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<h2>SubmittedText<h2><p>Pflanzenzüchtung findet in den Forschungsanstalten, bei einem internationalen Konzern (Syngenta) und bei einer Anzahl von Kleinbetrieben statt. Es gibt leider relativ wenig Verbindungen zwischen den Forschungsanstalten und der privaten Züchtungsbranche. Bis jetzt war es einfacher und weiterführender für die privaten Züchter, mit ausländischen Forschungsanstalten die Zusammenarbeit zu suchen. In verschiedenen Bereichen ist die Züchtung in der Schweiz Weltspitze, sowohl bei den Forschungsanstalten als auch bei den privaten Züchtern. Dieses Potenzial soll besser zugunsten der einheimischen Branche genutzt werden.</p><p>Ich stelle dem Bundesrat folgende Fragen:</p><p>1. Ist er bereit, den Zugang zu Resultaten der staatlichen Züchtung zu verbessern?</p><p>2. Sollen dabei Konkurrenzüberlegungen seitens der Forschungsanstalten keine Rolle spielen?</p><p>3. Ist man bereit, den Zugang zu Methoden und Testkapazitäten (markergestützte Selektion) zu Selbstkostenpreisen zu ermöglichen?</p><p>4. Ist er bereit, regelmässig Informationen über das vorhandene Fachwissen den interessierten Betrieben zur Verfügung zu stellen?</p><p>5. Ist er bereit, in Zukunft eine klare Ausschreibungspraxis bei der Vermarktung von Neuzüchtungen der Forschungsanstalten sicherzustellen?</p><p>6. Ist er bereit, die privaten Züchter stärker in die strategische Planung der Forschungsanstalten im Züchtungsbereich mit einzubeziehen?</p><p>7. Ist der Bundesrat bereit, den privaten Schweizer Züchtern ein Zugriffsrecht auf züchterisch interessante Zwischenprodukte und fortgeschrittene Selektionen der staatlichen Züchtung einzuräumen, wenn diese das dann mit dem daraus entwickelten Material wieder gleich halten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Pflanzenzüchtung von Agroscope deckt Weizen, Soja, Futterpflanzen, Apfel, Birne, Aprikose, Rebe sowie Medizinal- und Aromapflanzen ab. Neue Sorten sind eine wichtige Grundlage für eine effiziente, ressourcenschonende und marktorientierte Produktionsweise. Neben der Züchtung an sich, d. h. Kreuzung und Auswahl neuer Sorten, betreibt Agroscope Forschung zur Verbesserung der Züchtungsmethoden.</p><p>Beantwortung der Fragen:</p><p>1. Das in der staatlichen Züchtung gewonnene Wissen wird laufend in Form von Publikationen, Vorträgen, Lehrveranstaltungen, Führungen usw. einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht und zur Verfügung gestellt. Für den Wissensaustausch zwischen den schweizerischen Pflanzenzüchtern besteht innerhalb der Schweizerischen Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften (SGPW) unter Leitung der ETH eine Arbeitsgruppe Pflanzenzüchtung. Die Mitgliedschaft in der SGPW und in der Arbeitsgruppe Pflanzenzüchtung steht allen interessierten Personen offen.</p><p>Die von Agroscope gezüchteten Sorten werden im Rahmen von Zusammenarbeitsverträgen durch private Vermarkter der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt.</p><p>2. Die Strategie Pflanzenzüchtung 2050 des Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung spricht nicht von Konkurrenz, sondern definiert explizit ein Handlungsfeld Kooperation der Akteure. Der Nachteil der im internationalen Kontext kleinen Züchtungsprogramme in der Schweiz soll durch eine optimale Zusammenarbeit, Vernetzung und gemeinsame Nutzung von Infrastruktur so gut wie möglich kompensiert werden.</p><p>3. Agroscope prüft das Züchtungsmaterial von privaten Züchtern auf verschiedene Merkmale (z. B. Schorfresistenz bei Apfel). Diese Leistungen werden zu Selbstkostenpreisen durchgeführt. Für grössere routinemässige genetische Analysen (markergestützte Selektion) ist Agroscope nicht eingerichtet. Sie werden bei externen Labors gegen Bezahlung durchgeführt.</p><p>4. Siehe Antwort auf Frage 1.</p><p>5. Zusammenarbeitsverträge zwischen Agroscope und privaten Vermarktern bestehen zurzeit mit den Unternehmen Delley Samen und Pflanzen AG (Weizen, Soja, Futterpflanzen), Varicom GmbH (Obst) und Vitiplant (Rebe). Bei diesen normalerweise langjährigen Verträgen wird der Bundesrat bei Erneuerung der Verträge öffentliches Beschaffungsrecht anwenden. Dabei müssen die Eignung der Offerenten wie auch Fragen des geistigen Eigentums einer genauen Prüfung unterzogen werden.</p><p>6. Die erwähnte Strategie Pflanzenzüchtung sieht für die Weiterentwicklung des Portfolios an Züchtungsprogrammen den Einbezug der Bedürfnisse der Akteure entlang der Wertschöpfungskette vor. Der Planungshorizont bei der Evaluation des Portfolios beträgt mindestens 15 Jahre und sorgt so für eine verlässliche Konstanz in der Züchtungsarbeit.</p><p>7. Agroscope pflegt einen gezielten Austausch von Züchtungsmaterial mit zahlreichen privaten und öffentlichen Partnern. Dieser Austausch beruht auf Gegenseitigkeit und hat zum Ziel, die genetische Vielfalt in den Züchtungsprogrammen zu erhöhen, damit spezifische Züchtungsziele besser erreicht werden können. Dieser gegenseitige Austausch kann bei Bedarf auf neue Partner ausgeweitet werden. Zu beachten ist, dass nicht dem Sortenschutz unterliegendes Kreuzungsmaterial normalerweise exklusiv zwischen den beiden Partnern ausgetauscht und nicht an Dritte weitergegeben wird.</p>  Antwort des Bundesrates.