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Die Wälder der Korporation Hergiswil
Die Korporation Hergiswil besitzt 446 Hektaren Wald. Getrennt durch die Wasserscheide auf der Fräkmünt kann zwischen zwei grossen Waldgebieten unterschieden werden. Dem Allmendwald über dem Dorf Hergiswil und dem Lauelenwald im Eigental. Die untersten Wälder befinden sich oberhalb vom Vierwaldstättersee beim Lopper auf 440m über Meer. Der Allmendwald beginnt beim Teufmoos auf 750m Höhe und erreicht bei der Fräkmünt mit 1400m den höchsten Punkt.
Der Lauelenwald liegt im Eigental und erstreckt sich südöstlich des Rümlig gegen das Pilatusmassiv. Er bildet von 1000m bis 1400m einen ziemlich geschlossenen Wald.
Die höchsten, teilweise aufgelösten Waldgebiete erreichen bis 1700m (Chastelen, Heitertannli unterhalb vom Klimsenhorn).
Das gesamte Waldgebiet wird von mehreren Wildbächen durchflossen, die teilweise tiefe Gräben in den Boden gezogen haben. Fast jährlich sind am Klimsenhorn, Nauen, Sulzgraben und Tellenpfad Lawinenabgänge zu beobachten.
Mit fast 10 Kilometer Waldstrassen und Maschinenwegen sind die Wälder der Korporation gut erschlossen. Sie erleichtern den Zugang zu den Waldgebieten, dienen dem Holztransport und sind die Basis für die Erschliessung mit Seilkrananlagen.
Der Forstwerkhof Schwandi wurde 1994 gebaut und ist das logistische Zentrum des Forstbetriebes.
Waldfunktionen
Gemäss Waldentwicklungsplan (WEP) Nidwalden von 2004 sind die Wälder in Hergiswil folgenden Funktionen zugeteilt:
Schutzwald
Rund 80% des Hergiswiler Waldes schützt vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag, Murgang und Rutschungen. Ohne den Schutzwald wären viele Dorfteile nicht bewohnbar oder könnten nicht durchfahren werden.
Die Pflege des Schutzwaldes ist aufwändig. Erfahrungen zeigen aber, dass Bauwerke wie Lawinenverbauungen oder Steinschlagnetze anstelle von intakten Schutzwäldern oft ein zehnfaches an Kosten verursachen würden. Der Forstdienst sorgt zusammen mit den Waldbesitzern dafür, dass der Wald in Hergiswil einen nachhaltigen Schutz bieten kann. Die Forstgruppe der Korporation Hergiswil pflegt seit Jahrzehnten mit grosser Kompetenz diese Schutzwälder. Das Schutzwaldprojekt Hergiswil bildet die Grundlage für effiziente und zielgerichtete Arbeitseinsätze im Schutzwald. Die Schutzwaldpflege wird mit Beiträgen von Bund und Kanton gefördert.
Nutzwald
Im Hergiswiler Wald wächst ein Rohstoff. Holz, das als Baustoff oder Energielieferant ständig nachwächst und nachhaltig genutzt werden kann. Aufgrund der schwierigen, steilen Verhältnisse im Gelände und der fehlenden Erschliessung (Strassen) kann nicht jeder Wald im gewünschten Masse genutzt werden. Zudem spielt auch der Holzmarkt eine entscheidende Rolle: Die Waldbesitzer denken ökonomisch und schauen auf den Holzpreis.
Nachhaltige Waldwirtschaft bedeutet, dass nicht mehr Holz genutzt wird, als auch wieder nachwächst. Werden keine oder zu wenige Bäume genutzt, wird der Wald immer älter und Schattenbaumarten wie Buche, Tanne und Fichte verdrängen mit der Zeit die Lichtbedürftigen Arten neben Esche und Ahorn insbesondere auch die seltenen Arten wie Kirschbaum, Eiche, Ulme und Linde.
Natur- und Landschaftsschutz
Der Wald bietet etwa der Hälfte aller in der Schweiz lebenden Tier- und Pflanzenarten den geeigneten Lebensraum. Er ist einer der letzten, natürlichen Rückzugsgebiete für viele bedrohte Arten. Je nach Standort und Meereshöhe ergibt sich ein anderes Waldbild. Vom Laubmischwald in den unteren Lagen bis zum Fichtenwald im Berggebiet gibt es verschiedene Arten von Wäldern. Viele Tier- und Pflanzenarten haben ganz spezielle Ansprüche und kommen deshalb nur in bestimmten Wäldern vor. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung trägt diesen Besonderheiten Rechnung. Oft sind diese Wälder als Sonderwaldreservate ausgeschieden.
Erholung und Freizeit
Der Wald wirkt in vielfältiger Hinsicht positiv auf die Lebensqualität, er gestaltet das Landschaftsbild und bietet Raum für Erholungssuchende mit unterschiedlichsten Bedürfnissen. Im Wald findet der Mensch Ruhe und Erholung. Die frische, kühle und sauerstoffreiche Luft fördert die Gesundheit. Der Hergiswiler Wald ist ein Ort für Naturbeobachtungen und Naturerlebnisse. Er wird als Naherholungsgebiet stark genutzt.
Vorrangfunktion (436 Hektaren)
Schutzwald (344 Hektaren)
Lopper Nord, Steingraben / Büchse / Steinibach /Mühlebach /Feldbach /Kohler Rutsch / Trämelegg / Schönenboden / Bockrüti / Teufmoos / Chastelenbach
Nutzwald (49 Hektaren)
Sädel / Lauelenwald
Naturschutz / Landschaftsschutz (43 Hektaren)
Lopper (Teilgebiet) / Nätschen / Oberlauelen / Arven
Ohne Vorrangfunktion (10 Hektaren)
Abgelegene Waldgebiete / aufgelöste Bestände an der Waldgrenze