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Zusammenfassung aller Seiten über das Verhalten von
Anglerfischen (ohne Illustrationen und Fotos)
Merkmale - Aussehen - Angriffsmimikry - Fortpflanzung / ausserdem Identifikation - Verbreitung
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Die Familie der Angler- oder Fühlerfische (Antennariidae =Antennen-Träger) enthält 13, wahrscheinlich 14 Gattungen (Allenichthys, Antennarius, Antennatus, Echinophryne, Histiophryne, Histrio, Kuiterichthys, Lophiocharon, Nudiantennarius, Phyllophryne, Rhycherus, Tathicarpus) mit 48 (53?) bekannten Arten.
Anglerfische sind relativ kleine Fische, der grösste (F. ocellatus) ist ca. 38cm lang, die meisten Arten sind um die 5 bis 10 cm lang. Einige Arten zeigen ein grosses Farbspektrum, von schwarz zu rot, orange, gelb, braun, weiss, purpur, grün und einige haben sogar blaue Flecken. Diese Farben helfen ihnen, sich ihrer Umgebung perfekt anzupassen.
Merkmale der Anglerfische: Gedrungener Körper (5-40cm), grosses nach oben gerichtetes Maul. Kräftige, muskulöse Brustflossen, mit denen sie laufen können. Meist keine Schwimmblase. Kleine runde Kiemenöffnung hinter den Vorderflossen (die kräftigen Hinterfüsse sind eigentlich umgewandelte vordere Brustflossen). Direkt vor dem Maul hängt eine Angelrute (Illicium) mit einem Köder (Esca), um Beute anzulocken. Die Angel, ein umgewandelter Flossenstrahl ist je nach Art verschieden lang und manchmal gestreift.
Die Form des Köders und die Länge der Angel gehören zu den Hauptmerkmalen, nach denen eine Anglerfischart auch von einem Laien bestimmt werden kann. Der Köder kann verschiedene Formen haben: wurmförmig (A. striatus oder A. hispidus), wie eine Garnele (A. commerson oder Ph. scortea) oder ein kleiner Fisch, bei dem sogar die Augen und Flossen angedeutet sind (A. maculatus), längliche Fäden oder büschelartig. Dadurch, dass mit dem Köder verschiedene kleine Tiere nachgeahmt werden kann der Anglerfisch Beutetiere anlocken. Dies nennt man Angriffsmimikry.
Die Anglerfischarten bestimmt man deshalb unter anderem durch die Länge der Angel (Rute) und das Aussehen des Köders sowie die Form und Grösse des zweiten Flossenstrahls. Wichtig ist ausserdem das Vorhandensein oder Fehlen von Augenflecken (Ocelli) und Streifen. Die Farben sind leider so variabel, dass man sie nur als zusätzliche Hilfe, jedoch nicht als Haupt-Identifikationsmerkmal verwenden kann. Wissenschaftler zählen ausserdem Rückenflossenstrahlen, schauen sich die Form und Grösse von Hautdornen (Englisch: dermal spinules) und die Position der Kiemenöffnung an.
Um einen Anglerfisch einer bestimmten Art zuzuordnen ist es
deshalb wichtig sich Folgendes zu merken oder zu fotografieren:
