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jurassisehen (Rauracien und Sequan) Kämmen begleitet, die selbst wieder mehr oder weniger von Klusen oder halben Klusen (ruz) durch- und angeschnitten sind. Die Kette des Raimeux setzt sich bis in den Solothurner Jura fort, wo sie sich verzweigt und durch das Auftreten von sekundären Falten einen verwickelten Bau erhält. Sie zieht über die Hohe Winde (oder La Vignette 1207 m), den Passwang (Pass in 1006 m, Doggerkamm in 1207 m) und die Wasserfalle (Fussweg in 1020 m), um ö. Langenbruck wie die eben beschriebenen Ketten und zusammen mit der des Mont de Vellerat mit dem Gebirgsknoten des Hauensteins zu verschmelzen.
Die Falten des Mont Raimeux schaaren sich um die Wasserfalle so dicht zusammen, dass nur ganz enge Längsthälchen dazwischen Platz finden. Beide Ketten sind durch die Erosion in viele kleine Kämme zerstückelt worden, die Wald oder Weiden tragen und einen starken Wechsel in der Beschaffenheit des Untergrundes zeigen. In der Umgebung von Langenbruck und Eptingen linden wir endlich noch einige vorgelagerte Doggerkämme mit mehr als 1000 m Höhe, wie das Kellenköpfli (1144 m), den Bilsteinberg (1129 m) und die Belchenfluh (von Bal, Belenus herzuleiten) oder den Ballon d'Eptingen (1102 m).
Delsbergerthal. Die eben beschriebenen, verwickelten Berglandschaften des Solothurner und Basler Jura bilden einen grossen Gegensatz zu der breiten Mulde des Delsbergerthales (Val de Delémont) mit ihren ruhigen und gleichmässigen Linien. Dieses schönste Synklinalthal des Jura heisst im Lande selbst kurzweg «la Vallée» und umschliesst eine Anzahl von tertiären Hügeln mit sehr fruchtbaren Hängen und Umgebungen. Es ist mehr als 20 km lang und im Mittel 5 km breit.
Der schmälere O.-Abschnitt, das sog. Val Terbi, trägt die Dörfer Courchapoix, Corban, Montsevelier und Mervelier. Die Trapezform des Delsbergerthales wird bedingt durch die beiden Ketten von Saint Brais im W. und des Trogbergs mit dem Châtelard de Mervelier im O., die unter sich parallel nach NNO. streichen, während die beiden langen Randketten im S. und N. des Thales, die des Mont de Vellerat und der genau O.-W. ziehenden Rangiers, gegen das O.-Ende der Mulde zu konvergieren.
Kette des Lomont. Die durch ihre Länge von mehr als 140 km und ihr gleichmässiges Streichen bemerkenswerte Kette des Lomont oder der Rangiers beginnt ö. von Besançon und zieht, ganz im Gegensatz zu den Falten im Innern des Gebirges, in der Richtung nach O., wobei sie hie und da durch Einsattelungen und Ablösungen etwas gegliedert ist. Sie bildet den längs der Geosynklinalen von Montbéliard verlaufenden Aussenrand des Nordjura. (Es sind ihr allerdings noch einige untergeordnete Aussenketten vorgelagert, die den Elsässer Anteil an der oberrheinischen Tiefebene nach S. begrenzen). An Höhe bleibt sie weit hinter den Ketten des Hochjura zurück, indem ihr höchster Punkt, der Mont Gremay (mit Unrecht auch Mont Terrible genannt) s. von Cornol, nur 944 m erreicht.
Von den Vogesen aus gesehen, erscheint sie am Horizont als langer, dunkelblauer, bewaldeter Wall, woher die Namen Bleumont, Lomont, Blauen. In ihrem westl. Abschnitt ist die Kette des Lomont im Allgemeinen wenig gegliedert und nur nördl. von Saint Hippolyte (Departement Doubs) von einer Klus durchbrochen und in der Ajoie an mehreren Stellen (Bressaucourt, Cornol) von Liaszirken angeschnitten. Anders der O.-Abschnitt, der von den Malettes (800 m; Ablösung und horizontale Transversalverschiebung) an weit offenere oder verwickeltere orographische Gestaltung zeigt.
