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Das Projekt Warteckhof entstand 1992 als alternative Konzeption zu einer konventionellen Blockrandbebauung des Basler Baudepartements auf dem Grundstück der stillgelegten Bierbrauerei Warteck. Das Bestreben war, die wichtigsten Bauten dieses Industrieensembles, und nicht allein den imposanten Wasserturm, der zum tradierten Stadtbild gehört, zu erhalten. Das Areal wurde in einen grossen Platz verwandelt, den unterschiedliche Gebäude besetzen: ein Geschäftshaus, ein Hofhaus mit Wohnungen und Ateliers sowie die alte Brauerei. Die Bebauung des Blocks ist offen, eine „Konstellation“, bestimmt von der Beziehung der Körper untereinander. Die Aussenräume sind öffentlich.
Mit dem städtebaulichen Entwurf ging ein besonderes wirtschaftliches Modell einher. Es ermöglichte den Erhalt der Altbauten, ohne sie in die Rendite einzubeziehen. Die Neubauten mussten die Durchführbarkeit des Projekts finanziell sichern. Die historischen Gebäude wurden räumlich wie ökonomisch freigesetzt und als Werkraum einer kulturellen Stiftung übergeben. 1993 wurde das Projekt vom Grossen Rat und vom Basler Volk durch Abstimmung gutgeheissen.
Sowohl für das Geschäftshaus nahe dem Eckbau der ehemaligen Brauereiwirtschaft als auch für den offenen Wohnhof wurden einfache Gestaltungsmittel gewählt. Beide Baukörper springen gegenüber den Strassenfluchten leicht zurück. Das Wohnhaus ist in Anlehnung an das Sichtmauerwerk der Brauerei mit rotfarbenen Klinkern verkleidet. Die grossen grünlichen Betonelemente des Geschäftshauses und die Fenster der Büros liegen versetzt aufeinander. Die Aussenwände erscheinen dadurch schwer, wirken aber zugleich bewegt. Im Gegensatz zum Geschäftshaus bilden die Öffnungen des Wohnhofs einen regelmässigen Raster. Die Fensterbreiten weichen voneinander ab, um die Zimmer dahinter zu differenzieren. Die Gesamtwirkung des Ensembles beruht auf der Komposition aus Alt und Neu. Die einzelnen Gebäude bleiben so allgemein wie möglich. Die frühere Nutzung der Brauerei lebt – als Erfahrung – in der neuen weiter, angesichts von Räumen und Fassaden, die von Fabrikanlagen her vertraut sind.
Datum: 1992—1996
Auftraggeber: Warteck Invest
Ort: Warteck Brauerei, Basel, Schweiz
Bruttogeschossfläche (BGF): 18.205 m² Wohnhaus, 13.014 m² Geschäftshäuser
Programm: Wohnhaus: 82 Wohnungen, 12 Ateliers, Kindergarten, Geschäftshäuser: Geschäfte, Büros, Altersheim
Bauingenieur: Burger & Partner, Suter & Suter
Technische Gebäudeplaner: Kriegel + Schaffner, Suter & Suter
Landschaftsarchitekt: August Künzel Landschaftsarchitekten
Eingangsdetail und Brunnen: Peter Suter