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Die altägyptische Kultur hinterlässt ein äusserst reichhaltiges Korpus an funerären Texten, von denen das Totenbuch vielleicht das bekannteste Beispiel ist. In der ptolemäischen Periode (332-30 v. Chr.) entstanden neue Zusammenstellungen mit unterschiedlichen Inhalten und Formaten, die dieses berühmte Kompendium nach und nach verdrängten. Das Projekt schlägt eine gründliche Untersuchung dieses Phänomens vor, indem es eine eingehende Untersuchung und kontextualisierte Kenntnis dieser aufkommenden Literatur als Nachfolgerin einer uralten Praxis und Teil einer neu formulierten Tradition bietet.
Durch die Untersuchung der vorhandenen Kopien, will das Projekt die Entwicklung der neu entstehenden Zusammenstellungen und die Überlieferung dieser Texte analysieren, damit wir sie durch den Begriff der (re)produktiven Tradition verstehen. Die Forschung wird sich auf die Ideen oder Prinzipien konzentrieren, die die langen und gekürzten Versionen ein und derselben Komposition und die Entwicklung abgeleiteter oder zusammengesetzter Dokumente bestimmen, indem sie versucht, die Prozesse der De-formalisierung und Re-formalisierung der Textualität zu erklären.
Obwohl ihre genaue Herkunft oft unbekannt bleibt, sollen diese neuen Zeugnisse aus Theben stammen. Dies regt uns dazu an, die besondere Rolle dieser Region zu betrachten, deren archäologische und religiöse Besonderheiten das Projekt nutzen will, um diese Dokumentation in die lokalen Bestattungspraktiken einzubinden und den Einfluss benachbarter Kulte zu berücksichtigen.
Die Forschung wird sich auch auf die Begünstigten dieser Kompositionen konzentrieren, entweder als Einzelpersonen oder als Gruppen, um die soziokulturellen Faktoren hervorzuheben, die das Entstehen und die Entwicklung dieser Literatur begünstigten. Diese Arbeit wird daher die entstehenden Grabkompositionen wieder in den Mittelpunkt des Interesses der Lebenden und der soziokulturellen Veränderungen stellen, die die thebanische Region während der ptolemäischen und römischen Zeit prägten.
Das Projekt kombiniert funeräre, dokumentarische und archäologische Quellen, entwickelt Instrumente für die philologische und linguistische Analyse und wendet spezifische Methoden der Archäologie, Ikonographie und Prosopographie an, um diese schriftliche Tradition zu kontextualisieren. Das Projekt integriert daher die thebanische Totenliteratur und -praxis auf interdisziplinäre Weise in die Geschichte des nunmehr multikulturellen griechisch-römischen Ägyptens und leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Geschichte der Religionen, sondern auch zum interkulturellen Dialog.
Projektleiterin
Ziele des Projektes
Das Projekt verfolgt verschiedene wissenschaftliche Hauptziele:
- Erstellung eines umfassenden und detaillierten Inventars der verschiedenen Manuskripte, die aufkommende Zusammenstellungen aus griechisch-römischer Zeit reproduzieren.
- Aufbau einer Datenbank, die zur Durchführung des Projekts beiträgt und der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt wird.
- Neue Dokumente identifizieren und noch unveröffentlichte Manuskripte veröffentlichen, um die Dokumentation zu vervollständigen.
- Einbettung dieser Textproduktionen in die thebanische archäologische Landschaft durch die Untersuchung des lokalen Grabmaterials mithilfe archäologischer und historiografischer Ansätze
- Untersuchung der Identität und Funktionen der Begünstigten und ihrer Familie.
- Analyse der neu entstehenden Grabbeigaben anhand ihrer Exemplare und Nachverfolgung ihrer Entwicklung durch einen transtextuellen Ansatz.
- Berücksichtigung der Ikonografie und Vergleich zwischen Manuskripten und Grabbeigaben.
- Die Wechselwirkungen zwischen den Veränderungen in der griechisch-römischen Bestattungsliteratur und den Bestattungs- und Ritualpraktiken in der thebanischen Region zu berücksichtigen.
- Untersuchung der soziokulturellen Umstände, die das Entstehen und die Entwicklung neuer funerären Zusammenstellungen in Theben begleiteten, während sie allmählich die tief verwurzelte Tradition des Totenbuchs ersetzten, und der Rolle dieser Kreationen in einer nunmehr multikulturellen Gesellschaft.
Weitere Neuigkeiten über das Projekt Beyond the Text finden Sie auf der Website des Projekts unter folgender Adresse: beyondthetext.ch.
Team
Kooperationspartner/innen
Es haben sich fruchtbare Kooperationen mit zahlreichen Museen etabliert. Einige davon haben sogar zu Publikationsprojekten geführt. Allen sei an dieser Stelle für ihren wertvollen Beitrag zum Projekt gedankt.
Finanzierung
Das PRIMA Projekt Beyond the Text wird vom Schweizerischem National Fonds (SNF) finanziert. Die Universität Basel unterstützt das Projekt durch ihre Infrastruktur und Logistik.
Wir freuen uns, diesen Institutionen unsere Dankbarkeit ausdrücken zu können.
Kontakt
Projektleitung
Sekretariat
Das Sekretariat ist vormittags von 9:00 bis 12:00 Uhr sowie Montag, Donnerstag und Freitag auch nachmittags von 14:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.
Telefon: +41 61 267 30 60
Fax: +41 61 267 23 41
Mail: <email-pii>
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Bildnachweis
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BM EA 10115 © The Trustees of the British Museum, https://www.britishmuseum.org/collection/object/Y_EA10115
BM EA 10191 © The Trustees of the British Museum, https://www.britishmuseum.org/collection/object/Y_EA10191
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Louvre N 3284 © 2018 Musée du Louvre / Hervé Lewandowski, https://collections.louvre.fr/ark:/53355/cl010003282
Louvre N 3284 © 2018 Musée du Louvre / Hervé Lewandowski, https://collections.louvre.fr/ark:/53355/cl010003282
Louvre N 3126 © 2018 Musée du Louvre / Antiquités égyptiennes, https://collections.louvre.fr/ark:/53355/cl010448701
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