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Die brasilianischen Behörden haben dem US-Ölkonzern Chevron nach einem Leck vor der Küste des Landes die Bohrlizenz entzogen. Das Verbot jeder weiteren Ölförderung im Land gelte solange, bis die Ursachen des Unglücks vom 7. November vollständig geklärt seien, hiess es.
Die Regierung in Brasilia wirft Chevron vor, Informationen über das Ausmass des Öllecks verschleiert und nicht schnell genug mit der Beseitigung des Ölteppichs begonnen zu haben. Rios Umweltminister Carlos Minc hatte das Unglück «vermeidbar» genannt und Chevron Nachlässigkeit vorgeworfen.
Chevron war am Montag mit einer ersten Strafe in Höhe von 50 Millionen Reais (25 Millionen Franken) belegt worden. Doch muss der Konzern mit weiteren Bussgeldern rechnen, die die Summe mehr als verdreifachen könnten.
«Volle Verantwortung»
Der US-Konzern hatte die «volle Verantwortung» für die Ölpest übernommen, die durch eine Bohrung vor der Küste Rios ausgelöst worden war. Ursache des Ölunfalls sind möglicherweise Fehler bei der Druckberechnung für eine Bohrung.
Das betroffene Bohrloch von Chevron befindet sich nahe dem Ölfeld Campo Frade rund 370 Kilometer vor der brasilianischen Küste. In der Nähe liegen Routen von Walen und Delfinen.
Über die Menge des ausgetretenen Öls gibt es höchst unterschiedliche Angaben. Nach Angaben der brasilianischen Umweltbehörde Ibama liefen seit dem Unfall 5000 bis 8000 Barrel Öl ins Meer. Chevron spricht von 2400 Barrel.
Nach Schätzungen der Umweltschutzorganisation Greenpeace, die Satellitenbilder von dem Ölteppich auswertete, traten täglich rund 3700 Barrel aus. Nach Angaben der Nationalen Ölgesellschaft ist das Leck inzwischen unter Kontrolle.
(laf/tno/sda/awp)