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Italiens Premier Silvio Berlusconi sieht dem Prozess wegen mutmasslicher Bezahlung einer minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauchs scheinbar gelassen entgegen. Er sei "überhaupt nicht besorgt", sagte er am Mittwoch in Rom auf einer Medienkonferenz zu Wirtschaftsfragen.
Der Ministerpräsident nahm damit erst 24 Stunden nach dem Entscheid einer Mailänder Ermittlungsrichterin, eine entsprechende Anklage gegen Berlusconi zuzulassen, erstmals öffentlich Stellung. Berlusconi zeigte sich überzeugt, dass er trotz des Prozesses bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2013 im Amt bleiben werde. Die Allianz mit dem Koalitionspartner Lega Nord sei solide.
"Die Lega Nord hat ihren Willen bekräftigt, weiterhin diese Regierung zu unterstützen. Wir sind entschlossen, bis zum Ende der Legislaturperiode weiter zu regieren", sagte Berlusconi. Weitere Fragen zum Fall "Ruby" wehrte der Premier bei der Medienkonferenz "aus Liebe zu meinem Land" ab.
Der Prozess gegen Berlusconi beginnt am 6. April. Die Mailänder Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bei ausschweifenden Partys zwischen Februar und Mai 2010 die damals minderjährige Marokkanerin mit dem Spitznamen "Ruby" für Sex bezahlt zu haben.
Berlusconi soll zudem sein Amt missbraucht haben, um Rubys Freilassung zu erwirken, als diese wegen Diebstahlverdachts in Polizeigewahrsam war. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 74-Jährigen bis zu 15 Jahre Haft.
Der Regierungschef weist die Vorwürfe zurück. Er sieht sich von "linken" Staatsanwälten und Richtern verfolgt, die ihn aus dem Amt jagen wollten. Zudem hält er die Mailänder Justiz für nicht zuständig. Die italienische Opposition fordert Berlusconis Rücktritt. Er solle damit dem Land einen Regierungschef vor Gericht ersparen.
SDA-ATS