Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/84151

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem Bericht darzulegen, wie er die Feuerbrandforschung der nächsten vier Jahre ausrichten wird. Dabei ist aufzuzeigen, wie er die Anliegen des Natur- und Landschaftsschutzes bei der Forschung ebenbürtig zu den Forderungen der Obstproduzenten behandeln wird. Es muss ein Forschungsschwerpunkt "Hochstammbäume" eingeführt werden, und "natürliche" Strategien müssen Vorrang vor chemischen Eingriffen und Rodungen haben.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat am 7. Dezember 2007 in Beantwortung von zwei parlamentarischen Vorstössen zur Feuerbrandbekämpfung (Postulat der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei 07.3299 vom 5. Juni 2007, "Effiziente Bekämpfung des Feuerbrandes", und Postulat Büchler 07.3511 vom 22. Juni 2007, "Feuerbrandbekämpfung")  einen ausführlichen Bericht zuhanden des Parlamentes vorgelegt. Darin werden neben der Bekämpfungsstrategie Massnahmen, wie insbesondere die Forschung (Diagnostik, biologische und chemische Bekämpfung, Biologie und Virulenz des Krankheitserregers, Resistenzzüchtung), dargestellt. </p><p>Der Bundesrat hat zudem im Zusammenhang mit der Motion Müller Walter 07.3448 vom 21. Juni 2007, "Mehr Forschung für den Obstbau", den Forschungsetat des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) für 2008 bis 2011 durch interne Umlagerung um 0,5 Millionen Franken pro Jahr erhöht, was erlaubt, die Forschung auszuweiten und zu vertiefen. Entsprechend konnten zusätzliche Projekte vergeben werden.</p><p>Das Feuerbrandproblem soll in einem aktiven Gedankenaustausch angegangen werden. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, eine Begleitgruppe Obstbauforschung Feuerbrand einzusetzen. Die Anliegen des Postulates können in dieser Begleitgruppe bearbeitet werden. Der Natur- und Landschaftsschutz ist bei der Erforschung von Massnahmen gegen den Feuerbrand angemessen zu berücksichtigen. Der Bundesrat ist der Meinung, dass ein weiterer Bericht nicht notwendig ist.</p><p>Die Forschungsanstalten Agroscope und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) forschen praxisnah. Die Branchenforen nehmen Forschungsanliegen von interessierten Kreisen - so auch von Umweltverbänden und Konsumentenorganisationen - auf, priorisieren diese und geben Empfehlungen zur Umsetzung ab. </p><p>Agroscope Changins-Wädenswil (ACW) ist in engem Praxiskontakt primär über die kantonalen Fachstellen für Obstbau und Pflanzenschutz, aber auch im Rahmen von Versuchen auf Landwirtschaftsbetrieben im Umfeld von natürlichen Befallsherden und zahlreichen Kontakten an Fachveranstaltungen in den Kantonen. Die Kantone organisieren und überwachen den Vollzug der Feuerbrandbekämpfung und haben dadurch eine gute Übersicht über ergriffene Massnahmen und deren Auswirkungen. Dieses Wissen wird regelmässig zwischen Kantonen und Agroscope ausgetauscht. </p><p>Freilandexperimente mit dem Erreger sind gemäss Pflanzenschutzverordnung nicht zugelassen, sodass Versuche in der Schweiz unter Quarantänebedingungen durchgeführt werden müssen. Um dennoch Erfahrungen im Freiland zu sammeln, arbeitet ACW seit mehreren Jahren mit Forschungsinstituten in Deutschland und den USA zusammen. Zudem hat ACW bereits seit dem ersten grösseren Auftreten in natürlichen Befallsherden Feuerbrandversuche durchgeführt.</p><p>ACW und FiBL unterstützen das BLW und die Kantone mit wissenschaftlichen Grundlagen für die Vollzugsstrategien und suchen nach alternativen Lösungsansätzen zu Streptomycin, wie beispielsweise den Einsatz von Antagonisten oder die Entwicklung resistenter Sorten. Ende Februar 2008 wurde ausserdem Blossom protect für die Anwendung im Jahr 2008 zugelassen. Dieses Produkt kann als Alternative zu Streptomycin, allerdings mit etwas geringerer Wirksamkeit, verwendet werden.</p><p>ACW wird die Art und Weise der Feuerbrandausbreitung im Rahmen des Projekts "Pathogen Biologie und Epidemiologie" bearbeiten. Aktuell bei ACW laufende Experimente haben zum Ziel, das Verständnis der Beziehung zwischen Pflanzenphysiologie und Feuerbrandanfälligkeit zu verbessern. Das FiBL wird in einem Projekt feuerbrandtolerante Apfel- und Birnensorten sowie Wurzelunterlagen prüfen. ACW und FiBL sind im Bereich Feuerbrandforschung hervorragend vernetzt und beziehen neueste Erkenntnisse der Forschung in ihre Arbeiten ein, insbesondere auch was die Entwicklung der Krankheit und das Genesungspotenzial betrifft.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.