Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/254512

<h2>SubmittedText<h2><p>Ich bitte den Bundesrat die folgenden Fragen zu beantworten: </p><p>Wie hat sich das um das "Grenzgängerdoping" korrigierte BIP/Kopf seit Aufhebung der PFZ-Kontingente entwickelt (also wenn der Beitrag der Grenzgänger zur Wertschöpfung bzw. ihr Arbeitseinkommen aus dem BIP hinausgerechnet werden)? Wie steht die Entwicklung dieses bereinigten BIP/Kopf im europäischen Vergleich? </p><p>Wie hat sich das um das "PFZ-Beschäftigtenquotedoping" bereinigte Arbeitseinkommen der (niedrig- und hochqualifizierten) einheimischen Arbeitskräfte entwickelt (also wenn der Beitrag der PFZ-Zuwanderer zur Erhöhung der Beschäftigtenquote bzw. ihr Arbeitseinkommen aus dem BIP hinausgerechnet werden)? Wie steht die Entwicklung dieser so bereinigten Einkommensentwicklung im europäischen Vergleich?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In den zehn Jahren vor der Corona-Pandemie ist das BIP pro Kopf in der Schweiz durchschnittlich um 0,8 Prozent pro Jahr gestiegen. Damit war das Wachstum zwar kleiner als beispielsweise in den Vereinigten Staaten, aber ähnlich wie in anderen europäischen Ländern. Darüber hinaus weist die Schweiz im internationalen Vergleich ein sehr hohes BIP pro Kopf auf.</p><p>Die Entlöhnung von nicht in der Schweiz ansässigen ausländischen Personen durch in der Schweiz tätige Unternehmen ist von 12,5 Milliarden Franken (2002) auf 29 Milliarden Franken (2021) gestiegen.</p><p>Der Anteil dieser Entgelte am BIP stieg von 2,6 Prozent auf 3,9 Prozent. Auch andere europäische Länder verzeichnen bei diesem Verhältnis ein dynamisches Wachstum. Zwischen 2002 und 2021 stieg der Anteil der Löhne von Grenzgängerinnen und Grenzgängern am BIP in den Niederlanden von 0,4 Prozent auf 1,5 Prozent und in Österreich von 0,3 Prozent auf 1,2 Prozent an. In Luxemburg ist der Anteil europaweit am höchsten (2002: 17,1 Prozent; 2021: 19,1%). In Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Italien ist der Anteil deutlich kleiner.</p><p>2. Es ist nicht möglich, zwischen dem Erwerbseinkommen der inländischen Arbeitskräfte und jenem der zugewanderten Arbeitskräfte zu unterscheiden. Für die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist der Wohnsitz massgebend und es wird nicht zwischen inländischen und zugewanderten Arbeitskräften unterschieden. Die stark auf den Arbeitsmarkt ausgerichtete Zuwanderung aus EU/EFTA-Ländern hat einen positiven Einfluss auf die Erwerbsquote der Schweiz. Sie wirkt der demografischen Alterung entgegen, die das Wachstum des BIP pro Kopf bremst.</p>  Antwort des Bundesrates.