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Die Werke
Die knapp halbstündige Messe in G-Dur D 167 gehört zu den meist aufgeführten Chorwerken Franz Schuberts (1797-1828). In der Ursprungsfassung wurde der Chorsatz mit einer reinen Streicher-besetzung begleitet. Später fügte der Komponist noch Pauken und Trompeten ad libitum hinzu; und sein Bruder Ferdinand erweiterte 1847 den Klangkörper um einen Satz Holzbläser. Während die Entstehung im März 1815 – wohl als Auftragswerk für den Messgebrauch – als gesichert gilt, datiert die erste belegte Aufführung auf den 11. Juli 1841. Klare Form, liedhafter Stil und schlichter, inniger Ausdruck prägen das Werk. Polyphone Sätze finden sich seltener; so im „Osanna“-Fugato und im dreistimmigen Kanon des „Benedictus“. Durch den sparsamen Einsatz von Akzenten erzielt Schubert eine wirkungsvolle Dramaturgie; im Credo etwa erfolgt nach langem Piano eine Fortissimo-Wendung bei „et resurrexit.“ Ergreifend auch der Ausklang des klagenden „Agnus dei“ in D-Dur.
1868, im Alter von 25 Jahren, skizzierte der junge Pianist und Komponist Edvard Grieg in einem Gartenhaus auf der Insel Sjaelland sein etwa 40-minütiges Klavierkonzert in A-Dur. Später hatte er als Stipendiat in Rom Gelegenheit, es Franz Liszt vorzuspielen, der begeistert war. Die Uraufführung mit dem berühmten Pianisten Edmund Neupert war ein grosser Erfolg; das Konzert trug wesentlich dazu bei, die Bedeutung von Edvard Grieg als norwegischem Komponisten zu begründen. Bereits in den ersten Klaviertakten baute er Terzengänge ein, wie sie häufig in nordischen Volksmelodien zu finden sind. Dem temperamentvollen Allegro molto moderato folgt ein streicherbetonter Mittelsatz „con sordino“, mit einzelnen Bläsereinätzen. Das sehr ruhige Adagio in Des-Dur beginnt mit einer improvisationsartigen Klavierpassage und führt zu einem weit gefächertem, lyrischen Satz. Dem nordischen Springtanz „Halling“ entlehnt ist der Rhythmus des Finalsatzes Allegro moderato molto e marcato. Bläser leiten, noch pianissimo, zum Einsatz des rhythmisch prägnanten Klavierthemas. Das Nebenthema, mehrere Solokadenzen, ein Tranquillo-Teil mit zarter Flötenmelodie und die Rückkehr zu einer brillanten Schlusskadenz kennzeichnen den weiteren Verlauf. Nicht nur dem Solisten wird virtuoses Können abverlangt; das Werk über die vielen Wechsel von Tempi, Charakter und Dynamik hinweg als Ganzes zu gestalten, fordert den gesamten Klangkörper.
Die Musik zum romantischen Schauspiel „Rosamunde, Fürstin von Zypern“ komponierte Franz Schubert in nur wenigen Tagen des Jahres 1823 als Auftragswerk für das Theater Wien. An der Premiere war ihm ein grandioser Misserfolg beschieden, der sich jedoch auf das schwache Libretto der Textdichterin Hermine von Chézy bezog. Obwohl Schuberts Musik viel Beifall fand und einige Teile an der Premiere wiederholten wurden, verschwand die „Rosamunde“ von der Bühne. Schubert rettete die Partitur in eine Klavierfassung hinüber und stellte ihr die Ouvertüre zur „Zauberharfe“ voran. Bis heute ergibt die reichhaltige Sammlung von Ballett- und Zwischenaktmusikern sowie charakteristischer Chorsätze einen dankbaren Fundus von Konzertstücken, aus denen wir Ihnen eine halbe Stunde Musik darbieten. Hinter dem pastoralen und liebenswürdigen Gestus der „Suite“ ist der Sinfoniker Schubert präsent, welcher mit einem hochdifferenzierten Chor- und Orchestersatz und gross angelegten Themen einen langen Spannungsbogen über die Sätze hinweg schafft.
