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Das ÖV-Angebot in der Ajoie, also der Region rund um Porrentruy, hat per Dezember 2011 einen beispiellosen Ausbau erlebt, weshalb diese Galerie den üblichen Rahmen etwas sprengt, um die Entwicklung abzubilden. Die Aufnahme vom 15.9.2011 zeigt sieben Wagen am Bahnhof Porrentruy, bereit zur Abfahrt in das Umland - vier bis fünf mal pro Tag fuhren die sieben Linien damals, und natürlich nur Montags bis Freitags...
Seit Dezember 2011 fahren die Linien auch am Samstag, diejenige nach Damvant sogar täglich. Die Anzahl der Kurspaare wurde je nach Linie auf 10-15 an Werktagen und 6-9 am Samstag erhöht, die Linien systematisiert und vertaktet und die Fahrzeugflotte erneuert. Am 27.8.2012 warten so gleich vier von fünf fabrikneuen Citaros auf ihre Abfahrt in Porrentruy, darunter ganz rechts ein Gelenkwagen nach Fahy und gleich daneben ein 15-Meter-Bus nach Beurnevésin.
Der Ortsbus Porrentruy blieb weitgehend unangetastet - er erschliesst etwa stündlich ab dem Bahnhof die (wegen Bauarbeiten seit bald einem Jahr gesperrte) Altstadt und den am Berg an der Strecke nach Bure gelegenen Spital. Am 14.9.2011 hat ein Setra vom Spital kommend die Ebene erreicht, im Hintergrund das Schloss. Drei solche Setra 315NF sind in Porrentruy im Einsatz, ein viertes Fahrzeug wird als Reserve von der Regie Delémont zur Verfügung gestellt.
Eine kurze Überlandlinie führt von Porrentruy südwärts über Fontenais nach Villars-sur-Fontenais. Auch hier zeigt sich ein Setra 315NF, und zwar am 14.3.2011 auf Bergfahrt von Fontenais nach Villars. Da die Linie auch Schülertransporte zwischen Fontenais und Villars umfasste, genoss sie bis Ende 2011 zwei zusätzliche Kurspaare gegenüber den anderen Linien.
Parallel zur Klus, die nach Fontenais führt, führt ein Tälchen auch nach Bressaucourt; Die Linie mit dem gleichnamigen Ziel erschliesst nur dieses Dorf und wird deshalb gerne auch mal mit einem Midibus befahren. An Schultagen ist der aber trotzdem eher zu klein, weshalb sich zum Beispiel am 15.9.2011 an der Endstation im Oberdorf dieser Setra 315UL zeigte, mit Baujahr 2001 bereits einer der ältesten Wagen der Flotte.
Die stärkstfrequentierte Route führte bis Ende 2011 über Chevenez und Grandefontaine nach Damvant. Hier wurde in der Regel ein Citaro-Gelenker aus 2004 eingesetzt, wie er hier auf dem Bild im unteren Dorfteil von Courtedoux zu sehen ist. Bis Courtedoux, vereinzelt sogar bis Chevenez gab es in dem Wagen Stehplätze.
Die Zeiten, als der Wagen noch bis Damvant weiterfuhr, sind inzwischen allerdings vorbei; Das Dörfchen Rocourt, wo am 14.9.2011 diese Aufnahme entstand, sieht heute nur noch in Ausnahmefällen solche Fahrzeuge.
Stattdessen fahren hier nun Citaro- (oder Setra-)Standardbusse, die fix in Damvant stationiert sind. Die zwei Fahrzeuge bedienen praktisch alle Kurse zwischen Damvant und Chevenez, wo Anschluss nach Porrentruy besteht; Nur am Sonntag gelangen Fahrzeuge ab Porrentruy nach Damvant. Da PostAuto hier auch den ganzen internen Schülerverkehr übernimmt, fahren teils bis zu drei Kurse pro Stunde, die verinzelt ab Chevenez nach Fahy weiterfahren. Das Foto vom 27.8.2012 zeigt den Citaro jedoch zwischen Rocourt und Réclère beim Aufsteig auf eine kleine Anhöhe zwischen den beiden Talkesseln.
Zur Überbrückung bis zur Lieferung der Neubaufahrzeuge standen in der Garage Damvant ab Ende 2011 bis Ende August 2012 zwei Volvo 8700 aus Yverdon zur Verfügung. Die Fahrzeuge waren insbesondere aufgrund der vielen Sitzplätze für den Schülerverkehr durchaus geeignet; Auf dem Bild vom 27.8.2012 ist der Wagen im unteren Dorfteil von Grandfontaine unterwegs nach Fahy; Die Kurse in beide Richtungen bedienen das abseits der Hauptstrasse gelegene Dorf in einem Rundkurs.
