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Wie ist es um die Toleranz bestellt? Toleranz ist die Achtung und Duldung gegenüber anderen Auffassungen, Meinungen und Einstellungen.
Naaman, der syrische General, wurde durch den Gott Israels geheilt. Nun musste er in sein Land und zu seinem Herrn zurück. Er wollte ein wenig «israelische» Erde zurück in seine Heimat nehmen, um zu zeigen, dass er nun an den Gott Israels glaubte, und um darauf anzubeten. Dann bat er noch um einen Kompromiss. Da sich der König auf Naaman stützen würde, wenn er im Tempel zu seinem Gott betete, war der General gezwungen mitzugehen. Deshalb bat er, dass der Herr ihm das verzeihen möge. Elisa ging darauf ein: «Geh hin in Frieden!» (2Kö 5,19).
Die Jünger Jesu begegneten einem Mann, der auch im Namen Jesu wirkte. Sie stellten sich gegen ihn mit dem Argument: Weil er «uns nicht folgt». Der Herr gab ihnen daraufhin Antwort. Anders ausgedrückt: «Er muss nicht euch folgen, er muss mir folgen!»
Doch an anderer Stelle sagt der Herr: «Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut» (Mt 12,30). Was bedeutet das nun im Zusammenhang? Ist es etwa ein Widerspruch? Keinesfalls!
Es geht allein um den Herrn. Wer im Fundamentalen für ihn ist, auch wenn er aus einer anderen Gemeinschaft kommt, eine etwas andere Doktrin vertritt und in Auslegungsfragen nicht in allem mit uns übereinstimmt, jedoch den Herrn im Zentrum hat, dann sollen wir ihn «stehen lassen».
Ist jedoch jemand gegen den Herrn, seinen alleinigen Anspruch und gegen die Richtlinien seines Wortes, dann dürfen wir keine Toleranz gelten lassen.
Es geht nicht darum, dass jemand genauso denkt und handelt wie wir, sondern dass wir alle den Herrn vor Augen haben und für ihn sind, trotz geringfügiger Unterschiede.