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Andreas Reize
Andreas Reize ist in Solothurn aufgewachsen und war während vieler Jahre selber Mitglied der Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn. Er studierte Kirchenmusik, Orgel, Klavier, Cembalo, Chor- und Orchesterleitung an den Musikhochschulen in Bern, Zürich, Luzern, Basel und Graz. Wegweisend für seine Entwicklung waren die Studienjahre bei Johannes Prinz und die Begegnungen mit Nikolaus Harnoncourt bei Hospitationen am Opernhaus Zürich und an der Styriarte Graz.
2001 gründete Andreas Reize das cantus firmus vokalensemble und consort (auf historischen Instrumenten) und 2006 den cantus firmus kammerchor. Seit 2006 ist er Initiant und musikalischer Leiter der «Opern auf dem barocken Schloss Waldegg», wo er zuletzt 2015 «The Fairy Queen» von Henry Purcell und 2017 «Orfeo» von Claudio Monteverdi dirigierte. 2019 dirigiert er «Dido and Aeneas» von Henry Purcell am Theater Biel-Solothurn sowie «Il ritorno d'Ulisse in Patria» von Claudio Monteverdi auf dem Schloss Waldegg. Die Aufnahmen von «Le Devin du Village» und «Apollo e Dafne» mit cantus firmus sind beim deutschen Label cpo als CD erschienen.
Mit den Singknaben der St. Ursenkathedrale Solothurn, die er seit 2007 leitet, hat er neue Wege beschritten. Choreographien zu Popsongs in den Konzerten gehören heute genauso zum Standard wie die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Kathedrale oder die alljährliche Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach, das er 2014 und 2015 auch in der Kulturfabrik Kofmehl aufführte. Im Mai 2016 wurde er mit den Singknaben an das Europäische Jugendchorfestival Basel eingeladen. Im Dezember 2016 erschien beim Label Rondeau Production Leipzig die Singknaben CD «Now Sleeps the Crimson Petal» mit Liedern und Motetten zur Advents- und Weihnachtszeit, die vom amerikanischen Chorverband ausgezeichnet wurde. Im Dezember folgt mit «Sing a cappella!» bei Rondeau die nächste CD im weltweiten Handel.
Seit 2011 leitet er den Gabrielichor in Bern, wo die Mehrchörigkeit einen besonderen Stellenwert einnimmt. Höhepunkte seiner bisherigen Arbeit in Bern waren die Aufführungen der Marienvespern von G. Rovetta, J. Rosenmüller und C. Monteverdi.
Auch beim Zürcher Bach Chor halten sich seit 2011 Tradition und Innovation die Waage. Neben Bachs «Matthäus-Passion» und Mendelssohns «Paulus» haben auch unkonventionelle Auftritte am Kinderspital Zürich, die eigene Opernproduktion mit dem «King Arthur» von Henry Purcell im Volkshaus und die Schweizer Erstaufführung der Johannes-Passion von J.S. Bach in der Instrumentierung von Robert Schumann Platz.
Verschiedene Gastdirigate am Nationaltheater Mannheim, beim Schweizer Opernstudio und Schweizer Kammerchor. Einladungen an die Internationalen Sommerfestspiele für Alte Musik Innsbruck, die Migros Klubhauskonzerte, Bachwochen Amsoldingen sowie in die Abonnementsreihe des Bieler-Sinfonieorchesters