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Copyright Fotos und Text by Piers Armstrong und BrazilMax
Der berühmteste Platz in Salvador heisst „Pelourinho“ – benannt nach dem historischen Schandpfahl, an welchen aufsässige Sklaven angekettet und ausgepeitscht wurden. Heute wird das gesamte historische Stadtviertel drum herum nach ihm benannt. Nach dem gesellschaftlichen Niedergang während des zwanzigsten Jahrhunderts, verfiel diese ehemalige Patrizier-Enklave mit ihren vornehmen Villen zu einem gefährlichen Rotlicht-Distrikt. Wie vom berühmten bahianischen Romancier Jorge Amado 1960 beschrieben, war der Pelourinho aber auch der Ort kultureller Initiative und Versammlungsort von verschiedenen afro-brasilianischen Praktikern. Und viele europäische Touristen waren ausserdem mehr an seiner lebendigen Kultur interessiert, als dass sie ihn fürchteten – eine Haltung, die stark mit jener der ansässigen weissen Elite kontrastierte, welche die Gegend mieden. Diese positive Persistenz veranlasste die örtlichen Behörden, den Pelourinho-Distrikt zu restaurieren und damit auch einen spektakulär erfolgreichen Kommerzialisierungs-Prozess des historischen Stadtteils einzuleiten. Heute ist er rehabilitiert – sowohl die Einheimischen als auch die Touristen machen hier am liebsten ihre Spaziergänge – auf dem Pelourinho gelingt es ihnen sogar, die Gegensätze zwischen arm und reich zu vergessen.
FÜR ARME IST DER KARNEVAL ARBEIT
Viele traditionelle Sektoren der bahianischen Wirtschaft liegen heute am Boden. Das Dienstleistungsgewerbe, besonders für Tourismus und Freizeit, scheint der Weg in die Zukunft zu sein. Der Sommer-Tourismus, welcher im Karneval seinen Höhepunkt findet, füllt eine grosse Lücke im Leben der Arbeitslosen aus. Und der Karneval ist eine besondere kommerzielle Chance für Gelegenheits-Verkäufer, die meisten von Ihnen äusserst arm. Die Minimum-Formel ist ein Steropor-Behälter mit Eis drin und gefüllt mit Cola-Büchsen aus dem Supermarkt. Früher waren die Parade-Avenidas gesäumt mit solchen Getränkehändlern – neuerdings, mit den grösseren Investitionen der Getränkekonzerne, hat man diese Leute an die Peripherie des Geschehend verdrängt. Sie kampieren oft auf der Strasse während des Karnevals, verkaufen ihre Büchsen, beobachten das Geschehen als Zaungäste und verteidigen ihren Stammplatz gegen andere Verkäufer und gegen die Polizei. Ihre Gewinnmargen sind unvorhersehbar. Viele der traditionellsten Aspekte des Karnevals werden in dieser Notbehelfs-Gemeinschaft sichtbar.
Foto Nr. 20: „Tenda dos milagres“
Die Leute im Vordergrund erklettern die Treppenstufen zu einer der Avenidas, auf denen die Paraden stattfinden – nur ein paar Meter entfernt von der Szene. Der Junge, der am Pfosten lehnt scheint in sich versunken und weit weg vom Geschehen um ihn herum.
Foto Nr. 21: „Ciclo de Cana“
Von der Pflanzung in die Stadt: Über die Jahrhunderte hat sich die brasilianische Wirtschaft durch eine Serie von verschiedenen Produkt-Booms ausgezeichnet – regelmässig gefolgt vom entsprechenden Niedergang. Der erste war der Zucker, und die Bewirtschaftung der Plantagen durch die verschleppten afrikanischen Sklaven waren der wirtschaftliche Impuls für die Küstengebiete des Nordostens, inklusive der „Allerheiligenbucht“, an der Salvador liegt. Auf dem Foto, im Hintergrund rechts, sieht man Zuckerrohrstengel, die für den Kunden ausgequetscht werden, und mit Eis versehen ein beliebtes und vitaminreiches Getränk darstellen, den „Caldo de Cana“.
