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Die Zucht soll darauf ausgerichtet sein, gesunde Tiere hervorzubringen. Beim Ablammen auf der Weide ist eine besonders intensive Überwachung von Mutterschaf und Lamm nötig.
Das Züchten von Tieren ist grundsätzlich darauf auszurichten, gesunde Tiere zu erhalten, deren Wohlergehen und Würde nicht durch bestimmte Zuchtmerkmale beeinträchtigt werden:
- Verboten ist insbesondere das Züchten von Tieren, bei denen erblich
bedingt Körperteile oder Organe für den arttypischen Gebrauch fehlen oder
umgestaltet sind, so dass die Tiere darunter leiden.
- Verboten ist auch das Züchten von Tieren mit Abweichungen vom arttypischen Verhalten, die das Zusammenleben mit Artgenossen erschweren oder verunmöglichen.
Wenn es Tieren an natürlichem Fortpflanzungsverhalten mangelt, darf dies nicht durch künstliche Reproduktionsmethoden überbrückt werden.
Ablammen
Nach einer fünfmonatigen Tragzeit bringt das Mutterschaf (die Aue) in der Regel ein bis zwei Lämmer zur Welt. Steht die Geburt kurz bevor, wird sie nervös und sucht sich einen ruhigen Platz abseits der Herde. Im Stall sollte den Mutterschafen zum Ablammen eine Ablammbucht mit Blickkontakt zu den anderen Herdenmitgliedern zur Verfügung gestellt werden.
Kaum ist das Lamm auf der Welt, wird es von seiner Mutter intensiv abgeleckt. Wegen der dadurch entstehenden Geruchsprägung ist dieses Lecken für die Bindung zwischen der Aue und ihrem Lamm sehr wichtig. Eine ausgeprägte Mutter-Kind-Beziehung ist bei Schafen Voraussetzung für eine gute Versorgung des Lamms durch seine Mutter.
Innerhalb einer Stunde nach der Geburt können Lämmer in der Regel stehen und haben das erste Mal gesaugt. Die Aufnahme des Kolostrums (Biestmilch) innerhalb der ersten 12 Stunden nach der Geburt ist für das Überleben der Tiere sehr wichtig. Das Kolostrum versorgt das Lamm mit Immunstoffen, bis sein eigenes Immunsystem entwickelt ist.
Um bei möglichen Zwischenfällen auf der Weide rechtzeitig reagieren zu können, müssen Schafe mindestens zweimal täglich kontrolliert werden. Auen, die kurz vor dem Ablammen sind, und neugeborene Lämmer sind Umwelteinflüssen gegenüber besonders empfindlich und können bei Freilandhaltung überfordert sein. Ihr Befinden muss deshalb zusätzlich überwacht werden. Während der Fütterungsperiode im Winter müssen Auen vor der Geburt eingestallt werden.
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Letzte Änderung 24.11.2016