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Am vergangenen Dienstag, 20. Oktober, ist der Präsident des Slaloms von Bure, Jean Bianchi an einem Krebsleiden gestorben. Bianchi hat sein Leben dem Rennsport gewidmet und im Jura zahlreiche bekannte Veranstaltungen organisiert.
In jungen Jahren fuhr Bianchi selber noch Rennen. Kaum war er im Besitz des Führerscheins nahm er an Slaloms und Rallyes teil. Seine wirkliche Stärke lag aber schon bald im Organisieren von Veranstaltungen. Das Critérium Jurassien, die Ronde d'Ajoie, die Bergslaloms von Roche d'Or, Develier–Le Sommet und Saint-Ursanne–La Croix, der Slalom von Bure und das internationale Bergrennen Saint-Ursanne–Les Rangiers – all das geschah unter der Obhut von Bianchi.
Der umtriebige Racer war Präsident, Rennleiter und Mitglied mehrerer Ausschüsse. Seine grossen Fähigkeiten und sein Charisma führten ihn auch zu höheren Funktionen: So war Bianchi Mitglied nationaler und kantonaler Kommissionen als auch Präsident der Ecurie des Ordons.
Da Scheitern für ihn keine Option war, suchte Bianchi stets nach Lösungen. Seine Meinung und sein Rat wurden von allen geschätzt. Trotz seiner Krankheit arbeitete Jean bis zum letzten Moment für den Motorsport, den er so sehr liebte. «Wir können dich am besten in Erinnerung behalten, indem wir so weitermachen, wie du es uns vorgezeigt hast», schreiben seine jurassischen Motorsport-Freunde in einer Beileidsbekundung.
Bianchi hinterlässt einen Sohn (Didier) und ein Grosskind sowie seine Schwester Anne Bianchi. Auto Sport Schweiz spricht der Familie, den Verwandten und Freunden des Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid aus. Wegen Corona wird die Trauerzeremonie nur im engsten Familienkreis abgehalten.
Starke Leistung von Patric Niederhauser bei den 24 Stunden von Spa. Der Berner verpasst als Zweiter den Sieg um lediglich 4,6 Sekunden. Und das nach 527 Runden!
Die letzten Schweizer, die beim 24-Stunden-Klassiker in Spa auf dem Podium Standen, waren Nico Müller (Zweiter 2015) und Marcel Fässler/Jean-Denis Delétraz (Sieger 2007). Nun ist mit Patric Niederhauser erneut ein Eidgenosse auf dem Podium gestanden. Der Berner rundete eine starke Leistung mit dem zweiten Schlussrang ab. Nur 4,6 Sekunden hinter dem siegreichen Rowe-Porsche. Und das nach 24 Stunden, respektive 527 Runden!
Weil der Sieg so knapp verpasst wurde, war Niederhauser im ersten Moment nicht klar, ob er sich über Platz 2 freuen oder ärgern sollte. Unterm Strich darf der 29-jährige Berner aber sicher stolz sein. «Wenn jemand mich in der Startaufstellung gefragt hätte, ob ich den zweiten Schlussrang nehme, hätte ich es angenommen. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Der Sieg war zum Greifen nahe.»
Als zweitbester Schweizer erreichte Louis Delétraz im Porsche von Vorjahressieger GPX Racing das Ziel als Elfter. Drittbester Schweizer war Ricardo Feller als 16. im Lamborghini Huracan von Emil Frey Racing mit der #14. Der zweite Lambo der Safenwiler schied kurz vor Rennende mit einem mechanischen Defekt aus. Ebenfalls nicht im Ziel: Raffaele Marciello. Der Pole-Setter schied in der Nacht mit einem Bremsdefekt aus. Der Tessiner hatte das Rennen phasenweise angeführt.
Ein anderer Mercedes-Pilot hatte mehr Glück. Der Zuger Philip Ellis sicherte sich im Silver Cup Rang 2. Hoffnungen auf einen Podestplatz machten sich auch Alex Fontana und Lucas Légeret. Am Ende musste sich das Mercedes-Duo aber mit dem sechsten Klassenrang begnügen. «Man hofft immer, dass man bei einem 24-Stunden-Rennen gewinnen kann», sagt Fontana. «Aber schon das Erreichen der Zielflagge ist manchmal ein Erfolg.»
Das weiss auch Edoardo Mortara. Der Genfer war als Sieganwärter ins Rennen gegangen, musste die Segel aber schon nach 70 Runden streichen. «Uns ist ein Konkurrent ins Heck geknallt. Deshalb mussten wir das Rennen frühzeitig aufgeben.»
Im Rahmen des 24-Stunden-Rennens gab es noch einen weiteren Schweizer Podestplatz zu feiern. Grégoire Saucy wurde für seinen Reifenpoker im zweiten Rennen belohnt und belegte zum zweiten Mal in dieser Saison Rang 3. «Zunächst war ich extrem vorsichtig, auch beim Überholen der Vorderleute mit Slicks, denn so ein Rennen wird nicht in den ersten Runden entschieden», meinte der Jurassier. «Gegen Schluss fuhr ich wo immer möglich auf dem feuchten Streckenteil, damit die Reifen nicht überhitzen.»
Auch ohne Rallye-SM sind zahlreiche Schweizer Rallye-Piloten im Einsatz: am vergangenen Wochenende bei der Rallye Luronne in Frankreich; am kommenden Wochenende bei der Trofeo Maremma oder der Monts Dôme.
Corona hat uns Schweizer um eine spannende Rallye-Meisterschaft gebracht. Dennoch kommen zahlreiche Schweizer Rallye-Piloten im Ausland zum Einsatz. Am vergangenen Wochenende waren bei der Rallye Luronne in Frankreich gleich zehn Schweizer Equipen am Start.
Das beste Schweizer Duo war dabei David Erard/Sarah Junod. Die beiden Jurassier belegten auf einem Renault Clio 5 in der Gesamtwertung Rang 24. Das bedeutete Rang 1 in der Klasse RC5. «Das war unsere dritte Rallye in dieser Saison», erzählt Erard. «Und wir sind mit dem Ausgang sehr zufrieden. Wir haben in diesem Jahr sehr viel am Auto und am Fahrstil gearbeitet. Ich denke, wir haben einen grossen Schritt nach vorne gemacht und wir sind als Team gereift. Die Zusammenarbeit im Cockpit klappt prima. Es gibt im Hinblick auf 2021 noch viel zu tun. Das ist klar. Aber freuen uns jetzt schon auf die nächste Saison.»
Eine ganz besondere Rallye erlebte Cédric Betschen. Der Rallye-Pokalsieger von 2019 durfte bei der Luronne zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Citroën C3 R5 Platz nehmen. Ohne Test hatte der gebürtige Lausanner alle Hände voll zu tun. «Es war ein Wahnsinns-Erlebnis», sagt Betschen, der für einmal nicht von seiner Frau Mirjam, sondern von Luc Santonocito navigiert wurde. «Wir sind leider einmal auf einer Böschung gelandet. Das hat uns rund acht Minuten Zeit gekostet, das Auto wieder auf die Strasse zu bringen.» Betschen lag zum Zeitpunkt des Zwischenfalls auf Rang 10. Am Ende belegte der R5-Neuling Platz 44.
Die weiteren Schweizer Platzierungen: Die Gebrüder Piquerez landeten auf Rang 50, Patrick Spart/Carol Schreyer wurden 52., Frank Azema/Loris Chaignat 59., Maude Studer/Amelie Pierron 60. Nicht im Ziel waren Sacha Althaus/Lisiane Zbinden. Das Peugeot-208-Duo musste in der 7. WP mit einem Bremsdefekt aufgeben.
Bei den historischen Fahrzeugen gab es für die Schweizer sogar einen Podestplatz zu feiern. Die Gebrüder Alain und Marco Röthlisberger belegten auf einem Peugeot 205 Platz 3.
Weiter geht’s an diesem Wochenende mit zwei weiteren Rallyes mit Schweizer Beteiligung. Bei der Trofeo Maremma in Italien stehen Olivier Burri (VW Polo R5) und Jonathan Michellod (Skoda Fabia R5) am Start. Wobei der amtierende Junior-Meister erst seine zweite Rallye mit einem R5 bestreitet. Und auch in Frankreich bei der Rallye National des Monts Dôme stehen zwei Schweizer im Einsatz: Joël Rappaz auf einem Ford Fiesta R5 und Mike Coppens auf einem Skoda Fabia R5. Letzterer wird mit Bestimmtheit von der Erfahrung seines Co-Piloten profitieren können. Frédéric Vauclare hat fast 300 Rallyes auf dem Buckel – zahlreiche davon im Rahmen der Rallye-WM.
Das für dieses Wochenende geplante virtuelle Bergrennen am Gurnigel musste wegen der aktuellen Corona-Situation verschoben werden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest.
Am Wochenende hätte im Businesspark in Langenthal das erste virtuelle Bergrennen stattfinden sollen. Doch wegen der Corona-Pandemie musste der vom Verein Bergrennen Gurnigel, von der RacingFuel Academy und vom Businesspark Langenthal organisierte Event abgesagt werden. Ein Ersatztermin steht noch nicht fest, soll aber, wenn sich die Lage beruhigt, kommuniziert werden. Alle registrierten Fahrer (bisher ca. 35 pro Tag) behalten ihren Startplatz.
Weitere Infos gibt es unter diesem Link.
Alexander Fach sicherte sich beim Finale des Porsche Sports Cup Suisse in Misano als jüngster Fahrer im Feld souverän den Titel in der Schweizer Porsche GT3 Challenge.
Alexander Fach hat in seinem ersten Jahr als Förderpilot des Verbands Schweizer Porsche Clubs und der Porsche Schweiz AG den GT3 Cup der Porsche Sprint Challenge Suisse für sich entschieden. Der 18-Jährige gewann in einem spannenden Finale auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli das erste der beiden Sprintrennen und kam beim zweiten Lauf als Zweiter ins Ziel. Er setzte sich damit gegen den 25-jährigen Dominik Fischli sowie Antonio Teixeira durch, der seine Saison mit dem Sieg im zweiten Sprint abrundete.
Der 18 Jahre junge Fach liess bereits im Qualifying keinen Zweifel aufkommen, wie ernst er es mit der Meisterschaft meint: Er sicherte sich mit einem Vorsprung von 0,634 Sekunden die Pole-Position vor José Teixeira, dem älteren Bruder des Drittschnellsten, und Fischli. Dass sich Fach und Fischli dann doch die erste Startreihe für Sprintlauf 1 teilten, lag an Joker-Reifen für die Teixeira-Brüder. Sie wurden dafür um jeweils drei Positionen zurückgesetzt.
Schon in der ersten Runde fiel jedoch eine Vorentscheidung in der Titelfrage: Während Fach das Startduell gewann und die Führung übernahm, wurde Fischli von einem anderen Teilnehmer getroffen und bis auf die 16. Position zurückgeworfen. Die entfesselte Aufholjagd brachte ihn bis zur Zielflagge bis auf Platz acht nach vorn, während Fach mit 2,170 Sekunden Vorsprung auf Antonio Teixeira den Sieg feiern durfte. Die weiteren Plätze gingen an Gregor Burkard, José Teixeira und Peter Hegglin.
Für das zweite Sprintrennen liess Dominik Fischli vier neue Michelin-Reifen aufziehen, musste dafür aber als 16. vom Ende des Teilnehmerfeldes starten. Den Vorteil seiner frischen Pneus nutzte er bereits in der ersten Runde, aus der er auf Rang acht zurückkehrte. In Runde 9 lag er als Drittplatzierter wieder direkt hinter Alexander Fach, der nach dem Start den angreifenden Antonio Teixeira hatte ziehen lassen und sich ganz auf seine Meisterschaftsambitionen konzentrierte – mit Erfolg: Platz 2 im Ziel genügte dem jungen Mann aus Satteln für den souveränen Titelgewinn.
«Zu Beginn des ersten Rennens hatte ich eine kleine Berührung mit Dominik. Wie es dazu kam, weiss ich selbst nicht so genau, denn ich bin nur geradeaus gefahren», fasste der überglückliche Alexander Fach als neuer GT3 Cup-Meister zusammen. «Danach spürte ich eine leichte Unwucht von einem Rad, konnte mich aber absetzen. Im zweiten Lauf habe ich Antonio schnell Platz gemacht, denn ich wollte mit Blick auf den Titel kein Risiko mehr eingehen, und habe ihn dann auch nicht mehr angegriffen. Über den Gewinn der Meisterschaft gleich im ersten Jahr als Juniorfahrer freue ich mich sehr. Ich hoffe, dass ich den Titel in der kommenden Saison verteidigen kann.»
In der GT4 Clubsport-Klasse ging der Titel wie erwartet an Francesco Fenici. Der Römer liess am Steuer seines Porsche 718 Cayman GT4 Clubsport MR auf dem Adria-Kurs nichts anbrennen und fuhr zwei blitzsaubere Siege heraus. Rang zwei in dieser Meisterschaft ging an Laurent Misbach, der in Misano zwei zweite Plätze belegte. Beim abschliessenden Zweistunden-Nachtrennen liess sich der libanesische Porsche 911 GT3 R-Pilot Habib Fadel als Sieger feiern. In der Porsche Drivers Competition Suisse wiederholte Daniel Bütler seinen Erfolg von Mugello, während Peter Gafner die erste Position in der Gesamtwertung verteidigte.
Alle Ergebnisse aus Mugello finden Sie unter diesem Link.
Am Wochenende steigt schon der nächste Klassiker. In Spa-Francorchamps findet das 24-Stunden-Rennen statt. Elf Schweizer stehen in vier verschiedenen Klassen am Start. Nicht dabei: Nico Müller.
Eigentlich hätte sich Nico Müller einen Audi R8 LMS GT3 vom Team Audi Sport Team Sainteloc Racing beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps mit Markus Winkelhock und Christopher Haase teilen sollen. Doch vier Tage vor dem Klassiker in den Ardennen zieht Audi ihre drei DTM-Speerspitzen Müller, Robin Frijns und René Rast zurück. Die offizielle Begründung: Die drei Piloten sollen sich optimal auf das grosse DTM-Finale vom 6.-8. November in Hockenheim konzentrieren können. Ersetzt wird das Trio durch Dennis Marschall (D), Matthieu Vaxivière (F) und Dorian Boccolacci (F).
Ohne Müller sind es immer noch elf Schweizer, die in Spa einen Gesamt- respektive Klassensieg anstreben. Wer von diesen elf die besten Chancen hat, ist schwer vorherzusagen. Dafür ist Spa mit denen sich laufend wechselnden Wetterbedingungen eine viel zu grosse Lotterie. Unter normalen Bedingungen zählen aber sich Edoardo Mortara auf einem Audi R8 LMS GT3 vom Belgian Audi Club Team WRT, Louis Delétraz auf einem Porsche 911GT3-R von Vorjahressieger GPX Racing und Raffaele Marciello auf einem Mercedes-AMG GT3 von Mercedes-AMG Team AKKA ASP zu den ganz heissen Eisen.
Daumen drücken gilt es aber auch für andere Teams. Allen voran Emil Frey Racing, das zwei Lamborghini Huracan GT3 einsetzt, wobei auf dem Auto mit der #14 Ricardo Feller die Schweizer Flagge hochhält. «Nach dem positiven Rennwochenende in Barcelona freue ich mich jetzt riesig auf Spa», so der Aargauer, der sich seinen Lambo mit Norbert Siedler und Mikaël Grenier teilt. «Meiner Meinung nach sind wir gut vorbereitet. Und wir werden sicher noch am Set-Up weiterarbeiten. Das ist vor allem im Hinblick auf die Longruns und den wechselhaften Wetterbedingungen von grosser Wichtigkeit.»
Ebenfalls um den Gesamtsieg fahren Patric Niederhauser (Audi R8 LMS GT3 von Audi Sport Team Attempto Racing) sowie Alexandre Imperatori (Porsche 911GT3-R vom Team KCMG).
Gleich zwei Schweizer (im selben Team) wollen im Silver Cup hoch hinaus. Der Tessiner Alex Fontana teilt sich einen Mercedes AMG GT3 mit dem jungen Westschweizer Lucas Légeret. Auch Christoph Lenz teilt sich seinen Lamborghini Huracan mit einem Landsmann: Der Abtwiler Lucas Mauron , der zuletzt in der DTM Trophy im grossen Stil abräumte, wird mit Lenz bei Raton Racing um den Am Cup fahren. Last but not least: Daniel Allemann. Der Pro-Am-Pilot geht mit einem Porsche 911 GT3-R von Herberth Motorsport an den Start.
Los geht es am Samstag um 15.30 Uhr. Wer «live» dabei sein will, klickt auf www.total24hours.com/live
Léna Bühler (23) war im vergangenen Jahr die erfolgreichste Dame in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Auf diese Saison hin hat die Westschweizerin den Sprung in die spanische Formel 4 gewagt.
Neun Punkte haben Léna Bühler im Vorjahr zum Titel in der X30 Challenge Switzerland gefehlt. Mit drei Finalsiegen war sie die erfolgreichste Fahrerin in ihrer Kategorie. In Wohlen holte sie das Punktemaximum von 75 Zählern. Inzwischen nimmt die schnelle Léna das Kart nur noch zu Testzwecken hervor. Ihr Fokus liegt seit diesem Jahr auf der spanische Formel-4-Meisterschaft, wo sie für das Team Drivex, das einst von Ex-Sauber-Pilot Pedro de la Rosa gegründet wurde, fährt.
Vier von sieben Rennen hat Bühler bereits hinter sich. Und nicht alles ist nach Plan gelaufen. «Wir hatten einige Hochs und Tiefs», umschreibt Bühler die erste Saisonhälfte. «Der Start in die neue Saison war sehr gut. Nicht so das letzte Rennen. Da gab es ein paar Probleme, mit denen man im Rennsport leben muss. Manchmal sind es unglückliche Unfälle, mechanische Probleme oder einfach ein Mangel an Erfahrung. Im Allgemeinen bin ich aber sehr zufrieden mit meinen Fortschritten. Der Speed ist gut. Das haben wir in den Rennen und den Trainingssitzungen schon mehrmals bewiesen. Weil aber die Abstände so knapp sind, wirft dich der kleinste Fehler weit zurück.»
Bühler liegt nach vier von sieben Rennwochenenden auf dem 20. Zwischenrang. Drei Mal holte sie schon Punkte. Doch sie weiss, dass da noch viel Luft nach oben ist. «Ich habe mein selbst gestecktes Ziel noch nicht erreicht», sagt Bühler. «Aber es stehen ja noch drei Rennen an. Und ich bin überzeugt, dass die Ergebnisse noch kommen werden. Die Meisterschaft ist hart umkämpft. Und das Niveau hoch. Viele meiner Konkurrenten haben schon mehr Erfahrung. Ausserdem wird viel getestet.»
Die Umstellung vom Kart ins Formelauto hat auch bei Léna Zeit in Anspruch genommen. Inzwischen fühlt sie sich im Rennwagen wohl. Doch einfach sei es nicht gewesen. «Die ersten Runden sind schon etwas gewöhnungsbedürftig», sagt Bühler. «Aber mit der Zeit kommt Routine ins Spiel. Und es gibt eine gewisse Logik beim Fahren. Man muss die Bremse bis tief in die Kurve betätigen. Aber immer schön degressiv. Und dann sofort wieder aufs Gaspedal stehen. Diese F4-Autos haben nicht viel Leistung. Deshalb muss man immer versuchen, die Geschwindigkeit zu halten. Weil es kaum Fahrhilfen gibt, ist das Auto ideal, um zu lernen.»
Wie es 2021 mit Bühler weitergeht, ist noch offen. Die 23-Jähriges aus Valeyres-sous-Montagny am Neuenburgersee sagt, es gebe ein par Projekte. «Aber ich ziehe es vor, mich auf die letzten Rennen zu konzentrieren, und dann werden wir sehen.» Etwas Zeit bleibt Bühler in der Tat. Die Saison geht noch bis zum 6. Dezember.
