Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03399.jsonl.gz/1865

Selbstkompetenz – der Versuch einer Definition
von Anna Gamma (Kommentare: 2)
Es ist keine Frage was etwa Fachkompetenz, Führungskompetenz oder soziale Kompetenz bedeuten. Wer Fachkompetenz besitzt, versteht mehr als nur etwas von seinem Fach. Eine Person mit Führungskompetenz weiss, wie ein Team oder gar ein Unternehmen zu führen ist. Menschen mit sozialer Kompetenz haben einen guten Umgang mit anderen Menschen, kennen Empathie, Mitgefühl und können mit Ärger und Konflikten konstruktiv umgehen.
Anders verhält es sich mit der Selbstkompetenz. Denn das Selbst entzieht sich dem logisch rationalen Verstand, kann weder trainiert noch entwickelt werden. Das Selbst gehört einer anderen Dimension des Menschseins an. Es betrifft den Menschen in seinem Sein, seinem Wesen, ist deshalb nicht handhabbar noch verfügbar. Das Selbst kann nur erfahren werden.
Warum dann aber diese Wortschöpfung „Selbstkompetenz“?
Es spricht von einer Fähigkeit, die im Selbst angelegt ist, nämlich von der Kompetenz, mit dem Selbst, dem Wesenskern verbunden zu sein.
Menschen, die diese Fähigkeit besitzen, haben eine besondere Ausstrahlung:
- Sie sind gelassen in stürmischen Zeiten;
- sie gehen voran im Leben in der Haltung, die geprägt ist von einem inneren Wissen, dass Unmögliches möglich ist;
- sie werden geleitet vom inneren Kompass, der heisst, sei Gehorsam dem eigenen Wesen
- und sie lieben das Leben, indem sie ihm dienen.