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„IPMA“ steht für „International Project Management Association“. Hierbei handelt es sich um den weltweit führenden Promoter des Projektmanagements. Zum internationalen Dachverband gehören etwa 70 Mitgliedsgesellschaften, die sogenannten Member Associations. Der Sitz der IPMA befindet sich in den Niederlanden. Das Aufgabenfeld der IPMA ist vielfältig. Dazu gehören unter anderem Zertifizierungen, die Herausgabe von Publikationen, das Verleihen von Awards sowie das Training, die Bildung und die Entwicklung. Die IPMA zeichnet sich ausserdem für die Festsetzung von Standards im Projektmanagement verantwortlich.
Die Zertifizierungen der IPMA sind als Standards international anerkannt. Sie gehören zu den wichtigsten Aufgaben der IPMA und fördern die Präsenz auf dem Markt erheblich. Wer über ein IPMA Zertifikat verfügt, profitiert zumeist von exzellenten Karrierechancen und kann sich in seiner Branche besser etablieren.
Die Geschichte der IPMA
Der Projektmanagementverband IPMA startete im Jahr 1965 als Diskussionsrunde, an der Projektmanager aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Gegründet hatte die Plattform der deutsche Ingenieur Roland Gutsch. Ursprünglich trug sie den Namen „INTERNET“. Aus diesem Vorläufer ging schliesslich die heutige IPMA hervor.
Der erste internationale Kongress fand im Jahr 1967 in Wien statt. Damals nahmen an der Veranstaltung Menschen aus rund 30 Ländern teil. Roland Gutsch übernahm bei der IPMA schon immer eine wichtige Schlüsselrolle. Gutsch erhielt aufgrund seines Engagements das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD. Von 1976 bis 1982 und 1988 bis 1991 fungierte er für die IPMA als Präsident. Bis zu seinem Tod im Jahr 2009 war er Ehrenvorsitzender der GPM, dem deutschen Zweig der IPMA. Nach ihm ist der Roland Gutsch Project Management Award benannt.
Die Organisation der IPMA
Der Dachverband IPMA kooperiert sehr eng mit den rund 70 Mitgliedsgesellschaften, die sich auf alle Kontinente verteilen. Die einzelnen Member Associations sind gut miteinander verknüpft. Innerhalb der IPMA existiert ein hierarchisches System, das auf demokratischen Grundsätzen basiert. Einmal im Jahr veranstaltet eine der Mitgliedsgesellschaften den IPMA World Congress. Die Führung obliegt hier dem Council of Delegates, einer Delegiertenversammlung. Diese setzt sich aus Mitgliedern der Member Assocations zusammen. Die Delegierten treffen sich alle sechs Monate. Die Delegiertenversammlung wählt jeweils für drei Jahre ein Executive Board. Dazu gehören ein Präsident und mehrere Vizepräsidenten. Diese übernehmen die operative Leitung. Aktuell im Jahr 2020 hat Jesús Martinez Almela das Amt des Präsidenten der IPMA inne.
Auch jede der Member Associations besitzt ein Präsidium. Dieses setzt jene strategischen Massnahmen um, die die Delegiertenversammlung beschloss. Der Präsidialrat berät wiederum das Präsidium bezüglich der Weiterentwicklung von Konzepten und Strategien für Dienstleistungen und Produkte und bei der strategischen Ausrichtung der jeweiligen Mitgliedsgesellschaft. Zur Organisation gehören ausserdem ein Finanz- und ein Personalausschuss. Eine Schlichtungsstelle und ein Schiedsgericht. Zumeist ehrenamtlich arbeitende, für die Dauer von drei Jahren von der Delegiertenversammlung gewählte Schlichter lösen Streitfälle aussergerichtlich.
