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Weinanbau in Südafrika
Jedoch variiert das Klima von Region zu Region. Lagen in Küstennähe profitieren vom temperierenden Einfluss des Meeres. So liegt die für den Weinanbau Südafrikas so bedeutende Coastal-Region in einer trockenen, warmen Zone, in der im Sommer der Südwestwind für Abkühlung sorgt. Da das Wetter unbeständiger ist, variiert die Qualität jedoch Jahr für Jahr. Aus diesem Grund spielen Jahrgangsangaben eine durchaus gewichtige Rolle. In den sehr trockenen Weinregionen Südafrikas, beispielsweise Klein Karoo, reichen die Niederschläge nicht aus. Auch in der weiter im Landesinneren liegenden Breede-River-Valley-Region herrscht ein trockenes Binnenlandklima mit wenigen Niederschlägen und heissen Sommern. Grosse Bedeutung kommt daher der künstlichen Bewässerung zu. Gerade im Sommer betrifft dies weite Teile des Weinanbaugebiets Südafrika.
In Anlehnung an europäische Modelle der Herkunfts- und Qualitätskontrolle besitzt der Weinanbau Südafrikas ein Appellationssystem mit eigenen Begrifflichkeiten. Das Siegel «Wine of Origin» (WO) garantiert hohe Qualität und liefert gesicherte Angaben über Traubensorte, Jahrgang und Herkunft. Wer einen ausgezeichneten Tropfen aus Südafrikas Weinbau ergattern will, sollte daher auf die Herkunftsbezeichnung auf dem Etikett achten. Ein «Estate» ist eine Farm oder eine Verbindung von mehreren Farmen. Ein «Ward» ist ein Bezirk oder eine Gemarkung. Ein «District» ist ein zusammenhängendes Gebiet und kann aus mehreren Wards bestehen. Die Weinregionen Südafrikas können aus mehreren Districts und zahlreichen Wards bestehen. Die fünf «Regions» sind Boberg, Breede River Valley, Coastal-Region, Klein Karoo und Olifants River. Die «Geographical Unit» (GU) wurde 1993 eingeführt, es sind drei solcher grossen Bereiche registriert: die GU Western Cape, wo die meisten der Weinbau-Bereiche («Wine of Origin», WO) liegen; sie umfasst alle fünf Regions mit deren Districts und Wards. In der GU Northern Cape liegen das District Douglas sowie die drei Wards Hartswater, Lower Orange und Rietrivier. In der GU KwaZulu-Natal gibt es nur Versuchsanpflanzungen, aber keine WO-Bereiche.Districts in der Region Breede River Valley: Breedekloof, Worcester, Robertson, Swellendam; Districts in der Coastal-Region: Cape Point, Darling, Paarl, Stellenbosch, Swartland, Tygerberg; District in der Region Boberg: Tulbagh; District in der Region Klein Karoo: Calitzdorp; Districts in der Region Olifants River: Citrusdal Mountain, Citrusdal Valley und Lutzville Valley. Eigenständige Districts: Cape Agulhas, Overberg, Douglas und Walker Bay. Eigenständige Wards: Lower Orange und Ruiterbosch. Wards im District Paarl: Franschhoek, Wellington; in der Coastal-Region: Constantia; im District Tygerberg: Durbanville und Philadelphia.
Den roten Sortimentsbereich führt Cabernet Sauvignon an, gefolgt von Colombard, Syrah, Pinotage und Merlot. Im Zuge zunehmender Exporterfolge entdeckten die Winzer auch die 1925 in Südafrika entwickelte rote Kreuzung Pinotage wieder. Die rote Traube fühlt sich in trockenen und warmen Gegenden besonders wohl. Sie bringt körperreiche Weine mit hohem Zucker- und Säuregehalt hervor. Volle Frucht und intensive Beerenaromen verwöhnen den Gaumen. Diese Eigenschaften prädestinieren sie für einen grossflächigen Anbau. Chardonnay, Sauvignon Blanc und Chenin Blanc dominieren das weisse Sortiment. Weissweine aus dem Weinanbau Südafrikas sind von prickelnder Frische. Die Sauvignon Blancs fallen hier besonders fruchtig aus. Ihre spritzigen Aromen ähneln Zitrusfrüchten und Stachelbeeren. Vegetative und mineralische Nuancen verleihen dem Sauvignon vom Kap eine eigene Note. Die Chardonnays erhalten oftmals durch die Lagerung im Barrique einen ganz und gar abgerundeten Charakter. Auch die ursprünglich an der Loire beheimatete Bordeaux-Traube Chenin Blanc bringt im Weinbaugebiet Südafrika temperamentvolle Weine von gutem Körper hervor. Chenin Blanc dominiert den Anbau mit 18 Prozent, gefolgt von Sauvignon Blanc und Chardonnay.