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Finanzielle Unterstützung von Superreichen werden für viele Organisationen immer wichtiger, sie machen in den USA fast einen Drittel aller Spenden aus. Die Spendenempfänger müssen aber laut Studie von Wealth-X am Ball bleiben und sich auf die veränderte Denkweise der extrem Wohlhabenden einstellen.
06.12.2019, 11:37 Uhr
Redaktion: lek
Da die Zahl der extrem wohlhabenden Personen über die Jahre gestiegen ist, haben sich auch die Erwartungen, dass sie etwas davon an die Geslleschaft "zurückgeben", verstärkt. Philanthropische Spenden von "Ultra high net worth (UHNW) individuals" (also Personen mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar) sind ein immer grösser werdender Schwerpunkt für das Fundraising vieler gemeinnütziger Organisationen und Bildungseinrichtungen. Das Unternehmen Wealth-X schätzt in seiner Studie zum philantropischen Verhalten der UHNW-Personen, dass 20-30% der Spenden in den USA auf Superreiche zurückzuführen sind.
Asiatische Reiche spenden vergleichsweise wenig
Wealth-X schreibt in seinem Bericht zur diesjährigen Studie, dass die UHNW-Personen 2018 insgesamt 153 Milliarden US-Dollar für philantropische Zwecke ausgaben. Dies entspricht in etwa den Ausgaben der gesamten US-Bundesregierung für Gesundheit, Bildung und Energie 2019. Die Summe schliesst die Spenden von Unternehmen aus, die sich im Besitz von extrem wohlhabenden Personen befinden.
Die UHNW-Personen in den USA spendeten 2018 am meisten. Mit insgesamt 75 Milliarden US-Dollar stammt fast die Hälfte aller weltweiten Spenden der Ultra-Reichen von US-Amerikanern. Europas Wohlhabende machen knapp ein Drittel der Spendesumme aus. Obwohl es in der Region Asien wesentlich mehr Vermögende gibt als in Europa, beteiligen sich asiatische UHNW-Personen nur mit 12% an der Gesamtsumme. Wealth-X erklärt das damit, dass der Bereich des gemeinnützigen Sektors und des Bildungssektors in Asien – obwohl schnell wachsend – noch weit weniger entwickelt ist als in Europa oder den USA.
Der beliebteste Spendezweck der Ultra-Reichen ist laut der Studie von Wealth-X der Bildungsbereich. Fast neun von zehn SpenderInnen richten zumindest einen Teil ihrer philanthropischen Bemühungen darauf aus. Nach der Bildung folgen die Bereiche Sozialdienste, Gesundheits- und medizinische Forschung sowie Kunst und Kultur.
Umdenken bei der Spenden-Philosophie
Die Art und Weise, wie sich besonders Wohlhabende mit der Philantropie beschäftigen, hat sich in den letzten Jahren stark verändert. So konnte Wealth-X einen stetigen Wandel hin zu nachhaltigen Anlagen beobachten, was noch vor ein paar Jahren kaum ein Thema war für die UHNW-Spenderinnen und -Spender. Sie möchten nicht mehr anonym spenden, sondern zunehmend mit den Organisationen in Kontakt treten und die Gelder für einen nachhaltigen Zweck einsetzen. Daher stellen sie laufend höhere Anforderungen an die Spendenempfänger und erwarten hohe Standards und eine hohe Transparenz, wie die fianziellen Mittel eingesetzt werden.
Jüngere UHNW-Personen, also Personen unter 45 Jahren, verfolgen mit ihren Spenden einen gezielteren Ansatz als die Älteren. Während Ältere die Spenden gerne an verschiedene Orte verteilen, neigen Jüngere gemäss Studie eher dazu, sich besonders für ein oder zwei wichtige Themen zu begeistern. Sie zeigen dann auch eine hohe Bereitschaft, sich sowohl finanziell wie auch tatkräftig mit den von ihnen bevorzugten Themen und Organisationen zu beteiligen. Für viele Spendenempfänger ist diese neue Denkweise von grosser Bedeutung. Sie müssen sicherstellen, dass sie die richtigen Personen ansprechen, dass sie den Fokus stark auf die individuelle Zusammenarbeit und das Networking legen und dass sie die nächste Generation der UHNW-Personen mit den richtigen Themen für sich gewinnen können.
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