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Lehrpersonen spüren wenig Wertschätzung, Unterstützung und Verständnis
100'000 Lehrerinnen und Lehrer aus 34 Ländern haben sich an der Studie «Teaching and Learning International Survey (TALIS) 2013» der OECD beteiligt. Die Lehrpersonen und Schulleiter unterrichten an der Sekundarstufe 1 (lower secondary level) Schülerinnen und Schüler der Altersgruppe von 11 bis 16 Jahren. Deutschland, Österreichern die Schweiz haben nicht an der Befragung teilgenommen.
Rund 90% der befragten Lehrpersonen lieben ihren Beruf und arbeiten gerne mit Kindern und Jugendlichen. Nach Meinung der Mehrheit der Befragten bekommen sie für ihre Arbeit sie zu wenig Wertschätzung und fühlen sich zu wenig unterstützt und geachtet. Weniger als ein Drittel der Lehrpersonen glaubt, dass der Lehrerberuf in der Gesellschaft einen wichtigen Stellenwert hat.
Die Ergebnisse der TALIS-Studie zeigen, dass offenbar tendenziell ein Zusammenhang zwischen den Resultaten der PISA- und der TALIS-Studie besteht. Länder, deren Lehrpersonen zufriedener sind, haben in der PISA-Studie auch häufiger die besseren Resultate erzielt.
Die TALIS-Studie zeigt, dass sehr viele Lehrpersonen ihre Arbeit alleine verrichten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sich nie oder nur sehr selten mit Kolleginnen oder Kollegen den Schulunterricht gemeinsam vorbereiten. Nur ein Drittel verfügt über Einblicke in die Schularbeit von anderen Lehrpersonen. 46% der Lehrpersonen hat nie eine Rückmeldung über die geleistete Schularbeit von ihren Schulleitern erhalten. Weniger als ein Drittel glaubt, dass Arbeitskolleginnen oder - kollegen mit konstanter, schlechter Unterrichtsleistung von den anderen ausgeschlossen würden.
Die TALIS-Untersuchung belegt, dass Lehrpersonen, welche eine Zusammenarbeit mit anderen Lehrpersonen betreiben, eine höhere Berufszufriedenheit aufweisen und über mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten verfügen. Die aktive Beteiligung an der Entscheidungsfindung und der Beschlussfassung bei Schulfragen trägt ebenfalls wesentlich zu einer besseren Berufszufriedenheit bei.
Die Berufzufriedenheit der Lehrpersonen wird stärker vom Verhalten der unterrichteten Schülerinnen und Schülern beeinflusst als von der Klassengrösse. Die meisten Lehrpersonen werten Rückmeldungen als positiv. 62% gaben an, dass sie Rückmeldungen zu kleineren oder grösseren Verbesserungen bei ihren Unterrichtsmethoden angeregt haben. Zwischen 22% und 45 der befragten Lehrpersonen in Dänemark, Finnland, Island, Italien, Spanien und Schweden haben nie eine Rückmeldung erhalten. Der Durchschnitt der 34 beteiligten Länder beträgt in dieser Frage 13%.
Zu den Lehrpersonen
Der Lehrerberuf wird immer weiblicher. 68% der befragten Lehrpersonen waren Frauen. Eine Ausnahme bildet Japan, wo mehr Männer als Frauen an Schulen unterrichten.
Das Durchschnittsalter betrug 43 Jahre. In Singapore waren die Lehrpersonen am jüngsten und in Italien am ältesten.
91% haben eine universitäre Ausbildung oder eine Lehrerausbildung absolviert.
Eine typische Lehrperson unterrichtet seit 16 Jahren mit einem Vollpensum (82%) und einem Langzeitvertrag (83%).
Zu den Schulleitern
51% der Schulleitungspersonen waren männlich, waren rund 50 Jahre alt und wiesen eine Erfahrung von 21 Berufsjahren auf.
41% der Arbeitszeit verwenden die Schulleiterinnen und Schulleiter mit Personalfragen, Planungsarbeiten und administrativen Geschäften.
22% haben nie eine Schulführungsaubildung besucht.
31% haben nach der Wahl zum Schulleiter eine Führungsausbildung absolviert.
Zu der Schularbeit
Die durchschnittliche Klassengrösse beträgt 24 Schülerinnen und Schüler.
Lehrpersonen unterrichten im Durchschnitt 19 Schulstunden pro Woche. 15 Unterrichtsstunden sind es in Norwegen und 27 in Chile.
In der Hälfte der Länder geben rund 25% der Lehrpersonen an, dass sie sich während 30% der Unterrichtszeit mit disziplinarischen Problemen oder administrativen Arbeiten beschäftigen müssen.
Die durchschnittliche Arbeitszeit beträgt 38 Stunden pro Woche. Davon werden 7 Stunden für die Unterrichtsvorbereitung, 5 Stufen zur Bearbeitung der Wochenpläne und 2 Stunden für Schulmanagementaufgaben, Elternbetreuung, usw. verwendet.
Die meisten Schulen sind ausreichend ausgerüstet und verfügen über genügend Mittel. Die Mehrheit der Lehrpersonen pflegt ein positives Verhältnis zu ihren Abteilungs- und Schulleitern. Rund 30% der Schulleiter melden, dass sie über zu wenig qualifiziertes Personal verfügen.
Zu den Rückmeldungen
Nahezu 80% der Lehrpersonen bekommen nach einem Unterrichtsbesuch eine Rückmeldung und rund 64% werden nach einer Analyse der Schülerresultate kontaktiert.
43% der Lehrpersonen bezeichnen die Auszahlung von Prämien als einen administrativen Akt. Die Höhe der Prämie sei nicht mit Leistungskriterien verbunden.
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