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Holzsammlung,
ein vorzügliches Mittel zur genauern Kenntnis der verschiedenen Holzarten. Die einzelnen Stücke müssen die Hirnseite, den Spaltschnitt, d. h. den Durchmesser des Stammes mitten durch das Mark, mit den Markstrahlen gleichlaufend, und den Sekantenschnitt (Tangentialschnitt), welcher die Markstrahlen rechtwinkelig schneidet, zeigen. Da nun an derartigen Prismen alle Flächen doppelt vorkommen, so kann man je eine hobeln und polieren, die andre aber so lassen, wie sie die Säge [* 2] hergestellt hat, oder wie sie beim Spalten entstanden ist.
Ein Stück der nicht polierten Hirnfläche schneidet man mit einem haarscharfen Messer [* 3] glatt, weil dann erst die wahre Farbe des Holzes erscheint und eine genaue Einsicht in das Gefüge mit der Lupe [* 4] möglich wird. Man kann diese Holzprismen auch so schneiden, daß ein Stück Rinde daran bleibt, indem man nämlich die größere Sekantenseite nur in der halben Höhe des Stückes anschneidet und auf der andern Hälfte die Rinde sitzen läßt. Um den Unterschied zwischen Kern- und Splintholz und die Beschaffenheit der Borke zu zeigen, muß man Querschnitte alter Bäume, am besten Scheiben von 8 cm Dicke haben, deren eine Seite glatt poliert wird.
Sehr dünne
Holzschnitte, auf
Glas
[* 5] oder
Wachspapier befestigt, dienen zur Untersuchung der feinern
Struktur des
Holzes mit der
Lupe. Diese
Schnitte müssen wenigstens nach den drei angegebenen
Richtungen vertreten sein. Vorzügliche derartige Sammlungen
hat
Holzsammlung
Nördlinger (s. d.) zusammengestellt.
Noch feinere
Schnitte werden für das
Mikroskop
[* 6] hergerichtet.
Man hat auch aus Holzplatten, welche die betreffenden
Schnitte zeigen, buchförmige
Kisten angefertigt, deren
Rücken die
Rinde
bildet, und in welchen
Blätter,
Blüten und
Früchte des
Baums aufbewahrt werden. Eine solche Sammlung heißt
Holzbibliothek.