Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03535.jsonl.gz/1253

Sibylle Neff wurde am 14. März 1929 als Kind der ledigen Mutter Berta Ullmann geboren. Weil in der damaligen Zeit ein uneheliches Kind von der Gesellschaft nur schwer akzeptiert wurde, kam Sibylle in Basel zur Welt. Durch die Heirat ihrer Mutter mit dem Spengler Hermann Neff bekam Sibylle mit 11 Jahren doch noch den so ersehnten Vater. Eine herzliche und liebevolle Beziehung entwickelte sich zum Stiefvater. Noch im hohen Alter erinnerte sie sich lebhaft an die schöne Zeit.
Schon im Schulalter wurde man auf ihr künstlerisches Talent aufmerksam. Sie fiel auf durch eine vielseitige Kreativität im Zeichnen, Malen, Gestalten und auch durch ihren poetischen sprachlichen Ausdruck.
Inspiration für ihre Bilder fand sie schon im jugendlichen Alter in der von ihr so geschätzten Natur und im Alltag des bäuerlichen Lebens. Zu ihren ersten Förderern gehörte der bekannte Bauernmaler Johann Baptist Zeller (1877 - 1959), der Sibylle Ende der 40er-Jahre unterrichtete und mit ihr malte.
Anfangs der 50er-Jahre besuchte sie die Kunstgewerbeschule in St. Gallen. Nach wenigen Monaten wurde sie aber wieder von ihrer Familie benötigt, weil man sie im Betrieb dringend brauchte. Gegen den Rat der Schulleitung musste sie die Schule verlassen. So erwarb sie sich ihr fachliches Können autodidaktisch.
Auf ihren Bildern malte sie nicht nur die Sonnenseiten des Landes, ihrem kritischen Blick entgingen die Bedrohungen durch die Zivilisationssünden nicht. In gewissen Massen war sie auch eine malende Chronistin und wies leidenschaftlich auf Fehlentwicklungen hin. Früh wurde man auf ihre Werke aufmerksam. 1966 wurden ihre Werke an der 1. Triennale der Naiven Kunst in Bratislava gezeigt. Unzählige Artikel in der Presse ab 1960 bezeugen das wachsende Interesse an der Künstlerin.
Ihre produktivste Malphase dauerte etwa bis zu ihrem 50. Lebensjahr. Immer mehr nahmen sie nun die „Kämpfe“, wie sie sie nannte, (Streitigkeiten um ein Durchfahrtrecht, bei dem sie ihren geliebten Vorgarten verloren hätte) in Beschlag. Ihre Beharrlichkeit, ihr Recht zu verteidigen, zermürbte sie bis zur Erschöpfung, sodass die Malerei leider immer mehr in den Hintergrund trat.
Als Würdigung ihres bedeutenden Lebenswerkes erhielt sie im Jahre 2007 den Innerhoder Kulturpreis. Sibylle Neff starb nach kurzer Krankheit im Alter von 81 Jahren in Appenzell.
Ihr Grab liegt auf dem Friedhof in Appenzell.
*14. März 1929
1960-63
Illustrierte Artikel über Sibylle Neff in „Meyers Frauen- und Modeblatt“, „Swissair Gazette“, „Schweizer Familie“, „Wir Brückenbauer“, „Tages-Anzeiger“, „Die Woche“, „St. Galler Tagblatt“, „Neue Zürcher Zeitung“, „Annabelle“, „Schweizer Illustrierte“
1963
Ausstellung im Kochstudio von Zürich im Rahmen von „450 Jahre Appenzell in der Eidgenossenschaft“
1964
Ausstellung in zwei Schaufenstern an der Hauptgasse in Appenzell
1965
Im Rahmen der Ausstellung „Ostschweizer Kustschaffen“ sind 21 Werke von Sibylle Neff im Kunstmuseum St. Gallen zu sehen
1966
Porträt von Sibylle Neff und Carl Liner im Schweizer Fernsehen
1966
Einladung zur „1. Triennale der Naiven Kunst“ in Bratislava. 14 Bilder von Sibylle Neff werden ausgestellt, ein Bild findet Aufnahme in den Katalog
1967
Sibylle Neff findet Aufnahme in Anatole Jakovskys „Lexikon der Laienmaler aus aller Welt“
1968
Mitbeteiligung an der Ausstellung „Appenzeller Bauernmaler“ auf Rigi Kaltbad
1969
Einladung zur 2. Triennale der Naiven Kunst in Bratislava. Sibylle Neff ist mit sechs Werken vertreten
1970
Grosse Reportagen über Sibylle Neff im „Schweizer Heim“ und im „Sonntag“
1971
Sibylle Neff findet zusammen mit den 207 renommiertesten „naiven Malern“ der Welt Aufnahme in Bihalji-Merins Standardwerk „Die Naiven der Welt“
1973
Mitbeteiligung an der „Ausstellung Naiver Maler“ in Davos
1974
Mitbeteiligung an einer Schaufenster-Ausstellung in Appenzell
1975
Ein Bild von Sibylle Neff ziert die Titelseite des „Schweizerischen Beobachters“
1979
Letzte grosse Einzelausstellung in Zürich
1980-87
Artikel, Würdigungen und Reportagen über Sibylle Neff im „Oberländischen Volksblatt“, „Actio“, „Rotkreuz-Kalender“, „Annabelle“, „Göteborg Posten“ und im „Schweizerischen Beobachter“
1987
Mitbeteiligung an der Ausstellung „Appenzeller Kunst heute“ in Herisau
1999
Einzelausstellung zum 70. Geburtstag im Museum Appenzell
2007
Verleihung des Innerrhoder Kulturpreises am 17. März