Das Projektmanagement-Modell der IPMA
Zentrales Medium der IPMA ist die Individual Competence Baseline, kurz ICB. Bis zum Jahr 2007 waren die Projektmanagement-Wissenselemente innerhalb der ICB der IPMA nach Wahl- und Musselementen differenziert vorgegeben und in den nationalen Projektmanagement Baselines vertreten. Ab 2008 kam es zur Inkraftsetzung der neuen ICB 3.0 für alle nationalen Member Associations der IPMA. Die Herausgabe der ICB 3.0 erfolgte seitens der IPMA in englischer Sprache, während die ICB 2.0 zusätzlich auf Deutsch und Französisch zur Verfügung stand. Zur ICB 3.0 gehören drei Kompetenzfelder. Die Behavioural Competences umfassen 15 Verhaltenskompetenzen, unter anderem Effizienz, Offenheit, Ergebnisorientierung, Leadership, Verhandlungsführung, Krisen- und Konfliktmanagement. Die Contextual Competences beinhalten elf kontextabhängige Kompetenzen wie Programm-, Projekt- und Portfolioorientierung, Personalmanagement, rechtliche Aspekte und Finanzierung. Zu den Technical Competences zählen 20 technische Kompetenzen, zum Beispiel Kommunikation, Projektabschluss, Projektstart, Projektstrukturen, Projektmanagement, Chancen und Risiken, Kosten und Finanzen, Ressourcen, Ziele und Ergebnisse sowie Zeit und Projektphasen.
Die Überprüfung aller 46 Kompetenzen erfolgt je nach IPMA Zertifizierungslevel in verschiedenen Ausprägungen. Diese Vorgaben sind für alle Mitgliedsvereinigungen gleich. Die ICB 3.0 festigt somit das Vorhandensein international geltender Projektmanagementstandards. Im Jahr 2015 brachte IPMA mit der ICB 4.0 eine aktualisierte Version heraus.
Der IPMA Standard ICB 4.0
Der IPMA Standard spiegelt die vereinseigene Vision wider. Demnach besteht das Ziel von IPMA darin, die Kompetenz in der gesamten Gesellschaft zu fördern und somit eine Welt zu schaffen, in der sämtliche Projekte erfolgreich sind. Um dieses Ziel zu erreichen, definierte IPMA einen weltweit gültigen Standard für das Programm-, Projekt- und Portfoliomanagement.
Der internationale Projektmanagement-Standard der IPMA heisst „IMPA Individual Competence Baseline“, kurz ICB. 2015 kam die vierte Version mit dem Namen „IPMA ICB 4“ heraus. Die ICB fungiert als inhaltliche Basis für die weltweite Anerkennung der nationalen Programme für die Zertifizierung des Projektmanagement-Personals über fünf Kompetenz- und Qualifikationsebenen. Die Abstimmung erfolgt zwischen den Mitgliedsgesellschaften und der IPMA. Zur ICB 4 gehören die sozialen und persönlichen Kompetenzen, die technischen Fähigkeiten und die Kontextkompetenzen. Die drei Kompetenzbereiche Perspective, People und Practice sind die Grundlage für die Zertifizierung der IPMA und deren nationalen Zertifizierungsstellen.
Für die Schweiz interessant ist die Swiss Individual Competence Baseline Version 4.0, kurz swiss.ICB4, in der Domäne Projektmanagement der Schweizerischen Gesellschaft für Projektmanagement, kurz spm. Die vierte Version der Individual Competence Baseline der IPMA wurde im Oktober 2015 anlässlich des IPMA Weltkongresses in Panama City vorgestellt. Die Bereitstellung des Standards erfolgte unter Schweizer Leitung unter Mitwirkung internationaler Projektteams dank einer mehrere Jahre dauernden intensiven Zusammenarbeit. Das zeigt, wie sehr die Schweiz und die spm das Projektmanagement der IPMA beeinflussen und mitgestalten.
