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Klassische Ansätze der Organisationstheorie
Im vorliegenden Beitrag geht es um die Verhaltensweisen und die Strukturen von Betrieben in ihrem unternehmerischen Umfeld.
Dazu ist es gut zu wissen, womit sich organisationstheoretische Erklärungsansätze befassen, was sie hinterfragen.
Wie oben kurz angedeutet, beschäftigen sich die organisationstheoretischen Erklärungsansätze im Wesentlichen mit drei Aspekten:
- den Verhaltensweisen
- den Strukturen
- und insbesondere den Verhaltensweisen von Unternehmen
Organisationstheorie und ihre Entstehung
Die nachfolgend betrachteten Erkenntnisse sind die ersten Ansätze zur Organisationstheorie. Sie werden auch als klassische Ansätze bezeichnet und erklären, warum überhaupt Unternehmen gebildet werden, wie diese funktionieren und wie sie geführt werden können.
Für das Marketing haben diese Ansätze zwar nur auf bestimmtem Gebiet eine gewisse Relevanz, dennoch ist es auch für Marketingabteilungen sehr sinnvoll, sich mit den grundlegenden organisationstheoretischen Ansätzen einmal auseinanderzusetzen.
Die Managementlehre
Mit dem Fortschreiten der Industrialisierung in den westlichen Staaten entwickelte sich die Managementlehre. Ziel ist es, Managern konkrete Leitfäden an die Hand zu geben, um mit diesen begründeten Regeln Entscheidungen leichter treffen zu können.
Die ersten Theorien befassten sich noch damit, wie Fabriken gestaltet sein sollten, damit die Produktion effektiv gewährleistet werden konnte. So wurden im Rahmen der Managementlehre Vorschriften zur Arbeitsteilung aufgestellt. Ebenso wurde der Einsatz der Arbeiter mit ihrer jeweiligen Qualifikation abgeglichen und optimiert.
Erste Arbeiten dazu wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. Anfang des 20. Jahrhunderts gewannen Erkenntnisse zur Organisation des Unternehmens an Bedeutung, sie wurden mehr und mehr in den Mittelpunkt gestellt.
Der Fokus dieser neueren Abhandlungen richtet sich darauf, wie man Verwaltungsabläufe in Unternehmen am günstigsten formalisieren kann.
Der Administrationsansatz
Die von Fayol (1916) entwickelte Administrationstheorie beschäftigt sich tiefgehend mit der Organisation in Unternehmen. Der Wissenschaftler stellte allgemeine Ordnungsprinzipien auf, so z. B. Arbeitsteilung, Disziplin, Einheit der Leitung und Belegschaft.
Darüber hinaus formulierte er normative Aussagen, was eine gute Führung ausmacht. Sind in den unteren Hierarchieebenen eines Betriebes die fachlichen Qualifikationen der Mitarbeiter entscheidend, bestimmen in den oberen Etagen eher die verwaltungsbezogenen Fähigkeiten des Menschen über seinen Erfolg und damit den der Firma.
Schließlich definierte Fayol 5 Elemente guter Betriebsführung:
- Vorausschau
- Organisation
- Befehl
- Koordination
- Kontrolle
Fayol war der Erste, der die Funktion des Managements in ein Konzept fasste und Prinzipien guter Führung herausarbeitete. Auf der Grundlage seiner Ergebnisse können für heutige Unternehmen Gestaltungsempfehlungen abgeleitet werden.
Der Taylorismus
Etwa zur selben Zeit forschte Frederick Winslow Taylor zu den Methoden, die dazu führen, ein Unternehmen zu rationalisieren. Taylor führte das Modell des „Scientific Managements“ ein, heutzutage verbreitet unter den Namen Taylorismus zu finden.
Er führte Untersuchungen insbesondere zur Arbeitswissenschaft. Mit Hilfe von Zeit- und Bewegungsstudien analysierte er Arbeitsabläufe und suchte akribisch nach Rationalisierungspotenzialen.
