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Basel - Allgemeines
Der Zolli trauert um Gorilla-Greisin
Kati war 49 Jahre alt, als sie im Kreise ihrer ganzen Familie und ihrer Pfleger im Affenhaus starb
Von Redaktion
Die Gorilla-Greisin ist wahrscheinlich älter als 49 Jahre alt, aber auch das ist für einen Menschenaffen ein enorm hohes Alter. Foto Zoo Basel © 2010
Im Affenhaus des Zoo Basel verstarb am frühen Sonntagmorgen, 21. März 2010, die betagte Gorillafrau Kati. Sie war etwa 49 Jahre alt, was einem sehr hohen Menschenalter entsprechen würde. In den letzten Wochen wurde Kati zunehmend schwächer.
Ihr Alter kennt man zwar nicht auf den Tag genau. Sie war der letzte im Freileben - damals französisch Kongo - geborene Zolli-Gorilla. Kati verstarb nach einer kurzen Zeit des Schwächerwerdens im Kreis der Basler Gorillagruppe.
Neben sehr schlechten Zähnen und allgemeinen Altersbeschwerden könnte ein vom tierpathologischen Institut der Universität Bern festgestellter Befall mit Fuchsbandwurm zum Tod geführt haben.
In den Zoo Basel kam Kati im Jahr 1962 als Spielgefährte für die damals dreijährige Goma und den Gorillabuben Pepe. Zusammen mit dem Orang-Utan-Kind Elsie und dem Schimpansenmädchen Josephine bildeten die fünf eine Kinderspielgruppe, deren Ausgelassenheit noch manchen langjährigen Zoofreunden in lebhafter Erinnerung ist.
Als junge Erwachsene zog Kati im Jahre 1969 mit der damals achtköpfigen Gorillagruppe ins neue Affenhaus ein. Anfangs Siebzigerjahre hatte Kati ihre ersten Kinder. Als Mutter hatte sie kein Glück. Dafür entwickelte sie eine hohe Kompetenz als Teilzeitmutter an der Seite ihrer kinderreichen Kollegin Quarta.
Mit ausgeprägter Sorgfalt hat sie die ihr anvertrauten Kleinkinder jeweils betreut und zu gegebener Zeit der eigentlichen Mutter wieder zurückgegeben. Diese Qualitäten und Katis stilles Wesen bewirkten, dass Kati, wenn auch nicht ranghoch, so doch ein gutes Ansehen in der Gruppe hatte.
Mit dem Silberrücken Pepe hatte sie zeitlebens eine sehr nahe Verbindung. Nach dessen Ableben im Jahre 1999 fand sie im Kreis der ebenfalls älteren Gorillafrauen Goma und Quarta zwei Verbündete, mit denen sie sich gemeinsam gegenüber dem zuweilen aufschäumenden Temperament der rauflustigen Jugendlichen behaupten konnte.
In den letzten Tagen ist Kati merklich ruhiger geworden.
Ihr Tod hinterlässt eine Lücke. In der Gorillagruppe, namentlich an der Seite der betagten Geschwister Goma und Quarta, sowie im Zoo Basel bei allen, die diese eindrückliche Gorillapersönlichkeit über lange Jahre geschätzt haben und mit ihr verbunden waren.
Auch Tiere können trauern - so wie das Pflegerteam, in deren Beisein die Gorillagruppe im Affenhaus des Basler Zolli beim Sterben von Kati zugegen war. Foto Zoo Basel © 2010
Von Redaktion