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Viele Jahre war der Fischotter in der Schweiz ausgestorben. Jetzt kehrt er langsam zurück.
Damit er bleibt, braucht es saubere Gewässer und Ufer, an denen er sich verstecken kann.
Fischotter leben entlang den Uferbereichen von Bächen, Flüssen, Seen und entlang von Meeresküsten, wo es viele Bäume, Gebüsche und Höhlen gibt. Hier können sie sich verstecken und im Verborgenen auf Nahrungssuche gehen.
Fischotter können eigene Erdbauten graben. Sie benutzen aber auch alte Biberbauten oder Höhlen von Dachsen oder Füchsen, die sich in Ufernähe befinden.
Das Revier eines männlichen Fischotters kann 2 bis 40 Kilometer lang sein (Uferlänge). Die Grösse des Reviers ist vom Nahrungsangebot abhängig. Besonders wichtig ist dabei, dass Fischotter auch im Winter genügend Nahrung finden.
Fischotter fressen vor allem Fische, aber auch Frösche, Flusskrebse, Ratten, Mäuse oder Wasservögel. Um zu überleben, braucht der Fischotter etwa ein Kilo Fleisch pro Tag. Der Fischotter sieht auch unter Wasser sehr gut. Nachts oder wenn das Wasser trüb ist, sucht er die Fische aber mit den Barthaaren: Sobald ein Fisch flieht, entstehen Wellen. Die spürt der Fischotter und weiss sofort, wo seine Beute ist.
Fischotter sind Einzelgänger, und jeder hat sein eigenes Revier. Nur für die Paarung bleiben Männchen und Weibchen eine Zeitlang zusammen. Das Fischotterweibchen kümmert sich alleine um die Jungen.
Nach einer Tragzeit von zwei Monaten kommen zwei bis vier blinde und sehr kleine Junge zur Welt. Nach der Geburt wiegen sie etwa 100 Gramm, also gerade so viel wie eine Tafel Schokolade.
Die Jungen trinken während 6 Monaten Muttermilch. In ihrem ersten Lebensjahr lernen sie von der Mutter jagen, schwimmen und tauchen. Nach einem Jahr müssen sie sich ein eigenes Revier suchen.
Fischotter brauchen saubere Gewässer und Ufer, an denen sie sich verstecken können. Viele Bäche und Flüsse sind jedoch verbaut oder in Betonröhren gezwängt. An den Ufern können sich die Fischotter nirgendwo verstecken.
Der WWF setzt sich für die Revitalisierung von Flüssen und Bächen ein. «Revitalisieren» bedeutet wörtlich, dass man Gewässer wieder lebendig macht.
Man befreit zum Beispiel einen Fluss, der in ein Betonbett gezwängt ist. Manchmal muss man den Beton mit einem Bagger entfernen, manchmal zerfällt er mit den Jahren von allein. Der Bach hat dann mehr Platz und bekommt sein Ufer aus Kies oder Sand zurück. Danach können hier Pflanzen wachsen. Steinbrocken, abgestorbenes Holz oder Wurzelstöcke sind ebenfalls nützlich für die Tiere. Mit der Zeit kehren sie zurück, denn nun finden sie Verstecke und Nahrung.