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Die prachtvollen Villen im Stil der Bäderarchitektur, die auch heute noch ihren besonderen Reiz auf das Ostseebad ausüben, stammen noch aus der Blütezeit Sellins zwischen 1896 und 1912. Ebenso wie die Villen entstammt auch die breite Promenade, die berühmte Wilhelmstraße, dieser Periode, welche direkt auf die bekannte Seebrücke sowie eine herrliche Bucht mit feinem Ostseestrand führt.
Bei einem Spaziergang entlang der Wilhelmstraße kann man Sellins schönste Villen bewundern. Daneben finden sich die meisten Hotels und Geschäftes des Ortes; viele mit herrlichen Terrassen versehen, von denen man den tollen Ausblick auf den pittoresken Baustil der Bäderarchitektur genießen kann. Da die Wilhelmstraße etwas ansteigend in Richtung Seebrücke verläuft, hat man von dort einen phantastischen Blick auf die Ostsee und die etwas unterhalb liegende Seebrücke. Über die als Himmelsleiter genannte Treppe gelangt man über 99 Stufen nach unten. Für weniger Wagemutige gibt es aber auch einen Lift links der Treppe.
Die Geschichte der längsten Seebrücke Rügens begann mit ihrer Erbauung 1906. Vor ihrer Errichtung konnten die Badegäste, die damals von Berlin nach Stettin reisten und mit einem der großen Dampfschiffe nach Sellin fuhren, nur mit Segelbooten von diesen an Land gebracht werden. Da dieses Unterfangen jedoch einige Unfälle, teilweise mit Todesfolge, mit sich zog, entschied man den Bau einer Seebrücke. Ursprünglich ragte das Bauwerk über 500 m weit in die Ostsee. Wie auch die vielen anderen Seebrücken auf Rügen war auch diese durch Stürme und Eisgang im Laufe ihrer langen Geschichte stark beschädigt und zweimal sogar vollständig zerstört worden. Nach ihrem Wiederaufbau nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf der Seebrücke eine beliebte Tanzgaststätte eröffnet. Wegen Verrottung musste die Seebrücke jedoch Ende der 70er-Jahre abgerissen werden. Aus Mangel an finanziellen Mitteln wurde erst 1998 nach dem historischen Vorbild aus 1927 der aufwändige Neubau der Brücke mit einer Gesamtlänge von nun 394 m feierlich eingeweiht und so erhielt Sellin sein Wahrzeichen und Rügen eine seiner schönsten Sehenswürdigkeiten zurück.
Heute befindet sich auf der Seebrücke neben einem Café und einer Bierbar ein ausgezeichnetes Restaurant, das auch bei schlechtem Wetter eine Attraktion wert ist. Denn durch die riesigen Panoramafenster kann man während des Essens das tobende Meer beobachten. Bei schönem Wetter lädt die herrliche Terrasse zum Verweilen ein und bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Sonnenuntergang.
Beim Verlassen der Seebrücke Richtung Süden bietet es sich an, einen wunderschönen Strandspaziergang zu unternehmen. In einer kleinen Bucht gelegen findet man den breiten und feinsandigen Südstrand, der sich bis zu den Seebädern Göhren und Baabe erstreckt und zu den schönsten Badestränden der Insel gehört.