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Hallo Zusammen
Ich habe auf ende Oktober gekündigt. Wir sind seit Anfang 2020 in Kurzarbeit. Ich habe dieses Jahr angeblich 60 Minusstunden gemacht (Obwohl Kurzarbeit?) und mein Chef will mir diese jetzt von den restlichen Ferien (18 Tage Resturlaub) abziehen. Ist dies erlaubt?
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Steht in Ihrem Arbeitsvertrag ein Lohn pro Monat (oder pro Jahr) und eine Arbeitszeit in Stunden (zum Beispiel pro Woche oder pro Monat)? Oder steht dort nur ein Stundenlohn und, dass es keine vertragliche Arbeitszeit gibt und der Arbeitgeber bestimmen kann wie viele Arbeitsstunden Sie arbeiten kommen sollen (Arbeit auf Abruf)? Im ersten Fall können Sie Ihrem Arbeitgeber einen eingeschriebenen Brief per Post senden, dass Sie um einen Nachweis der Minusstunden bitten, dass Sie in der Vergangenheit bereit waren die vertragliche Arbeitszeit zu arbeiten und, dass der Arbeitgeber den Lohn für die von Ihnen angebotene Arbeitszeit schuldet und sonst ein Annahmeverzug des Arbeitgebers vorliegt und, dass Sie nicht zugestimmt haben während der Kündigungsfrist Ferien zu beziehen und der Bezug von Ferien während der Kündigungsfrist nicht zumutbar gewesen wäre. Ich nehme nicht an, dass Sie während der Kündigungsfrist von der Arbeitszeit "freigestellt" waren und auch während der Kündigungsfrist arbeiten mussten. Sind Sie arbeitslos und werden Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen? Die Arbeitslosenversicherung könnte Probleme machen, wenn Sie auf Lohnansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verzichten.
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Ich bin Angestellt zu einem Lohn pro Monat, Arbeitszeit in Stunden zu 8.4h pro Tag. Da ich immer bereit war zu Arbeiten, trotz Kurzarbeit, fällt es mir schwer die Minusstunden hin zu nehmen. Jedoch ist meine grössere Frage eher diese mit den Urlaubstagen, ob es erlaubt ist, ohne meine Einwilligung, die Minusstunden über die Ferien abzuziehen.
Ich arbeite noch bei dieser Firma bis ende Dezember, dann ist meine Kündigungsfrist vorbei.
Besten dank für Ihre Antwort
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Ich verstehe den Sinn ihrer Frage nicht.
Wenn sie ein fixes Arbeitspensum haben und dann Minusstunden auf diesem Pensum haben, wo soll der Arbeitgeber dann dieses Manko anders abbuchen, als bei den Urlaubstagen?
Er könnte es ihnen ja auch einfach noch am Lohn abziehen... Aber Minus bleibt Minus.
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Die einzige Frage die hier offen bleibt, ist für mich die Frage, woher die Minustunden kommen. Und ob das im Zusammenhang mit der Kurzarbeit korrekt abgerechnet wurde.
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Ich möchte in erster Linie nur Wissen ob es erlaubt ist, Minusstunden über den Urlaub abzuziehen.
Ich habe Online leider keine konkrete Antwort dazu gefunden.
Das es mir dann, wenn ich es nicht aufarbeiten kann, vom Lohn abgezogen wird, ist mir bewusst.
Woher die Minusstunden kommen weiss ich selber nicht, da wir ja seit Anfang 2020 in Kurzarbeit sind.
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Transmitter
Kann ich versuchen - Bei meiner letzten Frage woher die Minusstunden kamen, bekam ich aber als Antwort : Es gibt immer nen kleinen Protzentsatz... Da ich als Laie keine Ahnung davon habe, und dummerweise keinen Rechtsschutz besitze, wird es schwer für mich diese Sachen zu überprüfen. Ich weiss ebenfalls nicht, an welche Stelle ich mich gegebenenfalls wenden kann. Hatte erhofft hier eine Antwort zu erhalten.
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nach meinem stand des wissens und iirtums kann der arbeitgeber dies tun. allerdings ist ihnen ja offenbar nicht klar, woher die minusstunden kommen.
wenn sie die arbeitszeiten nicht erfassen und keine geregelten arbeitszeiten haben, wird es schwierig zu beweisen, dass sie keine unterzeit geleistet haben.
ich rate ihnen sich vom arbeitgeber genau erklaeren zu lassen, woher diese minusstunden kommen und wie sich diese zusammensetzen. wenn er diese abziehen will, muss er diese auch ausweisen können.
willigen sie also nicht ein, wenn ihnen nicht ausdrücklich erklaert oder besser noch ausgewiesen werden kann, wie die stunden zusammengekommen sind.
wenn sich unter- und überzeit ansammelt, was bei ihnen ja nach aussagen des arbeitgebers so sei, wuerde man erwarten, dass ihnen diese jeweils ende monat ausgewiesen wird. alles andere ist eigentlich unseriös.
also nochmals: wenn der arbeitgeber 60 minusstunden abziehen will, dann muss er vorweisen können woher diese stammen. andernfalls läge der verdacht nahe, er wolle sich bereichern.