Foto Nr. 22: „A Cena“
Das Mittagsmahl einer Familie, die inmitten der Unordnung ihr Appartement ohne Dach eingerichtet hat – die Schuhe aufgehängt an der Wand. Das kleine Mädchen hat sich ihren Tisch auf einem Stuhl bereitet. Der Vater scheint ein methodischer Mann – er ist die Respektsperson mit Hut. Der Kleinste, mit einem grossen Löffel in der Hand, ist im Begriff ihn aus einem Topf zu füllen – scheint mir ein bisschen ernst für sein Alter. Sicher ist die allgemeine Einrichtung das Werk der Frau, die uns den Rücken zukehrt und mit ihren Töpfen beschäftigt ist.
Foto Nr. 23: „Atrás dos bastidores“
Hinter den Kulissen, nur zirka 100 Meter vom Zentrum des Karnevalgeschehens entfernt, hat man eine Zugangsstrasse für den Verkehr gesperrt. Sie ist von den ambulanten Lunch- und Getränkeverkäufern besetzt, die hier auch über Nacht kampieren. Auf dem Foto schabt die Frau im Vordergrund die Schale von einem Zuckerrohrstengel, um den Saft herauszupressen. Die Betondächer sind Unterstände von Bushaltestellen – vom Dach im Vordergrund hängt das Bein eines Karnevals-Beobachters herunter.
Foto Nr. 24: „Picolé“
So heisst das Eis am Stil in Brasilien, dessen Verkäufer man in allen Städten antrifft. Alle Personen auf diesem Foto sind miteinander verwandt. In der grossen Steropor-Kiste mit Eis befinden sich Bierbüchsen, die von der grossen Frau rechts angeboten werden. Im Schoss der sitzenden Frau links sitzt die Tochter der Schwangeren in der Mitte, die sich gerade anschickt, ihre „Picolés“ unter die Menge zu bringen, die sie in der Eisbox am Schulterriemen trägt.
Der Karneval wird innerhalb einer ganzen Reihe von Organisations-Levels zelebriert. Grosse so genannte „Blocos“ verlangen 100 bis 500 Reais (zwischen 30 bis 150 Euro) für die Teilnahme an ihren Paraden, um zusammen mit ihren Mitgliedern innerhalb der durch Absperrungsseile markierten Avenidas tanzen zu dürfen. Die Musik kommt von einem der zahlreichen „Trios elétricos“ montiert auf einem Truck. Die Fernsehsender konzentrieren sich mit ihren Übertragungen auf jene grösseren „Blocos“. Die so genannten „Blocos afro“ wurden einst von afro-brasilianischen Mitgliedern als exklusive „schwarze“ Kommunen gegründet, die meisten haben sich inzwischen aber der kommerziellen Chance mit Touristen geöffnet. Kleinere Gruppierungen mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Dimensionen versammeln sich in den schmalen Gassen des historischen Zentrums von Salvador, dem „Pelourinho“. Dort findet man alle Verrücktheiten dieser Welt: von exzentrischen Individuen in unbeschreiblichen Kostümen, bis zu gemischten Kommunen, wie zum Beispiel kleinere Theater- und Tanz-Truppen, die ihre Arbeit auf der Strasse präsentieren – bis zu kleinsten Karneval-Blocos. Dieses Areal ist ausserdem der beste Ort für die vielen kostümierten Kinder.
Foto Nr. 25: „Carlinhos Brown“
Er ist schon zu Lebzeiten eine Legende, der Gründer des innovativen Blocks „Timbalada“ aus dem Jahr 1990 – er selbst ein Meister der Perkussion und Komponist bahianischer Musik. Sein Sound basiert auf der Musik des „Candomblé“ sowie lokalen, Jahrhunderte alten Rhythmen, die er mit neuer Technologie plus internationalen Pop-Einflüssen und einer exzentrischen Kreativität aufmischt. Auf dem Foto sehen wir Carlinhos oben auf dem Top seines „Trio elétrico“ – mit dem Meer im Hintergrund, wie ein rahmender Fernseh-Monitor.
