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17780708 01 Sturzflut Küsnacht ZH
Inhaltsverzeichnis
Ereignis
Am 8. Juli 1778 gewittert es am Pfannenstiel. Der Bach im Küsnachter Tobel schwillt rasant an.
Küsnacht schläft, als gegen 22 Uhr die Flutwelle ins Dorf dringt. Sie zerstört Häuser noch und noch und reisst 63 Menschen in den Tod.
Das erste Haus, das von dem Gemenge aus Wasser, Schlamm und Steinbrocken getroffen wird, ist ein Dreifamilienhaus.
17 Menschen sterben dort, darunter sieben Kinder. Hausgegenstände treiben auf dem See bis nach Wädenswil und Horgen.
"Dies Dorf hat durch eine schreckliche Überschwemmung eine traurige Berühmtheit erlangt. Den 8. Heumonat 1778, abends um 9 Uhr, fiel nämlich ein Wolkenbruch, der das Bergwasser plötzlich zu einer ungeheuern Höhe anschwellte, wodurch Häuser fortgerissen, Wiesen und Felder verwüstet und in Zeit einer Stunde ein Eden in eine Einöde verwandelt wurde. 15 Wohngebäude, 8 Scheunen, und 46 andere Gebäude, 3 steinerne und 5 hölzerne Brücken, nebst andern Anlagen wurden gänzlich zerstört und in den See geschleudert. 63 Menschen ertranken."
Quelle: Vollständiges geographisch-statistisches Hand-Lexikon der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Band 1 (von Markus Lutz,Johann Andreas von Sprecher)
Augenzeugenbericht
Johannes Thomann aus Zollikon beschreibt in seinem Tagebuch als Augenzeuge die Wettervorgänge im Zusammenhang mit der grossen Überschwemmung in Küsnacht von 1778:
Augenzeugenbericht (Der Text ist in alter Frakturschrift geschrieben)
Quelle: Lehrmittelverlag Zürich
Die Überschwemmung von Küsnacht (Sage)
"Als der Drache wieder einmal beim grossen Wasserfall spielte, wurde er müde und schlief ein. Gerade da wo das Tobel am engsten ist. Mit seinem dicken Bauch versperrte er das ganze Tobel und staute den Bach. Es kam wie es kommen musste, ein gewaltiger Gewittersturm brach los und es regnete und regnete. Das Wasser sprudelte munter von den steilen Hängen ins Tal hinunter. Langsam bildete sich hinter dem Drachen ein See, das Wasser stieg und stieg, so dass sich die Zwergenhöhle unter dem Alexanderstein langsam mit Wasser füllte. Die Zwerge mussten zuoberst auf den Alexanderstein klettern, aber auch das half nicht, das Wasser stieg und stieg. Sie schrieen, aber auch der lauteste Schrei konnte unseren müden Drachen nicht aus seinem Schlaf wecken.
Nach genau zwei Stunden, es war schon Nacht, erwachte der Drache. Er tapste schlaftrunken, Zweige und halbe Bäume mit sich reissend, zu seiner weiter oben gelegenen Höhle. Aber nachdem der Drache aufgestanden war, floss das angestaute Wasser schäumend und alles mit sich reissend durch das schlafende Dorf Küsnacht."
5 Ansichten des Dorfes Küsnacht am Zürichsee, wie es vor und nach der Überschwemmung vom 18. Juli 1778 aussah
"Küsnacht am Zürichsee. Die erste Vorstellung gegen Abend auf das Getreüste nach der Nattur wie es den 8. Juli 1778 verschwemmt und verwüestet worden."
© Johann Jakob Aschmann / Quelle: ZB Graphische Sammlung
"Küsnacht wurde im Jahr 1778 von einer Überschwemmung verwürstet, hier dargestellt in einem Stich von Johann Jakob Aschmann."
© Johann Jakob Aschmann / Quelle: Tages Anzeiger
Weitere Quellen
Dictionnaire géographique-statistique de la Suisse, Band 1 (von Markus Lutz)
- Die Sturmparade Tages Anzeiger, 13.01.2017