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Hallo Zusammen
Hatte heute ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber, dieser hat mir erklärt und erläutert woher die Minusstunden stammen.
Desweiteren muss ich wohl auf einen Teil meines Urlaubs verzichten, da der Betrieb kurzfristig einen Auftrag erhalten hat und somit im Dezember eine Betriebliche Notlage ensteht.
Ich bedanke mich herzlich für eure Antworten
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Ihre Angaben waren zuerst nicht richtig und deshalb verwirrend. Wenn man auf deutsch sagtn, dass man "auf Ende Oktober" gekündigt hat, meint man damit, dass das Ende der Kündigungsfrist und damit das Ende des Arbeitsverhältnisses Ende Oktober ist. Später haben Sie dann gesagt, dass Sie bei dieser Firma noch bis Ende Dezember arbeiten. Ich gehe also davon aus, dass Sie Ende Oktober 2021 gekündigt haben und, dass das Ende der Kündigungsfrist und das Ende des Arbeitsverhältnisses Ende Dezember 2021 ist. Wenn Sie dem Arbeitgeber gesagt oder geschrieben haben, dass Sie trotzdem bereit wären die normale Arbeitszeit zu arbeiten muss der Arbeitgeber für diese Tage trotzdem den Lohn bezahlen und darf Ihnen für diese Tage keine Minusstunden verrechnen und darf diese angeblichen Minusstunden auch nicht mit ihren Ferien verrechnen.
"Das vorzeitige Nachhause-Schicken oder nicht zur Arbeit aufgeboten werden ist eine Form von Annahmeverzug des Arbeitgebers. «Annahmeverzug» bedeutet, dass der Betrieb mit der Annahme einer Arbeitsleistung «in Verzug» gerät (Art. 324 OR). Annahmeverzug führt dazu, dass der Arbeitnehmer den Lohn zugut hat und die Zeit auch nicht nacharbeiten muss. Die Lohnzahlungspflicht trifft den Arbeitgeber auch, wenn er keine Schuld trägt, dass der Arbeitnehmer die Arbeitsleistung nicht erbringen kann; also auch, wenn es wegen Auftragsmangel keine Arbeit gibt. Das ist die Konsequenz davon, dass der Arbeitgeber das Betriebsrisiko trägt; umgekehrt streicht er bei gutem Geschäftsgang auch den Gewinn ein und teilt ihn in der Regel nicht mit den Angestellten.
Ein kleines, aber entscheidendes «Detail» ist noch zu ergänzen: Um den Annahmeverzug des Arbeitgebers herbeizuführen, muss der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung ausdrücklich anbieten. Dies kann mündlich, schriftlich oder auch tatsächlich erfolgen, etwa indem er am Morgen am Arbeitsplatz erscheint, obschon er am Vorabend eine telefonische Absage erhalten hat!"
1 Kann die Arbeit infolge Verschuldens des Arbeitgebers nicht geleistet werden oder kommt er aus anderen Gründen mit der Annahme der Arbeitsleistung in Verzug, so bleibt er zur Entrichtung des Lohnes verpflichtet, ohne dass der Arbeitnehmer zur Nachleistung verpflichtet ist.
2 Der Arbeitnehmer muss sich auf den Lohn anrechnen lassen, was er wegen Verhinderung an der Arbeitsleistung erspart oder durch anderweitige Arbeit erworben oder zu erwerben absichtlich unterlassen hat.Art. 329a
1 Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer jedes Dienstjahr wenigstens vier Wochen, dem Arbeitnehmer bis zum vollendeten 20. Altersjahr wenigstens fünf Wochen Ferien zu gewähren.
2 ...
3 Für ein unvollständiges Dienstjahr sind Ferien entsprechend der Dauer des Arbeitsverhältnisses im betreffenden Dienstjahr zu gewähren.Art. 329c
1 Die Ferien sind in der Regel im Verlauf des betreffenden Dienstjahres zu gewähren; wenigstens zwei Ferienwochen müssen zusammenhängen.
2 Der Arbeitgeber bestimmt den Zeitpunkt der Ferien und nimmt dabei auf die Wünsche des Arbeitnehmers soweit Rücksicht, als dies mit den Interessen des Betriebes oder Haushaltes vereinbar ist.Art. 329d
1 Der Arbeitgeber hat dem Arbeitnehmer für die Ferien den gesamten darauf entfallenden Lohn und eine angemessene Entschädigung für ausfallenden Naturallohn zu entrichten.
2 Die Ferien dürfen während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleistungen oder andere Vergünstigungen abgegolten werden.
3 Leistet der Arbeitnehmer während der Ferien entgeltliche Arbeit für einen Dritten und werden dadurch die berechtigten Interessen des Arbeitgebers verletzt, so kann dieser den Ferienlohn verweigern und bereits bezahlten Ferienlohn zurückverlangen.
Bundesgesetz betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfer Teil: Obligationenrecht) (OR):