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Einzel-Gold für Olga Fusek und zwei Team-Titel
In Bern holten sich die Bogenschützen Juventas erstmals beide Team-Schweizermeistertitel, also Recurve und Compound, und Olga Fusek verteidigte ihren Recurve-Meistertitel bei den Frauen.
Dominik Faber/Florian Faber
Am vergangenen Wochenende fanden in Bern-Wankdorf die Schweizermeisterschaften im Bogenschiessen statt.
Im Recurve-Wettkampf vom Samstag waren die Bogenschützen Juventas mit zwei Athletinnen und acht Athleten am Start.
Bei den Recurve-Männern belegten alle acht Juventas-Schützen einen Platz in den Top 10 mit Florian Faber, Adrian Faber und André Schori auf den Plätzen 1, 2 und 4. Olga Fusek war Qualifikationsbeste bei den Frauen und auch Ronja Divisek schaffte bei der Jugend U15 als Zweite den Finaleinzug. Mit dieser kompakten Leistung verteidigten die Riehener Bogenschützen den Recurve-Team-Titel souverän. Hierfür zählten die besten drei Ergebnisse pro Verein – für Juventas punkteten Florian Faber, Adrian Faber und Andre Schori mit total 1889 Punkten. Dahinter folgten Bern und Collombey.
Sieben in den Viertelfinals
In den Finals konnten sich sieben Juventas-Schützen in die Viertelfinals vorkämpfen. Die ersten Drei der Qualifikation qualifizierten sich zusammen mit dem Berner Thomas Rufer für die Halbfinals. André Schori schaffte es, in einem hochstehenden Halbfinal den favorisierten Qualifikationssieger Florian Faber mit 6:2 in den Bronze-Match zu verweisen, gleichzeitig verlor Adrian Faber gegen Thomas Rufer mit 2:6.
Im Gold-Final schaffte es André Schori dann leider nicht, die Sensation perfekt zu machen. Trotz guten Resultaten musste er sich dem favorisierten Thomas Rufer mit 0:6 geschlagen geben.
Im kleinen Final setzte sich Florian gegen Adrian Faber mit 6:2 durch und gewann Bronze.
Olga Fusek verteidigt Titel
Bei den Frauen war es ein weiteres Mal Olga Fusek, die herausstach. Nach dem ersten Platz in der Qualifikation vermochte sich die Riehenerin mit einem 6:0 im Viertelfinal und einem 6:2 im Halbfinal durchzusetzen. Mit einem 6:2 gegen Francesca Attanasio machte Olga Fusek die Titelverteidigung in einem hochklassigen Final perfekt.
Ronja Divisek musste sich bei den U15 nur im Final geschlagen geben und errang die Silber – die fünfte Juventas-Medaille des ersten Wettkampftages.
Erster Team-Titel im Compound
Im Compound-Wettkampf vom Sonntag standen für Juventas die Ü50-Schützen Marco Petraglio und Blackie Swart sowie bei der Elite Joao Cardoso und Adrian Faber im Einsatz.
Blackie Swart lieferte eine Superleistung ab und konnte die Qualifikation mit 675 Punkten für sich entscheiden. Nur neun Punkte dahinter schaffte es Marco Petraglio auf den guten fünften Qualifikationsrang.
Bei der Elite bekundete der Riehener Adrian Faber in der ersten Hälfte ein paar technische Probleme, schaffte es aber in der zweiten Hälfte des Qualifikationswettkampfs mit starken 340 Punkten, sich vom 12. auf den 7. Platz vorzuarbeiten. Joao Cardoso konnte als Fünfter eine solide Qualifikation abliefern.
Das Riehener Compound-Team schaffte es in der Zusammensetzung Blackie Swart, Marco Petraglio und Joao Cardoso auf den ersten Platz und so konnten die Bogenschützen Juventas ihren ersten Team-Schweizermeistertitel mit dem Compound-Bogen feiern.
