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Sportschiessen
Sportschiessen oder auch Schiesssport ist international der sportliche Umgang mit Schusswaffen oder Bogenwaffen (Armbrust, Bogen). Sportliches Schiessen bedeutet Schiessen nach bestimmten Regeln,
die Waffe wird dabei – entgegen ihrem militärischen oder jagdlichen Ursprung – als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten. Schiesssport wird
oftmals auch als Präzisionssport bezeichnet.
Grundzüge des Sports
Aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht in der Schweiz und der Tatsache, dass die dieser Pflicht nachkommenden Männer (sowie die freiwillig Militärdienst leistenden Frauen), ihre persönliche Waffe (Sturmgewehr oder Ordonnanzpistole) bei sich zu Hause aufbewahren und diese nach Ende der aktiven Wehrpflicht unter gewissen Voraussetzungen als Eigentum oder als Leihwaffe übertragen bekommen können, ist das sportliche Schießen mit diesen Militärwaffen (Ordonnanzwaffen) in der Schweiz sehr verbreitet. Aber auch schon bevor man in das Alter der Wehrpflicht und damit in den Besitz einer persönlichen Waffe kommt (20. Altersjahr), kann man an Jungschützenkursen bei ausgebildeten Jungschützenleitern in vielen Schützenvereinen den Umgang mit der Ordonnanzwaffe (Sturmgewehr 90 oder der Armeepistole 75) erlernen und auch bereits an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen. Neben diesem sportlichen Schiessen mit Ordonnanzwaffen, nehmen an den Wettkämpfen auch Schützen mit reinen Sportwaffen teil, also ohne militärischen oder polizeilichen Ursprungs, meist in eigenen Kategorien oder gar in eigenen Wettkämpfen. Es werden meist auch Alterskategorien gebildet. Männer und Frauen treten jedoch in den Wettkämpfen ohne Unterschiede gegeneinander an, das heisst es gibt keine separaten Ranglisten für Frauen und Männer mehr.
Schweizer Schiesssportverband (SSV)
Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) bildet und betreibt Sportförderung mit diversen Sportgeräten auf verschiedene Distanzen. Jugendliche werden dabei in der Regel auf den 10m Disziplinen
mit den Luftdruck-Gewehren oder Luftdruck-Pistolen an den Schiesssport herangeführt. Diese beiden Disziplinen sind olympisch und werden dementsprechend auch als Spitzensport betrieben.
National wird meistens während der Wintermonate auf 10m Sport betrieben, da hier die entsprechenden Indoor-Sportstätten zur Verfügung stehen. International werden an Weltcups die 10m Disziplinen ganzjährig durchgeführt.
Die 25m, 50m und 300m Disziplinen hingegen finden in der Regel nur outdoor statt, da in der Schweiz mit Ausnahme von Brünig Indoor die entsprechenden Sporthallen für diese Distanzen fehlen.
Matchschiessen
Die Königsdisziplin im Schiesssport. Das Matchschiessen besteht jeweils aus einem 60-schüssigen Programm, welches wahlweise in ein, zwei oder drei Stellungen geschossen werden kann, dh. liegend, kniend oder stehend. Es wird mit verschieden Sportwaffen auf die Distanzen 300, 50 und 25 sowie 10m ausgeübt. Das Matchschiessen ist anspruchsvoll und bedingt auch eine gute Kondition. Für das Matchschiessen ist es auch von Vorteil wenn ein Schütze auch noch eine andere Sportart, wie zum Beispiel Turnen, Velofahren, Joggen etc. ausübt.
Geschichte
Das Schiessen hat insbesondere in Europa eine lange Tradition. Der erste bezeugte Schützenwettbewerb wurde aber bereits 1442 in Zürich abgehalten. Das Sportschiessen war bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Einer der Gründe war vermutlich, dass der Begründer der Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, ein begeisterter Schütze war. Auf dem Programm standen fünf Wettbewerbe. Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928, war das sportliche Schiessen immer Bestandteil des olympischen Programms. Die Frauen nehmen seit Los Angeles 1984 in getrennten Wettbewerben teil, früher konnten sie (ab 1968) in die Männer-Teams integriert werden.