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Vor allem örtlich starke Gewitter mit Hagelschlag, aber auch die Schneeschmelze oder längere Regenperioden bewirken, dass ein Bergbach Hochwasser führt und zum Wildbach wird. Wo der Untergrund in steilem Gelände schlecht verfestigt ist, reisst der Wildbach Material mit sich (Steinblöcke, Kies, Sand, Erde) und verfrachtet dies im Bachbett kanalisiert talwärts.
Gelingt es dem Bach, viel Material in Bewegung zu versetzen, verwandelt er sich in einen fliessfähigen Strom aus Wasser, Erde und Gestein. Je grösser der Strom auf seinem Weg talabwärts wird, desto grösser werden die Objekte, die er mitzureissen vermag – zum Beispiel Baumstämme oder tonnenschwere Felsblöcke.
In Graubünden kennt man diesen Strom unter dem Begriff Rüfe; Fachleute nennen ihn Murgang.
Ein langsamer Murgang bewegt sich im Schritttempo; ein schneller Murgang ist bis zu 60 km/h schnell – je nach dem, wie steil sein Bachbett ist und wieviel Material er mit sich führt.
Grundsätzlich bewegt ein Murgang ein vielfaches mehr an Material als ein hochwasserführender Fluss in ebenem Gelände – bei einem grossen Murgang sind mehrere hunderttausend Kubikmeter Material in Bewegung.
Stösst ein Murgang in flacheres Gelände vor, verliert er an Dynamik, und kommt zum Stillstand. Deckt er dabei ein gewisses Gebiet mit Ablagerungen zu, dann nennt man dies Übermurung.
Zum Videoclip: Murgang im «Ritigraben» (Gemeinde Grächen VS, 24. September 1993). Innerhalb von zwei Stunden gehen gleich mehrere solche Murgänge nieder, die insgesamt rund 90’000 Kubikmeter Material (Felsblöcke, Steine, Erde, Baumstämme) zu Tal bringen.
Film Markus Zimmermann, geo7 / PLANAT
Quellen Amt für Wald und Naturgefahren: Faktenblatt «Naturgefahren bedrohen Menschen seit Jahrtausenden», 2009 / Wikipedia
Murgänge (Rüfen) in der Geschichte Graubündens.
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