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Appenzeller Spuren zur Sklaverei
Der Speicherer SP-Kantonsrat Ivo Müller stellte in seiner Interpellation Fragen bezüglich ausserrhodischer Verflechtungen mit Sklaverei im internationalen Handel des 18. Jahrhunderts.
ERNST FELIX
«Es geht mir bei der Interpellation nicht um irgendwelche Schuldzuweisungen, sondern um ein vertieftes Verständnis der Schweizer und der Appenzeller Geschichte», stellte Müller klar. Es gehe um die Beziehungen zu den Völkern und Menschen in den ehemaligen Kolonien, in der heutigen dritten und vierten Welt. «Ist der Regierungsrat bereit, die Verknüpfungen des Kantons Appenzell Ausserrhoden mit Sklaverei und transatlantischem Handel mit Sklavinnen und Sklaven aufarbeiten zu lassen oder eine Aufarbeitung zu unterstützen?», wollte Müller wissen. Gesundheitsdirektorin Alice Scherrer antwortete: «Wir anerkennen die Tatsache, dass auch Menschen aus Appenzell Ausserrhoden ins schweizerische und europäische Netz von Finanz- und Handelsbeziehungen des 18. Jahrhunderts einbezogen und mit Sklaverei verflochten waren.» Die Regierung erachte es allerdings als nicht adäquat, dieses dunkle Kapitel auf eigene Faust aufzuarbeiten. Hingegen wäre Appenzell Ausserrhoden bereit, dieses Stück Vergangenheit im Rahmen einer nationalen Forschungsarbeit zu unterstützen. Damit war praktisch auch Müllers zweite Frage beantwortet. Er hatte ins Feld geführt, dass die Schweiz im Jahr 2001 mit der Schlusserklärung der UNO-Konferenz von Durban die Aussage mit unterzeichnet hatte, die eingestand, dass Sklaverei und Sklavenhandel entsetzliche Tragödien der Menschheitsgeschichte waren. Ob der Regierungsrat allenfalls bereit wäre, sich an einer gesamtschweizerischen Aktion zur politischen Verarbeitung zu beteiligen, wurde positiv beantwortet.
Der Interpellant zu Scherrers Stellungnahme: «Die Antwort ist viel positiver ausgefallen, als ich es erwartet habe.»