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Nachdem wir übereingekommen sind mit der MARAMALDA die Tour zum Kap Horn zu machen, räumten wir unnötige Sachen vom Vorschiff zu ihnen rüber und sie brachten ihre eigene Bettwäsche und richteten sich in ein. Helen bereitete eine Gemüsesuppe und eine Tomatensugo vor und Hansueli buk ein Vollkornbrot, während Dani die Zarpe-Grundlagen erstellte.
Am Vorabend hat noch eine französische Charterjacht am ersten Päckli aussen angemacht und eine Landleine über die Durchfahrt gegen Norden ausgebracht, was nötig war, weil diese Boote gegen das zweite Päckli schwoiten. Der Skipper wollte sich vorerst weigern, frühmorgens für uns diese Leine zu lösen. Er liess die Tiefen ausloten und glaubte uns erst nachher, dass wir ohne Hochwasser gar nicht mehr neben ihm rauskönnten. Einer der zahlreichen Chartergäste versprach uns, den Wecker auf 5 Uhr zu stellen und die Leine zu lösen.
Dort regte sich am Morgen aber nichts und um losfahren zu können, kletterte Helen über alle Boote und weckte den draussen schlafenden Skipper. Zwei Stunden nach Hochwasser hatten wir gerade noch genug Wassertiefe und bogen in der Beagelkanal in Richtung Osten durch den Paso Mackinley.
"Walblas voraus!" Was aussah wie kurze Rauchsäulen. Es waren vier Humpback Wale die sich uns näherten, vor unserem Bug abtauchten und verschwanden. Von Hansueli habe ich nachher diese schönen Bilder bekommen.
Eines der über 10'000 Wracks die in patagonischem Gewässer liegen. Bevor der Panamakanal eröffnet wurde, musste dieser gefährliche Handelsweg befahren werden.
An der Ostküste der Isla Lennox in der Caleta Sur übernachteten wir am Anker. Neben uns lag die MAKORE, die wir schon in Puerto Williams kennengelernt haben.
Als wir tags darauf die Bucht Nassau überquerten, beobachteten wir ein seltsames optisches Phänomen. Die kleinen Islas Doedalus (nördl. von I. Grevy/ gehört zu der Gruppe der Wollaston- Inseln) spiegelten sich in einem schwachen Dunststreifen.
Durch den engen Kanal Washington hielten wir bald auf unseren nächsten Ankerplatz zu: Die Caleta Maxwell an der Ostküste der Isla Hermite. Vorsichtig steuerte Dani um die Kelpfelder in den inneren Bereich der Bucht und dort fanden wir ausgelegte Landleinen. Wie bequem für uns! Nach dem Ankern mussten wir nur mit unseren Landleinen einschlaufen. Nach einer heissen Schockolade hangelten wir uns an den Leinen zu der üppig bewachsenen Küste um sie zu erkunden.
Früh um 5 Uhr schlauften wir die Landleinen aus, lichteten den Anker um durch eine schmale Passage in die Pazifikdühnung und in Richtung Isla Hornos zu fahren (…mit Motor, mangels Wind, wie meistens die letzten beiden Tage). Der Sonnenaufgang im SO über der I. Hornos.
Die Segler-Familie der MAKORE mit den beiden Mädchen kamen schon vom Besuch des Leuchtturms zurück als wir weit draussen, bei 27m, mit fast aller Kette geankert haben.
Dani wäre es nicht wohl, das Schiff so allein zu lassen, obwohl kein Wind wehte, halten hier die Anker fast nie!
Hansueli ruderte uns Frauen zum Strand mit den glitschigen Steinen und vertäute das Dingi gut. Steile Treppen führten uns zu den Holzstegen die das Leuchtturmhaus, die Kapelle, eine Plattform und das Albatrosmonument bequem und trocken verbinden. Der Boden war sumpfig, mit Flechten, Gräsern, vereinzelten Büschen bewachsen. Der Cap Horn- Nationalpark ist ein Teil der 11 geschützten Landschaften, die insgesamt über die Hälfte der Magellan- und Antarctic-Region ausmachen. Der Name Kap Horn stammt vom niederländischen Ort Kaap Hoorn.
Der nette Leuchtturmwärter erzählte von der Geschichte des Leuchtturms und von seinem Leben mit seiner Familie hier. Dass er 3 Kinder hat, wussten wir schon von der KAMA-Crew, die ihn auf dem Rückweg von der Antarktis besuchten. Jedes Kind erhielt von uns eine Schokolade- allerdings chilenische, nicht originale CH-Schoggi wie von KAMA. Wir haben uns im Gästebuch eingetragen und erhielten Stempel in die Pässe.
Auf dem Rückweg fuhren wir durch den Paso del Sur und nordwärts über die Bahia Nassau alles mit dem Motor. Am Eingang des Paso Gore (zw. Navarino und Lennox) entdeckten wir in der Ferne wieder Walblas und später besuchten uns Delfine. Nach diesem unwahrscheinlichen Wetterglück mit soviel Sonne war klar: der Himmel bedeckte sich und als wir in Puerto Toro am leeren Steg festgemacht hatten, fing es an zu Regnen.
Anderntags nutzten wir wieder den Ebbstrom um durch den Paso Mackinley die 25 sm zur MICALVI zurückzufahren.