Den Titelanwärtern Nico Müller (DTM) und Patric Niederhauser (GT Masters) lief es am Wochenende nicht nach Mass. Dafür überzeugte ein anderer: Lucas Mauron war in der DTM-Trophy der Überflieger schlechthin!
Nico Müllers Titelchancen in der DTM bleiben intakt. Allerdings hat der ABT-Audi-Pilot die Gesamtführung am zweiten Zolder-Wochenende eingebüsst. Neuer Gesamtleader ist Vorjahresmeister René rast, der wie schon eine Woche zuvor in Belgien beide Rennen gewann. Müller übte mit den Rängen 6 und 2 Schadensbegrenzung. Wobei ihn vor allem das Ergebnis im ersten Rennen ärgerte, weil er kurz nach dem Start von zwei Konkurrenten zur Seite geschoben wurde und dadurch auf die vorletzte Position zurückfiel. Trotz 19 Punkten Rückstand hat Müller noch nicht aufgegeben. «Es ist immer noch alles möglich», sagt der Berner. «Noch gibt es 53 Punkte zu holen.»
Aus dem Schatten von Müller heraus trat am Wochenende Fabio Scherer. Nach P5 in der Vorwoche wurde der gebürtige Luzerner im ersten Rennen erneut Fünfter – vor Müller, den er 30 Runden lang hinter sich halten konnte. Im zweiten Rennen wurde Scherer in der zweiten Runde von Jonathan Aberdein unsanft aus dem Weg geräumt. Scherer riss in dieser Situation auch Robin Frijns aus dem Rennen. Der Teamkollege von Müller hat mit 41 Punkten Rückstand auf Rast nur noch theoretische Titelchancen.
Auch ohne Sieg von Müller gab es in Zolder einen Schweizer Triumph zu feiern. Lucas Mauron sicherte sich in der DTM-Trophy, einer Rahmenserie mit GT4-Autos, souverän zwei Mal die Pole-Position, zwei Mal den Sieg und zwei Mal die schnellste Runde. «Nach einigen Rückschlägen hat es endlich geklappt», meinte der Abtwiler, der in der Trophy einen Audi R8 LMS fährt. «Das Auto war perfekt vorbereitet und das ganze Team hat hervorragende Arbeit geleistet.» Mauron hat in der Gesamtwertung mit seinen beiden Hattricks einen Riesen-Sprung nach vorne gemacht und ist nun Gesamtsechster. Der Titel ist bereits vergeben. Den sicherte sich der Deutsche Tim Heinemann.
Weniger erfolgreich waren die Schweizer für einmal beim ADAC GT Masters. Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde haben in der Gesamtwertung nur noch einen Punkt Vorsprung auf Engelhart/Ammermüller. «Das war höchstens ein durchschnittliches Wochenende für uns», meinte Niederhauser nach zwei achten Plätzen. Bester Schweizer war Raffaele Marciello mit seinem in Zug aufgewachsenen Teamkollegen Philip Elis auf P6. Keine Punkte gab es für die Sieger der Vorwoche: Jeffrey Schmidt musste sich mit den Rängen 21 und 18 begnügen. Philipp Frommenwiler stand wegen starken Beschädigungen an seinem Mercedes AMG sonntags gar nicht erst am Start – so wie Simona De Silvestro (Motorschaden). Übrigens: Wegen Corona findet der nächste Lauf nicht in Zandvoort (NL), sondern am Lausitzring (D) statt.
Auch in der ADAC GT4 Germany lief es für Gesamtleader Julien Apothéloz nicht nach Wunsch. Mit den Rängen 8 und 6 verteidigte der junge Zürcher ab P1 in der Meisterschaft.
Mit zwei weiteren Podestplätzen hat sich auch Yannick Mettler gut in Szene gesetzt. Der Luzerner belegte bei der GT Open in Spa-Francorchamps die Plätze 2 und 3 auf seinem Bentley GT3. In der Meisterschaft liegt Mettler bei noch einem ausstehenden Rennen bereits auf Rang 5.
Weniger Glück hatten die beiden Eidgenossen beim Petit Le Mans in Road Atlanta. Corvette-Pilot Marcel Fässler wurde in seiner Klasse Vierter. «Es war ein hartes Rennen. Wir hatten den Kontakt zur Spitze verloren und hätten dringend eine Safety-Car-Phase gebraucht. Die kam auch, aber leider zu spät für uns.» Noch ärger erwischte es Simon Trummer. Der Kandertaler führte in der LMP2 acht Stunden lang das Rennen an. 30 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge kollabierte die Aufhängung. Der Sieg bei den Prototypen ging an Van der Zande/Briscoe/Dixon.
Auf die Rallye Luronne und das Finale des Porsche Sports Cup Suisse (neuer Meister ist Alexander Fach – Gratulation!) gehen wir diese Woche noch detaillierter ein.
Der Finallauf der autobau Schweizer Kart Meisterschaft rückt näher.
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den vierten und letzten Lauf vom 07./08.11.2020 in 7 Laghi (ITA) ist am 28.10.2020 um 24.00 Uhr.
Da eine Woche nach dem Finallauf in 7 Laghi auf derselben Strecke die Trofeo Andrea Margutti stattfindet, werden sich zusätzliche Internationale Piloten für unseren Meisterschaftslauf anmelden. Wir empfehlen dir daher, deine Einschreibung so bald als möglich zu machen, damit wir deinen Startplatz garantieren können.
Die zusätzlichen Piloten werden für spannenden Rennläufe sorgen, messe auch du dich mit den internationalen Piloten, wir freuen uns auf grosse Startfelder.
Für allfällige Fragen stehen wir dir gerne zur Verfügung.
Die in Benglen, Kanton Zürich, wohnhafte Toni Naudé hat sich beim FIA-Programm «Girls on Track» unter den Top 12 qualifiziert. Zurzeit absolviert sie in Le Castellet ein dreitägiges Ausbildungsprogramm.
Die FIA ist bemüht, Frauen im Motorsport zu fördern. Das Programm «Girls on Track» soll helfen, jungen Damen im Rennsport eine Aufstiegsmöglichkeit zu bieten. Hinter dem Programm steht neben FIA-Präsident Jean Todt und der ehemaligen Rallye-Fahrerin Michèle Mouton (4 WM-Siege) auch die Ferrari Driver Academy.
Zurzeit absolvieren zwölf junge Frauen in Le Castellet ein Trainingslager. Unter ihnen ist auch die 14-jährige Toni Naudé aus Benglen im Kanton Zürich, die sich unter 20 Finalistinnen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren durchgesetzt hatte. Naudé und die weiteren Mädels werden bei «Girls on Track» nicht nur auf ihre fahrerischen Fähigkeiten geprüft, in verschiedenen Workshops werden auch ihre physischen und mentalen Stärken getestet. Ausserdem erhalten die zwölf Finalistinnen Media-Training.
«Es macht mich unheimlich stolz, dass ich für dieses Programm ausgewählt wurde», sagt Naudé, die im Alter von 4 ½ Jahren aus Südafrika in die Schweiz kam und mit 10 erstmals im Kart sass. «Ich habe jede Minute des ersten Tages genossen. Und ich freue mich auf das restliche Programm.»
Naudé fuhr bis 2018 in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. 2017 war sie Fünfte bei den Super Minis. 2019 hat Naudé bei Rennen zur DKM sowie zur WSK resp. ROK teilgenommen. 2020 stand sie mit dem Exprit Racing Team in der europäischen Meisterschaft am Start. Parallel hat sie auch Sporen in der WSK und in der neuen RGMMC Champions of the Future abverdient.
Weitere Informationen zum Programm der FIA gibt es unter diesem Link.
Cédric Betschen hat 2019 im Rahmen der Schweizer Meisterschaft den Rallye-Pokal gewonnen. Am Wochenende fährt der gebürtige Lausanner in Frankreich seine erste Rallye auf einem Citroën C3 R5.
Cédric Betschen ist nicht der einzige Schweizer, der am kommenden Wochenende bei der Rallye National de la Luronne in Frankreich, 40 Kilometer nördlich von Belfort, an den Start geht. Neben Betschen haben sich u.a. auch Sacha Althaus/Lisiane Zbinden, David Erard/Sarah Junod oder Maude Studer/Amelie Pierron eingeschrieben.
Betschens ursprünglicher Plan war, auf einem Renault Clio Maxi Kit Car vom Team Fun Meca Sport teilzunehmen. Doch als das Team Anfang dieser Woche eine Probefahrt machte, ist der Motor kaputt gegangen. Weil der Schaden an der Nockenwelle in der verbleibenden Zeit nicht repariert werden kann, war Betschen gezwungen, eine Alternative zu suchen. Das Team hat ihn dabei tatkräftig unterstützt – und zur Freude von Betschen einen komplett frischen Citroën C3 R5 aus dem Hut gezaubert. «Ein solches Angebot konnte ich nicht ausschlagen», grinst Betschen über beide Backen. «Ich hoffe, dass ich in der Lage sein werde, mich möglichst rasch an dieses Auto zu gewöhnen. Im Moment mache ich mir bei der Vorstellung, dass ich demnächst in einem R5 sitze, fast in die Hosen…»
Die kurzfristige Umstellung mache Betschen vor allem im Kopf zu schaffen. «Ich habe mich monatelang auf diesen Einsatz mit dem Kit Car vorbereitet. Ich habe Notizen gemacht, mir alles vorgestellt. Jetzt muss ich mich innerhalb weniger Tage auf ein ganz anderes Auto einschiessen. Das ist nicht einfach. Aber ich freue mich auf diesen Einsatz.»
Anders als in der Schweizer Meisterschaft wird neben Betschen nicht Ehefrau Mirjam als Co-Pilotin Platz neben, sondern Luc Santonocito, der die vergangenen Jahre an der Seite von Jonathan Scheidegger navigierte. «Uns steht im März ein freudiges Ereignis ins Haus», sagt Betschen. «Deshalb muss meine Frau auf einen Einsatz verzichten.»
Am Wochenende gibt Marcel Fässler beim Petit Le Mans in Road Atlanta sein Comeback. Seit Mitte Februar hat der dreimalige Le-Mans-Sieger keinen Ernstkampf mehr bestritten.
Marcel Fässler ist einer der Fahrer, die von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Seit den 24h von Daytona hat der 44-jährige Schwyzer kein Rennen mehr bestritten. Der Plan, den Klassensieg in Le Mans anzustreben, machte Arbeitgeber Corvette zunichte. Die Amis zogen sich schon früh vom 24-Stunden-Klassiker zurück und konzentrierten sich auf Rennen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Am Wochenende gibt Fässler nun sein Comeback – acht Monate nach seinem letzten Ernstkampf.
Die Freude auf die Rückkehr ins Cockpit ist gross. Und Fässler gibt auf Anfrage von Auto Sport Schweiz auch zu, dass er ein wenig eingerostet sei. «Ich bin zum Glück aber schon vor zwei Wochen in die Staaten gereist und konnte so noch einen Test absolvieren.» Die Automatismen scheinen zu funktionieren. Fässler meint, er habe sich im Auto ziemlich rasch wieder wohl gefühlt. Und auch die Pace sei rasch wieder da gewesen. «Aber das Gefühl, wie man sich im Verkehr verhält, hat man erst wieder im Rennen. Mal schauen, wie das dann funktioniert. Aber ich denke, dass ich genug Routine habe und damit klarkommen sollte.»
Fässler, der sich die Corvette C8.R #4 am Wochenende mit Tommy Milner und Oliver Gavin teilt, hat in Road Atlanta noch nie gewonnen. Die Chancen auf einen Premierensieg stehen gut. Fässlers Arbeitsgerät wurde seit Daytona erfolgreich weiterentwickelt. «Corvette hat das Auto Schritt für Schritt verbessert und sechs der letzten sieben Rennen gewonnen. Es schaut so aus, als ob wir sehr konkurrenzfähig sind und wir um den Sieg mitfahren können. Aber bis es soweit ist, liegt auch noch etwas Arbeit vor uns.»
Zu den Gegner Fässlers in der Kategorie GT Le Mans zählt in erster Linie das Schwesterauto mit Antonio Garcia, Jordan Taylor und Nürburgring-Sieger Nicky Catsburg. Erst vor Wochenfrist haben Garcia/Taylor das Rennen in Charlotte gewonnen. Doch auch BMW und Porsche werden in Road Atlanta ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen.
Von überglücklich und stolz bis wütend und frustriert: Die Gefühlslage der Schweizer Rennfahrer, die international im Einsatz standen, hätte an diesem Wochenende nicht unterschiedlicher sein können.
Vor ein paar Jahren hätte man einen dritten und einen neunten Platz von Nico Müller bei der DTM «gefeiert». Doch nicht nur die Ansprüche sind gestiegen. Nach der Vize.Meisterschaft 2019 ist klar, dass der Berner im Corona-Jahr 2020 ganz oben stehen will. Und seit Saisonbeginn tut er das auch. Doch in Zolder beim drittletzten Aufeinandertreffen lief vieles gegen den Gesamtleader. Im ersten Rennen konnte Müller mit Platz 3 den Schaden noch in Grenzen halten, obschon seine beiden Widersacher im Titelkampf, Robin Frijns und René Rast, vor ihm lagen.
Im zweiten Rennen am Sonntag musste sich Müller mit einem neunten Platz begnügen. Der Grund für das schlechteste Saisonergebnis war eine Safety-Car-Phase, die ausgerechnet Müllers Teamkollege Frijns auslöste und die für Nico «im dümmsten Moment kam» und über die sich der ABT-Pilot massiv ärgerte: «Es gibt eine ungeschriebene Regel, dass bei einem Safety-Car-Risiko alle Fahrer im Feld die Chance bekommen, an die Box zu kommen, damit es fair bleibt und niemand einen großen Vorteil hat», sagt Müller und verweist auf Loic Duvals Crash beim Samstagsrennen auf der Nürburgring. "Diesmal wurde anders entschieden. Das ist für mich unverständlich. Zwei identische Situationen sollten gleich behandelt werden. Mit solchen Entscheidungen wird die Meisterschaft beeinflusst.»
Weil Rast abermals gewann, ist Müllers Vorsprung auf zehn Punkte geschrumpft. Bei noch vier ausstehenden Läufen (Zolder und Hockenheim) wird es für Müller eng. Anders die Gefühlslage bei Fabio Scherer. Der zweite Schweizer im Feld nutzte die Safety-Car-Phase und holte als starker Fünfter seine ersten DTM-Punkte. «Ich hätte vielleicht sogar Vierter werden können», sagt Scherer. «Ich war ein paar Mal nah dran an Timo Glock. Aber ich wollte nichts riskieren. Wichtig ist, dass der Knoten endlich geplatzt ist.»
Überschäumende Freude aus Schweizer Sicht gab es auch im deutlich wärmeren Sizilien. In Enna, auf einer ähnlichen Old-School-Strecke wie Zolder wurde Miklas Born als neuer TCR/TCE und TCE-Junior-Champion im Rahmen der 24h-Series gefeiert. Der Basler gewann im Team Autorama an der Seite von Fabian Danz und dem Österreicher Constantin Kletzer die Coppa Florio, ein Rennen über 12 Stunden und steht damit vor dem Finale in Zandvoort (13./14. November) bereits als Meister fest.
Auch in Barcelona durften Schweizer jubeln. Beim Sprint-Cup im Rahmen der GT World Challenge feierte Emil Frey Racing am Samstag mit ihren Lamborghinis einen Doppelsieg. Das Duo Giacomo Altoè/Albert Costa siegte dabei vor Mikael Grenier/Ricardo Feller. Auch im dritten Rennen stand der Aargauer Feller als Dritter auf dem Podium. Von ganz oben winkte einmal mehr Raffaele Marciello (Mercedes AMG). Der Titel ging an das belgische WRT-Duo Weerts/Vanthoor.
Das beste Schweizer Team in Monza bei der ELMS war Cool Racing. Antonin Borga, Alexandre Coigny und Nicolas Lapierre belegten Platz 5 im hart umkämpften Feld der LMP2. Auf P7 landete Jontahan Hirschi. Simon Trummer wurde Elfter. In der LM GTE sicherte sich das Ferrari-Team von Kessel Racing aus dem Tessin den Sieg. Das Schwesterauto von Rahel Frey belegte Rang 3.
Positive Nachrichten gab es am Wochenende auch von der Schweizer Rallye-Fraktion. Michaël Burri und Co-Pilot Anderson Levratti sicherten sich auf Citroën Saxo bei der Rallye Centre Alsace ihren ersten Sieg in der Klasse F2000. Und Christian Blanchard gewann mit Beifahrerin Jenny Gassmann die Rallye Régional des Bauges auf einem Ford Escort RS 1800 in der historischen Klasse VHC.
Der Finallauf der autobau Schweizer Kart Meisterschaft rückt näher.
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den vierten und letzten Lauf vom 07./08.11.2020 in 7 Laghi (ITA) ist am 28.10.2020 um 24.00 Uhr.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2020 und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Am Wochenende nimmt die DTM nach dreiwöchiger Pause mit zwei Doppelveranstaltungen im belgischen Zolder wieder Fahrt auf. Die Ausgangslagen für die beiden Schweizer Nico Müller und Fabio Scherer könnten nicht unterschiedlicher sein.
Unterschiedlicher könnten die Ausgangslagen für Nico Müller (28) und Fabio Scherer (21) kaum sein. Der eine fährt in den verbleibenden drei Rennen um die Meisterschaft in der DTM, der andere um Anerkennung und die ersten Punkte in Europas Top-Tourenwagenserie. Beiden wäre das Erreichen ihrer Ziele zu gönnen. Harte Arbeit sollte sich schliesslich auch auszahlen. Doch für beide steht eine harte Bewährungsprobe an.
Im Falle von Nico Müller könnte man aus Schweizer Sicht sagen, er habe schon erreicht, als jeder andere Eidgenosse in der DTM. Doch wer Nico kennt, weiss, dass er nach Platz 2 im Vorjahr diesmal ganz oben stehen will. Den Überflieger der vergangenen drei Jahre, René Rast, scheint er in dieser Saison im Griff zu haben. Ungemach droht dem Berner aus den eigenen Reihen. Bei ABT-Teamkollege Robin Frijns ist dieses Jahr der Knoten geplatzt. Zwar steht es bei den Siegen 5:3 für Müller, doch Frijns hat seit Assen Boden gut gemacht. Der schnelle Niederländer gewann drei Rennen, wurde zwei Mal Zweiter und einmal Fünfter. Müller verbuchte im selben Zeitraum «nur» zwei erste, zwei dritte und zwei fünfte Plätze. «Ich bin überzeugt, dass Robin einer der talentiertesten Rennfahrer auf diesem Planeten ist», sagt Müller. «Und ich bin jedes Mal stolz, wenn ich ihn schlage.»
Der momentane Vorsprung Müllers bei noch sechs Läufen (4x Zolder, 2x Hockenheim) beträgt 18 Punkte. Müller, der in diesem Jahr seit dem ersten Rennen in Führung liegt, weiss, dass er sich darauf nicht ausruhen kann. Ein Rennen wie am Nürburgring, wo Müller durch einen defekten Sensor eingebremst wurde, könnte matchentscheidend sein.
Dass Müller in seiner siebten DTM-Saison auch politisch gereift ist, zeigt seine Haltung. Der Blondschopf, der einst bei Jenzer seine Sporen abverdient hatte, sieht sich nicht als der Gejagte. «Für mich bleibt Rast (Rückstand 47 Punkte) als der amtierende Champion immer noch derjenige, den es zu schlagen gilt», sagt Müller und reicht damit die Favoritenrolle geschickt weiter.
Von Siegen oder gar Podien kann Fabio Scherer derzeit nur träumen. Im privaten WRT-Team jagt der gebürtige Luzerner noch immer seinem ersten Punkt in der DTM hinterher. In der Lausitz verpasste er Rang 10 um 0,25 Sekunden. Am Nürburgring lag er auf Punktekurs, als ihn ein Überrundeter aus dem Rennen kegelte. «Das war besonders ärgerlich», sagt Scherer. «Ich startete zum ersten Mal in den Top 10 und war gut unterwegs. Aber so ist halt Rennsport. Irgendwann steht mir das Glück auch zur Seite.»
