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Die Kirche in Gampelen war vor der Reformation dem Heiligen Martin gewidmet, was darauf hindeutet, dass schon im frühen Mittelalter am selben Ort eine Kirche stand. Darüber hinaus vermuten die
Archäologen, dass sogar in römischer Zeit ein bedeutendes Bauwerk auf diesem Platz gestanden haben muss, ein Römerweg führt nämlich bei der Kirche vorbei.
Das Kirchenschiff, so wie es sich heute zeigt, wurde 1674 bis 1676 vom Baumeister Abraham Dünz erbaut. Vermutet wird, dass die Westmauer der Kirche noch älter ist und von einer Kirche stammt, die 1513 bei einem grossen Dorfbrand zerstört wurde.
Der Turm entstand 1559, kurz nach der Zeit des Neuaufbaus der Kirche nach dem Dorfbrand. Der Turm und das Äussere der Kirche wurde letztmals 1984 vollständig renoviert, dabei wurde auch ein Teil des Chors und die Chorfenster mit den Malereien erneuert. Das Kircheninnere wurde seit der Bauzeit immer nur in kleinen Schritten verändert. Aus der Bauzeit von 1674 stammen noch: Plattenboden, Decke, Chormalerei, Chorgestühl, Landvogtsitz, Kanzel und die älteren Emporensäulen. Der Taufstein ist wahrscheinlich sogar vorreformatorisch.
Für den Einbau der Orgel, die 1812 vom Orgelbauer Stölli gekauft wurde, musste die Empore ins Kirchenschiff verlängert werden, was am zweiten Säulenpaar deutlich zu sehen ist. Die Orgel wurde
1909 verändert, indem ein Occasionswerk aus Vevey hinter den bestehenden Stölli-Prospekt gebaut wurde. Bei diesem Umbau wurde auch von mechanischer auf eine damals moderne pneumatische Traktur
umgestellt.
1994 wurde einem Kredit zugestimmt, die Orgel total zu renovieren, wobei im Projekt streng darauf geachtet wurde, den originalen Prospekt von Stölli und die Prospekt-Pfeifen zu erhalten. Die Orgel konnte nach einer Bauzeit von 1 1/2 Jahren an Pfingsten 1997 feierlich eingeweiht werden.
Noch ein paar weitere Details im Innern der Kirche: Die Bildscheibe (Ochsenauge Nord) stammt von 1621 und zeigt Moses und die eherne Schlange. Die anderen Original-Scheiben sind verloren. Das Ochsenauge Süd stammt aus dem Legat Bundesrat Karl Scheurers. Von 1945 stammt das Fenster mit den Engeln von Paul Zehnder. Das heutige Geläute wurde 1955 auf drei Glocken erweitert, bei der Innenrenovation 1993 wurde die Steuerung völlständig erneuert und das Uhrwerk auf Funkuhrsteuerung umgebaut.
Das Pfarrhaus wurde im Jahre 1668 erbaut.
Im Jahr 2015 wurde es vom Kanton an die Einwohnergemeinde Gampelen verkauft und während dem Jahr 2016 wurde das Haus saniert.