Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03416.jsonl.gz/1901

Prinzessin Anna Amalie von Preussen (1723–1787) war eine deutsche Musikerin und die jüngste Schwester Friedrichs des Grossen. Aufgrund ihrer Eigenwilligkeit und ihrer Gesichtszüge sagte man Amalie nach, dass sie von allen Geschwistern ihrem königlichen Bruder am ähnlichsten war. Friedrich der Grosse machte Amalie 1756 zur Äbtissin des weltlichen Stifts Quedlinburg, um seine unverheiratete Schwester standesgemäss zu versorgen. Ihr Stift besuchte sie jedoch eher selten, meist weilte sie in Berlin.
Amalie von Preussen erhielt ca. ab dem 11. Lebensjahr gemeinsam mit ihrer Schwester Ulrike Musikunterricht beim Hoforganisten Gottlieb Hayne. Sie lernte Flöte, Laute, Orgel, Geige und Komposition. Bei ihrem ab 1758 für sie tätigen persönlichen Musiklehrer Johann Philipp Kirnberger lernte sie weitere Kompositionstechniken, wie etwa die Kontrapunkttechnik. Zu ihren eigenen Kompositionen gehörten neben Kantaten und Chorälen auch Märsche.
Amalie von Preussen ist mit einer bis heute weitgehend erhaltenen Barockorgel verbunden. Für das Berliner Stadtschloss liess sie durch Johann Peter Migendt und Ernst Julius Marx 1755 eine repräsentative Hausorgel bauen. Diese umfasste 22 Register auf 2 Manualen und Pedal. Nach einigen Umsetzungen steht die Amalien-Orgel heute in der Kirche zur Frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst. Carl Philipp Emanuel Bach erwähnt Amalie in seiner Autobiographie als seine königliche Mäzenin, er hat sechs Orgelsonaten für sie geschrieben.
Kompositionen von Amalie von Preussen
- Sonate F-Dur für Flöte und Bc.
- Sonate B-Dur für Altblockflöte und Bc.
- Figurierte Choräle für Orgel
- Ich hab´ mein Sach Gott heimgestellt
- Nun freut euch, lieben Christen gemein
- Freu dich sehr, o meine Seele
- Jesu, meine Freude
- Zyon klagt mit Angst und Schmerzen
Von Amalies Kompositionen sind nur wenige im Druck erhältlich, am bekanntesten sind ihre Flötensonaten. Die Choralbearbeitungen sind wohl als Kompositionsübungen entstanden und stehen den Sonaten deutlich nach.