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Ehemaliges Café an der Schaffhauserstrasse 412, vormals Zürichstrasse 10 im Gebiet Eggbühl. Assek-Nr. alt 152, neu 521. Das Haus wurde 1864 erbaut und 1950 abgetragen. Die Wartburg darf nicht mit der Wartegg verwechselt werden. Die Wartegg war ein 5 Stockwerke umfassender Backstein mit einem Restaurant mit Alkoholausschank und Walmdach mit Dachterrasse. Die Wartburg hingegen war ein niedrigerer Bau mit Giebeldach und zwei Türmen und barg ein Café, welches um 1920 von Hans Kränzlin geführt wurde und eine angegliederte Bäckerei umfasste. Die Wartburg stand zwischen Wartegg und Drogerie Arnold. Das Café von Hans Kränzlin hiess Café zur Wartburg. Vom Café ist ist bekannt, dass es bereits vor 1925 von Robert Kermes übernommen wurde, welcher es bis gegen Ende 1949 unter diesem Namen weiterführte. 1950 erfogte der Abbruch mit Neubau. Ab Oktober 1951 übernahm dann Jacques Kränzlin das Café im Neubau unter dem neuen Namen «Iris». Er selber erwähnt in einem Zeitungsbericht der Seebacher Nachrichten bei der Eröffnung im Oktober 1951, dass es 30 Jahre zuvor als «Wartburg» geführt wurde. Der damalige Wirt war sein Onkel Hans Kränzlin. Dieser betrieb zusammen mit seinem Bruder Dr. Gerhad Kränzlin in St. Gallen das Café Kränzlin. Das Seebacher Café existiert seit 1950 nicht mehr, das Ursprungshaus in St. Gallen ist hingegen immer noch in Betrieb.
Noch etwas mehr erfährt man von der Café Kränzlin AG an der Schützengasse 16 in Zürich, wo die Tochter von Dr. Gerhard Kränzlin folgendes zur Geschichte berichtet:
"In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts haben die Brüder Hans und August Kränzlin zusammen mit meinem Vater Gerhard Kränzlin, die Liegenschaft an der Schützengasse 16 erworben. Es entstand das Café Kränzlin und das Hotel Simplon. 1939 übernahm mein Vater Dr. jur. und Dr. phil. Gerhard Kränzlin das Haus zu Alleineigentum. Seine Enkelin Gunilla Tropp, welche die unteren Räumlichkeiten der Liegenschaft für die Familie bewirtschaftet, versucht in traditioneller Weise alte Werte neu zu leben. So entstand wieder an der Schützengasse 16, ein Café Restaurant Kränzlin und die Simplon Bar. Sie legt grossen Wert auf regionale und ethisch vertretbare Produkte. Sie arbeitet vor allem mit Kleinunternehmen zusammen und versucht weniger bekannte Waren zu verkaufen. Es ist ihr ein Anliegen Ihnen eine ehrliche Gastronomie zu bieten. Ich hoffe, die Betrieblichkeit gefällt, sodass Sie wiederholt den Weg zu uns finden. Herzlichst Ihre Annelies Tropp-Kränzlin."
Die Wartburg wurde 1864 erbaut und ist damit älter als die Wartegg, welche vermutlich erst um 1875 entstand. 1951 wurde sie nach dem Neubau in Tea Room Iris umbenannt. Ob das Café Wartburg von Anbeginn an existierte und ob es ohne Unterbrechung geführt wurde, ist ebenfalls noch ungesichert und gilt eher als unwahrscheinlich. Es deutet daher vieles darauf hin, dass die Wartburg als Café nur zeitweise existierte. Der Name Wartburg gehörte primär zum Haus und lautete «Haus zur Wartburg». Im Adressbuch der Schweiz wird für 1894 kein Restaurant Wartburg erwähnt, was weiter nicht verwundert, den die Auflistung war sehr unvollständig, sodass das Fehlen der Wartburg nichts Definitives aussagt. Ausserdem wird dort noch ein einzelner Wirt ohne Nennung des Restaurants erwähnt. Er hiess Albert Hoeffler. Ob ausgerechnet dieser die Wartburg führte, wäre schon sehr zufällig.
Vom Jahr 1898 gibt es eine Foto der Wartburg von der MFO, wo die Rollläden geschlossen sind. Das könnte heissen, dass das Lokal ausser Betrieb war, doch ist dies nur eine Vermutung. Im Adressbuch von 1931 fehlt der Eintrag der Wartburg, ebenso im Adressbuch von 1950, dort ist als Besitzer der Wartburg lediglich ein Peter Kränzlin als Bäcker und Konditor erwähnt und der wohnte aber in St. Gallen. Gemäss Adressbuch von Seebach 1913 befand sich die Bäckerei damals im Besitze von Alexander Waldmann. Ein Restaurant, Café oder ähnliches wird nicht erwähnt. Somit muss davon ausgegangen werden, dass in der Wartburg lediglich um das Jahr 1920 herum und dann wieder ab 1951 gewirtet wurde, als aber bereits ein Neubau die alte Wartburg ersetzt hatte.
Es ist nicht bekannt, wie das Restaurant zu seinem Namen kam, doch hiess es so, als man in Seebach noch wusste, dass es früher auf dem nahen Bühl eine römische Baute gab, eine Art Ruine, und so soll das Restaurant den Namen Wartburg erhalten haben, im Sinne von Warte auf einem Hügel. Das ist die eine Theorie, welche die OGS als die gewagtere betrachtet.
Viel naheliegender ist nämlich, dass die Wartburg ihren Namen bekam, weil sie von Anfang an mit zwei Türmen erstellt wurde, welche ein wenig an eine Wartburg erinnerten.
Quellen: - Postkarte - «Unser Seebach» 1983, 182 - Adressbuch von Seebach 1913 - Adressbuch von Seebach 1931 - Adressbuch von Zürich 1950