Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/2350

Der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) ist ein Parasit, der – wie alle Bandwürmer – vor allem auf der nördlichen Erdhalbkugel vorkommt. Einen Befall mit dem Fischbandwurm riskiert womöglich, wer ungenügend gekochte, zu wenig geräucherte oder unzureichend eingefrorene Süsswasserfische oder Brackwasserfische verzehrt.
Jeder Bandwurm hat einen Endwirt, in dessen Darm er lebt, und ein oder zwei Zwischenwirte. Beim Fischbandwurm kann – ebenso wie beim Rinderbandwurm und beim Schweinebandwurm – der Mensch der Endwirt sein. Die unterschiedlichen Namen der Bandwürmer weisen auf deren Zwischenwirte hin.
Meist verursacht eine Infektion mit dem Fischbandwurm keine Symptome. Gelegentlich treten frühestens 3 bis 4 Wochen nach dem Verzehr von Fisch, der lebensfähige Bandwurm-Larven enthält, Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit auf. In dem Fall können die Betroffenen durch den Fischbandwurm-Befall Gewicht verlieren. In seltenen Fällen kann ausserdem ein lange bestehender Vitamin-B12-Mangel bei unbehandeltem Befall mit dem Bandwurm Symptome einer Anämie (Blutarmut) hervorrufen.
Die Diagnose der Infektion mit einem Fischbandwurm gelingt durch den mikroskopischen Nachweis von Eiern oder Bandwurmgliedern im Stuhl. Die Behandlung besteht aus einer Wurmkur mit Praziquantel oder Niclosamid. In den meisten Fällen sind diese Mittel erfolgreich, so dass der Fischbandwurm wieder vollständig verschwindet.
Um eine Fischbandwurm-Infektion von vornherein zu verhindern, ist es ratsam, auf rohen, ungenügend gekochten und zu wenig geräucherten Süsswasserfisch zu verzichten oder den Fisch vor dem Verzehr mehrere Tage bei mindestens minus zehn Grad Celsius einzufrieren.
Der Fischbandwurm (bzw. Grubenkopfbandwurm oder Diphyllobothrium latum) ist ein Parasit, der wie alle Bandwürmer zur Gruppe der Plattwürmer (= Plathelminthes) gehört. Bandwürmer leben im Darm ihrer Endwirte und können dort eine Länge von wenigen Millimetern bis mehreren Metern erreichen. Der Fischbandwurm kann täglich um bis zu 15 Zentimeter wachsen und ausgewachsen (v.a. wenn der Endwirt nur von einem einzelnen Tier befallen ist) eine Gesamtlänge von 20 Metern erreichen.
Der Entwicklungszyklus ist bei jedem Bandwurm durch Wirtswechsel geprägt. Dabei orientiert sich die Namensgebung bei diesen Parasiten an den Zwischenwirten: So ist beim Fischbandwurm ein Fisch der Zwischenwirt, beim Schweinebandwurm ein Schwein. Der Mensch kann durch die Aufnahme von Eiern oder Larven sowohl Zwischen- als auch Endwirt im Entwicklungszyklus der Bandwürmer sein.
Fischbandwürmer heften sich mit ihrem Kopf an der Darmwand des Endwirts fest. Dazu tragen sie am Kopf Sauggruben, Saugnäpfe oder einen Hakenkranz. An den Kopf schliessen sich die Bandwurmglieder an, die man als Proglottiden bezeichnet. Diese Bandwurmglieder enthalten sowohl männliche als auch weibliche Keimdrüsen – Bandwürmer sind also Zwitter. Die Eier reifen nach der Befruchtung im Fischbandwurm heran. Bandwurmglieder, die reife Eier enthalten, lösen sich vom Wurm ab. Anschliessend scheidet der Endwirt sie mit dem Kot aus.
Ein Zwischenwirt nimmt die ausgeschiedenen Eier dann auf. Im Darm des Zwischenwirts schlüpfen Larven, die sogenannten Onkosphären, aus den Eiern. Diese Larven durchbohren die Darmwand und verteilen sich über den Blutkreislauf im Körper. Im Zielorgan, vor allem in der gut durchbluteten Muskulatur, setzten sie sich fest. Dort bilden sie Zweitlarven – die sogenannten Finnen – aus. Durch den Verzehr von finnenhaltigem Fisch infiziert sich der Mensch mit dem Fischbandwurm. Im menschlichen Darm entwickelt sich aus der Finne der geschlechtsreife Bandwurm und der Entwicklungszyklus beginnt von vorne.
Weltweit kommt es jährlich zu etwa 10 Millionen Fischbandwurm-Infektionen, wobei die tatsächliche Häufigkeit vermutlich höher ist. Von Eskimostämmen in Alaska und Kanada sind regelrechte Fischbandwurm-Endemien bekannt.
Dabei weist der Fischbandwurm eine relativ geringe Häufigkeit auf. Er ist vor allem in den kühl-gemässigten Zonen der Nordhalbkugel (in Europa, in Amerika und auch in Asien) verbreitet und findet sich dort in Binnenseen.
