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Das muss auch gar nicht sein, Willi.
Für mich ist es schön, dass Ihr meine Fotos anschaut, und ob Ihr dabei den Kopf schüttelt oder Freude habt, spielt mir keine Rolle.
Ich weiss nicht, wie es den anderen Kreativen hier im Forum - es hat ja mehrere wie ich - geht, aber mein Leben verlief, was die Kreativität betrifft, in unterschiedlichen Phasen:
- als Geschichtsstudent beschäftige ich mich mit dem Zeitgeschehen und machte anarchistische Aussagen in Schrift und Bild. Wir klebten selbstgemachte, absurde Plakate an die Wand und veröffentlichten wilde Texte.
- Als Alphirt darauf fotografierte ich hunderte von Kühen und landwirtschaftliche Gebäude, und machte weiterhin absurde Fotos.
- Als Vater begann ich zu malen, währenddem die Kinder am einschlafen waren, wir hatten keinen TV. Ich verwendete die feinsten Pinsel, die es gibt, für mehrfarbige, plakatähnliche Gouaches, die nicht mehr politisch oder absurd waren.
- als die Kinder grösser wurden fotografierte ich sie und ihre Umwelt, füllte Fotoalben und verschickte eigene Neujahrskarten.
- der Stress der beruflichen Karriere, der Weiterbildungen und Nachdiplomstudienlehrgänge sowie der Erwerb des Gasthofs Bären in Meikirch absorbierte meine Energie dergestallt, dass ich nicht mehr kreativ war.
- In Kontakt mit Thailand lernte ich Schritt für Schritt die neue elektronische Technik und begann, mit einem Programm meine Fotos abzuändern. Sie wurden wieder zunehmend frech und absurd, und ich spezialisierte mich auf Industriebauten, Marktwesen, Verkäuferinnen, Landwirtschaft, verlorene Plätze sowie das Milieu. Vom Milieu sind die Fotos von jungen Frauen derzeit in der intensivsten Phase. Paralell dazu schreibe und texte ich viel.
- Auch diese Phasen werden mal abgeschlossen sein und einer neuen Phase Platz machen.