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Nach dem Krieg von 1914-1918, der Länder und Leute ruinierte, erlebte Daniel Gaïffe, der Erbe des Schlosses, ernsthafte Vermögensschwierigkeiten. Er war für ihn bald unmöglich, die durch dieses Gebäude entstandenen Schulden zu tragen. Auch erforderte es ernsthafte Reparaturen. Er suchte also die seltenen Liebhaber in dieser Zeit der wirtschaftlichen Krise, die von Betrügereien und von finanziellen Skandalen durchwuchert war. Jene, die sich verpflichteten, verzichteten sehr schnell wegen der Unterhaltungs- und Restaurierungskosten. Seine Freunde rieten ihm, sich an den Kanton Waadt zu wenden. Dies tat er im Februar 1932. Für die Summe von 250'000.- Franken bot er das Schloss mit seinem Inhalt an, darunter die bemerkenswerte Bibliothek, die Länderein, die das Gebäude und umgaben und den Wald von Coulaz. Ein Ausschuss ernannter Experten untersuchte diesen Vorschlag offiziell und gab gute Erfolgschancen, nachdem er einen Rabatt von 50'000 Franken gewährte. Der Staatsrat nahm es in seine Schlussfolgerungen auf und stellte dem Grossen Rat einen Kreditantrag über den Betrag von 220'000 Franken auf, in Ausblick auf den Kauf und der unmittelbar zu unternehmenden Reparaturen. Der Antrag wurde sofort deutlich in der Sitzung vom 5. Juni 1934 abgelehnt. Der Zeitpunkt eignete sich kaum für Wahnsinnstaten dieser Art.
Was würde aus dem Schloss werden?
Insbesondere zwei Bürger von Oron, die zum parlamentarischen Sonderausschuss gehört hatten und für das Projekt Feuer und Flamme gefangen hatten, waren enttäuscht über die Entscheidung des Grossen Rates: der Geometer Henri Kissling und der Notar William Gilliéron. Am nächsten Tag schon wurden Kontakte aufgenommen. Telefonisch, schlug Frédéric Gilliard, Architekt in Lausanne, Mitglied des Ausschusses der öffentlichen Kunst, in der Waadtländer Abteilung "Heimatschutz", vor, eine Aktionsgruppe schnellstens zu versammeln, die die ersten Massnahmen ergreifen konnten. Man musste um jeden Preis das Schloss vor dem Ruin, vor einer gewagten Spekulation oder vor einem anderen möglichen Zweck retten. Er bot die Unterstützung seiner Gesellschaft an, die nicht zögerte, sich für diese Angelegenheit einzusetzen. Am selben Tag setzten sich einige Persönlichkeiten im Rathaus zusammen: Paul Serex, Präfekt des Distriktes von Oron; Charles Jan und Aimé Chollet, Abgeordnete des Kreises von Oron; William Gilliéron, Notar in Oron; Henri Kissling, offizieller Geometer in Oron.
Nach heftigen Diskussion, stimmten sie ab:
1. um Hilfe zu bitten und die Unterstützung der Gesellschaft der öffentlicher Kunst
2. eine Gruppierung zu bilden, die den Erwerb des Schlosses zum Ziel hat, um es dem Staat zu übergeben
3. die Fonds einzuholen, die für diesen Kauf notwendig waren durch eine öffentliche Subskription und eine Lotterie.
Diese Herren bildeten einen Initiativeausschuss, dessen Präfekt Serex den Vorsitz und Geometer Kissling das Sekretariat übernehmen würden. Sofort wurde an Personen der Region und in der Umgebung appelliert, sich dieser Bewegung anzuschliessen. Eine solche Entschlossenheit konnte nur den Erfolg bringen.
In Oron trödelten die Initiatoren nicht. Der Initiativeausschuss kannte die Unsicherheit der Situation des Eigentümers und sein glühendes Verlangen, das Schloss zu verkaufen. Ihre Aufrufe kamen bei mehreren Persönlichkeiten des Landes gut an. Der Staatsrat Paul Perret, sah die Organisation einer Lotterie als eine gute Lösung. Man konnte so vorgehen. Der Initiativeausschuss wurde zum Aktionsausschuss, er empfing die Hilfe und den Rat des Professors Adrien Taverney, des Architekten Frédéric Gilliard und Adolphe Burnat, die im Namen der Gesellschaft der öffentlichen Künste handelten, des Historikers Maxime Reymond, Präsident der waadtländischen Gesellschaft für Geschichte, der die waadtländische Kommission für historische Monumente vertrat.
Alles überstürzte sich. Gaïffe wurde gebeten, mit einem ad hoc Ausschuss über die Verkaufsbedingungen zu diskutieren. Er akzeptierte erneut einen Preisnachlass. Der Entwurf der Statuten wurde ausgearbeitet. Eine Hauptversammlung wurde für den 11. Juli 1934 im Gerichtssaal in Oron einberufen. 30 Personen versammelten sich, die einstimmig die Gründung der
ASSOZIATION FÜR DIE ERHALTUNG DES SCHLOSSES ORON
akzeptierten, die durch die vorgelegten und angenommenen Statuten geleitet wurde. Der Beitrag der Mitglieder belief sich auf 2.- Franken pro Jahr.
Die Mitglieder der Komitee wurden in ihren Ämtern bestätigt, mit der Auflage, alles notwendige zu unternehmen, um das festgelegte Ziel zu erreichen:
SCHLOSS ORON ZU KAUFEN
Alles war bereit. Die Assoziation wurde gegründet, ihre Statuten wurden angenommen und von den Gründern unterzeichnet. Anerkannt vom Staat profitierte sie vom Verständnis eines jeden und von den Ermutigungen von allen. Allerdings konnte sich der Erwerb des Schlosses nicht mit schönen Worten und guten Absichten verwirklichen. Ein Verkauf von Gravuren und Karten, eine öffentliche Spendenaktion liessen zwar nicht die Bevölkerung kalt, aber brachten ziemlich wenig Geld ein. Man musste unbedingt die vorgesehene Lotterie auf die Beine stellen, die einzig die notwendige Summe liefern konnte, die für den Kauf notwendig war, um so mehr weil die angefragten Gemeinden sie zurückwiesen, ausgenommen die Stadt Oron la Ville, die 500.- Franken spendete.
