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Im US-Bundesstaat Iowa lagen Ex-Aussenministerin Hillary Clinton und der Senator aus Vermont, Bernie Sanders, bei den Demokraten bis ganz zum Schluss fast gleichauf. Nach Auszählung aller Bezirke holte Clinton mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,4 Prozentpunkten den SiegTrotz Iowa-Resultat siegessicher
Clinton sprach vor Verkündung des endgültigen Resultats zu ihren Anhängern und zeigte sich siegessicher für den ganzen Wahlkampf, ohne aber den Sieg in Iowa für sich zu reklamieren. Sanders sagte vor begeisterten Anhängern, vermutlich würden die Delegiertenstimmen der Demokraten geteilt.
Beide schlugen gegenüber ihren Mitkonkurrenten moderate Töne an und freuten sich auf ein spannendes demokratisches Rennen.
Sanders auf kurze Sicht im Aufwind
Im Hinblick auf die nächste Vorwahl im US-Bundesstaat New Hampshire dürfte mit der Auszählung in Iowa vor allem Bernie Sanders Aufwind erfahren haben. Der linke Parteirebell, der vor allem junge Leute mobilisierte, führt laut Umfragen ebenda deutlich.
Auf der anderen Seite bleiben Clintons Chancen intakt. Und sie sind auf jeden Fall besser als bei ihrer ersten Kandidatur im Jahr 2008. Ob sich Clinton im demokratischen Lager letztendlich wird durchsetzen können, hängt laut Experten davon ab, wie stark ihre Email-Affäre künftig noch Thema sein wird.
O'Malley hat aufgegeben
Ex-Gouverneur Martin O'Malley ist nach der Auszählung aus dem Rennen um das Weisse Haus ausgestiegen. Es stehen damit nur noch Clinton und Sanders für das Präsidentenamt zur Verfügung.
O'Malley konnte nicht einmal ein ganzes Prozent (0,6) der abgegebenen Stimmen für sich verbuchen.
Experte: Minderheiten von grossem Gewicht
Laut Josef Braml, Politologe von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, war zu erwarten, dass Bernie Sanders in Iowa gut abschneiden würde. Wenn man nur die Seite der Demokraten betrachtet, sei Iowa im Verhältnis sehr liberal und zu 90 Prozent weiss. «Das heisst, wenige Minderheiten sind zur Wahl angetreten.»
Je mehr es nun aber nach Süden gehe, nach South Carolina, wo viele Schwarze wählen würden, oder nach Nevada, wo viele Latinos an die Urne gingen, werde Clinton vorne liegen.
Auf beiden Seiten haben Aussenseiter Chancen
Was den Stellenwert der Vorwahlen in Iowa betrifft, sagt Braml, dass die Dynamik der Wahlen nicht eigentlich verändert worden sei. Erst im März werde sich zeigen, wer von den Kandidaten die besten Karten habe.
Doch Braml gibt zu bedenken: «Sanders hat deutlich gemacht, dass es auch in den Reihen der Demokraten sehr viel Protest gibt. Das muss man ernst nehmen.» Genau wie auf Seiten der Republikaner hätten sich auch viele Demokraten vom System abgewendet und Aussenseitern Chancen eingeräumt.
Die Vorwahlen in Iowa markieren den Beginn des Wahljahrs in den USA. Die Wahl ist zahlenmässig als eine von mehr 50 Vorwahlen kaum bedeutend, hat aber als erste Abstimmung grosse Signalwirkung.
Die US-Vorwahlen werden schon in der nächsten Woche im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire fortgesetzt.