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Bis weit ins 20. Jahrhundert besuchten die Bewohner der kleinen Gemeinde Vordemwald den Gottesdienst in der Stadtkirche Zofingen. Dort herrschte, weil zahlreiche Dörfer nach Zofingen kirchgenössig waren, immer wieder Platznot. Als man 1810 in der Glashütten (einem Ortsteil der Nachbargemeinde Murgenthal) einen Kirchenneubau plante, ging man davon aus, dass die westlichen Gebiete der Gemeinde (Chratzeren, Weiergut und Obersagen) nunmehr dort die Predigt besuchen sollten. Die Gemeinde Vordemwald aber lehnte ab und wollte weiterhin nach Zofingen ‹kirchspänig› bleiben. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Kirchenbau in der Glashütten zustande, zugleich versuchte der Zofinger Pfarrer Johann Jakob Frikart, mit einem Legat von 100 Franken auch den Bau einer eigenen Kirche in Vordemwald voranzutreiben. Doch auch diesmal schien die Gemeinde noch kein Interesse an einem eigenen Gotteshaus zu haben und lehnte in der Versammlung vom 26. August 1849, unleugbar aus Furcht vor nicht tragbaren Folgekosten, das Geschenk ab.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schliesslich begann man dann gleichwohl, in Vordemwald Gottesdienste zu feiern und damit auch die Kirche Zofingen platzmässig zu entlasten. Nachdem 1895 ein neues Schulhaus erbaut worden war, predigte ein Zofinger Pfarrer jeden vierten Sonntag im neuen Gemeindesaal. In Ermangelung eines begleitenden Musikinstruments mussten zunächst jeweils die Fortbildungsschüler die geplanten Lieder vorher einüben und dann gleichsam als Kantoren den Gemeindegesang anführen. 1899 wurde ein Harmonium angeschafft, und in den folgenden Jahrzehnten häufte sich die Abhaltung der Gottesdienste, indem sich der Rhythmus auf alle drei und schliesslich gar auf alle zwei Wochen verkürzte.
Erst in den 1930er Jahren verstärkte sich in Vordemwald zunehmend der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Angeführt vom Zofinger Pfarrer Ulrich Frei gründete man Ende 1939 in einer Versammlung einen Kirchenbauverein. Dank finanzieller Mithilfe der Einwohnerschaft konnte 1942 von der Erbschaft Peyer für 6696 Franken einen Bauplatz von 24,8 Aren erworben werden. Am 23. Juli 1947 fiel in der Kirchgemeindeversammlung in Zofingen der definitive Beschluss, in Vordemwald nach Plänen des Zofinger Architekten Hans Hübscher eine Kirche zu erbauen. Für die Bausumme von 286‘000 Franken standen ein von der Kirchgemeinde und Privaten geäufneter Baufonds von 100‘000 Franken, freiwillige Beiträge von Fr. 46‘000 und ein Darlehen von Fr. 140‘000 zur Verfügung. Dadurch blieb nach der Schlussabrechnung nur ein kleiner Nachtragskredit nötig.
Der erste Spatenstich zum Kirchenbau erfolgte am 30. September 1948, die Grundsteinlegung am 12. Dezember 1948, und am vierten Adventssonntag 1949 konnte die Kirche eingeweiht werden.