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| Papstbriefe - Echte und unechte Papstbriefe 2 (310—401)

Sylvester (314 — 335)
8. Schreiben des Papstes an Agrinius, Bischof von Trier
8. Schreiben des Papstes an Agritius, Bischof von Trier.1
Einleitung.
In der zwischen 1050 und 1070 verfaßten Lebensbeschreibung des hl. Agricius2 wird erzählt, daß der Cäsar Constantius (Chlorus), welcher zu Trier seine Residenz hatte, den ihm aus einer hochadeligen Frau dieser Stadt, [S. 59] Namens Helena, geborenen Sohn Constantinus als Cäsar in Gallien zurückließ. Als diese, die Mutter des späteren Alleinherrschers und Kaisers Constantinus, mit Gottes Hilfe in Jerusalem das heilige Kreuz auffand, bat sie den Papst Sylvester, er möge sich ihrer Vaterstadt Trier erbarmen und ihr einen geeigneten Lehrer und Bischof geben; der Papst habe nun den antiochenischen Patriarchen Agricius dazu erwählt, der hierauf mit vielen und kostbaren Reliquien von der Kaiserin beschenkt sich dahin begab und vom Papste Sylvester mit großen Privilegien ausgestattet wurde; hierauf führt der Biograph unseren Brief an.
Inhalt: Sylvester bestätiget den dem Bischöfe von Trier über die übrigen Bischöfe Galliens und Germaniens, nemlich Eucharius, Valerius und Maternus, von dem Apostelfürsten Petrus verliehenen Primat zu Ehren der erlauchten Frau Helena, welche ihre Vaterstadt auch durch den aus Judäa übertragenen Apostel Mathias zugleich mit dem Rocke und einem Nagel des Herrn, einem Zahne des hl. Petrus, den Sandalen des hl. Apostels Andreas, dem Haupte des Papstes Cornelius und vielen anderen Reliquien so großartig auszeichnete. Wer dieses Privilegium wissentlich mißachtet, verfällt dem Banne.3
1: Monumenta Germaniae Pertz, Script. t. VIII. p.152 und Acta Sanctor. Bolland Jan. t. I. p. 774 in vita S. Afritii.
2: Den wir bereits bei der Synode von Arles kennen lernten.
3: Über die Gesch. des hl. Rockes s. Kirchenlericon IX. S. 382, wo auch die einschläqige Literatur verzeichnet ist.