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Die Schuppenflechte, fachsprachlich Psoriasis, ist eine chronisch verlaufende, autoimmune Hauterkrankung. Die Schuppenflechte ist jedoch, weil sie autoimmunvermittelt ist, im Gegensatz zu vielen anderen Hauterkrankungen nicht ansteckend. Sehr lange wurde angenommen, dass sich die Erkrankung auf die Haut begrenzt. Dieser Artikel zeigt jedoch nebst der Krankheitsentstehung auch auf, dass es weitere Manifestationen der Psoriasis gibt.
Die eigentliche Ursache ist eine Autoimmunreaktion der Haut. Der Grund für diese fehlgeleitete Immunantwort ist jedoch unklar. Man kann also den wirklichen Entstehungsprozess der Psoriasis noch nicht final nachvollziehen. Es wird angenommen, dass Stress, virale Infektionen und eine genetische Komponente mitverantwortlich sind für die Ausbildung dieser für die Psoriasis verantwortlichen autoimmunen Prozesse. Die Autoimmunität ist insbesondere gegen die hornbildenden Zellen (= Keratinozyten) der Haut gerichtet. Die Schuppenflechte verläuft chronisch und man kann sie therapeutisch (noch) nicht heilen. Der chronische Verlauf zeigt sich in Schüben. Therapeutisch werden vor allem die Schübe abgefedert und die extrakutanen Manifestationen – also die Symptome, die nicht die Haut betreffen – behandelt.
Die Schuppenflechte ist die häufigste chronische Erkrankung der Haut. In der Schweiz leiden etwa 2% der Bevölkerung an Schuppenflechte. Das bedeutet, dass eine aus 50 Personen an Schuppenflechte leidet. Die meisten erkranken vor dem 40. Lebensjahr und es gibt keine signifikante Geschlechterverteilung (d.h. es erkranken ungefähr gleich viele Männer wie Frauen).
Weil die fehlgeleitete Immunantwort gegen die Keratinozyten eine lokale Entzündung auslöst, vermehren sich die Keratinozyten viel schneller als normal, was zu einer deutlich verstärkten Bildung der Hautzellen führt. Dadurch wird die Haut an den betroffenen Stellen dick und schuppig. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind Ellbogen, Knie und der Kopf. Die schuppigen Flecken sind gerötet und grenzen sich scharf von der umliegenden gesunden Haut ab. Zudem jucken die geröteten Areale meist sehr stark, weil die freien Nervenendigungen in der Haut durch die Entzündung gereizt werden.
Ungefähr ein Drittel aller Patientinnen und Patienten mit Schuppenflechte leidet nicht nur an den Hautsymptomen, sondern auch an der sogenannten Psoriasis-Arthritis. Dabei weitet sich die Entzündung auf die Gelenke aus (siehe auch Rheumatoide Arthritis); die Entzündung beschränkt sich also nicht nur auf die Haut. Bei der Psoriasis-Arthritis sind insbesondere die Fingergelenke betroffen – sie schmerzen und schwellen an. Eine weitere häufige extrakutane Manifestation der Schuppenflechte ist die Vaskulitis (= Gefässentzündung). Die Vaskulitis geht mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko einher. Fazit: Die Schuppenflechte ist nach dem heutigen Wissensstand eine systemische Entzündung und nicht eine Entzündung, welche sich nur auf die Haut beschränkt. Daher ist ein Therapieschema, welches nur die Haut adressiert, falsch.
Die Therapie adressiert einerseits die Hautentzündung, aber andererseits auch die systemische Komponente der Schuppenflechte. Für die kutanen Symtome werden topische Medikamente (=Salben) verwendet, welche in der Regel cortisonhaltig sind. Die systemische Komponente der Entzündung wird mit einer Immunsuppression behandelt. Hierbei wird vor allem das Methotrexat verwendet. Neuerdings sind auch sogenannte Biologika auf dem Vormarsch. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass das Medikament gentechnisch hergestellt wird und daher viel spezifischer wirkt als das Methotrexat. Weil die Biologikatherapie jedoch noch sehr teuer ist, findet sie noch keine breite klinische Anwendung.
Nebst der medikamentösen Therapie, gibt es einige hilfreiche Alltagsmassnahmen für Betroffene. Insbesondere eine gute Hautpflege ist bei der Psoriasis entscheidend. Nach jedem Duschgang sollen die entzündeten Areale mit einer rückfettenden Salbe eingecremt werden. Dies reduziert die Häufigkeit von Schüben und spendet der durch die Entzündung gereizten Haut Feuchtigkeit. Zudem sollen pH-neutrale und nicht parfümierte Duschmittel verwendet werden, um so einem unnötigen Hautreiz vorzubeugen. Auch die Kleiderwahl kann den Hautreiz beeinflussen. Es sollten insbesondere nicht-enganliegende Wollkleider getragen werden, weil diese den geringsten Hautreiz auslösen. Enganliegende Kleider lösen gerade in den Sommermonaten durch den Schweiss einen starken Hautreiz aus.
