Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03343.jsonl.gz/1404

Bibliothek Werner Oechslin
Ansicht NordwestDownload
Bibliothek Werner Oechslin
Ansicht SüdwestDownload
Bibliothek Werner Oechslin
Ansicht NordostDownload
Bibliothek Werner Oechslin
Ansicht NordostDownload
Bibliothek Werner Oechslin
Innenraum (Bibliothek)
Bibliothek Werner Oechslin
Adresse
8840 Einsiedeln
SZ
Architektur
Die Einbettung in die Landschaft und die geschickt inszenierte Nordansicht verleihen der Bibliothek Monumentalität. Die Architektur verbindet den scheinbar widersprüchlichen Grundsatz einer gewünschten Öffentlichkeit mit einer höchstmöglichen Konzentration und Abgeschiedenheit.
Chronologie
Die Sammlung des Kunst- und Architekturhistorikers Werner Oechslin umfasst inzwischen rund 50’000 Bücher aus sechs Jahrhunderten. Schwerpunkt bilden Quellschriften zur Architektur und zur Architekturtheorie. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Mario Botta konzipierte Oechslin ab 1983 einen Bibliotheksbau. 1998 wurde der Buchbestand in eine Stiftung überführt und mit dem Bau begonnen. Nach einigen Verzögerungen konnte die Bibliothek 2006 fertiggestellt werden.
Lage
Das dreigeschossige, ein Unter- und zwei Obergeschosse umfassende Bauwerk liegt am Westfuss des Meinradsbergs unweit des Einsiedler Klosterkomplexes. Es ist im Garten des spätklassizistischen Wohnhauses «Gottshuusluegeten» situiert, in dem Werner Oechslin aufgewachsen ist. Ein runder Glaspavillon bildet das Scharnier zwischen der Bibliothek, dem Wohnhaus und der Gartenanlage. Die Bibliothek ist von Norden erschlossen. Der Bau erhebt sich am Ende einer Kaskadentreppe, die parallel zum historischen Jakobsweg verläuft. Das Motiv dieses Wegs findet sich in der Bibliothek mehrfach.
Beschreibung
Den Rücken der Bibliothek bildet eine von Nordost nach Südwesten verlaufende, mit rötlichem Kalkstein umhüllte Wandscheibe. Abgesetzt von einer Glasfuge drängt der Bau konvex nach Südost gegen den Hang, was zu einer markanten Erschliessungssituation führt: Der Eingang formt einen Schlund, er dramatisiert den Auftakt, schafft Sichtbezüge und initiiert die Lichtführung des Gebäudes. Diese setzt sich auf der Südostseite mit zwei hoch angesetzten horizontalen Bändern aus kleinformatigen Fenstern fort. Zur Gartenseite hin hingegen dominieren geschosshohe Fenster auf Bodenniveau. Der Baukörper wird mit einem Flachdach im Südosten und einem mit Blech eingedeckten Halbtonnendach auf der Nordwestseite abgeschlossen.
Der Korridor auf der Eingangsebene hinter dem Empfang ist zugleich als Wechselausstellungsfläche konzipiert. Die Wandscheibe im Westen ist in raumhohe Fenster aufgelöst, gegliedert von dicken, postmodern anmutenden Säulen. Auf der Ostseite grenzt an den Korridor das Herzstück der Bibliothek, der zweigeschossige Lesesaal. Die Wände sind vollständig mit Regalen für die raren Erstausgaben bedeckt – im Westen erschlossen durch eine Empore, ansonsten über eine fahrbare Wendeltreppe, dem sogenannten trojanischen Pferd. Von der Empore aus ist die Loggia im Nordosten, neben der Eingangsfuge, zu erreichen. Von dort geht der Blick über den Ort auf die Einsiedelner Klosteranlage.
Literatur