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(Ober und Unter) (Kt.,Bez. und Gem. Schwyz).
630-540 m.
SiebenHäuser, über der Strasse
Schwyz-Sattel
zerstreut gelegen; 1,3 km nw. Schwyz.
44 kathol. Ew. Zwei Herrenhäuser, von denen das in Unter Herrenfeld stehende zu Beginn des 18. Jahrhunderts
von dem Geschlecht Niederöst erbaut worden ist, dessen männliche Glieder in fremden Kriegsdiensten zum Teil hohe Offiziersstellen
bekleideten.
(Kt. Solothurn,
Amtei Lebern).
1180 m. Bemerkenswerte
Höhle, am
S.-Hang der Weissensteinkette und 2,5 km ö. vom Gasthof auf
dem
Weissenstein. Soll den Bewohnern der Umgegend in Kriegszeiten, z. B. auch zur Zeit der französischen Revolution, als
Zufluchtsort gedient haben. Auf der Siegfriedkarte nicht verzeichnet.
635 m.
Weiler, am linksseitigen Gehänge des Winenthales und 1,5 km nw. der Station
Reinach der Zweiglinie
Beinwil-Reinach der Seethalbahn. 14
Häuser, 120 reform. Ew. Ackerbau und Viehzucht, Viehhandel.
Historischer und noch heute oft gebrauchter Name für den Kreis
Maienfeld, der während drei Jahrhunderten eine gemeinsame Herrschaft oder Untertanenland der drei Bünde gewesen ist und unter
der unmittelbaren Hoheit des Zehngerichtebundes stand.
Die Herrschaft stand unter einem im SchlossMaienfeld
wohnenden Vogt, der von den Bünden abwechselnd auf eine Amtsdauer von je 2 Jahren ernannt wurde.
Maienfeld,
das zwar auch den 3 Bünden unterstand, aber in den Zehngerichtebund aufgenommen worden war und deshalb gewisse Vorrechte
vor den andern Orten der Herrschaft hatte, besass ebenfalls das Recht, sobald es an der Reihe war, einen Vogt zu ernennen.
Der letzte dieser Vögte war ein Bürger von Maienfeld. 1803 wurde die Herrschaft in einen Gerichtsbezirk
umgewandelt, der dieselben Rechte genoss wie alle übrigen des Kantons.
(Ober und Unter) (Kt. Thurgau,
Bez. und Gem. Frauenfeld).
528 und 500 m. Zwei Weiler mit zusammen 37 Häusern; 1,2 km von einander entfernt
und 2 bezw. 3,2 km ö. vom Bahnhof Frauenfeld. Postablage. 207 reform. Ew. Wein-, Acker-, Obst-, Wiesen-
und Waldbau, Viehzucht. Käserei. Ein Teil der Bewohner arbeitet in den Fabriken von Frauenfeld. Von dem im Sommer von Spaziergängern
oft besuchten Aussichtspunkt Blättli (w. über den Weilern) kann man ganz Frauenfeld und Umgebung überblicken.
608 und 592 m. Zwei Gruppen von zusammen 5 Häusern, im Thal des
Ron, 1 km n. Rain und 5,8 km wnw. der Station Eschenbach der Seethalbahn. 35 kathol. Ew. Acker- und Obstbau, Viehzucht und Milchwirtschaft.
1306: Herzingen;
Herznach: 28 Häuser, 142 Ew.; Dorf Unter Herznach: 90 Häuser, 424 Ew. KirchgemeindeUeken. ^[Supplement: Katholische Pfarrei.]
Acker- und Weinbau, Viehzucht und Bienenzucht. Seidenweberei. Eine Musikdosenfabrik. 1854 wütete in Herznach eine Choleraepidemie.
Die Pfarrei einst Eigentum des KlostersRheinfelden, dem sie mit ihren sämtlichen Einkünften 1406 vom Herzog Friedrich von
Oesterreich vergabt worden war. Gräberfeld mit Skeleten in der blossen Erde oder in Steinsärgen, aber ohne Beigaben.
