Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/167785

<h2>SubmittedText<h2><p>Für das Programm für die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) gilt heute die Vorgabe, dass in der Jahresration aller auf dem Betrieb gehaltenen raufutterverzehrenden Nutztiere mindestens 90 Prozent Grundfutter enthalten sein müssen. Zusätzlich muss die Ration im Talgebiet zu mindestens 75 Prozent und im Berggebiet zu mindestens 85 Prozent aus Wiesen- und Weidefutter bestehen. Die hohen Vorgaben an den Anteil Wiesen- und Weidefutter schränken die Teilnahmemöglichkeit von Tierhaltern am GMF-Programm ein.</p><p>In vielen Fällen führt der hohe Anteil Wiesen- und Weidefutter dazu, dass auf dem Betrieb im Rahmen einer ausgeglichenen Fruchtfolge produzierter Silomais wegen den Programmbestimmungen auf dem Betrieb nicht gefüttert werden darf, verkauft und durch zugekauftes Wiesen- und Weidefutter ersetzt werden muss. Das ist ökologisch unsinnig.</p><p>Zudem ist es so, dass bei Sommertrockenheit, wie im letzten Jahr, die Erträge von Grasland massiv sinken, während die Erträge bei Mais stabiler sind. Trockene Sommer führen daher dazu, dass die GMF-Vorgaben von vielen Betrieben nur über grosse Zukäufe von Wiesen- und Weidefutter erfüllt werden können.</p><p>Aus den genannten Gründen sind die Möglichkeiten zum Einsatz von betriebseigenem Mais und Futterrüben sowie weiteren betriebseigenen Grundfuttermitteln im GMF-Programm zu erhöhen. Das Programm ist entsprechend anzupassen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) wurde mit der Agrarpolitik 2014-2017 am 1. Januar 2014 eingeführt. Gemäss Botschaft zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014-2017 (S. 2221) soll GMF dazu beitragen, den Einsatz von Kraftfutter in der Wiederkäuerproduktion zu begrenzen, den Wettbewerbsvorteil im Bereich Raufutterveredelung langfristig zu sichern und die Qualitätsstrategie zu unterstützen.</p><p>Der Anteil von Mais in der Futterration wurde im GMF-Programm gezielt beschränkt, da die grasbasierte Fütterung der raufutterverzehrenden Nutztiere gefördert werden soll. Die Veredelung von Gras durch raufutterverzehrende Nutztiere stellt eine sinnvolle und effiziente Nutzung des Standortpotenzials für die Milch- und Fleischproduktion im Grasland Schweiz dar.</p><p>An diesem freiwilligen Programm können sich Betriebe beteiligen, welche den Futterbedarf überwiegend durch Gras, Heu, Emd und Grassilage decken. Jährliche meteorologische Schwankungen können durch eine ausgewogene Produktionsplanung ausgeglichen werden.</p><p>Im Januar 2016 hat das BLW die Forschungsanstalt Agroscope beauftragt, GMF umfassend zu evaluieren. Die Evaluation soll Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen das GMF-Programm hat und ob die Ziele erreicht werden können. Erste Ergebnisse werden Ende 2016 vorliegen. Sollte sich in diesen abzeichnen, dass eine vermehrte Abstützung auf die betriebseigene Raufutterbasis zielgerichteter wäre, wird der Bundesrat entscheiden, ob er eine Anpassung des GMF-Programms in der Folge vorschlägt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.