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Der Unterschied zwischen Männern und Frauen? Klein aber gewaltig!
Micha ist genervt. Mitten in Frankreich faltet seine Freundin Katrin die Straßenkarte auf und versucht sie in Fahrtrichtung zu drehen. Dabei soll sie ihm nur sagen, wo es langgeht. Hätte er nur das Navi mitgenommen! „Mist, welche Abzweigung ist es nun?“, motzt Micha. Nun ist Katrin genervt: „Na, dann lies doch die Karte selbst!“, faucht sie. Wir verraten, was dieser Streit mit dem Unterschied zwischen Männern und Frauen zu tun hat.
Männer und Frauen sind nicht gleich
Seit über hundert Jahren wird die Gleichbehandlung von Mann und Frau gefordert. Im Grundgesetz ist sie in Artikel 3 verankert. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“, heißt es dort und „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Das heißt aber nicht, dass alle Menschen wirklich gleich sind, denn an den natürlichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen lässt sich nichts ändern. Es gibt große, kleine, kluge und weniger kluge Menschen – und es gibt Männer und Frauen. Die Differenzen gehen dabei weit über das anatomisch Offensichtliche hinaus: Männer denken anders als Frauen. Das ist von der Hirnforschung wissenschaftlich belegt.
Die Gehirnstruktur ist anders
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen hängen mit der unterschiedlichen Gehirnstruktur der Geschlechter zusammen. Deshalb haben Männer und Frauen unterschiedliche Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen. Auch die psychologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau rühren daher. Viele Konflikte in der Partnerschaft lassen sich so erklären. Schon im Mutterleib sorgen männliche und weibliche Geschlechtshormone dafür, dass sich die Gehirne unterschiedlich entwickeln. Das Gehirn kann man gut mit einem Orchester vergleichen. Bei Männern und Frauen ist es mit den gleichen Instrumenten besetzt, allerdings sind sie unterschiedlich verteilt. Bei Männern sitzen mehr Pauken und Trompeten in der ersten Reihe, bei Frauen mehr Instrumente, die Harmonie verheißen.
Männer denken anders als Frauen
Das Gehirn von Männern ist in der Regel größer als das von Frauen, das Kleinhirn ist jedoch bei beiden gleich groß. Das weibliche Gehirn ist symmetrischer aufgebaut als das männliche. Und bei Frauen sind die beiden Gehirnhälften stärker miteinander vernetzt, während Männer innerhalb der Gehirnhälften eine stärkere Vernetzung aufweisen. Diese messbaren Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die von US-Forschern 2013 erneut belegt wurden, haben Folgen. So spielt sich männliches Denken oftmals in anderen Hirnregionen ab als weibliches Denken. Bei der Kommunikation sind beide Hirnhälften einer Frau in etwa gleich aktiv. Männer setzen dafür vornehmlich die linke Hirnhälfte ein. Insgesamt sind im weiblichen Gehirn die Regionen die für Kommunikation zuständig sind, deutlich größer als beim Mann.
Psychologische Unterschiede zwischen Mann und Frau
So überrascht es nicht, dass sich weibliche Säuglinge viel intensiver mit Gesichtern beschäftigen als Jungs. Der britische Forscher und Psychologe Simon Baron-Cohen berichtete schon 2004, männliche Säuglinge würden sich beim Betrachten eines Gesichts schnell langweilen. Sie seien mehr an Bewegungen interessiert, fänden etwa Mobiles spannender. Aus demselben Grund können Frauen auch leichter Stimmungen aus Gesichtern ablesen als Männer. Man nennt dies dann meist die „weibliche Intuition“. Daraus resultieren übrigens auch die unterschiedlichen Gefühle von Mann und Frau – Frauen entwickeln mehr Empathie. Auch Männer sind mitfühlend, gar keine Frage. Aber Studien mit Hirnscannern haben gezeigt, dass Männer rationaler an emotional belastende Situationen herangehen.
