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Fischerei: EU-Kommission beschließt Fangquotenkürzung wegen Überfischung
Die EU-Kommission kürzt die Fischereiquoten der EU-Staaten, die im vergangenen Jahr mehr Fisch gefangen haben als erlaubt.
Dazu gehört auch Deutschland. „Niemand sollte sich der Illusion hingeben, daß Überfischungen toleriert werden“, sagte EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki heute (Mittwoch) in Brüssel.
„Mit den Abzügen will ich dazu beitragen, das Hauptziel der Gemeinsamen Fischereipolitik zu erreichen: die langfristige Nachhaltigkeit der europäischen Fischereien.“
Deutsche Fischer dürfen demnach etwa 460 Tonnen Makrele, 1,4 Tonnen Scholle und 0,7 Tonnen Dornhai weniger fangen als ursprünglich vereinbart. Die mit Abstand größten Abzüge erhält jedoch Spanien, allein für die Bastardmakrele insgesamt über 12.000 Tonnen.
Die Kommission kann durch die Abzüge Schäden, die den überfischten Beständen im Vorjahr zugefügt wurden, sofort ausgleichen. Erstmals werden die Abzüge in diesem Jahr sogar um 50 Prozent erhöht, wenn EU-Staaten den selben Bestand wiederholt (2009, 2010 und 2011) überfischt haben.
Die Abzüge werden auf der Grundlage von für alle geltenden öffentlichen Leitlinien an denselben Beständen vorgenommen, die überfischt wurden. Das ist der Zweck der heutigen Verordnung.
Hat ein Mitgliedstaat jedoch keine Quoten für die überfischten Bestände, so können die Mengen von den Quoten für andere Bestände in demselben geografischen Gebiet abgezogen werden.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß Rückwürfe (das Zurückwerfen wertvoller Fische ins Meer) in gemischten Fischereien vermieden werden müssen. Die Kommission wird im Laufe des Jahres nach Anhörung der betreffenden Mitgliedstaaten die Verordnung für die Abzüge von anderen Beständen vorlegen.
Hintergrund
Rechtsgrundlage für die Abzüge ist die Verordnung (EG) Nr. 1224/2009. Sie ermächtigt die Kommission, Abzüge von künftigen Quoten der Mitgliedstaaten vorzunehmen, die ihre Quoten, überfischt haben.
Um die Nachhaltigkeit der Bestände sicherzustellen, werden dabei bestimmte Multiplikationsfaktoren gemäß Artikel 105 Absätze 2 und 3 der Verordnung angewandt.
(Quelle, mehr zum Thema Fisch: Fisch24.ch)