Pech in den Shoot-off
In den Compound-Finals vom Nachmittag schafften es alle Juventas-Mitglieder bis mindestens in die Viertelfinals. Bei den Männern Elite trafen Adrian Faber und Joao Cardoso dort dann auf besser klassierte Schützen. Joao Cardoso scheiterte nach einem soliden Ergebnis und belegte den achten Platz. Adrian Faber brachte den Qualifikationszweiten arg ins Schwitzen und zwang ihn in ein Shoot-off. Leider war dort die Maximalpunktzahl 10 nicht gut genug, um den Match zu gewinnen, denn die 10 des Gegners steckte etwas näher beim Zentrum. Mit dem fünften Schlussrang konnte Adrian Faber dennoch seine bisher beste Compound- Platzierung feiern.
Bei den Masters Ü50 musste sich auch Marco Petraglio im Viertelfinal einem Shoot-off stellen, verlor dieses nach einem Unentschieden im Stechen und belegte wie Adrian in seiner Kategorie den guten fünften Schlussrang.
Blackie Swart erging es besser. Er schoss sich mit konstant guten Leistungen bis in die Halbfinals, verlor zwar gegen Marco Petraglios Bezwinger Ueli Britschgi, krönte dann aber seinen guten Wettkampf mit einem abschliessenden Sieg und errang mit seiner besten Leistung des Tages die Bronzemedaille.
Somit brachten die total 14 Juventas- Mitglieder von den Schweizermeisterschaften in Bern sieben Medaillen mit nach Hause.
Siegerpodien der Recurve-Einzel-Wettkämpfe,
links die Männer mit Sieger Thomas Rufer (Mitte), rechts die Frauen mit Siegerin Olga Fusek (Mitte),
André Schori (links) und Florian Faber (rechts), Francesca Attanasio (links) und Valentine de Giuli.
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Drei Juventas-Mitglieder an der Sommer-Universiade in Neapel im Einsatz
rs. Gleich mit drei Mitgliedern sind die Bogenschützen Juventas an der Universiade, den Studentenweltspielen, vertreten, die im italienischen Neapel ausgetragen werden. Alle drei wohnen in Riehen und mit Florian Faber war ein Athlet am Start, dem sogar Medaillenchancen eingeräumt werden durften.
Diese Ambitionen unterstrich Florian Faber dann auch mit einem starken Qualifikationswettkampf. Mit 659 Punkten erreichte er hinter dem Koreaner Woo Seok Lee (672) und dem Russen Erdem Tsydypov (666) das dritthöchste Resultat und war als Nummer 3 direkt für die Sechzehntelfinals gesetzt.
Dort kassierte Florian Faber dann aber gegen den Kasachen Alikhan Mustafin, in der Qualifikation mit 624 Punkten nur auf Platz 35 gelandet, eine schmerzliche 2:6- Niederlage (24:25/26:24/25:26/25:27). Damit belegt Florian den 17. Schlussrang. Die Halbfinals und Finals werden erst am Samstag ausgetragen. Noch schlechter als Florian erging es seinem älteren Bruder Adrian Faber. Dieser kam in der Qualifikation nur auf 586 Punkte, was den 58. Rang bedeutete. Damit verpasste er die K.o.-Runden um zwei Ränge beziehungsweise acht Punkte.
Ein hervorragender Einzel-Wettkampf gelang dafür Olga Fusek. Mit 611 Punkten erreichte sie in der Qualifikation den soliden 25. Platz.
In der ersten Runde der Direktausscheidung setzte sie sich dann gegen die Mongolin Zozzaya Munkhabat, Nummer 40 der Qualifikation, mit 7:3 durch (21:22/ 25:21/25:21/24:24/28:24). Ein veritabler Coup gelang ihr dann in den Sechzehntelfinals, als sie die Nummer 8 des Turniers, die Indonesierin Diananda Choirunisa, aus dem Turnier warf, und zwar gleich mit 7:1 (28:26/ 26:24/26:26/28:25).
