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Nach Gesetz hat ein volljähriges Kind Unterhaltszahlungen von den Eltern zugut, solange es noch in Ausbildung ist. Der Anspruch besteht aber nur so weit, als die Leistungen den Eltern persönlich und finanziell zuzumuten sind und das Kind nicht aus eigenen Mitteln für den Lebensunterhalt aufkommen kann.
Laut Bundesgericht hat ein mündiges Kind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um während der Ausbildung selber für seinen Unterhalt zu sorgen: Falls mit der Ausbildung vereinbar, hätten Studentinnen und Studenten einem Erwerb nachzugehen. Strittig war, in welchem Umfang einer Geschichtsstudentin ein eigener Verdienst zugemutet werden kann. Die Bundesrichter rechneten vor, dass fast 80 Prozent der Studierenden erwerbstätig sind; drei Viertel dieser Werkstudenten übten höchstens einen 30-Prozent-Job aus.
In der Fachrichtung Geschichte sei der Anteil der Erwerbstätigen sogar noch höher als 80 Prozent. Deshalb dürfe von einer Studentin dieses Fachgebiets ohne weiteres erwartet werden, einen Nebenjob von rund 20 Prozent anzunehmen und damit monatlich 700 Franken an den Unterhalt beizusteuern. So bleibe immer noch genügend Zeit für Studium und Erholung, befand das Gericht.
Bundesgericht, Urteil vom 11. Oktober 2005 (5C.150/2005)