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Die erste Erwähnung des Maiweins erfolgte offenbar durch den Benediktinermönch Wandalbertus aus dem Kloster Prüm im Jahre 854. Damals wurde der Maiwein als medizinisches Getränk zur Stärkung von Herz und Leber im Kloster ausgeschenkt.
Eine Maibowle (auch: Waldmeisterbowle, Maiwein oder Maitrank) ist eine Bowle, die mit dem charakteristischen, intensiven Aroma des Waldmeisters versetzt wird.
Das Aroma stammt von dem Inhaltsstoff Cumarin und entwickelt sich speziell bei welkenden oder trockenen Blättern. Cumarin liegt im Waldmeister eigentlich als Cumaringlykosid vor und erst beim Trocknen wird das aromatisch duftende Cumarin freigesetzt. Meist wird der Waldmeister vor der Blüte gesammelt, weil der Cumaringehalt des Waldmeisters dann tiefer als später ist. Es wird empfohlen, nicht mehr als drei bis fünf Gramm Waldmeister pro Liter Bowle zu verwenden, weil das schwachgiftige Cumarin ansonsten zu Kopfschmerzen führen kann.
Vor dem Ansetzen der Bowle werden die Waldmeister-Pflanzen für eine halbe Stunde ins Tiefkühlfach gelegt oder so lange liegengelassen, bis sie leicht angewelkt sind. Die Blätter der zusammengebundenen Pflanzen werden anschliessend in trockenen Weißwein gehängt. Die Stängelenden sollten nicht in den Wein tauchen, weil sonst neben dem Aroma auch unerwünschte Bitterstoffe freigesetzt werden könnten.
Nach einer halben Stunde wird der Waldmeister herausgenommen, damit die Bowle nicht bitter wird. Danach wird die Bowle mit Weiß- oder Roséwein und Sekt im Verhältnis 2:1 aufgefüllt, eventuell gezuckert und bei Bedarf mit Eis gekühlt. Anstelle von Sekt kann auch Mineralwasser benutzt werden. (Quelle: Wikipedia)
Michael Machatschek beschreibt in seinem Buch “Nahrhafte Landschaft 2” die Herstellung der Waldmeister-Maibowle so:
„Aus frischen Waldmeisterblättern wurden Bowlen gemacht. Man sammelte das Kraut um die Blüte im Mai, deshalb sprach man von der “Maibowle”. Zwei oder drei kleine mit Zwirn gebundene Sträusschen wurden über die Nacht in vier Liter Wein eingelegt, am Morgen oder Vormittag entfernt und die Bowle mit gesüsstem Wasser oder Sekt verlängert und nach der Mittags- oder Abend-Mahlzeit getrunken.
Oder man nimmt eine gute Handvoll ein bis zwei Tage angewelktes Kraut und setzt es eine bis zwei Stunden lang in einem Glas- oder Steingutgefäss mit etwa zwei Liter Weisswein an. Die Anwelkung lässt einen Teil des Cumarins entweichen. Zum Ansatz gibt man ein Viertel Kilo Zucker und rührt diesen auf. Das Gefäss wird zugedeckt und eine halbe Stunde lang stehengelassen. Danach rührt man einmal den Ansatz durch und siebt ab. Der aromatische Geruch ist nun im Wein, und dieser kann bald getrunken werden, da er den “Heugeruch” langsam verliert.
Will man einen intensiveren Waldmeistergeschmack, so nimmt man mehr Kraut. Fälschlicherweise glauben Könner, die Intensität nehme mit der Länge des Ansetzens zu. Das ist ein Irrtum, denn dadurch entsteht eher ein unangenehmer bis bitterer Geschmack mit möglichen gesundheitsschädlichen Folgen. Zwischendurch kostet man deshalb den Ansatz für die Entscheidung der Entfernung des Krautes.”
Die beiden interessanten und informativen Bücher “Nahrhafte Landschaft 1” und “Nahrhafte Landschaft 2” von Michael Machatschek können Sie anschauen und beziehen in unserem Buchshop:
Waldmeister (Galium odoratum) gehört zusammen mit dem Steinklee (Honigklee, Melilotus officinalis) zu den cumarinhaltigen Heilpflanzen, die bei Venenbeschwerden eingesetzt werden. Allerdings sind Heilpflanzen-Präparate aus den Samen der Rosskastanie, Buchweizenkraut oder auch Extrakte aus dem Roten Weinlaub besser dokumentiert und belegt bei Venenbeschwerden, zum Beispiel bei Stauungen und schweren Beinen als Folge von Krampfadern.
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
Kräuterexkursionen in den Bergen / Heilkräuterkurse
Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Klinik, Palliative Care
Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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