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Limmat Linth Logbuch
von Liliane Waldner
Einführung in die Limmat und Linth
Diese Flüsse können als einheitliches System aufgefasst werden. Vor der Mündung in den Obersee heisst das Fliessgewässer Linth, nach dem Abfluss aus dem Zürichsee Limmat. Als Frau, die fast ihr ganzes Leben lang dem Kanton oder der Stadt Zürich gedient hat, stelle ich in diesem Kapitel die Limmat voran. Man kann das System aber auch Linth-Limmat bezeichnen. Dies entspricht der Fliessrichtung des Flusssystems. Seine Länge beträgt samt Kanal- und Seestrecke von der Linthschlucht bis zum Wasserschloss 140 Kilometer.
Die Limmat ist 36 km lang. Sie fliesst auf 406 m.ü.M. aus dem Zürichsee ab und sie mündet auf 328 m.ü.M. bei Turgi oder beim Gebiet namens Wasserschloss in die Aare. Sie fliesst durch die Kantone Zürich und Aarau.
Mehr über die Limmat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Limmat
Die Linth ist 37 km lang. Die Linth ist das Produkt der Vereinigung von Quellbächen wie der Limmeren und dem Fätschbach in Linthal. Ab dort wird das Fliessgewässer Linth genannt. Linthal liegt auf 1031 m.ü.M. Sie mündet auf 406 m.ü.M. als Linthkanal bei Grynau in den Obersee. Hier weicht mein Text aufgrund meiner eigenen Feldarbeit von Wikipedia ab. Die Linth fliesst durch die Kantone Glarus, St. Gallen und Schwyz.
Mehr über die Linth:
http://de.wikipedia.org/wiki/Linth
Limmat-Erinnerungen
Mit der Limmat geht es mir wie mit der Sihl. Sie ist mir von Kindsbeinen an vertraut. Zürich gilt schliesslich als Limmatstadt. Irgendwie bin ich in Teilen die gesamte Strecke der Limmat auf Stadtgebiet viele Male abgelaufen. Ich erinnere mich, wie ich als kleines Mädchen von einer Frau in der Nachbarschaft zu einem Spaziergang zum Kloster Fahr mitgenommen worden bin. Das Kloster ist mit seinem Restaurant ein beliebter Ausflugsort vor den Toren der Stadt.
Ein Klassiker für alle eingeborenen Zürcherinnen und Zürcher (mein offizieller Heimatort ist Basel-Stadt, geboren bin ich in Zürich) ist die Wanderung der Limmat entlang nach Baden. Zwischen Zürich und Baden wurde 1847 die erste Eisenbahnlinie der Schweiz gebaut, die Spanischbrötlibahn. Baden ist von Alters her ein Vergnügungsort, in das die alten Zürcherinnen und Zürcher aus der zwinglianischen Strenge fliehen konnten.
Natürlich bin ich unzählige Male von zu Hause aus via Hardturmsteg nach Baden gelaufen. Ziel dort ist immer das traditionelle Café Himmel gewesen, wo ich mich mit den feinen Sachen belohnt habe. Einmal nahm ich meine Mutter mit. Unterwegs fragte sie mich, warum ich denn so rase. Ich antwortete ihr, dass der Himmel in Baden mich wie ein Magnet anzieht. Das ist immer so gewesen, dass ich mit leicht wässrigem Mund nach Baden geeilt bin. Übrigens sind die Spanischbrötli in guten Bäckereien wie dem Himmel sowie einem Bäckereiladen im Bahnhof Baden zeitweise immer noch erhältlich. Sie sind ein Blätterteiggebäck, das sich gut zum Apéro eignet.
