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Menschen nutzen den Pfeilbogen seit der Altsteinzeit. Einst diente er als Waffe für die Jagd und bei kriegerischen Auseinandersetzungen. Das alte Reitervolk der Skythen verwendete die Bögen ebenso wie die Indianer Nordamerikas sowie viele asiatische und europäische Völker.
Vermutlich waren die etwa 64 000 Jahre alten Steinspitzen, die in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal geborgen wurden, für einen Bogen bestimmt. Der Wahrheitsgehalt dieser Vermutung ist bis heute umstritten.
Gestielte Spitzen aus Feuerstein fanden die Forscher auch in Europa. Diese entstanden 22 000 bis 18 000 Jahre v. Chr. Auch hier nehmen die Archäologen an, dass es sich um Pfeilspitzen handelt. Anders als bei den Funden in Südafrika ist sich die Forschung dabei weitestgehend einig. Das macht den Fund zum ältesten indirekten Hinweis für die Nutzung eines Pfeilbogens.
Der Pfeilbogen zählt somit zu den am weitesten verbreiteten und auch ältesten Jagd- und Kriegswaffen der Welt.
Das älteste archäologische Fundstück, das als Bogen interpretiert wurde, stammt aus Deutschland – genauer gesagt aus einer Kiesgrube in Mannheim. Es handelte sich um ein rund 110 Zentimeter langes Exemplar. Sein Zuggewicht wurde auf elf bis 13 Kilogramm geschätzt. Das würde bedeuten, dass sein Besitzer damit bis zu 80 Meter weit schiessen konnte.
Man ordnete den Fund in die archäologische Kulturstufe Magdalénien ein und datierte es damit ans Ende der letzten Eiszeit. Mithilfe der Radiokohlenstoffmethode gelang es Forschern, das Alter des Bogens genauer einzugrenzen, und zwar auf circa 372 vor Christus. Nachgewiesen werden konnte ausserdem, dass Flachbögen mit D-förmigem Querschnitt sogar schon seit der Mittelsteinzeit bis zur Bronzezeit geläufig waren.
Antike Darstellungen zeigen erste Belege für Kurzbögen, die vor allem im vorderen Orient und in den Steppenreiterkulturen zum Einsatz kamen. Im Vergleich zum Langbogen sind die mechanischen Verhältnisse des kürzeren Exemplars eher ungünstig. Deshalb verfügen sie über ein zurückgebogenes Bogenende und Sehnen- beziehungsweise Hornverstärkungen. Die Römer und Griechen übernahmen diese Formen, während man in Mitteleuropa weiterhin auf den Langbogen setzte.
Im europäischen Hoch- und Spätmittelalter entwickelte er sich dann zum englischen Langbogen. Er war mit sehr hohen Zuggewichten ausgestattet, dank denen man sogar eine Kettenrüstung und teilweise sogar Plattenpanzer durchdringen konnte. Nichtsdestotrotz wurden auch andere Fernwaffen immer beliebter, wie beispielsweise die Armbrust, aber vor allem Feuerwaffen.
Ab dem 16. Jahrhundert wurden Pfeil und Bogen endgültig abgelöst. In England hielt man noch eine Weile daran fest. Doch auch dort war für sie im 17. Jahrhundert das Ende gekommen. Das lag unter anderem daran, dass die Ausbildung eines Langbogenschützen deutlich mehr Zeit in Anspruch nahm als beispielsweise eines Musketenschützen.
Der Bogen spielte als Waffe also eine immer geringere Rolle und verschwand von den Schlachtfeldern Europas. Im 19. Jahrhundert erlebte er eine Renaissance in ganz neuen Gefilden: bei der Jagd und im Sport.
Überlieferte Gespräche zwischen Goethe und seinem Vertrauten Johann Peter Eckermann zeigen, wie exotisch das Bogenschiessen im 19. Jahrhundert war. In Belgien hatte es sich damals schon zu einem beliebten Volkssport entwickelt, wie Eckermann mit Erstaunen feststellte. Junge Männer schossen dort auf Papierscheiben, die an nassen Lehmwänden befestigt waren.
