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«Aus der Akasha-Chronik» ist erstmals als Folge von zwanzig Aufsätzen von Juli 1904 bis Mai 1908 in der Zeitschrift «Lucifer – Gnosis» erschienen. Anschliessend liess Rudolf Steiner in vier Sonderdruck-Sammelheften derselben Zeitschrift eine leicht überarbeitete Fassung drucken, die als «Ausgabe letzter Hand» bezeichnet werden kann. Eine selbstständige Buchausgabe hat Steiner nie realisiert. Postum sind sechs weitere Auflagen erschienen, angefangen 1939, als Marie Steiner die Aufsätze erstmals zu einem Buch zusammengefügt hat. Bei dieser Gelegenheit hat die Herausgeberin kleinere Änderungen vorgenommen, um die ursprünglichen Zeitschriftenaufsätze der Buchform anzupassen. Ein Textvergleich hat gezeigt, dass die Schrift ausserdem orthografisch, stilistisch und stellenweise sogar inhaltlich revidiert wurde. Ebenso stillschweigend sind bei den darauffolgenden Auflagen weitere Änderungen im Text vorgenommen worden.
Die völlig revidierte Neuausgabe macht die Redaktions- und Editionsgeschichte von «Aus der Akasha- Chronik» sichtbar und den Text der Ausgabe letzter Hand wieder zugänglich. Dabei wird auch die von Steiner vorgenommene Gliederung des Werks in zwei Teile mit separat nummerierten Kapiteln wiederhergestellt. Die Abweichungen zwischen den verschiedenen Ausgaben sind im Anhang dokumentiert.
Portrait
Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (Königreich Ungarn, heute Kroatien), geboren. Er studierte an der Technischen Hochschule Wien und promovierte an der Universität Rostock mit einer erkenntnistheoretischen Arbeit, die mit dem Satz endet: «Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.» Diese Überzeugung leitete ihn auch in seiner Tätigkeit als Goethe-Herausgeber in Weimar, als Schriftsteller, als Redakteur und Vortragsredner in Berlin, später in Dornach und an vielen anderen Orten Europas. Seine durch Bewusstseinsforschung erweiterte Sichtweise, die er «Anthroposophie» (Weisheit vom Menschen) nannte, ermöglichte es ihm, auf zahlreichen Lebensgebieten praktische und tiefreichende Impulse zu geben, stets mit dem Ziel einer spirituellen Erneuerung der Zivilisation. Nach der Trennung von der Theosophischen Gesellschaft, deren Deutscher Sektion er zunächst als Generalsekretär vorstand, wirkte bei der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft mit. Im Goetheanum in Dornach bei Basel bekam die Gesellschaft ihr Zentrum «Freie Hochschule für Geisteswissenschaft». Als der Doppelkuppelbau aus Holz durch Brandstiftung zerstört wurde, stellte sich Rudolf Steiner an die Spitze der neu begründeten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Rudolf Steiner starb am 30. März 1925. Sein Werk umfasst neben zahlreichen geschriebenen Büchern Nachschriften von rund 6000 Vorträgen und ist in der «Rudolf Steiner Gesamtausgabe» zum grossen Teil ediert.