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Mit dem 2. Rang holte Schmid gemäss eigener Aussage das Optimum heraus. Zwischen 500 und 1000 m stiess er vom 4. auf den 3. Platz vor, auf dem dritten Streckenviertel machte er eine weitere Position gut. Der Topfavorit Jason Osborne war jedoch eine Klasse für sich und dominierte das Rennen von A bis Z. Zwar verkürzte Schmid den Rückstand gegenüber dem Deutschen auf dem dritten 500er, der sehr schnell gestartete Osborne vermochte aber noch einmal zu reagieren und siegte mit einem Vorsprung von 1,98 Sekunden.
"Ich bin froh, dass die Saison so gut geendet hat", sagte Schmid. Zwar war er in diesem Jahr nie schlechter als Zweiter (dreimal hinter Osborne) und gewann am Weltcup-Final auf dem Rotsee sowie an den Europameisterschaften in Glasgow, die Vorbereitung war aber "nicht die einfachste". So erlitt Schmid drei Wochen zuvor einen Muskelfaserriss im Latissimus (breiter Rückenmuskel). Deshalb trainierte er mit Schmerzen weiter. Im Rennen behinderte ihn die Verletzung allerdings nicht stark - auch ohne Schmerzmittel. "Ich konnte es gut ausblenden", erklärte Schmid und fügte mit einem Schmunzeln an: "Wenn ich es im Rennen gemerkt hätte, dann wäre ich zu wenig ans Limit gegangen und hätte sonst zu wenig Schmerzen gehabt."
Mit der zweiten WM-Medaille im Leichtgewichts-Einer nach Bronze 2014 geht für Schmid ein Kapitel zu Ende. Der Doktorand am Institut für Sportwissenschaft an der Universität Bern bestritt in Plovdiv seine letzten Rennen in der Leichtgewichts-Kategorie, in der im Einer das maximale Gewicht 72,5 kg betragen darf. Schmid wird auf der Homepage des Weltverbandes mit einem Gewicht von 75 kg aufgeführt, er musste also stark darauf schauen, die Limite nicht zu überschreiten.
"Ich hatte in den letzten zwei, drei Jahren viele körperliche und gesundheitliche Probleme", begründete Schmid den Wechsel. Vorerst aber ist Krafttraining angesagt. Damit beginnt er in zwei Wochen. Schliesslich locken die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.
Mit Titelverteidigerin Jeannine Gmelin im Einer und dem Doppelzweier Roman Röösli/Barnabé Delarze qualifizierten sich am Freitag zwei Schweizer Boote für die A-Finals. Gmelin hatte einen harten Halbfinal erwartet, meisterte die Hürde aber souverän. Die 28-jährige Ustermerin, bei Rennhälfte nach 1000 m noch auf Platz 2 klassiert, gewann mit einem Vorsprung von 1,54 Sekunden auf die Amerikanerin Kara Kohler.
"Es war ein guter Fortschritt gegenüber dem Vorlauf", sagte Gmelin. "Ich fand rasch meinen Rhythmus, den ich bis bis am Schluss kontrolliert durchziehen konnte". Für den Final vom Sonntag zeichnet sich ein packendes Duell mit Sanita Puspure ab - die Irin setzte sich in beeindruckender Manier im anderen Halbfinal durch. "Ich weiss, dass ich noch eine Schippe zulegen kann", so Gmelin.
Röösli/Delarze mussten sich im Halbfinal einzig den Franzosen Matthieu Androdias/Hugo Boucheron geschlagen geben. Nico Stahlberg dagegen war im Einer chancenlos und wurde als abgeschlagener Letzter in den B-Final verwiesen. Somit erreichten fünf von neun Schweizer Booten in Plovdiv die A-Finals.
(sda)