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Die Entstehung des Schwägalp-Schwinget
Bergschwinget sind im Appenzeller Kantonal Schwingerverband nichts Neues und waren schon im Jahre 1920 ein Thema.
Auszug aus dem Protokoll vom 9. Mai 1920:
Eine ausserordentliche Hauptversammlung des Appenzeller Kantonal - Schwingerverbandes fasst folgende Beschlüsse:
«Der Schwingerverband sei ab sofort selbstständig. Es kommt neue Rasse in den Verband, einer Vereinbarung mit Josef Fuster Besitzer der Hochalp ob Urnäsch, es soll ab sofort in gewissen Intervallen ein Bergschwinget auf der Hochalp stattfinden, wird zugestimmt.»
Ende Protokoll !!!
Schon ein Jahr später im Jahr 1921, fand das erste Bergschwinget auf der Hochalp statt, 1922 wurde dieser Bergschwinget ebenfalls durchgeführt, anschliessend trat eine längere Pause ein.
Im Jahr 1927 hatte der Kant. Verband keinen Bewerber für den Kantonal Schwingertag, kurzerhand beschloss der Kant. Vorstand, den Kant. Schwingertag auf der Hochalp durchzuführen.
Mit dem Kant. Schwingertag 1927 war die Aera Hochalp - Schwinget abgeschlossen, der damalige Kant. Präsident Alfred Kündig, musste einsehen, dass ein Schwingfest auf der Hochalp keine Zukunft hatte.
In der gleichen Zeit hat im Weissbad, der Wiisbadschwinget stattgefunden. Der Wiisbadschwinget hat schon vor der Gründung des Appenzeller Kantonal Schwingerverbandes 1910 stattgefunden. Aus unbekannten Gründen wurde von 1909 bis 1922 kein Wiisbadschwinget mehr durchgeführt. 1922 wurde der Initiant Willi Jakober aktiv, und liess den damals sehr bekannten Wiisbadschwinget 1923 wieder aufleben, dieses Aufleben war von kurzer Dauer, 1924 und 1926 fand der Wiisbadschwinget noch statt, dann war er endgültig Vergangenheit.
Schon lange Zeit hat sich Alfred Kündig, inzwischen Kantonal Ehrenmitglied, Gedanken gemacht, die altbekannten Schwingfeste Hochalp und Wiisbad in einer anderen Form wieder aufleben zulassen. Die Begründung war, seit dem Verschwinden vom Hochalp- und Wiisbadschwinget “habe es im ganzen NOS Verband kein Bergschwinget mehr von Bedeutung.” 1950 hat sich der Schwingklub Herisau für den Kant. Schwingertag mit Austragungsort Schwägalp beworben. Somit ist der Gedanke Schwägalp - Schwinget Realität.
Noch im gleichen Sommer 1950 fand auf der Schwägalp bei allerschönstem Wetter und vor der unbeschreiblichen Säntiskulisse der Kant. Schwingertag statt, 1954 und 1957 fanden auf der Schwägalp weitere erfolgreiche Kant. Schwingertage statt. Die Idee von Kant. Ehrenmitglied Alfred Kündig war, auf der Schwägalp alljährlich ein Bergkranzfest durchzuführen mit dem gleichen Stellenwert wie dazumal schon Brünig, Rigi, Stoos und Schwarzsee.
Die Initianten vom Schwing und Aelplerfest Schwägalp waren 1957 mit der Unterstützung des Kant. Vorstandes an den NOS Verband gelangt und haben das Gesuch, alljährlich auf der Schwägalp ein Bergschwinget mit Kranzabgabe durchzuführen, eingereicht.
Zur gleichen Zeit wurden beim NOS Verband noch zwei weitere Gesuche aus Unterverbänden im NOS Gebiet mit der gleichen Idee eingereicht. Somit konnten sich die Delegierten der NOS DV nicht entscheiden, das Gesuch Schwägalp an den Eidgenössischen Schwingerverband weiter zuleiten, somit war die ganze Sache «Schwägalp» für viele Jahre stillgelegt.
Im Dezember 1994 beschlossen Ernst Schläpfer und Niklaus Hörler ein Bergschwinget mit Kranzabgabe im Gebiet des Appenzeller Kantonal Schwingerverbandes aufleben zulassen. Begründung: Der Nordostschweizerische Schwingerverband hat im ganzen Verbandsgebiet kein Bergschwinget mit Kranzabgabe und somit sind die Aktivschwinger des NOS Verbandes mit den Startplätzen an Bergschwingfesten mit Kranzabgabe benachteiligt. Unsere Devise war immer, im ganzen Eidg. Schwingerverband gleiche Pflichten, gleiche Rechte.
