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Es war einmal ein jüdischer Kaufmann namens Simon Meyer Guggenheim. Dieser stammte aus dem Dorf Lengnau im Kanton Aargau (einem der wenigen Orte in der Schweiz, wo Juden sich niederlassen durften) und wanderte im 19. Jahrhundert nach Amerika aus. Dort machte er ein Vermögen im Bergbau und begründete eine der grossen Unternehmerdynastien der Vereinigten Staaten: die Guggenheims. David Landes erzählt in seinem Buch Die Macht der Familie die Geschichte dieser und anderer Wirtschaftsfamilien.
Die wahrscheinlich berühmteste Wirtschaftsdynasie der Welt sind wohl die Rothschilds, Juden aus Frankfurt am Main, die im 19. Jahrhundert das europäische Bankenwesen beherrschten. Henry Ford begann als Ingenieur im Betrieb von Thomas Edison, arbeitete sich zu einem der grössten Automobilfabrikanten der Welt hoch, war ein radikaler Antisemit und betrachtete jede Konkurrenz als persönliche Beleidigung. Die Agnellis waren Fiat und das Symbol für den italienischen Kapitalismus schlechthin. John Davison Rockefeller wurde in einem kometenhaften Aufstieg einer der reichsten Männer, die je gelebt haben – und verordnete seinen Kindern strikteste Enthaltsamkeit. Die Peugeots begannen mit Getreidemühlen, sattelten später auf die Metallindustrie um landeten schliesslich beim Automobil.
Die liebe Familie – man kann sie sich nun einmal nicht aussuchen. Ist es ein Fluch oder ein Segen, in eine Sippe von Wirtschaftsmagnaten hineingeboren zu werden?