Im Zentrum der ICB stehen die individuellen Kompetenzen. Diese gliedern sich wiederum in drei Bereiche. Das betrifft unter anderem den Umgang mit anderen Menschen und sich selbst, die fachkundliche Beherrschung des Managements von Programmen, Projekten und Portfolios und die Gestaltung sowie den Einbezug des Umfelds. Der Fokus in der vierten Version liegt sehr stark auf dem Menschen und seiner Einbindung in die jeweiligen Projekte. Der Kontext spielt ausserdem eine grössere Rolle. Schliesslich ist es sinnlos, ein Portfolio, Programm oder Projekt vom Kontext isoliert abzuwickeln. Insgesamt definiert die ICB jetzt 29 unterschiedliche Kompetenzen, welche den in der Projektwelt agierenden Menschen helfen, die verschiedensten Herausforderungen zu meistern. Gerade in der Zeit der zunehmenden Globalisierung und Digitalisierung ist es wichtig, auf die damit verbundenen Veränderungen richtig zu reagieren. Die Komplexität erhält durch die Umwälzungen, Innovationen und die intensive Vernetzung einen völlig neuen Stellenwert. Zunehmend wichtiger ist auch die Agilität, die Fähigkeit, Veränderungen rasch zu erkennen und in das Schaffen und Wirken einzubeziehen. Zu den neu definierten Kompetenzen zählen ausserdem Change, Transformation und Design. ICB stärkt die Fähigkeiten der Projektleiter und -leiterinnen auch im Bereich der Nachhaltigkeit.
Wissenswertes über die Zertifizierungen der IPMA
Die IPMA verleiht erfolgreichen Projektmanagern Zertifikate. Diese stehen in den Leveln D, C, B und A zur Verfügung. Messbare Standards und die Zertifizierung tragen dazu bei, den Beruf des Projektmanagers zu etablieren. Die Zertifizierung erfolgt auf Basis der Kompetenzrichtlinie der IPMA sowie zumeist auf der regional gültigen Baseline. Die Projektmanagement-Zertifizierung der IPMA bietet einen international anerkannten Nachweis über die erworbenen Fähigkeiten.
Die IPMA Zertifizierungen im Projektmanagement gibt es bereits seit 1995. Seit 1998 steht das vierstufige Zertifizierungssystem zur Verfügung. Für jedes IPMA Level ist ein zweiköpfiges Assessorenteam verantwortlich. Dieses Team prüft die Persönlichkeit, das Wissen und die Erfahrung des Bewerbers.
Aufgrund der aktuell geltenden Hygienevorschriften zur Einschränkung der Corona-Pandemie ist es mittlerweile möglich, die IPMA Zertifizierungen online abzulegen.
Für wen eignen sich die IPMA Zertifizierungen?
Das Zertifizierungsprogramm der IPMA ist weltweit das einzige, das auf Kompetenzen basiert. Bereits das IPMA Einstiegslevel D ist den Projektmanagement-Profis vorbehalten. Das IPMA Level C erfordert eine drei- bis fünfjährige Berufserfahrung. Die IPMA Level A und B setzen ein sehr umfangreiches Wissen und sehr viel Erfahrung voraus. Bei Personen, die nach einem solchen Zertifikat streben, handelt es sich zumeist um fachlich kompetente Portfolio-, Programm- und Projektmanager. Als erfahrene und vielseitige Fachleute verfügen sie bereits über die Fähigkeit, komplexe Initiativen zu ergreifen. Die zertifizierten Fachkräfte sind in einer internationalen Datenbank gelistet.
IPMA Level D – Certified Project Management Associate
Ein IPMA Certified Project Management Associate des Levels D verfügt über ein vielfältiges Grundlagenwissen und Erfahrung als Projektteammitglied, PM-Assistent oder in anderen Bereichen des Projektmanagements. Typische Berufe sind der Projektcontroller, Junior Projektmanager oder PM Assistent.
IPMA Level C – Certified Project Manager
Der IPMA Certified Project Manager des Levels C verfügt über ein umfangreiches Spezialwissen und ausreichend Erfahrung im Bereich des Projektmanagements. Er arbeitet als Projektmanager, PM Officemitarbeiter oder im Projektmanagement im agilen Umfeld.
IPMA Level B – Certified Senior Project Manager
Wer über eine umfangreiche Erfahrung selbst in komplexen Projekten und über ein fundiertes Expertenwissen verfügt, kann eine Zertifizierung Level B erreichen. Das Angebot richtet sich an Senior Projektmanager, Programm-Manager und Portfoliomanager. Sie erhalten die Zertifikate Certified Senior Project Manager, Certified Senior Programme Manager oder Certified Senior Portfolio Manager.
