Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/150621

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, eine Statistik zu den in den vergangenen 30 Jahren durch Naturereignisse eingetretenen Schadenfällen an der Nationalstrasse und der Eisenbahn am Axen vorzulegen. Die Statistik soll darlegen, welcher Art diese Ereignisse waren und wie hoch das Ausmass der jeweiligen Schäden für Personen und Objekte ausgefallen ist.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur Nationalstrasse: Der Ereigniskataster "Gefahrenbeurteilung und Risikoanalyse" betreffend Naturgefahren auf der N4, Axenstrasse, erfasst in chronologischer Reihenfolge alle historisch bekannten Lawinen, Rutschungen, Sturzereignisse und Überschwemmungen. Die in den vergangenen 30 Jahren durch Naturereignisse eingetretenen Schadenfälle an der Nationalstrasse am Axen werden mit der ungefähren Schadensumme ausgewiesen. Ist kein Schaden entstanden, werden die ungefähren Kosten für den Räumungsaufwand ausgewiesen.</p><p>Nachfolgend werden die schwerwiegendsten Ereignisse der letzten 30 Jahre aufgeführt. Daneben sind weitere kleinere Ereignisse im Ereigniskataster verzeichnet.</p><p>Am 12. Februar 1992 bleibt die Axenstrasse vorsorglich gesperrt wegen grosser Felssturzgefahr. Am 11. April 1992 erfolgt beim Ölberg eine Grosssprengung mehrerer Hundert Kubikmeter Fels. Nach der Sprengung ist die Galerie auf 50 Meter Länge total zerstört. Der Schaden beträgt mehr als 1 Million Franken.</p><p>Am 11. Februar 2003 fallen vor Chalchofen 5 bis 10 Kubikmeter Felsmaterial auf das Galeriedach. Die Axenstrasse bleibt für das Aufräumen, die Reparatur und das Sprengen für Tage gesperrt. Drei Dachplatten werden zerstört. Der Schaden beträgt weniger als 100 000 Franken.</p><p>Am 22. August 2005 haben sich etwa 5000 Kubikmeter Material im Dornibach vor dem SBB-Durchlass aufgestaut. Die Fahrbahn ist für mehrere Tage gesperrt. Die Dornibachbrücke ist beschädigt. Der Schaden beträgt rund 270 000 Franken.</p><p>Am 21. Juli 2008 erfolgt bei Axenrüti eine vorsorgliche Sprengung eines rund 1600 Kubikmeter grossen Felspfeilers, der in Bewegung war und die A4 und die Bahnstrecke bedrohte. Der Aufwand beträgt rund 1 Million Franken.</p><p>Am 23. Februar 2009 durchschlagen beim Ölberg Süd zwei Felsblöcke das Galeriedach. Die Strasse muss für das Aufräumen und die Kontrolle des Ausbruchgebiets sowie für die Felsräumung insgesamt drei Tage gesperrt werden. Drei Dachplatten werden komplett zerstört, zwei Randplatten lokal beschädigt, das Geländer wird lokal beschädigt und der Strassenbelag verformt. Der Schaden beträgt rund 286 000 Franken.</p><p>Am 4. August 2009 mobilisieren sich in der Dornirunse rund 15 000 Kubikmeter Material und verschütten Felder, Siedlungsgebiet, die Riemenstalderstrasse und die Axenstrasse. Die Axenstrasse muss für einen Tag gesperrt werden. Es entstehen keine Schäden an der Axenstrasse, es erfolgen nur Aufräumarbeiten.</p><p>Vom 20. bis 22. September 2009 verschütten Murgänge in der Dornirunse Siedlungsgebiet, Geschiebesammler und die Riemenstalderstrasse flächig. Ein Ferienhaus und eine Garage werden weggerissen. Obwohl kein Material auf die A4 fällt, bleibt die Axenstrasse zwei Tage vorsorglich gesperrt. Der Aufwand für die Ereignisse am 4. August und vom 20. bis 22. September 2009 beträgt rund 27 000 Franken.