Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/641

| Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

Buch IV.
6.
Doch sie reden auch von der Wirksamkeit der Zeichen, insofern ihnen das Geborene angeglichen wird; so wollen wir denn auch darüber sprechen, daß einer, weil er etwa unter dem Löwen geboren, mutig sein, oder weil unter der Jungfrau geboren, lange Haare und weiße Hautfarbe haben, aber kinderlos und schamhaft sein soll. Dergleichen ist lächerlich und gewiß nicht ernst zu nehmen. Denn nach ihnen könnte kein Äthiopier unter der Jungfrau geboren werden; sonst müßten sie zugeben, daß ein solcher weiß, langhaarig u. dgl. sei. Ich bin der Meinung, daß die Alten Namen von vorkommenden Lebewesen den Sternen als Beinamen gegeben haben, eher weil diese (Namen) ihnen geläufig waren, nicht wegen irgendeiner Ähnlichkeit. Denn welche Ähnlichkeit haben die sieben in einem gewissen Abstand stehenden Sterne mit einem Bären? Oder mit einem Drachenkopf die fünf, wie Aratos sagt:
[S. 50] “Zwei doch bilden die Schläfen, die Augen zwei, und darunter
Zeichnet am Ungeheuer ein Stern die Ränder des Kinnes“1.
1: Arat. Phaen. 56, 57.