Scherers «Pech», wenn man das so nennen darf, ist die Konstanz. Seit er im Automobilsport Fuss gefasst hat (2016), ist er jedes Jahr für ein anderes Team und meistens auch in einer anderen Meisterschaft gefahren. «Ich komme mir ein wenig vor wie damals 2018 in der Formel 3 Euroserie, als ich für Motopark unterwegs war», sagt Scherer. «Auch damals fühlte ich mich im Team wohl, begann mich zu etablieren, wusste aber dass es die Meisterschaft im darauffolgenden Jahr in dieser Form nicht mehr geben wird.» Dasselbe ist ihm nun in der DTM widerfahren. Zwar gibt es 2021 wieder eine DTM (mit GT3-Autos), doch Scherer weiss jetzt schon unabhängig von seinen Plänen, dass er sich im kommenden Jahr erneut auf ein neues Fahrzeug und eine neue Serie einstellen muss.
Ob Müller und Scherer 2021 in der DTM erneut aufeinandertreffen, ist derzeit noch offen. Müller hat angedeutet, dass er Interesse an der neuen DTM bekundet. Gleiches gilt für Scherer. Doch unisono sagen beide: «Es ist noch zu früh, um die Weichen zu stellen.» Der Fokus gilt jetzt erst einmal den letzten Rennen und dem Erreichen zweier komplett unterschiedlicher Ziele.
Auto Sport Schweiz hat die vakante Stelle im Bereich Technik neu besetzt. Seit dem 1. Oktober ist Ruth Augsburger Anlaufstelle auf dem Sekretariat in Liebefeld. Wir wünschen Ihr einen guten Start!
Seit dem 1. Oktober ist die Stelle «Technik» bei Auto Sport Schweiz wieder besetzt. Ruth Augsburger übernimmt die Nachfolge von Dario Meringolo, der nach fünf Jahren den Verband auf eigenen Wunsch verlassen hat.
Ruth Augsburger (43) lebt in Büren an der Aare. Sie hat eine Bürolehre EFZ in einer Garage absolviert und verfügt zusätzlich über eine abgeschlossene Verkaufslehre EFZ. Augsburger ist seit 2012 als technische Sachbearbeiterin tätig und hat zuletzt von 2014 bis 2020 bei RADO Watch Ltd in Lengnau gearbeitet. Sie verfügt ausserdem über zahlreiche Weiterbildungen im Bereich Technik/Produkte und spricht fliessend Deutsch und Französisch.
Ruth Augsburger wird bei Auto Sport Schweiz folgende Bereiche abdecken:
Wir wünschen Frau Augsburger einen reibungslosen Start und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!
Beim dritten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft spielten die wechselhaften Bedingungen das Zünglein an der Waage. Nur einer liess sich davon überhaupt nicht beirren: Savio Moccia. Der Berner gewann in der X30 wie im Vorjahr alle drei Läufe.
Immer wieder wechselnde Wetterbedingungen haben den dritten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im französischen Mirecourt phasenweise zu einer Lotterie gemacht. Nur einer hat sich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen: Savio Moccia. Der Lysser gewann wie im Vorjahr alle drei Läufe in der X30 Challenge Switzerland und hat sich vor dem Finale in 7 Laghi am 7./8. November die beste Ausgangslage geschaffen. In allen Kategorien wird es beim Saisonfinale in einem Monat sehr eng werden.
In der Kategorie Super Mini, den Jüngsten im Alter von 8-12 Jahren, ist es an der Spitze zu einem Zusammenschluss der drei auch in Mirecourt schnellsten Piloten gekommen. Weiter in Führung mit 155 Punkten ist Tiziano Kuzhnini. Der 11-Jährige aus Eich am Sempachersee musste jedoch im zweiten Durchgang einen Nuller hinnehmen. «Mir ist die Kette rausgesprungen», sagt der Fahrer des Spirit Racing Teams. Im Finale rückte Kuzhnini die Hackordnung von Startposition 6 gestartet wieder zurecht. Mit seinem ersten Finalsieg verteidigte er die Leaderposition. Doch Kuzhnini wird sich beim Saisonfinale in 7 Laghi nicht zurücklehnen können. Sergio Koch (sechs Punkte Rückstand) und Teamkollege Matt Corbi (zwölf Punkte Rückstand), der in Frankreich seinen ersten Sieg vor der starken Chiara Bättig feiern durfte, sind ihm dicht auf den Fersen.
Nicht weniger spannend ist auch die Ausganglage in der Kategorie OK Junior. Dort hat der Vorjahresmeister Elia Sperandio mit zwei Siegen Boden auf die führende Ekaterina Lüscher gut gemacht. Total hat der junge St.Galler 19 Punkte aufgeholt. Im zweiten Durchgang musste er sich mit Platz 2 begnügen. «Mir ist in der letzten Runde das Gaskabel kaputt gegangen», sagt Sperandio, der in der Woche vor Mirecourt zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Formel-4-Auto von Jenzer Motorsport Platz nehmen durfte. Lüscher haderte in den Vorläufen mit der Abstimmung. «Wir hatten bis zum Finale (Platz 2) kein richtiges Set-Up gefunden», so die Aargauerin. Trotzdem zog Lüscher ein positives Fazit: «Bei dem Wetter lernt man nicht nur das Chassis besser kennen, man muss sich als Fahrer auch immer wieder auf neue Bedingungen einstellen.» Für den Drittplatzierten Dario Cabanelas lief es in Mirecourt nicht so rosig wie zuletzt in Wohlen. Mit einem dritten und zwei vierten Plätzen ist der Rückstand auf Lüscher auf 36 Punkte angewachsen. Erschwerend kommt dazu, dass Cabanelas von hinten Druck spürt. Lyon Mathur aus Samenstorf (AG) ist mit seinem ersten Saisonsieg bis auf 19 Punkte aufgeschlossen.
Auch bei den OK Senioren darf man sich auf ein spannendes Saisonfinale freuen. Die Top 5 liegen nach drei von vier Veranstaltungen gerade mal 33 Punkte auseinander. In Abwesenheit des bisherigen Gesamtleaders Patrick Näscher hätte Nathan Neuhaus nach der Vorstellung in Wohlen eigentlich einen grossen Schritt in Richtung Titel machen sollen. Doch der Delsberger blieb in den Vorläufen nach Kollisionen jeweils auf der Strecke. Im Finale arbeitete er sich von P12 ganz nach vorne. Doch eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen einer irregulären Spoilerbefestigung warf ihn schliesslich auf Rang 2 zurück. Der Sieg ging so an Alessio Fagone, der schon im ersten Vorlauf mit Rang 2 auf sich aufmerksam machte. «Die beiden Nuller in den Vorläufen waren sehr frustrierend», sagte Neuhaus, der neu mit 133 Zählern von der Tabellenspitze grüsst – vier Punkte vor Fagone und 14 vor Mattia Banella.
Nur fünf Fahrer zählte das Feld der KZ2. Das tat den Rennen und der Spannung aber keinen Abbruch. Nachdem André Reinhard im ersten Vorlauf die Nase vorne hatte, war es Gesamtleader Nicolas Rohrbasser, der im zweiten Heat oben aufschwamm. Im Finale hätte Rohrbasser gerne seine Führung ausgebaut, doch diesmal hatte Marco Bellanca etwas dagegen. Der Tessiner mit der #156 zeigte bei nasskalten Bedingungen eine starke Leistung und fuhr der Konkurrenz fast eine halbe Minute davon! «Das Finale im Nassen auf Slicks war sehr anspruchsvoll. Aber ich habe unter diesen Bedingungen das Maximum herausgeholt. Damit bin ich sehr zufrieden.» Rohrbasser, der die Meisterschaft 20 Punkte vor Reinhard anführt, war mit seiner Leistung in Mirecourt nicht durchs Band zufrieden. «Im ersten Durchgang bin ich wie ein Anfänger abgeflogen», sagt Rohrbasser. «Im Finale war ich im Trockenen superschnell. Als es anfing zu regnen, hatten wir viel zu wenig Reifendruck.» Auch Reinhard, wie Rohrbasser schon einmal KZ2-Champion, haderte mit den Bedingungen. «Ich hatte in den Läufen 2 und 3 nicht nur zu wenig Reifendruck», so der Self-made-man aus Bern, «ich habe mich auch bei der Reifenwahl fürs Finale verzockt.»
Bleibt also noch die X30 Challenge Switzerland – oder eben die Kategorie, bei der eine Vorentscheidung gefallen ist. Mit drei Siegen und dem Zusatzpunkten für die schnellste Runde im Finale hat Savio Moccia seinen Gegnern unmissverständlich klar gemacht, dass er in 7 Laghi nur noch zu schnappen ist, wenn ihm die Technik einen Strich durch die Rechnung macht. 37 Punkte Vorsprung sind zwar noch nicht aller Tage Abend, doch der Vorjahresmeister ist in bestechender Form, obgleich er sagt, dass ihm das Qualifying (P4) wieder nicht perfekt gelungen sei. «Dafür hat der Speed dann im Trockenen in den Vorläufen 1 und 2 gepasst», so Moccia. «Und auch im Nassen lief alles nach Plan.» Moccias verbleibende Gegner im Kampf um die X30-Krone 2020 sind Yoshindo Baumgartner (Zweiter im Finallauf) und Danny Buntschu (jeweils Zweiter in den Vorläufen).
Das ADAC GT Masters wird immer mehr von Schweizern dominiert. Beim Rennen am Sachsenring gab es gleich drei Laufsieger!!! Und mit Niederhauser liegt weiter ein Schweizer in Führung.
Das ADAC GT Masters hat am Wochenende einem Lauf zur Schweizer Meisterschaft geglichen. Mit drei Laufsiegern, Philipp Frommenwiler, Jeffrey Schmidt und Julien Apothéloz (in der GT4), haben die Schweizer am Sachsenring im ganz grossen Stil abgeräumt. Doch damit nicht genug: Mit einem weiteren Podestplatz hat Gesamtleader Patric Niederhauser seine Führungsposition verteidigt.
Den Grundstein zum erfolgreichen Schweizer GT-Masters-Wochenende legten Frommenwiler und sein Teamkollege Marvin Dienst (Mercedes AMG) mit der Pole-Position am Samstag. Im Rennen liess das Duo ebenfalls nichts anbrennen. Dienst übergab mit fünf Sekunden Vorsprung, die Frommewiler nach dem Fahrerwechsel locker ins Ziel verwaltete. Für den Thurgauer war es der erste Sieg im GT Masters. 2013 stand er in seiner Premierensaison bereits drei Mal auf dem Podium. «Ich habe die letzten Runden wirklich genossen», sagte Frommenwiler. «Wir hatten keinen einfachen Saisonbeginn und sind jetzt wieder auf der Erfolgsspur. Marvin hat schon im Qualifying mit der Pole-Position einen Topjob gemacht und das Team hat uns ein sensationelles Auto für das Rennen gegeben. Unser heutiger Sieg entschädigt uns für einige Wochenenden, die nicht so gut liefen.»
Für Jeffrey Schmidt, der am Sonntag mit Teamkollege Markus Pommer, gewann, war es der zweite Triumph im GT Masters (nach Most 2018). Das Kuriose daran: Schmidt/Pommer führten auf ihrer Corvette C7 keinen Meter. Das Duo profitierte von einer 30-Sekundenstrafe für die Führenden Perera/Balboa. Nichtsdestotrotz war die Freude bei Schmidt sehr gross. «Ein tolles Ergebnis, das natürlich umso schöner ist, da wir bis jetzt eine harte Saison hatten. Bereits im Qualifying lief alles zu unseren Gunsten, wir konnten eine gute Runde setzen und uns einen der vorderen Startplätze sichern. Unsere Corvette lag sehr gut auf der Strecke, das war sicherlich die Grundlage für die gute Performance, sowohl im Qualifying als auch später im Rennen.»
Dank Platz 3 von Niederhauser (Audi R8) am Sonntag stand auch der Gesamtleader des ADAC GT Masters auf dem Podium. «Während des Rennens hatten wir nicht so viel Pace, wie wir uns gewünscht hätten», meinte Niederhauser. «Und im Endergebnis haben wir dann sicherlich auch ein wenig vom Pech der anderen profitiert. Insgesamt blicken wir positiv auf die nächsten Rennen und den weiteren Verlauf der Meisterschaft. Wenn wir weiterhin so arbeiten wie bisher, hoffe ich, dass wir auf jeder der noch folgenden Strecken konkurrenzfähig sein werden.»
Niederhausers Vorsprung in der Meisterschaft beträgt neun Punkte. Schmidt und Frommenwiler sind dank ihren Siegen auf die Plätze 10 und 11 vorgestossen.
Ebenfalls weiter in Führung liegt Julien Apothéloz. Der junge Zürcher hat in der GT4 Germany den zweiten Sieg im sechsten Rennen gefeiert. Apothéloz liegt bei Halbzeit gemeinsam mit Teamkollege Luca Trefz zehn Punkte vor dem österreichischen Duo Kofler/Janits.
Einen weiteren Schweizer Podestplatz gab es auch in Mugello zu bejubeln. Der Rumäne Filip Ugran bescherte Jenzer Motorsport mit Platz 3 im ersten Durchgang wichtige Punkte. Jasin Ferati ging mit den Rängen 22, 15 und 20 leer aus. Besser machte es Axel Gnos, der im zweiten Heat Achter wurde.
Im Vorjahr liess sich Andy Feigenwinter noch als Schweizer Tourenwagenmeister feiern. Wegen Corona fährt er dieses Jahr sporadisch im Porsche Sports Cup Suisse mit. Aber das mit Erfolg.
Den Porsche 997 GT3 R hat er noch Ende letzten Jahres gekauft. Mit ihm wollte er dieses Jahr die Berg-SM bestreiten. Doch wegen Corona wurde nichts daraus. Andy Feigenwinter – und alle seine Berg-Kollegen – mussten in diesem Jahr auf Reitnau, Gurnigel & Co. schweren Herzens verzichten.
Doch Not macht erfinderisch. Oder: Wenn der Gasfuss juckt, gibt es auch noch andere Möglichkeiten, sein Hobby auszuüben. Feigenwinter hat’s gejuckt. Im Juli hat er in Hockenheim erstmals mit seinem Porsche beim Porsche Sports Cup Suisse teilgenommen. «Eigentlich wollte ich da nur trainieren und mich mit dem Auto vertraut machen», sagt der Baselbieter. «Aber dann lief es so gut, dass ich auch gleich am Rennen teilgenommen habe.»
Dass Feigenwinter es bei diesem einen Rennen 2020 belassen würde, war schon damals unvorstellbar. Der 53-jährige Sanitärfachmann ist ein Race-Maniac. Und der Porsche, den einst der Deutsche Christian Engelhart im ADAC GT Masters fuhr, braucht Auslauf… So kam es, dass Feigenwinter sich gemeinsam mit Jürg Aeberhard im Rahmen des PSCS für die Rennen Mugello einschreiben liess. Dort, wo die Formel 1 Mitte September gastierte.
Feigenwinter, der im vergangenen Jahr noch in einem Lotus Exige von der Garage West im St.Gallischen von Sieg zu Sieg bei den Tourenwagen fuhr, hatte in den Trainings alle Hände voll zu tun. «Ich hatte erst im Qualifying eine trockene Runde», so der ehemalige Prototypen-Europameister. In dieser kam er bis auf eine Sekunde an seinen routinierten Teamkollegen heran. «Dafür, dass ich noch nicht sehr oft Gelegenheit hatte, mit dem Auto zu fahren, war ich zufrieden.»
Im Einzelrennen belegte Feigenwinter dann Platz 4 im Scratch. Als Zweitbester R-Pilot fehlten ihm zwölf Sekunden auf den Sieger. Im Endurance-Rennen preschte Feigenwinters Porsche aus der ersten Startreihe los. Dabei setzte das Team auf Slicks. «Obwohl fast alle auf Regenreifen gestartet sind, haben wir es auf Slicks riskiert», sagt Feigenwinter.
Ein Poker, der sich ausbezahlte. Zwar fiel der weiss-gelb-schwarze 997 GT3 R anfangs bis auf die 20. Stelle zurück. Doch als die Konkurrenz zur Box abbog, lag Feigenwinter in Front. «Dass es am Ende nur zu Platz 2 reichte und dem Sieg in der R-Klasse, war ärgerlich», sagt Feigenwinter. Doch unterm Strich war er dennoch happy. «Durch die zahlreichen Überrundungen in einem Feld mit 50 Autos verliert man rasch einmal den Überblick, auf welcher Position man fährt», sagt Feigenwinter. «Ich glaubte in dem Moment, als ich überholt wurde, dass ich den Podestplatz vergeigt habe. Aber wie sich herausstellte, war ich dennoch Zweiter.»
Wie es 2021 mit Feigenwinter und seinem 500 PS starken Porsche, den er bei ANT Performance in Tafers vorbereiten lässt, weitergeht, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Für den Paradiesvogel aus Reinach steht der Spass im Vordergrund. «Hoffentlich haben wir nächstes Jahr wieder eine normale Saison», sagt Feigenwinter. «Denn wenn ich 2020 etwas vermisst habe, dann sind es die Bergrennen und das Ambiente dort.»
Am kommenden Wochenende gastiert die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft im französischen Mirecourt zum dritten und vorletzten Lauf. 55 Fahrer und Fahrerinnen stehen am Start.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. Am Sonntag, 4. Oktober, findet im französischen Mirecourt (bei Epinal) der dritte Lauf zur diesjährigen Saison statt. Auf dem Programm stehen wie üblich fünf verschiedenen Kategorien. Da sich in keiner Klasse bisher ein Fahrer entscheidend absetzen konnte, wird der Ausgang der Rennen mit Spannung erwartet. Im Hinblick auf das Finale in 7 Laghi am 7./8. November könnte dennoch in der einen oder anderen Kategorie eine Vorentscheidung fallen.
Den grössten Vorsprung in der Meisterschaft haben nach zwei Rennen Ekaterina Lüscher (OK Junior) und Nicolas Rohrbasser (KZ2). Beide haben ein Polster von 24 Punkten auf den jeweils nächsten direkten Verfolger. Rohrbasser, 2017 bereits Meister bei den Schaltkarts, hat vier Siege auf seinem Konto. Lüscher deren drei. Beide werden in Mirecourt aber dennoch voll angreifen. «Für mich spielt die Position in der Meisterschaft keine Rolle», sagt Rohrbasser. «Ich gebe immer 100 Prozent.» Und auch die schnelle Ekaterina lässt sich durch ihre Meisterschaftsposition nicht aus dem Konzept bringen. «Ich kämpfe immer um den Sieg», sagt die Aargauerin, die zuletzt in Wohlen sieglos blieb und sich hinter ihren Titelkonkurrenten Elia Sperandio respektive Dario Cabanelas einreihen musste.
Für Lüscher und die restlichen 54 Piloten werden die Rennen in Mirecourt möglicherweise auch etwas zur Lotterie. Die Wetterprognosen sind für Samstag (Trainings) und Sonntag (Rennen) durchzogen. «Es wird nicht einfach werden», prophezeit Lüscher. «Wenn sich Wind, Regen und Sonne ablösen, kann alles passieren.» Das weiss auch Rohrbasser, der erstmals in diesem Jahr nur vier Gegner in seiner Kategorie hat. «Das ist schade. Denn die Meisterschaft ist wirklich gut. Wir fahren auf abwechslungsreichen Strecken und die Reifen sind absolut top.» Zu Rohrbassers grössten Gegner zählen wie in Wohlen der ehemalige Schweizer Meister André Reinhard («Ich will immer gewinnen») und der Tessiner Marco Bellanca, der das Finale beim Auftakt in 7 Laghi gewann.
