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Fairtrade-Code
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Hinter jedem Produkt stehen Menschen
Auf der Weltkarte sehen Sie eine Auswahl der Fairtrade-Produzenten, deren Produkte und Rohstoffe in der Schweiz verkauft werden*. Mit den Filtern können Sie bequem nach Produkten und/oder Ländern suchen.
Die Kaffee-Kooperative Caficultores de Aguadas in Kolumbien
Aus Fairtrade-Prämie realisierte ProjekteQualität und Produktivität:
Zur Verbesserung der Qualität und Produktivität wird die Fairtrade-Prämie einerseits dazu genutzt, die Sonnentrocknungsanlagen (Secadoras) zu verbessern. Andererseits werden Entpulpungsmaschinen revidiert bzw. neu eingekauft. Zudem werden bei den Mitgliedern neue Lagerräume erstellt.
Frauenprogramm:
Ebenfalls wird in Programme zur Förderung von Frauen investiert. Beispielsweise werden die Arbeiterinnen in der Herstellung und Vermarktung von geröstetem Kaffee gefördert.
Infrastruktur:
Der Kooperative war es möglich, die lokale Infrastruktur und sanitären Anlagen im Aguadas Areal zu verbessern. Sie haben die Fairtrade-Prämie dazu genutzt, die Abwassersysteme, das Strassennetz und die Unterkünfte zu verbessern.
Zusätzlich wurde ein Laden eröffnet, welcher der Gemeinschaft primär Produkte mit zahlbaren Preisen anbietet. Positive Nebeneffekte dieses Geschäfts sind zusätzliche Arbeitsplätze und Einkommen für die Kooperative.
Bildung:
Um den Bildungsstandard zu verbessern, wird ein Teil der Fairtrade-Prämie für Stipendien für die Kinder der Kooperativenmitglieder genutzt. Ebenfalls erhalten jährlich 30 Erwachsene die Chance ein Bildungsprogramm zu absolvieren.
Nachhaltigkeit:
Um die Nachhaltigkeit der Farmen zu fördern, hat die Kooperative ein Teil der Fairtrade-Prämie ins Training von Erntediversifikation und sichere Nutzung von Agrochemikalien investiert.
Ökonomie:
Die Kooperative nutzt die Fairtrade-Prämie um Kreditsysteme zu finanzieren. Ziel dieser Kreditsysteme ist es, den Bedürfnissen der Bäuerinnen und Bauern während den Ernten gerecht zu werden. Beispielsweise können diese mit den Krediten Düngemittel erwerben.
Soziale Stabilität und Gesundheit:
Ein Teil der Fairtrade-Prämie wurde in Lebens- und Sterbefallversicherungen, die Altersvorsorge und in medizinische Hilfe investiert. Es werden Tage mit einer gratis medizinischen Vorsorge durchgeführt und sonst gibt es 50% Rabatte auf medizinische und zahnmedizinische Hilfe.
Training und Wissen:
Ein Teil der Fairtrade-Prämie wurde von der Kooperative in Trainings bezüglich aller Aspekte der Kaffeeindustrie investiert. Dank des Fortschritts, welcher durch die Fairtrade Zertifizierung erreicht wurde, hat sich die Kooperative ein starkes organisatorisches Knowhow und Basiswissen angeeignet, welches ihr den Zugang zu anderen Zertifizierungen und Möglichkeiten, wie Beispielsweise Rainforest Alliance oder Nespresso ermöglicht.
Pilot-Projekt mit Nespresso:
Im März 2014 haben Fairtrade, Nespresso, das kolumbianische Arbeitsministerium, die Kaffeeanbauer-Genossenschaft Aguadas und Expocafé unter Unterstützung des kolumbianischen Verbands der Kaffeebauern (FNC) vereinbart, eine innovative öffentlich-private Partnerschaft zu schliessen, um Kaffeebauern mit einem Pensionsfond zu unterstützen. Diese erste Initiative zwischen Fairtrade und Nespresso verbessert die soziale Absicherung der Kaffeebauern. Ausserdem sollen jüngere Generationen dazu angeregt werden, weiter in der Landwirtschaft zu arbeiten, um so diesen wesentlichen Teil der kolumbianischen Wirtschaft und Tradition zu sichern. Die Pilotinitiative stützt sich auf das nationale Rentensystem, Beneficios Económicos Periodicos (BEPS), das vom kolumbianischen Arbeitsministerium für kolumbianische Arbeiter entwickelt wurde, deren Einkommen zu niedrig ist um einen Beitrag zu einer Altersrente zu zahlen. Ende 2014 haben sich über 800 Kaffeebauern diesem Pensionsfonds angemeldet. In Zukunft kann das Programm auf die über 40000 Bauern ausgeweitet werden, die in Kolumbien einer Fairtrade-zertifizierten Kooperative angehören und am Nespresso AAA Sustainable Quality-Programm teilnehmen.