Die Gelenkbusse von Porrentruy nach Chevenez fahren von dort heute weiter nach Fahy und bedienen das Dorf deshalb in umgekehrter Richtung; Meist wird heute der im Juli frisch abgelieferte Citaro Facelift G eingesetzt, der sich am 27.8.2012 im Dorf Chevenez...
...und beim Weiler Barrières zeigt. Die neuen Linienführungen haben in den bedienten Dörfern verschiedene neue Haltestellen nebst der früher einzigen Zentralhaltestelle erhalten; Dazu kommen Halte bei den kleinen Weilern wie Barrières (das erst seit Ende 2011 überhaupt an einer Linie liegt) oder Varandin zwischen Porrentruy und Bure, das früher ohne Halt durchfahren wurde.
Früher wurde Fahy durch die Linie 171 über Bure bedient; Damals war ein Citaro Ü Stammfahrzeug auf der Linie (die Fahrzeuge waren damals teilweise fest auf ihren Linien stationiert), zu sehen beispielsweise am 14.9.2011 im Dorf Fahy, das schon eher französisch als Schweizerisch wirkt; Kein Wunder, am Ortsrand liegt die Grenze. Standard-Citaros gelangen heute nur noch als Schülerkurse ab/nach Damvant - Chevenez hierhin - und natürlich am Samstag, wenn sich ein Gelenkbus aus naheliegenden Gründen nicht rentiert.
Die wegfallende Weiterfahrt nach Fahy ermöglicht es, in Bure nun nebst dem Dorf auch die etwas entfernt gelegene Kaserne zu bedienen (wobei für Güter- und grosse Personaltransporte eine eigene Bahnstrecke ab Courtemaiche, die so genannte "Panzerkurve", besteht). Am 26.1.2012 wartet hier ein Citaro auf die Rückfahrt; Die Tatsache, dass mehr als ein Monat nach dem Fahrplanwechsel noch nicht mal die Haltestellentafel installiert ist, ist darauf zurückzuführen, dass das Angebot durch den Kanton erst in letzter Sekunde bewilligt wurde - während der offiziellen Vernehmlassung waren die neuen Pläne noch nicht erstellt!
Heute ist die Zeit der fixen Fahrzeugzuteilungen vorbei - nach Bure gelangen Citaros, Setras und auch mal ein Hochflurwagen. Am 27.8.2012 hat mit dem letzten Kurs der Morgenspitze ein Setra 315NF den Weg nach Bure gefunden und befindet sich nun auf dem Rückweg, wo er in Kürze mehrere Panzerpisten der riesigen Armeeanlage überqueren wird.
Streckenmässig unverändert ist die Route nach Beurnevésin geblieben; Sie wurde früher meist mit einem Setra 319NF aus 2004 befahren, wie er am 15.9.2011 zwischen Lugnez und Beurnevésin zu sehen ist.
Die Dörfer in dieser Ecke der Ajoie machen allesamt einen verschlafenen, teils fast heruntergekommenen Eindruck; Beispielsweise sucht man in Lugnez und dem angrenzenden Damphreux, wo am 15.9.2012 diese Aufnahme entstand, vergeblich nach Restaurants oder Einkaufsläden. Immerhin scheint die Dorfbevölkerung aber einen guten Schüleranteil zu haben, denn der Setra 319NF ist auch an diesem Tag durchaus gut ausgelastet.
Gewechselt hat inzwischen allerdings das Fahrzeug. Der 8-jährige Setra hat die Stammstrecke gewechselt und einem fabrikneuen Citaro L platz gemacht, der einige Zentimeter länger ist. Durch die Ernennung von neuen Haltestellen auf Stadtgebiet übernehmen die meisten Linien in Porrentruy auch Ortsbusfunktionen; Am 27.8.2012 fährt das neue Stammfahrzeug zwischen der Haltestelle Haute-Fin und dem Bahnhof talwärts.