Mit 22 Punkten Vorsprung geht Savio Moccia am Wochenende ins Rennen der X30 Challenge Switzerland. Der Lysser ist amtierender Meister und möchte seinen Titel nur zu gerne verteidigen. Doch die Konkurrenz in der X30 ist gross. Das hat man schon in Wohlen gesehen, wo Moccia nach einem verkorksten Qualifying das Feld in den drei Rennläufen von hinten aufrollen musste. «Das Quali ist dieses Jahr meine Schwachstelle», sagt Moccia. «Deshalb gibt es für mich nur eines: Vollgas! Ich freue mich aber sehr auf die Rennen in Mirecourt. Die Strecke scheint mir zu liegen. Im Vorjahr habe ich dort das Punktemaximum von 75 Zählern abgeräumt.» Moccia wird beim Rennen in Frankreich vor allem zwei Gegner im Auge behalten müssen: Yoshindo Baumgartner (Gesamtzweiter) und Danny Buntschu (Gesamtdritter). Baumgartner hat in 7 Laghi in allen Läufen Platz 2 belegt. Buntschu gewann in Wohlen die Vorläufe und sicherte sich im Finale Rang 2.
Noch keine Rechenspiele braucht es bei den Super Minis. Bei den Jüngsten (8-12 Jahren) liegt Tiziano Kuzhnini lediglich sieben Punkte vor Sergio Koch, 15 vor Elia Epifanio und 16 vor Matt Corbi. Kuzhnini war zuletzt in Wohlen mit Abstand der Schnellste und gewann beide Vorläufe. Auch im Finale überquerte er die Ziellinie als Erster, wurde aber disqualifiziert, weil er am Vorstart unerlaubterweise Hilfe in Anspruch nahm. «Das war ärgerlich, aber es war nicht mein Fehler. Und deshalb habe ich es inzwischen längst verdaut», sagt Kuzhnini. Wie eng die Sache bei den Minis 2020 ist, zeigt auch ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse. Nicht weniger als sieben Fahrer haben in den bisherigen sechs Läufen auf dem Podium gestanden. Neben Kuzhnini, Koch, Epifanio und Corbi gehören auch Hector Gehrling, Ben Ziegler und Enea Frey zu den Nachwuchspiloten, die schon vom «Stockerl» grüssen durften.
Brisant wäre auch die Ausgangslage in der Kategorie OK Senior, die in Mirecourt mit 13 Fahrern antritt. Hier führt Patrick Näscher einen Punkt vor Nathan Neuhaus und 23 Zählern vor Mattia Banella. Weil Näscher aber in Mirecourt nicht startet, ist OK-Senior-Rookie Neuhaus plötzlich der Gejagte. Wie er mit dieser Situation umgeht, wird sich zeigen. Der junge Delsberger hat aber schon in den ersten Rennen in 7 Laghi und Wohlen bewiesen, was in ihm steckt. Drei Siege aus sechs Rennen lassen keine Zweifel offen, dass Neuhaus, der im Vorjahr noch in der X30 fuhr, auf Anhieb den Titel bei den Senioren holen kann. Ein Auge sollte man ausserdem auf Alessio Fagone (Meister OK Junior 2018) sowie Dominik Weibel werfen. Letzterer hätte in Wohlen gross abräumen können. Doch der Frauenfelder schied zwei Runden vor Schluss in Führung liegend aus.
Zur Strecke: Mirecourt, eine Autostunde südlich von Nancy, gilt als technisch anspruchsvolle Strecke, die viele Überholmöglichkeiten bietet. Mit 1267 Metern Bahnlänge ist sie die längste Strecke im diesjährigen Kalender der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Einer langen Gerade folgt ein abwechslungsreiches Infield mit sehr engen, aber auch langgezogenen Kurven.
WICHTIGER HINWEIS: Wegen Corona findet auch der dritte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Begleitpersonen müssen durch die Piloten bei der Administrativen Kontrolle am Samstag mittels Formular (siehe Download) angemeldet werden. Auf dem Gelände gilt für alle Anwesenden eine Maskenpflicht.
Zeitplan
Sonntag, 4. Oktober
08.00-09.02 Uhr, Offizielles Training
09.10-09.52 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.00-11.40 Uhr, Rennläufe und/oder Heats
11.40-13.00 Uhr, Mittagspause
13.00-16.45 Uhr, Renn-Finalläufe und/oder Heats
Offizielle Preisverleihung: jeweils direkt nach dem Finallauf der einzelnen Kategorien
Der vierte Lauf zum Porsche Sports Cup Suisse im italienischen Mugello bot nicht nur spektakuläre Rennen und überraschte Sieger. Das Beste war: Die Meisterschaft bleibt bis zum letzten Rennen offen.
Spektakulär und mit Gregor Burkard als glücklichem Sieger endete in Mugello das Sprintrennen des GT3 Cup im Rahmen des Porsche Sports Cup Suisse. Burkard profitierte in der letzten Runde von einer verwirrenden Situation am Ende einer Gelbphase und überquerte als Erster die Ziellinie. «Ich hatte eine turbulente Zeit und überhaupt nicht damit gerechnet, am Ende auf dem obersten Treppchen zu stehen», sagt Burkard. «Inmitten der Junior-Piloten war ich in bester Gesellschaft und musste mich anfangs immer wieder gegen die Überholversuche von Alexander Fach wehren. Die letzte Runde verlief etwas chaotisch und ich hatte Glück, da als Sieger hervorzugehen.» Platz 2 sicherte sich José Teixeira, der ältere Bruder von Antonio. Rang 3 ging an Dominik Fischli.
Für den verpassten Sieg im Sprint revanchierte sich Antonio Teixeira im Endurance-Rennen. Der 18-Jährige war innerhalb der GT3 Cup-Wertung auf die Pole-Position gefahren und münzte diesen Vorteil beim Start sogleich in die Klassenführung und nach 31 Umläufen in den Gesamtsieg um. Hinter Teixeira belegten Fischli und Burkard die Ehrenplätze. Tabellenführer Fach wurde nach seinem Ausfall im Sprint noch Vierter. Damit klärt sich die Titelfrage erst in drei Wochen beim Saisonfinale in Misano am 16./17. Oktober.
In der GT4 Clubsport-Klasse liess einmal mehr der Italiener Francesco Fenici nichts anbrennen: Er ging aus beiden Rennen als Sieger hervor. Im Endurance-Lauf musste sich der Römer auf abtrocknender Strecke jedoch mit profillosen Slick-Reifen durch das komplette Konkurrenzfeld kämpfen. Die Gesamtwertung der 100-Meilen-Endurance sicherten sich Jan Klingelnberg/Dino Zamparelli mit ihrem Porsche 911 GT3 Cup aus der Open GT-Klasse. Platz 2 ging an das Duo Andy Feigenwinter/Jürg Aeberhard auf Porsche 997 GT3 R.
Alle Ergebnisse aus Mugello finden Sie unter diesem Link.
Die international im Einsatz stehenden Schweizer haben an diesem Wochenende mit unterschiedlichen Erfolgen abgeschnitten. Den ersten Saisonsieg durfte das Team Emil Frey Racing in Zandvoort feiern. Genauso wie Yannick Mettler in Monza bei der GT Open.
Die Mission von Nico Müller war klar: Der DTM-Gesamtleader peilte bei den 24 Stunden am Nürburgring, dem wichtigsten Rennen an diesem Wochenende, seinen zweiten Gesamtsieg nach 2015 an. Doch daraus wurde nichts. Der Audi mit der Startnummer 1 von Audi Sport Team musste sich nach 85 Runden mit Rang 5 begnügen. Müller war damit der beste Schweizer. «Wir haben alles gegeben, führten viele Runden, aber eine dumme Strafe wegen einer Verletzung der Boxengasse-Regeln, einem Ausrutscher auf Öl und einem Reifenschaden haben unsere Chancen zunichte gemacht», sagt Müller.
Zweitbester «Schweizer» hinter Müller wurde Philip Ellis. Der in Zug aufgewachsene Sohn einer Deutschen und eines Walisers belegte Platz 9 auf einem Mercedes AMG GT3. Mit Rang 16 und Platz in der Klasse Pro-AM beendete Patric Niederhauser das von Wetterkapriolen und einer nächtlichen Pause von knapp neun Stunden (!) begleite Traditionsrennen. «Das Rennen hat alles von uns abverlangt», sagt Niederhauser. «Die immer wieder wechselnden Bedingungen haben es sehr schwierig gemacht.»
Zu den Schweizern, die auf dem nassen Geläuf crashten oder weit zurückfielen, zählten Raffaele Marciello, Manuel Metzger sowie Jonathan Hirschi, der im Ferrari 488 GT3 von Octane126 aus Wallisellen (ZH) das Rennen anfangs gar anführte, mit Teamkollege Simon Trummer aber nicht gewertet wurde. Der Gesamtsieg in der Eifel ging zum 20. Mal an ein BMW-Team.
Gemischte Gefühle gab es auch in Zandvoort beim dritten Lauf zum GT World Challenge Sprint Cup (ehemals Blancpain Series). Das Team Emil Frey Racing stand in beiden Rennen auf Pole-Position (im zweiten Durchgang besetzte man die erste Startreihe sogar komplett). Doch das Wetter und eine Zeitstrafe verhinderten den totalen Triumph. Nichtsdestotrotz dürfen die Safenwiler stolz sein. Der erste Saisonsieg ist dank Giacomo Altoè und Albert Costa im Trockenen. Die Freude über Platz 2 (durch Mikael Grenier/Norbert Siedler) wurde nach dem Rennen getrübt. Eine 30-Sekunden-Strafe wegen eines «unsafe release» warf das Lamborghini-Duo mit der #14 auf Rang 10 zurück.
Grosse Freude herrschte am Wochenende bei Yannick Mettler. Der Luzerner sicherte sich beim GT Open in Monza seinen ersten Sieg. Der Bentley-Pilot legte den Grundstein dafür bereits im Qualifying mit der Pole-Position. Im Rennen übergab er seinen schwarzen Continental GT3 als Führender an seinen Teamkollegen Fabio Crestani ab. Der brachte das Auto sicher ins Ziel. Im zweiten Durchgang belegte Mettler P5. In der Meisterschaft liegt er nach vier von sechs Rennen auf Platz 7.
Ein Wochenende zum Vergessen erlebte Louis Delétraz. Die Schweizer Formel-2-Hoffnung beschrieb das Wochenende in Sotschi (RUS) als «terrible». Im ersten Rennen schied er nach einer Kollision aus. Rennen 2 wurde nach einem schweren Unfall nach nur fünf Runden abgebrochen. In der Meisterschaft liegt Delétraz auf Rang 7. Sein Rückstand auf Leader Mick Schumacher beträgt vor dem Double-Header-Finale in Bahrain (28./29. November und 5./6. Dezember) 69 Punkte.
Immer näher an den ersten Sieg kommt Joshua Dufek. Der mit Schweizer Lizenz fahrende «Genfer» hat am vierten Rennwochenende der spanischen Formel 4 zwei zweite Plätze an Land gezogen. Dufek liegt in der Meisterschaft auf Platz 4. Keine Punkte gab es diesmal für Léna Bühler.
Auf den vierten Lauf zum Porsche Sports Cup Suisse in Mugello gehen wir diese Woche noch separat ein.
Die AUTOMOBIL REVUE hat in den vergangenen Wochen mit ihrer Serie «Rennwagen-Porträt» für Aufsehen gesorgt. Wir von Auto Sport Schweiz sind stolz, dass wir die Werke der beiden Autoren Werner Haller und Olivier Derard auch bei uns veröffentlichen dürfen. Teil 12: Der Lancia Delta S4 von Bruno Ianniello.
Ein Racing-Fan grinst unweigerlich, wenn der Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor im Heck des Lancia Delta S4 bei jedem Gasstoss lauthals und fast geqäult aufschreit. Der markige Sound ist typisch für das 720-PS-Triebwerk (700 Nm) mit Turbolader und Kompressor. Hier, in einer grossen Lagerhalle bei Nunningen SO im Schwarzbubenland, stört das an diesem ansonsten sehr ruhigen Samstagvormittag niemanden. «Manchmal fahre ich den Lancia kurz aus, damit seine Rohre wieder einmal ordentlich durchgeblasen werden. Dann sehe ich jeweils Passanten kopfschüttelnd am Strassenrand stehen», sagt Bruno Ianniello und lacht spitzbübisch.
Diesbezüglich ist der 60-jährige Unternehmer ein Bub geblieben. Sehr verliebt hat er aus der Wäsche geschaut, als er vor 28 Jahren den Lancia Delta S4 Stradale, die Strassenversion, in der italienischen Auto-Bibel «Autosprint» entdeckte. Ianniello ackerte fortan einzig dafür, um sich einen solchen Sportwagen leisten zu können: «Ich hatte mir damals bereits einen Lancia 037 zugelegt, den Vorgänger des Delta. In den Delta S4 hatte ich mich auf den ersten Blick verliebt. Ich behaupte nicht, dass er das schönste Auto ist, mich faszinierte viel mehr die Technik mit dem Mittelmotor.» So sehr, dass er später und im Besitz eines Delta S4 Stradale nach Italien zu Augusto Cesare reiste, wo er sich die Rallyeversion, eines der berühmtberüchtigten und brutalen Gruppe-B-Autos, zeigen liess. «Die Beschleunigung war brachial! Im Vergleich zu diesem Ungetüm fühlte sich mein Lancia wie ein Döschwo an.» Also legte sich Bruno Ianniello eines dieser legendären Gruppe-B-Rallyeautos zu und legte zwei Jahre lang Hand an – um damit bei Bergrennen starten zu können.
Die Rennsportkarriere von «Raketen-Bruno», wie Ianniello gerufen wird, begann 1993 bescheiden in einem Fiat 128 bei Wurst-und-Brot-Rennen in Lignières NE. Nach einem Besuch beim ultraschnellen Bergrennen St-Ursanne–Les Rangiers JU gab es für den gebürtigen Basler kein Halten mehr. Mit seinem Delta S4 fahre er alles und jeden in Grund und Boden, habe er sich gedacht – und landete erst einmal im Graben. «Ich lernte dieses Auto erst fahren und beherrschen, als ich in Italien Slaloms und kleine Rundstreckenrennen auf Industriegeländen gefahren bin.» In den Folgejahren räumten Ianniello und sein Lancia bei Bergrennen in der Schweiz, aber auch im Ausland, Titel und Rekorde ab. Zwischen 2003 und 2006 gewann das Duo dreimal den Schweizer Bergpokal, 2008 und 2009 folgten die Titel in der Schweizer Tourenwagenmeisterschaft. «Das waren unsere besten Jahre. Wir rangierten bei den allermeisten Bergrennen in den Top Ten des Gesamtklassements – zusammen mit Sportwagen», erinnert sich Ianniello. Noch heute, sagt er, «ist mein Delta aus dem Stand eines der schnellsten Fahrzeuge am Berg – und das ohne Traktionskontrolle, sequenzielle Schaltung und dergleichen.» Das Auto hat seine Fans, auch Rallyelegende Walter Röhrl hat sich mit einer Unterschrift im Cockpit des Delta S verewigt.
Noch bessere Resultate wären durchaus möglich gewesen, sagt Raketen-Bruno: «Aber mit fehlte schlicht das Geld, beispielsweise für bessere Pneus oder Leute, die mein Auto besser hätten abstimmen können.» Überhaupt habe er seinen Lancia Delta S4 Gruppe B seit den 1990er-Jahren kaum verändert: «An diesem Auto sind alle Bauteile noch original. Einzig das Fahrwerk habe ich auch aus Sicherheitsgründen gegen ein moderneres von KW ausgetauscht.» Ersatzteile für seinen Rennwagen, den er schon bei Oldtimerevents fahren könnte, hat er noch genug auf Lager. «Ich hatte Glück. Ein Kollege hatte so viele Teile vorrätig, dass ich damit zwei Sattelschlepper füllte.» Vier Lancia Delta S4 hat Ianniello mit den Jahren aufgebaut, dazu einer, den er für einen Kunden wartet.
Dreimal flog Ianniello in all den Jahren mit dem Delta S ab. «Nach einem solchen Unfall kam schon die Frage auf, ob ich weiterleben oder weiterfahren will», gibt er zu. «Aber so lange mein Herz schlägt, will ich Rennen fahren. Mehr zum Spass, denn Ambitionen habe ich keine mehr. Ja, ich fahre langsamer als früher, weil ich älter und damit vernünftiger geworden bin.» Allerdings: Am Steuer eines Alfa Romeo Giulia GTAm könnten die Rösser nochmals mit ihm durchgehen, vermutet Ianniello und schmunzelt.
Einen Trumpf haben er und sein Lancia Delta S4 jedoch noch im Ärmel: Neue Michelin-Pneus, die vermutlich zum Gruppe-B-Ungetüm passen, wollte Ianniello dieses Jahr ausprobieren – wegen der Coronapandemie müssen sich die beiden gedulden. Dann blasen sie eben die Rohre durch.
LANCIA DELTA S4 GRUPPE B
Baujahr: 1985
Karosserie: 2-türig
L x B x H mm: 3990 × 1880 × 1344
Radstand mm: 2440
Gewicht kg: 950
Motor: Abarth 1970 cm3 Turbo und Kompressor
Leistung PS: 720 bei 1,9 bar, 700 Nm
0–100 km/h sec: ca. 1.9
Höchstgeschwindigkeit km/h: 214
Fahrwerk: KW
AR #35, 27. August 2020, Autor: Werner J. Haller, www.automobilrevue.ch
An diesem Wochenende hätte die Rally del Ticino stattfinden sollen. Doch sie musste genauso abgesagt werden wie du Rallye du Valais. Alternativen bieten sich im Ausland – eine davon in der Nähe von Mülhausen (F).
Zahlreiche Schweizer Rallye-Piloten hat es in diesem Jahr bereits ins grenznahe Ausland gezogen. Dort finden – unter den gängigen Schutzmassnahmen – nach wie vor Rallyes statt. Einer von ihnen, Joël Rappaz, fährt an diesem Wochenende die Rallye du Val d’Ance en Haute-Loire auf einem Ford Fiesta R5.
Eine weitere Gelegenheit würde sich für Schweizer Rallyepiloten am 24. Oktober ergeben – mit der 47. Ausgabe der Rallye Plaine et Cimes, 25 Kilometer nordwestlich von Mülhausen (F). Diese Rallye ist eine Eintagesveranstaltung (6.30 – 23.00 Uhr) mit 148 Kilometern, wovon 40 gewertet werden. Fünf Etappen stehen auf dem Programm, eine davon wird eine Nachtprüfung sein.
Weitere Informationen zur Anmeldung (Einschreibefrist 12. Oktober) und zu den Bestimmungen von COVID-19 bietet die Homepage www.rallye-plaine-et-cimes.fr. Auskünfte kann auch der Vorsitzende der Rallye, Marc Kessler, direkt geben: <email-pii>
Sébastien Buemi (31) hat am Wochenende zum dritten Mal in Serie mit Toyota die 24h von Le Mans gewonnen. Damit zieht er punkto Siege mit Marcel Fässler (2011, 2012 und 2014) gleich. Auto Sport Schweiz hat mit dem Mann aus Aigle gesprochen.
Du hast jetzt drei Mal hintereinander die 24h von Le Mans gewonnen. Gratulation! Das haben vor dir nur acht andere Fahrer geschafft: Tom Kristensen, Jacky Ickx, Marco Werner, Emanuele Pirro, Frank Biela, Henri Pescarolo, Olivier Gendebien und Woolf Barnato. Wie fühlt man sich, wenn man in derselben Liste wie solche Fahrer auftaucht?
Sébastien Buemi: Es ist ein wunderbares Gefühl, drei Mal hintereinander Le Mans gewonnen zu haben. Und auf einer solchen Liste mit solchen Grössen des Rennsports zu stehen. Gleichzeitig tut es mir für die Jungs auf dem Schwesterauto leid. Auch sie haben einen tollen Job gemacht. Aber sie wurden durch technische Probleme eingebremst.
Wo ordnest du diesen Sieg im Vergleich mit deinen beiden anderen Siegen ein?
Der erste Sieg ist immer speziell. Der Sieg jetzt wiegt aber sicher mehr als der vor einem Jahr. Weil wir da von einem Motorschaden am Toyota mit der #7 zwei Stunden vor Rennende profitiert haben.
Gab es kritische Momente im Rennen dieses Jahr?
