Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03626.jsonl.gz/1176

Alvaneu Bad - Filialkirche Hl. Dreifaltigkeit
Alvaneu Bad gehört zur Pfarrei Alvaneu mit der Pfarrkirche "Mariae Geburt".
"Als im Jahre 1630 die Pest wütete, wurde aufgrund eines Gelöbnisses und unter dem Einsatz aller Bewohner der Umgebung im Bad aus eigenen Mitteln und mit Hilfe weiterer Alvaneuer der Bau dieses Gotteshauses begonnen und im Jahre 1634 unter dem hochwürdigen Herrn Pfarrer de Philipinus, dem damaligen Dekan und Pfarrer, eingeweiht." (Siehe hintere Kirchenwand mit Tafel in lateinischem Text; daneben deutsche Übersetzung).
Den Eingang zu dieser Kapelle erreichte man damals wohl über den Friedhof bei der heutigen Sakristei im Westen. Die Kapelle bestand aus dem heutigen Chor und einem Turm (siehe Bild von Hans Conrad Escher von der Linth 6. Juli 1806).
Die Kapelle wurde den Pestheiligen Sebastian und Rochus geweiht, die auf dem heutigen Hochaltargemälde zu sehen sind. Signiert hat dieses Altarbild 1634 der Maler Hans Greuter aus Brixen.
Sebastian war ein frühchristlicher Märtyrer in Rom. Als Hauptmann der Leibwache Kaiser Diakletians bekehrte er nach der Legende die Gefängnisinsassen Roms zum christlichen Glauben. Zur Strafe dafür wurde er an einen Baum gebunden und von Schützen mit Pfeilen angeschossen. In Griechischen Sagen schicken überirdische Wesen die Pest mit solchen Pfeilen an die Menschen. Auf diesem Umweg wurde Sebastian schon früh zum Heiligen gegen die Pest.
Rochus wurde 1295 in Montpellier geboren. Er schenkte das Vermögen seiner reichen Eltern nach ihrem Tod den Armen und nahm sich der Pestkranken an. Dabei steckte er sich an und zog sich in die Einsamkeit eines Waldes zurück, wo ihn ein Engel pflegte und ihm der Hund eines benachbarten Edelmannes Brot brachte.
Greuter malte über diesen beiden Heiligen Maria auf Wolken schwebend. Sie wird von Gott Vater und Gott Sohn gekrönt, darüber in Taubengestalt der Heilige Geist.
Ob ich wohl des Künstlers Absicht richtig deute? Christus malte er mit nacktem Arm und Oberkörper, bewusst als Menschgewordenen. Gottvater verhüllte er in reiche Gewänder, mit Krone, das Gesicht nur knapp zwischen Haar und Bart sichtbar, sich bewusst, dass er Gott nicht darstellen kann, uns aber eine Hilfe geben möchte.
Auf der Tafel an der Rückwand der Kirche heisst es weiter:
Am 30. Mai 1854 konsekrierte Bischof Caspar de Carl, Bischof von Chur, den Neubau, wie er in etwa heute dasteht. Die Kapelle von einst wurde zum Chor. Daran baute man das Schiff mit dem Eingang von Osten. Im Westen baute man die Sakristei an. Das oben erwähnte Gemälde wurde in den neuen Altar eingebaut.
Zur gleichen Zeit errichteten die Kapuziner Patres unter Aufsicht von Victor Jacob Laim und Landammann Joseph Balzer das nebenstehende Kaplanei- und Schulhaus.
Das Kirchlein mit Schiff, Chor und Sakristei ist einfach gehalten. Daneben steht ein gedrungener Turm, der sich durch seine Zierart etwas abhebt.
Sein Glockengeschoss mit den vier rundbogigen Schallfenstern ruht ringsum auf einem Blendbogenfries und ragt damit etwas vor. Vier Rundbogen schliessen nach oben den Turm ab, der von einem pyramidenartigen Dach gedeckt wird.
Bei einer Innenrenovation 1957/58 wurden die Kanzel und die mannshohen Holzwände entfernt, wie die Abschrankung zwischen Chor und Schiff.
Bei der Gesamtrenovation 1994 - 96 erhielt unser Kirchlein eine Orgel und eine Turmuhr.
Erst von dieser Zeit an übernahm die Kirchgemeinde Alvaneu auch die Unkosten für unsere Badner Kirche. Früher verwaltete ein Kirchenvogt für die Badner ein- und Ausgaben. Adolf Brenn, Sakristan, Alvaneu Bad