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Freitag, 14.10.2022
Nachdem wir es gestern nur bis zum Geschäftszentrum der Innenstadt geschafft haben, kommt heute die Altstadt dran! Wir nehmen heute nicht den direkten Weg dem Aquädukt entlang, sondern gehen durch schmale Gässchen zur Plaza de Azoguejo, dem zentralen Platz links vom Aquädukt. In’s Geschäftszentrum geht es von dort in die Avenida Acueducto, in die Altstadt kommt man durch die schmale Calle Cervantes, die dann direkt in die Calle Juan Bravo bis zur Plaza del Corpus übergeht. Danach geht es durch die Calle Isabel la Católica bis zur Plaza Mayor mit der Kathedrale von Segovia. Das hört sich jetzt kompliziert an, ist es aber nicht…. einfach der Strasse und den vielen Touristen folgen! 😀
Rechts neben dem Aquädukt…. die Plaza Artillería oder Plaza Acueducto Oriental und die Calle San Juan
Das hatten wir gestern übersehen….
…. in dieser Nische befand sich früher das Bild von Hércules, der nach der Legende der Gründer der Stadt war. In Zeiten der Katholischen Könige wurde in diese Nische das Bild der Virgen del Carmen (dt. Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel) gestellt.
Die Altstadt…. in der Calle Cervantes
Schöne Aussicht vom Mirador de la Canaleja….
…. und tolle Architektur in der Calle Juan Bravo
Auf der Plaza de Medina del Campo das Monumento a Juan Bravo
Juan Bravo organisierte und leitete die Operationen, die den Einmarsch der royalistischen Truppen unter Rodrigo Ronquillo in Segovia verhinderten, die von Kardinal Adriano de Utrecht, dem Regenten des Königs, geschickt worden waren. Die royalistischen Truppen besetzten jedoch den Alcázar von Segovia und blieben dort bis zum Ende des Aufstands der Comuneros.
Bravo sorgte für die Aufrechterhaltung der Beziehungen zu den übrigen aufständischen Städten und reiste nach Tordesillas, um mit Königin Juana I de Castilla zu verhandeln und ihre Unterstützung zu erhalten, was jedoch nicht gelang. Im Jahr 1521 eroberte er Zaratán und Simancas, während Juan de Padilla am 25. Februar in Torrelobatón einmarschierte. Später vereinigte er seine Kräfte mit denen der Junta de comuneros de Valladolid, konnte aber die Niederlage gegen die königlichen Truppen in der Schlacht von Villalar am 23. April 1521 nicht verhindern. Er wurde gefangen genommen und am 24. April 1521 in Villalar an der Seite von Juan de Padilla und Francisco Maldonado enthauptet.
Als seine sterblichen Überreste nach Segovia gebracht wurden, mussten die königlichen Behörden mit Mühe und Not einen grossen Aufruhr der Empörung unterdrücken.
Sirenas de Segovia (Meerjungfrauen)…. Werke des Bildhauers Francisco Bellver aus dem Jahr 1852
Die beiden Skulpturen liegen der Statue von Juan Bravo zu Füssen. Obwohl der Bildhauer Meerjungfrauen darstellen wollte, haben sie mehr Ähnlichkeiten mit Sphinxen als mit marinen mythologischen Wesen.
Die Iglesia de San Martín liegt auf der heutigen Plaza de Medina del Campo, auf halbem Weg zwischen der Catedral de Segovia und dem römischen Aquädukt. Es handelt sich um eine Kirche mozarabischen Ursprungs im romanischen Stil.
Bemerkenswert ist der Glockenturm, der im romanisch-mudéjaren Stil ist und über steinerne Backsteinbögen besitzt (sieht man leider nicht, da der Turm verkleidet ist). Ebenfalls bemerkenswert ist seine Arkadengalerie, die die gesamte Kirche ausser dem Kopfende umgibt. Dieser Portikus besitzt Rundbögen, die auf Säulen mit romanischen Kapitellen ruhen.
Das Cárcel Medieval de Segovia (Altes Gefängnis) ist heute eine Bibliothek
In der Mitte des Platzes steht der Quiosco de Música (Musikpavillon) der 1896 im Rahmen der damals in ganz Europa in Mode gekommenen Eisenarchitektur entworfen wurde. Das Dach des Musikpavillons auf der Plaza Mayor besteht hauptsächlich aus Eisen, hat eine achteckige Form und einen Radius von ca. 3.50 m. Es wird von acht gusseisernen Säulen getragen, die hohl sind und die Besonderheit aufweisen, dass die Fallrohre zum Auffangen des Regenwassers in ihnen verlaufen.