Ja, ich hatte am Anfang einen Reifenschaden. Das hat Zeit gekostet. Dann hatten wir ein Kühlungsproblem an den Vorderbremsen. Das hat uns auch in der Nacht zu einem Extrastopp gezwungen. Wir wussten, dass wenn wir so weitermachen würden, wir nichts ins Ziel kommen. Auch bei einem Wechsel unterm Safety-Car haben wir etwas Zeit verloren. Aber das ist nicht so ins Gewicht gefallen.
Wie hat das Rennen ohne Fans auf dich gewirkt?
Während des Rennens ist es mir nicht besonders aufgefallen. Hinterher haben ohne die Fans die Emotionen gefehlt. Aber es war wichtig, dass wir überhaupt fahren konnten.
Wieviel Zeit brauchst du, um dich zu erholen?
Ich habe von Sonntag auf Montag noch in Le Mans geschlafen. Inzwischen haben wir Mittwoch. Und ich fühle mich gut. Also, zwei Tage würde ich sagen.
Um den WEC-Titel zu holen, müsst ihr in Bahrain auf Sieg fahren. Ein zweiter Platz reicht nicht, wenn das Schwesterauto gewinnt. Was bedeutet das teamintern?
Wir werden in Bahrain durch das Reglement bedingt ein Handicap gegenüber der #7 haben. Dadurch wird es sicher nicht einfach werden. Weil es ein 8-Stunden-Rennen ist, kriegt der Sieger 38 Punkte, der Zweitplatzierte nur 27. Das heisst: Wenn die #7 gewinnt, dann ist der Titel weg. Unser Vorsprung im Moment beträgt nur sieben Zähler. Aber wenn es so kommt, dann ist es halt so. Die Jungs auf dem anderen Toyota haben in diesem Jahr auch gute Rennen gezeigt. Das müssen wir auf der #8 akzeptieren. Es wird auf jeden Fall in Bahrain ein etwas anderes Rennen werden, weil Rebellion ja auch nicht mehr dabei ist.
Wie siehst du die Zukunft der Langstrecken-WM mit all den Hypercar-Projekten?
Ich freue mich. Ich werde schon in zwei Wochen zum ersten Mal im Hypercar von Toyota sitzen. Der Sitz ist bereits gemacht. Und ich hoffe, dass wir in Zukunft auch wieder mehr Gegner haben. Peugeot hat sich ja schon eingeschrieben. Andere Hersteller sollen noch folgen.
Die oberste Automobilsportbehörde FIA hat eine neue Rennserie für den Nachwuchs vorgestellt, die ab 2021 im Rahmen der Rallycross-WM an den Start gehen soll.
Der Boom der Elektroserien hält an. 2021 kommt eine weitere dazu: die eRX2-Meisterschaft, eine Rennserie für den Nachwuchs im Rahmen der Rallycross-WM unter dem Banner der FIA.
Bei der «regulären» RX2 handelt es sich um eine Nachwuchs-Serie im Rallycross – mit kurzen Sprint-Rennen auf gemischtem Untergrund. In der RX2 werden Einheits-Rennautos eingesetzt – ein Konzept, das die FIA nun auch für die Elektro-Rennserie übernommen hat.
Die Fahrzeuge sollen vom spanischen eMobility-Spezialisten QEV Technologies entwickelt und nach dem Arrive-and-Drive-Prinzip eingesetzt werden. Die Autos verfügen über einen Allradantrieb, ein Spaceframe-Chassis und eine 32-kWh-Batterie, die eine Leistung von 250 kW abwerfen soll. Geplant ist, dass die eRX2-Fahrzeuge bis zu 25 Minuten fahren können. Wenn alles klappt, soll der Prototyp noch dieses Jahr vorgestellt werden.
Für die Premierensaison sind sechs europäische Veranstaltungen geplant. Ein Kalender wurde noch nicht veröffentlicht.
Weitere Informationen gibt es unter diesem Link.
Was war das für ein erfolgreiches Wochenende für die Schweizer Rennsportgemeinde! Sébastien Buemi gewinnt die 24h von Le Mans, Nico Müller triumphiert bei der DTM am Nürburgring und Patric Niederhauser im ADAC GT Masters in Hockenheim!
«Trittst im Morgenrot daher, seh' ich dich im Strahlenmeer…» Auch wenn die Schweizer Hymne nicht bei jedem Sieg erklang, ein so erfolgreiches Wochenende der Schweizer Motorsport-Gemeinde geht definitiv in die Geschichte ein und sollte gebührend gefeiert werden. Es ist nicht das erste Mal, dass uns Schweizer Rennfahrer im Corona-Jahr 2020 mit ihren Erfolgen über so manches abgesagtes Rennen hinweggetröstet haben. Das vergangene Wochenende hat aber alles übertroffen.
Fangen wir mit dem dritten Gesamtsieg von Sébastien Buemi bei den 24h von Le Mans statt. Womit der Mann aus Aigle punkto Siege an der Sarthe mit Marcel Fässler gleichzieht. Den Grundstein zum neuerlichen Erfolg legte Buemi und seine beiden Teamkollegen Brendon Hartley und Kazuki Nakajima, als das in Führung liegende Schwesterauto mit einem Turboschaden weit zurückfiel und sich am Ende mit Platz 3 begnügen musste. Rang 2 ging an das unter Schweizer Flagge gestartete Rebellion-Team. Den dritten Podestplatz verschenkten die «Rebellen» kurz vor Schluss, weil Le-Mans-Neuling Louis Delétraz mit Brems- und Kupplungsproblemen von der Strecke geriet.
Die besten Schweizer in der LMP2 waren Antonin Borga und Alexandre Coigny. Die beiden Romands belegten in der zweiten Liga Platz 7 (Gesamtrang 11). Direkt dahinter: Simon Trummer, der erstmals in Le Mans die Zielflagge sah. Die weiteren Schweizer Platzierungen: Rahel Frey wurde in der LMGTE Am Neunte, Thomas Flohr landete in derselben Klasse auf P13. Nicht im Ziel: Jonathan Hirschi (LMP2).
Grund zum Feiern gab es auch am Nürburgring. Nico Müller lieferte nach Platz 5 im Samstagrennen (der Berner wurde von Jamie Green umgedreht) im zweiten Durchgang mit einem überlegen vorgetragenen Sieg, dem fünften in diesem Jahr, die richtige Antwort im Kampf um die DTM-Krone. Müllers Vorsprung auf Teamkollege Robin Frijns beträgt drei Veranstaltungen vor Schluss 18 Zähler. «Dieser Triumph hat besonders gut geschmeckt», sagt Müller. «Das war genau das, was ich nach dem verkorksten Rennen vom Samstag brauchte.»
Und auch 230 Kilometer südöstlich vom Nürburgring durfte ein Schweizer jubeln: Patric Niederhauser. Der Berner sicherte sich in Hockenheim beim dritten Lauf zum ADAC GT Masters nicht nur den ersten Saisonsieg; zusammen mit Teamkollege Kelvin van der Linde belegte «Nidi» schon am Vortag Platz 2 und übernahm so mit seinem südafrikanischen Kumpel die Führung in der Gesamtwertung. Zur Erinnerung: Zwar stehen noch vier Rennveranstaltungen aus, aber noch nie hat ein amtierender Meister den Titel verteidigen können. Niederhauser könnte also wie Buemi und Müller Geschichte schreiben.
Neben Niederhauser waren auch andere Schweizer in Hockenheim flott unterwegs. Simona De Silvestro belegte im ersten Rennen zusammen mit Klaus Bachler Platz 4 (wie schon am Nürburgring). Rolf Ineichenschaffte es am Sonntag mit Partner Mirko Bortolotti als Dritter sogar aufs Podium. Ein Kunststück, das auch Julien Apothéloz gelang. Nach dem Auftaktsieg am Nürburgring in der GT4 Germany fuhr der junge Zürcher auch am Hockenehimring aufs Podium. In der Gesamtwertung liegt Apothéloz auf Rang 3 – Rückstand: 14 Punkte.
Und das waren noch immer nicht alle Podestplätze von Schweizer Rennfahrern an diesem Wochenende. Bei der Spanischen Formel 4 in Jerez stand Joshua Dufek in zwei von drei Läufen jeweils als Dritter auf dem «Stockerl». In der Gesamtwertung liegt er auf dem vierten Zwischenrang.
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den dritten Lauf vom 03./04.10.2020 in Mirecourt (FRA) ist am 23.09.2020 um 24.00 Uhr.
Für die Region Grand-Est, in welcher Mirecourt liegt, gibt es im Moment keine Quarantänepflicht. Somit steht einer Teilnahme an dieser Veranstaltung, aus Sicht der Schutzmassnahmen, nichts im Weg.
Die Situation wird weiter beobachtet und sollte sich diesbezüglich etwas ändern und das Rennen abgesagt werden müssen, wird das Nenngeld vollumfänglich zurückerstattet.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2020 und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Nathan Neuhaus (16) aus Courtételle bei Delsberg ist auf diese Saison hin von der X30 zu den OK Senioren gestossen. Dort mischt er seit dem ersten Rennen ganz vorne mit.
Wer in einer neuen Kategorie auf Anhieb Rennen gewinnt, hat für gewöhnlich etwas auf dem Kasten. Wer danach am zweiten Rennwochenende diese Leistung bestätigt und sogar als Finalsieger vom Platz geht, den sollte man genauer beobachten. Oder analog unserer Rubrik im ASS-Magazin: Nathan Neuhaus «is one to watch»!
Mit 16 Jahren zählt der Jurassier zusammen mit Mattia Banella und Alessio Fagone zu den jüngsten Fahrern in der Kategorie OK Senior. Angefangen hat Neuhaus erst 2016. Mit Indoor-Kart. Drei Jahre lang ist er so gefahren. 2018 wurde er Schweizer Meister und in Deutschland gewann er seine Klasse, die Gruppe A. Im vergangenen Jahr wechselte Neuhaus in die X30 – fuhr SM (Gesamtrang 12) und Vega Trofeo (4). Als grössten Triumph gibt Neuhaus 2019 die Qualifikation für das IAME-Finale in Le Mans an.
Nun hat er auf diese Saison zu den OK Senioren gewechselt. In 7 Laghi beim ersten Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft stellte Neuhaus seinen Kosmic-Parilla nicht nur auf die Pole-Position, als wäre er schon immer in dieser Kategorie gefahren, er gewann auch auf Anhieb den ersten Vorlauf. «Danach», so Vater Yann Neuhaus, «wurde es etwas komplizierter.» Mit einem Nuller im zweiten Durchgang und Platz 4 im Finale konnte Nathan die durch den Auftaktsieg gestiegenen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Doch das hatte auch seine Vorteile. Papa Yann glaubt, dass sein Sohn – durch diese Erfahrung gestärkt – zuletzt in Wohlen besser mit dem Druck umgegangen ist.
Die starke Vorstellung in Wohlen (P5, P1, P1) kam für Neuhaus selber etwas unerwartet. «Nach Platz 11 in der Qualifikation hatte ich nicht mit einem Sieg im Finale gerechnet», sagt Nathan. Aber gegenüber 7 Laghi habe man das Set-Up nochmals optimiert. Ausserdem sei der Austausch zwischen Fahrer und Mechaniker sehr gut gewesen.
Selbstverständlich ist die gute Performance von Neuhaus aber dennoch nicht. «Der grösste Unterschied beim Wechsel von der X30 zur OK Senior», so der Polymechaniker in Ausbildung, «sind die Reifen. Im Vorjahr bin ich mit Vega blau gefahren. Nun mit MG. Das ist eine ziemlich grosse Umstellung.»
Neuhaus stammt im Übrigen nicht aus einer Rennfahrer-Familie. Papa Yann beteuert, man habe nichts mit Motorsport am Hut gehabt, ehe Nathan mit Leihkart-Fahren angefangen habe. Dort habe man dann auch Nico Rohrbasser kennengelernt, der Neuhaus an das Team Spirit verwiesen hat. Im Team von Ken Allemann scheint sich Nathan sehr wohl zu fühlen. Bei Halbzeit der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft liegt er jedenfalls auf dem zweiten Gesamtrang – nur einen Zähler hinter Patrick Näscher, dem Meister von 2018. Den würde er bis zum Finale in Italien am 8. November gerne hinter sich lassen. Ob’s gelingt wird sich zeigen. Neuhaus hat an den ersten beiden Rennwochenenden auf jeden Fall gezeigt, dass er das Zeug dazu hat, den Schweizer Meistertitel bei den OK Senioren auf Anhieb zu holen.
Ab morgen Freitag dröhnen die Motoren wieder am Berninapass. Dank eines Schutzkonzepts und viel Einsatz des Organisationskomitees kann die siebte Ausgabe der Bernina Gran Turismo stattfinden.
Lange Zeit war ungewiss, ob die Bernina Gran Turismo auch dieses Jahr stattfinden kann. Doch der Veranstalter hat am Datum festgehalten. Und so wird an diesem Wochenende trotz Corona die siebte Ausgabe über die Bühne gehen.
Los geht es für Schaulustige ab Freitagmorgen 9.15 Uhr mit der Ausstellung der teilnehmenden Fahrzeuge in St. Moritz. Die ersten Trainingsläufe finden dann am Samstagmorgen ab 7.40 Uhr statt. Ab 13.40 Uhr stehen die Rennläufe 1 und 2 auf dem Programm. Fortgesetzt wird der Rennbetrieb am Sonntagmorgen (wieder ab 7.40 Uhr). Der Start befindet sich in La Rösa. Das Ziel ist das Hospiz auf der Passhöhe.
Unter den 80 teilnehmenden Autos befinden sich auch diesmal wieder einige Raritäten. Mit am Start ist übrigens auch Arosa-Sieger Thomas Amweg.
Weitere Infos bietet der folgende Link: www.bernina-granturismo.com
Nach einem spannenden Rennwochenende in Wohlen steht der nächste Rennlauf der autobau Schweizer Kart Meisterschaft schon bald vor der Tür.
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den dritten Lauf vom 03./04.10.2020 in Mirecourt (FRA) ist am 23.09.2020 um 24.00 Uhr.
Wir freuen uns auf deine Einschreibung für die autobau Schweizer Kart Meisterschaft 2020 und stehen dir für allfällige Fragen gerne zur Verfügung.
Am 3. September ist mit Hans Rudolf Wittwer eine ehemalige Schweizer Motorsportgrösse gestorben, die vor allem als Rennstallbesitzer zahlreiche Erfolge feiern durfte. Angefangen hat Wittwer – wie viele andere auch – als Rennfahrer. Ab 1970 fuhr er einen Minelli-Abarth, danach einen Brabham F2. Doch Wittwers Stärke lag nicht unbedingt im Rennfahren an sich. Vielmehr machte er sich einen Namen als exzellenter Schrauber. Und so gründete er die Firma Racing Motor Service (später Wittwer Racing), die Rennfahrzeuge für Kunden einsetzte und/oder deren Autos betreute. Parellel zu seinen Kundenaufträgen war Wittwer auch Importeur englischer Rennwagenmarken wie Argo, Reynard oder Tiga.
Einer seiner berühmtesten Fahrer war Herbert Müller, der 1977/78 für Wittwer Racing mehrere Interserie-Läufe auf einem March 75 S absolvierte. Den grossen Erfolg in der Schweizer Meisterschaft feierte der Rheintaler dann 1980. Der inzwischen weiter modifizierte «Wittwer-March», der schliesslich WMP 5 genannt wird, holt in den Händen von Max Welti den Titel bei den Sportwagen. 1984 und 1986 steht Wittwer Racing wieder ganz oben. Diesmal holt Stammpilot Rolf Kuhn auf einem Tiga Sports 2000 die Sportwagen-Krone.
Ein weiteres erfolgreiches Kapitel schreibt der Mann aus Diepoldsau mit Peugeot ab 1994. Journalist, Fotograf und NSK-Mitglied Jürg Kaufmann erinnert sich: «Ich war damals Sportchef bei Peugeot und wir erteilten ihm den Auftrag, einen Peugeot 405 in der Supertourenwagen-SM einzusetzen.» Mit Erfolg! Bernard Thuner gewann auf Anhieb den Titel, 1995 tut es ihm Rolf Kuhn gleich. Und 1997 holt Johnny Hauser auf einem ehemaligen Werks-405 den dritten STW-Titel für Wittwer Racing. «Diesmal allerdings ohne Unterstützung durch Peugeot Suisse», so Kaufmann.
1999 und 2000 ist Wittwer Racing wieder top. Mit Daniel Hadorn gewinnt der St.Galler Rennstallbesitzer zweimal hintereinander den Mazda-Cup auf einem MX-5. In der Zeit mit Mazda entwickelt Wittwer für den Importeur auch Tuning-Kits für Strassenautos, da das Rennsportbusiness immer weniger abwirft. Kommerziell und finanziell wird dieses Experiment jedoch zum Flop, und ein frustrierter Wittwer muss schliesslich seine Firma liquidieren.
Wittwer wechselt das Business und ist danach noch einige Jahre als Tauchlehrer tätig, ein Hobby, das er schon zuvor lange gepflegt hatte.
Wittwer hinterlässt seine Ehefrau Annemarie, eine Tochter und zwei Enkelkinder. Auto Sport Schweiz spricht der Familie, den Verwandten und Freunden des Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid aus. Die Abdankung findet am Freitag, 18.September, ab 14 Uhr in der Kirche in Tübach statt.
Am 12./13. September hätte das Bergrennen am Gurnigel stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde es abgesagt. Nun wird das Traditionsrennen virtuell ausgetragen.
Aufgrund der anhaltenden Pandemie musste das Bergrennen am Gurnigel (ursprünglich geplanter Termin 12./13. September) abgesagt werden. Nun findet das Rennen trotzdem statt – zumindest virtuell. Und zwar am 24./25. Oktober im Businesspark Langenthal, gleich neben dem beeindruckenden Fahrzeugmuseum im Hotel Meilenstein.
Teilnehmer müssen mindestens 15 Jahre alt sein, brauchen keine Rennlizenz und können sich in den Kategorien Tourenwagen und Formel 3 beweisen. Gefahren wird auf den Simulatoren der Racing Fuel Academy, die auch die Swiss Sim-Racing Series austrägt.
Weitere Infos gibt es unter dem folgenden Link: https://www.racingfuel-academy.com/championship-booking
Der zweite Lauf der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen hat in Sachen Spannung alles übertroffen. Ausser bei den Super Minis war jeder Sieg hart umkämpft. Doch auch bei den Kleinsten gab es am Ende eine Überraschung.
Kompliment an alle Beteiligten! Der zweite Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen hat alles geboten, was man sich von Motorsport erwarten darf. Bei herrlichem Spätsommerwetter gab es packende Zweikämpfe, keine groben Zwischenfälle, neue Sieger und viele zufriedene Gesichter. Einziger Wermutstropfen: Wegen den strengen Corona-Schutzmassnahmen fand die Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Schade! Denn bei dem Wetter und den tollen Rennen hätte diese Veranstaltung einige hundert Zuschauer verdient gehabt.
Fangen wir mit der Kategorie an, bei der die Rennen am ehesten früh entschieden waren: die Super Mini. Bei den jüngsten Teilnehmern hatte sich in Abwesenheit von Enea Frey der bereits in 7 Laghi positiv aufgefallene Tiziano Kuzhnini in beiden Vorläufen souverän durchgesetzt und seinen ärgsten Widersacher Matt Corbi jeweils um mehr als zwei Sekunden distanziert. Auch im Finale wurde Kuzhnini als Sieger abgewunken. Doch die Freude war getrübt. Weil der 11-Jährige aus Eich im Kanton Luzern am Vorstart unerlaubterweise technische Hilfe in Anspruch nahm, wurde er disqualifiziert. Der Sieg ging an Elia Epifanio, der damit zum ersten Mal ganz oben stand. «Wir müssen das so akzeptieren», sagte Kuzhninis Teamchef Ken Allemann. «Regeln sind Regeln. Aber für einen Elfjährigen, der in allen drei Läufen top war, ist es schon hart.» Kleines Trostpflaster: Mit dem Speed, den Kuzhnini in Wohlen an den Tag legte, gilt er für das nächste Rennen erneut als Favorit. Ausserdem führt er die Meisterschaft trotz der Disqualifikation an – sieben Punkte vor Sergio Koch und 15 vor Epifanio.
