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Band 3
Ulla Fix/Stephan Habscheid/Josef Klein (Hg.): Zur Kulturspezifik von Textsorten. Tübingen: Stauffenburg 2001, 289 S. (Textsorten. 3)
Inhalt und Abstracts
Kirsten Adamzik
Die Zukunft der Text(sorten)linguistik. Textsortennetze, Textsortenfelder, Textsorten im Verbund, S. 15-30.
Die Autorin konstatiert ein verbreitetes Unbehagen an der Textsortenforschung und versucht, auf der Grundlage einer Skizzierung des Diskussionsstandes Desiderata zu benennen und zukunftsträchtigere Vorgehensweisen bei der Beschreibung von Text(sort)en zu umreißen. Es wird für eine Abkehr von der Untersuchung hoch standardisierter Kleinformen (Kochrezept, Wetterbericht usw.) plädiert, die oft nur zu relativ trivialen Ergebnissen führe und den Aspekt des Rekurrenten in Texten zu stark in den Vordergrund stelle. Abgelehnt wird weiter die Suche nach bzw. das Festhalten an einem begrenzten und allgemein verbindlichen Inventar von Klassifizierungs- und Beschreibungskategorien. Insbesondere im Bereich der thematischen und der sprachlichen Dimension seien differenziertere und aus dem jeweiligen Textkorpus induktiv gewonnene Parameter notwendig. Im zweiten Teil des Aufsatzes geht es um den im Untertitel genannten Gesichtspunkt, dessen Untersuchung ein besonders dringendes Desiderat darstelle. Textsorten stehen nicht verbindungslos nebeneinander, sondern bilden ein Gesamtsystem, innerhalb dessen sie einen bestimmten Stellenwert haben. An Phänomenen, die die Beziehungen zwischen Texten und Textsorten betreffen, werden unterschieden: verschiedene Texte/Textsorten aus einem (thematisch konstituierten) Diskurs; eng verwandte Textsorten; syntagmatische Beziehungen zwischen Textsorten; Textsortenrepertoires in bestimmten Kommunikationsbereichen; kulturelle Unterschiede und historische Verschiebungen im Stellenwert von Textsorten.
Jannis K. Androutsopoulos
Textsorten und Fankulturen, S. 33-50.
Während man bei Textsortenvergleichen generell davon ausgeht, dass "einzelsprachliche Spezifik auch immer kulturelle Spezifik" ist, widmet sich dieser Beitrag Kulturspezifika, die Sprach- und Landesgrenzen überschreiten. Die Beispiele hierfür kommen nicht aus der Fachkommunikation, sondern aus Populärkulturen und insbesondere jugendlichen Musikkulturen. Der Beitrag geht von der Kontrastiven Textologie aus und arbeitet kultursoziologische Literatur auf, um mediale Spezialkulturen internationaler Reichweite als Gegenstandsbereich der vergleichenden Textsortenanalyse zu konstituieren. Dabei wird der Begriff "kulturspezifische Textsorten" neu bestimmt: Es sind die Textsorten, die eine Spezialkultur definieren und kommunikativ aufrechterhalten. Methodisch wird ein Forschungsprogramm entworfen, das nicht von der isolierten Textsorte, sondern von der mehrere Medien und Textsorten nutzenden Kommunikationsgemeinschaft ausgeht. Das klassische Vorgehen kontrastiver Textanalyse wird dabei durch die Analyse nonverbaler Elemente und die Rekonstruktion von Medienprofilen ergänzt sowie von einer kontrastiven Ethnographie von Medienaneignung eingerahmt. An empirischen Beispielen wird schließlich gezeigt, dass international Kulturspezifisches in verschiedenen Facetten der verbalen und nonverbalen Textgestaltung zu finden ist. Auf Textsortenebene sind Indikatoren kultureller Zugehörigkeit als Elemente kulturspezifischer Stile einzuordnen.
Ines-A. Busch Lauer
Kulturspezifik in englischen und deutschen Originalarbeiten - Medizin und Linguistik im Vergleich, S. 51-67.
