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Nach ungewöhnlich starken Regenfällen traten drei Flüsse in der Region Mocoa über die Ufer. Die mit Schlamm und Geröll angereicherten Wassermassen überfluteten grosse Teile der Stadt Mocoa im Südwesten Kolumbiens und forderten bis jetzt mehr als 250 Tote.
Mocoa, die Hauptstadt des Departements Putumayo, ist in der Nacht auf Samstag von Wasser- und Schlammlawinen überflutet worden. Zuvor gingen innert eines Tages Niederschläge im Umfang von rund einem Drittel der monatlichen Regenmenge nieder. Dies liess den Fluss Mocoa und die drei Zuflüsse in der Umgebung über die Ufer treten und überraschte die Bevölkerung mitten in der Nacht. Die Katastrophe war nach Einschätzungen von Experten unvorhersehbar, hätte aber wohl durch bessere Städteplanung abgeschwächt werden können. Die rund 50‘000 Einwohner zählende Stadt hat bis anhin nach offiziellen Angaben 254 Todesopfer zu beklagen, darunter 43 Kinder. Etliche Personen gelten noch als vermisst.
Das kolumbianische Rote Kreuz ist vor Ort im Einsatz. Präsident Juan Manuel Santos rief den Notstand aus und reiste umgehend nach Mocoa. Die Behörden richteten einen Krisenstab ein, Militär, Polizei und Rettungskräfte suchen unermüdlich nach den Vermissten. Die abgelegene Stadt an der Grenze zum Kolumbianischen Amazonas war zeitweise komplett von der Aussenwelt abgeschnitten. Durch die enorme Gewalt der Wassermassen – der Pegel war zeitweise über 4 Meter hoch – wurden sieben Brücken beschädigt, zwei wurden komplett weggerissen. Durch die fehlende Versorgung mit Medikamenten und Trinkwasser steigt zudem die Angst vor Seuchen.
Neben der Regierung um Präsident Santos, der den Wiederaufbau versprach, hat Chinas Präsidenten Xi Jinping eine Million Dollar Soforthilfe bereitgestellt. Zudem haben auch die FARC Rebellen, deren geplante Entwaffnung bis Ende Mai abgeschlossen sein soll, ihre Hilfe beim Wiederaufbau von Mocao angeboten.
Die Projekte von Horyzon in Kolumbien sind von der Katastrophe nicht betroffen.
Quellen:
- Mehr als 200 Personen kommen in Schlammlawine um (Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2017)
- Farc-Guerilla bietet Hilfe beim Wiederaufbau an (Tages Anzeiger, 03.04.2017)
- Schlamm-Katastrophe: Kolumbiens Präsident verspricht Wiederaufbau – und dankt China (Watson, 03.04.2017)
- Eine Stadt unter Schlamm und Wasser (Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2017)
Bild: rcnradio.com