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Alfredus Kebulo Tufan (Papa Alfredus) – Übergabe eines uralten Erbes
Mein Onkel war ein Senior-Lamafa, immer wenn ich keine Schule hatte, half ich ihm bei der Jagd, und schon bald entdeckte er und die Crew mein Talent. Mit 13 Jahren habe ich die Grundschule absolviert und wurde mehr oder weniger sofort zu einem Lamafa ernannt. Jeder unserer Seefahrer kann zu einem Lamafa erkoren werden, sofern er seiner Crew das nötige Talent und den Mut beweist.
Traditionell gesehen, arbeitet sich ein junger Matrose von der Position als Beute-Sichter zum Lamafa hoch. Um den Platz eines pensionierten Lamafa einzunehmen, muss er aber zuerst einen Wal töten. Wir Lamafa wählen die Crew nicht, diese bestehen aus den Nachkommen des gleichen Familienstammbaums, aber wir wählen unseren eigenen Nachfolger, der nach Möglichkeit ein Familienmitglied sein sollte. Wenn einer unserer „einfachen“ Matrosen in Rente gehen will, wird er seinen Platz jemandem persönlich anbieten. Ich bin nun 56 Jahre alt und stehe kurz vor der Pensionierung, das ist eigentlich etwas früh, doch nach 40 Jahren als Lamafa sind meine Beine ziemlich geschunden. Zum Glück ist mein jüngerer Bruder bereit, meinen Platz einzunehmen. Ha! Wenn du neu bist, dann bleuen sie dir ein, dass du niemals in die Augen des Wals schauen darfst, da deren intensive blutrote Farbe dich erschrecken würde, so dass du die Kontrolle verlierst.
Und ja, manchmal hast du Pech. Im Jahr 2013 hatte ich einen Unfall, als ich einen Wal harpunierte; Wie gewöhnlich betete ich zuerst zu Gott und den Ahnen, dann wartete ich auf den richtigen Moment – eine Art Bauchgefühl, das jeder Lamafa haben muss. Also sprang ich los, um den Wal in die Seite zu stechen, und wurde kurz darauf zwischen dem Boot und dem erschrockenen Wal eingequetscht. Wir glauben, dass alles eine Ursache hat. Wenn wir irgendwelche Probleme zu Hause oder sonstige negativen Gedanken haben, dann dürfen wir nicht in See stechen. An diesem Tag riet uns unser „Tuan Perahu“, der die Kontrolle über das Boot hat, per se, der Boot-Chef, uns nicht zu einem „Bal leo“ zu wagen, weil es schon am später Nachmittag war. Ich folgte nicht und ging trotzdem, wurde zwischen Wal und Boot eingeklemmt und ich brach mir dabei ein paar Rippen … Siehst du? Auch nach all diesen Jahren ist dieses Andenken noch gut sichtbar.
Petrus Glau Blikolulong (Papa Petro) – Lamafa von Herzen
Vor 21 Jahren habe ich meinen ersten Wal aufgespiesst, seitdem beanspruche ich den Titel eines Lamafa. Meine Fähigkeit, auf See zu gehen und einen Wal zu verfolgen, macht mich vollkommen. Weil es meiner Familie Leben einhaucht. Ich fühle mich zufrieden und aufgeregt, wenn ich nach dem Wal suche, nicht unbedingt Teil des Harpunierens, sondern die Anstrengung der Jagd, ob ich erfolgreich bin oder nicht. Ich bin 45 Jahre alt und bin ein bisschen jung, um in Rente zu gehen, aber mein Bruder Antonis Glokais hat gerade einen Wal getötet, so dass er offiziell im nächsten Jahr meine Position übernehmen kann. Ich habe 4 Kinder, alle Mädchen. Es ist grossartig Antonis wird die Lamafa Tradition in unserer Familie aufrechterhalten. Ich werde immer noch mit Antonis und der Crew unterwegs sein, um die Mentorenschaft zu verfolgen, während die Schwere der Verantwortung auf meinen Bruder übergeht.
