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Schneehoehen
«Da hilft keine Beschneiung»
Bis Ende des Jahrhunderts werde die Schneefallgrenze um 500 bis 700 Meter steigen, sagt Reto Knutti. Er ist Mitautor eines neuen Berichts über die Folgen des Klimawandels.
Grüner Silvester in Brigels: Ohne Klimaschutz wird der grösste Teil der Skigebiete in tieferen Lagen nicht mehr schneesicher sein, sagt Reto Knutti. (31.12.2015) (Bild: Arno Balzarini / Keystone)
NZZ am Sonntag: Der Winter steht vor der Türe: Was bedeutet der Klimawandel für die Skisaison in der Schweiz?
Reto Knutti: Seit man gute Beobachtungen hat, ist die Schneegrenze in der Schweiz um rund 300 Meter gestiegen. Die Gletscherfläche hat in den letzten 40 Jahren um einen Drittel abgenommen, und in der jüngsten Zeit ist die Gletscherdicke im Durchschnitt um einen Meter pro Jahr zurückgegangen. Das ist massiv.
Und wie sieht die Zukunft aus?
Geht man von einem typischen mittleren Emissionsszenario aus, ist je nach Höhenlage bis Ende des Jahrhunderts mit einer Verkürzung der Schneesaison um vier bis acht Wochen zu rechnen. Die Schneefallgrenze dürfte um 500 bis 700 Meter höher liegen als heute. Für alle Skigebiete in den mittleren Lagen von 1000 bis 2000 Metern – und von denen gibt es zum Beispiel im Berner Oberland relativ viele – wird es sehr problematisch. Es wird immer noch gute Winter geben, aber immer mehr Winter, in denen es fast keinen Schnee mehr hat.
Welcher Anteil der heute noch schneesicheren Gebiete geht künftig verloren?
Ohne Klimaschutz wird der grösste Teil der Skigebiete in tieferen Lagen bis Ende des Jahrhunderts nicht mehr schneesicher sein. Weniger Probleme kriegen höher gelegene Gebiete wie Zermatt oder Saas Fee. [weiter ]