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Miramax darf Michael-Moore-Film verbreiten
Der Disney-Konzern hat seiner Produktionsfirma Miramax nun doch ermöglicht, den umstrittenen neuen Film des Regisseurs Michael Moore in Nordamerika in die Kinos zu bringen. Wie ein Miramax-Sprecher sagte, verkauft Disney die Rechte an "Fahrenheit 9/11" an die Miramax-Chefs Bob und Harvey Weinstein. Diese können den Film wiederum über eine dritte US-Firma in Nordamerika verteilen lassen.
Disney hatte ursprünglich Miramax die Anweisung erteilt, den Film nicht zu verbreiten. Ein Disney-Manager begründete den Schritt Anfang Mai in der "New York Times" damit, dass der Film viele Kunden des Konzerns vergrätzen könne. (OutNow.CH berichtete) Disney-Chef Michael Eisner sagte, sein Konzern sei nicht parteipolitisch engagiert und wolle deshalb nicht, dass der Film in Wahlkampfzeiten herauskomme. Die Rechte zur Verteilung des Films in anderen Weltregionen hatte Miramax allerdings bereits zuvor an andere Firmen verkauft.
Moore hatte Disney vorgeworfen, die Verbreitung seines Films aus Furcht vor dem Verlust von steuerlichen Subventionen in Millionenhöhe im US-Bundesstaat Florida verhindern zu wollen. In Florida werden unter anderem die Freizeitparks und Hotels der Disney-Gruppe staatlich gefördert. Gouverneur in Florida ist Jeb Bush, der Bruder des Präsidenten.
Fahrenheit 9/11 konkurriert bei den derzeitigen Filmfestspielen in Cannes um die Goldene Palme. Für seinen vorherigen Film Bowling for Columbine, der sich kritisch mit dem Schusswaffenkult in den USA auseinandersetzt, wurde Moore mit einem Oscar ausgezeichnet.