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Geburtsstillstand - Ist das Becken zu eng?
Auch die werdende Mutter kann durch körperliche Besonderheiten Komplikationen unter der Geburt verursachen. Dadurch kann es eventuell zu einem Geburtsstillstand kommen. Die Geburt muss dann wie bei der geburtswidrigen Kindslage eingeleitet bzw. ein geburtshilflicher Eingriff vorgenommen werden (Saugglocke, Zangengeburt, Kaiserschnitt).
Geburtshindernisse sind zum Beispiel:
- Enges oder verformtes knöchernes Becken oder relatives Missverhältnis: Wenn die Grösse des Kopfes Ihres Babys und Ihre Beckenform nicht übereinstimmen (zum Beispiel wenn Ihr Becken zu klein für den Kopf Ihres Babys ist), nennt man das „relatives Missverhältnis“. Ursache können z.B. ein früherer Beckenbruch oder ein gestörtes Knochenwachstum durch eine Erkrankung im Kindesalter sein. In seltenen Fällen sind schmale Beckenknochen auch genetisch bedingt. Die meisten Mütter, bei denen sich während der Wehen herausstellt, dass ein relatives Missverhältnis vorliegt, haben allerdings ein durchaus normal grosses Becken und ein normal grosses Baby. Es ist dann nur so, dass ein ungünstiges Verhältnis zwischen der Grösse des Beckens und der des Babys besteht. Das kann den Durchtritt durch den Geburtskanal behindern und zudem die Versorgung des Babys gefährden. In solchen Fällen kann ein Kaiserschnitt notwendig werden, da eine normale Entbindung gefährlich oder gar unmöglich wäre. Wenn sich das Baby schon weit genug unten im Geburtskanal befindet, sich aber nicht mehr weiter bewegt, können Zange oder Saugglocke eingesetzt werden. Saugglocke oder Zange werden eventuell auch dann verwendet, wenn der Kopf des Babys mitten im Becken stecken bleibt. Ein erfahrener Geburtshelfer kann den Kopf damit so drehen, dass die Geburt doch noch möglich wird. Alternativ wird ein Kaiserschnitt vorgenommen.
- Ein Beckentumor oder eine Zyste in den Eierstöcken.
- Probleme mit der Gebärmutter, dem Muttermund oder der Scheide.
Newsticker
Geburtsfreudiges Becken | 20.06.2016
Frauen sind in der Körpermitte breiter gebaut als Männer, weil ihr Becken bei der Geburt genug Platz für den Durchtritt des Köpfchens bieten muss. Zu diesem Zweck verbreitert sich das Becken bei Mädchen ab der Pubertät und erreicht im Alter von etwa 25–30 Jahren seine grösste Weite. Ab ca. 40 Jahren verengt es sich wieder. Beim Mann verändert das Becken über das gesamte Leben kaum. Diese erstaunlichen Resultate einer Studie der Universität Zürich legen den Schluss nahe, dass die Hormone in der Pubertät und der Menopause diese Formunterschiede bewirken. Der hohe Östrogenspiegel garantiert nicht nur eine hohe Fruchtbarkeit, sondern optimiert während dieser Zeit auch das Becken für die Geburt. Enger wird es dann wieder im Alter, weil dies beim aufrechten Gang den Beckenboden stabilisiert.
Letzte Aktualisierung : 07-05-16, BH