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Milch hat den Ruf, natürlich und gesund zu sein. Und für Milch sterben und leiden doch gar keine Tiere. Oder etwa doch?
Das Bild der Milchkuh in der Schweiz ist geprägt von idyllisch grasenden Kühen auf der Weide. Die Realität ist gewöhnlich jedoch eine ganz andere. Die meisten Kühe leben einen Grossteil der Zeit in Anbindehaltung und sehen nur während der vorgeschriebenen 90 Tage das Tageslicht. 90 % der Schweizer Kühe werden enthornt, damit sie sich gegenseitig und die Landwirte nicht verletzen und weniger Platz im Stall brauchen. Dies, obwohl die Hörner
wichtig für das Sozialverhalten, die Körperpflege der Kühe und für eine stabile Rangordnung innerhalb der Herde sind. Zudem verursacht das Enthornen trotz vorgängiger Betäubung Stress und Schmerzen. Viele Leute glauben mittlerweile, dass Kühe gar keine Hörner hätten.
Von Kühen und Kälbern
Kühe geben nicht von alleine Milch. Wie alle Säugetiere produzieren sie diese nur für ihren Nachwuchs. Um die produzierte Milchmenge hoch zu halten, werden die Kühe ab ihrem zweiten Lebensjahr regelmässig zwangsgeschwängert, sie gebären somit immer wieder Kälbchen. Diese werden ihnen üblicherweise zwei bis drei Tage nach der Geburt weggenommen, da die für sie gedachte Milch für den Menschen bestimmt ist. Die Mutterkühe und Kälber rufen nach einander und die Kälber saugen an den Fingern und anderen zitzenähnlichen Gegenständen.
Beides zeigt die Verzweiflung der Tiere deutlich auf. Die von der Mutter getrennten Tiere werden meist in sogenannte Kälberiglus gesteckt, unter anderem damit sie sich nicht gegenseitig besaugen.
Gegenseitiges Besaugen gilt aus veterinärwissenschaftlicher Sicht als Verhaltensstörung, die insbesondere darauf zurückzuführen ist, dass die Kälbchen mit einem “Milchaustauscher” versorgt werden, statt bei der Mutter zu saugen.
Da männliche Kälber nicht für die Milchproduktion zu gebrauchen sind, erwartet sie in der Kälbermast bereits nach einem halben Jahr der Tod. Ein Teil der Kälber ist für die Rindermast bestimmt und wird nach etwa einem Jahr getötet. Die weiblichen Tiere folgen ihren Müttern, sie erwartet ebenfalls ein Leben als Milchkuh.
Überzüchtung
Die Euter der heutigen “Hochleistungskühe” produzieren ein Vielfaches der Milchmenge, die ein Kalb benötigen würde. Das führt dazu, dass ein grosser Teil der Tiere an Mastitis (Euterentzündung) erkrankt. Sowohl in konventionellen als auch in Bio-Betrieben leidet rund ein Drittel der Tiere an Euterentzündungen.
Zu den üblichen Krankheiten gehören auch Rückenbeschwerden und Klauenerkrankungen durch dauernde Stallhaltung. Bereits nach etwa fünf Jahren ist eine Kuh dermassen ausgezehrt, dass ihre Milchleistung nachlässt. Da es nicht mehr rentabel wäre, sie weiterhin am Leben zu behalten, wird sie geschlachtet, obwohl eine Kuh 20 Jahre alt werden kann.
Ausweg Bio?
Diese Probleme werden auch durch Biologische Landwirtschaft oder das Ausweichen auf andere Tiere (Ziegen, Schafe) nicht vermieden.
Auch “Biokühe”, Schafe und Ziegen werden einer permanenten Schwangerschaft unterzogen.
Sie sind überzüchtet und leiden daher häufig an Stoffwechselstörungen, Lähmungserscheinungen und Euterentzündung.
Ihre Kälber werden ihnen weggenommen und sterben einen frühen Tod in der Fleischproduktion oder werden nach einem Viertel ihres natürlichen Lebens in der Milchproduktion geschlachtet.
Umweltfreundliche, gesunde Milch?
Auch aus ökologischer Sicht sind Milchprodukte sehr kritisch. Käse und Butter, für deren Herstellung sehr viel Milch benötigt wird, sind ökologisch mindestens so belastend wie Fleisch. Aufgrund ihrer grossen Verzehrmenge haben Milchprodukte in unserer Nahrung insgesamt den grössten ökologischen Fussabdruck. Mehr über die ökologischen Auswirkungen der Viehzucht.
Auch das Image der gesunden und unverzichtbaren Milch gerät langsam aber sicher ins Wanken. Sie enthält zwar viel Kalzium, sie macht aber keine starken Knochen. In Studien hat der Konsum von Milch(produkten) keinen Einfluss auf die Knochendichte oder die Frakturrate. (Es ist allerdings auch nicht wahr, dass Milch Osteoporose begünstigen würde, wie oft in veganen Kreisen behauptet wird.) Mehr zu den gesundheitlichen Auswirkungen tierlicher Produkte.
Gibt es Alternativen?
Der Kauf von Milchprodukten unterstützt die beschriebene Tierausbeutung. Glücklicherweise gibt es heutzutage eine Menge schmackhafter und gesunder Alternativen zu sämtlichen Milchprodukten. Diese sind nicht nur tierfreundlich, sondern zudem umweltfreundlicher und bieten auch gesundheitliche Vorteile. Leider sind diese Produkte oft teurer, da Milch sehr stark subventioniert wird und von einem tieferen Mehrwertsteuersatz profitiert. Dafür begeistert die grosse Auswahl an Alternativprodukten. Insbesondere bei den Milchalternativen gibt es eine grosse Auswahl. In Supermärkten, Reformhäusern, Bioläden und Online-Shops finden sich Reis-, Soja-, Mandel- und Getreidedrinks in vielen Variationen.
Gerade die Provamel Sojamilch und die süsslichen Reis- und Getreidedrinks sind sehr beliebt. Und auch im Bereich der Rahm- und Käsealternativen gibt es mittlerweile eine grosse Auswahl.
Wer vegan lebt und die leckeren pflanzlichen Alternativen nutzt, sagt Nein zu Tierleid und zeigt, dass es auch problemlos ohne artfremde Milch geht.