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| Origenes († 253/54) - Gegen Celsus (Contra Celsum)

Viertes Buch
8.
Es darf aber nicht wundernehmen, wenn in gewissen Menschenaltern Propheten erstanden sind, die wegen ihres in höherem Grade beharrlichen und beständigen Wandels andere Propheten, die in ihren Tagen, oder auch früher oder später als sie, lebten, in der Annahme der Göttlichkeit übertrafen. Es darf aber ebensowenig befremden, dass es auch eine Zeit gegeben hat, in der ein ganz auserlesenes Wesen bei dem Menschengeschlechte Wohnung nahm, das seinesgleichen weder vorher hatte noch später haben wird. Die Lehre hiervon schließt ein tieferes Geheimnis in sich, das durchaus nicht zu allgemeiner Kenntnis des Volkes gelangen kann. Um dies deutlich zu machen und den Äußerungen des Celsus über die Ankunft des Messias zu begegnen, nämlich den Worten: " Also jetzt, nach so langer Zeit, ist es Gott eingefallen, das Menschengeschlecht zu richten; früher aber hat er sich darum nicht bekümmert?", müßten wir uns mit der Lehre von "den Teilen" befassen und die Gründe darlegen, warum "der Höchste, als er die Völker verteilte, als er die Söhne Adams zerstreute, die Grenzen der Völker nach der Zahl der Engel Gottes setzte; und des Herrn Teil wurde sein Volk Jakob, und Israel das Ausmaß seines Erbes"1 . Wir werden auch den Grund dafür angeben müssen, warum diese oder jene innerhalb eines jeden Landstriches geboren werden als Untertanen desjenigen, dem dieser bei der Teilung zugefallen ist, und wie mit gutem Grunde "des Herrn Teil sein Volk Jakob wurde", und Israel das Ausmaß seines Erbes", und warum früher "des Herrn Teil sein Volk Jakob war, und Israel das Ausmaß seines Erbes", über die Späteren aber vom Vater zu dem Erlöser gesagt wird: "Fordere von mir, so will ich dir Völker zu deinem Erbe geben und zu deinem Besitz die Enden der Erde"2 . Denn es gibt gewisse Zusammenhänge und Ursachen für die verschiedenartige Heilsveranstaltung bei den menschlichen Seelen, die unaussprechlich und unerklärlich sind.
1: vgl. Dtn 32,8 f
2: vgl. Ps 2,8