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April / Mai 2022
Von Thailand reiste ich weiter nach Mauritius, wo ich während 2 ½ Wochen die Insel mit einem Mietauto entdeckte.
Mauritius ist ein Staat auf einer etwa 60 km langen und 40 km breiten Insel im indischen Ozean. Nach der Entdeckung durch die Portugiesen anfangs des 16. Jahrhunderts war die Insel zwischen 1598 bis 1710 in holländischem Besitz. Auf diese Zeit geht auch der Name Mauritius zurück. Mauritius ist der lateinische Name von Moritz, da die Insel nach dem Prinzen Moritz von Oranien benannt wurde. 1715 eroberten die Franzosen die Insel und nannten sie ‚Île de France‘. 1810 besetzten die Briten die Insel. 1968 entliessen sie Mauritius in die Unabhängigkeit.
Inhaltsverzeichnis
Mahebourg
Der Flughafen befindet sich nur wenige Kilometer von Mahebourg entfernt, so dass ich die ersten Tage dort verbrachte. Es ist ein kleines Städtchen an der Nordostküste der Insel mit etwa 15’000 Einwohnern.
Manioc Biscuit factory H. Rault Co Ltd
Besonders sehenswert war die Biscuit-Fabrik, in der Biscuits nach der gleichen traditionellen Methode produziert werden wie bei der Gründung vor 140 Jahren. Man fühlte sich in eine andere Zeit versetzt.
Das Feuer im Ofen erhitzt die oben angebrachten Metallplatten, die die Hitze an die Biscuits weitergeben.
Auch das Einpacken in die Schachteln erfolgt von Hand.
Ferney Tal (La Vallée de Ferney)
6 km von Mahebourg entfernt befindet sich das Naturreservat Ferney Valley. Das Reservat wurde 2006 als Antwort auf ein Autobahnprojekt der damaligen Regierung durch das Tal gegründet, um die Biodiversität des Tals zu schützen. Nach der Abwahl der Regierung wurde das Strassenprojekt nicht mehr weiter verfolgt.
Auch ein paar alte Schildkröten leben im Tal.
Urtümlicher Wald
Dieser Baum wurde schon markiert, um für das Strassenprojekt gefällt zu werden. Da die vorhergehende Regierung nun wieder gewählt wurde, befürchten die Ranger, dass die Strasse doch noch gebaut wird und damit das Reservat zerstört wird. Dann würden sie auch ihre Arbeit verlieren.
Ein Wasserfall im Reservat
Blue Bay
Meine erste Station auf der Mauritius-Rundreise mit dem Mietauto war die Blaue Bucht, die ihren Namen zu Recht trägt.
Domaine de Saint Aubin
Das koloniale Haus des Landgutes aus dem Jahr 1816 ist nun ein recht gutes Restaurant. Zudem kann der Garten, in dem auch Vanille kultiviert wird, besucht werden. Auf dem Gut werden die angebauten Vanille-Schoten und der Rum aus der hauseigenen Destillerie verkauft. Generell kann der Rum aus Mauritius aber nicht mit seinen karibischen Konkurrenten mithalten.
Rochester Falls
Der Rochester-Wasserfall war zu Fuss in 15 Minuten von meinem Airbnb-Haus zu erreichen. Am frühen Morgen war das Licht besonders magisch.
Bois Chéri Tee-Plantage
Diese Teeplantage aus dem Jahr 1892 ist die älteste auf der Insel. Sie befindet sich im höher gelegenen Landesinneren mit einem kühleren Klima, das die Teestauden lieben. Heute werden aus den handgepflückten Blättern etwa ein Dutzend, teils ausgezeichnete Teesorten produziert.
Die Anlieferung der Teeblätter
Hier werden die Blätter für die Fermentation ausgebreitet.
Im hinteren Teil der Plantage befindet sind ein modernes Restaurant (auf dem Foto links) mit Blick über einen See.
Ich erhielt alle Teesorten zum Degustieren und konnte so viel Tee trinken wie ich wollte.
Black River Gorges National Park
Ich unternahm eine Wanderung im grössten Nationalpark von Mauritius, in dem sich auch der höchste Berg der Insel befindet, der 828 Meter hohe ‚Piton de la Petite Rivière Noire‘.
Der Süden der Insel ist wenig entwickelt. Daher war es schwierig, ein gutes Restaurant in der Gegend zu finden. Das Restaurant in der oben beschriebenen Domaine de Saint Aubin schloss um 17 Uhr. Am ersten Abend fand ich bloss Imbissbuden mit einem Fast-Food-Angebot. Auf der Suche nach einem geeigneten Restaurant fuhr ich mit dem Blick auf die digitale Karte immer weiter, bis ich schliesslich zum 20 km entfernten 5-Sterne Resort ‚So Sofitel Mauritius‘ in Bel-Ombre kam. Es war dunkle Nacht und ich war hungrig. Umso mehr war ich erleichtert, dass die Sicherheitspforte mich nach Absprache mit dem Restaurant in das Resortgelände liess und ich sogleich mit einem elektrischen Wagen abgeholt wurde. Wir fuhren mehrere Minuten durch das grosse Gelände an den vielen Villen vorbei, bis wir beim Restaurant ankamen.
