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Sirisia wurde im Jahr von Fey und von Sdyvaheri geboren. Fey ist ein Komet der alle 1193 Jahre wiederkehrt. Für acht Tage strahlt er über der Welt. Und mit seiner blauen Flamme trägt er Hoffnung und die Gewissheit des unendlichen Kreislaufs des Lebens mit sich. Sdyvaheri jedoch ist eine Sternenkonstellation, die nur einmal alle 5 Generationen die Firmamente ziert.
In der vierten Nacht, die das blaue Leuchten Feys trug, kam sie endlich zur Welt. Jedoch War die Freude mit Trauer vermischt, denn Sirisias Ur-Ur-Grossmutter mütterlicherseits - Adúrïa Luthvian Galanodel - war eine Nacht zuvor nach Alvanaith gereist. Über ihr hatte, kurz nach ihrer Geburt, Fey bei seinem letzten Besuch die Bahn gezogen. Sie hatte sich entschlossen ihren alten Bekannten bei seiner Rückkehr zu begrüssen und mit ihm zu gehen.
In der Familie der Galanodel war Adúrïa der gute Geist gewesen, welcher hinter allem stand.
Sirisias Kindheit verlief ohne grosse Störungen. Als Kind von zwei elfischen Abenteurern, welche es nicht nur geschafft hatten zu überleben und sich zu finden, sondern sogar noch zu einem gewissen Ruhm und Ansehen zu gelangen, wurde sie und ihre Geschwister gewissenhaft ausgebildet und erzogen. Die Lektion über Pflicht und Verantwortung des Mächtigen gehörte zu dem, worauf wohl am meisten Wert gelegt wurde.
Eigentlich sollte Sirisa zur Kämpferin ausgebildet werden, zweifellos verfügte sie über die Geschicklichkeit dazu, jedoch mussten sie alsbald feststellen, dass dem Kind das Interesse dafür vollkommen fehlte. Stattdessen las sie soviel sie konnte. Ihre andauernde Fragerei über Magie oder sonstige Dinge brachte ihre Eltern dazu, sie von einem elfischen Magier(Quamarion Essaljar ) unterrichten zu lassen.
Als Sirisia 86 Jahre alt war, kam ihr Onkel Araldmion daSal Umbarathai zu Besuch. Man kann nicht behaupten, dass Sirisias Vater – Dantharael Maerddin Umbarathai - begeistert davon gewesen ist. Schliesslich genoss und schätzte Araldmion vieles, das Dantharael verabscheute. Im Gegensatz zu vielen Elfen in der Familie der Umbarathai und Galanodel, hegte er kein so stark ausgeprägtes Misstrauen, keine solch starke Abneigung gegen die Menschen. Kurzum, er war ein schwarzes Schaf in der Familie. Zu allem Übel aber mochte er die flatterhaften Menschen nicht nur, er lebte auch unter ihnen, ja lehrte sogar die Künste an einer ihrer renommiertesten Magierakademien in Hanral.
Sirisia war auf der Stelle fasziniert von ihm.
Sobald sie konnte, erklärte Sirisia sich für erwachsen, wählte einen Namen, und folgte Araldmion auf die Akademie. Dies geschah in ihrem 93. Doch bevor Sirisa aufbrach, übergab ihre Mutter gab ihr ein paar silberne Ohrringe in der Form von kleinen blätterbekränzten Eicheln. Bei jeder Bewegung klingeln sie leise und melodisch. Die Ohrringe waren ein Geschenk Adúrïas, zusammen mit einem Brief. Darin stand:
Liebste Sirisia
Ich trauere, denn ich weiss, dass ich dich nicht mehr in meinen Armen halten werde. Mein Herz jedoch hält dich schon lange umschlungen. Deine Gestalt wandelt lange schon in meinen Träumen und mein Verstand hofft, dass du endlich die Tochter und Nachfolgerin sein wirst, auf die ich lange und vergeblich gewartete habe. Bist du es, so wirst du finden, was ich dir zugedacht habe und du wirst die Stärke haben, meine Reise fortzuführen.
Bist du es nicht, sei trotzdem meiner Liebe versichert und nimm diese Liebe mit dir in das Leben das vor dir steht.
Meinen Rat jedoch nimm dir zu Herzen!
Ergründe stets den Pfad der Wahrheit und bedenke, dass hinter jeder Wahrheit andere Wahrheiten stehen. Falschheit, Dummheit und mangelndes Wissen seien deine Feinde, denn sie sind der Nährboden für Hass, Machtgier und Zerstörung. Befreie dich von ihren Fesseln und schaue hinter die Dinge, was es dich auch kosten mag, denn so allein rettest du, was dein Herz umfasst.
