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Wirtschaft ist keine Naturwissenschaft, sondern „weiche“ Geisteswissenschaft die Zusammenhänge aufgrund statistischer Erhebungen und entsprechender mathematischer Modell zu erklären versucht. Dadurch, dass sie kaum mit strengen wiederholbaren Versuchsanordnungen arbeiten kann, haben ihre Ergebnisse immer Modellcharakter, sind ihre Ergebnisse immer interpretierbar.
Weil Wirtschaftswissenschaft interpretierbar ist und mit sich widersprechenden Modellen arbeitet, liegt es auf der Hand, dass sie von allen Seiten für politische Zwecke vereinnahmt wird. Das heisst Wirtschaftsaussagen werden nach Bedarf und Zweck zum „Beweis“ politischer Thesen missbraucht.
Das griechische Drama ist Ausdruck dieses Dilemmas.
Hier geht es nicht um aufsässige böse faule Griechen und korrekte fleissige Deutsche, sondern es werden zwei sich wiedersprechende Wirtschaftsmodelle gegeneinander ausgespielt und verpolitisiert:
Die Marktwirtschaftstheorien Friedrich August von Hayeks und Milton Friedmans die von den Neoliberalen vereinnahmt werden, gegenüber der auf John Maynard Keynes beruhenden Beschäftigungs-, Zins und Geldtheorien, wie sie heute etwa von Paul Krugman und Joseph E. Stieglitz vertreten werden und von eher links-liberalen und soziapolitischen Kreisen zur Begründung ihrer Politik herangezogen werden.
In dieser Auseinandersetzung kommt nichts anderes zum Ausdruck als der immerwährende menschliche Widerspruch zwischen maximaler selbstbestimmter „Freiheit“ und kollektiver Kontrolle, zwischen den Ansprüchen des Individuum und denjenigen der Gemeinschaft. Zwischen Anarchismus und Totalitarismus. Zwischen Liberalismus und Sozialismus. Zwischen Egoismus und Altruismus.
Es ist mehr als bedauerlich, dass es nicht gelingt zwischen diesen beiden dialektischen Thesen eine Synthese zu bilden, denn nur so können grundsätzlich für die Menschheit Lösungen gefunden werden. Und nur so sind für Griechenland tragfähige Lösungen möglich.
„Schrecken ohne Ende“ mit rigider deutscheuropäischer Austeritätspolitik oder ein „Ende mit Schrecken“ mit Grexit und Schuldverzicht.