</p><p>Zur Eisenbahn: Im Ereigniskataster "Naturrisiken der SBB" sind im Zeitraum 1985-2015 auf der Strecke Brunnen-Flüelen die nachfolgend aufgelisteten Ereignisse mit Status "Betriebsunterbruch" oder "Betriebseinschränkung" erfasst. Die Kosten sind nicht darin erhoben und wurden mit Erfahrungszahlen grob abgeschätzt.</p><p>24./25. August 1987: Hochwasser im Reusstal, zwei Dammbrüche der Reuss: ganze Ebene Flüelen-Seedorf-Attinghausen unter Wasser. Gotthardstrecke unterbrochen. Die Schäden belaufen sich auf mehrere Millionen Franken.</p><p>25. Februar 1999: Brunnen Süd-Sisikon Nord: grosser Lawinenabgang, Gleis nicht betroffen, Bahn aber latent bedroht.</p><p>21. Oktober 2004: Aus einer bahnnahen Felswand brechen zwischen Brunnen Süd und Sisikon Nord zwei Steine heraus und stürzen direkt neben den Gleisen in den Entwässerungsgraben. Kosten ungefähr 100 000 Franken. </p><p>22. August 2005: Dornibach Sisikon: Ein Murgang bringt etwa 5000 Kubikmeter Material. Strasse und Bahnstrecke werden verschüttet. Ab dem 26. August 2005 ist wieder ein Gleis befahrbar. Schadensumme 3 Millionen Franken.</p><p>22. August 2005: Gruonbach-Flüelen: mehrere Gleisabschnitte überschwemmt. Schadensumme ungefähr 1 Million Franken.</p><p>Am 3. August 2006 löst sich in der Felsflanke im Sektor Tellsplatte ein drei Viertel Kubikmeter grosser Block und stürzt auf das Gleis. Es kommt zu einer Zugskollision ohne Entgleisung. Kosten 100 000 Franken.</p><p>7. Juni 2007: Dornibach Sisikon: Durch ein intensives Gewitter steigt der Dornibach kurzfristig stark an. Unter der SBB-Brücke lagert sich Geschiebematerial ab und verringert die Durchflusskapazität massiv. Der Verkehr wird aus Sicherheitsgründen präventiv eine Stunde eingestellt. Auch in der benachbarten Dornirunse werden im Oberlauf des Gerinnes 2000 Kubikmeter Material verschoben. Die Riemenstalderstrasse wird überschüttet, die N4, Axenstrasse, und die Bahnstrecke werden nicht beeinträchtigt.</p><p>3./4. August 2009: Dornirunse Sisikon: Murgang in der Dornirunse verschüttet Riemenstalderstrasse sowie Siedlungsgebiet und stösst bis auf die N4, Axenstrasse, vor. In Koordination mit Polizei und örtlichem Krisenstab wurde die Bahnstrecke in der Nacht vom 3./4. August 2009 von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr vorsorglich gesperrt.</p><p>Die SBB und der Kanton Schwyz haben für den Dornibach und die Dornirunse koordinierte Schutzbautenprojekte ausgearbeitet. Der Bund hat eine Kostenbeteiligung gegenüber den Bauherren (SBB und Kanton Schwyz) zugesagt. Für die Erhöhung des Schutzes beim Riemenstalderbach hat der Kanton Uri ein Projekt in Ausarbeitung, welches ab 2015 zur Ausführung kommt.</p><p>2008/09 wurde das bergseitige Gleis umfassend instand gestellt. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden alle Tunnelportale bezüglich Naturrisiken beurteilt und gesichert. Besonders zu erwähnen sind die sehr aufwendigen Felssicherungsmassnahmen beim Südportal des Stutzeggtunnels - dem sogenannten Zuckerstock - und beim Nordportal des Ölbergtunnels. Ab Ende 2016 sollen zudem im Rahmen der Tunnelsanierungen vorhandene Schutzdefizite gegenüber Sturzprozessen aus Felsen im unmittelbaren Bahnbereich eliminiert werden.</p><p>Im Umgang mit den gravitativen Naturgefahrenprozessen haben die zuständigen Bundesämter und die SBB einen neuen risikobasierten Ansatz entwickelt. Der Bund ist heute in der Lage, das Nationalstrassennetz und das Bahnnetz schweizweit einheitlich zu beurteilen und so seine Mittel gezielt einzusetzen. Bei ausgewiesenen Risiken werden Schutzmassnahmen umgesetzt.</p>  Antwort des Bundesrates.