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Gott als Gastgeber, der mich an seinen Tisch einlädt – das wirft Fragen auf:
Was gibt es zu essen? Vegetarisch? Oder Lamm?
Was gibt es zu trinken? Kennt Gott Coca Cola? Gibts San Pellegrino oder Evian?
Stellt Gott Wein auf? Würde es ein guter Wein sein?
Gibts ein Dessert? Vielleicht sogar Pannacotta? Kennt Gott überhaupt die italienische Küche?
Gibts ein Buffet, oder werde ich bedient? Wer würde mich bedienen?
Die Frage, ob Gott ein guter Gastgeber ist, wird im Psalm 23 beantwortet: “Du salbest mein Haupt mit Öl,…”
Das Salben der Kopfhaare mit Öl war ein übliches Begrüssungsritual für Gäste in der Zeit. Es heisst: “Willkommen, schön dass du da bist!”
Wann hast du diese Worte zum letzten Mal gehört? Von wem möchtest du sie gerne hören? Von deinem Vater? Von der Person, die du liebst? Von deinen Arbeitskollegen? Vom Buschauffeur?
Durch den Psalm 23 sagt Gott diese Worte heute zu dir: “Willkommen, schön dass du da bist!”
Es gibt zwei Sorten von Restaurants. Solche bei denen die Gläser knapp unter den Markierungsstrich mit der Mengenangabe gefüllt werden und solche bei denen der Pegel leicht darüber liegt. Die ersten sind knausrig die zweiten grosszügig.
Als Gastwirt ist Gott “super-grosszügig”. Er schenkt nicht nur knapp über den Strich ein. In Psalm 23 steht: “und schenkest mir voll ein.”
Wenn ich Chef wäre, dann würde ich mich bedienen lassen. Jeder irdische Machthaber macht das so. Oder hat schon jemand von euch einen hohen Politiker mit umgebundener Schürze im Restaurant bedienen sehen.
Bei Gott ist das anders. In Psalm 23 steht über ihn: “und schenkest mir voll ein.”
Was bedeutet im Angesicht meiner Feinde?
Stellen wir uns vor, dass in ganz Westeuropa auf einen Schlag die gesamte Stromversorgung zusammenbrechen würde. Der Schaden könnte ein ganzes Jahr lang nicht behoben werden. Kein Strom für niemanden. Die Menschen würden anfangen, mit Campingkochern zu kochen und Licht gäbe es nur dank Petroleumlampen und Kerzen. Die meisten elektronischen Systeme würden zusammenbrechen. Die Tiefkühlware bei den Grossverteilern würde vergammeln. Es folgen Nahrungsmittelknappheit, Wirtschaftskrise, machtlose öffentliche Dienste, steigende Kriminalität, Selbstjustiz und Faustrecht.
Solche Katastrophenszenarien lassen sich auf verschiedene Arten durchdenken. Auslöser könnte auch eine andere Krise sein. Das Resultat wäre aber bei allen dasselbe: Unser friedliches Zusammenleben wäre am Ende. Hunger macht selbst deinen Bruder zum Feind.
Friede ist kein natürlicher Zustand, der sich einfach so einstellt, wenn Menschen nur ganz fest lieb zueinander wären. Nein, Friede bedeutet Einsatz, Verzicht und muss errungen und verteidigt werden. Wir leben in einer unfreundlichen Welt und müssen etwas tun, um Oasen des Friedens zu schaffen.
Von einer solchen Oase des Friedens spricht David im 23. Psalm, wenn er schreibt: “Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.” Ist dass nicht eine hoffnungsvolle Botschaft, dass Gott mitten in einer Welt voller Feindschaft, Oasen des Friedens schafft?
Mag sein, dass dir der Text “im Angesicht meiner Feinde” aus Psalm 23 nichts sagt. Dir kommt niemand in den Sinn, der dein Feind sein könnte. Und überhaupt lebst du so, dass du versuchst nirgends anzuecken und mit allen im Frieden zu leben.
Was wäre, wenn die Beschaulichkeit deines Lebens nur eine Täuschung wäre. Du hättest nur deswegen keine Feinde, weil du unauffällig mit der Masse schwimmst. Du lebtest wie ein Fisch, der sich wie tot mit dem Strom davonschwemmen lässt. Dein Friede wäre nichts anderes als Leere und Sinnlosigkeit.
Lebendige Fische schwimmen gegen den Strom. Der Weg zur Quelle braucht Kraft und Durchhaltevermögen. Ob du auf dem rechten Weg bist, zeigt sich am steigenden Widerstand und nicht am Applaus der Menge. Der Psalm 23 wurde für lebendige Fische geschrieben.
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Bild: Joachim S. Müller und photocase.com