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Rothirsch
Cervus elaphus
© 1987 Markus Kappeler
(erschienen in der American Wildlife Stamp Collection)
Der Rothirsch (Cervus elaphus) ist sowohl in Nordamerika als auch in weiten Teilen Europas und Asiens zu Hause. Früher waren die Rothirsche Nordamerikas als eine eigene Art betrachtet und als «Wapitis» (Cervus canadensis) bezeichnet worden. Da sie sich aber in ihrem Körperbau nur geringfügig von den eurasischen Rothirschen unterscheiden, stellt man sie heute mit diesen zusammen in ein und dieselbe Art.
Ausgewachsene männliche Rothirsche erreichen eine Schulterhöhe von 150 cm, eine Länge von 220 bis 270 cm und ein Gewicht von 270 bis 360 kg. Die Weibchen sind um rund ein Viertel kleiner.
Rothirsche führen jahreszeitlich gebundene «vertikale» Wanderungen durch: Im Sommer ziehen sie in die Berge hinauf und ernähren sich auf den Bergwiesen von saftigen Gräsern und Kräutern. Im Winter zwingt sie der Schnee dann wieder in tiefere Lagen, wo sie neben bodennaher Vegetation auch Zweige und Rinde von Sträuchern und Bäumen abfressen.
Die meiste Zeit des Jahres leben die Männchen von den Weibchen und den Jungtieren getrennt in Männergruppen. Diese spalten sich nur während der Brunftzeit im September vorübergehend auf. Dann nämlich besetzt jedes kräftige Männchen ein Brunftrevier und ist eifrig damit beschäftigt, einen möglichst grossen «Harem» von Weibchen um sich zu versammeln und gleichzeitig alle Nebenbuhler fernzuhalten. Während etwa fünf Wochen kommen diese «Platzhirsche» kaum zum Fressen und sind daher nach der Brunftzeit völlig ermattet.
Die Hirschkälber kommen im Mai und Juni, nach einer Tragzeit von 8,5 Monaten, einzeln zur Welt. Sie sind anfänglich gefleckt und wiegen 11 bis 14 kg.
Ursprünglich waren Rothirsche in Nordamerika von Nordkanada bis Südmexiko und von der Atlantik- bis zur Pazifikküste verbreitet. Durch die vorrückenden weissen Siedler wurden sie aber dermassen stark bejagt, dass sie schliesslich fast nur noch in einigen Schutzgebieten überlebten. Heute kommen die Rothirsche dank guter Jagdgesetze und erfolgreicher Wiedereinbürgerungen wieder im ganzen Bereich der Rocky Mountains zwischen Mexiko und Alaska vor.
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