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Apropos
Spyware und die Gefährdung der Freiheit
Oktober 2019
Der kanadische Politikwissenschaftler und Direktor des Citizen Lab an der Universität Toronto, Ronald Deibert, sprach an der 49. Economic Conference der Progress Foundation am 17. Oktober in Zürich über seine Forschungsarbeit. Deibert verfolgt weltweit, wie Informations- und Kommunikationstechnologien unter dem Deckmantel der nationalen Sicherheit eingesetzt werden, um Macht zu sichern – auch in Demokratien.
In seinem Referat zeigte Deibert, dass viele Staaten heutzutage systematisch Spionagesoftware einsetzen – auch zur Überwachung von missliebigen Personen. Menschenrechtsaktivisten, Journalisten oder oppositionelle Politiker geraten so ins Kreuzfeuer der regierenden Macht. Deibert veranschaulichte an konkreten Beispielen, wie mit spezieller Software versucht wird, Zugriff auf die Computer und Handys der Zielpersonen zu erlangen.
Hätten zuerst viele Leute gemeint, durch Big Data werde das Internet demokratisiert, zeige sich jetzt, dass die neuen Technologien auch zur Unterminierung der Demokratie verwendet würden, meinte Deibert. Dieser zunehmende Einsatz von Spionagesoftware sei nicht nur deshalb gefährlich, weil dadurch die Freiheit eingeschränkt werde. Vielmehr stelle er eine Bedrohung der Demokratie dar. In immer mehr Staaten entwickelten sich autokratische Züge und die international weitgehend noch völlig ungeregelte Verwendung von Spionagesoftware erlaube es antidemokratischen Kräften, mit relativ wenig Aufwand (bspw. auf sozialen Medien) Desinformationen zu verbreiten.
Hier finden Sie die Folien von Ronald Deiberts Präsentation: