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eine bedeutende Ausdehnung erreicht und wird in Böhmen, auf dem Thüringerwalde und zu Nymphenburg in Bayern betrieben.
In Tetschen allein werden jährlich 60000 Ztr. solcher Sachen erzeugt. - Zoll gem.
Tarif Nr. 38 b, bzw. Nr. 38
c 1. u. 2.
im allgemeinen bekanntlich Mischungen harziger, in der Hitze schmelzender Stoffe mit
Körperfarben. In der langen Sortenreihe von der feinsten Ware bis zum groben Pack- und Flaschenlack herrschen natürlich
große Unterschiede in den Bestandteilen und die teurem verschwinden aus denselben und machen wohlfeilem
Platz in dem Maße,
wie die Sorten geringer werden. Zu gutem S. ist ein Hauptingredienz Schellack. Die Schmelzbarkeit des
Schellacks wird erhöht durch Zusatz von etwa ¼ oder mehr venetianischem
Terpentin.
Das feinste rote S. wird nur erhalten durch Anwendung von gutem Vermillonzinnober; bei den geringern Sorten wird dieser Stoff
zum Teil, bei noch wohlfeilern ganz durch
Mennige, Chromrot u. dgl. ersetzt, indes in
gleicher Weise für den Schellack
Kolophonium und ähnliche Harzstoffe eintreten. Zur Vermehrung des Gewichts,
zur Ersparung an Farbstoff und Nüancierung der Farbe werden auch bei den feinen Sorten, um so mehr bei den grobem, weiße
erdige Zusätze von Talkpulver, Schwerspat oder Barytweiß,
Kreide u. dgl. angewendet.
Die erdigen Stoffe, zum Teil auch die Farbkörper, werden für bessere Sorten erst für sich mit
Terpentin
und
Terpentinöl gut verrieben und dann zu der schmelzenden Schellackmasse gesetzt. Ordinäre Flaschenlacke bestehen nur
aus
Kolophonium, Burgunderharz oder Weißpech und gewöhnlichem
Terpentin nebst wohlfeilen Farbkörpern. Für andre als rote
Farben benutzt man zum S. zu Schwarz feinenRuß, sonst auch
Beinschwarz oder Pechasphalt, zu Braun Zinnober
mit
Ruß oder irgend eine braune Erdfarbe, zu Gelb und
Orange die betreffenden Chrombleifarben, zu Grün
Chrom- oder Kupfergrün,
zu Blau
Ultramarin. Das blaue S. ist am schwierigsten herzustellen, da hierzu die Harzmasse besonders hell sein muß. Man
benutzt dazu gebleichten Schellack in Verbindung mit andern hellen
Harzen wie
Mastix, Dammar u. dgl. Zu
Gold- und Bronzelack werden in die Masse kleine Flitter von echtem Blattgold oder die betreffenden Metallbronzen eingerührt.
-
Zum Parfümieren feiner S. benutzt man Benzoeharz, Tolu- oder peruvianischen
Balsam. Der Riechstoff wird der übrigens zum
Ausgießen fertigen Masse untergeschmolzen. - Die Vereinigung der zum S. kommenden Bestandteile geschieht
durch gelindes Schmelzen über Kohlenfeuer. Man erhitzt und rührt, bis das Gemisch Blasen wirft, nimmt es dann vom Feuer
und rührt weiter bis die Blasen vergehen und gießt dann die Masse in blecherne, innen verzinnte Formen, welche mit etwas
feinem
Öl ausgestrichen sind. Die erhärteten Stangen glänzt man, indem man sie rasch durch eine Spiritusflamme
oder die Hitze eines Kohlenfeuers zieht. Siegellackfabriken gibt es in allen größern Städten Deutschlands, doch werden
die feinem Sorten nur wenig noch gebraucht; die Hauptfabrikation beschränkt sich auf Flaschenlacke und
Packlacke. - Zoll
s.Tarif Nr. 5 e.
