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Ein Pessimist macht aus einer Chance ein Problem, ein Optimist aus einem Problem eine Chance. -Harry S. Truman, ehemaliger US-Präsident
Ein Optimist ist ein Mensch, der alles halb so schlimm oder doppelt so gut findet. - Heinz Rühmann, Schauspieler
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können. - Theodor Fontane, Schriftsteller
Fühlen Sie sich «sehr gesund», geht es Ihnen «schlecht» oder gar «sehr schlecht»? Überlegen Sie sich Ihre Antwort besser zweimal, denn sie hat einen Einfluss auf Ihren Gesundheitszustand. Dies beweist eine aktuelle Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin an der Universität Zürich, die untersucht hat, in welchem Ausmass eine pessimistische respektive optimistische Einschätzung der eigenen Gesundheit das Sterberisiko beeinflusst.
Zu Beginn der Studie gaben 8000 Frauen und Männer auf einem Fragebogen ihren Gesundheitszustand an. Am Ende der Beobachtungszeit, nach 30 Jahren, wurde untersucht, inwieweit die Selbsteinschätzung mit der Wahrscheinlichkeit zu überleben übereinstimmte. Das Resultat: Personen, die ihre Gesundheit als «sehr gut» bezeichnet hatten, hatten günstigere Überlebenschancen als solche mit «guter» Gesundheit; Letztere bessere als solche mit «mittelmässiger» Gesundheit. Und zwar unabhängig von Risikofaktoren wie Rauchen oder Erkrankungen.
Diese Resultate deuten darauf hin, dass Menschen, die ihre Gesundheit als sehr gut einschätzen, Eigenschaften besitzen, die ihre Gesundheit fördern und erhalten, sagt der Präventivmediziner David Fäh. «Dazu könnten eine positive Lebenseinstellung, eine optimistische Sichtweise der Dinge und eine grundsätzliche Zufriedenheit mit dem eigenen Leben gehören.» Das kann der Optimismus-Experte und Buchautor Peter Breidenbach nur bestätigen. Der gelernte Jurist und Persönlichkeitstrainer beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Optimismus: «Wir Menschen sind nicht nur Haut, Muskeln und Knochen. Wir erzeugen Energiefelder. Positive Gedanken haben eine positive Einstellung zur Folge, was sich unmittelbar auf den Körper auswirkt. Der Gedanke steht am Anfang. Gedanken sind Energien; sie kräftigen oder sie schwächen.»
Auch wenn Krankheiten, der Tod einer geliebten Person oder der Verlust des Jobs einem viel abverlangen – entscheidend sei, wie der Betroffene damit umgehe. Will er weiter leiden, oder fragt er sich: Was mache ich daraus? Optimismus sei nichts anderes, als das Leben zu optimieren. Verdrängen oder Schönreden habe nichts mit einer optimistischen Grundhaltung zu tun. Laut Breidenbach ist auch ein gesunder Egoismus einer positiven Lebenseinstellung zuträglich.
Was kennzeichnet in Breidenbachs Augen den Optimisten? Die Tatsache, dass dieser nach dem Prinzip lebe: Wenn es so nicht geht, dann geht es anders.
«Positives zieht Positives an!»
Unternehmer Thomas Minder ist Schaffhauser Ständerat, Initiant der Abzockerinitiative und Berufsoptimist.
Thomas Minder, weshalb bezeichnen Sie sich als Optimist?
Als Unternehmer kann man sich eine andere Haltung gar nicht erlauben, denn sonst könnte man innert Kürze seinen Laden dichtmachen. Insbesondere als Geschäftsmann muss man auch angesichts der aktuellen Wirtschaftslage das Glas immer halb voll sehen. Alles andere wäre selbstzerstörerisch. Trotz einiger Niederlagen gehe ich immer positiv an die Dinge heran. Zudem kann man nur etwas erreichen, wenn man nebst einer optimistischen Einstellung auch einen gewissen Siegeswillen hat. Als Sportler und langjähriger Vizepräsident und Teambetreuer des FC Schaffhausen fällt mir das nicht schwer. Und noch etwas: Man kann kritisch sein und trotzdem optimistisch Projekte anpacken.
Ihr Rezept für mehr Optimismus?
Man braucht Visionen, muss an sich und seine Sache glauben. Durch Fehlschläge sollte man sich nicht entmutigen lassen. Dranbleiben, durchhalten – irgendwann stellt sich der Erfolg ein. Leute, die an sich glauben, erreichen mehr im Leben. Und: Menschen, die negativ denken, immer aus dem Weg gehen!
Gibt es Momente, in denen es Ihnen schwerfällt, optimistisch zu sein?
Wenn ich an die stark fortschreitende Umweltzerstörung denke, an den Verlust der Biodiversität, muss ich gestehen, dass ich sehr pessimistisch bin. Ich sehe wenig Willen zur Veränderung. Insbesondere bei der jungen Generation, die ja daran interessiert sein sollte, etwas zu ändern, vermisse ich das Engagement, die Visionen für eine bessere Zukunft.
Können Sie spontan ein Beispiel für eine Situation nennen, in der sich Ihre optimistische Einstellung gelohnt hat?
Mein unermüdliches Engagement insbesondere für die Abzockerinitiative hat mir in der Bevölkerung viel Sympathien und grossen Rückhalt eingebracht. Deshalb habe ich wohl den Sprung in den Ständerat geschafft. Nie hätte ich an diese Möglichkeit gedacht. Die Menschen glauben an mich: «Das isch eine, wo öppis macht.» Eine Riesenchance, in der Funktion als Ständerat etwas zu verändern!
Autor: Isabella Fischer