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Phänomenologische und holistische Sichtweise der Faszie als Organ des Inneren, der Biotensegrität und der Ganzheit
Weil Jaap van der Wal in den letzten Jahren auch anerkannt wird in Kreisen der Faszien-Forschung mit seinen Konzepten über Architektur, Konnektivität und Integrität der Faszie, wird in diesem Seminar ein besonderer Akzent gegeben zu dem, was der Embryo uns über die Faszie als "Organ der Innerlichkeit" zu lehren hat.
Er verbindet das mit seiner Forschung als Anatom und Bewegungswissenschaftler, der spezialisiert ist in der funktionellen Anatomie des Haltungs- und Bewegungsapparates, insbesondere in der Architektur des Binde- und Muskelgewebes. Er ist auf der Suche nach der Faszie als System der Mitte, des sogenannten Mesoderms, und des Inneren.
KursinhalteNeue Konzepte über die Funktion der Faszien tauchen auf. Es entsteht Bedarf für einen neuen Rahmen von Definitionen und Begriffe und für ein Gesamtkonzept der Faszien als Organ oder System, das den veralteten anatomischen (analytischen) Ansatz der Faszie ersetzen könnten. In dieser letzteren Ansicht ist die Faszie in verschiedene separate Elemente auseinander gefallen (in den sogenannten Bewegungsapparat, die viszerale Organisation, in den Körper im allgemeinen Sinne). Darüber hinaus gibt es das oft zitierte Bild von A.T. Still, der die Faszie erwähnt als Domain, "wo die Seele webt".
In diesem Workshop wird eine Neubewertung des Begriffs "Faszia" versucht, auf dem Fundament einer phänomenologischen Sichtweise, ausgehend von einem funktionalen Ansatz der embryonalen Keimblätter und des Meso(-derm)s. Der übliche anatomische Ansatz der Faszie wird durch die Anwendung einer architektonischen Sicht auf die Organisation der Faszie angefochten.
Erich Blechschmidt war der erste und bisher der einzige Embryologe, der versucht hat durchzusetzen, dass das Mesoderm nicht länger betrachtet wird als eines der drei Keimblätter oder "Dermen", sondern eher als "Innengewebe" gegenüber den zwei anderen Blättern als Grenzgewebe oder Körperwände. Die primäre Erscheinungsform von Meso ist das primitive Bindegewebe Mesenchym, das als Matrix-Gewebe für Kontinuität, Integrität und Zusammenhang im Körper zuständig ist. Grundlegende Begriffe für das sogenannte Bindegewebe sind denn auch Verbinden und Trennen oder Raum schaffen. Eine anatomische Annäherung mit der Beschreibung von einzelnen Strukturen und Elementen genügt nicht, um die funktionelle Architektur des Bindegewebes in Zusammenhang mit dem Muskelgewebe darzustellen. In dieser Architektur wird es wichtig, nicht nur zu wissen, WO das Bindegewebe organisiert ist im Körper, sondern auch WIE. Etwas Ähnliches gilt auch für die Organisation des Blutes, d. h. die andere primäre und grundlegende Manifestation der Meso-Dimension.
KurszieleDie Teilnehmenden verstehen:
- die Embryonalzeit im Bild der Metamorphose von Formen und Formprozessen
- den Zusammenhang von Keimblätter, Faszie und Innerlichkeit
- die Polaritäten-Morphologie und die Prozessmorphologie in ihrer Überwindung der cartesianischen Anatomie
ZielgruppeEmpfohlen für Osteopath/innen, Craniosacral-Therapeuten/innen, Yoga-Therapeuten/innen, Shiatsu Therapeut/innen. Auch zu empfehlen für Ärzte, Hebammen und interessierte Laien, und allen, die sich mit der "Faszie" beschäftigen.
VoraussetzungenDie Vertrautheit mit dem Thema der phänomenologischen Menschenkunde gilt als Vorteil, ist aber keine Bedingung für die Teilnahme. Insbesondere sind auch Leute eingeladen, die den Kurs "der Mensch als Embryo" bereits einmal besucht haben.
Bemerkung7 Stunden Fortbildung, EMR/ASCA konform.
StundenplanBeginn: Sonntag, 26. September 2021 um 09.45 Uhr. Mittagspause 13.00 - 14.00 Uhr
Ende: Sonntag, 26. September 2021 um 17.30 Uhr.
Weitere Informationenwww.embryo.nl
Auf der Webseite von Jaap Van der Wal www.embryo.nl sind viele Artikel über Embryo und auch über die Faszie auf Deutsch und Englisch herunterzuladen. Wenn man sich zum Kurs einschreibt, bekommt man einen Link zu einer Sammlung mit Artikeln, Filmen und PowerPoint-Präsentationen. Nimmt man einen USB-Stick mit, darf man ein entsprechendes Paket herunterladen und mitnehmen.
Buchempfehlungen
2010, Wal, J.C. van der, Kontinuität und Konnektivität - die Architektur des Bindegewebes als Ergänzung der Anatomie der Faszien. In: Liem, Torsten an Dobler, T.K. (eds.), Leitfaden Osteopathie, Parietale Techniken, 3. Auflage: 726 – 737, Urban & Fischer.
2014, Wal, J.C. van der, Propriozeption, Mechanorezeption und die Anatomie der Faszie, In: R. Schleip et al. (eds.) Lehrbuch Faszien, 2. Die Faszie als Kommunikationsorgan. Kap 2.2: 58-63, Elsevier Urban & Fischer, ISBN 978-3-437-55306-6.
Kursleitung
bis 2012 Universitätsdozent für Anatomie und Embryologie an der Universität Maastricht, NL, jetzt im Ruhestand, spezialisiert in bewegungswissenschaftlicher Anatomie, insbesondere die "Bewegungssinne" und das Fasziale System. Seine wissenschaftliche Leidenschaft ist die Embryologie. Phänomenologische Embryologie und Dynamische Morphologie liefert ihm Verbindung zwischen Wissenschaft und Spiritualität. Gibt Seminare und Vorlesungen in Embryologie, Dynamische Morphologie und "Körper-Philosophie".
Kurskosten
CHF 215 (exkl. Unterkunfts-, Verpflegungskosten und Kurtaxe)
CHF 190 (exkl. Unterkunfts-, Verpflegungskosten und Kurtaxe). Der Frühbucherpreis ist nur anwendbar bei einer Anzahlung von 20% 14 Tage nach Anmeldung und Bezahlung der Restkosten bis spätestens 60 Tage vor Seminarbeginn. Bitte beachten Sie hierzu die Ziff 8, 20 und 21 der AGB.