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Belastung durch bodennahes Ozon(Sommersmog)
Der natürliche Ozon-Gehalt bodennaher Luft beträgt etwa 20 Mikrogramm/m3 und kann sommerliche Spitzenwerte von 60-80 Mikrogramm/m3 annehmen. In Mitteleuropa liegen die Werte im Sommer häufig bei 80-100 Mikrogramm/m3, mit Spitzenwerten bis zu 300 Mikrogramm/m3. Die höchsten Ozon-Werte finden sich in den Sommermonaten, am frühen Nachmittag.
In
ländlichen Gebieten liegen die Ozon-Konzentrationen im Durchschnitt
oft mehr als doppelt so hoch wie in Ballungsgebieten.
Das liegt auch daran, dass in Ballungsgebieten in der nacht ebenfalls Ozon infolge weiterer Stickoxidzufuhr durch Stickoxide abgebaut wird. Gleichzeitig erfolgt mangels Sonnenlicht keine Ozon-Neubildung. So finden wir zwar tagsüber in den Städten Ozon-Spitzenbelastungen, während nachts der Ozon-Pegel weit unter Landniveau absinkt. In Waldgebieten kommt hinzu, dass der Wald selbst organische Kohlenwasserstoffe emittiert (Terpene), die wie Stickoxide unter Sonnenlichteinfluss Ozon produzieren.
Bodennahes Ozon stellt wie auch das stratosphärische Ozon einen UV-Filter dar, der bei hohen Ozon-Konzentrationen lokal die Intensität der Strahlung bis auf Normalniveau abschwächen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legte einen Acht-Stunden-Mittelwert von 100 bis 120 Mikrogramm/m3 als Luftqualitätsrichtlinie fest.
In Innenräumen sind meist nur geringe Ozon-Konzentrationen nachweisbar, da es mit den meisten Oberflächen feste Verbindungen eingeht.
Bei 20-30 Prozent aller Menschen beeinträchtigen bereits Ozon-Konzentrationen zwischen 90 und 120 Mikrogramm/m3 die Gesundheit, z.B. durch Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Bei Bäumen und Pflanzen wirkt Ozon als Zellgift, führt zur Hemmung von Wasseraufnahme und Photosynthese, zum Absterben der Blätter und mindert das Wachstum. Als Dauerbelastung für Pflanzen empfiehlt die WHO 60 Mikrogramm/m3. In Europa und den USA werden 5-15 Prozent der Ernteverluste auf Ozon zurückgeführt. Bei einer Konzentration von Mikrogramm/m3 geht der Ernteertrag z.B. bei Soja um 30 Prozent zurück. Das bodennahe Ozon gehört neben Schwefeldioxid und Stickoxiden zu den Hauptverursachern des Waldsterbens.
Ozon greift als starkes oxidations- und Bleichmittel Autoreifen, Gummi, Leder, Textilien und Anstriche an. Aufgrund seiner starken oxidationswirkung kann Ozon als Desinfektionsmittel gegen Bakterien und andere Erreger eingesetzt werden, so z.B. zur Entkeimung von Wasser (Ozonierung).
Die grösste Quelle für bodennahes Ozon ist der Verkehr (Stickoxide); es folgen Feuerungsanlagen aller Art (Stickoxide und Kohlenmonoxid, Kraftwerke), Herstellung und Verwendung lösemittelhaltiger Produkte (Kohlenwasserstoffe) sowie Treibgase wie Butan und Propan. Aber auch Rinderhaltung (Massentierhaltung) und Mülldeponien (Deponiegas) tragen durch Emission des Kohlenwasserstoffs Methan bei.
Gegenmassnahme zur Reduzierung der Ozon-Belastungen ist die Einschränkung des mit Verbrennungsmotoren (Strassenverkehr) ausgestatteten Individualverkehrs usw. Sinnvoll ist die verstärkte Benutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Fahrrad usw.
Neues
Krankheitsbild: Seelische und körperliche Probleme durch Ozon
Neuste
Forschungsergebnisse erhärten die bisherigen Vermutungen: Zu viel
Ozon in der Luft macht Menschen krank. Augenreizung, Schluckbeschwerden,
erschwerte Atmung, Kopfschmerz, Schlaffheit und Kreislaufbeschwerden sind
die am häufigsten auftretenden Symptome. Der kritische Grenzwert liegt
bei einer Konzentration von 180 Mikrogramm pro Liter eingeatmete Luft.
Menschen, welche die "Ozontypischen" Symptome erfahren, zeigen ähnliche
Merkmale wie bei einer "Vergiftung". Mediziner nennen diese Reaktion "Toxikopie".
Eine "Toxikopie" ist ein vorbeugender Schutzmechanismus im menschlichen
Körper.