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Lausannes Cup-Goalie28.12.2015
Sieben Jahre ist es her, da bestritt Caminada sein erstes NLA-Spiel für die Klotener. Auf Klotener Eis erlebte er seine wichtigen Jahre als Junior bis zur Saison 2003/04. Er wohnte nur 10 Minuten vom damaligen Schluefweg entfernt, der während 11 Jahren sein zweites Zuhause wurde. Als er 18 war, entschied er sich jedoch, die Elite-A-Junioren des Clubs zu verlassen, da ihm der Weg nach oben aufgrund der starken Konkurrenz im NLA-Team verbaut war.
Nachdem er während 4000 Tagen das Land durchpflügt hat mit Stopps in Fribourg, Biel, Thurgau und Lausanne, bereite er sich darauf vor, den Kloten Flyers wiederzubegegnen. Beim Wiedersehen in Lausanne würde Caminada noch so gerne im Tor stehen, nachdem man in Kloten in ihm keinen NLA-Torhüter sah. „Du wirst nie auf einem höheren Niveau als jenes der 1. Liga spielen“, sei ihm damals beschieden worden.
Hartnäckiger Arbeiter mit Ziel Nummer 1
Es war eine Zeit in Kloten, in der er nicht mit dem Profistatus belohnt wurde, aber sich zweifelsfrei entwickelte und ihn dazu trieb, woanders über sich hinauszuwachsen.
Vielleicht war es die Hartnäckigkeit und gute Arbeit, die ihn dazu trieb in der NLB zu glänzen und die Voraussetzungen schafften, um bei einem NLA-Club um einen Platz als Nummer 1 zu kämpfen.
„Ich konnte mich auch ein bisschen auf mein Glück verlassen, denn als ich Kloten 2004 verliess, war ich bei Bülach in der 1. Liga engagiert. Doch weil sich bei Fribourg-Gottéron ein Torhüter verletzte, wurde ich kontaktiert um die Rolle als Ersatz von Gianluca Mona einzunehmen. Ich bin sozusagen durch Zufall ins Profi-Eishockey gestürzt“, sagt Caminada mit einem Lächeln im Gesicht.
Die Güte des Schicksals nahm die aktuelle Nummer 2 beim Lausanne HC gerne an um seine Karriere zu lancieren. Auf die Saison 2006/07 hin unterschrieb er beim EHC Biel in der NLB und glänzte mit zwei NLB-Titeln und dem Aufstieg. Zwischen 2008 und 2010 war er im NLB-Team wie gewünscht die Nummer 1 im Tor.
„Ich hatte vier super Saisons beim EHCB und die bleiben als eine unvergessliche Erinnerung. Da ich nie als grosses Talent wahrgenommen wurde und niemand wirklich an mich glaubte, war ich sehr stolz, dieses Niveau zu erreichen und hatte Freude in höchstem Masse“, so Caminada. Eine Entgleisung während der Fasnachtszeit zerstörte die harmonische Beziehung und weil Schweizer Clubs kein Interesse zeigten, wechselte er nach Kanada und Deutschland um sich auf dem Eis zu rehabilitieren.
Eine zweite Karriere
Als Probespieler kam er zu den zweitklassigen Dresdner Eislöwen und wurde drei Tage vor Meisterschaftsbeginn aus dem Kader gestrichen. Enttäuscht rief er seine Mutter an und sagte ihr, dass er mit dem Eishockey definitiv aufhöre. Doch das Schicksal kam ihm ein zweites Mal zur Hilfe – aus Fribourg. „Zehn Minuten als ich aufhing, bekam ich einen Anruf von Serge Pelletier, der mich fragte, ob ich bei Gottéron spielen möchte. Es war der Beginn einer zweiten Karriere für mich“, erinnert er sich voller Emotionen.
Er begann die Saison stark mit einem Gegentorschnitt von 2,58 bevor er durch die Verpflichtung von Cristobal Huet auf die Bank verdrängt wurde. Es war eine erste Begegnung mit dem gebürtigen Franzosen. Als er für die Saison 2011/12 nach Lausanne wechselte und dort zu guter Eiszeit kam, war er darauf und daran den Club zu verlassen, als er vom Zuzug Huets für die folgende Saison hörte. „Ich war von Gottéron gekommen um nicht in Konkurrenz mit ihm zu stehen, daher war es schwierig für mich, als ich die Neuigkeit erfuhr.“
Nach dem Exil beim HC Thurgau hielt ihn dies aber nicht davon ab, 2014 nach Lausanne mit Huet im Tor zurückzukehren. „Ich haben eine gemeinsame Geschichte mit Cristo wenn es darum geht, wie oft sich unsere Wege gekreuzt haben. Ich bereue aber nichts, da er sportlich und menschlich eine grossartige Person ist“, sagt der 29-Jährige, der seinen Vertrag verlängert hat in der Rolle des Ersatztorhüters.
Gegen Kloten ist es noch offen, welcher der beiden Spieler das Lausanner Tor hüten wird. Huet, die Mauer, oder der tüchtige Caminada? Sicher ist, dass Caminada, der diese Saison bereits drei Cup-Spiele bestritt, bereit ist eine neue Herausforderung anzunehmen und seinen Teamkollegen eine Finalteilnahme zu ermöglichen.
Von Kevin Vaucher