Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03141.jsonl.gz/2328

Die erste Säule ist obligatorisch und umfasst die staatlich getragene Vorsorge. Sie dient als Existenzsicherung aller Personen, die in der Schweiz erwerbstätig sind oder hier wohnen sowie ihre Ehegatten und Kinder.
Die Alters- und Hinterlassenenversicherung ist so aufgebaut, dass die erwerbstätige Generation für die Existenzsicherung der Rentner, Witwen und Waisen aufkommt mittels dem Umlageverfahren.
Wird die Existenzsicherung nicht erreicht, schafft der Staat Abhilfe durch Ergänzungsleistungen.
Die Invalidenversicherung ist eng mit der AHV verknüpft und die Finanzierung läuft ebenfalls mittels Umlageverfahren. Anspruchsberechtigt sind Personen, die durch einen psychischen/physischen Gesundheitsschaden evtl. für immer oder vorübergehend ganz oder teilweise erwerbsunfähig sind.
Jeder männliche Schweizer Bürger erhält einen Teil seines Einkommens durch die Erwerbsordnung vergütet während seines obligatorischen Militär-, Schutz- und Zivildienstes.
Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Arbeitslosenversicherung rund 70–80 % des versicherten Lohnes und ist für alle AHV-Versicherten und nichtselbständig Erwerbenden obligatorisch. Sie zahlt maximal zwei Jahre des versicherten Lohns einer arbeitslosen Person. Neben den Taggeldern werden auch Massnahmen zur besseren Integration in den Arbeitsmarkt gefördert: Praktika, Weiterbildungen etc.
Die zweite Säule ist für alle nichtselbständig Erwerbenden obligatorisch und wird privat von den Pensionskassen getragen. Die Versicherung beginnt mit Antritt des Arbeitsverhältnisses, frühestens mit Vollendung des 17. Lebensjahres. Bis zum 24. Lebensjahr decken die Beiträge nur die finanziellen Folgen durch Tod und Invalidität ab. Ab dem Folgejahr und bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit wird zusätzlich für die Altersrente gespart.
Die Berufliche Vorsorge wird nach dem Kapitaldeckungsverfahren finanziert: Jeder Versicherte spart selbst mit seinen Beträgen seine Rentenansprüche an. Sie ergänzt die reine Existenzsicherung soweit, dass im Rentenalter oder Schadenfall rund 60 % des letzten Erwerbseinkommens ausgewiesen wird.
Die Pensionskassen verwalten die einbezahlten Prämien und ergänzen die IV soweit, dass rund 60 % des letzten Erwerbseinkommens garantiert werden kann. Hier unterscheidet man in zwei Optionen:
> Leistungsprimat: Strebt einen bestimmten
versicherten Prozentsatz des letzten Lohnes an
> Beitragsprimat (eher im Trend): Fordert seine effektiv bezahlten Beiträge ein
Gelder, welche in die Pensionskasse einbezahlt wurden, sind entweder fünf Jahre vor der Pensionierung rückforderbar oder vorzeitig ohne die Verpflichtung sie in eine andere Pensionskasse einzahlen zu müssen, wenn eines der folgenden Punkte eintritt:
> Erwerb eines selbstbewohnten
Wohneigentums
> Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit
> Aufgabe des Wohnsitzes innerhalb der Schweiz
Diese Säule der privaten Vorsorge wird vor allem von selbständig Erwerbenden genutzt, da dies die einzige Möglichkeit ist für ihr Alter, bei Invalidität oder für ihre Hinterlassenen vorzusorgen. Bund und Wirtschaftsexperten empfehlen die dritte Säule ebenfalls auszuschöpfen.
Die gebundene Vorsorge oder auch die Säule 3a wird steuerlich bevorzugt, da der Staat ein Interesse daran hat, dass auch dieser Teil der sozialen Vorsorge ausgeschöpft wird. Steuerzahler können die einbezahlten Beträge von ihrer Steuererklärung abziehen und müssen sie erst bei Bezug versteuern, vorausgesetzt die Einzahlung findet bei einer anerkannten Vorsorgeform statt. Über diese Beträge können erst fünf Jahre vor der Pensionierung verfügt werden, ausser einer dieser Fälle tritt auf:
> Erwerb eines selbstbewohnten
Wohneigentums
> Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit
> Aufgabe des Wohnsitzes innerhalb der Schweiz
Unter dieser Vorsorgeform der dritten Säule, Säule 3b fallen die übrigen freien ungebundenen Lebensversicherungen, Sparen auf Sparkonti, Investitionen in Anlagefonds, Spekulationen an der Börse etc. an.