Corellon schütze dich auf all deinen Wegen.

In Liebe,
Adúrïa Luthvian Galanodel
Am Tag darauf begab sich Sirisa zur ehemalige Behausung ihrer Ahnin. Ein Cousin ihrer Mutter wohnte nun dort, jedoch hiess er sie willkommen und respektierte ihren Wunsch, mehr über Adúrïa zu erfahren. Durch Zufall fand sie in einem kleinen Fach unter dem Fussboden eine Stahlkassette. Dort lag ein weiterer Briefumschlag, eine Schriftrolle und ein Silbermedaillon, das zu den Ohrringen passte. Es hatte die Form einer Eichel mit einem Eichblattkranz, welches Sirisia jedoch nicht zu öffnen vermochte. In dem Brief stand folgendes:
Der Weg zur Wahrheit erfordert Geduld und vor allem Verstehen. Jeder Weg jedoch hat seine Wegelagerer. Darum ist das Schwert des Verstehenden die Frage, sein Bogen das Wissen, sein Pfeil das Misstrauen, sein Schild der Verstand, seine Rüstung die Geduld.
Übe dich in der Kunst des Kampfes und die Schatten werden schliesslich weichen.
Nimm diesen ersten Zauber auf deinen Weg und lass den Samen erst spriessen, wenn du für dessen Frucht bereit bist. Du wirst wissen, wann es soweit ist!
Friede und Erkenntnis seinen deine Begleiter!
Adúrïa Luthvian Galanodel
Der Zauber auf der Schriftrolle wurde zu einem der ersten in Sirisias Zauberbuch. Es war ein Schritt zur Erkenntnis: Sprachen verstehen.
Danach ging Sirisia auf die Akademie. Diese war noch viel aufregender als sie es sich hatte vorstellen können. Sie liebte die Lektionen und die Bibliotheken übertrafen ihre kühnsten Vorstellungen um ein Vielfaches. Die ersten zwei Jahre tat sie nichts ausser lernen, essen und dazwischen etwas ausruhen. Doch an einem Tag, etwa zweieinhalb Jahre nach ihrer Ankunft in der Akademie, änderte sich plötzlich ihr Leben.
Nachdem sie einem Halbork namens Dargan eher ungewollt zur Aufnahme in die Akademie verhalf, war es um ihre Ruhe geschehen. Bald zählte sie nicht nur Dargan zu ihren Freunden, sondern auch Roanna Alliestra, eine lautstarke Vertreterin der menschlichen Rasse, welche nicht nur ein Talent für die Kunst der Hervorrufung zu haben schien, sondern auch ein Talent im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Stets bemühte sich ein Pulk von Männern um ihre Gunst, was Roanna jedoch nur zu langweilen schien. Seraphion Cordovan Galotta, ein schüchterner, aber hübscher junger Mann. Roywyn Algarell Stachelbeere, eine Gnomin mit einer äusserst scharfen Zunge und einem sehr eigenen Begriff von Humor. Und schliesslich Zerxen Rohal, ein ziemlich hässlicher junger Mensch, welcher offensichtlich zu wenig Nahrung zu sich nahm und ein pessimistischer Schwarzseher war.
Schliesslich schloss sie ihre Ausbildung ab. Mit 106 nahm sie das Angebot der Akademie an und blieb die nächsten Jahre dort. Dargan und Roanna gingen gemeinsam auf Wanderschaft, Roywyn nahm eine Stelle als Hofmaga bei einem Baron am Rand der Provinz an, Zerxen und Seraphion blieben in der Stadt, wo sie gemeinsam einen kleinen Alchemistenladen aufmachten.
In dieser Zeit assistierte Sirisia mehreren erfahrenen Magiern, nahm Anteil an der Forschung und bildete junge Eleven aus. Doch langsam begann es an der Akademie zu brodeln. Immer gab es schnippische Bemerkungen über Priester und Kleriker, die auf ihrem Wissen hocken blieben, über Korrupte Tempel, welche die Bevölkerung einschüchterten um an Geld zu kommen.
Anfangs konnte Sirisia das Geraune überhören, doch es wurde immer schlimmer. Schliesslich verliess Araldmion, ebenso wie einige andere die Akademie. Sirisia brauchte für diese Entscheidung ein halbes Jahr länger als er, aber schliesslich konnte auch sie sich von den Bibliotheken trennen.
