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von Dr. David Weiss
In Werbespots, Nachrichtenmeldungen oder Zeitungsbeiträgen begegnen wir täglich verschiedenen Behauptungen. Oftmals sind einige dieser Behauptungen wahr, andere jedoch falsch. Wie entscheiden wir, ob wir einer Behauptung Glauben schenken wollen? Um zu entscheiden, ob eine Behauptung «falsch» oder «wahr» ist, stehen uns Kontextinformationen zur Verfügung (Wo gelesen? – Z.B. in Tages- oder Boulevardzeitungen. Von wem gehört? – Von Freunden oder Fremden.) Was wir glauben, entscheiden wir oft in Abhängigkeit davon, wo wir die Information gehört bzw. gelesen haben.
Forscher haben in der Vergangenheit gezeigt, dass allein die mehrfache Darbietung einer Information zu einer erhöhten Attraktivität und Glaubwürdigkeit dieser Information führt. Demnach verstärkt die Präsentationshäufigkeit den wahrgenommenen Wahrheitsgehalt einer Information. Dieser Befund wird als Effekt der blossen Darstellung (Mere-Exposure-Effekt) bezeichnet.
Skurnik und seine Kollegen (Skurnik, Yoon, Park & Schwarz, 2005) interessierten sich dafür, ob sich ältere und jüngere Erwachsene in der Beurteilung von Informationen unterscheiden. Sie untersuchten deshalb, ob eine Behauptung als glaubwürdiger von jungen und älteren Erwachsenen beurteilt wird, je öfter diese den Personen präsentiert wurde. In einem Experiment wurden jungen und älteren Erwachsenen wiederholt Behauptungen mit der Zusatzinformation dargeboten, dass diese «falsch» bzw. «wahr» seien. Dann wurden die Teilnehmer/-innen zunächst kurz darauf und dann noch einmal drei Tage später gebeten, sich zu erinnern, welche der Behauptungen «falsch» bzw. «wahr» sind.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich junge und ältere Erwachsene kurz nach der Präsentation gleichermassen gut erinnern konnten, welche Behauptungen «falsch» bzw. «wahr» sind. Drei Tage später zeigte sich jedoch, dass insbesondere ältere Erwachsenen die wiederholt dargebotenen «falschen» Behauptungen eher als «wahr» im Gedächtnis behielten. Die Autoren erklären diesen Effekt damit, dass es mit zunehmendem Alter schwerer wird, sich an Kontextinformationen (d.h. die Information ist «falsch») zu erinnern.
Dieses Experiment zeigt, dass die blosse Wiederholung einer Behauptung zu einer grösseren Vertrautheit führt. Eine erhöhte Vertrautheit bewirkt die Wahrnehmung einer Aussage als wahr. Gleichzeitig verringert sich die Erinnerung an die eigentlichen Situation – an die Beurteilung, dass die Information «falsch» sei.
Quelle: Skurnik, I., Yoon, C., Park, D. C., & Schwarz, N. (2005). How warnings become recommendations: Paradoxical effects of warnings on beliefs of older consumers. Journal of Consumer Research, 31, 713−724.
Bitte beachten Sie, dass diese Studie nicht in unserem Labor durchgeführt wurde. Wenn Sie an einer Studie in unserem Labor teilnehmen möchten, finden Sie dazu hier weitere Informationen.