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Schon vor einiger Zeit hatten uns unsere Mitglieder gebeten, eine mehrtägige Reise zu organisieren. Wir sammelten ihre Wünsche mittels eines Formulars, da dies eine echte Premiere für die Sektion Forum elle Tessin war. An unserer Generalversammlung am 30. März informierten wir die anwesenden Mitglieder über die Ergebnisse der Umfrage und teilten ihnen mit, dass wir eine maximale Teilnehmerzahl von 25 Personen für unsere Reisen bevorzugen würden, wobei wir auch den Ehemännern/Partnern die Möglichkeit eröffnen würden, teilzunehmen, wie sie es wünschten.
Das erste Ziel war die Entdeckung von Mathilde von Canossa, eine Frau von großer Bedeutung für die Geschichte des europäischen Mittelalters, Erbin eines Territoriums, das sich vom heutigen Latium bis zum Gardasee erstreckte. Vom 11. bis 13. Oktober fuhren 22 Mitglieder in Begleitung des Geschichtslehrers Mirto Genini in einem bequemen Bus zunächst nach Mantua, wo wir übernachteten und besichtigten den Herzogspalast (Palazzo Ducale) mit dem prächtigen Saal der Eheleute (Camera degli Sposi), das historische Zentrum mit der wunderschönen Basilika des Heiligen Andreas (Basilica di Sant’Andrea) mit ihrer prächtigen Renaissancefassade und dem Palazzo Te, einem Gebäude mit prunkvollen Innenräumen, das Friedrich II. als Ort der Entspannung und des Vergnügens hatte errichten lassen. Durch einen Glücksfall konnten wir dort auch eine interessante Ausstellung großer Meisterwerke von Rubens bewundern, die gerade stattfand. In San Benedetto Po besuchten wir nach einem ausgezeichneten Mittagessen in einer lokalen Trattoria die antike Abtei San Benedetto in Polirone.
Die zweite Nacht verbrachten wir in Reggio Emilia und unser Reiseführer führte uns durch die Straßen des historischen Zentrums, wo wir die verschiedenen Kirchen und Plätze bewundern konnten. Wir können nicht verhehlen, dass das Wetter auf unserer Seite war: drei Tage Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Abendessen unter freiem Himmel!
Der letzte Tag war der Besichtigung der Burg Bianello und der Ruinen der Burg Canossa gewidmet. Die Mitglieder, die an der Reise teilnahmen, schätzten die Möglichkeit, mehr über eine bedeutende Frauengestalt zu erfahren, indem sie die Orte besuchten, an denen sie eine wichtige Rolle spielte.
Mathilde von Canossa war eine bedeutende politische Persönlichkeit – Cousine zweiten Grades von Kaiser Heinrich IV., aber treue Anhängerin der von Papst Gregor VII. eingeleiteten Kirchenreformation geriet sie – gegen ihren Willen – in den Mittelpunkt einer historischen Auseinandersetzung um den Investiturstreit zwischen Papsttum und Königtum. Das Leben bescherte ihr abwechselnd Siege und Niederlagen, wobei sie bis zu ihrem Tod, der sie in der Nähe ihres geliebten Klosters San Benedetto in Polirone ereilte, stets eine wichtige politische Rolle spielte. Dort wurde sie auch begraben, doch 1544 überführte Papst Barberini ihre sterblichen Überreste in die Peterskirche in Rom, wo sie nun in einem Grab ruht, das mit einem ihr gewidmeten Denkmal von Bernini geschmückt ist.
Nach der Rückkehr von der Reise fragten uns die begeisterten Mitglieder bereits, was das nächste Ziel sein würde! Wie das Sprichwort sagt: Der Appetit kommt mit dem Essen!
Text von Graziana Kobler & Gaby Malacrida