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Das urnerische "Änis-Titti", ein Wickelkind mit einem zierlichen Häubchen, ist ein Gebäckstück, das in ähnlicher Form weitherum in Europa in Gebrauch war. In Deutschland zum Beispiel nennt man es "Fatschenkind". Man weiss, dass es vor allem in der Weihnachtszeit und zu Neujahr hergestellt und verschenkt wurde. Es hat zwei unterschiedliche Bedeutungen: einerseits ist es eine volkstümliche Darstellung des Jesuskindes in der Krippe; andererseits aber ist es ohne Zweifel auch ein Fruchtbarkeitssymbol und zeigt den Beginn von etwas Neuem an. Historische Photographien zeigen, dass die alten "Titti" nur aus weissem Änisteig bestanden und auf der Oberfläche mit aufgesetzten Teigornamenten verziert waren. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen die Zuckerbäcker jedoch auch, die Wickelkinder mit farbigem Zuckerguss zu verzieren. In dieser ebenso attraktiven wie dekorativen Form wird das Gebäckstück auch heute noch hergestellt.