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Scheitern die Verhandlungen mit der Euro-Zone und dem IWF über ein zweites Hilfspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro, geht in Athen voraussichtlich im März das Licht aus. Der griechischen Regierung bliebe wohl keine Wahl mehr, als einen Zahlungsstopp für die Staatsschulden zu verkünden.
Fraglich wäre auch, ob der Staat weiter in vollem Umfang Gehälter an Lehrer, Polizisten und andere Beamte bezahlen könnte. Unternehmen wie Baufirmen müssten ausserdem darum bangen, ob der Staat Rechnungen begleichen kann.
Der Zahlungsstopp würde in erster Linie griechische Banken treffen, die mit etwa 50 Milliarden Euro die meisten Anleihen halten. Weil sie die Papiere nicht mehr als Sicherheiten für Darlehen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen könnten, stünden sie vor dem Kollaps. Die griechischen Bürger würden wohl wie beim Bankrott Argentiniens 2001/2002 ihre Bankfilialen stürmen, um ihr Erspartes zu retten.
Überweisungen in andere Länder untersagt
Experten rechnen damit, dass die Geldhäuser verstaatlicht würden. Ausserdem würden Obergrenzen eingeführt, wie viel Geld die Bürger pro Woche abheben dürften. Wie in ähnlichen Fällen würden Überweisungen von Geld in andere Länder wohl untersagt.
Wäre Griechenland ein Unternehmen, so würde nun ein Insolvenzverwalter installiert. Für Staaten gibt es einen solchen jedoch nicht. Als Vermittler würden voraussichtlich - getrennt für private und öffentliche Gläubiger - zwei internationale Gremien mit Erfahrungen bei Umschuldungen eingeschaltet: der Londoner und der Pariser Club. Sie würden mit der Regierung feilschen, wie viel das Land noch zurückzahlen kann.
Die griechische Regierung könnte zudem versuchen, ihr Heil in einem Austritt aus der Euro-Zone zu finden und die Drachme wieder einführen. Die neue alte Währung würde Experten zufolge um mindestens 50 Prozent zum Euro abgewertet. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft schlagartig verbessern, da sich griechische Produkte im Ausland massiv verbilligen würden.
(laf/sda)