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NEIN DANKE! Oder doch Dankbarkeit?
Ich will keinen computergesteuerten Haushalt, keine automatischen Sonnenstores, keinen Roboterstaubsauger, keinen Kühlschrank, der mir anzeigt, was fehlt, oder gar ein Implantat, das weiss, was mein Körper jetzt gerade an Nahrung braucht, die Rezepte dazu liefert und mir mein Fitnessprogramm diktiert. Ich will die Kontrolle über mein Leben nicht an einen Computer abgeben, der alles über mich weiss wie der Zentralcomputer Eva in unserem Stück. Wir würden so das Denken verlernen und Verdummung wäre die Folge. Deshalb schreibe ich weiterhin meine Einkaufszettel von Hand und stelle mich beim Grossverteiler in die Schlange an der Kasse, studiere die Einkäufe der Wartenden und mache hie und da der Kassiererin ein Kompliment.
Auch hatte ich mich lange geweigert, ein Handy anzuschaffen, damals, als man damit nur telefonieren und simsen konnte? „Nein danke“, sagte ich, „ich will nicht immer erreichbar sein.“ Dann kaufte ich mir doch eines für den Notfall. Meistens war es aus. Und heute würde ich mein Smartphone um nichts in der Welt mehr hergeben. Als Telefon nutze ich es selten, aber alles, was ich unterwegs brauche, ist in diesem kleinen Wundergerät: die Agenda, das Adressbuch, der Fotoapparat, der Fahrplan, die Landkarte, das Aufnahmegerät, der Rechner, das Notizblatt, die Mails, die Taschenlampe, der Wecker, der Übersetzer für alle möglichen Sprachen, das Radio, die Musik und vieles mehr, das ich noch nicht nutze. Und wenn mich das Gedächtnis im Stich lässt, hilft Google. Und ein selbstlenkendes Auto, das sicherer fährt als ich, wäre das nicht auch wünschenswert?
Veronika Glaser