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1970
Drittes Jahr
Eine neue Crew mit jungen Leuten macht Verein, Zeitschrift und Conti-Club dynamischer.
Verein
Nach einem halben Jahr im Amt tritt der Präsident zurück und wird durch den alten ersetzt: Robert D. Abraham lanciert eine breite Diskussionsrunde. Dabei entsteht ein Themenplan, der "Arbeitskalender", gültig für vorerst drei Monate. Das setzt Ziele mit Fristen. Der Beratungsdienst wird professionalisiert und tritt an die Öffentlichkeit.
Zugleich will sich der Verein nicht mit provokativen Aktionen exponieren, wie das einzelne politische Hardliner tun. Man will und muss sich auch der Mitglieder auf dem Land draussen annehmen. Sie leiden viel stärker unter Vorurteilen und dem Druck von Gesellschaft und Religion. Der Weg führt über gute Kontakte zu Behörden, Polizei, einzelnen aufgeschlossenen Gruppen und zur Presse.
Zeitschrift
Um den neuen Chefredaktor gruppiert sich ein neues Team mit fast ausschliesslich neuen Personen. Typische Themen und Problemkreise werden anders gesehen und angegangen, Verbindungen zu Clubs intensiviert.
Besonders diskutiert wird die "Liebe zu Minderjährigen". Die Offenheit der Beiträge ist erstaunlich, aber vor dem Hintergrund eines sehr progressiven Buches verständlich. Es handelt sich um eine Neuerscheinung des bekannten Niederländers Edward Brongersma zum Thema Pädophilie. Sie trägt den Titel "Das verfemte Geschlecht. Dokumentation über Knabenliebe".
Ein Bericht über den weltweit ersten CSD in New York - zum Jahrestag des Stonewall-Aufstandes in der Christopher Street - handelt von einer "Fröhlichen Befreiungsfront". Damit gemeint ist die "Gay Liberation Front"...
Mit festerem Papier präsentieren sich die unverkrampften Illustrationen, meist Akt-Aufnahmen, wesentlich besser.
Ernst Ostertag, April 2011