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Es gibt allerdings auch eine neue Gruppierung von jungen Eltern, die so sehr damit beschäftigt sind, Geld zu verdienen, und die diesbezüglich einen abnormen Ehrgeiz entwickeln, dass sie tatsächlich meinen, sich auch ihr Familienglück und ihre Gesundheit mit Geld erkaufen zu können. Sie sind bereit, grosse Summen zu zahlen, nur damit ihr Kind irgendwo gut untergebracht ist, und wenn es dann Probleme gibt, wollen sie die «schwierigen» Dinge möglichst rasch weghaben und zahlen dafür, was immer es kosten mag.
Mein Ehrgeiz ist es, Eltern wahrzunehmen: mit ihnen eine gewisse Zeit zu verbringen, um ihnen dann mitzuteilen, was ich beobachte und auf sie zukommen sehe. Worauf ich dabei immer achte, ist, wie ich meine Mitteilungen verpacke, damit meine Worte sie in der Tat erreichen und sie sich darin wiederfinden. Um einen Veränderungsprozess in Gang zu setzen, ist es wesentlich, die Eltern nicht zu verurteilen, sie nicht schlecht und schuldig zu machen. Damit erreicht man gar nichts, ausser dass sie sich ausgesetzt fühlen. Nachdem ich den Eltern meine Wahrnehmungen mitgeteilt habe, erwähne ich einige Möglichkeiten, wie sich ihr Familienklima verändern könnte, und ich mache auch kein Hehl daraus, dass ich möglicherweise eine von den Möglichkeiten bevorzuge. Sie dürfen dann entscheiden, ob und wie wir weiterarbeiten, denn der erste entscheidende Schritt ist, dass sie sich daran gewöhnen, selber Verantwortung zu übernehmen.
Im Dänischen kann man mit dem Wort «erziehen» zweierlei ausdrücken: «erziehen» im herkömmlichen Sinne von «korrigieren, massregeln», aber auch «erziehen» im Sinne von «grossziehen», und das heisst: jemandem helfen, erwachsen zu werden, ihn ins Leben «hineinziehen». Und diese zweite Bedeutung von «erziehen» ist mir sehr sympathisch.