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Zwangsstörung
Bei der Zwangsstörung haben Betroffene den unkontrollierbaren Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Dem Zwang nachzugehen, kostet nicht nur viel Zeit, sondern bedeutet auch den Verlust von Lebensqualität.
Menschen, die an einer Zwangsstörung leiden, können Stunden damit verbringen, sich die Hände zu waschen, zu duschen, an Krankheitserreger zu denken, Türschlösser zu kontrollieren oder in der Küche alle Geräte akkurat zu sortieren. Wenn diese ritualisierten Zwangsgedanken oder -handlungen nicht ausgeführt werden können, leiden die Betroffenen unter Angst, die bis zur Panik führen kann. Im täglichen Leben kostet das viel Zeit und Energie und zieht deshalb oft auch das Privat- und Berufsleben in Mitleidenschaft.
Es werden zwei Formen der Zwangsstörung unterschieden. Die Zwangshandlungen und die Zwangsgedanken. Bei Letzteren drängen sich den Betroffenen wiederholt Bilder oder Impulse auf, die Angst auslösen, Ekel hervorrufen oder als unmoralisch und verwerflich empfunden werden können. Im Gegensatz dazu gründen Zwangshandlungen auf einem intensiven Drang, bestimmte Handlungen vornehmen zu müssen. Durch das Ausführen der Handlungen erleben Betroffene ein Gefühl von Kontrolle über etwas, das häufig gar nicht in einem Zusammenhang mit der Handlung selbst gebracht werden kann, so wird zum Beispiel permanent Holz angefasst, um schlimme Ereignisse abzuwenden.
Mögliche Symptome für Zwangsgedanken
- Befürchtungen, ständig etwas Falsches gemacht zu haben
- Angsteinflössende Impulse, die den eigenen Bedürfnissen oft widersprechen (Tötungs-/Selbstverletzungszwang)
- Dauerndes Verweilen in bestimmte Gedanken
- Entscheidungsunfähigkeit
Mögliche Symptome für Zwangshandlungen
- Unkontrolliertes Verlangen nach Sauberkeit und Hygiene (Waschzwang)
- Ständige Überprüfung bestimmter Dinge
- Ausgeprägtes Bedürfnis nach Symmetrie, Ordnung und Gleichgewicht
- Ausführen von Handlungen in ganz bestimmter Anzahl
Als Krankheit erkennen
Rund 3% der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Leben an einer Zwangsstörung. Die Erkrankung beginnt meist schon im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter vor dem 30. Lebensjahr. Sie verläuft in vielen Fällen zuerst langsam zunehmend und verschlimmert sich dann stetig. Wegen diesem schleichenden Verlauf werden die Symptome oft weder von den Betroffenen selbst, noch vom Umfeld als krankhaft eingestuft. Zwangsstörungen bleiben deshalb leider in den meisten Fällen unerkannt und eine richtige Behandlung bleibt aus.