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L'Insediamento del mese di agosto è una versione molto sintetica del rilevamento apparso nel volume ISOS Svitto dell'inverno 1990 (disponibile solo in tedesco).
Zu Herkunft und Geschichte der weltkleinsten Republik
Der 1064 erstmals bezeugte Ortsname "Gersouwe" lässt auf eine alemannische Besiedlung im frühen Mittelalter schliessen. Die isolierte Lage des Dorfes, das während Jahrhunderten nur auf schmalen Fusswegen oder über den See erreichbar war, vor allem aber die Rivalität zwischen Schwyz und Luzern begünstigten die historisch einzigartige Entwicklung zum winzigen Freistaat. Im Jahre 1390 kauften sich die Gersauer von der österreichisch-habsburgischen Vogtei los und organisierten sich in einem freien Gemeinwesen mit Landsgemeinde, Gericht, Rat und Landammann. Bis 1798 galt Gersau als kleinste Republik der Welt. Vermutlich ab 1332, sicher aber ab 1359, stand das Dorf als zugewandter Ort im Bündnis mit der Eidgenossenschaft. Auf die Wirren der napoleonischen Epoche folgte 1817 der unfreiwillige Anschluss an den Kanton Schwyz. Die Gemeinde bildet seither einen eigenen Bezirk im Kanton.
Wirtschaftliche Entwicklung
Zu Landwirtschaft - Ackerbau, Obstbau, Viehzucht -, zu Fischfang und Schifffahrt gesellte sich im 18. Jahrhundert die Seidenindustrie. Die spezielle politische Situation liess zu, dass sich etwa ab 1730 in der freien Republik die Verlagsindustrie entfalten konnte. Gesponnen wurde vorerst in Heimarbeit auf manueller Basis, und zwar vorwiegend für die Basler Seidenbandindustrie. 1763 wurde die erste, 1771 die zweite Manufaktur eröffnet.
Der Bau dreier Florettspinnereien entlang des Dorfbachs signalisierte um die Mitte des 19. Jahrhunderts den Übergang zur industriellen Produktion. Den Anfang machte 1847 die 1926 abgebrannte Fabrik im Eggi oberhalb des Dorfes, 1860 folgte die mittlere Fabrik auf der Bleichi und bereits ein Jahr später jene am See. Ab 1875 standen die Betriebe krisenbedingt meist still. Sie wechselten mehrmals die Besitzer, ehe sie 1892 in der neugegründeten Schappe- und Cordonnetspinnerei Camenzind & Co. zusammengefasst wurden.
Die frühe Industrialisierung liess Gersau bereits im 18. Jahrhundert zu einem stattlichen Dorf anwachsen. Mit 1300 Einwohnern gehörte es 1799 zu den grösseren Gemeinden der Region. Das alte Bauern- und Fischerdorf entwickelte sich aber nicht nur zum Industrieort, sondern dank seiner geschützten Lage am Südhang der Rigi und dank seinem ausserordentlich milden Klima auch zum Kurort.
Besass das Dorf im Jahre 1775, als Johann Wolfgang Goethe zu Besuch kam, erst vier Wirtschaften, so standen hundert Jahre später an die dreissig Hotels, Pensionen und Restaurants auf dem Gemeindegebiet (inkl. Rigi-Scheidegg). Die meisten Bauten des aufstrebenden Tourismus, darunter auch das 1866 eröffnete Hotel Müller, kamen ans Seeufer zu stehen und prägen seither die Seefront. Der Fremdenverkehr wurde durch das Aufkommen der Dampfschifffahrt (nach 1860) und den Bau der Uferstrasse nach Brunnen (1866/67) und Vitznau (1884-86) begünstigt. In die selbe rührige Zeit gehört die Kanalisierung des immer wieder über die Ufer tretenden Dorfbachs (1826-73).
Die bauliche Expansion war um die Mitte des 19. Jahrhunderts abgeschlossen. So erscheint Gersau auf der Siegfriedkarte von 1894 als grosses Dorf. Die Uferstrasse ist gebaut, der Bach kanalisiert, die Dampfschiffstation in Betrieb, die drei Siedlungsteile Kirch-, Bach- und Aussendorf sind ausgebildet, alle drei Fabriken und mehrere Hotels auf der Karte deutlich eingezeichnet. Verändert haben sich danach vor allem der Bereich zwischen Seestrasse und alter Dorfstrasse (diverse Abbrüche) und die Umgebungen, wo Wohnüberbauungen und andere Anlagen entstanden sind.
Die wichtigsten Ortsteile
Die Bebauung der alten, deltaförmig in den See vorstossenden Siedlung gliedert sich klar in drei Teile: Den kompakten Dorfkern mit Kirche und Rathaus (> 1), das jenseits des Dorfbachs anschliessende Ausserdorf (> 2) und die rechtwinklig dazu verlaufende Industrieachse entlang des Dorfbachs (> 3). Vor die Bebauung legt sich der schmale Gürtel der Uferanlage (> I), hinter dem Dorf erhebt sich der steile Südhang der Rigi.
Als Rückgrat des Kirchdorfes führt - parallel zum Seeufer und auf beiden Seiten von einem komplexen Wegnetz begleitet - die alte Hauptgasse mitten durch den Dorfkern. Ihr entlang stehen die Häuser nicht in einer Flucht, sondern je einzeln versetzt und schaffen durch ihre Vor- und Rücksprünge ausserordentlich abwechslungsreiche, räumliche Situationen. Die Abfolge kulminiert im zentral gelegenen, räumlich klar definierten Rathausplatz. Die stattlichen Bauten, vorab das Rathaus von 1745, stolzes Wahrzeichen der ehemaligen Republik Gersau, weisen ihn als Mittelpunkt des Gemeinwesens aus.
