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Das tut gut: Am 1. Juli 2015 gibts eine Sekunde länger Schlaf
Jetzt schlägts Dreizehn: Die Erde dreht sich zur Zeit etwas zu langsam für unsere supergenauen Atomuhren. Deshalb wird am 1. Juli 2015 eine zusätzliche Sekunde eingefügt, damit Erde, Gestirne und unsere Uhren wieder absolut im Einklang sind. Diese eine Minute wird also 61 Sekunden haben und in der Schweiz am Mittwochmorgen den 1. Juli nach 01:59:59 Uhr eingefügt. Es wird dann eigentlich die Uhrzeit 01:59:60 geben und erst eine Sekunde danach zwei Uhr schlagen. Vielleicht erleben wir das Einfügen einer Schaltsekunde zum letzten Mal; Nicht weil die Erde untergeht, sondern weil im November darüber entschieden wird, ob die Schaltsekunden abgeschafft werden:
Jetzt schlägts Dreizehn: Eine Minute hat 61 Sekunden, richtig?
Eine Minute dauert 60 Sekunden. Aber in der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli wird es ausnahmsweise eine Minute mit 61 Sekunden geben: Dann wird eine Schaltsekunde in die weltweite Referenzzeit eingeschoben. Diese Referenzzeit, die für alle Zeitzonen den Takt angibt, ist die koordinierte Weltzeit (Universal Time Coordinated, UTC). Sie wird vom Internationalen Büro für Mass und Gewicht in Paris aus den Daten von rund 350 Atomuhren von 60 Referenzlaboratorien für die Zeitmessung aus der ganzen Welt ermittelt. Auch fünf Atomuhren des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (METAS) liefern einen Beitrag zur koordinierten Weltzeit.
Die Erde eiert ein bisschen
Die Schaltsekunde wird eingefügt, weil die Erde sich zurzeit etwas zu langsam dreht. Während Jahrhunderten war die Zeitmessung astronomisch bestimmt. Sie war an die Drehung der Erde um ihre eigene Achse (Tag) und den Umlauf der Erde um die Sonne (Jahr) gebunden: Die Länge eines mittleren Sonnentages wurde per Definition auf 86'400 Sekunden festgelegt. Die Drehgeschwindigkeit der Erde ist jedoch nicht konstant, sondern schwankt etwas. Das METAS vermutet wegen Naturphänomenen, wie Wind- und Meeresströmungen, Vulkanausbrüchen oder Erdbeben. Auf jeden Fall kann sich die Dauer der Sekunde geringfügig ändern.
Seit einigen Jahrzehnten verfügen wir über Atomuhren, mit denen die Sekunde um ein Vielfaches präziser und stabiler bestimmt werden kann als mittels der Erdrotation. 1967 hat man deshalb die Einheit der Zeit, die Sekunde, mithilfe eines atomaren Vorgangs neu definiert. Das ist besonders wichtig für technische und wissenschaftliche Anwendungen, die auf ein beständiges Zeitmass angewiesen sind.
Atomzeit und Astronomische Zeit können auf die Dauer voneinander abweichen. Damit diese Abweichung nicht zu gross wird, werden seit 1972 Schaltsekunden eingefügt. Schaltsekunden können an einem 31. Dezember oder einem 30. Juni eingefügt werden, die letzte kam am 30. Juni 2012 hinzu.
Umstrittene Schaltsekunde wird vielleicht im November 2015 abgeschafft
Schaltsekunden sind Ereignisse, die in unregelmässigen Abständen auftreten. Nicht alle sind über diese unregelmässig eingefügten Extrasekunden erfreut. Eine solche nicht voraussagbare Zeitumstellung kann zu Synchronisationsproblemen für Computersysteme und Internetanwendungen führen. Deshalb wird die Abschaffung der Schaltsekunden seit längerem diskutiert. Voraussichtlich im November 2015 wird das zuständige Gremium der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) in Genf über die Zukunft der Schaltsekunden entscheiden.