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Westseitig befindet sich die zweistöckige Empore, auf deren oberem Stockwerk die Orgel steht.
Der aus Sandsteinquadern gefertigte Chor weist ein einjochiges Netzgewölbe auf. Die Rippen steigen an den Polygonseiten aus runden Diensten (Säulen) mit geometrisch Mustern verzierten Basen (Sockel) zur Decke empor. Die Kapitelle der Säulen verfügen teilweise über pflanzliche Motive (Buckelblätter, Blumenkelche) auf.
Der eine Schlussstein am Chorhimmel ist mit einem «Agnus Dei» («Lamm Gottes»), der andere mit dem Berner Wappen verziert.
Besonders kunstvoll erscheinen die bemalten Zwickel der Gewölbefelder des Chores. Sie weisen eine monochrom-schwarz stilisierte Ausfüllung mit Blatt- und Blumenornamenten auf. Sie ähneln durchaus denen, die der berühmte Maler des «Berner Totentanzes» Niklaus Manuel (um 1484–1530) in die Gewölbe des Berner Münsters hinein gemalt hat.
Die Qualität der Steinmetz- und Malerarbeiten ist es, welche diesem Chor zu seines kunsthistorischen Bedeutung verhilft.
Die Chorfenster sind zweiteilig, weisen gekehlte Leibungen und ein einfaches Fischblasenmasswerk auf. Hier sind auch die fünf wertvollen Figurenscheiben aus dem frühen 16. Jahrhundert eingebaut.
In der Nordwand des Chors befindet sich ein Wandtabernakel. Dort wurden in katholischer Zeit (also vor 1528) die Hostien aufbewahrt.
Im vorderen Bereich des Chors, direkt unter dem westlichen Schlussstein des Gewölbes steht der spätgotische Taufstein. Er wurde besteht aus einem regionalen Sandstein gefertigt und stellt einen achteckigen Kelch dar, der von Masswerk in Viereckfeldern umsäumt ist und auf einem ebenfalls achteckigen kurzen Schaft über einem quadratischen Sockel steht.
Die Kanzel von 1926 ist durch eine Rundbogenöffnung im nördlichen Chorbogenpfeiler und eine Wendeltreppe zugänglich.
Epitaph 1, in schwarz mit goldener, lateinischer Inschrift, ist für Elisabeth Malacrida (†1695), die Ehefrau des Pfarrherrn Johann Anton Koch (in Uerkheim im Amt 1687–1707), und deren gleichnamige Tochter (†1690) errichtet worden.
Die beiden Epitaphien im Chorbereich für Elisabeth Malacrida und ihre Tochter (links), sowie für Esther von Erlach (rechts)
Epitaph 2, ebenfalls in schwarz und mit goldener, aber deutscher Inschrift, wurde dem Andenken der Berner Adligen Esther von Erlach (†1738) gewidmet. Sie war im Laufe ihres Lebens mit drei Männern aus dem Hause von Tscharner, von Graffenried und von Stürler verheiratet gewesen. Sie war im hohen Alter als Witwe im Pfarrhaus von Uerkheim bei Pfarrer Franz Ludwig Lupichi (in Uerkheim im Amt 1715–1740) untergebracht, da ihr dritter Ehemann Gabriel von Stürler sie vermögenslos zurückgelassen hatte. Im hohen Alter von 83 Jahren verstarb sie und wurde hier bestattet. Die gereimte Grabinschrift lautet:
«Von Erlach war mein Stam / Bim Tauff ich Ester heisste,
Drey Männer ich mir nam / Die Gottes Hand mir weißte,
Von Tscharner, Grafenriedt / Und Stürlerischem Haus.
Jetzt werd ich gschmückt fürs Viert / Mit Jesu Hochzeit-Strauß.
Für Schmertzen, die mich fort / Mit Unmuth abgekränckt,
Er mir im Freüden Port / Die Palmen Cron geschenckt.»
Eine erste Orgel erhielt die Kirche Uerkheim 1845. Sie wurde 1926 durch ein zweites Instrument ersetzt, das bis 1974 in Betrieb stand. Damals erwarb die Kirchgemeinde eine neue Orgel der Firma Neidhart & Lhôte aus dem neuenburgischen Chézard-Saint-Martin (Gemeinde Val-de-Ruz).