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Palma. Sonst nichts.
Die Leute hätten vermutlich andere Sorgen, meinte Yolanda Garví, die damalige Sprecherin der Sozialisten auf den Balearischen Inseln; für die Menschen in Palma sei die Angelegenheit «nicht relevant». Das war vor fünf Jahren. Heute regieren die Sozialisten auf den Balearen, und nun musste die Frage doch ganz dringend beantwortet werden: Wie heisst die Hauptstadt Mallorcas und der Balearen? Palma oder Palma de Mallorca? Das Regionalparlament hat diese Woche beschlossen: Palma, und nichts weiter. Gut, dass das mal geklärt ist.
Gegründet wurde die heutige 400’000-Einwohner-Stadt von den Römern im zweiten vorchristlichen Jahrhundert unter dem Namen Palma. Arabische Eroberer nannten den zwischenzeitlich ziemlich heruntergekommenen Ort im 10. Jahrhundert Madina Mayurqa, woraus katalanische Eroberer im 13. Jahrhundert Ciutat de Mallorca machten. So hiess die Stadt, bis ihr Spaniens erster Bourbonenkönig Felipe V. Anfang des 18. Jahrhunderts den Namen Palma zurückgab.
Das Anhängsel «de Mallorca» bürgerte sich später ein, damit es im Rest Spaniens keine Verwechslungen mit Las Palmas de Gran Canaria oder der kleinen Kanareninsel La Palma gäbe. Und als in den 1960er-Jahren der Massentourismus Mallorca entdeckte, kam der Beiname ganz gelegen: Wer im Flieger nach Palma de Mallorca sitzt, muss sich nicht fürchten, aus Versehen Richtung Kanaren unterwegs zu sein.
Zwei Parteien, zwei Namen
Die Mallorquiner nannten Palma natürlich weiterhin Palma, während die Regionalpolitiker in den vergangenen zehn Jahren einen hartnäckigen Streit um den offiziellen Namen führten: Sobald die konservative Volkspartei (PP) regierte, bestand sie auf Palma de Mallorca, kamen die Linken an die Macht, verschwand der Anhang wieder. Mit dem Beschluss des Regionalparlaments von diesem Dienstag ist die Stadt nun zum dritten Mal umbenannt worden.
Offenbar verletzt der längere Name den Inselstolz: «Palma de Mallorca» sei der Stadt von der «staatlichen Administration» zugeteilt worden, nicht von den Einheimischen, begründete die linke Abgeordnete Bel Busquets ihren dringenden Wunsch nach Verkürzung. «Sie wollen nicht Palma de Mallorca sagen, weil es sehr zentralistisch, sehr rechts und sehr nach der PP klingt», erklärte der PP-Abgeordnete Álvaro Gijón spöttisch die Umbenennung.
Die Konservativen wollen aber nicht stillhalten. Für die internationale Touristenwerbung sei Palma de Mallorca einfach der bessere Name. Beim nächsten Regierungswechsel auf den Balearen will die PP das Thema wieder auf den Tisch bringen. Egal, was die Leute für Sorgen haben.