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«Über 25 000 Personen und somit zehn Prozent der Gesamtbevölkerung im Kanton Freiburg sind dem Armutsrisiko ausgesetzt», schreibt Patrick Mayor, Präsident des Vereins Caritas Freiburg, in dessen Jahresbericht 2016. «Ausserdem wären über ein Fünftel der Schweizer überfordert, wenn sie mit unvorhergesehenen Kosten von 2500 Franken konfrontiert wären.» Angesichts dieser Tatsache könne wohl niemand an der Daseinsberechtigung seines Vereins zweifeln, so Mayor.
Gestern Abend lud die Hilfsorganisation in den Konferenzsaal des Freiburger Franziskanerklosters zu ihrer Generalversammlung ein. Als Gastreferentin trat die Lehr- und Forschungsrätin Vivianne Châtel von der Universität Freiburg auf.
Virulentes Problem Schulden
Im vergangenen Jahr führte der Verein 611 Sozialberatungen durch und unterstützte 447 Personen in 153 Haushalten. Unterstützungs- und Orientierungsgespräche mit Nothilfe mussten bei 424 Personen in 195 Haushalten geleistet werden, und dafür waren 280 Beratungen nötig. Rechtsberatung wurde in 159 Fällen geleistet. Dies betraf 128 Personen in 58 Haushalten. Die Budgetberatung wurde 287 Mal in Anspruch genommen, von 171 Personen in 85 Haushalten.
Schliesslich fanden im Jahr 2016 nicht weniger als 977 Schuldenberatungen statt, was 589 Personen in 260 Haushalten betraf. Das mittlere Netto-Monatseinkommen in diesen Haushalten betrug rund 6000 Franken (inklusive 13. Monatslohn), die mittlere Verschuldung rund 80 000 Franken, die kumulierte Verschuldungssumme aller betroffenen Haushalte rund 20,8 Millionen Franken.
Mit 40 Prozent der Fälle war die häufigste Ursache von Verschuldung administrative oder kognitive Überforderung.
Im Weiteren wurde die sogenannte KulturLegi, die vergünstigte Eintritte bei Konzerten, Theatern, Kinos, Bibliotheken, Schwimmbädern, Sprachkursen, Eisbahnen und Ähnlichem ermöglicht, im letzten Jahr an 623 Personen verteilt. Insgesamt waren 68 Prozent aller Klienten im Jahr 2016 Schweizer, 32 Prozent Ausländer.
Die Jahresrechnung des Vereins Caritas Freiburg weist bei Aufwänden und Erträgen von je rund 1,6 Millionen Franken ein Minus von rund 14 000 Franken auf. Das Budget 2017 sieht bei Aufwänden und Erträgen von je rund 1,7 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von rund 7600 Franken vor.