Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03626.jsonl.gz/841

„Das langweilt mich.“ wird bei uns in Franken/Oberpfalz im Sinne von „das nervt“ verwendet. mir war nicht klar dass das außerhalb dieses Raumes wohl nicht in dieser Form eingesetzt wird und „das langweilt mich“ wörtlich interpretiert wird.
@ryan_harg jupp, ich bin um ou ua äia Teil. richtung regensburg ein paar km weiter ist der äia laut nicht mehr geläufig. die sagen Bier statt Bäia - schwierig ihn zu schreiben, wenn du das mal gehört hast weißt du was ich meine. Die Nürnberger sagen zu Leuten aus meiner Gegend Moosbüffel. Das ist im Talkessel aus dem ich stamme auch sprachlich eine Insel. Im Urlaub kann ich mich wenn wir auf andere Almans treffen so unterhalten dass niemand was versteht.
@ryan_harg@esopriester
Was ich als jemand, der im südlichen deutschen Sprachraum sozialisiert bin erst sehr spät gelernt habe:
Worte die auf “ig” enden werden in Norddeutschland hinten mit “ich” ausgesprochen. Also ich sage “der König ist fertig“, Norddeutsche sagen “der Könich is fertich“.
@ryan_harg@esopriester Mein Lieblingswitz als am Bodensee aufgewachsener der in Berlin lebt (hoffe der geht in geschriebener Form): Schweizer spricht einen Berliner im Zug von Basel nach Freiburg an: "Sind sie z' Basel gsi? (Berliner schaut fragend…) Die Freiburgerin freundlich: "Ähr moint gwäh!"
@wolf Ich hab so was hier live erlebt. Freund aus der Lüneburger Heide schaut sehr verständnislos, als ein anderer Freund in breitem Pfälzisch spricht. Es geht um Hausbau, Umbau, Technik, viele komplizierte Sachen, langer Redefluss. Er bemerkt den verständnislosen Blick, hält inne, überlegt kurz, sagt dann: "Wääsch, än Räche, des isch ä Häckl."*
@wolf Doch, ich möchte gerne begreifen - wie ich schon sagt, Etymoloige interessiert mich sehr und woher denn nun diese Aussprache des "ch" als "sch" kommt würde mich interessieren...
Das "ü" ist aber im Schweizerdeutsch gebräuchlich. In gewissen Dialikten ist es auch "i" - im Berner Oberland oder im Wallis sind die Leute "die Lit" Im Schweizer Hochdeutsch ist es immer noch "eu". @esopriester@ryan_harg
@Schnurrfrequenz Ich könnte da ewig weitere lokale Spezialitäten sammeln: Manchmal macht auch nur die Betonung den Unterschied. Z.B. "Tunnel" auf u oder e. oder in meiner Wiener Studienzeit hab ich das Wort Linoleum nochmal neu kennengelernt: nämlich auf der 3. Silbe. Leider inkonsequent, denn Petroleum sprechen auch Österreicher so aus wie ich es von D kenne ;-) @PorcusDivinus@esopriester@ryan_harg@Hiker
@wolf Das ist klar - die Unterschiede sind gewaltig gross - lokale Eigenheiten gibts unendlich viele - auch das macht Sprache so lebendig. Schade nur, dass diese Eigenheiten - wie es mich dünkt - immer weniger gebraucht werden und die Sprache "verflacht" - und dazu verändert der Einfluss von Englisch vieles verändert - nicht nur zum Positiven. @esopriester@ryan_harg@PorcusDivinus@Schnurrfrequenz
@wolf Ich habe doch gerade erst die Tage hier gelesen, dass die Aussprache "-ich" auf ein geschriebenes "-ig" (wie König, ruhig, etc.) korrekt ist und keinesfalls eine Abwandlung ist. @esopriester@ryan_harg
Ich liebe Dialekte und Sprachen, aber je älter ich werde, desto mehr fällt mir auch das Trennende daran auf. Früher habe ich es nur als spannend + positiv wahrgenommen. Regionales zu erhalten, es aber gleichzeitig als Teil einer Gesamtheit zu betrachten 🌎, die von gegenseitigem Verständnis (auch wörtlich) geprägt ist - könnte die Welt gebrauchen.
