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Spondyloarthritiden
Definition
Spondyloarthritiden sind entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule und der peripheren Gelenke mit Tendenz zur Verknöcherung. Prominenteste Vertreter sind die Psoriasisarthritis und die Spondylitis ankylosans.
Entstehung
Wie bei allen Autoimmunerkrankungen ist der Auslöser unbekannt. Genetische Merkmale spielen eine Rolle (wie etwa HLA-B27 [Humanes Leukozyten Antigen] als «Risikofaktor»). Aber auch dem Mikrobiom, der individuellen bakteriellen Besiedelung des Darmtraktes, wird in jüngster Vergangenheit in Bezug auf Entstehung, Krankheitsaktivität und möglicherweise auch der Therapie der Erkrankungen grössere Aufmerksamkeit gewidmet. Vergesellschaftet sein können Hauterkrankungen (wie etwa Psoriasis) oder auch Darmerkrankungen (Morbus Crohn).
Im Folgenden wird die Psoriasis-Arthritis (auch Osteoarthropathia psoriatica) als prominenter Vertreter dieser Erkrankungs-Gruppe näher beschrieben.
Für Betroffene mit einer Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) verweisen wir auf unsere Partner-Patienten-Organisation Schweizerische Vereinigung Morbus Bechterew.
Psoriasis-Arthritis
Eine Schuppenflechte (Psoriasis) kann, aber muss nicht vorhanden sein. In einigen Fällen findet man Familienmitglieder mit einer Psoriasis, in anderen Fällen (ca. 10 Prozent) manifestiert sich diese Hauterkrankung zum Teil viele Jahre nach Auftreten der ersten Gelenkentzündungen oder auch nie. Bereits Kinder können davon betroffen sein. Ein direkter Zusammenhang mit dem Auftreten einer Bluthochdruckerkrankung, erhöhten Blutfettwerten, erhöhter Blut-Harnsäure und eines Diabetes mellitus ist beschrieben. Diese stellen Risikofaktoren für Erkrankungen des Herz-Gefäss-Systems dar.
Definition
Die entzündlichen Veränderungen können die Wirbelsäule (Iliosakralgelenke!), die Gelenke, aber auch Sehnenansatzstellen (z.B. im Bereich der Achillessehne) betreffen. Diesbezügliche Beschwerden sind häufig führend in der Beeinträchtigung der Lebensqualität. Die Knochenneubildung im Langzeitverlauf wird hierbei in engem Zusammenhang gesehen. Im Bereich der Finger- und Zehengelenke gibt es ein typisches Befallsmuster: beispielsweise der Strahlbefall (auch Wurstfinger oder Wurstzehe genannt) und/oder der Befall der Finger-/Zehenendgelenke. Innere Organe werden relativ selten im Rahmen der Grunderkrankung mit einbezogen.
Beschwerden
Typische nächtliche Rückenschmerzen geben einen Hinweis auf eine entzündliche Komponente im Bereich der Wirbelsäule. Die Betroffenen kommen morgens schwer in die Gänge und fühlen sich steif.
Wie weiter?
Ihr Rheumatologe wird Sie genau befragen und untersuchen. Zusätzlich sind Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren zur Komplettierung der Diagnostik angezeigt. Der röntgenologische Nachweis einer Entzündung der Iliosakralgelenke ist dabei von grösster Bedeutung. Auch als Therapie-Verlaufsparameter sind Blutuntersuchungen gut geeignet.
Behandlung
Wie bei der rheumatoiden Arthritis werden nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapien stufenweise oder in Kombination eingesetzt. Wobei bei dieser Erkrankung zurzeit von den Biologika «lediglich» die Produkte gegen TNF-alpha und Interleukin 12/17/23 zugelassen sind (Stand 03/18). Als sogenanntes «small molecule» steht ein Präparat zur oralen Einnahme zur Verfügung. Nach Erreichen einer niedrigen Krankheitsaktivität und dem Absetzen eines TNF-Inhibitors kann der klinische Nutzen über längere Zeit erhalten bleiben.
Moderne Therapien
In Zukunft werden neue, gegen IL-17 und P-19 (IL-23) gerichtete «Biologika» die therapeutischen Möglichkeiten bei den Spondyloarthritiden bereichern.
Weitere Informationen
Mehr Informationen finden Sie auch in unserem info-Heft Nr. 143.