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Mit etwas Glück zwar, aber erfolgreich hat Rubens Bertoglati die Führung im Gesamtklassement der Tour de France in der 2. Etappe in Saarbrücken verteidigt.Dieser Inhalt wurde am 08. Juli 2002 - 19:57 publiziert
Tagessieger wurde im Massenspurt Weltmeister Oscar Freire (Sp) vor Robbie McEwen (Au) und Erik Zabel (De). Bertogliati erreichte das Ziel als 29. im Feld zeitgleich mit Freire und liegt im Gesamtklassement nun zwei Sekunden vor Zabel und je 0:03 vor Laurent Jalabert (Fr) und Lance Armstrong (USA).
Zabel verpasste vor heimischem Publikum den anvisierten Spurtsieg und die Übernahme der Gesamtführung. Wäre der Sprinter Erster oder Zweiter geworden, hätte er Bertogliati dank den Zeitgutschriften für die Besten im Ziel das "Maillot jaune" entrissen und zugleich dem durch den Drogenfall Jan Ullrich arg gebeutelten Team Telekom ein Erfolgserlebnis verschafft.
Glücklicher Bertogliati
"Glück für mich, Pech für ihn", sagte der 23-jährige Bertogliati nach dem Rennen. Der Tessiner hatte sich im Finale stets an der Spitze aufgehalten, um Stürzen auszuweichen, und den letzten Kilometer wie 24 Stunden zuvor bei seinem Triumph in Luxemburg als Erster passiert. "Ich hatte nicht vor mitzusprinten. Das kann ich nicht. Aber es ist in solchen Fällen von Vorteil, vorne postiert zu sein", sagte Bertogliati weiter.
In der 181 km langen Etappe von Luxemburg ins deutsche Saarland machte es Bertogliati mithin besser als sein Tessiner Landsmann Giovanni Rossi vor 51 Jahren, der das "Maillot jaune" nach dem Sieg in der Startetappe in Reims im zweiten Teilstück wieder weiter reichen musste. Bertogliati ist nach Michel Frederick, Paul Egli, Ferdi Kübler, Rossi, Hugo Koblet, Fritz Schär, Erich Mächler und Alex Zülle der erst neunte Schweizer im Gelben Trikot seit der ersten Tour de France 1903.
"Schönster Tag"
Bertogliati konnte so seinen "vermutlich schönsten Tag als Sportler", wie er am Start sagte, um 24 Stunden ausdehnen. Besonders beeindruckt sei er gewesen, als ihm Armstrong zum Sieg in Luxemburg gratuliert habe. Geschlafen habe er ab Mitternacht gut, und auch mit dem Rummel sei er zurecht gekommen.
Die Sprinter sind Bertogliati im Gesamtklassement mittlerweile jedoch bedrohlich nahe gerückt. Der Tessiner gab sich vor der 3. Etappe, einem Flachstück über 174,5 km von Metz nach Reims, denn auch keinen Illusionen hin: "Nach dem vielen Glück in der 2. Etappe käme es schon so etwas wie einem grossen Lotto-Gewinn gleich, wenn ich am Dienstag nochmals reüssieren könnte." Spätestens am Mittwoch im Mannschafts-Zeitfahren müsste er die Gesamtführung ohnehin preis geben.
swissinfo und Daniel Good (Si)
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