In der OK Junior, dort, wo die zweitjüngsten Kartpiloten ihre Sporen abverdienen, tobte in Wohlen ein spannender Dreikampf zwischen Elia Sperandio, Ekaterina Lüscher und Dario Cabanelas. Obwohl alle drei auf verschiedenen Chassis unterwegs waren, konnte man sie in fast jeder Phase aller Rennen mit einem Badetuch zudecken, so nahe lagen sie beieinander. Der amtierende Meister Sperandio spielte in beiden Vorläufen seine Erfahrung aus und sicherte sich jeweils 20 Punkte für die beiden Siege. Im Finale musste er den beiden anderen Kontrahenten den Vortritt lassen. Bis 100 Meter vor dem Ziel lag Lüscher in Führung. Doch in der letzten Kurve drängte sich Cabanelas erfolgreich vorbei. «Ich hatte mir die Linie von Ekaterina schon die Runden zuvor genau eingeprägt und bin dann in die Lücke reingestossen», sagt der 14-Jährige aus Pully, der seine Ausbildung in der Academy von Fernando Alonso genoss. In der Meisterschaft bleibt Lüscher auch ohne Triumph in Wohlen in Führung – 24 Punkte vor Sperandio und 35 vor Cabanelas.
Auch das grösste Feld, jenes der X30 Challenge Switzerland, bot attraktiven Motorsport. Der Spannung kam dabei zugute, dass der Vorjahresmeister und Gesamtleader Savio Moccia im Qualifying nur auf Platz 15 landete. Der Lysser liess sich dadurch aber nicht aus dem Konzept bringen. Platz für Platz arbeitete er sich nach vorne. Im ersten Vorlauf (Sieger Danny Buntschu) wurde er Neunter, im zweiten Durchgang (Sieger erneut Buntschu) bereits Zweiter. Im Finale stellte der KR-Pilot die Hackordnung von Startplatz 5 aus wieder her – dicht gefolgt von Buntschu, der in Wohlen mit 65 Zählern die fetteste Punkteausbeute machte, und Michael Sauter. «Ich weiss nicht, ob es die Wärme war», sagt Moccia, der in der Gesamtwertung 22 Punkte Vorsprung auf Yoshindo Baumgartner hat. «Wir hatten schon am Freitag bei den Trainingsläufen gemerkt, dass es immer besser lief, je wärmer es wurde und je mehr Gummi auf der Strecke lag. Am Morgen im Qualifying fehlten mir drei Zehntel für einen Platz in der ersten Startreihe.»
Auch bei den OK Senioren war die Ausgangslage vor jedem Rennen offen. Patrick Näscher, Gesamtleader nach dem Saisonauftakt in Italien und Meister von 2018, erwischte nicht das beste Wochenende. Mit den Plätzen 4, 6 und 3 hielt er den «Schaden» allerdings in Grenzen. Besser machte es Lukas Muth. Mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen katapultierte sich der 20-jährige Luzerner aus dem Stand auf Platz 7. Bester OK Senior in Wohlen war Nathan Neuhaus. Im Vorjahr noch in der X30 Challenge Switzerland unterwegs zeigte der Jurassier eine bärenstarke Leistung und sicherte sich mit Platz 2 im ersten Vorlauf und den Siegen im zweiten Durchgang sowie im Finale 61 Punkte. «Ich hatte eigentlich schon in 7 Laghi den Speed», sagte der stolze Sieger. «Aber dort hat noch nicht alles gepasst. Hier in Wohlen lief es für mich sehr gut.» Pech hatte Dominik Weibel. Der Frauenfelder lag im ersten Rennen souverän in Führung, als sich ein Kerzenstecker löste und so sämtliche Siegchancen zunichte machte. «Ich hatte noch versucht, das Problem zu beheben. Aber bergauf bekam ich das Kart nicht mehr in Gang», so ein enttäuschter Weibel.
Von Langeweile war auch bei den Schaltkarts nichts zu spüren. Wie in der OK Junior war es ein Dreikampf, der über die beiden Vorläufe für viel Unterhaltung sorgte. Im ersten Heat setzte sich Théo Vaucher durch. Nicolas Rohrbasser und André Reinhard belegten die Plätze 2 respektive 3. Im zweiten Vorlauf hatte dann Rohrbasser, Meister von 2017, die Nase vorn. Genauso wie im Finale. «Im ersten Durchgang war ich trotzt Platz 2 nicht zufrieden», sagte der grossgewachsene Romand mit der Startnummer 122. «Danach lief es besser und ich konnte beide Läufe für mich entscheiden.» Hinter Rohrbasser, der die Gesamtwertung vor Marco Bellanca und Reinhard anführt, überquerte Reinhard als Zweiter die Ziellinie. Platz 3 ging an Timo Moser, der sich über diese Platzierung sichtlich freute.
Weiter geht’s mit der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft am 3./4. Oktober im französischen Mirecourt. Bleibt zu hoffen, dass die aktuelle Corona-Situation bis dann unverändert bleibt. Denn die Kart-SM 2020 hat soeben erst richtig Fahrt aufgenommen.
Die Schweizer sind international weiter auf dem Vormarsch. Nico Müller hat seine DTM-Spitzenposition mit Sieg Nr. 4 behauptet. Louis Delétraz stand in Mugello bei der Formel 2 zwei Mal auf dem Podest.
Einige Schweizer Rennfahrer, die international unterwegs sind, verwöhnen uns Wochenende für Wochenende mit neuen Erfolgen. Allen voran Nico Müller. Der Berner hat am Nürburgring seinen vierten Saisonsieg herausgefahren. Müller war am Samstag schlichtweg unschlagbar. Pole-Position, Sieg und schnellste Runde – besser kann man es nicht machen. Im Ziel hatte der Audi-Werksfahrer 15 Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz. Das sind Welten in der DTM!
Im zweiten Durchgang preschte Müller ebenfalls von der Pole-Position los. Und lag bis zum Boxenstopp vorne. Ein Sensorproblem bremste den Neo-Papi jedoch aus. «Ich hatte plötzlich viel weniger Leistung», sagt Müller, der sich als Fünfter ins Ziel rettete. In der Meisterschaft liegt Müller bei noch vier ausstehenden Rennen (Nürburgring, 2x Zolder und Hockenheim) 29 Punkte vor seinem Teamkollegen Robin Frijns, der das Sonntagsrennen gewann und weitere 17 vor René Rast. Weiter geht’s mit der DTM bereits am kommenden Wochenende.
Ein super Wochenende erwischte auch Louis Delétraz. Der Genfer Formel-2-Pilot fuhr in Mugello zum ersten Mal in seiner Karriere in zwei aufeinanderfolgenden Rennen aufs Podium. Im ersten Durchgang fuhr der Sohn von Ex-GP-Pilot Jean-Denis Delétraz von P12 auf Platz 3 vor. Im zweiten Rennen kämpfte er sich von Position 6 auf den zweiten Rang vor. In der Meisterschaft verbesserte sich der Charouz-Pilot auf Rang 7. Wer weiss, was möglich gewesen wäre, wenn er im Qualifying weiter vorne gestanden hätte?
Einen sehr soliden Job lieferte erneut auch Grégoire Saucy ab. Der Jurassier belegte bei der Formel Renault in Magny-Cours die Plätze 4 und 6 und hat sich in der Meisterschaft etabliert. Den von Saucy knapp verpassten Podestplatz holten in der GT World Challenge Sprint andere Schweizer nach. Der in Zürich geborene und unter Schweizer Lizenz fahrende Raffaele Marciello sicherte sich im zweiten Rennen am Sonntag Platz 2. Tags zuvor hatte das Team Emil Frey Racing dank Norbert Siedler und Mikael Grenier im ersten Durchgang bereits über Rang 2 jubeln dürfen.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft wird am Samstag den zweiten Lauf 2020 bestreiten. Austragungsort ist die altehrwürdige Kartbahn in Wohlen. Spannende Positionskämpfe sind garantiert.
Die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geht in die zweite Runde. Am kommenden Samstag, 12. September, findet in Wohlen der Saisonhöhepunkt 2020 statt. 66 Fahrer und Fahrerinnen haben sich für den einzigen SM-Lauf auf Schweizer Boden angemeldet. In allen fünf Kategorien werden spannende Positionskämpfe erwartet.
14 Schweizer haben beim ersten Lauf im italienischen 7 Laghi in der Kategorie Super Mini am Start gestanden. In Wohlen werden es bei den Jüngsten gar 15 sein. Nicht am Start ist Enea Frey. Der zweifache Auftaktsieger und Meisterschaftsleader wird in Wohlen fehlen, weil er in Lonato (I) an einem WSK-Rennen teilnimmt. Dadurch rückt Tiziano Kuzhnini in die Favoritenrolle. Der 11-Jährige aus Eich am Sempachersee war Freys schärfster Konkurrent in 7 Laghi und hat dort mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen auf sich aufmerksam gemacht. Auch ohne Frey wird Kuzhnini aus dem Team Spirit in Wohlen alle Hände voll zu tun haben. Mit Sergio Koch lauert ein weiterer talentierter Nachwuchspilot auf seine Chance. Koch hat in 7 Laghi in allen drei Läufen auf dem Podest gestanden. Dorthin will auch Chiara Bättig. Das schnelle Mädel aus Meggen (LU) hat beim Saisonauftakt mit zwei vierten Plätzen schon einmal ihre Ansprüche angemeldet.
In der Kategorie OK Junior (für Fahrer von 12-15 Jahren) starten in Wohlen dieselben elf Schweizer wie zuletzt in 7 Laghi beim Auftakt. Als heisse Siegkandidatin gilt erneut Ekaterina Lüscher. Die Aargauerin reist mit dem Punktemaximum von 75 Zählern zu ihrem Heimspiel in Wohlen an. Und will dort natürlich an den erfolgreichen Saisonstart in Italien anknüpfen. Ob ihr das gelingt, wird auch an der Performance ihrer Konkurrenz liegen. Mit Jérôme Huber, Vorjahresmeister Elia Sperandio und OK-Junior-Neuling Elia Pappacena sitzen der schnellen Exprit-Lady gleich drei Jungs im Nacken.
Das grösste Feld in Wohlen bildet die X30 Challenge Switzerland. 19 Fahrer haben sich angemeldet. In Italien waren 23 am Start. Davon aber acht italienische Gastpiloten. So gesehen hat sich das Feld gegenüber dem Auftakt sogar um vier Fahrer erweitert, was Auto Sport Schweiz in Zeiten von Corona besonders freut. Die Frage nach dem Favoriten ist auch in der X30 schnell beantwortet: Wer gewinnen will, muss Vorjahresmeister Savio Moccia bezwingen. Der Wechsel vom Team MH Racing zum Privatbewerber hat den 18-Jährigen aus Lyss (BE) jedenfalls nicht langsamer gemacht. Moccia hat in Italien alle drei Läufe für sich entschieden. Sein Vorsprung auf die direkten Verfolger Yoshino Baumgartner und Luca Pozzo beträgt 11 respektive 27 Punkte. Moccia ist gut beraten, wenn er aber nicht nur diese beiden Fahrer im Auge behält. Mit Levin Lovrenovic könnte ihm in Wohlen ein weiterer Konkurrent das Leben schwer machen.
Bei den OK Senioren (ab 14 Jahren) fehlt ein Name auf der Starliste von Wohlen: Miklas Born. Der Basler, der in 7 Laghi den Finallauf gewann und der in der Meisterschaft auf Platz 2 liegt, fehlt am Samstag beim einzigen SM-Lauf auf Schweizer Boden. «Ursprünglich hatten wir das Rennen eingeplant», sagt Born, «aber im Moment liegt der Fokus auf der 24H Series mit Autorama. Und ein freies Wochenende schadet auch mir nicht.» Borns Abwesenheit wird Patrick Näscher versuchen auszunutzen. Der Leader bei den Senioren und Meister von 2018 stand in 7 Laghi in jedem Rennen auf dem Podium. Klar, dass er dieses Zeil auch in Wohlen verfolgt. Das Dutzend Gegner, das er hat, versucht dies zu verhindern. Allen voran Mattia Banella, Nathan Neuhaus, der auf dieses Jahr zurückgekehrte Alessio Fagone und Dominik Weibel.
Bei den Schaltkarts in der Kategorie KZ2 ist gegenüber 7 Laghi zwar ein Schweizer weniger gemeldet, doch die acht, die am Start stehen, werden bestimmt für Action sorgen. Gespannt darf man vor allem auf den Dreikampf zwischen Marco Bellanca, Nicolas Rohrbasser und André Reinhard sein. Dieses Trio liegt (in exakt der Reihenfolge) nicht nur in der Meisterschaft vorne, es hat sich bereits in 7 Laghi nichts geschenkt und wird bestimmt auch in Wohlen für spannende Positionskämpfe sorgen.
Zur Strecke: Der Rundkurs von Wohlen ist mit 825 Metern der kürzeste im Kalender der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Mit seinen zahlreichen Kurven bietet die Strecke kaum Ruhephasen und ist mit ihren Bodenwellen und den bescheidenen Auslaufzonen noch ein Relikt aus der «guten, alten Zeit». Eine besondere Herausforderung stellt in Wohlen der Grip dar. Die Strecke ist aufgrund der Sandhügel entlang der Piste oft sehr schmutzig.
WICHTIGER HINWEIS: Wegen Corona findet der zweite Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Begleitpersonen müssen sich am Samstag mittels Formular (und ID) bei der Eingangskontrolle registrieren, das Formular kann direkt vor Ort oder im Voraus (siehe untenstehenden Download) ausgefüllt und bei der Eingangskontrolle abgegeben werden. Auf dem Gelände gilt für alle Teilnehmer eine Maskenpflicht.
Zeitplan
Samstag, 12. September
08.00-09.02 Uhr, Offizielles Training
09.10-09.52 Uhr, Zeittraining à 6 Minuten pro Kategorie
10.20-12.00 Uhr, Rennläufe und/oder Heats
12.00-13.00 Uhr, Mittagspause
13.00-16.45 Uhr, Renn-Finalläufe und/oder Heats
Offizielle Preisverleihung: jeweils direkt nach dem Finallauf der einzelnen Kategorien.
Die 16. Arosa ClassicCar vom vergangenen Wochenende war ein Erfolg. Der fünfte Sieg in Folge von Thomas Amweg war dabei fast nebensächlich. Wichtig war: Endlich konnte wieder gefahren werden!
Trotz der aktuellen Covid-19 Situation hat sich Arosa am vergangenen Wochenende einmal mehr in das «Little Monaco der Berge» verwandelt. Die Grossveranstaltung zeigte klar auf, dass auch in Zeiten der Corona-Pandemie Events weiterhin erfolgreich durchgeführt werden können. Vom Freitag, bis Sonntag fand die 16. Austragung der Arosa ClassicCar statt. Dank wunderbarem Wetter und keinen grossen Renn-Zwischenfällen, konnte das beliebte Oldtimer Bergrennen ohne Probleme durchgeführt werden. Trotz den Schutzmassnahmen und der Beschränkung von 1'000 Personen in der Kerneventzone, war das Rennen ein Erfolg.
«Die 16. Arosa ClassicCar ist ein Zeichen für die ganze Eventbranche», sagt OK-Präsident Markus Markwalder. «Unser Mut, die Veranstaltung auch mit den notwendigen Covid-19 Einschränkungen durchzuführen, wurde gleich mehrfach belohnt. Die Fahrer dankten uns für die Möglichkeit wieder aktiv Rennen zu fahren mit tollem Sport, die Besucher entlang der Strecke respektierten unsere Wünsche hinsichtlich des Umgangs mit den Schutzmassnahmen und in Arosa waren auch bei beschränkter Kapazität Restaurants, Ferienwohnungen und Hotelbetten sehr gut gebucht. Viele skeptische Stimmen haben uns im Nachhinein zum Mut gratuliert und gedankt. Mein Dank und Lob gehören allen involvierten Personen und Partnern, welche mit uns diese grosse Leistung vollbracht haben.»
Den Gesamtsieg bei der 16. Ausgabe sicherte sich zum fünften Mal in Folge Thomas Amweg auf seinem Martini-BMW Mk50 F2. Der Sohn des ehemaligen Bergkönigs Fredy Amweg hatte in Arosa keine direkte Konkurrenz zu fürchten. Amweg jr. bedauerte dies sogar: «Es wäre ein zusätzlicher Ansporn gewesen, hätte ich mehr Druck gehabt. Aber ich habe es auch so genossen. Allzu oft sind wir dieses Jahr ja noch nicht zum Fahren gekommen.»
Sein selbst gestecktes Ziel, die 4-Minuten-Marke zu knacken, verpasste Amweg. Seine Laufbestzeit von 4:06,47 min für die 7,3 km lange Strecke war um 0,31 Sekunden langsamer als die Rekordmarke aus dem Vorjahr. «Die Strecke hatte zu wenig Grip. Das lag zum einen an den Unwettern, die wir eine Woche zuvor hatten. Und an dem Dreck auf der Strasse. Zum anderen fehlten die Renntaxis, die sonst für mehr Gummi auf dem Asphalt sorgen.» Auf die Frage, ob Amweg die 4-Minuten-Marke mit seinem aktuellen F3000, den er sonst am Berg einsetzt, geknackt hätte, schüttelt er mit dem Kopf. «Abgesehen davon, dass dieses Auto noch zu jung wäre, um an der Arosa ClassicCar teilzunehmen, glaube ich nicht, dass es klappen würde. Am einen oder anderen Ort könnte ich vielleicht punkto Topspeed noch zulegen. Aber das Problem wäre der Lenkeinschlag. Ich denke, einige Kurven würde ich mit dem F3000 nicht schaffen.»
Hinter Amweg, der auch noch bei der Bernina Gran Turismo und Anfang November in Monza beim Drexler F3-Cup am Start stehen wird, belegte Lokalmatador Roger Moser in einem Martini-BMW Mk28, Baujahr 1990, den zweiten Platz in der Kategorie Competition Formula. Die weiteren Gewinner der 16. Arosa ClassicCar sind: Hans Orsatti (Classic Trophy), André Treina (Sport Trophy), Florian Feustel (Competition) und Sue Darbyshire (Damenpreis).
Fest steht auch bereits das Datum der 17. Arosa ClassicCar. Sie soll vom Donnerstag, 2. bis Sonntag, 5. September 2021 stattfinden. Dann hoffentlich wieder ganz normal – ohne Corona-Schutzmassnahmen. Weitere Infos sowie Videos und Bilder finden Sie auf www.arosaclassicar.ch/de
Am Wochenende fand mit der Rallye Mt Blanc Morzine die Rallye statt, die eigentlich den Saisonauftakt der Schweizer Meisterschaft hätte bilden sollen. Bester Schweizer war erwartungsgemäss Sébastien Carron mit Beifahrer Lucien Revaz.
Die Rallye Mt Blanc Morzine war nach dem Lockdown als Saisonauftakt zur Schweizer Rallye-Meisterschaft vorgesehen. Doch die Mini-Meisterschaft bestehend aus drei Rallyes (Mt Blanc, Ticino und Valais) kam nach der Absage der beiden Läufe auf heimischem Boden nicht zustande. So hat die Rallye am Wochenende – am Fusse des höchsten Gipfels der Alpen – auch keinen CH-Status mehr gehabt. Soll heissen: Der schnellste Schweizer, Sébastien Carron auf einem VW Polo von Tuner Balbosca, bleibt bei seinen bisherigen 18 Gesamtsiegen in der Schweizer Rallye-Meisterschaft.
Zufrieden war der schnelle Mann aus Saxon dennoch. In einem gut besetzten Feld – 30 R5, 3 WRC sowie 8 der neuen Alpine A110 RGT – belegte Carron den neunten Schlussrang. «Wir hätten Achter werden können», sagt Carron, «wenn wir ganz zum Schluss nicht noch eine Reifenpanne gehabt hätten.» Mehr als Platz 8 war für Carron nicht möglich. «Es waren alle Top-Fahrer aus der französischen Meisterschaft am Start. Der achte Platz wäre das Maximum gewesen.»