Hier findet sich eisenhaltiger Dogger (woher wahrscheinlich der Name Herznach oder Erznach), der früher ausgebeutet und
verhüttet worden ist. Gehört der Callovienstufe (Zone des Peltoceras athleta) des Dogger an und ist an seiner
dunkelziegelroten Farbe leicht kenntlich. Diese oberste Doggerstufe wird hier ohne Zwischenlagen von pyritischen Mergeln der
Zone mit Cardioceras Lamberti von einer wenig mächtigen, aber an gut erhaltenen Fossilien (Leitfossil: Cardioceras cordatum)
reichen, ockergelben Schicht der Oxfordstufe überlagert. Darüber folgen das Argovian in normaler Ausbildung und Mächtigkeit,
dann - mit einer grossen Lücke - Kreide, Eocän, Oligocän, obere Miocänkonglomerate und endlich rote
sandige Mergel mit der gleichen Fauna, wie sie die Faluns der Touraine aufweisen. Diese ganze Schichtfolge ist hier besonders
bemerkenswert durch ihren Reichtum an Fossilien, die allerdings nicht immer gleich gut erhalten sind.
Herzogenbuchsee, im Volksmund kurzweg Buchsi genannt, verdankt den ersten Teil seines Namens den Herzogen von Zähringen,
die es zum Unterschied von Münchenbuchsee (Johanniterkloster) so genannt hatten. 886: Puhsa; 1254: villa
Buxe; vom althochdeutschen buhs = Buxbaum (Buxus sempervirens). S. darüber Schweizer. Idiotikon. Bd IV, S. 1000. Grabungen
auf dem Kirchhügel, die ihm 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts vorgenommen wurden, haben Ueberreste von römischen Heizungsanlagen
und von drei Mosaiken zu Tage gefördert, von denen ein einen Panther darstellendes Fragment heute im
Museum von Bern
aufbewahrt wird.
Dies und andere Reste lassen den Schluss zu, dass hier an der Kreuzung der Strassen von Burgdorf und Solothurn
einst ein Römerkastell
gestanden habe. Die früheste Geschichte des Ortes ist nicht bekannt. Die Herzogin Agnes, Gemahlin Berchtholds
II. von Zähringen und Tochter Rudolfs von Rheinfelden, vergabte 1108 ihre Güter und die Kirche zu Herzogenbuchsee der Benediktinerabtei
St. Peter im Schwarzwald. Im folgenden Jahre stiftete sie in Herzogenbuchsee ein dem gleichen Orden angehörendes Priorat,
das sie dem nämlichen Kloster schenkte. 1557 kauften die Berner das Priorat und machten es zum reformierten
Pfarrhaus. Von den Zähringern war Herzogenbuchsee unterdessen an die Kiburger und von diesen 1406 an Bern
gekommen. Der Kirchhof
war zu verschiedenen Malen der Schauplatz von blutigen Kämpfen, so 1332 im Gümmenenkrieg, 1374 im Guglerkrieg und 1653 im
Bauernaufstand. Dieser letztere fand hier sein unglückliches Ende: der von den Bauern befestigte Friedhof
wurde von den Bernern mit Sturm genommen, wobei 70 Häuser in Flammen aufgingen.
554 m. Haus, am rechten Ufer der Muota, 5 km nw. vom Dorf Muotathal und 7 km
osö. der Station Brunnen der Gotthardbahn. 18 kathol. Ew. Ackerbau und Viehzucht.
Hier fand am ein
heftiger Kampf zwischen Russen und Franzosen statt, bei welchem die von Suwarows Unterfeldherrn General Rosenberg befehligten
Russen von den unter Masséna stehenden Franzosen trotz heroischer Gegenwehr geschlagen wurden.
Eigentum der alten Schwyzer Oberallmendgenossenschaft.
Wird mit einigen Hundert Stück Vieh bezogen.