Bäuerinnen und Bauern, Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt sorgen dafür, dass wir täglich ein umfangreiches Warenangebot vorfinden. 70% der Weltbevölkerung ernährt sich von Lebensmitteln, die von 500 Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern angebaut wurden. Landwirtschaft ist die bedeutendste Einkommens- und Beschäftigungsquelle für arme Haushalte in ländlichen Gebieten, 40% der gegenwärtigen Weltbevölkerung bestreitet aus ihr ihren Lebensunterhalt.
Das weltweite Handelssystem sorgt dafür, dass die Vorteile des Welthandels ungerecht verteilt sind und die Menschen am Anfang der Lieferkette in sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern mit schlechteren Ausgangsbedingungen, weniger Einfluss und prekäreren Arbeits- und Lebensverhältnissen zu kämpfen haben.
Ausserdem sind kleinbäuerliche Betriebe vom Klimawandel am härtesten betroffen. Nutzflächen der Grössenordnung von 12 Millionen Hektar pro Jahr werden wegen Wüstenbildung und Dürre unbebaubar. Bereits ein geringer Temperaturanstieg von 1°C führt zu Ernteeinbussen von 5-10% für die verbreitetsten Getreidearten. In den letzten zehn Jahren des 20. Jahrhunderts lebten 99 von 100 Menschen, die in klimabedingten Naturkatastrophen ums Leben kamen, in ärmeren Ländern.
Rechte stärken, Lebensalltag verbessern
Fairtrade ermöglicht es Produzentinnen und Produzenten aus Regionen wie Afrika, Asien und Lateinamerika, zu einer einflussreichen Kraft für Veränderungen in ihrem Umfeld zu werden und selbstbestimmt ihre Zukunft zu gestalten.
Rund 1.66 Millionen Bäuerinnen und Bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen aus 75 Anbauländern profitieren derzeit von ihrer Beteiligung an Fairtrade. Bäuerinnen und Bauern schliessen sich in demokratischen Organisationen zusammen, die ihre Interessen auf dem Markt besser vertreten und über gemeinsame Anschaffungen und Fortbildungen ihre Ernteerträge erhöhen. Arbeiterinnen und Arbeiter auf Plantagen erhalten durch Fairtrade die Unterstützung, ihren Rechten und Bedürfnissen über demokratische Interessenvertretungen wie Gewerkschaften eine einflussreiche Stimme zu verleihen und bessere Arbeitsbedingungen sowie eine stabilere Lohnsituation zu erreichen.
Prämie und politische Teilhabe
Sie alle profitieren von der Fairtrade-Prämie, die Projekte zur Verbesserung ihres eigenen Lebensalltags und des Alltags ihrer Familien und ihrer Umgebung finanziert: Bildung, Gesundheitsversorgung, Verbesserungen der Wohnsituation und Massnahmen zur Steigerung der Produktivität landwirtschaftlicher Kleinbetriebe.
Im Fairtrade-System verfügen sie als Mitglieder der Produzentennetzwerke Fairtrade Africa, Network of Asian and Pacific Producers (NAPP) und Coordinator of Fairtrade Latin America and the Caribbean (CLAC) über 50% der Stimmen in der Fairtrade-Generalversammlung.
Erfahren Sie mehr über die Produzenten und wie Fairtrade für die Kleinbauernfamilien und Plantagenarbeiterinnen und -arbeiter einen Unterschied macht. Filtern Sie bequem nach den Produkten und Orten, die Sie interessieren.