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Liebesbrief
Autor unbekannt
Ich möchte dich lieben, ohne dich einzuengen,
dich wertschätzen, ohne dich zu bewerten,
dich ernst nehmen, ohne dich auf etwas festzulegen,
zu dir kommen, ohne mich dir aufzudrängen,
dich einladen, ohne Forderungen an dich zu stellen,
dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
von dir Abschied nehmen, ohne Wesentliches versäumt zu haben,
dir meine Gefühle mitteilen, ohne dich für sie verantwortlich zu machen,
dich informieren, ohne dich zu belehren,
dir helfen, ohne dich zu beleidigen,
mich um dich kümmern, ohne dich verändern zu wollen,
mich an dir freuen, so wie du bist.
Wenn ich von dir das gleiche bekommen kann, dann können wir uns wirklich begegnen und uns gegenseitig bereichern.
Berühre mich, aber halte mich nicht fest.
Gib mir Geborgenheit, aber enge mich nicht ein.
Rede mit mir, aber verbiete mir nicht den Mund.
Sage mir deine Wünsche, aber zwinge mich zu nichts.
Mach mich atemlos, aber nimm mir nicht die Luft....
Liebe ist in dem, der liebt, nicht in dem, der geliebt wird.
Platon
Der Liebe zu begegnen, ohne sie zu suchen, ist der einzige Weg, sie zu finden.
Es gibt mehr als eine Straße, die zum Leben führt.
Es gibt mehr als eine Art zu lieben, es gibt mehr als einen Weg,
die andere Hälfte seines Selbst in einem andern Menschen zu finden.
Tatanga Mani
Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen
und die Weiheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.
Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782)
Zum Leben gehört Wandel, Veränderung, Vergänglichkeit.
Der Mensch möchte sich aber an Zustände, Dinge oder Menschen klammern, wenn sie ihm angenehm sind oder Sicherheit bieten,
wenn ihm etwas vertraut ist oder er etwas gewohnt ist. Dieses Anklammern und Festhalten gilt als die eigentliche Ursache des Leidens,
denn wenn man sich nicht anklammerte, wäre der Wandel nicht leidhaft.
Der Mensch möchte sich ans Glück klammern, wenn er es einmal hat, und ist dann unglücklich, wenn es wieder vergeht.
Ja, er klammert sich sogar ans Unglück, wenn ihm die ungewisse Zukunft angst macht.
Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit, nicht Stunde um Stunde auf die gleiche Weise.
Das ist unmöglich. Es wäre sogar eine Lüge, wolle man diesen Eindruck erwecken.
Und doch ist es genau das, was die meisten von uns fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens, der Liebe, Beziehungen.
Wir stürzen uns begeistert in die Flut und verweigern uns jeder Ebbe, weil wir fürchten, dass die Flut nie wieder kommt.
Wir drängen auf Beständigkeit und Dauer, wo doch die einzig mögliche Kontinuität im Leben wie in der Liebe wachsen, fließen, Freiheit ist.
Einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind.
Die einzig wirkliche Sicherheit liegt nicht im Besitz, nicht im fordern oder erwarten, nicht einmal im hoffen.
Die Sicherheit in einer Beziehung liegt weder im Blick zurück, noch darauf, was sein könnte, sondern im Leben, in der Gegenwart und im akzeptieren dessen, was ist.
Anne Morrow Lindberg