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Frauen und Ausdauersport - Läuferinnen sind anders!
Frauen haben gegenüber den Männer eine um 5 bis 8 Jahre höhere Lebenserwartung. Sie haben weniger Kraft, mehr Körperfett und eine niedrigere Muskelmasse. Frauen treiben für ihre Gesundheit Sport und um sich mit Freunden zu treffen. Und dann gibt es noch die Aussage, dass Frauen weniger ausdauernd sind? Doch eins nach dem andern!
Immer wieder tauchen Fragen auf, warum eine gleich trainierte Läuferin nicht mit der gleichen Herzfrequenz die gleiche Leistung wie ihr Läufer-Pendant erreichen kann. Die Antwort ist eigentlich simpel: Beide Körper sind sehr unterschiedlich aufgebaut.
Die grossen kleinen Unterschiede
- Die Frauen sind im Schnitt kleiner und leichter.
- Während bei Männern der Körper aus etwa 40% Muskulatur und 15% Körperfett besteht, so sind es bei den Frauen 30% Muskulatur und 25% Körperfett.
- Durch die geringere Muskelmasse sind Frauen weniger stark, dafür deutlich beweglicher, was sich positiv auf die Flexibilität und Koordination auswirkt.
- Herz und Lunge sind bei den Frauen in der Regel kleiner. Das Herz-Kreislauf-System muss aber auch weniger Muskelmasse mit Sauerstoff versorgen. Der Blutdruck ist bei Frauen normalerweise niedriger als bei Männern.
- Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit ist bei Frauen um etwa 20% tiefer.
- Durch das kleinere Herzvolumen muss die Pumpe schneller schlagen als bei den Männern. Deshalb ist die Pulsfrequenz bei Frauen meist höher.
- Frauen haben einen besser ausgebildeten Fettstoffwechsel, weshalb auf langen Strecken der Zeitunterschied zwischen Männern und Frauen am kleinsten ist.
Herzfrequenz und Belastung bei Läuferinnen
Es ist also wirklich so, dass Läuferinnen bei gleicher Intensität (und gleicher Trainingsform) eine höhere Pulsfrequenz haben und trotzdem langsamer sind als die Männer. Bei extrem langer Ausdauerbelastung nähern sich die Leistungswerte der Frauen aber deutlich derjenigen der Männer. Frauen können also durchaus sehr ausdauernd sein und Extremsituationen eher besser bewältigen als Männer und gelten allgemein als "zäher".
Beim Errechnen der Pulsfrequenzen für die verschiedenen Trainingsintensitäten stossen Faustregeln schnell an ihre Grenzen. Frauen haben eine höhere maximale Herzfrequenz, die Pulsfrequenz für niedrige Trainingsintensitäten kann sogar bis um 10 Schläge höher sein als der Referenzwert der Männer. Der Pulsrechner auf Lauftipps.ch nimmt zwar für die Berechnung des Läuferinnen-Pulses einen höheren Wert, aber Pulswerte sind und bleiben ein sehr individuelles Mass.
Mit dem "Sprechtest" laufen
Alle Läuferinnen, welche ihre maximale Herzfrequenz noch nicht kennen, müssen sich also nicht wundern, wenn sie mit den über eine Allgemeinformel berechneten Herzfrequenz kaum vom Fleck kommen. Hier hilft der einfache "Sprechtest" weiter:
- Wenn du dich noch problemlos mit jemandem unterhalten kannst, bist du in niedriger Intensität unterwegs.
- Wenn du noch knapp plaudern kannst, bist du in mittlerer Intensität unterwegs.
- Und wenn du beim Laufen nicht mehr sprechen kannst, trainierst du im intensiven Trainingsbereich.
Läuferinnen haben Vorteile
Weil Läuferinnen meist miteinander unterwegs sind, um das soziale Netzwerk zu pflegen, besteht kaum die Gefahr, dass sie sich überlasten. Männer wollen gegen andere kämpfen und überschätzen sich viel eher.
Zum Schluss noch etwas "Geschichte": Erst 1912 durften die Frauen an den Olympischen Spielen teilnehmen. Schön, ist DAS Geschichte!