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Die biomedizinische Geschichte von Urs
Urs ist 1993 geboren. Als er zwischen 6 und 8 Monaten alt war, bekam er ein paar Stunden Physiotherapie, um seine damals leicht asymetrische Kopfhaltung zu korrigieren. Sonst hat sich Urs normal entwickelt. Mit 20 Monaten konnte er laufen und auch
schon sprechen. Als Urs 2 Jahre alt war, stellte er den Blickkontakt
zu anderen Menschen ein und seine Sprachentwicklung stagnierte vollständig. Seine Bewegungen nahmen ausserdem spastische Züge an. Im Alter zwischen 2 und 5 Jahren war es sehr schwierig, ihn zu betreuen, da er kaum ansprechbar war und sehr oft unkontrollierte Wutanfälle bekam. Die Kontaktaufnahme mit ihm war nur beschränkt möglich. Er schlug vieles kaputt und konnte sich nur noch in fast leeren Räumen aufhalten. Dazu entwickelte er starke Schlafstörungen. Pro Nacht konnte er kaum 2-3 Stunden am Stück schlafen. Er weigerte sich, etwas anderes als Milch zu sich zu nehmen. Bis er 4 Jahre alt war, trank er 2-3 Liter Milch pro Tag!
Diagnose und Diät
Als Urs 5 Jahre alt war, bekam er die Diagnose atypischer Autismus. Wir begannen ihn mit einer Intensivtherapie zu fördern und beschäftigten uns auch ausführlich mit den (damals neuen) biomedizinischen Ansätzen für Menschen mit Autismus. Zuerst stoppten wir die Milch und alle Milchprodukte (caseinfreie Diät).
Diese Diät muss hundertprozentig eingehalten werden, wenn man erfolgreich sein will. Ein paar Wochen lang benahm sich Urs wie ein Drogensüchtiger, der auf Entzug ist. Aber schliesslich gewöhnte er sich an ein Leben ohne Milchprodukte. Sein Schlafrythmus verbesserte sich, er kann jetzt problemlos durchschlafen. Auch nahm er wieder Augenkontakt auf und er fing an, mit uns zu kommunizieren. Es war unbeschreiblich.
Weitere Beobachtungen und Diagnosen
Urs hatte zeitweise Blut im Stuhl und starke Verdauungsprobleme.
Wir brachten ihn ins Basler Kinderspital zu einem Gastrospezialist, der eine Magenspiegelung vornahm. Man sagte uns, Urs habe 'Lymphoid Nodular Hyperplasia' und eine chronische Verstopfung. Der Gastrolog gab Urs Paraffinöl gegen die Verstopfung. Ausserdem testete er bei einer Biopsie-Untersuchung der Magenwände positiv auf Masernviren.
Therapie
Im Frühling 1999 starteten wir mit Urs die Intensivtherapie ABA
(www.aba-parents.ch). Er wurde zweieinhalb Jahre von speziell ausgebildeten Therapeutinnen 33 Stunden pro Woche unterrichtet.
Die biomedizinischen Massnahmen verbesserten seine Gesundheit , aber eine intensive Lern-Therapie (ABA) ist unumgänglich im Sozial- und Lernverhalten Verbesserungen zu erzielen.
Im Dezember 1999 trafen wir an einem internationalen Symposium in Amsterdam Dr. Bradstreet, Vater eines Kindes mit Autismus, der sich als Arzt spezialisiert hat auf biomedizinische Massnahmen bei Kindern mit Autismus. Urs wurde sein Patient. Nach mehreren Tests schlug Dr. Bradstreet vor, Urs keine glutenhaltigen Nahrungsmittel mehr zu geben. Leider waren diese (nach der Milch, die er ja nicht mehr haben durfte) Urs’s Lieblingsnahrungsmittel geworden. Auch diese Diät war anfangs sehr anstrengend und Urs verhielt sich erneut ein paar Wochen wie ein Drogensüchtiger auf Entzug. Dann endlich führte er ein Leben ohne Ravioli und Gipfeli und es zeigte Wirkung. Welche?
Dr. Bradstreet schlug weitere Tests (siehe unten) vor.
Nach einem Jahr ohne glutenhaltige Nahrungsmittel, ohne Milch-
Produkte dafür aber Soya und Mais, mit der IVIG (was ist das??) und der ABA-Therapie, erreichte Urs einen Entwicklungsstand, von dem niemand von uns auch nur zu träumen gewagt hätte. Seine Sprache und seine sozialen Fähigkeiten entwickelten sich rasant und seine ehemals spastischen Bewegungen verlor er vollständig.
Aber Urs hat immer noch gelegentliche Verdauungstörungen und manchmal noch Blut im Stuhl. Er bekam (oder bekommt?) dann mehrere Injektionen Secretin. Schon nach der ersten Behandlung sah sein Stuhl aus wie der eines normalen Kindes. Das blieb so bis heute.
Zwei Jahre nach Beginn der biologischen Behandlungsmethoden und der ABA-Therapie war es Urs möglich, bei uns im Dorf in der Regelschule die erste Klasse zu besuchen.
Heute
Heute ist er in der 5. Klasse. Er hat noch Stützunterricht und Hilfe bei den Hausaufgaben aber er ist nicht vom Lernziel befreit.
Die casein- und glutenfreie Diät haben wir beibehalten. Urs hat sich
daran gewöhnt und verweigert sogar Nahrungsmittel, die er nicht essen sollte, denn nach ein paar 'Ausnahmen' hat er sich jeweils sehr schlecht gefühlt. Als Nahrungszusätze geben wir Urs Vitamine und Spurenelemente, denn sein Körper kann gewisse Stoffe nur schwer aufnehmen (Magnesium, Zink, Selen).
Aus unseren Erfahrungen haben wir viel gelernt, und gesehen, dass einige Tests sehr nützlich waren, andere jedoch nicht:
Nützliche Tests
Organischer Säure Test(OAT)
Nachweismedium: Urin
Labor: Great Plains Laboratory
Dieser Test hilft Hefe oder Clostridia Infektionen zu erkennen
Urin Porphyrin Test
Nachweismedium: Urin
Labor:LaboratoirePhilippeAuguste
Dieser Test hilft die Belastung durch Schwermetalle zu erkennen
Elemente in roten Blutkörperchen
Nachweismedium: Blut
Labor: Doctor’s Data
Überprüft die Konzentrationen von Nährstoffen wie Zink, Selen, Eisen, etc. im Blut
Darm Permeabilität
Labor: Great Smokies Lab
Testet ob der Darm durchlässig ist.(Leaky Gut)
IGG Allergie Test;
aber erst nachdem man einige Zeit auf CFGF-Diät war.
Tests, die uns bei der Therapie für Urs nicht geholfen haben
Urin Peptide Test
Nach unserer Erfahrung nicht zuverlässig --- Empfehlenswert ist die Diät sowieso auszuprobieren.
IGG Allergy Test
Vor Beginn der Diät - oft werden sehr viele Allergien festgestellt, die mit der CFGF-Diät verschwinden.
Nützliche biomedizinische Behandlungen, die wir empfehlen
Vitamin and Mineral supplementation (immer noch)
Virustatikum: gegen chronische Herpes Infektionen (bei Bedarf)
Anti-Candida, Anti-Clostridia Behandlung (bei Bedarf)
Gluten-, Casein-, Mais- und Soya-freie Diät (immer noch)
Schwermetall Ausleitung