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Since my Umbridge-fiasco I had planned to sew another, more wearable 20ies dress, not immediately, but someday.
Then a couple of weeks ago I found an invitation in my mailbox, to a 20ies-charleston-party!
As everyone knows, first reaction to this kind of invitation shouldn’t be “yeah, how cool!” but “ohgoodgodwhatcanIwearIhavenothingtowearohhelpitalreadyisinonemonthtime”, don’t you know?
I asked the host if my Umbridge-dress would fit, that I could play the “girl feeling out of place”, but she insisted that the dresscode was “flapper” and not just “20ies”.
One of my secrets is: I do actually own a real flapper dress, no fringes but tulle covered with sequins. Unfortunately it is in terrible condition. Too torn to be of value for any museum or collector, but complete. I have already bought silk organza and plan to sew this underneath the torn tulle-base to make it wearable again. But I don’t want to rush with this project and I knew it to be impossible to do in a few weeks only. Additionally even though it would have matched the dresscode, if I manage to make it wearable again I wouldn’t wear it to party, it would be a pity if I ruined it on such occasion (I think a sophisticated New Year’s Eve dinner would be a better place to kill it ,-) )
So, to cut a long story short, sounded like an excuse to sew a dress, didn’t it? 😀
Unfortunately I had to learn that I don’t own many fabrics that would be suitable for a 20ies-party-dress and I was unsure wether to choose fabric or pattern first, as both seemed to be a bit problematic. As I only had one fabric that matched and that I had enough of and that I was willing to use for this endeavor (sorry, no silk satin for a 20ies-test-run), the fabric was chosen first. A black poly-saree-Chiffon with gold and silver border-print I had bought in an Indian fabric shop in Lyons back in 2012. I had always planned to turn it into a skirt, but somehow this glitter always seemed too much to wear everyday and I didn’t like it for being pure plastic. But well enough for a fancy dress, finally.
I chose a Poirot-dress-pattern from 1922 I found in Nora Waugh’s “The pattern of women’s clothes”. Because it was part of a collection that doesn’t exist any longer I can’t show you a photo of the dress, I was unable to find it.
The pattern is really genius. In fact is consists of nothing more but two rectangles, well, the rectangle on the back is stricly speaking a trapeze, being wider on the upper end than on the hem. The genius part is that the back rectangle is larger. It is wider, but because the dress is so wide anyway you can place the seams on the sides of your body, causing the fabric to gather more in the back than in the front. And it is also much longer. Part of this additional length hangs down from the shoulder seams but the length from the arm opening to the shoulder seam is longer than in the front, too. These two things, additional armhole length and overall width, make the rear rectangle form kind of a sack. With the help of the tassels on the part that hangs down the back, the dress is pulled backwards, causing these “sacks” to open as wide as possible. When wearing it, they work like sleeves, covering the upper half of the arms when bend.
And that is not all: According to the drawing in the book, on the fabric of the original dress are asian motifs in the front and the back, so it has kind of an exotic vibe to it. The excessive length on the back above the shoulder seams is just long enough to wear it as a headscarf or place over the shoulders, so it is a dress that allowed you to play with the Image of the foreign, exotic dancer.
Unfortunately my sewing Mannequin was badly adjusted, therefore I made this dress much too short (again!), but I think for a little bit of party it is still good enough. And some day I might try the pattern again, maybe in a gorgeous silk crêpe to wear as a real gala-dress.
Auf Deutsch
Seit meinem Unfall mit dem Umbridge-Kleid habe ich im Hinterkopf, irgendwann noch einmal ein vernünftiges 20er-Jahre-Kleid zu nähen.
Vor einigen Wochen fand sich in meinem Briefkasten zu meiner grossen Freude die Einladung zu einer Charleston-Party. Nun, wie ihr wisst reagiert man auf eine solche Einladung standesgemäss nicht mit “super, das wird toll!” sondern mit “achdujewassollichanziehenichhabenichtszumanziehenundwelcheschuhesollichnehmenhilfeeee”, wisst ihr, ne?
Ich fragte dann die Gastgeberin, ob mein Umbridge-Kleid zum Fest zugelassen sei, ich könnte das Mauerblümchen spielen, das sich auf einer solchen Party fehl am Platze fühlt. Dezent wurde ich darauf hingewiesen, dass der Dresscode “Flapper” und nichr einfach “20er” sei. Das hiess wohl nein.
