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SCHREIB-LOS: Die Blätter zu weiss, der Bildschirm zwar voller Buchstaben und doch kein literarischer Reigen, es gibt diese Grenze, die du nicht überschreiten magst... Schreibblockade hier, Schreibfrust dort. Probier doch einfach mal ganz locker eine der folgenden Schreibanregungen aus! Schreib-Lose sind also Schreibinspirationen, die dir Glück bringen können, die aber auch einen einen Einsatz von dir verlangen. No risk, no fun!
1. Suche dir verschiedene Bilder von Türen: in einem Buch, im Internet oder draussen in deiner Nachbarschaft (du kannst die Türen dort z.B. skizzieren oder dir einige Notizen dazu machen. Mache nur Fotos, wenn die Nachbarn nichts dagegen haben ;-) ).
2. Wähle die Tür oder das Tür-Bild, welches am meisten deine Neugierde weckt. Mache dir ein paar Notizen: was ist das Besondere an dieser Tür? Was könnte dahinter verborgen sein? Woran erinnert dich die Tür? Wie würde es tönen, wenn man sie öffnet? Wie würdest du dich fühlen, wenn du hinter dieser Tür wohnen würdest?
3. Beginne nun deine Geschichte, die in irgendeinerweise mit dieser Tür zu tun hat. Du kannst z.B. so beginnen:
- Die Tür öffnet sich und ...
- Ich sah sofort, dass die Tür einen Spalt breit offen stand...
- Daran war nicht zu rütteln: die Tür war zu und blieb zu....
- Wenn sich eine Tür schliesst, öffnet sich eine andere...
Falls du spontan keine Idee hast, worum es in deiner Geschichte gehen könnte, befolge einen der folgenden Tricks:
- drucke dir dein Lieblings-Tür-Bild aus und male zuerst eine Figur ins Bild. Zeichne sie am besten dabei, wie sie gerade etwas tut. Hast du eine Idee, wer die Figur ist? Wie sie heisst und was sie sich wünscht?
- klebe das Tür-Bild (oder deine Skizze von einer Tür) in die Mitte eines Blattes und mache dazu ein Cluster (Ideen-Wolken), in dem du wild alles aufschreibst, was mit dieser Tür zu tun haben könnte und alles, was dir nebenbei noch so durch den Kopf geht. Markiere dann die 3 spannendsten Gedanken. Sie sollen einen Platz in deiner Geschichte bekommen.
Du hast zu viele Ideen? Ein Mindmap kann dir helfen, deine Ideen zu ordnen und einen Anfang für die Geschichte festzulegen.
So weit, so klar? Dann viel Erfolg beim Schreiben!
© Jaël Lohri, Schreibuniversum 2020. Dieser Schreibimpuls stammt - leicht abgeändert - aus dem Schreib(t)raum (Schreibtreff für 8-12jährige) vom 18.1.2020 mit dem Thema "naTÜRlich".
Bäume! „bäumig“ kann umgangssprachlich aber auch bedeuten, dass es ausserordentlich toll wird, lass dich ¨überraschen!
(1) Notiere dir das Alphabets und schreibe spontan zu jedem Buchstaben eine passende Assoziation – im weitesten Sinne – zum Thema „Baum/Bäume“.
(2) Wähle nun eins bis drei der notierten Stichworte, um einen Titel zu formulieren und schreibe anschliessend einen kurzen witzigen Text dazu.
FORM
ABCdarium: Es muss nicht unbedingt zu jedem Buchstaben ein Stichwort gefunden werden, betrachte es einfach als Ansammlung von Anregungen. ABDdarien sind schon seit der Antike als lyrische Spielform bekannt und beliebt. Im strengen Sinne geht es dann darum einen Text zu verfassen, der in der Reihenfolge des Alphabets geschrieben wird:„Affenwärter bringen Chamäleons duftende Erdbeeren...“. Ganz so streng müssen wir nicht sein. Aber versuchen kannst du’s natürlich!
Eine Alternative zur strengen Form ist, dass du versuchst möglichst viele der notierten Assoziationen in deine Geschichte einfliessen zu lassen, in einer freien oder alphabetischen Reihenfolge, jedoch dazwischen auch ganz andere Wörter erlaubst.
Eine weitere Spielmöglichkeit: Verfasse ausgehend von deinen Notizen einen Nachruf auf einen Baum, sei es in Prosa oder Lyrik.
A Apfelbaum
B Birkenstamm
C "Chriesisteisäckli" (mundart CH)
D durstig
E Eichhörnchen
F Föhrenzapfen
G...
Mögliche Titel? Hier einige Ideen...
- Das durstige Eichhörnchen im Apfelbaum
- Nachruf auf einen Birkenstamm
- Vom Apfelbaum zum Chriesisteisäckli
- Der Birkenstamm und die Föhrenzapfen
So weit, so klar? Dann schreib gleich los!
© Jaël Lohri, Schreibuniversum 2020. Dieser Schreibimpuls stammt aus einer meiner Schreibnächte (Schreibevent für Erwachsene) im Aargauer Literaturhaus Lenzburg, sie trug den Titel "Bäumige Nacht".
Oft werden Geschichten in der 1. Person oder 3. Person singular erzählt, aber natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten. Hier kannst du diese spielerisch ausloten.
Zerschneide ein Blatt Papier in 12 Teile und schreibe auf jeden Zettel eines der folgenden 12 Wörter: ich, du, sie (sing.), er, es, wir, ihr, sie (pl.), man, jeder, alle, niemand.
1. Ziehe nun blind einen der Zettel und schreibe eine kurze Erzählung aus der genannten Perspektive (10-20 Sätze).
2. Lese deinen Text laut vor und überlege dir, was diese Perspektive beim Lesen/Zuhören in dir auslöst.
3. Ist es möglich deine Geschichte aus einer anderen Perspektive zu erzählen? Probier es aus (zieh dafür einen weiteren Zettel und schreibe deine Geschichte um).
4. Was ändert sich dadurch inhaltlich und wie verändert sich dadurch der Ton deiner Geschichte? Wie unterscheidet sich die Wirkung? Welche Variante gefällt dir besser?
Tipp: Für Punkt 4 kannst du dir auch ein Gegenüber suchen, die beiden Texte vorlesen und schliesslich die Fragen gemeinsam diskutieren.
Für diese Schreibaufgabe gibt es kein Beispiel, ich denke sie ist sternenklar.
Du hast noch etwas Startschwierigkeiten? Nimm 5 verschiedene Bücher zur Hand und schlage sie jeweils auf einer Seite auf. Aus welcher Perspektive erzählt die Autorin? Welche Erzählform hat der Verfasser gewählt?
So weit, so klar? Schreib nun selbst los!
© Jaël Lohri, Schreibuniversum 2020. Dieser Schreibimpuls stammt aus dem Schreibkurs für Erwachsene "Schreib dich glücklich".