Solisten
Patrizio Mazzola (Piano) wurde bei Genua (Italien) geboren. Er erhielt seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Luzern und schloss dort sein Studium beim englischen Pianisten Hubert Harry mit dem Lehr- und Solistendiplom ab, das er mit Auszeichnung bestand bestand. Er erhielt den Edwin-Fischer-Gedenkpreis und den Kunst-Anerkennungspreis der Stadt Luzern. Im Laufe seiner Karriere erarbeitete sich Patrizio Mazzola ein umfangreiches Repertoire und ist neben seiner Lehrtätigkeit an den Musikhochschulen Bern und Luzern laufend solistisch tätig. Er trat mehrmals an verschiedenen Festivals auf und erarbeitet regelmässig mit diversen Orchestern und Dirigenten zusammen (u.a. R. Baumgartner, Silvia Caduff, J.-L. Darbellay, A. Fiedler, H., Griffith E. Muri, P. Sacher, K. Zehnder). Kammermusikalisch spielt er u.a. im New Kubelik Trio. Mit Patrizio Mazzola erschienen mehrere CD-Einspielungen, darunter die 24 Préludes von Rachmaninoff, die 27 Etüden von Chopin und ein Live-CD seines Recitals in der Wigmore Hall London. Mit dem Glarner Kammerorchester hat er bereits Klavierkonzerte von Chopin, Schumann und Beethoven aufgeführt.
Andrea Matter (Sopran) wurde am 27.12.1984 in Buckten (BL) geboren. Sie absolvierte das Vorstudium mit Hauptfach klassischer Gesang an der Musikhochschule in Zürich bei Frédéric Gindraux. Im Sommer 2010 hat sie den Master of Arts in Pädagogik an der Hochschule Luzern bei Prof. Peter Brechbühler erfolgreich abgeschlossen. Seit September 2011 studiert Andrea Matter an der Hochschule der Künste in Bern bei Mireille Delunsch und Thierry Grégoire (Master Performance). Sie besuchte mehrere Meisterkurse, unter anderem bei Klesie Kelly (D), Margreet Honig (NL) und Udo Reinemann (D). Andrea Matter hat schon einige Erfahrungen als Gesangssolistin in der ganzen Schweiz gesammelt und in verschiedenen Chören und Ensembles mitgewirkt. Bei Hans Adolfsen, Peter Baur und Edward Rushton hat sie an Liedkursen teilgenommen. Im Herbst 2008 nahm Andrea Matter an einer Opernproduktion der Hochschule Luzern in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Theater teil und sang die Rolle der Donna Anna (Don Giovanni von Giuseppe Gazzaniga). Seit dem Sommer 2010 unterrichtet sie Stimmbildung bei den Luzerner Sängerknaben und macht Stellvertretungen an Musikschulen und Gymnasien.
Schoschana Kobelt (Alt) wurde 1987 in Glarus geboren und besuchte nach der Primarschule in Mitlödi das Gymnasium in Glarus. Von klein auf sang sie in verschiedenen Chören mit, begann mit 9 Jahren Cello zu spielen und erhielt mit 15 Jahren regelmässigen Gesangsunterricht. Sie studiert an der Hochschule für Musik in Luzern Gesang in der Klasse von Peter Brechbühler, wo sie im Sommer 2012 den Master in Gesangspädagogik abschliessen wird.
Dino Lüthy (Tenor), geboren 1986 in Arlesheim, studierte nach dem Maturitätsabschluss zuerst Mathematik in Bern. Er schloss dieses Studium im September 2010 mit dem Masterdiplom ab. Seine gesangliche Ausbildung begann er 2008 mit Gesangsstunden bei Paolo Vignoli und nahm 2010 sein Gesangsstudium an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis bei Gerd Türk auf. Ensemble- und Chorerfahrungen sammelte er in Projekten unter Leitung von Dominique Vellard oder Rudolf Lutz. Seine solistische Tätigkeit führte ihn unter anderem nach Venedig. Er ist auch Mitglied des auf Musik vom 16. und 17. Jahrhunderts spezialisierten Ensembles "Profeti della Quinta" , mit welchem er den ersten Preis der “Young Artist Competition” in York (England) gewann und an Festivals in Italien, Holland, Belgien, Deutschland und England sang. Im Frühjahr 2011 konnte er unter anderem erste Bühnenerfahrungen im Musiktheater "Ars Moriendi" unter Leitung von Anthony Rooley sammeln. Im Januar bis März 2012 wird er in einer Produktion von Purcells “Fairy Queen” am Theater Basel mitwirken.
Jonathan Prelicz (Bass) studiert seit dem Herbst 2010 bei Peter Brechbühler an der Hochschule Luzern Musik klassischen Gesang und ist nebenbei immer wieder als Solist bei verschiedenen Konzerten und Bühnenprojekten tätig. So sang er unter anderem die Basspartie in der Kantate 130 von Johann Sebastian Bach und in der G-Dur Messe von Franz Schubert. Er ist Gesangslehrer an verschiedenen Musikschulen im Kanton Schwyz und leitet den Allegra Chor in Arth.