Hier die kleine Hessisbohlkapelle (1713 m), wo im Sommer die Sennen ihren Gottesdienst
halten.
Einmal im Jahr feiert man hier oben das im Land wohl bekannte Hessisbohlerälplerfest, das in
einem Gottesdienst und darauf folgenden Ring- und Schwingkämpfen mit Musikbegleitung besteht und viele Besucher anzieht.
Hat aber heute von seiner einstigen Bedeutung verloren.
Hier stand bis zur Reformation ein Cluniacenser Priorat.
Beim Einfall
der Gugler 1375 zeichneten sich die Frauen von Hettiswil durch ihre Tapferkeit aus, wofür ihnen der Ertrag einer Wiese zur
Abhaltung eines jährlichen Festmahles (1885 abgeschafft) zur Verfügung gestellt wurde.
Vergl. Sterchi. Hettiswil und dasehemalige CluniacenserPriorat.
(Kt. Zürich,
Bez. Winterthur).
435 m. Gem. und Pfarrdorf, am Wiesenbach und an der Strasse Winterthur-Andelfingen. Station der Linie
Zürich-Winterthur-Schaffhausen. Postablage, Telegraph, Telephon. 85 Häuser, 462 reform. Ew. Acker- und Weinbau, Viehzucht.
Grabhügel aus der ersten Eisenzeit mit Alemannengräbern. Vereinzelte Funde aus der Römerzeit. Alemannensiedelung. 886:
Hetelinga; 897: Hetininga; 909: Hetiningum. Die Edeln von Hettlingen, Dienstleute
der Grafen von Kiburg,
1241-1450 genannt. Die Truchsessen von Diessenhofen haben sich von diesem Geschlecht abgezweigt. Die Burg war in der Ebene
gelegen und von einem breiten Wassergraben umgeben, von dem noch ein kleines Stück sichtbar ist. Sie war 1390 im Besitz
der Hopler von Winterthur, die ihre Vogteirechte vor 1460 an die Stadt Winterthur abtraten; im 15. Jahrhundert kam sie in bäuerliche
Hände, doch wurden die Besitzer stets zu den Mitgliedern der Winterthurer Herrenstube gezählt.
428 m. Aussenquartier der Stadt Zürich, Endpunkt der
sog. Grünen Linie der städtischen elektrischen Strassenbahn, am N.-Fuss des Uetlibergs und 3,2 km sw. vom Hauptbahnhof Zürich.
36 Häuser, 493 reform.
Ew. Kirchgemeinde Wiedikon.
702 m. Heilbad und klimatischer Kurort, am ONO.-Fuss des Niesen, am linken Ufer der
Kander gegenüber der am rechten Flussufer stehenden Station Heustrich-Aeschi der Linie Erlenbach-Spiez-Frutigen und 1,5 km
sw. Aeschi.
Telegraph, Telephon. 8 Häuser, 43 reform. Ew. Die alkalische Schwefelquelle von Heustrich
wird mit grossem Erfolg gegen chronische Lungen- und Darmkatarrhe angewendet.
Das seit 1861 in verschiedenen Bauperioden erstellte
Badetablissement ist vollkommen modern eingerichtet und hat mehr als 250 Betten. Im Speisesaal alte Gemälde aus dem SchlossUtzigen.
Zahlreiche schöne Spaziergänge.
Aufstieg
auf den Niesen in 4 Stunden. In der Nähe Ueberreste
einer Eisenschmelze aus der Bronzezeit.
Ackerbau und Viehzucht, Grosse, modern eingerichtete Säge;
lebhafter Holzhandel.
Uhrenfabrik. Der Name auf der Siegfriedkarte
La Hutte (vom deutschen Hütte) geschrieben;
doch ist der Name wahrscheinlich keltischen Ursprunges und bezeichnet einen aus
trockenem Holz, Reisig und Stroh zusammengetragenen Haufen, wie ihn das Volk im Jura heute noch bei gewissen
festlichen Anlässen (soir des Brandons) aufhäuft, um ihn dann in Brand zu stecken und um mit Fackeln aus Buchenzweigen (sog.
feyes oder fayes, von fagus = Buche) in den Händen rund um ihn herum zu tanzen. Es lässt sich vermuten, dass hier in der
keltischen Zeit eine Kultusstätte des GottesBel gewesen ist, dem die Fackeln (Brandons) geweiht waren.
