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(gäl.), Steintisch, häufig verwechselt mit Cromlech (Steinkreis) und Menhir (Steinsäule), ein aus großen Steinblöcken
errichtetes (»megalithisches«) Monument der Vorzeit, bestehend in einer oder mehreren Steinplatten, bisweilen
von riesigen Verhältnissen, welche, einer Tischplatte ähnlich, auf mehreren andern als Stützen dienenden Steinblöcken
ruhen. Ihrer tischähnlichen Form wegen sind sie auch häufig, aber wohl meist mit Unrecht, als Opfertische, Altarsteine, Druidenaltäre
(in Anhalt
[* 4] »Speckseiten«) bezeichnet worden.
Vielfach sind die als Stützen der horizontalen Platten dienenden Steinblöcke so zahlreich und nahe aneinander
stehend, daß der tischähnliche Charakter verschwindet und vielmehr, namentlich bei den größern Monumenten, ein zimmer-
oder kammerähnlicher Raum (Steinkammern) hergestellt ist, der zur Beisetzung der Toten diente (Grabkammer). Wegen der oft
kolossalen Dimensionen der verwendeten Steinblöcke nannte man dieselben Riesenkammern, Riesenkeller, Riesenstuben (dänisch:
Jaettestuer), Steinkirchen, Teufelskammern, Teufelsküchen.
Die eigentlichen Dolmen sind frei stehend; nicht selten aber ragen sie nur zur Hälfte aus einem
um sie angeschütteten Hügel hervor, oder sie sind auch ganz mit einem Stein- oder Erdhügel bedeckt und haben im letztern
Fall einen oder zwei enge, kanalartige Ausgänge (Gangbauten, Ganggräber; schwedisch: Gånggrifter). Hierdurch verraten sie
eine gewisse Ähnlichkeit
[* 9] mit den Winterhäusern der Eskimo. Zuweilen ist der den Dolmen überdeckende Hügel
oder auch der frei stehende Dolmen mit einem Kranz von Steinen eingefaßt, und nicht selten bilden eine oder mehrere frei stehende
Dolmen, welche in einer Reihe stehen, Begräbnisstätten auf einem sogen. Hünenbett oder Riesenbett, einem rechteckigen oder ovalen,
von großen Steinen eingefaßten Begräbnis von sehr bedeutender Längenausdehnung (s. Gräber).
Unzweifelhaft dienten die Dolmen in den meisten Fällen als Begräbnisse. In den Grabkammern fand man an den Wänden herum, selten
in der Mitte die Skelette von Männern, Frauen und
Kindern, in einer Grabkammer auf Seeland an 50 Skelette. Es ist anzunehmen,
daß die Grabkammern vielfach als fertig dastehende Monumente vorhanden waren zu dem Zweck, die Toten einer
Familie oder eines Stammes aufzunehmen, daß sie also eine Art Familienbegräbnisse bildeten. Die in den Dolmen gefundenen Gegenstände
bestehen in groben Thongefäßen, Steinwerkzeugen und Bronzen.