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Viel wussten wir nicht, als wir am 2. Januar 2017 die zwei Bilder aus dem Bestand des Photographischen Instituts der ETH Zürich vorstellten: die Bilder sind datiert mit 24. März 1972, dargestellt sind Aufbauten im Versuchslabor des ETH-Instituts für Metallurgie, der Auftraggeber für diese Fotografien war Dr. Heinrich Feichtinger. Wir wollten wissen, was auf den Bildern zu sehen ist. Was sind das für Aufbauten und Geräte? Was wurde getestet? Wo standen diese Geräte?
Kürzlich meldete sich just der damalige Auftraggeber und inzwischen emeritierte Professor Heinrich Feichtiger und löste das Rätsel auf: „Dieses Bild stammt aus einem Labor des ‚Instituts für Metallurgie‘, zwei Jahre nach der Übersiedlung aus den Kellerräumlichkeiten des ETH-Hauptgebäudes in das neue Maschinenlabor an der Tannenstrasse. Es handelt sich dabei um den Prototyp eines Analysators zur schnellen Analyse von Wasserstoff in Metallproben, der von mir entwickelt wurde.
Vom Prototyp….
Dabei wurde eine zylindrische Metallprobe in einem Quarzrohr induktiv auf Temperaturen zwischen 800 bis 1000°C erhitzt, wobei der ausdiffundierende Wasserstoff in ein zirkulierendes Argonvolumen eintrat und mit diesem eine homogene Mischung bildete. In diesem Gemisch konnte die Konzentration des Wasserstoffs dann mit Hilfe einer Wärmeleitfähigkeitsmesszelle bestimmt und seine absolute Menge durch Kenntnis des Gesamtvolumens des Volumens bestimmt werden. Wasserstoff hat grossen Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften von Stählen, kann bereits in Konzentrationen von wenigen ppm schwerwiegende Schäden (z.B. Risse) in Werkstücken, z.B. den Druckbehältern von Kernkraftwerken oder in Pipelines bei unkorrekten Schweissungen verursachen.
… zum Industrieprodukt
Ein aus diesem Prototyp abgeleitetes industrielles Gerät in Zusammenarbeit mit einer von Feichtinger sen. entwickelten Probenahmevorrichtung direkt aus der Stahlschmelze (das Gerät wurde über die Firma Leybold-Heraeus an vielen Stahlwerke und Giessereien in der ganzen Welt geliefert) war so robust und einfach zu bedienen, dass es direkt neben den Schmelzaggregaten in der schmutzigen Industrieatmosphäre verwendet werden konnte und fand deshalb sehr bald Anwendung in vielen Stahlwerken auf der ganzen Welt. Er trug zur Erhöhung der Qualitätskontrolle bei, denn im Gegensatz zu vorher, wo eine Analyse mindestens 45 Minuten dauerte, wurde die Zeit auf 5 Minuten reduziert. Durch die Tatsache, dass die Analyse auch ohne das Betriebslabor durch angelernte Arbeitskräfte möglich war, konnte die Kontrolle auch während der Nachtschicht erfolgen.“
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Vollständige Bildinformationen
Photographisches Institut der ETH Zürich: ETH Zürich, Institut für Metallurgie, Prototyp einer Anlage zur schnellen Analyse von Wasserstoff in Metallen 24.3.1972 (PI_72-GL-0213, http://doi.org/10.3932/ethz-a-000489685)
DOI Link: https://doi.org/10.35016/ethz-cs-5690-de