Warum glaubst du, hast du den Wal gestern nicht töten können?
Wir alle glauben, dass es immer einen Grund gibt. In diesem Fall war jemand in unserem Clan mental nicht fit genug um an diesem Tag auf See zu gehen. Von unseren Vorfätern wissen wir, dass Ablenkung am Schlimmsten ist. Und als Lamafa müssen wir strenge Regeln befolgen; Während der Saison dürfen wir nicht im selben Zimmer mit unseren Kindern schlafen, auch dürfen wir nicht mit unseren Frauen intim sein – lediglich am Wochenende. Jede kleine Ablenkung hätte Einfluss auf die Waljagd. Zum Beispiel ist es gegen unsere heilige Tradition, dass ein Lamafa „haram“ (verärgert) ist – das ist spirituell, nicht religiös. Wäre ich verärgert, dann würden die Dinge automatisch schief laufen. Also lächle ich immerzu und sehe es positiv. Selbst wenn ich etwas nicht ausstehen kann, darf ich nicht darauf reagieren, weil sich jemand beleidigt fühlen würde und das wiederum verursacht andere Probleme. Ich bin jedoch sehr zufrieden mit meinem Leben, da ich alles habe, was ich brauche. In der Zukunft möchte ich unsere Jugendlichen ausbilden und sie motivieren, damit wir auch in Zukunft den traditionellen Walfang weiterverfolgen können. Ja, ich bin mehr als nur bereit für diese Aufgabe!
Was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert?
Nun, wir benutzen Motorboote seit ungefähr 20 Jahren. Diese „Johnson“ helfen uns die Paledang (traditionelle Boote) ins Meer zu ziehen sobald ein Wal gesichtet wird, aber wir nutzen sie auch um fischen zu gehen. Es muss an dieser Stelle gesagt werden, dass die Anzahl an Pottwalen, die wir jährlich fangen, trotz der Motorboote nicht zugenommen hat. Es ist einfach viel entspannter, denn wir sind nicht von Wind abhängig und müssen nicht den ganzen Tag herumrudern.
Seit ihr euch bewusst was die Umweltschützer vorhaben?
Wir hier in Lamalera haben ein Leben, wir akzeptieren einfach keine Menschen, die reinkommen und nicht verstehen, worum es hier geht – es geht es ums Überleben!
Was würde passieren, wenn Aktivisten zusammen mit der indonesischen Regierung die Waljagd verbieten würden?
Dann sind wir bereit zu sterben !! Unser Leben hängt von diesen Walen sowie unserer Fähigkeit sie zu jagen ab. Schon unsere Vorfahren taten es, also tun wir es. Wir glauben, dass die Wale Geschenke der Ahnen sind, die uns Nachkommen dazu ermutigen mit den Jagen fortzufahren.
What is it, what nameless, inscrutable, unearthly thing is it; what cozening, hidden lord and master, and cruel, remorseless emperor commands me; that against all natural loving and longings, I so keep pushing, and crowding, and jamming myself on all the time; recklessly making me ready to do what in my own proper, natural heart, I durst not so much as dare? Herman Melville, Moby Dick
Aloysius Gneser Tapoona (Papa Alo) – Der ungekrönte Lamafa Champion
Der Hof von Papa Alo ist grösstenteils mit Trophäen von den Walen verziert, die er einst erlegt hat. Sorgfältig bastelte er Schädel, Wirbelsäulen, Rippen und andere Knochen zu Skulpturen zusammen und benannte sie mit dem genauen Todesdatum. Ein Künstler sagen ihm einige nach.