Eine schärfere Variante nach Baden ist die Route von zu Hause via Höngg, Gubrist, Altberg, Würenlos und Wettingen. Ich bin diese gerne wiederholte Male gelaufen. Einmal bin ich beim Abstieg vom Gubrist auf meine ganze Länge hingefallen. Ich glaubte für den relativ kurzen, aber steilen Abstieg die Stöcke noch im Rucksack behalten zu können, fängt doch unten der Aufstieg zum Altberg an. Ich hatte schöne Schürfungen am Knie und musste mich Verpflastern. Diese Episode im Sommer 2009 war ein Vorsignal für den künftigen, schweren Schub. Zu allem übel war an diesem Sonntag der Himmel zu. Beim Pontonclub fand glücklicherweise ein Fischessen statt, wo ich hin ging. Ich kam mit einem Ehepaar ins Gespräch und erfuhr, dass der Mann auch an MS leidet. Das Paar fuhr mit dem Fahrrad. Der MS-kranke Mann konnte nicht mehr gut gehen, aber er fuhr gerne und oft Fahrrad. Beide zogen sich nach der Erkrankung des Mannes beruflich zurück. Sie waren beide Metzger und Koch. Sie führten ein gut gehendes Restaurant. Heute verwalten sie noch die Liegenschaften, die sie aus dem Ersparten gekauft haben und verbringen einen guten Teil des Jahres auf den Kanarischen.
Anfänglich habe ich mein Leiden zu kaschieren versucht. Dies machen viele MS-Kranke so. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es gut tut, sich als MS-Kranke zu outen. Die Menschen wissen dann, warum ich etwas unregelmässig laufe. Ich erfahre dabei immer wieder, dass die angesprochenen Menschen ihrerseits MS-Kranke kennen.
Bei meinem Weg dem Limmatwasser entlang nach Koblenz bin ich an der Limmatmündung in die Aare bei Turgi vorbeigekommen. Ich erinnere mich an diesen Riesenmarsch, den ich 2004 unternahm.
Den Zürichsee entlang bin ich an zwei verschiedenen Slow-up-Tagen auf der Seestrasse entlang gelaufen: in einem Jahr vom Bellevue nach Meilen und ein anderes Jahr von Meilen nach Schmerikon. Ich habe zusätzlich die gesamte „Seestrecke“ auf der Höhe absolviert: Ein weiterer Zürcher Klassiker ist die Wanderung vom Zoo oder der Rehalp aus über den Pfannenstiel nach Rapperswil. Dort bin ich jeweils im Café Müller eingekehrt. Leider ist dieses traditionsreiche Kaffeehaus verschwunden. Einige Male ging ich nach dem Marsch in den Schwanen, einem anderes beliebtes Lokal der Zürcherinnen und Zürcher. Zürich - Rapperswil bin ich viele Male gelaufen.
Aber auch diese Strecke hat mir in meinen guten Tagen vor dem Schub 2009/2010 nicht mehr genügt. Nach dem Schwösterrain bin ich via Frohberg und Jona bis nach Schmerikon gelaufen. Dies hat ein regelrechtes Hochgefühl in mir ausgelöst. Auf der Strecke entlang des Obersees ist es meistens heiss geworden, insbesondere nach Oberbolligen, wo der Weg asphaltiert gewesen ist. In Schmerikon habe ich jeweils die Fischknusperli im empfehlenswerten Fischrestaurant Bad am See genossen. Mit der Zeit bin ich mit der Wirtin Frau Kälin dort ins Gespräch gekommen und wir haben Persönliches über die Gesundheit ausgetauscht. Sie hat einen Hirnschlag erlebt und muss eine Willensleistung erbringen, um den Service zu schmeissen. Ihr Lebenspartner kocht im Restaurant.
Ich habe für diese Website am Abend des 16. Juli 2015 zwei Aufnahmen der Limmat bei Killwangen sowie von der Bucht, die fast unter der Autobahnraststätte Würenlos gemacht. Der Reiz dieses Flussabschnittes liegt im naturnahen, mit Schilf gesäumten Ufer der Limmat und der technischen Verbauungen mit Autobahn und Eisenbahnlinie am gegenüberliegenden Ufer. Diese Kombination hat mich auf meinen zahlreichen Märschen nach Baden immer wieder berührt.
31. Mai 2014: Linthal - Linthschlucht
Aufgrund früherer Quellen bin ich der Ansicht gewesen, die Linth beginne ab Linthal als Zusammenfluss der Flüsse Limmern und Fätschbach. Ich habe dies aufgrund neueren Quellenstudiums korrigiert. Heute bin ich in die Linthschlucht ob Tierfehd aufgestiegen, die als Wiege der Linth nach der Vereinigung von Limmerenbach und Sandbach kurz vor der Schlucht erachtet werden kann.
