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In den weiten Ebenen im Südwesten Kenias und im Norden Tansanias lebt eine ostafrikanische Volksgruppe die Massai, auch Masai, Maassai oder Maasai genannt. Sie sind vergleichsweise eine Minderheit, aber wegen ihrer mehr oder weniger nomadischen Lebensweise sind sie bekannt. Auffällig ist auch ihre Bekleidung.
Ihre Wohngebiete liegen in der Nähe berühmter Nationalsparks wie zum Beispiel die Serengeti. Der Name «Serengeti» bedeutet in der Massai-Sprache so viel wie «endlose Ebene» oder «endloses Land». Der Nationalpark wurde 1951 eröffnet. Vielfältige Landschaften wechseln sich ab, wie Grassavannen mit Inselbergen und vereinzelten Akazien, Buschsavannen und Baumsavannen.
Kultur und Lebensweise
Die Massai sind als Krieger und Hirten bekannt, die die weiten Ebenen bewohnen. Ursprünglich lebten die Massai nur von Viehzucht und vom Handel mit Lebensmitteln. Sie treiben ihre Viehherden von einem Ort zum anderen, damit das Gras auf den Weiden wieder nachwachsen kann. Dies ist möglich, weil der Landbesitz gemeinschaftlich ist und sie ihre Wasser- und Weidestellen miteinander teilen.
Heute betreiben die Massai Landwirtschaft und viele von ihnen sind gezwungen, einen festen Wohnsitz und Arbeit in der Stadt anzunehmen. Jede Familie bildet ihr eigenes Dorf. Sie leben in Hütten, die aus getrocknetem Kuhdung, Lehm und einzelnen Holzpfosten gebaut sind.
Die Tradition ist in Frage gestellt
Die Bewegungsfreiheit der Massai wird durch Landverkauf der Regierung stark eingeschränkt und sie werden so aus ihren Territorien vertrieben. Das Nomadentum wird dadurch verhindert und die Massai sind gezwungen, sesshaft zu werden. Sie verfügen nur noch über die trockensten und fruchtlosesten Gebiete. Weiter ist die Vielfalt der Kühe nicht mehr gewährleistet, da sie sesshaft sind und konventionelle Landwirtschaft betreiben müssen. Zudem sind die Kühe in Gefangenschaft gegen Krankheitserreger weniger resistent. Durch den Strassenbau in ihren Weideländern und in den Savannen wird die Abgeschiedenheit der Massai eingeschränkt oder zerstört. Die Ausbreitung von Krankheiten wird durch das Fehlen von medizinischer Grundversorgung begünstigt. Leider gibt es zu wenige Schulen oder ähnliche Einrichtungen. Die Kinder müssen teilweise einen Schulweg von bis 18 Kilometer zurücklegen, sofern sie überhaupt die Schule besuchen können. Bei Regenzeiten und auch im Winter ist das problematisch. Kommt hinzu, dass auch wilde Tiere (Elefanten, Löwen usw.) sich manchmal in dieser Gegend verirren. Der Schulbesuch ist zwar obligatorisch, aber die Mädchen dürfen sehr oft nicht zur Schule, weil sie die Ziegen hüten müssen. Dementsprechend ist der Schulbesuch der Mädchen nicht gewährleistet.
Wie schon vorhin erwähnt, vollzieht sich in der Lebensweise der Massai ein grundlegender Wandel. Sie müssen ihre Tradition aufgeben und werden sesshaft. Die meisten leben heute in der Gegend von Arusha, in der Serengeti oder in der Nähe des Ngorongoro-Nationalparks. Als Halbnomaden wechseln sie ihren Wohnort nur noch alle paar Jahre oder überhaupt nicht mehr. Nebst der Tierzucht verdienen die Massai ihren Lebensunterhalt auch als Nachtwächter oder Türsteher.
Aus diesem Grund will der Verein «Tansania lächelt» im Massai-Land ein Schulhaus bauen, damit die Kinder, die Jugendlichen und auch die Mädchen den Unterricht besuchen und so ihre Zukunft sichern können.
Jürg Portmann, Vorstand Tansania lächelt