Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03108.jsonl.gz/2810

Die getigerte Katze faucht und hat einen buschigen, geringelten Schwanz. Schon fragt man sich: «Trägt meine Hauskatze etwa Wildkatzenblut in sich?» In den meisten Fällen lautet die Antwort: nein. Hauskatzen können auch ohne Wildkatzenblut menschenscheu sein und wie eine Wildkatze aussehen. Unsere Hauskatzen stammen von der Falbkatze ab. Die Europäische Wildkatze, die bei uns lebt, ist mit der in Afrika und Asien lebenden Falbkatze zwar verwandt, im Gegensatz zu ihr gilt sie aber als unzähmbar.
Nichtsdestotrotz können sich Wildkatzen und Hauskatzen verpaaren und fruchtbaren Nachwuchs zeugen. Diese Nachkommen können im Aussehen und im Verhalten sowohl einer Wildkatze als auch einer Hauskatze sehr ähnlich sein. Der Anteil an Wildkatzenblut einer Katze lässt sich rein aufgrund von äusserlichen Merkmalen nicht verlässlich bestimmen. Für die sichere Bestimmung des Wildkatzenanteils einer Katze sind aufwändige und darum kostspielige genetische Untersuchungen nötig.
Die Tabelle zeigt einige Unterscheidungsmerkmale zwischen Wildkatzen und getigerten Hauskatzen. Die einzelnen Merkmale alleine reichen nicht aus, um eine Wildkatze sicher zu bestimmen. Zusammen können sie zwar einen guten Gesamteindruck der Artzugehörigkeit geben. Die Art nur anhand sichtbarer Kriterien zu bestimmen, ist dennoch in vielen Fällen zu wenig verlässlich. Die aufgelisteten Merkmale sind typisch für die genannte Art, können aber manchmal auch in der anderen Art auftreten. Zusätzliche, genetische Untersuchungen sind deshalb oft unentbehrlich. Der Schädelindex gilt als das verlässlichste nicht-genetische Merkmal, um die Arten zu unterscheiden. Allerdings ist das Kriterium nur an toten Tieren mit intaktem Schädel messbar.