Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03499.jsonl.gz/1948

Oppositionsführer Mauricio Macri löst Christina Fernández de Kirchner als Argentiniens Staatschef ab. Der konservative und wirtschaftsliberale Macri gewann die zweite Runde der Präsidentenwahl klar gegen seinen linksgerichteten Herausforderer Daniel Scioli.
Auf den 56 Jahre alten Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires entfielen am Sonntag nach Auszählung von 96 Prozent der abgegebenen Wahlzettel 51,8 Prozent der Stimmen, während sein Gegner auf 48,2 Prozent kam. Erstmals musste der argentinische Präsident per Stichwahl bestimmt werden. Scioli gestand am Sonntagabend seine Niederlage ein und beglückwünschte seinen Rivalen.
Der neugewählte argentinische Präsident Mauricio Macri kommt aus einer der reichsten Familien des Landes. Bekannt wurde er aber als Präsident des Arbeitervereins Boca Juniors, dem Fussballclub, von dem es heisst, dass die Hälfte der Argentinier «plus eins» Fan sei.
In der Zeit von Macris Präsidentschaft (1995-2007) gewannen die Blau-Gelben, bei denen einst Diego Maradona kickte, unter anderem die südamerikanische Champions League, die Copa Libertadores.
Macri, von Beruf Ingenieur, war bis in die 90er Jahre selbst als Unternehmer tätig. 1991 wurde er von einer Polizisten-Bande entführt und gegen ein hohes Lösegeld freigelassen. Mit der buddhistischen Lehre und Psychotherapie versuchte er das dramatische Ereignis zu verarbeiten. Nach einem ersten erfolglosen Anlauf 2003 siegte er 2007 bei der Bürgermeisterwahl in der Hauptstadt Buenos Aires.
2011 wurde er wiedergewählt. Er profilierte sich als Gegenpol zur linken Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner. Das öffentliche Transportsystem der Hauptstadt geniesst heute einen besseren Ruf als früher, es wurde ein grosses Fahrradnetz aufgebaut und die Stadt sieht sauberer aus.
Der Gründer der konservativen Partei «Propuesta Republicana» (PRO) hatte für die Wahl eine Koalition mit der Zentrumspartei «Unión Cívica Radical» gebildet, um die Peronisten abzulösen, die auf eine linke Wirtschaftspolitik setzten.
Er selbst bezeichnet sich als ein von der schweren Krise von 2001 geprägter Politiker, bei dem die Rechts-Links-Kategorien überholt seien. Damals war Argentinien pleite und es kam zu Massenprotesten.
Macri hat drei Kinder mit seiner ersten Ehefrau, von der er sich 1991 scheiden liess. 2010 heiratete er die Mode-Unternehmerin Juliana Awada. Das Paar hat eine vierjährige Tochter. (kad/sda/dpa)