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Wertvolle Ressourcen werden seit Urzeiten wiederverwertet. Früher war die Beschaffung von Rohstoffen schwieriger als heute. Wertvolles Material wurde so oft wie möglich recycelt.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung gelangten mehr Menschen zu Wohlstand und verbrauchten mehr Ressourcen. Um diese in den Kreislauf zurückzuführen, wurden ab den 1970er-Jahren Recycling-Organisationen gegründet. Sie kümmern sich um die Sammlung, Entsorgung und Wiederverwertung von Rohstoffen.
Das Recyclingsystem für Getränkeverpackungen in der Schweiz basiert auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung. Seit den 1970er-Jahren werden in der Schweiz Glasflaschen separat gesammelt, Aludosen seit 1989 und PET-Getränkeflaschen seit 1990.
Die Verordnung über Getränkeverpackungen schreibt für Aluminium-, Glas- und PET-Getränkeverpackungen eine Verwertungsquote von mindestens 75 Prozent vor. Wird diese nicht erreicht, kann das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ein Pfand einführen.
Bei Aluminium beträgt die Verwertungsquote 91 Prozent, bei Glas 95 Prozent und bei PET > 82 Prozent (2021).
Aufgrund der guten Ökobilanz, der Unzerbrechlichkeit und des leichten Gewichts sind PET-Getränkeflaschen beliebte Getränkeverpackungen, die unterwegs oft genutzt werden. Dort ist die Sammlung anspruchsvoll, denn viele Konsumentinnen und Konsumenten sind nicht bereit, leere PET-Getränkeflasche weit zu tragen. Wo keine PET-Sammelstellen vorhanden sind, landen PET-Getränkeflaschen eher im Abfall. Im November 2019 hat der Bundesrat festgehalten, dass das separate Recycling von PET-Getränkeflaschen seit Jahren erfolgreich ist.
In die PET-Sammlung gehören nur PET-Getränkeflaschen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob etwas in die PET-Sammlung gehört, stellen Sie sich diese drei Fragen:
Ist es eine Flasche?
Ist die Flasche aus PET?
War sie mit einem Getränk gefüllt?
Wenn Sie alle Fragen mit Ja beantworten können, gehört die Flasche in die PET-Sammlung. Wenn nicht, entsorgen Sie die Verpackung bitte im Abfall oder in der Separatsammlung für Plastikflaschen.
Die EU-Richtline über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt verlangt von den Mitgliedstaaten, dafür zu sorgen, dass per 3. Juli 2024 Getränkeverpackungen, die in den Verkehr gebracht werden, über angebundene Verschlusskappen verfügen (Art. 6 Abs. 1 der EU-Richtlinie 2019/904).
In der Schweiz zeigen Aufräumaktionen wie der Clean-Up-Day, dass nur wenige Deckel in der Natur landen. Nach dem Motto „Luft raus, Deckel drauf!“ werden PET-Getränkeflaschen fast immer samt Deckel in Sammelbehältern deponiert.
Beim Recycling stellen befestigte Deckel kein Problem dar. Zuerst werden PET-Getränkeflaschen von metallischen Verunreinigungen und Etiketten befreit. Dann zerkleinert eine Mühle die PET-Getränkeflaschen zu Flakes (Flocken). Flakes aus Deckeln werden beseitigt, weil sie aus einem anderen Kunststoff bestehen.
Beim Recycling von Aluminium treten keine Qualitätsverluste auf: Aus Aludosen lassen sich neue Aludosen oder andere hochwertige Produkte herstellen. Aus Aluminiumblech und -folien können neue Walzprodukte gefertigt werden.
Glas kann immer wieder eingeschmolzen werden. Aus Altglas wird Neuglas. Das Einschmelzen von Altglas benötigt bis zu 25 Prozent weniger Energie als das Einschmelzen primärer Rohstoffe.
PET-Getränkeflaschen werden zu Rohstoff, der für neue Produkte eingesetzt werden kann. In der Schweiz besteht ein geschlossener PET-Kreislauf, der besonders umweltfreundlich ist.
Glas-Mehrweg- und PET-Einwegflaschen sind aus ökologischer Sicht sinnvoll. Mehrwegflaschen brauchen mehr Energie für den Transport und müssen gereinigt werden. Unabhängig vom Material ist es wichtig, dass leere Gebinde zurückgegeben und recycelt werden.
Eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat 0,5-Liter-Flaschen aus Glas und PET miteinander verglichen. Der Vergleich hat ergeben, dass beide Flaschen bis zu einer Distanz von rund 250 km ähnliche Umweltbelastungen aufweisen. Ab 250 km ist die PET-Getränkeflasche aus Sicht der Ökologie im Vorteil.
Die Trennung nach Farben ist notwendig. Vor allem bei weissem und braunem Glas werden keine Fremdfarben toleriert. Weniger heikel ist grünes Glas. Unklare Farbtöne sowie rote und blaue Farbtöne können zum grünen Glas gegeben werden.
Trinkgläser, Glasschüsseln und gläserne Gratinformen, Spiegel- und Fensterglas sowie Autoscheiben gehören nicht in den Glascontainer, sondern in die Bauschuttmulde. Sie haben eine andere Zusammensetzung als Verpackungsglas.
Konsumentinnen und Konsumenten legen Wert auf umweltfreundliche Verpackungen. PET erfüllt dieses Bedürfnis, denn es ist zu 100 Prozent recyclebar. Werden neue Produkte aus recyceltem PET hergestellt, kann die Hälfte der Energie gespart werden.
Über 80 Prozent der in Umlauf gebrachten PET-Getränkeflaschen werden gesammelt und wiederverwertet. Ein Ausbau der Sammelstellen und Kampagnen tragen dazu bei, dass die Rücklaufquote weiter steigt.
PET (Polyethylenterephtalat) und PE (Polyethylen) zählen zu den wichtigsten Kunstoffen der Verpackungsindustrie. Obwohl beide aus Erdöl oder Erdgas und zum Teil aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden, sind sie unterschiedlich aufgebaut und können deshalb nicht zusammen recycelt werden.
PET ist ein Kunststoff, der zur Familie der Polyester gehört und aus Erdöl, Erdgas oder pflanzlichen Rohstoffen besteht. Er wird insbesondere für die Herstellung von Getränkeflaschen verwendet.
PE zählt zur Familie der Polyolefine. Ungefärbtes PE ist trüb und wird bei Temperaturen über 80 Grad weich.
Biokunststoffe bestehen teilweise oder ganz aus nachwachsenden Rohstoffen. Ihre biologische Abbau- und Kompostierbarkeit ist nur unter kontrollierten Bedingungen möglich. Ein Beispiel für Biokunststoffe ist PLA (Polylactide / Polymilchsäure).
In der Schweiz werden PET-Getränkeflaschen zu lebensmitteltauglichem Recycling-PET (R-PET) verarbeitet. Der durchschnittliche R-PET-Anteil liegt bei über 50 Prozent.
Leider ist es nicht möglich, eine R-PET-Quote von 100 Prozent zu erreichen. Dazu müssten 100 Prozent der PET-Getränkeflachen gesammelt werden. Zudem dürften diese PET-Getränkeflaschen keine Fremdstoffe enthalten. Auch wenn man dies erreichen würde, gäbe es immer noch Verluste im Recyclingprozess.
Das Ziel von PET-Recycling Schweiz bleibt es, das Maximum an PET zurückzugewinnen. Voraussetzung dafür ist eine höhere Sammelquote.
Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoffpartikel mit einem Durchmesser von weniger als fünf Millimetern. Mikroplastik wurde in Gewässern, Böden, in der Luft und in Nahrungsmitteln nachgewiesen. Mehrere Studien haben versucht, die Herkunft von Mikroplastik zu klären.
Auch PET-Getränkeflaschen wurden als Ursache von Mikroplastik verdächtigt. In einer von der ETH Lausanne durchgeführten Untersuchung zu Mikroplastik in Schweizer Gewässern wurde festgehalten, dass kein Mikroplastik gefunden werden konnte, das von PET-Getränkeflaschen stammt.
Das Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheit und Energietechnik UMSICHT hat sich in einer Studie von 2018 mit den Ursachen, Mengen und Auswirkungen von Mikroplastik befasst. Die mit Abstand grösste Quelle von Mikroplastik ist Reifenabrieb (1’228.5 Gramm pro Person und Jahr). Darauf folgen die Freisetzung bei der Abfallentsorgung (302.8 Gramm) und der Abrieb von Bitumen, das im Asphalt enthalten ist (228.0 Gramm).
Eine Studie zur Ökobilanz von Getränkeverpackungen im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat bestätigt, dass die heutigen Sammlungs- und Verwertungssysteme ökologisch sinnvoll sind.
Ein Pflichtpfand auf Getränkeverpackungen wird immer wieder als Massnahme gegen Littering genannt. Die Fakten belegen jedoch, dass ein Pfand auf Getränkeverpackungen das Littering-Problem nicht löst.
Von gegenwärtig über 100’000 öffentlichen Sammelstellen würden nur 7’000 übrigbleiben. Eine einfache und bequeme Rückgabe, wie wir sie uns gewohnt sind, wäre so nicht mehr möglich. Die damit verbundenen Einschränkungen würden sich negativ auf die Recyclingquote auswirken.
87 Prozent des Litterings betreffen nicht Getränkeverpackungen, sondern Take-away-Verpackungen, Gratiszeitungen, Karton, Papier usw.
Die Recyclingorganisationen PET-Recycling Schweiz, IGORA und Vetroswiss gründeten 2007 die IG saubere Umwelt (IGSU). Gemeinsam mit Schweizer Unternehmen engagieren sie sich gegen Littering, ohne Verursacher zu sein. Die IGSU verfolgt das Ziel, die Bevölkerung für Littering zu sensibilisieren und den korrekten Umgang mit Abfall und Wertstoffen zu fördern.
Unabhängig davon engagieren sich viele Unternehmen auf unterschiedliche Art und Weise gegen Littering: Sie optimieren Verpackungen, stellen Recyclingbehälter auf und arbeiten mit der Öffentlichkeit zusammen.
PET-Getränkeflaschen können Acetaldehyd oder Antimon abgeben. Die Stoffe sind in extrem geringen Mengen vorhanden, die nicht gesundheitsgefährdend sind.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) legt für bestimmte Stoffe Grenzwerte fest, die nicht überschritten werden dürfen. PET-Getränkeflaschen erreichen diese Grenzwerte bei Weitem nicht. Im Vergleich zu PET-Getränkeflaschen lösen sich bei anderen Lebensmittelverpackungen viel mehr Stoffe ab. Trotzdem sind die darin verpackten Lebensmittel längst nicht gesundheitsgefährdend.
Kunststoffe erhalten durch Zusätze wie Weichmacher besondere Gebrauchseigenschaften. Weichmacher machen beispielsweise PVC dehnbar. PET enthält aber keine Weichmacher. Für die Herstellung von PET-Getränkeflaschen wird ein möglichst dichtes, stabiles Material benötigt, damit sich dünne und leichte Flaschen herstellen lassen.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Studie in Auftrag gegeben, um Mineralwässer auf hormonaktive Substanzen zu untersuchen. Zwischen Mineralwässern in PET- und Glasflaschen sowie zwischen Wässern mit oder ohne Kohlensäure konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Die östrogenen Aktivitäten in den Schweizer Mineralwässern stellen kein gesundheitliches Risiko dar.
Bisphenol A gehört zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich (östrogen) wirken können. In PET-Getränkeflaschen ist Bisphenol A nicht enthalten.
Bis in die 1980er-Jahre waren Mehrwegflaschen aus Glas beliebt. Mit der zunehmenden Mobilität stieg die Nachfrage nach leichten und bruchsichereren Flaschen. Einweggebinde aus PET und Aluminium traten an die Stelle von Glasflaschen.
In der Folge engagierten sich Getränkeindustrie und Handel für den Aufbau eines leistungsfähigen Recyclingsystems für Glas, Aluminium und PET. VetroSwiss, IGORA und PET-Recycling Schweiz wurden gegründet.
Diverse Medien haben berichtet, dass Kühe gestorben seien, weil sie Teile von Aludosen mit der Nahrung aufgenommen haben. Tierärzte sehen das Problem nicht bei Aludosen, sondern bei Nägeln und Drähten, die in die Bauchhöhle stechen:
«Aluminiumteile sind zu weich, als dass sie im Kuhmagen Schaden anrichten könnten. Sie können die Magenwand nicht perforieren und werden somit in den Vormägen der Kuh verdrückt.» (Adrian Steiner, Leiter Nutztierklinik am Departement für klinische Veterinärmedizin der Universität Bern, im «Schweizer Bauer» vom 12. März 2016)
Selbstverständlich sind Aludosen korrekt zu entsorgen.
Dem ist nicht so. Eine Arbeitsgruppe des «International Programme on Chemical Safety» unter der Führung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) lieferte 1997 einen umfassenden Bericht dazu.
Laut diesem Bericht gibt es keinen Beweis, dass Aluminium die Alzheimer-Krankheit verursacht. Mehrere nationale und internationale Fachgremien sowie Gesundheitsbehörden haben dies seither bestätigt.