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«Humanitärer Korridor». Binnen weniger Tage wurden diese zwei Wörter zum gemeinsamen Nenner öffentlicher Ansprachen zur Ukraine – und mit ihnen die Illusion einer idealen Lösung für das Leid der Menschen, die in den von den russischen Streitkräften umstellten Städten festsassen. Das dringende Gebot, jede Initiative zu unterstützen, mit der der Zivilbevölkerung die Flucht aus einem umkämpften Gebiet ermöglicht wird, sollte jedoch weder die politische Instrumentalisierung, der humanitäre Korridore mitunter zum Opfer fallen, noch die Komplexität deren Umsetzung verschleiern. Die jüngere Geschichte lehrt uns, dass es ein Fehler wäre, zu grosse Hoffnungen in ein zeitlich begrenztes und eingeschränktes Durchlassrecht zu setzen, dessen Wahrung dem wechselhaften Gutdünken der Konfliktparteien unterliegt.
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