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Mittwoch, 11. Juni 2008
Meine Geschichte des MilitärradesIn einer Sonderausstelung des "Museums im Zeughaus" in Schaffhausen findet zur Zeit eine Ausstellung Über die Radfahrer in der Schweizer Armee statt. Den Artikel habe ich heute in der NZZ gefunden. Weil ich selber in jungen Jahren einmal dieser Truppe angeh?rte, sei mir verziehen, wenn ich heute einfach so aus der Zeitung zitiere:
Nebst dem milit?rischen Sinn und Zweck der Radfahrer im Milit?r interessierte mich vor allem die Geschichte des Fahrrades:
Die ersten Velofahrer der Schweizer Armee waren leicht ausgerüstet. Und zu dieser Leichtigkeit des milit?rischen Seins gehörte, dass man sein Velo gleich selbst mitbrachte. Fahrr?der waren technisch der letzte Schrei und entsprechend teuer. Moderne Niedrigr?der mit Kettenantrieb zum Hinterrad gab es n?mlich erst wenige Jahre, und bis sich der 1888 vom Engl?nder J. B. Dunlop erfundene Luftreifen durchsetzte, dauerte es noch eine ganze Weile. Die ersten Armee-Radfahrer, von denen eine ?kr?ftig gebaute Lunge und ein gesundes Herz? gefordert waren, rollten noch auf Vollgummireifen. Schnell waren sie trotzdem, und deshalb setzte man sie als Meldefahrer ein und gab ihnen sogar Brieftauben mit auf die ungeteerten Wege. - Im Lauf der Zeit mutierten die Radfahrer zu einer Kampftruppe mit zunehmend schwererer Bewaffnung. Sie dienten anf?nglich in der Infanterie, wurden 1936 der Kavallerie und später den mechanisierten Verb?nden zugeteilt. 1905 wurde das Ordonnanzfahrrad eingef?hrt, das 90 Jahre in kaum ver?nderter Form im Einsatz war. Erst ein Jahrzehnt vor der Aufl?sung der Radfahrertruppe im Jahr 2003 wurde dieses legend?re schwarze Stahlross von einem neuen Modell abgelöst. Es war l?ngst zum Lastesel mutiert, transportierte statt Brieftauben und Revolver schwere Funkausr?stungen und Panzerabwehr-Lenkwaffen.
Zu meiner Zeit, mitte der 70er Jahre bis zur milit?rischen Fr?hpensionierung als Radfahrer, immerhin noch im zarten Alter von 32 Jahren, und angeblich um Probleme mit Herz und Lunge zu vermeiden, ritten wir das erw?hnte Stahlross. Wobei nie ganz klar ist, wer wen mehr geplagt hat, Sicher hat uns das Rad mit seinem Gewicht und seiner aufgeb?rdeten Last manchmal ganz schön leiden lassen, andererseits aber haben auch wir wieder zurückgeschlagen. Denn es gab kaum einen Weg, eine Wiese, Passstrasse, oder gar Treppe, wo man nicht hinunterfahren konnte. Kein Fully, ungefedert immer voll auf die Handgelenke und in die Knie. Als Ordonanzfahrrad hatte es natürlichauch eine ordonanzm?ssige übersetzung. Vorne 50 hinten 20 Z?hne. Dies wurde beispielsweise vor Radrennen gepr?ft.
Bremsen waren auch ein Thema. Vorne ein Gummikl?tzchen, welches auf den Reifen gedr?ckt wurde und fürchterliche Pfeiffger?usche von sich geben konnte. Damit wurde man in NachtÜbungen immer besonders beliebt. Hinten ein R?cktritt und eine Trommelbremse. Beide hatten so ihre Tücken. Bei längeren Bergabfahrten konnte es passieren, dass die Trommelbremse "verglaste" und ihre Wirkung nach Null zustrebte. Der R?cktritt konnte sich bei entsprechender Reibungshitze entweder so mit dem Rad verschweissen, dass er zum Starrlauf wurde, oder regelrecht aus der Radnabe sprang. In beiden F?llen wurde es für den Radfahrer meist sehr ungem?tlich und endete in der Regel mit einem Sturz. Das Stahlross landete daraufhin beim Velomech und der Fahrer im Sanit?ts-Pinzgauer.
Die richtige Radfahrerpr?fung, der Tag an dem der Rekrut zum Radfahrer wurde, bestand damals aus einem sogenannten Radmarsch über gut 100 Kilometer. Da ich in der Sommer-RS unterwegs war konnten wir im Tenue Blau fahren (glaub's), mussten aber die ganze Bewaffnung mit uns herumschleppen, wenigstens über den grüssten Teil der Strecke. Weil wir eine sportliche Truppe waren (sagte man uns wenigstens immer wieder), mussten wir jeweils am Samstagmorgen noch vor dem Abtreten für das Wochenende, ein Radrennen hinlegen. Manchmal mit so besonderen Überraschungen wie Gas-Alarm und anschliessend mit Schutzmaske im Gesicht die letzten paar Kilometer zur Kaserne hinauffahren. Velorennen nach Art der Steher gab es auch. Statt des Motorrades hatten wir allerdings zuvorderst an der Einerkolonne der Radfahrer den Opel des Kommandanten. Alles angeblich als Vorbereitung für das ulimative 100KIM - Milit?rradrennen von St. Gallen nach Zürich, welches man ja als richtigen Milit?rradfahrer mindestens einmal gefahren haben muss.
von Urs, am 11.06.08 um 22:40
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erhaltene Kommentare:
Interessant… Ich wollte schon lange mal einen Beitrag zum Milit?rfahrrad machen. Hat sich nun er?brigt. Danke!eingetragen von Spoony am 15.06.2008 um 16:43
meine letzten Trainings, eingesendet an Sportstracklive:
Meine letzten Fahrten, eingesendet bei Strava:
Meine Fahrten über Pässe (seit März 2012), registriert bei Quäldich:
Den Winter überstehen in der Gruppe
und als Einzelfahrer
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