Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03599.jsonl.gz/2582

{"url":"https://www.zooplus.ch/magazin/katze/katzengesundheit-und-pflege/verstopfung-bei-katzen","title":"Verstopfung bei Katzen","mag_id":242717,"is_single":true,"cat_name":"Katze","sub_cat_id":1722,"sub_cat_name":"Katzengesundheit und Pflege","cat_id":1547}
Kleine, harte Kotballen sind ein erstes Anzeichen einer Verstopfung bei Katzen.
Die Katze geht wie gewohnt auf ihre Toilette, Sie finden danach aber nur ein paar harte Kügelchen im Katzenklo? Ihre Katze könnte unter einer Verstopfung leiden. Woran Sie eine Verstopfung bei Katzen erkennen, wie Sie Ihrer Büsi am besten helfen und wie Sie dem Problem vorbeugen lesen Sie im folgenden Artikel.
Eine Verstopfung ist bei Katzen keine Seltenheit. Trotzdem sollten Sie die Anzeichen einer Verstopfung immer ernst nehmen. Denn aus einer Verstopfung (Obstipation) kann schnell eine Kotstauung (Koprostase) entstehen. Dann handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall.
Weiterhin entsteht durch die Überdehnung schnell eine dauerhafte Erweiterung des Dickdarms, ein sogenanntes Megacolon. Die Katze hat dann ein Leben lang Probleme.
Ursachen: Wie kommt es zur Verstopfung bei Katzen?
Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen für eine Verstopfung bei Katzen:
Ernährung: Ballaststoffarme Ernährung und reduzierte Flüssigkeitszufuhr führen zu einer Verhärtung des Kots
Fremdkörper: Haarballen (Trichobezoare) oder andere verschluckte Gegenstände können den Darm teilweise oder vollständig blockieren. Eine vollständige Blockade der Darmpassage ist ein absoluter Notfall!
Übergewicht und mangelnde Bewegung führen zu einer verlangsamten Darmpassage.
Gelenk- und Wirbelsäulenprobleme: Hat die Katze Schmerzen beim Kotabsatz wird sie diesen so lang wie möglich hinauszögern wollen. Der Körper entzieht dem Kot immer mehr Flüssigkeit, es entsteht eine Verstopfung.
Verengungen des Darms aufgrund von Tumoren oder Entzündungen (z. B. durch Parasitenbefall)
Medikamente: manche Medikamente hemmen die Darmbewegungen (z. B.: Beruhigungsmittel, Opioide)
Andere Erkrankungen, die mit einem gestörten Flüssigkeitshaushalt einhergehen (z. B.: Diabetes oder Nierenerkrankungen)
Sie sehen, die Liste der möglichen Ursachen ist lang. Dies erklärt wohl auch, warum eine Verstopfung bei Katzen relativ häufig vorkommt.
Symptome: Wie äussert sich eine Verstopfung bei Katzen?
Aber wie erkennen Sie jetzt, dass Ihre Katze an einer Verstopfung leidet? In manchen Fällen ist es gar nicht so einfach, dem Problem auf die Spur zu kommen.
Normaler Katzenkot ist zigarrenförmig. Sind die Kotballen hingegen eher fest und rund ist dies ein erstes Anzeichen für eine Verstopfung. Zusätzliche Hinweise sind ausserdem Lautäusserungen beim Toilettengang und Unruhe der Katze.
Reagiert die Katze empfindlich, wenn Sie sie in der Bauchregion streicheln wollen ist dies ein Anzeichen für Bauchschmerzen. Zudem stellen viele Katzen die Futteraufnahme ein, wenn Sie unter einer Verstopfung leiden.
Hält die Verstopfung weiter an, sind Erbrechen und Austrocknung noch weitere Symptome.
Diagnose: Welche Untersuchungen macht der Tierarzt?
Die wichtigste Aufgabe des Tierarztes ist es, die Ursache für die Verstopfung bei Ihrer Katze zu finden. Denn je nach zugrundeliegender Ursache unterscheidet sich auch die Behandlung.
Im Rahmen der Besitzerbefragung (Anamnese) fragt der Tierarzt beispielsweise nach, ob Ihre Katze in letzter Zeit entwurmt wurde, unter Durchfall gelitten hat oder bestimmte Medikamente bekommen hat.
Auch die Allgemeinuntersuchung der Katze gibt weitere Hinweise auf die mögliche Ursache. Bei einer Katze deren Allgemeinuntersuchung noch recht unauffällig ist, ist der Grund für die Verstopfung wahrscheinlich auch leicht zu beheben.
Ist das Allgemeinbefinden der Katze allerdings schon sehr beeinträchtigt, wird der Tierarzt weitere Untersuchungen wie Röntgen oder eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Eine zusätzliche Blutuntersuchung gibt Aufschluss über den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt der Katze und gibt möglicherweise Hinweise auf eine andere zugrundeliegende Erkrankung.
Therapie: Wie wird eine Verstopfung bei der Katze behandelt?
Die Behandlung einer Verstopfung richtet sich immer nach der zugrundeliegenden Ursache. Bei leichteren Verstopfungen reichen oft schon einfache Massnahmen. Das erste Ziel ist immer, den verhärteten Kot aus dem Darm zu entleeren, also den Stuhlgang anzuregen.
