Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03334.jsonl.gz/1366

50'000 historische Schriften verbrannt
Verheerender Brand im Institut d'Eygpte in Kairo
(30. Dezember 2011) Im Zuge von Ausschreitungen in Ägyptens Hauptstadt ging Mitte Dezember das in der Nähe des Tahrir-Platzes gelegene Institut d'Egypte in Flammen auf. Dabei sollen 50'000 der rund 190'000 dort aufbewahrten historischen Schriften und Dokumente verbrannt sein.
Das Institut wurde von Napoleon anlässlich seines Ägyptenfeldzuges 1798 gegründet und galt einst als wichtige und geschätzte Insitution. In den letzten Jahrzehnten jedoch wurde das Institut d'Egypte systematisch vernachlässigt; die bedeutendste Sammlung historischer Bücher und Manuskripte in Ägypten soll verdreckt und voller Staub gewesen sein. Diese Geringschätzung macht sich auch in den wenigen Reaktionen nach dem Brand bemerkbar.
Der genaue Hergang des Unglücks ist noch nicht geklärt. Die Militärführung macht Demonstranten für den Brand verantwortlich. Ins Internet gestellte Aufnahmen lassen jedoch vermuten, dass auf dem mittlerweile eingestürzten Dach des Institutes positionierte Soldaten das Ganze ausgelöst haben. Da keine Inventarliste existiert, wird wohl nie genau festgestellt werden können, was alles verloren ging. Sicher ist jedoch, dass eine der wenigen frühen Kopien der "Description de l'Egypte" den Flammen zum Opfer gefallen ist. Das Monumentalwerk "Beschreibung Ägyptens" wurde von den Wissenschaftlern erstellt, die Napoleon an den Nil begleitet hatten. Es gilt als erste umfassende wissenschaftliche Beschreibung eines Landes überhaupt.
"Poulet aux prunes"
Neuer Kinofilm der Exiliranerin Marjane Satrapi
(30. Dezember 2011) Der neuste Film der heute in Paris lebenden Iranerin Marjane Satrapi "Poulet aux prunes" entführt das Publikum in die 1950er Jahre Irans, in eine Zeit, als Persien von Demokratie träumte - ein Traum, der sich jedoch nicht erfüllen sollte. Im Film stehen jedoch nicht politische, sondern vielmehr philosophische Daseinsfragen im Vordergrund.
Schon mit ihrem vielbeachteten Erstlingswerk "Persepolis", in dem sie ihre eigene Geschichte vor dem Hintergrund der iranischen Revolution in Teheran erzählte, vermochte Satrapi Zuschauer und Kritiker zu fesseln. Dasselbe gelingt ihr mit dem bewegenden, orientalisch-opulenten Filmmärchen "Poulet aux prunes" über die unerfüllte Liebe eines Violinvirtuosen.
Newsletter Dezember 2011
Link:
Die nabatäische Hauptstadt Petra vor 200 Jahren entdeckt
Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte
(4. Dezember 2011) Vor 200 Jahren wurde die nabatäische Stadt Petra in Jordanien für die Europäer neu entdeckt. Der Schweizer Arabienreisende Johann Ludwig Burckhardt stiess im Jahr 1812 auf die Ruinen und Gräber der einstigen Metropole. Petra war die Hauptstadt der Nabatäer, eines antiken Nomadenvolks, das vor über 2000 Jahren sesshaft wurde und mitten in der Wüste eine blühende Stadt mit eindrücklicher Architektur und einem genialen Wasserleitungssystem baute.
Bis heute laufen in Petra Forschungen, an denen Schweizer und Deutsche Archäologen federführend beteiligt sind. Die Zeitschrift "Antike Welt" stellt in ihrer aktuellen Ausgabe (6/2011) die spannendsten aktuellen Projekte vor.
Aktuelle Ausgabe Antike Welt (Webseite Von Zabern Verlag)
Das Antikenmuseum Basel zeigt anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der Entdeckung im Herbst 2012 die Sonderausstellung "Petra - Wunder der Wüste", in welcher die Ergebnisse der neusten archäologischen Forschungen in Petra präsentiert werden. Bis es so weit ist, finden sich auf der Webseite des Museums aktuelle Berichte mit Bildern zu Petra.
Aktuelle Berichte zu Petra (Webseite Antikenmuseum Basel)
1. Preis für das Ökohotel "Desert Lodge" in Dakhla
Auszeichnung für bestes nachhaltiges Enwicklungskonzept
(4. Dezember 2011) Das unter ägyptisch-schweizerischer Leitung stehende Hotel "Desert Lodge" hat im Rahmen des Hospitality Award den Preis für das beste Nachhaltigkeitsonzept erhalten und sich damit gegen bekannte und grosse Hotelketten behauptet.
Die "Desert Lodge" wurde 2003 als erstes Öko-Hotel in der Westwüste Ägyptens eröffnet. Es liegt oberhalb der Ortschaft el-Qasr, das zur Oase Dakhla gehört, am Rand der Sahara.
Nile Times Ausgabe 15 mit Schwerpunkt Oase Dahkla und Desert Lodge
Nil für Kreuzfahrten wieder offen
Strecke Kairo - Assuan soll nach 16 Jahren wieder befahren werden können
(22. November 2011) Der neue Tourismusminister Ägyptens Mounir Abdel Nour hat vor wenigen Tagen in London an einer Pressekonferenz angekündigt, dass Kreuzfahrten von Kairo nach Assuan in Zukunft wieder möglich sein sollen.
