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Anfang 16. Jh.
Eisen getrieben, genietet
H. 50, L. 65, B. 40 cm
Inv. 1874.112.
Das Kopfstück, Teil eines Pferdeharnischs, ist aus vier Eisenplatten gehämmert und zusammengenietet. Röhrenartige, achteckige Becher schützen die Ohren, bucklige Gitter die Augen. Bei der Stirnmitte ist ein stummer, quergeknickter Tartschenschild aufgenietet. Die Rossstirn ist geriffelt; je drei Grate wachsen strahlenförmig unter dem Schild hervor resp. vom Mittelgrat aus. Ein breiter, vertiefter Bandrand fasst den Rosskopf ein. Technisch auffallend ist die geringe Anzahl von Nieten und der Umstand, dass die Seitenstücke nicht unter, sondern über das Mittelstück geschoben sind, was sich im Gefecht negativ auswirken würde, denn die Nahtstellen könnten leicht auseinander gerissen werden. Weil der Rosskopf im Basler Zeughaus - er wird im Inventar von 1591 erstmals erwähnt - ein Unikum war, kam die Legende auf, dass er zur persönlichen Ausrüstung Herzog Karls des Kühnen von Burgund gehört habe. Dieser falschen Zuschreibung verdanken wir vermutlich die Erhaltung dieses Einzelstückes. Die Riffelung und der gehämmerte Rohzustand sprechen gegen ein burgundisches Werk des 15. Jahrhunderts; die Rossstirn dürfte eine Plattnerarbeit des frühen 16. Jahrhunderts sein.