Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03339.jsonl.gz/78

Nächstes Jahr könnte bekannt werden, wo die Schweiz ihr Endlager für Atommüll errichtet. Dann wird die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) möglicherweise ein Rahmenbewilligungsgesuch stellen, das durch Regierung und Parlament abgesegnet werden muss, aber danach immer noch per Referendum angefochten werden kann.
Wie alles bei der Endlagerung geht also auch dies in mehreren Schritten vor sich. Der Bund, die Kernkraftwerke und das Zwischenlager Würenlingen suchen seit 1972 gemeinsam nach einem geeigneten Lagerort. Die 120-köpfige gemeinsame Genossenschaft Nagra ist mittlerweile in der 3. Phase angelangt, die bis etwa 2029 dauern soll. Es sind noch drei potenzielle Standorte für das Lager übrig, wo die Abfälle über Generationen liegen sollen: Jura Ost, Nördliche Lägern sowie Zürich Nordost.
An jenen Standorten werden für 2,4 Millionen Franken von der Schweizer Firma Solexperts Systeme zur Langzeitbeobachtung installiert. Überhaupt wird in der Endlagerung viel Informatik benötigt, wie den Zuschlägen der Nagra zu entnehmen ist: Von der Visualisierung über Überwachungssysteme bis zu Modellierungen, hat die Genossenschaft seit Anfang 2020 fast ein Dutzend IT-Beschaffungen veröffentlicht.
Nun ist ein weiterer IT-Auftrag vergeben worden: Mit einem digitalen Twin soll aufgezeigt werden, wie Gas aus dem Lager transportiert wird. Die Nagra hat für rund 140'000 Franken die spanische Forschungseinrichtung "International Centre for Numerical Methods in Engineering" (CIMNE) in Barcelona damit beauftragt, ein entsprechendes Modell zu entwickeln. Dieses wird mit Daten aus einem physischen Modell, einem Experiment, gefüttert und soll die Entwicklung des Gastransports über einen längeren Zeitraum zu prognostizieren helfen.