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Zürich hat ein neues Welterbe: Gerade hat die UNESCO Pfahlbau-Fundstellen aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien zum Weltkulturerbe erklärt. Der Kanton Zürich ist mit einer Auswahl von sieben prähistorischen Siedlungsstellen im Zürichsee, Greifen- und Pfäffikersee vertreten. Die Fundstellen stammen aus der Zeit zwischen 5000 und 850 v.Chr.
Es handelt sich einerseits um die Untiefe «Kleiner Hafner», die vor dem Zürcher Bellevue im See liegt und die frühesten Pfahlbaufunde der Schweiz vorzuweisen hat (4300 v.Chr.). Die zweite Fundstelle ist die ebenfalls im See gelegene Strandplatte «Alpenquai» vor dem Arboretum am General-Guisan-Quai, wo Pfahlbaureste aus der späten Bronzezeit zu finden sind (850 v.Chr.).
Beide Fundstellen liegen in einem Gebiet, das in urgeschichtlicher Zeit dicht besiedelt war, was auch die im vergangenen Jahr beim Bau des Parkhaus Opera beim Bellevue gefundene Pfahlbausiedlung zeigt. Diese Fundstelle war zur Zeit der UNESCO-Kandidatur noch nicht entdeckt.
Rund um die Alpen sind etwa 1000 Pfahlbau-Fundstellen bekannt. Die Funde in Seen und Feuchtgebieten des Alpenvorlands sind sehr gut erhalten und erlauben detaillierte Erkenntnisse zu Kultur, Wirtschaft und Umwelt vom 5. bis ins 1. Jahrtausend v. Chr.
In den feuchten Uferbereichen finden sich gut erhaltene Bauteile von Häusern, Speisereste, Knochen, hölzerne Werkzeuge und sogar Kleidungsstücke.
Mit den Pfahlbauten hat die Schweiz nun insgesamt elf Weltkulturerbe-Stätten. Weitere Kandidaturen sind zurzeit nicht geplant.