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Rezension Antonius Adamske – Selle: Johannespassion
Zeitreise
81 Jahre vor Johann Sebastian Bach komponierte Thomas Selle seine Johannespassion, die in Antonius Adamske einen potenten Fürsprecher gefunden hat.
Thomas Selle, geboren 1599 in Zörbig, erhielt seine erste musikalische Ausbildung vermutlich als Thomasschüler in Leipzig. Selle wirkte zunächst als Lehrer in Heide, Schulrektor in Wesselburen und Kantor in Itzehoe, ehe er 1641 Musikdirektor der vier Hauptkirchen in Hamburg wurde, wo er 1663 starb. In seiner 1643 entstandenen Johannes-Passion verkörpern Gesangssolisten den Evangelisten, Jesus, Petrus und Pilatus, zudem gibt es chorische Passagen, jedoch keine Untergliederung in Arien, Rezitative und Chöre, sondern der biblische Bericht ist in Prima, Secunda und Tertia Pars gegliedert, die fortlaufend durchkomponiert sind. Dazwischen erklingen sogenannte Intermedien, also Einschübe mit Texten anderer Herkunft. Wer bisher nur die 81 Jahre später entstandene Passion Bachs kennt, kann hier einmal in der Musikgeschichte zurück reisen.
Selle: Johannespassion
Dantes Diwiak (Evangelist), Johannes Euler (Pilatus), Janno Scheller (Jesus), Göttinger Barockorchester, Antonius Adamske (Leitung)
Coviello