Nicht ohne Schwierigkeiten, versuchten die Verantwortlichen alles, und zur gleichen Zeit verhandelten sie mit Gaïffe, noch immer zahlungsunfähig, um seine Forderungen weiter zu senken. Der Erfolg krönte ihr Unternehmen. Die Lotterie fand im Hof des Schlosses am 1. August 1936 statt, mitten in Reden, Lachen und Tanzen - der Eigentümer akzeptiert 140' 000.- Franken für sein Herrenhaus ohne die Wälder von Coulaz, die er an eine Privatperson verkauft hatte.
Das Ziel wurde erreicht. Das Durchhaltevermögen triumphierte. Die vorher angehäuften Fonds und der um einige Spenden erhöhte Gewinn der Lotterie, erlaubten es dem Komitee, zur Tat zu schreiten. Am 16. August 1936 um 10 Uhr am Morgen wurde in der Studie des Notars Edouard Gilliéron, der Kauf beurkundet, unterzeichnet für die Assoziation für die Erhaltung des Schlosses Oron durch Präfekt Paul Serex, Präsident, und dem Sekretär, Henri Kissling.
Es ging nun darum, das Schloss zu verwalten, und seine Überreichung als Geschenk am Kanton Waadt vorzubereiteten, wie es der Artikel eins der Statuten vorsah. Man erhielt die Befreiung von den Veränderungsrechten und von den Steuerbelastungen. Der Hausmeister Mouron sah sich in seinem Amt mit einem ordnungsgemässen Vertrag bestätigt. Man unternahm sogar hier und dort einige dringliche Reparaturen.
Jedoch blieb das grosse Anliegen die Übertragung am Kanton, sie belebte die Diskussionen der Versammlung, von denen einige Mitglieder das schlechteste befürchteten. Robert Porchet, der neue Präfekt, nahm den Vorsitz infolge des Todes seines Vorgängers Paul Serex auf. Schliesslich befolgte die Assoziation die Vorschläge ihres Komitees, und bot einstimmig das Monument im April 1937 an.
Trotz günstiger Aussichten des Staatsrates, lehnten die Abgeordneten des grossen waadtländischen Rates in der Sitzung vom 10. Mai 1938 die Spende des Schlosses Oron mit 99 gegen 40 Stimmen ab. Sowohl überrascht als auch durch diese negative Wahl enttäuscht, beschloss die Assoziation, sich zu organisieren, um ihre Zielsetzung zu verwirklichen:
DEN EDLEN ZEUGEN DER VERGANGENHEIT AUFRECHT ZU ERHALTEN UND ZU BEWAHREN
Die Begeisterung der Veranstalter litt nicht zu sehr nach der Enttäuschung durch den Grossen Rat. Glücklicherweise, es gab nämlich noch ernsthafte Probleme zu lösen, um die Wartung dieses unermesslichen Mauerwerks zu gewährleisten. Die Einkommen blieben, verglichen mit den zu übernehmenden Ausgaben, sehr bescheiden. Man konnte nur auf die Beiträge der Mitglieder, die Eintrittsgelder der Besucher, die Spenden und... die möglichen finanziellen Unterstützungen des Staates zählen. Man musste die Statuten ändern, die Einnahmen durch eine Verstärkung der Propaganda oder durch andere Mittel erhöhen, um die Kassen zu füllen.
Im Jahre 1939 ging der Präsidentsposten vom Präfekt Robert Porchet an Adolphe Burnat, Architekt, Rechtsberater von La Tour de Peilz, der nicht aufgehört hatte, mit grosser Hingabe der Sache der Assoziation zu dienen.
Die "Gespräche von Oron" versammelten am Schloss, von Zeit zu Zeit, Männer guten Willens ohne Unterscheidung des Alters, des Handwerkes, persönlicher Überzeugungen, um sich kennen zu lernen, ihre Ideen und ihre Erfahrungen auszutauschen... Das Telefon wurde installiert. Sogar die Möglichkeit, die Bibliothek zu verkaufen wurde geäussert, trotz grosser Entrüstung von einigen.
Der Hausmeister Mouron verliess das Schloss und wurde von Henri Dupuis ersetzt, pensioniert CFF, der unter mehr als hundert Kandidaten gewählt wurde. Er tritt in sein Amt am 30. März 1940 ein. Das Sommerfest, das für Ende August 1939 vorbereitet wurde, musste annulliert werden, da sich die politische Lage verschlechtert hatte, die und Mobilisierung angekündigt wurde. Schon bald kam der Krieg an unsere Grenzen.
Trotz der Einschränkungen, die durch die Umstände aufgedrängt wurden, hörte die Aktivität der Assoziation nicht auf, und das Schloss blieb für die Öffentlichkeit zugänglich. Wiederholt wurde es von der Armee benutzt, um irgendeinen Service unterzubringen, einige Räume waren für die Materialablagerungen beim Krieg reserviert. Reparaturen am Dach, die im Jahre 1940 unternommen wurden, kosteten Fr. 7'181.30. Der Verkauf der abgeschlagenen Bäume aus dem kleinen Wald von Safranière brachten Fr. 5'005 ein. Unter der Leitung des Architekten Frédéric Gilliard wurden die Mauern im Innenhof gründlich abgerissen und mit neuem Verputz versehen, mit Freisetzung der Rahmen alter Fenster.
Die weniger zahlreichen Besucher lieferten dennoch eine Einnahme von Fr. 997 in 1941.
Grosse Bewegung trat ein am Schloss am 25. März 1942, als der neue Staatsberater Lucien Rubattel empfangen wurde, ein Rechtsberater und Abgeordneter von Vuibroye, der später zum Ehrenmitglied der Komitee ernannt wurde. Unterschiedliche Spenden von Waffen, Möbel, mit Anerkennung empfangene Bücher, erweiterten die Sammlungen.
