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Borkenkäfer sind ein fester Bestandteil jedes Waldökosystems. Der Buchdrucker (Ips typographus) ist die wirtschaftlich wichtigste der über hundert in der Schweiz vorkommenden Borkenkäferarten. Er neigt bei günstigen Bedingungen zu Massenvermehrungen, die zu ausgedehntem Absterben von Bäumen führen können.
Der etwa fünf Millimeter grosse, dunkelbraun gefärbte Käfer besiedelt praktisch ausschliesslich Fichten. Die Pioniermännchen werden von Duftstoffen der Bäume und von Lockstoffen (Pheromone) der Artgenossen angelockt. Nach dem Einbohren in die Rinde findet die Paarung statt und anschliessend legt jedes Weibchen entlang eines Mutterganges seine Eier ab. Der nachfolgende Larvenfrass führt zusammen mit den Muttergängen zu einem charakteristischen Brutbild. Nach der Verpuppung bleiben die Jungkäfer für ihren Reifungsfrass noch eine Weile unter der Rinde, bevor sie ausfliegen und neue Brutmöglichkeiten suchen.
Befallsstrategien
Der Buchdrucker verfolgt grundsätzlich zwei Besiedlungsstrategien, die von seiner Populationsdichte und von der Vitalität der Wirtsbäume abhängen.
Eine gesunde Fichte hat ein gut ausgebildetes Abwehrsystem und kann in geringer Anzahl angreifende Borkenkäfer durch Harzfluss abwehren. Bei tiefen Populationsdichten sind die Käfer somit auf frisch abgestorbene oder stark geschwächte Bäume angewiesen. Solche Bäume haben aber eine eher geringe Nahrungsqualität und die Käferbrut steht in Konkurrenz mit anderen Käferarten. Dies führt zu einer niedrigen Vermehrungsrate.
Als Brutmaterial dienen in dieser Phase Fichten, die von Sturm, Lawinen oder Schneedruck gebrochen oder geworfen wurden oder durch abiotische (Sturm, Trockenheit) oder biotische Einflüsse (Krankheiten, andere Insekten, menschliche Tätigkeiten) geschwächt sind.
Nach Störungen wie Sturm oder Trockenheit können sich die Käfer im liegenden, frischen Sturmholz oder in den abwehrschwachen stehenden Bäumen stark vermehren. Nun wird es ihnen möglich, mit einer hohen Zahl von gleichzeitig einbohrenden Tieren auch das intakte Abwehrsystem gesunder Bäume zu überwinden und dort erfolgreich zu brüten. Hier ist die Nahrungsqualität hoch und der Konkurrenzdruck durch andere Organismen klein. Der intensive Frass der Larven und Jungkäfer unter der Rinde unterbricht den Saftstrom im Phloem (Assimilat-Leitbündel). Zudem sind die Käfer mit Pilzen vergesellschaftet, die das Xylem (Wasserleitgefässe) verstopfen. Dadurch sterben die befallenen Bäume schnell ab. Bevorzugt befallen werden in dieser Phase lebende Fichten von 70-150 Jahren.
Regulation
Die Dichte von Borkenkäferpopulationen wird durch verschiedene natürliche Begrenzungsfaktoren geregelt. Die wichtigsten sind Witterung, Angebot an Brutmaterial, Abwehrkraft der Wirtsbäume (Disposition) sowie natürliche Feinde wie räuberische und parasitische Insekten oder Spechte. Ausserdem führen auch die Bekämpfungsmassnahmen zum Rückgang einer Massenvermehrung.