Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03608.jsonl.gz/2188

Seit Ende Juli 2020 hat der «Syndicat mixte pour les Inondations, l’Aménagement et la Gestion de l’Eau maralpin» SMIAGE mit grossen Bauarbeiten westlich von Puget-Théniers begonnen, um den Damm auf der linken Seite des Var im Quartier de La Trinité zu verstärken, unterhalb der Brücke gleichen Namens.
Nach dem Streckenunterbruch in der Schlucht von Mescla beim Unwetter vom 2. Oktober konnte der Betrieb nach Freiräumen der Gleise am 21. Oktober wieder aufgenommen werden. Schon am Vorabend war der in St-André blockierte, später bis Annot verbrachte Triebwagenzug AMP 803 / 804 als Probefahrt bis nach Nizza gefahren, um am 21. Oktober als Zug 12 bis Annot zu verkehren. Ich fotografierte ihn in Puget-Théniers. Denn er ist der letzte im Originalanstrich und wird demnächst mit blauen «Zou»- Folien beklebt. Schade um den schönen Anstrich…
Der nur provisorisch wiederaufgenommene Betrieb mit abschnittweisem Umsteigen auf Autobus endet, sobald die Gleise auf allen, von der Überschwemmung beschädigten Abschnitten vollständig gereinigt, frisch geschottert und gerichtet sind. Am Sonntag, 25. Oktober, dem ersten Tag der Winterzeit, stand als Zug 41 der Triebwagen X 306 im Einsatz. Er endete in Annot. Die Reisenden nach Digne mussten auf den Autobus umsteigen, der X 306 fuhr als Zug 42 nach Nizza zurück.
Am gleichen Sonntag, 25. Oktober verursachte ein technischer Defekt bei Zug 43 eine grosse Verspätung ab Nizza, noch verschlimmert durch Langsamfahrstellen von 10 km/h, 20 km/h oder 30 km/h auf noch beschädigten und zu reparierenden Abschnitten zwischen La Mescla und Malaussène. Oben sehen wir Zug 43 auf dem Damm von La Trinité mit einer Verspätung von etwa 40 Minuten, was den Fahrplan des auf Blockdistanz verkehrenden Dampfzugs beeinträchtigte.
Hier der Kunstbau Nr. 363, die 112 m lange Eisenbrücke mit zwei Öffnungen über dem Var im Ortsteil von La Trinité.
Eine Viertelstunde nach Vorbeifahrt von Zug 46, der die Strecke in Entrevaux frei machte, folgte der Dampfzug des GECP. Trotz Corona waren noch viele Teilnehmer unterwegs, und um die Distanzvorschriften zu gewähren, fuhr der Zug in seiner maximalen Länge von sieben Wagen. Unser Lokführer und die beiden Heizerinnen brachten den schweren Zug trotz schwieriger Adhäsionsverhältnisse tapfer nach Annot, ohne die bereits bestehende Abgangsverspätung zu vergrössern. Doch Pech für den Fotografen: Eine Wolke verfolgte den Zug, und kaum ist er vorbeigefahren, scheint wieder die Sonne!
Auf der Rückfahrt war die Sonne kein Thema mehr. Bereits zeigte sich der Himmel vor einem herannahenden Regenschauer wolkenverhangen und die Dämmerung begann. Wenn die Aufschüttungen beendet sind und die Vegetation wieder das Gebiet zurückerobert hat, (ein wenig, nicht zuviel!) wird diese Kurve ein idealer Fotostandort sein für längere Züge.
Auf der Rückreise von unserer Fahrt durch Mitteleuropa im September haben wir Freitagabend, 11. und Samstagmorgen, 12. September 2020 in Milano die ATM-Vorortstramlinie 179 Comasina–Limbiate besucht. Sie wird nach wie vor mit den altvertrauten «treni bloccati» betrieben. Es handelt sich dabei um 6 Kompositionen, die zwischen 1961 und 1964 aus zwei Steuerwagen (ehemalige Serie 300 von 1950) und einem in der Mitte gereihten Triebwagen (Serie 500 von 1953) für die «linea celere Milano–Gorgonzola» gebildet wurden. Ab Anfang der 1970-er Jahre kamen sie auf der Strecke Milano Piazza Sire Paul–Vimercate zum Einsatz, nach deren Einstellung 1981 mit nochmaliger Modernisierung auf den „Tranvie della Brianza» Milano Via Valtellina–Carate und Limbiate.
