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binnen wenig Minuten töten, aber auch nach Wochen oder Monaten eine, wenigstens teilweise Herstellung gestatten. In letzterm Falle unterliegt das Gehirnmark und das darin ausgetretene Blut verschiedenen Umwandlungen, indem im günstigsten Fall das letztere allmählich resorbiert wird und an Stelle der zertrümmerten Hirnsubstanz eine glattwandige wasserhaltige Cyste oder eine kleine gelblich gefärbte Narbe zurückbleibt. Freilich bleibt in den meisten Fällen ein Teil der von dort auslaufenden Nervenfädchen für zeitlebens dem Willen oder der Empfindung entzogen, so das; z. B. der einst von S. Getroffene den einen Arm oder das eine Bein nicht mehr willkürlich oder nur unvollkommen bewegen kann, an gewissen Hautstellen nicht mehr fühlt, einen schiefen Mund behält u. s. w. Oft folgt auch ein allmählich um sich greifender Zerstörungsprozeß im Hirnmark, die sog. Gehirnerweichung (s. d.) und der sog. Gehirnabsecß (s. Gehirnentzündung), und reibt den Kranken allmählich unter allerlei Schmerzen, Krämpfen, Fieberzufällen und Bewußtseinsstörungen auf.
Der S. kann sich, oft binnen wenig Stunden oder Tagen, oft in langjährigen Pausen, bei einem und demselben Individuum öfters wiederholen, namentlich je nachdem eine Hirnarterie nach der andern wegen Brüchigkeit birst. Der S. kommt zu allen Jahres- und Tageszeiten vor; mitunter häufen sich die Fälle binnen eines kurzen Zeitraums, besonders im Frühjahr, in auffälliger Weise, ohne daß sich hierfür eine bekannte Veranlassung nachweisen läßt. Die Hirnblutung tritt in der großen Mehrzahl der Fälle erst im vorgerückten Lebensalter, nach dem 50. Lebensjahre, auf, befällt durchschnittlich mehr Männer als Frauen und trifft mit einer gewissen Vorliebe solche Personen, die auch sonst sehr rot im Gesicht [* 2] aussehen (oft infolge von Herzkrankheiten oder Störungen des kleinen Kreislaufs), ferner Fettleibige, Schwelger und Gichtische, oder tritt nach heftigen Gemütsaffekten, äußern Erhitzungen und Anstrengungen, nach üppigen Mahlzeiten, übermäßigem Alkoholgenuß, nach heftigem Pressen beim Stuhlgang, starken Erkältungen, Nachtwachen u. s. w. plötzlich auf. Auch die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen auf den Kopf kann durch plötzliche Blutüberfüllung des Hirns schwere schlagflußähnliche Symptome hervorrufen, die als sog. Hitzschlag den Soldaten auf anstrengenden Märschen gefährlich werden.
Der Hirnschlag wird verhütet durch Vermeiden der eben genannten Schädlichkeiten, besonders des zum Verfetten und Verkalken der Arterien führenden, schwelgerischen Lebenswandels, und dadurch, daß man besonders gealterte Personen (deren Adern stets starrwandig und brüchig sind) und Herzkranke zu großer Ruhe des Geistes und Körpers anhält. Bei der Behandlung der S. spielten sonst Aderlässe eine zu ausgedehnte Rolle, während sie jetzt, fast mehr als gut ist, gering geschätzt werden.
Vor allem bringe man den vom Schlag Getroffenen, nach Entfernung aller beengenden Kleider, an einen kühlen, ruhigen Ort, lege den Kopf und Oberkörper hoch, bedecke erstern mit kühlen Umschlägen oder einem Eisbeutel, sorge durch Fußbäder, Senfteige, scharfe Klystiere u. dgl. für gehörige Ableitung nach unten und dadurch für rechtzeitige Minderung der unausbleiblichen Reaktion (Entzündung) im Gehirn. [* 3] Während deren Verlauf wird das kühlende und ableitende Verfahren fortgesetzt und durch äußere Ruhe, Verfinsterung des Zimmers, Vermeidung von Geräusch, Gespräch u. s. w. noch längere Zeit (bis zur Ausheilung der kranken Stelle) jede Hirnreizung vermieden. Späterhin ist die Bekämpfung der zurückbleibenden Lähmungen durch Massage, vorsichtige gymnastische Übungen, mäßig warme Bader und Anwendung des galvanischen Stroms wichtig.