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Am Sonntag endet die Tour de France in Paris. Es gibt also noch drei Gelegenheiten, um eine Etappe zu gewinnen. Nicht nur für die einzelnen Fahrer steht viel auf dem Spiel, sondern auch für drei der grossen fünf Rad-Nationen.
Die Frage nach dem Gesamtsieger stellt sich kaum mehr. Der zweifache Tour-Sieger Chris Froome hat beinahe vier Minuten Vorsprung, bevor es auf die letzten beiden Alpen-Etappen geht. Um die Podestplätze neben dem Briten könnte es aber noch einen Fünfkampf geben. Bauke Mollema (+3:52), Adam Yates (+4:16), Nairo Quintana (+4:37), Romain Bardet (+4:57) und Richie Porte (+5:00) trennen 405 Kilometer vor dem Ziel auf den Champs-Élysées bloss 68 Sekunden.
Und dann ist da natürlich auch noch die Frage, ob gleich drei der grössten Radsport-Nationen in diesem Jahr leer ausgehen. Kein Franzose hat bislang eine Etappe gewonnen, kein Italiener und auch kein Spanier. Alle drei Länder zählen zu den «Big Five», gemeinsam mit Belgien und Holland. Die Schweiz folgt in der Gruppe danach, mit Deutschland und Grossbritannien.
Grossbritannien und die Slowakei haben gemeinsam mehr Etappen gewonnen als der Rest der Welt zusammen. Aber nur vier Fahrer sind dafür verantwortlich: Sprinter Mark Cavendish gewann alleine vier Etappen, der slowakische Weltmeister Peter Sagan siegte drei Mal. Gesamtleader Chris Froome entschied zwei Teilstücke für sich und eines wurde zur Beute von Steve Cummings.
Besonders die 13 Italiener, welche die Tour de France in Angriff genommen haben, konnten nicht überzeugen. Der dritte Platz von Fabio Aru, dem Siebten der Gesamtwertung, gestern im Zeitfahren war die beste Klassierung eines Italieners in diesem Jahr.
Franzosen und Spanier waren näher an einem Etappensieg. Die Einheimischen Julian Alaphilippe (2. Etappe) und Bryan Coquard (4.) wurden jeweils Zweite, Coquard (3.) und Alexis Vuillermoz (15.) schafften es auf Rang 3. Die Spanier wurden drei Mal Dritte: Alejandro Valverde (2.) und Daniel Navarro (7. und 12.).
Dass an der eigenen Landesrundfahrt kein einziger Franzose eine Etappe gewinnen konnte, wäre nicht neu. Aber es kam bislang erst sehr selten vor: Bei 102 Austragungen bloss zwei Mal. 1926 kamen alle Etappensieger aus Belgien, Luxemburg und Italien; und 1999 ging die «Grande Nation» erneut leer aus. Wenigstens holte sich Richard Virenque damals das gepunktete Trikot für den Sieg in der Bergpreiswertung.
Spanien musste zuletzt 2014 ohne einen Etappensieger leben. Die Italiener verpassten dies letztmals bei der Tour de France 2012.
Noch gibt es drei Gelegenheiten für die grossen Radsportnationen Frankreich, Italien und Spanien, um doch noch eine Etappe zu gewinnen. Heute und morgen stehen schwere Alpen-Etappen an, am Sonntag in Paris wird das letzte Teilstück wohl im Massensprint entschieden.
Mut machen darf den Sieglosen der Blick ins Vorjahr: Sowohl Spaniern (Ruben Plaza) wie auch Franzosen (Romain Bardet, Thibaut Pinot) und Italienern (Vincenzo Nibali) gelangen in der letzten Tour-Woche Etappensiege.
Stand: 21.7.2016, Quelle: procyclingstats