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François Nordmann, gebürtiger Freiburger und Absolvent unserer Universität, kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Diplomat zurückblicken. Anlässlich des Dies Academicus am 15. November 2021 wird er zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät ernannt.
Der Ehrendoktor François Nordmann ist fest im Kanton Freiburg verwurzelt. Eine Maturität am Kollegium St. Michael und ein Jurastudium an der Miséricorde reichen für seine Leidenschaft für internationale Fragestellungen jedoch nicht aus. Es ist daher naheliegend, dass er sich seine Karriere am Graduate Institute of International Studies in Genf und später im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten als persönlicher Mitarbeiter der Bundesräte Pierre Graber und Pierre Aubert aufbaut.
Seine internationale Karriere führt ihn zunächst zur UNO-Mission in New York, bevor er zum Schweizer Botschafter in Guatemala ernannt wird. Er ist auch in den anderen fünf spanischsprachigen Ländern Zentralamerikas akkreditiert.
Später wird er zum Ständigen Delegierten der Schweiz bei der Unesco in Paris ernannt und anschliessend als Leiter der Direktion für internationale Organisationen nach Bern zurückgerufen. Er wird nacheinander Schweizer Botschafter im Vereinigten Königreich, Leiter der Ständigen Vertretung der Schweiz in Genf und dann Botschafter in Frankreich.
Nach der Pensionierung bleibt François Nordmann im öffentlichen Leben aktiv. Er präsidiert das Internationale Filmfestival Freiburg. Als Präsident der Jean und Bluette Nordmann Stiftung, die das Andenken an seine Eltern ehrt, vergibt er Stipendien an Studierende der Universität Freiburg, die ein Semester an der Hebräischen Universität Jerusalem verbringen möchten, und an Studierende der Hebräischen Universität Jerusalem, die ihr Studium an der Universität Freiburg fortsetzen möchten. Er ist nicht nur von seinen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch von der politischen, akademischen und der Medienwelt anerkannt. Sehr aktiv auf europäischer Ebene veröffentlicht er regelmässig Chroniken, in denen er über die Europapolitik der Schweiz spricht, zur ausländischen Politik in der Tageszeitung Le Temps.
Ein Wirrwarr von Anekdoten...
Wenn François Nordmann von seinem Leben erzählt, ist es, als würde man in eine Abenteuergeschichte eintauchen. Wir erleben die politischen Kämpfe des Freiburger Gemeinderats, in dem er 1974 bis 1980 als gewählter Sozialist sass. Wir reisen in seinen diplomatischen Missionen durch Lateinamerika: Nicaragua, El Salvador, Costa Rica, Panama. Wir begleiten ihn im Aufzug der Schweizer Botschaft in London in den ersten Stock, wo er als junger Praktikant den Pressespiegel für den Botschafter im Amt vorbereitet, bis in den vierten Stock, wo er selbst das Amt des Schweizer Botschafters in Grossbritannien innehatte.
... und ein Konzentrat an Zeitgeschichte
Wenn François Nordmann über sein Berufsleben spricht, gleicht dies einem Crashkurs in Geschichte. Als Student begleiten wir ihn zu einer Demonstration für die Gründung einer Mensa an der Universität Freiburg. Mit ihm erleben wir den Fall der Mauer "von innen", wie sie bei der Unesco erleben werden konnte. Wir setzen uns für die Aufrechterhaltung des Sitzes der Welthandelsorganisation in Genf im Jahr 2000 ein. Und wir entdecken den Vertrag von Freiburg, besser bekannt als der "Ewiger Frieden", anlässlich seines 500-jährigen Jubiläums im Jahr 2016 neu. Im Jahr 2020 erinnert man sich den 75. Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz mit.
1965 marschierten 2’000 Studierende, darunter François Nordmann, durch die Strassen von Freiburg, um den Bau einer Mensa an der Universität zu fordern.
2002 überreichte Seine Exzellenz François Nordmann sein Beglaubigungsschreiben an den Präsidenten der Französischen Republik, Jacques Chirac.