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<h2>SubmittedText<h2><p>"Agrarforschung Schweiz/Recherche Agronomique Suisse" ist die Zeitschrift der landwirtschaftlichen Forschung von Agroscope und ihren Partnern BLW, ETH, Hafl, Fibl, wobei Agroscope gleichzeitig Herausgeberin der Zeitschrift ist. Es ist das offizielle Organ der landwirtschaftlichen Forschung und Wissenschaft des Bundes.</p><p>In Heft 3, März 2015 wird das Resultat einer Umfrage mit dem Titel "Wie sind Landwirte und Landwirtschaftsexperten zur neuen Agrarpolitik eingestellt?" veröffentlicht. Ich stelle fest, dass diese Umfrage nicht vom BLW selber durchgeführt noch von diesem in Auftrag gegeben wurde. Es handelt sich aus meiner Sicht um eine rein private Umfrage von selbsternannten "Experten". Das führt mich zu folgenden Fragen:</p><p>1. Welche Rolle spielt die wissenschaftliche Qualität eines Beitrages zum Zeitpunkt der Publikation in der Zeitschrift "Agrarforschung"?</p><p>2. Kann der Bundesrat die Veröffentlichung einer nichtbestellten Umfrage, durchgeführt von einer nichtzuständigen eidgenössischen Forschungsanstalt, einem fachfremden Hochschulinstitut und einer politischen Organisation, im bundeseigenen agrarwissenschaftlichen Publikationsorgan verantworten?</p><p>3. Wie beurteilt er den Zeitpunkt (im dritten Monat nach Einführung der AP 2014-2017) der Umfrage?</p><p>4. War für die Landwirte eine aussagekräftige und ehrliche Aussage zu den Auswirkungen der neuen Agrarpolitik möglich?</p><p>5. Genügt die Studie methodisch, in Bezug auf die Auswahl der befragten Landwirte, die Auswahl der Experten und den Erhebungszeitpunkt?</p><p>6. Wie beurteilt er die Qualität der gestellten Fragen, in Bezug auf die Bedeutung der Versorgung der Bevölkerung mit inländischen Nahrungsmitteln?</p><p>7. Erachtet er die Studie als neutral und wissenschaftlich aussagekräftig?</p><p>8. Trägt die Studie zum vom Bundesrat verlangten Wissenstransfer bei?</p><p>9. Setzt er durch solche Beiträge nicht die Glaubwürdigkeit und Seriosität seines eigenen Organs - immerhin das einzige auf die Schweiz bezogene agrarwissenschaftliche Journal - aufs Spiel?</p><p>10. Wie stellt er sich zur Tatsache, dass die Auswertung und Interpretation dieser Umfrage ohne Mitwirkung der in dieser Thematik federführenden Bundesforschungsanstalt und ihrer Partner durchgeführt und trotzdem im offiziellen Organ der Forschung und Wissenschaft veröffentlicht wurde?</p><p>11. In welchem Verhältnis stehen die Autoren, insbesondere "Vision Landwirtschaft", zum BLW?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>"Agrarforschung Schweiz" ist die Zeitschrift der landwirtschaftlichen Forschung von Agroscope und ihren Partnern BLW, ETH, Hafl, Agridea und Fibl. Sie richtet sich an Fachpersonen aus Forschung, Industrie, Lehre, Beratung und Politik, an kantonale und eidgenössische Ämter und weitere Fachinteressierte. Der publizierte Inhalt muss für die Leserschaft der Zeitschrift von Interesse sein. Die Zeitschrift ist offen für Beiträge von Autoren, die nicht zu den Partnerorganisationen gehören. Die Diskussion der Resultate legt die Ansicht der Autoren dar und nicht diejenige der Herausgeber.</p><p>1. Die redaktionelle Qualität der Beiträge muss den Anforderungen der Zeitschrift genügen (redaktionelle Richtlinien). Die wissenschaftliche Qualität des Inhalts liegt in der Verantwortung der Autorinnen und Autoren und ihrer Institutionen. Artikel, die nicht von den Partnerinstitutionen der Zeitschrift verfasst werden, werden von einer solchen geprüft, um die Qualität der publizierten Artikel zu gewährleisten.</p><p>2. Die publizierten Artikel behandeln nicht zwingend Themen, die mit den rechtlichen Aufgaben oder mit dem Leistungsauftrag im Zusammenhang stehen. Die Zeitschrift ist in erster Linie ein Publikationsorgan für seine Partner. Es können aber auch andere Artikel publiziert werden, die für die Leserschaft von Interesse sein könnten.</p><p>3. Die Publikation hält transparent fest, in welchem Zeitraum die Stichprobe erhoben wurde. Die Umfrage zeigt, wie die Landwirte drei Monate nach der Einführung die AP 2014-2017 wahrnehmen, wie sie zur Ökologisierung der Landwirtschaft stehen und welche Betriebsanpassungen sie vorzunehmen gedenken. Dies ist eine Momentaufnahme und ist als solche zu betrachten. Die Befragten hatten zu diesem Zeitpunkt konkrete Erwartungen, aber noch kaum Erfahrungen. Es ist Aufgabe des BLW, zu gegebenem Zeitpunkt die Massnahmen der AP 2014-2017 zu evaluieren.</p><p>4. Die Fragen sind unmissverständlich gestellt. Es ist davon auszugehen, dass die Landwirte ehrlich darauf antworteten.</p><p>5. Die Umfrage wurde nur in ausgewählten Deutschschweizer Kantonen durchgeführt. Zudem haben mehr Landwirte von Biobetrieben als von Nichtbiobetrieben die Umfrage beantwortet. Die Auswahl der Experten ist breit gefächert. Die Resultate sind teilweise bezüglich der Gruppierungen (Landwirte/Experten, Bio-/Nichtbiobetriebe) gesondert ausgewiesen. Es besteht ausreichend Transparenz für die Interpretation der Resultate.</p><p>6. Es ist nicht am Bundesrat, die Qualität der Fragen einer wissenschaftlichen Studie zu beurteilen; umso mehr, als es sich dabei um eine Master-Arbeit handelt, die von den zuständigen Professoren nach wissenschaftlichen Massstäben beurteilt wird.</p><p>7. Es besteht kein Hinweis darauf, dass die Befragten manipuliert wurden. Die Fragen sind unmissverständlich, die Resultate transparent dargestellt. Aufgrund der nichtrepräsentativen Stichprobe kann keine Aussage für die gesamte Schweizer Landwirtschaft gemacht werden.</p><p>8. Ja, die Studie trägt zum Wissenstransfer bei. Sie ist eine klar deklarierte Momentaufnahme der Wahrnehmung der Agrarpolitik 2014-2017, der Einstellung zur Ökologisierung der Landwirtschaft und zu möglichen Betriebsanpassungen. Dies ist ein Beitrag zum Dialog.</p><p>9./10. Wissenschaftliche Arbeiten unterliegen immer gewissen Einschränkungen. Die Interpretation der Resultate in der Publikation widerspiegelt ausschliesslich die Meinung der Autoren. Wissenschaftliche Publikationen dienen dem Dialog und der Weiterentwicklung des Sachverhalts. Es ist Aufgabe der Zeitschrift "Agrarforschung Schweiz", diese Weiterentwicklung zu fördern.</p><p>11. Die "Vision Landwirtschaft" sieht sich als Denkwerkstatt unabhängiger Agrarfachleute. Damit ist sie eine unter vielen landwirtschaftlichen Organisationen und Interessenvertretungen, die regelmässig mit dem Bundesamt für Landwirtschaft agrarpolitische Themen erörtern.</p>  Antwort des Bundesrates.