Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03463.jsonl.gz/2020

Genuss, Missbrauch oder Sucht - wo liegt der Unterschied?
Wo endet der genussvolle Konsum einer Substanz, wo beginnt der Missbrauch? Nach welchen Kriterien wird eine Sucht definiert und ab wann spricht man von einer Sucht?
Risikoarmer Konsum
Wird eine Substanz gelegentlich in der Freizeit konsumiert, um positive Erlebnisse herbeizuführen und neue Erfahrungen zu machen, und führt der Konsum für die betreffende Person nicht zu einem übermässigen Risiko unmittelbarer Schäden, spricht man von risikoarmem Konsum.
Risikoreicher Konsum und Missbrauch
Substanzmissbrauch liegt dann vor, wenn durch die Art des Konsums ein erhebliches Risiko besteht, sich zu schädigen, oder wenn erste durch den Konsum verursachte Schäden bereits aufgetreten sind.
Unter Schäden werden nicht nur körperliche Beschwerden verstanden, sondern auch soziale Probleme wie familiäre Konflikte, Arbeitsplatzverlust, stark nachlassende Schulleistungen oder Verminderung anderer Interessen.
Erhöhte Risiken bestehen beispielsweise bei sehr häufigem Konsum (Gewöhnung), Konsum in unangemessenen Situationen (z.B. im Strassenverkehr oder am Arbeitsplatz), grossen Konsummengen oder Konsum zur Vermeidung negativer Stimmungen und Gefühle.
Abhängigkeit
Bei regelmässigem missbräuchlichem Substanzkonsum besteht die Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln, das heisst, nach und nach die Kontrolle über den Konsum zu verlieren.
Nach der internationalen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-10) liegt dann eine Abhängigkeit vor, wenn über mindestens ein Jahr drei oder mehr der folgenden Kriterien zutreffen:
- Starker Wunsch oder Zwang, die Substanz zu konsumieren.
- Mangelnde Kontrolle, was Beginn, Beendigung und Menge des Gebrauchs angeht.
- Körperliche Entzugssymptome, wenn der Konsum gestoppt oder reduziert wird.
- Toleranzbildung: Dosissteigerungen sind nötig, um die ursprüngliche Wirkung zu erzielen.
- Vernachlässigung anderer Interessen und mehr Zeitaufwand für die Beschaffung und den Konsum der Substanz und die Erholung von den Folgen.
- Der Substanzgebrauch hält an, obwohl schädliche Folgen auftreten, deren sich der Konsument bewusst ist.