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Interview Jeanne Fürst und Fabienne Eichelberger, 7. März 2024
Eine Hepatitis kann von selbst heilen, aber auch zu Leberschäden führen. Mit einer zeitigen Behandlung lässt sich dies verhindern, sagt die Hepatologin Christine Bernsmeier.
Christine Bernsmeier, was ist eine Hepatitis?
Eine Entzündung der Leber, die aus diversen Gründen ausgelöst werden kann. Mögliche Ursachen sind Autoimmunerkrankungen, Medikamente, Alkohol, Übergewicht und Viren.
Bei der viralen Hepatitis gibt es verschiedene Formen. Worin unterscheiden sie sich?
Hepatitis A wird hauptsächlich über durch Fäkalien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Bei Hepatitis B, C und D geschieht die Übertragung über das Blut oder durch Sexualkontakte. Diese drei Formen können chronisch werden. Hepatitis D tritt nur zusammen mit Hepatitis B auf. Die Hepatitis E wird hier in der Regel vom Tier auf den Menschen übertragen – etwa durch den Verzehr von unzureichend gegartem Schweine- und Wildfleisch.
Wie zeigt sich eine Hepatitis?
Für Betroffene ist es oft schwierig, die Lebererkrankung zu erkennen, denn manchmal bestehen keine Krankheitszeichen. Hauptsächlich sieht die Fachperson erhöhte Leberwerte. Zum Teil liegt eine Gelbsucht vor. Dann verfärben sich die Haut und das Augenweiss gelb. Dazu kommt es jedoch nur bei einer akuten Hepatitis oder im fortgeschrittenen Verlauf.
Welche Folgen hat die Lebererkrankung?
Sie kann zu einer Leberzirrhose führen: Dabei vernarbt, verhärtet und schrumpft das Lebergewebe. Im weiteren Verlauf kann es zu Leberkrebs und Leberversagen kommen. Es ist darum wichtig, eine Hepatitis früh zu behandeln.
Wie wird die Hepatitis therapiert? Hepatitis A und E heilen oft von selbst. Das ist auch bei Hepatitis B und C möglich. Wird die Krankheit jedoch über sechs Monate hinweg immer wieder nachgewiesen, bleibt sie chronisch. Patienten mit chronischer Hepatitis B müssen oft lebenslang Medikamente einnehmen, welche die Viren unterdrücken. Menschen mit Hepatitis C erhalten antivirale Medikamente über zwei bis drei Monate. Danach sind circa 95 Prozent der Betroffenen geheilt.
Kann man sich gegen virale Hepatitis schützen?
Gegen Hepatitis A gibt es eine Impfung, die derzeit nur für Risikopatienten empfohlen ist. Auch gegen Hepatitis B und D schützt eine Impfung. Diese ist für alle Neugeborenen empfohlen. Gegen Hepatitis C und E kann man sich nicht impfen lassen. Um nicht an Hepatitis E zu erkranken, sollten Risikopatienten wie Menschen mit Immunschwäche oder schwangere Frauen Schweine- und Wildfleischprodukte mindestens 20 Minuten bei über 71 Grad garen.