Nach dem Doggergewölbe der Chaive oder Vorburg (920 m) über Delsberg öffnet sich die Kette des Lomont oder der Rangiers am Creux du Vorburg und bei Bellerive zu einer schönen Lias-Keupercombe und wird hier zugleich von der nach SW. orientierten und von der Birs durchflossenen Klus von Vorburg-Soyhières schief durchbrochen. Von Bärswil bis Waldenburg besteht die Kette aus langen, mehr oder weniger von Malm flankierten Doggerkämmen, an deren Fuss von Erschwil bis zur Rheintafel eine fruchtbare Lias-Keupercombe in ununterbrochenem Zug sich anlehnt. Mitten in dieser Combe steht bei Meltigen dazu noch ein Muschelkalkgewölbe an, an dem weiterhin gegen Reigoldswil und um Waldenburg und Eptingen starke Lagerungsstörungen beobachtet werden. Die Kette setzt sich über den Hauenstein bis Erlinsbach w. von Aarau fort, wo sie endigt.
Nordjura (Ajoie, Laufen, Seewen). In dem an den Elsass (Pfirt oder Ferrette) grenzenden Abschnitt des nördl. Jura, sowie n. vom Thal von Laufen (Laufon) und in der Umgebung von Seewen (Kanton Solothurn) finden wir noch weitere Ketten, die der allgemeinen Streichrichtung des Lomont parallel ziehen und dem von N. kommenden Beobachter als die ersten Vorstufen des Jura erscheinen. Diese meist bemerkenswert regelmässig gebauten Falten steigen ganz allmählich aus der die Grenzzone gegen den Elsass bildenden tertiären und quaternären Decke auf. Auf der französisch-schweizerischen Grenze haben wir zunächst von Boncourt bis Bonfol die Kette des Florimont (512 m), die von der Allaine, Cauvatte und Vendeline in drei kleinen Klusen durchbrochen wird; dann kommen die schönen Malmgewölbe von Pruntrut (Fahy, Banné mit der Perche), ebenfalls mit kleinen Klusen, ferner die Kette des Morimont, n. von Miécourt, die sogleich auf deutschen Boden übertritt. Es folgen die Doggergewölbe von Movelier und des Ring, beide s. der Lützel (Lucelle), die das diese Ketten im N. begleitende Muldenthal beständig weiter austieft. Nördl. vom Thal von Laufen liegt die schöne Kette des Blauen (892 m), die bei Grellingen von einer Klus durchschnitten wird und an die sich das kleine Gewölbe von Flühen (359 m) anreiht. Dieses wird am Fuss der auf dem Rauracienkamm der Kette und ganz nahe der Landesgrenze stehenden Veste Landskron (535 m) von der Klus von Mariastein durchzogen.
Ostjura, Lägernkette. Der Untere Hauenstein bildet einen Gebirgsknoten, an dem die Ketten des Lomont, Passwang, Graitery etc. mit einander verschmelzen und der sich durch tektonische Komplikationen (Schuppenstruktur) auszeichnet, wie man beim Bau des Hauensteintunnels (s. den Art. Hauenstein) deutlich erkannt hat. Diese Zone unterer jurassischer und triasischer Gesteine, die von Eptingen über Läufelfingen und Zeglingen bis Kienberg nw. von Aarau zieht, besteht aus einer Reihe von Dogger- oder Muschelkalkkämmen, die schuppenartig über einander und über die hier aus Malm mit einer Tertiärdecke bestehende Rheintafel aufgeschoben sind. Solche Kämme sind u. a. der Wisenberg (1004 m; Muschelkalk) ö. von Läufelfingen, die Geissfluh oder Schafmatt (966 m; Dogger) an der Quelle der Ergolz, der Dottenberg (932 m), die Wasserfluh (869 m), der Asperstrichen (843 m), Gugen (804 m), Brunnenberg und die Gislifluh (774 m) ö. vom ¶
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Passübergang der Staffelegg (624 m). Der scharf hervortretende und spitze Doggerkamm der Gislifluh reicht bis zum Aareknie bei Wildegg, taucht hier unter den Malm und s. vom Birrfeld auch unter die Molasse des Mittellandes.