Das Komitee teilte sich in zwei Gruppen, es ernannte ein Büro, aus dem Präsidenten, dem Sekretärs und den Kassierers zusammengestellt. Es war befähigt, die Verwaltungsangelegenheiten zu regulieren und Entscheidungen schnell zu treffen.
Ein gewalttätiges Hagelgewitter prasselte auf die Region von Oron am 11. Juni 1942 herunter, das ernste Schäden an den Kulturen und den Gebäuden verursachte. Die Dächer des Schlosses litten besonders darunter. Architekt Gilliard veranschlagte Fr. 29'152 für ihre Instandsetzung. Der Austausch von 40’000 Ziegeln und die nötigen Arbeiten wurden dank den Subventionen des Staates und den Spenden der Gemeinden bezahlt.
Im Jahre 1943 unter der Leitung von Paul Faesi, nach einem Szenario von Henri Kissling, drehte man einen Film, der die Geschichte des Schlosses aufzeigte. Er wurde den Gesellschaften und den Schulen zur Miete angeboten. Aus dieser Handlung flossen Fr. 3'500. zurück. Ein Negatif daraus wurde erst kürzlich dem Schweizer Filmklub in Lausanne überreicht. Der Film wurde auf Video in 1996 übertragen. Dieser Film kann im Schloss gekauft werden.
Obwohl die Mobilisierung die Verwirklichung vieler Projekte verzögerte, kam der Alltag nach dem Krieg wieder zurück. Und so stiessen sie immer noch auf den Mangel an Fonds, um eine Lösung zu finden. Im Jahre 1946 verlor die Assoziation ihren Präsidenten, Adolphe Burnat. Sie ernannte als Ersatz Lucien Rubattel, Staatsberater, der nach etwas Zögern seine Nominierung akzeptierte.
Im folgenden Jahr wurde der Beitrag auf Fr. 3 erhöht die Werbung wurde in der Presse erhöht, immer in der Hoffnung, die Einnahmen zu erhöhen, die trotz einer verstärkten Anzahl von Besuchern (2'796) mager blieben. Die Versuche, finanzielle Unterstützungen bei verschiedenen Institutionen zu erhalten, hatten nur wenig Erfolg. Obwohl die Assoziation 213 Mitglieder zählte, war die Lage alles andere als erfreulich: mit einem passiven Saldo von Fr. 9'878 und Reinerträgen von Fr. 1'300.
Dank einer vorteilhaften Vereinbarung mit einer Genfer Gewerbeschule konnte man schliesslich die Bibliothek mit einer Kartei und eines Kataloges katalogisieren.
Die freiburger Kraftwerke installieren die Elektrizität im Schloss. Ab 1952 wurde ein neues Zeitalter unter dem Impuls des Dr. Marcel Rochat von Oron la Ville eingeläutet. Der Sekretär, Henri Kissling, die Seele der Assoziation, starb und der Notar William Gilliéron, Kassierer, verliess sie aus Alters- und Gesundheitsgründen. Lucien Rubattel verliess den Vorsitz. Die alte dezimierte Garde, zog sich zurück. Jüngere, kampfbereitere Kräfte nahmen den Kampf auf. Diese Änderungen erfolgten nicht ohne einiges Hin- und Herziehen, das mehr auf den Charakter der Personen als an der Konzeption oder an der Orientierung der Arbeit zurückzuführen war. Eine ungewohnte Belebung rüttelte die Versammlungen mit der Leitung von David Filter von Lausanne, Nachfolger von Lucien Rubattel. Ausschüsse bilden sich, um die Probleme reihenweise anzuordnen und Lösungen zu finden.
Der grosse Komitee, der aus 15 bis 20 Mitglieder gebildet wurde, kannte die wichtigsten Optionen und richtete sich danach. Das Büro, das aus David Filter, Präsident, Marcel Rochat, Vize-Präsident, Margerite Borgeaud, Sekretärin, Pierre Gilliard, Kassierer und René Maendly, Albert Leresche, Maurice Vulliemin, und weiteren Mitglieder, gebildet wurde, untersuchte und liquidierte die laufenden Angelegenheiten.
Die Hochkonjunktur kam gerade rechtzeitig an, um die glückliche Entwicklung zu begünstigen, die sich ankündigte.
Präsident David Blanchet verzichtete auf sein Amt im Jahre 1955 zugunsten von Roger Nordmann, Journalist, radiophonischer Diskussionsleiter, Gründer der Glückskette, der dieses Amt und die Ehre akzeptierte, wie er es gerne ausdrückte. Dank seinen zahlreichen Beziehungen und insbesondere dank seiner Intelligenz gab er der Assoziation und dem Schloss eine neue Dimension, indem er sie zu Begünstigte eines Netzes aktiver Sympathie stellte.
Die Wiedereingliederung des Herrenhauses im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Kreislauf fand statt mit der Organisation (endlich erlaubt) von Festessen, von Konzerten, von Ausstellungen und unterschiedlichen Veranstaltungen. Die Gewinne erlaubten dem Baubeginn wichtiger Arbeiten. In der Euphorie des Erfolges befürchtete die Versammlung nicht, auf eine Hypotheke zurückzugreifen, um den Start der Massnahmen zu beschleunigen.
Henri Dupuis gab den Posten als Wärter auf, den er seit sechzehn Jahren besetzte. Sein Nachfolger, Albert Amiguet, nahm die Tätigkeit im Jahre 1957 wieder auf und brachte sofort seine natürliche Redefertigkeit und eine Lebhaftigkeit zur Geltung, sehr verschieden geschätzt von den Besuchern und den Gastgebern.
