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In unserer neuen Serie über die Verbindung von Ernährung und Gehirn geht es darum, in welcher Beziehung die Darmflora und die Gesundheit des Gehirns zueinander stehen.
In unserer neuen Serie über die Verbindung von Ernährung und Gehirn geht es darum, in welcher Beziehung die Darmflora und die Gesundheit des Gehirns zueinander stehen.
Studien der wissenschaftliche Teams des Brain-Body Institute McMaster University im kanadischen Hamilton und der Yale School of Medicine haben gezeigt, dass die Darmflora nicht nur Einfluss auf die Verdauung und das Immunsystem hat, sondern auch auf unser Verhalten und unseren Gemütszustand. Neurologische Forschungen belegen sogar, dass die Beteiligung der Darmbakterien bei neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Schlaganfall oder Multipler Sklerose (MS) eine wichtige Rolle spielt. Hierzu gibt es von Professor Dr. Hartmut Wekerle, Hertie- Seniorprofessor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München tierexperimentelle Forschungen, die nachweisen, dass es zwischen der Darmflora eines Menschen und der Entstehung von MS Zusammenhänge gibt.In seinem Experiment zeigte sich, dass Mäuse, die unter sauberen, aber nicht keimfreien Bedingungen gehalten wurden, eine Krankheit entwickelten, die der MS ähnlich ist. Wurden die Mäuse jedoch unter keimfreien Bedingungen gehalten, waren sie vor dieser Krankheit geschützt. Der Schluss liegt nahe, dass die Darmflora eine Rolle bei der Entstehung von MS spielt und dass eine Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora als Behandlungsmöglichkeit für MS in Betracht gezogen werden kann. Professor Dr. Ulrich Dirnagl der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersuchte die Rolle der Darmflora bei Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall. Er konnte zeigen, dass nach einem Schlaganfall verschiedene Prozesse stattfinden, einschliesslich Veränderungen des Immunsystems, der Zusammensetzung der Mikrobiota und der Darmdurchlässigkeit. Er schlägt vor, dass in Zukunft eine Supplementierung mit Probiotika bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten als unterstützende Therapie in Betracht gezogen werden könnte.
Die menschliche Darmflora enthält etwa 100 Billionen Darmbakterien aus schätzungsweise 1’000 unterschiedlichen Stämmen. Das ist schon fast ein eigener Mikrokosmos. Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn läuft über tausende Nervenzellen in der Darmwand, welche Botschaften über den Vagusnerv direkt ins Gehirn leiten. Diese Botschaften stammen von über einer Billion Mikroorganismen, die für die Verwertung von Nahrungsmitteln zuständig sind. Ist mit diesen Bakterien alles in Ordnung, fühlt sich der Darm wohl und so auch der Mensch – ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht, erfährt dies das Gehirn und der Mensch fühlt sich unwohl.
Prof. Dr. med. Dr. phil. Gerhard Rogler (Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie in Zürich) berichtet über Forschungen, die nachgewiesen haben, dass bestimmte Stämme von Darmbakterien bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen fehlen oder dass autistische Kinder eine andere Darmflora haben als gesunde. Eine Studie der Chinese University of Hong Kong hat gezeigt, dass Veränderungen der Darmflora in der frühen Lebensphase eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Autismus spielen können. Die Studie analysierte Stuhlproben von 146 Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren und identifizierte fünf Bakterienarten, die als Indikatoren für die Erkrankung in Frage kommen können. Diese Ergebnisse legt nahe, dass Behandlungsstrategien wie die Verabreichung fehlender Darmbakterien oder Medikamente, welche die Aktivität von Neurotransmittern normalisieren, in Zukunft frühzeitig eingesetzt werden könnten.
Aber auch umgekehrt kann sich unsere psychische Verfassung auf die Darmaktivität auswirken: Stress kann beispielsweise ein Auslöser von chronischen Darmerkrankungen sein.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Zusammenhänge zwischen Darmflora und psychischem Wohlbefinden ein sehr komplexes Thema sind und es weitere Studien erfordert, um die Möglichkeiten der Beeinflussung der Darmflora auf das Gehirn und die psychische Gesundheit besser zu verstehen. Trotzdem zeigt die aktuelle Forschung, dass eine gesunde Darmflora eine wichtige Rolle für unser körperliches und psychisches Wohlbefinden spielt.
Eine ausgewogene Ernährung und die Einnahme von Probiotika können dazu beitragen, die Darmflora im Gleichgewicht zu halten. Auf diese Weise können wir sowohl die Gesundheit des Darms wie auch des Gehirns fördern und uns auf lange Sicht gesünder und glücklicher fühlen. Was unserer Darmflora (und indirekt auch dem Gehirn) gut tut und was nicht, werden wir in den nächsten Beiträgen thematisieren.
>> Haben Sie schon bemerkt, dass bestimmte Lebensmittel Ihrem Gehirn und Ihrem Denken gut tun? Oder sich negativ auswirken?
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