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geleistet und sind wesentlich an ihrem Aufschwung mitbeteiligt. Der eigentliche Güterbahnhof von Lausanne ist die Gare du Flon, die auf der von der Bahngesellschaft Lausanne-Ouchy durch Auffüllung des Flonthales geschaffenen Place du Flon steht und durch grosse, ebenfalls von der Gesellschaft L.-O. erbaute feuersichere Lagerhäuser aus Béton armé, sowie seit 1902 durch das Gebäude der Gare de Bel Air oder Gare du Grand Pont vervollständigt worden ist. Dieses steht am andern Ende des gleichen Platzes, ist 102 m lang und im Mittel 20 m breit und zeichnet sich namentlich durch einen 20 Tonnen schweren und 25 Tonnen tragenden Aufzug aus, der mit Hilfe der Wasserkraft aus dem Lac de Bret die Bahnwagen von der Place du Flon 14 m hoch bis auf das Dach des Bahnhofes und damit bis auf das Niveau der Place de Bel Air hebt. Hier steht diese obere Plattform mit der städtischen Strassenbahn und dadurch mit dem an der Place de Chauderon befindlichen Bahnhof der Linie Lausanne-Échallens in Verbindung. 1899 ist die 467 m lange Drahtseilbahn Lausanne-Signal eröffnet worden, deren Bau 230000 Fr. gekostet und die 1902 142110 Reisende und 130856 kg Waren befördert hat. Sie beginnt am Vallon und endigt etwas unterhalb der Terrasse des Signal.
Lausanne ist zugleich auch der Mittel- oder Ausgangspunkt von mehreren Schmalspurbahnen. An der Place de Chauderon steht der Bahnhof der Linie Lausanne-Echallens-Bercher (des sog. Central vaudois), die die Stadt mit dem Gros de Vaud verbindet. Sie zerfällt in die 3 Abschnitte Lausanne-Cheseaux (1873 eröffnet), Cheseaux-Échallens (1874) und Échallens-Bercher (1889) und ist 22889 m lang, wovon 14366 auf die Strecke Lausanne-Échallens und 8523 auf die Strecke Échallens-Bercher entfallen. Im Zeitraum 1873-1902 hat diese Linie zusammen 3057225 Reisende und 331875039 kg Güter befördert. Von dem über der Stadt Lausanne stehenden und mit dem Bundesbahnhof durch eine Strassenbahnlinie verbundenen Bahnhof von La Sallaz geht die elektrische Jorat-Bahn aus, die 1902 dem Betrieb übergeben worden ist und durch das Bergland des Jorat nach Moudon führt.
Lausanne ist Sitz der Kreisdirektion I der schweizerischen Bundesbahnen. Vom Hauptbahnhof strahlen eine ganze Reihe von normalspurigen Linien der Bundesbahnen aus: nach Bern, dem Simplon, Payerne-Lyss, Neuenburg, Vallorbe-Pontarlier-Paris, Genf. Die Strecken Lausanne-Renens-Morges und Renens-Yverdon (Fortsetzung der 1855 als erste Bahn im Waadtland eröffneten Strecke Bussigny-Yverdon) sind 1856 dem Betrieb übergeben worden; es folgten 1861 der Abschnitt Lausanne-Villeneuve, 1862 die Linie Lausanne-Oron (-Bern) und 1870 die Linie Lausanne-Vallorbe. 1901 beförderte der Hauptbahnhof in Lausanne 954946 Personen, während im selben Jahr der Güterverkehr auf 208396 Tonnen stieg und die Gesamteinnahmen 4033220 Franken betrugen. Er steht in Bezug auf den Personenverkehr im ersten und in Bezug auf den Güterverkehr und die Einnahmen im dritten Rang unter den Bahnstationen des ersten Bundesbahnkreises.
Dem Verkehr dienen ferner noch die den Personenverkehr mit Genf und den übrigen Uferorten des Genfersees besorgenden Dampfer der Compagnie générale de Navigation, die den Gütertransport übernehmenden Lastschiffe und die hauptsächlich Bausteine, Holz und einige andere Spezialartikel verfrachtenden Segelschiffe.
