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Die EU teile ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Organisation und Durchführung der Wahl, teilte der EU-Chefdiplomat Josep Borrell am Donnerstag am Rande eines Aussenministertreffens im spanischen Toledo mit. Gewalt sei aber nicht der richtige Weg, um sicherzustellen, dass der Wille des Volkes respektiert werde.
«Die Herausforderungen, vor denen Gabun steht, müssen unter Wahrung der Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit, der verfassungsmässigen Ordnung und der Demokratie angegangen werden», erklärte Borrell. Der Frieden und der Wohlstand des Landes sowie die regionale Stabilität hingen davon ab.
Am Mittwoch hatte das Militär in Gabun die Machtübernahme und Absetzung der seit Jahrzehnten autokratisch regierenden Bongo-Familie verkündet, nachdem Ali Bongo nach offiziellem Ergebnis einer Wahl vom Wochenende für eine dritte Amtszeit gewählt worden sein soll. Als neuen Machthaber benannten die Putschisten den Chef der Präsidentengarde, Brice Clotaire Oligui Nguema.
Vor dem Putsch waren erhebliche Zweifel daran geäussert worden, ob die Wahlen in dem zentralafrikanischen Land an der Atlantikküste unabhängig, frei und fair abliefen. Der mehr als 50 Jahre lang autokratisch regierenden Bongo-Familie wird seit langem Korruption vorgeworfen. Sie gilt Berichten zufolge als eine der reichsten Familien der Welt und soll gemäss der Nichtregierungsorganisation Transparency International Dutzende Residenzen in Frankreich im Wert von vielen Millionen Euro besitzen. Die rund 2,3 Millionen Einwohner Gabuns leben trotz Öl-Reichtums grösstenteils in Armut.
Erst vor knapp einem Monat hatte die Präsidentengarde im Niger den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum abgesetzt. Zuvor hatte auch in Mali und Burkina Faso, die ebenfalls in der Sahelzone liegen, das Militär die Macht übernommen.