1. Angel länger / gleich lang / kürzer als der zweite Flossenstrahl?
2. Wie sieht die Angel und der Köder aus?
3. Hat der Anglerfisch Augenflecken oder andere Merkmale wie Warzen, Streifen und welche Farbe ist er?
4. Wo wurde der Anglerfisch gefunden? Welcher Lebensraum (Sand, Riff, Seegras etc.) und in welchem geografischen Gebiet?
Beim Begriff Tarnung geht es allgemein um eine Irreführung der Sinnesorgane. Anglerfische sind Meister der Tarnung. Durch die Farbgebung aber auch mit Fetzen, Flecken, Warzen sowie mit wurm- und blattartigen Anhängseln verschwinden sie völlig in ihrer Umgebung. Der Anglerfisch imitiert Substrat und Strukturen wie mit Algen bedeckte Steine oder Geröll, Pflanzen wie Sargasso oder Algen und Tiere wie Seescheiden, Korallen und Schwämme. Dabei immitiert er nicht nur die Farbe sondern auch die Strukturen dieser Tiere und Pflanzen. So wachsen etwa dem Gestreiften-Anglerfisch (A. striatus) lange Hautanhängsel, die wie Haare aussehen wodurch er zwischen Algen völlig verschwindet. Viele Anglerfische imitieren mit ihren Flecken die Öffnungen der Schwämme oder Seescheiden nach. Ein neu entdeckter Anglerfisch (Histiophryne psychedelica) ahmt gar die Strukturen von Steinkorallen nach - sein ganzer Körper ist mit Streifen bedeckt.
Was bewirkt diese Tarnung? Einerseits schwimmen mögliche Beutetiere ohne Scheu näher an den vermeintlichen Schwamm - ich habe schon beobachtet, wie Grundeln auf einem Anglerfisch, der wie ein Schwamm aussah herumflitzten. Andere Fische wiederum sehen in dem getarnten Anglerfisch den perfekten Ort, um sich zu verstecken - der Anglerfisch bewegt oft auch noch seine Rückenflosse etwas hin- und her, so dass es aussieht als ob sich die Algen in der Wasserströmung bewegen.
Dann sehen sie in mitten des Verstecks ein vermeintliches Beutetier (der Köder des Anglefisches, der wie ein Fischchen, einen Wurm oder eine Garnele aussieht) und wollen es sich schnappen. Sobald sie sich in der so genannten Angriffszone (strike zone) befinden werden sie jedoch selber verschlungen.
Lange Zeit wurden unterschiedlich gefärbte Anglerfische als unterschiedliche Arten betrachtet. Nach neueren Zuordnung zählen die Anglerfisch (Antennariidae) 13, wahrscheinlich 14 Gattungen und 48 (53?) Arten. Die Farbe eines Anglerfisches ist bis auf wenige Ausnahmen leider keine Hilfe bei der Zuordnung von Arten. Vor allem innerhalb der Antennarius-Arten kann das Farbkleid stark variieren und besonders gilt das für die Anglerfische der sogenannten Antennarius pictus Gruppe zu welcher auch der Riesen-Anglerfisch zählt.
Individuen anderer Gattungen (etwa Antennatus, Histiophryne, Lophiocharon etc) haben ein eng begrenztes Farbenspektrum und sehen mit kleinen Variationen alle gleich aus. Viele Anglerfische können ihre Farbe innerhalb einiger Tage aber auch in einigen Wochen ändern. Die Fische passen sich gewissen Objekten in ihrer Umgebung farblich an (Schwämme, Felsen, Korallen etc.). Sie sind sehr standorttreu, was einem Taucher ermöglichen kann, ein Tier über mehrere Tage zu beobachten.
Im Aquarium lässt sich oft beobachten, dass sich Anglerfische an einen Schwamm oder an eine Koralle farblich anpassen. S. Michael beschreibt einen schwarzen Anglerfisch mit orangen Punkten, der innerhalb eines Monats zuerst eine bräunliche Färbung annahm und dann gelb mit schwarzen Punkten wurde.
Einige Arten von Anglerfischen, etwa alle Antennatus Arten verändern ihre Farbe überhaupt nicht, es gibt höchsten etwas dunkler oder heller gefärbte Individuen.
Anglerfische schwimmen selten und dann indem sie Wasser durch die Mundöffnung ansaugen und durch die kleinen Kiemenöffnungen hinter ihren "Beinen" wieder ausstossen (Rückstrahlprinzip). Dabei gleiten sie ruckartig einige Zentimeter über dem Boden vorwärts. Sie haben keine Schwimmblase. Ein neu entdeckter Anglerfisch, Histiophryne psychedelica stösst sich jedoch zusätzlich mit seinen Brustflossen vom Boden ab und macht so kleine Hüpfer.
