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Am 28. Oktober 1940 fand eine vom Chef des Generalstabs geleitete Konferenz betreffend die Landesbefestigung statt, an der auch Entscheidungen für den Bau von neuen Artilleriewerken
im Gotthardgebiet gefallen waren. Dabei wurde auch das Projekt des Kommandos 9. Division genehmigt, welches auf dem Gütsch ein Artilleriewerk mit drei Panzertürmen vorsah.

In Anbetracht der grossen und teuren Vorhaben sah sich der Chef EMD genötigt, beim General zu intervenieren. Dieser verlangte von den Kommandanten der Armeekorps (AK), abzuklären, wo
Einsparungen gemacht werden könnten. Mit der Begründung, die Werke am Gotthard seien veraltet und müssten dringend ergänzt werden, sei es nicht möglich, diese durch einfachere
Ausführungen zu ersetzen. Während die anderen Armeekorps Federn lassen mussten, konnten dank der guten Argumente die Bauvorhaben des 3. Armeekorps ohne Einschränkungen fortgesetzt
werden.
In der Folge bearbeitete das BBB - nachdem das Baubüro der Fortverwaltung Gotthard diesem angegliedert wurde - auf Grundlage der Vorarbeiten des Kdo 9. Div die Ausführungspläne und
brachte diese bis zum Sommer 1941 zur Baureife.
Bau des Gütsch
Als teilweiser Ersatz für die als veraltet geltenden Werke auf dem Stöckli und dem Bäzberg wurde auf dem Gütsch - auf 2300 m ü. M. - ab 15.8.1941 der Bau eines neuen Artilleriewerks
in Angriff genommen. Dieses sollte mit weitreichenden 10.5 cm Panzertürmen rundum für die Gotthard-Brigade das schwere Feuer sicherstellen, primär aber in Richtung der Pässe Oberalp
und Lukmanier wirken. Das Konzept sah ein Artilleriewerk vor, welches mit drei 10.5 cm Panzertürmen bewaffnet war und zur Aussenverteidigung über drei Aussenbunker mit fünf MG und Lmg
verfügte. Erschlossen wurde die Anlage über die alte Strasse von Nätschen her, die schon für den Bau des Fort Stöckli errichtet wurde, sowie eine Seilbahn von Göschenen (1200 Höhenmeter
Unterschied) her.
Wirkungskarte der zwei 10.5 cm T Kan 39 [ Friends only ]
Am 27.10.1942 erfolgte das Anschiessen der drei Panzertürme und es konnte anschliessend Schussbereitschaft gemeldet werden. Ab diesem Zeitpunkt waren auch die Geschütze in das
Feuerdispositiv der 9. Division integriert. Trotzdem waren die Bauarbeiten noch nicht zu Ende. Bis Juni 1944 wurden die Unterkünfte und die Basisinfrastruktur errichtet und das neue
Artilleriewerk vollendet. Viele Probleme, die beim Werk San Carlo auftraten, konnten hier vermieden werden und so hatte das Werk - obwohl höher gelegen als San Carlo - bei weitem nicht
dieselben Probleme im Winter. Die Baukosten für das Artilleriewerk betrugen 11.6 Mio. CHF.
Zur Aussenverteidigung wurden rund um das Werk zahlreiche Unterstände errichtet. Einige Gewehrgalerien stammen noch aus dem Jahre 1915 und bestehen aus den Verstärkungen, welche man rund
um das Stöckli während des Ersten Weltkriegs gebaut hatte. Ebenfalls erstellte man zahlreiche Stellungen und Unterstände für die 20 mm Fliegerabwehr. Das Dispositiv wurde während des
Kalten Kriegs laufend mit diversen Unterständen (U4, U12) ergänzt.
Filmausschnitt: 10.5 cm Panzerturm im scharfen Schuss
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Gütsch heute
Bis zu seiner Entklassifizierung im Jahre 1995 war das Artilleriewerk Gütsch das höchst gelegene Werk der Schweiz. Heute sind die Zeiten auf dem Gütsch fast ruhig geworden. Ein
Windkraftprojekt wurde auf dem Gütsch errichtet und die nun schon vier mächtigen Windräder sind das von weitem sichtbare Symbol einer ruhigen und friedlichen Zeit auf dem Gotthard
geworden.

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Anlagenteile Ost
Anlagenteile West
Unterstände und KUBU
FLAB-Stellungen
und -Unterstände