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HIV ist eine weltweit verbreitete chronische Infektion, von der 38 Millionen Menschen betroffen sind, davon leben etwa 16’600 Personen in der Schweiz. Etwa ein Drittel der Menschen, die HIV-positiv sind, sind sich ihrer Infektion nicht bewusst.
Der Eckpfeiler des modernen HIV-Managements ist der Einsatz der antiretroviralen Therapie (HAART). HAART hat dazu geführt, dass Menschen, die mit HIV leben, eine nicht mehr nachweisbare Viruslast haben. Das bedeutet, dass sie:
- das Virus nicht durch sexuellen Kontakt auf ihren Partner übertragen.
- ein geringeres Risiko haben, das Virus durch andere Übertragungswege weiterzugeben.
- eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, an HIV zu erkranken.
- eine nahezu normale Lebenserwartung haben.
- Kinder haben, die nicht mit HIV infiziert sind.
Die Hauptübertragungswege stellen Blut oder Körperflüssigkeiten dar:
- Sex ist der häufigste Übertragungsweg.
- Blut und Blutprodukte sowie das gemeinsame Benutzen von Nadeln; in gewissen Ländern auch noch durch Bluttransfusionen.
- Von der Mutter auf das Kind: bei der Geburt und beim Stillen.
Damit HIV übertragen werden kann, muss es zu einem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten einer Person kommen, die mit HIV infiziert ist UND eine nachweisbare Viruslast hat (d.h. wenn HIV nicht durch Medikamente kontrolliert wird).
Das HI-Virus überlebt ausserhalb des Körpers nur wenige Minuten, kann aber innerhalb von Nadeln viel länger überleben.
Eine Behandlung mit HAART und eine nicht nachweisbare Viruslast bedeuten, dass die Person HIV nicht durch Sex übertragen kann und das Risiko über die anderen Wege deutlich verringert ist.
HIV-negative Menschen, die einem ständigen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV anzustecken, können sich schützen, indem sie Medikamente zur Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) einnehmen, sich bei Nadelaustauschprogrammen oder für eine Opioid-Agonisten-Therapie anmelden und bei Bedarf Medikamente zur Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) verwenden.
Sexuelles Risiko
Das Risiko einer HIV-Übertragung durch sexuellen Kontakt ist am höchsten durch ungeschützten (ohne Kondom) Analverkehr, gefolgt von Vaginalverkehr. Diese beiden Risiken betreffen jedoch nur Kontakte mit HIV-positiven Personen, die NICHT unter medikamentöser Therapie stehen und deren HI-Viruslast somit nachweisbar ist.
Oraler Geschlechtsverkehr (Fellatio und Cunnilingus) hat ein sehr geringes Risiko einer HIV-Übertragung.
Blut und Blutprodukte
Das gemeinsame Benutzen von Nadeln zum Injizieren von Freizeitdrogen ist ein kleiner, aber wichtiger Weg für die HIV-Übertragung. Die Anwendung von HAART und die damit verbundene nicht mehr nachweisbare Viruslast verringern zwar das Risiko einer HIV-Übertragung, allerdings ist unklar, um wie viel. Aus diesem Grund sind Nadelaustauschprogramme so wichtig für den Schutz der injizierenden Gemeinschaft, da sie nicht nur saubere Nadeln und einen sicheren Ort zum Injizieren zur Verfügung stellen, sondern auch diejenigen unterstützen, die mit dem Injizieren aufhören möchten.
Von der Mutter auf das Kind
Mit dem modernen HIV-Management durch den Einsatz von HAART liegt das Risiko einer Übertragung von der Mutter auf das Kind bei weniger als 1%. HAART ist einfach einzunehmen, mit minimalen Nebenwirkungen für die Mutter und das Kind. Die Mutter kann eine normale vaginale Entbindung haben (sofern keine geburtshilflichen Gründe für einen Kaiserschnitt vorliegen). Die Informationen über die Risiken und Vorteile des Stillens sind komplex und müssen mit der HIV-Spezialärztin besprochen werden.
HIV wird durch einen HIV-Antikörper-Bluttest diagnostiziert.
Einigen Menschen fällt es schwer zu akzeptieren, dass sie mit HIV leben. Für diese Menschen bieten wir Unterstützung durch das medizinische Team sowie durch unsere hochqualifizierten psychologischen und psychiatrischen KollegInnen innerhalb unseres Teams. Es gibt auch sozialarbeiterische Unterstützung für diejenigen, die sie benötigen, und gute Verbindungen zu externen Organisationen, die ergänzende Dienste anbieten.
HIV ist eine chronische Erkrankung und daher ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, um sicherzustellen, dass nicht nur das HIV kontrolliert wird und die medizinischen Langzeitfolgen aktiv gesucht und behandelt werden, sondern dass die Person auch psychologisch und sozial unterstützt wird, um ihr zu helfen, die besten Entscheidungen über ihre Versorgung zu treffen.
In der Arud streben wir eine ganzheitliche, personenzentrierte, multidisziplinäre Betreuung unter einem Dach an. Wir verfügen über ein Team von speziell ausgebildeten HIV-Fachärzten, die über eine umfassende Ausbildung und Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit HIV verfügen. Unterstützt werden sie von einem multidisziplinären Team, zu dem Pflegefachpersonen, PsychiaterInnen, PsychologInnen und Sozialarbeitende gehören, sowie von starken Verbindungen zu anderen externen Diensten, die für die Menschen, die unsere Klinik besuchen, wichtig sind.
Die HIV-Behandlung erfolgt in der Regel mit einer Kombinationsmedikation, der sogenannten antiretroviralen Therapie (HAART), oft in Form einer Tablette pro Tag. Es wird empfohlen, dass nach einer HIV-Diagnose so rasch wie möglich mit der antiretroviralen Medikation begonnen wird. Sobald Sie stabil sind, erfolgt eine Nachsorge zwischen 2 und 4 Mal pro Jahr.
Über 95% der Menschen, die ihre HAART-Medikamente regelmäßig einnehmen, haben eine nicht nachweisbare Viruslast im Blut. Bei guter medizinischer Versorgung haben die meisten Menschen mit HIV eine nahezu normale Lebenserwartung.
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