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"Beamtenreisli": US-Behörden und Microsoft untersuchen Bestechungsvorwürfe gegen Microsoft-Partner in Russland und Pakistan.
Auch in Pakistan und Russland sollen Microsoft-Angestellte oder Mitarbeiter von Microsoft-Partnern Beamte bestochen haben. Bereits im März war bekannt geworden, dass US-Behörden angebliche Bestechungsfälle im Microsoft-Umfeld in China, Rumänien und Italien
untersuchen. Diese Untersuchungen sind nun offenbar ausgeweitet worden und betreffen auch Fälle in Russland und Pakistan, wie das 'Wall Street Journal' von Insidern erfahren hat. Nach US-Recht ist Firmen, die an US-Börsen notiert sind, die Bestechung von Behörden im Ausland verboten. Sie können auch für Bestechung durch Dritte verantwortlich gemacht werden, wenn sie davon profitieren.
In Russland soll ein Microsoft-Reseller Provisionen an die Manager einer Telekommunikationsfirma in Staatsbesitz umgeleitet haben, um an einen Deal zu kommen. In Pakistan soll ein Microsoft-Partner, eine Beratungsfirma, im Dezember 2009 einen Beamten und seine Frau im Auftrag von Microsoft zu einer fünftägigen Reise nach Ägypten eingeladen haben, um eine Ausschreibung zu gewinnen. Microsoft hat den neun-Millionen-Deal drei Monate nach dem "Reisli" gewonnen. Beide Fälle sind von Whistleblowern Microsoft gemeldet worden.
Wie die Zeitung schreibt, gibt es bei den beiden neuen Fällen keine Vorwürfe gegen Microsoft direkt - und das Verfahren kann durchaus auch ohne weitere Folgen eingestellt werden.
Betrugsaffäre bei Microsoft Schweiz
Auch beim jüngst aufgeflogenen Betrugsfall bei Microsoft Schweiz
ist ein Reseller involviert. Ein Microsoft-Mitarbeiter soll zusammen mit dem Lizenzhändler DirAction über Jahre hinaus betrogen haben.
Microsoft hat den ehemaligen Mitarbeiter wegen ungetreuer Geschäftsführung angezeigt. Er sitzt in Untersuchungshaft. Von Bestechung ist in diesem Fall nicht die Rede. (hc)