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Das blaue Zimmer
Ausgewählte Romane
Aus dem Französischen von Angela Glas
Die Katastrophe beginnt für Tony Falcone im Hotel seines Bruders, in dem er seine Geliebte trifft, die wie er verheiratet ist. Die schöne Andrée fasst einiges von dem, was Tony sagt, allzu wörtlich auf, womit das Unheil seinen Lauf nimmt.
Mehr zum Inhalt
›»Liebst du mich, Tony? Könntest du dein ganzes Leben mit mir verbringen?« Die Worte waren völlig bedeutungslos. Sie sprachen zum Vergnügen, wie man nach dem Lieben spricht, wenn man den Körper noch spürt und der Kopf ein wenig leer ist. Das Zimmer war blau, blau wie das blaue Pulver, das die Mutter früher vor dem letzten Spülen in den Zuber schüttete, bevor sie die Wäsche auf dem leuchtenden Gras der Wiese auslegte. »Wenn ich frei wäre…?« Es war der 2. August. Der Nachmittag war bereits vorgerückt. Um fünf Uhr begannen vergoldete Wolken leicht wie Schlagsahne über dem Bahnhof aufzusteigen, dessen weiße Fassade im Schatten blieb.‹ Die Katastrophe beginnt für Tony im Hotel seines Bruders, in dem er seine Geliebte trifft, die wie er verheiratet ist. Die schöne Andrée faßt einiges von dem, was Tony sagt, allzu wörtlich auf, und mit beunruhigender Konsequenz wird aus der sinnenfrohen Romanze ein beklemmendes Liebesdrama. Ein in seiner psychologischen Folgerichtigkeit und seiner virtuosen Handhabe der Rückblenden höchst moderner Roman.
»Georges Simenon, der größte Erzähler unserer Tage.«
Patricia Highsmith