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Wirbelsturm Amphan: CBM-Nothilfe nach zweifacher Katastrophe
Der Wirbelsturm Amphan wütete mitten im Corona-Lockdown: Hunderttausende Menschen in Indien und Bangladesch mussten wählen zwischen dem Risiko, sich in engen Schutzräumen mit dem Virus anzustecken, oder dem Wirbelsturm ausgeliefert zu sein. Die CBM hat untersucht, wo sich Vorsorge und Nothilfe verbessern müssen: Besonders benachteiligt waren Menschen mit Behinderungen.
Am 20. Mai traf der Wirbelsturm Amphan auf das Grenzgebiet von Bangladesch und Indien. Er verwüstete weite Teile des Küstenstreifens und zwang über zwei Millionen Menschen in Bangladesch, in Schutzräume zu flüchten. Erst wenige Wochen zuvor hatte die Regierung einen Lockdown verhängt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Ältere Menschen, Personen mit Behinderungen und aus anderen Risikogruppen mussten sich entscheiden, ob sie das Risiko einer Ansteckung in einem vollen Schutzraum in Kauf nehmen. Masken oder andere Schutzausrüstung konnten sich die wenigsten Betroffenen leisten.
Die CBM und ihre drei langjährigen Partner vor Ort, das Center for Disability in Development (CDD), die Disabled Rehabilitation and Research Association (DRRA) und Action for Disability in Development (ADD), haben unmittelbar nach dem Sturm in den am stärksten betroffenen Gebieten Bangladeschs die Lage von Menschen mit Behinderungen untersucht. Die Umfragen zeigen, dass Menschen mit Behinderungen trotz grosser Fortschritte in der staatlichen Katastrophenvorsorge noch immer zurückbleiben.
So wurden Sturmwarnungen meist über Lautsprecher verbreitet – von den hörbehinderten befragten Personen wurden 71 Prozent deshalb nicht oder zu spät gewarnt. Jede fünfte Person mit Behinderung entschloss sich aus Furcht vor dem Coronavirus oder aufgrund unzugänglicher Schutzräume, nicht zu evakuieren. Während die Soforthilfe der Regierung bereits anlief, hatten 90 Prozent der Menschen mit Behinderungen keine Informationen darüber erhalten.
Mit unserer inklusiven Humanitären Hilfe wirken wir diesem Missstand entgegen: Wir geben Menschen mit Behinderungen und ihren Selbstvertretungsorganisationen eine Stimme. Für Anlaufstellen für ältere Personen und Menschen mit Behinderungen mobilisieren wir Freiwillige, die selbst betroffen sind. Sie stellen lokal sicher, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen ermittelt werden und sie zugängliche Informationen über die verfügbare Nothilfe erhalten.
Die doppelte Katastrophe von Corona-Pandemie und Wirbelsturm Amphan zeigt deutlich, wie wichtig es ist, gemeinsam mit lokal verankerten Partnern zu handeln und diejenigen Menschen zu stärken, die dem grössten Risiko ausgesetzt sind, vergessen zu werden. Pandemien und Naturkatastrophen werden uns in der Vorsorge und Humanitären Hilfe weiterhin beschäftigen. Mit Ihrer Unterstützung setzen wir unsere Arbeit fort und lassen niemanden zurück.
CBM-Nothilfe
Die internationale CBM-Föderation konzentriert ihre Nothilfe auf Bangladesch und dort auf die besonders betroffenen Distrikte Satkhira und Bagerhat.
Die Nothilfe erfolgt über Cash Transfers. Damit können sich Familien in Not das kaufen, was sie am dringendsten benötigen. Über ihre Partner unterstützt die CBM betroffene Familien auch dabei, ihre Lebensgrundlagen (wieder) aufzubauen. Der Wirbelsturm hat die Einkommensmöglichkeiten unzähliger Menschen komplett zunichte gemacht. Damit trifft es diese Menschen doppelt, ist doch ihre Arbeitstätigkeit angesichts des Corona-Lockdowns bereits schon stark eingeschränkt gewesen.
Zudem sensibilisieren die CBM-Partner die Regierung, Behörden und andere humanitäre Organisationen für die Anliegen von Menschen mit Behinderungen, damit sie in deren Nothilfemassnahmen einbezogen werden.
Bei Katastrophen wie dieser hilft die CBM allen betroffenen Menschen. Allerdings legt sie in ihrer Hilfe den Fokus auf Menschen mit Behinderungen und ihre Familien. Sie werden von der allgemeinen Nothilfe noch zu häufig vergessen.
Wie Sie helfen können
Unterstützen Sie vom Wirbelsturm Amphan betroffene Menschen. Vielen herzlichen Dank.
Falls für das Nothilfe-Projekt in Bangladesch mehr Geld eingeht als benötigt, werden wir es für ähnliche Nothilfeprojekte einsetzen.