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Erzgebirge (Sachsen), um 1830
Nadelholz, bemalt (Proszenium und Kulissen);
Nadelholz, mit kolorierten Lithographien beklebt
(zusätzliche Kulissen); Holz, gedrechselt, geschnitzt, Seide,
Metallpailetten, Karton (Figuren)
H. 34,5 cm, B. 36,8 cm (Proszenium)
B. 18,8 cm (Bühne hinten); T. 33 cm (Bühne)
Inv. 2009.289.
Das gut erhaltene Kindertheater entstand wohl um 1830 im sächsischen Erzgebirge und gehört damit zu den frühen Beispielen dieser Gattung. Zuvor gab es zwar vereinzelte Sonderanfertigungen, doch erst mit dem 19. Jahrhundert verbreitete sich dieses Kinderspielzeug immer mehr. Als Produkt der erzgebirgischen Heimarbeit stammt es aus serieller Herstellung. Lithographierte Kataloge von Spielwarenhändlern zeigen sehr vergleichbare Typen im Angebot. Doch die Zeit der grossen Verbreitung kam erst, als mit dem Einsatz der Lithographie die Produktion vergrössert und die Kosten gesenkt werden konnten. Verlage in Deutschland, Österreich und Frankreich sorgten für ein umfangreiches Angebot an Kulissen, Figuren und Textheften. Dieses kleine, aus der Früh-zeit stammende Theater ist jedoch von Hand bemalt und besticht durch seine farbkräftige und summarische Gestaltung der Kulissen. Diese sind drehbar; sie machen die Bühne einmal zu einer südlichen Landschaft, das andere Mal zu einem biedermeierlichen Innenraum. Der Überlieferung nach soll Jacob Burckhardt (1818-1897) mit eben diesem Theater gespielt haben. Zeitlich spricht nichts dagegen, und noch ein anderes Argument kann angeführt werden: Im Staatsarchiv Basel erhaltene, von Jacob Burckhardt selbst gemalte Kulissen passen von der Anzahl und von den Massen her sehr gut zu diesem Theater. Sie sind von ihm signiert und 1834 datiert. Es erscheint nachvollziehbar und glaubhaft, dass der junge Jacob Burckhardt, seinem alten Kindertheater eigentlich entwachsen, dieses kreativ umgestaltete, indem er eigene, inhaltlich recht anspruchsvolle Kulissen schuf. Die Überlieferung, es handele sich bei diesem Kindertheater um jenes des Jacob Burckhardt, hat demnach einige Wahrscheinlichkeit.