(Terra di Siena), so genannt von ihrem Fundorte Siena in Toscana, ist eine Art Ocker und zwar der feinste
dieser Klasse. Er ist von Natur hellbraun, dunkelgelb bis dunkelbraun, und nimmt durch Brennen andere Farbentöne an in braun,
rötlich, orangegelb u. dgl. Der Stoff ist eine
sehr gut deckende und dauerhafte Farbe und liefert, mit Weiß und andern hellen Farben vermischt, sehr gute Töne. Man benutzt
die
Erde zu Anstrichen wie zur feinen
Öl- und Wassermalerei. Sie kommt naturell wie gebrannt im Handel vor und kostet 1 Mk.
bis 1½ Mk. pro Kilo. - Zollfrei.
(Trockenmittel); so nennt man Präparate, die als Zusätze zu
Leinöl oder Firnisfarben verwendet werden,
durch welche diese die Fähigkeit erlangen, rascher zu trocknen. Man hat solche Präparate als Flüssigkeiten und in Pulverform;
die ersteren werden auch Trockenöle genannt. Hilfsmittel derart sind unnötig bei Bleifarben
(Bleiweiß,
Chromgelb,
Mennige),
da diese Bleiverbindungen selbst als Trockenmittel wirken; vorteilhaft dagegen sind sie bei Erdfarben,
Ockern,
Ultramarin und namentlich den so schwer trocknenden Zinkweißanstrichen.
Die flüssigen S. sind zum Teil lediglich starke bleihaltige Firnisse, hergestellt durch Kochen alten
Leinöls mit
Mennige,
Bleiglätte oder
Bleizucker, die dann zum Gebrauch mit mehr
Leinöl oder
Terpentinöl verdünnt werden. Durch
Anwendung von
Braunstein (Manganüberoxyd) wird ebenfalls Trockenöl erhalten. Man hängt denselben in erbsengroßen Stückchen
in einem Drahtnetz in die 10fache Gewichtsmenge altes
Leinöl, das man 24-30 Stunden erhitzt, ohne sieden zu lassen, In neurer
Zeit sind besonders leicht zersetzbare Mangansalze als wirksame Trockenmittel in Aufnahme gekommen, namentlich zu Anstrich
für Zinkweiß, da sie dessen rein weiße Farbe nicht schädigen, wogegen bleihaltige Bindemittel den Zinkanstrich dunkel
färben.
Besonders wirksam hat sich das borsaure Manganoxydul (s.
Borsäure) erwiesen; man soll 50 g reines borsaures Manganoxydul
mit 1 kg altem abgekochten
Leinöl abreiben, hierzu noch 19 kg mehr
Leinöl geben und das Ganze etwa ¼
Stunde bis nicht zum Kochen erhitzen. Das Mangansalz wird hierbei fast ganz aufgenommen und das
Öl färbt sich kastanienbraun;
der so bereitete
Firnis wird aber farblos und trocknet in 24 Stunden. Das Mangansalz ist also ein trocknes S.; es gibt deren
auch, welche außerdem noch andre Stoffe enthalten.
Das von der Gesellschaft der Vieille Montagne bei Aachen in den Handel gebrachte S. soll bestehen aus 6,66 Tln.
wasserfreiem schwefelsauren Manganoxydul, ebensoviel essigsaurem Manganoxydul, 6,68 Tln.
Zinkvitriol und 9,80 Tln. Zinkweiß; 2-3% dieses Gemisches der Zinkfarbe zugesetzt,
sollen genügen, um ein baldiges Trocknen zu bewirken; reine Manganoxydulsalze sind indes jedenfalls
viel wirksamer. Die Wirkung der metallischen Oxyde und
Salze erklärt sich daraus, daß sie, bei den
Salzen unter Zersetzung
derselben, mit der Ölsäure des
Leinöls sich verbinden und ölsaure Metallseifen bilden,
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mehr
die das eigentliche Trockenmittel sind. - Zoll: Flüssige S. und Trockenöle gem. Tarif Nr. 5 a.
Trockne S. zollfrei.