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Beim Erschaffen günstiger Verhältnisse mit Feng Shui kommt es darauf an, mit der bestehenden Umgebung zu arbeiten. In einer schönen, harmonischen Umgebung ist das kein Problem, schwieriger sieht es zB in einem Industriegebiet aus. Um günstige Verhältnisse zu erschaffen, fängt man den Wind und verlangsamt ihn. Dann reflektiert man das verlangsamte Qi am Wasser und leitet es zu günstigen Stellen, möglichst an die Haustür. Wie fängt man den Wind?
Regel 1: Fange den Wind
Um zu wissen wie der Wind zu fangen sei, hilft es, sich mit ihm zu beschäftigen. Ich habe beispielsweise in meiner Kindheit oft dabei zugeschaut, wie der Wind trockenes Laub bewegt. In der Nähe von Ecken bilden sich immer Wirbel, das bedeutet dass die Windgeschwindigkeit dort abnimmt und aus einer direkt gerichteten Bewegung in Wirbeln gefangen wird. Die Verlangsamung der Windgeschwindigkeit ist das, was wir wollen. Man kann auch beobachten wie das Wasser Sedimente erodiert, bewegt und ablagert, dort gelten dieselben Prinzipien.
Die „Armsessel-“ oder „Lehnstuhlformation“ ist recht bekannt, sie besteht aus einem Berg im Rücken, jeweils einem Ausläufer links und rechts und einem kleinen Berg vorne. Sie bewirkt die Sammlung, Entspannung und Verdichtung des Qi im Talkessel. Dies kann die erste Ebene sein. Etwas kleinräumiger, vielleicht in einer Distanz von einem bis einigen Kilometern können kleiner Berge oder Hügel liegen, die den Wind weiter brechen und verlangsamen. Die nächste Ebene können die Gebäude und Bäume sein, die das Haus direkt umgeben. Und schliesslich hat man die Möglichkeit, auf das Stück Land Einfluss zu nehmen auf dem das Haus steht.
Heutzutage ist Land und Fläche knapp und teuer und man muss in der Regel mit der Umgebung arbeiten so wie sie nun mal ist und hat lediglich die Möglichkeit mit dem eigenen Grundstück zu arbeiten. Man schaut also auf die Umgebung und beobachtet wie der Wind fliesst, wie er das Haus erreicht oder trifft, mit besonderer Aufmerksamkeit auf der Haustür. Man zwingt den Wind also dazu, an der Haustür mild und langsam zu werden und sich dort zu sammeln.
Regel 2: „Qi wird durch den Wind zerstreut und durch Wasser gestoppt“.
Sobald man den Wind gezähmt hat, stoppt man das Qi mit Wasser. Das ist nicht immer nötig oder möglich: sollte die Umgebung bereits zu Yang sein, oder zu Yin sein (feucht, hoher Grundwasserspiegel etc.), dann sollte man unter Umständen lieber nicht für noch mehr Wasser rund um das Haus sorgen. Mit Wasser hinter dem Haus sollte man auch vorsichtig sein, vor dem Haus ist es meist besser positioniert. Das Wasser muss auf jeden Fall sauber und lautlos sein. Das Geräusch von fliessendem Wasser führt zu unnötigen Ausgaben oder emotionaler Instabilität. Wasserfälle, oder Wasser das in viele Tropfen oder Schaum zerfällt ist ebenfalls unbrauchbar, da es kein Qi mehr halten kann. Es sollte vermieden werden.
Fallbeispiel: den Wind einfangen und günstige Verhältnisse mit Feng Shui erschaffen
Es geht in diesem Beispiel um das mit dem Kreis markierte Haus. Das kleine Haus zwischen den Hochhäusern ist zu flach um einen wirksamen Schutz zu geben und durch die beiden Hochhäuser entsteht ein Windtunnel, der den Wind beschleunigt und gerichtet auf das Haus treffen lässt. Die Richtung aus der der Wind kommt ist Nordwesten, Probleme für ältere Männer oder Väter können aus dieser Konstellation vorhergesagt werden.
