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Seit dem Bau 1848 ist die Wirtschaft Utiger im gleichen
Familienbesitz, zusammen mit der fünften Besitzergeneration ist
bereits die sechste Generation im Betrieb tätig.
Vorgeschichte
Der Werdegang beginnt mit der Familie des Erbauers Niklaus Utiger (1802). Sein Vater Niklaus Utiger wurde 1754 geboren und hatte mit seiner ersten Ehefrau, Anna Schütz aus Wohlen, sieben Töchter. Nach dem Tod seiner ersten Frau (1796) verheiratete sich Niklaus Utiger 1800 mit Elisabeth Knuchel aus Iffwil. ER war Hofbesitzer an der Kirchgasse und erbaute 1797 den Wohstock, ein währschafter Sandsteinbau, welcher heute noch besteht. 1802 wurde Sohn Niklaus geboren. Vater Niklaus verstarb 1828.
1848 bis 1898, die ersten 50 Jahre
Niklaus Utiger (1802) heiratete Anna Jenni aus Iffwil und bewirtschaftetet ab 1828 den elterlichen Bauernbetrieb. Das Paar hatte drei Söhne: Niklaus(1831), Jakob (1833) und Christian (1835) und eine Tochter Anna (1840).
Mit der neuen Bundesverfassung 1848 kam eine neue Gewerbefreiheit und Niklaus dachte auch an die spätere Erbaufteilung. So wurde das Land und der Wald für neu zwei Bauernbetriebe aufgeteilt und er erbaute ein neues Bauernhaus mit eingebauter Wirtschaft. Nicht zuletzt auch als Zusatzverdienst und zweites Standbein zum Bauern.
Das ist der Beginn der jetzigen Wirtschaft Utiger an der Bernstrasse 63, neben dem bereits erwähnten und 1797 erbauten Wohnstock. Und Niklaus war nun Landwirt und Wirt und wechselte in das neu erbaute Bauernhaus. Sohn Jakob half im elterlichen Betrieb mit als Landwirt und Wirt. Jakob verheiratete sich mit Magdalena Käch aus Buchsee, und das Paar hatte vier Kinder: Rudolf 1863) Maria Ida (1865), Rosa (1868) und Robert (1872).
Jakob übernahm 1868 als 2. Besitzer den Hof und die Wirtschaft, Vater Niklaus verstarb 1882. Onkel Christian Utiger (1835) bewirtschaftete weiterhin den ursprünglichen Hof an der Kirchgasse. 1889 kaufte Jakob einen Bauernhof an der Hofwilstrasse, um den Kindern eine kommende Existenz zu sichern, genau wie dies sein Vater Niklaus getan hatte. Der Hof wurde 1912 an die Familie Mathys verkauft und gehört heute der Familie Rufer.
Ein interessantes Familiendetail ist die Hochzeit von Tochter Maria Ida, sie heiratete Gustav Hieronymus Hemmann, den Gründer der Brauerei Felsenau bei Bern. Seither ist die Familie Utiger (heute Tschumi) durch verwandtschaftliche Bande stets mit der Brauerei Felsenau verbunden gewesen. Jakob verstirbt 1898 und seine Witwe Magdalena Utiger-Käch übernimmt als Besitzerin Hof und Wirtschaft, tatkräftig unterstützt durch ihre vier Kinder.
1898-1948, die zweiten 50 Jahre
Als die Witwe Magdalena Utiger-Käch 1898 den Hof und die Wirtschaft übernommen hatte, verstarb sie 1900. Sohn Rudolf (1863) sollte nun den ganzen Betrieb übernehmen. An seiner Stelle übernimmt Robert (1872) als 3. Besitzer die Betriebe im Jahr 1901. Robert verehelichte sich 1900 mit Marie Schneider aus Lyssach das Paar hatte sechs Kinder: Martha (1901), Ida (1905), Otto (1907), Willy (1910), Klara (1911) und Gertrud (1915)
Es folgen ereignisreiche Jahre, nicht nur der 1. Weltkrieg prägt Dorf und Land, es gibt auch erfreulichere Dinge. 1916 erfolgt die Eröffnung der lange diskutierten Bahnlinie Solothurn-Schönbühl-Moosseedorf-Zollikofen. Somit ist Moosseedorf auch bahntechnisch an die Gegend angeschlossen worden. Die Passagiere müssen zwar nach wie vor in Zollikofen umsteigen um nach Bern zu gelangen. 1924 ist es dann soweit, die neue SZB (Solothurn-Zollikofen-Bern-Bahn) verbindet Solothurn und Bern direkt. Das verhilft dem Dorf zu einem gewissen Aufschwung und es ist nicht zu letzt der Moossee, der zu einem beliebten Badeausflugsziel in der Umgebung von Bern wird.
Robert und Maria Utiger-Schneider
Sohn Willy Utiger (1910) übernimmt 1942 als Besitzer die Wirtschaft Utiger. Von da an konzentriert sich die Familie voll auf den Gastwirtschaftsbetrieb.
Im Ökonomieteil wird ein Gaststall eingerichtet für die zahlreichen Gäste, welche bei einem der beliebten Ausritte im Fraubrunnenamt hier einkehrten..
Auf einem Foto aus den 40er-Jahren ist eine Benzinzapfsäule zu sehen, ein Hinweis, dass die Familie Utiger auch hier sehr fortschrittlich dachte und mit der Zeit ging.
Willy Utiger verheiratete sich mit Margaretha Jenzer aus Alchenstorf und sie hatten zwei Töchter:
Ruth (1942) und Therese (1947).
1948-1998 die dritten 50 Jahre
Willy Utiger (1910) wirtete bis 1971. Dann übernahmen Tochter Ruth und Ehemann Albert Tschumi den Betrieb in Pacht bis 1979. Ruth hat mit Albert Tschumi zwei Kinder: Adrian (1970) und Regina (1973). 1980 übernimmt Ruth Tschumi-Utiger in 5. Generation die Liegenschaft mit Wohnstock und Wirtschaft. Schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Gastbetrieb "Wirtschaft Utiger" genannt, eine Bezeichnung, welche bis heute von der Familie so durchgezogen und aufrechterhalten wird. Seit Frühling 1997 ist bereits die 6. Generation in der Wirtschaft; Sohn Adrian ist als gelernter Koch mit höherer Gastronomieausbildung mit seiner Frau Christine als Servicefachfrau im Familienbetrieb tätig.
Nebst gelegentlichen Unterhalts- und Renovationsarbeiten erfuhren die beiden Gebäude bis 1983 keine wesentlichen Veränderungen. Zu Beginn der 80er Jahre begann die Planung für den ersten grossen Umbau zum heutigen Zustand:
•Neue Küche
•Neue Toiletten
•Behindertenzugang und -toilette
•Der Ökonomieteil(Tenn und Stall) wird der Wirtschaft zugeschlagen und es entstehen daraus
die Utiger- und die Dorfstube
• Das Säli im 1. Stock wird aufgehoben und eine Wohnung gebaut
1991 erfolgt eine umfassende Dachsanierung und 1994 wurde die Gaststube und das Hofwilsääli umgebaut. 1997 erfolgt eine
Gesamterneuerung der Küche.