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Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz ist dieser Tage in aller Munde und die brennendsten Fragen scheinen zu sein, ob wir alle unsere Jobs verlieren und wann die Roboter den Planeten übernehmen. Aber warum ist das so und was ist überhaupt künstliche Intelligenz.
Künstliche Intelligenz hat ihren 60. Geburtstag bereits hinter sich. Ist das nun wieder ein Hype, der bald vorbei ist. Eher nicht. Die Bezeichnung künstliche Intelligenz geht auf John McCarthy, Alan Turing (bekannt vom Turing-Test), Marvin Minsky, Allen Newell und Herbert A. Simon zurück, welchen den Begriff 1955 geprägt haben und das Thema an der Dartmouth Konferenz im Sommer 1956 erstmals einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht haben. Die Forschung zu künstlicher Intelligenz hat aber viel früher begonnen und schlug sich 1945 in einer Forschungsarbeit mit dem Titel «As we may think» (Wie wir glauben zu denken) von Vannevar Bush nieder, welche ein System vorgeschlagen hat, welches in der Lage ist die das menschliche Wissen und Verstehen zu verstärken. Fünf Jahre später, 1950 hat Alan Turing sein Papier über den Turing-Test, veröffentlicht, welcher beschreibt wie Maschinen Menschen simulieren und in die Lage versetzt werden intelligente Dinge zu tun, wie beispielsweise Schach zu spielen. In diesem Papier beschreibt Turing auch die These, das wenn eine Maschine den Menschen simuliert und der Mensch dies nicht merkt, dann sei die Maschine intelligent.
Die zweite Welle von künstlicher Intelligenz war in den 60er und 70er Jahren als sogenannten Expertensysteme entwickelt wurden. Diese wurden vor allem für Industrieapplikationen entwickelt und die bekannteste davon ist DENDRAL, ein System zur Analyse von chemischen Strukturen. Der Unterschied zu «herkömmlichen» Computersystemen war, dass diese in der Lage waren symbolische Logik anzuwenden und nicht nur nummerische. Die Prozesse waren Daten getrieben und es war notwendig eine Wissensdatenbank anzulegen, welche das anzuwendende Wissen enthielt. Zu diesem Zeitpunkt waren Wissensdatenbanken (Wissen in elektronischer Form) nur bedingt vorhanden und die Rechenleistung, um die Formeln in einer vernünftigen Zeit zu berechnen war nicht vorhanden und es entstand ein Stillstand, welcher auch KI-Winter genannt wird.
In der Zwischenzeit hat sich nicht nur die Rechenleistung vervielfacht, nein auch das elektronisch gespeicherte Wissen und das Auswerten von unstrukturierten Daten hat sich entscheidend weiterentwickelt. Dies ist auch der Grund, weshalb künstliche Intelligenz diesmal nicht nur ein Hype ist, sondern die Art wie wir Arbeiten in den nächsten Jahren entscheidend prägen wird. Wird dies tausende von Jobs vernichten? Ja und nein. Wie bereits bei den letzten industriellen Revolutionen (Dampfmaschine, Computer) werden gewisse Jobs verschwinden, andere entstehen und wieder andere werden sich stark verändern.
Künstliche Intelligenz hat aber mit Intelligenz eigentlich wenig zu tun. So streitet die Fachwelt noch heute über das Papier von Turing. Aber ist die Auswertung von grossen Mengen von Daten mittels ausgeklügelter Formeln wirklich Intelligenz? Nicht wirklich. Künstliche Intelligenz ist die nächste Stufe der Anwendung von Computer und Daten und immer auf die Intervention von Menschen angewiesen sein, wie das auch in der hochautomatisierten Produktion immer noch der Fall ist. Künstliche Intelligenz wird mit ihren drei Hauptbereichen Spracherkennung, maschinelles Lernen und Robotik, in der Arbeitswelt wie in der Forschung zu bahnbrechenden Veränderungen führen, welche letztlich zum Nutzen für uns alle sein werden.
Ich setze mich seit Anfang der 80er Jahr mit künstlicher Intelligenz auseinander. Seit ich verstehe was künstliche Intelligenz wirklich kann, fasziniert mich das menschliche Hirn mit seinen ca. 100 Milliarden neuralen Zellen, welche in der Lage sind 200 Trillionen Operationen in der Sekunde zu verarbeiten.