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Studien zu Lärm und Gesundheit
Wissenschaftliche Studien
Die Lärmliga bezieht sich unter anderem auf folgende Studien:
SiRENE-Studie, seit 2014
Mit der SiRENE-Studie (Short and Long Term Effects of Transportation Noise Exposure) wurden erstmals die gesundheitlichen Auswirkungen von Strassen-, Bahn- und Fluglärm auf die gesamte Schweizer Bevölkerung untersucht.
Die wichtigsten Ergebnisse der SIRENE-Studie können wie folgt zusammengefasst werden:
- Die Belastung vom Strassen-, Bahn-, und Fluglärm verursacht jährlich rund 2'500 Diabeteserkrankungen und etwa 500 kardiovaskuläre Todesfälle in der Schweiz;
- Die Lärmbelastung kann das Risiko metabolischer Erkrankungen erhöhen. Somit ist jede Reduktion der Lärmbelastung eine Prävention kardiometabolischer Krankheiten;
- Die Lärmverminderung am Wohnort sollte bei der Behandlung von Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen als begleitende Massnahme geprüft werden.
Zum Übersichtsartikel des Swiss Medical Forums (2019) geht es hier.
NORAH-Studie, 2015
Nach fünf Jahren Forschungstätigkeit wurden im Jahr 2015 die Ergebnisse der NORAH-Studie veröffentlicht. Das Ziel der Studie war, die Auswirkungen vom Verkehrslärm am Beispiel der Anwohner*innen Rhein-Main-Region zu untersuchen. In Bezug auf die gesundheitlichen Risiken der Lärmbelastung hat die Studie ergeben, dass die drei untersuchten Verkehrsarten (Schienen-, Strassen- und Flugverkehr) einen Zusammenhang mit dem Auftreten von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Herzinsuffizienz und Depressionen aufweisen.
Studien des Karolinka-Instituts, 2014 und 2015
Die Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm haben in einer langjährigen Studie herausgefunden, dass wegen Lärm verstärkt Hormone ausgeschüttet werden, die dick machen. Wegen des ständigen Lärms - vor allem nachts - schüttet der Körper verstärkt Stresshormone aus, insbesondere Cortisol, welches wiederum Heisshunger-Attacken auslöst.
Road traffic noise and markers of obesity - a population-based study, 2015
Long-term aircraft noise exposure and body mass index, waist circumference, and type 2 diabetes: a prospective study, 2014
Die Untersuchung der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz beweist: Fluglärm kann bei gesunden Menschen zu Störungen der Gefässfunktionen, einem erhöhten Stresshormonspiegel und zu einer verminderten Schlafqualität mit drastischen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System führen. "Die größten Befürchtungen werden mit der Studie belegt, denn die Befunde der Untersuchung der Universitätsmedizin sind erschreckend und sollten für alle ein Alarmsignal sein."
Diese Studie sammelte Daten aus verschiedenen angelegten epidemiologischen Studien über Umweltlärm in Westeuropa, die über einen Zeitraum von 10 Jahren gesammelt wurden. Die Publikation fasst die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Lärm und gesundheitlichen Auswirkungen zusammen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitive Beeinträchtigungen, Schlafstörungen, Tinnitus und Belästigung.
Aircraft Noise, Air Pollution, and Mortality From Myocardial Infarction
for the Swiss National Cohort Study Group, Epidemiology. 2I(6) :829-836, November 2010.
Diese Studie beruht auf einer Langzeitauswertung von umfassenden Personendaten aus den letzten beiden schweizerischen Volkszählungen. Sie zeigt erstmals statistisch, dass das Herzinfarktrisiko bei Fluglärmbelastungen >45 dB(A)Leq bei Männern signifikant ansteigt, wobei der Anstieg ab Belastungen >60 dB(A)Leq markant ist. Voraussetzung ist, dass diese Personen langfristig, d.h. eher länger als 15 Jahre, in einem mit Fluglärm belasteten Gebiet wohnten.