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Kaiserpinguine können den harten und eisigen Bedingungen des antarktischen Winters wiederstehen. Denn bereits im Herbst kommen sie auf das Festeis nahe des antarktischen Kontinents und beginnen mit ihrem Brutzyklus. Doch die Ergebnisse einer neuen Studie, die von einem internationalen Forscherteam durchgeführt wurde, zeigen, dass auch Kaiserpinguine eine Toleranzgrenze haben. Denn während der letzten Eiszeit existierten nur drei Populationen rund um Antarktika. Eine davon war wahrscheinlich im Gebiet des Rossmeers. Die Studie wurde nun in der Fachzeitschrift Global Change Biology veröffentlicht und ist auf breites Interesse gestossen.
Das Rossmeer ist wahrscheinlich ein Schutzort der Kaiserpinguine während Jahrtausenden gewesen, während der Rest der Antarktis durch das ganze Eis völlig unbewohnbar gewesen war. Dieses Resultat, welches in der Fachzeitschrift Global Change Biology veröffentlicht worden ist, weist darauf hin, dass zwar die herrschenden Klimabedingungen optimal sind für Kaiserpinguine, aber in der Vergangenheit zu extrem gewesen sein müssen. Dadurch konnten grosse Populationen von Kaiserpinguinen nicht überleben. Ein Forscherteam von den Universitäten von Southampton, Oxford, Tasmanien und der Australian Antarctic Divison, welches in Antarktika vom Adventure Network International unterstützt wurde, untersuchte die genetische Diversität von heutigen und früheren Kaiserpinguinpopulationen und deren zeitliche Veränderung.
Die Ikone der Antarktis ist bekannt für ihre Anpassungsfähigkeit an die eisige Umgebung. Kaiserpinguine brüten auf dem Festeis während des antarktischen Winters, wenn die Temperaturen regelmässig unter -30°C fallen. Doch das Forscherteam fand nun heraus, dass die Bedingungen während der letzten Eiszeit wahrscheinlich zu harsch waren. Die Populationsgrösse war rund siebenmal kleiner als heute und aufgeteilt in drei übriggebliebene Gruppen. Gemma Clucas, eine Doktorandin am Institut für Ozean- und Erdwissenschaften der Universität Southampton und eine der Hauptautoren der Arbeit, erklärt: «Da während der letzten Eiszeit rund zweimal mehr Eis als heute um die Antarktis lag, konnten die Pinguine an nicht mehr als ein paar Orten brüten. Die Distanzen zwischen dem offenen Meer, wo die Pinguine fressen, und dem stabilen Festeis, wo sie brüten, war höchstwahrscheinlich zu gross. Die drei Populationen, die überlebten, konnten dies, weil sie wahrscheinlich nahe an Polynyas gebrütet hatten, Meeresgebiete, die durch Wind und Strömung frei von Eis sind.» Eine solche Polynya, die einer Population von Kaiserpinguinen half, während der gesamten Eiszeit zu überleben, fand sich im Rossmeer. Denn die Forscher fanden heraus, dass die Kaiserpinguine, die im Bereich des Rossmeers brüten, genetisch unterschiedlich sind im Vergleich zu anderen Populationen rund um die Antarktis.
Jane Younger, eine weitere Doktorandin vom australischen Institut für Meeres- und Antarktiswissenschaften und weitere Hauptautorin der Arbeit, sagt weiter: «Unsere Forschung legt nahe, dass die Populationen während der letzten Eiszeit isoliert wurden und weist auf die Tatsache hin, dass das Rossmeer ein wichtiger Rückzugsort für Kaiserpinguine und vielleicht andere Arten gewesen sein kann.» Der Klimawandel könnte das Rossmeer als letzte Region der Antarktis beeinflussen. Durch Veränderungen, die mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht werden, hat das Rossmeer tatsächlich eine Zunahme statt Abnahme der winterlichen Meereisbedeckung in den letzten Jahrzehnten erfahren. Doch dieses Muster wird sich wahrscheinlich bis zum Ende dieses Jahrhunderts umkehren. Professor Tom Hart von der Universität Oxford und einer der Organisatoren der Studie fügt an: «Es ist interessant, dass das Rossmeer sich als eigene Population hervortut und als Rückzugsort für die Art gedient hat. Dies kann als weiterer Beweis dienen, dass das Rossmeer spezielle Schutzbestimmungen benötigt.»
Quelle: University of Southampton
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