Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03437.jsonl.gz/623

Die offizielle Bezeichnung in der Schweizer Armee lautet Zelt 01, Zelteinheit 55 (mit Kapuze) und Zelt 64, wobei die Zahl jeweils für den Jahrgang der Einführung besteht (1901 und 1964). Das letzte Modell, das Zelttuch 64 (oder „Militärblache“) im Tarnmuster, wurde 1964 eingeführt und wird seit den 90er-Jahren nicht mehr hergestellt. Die Ausmusterung aus der Schweizer Armee begann 2016.
Der Ausdruck „Militärblache“ ist übrigens ein rein schweizerischer Ausdruck.
Die beiden Modelle unterscheiden sich im Tarnmuster und zum Teil in der Befestigung der Knöpfe. Diese sind auf die Blache genäht oder genietet, ganz alte Modelle tragen die Knöpfe an einer starken Schnur befestigt, so dass ein Knopf beidseitig verwendet werden kann – dazu wird der Knopf an der Schnur durch die Öse auf die gegenüberliegende Seite gezogen. Die Militärblache im „Splittertarn“ verfügt in einer Ecke zudem über eine individuelle Nummerierung (runde Aluknopf mit Nummer).
Die Schweizer „Militärblache“ ist quadratisch und hat eine Seitenlänge von 165 cm. Sie besteht aus chemisch verändertem Baumwollstoff, sie ist dadurch wasserabstossend sowie sehr widerstandsfähig gegenüber Abschürfungen und Schmutz und hat verstärkte Nähte, die ihr eine sehr hohe Reissfestigkeit verleihen. Entlang der Ränder sind insgesamt 32 Knopflöcher und 65 Aluminiumknöpfe in Doppelreihen angebracht, die es ermöglichen, zwei Militärblachen zu verbinden. In jeder Militärblache ist eine herausnehmbare Zeltschnur von zwei Metern Länge eingearbeitet, eine etwa 60 cm lange «Halsschnur» sowie je vier Eck- und Mittelstrippen. In den Ecken befindet sich je eine starke Metallöse als Halterung für eine Zeltstange. Die Blache wiegt trocken 1,25 kg – nass beinahe das Doppelte.
Zu jeder Blache gehört ein Pflocksack. Dieser enthält drei Heringe aus Aluminium oder Stahl, und je nach Ausführung entweder drei Zeltpflöcke aus Holz (je 40,5 cm, zusammengesetzt 110 cm lang) oder vier längeren und einem kürzeren Zeltstock aus Aluminium. Mit 2 Zelteinheiten konnte der Wehrmann ein 2 Mann Biwak bauen.
Beschädigte Militärblachen wurden früher an einer Ecke mit gelber Farbe gekennzeichnet und als «B-Blachen» oder «Ausschussblachen» bezeichnet. Heute zählen alle beidseitig getarnten Zelttücher als «Ausschussblachen», da die neueren nur noch auf einer Seite Tarnmusterung haben.
Die Blachen dienten in der Armee früher auch als 1 Mann Regenschutz / Tarnschutz und werden heute noch vereinzelt zur Tarnung und zum Biwakbau verwendet. Durch geschicktes Zusammenfügen mehrerer Blachen können unterschiedliche Zeltformen in verschiedener Grösse und Form hergestellt werden (siehe militärisches Reglement – „Die Zelteinheiten 1901 und 1955 / 53.172 d“) In dieser Verwendung sind sie insbesondere bei Jugendverbänden (Pfadfinder, Cevi, Jungwacht Blauring, BESJ und anderen) sehr beliebt.
In den nachfolgenden Bilder sehen wir die Verwendungsmöglichkeiten.