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Sprachkommunikation erleichtert Schimpansen die Jagd
Wie Menschen nutzen auch Schimpansen die Kommunikation, um ihr kooperatives Verhalten zu koordinieren. Ein spezielles Jagdbellen diene dazu, mehr Gruppenmitglieder zu rekrutieren und Beute effizienter zu fangen, bilanzierte eine neue Zürcher Studie.
Schimpansen essen nicht nur Früchte, sondern verschmähen auch hin und wieder Proteine nicht. Sie fangen von Zeit zu Zeit kleinere Affen in den Baumkronen, um sie zu verzehren.
Bei der Untersuchung von über 300 Jagdereignissen, die in den letzten 25 Jahren in der Kanyawara-Schimpansengemeinschaft in Uganda aufgezeichnet wurden, fanden Forscher der Universität Zürich (UZH) und der Tufts University in Boston heraus, dass diese wild lebenden Affen durch das Ausstossen bestimmter Töne die Jagd in der Gruppe beeinflussen.
Das charakteristische Bellen motiviere andere Individuen, sich der Jagdgruppe anzuschliessen und erhöhe so die Erfolgschancen, wird Joseph Mine, Doktorand an der Abteilung für vergleichende Sprachwissenschaften der UZH, in einer Mitteilung der Universität zitiert.
So konnten die Forscher eine höhere Geschwindigkeit beim Beginn der Jagd und eine kürzere Zeit bis zum ersten Fang beobachten. Auch die Anzahl der Teilnehmer war erhöht.
Seit mindestens 7 Millionen Jahren
Die Biologen berücksichtigten eine Vielzahl anderer Faktoren, die das Ergebnis einer Jagd beeinflussen können, darunter die Anwesenheit qualifizierter Jäger sowie potenzielle Ablenkungen, doch das Vorhandensein von Jagdgebell spielte eine Schlüsselrolle.
Nach Ansicht der Autoren ist dies der erste Hinweis darauf, dass stimmliche Kommunikation auch die Gruppenkooperation bei unseren nächsten lebenden Verwandten erleichtern könnte. Es ist weithin anerkannt, dass Kommunikation und Kooperation eng miteinander verbunden sind und sich beim Menschen gemeinsam entwickelt haben, was zu den besonders komplexen Formen führte.
Für Joseph Mine deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Beziehung zwischen stimmlicher Kommunikation und Kooperation auf Gruppenebene schon lange besteht: «Diese Verbindung scheint seit mindestens sieben Millionen Jahren zu bestehen, seit unserem letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Schimpansen», folgert der Experte. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.