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Zu Recht kennen und bewundern wir Hudson Taylor, C.H. Spurgeon, Charles Wesley oder David Livingstone, aber kennen Sie auch die Herren Rebmann und Kottwitz? Ein Blick zurück auf zwei «Helden des Evangeliums».
Kennen Sie Rebmann? Der deutsche Missionar reiste im 19. Jahrhundert aus Baden-Württemberg nach Afrika. 1848 entdeckte er den schneebedeckten, 6.000 Meter hohen Kilimandscharo. Die europäischen Geographen lachten über seine Meldung: «Schneeberge am Äquator!» Das zeige mal wieder, wie naiv Missionare seien. Der gute Mann habe sich von den Eingeborenen an der Nase herumführen lassen. Später wurde ein säkularer Forscher am Kilimandscharo eingeschneit. Das Gelächter in Europa hörte auf. 29 Jahre lang lebte Rebmann mit den Afrikanern zusammen. In grosser Geduld und mit viel Liebe unterrichtete er sie. Seine Ehefrau starb dort und er erblindete fast. Endlich, nach schweren Ereignissen, öffneten sich die Herzen einiger Eingeborener und eine kleine christliche Gemeinde entstand. Als Rebmann nach Deutschland zurückkehrte, konnte er sagen: «Das Christentum hat in Ostafrika Wurzeln geschlagen.» Rebmann war ein Mann am Weinstock Jesus.
Sicherlich kennen Sie den Waisenvater von Bristol, Georg Müller. Aber kennen Sie auch Baron von Kottwitz? Er lebte einige Jahrzehnte vor Rebmann in Berlin. Die Stadt gehörte damals zu Preussen. 1806 kam durch Napoleons Eroberungsfeldzug eine grosse Not über das Land. Der Baron kaufte am Alexanderplatz eine alte Kaserne, den «Ochsenkopf», wo er Arbeitslosen, heimatlosen alten Menschen, hilflosen Kindern und mittellosen Studenten eine Bleibe anbot.
Seine Parole lautete: «Tränen trocknen.» Eine Zeit lang wohnte auch Johann Heinrich Wichern, der später die «Innere Mission» gründen sollte, bei ihm. In seinem Tagebuch bezeugte er über Kottwitz: «O, du unvergleichlicher Mann, so demütig […] So voll Gottesfreude. Herr, lass mich so werden.»
Der deutsche Philosoph Johann Gottlieb Fichte sagte einmal zu Kottwitz: «Das Kind betet, der Mann will.» Darauf antwortete der Baron: «Herr Professor, ich habe jeden Tag 600 Menschen zu versorgen und weiss oft nicht, wo ich das Brot für sie hernehmen soll. Da weiss ich mir nicht anders zu helfen, als dass ich bete.» Fichte entgegnete: «Herr Baron, dahin reicht meine Philosophie nicht.» Als er dann mit 52 Jahren im Sterben lag, wandte sich der Philosoph an Baron Kottwitz, an den Mann, der beten konnte, und bat ihn, Vormund seines Kindes zu werden.
Rebmann und Kottwitz. Zwei Namen, die für Hingabe an den Herrn stehen. Zwei Männer, die sich beide auf ihre Weise dem Herrn zur Verfügung gestellt haben. Sind wir angesprochen? Wofür wird unser Name stehen? Gott hat überall Seine Lichter und seien sie noch so unbekannt. Jedes Licht an seinem Platz, egal ob gross oder klein: alle zusammen erhellen gemeinsam die Welt. Das ist der Auftrag der Gemeinde Jesu. – Lassen Sie Ihr Licht leuchten!
Norbert Lieth