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Sprache
Türkisch-Vokablen für Anfänger
"Talk Now" ist eine Vokabellern-Software für Anfänger ohne Vorkenntnisse, die für mehr als 100 Sprachen erhältlich ist. Es handelt sich also nicht um einen echten Sprachkurs, denn mit dieser CD-ROM kann man nicht lernen, Sätze zu bilden. Diese Fähigkeit erwirbt man mit den Lernmitteln von "EuroTalk" erst auf Mittelstufenniveau. Auf Grammatik wird im Anfängerstadium völlig verzichtet. Das Schwergewicht der Übungen liegt außerdem nicht auf der aktiven Sprachproduktion, sondern auf dem Wiedererkennen und Unterscheiden von bekannten Wörtern. Auf diese Weise hat der Lerner sehr schnell den Eindruck von Erfolgen, die allerdings wenig zum Sprechen befähigen, sondern hauptsächlich zum Identifizieren erlernter Wörter.
Der Benutzer kann zwischen unzähligen "Hilfssprachen" wählen - außer sämtlichen europäischen finden sich hier beispielsweise auch Urdu, Khmer oder Suaheli. Wie gut allerdings all diese Übersetzungen sind, vermochte die Rezensentin nicht zu prüfen. Bereits im Deutschen aber finden sich einzelne Fehler bzw. Sätze, die wörtlich aus dem Englischen übertragen wurden und deshalb eigenartig klingen: "Als neuer Benutzer, geben Sie ihren Namen in das untere Kästchen ein." Im Gegensatz zum Englischen steht im Deutschen nach "Benutzer" kein Komma. "Blaue Vierecke", auf die man klicken soll, sind regelmäßig runde Knöpfe mit Pfeilen.
Weiter bleibt der Zweifel, ob es sinnvoll ist, sämtliche Benutzersprachen auch zu schreiben: "Schwiizertüütsch" zum Beispiel. Soweit gesprochene Anweisungen gegeben werden (was selten vorkommt), ist es sicher für manche Benutzer sympathisch, dass auch ein Schweizer Dialekt mit Ostschweizer Anklang verfügbar ist, die Schreibungen allerdings sind nicht immer verständlich, zumal die Wörter oder Wendungen ohne jeden Kontext für sich allein stehen müssen: "Wo sind d'Gofere?" (die Koffer), "tanke" (danke), "halo" (Hallo), "Ich bruuche en Tokter" (einen Arzt).
Thematisch behandeln die neun Lektionen die Zahlen (in der Benutzersprache Deutsch fälschlicherweise als "Nummern" bezeichnet) von null bis zwanzig, alltägliche Wörter und Wendungen wie "Guten Tag" oder "Ich brauche einen Arzt.", Nahrungsmittel und weitere Gegenstände des täglichen Bedarfs (z.B. Zahncreme), Farben, Körperteile, die Uhrzeit und die Namen der meisten europäischen und der großen außereuropäischen Länder.
Die CD-ROM enthält für jede Lektion vier verschiedene Übungstypen: Wortübung, Sprachübung (eigentlich eine Sprechübung), leichtes Spiel und schweres Spiel. Mit der Wortübung fängt man an. Hier wird der neue Wortschatz mit Bildern oder Symbolen eingeführt. Wenn der Benutzer auf ein Bild klickt, sagt ein Sprecher oder eine Sprecherin das entsprechende Wort und in einem Feld erscheint die dazugehörige Schrift - oder bisweilen auch umgekehrt: Man klickt auf die deutsche Schrift und ein Symbol erscheint gleichzeitig mit der geschriebenen und gesprochenen Fremdsprache. Bei der Sprechübung kann man sich entweder die Wörter nochmals vorsagen lassen oder direkt selbst sprechen. Die Sprachäußerungen des Lerners werden aufgezeichnet. Abschließend kann man das, was man selbst gesprochen hat mit der Aussprache der Sprecher vergleichen, um so Abweichungen zu entdecken. Die beiden "Spiele" schließlich dienen dem Einüben des Wortschatzes, ohne eigentlich Spiele zu sein. Bei der einfachen Version hört der Lerner nach einander vier Wörter; gleichzeitig erscheinen die entsprechenden Bilder oder Symbole. Danach werden die Bilder vertauscht, man hört eines der vier Wörter nochmals und muss auf das richtige Symbol klicken. Bei der schwierigen Version hört man ein Wort und muss direkt ohne weitere Hilfe das dazugehörige Bild finden.
Ärgerlich ist, dass etwas unsystematisch mit der Grammatik umgegangen wird. Auch wenn Regeln zu diesem Zeitpunkt nicht eingeführt werden, müsste doch darauf geachtet werden, dass keine Missverständnisse entstehen. Wenn unter den Lebensmitteln beispielsweise für "die Äpfel" "elmalar" gelernt wird und das Bild mehrere Äpfel zeigt, so ist das korrekt. Wenn aber in den Wiederholungsübungen ein Apfel oder eine Birne abgebildet sind, dann sollte der Sprecher nicht "elmalar" oder "armutlar" sagen, sondern die Singularform.
Abschließend finden sich noch zwei echte Lernspiele auf der CD-ROM, wieder in einer einfachen und einer schwierigen Version. Das schwierige Spiel erinnert an "Memory", wobei zwei Fähigkeiten vermischt werden: Um gut abzuschneiden, muss man sich einerseits merken, an welcher Stelle ein (inzwischen umgedrehtes) Kärtchen mit einem Symbol liegt, und andererseits das gesprochene Wort korrekt erkennen. Diese zusätzliche Beanspruchung des Gedächtnisses ist zwar recht witzig, lenkt aber vom Behalten der Wörter ab. Gut an dieser Übung ist aber, dass es - um eine möglichst hohe Punktezahl zu erreichen - hier auch auf Geschwindigkeit ankommt, wodurch man beispielsweise das schnelle Unterscheiden von Zahlen gut einüben kann. Denn in der Realität hat man tatsächlich oft wenig Zeit zu überlegen, wenn zum Beispiel ein Preis genannt wird. Auf jeden Fall sind die beiden Übungen dieses Kapitels echte Lernspiele, die Spaß machen.
Dass nur eine Software für Kurse in mehr als 100 verschiedenen Sprachen verwendet wird, hat natürlich auch seine Schattenseiten. Die Wörter sind an anglo-amerikanische Kulturen angepasst, nicht an die jeweilige Zielkultur. Im Türkisch-Kurs lernt man also, was Pizza oder Hamburger auf Türkisch heißt, nicht aber, was Lahmacun, Pide oder Gözleme sind. Auch nach diesem Grundkurs wird man also einer türkischen Speisekarte relativ hilflos gegenüberstehen.