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Bereits seit langer Zeit nehmen Energieprodukte den größten Teil des internationalen Handels ein. Neben den klassischen, zumeist fossilen Energieträgern, zählen hierzu mittlerweile auch elektrischer Strom sowie aus Gründen des Klimaschutzes eingeführte CO²-Zertifikate.
Zum größten aller Rohstoffsektoren hat sich der Energiesektor allerdings schon deutlich früher entwickelt. Seit in der Frühzeit der Industrialisierung und mit Erfindung des Automobils die globale Nachfrage nach Rohöl geradezu sprunghaft angestiegen ist, hat der Ölpreis den zuvor als eine Art Leitindex wahrgenommenen Brotpreis abgelöst.
Heute liegt die Nachfrage nach Rohöl, trotz des erkennbaren Wandels in Richtung erneuerbarer Energien, auf einem konstant hohen Niveau. Auch begünstigt durch die hohen Fördermengen ergibt sich ein tägliches Marktvolumen im Rohölhandel von mehreren Milliarden Dollar. Dabei ist der Weltmarkt nicht ganz einheitlich, da unterschiedliche Ölsorten gehandelt werden. Zu den wichtigsten Ölsorten zählen die nordamerikanische West Texas Intermediate (kurz: WTI) und die europäische, in der Nordsee geförderte Sorte Brent Crude Oil. An den Börsen wird beim Handel mit Energieprodukten zwischen primären und sekundären Energieträgern unterschieden.
Primäre Energieträger werden unmittelbar aus der Natur gewonnen. Theoretisch können Sie ohne weiteren Aufwand als Energieträger genutzt werden. Die primären Energieträger unterteilen sich in fossile Energieträger und Biomasse.
Sekundäre Energieträger sind Energieprodukte, die in der Regel durch Umwandlung von primären Energieträgern entstehen. Hier sind vor allem die folgenden Energieprodukte zu nennen.
Fossile Energieträger sind das erwähnte Rohöl, außerdem Erdgas sowie Braun- und Steinkohle. Hier haben sich Angebot und Nachfrage in den letzten Jahrzehnten mehrfach gravierend verschoben. So waren Stein- und Braunkohle im 19. Jahrhundert die wichtigsten Energieprodukte, die für die beginnende Industrialisierung wie auch als Kraftstoff für die noch junge Eisenbahn in gewaltigen Mengen benötigt wurden. Außerdem wurde die Kohle natürlich zum Heizen benötigt. Mit der Erfindung des Automobils verschob sich die Nachfrage schließlich mehr und mehr in Richtung Rohöl. Die Kohle blieb zwar für den Betrieb von Kraftwerken weiterhin bedeutsam, doch auch diese Ära scheint nun langsam dem Ende zuzugehen. Auf längere Sicht zeichnet sich aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ein Nachfragerückgang bei fossilen Energieträgern ab. Lediglich das vergleichsweise sauber verbrennende Erdgas hat nach Ansicht der meisten Experten noch eine bedeutsame Zukunft vor sich.
Biomasse besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, die vor allem in der Verbrennung als primäre Energieträger genutzt werden. Hierfür werden hauptsächlich Brennholz und Torf verwendet.
Kraftstoffe wie Kerosin, Benzin oder Diesel werden in Raffinerien hergestellt. Wenngleich sich in der Mobilität derzeit ein gravierender Wandel abzeichnet, so bleibt die Nachfrage nach diesen Energieprodukten wohl auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Niveau.
Kraftstoffe entstehen aus der Vergärung oder anderweitigen Verarbeitung von Biomasse. Beispiele dafür sind Bio-Ethanol und Bio-Diesel.
Wasserstoff, der industriell hergestellt wird.
Darüber hinaus ist natürlich auch elektrischer Strom ein sekundäres Energieprodukt: Elektrischer Strom kann zwar auf viele verschiedene Arten hergestellt werden, kommt in der Natur jedoch nicht in nutzbarer Reinform vor.