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Jugend
Interview mit Luca Lang
von Sophie Deck
Luca Lang ist 18 Jahre alt und geht zurzeit an die Kantonsschule. Er macht Musik unter dem Künstlernamen «Pato» und hat auf seinem neuen Album, das am 7. Oktober Plattentaufe hatte, unter anderem das Lied «Gedanke» veröffentlicht, in dem es um die Flüchtlingspolitik der Schweiz geht.
Wie bist du auf den Künstlernamen «Pato» gekommen?
Ich bin zusammen mit meiner Schwester darauf gekommen. «Pato» heisst Ente auf Spanisch und wir dachten uns, dass es sehr gut passen würde, da man von einer Ente oft den Eindruck hat, sie sei ein faules, tollpatschiges Tier, man aber bei näherer Betrachtung erkennt, dass Enten eigentlich sehr versiert sind: Sie können laufen, fliegen, schwimmen und sogar tauchen.
Wie denkst du dir deine Texte aus?
Es ist natürlich sehr unterschiedlich, aber etwas, was ich ganz sicher nie mache, ist, mich zu Hause hinzusetzen und zu beschliessen, einen Text zu schreiben. Ein Text beginnt immer mit einer Grundidee, zu der ich ganz unerwartet inspiriert werde, sei es von etwas, was durch den Alltag passiert oder auch durch ein anders Lied.
Wie bist du auf das Lied «Gedanke» gekommen?
Ursprünglich war der Text von «Gedanke» eigentlich gar kein Lied, sondern nur der Schlussteil eines anderen Liedes. Als wir dann aber dieses Lied im Studio aufgenommen haben, wies mich ein Freund darauf hin, dass die Flüchtlingspolitik doch momentan ein sehr wichtiges Thema sei und es gut wäre, ein ganzes Lied darüber zu machen. Ich ging dann nach Hause und schrieb den Text noch einmal um. Mir fiel auf, dass der ursprüngliche Text sehr wütend wirkte und dass ich eigentlich keine solche Botschaft senden wollte, sondern den Leuten vielmehr ein Problem vor Augen führen wollte; es war mir wichtig, niemanden anzugreifen, damit die Leute mir auch zuhören würden.
Welchen Einfluss auf andere Menschen erhoffst du dir von dem Lied?
Ich hoffe, dass es die Leute ein bisschen sensibilisiert. Ich selbst zum Beispiel war zwar schon immer der Meinung, dass man Flüchtlinge aufnehmen sollte, kannte aber keinen Flüchtling persönlich. Durch das Lied und das damit verbundene Video bin ich dann dazu gekommen, bei dem Projekt «Kochen mit Flüchtlingen» vom Verein «Solothurn hilft» mitzumachen und habe dabei ein tieferes Verständnis dafür bekommen, wie dringend diese Menschen unsere Hilfe brauchen. Ich denke also, dass Leute, die sowieso schon positiv gegenüber Flüchtlingen eingestellt sind von dem Lied dazu inspiriert werden können, selbst aktiv zu werden und Leute, die eher negativ eingestellt sind, sich mal mit dem Thema auseinandersetzen und ihre Meinung vielleicht noch einmal überdenken.
Hättest du ganz am Anfang, gedacht, dass du so erfolgreich sein würdest?
Nein, denn ganz ehrlich gesagt habe ich mir darüber nie wirklich Gedanken gemacht. Mir ging es immer in erster Linie um die Musik. Ich würde also jetzt sicher auch noch Musik machen, wenn mir niemand zuhören würde, aber es ist natürlich umso schöner, wenn man Menschen damit erreichen kann.