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Die Graureiher- und Gänsesägerbestände haben sich in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz erholt; der Kormoran hat sich erfolgreich als Brutvogel etabliert. Das BAFU setzt sich dafür ein, die Konflikte zwischen Vogelschutz, Fischartenschutz und Fischerei zu entschärfen.
Fischfressende Vögel (Kormoran, Graureiher, Gänsesäger) können verschiedene Probleme verursachen:
- Kormorane beeinflussen die Populationen von gefährdeten Fischarten (z.B. Äsche).
- Kormorane beschädigen die Netze der Berufsfischer und entnehmen bereits gefangene Fische aus den Netzen.
- Der Futterbedarf der Kormorane, Graureiher und Gänsesäger führt zu Interessenkonflikten mit der Angelfischerei.
- Graureiher können trotz Schutzmassnahmen Schäden in Fischzuchten verursachen.
Der Kormoran in der Schweiz ist zunehmend nicht nur im Winterhalbjahr anzutreffen, sondern auch im Sommer. Seit den Meldungen über die ersten beiden Brutpaare im Jahr 2001 hat sich der Bestand auf 1504 Brutpaare erhöht (Stand 2014).
Weil die Fische im Sommer in den oberen Wasserschichten leben, sind sie in dieser Zeit besonders leicht erreichbar. Entsprechend finden die Kormorane im Sommer besonders erfolgreich Nahrung, was den Konflikt zwischen Vogelschutz und Fischerei verstärkt.
Massnahmen
Das BAFU engagiert sich für die Lebensraumverbesserung der Fische durch Revitalisierungen von begradigten und strukturarmen Gewässern.
Zudem sollen die Fliessgewässer wieder fischgängig werden. Durch diese Massnahmen lassen sich auch viele Konflikte mit fischfressenden Vögeln entschärfen.
Zur Lösung konkreter Konflikte mit erheblichen Schäden (Schutz der Bestände gefährdeter Fischarten, Schäden an den Netzen der Berufsfischerei, Verluste in Fischzuchtanlagen) plant das BAFU in Zusammenarbeit mit den Kantonen eine Vollzugshilfe.
Wie bis anhin werden darin als wichtige Grundprinzipien festgehalten:
- Zuerst bzw. primär sollen Präventionsmassnahmen angewendet werden, z.B.
- Schutz von Fischzuchtanlagen durch technische Massnahmen und
- Vergrämung von Kormoranen an den Netzen der Berufsfischer.
- Erst wenn diese Massnahmen nicht wirken, können gegen geschützte fischfressende Vögel unter Beachtung von strengen Kriterien und mit Bewilligung der Behörden weitergehende Massnahmen ergriffen werden.
Schadensvergütung
Bei den durch fischfressende Vögel verursachten Schäden handelt es sich um keine Wildschäden im rechtlichen Sinne (Art. 13 JSG). Die Kantone sind deshalb auch nicht verpflichtet, Vergütungen zu zahlen.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 17.12.2019