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Die Forschergruppen um den Anthropologen Gerhard Hotz aus dem Naturhistorischen Museum Basel und Mohamed Sarhan vom Institute for Mummies Studies in Bozen (I) wollte eigentlich mittels molekulargenetischen Analysen die DNA des bakteriellen Erregers der Syphilis nachweisen, hiess es in einer Mitteilung des naturhistorischen Museums Basel vom Dienstag. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachblatt "BMC Biology" veröffentlicht.
Statt des bakteriellen Erregers von Syphilis fanden die Archäogenetiker in den Gewebeproben des Gehirns der Mumie jedoch eine hohe Konzentration einer bislang unbekannten, nichttuberkulösen Mykobakterienart. Dieses Bakterium gehört zu einer Gruppe, zu der auch die Erreger von Lepra und Tuberkulose gehören.
Die Autoren vermuten, dass Anna Catharina Bischoff an dieser ungewöhnlichen bakteriellen Infektion erkrankt war. Die Krankheitssymptome wurden wahrscheinlich fälschlicherweise als Syphilis diagnostiziert. Entsprechend wurde der Frau eine Inhalationstherapie mit Quecksilberdämpfen empfohlen, eine Fehldiagnose mit fatalen Folgen.
Diese Behandlungsweise wurde bis ins 19. Jahrhundert bei Syphilis angewandt. Meist starben die Patienten, die sich damit eine Heilung der Krankheit erhofften, an den Folgen einer Quecksilbervergiftung.
Die Mumie wurde im Jahr 1975 in der Barfüsserkirche in Basel gefunden und als Anna Catharina Bischoff identifiziert, die 1787 im Alter von 68 Jahren gestorben war. Bei der Überprüfung der historischen Aufzeichnungen der Kirche stellte sich heraus, dass die Mumie bereits im neunzehnten Jahrhundert entdeckt worden war; aus ethischen Gründen wurde sie dann an den Ort umgebettet, an dem sie 1975 erneut gefunden wurde.
https://bmcbiol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12915-022-01509-7
(sda)