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Jedenfalls der wichtigste Sprengstoff der Jetztzeit für Berg- und Eisenbahnbau, D. besteht
aus einer Mischung von Nitroglycerin (s. d.) mit Infusorienerde (Kieselguhr) im Verhältnisse von 35 zu
10; es ist ein lockeres feuchtes Pulver, das gewöhnlich in Patronen verpackt zum Verkaufe gelangt und dessen Aufbewahrung
und Transport besondern Sicherheitsregeln unterworfen ist. Der Preis des D. beträgt durchschnittlich 3 Mk.
bis 4 Mk. 20 Pf. pro Kilo, richtet sich aber selbstverständlich nach den oft
sehr schwankenden Glycerin- und Salpeterpreisen. Gegenwärtig werden in Deutschland allein in circa 20 Fabriken jährlich
gegen 100000 Ztr. D. verfertigt. - Zoll gem. Tarif im Anh. Nr. 5 e.
zusammenfassende Bezeichnung für über 100 verschiedene Sprengstoffe mit den verschiedensten
Namen; sie haben alle das Gemeinsame, daß das Nitroglycerin (s. d.) ihren wirksamsten Bestandteil bildet. Hervorgegangen ist
diese ganze Klasse der Dynamit aus dem Bestreben, dem flüssigen Nitroglycerin eine feste Form zu geben und zugleich damit seine
große Gefährlichkeit und Empfindlichkeit zu vermindern. Erst hierdurch ist es möglich geworden, die
für die Sprengtechnik so überaus wichtigen Eigenschaften des Nitroglycerins ausnutzen zu können, denn erst die feste Form
der Dynamit erlaubte eine Versendung auf Eisenbahnen und eine gefahrlosere Handhabung beim Gebrauch.
Das Nitroglycerin hatte sich sofort nach Beginn seiner Herstellung im großen durch die verschiedensten furchtbaren Unglücksfälle
als derart gefährlich herausgestellt, daß die meisten Staaten seine Einfuhr untersagten. Der schwed.
Chemiker AlfredNobel, der mit dieser fabrikmäßigen Herstellung begonnen hatte, sann auch zuerst auf Abhilfe und löste die
sich gestellte Aufgabe 1867 dadurch, daß er poröse Infusorienerde bis zur Sättigung mit Nitroglycerin durchtränkte.
Die hierdurch entstandene plastische Masse, die an brisanter Wirksamkeit dem reinen Nitroglycerin nicht
nachsteht, dasselbe aber an Unempfindlichkeit erheblich übertraf, nannte er Dynamit. Im Laufe der Zeit wurden statt der Infusorienerde
eine Anzahl anderer, einfacher oder zusammengesetzter Körper als Aufsaugungsmittel (Basis) für das Nitroglycerin in Anwendung
gebracht, sodaß jetzt schon, um eine Übersicht über die verschiedenen Dynamit zu erhalten,
eine Klassifizierung derselben nach der Art des Aufsaugungsmittels notwendig ist.
Zunächst unterscheidet man solche Dynamit, deren Basis
bei der Explosion keine Rolle spielt, sondern lediglich als Aufsaugungsmittel
dient (Dynamit mit neutraler Basis) und solche, deren Basis bei der Explosion zur Erhöhung der Wirkung beiträgt, oft sogar selbst
Sprengkörper bildet (Dynamit mit wirksamer Basis). Zu erstern gehören: NobelsKieselgur-Dynamit oder NobelsDynamit Nr. 1 (s. unten),
Fulgurit, Wetter-Dynamit und alle die Sorten, bei denen an Stelle der Infusorienerde, der örtlichen Verhältnisse oder der
Billigkeit halber, andere Erdsorten, Kreide,
[* 2] Gips,
[* 3] Sand, Koks, Ziegelmehl, Zucker
[* 4] u. s. w. getreten ist.
Die größere Zahl der Dynamit und namentlich die neuern und kräftigern sind Dynamit mit
wirksamer Basis. Diese sind:
Das Dynamit bildet dann eine rötliche oder graubraune geruchlose, fette, teigige Masse von 1,6 bis 1,8 spec. Gewicht. Gegen Druck
und Stoß ist es weniger empfindlich als Nitroglycerin. Nur gefrorene Dynamitpatronen können durch bloßes Hinfallen explodieren.
Beim Anzünden brennt eine kleinere Menge Dynamit ruhig ab. Als Sprengmittel bedarf es einer künstlichen Zündung
durch explodierendes Knallquecksilber oder den überspringenden elektrischen Funken, wobei es eine solche heftige Wirkung
ausübt, daß selbst ohne Verdämmung die größten Eisenblöcke zersprengt werden. Bei seiner Verbrennung entwickelt es nur
Kohlensäure, Wasserdampf und Stickstoff. Vorzüge des Dynamit gegen das Sprengpulver sind: es
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