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Posten 6: Die Farnsburg
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Skizze von Georg Friedrich Meyer ca. 1680, Staatsarchiv Baselland
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Abschrift des gesprochenen Texts:
«Der Ruf nach «Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit» der Französischen Revolution hallte mit einiger Verspätung bis in die Schweiz. Im Jahr 1790 hob der Grosse Rat von Basel die Leibeigenschaft auf, aber die meisten Steuern und Abgaben blieben bestehen. In den ersten Januartagen im Jahr 1798 flammten wieder Unruhen auf in der Landschaft. Die Bevölkerung begehrte auf, es gab erste Volksversammlungen im Baselbiet und Uneinigkeit im Grossen Rat der Stadt, wie man darauf reagieren sollte. In Liestal wurde ein Freiheitsbaum errichtet. Am 17. Januar schliesslich zog eine Horde junger Männer los und brannte das Schloss Waldenburg nieder. Vier Tage später wurde das Schicksal eines weiteren Landvogtsitzes besiegelt, der Symbol war für jahrhundertelange Macht und Unterdrückung der ländlichen Bevölkerung: Dieser Landvogtsitz war die Farnsburg. In der Nacht, als aufständische Bauern die Farnsburg stürmten, musste der dort regierende Landvogt Hagenbach der Sage nach fliehen. Er sei – ein kleiner, buckliger Mann, der er war – in eine Hutte gepackt und so ins Tal getragen worden.
Obwohl viele alte Geschichten den Sachverhalt so oder ähnlich darstellen, sieht die historische Wahrheit des Sturms auf die Farnsburg etwas anders aus. Der Landvogt Hagenbach geriet nämlich nicht in direkten Kontakt mit der revoltierenden Landbevölkerung. Zwar kochte der Zorn auf, und die Menschen hatten genug von der Knechtung durch den Landvogt. Aber Hagenbach liess die Farnsburg schon drei Tage vor dem Sturm in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar räumen. Nachdem die Waldenburg in Flammen aufgegangen war, konnte er bereits erahnen, wie es mit seiner Burg enden würde. Als die aufgebrachten Bauern schliesslich auf den Farnsberg zogen, war das Schloss bereits verlassen. Nachdem sie in den Schlosshof eingedrungen waren, hat gemäss späteren Aufzeichnungen einer gerufen: «Mir wei jetz mitem Landvogt Abrächnig halte und ihm d Audienzstube heize», und ein anderer habe gesagt: «Mir si keini Lyybeigene me, d’Stadt het ois nüt me z befähle, mir wei hütt no em Hafe der Deckel ablüpfe.»
Dann nahmen sie aus dem Schloss mit, was sie brauchen konnten, leerten den Weinkeller und legten Feuer. Die stolze Burg brannte nieder. Vom verhassten Symbol der Unterdrückung blieb nur eine Ruine – gleich wie von den beiden anderen Landvogtsitzen Waldenburg und Homburg. In den folgenden Jahrzehnten benutzten die Bewohner der umliegenden Dörfer sie als Steinbruch, um ihre eigenen Häuser zu bauen. Auch Türen, Balken und weiteres Baumaterial aus der Farnsburg soll noch heute in verschiedenen alten Häusern verbaut sein, auch in Buus.»