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Ausgangslage: Familie, Flucht & Migration
Yasser* ist vor Verfolgung und Folter aus seinem Heimatland geflohen. Als ausgebildeter Informatiker engagierte sich Yasser in einer lokalen Umweltschutzorganisation und sammelte Unterschriften, um auf die Verschmutzung des größten lokalen Flusses durch Fabrikabfälle aufmerksam zu machen. Aufgrund dieser Aktivitäten wurde Yasser eines Abends festgenommen und wegen Aufstachelung zum Hass und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit angeklagt. Yasser wurde physisch und psychisch gefoltert, brutal geschlagen und gedemütigt. Nach der Inhaftierung wurde Yasser fristlos aus seinem langjährigen Arbeitsverhältnis entlassen. Da das Leben für ihn unmöglich wurde, floh Yasser 2016 auf dem Landweg und kam nach einer fast zweijährigen Migrationsreise 2018 in der Schweiz an, wo er seinen Asylantrag stellen konnte.
Aufgrund seiner schweren traumatischen Erfahrungen im Gefängnis und der daraus resultierenden posttraumatischen Belastungsstörung, Depression und Angst vor Verfolgung ist es für Yasser noch nicht möglich, sich längere Zeit in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Das Leben in den Sammelunterkünften für Asylbewerber war für ihn sehr schwer zu ertragen.
Derzeitige Situation
Yasser wird medizinisch begleitet und konnte in der Zwischenzeit seine Projekte zur sozio-professionellen Integration und finanziellen Unabhängigkeit mit guten Ergebnissen fortsetzen. Yasser konnte eine unbefristete Stelle in einem Umzugs- und Reinigungsunternehmen antreten. Sein mittelfristiges Ziel ist es, so schnell wie möglich noch besser Französisch zu lernen, seine berufliche Situation (Arbeitsplatz mit festem Gehalt und festen Arbeitszeiten) zu festigen und sich so endgültig von der Abhängigkeit jeglicher Unterstützung zu befreien.
Die Unabhängigkeit von der Fürsorge, ein festes Einkommen und eine angemessene Unterkunft sind die Grundvoraussetzungen für die Familienzusammenführung. Yasser ist seit fast fünf Jahren von seiner Frau und seiner Tochter getrennt. Sein grösster Wunsch ist es, bald wieder mit seiner Familie zusammenleben zu können und sich hier in der Schweiz eine friedlichere gemeinsame Zukunft aufzubauen. Dies möchte die Schweizerische Zakat-Stiftung ermöglichen.
Perspektiven
Seine neue Wohnsituation in seiner eigenen Einzimmerwohnung gibt ihm ein Gefühl der Sicherheit und den dringend benötigten Erholungsraum. Yasser konnte seine Gesundheit so weit stabilisieren, dass er sich wieder konzentrieren kann, und dass der Erwerb der französischen Sprache ein realistisches Ziel bleibt. Dazu braucht Yasser ein individualisiertes und eigenständiges Kursangebot, das die FSZ unterstützt. Mit seinen Computerkenntnissen haben wir Yasser sogar ermutigt, sich für das Programm von Powercoders anzumelden, das das Potenzial von Migranten mit Computerkenntnissen fördert und sie bei der Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt unterstützt.
Redaktionsteam SZS
*Der Name wurde von uns geändert
Dies ist eine wahre Geschichte