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Zugegeben: Sie haben sicher schon auf anspruchsvolleren Plätzen als auf denen der Cocos und Christmas Islands – mehr als 5000 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt – gespielt. Aber so originell wie dort wohl kaum.
Die Inseln befinden sich im Indischen Ozean: Es handelt sich um australisches Aussengebiet, weit über 5000 Kilometer von der Hauptstadt Canberra entfernt. Die hügelige Christmas Island wurde am 25. Dezember 1643 entdeckt und ist wegen dem weltweit einzigartigen Naturspektakel der Red Crabs bekannt, wenn Zigtausende kleine Krabben jeweils im November die Insel überfluten und aus dem Wald ins Meer zum Eierlegen migrieren. Eine Zeit lang stand hier ein inzwischen geschlossenes Flüchtlingslager, welches auch als Aufenthaltsort für Schwerverbrecher vom Festland diente.
Die Cocos Islands, bestehend aus einem Atoll von 26 Inseln und 1000 Kilometer von Christmas Island entfernt, haben ihren Namen von der heimischen Kokospalme. Die Cocos Islands waren während der beiden Weltkriege eine umstrittene, militärstrategische Inselgruppe, bis sie schliesslich die Regierung Australiens 1978 einem Privatbesitzer für 6,25 Millionen australische Dollars abkaufte. Einmal wöchentlich verbindet ein Rundumflug das Aussenterritorium mit Perth, zudem gibts eine einstündige Verbindung zum 400 Kilometer entfernten Jakarta (Indonesien).
Auf diesen Inseln am Rand der Welt wird Golf gespielt. Der 9-Loch-Platz von Christmas Island (Par 64) wurde 1955 vom einheimischen Jack Pettigrew angelegt, der bereits Jahre zuvor das Land gerodet hatte, während er von den japanischen Invasionstruppen gefangen gehalten wurde. Die Gesamtfläche des Platzes ist nicht besonders gross und die Bahnen sind 90 bis 420 Meter lang. Gespielt wird entlang der Küste mit wunderbarer Sicht auf den Indischen Ozean. Das Routing ist so angelegt, dass möglichst keine Bälle auf der zweitwichtigsten Strasse der Insel landen. Eine Tafel warnt Auto- und Radfahrer vor den «Flying Golf Balls». Wie der Bruch der Windschutzscheibe im Falle eines Falles versicherungstechnisch abgewickelt würde, konnten wir jedoch nicht klären, ausser dass auf Christmas Island alles unkompliziert abläuft. Der Golfplatz ist jederzeit offen. Wer spielen möchte, fährt hin und wirft 15 Dollar Green Fee in die Honour Box. Ganzjährig herrschen auf der Insel Temperaturen von mindestens 27 Grad. In den frühen Morgenstunden ist es kühler und lässt sich angenehm spielen, spätestens gegen 18 Uhr ist wegen dem schnellen Einnachten Schluss.
Die Cocos Islands wurden 1609 von William Keeling, einem Kapitän der britischen Ostindien-Kompanie entdeckt. Die Topografie ist völlig anders als auf Christmas Island, der höchste Punkt im Landesinneren liegt gerade mal auf acht Metern über Meer.
Ein Golf-Erlebnis, welches es weltweit wohl nur einmal gibt, ist das Spiel über die Landebahn des Flughafens. Denn die Bahnen 2 und 9 (Par 72) überqueren die Flugpiste. Vor dem Start einer Runde ist darum die Bewilligung des Airport Managers erforderlich – sonst droht eine Busse von bis zu 3000 Franken. Mehr als ein Dutzend Flugzeuge wöchentlich sind hier zwar nicht zu sehen, wenn aber plötzlich die Lichter rund um die Landebahn angehen, heisst es, sofort stehen zu bleiben.
Und jeden Donnerstag um halb vier gilt: «The only thing you need to do is to play a game of scroungers» (übersetzt Schnorrer/ Schmarotzer). Und die Etikette? Die kümmert hier niemanden! Deshalb sieht man auch barfüssige Golfer über die Landebahn spazieren – Krebse gibts auf den Cocos Islands keine.