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Neuer Kreativwirtschaftsbericht 2016
Am 12. Mai 2016 wurde der Bericht “Von der Kreativwirtschaft zu den Creative Economies - Kreativwirtschaftsbericht Schweiz 2016” veröffentlicht. Er kann hier bestellt werden: www.creativeeconomies.com
Kontakt
Zürcher Hochschule der Künste
Toni-Areal, Pfingstweidstrasse 96
Postfach, CH-8031 Zürich
Christoph Weckerle
Direktor Departement Kulturanalysen und Vermittlung
Tel. +41 43 446 20 30
Creative Economies
An der ZHdK werden Dimensionen der Wertschöpfung an der Schnittstelle zwischen Kultur, Wirtschaft und Technologie unter den drei Hauptaspekten Kreativwirtschaft, Creative Economy und Creative Economies thematisiert. Die Diskussionen über die Creative Economies finden im Austausch zwischen der ZHdK, der ETHZ und der Universität St. Gallen statt.
Unter Kreativwirtschaft (Creative Industries) werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und medialen Verbreitung von kulturellen und kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen, verstanden. Das Konzept basiert somit auf dem Prinzip der Abgrenzung, indem in der Gesamtwirtschaft Branchen ausgeschieden werden, welche der Kreativwirtschaft zuzuweisen sind und diese schliesslich definieren. Auf der Basis von amtlichen Statistiken werden Aussagen zu Unternehmen, Beschäftigten, Umsätzen oder Bruttowertschöpfung formuliert. Zudem werden dadurch Grundlagen für nationale Betrachtungen der Dynamiken der Kreativwirtschaft bereitgestellt.
Das Konzept der Creative Economy ist demgegenüber dynamischer und durchlässiger angelegt. Nach dem Vorbild der britischen Innovationsstiftung Nesta wird zuerst ein Set von sogenannten kreativen Berufen bzw. Tätigkeiten bestimmt («creative occupations»). Anschliessend werden alle Branchen der Wirtschaft auf deren Anteil an diesen kreativen Berufen hin analysiert («creative intensity»). Diejenigen Branchen, welche einen bestimmten Mindestanteil an kreativen Berufen und Tätigkeiten ausweisen, werden dann als «creative» bezeichnet, der Rest als «non-creative». Schliesslich wird die Beschäftigung berechnet. Die Creative Economy ergibt sich durch die Summe der Erwerbstätigen der Creative Industries und aller kreativer Jobs in anderen Branchen.
Creative Economies ist eine alternative Perspektive zur traditionellen Diskussion zur Kreativwirtschaft: Statt anzunehmen, dass gewisse Branchen und Disziplinen kreativ sind, geht es vielmehr darum, zu verstehen, wo und wie Neues entsteht – durch Experimentieren, Improvisieren, Entwerfen, Reflektieren, ... Zu erkennen, wie dadurch Bestehendes kritisiert, in Frage gestellt, herausgefordert und radikal neu gesehen wird. Und zu sehen, wie die Wertschöpfung – neue Produkte, Geschäftskonzepte, Strategien, Unternehmensmodelle, Führungsarchitekturen - ermöglicht, durchgesetzt und erfolgreich gemacht wird.
CreativeEconomies: A Venture
Diskussionen zu den Creative Economies werden an der ZHdK schwerpunktmässig im Departement Kulturanalysen und Vermittlung geführt und unter www.creativeeconomies.com dokumentiert und visualisiert. Die Internetplattform ist zentraler Bestandteil des Ventures CreativeEconomies, die das Departement Kulturanalysen und Vermittlung der Zürcher Hochschule der Künste, das RISE Management Innovation Lab der Universität St. Gallen und die «Critical Thinking»-Initiative der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ETHZ etablieren, um die Überlegungen zu den Creative Economies weiter zu schärfen, kritisch zu beurteilen und kontrovers zu diskutieren.