98 Wale habe ich während den letzten 35 Jahren als Lamafa getötet. Vielleicht gab es einige, die mehr Wale als ich harpuniert haben, aber die sind bereits gestorben. Ich konnte den Platz von Sebastianus Geroda Batafor übernehmen, der sich während der Jagd in den Seilen verheddert hatte und den rechten Arm verlor. Sebastianus kam zu mir nach Hause und erkundigte sich nach meinen Absichten. Natürlich habe ich zugestimmt, seinen Platz und damit alle seine Jagd-Werkzeuge zu übernehmen. Ich war 26 Jahre alt, als ich meinen ersten Pottwal getötet habe. Das war mit der Crew der „Teti Herri“. In der Vergangenheit gab es nur jeweils einen Familienclan, der sich um ein Boot kümmerte. Heutzutage mischen wir. Vor nicht allzu langer Zeit würden wir Lamafa traditionellerweise unsere Söhne zum nächsten Lamafa ernennen. Aber meine beiden Söhne studieren, einer in Jakarta und der andere in Melbourne. So kann ich die Tradition leider nicht innerhalb meiner Familie weitergeben, das ist wirklich bedauerlich und macht mich manchmal traurig. Mein Platz wurde von Lamafa Goris und dem Batafor Clan übernommen. Mit meinen 63 Jahren bin ich zu alt, um mit einer Harpune durch das Meer zu streifen. Aber obwohl ich im Ruhestand bin, helfe ich immernoch als Mentor aus während des „Ba Leo“. Vor allem mich um die jungen Lamafa zu kümmern. Ich bringe ihnen bei, wie man im rauhen Wasser am Bug des Paledang balanciert. Der grösste Bürde eines Lamafa ist jedoch seine Verantwortung, die er für das ganze Dorf trägt. Wenn ein Lamafa versagt, wären die Leute (zumindest die Crew) wütend auf ihn. Wir wählen also nur die mutigsten und geschicktesten aus. Bevor die katholischen Missionare in Lamalera ankamen, glaubten wir an Lara Wulan „der Gott des Himmels“, Tana Ekan „der Gott der Erde“ und „Ina Leva“ die Mutter des Meeres. Ausserdem verehrten wir unsere Vorfahren (die mit dem Aufstieg des Christentums zu Heiligen wurden), die treu unsere Wünsche an Lara Wulan tragen. Die Priester haben uns erklärt, dass Wasser von Gott erschaffen wurde. Dies konnten wir akzeptieren, da es sehr einfach war, Ina Leva durch die heilige Mutter Maria zu ersetzen.
Ina Leva alias Mutter Maria bereitet zusammen mit unseren Ahnen-Heiligen immer Nahrung für dieses Dorf vor – die Wale. Sie sind die heiligen Geschenke unserer Vorfahren und Ina Leva, die unser Überleben garantieren. Wir hätten kaum eine neue Weltreligion angenommen, wenn die Missionare versucht hätten, unsere Kultur abzuschaffen. Unser alter Glaube hat viel mit dem christlichen Glauben gemeinsam, so dass es einfach war, die Verehrung der Ahnen beizubehalten und den neuen Herrn zu preisen. Doch nach wie vor hat alles in Lamalera Augen; die Steine, die Gärten, das Haus, die See usw. Trotz des Aufstiegs des Christentums verehren wir immer noch Steine und anderes Zeug. Viele Menschen hier bewundern einen mystischen Stein, den sie gleich vor einem Kruzifix aufgestellt haben. Andere Bräuche haben sich im Laufe der Jahre verändert. Jeden Morgen, bevor wir zur Jagd aufbrechen, sprenkeln wir etwas gesegnetes Wasser auf uns sowie die Boote und beten. Jedes Mal wenn ich mich bei einer Jagd als Mentor dazugeselle, reibe ich etwas heiliges Wasser symbolisch auf meinen Mund und sage dabei: „Bitte vergib mir, was ich vorher gesagt habe. Ich komme ohne Sünden, ich bin rein genug, um meinen Anteil zu holen und etwas in dieses Dorf zurückzubringen.“
