Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03464.jsonl.gz/1259

Die Reaktion der türkischen Regierung auf den Umsturzversuch behindere die erwarteten Reformen und die Rechtsstaatlichkeit. Die Türkei bewege sich weiterhin "in einem fragilen finanziellen und geopolitischen Umfeld", erklärte die Ratingagentur. Ihre "äussere Verletzbarkeit" habe zugenommen, sowohl in den vergangenen zwei Jahren als auch in jüngster Zeit wegen unvorhersehbarer politischer Entwicklungen.
Moody's verwies auf den starken Rückgang der Tourismuseinnahmen infolge eines russischen Embargos und zunehmender Anschläge in der Türkei. Dies habe die Zahlungsbilanz geschwächt. Der Tourismus macht 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.
Gleichzeitig seien die Auslandsschulden von Regierung, Unternehmen und Bankensektor gestiegen, in diesem Jahr seien noch Zahlungen in Höhe von rund 159 Milliarden Dollar fällig, erklärte Moody's weiter. Diesem hohen Finanzierungsbedarf stünden plötzliche Schwankungen des Vertrauens der Investoren gegenüber, das in den vergangenen 18 Monaten "schwach und unbeständig" gewesen sei.
Die Türkei scheine den Putschversuch im Juli in finanzieller Hinsicht zwar gut überstanden zu haben, erklärte Moody's. Die Gefahr einer Zahlungsbilanzkrise sei aber wegen des erhöhten Finanzierungsbedarfs, höherer innenpolitischer Risiken und der anhaltenden geopolitischen Bedrohungen gestiegen.
Bei der Ratingagentur Fitch ist derweil die Bonität Sloweniens hochgestuft worden. Die langfristigen Verbindlichkeiten des Eurolandes würden nun mit "A-" nach zuvor "BBB+" bewertet, teilte die Agentur am Freitag mit. Der Ausblick sei stabil. Fitch gehe davon aus, dass die Verschuldung Sloweniens in diesem Jahr sinken werde. Zudem dürfte das Staatsdefizit schrumpfen.
Deutschland behielt seinerseits bei Fitch das Spitzenrating "AAA". Die bestmögliche Einstufung spiegele Deutschlands starke Finanzinstitutionen und die breit aufgestellte, von hoher Wertschöpfung geprägte Wirtschaft wider, teilte die Agentur am Freitag mit. Der Ausblick sei stabil.
Für das laufende Jahr sagte Fitch für Deutschland ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent voraus, für 2017 und 2018 von je 1,4 Prozent. Die vielen Flüchtlinge, die Deutschland aufgenommen habe, würden einen leicht positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben, hiess es zudem. Es werde aber Zeit brauchen, um die Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
(SDA)