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1. Definition
Definition
Husten ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers. Schleim oder ein Fremdkörper in den Atemwegen lösen den Hustenreiz aus. Ausserdem kann Husten als Symptom von Erkrankungen wie Erkältungen, Asthma oder einer Bronchitis auftreten.
Husten ist eine unwillkürliche Schutzreaktion des Körpers, um die Atemwege frei zu halten. Atmet man etwa Staubpartikel, Rauch oder Brotkrümel versehentlich ein, reizt dies die Sensoren (Rezeptoren) an den Schleimhäuten der Luftröhre und Bronchien und es kommt zum Hustenreflex. Neben dieser unwillkürlichen Hustenreaktion kann man auch bewusst husten.
Husten kann aber auch Symptom einer Reihe von Erkrankungen sein, bei denen die Atemwege gereizt sind oder – wie bei einer Erkältung – sich Schleim ansammelt. Vor allem Atemwegsinfekte wie eine Erkältung sowie einige Lungenerkrankungen gehen häufig mit Husten einher. Hier dient der Hustenreiz meist dazu, Krankheitserreger, Schleim und andere Sekrete aus den Atemwegen zu befördern. Um Husten richtig zu behandeln, ist es daher wichtig, die genaue Ursache zu kennen und nicht nur die auftretenden Beschwerden zu lindern.
Es gibt verschiedene Arten von Husten: Akuter, plötzlich auftretender Husten geht schneller vorüber als chronischer Husten, wie er bei langjährigen Rauchern als Reizhusten vorkommt. Chronischer Husten hält länger als drei Wochen an. Unabhängig davon, ob es ein chronischer oder ein akuter Husten ist, kann er ohne Auswurf (trockener Husten) auftreten oder von Auswurf begleitet sein (produktiver Husten). Schleimig-eitriger Auswurf kommt typischerweise bei bakteriellen Infekten der Atemwege vor. Ist der Auswurf blutig oder wird reines Blut ausgehustet, sprechen Mediziner von Bluthusten (Hämoptoe). Trockener Husten wird auch als produktiver Husten bezeichnet.
Starker und ständiger Husten (z.B. chronischer Husten) kann ausserdem – durch die häufigen Erschütterungen, die er im Körper bewirkt – andere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Harninkontinenz verursachen.
2. Ursachen
Husten kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Neben dem normalen Hustenreflex auf einen Hustenreiz durch Fremdkörper oder dem bewussten Husten kommt je nach Art des Hustens eine ganze Reihe von Erkrankungen als Husten-Ursachen in Betracht. Vermehrter Hustenreiz tritt zum Beispiel auf bei:
- Erkältung
- Allergien
- akute Bronchitis
- chronische Bronchitis
- chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Asthma bronchiale
- Bronchiektasen
- Keuchhusten
- Diphtherie
- Pseudokrupp und Krupp-Syndrom
- Tuberkulose
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)
- Kehlkopftumoren (wie Kehlkopfkrebs)
- Lungenentzündung (Pneumonie)
- Lungentumoren (wie Lungenkrebs)
- Lungenödem
- Lungenembolie
- Luftröhrenverengung (Trachealstenose)
- Luftröhrentumoren
- Medikamentenunverträglichkeit, z.B. gegen ACE-Hemmer
- Verletzungen der Lunge (wie Pneumothorax)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz mit Stauungslunge)
- Sarkoidose
- psychische Ursachen (nervöser Husten)
3. Diagnose
Nicht jeder Husten erfordert eine gezielte Diagnose. Plötzlicher Husten tritt meist als harmloses Symptom im Rahmen einer Erkältung auf. Jedoch sollte jeder Husten beim Arzt abgeklärt werden, der länger als der ursächliche Atemwegsinfekt anhält oder mit blutigem Auswurf einhergeht. Hier steckt unter Umständen eine behandlungsbedürftige Erkrankung (wie Lungenentzündung oder Lungenkrebs) dahinter. Der Arzt sucht in solchen Fällen intensiver danach, welche Krankheit die Beschwerden verursacht und stellt eine entsprechende Diagnose.
