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Swisscom Mobile mit BWA-Lizenz (WiMAX)7. Juni 2006 um 16:03
Nur Swisscom Mobile hat ein Gebot eingereicht. Andere Bewerber zogen sich zurück.
Nur Swisscom Mobile hat ein Gebot eingereicht. Andere Bewerber zogen sich zurück.
Swisscom Mobile hat eine der drei Konzessionen für drahtlosen Breitbandanschluss (BWA) "ersteigert". Um eine richtige Versteigerung handelte es sich allerdings nicht, denn kein anderes Unternehmen wollte ein Gebot einreichen. Zwar waren neben Swisscom Mobile auch die Telekommunikationsanbieter Deutsche Breitbanddienste GmbH, Orascom Telecom Holding S.A.E., Swissphone Invest Holding AG und TDC Switzerland AG (Sunrise) für eine BWA-Auktion angemeldet, die restlichen vier entschieden sich aber gegen ein Gebot.
BWA steht für Broadband Wireless Access. Damit sind verschiedene drahtlose Breitband-Übertragungstechnologien gemeint wie WLL (Wireless Local Loop), FBWA (Fixed Broadband Wireless Access) oder WiMAX (Worldwide Interoperability For Microwave Access). Für Provider am interessantesten ist WiMAX. Mit dieser Technologie ist eine theoretische Reichweite von 50 Kilometern bei einer Übertragungsgeschwindigkeit von 70 bis 100 Mbit/s möglich.
Bis zum 6. Juni konnten dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) Gebote für eine BWA-Konzession eingereicht werden. Es war vorgesehen, eine sogenannte "Sealed-Bid-Auktion" durchzuführen, bei der jeder Bieter ein einziges, verdecktes Gebot abgibt, das die anderen Bieter nicht sehen. Da aber letztlich nur Swisscom Mobile ein Gebot eingereicht hat, wurde darauf verzichtet. Das Szenario einer ungenügenden Anzahl Bewerber war bereits in den Ausschreibungsunterlagen berücksichtigt worden. Daraus erfolgt nun, dass Swisscom Mobile die BWA-Konzession zum Preis des Mindestgebotes erhält. Das Unternehmen erhält eine "grosse" Konzession (2 x 21 MHz) für 6,1 Millionen Franken.
"Nischenangebot"
Im Frühjahr 2005 sei aufgrund einer öffentlichen Konsultation noch ein grosses Interesse an BWA-Konzessionen festgestellt worden, schreibt die ComCom. ComCom-Präsident Marc Furrer meint gegenüber inside-it.ch: "Es ist eben immer einfacher, interessiert zu sein, wenn es nichts kostet als wenn man plötzlich mit Kosten in Millionenhöhe konfrontiert ist." Und damit meine er nicht die Kosten für die Lizenz, sagte Furrer.
Gründe für den Rückzug von Telekom-Unternehmen seien der ComCom nur teilweise bekannt. Zum Teil hätten sie mit der finanziellen Situation zu tun, zum anderen seien einige noch einmal über die Bücher gegangen und hätten realisiert, dass "sich die Sache angesichts der Infrastrukturkosten und der mittlerweile recht zahlreichen Mobilnetze doch nicht rechnet."
Gemäss Sunrise-Sprecherin Sevgi Gezici wurde ein Einsatz von WiMAX "in gewissen Nischenbereichen" erwogen, letztendlich aber verworfen. "Das Mindestgebot und die Versorgungsauflagen hätten keinen wirtschaftlichen Einsatz von WiMAX als ergänzende Nischentechnologie erlaubt", so Gezici. Sunrise habe sich zur Auktion angemeldet, bevor die Bedingungen im Detail bekannt waren. Die Anmeldung erfolgte im Hinblick auf ein mögliches Nischenangebot. Von den drei restlichen Unternehmen war heute niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Freie Frequenzen
Was mit den verbleibenden Frequenzen geschehen wird, hat die ComCom noch nicht entschieden. Diese könnten bei Bedarf neu verteilt werden. "Im Moment ist dieser Bedarf ja nicht vorhanden", so Furrer. Die ComCom werde sich generell Gedanken darüber machen, wie sie das Frequenzspektrum in den nächsten Jahren für Mobildienste nutzen wolle.
Nicht teilnehmen an der Auktion konnten Unternehmen, die bereits eine Konzession im entsprechenden Frequenzbereich besitzen. So besitzt Priority Wireless seit fünf Jahren eine WLL-Lizenz. Priority Wireless gehört zur Liberty-Gruppe, die Ende September 2005 Cablecom übernommen hat. Cablecom ist seit längerer Zeit im Besitz einer WiMAX-Versuchskonzession. Das Unternehmen prüfe "sicher" die Option, WiMAX-Dienste anzubieten, sagt Cablecom-Sprecherin Ariuscha Davatz gegenüber inside-it.ch. Im konzessionierten Bereich können nur Swisscom Mobile und Cablecom WiMAX-Dienste anbieten.
Die Konzession für Swisscom Mobile wird voraussichtlich im August 2006 erteilt und ist zehn Jahre gültig. Bis spätestens am 31. Dezember 2007 soll ein kommerzieller Betrieb aufgenommen werden. Bis Ende 2009 sollen mindestens 120 Sende- und Empfangseinheiten betrieben werden. (Maurizio Minetti)
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