Es ist ein Kampf ums Überleben, aber dennoch sind wir alle glücklich und zufrieden. Ich freue mich sehr, dass ich als langjähriger Lamafa meine Kinder in die Schule schicken und ihnen eine Ausbildung finanzieren konnte. Damit sie eine andere Lebensweise wählen können, wenn sie es denn vorhaben. Im Gegenzug können sie die Familie in den schweren Zeiten unterstützen, in welchen wir mehrere Monate hinweg keinen Wal erwischen. Interessanterweise vermissten diverse Jugendliche, die irgendwo ausserhalb von Lembata studiert oder gearbeitet haben, unseren Lebensstil in Lamalera so sehr, dass sie wieder zum Fisch- und Walfang zurückgekehrt sind. Es ist wahr, die Zukunft unserer Tradition ist unklar. Viele unserer talentierten Lamafa altern zunehmends, und mittlerweile ruft die Aussenwelt nach unseren Kindern. Das Dorf wurde vor etwa 20 Jahren durch eine holprige Strasse mit Lewoleba verbunden, und mit dieser Strasse ist die Bedeutung des Geldes entstanden! 1999 kann man als den Wendepunkt betrachten, als sich unsere Mikroökonomie zumindest teilweise in eine Geldkultur verwandelte. Dies liegt offensichtlich an der Entwicklung und Modernisierung. Um ehrlich zu sein, wenn es eine Universität gäbe, die Fisch im Austausch für Bildung akzeptiert, wäre das meiner Meinung nach die beste Lösung.
1996 waren nur 3 motorbetriebene Boote in Betrieb. Früher haben wir Wale sowie Fische nur mittels segeln und Ruderkraft gefangen. Aber dank unserer Vorfahren hatten wir immer starken Wind, der uns in kürzester Zeit zum Dorf zurück geblasen hat. Es gab Tage da konnten wir nicht einmal unsere Wal-Lieder fertig singen, da hatten wir bereits die Küste erreicht. Inzwischen gibt es etwa 30 „Johnson“ (Motorboote), aber die Anzahl der Wale, die wir jährlich fangen, ist seither nicht gestiegen. Warum also nicht in die alten Zeiten zurückkehren? Diese „Johnson“ sind überhaupt nicht vorteilhaft, gearde weil wir am Ende nicht mehr Wale fangen. Die jüngere Generation hält es für entspannter und „up to date“, quasi weniger Aufwand. Wir, die ältere Generation, glauben, dass es weniger ökonomisch ist, weil man Treibstoff kaufen muss, den wir nicht gegen Fisch tauschen können. Und es gibt zu viele Tage, an denen wir uns heraus auf die See wagen und gar nichts fangen. Ausserdem wächst mit der Geldkultur auch der Druck auf unsere Leute. Aber da wir an Gott und die Kraft unserer Vorfahren glauben, wird das Meer (Ina Leva) immer etwas für unsere Familien vorbereiten. Geben und Nehmen … Solange es keine Gier gibt, wird diese spezielle Denkweise unserer Gemeinschaft lebendig sein. Für uns geht es hauptsächlich um die Versorgung der Familie, die Gesundheit, aber auch um die Erziehung und Bildung unserer Kinder. Wir sind immer noch eine Sharing-Community! Und der Walfang ist der Hauptmotivator für diesen gemeinschaftlichen Lebensstil, weil wir uns aufeinander und auf die Wale verlassen müssen. „Das Meer ist ein grosser Spiegel, was dort passiert, wird das ganze Dorf reflektieren“.
