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Künstlername: Roberto Carlos
Kompletter Name: Roberto Carlos Da Silva
Geburtsdatum: 10/04/1973
Geburtsort: Garça (SP)
Position: Abwehr
Link: Fehlanzeige
Vereine:
Ende Juli 2012: Karriereende
02/2011 bis 07/2012: Anschi Machatschkala (Russland)
2010 bis 01/2011: Corinthians São Paulo
19/06/2007 bis 12/2009: Fenerbahçe
1996 bis 17/06/2007: Real Madrid
1995 bis 1996: Inter Mailand
1993 bis 1995: Palmeiras (SP)
1992 bis 1993: União São João (SP)
WM-Einsätze Seleção:
WM 2006 Deutschland
WM 2002 Japan/Südkorea
WM 1998 Frankreich
Roberto Carlos – nein nein, nicht der berühmte Sänger Brasiliens!! Roberto Carlos der Fussball-Craque und auf seiner Position Links-Aussen wohl einer der besten auf dieser Position. Und doch ist der übereinstimmende Name kein Zufall, beide Elternteile sind bis heute grosse Fans des Sängers und benannten ihren Sohn nach ihm. Ob sie sich einen Sänger ins Haus wünschten sei dahingestellt, Roberto Carlos jedoch fand schon im frühen Alter von 3 Jahren das, was ihn am meisten begeisterte und faszinierte: den Fussball.
Roberto Carlos wurde am 10. April 1973 auf einer Kaffeefazenda in Garça im Bundesstaat São Paulo geboren. Seine Eltern waren Arbeiter und hatten es nicht leicht, ihr Kind durch zu bekommen und gross zu ziehen. Mit 3 bekam er seinen ersten Fussball und fortan wann immer Zeit war, spielte er mit seinen Freunden Strassenfussball. Bereits mit 8 Jahren unterstützte er das Team des Vaters, der im Angriff spielte, und war der einzige “kleine Junge, der im Team der Erwachsenen mithalten konnte. 1981 zog die ganze Familie zu den Grosseltern mütterlicherseits nach Cordeiropolis und hier war es auch das erste Mal, dass Roberto Carlos im Fussball auftauchte und von sich reden machte. Er spielte zunächst im Team einer Schnapsfabrik und wurde bald eingeladen, das Team der Stadt bei den “Offenen Spielen im Landesinneren” zu verteidigen – seine Position legte sich in dieser Zeit schon quasi fest. Schon bald spielte er für seine erstes offizielles Team, Kinder- und Jugendmannschaft der União São João de Araras. Nach 4 Jahren dann der erste grosse Sprung: Einsatz in der brasilianischen Jugendnationalmannschaft unter Ernesto Paulo und Fize-Weltmeister 1990. Der Rest ist Geschichte: erster Profi-Vertrag und Verkauf an das Team Palmeiras für eine satte Summe zur damaligen Zeit. In 5 Jahren Palmeiras erlangte Roberto Carlos seine ersten grossen Titel in Brasilien: 2 brasilianische, 2 Paulistanische und einen Rio-São Paulo Pokal.
Mit 22 Jahren wechselte Roberto Carlos dann nach Europa, zunächst nach Inter Mailand für sage und schreibe 7 Millionen USD, doch schon nach kurzen 10 Monaten weiter zu Real Madrid. Dort spielte er 11 Jahr auf der Links Aussen Position mit seinen pfeilschnellen Angriffssprints gegen gegnerisches Tor und seiner gewaltigen Schusskraft.
Mit Real Madrid gewann Roberto Carlos 3- Mal die UEFA Champions League (1998, 2000 und 2002), 2-Mal den Weltpokal (1998 und 2002) und 4-Mal die spanische Meisterschaft (1997, 2001, 2003 und 2007).
Zur Saison 2007/2008 wechselte er zu Fenerbahçe Istanbul in die türkische Süper Lig, wo er einen Zweijahresvertrag mit der Option auf ein weiteres Jahr unterschrieb. Sein Gehalt wird auf jährlich 4 Millionen Euro festgelegt. Sein erstes Tor für seinen neuen Club Fenerbahçe erzielte er am 25. August 2007 gegen Sivasspor per Kopfball. Interessant ist zu erwähnen, dass dies das dritte Kopfballtor seiner Profikarriere war. Am 17. September 2008 machte er sein 115. Spiel in der UEFA Champions League und stellte damit einen neuen Spielerekord auf. Im September 2008 verlängerte er seinen Vertrag bei Fenerbahce vorzeitig bis August 2010, indem er die Option für ein weiteres Jahr einschloss.
