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Das Jahr 2020 rangiert in der 49-jährigen Datenreihe unter den zehn Jahren mit den geringsten Unwetterschäden durch Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Sturzprozesse, wie die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) am Mittwoch mitteilte.
Die relativ tiefe Schadenssumme hat laut WSL zwei Gründe: Einerseits habe es durch die langen Trockenperioden witterungsbedingt weniger Schäden gegeben, andererseits hätten sich technische und organisatorische Massnahmen gegen Naturgefahren, welche Schäden verhinderten oder zumindest begrenzten, bewährt.
Hochwasser, Oberflächenabfluss und Murgänge waren für 82 Prozent der Schäden verantwortlich gewesen. Rutschungen und Sturzprozesse gab es vergleichsweise wenig. Die meisten Schadenskosten seien während der Sommermonate durch Hochwasser infolge von Gewitter oder Dauerregen entstanden, hiess es weiter.
Luzern und Tessin stark betroffen
Insbesondere die Region Luzern und das Tessin waren mehrfach betroffen. Gut die Hälfte der Schadenssumme entstand in diesen beiden Kantonen im Zeitraum von nur sechs Tagen.
Im Tessin kam es am 7. Juni wegen Gewitterniederschlägen zu überschwemmten Kellern und Strassen. Am 28. und 29. August gab es im Tessin und Teilen des Kantons Graubünden Überschwemmungen, Rutschungen und Steinschlägen wegen starkem Regen. In Bissone (TI) und Gambarogno (TI) mussten mehrere Häuser evakuiert werden.
Im Raum Luzern führten die heftigen Gewitter vom 26. Juni sowie vom 1. und 2. Juli zu grösseren Schäden meist durch Überschwemmungen aus Oberflächenabfluss. Wassermassen überfluteten Keller, Tiefgaragen und Strassenunterführungen.
Schutzmassnahmen wirken
Anfang Oktober brachte das Tief «Brigitte» Rekordregen über die Schweiz. Laut WSL gab es angesichts der gewaltigen Niederschlagssummen jedoch verhältnismässig wenig Schäden. Dies sei den Schutzmassnahmen gegen Naturgefahren und der rechtzeitigen Vorbereitung der Einsatzkräfte zu verdanken.
So wurde etwa im Kanton Uri die Autobahn gesperrt und die Reuss zwischen Attinghausen und Flüelen über die Entlastungsanlage auf die A2 gelenkt. Grossflächige Überschwemmungen konnten so verhindert werden. In Diesbach und Bettschwanden (GL) verhinderte die Feuerwehr rechtzeitig, dass sich die Geschiebemassen des hochgehenden Diesbachs durch die Dörfer wälzten. Auch in Locarno war man vorbereitet und räumte das Gebiet in Seenähe bereits am Vortag der Überschwemmungen.
2020 starb eine Person in Finhaut (VS), als ihr Auto von einem Steinschlag getroffen wurde.