Fragen des kulturell determinierten Schreibens und der Lehrbarkeit akademischer Textsorten sind aufgrund der zunehmend anglophonen Ausrichtung der Wissenschaften auch in Europa in das Blickfeld der Fachsprachenforschung gerückt. Der Beitrag stellt Teilergebnisse eines interdisziplinär (Medizin-Linguistik) und interlingual (Englisch-Deutsch) ausgerichteten Forschungsprojektes zur Textsorte Originalarbeiten (OA) vor. Im Mittelpunkt steht die funktionale Makrostruktur in den Texteinleitungen. Diese wird durch die Art und Abfolge von Teiltextsegmenten (TTS) charakterisiert. Korpusbeispiele zu den TTS 'Literaturbericht' und 'Zielstellung' von OA explizieren, daß medizinische Texte stark konventionalisiert sind und sich durch eine unpersönliche Darstellungshaltung (besonders in den L1- und L2-Texten deutscher AutorInnen) auszeichnen. Die linguistischen Texte sind wenig konventionalisiert und die Autoren treten im Text in beiden Sprachen als kommunizierendes Subjekt auf. Die Verschiedenartigkeit des Kommunikationsgegenstandes und der unterschiedliche Grad fachlicher Normierung sind Gründe für die interdisziplinären Unterschiede. Die interlingualen und interkulturellen Unterschiede beruhen auf dem Sprachsystem, aber auch auf der (fachlichen) Sozialisation und der Textsortenkompetenz der AutorInnen.
Jan Engberg
Kulturspezifische Ausprägung kulturübergreifender Texthandlungsmuster - deutsche und dänische Landgerichtsurteile im Vergleich, S. 69-86.
Die vorliegende Arbeit stellt einen analytischen Beschreibungsansatz vor, der bei der Beschreibung und interkulturellen Kontrastierung von textsortenrelatierten Konventionen Verwendung findet. Es wird in Anlehnung an Adamzik (1995) grundsätzlich zwischen zwei Begriffen in der Textsortenbeschreibung unterschieden, der Textsorte als Gruppe von konkreten Texten und dem Texthandlungsmuster als Einheit eines Regelsystems, in dem auf der einen Seite sprachstrukturelle Einheiten und Vorkommnisse und auf der anderen Seite Wissen um funktionale und situationelle Bedingungen zueinander in Beziehung gesetzt werden. Sowohl das vollumfassende Muster, das als Hintergrund für die Klassifikation von Texten als zugehörig zu derselben Textsorte, als auch die Teilmuster, aus denen das genannte Muster für die ganze Textsorte bestehen, sind als Zeichen nach Eco (1990) aufzufassen. Diese Zeichenhaftigkeit, die als Relation zwischen einem komplexen Interpretanten und einem sprachlichen Darstellungsmittel aufgefasst werden kann, stellt die Grundlage für die interkulturelle Kontrastierung von konventionalisierten Ausdrucksmitteln in deutschen und dänischen Gerichtsurteilen dar. Diese Kontrastierung zeigt sowohl Ähnlichkeiten als faktische Null-Äquivalenzen zwischen den Regelsystemen.
Ewa Drewnowska-Vargáné
Kohärenzmanagement und Emittent-Rezipient-Konstellationen in deutsch-, polnisch- und ungarischsprachigen Leserbriefen, S. 89-108.
Im vorliegenden Beitrag werden Ergebnisse einer kontrastiven Analyse von 120 Leserbriefen erörtert, die aus deutsch-, polnisch- und ungarischsprachigen Zeitungen und Zeitschriften stammen. Den Ausgangspunkt der Analyse bildete ein Vergleich unter den Aspekten des intertextuellen Bezugs und des strukturellen Aufbaus (der festen Briefkomponenten). Die Ergebnisse dieses Vergleichs ließen bestimmte Schlussfolgerungen für zwei weitere Aspekte zu, welche im Zentrum der Analyse stehen und mit Hilfe entsprechender textlinguistischer, universeller Kategorien untersucht wurden: das Kohärenzmanagement - durch den Vergleich der metakommunikativen Äußerungen; die Art des Bezugs der Emittenten der Leserbriefe zu den Autoren der vorausgegangenen Beiträge und/oder zu allen anderen Rezipienten/-Adressaten - durch den Vergleich der Anredeformen. Die festgestellten textsortenstruk-turellen und -pragmatischen Kontraste werden als spezifische Kennzeichen der Textsorte Leserbrief in der jeweils anvisierten deutsch-, polnisch- und ungarischsprachigen Kommuni-kationskultur aufgefasst.
