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Exit Lear
Shakespeares "King Lear" erzählt die Geschichte eines Zerfalls. Der alte König übergibt die Macht an seine Töchter und erwartet im Gegenzug Achtung und Anerkennung von ihnen. Als er diese nicht bekommt, zerbricht er an dem Vertrauensbruch. Das Drama endet tragisch in einer Abfolge von Vergiftungen, (Selbst-)Morden und Attentaten. King Lear, am Anfang des Stücks noch im Vollbesitz seiner geistigen, weltlichen und sprachlichen Fähigkeiten, verwandelt sich innerhalb kurzer Zeit in ein ausgesetztes und umherirrendes Wesen. Er ist nunmehr ein gefallener Herrscher, ein ratloser und rastloser Wanderer im Sturm, eine dramatische Figur. Lear gerät ins Niemandsland zwischen seinen zwei Körpern: dem repräsentativen, königlichen Körper und seinem sterblichen Körper. Was ist ein Mensch nach dem Verlust seines gesellschaftlichen Status? Was verkörpert ein Schauspieler nach dem Verlust seiner Rolle auf der Bühne?
"Exit Lear" widmet sich dem Dilemma des doppelten Körpers, indem es den Fall von King Lear nachzeichnet und gleichzeitig den Zusammenbruch der theatralen Repräsentation mitprovoziert – der Schauspieler verliert wie King Lear seine Rolle auf der Bühne.
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Besetzung
Regie, Textfassung: Luise Voigt
Spiel: Malte Scholz
Sound: Katharina Stephan
Video: Juliane Kremberg
Bühne: Jennifer Sittler
Dramaturgie, Dokumentation: Daniel Franz
In Koproduktion mit dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaften Giessen und der Hessischen Theaterakademie.
Vorstellungen
31.8.2011, 21 Uhr, Kaserne Rosstall, PREMIERE, Marathon 1
3.9.2011, 21 Uhr, Kaserne Rosstall, Marathon 2
4.9.2011, 21 Uhr, Kaserne Rosstall
Zur Gruppe
Die Regisseurin Luise Voigt arbeitet für diese Produktion mit einer Gruppe aus Klang-, Video-, und Performancekünstlern zusammen, die alle am Giessener Institut für Angewandte Theaterwissenschaften studiert haben. Die Trennung zwischen TechnikerInnen und SchauspielerInnen, zwischen Bühnenmaschinerie und Repräsentation ist in dieser kollektiven Zusammenarbeit aufgelöst. Diejenigen, welche die Technik bedienen, agieren von der Bühne aus, und werden so zu einem gleichberechtigten und souveränen Teil der Inszenierung.
www.luisevoigt.de