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Einfluss der Ausbildung einer Sportlehrperson : Mit Blick auf die Strukturierung des Lehr- und Lernprozesses
Eine Primarlehrerin in der Schweiz unterrichtet in ihrem Berufsalltag eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Inhalten aus verschiedensten Fachbereichen. Der Fachbereich Sport ist dabei fester Bestandteil vom Lehrplan 21, doch wie auch die Schülerinnen und Schüler bringen ebenso die Lehrpersonen unterschiedliche Stärken und Kompetenzen mit. Je nach Ausbildung können diese stark variieren. In Schweizer Schulen sind neben den Regelprimarlehrpersonen vereinzelt auch Fachlehrpersonen direkt oder indirekt im Einsatz.
Folglich stellt sich die Frage, welchen Einfluss die Ausbildung der Sportlehrkraft auf den praktisch umgesetzten Unterricht hat. In dieser Arbeit wird spezifisch ein Blick auf die Strukturierung des Lehr- und Lernprozesses gelegt, wozu neben der eigentlichen Durchführung mit Aufgaben der Klassenführung und der Begleitung der Lernenden auch die vorgängige Planung des Unterrichts gehört. Dieser Fragestellung wird mit Hilfe von qualitativen Feldbeobachtungen bei zwei Lehrpersonen beantworten.
Hinzu kommt ein Kurzinterview, in welchem die Berufsbiografie der Klassenlehrperson und der Fachlehrperson erfasst wird. Die Ergebnisse aus beiden Beobachtungen werden mit Hilfe von Protokollen anhand festgelegten Beobachtungskriterien ausgewertet, unter Einbezug der Berufsbiografie miteinander verglichen und schliesslich vor dem Hintergrund der theoretischen Erkenntnisse diskutiert. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sowohl die Regelprimarlehrperson als auch die Fachlehrperson ihren Unterricht grundsätzlich ausgehend von einer Zielvorstellung planen. Dieses Ziel wird den Kindern jedoch nicht operationalisiert kommuniziert. Darüber hinaus kann bei der Fachlehrperson eine geringere Passung auf die Lerngruppe beobachtet werden, da wenig bis keine Differenzierung der Übungen geplant wird. Dies führt ebenso dazu, dass im Unterricht der Fachperson eine durchgehend hohe Bewegungszeit nicht sichergestellt werden kann. Dies gelingt der Regelprimarlehrperson durch ihre Übungssettings sehr gut. Es kann angenommen werden, dass sowohl eine klar strukturierte Klassenführung und der höhere Anteil an Fachdidaktik im Hochschulstudium diese Ausprägung verstärkt. Hingegen im Bereich des Fachwissens zeigt die Fachlehrperson keinerlei Unsicherheiten, welche bei der Regellehrperson vereinzelt erkennbar sind.
Aus den Interviews ergibt sich ein klares Defizit von praktischen Erfahrungen während des Fachstudiums. Aufgrund theoretischer Erkenntnisse kann folglich von einer niedrigeren Performanz ausgegangen werden, da Aspekte wie die Klassenführung während der Ausbildung unzureichend in der Praxis umgesetzt werden konnten.
Die Ergebnisse müssen unter dem Aspekt betrachtet werden, dass beide beobachteten Lehrpersonen sportlich sehr engagiert sind und somit ein hohes Bewegungsverständnis haben. Davon kann nicht bei der gesamten Berufsgruppe ausgegangen werden, weshalb für eine generalisierte Aussage der Pool an beobachteten Lehrpersonen deutlich vergrössert werden müsste.
Die Fragestellung kann abschliessend damit beantwortet werden, dass der durchgeführte Sportunterricht und ebenso die Kompetenz der Lehrperson von vielen Faktoren abhängt. Die Ausbildungsstruktur trägt mit der Vermittlung des Professionswissen einen erheblichen Teil zur Qualifikation bei. Hinzukommt die Berufsund Sportbiografie der Lehrperson und ebenso beeinflussen auch die Lernenden selbst die Qualität des Unterrichts.