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Kooperationsprobleme
Nach der Öffnung des Marktes florierte die Wirtschaft Serbiens. Die Instabilität des Wachstums der 1990er Jahre zeigte sich, als es während der Wirtschaftskrise 2007 zum Halt kam. Bis heute konnte sich die serbische Wirtschaft nicht von diesem Schlag erholen.
In erster Linie sind es die ländlichen Regionen und die Jugendlichen, die unter der stagnierten Wirtschaftslage leiden. In Serbien sind 2017 40% der Jugendlichen arbeitslos, was im Vergleich zum weltweit geschätzten Durchschnitt (12.6%) sehr hoch ist. Grund für diese hohe Quote sind nicht nur der Mangel an Arbeitsplätzen, sondern auch Schulabgängerinnen und -abgänger, welche zwar Qualifikationen mit sich bringen, aber die Bedürfnisse der Wirtschaft nicht erfüllen können.
Auf der anderen Seite finden sich Arbeitgebende, die auf qualifiziertes Personal angewiesen sind, dieses in ihrem Land aber nicht finden und nicht zum Wirtschaftswachstum beitragen können.
Grund für diese festgefahrene Situation ist vor allem das Ausbildungssystem, welches es nicht schafft, den Jugendlichen die vom Privatsektor gewünschten Fähigkeiten mitzugeben. Dieses Problem hat eine tieferliegende Ursache: Die Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor findet kaum statt. Die Möglichkeit für einen Wandel ist so nicht gegeben.
Das «South Serbia Private Sector Develop-ment»-Projekt der DEZA engagiert sich für einen integrativen Ansatz: Es soll einerseits in einer vielversprechenden Branche, der Möbel- und Holzindustrie, einen Wandel herbeiführen und andererseits das zugrundeliegende Problem lösen, in dem es eine Vertrauensbasis zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor schafft. Vertrauen war zwischen diesen zwei Sektoren in Serbien bisher nie vorhanden, weil während des Sozialismus der Staat alles organisierte. Der neue private Sektor hat seither keinen vertrauensvollen Umgang mit dem öffentlichen Sektor herstellen können.