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- Der Zyklon «Kenneth» ist im Norden Mosambiks in der Nacht auf Freitag auf Land getroffen. Eine Frau kam dabei ums Leben.
- Inzwischen hat sich «Kenneth» abgeschwächt, wie der Wetterdienst mitteilte. In den nördlichen Provinzen wird jetzt mit Überschwemmungen gerechnet.
- Zuvor hatte der Sturm auf den Komoren, einer vor Mosambik liegenden Inselgruppe, drei Todesopfer gefordert.
Wenige Wochen nach dem verheerenden Zyklon «Idai» ist der tropische Wirbelsturm «Kenneth» im Norden Mosambiks auf Land getroffen. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten bis zu 225 Kilometer pro Stunde. Dabei wurden Dächer von den Häusern gefegt und heftige Niederschläge haben zu Überschwemmungen geführt, sagte UNO-Nothilfekoordinator Mark Lowcock.
Im Norden des Landes kam eine Frau wegen eines fallenden Baums ums Leben, teilte die Katastrophenschutzbehörde mit.
Überschwemmungen drohen
Rund 112'000 Menschen seien besonders gefährdet, sagte Herve Verhoosel, ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP). In den kommenden zehn Tagen werden rund 600 Millimeter Regen erwartet – doppelt so viel wie nach dem Zyklon «Idai» Mitte März. Allerdings sind die Flusspegel schon jetzt sehr hoch, da die Regenzeit sich dem Ende neigt, wie das UNO-Nothilfebüro (OCHA) erklärte: Es besteht ein hohes Risiko von Sturzfluten und Erdrutschen.
Mindestens 30'000 Menschen in besonders gefährdeten Gebieten seien in Sicherheit gebracht worden. Flüge seien gestrichen worden und Schulen blieben geschlossen.
Derweil rief Staatspräsident Filipe Nyusi zur Ruhe auf. «Die Menschen von Mosambik wissen, wie sie mit solchen Katastrophen umgehen», sagte er in einer Fernsehansprache. Die Regierung werde Ressourcen mobilisieren, um angemessen zu reagieren.
Entwarnung in Tansania
Der Zyklon der Stufe vier von maximal fünf war zunächst über den Inselstaat der Komoren hinweggezogen. Laut der OCHA wurden mindestens 20 Menschen verletzt und es kam zu Überschwemmungen und schweren Schäden an Häusern.
Derweil wurde in Tansania Entwarnung gegeben: «Kenneth» zog am nördlichen Nachbarstaat vorbei. Die Winde seien moderat, verlautete vom Wetterdienst im Süden Tansanias.
Erstmals zwei Zyklone in der gleichen Sturmsaison
«Kenneth» trifft das Land in Zeiten des Wiederaufbaus. Erst Mitte März hatte der verheerende Zyklon «Idai» in Mosambik eine grosse Verwüstung hinterlassen. Es ist das erste Mal, dass zwei Zyklone innerhalb einer Sturmsaison auf Mosambik treffen.
Hunderttausende Menschen waren zeitweise obdachlos, Überschwemmungen zerstörten das Ackerland von etwa einer halben Million Bauern. Rund 600 Menschen kamen ums Leben. Auch die Nachbarländer Simbabwe und Malawi waren betroffen.