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Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI hat bei der Sicherheitsvorsorge eine Änderung vorgenommen, welche geplante Massnahmen zur Beherrschung oder Linderung der Auswirkungen auslegungsüberschreitender Störfälle stärkt. Dies geschah auf der Basis der Lehren, die aus dem Unfall von Fukushima im Jahr 2011 gezogen wurden.
Gemäss aktuellen internationalen Empfehlungen hat das ENSI die Sicherheitsebene 4 in die Sicherheitsebene 4a (auslegungsüberschreitende Störfälle ohne schweren Kernschaden) und die Sicherheitsebene 4b (auslegungsüberschreitende Störfälle mit schwerem Kernschaden) unterteilt.
Diese Unterscheidung ist in das ENSI-Regelwerk eingeflossen und in den Richtlinien ENSI-G02 und ENSI-A01 enthalten. Zudem hat das ENSI den ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis mit dem Titel „Integrierte Aufsicht“ und die Artikelserie zur gestaffelten Sicherheitsvorsorge angepasst.
Grund für die Aktualisierung
Bei der Ebene 4 geht es um die Beherrschung oder Linderung der Auswirkungen auslegungsüberschreitender Störfälle. Dies sind Störfälle, für welche ein Kernkraftwerk nicht ausgelegt ist und bei welchen nicht ausgeschlossen werden kann, dass radioaktive Stoffe in gefährdendem Umfang freigesetzt werden.
Die Unterteilung der Ebene 4 (Beherrschung oder Linderung der Auswirkungen auslegungsüberschreitender Störfälle) in die Ebenen 4a und 4b dient der Stärkung der Ebene 4. Ziel ist also eine bessere Vorbereitung auf Störfälle, die über die Auslegung eines Kernkraftwerks hinausgehen. Diese Änderung ist abgestützt auf die Lehren, die aus dem Unfall von Fukushima im Jahr 2011 gezogen wurden.
Die Anpassungen widerspiegeln die aktuelle Situation und sind im Einklang mit internationalen Empfehlungen der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA (IAEA Safety Standard SSR 2/1 (Rev. 1) Safety of Nuclear Power Plants – Design IAEA 2016) sowie der Western European Nuclear Regulators Association WENRA (WENRA Safety Reference Levels for Existing Reactors, 24. September 2014).
Bericht Integrierte Aufsicht
Die Aufsicht über die nukleare Sicherheit der Schweizer Kernanlagen hat sich schrittweise entwickelt. Um die Jahrtausendwende hat die historisch gewachsene Aufsichtsstrategie eine starke Systematisierung erfahren, die in der Einführung eines Managementsystems und dem Aufbau einer integrierten Aufsichtsstrategie Ausdruck fand.
Ziel des ENSI-Berichtes zur Aufsichtspraxis ist es, die Grundannahmen darzulegen, auf denen diese Strategie aufgebaut ist, sowohl nach aussen gegenüber einer interessierten Öffentlichkeit und gegenüber den Beaufsichtigten als auch nach innen gegenüber den eigenen Mitarbeitenden.
Artikelserie zur gestaffelten Sicherheitsvorsorge
Die Sicherheitsvorsorge ist für die Bevölkerung äusserst wichtig, sie ist aber auch sehr komplex. In der Artikelserie zur gestaffelten Sicherheitsvorsorge gibt das ENSI eine verständliche und umfassende Übersicht über die Sicherheitsvorsorge in Schweizer Kernkraftwerken.