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Der Begriff «Martinisommer» wird in der Meteorologie als eine Singularität bezeichnet, also einem wiederkehrenden Ereignis. Dies ist eine Schönwetterperiode im November, welche aus einer stabilen Hochdrucklage hervorgeht.
In den letzten Wochen war unser Wetter von Tiefdruckgebieten geprägt. Zwar wurde es nicht anhaltend nass und trüb, immer wieder konnten sich kurze Hochdruckphasen (sog. Zwischenhochs) in Szene setzen. Ein stabiles Hochdruckgebiet konnte sich jedoch nie richtig etablieren. Übrigens: Das letzte Mal war dies Mitte September der Fall(!). 60 bis 80 mm sind bisher im Oktober an Niederschlag gefallen, was gerade in etwa dem langjährigem Schnitt entspricht. Etwas Niederschlag fällt zudem auch noch in der kommenden Woche (Montag und evtl. am Donnerstag).
Wenn wir uns aber wieder dem Martinisommer widmen, stellen wir uns die Frage: Kommt dieser noch? Oder zumindest eine etwas längere stabile Phase?
Dafür blicken wir als erstes auf die Ensemblegrafik für die nächsten 14 Tage:
Wir sehen da ab dem 30.10 kaum mehr Niederschlagssignale (violett eingerahmt) und eine deutliche Erwärmung (orange eingerahmt) in den oberen Atmosphäre, was für ein Hochdruckgebiet spricht (Im Hoch herrscht grossräumiges Absinken der Luft = Erwärmung). Es spricht also schon einiges für ein paar ruhige Tage.
Gehen wir nun noch etwas ins Detail und blicken auf die Höhendruckkarte (500 hPa = ca. 5500 m Höhe). Den was sich in dieser Höhe abspielt, beeinflusst auch (meist) das Wettergeschehen am Boden. Dafür nehmen wir das ECMWF, das europäische Modell für mittelfristige Prognosen. Nebenbei: Auch das amerikanische Wettermodell GFS sieht es ähnlich. Dabei ist ein Hoch auszumachen, dass seine Fühler in Richtung Mitteleuropa rausstreckt. Gleichzeitig sehen wir zum einen ein Tief über dem Atlantik, dass sein Weg wahrscheinlich nach Skandinavien einschlägt und ein ausgeprägtes Höhentief (Kaltlufttropfen), dass etwas willkürlich über Osteuropa herumwappert. Seine genaue Zugbahn ist noch nicht auszumachen. Die Druckkarte unten, widerspiegelt also die obige Grafik mit den wenigen Niederschlagssignalen und der Erwärmung in der Höhe.
Wir setzen nun auf Prinzip Hoffnung, dass sich das Hoch gestärkt – und zwar für mehrere Tage – in Szene setzen kann und warten noch ein, zwei Tage ab. Bis dann gibt es neue Erkenntnisse über die weitere Entwicklung. Ob es dann als «Martinisommer» abgebucht werden kann steht auf einem anderen Blatt.