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Wer so spricht, dass der Zuhörer das Gehörte sieht, nutzt
eine für Blinde optimisierte Sprache
Die Zuhörenden können mit den Ohren die Schilderung sehen.
Gute Schriftsteller schreiben so, dass wir der Leser die Bilder vor dem
inneren Auge sehen kann. So hat Martin Suter im Buch "Die Zeit, die Zeit"
dank seines filmischen Erzählstiles grossen Erfolg hat.
Seine Sprache wird von passenden Verben getragen und konkrete
Details werden nicht ausgeklammert. Ein Beispiel:
Dann deckte er den Tisch für zwei Personen, entkorkte eine Flasche
Antinori, schenkte beide Gläser voll, nahm eines und begab sich
wieder auf seinen Posten. Im Garten auf der anderen Gartenseite stand
jetzt der alte Mann, der dort wohnte, mit einem Gartenschlauch neben
einem der Apfelbäume und goss ihn mit weichem Strahl. Er hielt den
Kopf gesenkt. Als benötige die Arbeit seine volle Konzentration.
Er arbeitet oft im Garten. Mähte, schnitt, hackte, stach um, rechte,
goss und pflanzte. Und verbrannte, trotz behördlichem Verbot seine
Gartenabfälle.
Das Wasser kochte wieder. Taler riss die Packung auf, schüttete
die Spaghetti ins Wasser und rührte ein paar Mal um, damit sie
nicht aneinanderklebten. Er stellte den timer auf acht Minuten.
Beim Läuten des Timers schreckte er zusammen. Er ging zurück in
die Küche, goss die Spaghetti ins Sieb und viel Olivenöl in den
leeren Topf.
Dann kippte er die Pasta zurück, goss noch mehr Olivenöl
darüber, wendete sie ein paar Mal mit der Spaghettizange, schöpfte
eine Portion in den Teller, tat Tomatensauce und geriebenen Parmesan
dazu und setzte sich damit an den Esstisch im Wohnzimmer.
In der angewandten Rhetorik wird von
den Zuhörern dieser filmische Erzählstil geschätzt. Er
ist nicht langweilig, weckt die Aufmerksamkeit und ermöglicht
Präsentationen ohne aufwändige zusätzliche Visualisierungen.