Der Betrieb beschränkt sich auf Montag bis Samstagmorgen, jeweils morgens bis 9.30 Uhr und nachmittags/abends zwischen 16.30 und 20 Uhr. Fotografieren ist damit im Winter kaum möglich. Die Strecke nach Limbiate beginnt an der Metrohaltestelle Comasina (Endstation Linie 3). Sie bedient das Vorstadtgebiet von Varedo und Limbiate und besitzt keinen Anschluss mehr an das städtische Tramnetz. Die Stadtstrecke bis Via Valtellina war 1999 geschlossen worden.
Wir trafen auf ein sehr sympathisches Personal, das sich über unser Interesse freute. So konnten wir auch einen Blick auf den historischen Triebwagen 92 (EA 2/18) im Depot Varedo werfen. Die Linie wird in ihrer heutigen Form im Oktober 2021 geschlossen, modernisiert und danach mit neuem Rollmaterial betrieben werden. Siehe EA 4 und 5/19. Der Artikel ist vor allem mal ein bildlicher Eindruck von dieser faszinierenden Linie, die nur noch ein Jahr lang so aussehen wird.
Alle Fotos: J. Banaudo
Übersetzung: C. Ammann
Es folgen noch ein paar historische Schnappschüsse von C. Ammann an der Endhaltestelle Via Valtellina in Milano.
Samedi 22 août 2020 à 13 h s’est déroulé à Buckow (Märkische Schweiz), le « Roll-Out » de l’automotrice BDe 4/4 13 ex-Orbe–Chavornay dans sa nouvelle livrée classique qui s’approche de celle du matériel roulant de la Buckower Kleinbahn, livrée beaucoup plus adaptée que la précédente que portait cette automotrice auparavant. Elle fut construite en 1920 chez SWS Schlieren et équipée électriquement par MFO Oerlikon. En 2013, elle avait passé au musée privé à Kallnach, puis en février 2017 elle avait retrouvé sa nouvelle patrie à Buckow, où l’association Buckower Kleinbahn était à la recherche d’un engin historique intéressant, rappelant un peu le passé de cette petite ligne de 4,7 km, reliée à l’ancienne Ostbahn Berlin–Königsberg, à Müncheberg. (article EA 10/18, pages 434–435), site https://buckower-kleinbahn.de/
L’automotrice suisse dans la « Märkische Schweiz » circulera encore les 3 et 17 octobre (sous réserve). L’association cherche des dons pour construire une remise pour la garer et, ainsi, la protéger en hiver.
Photos: Mario Constabel (2,3,5) et Christian Ammann
Ein Jahr nach unserer Baltikumreise vom September 2019 schliesse ich nun endlich meinen Reisebericht mit einem Blick auf den schweren Güterverkehr in Litauen ab. Wie bereits berichtet, hat inzwischen die Staatsbahn Lietuvos Geležinkeliai (neu LTG) drei Sparten Personenverkehr, Güterverkehr und Infrastruktur gebildet. Der Güterverkehr firmiert unter der Marke LTG Cargo. Ähnlich wie in Estland und Lettland bildet der Ost-West-Gütertransit den Hauptverkehr, im Fall von Litauen der Austausch zwischen Russland und Weissrussland einerseits sowie den Häfen Kaliningrad (russische Exklave) und Klaipėda andererseits.
Basis des für den Güterverkehr eingesetzten Triebfahrzeugparks in Litauen sind die dieselelektrischen, 12-achsigen Doppelloks der Reihe 2M62, die zwischen 1976 und 1987 in der sowjetischen Lokomotivfabrik «Oktoberrevolution» in Woroschilowgrad, heute Luhansk, gebaut wurden. Von den dort produzierten 1261 Einheiten besitzt LTG Cargo rund 60 Maschinen. Ihr Neuanstrich in Rot und Grau wirkt weniger streng als die ursprünglich dunkelgrüne Lackierung.