Anglerfische haben keine Schwimmblase - eine Ausnahme bildet der Sargasso Anglerfisch (Histrio histrio ), welcher im Sargassum Tang im Oberflächenwasser herumdriftet und deshalb eine Schwimmblase braucht sowie Allenichthys glauerti, Kuiterichthys furcipilis und Phyllophryne scortea aus Südaustralien.
Ich habe beobachtet, dass sehr kleine Baby Anglerfische viel mehr schwimmen. Meiner Meinung nach haben sie auch immer noch eine Körperform, die mehr der klassischen Fischform entspricht.
Die Anglerfische können auch laufen und sie entwickeln dabei eine Art Galopp (siehe Illustration). Übrigens - die kräftigen Hinterfüsse sind eigentlich umgewandelte vordere Brustflossen. Die Reihenfolge der Flossen ist also ungekehrt.
Die meisten Anglerfisch sitzen regungslos auf Schwämmen aber der Gestreifte Anglerfisch (Antennarius striatus) gehört zu denjenigen Anglerfischen, die viel herumlaufen. Dabei wedelt er immer seine grosse, gut sichtbare Angel vor dem Kopf herum, um Beute anzulocken. Interessant ist bei diesem Anglerfisch, dass er sich zum Teil richtig gehend anschleicht, also in der Nähe eines Beute (Flunder, Grundel auf dem Boden) langsamer wird und vorsichtigere Bewegungen macht und sich dann langsam vorbeugt und die Angel ruckartig bewegt.
Der Anglerfisch lockt zuerst durch das Herumwedeln seiner Angel und Köder die Beutetiere in die Nähe des Mundes. Sind sie nahe genug herangekommen, werden sie verschlungen.
Mimikry ist eine Form der Schutzanpassung, meist wird ein ungeniessbares oder wehrhaftes Vorbild durch Signalfälschung nachgeahmt. Das heisst, Signale, die typisch für eine bestimmte Tierart sind werden gefälscht und dadurch werden andere Tiere getäuscht. Beispielsweise ahmt der Ringel-Schlangenaal eines der giftigsten Meerestiere nach, die Seeschlange. Der Ringel-Schlangenaal ahmt exakt die Warnfarben (schwarz-weiss gestreift) der Gelblippen- Seeschlange nach.
Im Fall des Anglerfisches wird mit dem Körper ein harmloses Tier (Schwamm) und mit dem Köder ein attraktives Beutetier (Wurm, Garnele) nachgeahmt und so die Beute getäuscht. Dies nennt man Angriffsmimikry. Die Angriffsmimikry ist eine aggressive Mimikry, die zum Angriff auf andere Tiere gebraucht wird. Der Anglerfisch ahmt mit seinem Köder ein Würmchen, ein Fisch oder eine Garnele nach und lockt so aktiv seine Beute (Fische, Gliederfüsser) heran.
Die Beutetiere werden natürlich nicht nur durch den Köder angelockt. Eine passivere Jagdstrategie liegt in der ausgezeichneten Tarnung des Anglerfisches. Viele Tiere verwechseln den Anglerfisch etwa mit einem Schwamm, schwimmen zu nahe heran und werden von ihm verspiesen. Ich habe schon einige Male kleine Grundeln beobachtet, die auf dem Körper eines Anglerfisches herumflitzten, natürlich ohne sich der Gefahr bewusst zu sein, in der sie schwebten.
Andere Fische wiederum sehen in dem getarnten Anglerfisch den perfekten Ort, um sich zu verstecken und kommen zu nahe heran. Anglerfische sehen oft wie von Algen bedeckte Steine aus (auch bei Steinfischen zu beobachten). In Korallenriff wachsen eigentlich nicht so viele Pflanzen und Pflanzenfresser konkurrieren stark um geeignete Nahrung. Für den Anglerfisch ist es ein leichtes, diese Fische zu fangen, wenn sie sich zu sehr den "Algen" nähern. Da allfällige Pflanzen rund um den Anglerfisch auch nicht abgegrast werden, können diese stärker wachsen, was wiederum die Attraktivität des Hinterhaltes vergrössert.