Und hier explodierte "die Gilliard-Affaire ", die etwas Verwirrung stiftete, indem sie die Taktlosigkeiten des Kassierers enthüllte. Obwohl die erfahrenen Verluste sich am Anfang mit Fr. 25'000 beziffert wurden, erschien dieser Betrag nicht in der Endverordnung, glücklicherweise, und dieser harte Hieb hatte keine zu ärgerlichen Folgen. Der Komitee von 20 schwierig zu versammelnden Personen, wurde auf 9 Mitglieder mit Kompetenzzuteilung reduziert, um Wirksamkeit zu gewinnen. So sah sich Héli Liard mit der Aufgabe anvertraut, einen allgemeinen Restaurierungsplan aufzustellen. Er legte ein ehrgeiziges Programm vor, in aufeinanderfolgenden Etappen, das ausgehend von Niveau des Erdgeschosses, weiterführte über die Fassaden, die Dächer, die Dachgeschosse, die Appartements ohne die unzähligen Wartungen zu vernachlässigen. Albert Leresche passte auf die inneren Räume und die Möbeln auf. Roland Gonin und Marcel Rochat hatten die Verantwortung der technischen Ausführung der Arbeiten. Das Büro widmete sich der Öffentlichkeitsarbeit, der Mahlzeiten und der Pflege. Leider gab es Meinungsverschiedenheiten und herbe Kritiken innerhalb des Komitees. Dieses Unbehagen führte zur Einberufung einer aussergewöhnlichen Versammlung, die die Lage durch die Bestätigung der umstrittenen Wahlen und die Erneuerung des Vertrauens an den Verantwortlichen verbessern sollte. Die "Krise" wurde überwunden, die Einheit im Komitee wieder hergestellt, aber einige Mitglieder traten aus.
Mit einer verstärkten Schnelligkeit, verfolgte die Assoziation ihre doppelte Aktivität: die Organisation der Empfänge und die Ausführung der Arbeiten. Sie bemühte sich, die zahlreichen Schwierigkeiten, Hindernisse und Verdriesslichkeiten zu besiegen, zu vermindern oder zu vermeiden, die auf ihren Weg auftauchten. Stark von der Philosophie und von der Ruhe ihres Präsidenten geprägt, stellte sie dieses Axiom auf: das Wichtige besteht nicht darin, die Probleme zu lösen, sondern zu vermeiden, dass sie passieren.
Die gastronomische Restauration nahm einen erfreulichen Aufschwung und versorgte die Kasse der historischen Restaurierung. Dieser ziemlich ungewohnte Dynamismus beunruhigte einige, die durch den Erfolg des Unternehmens, die Geschwindigkeit der Entscheidungen und den Willen überrascht wurden, vorher auszutreten. Einige befürchteten sogar die Umwandlung des Schlosses in einem Restaurant, wobei es nur darum ging, die Räume zu benutzen, Gewinn zu schaffen, damit das ganze Gebäude gerettet werden konnte. Die von Herrn Edgar Pelichet, kantonaler Archeolog, vorgebrachten Einwände und die strengen Reserven vor den ersten Projekten verschwanden angesichts des Ernstes der Studie, der Standfestigkeit der Argumente und der Bestimmung der Verantwortlichen. Daraus entstand nur eine leichte Verspätung in der Ausführung der Arbeiten mit der Erinnerung an die Missverständnisse, die besonders durch einen Mangel an persönlichen Kontakten verursacht wurden.
Im Juli 1963 verliess Albert Amiguet "sein" Schloss für eine bessere Welt. Im folgenden Jahr lösten Herr und Frau Robert Treboux ihn ab, Noblesse oblige. Der neue Wärter zögerte nicht, den Rechtsberaterplatz der Gemeinde von Oron le Châtel einzunehmen, und schaffte so bevorzugte Verbindungen zwischen ihr und der Assoziation.
Ein Schuppen wurde gekauft, um das Feuerholz, Stühle, Tafeln, Heizkörper, und Keramiken zu lagern. Die elektrische Heizung wurde in den Sälen installiert, die Beleuchtung vervollständigt, die Betriebsküche erhielt eine moderne Ausstattung, die Zugangswege und den Komfort des Appartements des Hausmeisters wurden verbessert. Immer zahlreichere und wichtigere Veranstaltungen belebten den alten Wohnsitz, der an bestimmten Fest-Abenden wie ein Traumschloss aussah.
Im Jahre 1971, wünschte Roger Nordmann, der für neue Aufgaben angefragt wurde, seine Stelle als Präsidenten aufzugeben, aber dennoch Mitglied des Komitees zu bleiben. Da er fest und leidenschaftlich mit seinem Amt verbunden war, bot er seine Dienste mit grosser Intelligenz und ganzem Herzen der Assoziation an, in einer Atmosphäre, die er liebte, weil sie von Freundschaft und Freiheit geprägt war. All jene, die ihn angehört haben, behielten seinen Geist, seine Joviallität und seinen Humor in Erinnerung, mit denen er seine Berichte an die Hauptversammlungen wandte.
Bevor er austrat, schlug er seinen Kollegen und Freund, Héli Liard als Ersatz vor. Die Versammlung ratifizierte diese Wahl. Der neue Vertreter schlug sofort vor, Roger Nordmann zu ehren durch Akklamationen. Die grossen Restaurierungsarbeiten wurden fortgesetzt, ohne manövrierunfähig zu werden. Manchmal verschwand das Schloss sogar unter den Gerüsten.
Der verfrühte Tod von Roger Nordmann im Jahre 1972 tauchte die Assoziation in Traurigkeit. Eine letzte Ehrerbietung wurde ihm mit einem Konzert im Schloss gegeben, zugunsten seines Werkes, der Glückskette.
Alles beginn fast zufällig. Der Wärter Dupuis bot im Jahre 1942, mit Genehmigung des Komitees, im Schloss Essen und manchmal Wein an den Gruppen, die darin Sitzung oder Kolloquium abhielten, ohne Wirtepatent, die für diese Art von Handel erfordert war.
Der kantonale Ausschuss der Gesellschaft der Wirte intervenierte beim Justizdepartement und bei der Polizei, um die Ausübung des Gesetzes zu fordern. Die durchgeführte Untersuchung stellte den Verstoss fest, und verbot eine Fortsetzung dieser Aktivitäten.
