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Anfrage über die Sicherstellung der medizinischen Versorgung und der notwendigen Nachversorgung im Kanton
18. Mai 2020
Koch Hannes und Mitunterzeichnende bitten den Regierungsrat mit einer Anfrage um die Beantwortung verschiedener Fragen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung und der notwendigen Nachversorgung im Kanton Luzern im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise.
Anfang März 2020 wurde der kantonale Führungsstab einberufen, der die Entscheidungsgrundlagen erarbeitet und die Entscheide der Regierung zur Bewältigung der Corona-Krise vollzieht. Damit wurde die Gesundheitsversorgung des Kantons auf die Corona-Krise ausgerichtet. Die Spitalkapazitäten, im Speziellen die Intensivpflegeabteilungen, für eine allfällige Spitze von Covid-19-Erkrankungen zur Verfügung zu stellen, hatte oberste Priorität. Den Kliniken wurde untersagt, sogenannte Wahleingriffe durchzuführen.
Die Bevölkerung hielt sich an die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorgegebenen Massnahmen, was Wirkung zeigte. Dank dieser Massnahmen war die Gesundheitsversorgung im Kanton Luzern erfreulicherweise nie ernsthaft in Gefahr, überlastet zu sein.
Auf dem noch unbestimmt langen Weg zurück in die Normalität gilt es, die Spitalkapazität für eine allfällige Steigerung von Covid-19-Patient*innen aufrecht zu halten. Das BAG lässt zu, dass die Kliniken wieder alle Eingriffe durchführen können, so auch wieder sogenannte «Wahleingriffe». Der Begriff «Wahleingriff» suggeriert, dass es sich um einen «Eingriff auf Wunsch» handelt. Diese sind aber für viele Menschen für ein selbstständiges Leben unbedingt notwendig. Als exemplarisches Beispiel sei hier eine Hüft-Totalendoprothese genannt. Wenn dieser Wahleingriff unterlassen wird, bedeutet dies für diese Menschen Schmerzen und Immobilität. Es ist logischerweise anzunehmen, dass sich die Durchführung von Wahleingriffen aufgestaut hat und diese nun schnellstmöglich (und bestmöglich) durchgeführt werden.
Die allgemeine medizinische Grundversorgung war immer sichergestellt. Die vergangene Zeit zeigte, dass Personen, die medizinische Unterstützung gebraucht hätten, aus Angst vor einer Ansteckung die Klinik oder Praxen nicht aufgesucht hatten. Oder die Klinik empfahl den Patient*innen, nicht in die Klinik zu kommen, da ein Risiko einer Ansteckung bestehen könne.
Daraus resultieren für uns folgende Fragen, für deren Beantwortung wir bereits im Voraus herzlich danken:
Aufrechthaltung der Intensivpflegekapazität:
- Wie viele Pflege- oder Intensivpflegeplätze (IPS) werden für Covid-19-Patient*innen «freigehalten»?
- Wie ist die personelle Situation auf der Intensivpflegestation (IPS), in Anbetracht von Covid-19 und der IPS-Situation im November 2019?
- Wie wird mit Patient*innen, welche sich auf der schwarzen Liste für säumige Prämienzahler befinden, umgegangen? Covid-19 zeigt sich mit verschiedenen Symptomen, werden diese Patient*innen behandelt? Auch wenn noch nicht klar ist, dass sie sich mit Covid-19 infiziert haben?
- Wie lange wird das Medical Center Nottwil weitergeführt?
- Wie wird die Versorgung über die drei Kliniken Luzern, Sursee und Wolhusen organisiert? Wird dies anders gemacht als bis anhin?
- Wie werden die privaten Kliniken für die Grundversorgung miteinbezogen?
- Es ist bekannt, dass Patient*innen einen Arzt- oder Klinikbesuch aus Respekt vor einer Corona-Ansteckung nicht in Anspruch genommen haben. Was unternimmt der Kanton damit die Patient*innen wieder medizinische Hilfe in Anspruch nehmen (ohne aber eine Zunahme von Bagatellfällen zu fördern)?
- Welche Massnahmen unternimmt das LUKS, um die notwendige Kapazität für die aufgestauten Eingriffe zu gewährleisten oder gar zu erhöhen?
- Wie stellt das LUKS sicher, dass die Pflegenden nicht Überzeit anhäufen müssen? Und falls dies trotzdem geschieht, wie stellt das LUKS sicher, dass diese Überzeiten wieder abgebaut werden können? (Es ist bekannt, dass die Einführung der Kliniksoftware zu Mehrzeiten geführt hat).
- Geht der Kanton davon aus, dass die Kapazität des LUKS in den nächsten Monaten gesteigert werden wird? Wenn ja, kann dies beziffert werden?
- Wenn die Kapazität erhöht wird, was unternimmt der Kanton, damit die dem entsprechende Kapazität auch in der Rehabilitation, Akut- und Übergangspflege und Spitex ausreichend vorhanden ist?
- Wenn die Kapazität erhöht wird, was unternimmt das LUKS, um einen fehlerfreien Übertritt in die anschliessend betreuende Organisation (Rehabilitation, Akut- und Übergangspflege, Spitex) zu gewährleisten (Austrittsmanagement)?
- Wird die Zahl der auf Grund der Corona-Situation früher entlassenen Patient*innen mit den bestehenden Kapazitäten für die pflegerische Nachversorgung abgestimmt?
- Der Bundesrat will mit seiner Exit-Strategie die Nachverfolgbarkeit der Kontakte gewährleisten.
- Welche Haltung hat der Kanton Luzern dazu?
- Was unternimmt er diesbezüglich?
- Aktuell werden sehr wenige Covid-19-Tests zu Hause oder im Drive-in gemacht. Welche Strategie hat der Kanton in Bezug auf das Testen von Covid-19?
- Hausärzte machen mittlerweile Covid-19-Tests. Es scheint Sinn zu machen, dass dies koordiniert würde. Welche Haltung hat der Kanton Luzern dazu?