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Die Tschechin setzt sich im Final gegen die Russin Anastasia Pawljutschenkowa mit 6:1, 2:6, 6:4 durch und krönt sich in Paris zur erst dritten ungesetzten Siegerin seit Beginn der Profiära.
Auch die erfahrene Pawljutschenkowa, die in ihrem 52. Grand-Slam-Turnier zum ersten Mal über den Viertelfinal hinaus gekommen war, fand gegen Krejcikova keine Lösung. Krejcikova, die 25-Jährige aus Brünn, entzauberte mit ihrem intelligenten Spiel in den letzten 15 Tagen unter anderem auch Jelina Switolina, Sloane Stephens, Cori Gauff oder zuletzt im Halbfinal nach abgewehrtem Matchball die Griechin Maria Sakkari.
«Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich hier einen Titel bei einem Grand-Slam-Turnier geholt habe», staunte Krejcikova, die erst ihr fünftes Major-Turnier im Einzel bestritt. Sie erinnerte an ihre vor drei Jahren verstorbene, wie sie in Brünn geborene Trainerin Jana Novotna: «Ich bin sicher, sie schaut mit jetzt zu. Ich vermisse sie, aber ich hoffe, sie ist glücklich im Moment.» Kurz nach ihrer emotionalen Rede erhielt sie aus den Händen von Martina Navratilova, eines anderen tschechischen Tennis-Idols, die Trophäe überreicht.
Vor den Augen von Navratilova und einigen anderen Tennis-Grössen hatte es Krejcikova im Final geschafft, trotz einem spielerischen Tief im zweiten Satz das Tempo mehrheitlich zu bestimmen. Im Duell der beiden Nachbarinnen in der Weltrangliste - Krejcikova ist die Nummer 33, Pawljutschenkowa die Nummer 32 - war sie eine Spur cleverer und konstanter. Im dritten Umgang gelang ihr mit dem 4:3 das entscheidende Break.
Krejcikovas Aufstieg
Im Doppel und Mixed gewann die Tschechin schon fünf Major-Titel, im Einzel begann sie aber erst im letzten Oktober durchzustarten. In den vergangenen neun Monaten hat sie über 100 Weltranglisten-Plätze gut gemacht und wird ab Montag als Nummer 15 geführt. Unmittelbar vor dem French Open kam sie in Strassburg zu ihrem ersten Turniersieg auf der WTA-Tour. Gegen Pawljutschenkowa gewann sie den zwölften Match in Folge.
Für die Verliererin, die einen ganz anderen Karriere-Weg hinter sich hat als Krejcikova, war es auch deshalb eine schmerzhafte Niederlage, weil sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. Sie musste sich gegen Ende des zweites Satzes am linken Bein behandeln lassen. Vor allem ihr starker Service litt unter der Verletzung. Der grosse Coup gelang Pawljutschenkowa, die schon als junger Teenager und Nummer 1 der Juniorinnen als zukünftige Grand-Slam-Siegerin gehandelt worden war, vorerst nicht.
Krejcikova hingegen könnte bereits am Sonntag ihren nächsten Grand-Slam-Titel feiern. Sie bestreitet auch im Doppel an der Seite von Katarina Siniakova den Final.