Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03144.jsonl.gz/1421

Die rechtlichen Grundlagen für einen sauberen Sport bauen einerseits auf staatlichen Gesetzen und andererseits auf privatrechtlichen Reglementen des Sports auf. Die Bestimmungen des Welt-Anti-Doping-Codes (WADC) und des Doping-Statuts von Swiss Olympic (Doping-Statut) sind Teil der Sportregeln und schützen den Anspruch der Athletinnen und Athleten auf Wettkämpfe in einem dopingfreien Umfeld.
Privatrecht
Welt-Anti-Doping-Programm
Das Welt-Anti-Doping-Programm (WADP) ist darauf ausgerichtet, den «Spirit of Sport» zu schützen. Es harmonisiert die Massnahmen zur Bekämpfung von Doping im Sport und gilt für sämtliche Nationen und Sportarten, welche sich dem WADP unterstellen. Die Unterzeichner des Programms, die sogenannten Signatare, sind internationale Sportverbände, nationale Anti-Doping-Organisationen, Nationale Olympische Komitees, sowie Organisatoren von grossen Sportwettkämpfen (z.B. IOC und FISU).
Die wichtigsten Elemente des WADP sind der Welt-Anti-Doping-Code und die internationalen Standards.
Welt-Anti-Doping-Code
Der Code ist die Grundlage der internationalen Dopingbekämpfung, im Prinzip die Verfassung des sauberen Sports. Er wurde unter Berücksichtigung der Grundsätze der Verhältnismässigkeit und der Menschenrechte verfasst.
Sieben Internationale Standards, die ebenfalls weltweite Gültigkeit haben, präzisieren die Bestimmungen des Welt-Anti-Doping-Codes.
Doping-Statut von Swiss Olympic
Mit dem Doping-Statut von Swiss Olympic wird der Welt-Anti-Doping-Code in der Schweiz umgesetzt. Es ist inhaltlich weitestgehend mit dem Code identisch und bildet die einheitliche Grundlage für die Anti-Doping-Bestimmungen in der Schweiz. Die Internationalen Standards der WADA werden für die Schweiz, wo erforderlich, in den Ausführungsbestimmungen von Antidoping Schweiz wiedergegeben.
Öffentliches Recht
Bundesverfassung
Artikel 68 Absatz 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft hält fest, dass der Bund den Sport fördert. Namentlich gestützt auf diese Bestimmung soll dabei auch gegen die Schattenseiten des Sports vorgegangen und dementsprechend Doping bekämpft werden.
Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung
Das Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung (SpoFöG) inklusive zugehöriger Verordnung (SpoFöV) stellt Herstellung, Erwerb, Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr, Vermittlung, Vertrieb, Verschreibung, Inverkehrbringen, Abgabe oder Besitz von Mitteln zu Dopingzwecken sowie die Anwendung von verbotenen Methoden an Dritten unter Strafe. Dies bedeutet, dass Strafverfolgungsbehörden ermitteln und Urteile durch staatliche Gerichte gefällt werden. Das Strafmass reicht von einer Busse bis hin zu einer Freiheitsstrafe.
Erfolgen Herstellung, Erwerb, Einfuhr, Ausfuhr, Durchfuhr oder Besitz ausschliesslich zum Zweck des eigenen Konsums, so bleibt die Täterin oder der Täter straflos.
Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport
Das Bundesgesetz über die Informationssysteme des Bundes im Bereich Sport (IBSG) schafft u.a. die Rechtsgrundlage für die elektronische Bearbeitung und den Austausch von Personendaten durch Antidoping Schweiz im Rahmen der Bekämpfung von Doping.
Völkerrechtliche Übereinkommen
Die Grundlage für die Gesetzgebung in der Schweiz legen zwei völkerrechtliche Übereinkommen: das Übereinkommen gegen Doping des Europarats und das Internationale Übereinkommen gegen Doping im Sport der UNESCO.
Das Europaratsübereinkommen gilt als erstes völkerrechtlich verbindliches Regelwerk zur Dopingbekämpfung. Am 16. November 1989 schlossen die Mitgliedsstaaten des Europarats sowie weitere Länder das Übereinkommen gegen Doping ab. Im Europaratsübereinkommen verpflichten sich die unterzeichnenden Staaten, im Hinblick auf die Verringerung und schliesslich die endgültige Ausmerzung des Dopings im Sport, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen. In der Schweiz ist das Übereinkommen seit dem 1. Januar 1993 in Kraft.
Das UNESCO-Übereinkommen gilt als erster weltumspannender, völkerrechtlicher Vertrag gegen Doping. Am 19. Oktober 2005 schloss die Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) das Internationale Übereinkommen gegen Doping im Sport ab. Zweck und Aufbau des UNESCO-Übereinkommens orientieren sich stark an denjenigen des Europaratsübereinkommens. In der Schweiz ist das Übereinkommen seit dem 1. Dezember 2008 in Kraft.