Die Unterserien K und U verfügen über zwei russische Dieselmotoren aus dem Werk Kolomna, während die Serie M mit solchen von Caterpillar ausgerüstet ist und über 4000 PS verfügt. Dies ist auch der Fall der 2M62 M 0670, der wir auf dem oberen Bild zwischen zwei Zugsleistungen im Rangierbahnhof von Radviliškis im Norden des Landes begegnen.
Die 2M2 M 0569 fährt mit einem Zug Richtung Vilnius durch den Bahnhof Lentvaris, unter der Fahrleitung der Hauptstrecke, welche von der heutigen Hauptstadt Vilnius nach Kaunas führt, der Hauptstadt von Litauen in der Zwischenkriegszeit.
Auf der Hauptstrecke, die Vilnius mit Klaipėda und Rīga verbindet, folgen sich die schweren Güterzüge Richtung Norden auf Blockdistanz. Dieser Zug in der Nähe von Žeimiai wird von der 2M62 K 0488 gezogen, noch mit russischen Kolomna-Motoren und nicht klimatisierten Führerständen.
Hier begegnen wir am Bahnübergäng von Žeimiai der 2M62 M 0537 vor einem Blockzug mit hochwandigen Güterwagen Richtung Šiauliai und Klaipėda. Man beachte das Klimaanlagengerät auf dem Dach des Führerstandes.
Nach den beiden andern Zügen beweist die 2M62 M 1161 vor einem weissrussischen Silowagenzug ihre Kraft in der Steigung vor Gudžiūnai.
In Šilėnai, an der Verbindung zwischen den beiden wichtigen Abzweigbahnhöfen Radviliškis und Šiauliai, kommt uns die 2M62 M 0671 mit einem Tankwagenzug Richtung Vilnius entgegen.
Die modernsten litauischen Lokomotiven sind die sechsachsigen dieselelektrischen Maschinen des Typs «Euro Runner» von Siemens, ausgerüstet mit einem V16 MTU Motor von 3700 PS. Sie wurden zwischen 2007 und 2009 in 44 Exemplaren geliefert. Wir trafen in Šiauliai die ER20 037 in der ursprünglichen roten Lackierung mit dem „Weissen Ritter“ « Vytis » an, aber im Frühling 2020 präsentierte LTG Cargo die ER20 029 in der neuen Hausfarbe Gelb!
Die ER20 011 verlässt den Rangierbahnhof Palemonas bei Kaunas, im Vordergrund die elektrifizierte Strecke aus Vilnius, und erreicht Richtung Gaižiūnai die Hauptachse nach Norden nach Šiauliai, Klaipėda oder Rīga.
Radviliškis verdankt seinen Rangierbahnhof dem Umstand, dass hier vier Strecken zusammentreffen und hier auch verschiedene Industriebetriebe angesiedelt sind, Getreidesilos, eine Torfverarbeitungsfabrik und ein Güterwagen-Reparaturwerk. Die ER20 015 fährt hier mit ihrem Güterzug Richtung Šiauliai aus.
Die ER20 021 und 036 fahren an der Spitze eines weissrussischen Silowagenzugs langsam durch den Bahnhof Šilėnai, unterwegs Richtung Vilnius und Grenzbahnhof Kena.
Die ER20 009 mit einem endlos erscheinenden Güterzug Richtung Radviliškis und Vilnius im Bahnhof Šiauliai.
Und schon fährt in der Gegenrichtung die ER20 015 mit einem Güterzug Richtung Hafen Klaipėda durch Šiauliai.
Im kleinen Bahnhof Giruliai, nahe an der Ostsee, legt die sechsachsige Siemenslok ER20 020 die letzten km ihrer Reise zum Hafen Klaipėda (dem früheren Memel) zurück.
Unter strömendem Regen fährt die sechsachsige TEM-TMH 054 mit zwei Wagen als Nahgüterzug Klaipėda–Kretinga durch den Bahnhof Giruliai. Diesen dieselelektrischen Maschinen für Rangier- und leichten Zugdienst sind wir schon im vorherigen Blog begegnet. Sie wurden zwischen 2009 und 2015 durch die russische Gruppe Transmaschholding in Briansk nach Plänen der tschechischen Gesellschaft CZ Loko gebaut, mit einem 1200 PS-Motor von Caterpillar de 1200 ch und einem elektrischen Antrieb von Siemens. Die Endmontage erfolgte in Litauen in den VLRD-Werkstätten des Depots Vilnius (Vilniaus lokomotyvų remonto depas). Es sind also sehr internationale Lokomotiven!
