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Fabrikbrand
Einsiedeln. 4. Februar 1896. Früh morgens 5 Uhr wurden die Dorfbewohner durch den Fürioruf «Fürio in der obern Fabrik» aus dem Schlafe geweckt. Die in den letzten Dezennien schon dreimal von Brandunglück heimgesuchte Spinnerei «Schöngarn », in welcher in letzter Zeit ungefähr 40 Arbeiter beschäftigt waren, befand sich seit September 1895 im Besitze des Herrn Christian Freitag von Mollis, eines soliden und tüchtigen Geschäftsmannes, dem seine Arbeiter grosse Lojalität und viel Menschenfreundlichkeit nachrühmen.
Kurz vor Beginn der Arbeitszeit wurde von den Arbeitern in der «Karderei» Feuer bemerkt, das sie anfänglich mit dem Haushydranten bemeistern zu können meinten. Allein derselbe lief so schwach und der Rauch war dort schon so dicht geworden, dass sie von dem begonnenen Versuch selber zu löschen, abstehen und Hilfe bei der hiesigen Feuerwehr suchen mussten, die sie auch in verhältnismässig kurzer Zeit fanden, denn es war kaum 5.30 Uhr, als das Rettungskorps und die Hydranten- Abteilung IV auf dem Brandplatze anrückten. Die Feuerwehr, wohlsehend, dass sie es nicht bloss mit einem unbedeutenden Kleinfeuer zu thun habe, machte sich sofort ans Löschen, musste aber zu ihrer nicht geringen Überraschung die fatale Wahrnehmung machen, dass der mittlerweile montierte Hydrant bei der untern Fabrik, von welchem mit Hilfe der übrigen Hydranten-Abteilungen eine lange Schlauchleitung bis zum Brandobjekt erstellt worden war, einen so geringen Wasserstrahl abgab, der nur mit Mühe ins erste Stockwerk gebracht werden konnte, während früher der gleiche Hydrant bei normalem Druck das Wasser bis zum dortigen Dachgiebel hinaufzutreiben vermochte.