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Das Ablesen bzw. Vorlesen
Der Vorteil beim Ablesen des Textes ist der, dass weniger Sprechfehler und dass keine spontanen, inhaltlich und persönlich gefärbten Abweichungen passieren. Das wirklich publikumsfreundliche Ablesen ist um vieles schwieriger als das freie Formulieren. Das Ablesen bzw. Vorlesen ist nur dann die richtige Methode, wenn Sie eine wichtige politische Botschaft oder eine Nachricht vermitteln, bei denen der genaue Wortlaut von grösster Bedeutung ist und keine Abweichungen zulässt.
Praxistipp: Halten Sie beim Vorlesen immer den Kontakt zum Publikum. Schauen Sie das Publikum in kurzen Pausen oder während der Ausführungen von Zeit zu Zeit bewusst an. Lösen Sie sich vom Skript.
Frei sprechen
Wenn Sie frei sprechen, das heisst, wenn Sie jeden Satz spontan formulieren, dann wirken Sie natürlicher und freier und Ihr Engagement wird besser spürbar. Das wirkt für das Publikum attraktiv. Dabei ist die Fähigkeit des Sprechdenkens sehr wichtig. Das Sprechdenken meint ein Denken während des Sprechens und ein Sprechen während des Denkens. Es empfiehlt sich dabei die Arbeit mit gut vorbereiteten Stichwortkarten. Überfliegen Sie beim Sprechen die nächsten Stichwörter auf der Stichwortkarte und formulieren Sie gedanklich im Voraus. Die Gefahr von unpräzisen Aussagen und Versprechern ist bei diesem System relativ gross, ebenso die Gefahr des Abkommens vom geplanten Ablauf des Referates. Dafür wirkt der Vortrag natürlich und lebendig. Das Publikum verzeiht Ihnen viele kleine rhetorische Mängel, wenn Sie als referierende Person authentisch, sympathisch und engagiert wirken und mit Ihrer Sachkenntnis überzeugen.
So sehen Stichwortkarten aus:
- Verwenden Sie leichten Halbkarton vom Format A4 oder A5.
- Beschriften Sie die Karten nur einseitig.
- Nummerieren Sie die Karten.
- Notieren Sie nur Stichworte – die passenden Sätze entwickeln Sie laufend im Referat (Sprechdenken).
- Machen Sie besonders wichtige Stichworte oder Daten auf den Karten mit Fettschrift oder mit Farben deutlich, damit Sie nichts vergessen.
- Halten Sie die Hände mit den Stichwortkarten bequem vor dem Oberkörper (das wirkt positiv und dynamisch), niemals unter der Gürtellinie (das wirkt kraftlos und mutlos).
Wenn Sie Ihre Informationen nicht von den Stichwortkarten oder vom Manuskript, sondern von der PowerPoint-Präsentation ablesen, dann achten Sie bitte darauf, dass Sie auf den Laptop und nicht auf die Leinwand schauen. Die Gefahr ist sonst gross, dass Sie dem Publikum während des Sprechens den Rücken statt das Gesicht zuwenden.
Wichtig: Wenn Sie von Ihrem Thema erfüllt sind und frei darüber sprechen, dann wirkt Ihr Vortrag am besten.
Formulieren Sie Hauptsätze
Setzen Sie jeweils eine dem Publikum und dem Thema angepasste Sprache ein und sprechen Sie in Hauptsätzen. Vermeiden Sie lange Sätze mit eingeschobenen Nebensätzen. Bei zu langen Sätzen hat der Zuhörer Mühe, Ihren Gedanken zu folgen. Geben Sie Ihren Zuhörern zudem die Möglichkeit, das Gehörte zu verarbeiten, indem Sie Pausen zwischen den Sätzen machen. Das gibt Ihnen auch die Gelegenheit, sich auf Ihren nächsten Satz zu konzentrieren. Beim freien Formulieren geschieht es manchmal, das die referierende Person am Ende des Satzes selber nicht mehr weiss, wie der Anfang eines Satzes gelautet hat. Das ist peinlich.