Eckermann bemühte sich nach eigenen Angaben sehr, den Bogensport auch im Nachbarland Deutschland zu etablieren, doch blieb zunächst erfolglos. Ein Blick nach Grossbritannien hingegen zeigte wieder ganz andere Bilder. Dort wurde das Bogenschiessen zu einem populären Frauensport. Die Mediziner des Viktorianischen Zeitalters rieten Mädchen und jungen Frauen dringend davon ab, sich körperlich zu stark zu betätigen.
Sie waren der Meinung, dies würde der weiblichen Entwicklung schaden und schlimmstenfalls sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Bogenschiessen gehörte zu den wenigen Aktivitäten, die als unbedenklich galten. Es waren hauptsächlich Frauen der Oberschicht, die Pfeil und Bogen in der Hand hielten, denn beides war damals sehr teuer. Berichte aus dem 19. Jahrhundert zeigen auch, dass man von Bogenschützinnen einen angemessenen Kleidungsstil erwartete.
Natürlich war auch dieser mit finanziellen Aufwendungen verbunden – ein weiterer Grund, warum nur wenige Frauen aus der Mittelschicht Bogenschützinnen waren. Die Berichte schenkten der Kleidung der Sportlerinnen sogar deutlich mehr Aufmerksamkeit als ihre Erfolge.
1900 schaffte es der Bogensport erstmals in die Reihe der olympischen Sportarten. In den Jahren 1904, 1908 und 1920 waren ebenfalls olympische Bogenschützen aktiv, allerdings lediglich männliche. Dann verschwand der Pfeilbogen für einige Jahrzehnte aus dem olympischen Programm, bis er 1972 wieder zurückkehrte. Dann durften auch Frauen um die begehrten Medaillen kämpfen.
Ein einfacher Bogen besteht aus einem elastisch geschwungenen, stabähnlichen Hauptelement. An beiden Enden ist die Bogensehne befestigt. Die ursprünglichen Bogenmaterialien sind Holz sowie Horn und Tiersehnen. Moderne Sportbögen bestehen häufig aus kohlenstofffaser- oder glasfaserverstärkten Kunststoffteilen.
Über den genauen Aufbau von Pfeil und Bogen
Lang- und Reiterbögen sowie frühere Bögen sind lediglich aus einem Stück gefertigt. Compound- und Take-Down-Bögen hingegen setzen sich in der Regel aus sechs Bestandteilen zusammen:
-
Mittelteil, das als Griff dient
-
zwei flexible Wurfarme
-
zwei Bogenenden
- Bogensehne, die an den beiden Enden befestigt wird
Um die Bogensehne einhängen zu können, also den Bogen zu
spannen, sind die Wurfarme zu krümmen. So entsteht die sogenannte Vorspannung des Bogens. Zieht der Schütze die Bogensehne dann zu
sich heran, krümmen sich die Wurfarme noch stärker. Sie speichern dann die Energie, die so auf sie übertragen wird.
Beim Loslassen der Sehne geben sie eben diese Energie an den Pfeil weiter, und er schnellt nach vorn. Der Bogen wandelt also Leistung um. Die Zugarbeit, die der Schütze leistet, gibt er sofort an den Pfeil weiter. Deshalb ist es sehr wichtig, den Bogen niemals ohne Pfeil abzuschiessen.
Die Energie kann dann nicht übertragen werden, und es besteht die Gefahr, dass der Bogen bricht. Der Schütze könnte sich dabei verletzen. Die gesamte Kraft entlädt sich fast ausschliesslich im Bogen selbst, weshalb er schlimmstenfalls explosionsartig zersplittert.
Die Bedeutung des Zuggewichts
Die Kraft, die für das Halten notwendig ist, bezeichnet man als Zuggewicht und gibt sie in Pfund an. Wie hoch es maximal sein kann, hängt davon ab, wie steif die Wurfarme im Verhältnis zur Bogenlänge sind. Möglich sind mehr als 100 Pfund, was rund 444 N entspricht.
Das lässt sich mit der Kraft vergleichen, die man aufwenden muss, um einen knapp 45 Kilogramm schweren Gegenstand anzuheben. Wie viel das Zuggewicht bei einem bestimmten Bogen beträgt, weist Meister Messer im Online-Shop aus. Die Angaben beziehen sich immer auf eine bestimmte Auszugslänge, die standardmässig 28 Zoll beträgt.
