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| Makarius, ps./ Symeon von Mesopotamien (4. Jhd.) - Fünfzig geistliche Homilien

12. Homilie.
1.
[S. 100] Der Stand Adams vor der Übertretung des Gebotes und nach dem Verluste des eigenen (natürlichen) und des himmlischen Bildes. Es enthält diese Homilie auch einige sehr nützliche Fragen.
Die Übertretung des Gebotes brachte dem Adam einen doppelten Verlust: fürs erste verlor er den reinen, schönen Besitz seiner Natur1, der nach Gottes Bild und Gleichnis2 [geschaffen] ward; fürs zweite verlor er auch das Bild, demzufolge ihm gemäß der Verheißung die ganze himmlische Erbschaft verbürgt war3. Ist eine Münze, die das Bild des Königs trägt, gefälscht, so ist das Geld verloren und das Bild hat keinen Wert. Ebenso ist es auch dem Adam ergangen. Ein großer Reichtum und ein hohes Erbe lag für ihn bereit. Denke dir ein großes Landgut mit reichlichen Einkünften. Da ist ein prächtiger Weinberg, da sind fruchtbare Felder, da gibt es Herden, da findet sich Gold und Silber. So ein wertvolles Landgut war auch das Besitztum Adams vor der Übertretung. Als er jedoch böse Gesinnungen und Gedanken in sich aufnahm, ging er vor Gott verloren.
1: D. h. das natürliche Ebenbild Gottes.
2: Gen. 1, 26.
3: D. h. das übernatürliche Ebenbild Gottes.