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Man hat vorzüglich drei Methoden, durch welche die Bildung der künstlichen Pupille er– zielt wird, nämlich: 1. die Coretomia, Coreto– tomia, besser Iridotomia, wo man durch das Zer– schneiden der Fasern der Iris ein Sehloch zu bilden trachtet; 2. die Corectomia, Coretonec– tomia, besser Iridectomia, wodurch das Ausschnei– den eines Segmentes der Iris die Pupille geformt wird; 3. die Coredialysis, Coretodialysis, besser Iridodialysis, bei welcher durch Aufhebung der Verbindung zwischen Iris und Ciliarband die Pu– pille entsteht. Zuweilen werden zwei Methoden verbunden, um sicherer das vorgesteckte Ziel zu erreichen; so verbindet Assalini die Coredialysis mit der Corectomie, ein Verfahren, welches er Corectodialysis, Himlr Corentomedialysis, Wag– ner ) Iridectomedialysis nennt, Donegana verei– niget die Coredialysis mit der Coretomie, ein Verfahren, welches Himlr Coretomedialysis, Wag– ner Iridotomedialysis nennt. Die Vorgänge zur Ausführung der verschiedenen Methoden sind sehr vervielfältiget. Es mag die Operation auf eine oder die andere Weise vollführt werden, so kann sie nur Erfolg haben, wenn die Lichtstrahlen durch die künstliche Pupille zur Retina gelangen können; es muss demnach die Linse und Kapsel durchsichtig seyn, oder es müssen diese Theile, wenn sie undurchsichtig sind, aus der Pupille entfernt, oder der hinter dem gebildeten Sehloch liegende Theil des Ciliarkörpers muss weggenommen werden.
Die Vorzüglichkeit der Operationsmethoden
“) Wagner (Commentatio de Coremorphos. Göttingae, 1813) belegt die Pupillenbildung im Allgemeinen mit dem Namen xopm Mappooug (Coremorphosis) und da nicht die Pupille, sondern immer die Iris eingeschnitten, ausgeschnitton oder losgetrennt wird, so bat er die zweckmässigeren Benennungen Iridotomia, Iridectomia, Iridodialysis etc. vorgeschlagen.
wird durch die Beschaffenheit des Falles, der die künstliche Pupillenbildung fordert, bestimmt. Abgesehen hiervon möchte die Iridotomie, da hier die Iris nur eingeschnitten wird, mithin keine bedeutende Reaction folgt, und eine dem Centrum
sich nähernde Pupille entsteht, den Vorzug ver
dienen. Diese vernachlässigte Operationsmethode
wurde von Maunoir und Adams wieder ins Le
ben gerufen *). Das Verfahren von Maunoir), welchem Scarpa
den Vorzug giebt, ist folgendes: Nachdem der
Patient horizontal mit unterstütztem Haupte gelagert, das obere Augenlied fixirt ist, so wird unten oder seitwärts ein kleiner Hornhautschnitt gebildet. Durch diesen führt der Wundarzt eine
4) IPoolhouse ( Experiences des differentes operationsmanuelles etc. Paris, 171 1. Mauchart , de pupillae Synicesi D.) war der erste, welcher eine dunkle Idec von dieser Operation aufstellte. Cheselden-(PhilosophicalTransactions, 35 V. pag. 451 ) beschrieb die Operation im Jahre 1735 Er gieng mit einer, auf einem Rande schneidenden Nadel durch die Sclerotica in die hintere Augenkammer ein, stiess diese vorwärts und bildete einen horizontalen Schnitt in der Mitte der Iris, wenn aber Staar vorhanden war, oberhalb oder unterhalb des Centrums der Iris. Scharp (Traité des operations de Chirurgie. Paris, 174I. pag.314) bedient sich statt der Nadel eines kleinen Scalpells. Janin (Memoires et Observations sur l'Oeil. Lyon, 1772. pag. 177 ) hat mehrere Mal ohne Erfolg nach Cheselden operirt, und schlug vor, gegen den innern Augenwinkel hin die Iris in verticaler Richtung nach vorläufigem Hornhautschnitt mittelst - einer feinen Schere zu durchschneiden. Dieses Verfahren, welches auf das Durchschneiden der Radialfiebern, wodurch nach gestörtem Antagonismus die Cirkelfasern sich zusammenziehen, berechnet war, hatte ein sehr günstiges Resultat. Beer (Anf der staph. Metamorph. Wien, 18o6. S. 1o4) führte ein schmales Messerchen, um die Iris zu durchschneiden, durch die Hornhaut ein, und verrichtete 13 Male mit Erfolg diese Operation. 2) Memoires sur l'organisation de l'iris et l'operation de la pupille artif, Paris, 18.12.
sehr feine, wenig gebogene Knieschere ein, öffnet diese, dringt mit dem spitzigen Blatte in die Iris ein, und lässt dasselbe auf der hintern Fläche der Iris fortlaufen, bis das am äussern Blatte befind– liche Knöpfchen an die Verbindungsstelle zwi– schen Cornea und Sclerotica gekommen ist. Nach dem Querdurchmesser der Iris wird nun durch Vereinigung der Scherenblätter ein Schnitt, der durch das Centrum der Iris läuft, und diese nach dem Querdurchmesser theilt, gebildet. Ein zweiter Schnitt, in der Richtung von dem ersten ab – weichend wird nun so gemacht, dass durch das Zusammentreffen dieser zwei Schnitte in dem Cen– trum der Iris ein dreieckiges Läppchen entsteht,
das die Form eines V hat, dessen Spitze der
Mitte, dessen Basis dem Rande der Iris entspricht.
