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Heilig Abend in der Wüste
In der ersten zehn Jahren, als ich mit Gruppen in die Wüste ging, schlief ich immer im Freien. Egal, wie kalt oder wie viel Wind es hatte. Ich erinnere mich an viele wunderschöne, aber auch an einige echt harte Nächte aus dieser Zeit. Auf den Trekking-Routen hatte ich an den jeweiligen Biwakplätzen meine Lieblings-Schlafplätze. Einer der allerallerschönsten: In der Steinwüste von Marokko oberhalb einer Minioase, auf einem Steinhügel im spitzen Winkel des Zusammenflusses zweier kleiner Täler.
Ich schlief immer sehr leicht und erwachte oft. In der Nacht von Heilig Abend wohl gegen Mitternacht, erwachte ich aus dem ersten Schlaf. Ich schaute nach oben in den glasklaren, stockdunklen Nachthimmel, suchte Sirius, Beteugeuze, Aldebaran - all die starken Sterne, die um diese Zeit funkelnd aus dem Hintergrund-Glimmern der "normalen" Sterne herausstechen. Da saust die grösste Sternschuppe, die ich je sah, über den Himmel, hinterliess eine Leuchtspur auf meiner Netzhaut. Plötzlich bricht sie auseinander und die einzelnen Teilschnuppen verglühen mit kleine Leuchtspuren am Himmel. Ich meine, mit deutlicher Verzögerung ein Explosionsgeräusch gehört zu haben.
Diese Szene, erlebt in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember - das ist eine meiner liebsten und eindrücklichsten Erinnerungen an diesen Lebensabschnitt.
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