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Die Milcheinlieferungen im ersten Halbjahr sind 5,5% höher als im Vorjahr. Das Plus von rund 2% reicht jedoch nicht, um alle produzierte Milch im Normalpreis-Markt zu verkaufen.
Die Milcheinlieferungen von Januar bis Juli 2008 sind 5,5 Prozent höher als in der Vorjahresperiode. Das erfreuliche Absatzwachstum von rund 2 Prozent reicht jedoch nicht, um alle produzierte Milch im Normalmarkt zu verkaufen. Bis Ende Jahr muss mit 40 Millionen Kilogramm Milch gerechnet werden, die nicht zum vereinbarten Preis abzusetzen sind. Damit droht der Milchmarkt aus den Fugen zu geraten. Deshalb hat der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten SMP beschlossen, mittels Preissegmentierung den Markt zu stabilisieren.
Der Milchmarkt zeigt sich diesen Herbst erneut von der unberechenbaren Seite. Sowohl bei der Nachfrage wie auch beim Angebot wurden divergierende Entwicklungen festgestellt, so dass die Summe aller Effekte in ihrer Wirkung nicht vorhersehbar war. Der Markt sendete gleichzeitig sowohl positive wie auch kritische Signale. Was ist also los mit dem Milchmarkt?
Der Absatz ist im Inlandmarkt beim aktuellen Preisniveau tragfähig. Von Januar bis Juli 2008 hat der Absatz bei den Frischmilchprodukten um 1,5 Prozent und bei der Butter um 3,1 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zugenommen. Von Juli 2007 bis Juni 2008 haben die Käseverkäufe im Inland-Detailhandel um 3,2 Prozent beziehungsweise 2'745 Tonnen zugenommen. Der Aussenhandel mit Milchprodukten entwickelte sich positiv. Im ersten Halbjahr 2008 hat der Exportüberschuss um 35'900 Tonnen Milchäquivalent oder 25,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zugenommen.
Wo sind nun die Schwachstellen?
Der für den Käseexport wichtige EU-Markt zeigt gewisse Schwächen bei Absatz und Preis. Dies spüren insbesondere einige Sortenkäse. Einschränkungen in der Käseproduktion und das Aufkommen von Einschränkungsmilch sind die Folge.
Im Segment der Verarbeitungskäse sind die Exporte rückläufig und auch im Inland werden Marktanteile durch Billigimporte verdrängt.
Die Milchproduktion in der Schweiz ist von Januar bis Juli 2008 gegenüber der Vorjahresperiode um 5,5 Prozent angestiegen. Dies ist eine Mehrproduktion von 112 Millionen Kilogramm.
Das einzelbetrieblich kumulierte Lieferrechtspotenzial für das Milchjahr 2008/2009 beträgt gesamtschweizerisch 3’430 Millionen Kilogramm. Dies sind 5,2 Prozent mehr als die Milchproduktion im vorangegangenen Milchjahr.
Die Molkereien haben seit einem Jahr die Produktionssignale auf Grün gestellt und den Milchproduzenten mit Abnahmegarantien und Mehrmengen starke Produktionsanreize gegeben.
Aufgrund der Differenz zu den gesunkenen Weltmarktpreisen haben namhafte Nahrungsmittelhersteller und Exporteure Gesuche um Veredelungsverkehr gestellt. Damit droht bereits zum dritten Mal in diesem Jahr ein Verlust von Marktanteilen.
„Es ist eine Tatsache, dass die Milchproduzenten in diesem Jahr bisher rund 60 Millionen Kilogramm Milch abgeliefert haben, die nicht im Normalmarkt abgesetzt werden konnten. Entsprechend stiegen die Lager von Butter und Milchpulver an“, bilanziert SMP-Direktor Albert Rösti. „Da aufgrund des höheren Kuhbestandes, der saisonal hohen Milchpreise und der guten Futtergrundlage keine Entspannung zu erwarten ist, müssen wir davon ausgehen, dass die Milchproduzenten bis Ende Jahr nochmals rund 40 Millionen Kilogramm Milch anliefern, die am Normalmarkt keinen Käufer finden».
Zu spüren bekommen haben dies bereits einige Produzentenorganisationen, denen in etwa diesem Umfang per Ende September Milchkaufverträge gekündigt wurden. Aber auch die Milchproduzenten und Verarbeiter im Segment des für den Export bestimmten Verarbeitungskäses sind von Mengen- und Preiskürzungen betroffen.
„Wenn diese Milchmenge nicht sinnvoll verkauft und verarbeitet werden kann, dann löst dies sehr rasch einen grossen Preisdruck auf die gesamte Milchmenge aus“, folgert Albert Rösti. „Weil dies eine unverantwortbare Vernichtung von Wertschöpfung und Einkommen der Milchproduzenten bedeutet, hat der SMP-Vorstand beschlossen, Massnahmen zu treffen. Das Ziel ist, dass bis Ende Jahr auf der normal vermarktbaren Milchmenge das Preisniveau unangetastet bleibt.
Die SMP-Spitze wird deshalb mit den national tätigen Milchverarbeitern in Kontakt treten, um Lösungen anzubieten und auszuhandeln. Dafür hat der SMP-Vorstand an seiner Sitzung vom 25. September 2008 den Spielraum abgesteckt. Als Sofortmassnahme soll für den Monat Oktober ein Teil der Kosten für die Marktsegmentierung aus dem Milchstützungsfonds getragen werden. Für die Monate November und Dezember soll eine Lösung zusammen mit den Milchverkaufsorganisationen und den nationalen Milchverarbeitern im Oktober gefunden werden. (Medienmitteilung SMP)
(gb)
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