Um ehrlich zu sein, ich besitze sogar ein echtes Flapper-Kleid. Keines mit Fransen, aber flächendeckend mit Pailletten bestickt. Leider ist es in einem katastrophalen Zustand, viel zu schlecht um für Sammler oder Museen von Wert zu sein, aber komplett. Ich habe bereits Seidenorganza gekauft, um damit das gesamte Kleid zu unterlegen und die Pailletten durch den zerissenen Tüll-Grund aufzunähen. Das könnte es tatsächlich wieder tragbar machen, aber ich möchte es nicht überstürzen und es ist sicher keine Arbeit, welche ich in der Kürze der Zeit nebenbei hätte beenden können, also hab ich gar nicht erst angefangen. Dazu kommt, selbst wenn es tragbar wäre, für eine solche Party wäre es mir zu schade. So ein Kleid will mit einem Knall gehen, wenn dann ruiniere ich es auf einem pompösen Sylvesterball!
Lange Rede kurzer Sinn, es sah ganz so aus, als hätte ich eine Ausrede, ein Kleid zu nähen. Wie sich herausstellte bot mein Stofflager keine grosse Auswahl an geeigneten Stoffen und ich überlegte zunächst, ob ich erst den Stoff oder erst das Schnittmuster aussuchen sollte. Am Ende blieb nur ein einziger Stoff der nicht nur geeignet für ein Kleid solcher Art war, sondern zudem noch in ausreichender Menge vorhanden war und den ich bereit war für dieses Partykleid zu opfern (für so ein schnelles Projekt wollte ich nun keinen Seidensatin opfern, ohne den Schnitt zu kennen). Es wurde also ein schwarzer Polyester-Chiffon, ein Sari-Stoff mit gold- und silberfarbenem Glitzerdruck und Bordüren an beiden Kanten. Ich hatte ihn in einem indischen Stoffgeschäft in Lyon 2012 gekauft und hatte eigentlich vorgehabt, ihn in einen Rock zu verwandeln. Es passte dann irgendwie nie ganz und dass er Plastik war schreckte mich auch ab, aber für ein Kostüm ist er jetzt absolut in Ordnung.
Bei Nora Waugh fand ich dann auch einen Schnitt, ein Poiret-Kleid von 1922. Leider ist als Besitzer eine Sammlung angegeben, die nicht mehr existiert, so dass ich euch kein Bild vom Original zeigen kann.
Das Schnittmuster ist absolut genial! Im Grunde genommen sind es nur zwei Rechtecke, wobei das hintere ein leichtes Trapez ist, wenn man es ganz genau nimmt. Das geniale ist, dass das rückwärtige Rechteck grösser ist als das der Vorderseite. Zum einen ist es breiter. Das Kleid ist so weit dass die Seitennähte trotzdem an der Körperseite liegen können, aber dafür wird die Rückseite dann natürlich stärker gerafft wenn die Schärpe drum kommt. Zudem ist das Schnittteil auch länger, viel länger. Ein der Teil Überlänge hängt oberhalb der Schulternähte einfach auf den Rücken herab, aber auch die Strecke zwischen dem Ende der Seitennähte und der Schulternaht ist länger als auf der Vorderseite. Diese Mehrweite und -höhe sorgen dafür, dass das Rückenteil an den Armlöchern wie eine Art Tasche fällt. An dem von der Schulter herabängenden Stück hängen noch Quasten, die ziehen zusätzlich an den Schultern und sorgen dafür, dass die “Taschen” so gross wie möglich sind. Beim Tragen funktionieren diese Öffnungen wie Ärmel, wenn man die Arme anwinkelt verschwinden die Ellbogen darin und man hat züchtig bedeckte Oberarme.
Und dann kommt noch etwas dazu: Laut der Schnittzeichnung finden sich auf dem Originalkleid asiatische Motive vorne und hinten auf dem Kleid, ein Hang zum Exotismus lässt sich also nicht leugnen. Nun ist die überschüssige Länge die am Rücken herabhängt genau so lang, dass man sie wie einen Schleier über den Kopf legen kann oder auf über die Schultern drapieren. Das Kleid lädt geradezu dazu ein, angeheitert nach zwei Gläschen Champagner die exotische Tänzerin zu mimen.
Leider hat sich die Höhe meiner Schneiderpuppe mal wieder verstellt, weshalb es wie schon das letzte Mal ein zu kurzes 20er-Jahre-Kleid geworden ist. Aber für eine Party vollkommen tauglich! Und vielleicht zauber ich den Schnitt irgendwann noch einmal aus einem luxuriösen Seiden-Crêpe, dann aber bitte für eine richtige Gala.
See you soon, alles Liebe
ette