Bei der Ankunft in Linthal habe ich auf dem Bahnhof-WC ein profanes Erlebnis. Irgendeiner hat eine „Erotik-Anzeige“ samt Mobile-Telefonnummer an die Wand gekritzelt. Er bietet Frauen guten Sex an. Der Mann muss viel von sich halten und ist sicher auf das Geld seiner Kundinnen aus, sonst hätte er sich nicht in das Damen-WC gewagt.
Beim Bahnhof habe ich auch das Hinweis-Schild auf das nahe Suworow-Museum entdeckt. Der Eintritt ist gratis. Eine Idee für einen Regentag.
Dann stampfe ich los und wähle die Route nach Tierfehd via der Zentrale Linthal der AXPO und dem Schiesstand nach Tierfehd. Nach dem Schiesstand verläuft der Bergweg durch eine bewaldete Schlucht, führt danach über Alpweiden zu einer Siedlung unterhalb der Tierfehd. Von dort folge ich der Strasse bis nach Tierfehd.
Am Strassenrand entdecke ich eine Tafel, die über den Felix-und-Regula-Pilgerweg informiert. Laut dieser Quelle sind die beiden Stadtheiligen als Angehörige der sagenumwobenen Thebäischen Legion über die Alpen nach Zürich gewandert. Die Legionsangehörigen kamen aus dem ägyptischen Theben. Jetzt fährt es mir ein: Unsere Stadtheiligen waren eine Afrikanerin und ein Afrikaner, genau wie die Heilige Verena, durch deren Schlucht ich auf den Weissenstein gewandert bin. Es wäre spannend, diesen afrikanischen Einflüssen in die Schweizer Kultur und frühe Geschichtsbildung näher nachzugehen.
Bei der Tierfehd befindet sich die gigantische Baustelle der Linth-Limmern-Werke. Das Pumpspeicherwerk wird auf eine Megawatt-Leistung erhöht, die jener eines Kernkraftwerkes vergleichbar ist. Der Marsch in die Tierfehd ist eine unspektakuläre Fleissarbeit. Wer das nicht mag, kann versuchen, sich einer Alpentaxi-Fahrt der Roma Reisen anzuschliessen.
Von der Tierfehd führt eine steile, gekieste Fahrstrasse bis zur Plankenbrücke inmitten der Linthschlucht. Hier liegt ein Zugang tief in die Schlucht sowie zur alten Plankenbrücke, von wo die atemberaubende Szenerie überblickt werden kann. Hier kämpft sich die Linth nach der Vereinigung ihrer Quellbäche durch die Felsen in die Tiefe. Die obere Aussichtsterrasse samt Sitzbank erlaubt mir eine Teerast mit Tiefblick.
Es muss mit einer Wegzeit von gut zweieinhalb Stunden von Linthal aus gerechnet werden.
Links:
http://www.1799.ch/4606.html
http://www.pilgerweg-felix-und-regula.ch/#Medien <http://www.pilgerweg-felix-und-regula.ch/
http://www.axpo.com/axpo/ch/de/axpo-erleben/linthal-2015.html
http://www.argekwl.ch
http://www.minibustaxiroma.ch/37322/40501.html
http://www.geopark.ch/13-Linthschlucht-Linthal.365.0.html
Linth-Logbuch
Bei Grynau, unweit von Schmerikon, mündet die Linth im Obersee. Im Sommer 2011 habe ich die Linth unter die Füsse genommen. Ich habe die folgenden Etappen erst später aus dem Gedächtnis aufgeschrieben, nachdem ich mit der systematischen Logbuch-Führung begonnen habe.
Bilten - Schwanden
Ich will nicht einfach der Linth entlang durchs Glarnerland laufen, sondern dazu auch einem Themenweg folgen, dem Fridliweg. Der Begriff Fridliweg hat mit dem Kantonsheiigen Friedolin zu tun, der auf dem Glarner Wappen abgebildet ist. In Glarus habe ich nach meiner Wanderung über den Pragelpass nach Richisau auf dem Wanderwegschild entdeckt, dass es einen Friedliweg gibt. Weil die Zeit nach Bilten auf dem Schild angegeben ist, habe ich Bilten als Startort angenommen. In Bilten habe ich bemerkt, dass er schon in Reichenburg beginnt, was meine Webrecherche danach bestätigt hat. Die Wanderzeit von Reichenburg nach Lintthal dauert etwa zehn Stunden.