In sehr seltenen Fällen handelt es sich bei Husten um einen Notfall. Anzeichen dafür sind akute, stechende Schmerzen im Brustkorb, sichtbare Verletzungen im Brustbereich, starke Atemnot und/oder Herzrasen. Hier ist sofortige ärztliche Hilfe notwendig, ebenso bei eingeatmeten oder verschluckten Fremdkörpern.
Um die Ursache des Hustens besser ermitteln zu können, stellt der Arzt zunächst ein paar Fragen zu den genauen Beschwerden, wie zum Beispiel:
- Wann ist der Husten aufgetreten?
- Geht der Husten mit oder ohne Auswurf einher?
- Wenn Auswurf vorhanden ist, wie sieht dieser aus?
- Zu welcher Tageszeit (morgens, nachts) ist der Husten stärker?
- Sind sonstige Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, Heiserkeit oder Atembeschwerden vorhanden?
Dann fragt der Arzt in der Regel nach möglichen Vorerkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten, derzeit eingenommene Medikamente, das allgemeine Wohlbefinden und den Lebensgewohnheiten (besonders ob und wie viel man raucht).
Es folgt eine gründliche Untersuchung von Hals, Rachen und Oberkörper. Der Arzt hört Lungen und Herz mit einem Stethoskop ab. In der Regel nimmt er auch Blut ab und lässt es auf Entzündungswerte oder Erreger einer Infektion untersuchen. Ist der Husten von Auswurf begleitet, eignet sich dieser als Probenmaterial. Im Labor lässt sich der Auswurf mikrobiologisch auf Keime testen. Dauert der Husten länger als drei Wochen an, benötigt der Arzt für eine genaue Diagnose oft eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs (sog. Röntgen-Thorax).
Je nach Ergebnis der vorangegangenen Diagnostik sind bei Husten zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Dazu zählen unter anderem
- Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie), ggf. mit einer sog. bronchoalveolären Lavage (Spülung der Bronchien)
- Gewebeuntersuchung (Biopsie)
- Spiegelung des Kehlkopfs (Laryngoskopie)
- Computertomographie (CT)
- spezielle Erregernachweise
Bei einfachen Infekten wie einer Erkältung als Ursache des Hustens sind diese Untersuchungen jedoch nicht notwendig.
4. Therapie
Um bei Husten die richtige Therapie zu finden, ist es wichtig, die Ursache des Hustens genau festzustellen.
Husten ist das Symptom einer Vielzahl möglicher Krankheiten, zum Beispiel einer Erkältung, von Asthma, einer COPD oder eines Lungentumors. Deshalb steht bei der Husten-Therapie die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung an erster Stelle.
Gleichzeitig lassen sich die Husten-Beschwerden aber durch einige Mittel und Massnahmen lindern. Darunter gibt es eine Reihe freiverkäuflicher Medikamente (Hustenlöser und Hustenstiller), die man allerdings nicht allzu leichtfertig einnehmen sollte. Andere Hustenmittel hingegen sind verschreibungspflichtig. Hustenmittel gibt es vor allem als Hustensaft und Hustentabletten oder zum Inhalieren.
Hustenlöser
Unter Hustenlösern versteht man schleimlösende und auswurffördernde Mittel (auch Sekretolytika, Mukolytika oder Expektorantien genannt), welche den Schleim flüssiger machen, damit er sich besser abhusten lässt. In Hustenlösern enthaltene Wirkstoffe sind unter anderem Acetylcystein (ACC), Ambroxol, Bromhexin und Guaifenesin sowie pflanzliche Wirkstoffe wie Fenchel- und Anisöl.
