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Der Medienmogul Rupert Murdoch hat vor einer Londoner Untersuchungskommission zur Presseethik seine Sicht zum Abhörskandal dargelegt. Seine Verbindungen zur britischen Machtelite spielte er herunter.
Befragt nach den Beziehungen seines Medienkonzerns News Corp. zu führenden Politikern bis hin zur früheren Premierministerin Margaret Thatcher erklärte Murdoch am Mittwoch, er wolle "mit einigen Mythen aufräumen".
Er sei nicht der "Sonnenkönig" der britischen Politik, sagte der gebürtige Australier, gab aber Einblicke in seine engen Kontakte zu Spitzenpolitikern über Generationen. Er habe Margaret Thatcher "bewundert", Tony Blair, der sogar der Patenonkel einer der Murdoch-Töchter ist, habe ihn "beeindruckt".
David Cameron habe er besonders für seinen Umgang mit seiner Familie geschätzt, sagte Murdoch. "Ich habe niemals einen Premierminister um irgendetwas gebeten", sagt er.
Murdoch bezeichnete Gerüchte als "unwahr", wonach er Cameron übelnehme, dass dieser die Untersuchungskommission im Zusammenhang mit dem Abhörskandal seiner Medien ins Leben gerufen habe.
Aufarbeitung des Skandals
Ziel des richterlichen Ausschusses ist es, Lehren aus der Affäre zu ziehen und Empfehlungen für einen neuen Pressekodex auszuarbeiten. Im Mittelpunkt des Skandals steht das inzwischen eingestellte Blatt "News of the World", dessen Reporter Anrufbeantworter von Prominenten, aber auch von Anschlags- und Entführungsopfern angezapft hatten.
Am Dienstag hatte Murdochs Sohn James vor der Kommission ausgesagt, vom Ausmass der Abhörmethoden nichts gewusst zu haben. Zugleich wurden neue E-Mail-Kontakte zwischen dem Medienkonzern und Beratern des konservativen Kulturministers Jeremy Hunt bekannt.
Dabei ging es um das später gescheiterte Projekt von News Corp., sämtliche Anteile des Bezahl-Fernsehkonzerns BSkyB zu übernehmen. James Murdoch erklärte, im Dezember 2010 mit Cameron über das Projekt gesprochen zu haben.
Die oppositionelle Labour-Party verlangte den Rücktritt von Hunt, der auch für die Olympischen Spiele in diesem Sommer zuständig ist. Am Mittwoch erklärte Hunts Berater Adam Smith seinen Rücktritt.
SDA-ATS