Durch den Fridliweg und den Marsch der Linth entlang habe ich alle Ortschaften des Kantons Glarus entlang des Linthtals memorisiert. Dank einem Landsgemeindeentscheid müsste ich mir eigentlich nur noch drei Gemeindenamen merken: Glarus-Nord, Glarus, Glarus-Süd. Im Sinne des Gedächtnistrainings ist es nicht schlecht, sich die alten Ortsnamen zu merken. So passiere ich nach der Kehrrichtsverbrennung von Bilten bald Niederurnen und Oberurnen und komme in Näfels an. Dort besuche ich das Schlachtdenkmal. Vor Jahren besuchte ich mit Dady den Freulerpalast, dessen Museum die Geschichte der Glarner Textilindustrie aufzeigt. In Näfels wechsle ich auf den Linthweg.
Die Linth ist ein Industriefluss. Glarus spielt in der Industrialisierung der Schweiz eine Pionierrolle. Dort wurde 1875 das erste Fabrikgesetz eingeführt, das den Arbeiterinnen und Arbeitern einen gewissen Schutz bot. Mir fällt die Häufigkeit der Wehre und Fabrikkanäle auf, die mit den Maschinenhäusern die Fabriken mit Wasserkraft versorgten. Natürlich führt neben dem Fridiweg auch ein Industrieweg durch das Linthtal. Bei Netstal steht die imposante Kalkfabrik Netstal, die aus den Felswänden einen hellen Kalk abbaut. Dort bietet ein Schild des Geoparks Sardona Erläuterungen zur Geologie. Zum Geopark Sardona gibt es entlang des Weges immer wieder Hinweisschilder oder steinige Anschauungsobjekte. Das ganze ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbe Sardona.
Nach Glarus passiere ich Ennenda, wo immer noch das Gebäude der bekannten Textilfabrik Fröhlich. Diese stand vor Jahren im Mittelpunkt einer Ausstellung über Glarner Textilien und Stoffdrucke. Es tönt heute fast unglaublich: Die Firma Fröhlich hatte dank den tiefen Preisen in Nigeria gegenüber indischen Textilfabriken einen wettbewerbsvorteil. Das Lohnniveau in der Schweiz war vor150 Jahren tiefer als in Indien. Damals waren Indien und China die massgeblichen Wirtschaftsmächte, deren Wiederaufstieg an die Weltspitze gegenwärtig begonnen hat.
Nach Mitlödi gelange ich nach Schwanden, wo meine Etappe endet. Von Schwanden aus fährt das Postauto durchs Sernftal nach Elm.
Links:
http://www.glarnerwanderwege.ch/wandern/Fridliweg/seite.htm
http://www.glarus.ch/xml_1/internet/de/application/d309/d353/f368.cfm
http://www.geopark.ch/
http://www.kfn.ch/
Ziegelbrücke - Näfels
Der Linthkanal ist ein wesentlicher Teil des Linth-Limmat-Systems. In der Schule lernte ich wie alle Zürcher Kinder, wie wichtig das Kanalwerk von Hans Konrad Escher war, der als einziger Schweizer Bürger vom Bundesrat mit einem Namenszusatz quasi geadelt worden ist: von der Linth. Vor der grossen Gewässerkorrektur in der Linthebene überschwemmte der Fluss regelmässig das untere Glarnerland und die Linthebene. Die Menschen litten unter Armut und Malaria. Erst mit dem Bau des Linth-Escher-Kanals wurde das Elend überwunden.
An einem Sonntag marschiere ich in Ziegelbrücke ab. Aus einer Gruppe von Radfahrern mit Rennfahrermontur wird mir zugewinkt und Liliane gerufen. Ich erfahre später, dass dies Bruno Bienz ist, ein Mitglied der Direktion der Zürcher Kantonalbank, mit dem ich auch in der Verwaltungskommission und Anlagekommission der Pensionskasse wirke. Bald komme ich in Weesen an und bin froh, dass ich beim Restaurant Bahnhof auf die Toilette darf. Es ist bei Menschen mit MS eine Sache: sie müssen oft auf die Toilette und ich habe mir über die Jahre eine eigentliche Toilettenkarte im Kopf zugelegt. Dank der Therapie und dem täglichen therapeutischen Training zu Hause, hat sich die Sache in den letzten paar Monaten gebessert. Das Laufen regt die Blase am Anfang immer an. Der Treppenaufgang zur Toilette stellt sich als Trouvaille heraus. Alte, historische Fotografien über das Weesen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis in die fünfziger Jahre schmücken den Hausgang. Manche Bilder erinnern mich an die Zeit meiner frühen Kindheit. Heute ist der Gang zu einer Toilette ein echtes Erlebnis.
