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Der massive Steinturm des Parlaments- und Regierungsgebäudes ist ein Überbleibsel der mittelalterlichen Ringmauer. Der Rundturm, der auch «Franche-Courtine» genannt wird, erinnert daran, dass sich hier bis ins 18. Jahrhundert ein Asyl befand. Kriminelle und Schuldner, die hier Zuflucht fanden, galten als frei vom Gesetz (frz. franc, franche ) und waren damit sicher vor dem Souverän und der Polizei. Die Ironie der Geschichte wollte es aber, dass ausgerechnet dieses Gebäude später den Würdenträgern der Macht Platz bot. 1838 zog das Bezirksgericht hier ein und ab 1965 diente es als Gerichtsgebäude (Palais de Justice).
1717 liess der Fürstbischof Jean-Conrad von Reinach, für den zur gleichen Zeit auch das Schloss errichtet wurde, das Gebäude umbauen. Die ursprünglich schmucklose Hauptfassade wurde Mitte des 19. Jahrhunderts neu gestaltet. Nach einem Umbau im Jahr 1970 unter der Leitung von Jeanne Bueche ist das heutige Parlaments- und Regierungsgebäude erst vor kurzem vom einheimischen Architekten Jean Chatelain renoviert worden. Der gesamte Komplex ist eine interessante Collage von Elementen aus verschiedenen Epochen: Der mittelalterliche Turm, die klassizistische Fassade und die zeitgenössischen Eingriffe.
Baujahr: 1717/19.Jh./2002 Renovation, Umbau
Architektur: Jean Chatelain, Delémont
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Parlaments- und Regierungsgebäude
AdresseRue de lHôpital 4, 2800 Delémont
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz