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Um 22.40 Uhr Ortszeit verwertete der Serbe seinen ersten Matchball mit einem Aufschlagwinner und beendete damit nach 3:19 Stunden eine Partie, die über weite Strecken hochklassiges Tennis bot. Noch einmal hatte sich Federer gegen die drohende Niederlage gewehrt, als er im vierten Satz zur Freude der fast 24'000 Zuschauer, die wie eine Wand hinter dem Schweizer standen, von 2:5 auf 4:5 verkürzen konnte. Obwohl Federer noch einmal drei Chancen zum 5:5-Ausgleich hatte, gelang ihm kein weiteres Break mehr. Insgesamt vermochte er nur 4 von 23 Breakmöglichkeiten zu nutzen, Djokovic verwertete sechs seiner 13 Chancen.
Vorentscheidung im vierten Satz
Eine erste Vorentscheidung war am Ende des vierten Satzes gefallen, als Federer beim Stand von 4:3 zwei Breakbälle nicht zu verwerten vermochte, Djokovic seine Chance zum Servicedurchbruch nach einem Rückhandfehler des Schweizers aber resolut nutzte. Und nachdem der Serbe noch einmal zwei Chancen Federers zum Rebreak abwehrte, schaffte er die 2:1-Satzführung.
Damit endete auch Federers beste Phase der Partie. Nach einem verunglückten ersten Satz, in dem Federers Aufschlag nicht wie gewohnt funktionierte, steigerte sich der 34-jährige Baselbieter, der älteste Grand-Slam-Finalist seit Andre Agassi 2005, enorm. Den zweiten Durchgang dominierte er dank seiner offensiven Spielweise, brauchte aber neun Versuche, um das Break zum 7:5 zu realisieren.
Zehnter Grand-Slam-Sieg für Djokovic
Djokovic feierte mit dem Erfolge seinen zehnten Grand-Slam-Sieg, den dritten in diesem Jahr. Nur Stan Wawrinka hatte es am French Open in Paris geschafft, den dominierenden Spieler der letzten Jahre 2015 an einem Major-Turnier zu bezwingen, wodurch Djokovic den Gewinn des Grand Slams verpasste. Djokovic ist erst der dritte Spieler nach Rod Laver und Federer, der im selben Jahr an allen vier Major-Turnieren den Final erreichte. Federer schaffte dies 2006, 2007 und 2009.
Mit dem Sieg in Flushing Meadows, seinem zweiten in New York, nachdem er zuvor vier von fünf Finals verloren hatte, untermauerte Djokovic seine derzeitige Vormachtstellung. Bereits vor dem Final war klar, dass der Serbe das Jahr als Nummer 1 abschliessen wird. In New York bestritt Djokovic seinen 16. Grand-Slam-Final in den letzten fünf Jahren (und 21 Major-Turnieren), neun davon entschied der 28-Jährige aus Belgrad für sich.
Federer in Topform
Federer verpasste aufgrund der Niederlage die Krönung des zweiwöchigen Turniers im Big Apple, in dem er mit Ausnahme des ersten Satzes im Final gross aufgespielt hatte. Von der ersten Partie an überzeugte Federer in Flushing Meadows und gab erstmals seit sieben Jahren auf dem Weg in einen Grand-Slam-Final, den 27. seiner Karriere, keinen Satz ab. Federer sprühte in den Tagen von New York vor Spielfreude, spielte so offensiv wie noch nie in seiner Karriere und schaffte erstmals seit sechs Jahren wieder den Einzug in zwei Major-Finals im selben Kalenderjahr.
Kurz vor Beginn der Partie hatte über der Anlage im Billie Jean King National Tennis Centre Regen eingesetzt, weswegen sich der Beginn des Finals um drei Stunden verzögerte und die Partie bei kühleren Bedingungen als in den vergangenen Tagen als Night-Session über die Bühne ging. Ab dem nächsten Jahr wird das Arthur-Ashe-Stadion mit einem Dach ausgestattet sein.