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Kapitel 4.5 - Spinale HVLA-Manipulation in dieser Arbeit
Die spinalen HVLA-Manipulationstechniken, welche in dieser Arbeit behandelt werden, gehören ohne Ausnahme zu einer Gruppe manuell ausgeführter, direkt applizierten passiven manipulativen Techniken, welche ein blockiertes Gelenk innerhalb der anatomischen Bewegungstrajektorie durch seine eingeschränkte Barriere bewegen. Obwohl die Geschwindigkeit, mit der die Technik ausgeführt wird immer hoch ist, variieren sie stark in der Lokalisation und in der Richtung der applizierten Kraftvektoren. Die Terminologie Direkt bezieht sich auf die genaue Position des restriktiven Gelenks oder der Gelenke in allen Bewegungsebenen, damit die korrigierende Kraft direkt, ausschliesslich und genau auf die restriktive Barriere einwirkt. Die schliesslich applizierte Kraft ist schnell, mit kleinem Bewegungsausmass und ausreichend, um die restriktive Barriere zu überschreiten aber so klein, dass die anatomische Barriere nicht erreicht wird. Eines der Ziele der SHVLAM innerhalb des osteopathischen Behandlungskonzepts ist, dem Gelenk seine natürliche Beweglichkeit zurück zu geben. Durch das Wiedererlangen der physiologischen Beweglichkeit werden physiologische Funktionen optimiert oder dekompensierte Funktionen werden sogar wieder ermöglicht. Diese Funktionen beeinflussen den Organismus in seiner Ganzheit; somit ist die osteopathisch angewandte spinale HVLA-Manipulation als Teil der ganzheitlichen Osteopathie zu betrachten (vgl. Kapitel 5 und 7).
Osteopathisch gesehen, ist das Ziel der SHVLAM somit, die Qualität der Beweglichkeit im spinalen Segment zu optimieren. Das quantitative Bewegungsausmass spielt hierbei eine deutlich untergeordnete Rolle. Von weitaus grösserer Bedeutung ist, ob die Beweglichkeit funktionell ausreichend ist und ohne Beschwerden ausgeführt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass eine eventuelle Bewegungseinschränkung eine Kompensationen in anderen Körperregionen oder -strukturen zur Folge haben muss. Dies könnte zu Problemen in anderen Strukturen, sogenannten Ursache-Folge-Ketten führen (vgl. Peeters/Lason 2009: 263).
Ausführungen der vertebralen Manipulationen mit hoher Geschwindigkeit und geringer Amplitude werden in dieser Arbeit nicht besprochen. Wir verweisen hierfür auf die Fachliteratur.