Besonders stolz ist Carron auf den direkten Vergleich mit Sieger und Vollprofi Yoann Bonato. Eines der Aushängeschilder der französischen Meisterschaft nahm Carron pro Kilometer rund 0,8 Sekunden ab. Das zeigt, aus welchem Holz der Walliser geschnitzt ist. «Denn man darf nicht vergessen», so Carron, «Dass Bonato diese Rallye in- und auswendig kennt. Ich hingegen habe zuletzt 2016 am Start gestanden.»
Hinter Carron belegten die beiden R5-Piloten Jonathan Scheidegger (Peugeot 208 T16) und Alain Blaser (Hyundai i20) die imaginären Ehrenplätze aus Schweizer Sicht. Den vierten Rang in der «Schweizer Wertung» belegte Ismaël Vuistiner. Erstmals auf einem der neuen Renault Clio 5 «Rallye 5» – eine 2020 eingeführte seriennahe FIA-Kategorie – am Start, gewann der Walliser den Lauf zur Schweizer Trophée Michelin, und im Riesenfeld der französischen Renault Trophy (37 Teilnehmer) reichte es immerhin zu Platz 10.
Hinter Vuistiner sowie Sergio Pinto und dessen Renault Clio S1600 behauptete sich Julien Schopfer mit seinem Peugeot 208 R2 lange vor Junior Sacha Althaus auf Rang 3 der Trophée Michelin. In der neunten von 13 Prüfungen demolierte Schopfer jedoch seinen Peugeot, und Althaus, der nach einem Ölpumpenschaden im Shakedown seinem nicht mehr taufrischen Ersatzmotor im 208 einbauen musste, hatte keinen ebenbürtigen Gegner mehr.
Bester Schweizer in der Clio R3T Alps wurde Didier Postizzi (Rang 6).
Im grossen Feld der Klassiker, VHC-Fahrzeuge, setzte sich der Franzose Alain Rulland durch. Platz 2 ging an den Schweizer Pascal Perroud (beide BMW M3).
Wegen Corona kommen wir Wochenende für Wochenende in den Genuss zahlreicher Motorsportveranstaltungen. Auch am ersten September-Weekend war wieder Einiges los. Hier geht’s zum Weekend-Report.
Irgendwie will es mit dem ersten Sieg für Louis Delétrazin der Formel 2 einfach nicht klappen. Der Genfer zählte zwar auch in Monza zu den Schnellsten, doch trotz Pole-Position im Sprintrennen am Sonntag reichte es nicht zu einer Spitzenposition. Mit Platz 8 im ersten und Platz 4 im zweiten Durchgang (nach der Disqualifikation von Sieger Dan Ticktum – zu wenig Restbenzin) bleibt Delétraz Gesamtachter. Die nächste Gelegenheit bietet sich schon am kommenden Wochenende, wenn die Formel 2 im Rahmen der F1 erstmals in Mugello (I) an den Start geht.
Bleiben wir bei den Monopostos: Am Nürburgring hat der Renault Eurocup das dritte von zehn Rennen ausgetragen. Dabei feierte der Jurassier Grégoire Saucy als Dritter im zweiten Lauf seinen ersten Podestplatz. «Ich möchte mich beim Team bedanken», sagt Saucy. «Wir haben toll gearbeitet und waren das ganze Wochenende über sehr konkurrenzfähig. Ich freue mich schon auf das nächste Rennen am kommenden Wochenende in Magny-Cours.»
Zur lieb gewonnenen Gewohnheit werden die Podestplätze von Nico Müller in der DTM. Bei den Läufen 7 und 8 im niederländischen Assen sicherte sich der Berner mit zwei dritten Rängen die Podestplätze 6 und 7 in dieser Saison. Mit Ausnahme von einem Rennen in der Lausitz, bei dem Müller P5 belegte, kam der Audi-Werkspilot stets unter den Top 3 ins Ziel. Nach acht von 18 Rennen führt Müller die Meisterschaft mit 30 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Robin Frijns an. Für den zweiten DTM-Piloten Fabio Scherer war Assen ein Wochenende, das er schnellstmöglich vergessen will. Zwar stanzte der gebürtige Luzerner im ersten Durchgang die schnellste Rennrunde in den Asphalt, im zweiten Rennen crashte er auf Slicks, als der Regen wieder stärker wurde.
In Feierlaune war dafür Simon Trummer. Der Kandertaler feierte beim IMSA-Rennen in Road Atlanta als bester LMP2-Pilot einen Klassensieg, Im Gesamtklassement belegte er hinter dem ehemaligen F1-Fahrer Juan-Pablo Montoya den siebten Rang.
Auch bei der GT World Challenge am Nürburgring durfte ein Schweizer an der Siegeszeremonie teilnehmen. Wie so oft war es Raffaele Marciello, der die Kohlen für die Schweiz aus dem Feuer holte. Der Mercedes-AMG-Pilot belegte Rang 2 hinter dem siegreichen Trio Matteo Cairoli/Sven Müller/Christian Engelhart. Knapp am Podest vorbei schrammte Rolf Ineichen (Audi WRT) auf dem vierten Schlussrang. Simona De Silvestro feierte bei ihrem GTWC-Debüt auf dem Rowe-Porsche mit P8 einen mehr als ordentlichen Einstand. Ebenfalls noch in den Top 10: Alexandre Imperatori(ebenfalls Porsche) auf Platz 9. Die beiden Lamborghinis von Emil Frey Racing schieden aus, wobei Ricardo Feller im Auto mit der #14 das Rennen mit Schwindelgefühlen aufgeben musste, weil Benzindämpfe austraten. Platz 2 im Pro-AM Cup gab es für Daniel Alleman und seine Mitstreiter Ralf Bohn und Robert Renauer.
Fest in Schweizer Hand war das 16h-Rennen in Hockenheim im Rahmen der 24H Series. In der TCR-Klasse feierte Autorama Motorsport aus Wetzikon einen Doppelsieg mit Kletzer/Preisig/Lenz/Lloyd/Mettler vor Vescovi/Ferri/Born/Schaller/Leuchter. Platz 3 ging an das Team Topcar Sport aus Uetendorf mit Danz/Gaillard/Jordan. Im Gesamtklassement führt weiter der VW Golf mit der #112 von Miklas Born.
Bester Schweizer beim Bergrennen Turckheim 3 Epis (bei Colmar) war Philip Egli. Der Slalom-Spezialist belegte die Tagesränge 18 und 15 und freute sich in seinem Dallara-F3 über beeindruckende 2:41er-Zeiten. Für Marcel Steiner, der erstmals mit seinem neuen Honda-Turbomotor an den Start gegangen war, endete das Rennen mit einem Ventilschaden. Auch Martin Bürki musste früher als gewollt einpacken. An seinem zweiten, frisch aufgebauten VW Polo streikte die Ölpumpe. Schnellster Schweizer Tourenwagenfahrer war so Bruno Ianniello auf seinem Lancia Delta S4. Der Gesamtsieg ging an den Franzosen Geoffrey Schatz.
Auf die Arosa ClassicCar und die Rallye Mt Blanc Morzine werden wir im Verlauf dieser Woche noch separat eingehen.
Die AUTOMOBIL REVUE hat in den vergangenen Wochen mit ihrer Serie «Rennwagen-Porträt» für Aufsehen gesorgt. Wir von Auto Sport Schweiz sind stolz, dass wir die Werke der beiden Autoren Werner Haller und Olivier Derard auch bei uns veröffentlichen dürfen. Teil 11: Der Ligier JS53 von Lukas Eugster.
Schon der erste öffentliche Auftritt von Lukas Eugster im Ligier-Sportprototyp imponierte der hochdekorierten Konkurrenz. «Den muss man sich merken», sagte der heute siebenfache Schweizer Slalommeister Martin Bürki Ende März 2019 beim Vorsaisontest in Ambri TI. Eine Woche später, beim Saisonauftakt in Interlaken BE, bestätigte Eugster die Vorschusslorbeeren. Im ersten Lauf war der Ostschweizer hinter Philip Egli, der bis zum Jahresende sieben von acht Slaloms gewinnen sollte, der einzige Pilot mit einer Zeit von unter 1:31 Minuten.
An einen derart beeindruckenden Einstand hatte Lukas Eugster überhaupt nicht gedacht, denn nach der Saison 2018 hatte der gelernte Mechaniker seine Rennfahrerkarriere fast schon abgehakt. Trotz Vizetitel in der nationalen Junioren-Bergmeisterschaft 2017 (mit einem Toyota GT86) und Achtungserfolgen im Jahr darauf in der Slalommeisterschaft (Formel Renault 2.0) waren die Optionen für eine Karrierefortsetzung überschaubar: «Die Autos der Formel 3 oder Formel Master waren schlicht in die Jahre gekommen.» Eugsters Rennfahrerkollege Hanspeter Bischofberger sah aber einen Ausweg und ging auf Christoph Schumacher zu, dessen Unternehmen Caron Fahrzeugtechnik auf das 25-Jahr-Jubiläum zusteuerte. Mit dem richtigen Sponsor im Gepäck ging es zu Horag Hotz Racing: «Im Rheintal kennt eben jeder jeden», sagt Eugster lachend.
Die Sprache verschlagen hat ihm hingegen, was er in der Rennwagenschmiede vorfand: «Ich habe mich sofort in diesen Sportprototyp Ligier JS53 verliebt. Man muss sich nur allein diese liegenden Dämpfer der Vorder- und Hinterräder ansehen. Das ist einfach schön konstruiert. Das sagt jeder, der mechnikaffin ist.» Und dann dieser Name: «Klar kenne ich den Rennwagenkonstrukteur Guy Ligier! Aber ich habe noch etwas mehr in seiner ruhmreichen Geschichte gestöbert.» Erste aufsehenerregende Autos des 2015 verstorbenen Franzosen waren der Sportwagen JS2, der 1975 bei den 24 Stunden von Le Mans sensationell den zweiten Platz holte, und im Jahr darauf der JS 5, der erste Formel-1-Bolide der Equipe Ligier. Das Rennwagen-Kürzel JS ist ein Tribut an den 1968 verstorbenen, französischen Rennfahrer und Ligier-Kumpel Jo Schlesser. «Als ich beim ersten Privattest in Anneau du Rhin erstmals ins Cockpit meines Ligier steigen sollte, bin ich vor Ehrfurcht fast erstarrt», erinnert sich Lukas Eugster. Runden später sei die Zurückhaltung aber der zügellosen Freude gewichen: «‹Was für ein Rennwagen!›, schoss es mir durch den Kopf. Auf der schnellen Geraden habe ich begeistert in meinen Helm geschrien.»
Der Dämpfer kam am Tag danach. «Mein Hals schmerzte, ich konnte ihn kaum bewegen», erinnert sich Eugster. Die G-Kräfte hatten ihm zugesetzt. «Ich hatte eine solche Belastung nicht erwartet, zumal es sich beim JS 53 um ein Einsteigerauto von Ligier handelt.» Mit dem Sportprototyp kam der heute 30-jährige Fitnessfan aber bald zurecht. «Der Ligier ist viel agiler als ein Formel Renault, wie ich ihn zuvor gefahren bin. Diese Sportwagen haben derart grosse Unterböden, dass sie schon bei langsamen Tempi enorm viel Abtrieb erzeugen. Je schneller man fährt, desto ruhiger liegt der Wagen.» Allein der Doppeldiffusor ist eine Wucht, mit einem solchen an seinem Brawn-GP-Boliden dominierte Jenson Button 2009 die Formel 1 und wurde Weltmeister. Eugster ist begeistert: «Der sieht brutal aus, wenn man hinten die Abdeckung wegnimmt! Mir hat man gesagt, dass er in etwa gleich viel Abtrieb generiert wie ein Formel-1-Rennwagen um die Jahrtausendwende.»
Die skeptischen Sprüche von Freunden schlug Eugster in den Wind: «Mit dem Auto wirst du bei Slaloms kaum an der Spitze mithalten. Zu schwer und zu breit sei der Ligier, tönte es oft.» Zum Saisonende hatte das Duo Eugster-Ligier bei Slaloms fünf zweite Plätze in Tagesklassements geholt! Doch zu Beginn hatten auch Eugster und sein Team Bedenken: «Wir fragten uns, ob wir dieses Auto je richtig einstellen könnten.» Diese Zweifel verflogen ebenso. Der Heckflügel ist jedenfalls nicht mehr derselbe wie 2019: «Er ist näher am Auto dran, das heisst, er liegt tiefer, und er ist näher am Cockpit platziert. Er hat neu auch grössere Endplatten.» Auch die Rad-Reifen-Kombination sei breiter geworden. «Wir haben einiges am Auto verändert – nicht alles sieht man.» So wie den Motor: «Es ist auch weiterhin ein Honda-Triebwerk», versichert Eugster schmunzelnd.
Nicht nur er ist gespannt auf den verbesserten Ligier JS53. Mitte Oktober kommt es zum ersten Stelldichein mit der Konkurrenz – wieder bei den Testtagen in Ambri.
LIGIER JS53
Baujahr: 2015
Karosserie: Sportprototyp
L x B x H mm: 4620 × 1800 × 1100
Radstand mm: 2650
Gewicht kg: 550
Motor: Honda K20A, Reihen-4-Zylinder, 2000 cm3
Leistung PS: 250+
0–100 km/h: s k. A.
Höchstgeschwindigkeit km/h: 280 (je nach Übersetzung)
Fahrwerk: Koni Push Rod, je zwei liegende
AR #30/31, 23. Juli 2020, Autor: Werner J. Haller, www.automobilrevue.ch
Zwei Mal in diesem Jahr ist das neue Magazin von Auto Sport Schweiz bereits erschienen. Auf die dritte Ausgabe, die gewöhnlich im September erscheint, werden wir in diesem Jahr wegen Corona verzichten.
Das Coronavirus und seine Auswirkungen haben den Schweizer Automobilrennsport 2020 fast komplett zum Erliegen gebracht. Neben der Berg-Meisterschaft musste auch die Slalom- und Rallye-SM gestrichen werden. Nur die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft kann 2020 unter strengen Schutzmassnahmen durchgeführt werden.
Der Ausfall zahlreicher Rennen hat nun auch dazu geführt, dass wir mit unserem Verbandsmagazin eine Ausgabe aussetzen werden. Das heisst: Die nächste Ausgabe von «Auto Sport Schweiz» in gedruckter Version wird erst Mitte Dezember erscheinen.
Wir hoffen, dass Sie dafür Verständnis haben. Und freuen uns, Sie vor Weihnachten wieder mit einer neuen Nummer und frischen Themen überraschen zu dürfen.
Am Wochenende findet die 16. Arosa ClassicCar wegen COVID-19 unter speziellen Bedingungen statt. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, hat das OK die wichtigsten Corona-Massnahmen zusammengefasst.
Nur mit einem klaren, stringenten und guten Schutzkonzept und der Kooperation aller Fans des klassischen Motorsports kann die Arosa ClassicCar 2020 durchgeführt werden. Für die Durchführung ist das OK verpflichtet, folgende Massnahmen umzusetzen:
Das OK der Arosa ClassicCar nimmt diese Covid-19-Massnahmen in Kauf und befolgt diese konsequent. Falls das Rennpersonal Sie als Zuschauer(in) auf die Schutzmassnahmen des BAG resp. des Veranstalters aufmerksam macht, wird gebeten, diesen Anweisungen strikt Folge zu leisten.
Auto Sport Schweiz wünscht dem Veranstalter, allen Teilnehmern und den Fans trotz Corona ein gelungenes Event!
Am Wochenende bestreitet Marcel Steiner neben anderen Schweizern das Bergrennen Turckheim 3 Epis in Frankreich. Es ist dies der erste Ernstkampf mit dem neuen Honda-Turbomotor.
So ungern ich das sage: Aber Corona hat dir in die Karten gespielt. Zumindest was die Fertigstellung deines neuen LobArt-Honda betrifft.
Marcel Steiner: Ja und nein. Ein paar Verzögerungen sind natürlich erst durch Corona entstanden. Aber wichtig ist, dass wir jetzt parat sind. Und wenn alles klappt, können wir am Wochenende das erste Bergrennen dieser Saison absolvieren.
Wie sind die bisherigen Tests verlaufen?
Beim Roll-Out in Anneau du Rhin ist ein Sensor kaputt gegangen. Beim ersten richtigen Test in Bresse gab’s ein Problem mit der Drosselklappe, das wir vor Ort nur behelfsmässig reparieren konnten. Dennoch bin ich zufrieden. Wir waren trotz den Problemen schneller als mit dem alten Mugen-Triebwerk.
Um wieviel?
(Lacht.) Nicht so viel. Aber wir waren schneller. Und das trotz der Probleme.
Hast du dich schon an das neue Fahrverhalten gewöhnt?
Man spürt sehr gut, dass es sich um einen ganz anderen Motor handelt. Ich habe nicht mehr diesen riesigen Brocken im Heck – dieser hohe Schwerpunkt ist weg. Auch den Gewichtsunterschied spürt man. Auch wenn der neue Honda-Motor nur ca. 20 Kilogramm weniger wiegt. Und natürlich ist auch die Kraftentfaltung eines Turbos anders als die eines Saugmotors.
Ist das Rennen am Wochenende in Frankreich für dich mehr als ein Probegalopp?
In erster Linie geht es darum, Erfahrung zu sammeln. Aber wenn’s läuft, geht es dann schon um mehr. Dass ein paar andere Franzosen dort sind, die auch auf Turbopower setzen, ist als Vergleich und Erfahrungsaustausch sicher von Vorteil.
Kannst du dich noch an deinen letzten Einsatz in Turckheim erinnern?
Das ist lange her: 2003. Damals fuhr ich noch den Martini. Ich wurde Gesamtsiebter. Und war Fünfter in der Klasse CN.
Der war auch jungfräulich weiss. Schliesst sich der Kreis?
Ich habe den LobArt tatsächlich umlackiert. Er sieht so einfach besser aus. Auch die Sponsoren kommen so besser zur Geltung.
Du hast gesagt: neuer Motor, neue Ära. Das heisst, du wirst uns noch ein paar Jahre am Berg erhalten bleiben.
(Lacht.) Sagen wir so: Wir haben uns für diesen Weg mit dem Turbo entschieden und werden diesen nun auch konsequent gehen. Der V8-Mugen ist Geschichte. Den werde ich definitiv nicht mehr einbauen.
Planst du noch weitere Bergrennen in diesem Jahr?
Das hängt etwas davon ab, wie es am Wochenende läuft. Sehr viel spät nicht mehr auf dem Programm. In Italien gibt es noch ein paar Rennen. Aber wie gesagt: Das entscheiden wir sicher nicht vor Sonntagabend.
Zu den weiteren Schweizern, die in Turckheim im Einsatz stehen, zählen Philip Egli, Martin Bürki und Bruno Ianiello. (Im Anhang die Startliste.)
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den zweiten Lauf vom 11./12.09.2020 in Wohlen (CHE) ist morgen, am 01.09.2020 um 24.00 Uhr.
Spa, Imola, Le Castellet, Nürburgring: Die international im Einsatz stehenden Schweizer Fahrer und Teams waren am Wochenende auf diversen Traditionsstrecken unterwegs.
Durch die Verlängerung der Formel-2-Saison um zwei weitere Rennen in Bahrain hält Louis Delétraz seine Chancen, noch unter die Top 3 zu kommen, weiter am Leben. Noch immer ohne Sieg liegt der Genfer nach den Läufen in Spa-Francorchamps, wo er die Plätze 4 und 6 nach Hause fahren konnte, auf dem achten Gesamtrang. Der Rückstand auf F2-Leader Robert Shwartzman beträgt aber bereits 61 Punkte. Delétraz hat schon am Wochenende die nächste Gelegenheit, endlich seinen ersten Sieg feiern zu können. Dann nämlich gastiert die Formel 2 (im Rahmen der F1) im königlichen Park von Monza.
