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Anton Bertschy wurde am 7. November 1929 in Giffers geboren. Früh verlor er seinen Vater, der Polizist war. Seine Mutter musste nun ihre vier Kinder alleine durchbringen. Toni wuchs als einziger Knabe in der Familie auf und entwickelte früh Eigenständigkeit. Dank seiner Begabung und auf Anraten wohl gesonnener Lehrer in Plaffeien wurde er in der Guglera weiter gefördert.
In Freiburg bildete er sich zum Primarlehrer aus und lernte Musik, Literatur und Kunst schätzen. In der Rekrutenschule erkrankte er schwer, erholte sich aber wieder, so dass er 1949 in Jaun seine erste Stelle als Lehrer und Organist antreten konnte. 1951 übernahm er eine mehrstufige Primarklasse in Düdingen.
In den 50er-Jahren lernte er seine spätere Ehefrau Maria Corpataux aus Giffers kennen. 1956 heirateten sie. In Düdingen zogen sie drei Kinder auf.
Anton Bertschy war Beobachter des politischen Geschehens, Heimatkundler, Lehrmittel-Autor, Schriftsteller, Organist und Chor-Dirigent. Berufsbegleitend bildete er sich zum Sekundarlehrer aus. Seit 1956 unterrichtete er unter anderem Deutsch, Französisch, aber auch technisches Zeichnen und Kunstgeschichte.
1970 wurde er ans Kantonale Lehrerseminar berufen, um Kindergärtnerinnen, Primarlehrpersonen, später auch Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen auszubilden. Dort baute er in Pionierarbeit das Didaktische Zentrum auf. Berufsbegleitend studierte er Pädagogik, philosophische Anthropologie und Kunstgeschichte. Parallel zur Unterrichtstätigkeit verfasste er Aufsätze über die moderne Kunst im Kanton Freiburg. Dafür suchte er das direkte Gespräch mit Künstlern wie Bruno Baeriswyl, Emile Angéloz, Yvo Vonlanthen, Franz Brülhart und zuletzt Marcel Hayoz.
Kurz vor seiner Pensionierung wurde er Studiendirektor des deutschsprachigen Lehrerseminars. Danach erschien die Gedichtsammlung «Ds Ding» und der womöglich erste senslerdeutsche Roman «Ds Gstell».
1999 wurde er fast zeitgleich Grossvater und Ehrendoktor der Universität Freiburg. Daraufhin zog er sich zurück. Maria und Anton hüteten regelmässig ihre beiden Enkelkinder. Dabei faszinierte ihn, wie genau Kinder beobachten. Gerne erzählte er ihnen aus dem Märchenschatz.
Etwa vor zweieinhalb Jahren zeigten sich schleichend Altersbeschwerden: Sein Gang wurde unsicherer, das Denken langsamer, die Stimme leiser. Im letzten Monat klagte Anton unter starken Rückenschmerzen, so dass er in Tafers hospitalisiert werden musste. In seiner letzten Lebenswoche dankte er seiner Frau für alles, was sie für ihn getan hatte.
Am Montag, dem 25. Mai 2009, verschied er für alle unerwartet. Eing.