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Text: Fabian Kern / Illustration: Dieter Stocker / Foto: Alamy
Das Meisterwerk der Wachowski-Geschwister revolutionierte das Actiongenre. Für Keanu Reeves wurde die Rolle des Neo zu einem zweiten Karriere-Booster nach «Speed» (1994), während sein Sidekick Carrie-Anne Moss dadurch überhaupt erst bekannt wurde. Doch sie waren nicht erste Wahl. Die Rolle der Trinity wurde Madonna angeboten, die aber ablehnte. Als Neo war zuerst Brad Pitt vorgesehen, der später dem «Stern» verriet: «Die Rolle gehörte mir nicht. Ich habe die rote Pille genommen.» Der Nächste war Will Smith, der aber lieber die Western-Komödie «Wild Wild West» drehte – eine schlechte Entscheidung, wie er später selbst einräumte. Neben Nicolas Cage, Val Kilmer und Johnny Depp wurde dann sogar Sandra Bullock als Neo gehandelt. Ja, richtig gelesen: Neo wurde auch als weibliche Rolle in Betracht gezogen. Schliesslich nahm Keanu Reeves dankend an und stieg durch «Matrix» zum damals bestbezahlten Schauspieler der Welt auf.
Weil Regisseur Stanley Kubrick Angst hatte, Jack Nicholson sei nach seinem Oscar für «Einer flog über das Kuckucksnest» (1975) zu prominent für die Rolle des unscheinbaren Autors Jack Torrance, wollte er erst Robin Williams casten. Bis er diesen als Alien in einer Sitcom sah und als «zu psychotisch» (!) einstufte.
Jahre zuvor hatte Jack Nicholson selbst eine grosse Rolle abgelehnt. Er sah sich nicht als Michael Corleone: «Italiener sollten Italiener spielen.» Und so kam Al Pacino, der Sohn eines Sizilianers, zum Handkuss. Seine Karriere wurde dadurch massgeblich geprägt.
Al Pacino hätte sich auch noch eine zweite ikonische Rolle krallen können – anstelle von Harrison Ford als Han Solo. George Lucas bot ihm die Rolle an, doch Pacino lehnte ab mit der Begründung, er habe das Drehbuch nicht verstanden.
Bevor Gandalf in Mittelerde seine schützende Hand über Frodo und Co. halten konnte, musste erst noch sein Alter Ego bestimmt werden. Regisseur Peter Jackson hätte gerne Ur-Bond Sean Connery in der Rolle des grauen Zauberers gesehen, doch dieser machte einen auf Al Pacino (siehe «Star Wars») – er habe das Buch und das Skript gelesen, aber er habe es immer noch nicht verstanden. Vor Ian McKellen wurde die Rolle dann auch noch Patrick Stewart angeboten – der dann immerhin mit McKellen zusammen «X-Men» drehte. In der Rolle des Aragorn blieb uns dafür zum Glück Nicolas Cage erspart, dem die Reise nach Neuseeland zu weit war.
Pretty Woman ohne das Lachen von Julia Roberts? Undenkbar! Doch die Wunschkandidatin von Regisseur Garry Marshall für die Prostituierte Vivian war Jennifer Connelly. Schliesslich fand Marshall selbst, Connelly sei mit 19 Jahren zu jung. Sie selbst soll diese Meinung geteilt haben – und verpasste eine Riesenchance.
Ein paar Jahre nach ihrer Mega-Rolle hätte Julia Roberts die Viola spielen sollen. Doch weil Joseph Fiennes Shakespeare mimte und nicht Daniel Day-Lewis, wie ihr versprochen worden war, zog sich Roberts sechs Wochen vor Drehstart zurück. Gwyneth Paltrow erbte und holte sich einen Oscar.
Wer nun denkt, Gwyneth Paltrow hätte die Rolle der Rose wegen «Shakespeare in Love» abgelehnt, irrt sich. Sie hatte das Gefühl, ihre Figur würde im Schatten des Schiffs stehen. Deshalb drehte sie stattdessen lieber «Great Expectations» (1997) – und Kate Winslet startete in den Armen von Leonardo DiCaprio durch.
Emma und «La La Land» – eine oscarreife Kombination. Beinahe hätte aber nicht Emma Stone mit Ryan Gosling das Tanzbein geschwungen, sondern Emma Watson. Es wäre die grosse Chance für die Britin gewesen, von ihrem Hermine-Image wegzukommen. Doch die zeitraubende Vorbereitung mit Tanz- und drei Monaten Gesangstraining liess sich nicht mit ihrem Terminkalender vereinbaren. Und so musste sie Ryan Gosling gegen ein Biest tauschen: Sie nahm die Rolle der Belle in «Die Schöne und das Biest» (2017) an. Emma Stone ging dafür voll in der Tanzrolle auf und stiess mit ihrem Oscar in die erste Reihe der Hollywood-Schauspielerinnen vor.
Ein Drama über zwei schwule Cowboys wäre heute keine aussergewöhnliche Sache mehr. Aber vor rund 18 Jahren war dieses Projekt bahnbrechend für das prüde Hollywood. Kein Wunder, bekam Mark Wahlberg kalte Füsse, als Regisseur Ang Lee ihm von der Rolle erzählte. Dieser hatte den Job übrigens von Gus van Sant geerbt, der frustriert das Handtuch warf: «Sie sagten alle Nein.» Damit meinte er Superstars wie Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Matt Damon. In den Sattel geschwungen haben sich schliesslich Jake Gyllenhaal und Heath Ledger, die für ihren Mut mit je einer Oscar-Nominierung belohnt wurden. Und Ang Lee erhielt den Oscar für die beste Regie.
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