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Pidcock, der sich vor anderthalb Monaten noch einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, war am Tag X der Cross-Country-Elite eine Klasse für sich. Der Tempoverschärfung des erst 21-jährigen Engländers konnte nach vier von sieben Runden einzig Mathias Flückiger eine Weile lang einigermassen folgen. Aufschliessen konnte aber auch der Berner nicht mehr. Im Ziel betrug die Differenz 20 Sekunden.
Im Kampf um Bronze musste Nino Schurter dem Spanier David Valero Serrano um acht Sekunden den Vortritt lassen. Der 35-jährige Bündner, der das Rennen in der Anfangsphase von der Spitze diktierte, liess unmittelbar nach dem Rennen im SRF-Interview offen, ob es seine letzten Olympischen Spiele waren.
Mathieu van der Poel, mit Flückiger der meistgenannte Gold-Anwärter, schied durch Sturz bereits nach weniger als zehn Minuten aus dem Kampf um den Sieg aus. Der Niederländer stürzte bei einem Sprung spektakulär mit einem Highsider, handelte sich einen Rückstand von rund einer Minute ein und gab in Runde 5 auf.
Trotz seines jungen Alters ist Pidcock kein Sensationssieger. Der Nordengländer verblüffte die Rad-Welt schon in verschiedenen Disziplinen. Im Radquer gewann er 2020 hinter van der Poel WM-Silber, auf der Strasse war er 2017 Junioren-Weltmeister im Zeitfahren und triumphierte in diesem Jahr beim Pfeil von Brabant. Im olympischen Cross-Country der Mountainbiker mischte er nach den Erfolgen auf Nachwuchsstufe auf Anhieb auch bei der Elite vorne mit. Ein Schlüsselbeinbruch warf ihn im Juni nur kurzzeitig aus der Bahn.
Während Flückiger seine erste Olympia-Medaille gewann und sich im ersten Moment mehr über die zwei Fahrfehler ärgerte, die ihn um die Goldchance brachten, blieb Schurter das erhoffte «i-Tüpfelchen» verwehrt. Die Bilanz des achtfachen Weltmeisters und 32-fachen Weltcupsiegers an Olympischen Spielen ist mit den Plätzen 1 (2016 in Rio), 2 (2012 in London), 3 (2008 in Peking) und nun 4 dennoch bestechend. (abu/sda)