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Die Inventum Genetics GmbH wurde 2019 in Mainz, Deutschland, gegründet. Das Unternehmen widmet sich der Identifizierung neuer therapeutischer Ansätze und Biomarker für Volkskrankheiten auf der Grundlage humangenetischer Daten. Zu diesem Zweck arbeitet es mit dem Zentrum für Humangenetik der Philipps-Universität Marburg unter der Leitung von Prof. Johannes Schumacher zusammen. Volkskrankheiten, wie die Mehrzahl der onkologischen, neurodegenerativen und altersbedingten Krankheiten, haben verschiedene Ursachen. Sie werden durch eine Kombination von äußeren, umweltbedingten Faktoren und internen genetischen Risikofaktoren verursacht. Sogenannte genomweite Assoziationsstudien (“GWAS”) vergleichen das DNA-Profil von Patienten und Kontrollpersonen, um Zusammenhänge zwischen genetischen Varianten und Krankheiten und so den genetischen Hintergrund von Krankheiten zu ermitteln. Die meisten der assoziierten genetischen Varianten befinden sich jedoch in intergenen Regionen des Genoms, und die verantwortlichen Gene sowie die zugrunde liegenden zellulären Mechanismen, die zum Krankheitsrisiko beitragen, sind nach wie vor unbekannt. Es ist bekannt, dass die intergenen Regionen des Genoms regulatorische Elemente enthalten, die die Genexpression regulieren, und dass genetische Varianten in diesen Elementen das Expressionsniveau der jeweiligen Gene verändern können.
Expression quantitative Trait Loci (“eQTL”)-Analysen werden verwendet, um die mRNA-Expression von Genen mit genetischen Varianten zu korrelieren und dadurch die Gene zu identifizieren, die durch genetische Risikovarianten reguliert werden und die durch GWAS als krankheitsassoziiert identifiziert wurden. Die meisten öffentlich zugänglichen eQTL-Daten enthalten jedoch keine Informationen über den Krankheitszustand des Spendergewebes oder der Zelllinien, was die Identifizierung des relevanten pathologischen Zustands erschwert. Inventum Genetics GmbH führt kontextspezifische eQTL (“e²QTLs”) Analysen durch, indem sie pathologisch relevante Bedingungen in verschiedenen Zelltypen induziert. Die pathologischen Bedingungen imitieren Umweltfaktoren (z.B. UV-Licht oder Rauch), die ebenfalls zum Krankheitsrisiko beitragen, und offenbaren eQTLs, die die Genexpression nur im pathologischen Zustand beeinflussen. Mit der Kombination von e²QTLs und GWAS-Daten zielt das Unternehmen darauf ab, die Lücke zwischen dem assoziierten Polymorphismus, dem verantwortlichen Gen und dem relevanten Pathomechanismus zu schließen und auf diese Weise therapeutisch relevante Wirkstoffziele und Biomarker zu identifizieren. Als Proof of Concept konnte Prof. Schumacher den Ansatz mit simulierten bakteriellen Infektionen in Monozyten erfolgreich publizieren.
Das erste Projekt konzentriert sich auf e²QTLs, die die DNA-Schadensreaktion regulieren, deren Deregulierung bei Krebs, neurodegenerativen und Immunkrankheiten eine Rolle spielt. Verschiedene Arten von DNA-Schäden wurden in Immunzellen gesunder Probanden eingebracht, und die zelluläre Reaktion wird auf Expressionsebene gemessen. Alle identifizierten e²QTLs werden mit GWAS-Daten von häufigen Krankheiten kombiniert, um so therapeutische Ansätze und Biomarker zu identifizieren, die bei der zellulären Antwort auf DNA-Schäden eine Rolle spielen.
Für mehr Informationen: www.inventumgenetics.com