Gemessen wird sie vom tiefsten Punkt des Griffstücks bis zum Nockpunkt – eine Markierung, unter der der Schütze den Pfeil aufsteckt. Zusätzlich addiert man 1.75 Zoll, denn früher mass man beginnend an der Vorderkante des Bogens. So möchte man sich dieser alten Definition annähern.
Natürlich verfügt jeder Bogenschütze über eine ganz individuelle Auszugslänge. Wer dabei allerdings über die angegebene Länge hinausgeht, lässt das Zuggewicht und damit auch den Kraftaufwand ansteigen. Der Schütze löst dann das sogenannte Stacking aus. Infolgedessen wird es immer schwerer, die Kraftübertragung zu dosieren, und die Treffsicherheit nimmt ab.
Auch hier besteht die Gefahr, dass der Bogen bricht und der Schütze sich verletzt. Und wie löst der Bogensport dieses Sicherheitsproblem? In den dort verwendeten Bögen sind Klicker eingearbeitet. Sie signalisieren dem Schützen, wann er die maximale Zuglänge erreicht hat.
Es gibt viele verschiedene Methoden des Bogenschiessens. Das Grundprinzip ist aber bei allen gleich: Der Bogen wird gespannt, der Pfeil zum Ziel ausgerichtet und schliesslich losgelassen. Die wohl einfachste Methode ist das intuitive Schiessen.
Dabei kommen Bögen ohne Visiereinrichtungen oder anderes Zubehör zum Einsatz. Der Schütze verlässt sich einzig und allein auf seinen scharfen Blick und die Hand-Augen-Koordination. Er zielt nicht bewusst, sondern richtet seinen Blick auf das Ziel und schiesst getreu dem Motto: «Übung macht den Meister».
Wichtig sind dabei drei Punkte: der Stand, die Ausrichtung des gesamten Körpers zum Ziel und die Haltung des Bogenarms. Die Grundlage bildet ein fester und sicherer Stand. Der Schütze platziert seine Füsse schulterbreit auseinander und verteilt sein Gewicht gleichmässig darauf.
Er platziert dann seine Hand mittig an der Sehne, wo er auch den Pfeil ansetzt. Dabei liegt der Zeigefinger über dem Pfeil, und Mittel- und Ringfinger liegen unter ihm. Man spricht dabei vom mediterranen Griff. Wichtig ist, dass die Hand fest genug greift, sodass der Bogen sicheren Halt hat. Gleichzeitig sollte sie locker genug sein, um nicht zu verkrampfen. Die Sehne sollte etwa in der Mitte des jeweils vordersten Fingerglieds liegen.
Der Arm selbst verbleibt immer auf der gleichen Linie, und die Hand zieht die Sehne bis zum Ankerpunkt. So erreicht der Schütze, dass der Bogen stets die gleiche Menge an Energie speichert und auch immer gleich beschleunigt. Dadurch kann er sich auf ein recht gleichmässiges Flugverhältnis des Pfeils bei jedem Schuss verlassen.
Der Atem des Schützen gibt den Rhythmus des Schiessens vor. Beim Einatmen hebt er den Bogen ins Ziel, und beim Ausatmen zieht er seine Zughand zum Ankerpunkt.
Wertvolle Tipps beim Bogenschiessen
Ein Verdrehen des Pfeils verhindert der Schütze, wenn er seine Hand gerade hält. Er betrachtet sie als Verlängerung des Arms. Der Druckpunkt befindet sich dann genau zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger auf dem Handballen.
Ungeübte Bogenschützen verspüren schnell einen Muskelkater in der Schulter, vor allem im Deltamuskel. Dabei sollte dieser gar nicht unter Spannung stehen. Der Muskel ist recht klein, weshalb das Trefferbild dann schnell wackelig wird. Eine niedrige Schulterhaltung hilft, ihn zu entspannen und den Arm gerade zu halten, ohne dass er stark zittert.