Da ich keinen Einfluss auf das Gebiet ausserhalb des Grundstücks hatte, musste ich mich auf die Grundstücksgrenzen beschränken. Eine erste Massnahme war, den Nebeneingang auf der Südwestseite zum Haupteingang zu machen und die Grundstücksgrenze gegen den schädlichen Einfluss des Windes durch Hecken und Paravents abzuschirmen. Wichtig dabei war, dass die Abschirmung einheitlich und ohne Lücken entlang der Grundstücksgrenze verläuft und dass sie weder zu hoch noch zu niedrig war. Die Hecke musste also, nachdem sie hoch genug geworden war, mehrmals im Jahr geschnitten werden.
Eine zweite Möglichkeit den Wind zu zähmen ergab sich durch das Treppengeländer vor der Tür (auf dem Photo nicht erkennbar). ich empfahl dem Besitzer dort Latten anzubringen. So hatte ich zwei Massnahmen angelegt um den Wind zu bremsen und in Wirbel zu zwingen, das Ergebnis war eine wesentlich beruhigte und harmonischere Luft direkt an der Haupteingangstür. Es war mir auch möglich, dort eine Geisterfalle zu bauen, da der Besitzer Angst vor Geistern hatte.
Der Ming Tang (der Platz vor der Haustür) war nicht besonders gross, daran konnte ich nichts ändern. Man muss immer mit dem arbeiten was zur Verfügung steht. Den Wind hatte ich gezähmt, jetzt wollte ich dafür sorgen, dass das Qi auch zur Haustür hereinkommt. Der Besitzer erzählte, dass er Angst hätte, dass die Tochter ihre Schulprüfungen nicht schafft. Ausserdem gab es Mobbing am Arbeitsplatz und er wollte gern weniger arbeiten bei gleichem Verdienst.
Ich empfahl zwei grosse Gartenbottiche in nach Feng Shui Formeln berechneten bestimmten Sektoren vor der Haustür aufzustellen mit jeweils einer kleinen Pumpe. Es muss schon etwas Wasser sein (min. je ca. 250l), eine kleine Vogeltränke bringt da kaum etwas.
Au Weia. Das war der Zeitpunkt wo beim Besitzer die Hölle losbrach. Normalerweise sind solche Widerstände im Vorfeld ein gutes Zeichen dafür, dass die Massnahme ins Schwarze trifft, weil sich etwas Wichtiges verändern wird. Für gewöhnlich wünschen sich die Leute die Veränderung, aber scheuen die Arbeit die dafür nötig ist durch diese hindurch zu gehen. Ich blieb dabei, dass dies aus Feng Shui Sicht eine geeignete Masnahme sei, und die richtige Massnahme schlägt oft mehrere Fliegen mit einer Klappe. Nach einiger Zeit (ca. 2 Wochen) hörte der Besitzer damit auf mit mir diskutieren zu wollen und tat was ich anriet, besorgte sich 2 grosse Bottiche aus dem Gartenmarkt und stand um 4 Uhr morgens auf (ein gutes Datum ist bei der Installation von Feng Shui Massnahmen sehr wichtig) und befüllte die Bottiche.
Es funktionierte. Kurze Zeit darauf wurde er bei einer seiner drei Stellen gekündigt und konnte mit einem der verbleibenden Arbeitgeber eine günstige Abmachung treffen, die mehr Freizeit bei gleichem Gesamtlohn bedeutete. Bei der Arbeitsstelle mit dem Mobbing gab es einen grossen Knall und endlich hatte er die Kraft sich und seinen Standpunkt zu verteidigen. Die Tochter bestand ihre Prüfungen mit Leichtigkeit und bekam daraufhin die Zulassung zu einer weiterführenden Schule.