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Die Hormonspirale (Mirena, Jaydess)
Was ist die Hormonspirale?
Die Hormonspirale ist ein sehr sicheres, effektives Mittel der Verhütung von Schwangerschaften. Gemäss mehreren Studien sind etwa 85% bis 90% aller Frauen, die sie anwenden, zufrieden damit. Die Mirena-Hormonspirale ist 3.2 cm mal 3.2 cm gross, T-förmig und aus Kunststoff. Die Jaydess-Hormonspirale ist mit 28x30mm etwas kleiner. Die Mirena-Spirale enthält 52mg des Hormons Levonorgestrel, die Jaydess enthält 13.5mg Levonorgestrel in einem Kunststoffzylinder.
Wie wirkt die Hormonspirale?
Die Hormonspirale gibt ständig minimale Mengen des Hormons Levonorgestrel (das ist ein Gestagen) ab (Mirena 10-20µg/Tag, Jaydess 5-14µg/Tag). Während mit kombinierten Pillen der Eisprung und somit die Produktion von eigenen Sexualhormonen unterdrückt wird, finden nach Einlage einer Hormonspirale bei der Mehrheit der Frauen Eisprünge statt. Die Hormonspirale wirkt vor allem in der Gebärmutter. Durch diese örtliche Hormonwirkung entsteht am Gebärmuttermund ein Schleimpropf, der für Spermien undurchdringlich ist. Somit ist den Spermien der Weg versperrt, so dass es zu keiner Befruchtung der Eizelle kommen kann. Zusätzlich wird die Gebärmutterschleimhaut nur minimal aufgebaut, so dass sich Eizellen nicht einnisten könnten. Die Hormonspirale wirkt nach dem Einsetzen sofort. Der Schwangerschaftsschutz ist sehr hoch (Pearl Index Mirena: 0,16, Pearl Index Jaydes: 0.33), d.h. die Mirena ist noch sicherer als die Jaydess. Die Mirena-Hormonspirale ist heute nach der Sterilisation die sicherste Verhütungsmethode auf dem Markt. Sie schützt aber nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen.
Wie lang wirkt die Hormonspirale?
Die Mirena-Hormonspirale kann 5 Jahre in der Gebärmutter bleiben, die Jaydess-Hormonspirale liegt 3 Jahre in der Gebärmutter. Die Spirale kann natürlich jederzeit vorher durch die Ärztin wieder herausgenommen werden. Sobald sie herausgenommen wird, kannst du wieder schwanger werden. Gemäss mehreren Studien werden Frauen, die die Hormonspirale absetzen, vergleichbar schnell und häufig schwanger wie Frauen, die sie nicht nahmen. Sie ist also auch für geeignet, wenn du später Kinder bekommen möchtest.
Ab welchem Alter kann die Hormonspirale eingesetzt werden?
Die Hormonspirale kann bei Jugendlichen ab 18 eingesetzt werden. In vereinzelten Fällen wurde sie auch schon bei jüngeren eingesetzt. Das hängt davon ab, ob die Gebärmutter schon gross genug für die Spirale ist. Die Frauenärztin kann das mit einer Ultraschalluntersuchung feststellen. Und es ist grundsätzlich wichtig, dass du bei der Einlage gut mitmachen kannst. Die Frauenärztin kann das auch abschätzen, wenn sie sieht, wie du bei der gynäkologischen Untersuchung mitmachst und wie gut du dich dort entspannen kannst.
Da bei Jaydess der Durchmesser der Einführungshilfe mit 3.8mm Durchmesser schmäler ist als bei der Mirena (4.45mm) ist Jaydess einfacher durch den Gebärmutterhals einzuführen und deshalb vor allem bei jungen Frauen, die noch nicht geboren haben, von Vorteil.
Wann macht die Hormonspirale als Verhütungsmittel Sinn?
Sobald deine Gebärmutter gross genug ist (sicher ab dem Alter von 18) und du ein sicheres Verhütungsmittel suchst mit möglichst wenig Beeinflussung deines natürlichen Zyklus und mit möglichst wenig Nebenwirkungen, und wenn es dich nicht stört, dass die Blutungen sehr schwach sind oder ausbleiben – dann kommt die Hormonspirale für dich in Frage. Sinnvoll ist sie auch bei diversen Beschwerden, etwa bei zu starken Blutungen, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, oder wenn du die Antibabypille genommen hast und Probleme mit Nebenwirkungen hattest. Es gibt Erkrankungen, unter denen die Hormonspiralen nicht eingesetzt werden sollte; besprich das mit der behandelnden Frauenärztin.
Wie teuer ist die Hormonspirale?
