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Julia Feiner-Wiederkehr war Kunsthandwerkerin und Lehrerin an der Basler Frauenarbeitsschule. Sie war bekannt für ihre Scherenschnitte. Sie entwarf 1933 die Riehener Tracht.
Tochter des Jakob Wiederkehr (Techniker) aus Neuhausen (SH) und der Julianna, geborene Brodbek aus Buchthalen (SH). Heirat 1929 mit Johann Emil Feiner (Lehrer) aus Basel. Zwei Töchter, drei Söhne.
Julia Wiederkehr wurde am 23. Oktober 1901 in Schlieren (ZH) geboren und wuchs in der Gemeinde Höngg bei Zürich auf. Speziell verbunden fühlte sie sich mit dem Kanton Schaffhausen, der ursprünglichen Heimat ihrer Eltern, wo sie als Kind viel Zeit bei ihren Grosseltern verbrachte.
Nach der obligatorischen Schulzeit besuchte sie zuerst die Handelsschule und später die Textilklasse der Kunstgewerbeschule in Zürich. Mit ungefähr 20 Jahren schloss sie die dreieinhalbjährige Ausbildung ab. Ab 1921 unterrichtete Wiederkehr Ornamentzeichnen und Bundsticken an der Frauenarbeitsschule Basel. 1926 gewährte ihr die Schulleitung einen einjährigen Weiterbildungsurlaub, in dem sie die Landwebschule Sätergläntan im schwedischen Insjön besuchte. Nach ihrer Rückkehr führte sie ihre Arbeit als Lehrerin an der Frauenarbeitsschule fort.
Am 4. Oktober 1929 heiratete sie den Basler Lehrer Johann Emil Feiner. Ein Jahr später zog das Ehepaar nach Riehen, zuerst in ein kleines Waldhäuschen am Wenkenberg, 1931 dann in ihr neu gebautes Haus Zur Steinbreche (Steinbrecheweg 15), das Feiner-Wiederkehr grösstenteils selbst geplant hatte. 1933 entwarf Feiner-Wiederkehr auf Anregung von Ernst Laur, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, aus handgewebten Stoffen eine neue Tracht für Riehen und Bettingen. Zudem gründete das Ehepaar Feiner-Wiederkehr die Volkstanzgruppe Riehen.
Bekannt ist Feiner-Wiederkehr für ihre Scherenschnitte, in denen sie sich mit den Jahreszeiten, Märchen oder Szenen des bäuerlichen Lebens auseinandersetzte. Diese gelten als künstlerisch ambitionierte Schweizer Volkskunst. Sie waren unter anderem in Ausstellungen von Pro Helvetia in New York und Paris zu sehen.
Feiner-Wiederkehrs Interesse galt dem volkstümlichen Kunsthandwerk. Sie bemalte Keramik und Möbelstücke, webte und bestickte Textilien und entwarf Trachten. Zudem gestaltete sie Schulhefteinbände, die vom Abstinenten-Lehrerverein in millionenfacher Auflage gedruckt wurden und in der ganzen Schweiz Verwendung fanden.
Die Gemeinde Riehen verlieh Feiner-Wiederkehr 1982 für ihr künstlerisches Werk den Kulturpreis.
Julia Feiner-Wiederkehr starb am 23. Februar 1991 in Riehen.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 4.1.2023
Feiner-Wiederkehr, Julia (1977–): PA 1126 B 15.
Sammlung biographischer Zeitungsausschnitte: 4 Zeitungsartikel.
Seiler, Lukrezia: Die Entstehung der Riehener Tracht. In: Jahrbuch z’Rieche 1987. S. 124–131.
Seiler, Lukrezia: Gestaltetes Leben. Zum 70. Geburtstag von Julia Feiner-Wiederkehr. In: Jahrbuch z’Rieche 1971. S. 60–71.
Feiner-Wiederkehr, Emil: Lebensbild der Julia Feiner-Wiederkehr. Riehen 1981.