Der Anglerfisch sitzt nicht nur passiv herum sondern stellt der Beute auch aktiv nach. Ich habe schon beobachtet, wie ein Anglerfisch (A. striatus) einer kleinen Seezunge nachstellte, indem er sich an sie heranschlich. Kommt er bis zu einer Körperlänge an seine Beute heran, so schlägt er zu. Diese Zone nennt man Angriffszone (engl. strike zone).
Anglerfische ernähren sich hauptsächlich von Fischen und Gliedertieren (Garnelen, Krebse). Dabei können sie auch Beutetiere, die bis zu doppelt so gross wie sie sind, verzehren. Je nachdem in welcher Umgebung ein Anglerfisch lebt, lockt er seine Beute auf andere Art und Weise an. Im Sand versteckt sich die Beute oft in Löchern. Hier schwenkt der Anglerfisch (etwa Antennarius striatus) seine Angel mit dem Köder vor dem Eingang in Bodennähe hin und her, um die Beute herauszulocken. Sitzt der Anglerfisch (etwa Antennarius commerson) exponiert auf Schwämmen, so befindet sich potenzielle Beute eher über seinem Kopf, die Angel wird entsprechend bewegt und eine lange Angel ist von Vorteil. Kleine Anglerfische, die sich in Spalten verstecken (etwa Antennatus nummifer) brauchen keine lange Angel und der Köder ist oft nur ein kleiner weisser Ball.
Die Angel (Illicium) mit dem Köder (Esca) wird in bestimmten Bewegungsformen herumwedelt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit potenzieller Beutetiere erweckt. Die Anglerfische auf den nachfolgenden Fotos haben lange Angeln, die sie auch bis an den Boden ausstrecken können. Dabei bewegt beispielsweise der Warzen-Anglerfisch (Antennarius maculatus) seine Angel wellenförmig entweder über dem Kopf oder direkt vor dem Maul in Bodennähe, die Angel beschreibt dabei einen Kreis. Der Riesenanglerfisch (Antennarius commerson) hingegen bewegt die Angel ruckartig vertikal auf und ab. In einer Untersuchung fand S. Michael heraus, dass Anglerfische ihre Techniken variieren. Ein Rundflecken Anglerfisch (Antennatus nummifer) den er beobachtete verwendete drei verschiedene Angel-Techniken - einerseits hielt er die Angel über dem Kopf und vibrierte die Esca, oder er hielt seine Angel genau vor dem Maul ganz still, bei anderen Gelegenheiten wurde die Angel über dem Kopf hin- und zurückgeworfen.
Anglerfische angeln auch bei Nacht. Obwohl die Beutefische die Angel und den Köder nicht sehen können, so können sie doch die Vibrationen und Schwingung spüren, die im Wasser durch das Hin- und Herbewegen der Angel entstehen. Sie interpretieren das als die Bewegungen eines unvorsichtigen Beutetiers, greifen an und werden selber zur Beute.
Anglerfische geben auch chemische Stoffe ins Wasser ab, die Beutetiere anlocken. Dies ist wichtig für Anglerfische, die vor allem in der Nacht angeln, etwa für dem gestreiften Anglerfisch (Antennarius striatus). Dieser vergrössert zudem seinen Köder um 35%, wenn er am angeln ist. Die nachfolgenden 9 Bilder zeigen, wie er seine Angel mit dem wurmförmigen Köder einsetzt. Auf dem Foto ist ein Jungtier, das ca. 9cm gross ist zu sehen. Interessant sind hier sowohl die verschiedenen Stellungen der Angel (vor, über und unter dem Maul) und die Bewegung des Köders (ausgestreckt, wellenförmig, eingerollt). Zeitweise lief der Anglerfisch von einem Loch zum andern und schwenkte immer wieder seine Angel, einmal vor dann über seinem Kopf. In den ca. 10 Min. fing er jedoch keine Beute.
