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Neben einem reichen, blühenden
Kolorit zeigte er in der
Zeichnung und Modellierung der nackten
Körper zahlreicher
Kinder, die
mit
Flittern und
Blumen behangen an derSpitze derProzession aus dem Kirchenportal treten, eine vollendete
Meisterschaft, die auf gründlichen
Studien beruhte, von denen er später mehrere
Male größere Sammlungen ausstellte. Durch
die gleiche Feinheit und
Schärfe der Modellierung, durch geistreiche, lebendige
Zeichnung und durch Originalität der
Erfindung
errang die zweite größere
Schöpfung des Malers:
Frühling, eine hügelige, mit blühenden Obstbäumen
besetzte Küstengegend mit einem Ausblick auf das azurblaue
Meer, worin junge Mädchen in ausgelassener Lust mit
Kindern spielen,
auf der
PariserWeltausstellung von 1878 einen ungewöhnlichen Erfolg.
Auf dem Wege von der
Milchdrüse bis zum
Konsumenten unterliegt die Milch vielen Verunreinigungen. Aus dem
Euter
stammen
Blut- und Eiterkörperchen, die zuweilen in der Milch vorkommen, und in die gemolkene Milch gelangen
als
StaubMist- und Futterteilchen, welche nur zum Teile beseitigt werden, wenn man die Milch durch ein feines
Sieb gießt. Bringt
man dagegen die Milch in eine
Zentrifuge,
[* 15] so scheiden sich alle derartigen Beimengungen als sogen. Zentrifugalschlamm
ab, der leicht entfernt werden kann.
Vor allem scheinen einige bei höherer Temperatur verlaufende Milch- oder Buttersäuregärungen in dieser Hinsicht bedenklich
zu sein. Die Verunreinigungen der Milch mit Bakterien mahnen dringend genug vor dem Genuß unaufgekochter Milch. Die pathogenen Bakterien
werden durch anhaltendes Kochen getötet und auch der größte Teil der Gärungserreger wird vernichtet.
Sicherer ist das Sterilisieren, welches die größte Garantie darbietet, wenn es ordnungsgemäß ausgeführt wird.
Der bekannteste Sterilisierungsapparat ist der von Soxhlet in München.
[* 17] Die zu behandelnde Milch füllt man inFlaschen, welche
etwa 150 g fassen, bis etwa 1,5 cm unterhalb des Halses und verschließt die Flaschen mit einem durchlochten
Gummipfropfen. Dann stellt man sie in einen flaschenkorbartigen Einsatz und mit diesem in einen Kochtopf, der so viel Wasser
enthält, daß die Flaschen bis an den Hals in demselben stehen. Nachdem das Wasser 5 Minuten gekocht hat, verschließt man die
Öffnungen in den Gummipropfen durch Einstecken von Glasstäbchen, die vorher in heißem Wasser gereinigt
sind, und kocht noch 30-35 Minuten.
Dann läßt man erkalten und bewahrt die Flaschen an einem kühlen Orte auf. Bei Verabreichung der an ein Kind erwärmt man
sie bis zur Trinkwärme und vertauscht den Gummipfropfen mit dem sorgfältig gereinigten Saugpfropfen.
Verschlossen gebliebene Flaschen können ohne Bedenken am zweiten Tage gegeben werden. Allergrößte Sauberkeit der Flaschen,
Saughütchen und des Apparates ist zur Erzielung eines sichern Erfolges unbedingt geboten. Bei diesem Apparat werden die Flaschen
bei geöffnetem Topfe verschlossen, bei dem Apparat von Gronwald u. Öhlmann aber unter Luftabschluß.
Das Sterilisieren geschieht hier mit Dampf,
[* 18] welcher nicht allein die Luft im Apparat sterilisiert, sondern auch infolge seines
Druckes das Aufsteigen und Überkochen der Milch verhindert. Zum Verschluß benutzt man Korke oder den Fritznerschen Patentbügelverschluß.
