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Das Animal Collective macht Pause, doch die einzelnen Mitglieder sind unruhig – und wandeln auf Solo-Pfaden.
Vor einem Jahr kündete Dave Portner alias Avey Tare seine neue Band Slasher Flicks an. Inspiriert von alten Horrorfilmen und von Novelty-Popsongs wie dem irren «They're Coming to Take Me Away, Ha-Haaa!», spielte Portner gemeinsam mit der ehemaligen Dirty Projectors-Sängerin Angel Deradoorian und Ex-Ponytail- und 9 Boadrum-Schlagzeuger Jeremy Hyman das Album «Enter the Slasher House» ein, das in zwei Wochen auf Domino veröffentlicht wird.
Es wird mit Sicherheit die geschlossenste, zugänglichste Soloplatte von Avey Tare werden, waren doch seine bisherigen Versuche – vorab das rückwärts drehende «Pullhair Rubeye», das er mit seiner damaligen Frau Kria Brekkan eingespielt hat und das dunkel schimmernde, depressive «Down There» – suchende Dokumente, die beinahe nur von der Animal Collective-Anhängerschaft wahrgenommen wurden.
Von Slasher Flicks bisher bekannt ist die süsse Zwielichts-Single «Little Fang», die seit einiger Zeit auch einen Jim-Henson-Puppen-Videoclip hat, gedreht von Avey Tares Schwester Abby Portner:
Noch ohne Veröffentlichungsdatum kommt die dritte Soloplatte von Noah Lennox alias Panda Bear mit dem Namen «Panda Bear Meets the Grim Reaper» aus. «Heavier and break-centric music» kündete Lennox im Interview mit dem Magazin «Under the Radar» an. Sample-basierte Songs, die ich nach dem Konzert am Pitchfork Festival in Paris im November 2013 so zu fassen versuchte:
«Das Animal Collective-Mitglied spielte neue Songs, gebastelt aus
Sounds aus dem Sampler, die gänzlich anders angelegt sind als auf seinem letzten Album 'Tomboy': Sounds und noch unfertige Songs, die überfordern, hinken, tanzen, rhythmisch scheinbar nicht aufgehen, ehe der helle Gesang des scheuen Chorknaben alles ins Lot bringt. Man jubilierte überrascht ob dem Black-Dice-Einschlag, dem Dub, dem Lärm, dem Club, den Melodien, versuchte alles nachzuvollziehen, was natürlich scheitern musste. Nach 55 Minuten ging diese Erscheinung von einem Set mit laserndem Noise zu Ende.»
In einem Mixtape, das der Panda-Bear-Produzent Sonic Boom für das diese Woche stattfindende Festival Assis! Debout! Couché! zusammengestellt hat, tauchte nun ein Song-Schnipsel aus diesem Set auf. Ein Schnipsel, der zurück in Richtung «Person Pitch» weist:
Abseits von Panda Bear und Avey Tare forscht der Meeresbiologe Brian Weitz aka Geologist weiter und unterstützt das in Miami ansässige Kunst-trifft-Wissenschaft-Projekt Coral Morphologic.
Weitz liess sich zur Arbeit von Coral Morphologic so zitieren: «On Animal Collective albums I often turn to the natural sciences for inspiration and source material, however the relationship between science and art in my work is rarely symbiotic. The science informs the art, but there’s no return trip. What Coral Morphologic creates exists in both realms. Symbiosis is inherent in their work. They are a modern day Jean Painlevé —using living organisms they cultivate in their lab as the source for their art, while simultaneously creating an interest in those creatures outside of that context.»
Für die Coral-Morphologic-Naturgeschichte hat Geologist die Töne für diese Episode beigesteuert, die auch in der «Natural History Redux» vertreten ist:
Die Spuren verlaufen sich hier, denn Josh Dibb alias Deakin bleibt abseits der Band und abseits seines Kickstarter-Projekts ein eher unbeschriebenes Blatt. Was nun noch fehlt: Der Weg zurück in die Bandvergangenheit...
...und der Blick in die Zukunft, der fürs nächste Jahr ein neues Band-Album verspricht.comments powered by Disqus