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Bilder von amischen Täufern in Nordamerika haben die meisten von uns schon gesehen. Im Zusammenhang mit einem Amoklauf an einer Schule der Amish* in Nickel Mines in Pennsylvania anno 2006 sind die Amish für einige Zeit weltweit in den Brennpunkt der Öffentlichkeit geraten. Im zeitlichen Umfeld des weltweiten militärischen Kampfes der USA gegen „die Mächte des Bösen“ nach „Nine-Eleven“ hat die Bereitschaft der Amischen, dem Todesschützen zu vergeben, der zuvor fünf ihrer Kinder ermordet hatte, enormes mediales Aufsehen erregt.
Dass die Gemeinschaft der amischen Täufer etwas mit der Schweiz zu tun hat, ist spätestens seit dann vielen Menschen bekannt.
Dass die letzten entscheidenden innertäuferischen Auseinandersetzungen, die 1693 zur Entstehung der Amischen geführt haben, im Emmental auf dem Weiler Fridersmatt bei Bowil stattgefunden haben, ist hingegen nur einigen wenigen Insidern bewusst.
Und noch viel weniger wissen, dass die grosse altehrwürdige Bibel der Täufergemeinde Fridersmatt, ein Zürcher Froschauer-Druck aus dem Jahr 1536, heute in der Dokumentationsstelle des Schweizerischen Vereins für Täufergeschichte auf dem Bienenberg aufbewahrt wird.
Zwei Besitzereinträge geben Einblick in die lange Geschichte des Buches:Die nicht-amische Gemeinde Fridersmatt ist im Verlauf des 18. Jahrhunderts infolge von Repression und Auswanderung vor allem in den Jura zwar erloschen. Die „Fridersmatt-Bibel“ gibt es aber noch heute.
Grund genug, bei Gelegenheit im Baselbiet mal Halt zu machen, und sich dieses Prachtsstück anzusehen.
* Aussprache ist übrigens [‚aːmɪʃ] und nicht, wie man’s so oft hört [‚eɪmɪʃ] !