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Ich bin zu Gast in einer anderen Kirche und befinde mich im hintersten linken Viertel des Saales. Rund um mich herum sitzen grauhaarige Menschen. Vorne rechts singt und spielt eine achtköpfige Band einige schöne Lieder. Ich bin zu Tränen gerührt. (Im Hinterkopf taucht die Frage auf, ob diese Tränen wohl von der anstrengenden Woche her rühren. Doch ich wische den Gedanken weg, es könnte ja auch Gott sein, der zu mir spricht.) Ein sechsmonatiges Kind wird eingesegnet. Eine Diashow, eine kurze Ansprache, vier längere Gebete. Das Kind soll möglichst früh eine Entscheidung für Jesus treffen. Gott soll ihm helfen die richtigen Freunde zu finden. (Meine Frau flüstert mir zu: „Manchmal müssten auch die Eltern dabei helfen.“) Nach fünfzig Minuten beginnt die Predigt, die respektable 40 Minuten dauert. (Der Sprechende hat sich bloss dreimal für die Länge entschuldigt.) Die Worte nehmen mich emotional mit, ich bin gedanklich ganz dabei. Das ist ein gutes Anzeichen. Der Titel: „Was man von A. (dem eingesegneten Kind) und anderen lernen kann“. Der Predigt liegt der Text aus Markus 10,13-16 zugrunde. Die Jünger weisen die Eltern, die zu Jesus kommen möchten, zurück. Jesus weist seine Jünger zurecht und sagt ihnen, dass sie wie Kinder werden müssten, um ins Reich Gottes eingehen zu können. Er nimmt die Kinder zu sich und segnet sie.
Hier geht es zum kurzen Aufsatz Papa in der Kirche.