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|Abt Nortpert (1034-1072)

Abt Nortpert
Nortpert, 1034-1072. Nortpert war vor seiner Abtserhebung nicht Mitglied des St. Galler Konvents, er kam vom Reformkloster Stablo. In St. Gallen galten seit der Reform durch Kerbodo von Lorsch die monastischen Formen des lothringischen Reichsmönchstums. Allmählich hatte sich aber, wohl bedingt durch die adelige Exklusivität des Konvents, eine freiere Lebensform eingebürgert. Abt Nortpert begann seine Regierung in St. Gallen nach dem 7.1.1034. Anfänglich hatte er mit seinen Reformversuchen einige Schwierigkeiten. Die Mönche, die ihn nach St. Gallen begleitet hatten, verließen die Abtei jedenfalls wieder. Nortpert konnte sich aber behaupten und strengere Lebensformen durchsetzen. Im Jahre 1040 empfing er König Heinrich III. in St. Gallen. 1046 begleitete er diesen auf seinem Italienzug. In Rom erreichte er im Januar 1047 auf die Fürbitte des Kaisers bei Clemens II. die Heiligsprechung der Klausnerin Wiborada, die beim Ungareneinfall im Jahre 926 getötet worden war. In seinen Bestrebungen, die Besitzrechte des Klosters zu wahren, geriet Nortpert mit Bischof Rumold von Konstanz in Konflikt, der zu einer blutigen Fehde ausartete, auf beiden Seiten Opfer forderte und beträchtlichen Schaden anrichtete. Die kirchlichen Beziehungen zum Bischof von Konstanz müssen aber in Ordnung gewesen sein, denn um 1068/69 hat Abt Nortpert die von ihm erbaute Kirche in Appenzell mit dessen Einverständnis durch Bischof Thietmar von Chur weihen lassen. Nach einer Regierungszeit von 38 Jahren dankte er 1072 ab. Er starb an einem 2. September, jedoch nach 1076, da er seinen Nachfolger noch überlebte. Nortpert war der erste Abt, der sich eine ewige Jahrzeit stiftete.
(Duft, Johannes; Die Abtei St.Gallen, St. Gallen 1986)