Die rund 14-tägigen Fahrten sind vor 16 Jahren vorwiegend aus Sicherheitsgründen eingestellt worden. Seit damals sind nur noch Kreuzfahrten zwischen Luxor und Assuan erlaubt. Auf dieser Strecke verkehren heute rund 400 (!) Schiffe. Die Ankündigung der Wiederaufnahme der Fahrten von Kairo nach Assuan ist Teil eines Planes zur Wiederbelebung des Tourismus.
Die Ausschreitungen der letzten Tage haben jedoch bereits wieder zu Annullationen bei Ägyptenbuchungen geführt. In Ägypten selber streiken immer noch zahlreiche Angestellte der Antikenverwaltung, was immer wieder zu geschlossenen Sehenswürdigkeiten führt. Tourismusfachleute befürchten, dass das Weihnachtsgeschäft, in das viele Ägypter ihre Hoffnungen setzten, nun auch ins Wasser fallen könnte.
Oman: So friedlich kann Arabien klingen
GEO-Ausgabe November 2011
(18. November 2011) Die aktuelle GEO-Ausgabe enthält einen Artikel zum Sultanat Oman:Wohlstand, Bildung, Gleichberechtigung und jetzt ein prächtiges Opernhaus: Der Herrscher von Oman steht für viel Gutes. Nur für eines nicht: Demokratie.
Giza-Plateau am 11.11.11 geschlossen
Freimaurer-Event bei Pyramiden von Antikenbehörde abgesagt
(11. November 2011) Die ägyptische Antikenbehörde SCA hat verfügt, dass das Giza-Plateau mit den drei Pyramiden des Cheops, Chephren und Mykerinos am 11. November geschlossen bleibt. Der Schritt erfolgte nach massiven Protesten seitens von Ägyptern. Diese beklagten sich, dass eine Freimaurervereinigung am 11.11. vor den Weltwundern der Antike eine grossangelegte "Meditation-ceremony of love" mit anschliessendem Konzert abhalten wollte. Offenbar war das Vorhaben zunächst von der Antikenbehörde genehmigt worden. Das SCA rief nun die Ägypter auf, am Freitag nach dem Gebet das Pyramidenplateau zu besuchen, um sicherzustellen, dass die Freimaurer ihre Zeremonie nicht trotz Verbot abhalten können.
Der Leiter des SCA Mustafa Amin hat am 6. November dem Pyramidenbezirk von Giza einen Besuch abgestattet. Er informierte sich über die Fortschritte beim Bau des neuen Grand-Giza-Museums und versprach, die finanziellen Mittel für die Fertigstellung einer Mauer um das Giza-Gelände sowie für die Installation eines Feuchtigkeits- und Temperaturmessers im Sonnenboot-Museum bereitzustellen.
Rückführung von 122 Objekten aus Australien
Illegal ausgeführte Antiquitäten
(7. November 2011) Der Leiter der äyptischen Antikenverwaltung Mustafa Amin hat veranlasst, dass 122 illegal aus Ägypten ausgeführte Objekte ihre Heimreise antreten konnten. Die Exponate stammen aus der pharaonischen und griechisch-römischen Zeit und konnten in einem australischen Auktionshaus sichergestellt werden.
Schutz vor steigendem Grundwasser
Projekt in Luxor nach 9 Monaten wiederaufgenommen
(18. Oktober 2011) Die Tempel auf dem Ost- und Westufer von Luxor sind von steigendem Grundwasser bedroht, das ihre Fundamente angreift. Um dieses zu senken, wurde nun ein von USAID finanziertes Projekt nach neun Monaten Unterbruch im Beisein des Leiters der Antikenbehörde Mustafa Amin und der amerikanischen Botschafterin Anne Pattersen wieder aufgenommen.
Ziel ist es, das Grundwasser bei den Tempeln von Karnak und Luxor sowie den Totentempeln von Sethos I, Ramses II, Haremhab und Merenptah in ein riesiges Reservoir, das mit dem Abwassersystem von Luxor verbunden ist, umzuleiten.
Neueröffnung der ägyptischen Galerien in Oxford
Ashmolean Museun zeigt ab 26. November 2011 neue Ausstellung
(7. Oktober 2011) Das Ashmolean Museum im englischen Oxford eröffnet am 26. November 2011 seine neuen Galerien zu Altägypten und Nubien. Mit 40'000 Objekten gehört die Sammlung zu den grössten und bedeutendsten Englands. Highlights sind die Exponate aus der prädynastischen Zeit, die Objekte der Amarna-Periode sowie der Schrein aus dem nubischen Tempel von Kawa.
Die neuen Galerien bieten doppelt so vielen Exponaten Platz als bisher. Darunter finden sich zahlreiche, die seit Jahren im Depot aufbewahrt wurden. Die Ausstellung nimmt die Besucher auf einen Rundgang durch 5000 Jahre altägyptische und nubische Geschichte mit.
