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Die Säugetiere Lama und Alpaka gehören zur Familie der Kameliden (Camelidea), welche sich in Altweltkameliden (Gattung Camelus) und Neuweltkameliden (Gattung Lama) unterteilen. Beide Kamelidenarten zählen damit zur Ordnung der Paarhufer und bilden gemeinsam die heute einzige lebende Familie der Unterordnung Schwielensohler, d.h. sie besitzen keine Hufe, sondern laufen auf weichen Schwielenpolstern. Ihr Tritt schont also die Grasnarbe. Daher sind sie eine echte Alternative für die Beweidung empfindlicher Flächen. Die Lamas und Alpakas der südamerikanischen Anden haben durch ihre extreme Anpassungsfähigkeit die heimatlichen Grenzen überschritten und leben deshalb heute bereits in der "Alten Welt".
In erster Linie zeichnen sich Lamas gegenüber den Alpakas als deutlich grössere Tiere aus. Das Wollkleid von Lamas ist je nach Typ unterschiedlich, und der Kopf bleibt - anders als beim Alpaka - frei. Ihre Ohren sind leicht bis markant geschwungen und besitzen eine Länge von 15 cm, mit der sie jene von Alpakas bei weitem übertreffen. Ganz typisch für Lamaohren sind die Spitzen, die nach innen zeigen (Bananenform). Stuten bringen ein Gewicht von 80 bis 120 kg auf die Waage, Hengste können von 90 bis über 200 kg wiegen. Als Durchschnittsgewicht kann man also durchaus 110 bis 130 kg angeben. Die Lebenserwartung liegt bei 15 bis 29 Jahren. Weibliche Tiere können bis zum 18. Lebensjahr fruchtbar sein.
Lamas dienen als Zuchttiere, Packtiere für Wanderungen zu Fuss oder zu Pferd, zu Therapiezwecken und zur Gewinnung von Fleisch. Lamas sind zudem gute Wolllieferanten. Die Lamawolle ist fettfrei, federleicht und warm. Sie ist darum sehr begehrt.
Bei Lamas und Alpakas sind der ausgeprägte Herdentrieb und die sozialen Strukturen auffallend. Eine Einzelhaltung ist deshalb absolut nicht artgerecht. Die Form eines Familienverbands ist beim Lama und Alpaka relativ locker, d.h. dass sowohl weibliche Tiere als auch der Hengst austauschbar sind. Tiere, die neu dazu kommen, gewöhnen sich sehr schnell in die Herde ein.
Lamas und Alpakas reagieren recht empfindlich auf Feuchtigkeit und Luftzug. Deshalb ist es für die artgerechte Haltung wichtig, sie vor Wind und Regen zu schützen. Eine reine Stallhaltung wird jedoch bei Lamas und Alpakas als nicht artgerecht angesehen, weil sie Fluchttiere und klassische Weidetiere sind. Damit sich ein Lama oder Alpaka im Stall wohl fühlt, benötigt es genügend Platz, um im Stall zu fressen, zu liegen und aufrecht stehen zu können.
Die Haltung von Neuweltkameliden auf der Weide entspricht den Forderungen nach einer artgerechten Haltung am besten. Auf den Weiden sollte mindestens ein Unterstand und eine Wasserversorgung vorhanden sein. Der Unterstand sollte in den drei Hauptwindrichtungen geschlossen sein. Diese schützen die Tiere vor all zu viel Regen und Wind. Ebenso können sie sich vor der intensiven Sonnenstrahlung zurück ziehen. Zum Sonnenschutz sind auch Baumgruppen sehr beliebt. Die Bäume halten die Sonnenbestrahlung ab und der Wind kann kühlend wirken.
Lamas sind intelligent und dadurch leicht zu trainieren. Nach nur wenigen Wiederholungen lernen sie viele Dinge, wie das An- und Ablegen eines Halfters, Leinenführigkeit, das Ein- und Aussteigen aus einem Auto oder Hänger, das Ziehen eines Wagens oder einen Packsattel zu tragen. Die sehr sozial lebenden Tiere brauchen dringend Artgenossen. Anfänglich etwas scheu, sind Lamas freundlich und sehr neugierig. Ihre ruhige Art und ihr Einfühlungsvermögen machen sie für jedermann, auch für Kinder, leicht führbar.
