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TCS MyMed
Autore: Mediscope
Der Ausdruck Herzschmerz wird häufig im übertragenen Sinn gebraucht, nach Trennung oder Verlust von geliebten Personen. Herzschmerz - im Sinn von Brustschmerzen - kann aber auch tatsächlich vom Herzen ausgehen, allenfalls begleitet von anderen Symptomen wie Atemnot oder Angstgefühlen. Ursache ist meistens eine Verengung der Herzkranzarterien.
Herzschmerzen aufgrund einer Erkrankung des Herzens oder der Herzkranzgefässe (Blutgefässe, die das Herz versorgen) machen sich bemerkbar als:
Brustschmerzen, die nicht vom Herzen ausgehen, aber von Betroffenen oftmals als Herzschmerzen wahrgenommen werden, sind meist:
Die häufigste Form von Herzschmerzen (Angina pectoris) tritt unter körperlicher oder seelischer
Belastung auf oder wird dadurch verstärkt, dauert in der Regel nur wenige Minuten und verschwindet nach der Anstrengung schnell wieder. Eine Angina pectoris kann aber schlimmstenfalls ein Vorbote eines Herzinfarkt es sein, der sich typischerweise als stärkerer Dauerschmerz hinter dem Brustbein oder in der gesamten Brust bemerkbar macht und in den linken Arm ausstrahlt. Hinzu kommen Atemnot, Angst, Kaltschweissigkeit, oft auch Übelkeit und Erbrechen bis hin zum Kreislaufzusammenbruch.
Begleitsymptome: Herzklopfen, Unruhe, Angst, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Kreislaufschock: Herzrasen / Herzstolpern, Atemnot, Blutdruckabfall, blasse und kaltschweissige Haut, Bewusstlosigkeit
Herzschmerzen müssen nicht zwangsläufig ihren Ursprung im Herzen haben. Auch Erkrankungen benachbarter Organe wie Lunge, Speiseröhre, Magen oder Zwerchfell sowie Erkrankungen der Muskeln oder der Wirbelsäule können zu "Herzschmerzen" respektive Brustschmerzen führen.
Herzschmerzen infolge Erkrankungen des Herzens
Andere Ursachen für Herzschmerzen respektive Brustschmerzen
Einiges kann man selber gegen Herzschmerzen (Angina pectoris) und zur Vorsorge eines Herzinfarktes tun:
Auch wenn Herzschmerzen resp. als Herzschmerzen wahrgenommene Brustschmerzen nicht immer vom Herzen ausgehen, können sie eine besondere Gefahr darstellen und sollten daher immer von einem Arzt abgeklärt werden.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt - auch ohne die genannten typischen Symptome - ist sofort die Rettung/Notarzt zu rufen (Schweiz: 144, Internationaler Notruf 112), da die erste Stunde nach einem Herzinfarkt entscheidend für das Überleben ist.
Ebenso ist der Arzt zu verständigen, wenn:
Welcher Arzt ist zuständig?
Bei einer unmittelbar lebensbedrohlichen Situation wird der Arzt zuerst entsprechende Sofortmassnahmen ergreifen (siehe "ärztliche Behandlung") und eine Spitaleinweisung veranlassen. Ansonsten stehen die Befragung zur aktuellen und früheren Krankengeschichte (Anamnese) sowie eine körperliche Untersuchung zu Beginn der Diagnostik.
Wichtige Fragen zur Krankengeschichte:
Bei der körperlichen Untersuchung hört der Arzt die Herztöne und die Lunge mit dem Stethoskop ab und misst Blutdruck und Puls.
Welche Untersuchungen nimmt der Arzt vor?
Weiter Untersuchungen bei Verdacht auf eine Herzerkrankung:
Wird eine nicht herzbedingte Ursache für die Schmerzen vermutet - z.B. Lungenembolie, sonstige Lungenerkrankungen, Magen- Darm-Erkrankungen, etc. - dann kommen je nach Verdacht verschiedene andere Untersuchungen oder Tests zum Einsatz wie z.B. Gastroskopie oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRI), etc.
Mehr Informationen zur Abklärung (Diagnostik) finden Sie in den jeweiligen Krankheitsbildern
Die Behandlung von Herzschmerzen richtet sich nach der zu Grunde liegenden Erkrankung. Sie reicht von einer Akut- bzw. Notfalltherapie (z.B. bei Angina pectoris bzw. Herzinfarkt) über Medikamente bis hin zu operativen Eingriffen. Auch eine Änderung der Lebensweise spielt dabei eine wichtige Rolle, um längerfristig das Herz-Kreislauf-Risiko zu minimieren. An dieser Stelle wird nur auf die Therapie der Herzenge (Angina pectoris) und des Herzinfarktes eingegangen.
Behandlung von Herzschmerzen bei Herzenge (Angina pectoris)
In der Akutsituation bringen Nitroglyzerinpräparate (Spray oder Zerbeisskapsel) rasche Linderung. Diese bekommt der Betroffene vom Arzt verschrieben und sollten immer bei entsprechenden Beschwerden zur Hand sein. Zur längerfristigen medikamentösen Therapie kommen verschiedene andere Medikamente zum Einsatz wie Betablocker, Kalziumkanalhemmer, Gerinnungshemmer und Cholesterinsenker (sogenannte Statine).
Ist die medikamentöse Therapie nicht ausreichend oder bei höhergradiger Verengung der Herzkranzgefässe sind andere Interventionen notwendig. Dazu gehören die Ballondilatation (Aufdehnung des verengten Herzkranzgefässes) und/oder eine Stentimplantation (Platzierung einer Gefässstütze an der Engstelle, um einen erneuten Verschluss zu verhindern) bzw. eine Bypass -Operation.
Behandlung eines Herzinfarktes
Bei einem Herzinfarkt kommen hauptsächlich Gerinnsel auflösende Medikamente (Thrombolyse) oder Herzkathetereingriffe wie die Ballondilatation und/oder Stentimplantation infrage, später evtl. eine Bypass-Operation.
Reduktion der Risikofaktoren
Eine gesunde Lebensweise ist zur Reduktion des Herzrisikos sinnvoll. Dazu zählen regelmässige Bewegung, gesunde Ernährung, Gewichtsverlust, Rauchstopp, eingeschränkter Alkoholkonsum, sowie Senkung des Stresspegels. Zudem ist es wichtig, allenfalls erhöhte Blutdruckwerte, erhöhte Cholesterinwerte oder erhöhte Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen.
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