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Im Jahr 2022 fand die achte Ausgabe des Swiss Architectural Award statt, ein internationaler Architekturpreis, der von der Fondazione Teatro dell’architettura mit der organisatorischen und operativen Unterstützung der Università della Svizzera italiana – Accademia di architettura gefördert wird. Der Swiss Architectural Award wurde ins Leben gerufen, um eine Architektur zu fördern, die sich mit den heutigen ethischen, ästhetischen und ökologischen Fragen auseinandersetzt und um die öffentliche und disziplinäre Debatte zu fördern. Der Preis wird Architekten verliehen, die nicht älter als 50 Jahre sind ( im Jahr der Preisvergabe), unabhängig von ihrer Nationalität, und die mindestens drei bedeutende Werke geschaffen haben.
Mit dieser Ausgabe wird die Zusammenarbeit zwischen den drei Schweizer Architekturschulen (Università della Svizzera italiana – Accademia di architettura; EPFL – ENAC; ETHZ – Departement Architektur) bekräftigt, die in der Jury des Preises unter dem Vorsitz des Architekten Mario Botta durch die drei Dekane/Direktoren der Fakultäten, die Professoren Walter Angonese, Dieter Dietz und Tom Emerson, vertreten sind.
Der Swiss Architectural Award findet alle zwei Jahre statt und hat sich als einer der renommiertesten Preise für zeitgenössische Architektur weltweit etabliert. Der Beraterrat, der für die Nominierung der Kandidaten verantwortlich ist, setzt sich aus international anerkannten Architekten und Architekturkritikern zusammen.
Für die 8. Ausgabe wurde Xu Tiantian, Gründerin von DnA Design and Architecture (China), unter den 26 Kandidaten aus 14 Ländern ausgewählt.
Die Jury verlieh den Preis einstimmig an Xu Tiantian für die Revitalisierung der einst verlassenen Shimen Brücke über den Songyin Fluss (2016-2017), die Tofu Fabrik im Dorf Caizhai (2017- 2018) und das neue Nutzungskonzept der Jinyun Steinbrüche (2021-2022).
Die von Xu Tiantian eingereichten Werke befinden sich in den Landkreisen Songyang und Jinyun, ein rurales Gebiet in der Chinesischen Provinz Zhejang, das sich durch eine Landschaft auszeichnet, die einerseits ihre traditionellen Struktur bewahrt hat, doch andererseits vom Entvölkerungsprozess durch die Abwanderung junger Menschen in die städtischen Zentren der Region bedroht ist.
Überzeugt hat die Jury die Kombination aus den treibenden sozialen Beweggründen für das Gemeinwohl der lokalen Gemeinschaften und der Qualität der hier enstandenen Architektur, die sich durch eine aufmerksame Wahrnehmung für den Kontext, sowie eine präzise und zugleich poetische Haltung auszeichnet, und sich nicht zuletzt hervorhebt durch die Verschmelzung zwischen Architektur und Infrastruktur, zwischen Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit, zwischen Wiederverwendung und Ex-novo-Intervention.
Der mit 100.000 Schweizer Franken dotierte Preis wird der Preisträgerin am 4. Mai 2023 im Auditorium des Teatro dell’architettura Mendrisio, Università della Svizzera italiana, überreicht. Im Rahmen der Preisverleihung wird eine Ausstellung aller eingereichten Projekte eröffnet.
Übersicht der Preisträgerinnen und Preisträger
2007-2008 Solano Benitez (Paraguay)
2009-2010 Diébédo Francis Kéré (Burkina Faso/Germany)
2011-2012 Studio Mumbai Architects (India)
2013-2014 José Maria Sánchez García (Spain)
2015-2016 Junya Ishigami (Japan)
2017-2018 Elisa Valero (Spain)
2019-2020 Bruther (France)
2021-2022 Xi Tiantian (China)