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Beim Flugzeugabsturz vom 4. August 2017 im Engadin mit drei Toten liess der Pilot einen 14-Jährigen ans Steuer. Das habe «direkt zum Unfall beigetragen», heisst es im Schlussbericht der Sicherheitsuntersuchungsstelle Sust.
Ein Flugzeug war im August 2017 im Gebiet Diavolezza bei Pontresina abgestürzt. Die Rettungskräfte fanden drei Insassen tot vor: den Piloten und zwei 14-Jährige Knaben. Eine 17-Jährige überlebte schwerst verletzt den Absturz. Der Rundflug fand im Rahmen eines Lagers für Jugendliche (JULA) statt, die sich für Berufe der Aviatik interessieren.
Das JULA 2017 wurde von knapp 200 Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren besucht. Die sogenannte Lufttaufe, der erste Rundflug mit einem Flugzeug, hätte der Höhepunkt für die rund 200 Teilnehmer des Jugendlagers des Aero-Clubs in S-chanf GR sein sollen. Durchgeführt wurde der Flug von der Motorfluggruppe Oberengadin mit einer einmotorigen Piper PA-28.
Nahezu der Hälfte der jeweils vorne rechts im Cockpit sitzenden Teilnehmern wurde während des Fluges angeboten, die Steuerung des Flugzeuges mitzufühlen oder sogar zu übernehmen, heisst es im Bericht der Sust, der am Freitag veröffentlicht wurde.
Der 14-Jährige der vorne sass, habe habe den Piloten gefragt, ob er fliegen dürfe, was der Pilot bejahte, wie die 17-Jährige, die Absturz überlebte, später aussagte. Sie beobachtete, wie der Knabe das Steuerhorn festhielt, und nahm die Übergabe der Steuer wahr. Ob der Pilot weiterhin die Hand am Steuer hielt, konnte sie von ihrer Sitzposition aus nicht sehen. Die Flugwegaufzeichnungen anhand der Flarm-Daten zeigen, dass die Variation der Steigrate ab diesem Zeitpunkt grösser ausfiel als vor der Steuerübergabe.
Der Unfall, bei dem das Flugzeug mit dem Gelände kollidierte, sei auf eine ungeeignete und risikoreiche Flugtaktik im Gebirge zurückzuführen. Der Entscheid des nicht als Fluglehrer ausgebildeten Piloten, in einer anspruchsvollen Phase die Steuerführung «an eine des Fliegens unkundige Person zu übertragen, hat direkt zum Unfall beigetragen». Das mangelnde Sicherheitsbewusstsein der Organisatoren, die zuliessen, dass nicht als Fluglehrer qualifizierte Piloten die Flugzeugführung an des Fliegens unkundige Personen überliessen, hat systemisch zum Unfall beigetragen, heisst im Bericht der Sust.
Schon die an den Vortagen absolvierten Rundflüge sowie ein Flug über die Fuorcla Surlej am Morgen des Unfalltages seien risikoreich gewesen, schrieb die Sust. Sie hätten ähnliche Defizite in der Flugtaktik aufgewiesen und darauf schliessen lassen, dass sich der Pilot der möglichen Gefahren gar nicht bewusst gewesen sei.
(whr)