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Die Abteilung für Umwelt untersucht und beurteilt die Qualität der Aargauer Bäche und Flüsse mit sich ergänzenden chemischen und biologischen Methoden. Die Untersuchungen stützen sich auf die Empfehlungen des Bundes gemäss Modulstufenkonzepts.
Es werden folgende Module zur Bewertung der Gewässerqualität angewendet:
- Äusserer Aspekt
- Chemische Indikatoren
- Biologische Indikatoren
Der Äussere Aspekt: Beurteilung der sichtbaren Anforderungen
Der optische Eindruck eines Baches und der Geruch des Wassers zeigen, ob die Wasserqualität schwerwiegende Mängel aufweist. Diese Methode erlaubt eine rasche Beurteilung eines Gewässerabschnittes. Sie wird auch bei der Zustandserhebung der Gewässer im Rahmen der Generellen Entwässerungsplanung (GEP) angewendet. Bei akuten Gewässerverschmutzungen sind Belastungen oft augenfällig und können so für die polizeilichen Ermittlungen dokumentiert werden.
Die folgenden Aspekte kommen in einem Fliessgewässer mit guter Wasserqualität nicht vor:
- starke Schaumbildung
- starke Trübung (bei starkem Niederschlag normal)
- Abfälle und Feststoffe (z.B. WC-Papier)
- fauliger Geruch / Fäkalgeruch
- Verschlammung der Gewässersohle
- Schwarze Verfärbung der Sedimente, oft mit fauligem Geruch (Eisensulfid)
- starkes Wuchern von Algen
- von Auge sichtbarer Bewuchs mit Bakterien (sogenannter Abwasserpilz) oder Wimpertieren (sogenannter heterotropher Bewuchs)
Auf Fliessgewässern und an Seeufern kann Schaum einen Hinweis auf eine Gewässerverschmutzung geben, er kann jedoch auch natürliche Ursachen haben. Das Faktenblatt des Amtes für Wasser- und Abfall des Kantons Bern (AWA) ist eine nützliche Hilfe zur Beurteilung von Schaum im Gewässer.
Heterotropher Bewuchs kommt vor, wenn über eine längere Zeitspanne zu viele leicht abbaubare Stoffe im Wasser vorhanden sind z.B. durch ungereinigtes Abwasser, Säfte von Silage oder organischen Abfällen. Bei starker Belastung treten augenfällige Bakterien-Kolonien auf, der sog. Abwasserpilz. Er zeigt sich als grauer Bewuchs oder im Wasser als flutende Zotten an Steinen, Wurzeln und Wasserpflanzen. Bei weniger starker Belastung sind an der Unterseite von Steinen oft weissliche Kolonien von Wimpertieren sichtbar.