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Diese Augenentzündung muss sehr differenziert betrachtet werden, da sie in verschiedenen Formen auftritt und entsprechend viele verschiedene Ursachen hat.
Für manche Augenhautentzündungen gibt es keine konkrete Ursachen-Zuordnung (primäre Uveitis).
In etwa 60 Prozent der Fälle tritt die Uveitis in Verbindung mit Grunderkrankungen wie Augeninfektionen, Diabetes mellitus, Nierenentzündungen, Morbus Bechterew, Sarkoidose und rheumatoide Arthritis auf.
Einen geringen Teil machen die Entzündungen aus, die durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst werden.
Uveitis ist der Sammelbegriff für infektiöse und nicht infektiöse Entzündungen der mittleren Augenhaut (Uvea), die entweder sehr plötzlich auftreten oder sich sehr langsam entwickeln. Gerade die langsame Form birgt die Gefahr bleibender Schäden, denn je später die Behandlung beginnt, desto eher können sich bleibende Schäden am Auge entwickeln.
Zusammensetzung der mittleren Augenhaut
Die Uvea besteht aus drei Teilen: der Aderhaut (Choroidea), dem Ziliarkörper (Corpus ciliaris) und der Regenbogenhaut (Iris). Die Aderhaut (Choroidea) liegt zwischen der Netzhaut (Retina) und der Lederhaut (Sklera). Ihre Aufgabe ist es, das Auge mit Nährstoffen, die sie über ihre Blutgefässe aufnimmt, zu versorgen.
Der Ziliarkörper (Corpus ciliaris) ist ringförmig, umgibt die Augenlinse, unterstützt die dynamische Anpassung ihrer Brechkraft (Akkommodation) und ist an der Produktion des Kammerwassers beteiligt. Die Regenbogenhaut (Iris) liegt vor der Augenlinse, reguliert die Veränderungen der Pupillengrösse und passt somit den Lichteinfall in das Auge an. Die Iris ist mit dem Ziliarkörper verbunden.
Die drei grossen Bereiche der mittleren Augenhaut
Innerhalb des augeninneren Bereichs können die Augenhaut-Teile einzeln oder auch in Kombination von einer Entzündung betroffen sein (Panuveitis).
Die mittlere Augenhaut ist anatomisch in folgende Abschnitte eingeteilt:
Vordere Uveitis (anteriore Uveitis)
Hier kann es zur Entzündung der Regenbogenhaut und des Ziliarkörpers kommen.
• Erkranken die Ziliarfortsätze (Zyklitis),
kann das eine Überproduktion von Kammerwasser zu Folge haben. Der Augeninnendruck wird in den Kammern steigen, was möglicherweise ein Glaukom (Grüner Star) auslöst.
• Die Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis)
entwickelt sich meist begleitend bei rheumatischen Grunderkrankungen und hat die Tendenz, chronisch zu werden. Bei akuter Iritis können durch frühzeitige Behandlung Folgeschäden vermieden werden. Sind Regenbogenhaut und Ziliarkörper gleichzeitig entzündet, spricht man von Iridozyklitis.
Symptome sind beispielsweise:
• gerötete Augen wie bei einer Bindehautentzündung
• Tränenfluss
• dumpfe Schmerzen
• Lichtempfindlichkeit
• Sehverschlechterung
Mittlere Uveitis (intermediäre Uveitis)
Eine mögliche Entzündung betrifft den Bereich zwischen Aderhaut und Ziliarkörper.
• Ist die Aderhaut entzündet (Chorioretinitis),
nimmt die Sehfähigkeit ab und die Patienten sehen verschwommen. Während des Heilungsprozesses können Narben entstehen, die zu Komplikationen und dauerhafter Sehbehinderung führen.
Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung mit Cortison in Tablettenform oder als Injektionen in das Auge. Vorheriges Tropfen mit Schmerzmitteln verhilft dazu, dass der „Picks“ kaum spürbar ist.
Bei einer infektiösen Chorioretinitis muss mit Antibiotika behandelt werden.
Hintere Uveitis (posteriore Uveitis)
Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Aderhaut und eventuell auch der Netzhaut.
• Ist die Netzhaut entzündet (Retinitis),
handelt es sich in den meisten Fällen um eine Infektion durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten.
• Aderhaut und Netzhaut
können sich einzeln oder zusammen entzünden. In solchen Fällen kann es zu bleibenden Schäden an der Netzhaut kommen, was leider auch mit der Gefahr verbunden ist, zu erblinden.
• Behandlung
Ist die Ursache bekannt, kann gezielt eine Therapie gemacht werden. Wenn nicht, werden nur die Symptome behandelt mit Augentropfen zum Beispiel. Als Beschwerde kann Hyperämie der an die Hornhaut angrenzenden Bindehaut auftreten. Bestehen bereits Netzhautschäden (z. B. Netzhautablösung, Netzhautnekrose), ist entweder Augenlasern oder eine chirurgische Operation das Mittel der Wahl.