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Wenn eine Haarverpflanzung durchgeführt werden soll, werden für gewöhnlich von einer Stelle auf der Kopfhaut Spenderhaare transplantiert. Dies ist allerdings nicht immer möglich, wenn der Patient beispielsweise ohnehin nicht mehr genügend Haare hat. In diesem Fall bietet sich als Alternative die Verpflanzung von Körperhaaren an. Dies bedeutet, dass Spenderhaare aus anderen Körperbereichen wie den Beinen, dem Brustbereich, der Achseln, der Arme, des Schambereichs, des Bauchs oder des Rückens entnommen werden. Welcher Entnahmebereich der Richtige ist, hängt von den Gegebenheiten und von den Ansprüchen an die jeweiligen Haare des Patienten ab. Um eine Haarverpflanzung mit Körperhaaren als Spenderhaare durchzuführen, bietet sich insbesondere das moderne FUE-Verfahren an, welches hierzulande immer häufiger durchgeführt wird.
Grundsätzlich gilt, dass eine Haarverpflanzung nie ausschliesslich mit Körperbehaarung durchgeführt werden kann. Denn auf diese Weise liesse sich keine ausreichende Qualität und Dichte erreichen – es müssen also immer Haare vom Kopf verpflanzt werden können. Allgemein besitzen alle Haare, die an unserem Körper wachsen, verschiedene Überlebenszyklen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Farbe, Dicke und Kräuselung voneinander. Verglichen zu den Haaren auf unserem Kopf sind die Barthaare noch am ähnlichsten, während Schamhaare beispielsweise einen völlig anderen Aufbau besitzen. Verpflanzt ein Chirurg die Körperbehaarung auf die Kopfhaut, verändern sie auch dort nicht ihre Überlebensdauer, typischen Merkmale oder weitere Eigenschaften – sie sehen also aus wie zuvor. Für gewöhnlich raten Ärzte davon ab, Haare von Körperteilen wie den Beinen Armen, der Achseln oder des Schambereichs für eine normale Haartransplantation auf der Kopfhaut zu nutzen. Denn die hier wachsenden Haarfollikel sind vollkommen anders aufgebaut, zudem sind Narben aus dem Spenderbereich durch den eher dünnen Haarwuchs schneller sichtbar.
Führt ein Arzt eine Haarverpflanzung durch, entnimmt dieser normalerweise die Haare vom Hinterkopf, da der Haarwuchs bei den meisten Menschen dort am stärksten ist. Selbst bei Männern, die oft schon in jungen Jahren lichtes Haar aufgrund erblich bedingtem Haarausfall bekommen, gibt es in der Regel noch einen kleinen Haarkranz am Hinterkopf. Darüber hinaus sind die Haare vom Hinterkopf resistent gegenüber Dihydrotestosteron (das Abbauprodukt des männlichen Hormons Testosteron), welches eine grosse Rolle bei erblich bedingtem Haarverlust spielt. Mediziner konnten infolge zahlreicher Studien feststellen, dass die Haare, die am Hinterkopf wachsen, auch nach einer Transplantation noch gegenüber diesem Hormon resistent sind. Sofern der Haarverlust schon weit vorangeschritten ist und die Haare am Hinterkopf nicht mehr für eine Verpflanzung ausreichen, bietet sich als Ergänzung eine Körperhaartransplantation an.
Hier gibt es die Möglichkeit, für eine Transplantation Körper- oder Barthaare zu nutzen, deren Qualität zwar nicht jener der Kopfhaare entspricht, allerdings wachsen diese auf dem Kopf länger als in anderen Bereichen des Körpers. Sobald der Arzt die Bodygrafts – so werden die feinen Haarfollikel in Büscheln genannt – verpflanzt worden sind, erkennt der Patient in der Regel keinen optischen Unterschied mehr. Für ein besonders natürliches Ergebnis ist es dennoch erforderlich, dass in erster Linie immer die Haare vom Hinterkopf verpflanzt werden.
Es ist keine Seltenheit, dass bei Männern, die unter starkem erblich bedingtem Haarverlust leiden, auch die Körperhaare besonders dicht wachsen. Es kommt also durchaus vor, dass auf der Kopfhaut nicht mehr viel wächst, dafür aber ein Vollbart vorhanden ist. Der Grund liegt auch hier am Hormon Dihydrotestosteron, gegen das die Körper- und Barthaare resistent sind – nicht aber die Haare, die auf unserer Kopfhaut wachsen. Dies gilt auch nach einer Haarverpflanzung. Die Haare fallen dann nicht mehr einfach aus, obgleich erblich bedingter Haarausfall natürlich weiter voranschreiten kann. Der grosse Vorteil einer Verpflanzung von Körperhaaren liegt also darin, dass sie dort herausgelöst werden können, wo sie in zu grosser Zahl vorhanden sind und dorthin transplantiert werden, wo sie gebraucht werden.