Illegale Grabung in der Weissen Wüste
Ausgräber entdecken menschliche Skelette und Keramik
(5. Oktober 2011) Nachdem im White Desert Natural Reserve nur 8 km von der Hauptstrasse entfernt eine Grabungsausrüstung entdeckt wurde, stiess ein Team der Antikenbehörde in der Weissen Wüste auf einen frisch ausgegrabenen Schacht, der menschliche Knochen und Keramik enthielt.
Die Ausgräber waren offenbar gut ausgerüstet. Vor Ort konnten ein Wohnwagen und ein Traktor sichergestellt werden. Da Ausgrabungen ohne Genehmigung durch die Antikenbehörde illegal sind, wurde ein Verfahren eingeleitet.
3000 Antiquitäten in Toiletten der Universität Kairo gefunden
Zahlreiche Objekte durch Feuchtigkeit zerstört
(2. Oktober 2011) Laut Aussagen des Dekans der archäologischen Fakultät der Universität Kairo wurden 3000 Antiquitäten in den Toiletten der Universität Kairo gefunden. Alle Stücke seien unregistriert und einige durch Feuchtigkeit vollständig zerstört. Kuratoren haben offenbar über Jahre hinweg die Toilettenräumlichkeiten als Lagerräume benutzt. Bei mehreren Objekten handelt es sich um sehr seltene und wertvolle Exponate.
Die Mumie des Priesters Nes-Schu reist von Yverdon nach Zürich
Glanzlicht der Ausstellung "Mumien: Mensch, Medizin, Magie"
(16. September 2011) Die Mumie des Altägypters Nes-Schu gelangte 1896 nach Yverdon und verliess vor wenigen Tagen erstmals die Waadt, um nach Zürich zu reisen. Dort werden Mumie und Sarg des Nes-Schu das Glanzlicht der Ausstellung "Mumien: Mensch, Medizin, Magie" bilden.
Der Transport altägyptischer Artefakte, insbesonderer menschlicher Überreste, birgt immer gewisse Risiken und will gut überlegt und geplant sein. Auch die Reisevorbereitungen für Nes-Schu gestalteten sich aufwendig, begibt sich mit ihm doch eine der besterhaltenen Mumien der Schweiz auf Reisen. Ausserdem verfügt Nes-Schu über die umfassendste altägyptische Sargausstattung in der Schweiz. In Zürich wird die Mumie dem Publikum (nur) in seinem Sarg präsentiert; die restliche Grabausstattung, wie Mumienmaske, Kartonageabdeckungen und Amulette, bleibt in Yverdon.
Nes-Schu auf Reisen (Beitrag 24 heures mit Bildern)
Kino-Tipp
A Separation (Iran 2011)
(12. September 2011) Simin, eine Frau aus der Teheraner Mittelschicht, will sich mit ihrer Tochter ins Ausland absetzen. Ihr Mann Nadar aber will seinen an Alzheimer erkrankten Vater nicht zurücklassen. So kommt es zur Scheidung - und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.
Dem iranischen Regisseur Farhadi gelingt es in seinem spannenden Drama, die kulturellen, sozialen und religiösen Spannungen seiner Heimat auf beklemmende Weise einzufangen. Das Meisterwerk wurde mit dem Goldenen Bären 2011 ausgezeichnet.
Eine deutsch-französische Affäre
Neue Erkenntnisse zum Rückgabestreit der Nofretete-Büste
(5. September 2011) Ein neues Sachbuch geht dem Zwist um die Berliner-Büste der schönen Nofretete nach und hält ihn für ein Relikt der einstigen deutsch-französischen Feindschaft.
Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstwissenschaft der Technischen Universität Berlin, konnte in den Pariser Archiven erstmals den Nachlass des langjährigen Direktors der ägyptischen Altertümerverwaltung Pierre Lacau sichten. Aufgrund dieser neuen Quellen identifizert sie Lacau als Schlüsselfigur im Tauziehen um die Büste der Amarna-Königin.
Lacau sei während des 1. Weltkrieges zu einem erbitterten Feind der Deutschen geworden und habe danach von Ägypten aus einen eigentlichen Rachefeldzug gegen deutsche Wissenschafter begonnen. 1925 verlangte er in seiner Funktion als Leiter der Antikenverwaltung Ägyptens als erster, dass die Nofretete Ägypten zurückgegeben werde. Eine noch heute aktuelle Forderung, die weiterhin sehr umstritten ist.
Restaurierungsarbeiten wieder im Gang
Arbeiten an der Djoser-Pyramide werden am Sonntag wiederaufgenommen
(2. September 2011) Aufgrund des finanziellen Engpasses der ägyptischen Antiquitätenverwaltung waren die Arbeiten an der Djoser-Pyramide vor einigen Wochen eingestellt worden. Nun sollen sie am kommenden Sonntag, 4. September 2011, wiederaufgenommen werden.
Das Restaurierungsprojekt der ältesten Steinpyramide Ägyptens ist eine der Prioritäten des neu ernannten Leiters der Antiquitätenbehörde. Die Pyramide befindet sich offenbar in sehr schlechtem Zustand und droht zusammenzubrechen. Die Djoser-Pyramide ist das Wahrzeichen der Nekropole von Sakkara und eines der touristischen Highlights der Gegend.
