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Kennen Sie Dr. Kevin Brown? Ich hoffe, Sie kennen ihn nur flüchtig, nur aufgrund seiner Korrespondenz, die er Ihnen geschickt hat. Und ich hoffe, Sie haben ihm nicht geantwortet.
Kevin Brown nennt sich einer jener Betrüger, die es mit plumpen Methoden auf unser Geld abgesehen haben. Mir hat er auch geschrieben, wobei ich nicht abstreiten will, dass sein Schreiben auch einen gewissen Unterhaltungswert besitzt. Er schreibt mir nämlich, dass er bei der Natwest Bank Corporation in London arbeite. Und nun entdeckte er auf einem Konto eine «verlassene Summe von 12,5 Millionen Dollar». Das Geld gehöre dem bei einem Flugzeugabsturz verunglückten Mr. Thomson Morrison, amerikanischer Staatsbürger. Nun will Kevin Brown einen Teil dieses Geld mir zukommen lassen.
Warum hat Dr. Brown ausgerechnet mich ausgewählt? Ich zitiere wortwörtlich: «Die Wahl der Kontaktaufnahme mit Ihnen ist aus der geographischen Natur, wo Sie leben, vor allem aufgrund der Sensibilität der Transaktion und die Vertraulichkeit hierin.»
Haben Sie verstanden, was Dr. Brown sagen wollte? Deutsche Sprache, schwere Sprache. Ich will mich nicht über Fremdsprachige lustig machen, die sich redlich bemühen, mich in meiner Muttersprache anzusprechen. Doch der Doktor aus London schreibt mir ja nicht aus redlichen Motiven.
So schreibt doch dieser Herr: «Jetzt hat unsere Bank für keine der Verwandten zu kommen-up für die Behauptung, aber niemand hat wartet geweckt getan, dass ich persönlich wurde bei der Suche die Verwandten für 2 Jahren erfolglos, ich suche Ihre Zustimmung…»
Sie sehen, liebe Leser, das tönt ausgesprochen verlockend. Und nun will er von mir – sehr URGENT PLEASE – meinen Namen, meine Telefonnummer, meine Kontaktadresse, Alter, Geschlecht und meinen Beruf.
Das Traurige an dieser Geschichte: Es soll tatsächlich Leute geben, die auf solche Machenschaften hereinfallen und dem Gauner Koordinaten anvertrauen, die man besser nicht bekannt gibt.
Erschienen in der BZ am 11. Mai 2010