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Psychotische Störungen manifestieren sich in unterschiedlichen Stadien: psychischer Risikozustand, erste psychotische Episode und Psychose. Nur eine Minderheit von Personen mit psychischem Risikozustand wird eine erste psychotische Episode entwickeln.
- Psychischer Risikozustand
Manche junge Menschen machen teilweise «seltsame» Erfahrungen, z. B. hören sie Geräusche, Klänge oder Stimmen, die andere nicht hören, oder haben das Gefühl, andere würden sie beobachten, ihnen nachspionieren oder versuchen, ihnen zu schaden. Oft sind diese Phänomene vorübergehend und nicht sehr besorgniserregend, aber sie können auch anhalten und einen sogenannten «psychischen Risikozustand» darstellen.
Ein psychischer Risikozustand kann sich auf unterschiedliche Weisen manifestieren. Die häufigsten Hinweise sind:
- Bedeutende Veränderungen der Interessen, Wünsche oder des sozialen Verhaltens
- Das Gefühl, übernatürliche Kräfte zu haben oder dass Dinge speziell wegen und für mich geschehen
- Plötzliche Veränderungen des Verhaltens ohne ersichtlichen Grund
- Übermässiges und neues Interesse an ungewöhnlichen/übernatürlichen Phänomenen oder Theorien/Glauben, die versuchen, diese zu erklären
- Das Gefühl, anders zu hören oder zu sehen als gewöhnlich
- Rascher und schwer zu erklärender Rückgang der Lern- oder Arbeitsleistung
- Schwierigkeiten beim Denken, oder das Gefühl, dass meine Gedanken zu schnell sind, um kontrolliert werden zu können
- Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zwischen tatsächlich erlebten Erfahrungen und gedachten/vorgestellten Erfahrungen
- Manchmal das Gefühl zu haben, nicht mehr in meinem Körper zu sein oder sich von aussen reden oder handeln zu sehen
- Das Gefühl, dass andere mich anschauen, mich verletzen wollen, mich filmen, aufnehmen oder verfolgen
- Schwierigkeiten, aufmerksam zu sein und sich zu konzentrieren
Bei einem psychischen Risikozustand bestehen abgeschwächte psychotische Symptome, die sich zu einer Psychose entwickeln können.
- Erste psychotische Episode
Psychose wird definiert als ein Verlust des Realitätsbezugs. Während einer psychotischen Episode kann es schwierig sein, zwischen dem eigenen Erleben und der Realität zu unterscheiden, und es können psychotische Symptome auftreten wie Halluzinationen (bspw. Stimmen hören oder Dinge sehen, die nicht existieren) oder falsche Interpretationen der Realität (bspw. extremes Misstrauen, das Gefühl haben, gewisse Dinge hätten eine besondere Bedeutung). Psychotische Symptome führen meist zu Angst und es kann schwierig sein, in der Familie, Schule, bei der Arbeit oder mit Freundinnen und Freunden zu funktionieren.
Gewisse Personen, die eine erste psychotische Episode entwickeln, erleben danach keine einzige mehr. Die erste psychotische Episode verläuft also bei allen Betroffenen unterschiedlich, und danach sind verschiedene Diagnosen möglich.
Schizophrenie ist eine Form von Psychose.
Es sind die gleichen Symptome, wie man sie in der ersten psychotischen Episode beobachten kann, jedoch in chronischer Form (anhaltende und/oder wiederkehrende Symptome).
Schizophrenie wird häufig begleitet von kognitiven Störungen und so genannt «negativen Symptomen», wie zum Beispiel Verlust von Freude und Motivation, sozialer Rückzug sowie Verminderung des Gefühlsausdrucks.
Schizophrenie hat generell einen grossen Einfluss auf die Funktionsweise der Betroffenen (Sozialleben, Beruf, Familie).
Inhalt verfasst durch PsyYoung für die Website Psygesundheit: Prof. Paul Klauser, Prof. Maude Schneider, Dr. Anne Edan, Sebastien Urben, PhD, Davina Genoud, Msc, PsyYoung Consortium
Behandlung von psychotischen störungen?
Werden diese Erfahrungen beunruhigend oder beeinträchtigen sie das Wohlbefinden oder die Funktionsweise von Betroffenen, ist es wichtig, rasch eine Fachperson der psychischen Gesundheit zu konsultieren.
Meistens findet die Behandlung in Form von ambulanten Sprechstunden ausserhalb des Spitals statt. Eine Hospitalisierung kann sich in seltenen Fällen als notwendig erweisen, wenn die Person in Not ist und/oder eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt. Je nach Bedarf können weitere Fachpersonen in die Betreuung einbezogen werden: ärztliche Grundversorger (Allgemeinärztinnen und -ärzte, Internistinnen und Internisten, Kinderärztinnen und -ärzte), Psychiaterinnen und Psychiater, Kinder- und Jugendpsychiaterinnen und -psychiater, Psychologinnen/Psychologen und Psychotherapeutinnen/Psychotherapeuten, Pflegepersonal, Ergotherapeutinnen und -Ergotherapeuten, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, Kunsttherapeutinnen und Kunsttherapeuten, Sozialarbeitende etc.
Auch die Unterstützung, das offene Ohr und das Wohlwollen von nahestehenden Personen (Familie, Freunde) ist für die Genesung sehr wertvoll. Auch sie dürfen nicht zögern, die Hilfe einer Fachperson in Anspruch zu nehmen, sollten sie in Not sein.
Mehr Informationen zur Früherkennung und den spezialisierten Interventionen bei psychotischen Störungen sind auf der Website www.psyyoung.ch zu finden.
Hier finden Sie Hilfe in Ihrer Region:
Weitere Informationen zu Schizophrenie finden Sie unter www.promentesana.ch/de/ und www.vask.ch/de, sowie auf den Websites von Vereinen für Angehörige in der Westschweiz: www.lilot.org (Waadt), www.lerelais.ch (Genf), www.a3Jura.ch (Jura), www.afs-schizo.ch (Neuenburg) , www.synapsespoir.ch (Wallis), www.profamillefribourg.ch (Freiburg).