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Musikzimmer: Popquizshow 04
Dies die Songs und Tracks von der vierten Popquizshow in der Bar Rossi:
Ein erster Block mit Titeln befasst sich mit «sinnleeren Phrasen in der Musik», mit semantischer Entlerung. «La, la, la» oder «A-wop bop-a loo-mop, a-lop bam-boom!» sind Beispiele hierfür. Sinnentleerung heisst nicht, dass die Phrase bedeutungslos wird! In technischer Hinsicht findet so etwas wie ein Kanalwechsel statt: Die Stimme übernimmt die Rolle eines Instruments (Trompete, Saxofon, Harmonika, Perkussionsinstrument, ...). Im Jazz der 20er Jahre bei Louis Armstrong, der den Scatt-Gesang zum ersten Mal auf Schallplatte aufnimmt, gewinnt die Stimme auf diese Weise die Freiheit zu improvisieren wie die anderen Instrumente.
Auf einer kulturellen Ebene kann die Sinnentleerung hingegen heissen, dass etwas tabuisiert, überspielt, verschwiegen, geheim behalten wird. Das Song-Beispiel von Massiel kann dann so interpretiert werden: «Die Welt brennt, aber aber Spanien singt am Europäischen Chanson Concours der Eurovision: «La, La, La». Sagt gewissermassen alles, oder? Was der Song beispielsweise nicht zum Ausdruck bringt ist, dass Franco verbietet, dass der Song in der Katalanischen Originalsprache gesungen werden darf.
Neben Verwandlung der Stimme, des Sängers oder der Sängerin in ein Instrument und Tabuisierung von Themen kann die Reduktion auf sinnleere Silben auch eine Form der Glossolalie sein (ein «Speaking in tongues»), sei es in religiöser Verzückung (gewisse christliche Richtungen sehen in diesem Phänomen eine Gabe des Heiligen Geistes) oder in einer Form der Regression (Rückfall in ein vorsprachliches Entwicklungsstadium).
Dies kann neben der negativen Konnotation wiederum einen positiven Sinn haben, nämlich als Ausüben einer Ursprache oder gar Urlyrik. Wieder wird Sprache zur Musik. Und so kommt eine Sängerin in musikalischer Hinsicht vielleicht erst zur Erfüllung, wenn sie scattet.
In der Postmoderne tritt in der Popmusik eine neue Form der Sinnreduktion auf, die sich auf die moderne Avantgarde und auf Dada zurückführen lässt. Sinnentleerung durch Cut+Paste, Zerlegung der Lyrics in Silben und deren Rekombination zu meist rhythmischen Lautgedichten.
Ein zweiter Block enthält neue Stücke aus dem letzten halben Jahr, ein dritter Block besteht aus paritätisch gewählten Stücken: eins aus den 00ern, eins aus den 90ern, den 80ern, 60ern und schliesslich den 50ern.
Quelle: Christian Schorno, Popquizshow 4, Bar Rossi, 5. März 2011
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