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Legende des Hl. Christophorus
Über den Heiligen Christophorus (= Christusträger), der im 5. Jahrhundert gelebt haben soll, gibt es keine historischen Quellen, aber sehr viele Legenden, die seine Verehrung schon früh über ganz Europa ausbreiten liessen. Nach einer dieser Legenden war Christophorus ein grosser und starker Mann, der beschloss, dem höchsten Herrn der Welt zu dienen. Zu nächst diente er dem König, den er für den Mächtigsten hielt. Als er aber merkte, dass sich der König vor dem Teufel fürchtete, beschloss er, diesem zu dienen. Er fand ihn als schwarzen Ritter und stellte sich in seinen Dienst. Er bemerkte aber, dass der Teufel dem Bild des Kreuzes auswich. Der Teufel musste zugeben, dass er sich vor dem gekreuzigten Christus fürchte. Christophorus beschloss, von nun an nur noch Christus zu dienen und begann nach ihm zu suchen. Schliesslich kam er zu einem Einsiedler. Der gab ihm die Aufgabe, Menschen über einen gefährlichen Fluss zu tragen. Eines Tages bat ein Kind, über den Fluss getragen zu werden. Als er aber mit diesem Kind auf der Schulter ins Wasser stieg, wurde die Last immer schwerer, das Wasser schwoll an, er fürchtete zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. «Mehr als die Welt hast du getragen», sagte das Kind zu ihm, «der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde.
» Es drückte ihn unter das Wasser und taufte ihn. Am Ufer erkannte Christophorus Christus als seinen Herrn, der ihm auftrug, ans andere Ufer zurückzukehren und seinen Stab in den Boden zu stecken: Er werde als Bekräftigung seiner Taufe finden, dass der Stab grüne und blühe. Als Christophorus am Morgen erwachte, sah er, dass aus seinem Stab tatsächlich ein Palmbaum mit Früchten gewachsen war. Aufgrund dieser Legende wurde Christophorus der Patron der Reisenden. Seine Anrufung soll uns daran erinnern, dass auch wir auf unseren Reisen Christus mittragen sollen.