Dieses Vorgehen brachte vom Präsidenten Burnat diese bittere Reaktion: "ohne die Persönlichkeit des eifersüchtigen Verräters weiter zu kennen, bin ich tief betrübt zu sehen, wie viel diese Eifersucht schlecht zur Stunde fällt, wo uninteressante Werke, wie das unsere, versuchen, sich Mitten in Schwierigkeiten, die wir begegnen, zu behaupten".
Seitdem entstand ein langer Korrespondenzaustausch zwischen dem Departement und dem Komitee hinsichtlich dieses Patentes. Der erste wünschte das Risiko, ein historisches Monument in eine öffentliche Einrichtung (sic) umzuwandeln abzuwenden. Der zweite wünschte, in der Welt zu bestehen und Gastgeber zufrieden zu stellen, damit man dadurch Geld gewinnen konnte, um das Überleben der Assoziation zu gewährleisten. Konzessionen wurden von Ausgleichen in Vereinbarungen erhalten, so dass eine hybride Lösung entstand, provisorisch diese Aktivität gegenüber dem Gesetz aufrechtzuerhalten. Robert Mayor, Eigentümer des Bahnhofkaffees in Oron-la-Ville, übernahm die Verantwortung für den alkoholische Ausschank. Allerdings blieb alles im bescheidenen Rahmen, die Ausstattung der Empfangsräume und der Küche blieb rudimentär; die einfache und zufällige Organisation ergab oft Konfliktsituationen.
Es war also möglich, im Schloss zu speisen, aber die "Festessen" waren selten und stellten nicht das wesentliche Anliegen der Verantwortlichen dar, die dort eher eine Gelegenheit sahen, Dienstleistungen zu erbringen. Die Idee schlug Wellen, denn ab 1955 sah ein erneuerter Komitee eine beträchtliche Einkommensquelle in der Schaffung eines vernünftigen Betriebes. Das Beispiel der Bruderschaft Guillon im Schloss Chillon und der Erfolg ihres Ressats zeigten offenbar die Richtigkeit eines solchen Projekts.
Man musste also die ganze Angelegenheit in einer anderen Form wieder aufnehmen, denn die Autorität, erneut konsultiert, bestand auf seine Ablehnung, eine Lizenz zu genehmigen. Man verzichtete darauf, und vertraute die gastronomische Organisation bald ein oder mehreren erfahrenen Restauratoren an; eine Lösung, die schliesslich die Zustimmung aller begegnete.
Die sehr schönen Säle vom Erdgeschoss wurden gemäss dieses neuen Zweckes eingerichtet, die Kamine erhielten Bratspiesse und eine Küche wurde in einem Raum installiert, der vorher als Wäscheraum benutzt wurde.
René Gottraux, Restaurator in Saint Saphorin, ein bemerkenswerter Küchenchef, begann Menüs vorzustellen, die Personen in einem originalen Rahmen anlockten. Die Formel ging auf, und der Erfolg stieg. Er nahm noch mehr zu, als Pierre Livet von Vevey die Fackel von den Händen seines Kollegen und Freundes übernahm, der die Region verliess. Die Familie Mayor, die nicht viel Interesse für diese Wiederaufnahme gezeigt hatte, konnte die Räume für ihre Kunden oder jene benutzen, die dies ausdrücklich wünschten.
Das Mieten der Räume eignete sich überhaupt nicht, und dieses System wurde sofort aufgegeben. Von nun an wurde ein offizieller Restaurator und ein zugelassener Restaurator allein den gastronomischen Teil bestreiten. Trotz aller ergriffenen Vorsichtsmassnahmen war dies nicht ganz zufriedenstellend wegen eines schwierigen Zusammenlebens und eines unausweichlichen, internen Wettbewerbs. Beim Weggang von Jean Paul Mayor in das Ausland beendete der Komitee diese Erfahrung, um nur mit einem einzigen Restaurator zusammenzuarbeiten. Ab 1981 besass das Montreux Palace die Exklusivität der Empfänge im Schloss Oron.
Während der ersten Zeit stellte die Organisation der Mahlzeiten keine ernsthaften Probleme dar, bis auf das der Erlangung der Erlaubnisse. Die Miettarife wurden nach den Umständen festgelegt, die Bedeutung der Gruppe und die Kundennachfrage. Der Aufwand für die Assoziation war geringfügig. Ab 1957 änderte sich die Sachlage. Die Anträge waren zahlreicher, sie erforderten eine strenge Planung, und der Komitee war plötzlich mit einer Aufgabe konfrontiert, auf die er kaum vorbereitet war. Am Anfang, ein wenig überfordert durch die Ereignisse und das Ausmass des Unternehmens, wurde lange gesucht, bis ein Komitee für den Betrieb ernannt und ein ständiges Halbbüro für Auskünften und Miete eingerichtet wurde. So konnte er sich seiner „historischen“ und statutmässigen Aufgabe widmen, indem er diesen neuen Posten verwaltete, der die willkommenen Fonds lieferte, die durch das Mieten der Säle und der Lizenzgebühren verschafft wurden, die von den Restauratoren auf dem Preis der Menüs aufgeschlagen wurden.
Die Anpassung geschah ziemlich schnell, aber diese Angelegenheit brachte eine sehr wichtige Zunahme von Arbeit und Sorgen, da sie erlaubte, klare Verwirklichungen zu erschaffen. Der Ruf der Empfänge im Schloss Oron dehnte sich weit über die ganze Welt aus, propagiert durch eine geschickte Propaganda. Das Antike Herrenhaus sah somit innerhalb seiner Mauern Gastgeber nicht nur aus der ganzen Schweiz, sondern auch aus den Ländern Westeuropas, den USA und sogar aus Japan.
Hochzeiten, Sitzungen von Gesellschaften, von Bruderschaften, von Unternehmen, von Handelshäusern, Touristengruppen auf Reisen freuten sich im alten Wohnsitz zu speisen. Die Gala-Abende finden dort einen idealen Rahmen, um ihr Prunk in diesem bewundernswerten mittelalterlichen Rahmen, geschmückt mit Mauertapeten, verschönert durch blumige Buketts, zur Schau zu stellen. Thebische Trompeten kündigen die Speisen an, die von Damen in alten Kostümen gereicht werden, während Minnesänger, Wahrsager, Sänger oder Tänzer die Gäste unterhalten, und die Holzscheite in den ausgedehnten monumentalen Kaminen auflodern.
