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Fünf Oscars hat der Film «The Apartment» heute vor 59 Jahren bekommen. Allein drei davon durfte Billy Wilder entgegen nehmen. Er war zweifellos eine Ausnahmeerscheinung im Filmbusiness. Auf die Frage, welche Regeln es beim Film zu beachten gäbe, antwortete er: «Es gibt drei Regeln beim Filmemachen: Du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen, du sollst nicht langweilen.» So einfach ist es also.
Allerdings hing in Wilders Büro auch ein Schild, auf dem stand: «How would Lubitsch have done it?» (Wie hätte es Lubitsch gemacht?) Ernst Lubitsch war Wilders grosses Vorbild. Wie kann man einzelne Szenen oder ganze Geschichten neu erzählen; das war die Leitfrage, die er von Lubitsch übernommen hatte. Dasselbe anders und neu auf die Leinwand bringen – darum geht’s. Dann langweilt man auch nicht.
Ein wie mir scheint schönes Beispiel gibt dafür der Schluss von «The Apartment». Sie realisiert, dass der kleine Wurm, der stets das Appartement zur Verfügung stellte, eigentlich der ist, der sie liebt und den sie liebt. Und so rennt sie eine Strasse hinunter in das Appartement des kleinen Nobodys. Nun würde man erwarten, dass die beiden sich in die Arme fallen, sich küssen – Schlussbild, Abspann, Fertig. Nicht so bei Wilder. Die Dame kommt herein, fragt nach den Karten, denn das Spiel muss ja noch zu Ende gespielt werden. Und auf seine Liebeserklärung hin hält sie ihm nur die Karten entgegen und sagt: «Shut up and deal.» (Halt den Mund und gib.) Ein Happy End! Aber wunderbar anders erzählt. Und darum so bemerkenswert.
Nicht anders ist es im Leben. Wo einzelne Tage oder ganze Lebensabschnitte anders gestaltet werden, da werden sie bemerkenswert, da bleiben sie haften.