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Der Ausbruch des Faverges-Sees Ende Juli 2018 war kürzer und dadurch wesentlich intensiver als in früheren Jahren. Im Talboden führte das Hochwasser zu Schäden an Gebäuden und Verkehrswegen. Naturgefahrenexperten rechnen damit, dass ein neuerlicher Ausbruch des Gletschersees von vergleichbarer Intensität sein könnte. Um künftige Hochwasserschäden zu vermeiden, hat die Einwohnergemeinde Lenk deshalb verschiedene Schutzmassnahmen getroffen.
Bereits im Herbst 2018 wurden bei den Simmenfällen umfangreiche Sicherheitsholzerei-Arbeiten eingeleitet. Als Sofortmassnahme wurden im Gebiet zwischen Rezliberg und Zälgli 1500 Kubikmeter Holz aus dem Gerinnebereich der Simme entfernt.
Ebenfalls im Herbst 2018 wurde im Gebiet Rezliberg die beim Gletschersee-Ausbruch beschädigte Simme-Schwappsperre durch eine sogenannte MEL-Schwelle ersetzt (MEL = Minimum Energy Loss). Die gewählte Form erzeugt eine Strömungskonzentration in der Bachmitte, wobei die Ufer durch langsam drehende Gegenwirbel entlastet werden.
Im April 2019 begannen auf dem Plaine-Morte-Gletscher die Arbeiten für den Bau eines 1,3 km langen Eiskanals. Mit diesem soll eine bis zu 13 Meter hohe Eisbarriere überwunden werden, so dass das Wasser aus dem Faverges-See in eine weiter westlich liegende Gletschermühle abgeleitet werden kann. Die Massnahme bezweckt, das Seevolumen zu reduzieren, indem der Überlauf gesenkt wird. Auf diese Weise soll ein schlagartiger Seeausbruch wie 2018 verhindert werden.