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Mit einer Anhängerschaft von schätzungsweise 500 Millionen Menschen ist der Buddhismus die viertgrößte der großen Weltreligionen. Die größte Verbreitung hat der Buddhismus im asiatischen und südostasiatischen Raum. Auch in westlichen Ländern gibt es Anhänger dieser Lehre und Religion, buddhistische Zentren und Vertreter der verschiedenen Schulen des Buddhismus.
Ursprünglich in Indien entstanden wurde dort der Buddhismus vom Hinduismus stark verdrängt. Der Buddhismus stützt sich im Wesentlichen auf die Lehren von Siddhartha Gautama, dem indischen Buddha aus dem 5./4. Jahrhundert v. Chr., der als der historische Buddha bezeichnet wird. Den Titel Buddha erhielten innerhalb der buddhistischen Lehre noch zahlreiche andere Persönlichkeiten.
Der Buddhismus blickt auf eine Geschichte von etwa 2.500 Jahren zurück. Die buddhistische Lehre geht auf Siddhartha Gautama aus Nordindien zurück. Dieser war ein Sohn aus reichem Hause, der etwa im 29. Lebensjahr erkannte, dass sich Glück und Erkenntnis nicht auf Reichtum stützen können. Nachdem er in gehobenen Ämtern tätig war, begab er sich auf Wanderschaft, wirkte als Berater für viele Regierungsstellen, vorwiegend jedoch war er Studierender und Lehrer.
Im Laufe seiner Studien und Erkenntnisse kam er zu der Einsicht, dass der beste Weg der Weg der Mitte sei, fern von Extremen wie absoluter Askese und absolutem Gedankengut und Dogma. Etwa im 35. Lebensjahr soll ihm die Erleuchtung zuteil geworden sein. Nach diesem Erwachen begann er die Prinzipien und Weisheiten der buddhistischen Lehre zu verfassen. Er starb im Alter von 80 Jahren und trat nach buddhistischer Ansicht in das Nirvana, die Welt ohne Leid, ein. Die Schüler des historischen Buddhas in Indien setzten seine Lehren im praktischen Leben um und verbreiteten die Lehre im Indien und angrenzenden Ländern. Im Laufe der Jahrhunderte gab es sechs buddhistische Konzile, auf denen die Lehren jeweils bestimmten Regelungen angepasst wurden. Dabei verfestigten sich auch Traditionen und Riten des Buddhismus und er wurde weit über die indischen Grenzen hinaus verbreitet.
Der Titel Buddha bedeutet so viel wie „der Erwachte“ und kommt sprachlich aus dem Sanskrit. Ein Erwachter ist ein Mensch, der den inneren Weg zur Erlösung von Leid und Wiedergeburt gefunden hat. Der Titel ist also nicht an eine Person, sondern an das Erreichen einer geistigen Ebene gebunden. Im Buddhismus gibt es drei Arten von Buddhas.
Der Samyaksambuddha – er verkörpert den vollkommen Erwachten, der die Lehre weiter verbreitet
Der Pratyekabuddha – er ist ein Einzel-Erwachter, der die höchste Erkenntnis erreicht hat, sie jedoch nicht lehrend verbreitet
Der Sravakabuddha – er ist als ein Hörer der Lehre erwacht, kann sie anschließend weiter verbreiten
Innerhalb des Buddhismus können also viele Menschen zu der Bezeichnung als Buddha gelangen.
Grundlagen des Buddhismus basieren auf den vier edlen Wahrheiten und dem achtfachen Pfad zur Befreiung von allen Leiden. Den achtfachen Pfad zu den vier edlen Wahrheiten muss jeder einzelne Buddha gehen.
Die buddhistische Auffassung geht, wie auch der Hinduismus, von der ständigen Wiedergeburt aus. Der Kreislauf der Wiedergeburt vollzieht sich bis zum dem Punkt, an dem ein Mensch das Stadium der höchsten Erwachung und Erlösung erfährt. Ist er auf der Basis der vier edlen Wahrheiten und über den achtfachen Pfad mit dem Ziel höchster Vervollkommnung zum geistigen Erwachen gelangt, erreicht er das Nirwana. Das Nirwana ist ein Zustand, der frei von allem gekannten Leid ist.
Unterschiedliche Richtungen haben sich beim Buddhismus entwickelt. Das hängt u.a. davon ab, dass sich die buddhistische Lehre auf verschiedenen regionalen Wegen verbreitet hat. In die neue Lehre flossen in den Ländern und Regionen dann eigene Traditionen, aber auch unterschiedliche Sichtweisen ein. So bildeten sich einige Schulen heraus, die sich in bestimmten Punkten voneinander unterscheiden.