Wichtig festzuhalten ist, dass nicht jeder Pfeil beim intuitiven Schiessen ins Schwarze trifft. Schliesslich sitzt beim Fussball auch nicht jeder Schuss oder beim Basketball jeder Wurf. Entscheidend ist einerseits das Training, aber auch, ob sich der Schütze mit seiner Haltung und seinem Bogen wohlfühlt.
Übrigens: Um genau zu sein, schiesst man nicht mit Pfeil und Bogen, sondern man wirft. Grund dafür ist, dass der Pfeil nicht wie bei einem Geschoss durch explosive Treibmittel abgefeuert wird. Er kommt durch die Wurfarme in Bewegung.
Ein Pfeilbogen ist kein Spielzeug. Ein fachgerechter und vor allem abgesicherter Umgang damit ist unabdingbar. Zwei wichtige Punkte wurden bereits erwähnt: Schiessen Sie niemals einen leeren Bogen ab und überspannen Sie ihn nicht übermässig. Zu gross ist das Risiko, dass sich die Energie, die auf ihn übertragen wurde, ebenda explosionsartig entlädt. Der Bogen kann brechen, und es herrscht Verletzungsgefahr.
Dass beim Schiessen eines Pfeils höchste Konzentration herrschen sollte, versteht sich von selbst. Lassen Sie sich mit gespanntem Bogen niemals ablenken und halten Sie Ihre Augen stets auf das Ziel gerichtet. Dieses Ziel muss natürlich für den Schuss geeignet sein.
Ausserdem ist sicherzustellen, dass sich zwischen dem Ziel und Ihnen nichts befindet, das beschädigt werden kann. Das gilt selbstverständlich auch für Lebewesen, die verletzt werden könnten.
Jeder Schütze sollte zudem damit rechnen, dass er möglicherweise danebenschiesst. Das gilt vor allem für Anfänger. Der Bereich rund um das Ziel ist also auch zu sichern, bevor der Bogen gespannt wird.
Richten Sie Ihren Pfeil nie zum Spass auf etwas, das Sie nicht treffen möchten, besonders nicht auf Menschen und Tiere! Zu gross ist die Gefahr, dass sich der Pfeil versehentlich löst und es zu verheerenden Unfällen kommt.
Um die Funktionsweise des Pfeilbogens zu verstehen, lohnt es sich, diesen selbst herzustellen. Hierfür wählen Sie ein etwa 1,8 Meter langes Stück Holz, das weder Astlöcher noch Knoten aufweist. Vorteilhaft ist, wenn das Holz in der Mitte dicker als an den Seiten ist. Eibe, Esche, Haselnuss oder Ahorn eignen sich besonders gut.
Alternativ dazu können auch Holzarten wie Holunder, Lärche oder Ulme verwendet werden. Wer das Holz aufrecht auf den Boden stellt und es leicht nach unten drückt, erkennt schnell dessen natürliche Biegung. Die Bauchseite dreht sich dabei dem Bogner zu.
Die Bearbeitung des Bogens
Nun geht es darum, die Form zu definieren. Wichtig sind die Wurfarme und der Griff. Den Griff markiert der Bogner etwa acht Zentimeter unter sowie über der Mitte des Bogens. Was sich über der Markierung befindet, ist der obere Wurfarm, der Teil darunter ist der untere Wurfarm.
Sowohl der untere als auch der obere Wurfarm müssen eine exakt gleiche Krümmung aufweisen. Das erreichen Sie, indem Sie den Bogen aufrecht hinstellen und nach aussen drücken. Somit ist ersichtlich, an welcher Stelle der Bogen flexibel ist. Mit einem Messer nehmen Sie etwas Holz von der Stelle, die sich als unnachgiebiger erweist.
Bearbeiten Sie das Holz so, dass der Griff am dicksten ausfällt. Sämtliche Schnitzarbeiten sind auf der Bauchseite des Bogens auszuführen, denn auf der Rückenseite wäre der Druck zu gross. Dort kommt es leichter zu Strukturschäden und zu einem unerwünschten Bruch des Holzes.
Pfeilbogenbau: der letzte Schliff
Mit dem Messer schneidet der Bogner die Kerben – die sogenannten Nocken. Diese setzen an den Seiten des Bogens an. Die Kerben sind jeweils rund 2,5 bis fünf Zentimeter vom Holzende entfernt. Um die Stabilität des Holzes zu gewährleisten, sind die Kerben gerade nur so tief, dass sie die Sehne an ihrem Platz halten.
