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Das I. ist ein weltweites Netz von unabhängigen Computernetzwerken, das der Kommunikation und dem Austausch von Daten dient. Es ist dezentral angelegt, so dass prinzipiell jeder Computer mit jedem anderen kommunizieren kann. Umgangssprachlich wird mit I. sehr häufig das World Wide Web (WWW) bezeichnet, das aber nur einen der zahlreichen Dienste des I.s darstellt; andere I.-Dienste sind u.a. File Transfer Protocol (FTP), Electronic Mail (E-mail), Newsgroups oder Telnet.
Die Anfänge des I.s reichen in die 1960er Jahre zurück, als in den USA als Reaktion auf den "Sputnik-Schock" die Advanced Research Project Agency (Arpa, heute Darpa) gegründet wurde. Ziel war die Schaffung eines verteilten Kommunikationssystems, um auch im Falle eines Atomkriegs eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung zu haben. Das I. diente dazu, Universitäten und Forschungseinrichtungen miteinander zu vernetzen, zuerst in den USA, später auch weltweit. Der Name I. setzte sich erst in den 1980er Jahren durch, als die auch heute noch gültigen techn. Grundlagen des I.s, das sog. TCP/IP (Transfer Control Protocol/Internet Protocol) verabschiedet wurden. Den grossen Durchbruch schaffte das I. erst Anfang der 1990er Jahre, nachdem Tim Berners-Lee 1989 am Europ. Kernforschungszentrum CERN in Genf das WWW entwickelt hatte. Dieses ermöglicht die hypertextuelle Verknüpfung verschiedener, dezentral gespeicherter Inhalte (Text, Bild, Ton) und ist einfach durch eine graf. Benutzeroberfläche (Browser) zu bedienen. Gleichzeitig fand auch eine Öffnung des I.s für kommerzielle Nutzungen statt, die schliesslich zur Boom-Phase in der 2. Hälfte der 1990er Jahre führte.
In der Schweiz setzte sich das I. erst spät durch. 1987 wurde vom Bund und den Universitäten die Stiftung Switch gegründet, um Teleinformatikdienste für Lehre und Forschung aufzubauen. 1989 waren alle Schweizer Universitäten mittels Switschlan, das auch die I.-Standards unterstützte, miteinander verbunden. 1990 kamen Bibliotheken und erste Firmen hinzu und es wurde ein Breitbandanschluss ans amerikan. Hochschul- und Forschungsnetz realisiert. Im gleichen Jahr nahm Switch die Tätigkeit als Registrationsstelle für I.-Adressen mit dem Top-Level-Domain «.ch» auf.
Der 1995 auch in der Schweiz einsetzende I.-Boom führte zu zahlreichen Aktivitäten im Bereich E-Commerce, E-Banking, E-Government und E-Learning. Dies löste einen veränderten Umgang mit Informationen aus (Informatisierung). Der Zugang zu Information wurde einfacher, setzte aber neue Kompetenzen (information literacy) voraus. Mehrere grosse Firmen der I.-Branche haben Niederlassungen in der Schweiz: Die Auktionsplattform eBay hat 2003 ihren Europasitz in Bern eröffnet und der Suchmaschinenbetreiber Google 2004 ein Forschungszentrum in Zürich.
Auch nach den Boom-Jahren nahm die Verbreitung des I.s in der Schweiz stetig zu: Während 1997 erst 7% der Bevölkerung das I. nutzten, gaben 2004 68% der Bevölkerung an, in den vergangenen sechs Monaten mindestens einmal online gewesen zu sein; ca. 41% der Befragten nutzten das I. täglich oder fast täglich.
1996 setzte der Bundesrat eine verwaltungsunabhängige Groupe de réflexion ein, die 1997 den Bericht "Für eine Informationsgesellschaft in der Schweiz" veröffentlichte. Auf der Basis dieses Berichts formulierte der Bundesrat seine Strategie zur Informationsgesellschaft. Diese Strategie, welche 2006 revidiert worden ist, wird seit 1998 beim Bund dezentral umgesetzt. Der interdepartementale Ausschuss Informationsgesellschaft (IDA IG, einst Koordinationsgruppe Informationsgesellschaft KIG genannt) koordiniert die Arbeiten und berichtet jährlich über den Stand der Umsetzung der erwähnten Strategie.
Literatur
– J. Trappel, Die Schweiz auf dem Weg in die Informationsges., 1997
– J. Gillies, R. Cailliau, Die Wiege des Web, 2002 (engl. 2000)
– M. Huber et al., Informationsges. Schweiz, 2002
– C. Simon, J. Wäfler, Bundesaktivitäten für die Informationsges., 2002
Autorin/Autor: Peter Haber