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Rund zehn Jahre ist es her, dass Olivier Moos zum Arzt ging und sich Medikamente gegen seine Schlafstörungen holen wollte. Der Abschluss eines wichtigen Projekts stand an, Moos hatte eine Woche lang kein Auge zugetan. Sein Körper habe einfach nicht herunterfahren können, sagt er heute. «Der Arzt hat schnell gemerkt, dass ich nicht einfach nur Schlafstörungen hatte», sagt Moos. «Sondern dass mit mir etwas grundsätzlich nicht stimmt.»
Damals war er 33 Jahre alt und arbeitete als SAP-Berater bei einer IT-Firma. Der Job war fordernd: Moos arbeitete oft bis spät in den Abend hinein, auch am Wochenende. Er musste ständig weite Geschäftsreisen machen, hatte kaum Freizeit. Als er seinem Arzt von diesem Berufsalltag erzählte, war die Diagnose schnell klar: Moos hatte eine Erschöpfungsdepression – heute würde man wohl von Burnout sprechen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Burnout als «Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz konzeptualisiert wird, der nicht erfolgreich bewältigt wurde».