In den Achtelfinals konnte Olga Fusek dann ihre sehr starke Leistung des Sechzehntelfinals nicht mehr ganz wiederholen. Gegen die Qualifikationsneunte Risa Horiguchi aus Japan unterlag sie mit 2:6 (23:26/ 24:20/22:23/18:26). Der neunte Rang ist für Olga Fusek aber ganz sicher ein Resultat weit über den Erwartungen.
Noch im Rennen waren die Riehener Bogenschützinnen und -schützen in den Teamkonkurrenzen. Florian und Adrian Faber qualifizierten sich als Sechzehnte gerade noch für die Achtelfinals im Teamwettbewerb der Männer, der wie jener der Frauen nur in Zweierteams ausgetragen wird.
Bei den Frauenteams ist Olga Fusek zusammen mit Iliana Deineko in die K.o.-Runden eingezogen. Und im Mixed schafften es Florian Faber und Olga Fusek als Siebtbeste direkt in die Achtelfinals.
In der Zweiten Woche schafften es sensationell beide Recurve-Teams in die Halbfinals
Nachdem Olga Fusek schon im Frauen-Einzel mit dem hervorragenden neunten Platz geglänzt hatte, zeigten die Riehener Bogenschützen in den Teamwettbewerben der Universiade mit dem olympischen Recurve-Bogen ganz Ausserordentliches.
Um sich für die Teamfinals der jeweils besten 16 Teams zu qualifizieren, hatte es für Florian und Adrian Faber bei den Männern und für Olga Fusek mit der Waadtländerin Iliana Deineko bei den Frauen noch etwas Glück gebraucht. Doch dann folgte ein Höhenflug.
Im Stechen China gebodigt
Olga Fusek und Iliana Deineko hatten als Vierzehnte der Qualifikation im Achtelfinal in reduzierter Besetzung (es wurde in Zweier- statt wie sonst bei Turnieren üblich in Dreierteams geschossen) gegen die Nummer drei China anzutreten. Die Schweizerinnen konnten die Chinesinnen unter Druck setzen, schafften es so beim Stand von 5:5 in ein Stechen, wo pro Wettkämpferin nur noch ein Pfeil abgegeben wird, und setzten sich dort mit 19 von 20 möglichen Punkten sensationell
durch.
In den Viertelfinals gab es dann für das Duo einen engen Match gegen Spanien, in welchem die Schweizerinnen mit einem Unentschieden im vierten Umgang den 5:3-Erfolg sicherstellten.
Gegen die sehr stark schiessenden Russinnen folgte dann aber doch noch eine 0:6-Niederlage im Halbfinale und so schossen Olga Fusek und Iliana Deineko am Samstag um Bronze und nicht um den Titel.
Auf der ganz grossen Finalbühne vor dem Palast der Caserta bei Napoli, wo jeder Match einzeln vor Publikum ausgetragen wurde, durften Olga Fusek und Iliana Deineko gegen die Ukrainerinnen antreten. Und da fehlte ganz einfach die Konstanz. Iliana Deineko begann mit einer Sieben und einer Vier, womit Olga Fuseks gute 18 Punkte wertlos waren. Im zweiten Umgang schossen beide schlecht und als sich Iliana Deineko mit 17 Punkten im dritten Umgang aufgefangen hatte, kam Olga Fusek nicht über 14 Punkte hinaus. So ging der BronzeMatch gegen die nervenstarken Ukrainerinnen deutlich mit 0:6 verloren. Trotzdem durfte man mit dem Schweizer Frauenteam sehr zufrieden sein. Es war mehr ein gewonnener vierter Platz als eine verlorene Medaille.
Coup gegen Favorit Korea
Adrian und Florian Faber mussten in ihrem Achtelfinal gleich gegen den Kronfavoriten Korea ran, das zudem in absoluter Topbesetzung antrat, bei den Männern mit der Welt-Nummer 2 Lee und bei den Frauen mit der Weltranglistenersten Kang – die beiden haben vor einem Monat an der WM in Holland einen neuen Mixed-Team-Weltrekord aufgestellt – war die absolute Weltspitze am Start. Gegen die «White Sharks» schafften die beiden Riehener dennoch die Sensation des Turniers. Mit 5:3 (35:38/38:37/ 36:36/36:35) zogen sie in die Viertelfinals ein.
