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Peggy Sue Got Married bildet die dritte Kooperation von Francis Ford Coppola und John Barry, wobei Hammett lediglich ein von Coppola produzierter Film war (Regie führte Wim Wenders). Zwei Jahre nach den Turbulenzen mit The Cotton Club, der immerhin musikalisch für Barry erfolgreich war (für seine 30er Jahre Big Band Arrangements erhielt er einen Grammy), rief der Regisseur erneut nach dem Briten, der nach seinem Oscar für Out of Africa ein Jahr zuvor noch gefragter als sonst schon war. Im gleichen Jahr entstand allerdings auch Howard the Duck, einer der grössten Filmflops überhaupt, zu dem Barry ebenfalls die Musik schrieb.
In Peggy Sue Got Married findet sich die 42 jährige Peggy, gespielt von Kathleen Turner, anstatt an ihrem 25 Jahre High School Treffen plötzlich als 17 Jahre alter Teenie in ihrer Schulzeit wieder. Dort lernt sie ihre Jugendzeit aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.
Mit dem recht kleinen Ensemble von weniger als 50 Musikern verzichtet Barry zwar auf die grossen epischen Klänge, die er so erfolgreich in High Road to China, Sydney Pollacks wundervollem Afrikaepos oder sechs Jahre zuvor in einem anderen Zeitreisefilm, Somewhere in Time, einsetzte. Romantisch und nostalgisch aber bleibt der unverkennbare Barry-Sound auch hier. Sein Hauptthema in 3/4, für Flöte und Tenorsax, Klavier, Harfe und Streicher (zerbrechlich in „Grandmother Calls“, berührend und schwärmerisch in „Peggy Sue with Michael“), ist dabei besonders melancholisch und ergreifend in seiner Einfachheit, fast wie eine spielende Musikdose, deren Klänge und Melodie an eine andere Zeit erinnern. Sehr hübsch. Für Charlies Charakter, gespielt von Nicholas Cage – ein weiteres wichtiges Thema der Musik – verwendet Barry eine elektrische Gitarre als Soloinstrument in sein Orchester eingebettet. Ein drittes Motiv bildet meist den Aufbau zum Hauptthema des Scores, zu hören etwa in „Peggy Sue Visits“.
Kontrastierend zu diesen ins Ohr gehenden Motiven und Arrangements steht das düstere „Did We Break Up?“ mit seinen fast bedrohlich tiefen Klavier- und Harfentönen, Celli, Bässen und einschneidenden Violinen. Als das Saxofon dann erklingt, lichtet sich der entstandene Nebel nur leicht, Barry hält die unheilvolle Stimmung, die auch in „The Ritual“ zu hören ist.
Alles in allem ein wirklich angenehmer, sicher nicht weltbewegender Barry, der zur Zeit des Films als LP/CD erschien, mit etwas mehr als 15 Minuten Score und mehreren Songs, die auch auf dieser limitierten Varèse Club, allerdings vom Score getrennt in den Source Cues zu hören sind. So erhalten die Barry Fans hier nun 45 Minuten Laufzeit plus drei weitere „alternate“ Tracks. Eine feine Zugabe im Gestell unter B wie Barry.
Das Booklet mit Liner Notes von Jon Burlingame ist leider klassisch Varèse Style: kurz und knapp (4 Seiten Text insgesamt).
PEGGY SUE GOT MARRIED John Barry Varèse Sarabande Club VCL-1114 1152 21 Tracks Limitiert auf 2000 Stück