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Die Betonbarriere stellte sowohl die physische als auch die ideologische Teilung Berlins – und Deutschlands – dar, die zwischen 1961 und 1989 den Westen der Stadt vom Osten trennten. Kürzlich jährte sich der Mauerfall zum 30. Mal. Von vielen war befürchtet worden, dass dies nie geschehen würde.
Peter Sutton (54) schlief früher nur wenige Meter von der Mauer entfernt und diente als Wachmann am Kontrollpunkt. Als Zugführer war er für 30 Männer verantwortlich, deren Aufgabe es war, den britischen Sektor Berlins zu schützen.
Russen sollten Stadt nicht übernehmen
Er habe die Zeit in West-Berlin sehr genossen, «weil es ein aufregender, lebendiger Ort war. Unsere Aufgabe war es, dafür zu sorgen, dass die Russen die Stadt nicht übernahmen, um sie zu einem Teil der DDR zu machen. Es war eine Stadt voller ‘Spione’ und ich hatte einen aufregenden Posten, den jeder wollte, denn historisch gesehen verband es dich mit all den Filmen und Kommando-Comics, mit denen wir aufgewachsen waren.»
Er war bis wenige Monate vor dem Mauerfall dort stationiert. Errichtet worden war die Mauer, um zu verhindern, dass die Massen aus der DDR in den Westen zogen. Sie verlief direkt hinter der Basis, in der Peter Sutton stationiert war. Ein wenig hatte er selbst bereits abgetragen: «Wir gingen mit den Besuchern, die in die Offiziersmesse kamen und schnitzelten ein wenig von der Mauer ab, damit sie diese Steinchen als Erinnerung behalten konnten.»
«Es war ergreifend»
Mehrfach war er in Ost-Berlin, «es war eine andere Welt mit einer anderen Denkweise, es war eine Zeitreise 30 Jahre zurück. Es war grau und trist, nichts war wirklich repariert worden und du kamst mit rasenden Kopfschmerzen zurück, wegen all der Dämpfe der Treibstoffe, welche die Trabis verwendeten. Ich spreche ein wenig Deutsch und erinnere mich an ein Mal, als ich in meiner schottischen Uniform war. Ein kleines Mädchen zeigte auf meinen Kilt und fragte ihre Mutter: ‘Warum trägt dieser Mann einen Rock?’ Sie konnte es nicht erklären...»
Nur wenige Monate vor dem Fall der Mauer wurde Peter Sutton nach Südarmagh in Nordirland verlegt. Als die Mauer fiel und später der Eiserne Vorhang, sei dies ergreifend gewesen. «Wir sassen da und dachten, dass wenn die Barrieren in Europa niedergerissen werden können, warum in aller Welt die Gesellschaft in Nordirland geteilt sein muss.»
Heute ist er Pastor
Heute arbeitet der fünffache Vater als Pastor in der St. Cuthbert's Parish Church in Edinburgh. «Für mich symbolisierte der Fall der Berliner Mauer Triumph und Hoffnung über mögliche Katastrophen. Es war ein freudiger Moment, diesen Fall zu sehen: Historisch gesehen, wenn man dem Muster des Kalten Krieges folgen würde, hätte er in einer gegenseitigen Zerstörung enden sollen.»
Peter Sutton richtete unter anderem auf dem Anwesen «seiner» Kirche Unterkünfte für Obdachlose ein. Mit einem Team von 15 Freiwilligen sorgt er für die Betreuung. «Für mich ist es ein grossartiger Weg für die Kirche, relevant zu sein, für Menschen, die sich engagieren wollen. In der Kirche dreht sich nicht alles nur um den Sonntag.»