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"EINE GESCHICHTE VON ARMUT UND VERFOLGUNG"
21.07.2021 Sonderausstellung im Schweizer Zollmuseum, Cantine di Gandria (TI), bis am 17. Oktober 2021
Bild: © Schweizer Zollmuseum, www.zollmuseum.admin.ch
Die Grenze zu Italien ist bei weitem diejenige, an der der Schmuggel mit der grössten Intensität betrieben wurde. Die Ausstellung zeichnet die Geschichte des Schmuggels nach und legt dabei den Schwerpunkt auf die Zeit seiner grössten Blüte während des Zweiten Weltkriegs.
In die Schweiz, die von der Bedrohung durch die Expansionsbestrebungen der Achsenmächte verschont blieb, ergoss sich ein regelrechter Strom von Schmugglerinnen und Schmugglern. Männer, Frauen und sogar Kinder aus den italienischen Grenzdörfern fanden in dieser beschwerlichen und gefährlichen Tätigkeit eine Möglichkeit, ihr spärliches Auskommen zu verbessern.
In jenen turbulenten Jahren kamen aus dem von der Wehrmacht besetzten und von einem Bürgerkrieg erschütterten Mittel- und Norditalien zusätzlich Tausende geflüchteter Soldaten und ZivilistInnen in die Schweiz, hauptsächlich politisch Verfolgte sowie Jüdinnen und Juden. Im Tessin und im Misox wurden ca. 26'000 geflüchtete Soldaten und 12'000 geflüchtete ZivilistInnen aufgenommen, von denen rund 4'500 jüdischer Herkunft waren. Es kam jedoch auch zu zahlreichen Rückweisungen. Einige der an der Grenze abgewiesenen Jüdinnen und Juden wurden danach in Italien verhaftet und nach Auschwitz deportiert, von wo kaum jemand lebend zurückkehrte.
Diese Ausstellung, die von den Tessiner Historikern Adriano Bazzocco und Stefania Bianchi konzipiert sowie durch Emmanuel Urban für das Museum umgesetzt wurde, arbeitet mit Archivmaterialien, welche erstmals für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich sind.
In drei Ausstellungsräumen gibt es Einblicke in die traditionelle Lebensform der Schmugglerinnen und Schmuggler im Tessin in der Zeit an der Südgrenze während des Zweiten Weltkrieges.
ezv
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