@Schnurrfrequenz Das schliesst einander doch nicht aus? Ich finde - auch wenn ich schon alt bin - Dialekte und Sprachen sehr interessant und das Entdecken ist noch lange nicht zu Ende. Sollen wir denn nun einfach ALLE Englisch reden, damit die Gemeinschaft stimmt? Ne, nicht wirklich, oder? @esopriester@ryan_harg@PorcusDivinus@wolf
@Hiker@esopriester@Schnurrfrequenz Natürlich nicht, aber ich kann das mit dem Auscschließen sehr gut nachvollziehen. Allein das “vereinnahmende” Gefühl, “fremde” Dialekte zu sprechen fühlt sich für mich manchmal schwierig an (je länger ich Dialekt näher kennengelernt habe, desto leichter fällts natürlich).
Global betrachtet hätte eine (1) zusätzliche (!) Weltsprache -neben "Händen und Füßen" - sicher vieles vereinfacht und auch ein anderes Gefühl von "Wir sind eine Welt" schon ab Kindertagen vermittelt. Es gab schon viele Initiativen dazu.
@Hiker@esopriester Ich Habe das tatsächlich manchmal; warum auch immer. Ich habe beim Sprechen von Dialekten als nicht “Eingebohrener” manchmal das Gefühl, den Leuten damit nicht gerecht zu werden, weil ich (NATÜRLICH) den Zungenschlag ja niemals “richtig” auszusprechen vermag. Ich glaube das hat mit diesem von @Schnurrfrequenz angesprochenen “Trennenden” zu tun. Das wirkt trendend in beiden Richtungen,;kann esjedenfalls.
@Hiker@esopriester@Schnurrfrequenz ich perönlich habe keinen eigenen Dialekt (habe mehrere Heimaten gehabt, weo ich diese Dialekte aber ins Herz schloss). In bestimmten KOntexten und mit bestimmten Menschen spreche ich aber den schon ganz gerne. Da entsteht das Gefühl manchmal, manchmal nicht.
@wolf@Hiker Das finde ich auch, Dialekte und ihre Herkunft sind auch etwas wo mich immer wieder Interessiert.
Glücklicherweise haben wir Dank dem Einsatz von Interessierten Menschen nun ein Idiotikon der Schweizer Idiome. Ich Schaue da immer wieder gerne rein.Gerade weil ich an verschiedenen Sprachgrenzen Wohne, die durch teils Jahrhunderte lange Politische Zugehörigkeiten/ Allianzen und Besitztümer geprägt wurde.
@Hiker@esopriester@ryan_harg@PorcusDivinus@Schnurrfrequenz@wolf Saluton ! Ausser Bonan Tagon ist mir auch nicht viel Geblieben. Obschon ich den Grünschuhpharao der lange in Biel Lebte und Predigte und Esperanto Lehrer ist, Persönlich kannte :) Nebenbei ich habe ja ein Herz für vieles; doch Serge ( Bürgerlicher Name ) ist schon eine Nummer. So abgedreht wie der manchmal daherkam machte Esperanto für mich nicht wirklich Interessant.
@Schnurrfrequenz@Hiker Ich habe das Stichwort Esperanto gelesen im Faden. Dann schrieb ich ein mehr oder weniger Humorvoller Beitrag wie ich zu einem dieser Versuche zu einer Weltsprache gekommen bin.
Ich wollte Esperanto damit nicht Lächerlich machen. Nur Erklären wieso u.a. mir der Zugang dazu nicht Wirklich gelungen ist. Es gibt da eventuell bessere bsp. von Weltsprachen. Ich wollte da niemanden angreifen.