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Ausgehend von der Lektüre eines Buches in der Titus Lesegruppe finden mehrmals im Jahr „Literarisch-musikalische Gottesdienste“ in der Titus Kirche statt. Eine Übersicht über den Inhalt des Buches, Textauszüge, eine dazu passende musikalische Gestaltung und ein ausgewählter Predigttext bilden ein aufeinander abgestimmtes Ensemble.
Der literarisch-musikalische Gottesdienst vom 17. Februar 2019 ist dem Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ gewidmet, in dem Franz Werfel den Widerstand einer Gruppe von Armeniern auf dem „Moses Berg“ in den Kriegsjahren 1915/16 beschreibt. Dazu konnten wir für die musikalische Gestaltung das Ensemble „Eskeniangeli“ gewinnen: Tamar Eskenian (Flöten), Shant Eskenian (Geige) und Angelika Zwerger (Cello). Das Ensemble ist spezialisiert auf Musik des 17. und 18. Jahrhunderts sowie auf armenische Musik ab dem 5. Jahrhundert.
Zwei der drei Musiker haben armenische Wurzeln und sind mit der Musik ihrer ursprünglichen Heimat vertraut. Einen grossen Teil ihrer Ausbildung haben alle drei MusikerInnen an der Scola Cantorum Basiliensis absolviert. (» www.eskeniangeli.com
).
Franz Werfel verfasste den Roman in den Jahren 1932/33 im Anschluss an eine Reise mit seiner Frau Alma Mahler-Werfel nach Palästina. Begegnungen mit dem „Jammerbild verstümmelter und hungernder Flüchtlingskinder“ (Zit. FW) in Damaskus und die historischen Aufzeichnungen von Johannes Lepsius, der sich als deutscher Pfarrer, leider erfolglos, für die armenischen Christen sowohl im Osmanischen Reich als auch in Deutschland eingesetzt hatte, gaben den Anstoss zum Buch.
Der Roman wurde bald nach seinem Erscheinen 1934 in Deutschland verboten. Der zum Katholizismus konvertierte Jude Franz Werfel und seine Familie flohen 1938 über Umwege in die USA.
Sein Roman, der in den USA zu einem grossen Erfolg wurde, wird bis heute als eine Art „Bibel der Armenier“ bezeichnet und auch von jüdischer Seite mit dem Widerstand in den Ghettos verglichen.