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Das Welschlandjahr als Vorbereitung für Familie und Beruf
Obwohl das Haushaltsjahr in der Westschweiz als Bildungsaufenthalt propagiert wird, ist es in erster Linie ein Arbeitsverhältnis. Das Arbeitsfeld «Familie» und der «Familienanschluss» tragen jedoch dazu bei, dass das Volontariat nicht als «richtige Arbeit» gilt. Die Arbeit der lohnbeziehenden Volontärin wird am Leistungsanspruch der unbezahlten Hausfrau gemessen, und immaterielle Anerkennung durch die Arbeitgeberfamilie ist so wichtig wie der Geldlohn. Um die Beziehung zur Familie nicht zu gefährden, übernimmt die Volontärin, sei es aus Überzeugung, sei es unter dem Druck der Situation, die Rolle der unbeschränkt verfügbaren Hausfrau.
In einer wissenschaftlichen Untersuchung vergleichen die Autorinnen das Haushaltvolontariat mit dem Hausdienst um die Jahrhundertwende und gehen der Funktion von Hausdienst und Haushaltvolontariat vor dem Hintergrund veränderter Realitäten für Frauen auf den Grund. Breiten Raum nehmen die verschiedenen Interaktionsmuster im Haushaltvolontariat ein. Ebenso wird der Stellenwert des Welschlandaufenthalts im Leben der Volontärinnen untersucht.