Die letzte, bis in den Kanton Zürich (Regensberg und Dielsdorf) übergreifende Jurakette endlich reiht sich der eben erwähnten Dislokationszone im N. an und schiebt sich mit dem Linnberg, dessen geologischer Bau durch den dieses Gebiet anormalen Kontaktes querenden Tunnel entschleiert worden ist, ebenfalls über die Rheintafel, d. h. den Bötzberg, auf. Der Linnberg gehört in der Tat der Lägern- oder Habsburgkette an, die bei Schinznach (Mineralquellen) von der Aare, bei Birmensdorf s. von Brugg und Windisch (Vindonissa) von der Reuss und bei Baden (Mineralquellen und Thermen) von der Limmat in weiten Querthälern durchbrochen wird.
Diese Kette ist der Länge nach bis zur Trias hinunter geöffnet (Ruine Habsburg auf einem Muschelkalkkamm) und von Längsverwerfungen (Schambelen) durchzogen. Jenseits Baden bildet die Lägern eine hohe Falte (Burghorn 863 m, Hochwacht 856 m), deren Kamm aus Malm (Kimeridge) besteht, im Landschaftsbild scharf hervorsticht, nach N. sehr steil abfällt und auf einer wesentlich mergeligen Unterlage, die bis zum Keuper hinab ansteht, ruht. Der n. Gewölbeschenkel ist mehr oder weniger abradiert, verworfen u. sogar dislociert (Deckschollen und losgelöste Schichtfetzen). Kurz bevor die Kette unter die tertiären und quaternären Gebilde des Kantons Zürich taucht, sind in den Steinbrüchen von Regensberg die verschiedenen Stufen des hier ganz in schwäbischer Fazies ausgebildeten Malm noch einmal sehr klar aufgeschlossen.
An dieser Stelle endigt das Juragebirge mit einer einzigen spitzen Falte, ähnlich den ersten südlichen Faltenzügen, mit welchen es beginnt.
Hydrographie:
Flüsse und Seen.
Das Juragebirge wird durch den Rhein zur Nordsee und durch die Saône und Rhone zum Mittelmeer entwässert. Der wichtigste dem Gebirge selbst angehörende Fluss ist der Doubs (s. diesen Art.), der im Ganzen mehr als 430 km lang ist, wovon aber kaum 30 km des Mittellaufes ganz auf Schweizerboden liegen (Umgebung von Saint Ursanne 420 m). Ebenso gehören auch seine grössten Zuflüsse (der Dessoubre und die Loue mit dem Lison) ganz dem französischen Gebiet an. Der Doubs erhält aus dem schweizerischen Jura neben einigen ihm auf seinem tief eingeschnittenen Weg längs der Landesgrenze und auf Schweizerboden von Le Locle bis Saint Ursanne und Ocourt zugehenden kleinen Bächen und Stromquellen nur die Flüsse der Ajoie, d. h. die an den Rangiers entspringende und Asuel und Alle durchfliessende Allaine mit ihren Nebenadern, und eine Anzahl von Bächen.
Die Allaine nimmt bei Pruntrut den nur periodisch fliessenden Creux Gena oder Creugenat (s. diesen Art.) auf, der von Cheveney oder auf vermutetem unterirdischem Weg vielleicht sogar von Damvant herkommt. N. von Delle (Territorium Belfort) erhält sie die Cauvatte, in die bei Florimont die Bonfol durchfliessende und einige Weier dieser Gegend entwässernde Vendeline mündet. Nachdem sie das Wiesengelände um Montbéliard durchzogen und einen Teil ihres Wassers an den Rhein-Rhone-Kanal abgegeben hat, vereinigt sich die Allaine bei Voujaucourt mit dem Doubs.
