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Über die Jahre wurden von Expertengruppen verschiedene Richtlinien und Leitfäden zur Diagnostizierung und Behandlung von ME/CFS erarbeitet. In Folge finden Sie Links zu den wichtigsten davon. Dieses Material ist sowohl für Betroffene als auch für Fachleute interessant und kann z.B. zu Arztbesuchen mitgenommen werden.
Fukuda-Kriterien aus 1994
Im Jahr 1994 veröffentlichte eine von den US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) angeführte Expertengruppe, die "International Chronic Fatigue Syndrome Study Group", einen Artikel im Journal "Annals of Internal Medicine", welcher Richtlinien zur Untersuchung und Diagnostizierung von CFS enthält.
Obwohl ursprünglich für Forschungszwecke vorgesehen, ist diese Definition, nach dem Hauptautor Keiji Fukuda "Fukuda-Kriterien" genannt, bis heute in Forschung und klinischer Praxis vorherrschend.
Es wurden aber seither neuere, spezifischere Diagnosekriterien entwickelt, die vermutlich den Fukuda-Kriterien vorzuziehen wären, da sie besser in der Lage sind, ME/CFS von anderen Erkrankungen abzugrenzen.
Originalversion auf Englisch
Autorisierte deutsche Übersetzung
Kanadische Richtlinien aus 2003
2003 wurde das sog. Kanadische Konsensdokument veröffentlicht, welches Diagnosekriterien und Richtlinien zur Behandlung und zum Management von ME/CFS enthält. Seine Entwicklung geht auf eine Initiative der kanadischen Gesundheitsbehörde Health Canada zurück, die 12 Autoren des Dokuments sind internationale Experten aus Praxis, Forschung und Lehre, welche von Health Canada ausgewählt wurden.
Im Gegensatz zu den Fukuda-Kriterien wurden die Kanadischen Diagnosekriterien speziell für die klinische Anwendung entwickelt, sind aber auch für die Auswahl von Studienteilnehmern geeignet. Sie sind spezifischer (d.h. weniger anfällig für Fehldiagnosen) als die Fukuda-Kriterien.
Die Kanadischen Richtlinien sind wohl die umfassendsten und nach wie vor wichtigsten Richtlinien und es ist jederman, der sich mit ME/CFS befasst oder davon betroffen ist zu empfehlen, sie zu lesen.
Vollständige Ausgabe des Journal of Chronic Fatigue Syndrome, in welchem das Kanadische Konsensdokument publiziert wurde
Autorisierte deutsche Übersetzung der Zusammenfassung des Konsensdokuments
Südaustralischer Leitfaden für Hausärzte aus 2004
Die Regierung des australischen Teilstaats Südaustralien hat 2004 in Zusammenarbeit mit der Universität Adelaide und der Südaustralischen ME/CFS Society einen Leitfaden herausgegeben, der sich speziell an Hausärzte richtet. Er soll in kompakter, klarer Form erklären, was ME/CFS ist, wie man es diagnostiziert und behandelt/managt.
Dank des relativ knappen Umfangs eignet sich dieser Leitfaden sehr gut, um ihn mit Ärzten oder anderen Leuten zu teilen, die man über die Erkrankung informieren möchte.
Originalversion auf Englisch
Autorisierte deutsche Übersetzung
IACFS/ME Primer
Im Sommer 2012 hat die International Association for CFS/ME (IACFS/ME [Link: www.iacfsme.org]) das Handbuch "Chronic Fatigue Syndrome, Myalgic Encephalomyelitis: A Primer for Clinical Practitioners" veröffentlicht. Autoren sind Dr. Fred Friedberg, Dr. Lucinda Bateman, Dr. Alison C. Bested, Dr. Kenneth J. Friedman, Dr. Leonard A. Jason, Dr. Charles W. Lapp, Staci R. Stevens und weitere. Dr. Nancy Klimas und Dr. Eleanor Stein waren an der Entstehung des Handuchs ebenfalls beteiligt.
Der Primer soll Ärzten dabei helfen, ME/CFS korrekt zu diagnostizieren, soweit wie möglich zu verstehen und mit bewährten, verfügbaren, in erster Linie auf die Symptome gerichteten Mitteln nicht-medikamentöser und medikamentöser Art zu behandeln und zu managen.
Das Dokument ist auch für Patienten verständlich.
Der Download ist gratis, die IACFS/ME bittet aber um eine Spende von 15$. Wer sich das nicht leisten kann, sollte sich aber deswegen nicht schlecht fühlen und den Primer trotzdem herunterladen (ausserdem sind auch kleinere Spenden als 15$ möglich und willkommen).
Download (Englisch)
Download (Französisch)