IPMA Level A – Certified Project Director
Die Zertifizierung eignet sich für PM Officeleiter, Projektmanager für Megaprojekte und Senior Programm-Manager. Das Level A erzielt die Zertifizierung zum Certified Project Director, Certified Programme Director und zum Certified Portfolio Director. Hierfür sind ein fundiertes Expertenwissen und viel Managementerfahrung erforderlich.
IPMA Delta Zertifizierung
Im Rahmen der IPMA Delta Zertifizierung ist die Chance gegeben, die ganze Organisation nach dem Standard der IPMA zu zertifizieren.
Die IPMA Zertifizierungen bieten zahlreiche interessante Vorteile. Sie sind nicht nur ein persönlicher Leistungsnachweis und ein Garant für Wissen und fachliche Kompetenz, sondern sie bringen auch Wettbewerbsvorteile. Die IPMA Zertifizierungen bewegen sich in einem weltweit verbindlichen Rahmen und reflektieren dabei das Können in einem der speziellen Wissensgebiete. Die Kommunikation und der Austausch funktionieren auch auf internationaler Ebene reibungslos und einwandfrei. Es existiert mit der IPMA Zertifizierung ein einheitlicher Qualitätsstandard. Das System der Zertifizierung und Rezertifizierung ist ein wertvolles Instrument zur stetigen Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Wissens.
Was ist eine IPMA Rezertifizierung?
IPMA Zertifikate besitzen keine unbeschränkte Gültigkeit. Zertifikate der IPMA Level A, B und C sind zum Beispiel fünf Jahre gültig. Danach ist eine Rezertifizierung notwendig. Der Sektor des Projektmanagements entwickelt sich konstant weiter. Eine ständige Weiterbildung, Anpassung und Aktualisierung des Kenntnisstandes ist für ein erfolgreiches Agieren auf dem Markt unabdingbar. Um beispielsweise die IPMA Zertifizierung für Level A, B und C zu erneuern, wird ein Nachweis über die Funktion als Projektmanager, Projektleiter oder Projektdirektor mit der dazugehörigen Weiterbildung benötigt.
Auch die IPMA Zertifizierung Level D besitzt eine fünfjährige Gültigkeit. Wer das Zertifikat nach dieser Frist verlängert, darf den Titel weiterhin tragen. Die Inhaber und Inhaberinnen des Zertifikats erbringen hierfür den Nachweis einer laufenden Weiterbildung in den letzten fünf Jahren oder einer entsprechenden Tätigkeit im Projektmanagement innerhalb dieses Zeitraums.
Im Gegensatz zu den vorgenannten IPMA Zertifizierungen ist das CBPP-Zertifikat nur drei Jahre gültig. Regelmässige Rezertifizierungen erhalten den hohen Qualitätsstandard aufrecht. Die Rezertifizierung bezeugt, dass die betreffenden Personen weiterhin im Prozessmanagementbereich arbeiten und somit auf dem Laufenden sind. Das erneute Absolvieren einer Prüfung ist hierfür nicht notwendig. Der Nachweis der beruflichen Praxis und einer gewissenhaften Weiterbildung zählt zu den Grundvoraussetzungen für diese Rezertifizierung.
Höhere Präsenz der IPMA Level C und D
Die grösste Nachfrage bei den IPMA Zertifizierungen fällt auf die Level D und C. In der Schweiz gab es bis zum Mai 2020 insgesamt 16 160 IPMA Zertifizierungen des Levels D und 2 894 Zertifizierungen des Levels C. Im Gegensatz dazu lag die Zahl der IPMA Level B-Zertifizierungen bei 1 657 und des Levels A bei nur 93 Zertifikaten.
In anderen Ländern verhält es sich ähnlich. Gemäss einer Studie vom Januar 2019 verfügten in Deutschland mehr als 47 000 Personen über ein IPMA Zertifikat des Levels D und mehr als 7 000 Menschen über ein IPMA Zertifikat des Levels C. Mit 2 150 IPMA Level B- und 120 Level-A-Zertifikaten sind Absolventen dieser Klassen viel seltener vertreten. Die Zahl der IPMA Zertifizierten lag im Februar 2020 in Österreich insgesamt bei rund 21 000.
