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|Vorname||Meinrad|
|Nachname||Schaller|
|Geburtstag||1909|
|Todestag||01.04.2001|
|Personennummer||S009|
Der Dichter vom «grosse Choo ù Gaa»
Meinrad Schaller wurde im August 1909 als drittältestes von 13 Kindern im Hubel bei Bösingen FR geboren. Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte er das Lehrerseminar in Altenryf, das er 1930 mit dem Primarlehrerdiplom abschloss. Weil zu dieser Zeit hierzulande Primarlehrerstellen, wie so manch anderes, dünn gesät waren, liess er sich für einige Zeit auf der französischen Seite des Genfersees bei Thonon in einem Knabeninstitut als Deutschlehrer engagieren. Der dort entstandenen Bindung zur französischen Sprache blieb er sein Leben lang treu. In Brünisried, wo er nach seiner Rückkehr aus der Fremde von 1934 bis 1940 als Primarlehrer tätig war, führte er von sich aus den Französischunterricht ein. Eine schulpolitische Pioniertat, wie sich zeigen sollte.
Der 1939, also beim Ausbruch des Zweites Weltkrieges geschlossenen Ehe mit Marie Rappo entsprossen neun Kinder. 1940 übernahm Meinrad Schaller in Alterswil seine Lebensstelle als Primarlehrer. Hier arbeitete und wirkte er - wie es sich für einen Lehrer in der damaligen Zeit geziemte - in verschiedenen Rollen und auf verschiedenen Gebieten: so etwa als Organist, als Verwalter der Raiffeisenkasse oder als Sekretär der Viehzuchtgenossenschaft. Eine besondere Vorliebe hatte er sein Leben lang für das Samariterwesen.
Mitte der 40-er Jahre gestaltete der Dichter Meinrad Schaller eine zwölfteilige Radiosendung über Deutschfreiburg, die ihm 1948 den Radio-Förderpreis für Hörspiele einbrachte. Mit Freude und Stolz nahm Meinrad Schaller zwei weitere wichtige Auszeichnungen entgegen: die Bene-Merenti-Medaille und 1992 das Ehrenbürgerrecht von Alterswil. Die Gemeinde wollte damit das dichterische Werk des Verstorbenen würdigen, das ihn über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt gemacht hatte.
Mit dem Erscheinen des senslerdeutschen Gedichtbandes «Farbigi Bletter» ging 1984 für den damals 75-Jährigen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung, fanden doch die vielen in Kalendern, Anthologien und Zeitungen verstreuten Mundartgedichte endlich zwischen zwei Buchdeckeln zusammen.
Die Verse von Meinrad Schaller haben eine eigene, stets zum Melodischen neigenden Klang. Nicht umsonst sind so viele Gedichte von Meinrad Schaller zu Musik geworden und machen heute einen grossen Teil des heimatlichen Liedgutes aus. Allen voran sein langjähriger Freund und Lehrerkollege Alfons Gugler, aber auch Abbé Bovet, Karl Kolly, Oswald Schneuwly, René Burri und viele andere Musiker haben seine Verse im wörtlichsten Sinn zum Klingen gebracht.
Viele Gedichte und Liedttexte von Meinrad Schaller haben Eingang gefunden in die Herzen der LeserInnen und ZuhörerInnen, vielleicht um ihrer schönen Einfachheit oder um ihrer einfachen Schönheit willen, vielleicht weil in ihnen die uralte Sehnsucht des Menschen nach Geborgenheit, Erdverbundenheit, also Heimat anklingt.
Meinrad Schaller ist am 1. April 2001 in seinem 92. Lebensjahr in seinem Heim in Alterswil gestorben. In der sog. «Freiburger Bibliothek» (hrsg. von Moritz Boschung und Anton Bertschy) ist 2003 posthum der Band «Heimwärts» erschienen, eine Sammlung von Gedichten und Geschichten in Mundart und Schriftsprache. Darin kommt neben Meinrad Schaller auch sein früh verstorbener jüngerer Bruder Marcel (1924-1959) zu Wort.
Nachtrag aus den Jubiläumsbüchern der Jodlerverbände: