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|Siegel und Unterschrift des

Ignatius von Loyola
|Die ersten Gefährten des Ignatius von Loyola;

von oben links: Diego Laínez, Franz-Xaver,
Peter Faber, Nicolás Bobadilla, Simon Rodrigues,
Alonso Salmerón, Paschase Broët, Jean Codure,
Claude Jay.
|Ignatius vor Papst Paul III.

Vom Freundeskreis zum Orden
Ignatius von Loyola, Peter Faber, Franz-Xaver, Diego Laínez, Alfonso Salmerón, Nicolás Bobadilla und Simon Rodrigues hiessen die sieben Universitätsabsolventen in Paris, die dort im Laufe ihrer Studienzeit zu einem Freundeskreis zusammengewachsen sind. Am 15. August 1534 legten sie in einer kleinen Kapelle auf dem Montmartre das Gelübde ab, gemeinsam via Venedig eine Wallfahrt nach Jerusalem zu unternehmen und sich dort für das leibliche und seelische Wohl von Christen und Andersgläubigen einzusetzen. Sollte sich aber innerhalb eines Jahres nach ihrer Ankunft in Venedig keine Gelegenheit zur Überfahrt ins Heilige Land ergeben, würden sie nach Rom zeihen und sich dem Papst für den Dienst der Glaubensverkündigung zur Verfügung zu stellen.
Im Frühjahr 1535 musste sich Ignatius von seinen Freunden trennen, um im heimatlichen Baskenland seine angeschlagene Gesundheit zu kurieren. Im Januar 1537 sahen sie sich in Venedig wieder. Inzwischen haben sich in Paris drei weitere Gefährten angeschlossen, so dass der Kreis bereits zehn Mitglieder zählte. Gemeinsam warteten sie auf eine Gelegenheit zur Einschiffung nach Jerusalem. In dieser Zeit halfen sie der armen und notleidenden Bevölkerung in verschiedenen Spitälern der Stadt. Auf die besondere Erlaubnis des Papstes konnten all diejenigen die Priesterweihe empfangen, die bisher noch Laien waren.
Venedig und die Türkei standen in jener Zeit im Krieg, so dass sich das Warten auf ein Schiff dahinzog. Im Oktober 1537 zogen Ignatius, Laínez und Faber nach Rom, wo der Papst Ignatius Aufgaben im Bereich der «persönlichen Begleitung», den beiden anderen zwei Lehrstühle an der theologischen Hochschule «Sapienza» übertrug. An Ostern 1538 zogen auch die übrigen Gefährten nach. Die Wallfahrt nach Jersualem liess sich in der einberaumten Zeit nicht realisieren, so dass nun der zweite Teil des Gelübdes von 1534 in Kraft trat, nämlich sich dem Papst zur Verfügung zu stellen.
Die Freunde standen nun vor der Wahl, inskünftig getrennt ohne den bisherigen Rückhalt der Gruppe den jedem einzelnen vom Papst zugeteilten Aufgaben nachzugehen oder einen Orden zu gründen, der sie weiterhin an ein gemeinsames, verbindliches Ideal band. Sie entschieden sich für die zweite Version. Trotz massiver Widerstände aus kirchlichen Kreisen bestätigte Papst Paul III. am 27. September 1540 mit der Bulle «Regimini Militantis Ecclesiae» die Gemeinschaft als neuen Orden. Ignatius wurde im darauffolgenden Jahr zum Generaloberen gewählt. Er investierte fortan viel Zeit in die Ausarbeitung der Ordenskonstitutionen und in die Pflege einer weitreichenden Korrespondenz. Zudem richtete er in Rom mehrere Häuser für Prostituierte, gefährdete Jugendliche, Waisen und Arme ein. Er legte auch die Grundsteine für zwei Tätigkeitsfelder, die für den Jesuitenorden bis in die Gegenwart bestimmend sein sollten: die Führung öffentlicher Schulen und die Missionstätigkeit auf Übersee.
Paul Oberholzer SJ, Zürich
> Die Gesellschaft Jesu bis zu ihrer Aufhebung 1773
> Aufhebung der Gesellschaft Jesu 1773
> Wiederherstellung 1814 und Entwicklung im 19. Jahrhundert (Seite in Vorbereitung)
> Herausforderungen im 20. Jahrhundert (Seite in Vorbereitung)
> Die ersten Jesuiten und die Alte Eidgenossenschaft
> Kurzbiographie des Wallisers Anton Anderledy SJ, Generaloberer der Gesellschaft Jesu von 1883/1887-1892
> Aufhebung des Ausnahmeartikels in der Schweiz 1973
Weiterführende Literatur:
Rita Haub, Ignatius von Loyola. Gott in allen Dingen finden. Topos plus Verlagsgemeinschaft Kevelaer 2006, 127 Seiten.
www.toposplus.de
John O’Malley, Die ersten Jesuiten. Echter Verlag, Würzburg 1995, 503 Seiten, ISBN 3-429-01724-6.
André Ravier, Ignatius von Loyola gründet die Gesellschaft Jesu. Echter Verlag, Würzburg 1982, 538 Seiten, ISBN 3-429-00786-0.