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Unter dem Begriff Rätoromanisch werden eine Reihe von romanischen Sprachen verstanden, die unter anderem im Kanton Graubünden im Südosten der Schweiz gesprochen werden. Das Rätoromanische, das als vierte Landessprache der Schweiz gilt, setzt sich aus verschiedenen Varietäten und Dialekten zusammen, deren Charakteristika sich teilweise signifikant voneinander unterscheiden. In unserem Projekt beschäftigen wir uns vor allem mit dem Tuatschin, ein Dialekt des Idioms Sursilvan, das in der Val Tujetsch von rund 1500 Sprechern gesprochen wird. Diese Varietät ist bislang fast undokumentiert und wird vorrangig in mündlichen Kontexten verwendet. In schriftlichen Kontexten wie in der Schule kommen mehrheitlich die Standardvarietät Sursilvan oder das Deutsche zum Einsatz. Das Tuatschin ist dennoch ein lebhafter Teil der mündlichen Alltagkommunikation und wird auch von Personen, die nicht mehr in der Val Tujetsch wohnen, im privaten Rahmen häufig genutzt und weitergegeben. Die Sprecher sind ihrer Varietät gegenüber positiv eingestellt und motiviert, ihre Sprache und Kultur in verschiedenen Plattformen wie lokalen Zeitschriften oder Vereinen zu fördern.