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Ziel ist es, eine möglichst grosse Kontrolle über die Kerntechnologien der eigenen Produkte zu erlangen. Damit ist der US-Konzern in der Lage, Innovationen voranzutreiben und Kosten zu senken. "Heute entwickeln wir einen grösseren Teil der grundlegenden Technologien im eigenen Haus als früher", erklärte Apple-Finanzchef Luca Maestri im Februar. "Wir haben mehr Kontrolle über das Timing, die Kosten und die Qualität."
Hintergund: Apple arbeitet an einer eigenen Technologie für die Grafik-Chips seiner Mobil-Geräte wie iPhones und iPads, die im kommenden Jahr fertig sein könnte. Die Pläne des traditionell geheimniskrämerischen Konzerns wurden diese Woche durch eine Börsenmitteilung des aktuellen Partners enthüllt. Die Firma Imagination Technologies erklärte, man sei von deren wichtigsten Kunden Apple darüber unterrichtet worden, dass der iPhone-Anbieter binnen 15 Monaten bis zwei Jahren auf eine Eigenentwicklung umsteigen wolle. Die Aktie von Imagination verlor daraufhin schlagartig fast zwei Drittel ihres Werts.
Ein weiteres Beispiel der neuen Apple-Strategie ist der Hauptprozessor - quasi das Herz - des iPhones. Bei dessen Entwicklung verliess sich Apple früher stark auf den Chipentwickler ARM. Dann aber nahm der Konzern die Dinge selbst in die Hand. Inzwischen benötigt er nur noch wenige grundlegende Lizenzen und erledigt den Rest selbst. Auch nach der Milliarden-Übernahme des Kopfhörer-Spezialisten Beats Electronics wurde das Prinzip angewandt: Apple ersetzte eine ganze Reihe von Standardbauteilen durch einen einzigen, selbst entworfenen Bluetooth-Chip. Es seien "fünf Chips gegen einen" getauscht worden, sagt der Elektronik-Experte Jim Morrison von der Beratungsfirma TechInsights.
Unternehmen wie ARM, Qualcomm und Nvidia versorgen grosse Teile des Elektronik-Markts. Dies liegt daran, dass die Entwicklung der erforderlichen Chips überaus teuer ist. Diese Konzerne haben Schlüsseltechnologien für Prozessoren (ARM) oder Grafikchips (Nvidia) entwickelt, für die sie saftige Lizenzgebühren verlangen.
Apple ist allerdings inzwischen so gross, dass es sich für den Konzern lohnt, die komplizierten Schaltkreise der Komponenten selbst zu entwickeln. Die tatsächliche Fertigung der Chips allerdings bleibt bei Zulieferern wie Samsung Electronics und Taiwan Semiconductor Manufactoring.
Diese Strategie der Kostensenkung dürfte bei zukünftigen Produkten wichtig bleiben. So wird spekuliert, dass Apple im Herbst ein neues iPhone mit einem gebogenen Schirm auf den Markt bringen wird. Pro Stück könnten damit Zusatzkosten von bis zu 50 Dollar entstehen, schätzt der Forscher Timothy Arcuri von Cown & Co.
(Reuters)