Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03314.jsonl.gz/1633

Der Brei wird mit frischer Chlorcalciumlösung einem Schlämmprozeß unterworfen und die Lösung, welche vorher wiederholt
zum Löschen von Kalk dienen kann, in entsprechender Menge mit der Chlormagnesiumlauge aus der Chlorkaliumfabrikation
versetzt. Der frei werdende Kalk fällt das in dieser enthaltene Eisenoxyd, das Chlorcalcium die Schwefelsäure
[* 6] als Gips.
[* 7] Die
so gereinigte Chlormagnesiumlösung wird schließlich mit dem Hauptteil der Calciumoxychloridlösung vermischt, wobei sich
eisen- und thonerdefreie Magnesia ausscheidet.
Nach Ramdohr wird Chlormagnesium bei Anwendung einer oxydierenden Flamme
[* 8] und hoch überhitzten Wasserdampfs
vollständig in und Salzsäure zerlegt. Man soll auf diese Weise reine und eine Salzsäure von 21° B. gewinnen. Wird Chlormagnesiumlösung
bis auf 40-50° B. verdampft, mit 4-10 Proz. Magnesit versetzt und unter Überleitung von Luft auf Rotglut erhitzt, so entweicht
Salzsäure, und man erhält als Rückstand ein Magnesiumoxychlorid, welches durch Erhitzen mit Wasser in
und Chlormagnesium zerlegt wird. Die von der Firma Ramdohr, Blumenthal u. Komp. dargestellte Magnesia wird zum großen Teil von der
Firma Vygen u. Komp. in Duisburg
[* 9] auf Ziegel verarbeitet, welche sich durch sehr große Härte und
¶
mehr
Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einflüsse sowie selbstverständlich durch größte Feuerbeständigkeit auszeichnen.
Die Steine sind scharf und genau in der Form, dunkelgelb, vom spez. Gew. 2,9-3,0.
Sinterungsmittel sind für Magnesiaziegel nicht erforderlich, sobald man sie bei höchster Weißglut fertig brennt. Rührt
man stark gebrannte Magnesia mit Wasser an, so erhärtet sie nach Art der Zemente (s. Zement); ein Gemisch von
gebrannter Magnesia mit Kreide- oder Marmorpulver gibt, mit Wasser angerührt, einige Zeit dem Wasser ausgesetzt, eine marmorartige,
außerordentlich harte Masse.