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Der Tote Christus
Die Statue des Toten Christus, die in der Prozession mitgetragen wird, ist eine bemalte, mit Stuckaturen verzierte Holzstatue von einem unbekannten Künstler. Laut einem Dokument aus dem Jahre 1795 liess man die Statue 1670 schnitzen und 1723 neu bemalen; sie war damals in Besitz der Gemeinde, wurde jedoch in der Kirche San Giovanni aufbewahrt; ihre barocke Herkunft zeigt sich in grausamen Details wie den Wunden in grellem Rot, die durch die Geisselung und die Lanze, die laut dem Evangelium den Brustkorb von Jesus durchbohrte, herrührten. Heute kann man nicht mehr wissen, wann in der Brust der Figur ein kleines Reliquiar mit einem Splitter des echten Kreuzes eingefügt wurde, das manche Gläubige küssen, wenn es vor der Prozession in der Kirche ausgestellt ist.
Früher wurde Christus auf einer Bahre, die mit schwarzem Samt bedeckt war, durch die Strassen der Ortschaft getragen; die Träger waren vier Diakone in Dalmatika, umgeben von sechs Brüdern der Schmerzensreichen Jungfrau; voran schritten sechs Kleriker im Chorrock mit einer Fackel (den grossen, doppelten oder dreifachen Kerzen), umringt von weiteren acht Brüdern mit den von Bagutti gemalten "Vasen-"Laternen. Heutzutage ist der Samt, auf dem der Körper des Retters ruht, rot, (entsprechend der modernen Farbe der heiligen Parameter in der Passionszeit, nach fast 2000 Jahren schwarz), während das Tragen der Statue Laien übertragen ist, die Trauerkleidung tragen (Schwarzer Anzug und schwarze Krawatte, darunter ein weisses Hemd und weisse Handschuhe).
Mit Sicherheit nach 1898, aber vermutlich bereits ab ungefähr 1940 kamen zur Gruppe um den toten Christus weitere Figuren in Form einiger römischer Soldaten und zweier bereits bei der Funziun di Giüdee anwesender Personen, Joseph von Arimatäa und Nikodemus, hinzu. Sie kümmerten sich um den Transport des Leichnams des Messias zum Heiligen Grab und um die Bestattungsriten für seine Beerdigung nach den jüdischen Bräuchen dieser Zeit. Eine Ergänzung, die nicht zu dem eher religiösen Charakter und der feierlichen Atmosphäre der Karfreitagsprozession im Vergleich zur eher volkstümlichen und spektakulären vom Vortag passt.