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Guadeloupe – mehr als Palmen und Strand
Man fühlt sich in „Fluch der Karibik“ versetzt beim Besuch des Archipels von Guadeloupe, das zur Inselgruppe der Kleinen Antillen gehört. Sie betreten französischen Boden bei Ferien auf der „Schmetterlingsinsel“, wie Guadeloupe aufgrund seiner charakteristischen Form auch genannt wird.
Der linke, gebirgige Teil der Insel wird Basse-Terre genannt, der rechte, flache Teil Grand-Terre, ein schmaler Meeresarm konturiert die beiden Flügel des Schmetterlings. Die Kleinen Antillen sind vulkanischen Ursprungs und trennen durch ihre Erhebung den Atlantik vom Karibischen Meer.
Traumhafte Buchten, türkisfarbene Lagunen, weisse Sandstrände unter Palmen, eine exotische Vegetation und ein knapp 1500 Meter hoher Vulkan erwarten Sie auf Guadeloupe. Insgesamt besteht der Archipel aus acht bewohnten und einigen unbewohnten kleinen Inseln, wovon die „Schmetterlingsinsel“ mit 65 Kilometern Länge und 67 Kilometern Breite die grösste ist.
Fünf verschiedene Inseln – fünf unterschiedliche Landschaften
Täglich verkehren regelmässig Fähren zu den vorgelagerten Inseln Marie-Galante, La Désirade, Les Saintes und zu den Iles de la Petite Terre. Marie-Galante ist mit knapp 14’000 Einwohnern die grösste der „Inseln über dem Wind“ und bietet mit zauberhaften Stränden und einer guten touristischen Infrastruktur ein begehrtes Refugium sonnenhungriger Besucher. Heute noch wird auf Marie-Galante Zuckerrohr angebaut und Rum hergestellt. Einst war sie die „Insel der 100 Mühlen“.
Désirade ist nur elf Kilometer lang und eignet sich gut für eine Tagestour mit dem Mountainbike oder zu Fuss, ebenso wie die noch kleineren Inseln Les Saintes. Die winzigen Inseln Petite Terres sind teilweise unbewohnt und ein einzigartiges Naturreservat, zu dem Sie nur durch geführte Touren gelangen.
Hier können Sie schnorcheln und die Ruhe einer stillen Lagune geniessen. Abwechslungsreicher geht es auf Grand-Terre zu, dem wirtschaftlichen Zentrum von Guadeloupe mit der Hauptstadt Point-à-Pitre. Die 16’000 Einwohner zählende Stadt beeindruckt mit einer reizvollen Architektur und einem attraktiven Jachthafen. Der schönste Badestrand, Les Gosier, liegt im Süden von Guadeloupe, steht jedoch in Konkurrenz zum Plage du Souffleur bei Port Louis auf Grand-Terre.
Die beste Aussicht auf das Meer und die Inseln haben Sie im Osten beim Pointe des Chateaux. Hier donnern die Wellen gegen die steil aufragenden Felsen und schaffen eine wildromantische Atmosphäre.
Basse-Terre – das grüne Paradies der Insel
Im bergigen Hochland von Guadeloupe liegt die grösste Erhebung der Kleinen Antillen, der 1467 Meter hohe Vulkan Mont Soufrière, zu dessen Gipfel man per mehrstündiger Wanderung durch den Regenwald gelangt. Oben angekommen, eröffnet sich Ihnen ein wahrhaft grandioser Blick über die Insel und das sie umgebende Meer. Fast 40 % der Insel bestehen aus Wald, und der grösste Teil von Basse-Terre ist als Nationalpark ausgewiesen.
Auf kilometerlangen Wanderwegen können Sie im Regenwald eine faszinierende Flora und Fauna mit seltenen Arten entdecken und sich an Wasserfällen und Wasserbecken im Wald erfrischen. Vert Intense in Saint-Claude bietet zudem „grüne Waldsportarten“ wie Canyoning oder Rafting an. Kultivierte Natur gibt es auf Guadeloupe im Botanischen Garten von Deshaies zu sehen; eine gepflegte Anlage mit Wasserfall im Zentrum des Parks und reifen Mangos, die von den Bäumen fallen.
Guadeloupe – ein Eldorado für Taucher und Surfer
Wassertemperaturen von ganzjährig 25 bis 31 Grad Celsius, meterhohe Wellen, stille Buchten und eine exotische Unterwasserwelt mit einem sagenhaften Fischreichtum machen Guadeloupe zu einem Eldorado für passionierte Taucher, Schnorchler und Surfer. Die Liste der Wassersportarten, die Sie rund um Guadeloupe ausüben oder ausprobieren können, ist lang: Angeln, Hochseefischen, Segeln, Wasserski- und Kajakfahren bis hin zum Stand-up-Paddling ist alles möglich.
Von Oktober bis Mai wehen konstante Passatwinde und lassen das Herz eines jeden Surfers höher schlagen. Taucher finden vorzügliche Reviere in den Tauchzentren von Grand-Terre und rund um die Pigeon-Inseln vor. Hier drehte Jacques Cousteau seinen Film „Die Welt der Stille“. Faszinierende Korallenriffe, Schwämme und eine bunte Fischwelt begeistern immer wieder aufs Neue. Auf Basse-Terre wurde Frankreichs einziger Unterwasserpark, das „Naturreservat Jaques Cousteau“, ausgewiesen.
Auf 300 Hektar können Sie hier mit dem Glasbodenboot über das Meer fahren und von den etablierten Tauchschulen geführte Tauchgänge unternehmen. Zwischen Basse-Terre und Les Saintes können von März bis Mai sogar vorüberziehende Buckelwale mit ihren Jungen beobachtet werden.
Beste Reisezeit und Reisebedingungen
Sie können das ganze Jahr über nach Guadeloupe reisen, doch empfehlenswert ist für Nordeuropäer eher die Zeit von Februar bis April, dann herrscht eine stabile Wetterlage und die Maximaltemperaturen erreichen 28 bis 30 Grad Celsius. Auf Guadeloupe gibt es hauptsächlich zwei Jahreszeiten, die „trockene Saison“ und die „nasse Saison“. Die nasse Saison erreicht ihren Höhepunkt von Juli bis Oktober und kann mit hohen Temperaturen und heftigen Wirbelstürmen einhergehen. Bedingt durch die Äquatornähe gibt es keine Dämmerung auf den Inseln. Es ist morgens ab sechs Uhr blitzartig hell und abends ab sieben Uhr bereits dunkel.
Auf der Insel ist die Infrastruktur sehr gut. Wer keinen Mietwagen nehmen möchte, kommt mit dem Bus nahezu überallhin. Die Währung ist wie in Frankreich der Euro, alle gängigen Kreditkarten geniessen eine grosse Akzeptanz.
Oberstes Bild: Îlet du Gosier, Guadeloupe (© LPLT, Wikimedia, CC)