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Schwierigkeiten von Sans-Papiers in der Schweiz bei der Wahrnehmung des Rechts auf Krankenversicherung
„Es wird untersucht, weshalb Sans-Papiers in der Schweiz bei der Umsetzung ihrer wenigen Rechte so hohen Hürden begegnen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Dies auch in Hinblick darauf, dass Staaten mit ihrer Politik die Gesetzgebung beeinflussen und diese Situation mitgestalten. Anhand der Schwierigkeiten, mit denen Sans-Papiers bei der Wahrnehmung des Rechts auf Kranken-versicherung konfrontiert sind, soll also die paradoxe Situation vor Augen geführt werden, dass Rechte und Pflichten erteilt werden, deren Umsetzung aber gleichzeitig erschwert wird.“
Bachelorarbeit von Johanna Weidtmann, September 2015
Im Band Nr. 56 der Zeitschrift "widerspruch" zum Thema Krankheit / Gesundheit ist unter dem Titel "Heraus aus der Schattenmedizin! Die skandalöse Gesundheitsversorgung von Sans-Papiers in der Schweiz" ein Artikel von David Winizki erschienen, der die Situation von Kranksein in der Irregularität beleuchtet und die eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten von Sans-Papiers zum Gesundheitswesen beschreibt.
Insgesamt wieder ein sehr lesbarer Band zu einem aktuellen Thema.
Im Juli 2008 veröffentlichte der "Gesundheitstipp" einen Artikel zum Thema.
Es ist bekannt, dass sich prekäre Lebens- und Aufenthaltsbedingungen negativ auf die Gesundheit auswirken. Die vom BAG finanzierte Studie "Migration, Prekarität und Gesundheit" von 2006 geht der Frage nach, wie MigrantInnen in prekären Aufenthaltssituationen mit ihren unsicheren Lebensumständen umgehen. Welche individuellen und strukturellen Ressourcen helfen ihnen, die damit verbundenen Risiken zu bewältigen? Und wie wirkt sich dies auf das Gesundheitsverhalten der Betroffenen aus? Die Autorinnen umreissen einleitend den rechtlichen und kantonalen Kontext und analysieren danach auf der Grundlage von qualitativen Interviews mit vorläufig aufgenommenen MigrantInnen (mit F-Ausweis) und Sans-Papiers in den Kantonen Genf und Zürich deren individuelle Probleme und Ressourcen.
Das Schweizerische Forum für Migrationsstudien (SFM) veröffentlichte bereits 2006 eine Studie zu "Migration, Prekarität und Gesundheit Ressourcen und Risiken von vorläufig Aufgenommenen und Sans-Papiers in Genf und Zürich".
Sans-Papiers haben das Recht bzw. die Pflicht eine Krankenversicherung abzuschliessen. Die Krankenkassen sind deshalb verpflichtet, Sans-Papiers zu versichern. Das Bundesamt für Gesundheit BAG bestätigte im November 2008 die Weisung zur Versicherungspflicht der Sans-Papiers, die das Bundesamt für Sozialversicherung BSV Ende 2002 an die Krankenversicherer herausgegeben hatte.
Die Weisung des Bundesamtes für Sozialversicherungen von 2002 finden Sie: hier.
In einigen Kantonen kann auch eine Prämienverbilligung beantragt werden.
Vor dem Hintergrund eines Postulats von Bea Heim von 2009, gab der Bundesrat einen Bericht zur Situation von Sans-Papiers hinsichtlich der Krankenversicherung und des Zugangs zur Gesundheitsversorgung in Auftrag. Der Bericht geht auch auf die Situation in den einzelnen Kantonen ein. Sie finden den Schlussbericht aus dem Jahr 2011: hier.