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Rang 2 für Lara Gut-Behrami – und die Schreie von Corinne Suter
Lara Gut-Behrami fährt erstmals in diesem Winter in der Abfahrt aufs Weltcup-Podest und belegt in Cortina hinter der Österreicherin Stephanie Venier in einem Rennen, das von einigen Stürzen geprägt war, den zweiten Platz.
13, 11 und 6: Dies waren die Platzierungen der Tessinerin in den ersten drei Abfahrten dieser Saison. Da kommt nun Cortina d’Ampezzo zum richtigen Zeitpunkt, schliesslich hat sie hier vor drei Jahren an der WM kräftig abgesahnt: Gold im Super-G und im Riesenslalom und Bronze in der Abfahrt. Und nun raste Gut-Behrami nur um 0,39 Sekunden an ihrem ersten Abfahrtssieg seit dem 15. Januar 2022 vorbei, als sie in Zauchensee gewann. Von der Spitze verdrängt wurde die Tessinerin von der Österreicherin Stephanie Venier, die im Verlaufe des Rennens immer schneller wurde und im Schussabschnitt mehr als sechs Zehntel schneller war als die Tessinerin.
Für Venier war es der zweite Weltcupsieg, nachdem sie im Dezember 2019 in Garmisch gewonnen hatte. Und sie sorgte für das Ende einer langen Durststrecke von Österreichs Abfahrerinnen. Als zuvor letzte Athletin von Ski Austria hatte die mittlerweile zurückgetretene Nicole Schmidhofer vor gut vier Jahren in Lake Louise in Kanada triumphiert.
Auf dem dritten Platz war gleich ein Trio klassiert: die Österreicherin Christina Ager, die Kanadierin Valérie Grenier und die Italienerin Sofia Goggia, die alle 32 Hundertstel hinter Gut-Behrami und 0,71 Sekunden hinter Venier lagen. Die nächstbesten Schweizerinnen: Joana Hählen und Jasmine Flury auf den Plätzen 10 und 12.
Verletzung ohne Sturz
Die erste von zwei Abfahrten in Cortina sorgte aber auch mit Stürzen und Verletzungen für Schlagzeilen. Corinne Suter brach ihre Fahrt nach einem Sprung ab – unter Schreien, die durch Mark und Bein gingen. Die Schwyzerin verletzte sich am Knie, belastete ihr Bein nicht mehr richtig und wurde zuerst mit einem Quad von der Piste und dann mit dem Helikopter ins Spital transportiert. Eine Diagnose steht noch aus, aber es ist eine schwere Knieverletzung zu befürchten. Cortina spielt im Leben von Suter eine spezielle Rolle: 2021 wurde sie hier Abfahrtsweltmeisterin und gewann Super-G Bronze, im vergangenen Jahr stürzte sie am selben Ort schwer und erlitt eine schwere Hirnerschütterung.
Mikaela Shiffrins Rennen endete heute bei derselben Passage wie jenes von Suter, allerdings mit einem Sturz. Die Amerikanerin blieb zuerst lange liegen, stand schliesslich auf, konnte aber ihr linkes Bein nicht richtig belasten. Auch sie wurde mit dem Heli für weitere Abklärungen ins Spital gebracht, später teilte das US-Skiteam auf X, dass sich Shiffrin im Teamchat gemeldet und leichte Entwarnung gegeben habe. Das vordere und hintere Kreuzband im linken Knie scheinen intakt zu sein.
Durch Sturz schieden unter anderen auch Michelle Gisin, Priska Nufer und die Italienerin Federica Brignone aus. Sie kamen glimpflich davon. Die ebenfalls nicht ins Ziel gekommene Stephanie Jenal vermochte einen Sturz mit Glück und Können zu verhindern.
Perfektion, Training – und zu wenig Erholung
Was aber war der Grund für dieses Sturz-Festival? Lara Gut-Behrami sagte nach dem Rennen gegenüber SRF: «Das Problem ist im Moment, dass alles immer perfekt sein muss. Die Abstimmung muss stimmen, es verträgt keine Fehler. Daneben herrscht eine Unsicherheit, dass man zu wenig macht. Wenn man mal zwei Tage frei hat, geht man irgendwo trainieren und vernachlässigt die Erholung. Und am Start sind sie dann verunsichert, weil es so viele Baustellen gibt. Da kommen so viele Funksprüche. Und wenn du fährst und alles ist anders als gedacht, fehlt dir der Plan.» Heute sei es zwar anders als vor zwei Tagen gewesen, aber nicht viel schneller. Früher seien die Sprünge viel gefährlicher gewesen, aber man sei es sich gewohnt gewesen. «Dass so viele stürzen, ist überraschend, obwohl die Piste in gutem Zustand ist. Bei mir war der Schlüssel, dass ich nicht das erste Mal lange auf den Start warten musste, ich wusste, wo ich fahren will und habe gesehen, dass manche Sprünge weitergehen.»