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Adania Shibli, geboren 1974 in Palästina. Sie schreibt Romane, Theaterstücke, Kurzgeschichten und Essays. Zudem ist sie in der akademischen Forschung und Lehre tätig. «Eine Nebensache» ist ihr Debüt auf Deutsch, die englische Übersetzung wurde für verschiedene Auszeichnungen nominiert.
Im Sommer 1949 wird ein Beduinenmädchen von israelischen Soldaten vergewaltigt, ermordet und in der Wüste verscharrt. Jahrzehnte später versucht eine junge Frau aus Ramallah, mehr über diesen Vorfall herauszufinden. Die 1974 in Palästina geborene Adania Shibli verwebt in ihrem Buch die Geschichten beider Frauen zu einer eindringlichen Meditation über Krieg, Gewalt und die Frage nach Gerechtigkeit im Erzählen. Die englische Übersetzung war u. a. für den International Booker Prize (2021) nominiert.
«Die einzige Bewegung war das Flirren einer Fata Morgana. Kahle,
weite Flächen schichteten sich bis an den Rand des Himmels und
zitterten in der Luftspiegelung, während das glühende Licht der
Nachmittagssonne die Silhouette sandiger blassgelber Hügel fast
verwischte. Die Erhebungen waren kaum zu unterscheiden und
schlängelten ziellos aneinander vorbei, ab und an durchbrochen
von den dünnen Schatten trockener Distelstauden und von Steinen,
die wie Tüpfel über die Hänge verteilt lagen. Mehr war da
nicht.»
Reading and talk