Roberto Carlos der Spieler – klein, mit 1.68m einer der kleinsten, und doch von gewaltigen Auswirkungen und Ausmass!! Allein seine Oberschenkel im Umfang zusammen gerechnet ergeben wahrscheinlich auch an die 1.68m. Nicht nur klein, sondern auch gewaltig schnell – mit 10.60 Sekunden auf 100m wohl einer der schnellste Fussballspieler (er hätte sicher auch Karriere in der Leichtathletik machen können). Auf die Frage, warum er sich in seiner Jugend damals mit seinem Sprint- Potential dann doch für den Fussball entschied, antwortete Roberto Carlos ganz schlicht: Ich bin Brasilianer, da spielt man eben einfach Fussball.
Und erst seine legendären Freistösse! Lange hielt er mit 155 km/h den inoffiziellen Weltrekord für den härtesten Schuss im Fussball, bevor er von seinem Landsmann Ronny Heberson Furtado de Araújo mit 212 km/h in der Saison 2008/2009 überboten wurde. Dafür geschichtsträchtig sein Freistosstor am 3. Juni 1997 bei der “Tournoi de France“ in der 21. Minute gegen Frankreich. Der Ball landete mit grossem Effet und einer unglaublichen Flugkurve neben dem verdutzten französischen Torhüter Fabien Barthez in der äussersten rechten Torecke.
Seine Lebenseinstellung, das Kämpferische, das Durchbeissen – das er von seinen Eltern gelernt hat, seine Ballfähigkeit und sein gewaltiger Schuss mit dem linken Fuss machen ihn zu einem Sieger. Ein authentischer Mensch mit einer starken Persönlichkeit, der es vorzieht, sich darzustellen, mit aussergewöhnlichen Gewohnheiten und erstaunlichen Einstellungen. Er liebt die “schönen Seiten des Lebens“, wie Schmuck, teure und anspruchsvolle Autos und jede Art von elektronischem Schnick-Schnack – jetzt nachdem er sich all dies leisten kann, vergisst aber nie diejenigen, die nichts haben im Leben. Er geniesst seinen Luxus, hilft auf der anderen Seite aber auch den Armen, so wie z.B. den Kindern im Kinderhaus von Araras, der Stadt, in der er mit dem Fussball begann. “Ich bin der festen Überzeugung, das Fussballspieler oder auch Sänger einen Teil ihres Geld dazu benutzen sollten, den notdürftigen Kindern zu helfen“ – so Roberto Carlos.
Diejenigen, die ihn besser kennen, reden von ihm als Vorzeige-Vater der Familie und hingebungsvollen Sohn. Manch einer interpretiert wohl all dies anders, nicht selten haften ihm Arroganz, rücksichtsloser Kämpfer und Schnösel an; unfreundlich, unnahbar und hart sind Eigenschaften, die ihm des Öfteren zugeschrieben werden. Auf der anderen Seite wird er als Fussball-Held, aussergewöhnliches Talent und Craque gehandelt – er selbst sagt dazu nur: “Ich bin eine einfache Person. Manchmal werde ich wegen irgendeiner Einstellung nicht verstanden, aber niemals habe ich auch nur irgendjemanden angegriffen oder verletzt, der es nicht wollte. Wer mit mir lebt, der weiss das“. All das, was ihm in seiner armen Kindheit verwehrt war und was seine Stärke und sein Talent ihm jetzt möglich machen, geniesst er jetzt und nutzt es.