Im Viertelfinal kam es zum Duell mit Moldawien, das den Weltklasseschützen Dan Olaru in seinen Reihen weiss. Mit den wechselnden Windverhältnissen kamen die beiden Schweizer besser klar und gewannen mit 6:0.
So standen bereits ein zweites Schweizer Teams im Halbfinal einer Universiade – ein historisches Ereignis!
Russland erwies sich im Halbfinal als die erwartet harte Nuss. Nach einem 3:3 nach drei Sets verliess die Schweizer im dümmsten Moment das Wettkampfglück. Zwei sehr knappe Pfeile zu Ungunsten der Riehener entschieden den Match für die Russen.
Gegen USA nur durchschnittlich
Im Bronze-Match gegen die USA konnten die Faber-Brüder nicht ganz an die Leistungen der vorangegangenen Runden anknüpfen. Nach gewonnenem erstem Satz hielten die Nerven im zweiten nicht ganz und die folgenden zwei Sätze gingen jeweils knapp mit 35:36 verloren. Es war eine solide Leistung, aber eben nicht so gut, wie es möglich und nötig gewesen wäre. Auch der vierte Platz der Faber-Brüder war ein Achtungserfolg. Trotzdem waren sie schwer enttäuscht, die Medaillen verpasst zu haben.
Im Mixed-Team-Wettbewerb waren die Vorzeichen umgekehrt gewesen. Hier hatten sich Olga Fusek und Florian Faber als Qualifikationssiebte eine gute Ausgangslage geschaffen, mussten sich dann aber in ihrem ersten K.o.-Match mit 3:5 beugen, mit einem 36:36 im Schlusssatz. Dies bedeutete «nur» Rang neun – und trotz allem den vierten Schweizer Top-Ten-Platz an diesem Turnier.
Das ist alles in allem ein sehr erfolgreiches Abschneiden des Riehener Trios an den Bogenwettkämpfen der Universiade.
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2nd European Games in Minsk
Eine starke Leistung von Florian Faber
Die 2nd European Games fanden in der weissrussischen Hauptstadt Minsk statt. Wie schon bei der Premiere von 2015 in Baku (Aserbaidschan) ist ein Riehener Bogenschütze mit von der Partie. In Baku war es Adrian Faber, der die Schweiz als einziger Recurve-Schütze vertrat, diesmal ist es sein jüngerer Bruder Florian Faber.
In einem sehr starken Teilnehmerfeld mit den 48 besten Schützen Europas, die alle entweder im Team oder im Einzel einen Quotenplatz gewonnen hatten, hatte Florian Faber in der Qualifikation mit guten 661 Punkten den 16. Platz erreicht und sich damit direkt für die 1/16-Finals qualifiziert, wo er gegen den englischen Topschützen Thomas Hall mit 6:4 gewinnen konnte.
Sieg gegen die Nummer 1
In den Achtelfinals musste Florian Faber gegen den hoch favorisierten Qualifikationssieger Mete Gazoz aus der Türkei antreten, aktuell die Nummer 5 der Welt und seit diesem Frühjahr Europarekordhalter mit 698 Punkten, was nur gerade zwei Punkte unter dem aktuellen Weltrekord liegt.
Florian Faber startete besser in den Match und konnte mit 2:0 in Führung gehen. Im zweiten Satz verbuchte er hervorragende 29 von 30 möglichen Punkten und baute die Führung zum 4:0 aus. Der dritte Satz ging dann mit vollen 30 Punkten an den Türken, der dann aber im vierten Satz erneut Nerven zeigte. Sein letzter Pfeil landete in der 8. Eine 9 hätte Florian Faber damit zum Überraschungssieg gereicht. Es wurde eine 10 und die Überraschung war perfekt!
