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Der lebendigere Teil der Demonstration in Zürich besammelte sich auf dem Limmatquai beim Rathaus. Mit lauter Musik und bekannten Slogans wie «Wem sis Klima? Euses Klima!» zogen die mehrheitlich jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Stadt.
Auf dem Münsterhof trafen sich die währenddessen die Demonstranten für den ruhigeren Teil: Eltern mit kleinen Kindern, die nicht ins Getümmel wollten, Senioren und Gehbehinderte. Sie nahmen es etwas gemächlicher und absolvierten eine verkürzte Route. Insgesamt waren etwa 5000 Personen anwesend, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.
Auch in Lausanne demonstrierten mehrere Tausend Menschen für mehr Klimaschutz. Um zehn Uhr versammelten sich am Bahnhof von Lausanne rund 3500 Personen, wie ein Sprecher der Polizei Lausanne gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Das sind einige Tausend weniger als im März, damals protestierten in Lausanne noch 10'000 Personen für mehr Klimaschutz.
Entgegen früherer Demonstrationen marschierten die Teilnehmer diesmal nicht zum Riponne-Platz sondern in Richtung See. Unter den Teilnehmern befand sich der 77-jährige Jacques Dubochet, der Chemie-Nobelpreisträger des Jahres 2017, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur Keystone-SDA beobachtete. Er hielt ein Banner mit der Aufschrift «Grosseltern für das Klima».
Verkehrsknotenpunkte im Visier
Beim See spaltete sich der Demonstrationszug in zwei Teile auf. Eine Gruppe der Demonstranten marschierte in Richtung Pyramides de Vidy. Die zweite Gruppe ging in Richtung Maladière-Kreisel. Die Polizei stoppte den Zug kurz vor dem Kreisel, nachdem die Demonstrierenden bereits eine Absperrung durchbrochen hatten.
Etwa zwei Stunden lang standen die Ordnungskräfte und rund 250 Manifestanten einander gegenüber. Dann begann die Polizei mit der Auflösung der Demonstration. Etliche der Kundgebungsteilnehmer wurden auf Sackkarren abtransportiert, wie die Polizei am Abend mitteilte. Andere gingen von selbst.
48 Personen wurden polizeilich weggeführt und auf den Posten gebracht. Sie werden bei der Staatsanwaltschaft wegen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, die Verkehrsordnung und anderer Delikte angezeigt. Zwanzig der Abgeführten wurden schon wegen der Demonstration in der vergangenen Woche verzeigt.
Kollektiv kritisiert Waadtländer Staatsrat
Die Exponenten von «Extinction Rebellion» wurden am Freitag vom Waadtländer Kollektiv für den Klimastreik unterstützt. Auch das Kollektiv will nach eigenen Angaben in Zukunft mit zivilem Ungehorsam auf sich aufmerksam machen. Dies soll jedoch friedlich vor sich gehen, teilte es mit. Die aktive Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Staatsrat werde unterbrochen. Der Grund für diese Massnahme sei die Trägheit, mit der die Politik auf die Anliegen der Klimabewegung reagiere.
Die Waadtländer Regierungsrätin Nuria Gorrite sagte dazu, der Staatsrat habe schon "viel Geld" für den Klimaschutz aufgewendet. Trotz Klimanotstand müsse der demokratische Prozess berücksichtigt werden.