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Shōtōkan “Haus des Pinienrauschens“
Der Begriff Shōtōkan bezeichnet eine bestimmte Stilrichtung im Karate, die von Gishin Funakoshi gelehrt wurde. Der Begriff „Shōtō“ (=Pinienrauschen) wurde von seinem Künstlername abgeleitet, unter dem er Gedichte schrieb. Funakoshi war der festen Überzeugung, dass es nicht mehrere Arten von Karate gibt. Aus diesem Grund war er einerseits geehrt darüber, dass seine Schüler ihm zu Ehren dem neu errichteten Dojo den Namen Shotokan gaben. Er unterliess es aber trotzdem nicht, seine Schüler davor zu warnen, Karate nicht als verschiedene Stile wahrzunehmen, sondern als Ganzes zu betrachten.
Der Shōtōkan ist die am weitesten verbreitet Stilrichtung im Karate-Dō. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer Stand, der dynamisch und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Hintergrund dessen ist, dass so die Muskulatur und die Bänder stets gedehnt werden, um im Kampf eine hohe Reichweite zu erzielen.
"Karate ni sente nashi “Karate kennt keinen ersten Angriff”
Dieser Leitsatz ist einer der bekanntesten in der Budo-Literatur. Er stammt ursprünglich aus dem japanischen Bushido, wo er besagt, dass ein Samurai in jeder Situation einen beherrschten Geist bewahren muss und das Schwert nicht wegen jeder Provokation oder Kleinigkeit ziehen darf. Durch diese Regel wird der Übende an die Bedeutung des ruhigen und kontrollierten Geistes erinnert, durch den sich in den Kampfkünsten der gereifte Meister vom Anfänger unterscheidet. Der Leitsatz verdeutlicht auch, dass Karate der Selbstverteidigung dient und Freund und Helfer der Gerechtigkeit ist.
Kihon heisst „Grundlage“ oder „Quelle“ (des Könnens) und wird häufig auch als Grundlage des Karate Bezeichnet. Es umfasst die grundlegenden Techniken, die das Fundament des Karate bilden. Die einzelnen Techniken werden stets wiederholt, entweder langsam oder schnell, kraftvoll oder leicht/locker, um die Bewegung zu verinnerlichen. Der Bewegungs-ablauf der einzelnen Techniken wird in allen Bestandteilen zerlegt und es wird versucht die Ideallinie der Bewegung zu finden.
Kumite bezeichnet das Üben bzw. den Kampf mit einem (selten mehreren) Gegnern. Im Gegensatz zu den Katas, stellt das Kumite einen Freikampf dar, da die Ausführung der Techniken nicht einer vorgeschrieben Form entsprechen. Das Kumite ermöglicht es dem Trainierenden, nach ausreichender Übung, sich in ernsten Situationen angemessen verteidigen zu können. Voraussetzung dafür ist das richtige Verstehen und Einüben elementarer Grundtechniken aus dem Kihon und der Kata.
Kata bedeutet „Form“ oder auch „Schablone“. Die Kata ist als Herz des Karate-Do zu verstehen. Sie ist ein stilisierter und choreographierter Kampf gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, bei der Verteidigung, Angriffe und Gegenangriffe in einem festgelegten Muster im Raum folgen. Die Katas dienen als Verschlüsselung der verschiedenen Stilrichtungen. Jeder Meister lehrte seinem Schüler die Katas, in denen er den Schlüssel zu seiner Stilrichtung versteckt hielt. Nur dem waren, treuen und würdigen Schüler gelang es, den Stil zu entschlüsseln und somit der Nachfolger und Träger dessen zu werden.