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Die Wiener Gruppe war eine lose Vereinigung österreichischer Schriftsteller, die aus dem Art Club hervorging und sich etwa 1954 unter dem Einfluss H. C. Artmanns in Wien formierte. Neben Artmann selbst zählten Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener zu ihren Mitgliedern, aber auch Elfriede Gerstl, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Andreas Okopenko und Gerald Bisinger hatten engen Kontakt zur Gruppe.
Die Arbeiten der Wiener Gruppe wurzeln literarisch in der Barockdichtung sowie im Expressionismus, Dadaismus und Surrealismus. Wichtige Impulse kamen auch von Vertretern der Sprachskepsis, Sprachkritik und Sprachphilosophie (wie etwa Hugo von Hofmannsthal, Fritz Mauthner oder Ludwig Wittgenstein).
Das Sprachbewusstsein der Wiener Gruppe zeigt sich auch an ihrer Auffassung der Sprache als optisches und akustisches Material. Auf Basis dieser Idee beschäftigten sich ihre Mitglieder unter anderem intensiv mit der Entwicklung von Lautpoesie und visueller Lyrik. Vor allem für Artmann war gerade der lautliche Reichtum des Dialekts ein wichtiger Ansatzpunkt, aber auch die mehr oder weniger konsequent verwendete Kleinschreibung kann in diesem Kontext betrachtet werden.
Nachdem Hans Carl Artmann ab 1958 eigene Wege gegangen war, markierte der Suizid Konrad Bayers am 10. Oktober 1964 schließlich das Ende der Wiener Gruppe.