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Alfred Leonz Gassmann war der wichtigste Schweizer Volksliedforscher des 20. Jahrhunderts und einer der Gründer des Schweizerischen Volksliedarchivs Basel. Daneben war er geschätzter Musikpädagoge, erfolgreicher Komponist und zuweilen scharfzüngiger Publizist einschlägiger Publikationen.
Akribischer Sammler
Gassmanns grösster und bleibender Verdienst ist wohl seine Sammeltätigkeit von 1899 bis 1951: Systematisch notierte er Volkslieder und Instrumentalmusik, wie sie in den Kantonen Luzern, Schwyz, Ob- und Nidwalden gepflegt wurden.
Daneben leistete er als Autor in seinem Werk «Zur Tonpsychologie des Schweizer Volksliedes» (1936) Pionierarbeit, indem er den Charakter des Schweizer Volksliedes in Beziehung zur Landschaft und zum Klima der Schweiz setzte.
Standardwerk für Alphörner
1938 verfasste er mit seinem «Alphornbüechli» (Blast mir das Alphorn noch einmal! Was der Alphorner von seinem Naturinstrument wissen muss) eine anspruchsvolle Schule des Alphorn-Spiels, das in der Fachwelt heute noch zu den Standardwerken zählt. Dabei verdient spezielle Erwähnung, dass Gassmann die nicht wohltemperierten und als «falsch» empfundenen Naturtöne nicht verbot (wie damals üblich), sondern im Gegenteil ausdrücklich ins Spiel miteinbezog.