Hustenstiller
Hustenstiller sind hustenreizstillende Mittel (Antitussiva), die den Hustenreflex im Gehirn (Hustenzentrum) unterdrücken. Sie werden gegen trockenen Reizhusten eingesetzt. Typische Wirkstoffe für Hustenstiller sind zum Beispiel Codein, Hydrocodon oder Dextromethorphan.
Um die Schleimhautentzündung im Hals und in den Bronchien zu lindern, können bei Husten gegebenenfalls entzündungshemmende Mittel hilfreich sein – zum Beispiel kortisonhaltige Inhalationen.
Hausmittel gegen Husten
Bei erkältungsbedingtem Husten haben Hausmittel eine lange Tradition. Allerdings gibt es nur wenige exakte Untersuchungen darüber, wie gut eine nicht-medikamentöse Behandlung bei Husten tatsächlich wirkt.
Prinzipiell ist es gerade während einer Erkrankung wichtig, ausreichend zu trinken (Wasser, Tee wie z.B. Kamillen-, Fenchel-, Anis- oder Salbei-Tee), sich warm zu halten und zu schonen. Das Rauchen sollte man generell und erst recht bei Husten einstellen. Um Reizhusten zu mildern und die Atemwege zu schonen, ist es ratsam, sich nicht in verrauchter, staubiger und trockener Luft aufzuhalten.
Als hustenlösendes Hausmittel sind Husten- und Brusttees bekannt, die bei Erkältungen allgemein wohltuend wirken. Ein weiteres Hausmittel gegen Husten und Erkältung sind Inhalationen mit Kräuteressenzen – sie beruhigen die Schleimhäute und lösen den Schleim.
Gängige Hausmittel und Empfehlungen gegen Husten sind:
- Trinken Sie ausreichend, möglichst mehr als 2 Liter pro Tag (diese Empfehlung gilt für ansonsten gesunde Erwachsene; Herz- und Nierenkranke müssen Rücksprache mit ihrem Arzt halten).
- Sie können mit Wasserdampf inhalieren (etwa 20 Minuten bei 43 °C Wassertemperatur), beachten Sie dabei die Verbrühungsgefahr!
- Verzichten Sie aufs Rauchen (aktiv wie passiv): Bei Rauchern und Passivrauchern dauern Erkältungskrankheiten länger.
- Wenn Sie neben dem Husten auch Fieber und dabei warme Beine bzw. Waden haben, können Sie versuchen, die Körpertemperatur mit feuchten Wadenwickeln zu senken.
- Wenn Ihnen eine verstopfte Nase zu schaffen macht, können Sie während des Schlafens das Kopfteil Ihres Bettes etwas erhöhen. Dies bessert die Beschwerden.
- Sie können Ihren Nasenraum mit einer warmen Kochsalzlösung spülen. Es ist ratsam, isotonische Lösungen zu verwenden. Die Spülung reinigt und wirkt abschwellend auf die Schleimhäute. Dies führt wiederum zu einer besseren Belüftung der Nasennebenhöhlen, wodurch das Sekret besser abfliessen kann. Spezielle Nasenduschen oder Plastikspritzen erleichtern das Spülen der Nase.
- Ein weiteres Hausmittel gegen Husten ist die Hydrotherapie. Die Empfehlung lautet, zu Beginn der Erkältung ein ansteigendes Fussbad zu machen: Baden Sie beide Füsse und Unterschenkel in einem grossen Gefäss mit ansteigender Wassertemperatur von etwa 35 auf zuletzt 40 °C über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten. Dabei sollten Sie eine merkliche Überwärmung spüren und auf der Stirn zu schwitzen beginnen.
- Abschwellende Nasentropfen oder -sprays sollten Sie nicht länger als 5 bis 7 Tage anwenden, da sonst das Risiko besteht, davon anhängig zu werden. Die Präparate sollten frei von Benzalkoniumchlorid sein, denn dieser Wirkstoff kann die Schleimhäute angreifen und schädigen.
Sollte Ihr Husten nach Anwendung der Hausmittel nicht besser werden, fragen Sie Ihren Arzt um Rat.