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Marno,
Ernst, Afrikareisender, geb. zu Wien, [* 2] widmete sich namentlich zoolog. Studien, machte 1866 in Begleitung des Tierhändlers Casanova eine Reise bis an die Grenze Abessiniens und ging 1869 nach Chartum, von wo er über das Sennar nach Süden bis Fadasi vordrang. 1870 bereiste er einzelne Teile von Fasokl, 1871 und 1872 die Gebiete am Seraf und obern Weißen Nil und gelangte bis Gondokoro, wo er mit Baker zusammentraf. Von da nach Wien zurückgekehrt, schrieb er: «Reisen im Gebiete des Blauen und Weißen Nil» (Wien 1874). Darauf folgte er dem Ruf Gordons an den obern Nil, gelangte aber nur bis Ladò.
Wegen Mißhelligkeiten schloß er sich Long an und ging nach dem Makarakalande. Danach machte er in
Kordofan eingehende Forschungen
und kehrte 1876 nach Europa
[* 3] zurück. Hier schrieb er
«Reisen in der ägvpt.
Äquatorialprovinz und in
Kordofan in den J. 1874–76»
(Wien 1878). Die
Internationale afrik.
Association in
Brüssel
[* 4] sandte 1877 eine Expedition nach der afrik.
Ostküste aus, in der sich auch
Marno befand. Sie unternahmen Jan. 1878 eine wissenschaftlich sehr interessante
Reise von
Saadani
nach der Landschaft
Usagara, von der aber
Marno bald aus Gesundheitsrücksichten zurücktreten mußte. Marno ging 1879 wieder
zu
Gordon am obern
Nil als ein Oberbeamter der
Provinz Kalabat; hier erwarb er sich große Verdienste um
die Unterdrückung des
Sklavenhandels und die Wegräumung der die Schiffahrt hemmenden Pflanzenbarre im
Weißen
Nil. Nach dem
Ausbruche der Revolution des
Mahdi wehrte er dem Umsichgreifen der
Unruhen gegen
Osten nach Möglichkeit.
Marno starb in
Chartum.