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Für den Fall seines Wahlsiegs hatte Trump angekündigt, eine Mauer an der Südgrenze der USA zu errichten und Mexiko dafür zahlen zu lassen. In Mexiko bekräftigte er seine Pläne. Die Mauer sei notwendig, um die illegalen Bewegungen von Personen, Waffen und Drogen zu unterbinden. "Wir haben über die Mauer gesprochen", sagte Trump. "Aber nicht darüber, wer sie bezahlt."
Kurz nach der Abreise Trumps widersprach Peña Nieto der Darstellung. "Gleich zu Beginn des Gesprächs habe ich Donald Trump klar gemacht, dass Mexiko nicht für die Mauer zahlen wird", schrieb er bei Twitter. "Danach hat sich die Unterhaltung auf andere Themen zubewegt und sehr respektvoll entwickelt."
Trump sagte nach dem Treffen, dass das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta seiner Einschätzung nach Mexiko mehr nutze als den USA. Der Vertrag müsse überarbeitet werden. Er habe aber grossen Respekt vor mexikanisch-stämmigen Amerikanern. "Das sind grossartige Leute", sagte Trump.
Zuletzt hatte der Immobilienunternehmer immer wieder mexikanische Einwanderer als Verbrecher verunglimpft. "Die Mexikaner haben Respekt verdient", sagte Peña Nieto nach dem Treffen in der Präsidentenresidenz Los Pinos. "Der kommende US-Präsident wird in Mexiko und seiner Regierung einen Nachbarn finden, der konstruktiv zusammenarbeiten möchte."
Im Zentrum von Mexiko-Stadt protestierten Dutzende Menschen gegen den Besuch von Trump. "Du bist nicht willkommen", "Trump go home", "Bitte um Vergebung und gehe" war auf den Transparenten der Demonstranten am Unabhängigkeitsdenkmal zu lesen. "Trump steht nicht für unsere Werte", sagte die US-Bürgerin Cristine Smith, die seit einem Jahr in Mexiko lebt, im Fernsehen. "Ich glaube, dass die Einwanderer in den USA die Wirtschaft stützen und die Kultur fördern."
Präsident Peña Nieto betonte die gemeinsamen Interessen der beiden Nachbarstaaten. "Unsere Länder sind füreinander wichtig", sagte er. "Handel ist kein Nullsummenspiel, er nutzt beiden Partnern." Trump hatte zuletzt immer wieder erklärt, wegen des Freihandelsabkommens Nafta seien viele Industriearbeitsplätze von den USA nach Mexiko abgewandert.
Der republikanische Präsidentschaftskandidat nannte fünf gemeinsame Herausforderungen für die USA und Mexiko: Kampf gegen illegale Einwanderung, Sicherung der Grenzen, Kampf gegen Drogenkartelle, Überarbeitung von Nafta und Schutz des Industriesektors.
Am Abend wollte Trump im US-Bundesstaat Arizona eine Rede zur Einwanderungspolitik halten. Mit Interesse wurde erwartet, ob er nach seinem Überraschungsbesuch in Mexiko einen moderateren Ton bei dem Thema anschlägt./dde/DP/zb
(AWP)