Lausanne ist auch in Bezug auf den Postverkehr ein sehr bedeutender Platz, wie folgende Zusammenstellung des Verkehrs sämtlicher Postbureaus der Stadt (für 1902) zeigt:
Lausanne ist der Sitz des 2. eidgenöss. Postkreises, der die Kantone Waadt (exkl. den Bezirk Nyon), Freiburg und Wallis mit zusammen 670 Poststellen umfasst. Der Telegraphenkreis Lausanne umfasst die Kantone Genf, Waadt, Wallis und Freiburg (exkl. die Bezirke Sense und See) mit zusammen über 100 Telegraphenbureaux und einem Drahtnetz von 4141,7 km Länge. Im ganzen Kreis sind 1902 1615517 Telegramme und Phonogramme empfangen und aufgegeben worden, wofür 704107 Fr. eingenommen wurden. In der Stadt Lausanne sind 1902 50470 Telegramme aufgegeben und 68267 erhalten worden, während 168762 durchgingen. Die Einnahmen betrugen dafür 70305 Fr. Das im Oktober 1882 eingerichtete Telephon zählte auf Ende 1902 1731 Abonnenten mit 1897 Apparaten; 1184186 lokale und 380585 interurbane Gespräche.
Unterrichtswesen.
Wie wir schon zu bemerken Gelegenheit hatten, ist Lausanne ganz eigentlich eine Stadt des Unterrichtes und der Erziehung. Es gibt nicht viele Städte, die eine so reiche Auswahl von Schulen, Instituten und Pensionnaten aufweisen. Zudem erfreuen sich sowohl die staatlichen wie die privaten Institute eines festgegründeten und weit ausgedehnten guten Rufes. Neben den städtischen Schulen, in denen 190 Lehrer und Lehrerinnen unterrichten und für deren Unterhalt das Budget für 1903 eine Gesamtsumme von 689800 Fr. vorausgesehen hat, besitzt Lausanne noch zahlreiche staatliche Institute. Obwohl schon die Verfassung von 1803 den Volksschulunterricht obligatorisch erklärt hatte, konnte diese Bestimmung in der Stadt Lausanne erst seit 1865 streng durchgeführt werden. Von 1865 bis 1887 stieg die Zahl der Volksschüler von 4,5 auf 10% der gesamten Bevölkerungsziffer, und 1902 betrug sie 8,5% derselben.
Die seit 1895 nach Fröbelschem Muster eingerichteten Kindergärten umfassen heute 29 Klassen mit 29 Lehrerinnen und zählen 852 Schüler von je 5-7 Jahren. Ihr Budget für 1903 belief sich auf 80000 Fr. Es gibt 105 Volksschulklassen (davon 11 in den Vororten) mit 4037 Schülern im Alter von 7-14 Jahren (also durchschnittlich 40 Schüler in einer Klasse), die von 64 Lehrerinnen, 37 Lehrern und 16 Fachlehrern unterrichtet werden. Seit 1895 besteht eine Spezialklasse für Schwachbegabte (17 Schüler), die unter der Leitung einer Lehrerin steht; 12 seit 1896 eingerichtete Jugendhorte (oder classes gardiennes) mit jetzt 330 Kindern im Alter von 7-14 Jahren sind ausschliesslich für solche Schüler bestimmt, die während der Freistunden nicht von ihren ¶
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Eltern beaufsichtigt werden können. Sie werden von 8 Lehrerinnen und 4 Lehrern geleitet. Daneben sind an das Lehrer- und Lehrerinnenseminar noch besondere Uebungsschulen angegliedert. Die Stadt gibt jetzt für das Volksschulwesen jährlich 439500 Fr. aus. Ferner unterstützt die Stadt die seit 1889 verabfolgte sog. Schülersuppe (Œuvre des cuisines scolaires) und die 1884 gegründeten Ferienkolonien für arme oder kränkliche Volksschulkinder, welch' beide Unternehmungen ihr Dasein der Privatinitiative verdanken und in der Hauptsache aus freiwilligen Beiträgen unterhalten werden.
Die Schüler der Volkschule erhalten Schwimmunterricht und haben Gelegenheit zur Benutzung von Bädern und Duschen. Ein besonderer Schularzt sorgt für ihr körperliches Wohl. Für junge Leute im Alter von 16-19 Jahren bestehen seit 1883 besondere Ergänzungsschulen, die jetzt 15 Klassen mit 6 Fachlehrern zählen. Einen entsprechenden Fortbildungsunterricht erhalten viele junge Leute auch in den von verschiedenen Gesellschaften der Stadt eingerichteten Spezialschulen.