Falls Sie selbst oder Menschen in Ihrem Umfeld von der Schuppenflechte betroffen sind, empfehlen wir eine personalisierte Immuntherapie: https://immunmed.ch/.
Eine Allergie entsteht aus einer überschiessenden Reaktion des Immunsystems gegen Stoffe, die für den Körper normalerweise ungefährliche sind. Der Körper sollte das sogenannte Allergen unter normalen Umständen ignorieren. Nach einem ersten Kontakt mit dem Allergen kann der Körper eine Sensibilisierung dafür entwickeln. Aufgrund dieser Sensibilisierung gegenüber dem Allergen wird dieses dann beim Zweitkontakt erkannt und löst eine Entzündungsreaktion aus. Um eine allergische Reaktion auslösen zu können, muss also der Körper zuvor bereits einmal mit dem Allergen in Kontakt getreten sein. Die sogenannte Sensibilisierung ist also die Vorstufe und Voraussetzung einer Allergie. Der Körper wird sozusagen hypersensibel für ein bestimmtes Allergen. Ab dem zweiten Kontakt (und bei allen folgenden Kontakten) reagiert das Immunsystem und bekämpft das Allergen. Häufig treten aber nur lokale Reaktionen auf wie beispielsweise eine Rötung an der Einstichstelle oder eine leichte Schwellung. In selteneren Fällen wird eine systemische Reaktion ausgelöst, die den gesamten Organismus betrifft.
Es werden vier verschiedene Allergiereaktions-Typen unterschieden. Typ I ist eine IgE-vermittelte Reaktion, Typ II ist eine zytotoxische Reaktion, Typ III ist eine Immunkomplex-Reaktion und Typ IV ist eine zelluläre T-Zell-vermittelte Reaktion. Die Insektengiftallergie gehört zum Typ I der allergischen Reaktionstypen. Dieser Typ I wird auch als Soforttyp, Frühtyp oder anaphylaktischer Typ bezeichnet, da die Dauer vom Kontakt des Allergens bis zum Auftreten der Symptome wenige Sekunden bis einige Minuten dauert. Wie der Name der Typ I Reaktion bereits beschreibt, bilden sich bei dieser Reaktion bei Erstkontakt allergenspezifische IgE-Antikörper. Diese IgE-Antikörper binden an die Oberfläche von sogenannten Mastzellen, welche viel Histamin enthalten. Mastzellen sind körpereigene Zellen, die der Krankheits-Abwehr dienen. Bei einem erneuten Kontakt mit dem Allergen, sorgen diese IgE-Antikörper auf den Mastzellen dafür, dass die Histamine aus den Mastzellen freigesetzt werden. Die freigesetzten Histamine verteilen sich via Blut im ganzen Körper und verursachen die typischen allergischen Symptome. Zusammenfassend kann man sagen, dass die IgE-Antikörper beim ersten Kontakt mit dem Allergen gebildet werden und das Allergen dann beim zweiten Kontakt erkennen. Da der Körper bereits auf dieses Allergen vorbereitet (also sensibilisiert) ist, kann das Immunsystem direkt dagegen reagieren.
Eine Insektengiftallergie ist auf Bienen-, Wespen-, Hornissen- oder Hummel-Gift möglich. Das Gift von Wespen ist in der Zusammensetzung ähnlich wie das Gift von Hornissen. Das Gift von Bienen ist in der Zusammensetzung wiederum ähnlich wie das Gift der Hummeln. Zwischen Bienen- und Wespengift besteht auch eine geringe Kreuzreaktivität. Dies bedeutet, dass es Betroffene gibt, die nur auf das eine oder das andere Gift allergisch reagieren, bei anderen Personen können aber auch beide Gifte eine allergische Reaktion auslösen.
Die Symptome einer Insektengiftallergie können in unterschiedliche Schweregrade aufgeteilt werden. Der niederste Grad ist die örtliche Reaktion. Hierbei ruft das Insektengift eine starke Rötung oder Schwellung im Bereich der Einstichstelle hervor. Zudem treten häufig auch langanhaltender Juckreiz und Brennen auf. Handelt es sich um eine rein lokale Reaktion, ist der Durchmesser der Schwellung weniger als ein Centimeter und klingt nach spätestens 24 Stunden wieder ab. Zudem können diese Stiche von unangenehmen Empfindungen wie Schwindel, Kopfschmerzen und allgemeinem Unwohlsein begleitet sein. Dadurch unterscheiden sich die Stiche von der normalen Reaktion auf einen Insektenstich. Handelt es sich um eine schwere örtliche Reaktion ist der Durchmesser der Schwellung meist grösser als Zehn Centimeter und dauert länger als 24 Stunden. Bei einer systemischen Reaktion treten zu den bereits beschriebenen Symptomen zusätzlich noch tränende Augen und eine geschwollene Nasenschleimhaut auf. Auch schwerere Symptome wie Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Durchfall und Herz-Kreislauf-Probleme sind möglich. Die schwerstmögliche Reaktion bei einer Insektengiftallergie ist der allergische Schock, welcher tödlich enden kann. Erste Anzeichen eines allergischen Schocks können ein Brennen auf der Zunge oder im Rachen sein. Wird der allergische Schock nicht sofort behandelt, kann dies zu Herzrasen, Erbrechen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit führen.
