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Uhrmacher/in
Die Uhrmacher[1] in der Schweiz stellen nach einer vierjährigen Ausbildung Uhren aller Art (z.B. mechanische und elektrische Uhren, Pendeluhren, Spezialuhren mit diversen Funktionen, etc.) aus Stahl, Messing und anderen Werkstoffen in höchster Präzisionsarbeit her. Das Feilen, Bohren, Fräsen und Drehen von Kleinstteilen, das Schneiden der Gewinde und das Polieren von Oberflächen gehört dabei zu ihren Haupttätigkeiten. Je nach Schwerpunkt nehmen sie auch noch weitere Arbeiten vor. So weisen die Uhrmacher mit Schwerpunkt „Rhabillage“ eine Spezialisierung in Wartung und Reparatur von Uhren auf, während in Service- und Montageabteilungen in der Regel Uhrmacher mit Schwerpunkt „Industrielle Methoden“ beschäftigt werden, die sich insbesondere mit der seriellen Herstellung von Armbanduhren auskennen.
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Anders erging es den Uhrmacher an der Wende zum 14. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden erstmals mechanisch regulierte Uhrwerke, sogenannte Hemmungsuhren, vorwiegend von Schmieden, Schlossern, Glockengiessern und Orgelbauern hergestellt, die sich im deutschen Sprachraum im Verlaufe der Zeit je nach Region zu Ormeistern, Urleimachern, Orglockenern, Zitgloggenern oder Seigerschmiede spezialisieren liessen. Die bis anhin verbreiteten räderlosen Uhren, wie Sonnen-, Wasser-, Öl- und Sanduhren, wurden insbesondere in den Städten von den Hemmungsuhren rasch verdrängt. Schnellen Einzug erhielten die Hemmungsuhren insbesondere in den Städten als Kirchturm- und Rathausuhren und beeinflussten das gesellschaftliche Leben massgeblich: „Fortan musste die Zeit nicht mehr subjektiv empfunden werden, sondern unterlag dem Diktat eines stetig vorrückenden Uhrzeigers und eines in vierundzwanzig gleich lange Stunden eingeteilten Tages“ (Palla, 2010, S. 244).
Als im 15. Jahrhundert die Entwicklung des Federzugantriebes gelingt und damit dem Bau transportabler Uhren wie Tisch-und Taschenuhren nichts mehr im Wege steht, steigt die Zahl der Uhrmacher rasch zu. So kann der Zeitraum zwischen 1550 und 1650 als die erste Blütezeit der Uhrmacherkunst bezeichnet werden. Die Uhr wird in dieser Zeit zum Statussymbol und es wächst zusehends die Bereitschaft viel Geld dafür zu bezahlen. Dies wiederrum eröffnete technischen Neuerungen mehr Raum und Möglichkeiten. Es folgen weitere Entwicklungen, wie z.B. die vom niederländischen Physiker Christiaan Huygens konstruierte Pendeluhr und eine verbesserte Version davon in Form der schwingenden Spiralfederuhr im 17. Jahrhundert sowie die Konstruktion des Chronometers (Navigationsuhr) durch den englischen Mechaniker, John Harrison, im darauffolgenden Jahrhundert.
Im 18. Jahrhundert findet die Uhr schliesslich auch im Bürgertum Einzug und damit lässt sich stets eine erhöhte Nachfrage an Uhren verzeichnen, die wiederrum die Arbeitsteilung in der Uhrenherstellung fördert. So werden fortan die einzelnen Teile einer Uhr wie z.B. das Gehäuse vom Uhrgehäusemacher und die Zahnräder vom Uhrrädermacher gefertigt. Diese Entwicklungen wären allerdings ohne die in Frankreich bis ins 17. Jahrhundert aus religiösen Gründen verfolgten und zumeist in die Schweiz und England emigrierten Hugenotten undenkbar. Insbesondere die schweizerische Uhrindustrie verdankt ihren weltweiten Erfolg diesen aus Frankreich emigrierten Handwerkern.
[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Uhrmacherin.
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Literatur
Dohrm-van Rossum Gerhard: Uhrmacher, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 238-244.
Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 244-246.
www.berufsberatung.ch → Eintrag Uhrmacher/in EFZ, abgerufen am 22.05.2018.
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