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Vorbeugende Bekämpfungsmassnahmen
Die wirksamste Bekämpfungsmassnahme ist der Anbau von wenig anfälligen oder resistenten Sorten gegenüber dem PVY, wie zum Beispiel Lady Christl, Marabel, Venezia, Lady Felicia, Laura oder auch Markies. Zu den weiteren prophylaktischen Massnahmen gehören die Auswahl von gesundem Pflanzgut, eine Pflanzung fern von Infektionsquellen, sowie die Säuberung von kranken Pflanzen im Feld. Allerdings haben diese Massnahmen eine begrenzte Wirksamkeit und es ist notwendig, direkt gegen die Ausbreitung des Virus vorzugehen.
Direkte Bekämpfung
Um die Ausbreitung des PVY einzuschränken, existieren mehrere Bekämpfungsmethoden, wobei in Europa Insektizide und Mineralöle am weitesten verbreitet sind. Dabei haben Insektizide nur eine geringe Wirkung gegen die Ausbreitung dieses Pathogenes und die Mineralöle zeigen von Jahr zu Jahr eine sehr variable Wirksamkeit. Deshalb ist es wichtig, effizientere und verlässlichere Bekämpfungsmethoden zu finden. Agroscope testete verschiedene neue Stra te gien, wie die Verwendung von Pflanzenstärkungsmitteln, Anbau in Mischkultur und die Kombination von Strohbedeckung und Mineralölbehandlung.
Stärkungsmittel und Insektizid
Vielzählige Produkte werden auf dem Markt als Stimulatoren der natürlichen Abwehr der Pflanze angeboten. Agroscope untersuchte ein Stärkungsmittel mit dem Wirkstoff Acibenzolar-S-Methyl gegen die Ausbreitung des PVY. Dieses Produkt wurde zwei Jahre im Feldversuch getestet und zeigte eine mittlere Wirksamkeit von zehn Prozent. Im selben Versuch wurde ein Insektizid mit λ-Cyhalothrin geprüft, welches eine Wirksamkeit von 14 Prozent ergab. Beide Wirkungsgrade werden als zu gering erachtet, als dass es sich um gute Kandidaten zur Bekämpfung der Ausbreitung des PVY handeln dürfte. Es existieren auf dem Markt jedoch noch weitere Stimulatoren der natürlichen Abwehr mit Wirkungsmechanismen, die sich von der Wirkungsweise des Acibenzolar-S-Methyl unterscheiden, und die es wert wären, ebenfalls getestet zu werden.
Mischkulturen
Eine anderer Feldversuch beinhaltete den Mischanbau von Kartoffeln und einer weiteren Kultur, die nicht auf das PVY anfällig ist. Dieser Mischungspartner dient erstens als natürliche Schranke gegen das Eindringen der virusübertragenden Blattläuse. Zweitens agieren die Nicht-Wirtspflanzen als Virusfallen: Dank ihnen verlieren die Blattläuse ihre Virusladung nach mehreren Probebohrungen auf diesen Pflanzen. Getestet wurden Hafer (Saatmenge 60 kg/ha) und zottige Wicke (50 kg/ha) als Mischungspartner für Pflanzkartoffeln. Die Mischkulturen entstehen mittels Breitsaat zwischen den Furchen und werden gleichzeitig mit der Kartoffelpflanzung angelegt. Um deren Entwicklung zu begrenzen, wurde der Hafer in diesem Versuch mit einem selektiven Herbizid im 3-Blattstadium vernichtet. Die Resultate in den zwei Versuchsjahren waren vielversprechend, mit einer durchschnittlichen Reduktion des Befalls mit dem PVY um 33 Prozent bei der Wicke und 34 Prozent beim Hafer. Allerdings stehen die assoziierten Kulturen betreffend Nährstoff- und Wasserbedarf in Konkurrenz mit der Kartoffel, was zu signifikanten Ernteverlusten führte (13 Prozent beim Hafer und elf Prozent bei der zottigen Wicke). Bei der Ernte haben die beiden Bodenbedecker keine Probleme verursacht; die Ernte konnte mit derselben Geschwindigkeit wie bei Parzellen mit unbedecktem Boden durchgeführt werden.
Ein Vorteil dieser Bekämpfungsmethode ist, dass keine phytosanitären Behandlungen notwendig sind. Zudem ist dies wahrscheinlich die kostengünstigste Technik unter allen Bekämpfungsmethoden gegen das PVY. Agroscope schätzt die Kosten für die Aussaat der zottigen Wicke kaum höher als eine einmalige Mineralölbehandlung.
Strohbedeckung
Das Abdecken mit Getreidestroh wird in der Praxis selten angewendet, ist aber als wirksame Methode gegen die Ausbreitung des PVY anerkannt. Gemäss den durchgeführten Feldstudien variiert seine Wirksamkeit gegen das Y-Virus der Kartoffel zwischen 25 und 50 Prozent, sie ist also geringer als die Wirksamkeit der Mineralöle aber höher als die der Insektizide.
Kombination von Stroh und Mineralöl
Ökonomischer Aspekt
Agroscope hat sich ebenfalls für die technische und ökonomische Durchführbarkeit und für die praktische Umsetzung der Kombination Mine-ralöl-Stroh interessiert. Technisch gesehen haben Praxisversuche bei Pflanzgutproduzenten in der Schweiz gezeigt, dass das Ausbringen von Stroh mittels eines Strohstreuers machbar ist. Die Kosten für die Durchführung der Strohverteilung beläuft sich auf etwa 50 Prozent der Kosten der Mineralölbehandlungen für eine Saison. Diese Kosten könnten reduziert werden, indem der Produzent eigenes Stroh verwendet, sowie durch die Anschaffung und Benützung eines gemeinschaftlichen Strohstreuers durch mehrere Produzenten.