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Ende Oktober des letzten Jahres vergab das US-Verteidigungsministerium einen 10-Milliarden Dollar schweren Auftrag zur Bereitstellung von Cloud-Services an Microsoft
. Amazon Web Services (AWS), vorher als Favorit für diesen Auftrag gehandelt, legte daraufhin Einspruch gegen die Vergabe
ein. Nun verlangt die Amazon-Tochter in einer Eingabe an das zuständige Gericht, den U.S. Court of Federal Claims, dass US-Präsident Donald Trump als Zeuge vorgeladen werden soll.
Donald Trump und Amazon-Chef Jeff Bezos sind, gelinde gesagt, keine Freunde. AWS ist überzeugt, dass Trump persönlich Druck ausgeübt hat, damit das Verteidigungsministerium den Auftrag für das Projekt "Jedi" nicht an AWS gab. Ein AWS-Sprecher erklärte gegenüber 'CNBC', dass Präsident Trump wiederholt demonstriert habe, dass er dazu bereit sei, seine Stellung zu missbrauchen, um seine persönliche Agenda voranzutreiben. Dabei greife er auch in öffentlichen Beschaffungen ein. Es sei notwendig, die Vorgänge bei der Jedi-Vergabe aufzudecken, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Beschaffungsprozess zu bewahren. Dies insbesondere im Licht von Trumps Befehl: "Screw Amazon", was man (höflich) als "Mach Amazon fertig" übersetzen könnte.
Screw Amazon?
Der AWS-Sprecher bezog sich damit auf eine Passage aus den im letzten Oktober erschienenen Memoiren von James Mattis, der von Januar 2017 bis Januar 2019 Verteidigungsminister der USA war. Mattis schrieb darin, dass Trump in dazu gedrängt habe, Amazon aus dem Vertrag zu drücken. Und zwar eben unter Verwendung des oben genannten Ausdrucks "Screw Amazon".
AWS hatte bereits im Dezember gesagt, dass Donald Trump hinter den Kulissen Amazon attackiert habe, und dass dies der Grund für den Verlust des Auftrags gewesen sei. Das Buch von Mattis verschafft AWS natürlich einige Indizien in diese Richtung.
AWS verlangt deshalb, dass auch Mattis vom Gericht vorgeladen werden soll. Ebenfalls aussagen sollen der gegenwärtige Verteidigungsminister Mark Esper sowie einige hohe Beamte des Verteidigungsministeriums.