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Ansgar Gmür (64) hat eine Tellerwäscher-Karriere hinter sich und beginnt als Pensionär nochmals eine neue. Der Direktor des Hauseigentümerverbandes wächst als eines von acht Bergbauernkindern in ärmlichen Verhältnissen auf.
Später wird er knallharter Interessensvertreter der Hauseigentümer. Der Hauseigentümerverband wird unter seiner Leitung zu einer der grössten Organisationen der Schweiz mit rund 330 000 Mitgliedern.
Im Herbst könnte sich Gmür in seinem 10-Zimmer-Haus zur Ruhe setzen. Doch Gmür will es nochmals wissen und beginnt ein Vollzeit-Theologiestudium. Mit Jugendlichen, die bis zu dreimal jünger sind als er, wird er beispielsweise Altgriechisch büffeln, um Pfarrer zu werden: «Ich werde vielleicht nicht der beste, aber vielleicht der lustigste Pfarrer», scherzt er.
Ansgar Gmür lebt nach dem Grundsatz «Du erntest, was du säst.» Und als er vor ein paar Jahren Bilanz zog, stellte er fest, dass er bei Gott noch im Minus war. Kurzerhand beschloss er, seine Talente – «ich kann gut verkaufen und unterhalten» – nach der Pensionierung in den Dienst Gottes zu stellen.