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Finnisch – die Nationalsprache Finnlands – hat seine Ursprünge in Zentralrussland und gehört zur Familie der finnougrischen Sprachen. Aufgrund der Jahrhunderte langen schwedischen Herrschaft in Finnland schränkte sich das Finnische auf den Status einer mündlichen Sprache ein, während Schwedisch und Lateinisch auf administrativer Ebene und in der Kirche verwendet wurden. Erst im 16. Jahrhundert wurde von Mikael Agricola – einem finnischen Bischof – die Grundlage für ein schriftliches Finnisch geschaffen. Dieses Werk war im 19. Jahrhundert die Geburtsstunde einer Bewegung mit dem Ziel, den Status der finnischen Sprache zu verbessern und sie zu modernisieren. Schliesslich erlangte mit der Veröffentlichung des Epos Kalevala – einem Meilenstein des finnischen Nationalbewusstseins – Finnisch auch Renommiertheit. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Sprache nämlich von den schwedisch sprechenden Menschen verachtet worden. Heute sprechen mehr als 90 % der Bevölkerung Finnlands Finnisch und nur 6 % Schwedisch. Finnisch wird von 5 Millionen Menschen hauptsächlich in Finnland, aber auch in Schweden, Norwegen, Russland, Estland, Kanada und in den Vereinigten Staaten gesprochen. In Finnland gibt es zwei Sprachvarietäten, die Standardsprache und die gesprochene Sprache. Die Standardsprache, die sich durch eine strenge Anwendung der Grammatikregeln auszeichnet, wird in formellen Situationen (bei Reden, in der Politik) und in fast allen schriftlichen Texten verwendet. Die gesprochene Sprache ändert sich ständig und kommt im Fernsehen, im Radio, in der Arbeit und bei den gewöhnlichen Gesprächen zum Einsatz.
Einordnung in Sprachfamilien: Uralsprachen – finnougrische Sprachen – Finno-Permisch – Wolgafinnisch – Finno-Samisch – Ostseefinnisch - Finnisch