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Als schmaler Streifen Land zwischen der Wassermasse des Genfer Sees und einem Hinterland mit Tälern und Hügeln ist Lavaux über Jahrtausende eine unbebaute, mit Gestrüpp bedeckte Anhöhe geblieben. Die ersten Weinstöcke wurden wahrscheinlich in der Nähe der bewohnten Orte in Seenähe angepflanzt. Die Kultivierung des steilsten Bereichs (Dézaley) geht auf die zweite Hälfte des XII. Jahrhunderts und die Arbeitsanstrengungen der Zisterziensermönche zurück.
Einfluss des Sees
Der Einfluss des Genfer Sees auf das Klima des Lavaux ist von grösster Bedeutung. Wie man für gewöhnlich sagt kommt die Region in den Genuss von „drei Sonnen“: das Gestirn selbst, die Reflexion ihrer Strahlen durch den See und nachts die Abgabe der in den Weinbergmauern gespeicherten Wärme.
Die Natur hat den Abhang geschaffen, der Mensch hat eingegriffen, um ihn zu beherrschen. Letztgenannter musste unablässig gegen die Erosion ankämpfen, indem er das Wasser zu den Bächen hinleitete und den Abfluss bremste, um die Erde am Ort zu halten, sowie durch Errichtung von Mauern, die das Gefälle vermindern.
Der Weinbaugebiet des Lavaux wird gekennzeichnet durch ein klares Vorherrschen von Familienbesitz, was bis zur Reformation (XVI. Jahrhundert) selten war. Heute gibt es in dem Weinbaugebiet von Lutry bis Chardonne mehr als 1800 Eigentümer und an die 1150 Betriebe. Die Quasi-Gesamtheit der Weine aus dem Lavaux wird in der Schweiz verkauft. Der Export, der noch sehr schwach ausgeprägt ist, hat jedoch eine Entwicklungstendenz.
Die Schönheit der Landschaft Lavaux hängt völlig mit dem Vorhandensein des Weinbergs zusammen. Wie kann die Zukunft des Weinbaugebiets sichergestellt werden, wenn nicht durch Sicherung der Zukunft der Weinbauern, die ihn bewirtschaften? Das einzige Mittel besteht darin, den Weinstock und den Wein zu würdigen. Es geht also darum, zu verstehen, dass eine Flasche Lavaux-Wein, die mit ihrem gerechten Preis bezahlt wird, unmittelbar zum Erhalt dieser einmaligen Landschaft beiträgt.
Bibliografie: SIMON, Jean-Louis, MURISIER, François, « Viticulture », in Lavaux, Vignoble en terrasses face au lac et aux Alpes, Dossier de candidature de Lavaux au patrimoine mondial de l’UNESCO, Cully, Janvier 2006, pp. 65-74.