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Sehr nasser und sonnenarmer Januar
Der Januar zeigte sich verbreitet sehr niederschlagsreich mit wenig Sonne. An vielen Messstandorten war es der niederschlagsreichste Januarmonat seit mindestens 60 Jahren.
Der Januar begann bereits trüb und die ersten acht Tage waren tiefdruckbestimmt. Vom 9. bis am 11. Januar brachte ein vom Atlantik bis nach Mittel- und Osteuropa reichendes Hochdruckgebiet an vielen Orten klare Nächte mit sehr tiefen Minimums-Temperaturen. Mit der Umstellung auf eine kräftige Nordwestströmung setzte auf der Alpennordseite ab dem 12. Januar eine siebentägige Schneefallperiode ein. Vom 12. auf den 13. Januar gab es im Flachland vielerorts zwischen 2 und 10 cm Neuschnee. In den tiefen Lagen des Wallis waren es 20 bis 30 cm und im Churer Rheintal um 20 cm. Auf der Alpensüdseite sorgte der Nordföhn für recht sonnige Bedingungen und Tageshöchstwerte um 13 °C.
Starke Niederschläge im Norden und Sonne im Süden: Vom 14. auf den 15. Januar fielen in der Nordostschweiz in tiefen Lagen 30 bis 45 cm, in höheren Lagen 50 bis 60 cm Neuschnee. Einen derart kräftigen Schneefall gab es letztmals vom 4. auf den 5. März 2006. Nach einem Zwischenhoch am 19. Januar brachte eine dreitägige Südföhnperiode in den Bergen der Alpensüdseite sowie im Oberengadin 20 bis 30 cm Neuschnee.
Nach dem Südföhn drehte die Strömung auf Nordwest. Die zufliessende Polarluft brachte in der Nacht auf den 23. Januar auf der Alpennordseite vielerorts etwas Schnee bis in tiefe Lagen. Reichlich Schnee fiel in den Bergen der Alpensüdseite mit über 30 cm und im Oberengadin mit lokal rund 40 cm.
Noch einmal Schnee: Mit wechselhaftem Wetter und kalter Luft aus Nordwesten gab es auf der Alpennordseite und im Wallis vom 24. bis am 27. Januar weitere Schneefälle bis in tiefe Lagen. Auf der Alpensüdseite brachte der teilweise kräftige Nordföhn bis am 26. Januar sonnige Verhältnisse. Am 27. Januar griffen die Niederschläge aus Nordwesten auch auf die Alpensüdseite über mit Schnee bis in tiefe Lagen.
Kräftiger Wind aus West bis Südwest brachte ab dem 28. Januar mildere Luft zur Schweiz. In den tieferen Lagen regnete es ausgiebig. In den Bergen fielen nochmals beträchtliche Schneemengen, allerdings bei steigender Schneefallgrenze. Regional waren Strassen und Bahnlinien wegen sehr grosser Lawinengefahr unterbrochen. In den tiefen Lagen der Alpennordseite führte der viele Regen zusammen mit dem schmelzenden Schnee gebietsweise zu Überschwemmungen.
Monatsbilanz Januar 2021: Im landesweiten Mittel lag der Januar 1,0 °C unter der Norm 1981−2010. Die Niederschlagsmengen erreichten im Januar in weiten Teilen der Schweiz 200 bis 300 % des langjährigen Mittels. Mehrere Messstandorte meldeten auch über 300 % der Norm. In der Westschweiz, auf der Alpensüdseite und im Oberengadin lagen die Januarsummen meist zwischen 120 und 200 %, lokal auch etwas über 200 % des Durchschnitts. Die Sonnenscheindauer lag im Januar verbreitet zwischen 60 und 90 % der Norm.
Warmer und sonniger Februar
Der Februar war zum grössten Teil sonnig und mild. Vom 10. bis am 16. Februar erfolgte eine Kältewelle. In zwei Schüben wurde Saharastaub in die Schweiz geführt, der die Atmosphäre sichtlich trübte.
Die erste Februarwoche war vorwiegend tiefdruckbestimmt. Aus Richtung West bis Südwest flossen milde Luftmassen zur Schweiz. An mehreren Tagen fiel Niederschlag. Die Schneefallgrenze bewegte sich meist zwischen 1000 und 2000 Metern. Der Föhn brachte in der Ostschweiz lokal Tageshöchstwerte von 16 bis 18 °C.
Mit einer kräftigen Südwest-Höhenströmung gelangten am 5. und 6. Februar grosse Mengen von Saharastaub in die Schweiz. Vor allem am 6. Februar zeigte sich verbreitet ein stark getrübter Himmel in gelbbräunlicher Farbe. Das letzte ähnlich markante Saharastaub-Ereignis trat am 21. Februar 2004 auf.
Kurze Kältewelle: Ab dem 10. Februar führte ein kräftiges Hochdruckgebiet über Skandinavien sehr kalte Luft aus Norden und Nordosten zur Schweiz. Am 10. Februar fiel auf der Alpennordseite Schnee bis in tiefe Lagen. Anschliessend stellte sich eine kalte Bise ein. Im Mittelland sanken die Tiefstwerte in Muldenlagen bis auf -15 °C.
