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Gutshöfen
Von einer flächendeckenden Besiedelung durch die Römer konnte nicht die Rede sein, vielmehr handelt es sich um Stützpunkte des Militärs und allenfalls für den Handel. Dazu kamen immerhin mehrere hundert verstreute Gutshöfe bzw. Landsitze (Villae rusticae),die meistens von pensionierten Soldaten und Offizieren bewirtschaftet wurden oder als Zweitwohnsitz für reiche Stadtbewohner dienten (Bilder unten).
Um den von etwa 250 bis 350 Menschen bewohnten Vici gruppierte sich eine Reihe von Gutshöfen (Villae rusticae); archäologisch nachgewiesen in Albisrieden (Hochfeld/Galgenacker), Altstetten (Loogarten), Oerlikon (Irchel), Uitikon (Urdorferstrasse), Wipkingen (Waidstrasse) und Wollishofen (Gässli/Seestrasse).
Befestigungen
Im 3. Jh. wurde durch Kaiser Diokletian die Nordschweiz der neuen Provinz Maxima Sequanorum zugeteilt und entlang des Rheins eine dichte Kette von befestigten Städten, Kastellen und Wachtürmen angelegt (Briefmarke links). Ein Wachturm mit Refugium am höchsten Punkt des Uetlibergs hat bis zum Vordringen der Alamannen eine strategische Bedeutung.
Die Märtyrer
Bald brachten römische Soldaten und Kaufleute das Christentum in die Schweiz, auch nach Zürich. Zuerst wurden die Christen verfolgt, wie es die Geschichte der Thebaische Legion in Martigny (Octodurus, siehe Briefmarke links) und von Verena in Zurzach, sowie Felix und Regula in Zürich, illustrieren. Dies nahm erst ein Ende als 313 Kaiser Konstantin das Christentum als Staatsreligion erklärte.
Schwarze Madonna
Die letzte Druiden, die noch im Untergrund praktizierten, traten dem Marienkult bei. Es wird spekuliert, dass dies die Verbreitung der "schwarze" Madonna erklärt. Sie wurde Anu, die keltische Göttin darstellen. In der Schweiz, die bekannteste ist "Unsere liebe Frau vom finstern Wald" des Klosters Einsiedeln (siehe Briefmarke / Block link, 15 Jh.).
Die Völkerwanderung
Nach dem Einfall der Goten ins Weströmische Reich wurden im Jahr 401 alle römischen Truppen zum Schutz Italiens aus den Gebieten nördlich der Alpen zurückgezogen. Das helvetische Land lag ein Jahrhundert sich selber überlassen. Langsam wanderten die Alamannen ein. Mitte des 6. Jh. erreichten sie die Region Zürich. Sie mieden die alte Orte, in denen die helvetische-römische Bevölkerung lebte. Lange Zeit wohnten die beiden Völker nebeneinander.
Die Glaubensboten
Als kurz darauf die ersten irischen Glaubensboten Columban und Gallus in die Schweiz kamen (Briefmarke links), fanden sie zwar einige Christen in den ehemaligen römischen Siedlungen und in den damaligen Bischofssitzen in Basel, Genf, Sion, Martigny und Chur. Aber der Grossteil der Bevölkerung glaubte an den keltisch-germanischen Taranis / Wotan oder besuchte gallo-römische Tempel in den Städten, in welche sie Merkur / Lugus verheerten. Gallus sorgte dafür, dass Bildung, landwirtschaftliches Wissen, Versorgung der Armen und das Evangelium langsam die Herzen der Kelten und Alemannen im Helveticum erreichten, und so ihnen ein besseres Leben bescherte.
Die Klöster Sankt-Gallen und Reichenau wurden damals gegründet. Drei Jahrhunderte später standen überall in der Schweiz christliche Kirchen. Die Kelten und Alemannen in der spätere Schweiz mussten nicht wie die Saxen von Karl der Grosse mit dem Schwert konvertiert werden.
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(Bilder: oben links, Julia im Kleid eine keltische Adlige; oben rechts, Leona als die gefallene Helvetia; Mitte, Alena als helvetische Bauerin, mit gallischen Hahn und Rind)