Sie kam bei Zerxen und Seraphion unter. Doch nach drei Jahren änderte sich alles wieder einmal. Zerxen begann es schlecht zu gehen. Er versuchte es zu verbergen. Doch es war offensichtlich: bei geringen Anstrengungen begann er schwer zu atmen. Helles Tageslicht blendete ihn. Gewisse alchemistische Dämpfe trieben ihn würgend aus den Werkräumen.
Und dann war er von einem Tag auf den anderen verschwunden. Als Sirisia und ihre Freunde ihn wieder fanden, war er nur noch ein Schatten des Mannes den sie kannten. Er war abgemagert bis auf die Knochen. Seine Haut war ganz grau und schien fast schon tot zu sein. Bei der geringsten Berührung platzte sie auf. Seine Augen waren verschleiert und er konnte kaum noch sehen. Am schlimmsten war jedoch sein geistiger Zustand. Er war nicht benebelt oder so, nein er war richtig bösartig. Wir fanden heraus, dass Zerxen von einem Fluch befallen war, welcher in seiner Famile weitergegeben wurde. Und die letzte Formel, die Heilung versprach war vor ca. 4 Jahren durch eine fanatische Heironeus-Sekte ausfindig gemacht und vernichtet worden.
Danach ging Sirisia nach Hause, doch nach sechs Jahren, mit 120 Jahren hielt es sie dort nicht mehr aus.
Sie folgte einem Angebot Araldmion und trat dem Freien Kolleg bei. Hier lief wenig so wie in den Akademien, denn hier fand man nicht nur Magier, nein auch Kleriker, Erfinder, Ingenieure, Mathematiker, Historiker, Druiden und viele andere Wissenssuchende. In vielerlei Hinsicht war das Freie Kolleg noch viel stimulierender als die Akademie, denn die Bandbreite an interessierten Forschern war um einiges höher.
Hier lernte Sirisia Etharael Sha’arra kennen – oder wieder kennen, denn sie hatte ihn bereits als Kind einmal getroffen. Obwohl sie ihn seit fast einem Jahrhundert nicht gesehen hatte, erkannte Sirisia ihn augenblicklich wieder. Ihm ging es nicht anders. Er war inzwischen zu einem stattlichen Elfen herangewachsen, nur um ein Weniges kleiner als Sirisia. Seine goldenen Haare reichten ihm bis zu den Schultern und seine tiefgrünen Augen waren noch immer so faszinierend, wie se sie in Erinnerung hatte. Er hatte sich in den vergangenen Jahren einem Druidenkreis angeschlossen, der eng mit dem Kolleg zusammenarbeitete.
Bald waren sie ein Paar und bauten sich ein kleines Haus wenige Minuten ausserhalb von Merana.
Auf einer ihrer mehrtägigen Wanderschaften dann, entdeckte Sirisia eines Tages Kyra. Ein kleines Onral. Das ist eine kleine Affenart mit weichem, schwarzen Fell und silbergrauen Pfoten. Mit dem Alter wird langsam das ganze Fell silbergrau. Doch dieses Onral war noch ein ganz kleines Junges. Sirisia nahm es auf und machte es schliesslich zu ihrem Vertrauten.
Eines Tages bot Araldmion Sirisia an, einen Auftrag für das Kolleg zu übernehmen. Sie sollte einige Dokumente für ihn beschaffen. Sirisia nahm an, doch ihr war klar, dass sie diese Aufgabe nicht allein bewältigen konnte, was sie sehr frustrierte. Doch da schickte der Zufall ihr einen jungen Elfen vorbei. Er lernte ihn im Kolleg kennen, wo er sich nach einem Lehrmeister für die arkane Kunst des Bogenschiessens interessierte. Es gab dort keinen solchen, doch Sirisias Vater war ein Meister dieser Kunst und hatte schon lange keinen Lehrling mehr unterrichtet. Sirisia wusste jedoch auch, dass ihr Vater nicht jeden beliebigen Schüler aufnehmen würde. So versprach sie Lleldorin, dass sie ihn ihrem Vater empfehlen würde, falls er sie auf diesem kleinen Abenteuer begleiten würde. Lleldorin willigte ein und so machten sie sich gemeinsam auf, Desmoralla, eine renegante Druidin, welche unrechtmässige Besitzerin einiger, für das Kolleg relativ wichtiger Dokumente, war, zu finden…