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Das Kunstmuseum Bern zeigt Paul Klee in der international bedeutenden Sammlung Bürgi. Rund 130 Werke dokumentieren repräsentativ eine beispielhaft engagierte Sammlertätigkeit und ein Hauptwerk des 20. Jahrhunderts.Dieser Inhalt wurde am 03. Februar 2000 - 08:10 publiziert
Das Kunstmuseum Bern zeigt Paul Klee in der international bedeutenden Sammlung Bürgi. Rund 130 Werke dokumentieren repräsentativ eine beispielhaft engagierte Sammlertätigkeit und ein Hauptwerk des 20. Jahrhunderts.
Am Anfang der umfassenden Berner Kunstsammlung stand die kulturell interessierte Johanna (Hanni) Bürgi-Bigler (1880-1938), die Paul Klees (1879-1940) zarte kleine Arbeiten um 1910 zu kaufen begann. Den Künstler lernte Hanni Bürgi über dessen Vater Hans Klee kennen, bei dem sie Gesangsunterricht nahm.
Hanni Bürgis Sohn, Rolf Bürgi (1906-1967), kannte das elterliche Freundespaar Paul und Lily Klee-Stumpf von klein auf. Ab 1933, als er die Ausreise der Klees von Dessau nach Bern und die Rückgabe ihrer Familiendokumente bewirkte, wurde er ihr Berater in allen praktischen Belangen.
Nach dem Tod seiner Mutter führte Rolf Bürgi die Sammlertätigkeit alleine fort. Als Nachlassverwalter der Klees glückte ihm 1946 der Verkauf des künstlerischen Erbes an die Berner Sammler Hermann Rupf und Hans Meyer-Benteli.
Im folgenden Jahr gründete Rolf Bürgi zusammen mit Rupf, Meyer- Benteli und Werner Allenbach die Paul-Klee-Stiftung, die seit 1952 im Kunstmuseum Bern beheimatet ist und von dort wohl ins neue Paul- Klee-Zentrum Bern ziehen wird.
Von den Privaträumen ins Museum
Die chronologisch konzipierte Ausstellung verteilt sich über acht meist kleinere Räume. Schwarzweissfotografien in Plakatformat machen zuerst mit den Hauptpersonen bekannt. Anschliessend begegnet man den ersten, konventionell wirkenden schwarzweissen Feder- und Pinselzeichnungen, die Paul Klee in Bern und Umgebung gemalt hat.
Vom Charakter einer Privatsammlung
Ab 1919, nach dem Tod von Hanni Bürgis Mann Alfred, eines einflussreichen Bernburgers und Politikers, kam ihr ausserordentliches künstlerisches Gespür voll zum Tragen. Sie kaufte fortan Zeichnungen, Aquarelle und grafische Blätter, die aus heutiger Sicht unverwechselbar Paul Klees Handschrift tragen.
Als Wirtstochter war sie beispielsweise an der Federzeichnung "ihr habt hier eine Lumpenwirtschaft" (1927) interessiert, einem inhaltlich und formal nach wie vor radikalen Blatt. Hanni Bürgis Erwerbungen sind auch in Bezug auf die verwendeten Techniken und Materialien spannende Werke.
Sie sind integriert in zahlreiche ähnliche Bilder, die Rolf Bürgi Jahre später gekauft hat, z. B. das grosse, 1938 gemalte Oelbild "Feuer-Quelle" am Ende der Ausstellung. Ungewöhnlich viele gewidmete Arbeiten dokumentieren immer wieder die freundschaftliche Nähe zwischen den Familien Klee und Bürgi.
Nach Bern wandert die Ausstellung in die Hamburger Kunsthalle und nach Edinburgh in die Scottish National Gallery of Modern Art.
"Paul Klee - Die Sammlung Bürgi"
Bis 16. April 2000
Kunstmuseum Bern
SRI und Agenturen
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