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Kontakte & FAQ
Welche Rolle haben Projektinitiant und Contracting-Kunde im Vergleich zum Contractoren?
Projektinitiant ist eine Gemeinde oder eine andere öffentliche oder private Organisation. Der Contractor kann auch selbst Projektinitiant sein.
Contracting-Kunden sind Dritte und möglicherweise auch der Initiant.
Wie gross muss die Nachfrage nach Wärme sein, damit ein Wärmeverbund rentiert?
Eine Studie im Auftrag des TNS (vormals Verband Fernwärme Schweiz) hat abgeschätzt, wo überall in der Schweiz Wärmeverbünde aufgrund der Nachfrage nach Wärme sinnvoll sein können. Diese Studie untersuchte gleichzeitig, ob jeweils genügend erneuerbare Energien in Reichweite wären, um diese Wärmeverbünde zu speisen. (Weissbuch Fernwärme Schweiz / Studie von Dr. Eicher&Pauli).
Die folgenden Ausführungen zur Wirtschaftlichkeit von Wärmeverbünden sind aus dieser Studie eingeflossen. Sie werden hier als allgemeines Wissen zu Wärmeverbünden wiedergegeben.
Bei der Abschätzung der Wärmenachfrage für einen bestimmten Ort wurde auch berücksichtigt, dass in der Praxis nicht alle Gebäude angeschlossen werden.
Ein Wärmeverbund kann erfahrungsgemäss wirtschaftlich betrieben werden, wenn pro Trassenmeter Leitung rund 2,5 MWh Fernwärme nachgefragt werden.
Werden pro Trassenmeter Leitung zwischen 1,5 und 2,5 MWh Fernwärme nachgefragt, müssen die Voraussetzungen für einen Wärmeverbund individuell geprüft werden.
Liegt die Nachfrage nach Fernwärme unter 1,5 MWh pro Trassenmeter Leitung, wäre der Wärmeverbund kaum rentabel.
Umgerechnet in Leistung ergeben sich aus der Erfahrung folgende Kennwerte:
Fernwärme kann wirtschaftlich betrieben werden, wenn die Leistung über 1,2 kW pro Trassenmeter Leitung liegt.
Bei einer Leistung von 0,7 bis 1,2 kW pro Trassenmeter Leitung müssen die Voraussetzungen für einen Wärmeverbund individuell geprüft werden.
Mit weniger als 0,7 kW Leistung pro Trassenmeter Leitung ist ein Wärmeverbund kaum wirtschaftlich zu betreiben.
Man kann die Wirtschaftlichkeit eines Wärmeverbunds auch über die Dichte der vorhandenen Gebäudevolumen abschätzen. Die Dichte gibt darüber Auskunft, wie viele Kubikmeter Gebäudevolumen auf wie vielen Quadratmetern Land erbaut sind (m3/m2).
Wenn diese Dichte über 1,5 m3/m2 liegt, sind die Voraussetzungen für einen Wärmeverbund individuell zu prüfen.
Es ist klar, dass diese Dichte je höher liegen muss, je besser die Gebäude wärmegedämmt sind.
Warum bietet eine Contracting-Lösung für Gemeinden oder andere Projektinitianten klare Vorteile
- Der Contractor arbeitet hoch professionell und hat die nötige Erfahrung: in Energiefragen, bei der Konzeption des Wärmeverbunds, bei dessen Bau und beim Betrieb.
- Der Contractor regelt die Fremdfinanzierung. Wichtig sind dabei möglichst tiefe Gesamtkosten über die Vertragslaufzeit und nicht eine möglichst geringe Investition.
- Dank seiner Erfahrung kann der Contractor beurteilen, welche ökologischen Energieversorgungslösungen sinnvollerweise realisiert werden können.
- Der Contractor trägt das Erstellungsrisiko, das Betriebsrisiko und das Investitionsrisiko und hält so den Projektinitianten von diesen Risiken frei. Der Contractor kann sicher planen.
- Der Projektinitiant hat nur einen einzigen Ansprechpartner und daher keinen weiteren Koordinationsaufwand. Der Contractor hat Erfahrung im Beurteilen und Koordinieren von allen notwendigen Ansprechpartnern.
- Der Projektinitiant braucht keine eigenen personellen Ressourcen für Planung, Realisierung, Betrieb und Unterhalt bereitzustellen. Das erledigt der Contractor.
- Der Contractor hat Fachwissen und Erfahrung in Realisierung und Betrieb. Das vermeidet Schäden und hohe Folgekosten, wie z.B. Ausgaben für Ersatzinvestitionen, überhöhte Betriebskosten oder zu hohe Energiekosten.
- Der Contractor überprüft permanent die Anlagen in Bezug auf die Energieeffizienz.
- Der Contractor kennt sich aus mit Überprüfung und Kontrolle der Anlagen. Das führt zu einem geringeren Verschleiss und damit zu einer längeren Laufzeit der Anlage, auch über die Vertragsdauer hinaus.
- Der Projektinitiant kann bei Bedarf innovative Spezialprojekte anregen. Die fachmännische Prüfung der Ideen durch den Contractor sorgt dafür, dass sich der Projektinitiant nicht in eine falsche Lösung verrennt.
- Allfällige gewünschte Gegengeschäfte zwischen dem Projektinitianten und Dritten können durch den Contractor auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden.
Welche Kriterien prüft ein Contractor bei der Beurteilung eines Fernwärme-Projekts?
Es handelt sich um sieben Hauptkriterien:
1. Energiedichte
- Ist die Energiedichte genügend hoch?
- Mit welchem Potenzial kann gerechnet werden?
2. Schlüsselkunden
- Gibt es Schlüsselkunden (grosse Energiebezüger)? Wer sind sie?
- Welche Interessen haben diese Schlüsselkunden?
- Wer sind die Entscheider?
3. Rohstoff- und Energieversorgung
- Welche lokal verfügbaren Energieträger sind vorhanden?
- Wer sind die Ansprechpartner?
4. Konkurrenz zu anderen Energieträgern
- Bei Vorliegen eines Erdgasnetzes: Wie gestaltet sich die sinnvolle gegenseitige Ergänzung?
5. Standort der Energiezentrale
- Gibt es ein geeignetes Grundstück?
- Wie ist die Bewilligungssituation (Zonenkonformität usw.)?
- Wie ist die Anlieferung möglich?
6. Netzrisiken
- Mit welchem Aufwand kommt man zu den Durchleitungsrechten?
- Wie aufwändig wird die Netzerstellung (Stadt/Land)?
- Welche Einflüsse kommen aus der Topologie?
7. Unterstützung durch die Standortgemeinde
- Was möchte die Standortgemeinde erreichen?
- Wie kann die Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde gestaltet werden?
Kontakt für Kursteilnehmende
Ursula Spycher, Backoffice
+41 31 560 03 91 / 079 793 97 13
<email-pii>