Der Quiosco de Música wurde von dem Architekten Joaquín de Odriozola (1844-1913) entworfen, der den achteckigen Pavillon an einem symbolträchtigen und zentralen Ort mit einem erhöhten Sockel entwarf, der als Lagerraum und Garderobe für die Musiker dient. Die Eisenkonstruktion wurde unter anderem 1916 anlässlich der Krönung der Virgen de la Fuencisla (Schutzpatronin der Stadt und der Provinz Segovia) abgebaut. Zu dieser Feier gehörte die Nachstellung der Proklamation von Isabel la Católica zur Königin von Kastilien, die im Original 1474 stattfand.
Das graue Gebäude in der Mitte ist das Ayuntamiento (Rathaus)
Das Teatro Juan Bravo
Gegenüber dem Theater, am anderen Ende der Plaza Mayor, steht die gotische Catedral de Segovia, mit vollem Namen Santa Iglesia Catedral de Nuestra Señora de la Asunción y de San Frutos de Segovia, die aufgrund ihrer Grösse und Eleganz als Dame der Kathedralen bekannt ist, erbaut wurde sie zwischen dem 16. und 18. Jh.
Der Turm ist 88 m hoch
Der Innenraum…. der Chorumgang….
…. und der Chor.
Die beiden Orgeln im Chorbereich, jeweils in den Nischen links und rechts einander gegenüberliegend, stammen aus dem 18. Jh.
Grabstätte des Bischofs Diego de Covarrubias y Leyva in der Kapelle Cristo del Consuelo.
Der Kreuzgang ist im gotischen Stil. Er wurde Stein für Stein von der Antigua Catedral de Santa María de Segovia (Alten Kathedrale Santa Maria) aus dem 12. Jh., die während des Krieges der kastilischen Gemeinschaften 1520 zerstört wurde, verlegt und bildet den einzigen Teil der alten Kirche, der heute noch erhalten ist. Der Platz, wo die Alte Kathedrale stand, ist heute die Plazuela del Alcázar de Segovia.
In der Kathedrale befinden sich zahlreiche Kapellen, die aber nur in der sehr ausführlichen spanischen Version der Wikipedia enthalten sind. Ebenso gehört ein grosses Museum mit vielen Gemälden und Wandteppichen zur Kathedrale.
Wieder draussen geht’s durch die Calle Marqués del Arco zur Plaza de la Merced….
…. wo die Iglesia de San Andrés steht….
…. und weiter durch die Calle Daoiz Richtung Alcázar von Segovia…. hier das Eingangstor an der Plaza de la Reina Victoria Eugenia….
…. innen steht das Monumento a Daoiz y Velarde oder Monumento a los Héroes del 2 de Mayo (Monument für die Helden des 2. Mai), entworfen von Aniceto Marinas. Es ist ein Denkmal für Luis Daoiz y Torres und Pedro Velarde y Santillán, zwei spanische Artillerieoffiziere, die beim Levantamiento del 2 de Mayo 1808 (Aufstand vom 2. Mai), in Zusammenhang mit dem Halbinselkrieg gegen die französische Armee kämpften.
Der Alcázar von Segovia zählt zu den bekanntesten Burgen in Spanien. Der Baubeginn wird auf das 11. Jh. datiert, nachdem die Christen im Zuge der Reconquista die Kontrolle über Segovia erlangten. Der Bauherr war Alfonso VI de León. Die Burg wurde auf einem schmalen Bergrücken zwischen den Flüssen Río Eresma und Río Clamores errichtet.
Blick vom Alcázar auf das Monasterio de Santa María del Parral (Kloster Santa María del Parral), ein Kloster des Ordens von San Jerónimo (Orden des heiligen Hieronymus). Die verschiedenen Gebäude, aus denen das Klosterensemble besteht, sind um mehrere Kreuzgänge im gotischen, mudéjaren– und plateresken Stil verteilt. König Enrique IV de Castilla liess das Kloster 1447.
