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Den Eltern eines Kindes in den Berner Alpen, einige sagen im Städtlein Unterseen auf dem schönen Bödeli, zwischen den Seen von Brienz und Thun gelegen, fiel es mit der Zeit auf, dass ihr kleines Mädchen das Morgenessen nie in der Hütte verzehrte. Mit seiner Milch und dem Brot eilte es jedesmal ins Freie und ging zu einem versteckten Ort nahe der Alp.
Der Vater folgte heimlich dem Töchterlein und sah zu seinem Erstaunen, dass es sich zu einer Schlange mit einem Krönlein auf dem Haupte begab, mit dieser sein Essen teilte und mit ihr plauderte, als könnte es von dem wunderbaren Tier Mitempfinden oder Rat erhalten.
Ungestört dauerte diese Freundschaft noch lange, lange Zeit: Als das Mädchen zu einer schönen, wohlgestalteten Jungfrau herangewachsen war, heiratete es einen Jüngling, der seinem Herzen zusagte.
Auf der Alp versammelten sich die Verwandten des glücklichen Paares zur Feier des Hochtzeitstages: Da erschien in ihrem Kreis auch die Schlange und schenkte der Braut ihr goldenes Krönlein.
Quelle: "Menschen und Mächte: Sagen zwischen Jura und Alpen", S. Golowin, Schweizer Verlagshaus, 1970
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