Ein anderes Prestigeprojekt, die Wiederherstellung der Sphingenallee zwischen Luxor- und Karnaktempel in Luxor, ist hingegen ins Stocken geraten und die Arbeiten sind mittlerweile unterbrochen worden. Im Oktober soll die Allee mit einem prunkvollen Fest wiedereröffnet werden. Das Projekt ist jedoch bei der Bevölkerung von Luxor sehr umstritten, wurden doch Hunderte von Menschen zwangsumgesiedelt und nicht entschädigt.
Beitrag zum Schweizer Sargprojekt schafft es auf Titelseite
Aktuelle Ausgabe des Magazins "KMT - A Modern Journal
of Ancient Egypt"
(28. August 2011) Ausnahmsweise sei ein Hinweis in eigener Sache erlaubt: In der aktuellen Ausgabe des amerikanischen Magazins KMT ist ein umfassender Artikel zum Schweizer Sargprojekt erschienen.
Das Projekt wurde 2004 von den Ägyptologinnen Renate Siegmann und Alexandra Küffer initiiert, um die grösstenteils noch unbearbeiteten ägyptischen Särge, Mumien und Masken in Schweizer Museen zu untersuchen. 2007 erschien die Publikation "Unter dem Schutz der Himmelsgöttin", die ausgewählte Stücke in Wort und Bild zeigt.
In den kommenden Wochen wird zum Schweizer Sargprojekt eine Webseite aufgeschaltet, welche die neusten Untersuchungen zu ägyptischen Särgen vorstellt. Informationen dazu finden Sie zu gegebener Zeit an dieser Stelle.
kmtjournal (aktuelle Ausgabe)
Inventar erst in zwei Jahren fertiggestellt
Arbeiten im Ägyptischen Museum Kairo verzögern sich
(26. August 2011) Nach den Plünderungen im Ägyptischen Museum Kairo beschloss die Antiquitätenverwaltung, ein Kommitee zur Durchsicht der Sammlung einzusetzen. Gleichzeitig sollte dieses ein neues Inventar erstellen. Was eigentlich nur einige Monate in Anspruch nehmen sollte, erweist sich nun als schwieriger als angenommen. Wie das Kommitee kürzlich bekannt gab, wird das Inventar erst in zwei Jahren vorliegen.
Nach Abschluss des Ramadans sollen zusätzlich 7 Unterkommitees gebildet werden, die das bibsherige Team unterstützen. Offenbar geht es bei der Museumsarbeit in erster Linie darum, die Authentizität der Objekte zu überprüfen. Bisher sind 1700 Stücke untersucht worden; dabei wurden zwei Exponate, die seit den Unruhen als gestohlen galten, überraschenderweise gefunden.
Krankmachende Salbe?
Bonner Wissenschaftler untersuchen Fläschchen der Königin Hatschepsut
(22. August 2011) Vor zwei Jahren wurde im Depot des Ägyptischen Museums der Universität Bonn ein noch versiegeltes Fläschchen gefunden, das einst der Königin Hatschepsut gehörte. Sein Inhalt ist nun erstmals untersucht worden.
Bei den im Inneren des Flakons gefundenen Substanzen handelt es sich nicht um die Bestandteile von Kosmetika, wie ursprünglich angenommen, sondern um hochgefährliche, Krebs erzeugende Stoffe. Hatschepsut liess damit vermutlich ein Ekzem behandeln. Die Wissenschaftler rätseln nun, ob Hatschepsut aufgrund dieses "Heilmittels" erkrankte, denn schon seit längerem sei bekannt, dass die berühmte Herrscherin Krebs gehabt habe.
Kulturelles Erbe als Museum
Für und Wider Welterbe-Inventar der UNESCO
(20. August 2011) Das Kulturerbe zahlreicher Länder ist bedroht. Die UNESCO versucht mit einem Welterbe-Inventar Gegensteuer zu geben. Dies birgt jedoch die Gefahr, dass die geschützten Stätten und Lebensräume zu Museumslandschaften werden, die manchmal auch bei der lokalen Bevölkerung nicht nur auf Zustimmung stossen.
Die konservierte Welt (NZZ-Beitrag)
Büste des Prinzen Anch-haf zu fragil, um zu reisen
Emotionale Debatte zwischen Boston und Kairo
(14. August 2011) Die bemalte Kalksteinbüste des Anch-haf im Museum of Fine Arts (MFA) in Boston gehört zu den herausragenden Stücken altägyptischer Reliefkunst. Vor einigen Jahren erhielt das Museum eine Anfrage aus Kairo, ob das Stück zu Eröffnung des geplanten Grand Egyptian Museum (GEM) in Giza ausgeliehen werden könne. Das MFA Boston erteilte dem ägyptischen Wunsch eine Absage mit der Begründung, die Büste sei zu fragil, um auf Reisen zu gehen.
Zahi Hawass, damaliger Vorsteher der Antikenbehörde, setzte das Stück daraufhin auf die Liste der "most wanted objetcs" und forderte die Büste zurück. Damit begann eine emotionale Debatte, die auch nach der Absetzung von Hawass andauert. Mohamed Saleh, früher Direktor des Ägyptischen Museums Kairo und heute zuständig für die Sammlungen im geplanten GEM, ist sich bewusst, dass Ägypten keine rechtlichen Schritte gegen das MFA Boston einleiten kann, da die Büste des Anch-haf 1925 in der Nektropole von Giza durch ein Team von Wissenschaftlern aus Ägypten, Boston und Harward geborgen und 1927 von der ägyptischen Regierung dem MFA geschenkt worden ist. Er hofft deshalb auf eine symbolische Geste der Amerikaner. Die für die Ägyptensammlung von Boston zuständige Kuratorin Rita Freed ist jedoch kategorisch: Die Büste werde nicht mehr bewegt - nicht einmal mehr innerhalb des Museums.