Die IPMA in der Schweiz
Exklusivmitglied der IPMA in der Schweiz ist die Swiss Project Management Association, kurz spm genannt. Der international anerkannte, in Glattbrugg ansässige Fachverband im Projektmanagement existiert seit dem Jahr 1983. Er vertritt mit seinen rund 900 Mitgliedern die Schweiz als Member Association der IPMA. Die Fachorganisation agiert branchenübergreifend. Sie fördert die Anerkennung, Weiterentwicklung und Verbreitung des Projektmanagements in Gesellschaft und Wirtschaft. Es erfolgt ein reger Austausch zwischen professionellen Projektmanagern und jenen Organisationen, die das Management anwenden. Das Ziel des Vereins liegt darin, Schweizer Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken und die Karriereaussichten der im Projektmanagement beschäftigten Personen zu verbessern. Das geschieht durch eine nachhaltige Förderung des Projektmanagements in der Praxis und ein adäquates Bildungsangebot für sämtliche Level. Ein wirkungsvolles Wissensmanagement ist ebenso zielführend wie die Förderung der praxisnahen Entwicklung und Forschung. Zum grossen Erfolg trägt die internationale Standardisierung und IPMA Zertifizierung im Projektmanagement bei. Eine besondere Rolle spielt die enge Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Organisationen. Die Mitglieder der spm nutzen gerne die Möglichkeit, ihre Dienstleistungen auf der Webseite des Vereins zu präsentieren.
Das leistet die spm
Die spm bietet ausschliesslich Dienstleistungen an, die es so in der Art und Weise auf dem Schweizer Markt noch nicht gibt. Die Bearbeitung von Projektfeldern kommt ganz ohne kommerzielle Dienstleistungen wie Kurse, Beratungen, Tools oder Methodenentwicklungen aus. Zentraler Kern sind die Fachgruppen. In diesen tauschen sich die Mitglieder branchenübergreifend aus. Ziel ist die Bearbeitung spezifischer Aspekte im Rahmen des Projektmanagements. Die miteinander kooperierenden Experten überdenken aktuelle Entwicklungen und führen diese kontinuierlich weiter. Auch das Einbringen von Erfahrungen trägt massgeblich zum Erfolg des Vorhabens bei. Je nach Gruppenthema ist ein fach- oder branchenspezifischer Ansatz erkennbar. In dem Projektmanagement-Netzwerk sind sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen, öffentliche Institutionen und Unternehmen als Mitglieder willkommen.
IPMA Zertifizierungen in der Schweiz
Für die IPMA Zertifizierungen in der Schweiz ist nicht die spm, sondern der VZPM, der Verein zur Zertifizierung von Personen im Management, zuständig. Dieser führt bereits seit dem Jahr 1996 Zertifizierungen im Projektmanagement gemäss dem System der IPMA durch. Zu den weiteren Personenzertifizierungen gehören Certified Business Process Associate (CBPA) und Certified Business Process Professional (CBPP). Seit 2013 besteht die Möglichkeit, Organisationen im Projektmanagement gemäss IPMA Delta zu zertifizieren.
Die IPMA und die Beziehung zur Schweiz
Die Schweiz ist eng mit der Geschichte der IPMA verbunden. Bereits in den 1970er Jahren führte die Vorgängerorganisation der IPMA, die INTERNET, am Gottlieb Duttweiler Institut in Rüschlikon Expertenseminare mit internationalem Publikum durch. Das Sekretariat des Gottlieb Duttweiler Instituts betreute die noch junge Organisation. Im Rahmen des sechsten Weltkongresses von INTERNET in Garmisch-Partenkirchen überführte man den bereits seit 1965 informell bestehenden Verein in einen Verein nach schweizerischem Recht. Die Schweiz erwies sich als Vereinssitz sehr günstig, denn von hier aus war es problemlos möglich, auch Kontakte zu Fachleuten hinter dem Eisernen Vorhang zu knüpfen. Später wählte man das an der ETH Zürich befindliche Institut für Bauplanung und Baubetrieb zum neuen Sitz des Sekretariats. Eine Gruppe Schweizer Projektmanager trat als Gründungsmitglieder dem Verein INTERNET bei. Der Vizepräsident, Professor Angelo Pozzi, stammte aus dieser Gruppe. In den 80er Jahren kam es zum Aufbau der Schweizerischen Gesellschaft für Projektmanagement. Massgeblich daran beteiligt war Jürg Brandenberger als erster Präsident der spm. Die spm arbeitete schon damals sehr eng mit der Vereinigung INTERNET zusammen. Im Lauf der Zeit kam es zu einer Namensänderung und aus INTERNET wurde IPMA. Schweizer Projektmanagement-Fachleute waren also von Anfang an an der Entstehung der nunmehr international erfolgreich agierenden IPMA beteiligt.
