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Tipps für Ihre Altersvorsorge: AHV, Pensionskasse, 3. Säule
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Newsletter vom 09. September 2016
Erfahren Sie regelmässig, wie Sie Ihre AHV, Pensionskasse und 3. Säule optimieren können und wie Sie Ihre Pensionierung finanziell richtig planen.
Erbvorbezug: So vermeiden Sie Streit
Oft ist es sinnvoll, den Kindern einen Erbvorbezug zu geben. Zum Beispiel, um ihnen eine Weiterbildung, das Eigenheim oder die Gründung einer Firma zu ermöglichen. Diese Zuwendung müssen sie bei der späteren Erbteilung aber wieder ausgleichen. Das kann dazu führen, dass sie einen Teil des erhaltenen Geldes den anderen Erben auszahlen müssen.
Angenommen, eine alleinstehende Mutter von zwei Töchtern gewährt einer der Töchter einen Erbvorbezug von 100'000 Franken. Bei ihrem Tod beträgt ihr Vermögen noch 400'000 Franken. Der Erbvorbezug wird zum Nachlass hinzugerechnet, um den Anspruch der beiden Kinder zu ermitteln. Vom massgebenden Nachlassvermögen von 500'000 Franken stehen jeder Tochter 250'000 Franken zu, sofern die Mutter in ihrem Testament keine anderslautende Regelung getroffen hat. Die Tochter, die bereits einen Erbvorbezug von 100'000 Franken bekommen hat, erhält somit nur noch 150'000 Franken.
In manchen Fällen kann der Erbvorbezug grösser sein als der Anteil, der einem bei der Erbteilung zusteht. Dann muss man die Differenz den Miterben zurückzahlen. Das kann ihn finanziell in Bedrängnis bringen – nicht zuletzt, weil die Höhe des Ausgleichs vom Wert des Erbvorbezugs im Zeitpunkt der Erbteilung abhängt. Hat zum Beispiel ein Vater seinem Sohn vor 20 Jahren eine Liegenschaft übertragen, deren Verkehrswert bis zum Tod des Vaters um 50 Prozent gestiegen ist, muss sich der Sohn den heutigen Wert an sein Erbe anrechnen lassen, sofern nichts anderes vereinbart wurde.
Der Erblasser kann den Beschenkten – zum Beispiel in einem Testament – von der Ausgleichspflicht befreien. Allerdings ist das nur möglich, wenn dadurch keine Pflichtteile der übrigen gesetzlichen Erben verletzt werden. Würde die Mutter im oberen Beispiel das ganze Vermögen der einen Tochter schenken und sie von der Ausgleichungspflicht befreien, müsste sie ihrer Schwester nach dem Tod der Mutter so viel zurückzahlen, dass der Pflichtteil der Schwester gedeckt ist.
Bei der Erbteilung kommt es nicht selten zu Streit darüber, wie eine frühere Zuwendung anzurechnen ist und wer bereits wie viel erhalten hat. Erbvorbezüge sollten deshalb immer schriftlich festgehalten werden. Gleichzeitig sollte man bestimmen, ob und in welchem Umfang eine Ausgleichpflicht besteht.
Oft ist es einfacher, einen Erben mit einem Darlehen finanziell zu unterstützen als mit einem Erbvorbezug. Einerseits lässt sich ein Darlehen kündigen, falls sich ein finanzieller Engpass abzeichnet. Anderseits ist die Gefahr geringer, dass es mit den übrigen Erben zu Streit kommt.
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