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1. Chantal Galladé, wie einfach erhält man in der Schweiz eine Waffe?
Wer über 18 ist und keinen Eintrag im Strafregister hat, kommt leicht zu einer Waffe. Ein Einzelner kann ein ganzes Arsenal an Waffen zusammentragen, indem er sie in verschiedenen Kantonen kauft, denn es gibt kein zentralisiertes Waffenregister.
2. Wird diese lockere Gesetzgebung auch ausgenutzt?
Ja. In der Schweiz sind insgesamt rund 600'000 Privatwaffen in den kantonalen Informationssystemen registriert, zudem sind schätzungsweise 240'000 unregistrierte Feuerwaffen im Umlauf.
3. Ist es denn bei uns genau so einfach, an Waffen zu kommen, wie in den USA?
Das nicht. In den USA sind Waffen sehr einfach erhältlich. Der Waffenbesitz wird nach wie vor als Grundrecht gehandhabt, und das Notwehrrecht — das Recht, sich aus Angst mit einer Schusswaffe zu wehren — ist stark verankert. Das gibt es in der Schweiz so nicht. Es ist aber bedenklich, dass hierzulande über eine Million Armeewaffen zu Hause aufbewahrt werden, was immer wieder zu Todesfällen und Drohsituationen führt.
4. Warum will denn das Schweizervolk die Armeewaffen zu Hause lagern?
Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Das Aufbewahren am Wohnort ist widersinnig. Es beruht auf einer Sicherheitspolitik des letzten Jahrhunderts. Die Verfügbarkeit von Waffen begünstigt den Missbrauch. Jährlich gibt es um die 300 Schusswaffentote, davon etwa die Hälfte durch Armeewaffen. Grösstenteils sind dies Suizide.
5. Sehen Sie die Gefahr von Amokläufen auch in der Schweiz?
Die Gefahr ist da, es gab sie und gibt sie immer wieder, wenn auch in schwächerem Ausmass. Grundsätzlich gibt es in einer Gesellschaft mit guten Zukunftsperspektiven für den Einzelnen auch weniger Gewalt. Eine ebenso wichtige Rolle spielt die Gesetzgebung: Laut internationalen Studien führt ein strengeres Waffengesetz zu einer Abnahme von Suiziden und Tötungsdelikten.
Die Quelle:
Den ganzen Beitrag von Bernerzeitung.ch, der Anstoss zu den Fragen lieferte, lesen Sie hier
Autor: Claudia Langenegger