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Die „Drehungen“ der Erde
Der Planet Erde kennt verschiedene Arten von „Drehungen“ (Rotationen). Da ist zuerst die Drehung um die Sonne, die auch Umlaufbahn der Erde genannt wird. Die Erde benötigt ungefähr ein Jahr, bis sie die Sonne einmal umrundet hat. Dieser Drehung und der Neigung der Erdachse verdanken wir die Jahreszeiten. Die zweite Drehung ist die der Erde um sich selbst, vergleichbar mit einem Kreisel. Diese als Erdrotation bezeichnete Drehung wird uns noch weiter interessieren, da sie ungefähr 24 Stunden dauert und für den Wechsel zwischen Tag und Nacht verantwortlich ist. Die Uhrzeit ist nicht überall auf der Erde gleich: Während auf der einen Hälfte der Welt die Sonne scheint, ist auf der gegenüberliegenden Seite Nacht.
Die Zeitzonen
Dieses Phänomen spielte früher lange keine Rolle. Es wurde erst dann zu einem ernsthaften Problem, als die Vorrichtungen zur Messung der Zeit sich präzisierten und die Transportmittel schneller wurden. Vor allem Reisende wurden in ihrer Geduld auf die Probe gestellt, da es keine Seltenheit war, dass die am Abreise- und Ankunftsort geltenden Uhrzeiten verschieden waren. Städte und Dörfer entschieden selbst, welche Form der Zeitmessung an diesem Ort gültig war. So konnte es vorkommen, dass eine Uhr auch bei kurzen Reisen scheinbar plötzlich um mehrere Minuten nach- oder vorging, wenn ihr Besitzer seine eigene mit den Uhren am Ankunftsort verglich.
Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der Italiener Giuseppe Barilli die Idee, die Erdoberfläche in verschiedene Zonen einzuteilen und damit die Zeit zu vereinheitlichen: die Geburtsstunde der Zeitzonen. Diese Zeitzonen beziehen sich auf das bereits früher eingeführte System der Längengrade, auch Meridiane genannt. Die Zeitzonen sind folglich unsichtbare Bänder, die vom Nord- bis zum Südpol reichen und je eine unterschiedliche Zeit repräsentieren. Ende des 19. Jahrhunderts schlug Sandford Fleming ein System mit 24 Zeitzonen vor und wählte als Bezugslinie den Meridian von Greenwich, der auf der Höhe von England liegt. Er wird auch als Nullmeridian bezeichnet, nach dem sich alle anderen Zeitzonen richten. In Flemings System entspricht jede der 24 Zeitzonen einer Stunde des Tages. Das ursprünglich so einfache System ist heute jedoch um einiges komplizierter und um mehrere Zeitzonen reicher, da in einigen Ländern viertel- oder halbstündige Zeitverschiebungen gelten.