Vor dem Viertelfinal gegen den Italiener David Pasqualucci kam es dann wegen eines Protests des Moldawiers Dan Olaru zu einem ungeplanten Unterbruch, in welchem die Schützen nicht trainieren konnten, weil nicht bekannt war, wie lange die Pause dauern würde.
Nach fast eineinhalb Stunden ging es dann ohne Vorbereitung weiter. Olaru hatte – nicht ganz reglementskonform – Recht bekommen und war so zu einem Stechen gekommen, das er gewann.
In seinem Viertelfinal gegen David Pasqualucci fehlte Florian Faber das notwendige Glück. Viele Pfeile verpassten nur knapp die Linien und jedes Set ging mit nur einem Punkt Unterschied verloren – was umso ärgerlicherer war, als ein Sieg in diesem Match einen Olympia-Quotenplatz für Tokyo 2020 bedeutet hätte.
Für Florian Faber bleiben nun noch zwei Chancen, sich das Olympia-Ticket zu holen. An den Europameisterschaften 2020 werden vier Quotenplätze vergeben. Und am Weltcupturnier 2020 in Berlin geht es noch um einen Quotenplatz.
Am Ende resultierte für Florian Faber in Minsk der hervorragende 7. Platz. Gleichzeitig hat sich der junge Riehener in der Weltrangliste auf Platz 66 verbessert. Diese Woche nimmt er am Weltcupturnier in Berlin teil, bevor es Ende Woche zur Universiade nach Napoli geht. Dort treten im Schweizer Team auch sein Bruder Adrian Faber und die Riehenerin Olga Fusek an.
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Sportpreis der Gemeinde Riehen für das Jahr 2018 geht an die Bogenschützen Juventas
Juventas Basel-Riehen wird mit dem Sportpreis für das Jahr 2018 geehrt, die Übergabefeier fand am 3. Juni im Bürgersaal statt.
Michèle Faller
Dass bei den Bogenschützen Juventas gerne gescherzt und gelacht wird, zeigte die Stimmung während der Preisverleihung. Doch beim Schiessen ist absolute Konzentration gefordert.
Die Stimmung ist familiär
Im Bürgersaal des Gemeindehauses hat sich eine kleine Menschenmenge aller Altersklassen versammelt und auf der Bühne singen und spielen Oliver Friedli und Houry Dora Apartian «It’s alright with me» von Cole Porter, das gut zur lockeren und doch spannungsvollen Atmosphäre passt. «What is a good song for a champion?», fragt die Sängerin darauf. Die Champions, das sind die Bogenschützen Juventas Basel-Riehen, die den Sportpreis der Gemeinde Riehen für das Jahr 2018 entgegennehmen dürfen.
Verein mit Nachhaltigkeit
Bevor Apartians Frage beantwortet wurde, kam Gemeinderätin Christine Kaufmann zu Wort. Der mit 10’000 Franken dotierte und seit 1996 jährlich verliehene Preis gehe nicht zum ersten Mal an Mitglieder des besagten Vereins. Im Jahr 2014 nahmen die Bogenschützen Adrian und Florian Faber den Sportpreis entgegen und bereits 2003 wurde die Mutter der beiden, Rita Faber, mit demselben Preis geehrt. «Heute ist es wieder soweit, was darauf hindeutet, dass dieser Verein mit Nachhaltigkeit arbeitet.»
Die Wettkampfmodi durchschaue sie nicht voll und ganz, gestand die Gemeinderätin, und nachdem sie letztes Jahr den Recurvebogen kennengelernt hatte, habe sie erst Google befragen müssen, als vom Compoundbogen die Rede war. Das sei ein Hightechgerät, das sehr anders aussehe, als das, was man früher fürs «Indianerlis» gebraucht habe, meinte sie augenzwinkernd. Für diese Sportart brauche es Konzentrationsfähigkeit, Gelassenheit, Kraft, Präzision und Ausdauer über einen ganzen Wettkampftag. «Wir freuen uns, dass die Bogenschützen Juventas unsere Sportlandschaft weiterhin bereichern.»
