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Neotopia
Atlas zur gerechten Verteilung der Welt / Atlas of equitable distribution of the world
Das Buch ist vergriffen, kann aber online angesehen oder als PDF heruntergeladen werden auf neotopia.ch
April 2002
vergriffen
978-3-85791-405-8
Wie würde die Welt aussehen, wenn jeder Mensch die gleichen Voraussetzungen wie jeder andere hätte? Manuela Pfrunder beantwortet diese Frage, indem sie in «Neotopia» eine imaginäre neue Weltordnung präsentiert. «Neotopia» zeigt die eindrücklich gestaltete Vision einer Welt, in der alles im Sinne radikaler Gerechtigkeit neu verteilt ist, in der jeder Mensch die gleichen Rechte und damit auch den gleichen Anspruch auf alle Ressourcen hat.
Auf der Basis von aktuellen Statistiken werden die Besitzverhältnisse so geregelt, dass jeder Mensch den gleichen Anteil an allem erhält. Was besitzt dann jeder Einzelne? Wie viel Insel? Wie viel Eis? Wie lange leben wir in Luxus? Wie lange hungern wir, und in wie vielen Jahren erhalten wir ein neues Paar Jeans? «Neotopia» teilt jedem ein eigenes Land zu, 291,5 m x 291,5 m gross, mit Insel, Wasser, Kultur- und Ackerland, mit Wüste, einem Anteil an der Reis-, Auto- und Seifenproduktion und der Freiheit, mit seinen Ressourcen auf eigene Weise umzugehen.
Registrieren Sie Ihr Land auf www.neotopia.ch
© Limmat Verlag
Manuela PfrunderManuela Pfrunder, geboren 1979 in Luzern, schloss im Jahr 2000 das Studium an der Fachklasse für Grafik der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern ab. «Neotopia» entstand als Abschlussarbeit und gewann den Förderpreis 2000 des Schweizerischen Grafiker Verbands und am Design Preis Schweiz 2001 den Willy Guhl Preis für Kommunikationsdesign.
VorwortDie Erde besteht aus Luft, Wasser, Stein, Erdöl, Blumen, Ziegen, Autos, Schwimmbädern, Glühbirnen und Salatschleudern ... Dies alles steht in einer bestimmten Menge zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung. Die Menschheit, die sich ebenfalls auf dieser Erde befindet, nimmt eine Sonderstellung ein und beschäftigt sich unter Begriffen wie Wirtschaft, Politik, Raumplanung oder Entwicklungshilfe mit der Verteilung des Vorhandenen. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Gerechtigkeit, und dazu ist längst eine Antwort festgeschrieben: Jeder Mensch hat die gleichen Rechte und somit den gleichen Anspruch auf die gegebenen und die produzierten Dinge. Wie aber sieht unsere Welt aus, wenn wir mit der Gerechtigkeit ernst machen und für jedes Neugeborene die gleichen Voraussetzungen schaffen? Die Beantwortung dieser Frage zwingt dazu, die Erde neu zu gestalten: In radikaler Objektivität stelle ich Gerechtigkeit und Chancengleichheit her und bringe die Welt in Ordnung. Diese neue Welt enthält die Vergangenheit, nimmt die Zukunft voraus und repräsentiert die Gegenwart, indem alle Daten, mit denen sie konstruiert wurde, auf Statistiken zum Zustand der heutigen Welt beruhen. Das Resultat ist ein utopo-grafischer Atlas der beendeten Schöpfung, die Apokalypse der Gerechtigkeit.
«Eine überraschende und erschütternde Analyse.» Schweizer Radio DRS 2
«Ein faszinierendes und wunderschönes Buch.» Kontext DRS 2
«Manuela Pfrunder teilt die Erdfläche virtuell und mit Hilfe des Computers nach dem Motto ‹Gleicher Besitz für alle› neu auf. Das Vorhaben geht von einer Vorstellung aus, die so alt ist wie die Menschenheit selbst, nämlich vom Traum, dass Gerechtigkeit durch materielle Gleichheit herzustellen sei. ‹Neotopia› berührt durch das soziale Engagement und die stringent-rarionale Umsetzung der Idee.» Der Bund
«In ihrem Buch ‹Neotopia› hat die junge Grafikerin Manuel Pfrunder die Welt grundlegend verändert: Sie hat alle Güter der Erde gleichmässig auf alle Menschen verteilt. Bewusst naiv, gewissenhaft und witzig.» Mittelland Zeitung
«Die Radikalität, mit der Manuela Pfrunder die Utopie von einer vollständig gerechten Gesellschaft weiter entwickelt, ist bestechend. Genial, könnte man auch sagen.» Basler Zeitung
«Das Buch ist etwas vom Eindringlichsten, was seit langem über die Ungerechtigkeit in der Welt publiziert wurde. In ‹Neotopia› wird die Globalisierung eigentlich radikal weiter entwickelt: Die Folge ist eine total uniformierte Welt, die aber radikal gerecht ist.» Basler Zeitung
«Eine kecke Justitia ohne Augenbinde – und ohne Schwert.» Neue Zürcher Zeitung
«Ein grafisch wunderschön gestaltetes Buch.» www.hirschmatt.ch
«Lust auf Nachdenken macht ihr ästhetisch überzeugendes Experiment. Es verleiht Idealisten Mut, ungeniert die alte, naive Frage zu stellen: Wie könnten wir die Welt verändern, damit es mehr Menschen besser geht? Denn so kann sich die Welt ja nicht weiterdrehen...» Tages-Anzeiger
«Die Autorin hat einen verblüffend einfachen Weg gefunden, uns die Problematik unserer heutigen Weltordnung vor Augen zu führen.» Schritte ins Offene
«Während in diesen Grafiken primär der künstlerische Part der Diplomarbeit mit Geschick, aber ganz im Bereich des Imaginären eingelöst wird, engagiert die Autorin den Leser im knapp gehaltenen Begleittext auf unmittelbarere Art. Dabei fördert sie im bodennahen Kalkül mit statistischen Werten und Produktionszahlen durchaus Überraschendes zutage. Zwar werden wir in der neuen, vollkommen gerechten Welt 60 Tage im Jahr Hunger leiden und nur alle zwei Monate in den Genuss einer Tasse Kaffee kommen; dafür gibt's immerhin zwei Zigaretten pro Tag, am Wochenende sogar drei. Bedenklich dürfte die Tatsache stimmen, dass jedes Ländchen mit 333 333 US-Dollar verschuldet ist, die Unterstützungsleistungen der Vereinten Nationen, des World Food Programme und anderer grosser Hilfsorganisationen aber lediglich mit Beträgen wie 0,205 oder 0,177 Dollar zu Buche schlagen.» Angelika Schader, Neue Zürcher Zeitung