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London - Die britische Regierung hat die Millionen-Einkünfte des Präsidenten der Grossbank Barclays scharf kritisiert. Bob Diamond habe das Geld nicht verdient, das er 2009 erhalten habe, sagte Wirtschaftsminister Peter Mandelson.
Der Barclays-Manager Diamond habe 2009 rund 63 Mio. Pfund (101 Mio. Fr.) erhalten, sagte Mandelson der Zeitung "Times" am Wochenende.
"Er hat 63 Millionen Pfund nicht für den Aufbau irgendeines Geschäfts bekommen, nicht für die Schaffung irgendwelcher Werte und auch nicht für die Schaffung irgendeiner langfristigen wirtschaftlichen Stärke." Diamond habe lediglich Geschäfte eingefädelt und Wertpapiere hin- und hergeschoben.
"Allein der Umstand, dass jemand sehr reich ist, bedeutet noch nicht, dass er auch moralisch differenzierte Standards hat", sagte Mandelson.
Normalerweise geht die Labour-Regierung um Premierminister Gordon Brown einen ranghohen Banken-Manager nicht so persönlich an. In Grossbritannien sind allerdings im Mai Unterhauswahlen - und auf die Vergütung Diamonds hatten sich zuletzt schon die oppositionellen Konservativen eingeschossen. Sie liegen in Umfragen vor Labour.
Barclays hatte die Lohnberechnungen zurückgewiesen und erklärt, an Lohn sei Diamond 2009 250'000 Pfund (403'000 Franken) gezahlt worden. Einen Bonus habe er nicht erhalten.
Barclays ist die zweitgrösste britische Bank und ist im Gegensatz zu vielen seiner weltweiten Rivalen ohne direkte Staatshilfen durch die Finanzkrise gekommen.
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