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verkürzen das Leben
Soft Drinks sind nicht gut für die schlanke Linie – das ist sicherlich keine neue Erkenntnis. Aktuelle Beobachtungsstudien zeigen jedoch, dass der regelmässige Konsum von gesüssten Getränken die Sterblichkeit deutlich erhöht. Dabei haben süssstoffhaltige Light-Produkte einen ebenso negativen Einfluss wie die zuckerhaltige Alternative.
Die Lust auf Süsses ist uns in die Wiege gelegt. Während giftige Pflanzen häufig bitter schmecken und saure Früchte oftmals unreif sind, ist der süsse Geschmack durchwegs positiv behaftet. Dies hat auch damit zu tun, dass Süsse ein Indikator für Kalorien in Form von Kohlenhydraten ist - eine evolutionär betrachtet überlebenswichtige Information. Kein Wunder also, dass sich Süssgetränke grosser Beliebtheit erfreuen. Gemäss einer nationalen Ernährungserhebung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit trinken die Schweizer täglich etwa 2.4 Deziliter Süssgetränke. Männer konsumieren dabei fast doppelt so viel wie Frauen und 15- bis 34-Jährige doppelt so viel wie über 50-Jährige.
Drei Studien – ein Ergebnis
Die Beliebtheit von Süssgetränken warf bei Forschern die Frage auf, ob sich diese auf die Sterblichkeit auswirken. Gleich drei internationale Studien analysierten deshalb einen möglichen Zusammenhang zwischen Mortalitätsrate und regelmässigem Konsum von süssen Getränken.
In einer sekundären Analyse der REGARDS-Studie wurden die Daten von 13'440 erwachsenen Amerikanern ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass das Sterberisiko mit zunehmendem Konsum von Süssgetränken steigt. Dies gilt nicht nur für Soft Drinks, sondern auch für Säfte mit 100% Fruchtanteil. Die erhöhte Sterblichkeit ist dabei primär auf kardiovaskuläre Todesursachen zurückzuführen, wie eine weitere Untersuchung in den USA mit mehr als 37'000 Männern und über 80'000 Frauen nach einem Beobachtungszeitraum von 34 Jahren zeigt.
Die bislang grösste Untersuchung zu dieser Thematik wurde in 10 europäischen Ländern durchgeführt und umfasste über 450'000 Personen. Hierbei konnte beobachtet werden, dass Personen, die täglich zwei oder mehr Gläser Soft Drinks konsumieren, ein um 17% höheres Sterberisiko aufweisen als diejenigen, die monatlich weniger als ein Glas trinken. Dabei erhöhten sowohl zucker- als auch süssstoffhaltige Getränke die Mortalitätsrate. So verstarben Personen, die Soft Drinks mit künstlichen Süssungsmitteln konsumierten, um 52% häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Personen, die auf zuckerhaltige Getränke zurückgriffen, um 59% häufiger an Erkrankungen des Verdauungssystems.
Noch kein endgültiger Beweis
Obwohl die Studien einen klaren Zusammenhang zwischen dem Konsum von Süssgetränken und der Mortalitätsrate zeigen, kann damit keine direkte Kausalität nachgewiesen werden. So könnten weitere Faktoren eine Rolle spielen, wie beispielsweise ein generell ungesünderer Lebensstil. Obwohl die Untersuchungen teilweise statistische Korrekturen für solche Effekte vornahmen, kann dies in Beobachtungsstudien nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Dafür wären randomisierte Studien nötig, die bei Ernährungsfragen jedoch schwer durchführbar sind. Trotzdem sind die Ergebnisse sicher ein guter Anreiz, anstatt zum Süssgetränk zukünftig vielleicht öfter mal zu einem Glas Wasser zu greifen.
Literatur
1. Geschichte des Zuckers: Das Laster aus der Steinzeit. https://www.zeit.de/2010/22/E-Zucker
2. Indikatorensammlung zum Monitoring-System Ernährung und Bewegung (MOSEB) im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit. Indikatorenbericht. Stand Juni 2017
3. Collin, L.J., et al., Association of Sugary Beverage Consumption With Mortality Risk in US Adults: A Secondary Analysis of Data From the REGARDS Study. JAMA Netw Open, 2019. 2(5): e193121
4. Malik, V.S., et al., Long-term consumption of sugar-sweetened and artificially sweetened beverages and risk of mortality in US adults. Circulation, 2019. 139(18): 2113-2125
5. Mullee, A., et al. Association between soft drink consumption and mortality in 10 European countries. JAMA Intern Med, 2019: e192478