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Kortikosteroide bei schwerer Sepsis - eine Review
Die Mortalität bei hospitalisierten Patienten im Spital mit einer schweren Sepsis liegt bei 30%. Bei septischem Schock sterben gar mehr als die Hälfte der Betroffenen. In einer Review und Metaanalyse haben Annane und Kollegen untersucht, ob Kortikosteroide die Mortalität bei schwer septischen Patienten senken können.
Die Datenbanken Medline, Embase, LILAC sowie die Cochrane Library wurden nach randomisierten Studien durchsucht, welche die Effektivität von Kortikosteroiden mit derjenigen von Placebo oder einer rein supportiven Therapie bei Patienten mit einer schweren Sepsis verglichen. 2 voneinander unabhängige Reviewer-Paare evaluierten die Studien bezüglich Einschlusskriterien und Qualität. Endpunkt war die Mortalität zu verschiedenen Zeitpunkten.
16 von insgesamt 23 in Frage kommenden Studien mit insgesamt 2063 Patienten erfüllten die Einschlusskriterien. Weder die Mortalität nach 28 Tagen (relatives Risiko 0.92) noch die Mortalität im Spital (relatives Risiko 0.89) konnten durch Kortikosteroide signifikant günstig beeinflusst werden. Die Heterogenität der Resultate war allerdings signifikant. Homogener waren die Resultate für Studien, welche eine niedrigdosierte Langzeit-Steroidtherapie (< 300 mg Hydrokortisonäquivalent über > 5 Tage) evaluierten: Die Reduktion der Mortalität nach 28 Tagen war unter Steroiden signifikant tiefer als unter Placebo oder rein supportiver Therapie (relatives Risiko 0.88, p=0.01).
Konklusion der Autoren: Insgesamt beeinflusst die Verabreichung von Kortikosteroiden die Mortalität bei schwer septischen Patienten nicht signifikant. Die 28-Tages Mortalität kann durch eine längerfristige, niedrigdosierte Steroidtherapie allerdings gesenkt werden.
Originalstudie
BMJ 2004;329:480 - D. Annane et al
27.08.2004 - dde