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| CINE | LATINOAMERICA | SAN GALLEN |
Contracorriente: Der Film weist aufgrund der nicht einfachen Lebensumstände der Hauptperson eine sehr emotionale Handlung auf ...
— Raphael Widmer von © PuntoLatino —
Contracorriente (Peru, 2009) ist ein mit internationaler Zusammenarbeit produzierter Spielfilm dessen Regie von Javier Fuentes Léon geführt wurde. Der Film weist aufgrund der nicht einfachen Lebensumstände der Hauptperson eine sehr emotionale Handlung auf.
Miguel ist mit Mariela verheiratet und zusammen erwarten sie ein Kind. Jedoch führt Miguel nebenbei noch eine Affäre mit einem Mann Namens Santiago. In seiner verantwortungsvollen Rolle als Ehemann und künftiger Familienvater leidet Miguel stark unter dem schlechten Gewissen, welches die heimliche Beziehung mit Santiago mit sich führt. Letzterer ist Maler von Beruf und vor einem Jahr von der Grossstadt ins Fischerdorf Máncora gezogen.
|Cristian Mercado (Bolivia)||Manolo Cardona (Colombia)||Tatiana Astengo (Perú)|
Nachdem Santiago eines Tages in eine Gegenströmung gerät und ertrinkt, kehrt er als Geist zurück, der nur von Miguel erkannt werden kann. Santiago möchte, dass Miguel ihm verspricht, seinen Leichnam zu finden und ihn nach der besonderen Tradition des Fischerdorfes zu bestatten. Dabei muss die Bestattung des Toten durch einen von ihm geliebten Menschen erfolgen, der den Körper segnet und dem Meer übergibt. Nur wiederwillig möchte Miguel sein Versprechen zu Santiago, seine Leiche zu finden und zu beerdigen, einhalten, da er befürchtet, von ihm danach verlassen zu werden. Stattdessen zieht er es vor, seine Affäre von allen unbemerkt weiterführen zu können. Doch seine Rechnung geht nicht mehr auf als Santiagos Leichnam zufälligerweise von einem Fischerboot herausgezogen wird und sich die Nachricht seines Todes im ganzen Dorf verbreitet. Miguel steht davor, eine der wohl schwersten Entscheidungen seines Leben zu treffen: Wird er Santiago beerdigen, so wird er von seiner Frau und seinem Sohn verlassen. Wird er ihn nicht beerdigen, so wird Santiagos Seele nie in Frieden ruhen können. Miguel entscheidet sich für Santiago und verliert seine Familie für immer, doch findet er unerwartet Unterstützung im Dorf.
Der Film bewegt das Publikum, sich emotional in die schwierige Lage von Miguel hineinzuversetzen. Die Sorgen, den Forderungen aus dem Jenseits uns Diesseits gerecht zu werden, lässt die Zuschauer mitleiden und dem Leben von Miguel mit seiner Geistergeschichte Anteil nehmen. Zudem arbeitet der Film stark mit religiöser Symbolik und spricht verschiedene Themen zum Nachdenken an, wie beispielsweise Wahrheit, Mut, Ehre sowie sich ändernde Grundhaltungen gegenüber Homosexualität und unterdrückende Traditionen.
Raphael Widmer von © PuntoLatino, St. Gallen 20.11.11.
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