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«Dank Ihrer Unterstützung konnten wir über 6200 Familien mit Hirse versorgen.» Mit diesen Worten bedankte sich Franco Majok, CSI-Projektmanager für den Südsudan, bei den Anwesenden des CSI-Tages für die Hilfe für hungernde Menschen in diesem Jahr.
Der gebürtige Südsudanese hatte bereits Ende 2016 Anzeichen einer drohenden Hungersnot erkannt und früh mit der Beschaffung von Lebensmitteln begonnen. Bei der Versorgung wählte er Familien aus, die am dringendsten auf Hilfe angewiesen waren.
Inhaftierte Christen – jede Postkarte zählt
Die indische Anwältin Arora sprach über ihren Einsatz für verfolgte und diskriminierte Minderheiten. Sie koordiniert und leitet mehrere Teams von Anwälten in acht Bundesstaaten Indiens. Hierbei erklärte die Referentin Hintergründe der prekären Lage im Land und sprach Themen an, die wir aus Sicherheitsgründen in Berichten nicht thematisieren dürfen..
In der Einleitung von Aroras Präsentation ging Projektleiterin Inés Wertgen auf das Schicksal von sieben Christen ein, die seit 2008 unschuldig im Gefängnis sind. Sie werden beschuldigt, im August 2008 einen Hindu-Priester getötet zu haben, was ein Massaker gegen Christen zur Folge hatte. Um sie in dieser aussichtslosen Lage zu ermutigen, hatten wir eine Postkartenaktion organisiert. CSI-Mitarbeiter Thomas Brunner erklärte die Aktion mit klaren Worten: «Stellen Sie sich vor, in Ihrer Stadt wird eine berühmte Persönlichkeit umgebracht. Und weil Sie Christ sind, werden Sie verhaftet. Ein Monat geht vorbei. Dann ein Jahr, zwei Jahre, neun Jahre.» Mit grossem Engagement schrieben die Gäste in der Mittagspause Postkarten an die Gefangenen und spendeten für die in Armut lebenden Familien.
Um zu zeigen, dass jede Postkarte und jede Stimme, die der Einzelne für Bedrängte erhebt, wichtig ist, präparierte CSI die Postkarten als Puzzleteile. Zum Schluss ergaben alle Postkarten zusammen ein grosses Bild des Matterhorns. Die handgeschriebenen Postkarten werden zusammen mit einem Foto des Bildes von unseren Projektpartnern persönlich an die Gefangenen überreicht.
Wechselnde Herausforderungen
John Eibner, der seit 27 Jahren bei CSI arbeitet, wies am Anfang seiner Präsentation auf den vierzigjährigen Einsatz von CSI für Religionsfreiheit hin. «Über diese vier Jahrzehnte hat sich CSI an veränderte Weltbilder angepasst und tritt den verschiedenen Gesichtern der Verfolgung entgegen.» Der Projektleiter sprach auch über die Entwicklung des nun zehn Jahre dauernden Einsatzes im Irak. Mit konkreten Beispielen aus dem Irak und Syrien brachte er den Anwesenden die komplexe Situation vor Ort sowie Schicksale von Menschen näher.
Neue Projektländer
Benjamin Doberstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung, stellte neue Projektländer vor. Wir verstärken unseren Einsatz in Südostasien, wo religiöse Minderheiten gleich durch zwei Trends unter Druck geraten: einerseits durch die Ausbreitung eines Islams der sunnitisch-wahhabitischen Prägung, andererseits durch eine zunehmende Instrumentalisierung der Religion durch extremistische Nationalisten, wie etwa in Indien, Sri Lanka oder Myanmar.
CSI bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für den Besuch und die treue Unterstützung.
Corinne Germann
Video: CSI-Tag 2017 in Zürich
Interview mit Benjamin Doberstein über die Menschenrechtsorganisation CSI:
Interview mit Dr. John Eibner über die Hilfe im Nahen und Mittleren Osten:
Interview mit Franco Majok über die Hilfe im Südsudan:
Interview mit CSI-Präsident Herbert Meier
Besucherrekord in Lausanne
Am darauffolgenden Sonntag, 29. Oktober, wurde der französischsprachige CSI-Tag in Lausanne durchgeführt. Mit gut 50 Teilnehmenden konnte ein neuer Besucherrekord verzeichnet werden. Die CSI-Vorträge über Indien, den Nahen Osten, den Südsudan sowie die Präsentation über die neuen Projektländer kamen beim interessierten Publikum gut an. Im Anschluss nutzten viele Anwesende die Möglichkeit, bei einem feinen Imbiss mit den Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland ins Gespräch zu kommen. rb