Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03248.jsonl.gz/531

Als Veganer fällt einem auf, dass die Schulmedizin bei allen positiven Aspekten der veganen Ernährung überaus kritisch ist, jedoch mögliche negative Aspekte sofort als erwiesene Tatsachen hinstellt.
Zum Beispiel wurde die Vermutung, dass Fischkonsum für den gesundheitlichen Vorteil der Mittelmeeranwohner hauptverantwortlich sei, sofort von allen Ernährungsberatern verbreitet. Heute belegen jedoch immer mehr Studien, dass dies voreilig war. Andererseits werden unzählige Studien, welche die Vorteile der veganen Lebensweise bestätigen, weiterhin ignoriert.
Nun kommt jedoch etwas hinzu: Die Basis, auf der die Schulmedizin ihre Entscheide fällt, gerät selbst ins Wanken: ihre «wissenschaftlichen» Studien.
Wie sich in einem Gerichtsverfahren wegen der starken Nebenwirkungen des Medikamentes Vioxx nun herausstellte, bezahlte der Pharmakonzern Merck den medizinischen Fachverlag Elsevier für die Herausgabe einer als unabhängige Fachzeitschrift getarnten Werbeschrift, die vor allem in seinem Interesse «Studien» publizierte. Die Nummer 2 dieser Zeitschrift enthielt 29 Studien. Davon behandelten über 20 Medikamente von Merck (9 davon Vioxx). Alle Studien dienten nur dazu, die Medikamente als harmlos und wirkungsvoll darzustellen.
Es stellte sich danach sogar heraus, dass der Wissenschaftsverlag Elsevier mindestens 5 weitere Fachzeitschriften von Pharmafirmen finanzieren liess.
Elsevier ist nicht irgendein kleiner Verlag, sondern derjenige, der die medizinische Fachliteratur praktisch beherrscht. Unter anderem ist er auch Herausgeber von «The Lancet», «The American Journal of Medicine», «European Journal of Cancer», «Epidemics» und rund 800 weiterer medizinischer Fachpublikationen. Er informiert so die medizinische Fachwelt über neuste Erkenntnisse der Medizin.
Dieser Skandal bringt die Basis der Schulmedizin, ihre «wissenschaftlichen» Studien, ins Wanken. Dennoch hörte man davon erstaunlich wenig in den Massenmedien.
Im Jahre 2007 machte Elsevier einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Das Geschäft lohnt sich ganz offensichtlich nicht nur für die Pharmafirmen.
Fazit: Nur weil eine Studie in einer renommierten Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, heisst dies noch lange nicht, dass deren Inhalt auch wissenschaftlich haltbar ist. Ohne Informationen zu den Geldgebern einer Studie kann sie kaum von einem reinen Werbeartikel unterschieden werden. Dies muss vor allem beachtet werden, wenn in den Massenmedien über eine neue Studie berichtet wird.
- Peter Mühlbauer: Elsevier-Skandal weitet sich aus, telepolis, 15.5.2009, online.