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Der Tortuguero Nationalparks ist ein etwa 20 000 Quadratkilometer grosses Regenwaldgebiet in Costa Rica an der Küste zum Karibischen Ozeans. Das Gebiet ist eine von zahlreichen Kanälen durchzogene feucht-heisse Dschungellandschaft, die Lebensraum für Leguane, Kapuzineräffchen, Brüllaffen, Blaureiher, Tigerreiher, Schlangenhalsvögel und noch manch anderes Getier ist. Im Pflanzendickicht beim Ufer lebt auch der farbenprächtige Rotaugenlaubfrosch, ein winziges Kerlchen, das etwa 10 cm gross wird, aber wie so manch andere Tierart vom Aussterben bedroht ist. Berühmt ist der Trotuguero Nationalpark auch deshalb, weil an der Küste zum Karibischen Ozean die ebenfalls vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten zwischen Juli und September ihre Eier ablegen.
Alljährlich schleppen sich Tausende riesiger Meeresschildkröten bei Hochwasser und Mondlicht an Land, um im Sand ihre Eier abzulegen. Es dauert drei Monate, bis die Jungen schlüpfen, aber von den 60-80 Eiern pro Gelege bzw. von den geschlüpften Jungtieren überleben nur ein bis zwei Tiere, weil viele Gefahren von der Eiablage bis zum Erreichen des Meeres lauern: Hunde graben die Eier aus, Kormorane, Haie, Bermudas und viele andere Tiere stürzen sich auf die kleinen Schildkröten, die den Weg ins Meer suchen. Schildkröteneier gelten zudem als Potenzmittel und werden in einer Mixtur aus Ei und Alkohol als Aphrodisiakum angeboten. Trotz der strengen Überwachung der Gelege und hoher Strafen blüht der Handel. Wer beim Eierdiebstahl erwischt wird, wird streng bestraft.
Man darf auf keinen Fall die gerade geschlüpften Tiere berühren, auch darf man nicht mit Blitzlicht fotografieren. Die Tiere orientieren sich am Geruch des Sandes des Gebietes, wo sie geschlüpft sind, und auch an den Sternbildern am Himmel über diesem Ort. Nach 30 Jahren kehren sie, nachdem sie geschlechtsreif geworden sind, dorthin zurück, und legen dort ihre Eier ab. Die Schildkröten gehören zu den ältesten Tieren der Erde und bevölkerten diese schon vor der Zeit der Dinosaurier.
Bis 1970 wurden die Schildkröten erbarmungslos abgeschlachtet, da sich die Bewohner des Dorfes Tortuguero von deren Fleisch ernährten. Erst als ein Amerikaner, der die Lebensgewohnheiten der Schildkröten beobachten und eine Forschungsstation einrichten wollte, vom grausamen Gemetzel entsetzt, Massnahmen zur Beendigung dieser Massaker einleitete, wurde die ganze Region zur Schutzzone erklärt, und das Töten der Schildkröten wurde verboten. Um den Bewohnern eine Basis für ihren Lebensunterhalt zu schaffen, erlaubte die Regierung den Bau von ein paar kleinen Lodges, wo Touristen übernachten können. Die Region lebt nun ausschliesslich vom Tourismus, und die Leute finden ihr Auskommen als Bootsführer, Gärtner, Köche, Zimmermädchen etc. Nach Tortuguero kommt man nur per Boot, allerdings gibt es in der Nähe des Dorfes auch einen Flugplatz, auf dem aber nur Kleinstflugzeuge landen können.
Etwas weniger spektakulär, aber sehr erholsam ist ein Aufenthalt in einem Ort an der Küste zum Pazifischen Ozean, wie zum Beispiel in Tamarindo. Von San José aus fährt man zunächst über die berühmte Strasse Panamericana, die von Alaska bis zur Spitze des südamerikanischen Kontinents führt, nach Alajueda, an riesigen Weideflächen und Kaffeeplantagen vorbei. Unterwegs trifft man immer wieder auf prachtvolle Exemplare des Nationalbaumes von Costa Rica, den Arbol de Guanacaste. Bei Puerto Moreno überquert man den Golfo de Nicoya auf einer ziemlich neuen Brücke, einem Geschenk Taiwans an Costa Rica – noch vor wenigen Jahren hätte man hier mit einer Fähre übersetzen müssen.