Request for Ankhaf (mit Video)
Einsturzgefahr bei der Djoser-Pyramide in Sakkara
Dringend benötigte Restaurierung wegen Geldmangels gestoppt
(9. August 2011) Der Einbruch im Tourismus Ägyptens und damit im Verkauf von Eintritttickets für seine Sehenswürdigkeiten hat offenbar beim Supreme Council of Antiquities (SCA) zu einer finanziellen Krise geführt, die sich negativ auf die Denkmäler auswirkt.
Prominentes Beispiel ist die Stufenpyramide des Pharao Djoser in Sakkara, das älteste Beispiel steinerner Monumentalarchitekur der Menschheit. Das Bauwerk wird seit vier Jahren restauriert; nun haben die Handwerker jedoch ihre Arbeit niedergelegt, da sie nicht bezahlt worden seien. Der Generalsekretär des SCA Mohamed Abdel Maqsud betonte am vergangenen Sonntag, die Arbeiten müssten baldmöglichst wiederaufgenommen werden, da die Pyramide sonst einsturzgefährdet sei.
Um den Tourismus wieder zu beleben, hat Abdel Maqsud hat auch sein Einverständnis dazu gegeben, die Eintrittpreise zu den Denkmälern während eines Jahres nicht zu erhöhen. Ausserdem sollen für Touristen bislang unzugängliche Gräber im Tal der Könige geöffnet werden.
Weltkulturerbe in der Schweiz und im Nordsudan
GEO Magazin (August 2011)
(8. August 2011) Der Beitrag "Weltkulturerbe - Von Trümmern und Träumen" in der aktuellen Ausgabe des GEO Magazins befasst sich mit der Frage, wie ein Denkmal auf die berühmte Liste der UNESCO kommt. Erstmals hat ein Reporterteam den Weg der Bewerber bis zur Entscheidung begleitet und dabei erfahren, welche Rolle die Politik spielt. Eine der im Beitrag vorgestellten archäologischen Stätten, die sich um die Aufnahme beworben hat, ist das Pyramidenfeld von Meroe im Nordsudan.
In seiner 35. Sitzung vom 19. - 29. Juni 2011 hat das Welterbekomitee der UNESCO beschlossen, die archäologischen Stätten der "Insel von Meroe" im Nordsudan (die Tempelanlagen von Musawwarat es-Sufra und Naga sowie die Nekropole von Meroe) in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Auch das Wadi Rum in Jordanien wurde neu in die Liste aufgenommen.
Informationen zu den Stätten (mit Bildergalerie)
Video (zu den deutschen Grabungen in Naga)
Die World Heritage Liste umfasst 936 Stätten und Gegenden, die zum Kultur- und Naturerbe der Welt gehören:
World Heritage Liste (nach Ländern)
Iran und das persische Erbe
Spielball der Nationalisten
(30. Juli 2011) In Iran instrumentalisieren Getreue und Gegner von Ahmadinedschad die persische Vorgeschichte zur politischen Propaganda. Besonders beliebt als Symbol der nationalen Einheit ist Persepolis, die ausgedehnte Palastanlage der Herrscher des persischen Grossreiches, welches das grösste Grossreich des Alten Orients bildete. Persepolis ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Wallfahrtsort für Einheimische entwickelt.
Beitrag (erschienen in Qantara.de)
Profitieren auch die Ägypter von ihren Museen?
Nutzen des geplanten Grand Egyptian Museum bei den Pyramiden umstritten
(Juli 2011) Die Idee, Objekte für die Öffentlichkeit auszustellen, kommt aus Europa und entstand im Zuge der französischen Revolution. Der berühmte Louvre in Paris gilt als ältestes Museum und wurde 1793 geschaffen. Auch in Ägypten waren es die Europäer, welche die Errichtung von Museen propagierten. Das ägyptische Museum Kairo entstand im Jahr 1835, allerdings noch an einem anderen Standort; seit 1904 ist es im mittlerweile bekannten lachsfarbenen Gebäude am Tahrir Square untergebracht.
Lange Zeit wurden die Antiquitäten Ägyptens von Ausländern verwaltet, sei es als Leiter von Ausgrabungen oder als Direktoren von Museen. Demzufolge richteten sich auch die gezeigten Ausstellungen vorwiegend an ausländische Touristen; oft waren (und sind) einheimische Besucher zudem am Eingang Schikanen ausgesetzt, mussten sich ausweisen und durchsuchen lassen. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass mancher Ägypter das Gefühl hatte, die Geschichte seines Landes sei von Ausländern vereinnahmt worden.
