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Ursprünglich sind Räucherstäbchen essenzieller Bestandteil fernöstlicher Meditationstechnik, seit langem ist Räucherwerk aber auch in Europa angekommen. Es wird unter anderem für persönliche Entspannungsrituale oder als Raumduft verwendet und hat zahlreiche Liebhaber gefunden. Allerdings existieren einige gesundheitliche Bedenken. Immer wieder ist zu lesen, dass Räucherstäbchen Krebs verursachen und sich negativ auf die Lunge auswirken können. Von der Hand zu weisen sind diese Einwände nicht, allerdings ist eine weitestgehend sichere Verwendung von Räucherstäbchen möglich, wenn einige Regeln befolgt werden.
Was passiert beim Abbrennen eines Räucherstäbchens?
Verbrennen organische Substanzen, werden durch chemische Reaktionen Stoffe freigesetzt, welche beim Einatmen von der Lunge aufgenommen werden. Gleichzeitig kommen sie mit den oberen Atemwegen in Kontakt, welche gereizt werden können. Der beim Verbrennungsprozess entstehende Feinstaub steht in Verdacht, Krebs zu erregen und sollte daher eigentlich besser gemieden werden. Dieser Prozess findet nicht nur beim Verbrennen von Räucherstäbchen statt, sondern auch wenn Holz im Kamin vor sich hin schmort. Da der Feinstaub gesundheitlich bedenklich ist, gelten in zahlreichen Ländern Feinstaubgrenzen. Studien haben ergeben, dass diese Grenzen durch eine exzessive Verwendung von Räucherwerk in Innenräumen jedoch überschritten werden können.[1]
Verursachen Räucherstäbchen Krebs?
Eine Studie der Universität von Minnesota in Minneapolis mit 60.000 Teilnehmern aus Singapur hat ergeben, dass Räucherstäbchen schädlich für die oberen Atemwege sein können, jedoch keinen Lungenkrebs verursachen. Die Belastung für die Lunge scheint beim Abbrennen von Räucherstäbchen verhältnismäßig gering zu sein.[2] Die oberen Atemwege werden jedoch so stark gereizt, dass bei übermäßigem Gebrauch von Räucherwerk negative Auswirkungen auf die Gesundheit die Folge sein können. Bei der Studie ist ferner zu beachten, dass die Probanden aus verschiedensten Gründen sehr häufig mit Räucherwerk in Berührung gekommen sind und daher einer außergewöhnlich hohen Menge an Feinstaub ausgesetzt waren.
Auf Räucherwerk muss nicht verzichtet werden
Die Auswirkung von Räucherstäbchen auf die Gesundheit überrascht die Forscher wenig, da schädliche Stoffe bei jeder Form der Verbrennung entstehen. Um die Feinstaubbelastung in geschlossenen Räumen möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, regelmäßig zu lüften. Dann verfliegt zwar der angenehme Duft schneller, gesundheitlich ist dies aber die bessere Entscheidung. Einen grundsätzlichen Verzicht auf Räucherstäbchen halten selbst führende Fachärzte für unnötig. So hat der deutsche Bundesverband der Pneumologen unlängst erklärt, dass das gelegentliche Anzünden von Räucherstäbchen vermutlich unbedenklich ist.[3]
Qualität ist entscheidend
Neben einem entsprechenden Luftaustausch sollten Liebhaber der fernöstlichen Räucherware aber noch auf weitere Dinge achten. Entscheidend für die entstehenden Schadstoffe ist die Qualität der Räucherstäbchen. Handgerollte Produkte sind grundsätzlich industriell gefertigten Räucherstäbchen vorzuziehen. Räuchermischungen, die in einem Stövchen verbrannt werden, sind häufig frei von ungesunden synthetischen Zusatzstoffen. Grundsätzlich sollte Räucherwerk nur aus natürlichen Stoffen bestehen.[4]
Gelegentliches Anzünden von Räucherstäbchen weitestgehend unbedenklich
Räucherstäbchen können helfen, vom stressigen Alltag abzuschalten und sind Teil vieler Entspannungsrituale. Wird auf eine hohe Qualität des Räucherwerks geachtet und regelmäßig gelüftet, spricht aus Sicht von Fachärzten nichts gegen die Verwendung. Allerdings ist hier Maßhalten gefragt. Räucherstäbchen sollten nicht exzessiv als Raumduft genutzt, sondern nur gelegentlich zur Entspannung, bei der Meditation oder beim Yoga eingesetzt werden.
Übrigens: Laut dem Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) trifft dies auch auf zahlreiche andere Produkte zu. Duftkerzen oder Öllämpchen können sich laut der Behörde schlecht auf die Gesundheit auswirken, wenn sie häufig genutzt werden. Für eine bedenkenlose Verwendung von Räucherwerk empfiehlt das BAG daher ebenfalls die gezielte und zeitlich begrenzte Anwendung sowie regelmäßiges Stoßlüften.[5]