Wenn man mit allergischen Symptomen auf einen Insektenstich reagiert, sollte man ein Notfallset mit sich führen. Ein Notfallset enthält ein Antihistaminikum, Kortison und Adrenalin. Aber der beste Schutz vor einer Insektengiftallergie ist die Vorbeugung eines Stiches. Zu den Massnahmen der Prävention gehören gewisse Verhaltensregeln: nicht barfuss im Freien laufen, lange und nicht-bunte Kleidung tragen und beachten, dass gewisse Gerüche (wie Duftstoffe, Essen, Süssgetränke) auf Insekten anziehend wirken.
Eine weitere Methode der Vorbeugung der Insektengiftallergie ist die Hyposensibilisierung. Um das Immunsystem gegenüber dem Allergen zu desensibilisieren, werden dem Körper kleine, langsam ansteigende Mengen von stark verdünntem Insektengift verabreicht. Dadurch soll sich der Organismus an das Gift gewöhnen und bei einem Kontakt nicht weniger heftig reagieren. Allerdings dauert diese Methode drei bis fünf Jahre und ist sehr aufwendig.
Quellen
Allergieinformationsdienst (2018, 15. November). Wie entsteht eine Allergie? https://www.allergieinformationsdienst.de/immunsystem-allergie/entstehung-von-allergien.html
Amboss (2022, 19. Juli). Allergische Erkrankungen. https://www.amboss.com/de/wissen/Allergische_Erkrankungen/
Universitätsspital Zürich (o.D.). Insektengiftallergie, Hymenopterengiftallergie. https://www.usz.ch/krankheit/insektengiftallergie/
Kommt es durch Hitze zu einer Hautverletzung, spricht man von einer Verbrennung. Woher die Hitze kommt, spielt für das Verletzungsmuster «Verbrennung» keine Rolle, sondern ändert nur den in der Umgangssprache verwendeten Wortlaut. Ob durch heisses Wasser oder Dampf, ein heisses Bügeleisen, eine Herdplatte oder Feuer, ja selbst intensive Reibung oder elektrischen Strom, Verbrennung ist Verbrennung. Sonderfälle bilden Verätzungen mit Säuren oder Laugen, die in diesem Artikel jedoch nicht behandelt werden.
Verbrennungsgrade
Um die Schweregrade der Verbrennung besser nachvollziehen zu können, sehen Sie nachfolgend ein Übersichtsbild der Haut. Je nach Schweregrad ist eine andere Hautschicht betroffen. Damit gestaltet sich auch die Symptomatik, die Heilung und die Wundversorgung anders. Genauere Information zum Aufbau der Haut finden Sie im Artikel «Die menschliche Haut».
Grad 1: Von einer Verbrennung ersten Grades spricht man, wenn nur die oberste Schicht, die Hornschicht, der Epidermis betroffen ist. Hauptsymptome sind Schmerzen, Rötungen und Schwellungen und das typische Beispiel ist der Sonnenbrand. Mehr zum Thema Sonnenbrand und wie Sie sich davor schützen lesen Sie in den Artikeln «Sonnencreme und Schutz der Haut» und «Optimaler Sonnenschutz».
Grad 2a: Beim Grad 2a sind die Epidermis sowie bereits die oberen Anteile der Dermis mitbetroffen. Hautanhangsgebilde wie Haarwurzeln, Schweiss und Talgdrüsen sind aber noch intakt. Hauptsymptome dieses Schweregrades sind Schmerzen, Rötungen und Blasenbildung.
Grad 2b: Die betroffenen Hautschichten sind die gleichen wie beim Grad 2a, also Epidermis und Dermis, jedoch sind nun die tiefen Anteile der Dermis mitbetroffen. Somit sind die Hautanhangsgebilde weitestgehend geschädigt, ebenso Nervenfaserenden und Blutkapillaren (kleinste Blutgefässe). Dadurch ist der Schmerz deutlich geringer als bei 2a. Blasen können, müssen aber nicht vorhanden sein, da sie bereits geplatzt sein könnten. Rötungen sind vorhanden, sind aber weniger ausgeprägt. Wenn man auf diese Rötungen drückt, verschwinden sie und erscheinen, anders als bei 2a Verbrennungen, nicht wieder (ähnlich wie ein Rekapillarisierungs-Test: Zeit, die es braucht, um das «blutleere» Gewebe wieder zu durchbluten, nachdem man Druck darauf ausgeübt hat, also wie schnell die Farbe von weiss wieder zu rosa wird; normalerweise an der Fingerkuppe getestet).
