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Phimose bedeutet, dass sich die Vorhaut des Penis nicht gänzlich zurückstreifen lässt, wie das bei erwachsenen Männern eigentlich normal wäre. Bei vielen Jungen bis etwa zum Vorschulalter ist die Vorhaut jedoch verengt, was meist aber kein Grund zur Sorge ist. Erst wenn sich die Vorhaut auch später nicht löst oder zu Problemen führt, sollte die Phimose behandelt werden. Auch erwachsene Männer können eine Phimose entwickeln, in diesem Fall ist eine Behandlung wichtig.
Bei einer Vorhautverengung reicht die leicht dehnbare Öffnung der Vorhaut (Präputium) nicht aus, um sich über die Eichel zurückziehen zu lassen. Die medizinische Bezeichnung für dieses Phänomen lautet Phimose, abgeleitet vom altgriechischen Wort phimos für Verengung. Eine Phimose kann angeboren sein, oder auch später erworben.
Die primäre, angeborene Phimose kann bis zu einem gewissen Alter im Grunde ganz normal sein. Denn bei mehr als 90 Prozent der neugeborenen Jungen ist die Vorhaut mit der Eichel verklebt und lässt sich nicht verschieben. Von Natur aus ist das so eingerichtet, damit die sensible Haut der Eichel beim Baby möglichst wenig Kontakt mit Kot und Urin hat. Bis zum Alter von etwa sieben Jahren hat sich diese Vorhautverklebung oder physiologische Phimose bei rund der Hälfte der Buben gelöst. Aber Achtung: Bitte niemals beim Baby oder kleinen Buben die Vorhaut zu lösen versuchen, wenn sie noch an der Eichel klebt. Hat sich mit Ende der Pubertät die Vorhaut immer noch nicht gelöst, dann liegt eine Verengung vor und es handelt sich um eine primäre Phimose. Eine Behandlung der primären Phimose ist nur dann wichtig, wenn sie zu Beschwerden führt wie etwa zu Entzündungen oder Problemen beim Wasserlassen oder nach der Pubertät immer noch vorhanden ist.
Die sekundäre, im Lauf des Lebens erworbene Phimose, betrifft Erwachsene. Verschiedene mögliche Ursachen haben die Vorhaut verändert und dabei verengt, so dass sie sich akut nicht mehr zurückschieben lässt. Die sekundäre Phimose ist selten, sollte jedoch ernst genommen werden. Unbehandelt kann sie Entzündungen auslösen und gilt nicht zuletzt als Risikofaktor für Peniskrebs.
Daneben gibt es noch die so genannte Paraphimose. Die Vorhaut ist verengt, wenn sie jedoch über die Eichel zurückgeschoben wird, bleibt sie wegen der mangelnden Weite der Vorhaut am Eichelkranz hängen. Dadurch wird die Eichel eingeschnürt, es entsteht eine Paraphimose, früher bezeichnet als „Spanischer Kragen“. Auch bei einer Erektion kann dieses Risiko bestehen. Die Einschnürung löst nicht nur Schmerzen aus, sondern behindert auch die Durchblutung der Eichel. Damit dadurch Gewebe nicht dauerhaft geschädigt wird, sollten Sie uns möglichst rasch aufsuchen, sodass wir die Abschnürung lösen können.
Die primäre Phimose ist entwicklungsbedingt durch die in den ersten Lebensjahren häufige und harmlose Verklebung von Eichel mit Vorhaut. Mit zunehmenden Jahren wird die Vorhaut jedoch etwas stärker, was die Verschiebbarkeit erleichtert. Warum sich bei manchen Jungen auch später die Vorhaut nicht zurückziehen lässt und sich eine primäre Phimose manifestiert, ist nicht bekannt.
Die Ursachen für die sekundäre Phimose dagegen sind bekannt. Meist handelt es sich um winzige Narben, die zur Verengung der Vorhaut führen. Diese Narben stammen meist von Entzündungen von Eichel oder Vorhaut. Dabei kommen unter anderem Hauterkrankungen in Frage, etwa der so genannte Lichen sclerosus, der mit Entzündung und Hautverhärtung einhergeht. Vor allem Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für eine Phimose, weil sie zu Hautinfektionen neigen.
Auch Einrisse der zarten Vorhaut, wie sie etwa durch gewaltsames Zurückschieben der noch mit der Eichel verklebten Vorhaut beim Baby und Kind eintreten können, führen zu Vernarbungen. Das Gewebe verhärtet sich und zieht sich dabei zusammen, was die Vorhautöffnung automatisch verengt.
Ein weiterer Grund, warum sich das Präputium nicht zurückschieben lässt: Das elastische Vorhautbändchen (Frenulum praeputii) ist verkürzt – es beginnt unterhalb der Harnröhrenöffnung an der Eichel und verbindet diese mit dem Ansatz der Vorhaut. Oftmals tritt die Verkürzung des Frenulums zusammen mit einer Phimose auf.
Hauptsymptom ist, dass sich die Vorhaut nicht problemlos hinter die Eichel zurückschieben lässt. Bei Kindern, wie schon betont, ist das normal und meist nicht behandlungsbedürftig, es sei denn, es kommen Beschwerden hinzu wie Entzündungen und Probleme beim Wasserlassen.
Bei der sekundären Phimose können jedoch ausserdem auftreten:
Bei Kindern werden wir im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch auf eine mögliche Vorhautverengung achten, die physiologische Phimose. Dabei testen wir, ob sich die Vorhaut zurückziehen lässt oder noch, je nach Alter, mit der Eichel verklebt ist. Nur wenn die Verengung Probleme bereitet, wie verminderten Harnstrahl oder Entzündungen, werden wir zu einer Behandlung raten.
Auch beim Erwachsenen mit Verdacht auf sekundäre Phimose werden wir diesen Test durchführen sowie den Betroffenen detailliert einer Anamnese unterziehen. Mögliche Fragen sind:
Zeigen Eichel oder Vorhaut die Zeichen einer Entzündung, können weitere Untersuchungen notwendig sein. Zusätzlich ist es oft sinnvoll, mit einem Bluttest abzuklären, ob der Betroffene womöglich einen unerkannten Diabetes hat.
Prävention gegen Phimose ist nur für die sekundäre, also erworbene Form möglich, nicht für die primäre, angeborene. Was einer sekundären Phimose vorbeugen kann:
Die primäre Phimose hat eine starke Tendenz zur Selbstheilung, die Vorhautverengung wächst sich also von alleine aus. Abwarten und beobachten lautet deshalb der ärztliche Rat für diese angeborene Form der Vorhautverengung. Nur wenn Probleme entstehen, wie Entzündungen und Beschwerden sowie Veränderungen beim Wasserlassen, ist eine Behandlung nötig.
Die sekundäre Phimose sollte behandelt werden, sie erhöht sonst das Risiko für Harnwegsinfekte. Die erschwerte Intimhygiene kann zusätzlich Entzündungen begünstigen und sogar ein Peniskarzinom.
Fachmännisch behandelt, lässt sich die Vorhautverengung sicher beheben, Rückfälle und andere Komplikationen sind extrem selten. Danach ist es meist problemlos möglich, Intimhygiene durchzuführen, eine normale Erektion ohne Schmerzen zu erleben sowie die Blase ungestört zu entleeren.
Es existieren zwei Optionen zur Behandlung der Phimose, entweder mit einer Salbe oder mit einer Operation. Bei einem operativen Eingriff wird vom Institut für Anästhesiologie das passende, individuell auf Sie angepasste Anästhesie-Verfahren ausgewählt.
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