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Hannelore Cayre, geboren 1963, war als Finanzchefin bei einer Filmproduktionsfirma tätig. Später begann sie, in Paris als Strafverteidigerin mit der gleichen Art Klientel zu arbeiten wie der Protagonist ihrer Romane. Sie hat Kriminalromane veröffentlicht und mehrere Drehbücher geschrieben. Anfang der Neunzigerjahre realisierte sie Kurzfilme, die mehrfach ausgezeichnet wurden.
Hannelore Cayre – Tochter einer österreichischen Mutter, was den nicht allzu französischen Vornamen erklärt – ist Strafverteidigerin, schreibt Romane und lebt mit ihrer Familie im 19. Arrondissement von Paris. Davor war sie Finanzchefin bei einer Filmproduktionsfirma und nebenbei Filmemacherin, ihr Kurzfilm Albertina a magri wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet.
Allerdings fing das Finanzwesen an, sie zu langweilen; die Juristerei hingegen faszinierte sie zunehmend. Cayre spezialisierte sich auf Strafrecht und wurde Pflichtverteidigerin – genau in dem Milieu, das sie in ihren Romanen um den Anwalt Christophe Leibowitz beschreibt: an den Rändern der Gesellschaft, dort, wo man als Honorar manchmal in Naturalien bezahlt wird – eine Kiste Tomaten, Knoblauch oder Hühner. »Als Strafverteidigerin in Créteil arbeitet man mit und in dem Milieu, das aus der Immigration entstanden ist«, sagt sie und findet dieses Milieu faszinierend und spannend.
Ein schwerer Unfall, nach dem sie beinahe querschnittgelähmt war, konnte ihre Energie, ihr Engagement für ihre Klientel und ihren genauen Blick für die tragikomischen Seiten ihres Berufs nicht schmälern. Im Gegenteil … Vier schwarzhumorige und raffiniert geschriebene Abenteuer um den Lumpenadvokaten Leibowitz sind geplant, zwei davon unter großem Applaus der französischen Kritik und der Leserschaft schon erschienen, und Verfilmungen sind in Vorbereitung.
Bibliografie:
Commis d’office (2004; dt. Der Lumpenadvokat, 2007)
Toiles de maître (2005; dt. Das Meisterstück, 2008)
Ground XO (2007)
»Christoph Leibowitz, der gerissene Anwalt mit den schmutzigen Fantasien und den zwielichtigen Freunden, ist uns ans Herz gewachsen. Daran schuld ist Hannelore Cayres erfrischender Stil mit seinen lakonischen, spitzen Dialogen, schrägen Figuren und dem Mut zu einem Helden wie Christoph Leibowitz. Eines steht fest: Von ihr würde ich mich sofort verteidigen lassen.«
»Hannelore Cayre hat einen genauen Blick für die absurden und abgründigen Seiten des französischen Justizalltags. Sie kennt die Maschinerie und das Klientel und weiß daraus eine wunderbar bissige, rasante und in sich stimmige Geschichte zu drehen.«
»Hannelore Cayre kennt die Trostlosigkeit der Verhaftetenparade und die Versuchung zur Empfindsamkeitsverschalung hinter Zynismus aus eigener Anschauung. Sie ist Strafverteidigerin in Paris, und so wirken die Details des Justizlebens hier nicht wie stolze Trophäen erfolgreicher Recherche, sondern wie die krummen Dielen des Alltags.«