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Montreux-Glion
|Kürzel||MGl|
|Bahntyp||Zahnradbahn|
|Betriebseröffnung||1909-04-08|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die 1909 eröffnete MGl war eine Aktiengesellschaft und von Anfang an elektrifiziert (Gleichstrom). Mit einer Zahnstange System Abt versehen, überwand sie eine Maximalsteigung von 130 Promille, was für Zahnradbahnen wenig ist. Einen wesentlichen Posten in der Bilanz der MGl machte das ihr gehörende Hotel mit Restaurant in Montreux aus, das die Statistik von 1920 mit einem Buchwert von 720'000 Franken verzeichnete. Diese Aufwendungen sind in der Baurechnung nicht enthalten.
Der Anteil an Fremdgeldern und somit die Zinslasten waren bei der MGl vergleichsweise hoch. Die Betriebsergebnisse der Bahn allein hätten von Anfang an nicht ausgereicht, um die Zinsen zu zahlen. Zusätzliche Erträge erwirtschaftete die MGl aber aus den «Nebengeschäften» respektive dem Hotelbetrieb, womit die Rechnung vorerst im Lot blieb. Die Tourismuskrise mit Ausbruch des Weltkriegs 1914 traf jedoch die MGl wie praktisch alle touristischen Bahnen hart und unvermittelt. Das Transportgeschäft rutschte in die roten Zahlen. Nach 1914 stiegen die Passivsaldi und die schwebenden Schulden stark und kontinuierlich an. Die jährliche Schuldenzunahme entsprach etwa den fälligen (und folglich wohl nicht bezahlten) Anleihenzinsen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die MGl gemäss der Statistik für ihre beträchtlichen schwebenden Schulden ab 1916 (ebenfalls) fast keine Zinsen mehr bezahlte. Das Hotel, das vormals eine finanzielle Stütze gewesen war, wurde zur zusätzlichen Belastung und wies beispielsweise 1920 ein Defizit von 15'250 Franken aus. Wie die MGl angesichts dieser finanziellen Verhältnisse noch Rückstellungen tätigen konnte, erschliesst sich aus den Angaben der Statistik nicht.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.