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COVID-19 bei Kindern/Jugendlichen mit Diabetes/Hormonstörung
Stellungnahme: COVID-19 bei Kindern mit Typ 1 Diabetes oder einer anderer Hormonstörung
Hat mein Kind aufgrund des Typ 1 Diabetes oder anderer Hormonstörung ein erhöhtes Risiko zu erkranken oder einen schweren Krankheitsverlauf zu haben ?
COVID-19 wird generell durch Schleimhäute hindurch exponiert. Jeder Mensch könnte für die Krankheit empfänglich sein oder diese übertragen. Die Inkubationszeit beträgt im Allgemeinen 3-7 Tage.
Bisherige Daten weisen darauf hin dass die pädiatrische Altersgruppe (0-18 Jahre) die am wenigsten betroffene ist (World Journal of Pediatrics (2020)). Betroffene Kinder hatten niedriges bis mittleres Fieber, sogar kein Fieber. Atemwegssymptome (Husten, Schnupfen, Atemnot) und andere Symptome scheinen im Verlauf der Erkrankung auftreten zu können, meist nach einer Woche. Die Erholung scheint innerhalb von 1-2 Wochen zu erfolgen.
Es besteht also eine sehr gute Chance, dass Ihr Kind auch bei einer Exposition nicht schwer beeinträchtigt wird.
Coronaviren können bei Menschen mit Diabetes und einer kardiovaskulären, pulmonalen oder renalen Komplikation schwerwiegendere Symptome und Komplikationen verursachen. Das Risiko hierfür erscheint durch die alleinige Diagnose Diabetes aber nur gering erhöht, und zwar nach derzeitigen Kenntnisstand um den Faktor 1.6 (Literaturhinweis: doi: https://doi.org/10.1101/2<ip-pii>27664). Dieser Faktor kann möglicherweise je nach Diabeteseinstellung variieren. Daten zu Kindern mit Typ1 Diabetes gibt es derzeit nicht.
Es liegen derzeit keine Hinweise vor, dass Kinder mit anderen Hormonerkrankungen die eine Hormonersatztherapie benötigen ein höheres Risiko haben. Ausdrücklich verweisen wir auf die Notwendigkeit, die Hormonersatztherapie nicht zu unterbrechen !
Gelten für mein Kind mit Diabetes oder anderer Hormonstörung andere Regeln ?
Die derzeitige Datenlage weisen darauf hin dass bei Kindern mit Typ 1 Diabetes oder einer anderen Hormonstörung sehr gute Chance bestehen dass sie auch bei einer Exposition nicht schwer beeinträchtigt sind. Daher gelten für Kinder mit Diabetes die gleichen Regeln wie für jedes andere Kind in der Schweiz ohne Gesundheitsbeeinträchtigung. Wir empfehlen wie für jedes andere Kind die allgemeinen Massnahmen und Empfehlungen des Bundes zu befolgen.
Und wenn mein Kind mit Diabetes oder einer anderer Hormonstörung an COVID-19 erkrankt ?
Allgemein gilt bei COVID-19 Erkrankung, wie bei jeder Krankheit, dass wenn ihr Kind Symptome wie Husten, hohes Fieber und Atemnot haben sollte, Ihr Kind das Insulin oder die verschriebene Hormonersatztherapie unbedingt weiter nehmen muss. Es gelten die üblichen Regeln der Insulin-Therapieanpassung und –überwachung oder der Hormontherapie-Anpassung (z.B. die Erhöhung einer Hydrokortison-Dosierung) , wie bei jeder Erkrankung. Sie können bei Fragen zur Diabetesbehandlung im Krankheitsfall jederzeit den Telefondienst Ihres Diabetes- oder Endokrinologenteams anrufen.
Einige Studien suggerieren, das bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer oder nichtsteroïdale Entzündungshemmer wie Ibuprofen den Verlauf der Infektion negativ beeinflussen könnten. Es gibt aber derzeit keine eindeutigen Hinweise darauf, dass diese Art von Medikamenten die Krankheit verschlimmert. Bis zur Überprüfung der Datenlage empfehlen wir zur Fieberbekämpfung bei einer Erkrankung besser ein Medikament auf Basis von Paracetamol.
Wenn Ihr Kind an Diabetes leidet und Sie glauben, dass es möglicherweise dem Coronavirus ausgesetzt waren oder erkrankt sein könnten, befolgen bitte Sie die aktuellsten Ratschläge des Bundesrates:
- Abstand halten – zum Beispiel ältere Menschen durch genügend Abstand schützen, beim Anstehen Abstand halten, bei Sitzungen Abstand halten.
- Gründlich Hände waschen
- Hände schütteln vermeiden
- In Papiertaschentuch oder Armbeuge husten und niesen
- Bei Fieber und Husten zu Hause bleiben
- Nur nach telefonischer Anmeldung in Arztpraxis oder Notfallstation
Wie kann der Diabetes während der Krankheit kontrolliert werden?
Allgemeine Prinzipien des Diabetesmanagements während der Krankheit (modifiziert von den ISPAD-Richtlinien) :
- Häufigere Überwachung von Blutzucker und Ketonen (Blut oder Urin).
- Blutzuckerwerte zwischen 4 und 10 mmol/L und Blutketone unter 0,6 mmol/L, wenn das Kind krank ist.
- NIEMALS INSULIN STOPPEN: Wenn FIEBER vorliegt, ist der Insulinbedarf in der Regel erhöht.
- Überwachen und erhalten Sie die Flüssigkeitsaufnahme mit einem angemessenen Gleichgewicht von Salz, Wasser und Zucker.
- Behandeln Sie die Krankheit und die zugrundeliegenden Symptome (Fieber), vorzugsweise mit Paracetamol.
Dringender Rat von Ihrem pädiatrischen Diabetologen sollte eingeholt werden, bei :
- Anhaltendem Fieber oder Erbrechen und/oder deutlichem Gewichtsverlust, was auf eine erhöhte Dehydrierung (Wasserverlust) hindeutet.
- fruchtigem Atemgeruch (Aceton), der bestehen bleibt oder sich verschlechtert / Blutketonkörper >1,5 mmol/l oder erhöhte Harnketone trotz zusätzlicher Gabe von Flüssigkeit, Insulin und Zucker .
- Erschöpfung, Verwirrtheit, Hyperventilation oder bei starken Bauchschmerzen.
Während wir auf eine Behandlung oder einen Impfstoff gegen das Coronavirus warten, müssen wir uns um jeden einzelnen von uns kümmern. Es ist beruhigend, sich daran zu erinnern, dass Berichte über COVID-19 vermuten lassen, dass sie bei Kindern und Jugendlichen weniger schwerwiegend ist.