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Andre Xavier Justo, ein Schweizer IT-Manager, wurde letzten Sommer zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seinen ehemaligen Arbeitgeber Petro Saudi International erpresst hatte. Nun hat ihn der thailändische König Bhumibol Adulyadej begnadigt. Das bedeutet, Justo's Strafe wird um einen Drittel gekürzt. Da er seit einem Jahr im Gefängnis in Thailand sitzt, muss er noch ein weiteres Jahr sitzen.
Der Grund für die Begnadigung ist die Feier zum 70. Jahrestag der Thronbesteigung seiner Majestät und der Geburtstag seiner Frau, Königin Sirikit. Veröffentlicht wurde das Pardon, das für eine ganze Liste von Häftlingen gilt, auf einer königlichen Internetseite. Es wäre auch möglich, dass Justo den Rest seiner Haft auf Bewährung absitzen kann.
Dies müsse man aber erst noch genau abklären, sagte sein Anwalt Worrasit Piriyawiboon laut der malaysischen New Straits Times.
Andre Xavier Justo hat den vermutlich grössten Korruptionsskandal in Südostasien ins Rollen gebracht. Er arbeitete von März 2010 bis April 2011 als Direktor bei der Ölfirma Petrosaudi International. Dort kopierte er vor seinem Austritt belastende Daten und E-Mails, die auf dubiose Machenschaften hinter dem malaysischen Staatsfonds 1Malaysian Development Berhad (1MDB) hinweisen. Von dessen am Kapitalmarkt aufgenommenen Milliarden ist ein Grossteil in vermeintlichen Ölfeldern Turkmenistans und in Offshore-Oasen wie den Seychellen und den British Virgin Islands versickert.
Mit den Daten wollte er Petro Saudi erpressen. Als die Firma nicht darauf einging, hat Justo das Material an die Presse weitergegeben und damit den 1MDB-Skandal ins Rollen gebracht.
Auch in der Schweiz laufen Ermittlungen. Gemäss Dokumenten, die ein malaysisches Online-News-Portal veröffentlicht hat, soll die Grossbank UBS Milliardenzahlungen vom 1MDB-Staatsfonds für einen dubiosen Empfänger entgegengenommen haben.
Die Information stammt vom malaysischen Online-News-Portal Sarawak Report, das in Besitz von neun Transaktionsbelegen sein soll. Diese sollen zeigen, dass im Jahr 2014 insgesamt fast 2 Milliarden Dollar von einem Konto des malaysischen Staatsfonds1MDB bei der Tessiner Privatbank BSI auf ein UBS-Konto der Aabar Investments PJS Limited in Singapur geflossen sein sollen. (whr/leo)