An der Abgeordnetenversammlung des ESV 1995 hat eine Statutenrevision stattgefunden. In dieser Revision war auch ein Abschnitt enthalten, je ein Bergkranzfest in der Nordwest und Nordostschweiz zu ermöglichen. Dieser Abschnitt wurde abgelehnt, mit der Begründung man wolle «die Katze nicht im Sack kaufen,» man wolle zuerst wissen wie und wo die Bergkranzfeste durchgeführt werden sollen.
Somit hat der App. Kantonal Schwingerverband 1998 auf der Schwägalp den Kant. Schwingertag als Probeanlass für ein Bergschwinget organisiert. Dieser Anlass war ein voller Erfolg und hat uns bestätigt, dass die Schwägalp der richtige Ort für ein Bergschwinget in der Nordostschweiz ist. Im Herbst 1998 wurde der Antrag, alljährlich ein Bergschwinget mit Kranzabgabe auf der Schwägalp durchzuführen, an den NOS Verband zur Weiterleitung an den ESV eingereicht. Der gleiche Antrag wurde auch vom OK Rickenschwinget mit Festort Ricken eingereicht. Somit mussten die Delegierten an der NOS DV im Januar 1999 eine Standortbestimmung vornehmen. Das Resultat fiel klar auf den Festort Schwägalp.
Der Antrag Bergschwinget mit Kranzabgabe auf der Schwägalp wurde an den ESV zu Handen der AV 1999 in Langnau im Emmental weitergeleitet.
An der AV in Langnau erhielt unser Antrag wohl Stimmenmehrheit, aber nicht die nötige 2/3 Mehrheit.
Somit standen die Initianten des Schwägalp-Schwinget und der NOS Verband vor neuen Aufgaben.
Im Laufe 1999 kam der Zentralvorstand des ESV zur Ueberzeugung, dass ein Bergschwinget mit Kranzabgabe im NOS Verband gerechtfertigt wäre.
Der Zentralvorstand stellte an der AV 2000 in Muttenz den Antrag, versuchsweise für drei Jahre dem Nordwestschweizer- und Nordostschweizer Schwingerverband an den Bergschwinget Weissenstein und Schwägalp die Kranzabgabe zu bewilligen. Diesem Antrag wurde mit der 2/3 Mehrheit zu gestimmt.
In der Zwischenzeit hatten der App. Kant. Schwingerverband und der Toggenburger Schwingerverband für die Organisation Schwägalp-Schwinget Zusammenarbeit beschlossen.
Nach der AV vom 4./5. März 2000 in Muttenz wurde sofort ein OK - Schwägalp-Schwinget gegründet, mit Mitgliedern zu gleichen Teilen aus den Verbänden Appenzell und Toggenburg.
Am 27. August 2000 durften wir in die Versuchsphase starten und am 18. August 2002 die Versuchsphase mit einem wunderbaren Bergschwinget erfolgreich abschliessen.
An der AV vom 1./ 2. März 2003 in Erstfeld wurde der definitiven Aufnahme des Schwägalp-Schwinget mit grossem Mehr zugestimmt, somit hat das Schwägalp - Schwinget seinen festen Platz in den Statuten und im Festkalender des ESV.
Am 17. August 2003 konnten wir bei allerschönstem Festwetter und einem Zuschaueraufmarsch von über 7000 Besucherinnen und Besuchern und mit Ehrengast Bundesrat Samuel Schmid in die definitive Aera Schwägalp -Schwinget starten.
Das Schwägalp-Schwinget in der wunderschönen Arena am Fusse des Säntis, mitten in der Appenzeller und Toggenburger Bergwelt, hat einen hohen Stellenwert bei der ganzen Bevölkerung in der Region und weit über die Verbandsgrenzen hinaus.
Im Jahr 2009 wurde das Schwägalp-Schwinget als erster nicht eidgenössischer Anlass den ganzen Tag live im Schweizer Fernsehen übertragen.
Das Schwägalp-Schwinget vom 19. August 2012 mit 12'200 Zuschauer wurde in der Fachpresse als Fest des Jahres bezeichnet.
Die Trägerverbände Appenzell und Toggenburg gründen am 5. Januar 2013 im tiefen Winter auf der Schwägalp den Verein Schwägalp-Schwinget.
Mit grosser Freude wurde das Schwägalp-Schwinget im Jahr 2015 durch das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS als Anlass von nationaler Bedeutung aufgenommen.
Es möge das Schwägalp-Schwinget so positiv weiter leben wie es gestartet ist.
Für das gesamte OK, der Präsident
Niklaus Hörler