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Bern – Der Anteil des öffentlichen Verkehrs wächst nur sehr langsam, auch dort, wo er gut ausgebaut ist. In Zürich, Basel und Bern ist er am höchsten, auf dem Land und in der Westschweiz sowie dem Tessin am niedrigsten.
Die Schweiz verfügt über einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr, aber die Schweizerinnen und Schweizer setzen weiter mehrheitlich auf das Auto. Das zeigt die Studie „Der Modalsplit im Personenverkehr der Schweiz“, die im Auftrag der LITRA, des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) und des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) erarbeitet worden ist. Danach hat der motorisierte Individualverkehr 2015 einen Anteil von 50 Prozent aller zurückgelegten Wege in der Schweiz gehabt, zehn Jahre zuvor waren es 51 Prozent gewesen. Der öffentliche Verkehr kam auf 13 Prozent, einen Prozentpunkt mehr als ein Jahrzehnt zuvor. Der Rest entfällt auf den Langsamverkehr, also den Fussverkehr und das Velo. Allerdings ist der Anteil des öffentlichen Verkehrs an den zurückgelegten Kilometern gestiegen, von 23 Prozent auf 28 Prozent. Dies ging zu einem kleinen Teil auch auf Kosten des Langsamverkehrs. Der Anteil des motorisierten Individualverkehrs ist von 69 Prozent auf 65 Prozent gesunken.
In den Städten und Agglomerationsgemeinden lag der Anteil des öffentlichen Verkehrs 2015 an der Zahl der Wege bei 16 Prozent, ein Zuwachs von 2 Prozentpunkten. Doch auch dort herrscht das Auto vor: Sein Anteil beträgt 44 Prozent. In den ländlichen Gemeinden dagegen hat das Auto einen Anteil von 59 Prozent, der öffentliche Verkehr nur einen Anteil von 8 Prozent.
Spitzenreiter des öffentlichen Verkehrs ist die Stadt Zürich mit einem Anteil von 31 Prozent an den zurückgelegten Wegen, gefolgt von Basel und Bern mit je 25 Prozent. Lausanne und Genf dagegen liegen mit 18 Prozent und 17 Prozent nur im oberen Mittelfeld. Schlusslicht ist Mesolcina GR, das ohne öffentlichen Verkehr auskommen muss, und das Unterengadin mit 2 Prozent.
Auffällig sind auch die Unterschiede beim Fahrtzweck. Wer zur Ausbildung pendelt, nimmt den öffentlichen Verkehr; hier hat der motorisierte Individualverkehr nur einen Anteil von 28 Prozent, der öffentliche Verkehr einen Anteil von 63 Prozent. Wer dagegen zur Arbeit will, nimmt in 35 Prozent der Fälle den öffentlichen Verkehr, 61 Prozent nehmen das Auto. Noch stärker dominiert das Auto bei Einkäufen und in der Freizeit.
LITRA und VöV fordern eine Erhöhung des Anteils des öffentlichen Verkehrs (öV). „Ein guter öV trägt dazu bei, die Klimaziele und die Ziele der Energiestrategie zu erreichen. Eine Steigerung des öV-Anteils Teil der Lösung und nicht des Problems“, wird VöV-Direktor Ueli Stückelberger in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Namentlich ausserhalb der Agglomerationen seien Massnahmen nötig. Dabei brauche es eine gute Koordination von Raum- und Verkehrsplanung. Der öffentliche Verkehr in der Freizeit solle verstärkt gefördert werden. stk