Grad 3: Erreicht eine Verbrennung die Tiefe der Subcutis (Unterhaut) und damit das Unterhautfettgewebe, spricht man von einer Verbrennung dritten Grades. Die Nervenenden sind komplett zerstört. Die Sensibilität und damit das Schmerzempfinden geht verloren. In diesem Schweregrad verspürt man keinerlei Schmerzen mehr und die Haut ist lederartig in einem schwarzen, weissen oder grauen Farbton.
Grad 4: Geht die Verbrennung noch tiefer als das subkutane Fettgewebe spricht man von einer Verkohlung. Es können Muskeln, tiefer gelegenes Fettgewebe, Faszien oder sogar Knochen mitbetroffen sein.
Neben dem Schweregrad wird das Ausmass einer Verbrennung zusätzlich mit der Körperoberflächen-Berechnung bestimmt. Diese dient vor allem der Beurteilung, ob die Patientin oder der Patient in einem Verbrennungszentrum oder in einem normalen Spital versorgt werden soll. Je grösser die Verbrennungsfläche, desto eher sollte ein Verbrennungszentrum aufgesucht werden. Dafür gibt es zwei Annäherungen. Zum einen gibt es die Neuner-Regel: Körpersegmente wie die einzelnen Arme, Oberschenkel, Unterschenkel, sowie Kopf, Brustkorb, Bauch, oberer und unterer Rücken tragen jeweils 9% zur Körperoberfläche bei. Dazu ein Beispiel: Hat jemand das gesamte rechte Bein, den unteren Bauch und den Intimbereich verbrannt, wären das insgesamt nach dieser Regel 28%. 9% für den Oberschenkel, 9% für den Unterschenkel, 9% für den unteren Bauch und 1% für den Intimbereich. Genauer als die 9% Regel ist die Handflächenregel. Sie besagt, dass die Handfläche des Patienten ungefähr 1% seiner Körperoberfläche entspricht. In der Praxis angewandt wird also die Grösse der Hand des Patienten betrachtet und geschaut, wie gross die Verbrennungsfläche im Vergleich zur Hand ist. Die Handflächenregel wird vor allem bei Kindern angewandt, da sich beim Kind die Körperproportionen anders als bei Erwachsenen gestalten.
Behandlung von Verbrennungen
Je nach Verbrennungsgrad und Ausmass der Schädigung ist eine andere Behandlung notwendig.
Grundsätzlich gelten zwei Richtlinien:
Verbrennungen der Grade 1 und 2a können in den meisten Fällen im selbst therapiert und versorgt werden, wenn die nötigen Materialien vorhanden sind. (Ausnahmen sind die oben erwähnten.)
Grad 1:
Grad 2a:
Tiefere Verbrennungen sind immer einer Ärztin oder einem Arzt vorzuzeigen. Je nach Verbrennungsausmass kann es notwendig sein, das abgestorbene Gewebe chirurgisch abzutragen. Je tiefer und grossflächiger die Verbrennung ist, desto komplexer sind die Wundversorgungen. Hauttransplantationen, Transplantationen von gesamten Muskel-, Fett-, Hautlappen (Muskulokutane Lappenplastik) oder sogar Amputation(en) können notwendig sein. Eine narbenfreie Heilung ist unter diesen Umständen nicht mehr möglich. Ebenfalls erfordern diese Verbrennungen zahlreiche systemische Therapien wie Flüssigkeitszufuhr, Antibiotikaprophylaxe und ausreichende Schmerzmedikation, wodurch ein Spitalaufenthalt unausweichlich ist.
Die warmen Herbsttage gehen langsam zu Ende und der Winter steht vor der Tür. Während wir uns auf die vorweihnachtliche Stimmung freuen, uns den Winter in den Bergen vorstellen und die Skier für die kommende Saison vorbereiten, gibt es jemanden, dem der Umschwung nicht ganz so einfach fällt: unser Körper. Die Umstellung vom warmen, eher feuchten Sommer und Herbst zum kalten, trockenen Winter hat einen Einfluss auf unsere Haut, unser Immunsystem und unsere Atmung.
Der Grund für die trockene Luft im Winter liegt in der physikalischen Eigenschaft des in der Luft vorkommenden Wasserdampfes. Die absolute Luftfeuchtigkeit ist der wirkliche Wasserdampfgehalt, der sich in der Luft befindet. Die relative Luftfeuchtigkeit ist der prozentuale Anteil des möglichen, maximalen Wasserdampfgehaltes in der Luft. Wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann, ist Temperatur abhängig. Je wärmer die Luft, desto höher ist die mögliche absolute, maximale Luftfeuchtigkeit. Je kälter die Luft, desto geringer ist deren Kapazität, Wasserdampf zu speichern.
Für den Körper, die Haut, Schleimhäute und Atemwege ist die relative Luftfeuchtigkeit entscheidend. Auch wenn die vorherrschende relative Luftfeuchtigkeit draussen im Winter ähnlich ist wie im Sommer, unterscheidet sie sich in Innenräumen stark. Befinden wir uns nämlich in einem geschlossenen, kühlen Raum und heizen diesen auf, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit schnell ab.
