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Am Weihnachtsabend wird in der Wohnung der dreizehnjährigen Alex im tief verschneiten Montreal ein grosses Paket angeliefert, adressiert an ihre Mutter Maia. Nach einem Blick auf den Absender würde die zu Besuch weilende Grossmutter die Paketannahme am liebsten verweigern – was natürlich erst recht die Neugier von Alex weckt.
Wenn die Zeit zerbricht, wächst die Sehnsucht nach Beständigkeit. Unter diese Behauptung könnte man diesen wunderbar ruhigen Netflix-Film stellen.
The Dig spielt im Jahr 1939 im britischen Suffolk. Während Ausgräber Basil Brown (Ralph Fiennes) mit Gutsherrin Edith Pretty auf deren riesigem Landstück ein paar vielversprechende künstliche Hügel begutachtet, donnern Flugzeuge in Formation über ihre Köpfe hinweg. Die Royal Air Force trainiert für den Luftkrieg gegen Hitler. „THE DIG von Simon Stone“ weiterlesen
Sie gehören zum engagierten Dokumentarfilm wie die verzerrten Stimmen zum Zeugenschutz: Die «Testimonials», sprechende Köpfe vor der Kamera, Talking Heads, sogenannte «Direktbetroffene», die uns eher erreichen als ein paar trockene Zeilen zu ihrem Schicksal.
Kann eine Frau sich ein Leben lang an einem Thema abarbeiten, ohne zu merken warum? Für Alice Schmid kam das Aufwachen mit dem Schrecken, der sie befiel, als sie im Museum Edvard Munchs Gemälde «Pubertät» (1893) sah. Ein sehr junges Mädchen sitzt nackt auf einem Bett, ihr Schatten an der Wand ist riesig, fremd und bedrohlich.
Dreissig Jahre lang hat Alice Schmid Filme gemacht. Zuerst als Produktionsassistentin, später in Eigenregie und als ihre eigene Produzentin. Auch darum, weil von den etablierten Schweizer Produzenten niemand ihr Thema und ihre Perspektive für interessant genug hielt. „BURNING MEMORIES von Alice Schmid“ weiterlesen
Die Vertreibung aus dem Paradies war wohl eher eine Flucht. So genau erinnert sich keine der vier Schwestern daran, warum sie sich nach den wunderbaren Kindheitsjahren auf den Bahamas plötzlich im Flugzeug in die Schweiz wiederfanden.
Kurz vor seinem sechzigsten Geburtstag beweist sich Hollywood-Star George Clooney zum siebten Mal als Regisseur. The Midnight Sky heisst sein von Netflix produzierter Science-Fiction-Thriller. Und wie so oft bei ambitionierter Science Fiction spielt das eigentliche Drama auch hier mehr im Kopf als im Weltraum. „THE MIDNIGHT SKY von George Clooney“ weiterlesen
Zum ersten Mal seit elf Jahren darf wieder ein italienischen Film das grosse Festival im eigenen Land eröffnen. Die 77. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele Venedig ist eine besondere: es ist das erste grosse Festival, das wieder vor Ort stattfindet statt nur virtuell.
Kamerablick auf eine Reihe von Füssen. Musik setzt ein, alle Füsse beginnen gleichzeitig an zu tanzen: Das ist die allererste Filmszene dieser besonderen Festivalausgabe 2020. ein Fest wird gefeiert. Venedig feiert das Kino, den Film – zwar durften nur halb so viele Menschen wie sonst mitfeiern, denn jeder zweite Platz im Festivalpalast wurde freigelassen. Und auch das Lächeln der geladenen Gäste war versteckt unter den Masken, die auch während aller Kinovorstellungen auf den Gesichtern bleiben müssen. „Venedig 20: LACCI von Daniele Luchetti“ weiterlesen