Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03376.jsonl.gz/2260

Externer Inhalt
Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.
Ein Mann spaziert an einem Morgen Mitte Oktober am Stadtrand von Bülach an kahlen Bäumen vorbei. (Archiv)
KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ(sda-ats)
Im Herbst 2017 sind die Schweizer Bäume früher kahl als in anderen Jahren. Die Buchen zum Beispiel verloren eine ganze Woche früher ihre Blätter als üblich. Wegen des kühlen Septembers begann ihr Blattfall an vielen Orten schon Mitte Oktober.
Über alle Stationen gemittelt, habe der Blattfall der Buchen rund eine Woche früher stattgefunden als im Durchschnitt der Vergleichsperiode 1981 bis 2010, schreibt MeteoSchweiz in seinem Klimablog.
Besonders jene Buchen, die oberhalb von 800 Metern über Meer wachsen, begannen schon im Oktober, ihre Blätter abzuwerfen. Bei Buchen in tieferen Lagen setzte der Blattfall teilweise aber auch erst im November ein.
Der Grund für das unterschiedliche "Verhalten" der Buchen dürfte beim Herbstwetter liegen. Der Beginn der Blattverfärbung werde von zwei Faktoren bestimmt: von der Tageslänge und von den Temperaturen, wie Regula Gehrig, Klimatologin bei MeteoSchweiz, auf Anfrage erklärte.
Jede Baum oder Strauchart hat ihre eigene innere Uhr. Einzelne Sorten wie die Buche, die Vogelbeere oder die Rosskastanie beginnen früh im Herbst mit der Blattverfärbung. Da der September kühler als normal war, setzte deren Blattverfärbung früher ein, besonders in höheren Lagen.
Rosskastanie: zehn Tage
Besonders stark wirkte sich der kühle September bei der Rosskastanie aus. Diese war im Durchschnitt ganze zehn Tage früher ohne Blätterkleid als im langjährigen Mittel. Der Blattfall bei der Rosskastanie begann in diesem Jahr meistens schon Mitte statt gegen Ende Oktober.
Bei der Birke, die seit 1996 beobachtet wird, war der Unterschied weniger dramatisch: Dort stellten die Beobachter an den verschiedenen Stationen von MeteoSchweiz einen Vorsprung von drei Tagen verglichen mit dem Durchschnittswert fest. An einigen Orten begann der Blattfall der Birken bereits im Oktober, an anderen erst im November.
Das goldene Oktoberwetter dürfte der Grund sein, warum der Blattfall bei den späteren Sorten einen kleineren Vorsprung hat als bei den frühen. Die höhere Temperatur im Oktober sorgte dafür, dass sich die Blattverfärbung vermehrt wieder im normalen Zeitrahmen bewegte, wie Gehrig im Klimablog auf der Website von MeteoSchweiz dazu schrieb.
Lärche drei Tage zu früh
Der letzte Baum, der jedes Jahr seine "Blätter" verliert, ist ein Nadelbaum: die Lärche. Auch diese scheint ersten Einschätzungen zufolge drei Tage zu früh unterwegs zu sein. In tiefen Lagen im Mittelland tragen die Lärchen ihre gelben Nadeln noch. Deshalb kann MeteoSchweiz erst im Dezember zur Lärche eine definitive Aussage machen.
Der Nadelfall war bislang unterschiedlich: Im Engadin verloren die Lärchen ihre Nadeln Ende Oktober, zum normalen Zeitpunkt. In etwas tieferen Lagen begannen sie aber im November rund eine Woche früher als im Durchschnitt damit.
Chlorophyll einlagern
Mit der Blattverfärbung breiten sich die Bäume auf den Winter vor. Die kürzeren Tage und kühlen Temperaturen lösen in den Blättern einen Alterungsprozess aus, wie Gehrig im Blog schreibt. Nährstoffe in den Blättern werden abgebaut. Der grüne Farbstoff, das für die Photosynthese zuständige Chlorophyll, wird in seine Bausteine zerlegt und in Ästen, im Stamm und den Wurzeln gespeichert.
Ist die grüne Farbe verschwunden, kommen in den Blättern die andern Farbpigmente zum Vorschein, die vorher durch das Chlorophyll überdeckt wurden: Das Gelb, das Rot und zuletzt mit dem Absterben das Braun. Zum Prozess gehört auch, dass sich zwischen dem Blatt und dem Zweig ein verkorkendes Trenngewebe bildet, wie Gehrig in einem Blog zum Thema Herbstblätter schreibt. Beim nächsten starken Windstoss fällt das Blatt dann vom Baum.
SDA-ATS