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Stan Wawrinka liess seinen Emotionen an der Pressekonferenz nach dem Davis-Cup-Triumph freien Lauf. Das kam bei den französischen Spielern nicht gut an. Sie stellten ihn am Gala-Dinner zur Rede.
Es hätte ein friedliches Miteinander werden sollen, doch plötzlich kippte die Stimmung beim offiziellen Gala-Dinner in der Handelskammer von Lille. Nur wenige Stunden nach dem Schweizer Davis-Cup-Triumph kam es auf dem Weg zur Toilette offenbar zu einer hitzigen Diskussion zwischen Stan Wawrinka und einigen französischen Spielern.
Wie die französische Sportzeitung L'Equipe berichtet, sei der Romand mitten in einem Gespräch mit Julien Benneteau vertieft gewesen, als Richard Gasquet, Jo-Wilfried Tsonga, Gilles Simon und zwei Betreuer dazustiessen. Mit Gasquet als Hauptredner geigten sie Wawrinka ordentlich die Meinung, bis schliesslich Gaël Monfils dazwischenging und die Streithähne trennte.
Der Grund für den Aufruhr: Die Franzosen ärgerten sich über Wawrinkas Äusserungen an der Pressekonferenz, kurz nachdem Federer mit dem Sieg gegen Gasquet den Schweiz Triumph besiegelt hatte. Siegestrunken – und mit dem einen oder anderen Glas Champagner intus – hatte die Weltnummer 4 dort gegen die Franzosen gestichelt.
Als er gefragt wurde, wie viel Champagner er und seine Kollegen bereits getrunken hätten, flunkerte Wawrinka, sie seien bis jetzt beim Wasser geblieben, und legte nach: «Ich glaube, sie haben die Flaschen in die Umkleidekabinen der Franzosen gestellt. Sie mussten sie aber dann schnell in unsere Kabine bringen.»
Wawrinka ärgerte sich auch über die französische Berichterstattung im Vorfeld des Finals. «Anfang Woche haben sie seitenweise über uns, die Krise und Rogers Rücken berichtet. Bei ihnen war alles perfekt. Am Ende haben wir die Rackets sprechen lassen», so der Romand.
Zum Glück liessen die Franzosen am Gala-Dinner nicht die Fäuste sprechen. Schnell beruhigte sich die Szenerie nach dem Toiletten-Vorfall wieder. «Die Jungs haben ihm gesagt, dass sie seine Äusserungen nicht geschätzt haben», sagte Benneteau später. Wawrinka habe sich für seine Äusserungen entschuldigt.
Einen kleinen Seitenhieb konnte sich Arnaud Clément bei seiner offiziellen Rede aber nicht verkneifen. Der französische Captain lobte Roger Federer für seine Klasse auf dem Court und vor den Medien. Über Wawrinka verlor er kein Wort.
Das Wortgefecht beim Gala-Dinner war nicht der erste verbale Zusammenstoss zwischen dem Romand und einem Franzosen. Nach dem Gewinn des Australian Open geriet sich Wawrinka mit Jo-Wilfried Tsonga in die Haare. Dieser hatte sich nach dem Triumph des Schweizers nicht sehr taktvoll geäussert: Wenn Wawrinka das schaffe, hätte er es eigentlich auch verdient, so die französische Nummer 1.