Eine von 2 Lehrerinnen geleitete Haushaltungsschule (Kochen, Waschen und Glätten, Haushaltung) und eine unter 4 Lehrerinnen stehende Fachschule für Damenschneiderei und Lingerie (Zuschneiden, Weissnähen, Kleidermachen) sind 1899 eingerichtet worden und kosten jährlich 25840 Fr. Dann leistet die Stadt noch an die von 15 Gesellschaften unterhaltenen beruflichen Fortbildungsschulen einen jährlichen Beitrag von 15000 Fr. Die Stadt veranstaltet jedes Jahr vor Beginn der Sommerferien für die Schüler der Volks- und Haushaltungsschulen ein besonderes Jugendfest (die althergebrachte «Fête du Bois»),
das in den Waldungen von Sauvabelin gefeiert wird und eines der beliebtesten und originellsten Volksfeste von Lausanne ist. Ein ähnliches Fest wird auch den Zöglingen der Mittelschulanstalten geboten. Neben den gewöhnlichen Tagesschulen bestehen für schulpflichtige Kinder, die tagsüber in Bureaux, Läden oder Werkstätten beschäftigt sind, noch besondere Abendkurse. Es gibt in Lausanne ferner noch eine Reihe von Privatschulen (mit zusammen 880 Schülern in 13 Klassen), die alle unter der direkten Aufsicht der städtischen Behörden stehen und deren jährlichen Examina Abgeordnete derselben beiwohnen.
Dazu kommen eine freie Schule mit zwei Klassen, die Schule des 1726 gestifteten Waisenhauses und eine katholische Schule mit 14 Klassen. Die Stadt unterhält neben den genannten Schulen noch eine höhere Töchterschule (Ecole supérieure communale des jeunes filles), die 1849 gegründet und wiederholt (zuletzt 1891) reorganisiert worden ist. Die seit dem in einem prächtigen Schulhaus in Villamont untergebrachte Anstalt nimmt Schülerinnen vom Alter von 10 Jahren an auf und umfasst eine untere Abteilung von 5 Klassen (10-15 Jahre) und ein Gymnasium mit dreijähriger Schulzeit (15-18 und mehr Jahre), das in eine humanistische, realistische und pädagogische Abteilung zerfällt.
Dieses Gymnasium erteilt an fremde Schülerinnen, die den bezüglichen Spezialkurs mit Erfolg absolviert haben, ein Fachlehrerinnendiplom für den Unterricht in französischer Sprache und an Abiturienten des regelmässigen dreijährigen Kursus ein Maturitätszeugnis, das sie zur Immatrikulation an der philosophischen, juristischen und naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Lausanne berechtigt. Das Lehrpersonal besteht aus einem Direktor, 13 Lehrerinnen und 17 Lehrern; Budget: 84100 Fr. Eine ähnliche Anstalt ist die freie Ecole Vinet mit höherer Töchterschule und Gymnasium, die 1839 auf Anregung von Alexander Vinet gegründet worden ist, 18411847 unter dessen Direktion stand, 1884 reorganisiert wurde und seit 1898 in einem eigens zu diesem Zweck erbauten grossen und schönen Gebäude mit weiten Wiesenanlagen und botanischem Garten untergebracht ist. Sie umfasst 7 Klassen für Mädchen im Alter von 8-16 Jahren, ein 2 klassiges Gymnasium für Mädchen von 16 und mehr Jahren und eine Oberabteilung für ältere Schülerinnen und für Damen. Die Schule erteilt fremden Schülerinnen ein Fähigkeitsdiplom für den Unterricht in französischer Sprache. Alle Schulen der Stadt Lausanne sind in sehr schönen Schulhäusern untergebracht, für deren Bau die Stadt seit 1874 mehr als 3 Millionen Franken ausgegeben hat.
Dem höhern Unterricht dienen die kantonalen Mittel- und Hochschulanstalten. Von diesen haben ihren Sitz in der Stadt Lausanne die landwirtschaftliche Schule, das Lehrer- und Lehrerinnenseminar, die Handelsschule, die Industrieschule, das Realgymnasium, das Progymnasium (Collège cantonal), das humanistische Gymnasium und endlich die Universität.
Die im Gebäude des landwirtschaftlichen Institutes auf dem Champ de l'Air untergebrachte kantonale landwirtschaftliche Schule (École cantonale d'agriculture) ist 1870 gegründet worden und nimmt hauptsächlich Bauernsöhne (gegenwärtig 45-50 Schüler) im Alter von mindestens 16 Jahren auf, die während 2 Winterhalbjahren von 21 Professoren (von denen mehrere auch der Universität angehören) theoretisch und praktisch unterrichtet werden. Zu den praktischen Unterrichtsgegenständen gehören Kurse im Korbflechten und Pfropfen von Weinreben und Obstbäumen. Der Schule sind eine landwirtschaftliche Bibliothek und ein landwirtschaftliches Museum mit Spezialsammlung für Zootechnik angegliedert. Sie verabfolgt ihren Schülern ein Diplom. Jährliches Budget: 18000 Fr.
Das 1901 in einem grossen Gebäude am Bugnon (unmittelbar unterhalb vom Champ de l'Air) untergebrachte Lehrer- und Lehrerinnenseminar bildet Waadtländer Volksschullehrer beider Geschlechter aus. Die Anstalt umfasst folgende Abteilungen: 1. ein Lehrerseminar mit ¶