In der Schweiz kostet die Einlage der Hormonspiralen ca. 450-500 Franken. Obwohl die Jaydess eine kürzere Wirkdauer von 3 Jahren hat, kostet sie im Moment gleich viel wie die Mirena-Spirale, die 5 Jahre liegt. Das ist zunächst ein hoher Betrag – aber wenn du bedenkst, dass sie 3-5 Jahre in der Gebärmutter bleiben kann, und was du für die monatlichen Pillenpackungen zahlen müsstest, lohnt sich die Investition.
Wie wird die Hormonspirale eingesetzt?
Auch wenn du noch nie geboren hast, ist das Einsetzen der Hormonspirale in der Regel einfach. Sie wird während der Menstruation eingelegt. Achte darauf, dass du vorher etwas isst. Ein Fünftel der Frauen sagen, das Einlegen tut weh, zwei Drittel sagen, es sei leicht unangenehm. Falls vorher keine Infektionen bestanden haben (z.B. Chlamydien), besteht auch nach Einsetzen der Mirena keine erhöhte Infektionsgefahr in den ersten 20 Tagen. Nach Einsetzen der Hormonspirale kann es während 6 bis 8 Wochen zu täglichen Schmierblutungen kommen. Nach 4 bis 6 Wochen folgt eine Nachkontrolle durch die Frauenärztin um die Verträglichkeit und den korrekten Sitz der Spirale zu prüfen. Mit dem Einsetzen bekommst du einen Spiralenpass, dort steht das Datum des Einsetzens drin. Die Hormonspirale hat einen Rückholfaden, der 1 bis 2 cm aus dem Muttermund hinaushängt. Du kannst ihn mit den Fingern ertasten.
Wie sind die Blutungen unter der Hormonspirale?
Nach Einsetzen der Hormonspirale treten bis zu zirka drei Monaten oft leichte Schmierblutungen auf. Die Blutungen sind in der Regel viel schwächer als die normale Menstruationsblutung und auch weniger schmerzhaft. Nach einigen Monaten treten meist nur noch sehr schwache Blutungen auf in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen. Etwa jede fünfte Trägerin der Hormonspirale hat überhaupt keine Blutungen mehr. Trotz des Ausbleibens der Blutung bist du vor einer Schwangerschaft geschützt. Bei Frauen, die unter Hypermenorrhoe (übermässig starken Blutungen) leiden, kann die Hormonspirale helfen. Sie wird in der Schweiz bei Hypermenorrhoe sogar von der Krankenkasse bezahlt.
Welche Nebenwirkungen kann die Hormonspirale haben?
Da die Hormonspirale ein hormonelles Verhütungsmittel ist, werden viele Nebenwirkungen erwähnt, die auch bei Antibabypillen aufgelistet werden. Die Nebenwirkungen sind seltener als bei der Antibabypille oder auch beim NuvaRing oder bei Hormonpflastern, weil bei der Hormonspirale eine kleinere Dosis Hormone abgegeben wird. Sie eignet sich deshalb eben auch für Frauen, die bei Einnahme der Pille unter Nebenwirkungen gelitten haben. Eileiterschwangerschaften, Entzündungen und Verletzungen im Beckenraum sind ausgesprochen selten. Wenn du die Pille auch als Mittel gegen Akne genommen hast und jetzt auf die Mirena wechseln willst, kann es sein, dass sich deine Akne verschlechtert. Wenn Frauen über Nebenwirkungen der Hormonspirale berichten, stören sie am ehesten stärkere, dauerhafte oder ausbleibenden Blutungen.
In ca. 10% kann es unter der Hormonspirale zu Eierstockzysten kommen. Unter der Jaydess ist dies wegen der geringeren Hormondosis seltener zu erwarten als unter der Mirena.
In ca. 6% wird die Spirale einige Tage bis Wochen nach der Einlage wieder ausgestossen.
Als seltene, aber sehr unangenehme Komplikation kann es bei der Spiraleneinlage zu einer Perforation kommen, d.h. dass die Gebärmutter mit der Einführungshilfe durchstochen wird und die Spirale im schlimmsten Fall irrtümlicherweise in den Bauchraum zu liegen kommt, statt innerhalb der Gebärmutter. In einem solchen Fall ist die operative Entfernung der Spirale mittels einer laparoskopischen (Schlüssellochtechnik-) Operation nötig.
Was vermindert die Wirkung der Hormonspirale?
Da die Hormonspirale im Gegensatz zur Pille nicht durch den Darm aufgenommen wird, wird ihre Wirkung auch nicht durch Verdauungsprobleme oder Antibiotika beeinflusst. Auch andere Medikamente beeinflussen die Wirkung nach heutigem Stand des Wissens nicht.