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Sonnenbergbahn (Kriens)
|Kürzel||SbB|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1902-05-05|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1902 eröffnete SbB – in der Statistik als «Kriens–Sonnenberg» bezeichnet – war Eigentum einer Aktiengesellschaft und von Anfang an elektrifiziert (Drehstrom). Mit ihrer Realisierung betraute man die Bell Maschinenfabrik AG Kriens. Nahe der Tourismusdestination Luzern gelegen, war der Sonnenberg ein beliebtes Ausflugsziel. Dort befand sich auch das «Grand-Hôtel Sonnenberg» mit Restaurant, Aussichtsterrasse, Park und Golfplatz. Die Betriebssubventionen an die SbB stammten vom Besitzer des Hotels, Josef Arthemy Widmer-Puppo, der den Bau der Bahn massgeblich initiiert hatte. Die SbB verkehrte nicht ganzjährig und bot in ihren Wagen ausschliesslich Sitzplätze an.
Bei den Zuwendungen des Hotelbesitzers Widmer-Puppo handelte es sich nicht um Betriebssubventionen im eigentlichen Sinn, denn die SbB war durchaus erfolgreich und konnte von 1903 bis 1913 alljährlich eine Dividende von 4.5 Prozent des Aktienkapitalwerts ausrichten. Ausserdem war der Zins für die Anleihegelder der SbB mit lediglich 3 Prozent sehr günstig. Die Situation änderte sich jedoch mit dem Ausbruch des Weltkriegs 1914 schlagartig. Von der einsetzenden Tourismuskrise wurden Luzern und somit ebenfalls die SbB mit aller Härte getroffen. Schon 1915 sah sich die SbB gezwungen, den Betrieb einzustellen. Dieser wurde 1916 zwar wieder aufgenommen, aber nur auf Sparflamme und mit defizitären Ergebnissen. Die fälligen Zinsen waren ab 1914 nicht mehr aufzubringen und wurden 1915 nochmals durch einen Zuschuss beglichen (als «Betriebssubvention» erfasst), doch danach stieg der Passivsaldo rapide an. 1920 musste die SbB zwangsliquidiert werden. Dabei gingen unter anderem 128'000 Franken vom Aktienkapital und 37'800 Franken an aufgelaufenen Obligationszinsen verloren. Den freigewordenen Betrag von total 168'226 Franken verwendete man zur Verlusttilgung und vor allem zur Bildung von Reserven. Letztere bezifferten sich daher 1920 auf stattliche 147'600 Franken.
Die Baukosten der zweischienigen, hauptsächlich in Einschnitten und auf Dämmen geführten SbB lagen mit 485'800 Franken pro Bahnkilometer etwa auf durchschnittlichem Niveau. Grösster Kostenfaktor war der Unterbau, der fast 53 Prozent des Gesamtaufwands ausmachte. Die Rollmaterialkosten berechnete die SbB ab 1915 anders als zuvor, indem von nun an die Ausgaben für das Drahtseil (2534 Franken) und die Seiltragrollen (6650 Franken) gesondert vermerkt wurden. Unter Berücksichtigung dieser rein bilanztechnischen Mutation blieben die Rollmaterialkosten ab 1911 unverändert.
1958 übernahm die Einwohnergemeinde Kriens die Aktienmehrheit der defizitären und stark renovationsbedürftigen SbB, war jedoch nicht willens, das zur Erneuerung benötige Kapital einzuschiessen und beschloss daher den Abbruch der Anlage. Sympathisanten der SbB sammelten darauf Unterschriften und erzwangen eine Volksabstimmung, die 1968 mit einem Zufallsmehr von nur gerade 7 Stimmen den Erhalt der SbB beschloss. 1970/71 war die SbB wegen der Erneuerungsarbeiten vorübergehend ausser Betrieb.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.