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Haller-Wild und Struve. Nach der Befreiung der Waadt bekleidete diese Stelle ein nicht minder berühmter Mann, Jean de Charpentier. Die genannten, zumeist aus dem 17. Jahrhundert stammenden Veröffentlichungen liessen die geologischen Gesichtspunkte keineswegs ausser Betracht und wiesen das salzführende Gestein mit Recht der Trias zu, d. h. der gleichen Formation, der auch die Mehrzahl der ähnlichen Vorkommnisse Central-Europas angehören. Das Liegende wird dem damaligen Sprachgebrauch entsprechend als Uebergangsgebirge (terrain de transition, Grauwacke) bezeichnet. Bald entdeckte de Charpentier in verschiedenen am Fondement, am Fenalet und an anderen Orten zu Tage tretenden Schiefer- und schwarzen Kalksteinbänken Liasfossilien, was ein neuer Beweis dafür war, dass das salzhaltige Gestein der Trias zuzuteilen sei. Diese besteht hier aus mächtigen Schichten von grauem Anhydrit mit krystallinisch-körniger Struktur, der aber an der Oberfläche oft bis 30 m tief, immer in Gyps umgewandelt ist.
Ausser Anhydrit u. Gyps finden sich Bänke von grauem Kalkdolomit, der oft mit dem Anhydrit wechsellagert u. dann infolge von durch Dislokationen hervorgerufenem Druck zertrümmert ist und mit dem Anhydrit zusammen eine Dolomitbreccie mit Anhydrit-Cement bildet. In andern Fällen kann die Zertrümmerung und Zersetzung der Dolomitbänke die Bildung eines eigenartigen, tuffähnlich aussehenden Gesteins veranlassen, der sogenannten Rauchwacke oder Zellendolomite (Cornieule).
In den Anhydritschichten nun finden sich die Salzlager. Während das reine Steinsalz in den Rheingegenden, Schwaben und im französischen Jura Schichten von 10-20 m Mächtigkeit bildet, findet es sich in Bex als Bestandteil eines grobkörnigen Gesteins (roc salé), das aus einem Gemisch von thonigen und dolomitischen Gesteinsbrocken mit zerriebenem Anhydrit besteht und in seinen Zwischenräumen das Steinsalz im Verhältnis von 25-30% zum Gewicht des Gesteins einschliesst.
Das Ganze ist eine Dislokationsbreccie, hervorgegangen aus der Zertrümmerung von ursprünglich wechsellagernden Schichten von Salz, Anhydrit, Dolomit und Thonstein. Diese salzführende Breccie bildet mitten in Anhydritbänke eingekeilte, beinahe saiger stehende Linsen von 20-40 m Mächtigkeit auf 100 und mehr Meter Länge und Höhe. Heute werden vier dieser Massen ausgebeutet; andere unter dem Plateau von Chesières liegende bilden für die Zukunft eine kostbare Reserve.
Man kennt in der Umgegend von Bex kein Gestein, das älter wäre als die Trias. Die von Struve als Grauwacke bezeichneten Conglomerate und Schiefer haben sich als tertiären Alters erwiesen! Die hier aufgetretenen Dislokationen spotten in ihrer Mannigfaltigkeit jeder Einbildungskraft. Der Lias scheint ganz in der Trias eingewickelt zu ¶