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Glaubt man seinen Biografen, zeichneten sich Donald Trumps Eltern vor allem durch etwas aus: Sie waren sparsam bis zum Geiz. Vater Fred (†94) bückte sich auf Baustellen nach krummen Nägeln. Mutter Mary Anne (†88) sammelte die Münzen in den Waschmaschinen der trumpschen Mietkasernen persönlich ein.
Kein Wunder, ist der Sohn ein Grosskotz geworden. Donald Trump (70) liebt den Luxus über alles: Seine Firma besteht aus Golfplätzen, Hotels, Hochhäusern und Weingütern, sie verkauft Krawatten und Manschetten-Knöpfe.
«The Trump Organization» ist nur ein kleiner Fisch
Sein Unternehmen sei «eines der grossartigsten der Welt», protzte Trump in der letzten TV-Debatte vor der Wahl. Das war masslos übertrieben. Im Vergleich mit anderen Immobilienunternehmen ist «The Trump Organization» ein kleiner Fisch.
In einem Bericht, der Trump letztes Jahr der US-Wahlbehörde einreichen musste, wies er ein Vermögen von 1,4 Milliarden Dollar aus. Im Wahlkampf behauptete er, seine Besitztümer seien mindestens 10 Milliarden Dollar wert.
Interessenkonflikte sind programmiert
Auch als Präsident will Trump die Kontrolle über seine Firma behalten. Sein Unternehmen in einen «Blind Trust» zu geben und einen unabhängigen Sachwalter einzusetzen, ist für den Trump-Clan kein Thema. Die Kinder Donald Jr., Ivanka und Eric wollen die Geschäfte weiterführen. Interessenkonflikte sind damit programmiert.
Sein Vermögen machte Trump, indem er in den 70er-Jahren in New York günstig Grundstücke erwarb und darauf Hotels und Wolkenkratzer erstellte. Höhepunkt war der Bau des Trump Towers an der Fifth Avenue in New York, der zur Touristenattraktion wurde.
TV machte Trump zur Marke
In den 90er-Jahren wollte Trump den Badeort Atlantic City zu einem zweiten Las Vegas machen – und scheiterte. Vier Mal musste er mit seinen Casinos Konkurs anmelden. Keinen Erfolg hatte er auch mit der Trump-Universität, einer Airline, einer Bank und einer Wodka-Marke.
Seinem Image als erfolgreicher Unternehmer konnte das nichts anhaben. In der Reality-TV-Show «The Apprentice» mimte Trump seit 2004 einen Immobilien-Mogul, bei dem sich Jung-Manager um einen Job bewarben. Dadurch wurde Trump zu einer landesweit bekannten Marke. Das Publikum nahm ihm die Rolle ab. Nun hat er die politische Ernte eingefahren.Publiziert am 11.11.2016 | Aktualisiert am 18.01.2017