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Nach der Galavorstellung gegen Andreas Seppi ist Roger Federer im Achtelfinal von Paris-Bercy kaum wiederzuerkennen. Der Maestro scheitert in drei Sätzen. Im Viertelfinal dagegen steht Stan Wawrinka.
Im Gegensatz zu Federer gab sich Stan Wawrinka in seinem Achtelfinal keine Blösse. Der Romand wurde auf dem Court 1 seiner Favoritenrolle gerecht und bezwang den Serben Viktor Troicki (ATP 27) in 79 Minuten 6:4, 7:5. Für Wawrinka war es bereits der 52. Sieg im laufenden Jahr (bei 15 Niederlagen), womit er seinen Rekord aus dem Jahr 2013 verbesserte (51 Siege).
Nach dem gewonnenen ersten Satz durchlebte Wawrinka zu Beginn des zweiten Satzes eine kleine Baisse. Beim Stand von 2:4 wehrte er zwei weitere Breakbälle des Serben ab, ehe er die Partie wieder zu seinen Gunsten wendete. In den Viertelfinals trifft Wawrinka auf den Sieger der Partie zwischen Rafael Nadal (ATP 6) und Kevin Anderson (ATP 12). Gegen Nadal hatte er das letzte Duell vor gut einem Monat in Schanghai klar verloren. Das letzte Aufeinandertreffen mit Anderson entschied Wawrinka am US Open in New York Anfang September klar in drei Sätzen für sich. (si)
«Auszuscheiden, ohne gebreakt zu werden, ist bitter. Aber gegen John kann dir das passieren», sagte Federer nach der Partie. 27 Asse für John Isner, nur 13 für Roger Federer. Die Statistik zeigt, wo der Unterschied beim 7:6 (7:3), 3:6, 7:6 (7:5) lag. Insbesondere in den entscheidenden Tiebreaks konnte Federer nicht sein gewohntes Tennis abrufen und scheidet eine Runde früher aus als im letzten Jahr (Viertelfinal gegen Raonic).
Für Federer endete damit das Turnier in Bercy einmal mehr mit einer Enttäuschung und vor dem Final-Wochenende. Bei zwölf Teilnahmen erreichte der 34-jährige Baselbieter 'nur' dreimal die Halbfinals, 2011 feierte er dank einem Erfolg im Final gegen Jo-Wilfried Tsonga seinen bislang einzigen Turniersieg in Bercy. «Meine Vorbereitung für Paris ist wegen des Turniers in Basel, das für mich Priorität geniesst, fast nie ideal», so Federer. Aber er habe immer gegen gute Spieler verloren. «Sie mussten immer stark spielen, um mich zu schlagen.»
Roger Federer konnte von den bisherigen sechs Duellen deren fünf gegen den gross gewachsenen Amerikaner gewinnen. Er musste allerdings bei vier der fünf Erfolgen mindestens in einem Satz ins Tiebreak. Eine enge Kiste wurde es auch hier im Achtelfinal von Paris-Bercy.
Das Duell mit dem Aufschlagsriesen aus den USA verlief wie erwartet ausgeglichen. Im ersten Satz konnte Federer zwei, Isner (ATP 13) eine Breakchance nicht nutzen und so musste das Tiebreak entscheiden. Dort konnte die Weltnummer 2 für einmal nicht sein bestes Tennis auspacken und verlor mit 3:7.
Im zweiten Satz liess der Schweizer beim Stand von 2:1 den Arzt kommen. Dieser verabreichte ihm eine Tablette. Danach hätte Onkel Doc fast nochmals kommen können. Denn im nächsten Game vertrat sich Federer den rechten Knöchel. Dann allerdings drehte er auf und kam zu zwei Breakbällen, welche Isner mit starken Aufschlägen abwehren konnte.
Das erste Break der Partie gelang dem Schweizer wenig später doch. Mit einem präzisen Ball auf die Linie holte er sich das Game zum 4:2 im zweiten Durchgang. Er glich nach 38 Minuten mit 6:3 zum 1:1 nach Sätzen aus.
Der Entscheidungssatz fing erneut ausgeglichen an. Es war dann aber Isner, welcher beim Stand von 2:1 zu einem ersten Breakball kam. Federer wehrte diesen stark ab, glich zum 2:2 aus und kam seinerseits im folgenden Game zu einem Breakball. Diesen wehrte Isner am Netz aber mit einem Traum-Volleystoppball ab und hielt seinen Service ebenfalls.
Es war beim Stand von 3:3 erneut Federer, der am Break schnupperte, Isner machte aber auch diese Möglichkeit mit einem starken Service zunichte. So steuerten die beiden auf eine zweite Kurzentscheidung in dieser Partie zu.
Im Tiebreak zeigte sich Federer erneut fehleranfällig und lag schnell mit 1:4 und 2:5 zurück. Beim Stand von 2:6 konnte er zwar drei Matchbälle abwehren, den vierten nutzte Isner dann mit einem Servicewinner. (fox/si)