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Eine am 25. Mai 1254 ausgestellte Urkunde hält fest, dass der Edle Rudolf von Matzingen den Nonnen von Töss seinen Hof zu «Grassilincon» verkauft. Damit ist der Ortsname Gräslikon erstmals erwähnt. Er geht wohl auf die alemannische Landnahme durch die Sippe eines «Grassilo» zurück.
Das Kloster Töss erwirbt 1273 von Herrn Kuno zu Liebenberg die Vogtei über Gräslikon und kommt 1275 und 1276 durch Gütertausch zu weiterem Besitz in Gräslikon.
1276 wird in einem Schiedsgerichtsentscheid von «denen von Gräslikon», welche ein «Gemeinwerk» (das Allmendgut) besassen, gesprochen. Somit musste es sich bei Gräslikon um eine organisierte Flurgemeinde gehandelt haben. In einem Verzeichnis des säkularisierten Klosteramtes Töss werden 1445 die «Höf und Güter zu Gräslikon» aufgeführt. Wörtlich als «Gemeinde» wird Gräslikon schliesslich in einer gerichtsherrlichen Urkunde von 1554 bezeichnet.
Im Jahre 1588 zählte man in Gräslikon 20 zinspflichtige Haushalte. Wegen zweier Pestzüge war diese Zahl im Jahr 1637 auf 13 Haushaltungen mit rund 80 Seelen gesunken.
Nebst dem Kloster Töss war in Gräslikon auch das Kloster Rheinau als Inhaber der Kollatur der Pfarrei Berg zehntenberechtigt. Als Folge von Zwistigkeiten zwischen Töss und Rheinau wurde 1692 ein Zehntenplan für Gräslikon erstellt. Nach der helvetischen Revolution von 1798 wurde Gräslikon der Munizipalgemeinde Buch zugeteilt. Mit diesem Verwaltungsentscheid waren die Gräsliker jedoch nicht einverstanden. Gemeinsam kä¤mpften sie um Selbständigkeit in der Organisation ökonomischer Gemeindeaufgaben sowie um einen politischen Anschluss an die Gemeinde Berg, zu welcher sie kirchengenässig waren.
Am 6. Januar 1844 wünschten die Bürger von Gräslikon in einem Bittschreiben an die Regierung eine «Civil-Gemeinde» zu bilden und, sobald sie in ökonomisch selbständig geworden seien, sich von Buch zu lösen und Anschluss bei Berg zu finden. Bereits 1845 war die Umwandlung zur eigenständigen Zivilgemeinde erfolgt. Weniger zügig verlief die Abtrennung von Buch; die Gemeinde Berg lehnte den Anschluss kurzerhand ab. Erst 1855, im Zusammenhang mit dem neu erlassenen Gesetz über die Kantonseinteilung, wurde Gräslikon der Gemeinde Berg einverleibt.
Höhepunkt und zugleich beginnender Niedergang des agrarischen Zeitalters bildete die Melioration in den Jahren 1944-1958: Die während tausend Jahren entstandene Kulturlandschaft wurde für die Industrialisierung des Landbaues umgebaut. Letzterer ist nicht mehr die allgegenwärtige Lebensgrundlage der Gräsliker, sondern nur noch ein Teil des wirtschaftlichen Umfeldes. Trotzdem ist Gräslikon ein sanft in die Landschaft eingebettetes Dorf geblieben, mit einer funktionierenden Dorfgemeinschaft und einem eigenständigen Charakter.
Die Broschüre
«750 Jahre Gräslikon»
ist auf der Gemeindeverwaltung in Berg am Irchel
für 10 Franken erhältlich