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Johann Sebastian Bach (1685–1750) ist zweifellos der bedeutendste Komponist von Orgelmusik in der Barockzeit. Es sind etwa 220 Orgelkompositionen überliefert, die mit Sicherheit Bach zugewiesen werden können – ein Fünftel seines Gesamtwerks. Diese Zahl zeigt die Bedeutung der Orgel für Bach. Choralbearbeitungen, Partiten, Fantasien, Präludien, Fugen, also orgelspezifische musikalische Formen, bildeten von früher Jugend bis ins hohe Alter die Grundelemente seiner Kompositionen.
In seinen Orgelkompositionen wurde Bach besonders von der norddeutschen Orgelschule beeinflusst, also von Komponisten wie etwa Dieterich Buxtehude, Nicolaus Bruhns und Johann Adam Reincken. Auch andere musikalische Stile, die sein gesamtes Schaffen prägten (wie beispielsweise das italienische Concerto und die höfische französische Verzierungstradition), blieben nicht ohne Einfluss auf sein Orgelwerk.
Orgelwerke von Johann Sebastian Bach
Ein großer Teil von Bachs Orgelmusik legt eine Choralmelodie zugrunde. Sein Verfahren der Choralbearbeitung, das auf Vorbilder wie etwa Dieterich Buxtehude zurückgeht, führt zu eher kurzen Einzelsätzen, deren Form durch die Abfolge der Choralzeilen bestimmt wird. Bach neigt dazu, mehrere derartige Sätze, die unterschiedliche Choräle verwenden, aber in Anlage und Umfang zusammenpassen, zusammenzustellen.
Ein Beispiel ist das bereits in Weimar begonnene Orgelbüchlein (BWV 599–644), nach Albert Schweitzer das „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“; es umfasst 46 Sätze. Ähnlich angelegt sind die in Leipzig entstandenen Achtzehn Choräle (BWV 651–668) und der Dritte Teil der Clavierübung (hier sind die Choralbearbeitungen eingerahmt von Präludium und Fuge Es-Dur).
Die Mehrzahl der freien Orgelwerke folgt der zweisätzigen Struktur aus Präludium und Fuge; in Einzelfällen hat Bach hier das Präludium auch als Fantasie oder Toccata bezeichnet. Das möglicherweise bekannteste Orgelwerk überhaupt ist die vielgespielte Toccata und Fuge d-Moll (BWV 565). Weitere Toccaten sind die Toccata und Fuge in F-Dur (BWV 540) und Toccata, Adagio und Fuge C-Dur (BWV 564), die im Aufbau der drei Sätze an ein Konzert anspielt.
Zu den meistgespielten zweisätzigen Stücken zählen das Präludium und Fuge D-Dur (BWV 532), die Fantasie und Fuge c-Moll (BWV 537), und das Präludium und Fuge C-Dur (BWV 547). Die Acht kleinen Präludien und Fugen (BWV 553–560) werden heute von der Musikforschung einem von Bachs Schülern zugeschrieben, etwa Johann Tobias Krebs oder dessen Sohn Johann Ludwig Krebs.
Die Triosonaten (BWV 525–530), die zunächst didaktische Absicht hatten (die musikalische Ausbildung seines ältesten Sohns Wilhelm Friedemann), gelten als ein Höhepunkt dreistimmigen Orgelsatzes und zählen wegen der vollen Integration und Gleichberechtigung des Pedals zu Bachs schwierigsten Werken. Die Kompositionen folgen nicht der viersätzigen Form der Sonata da Chiesa, sondern zeigen schon die modernere, am italienischen Concerto orientierten Folge von drei Sätzen.
Weitere wichtige Orgelwerke sind die Konzertbearbeitungen, die Passacaglia und Fuge in c-Moll und das Pastorale in F-Dur.
[Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Orgelwerke_(Bach)]
Klangbeispiele
Choralvorspiele aus den Achtzehn Leipziger Chorälen
Aufnahmen: Ref. Kirche Rothrist 2012/2013
Ein fugiertes Choralvorspiel im Stile Pachelbels (Bachs Autorschaft wird bezweifelt):
Aufnahme: Ref. Kirche Rothrist 2012
Freie Orgelwerke
«Es liegt etwas wie sonniger Himmel über diesem Präludium und dieser Fuge. Sie predigen eine grosse, heitere Zuversicht, die die Sorge aus bekümmerten Herzen austreibt» [Albert Schweitzer über BWV 541].
Aufnahmen: Jesuitenkirche Luzern und Ref. Kirche Rothrist (BWV 553) 2013