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35 cm (ohne Raphia).
Igala
Nigeria
Holz, Leder, Raphia, Paternostererbsen
- Galerie Walu, Zürich.
- Andreas Vontobel (1931-2011), Waltalingen.
African Arts, 1996, VoL. XXIX, Galerie Walu Werbung.
Mit Sockel / with base
5,000.00 CHF
10,000.00 CHF
Die Regierungsform der Igala ist seit dem 17. Jh. die Monarchie. Der Gründerkönig Ayegba erlang damals einen wichtigen Sieg über die benachbarten Jukun und vereinigte danach die neun bis dahin unabhängigen Igala-Mela-Reiche. Jeder der neun Herrscher erhielt dabei einen Titel als Ratgeber am Hof des neuen Igala-Reiches.
Der Sieg Ayegbas über die Jukun ist sagenumworben, wobei ein Vorfall besonders hervorzuheben ist. Seine Tochter Inikpi (übersetzt etwa „des Vaters Liebe“ oder „Augapfel des Vaters“) liess sich nach einem Orakel freiwillig lebendig begraben um dem Vater den Sieg zu ermöglichen.
Die Prinzessin wird bis heute als Göttin verehrt und ihr zu ehren werden jährlich die ocho-Feierlichkeiten abgehalten. Das Fest hat zum Ziel die Ehrung des Königs und der Bestätigung seiner Macht. An diesem Anlass treten auch die neun königlichen Masken auf – jede davon repräsentiert eine der ursprünglichen Sippen, hat charakteristische Eigenschaften und einen Eigennamen. Die hier angebotene heisst epe. Sie erscheint vor dem ocho-Fest und hat als wesentlichste Eigenschaft die Fähigkeit zu heilen.
Ihre mächtige Funktion äussert sich formal z.B. in der respekteinflössenden Gestaltung des Gesichtes oder im Kraft ausstrahlenden Nacken. Aber auch die Attribute der aus Holz gefertigten Maske – der tiefschwarze Überzug aus Leder und die Frisur aus giftigen Paternostererbsen – dienen der Steigerung des therapeutischen Wertes dieses Kraftobjektes. Die Maske ist so, dass sie letztlich nicht beschrieben werden kann. Sie ist ihrem Wesen nach durch etwas begründet, das sich nicht direkt erschauen lässt. Es ist etwas dahinter Liegendes, das jenseits aller vordergründigen Abwandlungen liegt.
Die Igala sagen „epe soll über die Berge weinen und die Igala-Gesellschaft mit Tau bedecken“. Gemeint sind damit Trauer, Heilung und Neuanfang. Jeder den die Maske bei Ihrem Tanz mit der rechten Hand berührt soll dem Glauben nach von seinen Krankheiten erlöst werden. Im Gegenzug verlangt die Gestalt Opfer in Form von Ziegen, Hühnern und Kolanüssen, alles Gaben die auch zum Gelingen des späteren Hauptfestes beitragen.
Für den Sammler afrikanischer Kunst handelt es sich um eine erstklassige seltene Maske, aber auch jeder Kunstliebhaber wird von Ihrem Anblick beeindruckt sein. Sie besticht in ihrer Ausführung durch eine schlichte, klare und präzise Linienführung.
Weiterführende Literatur:
Neyt, François / Désirant, Andrée (1985). Les Arts de la Benue. Tielt: Editions Hawaiian Agronomics.
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