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Industrie 4.0 ist nicht nur für fertigende Unternehmen DAS Trendthema. Doch was steckt eigentlich hinter Industrie 4.0? Und was hat ein integratives ERP-System mit dem Industrie 4.0-Konzept gemein? Auf diese Fragen geht dieser Artikel ein.
Was ist Industrie 4.0?
Der Begriff entspringt der Hightech-Strategie der deutschen Bundesregierung in Zusammenarbeit mit deutschen Industrieverbänden und wurde besonders von Siemens massiv beworben. Es ist das Schlagwort für die sogenannte vierte industrielle Revolution und wird auch im englischsprachigen Raum immer bekannter. Schweizer Industrieverbände versuchen, einen alternativen Begriff für den gleichen Sachverhalt zu etablieren: Industrie2025.
Jede der vier industriellen Revolutionswellen bewirkte bzw. bewirkt jeweils einen massiven Produktivitätsschub. Sie werden dabei grob folgendermassen definiert:
- Nutzung von Dampf- und Wasserkraft zur Mechanisierung der Produktionsprozesse im ausgehenden 18. Jahrhundert in England.
- Nutzung von elektrischer Energie und Fliessbändern zur Massenfertigung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- Nutzung von Elektronik und IT zur Automatisierung einzelner Produktionsprozesse ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
- Individualisierung der Fertigungsprozesse durch die Vernetzung mit dem Internet, der Integration von Kunden und Geschäftspartnern in die Geschäftsprozesse und weitere Automatisierung durch Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Das Ziel ist dabei die „Smart Factory“, welche sich dem Internet der Dinge-Konzept bedient.
Wie könnte Industrie 4.0 in der Praxis aussehen?
In Zukunft fällt der Mensch als Übermittler der von den Maschinen benötigten Anweisungen und Daten immer mehr weg. So könnten die Fertigungsmaschinen Daten über ihren Wartungszustand direkt an ein zentrales System senden, welches dann automatisch weitere Schritte einleitet, um den Zustand der Maschine aufrechtzuerhalten, bevor es zu einem ungeplanten Ausfall kommt. Im Gegenzug können Produktionsmaschinen auch Daten aus verschiedenen Quellen erhalten, um den Fertigungsprozess dem Kundenbedarf und Auftragsvolumen in Echtzeit anzupassen und in Bezug auf Zeit und Materialaufwand effizient zu gestalten. So könnte z.B. der einzelne Kunde im Onlineshop sein gewünschtes Produkt – z.B. eine Kaffeetasse – auf beliebige Weise gestalten. In dem Moment, in welchem dieser Kunde auf den Bestellen-Button klickt, wird der erforderliche Datensatz direkt an die betreffenden Maschinen in der Fabrik gesendet, welche daraufhin mit der Produktion dieser Kaffeetasse in der bestellten Menge beginnen.
Das Prinzip lässt sich auch auf nicht fertigende Unternehmen übertragen. So kann eine Bestellung in einem Onlineshop ohne eigener Produktion vom Moment der Bestellung bis zur Auslieferung an den Kurierdienst und Korrektur des Warenbestands komplett ohne menschliche Intervention durchgeführt werden. Hier lässt sich das Prinzip des Internet der Dinge anknüpfen: Es könnte der Kühlschrank beim Kunden sein, welcher automatisch im Onlineshop neue Milch ordert, sobald der Milchbestand auf ein kritisches Niveau gesunken ist.
Es geht also darum, sämtliche Daten aus unterschiedlichen Quellen und Anforderungen an einem Ort zu bündeln, um auf automatisierte Weise den Datenaustausch zwischen den einzelnen Fertigungs- und Geschäftsprozessen zu beschleunigen. Dies ist besonders für Schweizer KMU von Vorteil, da ihre Personalressourcen begrenzt sind und die Aufstockung des Personals aufgrund des Fachkräftemangels kostenintensiv ist.
Ein integratives ERP-System kann all dies steuern
Ein ERP-System, welches sämtliche Geschäfts- und Fertigungsprozesse abdeckt, agiert als zentraler Datenhub. Hier laufen alle Datenströme zusammen: Kundendaten und Bestellanforderungen (auch von mobilen Geräten versendete Informationen), Lagerbestand der Waren und Produktionsmittel, Informationen zum Personal, Zustand und Auslastung der Fertigungsmaschinen, usw. Das ERP-System ist es auch, welches automatisch neue Produktionsmittel und Ersatzteile für die Maschinen bestellt, die Ressourcen automatisch inventarisiert und zuteilt, den Kunden zum Stand seiner Bestellung fortlaufend informiert und die Abrechnung abwickelt. Wenn es noch dazu als ERP-System aus der Cloud heraus angeboten wird, lässt es sich dem Unternehmensbedarf entsprechend auf einfache Weise skalieren und anpassen. Ganz so wie der Fertigungsprozess in einer „Smart Factory“.