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Wawrinka startete bei geschlossenem Dach im nach wie vor regnerischen London stark in die Partie und beeindruckte mit sehr druckvollen Grundlinienschlägen. Der Bruch kam im zweiten Satz, als er Del Potro das Break zum 1:3 geradezu schenkte, wie Wawrinka selber feststellte. Er erlaubte es damit dem Argentinier, der sein erstes Grand-Slam-Turnier seit über zwei Jahren bestreitet, besser ins Spiel zu finden. Del Potro agierte mit immer grösserem Selbstvertrauen, während Wawrinka kein Mittel mehr fand, um regelmässig zu punkten.
Eine Vorentscheidung fiel im Tiebreak des dritten Satzes. Vom 2:2 bis zum 2:7 gewann der Schweizer keinen Punkt mehr. Ab Mitte des dritten Durchgangs blieb Wawrinka bei Aufschlag des Argentiniers chancenlos. So war der Aufschlagverlust zum 3:5 im vierten Satz mehr als eine Vorentscheidung. Nach knapp zweidreiviertel Stunden besiegelte ein Rückhand-Fehler Wawrinkas die 6:3, 3:6, 6:7, 3:6-Niederlage und das Zweitrunden-Aus.
Der 31-jährige Lausanner suchte nicht nach Ausreden. “Ich bin natürlich nicht zufrieden”, sagte er. “Nach einem guten Beginn habe ich angefangen, zu viel nachzudenken und zu zögern.” Er sei in einer Art Zwischending hängen geblieben. “Ich war nicht aggressiv genug, wenn ich angreifen wollte und nicht klar genug über meine Ideen, wenn ich den Ball im Spiel halten wollte.” Zudem habe er sich auf Rasen noch nicht richtig wohl gefühlt, nachdem er in seinem einzigen Vorbereitungsturnier im Londoner Queen’s Club nur eine Partie bestritten hatte. “Auf Rasen ist es fatal, wenn man zu viel nachdenkt.”
In den letzten beiden Jahren hatte der Schweizer jeweils im Viertelfinal verloren, 2015 gegen Roger Federer, 2015 gegen Richard Gasquet.
(SDA)