Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03166.jsonl.gz/1499

Sie wolle das Ergebnis der Brexit-Verhandlungen mit Brüssel abwarten, sagte Sturgeon vor Abgeordneten des schottischen Parlaments in Edinburgh. Die Entscheidung über ein neues Referendum solle dann erst im Herbst 2018 fallen.
Ihr Ziel sei es, dass Schottland Teil des europäischen Binnenmarktes bleibe, betonte Sturgeon. "Wir werden alles tun, um Grossbritannien in diese Richtung zu bewegen", sagte sie. Sie befürchte, dass Grossbritannien die EU ohne Vereinbarung oder mit einer sehr schlechten Vereinbarung verlasse.
Sturgeon forderte eine Abkehr vom Konzept des "harten Brexit". Das "rücksichtslose" Verfolgen dieser Vorstellung durch die Regierung von Premierministerin Theresa May müsse aufgegeben werden, sagte die Chefin der Schottischen Nationalpartei (SNP).
WAHLNIEDERLAGE FÜR SNP
Sturgeon reagierte damit auf die heftige Wahlniederlage ihrer SNP bei der britischen Parlamentswahl vor knapp drei Wochen. Die Befürworter eines unabhängigen Schottlands verloren 21 ihrer 56 Sitze in Westminster.
Die schottische Regierungschefin hatte eingeräumt, dass ihre Forderung nach einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum zu dem schlechten Ergebnis beigetragen haben könnte.
Sturgeon strebt seit längerem eine neuerliche Volksbefragung über eine Unabhängigkeit Schottlands an. Sie begründet dies damit, dass sich die Schotten beim Brexit-Referendum vor einem Jahr mehrheitlich für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hatten.
Ende März hatte sich das schottische Regionalparlament mehrheitlich für eine Wählerbefragung zwischen Herbst 2018 und Frühjahr 2019 ausgesprochen. Die Verhandlungen über die Bedingungen des EU-Austritts Grossbritanniens laufen bis März 2019.
In einer ersten Volksbefragung im September 2014 hatten 55,3 Prozent der schottischen Wähler dafür votiert, Teil des Vereinigten Königreichs zu bleiben, 44,7 Prozent waren damals dagegen.
(AWP)