Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03295.jsonl.gz/377

Der Vorläufer von Halloween wurde auf Irland schon vor 5000 Jahren gefeiert und zählt somit zu den ältesten Festtagen der Menschheit. So markierte dieser Tag einen starken Einschnitt: das Ende des Jahres und das Fest der Toten. Aus diesem Grund wurde es von der mittelalterlichen Kirche auch diabolisiert und mit Teufeln, Hexen und Kobolden assoziert. Dabei ist es nichts anderes, als ein Gedenken der Ahninnen und Ahnen und gilt als einer der wichtigsten Durchgänge zwischen den Welten.
Die katholische Kirche hat das Fest unbenannt, Allerheiligen, und auf den 1. November gelegt - nach Ansicht einiger, um den heidnischen Bräuchen etwas entgegenzusetzen; dagegen spricht allerdings, dass der November-Termin für Allerheiligen zuerst im 9. Jahrhundert in Italien eingeführt wurde, wo Samhain unbekannt war. Der Abend vor Allerheiligen wird im Englischen als All hallows eve bezeichnet, das sich später zu Hallowe'en bzw. Halloween entwickelte.
Samhain (ausgesprochen etwa wie 'Sa-un' oder Sa-u-in) leitet sich in einer Deutung von 'sam-fuin' ab und heisst Sommer-Ende. Das keltische Jahr beschränkte sich auf die Jahreszeiten Sommer und Winter und zu Samhain endete das alte und begann das neue Jahr.
Zum Zeitpunkt Samhain sollte alles abgeschlossen sein, was es an Aktivitäten in der Landwirtschaft gegeben hat. Und es war auch der Abend, an dem die häusliche Gemeinschaft der Grossfamilie wieder komplett zusammensitzen konnte. Nicht zuletzt dieses Beisammensein war Anstoss für eine Feier und für zahlreiche Zeremonien.
Stichworte
Fest Schwarzmondfest (Neumond)
Farben schwarz, braun, orange
Elemente Erde und Luft
Thema Ahnen, Sterben, Rückschau und Orakel
Essen Kohl, Kürbis, Mais, Äpfel und Birnen
Ausdruck Angst, Scham, Schuld, Abschied nehmen
Götinnen/Götter die schwarzen Göttinnen, die alten Weisen - Hel, Hekate, Kali oder Hades
und Pluto
Die Welten berühren sich und die Seelen dürfen, wenn sie wollen, in die Welt der Lebenden zurückkehren, um gemeinsam das Fest zu feiern. Es ist die beste Zeit für Zukunftsdeutung und Séancen - natürlich mit der dazu nötigen Achtsamkeit und Vorkehrung. Auch gedenkt man den noch ungeborenen Seelen oder den Neugeborenen. Es ist die beste Zeit, um mit der Anderswelt Kontakt aufzunehmen oder "übersinnliche" Fähigkeiten zu trainieren. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schleier, der zwischen unserer und der Anderswelt liegt, besonders dünn, und so können die Toten zu uns und wir in das Reich der Toten wandern. Wir gedenken unserer Ahninnen und Ahnen, indem wir beim Essen während dieser Zeit immer ein Gedeck mehr auflegen, das so genannte Ahnengedeck.
In den frühen Gesellschaften konnten die Menschen keine grosse Vorratshaltung für ihre Viehherden anlegen. In dieser Zeit, als es anfing kalt zu werden, wurden die Herden gesichtet und die Tiere, die den Winter sowieso nicht überleben würden, wurden geschlachtet. Es war ein blutiges Unterfangen, doch nur so hatten die Menschen genügend Fleisch für den Winter, und die Herden wurden auf ein Mass reduziert, so dass die meisten Tiere über den Winter kamen. Dieses massive Schlachten, also der Umgang mit dem Tod, prädestinierte dieses Fest als Fest der Toten.
Ich finde die psychologische Wirkung von Samhain bzw. Halloween interessant, da die Auseinandersetzung mit dem Tod, der Dunkelheit und damit verbundenen (Ur-)Ängsten ganz bewusst und praktisch umgesetzt wird. So was wurde und wird in unserer Gesellschaft gern verdrängt, und ein Feiertag wie Allerheiligen kann das thematisch wohl kaum auffangen bzw. ist auf diese Art ja auch gar nicht dafür gedacht.