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Der Gotthardpass gab dem Gebirgsmassiv den Namen.
Bild: Wikimedia
Serie – der Gotthard
28.05.2016, 10:2928.05.2016, 11:28
Julius Cäsar hielt das Gotthardmassiv für die höchste Erhebung der Alpen (Summae Alpes) und damit der ihm bekannten Welt. Diese nicht ganz korrekte Vorstellung hielt sich bis ins 18. Jahrhundert – erst 1716 korrigierte Johann Jakob Scheuchzer den Irrtum.
«Summae Alpes. Der Gothart», Ausschnitt aus Aegidius Tschudis Schweizerkarte von 1538.
Karte: Universitättsbibliothek Basel
Auch später, als längst bekannt war, dass andere Berge den Gotthard bei weitem überragen, behielt der Gebirgsstock in der Kette der Zentralalpen eine besondere Bedeutung. Goethe schrieb 1779 aus der Schweiz:
«Der Gotthard ist zwar nicht das höchste Gebirge der Schweiz, und in Savoyen übertrifft ihn der Montblanc an Höhe um sehr vieles; doch behauptet er den Rang eines königlichen Gebirges über alle andere, weil die grössten Gebirgsketten bei ihm zusammenlaufen und sich an ihn lehnen. (...) So befindet man sich hier auf einem Kreuzpunkte, von dem aus Gebirge und Flüsse in alle vier Himmelsgegenden auslaufen.»
Goethe hielt den Gotthard für ein «königliches Gebirge».
Bild: Gemeinfrei
In der Tat ist das Gotthardmassiv ein Kreuzungspunkt: Hier treffen ost-westliche (Vorderrheintal-Rhonetal) und nord-südliche (Reusstal-Leventina) Alpenfurche aufeinander. Und hier entspringen vier der grossen Alpenflüsse: die Quellen von Reuss, Rhone und Ticino liegen allesamt im Gebiet der sogenannten Gotthardgruppe, und auch mehrere Quellflüsse des Vorderrheins entspringen hier.
Das Gotthard-Massiv als Wasserschloss und Wasserscheide: Gern bemüht man das Bild des Wassertropfens, der auf eine Steinkante direkt auf der Europäischen Hauptwasserscheide fällt und von dort – je nachdem, auf welche Seite der Kante er trifft – seine Reise zur Nordsee oder zum Mittelmeer antritt.
Abgrenzung und Einordnung
Das Gotthardmassiv, in dem der Alpenhauptkamm und der Nebenkamm aufeinandertreffen, wird von Geologen und Geografen je nach Gesichtspunkt anders abgegrenzt und eingeordnet. Das Kerngebiet erstreckt sich über gut 20 km Länge vom Furkapass im Westen über den Gotthardpass bis zum Oberalppass im Nordosten. Oft wird im Westen auch noch das Gebiet bis zum Nufenenpass oder darüber hinaus bis Brig, im Osten bis zum Lukmanierpass oder gar bis zum Greinapass dazugerechnet. Nördlich ist das Massiv durch das Urserental, südlich durch das Bedrettotal begrenzt; manchmal wird gegen Norden auch die Dammagruppe noch mit eingeschlossen.
Manche Geologen betrachten das Gotthardmassiv als eigenständige Gebirgsgruppe, andere schlagen es den Zentralschweizer Alpen oder den Lepontinischen Alpen zu.
Die höchsten Gipfel sind im Kerngebiet der Pizzo Rotondo (3'192 m ü. M.) und die Muttenhörner (3'099 m ü. M.). Im erweiterten Gebiet zählen auch der Piz Medel (3'210 m ü. M.) und der Dammastock (3'630 m ü. M.) zu den höchsten Erhebungen.
Die wichtigsten Gipfel des Gotthardmassivs
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Die höchsten 9 Gipfel des Gotthardmassivs
quelle: wikimedia/marco lurati / marco lurati
Der Gotthard verdankt seinen Ruf als Kreuzungspunkt, Zentrum und «Dach Europas» allerdings nicht nur den topographischen Gegebenheiten. Hier treffen auch verschiedene Sprach- und Kulturräume aufeinander: Der Mittelpunkt bildet hier zugleich die Grenze zwischen dem mediterranen und mitteleuropäischen Teil des Kontinents.
Mehr noch aber ist der Gotthard, seitdem die Schöllenen bezwungen wurde, ein Durchgang. Das Massiv ist denn auch nach dem Pass benannt, nicht etwa umgekehrt – einen Berg namens «Gotthard» hat es gar nie gegeben. Der Name «Sankt Gotthard» stammt von dem Benediktiner Godehardus, der Bischof von Hildesheim war und 1131 heilig gesprochen wurde.
Diesem Godehardus weihte der Erzbischof von Mailand – vermutlich gegen Ende des 12. Jahrhunderts – eine Kapelle auf der Passhöhe, die darauf dem Pass den Namen gab. Der Name des Hospizheiligen verdrängte bald auch die älteren Bezeichnungen für den mehrgipfligen Gebirgsstock wie «Elvel», «Mons Elvelinus» (rätoromanisch «Munt Avellin») oder «Mons Ursarie» («Ursernberg»).
Als es am Gotthard noch gemütlich zu und her ging
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Von Osterstau keine Spur: Als es am Gotthard noch gemütlich zu und her ging
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Die Begriffe «Mythos» und «Gotthard» finden schnell zueinander. Das ist eigentlich erstaunlich, denn der Gotthard ist weder markant wie das Matterhorn noch lieblich wie die Rigi oder gefürchtet wie die Eigernordwand. Genau genommen ist es nicht einmal ein Berg.