Eine Körperhaartransplantation wird in der Regel mit der modernen FUE-Methode durchgeführt. Hier entnimmt der Arzt die Haarfollikes mithilfe einer speziellen Hohlnadel aus dem Spenderbereich. Damit er ausschliesslich gesunde und kräftige Haarwurzeln entnimmt, überprüft der Chirurg diese erst auf ihre Qualität. Anschliessend bewahrt der Arzt die Follikel in einer Nährstofflösung auf. Weiterhin werden die Kanäle zur Aufnahme der Haarwurzeln im Transplantationsareal gestochen, was feine Verletzungen verursacht, die für den Patienten aber kaum spürbar sind. Zu guter Letzt setzt der Chirurg die Haarwurzeln in natürlicher Wuchsrichtung ein, so dass ein besonders authentisches Ergebnis entsteht. Auf Wunsch erhalten schmerzempfindliche Patienten vor Ort eine lokale Betäubung. Grundsätzlich funktioniert dieses Verfahren auch mit Körperhaaren. Weil diese mit einer Hohlnadel entnommen werden, entstehen hier nur kleine Einstiche in Form feiner Punkte, die keine sichtbaren Narben hinterlassen. Der Arzt wählt einzelne Haare von vorneherein so aus, dass keine grösseren kahlen Stellen entstehen. Der Chirurg achtet während der gesamten Behandlung stets darauf, dass das Areal der Spenderhaare auch im Nachhinein noch so aussieht wie zuvor.
Es gibt verschiedene Körperareale, aus denen sich Haare entnehmen lassen. Dazu zählen unter anderem der Bart, der Rücken, der Brustbereich, der Bauch oder der Schambereich. Sofern die Haare am Bart besonders kräftig wachsen, lassen sie sich für eine Haarverpflanzung verwenden. Auch hier werden die Spenderhaare so entnommen, dass die Bereiche später nicht auffallen. Man kann also auch weiterhin einen Vollbart tragen, denn das Barthaar wird auch nach der Haarverpflanzung noch dicht genug wachsen. Anders sieht es bei der Behaarung am Rücken auf, denn hier sind bei vielen Männern nur wenige Haare vorhanden. Wer als Mann über eine starke Körperbehaarung am Rücken verfügt, kann diese durchaus für eine Haarverpflanzung auf der Kopfhaut nutzen. Allgemein ist die Entnahme der Haare vom Rücken immer einfacher als jene von der Brust. Auch heilt die Haut am Rücken schneller ab als die auf der Brust, so dass mit einem besseren Ergebnis zu rechnen ist. Die Haare lassen sich einzeln entnehmen und nach Wunsch transplantieren. Allerdings werden Schamhaare im Gegensatz dazu nur dann verwendet, wenn wirklich am ganzen Körper nicht genügend Haare vorhanden sind und es keine andere Möglichkeit gibt. Weil die Haut im Schambereich relativ weich ist, kann die Entnahme der Haarwurzeln hier etwas aufwändiger und komplizierter sein. Es geschieht hier öfter, dass die Haare bei der Entnahme beschädigt werden. Sofern am Oberschenkel genügend Haare vorhanden sind, lassen sie sich als Alternative verwenden, da die Haut hier bereits etwas fester und dicker ist.
Wie funktioniert die Haartransplantation von Körperhaaren?
Bei der Körperhaartransplantation werden anstatt vom Hinterkopf, Haare vom Körper entnommen und auf der Kopfhaut eingepflanzt. Hierfür wird die FUE-Methode benutzt. Sie ist eine beliebte Alternative, wenn auf der Kopfhaut nicht genügend Haare wachsen. Allerdings ist es wichtig, bereits im Vorfeld zu prüfen, welche Haare bzw. welche Areale sich für die Transplantation am besten eignen, um sich später über volles Haar freuen zu können.
Was kostet die Körperhaartransplantation Methode?
Die Kosten für eine Körperhaarverpflanzung können in der Regel zwischen 3.000 und 10.000 CHF liegen, wobei hier immer der Umfang der Behandlung entscheidend ist.
Was sind die Vorteile?
Ist nicht genügend Kopfhaar für eine Haarverpflanzung vorhanden, lassen sich von anderen Bereichen Haare entnehmen, wo sie zu dicht wachsen. Wichtig ist, für jeden Patienten einen geeigneten Behandlungsplan zu erstellen, der individuell an seine Körperbehaarung angepasst ist.
Wo wird die Körperhaartransplantation eingesetzt?
Eine Verpflanzung von Körperhaaren ist nur dann sinnvoll, wenn es am restlichen Körper keine anderen geeigneten Spenderareale gibt und sich für den Patienten keine andere Möglichkeit einer Haarverpflanzung bietet.