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Nach den Skandalen im Schweizerischen Turnverband (STV) will die Politik eine nationale Meldestelle für Misshandlungsopfer im Sport schaffen – unabhängig von den Verbänden.
Die Ständeratskommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-S) liess sich von Vertretern des STV und von Swiss Olympic über die Vorwürfe bezüglich der Trainingsmethoden im Nationalen Sportzentrum Magglingen informieren, wie sie am Montagabend mitteilte. Ziel sei es in erster Linie, die Trainingskultur zu ändern, um Missstände, wie sie letzte Woche publik wurden und die Sport-Schweiz aufrüttelten, zu verhindern.
Die Kommission begrüsst demnach die bereits angelaufenen Bestrebungen zur Einhaltung der Ethik-Charta von Swiss Olympic und des «Code of Conduct» für Trainerinnen und Trainer sowie die eingeleitete Untersuchung zu den jüngsten Vorwürfen.
Mobbing, physische und verbale Übergriffe
Zur Unterstützung dieser Bestrebungen beschloss die Ständeratskommission mit 10 zu 3 Stimmen, eine Motion einzureichen zur Schaffung einer unabhängigen Anlauf- oder Meldestelle für Opfer von Missständen im Sportbereich. Diese soll helfen, die Rechte der Athletinnen und Athleten zu stärken. Eine Minderheit lehnt die Motion ab.
Acht ehemalige Spitzen-Turnerinnen hatten Ende Oktober in einem Bericht des «Magazins» (kostenpflichtig) die Trainings- und Umgangsmethoden in Magglingen angeprangert und schwere Vorwürfe gegen Nationaltrainer Fabien Martin erhoben. Sie berichteten von einer Angstkultur im Sportzentrum und psychischem Missbrauch. Turnerinnen wurden etwa gemobbt und als fett beleidigt.
Bereits im Juni hatten sich fünf ehemalige Gymnastinnen an die Öffentlichkeit gewandt und gegenüber mehreren Zeitungen von schweren Verfehlungen, physischen und verbalen Übergriffen in der Rhythmischen Gymnastik berichtet.