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Gemäss einem Bericht der 'Süddeutschen Zeitung' hat ein Mitarbeiter von KPMG, der von der Münchner Staatsanwaltschaft befragt wurde, im Zusammenhang mit Schmiergeldzahlungen die möglicherweise über eine Schweizer Tochter von Siemens getätigt wurden, schwere Vorwürfe erhoben.
Über die Schweizer Siemens-Tochter Intercom Telecommunications Systems sollen zwischen 2002 und Anfangs 2006 rund 43,5 Millionen Schweizer Franken an dubiosen Zahlungen geflossen sein, schreibt der 'Spiegel'. Die Gelder, die vor allem aus der ehemaligen Mobilfunksparte stammten, seien über Briefkastenfrimen in Liechtenstein, Panama und den British Virgin Islands an Empfänger in aller Welt geschleust worden.
Der KPMG-Mann, so die 'SZ', habe ausgesagt, dass Verwaltungsratsmitglieder der Intercom Telecommunications Systems Anfang 2006 eine Untersuchung durch die Buchprüfer von KPMG veranlasst hätten. Die Siemens-Abteilung "Compliance" habe aber die Arbeit von KPMG monatelang blockiert und die Fertigstellung eines Sonderberichts dazu verhindert.
Ein Mitarbeiter dieser Abteilung Compliance, die eigentlich die Korruption bekämpfen sollte, wurde ebenfalls von den Münchner Staatsanwälten befragt und erklärte gemäss 'SZ', dass seiner Abteilung schon im Februar 2006 dubiose Zahlungen bei Intercom Telecommunications Systems aufgefallen seien.
Derweil hat sich die norwegische Armee dazu entschlossen, Siemens bei der Vergabe von Aufträgen vorerst nicht mehr zu berücksichtigen. Gemäss den norwegischen Streitkräfte hat Siemens Business Services bei einem Millionen-Projekt für die Armee überhöhte Rechnungen gestellt. Letzte Woche wurde im Zusammenhang mit dieser Affäre wegen Bestechung und Betrug eine Strafe von rund 1,1 Millionen Euro auferlegt. (hjm)