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Behinderung und Klimawandel
Die negativen Folgen des Klima- und Umweltwandels haben stärkere Auswirkungen auf schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen und Menschen mit Behinderungen.
Kind mit Behinderung im Kreis seiner Familie, die durch die Dürre in Somaliland vertrieben wurden. 2017 | © R. Duly / HI
Im Stich gelassen
Bei Krisen im Zusammenhang mit Umwelt- oder Klimaveränderungen laufen Menschen mit Behinderungen Gefahr, im Stich gelassen zu werden oder nicht von der humanitären Hilfe für die betroffene Bevölkerung zu profitieren. Die Verteilung von Nothilfepaketen nach einem schweren Hurrikan findet beispielsweise manchmal an Orten statt, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nicht zugänglich sind, oder die Informationen zu diesen Verteilungen sind nicht auf Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen zugeschnitten.
In einigen Fällen werden Menschen mit Behinderungen auch absichtlich durch die Gemeinschaft von der Zuteilung von Ressourcen ausgeschlossen, da sie in Zeiten der Knappheit nicht als prioritär angesehen werden. Dies hängt mit der starken Stigmatisierung und Diskriminierung zusammen, der Menschen mit Behinderungen häufig ausgesetzt sind. Frauen und Mädchen sind davon besonders betroffen.
Behinderung und Flucht
Bis 2050 werden schätzungsweise 200 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden. 30 Millionen von ihnen werden besondere Bedürfnisse haben.
Wenn Klimaprobleme und Naturkatastrophen in einem Teil der Welt chronisch werden, neigen die Menschen dazu, wegzuziehen, erklärt Ruby Holmes, unsere Expertin für inklusive Regierungsführung. Menschen mit Behinderungen haben jedoch nicht unbedingt die Möglichkeit, die Ressourcen oder die Unterstützung ihrer Gemeinschaft, um zu flüchten. Sie laufen daher Gefahr, in verlassenen Gebieten zurückgelassen zu werden, wo es keine Schulen, Spitäler oder Arbeitsplätze mehr gibt und die verbleibenden Dienstleistungen selten inklusiv oder barrierefrei zugänglich sind.
Behinderung und Wachstum
In einigen Fällen können Umweltgefahren sogar zu langfristigen Behinderungen führen. Die Bodendegradation durch Dürre, häufige Überschwemmungen oder extreme Temperaturen kann dazu führen, dass ganze Gemeinschaften nicht mehr in der Lage sind, ihre Ernährung zu sichern. Dies hat zur Folge, dass Familien nicht mehr genug Nahrung für ihre Kinder haben.
Unterernährung bei Kindern und Säuglingen kann ihre Entwicklung und ihr Wachstum beeinträchtigen, was ohne Behandlung zu langfristigen Behinderungen führen kann. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft unterernährt oder einer starken Umweltverschmutzung ausgesetzt ist, steigt die Behinderungsrate bei Neugeborenen.
Unsere Hilfe
Wir unterstützen gefährdete Gemeinschaften und Familien in den betroffenen Ländern, indem wir ihre Widerstandsfähigkeit gegen eine durch den Klimawandel verursachte Ernährungsunsicherheit stärken.
Wir leisten finanzielle Unterstützung für Familien, damit sie sich mit dem Nötigsten versorgen können, und stärken Gemeinschaften, um Unterernährung zu verhindern.
Eines unserer Projekte in Mali unterstützt lokale Initiativen und Gemeinschaftsprojekte und fördert den Dialog zwischen lokalen Führungspersönlichkeiten und betroffenen Bewohner:innen, um die gemeinsame Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen zu verbessern.