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Neuromodulation
Neuromodulation ist der zweitälteste und drittgrösste der Medtronic Geschäftsbereiche. Er entstand, als wir begannen, unsere Expertise auf dem Gebiet der elektrischen Stimulation des Herzens auf die Behandlung von Erkrankungen und Schädigungen des Nervensystems anzuwenden. Heute umfasst unser Produktangebot Neurostimulationssysteme und implantierbare Arzneimittelabgabesysteme für die Behandlung von chronischen Schmerzen, schwerer Spastik, verbreiteten Bewegungsstörungen, psychiatrischen Störungen und Störungen des Urogenital- und des Gastrointestinalsystems.
Wesentliche Produktkategorien
DBS-Therapie (Tiefe Hirnstimulation)
Bei der DBS-Therapie gibt ein operativ implantierter Neurostimulator – ein mit einem Herzschrittmacher vergleichbares Gerät – eine elektrische Stimulation an präzise festgelegte Bereiche im Gehirn ab, um unerwünschte Signale zu blockieren bzw. zu modulieren. Das DBS-System umfasst die folgenden Komponenten:
- Neurostimulator, der typischerweise im oberen Brustbereich unmittelbar unter der Haut implantiert wird
- Elektrode (dünnes Kabelbündel), die die Therapiesignale an die Stimulationspole überträgt, über die die Stimulation an das Gehirn abgegeben wird
- Verlängerung (dünnes Kabelbündel), die die Elektrode mit dem Neurostimulator verbindet
Erkrankungen
Bewegungsstörungen:
Weitere Erkrankungen:
Arzneimittelinfusionssysteme
Arzneimittelinfusionssysteme nutzen zwei vollständig implantierbare Komponenten – eine Arzneimittelpumpe und einen Intraspinalkatheter – für die Abgabe präzise bestimmter Arzneimitteldosen direkt in den Intrathekalraum.
Anders als bei der oralen Einnahme, bei der das Arzneimittel in den gesamten Körper gelangt, geben Arzneimittelinfusionssysteme das Arzneimittel unmittelbar an das Rückenmark ab, was eine Symptomlinderung mit deutlich geringeren Arzneimitteldosen als bei einer oralen Einnahme möglich macht. Für Patienten, die auf die orale Gabe therapeutischer Dosen nicht ansprechen oder schwere Nebenwirkungen auf diese entwickeln, kann dies eine alternative Behandlungsform darstellen.
Systeme dieser Art werden für die Behandlung von schwerer Spastik und von chronischen Krebs- und anderen Schmerzen eingesetzt.
Erkrankungen, für deren Behandlung ein Arzneimittelinfusionssystem in Betracht gezogen werden kann*
Schwere Spastik im Zusammenhang mit:
- Zerebralparese
- Multiple Sklerose
- Rückenmarksverletzungen und -krankheiten
- Schlaganfall
- Gehirnverletzungen
Chronische Schmerzen:
*Chronische Infusion von als kompatibel getesteten und in der Produktdokumentation aufgeführten Arzneimitteln und Flüssigkeiten
Magenstimulationssysteme
Ein kleines, als Neurostimulator bezeichnetes Medizingerät wird – üblicherweise im unteren Abdomenbereich – unter der Haut implantiert. Zwei als Elektroden bezeichnete isolierte Leitungen werden in die Muskulatur der Magenwand implantiert und an den Neurostimulator angeschlossen. Die vom Neurostimulator über diese Elektroden abgegebenen elektrischen Impulse stimulieren die glatte Muskulatur des unteren Magens, was dazu beitragen kann, bestimmte mit einer Gastroparese assoziierte Symptome – chronische(s) Übelkeit und Erbrechen – zu lindern.
Erkrankungen
Systeme für die sakrale Neuromodulation
Die üblicherweise im unteren Gesässbereich implantierten Geräte geben schwache elektrische Impulse an die in der Nähe des Steissbeins verlaufenden Sakralnerven ab. Diese steuern die Blase, den Darm und die Fortpflanzungsorgane und haben eine bedeutende Funktion bei der Kontrolle der Harn- und Stuhlausscheidung.
Erkrankungen
Therapierefraktäre Dysfunktion der Organe des unteren Beckens, z. B.:
Rückenmarkstimulationssysteme
Die Abgabe einer Rückenmarkstimulation (SCS, Spinal Cord Stimulation – eine Variante der Neurostimulationstherapie) erfolgt durch einen kleinen implantierten Rückenmarkstimulator. Dieser gibt schwache elektrische Impulse an das Rückenmark des Patienten ab, um die von den Nerven übertragene Schmerzbotschaft zu unterbrechen. Statt des Schmerzes verspüren die meisten Patienten ein Kribbeln (Parästhesie).
Mithilfe eines kleinen Programmiergeräts kann der Patient die Stärke und den Wirkungsort der Stimulation anpassen. Dies ermöglicht es ihm beispielsweise, eine für die jeweilige Tageszeit und Aktivität – Spazierengehen, Schlafen, Sitzen usw. – optimale Stimulationsintensität zu wählen. Manche Stimulationssysteme sind zudem imstande, bei Haltungsänderungen des Patienten automatisch eine Anpassung der Stimulation vorzunehmen.
Erkrankungen
* Die Indikation für die Behandlung dieser Erkrankungen mittels Rückenmarkstimulation ist auf Körperstamm und/oder Gliedmassen beschränkt.
Für Patienten
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