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Programm
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) – Aria mit 30 Veränderungen BWV 988 (1742)
„Goldbergvariationen“
***
Franz Schubert (1797 – 1828) – Klaviersonate c-Moll D 958 (1828)
Allegro
Adagio
Menuetto: Allegro
Allegro
Mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Können und seiner tiefen Musikalität berührt Fazıl Say Publikum wie Kritik seit nunmehr 25 Jahren. Konzerte mit ihm sind direkt, offen, aufregend, sie treffen ins Herz. Eben das meinte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er den damals 16-Jährigen während eines Besuchs in Ankara mehr oder weniger zufällig hörte. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen: „Den musst du dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel“.
Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazıl Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte; den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazıl Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin.
Fazıl Say spielte mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten zusammen. Gastspiele führten Fazıl Say in zahllose Länder auf allen fünf Kontinenten. Dabei trat Fazıl Say immer wieder auch als Kammermusiker in Erscheinung. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja beispielsweise bildete er jahrelang ein Duo; weitere prominente Partner sind unter anderem Maxim Vengerov, das Borusan Quartet und Nicolas Altstaedt.
Fazıl Say ist auch als Komponist international erfolgreich und hat unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Konzerthaus Dortmund, das Schleswig-Holstein Musik Festival und die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern geschrieben. Sein Schaffen umfasst Kompositionen für Soloklavier und Kammermusik bis hin zu Solokonzerten und großen Orchester- und Chorwerken.
Fazıl Says Einspielungen wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet.
Fazil Say wurde am 14. Januar 1970 in Ankara geboren. Dort studierte er Klavier und Komposition am staatlichen Konservatorium. Im Alter von 17 Jahren erhielt er ein Stipendium für fünf Studienjahre an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf, wechselte 1992 nach Berlin und studierte dort bis 1995. Ein Jahr zuvor gewann Fazil Say die „Young Concert Artists International Auditions“ in New York und schuf sich so die Basis für einen Karrierestart in den USA. Es folgten Solokonzerte in der New Yorker „92nd Street Y“, im Washingtoner Kennedy Center und Auftritte mit dem Bostoner Metamorphosen Chamber Orchestra und der New York Chamber Symphony im Lincoln Center. Neben seiner Tätigkeit als Pianist ist Fazil Say gleichermaßen Komponist. Sein Werk „Black Hymns“ komponierte er mit 16 Jahren und präsentierte es während der Berliner 750-Jahr-Feier. Sein Konzert für Klavier, Geige und Orchester kam 1991 mit den Berliner Symphonikern zur Uraufführung. 1996 stellte er der Öffentlichkeit sein zweites Klavierkonzert unter dem Titel „Die Seidenstraße“ vor und wurde dabei vom Bostoner Metamorphosen Chamber Orchestra begleitet. Dieses Werk kommt in der Saison 2003/04 mehr als ein Dutzend Mal zur Aufführung mit dem Pianisten.
Fazil Says erste Aufnahme mit Werken von Mozart, veröffentlicht im Jahr 1998, wurde begeistert aufgenommen. Im selben Jahr spielte der Pianist zweimal Gershwins „Rhapsody in Blue“ mit den New Yorker Philharmonikern unter Kurt Masur beim Lincoln Center Festival und gastierte mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France beim Festival Menton, nahm an der „Mermoz Musikkreuzfahrt“ auf dem Mittelmeer teil und debütierte beim Klavierfestival Toulouse und beim Jazz Festival in Montreux.
Seine Diskographie umfasst Gershwins „Rhapsody in Blue“ und „I got Rhythm Variations“ mit New York Philharmonic und Kurt Masur, ein Bach-Recital sowie Stravinskys eigene Bearbeitung für 4 Hände des „Le Sacre du Printemps“, eine Aufnahme, bei der Fazil Say beide Parts spielt. Neben zahlreichen internationalen Auszeichnungen wurde diese Einspielung 2001 mit dem Echo-Preis Klassik und dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
Neben zahlreichen Konzerten auf den bekanntesten Bühnen der Welt und mehreren Tourneen, komponierte er im Mai 2005 seinen ersten, begeistert gefeierten Soundtrack für den Spielfilm „Ultima Thule“ des Schweizer Regisseurs Hans-Ulrich Schlumpf („Kongress der Pinguine“, internationaler Start November 2005, auch mittlerweile auf DVD). Weitere Soundtracks zu türkischen und japanischen Filmen folgten 2006/07. Zeitgleich unterschrieb Fazil Say einen unbefristeten Exklusivvertrag mit Schott Music Publishers in Mainz.
Radio France ernannte ihn 2003 und erneut 2005 zum „Artist in Residence“, diese Position hatte er ebenfalls beim Musikfest Bremen 2005 inne sowie bis 2010 beim Konzerthaus Dortmund. Der Fernsehsender „Arte“ drehte im Sommer 2005 ein großes Porträt in Istanbul, Aspendos und anderen Orten, das 2006 ausgestrahlt wurde und auf DVD bei Arthaus erhältlich ist. In Aspendos entstand 2005 eine DVD-Produktion seines Chor-/Orchesterwerks „Nazim“, die im Herbst 2006 veröffentlicht wurde.
Im Februar 2008 wurde in Luzern sein Violinkonzert „1001 Nächte im Harem“ mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja und dem Luzerner Sinfonieorchester unter John Axelrod uraufgeführt. Es wurde für CD aufgezeichnet, live im Radio und TV gesendet und erschien noch am selben Abend auf „youtube“. Im selben Jahr wurde Say zudem als Pianist zu den Feierlichkeiten des 60. Jahrestags der Gründung Israels eingeladen, gastierte zum Abschluß 2008 mit einer 3 1/2-wöchigen Tournee in Japan mit einem fünftägigen Say-Festival in Tokyo als Höhepunkt und anschließenden Konzerten in China, wurde außerdem u.a. mit Paul Cuelho von der EU zum Botschafter des interkulturellen Dialogs ernannt.