Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03170.jsonl.gz/1320

Diese fleissigen Helfer kommen auch zu Ihnen auf den Balkon - wenn sie das entsprechende Angebot machen!
Die Weibchen der Gemeinen Sandbiene (Andrena flavipes) besitzen, wie für die Sandbienen typisch, buschige Sammelhaare an den Hinterschienen, eine Locke am Hinterschenkel und haben im Gesicht neben den Augen mehr oder weniger länglich ovale samtig behaarte Flecken. Damit lassen sie sich auch im Feld als Sandbienen identifizieren. Jedoch ist wegen der häufig nur unter dem Binokular sichtbaren Unterscheidungsmerkmale eine Bestimmung vor allem auch bei den Männchen bis zur Art im Feld kaum möglich.
Bei der Gemeinen Sandbiene ist die Oberfläche dunkel, sind die Sammelhaare der Weibchen orange und die Hinterleibssegmente haben helle Haarbinden, welche aber mit der Zeit abgerieben werden. Männchen sind etwa 10 mm und Weibchen etwa 12 mm lang.
Die Art bildet zwei Generationen pro Jahr, die erste Ende März bis Ende Mai und eine zweite Anfang Juli bis Anfang September.
An lückigen bis unbewachsenen Stellen in sandig oder lehmigen Böden werden bis 25 cm lange Erdnester mit zwei bis drei Brutzellen angelegt. Häufig sind Kolonien zu finden, bei denen bis mehrere hundert Weibchen ihre Nester nebeneinander Anlegen.
Sowohl beim Pollen als auch beim Nektar ist die Art kaum wählerisch. Erwähnenswert ist aber, dass sie Obstbaumblüten besucht und dementsprechend eine wertvolle Bestäuberin in der Obstproduktion ist.
Trockene von der Sonne beschienene lückige oder offene lehmige oder sandige Bodenflächen mit einer Bodentiefe von 50 bis 100 cm sagen verschiedenen Bodennistern zu. Bereits breite Sandfugen bei der Pflästerung von Wegen und Plätzen, lückige Wiesen, aber auch unbefestigte Gartenwege können besiedelt werden. Um eine langfristige Besiedlung zu gewährleisten, muss auf das Umgraben der bewohnten Fläche verzichtet werden. Sind Bauarbeiten unumgänglich, sollten diese so etappiert werden, dass ein Teil der Nester so lange erhalten bleibt, bis der zerstörte Teil wieder besiedelt ist.
Dieses Weibchen verlässt gerade sein selbst gegrabenes Erdnest.
Für eine erfolgreiche Ansiedlung der Wildbienen ist ein grosses Blütenangebot während der Flugzeit in einer Entfernung von weniger als 500 m vom Nistplatz nötig. Zur Förderung der Gemeinen Sandbiene eignen sich insbesondere Weiden und Obstbäume, das Stehenlassen von „Unkräutern“ wie dem Hirtentäschchen oder dem Ackersenf, die Wegwarte aber auch gelbe Korbblütler, Doldenblütler wie die Wilde Möhre, der Dill oder die Hundspetersilie und Hahnenfussgewächse. Ist ein Balkon besonnt, werden dieselben Blütentypen auch auf dem Balkon besucht.