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845 000 Franken sprach der Staatsrat per Verordnung Ende Mai als nicht rückzahlbare Finanzhilfe für das Schloss Greyerz. In einer Anfrage an den Staatsrat stellte Grossrat Nicolas Kolly (SVP, Essert) diese Hilfe infrage. In der Verordnung habe es geheissen, dass ohne diese Finanzhilfe die für den Betrieb des Schlosses verantwortliche Stiftung bald Konkurs ginge. Kolly glaubte aber zu wissen, dass die Stiftung schon vor der Corona-Krise auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesbehörden sowie Privatpersonen angewiesen war, um den Betrieb des Schlosses aufrechtzuerhalten.
Zwei Tranchen bezahlt
In seiner Antwort stellt der Staatsrat klar, dass der Staat sich um die materielle Gebäudesubstanz, die Stiftung sich aber um den Betrieb kümmere.
Mit der Corona-Krise sei das Schloss von einem Tag auf den anderen seiner wichtigsten Einnahmequelle, nämlich der Eintritte, beraubt worden. Als erster Schritt sei das Empfangspersonal zu 100 Prozent und das Verwaltungspersonal zu 70 Prozent auf Kurzarbeit gesetzt worden.
Da die Liquidität der Stiftung gegen Ende des Winters den niedrigsten Stand erreichte, habe sie die Kreditobergrenze erweitern müssen, um die Rechnungen von Ende April zu bezahlen. Sie stellte ein Betriebsszenario für 2020 auf und legte dem Staatsrat ein Finanzhilfegesuch vor. Dies habe der Staatsrat mit einer Sonderverordnung gewährt. Wie der Staatsrat schreibt, rechnete das Szenario für 2020 bei einem Aufwand von 1,279 Millionen Franken mit einem Betriebsverlust von 845 000 Franken. Eine erste Tranche von 250 000 Franken wurde im Juni an das Schloss überwiesen. Die Besucherzahlen im Sommer fielen dann besser aus als erwartet. Ende Juli lautete die Verlustprognose 675 000 Franken. So zahlte der Staat der Stiftung Ende November eine zweite Tranche von 175 000 Franken. In Kürze erwartet der Staatsrat die Prognose für das Jahresende und für 2021.