Vom 15. bis am 18. Februar lag die Schweiz erneut unter dem Einfluss milder Luftmassen aus Südwesten. Ab dem 19. Februar wurde ein stabiles Hochdruckgebiet über Süd- und Osteuropa wirksam. Mit Föhnunterstützung stiegen die Höchstwerte am 21. Februar im Wallis auf 18 bis 19 °C, in den Föhntälern der Alpennordseite auf 20 bis 22 °C.
Neue Temperaturrekorde: Am 21. Februar registrierten Vaduz mit 21,9 °C und Glarus mit 19,4 °C einen neuen Februarrekord, denen weitere Temperaturrekorde von anderen Stationen folgten. Vom 22. bis am 25. Februar lag wieder Saharastaub in der Luft. Er gelangte, eingebettet in eine Sudströmung, von Nordafrika über das Mittelmeer zum Alpenraum. Die hochdruckbestimmten sonnigen Tage zeigten eine gut sichtbare Trübung der Atmosphäre. Ein Kaltfrontdurchzug vom 26. auf den 27. Februar brachte mit kühlerer Luft aus Nordwesten das Ende der ausserordentlichen Februarwärme. Am 27. und 28. Februar bestimmte ein von England nach Osteuropa reichendes Hochdruckgebiet das Wetter in der Schweiz.
Monatsbilanz Februar 2021: Im landesweiten Mittel lag der Februar 3,1 °C über der Norm, womit er zu den zehn mildesten Februarmonaten seit Messbeginn 1864 gehört.
Der Februar brachte in vielen Gebieten der Schweiz deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen im Bereich von 40 bis 60 % der Norm. Auf der Alpensüdseite hingegen fielen verbreitet 120 bis 145 % des langjährigen Mittels.
Dank der anhaltenden Schönwetterperiode im letzten Monatsdrittel erreichte die Sonnenscheindauer im Februar auf der Alpennordseite regional zwischen 120 und 150 % der Norm. Auf der Alpensüdseite sowie in Teilen des Wallis, des Berner Oberlandes und des Juras blieb die Sonnenscheindauer knapp unter dem langjährigen Mittel.
Wechselhafter März mit Temperaturrekorden
Der März verlief sehr wechselhaft. Zum Monatsende hin wurden landesweit viel Sonne und zahlreiche Temperaturrekorde verzeichnet.
Am 1. und 2. März gab es in der ganzen Schweiz viel Sonnenschein und die Tageshöchstwerte stiegen beidseits der Alpen auf 14 bis 17 °C, in der Nordwestschweiz und im Wallis lokal auf 18 °C und in Chur auf 19 °C. Am 3. März gelangte wieder etwas Saharastab in die Schweiz. Vom 4. bis zum 10. März brachten Winde aus Nordwest bis Südwest im Norden eine wechselhafte Witterung. Auf der Alpensüdseite war es mehrheitlich sonnig
Eine dreitägige kräftige Westwindlage führte ab dem 11. März auf der Alpennordseite und in den Alpen zu stürmischen Verhältnissen. Die höchsten Windspitzen löste das am 13. März über der Nordsee und Dänemark liegende Sturmtief «Luis» aus. Die Böenspitzen stiegen nördlich der Alpen auf 70 bis 100 km/h und in Gipfellagen bis auf 150 km/h.
Schnee im Norden und Nordföhn im Süden: Ab dem 14. März floss zwischen einem Hochdruckgebiet über dem Atlantik und einem Tiefdruckgebiet über Südosteuropa tagelang kalte Polarluft zu den Alpen. Auf der Alpennordseite fiel mehrmals etwas Schnee bis in tiefe Lagen. In den Bergen gab es reichlich Neuschnee und die über die Alpen fliessende Polarluft fegte als kräftiger Nordföhn durch die Täler der Alpensüdseite.
Vom 23. bis am 26. März war es in der ganzen Schweiz sonnig. Nach dem Durchzug einer Kaltfront am 27. März mit gebietsweise kräftigen Niederschlägen auf der Alpennordseite, brachte ein neues Hoch aus Westen bis zum Monatsende wiederum viel Sonnenschein und sehr milde Verhältnisse.
In den letzten Märztagen stiegen die Höchstwerte der Temperatur beidseits der Alpen verbreitet über 20 °C. An 28 Messstandorten nördlich der Alpen und in den Alpen gab es neue März-Temperaturrekorde.
Monatsbilanz März 2021: Im landesweiten Mittel lag der März 0,2 °C über der Norm. Der März brachte auf der Alpennordseite und im Wallis verbreitet Niederschlagsmengen im Bereich von 70 bis 80 % des langjährigen Mittels. Wenig Niederschlag fiel auf der Alpensüdseite und im Engadin mit meist unter 30 % des Durchschnitts.
Die Sonnenscheindauer erreichte im März nördlich der Alpen und auf der Alpensüdseite meist 130 bis 140 %, lokal auch knapp 150 % der Norm. In den Alpen bewegten sich die Werte zwischen 110 und 130 % des langjährigen Mittels.
Quelle: MeteoSchweiz, Klimabulletins 2021