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F. P. Boué
Der New Yorker Künstler F. P. Boué war im Sommer 2010 für drei Monate Gast im Atelier des Sitterwerks. Er bereitete hier eine Ausstellung vor, die er im Februar 2011 bei Participant in NY zeigen wird.
F. P. Boué geht in seinen Arbeiten behutsam auf die Dinge zu, die uns umgeben. Er setzt sich mit alltagsarchitektonischen Details und gewöhnlichen Objekten des täglichen Gebrauchs genauso respektvoll auseinander wie mit Inkunabeln der Architekturgeschichte oder der Ingenieursbaukunst. Der Betrachter seiner künstlerischen Versuche wird auf Feinheiten aufmerksam, welche erst durch wiederholte Annäherungen an einen Gegenstand zum Tragen kommen können. So untersucht er in kurzen Super-8-Filmen in vielen, häufig ähnlichen Einstellungen – von Blacks unterbrochen – ein ingenieurtechnisches Meisterwerk wie die Schwandbachbrücke von Robert Maillart, oder auch alltägliche Ereignisse, zum Beispiel wie mehrere Personen mit einer Seilwinde eine Transportkiste durch das dunkle Treppenhaus eines New Yorker Wohnhauses hochziehen. Durch solche Verfahren sucht er, Monumente aus der Vergessenheit zurückzuholen, indem er auf ihre Bedeutung verweist und durch assoziative Bezüge und Wortspiele auch neue Bedeutsamkeiten erschliesst. So erstaunt es auch nicht, wenn er im Gespräch plötzlich den Film-Projektionsapparat zur Talstation jener Seilbahn umdeutet, die ihn über einen atemberaubenden Abgrund hinweg auf die Albigna-Staumauer bringt – einem anderen «Denkmal» in Beton. Der Begriff des Monuments selbst wird schliesslich durch den Künstler ebenfalls erweitert, wenn er in einer unfertigen Zeichnung nicht das Nietzsche-Haus, sondern die Traumerinnerung des ebenso feinsinnigen wie künstlerischen Philosophen daran festzuhalten trachtet.