Vom französischen Jura erhält die Rhone unmittelbar den Ain mit der Bienne und die London mit dem aus dem Felsenzirkus an der Faucille kommenden und Gex durchfliessenden Journan. Die London mündet bei La Plaine auf Genfer Boden von rechts in die Rhone. Dem Genfersee geben aus dem Waadtländer Hochjura einige Bäche und kleine Flüsse zu, wie die von Divonne kommende Versoix und der beim Schloss Bonmont entspringende und w. von Nyon mündende Boiron;
die Promenthouse, die sich aus ihren beiden Quellflüssen Cordex (mit der von Saint Cergues kommenden Colline) und Sérine (mit der am Mont Sallaz bei Arzier entspringenden Combaz) bildet;
die Aubonne, die zusammen mit ihrem Nebenarm Toleure in der Umgebung von Bière entsteht;
der Boiron und die Morges, deren Quellen in den Waldungen ö. von Bière liegen;
die am SO.-Fuss des Mont Tendre über L'Isle entspringende Venoge, die von rechts den von der Hochfläche ö. von Bière herabfliessenden Veyron und die von Vullierens kommende Senoge aufnimmt.
Mit dem zum Einzugsgebiet der Orbe gehörenden Nozon ist die Venoge durch einen über La Sarraz ziehenden Kanal verbunden.
Die Wasserscheide zwischen Rhone und Rhein quert den Schweizer Jura in stark schiefer Richtung und folgt einer Linie von Charmoille über die Rangiers, Freiberge, den Sommartel, La Brévine, Les Bayards, Jougne und den Mont Risoux nach Les Rousses. Bis hierher verläuft diese Linie ungefähr parallel der Landesgrenze zwischen der Schweiz und Frankreich, dann umschlingt sie das Jouxthal und geht über den Kamm des Mont Tendre wieder nach N. zurück, um gegen La Praz und La Sarraz abzusteigen. Es gehört somit der Schweizer Jura zum grösseren Teil dem Einzugsgebiet des Rhein an, was übrigens schon aus der Tatsache sich ergibt, dass seine Muldenthäler ganz allgemein gegen NO. zum schweizerischen Mittelland sich senken. Dieser Teil der Juragewässer geht zum Neuenburger- und Bielersee, sowie zwischen Biel und Brugg zur Aare. Den gleichen Weg nehmen auch unterirdische Flussadern, die ihr Wasser von der Oberfläche des Gebirges her erhalten haben; so die Quellen am Mont de Chamblon bei Yverdon, die Quelle des Loquiat bei Saint Blaise und die am Ufer des Bielersees sprudelnden Quellen.
Die aus dem Jura kommenden Nebenflüsse des Aaregebietes sind folgende: die Orbe, die am W.-Fuss des Noirmont, sö. vom Plateau von Les Rousses (1080 m), entspringt, zuerst den kleinen Lac des Rousses bildet, nö. von Bois d'Amont auf Schweizerboden übertritt, dann auf eine Länge von mehr als 18 km mit zahlreichen Schlingen über Le Brassus und Le Sentier das Jouxthal durchzieht und in den Lac de Joux (9 km lang, im Maximum 1,3 km breit und 33 m tief) mündet. Bei Le Pont schliesst sich an diesen der nicht ganz 2 km lange Lac Brenet an, der hauptsächlich durch den Trichter von Bonport (1009 m) unterirdisch abfliesst. Dieses Wasser tritt in der sog. Orbequelle (Source de l'Orbe), am W.-Ende des Thales von Vallorbe, wieder zu Tage und fliesst von Le Day an in tiefem Tobel bis Orbe, nachdem ihm w. von Ballaigues die vom N.-Hang des Suchet kommende und zum grössten Teil auf französischem Boden liegende Jougnenaz zugekommen. Zwischen Orbe und Chavornay ¶