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Welcher Disti, welcher VAR machte letztes Jahr am meisten Umsatz? Oder ist Umsatz nicht das wichtigste Kriterium?
Die von der Fachzeitschrift 'Computerworld' veröffentlichte
Liste der umsatzstärksten ICT-Unternehmen in der Schweiz wird auch nach Kategorien unterteilt. Schaut man sich die Sparte "Distribution" an, fällt auf, dass es 2005 verglichen mit dem Vorjahr praktisch keine Veränderungen gegeben hat. Die ersten neun Positionen der Top-Ten sind identisch geblieben. Auf Platz 10 ist The Phone House vorgerückt, weil der bisherige Zehnte ACS Trading von Also gekauft wurde.
Nach wie vor führt der Emmener Disti die Liste an. Allerdings sank 2005 der Umsatz verglichen mit 2004 um 6,5 Prozent. Im letzten Ranking figurierte Also noch mit einem Umsatzplus von 10,6 Prozent. Zweitgrösster Disti bleibt Tech Data mit einem nahezu unveränderten Jahresumsatz von 559 Millionen Franken. Bronze geht an Actebis. Der Littauer Disti stagnierte umsatzmässig 2003 und 2004. Letztes Jahr schaffte das Unternehmen ein Plus von 7,3 Prozent auf fast 400 Millionen Franken. Der "schlechteste" unter den Broadlinern war 2005 Ingram Micro. Der Chamer Disti erwirtschaftete exakt gleich viel Umsatz wie 2004: 302 Millionen Franken.
Der Handy-Disti Autronic konnte am meisten zulegen. Das Umsatzplus betrug 30 Prozent auf 260 Millionen Franken. Der Supplies-Disti Ecomedia konnte wieder etwas Terrain gut machen und hat jetzt wieder einen soliden Vorsprung vor EDS. (Der Dienstleister wird seltsamerweise auch als Distributor aufgeführt.) Auf Platz 8 und 9 stehen zwei Distis, die in den vergangenen Monaten einen Wandel durchgemacht haben. COS verlor 2005 9,6 Prozent an Umsatz und wurde kürzlich von Brack Electronics gekauft. Dicom spaltete Ende 2004 das Samsung-Business ab und gab es im März 2006 vollständig auf. Der Dicom-Umsatz beläuft sich seit 2003 auf jährlich 100,7 Millionen Franken. Der Name wird nächstes Jahr zusammen mit COS von der Disti-Liste verschwinden.
Bechtle heimlicher Riese
'Computerworld' zählt Dienstleister und Netzwerkintegratoren auch zur Kategorie "Systemintegratoren", weshalb diese Liste etwas verfälscht ist und nicht die grössten zehn klassischen VARs aufgelistet sind. Angeführt wird die Liste bezeichnenderweise von Swisscom. Firmen wie T-Systems, IBM und Siemens stehen eher nicht für das, was man als Reseller bezeichnet. Trotzdem können einige Erkenntnisse daraus gezogen werden.
Zum Beispiel figuriert die Bechtle-Tochter Delec nur auf Platz 9 der 10 Top-Verlierer, weil der Umsatz um 40 Prozent auf 40 Millionen Franken zurückging. Hingegen figuriert die MTF-Gruppe auf Platz 4 der grössten Systemintegratoren, obwohl der Umsatz mit Systemintegration (HW) verglichen mit 2004 um 16,7 Prozent auf 120 Millionen Franken zurückging. Wenn man jedoch sämtliche Bechtle-Töchter zusammennimmt (Bechtle Data, CDC IT, Bechtle IT-Systemhaus, Bechtle-Comsoft-Direct, Gate Informatic, ARP Datacon und Delec), ergibt sich ein Umsatz von 473 Millionen Franken, der selbst Swisscom (292 Millionen mit Systemintegration) in den Schatten stellt.
Ein besonderes Lob sollte man trotzdem der MTF-Gruppe aussprechen. Der VAR bildete vergangenes Jahr bei einer Gesamtbelegschaft von 291 Angestellten 25 Lehrlinge aus und ist damit der einzige unter den klassischen VARs unter den Top-Ten was Lehrstellenangebot angeht. Diesen Aspekt sollte man nicht ausser Acht lassen, wenn wieder einmal geklagt wird, dass IT-Firmen zu wenig Lehrstellen anbieten. Umsätze sind nicht immer das wichtigste Kriterium. (mim)
Die 10 grössten Systemintegratoren in der Schweiz:
- Swisscom (292,0 Mio. Franken / -27,4 % Verleich zum Vorjahr)
- Ascom (72,5 / -58,0%)
(Quelle: Computerworld - "Die 500 stärksten IT-Firmen der Schweiz")