Die Hautfeuchtigkeit ist eng an die Luftfeuchtigkeit gekoppelt. Eine trockene Haut führt dazu, dass die Haut ihre Elastizität verliert, spröder und rissiger wird. Dadurch verliert sie ihren natürlichen Schutzmechanismus. Wie Sie dem Artikel «Die menschliche Haut» entnehmen können, hat die Haut neben der Flüssigkeitsregulation auch die Aufgabe der Temperaturregulation und – für den vorliegenden Artikel entscheidend – eine Schutzfunktion. Durch die spröde, rissige Haut entstehen kleine Mikroläsionen, durch welche Bakterien, Viren und Pilze einfacher durch die Haut eindringen können. Die Infektionsgefahr ist dadurch generell erhöht. Nebenbei können diese Mikroläsionen auch schmerzhaft sein. Vor allem an Orten, wo die Haut sehr dünn ist, kann die Epithelschicht komplett einreissen. Mundwinkel und die Haut am Fingernagel-Haut-Übergang sind dafür besonders anfällig.
Die Schleimhäute sind von trockener Luft noch stärker bedroht, da sie nicht über die hornige Schutzschicht der restlichen Haut verfügen. Die Schleimhäute dünnen sich aufgrund des Flüssigkeitsverlustes aus und werden dadurch, wie auch durch Mikroläsionen, infektionsanfälliger. Zudem fällt es Viren leichter, in trockener Luft zu überleben, und werden in ihr leichter übertragen. Grund dafür sind die fehlenden Wasserdampfpartikel in der Luft. Diese lagern sich nämlich an die Virenpartikel an und führen dazu, dass sie schwerer werden, schneller zu Boden fallen, und somit aus der Luft entfernt werden. Ein weiterer unangenehmer Effekt der zu dünnen, trockenen Schleimhäute ist erhöhtes Nasenbluten im Winter. Die Gefässe der Nasenscheidewand liegen sehr oberflächlich und sind nur von Schleimhaut bedeckt. Bei einer durch Trockenheit ausgedünnten Schleimhaut, sind die Gefässe nun weniger gepolstert. Dadurch laufen sie Gefahr, durch kleine mechanische Reize zu platzen oder aufzureissen. Vor allem ältere Personen, bei welchen die Hautfeuchtigkeit physiologisch bereits verringert ist, sind davon betroffen.
Nicht nur die Hautfeuchtigkeit, sondern der ganze Feuchtigkeitshaushalt ist von zu geringer Luftfeuchtigkeit und der Kälte betroffen. Um einen optimalen Sauerstoffaustausch zu ermöglichen, braucht die Einatemluft eine gewisse Wärme und Luftfeuchtigkeit. Atmen wir kalte Luft ein, wird diese über unsere Atemwege erwärmt. Damit sinkt, wie oben bereits erklärt, die relative Luftfeuchtigkeit. Trockene Luft verfügt aber nicht über die gleiche Sauerstoffaustauschkapazität wie warme Luft, und muss daher ebenfalls vom Körper in den Atemwegen angefeuchtet werden. Dieser Vorgang entzieht dem Körper zusätzliche Flüssigkeit, oft mehr sogar, als wenn man im Sommer bei heissen Temperaturen viel schwitz.
Um dem ganzen Flüssigkeitsverlust und dem Austrocknen der Haut entgegenzuwirken gibt es mehrere Massnahmen. Verwenden Sie im Winter häufiger Feuchtigkeitscrème, vor allem für stark exponierte Stellen wie Hände und Gesicht. Schauen Sie auf eine ausgewogene Trinkmenge und verzichten Sie wenn möglich auf exzessives Heizen. Ebenfalls können Sie zu Hause mit einem Luftbefeuchter für eine optimale Luftfeuchtigkeit sorgen. Diese sollte zwischen 40 – 60% liegen. Stärken Sie Ihr Immunsystem zusätzlich mit genügend Vitaminen, Bewegung und ausreichend Schlaf. Mehr dazu im Artikel «Gesund in den Herbst».
Quellen
Paschotta, R. (2021). Luftfeuchtigkeit: Energie-Lexikon. Abgerufen von: https://www.energie-lexikon.info/luftfeuchtigkeit.html (zuletzt am 10.11.2022).
