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„Whatever can go wrong, will go wrong«, behauptete der amerikanische Ingenieur Edward A. Murphy. Seine Aussage über menschliches Versagen und Fehler in komplexen Systemen erlangte als »Murphys Law« weltweit Kultstatus. Doch Murphys Law gründet auf der selektiven Wahrnehmung des Menschen: Man memoriert, wenn man vor der Kasse in der falschen Schlange steht, vergisst aber, dass man in den vorangegangen Monaten stets Glück hatte.
»Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont«, sagte Konrad Adenauer, der erste Kanzler der neuen Bundesrepublik Deutschland. Etwas später wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet, das geteilte Berlin musste über eine Luftbrücke mit Kohle und Nahrungsmitteln versorgt werden. Die »Rosinenbomber« flogen in 15 Monaten über eine Viertelmillion Einsätze.
Vergebens wartete Herta Heuwer in ihrer Berliner Imbissbude auf eine Lieferung Ketchup und erfand in ihrer Not die Currywurst. Schuhfabrikant Adolf Dassler hatte als langjähriges NSDAP Mitglied Panzerabwehrwaffen hergestellt, nach dem Krieg produzierte »Adi« Dassler Schuhe und gründete »Adidas«. Werner Otto legte im zerbombten Hamburg den Grundstein für ein Versandhaus, das heute 80 Prozent des 2,27 Milliarden Umsatzes über das Internet erzielt: Der Otto-Versand.
In China proklamierte Mao Zedong nach dem Sieg seiner Volksbefreiungsarmee die Volksrepublik China und errichtete einen kommunistischen Staat. »Was ist so ungewöhnlich am Kaiser der Qin-Dynastie? Er hat nur 460 Gelehrte lebendig begraben, wir dagegen 46.000.« Unter Maos Diktatur starben (je nach Quelle) 44 bis 72 Millionen Menschen. Deng Xiaoping, der spätere Reformpolitiker, sagte 30 Jahre später: »Maos Hirn ist damals heißgelaufen. Unsere Köpfe aber auch. Keiner hat ihm widersprochen, auch ich nicht«. Das gilt auch für die Jugendlichen, die in den 70er Jahren die rote Mao-Bibel des Massenmörders in der Hosentasche mitführten.
Im Nahen Osten endete der erste Arabisch-Israelische Krieg. Im Vorjahr, unmittelbar nach der Gründung des Staates Israel, hatte eine Alianz aus Ägypten, Syrien, Libanon, Irak und Jordanien den neuen Staat angegriffen. Diese lehnten den UN Teilungsplan für Palästina ab und bestritten das Existenzrecht Israels. Trotz Milliardenzahlungen leben heute immer noch viele Palästinenser in Flüchtlingslagern. Gemäss dem Internationalen Währungsfond (IWF) veruntreute der 2004 verstorbene Palästinenserchef Jassir Arafat in den Jahren 1995 bis 2000 über 900 Mio. Dollar an internationalen Hilfsgeldern. Bei seinem Tod hatte er gemäss Forbes ein Privatvermögen von 300 Mio. Suha, Arafats Witwe, erhält heute noch monatlich 100.000 Dollar auf die Insel Malta überwiesen.
1949 schrieb das 1902 gegründete populärwissenschaftliche Magazin für Wissenschaft und Technologie (Popular Mechanics): »Computer der Zukunft werden nicht mehr als 1.5 Tonnen wiegen«.
Nicht voraussehbar war auch die Karriere von John Lee Hooker. Ueberraschend erreichte er mit seinem »Boogie Chillen« Platz Eins der Rhythm & Blues-Hitparade und verkaufte sensationelle eine Million Singles.
»I heard papa tell mama, let that boy boogie-woogie,
It’s in him, and it got to come out.«
In der Zwischenzeit hatte Samuel Becket sein Theaterstück »Warten auf Godot (»En attendant Godot«) beendet. Es musste geschlagene vier Jahre warten, bis es endlich in Paris zur Uraufführung kam.
Estragon: »Komm, wir gehen!«
Wladimir: »Wir können nicht.«
Estragon: »Warum nicht?«
Wladimir: »Wir warten auf Godot.«