Im Anschluss daran erfolgt die Befestigung der Bogensehne. Da die Kraft des Schusses aus dem Bogen kommt, muss die Sehne nicht dehnbar sein. Als Material eignen sich zum Beispiel Rohleder, ein Hanfseil, eine Angel- oder Nylonschnur, Zwirn oder Baumwoll- und Seidensträhnen.
Das Bespannen und Tillern des Pfeilbogens
Der Bogner bindet an beiden Enden der Sehne eine lockere Schleife und legt diese dann um den oberen und unteren Teil des Wurfarms. Im Idealfall sitzt die Sehne straff und ist deshalb etwas kürzer als der ungespannte Bogen. Im Anschluss daran hängen Sie den Bogen am Griff in die Höhe und ziehen die Sehne langsam nach unten.
Dabei ist darauf zu achten, dass sich die Wurfarme gleichmässig biegen. Im Bedarfsfall wird überschüssiges Holz abgeschnitten. Wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis sich die Sehne so weit ziehen lässt, dass sie sich in Höhe Ihres Kiefers befindet. Dieser letzte Arbeitsschritt heisst in der Fachsprache «Tillern».
Der Bogenbauer bringt den vorgeformten Rohling durch eine spezielle Bearbeitung in die endgültige Biegeform. Dabei erfolgt das kräftemässige Abstimmen des oberen Wurfarms zum unteren. Beide Wurfarme krümmen sich beim Ausziehen des Bogens gleichmässig und ohne Knickstellen. Dieser Vorgang zählt zu den Arbeitsschritten des Bogners, die die meiste Präzision erfordern. Manchmal ist er damit Stunden oder gar Tage beschäftigt.
Ziel des Tillerns
Mit dem Tillern erreicht der Bogner eine höhere Stärke und Bruchsicherheit. Zudem verringert sich das Stringfollow. Dabei handelt es sich um den Effekt, der bei einer Überspannung auftritt. Das heisst, der Bogen verkürzt sich, was wiederum die Abschussenergie reduziert. Im Idealfall kehrt der Bogen nach dem Abspannen in seine Ausgangsform zurück.
Bei zu hoher Belastung kommt es zu einer Stauchung der Holzstruktur im Bogenbauch. Allgemein neigen breite Wurfarme zu weniger Stringfollow. Durch das Tillern erhöht sich allgemein der Schiesskomfort. Der professionelle Bogenbauer benutzt ein spezielles Zugmesser und verwendet später die feinere Ziehklinge und den Schweifhobel zur Bearbeitung. Ist der Pfeilbogen gut getillert, erfolgt die Bewegung der Wurfarme nach dem Lösen des ausgezogenen Bogens synchron zueinander.
Beide Tips kommen gleichzeitig in ihre Ausgangslage zurück. Die Bogensehne verweilt bei Abschuss oder Auszug in der Mitte der Bogenlinie. Die Wurfarme fluchten gerade und sind nicht verwunden. Dadurch verhält sich der Pfeilbogen im Abschuss ruhig. Er kippt weder nach hinten noch nach vorne. Die Energieübertragung über den Bogen auf den Pfeil ist optimal. Die Biegelinie im Vollaufzug wirkt gleichmässig und harmonisch.
Nachteile eines schlecht getillerten Bogens
Ein schlecht gebauter Pfeilbogen verliert an Wirkungsgrad. Beim Schiessen liegt er unruhig in der Hand, und im schlimmsten Fall kann er brechen.
Ein guter Pfeil besteht aus einem geraden Stock. Hierfür eignet sich abgestorbenes und trockenes Holz. Als Faustregel gilt, dass der Pfeil etwa halb so lang sein sollte wie der Bogen oder dass er die Länge des maximal zurückgespannten Bogens aufweist.
Nur dann wird das ganze Potenzial des Pfeilbogens ausgeschöpft. Den Stock bearbeitet der Bogner so, dass die Oberfläche glatt ist. Manche erhitzen den Pfeil über heisser Holzkohle und begradigen ihn somit. In das Ende des Pfeils schneidet der Bogner eine kleine Rille, die sogenannte Nocke. Diese verleiht der Sehne den erforderlichen Halt.