Im letztern Falle sterilisiert man bei lose aufgesetztem Verschlußpfropfen, erfaßt die Druckbügel mit einem von
außen bewegbaren Druckstück und drückt sie in den geschlossenen Zustand herab.
Korke müssen schlank zugespitzt und am untern Ende eingekerbt sein; man setzt sie ebenfalls lose in die Flaschenmündung
und bringt ein Druckstück in solcher Höhe an, daß die im Dampfe quellenden Korke wohl gehoben werden, nicht aber aus den
Flaschenhälsen herausfallen können. Die sterilisierte Milch hat vor der nach dem Scherffschen Verfahren auf 120° erhitzten
Milch den großen Vorzug, daß sie in Geschmack und Farbe von frischer Milch sich durchaus nicht unterscheidet. Die sterilisierte
Milch säuert viel weniger leicht als gewöhnliche und ist, solange der Flaschenverschluß luftdicht bleibt, für
relativ lange Zeit unveränderlich.
Der Norweger Dahl hat ein Verfahren empfohlen, welches zum Konservieren der Milch in größerm Maßstab
[* 19] für die Bedürfnisse des
Handels und zur Verproviantierung von Seedampfern etc. dienen soll. Es besteht im abwechselnden
Erhitzen und Abkühlen der Milch auf verschiedene, genau angegebene Temperaturen. Die
Dauer der Operation beträgt 9 Stunden.
Chemikalien sollten zur Konservierung der Milch niemals angewandt werden. Reicht das Sterilisieren nicht aus,
so muß die Milch verdampft werden.
Soxhlet ist es nun gelungen, eine sterilisierte kondensierte Milch ohne Zucker und ohne jeden Zusatz darzustellen. Dieselbe wird
in der Fabrik Schüttendobel bei Harbatzhofen in den bayrischen AlgäuerAlpen
[* 29] durch die Gesellschaft für diätetische ProdukteEd. Loeflund u. Komp. bereitet. Die ganz frische Milch wird
sofort mit der Zentrifugalmaschine gereinigt und im Vakuum auf einen Trockensubstanzgehalt von möglichst genau 37 Proz. gebracht.
Die eingedickte Milch wird mittels einer besondern Maß- und Füllvorrichtung auf 1-2 g genau in Blechbüchsen
[* 30] gefüllt, die
man dann verlötet und unter Dampfdruck erhitzt, um sie völlig zu sterilisieren.
Eine Büchse enthält genau 330-332 g kondensierte Milch, welche, mit Wasser zu 1 Lit. verdünnt, eine Milch von normalem Gehalt an
Trockensubstanz liefert. Die Konserve, welche durch das angewandte Reinigungsverfahren vor allen ähnlichen Präparaten sich
auszeichnet, ist jahrelang haltbar, ohne sich in Geschmack, Farbe oder durch Rahmbildung zu verändern.
Sie eignet sich ganz besonders für die Ernährung von Kindern und Kranken und zur Bereitung besonders nährkräftiger Speisen,
welche eine möglichst große Menge von Milchsubstanz enthalten sollen, ebenso aber auch zur Verpflegung auf Schiffen, in den
Tropen oder in Ländern, wo frische Milch fehlt.
Bei der Verarbeitung der Milch hat die zuerst von dem Bayer Prandtl 1864 versuchte Benutzung der Zentrifugalmaschine
immer weitere Verbreitung gefunden. Nach Fleischmann geht die Entrahmung um so besser vor sich, je größer die Umfangsgeschwindigkeit
der Trommel ist, je wärmer die einfließende und je geringer die in einer bestimmten Zeit zu entnehmende Milchmenge
ist. In der Praxis hat sich gezeigt, daß eine Umfangsgeschwindigkeit der Trommel von 6-7000 m in der Minute und eine Milchtemperatur
von 35° die besten Resultate gibt.