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Der Hörsturz ist eine plötzlich eintretende, meistens einseitige Innenohrschwerhörigkeit, die mit einem Ohrgeräusch einhergehen kann. Typisch ist ein Gefühl „wie Watte im Ohr“ bzw. Druck im Ohr.
Der Hörsturz kann Symptom einer anderen Grunderkrankung (symptomatischer Hörsturz) oder unbekannter Ursache (idiopathischer Hörsturz) sein. Mögliche Ursachen sind Durchblutungsstörungen, Virusinfektionen, Borrelieninfektionen, immunpathologische Prozesse durch Autoantikörper oder spezifische sensibilisierte Lymphozyten, Stoffwechselstörungen (wie z. B. Hyperlipidämie, Hyperurikämie, Diabetes mellitus), Innenohrembolie (z. B. bei Herzklappenerkrankung, Vorhofflimmern), Einblutungen bei Therapie mit Antikoagulanzien, HWS-Gefügestörungen am kraniozervikalen Übergang, Ruptur des runden Fensters durch Innenohrdruckerhöhung mit Austritt von Perilymphe ins Mittelohr.
Ein Hörsturz sollte innerhalb weniger Tage durch den Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohrenarzt behandelt werden. Wird eine Grunderkrankung als Ursache erkannt, ist diese zu behandeln. Eingesetzt werden Cortison, durchblutungsfördernde Medikamente und Blockaden des Ganglion stellatum ebenfalls zur Durchblutungsförderung. Bei Borreliose werden Antibiotika gegeben (Tetrazykline, Makrolide, Cephalosporine der 3. Generation). Bei Herpes zoster und Herpes-simplex-Infektionen werden Virustatika eingesetzt. Die Halswirbelsäule ist gegebenenfalls zu behandeln. Nikotin ist zu vermeiden. Eine hyperbare Sauerstofftherapie zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung kann hilfreich sein. Bei der seltenen Ruptur des runden Fensters besteht die Indikation zur Operation (Abdecken des runden Fensters).
Durch frühen Behandlungsbeginn und durch Spontanremissionen beträgt die Heilung in der ersten Woche 90%. Rezidive sind bei fortbestehenden Risikofaktoren oder bei einer Perilymphfistel möglich.
Negativer Stress und Burnout sind mögliche psychische Ursachen für einen Hörsturz. Wird dies erkannt, sollte eine Psychotherapie eingeleitet werden. Ebenso ist eine Psychotherapie bei mittel- oder schwergradiger Belastung durch den Tinnitus indiziert.