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Nachdem UNICEF Schweiz und Liechtenstein grosse Erfolge mit der Programmunterstützung gegen Mädchenbeschneidung in Guinea erzielen konnte, wird derselbe Programmansatz nun auch im Sudan implementiert. Denn auch im Nordostafrikanischen Land ist die Rate der beschnittenen Mädchen und Frauen mit 87 Prozent sehr hoch.
Die Situation
Im Sudan ist Mädchenbeschneidung nach wie vor weit verbreitet. Die nicht medizinisch begründeten Schnitte verursachen Schmerzen, ziehen häufig Infektionen, Unfruchtbarkeit und Inkontinenz nach sich, führen zu Komplikationen beim Geschlechtsverkehr, erhöhen das HIV-Risiko und enden immer wieder tödlich.
Obwohl die Praxis seit 2000 gesetzlich verboten ist, wird sie immer noch weitergeführt. Die Angst vor dem sozialen Ausschluss ist oft zu gross, als dass sich Eltern gegen die Beschneidung ihrer Töchter entscheiden würden. Dazu kommt, dass ein Grossteil der Kinder in Armut lebt und somit besonders gefährdet ist, nicht genügend Schutz und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu erhalten.
So hilft UNICEF
Die Komplexität der Praxis erfordert einen umfassenden Ansatz auf vielen Ebenen, wobei Programme zur Überwindung von sozialen Verhaltensnormen im Vordergrund stehen. Dadurch kann eine langfristige Bekämpfung der Mädchenbeschneidung gewährleistet werden. In Zusammenarbeit mit der Organisation Born Saleema setzt UNICEF dabei auf folgende Massnahmen:
- Informations- und Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Medien
- Einbezug von religiösen Entscheidungsträgern, Dorfältesten und Bürgermeistern
- Ausbildung und Training von Gesundheitspersonal
- Aufklärung über die Kinderrechte
- Schulung des Personals des Strafjustizsystems zur verbesserten Strafverfolgung von Mädchenbeschneidungen