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Menschen mit Laktoseintoleranz produzieren zu wenig des Enzyms Laktase oder es fehlt ihnen ganz. Laktase hat die Aufgabe, Milchzucker (Laktose) aus der Nahrung aufzuspalten, damit der Körper ihn aufnehmen kann. Bei einer Laktoseunverträglichkeit gelangt der ungespaltene Milchzucker in den Dickdarm, wo ihn Darmbakterien vergären. Das kann Beschwerden auslösen.
Inhaltsverzeichnis
- Typische Symptome einer Laktoseintoleranz
- Verschiedene Arten von Laktoseunverträglichkeit
- Kompletter Verzicht auf Milchprodukte meist nicht nötig
- Vorsicht vor «verborgenen» Milchzuckerquellen
- Wie kann man feststellen, ob man eine Laktoseintoleranz hat?
- Fazit
Typische Symptome einer Laktoseintoleranz
Zu den typischen Symptomen einer Laktoseintoleranz gehören:
- aufgeblähter Bauch
- Völlegefühl
- Unterbauchschmerzen
- Durchfall
- Übelkeit, Erbrechen
- teils auch Verstopfung
Verschiedene Arten von Laktoseunverträglichkeit
Es wird zwischen zwei Arten von Laktoseunverträglichkeit unterschieden: der primären und der sekundären Laktoseintoleranz.
Bei der primären Laktoseintoleranz führt eine Veränderung im Erbgut dazu, dass man nicht genügend Laktase im Darm herstellt. Das macht sich häufig erst später im Leben bemerkbar. Nur sehr selten besteht die Krankheit von Geburt an. In dem Fall jedoch leidet das Neugeborene an schweren Durchfällen, sobald es Muttermilch oder Flaschennahrung mit Milchzucker bekommt.
Eine sekundäre Laktoseintoleranz entsteht durch Krankheiten im Magen-Darm-Trakt, welche die Zellen in der Darmschleimhaut so stark geschädigt haben, dass sie nicht mehr genügend Laktase herstellen. Dies kann zum Beispiel bei entzündlichen Darmkrankheiten oder Zöliakie vorkommen.
Schon gewusst?
In Nordeuropa haben zwischen 2 und 10 Prozent der Menschen eine primäre Laktoseintoleranz, in Mitteleuropa 15 bis 20 Prozent. In Afrika sind es in vielen Ländern 65 bis 75 Prozent, in Ostasien sogar bis zu 90 Prozent.
Kompletter Verzicht auf Milchprodukte meist nicht nötig
Regelmässig Milchprodukte zu essen, ist für eine gesunde Ernährung wichtig, denn sie dienen als Kalziumquelle für den Knochenaufbau. Zum Glück muss man bei einer Laktoseintoleranz nicht unbedingt vollkommen darauf verzichten.
Menschen mit leichtem Laktasemangel vertragen oft Joghurt, Buttermilch, Quark und Kefir in kleinen Mengen. Auch die meisten Käsesorten, vor allem Hart- und Schnittkäse, enthalten durch den Herstellungsprozess nur noch Spuren von Laktose und sind deshalb meist gut verträglich. Gemeint sind z. B. Appenzeller, Emmentaler, Bergkäse, Raclette, Parmesan und Gouda.
Dennoch sollte man langsam und vorsichtig testen, welche Milchprodukte und in welcher Menge individuell vertragen werden. Bei starker Laktoseintoleranz können Probiotika dabei helfen, die Laktose im Dünndarm abzubauen. Entsprechende Präparate müssen über mehrere Monate eingenommen werden. Alternativ kann man zum Verzehr von Milchprodukten Laktase in Tablettenform einnehmen.
Vorsicht vor «verborgenen» Milchzuckerquellen
Leicht zu übersehen sind «verborgene» Milchzuckerquellen. Diese gilt es bei einer Laktoseintoleranz zu meiden – doch dafür muss man sie natürlich kennen. Es sind zum Beispiel:
- Pudding, Crème, Griessbrei, Milchreis, Saucen, Milchgetränke usw.
- Milchschokolade, Rahmtäfeli, Milch- und Rahmglace, Nougat, Pralinen, Schoko-Brotaufstrich usw.
- Fertigsuppen, -saucen, Bouillon, Salatsaucen und andere Fertigprodukte
- Kochwürste, Brühwürste, Rohwürste usw.
- Diverse Brot-, Zopf- und Kuchenbackmischungen, viele Backwaren, Gebäck, Cracker usw.
- Getränke mit Milchserum, Kakaogetränkepulver, Proteinkonzentrate für Sportler, Medikamente usw.
Wie kann man feststellen, ob man eine Laktoseintoleranz hat?
Um festzustellen, ob man wirklich keine Laktose verträgt, eignet sich zunächst der Auslassversuch: Verschwinden Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, wenn man auf Milchprodukte verzichtet, könnte man an Laktoseintoleranz leiden. Besteht der Verdacht, sollte er im nächsten Schritt beim Arzt abgeklärt werden. Er kann mit bestimmten Tests und Untersuchungen feststellen, ob die Beschwerden tatsächlich auf einen genetisch bedingten Mangel an Laktase zurückzuführen sind oder womöglich einen anderen Ursprung haben.
Fazit
Eine Laktoseunverträglichkeit bedeutet nicht zwingend, dass Sie auf sämtliche Milchprodukte verzichten müssen. Tasten Sie sich vorsichtig an Käsesorten heran, die von Natur aus kaum Laktose enthalten. Daneben finden Sie im Supermarkt mittlerweile auch Milch, Joghurt und Co. in der laktosefreien Variante. Eine weitere Alternative wäre es, sofern Ihnen das schmeckt, Hafer- oder Sojadrink im Kaffee oder Müesli zu verwenden.