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Ich kann bestätigen, dass es diese Erklärung in den „Midrashim“, den Auslegungskommentaren im rabbinischen Judentum, gibt. Man muss aber sagen, dass diese Angaben über Farben und über Darstellungen auf den Flaggen Spekulation sind. Natürlich kann man zu dem Segen an die zwölf Söhne Jakobs in 1. Mose 49 einen Zusammenhang herleiten, wo sich besondere Symbole für jeden Stamm finden. Man denke an den Löwen bei Juda oder an den Wolf bei Benjamin. Aber dass diese Symbole auf den Flaggen gestanden hätten, dafür gibt die Heilige Schrift keine Hinweise. Darum müssen wir auch nicht etwas behaupten, was die Schrift nicht sagt. Im rabbinischen Judentum nehmen Spekulationen einen großes Raum ein. Talmud-Kommentare werden unterschieden in „Halacha“, das sind die Auslegungen für die praktische Anwendung der Gesetze. In diesen wird nicht spekuliert, sondern scharfsinnig argumentiert, wobei dann jenachdem über die Schrift hinausgegangen wird, was wieder ein anderes Problem ist. Dann gibt es die „Haggada“ (Erzählung / Märchen, vgl. Titus 1,14), ein Bereich, wo man – nach rabbinischer Auffassung – sehr frei fantasieren darf. Das geschieht dann z.B. auch im Zusammenhang mit Prophetie, und es ist dort leider sehr viel Fantasie im Spiel. Ganz im Gegensatz dazu, und das ist ein wichtiger Unterschied, sollen wir in der Gemeinde keine Fantasie und keine Spekulationen in die Wortverkündigung einbauen (Titus 1,14). Christliche Verkündiger sollen klar und biblisch überzeugt sein, das das, was sie weitergeben wirklich das ist, was der HERR sagen will (1. Petrus 4,11). Wo wir nicht sicher sind, wie die Schrift es meint, sollen wir auch nicht darüber predigen.