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Unter ungewöhnlichen Umständen hat der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, eine umstrittene Wahlrechtsreform in Kraft gesetzt. Während der Unterzeichnung des Gesetzes war der Republikaner am Donnerstag in Palm Beach live beim konservativen Sender Fox News zugeschaltet, der vorab die exklusiven Übertragungsrechte erteilt bekommen hatte. Die anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauer begleiteten die Unterschrift mit Applaus. Andere Medienstationen wurden vom Event ausgeschlossen.
Die beiden von den Republikanern dominierten Parlamentskammern in dem südlichen Bundesstaat, den der frühere US-Präsident Donald Trump sein Zuhause nennt, hatten die Wahlrechtsreform vergangene Woche gebilligt.
Künftig gelten etwa strengere Regeln rund um die Briefwahl, die allen voran der damalige Präsident Trump ohne Beweise als betrugsanfällig kritisiert hatte und tendenziell vor allem von Wählern der Demokraten genutzt wird. Briefwahlunterlagen müssen in Florida nun von den Wählern aktiv beantragt werden – was Kritikern zufolge vor allem den Republikanern zugute kommen dürfte.
DeSantis erklärte am Donnerstag, dank der Reform werde die massenhafte Aussendung von Stimmzetteln verhindert. Florida habe Massnahmen ergriffen, um die Transparenz im Wahlprozess zu erhöhen und die Sicherheit der Wahlen zu stärken.
Florida ist einer von mehreren US-Bundesstaaten, die nach den besonders polarisierenden Wahlen vom November Reformen auf den Weg brachten, die aus Sicht von Kritikern die Stimmabgabe erschweren. Besonders heftig wurde um die Wahlgesetzreform im Bundesstaat Georgia gestritten, wo die Demokraten einen Überraschungserfolg erzielt hatten.
Linda Stewart, die für die Demokraten im Senat von Florida sitzt, kritisierte das Wahlgesetz als parteipolitisch motiviert. Mehrere Organisationen wie Black Voters Matter (auf Deutsch etwa: «Schwarze Wähler sind wichtig») reichten Klage gegen das Gesetz ein.
Es habe absichtliche und unverhältnismässige Auswirkungen auf ältere Wähler, Wähler mit Behinderungen, Studenten und ethnische Minderheiten, erklärte Patricia Brigham, Präsidentin der League of Women Voters of Florida. «Es ist undemokratisch, verfassungswidrig und unamerikanisch.» (cma/sda/dpa)