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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Neuntes Buch
32. Der Sohn ist vom Vater unabtrennbar.
Dieser (folgenden) Stufen der über ihn schon vorausgeschickten Erkenntnis hat er sich bedient. Als er seinen Ausgang vom Vater gelehrt, als er das Bei-ihm-sein des Vaters bekundet, als er seinen Sieg über die Welt bezeugt hatte, als (er gesagt hatte), daß derjenige den [S. 103] Vater verherrlichen werde, der vom Vater verherrlicht werden müsse, daß er von der überkommenen Macht Gebrauch machen werde, um allem Fleisch die Ewigkeit des Lebens zu gewähren: da hat er zuletzt ― so war seine Absicht ― dieses alles mit diesem feierlichen Beschluß geschlossen: „Das aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den alleinigen wahren Gott, erkennen, und den du gesandt hast, Jesus Christus.”1
Lerne es, Irrlehrer, den Glauben an das ewige Leben entweder auszusprechen oder ihn anzunehmen! Trenne, wenn du es kannst, Christus von Gott, den Sohn vom Vater, den Gott über alles von dem wahren Gott, von dem alleinigen den einen ― denn ein Herr ist Jesus Christus2 ―, wenn es das ewige Leben ist, an den alleinigen wahren Gott ohne Christus geglaubt zu haben! Wenn aber nach der Abtrennung Christi von dem alleinigen wahren Gott in dem Bekenntnis des alleinigen wahren Gottes das ewige Leben nicht erfaßt wird, dann sehe ich nicht ein, wie des Glaubens wegen derjenige vom wahren Gott abgetrennt werden soll, der des Heiles wegen von ihm unabtrennbar ist.
1: Joh. 17, 1―3.
2: 1 Kor. 8, 6.