Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/1057

Hochgeachteter Herr & Freund!
Meine telegraphische Mittheilung betreffend die Aufnahme, welche die Erklärung des Bundesrathes in der Ihnen bekannten Fassung bei dem Italienischen Ministerium gefunden hat, wird Ihnen zugekommen sein. Ohne Zweifel hat zu diesem erfreulichen Ergebnisse die mir von Hrn. v. Röder signalisirte instructionsgemäße Einwirkung des deutschen Reichsgesandten in Florenz auch das ihrige beigetragen.
In Betreff des mir gef. mitgetheilten & in Beilage zurückfolgenden Briefes des Hrn. Gelpke gehe ich Angesichts des gegenwär| tigen Standes der Gotthardfrage von der Ansicht aus, daß unser Ausschuß in der bevorstehenden günstigen Jahreszeit alle diejenigen technischen Vorarbeiten zur Ausführung bringen lassen sollte, welche vollendet sein müssen, um eine möglichst rasche & energische Inangriffnahme des Tunnelbaues nach erfolgter Gründung der Gesellschaft zu ermöglichen. Mein Rath würde also dahin gehen, daß Sie im Benehmen mit den HH. Koller & Gelpke die Arbeiten, welche in diese Kategorie fallen, bestimmen & sodann die Ausführung derselben durch Hrn. Gelpke auf dem Wege der Präsidialverfügung anordnen würden. Sollten Sie hiebei meine Mitwirkung in irgend welcher Weise in Anspruch zu nehmen wünschen, so stehe ich selbstverständlich, wie immer, zu Diensten. Ich denke aber, daß es derselben durchaus| nicht bedarf.
In freundschaftlicher Hochachtung
Ihr ergebener
Dr A Escher
Zürich
4 Juni 1871.