Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03662.jsonl.gz/3429

Das LISA OS, eines der ersten Fenstersysteme
Beflügelt vom grossen Erfolg des Apple II begann man bereits im Herbst 1979 mit der Arbeit an einem neuen zukunftsweisenden Projekt. Unter dem Codenamen „Macintosh“ wurde die Entwicklung eines intuitiv zu bedienenden Computers für breite Bevölkerungsschichten ins Auge gefasst. Der verantwortliche Jef Raskin drängte dabei insbesondere auf die Einbindung einer kurz zuvor durch Xerox vorgestellten grafischen Benutzeroberfläche (engl. graphical user interface, GUI).
Diese verfügte bereits über das grundlegende Konzept (WIMP-Paradigma) heutiger GUIs mit Fenstern, anklickbaren Icons und einer Menüführung zur Bedienung via Computermaus nebst Mauszeiger. Damit sollte im Sinne von Apples Projektziel einer einfachen Bedienbarkeit die bei Computern vorherrschende und Spezialwissen voraussetzende kommandozeilenorientierte Oberfläche abgelöst werden. Raskin veranlasste daraufhin Steve Jobs im November 1979, das Forschungszentrum Xerox PARC (Palo Alto Research Center) aufzusuchen, um sich selbst ein Bild machen zu können. Jobs war vom GUI des Xerox Alto beeindruckt und entsendete wenige Wochen später weitere Apple-Entwickler zum Begutachten der Technologie. Xerox erhielt im Gegenzug die Gelegenheit, vor Apples Börsengang 100‘000 Aktien im Wert von damals einer Million US-Dollar zu erwerben.
Ebenso wie dem 1981 vorgestellten Xerox Star mit seinem GUI war auch Apple mit dem 10‘000 US-Dollar teuren Apple Lisa zwei Jahre später kein kommerzieller Erfolg beschieden, obwohl dem GUI von Apple bereits einige Verbesserungen wie überlappende Fenster, ausklappbare Menüs, Verschieben von Icons und Dateien (Drag and Drop) und der Papierkorb hinzugefügt worden waren. Erst 1984 gelang es dem wesentlich preisgünstigeren und in grossen Stückzahlen verkauftem Apple Macintosh, die grafische Benutzeroberfläche auf dem entstehenden PC-Massenmarkt zu etablieren.