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In Bariccos Nacherzählung der Ilias soll nicht die Muse »den Zorn des Achilles« singen, sondern die Figuren selbst kommen zu Wort. Der edle Hektor, der listenreiche Odysseus, der rachsüchtige Achilles und der göttergleiche Paris schildern die blutigen Schlachten zwischen Griechen und Trojanern aus ihrer ganz persönlichen Perspektive. Doch nicht nur die Helden, sondern auch Nebenfiguren wie Andromache und ihre Amme berichten als Augenzeugen von den Kämpfen, Leidenschaften und Tragödien.
In einer lebendigen, von Archaismen befreiten Sprache tritt Baricco mit Homer in Dialog und erzählt die Ilias als eine äusserst menschliche Geschichte.
Alessandro Baricco, geboren 1958 in Turin, wird in Italien schon seit Jahren als Kultautor gefeiert. Nach seinem Studium der Philosophie und Musikwissenschaft schrieb er zunächst Musikkritiken für die grossen italienischen Tageszeitungen. Inzwischen ist er Mitherausgeber der wichtigsten Literaturzeitschrift seines Landes. Mit seinen mehrfach preisgekrönten Romanen Seide, Land aus Glas und Novecento, die in 12 Sprachen übersetzt wurden, eroberte sich Alessandro Baricco eine grosse Fangemeinde. Neben seinen Romanen hat er auch zahlreiche Essays, Erzählungen und ein Theaterstück geschrieben. Zum Teil wurden seine Bücher verfilmt.