Eccles, R., & Wilkinson, J. E. (2015). Exposure to cold and acute upper respiratory tract infection. Rhinology, 53(2), 99–106. https://doi.org/10.4193/Rhino14.239
Dieser Artikel befasst sich mit dem Einfluss von Salzwasser auf den Menschen. Dabei stehen die Augen und die Haut im Vordergrund. Sowohl salz- als auch chlorhaltiges Wasser, wie es in den meisten Pools vorkommt, haben einen kurzfristig negativen Einfluss auf die Augen. Es ist jedoch wichtig vorwegzunehmen, dass es sich bei beiden Wassersorten nur um kurzfristige Reizungen handelt. Salz- oder Chlorwasser schädigen das Auge also nicht nachhaltig oder beeinträchtigen gar die Sehfunktion. Was geschieht, ist das Aufkommen eines unangenehmen Brennens, welches auf den in beiden Wassersorten erhöhten Salzgehalt zurückzuführen ist. Als physiologischer Vergleich dient hierbei die Zusammensetzung von Tränen. Diese sind im Gegensatz zu Schweiss etwa vier Mal weniger salzig. Schweiss mit 4g Salz pro Liter brennt in den Augen, und das ist auch der Grund, weshalb wir Augenbrauen besitzen: Sie schützen die Augen vor herabtropfendem Schweiss von der Stirn. Die Tränenflüssigkeit hat etwa 0.9g Salz (NaCl) pro Liter. Im Blut ist die Salzkonzentration gleich hoch, daher wird die Tränenflüssigkeit im Auge nicht als unangenehm empfunden.
Der Mechanismus des Brennens ist beim Schweiss und beim Salzwasser derselbe. Der hohe Salzgehalt reizt die Bindehaut, welche durch den erhöhten Salzgehalt leicht anquillen und sich röten kann. Abschliessend lässt sich also festhalten, dass Salzwasser keine langfristig schädigende Wirkung hat. Das zeigt sich auch dadurch, dass sich das Tauchen mit offenen Augen im Salzwasser trainieren lässt. Ein einfacher Selbstversuch kann das bei Interesse nachweisen: Wenn Sie an fünf Tagen jeden Tag eine halbe Minute mit offenen Augen im Salzwasser tauchen, wird das Brennen von Tag zu Tag abnehmen. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich die Schleimhaut adaptieren kann und den hohen Salzgehalt nicht als bedrohlich einstuft.
Aus zwei Gründen ist eine Schwimmbrille dennoch empfehlenswert. Erstens vermeiden Sie damit das zwar ungefährliche, aber dennoch unangenehme Brennen in den Augen. Zweitens – und das ist der medizinisch relevante Grund – können so keine Bakterien in die Augen gelangen. Denn die obigen Ausführungen, dass das Schwimmen im Salzwasser zwar unangenehm ist für die Augen, jedoch nicht gesundheitsschädigend, gilt nur für sauberes Salzwasser. Bakterien aus dem Salzwasser können durchaus die Schleimhaut besetzen und Infektionen hervorrufen, die medizinisch behandelt werden müssen.
Schauen wir uns nun die Einflüsse des Salzwassers auf die Haut an. Salzwasser hat für unsere Haut mehrere positive Einflüsse; sie ist fast schon ein Wundermittel. Das Salz wirkt leicht entzündungshemmend, was beispielsweise Rötungen von Pickeln minimiert. Zudem löst es abgestorbene Hautschuppen und fördert damit die Regeneration. Aber Salzwasser tötet auch Bakterien ab, womit es die Wundheilung fördert. Der einzige negative Effekt des Salzwassers ist der Wasserentzug. Daher ist es wichtig, dass das Salzwasser nach dem Schwimmen abgeduscht wird und das Salz nicht zu lange auf der Haut bleibt.
Die Einflüsse von Chlorwasser (und auch Süsswasser) auf die Haut und auf die Augen sind marginal. Es gibt jedoch einen spannenden Effekt, der bei langem Wasserkontakt auftritt; gemeint sind die schrumpeligen Hände – beispielsweise nach einem langen Bad. Diese Reaktion beruht auf zwei Komponenten. Einerseits verengen sich die kleinen Blutgefässe der Haut bei langem Wasserkontakt. Dieses Zusammenziehen der Blutgefässe führt dann auch zu einem Zusammenziehen der Haut. Andererseits nimmt die äusserste Hautschicht Wasser auf und quillt dadurch an. Die schrumpelige Haut ist jedoch gesundheitlich komplett unbedenklich.
Der Wasserkontakt ist für die Augen sicherlich nicht nachhaltig ungesund, egal ob Salz-, Chlor- oder Süsswasser. Auch bei der Haut hat die Expositionsdauer eine stark untergeordnete Bedeutung. Wichtig ist jedoch, dass nach dem Baden im Salzwasser das Salz nicht zu lange auf der Haut bleibt, da dies das Austrocknen der Haut fördert.
Die menschliche Haut ist als grösstes und schwerstes Organ und als direkte Abgrenzung zur Aussenwelt enorm vielen Einflüssen ausgesetzt. Was die Haut alles für uns leistet, wird oft erst klar, wenn etwas schief geht. Die Hauterkrankungen reichen dabei von Verbrennungen über genetische Erkrankungen bis zur Besetzung von Parasiten. In diesem Artikel jedoch liegt der Fokus auf dem Schutz der Haut insbesondere durch Sonnencremes in Bezug auf Sonnenbrände.
