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Die zu einer Ohnmacht führenden Mechanismen haben Forscher der University of California San Diego (UC San Diego) zusammen mit Kollegen des Scripps Research Institute und anderer Institutionen ansatzweise aufgeklärt. Sie hatten sich auf Teile der Vagusnerven, die sogenannten Nodose-Ganglien konzentriert, die unter anderem Signale zwischen dem Gehirn und dem Herzen austauschen. Ins Visier geriet dabei der Neuropeptid-Y-Rezeptor Y2 (NPY2R). Bei Tests mit Mäusen fielen diese sofort in Ohnmacht, wenn dieser Rezeptor aktiviert wurde.
pte.
Symbolbild von Gerd Altmann / pixabay.com
KI übernimmt Datenauswertung
Während dieser Episoden haben die Forscher Tausende von Neuronen im Gehirn der Mäuse, die Herzaktivität sowie Veränderungen der Gesichtszüge und des Pupillendurchmessers aufgezeichnet. Sie nutzten außerdem maschinelles Lernen, um die Daten zu analysieren und interessante Merkmale zu ermitteln. Sobald NPY2R-Neuronen aktiviert waren, erweiterten sich die Pupillen der Mäuse schnell und das typische Augenrollen stellte sich ein. Auch reduzierte sich die Herzfrequenz, der Blutdruck flachte ab und eine niedrigere Atemfrequenz sowie eine verringerte Durchblutung des Gehirns wurden gemessen.
"Wir waren überwältigt, als wir sahen, wie ihre Augen ungefähr zur gleichen Zeit zurückrollten, als die Gehirnaktivität rapide abnahm", schreiben die Forscher in einer Zusammenfassung. "Dann, nach ein paar Sekunden, kehrten Gehirnaktivität und Bewegung zurück", so die Wissenschaftler. Weitere Tests hätten in der Folge gezeigt, dass keine Ohnmachtsanfälle mehr auftraten, wenn NPY2R aus Mäusen entfernt wurden. Hier könnte der Ansatz liegen, Ohnmachten auch bei Menschen zu verhindern.
40 Prozent aller Menschen betroffen
Früher waren solche Erkenntnisse schwer zu gewinnen, da Neurowissenschaftler das Gehirn und Kardiologen das Herz untersuchten, viele jedoch isoliert voneinander. "Neurowissenschaftler gehen traditionell davon aus, dass der Körper einfach dem Gehirn folgt, aber jetzt wird sehr deutlich, dass der Körper Signale an das Gehirn sendet und dieses dann seine Funktion ändert", so UC-San-Diego-Neurobiologe Vineet Augustine. Fast 40 Prozent der Menschen fallen in ihrem Leben mindestens einmal in Ohnmacht.