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Die Veränderungen des Lipödems treten immer symmetrisch an beiden Beinen und/oder Armen auf. Typisch ist ein deutlicher Unterschied in der Fettverteilung zu den angrenzenden Körperbereichen – viel zu kräftige Beine im Verhältnis zu einem dünnen Oberkörper. Am Unterschenkel ist es ebenfalls typisch, dass das vermehrte Fett bis zur Knöchelregion reicht und dort endet, was als ”Muff” oder ”Kragenphänomen” bezeichnet wird. Die typischen Veränderungen können am Oberschenkel, Unterschenkel oder am ganzen Bein, ebenso wie am Oberarm, Unterarm oder am ganzen Arm auftreten. Die Füße oder Hände sind nie betroffen.
Bei einem Fortschreiten der Erkrankung kommt es häufig zu Wulstbildungen, die vorwiegend an der Oberschenkel- oder Knie-Innenseite liegen. Diese können zu Scheuerproblemen an der Innenseite der Oberschenkel und je nach Grösse zu einer Beinachsenfehlstellung (sogenanntes ”X-Bein“) führen, was in einer einseitigen Belastung der Kniegelenke und Bänder resultieren kann. Schmerzen und ein eingeschränkter Bewegungsradius sind die Folgen. Aufgrund der Beschwerden sind Betroffene in ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt, weshalb viele auch psychisch unter ihrer Lipödem-Erkrankung leiden.
Im Vordergrund der Symptome steht die Schwellung der Beine, die vor allem tagsüber im Stehen und Sitzen zunimmt, sich nachts aber stets zurückbildet, sofern die Lipödemkrankheit noch am Anfang ist. Bei dieser Schwellung handelt es sich um eine lymphatische Begleitschwellung. Sie ist harmlos und tritt nur im Rahmen eines Lipödems auf. Die Schwellung geht von den einzelnen Fettzellen und dem Bindegewebe aus, in dem sie eingelagert sind. Dieses Bindegewebe füllt sich im Laufe des Tages mit Flüssigkeit und vergrössert sich dadurch.
Die Schwellung kann rein optisch stören oder aber auch mit Beschwerden einhergehen. Schwere- und Zerschlagenheitsgefühl, Müdigkeit, Berührungsempfindlichkeit oder Stauungsbeschwerden werden am häufigsten beklagt. Die Beschwerden werden meistens symmetrisch und vor allem im Bereich der Unterschenkel angegeben, teilweise aber auch ganz örtlich z.B. seitlich am Unterschenkel in der Knöchelregion, an der Vorderseite des Oberschenkels etc..
Die Beinschwellung am Unterschenkel kann wenige Millimeter (abends finden sich die Abdrücke der Socken) bis einige Zentimeter ausmachen. Der Vorfuss und die Zehen bleiben meistens von der Schwellung ausgespart oder schwellen nur wenig an. Bei einem Lymphödem hingegen schwellen vor allem als erstes die Füsse, dann erst die Unter- und zum Schluss die Oberschenkel an. Im Gegensatz zu anderen Ursachen für eine Beinschwellung ist die Schwellung beim Lipödem niemals eindrückbar (beim Drücken bleiben ”Fingerdellen“ aus).
Bewegung lindert die Beschwerden eigentlich fast immer und zwar vor allem dann, wenn der Fuss im Gelenk bewegt wird (Fussgelenkspumpe). Dies bewirkt eine Anspannung der Muskeln am Unterschenkel und im Fuss, was zu einem verbesserten Lymphabfluss und venösen Blutrückfluss im Bein führt.
In vielen Fällen ist eine Neigung zu ”blauen Flecken“ ein weiteres Symptom, das beobachtet wird. Ebenfalls geben die Patienten an, dass es sehr lange dauert, bis diese ”blauen Flecken“ wieder verschwunden sind. Die Ursachen sind noch nicht erforscht, das Phänomen ist jedoch harmlos.
Eine Zusammenfassung typischer Symptome bei einem Lipödem:
- Beginn mit Pubertät, Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
- Unproportionale Fettverteilung zwischen Extremitäten und Rumpf
- Kragen- oder Muffbildungen in der Übergangszone vom erkrankten zum gesunden Gewebe besonders am Unterschenkel
- Schwere- und Spannungsgefühl der betroffenen Extremitäten
- Schmerzhaftigkeit spontan oder bei Berührung
- Schmerzen und Schwellung (Ödembildung) im Tagesverlauf zunehmend
- Ödeme verstärken sich in aufrechter Körperhaltung oder beim Sitzen
- Vermehrte Neigung zur Ausbildung von Blutergüssen
- Hände und Füße sind nicht betroffen
- Negatives Stemmer’sches Zeichen: Lässt sich eine Hautfalte über der zweiten oder dritten Zehe nur schwer oder gar nicht aufheben, so ist dies eine eindeutiges Zeichen für ein (Lipo-)Lymphödem.