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Ortsteil der polit. Gem. Balsthal SO, in der K. oder Talenge von Oensingen-Balsthal. 1308 Clusen. Im MA stand in der K. eine Dingstatt des Buchsgaus, genannt Innert dem Rossnagel; das zugehörige Landgericht war letztmals 1513 tätig. Vermutlich um 1240 gründeten die Gf. von Falkenstein ein ummauertes Städtchen, das den Nordausgang der K. sperrte. Sein Stadtbann war identisch mit der Herrschaft Alt-Falkenstein. Da es zwar eine Zollstatt und vermutlich ein Marktrecht, aber keine Selbstverwaltung erhielt, entwickelte es sich nie über seine bescheidenen Anfänge hinaus (rund 16 Hofstätten mit knapp 100 Einw.). 1331 wird ein Siechenhaus erwähnt. 1375 wurde das Städtchen von den Guglern verbrannt und verödete. 1420 fiel K. mit der Herrschaft Alt-Falkenstein an die Stadt Solothurn, die sie der Gem. Balsthal zuteilte. Das ehem. Stadtrecht erhielt sich bis in die Gegenwart in der Korporation K. mit eigenem Bürgerrecht und Wald. Mitte 15. Jh. begannen sich Glaser in K. niederzulassen. Der Ort blühte auf; 1480 zählte die Glaserbruderschaft St. Agatha 21 Meister. 1479 wird eine Hammerschmiede erwähnt, wenig später eine Eisenschmelze zur Verhüttung des Bohnerzes im Tal. Vom ausgehenden 15. bis Mitte 19. Jh. zählte K. immer etwa einen Viertel der Einwohner von Balsthal und stellte eine der vier Rotten zu Dorfwacht und Feuerwehr. Mit der Reformation verloren die v.a. auf Rosenkränze spezialisierten Glaser den Grossteil ihres Absatzgebietes; um 1600 wurde die Glaserei eingestellt. Dafür profitierte K. vom Passverkehr; dominierend wurde der seit 1592 erw. Gasthof Hirschen. 1632 kam es in der K. zu einem Zusammenstoss zwischen Solothurner und durchziehenden Berner Truppen (Kluserhandel). 1760 wurde die St. Josefskapelle gestiftet. Besonders im 19. Jh. bildete die Sonderstellung der K. einen Streitpunkt unter den Bürgern von Balsthal, v.a. betreffend Einkauf in die Korporation K. Die grosse Wende erfolgte 1813 mit der Errichtung eines Hochofens durch den Solothurner Ratsherrn Ludwig von Roll. 1827 wurde dem Hochofen eine Giesserei angegliedert. Während der Hochofen 1877 ausgeblasen wurde, erlebte die Giesserei einen grossen Aufschwung. 1900 beschäftigte sie 900 Arbeiter, 1913 1'230 (Schliessung 1983). Damit verbunden war die Überbauung des ganzen Talbodens mit Werkgebäuden und Arbeiterhäusern. 1860 wurde eine eigene Schule eingerichtet, die 1893 einen Neubau erhielt. Im 20. Jh. teilt K. die Geschichte der Gem. Balsthal.
Literatur
– H. Sigrist, «Dorfgesch. Balsthal», in JbSolG 41, 1968, 5-352
Autorin/Autor: Hans Sigrist