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(künstliche) werden aus den Zähnen des Dugong, aus Alabaster, Steinnuß, Korallen etc. gedreht; viel wichtiger
aber sind die Glasperlen, die besonders auf Murano dargestellt werden. Man zieht das Glas zu dünnen Röhren aus und zerschneidet
diese mit einer Schere in kleine Stücke, welche entweder direkt
benutzt werden (Schmelzen), oder noch einer
Abrundung bedürfen. Man mischt sie mit einem leicht angefeuchteten Gemisch aus Kalk- und Kohlenpulver, um die Höhlungen
auszufüllen, und erhitzt sie mit Sand und Kohlenpulver in rotierenden Cylindern, bis sich die scharfen Kanten abrunden.
Nach dem Erkalten werden die Perlen gesiebt, sortiert, durch Schütteln mit Sand geschliffen, abgesiebt und durch
Schütteln mit Kleie poliert. Kaum minder wichtig sind die großen, buntfarbigen Glasperlen, welche unter anderm als Tauschartikel
nach Basra und als Rosenkränze nach Palästina gingen und auch heute noch einen bedeutenden Handelsartikel bilden. Ein großer
Teil der hierher gehörigen Ware, die Markasitperlen, Barockperlen, die gewickelten Perlen etc., sind Produkte der
Glasbläserei vor der Lampe. Im Fichtelgebirge und in Böhmen fertigt man die Paterln, indem man mit einem konischen, spitz zulaufenden
und mit Thon überzogenen Eisenstäben eine Portion flüssiges Glas herausnimmt und daraus die Perle formt, welche eckig abgeschliffen,
poliert, auch wohl mit Fäden andersfarbigen Glases überzogen wird.
Den Stickperlen aus Glas schließen sich die Metallperlen aus Stahl, Silber, Gold oder Kupferlegierungen an,
welch letztere auch wohl vergoldet und versilbert werden. Die 1656 von Jaquin erfundenen Wachsperlen (Fischperlen), welche
die echten Perlen am schönsten nachahmen, bestehen aus kleinen, zarten Glaskügelchen, welche man innen mit Perlenessenz (s. d.)
auskleidet und dann mit Wachs füllt. Sie werden besonders in Paris, Straßburg, Schwäbisch-Gmünd; Wien,
Venedig etc. dargestellt.
Die roten und gelben Perlen füllt man mit Farben, welche mit Gummi arabikum angemacht wurden, die Spiegelperlen mit einer leichtflüssigen
Legierung. Schwarze massive Perlen werden auch in Formen gepreßt. Vegetabilische (Perlen der Kokosnuß), welche bei den Radschas
in Ostindien als Schmuckwaren sehr beliebt sind, gleichen den Perlen der Perlmuschel, haben eine glatte, milchweiße Oberfläche,
glänzen sehr wenig und finden sich frei liegend in Höhlungen der Kokosnuß. Sie sollen im wesentlichen aus kohlensaurem
Kalk mit stickstoffhaltiger Substanz bestehen.