Roberto Carlos zählt zu den ganz grossen im Weltfussball, und er gewann bei einer Fan-Abstimmung im Internet im Jahre 2002 gar den Titel Weltfussballer des Jahres und hat alles erreicht, was man sich als Spieler erträumen kann. Zwischen 1992 bis 2006 bestritt Roberto Carlos insgesamt 125 Länderspiele für die Seleção. Er erzielte dabei 11 Tore und zusammen mit Cafu ist er der einzige Spieler, der in sechs Endspielen (Copa America 1995, 1997 und 1999, Confed-Cup 1997 und Weltmeisterschaft 1998 und 2002) im Einsatz war. Roberto konnte allerdings nur vier gewinnen, Cafu schaffte es auf 5 Siege. Zwei Tage nach dem Ausscheiden der brasilianischen Mannschaft aus der WM 2006 in Deutschland im Viertelfinal gegen Frankreich, erklärte er seinen Rücktritt. und
Roberto Carlos gilt als einer der besten Links Verteidiger der Welt, seine Offensiv-Vorstösse führen immer zu gefährlichen Angriffen, die meistens nur durch Fouls zu bremsen sind. Öfter hinterlässt er jedoch Löcher in der Abwehr, aber wenn Roberto Carlos einmal mit Schwung gegen ein Tor zieht, ist er nur schwer aufzuhalten. Seine Bananenflanken sind neben denen von Luis Figo und David Beckham die gefährlichsten der Welt, seine Freistösse, die er hart, präzise und angeschnitten schiesst, jedem Torwart ein Dorn im Auge. Er besitzt laut vieler Statistiken wie beschrieben einen der härtesten Schusse der Welt und wurde am 4. März 2004 von Pelé in die FIFA 100-Liste mit den 125 besten lebenden Fussballspielern aufgenommen.
Für Brasilien sind dies:
Carlos Alberto, Cafú, Roberto Carlos, Falcão, Júnior, Pelé, Rivaldo, Rivelino, Romário, Ronaldinho, Ronaldo, Djalma Santos, Nilton Santos, Sócrates, Zico
Cabrini sieht in ihm “ein(en) verkappten Stürmer, vom Mittelfeld bis zum gegnerischen Strafraum ist er fantastisch.“ Und Günter Netzer, die deutsche Fussballlegende und ARD-Kommentator, meinte: “Wenn es um den besten Linksfüssler geht, darf nur ein Name fallen: R.C. Er kann mit links alles: scharf schiessen, flanken, passen.“
Noch eines, was Roberto Carlos auszeichnet: er bewahrt sein Privatleben vor dem grossen Trubel und der Presse sorgfältig, lebt zurückgezogen und ohne grossen Trubel. Er liebt Pagode und Sertanejo, Alexandre Pires und Ivete Sangalo, sein Lieblingsessen ist Reis mit Feijao der Tante Maria und weiss selbst nicht zu kochen. Seine besten Freunde sind sein Vater, Ronaldo, Julio Baptista, David Beckham und Robinho. Sein Fussball-Fan-Herz hängt nach wie vor in Brasilien beim Club Santos und sein grosses Idol ist Gott. Er liebt den Strand, Fuss-Volei, Maradona und Michael Schumacher und ist nebenher als Geschäftsmann in São Paulo involviert. Ein ganz einfacher Mann also mit seinen Vorzügen und vielleicht auch Fehlern, wie jedermann und gerade das macht ihn so liebenswert. Am 2. August 2005 schwor er den Eid auf die spanische Verfassung und hat nun auch die spanische Staatsangehörigkeit, ohne jedoch die brasilianische aufzugeben – klaro, sonst hätte er ja nicht mehr für die Seleção spielen können, was er dann – wie bekannt mit seinem Rücktritt 2006 – definitiv klar machte.
Gut ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Brasilien zum Traditionsverein Corinthians São Paulo geht der 37-jährige Fussballstar aus Angst um sich und seine Familie wieder ins Ausland. Der weltbekannte Aussenverteidiger wechselt per sofort zum russischen Klub Anschi Machatschkala.
Roberto Carlos gab anfangs 2012 bekannt, dass er Ende 2012 seine aktive Karriere bei Anschi Machatschkala beenden wird. Dem Verein will er aber als Assistent des Präsidenten erhalten bleiben. Ende Juli teilte er aber überraschend mit, dass er seine aktive Karriere per sofort beendet. Verabschieden will sich der Weltmeister von 2002 mit einem Freundschaftsspiel zwischen Anschi Machatschkala, seinem letztem Club und Real Madrid, wo der nun 39-jährige Ausnahmefussballer elf Jahre unter Vertrag stand und 3-Mal die Champions League gewann.