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Thomas Mann
Über das Leben und das literarische Schaffen des Nobelpreisträgers für Literatur
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Wer war Thomas Mann?
Welche Preise für Literatur kennst du? Bestimmt hast du schon etwas vom Literaturnobelpreis gehört, der seit 1901 an bedeutende Schriftstellerinnen und Schriftsteller verliehen wird. Thomas Mann erhielt diesen begehrten Preis 1929 im Alter von 54 Jahren, vorrangig für seine Familienchronik „Die Buddenbrooks“. Die 30er Jahre sollten aber für Mann einen tiefen Einschnitt in seine Karriere und sein Privatleben bedeuten: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ Mann 1933 Deutschland, viele seiner Werke wurden verboten. Später emigrierte der Schriftsteller in die USA und kämpfte aus dem Exil gegen den Faschismus.
Thomas Mann und seine Zeit
Thomas Mann war vor allem durch den Nationalsozialismus geprägt. Schon früh hegte er Skepsis gegenüber dem aufkommenden Faschismus. 1933 hielt sich Mann im Ausland auf, als die Nationalsozialisten ihm „geistigen Landesverrat“ unterstellten. Daraufhin entschied er sich, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Viele Schriftsteller/innen standen vor einer großen Herausforderung: Sollten sie ins Ausland gehen, um ungestört weiterzuschreiben oder in der inneren Emigration ausharren? Mann entschied sich für das Exil, arbeitete weiter und trug, wie viele andere deutsche Autoren, zur Exilliteratur während des Zweiten Weltkrieges bei.
Thomas Manns Kurzbiografie
Thomas Mann wurde am 06. Juni 1875 in Lübeck geboren und starb am 12. August 1955 in Zürich. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie. Sein Vater Johann Heinrich Mann erzog den jungen Thomas im Sinne bürgerlicher Tugenden, seine deutsch-brasilianische Mutter Julia da Silva-Bruhns war kunstsinnig und freilebiger. Manns Werke sind durch diese beiden gegensätzlichen Pole gekennzeichnet. Der Vater starb bereits 1891, woraufhin die Familie nach München zog. Mann folgte ihr nach Ende seiner Schulzeit 1894. Er absolvierte ein Volontariat bei einer Versicherungsgesellschaft, arbeitete aber bereits nebenbei an seiner ersten Novelle. Nach dem Volontariat versuchte er sich als freier Schriftsteller. Sein großer Durchbruch gelang ihm mit der Familiengeschichte „Die Buddenbrooks“. 1905 heiratete er schließlich die wohlhabende Katja Pringsheim, mit der er sechs Kinder bekam. Zwischen 1933–1938 lebte er in Südfrankreich, der Schweiz und den USA. Nachdem ihm 1936 die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, beantragte Mann die amerikanische. Bis 1952 blieb Mann Gastprofessor in den USA. Obwohl ihn der Atlantik von Europa trennte, führte er im Exil seinen Kampf gegen Hitlerdeutschland weiter: Berühmt wurden seine 55 Radiosendungen nach Deutschland (1942–1945), in denen er zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufrief. Mann kehrte niemals dauerhaft nach Deutschland zurück. Im Alter von 80 Jahren erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Hansestadt Lübeck. Dies gilt als seine Aussöhnung mit Deutschland.
Bedeutendes Werk: „Die Buddenbrooks“
Thomas Manns Roman „Die Buddenbrooks“ erzählt die Geschichte der gleichnamigen Familie über vier Generationen. Das Werk handelt vom wirtschaftlichen und sozialen Verfall um die Jahrhundertwende. Johann Buddenbrook ist das Oberhaupt der Familie. Er baut einen erfolgreichen Getreidehandel auf, der die Familie wirtschaftlich und sozial aufsteigen lässt. Doch bereits in der zweiten Generationen zeigen sich erste Probleme: Johanns Sohn Jean hat Skrupel an den Methoden seines Vaters. Er verliert langsam das Interesse an der Firma. Sein Sohn Thomas (3. Generation) übernimmt aber noch ein gut laufendes Gewerbe. Die finanziellen Schwierigkeiten des Getreidehandels nehmen aber zu und Thomas verliert nach und nach an Ansehen. Auch seine Geschwister können ihn nicht stützen. Der Verlust an festen Wertevorstellungen und der allmähliche Verfall der herrschenden Gesellschaftsordnung zeichnet die gesamte Familie. Thomas Sohn Hanno ist der Logik folgend völlig lebensunfähig. Er ist ganz der Décadence verfallen. Er stirbt mit nur 16 Jahren. Der Roman beschreibt auf eindringliche Art und Weise den Verfall einer gutbürgerlichen Familie. Die Menschen der Zeit beschreibt Mann als antriebslos und lebensuntauglich. Keiner in der Familie Buddenbrook hat die Möglichkeit, den drohenden Verfall aufzuhalten. Dieses Endzeitgefühl erfüllte viele Schriftsteller jener Zeit. Themen der inneren Zerrissenheit und der labilen Geisteszustände werden vordergründig.