Angesichts der Planung eines neuen grossen Museums auf dem Giza-Plateau wurde die Frage nach dem Nutzen der Museen für die einheimische Bevölkerung in einem interessanten (wenn auch etwas langen) Artikel erneut aufgegriffen. Für den Autor Mohammed al-Shahed setzt der kostspielige Bau abseits des Zentrums von Kairo ein falsches Zeichen. Seiner Meinung nach sollten die vorgesehenen 550 Mio Dollar für den dringend nötigen Ausbau der Infrastruktur von Ägyptens Hauptstadt verwendet werden. Ausserdem schlägt er vor, das bestehende ägyptische Museum auszubauen; Platz sei dort genügend vorhanden und ein ägyptisches Museum am symbolträchtigen Tahrir Square würde einen neuen Abschnitt im Umgang mit der Geschichte und Kultur des Landes einleiten, von dem alle Ägypter profitieren könnten.
Sphingen-Allee zwischen dem Luxor- und Karnaktempel fertig restauriert
Feierliche Eröffnung im Oktober geplant
(Juli 2011) Mit einer feierlichen Zeremonie und mehreren Anlässen soll die fertig restaurierte Sphingen-Allee, die die beiden Tempel von Luxor und Karnak miteinander verbindet, im Oktober eröffnet werden. Die 2,7 km lange Allee diente im alten Ägypten als Prozessionsweg zwischen den beiden wichtigen Heiligtümern, geriet später aber in Vergessenheit bzw. wurde von neueren Bauten überlagert. In 5-jähriger Arbeit wurden unter Leitung des Antiquitätenministeriums Ausgrabungen durchgeführt, die geborgenen Stücke konserviert und wiederaufgestellt, der erhöhte Grundwasserspiegel reguliert sowie Schutzmauern errichtet. Zahlreiche Häuser von Anwohnern mussten dem ehrgeizigen Vorhaben weichen, was zeitweise zu hitzigen Debatten führte. Das Antiquitätenministerium betont, alle Betroffenen seien entschädigt worden, was von diesen jedoch in Abrede gestellt wird.
Hunderte von bemalten Steinblöcken in Tanis entdeckt
Die antike Stadt im Ostdelta soll touristisch aufgewertet werden
(Juli 2011) Französische Archäologen haben in Tanis im Ostdelta Hunderte von bemalten Kalksteinblöcken entdeckt, deren Farben teilweise noch prächtig erhalten sind. Die Blöcke stammen aus der Zeit der 22. Dynastie als libysche Könige in Ägypten herrschten (um 945 - 713 v.Chr.). Tanis war zu jener Zeit die Hauptstadt des Reiches.
Gemäss des Antiquitätenministeriums werden die Blöcke wieder zusammengefügt und das ganze Ruinengelände soll für Touristen attraktiver gestaltet werden. Tanis wird heute nur von wenigen Touristen besucht, obschon es mit eindrücklichen Statuen von Ramses II. aufwarten kann, die über das ganze Gelände verstreut sind. Die Hauptstadt von Ramses' II., Pi-Ramesse, liegt in unmittelbarer Nähe von Tanis; die Könige der 21. und 22. Dynastie liessen Dutzende von Statuen und kleineren Bauwerken von Pi-Ramesse nach Tanis bringen, um ihre neue Hauptstadt damit zu schmücken.
Al-Ahram (Beitrag mit Fotos)
Zweites Sonnenschiff des Cheops in Giza geborgen
Names des Cheops und seines Nachfolgers Djedefre gefunden
(Juni 2011) Am Donnerstag, 23. Juni 2011, hat das ägyptische Antiquitätenministerium in Gegenwart ihres Chefs Zahi Hawass zusammen mit einem japanischem Team auf dem Gizaplateau das zweite, rund 4'500 Jahre alte Sonnenschiff des Pharao Cheops geborgen.
Zunächst mussten 41 tonnenschwere Steinblöcke, welche die Schiffsgrube bedeckten, gehoben werden. Sodann konnten die einzelnen Bretter des in seine Einzelteile zerlegten Schiffes herausgenommen und in ein Labor überführt werden. Hier soll das Schiff wieder zusammengesetzt und später im Grand Egyptian Museum auf dem Gizaplateau ausgestellt werden.
Ein erstes Sonnenschiff des Cheops war 1954 von ägyptischen Archäologen entdeckt und in 20-jähriger Arbeit aus 1224 Stücken wieder zusammengesetzt worden. Es ist in einem eigens dafür errichteten Museum gleich neben der Cheopspyramide ausgestellt. Die Schiffe waren dem Pharao mitgegeben worden, um auch im Jenseits seine Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.
Für Aufregung sorgte die Entdeckung einer Kartusche (Königsringes) mit dem Namen des Cheops. Daneben wird der Name seines Sohnes und Nachfolgers Djedefre erwähnt, der jedoch nicht in der Kartusche steht. Dies beweist, dass das Boot zur Zeit von Cheops' Herrschaft gebaut wurde. Beim ersten Sonnenschiff fand sich nur der von einer Kartusche umgebene Name des Djedefre. Dies bedeutet, dass das nun geborgene Schiff älter ist.
Uncovering solar boat (Webseite Zahi Hawass mit Fotos)
Funerary boats (Englischer Artikel des deutschen Ägyptologen Hartwig Altenmüller zu den Sonnenbooten und Schiffgruben im Alten Reich)
Rundgang durch das Grab der Nefertari
1904 entdecktes Grab als Juwel des Königinnen-Tals
(Juni 2011) Nefertari war eine der Hauptgemahlinnen Ramses' II. und zweifelsohne seine Lieblingsfrau. Sie erhielt eine dekorierte Grabstätte im Tal der Königinnen in theben-West, die zu den schönsten Ägyptens zählt.
