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Wie das Agrarische Informations Zentrum (AIZ) in Wien mitteilte, wurden in der EU zwischen Oktober 1991 und Februar 1998 insgesamt 1,064 Anträge für eine Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) registriert. Davon betroffen waren 32 genetisch veränderte Mikroorganismen, darunter vor allem Bodenbakterien. Alle übrigen Anträge betrafen gentechnisch veränderte Pflanzen. Davon entfielen wiederum 263 auf Mais, 246 auf Raps, 164 auf Zuckerrüben, 114 auf Kartoffeln, 64 auf Tomaten, die Restlichen auf Tabak, Sojabohnen, Salat, Kürbis oder Obst- und Weinsorten.
237 Anträge im vergangenen Jahr
Im Jahr 1997 wurden innerhalb der EU 237 Anträge für GVO-Freisetzungen registriert, das waren gleich viel wie im Vorjahr. Frankreich lag mit 71 Anträgen klar an der Spitze, gefolgt von Spanien mit 42, Italien mit 39 sowie Grossbritannien und Deutschland mit 22 Anträgen. In den restlichen Mitgliedsländern lag die Zahl der Freisetzungsanträge unter zehn, keine Anträge wurden aus Österreich, Irland und Luxemburg behandelt. In Österreich seien zwar zwei Anträge gestellt worden, die aber beide noch vor der Weiterleitung an die Kommission zurückgezogen worden seien, teilte das AIZ mit. Die Anträge des letzten Jahres betrafen in erster Linie die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen. Rund 29 Pflanzen enthielten Insektenresistenzen, vereinzelt kombiniert mit Herbizidresistenzen. Überhaupt war die Herbizidresistenz mit einem Anteil von 63 Prozent die häufigste Eigenschaft der gentechnischen Veränderungen. 28 Anträge betrafen geänderte Inhaltsstoffe (Anti-Matsch-Tomate, Kartoffeln und Mais mit geänderten Stärkezusammensetzungen etc.). bei 26 Anträgen ging es um Virusresistenz. Die Kombination von Ertragssteigerung und Herbizidresistenz betraf 19 Anträge.
Bisher 10 GVO-Produkte zugelassen
In der EU wurden laut AIZ bis im Februar 1998 zehn GVO-Produkte zugelassen. Dabei handelt es sich um einen Impfstoff gegen die Aujeszky-Krankheit bei Schweinen, einen Tollwut-Impfstoff, einen herbizidresistenten Tabak, einen ertragsgesteigerten und herbizidresistenten Raps (zwei Sorten), herbizidresistente Sojabohnen, einen ertragsgesteigerten und herbizidresistenten Chicorée, einen insekten- und herbizidresistenten Mais sowie Testkit zur Bestimmung von Antibiotika in Milch und um Nelken mit geänderter Blütenfarbe. Bis Ende Februar dieses Jahres waren weitere 13 GVO-Produkte beantragt. Mehr als die Hälfte dieser Anträge betrafen herbizid- und/oder insektenresistenten Raps und Mais, schrieb das AIZ.
In der Schweiz zugelassene GVO-Produkte
de. In der Schweiz sind bis heute sechs Produkte zugelassen, die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten oder aus solchen hergestellt wurden:
- Drei Chymosine (Lab) Maxiren, Chymax und Chymogen zur Käseherstellung. (Sie werden allerdings trotz Zulassung in der Schweiz nicht angewendet.)
- Vitamin B12 der französischen Firma Rhône-Poulenc, das aus gentechnisch veränderten Bakterien gewonnen wird.
- Roundup-Ready Sojabohne der Firma Monsanto zu Verarbeitungs- und Verfütterungszwecken (nicht zum Anbau).
- Bt176-Mais der Firma Novartis zu Verarbeitungs- und Verfütterungszwecken (nicht zum Anbau).