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Je kleiner die Portionen, desto mehr Abfall
Bei den Haushaltsabfällen spielt ein Gesetz der Geometrie eine bedeutende Rolle, egal ob es sich um eine Konservenbüchse mit Erbsen, eine Getränkeflasche, ein Tetra Pak mit Fruchtsaft oder eine Schachtel Cornflakes handelt:
- Je kleiner das Produkt, desto mehr Verpackung wird im Verhältnis zum Inhalt benötigt.
Man sich leicht selber davon überzeugen, indem man zwei Tetra Pak Orangensaft von je einem halben Liter aufeinanderlegt, um einen Liter nachzubilden: die beiden Flächen der Verpackung, die sich berühren, fallen bei der Verpackung von einem Liter nicht an (vergleiche Schema).
Gewicht und Bedeutung der Verpackung
Für einen Vergleich kann man auch eine Küchenwaage benutzen, indem man Produkte derselben Marke mit unterschiedlichen Inhaltsgrössen wiegt. Man stellt fest, dass je kleiner das Volumen der Getränkeflasche ist, umso mehr Verpackungsmaterial im Verhältnis zum Inhalt benötigt wird. Unter Berücksichtigung aller Unterschiede verursacht deshalb eine kleine PET-Getränkeflasche von 0,33 Liter zweimal mehr Plastikabfall als eine grosse PET-Getränkeflasche von 1,5 Liter. Der Unterschied zwischen einem normal grossen Konfitürenglas und den Einzelportionen in Miniaturgläschen ist aber noch viel grösser: Die mit Konfitüre aus solchen Kleinstgläschen bestrichene Brotschnitte verursacht dreimal so viel Abfall an Glas (das Töpfchen), Blech (der Deckel) und Papier (die Etikette) wie ein Konfibrot mit Konfitüre aus einem grossen Topf. Und schliesslich, um beim Frühstück zu bleiben, erzeugt die Schale Cornflakes aus dem Ein-Portionen-Karton (20 g) gar das Vierfache an Abfall (Karton und Plastik) wie eine Schale Cornflakes aus einem grossen Karton (500 g).
Kleiner Haushalt, kleine Portionen
Familienpackungen sind auf den Inhalt bezogen billiger, da sie nicht nur weniger Verpackungsmaterial als kleine Einzelportionen benötigen, sondern auch weniger Aufwand für den Warenumschlag (z.B. Transport und Auffüllen der Verkaufsregale) sowie geringere Kosten in der Buchhaltung und im Verkauf verursachen. In der Schweiz und den sie angrenzenden Ländern werden aber immer mehr Waren in Form von Kleinportionen gekauft.
Dieses Phänomen erklärt sich dadurch, dass die Grösse der Haushalte stärker abnimmt, als die Bevölkerung wächst. Mit anderen Worten: Immer weniger Personen leben zusammen unter einem Dach. Während 1970 die Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte noch 40% der Gesamthaushalte ausmachten, sind es heute fast 70% – und mehr als ein Drittel der Wohnungen werden nur von einer Person bewohnt.
Mehr Recycling, aber auch mehr Abfälle
Dass die Menge der Siedlungsabfälle nach wie vor zunimmt (689 kg pro Einwohner im Jahr 2011) lässt sich nur teilweise durch die kleiner werdenden Haushaltsgrössen erklären. Der Zuwachs an Abfällen entsteht auch dadurch, dass heutzutage immer mehr verpackte Produkte konsumiert werden, besonders vorgekochte Gerichte. Erfreulicherweise wird das ständig wachsende Abfallvolumen etwas nivelliert, denn immer mehr Menschen in unserem Land recyclieren ihre Haushaltsabfälle immer sorgfältiger und entsorgen sie getrennt in den dafür vorgesehenen verschiedenen Containern und Sammelbehältern: Altglas, Altpapier und Karton, PET-Flaschen, Aluminium und Weissblech, Batterien und Akkus, Textilien etc. Gesamtschweizerisch betrachtet werden heute rund 50% der Siedlungsabfälle sortiert und zur Wertschöpfung in Recyclingprozesse überführt.
Abfallrecycling ist notwendig, das ist unbestritten. Um die Ressourcen und das Klima unserer Erde zu schonen, sollte aber auch viel weniger Abfall produziert werden. Hier deshalb einige Hinweise, wie dies im Bereich der Lebensmittel gelingen kann :
- Lieber Grosspackungen wählen als Kleinstportionen, sofern man nicht riskiert, diese Lebensmittel wegwerfen zu müssen, weil die Haltbarkeit überschritten wird!
- Keine übermässig verpackten Produkte kaufen.
- Früchte und Gemüse lieber offen kaufen als solche, die in Plastikschalen angeboten werden.
- Produkte bevorzugen, die nachgefüllt werden können (Kaffee, Kakao…)
- Praktische Verpackungsdosen aufbewahren, denn sie können als Vorratsdosen wieder aufgefüllt werden oder andersweitig nützlich sein.
- Zum Einkaufen eine Tragtasche oder einen Einkaufswagen (Shopping Trolley) benutzen, so braucht man wenig bis keine wegwerfbaren Plastikbeutel im Laden. Es gibt sehr leichte und trotzdem solide Einkaufstaschen, die zusammengefaltet weniger Platz benötigen als ein Brillenetui.
- Lieber Leitungswasser trinken als Mineralwasser aus Getränkeflaschen. Sollte es nach Chlor riechen, einfach vor dem Servieren eine Stunde lang in einer Glasflache in den Kühlschrank (oder in einer Karaffe auf den Tisch) stellen.
- Waren bevorzugen, deren Verpackung aus Recycling-Material hergestellt ist oder tatsächlich rezyklierbar ist.
Achtung: Dieses kleine Logo (Der grüne Punkt) bedeutet nicht, dass die Verpackung rezyklierbar ist, und auch nicht dass sie recycelt wird, sondern dass der Hersteller eine Gebühr für die Abfälle entrichtet hat.