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Mit Mozarts Bearbeitung von Händels Acis und Galatea nähern wir uns musikalisch einer mehrfachen historischen Dreiecksbeziehung an:
In der Handlung der Pastorale kämpfen Acis, ein Hirte, und Polyphem, ein Riese, in arkadischen Gefilden um die Liebe der Nymphe Galatea. Der tragische Ausgang bedeutet den Tod des liebenden Schäfers von der Hand des entfesselten Giganten.
Was die Musik anbelangt, haben wir es mit zwei Komponierenden zu tun: Händels 1718 entstandene pastorale Serenade wurde rund 70 Jahre später von Mozart erweitert. Der Dritte in diesem Bunde ist Baron Gottfried van Swieten, selbst Hobby-Komponist sowie Diplomat und Arzt in kaiserlichen Diensten. Über seine beruflichen Aufenthalte in England und Preussen kam er mit der Musik Händels und Bachs in Berührung – und wurde, nach Wien zurückgekehrt, zu einem der wichtigsten Fürsprecher ihrer Musik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. So fungierte er nicht nur als Auftraggeber der Mozart-Bearbeitung von Acis und Galatea im Jahr 1788, zu der er selbst den deutschen Text lieferte; sondern inspirierte auch generell eine intensive Auseinandersetzung Mozarts mit Händels Musik.
Oft als Oratorium bezeichnet, war Händels Acis eines der beliebtesten Stücke in der posthumen Aufführungskultur des Komponisten. Das schloss auch mehrere Bearbeitungen des musikalischen Textes ein, mithilfe derer jeweils Anpassungen an die neuen Aufführungsgegebenheiten vorgenommen wurden. Mozart änderte die musikalische Substanz nicht, passte die Komposition jedoch mit zugefügten Bläserstimmen an die Bedürfnisse einer zwischenzeitlich gewachsenen Orchesterbesetzung und somit an den Zeitgeschmack an. Er spielte virtuos mit einer Klangfarbenerweiterung des Stücks, das musikalisch nicht zuletzt durch szenische Malereien der Landschaft besticht. Der Stoffvorlage aus Ovids Metamorphosen folgend, ist der Moment, in dem Galatea ihre Trauer verwandelt und den toten Geliebten zur Quelle eines (Tränen-)Stromes werden lässt, der musikalische Höhepunkt der Komposition.
Ganz auf die Kräfte der Schola Cantorum Basiliensis zurückgreifend, werden die arkadischen Klänge an diesem Konzertabend von Solist*innen, Chor und Orchester der Hochschule unter der Leitung von Francesco Corti, Professor für historische Tasteninstrumente, neu interpretiert.
Christine Fischer
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