Die Pfeilspitze
Auf der anderen Seite des Schafts entsteht die Spitze. Sinnvoll sind das Zurechtschnitzen mit dem Messer und das anschliessende Aushärten über der heissen Kohle, ohne dabei den Stock zu verbrennen. Alternativ dazu fertigt man eine Spitze aus Knochen, Stein oder Metall. Um das Material am Pfeil zu befestigen, schneidet der Bogner eine Kerbe in das Holz, fügt die Spitze ein und bindet alles mit einer Schnur zusammen.
Die Befiederung des Pfeils
Die Befiederung stabilisiert den Pfeil im Flug und erhöht damit auch die Reichweite. Wie der Name bereits andeutet, verwendeten die ersten Bogenbauer hierfür Vogelfedern. Um einen einfachen Pfeil herzustellen, klebt man Federn an das hintere Pfeilende.
Alternativ dazu kerben Sie die Pfeilenden ein, schieben die Federn in die Kerben und umwickeln diese anschliessend mit einem Faden oder einer Schnur. Die obige Bauanleitung dient lediglich dazu, den groben Aufbau eines Pfeils anhand eines praktischen Beispiels zu verstehen. Inzwischen sind auf dem Markt technisch ausgefeilte Modelle aus innovativen Materialien wie Carbon und Aluminium erhältlich. Diese finden auch im modernen Bogensport Verwendung.
Das genannte Beispiel beschreibt die Herstellung eines einfachen und primitiven Langbogens. Im Lauf der Geschichte entwickelte sich der ursprüngliche Pfeilbogen jedoch stetig weiter. Viele moderne Bögen verfügen über raffinierte Zusatzelemente, die das Zielenwesentlich vereinfachen und für deutlich mehr Performance sorgen. Die Pfeilbögen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer materiellen Beschaffenheit und des Aufbaus. Nachfolgend einige Beispiele:
Langbogen
Die ursprünglichste Variante ist der Langbogen, auch als Primitiv-Bogen oder Selfbow bekannt. Der Abschuss erfolgt instinktiv, und es sind keine Zielhilfen vorhanden. Als Geschosse dienen Holzpfeile. Moderne Modelle verfügen über einen Belag aus Carbonfasern oder Fiberglas.
Reiterbogen
Der Reiterbogen ist die Weiterentwicklung des herkömmlichen Langbogens. Er ist kleiner und besteht aus Holz oder Horn. Die Wurfarme sind stark geschwungen, der Griff sitzt vertieft. Der Reiterbogen weist die Form einer stark abgerundeten «3» auf. Krieger zu Pferd benutzten solche Pfeilbogen.
Traditioneller Recurvebogen
Der Recurvebogen, auch Jagdbogen oder Jagd-Recurve genannt, basiert auf einer asiatischen Vorlage. Er ist aus einem oder auch aus drei Teilen gefertigt. Der Abschuss erfolgt ohne Zielhilfe, entweder mit Pfeilen aus Holz oder Aluminium.
Blankbogen
Der Blankbogen oder Bare Bow ist zumeist ein Recurvebogen ohne Stabilisatoren oder Zielhilfen. Das Schiessen erfolgt nach Gefühl oder über den Pfeil. Das Stringwalking dient als Zielhilfe. Der Schütze ergreift hierbei mit den Fingern die Sehne unterhalb des Nockpunktes. Die Pfeile für den Blankbogen bestehen meist aus Aluminium-Carbon, Carbon oder Aluminium.
Sport-Recurvebogen
Der Sport-Recurvebogen ist die Variante, die bei den Olympischen Spielen Verwendung findet. Dieser Bogen verfügt über Stabilisatoren und ein Visier. Die Wurfarme sind gebogen. Dadurch speichern sie mehr Energie, und der Wirkungsgrad fällt höher als bei einem Langbogen aus.
