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Agora - wo Wissenschaft und Gesellschaft sich begegnen
Das Instrument Agora fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Das Instrument Agora fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: Es unterstützt Forschende, die sich darum bemühen, die Resultate ihrer aktuellen Forschung einem Laienpublikum zu vermitteln. Agora-Projekte ermöglichen einen aktiven Austausch und gegenseitiges Zuhören zwischen den Forschenden und dem Publikum, sowie unter allen Teilnehmenden. Im Zentrum steht dabei der direkte Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Für Projekte mit einem Budget von bis zu CHF 200'000 (Agora-Projekte) gilt der Eingabetermin im Herbst. Die Förderungsentscheide werden im Frühling des darauffolgenden Jahres kommuniziert.
Projekte mit einem Budget von bis zu CHF 50'000 (Agora-Rolling-Call-Projekte) können jederzeit eingereicht werden. Die Förderentscheide werden innerhalb von vier Monaten gefällt.
Eine internationale Kommission, die aus Forschenden sowie Expert:innen der Wissenschaftskommunikation zusammengesetzt ist, evaluiert die Gesuche in einem kompetitiven Verfahren.
Mit Ausnahme des Budgets, der Länge des Projektplans und des Eingabetermins gelten alle Angaben zur Gesuchseinreichung für Agora-Projekte und Agora-Rolling-Call-Projekte.
Agora-Reglement
Das Agora-Reglement bildet die rechtliche Grundlage für Agora-Gesuche und -Beiträge und beschreibt die Bedingungen, gemäss denen ein Agora-Beitrag gewährt werden kann.
Es stützt sich auf das Beitrags- und Ausführungsreglement des SNF zur Gewährung von Beiträgen.
Beitragsbedingungen im Überblick
Beiträge
Projekte dauern maximal 3 Jahre und haben ein Budget von CHF 5'000 bis CHF 200'000.
Gesuchstellende
Agora-Projekte müssen gemeinsam von einer Forscherin oder einem Forscher und einem Experten oder einer Expertin aus der Kommunikation eingereicht werden. Die Kommunikationsfachleute werden ähnlich wie die Forschenden auf der Grundlage eines narrativen CV evaluiert, der ebenfalls über das SNF-Portal erstellt werden kann.
- Forschende: In der Schweiz arbeitende Forschende können alljährlich ein Gesuch für die Finanzierung eines Agora-Projekts einreichen; Karrierestufe und Erfahrungen im Bereich Wissenschaftskommunikation sind dabei nicht entscheidend. Der minimale Beschäftigungsgrad für Agora-Gesuchstellende ist auf 20% begrenzt. Gesuchstellende dürfen nicht ihr eigenes Salär verlangen.
- Experten oder einer Expertin aus der Kommunikation: Personen, die in den Projekten als Kommunikationsspezialisten angestellt sind, können ein Projekt leiten oder mitleiten. Ihr eigenes Gehalt auf dem Projekt kann finanziert werden, mit Ausnahme von Personen, die an Schweizer Hochschulen angestellt sind.
Wichtig ist, dass alle Gesuchstellenden einen substanziellen Beitrag an das Projekt leisten und persönliche Verantwortung übernehmen.
AGORA-Projekte stellen wissenschaftlichen Output im Sinne der DORA-Grundsätze dar und werden durch den SNF in der Evaluation der wissenschaftlichen Vorleistungen berücksichtigt.
Kommuniziertes Thema
Die Thematik des Agora-Projekts muss eindeutig auf der wissenschaftlichen Forschung der Gesuchstellenden basieren.
Der kommunizierte Inhalt des Projekts muss für das Zielpublikum relevant sein und auf einer Forschungsarbeit basieren, die im "peer review"-Verfahren evaluiert wurde. Das bedeutet, dass die Forschungsresultate in mindestens einer Fachzeitschrift mit "peer review" veröffentlicht worden sind und/oder dass die Finanzierung in einem kompetitiven Auswahlverfahren sichergestellt wurde, z.B. durch den SNF oder eine andere Institution in der Schweiz oder im Ausland.
Projektpartner
Die Gesuchstellenden können weitere Personen hinzuziehen, wenn sie zusätzliche Kompetenzen für die Umsetzung des Projekts brauchen. So können Projektpartner hinzugezogen werden, die einen Beitrag an das Forschungsvorhaben leisten, ohne individuelle Projektverantwortung zu übernehmen. Neben Forschenden können auch andere Personen im Projekt mitarbeiten, zum Beispiel Personen mit guten Kenntnissen der Zielgruppe oder Fachleute in den Bereichen Kommunikation und Kunst.
Teile des Projekts, die weder von den Forschenden noch von den Projektpartnern übernommen werden können, dürfen als externes Mandat vergeben werden (subcontracting).
Den Gesuchstellenden wird empfohlen, eng mit der Kommunikationsabteilung der Gastinstitution zusammenzuarbeiten. In diesem Sinne ist eine Kontaktaufnahme mit dem Leiter der Kommunikation des Instituts vor der Beitragsfreigabe erforderlich (Art. 10.3). Eine Liste aller Kommunikationsabteilungen der Schweizer Hochschulen finden Sie auf:
Wir empfehlen den Gesuchstellenden zudem, die Stiftung Science et Cité zu kontaktieren, die als Kompetenzzentrum für den Bereich Dialog mit den Akademien der Wissenschaften Schweiz verbunden ist. Science et Cité ist spezialisiert auf niederschwellige und innovative Dialogformate und ein möglicher Kommunikations- und Umsetzungspartner.
Zielpublikum und Kommunikationsmittel
Agora fördert Projekte deren Zielpublikum im kommunizierten Bereich nicht spezialisiert ist. Das können Erwachsene, Jugendliche oder Schulen sein sowie zum Beispiel die Bevölkerung abseits der kulturellen Zentren. Kleinere Zielgruppen, die eine gesellschaftliche Schlüsselrolle spielen, wie zum Beispiel Fachpersonen aus den Bereichen Politik, Sozialarbeit und Bildung, können ebenfalls Zielpublikum eines Agora-Projekts sein.
Die Kommunikationsmittel können von den Gesuchstellenden frei gewählt werden. Die Mittel müssen aber eine starke Dialogfunktion zwischen Forschenden und Zielpublikum haben.
Zielpublikum und Kommunikationsmittel müssen klar im Projektplan beschrieben sein.
Einschränkungen
Nicht gefördert werden:
- Projekte im Bereich Kommunikation mit anderen Forschenden
- Projekte im Bereich universitäre Lehre, Technologietransfer
- Projekte zur Förderung des Ansehens oder des Rufs einer Institution (z.B. Marketing-Aktionen)
- Projekte zur Erhöhung der Akzeptanz einer wissenschaftlichen oder technologischen Neuerung im Zielpublikum
- Forschungsprojekte im Bereich Wissenschaftskommunikation (Projekte dieser Art werden in der Forschungsförderung des SNF unterstützt)
- Projekte in engem Zusammenhang mit laufenden Nationalen Forschungsprogrammen (NFP) und Nationalen Forschungsschwerpunkten (NFS), da diese Programme ein eigenes Kommunikationsbudget haben
Kosten
Anrechenbar sind Kosten für die Entwicklung und Umsetzung des Projekts (Löhne, Honorare, Material, Produktion, Leitung des Projekts, usw.). Auch Werbe- und Verbreitungskosten in der Schweiz und im Ausland werden übernommen. Nicht eingeschlossen ist der Lohn der wissenschaftlichen Gesuchstellenden. Kosten für Materialien und Leistungen, welche CHF 20'000 übersteigen, müssen mit mehreren Kostenvoranschlägen von entsprechenden Firmen, Personen oder Institutionen belegt werden.
Drittmittel
Der SNF begrüsst die Mitfinanzierung durch Dritte. Es ist wichtig, den exakten Betrag, die Quelle und den Status (bewilligt, eingereicht) anzugeben, damit der SNF die Machbarkeit des Projekts beurteilen kann. Die Kommunikationsprojekte müssen aber wissenschaftlich unabhängig von Sponsoren sein und dürfen nicht mit Marketingaktionen verwechselt werden.
Impact und Outreach
Agora-Projekte sind Kommunikationsprojekte. Wir empfehlen den Gesuchstellenden, dass sie von Beginn des Projektes an die Kommunikationsaspekte, wie z.B. Projektimpact, Projektevaluation und Kommunikationsstrategie in die Planung miteinbeziehen.
Gesuchsvorbereitung und -eingabe (mySNF, Forschungsplan)
mySNF
Gesuche müssen online über die Plattform mySNF eingereicht werden:
Es wird empfohlen, so früh wie möglich nach der Ausschreibung Anfang Juni mit der Eingabe des Gesuchs in mySNF zu beginnen. Das Einrichten eines neuen mySNF-Kontos kann bis zu einer Woche dauern.
Detaillierte Informationen zur Vorbereitung und Verfassung eines Gesuchs sind auf mySNF verfügbar.
Projektplan
Der Projektplan muss auf mySNF als PDF-Dokument eingereicht werden. Er wird an die internationalen Experten weitergeleitet und muss deshalb auf Englisch verfasst sein. Ausnahmen für Deutsch, Französisch und Italienisch können in begründeten Fällen und vor der Projekteingabe bewilligt werden.
Die Vorgaben, die auf mySNF und im folgenden Dokument festgehalten sind, müssen genau eingehalten werden:
Vorgaben für CV und bedeutendste Leistungen
Der SNF hat die "San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA)" unterschrieben, welche Förderorganisationen empfiehlt, die Kriterien, die zur Beurteilung der wissenschaftlichen Produktivität der Gesuchstellenden angewendet werden, ausdrücklich zu nennen. Dabei soll die wissenschaftliche Qualität, der Wert und der Einfluss/die Wirkung der gesamten Forschungsarbeiten (inkl. Datensets, Software, Prototypen) zusätzlich zu den Publikationen berücksichtigt werden. Der wissenschaftliche Inhalt einer Arbeit ist dabei bedeutend wichtiger als die bibliometrischen Indikatoren oder das Renommee der Zeitschrift, in der sie abgedruckt wurde.