gel den Hornhautschnitt im verdunkelten Theile
zu machen, die Pupille aber dem durchsichtigen gegenüber anzulegen. Der Schnitt an einer verdunkelten und verdickten Stelle der Hornhaut
*) Das Verfahren von Faure (Observation sur une pupille artificielle. Paris, 1814) hat einige Aehnlichkeit mit dem angegebenen.
heilt eben so leicht, als wie an einem gesunden Theile derselben. Das künstliche Sehloch soll dem Ciliarkörper nicht gegenüber stehen, indem die– ser den Durchgang der Lichtstrahlen hindern würde. Ist die Pupille durch einen Vorfall der Iris verengert, so wird ein kleiner Hornhautschnitt gemacht, durch diesen das Maunoir'sche Scherchen, welches für diesen Fall auf jeder Blatte ein Knöpfchen haben muss, eingeführt und da– mit die Lösung der Verwachsung versucht. Gelingt diese, und zeigt sich die Pupille in ihrer gehörigen Grösse, so ist kein weiteres Verfah– ren nöthig, wo nicht, so wird das eine Blatt in die Pupille eingeschoben, auf der hintern Fläche der Iris fortgeführt und diese doppelt einge– schnitten, wie oben angegeben ist. Wenn Verdunklungen der Kapsel und Linsc zugegen sind, Verwachsungen der Kapsel und Uvea, und Anfüllung der hintern Augenkammer durch coagulirte Lymphe bestehen, so findet das Mau– noir'sche Verfahren mit einiger Abweichung An– wendung. Nachdem der Hornhautschnitt gemacht ist, wird die Iris durch die Spitze des Scher– blattes durchbohrt, diese wird aber tiefer in das Auge eingeführt, darnach bis an die Stelle wo Cornea und Sclerotica sich verbinden, fortgeführt, und der erste Schnitt gesetzt; beim zweiten Schnitte beobachtet man die Richtung, dass die zusammenstossenden Schnitte ein V bilden. In die gebildete Pupille drängen sich Stücke der zerschnit– tenen Kapsel und Linse, welche, wenn sie fest sind, ausgezogen, wenn sie weiss und käsicht sind, der Resorption überlassen werden. Hängt eine Kapselflocke an der Spitze des Läppchens, so zieht sich diese zurück, und verschwindet all– mählig. Bleiben Reste des Staares in der künstlichen Pupille liegen, so können sie in der Folge durch die Scleroticonyxis entfernt werden ).
*) Scarpa, i. a. W. 2. B. S. 179. Baratta, i a, W. Adams schlägt ein anderes Verfahren zur Ver– übung der Iridotomie vor; durch horizontales Ein– schneiden der Iris soll die Pupille gebildet wer– den ). Die Operation wird mittelst eines con– vexen Scalpells, welches zwei Drittheile eines Zol– les in der Länge hat, und eine Linie breit ist, einen geraden Rücken und eine convexe scharfe Schneide hat, dessen Rücken von der Spitze an ungefähr drei Linien schneidend ist, verrichtet*). Das Auge wird durch ein Speculum, welches un– ter das obere Augenlied gebracht wird, fixirt *). Das Messer wird in die hintere Augenkammer, ungefähr eine Linie von der Iris entfernt, mit der Schneide, statt abwärts, rückwärts gekehrt, eingeführt. Die Spitze desselben wird am Schläfe
2. B S. 284. Bibliotheque Brittanique Nro. 384 und 382. Nov. 18.11.
4) Practical observations on Entropium with the Description of a new Operation for the Cure of that Disease; on the Modes of forniny an artificial Pupil etc. London,
1812, und A practical Inquiry into the causes of the failure etc. London, 1817 p. 268.
2) Im Jahre 18o8 (i. a. W. S. 26) versuchte Adams die Depression einer verdunkelten, adhärirenden Kapsel; da diese nicht gelang, so spaltete er sie und verschaffte auf diese Weise den Lichtstrahlen den freien Eintritt in das Auge. Er versuchte nun mittelst einer scharfschneidenden Nadel auch die Iris zu spalten, wozu sich bald Gelegenheit fand, was ihm auch vollkommen gelang. Durch mehrere ungünstig verlaufene Fälle wurde er belehrt, dass das Misslingen vorzüglich dem Mangel eines passenden Instrumentes zugeschrieben werden müsse, was ihn auf die Erfindung des Irisscalpells leitete (i.a. W. S. 3o).
3) I. a. W. S. 37. Es ist auffallend, wie sehr das Verfahren von Sharp (i. a. W. S. 314) mit dem von Adams beschriebenen übereinkömmt. Sharp empfiehlt das Speculum oculi, er macht die Operation, durch die Sclerotica eingehend, mit einem kleinen Messerchen, dessen Rücken nach aussen gekehrt, dessen Spitze vom Schläfewinkel aus in die vordere Augenkammer vorgeschoben wird etc.