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Die Kirche Oberentfelden gehört zu den bedeutendsten schweizerischen Landkirchen des Historismus. Für den Neubau von 1864/66 wählte man keinen Geringeren als den Zürcher Architekten Ferdinand Stadler, der bereits für beide Konfessionen stattliche Kirchenbauten errichtet hatte. Für die Dorfkirche Oberentfelden, deren Kosten sich im Rahmen halten mussten, wählte Stadler nicht den Stil eines Kölner Domes, wie er es für die aufwändige Basler Elisabethenkirche getan hatte, sondern setzte auf einen schlichteren, damals ebenfalls vielgepflegten Mixstil aus klassizistischer Strenge und neuromanischen Motiven. Bemerkenswert ist vor allem, dass Stadler als einer der ersten Architekten auf dem europäischen Kontinent begann, den Turm asymmetrisch an die Chorflanke zu stellen, was zwar im Barock häufig geschah, sich aber im idealistischen 19. Jahrhundert erst wieder durchsetzen musste. Zwar kam ihm in Oberentfelden die Situation zu Hilfe, dass die untersten Geschosse des ehemaligen Turmes beibehalten werden sollten, doch andere Bauten des Architekten weisen darauf hin, dass die Disponierung auch als ein bewusstes künstlerisches Konzept zu betrachten ist.
Verfasst von Matthias Walter
Fotos von Roger Wehrli