Kleine Anglerfische leben meistens in eher seichtem Wasser und versteckt zwischen Korallen, Geröll oder Korallenschutt. Dadurch werden sie selber nicht so schnell zur Beute von grösseren Tieren. Wahrscheinlich brauchen kleinere Anglerfisch ihre Angel nicht in dem Masse wie grössere Anglerfische, um Beute anzulocken. Deshalb haben viele kleine Anglerfische nur einen kleinen (Antennatus coccineus) oder einen extrem zurückgebildeten Köder (Antennatus tuberosus). Die nachfolgenden Bilder zeigen Anglerfische mit kurzer Angel und kleinem Köder (als weisser Punkt sichtbar). Dieser wird manchmal nur nach vorne ausgestreckt und wenig bewegt.
Die Esca dient als Köder und wird deshalb auch hie und da von Beutetieren oder Essfeinden angeknabbert oder angegriffen. Aus diesem Grund haben auch einige Anglerfische eine Art Tasche, die durch die Membranen zwischen dem zweiten und dritten Stachelstrahl gebildet wird. Darin kann der Köder beschützt werden. Der Köder kann sich jedoch auch nach einem Angriff regenerieren. Während dieser Zeit fällt es dem Anglerfisch jedoch bedeutend schwerer, seine Beutetiere anzulocken. Es dauert schätzungsweise 4 bis 6 Monate, um einen Angel und den Köder zu regenerieren.
Manchmal haben auch Anglerfische Pech und werden von andern Räubern gefressen. Wie man auf den unterstehenden Fotos sieht schluckt der Anglerfisch Wasser, bläht sich auf und ist so fast nicht zu schlucken. Auf jeden Fall hat der Räuber (hier ein Eidechsenfisch) grosse Mühe damit. Der Fotograf Stephane Bailliez schreibt: Ich beobachtete den Eidechsenfisch etwa eine halbe Stunde lang wir er versuchte den Anglerfisch zu verschlucken. Er versuchte einige Male ihn schnell los zu lassen und ihn anders zu packen und ihn anders zu packen, ohne Erfolg.
Eine Gruppe von Anglerfischen hat eine sehr reduzierte Angel. Eine erst vor kurzem (2008) gefundene Art Histiophryne psychedelica (Ambon Anglerfisch) scheint seine Beute zu fangen, indem er mit seinem Körper den Ausgang eines Loches blockiert und so die Beute einschliesst. Es wäre interessant zu untersuchen, ob andere Arten mit reduzierter Angel, etwa Histiophryne bougainvilli oder Histiophryne cryptacanthus eine ähnliche Jagdstrategie verwenden.
Anglerfische haben ausserdem noch vor ihrem Maul einen kleinen Hautfetzens, der direkt oberhalb des Mauls wächst. Ich habe diesen Fetzen bei verschiedenen Arten beobachtet, sie sind jedoch verschieden fest ausgeprägt, meist weisslicher Farbe. In der Literatur habe ich darüber jedoch nichts gefunden. Ich denke jedoch, dass es auch eine Art Köder ist, direkt beim Maul und durch die weisse Farbe recht gut sichtbar.
Tiefsee-Anglerfische haben verschiedentlich geformte leuchtende Köder mit leuchtenden Fäden mit denen sie Beutetiere anlocken. Diese Biolumineszenz wird durch symbiotische Bakterien erzeugt. Diese Anglerfische haben einen massiven Kiefer und messerscharfe Zähne. Der Köder kann bis zu fünfmal länger als der Körper des Fisches sein und einige Anglerfische (Linophrynidae - Teufelsangler) haben sogar leuchtende Barben am Kinn, um ihre Beute anzulocken.
Zuerst lockt der Anglerfisch also die Beutetiere in die Nähe des Mundes. Sind sie nahe genug werden sie ganz verschlungen. Untersuchungen haben gezeigt das die so genannte Angriffszone (strike zone) etwa die Körperlänge des Anglerfisches umfasst.
Dazu reisst der Anglerfisch seinen Mund auf, der Unterkiefer senkt sich, der Oberkiefer klappt nach vorne und ein Unterdruck entsteht im Rachenraum. Das Opfer wird eingesaugt (Saugfalle) und verschlungen. So kann ein Fisch aus einem Schwarm heraus gesogen werden, ohne dass es seine Artgenossen merken. Der Anglerfisch zerkleinert die Beute nicht und hat deshalb keine Zähne wie gewisse andere Raubfische (etwa der Barrakuda). Der Anglerfisch kann Beutetiere, die grösser als er selber sind verschlucken.
