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Wir wurden an Weihnachten von einer Karte von Sameelas Mutter überrascht. Wir hatten die Kosten für die Schule des Mädchens in Kandy von 2005 bis 2007 übernommen, damit sie dort ihren Mittelschulabschluss machen konnte. Sie hatte ausgezeichnete Noten und konnte deshalb weitgehend gebührenfrei an die Universität.
Die Mutter hatte in den letzten fünf Jahren immer wieder geschrieben, aber diesmal waren die Nachrichten besonders schön. Sameela hatte ihren Abschluss in der Tasche als Mittelschullehrerin mit Hauptfach Mathematik und Physik/Chemie im Nebenfach! Auch eine Anstellung war ihr sicher, nur wusste sie noch nicht wo. Absolventen von staatlichen Hochschulen, insbesondere Lehrer und Ärzte, müssen nach dem Abschluss für zwei Jahre eine vom Staat zugewiesene Stelle annehmen. Danach dürfen sie sich selber eine Stelle suchen. Das System würde bei uns auch einige Probleme lösen!
Sameelas Mutter wischte gerade den Weg zum Haus und schaute neugierig zu dem fremden Auto vor ihrem Tor. Die arme Frau fiel fast um, als ich aus dem Auto stieg. Die Freude war gegenseitig. Sie hatte uns all die Jahre auf dem Laufenden gehalten und war nie mit weiteren Bitten ans uns herangetreten. Sameela war auch zuhause, konnte uns aber erst nicht einordnen. Auf den Besuch in Kandy angesprochen, meinte sie, sie hätte mich viel dicker in Erinnerung gehabt!? Dazu benutzte sie das landesübliche Wort „fat“, und ich meinte zu ihr, dass in dem Zusammenhang „big“ viel netter wäre – auch wenn es gar nicht so gewesen sei! Michel kramte in seinem I-phone nach den Fotos von 2006, und es war ein sehr netter Besuch.