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ETH-Forschende finden eine Genmutation, welche die Spermien von Ebern verkümmern lässt. Die Entdeckung hilft Schweinezüchtern, Tiere mit diesem Gendefekt in Zukunft von der Zucht auszuschliessen.
Dank den neuen Erkenntnissen können die Schweinezüchter nun die Zuchteber gezielt auf diese Mutation hin untersuchen lassen. Das klingt zwar nach einer überflüssigen Untersuchung, da deformierte Spermien eigentlich unter dem Mikroskop erkennbar sind.
Die Sache hat jedoch einen Haken. Wie Menschen auch haben Schweine einen doppelten Chromosomensatz, einen mütterlichen und einen väterlichen. Alle Gene liegen also in zweifacher Ausführung vor. Ist nun nur eine der Genkopien von der Mutation betroffen, wirkt sich dies nicht auf den Spermienschwanz aus. Man bemerkt den Gendefekt also nicht. Erst wenn beide Genkopien dieselbe Mutation aufweisen, dann wirkt sich dies negativ auf das entsprechende Merkmal aus. Genetiker nennen das einen rezessiven Erbgang.
Dank der genetischen Untersuchung können Züchter frühzeitig Eber und Sauen innerhalb des Bestands identifizieren, die mindestens eine «schlechte» Genkopie haben. Um zu verhindern, dass sich die Mutation weiterverbreitet, werden solche Tiere für die Weiterzucht nicht mehr verwendet.
Die Mutation betrifft ein Gen, welches den Bauplan für ein Protein darstellt, das am Aufbau des Spermienschwanzes beteiligt ist. Aufgrund der Mutation ist die Produktion des fraglichen Proteins fehlerhaft; das resultierende Protein ist zu kurz und somit nicht funktional. Der Spermienschwanz kann nicht korrekt ausgebildet werden.