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12. November bis 11. Dezember 2005
Duyvendak Yan
Hervorgetreten ist der 1965 in Holland geborene, heute in Genf und Barcelona lebende Künstler Yan Duyvendak in den letzten Jahren mit seinen Performances und Videoarbeiten. Anlässlich der Eidgenössischen Kunstpreise 2004 überraschte er mit „GAME OVER“, einer eindrücklichen Performance, in der er die Ästhetik von Video- und Netzwerkspielen aufgreift, namentlich jene populärer digitaler Kriegsspiele. In seiner Performance konfrontiert er die digitale Bildsprache der in einer Projektion sichtbaren Spielfiguren – es handelt sich um ein TPS (Third Person Shooting) – mit seiner eigenen physischen Präsenz, indem er als schwer bewaffneter Kämpfer ausgerüstet die ruckartigen Bewegungen der digitalen Figur imitiert. Das Computerspiel endet in einem grausamen Gemetzel, während der Künstler am Boden liegend einen eindringlichen Monolog hält, der hinter der klinischen Oberfläche solcher Netzwerkspiele die erschreckende Tragik realer Kriegsspiele subtil anklingen lässt.
Yan Duyvendak dekonstruiert in seinen präzise choreographierten Arbeiten nicht nur die Oberflächenästhetik von Computer- und Videogames, er bezieht zugleich eindeutig Stellung zu aktuellen politischen Ereignissen. Duyvendaks Arbeiten entstehen in erster Linie aus der Spannung zwischen Film- oder Fernsehausschnitten und dem aussichtslosen Unterfangen, diese Bilder mit den Mitteln des Live-Auftritts wiederzugeben. Ob er sich nun mit „Matrix“ auseinander setzt, dem Kultfilm mit den atemberaubenden Spezialeffekten („My Name is Neo (for fifteen minutes)“), ob er mit den Gestalten des Bösen Zwiesprache hält oder selbst in deren Rolle schlüpft („You Invited Me, Don‘t You Remember?“), oder ob er die Geschicke der Kandidaten und Jury-Mitglieder aus den Reality-Shows, diesen Schmieden kurzlebiger Stars, vor Augen fährt („Dreams Come True“), stets hinterfragt er sowohl die Ikonen unserer Konsumgesellschaft als auch das Medium selbst.