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Die Belastung von Flüssen und Bächen durch Nährstoffe ist in der Schweiz stark zurückgegangen. Punktuelle Zielwertüberschreitungen im Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet werden nach wie vor beobachtet, die Zielvorgaben des internationalen Gewässerschutzes am Rhein wurden für Nitrat noch nicht erreicht.
Die Wasserqualität der Oberflächengewässer hat sich seit den 1970er-Jahren in Bezug auf Nährstoffe stark verbessert, die Belastungen sind substanziell zurückgegangen. Doch bei etwa 10% der Messstellen der Nationalen Beobachtung Oberflächenqualität (NAWA) werden die Zielvorgaben nicht erfüllt. Grund ist der grosse anthropogene Nutzungsdruck vor allem im Landwirtschaft- und Siedlungsgebiet. Wegen den Überdüngungserscheinungen der 1980er-Jahre wurde auch im internationalen Kontext (OSPAR) eine Strategie zur Nitrat- und Phosphorreduktion entwickelt. Im Gegensatz zum Phosphor ist das Reduktionsziel für Nitrat noch nicht erreicht worden.
Problematisch ist die Situation in kleineren Bächen, in denen gereinigtes Abwasser bei der Einleitung nur wenig verdünnt wird. Auch kommen Unfälle (z.B. Gülleunfälle) immer noch vor (akute Bedrohung).
Rückgang der Phosphorkonzentrationen
Die Messreihen der Nationalen Daueruntersuchung NADUF zeigen, dass die Phosphorkonzentrationen in Flüssen und Bächen in den vergangenen Jahren stark abgenommen haben. Wie die Seen waren auch die Fliessgewässer seit den 1950er-Jahren stark überdüngt. Die verbesserte Abwasserreinigung und das Phosphatverbot für Textilwaschmittel führten zuerst zu einer Reduktion der Phosphorbelastung in den Seen und später auch in den Fliessgewässern. Im Rhein bei Basel zum Beispiel hat der Phosphor zwischen 1990 und 2003 um etwa 35% abgenommen. Da der Rhein rund zwei Drittel der Fläche der Schweiz entwässert, ist diese Entwicklung repräsentativ für einen grossen Teil des Landes.
Anforderungswert bei Nitrat überschritten
Nitrat stammt zum grössten Teil aus der Landwirtschaft und wird besonders im Grundwasser nachgewiesen. Auf diesem Weg und über Oberflächenabschwemmungen gelangt es auch in die Bäche und Flüsse.
Nationale Messprogramme zur Wasserqualität
Um die Belastung der Fliessgewässer mit Nähr- und Schadstoffen zu überwachen, werden Flüsse und Bäche im Rahmen der Nationalen Beobachtung Oberflächengewässerqualität (NAWA) und der kantonalen Messprogrammen an über 400 Messstellen untersucht. Die Beobachtungen erfolgen auf mehreren Ebenen: Das Messprogramm TREND zur Dauerbeobachtung bietet einen langfristigen Überblick über den Zustand der Schweizer Fliessgewässer. Mit dem zeitlich beschränkten Messprogramm SPEZ werden spezifische Fragestellungen geklärt und problembezogene Spezialbeobachtung durchgeführt.
Die Nationale Daueruntersuchung der schweizerischen Fliessgewässer (NADUF) verfolgt im Rahmen des NAWA die Entwicklung der Wasserinhaltsstoffe in ausgewählten Flüssen. Seit Mitte der 1970er Jahre werden grössere, mittlere und seit 2006 auch kleinere Fliessgewässer kontinuierlich untersucht.
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Letzte Änderung 10.09.2018