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David Neeleman (59) braucht man in der Airline-Branche nicht mehr vorzustellen. Er war Mitgründer von Fluggesellschaften wie JetBlue, WestJet, Morris Air oder Azul Linhas Aereas, und hat seine Hände beim Relaunch von TAP Air Portugal im Spiel. Sein jüngstes Projekt ist eine Fluggesellschaft mit dem Projektnamen «Moxy» - nicht zu verwechseln mit der Hotelmarke unter dem Marriott-Dach, allerdings vermutlich auch nicht der definitive Name der Airline, welche 2021 an den Start gehen soll. Bislang weiss man von dieser, dass Neeleman gemeinsam mit Robert Milton (ex-CEO von Air Canada) und Henri Courpron (ex-CEO der ILFC) 100 Millionen Dollar Kapital bei der Gründung von Moxy Airways eingeschossen hat. Und dass die Airline 60 Flugzeuge des Typs A220 bei Airbus bestellt hat.
Nun hat Neeleman einige Details mehr im Rahmen eines grossen Interviews mit dem Magazin «Conde Nast Traveller» preisgegeben. Unter anderem geht daraus hervor, dass in den kommenden 18 Monaten um die Flugerlaubnis für die neue Airline ersucht wird Neeleman das Projekt als «Technologieunternehmen mit Flugzeugen» bezeichnet. Dies, weil das Fundament der neuen Airline die elektronische Distribution von Flugtickets und das Handling der Kundenkontakte ist. Er sieht einen Vorteil darin, alles neu aufbauen zu können, statt sich mit Modernisierung alter Technologien herumschlagen zu müssen.
Neeleman schwebt eine Art Uber oder Amazon der Luftfahrt vor, bei welchem es zu keinem Zeitpunkt mehr nötig ist, mit Mitarbeitern des Unternehmens in Kontakt zu treten. Bei Verspätungen oder Annullationen sollen Kunden beispielsweise digital Vorschläge für das Handling erhalten, also für eine Umbuchung oder einen Refund - statt jeweils auf einen Call-Center-Agenten zu warten, der genau dasselbe erledigt.
Zunächst eine US-Domestic-Airline
Moxy, oder wie die Airline denn heissen wird, soll zunächst mal eine Low-Cost-Domestic-Fluggesellschaft innerhalb der USA sein, allerdings von Beginn weg auch auf internationale Strecken nach Südamerika setzen. Dort ist Neeleman ja Besitzer von Azul, welche der neuen Airline Passagiere zuführen soll. Mit der Wahl des A220 habe Moxy zahlreiche Möglichkeiten in Bezug auf das Bordprodukt und die Routen. Zum Beispiel kann damit, bei 130 bis 160 Passagieren, ein gutes Business-Produkt auf Inlandstrecken und sogar ein Lie-Flat-Produkt für internationale oder transkontinentale Strecken eingerichtet werden. Und bei den Routen kann Moxy laut Neeleman vom US-Midwest nach Hawaii, von Florida nach Brasilien oder auch vom Midwest nach Portugal fliegen. Diesen Vorteil gedenkt er mit neuen Routenangeboten auszunutzen, auf denen er keine Konkurrenz (zumindest zu Beginn) erwartet und welche im Point-to-Point geflogen werden, um die chronisch überlasteten Hubs zu umgehen. Diese Strategie habe bereits bei Azul Erfolg gehabt; diese Airline hat nur auf 30 Prozent ihrer Routen Konkurrenz. Einige der geplanten Flughäfen sind auf dem Wikipedia-Eintrag von Moxy Airways zu sehen - keine bekannten/eindrücklichen Flughäfen...
Aktuell arbeitet das Aufbau-Team von Salt Lake City (Utah, USA) aus. Die ersten Flugzeuge werden 2021 ausgeliefert, je eines pro Monat. Man darf gespannt sein, ob Neeleman ein weiterer Wurf wie mit JetBlue gelingt. Er nennt sein Vorhaben jedenfalls ganz unbescheiden «die Airline der Zukunft».