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Ausgrabung Münsterplatz 7 und 8
Blick über die Ausgrabungsfläche vor den Liegenschaften 7 und 8 am Münsterplatz.
Warum Graben wir?
Die Liegenschaften Münsterplatz 7 und 8, in denen die Lesegesellschaft und das Marionettentheater untergebracht sind, erhalten einen Fernwärme Zugang. Der dafür vorgesehene Leitungsgraben vor den beiden Gebäuden verläuft in archäologisch spannendem Boden. Der Innenbereich des Haus Nr. 7, der schon in den 1980er Jahren archäologisch untersucht wurde, und die Begleitung von weiteren Baustellen in diesem Bereich des Münsterhügels haben gezeigt, dass in dieser Zone mit späteisenzeitlichen, römischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Funden und Befunden zu rechnen ist.
Bisherige Resultate
Das von der Archäologischen Bodenforschung untersuchte Areal liegt in einem Bereich des Münsterhügels, der seit keltischer Zeit nachweislich besiedelt ist. Daher überrascht es nicht, dass auf dieser Grabung unter anderem eine späteisenzeitliche Fibel entdeckt wurde. Solche Gewandnadeln wurden verwendet, um Kleider, Umhänge oder Mäntel zusammenzuhalten. Nur wenige Zentimeter unter einer modernen Stromleitung kam das Skelett eines Neonaten, d. h. eines kurz nach der Geburt verstorbenen Säuglings zum Vorschein. Da dieser Bereich des Münsterhügels im Mittelalter nicht als Bestattungsplatz verwendet wurde, ist es wahrscheinlich, dass der Säugling in keltischer oder römischer Zeit bestattet wurde. Sicher aus der römischen Zeit stammen ein Öllämpchen und die Reste des Mörtelbodens eines früheren Gebäudes, das möglicherweise im Zusammenhang mit der spätrömischen Besiedlung des Münsterhügels steht. Weiter wurden mehrere neuzeitliche, mit Steinplatten abgedeckte Dolen gefunden, die unter der Pflästerung des Münsterplatzes und unter den mittelalterlichen Gebäuden Richtung Rhein verlaufen. Diese Dolen dienten einst dazu, das Regenwasser vom Münsterhügel abzuleiten.
Wie lange graben wir?
Die Ausgrabung begann nach Fasnacht und dauert voraussichtlich bis Ende April.