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Basics
Gallenblasensteine sind sehr häufig, bei Frauen doppelt so häufig wie bei Männern. Gut 10% der Bevölkerung entwickeln Steine in der Gallenblase. Für Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren liegt die Häufigkeit zwischen 5 und 20% und im Alter über 50 Jahren zwischen 25 und 30%. Folgende Faktoren gehen mit einem erhöhten Risiko für die Gallensteinbildung einher:
- Alter
- Weibliches Geschlecht
- Übergewicht
- Rascher Gewichtsverlust
- Schwangerschaft
- Medikamente (Antibabypille, Oestrogen- und Progesteronhaltige Medikamente, etc.)
- Genetische Prädisposition
Die weitaus grösste Zahl der Personen mit Gallenblasensteinen haben keine Beschwerden während ihres ganzen Lebens. Genaue Zahlen gibt es nicht; man rechnet aber mit etwa 75%. Andere entwickeln Schmerzen und Koliken und von diesen ein kleiner Teil Komplikationen. Gallenblasensteine werden somit oft per Zufall entdeckt, meist bei einer Ultraschalluntersuchung aus anderem Grund.
Symptome
Gallensteinbeschwerden manifestieren sich typischerweise unmittelbar nach dem Essen oder bis zu 2 Stunden danach. Fettreiche Mahlzeiten lösen häufiger Symptome aus als fettarme Nahrung. Meist sind es kolikartige Schmerzen, gelegentlich auch nur ein Druckgefühl im rechten Oberbauch, oft mit Ausstrahlung in den Rücken oder die rechte Schulter. Die Symptome können einige Minuten dauern oder aber bis zu 2 Stunden anhalten.
Therapie der unkomplizierten Gallenblasensteine
Die meisten Personen mit Gallenblasensteinen haben keine Beschwerden und benötigen keine Behandlung. Wenn die Gallensteine Symptome verursachen, sollte die Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) durchgeführt werden. Einerseits um Beschwerdefreiheit zu erreichen und anderseits um potentielle Komplikationen zu vermeiden. Die Cholezystektomie kann laparoskopisch durchgeführt werden. Der Verlust der Gallenblase hat in der Regel keine negativen Folgen. Die Gallenblase ist nur ein Reservoir für die Galle, die in der Leber produziert wird. Nach der Cholezystektomie wird dem Darm gleichviel Galle zugeführt wie vor der Operation.
Komplikationen
Komplikationen treten dann auf, wenn Gallensteine den Ausgang der Gallenblase verlegen oder aus der Gallenblase abwandern und die ableitenden Gallenwege verstopfen. Folgende Komplikationen können vorkommen:
- Akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)
- Gelbsucht durch Verschluss des Hauptgallengangs (Verschlussikterus)
- Eitrige Entzündung der Gallenwege (Cholangitis)
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (biliäre Pankreatitis)
- Perforation eines Gallensteins in die Bauchhöhle oder den Zwölffingerdarm
Cholezystitis
Bei der akuten Gallenblasenentzündung handelt es sich um eine eitrige Entzündung. Sie äussert sich durch heftige Schmerzen im rechten Oberbauch und Fieber über 38°C. Bei der Behandlung gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits die sofortige Operation (Entfernung der Gallenblase, Cholezystektomie), nach Möglichkeit innerhalb der ersten 48 Stunden und andererseits zuerst eine antibiotische Behandlung mit Operation nach Abheilung der Entzündung nach etwa 8 Wochen. Die sofortige Operation wird bevorzugt, da so Komplikationen vermieden werden können und die Dauer des Spitalaufenthaltes kürzer ist.