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Die Schiffspost
Schiffspoststempel vom rechten Zürichseeufer lassen sich vom 1.1.1868 bis 15.3.1894 nachweisen. Die Schiffspost am rechten Ufer endet mit der Eröffnung der rechtsufrigen Eisenbahnlinie durch die Schweizerische Nordost-Bahn (NOB).
Anfänglich waren nicht alle Schiffsstationen mit Landestegen versehen, so dass die Postsachen wie auch die Passagiere mit Weidlingen usw. zu dem auf dem See wartenden Dampfschiff gebracht bzw. abgeholt werden mussten. Je nach Wetterlage konnte dies ein recht feuchtes Unternehmen sein.
Brief von Männedorf nach Wald ZH vom 20. Februar 1868. Auf der Rückseite Schiffspoststempel «SCHIFFSBUREAU R. UFER Z.S.»
Transit und Ankunftstempel wurden auf Briefen immer, auf Postkarten teilweise rückseitig angebracht. Bei Postsachen, welche direkt auf dem Schiff abgegeben wurden, wurde der Stempel vorderseitig angebracht. Auf dem Zürichsee gab es zu Beginn drei, dann eine Zeitlang vier Schiffspostbüros (nachweislich von 1873 bis 1874), welche alle ihren besonderen Schiffsbürostempel besaßen. Bis 1874 enthielten die Stempel keine Angaben über den jeweiligen Kurs, was sich mit der Einführung der Stempel «Schiffspost I Zürichsee» und «Zürichsee II» änderte.
Postkarte von Horgen nach Zollikon vom 8. Dezember 1875 mit dem Schiffspoststempel «L. UFER Z.S.» (= Linkes Ufer Zürichsee)
Brief von Küsnacht nach Rorschach vom 18. Oktober 1893. Er wurde direkt auf dem Schiff aufgegeben, was der vorderseitige Stempel «Schiffspost I ZÜRICHSEE» belegt. Im Falle von Küsnacht wurde der einzeilige Stabstempel «KÜSSNACHT (ZÜRICH)» nur in Kombination mit dem Schiffspost-I-Stempel verendet, während der zweizeilige Stabstempel nur in Kombination «ZÜRICHSEE II» vorkommt. Ausnahmsweise kommen Briefe auch ohne Ortsbezeichnung oder mit handschriftlichen Bezeichnungen mit Blau- oder Violettstift vor. Zu bemerken ist noch, dass bei diesem Beleg hinter dem Datum der Schiffspostkurs «Kurs 11» angegeben ist.
Dieser Brief mit dem Schiffspoststempel «ZÜRICHSEE II» stammt aus der letzten Sommersaison der Schiffspost, als Schiffskurs ist 15 angegeben.
Mit der Übernahme des Schiffsparks von der Dampfboot-Gesellschaft durch die Schweizerische Nordost-Bahn auf den 31. Dezember 1874 bekam jede Schiffsstation einen eigenen Poststempel, der als Absender-, Unterschriftstempel und zur Entwertung von Postsachen verwendet wurde.
Bei diesem Brief von Küsnacht nach Fischingen handelt es sich um einen blaugrünen, ovalen Stationsstempel, der als Absenderstempel benutzt wurde. Dass es sich um einen Absenderstempel handelt, sieht man an der zusätzlichen Verwendung des damals üblichen Ortsstempels von Küsnacht.
Frachtbrief mit dem ovalen Schiffsstationsstempel von Männedorf vom 3. März 1855. Die 44 kg wiegende Lederware wurde via Wädenswil (rückseitiger Transitstempel) nach Derendingen SO befördert. Die Transportdauer betrug gem. Ankunftsstempel der Bahnstation Derendingen (7.MERZ 85) 4 Tage.
Uetikon am See verwendete — soweit bekannt — als einzige Gemeinde am rechten Zürichseeufer den ursprünglichen Schiffsstationsstempel in etwas abgeänderter Form weiter. Im Vergleich mit dem ovalen Schiffsstationsstempel fehlt beim Bahnstationsstempel der Anker, welcher durch die Buchstaben S.B.B ersetzt wurde. Zusätzlich wurde hinter «UETIKON» die Bahnstationsnummer 806 angebracht. In den sechziger Jahren, als die Bahnstationen umnummeriert wurden, musste auch dieser Stempel angepasst werden. Die Zahl 806 wurde entfernt und über dem Stempelbild die neue Stationsnummer mit einem abnehmbaren Plättchen angebracht: man wollte zukünftige Änderungen mit einem minimalen Aufwand realisieren können.