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Die erste dokumentierte Herstellung von “Transparenten” fiel in die schwierige politische Zeit, die von der Absetzung des letzten Landvogts im Jahre 1798 bis zur Gründung des neuen Kantons 1803 geht. Auch die Geschehnisse in Italien beeinflussten das Leben in Mendrisio weiter; das religiöse Leben blieb jedenfalls bis 1885 weiterhin in der Diözese von Mailand und Como verankert. Das für die Prozessionen von Mendrisio bedeutendste Ereignis war die Auflösung der Klöster, darunter auch das der Serviten Marias. Solange die Brüder in dem Weiler lebten, ist sicher, dass zumindest die Bilder der 10 grössten “Tore” gemeinsam mit denen für die Kirche und das Kloster von ihnen gehütet wurden. Doch bereits 1838 beauftragte die Gemeinde den Maler Augusto Catenazzi, 12 “Leuchten” anzufertigen, die im Corsobello angebracht werden sollten und die Themen wurden von Don Giuseppe Franchini ausgewählt, wie er selbst in seinem “Tagebuch” beschreibt. Wir können uns vorstellen, dass viele Bürger ihre Häuser mit weiteren, handlicheren “Transparenten”, die man zuhause aufbewahren konnte, schmücken wollten, weshalb ihre Zahl immer weiter anstieg. Vielleicht stammen aus dieser Zeit auch die “Viscardi-Serie” auf der Piazza del ponte, die Szenen aus dem Alten und Neuen Testament nebeneinander zeigt, und die Werke auf der Piazzetta Borella, vor allem die an dem ehemaligen Haus des Malers Antonio Baroffio, mit dessen Malerei im Stil des Klassizismus sie einige Gemeinsamkeiten aufweisen, auch wenn die verwendete Technik dazu führte, dass sie nicht wirklich “transparent” waren. Nach dem Wegzug der Serviten Marias fiel teilweise auch die Kontrolle über die Veranstaltungen weg, die nach und nach verfielen: einige Propste beschwerten sich über das respektlose Benehmen der Prozessionsteilnehmer, neue Konstruktionen führten dazu, dass die Veranstalter weitere Orte zum Anbringen der “Tore” suchten; einige wurden auch neu montiert, ohne auf den Zusammenhang zwischen Mittel-und Seitenthemen zu achten. Auch Brände und die unsachgemässe Aufbewahrung trugen dazu bei, dass Lücken in der Originalserie entstanden. Und schliesslich führte die Oberflächlichkeit, mit der man die Veranstaltung betrachtete – die mittlerweile eher zu einem Volksspektakel verkommen war – dazu, dass “Transparente” mit Themen hergestellt wurden, die nichts mehr mit dem Thema der Passion Christi und den Schmerzen Marias zu tun hatten und die oft auch von schlechter Qualität und kleinen Ausmassen waren. Hier heben sich die grossen, gut gemachten Werke von Giuseppe Monti ab, der in Brera studiert hatte, darunter die spektakuläre Opferung Isaaks auf dem Tor in der Via San Damiano.