Das Grab wurde 1904 vom italienischen Archäologen Ernesto Schiaparelli enteckt. Obschon es - vermutlich in der Antike schon geplündert worden war - galt die Entdeckung als Sensationsfund, denn die gut erhaltenen Wandmalereien waren von einzigartiger Brillanz. Aufgrund der zahlreichen Besucher und der erhöhten Feuchtigkeit litten sie in der Folgezeit jedoch schwer und das Grab musste in jahreslanger Arbeit aufwendig restauriert werden. Heute ist die Besucherzahl beschränkt.
Ein kurzer Film dokumentiert die wichtigsten Szenen des Grabes. Sie zeigen Nefertari, die - in ein weisses Kleid gehüllt - verschiedenen Gottheiten gegenübertritt, die sie auf ihrer Reise ins Jenseits begleiten.
Die Wiederkehr des Pharao
Eine Dokumentation gibt Einblick in die archäologische Arbeit auf einer Grabung
(Juni 2011) Der Totentempel Amenophis' III. ist der grösste Tempel, der je für einen Pharao errichtet wurde. Seine Fertigstellung dauerte fast drei Jahrzehnte und in seinem Innern waren mehr als 1000 Statuen aufgestellt.
Der Dokufilm gibt einen spannenden Einblick in die archäologische Arbeit auf einer Grabungsstätte der Superlative, auf der in den letzten Jahren unter Leitung der Ägyptologin Hourig Sourouzian grossartige Stücke geborgen werden konnten.
ZDF-Doku: Die Wiederkehr des Pharao (45 Min)
Gräber der hohen Beamten Tutanchamuns erstmals geöffnet
7 Grabstätten in Sakkara für Besucher zugänglich
(Mai 2011) Der Antiquitätenminister Zahi Hawass lud zur feierlichen Eröffnung und Hunderte von Journalisten, TV-Leuten und Fotografen fanden sich am 23. Mai um 09.30 Uhr in Sakkara ein. Sie alle wollten einen Blick in die sieben Gräber werfen, die bisher noch nie für Touristen zugänglich waren.
Die sieben Grabstätten in der Nekropole von Sakkara (südlich von Kairo) gehören allesamt hohen Beamten aus dem Neuen Reich (1500 - 1000 v.Chr.), das als eine der Blütezeiten des alten Ägyptens gilt. Zu den bekannten Persönlichkeiten, deren Gräber nun zugänglich sind, gehören hochrangige Beamte des Königs Tutanchamun, wie der General Haremhab, der später selber den Thron bestieg und im Tal der Könige bestattet wurde, sowie der Schatzmeister Maja.
Alle neu zugänglichen Gräber bestechen durch wunderschöne Reliefs und werden sicher bald zu den Highlights von Sakkara gehören.
New Kingdom Tombs opened (Webseite von Zahi Hawass)
Suez Nationalmuseum eröffnet
1500 Exponate zur Geschichte von Suez
(Mai 2011) Am Donnerstag, 19. Mai 2011, ist das Suez Nationalmuseum in Gegenwart des ägyptischen Premierministers eröffnet worden. 1500 Exponate erläutern die Geschichte der Stadt Suez und ihrer Umgebung von der prähistorischen bis in die moderne Zeit.
Ein besonderer Schwerpunkt bildet der Suez-Kanal. Schon in der Antike war unter dem Pharao Sesostris III. (um 1878 - 1840 v.Chr.) eine erster Kanal zur Verbindung des Mittelmeers mit dem Roten Meer gebaut worden. Der feierlichen Eröffnung des heutigen Kanals im Jahr 1869 wohnten zahlreiche gekrönte Häupter Europas bei. Noch heute ist der Suezkanal einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Erde.
Al-Ahram online (Zur Eröffnung des Suez Nationalmuseums)
Antikenmuseum Basel gibt Relief an Ägypten zurück
Erste Rückgabe eines altägyptischen Objektes seit der Revolution
(Mai 2011) Wie das ägyptische Ministerium für Antiquitäten bekannt gegeben hat, wird das Antikenmuseum Basel ein Relief an den ägyptischen Staat zurückgeben. Die Rückgabe soll noch vor Ende Mai erfolgen und gilt als weiterer Erfolg der Kampagne von Antiquitätenminister Zahi Hawass zur Rückführung altägyptischer Stücke in ihr Heimatland.
Das Objekt der Begierde ist ein fein gearbeitetes Relief aus der 5. Dynastie des Alten Reiches (um 2500 - 2350 v.Chr.), das eine Jagdszene zeigt. Es war im Antikenmuseum ausgestellt, bis nun bekannt wurde, dass es offenbar aus der Nekropole von Sakkara gestohlen wurde. Schon in den nächsten Tagen soll ein Vertreter des ägyptischen Antiquitätenministeriums in die Schweiz reisen, um das wertvolle Stück an sich zu nehmen und auf der Rückreise zu begleiten.
