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In Lawrenceburg, Kentucky, wird der Four Roses Bourbon gebrannt.
Four Roses Bourbon ist ungewöhnlich, da er aus insgesamt zehn verschiedenen Straight Bourbons geblendet wird, die in der Destillerie in Lawrenceburg hergestellt werden. Die meisten anderen Bourbon-Brennereien verwenden für jeden Whiskey nur ein Rezept und mischen Whiskeys verschiedener Alters und aus verschiedenen Fässern um einen gleichbleibenden Geschmack zu erreichen. Neben Four Roses werden in der Destillerie auch Whiskeys für Blended Whiskeys (wie den Seven Crown von Seagram’s) hergestellt, zeitweise wurde dort auch Bulleit Whiskey für Diageo produziert. Der Name geht auf die Familie Rose zurück, die ursprünglich Four Roses Whiskey herstellte.
Eine Destillerie namens Four Roses wurde 1886 von Mitgliedern der Familie Rose in Kentucky gegründet. 1888 kaufte Paul Jones jr. die Marke und gliederte sie in sein Geschäft ein.
Der in Georgia lebende Jones war im Alkohol- und Tabakhandel aktiv und hatte dort bereits eine kleine Destillerie. Nachdem Georgia 1886 Alkohol verbot, siedelte Jones nach Louisville, Kentucky, dem damaligen Zentrum der Bourbon-Produktion über. Jones stellte Paul Jones Whiskey und Four Roses her. 1902 schloss Jones sein Unternehmen mit mehreren anderen Brennern zur Frankfort Distillery zusammen, deren Sitz und Destillerie in Frankfort, Kentucky lag. Als 1920 in den Vereinigten Staaten der Alkoholverkauf verboten wurde, hatte die Frankfort Distillery (mit den Marken Old Oscar Pepper, Mattingly and More und Antique) die Lizenz „medizinischen Whiskey“ verkaufen zu dürfen. Zeitweise verkaufte Frankfort Destillery ein Viertel alles des in den USA verkauften Alkohols.
Nachdem 1928 nicht nur der Verkauf von Altbeständen, sondern auch die Herstellung medizinischen Whiskeys erlaubt wurde, kaufte Jones sich bei der Stitzel-Weller Distillery ein, da Frankfort Distillery kein eigenes Destilleriegebäude hatte. In den Jahren nach der Prohibition war Four Roses der bestverkaufte Bourbon der USA. Gleichzeitig begann das kanadische Unternehmen Seagram in den US-amerikanischen Spirituosenmarkt einzukaufen und errichtete direkt nach dem Ende der Prohibition eine Destillerie in Lawrenceburg, Indiana, die heutige MGP Distillery und kauften in den folgenden Jahren noch ein Dutzend kleinerer US-amerikanischer Hersteller auf.
Nach dem Tod von Lawrence Jones 1943 kaufte Seagram Frankfort Distillers, die zu dieser Zeit insgesamt fünf verschiedene Destillerien, darunter Four Roses und Old Prentice, in deren Gebäude heute Four Roses hergestellt wird, besaßen. Zu dieser Zeit stellten die amerikanischen Destillerien Industriealkohol für den Militärbedarf im Zweiten Weltkrieg her. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zentralisierte Seagram seine Produktion in der Destillerie in Indiana und einem von ihnen gekauften Destilleriegebäude in Lawrenceburg, Kentucky – der heutigen Four Roses Distillery. Die Tatsache, dass beide Destillerien in Orten namens Lawrenceburg lagen, sorgte in der gesamten Zeit des Bestehens von Seagram für Verwirrungen und Verwechslungen.
Besonders auf dem europäischen und japanischen Markt war Four Roses Straight Bourbon eine bedeutende Marke. Four Roses war in Europa und Japan nach Jim Beam und Jack Daniel’s die populärste Bourbon-Marke und machte den Whiskey-Stil mit bekannt. In den USA selbst kam Four Roses nur als sehr preiswerter Blended Whiskey auf den Markt und hatte einen relativ schlechten Ruf. Einzig in Kentucky und Indiana, in den Regionen rund um die Seagrams-Distilleries kam der Yellow Label Straight Bourbon in die Geschäfte, um wenigstens den Mitarbeitern der Destillerien dort den Kauf des Straight Bourbons zu ermöglichen.
Nach der Übernahme der Seagram-Gruppe durch Vivendi wurde die Destillerie im Jahr 2002 von einem langjährigen Seagram-Geschäftspartner der japanischen Kirin Brewery Company aufgekauft. Nachdem der Straight Bourbon vierzig Jahre lang nicht in den USA erhältlich war, führte Kirin ihn auch dort wieder ein. Über die Entstehung des Namens gibt es mehrere Versionen wovon die Brennerei besonders eine mit einem romantischen Heiratsantrag für ihr Marketing benutzt. Vermutlich geht der Name aber einfach auf die Familie Rose zurück, die die Destillerie ursprünglich gründete.