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Antikörper sehen aus wie ein „Y“. Sie können bestimmte Eiweissstrukturen auf Zelloberflächen erkennen und gezielt daran binden. Im Labor können Antikörper hergestellt werden, die mit dem oberen Teil des „Y“ bestimmte Strukturen (z. B. Rezeptoren) auf Tumorzellen erkennen – das macht sich die Krebsmedizin zunutze.
Bei zielgerichteten Antikörpertherapien binden die Antikörper an einen Rezeptor auf der Oberfläche der Tumorzellen, der für das Tumorwachstum wichtig ist. Auf diese Weise kann das Wachstum auf verschiedene Arten gehemmt werden. Durch die Bindung an den Wachstumsrezeptor verhindern Antikörper die Bindung des Wachstumssignals – die Tumorzelle erhält kein Teilungssignal mehr (1). Antikörper können ausserdem veranlassen, dass die Wachstumsrezeptoren abgebaut werden und so die Signalkette unterbrechen (2). Zudem können sie mit dem unteren Ende des „Y“ an Immunzellen binden. Tumor- und Immunzellen werden so in eine räumliche Nähe gebracht und die Immunzellen greifen die Tumorzellen an (3).
Welche Nebenwirkungen auftreten können, hängt vom Medikament ab und ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Mögliche Nebenwirkungen sind u. a. Reaktionen der Haut, Verdauungsbeschwerden oder veränderte Blutwerte. Da Antikörpertherapien als Infusion verabreicht werden, können zudem infusionsbedingte Reaktionen auftreten. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch in den meisten Fällen gut behandeln.