Diese Recurvebögen lassen sich in drei Teile zerlegen. Sie können die Wurfarme, die sogenannten Recurves, abnehmen. In der Regel bestehen diese Wurfarme aus Fiberglas, Carbon und Holz. Das Mittelstück ist aus einer gefrästen oder gegossenen Leichtmetalllegierung gefertigt. Als Geschosse dienen Alu-Carbon -, Alu- oder Carbonpfeile.
Compoundbogen
Der Compoundbogen entstand als relativ junge Erfindung am Ende der 1960er-Jahre in den USA. Der Unterschied zu anderen Pfeilbögen ist das Flaschenzugprinzip. An den Enden der Bögen befinden sich Rollen, sogenannte Cams, sowie Excenter. Zieht der Schütze den Bogen aus, dann wickelt sich die Sehne beziehungsweise ein zusätzliches Stahlkabel um die Excenter.
Ein Teil der Zugkraft wird somit übertragen. Bei steigendem Auszug nimmt die Kraft wie bei einem herkömmlichen Bogen zuerst zu. Beim Überschreiten des Gipfel-Zuggewichts nimmt die Energie aber schlagartig ab. Das hat den Vorteil, dass der Schütze bei einem voll ausgezogenen Bogen nur noch einen geringen Teil des Zuggewichts hält. Diese Zugreduzierung beträgt bis zu 80 Prozent.
Somit ist es möglich, den Pfeilbogen wesentlich ruhiger zu halten und auch leichter zu zielen. Die Wurfarme des Compoundbogens bestehen aus Carbon, das Mittelstück zumeist aus Leichtmetall. Ein Visier mit Wasserwaage, ein Sehnenguckloch – das sogenannte Peep-Sight – und ein Vergrösserungsglas, das Scope, zählen zu den technischen Hilfsmitteln.
Eine Auslösehilfe, auch Release genannt, löst den Schuss aus. Stabilisatoren sorgen für das erforderliche Gleichgewicht und dämpfen zusätzlich den Schuss. Aluminium-, Aluminium-Carbon- oder Carbonpfeile finden Verwendung. Zwei beliebte und sehr preiswerte Compoundbogen-Modelle sind zum Beispiel der Poe Lang - Crow Compoundbogen 30-55 lbs oder der Man Kung - Basilisk Compoundbogen 40-70 lbs.
Früher bestanden fast alle Pfeile aus Holz. Federn stabilisierten den Pfeil und hielten ihn in seiner Flugbahn. Heute gibt es Pfeile aus Carbon, Aluminium-Carbon – abgekürzt ACE oder ACC –, Aluminium, Fiberglas und Holz. Für jeden Bogen stehen passende Pfeile zur Auswahl, denn die exakte Abstimmung von Bogen und Pfeil ist enorm wichtig.
Hierbei spielen das Gewicht, die Steifigkeit des Pfeilschafts (auch Spine genannt) sowie die Länge eine grosse Rolle. Der Pfeil setzt sich aus dem Schaft, der Pfeilspitze, der Fiederung und dem Nock zusammen. Der Nock dient dem Ansetzen der Sehne. Das sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Pfeilen:
Holzpfeile
Sie bestehen aus verschiedenen Hölzern. Oft sind sie aus Pinien- oder Zedernholz hergestellt. Durch ihre hohe Elastizität sind Holzpfeile nicht für Bögen mit hohem Zuggewicht geeignet.
Alu-Carbon-Pfeile
Alu-Carbon-Pfeile sind ausgesprochen leicht. Carbonfasern ummanteln einen Kern aus Aluminium. Der Nachteil dieser Variante ist der etwas höhere Kaufpreis. Auch sind diese Pfeile im Vergleich zu anderen Modellen etwas anfälliger.
Pfeile aus Aluminium
Der Schaft besteht aus Aluminium und ist mit verschiedenen Legierungen versehen. Aluminiumpfeile sind in unterschiedlichen Stärken und Durchmessern erhältlich. Das Material ist überaus leicht.
Pfeile aus Carbon
Carbonpfeile sind schnell, leicht und trotzdem ausgesprochen stabil. Die Pfeile bestehen aus kleinen, miteinander verklebten Carbonfasern.
Im Angebot von Meister Messer finden Sie verschiedene Produkte für den Bogensport. Informieren Sie sich im Online-Shop über die Bögen und die dazu passenden Pfeile.