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Die Sorgenliste von Nestlé wird immer länger: Seit dem Sommer belastet ein Skandal um angeblich mit Blei vergiftete Fertignudeln in Indien den Lebensmittelgiganten. Dann musste Nestlé (heute) Freitag auch noch die Jahresprognose senken. Und jetzt wird bekannt, dass sich in den USA die Kritik am Mineralwassergeschäft zuspitzt: Umweltorganisationen haben am Dienstag eine Klage gegen die US-Waldaufsicht eingereicht.
Aus ihrer Sicht pumpt Nestlé seit fast zwei Jahrzehnten widerrechtlich Millionen von Litern aus einer Quelle in einem südkalifornischen Staatswald: Die Lizenz des weltgrössten Lebensmittelkonzerns ist demnach schon 1988 abgelaufen.
Nestlé nutzt Wasser aus Indianerreservat
Nestlé steht schon seit Monaten in der Kritik wegen seiner Mineralwasserquellen im dürregeplagten Kalifornien - seit vier Jahren hat es im Bundesstaat fast nicht geregnet. In einer Internetpetition forderten im April fast 135'000 Personen, dass Nestlé seine Wasserentnahme in Kalifornien einstellt. Besonders kontrovers ist Nestlés Quelle auf einem Indianerreservat.
«Wir Kalifornier haben unseren Wasserverbrauch im letzten Jahr wegen der historischen Dürre stark reduziert, aber Nestlé hat sich geweigert, seinen Teil zu leisten», sagte Michael O’Heaney von einer der Klägerorganisationen gegenüber der «LA Times».
«Waldaufsicht muss den Hahn zudrehen»
«Bis der Einfluss von Nestlés Aktivitäten eingehend untersucht worden ist, muss die Waldaufsicht den Hahn zudrehen», so O'Heaney. Im «San Bernardino National Forest» leben verschiedene gefährdete Tierarten, die auf das Wasser des Strawberry Creek angewiesen sind – der Bach wird aus der gleichen Quelle gespiesen, welche Nestlé für sein Mineralwasser nutzt.
Nestlé weist die Vorwürfe zurück. Die Waldaufsicht habe dem Unternehmen wiederholt zugesichert, dass es keine Regeln breche. Insgesamt betreibt Nestlé fünf Mineralwasserquellen in Kalifornien und fördert jährlich knapp 2700 Millionen Liter Wasser. «Zum Vergleich: Das ist ungefähr soviel, wie es braucht, um zwei kalifornische Golfplätze pro Jahr zu bewässern», sagte der Chef von Nestlé Waters Nordamerika, Tim Brown.
Starbucks reagiert auf Kritik
Nestlé gibt sich offensichtlich unbeirrt. Ein anderer Grosskonzern ist angesichts des Massenprotests hingegen eingeknickt: Der Kaffeegigant Starbucks stellt sein Mineralwasser Ethos seit Mai nicht mehr in Kalifornien, sondern an der US-Ostküste her – wegen der «ernstzunehmenden Dürresituation und der notwendigen Wasser-Sparmassnahmen».