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Unsere Blase dient dazu, den in der Niere produzierten Harn zu speichern. Zwei Harnleiter transportieren den Harn fortlaufend von der Niere in die Harnblase. Diese fasst ein Volumen von 600 bis 1000 Milliliter Flüssigkeit. Bei zunehmender Füllung dehnt sich die muskulöse Wand der Blase. Dehnungssensoren werden erregt und bewirken einen zunehmenden Harndrang. Erst durch willkürliche Entspannung des Schliessmuskels kann sich der Harn durch die Harnröhre entleeren.
Eine Harnblasenentzündung – der Fachausdruck lautet Zystitis – entsteht meist durch Bakterien, die aus dem Darm über die Harnröhre in die Blase gelangen. Eine leichte Blasenentzündung wird umgangssprachlich auch als Blasenkatarrh bezeichnet. Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten (kurze Harnröhre nahe am Darmausgang) leiden Frauen häufiger an Blasenentzündungen. Doch gelegentlich können auch Säuglinge und Kleinkinder betroffen sein, denn eng anliegende Windeln sind ein idealer Nährboden für Bakterien. Bei Männern tritt eine Zystitis seltener und meist in Zusammenhang mit Prostatabeschwerden auf, da hier der Harnabfluss aus der Blase erschwert ist.
Folgende Beschwerden können bei einer Blasenentzündung auftreten:
Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung tritt in der Regel kein Fieber auf, und der Allgemeinzustand ist gut. Die Infektion kann innerhalb weniger Tage bis Wochen auch spontan, ohne Behandlung, abheilen.
Speziell bei häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen können vom Arzt bestimmte Antibiotika sowie Arzneimittel, die den Harn ansäuern, verschrieben werden. Bei Frauen nach der Menopause helfen oft Östrogene. Auf pflanzlicher Basis gibt es zum Beispiel Cranberryextrakt. Die dort enthaltenen Wirkstoffe helfen, dass sich die Bakterien nur schwer an die Blasenschleimhaut anheften und deshalb leichter ausgespült werden können.
Allgemein gilt: täglich etwa zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, nach dem Toilettengang von vorne nach hinten reinigen, nach jedem Geschlechtsverkehr die Blase möglichst rasch entleeren, keine übertriebene Intimhygiene praktizieren und sich konsequent vor Unterkühlung schützen.
Bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung heisst es viel trinken, damit das Harnwegssystem gut durchgespült wird. Pflanzliche Wirkstoffe, zum Beispiel in Form von Tees, Dragées oder Tropfen, unterstützen die Trinktherapie effektiv. Dazu gehören etwa Extrakte aus Bärentrauben-, Brennnessel- oder Birkenblättern, die vor allem entwässernd, ausschwemmend und entzündungshemmend wirken.
In manchen Fällen helfen auch Antibiotika schnell und effektiv. Dabei ist unbedingt die vorgeschriebene Behandlungszeit einzuhalten, selbst wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind. Heute empfiehlt man Antibiotika jedoch viel seltener als früher, da die Heilung oft auch ohne sie gelingt.
Eine Blasenentzündung sollte immer bis zur völligen Beschwerdefreiheit behandelt werden. Sonst besteht die Gefahr, dass sich die Infektion bis in die oberen Harnwege ausbreitet. Schlimmstenfalls kann sich aus einer zunächst harmlosen Zystitis eine Nierenbeckenentzündung entwickeln. Diese ist sehr schmerzhaft und kann Komplikationen nach sich ziehen.
Für Frau gilt: Tritt nach drei Tagen keine Besserung ein oder leidet sie unter hohem Fieber, Schmerzen in der Nierengegend oder einem schweren Krankheitsgefühl, das mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann, sollte sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren. Auch Blut im Urin ist ein Alarmzeichen. Männer und Kinder mit Verdacht auf eine Blasenentzündung gehören direkt in ärztliche Behandlung.