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Tollkirsche
Die ganze Pflanze der Tollkirsche ist hochgiftig: von den Wurzeln über die Blätter und Blüten bis zu den Samen.
Artbeschreibung
Die Tollkirsche (Atropa bella-donna) ist eine bis zu 2m hohe, krautige, stark verzweigte Pflanze. Die Blütenkrone ist etwa 3cm lang, violett-braun und glockenförmig verwachsen. Sie ist umgeben von einem bleibenden, grünlichen Kelch, der zur Blütezeit auch glockenförmig ist und sich danach sternförmig aufbiegt und die Beere präsentiert. Die im Spätsommer erscheinenden Beeren sind zunächst grün, später tiefschwarz.
Vorkommen
Die Tollkirsche ist in ganz Zentraleuropa verbreitet. Bevorzugt wächst sie auf kalkhaltigen und nährstoffreichen Böden, in Schlagfluren, an Waldrändern und in lichten Wäldern.
Giftigkeit
Vergiftungen mit Tollkirsche gehören zu den häufigsten Pflanzenvergiftungen. Wie die Kartoffel- und die Tomatenpflanze gehört die Tollkirsche zu den Nachtschattengewächsen und enthält die für diese Pflanzenfamilie typischen, giftigen Alkaloide. Während Alkaloide in reifen Tomatenfrüchten und Kartoffeln kaum mehr vorhanden sind, sind sie bei der Tollkirsche in allen Pflanzenteilen zu finden. Von toxikologischer Bedeutung sind die Tropan-Alkaloide Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin. Vögel reagieren im Gegensatz zu Menschen nicht auf das Gift: Sie fressen die Beeren und tragen so zur Verbreitung der Pflanze bei.
Symptome
Je nach Dosis treten nach der Einnahme von Tropan-Alkaloiden folgende Symptome auf: Mundtrockenheit, Erweiterung der Pupillen, Sehstörungen, Halluzinationen, Hitzegefühle, Herzrasen, Fieber, Koma und Tod durch Atem- und Herzstillstand.
Erste Hilfe
Nach Berührungen mit der Pflanze wird empfohlen die Kontaktstelle mit einer milden Seife zu waschen. Nach einer versehentlichen Einnahme soll bei keinen oder leichten Symptomen die «Tox Info Suisse» Tel.145 kontaktiert oder bei stärkeren Symptomen die Notrufnummer 144 gewählt werden.
Wissenswertes
Der klangvolle lateinische Name der Tollkirsche «Atropa bella-donna» geht auf die Griechische Schicksalsgöttin Atropos zurück. Atropos heisst «die Unabwendbare» und sie gehört zu den drei Schicksalsgöttinen, den Moiren: Während Klotho den Schicksalsfaden spinnt und Lachesis dessen Länge bestimmt, schneidet Atropos ihn am Ende eines Lebens durch. «Bella-donna» mag von der pupillenvergrössernden Wirkung von Hyoscyamin herrühren: Frauen sollen sich in der Renaissance Tollkirschensaft in die Augen getröpfelt haben um ihre Augen dunkler und glänzender erscheinen zu lassen.