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Ramme, 1951
- DE: Gewöhnliche Grünschrecke
- EN: Cheating Mountain Grasshopper
- FR: La Miramelle insubrienne
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Odontopodisma decipiens ist intensiv und leuchtend grün gefärbt. Hinter den Augen setzt eine schwarze Seitenbinde an, die bis zum Hinterrand des Halsschilds verläuft. An der Basis sind die Fühler türkis gefärbt. Charakteristisch sind die schmalen, intensiv weinrot gefärbten Flügelschuppen, deren Unterrand schwarz gesäumt ist. Die Hinterknie sind schwarz mit rötlichen Flecken auf der Innen- und Aussenseite. Die Unterseite der Hinterschenkel ist gelblich. Die Subgenitalplatte des Weibchens ist als einzelner, rundlicher Lappen ausgebildet. Auffallend sind die langen und schmalen Legeröhrenklappen des Weibchens, die blass rosa bis rötlich gefärbt sind. Auch die männliche Hinterleibsspitze ist kontrastreich schwarz und rot gezeichnet. Die aus der insubrischen Region (Südschweiz und Norditalien) bekannte Unterart Odonotpodisma decipiens insubrica (Insubrische Grünschrecke) unterscheidet sich vorwiegend anhand des männlichen Genitalapparats (Epiprokt und Penis).
Gesang
Odontopodisma decipiens fehlen die Stridulationsorgane, weshalb keine eigentlichen Gesänge erzeugt werden können. Inwiefern die Art Geräusche mit den Mandibeln erzeugt, ist nicht bekannt.
Verbreitung
Das Gesamtverbreitungsgebiet von Odontopodisma decipiens ist in ein kleines westliches Areal mit der Südschweiz und Norditalien (Piemont und Lombardei) sowie ein Hauptverbreitungsgebiet in Südosteuropa getrennt. Von Südslowenien erstreckt sich das östliche Verbreitungsgebiet über den Balkan Richtung Süden bis Nordgriechenland. Im Osten erreicht die Art die Schwarzmeerregion. Gegen Norden reicht das Vorkommen über den Karpatenbogen bis in den Süden der Ukraine und im Westen bis Ostösterreich. In Österreich ist die Nominatform Odontopodisma decipiens decipiens aus dem südlichen Kärnten, der Steiermark, dem Burgenland und Niederösterreich bekannt. Zwischen den beiden Arealen liegt in Norditalien eine grosse Verbreitungslücke. Das westliche Verbreitungsgebiet ist auf die insubrische Region (Italien und Südschweiz) beschränkt. Hier wird Odontopodisma decipiens der Unterart Odontopodisma decipiens insubrica (Insubrische Grünschrecke) zugeordnet. In Italien ist die Art aus dem Piemont und der Lombardei bekannt, wo sie östlich bis etwa Mailand vorkommt. In der Schweiz findet man Odontopodisma decipiens insubrica ausschliesslich im Südtessin, vom Flachland bis in Höhen von 2000 m.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Odontopodisma decipiens treten frühestens im Juni auf und können bis in den Oktober beobachtet werden.
Nach dem Schlupf Anfang Mai werden 5 Larvenstadien durchlaufen. Ansonsten ist über die Entwicklung und Eiablage der Art wenig bekannt.
Lebensraum
Odontopodisma decipiens besiedelt bevorzugt halbschattige bis sonnige Lebensräume, die teilweise auch etwas feucht sind. Man findet sie an Waldrändern, in Waldlichtungen, in lichten Wäldern und in Hecken. Die Tiere halten sich meist in Hochstaudenfluren, Brombeerhecken oder auf Büschen auf, nur selten findet man sie in der Grasschicht.
Gefährdung & Schutz
Odontopodisma decipiens ist in Europa weit verbreitet und stellenweise häufig, weshalb die Art nicht gefährdet ist. In der Südschweiz ist Odonopodisma decipiens insubrica verbreitet und kann sehr zahlreich angetroffen werden. Zudem besiedelt sie Lebensräume, die aktuell von Veränderungen wenig betroffen sind und kann daher als nicht gefährdet gelten. Da Odontopodisma decipiens decipiens in Österreich stets in geringen Individuendichten beobachtet wurde und die Art an verschiedenen Standorten in den letzten Jahrzehnten verschwunden ist, scheint sie tendenziell von einem Rückgang betroffen zu sein und wurde in der Roten Liste als verletzlich eingestuft.
- CH: LC (Nicht gefährdet)
- DE: Abwesend
- AT: VU (Verletzlich)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Odontopodisma decipiens kann mit der sehr ähnlichen Odontopodisma schmidtii verwechselt werden. Letzt genannte ist auf dem Hinterleib etwas ausgedehnter schwarz gezeichnet. Insbesondere die Weibchen von Odontopodisma schmidtii unterscheiden sich anhand der Subgenitalplatte, deren Rand ausgebuchtet und an den Seiten dunkel gefärbt ist. In der insubrischen Region kann Odontopodisma decipiens insubrica mit Nadigella formosanta verwechselt werden. Die beiden Arten lassen sich aber einfach abgrenzen, da Nadigella formosanta nie rötliche Flügel hat. Die Flügel sind zudem deutlich grösser und die Schwarzzeichnung auf dem Körper ist wesentlich ausgedehnter. Von der Umgebung von Triest über Istrien und entlang der Adriaküste kommt mit Odontopodisma fallax eine weitere sehr ähnliche Art vor. Weitere Arten der Gattung sind auf dem Balkan bekannt.