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Dieses Projekt widmet sich den religions- und moralphilosophischen Schriften des heutzutage kaum bekannten schottischen Philosophen Archibald Campbell, sowie seinem philosophie- und geistesgeschichtlichen Kontext. Campbell kam durch seine philosophischen Thesen in Konflikt mit dem streng kalvinistischen ‘Committee for the Purity of Doctrine’ der schottischen Kirche. In Zeiten tiefer Umwälzungen der europäischen Glaubenslandschaft während des Aufbruchs in die Aufklärung galten zahlreiche von Campbells philosophischen Thesen dem Komitee als häresieverdächtig. Auffälligstes Beispiel ist Campbells Auffassung, dass der Mensch nach dem Sündenfall nicht gänzlich verdorben sei, sondern trotzdem durch eigene Anstrengung moralisch gut handeln könne - diese These ist nach streng kalvinistischem Verständnis eine Häresie.
Das Projekt widmet sich Campbells Schriften, seinen Positionen im Vergleich mit anderen wichtigen Philosophen des 18. Jahrhunderts (so z.B. Francis Hutcheson, Bernard Mandeville, David Hume und Adam Smith), und insbesondere dem gut dokumentierten, aber kaum erforschten Aufeinandertreffen von Philosophie und Religion in Campbells Konflikt mit dem Komitee. Um diese Aspekte besser zu verstehen werden in Schottlands Bibliotheken und Archiven Bücher, Pamphlete, Briefe und Manuskripte ausgewertet. Die Ergebnisse versprechen uns philosophie- und geistesgeschichtliche Veränderungen auch in anderen Regionen Europas besser zu erschliessen: die reformierten Gebiete waren damals in äusserst regem Austausch, was Philosophie und Theologie betrifft.