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Das kenianische Innenministerium hat in der vergangenen Woche das umstrittene Tech-Unternehmen Worldcoin und ähnliche Unternehmen von der Geschäftstätigkeit im Land ausgeschlossen.
* KICC steht für „Kenyatta International Convention Centre“ (Kenyatta Internationales Konferenzzentrum). Es handelt sich um ein bedeutendes Konferenz- und Veranstaltungszentrum in Nairobi, der Hauptstadt Kenias.
WorldCoin, das von Sam Altman von OpenAI mitbegründet wurde, bietet kostenlose Krypto-Token im Wert von etwa 50 US-Dollar für Personen an, die bereit sind, ihre Augen mit einem Gerät namens „Orb“ scannen zu lassen.
„Die zuständigen Sicherheits-, Finanzdienstleistungs- und Datenschutzbehörden haben Untersuchungen und Ermittlungen eingeleitet, um die Echtheit und Rechtmäßigkeit der genannten Aktivitäten, die Sicherheit und den Schutz der gesammelten Daten sowie die Absicht der Sammler, die Daten zu verwenden, festzustellen“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums von letzter Woche.
Der kenianische Kabinettssekretär Alfred Mutua zeigte sich in einer Erklärung empört über die Technologie:
Wir sollten uns dafür einsetzen, dass Kenianer nicht länger als Versuchskaninchen benutzt und ihre Daten gesammelt werden.
Sie müssen sich fragen, warum Ihre Augen gescannt und Informationen gesammelt werden. Was bedeutet das und was wird es für Sie und Ihre Nachkommen bedeuten?
Ein anderer Kabinettssekretär, Kithure Kindiki, versicherte den Bürgern, dass die Regierung alle Maßnahmen ergreifen werde, um die öffentliche Sicherheit und die Integrität von Finanztransaktionen zu gewährleisten, an denen so viele Bürger beteiligt seien, so Kenyans.co.ke.
Darüber hinaus werden gegen jede natürliche oder juristische Person, die die Aktivitäten fördert, unterstützt, begünstigt oder sich anderweitig an ihnen beteiligt oder mit ihnen in Verbindung steht, entsprechende Maßnahmen ergriffen, bis die Regierung Worldcoin für sicher hält.
Nach dieser Anweisung wurden Polizeibeamte eingesetzt, um Hunderte von Menschen zu vertreiben, die vor dem KICC in Nairobi Schlange standen.
Die Anordnung kam nur wenige Minuten, nachdem ICT Eliud Owalo* erklärt hatte, dass die Regierung das internationale Unternehmen noch nicht rauswerfen werde, da es keine Gesetze gebrochen habe.
Das heißt, Worldcoin hat technisch gesehen keine kenianischen Gesetze gebrochen – was, wie wir uns vorstellen können, einer der Gründe ist, warum es dort eingeführt wurde.
*Eliud Owalo
September ’22: Präsident William Ruto hat Eliud Owalo als den neuen Kabinettssekretär für ICT (Information, Communication and Technology – Informations-, Kommunikations- und Technologiebereich) des Landes benannt, vorbehaltlich der Zustimmung des Parlaments.
Owalo ist ein Neuzugang im ICT-Bereich und hat einen rechtlichen und wirtschaftlichen Beratungshintergrund.
Er hat den Auftrag, die ICT-Agenda der neuen Verwaltung umzusetzen, die die Erweiterung der digitalen Wirtschaft und die Reduzierung der Kosten für ICT-Breitband beinhaltet.
Die Regierung möchte die Breitbandverbindung über das nationale Glasfasernetzwerk erweitern, indem sie es in den nächsten fünf Jahren auf 100.000 km erhöht. Sie möchte auch Kenia als regionales Zentrum für Afrika etablieren und die Entwicklung von Software für den Export fördern.
Quelle: ITWeb
Von der aktuellen Seite des Ministeriums für Information, Kommunikation und digitaler Wirtschaft:
Eliud O. Owalo ist der Kabinettssekretär des Ministeriums für Information, Kommunikation und die digitale Wirtschaft in Kenia (Ministry of Information, Communication and the Digital Economy).
Er hat einen Bachelor-Abschluss (BA) in Wirtschaft und Betriebswirtschaft von der Kenyatta Universität, einen Master-Abschluss im Business Administration (MBA) im Bereich Personalmanagement von der Universität Nairobi und ist derzeit Kandidat für den Doktorgrad (PhD) im Bereich Strategisches Management an der Universität Nairobi.
Quelle: Ministry of ICT
„Es gibt Sicherheitsprobleme, auch wenn sie in Bezug auf die aktuellen Datengesetze gegen nichts verstoßen haben. Unsere Gesetze und Vorschriften sind nicht umfassend“, sagte Owalo.
„Innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens gibt es keine Bestimmungen, gegen die die Organisation verstoßen hätte. Es könnte jedoch Sicherheits- und Regulierungsprobleme geben.“
Als Reaktion auf das Verbot behauptete der Mitbegründer von Worldcoin, Alex Blania, dass die Absichten des Unternehmens redlich seien.
„Tools for Humanity (TFH) hat die Überprüfung von World ID in Kenia pausiert, da wir weiterhin mit den lokalen Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um deren Fragen zu beantworten. Wir entschuldigen uns bei allen Kenianern für die Verzögerung“, sagte er.
Das erklärte Ziel von Worldcoin ist es, ein globales Identifikationssystem zu schaffen, das Iris-Scans verwendet, die beweisen können, dass eine Person ein Mensch ist. Das Unternehmen argumentiert, dass es in Zukunft, wenn die künstliche Intelligenz (KI) „voll funktionsfähig“ ist, schwierig sein wird, festzustellen, ob eine Person ein Mensch oder eine Maschine ist.
Das Verhalten des Unternehmens bei der Sammlung biometrischer Daten aus der ganzen Welt hat jedoch Kritik und Untersuchungen von Datenschutzbehörden auf sich gezogen.
Die Ermittler haben darauf hingewiesen, dass einige der von dem Unternehmen eingesetzten Techniken, insbesondere in Entwicklungsländern, ausbeuterisch sind.
In Kenia beispielsweise hat das Unternehmen Daten im Austausch gegen Krypto-Token im Gegenwert von 7.000 Kenia-Schilling gesammelt [ca. 44 Euro]. Kenyans.co.ke
Blania verteidigte sein Unternehmen mit einer anwaltlich genehmigten Erklärung:
World ID ist für den Datenschutz konzipiert. Wir freuen uns darauf, den Betrieb wieder aufzunehmen und die globale Einführung fortzusetzen.
Quelle: Zero Hedge
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