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Angesichts des seit fast fünf Monaten tobenden Gaza-Kriegs haben sich Spannungen und Konflikte zwischen Israelis und überwiegend muslimischen Palästinensern weiter verschärft. Rechtsextreme Koalitionspartner von Netanjahu hatten etwa verlangt, den Zugang der Muslime zum Tempelberg im Ramadan massiv einzuschränken. Die Armee und Geheimdienste rieten hingegen davon dringendst ab. Derartige Einschränkungen könnten eine explosive Situation heraufbeschwören, argumentierten sie.
Der Tempelberg, auch Haram al-Scharif genannt, ist sowohl Juden als auch Muslimen heilig. Mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee auf seinem Plateau gilt er als drittwichtigste heilige Stätte des Islam. Für die Juden hat er grosse Bedeutung, weil darauf ihre zwei Tempel standen, die in der Antike zerstört wurden. Die Klagemauer an der Umfriedung des Tempelbergs gilt den Juden als ihre wichtigste Gebetsstätte.
Die Anlage liegt in der Jerusalemer Altstadt, die Israel im Sechs-Tage-Krieg 1967 von Jordanien eroberte. Die muslimischen Heiligtümer auf dem Plateau des Tempelbergs werden von einer jordanischen Stiftung verwaltet, allerdings kontrollieren die israelischen Sicherheitskräfte seit 1967 alle Zugänge und entscheiden damit, wer sie aufsuchen und dort beten kann.
Israel verhängt im Ramadan immer wieder Zugangsbeschränkungen. Im Vorjahr hatten Frauen, Kinder unter 12 Jahren und Männer über 55 Jahren freien Zugang. Männer zwischen 45 und 55 Jahren konnten mit einer Genehmigung in der Al-Aksa-Moschee beten.
Der arabische Knesset-Abgeordnete Mansur Abbas begrüsste die Entscheidung des israelischen Kabinetts vom Dienstag. Seine arabischen Mitbürger forderte er auf X, vormals Twitter, dazu auf, ihr Recht auf Religionsausübung wahrzunehmen und dabei Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten.