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Gewehr für die Impfung
BRIEF AUS DEN USA
Colorado war einer der Bundesstaaten, welcher das vom neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden gesetzte Impfziel erreichte. Bis zum Stichtag, dem 4. Juli, erhielten 70 Prozent der Erwachsenen mindestens die erste Dosis der Coronavirus-Impfung. Seit Mitte Mai können auch Jugendliche ab 12 Jahren geimpft werden.
Wie auch andere Bundesstaaten unternahm Colorado fast alles Mögliche, um die Leute dazu zu motivieren, sich in den Arm stechen zu lassen. Statt die Notgelder in teure Werbekampagnen zu investieren, veranstaltete Colorado eine Lotterie, bei der eine Million Dollar gewonnen werden konnte. Jeder Geimpfte nahm automatisch während fünf Wochen daran teil. Zusätzlich gewannen 25 Jugendliche je 50’000 Dollar zugunsten eines Studiums.
In manchen Bundesstaaten umfasste die Lotterie mehr als das Materielle. In Arkansas zum Beispiel konnten Jagd- und Fischerei- Lizenzen gewonnen werden. In Delaware gab es Tickets für Musikfestivals und Jahreskarten für den Besuch der State Parks zu gewinnen. Und wer sich in West Virginia impfen liess, konnte nicht nur einen beliebten Kleinlastwagen, sondern nebst einer Million Dollar auch eine massgeschneiderte Knarre dazu gewinnen.Angefeuert wurden die Impffreudigen dort vom Hund des Gouverneurs höchstpersönlich.
Einige Unternehmen kreierten auf eigene Faust allerlei Anreize, um die Zahl der Geimpften in die Höhe zu treiben. Vom gratis Bier über Frühstücksbrötchen bis zum Burrito gab es im Juni fast alles gegen den Vorweis das Impfausweises. Gar eine wochenlange Kreuzfahrt konnte gewonnen werden. United Airlines verloste Flugtickets. Im Bundesstaat Washington wurden während mehreren Wochen Joints verteilt. Dies ist in meinen Augen die Bestätigung, dass auch im Zeitalter einer globalen Pandemie in Amerika fast alles möglich ist.
All diese Bestrebungen haben die Leute aber nur mässig dazu motiviert, sich impfen zu lassen. Auch die Aussicht auf gratis Lebensmittel und der kostenlose Kinderhort veränderte die Meinung der Impfgegner nicht.
Die fünf glücklichen Gewinner in Colorado erhielten etwa 750’000 Dollar ausbezahlt. Dies reicht in Anbetracht des verrückten Häusermarktes gerade mal aus, um ein neues Eigenheim und einen neuen Minivan zu kaufen.
Regula Grenier * Die Einsiedlerin Regula Grenier- Flückiger (*1973) zügelte 2007 nach Denver im amerikanischen Bundesstaat Colorado, am Fusse der Rocky Mountains. Seit 2011 wohnt sie im Nachbarort Thornton. Dort kamen 2011 Sohn Cody Frederick und 2015 Tochter Stephanie Nova zur Welt.