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_Die global verurteilte Russische Invasion der Ukraine hatte als Teil der Sanktionen zur Folge, dass Russische Fussballmannschaften aus Europäischen Wettbewerben ausgeschlossen wurden. Dies hat die bereits erhitzte Diskussion zur Rolle der Menschenrechte im Massensport beschleunigt - und die Kritik an der bevorstehenden Fussball-Weltmeisterschaft in Katar verstärkt. Wir schauen sie uns heute etwas genauer an.
Es gibt kaum ein anderes Sportereignis, dass die Welt so in den Bann zieht, wie die Fussballweltmeisterschaft. Seit 1930 findet die WM alle vier Jahre statt, und zieht für ca. einen Monat die Aufmerksamkeit Fussballverrückter (und auch Leute, die sonst wenig Interesse für den Sport haben) an. Einzig in 1942 und 1946 wurde die WM wegen dem Zweiten Weltkrieg nicht ausgetragen. Die weltweiten Zuschauerzahlen bestätigen die globale Beliebtheit: So schauten ca. 715.1 Millionen Personen den Final der WM 2006 - ca. jeder neunte Mensch auf dem Plane. Dieser Event fasziniert und hat eine Reichweite, die praktisch nicht zu kopieren ist. Papst Johannes Paul II behauptete einst dass “Fussball das wichtigste aller unwichtigen Dinge” sei.
Die Rolle des Gastgebers
Die Weltmeisterschaft wird alle vier Jahre in einer neuen Nation (oder manchmal einer Gruppe von Nationen) gehalten. Nebst dem sportlichen Anreiz der automatischen Qualifikation der Gastgebernation gibt es diverse andere Gründe, eine WM halten zu wollen. Der Wettbewerb zieht Fans aus aller Welt an, die den lokalen Tourismus stimulieren und eine Nation hat die Chance, auf der grössten Bühne der Welt für sich Werbung zu machen. Gastgebernationen schlagen meist an einer WM keinen monetären Profit, können jedoch wie erwähnt andere Vorteile ergattern. So ist die WM-Vergabe immer ein hart umkämpfter Prozess, wobei sich viele Nationen um das “Privileg” bewerben. Wenig überraschend wird der Weltfussballorganisation FIFA, die die Verleihung vornimmt, regelmässig Korruption vorgeworfen und mann hört praktisch alle vier Jahre von Bestechungen.
Eine WM im Winter?!
Katar heisst die glückliche Nation, die dieses Jahr die WM austragen wird. Die kleine Halbinsel am Persischen Golf, bekannt für ihre hohe Lebensqualität und ihren grossen Staatsreichtum, wird die diesjährige WM im November und Dezember durchführen. Dies ist für viele Fussballfans neu, da sie sich an die “traditionelle” Weltmeisterschaft in den Europäischen Sommermonaten gewöhnt sind - wo es in Katar schlichtweg zu heiss wäre. Doch dies ist nicht der Hauptpunkt der weltweiten Kritik, die Katar und FIFA seit der Vergabe ernten. Vielmehr machen sich viele Fans, Spieler und nationale Fussballorganisationen Sorgen um den Stand der Menschenrechte in Katar. So schätzen unabhängige Recherchen von Britischen und Deutschen Zeitungen, dass bei den Bauarbeiten der Stadien über 6’000 Gastarbeiter aus ärmeren Ländern gestorben sind. Andere Quellen sprechen sogar von über 15’000 Todesfällen von Nicht-Kataris, wobei 70% nie aufgeklärt werden. Ebenfalls werden Fragen über die Behandlung von Frauen und Homosexuellen in Katar gestellt - und man fragt sich, ob das Land für ein internationales Fussballfest geeignet ist. Nach vielen Aufrufen, die WM an ein anderes Land zu vergeben, scheint dies mittlerweile keine plausible Option mehr zu sein. So wird sich Ende Jahr zeigen, ob die Sorgen um die Verleihung gerechtfertigt waren.
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