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Hohlglaswaren, Fensterglas und geblasene Spiegel fabriziert, gegossene in Aachen und Manheim. In Belgien mit 66 Glasfabriken
ist die Fabrikation von weißen Waren und Spiegeln sehr bedeutend geworden und kommt eben von daher der böhmischen Fabrikation
die meiste Konkurrenz. Frankreich hat 175, Italien 70 Glasfabriken, Großbritannien dagegen 232. - Einfuhrzoll: s.
Tarif im Anh. Nr. 10.
unter diesem Namen hat man jetzt ein außerordentlich lockeres und leichtes, im Äußeren der gereinigten
Baumwolle ähnliches Material, das aus äußerst feinen Glasfäden besteht und zum Filtrieren von starken Säuren, Laugen,
Silberbädern etc. benutzt wird. Man hat die in verschiednen Feinheitsnummern von Nr. 0 bis
Nr. 3 im Preise von 150-160 Mk. pro kg.
Die Gewinnung der G. besteht darin, daß man von einem fortwährend im Glühen erhaltenen Glasstabe das dünn ausgezogene
Ende desselben auf die Peripherie eines sich schnell umdrehenden großen Rades wirft; das rotierende Rad zieht dann den Glasfaden
von den glühenden Glasstück immer nach sich. Beim Abnehmen der Fäden von dem Rade rollen diese sich
lockenartig zusammen. - Zoll: gem. Tarif im Anh. Nr. 10 e,
bezw. für farbige G. Nr. 10 f.
(schwefelsaures Natron, schwefelsaures
Natrium, Natriumsulfat, Natrum sulphuricum), hat seinen populären
Namen von dem Arzt und Alchymisten Glauber, der es 1658 als ein eigentümliches
Salz erkannte und als
Glauber'sches Wundersalz
(Sal mirabile Glauberi) einführte. Der Stoff kommt in zweierlei Zuständen vor, als kristallisiertes
Salz, die gewöhnliche käufliche Form oder das eigentliche in großen farblosen, schief rhombischen, längsgestreiften
Säulen, und als wasserfreies. Im ersteren Falle hat das
Salz in 100 Teilen 19,36 Natron, 24,81
Schwefelsäure
und 55,83 Kristallisationswasser, im zweiten besteht es aus 43,82 Natron und 56,18 Säure.
Beim Liegen an trockner warmer Luft verwittert das
Salz, indem durch allmähliches Verdunsten des Wassers die Kristalle sich
mit einer weißen Schicht bedecken und endlich die ganze Masse sich in pulverförmiges nahezu wasserfreies
Salz verwandelt. In der Hitze schmilzt das
Salz anfänglich in seinem eignen Wasser, bis dieses verjagt ist und das nämliche
wasserfreie
Salz zurückbleibt. Umgekehrt schießt letzteres, wenn es in heißem Wasser gelöst und der Kristallisation überlassen
wird, wieder als wasserhaltiges
Salz an. Das schwefelsaure Natron ist ein nicht selten vorkommendes Naturprodukt,
das sich zum Teil fortdauernd neu bildet. Es findet sich aufgelöst im Meerwasser, in den Salzsolen und verschiednen andern
Mineralquellen (Karlsbad, Friedrichshall, Püllna etc.), als Ausblühung am Erdboden namentlich
in Steppen in der Nähe von Seen, in Rußland, Ungarn etc. wie auf manchem thonigen Gestein,
Gips, Mergel.
Fertig gebildet als festes Mineral in Begleitung von
Gips,
Thon, Steinsalz wird das
Salz ebenfalls nicht selten angetroffen,
z. B. in der
Baseler Gegend nesterweis im
Gips, in Oberösterreich als Adern in Salzstöcken, in riesenhaften Lagern in mehreren
Gegenden Spaniens mit
Gips und
Thon. Die Mutterlaugen,
die bei der Salzbereitung aus Meerwasser und Quellsoole
abfallen, sind häufig auf G. benutzt worden. Der Pfannenstein der Salzsiedereien besteht hauptsächlich aus G. und
Gips.
