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Prozess gegen französischen Komiker Dieudonné in Genf vertagt
Der Prozess gegen den französischen Komiker Dieudonné wegen Rassendiskriminierung, der am Freitag in Genf hätte stattfinden sollen, ist verschoben worden. Der 55-Jährige, der in Frankreich auf Tournee ist, erschien nicht vor dem Polizeigericht.
Gerichtspräsidentin Sabina Mascotto lehnte es ab, den Angeklagten in Abwesenheit zu verurteilen. Ein neuer Verhandlungstermin ist für den 5. Juli angesetzt worden.
Der erste Staatsanwalt Stéphane Grodecki hatte beantragt, dass der Prozess auch in Abwesenheit von Dieudonné stattfinden solle. Die Interkommunale Koordinationsstelle gegen Antisemitismus und Diffamierung (Cicad), Klägerin in diesem Fall, unterstützte diesen Antrag. Staatsanwaltschaft und Klägerin glauben, dass der Komiker wissentlich dazu entschieden habe, nicht am Prozess zu erscheinen.
«Er wurde am 12. März vorgeladen und wartete bis vergangene Woche, um zu reagieren und zu sagen, dass es ihm nicht möglich sei, an der Verhandlung teilzunehmen. Dieudonné macht die Institution der Justiz zum Gespött», sagte der Anwalt der Cicad, Philippe Grumbach. Der Komiker hatte bereits im Januar 2020 einer Vorladung der Genfer Justiz nicht Folge geleistet.
Corona als Rechtfertigung
Der Verteidiger des Komikers, Pascal Junod, begründete die Abwesenheit seines Mandanten mit der aussergewöhnlichen Situation, die durch die Covid-19-Pandemie entstanden sei. «Das Leben in Frankreich war stark eingeschränkt und Dieudonné war ein Jahr lang arbeitsunfähig. Er nutzt nun die kleine Öffnung, die Künstlern in Frankreich gewährt wird», sagte Junod.
Es sei nicht Dieudonné, der die Termine seiner Tournee kontrolliere. Zudem sei der zu verhandelnde Fall nicht von übergeordnetem öffentlichem Interesse und es befinde sich niemand im Gefängnis. Es sei möglich, noch ein paar Monate zu warten.
Gerichtspräsidentin Mascotto setzte einen neuen Verhandlungstermin für den 5. Juli fest. Dieudonné trete nämlich am Vortag in Genf auf, sagte sie.
Dem umstrittenen Komiker und Schauspieler wird vorgeworfen, bei Auftritten in Genf und Nyon 2019 negationistische Bemerkungen gemacht zu haben. Er soll dabei die Existenz von Gaskammern für die Tötung von Juden geleugnet haben. Für die Genfer Staatsanwaltschaft ist dies ein Fall von Rassendiskriminierung.
Dieudonné, der regelmässig vor Gericht steht, wurde wegen seiner hasserfüllten und antisemitischen Äusserungen bereits mehrfach von der französischen Justiz verurteilt.
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