International… das ist auch unser Bild von den Baltischen Republiken, einer wichtigen europäischen Verkehrsdrehscheibe. Damit endet mein lange gewordener Reisebericht, der Ihnen hoffentlich den Schienenverkehr in Estland, Lettland und Litauen etwas näher gebracht hat.
Wie soeben bekannt wurde, kommt auch der zweite Anlauf zum Feiern der 150-jährigen Eisenbahn im Toggenburg nicht über die letzten Vorbereitungen hinaus:
Die Festlichkeiten vom 12. September 2020 sind definitiv, diesmal ohne erneutes Verschiebedatum, abgesagt. Der Bundesrat gibt Veranstaltungen mit 1000 und mehr Personen frühestens im Oktober frei. Ein Ersatzdatum im nächsten Jahr scheitert am geplanten Umbau des Bahnhofs Wattwil durch die SOB und Bauarbeiten im Ortszentrum Wattwil.
Es hat dem DLC schon ein wenig auf die Seele geschneit, mitten im Sommer, denn auch sein klubinternes 55-55-Fest (siehe Blog vom 24. Juni 2020) muss damit entfallen. Allerdings soll dafür ein Nachholdatum im 2021 ins Auge gefasst werden.
Habe ich “Schnee” gesagt? Dazu gibt es aus dem Fundus von Christian Ammann einige auch geografisch überaus passende Bilder aus Wattwil:
Gemeint ist die strassenfähige Nachbildung, im Besitze der Stadt Baden und von einem Turnverein betreut.
Wir haben im Blog vom 9. Januar 2018 über die pneubereifte Spanisch-Brötli-Bahn in Baden berichtet. Wie es weiter gehen sollte, war damals noch nicht klar. Nun stellt sich heraus, dass die Stadt Baden das historische Fahrzeug, das bei Anlässen, Umzügen, Badenfahrt etc. eingesetzt wird, für die Zukunft erhalten will. Der gut verdeckte Dieselmotor von 1937 kann allerdings mangels Ersatzteilen nicht mehr revidiert werden, sodass nun ein elektrischer Antrieb eingebaut wird. Für die Kosten von Fr. 110‘000.- ist die Sponsorensuche angelaufen.
Die gewaltige Explosion vom 4. August 2020 im Hafen von Beirut hat auch Schäden am stillgelegten Bahnhof Mar Mikhaël angerichtet. Der Fotograf Eddy Choueiry, Mitglied der Gruppe «TrainTrain», die sich für eine Wiederinbetriebnahme der Eisenbahn im Libanon einsetzt, hat sich am Tag danach auf dem Gelände umgesehen. Die vorgelagerte Remise, derzeit als Disko und Nachtklub verwendet, hat die Wucht der Druckwelle aufgefangen, ihr Dach ist auf der Seite des Hafens weitgehend zerstört. Am Bahnhofsgebäude selbst wurde ebenfalls das Dach in Mitleidenschaft gezogen, zudem sind die Fenster und Türen eingedrückt worden. Das Gebäude selbst sei von seiner Struktur her intakt, schrieb Choueiry. Verletzte habe es keine gegeben.
Wenige Tage zuvor hielt die Schweizer Botschafterin im Libanon, Monika Schmutz Kirgöz, vor dem Bahnhof ihre 1. August-Ansprache. Im Video, das unter https://vimeo.com/438192745 zu sehen ist, werden auch die vor sich hin rostenden SLM-Lokomotiven gezeigt. «Die alten Züge sind ein Symbol für Libanons Vergangenheit und, wenn ich so sagen darf, für einige der verpassten Chancen dieses Landes», so Schmutz Kirgöz wörtlich. Weiter ist im gut 5-minütigen Film die Remise zu sehen und Schmutz Kirgöz weist darauf hin, dass die darin installierte Bar auf einer Liste der besten Bars der Welt geführt werde.
Fotos: Eddi Choueiry, Text: Lorenz Degen
Im EA 8/20 ist der Artikel 125 Jahre Libanonbahn Beirut – Damaskus von Lorenz Degen auf S. 346–350 publiziert.
