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Die Prohibition dauerte vom 17. Januar 1921 bis 7. Dezember 1933.
Bei der Ausrufung der Prohibition am 17. Januar 1921 waren in Kalifornien 713 Wineries in Produktion. Es sollte bis 1986 dauern, bis diese Anzahl an produzierenden Weingütern wieder erreicht werden konnte. Rückblickend war dieser als Volstead Act bezeichnete 18. Zusatzartikel ein Schuss der völlig nach hinten losging.
Die illegale Produktion von Alkohol aller Art breitete sich rasant aus und die Regierung hatte schlichtweg nicht die Mittel und auch nicht den Willen, jede Grenze, jeden Fluss oder See zu überwachen, um die Transporte aufzuhalten. Allein in New York soll es während dieser Zeit weit über 30'000 Flüsterkneipen gegeben haben. Die sogenannten Speakeasys waren in Kellern oder in einem Raum, der nur durch eine getarnte Türe betreten werden konnte, installiert.
Während der Zeit der Prohibition war das Produzieren, der Transport und der Handel mit alkoholischen Getränken mit mehr als 0,5 % Vol. Alkohol verboten. Dies stellte die Weinwirtschaft vor unlösbare Probleme. Die wenigen Ausnahmen bestanden in Form der Produktion von Messwein für die Kirche und Alkoholika für medizinische Zwecke.
Viele der kalifornischen Weingüter rissen ihre Reben aus und pflanzten erfolgreich Pflaumen, Aprikosen und Kirschen an oder verwendeten das frei gewordene Land als Viehweide.
Landesweit wurde aber nach Auswegen und Möglichkeiten gesucht, doch noch zu etwas Wein oder Spirituosen zu kommen. Da das Gesetz jedem Haushalt erlaubte, 200 Gallonen, also etwa 750 Liter, Fruchtsaft zu produzieren, hat man den sogenannten „Wine Brick“ erfunden. Dieser bestand aus eingedicktem Traubensaft von ertragreichen Traubensorten, die für den Qualitätsanbau von Wein nicht unbedingt geeignet waren. Zu Hause musste dieser nur mit Wasser verdünnt werden und schon hatte man Traubensaft für die ganze Familie!
Auf jeder dieser Wine Brick Schachtel stand unmissverständlich, dass es zu vermeiden sei, Zucker oder Hefe dem angerührten Traubensaft beizugeben und diesen ja nicht länger als 20 Tage herumstehen zu lassen, because „might ferment and turn into wine“! Also nichts anderes als ein Rezept, um zu Hause eine Art Wein herzustellen, getarnt als Warnung was passieren könnte…!
Auch wurden dickschalige Trauben produziert und diese weit über die Grenzen Kaliforniens verkauft. 1928 verliessen über 27'000 Eisenbahnwagons voll mit Trauben Kalifornien, und das allein Richtung New York! Vor allem die Traubensorten Zinfandel und Alicante Bouschet eigneten sich bestens für diese langen Transportwege.
Der Preis für eine Tonne Trauben kletterte in der Zeit der Prohibition von 30 $ auf 375 $!
Einige wenige grosse Weingüter hatten den Zugang zu diesen Märkten. Der grosse Rest der Winzer jedoch verarmte, gab sein Weingut auf oder pflanzte Früchte und Gemüse.
Jedenfalls überlebten keine 50 kalifornische Weingüter die fast 13 Jahre dauernde Prohibitionszeit, in der es mehr Alkoholtote denn je gab. Es gibt aber auch ein paar lustige Geschichten wie trotz des Verbots Wein gekeltert wurde und unter den herrlichsten Tarnnamen angeboten wurde.
Das organisierte Verbrechen florierte und legendäre Persönlichkeiten wie Al Capone, Bugsi Siegel, Meyer Lansky, Charles «Lucky» Luciano, Frank Costello und noch viele anderen strichen dabei unheimliche Gewinne ein. Grosse Teile der Bevölkerung begrüsste das Tun dieser umtriebigen Gangster Organisationen und das FBI und die Polizei wurde in Atem gehalten.