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Die alkalisierende Verbindung Natriumbicarbonat, NaHCO3, kommt als weisses kristallines Pulver vor und hat einen leichten salzartigen oder alkalischen Geschmack. Es ist in Wasser löslich, dagegen nicht löslich in Alkohol. 1 g Natriumbicarbonat enthält je 12 Milliäquivalent Natrium- und Bicarbonationen; 84 mg Natriumbicarbonat enthalten je 1 Milliäquivalent Natrium und Bicarbonat. Eine 1,5%ige Natriumbicarbonatlösung ist annähernd isoton (Plumb 1999a; McEvoy 1992a). Von der 8,4%igen Natriumbicarbonatlösung kann durch die Verdünnung eines Milliliters mit jeweils 4,6 ml sterilem Wasser eine isotone Injektionslösung hergestellt werden (Plumb 1999a). Die Injektionslösungen werden von den Herstellern mit Kohlendioxid auf einen pH von 7 - 8,5 eingestellt. Frisch nach der Zubereitung sind wässrige Natriumbicarbonatlösungen alkalisch bis lackmusartig. Die Alkalität nimmt zu, wenn die Lösung steht, geschüttelt oder erhitzt wird (McEvoy 1992a).
Lagerung / Stabilität
Natriumbicarbonattabletten und -brausetabletten sollten in dicht verschlossenen Behältern, bei Raumtemperatur (15 - 30°C), bzw. auf jeden Fall unter 40°C, gelagert werden. Diese Temperaturangaben gelten auch für die Lagerung der Natriumbicarbonatinjektionslösungen; Tiefgefrieren ist zu vermeiden. Das Natriumbicarbonatpulver ist an trockener Luft stabil, beginnt sich aber unter dem Einfluss von Feuchtigkeit zu zersetzen (Plumb 1999a; McEvoy 1992a). Bei der Erhitzung auf 50°C verliert Natriumbicarbonat Wasser und Kohlendioxid, und ab 100°C wird es zu Natriumcarbonat umgewandelt (McEvoy 1992a; Windholz 1983a). Natriumcarbonatlösungen sind viel alkalischer als Natriumbicarbonatlösungen (McEvoy 1992a). Bicarbonathaltige Lösungen sind nicht hitzesterilisierbar (Ungemach 1999a).
Kompatibilität
Allgemein
Eine ungeprüfte Zumischung von Arzneimitteln ist zu vermeiden, da unter anderem wegen des stark alkalischen pH-Werts der Lösung ein hohes Inkompatibilitätsrisiko besteht (Ungemach 1999a). Natriumbicarbonat ist chemisch und/oder physikalisch mit vielen Arzneimitteln, inklusive Säuren, sauren Salzen und vielen alkalischen Salzen, inkompatibel. Die Kompatibilität hängt aber von verschiedenen Faktoren, wie z.B. der Konzentration der Arzneimittel, dem verwendeten Verdünnungsmittel, dem pH und der Temperatur ab (McEvoy 1992a; Plumb 1999a). Die Natriumbicarbonatinjektionslösung sollte nicht mit calciumsalzhaltigen Lösungen gemischt werden, ausser wenn die Kompatibilität speziell zugesichert wird; bei dieser Kombination kommt es zu einer Präzipitation und Trübung (McEvoy 1992a).
Säuren
In wässrigen Lösungen reagiert Natriumbicarbonat zusammen mit Säuren unter starker Entwicklung von Kohlendioxidgas und Sprudelbildung. Unter trockenen Bedingungen reagieren Natriumbicarbonat und Säuren nicht miteinander (McEvoy 1992a).