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Siedlungsabfälle
Die stetige Zunahme der Bevölkerung und der steigende Wohlstand verursachen immer mehr Abfälle, die verbrannt oder wiederverwertet werden müssen. Der damit verbundene Energieverbrauch und der Ausstoss von Schadstoffen in Kehrichtverbrennungsanlagen konnten in der Schweiz durch hohe Entsorgungsstandards und technische Massnahmen deutlich reduziert werden. Problematisch ist eine hohe Abfallmenge vor allem deshalb, weil sie mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbunden ist.
Die Menge der Siedlungsabfälle lag im Jahr 2017 bei 703 kg pro Person, dies sind 100 kg mehr als im Jahr 1990. Dieser Anstieg ist vor allem durch die gute Konjunktur in diesem Zeitraum zu erklären. Die Zunahme der Abfallmenge wurde durch eine verbesserte Recyclingquote weitgehend aufgefangen. Der Anteil der Abfälle, der in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) entsorgt wird, war in den letzten Jahren sogar leicht rückläufig.
Die relativ hohe Abfallmenge stellt heute zwar in Bezug auf die Entsorgung keine grosse Umweltbelastung mehr dar. Sie deutet aber darauf hin, dass der Ressourcenverbrauch der Schweiz nach wie vor sehr hoch ist. Aus diesem Grund wird der Zustand als schlecht beurteilt. Da eine deutliche Abnahme wünschenswert wäre, muss die leichte Rückläufigkeit der in KVA entsorgten Abfälle als unbefriedigend angesehen werden.
Weil Siedlungsabfälle nicht überall genau die gleichen Abfallarten beinhalten (z.B. Ersatzbrennstoffe in Kohlekraftwerken) und sich die Erhebungsmethoden teilweise unterscheiden, ist ein direkter Vergleich nicht immer möglich. Generell lässt sich jedoch sagen, dass die Schweiz einen vergleichbar hohen pro-Kopf-Anteil an Siedlungsabfällen aufweist, der zum einen durch den hohen Lebensstandard begründet ist, zum anderen durch die vollständige und detaillierte Erfassung vieler Abfallarten sichtbar gemacht wird.
Um die Gesamtmenge der Siedlungsabfälle zu erhalten, werden die separat gesammelten Abfälle (Papier und Karton, kompostierbare Abfälle, Glasverpackungen, Aluminium, PET-Getränkeverpackungen, Stahlblechverpackungen, Textilien, Batterien und Elektronikschrott) und die verbrannten Siedlungsabfälle zusammengezählt. Die entsprechenden Mengen werden folgendermassen erhoben: Die für die einzelnen Separatsammlungen verantwortlichen privaten Sammelorganisationen erheben die Mengen und melden sie dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Bei Getränkeverpackungen lässt das BAFU jährlich eine Getränke- und Getränkeverpackungsstatistik durch den Schweizerischen Verein für umweltgerechte Getränkeverpackungen (SVUG) erheben. Die Daten für die biogenen Abfälle (Grüngut, Kompost, Material zur Vergärung u.a.) basieren auf alljährlichen Erhebungen.. Die verbrannten Siedlungsabfälle werden bei der Anlieferung in KVA erfasst. Generell wird zwischen Anlieferungen aus der kommunalen Kehrichtabfuhr und privaten Direktanlieferungen unterschieden. Basierend auf Erfahrungswerten wird der Anteil Siedlungsabfall wie folgt berechnet: Total der kommunalen Anlieferung plus 60% der privaten Direktanlieferungen.
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