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Sechs Monate lang nahmen die Forscher im Auftrag des BAFU Proben. Das Ergebnis zeigt: Rund 60 Prozent des gefischten Mikroplastiks entfiel auf Kunststoff-Fragmente, die von Verpackungen stammen. Einen grossen Anteil machten auch Partikel von Schaumstoffen für Isolationsmaterialien aus. Weitere häufig gefundene Partikel-Typen sind Folien oder Fasern, die beim Waschen von Faserpelzen freigesetzt werden.
Kippen am Strand
Auch in 21 der 33 Sandproben fand sich Mikroplastik: Die Hälfte stammt aus der Kategorie Schaumstoffe. Nachgewiesen wurde auch Celluloseacetat, aus dem Zigarettenfilter hergestellt werden.
Industriell produziertes Mikroplastik, wie es etwa in Zahnpasta oder Kosmetikprodukten verwendet wird, macht laut BAFU nur einen verschwindend kleinen Teil des Mikroplastiks aus. Allerdings untersuchten die Forscher auch nur Kunstoffpartikel mit einer Grösse zwischen 0,3 und 5 Millimetern. Viele der in der Kosmetikindustrie eingesetzten Mikropartikel sind kleiner und schwammen somit durch die eingesetzten Netze durch.
Höhere Verschmutzung durch Unwetter
Die Forscher fanden zudem, dass sich die Werte einzelner Proben zwischen und auch innerhalb der Seen stark unterschieden. Zum einen weist das auf Unterschiede in der Belastung von ufernahen und uferfernen Zonen hin. Aber auch das Wetter spielt eine grosse Rolle. So wurden die höchsten Konzentrationen nach einem Gewitter gemessen. Wahrscheinlich wird das Mikroplastik von abfliessendem Regenwasser in die Seen und Flüsse geschwemmt. Die Bevölkerungsdichte im Einzugsgebiet hatte hingegen keinen Einfluss auf das Ausmass der Belastung.
Nach den Messungen in der Rhône schätzen die Forscher, dass täglich mehr als 10 Kilo Plastikteilchen durch den Fluss nach Frankreich transportiert werden und somit zur Meeresverschmutzung beitragen könnten.
Keine Gefahr für den Menschen
In seiner Mitteilung schreibt das BAFU, dass Mikroplastik gegenwärtig kein vordringliches Problem für die Qualität der Schweizer Gewässer sei – im Gegensatz zu Mikroverunreinigungen, beispielsweise durch Pestizide.
Die Gefahr, dass Mikroplastik über das Grund- oder Seewasser ins Trinkwasser gelange, würde als gering eingeschätzt. Mikroplastik werde durch Filtration bei der Trinkwasseraufbereitung aus dem Wasser entfernt. Ein Risiko für den Menschen bestehe daher aus heutiger Sicht nicht.
Auch Tiere betroffen
Neben den Wasser- und Strandproben wurden auch 40 Fische und acht Vogelkadaver untersucht. In den Verdauungstrakten wurden kleine Mengen an Mikroplastik gefunden. Allerdings konnten die Forscher daraus keine Rückschlüsse ziehen.