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Seiner chem. Konstitution nach ist es deshalb als Trimethyloxyäthylammoniumhydroxyd:
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aufzufassen. Das Cholin ist ein nur schwierig krystallisierender, an der Luft zerfließlicher Körper, es reagiert
stark alkalisch und absorbiert Kohlensäure. Durch Oxydation entsteht aus dem ungiftigen Cholin giftiges Muscarin
oder eine dem letztern isomere Substanz.
Stetig abfließende Galle ist dünnflüssig; ist ihr Abfluß gehindert, so wird sie durch Wasserresorption dickflüssiger
und zugleich reicher an Schleim. Ihr spezifisches Gewicht schwankt zwischen 1,026 und 1,032. Die Farbe der in der Gallenblase
ist gelb, grün, braun bis schwarzbraun. An der Luft färbt sich die Galle grün, welche Farbe der Galle der Vögel
[* 6] und Pflanzenfresser
schon während des Lebens eigentümlich ist. Die charakteristischen Bestandteile der Galle sind die Gallensäuren
und die Gallenfarbstoffe.
Die spezifischen Bestandteile der Galle sind nicht als solche im Blut enthalten, sondern sie werden durch die Thätigkeit der
Leberzellen in diesen letztern erst gebildet, indem die Leberzellen aus dem Pfortaderblut gewisse Bestandteilein sich aufnehmen,
chemisch umwandeln und schließlich an die Gallenwege abgeben. Leber sowohl als Lebervenenblut besitzen eine sehr hohe Temperatur,
ein Beweis, daß in der Leber lebhafte Oxydationsprozesse verlaufen. Der Gallenfarbstoff bildet sich höchst wahrscheinlich
durch die vermittelnde Thätigkeit der Leberzellen aus dem Farbstoff der roten Blutkörperchen
[* 9] heraus.
Die Gallenbildung in der Leber ist zwar stetig, aber in Bezug auf ihre festen Bestandteile am reichlichsten,
wenn die Verdauung der Eiweißkörper auf ihrer Höhe angekommen ist, also etwa 3-8 Stunden nach einer Mahlzeit. Versuche haben
ergeben, daß die Menge der abgesonderten Galle wächst mit der Menge von Eiweißstoffen, welche in der Nahrung gegeben wird,
während reine Fettkost die Gallenmenge herabsetzt. Die Größe des in einer gewissen Zeit abgesonderten Gallenvolumens ist
abhängig von der Flüssigkeits- oder Blutmenge, welche in dieser Zeit durch die Blutgefäße der Leber strömt.
Eine blutarme Leber sondert wenig, eine blutreiche Leber viel ab. Die Menge Galle, welche ein erwachsener Mensch
durchschnittlich in 24 Stunden absondert, scheint nach neuern Beobachtungen etwa 550-650 g zu betragen, welchen etwa 20 g feste
Bestandteile (darunter 54 Proz. Gallensäuren) entsprechen. Die physiologische Bedeutung der Galle bezieht sich vorzugsweise auf
die Resorption der Fette im Darm. Eine chemische Einwirkung übt die Galle auf neutrale Fette nicht aus; dagegen
vermag sie die im Darm vorhandene Fettsäure, indem sie dieselbe an ihre Alkalien bindet, zu verseifen.
Freilich wird auf diese Weise kein großer Effekt erzielt, weil nur verhältnismäßig wenig Fettsäuren, welche aus der Fettzerlegung
durch den Bauchspeichel hervorgehen, im Darm vorhanden sind. Die Wirkung der Galle bei der Fettresorption ist
vielmehr eine vorwiegend mechanische. Die hat die höchst wichtige Eigenschaft, daß sie sich mit Fett sowohl als mit Wasser
zu mischen vermag. Indem nun die in den Darm ergossene in die Schleimhaut des Darms eingesaugt wird und die feinen Öffnungen
und Poren der Darmzotten erfüllt, macht sie den im Chymus suspendierten Fetten den Übergang in die Darmzotten
möglich. Das Fett kann eben nicht durch die Poren der Zellenwände hindurchgehen, welche mit Wasser durchtränkt sind, weil
sich Fett und Wasser nicht mischen können. Wenn aber die Poren der Zellenwände an Stelle des Wassers mit Galle erfüllt sind,
so kann das Fett, indem es sich mit der Galle mischt, durch die Zellenwände hindurchdringen. Man kann diesen Vorgang erläutern
durch zwei Papierfilter, von denen
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man das eine mit Wasser, das andre mit Galle tränkt; das erstere ist für Öl ganz undurchgängig, während das zweite dem Öl
den Durchtritt gestattet. Ebenso erleichtert die Galle den Durchgang von Fetten durch kapillare Röhren.
[* 11] Die Galle macht also die
Fettresorption mechanisch überhaupt erst möglich. Die Kotmassen erhalten von dem Gallenfarbstoff ihre
braune Farbe, auch verhindert die Galle die faulige Zersetzung der Kotmassen im Darm. Tiere, welchen man eine Gallenfistel anlegt,
durch welche die Galle nach außen abfließt, so daß in den Darm wenig oder gar keine Galle gelangt, zeigen sich außerordentlich
gefräßig und magern trotz massenhafter Nahrungsaufnahme sehr stark ab. Dies rührt davon her, daß,
wenn keine Galle im Darm vorhanden ist, auch kein Fett aus der Nahrung resorbiert werden kann.
Für die technische Benutzung muß die um sie vor Fäulnis zu schützen, so schnell wie möglich von Schleim
befreit werden. Man vermischt ganz frische Galle mit dem doppelten GewichtAlkohol, filtriert von dem abgeschiedenen Schleim und
dampft auf dem Wasserbad ein. Um die Galle zu entfärben, löst man den Rückstand wieder in konzentriertem
Alkohol, schüttelt mit Tierkohle, filtriert nach einigen Stunden und dampft ein. Der Rückstand ist weiß, läßt sich ohne
Zersetzung aufbewahren und wie frische Galle benutzen.
von kleinen Quellen herrührende feuchte Stelle in einem Acker (Naßgalle), die durch offene oder bedeckte Abzugsgräben
und Kesselgruben unschädlich gemacht wird; dann sandige oder moorige Stelle in sonst guten Feldern (Sandgalle
oder Brandacker), welche durch Abfahren des Sandes und Auffahren guter Erde verbessert werden
kann. - Wassergalle ist ein nicht
völlig ausgebildeter Regenbogen (s. d.); Windgalle, ein heller Fleck am Himmel,
[* 15] der Sonne
[* 16] gegenüber, gilt in der populären
Anschauung als ein Zeichen eines nahen Sturms. - Beim Metallguß bezeichnet man mit Gallen die Höhlungen
oder Lücken, welche durch die in der erstarrenden Metallmasse zurückbleibenden Gasblasen besonders dann entstehen, wenn
die Gußform keine besondern Windpfeifen hat. Diese Gallen werden beim Gußstahl durch das Hämmern flach zusammengedrückt
und erscheinen, wenn sie bei der Bearbeitung zu Tage treten, als Risse (Gallenrisse), die meist die Haltbarkeit
des Gegenstandes wenig beeinträchtigen. - Über in der Tierarzneikunde und in der Botanik s. Gallen.
2) Theodor, Kupferstecher, Sohn des vorigen, geboren um 1570, lernte bei seinem Vater, begab sich aber
später nach Italien
[* 19] und kehrte vor 1600 wieder nach Antwerpen zurück, wo er 1633 starb. Seine Stiche sind sehr zahlreich,
jedoch nicht von hervorragendem Wert.