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Kein Film für Horrorfans und dennoch ein gelungenes Debüt
„Mama – Die Liebe einer Mutter ist für immer“ ist ein spanisch-kanadischer Horrorfilm, der Anfang April in die Kinos kam. An den amerikanischen Kinokassen erwies er sich als recht erfolreich, die Kritiken sind jedoch durchaus gemischt.
Die beiden Schwestern Victoria und Lilly werden von ihrem Vater zu einer abgelegenen Hütte im Wald gebracht. Nachdem er zwei Geschäftspartner und seine Ex-Frau ermordet hat, plant er nun, auch die beiden Mädchen zu töten. Bevor es jedoch dazu kommt, wird er von einem geisterähnlichen Wesen den Schwestern entrissen und verschwindet unwiderbringlich. Die kommenden fünf Jahre verbringen Victoria und Lilly in der Hütte im Wald und werden von dem eigenartigen Wesen versorgt. Jahre später werden die inzwischen vollkommen verwahrlosten Mädchen schließlich von einer Gruppe Männer aufgefunden, die vom Onkel der Schwestern mit der Suche beauftragt worden sind. Sie werden in die Obhut ihres Onkel Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Jessica Chastain) übergeben. So sowohl die Mädchen, die noch immer ständig nach ihrer „Mama“ verlangen, als auch das Wesen, das nun von Eifersucht getrieben ist, kommen nur schwer mit dieser neuen Situation zurecht.
„Mama“ ist das Spielfilm-Debüt des argentinischen Filmemachers Andres Muschietti. Grundlage für den Horrorstreifen ist ein Kurzfilm Muschiettis aus dem Jahr 2008, dessen Ausstrahlung auf diversen Internetportalen für einiges Aufsehen sorgte. Prominente Unterstützung für die Inszenierung erhielt er vom mexikanischen Regisseur und Produzent Guillermo Del Torro, der bereits Streifen wie Hellboy oder Pans Labyrinth produziert hat.
Auch wenn es sich bei „Mama“ klar um einen Horrorfilm handelt, werden die Fans dieses Genres keine große Freude an dem Erstlingswerk haben. Zwar sind die Schockmomente gut umgesetzt, aber auch vollkommen vorhersehbar und oftmals eher eine Aneinanderreihung Gruselmomenten als eine gute Horrorgeschichte.
Wer dagegen auf eine interessant erzählte Geschichte mit Märchenelementen und einer Portion Grusel steht, für den ist „Mama“ ein gelungener Abendfüller. Vor allem die schauspielerische Leistung der beiden Mädchen ist eine kleine Meisterleistung. Die Visualisierung des Geistes ist leider weniger gelungen und raubt dem Film einiges an Faszination. Die Träume Annabels und die Zeichnungen der Kinder können diesen Makel leider auch nicht ausgleichen.
Sowohl zu Beginn des Filmes, als auch im Schlußteil spielen Elemente eine Rolle, wie sie durchaus in einem grimmschen Märchen auftauchen könnten. Und genau in diesem Punkt liegt die Stärke des Filmes. Ausdrucksstarke Bilder und eine erwärmende Geschichte um das Schicksal zweier Mädchen, die 5 Jahre in der Wildnis auf sich allein angewiesen waren.