Im Inneren sticht das im 16. Jh. entstandene Retablo mayor del monasterio (Hauptaltarbild des Klosters) hervor, das Werk von Juan Rodríguez und einer Gruppe von abulensen (abulensis = von Ávila) Bildhauern im Renaissance-Stil. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass in ihm die Jungfrau des Parral verehrt wird, eine romanische Skulptur, die aus einer früheren Kirche stammt.
Die Iglesia de la Vera Cruz hat einen zwölfeckigen Grundriss und wurde laut der 1312 angebrachten Widmung am 13. April 1208 gegründet. Als Gründer wird oft der Orden der Tempelritter genannt, wahrscheinlich war es aber der Orden der Chorherren vom Heiligen Grab (span. del Santo Sepulcro), in dessen Besitz die Kirche 1229 war, wie eine Urkunde besagt.
Bild von der Terrasse der Cafetería Casa de la Química neben dem Alcázar
Das Casa de la Química (Haus der Chemie) wurde zwischen 1787 und 1790 als Labor der Academia de Artillería de Segovia (Akademie der Artillerie von Segovia) neben dem Alcázar de Segovia errichtet. Die Einweihung erfolgte am 1. Januar 1792.
Auf dem Rückweg…. in der Calle Daoiz
An der Plaza Mayor gibt’s endlich was zum Mittagessen…. es müsste das El Cochifrito Plaza gewesen sein, das hat von den Restaurants an der Plaza die besten Bewertungen bei Google…. wir achten häufig auf die Bewertungen, wir haben uns aber auch schon häufig darüber hinweg gesetzt…. na ja…. manchmal sind schlechtere Bewertungen schon gerechtfertigt, manchmal aber auch überhaupt nicht! Keine Regel ohne Ausnahme…. oder umgekehrt! 😀
La Colonial an der Plaza del Corpus
Wieder in der Calle Juan Bravo
Der Palacio de Cascales (oder Palacio del Conde Alpuente)
Dieses Gebäude, dessen Name je nach Quelle variiert (Palacio de Cascales, Aspiroz oder del Conde de Alpuente), beherbergt heute die Verwaltungsräume der Junta de Castilla y León (Regierung von Kastilien und León). Es wurde im letzten Drittel des 15. Jh. von Alonso Cascales, einem mächtigen Segovianer, erbaut und zeichnet sich durch seine prächtigen gotischen, mit Schiefer verkleideten Fenster und das Portal mit Oberschwelle aus, ein Eingang, der das frühere, aus Ziegeln gemauerte und einen schönen Hufeisenbogen bildende Portal ersetzte und zeigt, wie der Palast über einem Gebäude arabischen Typs errichtet wurde.
Das Casa de los Picos
Die in den ersten Jahren des 16. Jh. errichtete Fassade entspricht eher der mittelalterlichen kriegerischen Zweckmässigkeit als der bürgerlichen Ästhetik der Renaissance.
Seine Lage innerhalb der Stadtmauern, die einen rechten Winkel mit dem Tor von San Martín bilden, machte es notwendig, dieses starke Bild der Verteidigung des Eingangs zu übernehmen, obwohl die volkstümliche Überlieferung es auf die Tatsache zurückführt, dass es zuvor einem Juden oder dem Henker der Stadt gehörte, weshalb das Haus bereits einen Namen hatte, den der neue Besitzer mit grosser List für immer änderte, indem er die gesamte Fassade mit scharfen Diamantspitzen überzog.
In der Mitte des 15. Jh. war das Gebäude im Besitz von Pedro López de Ayala und seiner Frau Isabel de Silva (das Wappen des Paares ist an einigen Wänden des Hauses zu sehen). Es ging durch Vererbung an ihren Sohn Pedro über, der es um 1500 an den Ratsherrn Juan de la Hoz verkaufte, um dort seine Hauptwohnungen einzurichten, woraufhin das Gebäude mit der neuen Fassade renoviert wurde.
Heute beherbergt das Gebäude die Escuela de Arte y Superior de Diseño (Schule für Kunst und Design)
Auf dem Rückweg zu unserem Stellplatz kommen wir noch einmal am Aquädukt vorbei….
…. zum Weiterfahren haben wir jetzt keine grosse Lust mehr, aber wegen des Marktes morgen früh müssen wir den Stellplatz räumen…. wir entscheiden uns für den Camping El Acueducto für eine Nacht, der Platz ist in landschaftlich schöner Lage etwas ausserhalb der Stadt.
Morgen geht’s weiter nach Ávila…. das sind nur knapp 70 km!
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