Besonders starke Verbreitung fand der Buddhismus unter der Herrschaft des Königs Ashoka. Diese sandte seine Beauftragten in Länder alle Richtungen von Südostasien bis nach Japan, aber auch in den vorderen Orient und bis nach Ägypten. Mit diesen Reisenden wurde auch der Buddhismus in die Welt getragen. Je nach nationalen Besonderheiten entwickelten sich so in Japan der Zen Buddhismus, in China der Chan Buddhismus, in Tibet, Nepal, der Mongolei und Bhutan entstand die buddhistische Richtung Vajrayana, die traditionelle Lehre des Theravada breitete sich besonders in Sri Lanka und einigen Ländern Südostasiens aus.
In der Wechselwirkung verschiedener buddhistischer Schulen und Zentren, aber auch mit anderen Religionen der Regionen und Länder, entstanden verschiedene philosophische und religiöse Denkweisen. Die Lehren des historischen, indischen Buddhas und seiner Nachfolger schufen auch die Voraussetzungen für eine vielseitige Entwicklung, da der Buddhismus kein Dogma predigt. Es gibt keine strenge Vorschrift zur Ausübung der Religion und Verbreitung ihrer Lehre. Die geistige Entwicklung wird nicht in einen engen Rahmen von festgeschriebenen Vorschriften und rituellen Pflichten gepresst. Kaum eine andere Religion ist der jeweiligen Zeit und den unterschiedlichen nationalen und gesellschaftlichen Bedingungen so anpassbar wie der Buddhismus, der das Streben nach vielfältiger geistiger Erkenntnis vor Augen hat.
Bei aller geistigen Versenkung und auch asketischen Übungen feiern die Buddhisten viel und gern. Die buddhistischen Feste richten sich nach dem Mondkalender. Das höchste Fest ist das Vesakh-Fest, die Feier von Geburt, Erleuchtung und Tod des Buddha. Aufwendig werden die nationalen Neujahrsfeste begangen, so das tibetische Neujahrsfest im Februar/März, das vietnamesische im Januar/Februar oder das Wasserfest der Burmesen.
Beim Juli-Vollmond wird der Dhammacakka-Tag gefeiert, in den ostasiatischen Ländern gibt es zahlreiche Ahnenfeste, und in Ländern, die dem Theravada-Buddhismus anhängen wird im Herbst mit dem Ende der Regenzeit Pavarana gefeiert. Da der Buddhismus keine dogmatische Religion, sondern gleichzeitig eine tiefgehende Philosophie ist, brachte die Lehre zahlreiche Weisheiten hervor. Die buddhistischen Weisheiten beziehen sich immer auf eine gute Lebensführung, die so gut wie möglich den erstrebenswerten Idealen angepasst sein soll. Viele buddhistische Weisheiten sind von hoher Allgemeingültigkeit. Einige davon lauten:
„Die Aufmerksamkeit, die sich aus dem Schenken von Respekt ergibt, verändert unsere Art und Weise, mit der Gesellschaft umzugehen.“
„Sich mit anderen zu freuen, ohne Neid, ohne Missgunst, ist eine Gabe, die man nur selbst in sich entwickeln kann und soll …“
„Unterschätze niemals Deine Träume! Du musst einen Pakt mit ihnen schließen. Sie sind die Quelle einer unerschöpflichen Kraft …“
„Wenn die Geduld und die Toleranz von der Neigung Abstand nehmen, fest und unbeugsam zu bleiben, dann müssen wir das nicht als ein Zeichen von Schwäche und des Zurücksteckens sehen, sondern vielmehr als ein Zeichen innerer Kraft.“
Im Vordergrund der buddhistischen Religion und Philosophie steht die Schulung des Geistes. Der Buddhismus zeichnet sich als Lehre der Weisheit und Achtsamkeit durch Toleranz und das Fehlen von Dogmen aus. Die buddhistische Lehre rät demnach vor allem von Radikalismus ab und distanziert sich dabei deutlich von Extremen wie der Askese oder dem Hedonismus. Gemäß der edlen vier Wahrheiten und den Pfaden des Buddhismus kann also nur derjenige das Bodhi für sich erfahren, der sich von strikten Einschränkungen löst und ein allumfassendes Denken entwickelt.
Wer den Buddhismus als Schulung des eigenen Geistes versteht, der erkennt schnell, dass sich ihm bei allem Handeln und Denken ein mittlerer Weg bietet, den zu beschreiten die Lehre des Buddhismus zum Ziel hat.