Matthias Hutz
"Insgesamt muss ich leider zu einem ungünstigen Urteil kommen." Zur Kulturspezifik wissenschaftlicher Rezensionen im Deutschen und Englischen, S. 109-130.
Mittels einer Untersuchung wissenschaftlicher Buchrezensionen wurde der Frage nachgegangen, wie unterschiedliche Kulturen mit der Äußerung von Kritik im wissenschaftlichen Kontext umgehen. 30 deutsch- und 30 englischsprachige Rezensionen wurden mit dem Ziel untersucht, anhand eines funktional-integrativen Analyserasters sowohl die jeweiligen Textbaupläne der Rezensionen miteinander zu vergleichen als auch Ähnlichkeiten und Differenzen bei der sprachlichen Realisierung kritischer Äußerungen zu ermitteln. Analysiert wurden hierbei insbesondere sprachliche Mittel zur Verstärkung bzw. Abschwächung von Kritik sowie die Darstellungsperspektive der Autoren, wie sie sich in Form von Selbstnennungen manifestiert. Die Ergebnisse zeigen, dass in den deutschsprachigen Rezensionen der kritischen Auseinandersetzung nicht nur etwas mehr Raum gewährt wird, sondern auch, dass die sprachliche Realisierung der Kritik insgesamt direkter und konfrontativer als bei den amerikanischen Rezensenten ausfällt. Mögliche Gründe für diese Ergebnisse werden im abschließenden Teil der Arbeit diskutiert.
Marianne Lehker
Chinesische und deutsche Aufsatzsorten im Vergleich, S. 131-146.
In dem Beitrag werden die vier chinesischen Hauptaufsatzsorten jixuwen, yilunwen, shuomingwen und sanwen mit den entsprechenden deutschen Aufsatzsorten Erzählung, Erörterung, Beschreibung und Schilderung textstrukturell verglichen. Neben Gemeinsamkeiten ist der Hauptunterschied der, dass chinesische Aufsatzsorten nicht nach der Textfunktion klassifiziert werden - alle Texte können eine argumentative Funktion aufweisen -, sondern nach der sogenannten Darstellungsart. Aus Sicht der westlichen Textlinguistik handelt es sich dabei um die Themenentfaltung. Auf weitere textstrukturelle Besonderheiten wird eingegangen.
Marie-Hélène Pérennec
Die Sprachglosse beiderseits des Rheins: Kulturelle Unterschiede bei einem gemeinsamen Textmuster, S. 147-158.
In diesem Beitrag geht es darum, einerseits die pragmatischen Charakteristiken der Sprachglosse als Textsorte herauszuarbeiten, andererseits die kulturell verschiedenen Realisierungen dieser Textsorte in Deutschland und Frankreich zu analysieren. Das Korpus umfasst geschriebene Glossen aus der deutschen und französischen Presse, aber auch Rundfunkglossen des französischen Lexikologen Alain Rey. Es wird gezeigt, dass die Sprachglosse in der Zeitung zunächst eine kontaktive Funktion erfüllt, die in der starken Dialogizität dieser Textsorte zum Ausdruck kommt (direkte Anrede, deiktische Pronomen, Fragen an den Leser, interaktive Partikeln). Darüber hinaus kennzeichnet sich die Sprachglosse durch die unterhaltende Funktion. Diese tritt vor allem in den witzigen Titeln, in der Parodie und in der Schlusspointe an den Tag. Nebenbei soll die Sprachglosse auch den Leser belehren, wie man schön schreiben soll. Bei dieser dritten Funktion kommen die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern am stärksten zum Vorschein. Während in Frankreich nur Fachleute (vor allem die Académie francaise) sich befugt wähnen, öffentlich als Sprachhüter aufzutreten, übernimmt in Deutschland jeder sprachbewusste Journalist gern diese Rolle.
