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Der Luterbach macht der Gemeinde Oberburg schon länger Sorgen. Bereits 1987 richtete ein starkes Unwetter grosse Schäden an. Grund genug für die Gemeinde, zusammen mit der Stadt Burgdorf unter der Ägide des Kantons ein Hochwasserschutzkonzept zu erarbeiten, das nun in die letzte Phase geht. Im Frühsommer 2018 soll in diesem Rahmen ein Rückhaltebecken für den Luterbach entstehen. Ausserdem wird der heute stark eingeengte Bach revitalisiert.
Durch Oberburg fliesst der Luterbach, der in den Oberburgbach mündet und das historische Kanalsystem von Burgdorf speist. Vor Oberburg fliesst aber auch noch der Krauchtalbach in den Luterbach. Wenn nun aus diesen beiden Bächen eine grössere Menge an Wasser kommt, sind die Bäche in Oberburg und Burgdorf schnell überlastet. Es droht zu Ausuferungen zu kommen. Bei schweren Unwettern in den Jahren 1987 und 2000 entstanden durch solche Überflutungen hohe Schäden. Das in den 1990er Jahren für den Krauchtalbach gebildete Poldersystem reichte nicht aus, um die Hochwasser in Oberburg genügend zu reduzieren.
Die für die Gewässer zuständige Schwellenkorporation Oberburg gab daraufhin eine Machbarkeitsstudie für den Luterbach in Auftrag. Untersucht wurden die Möglichkeiten zur Dämpfung der Hochwasserspitzen durch Rückhaltebecken, aber auch der Ausbau des Baches im Dorfgebiet mit ökologischer Aufwertung. Nach einigen Zwischenetappen hat man sich schliesslich im Sommer 2011 auf ein Projekt geeinigt, das beide Aspekte beinhaltet.
Der rund zwölf Meter hohe Rückhaltedamm soll an der engsten Stelle am Talausgang des Luterbaches entstehen. Die Luterbachstrasse wird über den neuen Damm geführt und passt sich optimal in die bestehende Landschaft ein. Allerdings liegt der oberste Teil der neuen Strasse im Stauraum des Wassers, wo sie durchschnittlich alle 20 Jahre einmal überflutet wird. Dies hat sich während der langen Planungsphase als beste Lösung herausgestellt. Die Revitalisierung erfolgt zwischen Rückhaltebecken und Oberburg, wo zum einen das Bachbett etwas von der Strasse weg verschoben wird, und zum anderen das Abflussprofil optimiert werden soll.
Mit dem Abschluss des Projekts wird der Hochwasserschutz in der Region weitgehend sichergestellt sein. Der Luterbach wird auch weiterhin durch Oberburg fliessen. Nur etwas weniger wild und ungestüm als vorher.
Fakten zum Projekt
Zeitraum
- 2018 bis 2020: Abschnitt A-B (Strasse, Damm, Fischbach, Erstellen Installationsplatz Mattenhof)
- 2020 bis Mitte 2021: Abschnitt C (Revitalisierung Luterbach, Rückbau Installationsplatz Mattenhof)
Hauptkubaturen
- Dammschüttung: 45‘000 m3
- Neubau Luterbachstrasse: 730 m
- Bachrevitalisierung: 770 m
- Beton: 1’400 m3
- Blocksteine: 6’000 t
Kosten
- Baumeisterkosten der Abschnitte A-C ca. CHF 6'850'000
- Gesamtkosten ca. CHF 14'800'000