Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03365.jsonl.gz/250

Überlegungen zur Bezeichnung Domleschg24.ch
Warum wurde die Internetzeitung Domleschg24.ch und nicht etwa Heinzenberg-Domleschg-Viamala.ch oder ähnlich genannt?
Das Domleschg umfaßt auch das Gebiet des Heinzenberg, wobei es Menschen gibt, die sagen, daß das Domleschg das einzige Tal der Welt mit nur einer Talseite sei.
Sie sagen, der Heinzenberg sei angeblich nicht Teil des Domleschg. So heißt es etwa auf der Webseite von der Badi Thusis: „Unser Schwimmbad liegt mitten in einem idyllischen Wäldchen am Rande von Thusis im Domleschg.“ Thusis oder zumindest der Rand von Thusis gehört offenbar zum Domleschg. Im weltgrößten Lexikon steht, daß Cazis zum Domleschg gehören würde. Weiter heißt es: Geographisch umfaßt das Domleschg beide Talseiten.
Thusis oder zumindest der Rand von Thusis gehört offenbar zum Domleschg. Im weltgrößten Lexikon steht etwa unter anderem, daß Cazis zum Domleschg gehören würde. Weiter heißt es: Geographisch umfaßt das Domleschg beide Talseiten.
Viele Einheimische vertreten an Stammtischen hingegen die Meinung, daß Cazis zum Heinzenberg gehört und nur die rechts des Rheins liegende Talseite das Domleschg sei. Diese Auffassung ist jedoch sowohl historisch als auch geographisch falsch.
Die Regio Viamala
Dann gibt es noch die Regio Viamala, die von Thusis stark portiert wird. Zur Regio Viamala soll noch Rhäzüns gehören (Rhäzüns wirbt offiziell mit Regio Viamala), doch dann müßte auch das fast mit Rhäzüns zusammengewachsene Bonaduz der Regio Viamala angehören. Das größte Lexikon sagt dazu: Viamala bezeichnet einen früher berüchtigten Wegabschnitt entlang des Hinterrheins zwischen Thusis und Zillis-Reischen. Somit kam und kommt die Bezeichnung Viamala sicher nicht in Betracht. Sie wird touristisch beliebig gedehnt (auf Rhäzüns). Es ist ein mehr touristischer Begriff für das Marketing. Und sehr dehnbar.
Ihm gehören folgende laut offizieller Webseite folgende Gemeinden an: Kreis Domleschg: Almens, Tomils (mit Feldis, Trans, Scheid), Fürstenau, Paspels, Pratval, Rodels, Rothenbrunnen, Scharans, Sils i.D.; Kreis Rheinwald: Hinterrhein, Nufenen, Splügen, Sufers; Kreis Schams: Andeer, Casti-Wergenstein, Donat, Ferrera, Lohn, Mathon, Rongellen, Zillis-Reischen; Kreis Thusis: Cazis (mit Realta, Dalin, Summaprada, Schauenberg, Sarn, Portein, Präz), Flerden, Masein, Thusis, Tschappina, Urmein; Kreis Avers: Avers; Kreis Alvaschein: Mutten. Daneben werben aber auch auf der offiziellen Webseite gar nicht aufgeführte Gemeinden mit dem Marketing-Begriff Viamala: Rhäzüns oder Zillis-Reischen, um zwei Beispiele zu nennen. Sie sehen, die Viamala-Schlucht bzw. die sogenannte Regio Viamala scheint sehr sehr dehnbar. Der Begriff Viamala ist daher ungeeignet für eine Internetzeitung, welche die Talschaft des Domleschg umfassen soll.
Denn die meisten Gemeinden der sogenannten Region Viamala haben mit der Talschaft Domleschg (oder des Tals Domleschg-Heinzenberg, wie man will…) gar nicht zu tun.
Im Zuge von Gemeindefusionen rechts- und linksseitig des Domleschg-Tals (Trans, Scheid, Tomils und Feldis sowie Cazis, Portein, Präz, Sarn) wird hingegen gegenwärtig auch in den Medien und der Politik eine Gemeinde Domleschg und zwar mit Thusis diskutiert.
Daher und aus obigen Erwägungen heraus ist der Name Domleschg24.ch gewählt worden. Der Begriff ist passender als Viamala und er ist zudem kürzer als das dreisilbige Heinzenberg und zudem gemäß allen Umfragen der schönere Begriff.
Warum auch über Mutten / Obermutten berichten und über Rhäzüns?
Mutten gehört zwar nicht zum Domleschg, zumindest nicht geograpisch. Es ist aber auf das Domleschg ausgerichtet, namentlich auf den Hauptort Thusis. Sowohl wirtschaftlich als auch touristisch. Von Thusis aus fahren die Postautokurse, von Thusis kommen die Leute mit dem Zug, die weiterwollen nach Mutten. In Thusis kaufen die Muttner ein, nicht in einem Ort von Kreis Alvaschein. Auch touristisch ist Mutten auf Thusis orientiert.
Rhäzüns ist der Ort, von dem die Seilbahn nach Feldis startet, es ist zugleich der nördliche Eingang ins Domleschg, genauso wie Thusis der südliche Eingang ist. Daher wird es auch einige Berichte aus Rhäzüns geben. Auch wirtschaftlich gibt es schließlich viele Verflechtungen. eine freie Stelle in Rhäzüns etwa ist für einen Leser aus Rothenbrunnen interessant, warum also nicht drüber berichten.
