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Sprachaufenthalte weltweit
Erfahrungsberichte und Expertentipps
Erfahrungsberichte und Expertentipps
Ich hatte ein sehr freundliches Gespräch in Luzern mit Manuela von Boa Lingua, die mich ausführlich über das Demi-Pair Programm informierte. Ich wollte in einem englischsprachigen Land einen Sprachaufenthalt mit Arbeiten als Demi-Pair machen, das in Australien oder Irland möglich ist.
Eines meiner Kriterien war zudem, dass ich nicht dort hingehen würde, wo alle anderen hingehen. Ich wollte vermeiden, dass ich im Ausland auf viele Schweizer treffe. Nicht weil ich etwas gegen meine Landesgenossen hätte. Es ist nur viel schwieriger mit jemanden in einer anderen Sprache zu sprechen, bei dem man genau weiss, dass die Person auch die eigene Muttersprache spricht. Also entschied ich mich für einen Sprachaufenthalt in Irland.
Bray war mir von Anfang an sympathisch, denn von da aus bin ich schnell in Dublin oder in den typisch grünen, irischen, idyllischen Landschaften. Ich hatte aber im Voraus festgelegt, dass ich das Cambridge Advanced Examen (CAE) im März mache, weil ich noch andere Pläne in meinem Zwischenjahr in die Tat umsetzen möchte. Wenn ich also als Demi-Pair nach Irland gehen wollte, müsste ich ja 16 Wochen gehen und das würde auch bedeuten, dass ich für einige Wochen nach Bray ginge, über Weihnachten nach Hause käme und dann die weiteren Wochen wieder nach Irland gehen würde. Ich überlegte mir das ganze x-mal hin- und her bis ich mich schlussendlich gegen das Demi-Pair Programm entschied.
Danach wusste ich nicht, ob ich überhaupt einen Englisch-Sprachaufenthalt machen sollte oder ob ich nicht lieber nach Australien gehen soll, und, und, und…
Schliesslich meldete ich mich wieder bei Manuela von Boa Lingua in Luzern. Ich fragte sie, wie das ganze aussähe, wenn ich nun einfach einen Sprachaufenthalt in Bray machen würde und sie beriet mich wieder einwandfrei. Sie liess mir auch gleich einen Kostenvoranschlag zukommen und nach kurzem überlegen, fasste ich den Entschluss ab Januar den Sprachaufenthalt in Bray zu machen.
Kurz vor Weihnachten bekam ich dann meine letzten Informationen über die Gastfamilie. Meine Wünsche wurden beinahe alle erfüllt. Ich wollte keine Kinder in der Familie, was auch der Fall war. Auch Tiere wünschte ich keine, Manuela hat mich aber angerufen und gesagt, dass meine potentielle Gastmutter ein Haustier hätte. Es war aber nur eine Eidechse und ich sagte, es sei kein Problem. Also sendete mir Manuela alle Informationen zu.
Auf mich wartete da oben im Norden eine alleinstehende Krankenschwester, ohne Kinder, mit Eidechse und mit Internetzugang. Ich war schon sehr neugierig und schrieb der mir noch unbekannten Frau ein Mail. Zudem suchte ich sie auf Facebook. So hatte ich gleich einen ersten Eindruck von ihr. Sie war sehr freundlich und sagte mir, welchen Bus ich vom Flughafen nehmen solle und dass sie mich an der Bushaltestelle in Bray abholen würde.
Sechs Uhr morgens. Es ist Sonntag der 13. Januar 2013. Im Gegensatz zu meinem gewohnten, mehrmaligen Betätigen der Schlummertaste, stehe ich sofort auf, denn dies ist der Tag auf den ich so lange gewartet habe. Heute startet mein Abenteuer Irland.
Glücklicherweise hatte ich am Vorabend meine Koffer fertig gepackt und schon gewogen, damit ich relaxed in den Tag starten und mit meiner Familie frühstücken konnte. Danach ging es mit dem Auto zum Flughafen Zürich, wo alles nach Plan verlief und ich mich schliesslich von meinen Liebsten verabschieden musste. Das war nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, denn alles fühlte sich noch etwas surreal an.
Nach einem reibungslosen Flug landeten wir 20 Minuten früher in Dublin, so hatte ich genügend Zeit, mich zurecht zu finden und zur Aircoach Station zu laufen. Genial dass ich WLAN hatte. So konnte ich mit meinen Freunden in der Schweiz, die bereits nach mir fragten, chatten und erzählen was ich erlebt habe.
Als ich nach einer runden Stunde an meiner Bushaltestelle ausstieg, lächelte mir meine Gastmutter schon entgegen und ich fühlte mich sofort willkommen. Sie gab mir gleich eine Umarmung und wir fuhren in mein neues Zuhause. Während der Autofahrt habe ich viel mit ihr gesprochen und gelacht. Wir waren von Beginn an auf der selben Wellenlänge.
Gleich am ersten Abend gab es typisch irisches Essen im Hause meiner Gastmutters Eltern. Auch dort war ich sehr willkommen und das Vorurteil, dass die Iren sehr gastfreundlich sind, war sogleich bestätigt 🙂
Dank den neuen technischen Möglichkeiten und dem Internetzugang in meinem aktuellen Zuhause, konnte ich am selben Abend noch mit meiner Mutter und Schwester skypen und so meine ersten Eindrücke schon einmal verarbeiten.
Ich habe sonst oft Heimweh, wenn ich so ganz alleine an einem fremden Ort bin, aber hier habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt und auch gleich mein riesiges Zimmer so eingerichtet, dass es meinen Charakter annimmt…
Linda Wolfisberger
Im nächsten Bericht erfährt ihr, wie es Linda bei ihrem ersten Tag an der Sprachschule in Bray erging.