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Die Anstalten von Bellechasse haben als zweitgrösster Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz einen originellen Weg gefunden, die jährlich rund 11'500 Tonnen Gülle und Mist zu verwerten, die von ihren gut 200 Kühen, 100 Rindern, 200 Kälbern, 800 Schweinen, 300 Truthähnen, 300 Hühnern, 300 Schafen und 60 Pferden produziert werden. Die Exkremente dieser Tiere sowie weitere organische Abfälle werden künftig dazu genutzt, Biogas zu produzieren, das anschliessend in Wärme und Elektrizität umgewandelt wird.
Strom für 250 Haushalte
Das zukünftige Kraftwerk wird jährlich rund 550'000 m3 Biogas produzieren. Durch die Verbrennung des Gases werden pro Jahr 1,1 GWh Strom erzeugt, die den Verbrauch von 250 Haushalten zu decken vermögen. Der Strom wird ins Netz eingespeist und profitiert vom Programm der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) des Bundes. Die bei der Stromproduktion generierte Wärme wird ins Fernheizungsnetz der Anstalten eingespeist und wird so 20% ihres Wärmebedarfs decken (750 thermische MWh).
Beitrag zum Klimaschutz
Das System zeichnet sich dadurch aus, dass CO2-neutrale, erneuerbare Energie produziert wird. Darüber hinaus ermöglicht es die Verminderung der Treibhausgase (namentlich des Methans), welche durch die Landwirtschaft und die Kompostierung von deren Abfällen erzeugt werden, und trägt so zum Klimaschutz bei. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gärgut sich hervorragend als Dünger eignet. Es ist weniger aggressiv als nicht vergärte Abfälle, wird von den Pflanzen besser aufgenommen und verbreitet beim Ausbringen keinen unangenehmen Geruch.
Biogas auf dem Vormarsch
Groupe E Greenwatt - eine Filiale von Groupe E, dem grössten Stromproduzenten und -verteiler der Westschweiz - ist auf den Bereich der neuen erneuerbaren Energien spezialisiert und engagiert sich in der Entwicklung der Strom- und Wärmeproduktion aus Biogas. Ausser der Anlage von Bellechasse werden in Kürze auch die Bauarbeiten für Biogasanlagen in Cernier (NE), Fleurier (NE), Noréaz (FR) und Düdingen (FR) beginnen. Diese von Groupe E Greenwatt geleiteten Projekte ermöglichen die Wiederverwertung von Landwirtschaftsabfällen und vermindern damit die Methanemissionen, eines Gases mit starkem Treibhauseffekt. Die am weitesten fortgeschrittene Anlage ist diejenige von Diesbach (BE), sie kann bereits in diesem Sommer in Betrieb genommen werden. Die Gesamtproduktion all dieser Anlagen zusammen wird sich auf jährlich 10 GWh Strom und 13 GWh Wärme belaufen.