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Louisiana Red (1932 - 2012)
Eine weitere Blueslegende ist tot
Iverson Minter hiess der am 23. März 1932 in Bessemer, AL zur Welt gekommene Bluesmusiker mit bürgerlichem Namen. Er starb kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag am 25. Februar 2012 in Hannover, wo er seit 1981 Jahre gelebt hatte. Mit Louisiana Red verliert der Blues einen weiteren Vertreter der traditionellen Interpreten aus der Gründerzeit.
Er gehörte zu der immer kleiner werdenden Gruppe der frühen Jahre des Blues mit all seinen Schattenzeiten. Kurz nach seiner Geburt starb seine Mutter und er verlor den Vater bei einem Ku Klux Klan Pogrom, als er neun Jahre alt war (Einige Quellen sprechen von fünf Jahren, seine eigene Website nennt 1941 als Jahr des tragischen Mordes. Die Red.) . Nach einem dreijährigen Aufenthalt im Waisenhaus wuchs er in der Folge im Haus seiner Grosseltern in Pennsylvania auf. Auch in seinem weiteren Leben war das Schicksal nicht eben grosszügig mit ihm, so verlor er 1972 seine erste Frau. Dennoch bewahrte er sich ein offenes, fröhliches und freundliches Wesen, wie Freunde und nähere Bekannte einstimmig betonen.
Schon 1949 gab es Aufnahmen unter verschiedenen Labeln. Unterbrochen wurde seine musikalische Karriere zeitweise durch den Koreakrieg und einer Verurteilung zu Zwangsarbeit. Er spielte in dieser Zeit mit so gut wie allen Grössen des Blues, unter anderem Ende 50er Jahre während zwei Jahren in der John Lee Hooker Band. Trotzdem gelang es ihm nicht, vom Blues zu leben, so dass er immer wieder einem Brotberuf nachgehen musste.
Erst mit seinem Auftritt am Jazz Festival Montreux 1975 und die Teilnahme am American Folk Blues Festival in den frühen achtziger Jahren verschafften ihm grössere Popularität in Europa. Man wurde auch in den USA auf ihn aufmerksam und 1983 erhielt er einen «W. C. Handy Blues Award» (heute Blues Music Award) als bester traditioneller Bluesmusiker. Auch in Europa wurde er verschiedentlich ausgezeichnet und 2010 gab es erneut fünf Nominationen für den Blues Award, zwei davon hatte er schliesslich erhalten, nämlich als Acoustic Artist of the Year und Acoustic Album of the Year für «You got to Move». 2001 verlieh ihm Woodstock, NY die Ehrenbürgerschaft.
Er pflegte die Tradition der spontanen Komposition, die kaum mehr zu erleben ist. Sein Spiel und sein Gesang waren unverwechselbar, eine seiner Stärken lag im Slidespiel. Er tourte auch in fortgeschrittenem Alter fleissig und war in Europa immer wieder zu erleben. Er hinterlässt ein bemerkenswertes Oeuvre von mehr als 30 Alben, einige davon haben es in den Kanon des Blues geschafft. Daneben war er in diversen Dokumentationen zu sehen.
Website des Künstlers