Definitiv Geschichte ist die Linie über Alle und Charmoille ins entlegene Lucelle, das nur ein Restaurant, ein Kloster und den Zoll umfasst. Früher trafen sich hier gelegentlich noch Fahrzeuge von PU Stucki und der Regie Delémont, wie hier am 14.3.2011. Heute fährt nur noch die Regie 3x pro Tag über Bourrignon hierhin, die Verbindung (über Französisches Staatsgebiet) in die Ajoie ist Vergangenheit.
geblieben ist der Rest der Linie nach Charmoille, wobei die Linie auch das Dörfchen Alle bedient, das dem Talfluss "L'Allaine" seinen Namen gab. Am 14.9.2011 durchfährt einer der damals zwei Citaro Ü das Dörfchen in Richtung Porrentruy mit Halt nur zum Aussteigen (schliesslich gibt es auch eine Bahnverbindung...), inzwischen wurden weitere Haltestellen eingerichtet und der Verkehr ab diesen Halten nach Porrentruy ist selbstverständlich erlaubt.
In diese Gegend namens "La Baroche" führte auch eine zweite Linie, und zwar nach Asuel am Fusse der nördlichsten Jurakette. Zu den längeren Linien gehörend, wurde sie in der Regel von Standardbussen wie diesem Setra 315NF bedient, der sich am 15.9.2011 hier an der Endstation zeigt.
Allerdings entwickelt sich die Region und vor allem das nahe einer Ausfahrt der "Transjurassienne"-Autobahn gelegene Cornol sehr gut; Im Unterdorf dieser Gemeinde war der Setra 315NF am 15.9.2011 inmitten von Neubauten unterwegs. Und das Dorf dürfte in den nächsten Jahren weiter wachsen, zumal eine haushälterische Bodennutzung im Jura noch nicht wirklich angekommen zu sein scheint.
Mit dem neuen Fahrplan hat sich für die Baroche einiges geändert; Asuel wird ab Cornol neu direkt bedient, von Asuel fahren die Kurse weiter über Fregiécourt nach Charmoille, wo sie mit der Linie über Alle zu einem Rundkurs verbunden werden. Praktisch stündlich wird seither auch die kleine Passhöhe "La Malcôte" zwischen Asuel und Cornol bedient, die dieser neue Citaro am 27.8.2012 in Kürze erreichen wird - wie gut sich die Linienführung über die schmale und steile Strasse im Winter bewährt, ist dem Autor (noch) nicht bekannt.
Denn immerhin ist die Linie, nicht zuletzt durch die erweiterte Bedienung von Cornol und Courgenay, so stark frequentiert, dass in Spitzenzeiten grössere Fahrzeuge herhalten müssen. Während am Mittag ein Setra 319NF die Linie über alle fährt, ist er abends mit einem Rundkurs über Courgenay - Asuel - Cornol - Alle - Porrentruy unterwegs. Er hat das Dorf Charmoille gerade aufwärts durchfahren und erreicht auf dem Rückweg die Haltestelle "Eglise" bei der markanten Kirche. Aufnahme am 27.8.2012.
Mittags muss für einen Kurs über Asuel gar ein Gelenkbus herhalten. Am 26.1.2012 erreicht dieser in Kürze die Haltestelle am Zoll...
...wo er mittags auf den Setra 319NF der Linie über Alle trifft. In der Regel ist der Rundkurs so eingerichtet, dass sich die Kurse im Dorf Charmoille kreuzen, um den Schülern einen ausreichenden Mittag zu ermöglichen, warten die Kurse aber um halb eins beide auf der ehemaligen Deponie einige Minuten auf die Rückfahrt.
Eine kurze Satellitenstrecke führt von der SBB-Haltestelle Buix ins kleine Dörfchen Montignez. Hier ist seit 2009 in der Regel Sprinter Nr. 19, ein Fahrzeug mit VDL-Kusters-Aufbau, unterwegs, aufgenommen am 15.9.2011 in Montignez.
In Buix überqueren die Kurse nach Montignez allerdings zuerst einmal das Flüsschen Allaine, das den Grossteil der Ajoie entwässert. Vor dem Bahnübergang im Hintergrund hat übrigens schon mancher Bus wartend den Anschluss nach Porrentruy verpasst...
Nebst dem Wagen der Linie Buix-Montignez befindet sich noch ein Sprinter City 35 für den sonntäglichen PubliCar-Dienst in Porrentruy, während die drei anderen PubliCar-Kleinbusse ausrangiert wurden. In den Sommerferien, wenn die Linien schlechter frequentiert sind (und zwischen Buix und Montignez gar keine Kurse fahren) werden die Kleinbusse allerdings in Porrentruy im Linienverkehr eingesetzt, beispielsweise nach Bressaucourt und Bure. Am 9.8.2012 warten beide Wagen vor der Garage auf den nächsten Einsatz; Die Garage trägt noch die alte Anschrift "ATA" - Autotransports de l'Ajoie.