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Den Kampf gegen den Alkohol hat Joe Cocker gewonnen, gegen den Krebs hatte er keine Chance. Der britische Rockstar Joe Cocker («Unchain My Heart») ist tot, wie sein Management heute mitteilte. «Wir sind sehr traurig», sagte eine Sprecherin.
«Grösste Rockstimme Grossbritanniens»
«Er war ohne Zweifel die grösste Rock- und Soulstimme, die Grossbritannien je hervorbrachte», schrieb sein Agent Barrie Marschall in einer Würdigung zum Tod des Musiker.
Richtig berühmt wurde Cocker in den 60er Jahren mit Cover-Versionen von Beatles-Songs. Mit «With A Little Help From My Friends» landete er in den britischen Charts auf Platz 1. Ein Jahr danach war er eine der Hauptattraktionen beim Woodstock-Festival. Cocker gilt seit diesem legendären Auftritt als Erfinder der Luftgitarre. Der Sänger, der 1944 im britischen Sheffield zur Welt kam, hatte während des Gitarren-Solos die Musik mit blossen Händen nachgemacht.
Drogenprobleme in den 70er Jahren
Auch in den USA wurde der Sänger mit der rauchigen Stimme ein gefragter Star. In den 70er Jahren machte er jedoch weniger mit Musik als mit Drogenproblemen von sich reden. «Drogen gab es überall und ich stürzte mich darauf. Und wenn du erst mal in dieser Abwärtsspirale bist, dann ist es schwierig, da wieder rauszukommen. Ich brauchte Jahre, das zu schaffen», sagte er einst.
Musikalisch gings erst ab den 80er wieder aufwärts. Es waren die Jahre der grossen Hits wie «Unchain My Heart», «N'Oubliez jamais», «When Night Comes» und die Cover-Version von Randy Newmans «You Can Leave Your Hat On».
1987 heiratete Cocker die US-Lehrerin Pam Baker und zog mit ihr auf die Ranch «Mad Dog» in Colorado.
Eines der letzten Schweizer Konzerte gab der Woodstock-Veterane im August 2013 als Höhepunkt des Summerdays-Festival in Arbon am Ufer des Bodensees.
Er sang der Queen zum Jubiläum
Cocker trat in der ehemaligen DDR auf (1988), machte Musik für Bier-Werbespots (1995) und war bei der grossen Party zum goldenen Thronjubiläum von Queen Elisabeth auf der Bühne (2002). Diese revanchierte sich fünf Jahre später indem sie Cocker zum «Officier of the Order of the British Empire» ernannte.
Zuletzt kämpfte der Sänger gegen Lungenkrebs - einen Kampf, den er nun verlor. (rsn/mad/sda)Publiziert am 22.12.2014 | Aktualisiert am 22.12.2014