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access_time veröffentlicht 02.10.2020
Covid-19: Epidemiologie im Altersheim
Prof. Dr. med. Reto Krapf
Kurz und bündig COVID-19
Covid-19: Epidemiologie im Altersheim
02.10.2020
Ausbrüche in Altersinstitutionen nehmen anscheinend wieder zu und sind mit hoher Mortalität (etwa ein Drittel der symptomatischen Fälle) belastet. Die vorliegende Arbeit erinnert wieder mit eindrücklichen Zahlen daran, dass eine symptombasierte, oder besser, auf Symptome limitierte Teststrategie, wie sie in der Schweiz implementiert ist, nie und nimmer für eine adäquate Kontrolle von COVID-19-Ausbrüchen genügt.
Im April 2020 wurden in sechs britischen Altersheimen die Bewohner/innen und Betreuenden systematisch monitorisiert. 40% (152) der 264 Bewohner/innen waren SARS-CoV-2-positiv, nur jede/r Vierte davon war symptomatisch und jede/r Dritte entweder prä- oder postsymptomatisch. Die verbliebenen SARS-CoV-2-positiven Bewohner/innen (immerhin fast 40%) blieben andauernd asymptomatisch! Ein Fünftel der Angestellten war ebenfalls SARS-CoV-2-positiv getestet worden, die Hälfte davon asymptomatisch. Die Vermehrungszyklen in der RT-PCR, die notwendig waren, um die Virus-RNA nachzuweisen, und die Nachweise von lebenden Viren waren nicht unterschiedlich, ob die Bewohner/innen und Betreuenden symptomatisch waren oder nicht.
Mit anderen Worten verpasst eine symptomlimitierte Strategie eine grosse Zahl potentiell infektiöser Individuen und somit ein wichtiges potentielles Reservoir für eine Propagation eines Ausbruchs.
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