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Die elterliche Sorge umfasst sämtliche Rechte und Pflichten, die sich aus dem Kindsverhältnis ergeben. Die elterliche Sorge beinhaltet namentlich die Pflege und Erziehung, die Ausbildungsverschaffung, das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Vertretung des Kindes sowie die Verwaltung des Kindsvermögens.
Nicht miteinander verheiratete Eltern können erklären, dass sie die elterliche Sorge gemeinsam ausüben möchten. Die Erklärung kann entweder gleichzeitig mit der Anerkennung der Vaterschaft gegenüber dem Zivilstandsamt (auch vorgeburtlich) oder später gegenüber der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) abgegeben werden. Ohne Erklärung steht die elterliche Sorge allein der Mutter zu.
Ist ein Elternteil nicht bereit, die Erklärung über die gemeinsame elterliche Sorge abzugeben, so kann der andere Elternteil an die KESB am Wohnsitz des Kindes gelangen, welche über die elterliche Sorge entscheidet. Solange steht die elterliche Sorge allein der Mutter zu. Das heisst, die Mutter kann alleine über alle Belange des Kindes entscheiden, muss aber den Vater über wichtige Ereignisse im Leben des Kindes informieren und ihn vor wichtigen Entscheidungen anhören. Der Vater muss sich durch Betreuung des Kindes und/oder durch Bezahlung eines Unterhaltsbeitrags an der Pflege und Erziehung des Kindes beteiligen. Die gemeinsame elterliche Sorge darf einem Elternteil nur in begründeten Ausnahmefällen vorenthalten werden. Ein blosser Streit zwischen den Eltern oder gewisse Uneinigkeit der Eltern reichen als Gründe nicht aus. Die KESB entscheidet unter Berücksichtigung des Kindeswohls und der Gesamtsituation, ob die elterliche Sorge beiden Eltern zugeteilt wird.
Bei einer gerichtlichen Trennung oder Scheidung durch das Zivilgericht erhalten die Eltern grundsätzlich das gemeinsame Sorgerecht für ihre Kinder. Nur in Ausnahmefällen wird davon abgewichen.
Eltern, denen bei der Scheidung vom Gericht nicht das gemeinsame Sorgerecht erteilt worden ist, können bei Einigung die Erklärung gegenüber der KESB abgeben und so das gemeinsame Sorgerecht erlangen.
Weitere Informationen zur gemeinsamen elterlichen Sorge ab 1. Juli 2014 (NEU):