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Das Wichtigste in Kürze
- Etwa 90 Menschen nach Schiffsunglück bei rauer See noch vermisst.
Die Todesfälle wurden bis Mittwoch von den Behörden aus dem Westen und Süden des Landes, unter anderem aus den Bundesstaaten Mahrashtra und Gujarat, gemeldet. Die meisten Opfer seien von einstürzenden Mauern oder Häusern erschlagen worden, erklärte Gujarats Regierungschef Vijay Rupani.
Nach einem Schiffsunglück infolge des Sturms wurden noch 89 Menschen vermisst. Zu ihrer Suche waren Flugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Die See sei so rau, dass keine Rettungsboote eingesetzt werden könnten, erklärte die indische Marine.
Ein Schiff zur Versorgung von Ölbohrinseln war infolge des Zyklons von riesigen Wellen getroffen worden und gesunken. Ein Teil der 273 Menschen an Bord konnte gerettet werden. Weil wegen «Tauktae» auch Ölbohrinseln von hohen Wellen bedroht gewesen seien, rettete die indische Marine nach eigenen Angaben mehr als 600 Menschen von den Plattformen im Arabischen Meer.
Der Zyklon war mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern über Indien gezogen. Er verursachte an der Westküste drei Meter hohe Wellen und riss Bäume und Stromleitungen um. In der Folge waren auch am Mittwoch noch hunderttausende Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten und zahlreiche Strassen blockiert.
In Vorbereitung auf den Sturm waren mehr als 200.000 Menschen aus Gefahrenzonen in Sicherheit gebracht worden. In Gujarat war nach dem Unwetter der Verbleib von mindestens 18 wild lebenden asiatischen Löwen unklar, wie es in Medienberichten hiess. Auch tausende andere Tiere seien durch «Tauktae» und seine Folgen bedroht.
Der Zyklon trifft Indien mitten in der Corona-Krise. Am Mittwoch wurde ein neuer Tagesrekord von 4529 Corona-Toten gemeldet. Wegen des heranziehenden Sturms waren an einigen Orten Covid-19-Patienten verlegt worden.
Früher kamen im Arabischen Meer an Indiens Westküste schwere Stürme seltener vor. Dies ändert sich aber durch den Anstieg der Meerestemperaturen im Zuge des Klimawandels.