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Der Baram Peace Park
Zusammen mit dem Bruno Manser Fonds initiierten die Penan 2009 die Idee eines Regenwaldparks im Norden von Sarawak. Seither hat sich die Idee weiterentwickelt, so dass heute auch die benachbarten Ethnien der Kenyah, Saban und Kelabit dabei sind. Regenwaldschutz, nachhaltige Einkommensmöglichkeiten und Indigenenrechte sollen Hand in Hand gehen und die Dörfer sollen aktiv bei der Ausgestaltung und Verwaltung des Parks beteiligt sein. Die Verhandlungen zwischen der Regierung von Sarawak und den Dörfern laufen seit 2017.
Die Idee
Der Baram Peace Park wurde 2009 – damals unter dem Namen Penan Peace Park – von 19 Penan-Dörfern als Vision ins Leben gerufen, um den Wald vor der Abholzung zu schützen und ihre Landrechte zu verteidigen. Während das Projekt ursprünglich auf Ablehnung durch die Regierung gestossen war, wendete sich das Blatt 2014: Der damalige Regierungschef von Sarawak, Adenan Satem, überraschte mit klaren Aussagen für den Waldschutz und unterstützte die Idee des Parks. Heute sind neben den Penan auch Kenyah-, Saban- und Kelabit-Dörfer Teil des Parks der eine Grösse von 2800km2 als Ziel anstrebt.
Der Schutz der Natur und des kulturellen Erbes sowie eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, das Recht auf Selbstbestimmung und die Teilnahme an Entscheidungen sind die Hauptpfeiler des Parks. Ökonomische Bedürfnisse der Lokalbevölkerung müssen einbezogen werden, wenn ein Naturschutzprojekt erfolgreich sein soll. Regenwaldschutz und indigene Mitbestimmung sind keine Gegensätze.
Seit 2017 wird mit der Regierung verhandelt. Die lokalen Organisationen, Keruan und SAVE Rivers, führen die Verhandlungen mit der Regierung über die Ausgestaltung an. Der Bruno Manser Fonds begleitet den Prozess. Mit regelmässigen Konsultationen in den Dörfern soll zudem sichergestellt werden, dass die Interessen aller beteiligten Dörfer gewahrt werden.
4 Projektpfeiler
Der Baram Peace Park ist vier Prinzipien und Projektbereichen verpflichtet, die eine Grundbedingung für die Etablierung eines Parks in der Region sind:
1. Schutz der Natur
Der Regenwald Borneos gehört zu den artenreichsten und zugleich gefährdetsten der Welt. Sarawak weist nur noch ein Zehntel seines ursprünglichen Primärwaldbestandes auf. Das 2800km2 grosse Gebiet des Baram Peace Parks verfügt über einen der letzten zusammenhängenden Primärwälder Sarawaks. Die indigene Lebensweise hängt bis heute stark von intakten Wäldern ab. Diese Primärwälder sollen erhalten werden, aber auch die Sekundärwälder sollen sich dank nachhaltigen Landwirtschaftspraktiken und gutem Management erholen können.
2. Schutz des kulturellen Erbes
Die Indigenen des Oberen Barams besitzen eine reiche Kultur, die traditionell mündlich überliefert wurde. Es ist ein Anliegen der Dörfer, ihre Traditionen und Sprachen nicht zu verlieren und durch den Austausch mit anderen Dörfern und den jüngeren Generationen aufrechtzuerhalten und zu dokumentieren.
3. Nachhaltige Entwicklung
Um eine nachhaltige Nutzung des Regenwaldes zu ermöglichen, werden alternative Einkommensquellen wie der Tourismus oder die nachhaltige Landwirtschaft entwickelt. Es gilt, eine echte Alternative zur Abholzungs- und Plantagenwirtschaft zu bieten und nachhaltige Projekte zu fördern.
4. Indigene Beteiligung
Das Recht der indigenen Bevölkerung auf vorherige, freie und informierte Zustimmung ist eine Grundlage des Parks. Die Beteiligung der Indigenen soll sich aber nicht auf ein Ja oder Nein beschränken. Ihre Wünsche sollen die Ausgestaltung des Projekts prägen. So sollen die indigenen Dörfer in allen Phasen des Projekts an Entscheidungen beteiligt werden und auch in die Verwaltungsstrukturen eingebunden sein.
Bedeutung des Baram Peace Parks
Der Baram Peace Parks ist bedeutsam für die Penan, Kenyah, Kelabit und Saban aber auch bahnbrechend für Sarawak: Der Friedenspark symbolisiert nämlich eine alternative Vision für Sarawak, einen Teilstaat Malaysias, der bekannt ist für seine Umweltvergehen und die Missachtung der Rechte seiner indigenen Bevölkerung. Der Baram Peace Park tritt an, um zu beweisen, dass Umweltschutz, ökonomische Perspektiven und Indigenenrechte miteinander vereinbar sind.