Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03282.jsonl.gz/768

Am nächsten Tag wollte ich eigentlich die Speedfähre (1.5h) von Vung Tau nach HCMC nehmen, aber verkaufen sie offiziell keine Tickets für Motorräder. Ich denke aber, wenn man dem Kapitän CIP(Cash in Pocket) gibt, sollte der Transport möglich sein.
In Saigon angekommen habe ich mich auf Grund einer Empfehlung im Hideout Hostel einquartiert. Ich habe viele abschreckende Geschichten über den Verkehr Saigons gehört, doch während der Fahrt durch HCMC, war das für mich recht entspannt. Vielleicht bin ich einfach, nach fast zwei Monaten auf den Strassen Vietnams unterwegs, nur abgehärtet.
Saigon ist keine so schlechte Stadt, es hat viele Parks, einen Fluss und viele Kanäle. Die Skyline ist nicht so beeindruckend wie die von Bangkok, aber doch ein paar Wolkenkratzer. Gestank, Smog und Verkehr sind nicht übermässig schlimm. Eine Stunde Bootfahrt auf Saigon-Fluss ist sehr entspannend, wie auch der Besuch des Unabhängigkeitspalastes. Dieser Palast sieht aus wie aus einem alten James Bond Film,das Interieur stehen geblieben in den 70er Jahren, nichts wurde verändert seit der Flucht der Amerikaner aus Saigon.
Das Hideout ist ein gutes Hostel mit der richtigen Mischung von Party und Erholung. Die Schlafsäle sind klimatisiert, nicht zu gross und recht ruhig. Jeden Abend finde hier ein Anlass statt. Die Bar ist getrennt vom Hostel und die Musik hat die richtige Lautstärke und schliesst so um elf Uhr abends. Die Party findet ausserhalb des Hostels statt, im Distric 1, das Backpackerviertel von HCMC, auch genannt Saigon. In diesem Viertel hat es viele Bars, jedoch keine Klubs.
Im Hideout habe Mischa kennengelernt, ein junger Bündner, der in diesem Hostel an der Bar arbeitet. Drei Mal in der Woche hilft er auch bei der Organisation der Pub Crawl. Mischa ist eigentlich immer am Reisen, wenn er nicht noch seinen Militärdienst abverdienen muss. Das Positive an der Pub Crawl ist, dass diese hier gratis ist. Manche Pub Crawls haben ein sehr schlechtes Preis-Leistungsverhältnis und sind sehr uninspirierend. Seien wir doch ehrlich, für eine Pub Crawl mit nur drei oder vier Barbesuche, einem T-Shirt und ein paar Shots würde niemand 8-10$ bezahlen. Eigentlich müssten die teilnehmenden Bars das Ganze finanzieren, da sie am meisten profitieren, da viele Leute kommen und viel Umsatz generieren.
Zwei Tage später hat mich Mischa die attraktive Bettina aus Basel und seinen Kumpel Cuki auch aus dem Graubünden vorgestellt. Bettina war alleine auf drei wöchigen Kurzurlaub in Vietnam und kam gerade mit Cuki von einem zweitägigen Ausflug vom Mekong Delta zurück. Cuki hat sich während seines vier wöchigen Aufenthaltes hier seinen Arm tätowieren lassen.
Cuki und Mischa waren einen Monat in Vietnam mit dem Motorrad unterwegs, wobei sie weniger Wetterglück hatten als ich. Als sie unterwegs waren, hatte es zum grossen Teil geregnet, bei mir hat es kaum einen halben Tag geregnet.
Bettina hat ihr Jus-Studium abgeschlossen und will jetzt noch das Anwaltspatent machen. Ich, an ihrer Stelle, wäre noch ein bisschen länger gereist, da man das Patent später immer noch nachholen kann. Jung ist man nur einmal. Wie dem auch sei, an diesem Abend verstanden wir uns sehr gut und so beschlossen wir einen Schweizer Abend zu machen und, Mangels anständiger Clubs, die stylische, openair Rooftopbar air360 auf dem 23 Stockwerk zu besuchen.
Die Bar ist gehört zur gehoben Klasse, die Preise sind eher auf Zürich- Niveau. Jedoch muss ich sagen, die Bar war gut, besser als die versnobte Hang-over Bar in Bangkok. Ein DJ sorgte für gute Musik und die Stimmung war auch gut. Cuki wollte zu Feier des Tages, da seine Kreditkarte wieder funktioniert, eine Flasche Gin bestellen.
Er hat sich nämlich eine neue Kreditkarte bestellt, da seine alte nicht funktionierte. Nun funktionierte seine Neue zuerst auch nicht und das lag hauptsächlich da ran, dass die Bank die Karte für dieses Land gesperrt hat. Seine alte Karte hätte problemlos ihren Dienst verrichtet, wenn er seiner Bank mitgeteilt hätte, dass er in Südostasien unterwegs ist. Nun, nach zwei Telefonaten mit der Bank hatte Cuki es geschafft, die Karte für dieses Land zu aktivieren.
Bettina flog am nächsten nach Phu quoc und ich erholte mich von den Nachwirkungen des Gins. Cuki ging für fünf Stunden auf den Tätowierstuhl, am Abend sah man ihn nicht mehr. Ich habe mir noch die höchste Bar auf dem 52 Stockwerke im Bitexco -Tower angeschaut, aber meiner Meinung nach ist die 360air Bar besser und schöner. Ich bin am darauf folgenden Tag weiter ins Mekong Delta.