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Pfarrkirche Sogn Gieri
Geschichtliche Zugehörigkeit
Im Jahre 998 erklärte Papst Georg V. das Kloster Pfäfers unter seinem Schutz. Bei dieser Gelegenheit wird auch die Kirche von Selaune genannt. Das Kloster Pfäfers war demgemäs im Besitz der Kirche von Schlans mit allen seinen Zehnten und der Seelsorge. Es ist jedoch nicht sicher, ob Schlans zu dieser Zeit schon eine eigene Pfarrei war. Im Jahre 1185 bestätigte Papst Luzius III., dass die Kapellen s.Sievi in Brigels und s.Gieri in Schlans zur Pfarrei Brigels gehören und im Besitze des Klosters Disentis seien. Während hunderten von Jahren wird Schlans von der Pfarrei Brigels betreut. Taufen und Beerdigungen finden in Brigels statt. Der Weg mit den Verstorbenen muss sehr beschwerlich gewesen sein, führte er doch über Prau Genard nach Pradas richtung Spinas bis nach Plaids. Am 5. Juni 1518 wurde die Kirche praktisch selbständig, erhielt jedoch zunächst nur eine Kuratie. Eine Kirche unter dem Patrozinium des Heiligen Georg und der Heiligen Scholastika wurde am Vorabend des "SS. Cor da Jesus" geweiht. Bei der Weihe von 1630 wird die Kirche noch als "ecclesia filialis" von "Broil" (Brigels) bezeichnet. Bald darauf muss aber ihre formelle Erhebung zur Pfarrkirche erfolgt sein, denn bei der Visitation von 1643 wird sie "ecclesia parochialis" genannt.
Baugeschichte
Die Kirche von Schlans erscheint urkundlich erstmals 1185 als "capella de Selaunes" bei der Übergabe der Pfarrkirche von Brigels ans Kloster Disentis.
Von der existierenden Kirche ist noch der Turm erhalten der aus dem 11. Jahrhundert stammen dürfte. Die heutige Kirche geht auf einem 1671 vollendeten Neubau zurück. Renovationen erfolgten in den Jahren 1904, 1928 und zuletzt 1982.
Der Weihe von 1630 ging kein Neubau, sondern nur eine Renovation voraus, denn bei der Visitation von 1643 bestand offenbar noch die mittelalterliche (erste?) Kirche.
Die Anlage muss sehr klein gewesen sein, denn die beiden einzigen Altäre standen im Chor. Die Wände waren bemalt.
Vom Schiff dieser Kirche existiert heute nur noch der südlich des Turmes stehende Teil der Westfront und das anschliessende Stück der südlichen Langseite bis zu dem Einsprung.
1671 (Datumsinschrift) wurde die Kirche auf den heutigen Umfang vergrössert. Dabei bezog man altes Mauerwerk in den Neubau ein.
Wandmalereien
Wandmalereien
An der Südseite des Turmes ist eine Zeichnung, das die "Gebote der Feiertagsheiligung" darstellt. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Zuoberst an der gleichen Wand setzte der Maler ein Bild der "Gregoriusmesse". Der Heilige kniet vor dem Altar in Santa Croce zu Rom, auf dem in Halbfigur der leidende Christus erscheint. Engel halten hinter ihm einen Teppich ; rechts zwei Begleitpersonen.
Der leidende Christus steht mit erhobenen Händen zwischen Symbolen der am Feiertagen verbotenen Arbeiten, hauptsächlich bäuerliche Tätigkeiten.
An den Beinen Christi sieht man noch einzelne, von den Handwerkssymbolen herzielende Linien, die eine Verletzung des Herrn durch die Übertretung des Feiertagsgebotes andeuten sollen.
Auf dem gestirnten Grund sind die Instrumente der Passion verteilt. Die Parallelität der zersteuten Handwerkssymbole auf dem "Feiertagsbild" und der Passionsinstrumente hier ist nicht zufällig, sondern vielmehr eine innere Verwandschaft beider Bilder.
An der Westfront der Kirche wurden 1928 weitere Wandmalereien abgedeckt und restauriert. Unten ein Epiphanienbild, darüber noch das Fragment eines Drachenkampfes des Heiligen Georg. Wichtige Teile wurden leider bei der Anlage der Vorhalle zerstört.
Auszugsweise Absätze aus dem Buch: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden von Erwin Poeschel, Bd.IV, 1942, und der Schrift "Ord la historia e cultura da Schlans" da Giachen Antoni Pfister da Neuhausen, 1931.