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Bei der Entstehung der Maine Coon spielt die Seefahrt sicherlich eine grosse Rolle. Die moderne Besiedlung von Amerika geschah über den Seeweg. So brachten Europäer ihre Katzen mit, damit die Mäuse nicht die Oberhand auf den Schiffen gewannen. Man weiss heute auch, dass die Wikinger ebenfalls ihre Katzen mit auf See nahmen. So ist anzunehmen, dass die Wikinger, welche Amerika auch kurz besiedelten, ihre eigenen, ursprünglich wildlebenden Katzen, die Norwegische Waldkatze, mitbrachten.
Am ehesten hat sich die Maine Coon aus verschiedenen Katzenrassen entwickelt, welche die Einwanderer mitbrachten. Im rauhen und kalten Klima konnte nur eine robuste Katze in der Wildbahn überleben: die Maine Coon.
Ursprünglich wurde diese Katzenrasse aus Maine nur „Maine Cats" genannt. Erst im 20. Jahrhundert, wurde das Wort „Coon" hinzugefügt. Warum dies geschah, ist nicht mehr bekannt.
Die erste Autorin welche die Rasse beschreibt, ist Frau F. R. Pierce. Eine Amerikanerin, welche selbst in Maine lebte. Im ersten grossen, klassischen Katzenbuch vom Engländer Frances Simpson, schrieb Frau Pierce das Kapitel der Maine Cats. Das Buch „The Book of the Cat" von F. Simpson wurde von Cassell and Company Ltd. im Jahre 1903 veröffentlich.
Frau Pierce liebte die Main Katze und betrieb aufwendige Recherchen für das Buch. So fand Frau Pierce raus, dass diese Katze schon in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts in Maine vorkam. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entwickelten sich die Katzen zu robusten Tiere. Zugänge diverser Rassen, welche von den Schifffahrern nach Maine mitgenommen wurden, brachten diverse Farbenschläge und mehr Grösse mit. Die Katzen vermehrten sich vorallem in den Küstenstädten. Maine Coon Katzen konnte man auch „Landeinwärts" finden, jedoch kaum im äussersten Hinterland berichtet Frau Pierce. Frau Pierce besass schon 1861 einen Kater mit Rassetypischen Merkmale. Als „Hauptstadt" der Maine Coon wird der kleine Hafenort „Biddefort" genannt. Biddefort liegt etwas 150 km nördlich von Boston, im Bundesstaat Maine.
Bei den Einwohnern von Maine u.v.a. bei den Bauern waren die Maine Coons sehr beliebt. Sie sind ausgezeichnete Jäger und hielten Haus und Hof frei von Ratten und Mäusen.
Maine Coons wurden auch schon im 19. Jahrhundert ausgestellt. Zuerst auf Viehmärkten und 1878 sogar anlässlich einer kleinen Ausstellung in Boston. 1895 fand im New Yorker Madison Square Garden die erste grosse Katzenausstellung der USA statt. Maine Coons waren sehr angesehene Katzen und eine brown tabby Maine Coon mit dem Namen Cosey wurde sogar Ausstellungssiegerin. Die Katze gehörte Frau E. N. Barker.
Anfang des 20. Jahrhunderts eroberten im grossen Styl importierte Rassen wie Perser, Angora und Siam die USA und wurden richtige Statussymbole. Auch die Richter auf Katzenausstellungen zogen diese neuen Rassen vor und so gewann die letzte Maine Coon 1911 in Portland den begehrten Titel „Ausstellungssiegerin – Best Cat in Show". Weitere importierte Rassen fanden den Weg in die USA und dies führte fast zum „Aussterben" der Maine Coons in den 50ern Jahren.
Um den unweigerlichen Verlust der Rasse zu bremsen, gründeten einige Liebhaber 1953 in den USA den Central Maine Cat Club und schafften es tatsächlich die Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. Es wurden Ausstellungen organisiert und die Popularität wurde so gefördert. 1964 löste sich der Club, welcher ehrenamtlich geführt wurde, auf. 1968 wurde ein neuer Club gegründet, die Maine Coon Breders and Fanciers Association (MCBFA). Dennoch war der Weg zu Siegern an Ausstellung sehr steinig für die Maine Coon.
In Amerika wurde die Maine Coon vom grössten amerikanischen Verband der Cat Fanciers Association (CFA), erst 1976 anerkannt.
Die FIFé erkannte die Maine Coon erst 1983 an. Somit kam die Rasse auch in Europa schnell zu einem bestimmten Bekanntheitsgrad. Erst in den letzten 10 Jahren ist die Maine Coon hierzulande weit verbreitet.
Seit April 1985 ist die Maine Coon auch als offizielle Nationalkatze des Bundesstaat Maine eingetragen.
Guido und Erika Gautschi hatten sich in die Rasse Maine Coon verliebt als sie amerikanische Artikel über die Shaggies, wie die Maine Coons auch gerne genannt werden (shaggy = zottig), gelesen hatten. Im Februar 1978 betrat dann die erste Maine Coon offiziell schweizerischen Boden. Die Annerkennung der FIFé gelang erst beim zweiten Versuch nachdem beim Ersten die Unterlagen verloren gingen. Beim zweiten Versuch wurde der identischer Antrag zeitgleich in Deutschland (durch Frau Simon) wie auch in der Schweiz durch Fam. Gautschi gestellt. Im Januar 1983 hatte auch die FIFé die Maine Coon offiziell in die Reigen der Rassekatzen aufgenommen.