Im Anschluss an den aktuellen Bericht, hier ein paar ältere Fotos von der eher wenig bekannten, 4,3 km kurzen Strecke, zusammen mit ein paar Angaben, zusammengestellt aus dem Kapitel CMN des Standartwerks von Peter Willen, Lokomotiven der Schweiz, Schmalspur Triebfahrzeuge, Orell Füssli Verlag 1972.
«Die Bahn Régional des Brenets verdankt ihre Entstehung dem Umstand, dass die 1857–1859 entstandenen Hauptlinien das durch seine Lage an den Doubs-Fällen bekannte Dorf Les Brenets nicht berührten. Nach verschiedenen Anläufen, unter anderem für die Errichtung einer Pferdebahn nach Le Locle, konnte die Linie schliesslich 1890 als Schmalspurbahn verwirklicht werden (Eröffnung 1.9.1890). Der Geschäftsgang dieser Linie war zwar nicht gerade dividendenträchtig, aber doch wesentlich besser als bei der PSC (Les Ponts-de-Martel–La Chaux-de-Fonds), was auf den meist sehr starken Ausflugsverkehr zu den Doubs-Fällen zurückzuführen ist. 1908 wurde die Elektrifizierung ernstlich erwogen, aus finanziellen Gründen aber fallengelassen. 1942 wurde die Betriebsleitung mit der Tramway de la Chaux-de-Fonds zusammengelegt.»
«Da die Anlagen erneuerungsbedürftig wurden und ein grosser Passivsaldo zu sanieren war, beschloss der Kanton die Übernahme und Zusammenlegung mit der PSC (Gründung Chemins de fer des Montagnes Neuchâteloises CMN 1.1.1947). Die beiden Linien wurden technisch durchgreifend saniert (Elektrifizierung ex-RdB mit Gleichstrom 1500 V: 1.7.1950).»
«Auf den Zeitpunkt der Aufnahme des elektrischen Betriebes gelangten für beide CMN-Strecken 5 Triebwagen CFe 4/4 1-5 und 2 zugehörige Steuerwagen Bt 11, 12 zur Ablieferung. Die wagenbaulichen Teile wurden aus Preisgründen in Italien beschafft (Officine Meccaniche Reggiane); die Fahrmotoren stammen von der italienischen BBC-Tochter TIBB , die elektrische Ausrüstung üblicher Bauart von SAAS. Die Fern- und Vielfachsteuerung gestattet die Bildung von Pendelzügen BDe 4/4/Bt und den Einsatz von 2 Triebwagen in Doppeltraktion. Einsatz: BDe 4/4 1, 2, 4 und Bt 11 = PSC, BDe 4/4 3,5 und Bt 12 = RdB.»
Im Gegensatz zur Strecke Le Locle–Les Brenets erhielt die Strecke Les Ponts-de-Martel–La Chaux-de-Fonds 1991/1996 neues Rollmaterial.
Der Kanton Neuchâtel hat seit 2019 zusammen mit dem BAV und TransN verschiedene Zukunftsszenarien für die Schmalspurbahn Le Locle–Les Brenets untersucht. Die Varianten reichten von einem Umbau auf Normalspur bis zur Umwandlung in einen elektrischen Bus.
Gemäss einer Information von ARCINFO haben sich nun Bund und Kanton darauf geeinigt, die Regionalbahn Ende 2023 einzustellen und auf einen elektrisch betriebenen Bus umzustellen, der 2025 in Betrieb genommen werden soll. Zwischen dem Bahnhof Le Locle und der Haltestelle Les Frêtes wird das bisherige Bahntrassee asphaltiert und als Eigentrassee für den Bus genutzt, der 700 m lange La Combe-Monterban-Tunnel entsprechend angepasst. Anschliessend fährt der Bus auf der Kantonsstrasse zum heutigen Endbahnhof Les Brenets und kann danach ins Dorf hinunter weitergeführt werden. Auch eine Verlängerung nach Villers-le-Lac würde von Schweizer Seite aus gewünscht. Das Trassee Les Frêtes–Les Brenets mit zwei kleinen Tunnels könnte allenfalls als Veloweg weiterverwendet werden. Die Technologie für den Batteriebetrieb der Busse mit 12 m Standartlänge muss noch definiert werden. Gemäss dem zuständigen Neuenburger Staatsrat wird das Vorhaben durch den Bahninfrastrukturfonds (BIF) bezahlt, womit dieser erstmals eine Umstellung auf Strassenverkehr finanziere.
