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Doma Vaquera
Doma Vaquera, die traditionelle Reitkunst der spanischen Hirten, war und ist vor allem eine Arbeitsreitweise. Sie ist der Ursprung des Westernreitens und kann als Kernstück des “ Iberischen Reitens ” gesehen werden. 1971 wurden die ersten Doma Vaquera Turniere organisiert. Die Aufgabenstellung enthält alle Elementeder ursprünglichen Feldarbeit wie Schrittarbeit, Pirouetten auf der Vorderhand und Hinterhand, Traversalen, starke Galoppbeschleunigung mit unvermitteltem Halt, darauf folgendem Rückwärtsrichten und erneutem starkem Galopp sowie dynamische, herumgeworfene Vaquerowendungen im Schritt und Galopp. Diese Arbeitsdressur wurde durch Lektionen der klassischen Dressur erweitert.
Vaquero
wird der Reiter/in genannt und die Garrocha ist das Werkzeug des Vaqueros. Eine 3-4m lange Holzstange mit einem Eisenspitze. Mit der Garrocha wird das Vieh gelenkt oder auf Distanz gehalten. Die bevorzugte Pferderasse für diese Arbeitsreitweise ist nicht wie allgemein vermutet wird der P.R.E. (Pura Raza Espagnol) sondern, der Cruzado oder der Tressangre.
Diese Rassen sind im Gebäude leichter und durch ihren hohen Blutanteil schneller und wendiger.
Pura Raza Espagnol (PRE):
Ursprünglich wurde über Jahrhunderte hinweg in Spanien, für die Arbeit auf dem Feld ausschliesslich der bodenständigen Pferdetyp (PRE) eingesetzt.
Diese Rasse bringt sämtliche körperlichen und mentalen Eigenschaften mit, die ein gutes Hirtenpferd haben sollte.
Der Hispano-Araber:
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde begonnen, der PRE mit Arabischem Vollblut einzukreuzen um ein leichteres und rassigeres Pferd hervor zu bringen.
Aus diesen Versuchen, die sich besonders auf die Stierkampfpferde als sehr fruchtbringend erwiesen, entstand eine mittlerweile sehr beliebte, "neue Rasse" der Hispano-Araber, der in Spanien in einem eigenen Stutbuch geführt wird. Der Hispano-Araber ist temperamentvoller und wendiger als der PRE und gleichzeitig sehr robust. Von einem klassischen Hispanoaraber spricht man dann, wenn jeweils ein Elternteil des Tieres ein PRE bzw. ein arabisches Vollblut ist.
Der "Cruzado" (Tressangre - Dreiblut):
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts siedelte sich im südlichen Spanien eine zusehends grösser werdende Gruppe englischer, französischer und irischer Industrieller an. Diese Menschen brachten Sportveranstaltungen wie Pferderennen,Polo und Springreiten in Mode, wofür das barocke Spanische Pferd nicht geeignet war.
Also begannen viele Züchter in Südspanien ihre spanischen oder hispanoarabischen Stuten mit Englischen Vollbluthengsten zu decken. So entstand innerhalb kurzer Zeit ein ganz neuer Pferdetyp, der sogenannte Tressangre - das "Dreiblut". Es vereint die Robustheit und Wendigkeit des PRE, die Schönheit, Spritzigkeit, Zähigkeit des Arabischen Vollblutes und die Schnelligkeit des englischen Vollblutes. Ebenso stellte sich es als ideales Pferd für den Einsatz in der Doma Vaquera heraus. Tressangres entstehen aus einer Paarung von Hispano-Araber mit englischem Vollblut oder Anglo-Araber mit PRE, jeweils in der zweiten Generation. Tressangres haben längere Hälse und Gliedmassen sowie feinere Gesichtszüge mit konkavem Profil.
Heutzutage werden sowohl im Feld als auch im Sport fast ausschliesslich diese Cruzados (gekreuzten Pferde) eingesetzt.