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Nach langen acht Monaten Wettkampfpause konnte endlich wieder ein internationaler Gross-Wettkampf unter strengen Corona-Bedingungen in Ungarn stattfinden.
Der Start in die neue Saison 2020 verlief der Muttenzer Olympia-Kandidatin nicht nach Wunsch. Im Januar am Grand Slam in Tel Aviv war sie im Viertel-Finale gegen eine Koreanerin ausgeschieden und am Grand Prix in Düsseldorf im Februar hatte sie bereits ihren ersten Kampf nach wenigen Sekunden im Festhalter gegen die Deutsche Verena Thumm verloren.
Dann kam Corona und die erzwungene Pause mit Home-Training ohne Judo. Seit drei Monaten durfte das Nationalkader wieder weitgehend normal trainieren und sich auf Wettkämpfe im Herbst vorbereiten. Es fehlten jedoch die Trainingslager im Ausland und natürlich die Wettkampfpraxis. Das Grand Slam Turnier in Budapest begann für die Baselbieterin mit einem Freilos. In der zweiten Runde traf Tschopp auf Nadezda Petrovic aus Serbien, eine aufstrebende Juniorin. Tschopp ging früh mit Wazaari in Führung und dominierte den Kampf über die ganze Kampfdauer. Drei Sekunden vor Schluss nutzte die Serbin eine kurze Unaufmerksamkeit der Baselbieterin aus, worauf der Kampfrichter der Gegnerin ebenfalls einen Wazaari für einen Konterwurf auf Tschopp’s Angriff gab. Damit ging der Kampf in den Golden Score. Tschopp blieb hoch konzentriert und wartete auf ihre Chance. Mit einem Ippon-Wurf konnte sie den Kampf dann doch klar für sich entscheiden.
Im Viertelfinale traf die Schweizer Kämpferin auf die Französin Astride Gneto. Diesen Kampf konnte Tschopp mit einem Festhalter vorzeitig gewinnen und stand im Halbfinale, wo sie die im Welt-Ranking auf Platz zwei stehende Amandine Buchard erwartete. Gegen die Französin konnte Tschopp noch nie einen Sieg davon tragen und auch dieses Mal ging der Kampf zu Gunsten der Gegnerin aus.
Das Vordringen in den Halbfinal berechtigt zur Hoffnungsrunde und zwar direkt in den Kampf um die Bronze-Medaille. Die Gegnerin dort war niemand Geringeres als die Ukrainerin Daria Bilodid, die Weltmeisterin in der -48 kg Klasse, die für dieses Turnier in die höhere Gewichtsklasse gewechselt hatte.
Gegen die auch physisch sehr starke Gegnerin konnte sich Evelyne Tschopp nicht durchsetzen, Bilodid gewann mit einem Wurf-Ippon und holte sich Bronze.
Beinahe wäre es erstmals in der Geschichte des Frauen-Judo zu einem Schweizer Grand Slam-Finale gekommen. Die zweite Schweizerin am Start, die Zürcherin Fabienne Kocher erreichte den Final, verlor diesen aber genauso wie Evelyne Tschopp gegen die Turniersiegerin Amandine Buchard, welche Tschopp im Halbfinale bereits eliminiert hatte.
Tschopp musste sich als Halbfinalistin mit dem undankbaren 5. Rang zufrieden geben, während sich ihre Teamkollegin Fabienne Kocher die Silber-Medaille abholen konnte.
Nach den erneuten Verschärfungen der Vorschriften wegen Covid 19 und dem Verbot der Kontakt-Sportarten mit Ausnahme des Profi-Sports ist die Zukunft betreffend Wettkämpfe wieder völlig offen. Die Europameisterschaften im November in Prag wären der nächste Fixpunkt; ob sie stattfinden können, steht noch in den Sternen.
Bericht: Brigitta Pflugshaupt, Pressedienst JJJC Pratteln