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Die Bedeutung von schenken
Was heisst eigentlich «schenken»?
Das Wort «schenken» bedeutet ursprünglich «ein Gefäss schräg halten» (damit der Inhalt ausläuft). Der Brauch, einem müden Wanderer einen erfrischenden Trank zu reichen, sobald er die Schwelle des Hauses überschritten hatte –also ihm etwas zu trinken einzuschenken – war im Mittelalter so weit verbreitet, dass «schenken» schliesslich die allgemeine Bedeutung von geben bzw. darreichen übernahm. Im «Mundschenk» hat sich dieser Begriff personifiziert. Der Mundschenk war im Mittelalter ein Hofbediensteter, der für die Versorgung mit Getränken – vor allem mit Wein – zuständig war.
Warum schenken wir an Weihnachten?
Das Schenken steht nicht im Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte. Im Matthäus-Evangelium werden Gaben der Sterndeuter aus dem Morgenland an das neugeborene Kind erwähnt, abgesehen davon ist von weihnachtlichen Geschenken in den Evangelien keine Rede. Tatsächlich basiert die christliche Tradition des Schenkens zu Weihnachten auch nicht auf den Gaben der Drei Könige – sondern ist eine Erinnerung an die Geburt Christi als Geschenk Gottes an die Menschheit.
Schenken zur Winterzeit
Bereits die Germanen brachten in Winternächten ihrem Gott Wotan Geschenke dar, um seine Wut zu zügeln und ihn gnädig zu stimmen. In der Antike gab es dann den Brauch des Gabentauschs zum Neujahrsfest. Im alten Rom beispielsweise wurden kleine symbolische Geschenke gemacht: ein Zweig eines Baumes, kleine Tonfiguren oder frische Früchte. Diese Geschenke sollten Glück im neuen Jahr bringen. Und auch im Christentum wurden die Geschenke zu Neujahr gemacht – wobei bis zum Jahr 1691 Weihnachten auch den Beginn des neuen Jahres darstellte.
Kinderbeschenktag
Im frühen Mittelalter gab es zum Fest der unschuldigen Kinder am 28. Dezember den Brauch des Kinderbeschenktages. Je populärer jedoch St. Nikolaus wurde und zum Schutzpatron von Schülern und Kindern avancierte, desto mehr verlagerte sich im 13. Jahrhundert der Kinderbeschenktag für Knaben auf den Festtag des heiligen Nikolaus (6. Dezember). Mancherorts wurde parallel das Fest der heiligen Lucia (13. Dezember) zum Kinderbeschenktag für die Mädchen. Im 14. Jahrhundert schliesslich setzte sich der 6. Dezember als Geschenktermin für Kinder allgemein durch und blieb dies auch bis zur Reformation.
Briefe ans Christkind
Das Christkind ist heute eine Symbolfigur des weihnachtlichen Schenkens. Blondgelockt, im weissen Kleid und mit Heiligenschein schleicht es sich unbemerkt in die Wohnzimmer und versteckt Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Je nach Region an Heiligabend oder in der Nacht zum 25. Dezember. So erzählen es Erwachsene ihren Kindern. Entsprechend schicken viele Kinder in der Vorweihnachtszeit Briefe mit Wünschen an das Christkind. Allein in der Schweiz beantwortet die Post im Rahmen der Aktion Christkind alljährlich über 17 000 Kinderbriefe, welche an das Christkind oder an den Samichlaus geschickt wurden.
Freude am Fest
Erwachsene schenkten sich bis zur Reformation untereinander nichts. Dies begann erst mit dem Verständnis von Weihnachten als Familienfest. Geschenke waren dabei häufig symbolisch gemeint, aber immer etwas, was über die «Grundversorgung» mit Notwendigem hinausging, zum Beispiel Süssigkeiten oder Spiele. Das Geschenk sollte die Freude vermitteln, die der Festtag bot. Das Schenken zu Weihnachten, so wie wir es heute kennen, begann erst in den 1950er-Jahren. Davor fehlte dem Durchschnittsbürger ganz einfach das Geld für Geschenke.CR
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