Der Name Domleschg in der Geschichte (Quelle: Webseite der Gemeinde Cazis)
Der Name Domleschg, romanisch Tumliasca, dessen älteste urkundlich bezeugte Form „Tumilasca“ ist, bedeutet „Tal von Tomils“.
Diese Benennung hinwiederum ist römischen Ursprungs und von „tumbiculus“ = „kleiner Hügel“ abzuleiten, womit ohne Zweifel jene markante Kuppe gemeint ist, auf der die Kirche St. Lorenz liegt.
Schon im karolingischen Urbar finden wir „Tumilasca“ dann zur Benennung eines Ministeriums erweitert, und auch in einem Talschaftsbund von 1423 gehört zum „Land Tumleschg“ der Heinzenberg. Gleichwohl hat der spätere Sprachgebrauch, meist die Benennung „Domleschg“ der rechten Talseite gemeint.
Und noch ein Nachtrag (29. Mai 2013) für alle hellauf Empörten, die sich entrüsten, daß der Heinzenberg angeblich nicht zum Domleschg gehören würde (das Domleschg also zum einzigen Tal weltweit mit nur einer Talseite erklären wollen…), ein Artikelausriß aus der Bündner Zeitung von 1990 (Emil Kirchen, 13.1.1990):
10 Siedlungen am Heinzenberg
Von den 22 Domleschger Siedlungen entfallen 10 auf den Heinzenberg, der mit seiner sanften Neigung und den guten Böden zu intensiver Nutzung einlädt und deutlich in einzelne Kulturregionen gegliedert ist. Auf einem Wiesen-Acker-Gürtel bis auf etwa 1450 m Höhe folgt die Maiensässzone bis rund 1840 m und darüber der Gürtel der Alpenweiden, der sich bis zum Grat erstreckt. Die Dörfer gruppieren sich in drei bzw. vier Höhenlagen: Thusis und Cazis zuunterst am linken Rand des Talbodens, leicht erhöht, in geschützter Lage vor den einstigen Überschwemmungen des Rheins und seiner Nebenflüsse, dann auf halber Höhe Masein, Tartar und Raschlegnas und auf etwa 1200 m Höhe die Reihe der Bergdörfer Präz (mit Dalin und Raschlegnas), Sarn, Portein, Flerden und Urmein. Am höchsten, bereits über der Waldgrenze, breitet sich die Streusiedlung Tschappina aus, gegliedert in Unter- und Obertschappina (1403 bzw. 1680 m), Obergmeind (1813m), Ausser- und Innerglas (1846 bzw. 1819 m). Diese ist seinerzeit als einzige Gemeinde im damals romanischsprachigen Domleschg von Safien her über den Glaspaß im 13. Jahrhundert durch die deutschsprachigen freien Walser besiedelt worden.
12 rechtsrheinische Siedlungen
Auf die rechte Talseite entfallen 12 Dörfer, die sich auf zwei Siedlungsregionen verteilen. Auf der unteren, leicht geneigten Hauptsiedlungsterrasse am Fuße der Stätzerhornkette finden sich Paspels, Rodels, Pratval, Fürstenau, etwas erhöht Tumegl/Tomils, Almens und Scharans, im Talboden Rothenbrunnen und zwischen Albula und Rhein Sils i. D. Diese untere Terrasse ist eine auffallend reiche Agrarlandschaft, in der anspruchsvolle Gewächse wie Mais, Nussbäume und dieverse Obstarten gedeihen, welche das Domlescht zu einem der wenigen Marktobst-Gebiete Bündens werden ließen. Oberhalb des bewaldeten und teilweise felsigen Steilabfalls der Gebirgskette thronen in sonniger Lage die drei Berggemeinden Feldis (1474m), Scheid (1225 m) und Trans (1474 m). In ähnlicher Lage, auf dem Maiensäß Schall, befand sich eine wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert abgebaute Walsersiedlung.
Alle diese Domleschger Ortschaften sind mehr oder weniger willkürlich umrissene und relativ kleine Gebilde, zum Teil eigentliche Zwerggemeinden, wie etwa Pratval (74 Hektaren Fläche) oder Portein (1990: 23 Einwohner). Die seinerzeit den Feudalsitzen und dem Kloster Cazis angegliederten Gutshöfe dürfen als Ursprung der im Hochmittelalter zu Gerichtsgemeinden zusammengefaßsten Nachbarschaften gelten, welche später zu politisch selbständigen Gemeinden wurden.
Weitere heißt es im Artikel der Bündner Zeitung von 1990:
Auch die Spuren der Feudalzeit sind im “burgenreichen Domleschg” ein nicht zu übersehendes Merkmal, so rechtsrheinisch die Schlösser Ortenstein, Rietberg, Baldenstein, das Bischöfliche und Schauensteinische Schloß in Fürstenau wie auch die verschiedenen Burgruinen Nieder- und Oberjuvalta, Alt- und Neu-Sins, Hasensprung, Campi (Campell), Ehrenfels (heute Jugendherberge), Hohenrätien und linksrheinisch Schloß Tagstein und die Ruinen Heinzenberg und Obertagstein.
Während sich heute (ehemalige) Gemeinderäte empören, daß der Heinzenberg nicht zum Domleschg gehören solle (angeblich), ist es also gar nicht solange her, daß ohne Empörungsaufschrei und Proteststurm der das Tal wie alle Täler der gesamten Welt nicht nur aus einer einzigen Talseite (rechtsrheinisch gelegen) bestand.