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Viele Beispiele in Ad fontes stammen aus dem Klosterarchiv Einsiedeln. Hier findest Du Informationen zur Geschichte und zur Ordnung des Archivs.
Klosterarchiv Einsiedeln: Findmittel
Das Klosterarchiv Einsiedeln war bis 2006 im Seitenflügel des Klosters untergebracht gewesen. Die Archivalien wurden in drei verschiedenen Räumen aufbewahrt: Im Büro des Archivars befanden sich die Findmittel und eine kleine Bibliothek; im Arbeitsraum beherbergte das Stiftsarchiv ausserdem Bestände des aufgehobenen Klosters Rheinau. Die Einsiedler Archivalien wurden teilweise in «Feuerkisten» untergebracht, damit sie im Brandfall rasch aus dem Gebäude geworfen werden konnten. Zu einer Probe aufs Exempel ist es jedoch nie gekommen. Allerdings wurden die Kisten während der Helvetik nach Zug verschleppt.
Im Herbst 2004 beschlossen Abt und Konvent, das Klosterarchiv von Grund auf neu zu organisieren. Die Bestände waren teils akut gefährdet, teils nur schlecht geordnet und erschlossen. Eine Bearbeitung in Einsiedeln erwies sich aufgrund der Raumsituation als nicht möglich. Deshalb wurde ein Grossteil des historischen Archivs ins Staatsarchiv Schwyz für höchstens acht Jahre ausgelagert und dort weiterbearbeitet. Im Frühjahr 2012 wurden sämtliche Bestände im neuen Klosterarchiv in Einsiedeln zusammengeführt.
Die Bilder und Beschreibungen in Ad fontes stammen zum Teil noch aus der Zeit vor der Reorganisation — haben also «historischen Wert».
Die Bestände des Klosterarchivs gehen ins 10. Jahrhundert zurück (Königsurkunden). Im 12. Jahrhundert beginnt die Überlieferung der Privaturkunden, im 13. Jahrhundert setzt die Überlieferung des ein.
Als die Schwyzer 1314 das Kloster überfallen, werden zwar einige Urkunden vernichtet, doch befinden sich um 1520 schon mehr als 1300 Urkunden im Archiv. Der ist also im Klosterarchiv von Einsiedeln ganz konkret nachzuvollziehen.
Im 16. Jahrhundert setzt eine intensivierte Verwaltung ein, so dass das Archiv weiter anwächst (Gerichtsprotokolle, Zinsrödel, usw.).
Im Klosterarchiv Einsiedeln findet man ausserdem das Archiv der Schweizerischen Benediktinerkongregation und Archivbestände aus aufgehobenen Klöstern (Fischingen, Münsterlingen, Rheinau).
Im Klosterarchiv lagern heute über 2000 Pergamenturkunden und 600 Laufmeter Akten.
Über die Archivordnung im Mittelalter ist wenig bekannt. Ältere Signaturen und sowie der Aufbau des Burkardenbuchs zeigen, dass es bereits im 15. Jahrhundert eine Ämtereinteilung gegeben hat.
Um 1629, als Placidus Reimann (1629-1670) Fürstabt wird, kommt es zur ersten fassbaren, systematischen Aufarbeitung des Archivs (alle Akten erhalten eine Signatur). Neben dieser Neuordnung werden die wichtigsten Schriftstücke gemäss der Archivordnung in (Documenta, 14 Bände) eingetragen, so dass man die Texte aller wichtigen Stücke lesen kann, ohne das Original strapazieren zu müssen. Fünf Bände erscheinen sogar im Druck.
Nach langen Beratungen wird im 18. Jahrhundert die heute noch gültige Archivordnung eingerichtet. Einzelne Bestände werden erst im 21. Jahrhundert erschlossen.
Die Bemühungen um eine Archivordnung lassen sich an den verschiedenen Signaturen erkennen, die auf manchen Archivalien zu finden sind.
Das Klosterarchiv Einsiedeln ist in 22 Ämter gegliedert. Jedes Amt besitzt einen Amtsbuchstaben.
Die Akten der grösseren Bestände sind in Spiritualia bzw. Ecclesiastica und Temporalia unterschieden. Diese Unterteilung ist aber für die Signatur belanglos. Die Ämter werden in Faszikel unterteilt. Die Faszikel werden durch einen Grossbuchstaben bezeichnet. Ist das Alphabet ausgeschöpft, wird der Buchstabe verdoppelt. Dabei bleibt der zweite Buchstabe konstant, der erste wandelt sich alphabetisch: AA, BA, CA usw. AB, BB, CB usw. Der dritte Teil der Signatur ist die Individualzahl: eine arabische Ziffer.
Das wichtigste Findmittel im heutigen Archiv ist noch immer das sogenannte Summarium (insgesamt 55 Bände), das im 18. Jahrhundert P. Lukas von der Weid begonnen hat. Jedes Archivstück wird mit einem kurzen Regest vermerkt. Das Summarium richtet sich nach der Ämtereinteilung.
Für den Amtsbuchstaben A (Amt Einsiedeln) exisitieren 21 Bände mit einem Registerband (1818 von P. Sebastian Imfeld).
Im ersten Band findet sich eine Konkordanz zu den älteren Signaturen. Für manche Ämter gibt es maschinengeschriebene Abschriften. Gibt es zu einem Amt kein Register, so muss man das entsprechende Summarium durchforsten.
Das Summarium — als Findmittel des Archivs A11
(= historischer Bestand mit historischer Signatur) — ist vollständig digitalisiert worden und kann heute im E-Archiv online konsultiert werden.
Die Archivare haben auch im 19. und 20. Jahrhundert einzelne Bestände neu erschlossen und z.B. erstellt, so die «Die Regesten der Benediktinerabtei Einsiedeln» von P. Gall Morell. 1999/2000 inventarisierte Andreas Meyerhans den gesamten Bestand des Archivs in einer Datenbank.
Die neusten Findmittel können heute im E-Archiv online konsultiert werden: Nebst dem bereits erwähnten Summarium ist das wohl wichtigste Findmittel die Archivdatenbank zu sämtlichen Teilarchiven.
Sie kann per Volltextsuche, Signatur, Datierung und weiteren detaillierten Suchmöglichkeiten abgefragt werden.