Das Nachtessen war so gut, dass ich am nächsten Morgen auch zum Morgenessen kam.
‚So Sofitel Mauritius‘ in Bel-Ombre
Der Strand des Resorts
Le Morne Brabant
15 km weiter westlich kam ich zu einem der bekanntesten Wahrzeichen von Mauritius, dem 556 Meter hohen Le Morne Brabant-Felsen. Das Bild zeigt das Monument der 1835 in den Tod gestürzten Sklaven. Viele entlaufene Sklaven versteckten sich auf dem Le Morne Felsen. Als am 1. Februar 1835 die Sklaverei abgeschafft wurde, wollten britische Soldaten den entlaufenen Sklaven die gute Neuigkeit verkünden. Diese glaubten, dass sie eingefangen, gefoltert und getötet werden, so dass sich viele lieber vom Felsen in den Tod stürzten, als von den Briten gefangen genommen zu werden.
Sonnenuntergang am Le Morne Brabant
Ab 7 Uhr morgens war der Weg auf den Gipfel des Felsens offen. Ich startete zu dieser Zeit, um der Hitze und den Leuten zu entfliehen. Als ich oben ankam, waren bereits drei andere Personen auf dem Gipfel, natürlich alles Schweizer! Sie erzählten mir, dass es 500 Meter westlich vom offiziellen Eingang einen inoffiziellen Pfad gibt, der über Nacht nicht geschlossen wird.
Eine atemberaubende Aussicht, hier Richtung Süden
und Richtung Norden
Das Gipfelkreuz
Rum-Destillerie von Chamarel (Rhumerie de Chamarel)
Die Destillerie liegt inmitten von Zuckerrohrfeldern. Nach dem Eingangstor befindet sich ein tropischer schön gepflegter Garten.
Das Brennkamin
und der Brennkessel
Ich probierte für viel Geld den 10-jährigen Jubiläums-Rum, der unverkäuflich ist. Es war ein sehr guter Rum, aber die Destillate aus der Karibik haben einen intensiveren und harmonischeren Geschmack.
Ich kaufte diesen Rum mit zugesetztem natürlichem Vanille-Aroma.
Chamarel Seven Colored Earth Geopark
In der Nähe der Destillerie befindet sich der Park der siebenfarbigen Erde.
Im gleichen Park findet sich der Charamel Wasserfall, der mit 100 Meter Fallhöhe der höchste Wasserfall in Mauritius ist.
Die Anlage meines Apartments in Flic en Flac, einem Touristenort an der Westküste. Ich zahlte hier bloss € 45 pro Nacht.
Tamarin Wasserfälle
Der Fluss Tamarin fliesst über sieben Wasserfälle dem Meer entgegen. Verschiedene Webseiten warnten, dass der Weg teils schwierig zu passieren und zu finden sei und man besser eine Tour buche. Ich buchte daher eine nicht billige Tour und bereute es schon bald. Ich war der einzige, der pünktlich zum Treffpunkt erschien. Sogar der Tour-Führer war verspätet. Die letzten Teilnehmer erschienen 45 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt. Bald stellte sich heraus, dass der Weg mit der Karte auf dem Mobiltelefon sehr einfach zu finden war. Zudem konnte ich nicht solange bei den Fällen bleiben wie ich wollte. Mir wurde bewusst, dass die Webseiten ein Interesse an den Tour-Buchungen haben, denn bei einer Buchung verdienen sie Kommissionen. Das nächste Mal verzichte ich auf eine Tour.
Bei einem Wasserfall führte der Weg hinter dem Wasserfall durch.
Domaine des Aubineaux
Das koloniale Landgut aus dem Jahr 1872 beherbergt nun ein Restaurant und ein Museum mit Möbeln aus der damaligen Zeit. Es war das erste Haus mit Elektrizität auf Mauritius.
Caudan Wasserfront in Port Louis
Die laute Hauptstadt von Mauritius war ein Gegensatz zu den vorher besuchten beschaulichen ländlichen Gebieten. Die Caudan Wasserfront mit ihren Cafes, den auf Touristen ausgerichteten Geschäften und dem Blue Penny Museum war aber sehenswert. Das Blue Penny Museum zeigt neben Münzen und weiteren historischen Gegenständen zwei sehr seltene Briefmarken: Eine gestempelte orange-rote Ein-Penny- und eine gestempelte blaue Zwei-Penny-Marke aus dem Jahr 1847. Die ‚Post Office‘ Serie der beiden Marken wurde nur je 500 Mal gedruckt. Unterdessen sind noch 27 davon übrig geblieben. Sie gehören heute zu den teuersten Briefmarken überhaupt und jede ist einen zweistelligen US Dollar Millionenbetrag wert.
Da Mauritius auch eine indisch-stämmige Bevölkerung hat, fand ich hier die geliebten indischen Süssigkeiten.
Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanischer Garten
Der botanische Garten wurde 1770 von den Franzosen angelegt. Dazumal hiess Mauritius noch ‚Ile de France‘. Ab 1988 bekam der Botanische Garten seinen Namen nach dem Politiker Seewoosagur Ramgoolam, der Mauritius in die Unabhängigkeit führte.
Der Park ist gross und umfasst mehrere Teiche. 85 Palmenarten aus Zentralamerika, Asien und Afrika sind im Garten zu finden.
Der Teich mit den weissen Lotus-Pflanzen, hier ohne Blüten
An diesem Baum hängen riesige Samen.
Besonders berühmt ist der Garten für seine grosse Seerosenpopulation Victoria amazonica aus dem Amazonasgebiet.
Trou-aux-Biches
Eine weitere Gegend mit schönen Stränden
Restaurant Le Pescatore direkt am Meer
Mont Choisy Strand
Einer der schönsten Strände auf Mauritius
Das Coral Azur Beach Resort
Spaziergang vom Pereybere Strand zum Bain Boeuf Strand
Ich reiste weiter Richtung Norden. Der 2 km lange Spaziergang am Meer entlang vom Pereybere Strand zum Bain Boeuf Strand führt an eindrucksvollen Häusern und Resorts vorbei.
Cap Malheureux
Der nördlichste Punkt von Mauritius heisst Cap Malheureux (auf deutsch Kap des Unglücks), da viele Schiffe in den Untiefen des Kaps sanken und die Franzosen hier 1810 durch die Briten besiegt wurden. Daher ist Mauritius im Gegensatz zur Nachbarinsel La Reunion heute nicht französisch.
Der malerische Friedhof mit Meeresblick
Die Kirche Notre-Dame Auxiliatrice
Sie wurde zur Erinnerung an die vielen Wracks vor der Küste gebaut und ist der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet.
Vögel am Kap
Sri Draubadi Ammen Tempel
Dieser farbenfrohe tamilische Tempel ist dem Hindu-Gott Draupadi gewidmet.
Schloss von Labourdonnais
Das Gut von Labourdonnais wurde 1856 erbaut und ist seither im Besitz der gleichen Familie.
Das Gut besitzt auch eine Brennerei. Ich degustierte den Rum, der mich aber enttäuschte.
Grand Gaube Strand
Weiter östlich vom Cap Malheureux erreicht der Reisende den Grand Gaube Strand, der ebenfalls schöne Ausblicke bietet.
Bras D’Eau National Park
Weiter südlich an der Ostküste schützt der zweite Nationalpark in Mauritius eine Fläche mit urtümlichem Wald, der an anderen Orten im Laufe der Zeit abgeholzt wurde, um Plantagen Platz zu machen. Das Bild zeigt einen Teich mitten im Wald.
Ile aux cerfes (Insel der Hirsche)
Diese Insel kann vom Ort Trou d’Eau Douce mittels organisierten Tagesausflügen besucht werden. Die 1 km lange und 500 Meter breite Insel ist bekannt für ihre pulvrigen Strände und für den Golfplatz. Die Holländer brachten früher Hirsche für die Jagd auf die Insel. Heute gibt es keine Hirsche mehr.
Sicht von der Insel auf das Festland von Mauritius.
Flacq Markt
Meine Mauritius-Reise ging langsam zu Ende. Daher stand ein weiterer PCR-Test für die Weiterreise nach La Reunion an. Im Städtchen Flacq konnte ich diesen in der Aegle Klinik hinter mich bringen. Wie schon die vielen vorhergehenden PCR-Tests war auch dieser negativ.
Während ich auf das Resultat wartete, besuchte ich den grossen Markt in Flacq.
Ferney Falaise Rouge Restaurant
Dieses abseits der Strasse am Meer gelegene ausgezeichnete Restaurant befand sich auf dem Weg zurück nach Mahebourg.
Lion Mountain
Am Nachmittag wollte ich den 490 Meter hohen Löwenberg besteigen, der vom Gipfel tolle Aussichten bieten soll. Leider fand ich trotz Beschreibungen auf Webseiten und meiner Karte auf dem Mobiltelefon den Weg nicht. Schon nach 10 Minuten Laufzeit fand ich nur noch dichtes Buschwerk vor, durch das kein Durchkommen war. Ich suchte die Gegend intensiv nach dem Weg ab, aber leider ohne Erfolg.
Ein Zuckerrohrfeld am Fusse des Lion Mountains
Auf dem Weg zurück zum Auto kam ich an dieser fahrenden Metzgerei vorbei.
Pont Natural
Ich hatte daher Zeit, die wilde Küste südlich des Flughafens zu besuchen, bevor ich nach Mahebourg zurück kehrte.
Hier befindet sich auch die berühmte natürliche Steinbrücke, die dem Ort den Namen gab.
Damit kam meine 18-tägige Reise rund um Mauritius zu Ende. Ein 45-minütiger Flug brachte mich zur Nachbarinsel La Reunion.