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Der EHC Biel vor den SCL Tigers und dem SC Bern. So die Ausgangslage in der National League zwei Runden vor der Nati-Pause. Dass Bern oben steht, war zu erwarten. Für Biel ist es eine Bestätigung, die SCL Tigers sind die positive Überraschung.
In der zweiten Hälfte der 1970-er Jahre, lange vor dem Playoff-Zeitalter, war diese Dominanz an der Tagesordnung. In den Saisons 1975/76 bis 1978/79 belegte das Berner Trio stets die ersten 3 Ränge der NLA. Und schon damals war nicht immer der SCB zuvorderst.
1975/76: 1. Langnau, 2. Biel, 3. Bern
- Der SC Langnau holt unter Spielertrainer Jean Cusson seinen ersten und bis heute einzigen Meistertitel. In den letzten Runden machen die Emmentaler einen Rückstand von 5 Punkten auf den EHC Biel wett, der als Aufsteiger gleich um den Titel mitspielen kann. Bei Langnau verschaffen sich Akteure wie Jürg Berger, Simon Schenk, Rolf Tschiemer oder Goalie Edi Grubauer ewigen Legendenstatus.
1976/77: 1. Bern, 2. Langnau, 3. Biel
- Der grosse SC Bern, im Vorjahr nur auf Rang 3, schlägt zurück und holt unter dem legendären Paul-André Cadieux seinen 5. Titel. Den entscheidenden Sieg gegen Langnau landen Ueli Hoffmann, Beat Kaufmann, Bruno Wittwer, Serge Martel und Co. in der 22. von 28 Runden mit einem 9:3 in der Ilfis-Halle.
1977/78: 1. Biel, 2. Langnau, 3. Bern
- Der EHC Biel sichert sich in der 28. und letzten Runde den ersten von bisher drei Meistertiteln. Die von der L-Linie (Lindberg, Latinovich, Lott), Goalie Olivier Anken und dem Abwehrduo Köbi Kölliker/Aldo Zenhäusern angeführten Seeländer gewinnen zuhause 4:1 gegen Kloten, während Leader Langnau den Titel durch ein 3:6 gegen den SC Bern vergibt. Der Meisterpokal muss per Auto nach Biel transportiert werden, weil der geplante Helikopter wegen Schnees nicht starten kann. Die Spieler warten mehr als 2 Stunden, um die begehrte Trophäe endlich in Emfpang nehmen zu können.
1978/79: 1. Bern, 2. Biel, 3. Langnau
- Im letzten Jahr der Berner Dominanz sichert sich der SCB noch einmal den Titel. Meistermacher in Bern ist der legendäre Xaver Unsinn, der Mann mit dem Pepita-Hut. Der SCB holt sich den Titel mit 5 Punkten Vorsprung auf Biel, dahinter folgt Langnau auf Rang 3.
In den nächsten Jahren erhalten die Berner Konkurrenz, zuerst aus Graubünden mit dem EHC Arosa und dem HC Davos. Danach auch aus dem Tessin, wo der HC Lugano den «Mantegazza-Rubel» rollen lässt, und von den aufstrebenden «Copains» von Fribourg-Gottéron. Immerhin holt der EHC Biel 1981 und 1983 noch 2 Titel, dazwischen steigt man um ein Haar ab.
Drei Abstiege bis 1995
Statt Biel erwischt es 1982 den SCB, im Anschluss an ein verlorenes Entscheidungsspiel gegen die Seeländer steigt man in die NLB ab. 1985 müssen die Langnauer dran glauben. Auch Biel entfernt sich immer mehr von der Spitze, 1995 ist der Abstieg ebenfalls Tatsache.
Aus dem Berner Trio schafft es in den folgenden Jahren nur der SC Bern wieder zu Meisterehren. Biel und Langnau (heute SCL Tigers) kämpfen nach ihren jeweiligen Aufstiegen am Playoff-Strich oder gar gegen den Abstieg. Bis zum Herbst 2018, wo die Tabelle plötzlich wieder aussieht wie einst in den 1970-er Jahren.
Sendebezug: SRF zwei, sportpanorama, 28.10.2018, 18:30 Uhr