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Beim Selbstwertgefühl spielen Fremdbild und Selbstbild eine wichtige Rolle. Daher ist die Einschätzung und Bewertung meiner Persönlichkeit durch mich selbst und durch andere Menschen für den privaten wie den beruflichen Bereich von einiger Bedeutung.
Von Dr. Matthias K. Hettl
Was ich in den Augen meiner Familie, meiner Freunde, meiner Arbeitskollegen, meiner Vorgesetzten und der Geschäfts- und Gesprächspartner, die mir im Alltag begegnen, wert bin, hängt weitgehend davon ab, wie ich mich selbst einschätze und wie mich andere sehen.
Optimal mit dem anderen zu kommunizieren heisst, das Selbstwertgefühl zu achten. In der Kommunikation sollten Sie berücksichtigen, dass das Selbstwertgefühl die zentrale Einheit unseres Seins ist, auf die wir letztlich alles beziehen. Auf den ersten Blick mag es vielleicht überraschend wirken, aber jeder Mensch möchte wertvoll sein. Egal, ob er bemüht ist, ein besonders guter Mensch zu werden, oder ob er gute Leistungen anstrebt. Was immer die Ziele auch sind, wenn diese erreicht werden, fühlt sich der Mensch gut. Denn es hat sich gelohnt, dann fühlt er oder sie seinen eigenen Wert.
Hier gibt es jetzt eine Selbsteinschätzung und eine Einschätzung durch andere. Es entsteht ein Bild von mir: das Selbstbild und das Fremdbild.
Selbstbild = das Bild, das ich von mir selbst habe
Fremdbild = das Bild, das andere von mir haben
Es gibt ein relativ einfaches Modell, an dem sich zeigen lässt, welche «Bilder» es von unserer Persönlichkeit gibt und was mit Selbstbild und Fremdbild gemeint ist, das Johari-Fenster.
Im Jahr 1955 wurde das Johari-Fenster in den USA von Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt. Die Namensgebung erfolgte aus den beiden Vornamen Joseph und Harry und spielt seitdem eine bedeutende Rolle in der Sozialpsychologie, speziell in der Analyse und Methodik gruppendynamischer Modelle.
Das Johari-Fenster, welches sich mit dem Bewusstsein der Menschen befasst, wird durch die folgenden zwei Dimensionen aufgespannt:
1. was ich selbst über mich (nicht) weiss
2. was meine Mitmenschen über mich (nicht) wissen.
Aus diesen zwei Dimensionen mit jeweils zwei Zuständen (wissen oder nicht wissen) ergeben sich in Kombination die vier Felder des Johari-Fensters.Kennen Sie das auch?
A. Sie selbst sind ein bisschen eitel, und andere wissen das!
B. Sie sind ein bisschen geizig und können diese «Eigenart» gut vor anderen verbergen!
C. Ein Freund sagt: «Du hast Vorurteile gegenüber Beamten», und Ihnen ist das bisher noch gar nicht bewusst gewesen.
D. Und dann gibt es da noch das vierte Fenster – was sich dahinter abspielt, wissen wir selbst nicht und andere auch nicht!
Oder man kann es auch anders sagen:
Flügel A ist der Bereich Ihrer Persönlichkeit, den Sie anderen bewusst zeigen. Ihre Selbstdarstellung als «öffentliche Person». Er ist aber auch der Bereich, den Sie kennen, wenn andere Sie einschätzen: das «öffentliche Fremdbild».
Flügel B ist der Bereich Ihrer Persönlichkeit, den andere nicht kennen. Er ist Ihr privater, intimer Bereich. Zusammen mit Flügel A gehört dieser zu Ihrem Selbstbild.
Flügel C ist der Bereich Ihrer Persönlichkeit, den nur die anderen kennen (Fremdbild). Sie können nur Vermutungen über diesen Teil anstellen. Mehr darüber erfahren können Sie nur über Äusserungen und Reaktionen der anderen.
Flügel D kennen weder wir noch die anderen. Er ist der Bereich Ihrer Persönlichkeit, den die Tiefenpsychologie das «Unbewusste» nennt. Den blinden Fleck und die Fassade gilt es zu verkleinern, um Ihrem Gegenüber ein besseres Verständnis von Ihren Verhaltensweisen zu geben.
Autor:
Dr. Matthias K. Hettl ist Gechäftsführer des Management Instituts Hettl Consult in Rohr bei Nürnberg. Er ist mehrfach ausgezeichneter "Excellent Speaker", "Top Consultant", Fach- und Hörbuchautor sowie einer der führenden Experten für Mitarbeiterführung und Management im deutschen Sprachraum.___________________________________________________Hier finden Sie das passende Seminarpersonal-schweiz.ch