Mit «One moment in time» kam das versprochene Lied für die Champions, das genau von jenen Augenblicken berichtet, in denen man über sich hinauswächst. Und dass die Mitglieder der Bogenschützen Juventas regelmässig über sich hinauswachsen, zeigte die Laudatio von Rolf Spriessler, der das Riehener Stettenfeld als das Mekka des Bogenschiesssports in der Schweiz bezeichnete, eindrücklich. Seit den Anfängen trainiert der 1974 gegründete Verein auf dem Stettenfeld, gleichenjahrs wurde ein Clubhaus aufgestellt und 2015 kam eine Indooranlage dazu, die den Verein zu einem der bestausgerüstetsten der Schweiz macht. Ein Hauptgrund für die Vereinsgründung sei das Durchführen von Schülerkursen gewesen, berichtete Spriessler, und so erkläre sich auch der Name des Vereins: Juventas ist die römische Göttin der Jugend.
Schweizerrekord und Weltmeisterschaft
Unter der Ägide der göttlichen Namenspatronin waren die Bogenschützen Juventas seit der Vereinsgründung erfolgreich, doch auch die Liste der letztjährigen Erfolge ist lang: Die Meistertitel der Freiluft-Schweizermeisterschaften mit dem Recurvebogen holten Dominik Faber und Olga Fusek, im Team Dominik Faber, Raja Kalapurayil und Christoph Schieck. In der Halle holte Adrian Faber den Schweizermeistertitel; zusammen mit Bruder Florian und Vater Dominik auch im Team - mit einem neuen Schweizerrekord. An die diesjährigen Weltmeisterschaften werden Florian Faber und Raja Kalapurayil geschickt, während drei der vier Schweizer, die dieses Jahr an der Sommer-Universiade teilnehmen, ebenfalls zu Juventas gehören: Florian und Adrian Faber sowie Olga Fusek.
Es blieb nicht bei der Theorie. Die beiden letztgenannten gaben brillante Kostproben ihres Könnens zum Besten. Olga Fusek traf mit ihrem Recurvebogen dreimal den innersten Kreis der Scheibe, während Adrian Faber mit dem Compoundbogen, leicht unter Druck, wie er lachend sagte, nur einen Pfeil knapp ausserhalb des Scheibenzentrums platzierte.
Es folgte ein Interview mit dem seit Kurzem an der Spitze mitmischenden Raja Kalapurayil. Was ihn am meisten an der Sportart fasziniere? «Das komplette Abschalten, das völlige Konzentrieren aufs Schiessen», so der Bogenschütze. Ausserdem hob er die tolle Atmosphäre im Verein hervor, wo viel gelacht werde.
Auf die offizielle Übergabe des Sportpreises durch Gemeinderätin Kaufmann antwortete Vereinspräsident Dominik Faber mit einer Dankesrede, die er folgendermassen schloss: «Die zwei Standbeine unseres Erfolgs sind die Infrastruktur und insbesondere unsere Trainer, die alle gänzlich ehrenamtlich im Verein arbeiten.» Das letzte Wort hatte die Musik. Auf «Man in the mirror», das von der Selbsterkenntnis handelt, etwas besser tun zu können, folgte «What a wonderful world». Ein Lied über die Schönheit der Welt, so die Sängerin, die wir manchmal vor lauter Beschäftigtsein gar nicht mehr sehen.
Rolf Spriessler-Brander
Das Jahr 2018 war ein ausserordentlich erfolgreiches für die Bogenschützen Juventas. Mit dem olympischen Recurve-Bogen gewann Juventas die Elite-Team-Schweizermeistertitel sowohl in der Halle als auch draussen. Florian, Adrian und Dominik Faber schossen einen fantastischen neuen Hallen-Team-Schweizerrekord. Outdoor wurde Dominik Faber Elite-Schweizermeister und Olga Fusek holte den Titel bei den Frauen.
