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Den Auftakt der Preisverleihungen macht ab 13.00 Uhr der Friedensnobelpreis: Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed nimmt die Auszeichnung im Rahmen einer Zeremonie in Oslo entgegen. Das norwegische Nobelkomitee zeichnet ihn für seinen Einsatz für Frieden und internationale Zusammenarbeit und vor allem für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit dem äthiopischen Nachbarland Eritrea aus.
Am Nachmittag ab 16.30 Uhr werden in Stockholm dann die 14 Preisträger in den weiteren Kategorien geehrt. Bei der Verleihung im Stockholmer Konzerthaus und dem anschliessenden pompösen Bankett im Rathaus der schwedischen Hauptstadt dürfte es diesmal deutlich voller werden als in den Vorjahren: In allen wissenschaftlichen Kategorien hatten die Komitees die Maximalzahl von drei Preisträgern ausgewählt.
Zudem gibt es in der Polin Olga Tokarczuk und dem Österreicher Peter Handke diesmal zwei Literaturnobelpreisträger, weil die Schwedische Akademie neben der Vergabe des Preises für das laufende Jahr auch die Auszeichnung für ihr Skandaljahr 2018 nachholt.
Schweizer Exoplaneten-Entdecker
Die Genfer Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz erhalten den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des ersten Exoplaneten im Jahr 1995. Sie konnten mit "51 Pegasi b" den ersten Planeten nachweisen, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist. Sie teilen sich den Physik-Nobelpreis mit James Peebles, der für seine theoretischen Entdeckungen in der physikalischen Kosmologie ausgezeichnet wird.
In seinem Nobelpreis-Vortrag am Sonntag an der Universität Stockholm zeigte Michel Mayor die lange Geschichte der Überlegungen auf, dass eine Vielzahl von Welten existiert. Was in der Antike als philosophisches Gedankenspiel begann, sei heute Realität in der Astrophysik. Nach der Entdeckung des ersten Exoplaneten konnten Forschende mehrere Tausend Exoplaneten bei anderen Sternen nachweisen.
Gefolgt wurde Mayors Vortrag von Queloz, der zum Auftakt seine Freude ausdrückte, diesen speziellen Moment mit seiner Familie und seinen Kollegen im Publikum zu teilen. Er dankte insbesondere auch den Ingenieuren, Technikern und Mitarbeitenden der Genfer Sternwarte und des Observatoire de Haute-Provence, ohne deren Beiträge die Entdeckung des Exoplaneten nicht möglich gewesen wäre und er keinen Nobelpreis erhalten hätte.
Bundesrat Parmelin ebenfalls in Stockholm
Bei der Preisverleihung und dem anschliessenden Bankett wird auch Bundesrat Guy Parmelin anwesend sein, wie das Eidgenössische Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) bekanntgab. Er sei von Michel Mayor und der Universität Genf eingeladen worden, die damit unterstreichen wollten, wie wichtig die öffentliche Finanzierung durch Bund und Kantone für die wissenschaftliche Grundlagenforschung in der Schweiz sei.
Mehr als 1500 Gäste werden zur Preisverleihung im Konzerthaus der schwedischen Hauptstadt erwartet. Dabei erhalten die Geehrten neben der prestigeträchtigen Nobelmedaille auch ein Diplom. Verbunden ist die Auszeichnung ausserdem mit einem Preisgeld pro Kategorie in Höhe von neun Millionen schwedischen Kronen (rund 931'000 Franken). Die Preisverleihung findet traditionell am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel statt.
Ebenfalls in Stockholm geehrt werden Gregg Semenza, William Kaelin und Peter Ratcliffe in der Kategorie Physiologie und Medizin, John Goodenough, Stanley Whittingham und Akira Yoshino in Chemie. Der Wirtschaftsnobelpreis, der nicht zu den traditionellen, auf Alfred Nobel zurückgehenden Preisen zählt, geht an Esther Duflo, ihren Ehemann Abhijit Banerjee sowie Michael Kremer.