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Im Alter von 10 Jahren musste Abzeta die Schule verlassen. Dank Solidar konnte sie ihre Ausbildung nachholen und daraufhin eine Berufslehre als Klempnerin absolvieren. Inzwischen hat sie zwei Kinder, ein eigenes Geschäft und bildet selber zwei Lehrlinge aus. Dies ist ihre Geschichte.
Wie bist Du aufgewachsen?
"Als ich vier Jahre alt war, ist mein Vater verstorben. Meine Mutter musste meine Zwilingsschwester, mich und meine drei Brüder alleine aufziehen. Sie hatte zu wenig Geld um unsere Ausbildung zu finanzieren. So musste ich im Alter von zehn Jahren die Primarschule verlassen und während vier Jahren zu Hause bleiben."
In welcher Weise hat Dir Solidar Suisse geholfen?
"Nicht weit entfernt von unserem Zuhause wurde eine Schule eröffnet: Es war ein Bildungszentrum von Solidar Suisse. So konnte ich glücklicherweise in unserer lokalen Sprache und französisch meine Ausbildung zweisprachig nachholen. Nach dem Abschluss wurde ich gefragt, ob ich eine Berufslehre machen möchte. Und da habe ich natürlich ja gesagt."
Warum hast Du Dich für die Klempnerei entschieden?
"Ich war unschlüssig in welchem Beruf ich erfolgreich sein könnte. Eines Tages sah ich eine Baustelle und ich fragte mich, wie die vielen Rohre zusammengesetzt würden und wie das Wasser in die oberen Stockwerke gelangte. Mit dem Projekt von Solidar Suisse besuchten wir dann verschiedene Berufsschulen. Und da war für mich klar, dass ich Klempnerin werden wollen. Nach zwei Jahren Ausbildung ,machte ich im Jahr 2014 meinen Abschluss."
Wie konntest Du Dich daraufhin selbstständig machen?
"Nach der Berufsschule fand ich einen Betrieb, in dem ich ein Praktikum machen konnte. Mir der erneuten Hilfe von Solidar Suisse konnte ich einen Mikrokredit organisieren und so mein eigenes Geschäft starten. Solidar Suisse hat mich über viele Jahre hinweg immer wieder unterstützt und mir schlussendlich die Selbstständigkeit ermöglicht. Im Oktober 2016 konnte ich mein eigenes Geschäft eröffnen! Zu Beginn war es aber sehr schwierig, weil ich noch keine KundInnen hatte. Und ich hatte ja bereits die Fixkosten für die Abzahlung des Kredits, die Miete und das Material. Ich bin daraufhin an den Verband der jungen UnternehmerInnen gelangt und die sagten mir: Komm wir machen gemeinsam eine Radiowerbung. Ich hatte darufhin viele Anrufe, nicht sofort KundInnen, aber Leute die mir gratulierten. Vor allem auch weil Klempnerin ja ein eher atypischer Frauenberuf ist. Daraufhin fuhr ich mit dem Velo zu Baustellen und das brachte mir dann endlich die erhoffte Kundschaft."
Und wie läuft es Dir heute?
"Mein Mann und ich, wir haben beide ein Einkommen. Zusammen verdienen wir genug für den Alltag mit unseren zwei Kindern und zur Untersützung meiner Mutter. Ich offeriere die Arbeit zu guten Preisen und kann monatlich etwa vier grössere Projekte abschliessen, ich verkaufe Material und mache kleinere Reparaturen. Und ich habe zwei Lehrlinge, die mir auch noch etwas für ihre Ausbildung zahlen."
Wo siehst Du die Gründe für Deinen Erfolg?
"Die Qualität meiner Arbeit stimmt und ich habe gute Preise, so habe ich jetzt auch genügend KundInnen. Jetzt möchte ich das Geschäft weiter vergrössern und noch mehr KundInnen dazu gewinnen. Und Mut war auch eine wichtige Voraussetzung: Ohne Mut kannst Du nicht Dein eigenes Geschäft eröffnen."