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Lymphgefässe
Das Lymphsystem besteht aus Lymphgefässen und Lymphknoten. Lymphgefässe transportieren Flüssigkeit (Lymphe) und Eiweisse aus dem Bindegewebe ins Venensystem. Zudem spielt das Lymphsystem mit Lymphknoten als Filterstationen eine wichtige Rolle in der körpereigenen Immunabwehr. Wird der Lymphabfluss beeinträchtigt, kommt es zu einem Lymphstau.
Die häufigsten Lympherkrankungen sind Lymphödeme.
Lymphödeme
Unterschieden wird zwischen primären und sekundären Lymphödemen. Primäre Lymphödeme sind angeboren und zeigen sich meist zwischen dem 15. bis 25. Lebensjahr. Sekundäre Lymphödeme sind erworben und können insbesondere nach Infektionen, Operationen, Krebserkrankungen, Bestrahlungen und traumatischen Schädigungen der Lymphgefässe auftreten. Sind die Lymphbahnen unterentwickelt oder beschädigt, wird der Abfluss der Lymphe beeinträchtigt. Es kommt zu schmerzlosen Schwellungen der betroffenen Gliedmassen und zu Gefässeinlagerungen.
Lymphödeme erhöhen die Infektanfälligkeit der betroffenen Gliedmassen. Eine sorgfältige Hautpflege und rasche Behandlung bei drohenden Infektionen ist daher wichtig. Lymphödeme, die nicht behandelt werden, sind irreversibel und können gravierende Ausmasse annehmen, wie z.B. einen schweren chronischen Ulcus (Geschwür) oder Elephantiasis (Elefantenbein). Sehr selten entwickelt sich als Spätkomplikation ein Lymphgefässkrebs (Lymphangiosarkom).
Die Diagnose des Lymphödems erfolgt durch manuelle Untersuchung. In einzelnen Fällen wird eine Lymphszintigraphie durchgeführt.
In der Behandlung des primären Lymphödems werden Kompressionsbandagen oder elastische Kompressionsstrümpfe sowie manuelle Lymphdrainage eingesetzt. Eine frühzeitige fachärztliche Beurteilung und Einleitung einer gezielten physikalischen Entstauungstherapie sind entscheidend, um Spätkomplikationen zu vermeiden.
Ein sekundäres Lymphödem wird operativ behandelt. Zu den chirurgischen Eingriffen zählen das Einsetzen eines Netzes oder die Rekonstruktion der Lymphbahnen. Ergänzend wird Physiotherapie verordnet.