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Impressionismus
Der Impressionismus entstand (zumindest gemessen daran, wann der Begriff des «Impressionismus» aufkam) im Jahre 1872.
Charakteristisch für den Impressionismus ist die künstlerische Absicht, optische Eindrücke (Impressionen) möglichst realistisch darzustellen. Dies wollte man aber nicht etwa durch zeichnerische Finesse und Detailtreue erreichen, sondern vor allem durch die richtige Relation von Farbe und Licht. Insofern war der Impressionismus nicht auf ein zu malendes Objekt, sondern auf ganze Szenerien bezogen. Daraus erklärt sich auch die hohe Affinität zu Landschaftsbildern zahlreicher Impressionisten. Es ging also letztlich immer darum, Eindrücke durch die Gesamtwirkung eines Bildes wiederzugeben. Malerisch unterschied sich der Impressionismus von der zuvor herrschenden Kunstauffassung, da meist mit knappen Pinselstrichen («virgulisme») oder gar punktförmigem Auftupfen («Pointilismus») gearbeitet wurde. Dies widersprach natürlich der akademischen Auffassung, die auf zeichnerische Präzision aus war. Zudem ließen viele Impressionisten die Farben auf ihren Bildern nicht trocknen, sondern malten nass auf nass. Auch solch ein Vorgehen, dürfte den dogmatischen Akademikern des damaligen Kunstwesens ein Graus gewesen sein. Doch ermöglichte gerade diese Vorgehensweise bessere Farbübergänge, wodurch die Werke der Impressionisten zeichnerische Defizite durch umso mehr Realismus (der ja ein erklärtes Gebot des Impressionismus war) ausglichen. Typische Motive des Impressionismus sind landschaftliche Motive, aber auch anonym gehaltene Motive von Menschenansammlungen oder zufälligen Passanten und dergleichen.
Was van Gogh wiederum vom Impressionismus distanziert, ist der Umstand, dass van Goghs Bilder oftmals bewusst voller Symbolik und häufig sehr Objekt bezogen sind (man denke an seine zahlreichen Porträts und Stillleben). Van Goghs Auffassung als Künstler widersprach somit insofern der Schule des Impressionismus, da er meist mehr wiedergeben wollte als nur Eindrücke. Häufig sind seine Bilder, selbst viele der Landschaftsbilder, voll von symbolischem Gehalt und vermitteln bestimmte Stimmungen über bewusst stark betonte Farben und Formen, die keineswegs immer im Sinne der ausschließlichen Realitätsnähe entstanden sind. Als Beispiel sei an dieser Stelle die «Sternennacht» genannt (eines der bekanntesten Werke van Goghs). Zwar ist das gezeigte Motiv ein typisch impressionistisches (ein dörflicher Ort, eingebettet in Hügeln, unter strahlendem Sternenhimmel). Doch ist der Stil von solcher Abstraktion und Aussagekraft, dass schon wieder deutlicher Abstand zu den künstlerischen Ambitionen des Impressionismus offensichtlich wird.
Zwar gehören zum umfangreichen Lebenswerk van Goghs auch einige impressionistische Bilder und sein malerisches Wirken ist zeitlich eher der Periode des ausgehenden Impressionismus zuzuordnen, jedoch zählt van Gogh deutlich eher zu den Vorreitern des Expressionismus.
Expressionismus
Der Expressionismus ist ein Kunststil, der Anfang des 20. Jahrhunderts (speziell 1905 bis 1925) seine Blütezeit hatte. In jener Zeit taten sich insbesondere in Deutschland viele herausragende Maler hervor, die heute alle als bedeutsame Expressionisten Anerkennung finden. Darunter solch überragende Künstler wie Paul Klee, Ernst-Ludwig Kirchner, Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc, um nur einige zu nennen. Der Expressionismus kann als besonders wegweisend für nachfolgende Kunststile betrachtet werden. So war es insbesondere der Expressionismus, der das malerische Element der Abstraktion etablierte und diesem, im Nachhinein betrachtet, zu breiterer Popularität verhalf.
Wie auch ehemals der Impressionismus wurde der Expressionismus zunächst belächelt. Das lag in diesem Fall aber auch daran, dass der Expressionismus offen den künstlerischen Motivationen des Impressionismus und des Naturalismus widersprach. Während es beim Impressionismus darum ging, Eindrücke allgemeiner Szenerien (Landschaften, Menschenansammlungen etc.) atmosphärisch durch entsprechende Farb- und Lichtwiedergabe realitätsnah einzufangen und der Naturalismus vor allem auf die zeichnerische und malerische Originalgetreue Wert legte, so bediente sich der Expressionismus völlig frei der Farben, Formen und Perspektiven, um die Gefühle des Malers in entsprechender Weise zu offenbaren. Es ging also nicht um die sachliche Wiedergabe eines Eindrucks, sondern um den gezielte Ausdruck (deswegen auch die Bezeichnung «Expressionismus») der eigenen Gefühle. Dadurch sind die Werke der Expressionisten voller Symbolik und Wertung. Um dies zu erreichen, war der Anspruch auf realitätsnahe Darstellung nachrangig gegenüber dem der stimmungsvollen Darstellung. Insofern ist den expressionistischen Werken gemein, dass sie von äußerster Farbintensität sind (oft wurden Farben unverdünnt und ungemischt aufgetragen). Dadurch wurde ein kontrastreiches und intensives Bildnis möglich. Expressionistische Werke strahlen häufig eine ausgeprägte Dynamik und sehr viel Gefühl aus. Da die Darstellung des Empfundenen oberstes Ziel des Expressionismus war, war dieser weitgehend frei von malerischen Dogmen. Man konnte sich völlig frei Perspektive, Motiv, Farbwahl und Ausgestaltung sowie des Grades der Abstraktion bedienen, um die angestrebte Botschaft oder Gefühlslage treffend zu vermitteln.
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