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Nach verschiedenen Versuchen wurde 1807 das erste kommerziell nutzbare Dampfschiff, die Clermont, auf dem Hudson River (New York, USA) in Betrieb genommen. In der Schweiz fuhr ab 1823 die Guillaume Tell erfolgreich auf dem Genfersee. Der zweite Schweizer See, der von dieser Erfindung profitierte, war der Neuenburgersee. 1826 lief in Yverdon der Holzrumpfdampfer Union vom Stapel, um die Stadt mit Nidau zu verbinden. Hier blieb der Erfolg zunächst aus. Die Zihl war noch nicht kanalisiert und ihr stark wechselnder Wasserstand war der Schifffahrt hinderlich. Zudem mangelte es der Besatzung an Erfahrung und Pannen kamen häufig vor. Bereits nach zwei Jahren endete der Einsatz der Union. Sechs Jahre später erwachte die Dampfschifffahrt dank Philippe Suchard von neuem. Suchard lancierte die Industriel, das erste Boot der Schweiz mit eiserner Schale. Später verbesserte sich die Situation in der Zihl und ab 1855 verband die Eisenbahn Morges mit Yverdon. Dank der Anschlussschiffe über den Neuenburgersee, Bielersee und die Aare konnten Fahrgäste in einem Tag von Genf nach Solothurn fahren. Das goldene Zeitalter der Dampfschifffahrt brach an. Bald umfasste die Flotte der drei Seen und der Aare ein Dutzend Dampfschiffe und Schlepper.
Die Blütezeit der Schifffahrt fand ein rasches Ende, als 1860 die Ost-Westverbindung der Eisenbahn fertiggestellt war. Der Güterverkehr verlagerte sich auf die Bahn und der Schiffsbetrieb verlor seine Rentabilität. Boote wurden verkauft oder verschrottet; nur noch zwei Einheiten boten eine Verbindung Estavayer-Neuchâtel-Murten an. Nach und nach gab die Bahn dem Tourismus Auftrieb und verschaffte den Schiffen neue Kundschaft. Ein erster Halbsalondampfer lief 1881 vom Stapel und es wurde geplant, die Langstreckenfahrten Biel-Yverdon wieder aufzunehmen. Zur Finanzierung dieses Vorhabens – es brauchte zwei grosse Schiffe – griff 1911 die öffentliche Hand ein und finanzierte die neuen Schiffe Neuchâtel und Fribourg, die 1912 und 1913 vom Stapel gelassen wurden. Damit der Kanton Waadt auch in der Flotte vertreten sein konnte, wurde die Helvetia von 1881 modernisiert und in Yverdon umbenannt.