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Im Entwicklungs- und Therapiemodell nach Frau Dr. Affolter wird aufgrund der Beobachtungen des unauffälligen Kindes von der Annahme ausgegangen, dass gespürte Interaktionserfahrung für die Entwicklung wesentlich bzw. unerlässlich ist (Wurzel der Entwicklung).
Menschen mit Beeinträchtigungen in der gespürten Sinneswahrnehmung (Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten oder Erwachsene mit einer Hirnverletzung) entwickeln sich anders, weil sie in ungenügendem Ausmass zu gespürten Erfahrungen gelangen.
Je nach Beeinträchtigung können sich schon bei einfachen Aufgaben im Alltag Probleme zeigen, z.B. bezüglich der Handlungsplanung, der Geschicklichkeit oder bei Umstellungen in neuen Situationen. Dies kann u.a. zu Konflikten in sozialen Beziehungen, zu Schwierigkeiten im sprachlichen und schulischen Bereich sowie zu einer Einschränkung in der Selbständigkeit führen.
Um die betroffenen Personen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu fördern, werden sie innerhalb sinnvoller Alltagsgeschehnisse „geführt“, um ihnen reichhaltigere gespürte Erfahrungen zu ermöglichen. Geschehnisse werden somit nicht für sie, sondern mit ihnen gelöst. Dabei werden taktile Informationen angeboten, die es der geführten Person ermöglichen, Ursache-Wirkungsbeziehungen zu erkennen und zu verändern. Die zentrale Organisation der Sinneswahrnehmung wird auf diese Weise verbessert. Die Wurzel der gespürten Interaktionserfahrung wächst. Dies wirkt sich indirekt auf verschiedene Entwicklungsleistungen wie z. B. in sprachlichen Leistungen, in schulischen Leistungen, in der Selbständigkeit und im Sozialverhalten aus. Lernen findet statt.
Weil wir annehmen können, dass durch die Arbeit nach dem Affolter-Modell® die Entwicklung des Menschen grundlegend angeregt wird, können wir mit diesem Modell in verschiedenen Arbeitsfeldern Lernen und Entwicklung ermöglichen:
und weitere Bereiche:
Literatur:
Affolter, Félicie: Wahrnehmung, Wirklichkeit und Sprache, Neckar-Verlag, 1987
Affolter, Bischofberger: Nonverbal Perceptual and cognitive Processes in children with language Disorders, Lawrence Erlbaum Associates, 2000
Affolter, Bischofberger: Nichtsprachliches Lösen von Problemen in Alltags-Situationen bei normalen Kindern und Kindern mit Sprachstörungen, Neckar-Verlag, 2007
Hofer Adrian. Das Affolter-Modell®, Entwicklungsmodell und gespürte Interaktionstherapie.
Pflaum Verlag, 2009