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Es gibt drei Hauptgruppen von Kräutern, die diesem Zweck dienen: Stärkungsmittel, Adaptogene und Stimulanzien. Obwohl sie alle schlussendlich den Körper und Geist mit Energie versorgen, unterscheidet sich die Art und Weise wie sie es tun erheblich!
Das Wort "Tonic" wird heute vor allem für Tonic Water verwendet, das aus Wasser und Chinin besteht, einem pflanzlichen Alkaloid, das Fieber senkt, gegen Malaria wirkt und schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Tonic Water wird häufig verwendet, um Cocktails zu mixen, hat aber sehr wenig mit einem traditionellen Kräutertonikum zu tun.
Eine Pflanze oder ein Kraut, das als Stärkungsmittel angesehen wird, hilft in der Regel durch Stoffwechselmittel die Energie zu erhöhen, wodurch das Gleichgewicht der Homöostase wiederhergestellt und aufrecht erhalten wobei auch die allgemeine Widerstandsfähigkeit und Immunität erhöht wird.
Um als Tonikum zu gelten, muss ein Kraut selbst bei längerem Gebrauch ungiftig sein, keine Kontraindikationen aufweisen und insgesamt zur Langlebigkeit des Organismus' beitragen. In der traditionellen chinesischen Medizin wird grossen Wert auf Stärkungsmittel gelegt und es werden mehr als 50 solcher Kräuter verwendet. Eines der bekanntesten Stärkungsmittel ist die Ginseng Wurzel, die als eines der wertvollsten und effektivsten Gesamtstärkungsmittel verehrt wird.
Der Begriff "Adaptogen" ist ziemlich neu und Kräuter in dieser Kategorie sind mit den Stärkungsmitteln eng verwandt, wenn nicht sogar selbst ein Stärkungsmittel. Während der Begriff ursprünglich von russischen Forschern geprägt wurde, wurde der Begriff schnell aufgegriffen und für ein breiteres Spektrum von Kräutern verwendet. Die Chinesische Medizin erkennt diesen Begriff jedoch nicht an. Üblicherweise werden die Qualitäten der Adaptogene so verstanden, dass sie die Fähigkeit haben, sich den besonderen Umständen des Körpers anzupassen - daher der Name. Die Fähigkeit zur Anpassung bezieht sich auf die zweigleisige Wirkung einer Pflanze, was bedeutet, dass sie eine Reihe von Körperfunktionen sowohl verstärken, als auch vermindern können, um die Homöostase wieder herzustellen und das Wohlbefinden zu verbessern. Allerdings sind diese Qualitäten gleichzeitig auch eine Eigenschaft jedes echten Stärkungsmittels. Wissenschaftlich sind Stärkungsmittel und Adaptogene genau das selbe, der Unterschied liegt letztlich nur in der Terminologie und Perspektive.
Der Unterschied zwischen Adaptogenen (wie Rhodiola rosea, Schisandra chinensis, Eleutherococcus senticosus etc.) und Stimulanzien (wie Koffein, Nikotin, Amphetaminen, Kokain etc.) ist, dass letztere nach längerer Einnahme zu einer Toleranz führen können und ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen.
Überdosierungen von Stimulanzien können je nach Substanz körperliche Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Herzrasen und Schweissausbrüche, sowie psychische Nebenwirkungen wie Aggressivität, Selbstüberschätzung und Schlaflosigkeit bewirken. Pharmakologisch gesehen wirken Stimulanzien nur in einer Richtung, was bedeutet, dass sie zu einer Überstimulation, Erschöpfung und Ungleichgewicht führen. Wenn sie jedoch sorgfältig und zielgerichtet verwendet werden, können sie nach Bedarf Energie liefern.
Stimulanzien sind somit eine ganz andere Klasse als Adaptogene. Stimulanzien schaffen und erhalten, im Gegensatz zu adaptogenen Stärkungsmitteln, das homöostatische Gleichgewicht nicht. Stattdessen lösen sie eine definierte und spezifische Reaktion aus, die unabhängig vom Zustand des Körpers einsetzt. Mit anderen Worten, Stimulanzien passen sich nicht an die besonderen Umstände des Körpers an, sondern bewirken zuverlässig eine bestimmte Funktion.
Adaptogene hingegen verursachen auch bei längerer Anwendung keine Schlafprobleme oder Stimulanzien-ähnliche Nebenwirkungen, da sie lediglich einen Stressschutz-Effekt haben, d.h. ausschliesslich die Stressantwort unterbinden. Dennoch weisen Adaptogene eine messbar kräftige Wirkung sowohl bei Einmaldosen, als auch bei längerem Gebrauch auf, die sich in einer erhöhten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, besonders vor dem Hintergrund von Müdigkeit und Stress, zeigt.