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SITUATION #188
Die vom israelischen Künstler Mushon Zer-Aviv mit den Software-Entwicklern Dan Stavy und Eran Weissenstern entwickelte interaktive Installation The Normalizing Machine beschäftigt sich mit visuellen Vorstellungen von „Normalität“ und dem Ein- und Fortschreiben von Vorurteilen über Algorithmen und maschinelles Lernen. Selbst im Fokus der Kamera müssen die Betrachtenden entscheiden, welche der zuvor erfassten Besucher_innenporträts ihnen „normaler“ erscheinen. Im Anschluss werden die so gesammelten Datensätze ausgewertet und ein algorithmisches Abbild von „Normalität“ erstellt. Zer-Aviv bettet damit die technische Gesichtserkennung des 21. Jahrhunderts in eine Entwicklungslinie ein, die über die für propagandistische Zwecke missbrauchte Gesichtsmessung unter dem NS-Regime bis zu den bereits im 19. Jahrhundert verbreiteten fotografischen Bildpraktiken der Forensik zurückreicht. The Normalizing Machine untersucht, wie wir heutzutage „Normalität“ wahrnehmen und wirft damit gleichsam die Frage auf, ob diese überhaupt jenseits subjektiver Kategorien existieren kann – und welche Rolle fotografische Technologien als vermeintlich ‚objektive‘ Verfahren in solchen Normalisierungsprozessen spielen.
Mehr von Mushon Zer-Aviv: mushon.com/tnm