Der Vorgang des Einsaugens ist extrem kurz (6 Millisekunden). Dies ist schneller als etwa der Skorpionfisch oder der Steinfisch (15 Millisekunden). Für ein grösseres Bild auf das Kleinbild klicken.
Man kann immer wieder einmal beobachten, wie ein Anglerfisch sein Maul aufreisst und "gähnt" aber ich selber habe erst zweimal einen Anglerfisch dabei beobachtet, wie er ein Beutetier erwischt. Dabei war der eigentliche Prozess des Einsaugens so extrem schnell, dass er nur schwer nachvollziehbar war. Man sieht eine Garnele auf dem Boden vor dem Anglerfisch und dann befindet sich der Anglerfisch plötzlich ein Stück weiter vorne und die Garnele ist weg und er macht Schluckbewegungen! Sogar winzige Anglerfisch-Babies (das rote Fischlein auf dem Bild ist 4mm gross) öffnen schon den Mund und "gähnen".
Die unterstehenden Fotos zeigt das Paarungsverhalten von verschiedenen Anglerfischen. Das Weibchen produziert 8-12 Stunden vor dem Laichen eine Menge Eier (40'000 bis 180'000 Eier). Die Eier sind um einen halben Millimeter gross. Das Weibchen ist mit den vielen Eiern aufgebläht und kann sich fast nicht mehr auf dem Grund halten. Das Männchen stösst das unförmige Weibchen Richtung Wasseroberfläche, wo sie eine Art Gelatineband (egg raft oder egg veil) mit ihren Eiern deponiert. Die Eier werden an der Wasseroberfläche besamt. Dies kann sich während mehreren Wochen wiederholen. Die Eier werden an der Wasseroberfläche besamt. Dies kann sich während mehreren Wochen wiederholen. Für ein grösseres Bild auf das Kleinbild klicken.
Die meisten Anglerfische erzeugen ein schwimmendes Gelatineband oder -ballon mit Laich. Dieser treibt für mehrere Tage, dann schlüpfen die Larven und der Ballen sinkt auf den Boden. Das Larvenstadium dauert wahrscheinlich 1 bis 2 Monate. Die Angel ist schon bei den 5-10mm grossen Larven zu sehen. Die Larven sind typischerweise rundlich und haben einen grossen Kopf.
Juvenile Anglerfische sehen etwa wie kleine Erwachsenen-Versionen aus. Einige zeigen jedoch zur Verteidigung Warnfarben (siehe Baby-Anglerfische).
Einige Anglerfische, etwa Lophiocharon trisignatus (Australien) haben weniger dafür grössere Eier. Die Weibchen heften die Eier mit fadenähnlichen Strukturen an ihre Hautoberfläche und tragen sie herum bis sie ausschlüpfen. Bei Phyllophryne scortea und Echinophryne crassipina werden die Eier auf Substrat abgelegt und vom Männchen bewacht. Fische, die die Eier fressen wollen werden von ihm einfach gefangen und aufgefressen. Histiophryne cryptacanthus (und H. bougainvilli) hingegen betreibt eine eigentliche Brutpflege indem er die Eier in einer Bruttasche zwischen Brustflosse und dem auf die Seite gefaltetem Schwanz versteckt.
Bei Rhycherus filamentosus versammeln sich zur Laichzeit mehrere Männchen um das paarungsbereite Weibchen. Dieses legt etwa 5000 Eier. Das Gelege besteht aus einzelnen Eier-Fäden, die an einer Gel-Scheibe befestigt sind. Dieses Scheibe wird zuerst gelegt, dann werden die Eierfäden daran befestigt. Wenn das Männchen die Eier besamt bewedelt das Weibchen die Eier mit ihrer Schwanzflosse und Hinterteil. Sie breitet die Eiermasse hinten in einer Höhle aus. Die klebrigen Fäden haften an Steinen. Das Gelege wird vom Weibchen etwas mit dem Körper bedeckt und bewacht. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 30 Tagen und verkriechen sich in Spalten in der Nähe (Quelle Rudie H. Kuiter).
