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Wellington/Zürich, 29. September 2022 – Gestern hat die neuseeländische Regierung ein Tierschutzgesetz verabschiedet, das alle Lebendtiertransporte aus Neuseeland ab 30. April 2023 verbieten wird. Bereits im April 2021 kündigte Neuseeland an, die grausamen und überholten Exporte auf dem Seeweg verbieten zu wollen, die jedes Jahr zu schrecklichen Tragödien führen. Im September 2020 sank die Gulf Livestock 1, die den Tod von 6‘000 Rindern und 41 Besatzungsmitgliedern zur Folge hatte und erst kürzlich sorgte die Tötung von 800 Stieren auf dem Transportschiff Nader-A für Empörung, nachdem das Schiff aufgrund von bürokratischen Unzulänglichkeiten von Algerien nach Frankreich, dem Ursprungsland der Tiere, zurückkehren musste.
Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN begrüsst diesen «Meilenstein für den Tierschutz» und fordert die EU auf, dem Beispiel zu folgen und alle Lebendtierexporte zu verbieten, sobald im nächsten Jahr der neue Gesetzesvorschlag veröffentlicht wird.
«Die Signale aus Neuseeland sind ein Hoffnungsschimmer und ein Meilenstein für den Tierschutz. Sie zeigen deutlich, dass politische Entscheidungen auch in kürzerer Zeit umgesetzt werden können, wenn der Wille dazu vorhanden ist.
Tiere, die über einen längeren Zeitraum transportiert werden - sei es auf dem Meer oder an Land - leiden immens. Das ist eine Tatsache. Regelmässig ereignen sich dabei Tragödien, wie beispielsweise im Jahr 2019, als über 14'000 Schafe elendig ertranken, als das Transportschiff Queen Hind vor der Küste Rumäniens kenterte. Letztes Jahr mussten Tausende von Jungbullen geschlachtet werden, nachdem die Schiffe Elbeik und Karim Allah monatelang auf See festsassen, und erst kürzlich ereignete sich die Tragödie von Nader-A, als 800 Bullen wegen bürokratischer Probleme geschlachtet werden mussten. All diese Tragödien hätten verhindert werden können.
Wir fordern die Europäische Union auf, die Ausfuhr von Schlacht-, Zucht- und Masttieren zu verbieten. Die Exporte von empfindsamen Lebewesen müssen durch Transporte von geschlachteten Tieren, Fertigprodukten und genetischem Material ersetzt werden.»
Pierre Sultana, Direktor des European Policy Office (EPO) bei VIER PFOTEN
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.