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Bringen Sie ihr Auto zum Formel-1-Weltmeister in die Reparatur? Nein, sicher nicht. Sie werden damit bestimmt einen Mechaniker aufsuchen. Denn dieser hat andere Kompetenzen als der Rennfahrer. So ist es auch im Tennis. Ein guter Spieler ist nicht automatisch auch ein guter Trainer. Was aber macht eine gute Tennistrainerin oder einen guten Tennislehrer aus?
Natürlich haben Spitzenspieler*innen eine hohe Spielkompetenz. Sie können im Training gut Bälle zuspielen und sie haben viel Erfahrung, die sie an den Nachwuchs weitergeben können. Aber weiss ein Spitzenspieler, wie die Schläge im Detail aufgebaut sind und wie man sie methodisch und didaktisch in Lernstufen vermitteln kann? Oder in welchem Alter eine Nachwuchsspielerin welche koordinativen Fähigkeiten erlernen muss und wie man diese trainiert?
Solange die entsprechende Sozialkompetenz vorhanden ist, können ehemalige Spitzenspieler*innen gut als Coaches auf der Profitour arbeiten. Wollen sie aber im Juniorenbereich oder im Breitensport unterrichten, müssen sie unbedingt methodische Kompetenzen und fachliches Know-how erwerben. Gut ausgebildete ehemalige Top-Spieler*innen haben dann beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt der Tennislehrer*innen.
Wie finde ich eine gute Tennislehrerin oder einen guten Trainer?
Fragen Sie den Tennislehrer nach seiner Ausbildung und der Berufserfahrung. Diplome von Berufsausbildungen als Trainer*in oder Tennislehrer*in sind immer von offiziellen Institutionen – das heisst: den nationalen Tennisverbänden oder
dem Staat – ausgestellt. In der Schweiz sind dies ausschliesslich Swiss Tennis oder BASPO/SBFI.
Von Papieren von privaten und kommerziellen Organisationen darf man sich nicht blenden lassen, auch wenn sie oft klingende Titel haben wie «Certified International Professional Coach of High Performance dynamic Training».
Wenn Sie darauf ein Auge haben, sollte eine gewisse Qualität im Unterricht gewährt sein. Umgekehrt sind für Sie auch die Berufschancen um einiges besser, wenn Sie über einen oder mehrere der in der Schweiz anerkannten Abschlüssen verfügen.
Kleine Checkliste für die Wahl eines Tennistrainers oder einer -trainerin:
Es zeichnet einen Trainer oder eine Trainerin aus, wenn er oder sie über einen längeren Zeitraum (mehr als 3 Jahre) an einer Stätte gewirkt hat und SpielerInnen aufzählen kann, die sich durch ihn oder sie als Haupttrainer*in gut entwickelt haben.
Auch wenn der potenzielle neue Coach andere Bereiche nennen kann, die er oder sie in einem Club oder in einer Tennisschule positiv beeinflusst hat, ist das sicher ein Plus. Beispiele:
- Die Anzahl der tennisspielenden Kinder und Jugendliche oder auch Erwachsenen hat sich aufgrund seines Einflusses im Club/Center/Tennisschule erhöht
- Die Anzahl der Turniere und der teilnehmenden JIC- und IC-Teams hat er oder sie entscheidend positiv beeinflusst
- Er oder sie hat Turniere und Events ins Leben gerufen und durchgeführt
- Er oder sie hat junge Assistenten und Leiter gefördert und eingesetzt
Beispiele von offiziellen Schweizer Fachausweisen, Diplomen oder Anerkennungen:
- Anerkennungen (nebenamtliche Stufe): J+S-Leiter, Leiter Kids Tennis, Leiter Erwachsenensport
- Verbandsdiplome (hauptamtliche Stufe): Trainer C, Trainer B, Trainer A, Tennislehrer (vor 2010), Spezialist Kids Tennis
- Eidgenössische Fachausweise (mit Titelschutz): Tennislehrer mit eidg. FA, Trainer Leistungssport mit eidg. FA
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