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Die Hoffnung auf eine substanzielle Verbesserung der Situation konzentrierte sich in diesen Jahren mehr und mehr auf einen Ausbau der gemeinsamen finanziellen Trägerschaft durch die beiden Basel. Die «Universität beider Basel» wurde zum rhetorisch beschworenen Fernziel.
Schon anlässlich der Verhandlungen um das erste Universitätsabkommen zwischen den Kantonen war in den 1970er Jahren die Erwartung auf eine zukünftige Erweiterung ausgesprochen worden. Sie war als Zukunftsperspektive explizit im Vertrag von 1975 verankert. In der Publizistik, in Reden zum Dies academicus und bei anderen Anlässen spielte die «Universität beider Basel» während der 1980er Jahre eine wachsende Rolle: Der Vorgang lässt sich als vorbereitende Phase der Orientierungssuche verstehen, während der sich allmählich konvergierende Vorstellungen und Begriffe herausbildeten, wenn auch die konkreten reformerischen Initiativen noch auf sich warten liessen.
«Mensch-Geschichte-Umwelt» als Katalysator der Zusammenarbeit
Als wichtiger, ausserhalb aller Erwartungen hereinbrechender Katalysator der Entwicklung erwies sich der grosse Chemiebrand von Schweizerhalle im November 1986. Vor dem Hintergrund der Tschernobyl-Katastrophe desselben Jahres waren die Sensibilitäten enorm gesteigert, die Studierenden reagierten heftig und verlangten - getragen von einer breiten Stimmung in der Öffentlichkeit - eine über den Tag hinausreichende Antwort der Universität, die sich ernsthaft ökologischen Anliegen und der Verantwortung für die Umwelt öffnen müsse. Das Rektorat unter Werner Arber griff das Anliegen positiv auf und verhalf ihm in der Regenz zum Erfolg. Auf dieser Basis entstand das fächerübergreifende Lehr- und Forschungsprogramm «Mensch-Gesellschaft-Umwelt», das bis 1988/89 auf dem Papier ausgearbeitet vorlag. Es fehlte nur noch an einer Finanzierung.
Diese kam überraschend in Sicht, als der neu gewählte Baselbieter Erziehungsdirektor Peter Schmid im Herbst 1989 eine «Gabe» von 16 Millionen Franken ankündigte, dazu aber auch Bedingungen stellte: Verlangt waren eine transparente Struktur des Programms und die Schaffung eines Stiftungsrats, in dem der Kanton Basel-Landschaft die Mehrheit der Mitglieder stellen würde: Repräsentanten von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erhielten dort das letzte Wort. «Mensch-Gesellschaft-Umwelt» (MGU) wurde so zum Experimentierfeld neuer Strukturen und fächerübergreifender Aktivitäten, ein Feld, auf dem der Kanton Basel-Landschaft erstmals ein Stück Universität in voller Eigenverantwortung tragen sollte. Der Erfolg des Projekts öffnete Türen und stärkte das positive Interesse in Baselland an den universitären Angelegenheiten.
1989 – Umbrüche in Basel
Das Jahr 1989 war ein Jahr des weltpolitischen Umbruchs; es war auch das Jahr, in dem die Basler Universitätsdiskussion in nachhaltige Bewegung geriet. Mehrere Faktoren spielten dabei zusammen: Um die Finanzen der beiden Kantone stand es nach mehrjährig günstigem Konjunkturverlauf temporär relativ gut, was den Spielraum für kostenrelevante Änderungen vergrösserte; personelle Wechsel in den Regierungen wirkten belebend; und schliesslich war allgemein bekannt, dass der gültige Universitätsvertrag Ende 1995 auslaufen würde. Wollte man mehr als eine blosse Verlängerung, musste dies angesichts der Dauer solcher Geschäfte bald in Angriff genommen werden. Parallele politische Vorstösse in den Parlamenten beider Kantone strebten in diesem Jahr die Aufnahme konkreter Verhandlungen um eine «Universität beider Basel» an. Parlamente und Regierungen griffen das auf.
Auch an der Universität selbst setzten Aktivitäten ein. Rektor Carl Rudolf Pfaltz, ein Mediziner (und überzeugter Baselbieter) schuf eine Arbeitsgruppe, die ein Modell für eine «Universität beider Basel» ausarbeitete. Die Kuratel unter dem Präsidium von Karl Heusler arbeitete ebenfalls einen Entwurf aus. Parallel kämpften die Frauen an der Universität dafür, dass ihre Wünsche nach Gleichstellung und Frauenförderung in die anstehende Reform Eingang fanden. Zugleich belebte sich die öffentliche Diskussion in massgebenden Kreisen, die der Universität nahe standen, so dass die Idee einer grundlegenden Reform auch in diesem Umfeld Verankerung fand.
Als initiative und bewegende Kraft spielte der Kanton Basel-Landschaft dabei eine entscheidende Rolle. Ende des Jahres lag von dieser Seite eine klare Willenskundgebung vor: Man war bereit, die Universität in wesentlich erweitertem Umfang zu unterstützen, vorausgesetzt, deren Strukturen würden einer gründlichen Revision unterworfen. Zentral war dabei der Gedanke, die Universität aus der engen Einbindung in den städtischen Staatsverband herauszulösen und ihr eine erweiterte Autonomie gegenüber Staat und Politik zu geben. Ohne eine solche Umstrukturierung konnte und wollte der Kanton Basel-Landschaft seine Partizipation an der Universität nicht ausbauen.
Um diesen Wandel einzuleiten, wünschte Baselland zudem eine organisatorische Analyse durch eine externe Expertengruppe, auf deren Basis eine transparentere und effizientere Organisationsform der Universität gefunden werden könnte. Vorgeschlagen waren die bekannten Unternehmensberater von Hayek Engineering, die im Hochschulbereich bereits eine Analyse der ETH Zürich durchgeführt hatten.