Indoor wurde Adrian Faber vor seinem Bruder Florian Elite-Schweizermeister. Besonders bemerkenswert war der Team-Schweizermeistertitel Outdoor, da dort mit Florian Faber (wegen einem internationalen Einsatz) und Adrian Faber (Ausbildung) die beiden besten Juventas-Athleten fehlten. Mit Rajan Kalapurayil und Christoph Schiek sprangen an der Seite von Einzel-Schweizermeister Dominik Faber andere in die Bresche.
Florian Faber zeigte als stärkster Schweizer Schütze 2018 eine konstante Saison auf hohem Niveau. Er wurde an den Hallen-Weltmeisterschaften in Yankton (USA) starker Neunter und bestritt die Outdoor-Europameisterschaften in Legnica (Polen). Vor Kurzem hat Florian Faber der Schweiz einen Einzel- Quotenplatz für die European Games 2019 in Minsk gesichert, er ist für die Universiade 2019 qualifiziert und hat sich die Olympiaqualifikation für Tokyo 2020 zum Ziel gesetzt.
Erfolge auch im Compound
Erstmals feierten die Bogenschützen Juventas im Jahr 2018 auch mit dem nichtolympischen Compound-Bogen einen nationalen Erfolg bei der Elite. Der Compound-Bogen verfügt über eine Zughilfe, die Pfeile fliegen schneller als beim Recurve-Bogen und verfügen über mehr Durchschlagskraft. Deshalb kann mit dem Compound- Bogen auch präziser geschossen werden als mit dem Recurve-Bogen. An den Indoor-Schweizermeisterschaften 2018 gewannen Blackie Swart, Marco Petraglio und Adrian Faber im Compound-Teamwettkampf die Bronzemedaille.
Aussergewöhnlich ist die Leistungsdichte, die die Bogenschützen Juventas gegenwärtig zeigen. An der letzten Outdoor- Schweizermeisterschaft Ende August 2018 in Bern schafften es in der Qualifikation der Recurve-Männer sieben Juventas-Schützen in die Top 13 und drei in die Top 4. In der Halle waren sechs Juventas-Schützen in der Qualifikation der Recurve-Männer in den Top 13 klassiert gewesen.
Nachwuchs im Fokus
Der Verein wurde am 26. Januar 1974 gegründet und verschrieb sich von Anfang an ganz bewusst der Nachwuchsförderung, was sich auch im Vereinsnamen niederschlug - Juventas heisst die Göttin der Jugend. Im Jahr 1981 honorierte der nationale Verband die guten Leistungen des Vereins mit einem Training von Nationaltrainer Joseph Streda auf der Juventas-Klubanlage im Stettenfeld und sechs Juventas- Mitglieder fanden Aufnahme in nationale Kader. Angelo Vasile wurde 1983 Schweizermeister und bestritt die Weltmeisterschaften in Los Angeles (USA).
Im Jahr 1984 feierte Juventas die ersten Team-Schweizermeistertitel (Dominik Faber, Angelo Vasile, Marcel Faber) und 1988 folgte ein erster Höhepunkt auf internationaler Ebene: mit Rita Faber, damals noch unter ihrem ledigen Namen Lauria, ihr heutiger Ehemann Dominik Faber und Angelo Vasile schafften es gleich drei Juventas-Mitglieder an die FITA-Europameisterschaft in Luxemburg. Rita Faber war dort die Drittbeste der Qualifikation.
Neben dem reinen sportlichen Erfolg, der in den letzten Jahren herausragend war, engagieren sich die Bogenschützen Juventas auch immer wieder auf organisatorischer Ebene. Im vergangenen Jahr fand ein hochklassiges Turnier auf der eigenen Klubanlage im Stettenfeld statt.
Am vergangenen Wochenende waren die Bogenschützen Juventas Mitorganisator des Turniers um den Goldenen Bogen von Basel, der nach mehrjährigem Unterbruch wiederbelebt worden ist und dessen Geschichte Juventas schon in früheren Jahren entscheidend mitgeprägt hatte. Das Turnier fand erstmals im Leichtathletikstadion St. Jakob statt.
Artikel RZ 10.05.2019
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