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Wolfdietrich Schnurre ist trotz seiner Bekanntheit immer noch ein verkannter Schriftsteller - nicht zuletzt, weil seine irritierende Gattungsvielfalt noch nicht mit seiner eigentlich Schreib- und Wirkungsabsicht in Verbindung gebracht worden ist. Abgesehen von Widersprüchen und Ungereimtheiten schält sich bei Schnurre immer wieder eine bestimmte Konzeption des Schreibens heraus. Aufweis und Beschreibung des "Programms" sowie die Beziehung zwischen Programmatik und Werk sind Aufgaben der vorligeneden Untersuchung. Der erste Teil behandelt Schnurres (meta)literarische Äusserungen in Essays, Interviews und Aphorismen und eröffnet damit einen literaturtheoretischen Zugang zum Gesamtwerk. Hierauf gründet sich der interpretative zweite Teil. Im Zentrum der Betrachtung stehen die Parabelsammlung Das Los unserer Stadt und der autobiographisch angelegte Schattenfotograf, beides Hauptwerke Schnurres, die bislang nicht erschlossen worden sind.