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Informationen zum Gesichtsfeldausfall
Bei einem Gesichtsfeldausfall (Hemianopsie) liegt eine Einschränkung des räumlichen Sehvermögens vor. Das Gesichtsfeld ist derjenige Bereich, der beim Sehen erkannt wird, wenn die unbewegten Augen nach vorne gerichtet sind.
Was ist ein Gesichtsfeldausfall?
Bei einem Gesichtsfeldausfall ist das normale Sehen eingeschränkt. Für das normale Gesichtsfeld sind ein scharfes Sehen im mittleren Bereich und eher unscharfe Konturen am linken und rechten Rand charakteristisch. In den Randbereichen können allerdings Bewegungen noch wahrgenommen werden. Gesichtsfeldausfälle können einseitig vorliegen (monokulare Hemianopsie) oder beide Augen betreffen (binokulare Hemianopsie). Ausserdem gibt es Gesichtsfeldausfälle, die das Sehvermögen im Nahbereich einschränken („zentrale“ Hemianopsien) und solche, die die Fernsicht tangieren (periphere Hemianopsien). Das gesunde Fernsicht-Gesichtsfeld ermöglicht ein schläfenseitiges Sehvermögen bis über 90 Grad nach links und rechts, bis zu 70 Grad nach unten und oben sowie in Richtung Nase bis 60 Grad. Im Laufe des Lebens verschlechtert sich das Gesichtsfeld im Zuge des normalen Alterungsprozesses. Das Gesichtsfeld kann aber auch aufgrund von Gewöhnungsfaktoren individuell unterschiedlich ausgeprägt sein.Ferner beeinflussen Farbe, Helligkeit und Grösse der betrachteten Objekte das Gesichtsfeld. Wird ein inselförmiger Bereich innerhalb des Gesichtsfeldes nicht mehr erkannt, liegt ein sog. „Skotom“ vor. Bei einem „konzentrischen“ Teilausfall des Gesichtsfeldes sind die äusseren Sehbereiche eingeschränkt. Bei Metamorphopsien liegen Bildverzerrungen vor.
Bei einer Hemianopsie fällt das Gesichtsfeld links- oder rechtshalbseitig aus. Ferner besteht die Möglichkeit einer Quadrantenanopsie, bei der ein Viertel des Sehbereiches von einem Gesichtsfeldausfall betroffen ist (Quadrantenausfall).
Ursachen
Ein Gesichtsfeldausfall kann als Folge von Erkrankungen des Auges oder des Gehirns auftreten. Zu den möglichen, zu einer Hemianopsie führenden Erkrankungen gehören krankhafte Veränderungen der Sehbahn, der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum),der Sehnervenbahnen und der in Sehrinde und Gehirn befindlichen Sehzentren. Bei einer Retinopathie liegt eine Schädigung der Netzhaut vor. Die altersbedingt zumeist erst ab dem 60. Lebensjahr eintretende Makuladegeneration führt nur zu einer Beeinträchtigung des zentralen Sehvermögens. Der Katarakt (grauer Star),der unbehandelt bis zur Erblindung führen kann, entsteht durch Trübung der Augenlinse. Das Glaukom (grüner Star) beruht auf einer Erhöhung des Augeninnendrucks, wodurch der Sehnerv geschädigt werden kann. Augen- und Kopfverletzungen aller Art sowie Migräneanfälle können ebenfalls zu einem Gesichtsfeldausfall führen. Eine Hemianopsie kann durch Hirnblutungen, durch einen Schlaganfall (Apoplex) oder durch die Erweiterung eines arteriellen Blutgefässes (Aneurysma) im Gehirn ausgelöst werden. Ferner können Tumore im Gehirn einen Gesichtsfeldausfall herbeiführen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei einem Gesichtsfeldausfall liegt auf dem Weg des Sehnervs zwischen der Netzhaut und dem Sehzentrum im