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Handlung & Themen
Der dystopische Roman von Aldous Huxley, erschienen 1931, enthält spannende Charaktere und eine beklemmende Zukunftsvision.
Im Jahr 2540 n. Chr. lautet das Motto der Menscheit “ Frieden, Stabilität und Freiheit“. Diese positiv klingenden Worte werden in dieser Dystopie so rigoros durchgesetzt, dass sie einen negativen Nachklang erhalten.
In speziellen Laboren werden Embryonen künstlich hergestellt und auf bestimmte Tätigkeiten trainiert. Die höchste Schicht der Gesellschaft nennt sich Alpha-Plus und die niedrigste Epsilon – Minus. Die ungeborenen Kinder werden vor ihrer Geburt in eine bestimmte Schicht eingeteilt, die sie während ihres ganzen Lebens nicht verlassen können. Die Menschen in dieser Zukunftswelt altern nie, denn ihre Gene verändern sich durch Manipulation nicht. Durch eine Droge namens “ Soma“ werden die Bewohner bei Laune gehalten, da diese ihre Kritikfähigkeit nimmt und sie in einem Zustand von Zufriedenheit behält.
Huxley beschreibt das Leben von verschiedenen Protagonisten, zum Beispiel von der Arbeiterin und Beta Frau Lennina, welche in den Entwicklungscentern der Föten und Embryos arbeitet. Sie ist zufrieden mit ihrem streng kontrollierten Leben und verkörpert den perfekten Durchschnittsbewohner. Ihr Freund Bernard ist ein Alpha-Plus und Psychologe aber aufgrund eines Unfalls während seiner Entwicklung zu klein für seine Kategorie geraten. Er wird gehänselt und beginnt sich gegen das System aufzulehnen.
Gefühle werden in dieser Dystopie-Vorstellung von Huxley vollkommen ausgemerzt, sexuelle Handlungen dienen dem reinen Vergnügen und Liebe existiert nicht wirklich. Es wird von einem Bewohner erwartet, mehrere sexuelle Kontakte zu haben. Die „Soma-Droge“ verhindert negative Gedanken oder Leidenschaften und wird nach dem Motto “ Ein Gramm versuchen, ist besser als fluchen“ verabreicht.
Religionen existieren nicht. Es gibt nur ein Kult welcher den Automobilbauer Henry Ford ehrt. Seine Anhänger werden „Fordschaft“ gennant. Unter dem Einfluss der „Soma-Drogen“ werden Gottesdienste mit Gesängen und Tänzen zu Ehren Fords gegeben.
Zukunft nach Huxley
Huxley erschafft mit seinem Roman eine von aussen funktionierende Gesellschaft, welche jegliche Gefühle unterdrückt und aus einer stabilen Einheit von konditionierten Menschen besteht. Durch Konditionierung werden perfekte Wesen geschaffen, welche einem vorgefertigten Weg in ihrem Leben folgen und nicht fähig sind selbst Urteile zu fällen oder ihre Position zu hinterfragen. Da die Bewohner durch die „Soma-Droge“ ausgeglichen sind, sollten sie sich nicht gegen das System wehren und sind ihm erlegen. Diese von Huxley erschaffene Dystopie erinnert an eine kommunistische oder sozialistische Gesellschaft in der heutigen Welt aber natürlich in die Extreme gesteigert. Der Mensch wird in dieser Gesellschaft nicht individuell dargestellt sondern als Teil eines grossen Systems gesehen. Heutige Vorstellungen wie Individualismus, Selbstbestimmung und freier Wille werden in dieser Zukunftsvision vollkommen unterdrückt.
Sprache
Der Roman ist anspruchsvoll zu lesen, selbst in der deutschen Übersetzung. Verschachtelte Sätze und Zeitsprünge zeigen das literarische Geschick des Autors. Dennoch hilft die bilderhafte Sprache und erschafft eine beängstigende Zukunftsvision mit innovativen Ideen.
Empfehlung
Persönlich finde ich es erstaunlich, was für Ideen Huxley um 1931 für die Zukunft der Welt hatte und bin überrascht, dass seine Ausdrucksweise überhaupt nicht veraltet klingt. Er schafft es den Leser von einer dystopischen Zukunftsvision zu faszinieren, welche nicht weiter von unserer Realität sein könnte.
Ich empfehle den Roman Science-Fiction Fans aber auch Lesern, welche gern Klassiker lesen und sich für Dystopien interessieren.
Wer lieber Serien schaut als Bücher zu lesen ; es gibt eine Serie namens „Brave New World“, die letztes Jahr erschienen ist. Sie enthält eine Staffel und hat gemischte Reaktionen hervorgerufen. Für einen Vorgeschmack des Romans ist sie dennoch sehenswert.