Die IPMA in Deutschland
Die deutsche Unterorganisation der IPMA ist die GPM, die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V.. Die GPM wurde im Jahr 1979 gegründet und existiert somit bereits seit über 40 Jahren. Mittlerweile gehören zu dem Verein mehr als 8 000 Mitglieder. Wer sich für eine Mitgliedschaft interessiert, dem stehen verschiedene Modelle zur Verfügung. Ein grosser Vorteil bei der aktiven und persönlichen Mitgliedschaft ist der Austausch mit Tausenden Interessierten in 39 Regionen. Mitglieder erhalten ein kostenfreies Abo der Zeitschrift „Projektmanagement Aktuell“ und Zugang zu laufenden Umfragen und Studien. Auch ein Preisnachlass bei Bildungsmassnahmen und Events ist möglich. Als Teil der IPMA Community besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am internationalen Netzwerk. Weitere Mitgliedsmodelle sind die Firmen- und die Hochschulmitgliedschaft.
Lokal vertreten ist der Verband in derzeit 39 Regionen, die eine wichtige Projektmanagement-Basisarbeit leisten. Einem regen Erfahrungsaustausch und einem branchenübergreifenden Network steht somit nichts im Wege. Die Fachgruppen innerhalb der zur IPMA gehörenden GPM kümmern sich um die Bearbeitung der spezifischen Aspekte des Projektmanagements. Dazu gehört das Aufgreifen aktueller Entwicklungen ebenso wie die Weiterentwicklung und die Systematisierung im Projektmanagement. Ein fach- oder branchenspezifischer Ansatz ist je nach Gruppe erkennbar. So gibt es themenfokussierende und branchenfokussierende Fachgruppen sowie Special Interest Groups. Zum umfangreichen Aufgabengebiet gehören ausserdem laufende Projektmanagement-Studien, Forschungsarbeiten, Schulungen und verschiedene Aktionsprogramme.
Die GPM vergibt als Tochterorganisation der IPMA regelmässig verschiedene Awards. Dazu gehören der Deutsche Project Excellence Award, der Roland Gutsch Project Management Award, der Deutsche Studienpreis PM und der GPM Young Project Manager Award.
Die IPMA in Österreich
Projekt Management Austria, kurz pma, ist die führende Projektmanagement-Vereinigung Österreichs. Als regionaler Repräsentant der IPMA bietet die Vereinigung die Chance einer international anerkannten Zertifizierung gemäss dem pma- und IPMA-Standard. Projekt Management Austria ist eine Plattform für Innovationen und Trends und ein wichtiges Medium zur Weiterbildung von Projektmanagern. Die Vereinigung ist aber auch ein Netzwerk für Experten aller Branchen sowie für Berufseinsteiger interessant.
Etwa 1 300 Mitglieder gehören mittlerweile der pma an. Diesen steht die Möglichkeit offen, auf speziellen Veranstaltungen wichtige Kontakte zu knüpfen und ihr Wissen zu erweitern. Bei vielen Interessenten besonders begehrt ist die Zertifizierung nach IPMA. Die Zertifizierung der Projektmanager erfolgt nach den jeweiligen Kompetenzen und nach der Berufserfahrung gemäss der Validierung durch die IPMA. Das geschieht in den Leveln D, C, B und A.