Marja-Leena Piitulainen
Zur Selbstbezeichnung in deutschen und finnischen Textsorten, S. 159-173.
Dem Beitrag liegt die These zugrunde, daß die Produzent-Rezipient-Konstellation und ihre Definition durch den Sprecher (Schreiber/Produzenten) wesentlich auf die Darstellungsperspektive einwirkt, d. h. darauf, aus welcher Perspektive der Sprecher den Sachverhalt darstellt (aus seiner eigenen, aus der des Rezipienten oder der des Sachverhalts). In der Selbstbezeichnung als Teilaspekt der Selbstdarstellung wird zwischen quantitativer und qualitativer Dimension sowie zwischen textsortenspezifischer, interlingualer/interkultureller, diachroner und idiolektaler Variation differenziert. Die Hauptaufmerksamkeit wird auf die interkulturelle/interlinguale Variation gerichtet. Am Beispiel der Textsorten Todesanzeige, Telefongespräch, Alltagsgespräch und (linguistiche) Rezension werden Unterschiede zwischen den deutschen und finnischen Textsorten herausgearbeitet. Unterschiede lassen sich sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Dimension feststellen. Zum Schluß wird noch kurz auf den Zusammenhang der festgestellten Unterschiede mit kulturellen Dimensionen wie Direktheit-Indirektheit bzw. Förmlichkeit-Unförmlichkeit sowie auf ihre Erklärung eingegangen.
Daniela Veronesi
Metaphern als Wegweiser in Fachtexten: italienische und deutsche rechtswissen-schaftliche Artikel im Vergleich, S. 175-192.
Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung, die auf der Analyse eines aus rechtswissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln in deutscher und italienischer Sprache bestehenden Corpus beruht, liegt die Verwendung der Metapher im juristischen Diskurs. - Zunächst wird die Charakterisierung des "wissenschaftlichen Artikels" als zentrales Mittel des Informationsaustauschs und der -verbreitung der wissenschaftlichen Gemeinschaft, als Ort eines kollektiven Verständigungsprozesses und der akademischen Sozialisierung, sowie als expositiv-argumentative Textsorte, gegeben. Anhand der Corpusanalyse, welche sich auf die kognitive Metapherauffassung von Lakoff und Johnson stützt, wird dann gezeigt, wie die Metapher ihre Funktion auf drei Ebenen ausübt: auf sprachlicher Ebene als Terminologisierungsmittel, auf textueller Ebene als Mittel der Metakommunikation und der Argumentation und auf diskursiver Ebene als Mittel der Darstellung, Bestätigung und Reproduktion der Subjekte und Objekte des juristischen Diskurses (der Jurist, das Gesetz, das Recht). Aus einer interkulturellen Perspektive lassen sich im textuellen Bereich makrostrukturelle Verteilungsunterschiede hypothisieren; diskursiv wird die Gemeinsamkeit metaphorischer Modelle festgestellt, wobei deutschsprachige und italienischsprachige Autoren - als Vertreter der eigenen Rechtskultur sowie als individuelle Subjekte - jeweils verschiedene Aspekte hervorheben.
Angelika Linke
Trauer, Öffentlichkeit und Initimität. Zum Wandel der Textsorte 'Todesanzeige' in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, S. 195-223.
