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- Bei den Regionalwahlen in Frankreich hat die Partei von Marine Le Pen auch in der zweiten Runde einen Rückschlag erlitten.
- Das rechtspopulistische Rassemblement National (RN) hat laut einer Hochrechnung keine einzige Region gewinnen können.
- Auch die Partei von Staatschef Emmanuel Macron geht leer aus.
- Die Beteiligung fiel mit 34 Prozent erneut ausserordentlich tief aus.
In der besonders umkämpften Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur im Süden kam der Kandidat Thierry Mariani vom Rassemblement National (RN) nur auf gut 42 Prozent, wie der TV-Sender France 2 berichtete. Der bürgerlich-konservative Bewerber Renaud Muselier erreichte mehr als 57 Prozent.
Die beiden Politiker waren in der Endrunde die einzigen verbliebenen Kandidaten. Die vereinige Linke hatte sich anfangs Woche zurückgezogen, um einen Sieg des Rassemblement National zu verhindern. Auch Macrons Partei hatte Muselier aus demselben Grund von Anfang an unterstützt.
Die Le-Pen-Partei hat es in Frankreich bisher noch nie geschafft, eine Region für sich zu erobern. Marine Le Pen wollte einen Erfolg im Süden als Sprungbrett für die Präsidentenwahl in zehn Monaten nutzen.
Die Politikerin beklagte die historisch niedrige Wahlbeteiligung. Das Resultat warf aber auch die Frage auf, ob ihr Versuch, den RN gemässigter zu positionieren als bis anhin, erfolgversprechend ist. So verzichtet Le Pen schon länger auf die radikale Forderung eines Austritts aus der Eurozone, um der Partei eine breitere Anhängerbasis zu verschaffen.
Enttäuschung für Macron
Der Hochrechnung zufolge musste auch Staatschef Emmanuel Macron eine Schlappe einstecken. Die verbliebenen Kandidaten der Partei des Präsidentenlagers La République en Marche (LREM) landeten auf hinteren Plätzen. Die Partei erreichte noch weniger Wähler als im ersten Wahlgang und fiel unter einen Stimmenanteil von zehn Prozent. Regierungssprecher Gabriel Attal sprach von einer «Enttäuschung».
Die Regionen bleiben den Hochrechnungen zufolge überwiegend in der Hand der bürgerlichen Rechten und der Linken. Bereits die erste Runde am vergangenen Sonntag war für Macron enttäuschend verlaufen.
Als vergleichsweise junge Partei ist LREM kaum in den Regionen verankert. Macron und Le Pen gelten bislang als aussichtsreichste Kandidaten für die Präsidentenwahl im nächsten Jahr.
Wer wird Kandidat der Bürgerlichen?
Bei der bürgerlichen Rechten brachten sich mit deutlichen Mehrheiten im Amt bestätigte Regionalpolitiker für die Präsidentenwahl in Stellung. «Dieses Ergebnis gibt mir die Stärke, auf alle Franzosen zuzugehen», sagte Xavier Bertrand aus der nördlichen Region Hauts-de-France. Als mögliche Anwärter gelten auch Valérie Pécresse aus der Hauptstadtregion Paris und Laurent Wauquiez aus Auvergne-Rhône-Alpes.