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Der Franzose Thierry Antinori (57), als Vice President und Chief Commercial Officer die Nummer 2 bei der Fluggesellschaft Emirates, hat das Unternehmen überraschend verlassen. Eine offizielle Pressemitteilung gab es nicht; Emirates hat diesen Sachverhalt gegenüber mehreren Medien aus Nahost und Europa aber bestätigt und darauf hingewiesen, dass Antinoris Funktionen per sofort und ad interim von Adnan Kazim (48), Senior Vice President Divisional Strategic Planning, Revenue Optimisation & Aeropolitical Affairs, zusätzlich zu dessen eigenen Funktionen übernommen werden.
Kazim ist Emirati. Antinori, der noch Ende April Awards für die Airline entgegennahm, will laut Emirates «eine andere Herausforderung ausserhalb der Emirates Group verfolgen». Das lässt natürlich Raum für Spekulationen, scheint aber auch darauf zu deuten, dass Antinori nicht etwa wegen der durchzogenen neusten Ergebnisse von Emirates geht, sondern aus freien Stücken. Antinori selber hat sich gegenüber Medien noch nicht geäussert.
Antinori war seit 2011 bei Emirates. In Europa ist er natürlich bestens bekannt. So hatte er seine Karriere 1986 bei Air France gestartet und war 1997 zur Lufthansa gestossen, wo er die Karriereleiter schnell emporsteigt und es bis zum Executive Vice President Sales, Marketing & Distribution schafft sowie Mitglied der Geschäftsleitung wird. Ende 2010 wird er zum CEO der in Schwierigkeiten steckenden Konzerntochter Austrian Airlines ernannt, tritt dieses Amt jedoch nie an sondern erklärt wenige Tage vor dem geplanten Amtsantritt im April 2011, dass er die Lufthansa Group verlässt. Über die Gründe herrscht nie Klarheit; im Oktober desselben Jahres wechselt er aber zu Emirates, zunächst als Executive Vice President Passenger Sales Worldwide. Als CCO wird er als Nachfolger von CEO Tim Clark gehandelt, ist jedoch auch immer wieder für den CEO-Posten bei Air France-KLM im Gespräch. Eine erste Kandidatur auf den Posten lehnt er 2016 gegenüber Headhuntern ab, 2018 jedoch steigt er ins Rennen und ist Favorit der Air France-Belegschaft, unterliegt jedoch dem Briten Ben Smith.
Man darf gespannt sein, wo Antinori wieder auftaucht. Sein CV zeigt jedenfalls, dass provokante Wechsel für ihn nichts Neues sind.