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Bei Malvaglia in der Valle di Blenio zweigt man in das Seitental Val Malvaglia ab und fährt über eine kleine Strasse bis zu den letzten Häusern. Nach über 20 Kilometer und fast einer Stunde Fahrt erreicht man die Cascina di Dagro. Von dort aus geht es eine weitere Stunde zu Fuss bis zur Capanna di Prou auf über 2000 Meter über Meer. Hier befindet sich der Arbeit und- Aufenthaltsort.
Die Alpe di Prou wurde früher mit Kühen, Geissen und Schafen bewirtschaftet und offengehalten. Wegen der Abgelegenheit und des Wassermangels wurden mit den Jahren die Weiden der Alp nur noch mit Schafen bestossen, die über den Sommer unbeaufsichtigt über die Weiden zogen. Wegen diesem Wandel in der Alpwirtschaft fand eine unaufhaltsame Sukzession statt; die Weiden fingen an einzuwachsen und Viehwege verschwanden.
Der geplante Nationalpark Parc Adula lancierte ein Projekt zur Offenhaltung der Alpweiden auf der Alpe di Prou. Als Umsetzer des Projektes wurden die Zivis vom Naturnetz aufgeboten. Mit Motorsägen und viel Mannskraft gingen die Zivis an die Arbeit um die Weiden von Fichten und Lärchen zu befreien. Die Bäume wurden gefällt, die Äste zu Haufen aufgeschichtet und die Stämme als Brennholz bereitgestellt. Um die alten Viehtriebwege wieder auszuschlagen, hat es sogar das Wissen und die Erinnerungen eines alten Bauers benötigt, weil diese überhaupt nicht mehr sichtbar waren.
Durch den zweiwöchigen Einsatz der Zivis, die in der rustikalen Capanna di Prou übernachteten, konnten grosse Flächen der eingewachsenen Weiden zurückgewonnen werden. Solche Alpweiden sind sehr mager und artenreich und zählen in den Alpen zu den besonders wertvollen Kulturflächen, die über Jahrhunderte entstanden sind und wegen Aufgabe immer mehr verschwinden. Auch die Triebwege, welche für eine Bestossung der Alp zwingend benötigt werden, konnten dank den Zivis wieder freigelegt werden.
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