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<h2>SubmittedText<h2><p>1. Es gibt verschiedene Szenarien über die weltweite wirtschaftliche Entwicklung. Eines geht von einer allgemeinen Rezession in den westlichen Ländern aus. Der Internationale Währungsfonds spricht offen von einer sich am Horizont abzeichnenden Deflationsgefahr.</p><p>2. Die Erträge festverzinslicher Anlagen auf dem Kapitalmarkt sind stark zurückgegangen, und die Schuldner sind immer weniger vertrauenswürdig (viele Gesellschaften sind in Konkurs, für viele andere wurde das Rating gesenkt).</p><p>3. Nach dem starken Anstieg der Börsen in den vergangenen Jahren werden die Unsicherheiten immer grösser.</p><p>4. Alternativanlagen wie die Hedge Funds sind nicht transparent. Zudem sind sie mit vielen Unsicherheiten verbunden. Darum sind die Investoren sehr vorsichtig geworden und suchen nach sicheren Anlageformen.</p><p>In solchen Momenten könnte das Anlegen in Gold, das in letzter Zeit stärker im Kurs ist, wieder in Mode kommen. </p><p>Wenn diese Unsicherheit anhält, wie zahlreiche Analysten und Wirtschaftsfachleute sagen, und wir in eine längere Phase wirtschaftlichen Negativwachstums geraten sollten, ist es gut möglich, dass der Goldkurs noch deutlich steigt.</p><p>Darum frage ich mich, ob es nicht sinnvoll wäre, für den Moment den Verkauf der überflüssigen Goldreserven der Nationalbank zu stoppen und sie erst später zu einem besseren Preis zu veräussern.</p><p>Deshalb frage ich den Bundesrat:</p><p>1. Wie viele Tonnen Gold wurden bisher verkauft?</p><p>2. Zu welchem durchschnittlichen Preis wurden die überschüssigen Goldreserven bis heute verkauft?</p><p>3. Ist der Vertrag über den Goldverkauf, den unsere Nationalbank mit anderen Zentralbanken abgeschlossen hat, widerrufbar?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. Bis Ende Juli 2003 hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) 840 Tonnen Gold verkauft.</p><p>2. Die Nationalbank hat aus den Goldverkäufen bisher einen Erlös von 12,7 Milliarden Franken erzielt; der durchschnittliche Goldverkaufspreis betrug rund 15 200 Franken pro Kilogramm.</p><p>3. Weil die SNB und andere Zentralbanken sehr hohe Goldbestände halten und mit grösseren Verkäufen den Goldpreis negativ beeinflussen könnten, haben die Europäische Zentralbank und fast alle europäischen Notenbanken in dem am 26. September 1999 abgeschlossenen Abkommen eine Maximallimite für Goldverkäufe während fünf Jahren festgelegt. Die Zentralbanken haben sich verpflichtet, zwischen Oktober 1999 und September 2004 insgesamt maximal 2000 Tonnen - d. h. maximal 400 Tonnen pro Jahr - zu verkaufen. Die vorgesehenen Goldverkäufe der SNB sind in diesem Abkommen berücksichtigt.</p><p>Da die SNB auch nach dem Verkauf von 1300 Tonnen Gold noch über beträchtliche Goldbestände verfügen wird, hat sie alles Interesse daran, durch ihre Goldverkäufe die Preisverhältnisse am Goldmarkt möglichst nicht zu erschüttern. Im Rahmen des Zentralbankenabkommens verkauft die SNB deshalb regelmässig im Durchschnitt eine Tonne Gold pro Tag. Das Abkommen hat einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Goldmarktes geleistet und der SNB als gewichtigster Verkäuferin grossen Nutzen gebracht.</p><p>Obwohl das Abkommen die SNB nicht zu Verkäufen zwingt, wäre es deshalb unzweckmässig, von der gegenwärtigen Strategie mit konstanten und regelmässigen Goldverkäufen abzuweichen. Auch ist ein systematisches Ausnutzen der Goldpreisbewegungen für die SNB nicht möglich, weil die Goldpreisbewegungen im Voraus nicht bekannt sind. Insbesondere ist es möglich, dass der Goldpreis in Zukunft auch wieder sinken könnte.</p><p>Goldpreisschwankungen bilden aufgrund des grossen Bestandes an Gold ein hohes Risiko für den Wert der Aktiven der SNB; die vorgesehenen Goldverkäufe dienen dazu, dieses Risiko zu reduzieren.</p>  Antwort des Bundesrates.