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zur Bau
Die Linien des Friedhofs, die Reihen der Gräber geben dem Tod ein klar definiertes Gesicht; was nichts Anderes besagt, als dass auch der Mensch in der Sache seine Hand im Spiel hat. Er wirkt auf den Tod ein. Der Mensch formt, bestimmt, gibt vor, gestaltet, auch was den Tod betrifft. Ein Irrtum! Der Mensch, eine Kraft, die sich dem Tod in den Weg stellt? Der Mensch ist vielmehr eine Kraft, die sich immer wieder aufzehrt, nachdem sie wieder einmal nach einem verlorenen Kampf gegen den Tod, der sich nimmt, was er will, der gnadenlos seinen hohen Blutzoll einfordert, neuen Schwung aufgenommen hat, um weiter zu leben. Möglicherweise gibt Carnac eine Antwort.
Bilden die weltbekannten Alignements von Carnac, die endlosen Reihen von parallel laufenden, senkrecht aufgerichteten Steinscheiben als Zeichen friedhöflicher Ordnung einen Schutz vor dem Tod? Stellen sie den Versuch dar, dem Tod in seiner Allmacht durch klare Ordnung die Stirn zu bieten? Ihm eine Linie zu geben?
Wollen sie zeichenhaft die Endlichkeit, welche den Tod mit grober Faust auf die Erde bringt, aus ihren festen Fugen heben und das Tor aufmachen zu einer Barmherzigkeit versprechenden Unendlichkeit mit all den Möglichkeiten, die sie verspricht?
Geben diese Alignements dem Tod, der unsichtbar daher kommt, aber überdeutlich Spuren hinterlässt, ein Gesicht?
Diese voreiligen, überheblichen Deutungen wurde gemacht, ohne die Zeichen von Carnac gelesen zu haben.
Die Menschen des damaligen Carnac haben Horizontalen und Vertikalen geschaffen. Wer von Süden her über das Meer an das Gestade heran fuhr, welches heute zu der Alignements führt, der sah zu seiner Linken auf einer Erhebung im heutigen Locmariaquer einen mächtigen Menhir und vielleicht auch weitere, von denen man heute jedoch keine Kenntnis mehr hat.
Der Menhir von Locmariaquer gewinnt heute noch dem Betrachter bewunderndes Schweigen ab. Der gestürzte Stein stellt einen mächtigen Brocken dar.
Die Horizontale stand gemäss der bisher aufgeführten Interpretationen für den Tod. Die Vertikale für das Leben.
Intuitiv?
In der historischen Zeit des instinktiven Handelns, vor der Zeit der Metalle, vor der Zeit des Organisierens, als der Mensch begann, seine Toten mit Steinen zu decken, um sie vor den Tieren zu schützen, damals, dachte der Mensch damals, und zwar Denken in unserem heutigen Sinne?