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VORGESCHICHTE
Die Operette spielt um 1450 in Titipu, wo der Kaise, der damals den Titel Mikado führte, das Flirten bei Todesstrafe verboten hat. Dieses Gesetz fordert so viele Opfer, dass sich die Obersten der Stadt entschliessen, einfach den nächsten, der hingerichtet werden solle, zum Oberhofscharfrichter zu machen. Weil die genaue Reihenfolge der Todesurteile eingehalten werden muss, ist sichergestellt, dass es keine weitere Hinrichtung geben kann, bevor sich dieser nicht selbst enthauptet hat. Alle weiteren Verurteilten werden gegen Kaution freigelassen. So wird der Kimono-Schneider Ko-Ko begnadigt und in den Rang des Oberhofscharfrichters erhoben, der nun fortan für die Hinrichtungen zuständig ist; seine eigene zuallererst.
Aus Protest über diesen „Emporkömmling“ sind alle Minister und Träger öffentlicher Ämter zurückgetreten. Daraufhin hat Pooh-Bah sämtliche Funktionen übernommen - einschliesslich der dazugehörigen Gehälter. Das hat zur Folge, dass er schon mal mit sich selbst in Konflikt gerät.
Ko-Ko ist mit der jungen und hübschen Yum-Yum verlobt. Diese hat sich aber in Nanki-Poo verliebt, den Sohn des Mikado. Dieser ist vor der Zwangsheirat mit Katisha, einer älteren Hofdame, geflohen und reist seitdem inkognito als fahrender Musikant durch die Lande.
ERSTER AKT
Hof vor Ko-Kos Palast in Titipu
Im Palast Ko‑Kos erscheint der als wandernder Sänger verkleidete Nanki‑Poo, um nach Yum‑Yum, seiner Liebsten, zu suchen; sie soll, wie er gehört hat, Ko‑Ko heiraten. Dieser ist in der Gunst des Kaisers aufgestiegen, da er dessen harte Gesetze, vor allem aber die Wahrung der Sitten, treulich befolgt. Die drei Mädchen, Yum‑Yum, Pitti‑Sing und Peep‑Bo, erscheinen und interessieren sich sehr für den jungen Mann. Auch Ko‑Ko kommt, erzählt von seinen Taten und Wünschen; er kündigt an, die schöne Yum‑Yum demnächst zu heiraten. Als Nanki‑Poo und Yum‑Yum allein bleiben, gesteht der junge Mann seine Liebe, die jedoch unerfüllbar scheint. Ko‑Ko kommt zurück und berichtet, dass er seines Amtes enthoben werde, wenn er nicht innerhalb eines Monats jemanden hinrichten lasse. Nanki‑Poo bietet sich als Opfer an, wenn er dafür Yum‑Yum einen Monat lang bei sich haben dürfe. Ko‑Ko willigt ein, sehr zum Unwillen Katishas, die allein weiss, dass Nanki‑Poo, den sie für sich haben möchte, der Sohn des Mikados ist. Sie eilt zum Herrscher, um ihm davon zu berichten.
ZWEITER AKT
Ko-Kos Garten
Yum‑Yum wird zur Hochzeit geschmückt. Ko‑Ko und Nanki‑Poo erscheinen. Ko‑Ko ist in grosser Sorge, da ihm gesagt wurde, wenn Nanki‑Poo sterbe, müsse seine Frau Yum-Yum ihm folgen. Der Mikado und die Hofdame Katisha treffen ein. Der Herrscher will sich vergewissern, ob die angeordnete Hinrichtung schon stattgefunden hat, und erfährt, dass Nanki‑Poo tot ist. Jetzt wird bekannt, dass der angeblich hingerichtete, der fahrende Sänger Nanki‑Poo, der Sohn des Mikados war. Allgemeine Bestürzung wird laut, da der Mikado verkündet, den Schuldigen in Öl sieden zu lassen. Ko‑Ko bittet Nanki‑Poo, von dem Vertrag zurückzutreten; dieser willigt unter der Bedingung ein, dass er Yum‑Yum heiraten dürfe, während Ko‑Ko Katisha zur Frau nehmen solle. Es bleibt Ko‑Ko nichts anderes übrig, als sich zu fügen. Der Mikado ist damit zufrieden; Nanki‑Poo stellt seine Braut vor.