Das Antikenmuseum Basel hat schon 2008 ein Auge einer Kolossalstatue Amenophis III., des Vaters von Echnaton, nach Ägypten zurück gegeben. Das Stück war dem Museum von einem Privatsammler als Leihgabe zur Verfügung gestellt worden, bis eine Ägyptologin darauf aufmerksam machte, dass es illegal aus Ägypten ausgeführt worden sei.
Zuchtstätte für Krokodile im Fayum entdeckt
Besucherzenturm in Medinet Madi eröffnet
(Mai 2011) Vor wenigen Tagen wurde in Medinet Madi ein Besucherzentrum eröffnet. Die touristisch noch weitgehend unbekannte archäologische Stätte liegt im Fayum südlich von Kairo. Sie umfasst einen der wenigen erhaltenen Tempeln aus dem Mittleren Reich (unter dem Pharao Amenemheut III. gegründet, um 1859 - 1813 v.Chr.). Zum Heiligtum führt ein Prozessionsweg, der von Sphingen flankiert wird. Der Tempel war dem Krokodilgott Sobek geweiht, der in der Oase Fayum besondere Verehrung genoss.
Italienische Archäologen der Universität Pisa führten in den letzten Jahren Grabungen an Überresten eines ptolemäischen Tempels durch, der ebenfalls dem Gott Sobek geweiht war. Ein besonders interessanter Fund ist die Entdeckung einer Zuchtstätte für Krokodile. Darin wurden Dutzende von Krokodileiern gefunden, die offenbar ausgebrütet wurden. Nachdem die Tiere geschlüpft waren, wurden sie in ein danebenstehendes Becken gebracht. Später wurden die Tiere jedoch getötet, mumifiziert und an fromme Pilger verkauft, welche die Tiermumien dem Gott Sobek als Opfergaben darbrachten.
Die Oase Fayum fristete bisher ein Dasein abseits der Touristenströme. Dies soll sich nun gemäss Aussagen des Ministeriums für Antiquitäten ändern. Die reizvolle Gegend rund um den Karun-See wird als neue Besucherdestination propagiert. Neben der restaurierten Anlage von Medinet Madi mit neuem Besucherzentrum liegt auch das Wadi Hitan im Fayum.
Das "Tal der Wale" gehört seit 2005 zum UNESCO Weltnaturerbe und zählt zahlreiche fossile Überreste, darunter rund 250 Walskelette. Die Fossilien können auf einem Rundgang zu Fuss erkundet werden.
Öffnung des Grand Museum im Jahr 2015 geplant
Bau des National Museum of Civilization vor Fertigstellung
(Mai 2011) Seit Jahren platzt das Ägyptische Museum Kairo aus allen Nähten und es sind deshalb weitere Museen geplant. Zahi Hawass hat nun konkrete Angaben zu deren Fertigstellung und Eröffnung geliefert.
Das Grand Museum, welches bei den Pyramiden von Giza errichtet wird, soll am 15. März 2015 offiziell eingeweiht werden. Welche Objekte genau aus dem Ägyptischen Museum nach Giza umziehen werden, ist jedoch noch nicht bekannt. Gemäss früheren Mitteilungen von Hawass werden der grösste Teil des Schatzes von Tutanchamun sowie Highlights aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte dorthin verlegt werden. Mitarbeiter des Ägyptischen Museums Kairo, das zu den Attraktionen jeder Kairo-Reise zählt, befürchten, dass dieses dann nur noch als "Gerümpelkammer" wahrgenommen wird.
Die Errichtung des Grand Museum wird rund 550 Mio. $ verschlingen; ein überwiegender Teil wird durch ein japanisches Darlehen gedeckt. Die Verantwortlichen gehen von einer durchschnittlichen Besucherzahl von bis zu 15'000 Personen im Tag aus; im Jahr sollen 5 Mio Touristen das Museum besuchen.
Zur Entlastung des Ägyptischen Museums ist ein zweites Haus im Bau, das National Museum of Civilization in Altkairo. Der Bau wird Mitte Juni 2011 fertiggestellt sein; der Innenausbau soll 1,5 Jahre in Anspruch nehmen. Das Museum wird die Geschichte Ägyptens von der prähistorischen Zeit bis zur Revolution vom 25. Januar 2011 (!) thematisieren.
Neuste Erkenntnisse zum bekanntesten altägyptischen Kunstwerk
Ein Held, der keiner mehr sein wollte
Kratzen am Mythos des Lawrence von Arabien
Bedeutendste Sammlung islamischer Kunstwerke
Museum für Islamische Kunst in Kairo feiert erneute Wiedereröffnung
Eröffnung neuer Museen und restaurierter Stätten angekündigt
Serapeum und Grab des Haremhab in Sakkara für Touristen zugänglich
Grösstes Walskelett der Welt
bei der Oase Siwa gefunden
Ägypten ist reich an Fossilien
Millionen von Hundemumien in Sakkara gefunden
Welpen als Weihgabe für die Götter
Im Gegensatz zu Katzenmumien sind Hundemumien in den Museumssammlungen weniger häufig anzutreffen. Die (soweit bekannt) einzige ägyptische Hundemumie in der Schweiz findet sich in der Sammlung des Museums für Völkerkunde Burgdorf. Auch hier handelt es sich um einen Welpen, der mit ca. 10 Wochen durch Strangulation getötet worden ist.