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Im Sommer 2008 wurde die Maturaarbeit von Nathalie Gelbart über das Leben ihres Grossvaters Ruben Gelbart, eines der letzten Überlebenden des Holocaust, publiziert. Die Arbeit ist ein einzigartiges Dokument über eine dunkle Epoche der Weltgeschichte. Die Publikation schafft eine unmittelbare Nähe zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, weil die Erlebnisse des Holocaustüberlebenden von einer Altersgenossin erzählt werden. Dadurch eignet sie sich ganz besonders als Lektüre an Schulen. Die Begleitpublikation „Den Holocaust reflektieren“ ist ein Hilfsmittel für Lehrkräfte, die den Holocaust interdisziplinär und projektartig mit Lernenden thematisieren und diskutieren wollen. Die beteiligten Fachrichtungen sind Philosophie, Deutsch, Theologie und Geschichte.
Die Publikation entwickelt Module, die Aspekte des Holocaust aufgreifen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Ausgangspunkt für das Nachdenken sind bekannte und neuere Texte aus den genannten Fächern, die mit Fragen und Aufgaben erschlossen werden. Die Lernenden reflektieren in jedem Modul Thesen und Antithesen, werten unterschiedliche Quellentexte kritisch aus und finden so zu einem eigenen Standpunkt. Ein Modul stellt den nationalen und speziell den lokalen Bezug her. Zielgruppe sind die Lernenden der letzten Klassen von Mittelschulen. Die didaktische Publikation wird von einer CD-ROM begleitet. Diese umfasst Tondokumente aus Gesprächen mit Ruben Gelbart und seiner Enkelin Nathalie Gelbart, Bildmaterial sowie die Texte, u.a. von Hannah Arendt, Dietrich Bonhoeffer, Jurek Becker, Dan Diner, Ludolf Herbst, Hans Jonas, Enzo Traverso, Rolf Zimmermann.