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«Ich kämpfte auf dem Halbmarathon mit übelsten Krämpfen»
Vier Ämtlerinnen und fünf Ämtler trotzten am Sonntag in Rapperswil dem Wetter und konnten sich die Finisher-Medaille im Ziel des Ironman 70.3 über 1.9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21.1 km Laufen umhängen lassen. Trotz der rigiden Corona-Bestimmungen waren viele glücklich, überhaupt wieder starten zu dürfen.
Von: bernhard schneider
Schnellster Ämtler war Roman Hofstetter, Bonstetten, der erstmals seit zwei Jahren wieder über eine Mitteldistanz startete, nachdem er drei Wochen zuvor über die olympische Distanz in Uster gefinisht hatte. Wie alle, stellte er sich die Frage, ob er in der Zwischenzeit richtig trainiert habe. Zufrieden war er mit der Schwimmzeit von 28:19 Minuten. Die Zeit auf der nicht ganz 90 Kilometer langen, dafür mit teils steilen Aufstiegen und 1100 Höhenmetern bestückten Radstrecke war aufgrund der Witterung und des stark in die Länge gezogenen Feldes, das kaum reglementskonformen Windschatten bot, lag zwar mit 2:34:53 Stunden unter seinen Erwartungen, war aber dennoch die schnellste unter den Ämtlern. Auf dem Halbmarathon kämpfte er «mit übelsten Krämpfen», doch die Zeit von 1:36:53 Stunden lässt sich den Verhältnissen entsprechend dennoch sehen.
Knapp neben dem Podest
Für Désirée Huber, Obfelden, war Rapperswil bereits der zweite 70.3 nach den European Championships in Elsinore vom 27. Juni. (Der Name Ironman 70.3 steht für einen Halb-Ironman über insgesamt 70.3 Meilen.) In Dänemark war Huber noch in der letzten Gruppe gestartet, da sie die Schwimmzeit im Voraus nicht angegeben hatte. Anschliessend rollte sie das Feld von hinten auf und qualifizierte sich für die 70.3 WM in St. George – unter der Voraussetzung, dass sie im September in die USA einreisen darf. In Rapperswil startete sie nun leistungsgerecht in der ersten Gruppe, stieg als 8. aus dem Wasser, ging als 5. auf die Laufstrecke und erreichte, dank der schnellsten Laufzeit aller Ämtlerinnen und Ämtler von 1:35:07, das Ziel als 4. knapp neben dem Podest.
Auch wenn sich das Rennen am Schluss in der Rangliste in Zahlen spiegelt: Das Wesentliche sind die Emotionen. Die Regenschauer, die den Blick durchs Visier des Helms buchstäblich vernebelten, die Krämpfe beim Laufen, die Schwierigkeiten, ohne Schuhlöffel in die Laufschuhe zu schlüpfen, so unangenehm sie auch alle sein mögen, werden in Erinnerung bleiben, wie auch die Corona-Massnahmen, die zu einem zuschauerfreien Start-Ziel-Gelände führten.
Sport für Bildung und Integration
Zur Motivation tragen manchmal auch nicht-sportliche Faktoren bei. So startet Kirstin Frick, die am Sonntag zu den Finisherinnen in Rapperswil zählte, bereits in knapp zwei Wochen erneut zu einem Wettkampf, wie sie auf Facebook erklärt: «Für Summits4Hope fahre ich dieses Jahr an der Tortour die Sprint- Distanz. Das sind 270 km und 3800 Höhenmeter mit dem Velo für ein tolles Hilfsprojekt! Mit einer Spende für unser Team könnt ihr jungen Frauen in Nairobi helfen, Schulbildung zu erhalten, und die Integrationshilfe für Flüchtlings-Frauen in Zürich unterstützen.»
Resultate der Ämtlerinnen und Ämtler:
Désiree Huber, Obfelden, 4. F35, 5:05:33; Francis Froborg, Hedingen, 17. F35, 5:29:51; Andrea Müller, Stallikon, 26. F40, 6:06:04; Kirstin Frick, Rifferswil, 28. F40, 6:26:55; Jürg Monstein, Wettswil, 35. M55, 5:53:27; Roman Hofstetter, Bonstetten, 43. M30, 4:46:38; Max Benz, Obfelden, 57. M50, 5:45:49; Emanuel Burger, Wettswil, 106. M35, 5:29:09; Rouven Strebel, Ottenbach, 144. M35, 6:03:02.