Stattliche neue Kirche in gotischem Stil, eine der schönsten des Kantons,
mit Strebepfeilern von Granit, hübschem Masswerk in den Fenstern und Rosetten, reichem Portal und sehr schönem schlankem
Turm. 1903 fertig gestellt.
Der Turm der 1902 abgetragenen
alten Kirche stand an der Stelle der ehemaligen Burg Hohenegg und wurde 1421 restauriert. 1311 vergabte ein Werner von Engelwardingen
einer Dame «von Hildisrieden» ein Stück Land. Bis 1802 der Kirchgemeinde
Sempach zugeteilt;
eigene Zivilgemeinde seit 1836. 1180: Hiltinsrieden.
entspringt mit mehreren Quellarmen am S.-Hang der Beichlen in 1660 m,
fliesst der Reihe nach nach S., W. und NW., nimmt zahlreiche kleine Nebenadern auf und mündet nach 8 km langem Lauf 2 km
s. Wiggen in 824 m von rechts in die Ilfis.
(Kt. Bern,
Amtsbez. Thun).
579 m. Gem. und Pfarrdorf, am rechten Ufer des Thunersees, an der Strasse Thun-Interlaken, 4 km
sö. vom Bahnhof Thun und nahe der Dampfschiffstation Oberhofen. Postbureau, Telephon. Gemeinde, mit Bächi
und Eichbühl: 86 Häuser, 669 reform. Ew.; Dorf: 59 Häuser, 482 Ew. Die Kirchgemeinde Hilterfingen umfasst die Zivilgemeinden
Hilterfingen, Oberhofen, Heiligenschwendi und Teuffenthal, von denen die zwei ersten am See liegen, während die andern zwei
die Vorberge der Blume umfassen, zum Teil noch auf das Einzugsgebiet der Zulg übergreifen und mehr als 1000 m
hoch liegen. Zusammen 2461 Ew. Von Hilterfingen bis Thun einerseits und bis Oberhofen andererseits zieht sich in ununterbrochener
Reihenfolge ein langer Kranz von Villen und Landgütern. Acker- und Obstbau, zahlreiche schöne Gartenanlagen. Fremdenindustrie.
Auf einem 20 m hohen, steilgeböschten Hügel steht die Pfarrkirche, die mit wertvollen Glasmalereien
aus dem 15. und 16. Jahrhundert und mit schönen Fresken modernen Ursprungs geschmückt ist. An der Längsseite Grabsteine.
Ueber dem Friedhof der Spazierweg auf den Schneckenbühl mit bemerkenswerter Aussicht auf den See und die Berge am jenseitigen
Seeufer. Zahlreiche Villen und Landhäuser, die meist nur im Sommer bewohnt sind. Die schönsten dieser
Landgüter sind der Eichbühl mit prachtvollen Gartenanlagen, das moderne SchlossHünegg mit berühmtem Park und das einst
dem Kloster Thonberg eigene Bächigut, dessen früheres bescheidenes Wohnhaus heute durch einen stattlichen Schlossbau ersetzt
ist. Die Kirche, die als Filiale der Pfarrkirche von Einigen 930 erbaut worden sein soll, ging 1318 an
das Kloster Interlaken, 1424 an die Edeln von Scharnachthal und 1652 zusammen mit der Gerichtshoheit an Bern
über. 1231: Hiltolvingen;
1318: Hiltilfingen. Römische Kupfermünzen; auf dem Eichbühl und bei Hünegg Alemannengräber. Auf dem Bächigut stand einst
die Burg der Herren von Ried (1215 ein Petrus de Riede genannt).