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Was soll man tun, wenn man den Verdacht hat, dass ein ehemaliger Geliebter seine Ehefrau ermordet hat? Diese Frage stellt Ursula Gretton, Archäologin an einer Ausgrabungsstätte in Bramford, ihrer Freundin Meredith Mitchell. Als Meredith Chief Inspector Alan Markby zu Rate zieht, ist dieser zuerst eher skeptisch, was den Verdacht... Was soll man tun, wenn man den Verdacht hat, dass ein ehemaliger Geliebter seine Ehefrau ermordet hat? Diese Frage stellt Ursula Gretton, Archäologin an einer Ausgrabungsstätte in Bramford, ihrer Freundin Meredith Mitchell. Als Meredith Chief Inspector Alan Markby zu Rate zieht, ist dieser zuerst eher skeptisch, was den Verdacht betrifft. Doch dann findet man in der Nähe der Ausgrabungsstätte eine Leiche. Verdächtige und mögliche Zeugen – darunter auch Meredith – gibt es viele. Als dann auch noch eine zweite Leiche auftaucht, wird die Sache immer komplizierter... "Wenn etwas nicht kaputt ist, repariere es nicht." Frei nach diesem Motto konstruiert Ann Granger auch Fall fünf des äußerst ungewöhnlichen Ermittlerpaars Meredith Mitchell und Alan Markby. Große Änderungen gegenüber den Vorgängern (und übrigens auch den Nachfolgern) gibt es nicht. Bamford ist immer noch, trotz der dort anscheinend hohen Rate an Morden, ein ruhiges Nest, das sich seit den Zeiten Königin Victorias nur wenig verändert zu haben scheint. Und wäre nicht ab und zu von Autos und Computern die Rede, könnte man glatt vergessen, dass sich die Geschichte eigentlich Mitte der 90er Jahre zutragen soll. Alles bleibt also beim Alten, was Fans der Serie erfreuen, Leser mit etwas höheren Ansprüchen aber in den Wahnsinn treiben dürfte. Bestes Beispiel dafür ist die Beziehung, Affäre, Liebelei oder wie immer man das nennen soll, was Meredith und Alan verbindet. Die Versuche des Letzteren, seine große Liebe endlich nun für sich zu gewinnen, werden auch dieses Mal von ihr mit unnachgiebiger Härte abgeschmettert. Man will schließlich nicht die Freundschaft gefährden. Auch wenn man ab und zu in die (von Ann Granger unerwähnte) Kiste steigt. Hoffnungen, dass sich irgendwann etwas zwischen den beiden tut, gibt man hier nun endgültig auf. Und das Interesse am Ausgang dieser Rumtändelei hat man ohnehin längst verloren. Das scheint wohl auch Ann Granger zu erahnen, die langsam aufgrund der vielen genommenen Urlaube Meredith Mitchells in Erklärungsnot gerät und diese deshalb auf Wohnungssuche in Bamford schickt. Darüber vergisst sie, und das ist der sehr positive Aspekt, allerdings nicht den eigentlichen Krimiplot, der sich durchaus kurzweilig liest und zum Miträtseln einlädt. Zumindest bis zum letzten Drittel des Buches, in dem selbst Leser, die besonders schwer von Begriff sind, die genauen Hintergründe entschlüsselt haben sollten. Bis dahin erfreut man sich an der Landhauskrimi-typischen Figurenbesetzung. Von dem alten, amüsanten Exzentriker über die graue Maus mit Schmetterlingen im Bauch bis hin zum muskelbepackten Aufreißer wird alles bedient, was die Schublade des "Cozies" so hergibt. Ironischerweise unterhält dies jedoch erstaunlich gut, ohne den Puls älterer Leser dabei in gesundheitsgefährdende Höhen zu treiben. Auch die herrlichen Landschaftsbeschreibungen, die das bieten, was schon das Cover verspricht, vermögen stimmungsvoll die Atmosphäre des ländlichen Englands wiederzugeben. Insgesamt ist "Wer andern eine Grube gräbt" ein äußerst ruhiger, unaufgeregter Rätselkrimi für zwischendurch, der literarisch und spannungstechnisch sich zwar keine Weihen verdienen kann, aber dennoch durchaus seine Berechtigung hat. Eine Empfehlung für Freunde von Martha Grimes, Agatha Christie und Co., die nur der Unterhaltung Willen lesen und nicht alles auf die Goldwaage legen.