gewonnenen spinnfähigen Haare bezeichnet, die häufig mit einem tierspezifischen Vorsatz versehen werden (z. B. Angorawolle) oder ausdrücklich als „Haar“ (z. B. Kamelhaar) imponieren.
Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, der nachweislich seit dem 4. vorchristlichen Jahrtausend verwendet wird und bis heute trotz Kunstfasern und Baumwolle in der internationalen Wirtschaft eine große Bedeutung besitzt.
In Altamerika wurde Wolle im zentralen Andengebiet und in den angrenzenden Gebieten ab etwa 5‘000 v. Chr. verwendet; die Wolle
stammte von domestizierten und wilden kamelartigen Tieren ab, vermutlich Alpakas. Eine echte Alpakawolle-Weberei wurde ca. um
2‘500 v. Chr. in Peru nachgewiesen. Ihren Höhepunkt erreichte sie zwischen 2‘000 und 200 v. Chr.
im zentralen Andengebiet
e und wurde ab etwa 800 v. Chr. an der südperuanischen
Küste auch eingefärbt.
Die Alpakafaser ist eine weiche, seidig-glänzende Naturfaser. Im Vergleich zur Schafswolle ist sie wärmer, feiner und sie besitzt einen geringeren Fettgehalt. Die gesamte Verarbeitung der Alpakafaser wie das Vorbereiten, Kardieren, Spinnen, Weben und weitere Veredelungsverfahren sind den Verfahren der Schafwollverarbeitung sehr ähnlich.
Kratzt Alpakawolle?
Nun ob eine Wolle kratzt oder nicht hängt nicht zwingend von der Art des produzierenden Tieres ab, sondern wie dick die einzelnen Fasern sind.
Beim „Kratzen“ spricht man vom „Prickle factor“. Da werden die einzelnen Faser-Stärken bewertet und die Anzahl einzelner dickeren Fasern aufs gesamt Vlies.
Bei einer Faserdicke von > 22 Mikron und einem Anteil von > 5% über 30 Mikron der gesamten Wolle, kommt das Kratzen automatisch. Fasern die < 22 Mikron sind können sich auf der Haut biegen und irritieren so die Nerven nicht.
(1 Mikron ist ein Tausendstel-Millimeter)
Bild Nachweis: https://gnomegnewsdotcom.wordpress.com/tag/prickle-factor/
Die Alpakawolle wird in verschiedene Kategorien eingeteilt:
Royal Alpaka - feiner als 19 Mikron
Baby Alpaka - bis 22 Mikron
Superfine Alpaka - bis 25 Mikron
Medium oder Adult - bis 30 Mikron
Strong - über 30 Mikron
Baby-Alpaka muss also nicht unbedingt von einem Alpaka-Baby stammen, sondern muss die Qualität eines Baby-Alpakas besitzen. Ältere Tiere, die diese Faserqualität besitzen sind besonders wertvoll für eine Alpakazucht.
Alpakafaser fühlt sich weich und geschmeidig an. Jedes einzelne Haar im Vlies ist von Schuppen ummantelt. Diese Schuppen haben eine geringe Höhe, d.h. der Absatz von einer Schuppe zur anderen ist sehr gering, niedriger als z.B. bei Merinowolle. So kommt es, dass sich Alpakafaser bei gleichem Feinheitsgrad weicher anfühlt als Merino.
Alpakafaser, die > 25 Mikron hat wird bei uns für die Duvet-Herstellung verwendet. Die feinere Wolle wird gewaschen, kardiert und versponnen.
Im Vergleich hat die Schafswolle mit einer Faserdicke von 18-45 Mikron den klassischen Ruf vom Kratzen, was ja leider auch bedingt durch ihre Faserdicke unweigerlich eintritt. Hier gehen die Züchtungen aber klar in die Richtung die Wolle feiner zu produzieren, bez. die sogenannten Granhaare zu verfeinern.
Die Kaschmirwolle hat nach der Reinigung des Unterhaars einen Durchmesser von 15-19 Mikron. Bei der Kaschmirziege wird die Wolle ausgekämmt, so wird nur ca. 25% der Wolle verarbeitet, die restliche Wolle hat > 40 Mikron und ist nicht mehr kratzfrei. Was wiederum die Wolle sehr teuer macht, da ein grosser Verlust produziert wird.
Die Angorawolle vom Angorakaninchen ist mit eine Faserdicke von 13-18 Mikron eines der Feinsten, das fast zu 100% verarbeitet werden kann, die Kaninchen werden 3-4 mal im Jahr geschoren und ergebenen ca. 1 -1.4 kg Wolle pro Jahr.
Die Haltung der Angorakaninchen als auch die Gewinnung der Wolle ist in Kritik geraten, u. a., weil in einem 2013 von der Tierschutzorganisation PETA veröffentlichten Video gezeigt wird, wie den Tieren bei lebendigem Leib die Wolle ausgerissen wird. Die Lebendrupf und -Schur der vor Schmerzen schreienden Kaninchen wurde dabei auf neun unterschiedlichen chinesischen Pelztierfarmen aufgenommen. Der Lebendrupf ist aber im Europäischen Raum Verboten.
Merinowolle ist fein, weich, stark gekräuselt und eine sehr hochwertige Wolle vom Merinoschaf. Die Faserfeinheit reicht von 14,5 bis 23,5 Mikrometer. 2005 liegt der Weltrekord für die Feinheit von Merinowolle aus Neuseeland bei 11,8 Mikron. Die Merinowolle ist fein und sehr elastisch. Sie ist daher besonders für den Einsatz im körpernahen Kleidungsbereich, beispielsweise als Baselayer geeignet.
Bleibt noch der absolute Vergleich mit dem Menschenhaar, da ist die Bandbreite sehr gross. Eine Studie hat ergeben, dass von 17 bis 180 Mikron alles dabei ist, der Durchschnitt wird aber mit 30-50 Mikron angegeben. Also kein Kuscheln mehr, es Kratzt J