Foto Nr. 26: „Garota Timbalada“
Eine junge Frau aus der Timbalada-Truppe: ihre Körperbemalung ist nicht etwa original afro-brasilianisch oder indianisch, sondern eine freie künstlerische Gestaltung, die sich an verschiedenen afrikanischen Motiven orientiert und auch neue Formen einbegreift. Die auf allen Timbalada-Tänzern wiederkehrenden Motive suggerieren die Benutzung eines Stempels. Partielle Nacktheit ist ein anderer tabubrechender Akt, den man der Timbalada-Gruppe zuschreibt. Im Allgemeinen findet man die extravagante, fetischistische Idealisierung der nackten Frau, wie sie im Rio-Karneval präsentiert wird, im bahianischen Karneval nicht. Als ein Ereignis des Miteinander, mit weniger definierten Grenzen zwischen Darstellern und Teilnehmern, müssen die Verhaltensregeln der Gesellschaft in diesem Fall konventioneller gehalten werden.
Foto Nr. 27: „Bloco Didá e Neguinho do Samba“
Zu den bedeutendsten Begründern der „Axé-Musik“ gehört zweifellos Neguinho do Samba, der den Samba-Reggae-Rhythmus schuf, als er noch Direktor des Afro-Bloco Olodum war. Er verliess Olodum dann, um mit einem viel kleineren, nur aus Frauen bestehenden Bloco, zu arbeiten, der nach seiner Leiterin Didá benannt war (einer Abkürzung von Adriana). Im Vordergrund des Fotos sehen wir Neguinho do Samba, der mit dem Rücken zur Kamera und erhobenen Händen seine Band dirigiert – die, nur während des Karnevals , auch junge Männer zulässt. Didás Gesicht ist ganz rechts zu sehen – mit Kuhglockenspiel in der Hand – ihr Gesicht erhoben in musikalischer Konzentration.
Foto Nr. 28: „O vendedor de café“
Kaffee wird den herumtollenden Karnevalsenthusiasten zu jeder Tages- und Nachtzeit in den Strassen von Salvador angeboten – von herumwandernden Verkäufern, die mit einem Arsenal von Thermoskannen und Plastik-Wegwerfbechern ausgerüstet sind. Einige der findigen Kaffee-Boys rüsten sogar ihren Wagen mit bunten Lichtern und Sound aus – in diesem Fall wurde der Verkäufer von einem neuen Afro-Bloco in ihre Parade integriert. Neben dem heissen Kaffe kann man bei ihm noch Bonbons und andere Süssigkeiten und Zigaretten erstehen – letztere werden oft auch einzeln, zusammen mit einem Becher heissen Kaffees, verlangt. Seine meisten Kaffeekunden sind im Alltag die Strassenarbeiter. Die anderen Berufstätigen pflegen in Restaurants zu essen, wo der Kaffe im Allgemeinen als Nachtisch serviert wird. Die Kaffee-Strassenverkäufer sind ein klassisches Beispiel für die informelle, schwarze Marktwirtschaft – ohne Dokumente, ohne Steuern, schlecht bezahlt, aber oft verdienen sie doch mehr als jene von einem Mindestlohn abhängigen, vertragsgebundenen Angestellten.
Foto Nr. 29: „Cafuzas“
Die verschiedenen rassischen Mischungen werden im reichen Vokabular des brasilianischen Portugiesisch alle nach ihren entsprechenden ethnischen Einflüssen erfasst und bezeichnet: der „Mulato“ entstand aus einer Mischung von Schwarz und Weiss – der „Cafuzo“ ist eine schwarze und indianische Mischung – der „Caboclo“ eine weisse und indianische Mischung (wie der „Mestizo“ im Spanischen). Diese lokale Tanzgruppe ist aber keine ethnisch konstante – die meisten würden sich wohl als Afro-Brasilianer bezeichnen. Ihre Kostüme sind denen von Indianern nachempfunden – gemischt mit verschiedenen afrikanischen Elementen.
Foto Nr. 30: „Marcha“
Foto Nr. 31: „Máscaras“
Masken sind auch im europäischen Karneval sehr beliebt – besonders in Venedig sind sie das Kennzeichen der Karnevalsbälle. In diesem Fall hat eine kleine Kommune ein ganzes Jahr an diesen Masken gebastelt, die verschiedene Gottheiten des „Candomblé“ darstellen sollen – sie ziehen tollend durch die schmalen Gassen des Pelourinho.
