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Sport
Wie wird man zum Langhürdler? Richtig, als hochspringender Fussballer. So war es jedenfalls bei mir. 2009 nahm ich an der Thurgauer Mittelschulmeisterschaft teil und übersprang im Hochsprung ohne richtiges Training 2,01 Meter. Was nicht schlecht ist. Gut genug jedenfalls, um von Werner Dietrich angesprochen zu werden. Von jenem Mann also, der schon Werner Günthör entdeckt hatte, den 3-fachen Weltmeister im Kugelstossen. So kam ich also eher zufällig vom Fussball zur Leichtathletik, erkannte aber schon bald, dass sich eine Einzelsportart besser mit dem Medizinstudium kombinieren lässt, weil man weniger abhängig ist von Sportkollegen.
Zu meiner Lieblingsdisziplin fand ich nach ersten Rennen über 200m, 400m, und 110m Hürden. Und startete natürlich auch im Hochsprung. Doch bereits im zweiten Wettkampf wagte ich mich auch an die 400 m Hürden. Bereits in meinem zweiten Rennen verfehlte ich in Bern in 52.52 Sekunden die U-23 EM Limite nur knapp. Beim nächsten Rennen, den Schweizer Meisterschaften 2009 im Zürcher Letzigrund, wurde ich Vize-Schweizermeister. Als schnellster U-23 Sprinter der Schweiz über die 400m flach durfte ich eine Woche später am U-23 Länderkampf im Berliner Olympiastadion zum ersten Mal für die Schweiz starten.
Und es ging rasant weiter: Fünf Jahre, vier Schweizer Meistertitel (2011, 2012, 2013 und 2014) und eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in London später, feierte ich 2014 den Europameistertitel im eigenen Land. Der bisherige Höhepunkt meiner noch jungen Karriere. 2015 kam der 5. Schweizermeister-Titel dazu und an der WM in Peking Rang neun – um einen Platz am Final vorbei.
An den Europameisterschaften 2016 in Amsterdam war ich der Gejagte. Ich hatte meinen EM-Titel zu verteidigen. Glücklich durfte ich die Bronzemedaille feiern, welche meine Leistung bestätigte. Im Jahr 2017 konzentrierten wir uns voll und ganz auf die Weltmeisterschaften in London. Ich überzeugte während der Saison vor London mit starken Rennen, wurde aber auch eines anderen belehrt. Nichtsdestotrotz erreichte ich an der WM den Final mit dem 8. Schlussrang. Saisonhöhepunkt in der Schweiz und zugleich mein letztes Rennen im 2017: Weltklasse Zürich, wo ich auf dem Podest meine Persönliche Bestzeit von 48.45 egalisierte.
Im 2018 standen die Europameisterschaften im Olympiastadion in Berlin an. Aufgrund einer Verletzung konnte ich an diesen stimmungsvollen Meisterschaften nicht teilnehmen. Nach dem Titel 2014 in Zürich und der Bronzemedaille 2016 in Amsterdam blieb es mir verwehrt um die Podestplätze zu kämpfen. Nun gilt mein Fokus dem Weltmeisterschaftsjahr 2019. In Doha Ende September geht es für mich darum, die internationale Konkurrenz wieder herausfordern zu können.