Nach Weesen laufe ich auf der südlichen Seite den Walensee entlang, um an den Escher-Kanal zu gelangen, durch den die Linth in den Walensee geleitet wird. Bevor ich an den Kanal gelange, komme ich durch ein Gebiet namens Gäsi. Die Natur hat dort einen Sandstrand geschaffen, der auch einem Meeresstrand gut anstehen würde. Von dort schreite ich den Escher-Kanal Richtung Mollis und Näfels ab. Vor Näfels taucht ein etwas klein geratenes Bauernchalet in der Landschaft auf. Es handelt sich um einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der als Bauernhaus getarnt worden ist. Heutzutage befindet sich das Infozentrum sowie ein Auditorium der Linth-Escher-Stiftung darin. Gruppen können Besichtigungen und Vorführungen buchen. In etwa zehn Minuten bin ich beim Bahnhof Näfels und schliesse meinen Sonntagsspaziergang ab.
Links:
http://www.linthwerk.ch/index.html
http://www.linth-escher.ch/de/default_1.htm
Schwanden - Linthtal
Heute geht es um die Komplettierung meines Weges entlang des Linth-Limmat-Systems. Am Vormittag laufe ich die Strecke Schwanden - Lintthal. Es handelt sich um ein etwa dreistündiges Flachstück. In Linthtal beginnt die Linth, die aus der Vereinigung von verschiedenen Bächen gebildet wird. Der bekannteste Bach ist der Limmerenbach, der weiter oben zur Stromproduktion zum Limmerensee gestaut worden ist. Etwas weniger bekannt ist der Fätschbach, der vom Klausenpass her kommt.
Später komme ich darauf, dass die Linthschlucht die spektakuläre Geburtsstätte des Linth-Limmat-Gewässersystems ist. Siehe den Logbucheintrag weiter hinten!
Zu erwähnen ist, dass ich in meinen guten Jahren als SAC-Mitglied bekannte Glarner Gipfel bestiegen habe: das Vrenelisgärtli, das Glarner Fronalphorn und den Rautispitz.
Ziegelbrücke - Schmerikon
Auf der Zugfahrt nach Ziegelbrücke kann ich mich zur frühen Mittagszeit stärken. Nun gilt es, noch die Lücke entlang des Linthkanals zu schliessen. Flott laufe ich den Kanal entlang. Etwa ab der Höhe von Schänis wird der Wanderweg immer zerfurchter. Bagger, so riesig wie Dinosaurier, säumen von nun ab den Wanderweg. Sie pflügen die Landschaft um, die durch die gewaltigen Erdarbeiten etwas einer Mondlandschaft ähnelt. Von Zeit zu Zeit rumpelt es tief und Lastwagen mit gigantischen Rädern fahren den Dammweg entlang. Ich muss ausweichen, wenn diese Ungetüme heranrumpeln. Es ist gut, dass sie sich hörbar ankündigen. Das Linthwerk wird saniert. Ich erinnere mich, dass dies in meiner letzten Zeit im Kantonsrat ein Thema war. 2003 trat ich wegen meiner Wahl in den Bankrat aus dem Kantonsrat zurück. Erst bei Grynau entdecke ich, dass der Wanderweg eigentlich gesperrt ist. Dort muss ich eine Schranke passieren und ein Schild weist darauf hin, dass der Weg entlang des Linthkanals gesperrt ist. Auf der Seite von Ziegelbrücke hat eine solcher Hinweis gefehlt. Ehrlich gesagt: Die Lastwagen sind weniger stressig gewesen als Velofahrer, die leise angerauscht kommen.
Nach diesem exklusiven Vergnügen, laufe ich das Naturschutzgebiet dem Obersee entlang nach Schmerikon und kehre im Restaurant Bad am See ein. Dort geniesse ich die Fischknusperli und unterhalte mich mit der Wirtin Frau Kälin über Gott und die Welt und natürlich auch über unsere Gesundheit.