Foto Nr. 32: „Cantar é contar“
Singen, das heisst erzählen! Diese kleine Samba-Truppe spielt Brasiliens charakteristischsten Sound – auch ausserhalb der Karnevalszeit. Der grundlegende Stil des Samba wurde zwar in Rio de Janeiro kreiert, sein Rhythmus stammt aber aus Bahia, und hier gibt es dazu etliche lokale Klangveränderungen. Die abgebildete Gruppe tritt in improvisierten Kostümen auf, die mittels einer Schere etwas „verbessert“ wurden – sind Amateure, aber spielen gut und mit einer grossen Hingabe.
Karneval ist ein Zeitabschnitt ausserhalb der Normalität und bedeutet eine Chance, nur einen Moment lang auf eine fast magische Art und Weise betrachtet zu werden. Ebenso prächtig wie die Extravaganz einer Verkleidung, ist die Idee des einfachen Enthusiasten, auszuziehen, um seinen Spass auf den öffentlichen Strassen und Plätzen zu suchen, die ganze Ausdehnung der Stadt für seine Präsentation oder auch sein Untertauchen zu benutzen, in der Hoffnung, das Unerwartete zu entdecken oder – das Unerwartete für andere sein zu dürfen. Karneval ist eine Zeit der Illusionen – vorzugsweise unter einer Maske – aber auch eine Zeit, in der wir unsere Träume und Wünsche offen auszusprechen wagen, skizziert in unseren Kostümen und für wenige Momente auf unseren Lippen und in unseren Augen abzulesen.
Foto Nr. 33: „Filhas de Oxum“
Der kleine Bloco „Filhas de Oxum“ ist ein gutes Beispiel einer kommunitären Gruppe, die sich ausschliesslich dem Karneval widmet. Oxum ist die Göttin der Schönheit und der femininen Eitelkeit – und sie liebt das Gold! So wie unsereiner an die Sternzeichen glaubt, so glauben die Menschen in Salvador und der umgebenden Allerheiligenbucht an ihre Geburt unter dem Zeichen eines oder einer „Orixá“ – einer Naturgottheit des Candomblé. Ein beliebter lokaler Song behauptet „In dieser Stadt wird ein jeder von Oxum beschützt“ – und suggeriert, dass ein gewisses feminin-ästhetisches Flair die Persönlichkeit der Stadt und ihrer Umgebung prägt.
Foto Nr. 34: „A vidente“
Diese Seherin kennt das Zitat von Oscar Wilde „Jugend wird an die Jugend vergeudet“ wahrscheinlich nicht – aber auch sie scheint sich sicher, dass ihre Sicht der Dinge, die sie aus den Karten liest, ebenso bedeutend ist, wie ein hübsches Gesicht. In ihrer linken Hand hält sie einen Beutel voller Geldmünzen.
Foto Nr. 35: „Pé de pé“
Die Gays der bahianischen Hauptstadt sind gut organisiert unter ihrem dynamischen Aktivisten Luiz Mott. Die Transvestiten-Parade verschiedener Kategorien auf dem Praca Municipal, vor dem Bürgermeisteramt, ist immer eine besondere Attraktion. Der Gewinner vom Karneval 2000 war die Nummer 13 – sein gesamter Körper nur in dünne Holzplättchen und -platten gekleidet.
Foto Nr. 36: „Garoto legal“
Foto Nr. 37: „Povao sorridao“
Das Bad in der Menge. Dies ist ein Ausschnitt desselben Publikums der vorhergehenden beiden Fotos. Der Enthusiasmus der Zuschauer grenzt an Ausgelassenheit. Angesichts der Tatsache, dass sie einer Show von halbnackten Transvestiten applaudieren, kann man hier eine gesunde Toleranz der Abweichung von den im Allgemeinen vorherrschenden normalen gesellschaftlichen Normen beobachten – und einen guten Sinn für Humor.
