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BauGeschichte
Im Juni des Jahres 1606 kauften die Gebrüder von Roll für wenig Geld Grundbesitz und Rechte der Herrschaft Schloss Böttstein. Die Familie von Roll, ein Urner Geschlecht, kam durch die Übernahme der Komtur (Verwaltung) der Johanniter-Kommende Leuggern in unsere Gegend. Das Amt Leuggern wurde und wird immer noch als Kirchspiel bezeichnet. Die Johanniter besassen die meisten Rechte und Güter im Kirchspiel, ebenfalls die Gerichtsbarkeit - nicht aber in der Herrschaft Böttstein: Zwar als Bestandteil des Kirchspiels kirchlich der Grosspfarrei Leuggern zugehörig, blieb Böttstein immer blieb eine eigenständige Verwaltungseinheit.
In den Jahren 1615 bis 1617 wurde die Schlosskapelle entsprechend der Zeit im frühbarocken Baustil erstellt. Als Bauherren traten die vier Brüder Johann Peter, Johann Walter, Karl Emanuel und Johann Ludwig in Erscheinung. Diese vier Namen stehen als Unterschrift unter der Stiftungsurkunde der Schlosskapelle, die bei der letzten grossen Kapellenrenovation in den Jahren 1985 bis 87 aus dem Altartisch geborgen wurde. Um die gleiche Zeit erbauten die Gebrüder von Roll das Schloss in seiner noch heutigen Erscheinungsform. Die Kapelle wurde vom päpstlichen Nuntius in der Schweiz, Graf Ludwig Saregi, am 10. September 1617 zu Ehren Gottes und Maria sowie der Heiligen Antonius Eremit, Franziskus und Ulrich geweiht. Das Kirchweihfest (Patrozinium) wird in der Neuzeit jeweils am vierten Oktobersonntag gefeiert.
Das einzige Kind des Schlossherrn, die Tochter Maria Magdalena von Roll, heiratete 1674 den Landammann Hans Martin Schmid von Bellikon, ebenfalls Nachkomme eines Urner Geschlechts. Damit ging die Herrschaft Böttstein mit der Kapelle an die Familie von Schmid. Mit der Übernahme fanden einige geringfügige Änderungen in der Kapelle statt, unter anderem wurden die Seitenaltäre eingebaut. Im Jahre 1840 wurde die Empore eingebaut, um eine von Alberick Zwissig konzipierte und von Franz Xaver Bloch aus Aesch gebaute Orgel zu platzieren. Im gleichen Zeitraum entstand auch die Kaplanei. Zugleich erhielt die Kapelle die letzte umfassende Renovation unter den herrschaftlichen Besitzern. 1893 erfolgte der Verkauf des Schlosses, der landwirtschaftlichen Liegenschaften und grossen Waldungen an die Gebrüder Schwarz in Villigen. In der Folge wechselten die mehrmals den Besitzer. Die Kapelle fand damals keinen offiziellen Besitzer, aber Leute aus dem Dorf bewirtschafteten unter Aufsicht der Gemeinde Leuggern das Stiftungsvermögen. Die verschiedenen Schlossbesitzer der Neuzeit mussten die im Grundbuch eingetragenen Verpflichtungen gegenüber der Kapelle erfüllen.