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Die estnische EU-Ratspräsidentschaft schlägt in einem Papier ausserdem vor, mithilfe von flexibler Regulierung Start-ups der Fintech-Branche zu fördern. Nationale Regeln sollten ferner vereinheitlicht werden. Das geht aus Dokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.
Die europäische Fintech-Branche ist im Vergleich zu jener in China und den USA sehr klein. Sie ist zudem in Grossbritannien konzentriert, das die EU 2019 verlassen will.
Einem Papier des Brüsseler Forschungsinstituts Bruegel zufolge war 2015 der chinesische Fintech-Markt 102 Milliarden Dollar schwer. Auf den US-Markt entfielen 36 Milliarden Dollar. In der EU werde die Branche mit sechs Milliarden Dollar bewertet und wachse langsamer als in anderen Weltregionen.
Mehr als 80 Prozent dieses Geschäfts seien im Vereinigten Königreich ansässig. Teile davon könnten zusammen mit Banken und Fondsmanagern nach dem Brexit aus London in die EU abwandern.
Die Fintech-Branche ausserhalb der EU könnte nach Ansicht von Bruegel noch mächtiger werden, wenn sie sich mit US-Internet-Riesen wie Amazon oder Google verbündet, die weit mehr Daten über Kunden zusammentragen könnten als Banken.
Die EZB-Bankenaufsicht hatte vorige Woche angekündigt, bald Richtlinien für den Umgang mit Fintech-Firmen herauszugeben. Momentan schiessen viele junge Unternehmen aus dem Boden, die herkömmliche Banken mit neuen Geschäftsmodellen und IT-Lösungen herausfordern oder sogar überflüssig machen wollen.
(AWP)