Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03659.jsonl.gz/2305

Louis Brügger erblickte am 9. April 1921 als sechstes von zwölf Geschwistern in Alterswil das Licht der Welt. Wie er immer wieder erzählte, verbrachte er eine strenge, aber schöne Jugendzeit. Bereits mit 15 Jahren zog er in die Fremde. Als Gehilfe in verschiedenen Betrieben im Neuenburger Jura verdiente er sein erstes Geld und erlernte auch die französische Sprache. Im Jahre 1954 heiratete er Rosa Piller. Ihrer Ehe wurden sechs Kinder geschenkt. Das glückliche Eheleben wurde aber auch von Schicksalsschlägen geprägt.
Louis Brügger war sehr pflichtbewusst, sei es im Beruf, sei es als Familienvater. Mehr als dreissig Jahre arbeitete er als Elektromonteur im Aussendienst als Angestellter in einem Fachgeschäft für Telefon-, Radio- und Fernsehinstallationen in Freiburg. Im Alter von 55 Jahren wechselte er zur PTT, wo er weiterhin Telefonapparate installierte. Durch seinen Beruf war er sehr kontaktfreudig. In so manchen Häusern des Kantons ist er ein- und ausgegangen, um Installationen, sei es eine Fernsehantenne oder das Telefon, einzurichten, und lernte dabei sehr viele Leute kennen. Nicht selten wurde er auch noch später im Pflegeheim darauf angesprochen.
Louis Brügger war sportlich und politisch sehr interessiert und engagiert. Er engagierte sich auf Gemeindeebene, in Pfarrei und in verschiedenen Vereinen und wurde 1968 für eine Legislaturperiode in den Grossen Rat des Kantons Freiburg gewählt. Erholung von seinem Alltagsstress fand er in der Natur, in seinem Garten und in den Bergen. In den früheren Jahren war der Schiesssport sein grosses Hobby. Er war ein ausgezeichneter Karabiner- und Pistolenschütze. Über mehrere Jahrzehnte war er Mitglied der Schützengesellschaft Alterswil und liess sich kein Feldschiessen entgehen. Auch bei mehreren Eidgenössischen Schützenfesten in verschiedenen Orten der Schweiz holte Louis Brügger sich Kranzabzeichen. Weiter war Singen eines seiner Hobbys. Als Tenor sang er viele Jahre im Gemischten Chor Alterswil.
Eine grosse Leidenschaft war ebenso das Jassen. Kein Tag sollte vergehen ohne einen «Schieber», oder wenns an Spielpartnern fehlte, auch nur zu zweit mit seiner Rosa einen «Putz» zu klopfen, solange dies noch möglich war.
Die Demenz, die sich bei ihm seit mehreren Jahren bemerkbar gemacht hatte, schritt immer weiter voran, so dass der Eintritt ins Pflegeheim im Oktober 2012 unumgänglich wurde. Dies war für Louis und Rosa Brügger ein schwerer Schritt. In den letzten zwei Jahren verblasste seine Persönlichkeit immer mehr und auch seine Kräfte schwanden von Woche zu Woche.
Am Donnerstag, den 19. März 2015, ist er von seinen Beschwerden erlöst worden. Im Beisein seiner Familie durfte er ruhig einschlafen. Eing.