Was bereits entlang der Hauptgasse sichtbar wird, ist Hauptmerkmal des ganzen Kerns: Ein Nebeneinander von traditionell bäuerlichen Holzhäusern und steinernen Bürgerhäusern französischer Prägung. Neben diesen spätbarocken bzw. frühklassizistischen Wohnsitzen aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert stehen niedrige Blockbauten des 16. und 17. Jahrhunderts, verputzte oder verschindelte Holzhäuser mit Steildächern des 18. und frühen 19. Jahrhunderts sowie gemauerte, städtisch anmutende Wohn- und Geschäftshäuser aus der Zeit um 1900, darunter auch einige Hotels. Das Erdgeschoss der meisten Häuser an der Hauptgasse wird kommerziell genutzt.
Dem Dorfkern mit seiner konzentrierten, aber offenen Bebauung ist eine geschlossene Häuserreihe vorgelagert. Die im Zusammenhang mit der Uferstrasse und der touristischen Entwicklung entstandene Seefront mit Hotels und Wirtschaften bestimmt zu einem guten Teil die Silhouette des Ortes. An dessen Ostrand setzt die nachbarocke Pfarrkirche mit ihrem Zwiebelturm einen starken Akzent.
Im Westen des Dorfkerns, jenseits des Bachs, führt das Ausserdorf (> 2) die Bebauung der Hauptgasse fort. Das alte Wohn-, Gewerbe- und Fischerquartier ist dem Kirchdorf deutlich untergeordnet, hat aber einen eigenständigen Charakter dank der meist kleinteiligen, bergseitigen Bebauung. Die besteht aus zwei- bis viergeschossigen Häusern im Gemisch von Holz-, Massiv- und Fachwerkbauten. Abgesehen vom Haus zur Gerbe, einem der prachtvollsten Blockbauten des 16. Jahrhunderts rund um den Vierwaldstätter See, sind die Häuser eher bescheiden und teilweise in schlechtem baulichen Zustand.
Der Teuffibach, im 19. Jahrhundert Motor der industriellen Entwicklung, fliesst vom Rigi her steil in den See hinab und trennt das Kirchdorf vom Ausserdorf. Seit dem Bau der drei Spinnereien längs des Bachs um die Mitte des 19. Jahrhunderts und den auf sie folgenden Wohnhäusern ist der Bachraum die eigentliche Industrieachse des Dorfes (> 3). Allerdings liegen die Bauten in einer gewissen Distanz zum Bach, denn das wilde Wasser war unberechenbar. Deshalb musste es kanalisiert und tiefer gelegt werden.
Beidseits des Kanals verlaufen asphaltierte Strassen, teilweise mit Trottoirs. Die Vorgärten sind stellenweise für Parkplätze ausgeräumt worden. Die beidseits der Strasse gereihten Wohn- und Gewerbebauten stammen aus der zweiten Hälfte des 19. und aus fast allen Abschnitten des 20. Jahrhunderts. Nur gerade im oberen Teil auf der westlichen Seite zeigt die Bebauung eine grössere Einheitlichkeit. Die Geschlossenheit des Gebiets garantiert der Kanal mit seinen seitlichen Mäuerchen, seinen Brücken, Geländern und Baumreihen. Seit den Verwüstungen von 1984 begleiten Betonmäuerchen, gestrichene Metallgitter, Lampen und junge Bäume den kanalisierten Dorfbach.
Einen eindrücklichen Abschluss findet der breite Gassenraum am oberen Ende durch die grosse Schappe- und Cordonnetspinnerei und am unteren Ende durch den Seespiegel.
Die Umgebungen
Den schmalen Uferstreifen zwischen der 1866 angelegten Seestrasse und dem See (> I) belegen kleine Wirtschaften, ein Schiffsteg und eine bescheidene öffentliche Anlage.
Westlich des Dorfbachs überspringt der Uferbereich die Seestrasse und weitet sich zum kleinen Kurpark mit dichtem Baumbestand. Ein Wiesenhang mit unzähligen Obstbäumen, Ställen und verstreuten Höfen bildet den Hintergrund des idyllisch gelegenen Orts am Fuss der Rigi. Der unterste, westliche Teil des Hanges wird von einem dichten Bebauungsteppich belegt (> III), in den übrigen Bereichen ist er durch planlose Bauerei bedroht.
Wir empfehlen
Wir bewerten
**/ Lagequalitäten
**/ Räumliche Qualitäten
**/ Architekturhistorische Qualitäten
Lagequalitäten
Das stattliche Bauern- und Fischerdorf, der Industrie- und Kurort liegt prädestiniert auf einem Bachdelta am Vierwaldstätter See, zu Füssen der Rigi und hat eine markante Seefront. Der Ortsbildhintergrund ist allerdings etwas verbaut.
Räumliche Qualitäten
Die hohen räumlichen Qualitäten von Gersau liegen vor allem im Bereich der alten Hauptstrasse, weil die sich an drei Stellen platzartig weitet. Es besteht ein höchst spannender Kontrast zwischen diesem kleinstädtisch anmutenden Gassenraum und dem offenen, rechtwinklig dazu verlaufenden Bachdorfteil.
Architekturhistorische Qualitäten
Besondere architekturhistorische Qualitäten hat der Ort dank der grossen Zahl bedeutender Einzelbauten mit bäuerlicher, industrieller oder touristischer Nutzung, und wegen dem bemerkenswerten Gemisch von bäuerlichen Holz- und bürgerlichen Steinhäusern. Siedlungstypologisch von Bedeutung ist die räumlich klar ablesbare Überlagerung des alten, parallel zum Seeufer verlaufenden Strassendorfes mit der Industrieachse längs des rechtwinklig in den See mündenden Bachs und der von Wirtshäusern und Hotels geprägten Seefront..
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