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Grusswort des Stadtpräsidenten von Rheinfelden
Ihr Interesse am Leben von Kolumban und seinen Gefährten hat Sie auf diese dem heiligen Kolumban gewidmeten Informationen geführt. Die Vermutung liegt nahe, dass der Heilige auf seinem Weg vom Elsass in die Ostschweiz und weiter nach Italien hier bei uns vorbeigekommen ist. Die günstige Lage nahe an der Kreuzung strategisch wichtiger römischer Verbindungsstrassen förderte die Entwicklung von ersten Ansiedlungen im Bereich des heutigen Rheinfeldens. Der Rhein war ebenfalls schon immer ein wichtiger Verkehrsweg, insbesondere die Römer nutzten diese Möglichkeit für die Fortbewegung und den Transport von Gütern. Die Insel mitten im Rhein erleichterte als natürlicher Pfeiler schon bald die Querung des Flusses mittels Brücken, die Errichtung einer Burg sicherte insbesondere seit der Zeit der zähringischen Herzöge diesen Flussübergang.
Ganz sicher haben Kolumban und seine Gefährten Halt gemacht in Augusta Raurica, dem heutigen Kaiseraugst, welches seit seiner Gründung vor Christi Geburt immer besiedelt war und zu Kolumbans Zeiten bereits eine christianisierte Bevölkerung samt Kirche aufwies. So steht auch heute noch mitten im alten Dorfkern die dem heiligen Gallus gewidmete christkatholische Pfarrkirche. Sie erhebt sich oberhalb der steilen Rheinuferböschung in einem ehemals gänzlich ummauerten Kirchhof. Diese Kirche gelangte im Jahre 894 an das Kloster St. Gallen und dürfte von diesem das Galluspatrozinium übernommen haben. Im Innern der Kirche sind 1959 freigelegte und restaurierte Wandmalereien fragmentarisch erhalten. Chorfresken im unteren Register erzählen die Vita des heiligen Gallus. So zeigt eines der Bilder, wie Gallus von seinen Eltern zum hl. Kolumban in die Schule gegeben wird.
Zurück nach Rheinfelden; die historische Stadtkirche ist dem heiligen Martin gewidmet. Sehr oft wurden Kirchen in der Zeit der Christianisierung der alemannischen Bevölkerung durch die fränkische Oberschicht diesem Heiligen gewidmet. Da der Boden, auf welchem Rheinfelden gelegen ist, im frühen Mittelalter im Einzugsbereich der Pfarrei Magden lag, welche ebenfalls dem heiligen Martin gewidmet ist, so ist davon auszugehen, dass dieser Umstand zur Namensgebung auch in Rheinfelden führte. Jedenfalls war Rheinfelden schon früh in seiner Geschichte ein Ort, an welchem sich Pilger, Priester und Prediger gerne aufhielten. So predigte im Jahr 1147, kurz nach der Stadtgründung durch die Zähringer im Jahre 1130, der Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux in und vor der St. Martinskirche Rheinfelden und soll dabei Wunderheilungen vollbracht haben. Er versuchte so Leute von seiner Kreuzzugsidee zu überzeugen, damit sie mit ihm nach Jerusalem zogen. Die Stadtkirche wurde in den Jahren 2021 und 2022 restauriert und kann besichtigt werden.
Um 1100, zur Zeit der Kreuzzüge, fand die Gründung des Ritterordens der Johanniter statt, mit dem Zweck der Unterstützung und Pflege von Jerusalempilgern. Ungefähr im Jahre 1212 wurde die Johanniter-Kommende in Rheinfelden durch den Ritter Berchtold von Rheinfelden gegründet. Die dazu gehörende Kapelle steht unter eidgenössischem Denkmalschutz und wird zurzeit gründlich restauriert. Nach Abschluss dieser Arbeiten kann auch diese Kapelle besichtigt werden.
Eine weitere attraktive Besuchsstätte ist das Rathaus mitten im Herzen der Altstadt, welches wahrscheinlich im 12. Jahrhundert entstand und im Jahre 1531 einem Brand zum Opfer fiel. Danach wieder aufgebaut und zu Barockzeiten umgestaltet, zeigt es heute noch im Giebel das österreichische Wappen und kündet so von der langen Geschichte Rheinfeldens als Teil des Habsburger-Reiches.
Rheinfelden weist auch zahlreiche Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Naherholungsmöglichkeiten auf. Wer noch mehr über die Geschichte Rheinfeldens erfahren möchte, kann an einer der vielen regelmässig angebotenen Stadtführungen teilnehmen. Für Fragen steht inmitten der lebendigen Altstadt, integriert ins Rathaus, oder via elektronische Medien das Tourismus-Team gerne zur Verfügung
Herzlich willkommen!
Franco Mazzi, Stadtpräsident Rheinfelden