Der Sonnenbrand stellt im Sommer die häufigste Hauterkrankung dar. Oftmals werden Sonnenbrände etwas leichtfertig abgehandelt, doch das Hautkrebsrisiko und das vorzeitige Altern der Haut steigen bei regelmässigen Sonnenbränden massiv an. Dem ist so, weil die UV-Strahlen (das sind Strahlen, die etwas kurzwelliger sind als die für uns sichtbaren Lichtwellen) nicht nur die stark regenerierbare Epidermis, sondern auch die Dermis schädigen. Die Strahlenschäden der Dermis addieren sich über die Zeit. Das heisst das also, dass die Schäden durch einen einzelnen Sonnenbrand nicht beseitigt sind, wenn der Sonnenbrand von aussen nicht mehr sichtbar ist.
Der Hauttyp ist ein wichtiger Faktor bei Sonnenbränden. Es gibt vier Hauttypen, wobei sich die Eigenschutzzeit je nach Typ von fünf auf 30 Minuten erhöht. Hauttyp 1 entspricht rothaarigen und blonden Personen mit heller Haut. Personen mit gebräunter Haut und dunklen Haaren besitzen den Hauttyp 4. Der Glaube, dass sich Hautschäden durch UV-Strahlen nur bei starker Sonnenexposition ausbilden, ist leider falsch. Die UV-Bestrahlung der Haut kann bei bewölktem Wetter und tiefer Luftfeuchtigkeit sogar höher sein als bei strahlender Sonne!
Daher ist der Begriff «Sonnencreme» eigentlich fehlleitend. Er suggeriert, dass dieser Schutz nur bei starker Sonnenexposition nötig ist. Doch nicht nur Sonnencremes dienen als präventive Schutzfaktoren vor Sonnenbränden. Alleine das Meiden der bei Sonnenschein massivsten UV-Strahlung zur Mittagszeit hat einen sehr positiven Effekt. Lange Kleider und ein Sonnenhut bilden weitere Schutzfaktoren für die Haut. Besondere Vorsicht ist beim Aufenthalt im Wasser geboten. Messungen haben ergeben, dass in einem Meter Tiefe noch ungefähr zwei Drittel der UV-Strahlung von ausserhalb des Wassers vorhanden sind. Das Eincremen muss nach einem Aufenthalt im Wasser unbedingt wiederholt werden, da die Crème gewissermassen ausgewaschen wird.
Exponierte Stellen sollten mindestens einmal täglich mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden. Doch wie funktioniert eine Sonnencreme nun überhaupt? Molekular besteht eine Sonnencreme aus Substanzen, welche die Funktion eines UV-Filters übernehmen, und fetthaltigen Substanzen, welche das Eindringen in die Haut erleichtern. Der Lichtschutzfaktor geht einher mit der Konzentration der UV-Filtersubstanzen in einer Sonnencreme. Bezüglich des Lichtschutzfaktors gibt es einen weiteren verbreiteten Irrglauben: Dieser hat nichts mit der Umgebungstemperatur zu tun! Es wäre also falsch, bei 20°C Aussentemperatur davon auszugehen, dass eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 ausreicht. Der Lichtschutzfaktor ist vielmehr ein mathematischer Faktor. Er gibt an, wievielmal länger die Haut vor UV-Bestrahlung geschützt ist als durch die Eigenschutzzeit.
Eine Person mit Hauttyp 1 hat eine Eigenschutzzeit von 5-10 Minuten. Wenn sie sich mit Sonnencreme des Lichtschutzfaktors 50 eincremt, beträgt ihre Schutzzeit 5min Eigenschutzzeit x 50 = 250min. Eine dunkelhaarige bereits gebräunte Person hätte mit Eigenschutzzeit und Sonnencreme eine entsprechend längere Schutzzeit. Wichtig ist, dass diese Rechnung nur gilt, solange die Haut nicht nass wird. Starkes Schwitzen und insbesondere Baden verringern die Schutzzeit massiv.
Es gibt natürlich noch viele weitere Hauterkrankungen. Bei Hauterkrankungen lohnt es sich, verhältnismässig früh eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, da sie oftmals ansteckend sind. Die hohe Übertragbarkeitsrate von Hauterkrankungen lässt sich einfach erklären. Weil die Haut unsere Grenze zur Aussenwelt bildet, sind Übertragungen durch Körperkontakt sehr einfach. Bei einer parasitären Besiedlung der Haut (z.B. Milben) ist nicht einmal Körperkontakt nötig. Dort kann auch eine Übertragung über Textilien geschehen. Der Sonnenbrand ist und bleibt jedoch die häufigste Hauterkrankung. Es lohnt sich also, diesem vorzubeugen.
Die Tage werden wieder länger und wärmer. Menschen füllen die Parks und Strassencafés. Farbige Bäume und Wiesen schmücken die Landschaft. Der Frühling ist da und auch der Sommer ist schon nah. Das Leben spielt sich wieder vermehrt draussen ab. Doch für etwa 20% der Bevölkerung startet auch die jährliche Heuschnupfensaison. Der Pollenflug wird beeinflusst durch die Wetterlage. Der Klimawandel und die damit erhöhten Temperaturen fördern das Blühen der Pollen (MeteoSchweiz, 2022).
