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Erasmus von Rotterdam wurde wahrscheinlich 1466 in Rotterdam, als zweiter illegitimer Sohn eines Priesters und einer Arzttochter geboren. Er besuchte Schulen in den Niederlanden, insbesondere die Schule der Fraterherren in Deventer, wo er Humanisten wie Alexander Hegius und Rudolf Agricola kennen- und schätzen lernte. 1487 trat Erasmus in das Kloster der Augustiner-Chorherren in Stein bei Gouda ein. Er konnte bereits 1493 die Klausur als Sekretär seines Bischofes verlassen und kehrte nicht mehr dorthin zurück. Von 1495 bis 1499 studierte er in Paris. Dort begann er bald, vornehme junge Ausländer zu unterrichten. Von einem Schüler eingeladen, reiste Erasmus nach England, wo er in einen Kreis von Humanisten und am Königshof eingeführt wurde. John Colet und Thomas Morus gewannen ihn für einen Bibelhumanismus, der mit einem intensiven Bibelstudium christliche Werte und Werte der klassischen Antike verband. In den folgenden Jahren lebte er in England, Frankreich und in den Niederlanden. 1506 bis 1509 bereiste er Italien. Er erwarb den theologischen Doktor in Turin und konnte beim berühmten venezianischen Drucker Aldus Manutius im Kreis von gelehrten Humanisten arbeiten und Werke herausgeben. Bereits Bekanntheit erlangt, kehrte Erasmus zunächst nach England zurück und lebte, unterbrochen von einem Aufenthalt in Löwen, von 1514 bis 1516 und 1522 bis 1529 in Basel. Hier erschienen in der Frobenschen Druckerei 1516 sein zweisprachiges Neues Testament mit einer neuen lateinischen Übersetzung, sowie eine Ausgabe der Briefe des Kirchenvaters Hieronymus, denen bald zahlreiche Kirchenväter- und Klassikerausgaben folgen sollten. Dazu auch weitere erbauliche, pädagogische und politische Schriften. Erst in der Folge der Basler Reformation, die 1529 vom ehemaligen Mitarbeiter am Erasmischen Neuen Testament, dem Reformator Johannes Oekolampad, eingeleitet und von Handwerkerzünften gewaltsam durchgesetzt wurde, verliess Erasmus die Stadt wieder und zog nach Freiburg im Breisgau. 1535 kehrte der bereits vom Tode Gezeichnete nach Basel zurück, um den Druck seiner letzten grossen Schrift zu überwachen. Hier starb er am 12. Juli 1536. Beigesetzt wurde er im Basler Münster und Teile seines Nachlasses sind heute im Historischen Museum Basel ausgestellt.