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Hochgeehrter Herr
Ich komme eben von einer Besprechung mit Herrn Stämpfli1, dem ich auseinander setzte wie sehr ein einträchtiges Wirken aller Kräfte noth thue, wenn die Schweiz nicht in Eisenbahnsachen von ihren Nachbarn überholt u in ihrer Entwicklung einen unabsehbaren Schaden nehmen solle. Ob er damit einverstanden sei| daß der Bundesrath die Sache an die Hand nehme u soviel an ihm nach Kräften fördere. Herr Stämpfli war mit meinem Entschluß die Angelegenheit zur Bundessache zu machen völlig einverstanden u meinte daß in keiner Weise mehr gezögert werden sollte. Der Zollvertrag mit Deutschland sei der geeignete Anlaß u die Vertretung in Berlin werde dort ohne Zweifel williges| Gehör finden. Er sei seiner Zeit aus dem Gotthardkomite ausgetreten2, weil er die Überzeugung gehabt habe, daß ohne thätiges Eingreifen der Bundesbehörden die nöthige Förderung des Unternehmens nicht zu erwarten sei. Sobald dieses stattfinde könne man auch seiner Unterstützung sicher sein.
Das sind im Allgemeinen die Äußerungen des Herrn Stämpfli, die ich Ihnen ganz confiden| tiell mittheile. Nächster Tage werde ich mit dem preußischen Gesandten eine Unterredung über denselben Gegenstand haben. Er ist ein Mann der viel darauf hält etwas Bemerkenswerthes zu thun, läßt sich aber leicht leiten. Deßhalb ist es doppelt nöthig daß man ihn sofort in unser Intereße ziehe. Wenn Sie mir mit einigen Worten das Ergebniß der letzten Comitesitzung berichten wollten wäre ich Ihnen sehr verbunden.
Hochachtungsvoll
E Welti
20. Juni 1867.