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In 700 Stunden zum Traumauto
Beni hat sich einen Oldtimer aus Amerika gekauft und eigenhändig restauriert. Rund 700 Stunden Arbeit hat er in das Projekt gesteckt. Beni erzählt im Interview von seiner Begeisterung und Hürden, die er überwinden musste.
Name: Beni Alter: 24 Wohnort: Widnau Beruf: Metallbaukonstrukteur
Wie bist du mit Oldtimern in Kontakt gekommen?
Als 14-Jähriger durfte ich meinem Cousin helfen, den Traktor meines Onkels zu restaurieren. Zu jener Zeit habe ich auch mehr als 10 Töffli gekauft, zerlegt, repariert, neu lackiert und wieder verkauft. Mein Bruder lernte Lastwagenmechaniker in einer Firma, die Oldtimer-Lastwagen reparierte. Auch dies trug dazu bei, mein Interesse zu wecken. In der Jungwacht habe ich dann einen Kollegen kennengelernt, dessen Familie Oldtimer besitzt. Mit 18 Jahren durften wir mit den Fahrzeugen Oldtimertreffen besuchen.
Weshalb hast du begonnen, Autos zu restaurieren?
Das Ganze begann als Vertiefungsarbeit in der Lehre. Ich habe mir einen Wiellys Jeep, ein Unfallauto, gekauft und restauriert. Da ich unbedingt einen V8 Motor haben wollte, habe ich etwas später den Jeep verkauft und mir einen Dodge W300 gekauft. Der Dodge war ein ehemaliges Feuerwehrauto, das ich zu einem Pick-Up umgerüstet habe. Diesen habe ich wiederrum verkauft, um mir eine Reise nach Kanada, zu meinen Verwandten, zu finanzieren. Als ich meine Zweitlehre begann, wollte ich ein neues Projekt starten und kaufte mir den Ford F100 mit Jahrgang 1954 bei einem Händler aus dem Thurgau, der drei Stück dieses Fahrzeugtyps aus Amerika importiert hatte.
Welche Schwierigkeiten haben dich gefordert?
Es begann damit, dass die Verkäufer aus Amerika behaupteten, der Motor sei wie neu. Dieser war jedoch in einem miserablen Zustand. Am ganzen Auto hatte es sehr viel Rost und ich entschied mich, eine «Frame-Off-Restauration» durchzuführen. Dies bedeutet, dass das Auto komplett zerlegt und vom Rahmen her neu aufgebaut wird.
Als dies getan war, ging es mit dem Auto zum Vorführtermin. Mein Automechaniker des Vertrauens, Ari, übernahm das für mich. Da wegen Corona im März nur importierte Autos und LKWs vorgeführt werden konnten, hatte man bei der Prüfstelle Buriet relativ viel Zeit dafür, mein Auto genauestens unter die Lupe zu nehmen. Die Motorfahrzeugkontrolle dauerte drei Stunden. Damit nicht genug. Die Angestellten glaubten Ari nicht, dass sich ein altes Auto in solch einem Zustand präsentieren kann und forderten Beweisfotos. Als ich bewiesen hatte, dass es keine Nachbildung ist, durfte es endlich eingelöst werden.
Waren die Probleme damit beendet?
Mit einem Auto wie diesem ist man nie fertig. Kurze Zeit später gab es einen Motorschaden, da die Ölpumpe kaputt ging. Das tat natürlich weh, nicht nur weil es viel kostete, sondern auch weil das Auto nicht mehr fahrbar war. Danach folgten aber nur noch kleine Probleme zwischendurch.
Würdest du das Projekt trotzdem wieder anpacken?
Auf jedem Fall! Aber ganz anders. Ich würde direkt nach Amerika reisen, um mir das Auto samt allen Ersatzteilen auszusuchen. Ich würde es nicht mehr über einen Zwischenhändler kaufen.
Was ist zu beachten bei der Restauration eines Autos?
Dein Wille muss stark sein. Du benötigst extrem viel Zeit und Einsicht bei Rückschlägen. Ich habe mein Auto in einem Dreivierteljahr fertiggestellt, andere lassen sich dafür mehrere Jahre Zeit. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, denn das Endresultat zu sehen macht viel Freude.