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Öffentlicher BeobachtungsabendSamstag, 11. September 2021, 20:00 Uhr
Weitere Informationen zu diesem Anlass
Am Samstag, den 11.09.2021 findet ab 20 Uhr in der AGO-Sternwarte auf dem Simplonpass ein öffentlicher Beobachtungsabend statt. Bei unsicherer Witterung oder verschärften Covid-Massnahmen gibt die AGO-Webseite Auskunft, ob der Anlass durchgeführt wird. Die geplante Starparty wird wegen der anhaltenden Pandemie aus organisatorischen Gründen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Zu Beginn des Beobachtungsabends kann in der Dämmerung noch der Mond betrachtet werden. Auf der Mondsichel, vier Tage nach Neumond, sieht man eine Fülle von Kratern, aber auch mehrere ausgedehnte Flächen wie das Meer der Gefahren, das Meer der Fruchtbarkeit und das Nektarmeer.
Ist der Mond hinter den Bergen verschwunden, zeigt sich im Südosten bereits Saturn. Der Planet stand vor einem Monat in Opposition zur Sonne und erscheint daher relativ gross und hell. Die Ringöffnung beträgt im Moment 18°.
Gegen 21 Uhr sollte sich dann auch Jupiter zeigen. Er ist zurzeit nach Untergang unseres Erdtrabanten das hellste Objekt am Himmel. Die vier Galileischen Monde stehen an diesem Abend alle nebeneinander auf einer Seite (der östlichen) des Gasriesen.
Saturn und Jupiter stehen beide im Sternbild Steinbock. Rechts darüber fliegt der Adler, der Namenspatron der AGO-Sternwarte. Folgt man der Milchstrasse nach oben gelangt über die unscheinbaren Sternzeichen Pfeil und Füchslein zum Schwan. Er fliegt mit seinen ausgedehnten Flügeln nach unten. Der Kopfstern, Albireo, ist ein Doppelstern mit einem orangen und einem blauen Anteil. Westlich (rechts) vom Schwan trifft man auf die Leier. Sein Hauptstern Wega zählt mit 0.0 mag zu den hellsten Fixsternen. Wega bildet mit den Hauptsternen Atair im Adler und Deneb im Schwan das Sommerdreieck. In der Wega befindet sich der Ringnebel M57. Weiter westlich steht Herkules mit dem Kugelsternhaufen M13. Darunter befindet sich die Nördliche Krone mit seinen im Halbkreis stehenden Sternen sowie Bootes (Bärenhüter) mit dem Hauptstern Arkturus, einem roten Riesenstern. Im Osten erkennt man das grosse Pegasus-Quadrat. Die oberen Sterne gehen links in das Sternbild Andromeda mit der gleichnamigen Spiralgalaxie (M31) über. Der Andromedanebel liegt unserer Milchstrasse am nächsten und ist 2.5 Mio. Lichtjahre entfernt.
Bericht
Obwohl das Wetter am Freitag sehr schlecht ausgefallen und auch für den Samstag zuerst wechselhaftes Wetter gemeldet war, durften wir trotzdem im Verlauf des Beobachtungsabends auf der Sternwarte rund 20 Personen begrüssen und ihnen den Nachthimmel näherbringen. Es waren auch einige Kinder und Jugendliche dabei. Zu Beginn eröffnete Claudio den Abend mit einem Vortrag, in dem er die Besucher auf eine Reise durch den Nachthimmel entführte. Währendem bereiteten Remo, Robert und Aurèle draussen alles für die Beobachtungen vor. Im Zentrum stand natürlich die Planetenbeobachtungen von Saturn und Jupiter, die lange Zeit gut sichtbar waren. Ob die Cassini-Teilung im Ringsystem des Saturns oder die Jupitermonde - alles war wunderbar zu erkennen. Geübte Augen entdeckten sogar das bekannteste Sturmsystem des Jupiters, den Roten Fleck, der sich im Verlauf des Abends gut sichtbar ständig weiter verlagerte.
Aber auch die Kugelsternhaufen M13 und M15, sowie auch der Ringnebel M57 oder der Doppelstern Mizar-Alkor konnten während des Abends beobachtet werden. Wegen der Menge an Besuchern fand dies immer in kleineren Gruppen statt, wobei sich die anderen in der Sternwarte mit Tee und Gebäck verköstigen konnten. Claudio antwortete auf Fragen über den Sternenhimmel, Remo gab dem einen oder anderen, der sich über die Astrofotografie erkundigen wollte oder sonst Fragen hatte, Ratschläge und Robert und Aurèle bedienten beide Teleskope, so dass an diesem Abend ein reger, jedoch problemloser Betrieb auf der Sternwarte stattfand. Gegen 23.00 Uhr verliessen die Besucher allmählich die Sternwarte und die Mitglieder versuchten später noch das eine oder andere Bild der beobachteten Planeten zu schiessen.
- Aurèle Greiner