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Ich schreibe und spreche Chinesisch. Über diese Sprache haben viele Menschen geschrieben. Ein Bildsprache für Menschen und möglicherweise auch für etwas anders.
Für Shirakawa, ein verstorbener japanischer Sinologe ist das Chinesisch ein Mittel um eine non-duale Welt auszudrücken. Eine Welt von fühlenden Dämonen und denkenden Götter, blutig zugleich herrlich. Das Chinesisch ist somit ein Ausdruckstanz von allen Wesen der Welt, die für sich sprechen wollen.
In seiner Erklärung verstehe ich sofort, warum meine Grossmutter bei meiner Krankheit zu Tempel rannt anstatt zur Sprechstunde des Doktors. Der taoistische Priester zelebrierte und schrieb anschliessend paar Wörter voller Zauber auf ein Blatt Papier. Ich trank das Wasser samt dem Asche, nachdem das Papier im Kerzen des Tempels verbrannt wurde.
Das chinesische Wort besitzt Kraft.
Der schweizer Junge Serafino hat aufgeklärte Eltern und kommt gerne zu Shui Tang.
Eines Tages sagte er mir, dass er ein Dämon und ein Buddha in seinem Körper hat.
„Was macht der Dämon?“ fragte ich.
„Der Dämon negiert alles.“ er erzählte mir, dass der Dämon besonders negativ ist, wenn er Prüfung hat. „Der Dämon sagte mir, dass ich die Prüfung nicht schaffe.“
Das Stimmt. Das ist ja die Aufgabe eines Dämon, der uns Mut raubt und Zweifel schenkt.
„Und der Buddha? Was sagt er?“
„Der Buddhas lächelte und sagte nichts.“ seine Stimme wurde lauter, „aber ich sagte solange zu Buddha, ich schaffe es, ich kann es und ich will es.“
„Oh, Buddha ist beeindruckt.“
„Ja! Dann lächelte er auch und nickte. Serafino schafft es.“ sein Gesicht war hell und rosig.
Woher weiss ein 13jähriger vom inneren Spiel in jedem Menschen? Woher weiss er schon von der Zerrissenheit und kann es benennen?
Als er seinen Geburtstag hatte, kam er mit einem bemalten Hand.
„Das ist mein Dämon.“
„Er sieht nett aus.“
„Ja. Er ist ein fröhlicher Dämon.“
„Wieso hat dieser Dämon ein chinesisches Zeichen?“
„Ich habe ihm gesagt, dass er heute nur in meinem Körper bleiben soll.“ er schaute mich an, „Du hast mir letzter Woche beigebracht, wie man Mensch und Innen auf Chinesisch schreibt.“
Nun, hat er das Wort Innen in dem Körper des Dämon gemalt, somit ist ein Zauber abgeschlossen. Der Dämon ist fröhlich und bleibt bei Serafinos Körper heute!
Was der Dämon morgen macht? Das ist das Problem von morgen! Serafino und sein Dämon lebt im Hier und Jetzt. Und der Buddha ist bestimmt nicht eifersüchtig, wenn der Dämon besonders behandelt wird.