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Dieser Ausspruch von Hans von Bülow, seinerzeit einer der bekanntesten Dirigenten, gilt dem Lachner Musiker Joachim Raff. Früher gefeiert und oft gespielt, ist der Komponist von über 200 Werken etwas in Vergessenheit geraten. Jetzt holt ihn eine Ausstellung im alten EW-Gebäude nach Lachen zurück.
Er ist ohne Zweifel einer der berühmtesten Menschen, die je in Lachen geboren wurden. In seiner Schaffenszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte Joachim Raff zu den bekanntesten Komponisten in Europa und teilweise auch in Übersee. Obwohl seine Werke immer wieder am Radio zu hören sind, ist er heute in der breiten Bevölkerung kaum mehr bekannt. Selbst in seinem Geburtsort Lachen dürften längst nicht mehr alle wissen, wer mit dem Raff-Denkmal und dem Raff-Platz geehrt wird.
Durch Zufall nach Lachen
Dass Joachim Raff in Lachen geboren wurde, ist nicht zuletzt Napoleon zu verdanken. 1806, als sich der französische Kaiser anschickt, ganz Europa zu erobern, erhält auch Franz Josef Raff in Wiesenstetten (Schwarzwald, heute Baden-Württemberg) den Befehl, sich zum Militärdienst zu melden. Er entzieht sich dem durch Flucht in die damalige Schweiz. Über Wettingen und Luzern kommt er 1818 als junger Lehrer nach Lachen. Ein halbes Jahr später heiratet er Katharina, die Tochter des einflussreichen «Ochsen»-Wirtes Franz Schmid, der später in der Schwyzer Geschichte eine entscheidende Rolle spielen sollte. In der Wohnung der Raffs, im Schulgebäude am See (dem heutigen Gemeindehaus), kommt Joachim am 27. Mai 1822 zur Welt. Sein strenger Vater bringt ihm früh Deutsch und Latein bei. Daneben lernt er Geige und Orgel spielen und singt im lokalen Kirchenchor mit, den sein Vater leitet. Er ist hochbegabt und schlägt eine Lehrerlaufbahn ein. Seine grosse Liebe gilt jedoch der Musik. In Rapperswil, wo er seit 1840 als Lehrer an der Primarschule tätig ist, ermuntern ihn Freunde, Musiker zu werden. Im August 1844 gibt Joachim Raff seine ersten Konzerte im «Bade zu Nuolen». Und er findet in Felix Mendelssohn Bartholdy einen Förderer. Raff sendet dem berühmten Musiker in Leipzig seine ersten Pianowerke zu, die Mendelssohn an seinen Verleger Breitkopf & Härtel weitervermittelt. Freunde in Lachen sind der spätere bekannte Politiker und Musiker Arnold Diethelm sowie Jakob Meinrad Hegner und Constantin Krieg. Mit Diethelm und Krieg pflegt Raff beinahe lebenslang eine freundschaftliche Beziehung.
Assistent von Franz Liszt
Möglicherweise wäre Raff zu Mendelssohn nach Leipzig gegangen, wäre dieser nicht viel zu früh 1847 gestorben. So wird ein anderer grosser Musiker prägend für Raff: Franz Liszt, schon damals gefeiert wie ein Popstar der Musikszene Europas. Raff schafft es, nach einem Konzert in Basel zu Liszt vorzudringen und ihn für sich zu gewinnen. Tief beeindruckt vom Wissen und seiner Musikalität, stellt Liszt Raff auf der Stelle als seinen persönlichen Sekretär und musikalischen Assistenten ein. Die freundschaft liche, aber immer auch wechselvolle Beziehung mit Franz Liszt dauert bis zum Tod von Raff 1882. Raff begleitet Liszt auf dessen häufigen Auslandreisen und beginnt selber zu komponieren. Seine Familie versteht die musikalische Begabung nicht, was letztlich zum Bruch führt. Raff lernt einen weiteren Musiker kennen, mit dem ihn ebenfalls eine lange, enge und freundschaftliche Beziehung verbindet. Der berühmte Pianist, Dirigent und Komponist Hans von Bülow wird bis an sein Lebensende 1894 in mehr als 250 Konzerten in vielen Konzertsälen der Welt Werke von Raff aufführen. Er trägt wesentlich dazu bei, dass Joachim Raff in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einer der meistgespielten Komponisten ist. 1849 folgt Joachim Raff Liszt nach Weimar, wo dieser einen Kreis mit den besten Musikern der Zeit aufbaut und der Stadt zu einer zweiten Blüte nach der goldenen Zeit mit Goethe und Schiller verhilft. Raff arbeitet in seiner Weimarer Zeit zwischen 1850 und 1856 sehr intensiv und instrumentiert viele bedeutende Werke für Liszt. Er baut sich ein musikalisches Beziehungsnetz auf, zu dem unter anderem Richard Wagner, Hector Berlioz, Pablo de Sarasate und Johannes Brahms gehören. In der Schrift «Die Wagnerfrage» setzt er sich fundiert, aber kritisch mit dem Werk Wagners auseinander. In Weimar lernt er schliesslich auch seine spätere Fra
Autor
Höfner Volksblatt & March Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/v1pfgt