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Nach dem Triumph von 2014 musste das Schweizer Davis-Cup-Team einige Jahre unten durch. Nun ist man erstmals seit der Modusänderung zu Gruppenspielen vor vier Jahren zurück in der Elite. Dank dem Rückkehrer Stan Wawrinka und aufstrebenden Talenten.
In der Gruppe mit den Tennis-Grossmächten ist die Equipe des langjährigen Captains Severin Lüthi auf dem Papier das schwächste Team, doch die Formkurve stimmt optimistisch. Wawrinka und Dominic Stricker mit dem erstmaligen Vorstoss in die Achtelfinals am US Open überzeugten zuletzt. Im Februar, beim überraschenden 3:2-Auswärtssieg im deutschen Trier, war noch Marc-Andrea Hüsler mit zwei Siegen - darunter gegen Alexander Zverev - der grosse Mann.
Stricker erstmals in den Top 100
Nun dürften aber Wawrinka, der in die Top 40 zurückgekehrt ist, und Stricker, der diese Woche erstmals in den ersten 100 der Weltrangliste steht, die Einzel bestreiten. Den Auftakt macht die Schweiz am Dienstag gegen Frankreich, am Freitag folgt die Partie gegen den Gastgeber Grossbritannien und am Samstag gegen Australien. Gespielt werden in dieser Phase jeweils zwei Einzel und ein Doppel, die ersten beiden Teams der Gruppe qualifizieren sich für die Viertelfinals Ende November in Malaga.
Australien kann sich auf den besten Einzelspieler, den Weltranglisten-Zwölften Alex de Minaur, stützen, die Briten auf die Top-30-Spieler Cameron Norrie und Dan Evans sowie den unverwüstlichen Andy Murray. Auf dem Papier die leichteste Aufgabe steht gleich zu Beginn gegen die Franzosen an. Der «Grande Nation» fehlt ein eigentlicher Star, mit den Linkshändern Adrian Mannarino (ATP 34) und Ugo Humbert (ATP 36), dem aufstrebenden Teenager Arthur Fils (ATP 44) und den Doppel-Veteranen Edouard Roger-Vasselin und Nicolas Mahut verfügen sie aber über ein ausgeglichenes Team.
Wawrinka erinnert sich gerne an das letzte Duell gegen Frankreich zurück, den gewonnenen Final in Lille. «Es ist schade, dass wir diesmal auf neutralem Boden spielen», bedauert der dreifache Grand-Slam-Champion das neue Format. Ansonsten hofft er aber auf «eine tolle Woche». Sie hätten gut trainiert und seien top vorbereitet.
Stimmung im Team Weltklasse
Wawrinkas Comeback im Teamwettbewerb nach acht Jahren Absenz brachte die Schweiz nicht nur sportlich wieder auf Kurs, der 38-jährige Waadtländer dient mit seiner Leidenschaft und Energie auch als Vorbild und Mentor für die Jungen. «Es ist mega cool in diesem Team», schwärmt der siebzehn Jahre jüngere Dominic Stricker. «Als Einzelsportler geniesst man das besonders. Die Teamstimmung bei uns ist Weltklasse.»
Punkte garantiert dies noch keine, es soll aber die Basis legen, um in den nächsten Tagen eine Überraschung zu schaffen.