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«Kurzzeitig nicht in mich verliebt»
Noch nie war politisches Theater so niveauvoll wie heute. Wegen Trump. Besonders kurzweilig sind seine Interviews. Neulich stand Trump dem «Wall Street Journal» Rede und Antwort. Die Zeitung druckte Auszüge davon ab; die wirklich interessanten Aussagen gerieten danach an die Öffentlichkeit.
Etwa diese: Was würde geschehen, wenn die Schotten das Vereinigte Königreich verliessen? «Was würden sie denn mit den British Open machen, wenn sie rausgingen? Sie hätten die British Open nicht mehr.» Die Golfer wären heimatlos! Auch höre man «das Wort Grossbritannien nicht mehr. Es ist sehr interessant. Es ist, zack, aus.»
Über die gemischte Reaktion auf seine kürzliche Rede vor Pfadfindern sagt Trump: «Ich wäre der Erste, der gemischt zugibt. Ich bin ein Kerl, der Ihnen gemischt sagt. Aber da war kein gemischt.» Später habe ihn sogar der oberste Pfadfinder angerufen und gesagt, Trump habe «die grösste Rede» gehalten, «die jemals vor ihnen gehalten worden ist, und sie waren sehr dankbar dafür».
Nicht wirklich: Der oberste Pfadi war pikiert. Er rief Trump nicht an. Trump erfand den Anruf. Nur mal so.
«Wie viele Leute habt ihr denn?»
Dafür hat Trump allerbeste globale Kontakte: «Ich befasse mich mit fremden Ländern, und trotz allem, was Sie vielleicht gelesen haben, habe ich unglaubliche Beziehungen zu ausländischen Führern. Sie mögen mich. Ich mag sie. Wissen Sie, es ist unglaublich.» Vor allem, wenn es sich um bevölkerungsreiche Länder handelt: «Und dann ruft man Orte wie Malaysia und Indonesien an und sagt, wie viele Leute habt ihr denn? Und es ist ziemlich verblüffend, wie viele Leute die haben.»
Die vielen Leute wollen natürlich viel Handel. «Und dann mache ich einen sehr grossen – dann machen wir sehr grosse Handelsdeals, und darauf freuen wir uns.» Die Vorbereitungen auf Big Handel laufen bereits: «Wir haben Firmen, die hereinströmen in unsere Nation, ich sage mal, wissen Sie, das wird wunderschön.» Auch Geld werde «in unser Land hereinströmen». Die Folge: «Wir werden unglaubliches Wachstum haben.»
Dafür gibt es viel Dank: «Ich war gestern Nacht in West Virginia, da sind die Bauern zu mir gekommen und haben mich umarmt und geküsst wegen des Rinder-Krams.» Der «Rinder-Kram» ist ein Handelsdeal mit China. Mit den Iranern gibt es dagegen keinen guten Deal: «Wir machen grössere Studien. Oh, ich wäre sehr überrascht, wenn sie – schauen Sie mal, wir sind extrem nett zu ihnen gewesen.» Aber bald ist Schluss mit lustig. Yo Teheran!
Glücklich mit Anthony
Mit Anthony Scaramucci war auch bald Schluss mit lustig. Zum Zeitpunkt des Interviews jedoch noch nicht: «Anthony wird das schon machen. Ich kann – Anthony kann das mit links erledigen.» Obschon Anthony «kurzzeitig nicht in mich verliebt war». Jetzt aber ist Trump «sehr glücklich mit Anthony. Ich glaube, Anthony wird toll sein.» Sechs Tage später fliegt Anthony hochkant aus Trumps Weissem Haus hinaus.
Aber was kümmert das Trump? Er sagt: «Ich mache gute Deals. Ich mache keine schlechten Deals. Ich mache gute Deals.» Ausserdem sagt er über ein parlamentarisches Manöver: «Wenn du diesen Antrag gestellt hast, stehst du ziemlich gut da, wenn du erst einmal drin bist. Es ist schwer hineinzukommen, aber wenn du erst einmal drin bist.» Und Jared Kushner? «Er ist ein guter – er ist ein guter Junge.» Amen.