Lamas und Alpakas sind reine Pflanzenfresser. Genau wie Rinder, Schafe und Ziegen fressen sie vor allem Gras und Heu. Sie lieben es aber auch, an trockenem Gestrüpp, Zweigen und Baumstämmen herum zu knabbern. Diese Vorliebe macht es notwendig, Obstbäume auf der Weide vor dem Appetit der Lamas und Alpakas zu schützen.
Alle kamelartigen (Tylopoden) Tiere käuen ihre Nahrung wieder. Lamas zählen jedoch nicht wie z.B. Rinder und Schafe zu den Wiederkäuern. Sie haben einen nur dreigeteilten Magen. Weil sie ein relativ niedriges Proteinbedürfnis haben, kommen sie auf den unterschiedlichsten Weiden und auch mit reiner Heufütterung aus. Bei erwachsenen Lamas und Alpakas macht der erste Magen den grössten Teil aus, bei Fohlen dagegen ist der erste Magen nur wenig entwickelt; die aufgenommene Milch fliesst über eine Art Rinne direkt durch den ersten und zweiten Magen hindurch, direkt in den dritten Magen, um dort verdaut zu werden.
Der zweite Magenabschnitt von Neuweltkameliden ist ähnlich wie der erste aufgebaut und enthält ebenfalls Drüsen und erfüllt die gleichen Aufgaben, jedoch ist er von deutlich geringerer Grösse. Der Inhalt der beiden ersten Mägen besteht aus einer homogenen, relativ festen Futtermasse, während die echten Wiederkäuer eine Schichtung ihres Mageninhalts in feste, flüssige und gasförmige Schicht aufweisen. Deshalb treten bei Lamas und Alpakas Aufblähungen der Mägen, wie man sie beim Schaf beobachten kann, fast nie auf. Erst im letzten Abschnitt des Magen 3 finden sich "echte" Magendrüsen, die unter anderem Salzsäure und Verdauungsenzyme produzieren.
Durch eine weitere Besonderheit haben sich Kameliden an eiweissarme Ernährung angepasst: Sie können den Harnstoff, der als "Abfallprodukt" bei der Eiweissverdauung anfällt, in ihren Mägen recyceln. In ihren Mägen leben unter anderem auch Bakterien, die diesen Harnstoff verwerten und wieder zu Eiweiss aufbauen. Diese Bakterien werden dann zum Teil wieder von den Kameliden verdaut, und das so gewonnene Eiweiss wird resorbiert. Dies bedeutet, dass Lamas und Alpakas keine grossen Anforderungen an die Eiweissversorgung stellen. Allerdings sollte bei einer proteinarmen Fütterung immer die Kohlenhydratversorgung gewährleistet sein.
Es entspricht zwar der Wahrheit, dass Lamas und Alpakas spucken, aber nicht so, wie viele glauben. In erster Linie spucken Lamas auf ihre Artgenossen, jedoch kaum auf Menschen. Einige von ihnen - es handelt sich dabei besonders um Lamas aus Tiergärten - spucken auch auf Menschen. Der Grund: Diese Tiere sind an Menschen gewöhnt und betrachten sie deshalb als Artgenossen. Bei gut erzogenen und sozial gefügigen Lamas kann man sagen, dass sie auch während tierärztlicher Behandlungen nicht auf Menschen spucken.
Spucken ist eine Ausdrucksform, die Lamas gebrauchen, um ihre Dominanz zu zeigen, das Rangverhältnis zu klären oder Angst und Unbehagen auszudrücken. Des weiteren kann es eine Äusserung von Aggressivität sein. Weibliche gedeckte Tiere spucken Hengste an, um sie daran zu hindern, sie erneut zu decken.
Fest steht, dass Lamas nicht spucken, bevor sie eine Vorwarnung abgegeben haben. Solch ein Anzeichen sind zurückgelegte Ohren und ein hochgehaltener Kopf, sodass die Nase weit in die Höhe ragt. Oft spucken Lamas in die Höhe, was einem Warnschuss gleich kommt. Lässt der "Angreifer" nicht ab, spuckt das Lama direkt auf denjenigen, von dem die Bedrohung ausgeht.
Die Stellung der Ohren und des Schwanzes lassen die Grundstimmung von Lamas und Alpakas erkennen. Legt ein Tier die Ohren an, bildet dies das Anzeichen für steigende Verteidigungs- oder Angriffsbereitschaft. Alarmbereitschaft wird durch nach vorne gerichtete Ohren gekennzeichnet, der Schwanz wird dabei etwas angehoben. Ein steil nach oben oder nach vorne gerichteter Schwanz bedeutet Aggressivität.
