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Die sagenumwobene Calla blüht wieder!Der Chüserainerwald in der Gemeinde Neuenkirch ist eine der wenigen Stellen in der Schweiz, wo die Calla (Calla palustris ) angeblich natürlich gedeiht. Sie ist daher wegen ihrer Seltenheit geschützt. Häufig ist diese Pflanze hingegen in Osteuropa, Nordamerika und Sibirien zu finden. Der Sumpf-Schlangenwurz oder Drachenwurz, wie diese Blume auch genannt wird, wächst an Sumpfstellen und Ufern. Der durchnässte Boden, die Moorteiche und die wassergefüllten Gräben im Chüserainerwald sagen dieser Pflanze zu. Dank der Aufwertung des Bruchwaldes und der Schaffung neuer Moorbiotope konnte sich die Calla in den letzten Jahren sogar ausbreiten.Botanisch gehört die Calla der Familie der Aronstabgewächsen (Araceae) an und ist somit mit dem einheimischen Aronstab (Arum maculatum) verwandt. Der Name „Kalla“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet die Schöne.Sumpf-Schlangenwurz wird die Calla auch genannt, weil sie ein kräftiges, schlangenähnliches, stärkereiches Rhizom (einen unterirdischen Spross) besitzt. Dieses wurden früher sogar als Schweinefutter genutzt. Aber auch getrocknet und gemahlen wurde es in einigen Gegenden dem Brotteig zugefügt. Beim Backen oder Trocknen werden die Giftstoffe weitgehend zerstört. Zum Blühen kommt die Calla in den Monaten Mai bis Juli. Die einfachen, unscheinbaren Blüten sitzen in grosser Zahl auf einem Kolben (Spadix) und werden von einem Hochblatt (Spatha) mantelartig umgeben. Dieses ist auf der Innenseite weiss, auf der Aussenseite grün gefärbt und verleiht der Pflanze das besondere, dekorative Aussehen. Bestäubt werden die Blüten durch kleine Aas-Fliegen und Käfer. Möglicherweise übernehmen auch Schnecken diese Aufgabe. Die Bestäuber werden durch einen unangenehmen Geruch angelockt. Die Früchte, die aus diesen Blüten hervorgehen, sind scharlachrote, schwimmfähige Beeren. In ihnen stecken klebrige Samen, die schwimmend ausgebreitet werden. Sie können aber auch an Wasservögeln haften bleiben und durch sie verbreitet werden. Wie bereits angetönt, ist diese Pflanze giftig und schmeckt brennend scharf. Auf der Haut kann sie Reizungen hervorrufen. Weil das Rhizom die Form einer Schlange hat, schrieben die Mediziner in früheren Zeiten der Calla Heilkräfte gegen Schlangenbisse zu. Die geheimnisvolle Erscheinung und die Frage, warum diese in der Schweiz so seltene Pflanze ausgerechnet im Chüserainerwald gedeiht, hat die Fantasie der Menschen angeregt. Eine Sage versucht dieses Geheimnis zu erklären. Nachzulesen ist diese Erzählung auf einer Tafel am Turbemoosweiher, die von der Korporation Sempach errichtet wurde.Der Glaube und die Hoffnung einer Liebenden führten die sagenumwobene Calla einst nach Sempach. Der Same der Blume zog als Glücksbringer an der Brust eines böhmischen Ritters in die Schlacht von 1386. Der Mann überlebte den Kampf und versteckte sich hier im Wald. Da aber fanden ihn ein paar siegreiche Eidgenossen, schlugen ihn tot und warfen die Leiche ins Moor. Jahre später wurde an diesem Ort die schöne Blume entdeckt. Noch heute ist hier einer der wenigen natürlichen in der Schweiz. Siehe auch: www.sempach.ch. Hier können Sie die ganze Sage nachlesen.