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Der parteilose deutsche Politiker und evangelische Theologe Joachim Gauck stand nach seinem Theologiestudium in Rostock von 1965 bis 1990 im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und arbeitete viele Jahre als Pastor. Schon als Jugendlicher trat er in Opposition zur Diktatur in der DDR. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern der politischen Vereinigung Neues Forum und wurde ihr Sprecher. Zudem war er Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur und leitete wöchentliche «Friedensgebete», aus denen Protestdemonstrationen hervorgingen.
1990 zog Gauck als Abgeordneter der Bürgerbewegungen, die sich im Bündnis 90 zusammengeschlossen hatten, in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein und wurde zum Vorsitzenden des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Von 2001 bis 2004 engagierte er sich als Mitglied des Verwaltungsrates für die Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Wien.
Von 2012 bis 2017 amtierte Gauck als elfter Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Für sein Wirken wurde er mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet. Er ist Ehrendoktor an mehreren Universitäten in ganz Europa.