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Eine Explosion im Hafen von Beirut forderte am vergangenen Diensttagabend Dutzende Tote und mehrere Tausend Verletzte. Wenige Stunde nspäter bot Israel der libanesischen Regierung seine Unterstützung an.
Laut israelische Medien erklärten Verteidigungsminister Benny Gantz und Aussenminister Gabi Ashkenazi in einer gemeinsamen Mitteilung, Israel habe „auf diplomatischem Weg mit Libanon Kontakt aufgenommen, um der libanesischen Regierung medizinische und humanitäre Hilfe anzubieten“.
Premierminister Netanjahu wies seinerseits seinen Nationalen Sicherheitsberater Meir Ben Shabbat an, mit Nickolaj Madlenov, dem UN-Sonderbeauftragen für den Nahen Osten, mögliche Unterstützung von Israel an den Libanon zu diskutieren.
Präsident Reuven Rivlin erklärte via Kurznachrichtendienst Twitter sein Beileid, während die israelische Armee die Hoffnung äusserte, unter solchen Umständen „den Konflikt zu überwinden“.
Die Wahrscheinlichkeit bleibt allerdings gering, dass der von einer Wirtschaftskrise und Massenprotesten betroffene Libanon auf das israelische Hilfsangebot eingehen wird. Die beiden Nachbarländer befinden sich offiziell noch immer im Kriegszustand, auch wenn der letzte grössere Konflikt, der Libanonkrieg von 2006 zwischen Israel und der Hisbollah, beinahe eineinhalb Jahrzehnte zurückliegt. Insbesondere im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs kam es in den vergangenen Jahren zu periodischen Konfrontationen zwischen Israel und der schiitischen Terrororganisation.
Währenddessen bleiben die genauen Umstände der Explosion in Beirut, die selbst in Zypern zu spüren war, weiterhin unklar. Sicherheitskreise gehen derzeit davon aus, dass eine grössere Menge von Ammoniumnitrat dafür verantwortlich ist, welche vor sechs Jahren im Beiruter Hafen konfisziert und dort seither ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen gelagert worden war. Ob und in welchem Ausmass die Hisbollah, welche den Hafen laut Experten inoffiziell kontrolliert, eine Rolle bei dem Vorfall spielte, wird sich zeigen.