In dieser vorletzten Folge über die Baltikumreise im September 2019 widmen wir uns den internationalen Verbindungen von Litauen Richtung Russland und Weissrussland, ferner noch kleineren Diesel- und Rangierfahrzeugen, bevor wir uns dann in der letzten Folge dem schweren Güterverkehr zuwenden werden.
Auf dem Dachgiebel des Bahnhofs von Vilnius steht der «Geležinis Vilkas», der eiserne Wolf, der dem Grossfürsten Gediminas in einem Traum erschienen war und ihn dazu bewog, im 14. Jahrhundert Vilnius als Hauptstadt Litauens zu gründen.
Auf äusseren Nebengleisen des Bahnhofs Vilnius sehen wir verschiedene historische Fahrzeuge der Staatsbahn Lietuvos Geležinkeliai (LG, neu LTG, EA 8/20), unter anderem diesen Dieseltriebwagen ER9m 380, aus einer ab 1976 von RVR Rīga gebaute Serie aus sowjetischer Zeit.
Hier sehen wir im Bahnhof Vilnius einen doppelstöckigen Triebwagen von Škoda, EJ 575 der LTG, einen Stadler-«Flirt» EPr der weissrussischen Belaruskaja tschyhunka ( (BTsch) und die zwölfachsige 2M62-0003, Doppellokversion der berühmten sowjetischen Taigatrommeln.
Der hinterste Perron des Bahnhofs Vilnius ist eingezäunt und kann nur nach erfolgter Pass-und Zollkontrolle betreten werden. Er ist für die internationalen Verbindungen Richtung Russland und Weissrussland über den Grenzbahnhof Kena bestimmt. Drei tägliche Zugpaare verbinden Vilnius und Minsk. Die Hauptstädte Litauens und Weissrusslands liegen etwa 175 km weit auseinander.
Diese Verbindungen werden mit den litauischen Škoda-Triebwagen EJ 575 und den weissrussischen Stadler «Flirt» abgewickelt, wie hier der EPr 008, den wir bei unserem Besuch antrafen. 18 Triebwagen mit wahlweise 4 bis 7 Elementen waren zwischen 2011 und 2015 von Stadler Polska im polnischen Siedlce, später im neuen, 2014 eröffneten Stadler-Werk in Fanipal (Weissrussland) gebaut worden. 10 weitere Züge werden zwischen 2020 und 2021 geliefert.
Ganz im Hintergrund rechts erkennt man die Denkmal-Dampflokomotive 150 L 0236, links verschiedene Fahrzeuge des Eisenbahnmuseums. Wie in Rīga war es uns wegen der sehr eingeschränkten Öffnungszeiten nicht möglich, das Eisenbahnmuseum zu besuchen.
Das tägliche Hauptereignis im Bahnhof Vilnius ist die Ankunft des «Moskauer Zugs»! Der Express 029 Moskau–Kaliningrad via Minsk und Vilnius ist sozusagen die Nabelschnur zwischen der russischen Exklave an der Ostsee und dem Mutterland. Wir hofften, an der Spitze dieses Zugs eine weissrussische E-Lok zu sehen. Es wäre die einzige elektrische Lokomotive gewesen, die wir in zwei Wochen zu Gesicht bekommen hätten. Aber nein: Die sechsachsige, litauische Diesellok TEP70-0235 hatte den Zug in Kena übernommen.
Die LTG besitzt 4 Exemplare dieser 1987 in der sowjetischen Lokomotivfabrik Kolomna gebauten Serie. Wir sind diesen dieselelektrischen 4000 PS-Lokomotiven in anderer Farbgebung bereits in Estland und Lettland begegnet, immer vor den Moskauer Zügen.