Die Eier von Tetrabrachium ocellatum (Vier-Arm-Anglerfisch) sind um die hakenförmige Rückenflosse gewickelt. Da viele Fische gerne Eier fressen nimmt man an, dass auf diese Art die Attraktion des Anglerfisches erhöht wird und dieser davon profitiert indem er so mehr Beutetiere anlockt.
Die Weibchen und Männchen der tropischen Anglerfische unterscheiden sich nicht in Geschlechtsmerkmalen wie Aussehen oder Grösse. Bei den Tieefsee-Anglerfischen (Familie Ceratiidae, Caulophrynidae, Photocorynidae, Linophrynidae und Melanocetidae) hingegen ist das Männchen deutlich kleiner und mit dem Weibchen während fast dem ganzen Leben fest zusammengewachsen.
Der juvenile Warzen-Anglerfisch (Antennarius maculatus) und Riesen-Anglerfisch (Antennarius commerson) imitieren giftige Plattwürmer sowohl im Aussehen als auch in den Bewegungen des Körpers. Anglerfische sind nicht giftig: Sie können jedoch Wasser schlucken und werden so dick, dass ein Räuber sie nicht mehr verschlucken kann. Andere Anglerfisch-Arten (Antennarius hispidus, Antennarius striatus) sind einfach sehr gut getarnt und sehen wie ein algenbedeckter Stein oder eine Schnecke aus.
Ich habe beobachtet, dass die Jungtiere des Warzen-Anglerfisches an Stelle der Angel auch ihren zweiten Rückenstachelstrahl wellenförmig hin- und herbewegen, um Beute anzulocken. Baby-Anglerfische scheinen viel aktiver zu angeln als die erwachsenen Anglerfische. Ich denke, dass dies nötig ist, da sie noch nicht wie Schwämme oder algenbedeckte Steine aussehen und deshalb ihre Beutetiere aktiv anlocken müssen. Im Vergleich zu ihrer Körpergrösse ist der Köder ist auch viel grösser und falls Du ein Vergrösserungsglas oder durch ein Makro-Objektiv schauen kannst ist sie recht gut zu erkennen.
Besonders die grossen Anglerfisch-Arten ändern während sie wachsen ihre Jagdstrategien. Junge Anglerfische verstecken sich ähnlich wie kleine Anglerfisch-Arten in Spalten, zwischen Schwämmen und unter Überhängen. Sehr grosse Anglerfische (Antennarius commerson, Antennarius multiocellatus) sind wenn ausgewachsen sehr standorttreu und sitzen oft exponiert auf Schwämmen oder Korallen.
Ich habe beobachtet, dass die Jungtiere des Warzen-Anglerfisches an Stelle der Angel auch ihren zweiten Rückenstachelstrahl stark hin- und herbewegen. Baby-Anglerfische scheinen viel aktiver zu angeln als die erwachsenen Anglerfische. Ich denke, dass dies nötig ist, da sie noch nicht wie Schwämme oder algenbedeckte Steine aussehen und deshalb ihre Beutetiere aktiv anlocken müssen. Im Vergleich zu ihrer Körpergrösse ist der Köder ist auch viel grösser und falls Du ein Vergrösserungsglas oder durch ein Makro-Objektiv schauen kannst ist er recht gut zu erkennen.
Besonders die grossen Anglerfisch-Arten ändern während sie wachsen ihre Jagdstrategien. Junge Anglerfische verstecken sich ähnlich wie kleine Anglerfisch-Arten in Spalten, zwischen Schwämmen und unter Überhängen. Sehr grosse Anglerfische (Antennarius commerson, Antennarius multiocellatus) sind, wenn ausgewachsen, sehr standorttreu und sitzen oft exponiert auf Schwämmen oder Korallen.
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