Bei der Bereitung von
Jod und
Brom aus Meerpflanzenasche fällt ebenfalls G. ab. Größere Mengen des
Salzes werden erzeugt
bei verschiednen chemisch-technischen Fabrikationen, namentlich bei Darstellung vonSalpetersäure aus
Chilisalpeter (salpetersaurem Natron). Der hierbei erhaltene Rückstand enthält jedoch stets mehr
Schwefelsäure als das G., da
man einen Überschuß der letzteren anwendet; dieser Rückstand ist gewöhnlich anderthalb schwefelsaures Natron, zuweilen
auch doppelschwefelsaures Natron (Natriumbisulfat) und wird unter dem Namen
Weinstein Surrogat von den Färbern als Beize
benutzt. -
Die größten Mengen von G. werden dagegen jetzt bei der Fabrikation von
Soda aus
Kochsalz, bei welcher
dieses letztere zunächst in G. verwandelt werden muß, gewonnen. Das einfache Verfahren hierbei ist, daß
Kochsalz in einem
geschlossenen Ofen mit der angemessenen Menge
Schwefelsäure zusammengebracht und erhitzt wird, wobei G. und
Salzsäure gebildet
werden, welche letztere dampfförmig entweicht und in Wasser aufgefangen wird. Man treibt die Erhitzung der Ofenbeschickung
allmählich bis zur Rotglut, wodurch alle Säure verjagt und wasserfreies G., aber in Form compacter harter weißer Massen,
erhalten wird.
Diese Ware heißt in Fabrik und Handel Sulphat, ein Name der eigentlich jedem schwefelsauren
Salz zukommt;
das G. speziell ist Natronsulphat. Aus diesem Sulphat läßt sich durch Auflösen in heißem Wasser und Kristallisieren leicht
das gewöhnliche G. herstellen. Für manche Zwecke braucht man es aber wie es ist, ohne Wassergehalt, namentlich zur Glasbereitung,
für welchen Zweck es massenhaft, wenn auch nur für ordinäreGläser gebraucht wird. Da in die Glasmasse
nur das Natron, nicht die
Schwefelsäure eingehen kann, so muß letztere bei der Schmelzung des Glassatzes verflüchtigt werden.
Man unterstützt dies durch Zusatz von etwas Kohle, mit welcher sich die
Schwefelsäure zersetzt und ihr einen Teil ihres
Sauerstoffs abtritt. Es entstehen somit zwei Gase, Kohlensäure und
schweflige Säure. Auf einzelnen Glashütten
wird die letztere nicht in die Luft entlassen, sondern wieder zur Bereitung von
Schwefelsäure (s. d.) benutzt. Das G. dient
außerdem in der Chemie, technisch bei Bereitung des
Ultramarins, als Bestandteil von Kältemischungen etc., medizinisch bekanntlich
als Abführmittel. Es muß dazu, soweit es nicht für
Tiere bestimmt ist, durch mehrmaliges Umkristallisieren
gereinigt und von fremden Stoffen wie Metallsalzen,
Gips,
Bittersalz,
Kochsalz befreit sein. Wird die Kristallisation einer
Glaubersalzlösung durch Umrühren gestört, so fällt es in kleinen nadelförmigen Kristallen zu
Boden. - Zollfrei.
(frz. verre de Muscovic mica, engl. glist); ein
vielverbreitetes Mineral, da es einen wesentlichen Gemengteil mehrer Felsarten, namentlich des
Granit,
Gneiß, Glimmerschiefer ausmacht, in welchen es jedoch nur in kleinen
¶
mehr
Schüppchen vorhanden ist. Die Fälle, in welchen derselbe auf Gängen im Granit für sich in Blättern und Platten kristallisiert
vorkommt und einen gebrauchfähigen Stoff bildet, sind weniger häufig. Das Mineral ist ein Doppelsilicat von Kieselsäure,
Alkalien und Thonerde, enthält aber häufig noch einen oder mehrere andre Stoffe, welche je nach den Varietäten
Manganoxyd, Talkerde, Eisen, Kalk etc. sein können. Im allgemeinen unterscheidet man Kali-, Natron-, Talkerde- und Lithionglimmer;
alles Folgende gilt nur von dem Kaliglimmer, auch Muscovit genannt.