Bestimmte Zusammenkünfte werden im Schloss von Persönlichkeiten aus der Welt der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Finanzen oder von den Künsten durchgeführt.
Beim Kauf des Schlosses kannte der Komitee die Existenz dieser wichtigen Buchsammlung, aber mangels eines Inventars, blieb die Qualität und der Wert unentdeckt. Versammelt in eines der schönsten Zimmer, das zu diesem Zweck von Adolphe Gaïffe umgebaut wurde, tapeziert sie die Wände mit Buchrücken aus mit Gold patiniertem Leder. Daniel Gaïffe brachte der Bibliothek nicht das leidenschaftliche Interesse seines Vaters entgegen, der es zu Oron brachte. Er zögerte sogar nicht, ein oder zwei Volumen zu verschenken als Dank für irgendein kleinen Dienst, und er erzählte davon die romaneske Geschichte an seinen Gastgebern. Vor den anfänglichen und dringenden finanziellen Schwierigkeiten gestellt, beabsichtigte die Assoziation, sie zuerst an einen Genfer Buchhändler zu verkaufen, der Fr. 5'000 dafür gab, dann später an die kantonale Bibliothek in Lausanne für dieselbe Summe. Zu Recht widersetzten sich einige Mitglieder diesem Vorgehen. Verhandlungsgespräche mit dem Direktor dieser Institution über eine Klassifizierung und Benutzung führten zu keiner zufriedenstellenden Lösung.
Dieser Direktor, Alfred Roulin, begeistert über diese immensen Reichtümer, stellte einige Nachforschungen an, um den Wert zu schätzen. In einer Abhandlung, die der französischen Gesellschaft für Geschichte im Jahre 1948 vorgelegt wurde, lenkt er die Aufmerksamkeit auf diese bis dahin wenig gekannten Schätze und wünscht in seinem Schlusswort, dass diese interessante Bibliothek den Forschern und Liebhabern zugänglich wird.
Sensibilisiert durch diese Absichten, versuchte der Komitee, das gewünschte Werk zu erfüllen.
Der Vorschlag des Direktors der kantonalen Bibliothek von Lausanne, der mit Begeisterung angenommen wurde, war kaum einfach zu verwirklichen, denn man musste zuerst ein Inventar und einen Katalog dieser unbekannten Welt erstellen. Diese Dienste konnten nicht bewerkstelligt werden.
Dank eines glücklichen Umstandes, gelangte man in Kontakt mit einer Genfer Schule, die Bibliothekare ausbildete. Vier Schüler, die an ihren Diplomen arbeiteten, wurden mit dieser schwierigen, aber spannenden Aufgabe betraut. Beraten und geleitet von Herrn Borgeaud, Direktor der Genfer kantonalen Bibliothek, leisteten diese jungen Mädchen eine hervorragende Arbeit, indem sie eine Kartei aufstellten, katalogisieren, und einen sehr detaillierten Bericht über diese Sammlungen und ihre Geschichte verfassten. Obwohl die Bücher sorgsam klassifiziert wurden, erwies es sich später, dass es ziemlich schwierig war, sie auf den Regalen wiederzufinden, wo sie ihren anspruchsvollen Dekor beibehalten hatten. Fritz Roth, Dokumentalist von Lausanne, arbeitete an einer neuen Klassifizierung. Leider verhinderten die Krankheit und dann der Tod ihn daran, sein Werk zu beenden. Herr und Frau Masset aus Genf, die ihn nachfolgten, übernahmen die vollständige Renovation der Bücher, sie reparierten die beschädigten Volumen, reinigten und pflegten das Leder; eine langatmige Geduldsarbeit, die sie mit einem bewundernswerten Gewissen erfolgreich durchführten.
Ab 1971 erhielt die Bibliothek erneut die Pflege von Spezialisten, die zur Ausarbeitung der derzeitigen Kartei führten und eine einfachere und vernünftigere Benutzung dieser "Bücherei" erlaubten. Der vom Bibliothekar Maurice Rebetez unterstützter Louis Daniel Perret wurde mit dieser Operation beauftragt, die auf eine Klassifizierung der Genre basiert, die die rein ästhetische Ordnung ein wenig durcheinander brachte, aber die Werke zugänglicher machte. Heute ahnt der Leser nichts davon, wenn er die Türen dieses Heiligtums des Wissens betritt, jedoch machen dort Linguisten Historiker, Literaten und... Liebhaber glückliche Entdeckungen.
Obwohl sie noch ziemlich wenig bekannt war, fehlte der Bibliothek von Adolphe Gaïffe weder das Interesses noch der Wert, und niemand würde daran denken, dies heute zu bestreiten. Auch in einer Mitteilung auf einer Pressekonferenz, bemerkte Pierre Favre, dass ihm der Weg zur Wertschätzung nach Fortschritten der Entdeckungen, aus der ersten Ordnung, jedoch noch Überraschungen im Jahre 1948 boten, sie traten in Kraft im Jahre 1951, und 25 bemerkenswerte Jahre später, zur Vollendung der Arbeiten.
Diese ausgedehnte "Bücherei" umfasst eine grosse Anzahl von Romanen des 18. und anfangs des 19. Jahrhunderts, aber auch Geschichts-, Wissenschafts-, Geographie-, Reise-, Literatur-, Theater-, Theologie- und Medizinbücher, sowie Wörterbücher und Enzyklopädien. Dank der finanziellen Unterstützung der französischen Lotterie in 1983 verfolständigte der Chalon Fonds die Bibliothek mit aussergewöhnlichen Werken aus der gleichen Epoche, so dass sie jetzt mehr als 17'000 Volumen zählt. Sie wird in einer von Yves Giraud, der Rangälteste der Fakultät der Briefe der Universität von Freiburg, geleiteten Teamarbeit, erwähnt, in dem es um die französische Romane geht.
