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La Grande Écurie du Roi
Projekt zur Erforschung und Rekonstruktion der Instrumente und ihres Repertoires am Hof Ludwigs XIV. und XV.
Die
„Grande Écurie“ war zu Lebzeiten der französischen Könige Ludwig XIV.
und Ludwig XV. im 17. und 18. Jahrhundert eine der wichtigsten
Abteilungen des königlichen Hofs. (Das Bild zeigt die Supraporte des 1682
fertiggestellten Portals der Grande Écurie in Versailles, erbaut von
Jules Harduin-Mansart). Es gab innerhalb der Écurie fünf
musikalische Gruppierungen, die nach den benutzten Instrumenten
eingeteilt waren: "Trompettes", "Violons, hautbois, saqueboutes et
cornets", "Hautbois et musettes du Poitou", "Fifres et tambours", "Cromornes et Trompettes marines".
Über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren sind diese Ensembles in den höfischen Dokumenten gut belegt. Unter den Musikern erscheinen zahlreiche bekannte Namen der französichen Musik, wie: Philidor, Hotteterre, Chédville, Loillet, Charpentier, Dieupart, u.a. Umso mehr überrascht es, dass sowohl in den Abteilungen der Cromornes et Trompettes marines als auch bei den Fifres et Tambours immer noch unklar ist, um welche Instrumente es sich genau handelt bzw. wie ihre musikalische Verwendung im Detail aussah.
Die von Thilo Hirsch und Vincent Robin geleisteten Vorarbeiten (nicht zuletzt angeregt durch den Frankreich-Schwerpunkt im Jahresprogramm der Schola Cantorum Basiliensis 2004/05) schaffen eine gute Ausgangsbasis für die Fragestellungen dieses Projekts, das einen Kontrapunkt zur fortschreitenden „Standardisierung“ im Bereich der Historischen Musikpraxis setzten soll.
Durch die Beteiligung von Projekt-MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Disziplinen (Musikwissenschaft, MusikerInnen), die an den verschiedenen Teilbereichen der Grande Écurie forschen, und durch die Zusammenarbeit mit den Praxispartnern (Instrumentenbauer, Musikmuseum Basel, ensemble arcimboldo, IRPMF-Paris, musiques suisses), ergeben sich die nötigen Synergie-Effekte, um das Projekt-Ziel zu erreichen: Die klingende Wiederbelebung der Grande Écurie im Hinblick auf die verwendeten Instrumente, die damit zusammenhängende Spielpraxis und das Repertoire. Nicht zuletzt geht es dabei um die Erschliessung eines neuen Terrains auf dem Feld der Alten Musik.
Die Projektdauer dieses vom Schweizerischen Nationalfonds (DORE-Programm) unterstützten Projekts beträgt 2 Jahre. Die Forschungsresultate werden an Symposien der Schola Cantorum Basiliensis vorgestellt und auf dieser Website zugänglich gemacht. Abschliessende Publikationen und eine CD sollen die Ergebnisse schriftlich und klanglich dokumentieren.