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Um 1800 setzte zuerst in England und bald auch in der Schweiz die Industrialisierung ein. Das bedeutete die Ablösung des traditionellen Handwerks durch Fabrikarbeit in immer mehr Bereichen. Von nun an wurden gewerblich produzierte Massengüter in einer arbeitsteiligen Organisation, mit einem wachsenden Maschineneinsatz und mit aus Kohle oder Wasser erzeugter Energie hergestellt. In einer ersten Phase, der sogenannten ersten industriellen Revolution, betraf die Industrialisierung vorwiegend die Textilherstellung, ab 1860 entstanden die Maschinen-, Elektro- und die Nahrungsmittelindustrie sowie die chemische Industrie (zweite industrielle Revolution). Die Automatisierung durch Elektronik und Computertechnologie läutete um 1970 die dritte industrielle Revolution ein.
Ein zentrales Element der zweiten industriellen Revolution war die Elektrifizierung. Die wichtigsten Innovationen für die Anwendung der Elektrizität in der Industrie waren die Entwicklung des Generators, welcher Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandelt, und seines Gegenstücks, des Elektromotors, der elektrische Leistung in mechanische Leistung umwandelt. Schon in den 1830er Jahren wurden erste praxistaugliche Elektromotoren entwickelt, doch erst der Dynamo, den Werner von Siemens 1866 patentieren liess, ermöglichte die Erzeugung von elektrischer Energie in einem grösseren Umfang. Ein weiterer Knackpunkt war die Übertragung des Stroms über weite Distanzen. Hier brachte der Übergang vom Gleichstrom zum Wechselstrom den Durchbruch.
Mit dem Bau der grossen Elektrizitätswerke und der Stromnetze ab den 1880er Jahren stellten viele Länder grossflächig elektrische Energie bereit, was die Voraussetzung für die Elektrifizierung der Industrie war. 1914 gab es in der Schweiz 258 Elektrizitätswerke; ein Hochspannungsnetz verteilte die elektrische Energie über das ganze Land. Der Kanton Bern war damals der drittgrösste Stromproduzent unter den Kantonen (hinter Wallis und Graubünden), 1928 befand er sich auf Platz zwei hinter dem Wallis.