Angus Martin, Vivienne Mylne und Gérard Frautschi gaben ihr den ersten Rang unter den Referenzen in ihrem monumentalen Werk, das der „Bibliographie der französischen Romane (1751 bis 1800)“ gewidmet wurde.
Forscher können Informationen absuchen, indem sie das Lektürenkabinett, das für ihre Zwecke eingerichtet wurde, benutzen. Andere verlangen seltene sogar anderswo unauffindbare Kopien von Büchern. Ein gewagter Raub, der mit einer teuflischen Geschicklichkeit im März 1979 verübt wurde, entzog der Bibliothek einige Werke grossen Wertes, echte Museumstücke. Im Jahre 1983 verhaftet, gestand dieser Einbrecher, spezialisiert auf Museen und Schlösser, seinen Diebstahl in Oron. Doch dies brachte nichts, da er die Schätze ohne Gewissen an anonymen Leute in Paris verkauft hatte. Die Vorsichtsmassnahmen, die ergriffen wurden, um solche Missgeschicke zu vermeiden, wurden mit der Hoffnung verstärkt, dass sie genügen würden, um jedes Vergehen zu verhindern.
Als das Schloss dem Kanton Waadt im Jahre 1937 angeboten wurde, bezog sich das meist erwähnte Argument für die Ablehnung, auf die Kosten der Reparaturen und der Erhaltung. Niemand hat je die Bedeutung dieser Ausgaben geleugnet. Auch vom Beginn an blieb dieses wesentliche Problem das Anliegen aller Ausschüsse. Tatsächlich wurde das Gebäude nicht regelmässig unterhalten und überall waren offensichtliche Zeichen der Zerstörung. Die Arbeiten erwiesen sich nicht nur als notwendig, sondern als unentbehrlich, wenn man seine Integrität aufrechterhalten wollte.
Die ersten Reparaturen bezogen sich mangels ausreichender Mittel auf die dringlichsten Reparaturen vom Dach. Dieses benötigte eine ernsthafte Instandsetzung nach dem Kataklysmus von 1942, an dem mehr 40'000 Ziegel nach Konsolidierung des Gebälkes ersetzt wurden. Für den Rest beschränkte man sich auf eine bescheidene Instandsetzung der Mauern des Innenhofes und auf die Reinigung eines Saales.
Im 1955 drängte sich die Notwendigkeit auf, die Empfangsräume brauchbar zu machen, da die Empfänge die Mittel durch die Organisation von Empfängen erhöhten. Die Säle im Erdgeschoss liessen sich gut vermieten. Bald wurden sie in mehreren Etappen ab 1957 gemäss ihrem neuen Zweck eingerichtet. Doch hielt man ihre Originalität, ihre Strukturen und ihren eigenen Stempel aufrecht. Sie erhielten ebenfalls den Namen, der den vorhergehenden Gebrauch charakterisierte: der Justizsaal, der Saal der Wachen, die Kapelle und... der Saal, der zu Unrecht „der Torturen“ genannt wurde, obwohl es sich nur um einen Kellerraum handelte. Die Küche, die das Herstellen wichtiger Mahlzeiten gewährleisten musste, erhielt die adäquaten Einrichtungen und Ausstattung.
Gleichzeitig wurde das Appartement des Wärters, das in der Abhängigkeit angesiedelt ist, völlig erneuert, um modern, gemütlich und komfortabel zu erscheinen.
Im Turm "der Abort", der im 18. Jahrhundert konstruiert wurde, wurden die sanitären Anlagen an unser Zeitalter mit fliessendem Wasser und Beleuchtung angepasst.
Überwacht und kontrolliert vom kantonalen Architekten, Herr Pelichet, verursachten die von den Architekten Gilliard und Gonin geführten Restaurierungen manchmal ziemlich lebhafte Meinungsverschiedenheiten, und die Expertenmeinungen unterschieden sich oft sehr.
Im Jahr 1963 wurde das grosse Werk beendet, und das Endergebnis fehlte es nicht an Allüre.
Der Aufschwung der Empfänge mit einer konstanten Zunahme drängte die Einführung zwingender Infrastrukturen im Rahmen der historischen Restaurierung auf. Die Instandsetzung der Wege und der Zufahrtsrampe, der Pfade, der Gärten, der Treppen gab dem Schloss eine würdige Umgebung.
Der alte Kutschenweg, der im Osten führte, wandelte sich im lauf der Jahren zu einem vincinal Weg, vertieft durch Spurrinnen. Er wurde dank dem Verständnis und der Hilfe der kantonalen und kommunalen Behörden in einer verbesserte Strasse umgewandelt, die je nach Bedarf als Autoparkplatz diente und den Ausgang vereinfachte.
Der Brunnenrand des wiedergefundenen Brunnens wurde wieder aufgebaut und mit einer ursprünglichen Pflasterung mit abgerundeten Rollen umgeben. In den seit langem nicht mehr benutzten Scheunen und Ställen wurden Diensträume mit Toiletten für das Personal eingerichtet. Ausserdem wurde der ausgedehnte Ausstellungs-, Konzert- oder Konferenzsaal eingerichtet, der von nun an Saal Oron heissen wird. Dank der Genialität des Architekten Virieux, der die Arbeiten führte, wurde ein direkter Zugang zwischen dem Hauptgebäude und diesem Anhang erstellt, der ebenfalls eine restaurierte Fassade erhielt.
Von fast undurchdringbarem Dickicht, versteckte leider der kleine Wald von Safranière das Gebäude im Westsüden. Ihm wurde infolge débroussaillement das Aussehen eines gepflegten Dickichts gegeben.
Das Quell-Wasser, das das entzückende Becken im Innenhof versorgte, erhielt eine neue Kanalisation, und die Abwässer fliessen schliesslich durch unterirdische Rohre gemäss den heutigen Hygienestandards hinaus. Die Installation der Elektrizität durch Erdkabel schaffte die Freileitungslinien und die hässlichen Isolatoren auf den Aussenmauern ab. Der gesamte alte Wohnsitz wurde zum herzlichen Empfangsort.
