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In den zwei Jahren seither gewann Max Verstappen 34 Grands Prix. Am Sonntag feierte er zum Saisonabschluss der Formel 1 in Abu Dhabi seinen 54. Rennsieg. Die 15 GP-Siege von 2022 stellten schon einen Rekord dar; die 19 Siege (in 22 Grands Prix) von 2023 sind es sowieso. Das Red-Bull-Team triumphierte in 21 der 22 Rennen. Einzig am 17. September in Singapur siegte Carlos Sainz im Ferrari - primär weil die Strategie von Max Verstappen damals wegen einer Safety-Car-Phase den Bach runter ging.
Ansonsten lief in dieser Saison für Verstappen nichts schief. Nur drei Rennen gewann er nicht, wobei er zweimal Zweiter wurde. Nur in Singapur fuhr er nicht um den Sieg mit. Während über 1000 Runden führte Max Verstappen. Kein einziges Mal schied er aus: kein Motorenschaden, kein technischer Defekt, kein Fahrfehler - nichts! Schon am 7. Oktober stand der 26-jährige Niederländer als Weltmeister fest. Am Ende gewann er mehr als doppelt so viele Punkte als sein erster Verfolger, Teamkollege Sergio Perez.
Dominanz erstaunt
Auch das letzte Rennen kontrollierte Verstappen mühelos. Einzig nach seinen beiden Boxenstopps führte er kurz nicht. Am Ende schwärmte Verstappen von «der unglaublichen Saison». Vor dem GP von Singapur gewann er zehn Formel-1-Rennen hintereinander, auch das ein Rekord. Verstappen betonte, wie unheimlich stolz er sei, auch das letzte Rennen wieder gewonnen zu haben.
Obwohl Red Bull und Verstappen die letzten zwei Jahre nach Belieben dominierten, boomt die Formel 1. Die Rennen sind ausverkauft; der Rubel rollt. Die «Formula One» ist in den letzten fünf Jahren viel ausgeglichener geworden. Nahmen vor fünf Jahren die besten zwei, drei Teams dem Rest des Feldes mindestens eine Sekunde und mehr pro Runde ab, betrug in der Qualifikation in Abu Dhabi der Unterschied zwischen dem Schnellsten (Verstappen) und dem Langsamsten (Zhou) 0,999 Sekunden. Der Unterschied zwischen Top und Flop betrug 2023 weniger als 1 Prozent; vor fünf Jahren waren es noch vier bis fünf Prozent. Umso erstaunlicher kommt die Dominanz von Verstappen daher.
Hoffnung auf neue Autos
Bis in 96 Tagen in Bahrain die nächste Formel-1-Saison beginnt, hoffen insbesondere Mercedes und Ferrari, die in der Teamwertung die Plätze 2 (Mercedes) und 3 (Ferrari) belegten, den Rückstand auf Red Bull auszugleichen. Bei der Konkurrenz der Österreicher waren die technischen Nachteile von Anfang an zu gross, ausserdem konnten die Autos im Verlauf der Saison nicht in erforderlichem Masse nachgerüstet werden. Derweil bei Verstappen auf der Ehrenrunde fast Melancholie aufkam (Verstappen: «Mir wurde bewusst, dass ist die letzte Runde, die ich mit diesem wunderbaren Rennauto fahren darf. Ich war selber überrascht, wie mich das berührte»), hofft die Konkurrenz auf neue Kräfteverhältnisse mit neuen Fahrzeugen.
Toto Wolff, Teamchef von Mercedes, sagte in Abu Dhabi: «Ich habe die Schnauze voll davon, Erklärungen zu suchen, warum es nicht gut läuft. Wir waren mal in der Hitze gut, in der Kälte aber nicht. Vorher war es auch schon andersherum. Ich bin einfach glücklich, dass die Saison jetzt vorbei ist und wir mit einem neuen Auto kommen werden.» Und dieses Auto, so hofft Mercedes, ist dann schnell genug, damit ihr Star, Lewis Hamilton, sich nicht nach der Möglichkeit umhören muss, vielleicht auch bei Red Bull unterzukommen, wie das in Abu Dhabi gerüchteweise zu hören gewesen ist.