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Pfalzgrafenstein: die Pfalz im Rhein
Die Burg Pfalzgrafenstein, die Pfalz im Rhein, ist eine außergewöhnliche
Burganlage, die auf der Höhe des Städtchens Kaub mitten im Rhein auf der
Felsenklippe "Falkenau" errichtet wurde. Mit einem sechseckigen Mauerring,
einem gedeckten Wehrgang und durch Fallgitter geschützt, ist sie in den Jahren
1326-1327 von König Ludwig von Bayern ausschließlich zum Zwecke der Zolleintreibung
bei der Rheinschifffahrt erbaut worden. Die Anlage stand in direkter Konkurrenz mit
benachbarten ähnlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem
Mäuseturm
wenige Kilometer stromaufwärts bei Bingen. Solche Zölle verhalfen den Landesherren
zu beträchtlichen und regelmäßigen Einkünften, weshalb sie auch mit aller Härte
durchgesetzt wurden. Ihre endgültige Form erhielt Burg Pfalzgrafenstein erst im 17.
Jahrhundert, als man sie gegen den Eisgang des Rheins im unteren Teil wesentlich
verstärkte. Die stark befestigte, kaum einzunehmende Burg Gutenfels auf einem
Bergsporn oberhalb des Städtchens Kaub sicherte die Anlage im Rhein sehr effizient ab.
Heute ist Burg Pfalzgrafenstein die Touristenattraktion jeder "romantischen"
Rheinfahrt mit dem Schiff von Bingen nach Koblenz. Keine Spur von Romantik dagegen
im Mittelalter, als die Rheinschiffe stromaufwärts noch durch Pferde getreidelt
wurden und die Reise stromabwärts beschwerlich und gefährlich war. So musste man sich
schon kurz nach Passieren der Zollstelle bei der Pfalz im Rhein bereits auf die
unangenehme, bei hohem Wasser recht bedrohliche Engstelle des Rheins beim
Loreleyfelsen (Ley=Felsen) einstellen. Um dann nur einen Kilometer später bei St. Goar
auf die nächste Zollstelle zu treffen, wo ein perfekter Sperr-Riegel aus drei Burgen
den Fluss abriegelte und sich die Mächtigen jener Zeit erneut die Kassen füllten.