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The situation with jointing in timber construction is similar: when two rods engage each other they are always changed, and the junction that results is more than the sum of the elements that determine it. This applies both to connections made by the carpenter and those designed by the engineer. Even where a junction is simply the result of working on the ends of the rods, the new “connection” is a new, third entity.
Modernism has taken account of this situation in a single-sided way, to the benefit of the junction. It almost seems as if modernism’s interest in the “objective” tended more to isolate things from each other instead of bringing them closer together. Between the junctions an emptiness developed. Naturally, modernism can also offer different examples. For instance, Jean Prouvé, the French master of pressing metal sheets into shape, internalized the principle of the retroactive multiplication referred to above. His designs are object lessons in mutual adaptation and the formal penetration of building elements.
It took almost half a century before such a high degree of integration could be achieved again, but now wooden rods have taken the place of metal sheets. Thanks to CNC-directed production and in view of CO2-minimised budgets it is noticeable that timber connections are increasingly showing sculptural qualities, not all that different to handcrafted formmaking. Alongside the junctions in the building fabric it is again the rods that are attracting designers’ attention. That the forces at work in the complex connections also shape the rods is excellently illustrated by the twisted cross sections of the roof beams in the Max Felchlin AG company headquarters by Meili, Peter & Partner, which inspired us in producing this issue. While we were examining this model building news reached us of the death of Marcel Meili. We will pay tribute to his work in the next issue.
Für den Hauptsitz des Schokoladeherstellers Felchlin in Ibach SZ haben Meili, Peter & Partner die verschiedenen architektonischen Ingredienzen wie beim Homogenisieren von Schokolade durch geduldige Entwurfsarbeit gefügig gemacht und unauflösbar verbunden. Aus den elementaren Teilen ist eine homogene Substanz entstanden, deren japanischer Anmut man sich nicht entziehen kann.
Ausgehend vom Felchlin-Entwurf fragt Markus Peter nach generellen Tendenzen in der technologischen Entwicklung von Holzverbindungen und deren architektonischen Potenzialen. Dabei zeigt sich, dass im Ingenieurholzbau, der Zimmermannsverbindungen weitgehend verdrängt hat, in immer komplexeren Knoten viele Bauteile und immense Lasten zusammenkommen.
Hebelstabwerke erlauben dank kurzer Elemente und minimaler Verbindungen den schnellen und einfachen Bau von Tragkonstruktionen mit beachtlichen Spannweiten. In China wird die über 1000 Jahre alte Technik derzeit wiederentdeckt, in Europa finden Entwürfe von da Vinci neues Interesse, in Tansania entstand aus ETH-Forschungen der Ergänzungsbau einer Primarschule.
An einem Steilhang in São Paulo bauten der Ingenieur Hélio Olga und der Architekt Marcos Acayaba Ende der 1980er Jahre eine radikal optimierte Trag- und Raumstruktur. Die Holzkonstruktion steht wie der Pfeiler einer unfertigen Brücke auf einem Fuss quer zum Hang. Als industrieller Prototyp gedacht, wurde das Haus ohne Kran und Gerüst in 45 Tagen erstellt.
Konrad Wachsmann entwickelte auf seiner obsessiven Suche nach einem standardisierten Knoten für räumliche Fachwerke Anfang der 1950er Jahre die Grapevine Structure. Der Versuch, diese «berührungslose» Verdrillung von Elementen mit heutiger CNC-Technologie zu bauen, zeigte, dass die komplette Isolierung baulicher Glieder eine moderne Utopie bleiben muss.
Im japanischen Holzbau erzählen Verbindungen poetische Geschichten; sie zeigen nur in Andeutungen, wie die Hölzer gefügt sind. Das europäische Handwerk steht dagegen in einem direkten Verhältnis zur Ökonomie der Mittel, sein Reiz liegt oft im Spiel mit dem Pragmatismus. Die CNC-Fräse erfordert eine neue Art des entwerferischen Erzählens.
Die Untersuchung einer Zürcher Siedlung mit zwei Lüftungskonzepten zeigt, dass die Komfortlüftung im Vergleich zur Fensterlüftung sowohl ökologisch wie auch finanziell deutlich schlechter abschneidet.
Die Stadt Bern plant auf dem Viererfeld den Bau eines neuen Quartiers. Der städtebauliche Wettbewerb hat ein Projekt hervorgebracht, das die losen Enden der Stadt präzise miteinander verknüpft.
Im von Brauen Wälchli umgebauten Musée historique in Lausanne werden das Gebäude und seine Umgebung zu Exponaten. In Zürich bietet eine neue Ausstellung im Landesmuseum Ersatz für ein Stadtmuseum. Und die Materialsammlung der ETH Zürich zeigt Holzverbindungen – Ausdruck tektonischer Kultur.
Kann, darf oder muss Architektur politisch sein? Aus einer Diskussion an der Architekturuniversität Luxemburg ist das Buch Architecture between Aesthetics and Politics enstanden, das zum Nachdenken über die eigene Position anregt. Sowie: ein bereichernder Longread von Irénée Scalbert und ein Typologiewälzer von Andreas Lechner.
François Maurice (1925 – 2019) Originaltext Französisch
Irma Noseda (1946 – 2019)
Jürg Grasers Sanierung des Hochhauses La Champagne von Walter Schwaar beweist, dass Substanzerhalt und energetische Ertüchtigung weder unvereinbar noch unbezahlbar sind.