Auch das Team Jenzer Motorsport aus Lyss hofft, in Monza beim Heimrennen ihres bisher erfolgreichsten Fahrers Matteo Nannini, wieder in die Punkte fahren zu können. In Spa ging man leer aus. Dafür sicherten sich die Berner in Imola bei der italienischen Formel 1 dank des Rumänen Filip Ugran den ersten Saisonsieg. Ugrans Teamkollege, der Winterthurer Jasin Ferati, verpasste die Punkte im ersten Lauf als Elfter knapp. Die ersten Zähler gab es dafür für Axel Gnos, den zweiten Schweizer im Feld, mit Platz 9.
Das bisher beste Saisonergebnis in der ELMS feierte Simon Trummer in Le Castellet. Der Kandertaler belegte mit seinem Team Algarve Pro Racing den fünften Schlussrang beim 4-Stunden-Rennen in Südfrankreich und war damit der beste Schweizer in der LMP2. Wie schon beim Saisonauftakt (auch dieser fand in Le Castellet statt) fuhr Rahel Frey aufs Podest. Im reinen Damen-Team mit Michelle Gatting und Manuela Gostner belegte Frey auf ihrem Ferrat 488 Platz 3 in der GT-Wertung.
Noch erfolgreicher als Frey war Jasmin Preisig. Die Ostschweizerin sicherte sich beim ADAC Ruhr-Pokal im Rahmen der VLN erneut den Klassensieg in der SP3T auf einem VW Golf GTI. Als Schweizer Klassensiegerin war Preisig in guter Gesellschaft. Auch Ivan Jacomo (Porsche 718 Cayman) und Nikolaj Rovigue (Ferrari 488 GT3) gewannen ihre Kategorien. Chancen auf den Gesamtsieg hatte auch das Zürcher Team Octane 126. Ein etwas früh getimter letzter Boxenstopp warf den Ferrari aus Wallisellen (diesmal ohne Simon Trummer, siehe ELMS) auf Platz 3 zurück. Bester Schweizer Fahrer bei der Genralprobe zu den 24h am Nürburgring (26.-27. September) war Raffaele Marciello (Mercedes AMG) auf dem undankbaren vierten Rang.
Am vergangenen Wochenende fand in 7 Laghi der erste Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. Wir haben bei der Kart-Verantwortlichen von Auto Sport Schweiz, Sarah Hostettler, nachgefragt, wie sie den wegen Corona verspäteten Auftakt erlebt hat.
7 Laghi war das erste Rennen mit SM-Status 2020. Welches Fazit ziehst du, nachdem lange nicht klar, ob wir dieses Jahr überhaupt noch Rennen fahren können?
Sarah Hostettler: Ich habe Anfang 2020 nie damit gerechnet, dass wir die Planung für die SKM in diesem Jahr komplett auf den Kopf stellen müssen und auch nicht, dass wir nur vier anstelle von sechs Läufen durchführen können. Auch nachdem wir den neuen Kalender publiziert hatten, war klar, dass sich die Lage jederzeit verschlimmern/ändern kann und ein Rennen doch nicht wie vorgesehen stattfinden kann. Nun konnten wir aber letztes Wochenende endlich mit dem ersten Lauf starten. Sehr positiv überrascht war ich über das Teilnehmerfeld von fast 80 Piloten. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation habe ich nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet. Die Rennen waren spannend und fair und die Veranstaltung fand ohne grosse Zwischenfälle statt. Im Grossen und Ganzen kann ich nichts an diesem Wochenende aussetzen, es war eine der besten Veranstaltungen an der ich, seit meinem Start in meiner Funktion, dabei war. Und dies trotz Corona-Vorschriften…
Wie haben sich die Teilnehmer an die Corona-Regeln gehalten?
Die meisten Regeln wurden gut eingehalten. Da es aber keine generelle Schutzmaskenpflicht gab, sondern nur in gewissen Bereichen und wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte, war es etwas schwierig hier die Kontrolle zu behalten. Wir haben seitens Streckenbetreibern bezüglich Durchführung und Verhalten in Sachen Corona-Vorschriften ein sehr positives Feedback erhalten. Auch die zusätzlichen Formulare, die von den Streckenbetreibern in Italien eingefordert wurden, wurden von unseren Piloten und Bewerbern entsprechend eingereicht.
Wie haben die Schutzmassnahmen deinen Arbeitsalltag beeinflusst?
Es gab seitens Admin/Ablauf kleine Anpassungen. Zum Beispiel wurde unter anderem das Fahrerbriefing schriftlich abgegeben anstelle eines gemeinsamen Briefings. Und die Siegerehrung wurde einzeln pro Kategorie nach den jeweiligen Finalläufen abgehalten. Somit konnte man grössere Ansammlungen unter den Piloten und Begleitpersonen vermeiden. Den Arbeitsablauf hat dies jedoch nicht gross beeinflusst. Die einzige Massnahme, die für mich etwas ungewohnt war, war die Maskenpflicht.
Was kann, was muss verbessert werden?
Bei nächsten Veranstaltungen müssen wir sicher besser auf die Schutzmaskenpflicht achten. Ansonsten gibt es aus meiner Sicht nichts Grundlegendes, das gegenüber der letzten Veranstaltung in 7 Laghi verbessert werden muss.
Kannst du schon abschätzen, welche Massnahmen für das nächste Rennen in Wohlen am 12. September gelten?
Im Kanton Aargau gelten strikte Vorschriften für Veranstaltungen. So werden wir eine generelle Maskenpflicht auf dem gesamten Areal haben. Zudem wird das Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Begleitpersonen von Piloten sind erlaubt, wir müssen uns jedoch an die Obergrenze von max. 1‘000 Personen halten. Und es müssen alle Anwesenden registriert werden.
Die Einschreibung für Wohlen läuft noch bis nächsten Dienstag. Mit wieviel Teilnehmern rechnest du?
Um die 40 Piloten haben sich für die ganze Saison eingeschrieben, ich rechne also damit, dass sich nochmals ca. 30-40 zusätzliche Piloten für das Rennen in Wohlen anmelden werden. Wir freuen uns über jeden Piloten, der in Wohlen an den Start geht, auch gerade, weil es ja in diesem Jahr das einzige Rennen der SKM in der Schweiz ist. Da dürfte es sicherlich ein paar zusätzliche Einschreibungen geben.
Wie hat sich Joël Blanc, der neue Rennleiter der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft, integriert?
Joël Blanc hat sich sehr gut integriert. Er bringt frischen Wind, respektive eine strikte Linie in die Rennen der SKM. Seine Anweisungen und Ansagen werden respektiert. Auch das Zusammenspiel mit der Organisation, den einzelnen Helfern und Offiziellen funktioniert einwandfrei. Wir freuen uns, dass wir mit ihm einen erfahrenen und kompetenten Rennleiter an unserer Seite haben.
Beim dritten Lauf zum diesjährigen Porsche Sports Cup Suisse in Imola hat Porsche-Junior Alexander Fach mit einem Sieg und einem zweiten Platz seine Führung ausgebaut.
Der grosse Gewinner des dritten Rennwochenendes des Porsche Sports Cup Suisse heisst Alexander Fach. Das 18-jährige Nachwuchstalent hat auf der Formel-1-Rennstrecke von Imola mit Rang 2 im Sprintrennen des GT3 Cup sowie dem Sieg beim mehr als einstündigen Endurance-Lauf seine Tabellenführung weiter ausgebaut. Sein Verfolger Dominik Fischli musste sich jeweils mit dritten Plätzen begnügen, während Antonio Teixeira – der dritte Junior-Pilot im Bunde – nach seinem Triumph im Sprint beim Langstreckenrennen eine Nullrunde einfuhr.
Wie knapp es zwischen den drei vom Verband Schweizer Porsche Clubs und der Porsche Schweiz AG geförderten Junioren steht, verdeutlicht das Qualifying. Fischli setzte sich dort für das Sprintrennen mit gerade mal 0,045 Sekunden Differenz durch. Teixeira und Fach trennten gar nur 0,002 Sekunden. «Das war wieder ein super Wochenende für mich, ich bin richtig glücklich», strahlte Alexander Fach. «Im Qualifying für den Sprintlauf hat mich eine rote Flagge auf meiner schnellsten Runde gestoppt, damit durfte ich nur von Platz drei starten. Im Rennen bin ich noch auf die zweite Position vorgefahren und habe mir die Rundenbestzeit geholt, damit war ich ganz zufrieden. Im Endurance-Wettbewerb lief es für mich perfekt, ich habe mir den Klassensieg und wichtige Punkte gesichert. Dass ich die Meisterschaftsführung weiter ausbauen konnte, ist genial.»
In der GT4 Challenge durfte Laurent Misbach als Sieger des 100-Meilen-Laufs seinen ersten Saisonerfolg feiern, während Francesco Fenici den 14-Runden-Sprint gewann und damit die Fahrerwertung weiterhin souverän anführt. In der Porsche Drivers Competition Suisse rückte Peter Gafner mit seinem zweiten Sieg in Folge an die Tabellenspitze.
Das nächste Rennen zum PSCS findet vom 24.-26. September in Mugello (I) statt.
Nach dem ersten Lauf in 7 Laghi, kommt das nächste Rennen der autobau Schweizer Kart Meisterschaft schnell näher.
Nennschluss (Einschreibung unter: www.go4race.ch) für den zweiten Lauf vom 11./12.09.2020 in Wohlen ist in einer Woche am 01.09.2020 um 24.00 Uhr.
Am Wochenende fand im italienischen 7 Laghi der erste Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft statt. Einen Auftakt nach Mass erwischte dabei Ekaterina Lüscher bei den OK Junioren.
In diesem Jahr wird es nur vier Läufe zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft geben. Doch die haben es in sich. Das haben die Rennen am vergangenen Wochenende im italienischen 7 Laghi bei Pavia gezeigt. An Spannung hat es jedenfalls nicht gefehlt. In allen fünf Kategorien wurde verbissen um den Sieg gekämpft. Herausragend war dabei die Leistung von Ekaterina Lüscher. Die 13-jährige aus Kallern bei Wohlen im Kanton Aargau hat in ihrer Kategorie bei den OK Junioren gleich alle drei Läufe für sich entschieden.
Lüscher hat schon im Vorfeld der diesjährigen Saison verlauten lassen: «Mein Ziel ist es, in diesem Jahr um den Titel in der Schweizer Meisterschaft fahren zu können.» Spätestens seit dem Saisonauftakt am vergangenen Wochenende weiss die Konkurrenz bei den OK Junioren: Ekaterina macht ernst. In keinem der drei Läufe in 7 Laghi liess sie etwas anbrennen. Im Finale verwies sie Vorjahresmeister Elia Sperandio um fünf Sekunden auf Platz 2. Und in den Vorläufen zeigte sie Jérôme Huber und Dario Cabanelas jeweils das Auspuffrohr. «Viel zu sagen gibt es nicht», meinte Lüscher nach ihrem ersten Hattrick bescheiden. «Wir waren einfach gut vorbereitet und haben als Team unser Bestes gegeben. Das hat sich am Ende ausbezahlt.»
Lüscher war nicht die einzige Dame, die beim Saisonauftakt positive Schlagzeilen schrieb. Auch die 10-jährige Chiara Bättig aus Meggen im Kanton Luzern zeigte in 7 Laghi in der Kategorie Super Mini starke Leistungen. In den beiden Vorläufen verpasste sie als jeweils Vierte nur knapp das Podium. Dieses machten in allen drei Durchgängen das Trio Enea Frey, Tiziano Kuzhnini und Sergio Koch unter sich aus. Wobei Kuzhnini den ersten Vorlauf gewann, Frey den zweiten und das Finale – allerdings in beiden Fällen nur mit einem hauchdünnen Vorsprung auf Kuzhnini. «Mein Renntag hat mit einem guten Quali und der Pole-Position angefangen», sagt Frey. «Im ersten Vorlauf hatte ich dann ein paar Schwierigkeiten. Aber den zweiten gewann ich, und im Finale setzte ich mich nach einem heissen Fight mit Tiziano dank konstanten Rundenzeiten durch.»
In der X30 Challenge Switzerland, dem Feld mit den meisten Teilnehmern, machen 2020 alle Jagd auf Titelverteidiger Savio Moccia. Doch der 18-Jährige aus Lyss liess sich davon beim Auftakt nicht aus der Ruhe bringen. Zwar musste der in diesem Jahr als Privatbewerber an den Start gehende Moccia dem Italiener Valentino Baracco in allen drei Läufen den Vortritt gewähren. Doch Moccia sahnte jeweils als Zweiter und bester Schweizer die volle Punktzahl ab. «Mein Quali lief nicht ganz nach Plan», sagte Moccia. «Und weil Baracco allen davonfuhr, war mir klar, dass Platz das Maximum war. So gesehen bin ich mit dem Erreichten sehr zufrieden.» Hinter Moccia hat sich Markenkollege Yoshindo Baumgartner als stärkster Verfolger etabliert. Für Danny Buntschu, den Moccia vor 7 Laghi zum Titelgegner Nummer 1 erklärte, lief es beim Auftakt nicht nach Mass. Im ersten Vorlauf wurde er wegen Untergewichts disqualifiziert. Im zweiten Durchgang wurde er Sechster, im Finale Siebter.
Spannung ist auch in der Kategorie OK Senior garantiert. Bei jedem der drei Läufe kreuzte ein anderer Pilot als Erster die Ziellinie. Im ersten Vorlauf hatte Nathan Neuhaus die Nase vorn – Zweiter wurde Patrick Näscher. Der Liechtensteiner, Meister dieser Kategorie aus dem Jahr 2018, war dann im zweiten Vorlauf der schnellste. Diesmal dicht gefolgt von Miklas Born. Und dieser wiederum trumpfte dann im Finale gross auf und siegte vor Näscher und Mattia Banella, der in allen drei Läufen jeweils als Dritter aufs Podest kam. «Ich war im Warm-Up und im Quali unzufrieden mit meinem Set-Up», sagt Finalsieger Born. «Also haben wir alles geändert. Und das hat dann sehr gut funktioniert, auch wenn Näscher im Finale mal kurz die Führung übernommen hatte.»
Sehr eng waren die Rennausgänge auch bei den Schaltkarts, der KZ2. Die Top 4 lagen in allen drei Läufen nur knapp zwei Sekunden auseinander. SM-Rückkehrer Nicolas Rohrbasser war der Mann der Vorläufe, wobei ihm im ersten Durchgang der Italiener Paolo Castagnetti vor der Sonne stand. Im Finale belegte der Schweizer Meister von 2017 den vierten Gesamtrang, wobei auch hier Castagnetti den Sieg (ausser Konkurrenz) davontrug. Der schnellste Schweizer im Finale war Marco Bellanca. Im Sandwich von Bellanca und Rohrbasser kam Théo Vaucher ins Ziel. Rückkehrer André Reinhard, KZ2-Meister von 2018, belegte bei seinem Comeback – SM-bereinigt – die Plätze 3, 4 und 4. «Uns fehlte im Finale die Erfahrung auf einer Strecke mit viel Gummiabrieb», sagt Rohrbasser, der in der Meisterschaft einen Punkt hinter Bellanca liegt. «Ausserdem hatte ich das ganze Wochenende über mit einer gebrochenen Rippe zu kämpfen.»
Weiter geht’s mit der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft am 12. September in Wohlen. Auch dort werden COVID-19-Massnahmen gelten und müssen gegenüber 7 Laghi sogar noch verschärft werden. Klar ist, die Rennen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und es gibt eine Mindestbegrenzung an Begleitpersonen pro Pilot. Die genauen Richtlinien werden in den nächsten Tagen kommuniziert.
Wir beginnen den Wochenend-Rückblick für einmal nicht mit Nico Müllers Erfolgen in der DTM. Sondern heben zuerst zwei andere Leistungen hervor, die an diesem Wochenende sehr bemerkenswert waren.
Zum zweiten Mal in dieser Saison war im Rahmen der DTM die DTM Trophy unterwegs. Nach Spa stand diesmal der Lausitzring auf dem Programm. Und dort gab es den ersten Podestplatz eines Schweizers zu bejubeln. Felix Hirsiger aus Erlenbach im Kanton Zürich fuhr im ersten Durchgang auf Platz 2. Lange Zeit lag der von der Pole-Position gestartete Porsche-Pilot sogar in Führung. «Der zweite Platz ist wirklich ein super Ergebnis für uns», sagte Hirsiger. «Auch wenn wir die Führung nicht behaupten konnten. Es sah zunächst gut aus, aber dann hatte ich auf der nassen Strecke mit nachlassendem Grip zu kämpfen und konnte den späteren Sieger Tim Heinemann nicht mehr hinter mir lassen.» Auch im zweiten Lauf fuhr Hirsiger als Fünfter in die Punkte. In der Meisterschaft liegt er nach vier von zwölf Rennen auf einem guten vierten Platz. Die beiden anderen Schweizer konnten sich nicht ins Szene setzen. Lucas Mauron und Rudolf Rhyn kollidierten in Lauf 1 sogar, nachdem Rhyn von Startplatz 3 losgebraust war.
Einen tollen Einstand feierte in einer ganz anderen Disziplin Jonathan Michellod. Der Rallye-Junior-Meister von 2019 bestritt am Wochenende mit Co-Pilot Stéphane Fellay die Rallye d’Autun in Frankreich und belegte bei seinem ersten Ausritt mit einem Skoda Fabia R5 von Roger Tuning den ausgezeichneten 15. Schlussrang. «Ich bin total happy», sagte der Walliser. «Die Rallye lief super für uns und wir haben sehr viel gelernt. Mit diesem Auto zu fahren, hat unheimlich viel Spass gemacht.» Neben Michellod standen auch noch Vater und Sohn Burri im Einsatz. Olivier Burri fiel auf seinem VW Polo R5 nach einem guten Start wegen zwei Reifenschäden weit zurück. Sohn Michael Burri schied aus, konnte sich über mangelnde Action aber nicht beklagen. Am Freitagmorgen musste er die Rallye gar unterbrechen, weil seine hochschwangere Frau Laetitia mit Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. «Doch es ist alles gut gegangen. Ich bin zum zweiten Mal Vater geworden!» Zurück bei der Rallye musste Burri nach sieben von zwölf Prüfungen die Segel wegen eines Getriebeschadens an seinem Citroën Saxo streichen.
Zurück zum derzeit erfolgreichsten Schweizer Rennfahrer: Nico Müller konnte am Lausitzring sein Punktekonto weiter aufstocken. Mit Platz 2 im ersten Rennen (hinter Titelkonkurrent René Rast) und Platz 5 am Sonntag (Sieger Lucas Auer auf BMW) büsste Müller zwar ein paar Pünktchen gegenüber Rast ein, doch der Berner liegt immer noch mit 133:97 Punkten komfortabel in Führung. «Wir hatten das schnellste Auto. Und haben trotzdem nicht gewonnen», sagt Müller. «So richtig Schuld hat aber niemand. Wir sind einfach ein, zwei Runden zu spät an die Box gekommen.» Für den zweiten Schweizer in der DTM, Fabio Scherer, lief es am zweiten Lausitz-Wochenende nicht rund. Ein Ausritt im ersten Rennen und ein Treffer eines Konkurrenten im zweiten Durchgang vereitelten bessere Positionen. «Die Plätze 13 und 15 wiederspiegeln nicht, was wir eigentlich im Stande zu leisten wären. Aber wir sind halt auch noch in einer Lernphase. In Assen, beim nächsten Rennen, hoffe ich, dass es besser läuft.»
Das hofft auch Léna Bühler. Die schnelle Westschweizerin blieb beim zweiten Lauf in der spanischen Formel-4-Meisterschaft in Le Castellet ohne Punkte. Schlimmer noch: Im ersten Lauf wurde Bühler von einem Konkurrenten abgeräumt. Die anschliessende Rolle seitwärts blieb zum Glück ohne Folgen. «Ich bin okay, aber das Wochenende lief nicht wirklich toll. Das einzig Positive: ich habe wieder viel dazugelernt.» Jubeln durfte in Südfrankreich dafür das Team Jenzer Motorsport. Der Gastauftritt in der spanischen Meisterschaft endete mit zwei Siegen und einem zweiten Platz des Rumänen Filip Ugran. Der Schweizer Jasin Ferati fuhr für Jenzer auf die Ränge 6, 6 und 13. Bester Schweizer in der Serie bleibt Joshua Dufek als Gesamtsechster.