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Schon im Umreis von 120 Kilometern ist das Leben verwirrend. Liechtensteins Landesfürst Hans-Adam II. lässt sich jetzt öffentlich Monarch nennen und bezeichnet die Monarchie als Staatsform der Zukunft. Für die wenigen Liechtensteiner, deren politische Energie ohnehin erschöpft ist, mag dies zutreffen, aber für den Rest der Welt auch?
Bleiben wir in Bern, wo Demokatie auf der Hülle des Bundeshauses angezeigt wird. Dort hat während Jahrzehnten ein Monarch eigener Art residiert: Dr. Urs Staub, gerne Sonnenbrillen tragender Chef der Sektion Museen und Sammlungen im Bundesamt für Kultur. Da dieses Bundesamt vorzugsweise schwächere Leiter hat, wovon der letzte mühsam nach Paris expediert wurde, ist es kein Wunder, dass man den, wie sich jetzt herausstellt, falschen „Dr.“ Staub so lange gewähren liess. Er verteilte Steuergelder in vielfacher Millionenhöhe an Künstler und Künstlerinnen, deren Ruf nicht zuletzt durch jene Ausstellungen gestützt wurde, die er mit Steuermillionen finanzierte.
Ein Monarch, der sich selber zum Monarchen macht, ein hoher Staatsbeamter, die sich einen Doktortitel zuschreibt, den er nie verdient hat. In einer wirklichen Demokratie, wo jeder Verantwortung übernimmt, wäre dies nicht möglich; weshalb die Vermutung gilt, dass dies, wie im alten Athen, das auch nur eine halbe Demokratie war, eine Bevölkerung von maximal 6000 Einwohnern das Maximum für Demokraten darstellt. Wo mehr als 6000 Menschen wohnen, entwickeln sich Monarchien der einen oder anderen Art.