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Die Absage der Abfahrten beim Ski-Weltcupfinale auf der Lenzerheide hat auch Auswirkungen in den beiden Duellen um den Gesamtweltcup. Natürlich ist der Blick in die Glaskugel beim Kampf um Kristallkugeln immer schwierig, Fehler sind im Skisport so schnell passiert und können drastische Folgen haben. Doch da mit Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt zwei Swiss-Ski-Athlet*innen noch mittendrin sind, haben wir einen Versuch gewagt.
Mit der Absage der Abfahrt am Weltcupfinale wird die Lage im Zweikampf zwischen Petra Vlhova und Lara Gut-Behrami ziemlich deutlich. Bei drei ausstehenden Rennen beträgt der Vorsprung der Slowakin auf die Schweizerin 96 Punkte.
Basierend auf der oben erwähnten Ausgangslage haben wir drei Szenarien erstellt:
In der ersten Grafik siehst du, wie sich die drei verschiedenen Szenarien auf die Gesamtweltcup-Punkte der jeweiligen Athletin auswirken.
In der zweiten Grafik zeigen wir auf, wie es aussieht, wenn Lara Gut-Behrami ein beinahe perfekter Saisonabschluss gelingt und Petra Vlhova des öfteren patzt oder unter den Erwartungen zurückbleibt. Hier ginge die grosse Kugel am Ende doch an Lara Gut-Behrami.
Die dritte Grafik ist ein realistisches Mischszenario, das aufzeigen soll, wie der Endspurt am wahrscheinlichsten verlaufen wird. Hier würde Gut-Behrami im Super-G etwas aufholen, Vlhova dann aber in den technischen Bewerben wieder davonziehen und die grosse Kugel gewinnen.
Die gestrichene Abfahrt hat den zweiten Gewinn des Gesamtweltcups für Lara Gut-Behrami zur Herkulesaufgabe gemacht. Es fehlt ihr die Disziplin, in der sie wohl die meisten Punkte auf Widersacherin Petra Vlhova hätte gut machen können.
So wird die Schweizerin im Super-G wohl etwas aufholen und sich im Riesenslalom im Gleichschritt mit der Slowakin bewegen. Im Slalom dürfte Gut-Behrami dagegen kaum am Start stehen. Seit dem Kreuzbandriss, den die Tessinerin an der WM 2017 beim Einfahren für den Kombi-Slalom erlitten hat, meidet sie diese Disziplin. Sofern Vlhova nicht mindestens einmal ausscheidet oder sich ausserhalb der Top-15 klassiert und so ebenfalls einen Nuller einfährt, geht die grosse Kugel in die Slowakei.
Deutlich enger als bei den Frauen ist das Rennen um den Gesamtweltcup bei den Männern. Nur gerade 31 Punkte liegt Marco Odermatt hinter dem Franzosen Alexis Pinturault. Aber ähnlich wie Lara Gut-Behrami wird auch Odermatt von der Absage der Abfahrt benachteiligt.
Basierend auf der oben erwähnten Ausgangslage haben wir auch hier drei Szenarien erstellt:
In der ersten Grafik siehst du, wie sich die drei verschiedenen Szenarien auf die Gesamtweltcup-Punkte der jeweiligen Athletin auswirken.
In der zweiten Grafik zeigen wir auf, wie es aussieht, wenn Marco Odermatt ein beinahe perfekter Saisonabschluss gelingt und Alexis Pinturault des öfteren patzt oder unter den Erwartungen zurückbleibt. Der Schweizer würde den Franzosen so noch klar distanzieren.
Die dritte Grafik ist ein realistisches Mischszenario, das aufzeigen soll, wie der Endspurt am wahrscheinlichsten verlaufen wird. Hier würde Odermatt seinen Gegner mit einem Podestplatz im Super-G bereits überholen und den Vorsprung mit einem Sieg im Riesenslalom weiter ausbauen. Im Slalom käme Pinturault mit einem dritten Platz nochmals etwas heran, bliebe aber mickrige drei Punkte hinter dem Schweizer, der im Slalom keine Punkte holt.
Marco Odermatt ist in Bestform. Dass er in Riesenslalom und Super-G aufs Podest fahren kann, steht ausser Frage. Selbiges kann Alexis Pinturault aber ebenfalls, auch wenn der Franzose zuletzt etwas müde wirkte und im Slalom von Kranjska Gora einen Nuller einzog. Das kann er sich in den letzten drei Rennen nun kaum mehr erlauben.
Odermatt überlegt sich auch einen Start im Slalom, sofern er am Sonntag überhaupt noch Chancen auf die grosse Kugel hat. Zu erwarten, dass er dort aber gleich punktet, wäre vermessen. Schliesslich gibt es am Weltcupfinale nur für die besten 15 der Rangliste Weltcuppunkte und die Konkurrenz im Slalom ist gross. Will der Schweizer die grosse Kugel, muss er es im Super-G und im Riesenslalom richten.
Wie sieht es eigentlich in der Nationenwertung aus? Die kurze Antwort: hervorragend. Die Schweiz wird ihren Titel der letzten Saison verteidigen können.
Aktuell führt das Swiss-Ski-Team 1062 Punkte vor Österreich. Sieben Rennen (je ein Super-G, ein Riesenslalom und ein Slalom bei den Männern und Frauen sowie der Team-Event) stehen noch aus. Im Team-Event gibt es für die Siegernation 400 Punkte zu holen, weshalb er theoretisch noch die grösste Gefahr darstellt. Doch mit den Schweizern ist dort ebenfalls zu rechnen und die individuellen Athlet*innen sind derart gut in Form, dass das ÖSV-Team wohl nicht mehr in der Lage sein wird, viel Boden gutzumachen.