Foto Nr. 38: „Prontas para a parada“
Ein Gemisch aus den amerikanischen Erfolgsserien „I dream of Genie“ und den „Flintstones“ scheint bei diesen Kostümen der Baby-Karnevals-Enthusiasten Pate gestanden zu haben. Im Allgemeinen werden besonders Mädchen in Brasilien, schon sehr früh in ihre klassische feminine Rolle eingewiesen. Jedoch diese beiden Mädchen sehen eher nach einem Kurs im Kick-Boxen aus oder sonst einer Kampfsportrolle.
Foto Nr. 39: „Sincretismo“
Der Ära der modernen Afro-Blocos ging eine andere Art von Karneval-Clubs voraus – die „Blocos de Índio“. Bei dem Indianer handelte es sich in diesem Fall nicht um den brasilianischen Eingeborenen sondern um die „Rothaut“ der Hollywood-Western. Dieser junge Mann gehört einem dieser wenigen noch überlebenden Blocos an – den „Apaches do Tororó“ (einem Distrikt in Salvador). Er schlägt die Timbau-Trommel – produziert in Sao Paulo aus synthetischem Material, auf der ein nach Yankee aussehender Adler als Symbol seines Clubs abgebildet ist. Hinter dem Trommler erhebt sich die „Igreja da Conceicao“ – bedeutender Ausgangspunkt für den Marsch zur „Igreja de Bonfim“ im Januar, welcher als bedeutendstes synkretistisch-religiöses Fest in Salvador gilt: Hinter dem „Nosso Senhor do Bonfim“ (Jesus) verbirgt sich im Synkretismus die Gottheit „Oxalá“.
Foto Nr. 40: „Nao somente brincadeira“
Dieses kleine Mädchen ist als typische Bahianerin verkleidet – in etwa! Denn in Wirklichkeit lässt die Kleidung der erwachsenen Bahianerinnen nicht den Nabel frei – was in diesem Fall wohl eher als persönlicher Komfort für die kleine Person zu bewerten ist. Die Samenketten sind blau und weiss, zu Ehren des Gottes Oxalá. Religiöse Samenperlenketten kann man billig überall kaufen, und sie werden oft auch nur aus rein ästhetischen Absichten zusammen mit den Kostümen getragen. Das Kind scheint macht sich sicher keine Gedanken über all das, sondern hat vor, sich an diesem Nachmittag mit etwas ernsterem zu beschäftigen – zum Beispiel dem Spass bei der Parade.
Foto Nr. 41: „Venus negra“
Die schwarze Venus hat die ganze Nacht hinter sich gebracht mit dem Marsch durch die Stadt mit ihrem „Bloco Ilé Ayé“ – jetzt ist sie erschöpft. Aber der Karneval verleiht den Menschen eine ungewohnte Energie. Das auffallende afro-inspirierte Kostüm ist in Rot, Gelb, Weiss und Schwarz gehalten – und selbst um diese Zeit sieht sie noch zum Anbeissen aus!
Foto Nr. 42: „Tristao e Isolda“
Sie heissen eigentlich Oliver und Sabrina, er ist ein ambitionierter Haarstylist, der sich auf jene beliebte Zöpfchen-Mode spezialisiert hat. Er „verwebt“ darin bunte Glasperlen und andere Objekte, und sein eigener Kopfputz ist seine Visitenkarte sozusagen. Seine Assistentin und Freundin Sabrina trägt bunte Stoffreste in ihrem Haar, die von Oliver eingewebt worden sind. Das unzertrennliche Paar erkennt man sogar in einer Menschenmenge sofort. Wie ihre Schwesterstadt Los Angeles ist Salvador geprägt von einer gewissen Extrovertiertheit, einem Hang für exzentrisches, manchmal schockierendes Auftreten.
Foto Nr. 43: „Final“
Eine Putzfrau nimmt sich einen Moment Zeit, um vom Balkon aus der Parade zuzuschauen – sie verdient zu wenig, um dabei sein zu können. Während die glitzernde Figur, rechter Hand von ihr, ganz im Stil des Karnevals angezogen ist – ohne Budget-Problem, denn sie ist nur eine Puppe. Auch der Karneval hat seine zwei Seiten!
- Copyright Fotos und Text by Piers Armstrong und BrazilMax
- Deutsche Übersetzung Klaus D. Günther für BrasilienPortal