Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03169.jsonl.gz/4

Wer von übermässigem Schwitzen betroffen ist, weiss aus eigener, leidvoller Erfahrung wie unangenehm dies sein kann. Die wahren Ursachen einer echten (primären) Hyperhidrose sind bislang jedoch medizinisch noch keineswegs geklärt, so dass dementsprechend auch eine Ursachenbekämpfung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren würde, leider noch nicht in Aussicht ist.
Primäre und sekundäre Hyperhidrose
Während die primäre, echte Hyperhidrose angeboren, d.h. nicht erworben ist, versteht man unter der sekundären Hyperhidrose das vermehrte, starke Schwitzen meist infolge einer Krankheit oder einer krankhaften Entwicklung. Für die primäre Form sind mehrere Begleitumstände charakteristisch: etwa das unvorhergesehene, temperaturunabhängige Auftreten des Schwitzens, oder dass die Schweissausbrüche an bestimmten Körperstellen (Handflächen, Fusssohlen, Achseln) erfolgen und dass sie niemals in der Nacht auftreten. Das Schwitzen bei sekundärer Hyperhidrose ist hingegen sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Gründe dafür verantwortlich sind. Starkes Schwitzen kann ein Krankheitssymptom sein und sollte Anlass dazu geben, die Krankheitsursache herausfinden zu lassen und der Erkrankung entgegenzuwirken. Erhöhte Schweissproduktion kann aber auch durch hormonelle Umstellung oder durch psychische Probleme bedingt sein. Bei sekundärer Hyperhidrose gilt generell, dass die Ursachen und nicht die Symptome bekämpft werden müssen.
Behandlungsmöglichkeiten bei primärer Hyperhidrose
Bei echter Hyperhidrose können Ursachen nicht bekämpft werden, weil man sie noch nicht kennt. Um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um eine primäre Hyperhidrose handelt, muss im Vorfeld eine genaue Untersuchung zur diagnostischen Eingrenzung des Schwitzens erfolgen. Abhängig von der jeweiligen Erscheinungsform und dem Ausmass der Erkrankung werden sich unterschiedliche Vorgehensweisen zu ihrer Bekämpfung anbieten. So wird bei axillarer Hyperhidrose die Eindämmung der unliebsamen Symptome zunächst mit Antitranspirantien versucht werden, und erst bei zu geringem Behandlungserfolg würden dann andere, wirksamere Methoden zum Zuge kommen und Anwendung finden. Anbieten würde sich eine Denervierung mit Botulinumtoxin oder eine chirurgische Schweissdrüsenentfernung. Bei einer Hyperhidrose an Handflächen und Fusssohlen könnte auch eine Leitungswasseriontophorese als Therapieform in Frage kommen. Als radikalsten Eingriff bei sehr ausgeprägter palmarer Hyperhidrose könnte sogar eine transthorakale Sympathektomie in Betracht gezogen werden. Und bei einer generalisierten Hyperhidrose ließen sich die Beschwerden gegebenenfalls auf medikamentösem Weg lindern. Auch mit Mikrowellen wird mittlerweile versucht, dem übermässigen Schwitzen beizukommen.
Bekämpfung der axillaren Hyperhidrose durch Schweissdrüsenabsaugung
Bei axillarer Hyperhidrose ist die subkutane Schweissdrüsenkürettage mit anschliessender Absaugung die effektivste Behandlungsmethode. Anders als bei extremem Schwitzen an den Handflächen und Fusssohlen, an denen eine operative Entfernung der Schweissdrüsen nicht möglich ist, kann der chirurgische Eingriff im Achselbereich elegant und auch sehr effektiv vorgenommen werden. In der Zone, in der geschwitzt wird, wird dabei das komplette Gewebe, in welchem die Schweissdrüsen angesiedelt sind, mittels Kürettage herausgelöst und anschliessend abgesaugt. Gleichzeitig werden auch die Nerven, die zu den Schweissdrüsen führen, gekappt. Die Erfolgsrate dieser Behandlungsform ist sehr hoch. Wird bei Schweissdrüsenabsaugung gründlich vorgegangen, so wird dies eine nachhaltige Beseitigung der Schwitzprobleme unter den Achseln bedeuten.