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(Zetterstedt, 1821)
- DE: Wiesengrashüpfer
- EN: Steppe Grasshopper
- FR: Le Criquet verte-échine
- Syn.: Locusta ochropa Stephens, 1835 | Locusta uchropa Stephens, 1835
Morphologie
Die Grundfarbe von Chorthippus dorsatus ist sehr variabel. Häufig ist die Art braun oder olivgrün mit grüner Rückenpartie oder auch einheitlich grün. Die Halsschild-Seitenkiele sind im ersten Drittel leicht einwärts gebogen und divergieren im hinteren Bereich auseinander. Bei den Weibchen sind die Halsschild-Seitenkiele auf der Unterseite oft dunkel gesäumt. Die Flügel erreichen beim Männchen in der Regel die Hinterknie oder überragen diese leicht. Beim Weibchen sind sie etwas kürzer und erreichen die Hinterknie. Südlich der Alpen, besonders in Italien, sind die Flügel beider Geschlechter deutlich verkürzt und bedecken den Hinterleib nicht vollständig. Die Radialader der Vorderflügel ist bei beiden Geschlechtern mehr oder weniger gerade, aber nie s-förmig geschwungen wie bei Chorthippus albomarginatus. Die Knie der Hinterschenkel sind hell, nur selten dunkel. Die Hinterschienen sind gelblich bis rötlich-braun. Besonders die Oberseite des Hinterleibs der Männchen ist nicht selten orange bis rot.
Gesang
Der mässig laute Spontangesang von Chorthippus dorsatus besteht aus Serien von 3-10 regelmässig aneinandergereihten Versen. Die ersten 1-2 Verse sind lautlos, dann folgen 1-2 kurze, leise Verse, die stark an jene von Pseudochorthippus parallelus erinnern. Nun folgen die für Chorthippus dorsatus typischen, in zwei unterschiedliche Phasen unterteilten Verse: Zu Beginn werden 3-7 Silben synchron mit beiden Hinterbeinen erzeugt. Sie sind wie bei Pseudochorthippus parallelus gut voneinander abgegrenzt und nehmen im Verlauf an Lautstärke zu. Darauf folgt ohne Pause ein zischender Teil, bei dem die Hinterbeine deutlich phasenverschoben bewegt werden. Die Verse folgen sich in Abständen von 1-3 s. Der zischende Teil erinnert stark an den Rivalengesang von Pseudochorthippus parallelus. Der Werbegesang besteht aus regelmässig geäusserten Versen, die leiser sind und sich deutlich rascher folgen.
Spontangesang von Chorthippus dorsatus, vollständige Sequenz mit typisch zögerlichem Beginn - DE, Bayern, Bayreuth, 23 °C, leicht sonnig.
Spontangesang eines kurzflügeligen ♂ südlich der Alpen von Chorthippus dorsatus, vollständige Sequenz - CH, TI, Mt. Generoso, 23 °C, dunstig.
Spontangesang von Chorthippus dorsatus. In den Pausen zwischen den Versen 6 bis 9 antwortet ein ♂ von Pseudochorthippus parallelus mit dem Rivalengesang auf die zischenden Verse von Chorthippus dorsatus. Dies ist ein Beispiel von interspezifischem Rivalengesang - DE, Bayern, Bayreuth, 23 °C, leicht sonnig.
Einzelner Vers aus dem Spontangesang von Chorthippus dorsatus. Am Schluss des Verses werden die Beine stark phasenverschoben bewegt. Dies führt zum arttypischen Zischen - DE, Bayern, Bayreuth, 23 °C, leicht sonnig.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Chorthippus dorsatus reicht von den Pyrenäen über Frankreich bis Dänemark und Südschweden. Der Verbreitungsschwerpunkt befindet sich in Mitteleuropa. Im Süden reichen die Vorkommen bis in die südlichen Abruzzen in Italien und ostwärts bis in die Türkei. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland ist die Art fast in allen Landesteilen und bis in Höhen von 2500 m anzutreffen. Von Süd- nach Norddeutschland wird Chorthippus dorsatus seltener.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Chorthippus dorsatus treten von Juli bis Anfang November auf.
Die Eiablage erfolgt nicht wie bei vielen anderen Grashüpfern in den Boden, sondern zwischen Grashalme in der verfilzten Krautschicht. Wegen der geringen Trockenresistenz der Eier ist Chorthippus dorsatus an feuchte Lebensräume gebunden. Die Larven schlüpfen im Folgejahr erst gegen Ende Mai bis Anfang Juni und durchlaufen anschliessend 4 Stadien.
Lebensraum
Chorthippus dorsatus besiedelt in Mitteleuropa feuchtes Grünland mit gut entwickelter Krautschicht und hoher Deckung. Das Spektrum reicht von Feuchtwiesen, Böschungen oder Brachen bis hin zu Magerrasen, wobei eine Präferenz für feuchte Lebensräume vorwiegend auf die geringe Resistenz der Eier gegenüber Trockenheit zurückzuführen ist. Im Süden besiedelt die Art auch trockene Wiesen und Weiden, die im Herbst nur noch eine geringe Deckung aufweisen.
Gefährdung & Schutz
Chorthippus dorsatus gilt als nicht gefährdet. Trotzdem ist die Art den anspruchsvolleren Grünlandarten zuzurechnen. Starke Intensivierung durch vermehrte Nährstoffzufuhr und eine höhere Mahdfrequenz schaden der Art und führen zur Verdrängung in Randhabitate. Zur Erhaltung lokaler Vorkommen ist eine extensive Bewirtschaftung (Mahd max. 2-3x oder Beweidung) sowie ein Rotationsverfahren bei der Mahd wichtig, damit ständig langgrasige Teilflächen verfügbar sind.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: * (Nicht gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Chorthippus dorsatus gleicht Chorthippus albomarginatus. Die Halsschild-Seitenkiele sind bei Chorthippus albomarginatus parallel oder gegen das Halsschildende nur leicht divergierend und die Radialader der Flügel ist deutlich s-förmig geschwungen. Die Grundfarbe ist oft blasser und weniger kontrastreich. Die kurzflügeligen Männchen von Chorthippus dorsatus auf der Alpensüdseite können mit Pseudochorthippus parallelus verwechselt werden. Pseudochorthippus parallelus verfügt aber über deutlich dunkle Hinterknie. Der Spontangesang von Chorthippus dorsatus kann mit dem Rivalengesang von Pseudochorthippus parallelus verwechselt werden. Die ersten 1-4 Verse, denen das Zischen fehlt, erinnern an Pseudochorthippus parallelus, die Silben werden aber schneller wiederholt und klingen weniger kratzend. In Süd- und Südosteuropa kommen weitere Arten der Chorthippus dorsatus-Gruppe vor, die äusserst schwierig zu unterscheiden sind.