Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03176.jsonl.gz/1261

Menzberg kennt nur eine gemeinsame Geschichte von Pfarrei und Dorf.
Sie gibt es seit dem 21. September 1810. Damals stimmte die Regierung des Kantons Luzern zu, in Menzberg eine Pfarrei zu errichten. Das geschah im Zusammenhang mit Umorganisationen der Pfarreien im Kanton Luzern, um die Kirchwege für die Gläubigen zu verkürzen.
Die neue Pfarrei Menzberg spielte dabei für das Volk im weitläufigen Napfgebiet eine wichtige Rolle. Ignaz Heinrich von Wessenberg, für den Kanton Luzern zuständiger Generalvikar des Bistums Konstanz und der Menznauer Pfarrer Bernhard Schnyder nahmen sich der Pfarreigründung besonders an.
112 Heimwesen aus den umliegenden Pfarreien Willisau, Hergiswil und Romoos wurden der Pfarrei Menzberg zugeteilt. Zur Pfarrei zählte man damals zirka 950 Seelen. 1859 wurden in der Pfarrei 1'123 Personen registriert, eine Erhebung 1990 ergab noch 562.
Zur Zeit der Gründung der Eidgenossenschaft war Menzberg den Freiherren von Wolhusen zugeteilt. Aus dieser Zeit stammt das Wappen von Menzberg mit dem an Fesseln geketteten Jagdvogel Sperber. Solche Vögel haben die Jagdherren von Wolhusen in Menzberg gezüchtet.
Weiter sind die Höfe Sibershof (heute Zibershus) und Oberlehn als Mannlehen dieser Freiherren erwähnt. Die Erwähnung erfolgte in der Zeit, als sie nach der Schlacht von Sempach an die Stadt Luzern übergegangen sind. Luzern wurde neuer Schirmherr.
Ein Mannlehnverzeichnis aus dem Jahre 1595 erwähnt erstmals weitere Höfe in Menzberg, die noch heute bestehen: Gutenegg (die zwei ähnlichen Häuser dieser Siedlung sehen wir gleich beim Verlassen der Kirche, auf dem gegenüberliegenden Hügelzug), Oberlehn (höchster Punkt 1110 m ü. M. mit Aussichtspanorama), Zibershus (davon gibt es im und ums Dorf heute mehrere), Gerislehn (Gründung durch den Alemannen Gero) und Rengg.
Der Standort der Kirche bestimmte auch jenen des entstehenden Dorfes. An der Stelle des heutigen Dorfes befanden sich damals lediglich zwei Häuser. Zum neuen Dorf gehörte ein Pfarrhaus, dicht bei der Kirche, das 1820 vollendete Schulhaus und das Krämerhaus des Lehrers, Sakristans und Organisten.
Kirchenrat Menzberg