Der Forscher stellte dabei die folgenden Organisationsprinzipien auf:
- Trennung von Hand- und Kopfarbeit
- Arbeitspensum und -bonus
- Auswahl und Anpassung der Arbeiter
- Spezialisierung auch auf der Ebene der Vorgesetzten
Der Taylorismus wurde später im Besonderen aufgrund der negativen Auswirkungen – durch die monotonen und simplen Aufgaben und die damit einhergehende Unzufriedenheit der Beschäftigten – kritisiert.
Auch das von Taylor entwickelte Menschenbild war häufiger Kritikpunkt. Er war der Meinung, Menschen seien meistens nur sehr wenig motiviert, bequem, würden nur so viel arbeiten, wie unbedinngt nötig.
Der Human-Relations-Ansatz
Im Gegensatz zum Taylorismus, der die Zufriedenheit der Mitarbeiter weit in den Hintergrund rückte, versuchte der Human-Relations-Ansatz, die Angestellten mehr in den Mittelpunkt zu stellen. Im Rahmen dieses Modells wurde untersucht, ob die menschlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Mitarbeitern, ihre Zufriedenheit sowie die Motivation einen Einfluss auf die zu erbringende Arbeitsleistung haben.
Dabei wurde festgestellt, dass persönliche Beziehungen einen ganz ausserordentlich Einfluss auf die Produktivität der Mitarbeiter haben. Im Rahmen dieses Ansatz versuchte man, stärker auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen – und dadurch ebenfalls eine Produktionssteigerung zu erzielen.
Der Ansatz zur Bürokratie
In den 20er-Jahren wurde dieser Ansatz von Weber vorgestellt, übrigens als einer der ersten Ansätze der Organisationstheorie. In diesem Modell erklärt Weber, wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts grosse Unternehmen entstanden sind und vor allem, wie diese funktionierten.
Die zentrale These des Bürokratieansatzes stellt die Einführung der Bürokratie als die effizienteste Form der Organisation auf. Begründet wird, dass das Entstehen von grossen Unternehmen dadurch begünstigt war.
Dieser Organisationsform liegt die legale Herrschaft zugrunde, welche auf rational geschaffenen, verständlichen Regeln aufbaut.
Die Bürokratie lässt sich durch folgende Merkmale charakterisieren:
Regelgebundenheit: Das Handeln der Mitarbeiter ist an Regeln gebunden. Im besten Falle gibt es für jede Entscheidungssituation eine entsprechende Regel
Amtshierarchie: Sämtliche Weisungs- und Kontrollbefugnisse sind ohne die Möglichkeit zur Willkür klar geregelt – in hierarchisch über- bzw. untergeordneten Stellen
Spezialisierung: Räumliche wie auch die sachliche Kompetenzen sind zwischen den Stellen deutlich verteilt und voneinander abgegrenzt
Aktenmässigkeit: Interne und externe Kommunikation erfolgen in schriftlicher Form, d. h. Entscheidungen werden schriftlich dokumentiert
Aufstieg durch fachliche Kompetenz: Infolge eigener Fähigkeiten und Fachwissen kann jeder Mitarbeiter in einem Unternehmen aufsteigen; keine Standesprivilegien oder Ähnliches
Eine sehr wichtige Aussage dieses Ansatzes ist, dass sich bürokratisch geführte Unternehmen berechenbar verhalten. Infolge der Regelgebundenheit und der Amtshierarchie müssen sich Firmen an bestimmten Organisationsregeln und -strukturen orientieren. Auf die Weise lassen sich theoretisch sogar Entscheidungen bzw. das Verhalten von Unternehmen vorhersagen.
Nach Webers Erkenntnissen sind die wirklich grossen Unternehmen aufgrund der überlegeneren Organisationsform, nämlich der Bürokratie, entstanden.
Originalartikel erschienen auf my-business-blog.de
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