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Die Walliser Bevölkerung wird am 10. Juni 2018 darüber abstimmen, ob sich der Kanton finanziell am Projekt der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 beteiligen soll. Das Projekt sieht nachhaltige Spiele in überschaubarer Grösse vor, die sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bevölkerung von grosser Bedeutung sind. Die Walliser Regierung empfiehlt die Annahme der Vorlage über eine maximale finanzielle Beteiligung von 100 Millionen Franken, wovon 60 Millionen Franken für die dauerhaften Infrastrukturen im Wallis und 40 Millionen Franken für die Sicherheitskosten vorgesehen sind. Der Grosse Rat hat diesen Beschluss mit grosser Mehrheit angenom- men.
Abstimmungsvorlage
Die Walliser Bevölkerung stimmt am 10. Juni 2018 über folgende Frage ab: «Wollen Sie den Beschluss des Grossen Rates vom 9. März 2018 betreffend die finanzielle Unterstützung des Kantons Wallis für die Organisation der Olympischen Winterspiele Sion 2026 annehmen?»
Die Walliser Bevölkerung muss sich folglich dazu äussern, ob sich der Kanton mit einem Höchstbetrag von 100 Millionen Franken - maximal 60 Millionen Franken für die dauerhaften Infrastrukturen im Wallis und 40 Millionen Franken für die Sicherheitskosten - am Projekt der Olympischen Winterspiele Sion 2026 beteiligen soll.
Dieser Beschluss basiert auf folgenden, durch den Grossen Rat vorgesehenen Absicherungen:
- Es besteht die Möglichkeit für den Kanton, seine Unterstützung zurückzuziehen, sollte es im Dossier zu einem finanziellen Ungleichgewicht kommen;
- Der Kanton wird in die Entscheidungs- und Überwachungsprozesse der Organisationsorgane der Olympischen Spiele miteinbezogen;
- Das Organisationskomitee arbeitet mit den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) und den Hochschulen in Bezug auf die Arbeitsplätze, die direkt durch die Organisation der Spiele geschaffen werden, zusammen;
- Eine Governance, die im Dienste des der nachhaltigen Entwicklung steht und ressourceneffizient ist, wird eingeführt;
- Die geltenden sozialen Normen und Lohnnormen werden respektiert.
Der Staatsrat empfiehlt, diesen Beschluss, der vom Grossen Rat an der Märzsession mit 101 Ja- gegen 22 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen verabschiedet wurde, anzunehmen.
Spiele in überschaubarer Grösse
Das Projekt der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 sieht Spiele in einer überschaubaren Grösse vor, was ganz im Sinne der Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) ist. Das Konzept sieht die Nutzung bereits bestehender Infrastrukturen in mehreren Kantonen vor, die - falls notwendig -lediglich angepasst oder renoviert werden müssten.
Im Wallis sind dies die Langlaufpisten im Goms, das Feriendorf Fiesch, die Eisbahnen in Visp und Champéry (Standort wird noch geprüft), die Skipisten in Crans-Montana und Thyon/Veysonnaz sowie das Stade de Tourbillon in Sitten und das CERM in Martinach. Ein olympisches Dorf, das von Privatinvestoren finanziert wird, wird basie-rend auf dem Modell eines Ökoquartiers in Sitten gebaut werden.
Klärung der Verantwortlichkeiten
Swiss Olympic, die Stadt Sitten und der Staat Wallis haben vom Internationalen Olympischen Komitee (IOK) eine Grundsatzvereinbarung erhalten, die auch die gemeinsame Unterzeichnung des Gastgeberstadtvertrags sowie eine Delegierung der Organisation der Olympischen und Paralympischen Winterspiele Sion 2026 an einen Verein oder eine Aktiengesellschaft vorsieht. Das IOK akzeptiert, dass die finanziellen Garantien be-grenzt sind.
Nachhaltige Entwicklung im Zentrum des Projekts
Die nachhaltige Entwicklung ist zentraler Bestandteil des Projekts Sion 2026. Im Auftrag des Staates Wallis und der Stadt Sitten begleitet die Stiftung für die nachhaltige Entwicklung der Berg-regionen (FDDM) das Kandidaturprojekt unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Auswertungen und Empfehlungen werden während des Projekt-verlaufs regelmässig erstellt, beziehungsweise abgegeben. Diese umfassen das gesamte Ausmass einer nachhaltigen Entwicklung, insbesondere die ökonomischen, aber auch die sozialen und wirt-schaftlichen Aspekte.
Der Effekt der Olympischen Spiele wird zudem mit der Gründung einer mit 100 Millionen Franken dotierten Stiftung für das olympische Erbe längerfristig gesichert. Es werden spezifische Projekte durchgeführt werden, um das Vermächtnis der Spiele zu sichern.
Beträchtliche Auswirkungen
Die Olympischen Spiele sind weltweit eines der grössten Ereignisse hinsichtlich der Medienwirk-samkeit. Sie sichern der Stadt Sitten, dem Kanton Wallis und der gesamten Schweiz eine weltweite Ausstrahlung.
Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Auswirkungen beträchtlich: 2 Milliarden Franken, die in die nationale und kantonale Wirtschaft fliessen werden, neue Impulse für den Wintersport und den Ganzjahrestourismus, 1,5 bis 2,4 Millionen Übernachtungen zwischen der Vorbereitungsphase und dem Abschluss der Spiele, geschätzte Ausgaben der Besucher während der Olympischen Spiele zwischen 434 und 707 Millionen Franken. Der Gesamtumsatz wird auf 4.24 bis 5.25 Milliarden Franken geschätzt. Das durch die Spiele generierte Arbeitsvolumen umfasst ungefähr 6000 Stellen.
Die Olympischen Spiele werden sich auch positiv auf die Ausübung von sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung und folglich auf deren Gesundheit auswirken. Sie bieten darüber hinaus die einzigartige Gelegenheit, neue Produkte zu entwickeln und zu erproben und beschleunigen die Dinge bei signifikanten Veränderungen.