Begehrt sind auch die zahlreichen Auszeichnungen. Mit den pma awards würdigt die Vereinigung verdiente Mitglieder für ihr exzellentes Projektmanagement. Für eine herausragende Leistung von Projekt-Teams gibt es den pma award, den österreichischen Poject Excellence Award. Der pma junior award ist für studentische und schulische Projektteams gedacht, die mit ihren Projekten Aussergewöhnliches erzielten. Der jährlich ausgeschriebene Award richtet sich an Schüler und Schülerinnen der dritten bis fünften Schulstufe der berufsbildenden höheren Schulen wie HTL, HAK oder HTBLA. Die betreffenden Schüler und Schülerinnen hatten Projektmanagement als Unterrichtsfach und bereits einen schulinternen Wettbewerb gewonnen oder aber sie wurden von der Schule für den pma junior award vorgeschlagen. Von dem Angebot profitieren ausserdem Studenten und Studentinnen eines Fachhochschulstudiengangs. Diese besuchten eine Lehrveranstaltung über Projektmanagement oder gewannen einen fachhochschulinternen Wettbewerb beziehungsweise bekamen eine Empfehlung der Fachhochschule.
Einzelpersonen, die aufgrund ihrer exzellenten Leistungen positiv auffielen, erhalten den Titel „project manager of the year“. Die pma in Kooperation mit der IPMA vergibt aber auch Preise an Projektauftraggeber. Eine herausragende Leistung beschert dem betreffenden Auftraggeber eine Auszeichnung zum project owner of the year. Die Preisverleihungen erfolgen jedes Jahr im fulminanten Rahmen des pma award gala dinners.
Sämtliche Zertifizierungen der pma beziehungsweise IPMA sowie die zahlreichen Awards bieten den jeweiligen Personen und Institutionen die Chance, sich und ihre Leistungen auf eine angemessene Weise zu präsentieren und die fachliche Kompetenz glaubhaft nachzuweisen.
Unterschiede zu anderen Projektmanagement-Methoden
Die IPMA ist nicht die einzige Projektmanagement-Organisation der Welt. Das Project Management Institute, kurz PMI genannt, hat seinen Sitz in den USA. AXELOS ist hingegen eine britische Projektmanagement-Organisation und zugleich Herausgeber der Methode PRINCE2. „PRINCE2“ ist die Abkürzung für „Projects in Controlled Environments“, also für Projekte in kontrollierter Umgebung. Diese Projektmanagementmethode ist skalierbar und prozessorientiert. Für jede Projektphase gibt PRINCE2 mithilfe des Prozessmodells konkrete Handlungsempfehlungen an die jeweiligen Mitglieder des Projektteams. PRINCE2 bildet somit einen strukturierten Rahmen.
Eine weitere bekannte Projektmanagementmethode ist der PMBOK-Guide. Die Abkürzung steht für „A Guide to the Project Management Body of Knowledge“. Der PMBOK-Guide ist die zentrale Referenz des amerikanischen Project Management Institute. Die Methode ist stark prozessorientiert. Die Durchführung eines Projekts erfolgt durch das Zusammenwirken mehrerer Prozesse. Zu jedem Prozess gehört eine Beschreibung zu In- und Output, Werkzeugen und Verfahren. Das Werk beinhaltet eine Zusammenfassung des Wissens aus der Fachrichtung Projektmanagement und definiert damit das Wissen über jene Vorgehensweise, die sich als beste Praxis bewährt. Die Methoden lassen sich für verschiedene Bereiche anwenden, zum Beispiel für die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Software-Entwicklung und das Bauwesen.
Im Unterschied zu PRINCE2 und PMBOX Guide ist die ICB von IPMA kein Prozessstandard. ICB bezieht sich nicht auf eine Projektmethodik oder auf feste Prozesse, sondern sie definiert Gebrauchsfähigkeiten, die für die Durchführung der Projekte erforderlich sind. Eine freie Kombination mit Prozessstandards wie PMBOK-Guide oder PRINCE2 ist somit problemlos möglich. Im deutschsprachigen Raum, und somit auch in der Schweiz, ergänzt das zweibändige Handbuch „Projektmanagement“, kurz PM4, mit Methoden, Anleitungen, Werkzeugen und Prozessen die ICB.