Einer Infektion mit dem Fischbandwurm (bzw. Grubenkopfbandwurm o. Diphyllobothrium latum) liegen als Ursachen falsch zubereitete Fischspeisen zugrunde: Rohe, vor dem Verzehr ungenügend gekochte oder unzureichend eingefrorene Süsswasserfische können lebensfähige Larven des Fischbandwurms enthalten. In diesem unzureichend behandelten Zustand verzehrt können die Fische zur Bandwurm-Infektion beim Menschen führen.
Eine Fischbandwurm-Infektion des Menschen hat ihre Ursachen immer im selben Übertragungsweg: Bestimmte kleine Wasserkrebse, die Zyklopas, nehmen die Eier des Fischbandwurms auf. Aus den Eiern entwickeln sich Larven. Die Wasserkrebse ihrerseits fallen dem Verzehr durch Süsswasserfische zum Opfer, in denen sich die Larven des Bandwurms im nächsten Stadium zu Zweitlarven weiterentwickeln. Über die Nahrung gelangen diese Zweitlarven in den Endwirt – in der Regel Fische, seltener Hunde, Katzen oder Menschen. Mit Sauggruben an der Darmwand des Endwirts befestigt, reift dann im Darm der erwachsene Fischbandwurm heran. Dieser Bandwurm kann eine Länge von etwa 20 Metern und ein Alter von bis zu zehn Jahren erreichen.
Beim Fischbandwurm ist die Inkubationszeit (= Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Infektionszeichen) von der sogenannten Präpatenzzeit (= die Dauer der Entwicklung des geschlechtsreifen Parasiten aus der Zweitlarve) zu unterscheiden: Letztere dauert etwa 3 bis 6 Wochen. Die Inkubationszeit ist hingegen sehr unterschiedlich: Es vergehen mindestens 3 bis 4 Wochen, bevor Anzeichen für den Fischbandwurm-Befall auftreten. Bis der Bandwurm erste Symptome auslöst, können aber auch Monate bis Jahre vergehen.
Bei einer Infektion mit dem Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) treten normalerweise keine Symptome auf. Selten kommen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit vor, so dass Menschen mit einem Fischbandwurm an Gewicht verlieren können.
In Einzelfällen kann ein Vitamin-B12-Mangel im Blut auf einen Befall mit dem Fischbandwurm hindeuten. Dann verursacht der Bandwurm bei den Betroffenen entsprechende Symptome wie Blässe, Herzrasen und Atembeschwerden.
Bei Verdacht auf einen Befall durch den Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) ist zur Diagnose eine Stuhlprobe notwendig: Wer von einem geschlechtsreifen Bandwurm befallen ist, scheidet mit dem Stuhl Bandwurmglieder aus, die die Wurmeier enthalten. Untersucht der Arzt die Stuhlprobe unter dem Mikroskop, sind vorhandene Bandwurmeier im Stuhl deutlich zu erkennen. Da die Ausscheidung der Eier nicht gleichmässig geschieht, sind unter Umständen mehrere Stuhluntersuchungen nötig, um die Fischbandwurm-Infektion nachzuweisen. Gelegentlich sind auch die Glieder des Parasiten im Stuhl (vereinzelt auch in Erbrochenem) enthalten.
Bei einer Infektion mit dem Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) zielt die Therapie darauf ab, den Bandwurm zu entfernen: Zur Bekämpfung des Parasiten sind die Wirkstoffe Praziquantel oder alternativ Niclosamid als Tabletten geeignet. Es empfiehlt sich, die Medikamente gründlich zu zerkauen oder in Wasser aufgelöst und auf einmal nach dem Frühstück zu schlucken.
Entscheidend für den Erfolg dieser Wurmkur ist es, dass Sie eine gute Darmentleerung und keine Verstopfung haben.
Gelegentlich können die gegen den Fischbandwurm eingesetzten Medikamente zu Nebenwirkungen wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Wenn Sie gerade schwanger sind oder stillen und von einem Fischbandwurm befallen sind, ist gründlich abzuwägen, ob eine Wurmkur zur Therapie notwendig ist.
Wenn der Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum) im Verlauf seines Entwicklungszyklus den Menschen befällt, ist die Prognose überwiegend gut: In den meisten Fällen verläuft die Infektion mit dem Parasiten ohne Beschwerden. In der Regel ist der Fischbandwurm nach konsequenter Wurmkur wieder vollständig verschwunden: Die Heilungsrate beträgt 90 bis 100 Prozent.
Einer Infektion mit dem Fischbandwurm können Sie ganz einfach vorbeugen: Die wirksamste Massnahme zum Schutz vor dem Bandwurm-Befall besteht darin, keinen rohen, ungenügend gekochten oder unzureichend geräucherten Fisch zu verzehren. Süsswasserfische und Brackwasserfische sind bei mindestens 56 Grad Celsius 5 Minuten lang zu erhitzen. Ansonsten können Sie den Fisch vor dem Verzehr mehrere Tage bei mindestens minus 10 Grad Celsius beziehungsweise 24 Stunden bei minus 18 Grad Celsius einfrieren, um den Parasiten unschädlich zu machen.