Lamas verständigen sich sowohl mit einer Reihe von Ohr-, Schwanz- und Körperstellungen, als auch mit einem schrillen Alarm- oder Angstlaut sowie durch ein arteigenes Summen. Im Vergleich zu vielen anderen Tieren sind Lamas und Alpakas sehr ruhige Tiere. Das "Brummen" ist für Lamas und Alpakas eine lautstarke Ausdrucksform. Es klingt ähnlich dem Brummen von Menschen. Es hängt von der Situation ab, ob sie brummen, glucksen, grunzen oder einen Alarmschrei abgeben. Alle ihre Geräusche sind unverkennbar und leicht zu unterscheiden. Man braucht schliesslich nur auf das Geräusch und die Situation zu achten, um zu verstehen, was es ausdrücken möchte.
Brummen (Summen)
Das Brummen ist ihre vorherrschende Sprache und drückt Freude und Zufriedenheit aus, aber genauso wird es verwendet, wenn ihr angenehmes Gefühl gestört wird, wenn sie traurig und müde sind, besorgt, neugierig oder ihnen heiss ist und sie sich unwohl fühlen. Stuten setzen es auch ein, um ihr Neugeborenes zu begrüssen. Zu diesen unterschiedlichen Gefühlen gibt es natürlich auch verschiedene Varianten des Brummens.
Besorgte, traurige oder alleingelassene Lamas/Alpakas brummen in einer höheren kraftvollen Tonlage und etwas länger. Es gehört zu den lautesten und kraftvollsten Brummen von Lamas und Alpakas und hat etwas Panisches oder Trauriges im Ton, welches sich dadurch von den anderen Arten unterscheidet.
Der letzte Typ des Brummens wird von der Mutter (auch als Dam bezeichnet) erzeugt, wenn sie mit ihrem Jungen (Cria) kommuniziert. Dieses Brummen ist von weichem bis mittleren Ton und angemessener Dauer. Das Brummen kann weich und angenehm sein, aber auch aufgeregt; dies ist abhängig vom Temperament der Stute. Diese Art zu brummen dient dazu, das Neugeborene zu begrüssen oder es zu beruhigen.
Glucksen
Dieses Glucksen klingt ähnlich, wie wenn eine Person ihre Zunge vom Gaumen schnalzen lässt. Das Geräusch ist weniger scharf und etwas volltoniger als das Glucksen vom Menschen. Lamas und Alpakas gebrauchen dieses Geräusch nur selten. Wenn sie es verwenden, halten sie ihre Ohren dabei zurück. Lamas/Alpakas glucksen, wenn sie beispielsweise ein fremdes Lama sehen oder auch wenn sie mit dem anderen Geschlecht flirten. Junge Stuten, welche noch keine Jungen zur Welt gebracht haben, benutzen das Glucksen, um mit anderen Crais (Lama- und Alpaka-Fohlen) in Kontakt zu treten.
Gurgeln (Grunsen)
Jedem Lama- oder Alpakazüchter wird dieses Geräusch gut bekannt sein, denn die erregten Hengste gurgeln. Dieses Geräusch hat Ähnlichkeit mit dem Gurgeln von Menschen, ist aber ein etwas kraftvollerer und surrender Ton. Männliche Lamas und Alpakas gurgeln während des gesamten Geschlechtsaktes, der sich von 20 Minuten bis zu einer Stunde hinziehen kann.
Alarmschrei
Lamas und Alpakas, die sich bedroht fühlen oder erschreckt wurden, äussern dieses Unbehagen durch ein lautes, hohes, rhythmisches Geräusch. Dieser Ton ist aufrüttelnd und unverkennbar. In der Wildnis ziehen Lamas und Alpakas in Herden. Erspäht ein Tier ein Raubtier, warnt es mit diesen Schrei alle anderen Tiere. Dieses Verhalten ist auch bei domestizierten Lamas und Alpakas noch immer erhalten.
Quelle: Auszüge von lama.bz.it
Das Betreten der Lama Farm YACANA und die Benützung aller zur Verfügung stehenden Einrichtungen geschehen auf eigene Verantwortung. Eltern haften für ihre Kinder. Bei Unfällen oder anderen
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