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Die im Südschwarzwald entspringende Wiese fliesst im Unterlauf auf knapp 3 Kilometern durch Riehen und mündet kurz darauf in Kleinbasel in den Rhein.
Die Wiese entspringt im Südschwarzwald, in der Umgebung des Feldbergs auf 1200 Meter über Meer und mündet bei Kleinhüningen in den Rhein. Sie ist 55 Kilometer lang und fliesst erst auf den letzten 6 Kilometern auf Schweizer Territorium, in der Ebene zwischen dem Tüllinger Hügel und dem Dinkelberg. Das Landschaftsbild des Wiesentals ist sehr abwechslungsreich. Auf ein von Gletschern geprägtes Muldental im obersten Abschnitt folgt ein Mittelteil mit tief eingeschnittenen Kerbtälern zwischen Schönau und Hausen. Die Wiese fliesst bei Lörrach über die Landesgrenze nach Riehen, bildet danach jedoch nicht die Landesgrenze, sondern verläuft ganz auf Riehener Boden. Den Schlussabschnitt bis zur Mündung in Basel bildet ein breites Kastental.
Entlang der Wiese von Todtnau bis Basel entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine florierende Textilindustrie. Die Möglichkeit der Nutzung der Wasserkraft, das Vorhandensein billiger Arbeitskräfte sowie solvente Investoren aus Basel und dem Elsass boten dafür ideale Voraussetzungen. Um das Wasser der Wiese gewerblich und für die Landwirtschaft zu nutzen, bildeten sich bereits im Mittelalter mit dem Alten und dem Neuen Teich (auch Riehener Mühleteich) sowie dem Weilmühleteich drei Gewerbekanäle auf Riehener Boden. An der Grenze zur Stadt Basel entstand im Mittelalter zudem mit dem Riehenteich der wichtigste Kleinbasler Gewerbeteich.
Vor der Begradigung und Befestigung des Flussbetts im 19. Jahrhundert schlängelte sich die Wiese mit ausschweifenden Nebenarmen durch das Gelände. Der Plan von Daniel Bruckner von 1748–1764 zeigt die Wiese noch als reich verzweigten Fluss mit vielen Kiesinseln und Seitenarmen. Manche Streckenabschnitte bildeten damals die Landesgrenze. Da die Wiese während Hochwasserperioden regelmässig über die Ufer trat und das Weideland und den Auenwald überschwemmte, verschob sich die Grenze jedoch kontinuierlich. Die Kanalisierung fixierte zwar den Grenzlauf, wirkte sich jedoch negativ auf die Höhe des Grundwasserspiegels und das komplette Ökosystem aus. Seit den 1980er-Jahren wird versucht, die Biodiversität durch Renaturierungsprojekte wiederherzustellen. Seit 2001 werden im Rahmen des grenzüberschreitenden Landschaftsparks Wiese nachhaltige Projekte aus den Bereichen nachhaltige Nutzung und Biodiversität gefördert.
Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 7.1.2023
Wehrlin, Rolf: Die Langen Erlen. In: Jahrbuch z’Rieche 1963. S. 38–52.
Meyrat, Sibylle: Wasser- und Energiekreisläufe. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 185–211, hier S. 193–195.
Moehring, Markus: Wiesental. In: Historisches Lexikon der Schweiz. URL: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008775/2013-10-29 (17.02.2022).
Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 46, 54, 88–91.
Wiese. In: regionatur. Natur und Landschaft der Region Basel. www.regionatur.ch/Orte/Naturraeume-Flusslandschaften/Wiese (17.02.2022)
Wirz, Eduard: Unser Riehen. Riehen 1956. S. 21–27.