Ein weiterer Unterschied zwischen Männern und Frauen
Der schlechtere Orientierungssinn von Frauen wird ebenfalls mit der andersartigen Gehirnstruktur erklärt. Sie nutzen hauptsächlich die vorderen Hirnregionen um sich zurechtzufinden. Bei Männern werden hingegen auch tief im Gehirn liegende Regionen und ein Areal in der rechten Hirnhälfte aktiviert, sodass ihr räumliches Vorstellungsvermögen und damit der Orientierungssinn ausgeprägter ist.
Spezialisierung seit der Steinzeit
Als Grund für diese Spezialisierung gelten die bereits in der Steinzeit herrschenden Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Männer gingen in der Gruppe auf die Jagd, sie mussten ihre bewegliche Beute gut sehen können und tauschten nur kurze knappe Informationen aus, um sich für die Jagd abzusprechen. Frauen hingegen blieben zurück, sorgten für die Kinder und achteten auf den sozialen Zusammenhalt in der Gruppe. Dabei war es ganz wichtig, dass sie Konflikte frühzeitig erkennen und Streit schlichten konnte. Deshalb sind Frauen im Ausdrücken von Gefühlen und allgemein sprachlich weiterentwickelt und geben am Tag etwa drei Mal so viele Wörter und Gesten von sich wie Männer. Diese gelten dafür als lösungsorientierter und analytischer. Es gibt also tatsächlich Unterschiede hinsichtlich der Gefühle von Männern und Frauen.
Wenn er nicht zuhört und sie nur reden will
In der Partnerschaft führt das oft zu Missverständnissen. Sie erzählt, was sie beschäftigt, um sich mit ihm auszutauschen, ein Problem von der Seele zu reden und die Beziehung zu festigen. Er hat sofort gute Ratschläge parat – die sie aber gar nicht will. Sie wirft ihm vielleicht noch vor, kein Verständnis für sie zu haben. Er kann das gar nicht begreifen, weil er das Gespräch so aufgefasst hat, dass er helfen soll. Schnell entstehen Konflikte. Eine weitere Folge dieser Arbeitsteilung macht sich im sozialen Bereich bemerkbar. Auch hier sind Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu finden. Frauen knüpfen horizontale Netzwerke, um schnellstmöglich an Informationen und Unterstützung zu kommen. Auch dafür ist ausgleichendes Verhalten sinnvoll. Männer hingegen leben in Hierarchien. Sie ordnen sich immer über oder unter einer anderen Person ein und sind auch bereit, für ihre Position in der Gruppe zu kämpfen. Auch das macht die Kommunikation in der Partnerschaft nicht immer leichter.
Der Unterschied zwischen Männer und Frauen – Angeboren oder anerzogen?
Eins sollte dabei klar sein: In jedem Menschen sind sowohl männliche als auch weibliche Aspekte vorhanden. Durch Gehirnstruktur und Erfahrung oder Erziehung werden sie unterschiedlich stark ausgebildet. Und führen dazu, dass Männer anders denken als Frauen. So gibt es natürlich herausragende Mathematikerinnen und virtuose Dichter. Die Forscher sind sich bis heute nicht einig, wie stark sich Gene, Hormone, Erziehung und Erfahrung im Verhältnis auswirken. Die Unterschiede zwischen Männer und Frauen bleiben davon aber unberührt.
Unterschiedliche Gefühle zwischen Männern und Frauen in der Partnerschaft anerkennen
Ob angeboren oder anerzogen: Für die Partnerschaft ist es wichtig zu wissen, dass es Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Sie bergen die Chance in sich, eine glückliche und erfüllte Partnerschaft zu führen. Das ist möglich, wenn in der Beziehung die unterschiedlichen Eigenschaften, Stärken und Schwächen wechselseitig anerkannt werden. Dann sind die Partner in der Liebe keine Konkurrenten mehr, sondern echte Partner. Das Zusammenspiel aus den unterschiedlichen männlichen und weiblichen Eigenschaften ist eine Bereicherung für jede erfüllte Beziehung.