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Als Gonaden werden die bei beiden Geschlechtern paarigen Keimdrüsen bezeichnet; beim Mann sind dies die Hoden (Testes), bei der Frau die Eierstöcke (Ovarien). Diese sind zuständig für die Bildung von Keimzellen (Gameten; bei der Frau Eizellen, beim Mann Spermien) und von Geschlechtshormonen.
Hoden
Die Hoden (Abbildung 1) produzieren das männliche Geschlechtshormon Testosteron und die männlichen Keimzellen, die Spermien. Diese werden in grosser Zahl (ca. 50 bis 200 Mio. täglich) gebildet.
Abbildung 1. Darstellung der männlichen Geschlechtsorgane.
Die Bildung von Testosteron wird in erster Linie durch das Hypophysenhormon LH (luteinisierendes Hormon) gesteuert, während für die Steuerung der Spermienproduktion das follikelstimulierende Hormon FSH von grosser Wichtigkeit ist. Die Bildung von FSH und LH unterliegt weiteren Steuerungsmechanismen durch höher geschaltete Zentren des Hirns.
Sowohl primäre Erkrankungen der Hoden als auch der steuernden Hypophyse können zu einer Störung der Produktion von Testosteron und/oder von Spermien führen.
Vgl. Abschnitt „Hypogonadismus“.
Eierstöcke
Die Ovarien (Abbildung 2) sind die Geschlechts- oder Keimdrüsen der Frau. Sie befinden sich zu beiden Seiten der Gebärmutter in einer Grube und sind durch verschiedene Bindegewebsstrukturen befestigt (Abbildung 2). In den Ovarien werden die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in Abhängigkeit des Menstruationszyklus produziert. Die Ovarien beherbergen auch die weiblichen Keimzellen, die Eizellen. Während des weiblichen Zyklus reift jeweils eine Eizelle heran, welche beim Eisprung in den Eileiter gelangt und befruchtet werden kann, wonach sich die befruchtete und weiterentwickelte Eizelle in der Gebärmutter einnisten kann.
Abbildung 2. Darstellung des Ovars (Mitte), an welches der Eileiter anlegt, der zur Gebärmutter (rechts) führt.
Der weibliche Zyklus bzw. die entsprechende Hormonproduktion sowie die Eizellreifung werden in erster Linie durch Hormone der Hirnanhangsdrüse (s. auch Hypophyse) beeinflusst, insbesondere FSH und LH (sog. Gonadotropine). Diese wiederum werden durch höhergeschaltete Zentren des Hirns (u.a. Hypothalamus) gesteuert.
Im Rahmen der Menopause verschwinden die Menstruationszyklen, es findet kein Eisprung bzw. keine zyklische Hormonproduktion mehr statt. Krankhafte Zustände können zu einer Störung des Menstruationszyklus führen, nebst primären Erkrankungen der Ovarien auch Erkrankungen der Hypophyse bzw. anderer Hirnzentren.
Vgl. Abschnitt „Hypogonadismus“