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Hauptstädte sind nicht nur die politischen Zentren eines Landes, sie haben auch ein spezifisches regionales Wirtschaftssystem. Wir analysieren die Hauptstadtökonomie und fokussieren nicht nur auf die ökonomische Wirkung der Politik und Verwaltung, sondern auch auf die Vernetzung des öffentlichen Sektors mit der Privatwirtschaft im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens. Bern zählt zu den sogenannten sekundären Hauptstädten, die zwar als politische Zentren ihres Landes fungieren, nicht aber als wirtschaftliches Zentrum gelten. Sekundäre Hauptstadtregionen müssen sich klar positionieren indem spezifische Merkmale erkannt und für die Standortpolitik genutzt werden.
Unser Ansatz fokussiert auf die vergleichende Analyse von regionalen Innovations- und Gründungsdynamiken sowie der Standortpolitik in Hauptstadtregionen. Wir nutzen quantitative und qualitative Daten für die Analyse der regionalwirtschaftlichen Bedeutung und Wertschöpfung in Bezug auf die Hauptstadtfunktionen.
Sekundäre Hauptstädte sind zwar das politische nicht aber das wirtschaftliche Zentrum eines Landes. Neuere Entwicklungen der globalen Weltwirtschaft, wie die zunehmende Bedeutung von Städten mit globaler Ausstrahlung, transnationale Institutionen und die Bildung von Metropolitanregionen, fordern die traditionell zentrale Rolle von Hauptstädten heraus.
Dieses Forschungsprojekt ist als Vergleichsstudie von vier sekundären Hauptstädten – Bern, Den Haag, Ottawa, Washington – konzipiert. Unterstützt durch den Schweizer Nationalfond, führten wir Forschungsaufenthalte in allen vier Hauptstadtregionen durch, bei denen insgesamt 179 Experteninterviews geführt wurden. Zudem wurden Daten zur Wirtschaftsstruktur und -dynamik, öffentlichen Beschaffungen und Innovationskraft aus wirtschaftsgeographischer Sicht analysiert. Dabei zielen wir darauf ab, folgende Forschungsfragen zu beantworten:
Unsere Resultate zeigen, dass der zunehmend internationalisierte Wettbewerbsdruck für sekundäre Hauptstädte wie Bern, Den Haag, Ottawa oder auch Washington D.C. eine besondere Herausforderung darstellen, weil sie über eine – im Vergleich zu den dominierenden Wirtschaftszentren ihres Landes – wenig konkurrenzfähige Wirtschaftskraft verfügen. Des Weiteren spielt das öffentliche Beschaffungswesen eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Dynamik. Firmen, Institutionen und Universitäten sowie intermediäre Organisationen spielen eine wichtige Rolle in der Vernetzung. Gründungsdynamiken im Kontext einer Hauptstadtregion werden in Zukunft wichtiger werden da sie zu einer Diversifizierung der Wirtschaft beitragen.
Wie funktioniert die Hauptstadtökonomie und welche Standortpolitik ist sinnvoll?