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Regisseur Lars von Trier: So tickt das Film-Genie
Wohl kaum ein anderer Filmemacher polarisiert so sehr wie der Däne Lars von Trier. Seine öffentlichen Auftritte sorgen für jede Menge Gesprächsstoff, seine Filme regelmäßig für schockierte Zuschauer, aber auch für zahlreiche Auszeichnungen. Lars von Triers Karriere ist geprägt von denkwürdigen Filmmomenten, Skandalen – und großer Pionierarbeit.
Schon früh interessierte sich von Trier, der bereits in seiner Kindheit an Ängsten und Depressionen litt, für das Filmmetier und dort besonders für die Arbeit des Regisseurs. Im Alter von gerade einmal elf Jahren inszenierte er mit „Turen til Squashland“ seinen ersten animierten Kurzfilm. An der dänischen Filmhochschule lernte er Regie und gewann 1981 den ersten Preis beim Internationalen Festival der Filmhochschulen München für seinen Kurzfilm „Nocturne“.
Nur drei Jahre später folgte mit „Spuren eines Verbrechens“ Lars von Triers erster Kinofilm, der zugleich den Auftakt der sogenannten Europa-Trilogie markierte. Für seine Regiearbeit heimste der damals 28-Jährige den Grand prix technique in Cannes ein, der für herausragende künstlerisch-technische Verdienste vergeben wird. Diese Auszeichnung bedeutete von Triers internationalen Durchbruch.
Im Jahr 1989 sorgte er mit dem Musikvideo zum Hit „Bakerman“ von Laid Back erneut für Furore. Im Video springt die Band mit Fallschirmen aus einem Flugzeug, spielt und singt ihren Song während des Falls. Der einzigartige Clip begeistert bis heute die Zuschauer. Doch von Triers größter filmischer Wurf sollte sechs Jahre später die Filmwelt auf den Kopf stellen.
Das von ihm und seinem Kollegen Thomas Vinterberg („Das Fest“, „Die Jagd“) im März 1995 entworfene und unterzeichnete Manifest Dogma 95 definierte fortan seine weiteren Arbeiten, die unter Einhaltung bestimmter Bedingungen entstehen sollten. So sah das Manifest etwa vor, dass nur an Originalschauplätzen gedreht werden und Musik nur im Film selbst vorkommen, aber nicht nachträglich eingespielt werden darf. Außerdem dürfen keine Waffengewalt oder Morde gezeigt werden. Getreu dieser Vorgaben produzierte von Trier „Idioten“, der in Cannes prompt für die Goldene Palme nominiert wurde. Die gesamte Dogma-Bewegung wurde 2008 mit dem Europäischen Filmpreis in der Kategorie „Beste europäische Leistung im Weltkino“ geehrt. Ein wahres Pionierstück.
Doch abseits dieses Manifestes kann Lars von Trier auch ganz andere Kaliber auffahren, für die Hollywoods Stars Schlange stehen. So wirkten für den Dänen u.a. schon Oscar®-Preisträgerin Nicole Kidman im minimalistisch inszenierten Drama „Dogville“ (2003), Charlotte Gainsbourg an der Seite von Kirsten Dunst im Endzeitfilm „Melancholia“ und dem zweiteiligen „Nymphomaniac“ (2013) sowie nun Matt Dillon und Uma Thurman in THE HOUSE THAT JACK BUILT vor der Kamera mit.
Ein besonderer Coup gelang von Trier damit, Sängerin und Künstlerin Björk neben der Filmmusik auch für die Hauptrolle seines Dogma-Films „Dancer in the Dark“ (2000) zu gewinnen. Angeblich brauchte er ein ganzes Jahr, um die isländische Musikerin zu überzeugen. Die wohl für beide sehr kräftezehrende Zusammenarbeit wurde u.a. mit der Goldenen Palme belohnt. Björk wurde in Cannes zudem als „Beste Darstellerin“ ausgezeichnet und für zwei Golden Globes® sowie den Oscar® für den „Besten Song“ nominiert.
Trotz oder gerade wegen der in seinen Filmen oft expliziten Darstellung und kontroversen Verknüpfung von Sex und Gewalt, umstrittenen Werteabbildungen und unkonventionellen Inszenierung sind die Werke von Triers auf seltsame Weise anziehend und abstoßend zugleich – entziehen kann man sich ihnen aber kaum.
Bevor Lars von Trier mit seinem letzten Film „Nymphomaniac“ das polarisierende Psychogramm einer zwanghaft sexgetriebenen Frau zeichnete, spaltete er Kritiker und Publikum mit dem vollständig in Deutschland gedrehten Psychothriller „Antichrist“ (2009), der aufgrund seiner gewalttätigen Szenen zum Skandalfilm avancierte. 2007, während der Entwicklung des Drehbuchs, gab Lars von Trier bekannt, dass er an Depressionen leide. Beide Werke werden daher zusammen mit dem dazwischen erschienenem „Melancholia“ inoffiziell auch als „Trilogie der Depression“ bezeichnet.
2011, auf der Pressekonferenz zur Premiere von „Melacholia“ während der Filmfestspiele in Cannes handelte sich das Enfant terrible des Kinos mit einer unbedachten Aussage den Status der Persona non grata („unerwünschte Person“) ein. Daraufhin verpasste er sich selbst für drei Jahre einen Maulkorb, um jetzt mit voller Kraft und jenen Attributen zurückzuschlagen, wie es nur ein Lars von Trier tun kann. THE HOUSE THAT JACK BUILT trägt von Triers unvergleichliche Handschrift, die so aufwühlend und faszinierend ist wie keine andere. Ein Film, der dem Zuschauer alles abverlangt – in Deutschland ungekürzt und ohne Jugendfreigabe ab 29. November im Kino.
The House That Jack Built
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In seinem neuesten Film erzählt Lars von Trier die Geschichte eines hochintelligenten Serienkillers namens Jack (Matt Dillon) im Zeitraum von zwölf Jahren aus dessen Perspektive. Jack betrachtet jeden einzelnen seiner Morde als Kunstwerk und tauscht sich mit seinen Gedanken regelmäßig mit dem mysteriösen Verge (Bruno Ganz) aus. Während die Polizei dem Killer über die Jahre immer dichter auf den Fersen ist, geht Jack immer größere Risiken ein, denn er ist noch nicht zufrieden mit seinem Werk...
Matt Dillon, vom Teenie-Idol zum ernsthaften Schauspieler gereift (WAYWARD PINES, L.A. CRASH) spielt den Serienkiller Jack. Weiterhin dabei sind Bruno Ganz, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler der Gegenwart, Uma Thurman (PULP FICTION), mit der Lars von Trier schon bei NYMPHOMANIAC zusammenarbeitete und Riley Keough (THE RUNAWAYS, MAD MAX: FURY ROAD) amerikanische Schauspielerin und Model, eine Enkelin von Elvis Presley.
THE HOUSE THAT JACK BUILT wurde produziert von Louise Vesth für die Zentropa Group in Co-Produktion mit Film i Väst, Coppenhagen Film Fund, Slot Machine, mit Unterstützung des Danish Film Intistitute, Nordisk Film &TV Fond, Centre National du Cinema et de l’image animée, Film- und Medienstiftung NRW, Eurimages, The Media Programme der Europäischen Union, und in Kooperation mit DR, SVT.
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