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Gutes Fangjahr 2003
Fischerei im Neuenburgersee
Die interkantonale Kommission für die Fischerei im Neuenburgersee erwartet für 2003 ein gutes Fangresultat. Ab dem nächsten Jahr tritt das revidierte Konkordat in Kraft.
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Fischerei im Neuenburgersee von den Kantonen Neuenburg, Waadt und Freiburg durch ein interkantonales Konkordat und den dazugehörenden Reglementen geregelt. Darin sind die Rechte und Pflichten der Fischer der drei Kantone festgelegt. Dieses Konkordat wurde vollumfänglich revidiert, wie die Kommission in einem Communiqué mitteilt. Die neuen Texte treten am 1. Januar 2004 in Kraft.
Fast 30 000 Tonnen in 85 Jahren
Die provisorischen Statistiken lassen für 2003 ein gutes Fangresultat erwarten, heisst es in der Mitteilung weiter. Bis im Monat Oktober hätten allein die Berufsfischer der drei Kantone 70 Tonnen Palées, 101 Tonnen Bondellen und 50 Tonnen Barsche gefangen.
Im Jahr 2002 wurde von den Berufs- und Sportfischern insgesamt etwa 311 Tonnen Fische gefangen. Dabei handelte es sich um 82 Tonnen Palées, 123 Tonnen Bondellen und 46 Tonnen Barsche. Weiter wurden vor allem Hechte, Seesaiblinge und Forellen gefangen.
Die Fischereistatistiken werden seit 1917 jährlich erstellt. Daraus lässt sich ersehen, dass im Neuenburgersee in 85 Jahren nahezu 30 Millionen Kilo Fische gefangen wurden. Das entspricht einem Jahresdurchschnitt von rund 340 Tonnen.
Laut Kommission handelt es sich beim Neuenburgersee um eine äusserst wertvolle natürliche Ressource, die auch in Zukunft sorgfältig zu bewirtschaften sei. Der See verschaffe mehreren Familien ein Einkommen und zahlreichen begeisterten Sportfischern eine Freizeitbeschäftigung an der frischen Luft.
Die Forelle meldet sich zurück
Allerdings ist die Forellenfischerei im Neuenburgersee seit den Siebzigerjahren stark zurückgegangen. Der Fortbestand dieser Art habe zu ernsthaften Befürchtungen Anlass gegeben, schreibt die Kommission.
Die grossen Anstrengungen für eine Bestandeserhöhung würden nun erste Früchte tragen: Die Wiederbevölkerung sei intensiviert worden, und die Errichtung von Fischaufstiegshilfen ermögliche es den Forellen, wieder die Wasserläufe hinaufzuschwimmen, um zu ihren natürlichen Laichplätzen zu gelangen. Im Übrigen hätten strengere Massnahmen in der Seefischerei einen besseren Schutz der Elterntiere ermöglicht.
Der Seesaibling war in den Siebzigerjahren praktisch aus dem Neuenburgersee verschwunden. Erst nach einer gross angelegten Wiederbevölkerung aus dem Genfersee ab 1979 sei er wieder in Erscheinung getreten.
Egli-Rückgang stabilisiert
Gewässerschutzmassnahmen haben gemäss Kommission zu einer bedeutenden Reduktion des Nährstoffeintrags beigetragen. Die Wasserqualität des Sees lasse sich nun wieder mit jener vor den Sechzigerjahren vergleichen. Somit eigne er sich sehr gut für die anspruchsvolleren Fische wie die Palée, die Bondelle und den Seesaibling.
Die Erträge an Barsch (Egli) hingegen gingen um die Hälfte zurück. Dieser Fisch profitierte in den Achtzigerjahren vom zu hohen Nährstoffgehalt des Wassers. Der Ertrag werde jedoch zunehmend stabiler, lenkt die Kommission ein. FN/Comm.