Auch von der modernisierten Version TEP70BS, gebaut ab 2006 in Kolomna, verfügen die LTG 4 Fahrzeuge. Der roten 001 begegneten wir hier zufällig an der Spitze des Expresszugs 425 Tscheliabinsk–Kaliningrad. Wir hatten ihn nicht am Montag erwartet, denn normalerweise verkehrt er in Vilnius sonntags. Zweifellos waren die Verkehrstage dieses wöchentlichen Zuges zwischen dem Ural und dem Baltikum seit jener Zeit geändert, als wir die Reise vorbereitet hatten!
Kaliningrad ist mit Moskau mit dem täglichen, wie auch mit einem dreimal wöchentlichen Expresszug verbunden, ferner wöchentlich einmal mit Tscheliabinsk im Ural, mit Adler (bei Sotschi am Schwarzen Meer) und etwa alle zwei Tage an im Fahrplan festgelegten Daten mit Kiew.
Hier sind wir im Westen von Vilnius im Bahnhof Lentvaris, wo sich die Strecken nach Kaunas und nach Marcinkonys verzweigen. Pünktlich durchfährt der Express Kaliningrad–Moskau hinter zwei sechsachsigen TEP70BS, den Bahnhof.
Im Westen des Bahnhofs Vilnius bietet eine Strassenbrücke einen weiten Panoramablick auf die Depots der Dieselloks und Dieseltriebwagen. Die Gleise der Rotunde beherbergen eine schöne Auswahl von Diesellokomotiven aus Woroschilowgrad in der sechsachsigen Version M62 oder als Doppellokomotiven 2M62.
Links sehen wir die schweren, sechsachsigen Rangierlokomotiven TEM2-148, eine sowjetische, dieselelektrische Serie mit 1200 PS, die zwischen 1960 und 2000 in über 6200 Exemplaren in den Werken von Briansk und Woroschilowgrad/Luhansk gebaut worden ist. Die hier abgebildete Lok steht im Dienst der litauischen Filiale der deutschen Firma CTL Logistics in Berlin. Diese Lokmotiven bringen auch die Weltraumraketen zu den Abschussanlagen des Kosmodroms Baikonur in Kazachstan!
Von der erwähnten Strassenüberführung sehen wir die sechsachsige, dieselelektrische TEM-TMH 021, die einen Hilfszug im Vorbahnhof von Vilnius rangiert. Sie gehört zu einer Serie von 71 Lokomotiven, gebaut zwischen 2009 und 2015 durch die russische Gruppe Transmaschholding in Briansk nach Plänen der tschechischen Gesellschaft CZ Loko, mit einem 1200 PS-Motor von Caterpillar de 1200 ch und einem elektrischen Antrieb von Siemens. Die Endmontage erfolgte in Litauen in den VLRD-Werkstätten des Depots Vilnius (Vilniaus lokomotyvų remonto depas).
In der Umgebung von Kaunas verlässt ein langer Güterzug den Rangierbahnhof Palemonas Richtung Vilnius. Die Bespannung ist ungewöhnlich, eine sechsachsige Transmaschholding TEM-TMH 025, gefolgt von einer 12-achsigen Woroschilowgrader 2M62-386.
Auf der Suche nach dem Weg in ein Torfwerk treffen wir zufällig auf diesen Dieseltraktor TGM23-1712 des Getreide-Anschlussgleises von Linas Agro in Rėkyva. Dieses dreiachsige, dieselhydraulisch Fahrzeug mit Stangenantrieb hat einen 750 PS-Motor. Es wurde in einigen hundert Exemplaren ab 1963 durch das Lokomotivwerk Murom produziert und in die ganze Sowjetunion geliefert.
Auf der Gemeinschaftsstrecke Šiauliai–Radviliškis im Zentrum Litauens rangiert eine Kran-Draisine DGKu 242 einen Zug mit Aushubwagen im Bahnhof Šilėnai, wo ein grosses Oberbaumateriallager besteht.
Wie in den andern baltischen Staaten trifft man in Litauen in einigen grossen Bahnhöfen auf Dampflokdenkmäler, so auch in Vilnius die L 0236 als Vertreter der meistgebauten Dampflokserie in der Sowjetunion der Nachkriegszeit. Zwischen 1945 und 1955 wurden fast 4200 Lokomotiven in Woroschilowgrad, Kolomna und Briansk gebaut.
In der nächsten, letzten Serie über die Baltikumreise im September 2019 entdecken wir noch den schweren Güterverkehr in Litauen.