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Im Dezember 2018 waren meine Frau und ich in Kambodscha. In der Hauptstadt zeigen sich eindrückliche Veränderungen. Jedes Jahr schiessen neue Geschäftshäuser in die Höhe. Protzige Regierungsgebäude machen den Eindruck eines aufblühenden Staates. Teure Offroader quälen sich durch den chaotischen Strassenverkehr, der von unzähligen Mopeds beherrscht wird. Doch wenige Meter hinter den pompösen Fassaden beginnen die Slums.
Im Sommer 2018 wurden in Kambodscha die Regierung und das Parlament neu gewählt. Ministerpräsident bleibt Hun Sen, der das Land seit 32 Jahren mit harter Hand regiert. Zum Glück für die Projekte von HOPE FOR ALL sind die befürchteten Unruhen ausgeblieben.
Wir haben die meisten Kinder aus dem Schul-Sponsoring Programm zuhause besucht. Sie leben entweder in einem Elendsviertel von Phnom Penh oder in einer Siedlung, die wir «HIV-Dorf» nennen. Die Leute wurden aus der Hauptstadt vertrieben, weil Angehörige der Familie das HI-Virus tragen oder schon an AIDS erkrankt sind. Ein koreanisches Hilfswerk hat für sie ungefähr dreissig Kilometer ausserhalb von Phnom Penh einfache Behausungen errichtet und Wasserbrunnen gebaut.
Die Bewohner, es sind fast nur Frauen und Kinder, haben in dieser Einöde zwar einen besseren Platz zum Wohnen, aber keine Arbeit. In der Umgebung gibt es nur Lagerhäuser und kaum Landwirtschaft. Die Hauptstadt ist zu Fuss nicht erreichbar und die Wegstrecke bis zur Oberschule beträgt sechs Kilometer. Es existieren keine öffentlichen Verkehrsmittel.
Die Leute im HIV-Dorf sind dankbar, dass sie regelmässig Reis erhalten. Seit vielen Jahren verteilen wir dieses Grundnahrungsmittel an bedürftige Familien und an alte Menschen, die ohne Unterstützung durch Verwandte leben müssen. HOPE FOR ALL gibt monatlich über eine Tonne Reis ab.
In der HOPE FOR ALL Clinic herrscht reger Betrieb. Dank ihrer modernen Einrichtung und dank dem guten Ruf ihrer Zahnärzte wird die Clinic zunehmend von Patienten aufgesucht, die einen üblichen Behandlungstarif bezahlen. Ihre Honorare vermindern die Unkosten der Clinic bei der Behandlung von Patienten, die kein oder nur ein symbolisch geringes Entgelt entrichten. Manche dieser Patienten erhalten nach der Behandlung sogar einen Zustupf für den Kauf von verträglichem Essen.
HIV/AIDS: Kambodscha ist eines der Länder Asiens mit der grössten Verbreitung von HIV und AIDS. Auf dem Höhepunkt der Epidemie litten beinahe 3% der Einwohner an dieser Krankheit. Sie hinterliessen 33'000 Vollwaisen. Eine verbesserte Aufklärung hat die Zahl der HIV-positiven Bewohner auf unter 1% gesenkt. NGOs und die Regierung betreiben Zentren, wo Erwachsene und Kinder mit Medikamenten versorgt werden, die den Ausbruch der Krankheit verhindern.
Das Sponsoring Programm von HOPE FOR ALL ermöglicht 80 Kindern aus ärmsten Verhältnissen den Schulbesuch. Die Eltern oder Erzieher dieser Kinder erhalten je nach Schulstufe monatlich zwischen 25 und 45 US-Dollars, um damit die Lehrer zu bezahlen und um die obligatorische Schuluniform, Schuhe und etwas Essen zu kaufen.
Unser Gewährsmann Meas Thavy oder sein Assistent besuchen jeden Monat alle Kinder an ihrem Wohnort. Anhand der «School-Reports» und mit einfachen Tests stellen sie fest, ob die Schule regelmässig besucht wird. Falls dies nicht der Fall ist, wird die Unterstützung sofort gestrichen.
Wenn Jugendliche aus dem «Sponsoring Programm» die Oberstufe ihrer Schule beendet haben, ermöglicht ihnen HOPE FOR ALL eine weitere Ausbildung oder ein Studium.
Srey Len hat als Kleinkind beide Eltern verloren und lebt bei ihrer mausarmen Grossmutter. Viele Jahre lang wohnten die beiden in einem erbärmlichen Verschlag am Rand einer lärmigen und staubigen Strasse, bis sie in eine etwas bessere Unterkunft umziehen konnten.
Srey Len war bereits im HOPE FOR ALL Kindergarten und kam anschliessend in das Sponsoring Program. Sie glänzte als beste oder zweitbeste Schülerin ihrer Klasse und besuchte zusätzliche Englisch-Kurse. Im letzten Herbst schaffte sie die Aufnahmeprüfung in eine anspruchsvolle Wirtschafts-Hochschule. Während dem vierjährigen Studium wird sie von uns und einem Schweizer «Paten» weiter unterstützt.
In Kambodscha herrscht ein grosser Mangel an gelernten Handwerkern. Das Land kennt keine Gewerbeschulen. Die Don Bosco Technical School (DBTS) bildet junge Frauen und Männer zu gesuchten Handwerkern oder Informatikern aus. Auch fähige Schüler aus dem Sponsoring Programm von HOPE FOR ALL können sich für die DBTS bewerben. Wir bezahlen für sie die Kosten der Schule und ein Taschengeld. Das Bild zeigt Absolventen der DBTS zusammen mit Meas Thavy, dem Leiter des Sponsoring Programms.
Vermittelt durch HOPE FOR ALL offeriert eine Schweizer Firma grosszügige Stipendien an arme Studenten der Zahnmedizin. Die drei Doktoranden auf dem Bild haben ihre praktischen Kenntnisse an der Clinic erworben. Daneben stehen Dr. Thürig von HOPE FOR ALL und Dr. Borith, Chef der Clinic