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Weisser Tee - mehr als nur mild...
Weisser Tee stammt ebenso wie Schwarzer und Grüner Tee vom Teestrauch Camellia sinensis. Weisser Tee wird getrocknet und nur minimal verarbeitet, so dass die Blattstruktur weitgehend erhalten bleibt. Insbesondere verbleiben so die feinen Härchen an dem Blatt, weshalb der trockene Tee ein weissliches Erscheinungsbild zeigt. Diesem verdankt er wohl seinen Namen. Die prominentesten Vertreter der Kategorie " Weisser Tee" sind wahrscheinlich der Pai Mu Tan, wie auch der weltbekannte Silver Needle. Neben diesen und weiteren hochklassigen Weissen Tees aus China und anderen Herkunftsländern kann man folgende Kriterien der Wahrnehmung definieren:
Die Aufgussfarbe weisser Tees ist hell, hellgrün, silbern bis apricot, und ihr Geschmack reicht von besonders mild bis hin zu einer fruchtigen Finesse, die kaum nachbitternd schmeckt. Jedoch daf man sich nicht von der geschmacklichen Milde täuschen lassen, sein Koffeingehalt ist oft höher als der von schwarzem oder grünem Tee.
Für Weissen Tee gibt es allgemein keine gültige Defintion, bestenfalls basiert die Definiton auf dem Herstellungsprozess. Bei weissem Tee als solchem gibt es - auch was das Rohmaterial betrifft - Unterschiede. Während man beim Bai Hao Yingzhen ( "Silver Needle" ) nur die Blattknospe verarbeitet, werden beim Pai Mu Tan die Blattknospe und 1-2 Blätter geerntet und verarbeitet, was auch deutlich sichtbar ist. Es gibt einige widersprüchliche Ansätze einer akzeptierten Definiton, wie zum Beispiel dass Weisser Tee aus der chinesischen Provinz Fujian und nur von dort stammt. Diese These würde alle anderen Herkünfte ausschliessen. Es werden aber weisse Tess aus Indien ( Assam, Darjeeling) und anderen Ländern gehandelt.
Die ISO- Defintion für grünen und schwarzen Tee basieren auf der Art des Herstellungsprozesses. Derzeit lautet die Defintion für schwarzen Tee: " Tea derived solely and exclusively, and produced by acceptable processes, notably withering, leaf maceration, aeration ( fermentation) and drying, from tender shoots of varieties of the species Camellia sinensis, known to be suitable for making tea for consumtion as a beverage." Würde man eine analoge, also auf dem Herstellungsprozess basierende Defintion von weissem Tee erstellen, würden auch in anderen Ländern hergestellte weisse Tees der Defintion entsprechen.
Weisser Tee kann insofern als "fermentierter" Tee eingestuft werden, als keine Inaktivierung blatteigener Enzyme stattfindet. Die Literatur ist widersprüchlich, da man Publikationen mit "fermented" und "non-fermented" findet. Man kann jedenfalls feststellen, das der weisse Tee die am wenigsten verarbeitete Teeart ist.
Zusammengefasst kann man sagen: für Weissen Tee gibt es keine allgemein akzepierte Defintion, die sowohl für Anbauer/ Händler als auch für Konsumenten dringend zu wünschen wäre. Analytische Verfahren konnten derzeit feststellen, dass weisse Tees einen hohen Gehalt an Koffein und etwa gleiche Gehalte an Gesamtpolyphenolen verglichen mit grünem oder schwarzem Tee haben. Alle Behauptungen, dass weisse Tees erheblich höhere Gehalte an Antioxidantien / Flavonoiden haben als grüne Tees sind unrichtig.
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