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FAQ: Das SOS-Kinderdorf
Bevor SOS-Kinderdorf in einem neuen Land aktiv wird, werden mehrere Machbarkeits- und Bedarfsstudien durchgeführt. Zusätzlich wird auch geprüft, ob es SOS-Kinderdorf möglich sein wird, einen wertvollen, unterstützenden Beitrag bei der Betreuung von Kindern in Not zu leisten.
Abschließend muss ein Übereinkommen mit der Regierung vereinbart werden, in dem die Grundpfeiler der Zusammenarbeit festgelegt werden (Kinderbetreuungskonzept, Kriterien für die Aufnahme der Kinder, steuerrechtliche Angelegenheiten, Fragen bezüglich geeigneter Grundstücke, etc.).
Finanzielle und logistische Aspekte der Durchführbarkeit müssen ebenfalls geprüft werden. Erst dann kann die tatsächliche Errichtung eines SOS-Kinderdorfes in Angriff genommen werden, vorausgesetzt ein geeignetes Grundstück in einer besonders bedürftigen Gegend steht zur Verfügung.
Es werden alle Anstrengungen unternommen, sicherzustellen, dass es sich bei den Kindern, die in eine SOS-Kinderdorf-Familie aufgenommen werden, um jene handelt, denen die Betreuung durch SOS-Kinderdorf in größtem Maße zugute kommt. Die Aufnahme in eine SOS-Kinderdorf-Familie wird nur für jene Kinder in Betracht gezogen, die ein neues zu Hause in einem beständigen Familienumfeld benötigen und für die es keine andere Möglichkeit einer angebrachten Betreuung gibt. Im Allgemeinen werden Kinder bis zu einem Alter von 10 Jahren aufgenommen. In Falle von Geschwistergruppen können einzelne Kinder jedoch auch älter sein.
Der nationale SOS-Kinderdorfverein definiert die Aufnahmekriterien nach Maßgabe der von SOS-Kinderdorf International festgelegten Richtlinien und unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen, sozialen und rechtlichen Lage im Land.
Ob ein Kind aufgenommen wird, entscheidet ein Komitee bestehend aus dem Dorfleiter, einer SOS-Kinderdorf-Mutter, einem Sozialarbeiter und gegebenenfalls dem nationalen Direktor in Zusammenarbeit mit den Behörden. Das Komitee überprüft, ob der physische bzw. psychische Zustand eines Kindes seine Aufnahme in ein SOS-Kinderdorf erlaubt bzw. ob eine langfristige Unterbringung in einem SOS-Kinderdorf tatsächlich nötig ist. Sollten Geschwister des Kindes Betreuung benötigen, werden sie ebenfalls im SOS-Kinderdorf aufgenommen.
Familien in Industriestaaten sind für gewöhnlich kleiner als jene in Entwicklungsländern. Im Schnitt leben in einer SOS-Kinderdorf-Familie in einem Industrieland vier bis sechs Kinder während in Familien in Entwicklungsländern üblicherweise sieben bis zehn Kinder leben.
Im Gegensatz zu vielen Kinderbetreuungseinrichtungen anderer Organisationen, werden in einem SOS-Kinderdorf Geschwister nicht von einander getrennt. Daher kann es vorkommen, dass in manchen Familien vorübergehend mehr Kinder leben.
Für das Ausscheiden aus einem SOS-Kinderdorf wurde kein bestimmtes Alter festgesetzt. Normalerweise werden die Kinder von SOS-Kinderdorf so lange betreut bis sie in der Lage sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen bzw. ihre schulische oder berufliche Ausbildung abgeschlossen haben und selbst für sich sorgen können.