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Im Herrn verschieden
Linus Fäh, Kapuziner für die Missionen
Bruder Linus ist mit acht Geschwistern in Benken (SG) aufgewachen. Da für ihn schon in früher Jugend der Entschluss feststand, einmal als Kapuziner in den Missionen zu wirken, absolvierte er das Gymnasium in Appenzell, trat 1954 in den Orden ein, wurde 1959 in Solothurn zum Priester geweiht und studierte in Rom Missionswissenschaft. Sein erster Missionseinsatz erfolgte auf der Insel Sumatra/ Indonesien.
Als Dozent führte er dort junge einheimische Mitbrüder in die Sparten der Theologie ein und machte sich mit der indonesischen Kultur vertraut (1963–1974). Eine völlig andere erlebte er als Hausmissionar in der Stadt Zürich (Erlöser-Pfarrei, 1974–1978). Sein zweiter direkter Missionseinsatz führte ihn nach Südamerika: Peru, Palpa, ca. 400 km nördlich von Lima. Dorthin zogen ihn das Bedürfnis der dortigen Christen und seine Offenheit für die weite Welt. Die Pastoration in der Stadt und ihrer Umgebung, die Begleitung junger Mitbrüder, die Auseinandersetzung mit fragwürdigen Bräuchen forderten viel von ihm. Dabei brannte sich bei ihm die Erfahrung ein: Christen zu bekehren, ist eine Heidenarbeit. Auch darum wurde sein Abschied dort mit einem grossen Volksfest begangen (1978–1991).
Dann wartete eine neue, herausfordernde Aufgabe auf Linus: Die Leitung unseres Ordens in Rom suchte einen fähigen Bruder als Generalsekretär und Animator des missionarischen Wirkens des weltweiten Gesamtordens. Dazu verfügte Linus aus seiner persönlichen Anlage und reicher missionarischer Erfahrung über geeignete Voraussetzungen: einen weltweiten Horizont, eine kritische Sicht auf die Realität, eine unerbittliche Unbestechlichkeit. Es gehörte dabei zu seinem Auftrag, Unterstützungsgesuche zu begutachten, Geldmittel zur Ausbildung von Kapuzinerstudenten aus aller Welt zu beschaffen und die Solidarität zwischen den Kapuzinern auf den verschiedenen Erdteilen zu fördern. Hilfsgesuche für vorgesehene Projekte testete er gern mit hartnäckigem Fragen auf ihre Durchführbarkeit und Nachhaltigkeit und forderte einen jährlichen, soliden Rechenschaftsbericht über den aktuellen Stand ein. Seine dabei gehandhabte Gründlichkeit und Rechtschaffenheit kam nicht bei allen Bittstellern gleich gut an. Er hat damit aber das Seine dazu beigetragen, dass weniger Spendengeld im Sand versickerte. Dafür möge ihn über den Tod hinaus unser Dank erreichen. Seinem Auftrag zugute kamen auch seine Reisefreudigkteit und seine Fähigkeit, weltweit informative Kontakte aufzubauen und zu erhalten. Nach 12 Jahren Rom (1991–2003) kehrte Linus nach Luzern zurück und erfüllte im Dienst des hiesigen Provinzials eine vergleichbare Aufgabe. Verschiedene Krankheiten verminderten seine Kräfte. Er starb am 11. Dezember 2015 in Luzern und ist dort begraben. R. I. P.
Jakob Good, Kapuziner
Bruder Jakob wurde 1928 geboren und ist in Mels (SG) aufgewachsen. 1950 trat er in den Kapuzinerorden ein und wurde 1955 in Solothurn zum Priester geweiht. Seither wirkte er als Allround-Kapuzinerpater mit Aushilfe an Sonn- und Festtagen mit Predigt und stundenlangem Beichthören in Pfarreien der Klosterkreise von Brig, Dornach, Olten, Solothurn und Mels, als geistlicher Begleiter von franziskanischen Laien und Schwesterngemeinschaften, als Volksmissionar; klosterintern als Bibliothekar, Sakristan, Vikar. Von 1972 bis 1982 waltete im Kloster Brig als Guardian, zur Zeit des Klosterbrandes, den er heil überlebte, dabei aber einen Mitbruder verlor (+ Martinian Zeller). Von 1991 bis 2012 versah er als Pfarrer die Pfarrei Mastrils. Dann begann eine Krankheit an seinen Kräften zu zehren. Er starb am 16. Februar 2016 in Schwyz und ist in Mels begraben. R. I. P.
Tagung über die Zeit um 1900
Die Schweizerische Zeitschrift für Religions- und Kulturgeschichte (SZRKG) lädt für den 8. April an der Uni Freiburg und für den 9. April an der Uni Luzern zur Tagung "Räume apokalyptischen Denkens. Krisenwahrnehmung, Endzeitdenken, Erneuerungsdiskurse in den Jahrzehnten um 1900" ein.
Weitere Infos: www.unifr.ch/szrkg/de