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Willkommen bei Instrumentor!
Olga Papikian Nadasi ist in Moskau geboren und studierte Klavier und Gesang am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium und an der Musikhochschule in Luzern. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Musikwettbewerbe wie dem Newport International Piano Competition (Auftritt mit dem BBC Orchester) und dem Internationalen Johannes Brahms Wettbewerb in Pörtschach/Österreich. Sie hat mehrere CDs produziert, sowohl mit Solo- als auch mit Kammermusikprogrammen in den USA und Europa.
Ich habe Olga getroffen und ihr ein paar Fragen gestellt:
Welche Musik hörst du am liebsten?
Da ich selber sehr viel musiziere oder mit Klängen zu tun habe, brauche ich oft Stille in meiner Freizeit. Zur Entspannung höre ich mir gerne Opernmusik oder ab und zu italienische Volks- und Poplieder an.
Welches sind deine Lieblingskomponisten?
Es fällt mir ziemlich schwer, einen Einzigen zu wählen. Es gibt vier, die ich immer gerne spiele, singe oder höre – Mozart, Beethoven, Schubert und Brahms.
Welches sind deine Lieblingspianisten?
Arturo Benedetti Michelangeli und Vladimir Horowitz.
In Russland ist das Musikbildungssystem anders als in der Schweiz. Zuerst besucht jede und jeder 7 bis 8 Jahre die Musikschule, dort wird schon sehr intensiv und streng unterrichtet. Anschliessend geht man zum Musikcollege, welches die erste Stufe der professionellen Musikausbildung ist. Dort hat man schon fast alle Fächer, die später an der Musikhochschule unterrichtet werden. Nach 8 Semstern und Bestehen des Staatsexamen bekommt man ein Diplom um Unterrichten und Konzertieren zu können. Danach folgt die Musikhochschule selbst, wo man als PianistIn 4 (Soloperformance, Kammermusik, Korrepetition und Pädagogik) und als Sängerin 3 (Oper, Lied und Pädagogik) Hauptfächer belegen muss. Für alle diese Fächer legt man am Schluss ein Staatsexamen ab. Zudem gibt es in Form eines Nachdiplomstudiums die Möglichkeit, sich entweder künstlerisch oder musikwissenschaftlich-pädagogisch weiterzubilden.
Wenn ich Gesang übe, singe ich mind. 20 min. ein, um eine gute technische Form zu erhalten und mich aufzuwärmen. Erst danach bearbeite ich Stücke. Am Klavier wärme ich ebenfalls zuerst die Muskeln auf und spiele dementsprechen zuerst ein paar Tonleitern. Ausserdem begrüsse ich zuerst den Flügel – es ist wie mit einem Menschen, mit dem Du Freundschaft schliessen willst – man sagt ja auch zuerst „Hallo“ und geht nicht gleich zur Sache. Wenn es bereits ein Freund ist, fragt man zuerst nach seinem Wohlbefinden – so ähnlich gehe ich mit einem Flügel um.
Ich freue mich immer, wenn ich meine Kenntnisse und Liebe zur Musik und meinen beiden Instrumenten mit anderen Menschen teilen kan. Genauso wichtig ist für mich der künstlerische- und menschliche Austausch mit meinen Schülern. Für mich ist jede Stunde eine grosse Bereicherung!
Es hat bis jetzt viele schöne Erlebnisse beim Unterrichten gegeben, eines freute mich jedoch ganz besonders. Es war eine Gesangsschülerin, die ganz schüchtern zu mir kam und mich bat, wenigstens ein Weihnachtslied mit ihr einzustudieren. Sie hatte noch nie in ihrem Leben gesungen, dementsprechend hatte sie auch keine Stimme. Zusätzlich war sie grad mitten im Scheidungsprozess, weil ihr Gatte das Interesse an ihr verloren hatte. Um es kurz zu machen, 2 Jahre später war die Dame Solistin in einem Kirchenchor, sie entwickelte in dieser Zeit eine wunderschöne Sopranstimme mit besonderer Beweglichkeit in den hohen Lagen. Es ging nicht lange, bis sich ihr Mann wieder in sie verliebte – das nenne ich die Macht der Kunst!