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Hörstörungen
Die Pädaudiologie beschäftigt sich mit Hörstörungen im Kindesalter. In dieser Spezialsprechstunde werden Kinder von Geburt an bis zum Alter von circa 16 Jahren behandelt, geistig behinderte Menschen auch in höherem Alter.
Hören ist für Kinder besonders wichtig, da sie nur durch das Hören Sprache und Sprechen erlernen können. Daher sollte jedes Kind nach der Geburt im Neugeborenen-Hörscreening auf seine Hörfähigkeit hin untersucht werden. Es kann aber auch im weiteren Leben zur Hörminderung kommen. Einem Verdacht auf eine Höreinschränkung sollte immer nachgegangen werden.
Hörstörungen im Kindesalter können von Geburt an untersucht werden. Neben Untersuchungen bei denen die Kinder mitarbeiten müssen (subjektive Hörtests: Tonaudiogramm, Sprachaudiogramm) setzten wir auch solche ein, die ohne Mitarbeit Aussagen über das Hörvermögen erlauben (objektive Hörtests: Impedanzmessung, Messung der otoakustischen Emissionen, Bera, ASSR). Wir passen die dabei angewendeten Hörtests der vermuteten Ursache der Hörstörung und den Fähigkeiten des jeweiligen Kindes an.
Hörstörungen bei Kindern können die Schallübertragung, Schallempfindung, sowie die Schallverarbeitungen betreffen und vorübergehend oder dauerhaft sein. Von der Ursache hängt auch ab, welche Behandlung wir vorschlagen. Die häufigste Ursache für eine Hörstörung im Kindesalter ist eine Infektion des Mittelohres. Dabei muss es nicht notwendiger Weise zu ausgeprägten Schmerzen oder Fieber kommen.
Folgende Kinder sind besonders gefährdet für Hörstörungen durch Mittelohrprobleme:
- Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
- Kinder mit Down-Syndrom
- Kinder mit Hypotoniesyndromen
- Kinder, die schon im ersten Lebensjahr an einer Mittelohrentzündung erkrankt waren.
Folgende Kinder sind besonders gefährdet für Hörstörungen des Innenohres:
- Kinder aus Familien in denen andere Mitglieder an Hörstörungen erkrankt sind
- nach einer Infektion der Mutter in der Schwangerschaft
- nach Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen
- nach einer Hirnhautentzündung
- nach Kopfverletzungen
- nach Einnahme von bestimmten (ototoxischen) Medikamenten.
Nach den oben angeführten Untersuchungen behandeln wir mit Medikamenten, Operationen, Hörgeräten oder Cochlear-Implantationen. Die Entscheidung darüber welche Behandlung eingeleitet wird, machen wir im Kindesalter auch von der Sprachentwicklung abhängig. Sie wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen behandelnden Ärzten und Einrichtungen getroffen.