Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03419.jsonl.gz/1664

Guten Tag Herr Bicker
Nun der Sachverhalt ist nicht eindeutig. Die Vermietung kann durchaus Steuerfallen beinhalten. Vielleicht hat Ihr Treuhänder tatsächlich recht.
Die Vermietung von Gebäuden oder Gebäudeteilen ist (eigentlich) von der Mehrwertsteuer ausgenommen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 21 MWSTG). Aus mehrwertsteuerlicher Sicht ist aber abzuklären, ob es bei der Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten auch wirklich um eine von der Mehrwertsteuer ausgenommene Vermietung von Gebäuden oder Gebäudeteilen handelt.
Entscheidend ist, ob eine räumlich abgegrenzte Fläche (Gebäudeteil, einzelnes Büro, Grundstückteil) dem Mieter exklusiv oder gemeinsam mit anderen Personen zur Nutzung überlassen wird. Die exklusive Nutzung ist üblicherweise dann gegeben, wenn die betreffenden Räume durch den Mieter allein für eine bestimmte oder unbestimmte Dauer genutzt werden können.
Fehlt eine räumliche Trennung oder ist die Nutzung der Räumlichkeiten jeweils nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Vermieter in denjenigen Zeiten möglich, wo dieser die Räumlichkeiten nicht gerade selber belegt, ist das Kriterium der exklusiven Nutzung nicht mehr erfüllt. Entsprechend liegt dann eine mehrwertsteuerpflichtige Zurverfügungstellung von Infrastrukturleistungen vor, welche sowohl die Entschädigung für die Räumlichkeiten als auch die weitere Infrastrukturnutzung umfasst (vgl. MWST-Brancheninfo 17, Ziff. 9.1).
Wenn Sie es genau wissen möchten, lesen Sie bitte dieses Bundesgerichtsurteil: Link (Achtung 24 Seiten)