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Ein Ernährungstrend, der seinen Ursprung in den USA hat, ist Paleo. Möchten Sie sich Paleo-konform ernähren, müssen Sie in erster Linie Fleisch, Fisch, Eier, Obst und Gemüse essen und auf Milch, Pflanzenöle, Getreide und Zucker verzichten. Diese Ernährung soll gesund sein und fit halten, aber auch beim Abnehmen helfen. Verschiedene Bücher wurden bereits zu diesem Thema veröffentlicht.
Paleo bezieht sich auf die Altsteinzeit, das Paläolithikum – es geht also darum, sich so zu ernähren wie die Steinzeitmenschen, die keine Milchprodukte, keine Hülsenfrüchte und kein Getreide kannten. Es handelt sich dabei eigentlich nicht um eine Diät und es kommt auch nicht darauf an, die Kalorien zu reduzieren. Bei Paleo steht das Abnehmen nicht im Vordergrund, sondern wichtig sind die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit.
Die Verfechter von Paleo sind der Meinung, dass sich die Menschen heute nicht mehr artgerecht ernähren und der Verdauungstrakt des Menschen noch immer auf die Ernährung der Steinzeitmenschen eingestellt ist. Die Lebensmittel, die erst mit der Entwicklung des Ackerbaus und der Viehzucht verfügbar sind, könnten aufgrund der Antinährstoffe dem Körper schaden. Die Paleo-Verfechter sehen die Ernährung mit Produkten aus der Landwirtschaft als Ursache für
· Diabetes
· Autoimmunerkrankungen
· Übergewicht
· Krebs.
Die Lebensmittel sollten möglichst natürlich und unverarbeitet verzehrt werden. Die Ernährung aus der Steinzeit ist für die Paleo-Fans nacheifernswert, sie möchten sich weitgehend so ernähren wie die Jäger und Sammler. Erlaubt sind Obst und Gemüse in Form von Beeren und Pilzen, aber auch Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Samen und Nüsse. Gesüßt wird nicht mit Zucker, sondern mit Honig oder Ahornsirup; als Fette kommen Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl, Palmöl, geklärte Butter, Schmalz und Speck in Frage. Die Kokosnuss wird für viele Rezepte verwendet. Weitgehend verzichten sollten Sie auf Getreideprodukte wie Brot, Nudeln und Hartweizenprodukte; auch Hülsenfrüchte, Zucker, Milchprodukte, Süßigkeiten sowie industriell verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren sind tabu. Da Kartoffeln und Reis kohlenhydratreich sind, sollten Sie sie meiden.
Paleo-Verfechter empfehlen, diese Ernährung über 30 Tage zu testen und in dieser Zeit auf
· Rauchen
· Alkohol
· Kaffee
zu verzichten. Der Körper kann sich in dieser Zeit von Schadstoffen erholen. Die verbotenen Lebensmittel können Sie nach 30 Tagen nach und nach wieder essen. Sie sollten auf die Reaktionen Ihres Körpers achten, um festzustellen, was Sie vertragen und was Ihr Körper braucht. Ernährungspläne bestehen bei Paleo nicht, doch sollte eine Mahlzeit aus Gemüse, einer Proteinquelle wie Fisch, Fleisch oder Ei, genügend Fett und Obst bestehen. Bei tierischen Produkten kommt es auf Qualität an, die Produkte sollten von Tieren aus artgerechter Haltung stammen.
Möchten Sie sich nach dem Paleo-Prinzip ernähren, könnten Sie morgens ein Smoothie aus Obst und Kokosmilch, Rührei oder Obstsalat zu sich nehmen. Als Mittagessen eignen sich eine Karotten-Ingwer-Suppe und eine Hähnchen-Gemüse-Pfanne. Ihr Abendessen könnten Sie aus in Streifen geschnittenen Zucchini, kurz mit Wasser überbrüht, bereiten; dazu können Sie eine Sauce Bolognese essen. Inzwischen werden Nudeln, die Paleo-konform sind, angeboten; sie bestehen aus Sesam-, Leinsamen- oder Kastanienmehl. Für zwischendurch sind Obst, Nüsse oder ein gekochtes Ei geeignet.
Paleo basiert auf viel Eiweiß in Form von Fleisch, Fisch und Eiern sowie Obst, Gemüse, Samen, Nüssen und Pilzen. Wichtig ist der Verzicht auf hochverarbeitete Lebensmittel, da sie zu viel minderwertige Fette, Weißenmehl und Zucker enthalten. Sie müssen nicht grundsätzlich auf solche hochverarbeiteten Lebensmittel verzichten, doch sollten Sie den Konsum stark einschränken. Die Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg von der Fachhochschule Münster sieht in Paleo keine Mangelernährung, wenn Sie unterschiedliches Gemüse essen. Sie nehmen damit genügend Ballaststoffe zu sich. Nicht zu vergessen ist, dass diese Ernährung mit vielen Einschränkungen verbunden ist und dass es daher vielen Menschen schwerfällt, Paleo dauerhaft durchzuhalten. Es ist nicht wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder Getreide nicht verarbeiten kann. Ursel Wahrburg sieht ein Problem im ständigen Überangebot an Lebensmitteln und Kalorien, da die Menschen darauf nicht genetisch ausgerüstet sind. Auch Getreide- und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte werden von Ernährungswissenschaftlern als hochwertig bezeichnet; daher ist es zweifelhaft, ob es gut ist, auf diese Lebensmittel zu verzichten. Unterschiede bestehen bei den Menschen bei der Unverträglichkeit verschiedener Inhaltsstoffe, daher kann Paleo in Einzelfällen hilfreich sein. Ernährungswissenschaftlerin Ursel Wahrburg kann Paleo nicht als Alternative empfehlen oder verallgemeinern.
Fazit
Der Verzicht auf Fastfood, Zucker und billige Fette ist grundsätzlich empfehlenswert und hilft beim Abnehmen. Allerdings bereitet die radikale Umstellung bei Paleo vielen Menschen Schwierigkeiten; außerdem ist Paleo mit einem hohen Aufwand bei der Zubereitung und mit höheren Kosten verbunden. Da auf Getreideprodukte verzichtet wird, kommt es auf Ersatzrezepte mit Kokos- oder Leinmehl an, die nicht jedermanns Geschmack sein dürften. Bei Paleo werden mehr tierische Lebensmittel verzehrt, da auf pflanzliche Eiweißlieferanten verzichtet wird. Einige Menschen können vom Verzicht auf bestimmte Lebensmittel profitieren und sich gesundheitlich besser fühlen.