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Innerhalb des über fünfzigjährigen bewaffneten Konflikts in Kolumbien entstand auch eine breite Vielfalt sozialer Konflikte. In diesem Kontext mussten Menschen in ländlichen Gebieten Mechanismen zur Lösung von Problemen finden, die weder durch den Staat noch durch die bewaffneten Gruppen, die gewisse Gebiete im Land kontrollierten, angegangen wurden. Viele Gemeinschaften haben sich sehr gut organisiert – ob nun in Form von kommunalen Räten (den sogenannten Juntas de Acción Comunal) als Basisbewegungen oder als weitreichende Netzwerke und Plattformen. Diese Organisationen haben als direkte Antwort auf Konflikte in ihren Regionen ihre eigenen Formen der Mediation entwickelt. Aufgrund der Legitimität, die diese „VermittlerInnen“ mit der Zeit gewonnen haben, spielen sie in der nun beginnenden Phase nach dem Abkommen eine Schlüsselrolle. Die Unterzeichnung und die Umsetzung des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) kann eine wertvolle Gelegenheit sein, diejenigen sozialen Konflikte zu beleuchten, die durch den Krieg aus dem Fokus gedrängt wurden, und neue Konflikte anzugehen, die im Kontext nach dem Abkommen entstehen könnten.
Für das Centro de Investigación y Educación Popular (Cinep) ist dieser neue Kontext eine Gelegenheit, mit staatlichen Institutionen neue Formen von Beziehungen aufzubauen und sich auszutauschen. Er bringt ausserdem eine soziale Verantwortung zur Begleitung der Umsetzung des Abkommens innerhalb der Gemeinschaften mit sich. Dies durch Überwachung, die öffentliche Verurteilung von Menschenrechtsverletzungen und Verstössen gegen das humanitäre Völkerrecht, Unterstützung beim Prozess der Landrückgabe, den Friedensförderungsbemühungen von Basisbewegungen und – vor allem – die Entwicklung alternativer Mechanismen für die Konfliktlösung (Dialog, Mediation) als neues Tätigkeitsfeld für Akteure, die sich an vornehmlich gewalttätige Beziehungen gewöhnt haben.
Cinep unterstützt die Gemeinschaften und deren Bemühungen bei der Vermittlung in lokalen aber auch regionalen Konflikten. Dabei werden vorhandene Kapazitäten ausgebaut und Strategien für konkrete Interventionen ausgearbeitet sowie die Vernetzung mit anderen Akteuren gefördert.