Die Einnahmen des Schlosses Oron durch den Erfolg der Empfänge, die finanziellen Unterstützungen, die durch den endlich ersuchten Bund und den Kanton Waadt zugunsten der historischen Monumente versprochen wurden, erlaubten eine Erhöhung der Hypotheke. Damit wurde eine Restaurierung grossen Ausmasses, die schon lange vertagt wurde, begonnen: die Instandsetzung der Mauern, des Turmes und der Dächer, ein langatmiges Werk, das im Frühling 1969 begonnen und 1972 abgeschlossen wurde. Begonnen wurde unter der Verantwortung vom Architekten Edmond Virieux, der während der Arbeiten starb. Er wurde von seinem ehemaligen Mitarbeiter, Emile André, ersetzt, der sie weiterführte und unter der Leitung vom Lausanner Architekten, Pierre Margot, zu Ende brachte.
Mit der konstanten Bemühung, die allgemeinen Strukturen, die architektonischen Motive und die archäologischen Einzelheiten, die über die Jahrhunderte dieses ehrwürdige Gebäude prägten, zu respektieren, wurde eine vollständige Revision des ganzen Mauerwerks durchgeführt. Die grossen Mauern und die Türme wurden nach dem Zustopfen der Risse neu verputzt, die beschädigten Molassen der Rahmen wurden ausgewechselt, die polychromische Krönung freigesetzt, das Gebälk konsolidiert, die poutraisons erneut geschlossen (raffermies), die Dächer repariert, der Wachtturm, der sich spaltete, umklammert, die Dachrinnen und die Abdeckungen aus Weissblech durch Kupfer ersetzt, die Schiessscharten, Lücken und Öffnungen wiederhergestellt, die Blitzableiter der neuen Konzeption angepasst... Beträchtliche Arbeiten, die weit über Fr. 600'000 kosteten, die dem Bauleiter unter guten Bedingungen gewährt wurden für die unternommenen kompetenten Arbeiten.
Der Kalk-Verputz an den Fassaden, die einzige Verkleidungsmöglichkeit, durch Beratung empfohlen und autorisiert, entfachte leidenschaftliche Proteste einiger Aussenseiter, die an ihren Winternebel gewöhnt waren, und die durch die plötzliche Weisse überrascht wurden. Die Mehrzahl der Vorwürfe verklang bald vor dem positiven Ergebnis der Gesamtheit und hörte dann auf, als die durch das schlechte Wetter schnell verliehene Patina ihre mässigende Wirkung ausgeübt hatte.
Immer noch unter der Leitung vom Architekten Pierre Margot begannen die Baustellen ins Innere zurück zu kehren, um das Werk zu vollenden, das in den Empfangssälen begonnen wurde mit der Restaurierung der Decken und der Fenster, der Einrichtung der Heizung, der Verbesserung und der Modernisierung der Küchen und der Diensträume.
Das Ersetzen der Fliesen des Ehrenhofes förderte durch W. Stockli (Archeolog in Moudon) gewährleistete archäologische Untersuchungen, die einige Überreste der Grundmauern des ursprünglichen Schlosses, das am Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde, zu Tage brachte.
Dann ging es zum Turm des ersten Stockwerkes, wo die im 18. und 19. Jahrhundert entstandenen Zimmer und die Salons ihr vergangenes Aussehen wieder erhielten. Der allgemeine Plan sah vor, nach und nach den angenehmen und gepflegten Rahmen wiederherzustellen, in dem eine Familie des hohen Bürgertums lebte, kultiviert und musikalisch, mit ihren Möbeln, ihren Bildern, ihren Glanz, ihren Teppichen, ihre Nippsachen und... ihren Charme am Ende des grossen Jahrhunderts.
Die sehr schönen Steingutöfen, die dem Talent der Lausanner Töpfer, Pollien, zu verdanken sind, wurden völlig auseinandergenommen und dann auf stabilen Unterlagen wieder aufgebaut, um ihre Erhaltung zu garantieren.
Die Kistendecke der Bibliothek erhielt besonders aufmerksame Pflege, um sie daran zu hindern, sich durch die Verlegung der betonierten Platte einzustürzen, an der sie aufgehängt war. So wird sie von Feuer und Wassereindringung geschützt.
Das Schloss zeigt sich äusserlich und innerlich als echte Herrschaft, das Ziel der Assoziation.
Ein halbes Jahrhundert der Existenz! Und welch überwundener Weg! Und dennoch eine kurze Episode einer sehr langen Geschichte, die vor acht hundert Jahren hier begann, aber eine entscheidende und prägende Periode für ein Schloss, dem der Ruin drohte, das niemand wollte und mit dem niemand wusste, was zu machen!
Die Assoziation für die Erhaltung des Schlosses Oron, die es bewahrt hat, hat ihre Ziele trotz eines schwierigen mit Hindernissen gesäumten Weges, erreicht.
Das geeignete Schlusswort stammt so vom grossem Schriftsteller C.F.Landry:
"Oron, das aussergewöhnliche Haus, das Verbindungen bis Aubonne und bis Sion hatte, das Schloss für unbesorgte Herren, die sich... so gross wie die Welt glaubten“, da sie bis zu Léman und bis in die Schweizer Ligen in ihren schwarzen Pelzen gingen.
Schloss Oron, die schöne Dächer, ein Schiff auf Erden, ein Kontinent für ein kleines Wespennest. Schloss Oron, wo der Frühling spät und der Herbst sofort kommt, ein Schloss umgeben von Schwalben, die im Himmel eine Zauberwelt weben, das Juwel eines erblassenden Landes, eines Landes, das immer "aus einer anderen Zeit“ war.
Gehen Sie und versuchen Sie in dieser gewaltigen Stille, der grünen Dame zu begegnen. Oron, das ist die Türe zur Flucht, es ist bereits die mysteriöse Grenze der Spiegel. Es ist ein Schloss für Feen und Grossmütter, es ist das alte Vaterland von Waadt, das nach Apfel und Hirtenfeuer riecht."
Héli Liard 1984