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Die Ansicht zeigt das neu errichtete Polytechnikum aus einer ungewohnten Perspektive. Der Zeichner und Aquatintastecher Heinrich Siegfried (31.12.1814-22.7.1889) stammte aus Wipkingen-Zürich. Nach einer Lehre beim Verlag Dickenmann widmete er sich dem Zeichnen nach der Natur und unternahm dafür ausgedehnte Wanderungen. Später verlegte er sich auf die Kupferstecherei und fertigte zahlreiche Platten in Aquatinta an, meist Ansichten aus verschiedenen Teilen der Schweiz. 1860 und 1875 stach er zwei grosse Platten “Zürich von der Weid aus”, die im Verlag H. Appenzeller gedruckt wurden. (Quelle: Schweizerisches Künstler-Lexikon, 3. Band, Frauenfeld 1913, S.153.) Die vorliegende Ansicht dürfte aus derselben Zeit stammen.
Ansicht von Zürich von der Eidgenössischen Sternwarte aus gesehen .
Der Stich zeigt im Vordergrund prominent das Gebäude des Polytechnikums. Es wurde 1859-64 nach Plänen von Gottfried Semper durch den Zürcher Kantonsbaumeister Johann Caspar Wolff erbaut. Aufgenommen wurde die Zeichnung von der Eidgenössischen Sternwarte aus, ebenfalls einem Semper-Bau, der 1864 eröffnet worden war. Die ungewohnte Perspektive aus Osten verdeutlicht, dass das Polytechnikum praktisch im Grünen erbaut wurde. Dem Haupttrakt vorgelagert ist das Chemiegebäude. Noch fehlt das Kollegiengebäude der Universität auf dem Bild, das erst 1914 errichtet wurde. Zuvor war die Universität noch im Südflügel des Polytechnikums untergebracht. Der gesamte Ostflügel wurde dann beim Umbau durch Gustav Gull (1915-1924) komplett umgestaltet: das Chemiegebäude wurde entfernt, die heute markante Kuppel und das Auditorium Maximum mit dem neuen Eingangsbereich wurden geschaffen. Zudem wurden zwei Seitenflügel in Richtung Rämistrasse gebaut.
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Die “Vue générale de Zurich prise de l’Observatoire” ist Bestandteil der Ansichtensammlung des Bildarchivs der ETH-Bibliothek. Sie ist – wie zahlreiche weitere Ansichten des ETH-Hauptgebäudes auch – in digitaler Form über Bildarchiv online öffentlich zugänglich.
Die abgebildete kolorierte Version ist unter der Signatur Ans_03501 zu finden. Eine andere, unkolorierte, Version des Stichs ist unter der Signatur Ans_02748 zu finden.