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Chrysostomos-Liturgie op. 31
Sergei Rachmaninoff (1873-1943)
Klangvolle Chormusik a cappella
Die Zürcher Vokalisten unter der Leitung von Christian Dillig präsentieren ein selten aufgeführtes Werk von Sergei Rachmaninoff.
Sergei Rachmaninoff (1873-1943)
Klangvolle Chormusik a cappella
Die Zürcher Vokalisten unter der Leitung von Christian Dillig präsentieren ein selten aufgeführtes Werk von Sergei Rachmaninoff.
Sergei Rachmaninoff (1873-1943) war seit seiner Kindheit mit der „Liturgie des Heiligen Chrysostomos“ vertraut. Die Eindrücke aus der alten Stadt Nowgorod mit ihren Kathedralen, Ikonen und Fresken, dem Glockengeläut und dem Kirchengesang hatten den jungen Sergei derart überwältigt, dass er sie zu Hause auf dem Klavier nachzuspielen versuchte. Und auch noch als Erwachsener besuchte er regelmässig die Frühmesse, um den Gesang der Mönche hören zu können.
Rachmaninoffs Chrysostomos-Liturgie kann in eine Tradition der Erneuerung der russischen Kirchenmusik eingeordnet werden, die um 1880 mit Pjotr Tschaikowski begann und deren Absicht es war, die geistliche Musik insbesondere von italienischen und deutschen Einflüssen zu befreien. Damit steht das monumentale Chorwerk im Einklang mit der zu jener Zeit europaweit verbreiteten Tendenz, einen Nationalstil zu erschaffen.
Es ist bemerkenswert, dass Rachmaninoff keine einzige überlieferte liturgische Melodie verwendete. Den modalen Gesangsstil der russisch-orthodoxen Kirche bildete er mit eigenen Mitteln nach und vereinigte seine individuelle musikalische Sprache mit einer über tausendjährigen melodischen Tradition, die dadurch zugleich erneuert wurde.
Die zwanzig Teilstücke des etwa achtzig Minuten dauernden Chorwerks lassen sich in zwei grosse Teile untergliedern: die ersten sieben Stücke bilden die „Liturgie der Katechumenen“, also der Taufanwärter, die das Sakrament des Abendmahls noch nicht empfangen dürfen, die übrigen die „Liturgie der Gläubigen“, deren zentrales Element der Vollzug ebendieses Sakramentes ist.
Mit dem die Feier der Eucharistie einleitenden „Cherubinischen Hymnus“ beginnt der zweite Teil: ausgehend vom zweigestrichenen d ergiesst sich von oben herab eine schwebende, gleichsam schwerelose Melodie, die nach und nach alle Stimmen ergreift. Die Dramaturgie dieses musikalischen Bildes leuchtet unmittelbar ein: die Engel – welche im religiösen Weltbild der Ostkirche wesentlich stärker als bei uns präsent sind – verbinden Himmel und Erde.
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