Gehirn irgendwo eine Störung vor. Diese kann sich auch durchaus schon auf der Netzhaut selbst befinden. Zwar kann es auch durch Überanstrengung der Augen zu einem vorübergehenden Gesichtsfeldausfall kommen. Trotzdem ist es dringend zu empfehlen, bei einem Gesichtfeldsausfall unverzüglich einen Arzt aufzusuchen: einen Augenarzt oder einen Neurologen. Es können Schäden am Augapfel selbst sein, die einen Gesichtsfeldausfall bewirken, wie zum Beispiel Schäden an der Netzhaut, eine altersbedingte Makuladegeneration, Augenverletzungen, Blutungen an oder in den Augen sowie Grauer Star oder Grüner Star. Hier geht es bei der Behandlung unter anderem darum, eine drohende Erblindung zu verhindern und überhaupt das Sehvermögen bestmöglich zu erhalten. Neben derartigen Augenerkrankungen kann ein Gesichtsfeldausfall ausserdem noch an einem Migräneanfall oder Schlaganfall liegen sowie einem Gehirntumor oder Gehirnaneurysma. Ein Gesichtsfeldausfall kann auch Folge eines Unfalles mit schwerer Kopfverletzung sein. Beim Gesichtsfeldausfall bestimmt die ihm zugrunde liegende Erkrankung die Therapie. Ist die Wiederherstellung des vorherigen Sehvermögens nicht oder nur begrenzt möglich, wird der Arzt bemüht sein, mit seinem Patienten Lösungen für einen bestmöglichen Ausgleich der Beeinträchtigung zu erarbeiten.
Vorbeugung
Vorbeugende Massnahmen sind bei rein altersbedingt auftretendem Gesichtsfelsausfall und auch bei grauem Star nicht möglich. Das Risiko eines Gesichtsfeldausfalls in Form eines grünen Stars kann durch regelmässiges Messen des Augeninnendrucks insbesondere nach Verabreichung kortisonhaltiger Medikamente und nach Verletzungen begrenzt werden. Aneurysmen lassen sich teilweise durch Verzicht auf Nikotingenuss und durch Vermeidung eines blutdruckerhöhend wirkenden, übermässigen Alkoholkonsums vermeiden. Auch zu hohe Cholesterinwerte und Übergewicht steigern die Gefahr, dass sich ein Aneurysma oder ein Schlagausfall ausbildet, während körperliche Bewegung die Risiken senkt, einen Gesichtsfeldausfall zu erleiden.
TherapiemöglichkeitBei plötzlichen Ereignissen (wie z. B. einem Schlaganfall oder bei durch äussere Gewalteinwirkung auftretenden Gehirnblutungen),die zu einem Gesichtsfeldausfall führen, kann sich bei frühzeitiger Therapie ein entstandener Gesichtsfeldausfall eventuell wieder zurückbilden. Bei einem Schlaganfall wird versucht, durch Medikamentengabe ein eventuell im Gehirn befindliches Blutgerinnsel aufzulösen (Thrombolyse).
Häufig können Gesichtsfeldausfälle jedoch nicht rückgängig gemacht werden, so dass insoweit eine wiederherstellende Therapie nicht möglich ist.
Allerdings kann durch ein kompensatorisches Augentraining, eine Verbesserung im Alltag erreicht werden. So werden durch zielgerichtete Augenbewegungen zur blinden Seite hin, die Augen trainiert:
Kerkhoff G (2010) Evidenzbasierte Verfahren in der neurovisuellen Rehabilitation, Neuro Rehabil, 16 (2): 82- 90
«Mehrfach evaluiert»Das visuelle Sakkadentraining [...] ist ein mehrfach evaluiertes Behandlungsverfahren, das die Verbesserung der okulomotorischen Kompensation im blinden Gesichtsfeldbereich zum Ziel hat.
Prof. Dr. Kerkhoff et al. (2010)
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Quellen: symptomat.de