Um dem Anspruch von DORA zu genügen, hat der SNF eine neue Struktur für das CV definiert und verlangt von allen Gesuchstellenden ein standardisiertes Set von Informationen.
Konkret müssen Gesuchstellende das CV anhand der Vorlage auf dem SNF Portal erstellen und anschliessend ein PDF in mySNF im Datencontainer «CV und bedeutendste Leistungen» hochladen.
Sie finden die Vorgaben auf der CV-Webseite und dem SNF Portal. Diese Angaben, die für jede:n Gesuchsteller:in einzureichen und in der Sprache des Forschungsplans zu verfassen sind, werden den Peer-Reviewern zur Verfügung gestellt.
Auswahlverfahren und Entscheid
Evaluationskriterien
Das Reglement Agora sieht die folgenden Beurteilungskriterien vor (Artikel 9):
- Kompetenz des Projektteams (Gesuchstellende, Projektpartner und Mitarbeitende)
- Qualität der zu vermittelnden Inhalte
- Eignung der Methoden bzw. des Kommunikationsdesigns im Hinblick auf das definierte Zielpublikum
- Machbarkeit des Vorhabens
- Erwartete Auswirkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht
Evaluation
Die Begutachtung wird in drei Etappen durchgeführt:
1) Formale Prüfung: Die Geschäftsstelle des SNF prüft, ob die formalen und persönlichen Voraussetzungen zur Gesuchstellung erfüllt sind. Sie kann ausserdem prüfen, ob das Gesuch den Regeln der wissenschaftlichen Integrität entspricht:
2) Internationales Peer-Review-Verfahren: Das Gesuch wird in der Regel an mindestens zwei externe Gutachtende verschickt und mit Hilfe eines Fragenkatalogs bezüglich der Agora-Beurteilungskriterien evaluiert. Am Ende des Evaluationsverfahrens können die Gesuchstellenden auf mySNF die Gutachten in anonymisierter Form einsehen.
3) Prüfung durch den Agora-Evaluationsgremium: Das Gesuch wird gestützt auf die eingeholten externen Gutachten durch zwei Mitglieder des Agora-Gremiums geprüft und gemäss den Agora-Beurteilungskriterien eingestuft. Anschliessend berät das gesamte Agora-Gremium vergleichend über alle Gesuche und fällt zu jedem Gesuch einen vorläufigen Entscheid. Zuletzt überprüft das Präsidium des Forschungsrats die Korrektheit des Verfahrens, die Einhaltung des Budgets sowie der gegebenen Rahmenbedingungen und genehmigt gegebenenfalls die Entscheide des Agora-Gremiums.
Kommunikation des Entscheids
Die abschliessenden Entscheide werden in der Regel fünfeinhalb bis sechs Monate nach Gesuchseingang gefällt. Die Geschäftsstelle des SNF kommuniziert den Gesuchstellenden so rasch als möglich den abschliessenden Entscheid (gemäss Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren).
Agora Evaluationsgremium
Die Liste umfasst die Mitglieder des Evaluationsgremiums von Agora Evaluationskommission. Der SNF versteht es als Teil der guten wissenschaftlichen Praxis, dass Gesuchstellende und Mitglieder von Evaluationsgremien nicht wegen eines beim SNF eingereichten Gesuchs miteinander in Verbindung treten.
Preis Optimus Agora
Der SNF arbeitet mit swissnex San Francisco zusammen, um den Preisträgerinnen und Preisträgern eine Fortbildung in der wissenschaftlichen Kommunikation zu ermöglichen. Der Optimus Agora wird in Bezug auf das kommunikative Potenzial des Projekts vergeben und aus den eingereichten Projekten ausgewählt.
Nur Projekte mit einem Budget von über CHF 50'000 und einer Dauer von mehr als einem Jahr werden für den Preis Optimus Agora berücksichtigt.
Preisträger:innen seit 2018
Jahr Preisträger:in Forschungsgebiet 2023 Timothy Eglinton und Sonia Seneviratne Klimawissenschaften 2022 Wendy Queen und Mirko Bischofberger Chemie 2021 Christophe Dessimoz, Marie-Claude Blatter und Monique Zahn Genetik 2020 Dominique de Quervain und Carmen Sandi Neurowissenschaften 2019 Antonio Rodriguez Literatur 2018 Luca Maria Gambardella Informatik
News
Weitere Links
- Toolbox zur Wissenschaftskommunikation (VA, Public & Science)
- Evaluation : Praktische Guidelines (UK Research and Innovation)
- The Communicator’s Guide to Research, Analysis, and Evaluation (Institute for Public Relations)
- Information und Inspiration - Impact Unit (Wissenschaft im Dialog, DE)
- La moulinette: Tool für Wissenschaftsvermittlungsprojekte (Science et Cité, auf Deutsch)
- AgoraForum2021 (Workshop Material, Präsentationen)
- AgoraForum2021 (Workshop Material, Videos)
- Toolkit für den Forschungsimpact (UCD Dublin)
- Agora Karte