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Vor 40 Jahren: Unfalltod von Fürstin Gracia Patricia
Am 14. September September 1982 verstarb die Fürstin von Monaco bei einem Autounfall. Über die Ursache wird bis heute gerätselt.
Man kannte sie aus Hollywood-Spielfilmen wie «High Noon» (mit Gary Cooper) oder «Mogambo» (mit Clark Gable). Für ihre Rolle im Hitchcock-Streifen «Ein Mädchen vom Lande» erhielt sie 1955 einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Und am 19. April 1956 verbanden sich Hollywood und Hochadel: Die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly heiratete Fürst Rainier III. von Monaco, den sie ein Jahr zuvor an den Filmfestspielen von Cannes kennengelernt hatte.
Für die Auflösung von Grace Kellys Vertrag für die geplante Filmkomödie «Warum hab‘ ich ja gesagt?» erhielt das Filmstudio MGM die exklusiven Filmrechte an der Hochzeit. Das Studio bezahlte auch das knapp 8000 Dollar teure Hochzeitskleid aus Brüsseler Spitze. Rund 100 Journalisten begleiteten die 25-jährige Braut auf der achttägigen Seereise zur Hochzeit. Die nach langwierigen Gesprächen ausgehandelte Mitgift betrug zwei Millionen US-Dollar und wurde jeweils zur Hälfte von Grace Kelly und ihrem Vater aufgebracht.
30 Millionen schauen zu
Die Trauung in der Kathedrale von Monaco verfolgten mehr als 30 Millionen Menschen am Fernsehen. Geladen waren berühmte Schauspielerinnen und Schauspieler wie Gloria Swanson, Ava Gardner oder David Niven. Hochrangige Prominenz aus der Politik sowie der europäische Hochadel fehlten jedoch.
Grace Kelly gab ihre Schauspielkarriere auf und widmete sich als Fürstin Gracia Patricia und Landesmutter des Fürstentums Monaco repräsentativen und wohltätigen Aufgaben. Das Paar bekam drei Kinder: Caroline, Albert und Stéphanie. Doch das Leben als Fürstin ohne eigentlichen Beruf gestaltete sich in den Anfängen schwierig. Die Amerikanerin kam mit der höfischen Etikette und der autoritären Art ihres adeligen Ehemannes nicht zurecht. Zudem verstand und sprach sie nur schlecht französisch.
Nach dem Tod ihres Vaters und zwei Fehlgeburten litt die Fürstin unter Depressionen. Zur Heilung erlaubte ihr der Fürst, ins Filmgeschäft zurückzukehren, um etwa einen weiteren Film mit Alfred Hitchcock zu drehen. Unter grossem Druck der monegassischen Öffentlichkeit, die die Schauspielerei für unvereinbar mit den Aufgaben einer Landesmutter hielt, musste Gracia Patricia diese Pläne und damit ihre Karriere endgültig aufgeben.
Schwieriger Weg zur Landesmutter
Mit der Zeit beherrschte die Fürstin die Landessprache besser. Sie gewöhnte sich ans Hofzeremoniell und gewann Sicherheit im Umgang mit ihren Untertanen und deren südländischer Mentalität. Als das Fürstenpaar 1974 das silberne Thronjubiläum Rainiers feierte, hatte die Fürstin ihre amerikanische Staatsbürgerschaft aufgegeben und trat in der Landestracht auf. Die von ihr organisierten Wohltätigkeitsveranstaltungen zum Wohle Monacos hatten die Bevölkerung mehr und mehr für sie eingenommen.
Die schöne Fürstin setzte mit ihren stilsicheren Auftritten weltweit modische Trends. Ihre Präsenz verhalf Monaco zu neuem Ansehen und wirtschaftlichem Aufschwung. Die berühmte Landesmutter verhalf dem kleinen Staat zu grosser Bekanntheit und förderte den Tourismus. Ende der 1960er Jahre hatte sich das Fremdenverkehrsaufkommen verglichen mit der Zeit vor der Hochzeit verzehnfacht. Monte Carlo wurde auch dank ihrer Ausstrahlung zum Hotspot der Reichen und Berühmten aus aller Welt. Höhepunkt der Saison war jeweils der Rotkreuz-Ball.
Tod mir bloss 52 Jahren
Gracia Patricia starb bereits im Alter von 52 Jahren bei einem Autounfall. Auf der Heimfahrt aus ihrer Sommerresidenz kamen die Fürstin und ihre damals 17-jährige Tochter Prinzessin Stéphanie am 13. September 1982 in einer Haarnadelkurve aus ungeklärten Gründen von der Strasse ab und stürzten einen Abhang hinunter. Im gleichen Gebiet hatte Grace Kelly bei der Verfolgungsjagd im Hitchcock-Film «Über den Dächern von Nizza» mitgespielt.
Zunächst sah es nach Schnittwunden, Quetschungen und Knochenbrüchen aus, doch nach einer Operation fiel die Fürstin ins Koma. Computertomographische Untersuchungen zeigten, dass Gracia Patricia kurz vor dem Unfall einen leichten Schlaganfall und beim Unfall eine Hirnblutung erlitten hatte. Sie erlag am Folgetag ihren Verletzungen, nachdem die Angehörigen ihr Einverständnis zum Abstellen der lebenserhaltenden Maschinen gegeben hatten. Prinzessin Stéphanie erlitt eine Gehirnerschütterung und einen Wirbelbruch.
Drei Tage nahmen die Monegassen am offenen Sarg in der Schlosskapelle Abschied. An der Beerdigung am 18. September 1982 nahmen 800 geladene Trauergäste teil. 100 Millionen Zuschauer:innen weltweit sassen vor dem Fernseher. Über den Unfallhergang wurde viel spekuliert. Doch keine der Theorien – etwa dass die minderjährige Prinzessin am Steuer gesessen habe, ein Ärztefehler oder eine Beteiligung der südfranzösischen Mafia – konnte je bewiesen werden.
Was geschah vor zehn, zwanzig, fünfzig oder über 100 Jahren?
Ob längst vergangen oder noch frisch im Gedächtnis: Diese Unfälle, Verbrechen und Katastrophen bewegten die Schweiz und die Welt. Geschockt sassen die Menschen vor der Zeitung, dem Radio und den Fernsehschirmen und trauerten mit den Betroffenen. Filme und Dokumentationen erinnern an die grossen Unglücke und lassen uns die Verstorbenen nicht vergessen.