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- In der südafrikanischen Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) steht der Führungswechsel an.
- Aussichtsreichste Kandidaten sind Präsident Zumas ehemalige Ehefrau Nkosazana Dlamini-Zuma und der stellvertretende Staatschef Cyril Ramaphosa.
- Der Parteitag entschied am Sonntagabend, dass die eigentliche Wahl erst am Montag durchgeführt werde.
Die knapp 4800 Delegierten des ANC haben am Abend mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden begonnen. Am Sonntagabend entschied der Parteitag, dass die eigentliche Wahl erst am Montag durchgeführt werde. Es wurden keine weiteren Erklärungen abgegeben.
Als Favoriten für die Nachfolge gelten Zumas Ex-Frau Nkosazana Dlamini-Zuma und der wirtschaftsfreundliche Vizepräsident Cyril Ramaphosa. Dlamini-Zuma wird von ihrem Ex-Mann unterstützt und kann sich auf dessen Machtbasis in der südlichen Provinz KwaZulu-Natal verlassen. Ramaphosa hingegen hat die Gewerkschaften und liberale Parteimitglieder hinter sich.
SRF-Korrespondentin Cristina Karrer porträtiert die beiden aussichtsreichsten Kandidaten:
Cyril Ramaphosa - einer der Reichsten Südafrikas
Während des Apartheid-Regimes war Ramaphosa eine führende Figur in der Gewerkschaftsbewegung der Minenarbeiter. Heute gehören ihm Anteile an Coca-Cola, McDonald's und diverser Minen.
Er sagt, er wolle die grassierende Korruption an der Wurzel bekämpfen und Grossunternehmen ins Land bringen. Ob er weniger korrupt sein wird als Jacob Zuma, wird sich zeigen. Die Venda, sein Stamm und dessen König, sein Cousin, reiben sich schon jetzt die Hände, denn mit Ramaphosa als Präsident regiert erstmals ein Mann aus dem Norden.
Eines ist sicher: Die Währung wird zulegen, das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in Südafrika steigen. Wie weit sein Wirtschaftsprogramm auch den Armen und den 30 Prozent Arbeitslosen helfen wird, muss er zuerst beweisen. Wahrscheinlich wird er den noch bis April 2019 amtierenden Präsidenten Jacob Zuma im Januar zum vorzeitigen Rücktritt bitten, wenn nötig mit Zwang.
Nkosana Dlamini Zuma - Traditionalistin und Technokratin
Der ehemaligen Frau von Präsident Jacob Zuma, dessen Ruf sich wegen Korruptionsvorwürfe stetig verschlechterte, gab man wenig Chancen. Doch hat sie im Stillen Basisarbeit geleistet, was sich nun auszahlt.
Sie gilt als Traditionalistin und als Technokratin. Sie hat diverse Ministerien mit Erfolg geleitet, bevor sie den Vorsitz der Afrikanischen Union übernommen hat. Im Ausland ist sie nicht besonders beliebt und gilt als schwierig im Umgang. Sie wird ihren Ex-Mann sicher nicht vorzeitig zum Rücktritt bitten, was dem Ruf von Südafrika schaden wird.
Ob sie, wie sie behauptet, tatsächlich die schwarzen Kleinunternehmen fördern und die Nationalbank verstaatlichen wird, bleibt abzuwarten. Das Land wird aus internationaler Sicht und von Investoren weiterhin mit Vorsicht behandelt, denn Themen wie Verstaatlichung und Enteignung von Ländereien ohne Entschädigung machen Angst und wecken ungute Erinnerungen an Zimbabwe.