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Obwohl endgültige Zahlen zu 2020 erst in einigen Monaten verfügbar sein werden, deuten aktuelle Entwicklungen darauf hin, dass Mitte des Jahres erstmals über 80 Millionen Menschen auf der Flucht waren.
Zum einen sind zu den bestehenden Konflikten neue Krisen hinzugekommen, zum anderen hat die Covid-19-Pandemie die Lebensbedingungen dieser schon stark belasteten Menschen erheblich verschlechtert.
© UNHCR/Felipe Irnaldo
Trotz des dringenden Appells des UN-Generalsekretärs im März für einen globalen Waffenstillstand, zumindest während die Welt gegen die Pandemie kämpft, gingen Konflikte und Verfolgung weiter.
" Wir erreichen jetzt einen weiteren düsteren Meilenstein, und die Zahlen werden steigen, wenn die führenden Politiker der Welt Kriege nicht beenden. "
Filippo Grandi, Hochkommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge.
Für Menschen, die zur Flucht gezwungen waren, ist COVID-19 nicht nur eine globale Gesundheitskrise, sondern ebenfalls eine Existenz- und Schutzkrise. Das Virus betrifft jeden Aspekt des menschlichen Lebens und es hat die Lage für Vertriebene und Staatenlose nochmals zusätzlich verschlimmert.
Einige der Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 erschwerten es Menschen auf der Flucht, sichere Orte zu erreichen. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Pandemie im April schlossen 168 Länder ihre Grenzen ganz oder teilweise, wobei 90 Länder keine Ausnahme für Asylsuchende machten. 111 Länder haben mittlerweile, unter anderem durch Unterstützung von UNHCR, pragmatische Lösungen gefunden, um das Funktionieren ihres Asylsystems – unter Einhaltung von COVID–19-Schutzmaßnahmen – vollständig oder zumindest teilweise zu gewährleisten.
Die Jahresstatistiken werden vom UNHCR jedes Jahr im Juni im Rahmen seines Berichts "Global Trends" veröffentlicht.