Begreiflich hat die An- oder Abwesenheit und das verschiedne Mengenverhältniß einzelner Bestandteile einen entscheidenden
Einfluß auf die Färbung des Minerals, die denn auch sehr mannigfaltig ist, silberweiß, goldgelb, grau,
violett, braun bis schwarz, in selteneren Fällen rosen-, pfirsich-, blut- oder purpurrot. Sein Ansehen ist meist perlmutterartig
oder metallisch glänzend und man mag ihm früher oft einen edlern Gehalt zugetraut haben, wie die Namen Katzengold für
die goldgelben, Katzensilber für die silberweißen Varietäten vermuten lassen.
Die besondre Eigentümlichkeit des tafelförmigen G. ist seine fast unbegrenzte Spaltbarkeit in immer dünnere Blätter und
Blättchen. Weißlicher und sonst hellfarbiger G. ist in dünnen Spaltblättern fast farblos, wenigstens so transparent,
daß er das Glas vertreten kann, gegen welches er noch den Vorteil hat, biegsam und elastischer zu sein.
Da Glimmertafeln in Rußland (Sibirien) bis zu bedeutender Größe gefunden werden, so benutzte man früher den Stoff häufig
zur Verglasung von Fenstern und Laternen und nannte ihn Moskauer Glas. Es ist dasselbe etwas teurer als gewöhnliches.
Der G. darf nicht mit dem Frauenglas (s. d.) verwechselt werden; er ist ein
besseres Material wie jenes, welches zerbrechlicher ist, auch durch Luft und Nässe leidet, die dem G. nichts anhaben, der
außerdem auch ziemlich hohe Hitzegrade aushält. Der G. ist vermöge seiner Eigenschaften vielseitiger Anwendung fähig
und man wendet ihm auch in neurer Zeit wieder mehr Aufmerksamkeit zu. In England benutzt man ihn für
die Fenster von Maschinenwerkstätten, weil Glasscheiben zu häufig von Metallstückchen, die beim Meißeln abfliegen, zertrümmert
wurden.
Man bezieht ihn dort aus Ostindien, wo er wie in China vielfach für allerlei Galanteriesachen benutzt wird. Das indische
Produkt ist sehr rein und wird jetzt auch bei uns verwendet. Auf Kriegsschiffen kommen Glimmerfenster
in Gebrauch, da die Erschütterungen durch die Artillerie die Glasscheiben zu leicht schädigen. Häufig benutzt man solche
Tafeln zum Einsetzen in die Thüren oder Wände von Schmelz- und andern Öfen, um eine bequemere Einsicht zu haben. Außerdem
fertigt man jetzt daraus Rauchfänge über Gasflammen, Lampenschirme und unzerspringbare Cylinder, Taschenlaternen
etc. Die jüngste Verwendung ist die zu Schutzbrillen für allerlei Arbeiter in Eisen, Stein, Glas, vor starkem Feuer etc.
gegen das Einfliegen von Splittern ins Auge und gegen strahlende Hitze, für Eisenbahner u.
dgl. Diese Brillen, die sehr wohlfeil zu haben sind, werden
in Breslau von Max
Raphael fabriziert, von welchem auch in jeder Quantität zu beziehen ist.
Der Artikel scheint in der Arbeiterwelt mit großem Beifall aufgenommen zu werden. Die Anwendung des in Schüppchenform zur
Verzierung von Galanterie- und Spielsachen ist zwar nicht neu, wird aber in jüngster Zeit in neue und größere Aufnahme
zu bringen gesucht. Es haben sich Fabriken aufgethan, welche G. zu diesem Zwecke präparieren und unter
dem Namen Glimmerbrokate in den Handel bringen, dieselbe kommt auch gefärbt vor (mit Anilinfarben). Diese Pulver, auf einen
klebrigen Grund gerieben oder gepudert, allenfalls mit einem Lack überzogen, geben sehr hübsche Effekte und passen für
allerhand Galanterieartikel, Buntpapiere, Siegellack etc. ebenso gut wie die metallenen Brokate, vor denen
sie noch den Vorzug haben nicht so leicht unscheinbar zu werden, namentlich von schwefligen Dünsten nicht angreifbar zu
sein. - G. ist zollfrei. Glimmerwaren werden gem. Tarif im Anh. Nr. 33 d 1 bezw.
Nr. 33 d 2 verzollt; Schutzbrillen gem.
Nr. 20
c 2.