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ist Jurist und Germanist, Partner der Anwaltskanzlei Niederer Kraft Frey in Zürich. Er war bis 2019 Präsident des Verwaltungsrats der SMH Verlag AG, die diese Zeitschrift herausgibt. Sein 2013 erschienenes Buch «Schweizer Monat 1921–2012. Eine Geschichte der Zeitschrift» ist auf Anfrage bei <email-pii> erhältlich.
In der Moderne wird die Welt gemessen in Geld. Weil alles ein identisches Wertmass erhält, kann es mit allem getauscht werden. Dabei allerdings findet eine Verkehrung statt. Denn das Wertmass entwertet zugleich: wertvoll ist folglich allein, was einen Geldwert besitzt. Schon der Philosoph Georg Simmel kam zum Schluss, die Geldwirtschaft könne als neue Religion bezeichnet […]
Als sich Simon Petrus daran machte, in der Höhle des Löwen Jesus Christus zu verleugnen, war ihm seine Sprache nicht eben dienlich. «Und über eine kleine Weile traten die hinzu, die dastanden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrät dich.» Simon stammte wie Jesus aus Galiläa und […]
Schriftsteller müssen in der Sprache des Landes schreiben, in dem sie leben, nicht oder nicht nur in jener, aus der sie herkommen, wenn ihre Werke ein unübersetztes Originaldasein geniessen wollen. Deshalb bedienen sich viele mehr als einer Sprache. Oder sie schreiben in der einen und übersetzen dann selbst in die andere. Wie aber geht das […]
Daniel de Roulet vereinigt 27 «Porträts» von Zeitgenossen und historischen Persönlichkeiten, die alle, sagt sein Vorwort, «eine enge Beziehung» zur Schweiz haben. Die meisten sind Schweizer, die meisten Künstler. Jedem der Texte ist ein mehr oder weniger einleuchtendes Haupt- und Merkwort beigegeben: «Heimweh», «Asyl», «Patriotismus», «Ehrgeiz», «Distanz». Sie sollen die Frage beantworten, «was danach kommt. […]
Jede Liebhaberei trägt für Aussenstehende den Stempel einer gewissen Skurrilität. Dass der Umgang mit Büchern aber geradeswegs zum Wahnsinn führe, wie Erasmus von Rotterdam andeutete, ficht wahre Bücherfreunde nicht an. Sie beschäftigen sich mit alten Graphiken, Handschriften, seltenen Frühdrucken, Inkunabeln, Holzschnittbüchern, Kupferstichwerken, Faksimiledrucken, Logbüchern, Kladden oder Flugblättern und beweisen aller Welt, dass das Büchersammeln eine […]
Die Schaulust war gross. Millionen begehrten Einlass, denn auf den Jahrmärkten und Showbühnen des 19. Jahrhunderts wurde alles gezeigt, was kurios und tierisch war: Zwerge und Riesen, siamesische Zwillinge, Elefanten- und Löwenmenschen. Keine Monstrosität aber schlug die Zuschauer dermassen in Bann wie die «Affenfrauen»: weibliche Wesen mit animalischer Behaarung, die im übrigen befremdlich menschlich erschienen. […]
Meist sind Stiftungen auf Dauer angelegt, weit über den Tod des Stifters hinaus. Doch warum nicht eine Verbrauchsstiftung gründen, die das Vermögen innert einer bestimmten Frist verbraucht? Die Gefahr der Verkalkung der Stiftung wird vermieden. Und ausserdem kann der Stifter die Verwirklichung seines Willens zu Lebzeiten verfolgen.
Rainer Stöckli versammelt in einer «Zirkumspektion» rund 100 Texte, die sich alle dem Säntis und dem Alpstein widmen. Sein Buch bezeugt eine erstaunliche Fülle einschlägiger Äusserungen, als Gedicht und Prosazitat, in Hochdeutsch und Mundart. Wiedergedrucktes findet sich neben bisher Unpubliziertem. Der Vielstimmigkeit entspricht, dass sich unter den Autoren grosse Namen finden wie Hölderlin, Hesse und […]
Max Webers 1904/05 erstmals veröffentlichte Studie «Die protestantische Ethik und der ‹Geist› des Kapitalismus» gehört zu den klassischen Texten der Soziologie. Schon zu Zeiten Webers wusste man, dass der Kapitalismus schwerwiegende soziale und andere Widersprüche erzeugt. Zur Auflösung dieses inneren Grundwiderspruchs erzählte Weber die Geschichte von der Geburt des Kapitalismus aus dem Geiste der Religion. […]