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Was ist eigentlich mit Waro, EPA und Co. passiert?
Erst im Juni 2018 musste die Kleiderkette OVS nach nicht einmal zwei Jahren ihre Läden für immer schliessen. Nun verschwindet ein weiterer Name aus der Schweizer Detailhandelslandschaft: Athleticum. Bis im Herbst 2019 werden alle Standorte in Decathlon-Läden umgewandelt.
Damit wird sich Athleticum zu einer Reihe von grossen Detailhandelsnamen dazugesellen, die es nicht mehr gibt. Eine (naturgemäss) unvollständige Übersicht:
Bereits 1930 gegründet, etablierte sich die EPA als Discount-Warenhauskette. 2001 wechselten die 30 EPA-Filialen schliesslich das erste Mal den Besitzer. Nur ein Jahr später erwarb Coop 40 Prozent der Aktien, 2003 ging die EPA schliesslich vollständig in den Besitz von Coop über.
Der Detailhändler kündigte sogleich an, dass man alle Filialen in Coop-City-Warenhäuser umbauen und der Name EPA bis 2005 vollständig verschwinden werde.
Doch in den 90er-Jahren rutschte das Unternehmen wegen Missmanagements tief in die roten Zahlen. 1996 trennte man sich schliesslich von den österreichischen Filialen. Nur vier Jahre später übernahm Globus 30 Läden der ABM und wandelte sie als Franchising-Nehmer in Oviesse-Filialen um.
2004 gab das Unternehmen dann seinen Ausstieg bekannt. Die restlichen 24 Standorte sowie 230 Mitarbeiter wurden von der C&A-Gruppe übernommen.
In den 70er-Jahren versetzte die Waro AG mit ihren ersten, riesigen Einkaufstempeln viele Schweizerinnen und Schweizer in Staunen. Anfang der 90er-Jahre war die Waro dann gross genug, dass Denner sich den Detailhändler einverleiben wollte. 1994 geschah dies dann auch, doch nur fünf Jahre später wollte der Discounter die Waro-Läden schon wieder loswerden.
2003 fand man mit Coop schliesslich einen Abnehmer für die 28 Waro-Märkte. Obwohl die Waro-Märkte gut liefen, war Coop nicht an deren Weiterführung interessiert. Vielmehr baute man die neu erworbene Verkaufsfläche von 70'000 Quadratmetern nach und nach in Coop-Filialen um.
Primo und Vis-à-Vis waren ein Netz unabhängiger Detailhändler, welche von der Usego beliefert wurden. Die Usego selbst war ein Einkaufs- und Logistikunternehmen. Zu ihren besten Zeiten belieferte die Usego rund 4000 Läden in der ganzen Schweiz.
Vor allem ab den 70er-Jahren wurden immer wieder Versuche unternommen, die Usego als dritte Kraft – hinter Migros und Coop – im Schweizer Detailhandel zu etablieren. Gelungen ist das nie wirklich. 2003 wurde die Usego, die nun Bon appétit Group hiess, schliesslich durch die deutsche Rewe Group übernommen. Diese stellte die Lieferungen an die Primo- und Vis-à-Vis-Läden ein und verkaufte die beiden Marken 2005 an Volg. Unter Volg verschwanden beide Marken nach und nach.
Kurz vor der Jahrtausendwende war das 1955 gegründete Unternehmen noch eines der grössten Bekleidungs-Einzelunternehmen in Europa. Doch in den folgenden Jahren ging der Umsatz von Charles Vögele immer weiter zurück, bis die Firma schliesslich nur noch rote Zahlen schrieb.
Den letzten operativen Gewinn konnte das Unternehmen im Jahr 2010 einfahren. 2016 wurde die Charles Vögele Mode AG schliesslich an den italienischen Kleiderkonzern OVS verkauft. Dieser wandelte die Schweizer Standorte in OVS-Verkaufsstellen um. Die ausländischen Filialen von Charles Vögele wurden an verschiedene Interessensgruppen verkauft.
Für den drastischen Umsatzzerfall von Charles Vögele wurde oft das altbackene Image der Marke sowie eine fehlende Strategie verantwortlich gemacht.
Auch Charles-Vögele-Retter OVS konnte sich im umkämpften Schweizer Markt nicht behaupten. Bereits im Mai 2018 gab das Unternehmen bekannt, alle Schweizer Filialen zu schliessen; per Ende Juni wurden dann alle Angestellten entlassen.
Pick Pay wurde 1968 gegründet und war in der Schweiz als Discounter positioniert. Der Niedergang von Pick Pay begann 2003 mit der Übernahme des Mutterkonzerns Bon appétit Group durch die Rewe Group.
Rewe versuchte Pick Pay neu auszurichten, war aber an vielen Standorten an kurzfristig unkündbare Mietverträge der Migros gebunden. Also versuchte man ein Joint-Venture mit der Migros auf die Beine zu stellen. Kurz vor dem Abschluss ging Rewe aber überraschend eine Kooperation mit Coop ein, was der Migros gar nicht gefiel.
Daraufhin begann fast schon ein Rosenkrieg zwischen der Migros und Rewe. Die Migros kündigte an, die Mietverträge mit Pick Pay nach und nach aufzulösen und den Discounter so über die Jahre langsam sterben zu lassen. 2005 übernahm Denner, was noch von Pick Pay übrig war, wandelte die guten Standorte in eigene Filialen um und schloss den Rest.
City Disc wurde 1985 von der Manor-Inhaberfirma Maus Frères Holding gegründet. Lange Zeit war der Medienanbieter die Nummer zwei im Schweizer Markt, direkt hinter Ex Libris.
Ab 2001 wechselte City Disc dreimal den Besitzer und landete 2009 schlussendlich beim Mobilfunkanbieter Orange. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Ladenkette 24 Shops in der ganzen Schweiz.
Orange versuchte es mit einem neuen Konzept und wandelte einen Teil der Läden in sogenannte Orange City Disc Shops um. Nach drei Jahren war das Konzept allerdings gescheitert. Orange baute alle Standorte in eigene Handy-Shops um und konzentrierte sich wieder auf sein Kerngeschäft. Im Internet ist City Disc immer noch als Online-Shop verfügbar, wird aber nicht mehr von Orange respektive Salt betrieben.
Dieser Artikel erschien erstmals im Juni 2018. Er wurde aus aktuellem Anlass inhaltlich leicht überarbeitet und aktualisert.
«Ich komm dann später. Vielleicht.»
Letztens auf Instagram hab ich sie wieder gesehen: die grafisch einwandfreie Aufforderung, freitagabends doch einfach zuhause zu bleiben nach einer anstrengenden Woche. «Selfcare first» lautet die ungeschriebene Regel des Instaversums.
Hauptsache, man tut sich selbst etwas Gutes, während man ein Klatschheft im Schaumbad liest. Hinter mir die Schaum, äh, Sinnflut! Und was die anderen wollen: auch egal.
So sehr ich diese Einstellung auch begrüsse – langsam hat sie spürbar negative …