Seemannsgarn! Es ist der 6.6.2010 – nur zwei Boote gehen raus, mein Clan mit der „Teti Herri“ und ein anderer. Es gab Wale in Hülle und Fülle, also schwenkten wir eifrig ein weisses T-Shirt mit einem Bambusstock um in Lamalera unverzüglich zum „Ba Leo“ auszurufen. Aber niemand kam zur Unterstützung. Also kehrten wir um 16 Uhr mit zwei Walen zurück und zerrten sie alle alleine an Land. Zuerst wagte ich es nicht an diesem Tag hinaus zu gehen, denn meine erste Frau starb am 6.6. vor einigen Jahren. Daher glaube ich fest daran, dass es ein Segen von den Vorfahren war, dass ich an diesem Tag einen Wal zurücknehmen durfte. Jedes Mal, wenn ich zur See gegangen bin, habe ich den Haken der Harpune als meine Frau betrachtet, bin sozusagen zusammen mit „meiner Frau“ zum Abenteuer aufgebrochen. Ein jeder Lamafa hat eine tiefe Verbindung zu seinem Haken – wenn wir ihn nicht mehr benutzen können, werden wir ihn als heilige Trophäe zu Hause aufbewahren.
Ignasius Blikololong (Papa Ignasius) – „Ata Molan“ und Wal-Lieder-Spezialist
Ich bin 75 Jahre alt und habe mich bereits von meiner Position als Lamafa zurückgezogen. Aber ich bin sehr stolz, dass ich 50 Jahre dort auf See gewirkt habe. Vor 2 Jahren habe ich meinen Enkel (auch Ignasius), der zu diesem Zeitpunkt 40 Jahre alt war, meinen Platz übergeben. Ich arbeite immer noch als „Ata Molan“ – Paledangerbauer. Eine spezielle Fähigkeit, die von Generation zu Generation innerhalb meinem Familienstammbaum weitergegeben wurde. Es hat ca. ein Jahr gedauert bis ich von meinem Vater gelernt habe, wie man ohne Skizze ein seetüchtiges Paledang baut. Seitdem habe ich mit Hilfe meiner Crew 5 Paledangs gebaut – es hat normalerweise einen Monat gedauert, bis wir mit dem Bau fertig waren.
Ich habe gehört, dass du der Meister aller Wal-Lieder bist?
Wir Lamaleraner haben ein Lied für jede Gelegenheit, für den Fall, dass wir erfolgreich etwas gefangen haben oder wenn wir gerade in See stechen. Wir singen ein spezielles Lied, wenn wir auf der Suche nach grossen Mantas sind, ein anderes für Walhaie, und eines für Wale. Diese Lieder lernen wir von unseren Vätern. Ich erinnere mich gut, jede Nacht, wenn ich nicht schlafen konnte oder weinte, sang mein Vater diese Lieder für mich. Dann lernst du die Lieder automatisch, und es gibt reichlich Momente um sie mit deinen Kameraden zu üben.
My Ancestors are people of the sea, fond to venture to the vast ocean
Passing through tides without of fear, coming through storms everyday
Wind Blows, Sail unfurled, tide crashes onshore
Brave young men, rise now, to the sea together we go…
Wie hast du deine Frau kennengelernt?
Normalerweise, wenn du einer Frau in Lamalera erzählst; „Ich liebe dich“, fragen sie dich sofort, ob du ein Lamafa bist – falls ja, dann würden sie gleich das Weite suchen, weil sie wissen, dass es während unserer Leva-Saison (Jagdsaison), die sich über 6 Monate erstreckt, nicht so viel Sex geben wird. Wir Lamafa befolgen strenge Regeln, da wir fokussiert sein müssen. Jede kleine Ablenkung hätte Einfluss auf die Waljagd. Also bin ich ein sehr glücklicher Kerl; Meine Frau wollte mit einem Lamafa zusammen sein, weil sie sich an einen Mann von Würde und Mut klammern wollte. Daher betrachte ich sie als ein Geschenk Gottes. Gleich nach meiner Familie ist mein grösstes Geschenk der Respekt, den mir das ganze Dorf entgegenbringt, selbst jetzt in der Rente.
What do ye do when ye see a whale, men?”