Neben der 'klassischen' Todesanzeige, die den Tod einen Menschen anzeigt sowie Ort und Datum der Beerdigung bekannt gibt, begegnet heute auch ein Anzeigentypus, der aufgrund seiner sprachlichen Form und illokutiven Potenz als 'Brief der Hinterbliebenen an den Verstorbenen' gelesen werden muss. Außerdem findet sich auch immer häufiger der Typus der "Traueranzeige", in der weniger ein Tod beklagt als vielmehr der durch diesen Tod ausgelösten Trauer öffentlich Ausdruck gegeben wird. - Dieser Textsortenwandel (der sich u.a. in der Veränderung syntaktischer Muster und in der Ausbildung neuer Phraseologieschablonen zeigt) wird als semiotischer Kristallisationskern eines umfassenderen kulturellen Wandelprozesses im Rahmen der Konsolidierung einer "Gesellschaft der Individuen" (Elias) gedeutet. Damit wird gleichzeitig der Versuch unternommen, den Widerspruch, der sich angesichts der massenmedialen Veröffentlichung des Privat-Intimen zunächst ergibt, als Ausdruck einer veränderten sozialen Konzeptualisierung von Individualität und Öffentlichkeit zu verstehen und ihn in der Rekonstruktion dieser neuen Konzeptualisierung auszulösen.
Andreas Wagner
Genetische und kontrastive Perspektiven bei der Analyse historischer Textsorten. Exemplarisch aufgezeigt an der Textsorte "Redeeinleitung" im Alten Testament und im Alten Orient, S.225-240.
Bei der Analyse von (transnationalen) Textsorten, die sich in verschiedenen Kulturen/Gesellschaften finden, stellt sich die Frage nach der Verwandtschaft, die über Kulturgrenzen hinweggeht, und die Frage nach den Eigengeprägtheiten dieser Textsorten, die kulturspezifisch sind. Bei der Untersuchung dieser Fragen überlappen sich zwei Vorgehensweisen: a) Das genetische Vorgehen, d.h. der Versuch, eine Textsorte zu verstehen, indem ich ihren Entstehungsweg verfolge, ihre Übernahme von einer Sprachgesellschaft in eine andere beobachte (in einer Kulturaustausch- bzw. einer Kulturkontaktsituation). b) Das kontrastive Vorgehen, bei dem man Vorfindliches aus zwei oder mehreren Sprachräumen vergleicht, ohne genetische Beziehungen anzunehmen. In einem solchen Vergleich müssen besonders Textsortenfelder untersucht werden. Am Beispiel der Redeeinleitungsformeln aus Texten des A.T. und des A.O. werden beide Untersuchungsdimensionen exemplarisch vorgeführt. Die zentrale Frage ist dabei diejenige nach der Spezifik dieser Einleitungsformeln. Die Untersuchung der Redeeinleitungstexte unter dem Aspekt der Kulturspezifik hat nun ergeben, daß sich in der Tat im A.T. eine völlig eigene, in sich stark differenzierte Textsorte bzw. ein Textsortenfeld entwickelt hat, das von den alttestamentlichen Propheten genutzt bzw. hervorgebracht wurde.
Ingo Warnke
Intrakulturell versus interkulturell - Zur kulturellen Bedingtheit von Textmustern, S.241-254.
Texte realisieren komplexe Handlungsmuster und sind bedeutender Teil der Ausprägungen jeweiliger Kulturen. Jedes Textmuster steht damit im Spannungsfeld von intrakultureller Existenz und interkulturellen Bezügen. Die bisherigen kontrastiven Analysen zur Kulturspezifik von Textsorten sind aus diesem Grund durch Betrachtung der Textmustergenese zu ergänzen. Eine solche zeigt, dass der Kulturtransfer, also die interkulturelle Dimension von Textmustern, eine konstitutive Größe der Textmustergeschichte darstellt. Zur Beschreibung der interkulturellen Determinanten von kulturspezifischen Textmustern wird ein Modell vorgestellt, dass Textmustergenesen als Transformationen auffasst.
Hannes Kniffka
Dialogical genres of newspaper communication across cultures. Letters to the Editor in English Saudi Arabian Daily Newspapers, S.255-289.
This paper deals with some linguistic features, ethnographic components and massmedia characteristics of communicative acts established by Letters to the Editor (henceforth LTE) in two Saudi Arabian English speaking daily newspapers. The overall perspective is cultural contrast. The main concern is to state some empirical generalizations on how communication via LTE works, which heuristic classes of LTE can be set up and what culture-specific dynamic characteristics can be assigned to the LTE of the Saudi corpus. In focus are hypotheses on culture-contrastive features of the topic or 'manifest content' of LTE on the "religious page" of Friday Editions of the papers.