Ist eine beispielsweise eine ballaststoffarme Ernährung oder Flüssigkeitsmangel der Grund für die Verstopfung, helfen der Katze Abführmittel oder ein kleiner Einlauf. Versuchen Sie aber keinesfalls Ihrer Katze selbst mit Medikamenten aus der Apotheke einen Einlauf zu verabreichen. Nicht jedes Mittel, das für den Menschen geeignet ist, ist für die Katze ungefährlich.
Was wirkt abführend bei Katzen?
Ist das Allgemeinbefinden Ihrer Katze noch sehr gut, können Sie mit ein paar Hausmitteln versuchen, den Stuhlgang anzuregen. Hierfür eignen sich Milch, Flohsamen oder Weizenkleie.
Über das Maul verabreichtes Paraffinöl wirkt wie ein Gleitmittel und erleichtert die Darmentleerung. Allerdings sollte Paraffinöl immer nur auf tierärztlichen Rat und bestenfalls von einem Experten verabreicht werden, denn verschluckt sich die Katze, löst dies unter Umständen eine schwere Lungenentzündung aus.
Was macht der Tierarzt bei schwerer Verstopfung?
Ist der Kot schon sehr verhärtet oder befinden sich grosse Mengen harten Kots im Darm der Katze, ist möglicherweise eine Darmspülung in Narkose notwendig. Mit einer zusätzlichen Massage der Verstopfung bei der Katze, wird der Darm manuell entleert.
Unterstützend setzt der Tierarzt Infusionen, Schmerzmittel und Mittel gegen Erbrechen (Anitemetika) ein.
Handelt es sich bereits um einen Darmverschluss hilft nur noch eine Operation. Diese sollte immer so schnell wie möglich erfolgen, um ein Absterben grösserer Abschnitte des Darms zu verhindern.
Prognose: Wie stehen die Heilungschancen?
In der Regel lässt sich eine Verstopfung bei der Katze gut behandeln. Wichtig ist es immer, eventuelle andere zugrundeliegende Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln.
Wird aus der Verstopfung ein Darmverschluss, endet die Erkrankung unter Umständen tödlich für die Katze.
Prophylaxe: Wie kann man Verstopfung bei Katzen verhindern?
Einige Ursachen von Verstopfungen bei der Katze können Sie durch folgende Tipps abwenden:
Die Fütterung von ballaststoffreichem Katzenfutter unterstützt die Verdauung der Katze.
Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Ein Katzenbrunnen oder die Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter können hier hilfreich sein.
Regelmässige Parasitenprophylaxe und Kotuntersuchungen
Entfernen Sie Katzenhaare im Haushalt und bürsten Sie Ihre Katze regelmässig.
Meidet die Katze die Toilette aufgrund von Gelenkschmerzen, ist die regelmässige Verabreichung von Schmerzmitteln ratsam.
Quelle:
Hans Lutz / Barbara Kohn / Franck Forterre: Krankheiten der Katze, 6. Aufl., Stuttgart 2019.
Franziska G., Tierärztin
An der Justus-Liebig-Universität Giessen wurde ich umfassend zur Tierärztin ausgebildet und durfte Erfahrungen in verschiedensten Bereichen wie die Kleintier-, Grosstier- als auch Exotenmedizin sowie Pharmakologie, Pathologie und Lebensmittelhygiene sammeln.
Seitdem arbeite ich nicht nur als tierärztliche Autorin, sondern auch an meiner wissenschaftlich geprägten Dissertation. Mein Ziel ist es, Tiere vor krankheitserregenden bakteriellen Erregern zukünftig besser zu schützen.
Neben meinem tierärztlichen Wissen teile ich aber auch meine eigenen Erfahrungen als glückliche Hundebesitzerin und kann so Ängste und Probleme als auch andere wichtige Fragen zur Tiergesundheit nachvollziehen und aufklären.
Das Hundealter lässt sich bekannterweise einfach herleiten: ein Hundejahr gleicht sieben Menschenjahren, wobei es hier auch auf die Rasse und Gewicht des Hundes ankommt. Wie lässt sich also das Katzenalter bestimmen? Und wie alt werden Katzen überhaupt? Ab welchem Alter gelten Katzen als Seniorenkatzen?
Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres auf der Welt als Katzenbabys. Doch leider finden nicht alle Katzenkinder ein schönes Zuhause. Wenn sich besitzerlose Streuner untereinander oder mit freilaufenden Hauskatzen paaren, ist ein Leben im Elend für ihren Nachwuchs quasi vorprogrammiert. Kastration und Sterilisation beugen unnötigem Leid vor.
Coronaviren kommen nicht nur bei uns Tierbesitzern, sondern auch bei unseren felligen Vierbeinern vor. Im Gegensatz zu dem neuartigen Coronavirus des Menschen sind die Felinen Coronaviren (FCoV) der Katze jedoch schon seit vielen Jahren bekannt. Dazu zählt das Feline Enterale Coronavirus (FECV) und das deutlich bekanntere Virus der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIPV). Letzteres verursacht die tödlich endende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), welche bei betroffenen Katzen zu Bauchfellentzündungen und Bauchwassersucht führt. Menschen, insbesondere Immungeschwächte wie Senioren und Kranke, leiden dahingegen unter grippeähnlichen Symptomen.