“Sing out for him!” was the impulsive rejoinder from a score of clubbed voices.
“Good!” cried Ahab, with a wild approval in his tones; observing the hearty animation into which his unexpected question had so magnetically thrown them.
“And what do ye next, men?”
“Lower away, and after him!” “And what tune is it ye pull to, men?”
“A dead whale or a stove boat!
Herman Melville, Moby-Dick or, The Whale
Manuel Toba Bataona (Papa Manuel) – Verloren auf hoher See
Mit meinen 54 Jahren bin ich immer noch zu haben für jegliche „Ba Leo“. Glücklicherweise kann ich alle Erziehungskosten für meine 6 wundervollen Kinder, 3 Jungs und 3 Mädchen, durch Angeln und Walfang bezahlen. Einige Dorfbewohner, mich eingeschlossen, haben mussten bereits erfahren, dass Kredite andere Probleme verursachen, daher ziehen wir es vor, uns von der Schuldenfalle fern zu halten. Ein paar schlechte Fänge, und wir würden mit unseren Zahlungen zurückfallen und tiefer ins Defizit abrutschen. Somit fühlen wir einen ungesunden Druck während der Jagd. So verdienen wir lieber wenig, Schritt für Schritt, damit wir besser schlafen können. 1999 stieg ich vom Status eines gewöhnlichen Seemanns zu einem Lamafa auf. Einer meiner Jungs wird bald meinen Platz einnehmen. (Papa Manuels Sohn Dodi Bataona geb. 1992, 26 Jahre alt, schliesst sich dem Gespräch an); „Ich studiere zur Zeit Englisch in Kupang (Timor), möchte aber nach meinem Studium nach Lamalera zurückkehren. Ich habe grosse Hoffnungen, dass ich der Mannschaft meines Vaters genügend Tapferkeit und Talent beweisen kann, damit ich schlussendlich ehrvoll seine Position übernehmen darf und somit die Tradition des Walfangs weiterführen kann. (Papa Manuel kichert); „Vielleicht hilft er dann auch nur das Boot ins Wasser zu stossen …“
Der Mut ist nicht jedem gegeben, es gibt harte Tage da draussen. 9.3.1994 – Ich und meine Crew wurden von einem Wal bis nach Timor, das ungefähr 100 Kilometer von Lamalera entfernt ist, abgeschleppt. Wale können Stunden brauchen um zu ermüden, selbst wenn sie von mehreren Harpunen erwischt wurden. Man könnte also mehrere Stunden mit voller Geschwindigkeit mitgeschleppt werden, in unserem Fall war es mehr als ein Tag. Sobald das heilige Seil „Leo“ (an der Harpune befestigt) am Wal angebracht ist, darf man es nicht durchschneiden – Weil du das Geschenk ablehnen würdest, das dir die Vorfahren angeboten haben. Aber an dem folgenden Tag haben wir uns entschieden, das Seil zu kappen, um schliesslich 5 Tage irgendwo in der Savu-See ohne Nahrung und Wasser zu stranden. Wir haben um Regen gebetet, und ratet mal, in der dritten Nacht fing es an zu regnen, also falteten wir unsere Hände und tranken direkt vom Himmel. Oh, wir waren so hungrig, dass wir unsere Shirts gegessen haben um uns satt zu fühlen. Es war offensichtlich, zum Zeitpunkt unserer Abreise gab es ein ungelöstes Problem zwischen den beiden benachbarten Dörfern Lamalera A und Lamalera B, diese Tragödie war die logische Konsequenz. Wir waren uns bewusst, dass uns Gott möglicherweise in den Himmel rufen würde, und wir waren bereit unser Schicksal anzunehmen. Durch unmenschliches Glück hat uns ein Passagierboot nach 5 Tagen gesichtet und uns in die Stadt Kupang gebracht. Trotzdem sind wir am nächsten Tag wieder auf die Jagd gegangen!