Es gibt viele verschieden Pollenarten. In der Schweiz sind die folgenden sechs für den Grossteil der Pollenallergien verantwortlich: Gräser-, Birken-, Eschen-, Hasel-, Erlen- und Beifusspollen (MeteoSchweiz, 2017). Die ausgelösten Symptome sind vielfältig und unterschiedlich stark ausgeprägt, von juckenden Augen, über eine konstant laufende und verstopfte Nase bis hin zu Asthma und einer generellen Müdigkeit. Was passiert in unserem Körper bei einer solchen Allergie? Wenn wir einmal darunter leiden, werden wir immer darunter leiden? Welche Möglichkeiten haben wir zur Bekämpfung der Symptome?
Um Pollenallergien zu verstehen, ist es wichtig, sich einen Überblick über das Immunsystem zu verschaffen. Dieses ist jedoch sehr komplex. Im Folgenden soll nur umrissen werden, was für das Grundverständnis von Allergien relevant ist. Das Immunsystem besteht aus einem angeborenen (= innaten) und einem erworbenen/adaptiven Teil. Bei einer allergischen Antwort beispielsweise auf Gräserpollen spielen die beiden Anteile zusammen. Eine der Aufgaben unseres Immunsystems ist die Abwehr von für uns schädlichen Stoffen. Unser Immunsystem hat die Fähigkeit, diese über verschiedene Mechanismen zu erkennen und zu bekämpfen. Bei Allergien, so auch bei Pollenallergien, wird das Immunsystem unnötig aktiv. Stoffe werden als gefährlich und fremd markiert, die unserem Körper eigentlich gar nicht schaden. Eine Allergie wird wie folgt definiert: «Bei einer Allergie handelt es sich um eine überschießende, spezifische Immunreaktion gegen körperfremde, eigentlich apathogene Antigene (Allergene) mit der Folge einer akuten Entzündungsreaktion, die u.U. chronifizieren kann» (ViaMedici, 2021).
Allergien können je nach Reaktionstyp in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Bei einer Pollenallergie gehen wir von einer Typ-I Reaktion aus. Diese ist gekennzeichnet durch eine sofortige mehr oder weniger lokale Reaktion. Für eine solche Reaktion müssen unterschiedliche Zellen rekrutiert werden, die unseren Körper verteidigen. Hier relevant sind die Mastzellen. Diese sind wichtig für unser Immunsystem, denn sie rekrutieren auch die neutrophilen Granulozyten zur Bekämpfung von Schädlingen (Immunologie für Jedermann, 2022). Die Mastzellen sind jedoch auch bei Allergien essentiell. Bei einer allergischen Reaktion beispielsweise auf Pollen werden von Mastzellen bestimmte Stoffe ausgeschüttet; ein hier wichtiger Botenstoff ist das Histamin. Dieser wirkt über Rezeptoren auf viele verschiedene Bereiche unseres Körpers. Das Binden von Histamin an einen Rezeptor auf unseren Blutgefässen kann verschiedene Folgen haben: Die Blutgefässe werden erweitert, die Durchlässigkeit von Gefässen wird erhöht oder in der in der Lunge werden die Bronchien verengt, was zu einer erschwerten Atmung führen kann.
Doch wie soll dieser Effekt unserem Körper bei der Bekämpfung von einem fälschlicherweise als schädlich erkannten Stoff helfen? Wir atmen Pollen beispielsweise durch die Nase ein. Die Nase beginnt, Schleim zu produzieren, zuzuschwellen und zu jucken, damit dieser Schädling weniger gut eintreten kann und, falls er schon drin ist, wieder herausbefördert werden kann. Die Verengung in den Bronchien hindert uns am tiefen Einatmen und verhindert so, dass grosse Mengen der Pollen eingeatmet werden.
Therapeutisch gibt es drei Möglichkeiten: Einerseits das Meiden der Allergene, was bei einer Pollenallergie nicht konsequent umsetzbar ist, daneben gibt es spezifische Immuntherapien oder auch symptomatische medikamentöse Therapien. Die spezifische Immuntherapie kennt man auch unter dem Begriff «Desensibilisierung». Bei dieser Therapie wird das Immunsystem sozusagen ”trainiert”. Das Ziel ist es, durch eine stetige Zufuhr kleiner Mengen Allergene eine Toleranz gegen diese zu entwickeln und schlussendlich eine Überempfindlichkeitsreaktion zu unterbinden. Es gibt die Möglichkeit, die verdünnten Allergene in steigender Dosis unter die Haut zu spritzen oder als Tablette unter die Zunge zu legen (AHA, 2022). Eine solche Therapie dauert 2-3 Jahre und muss daher gut durchdacht werden.
Die bekannteste Therapieoption ist vermutlich das Blockieren der H1-Rezeptoren von Histamin. Dadurch können die ausgelösten Symptome verhindert werden. Dafür benutzen wir Antihistaminika in Tablettenform. Die älteren Generationen dieser Medikamente führten zu starker Müdigkeit, da sie anders als die neueren Generationen auch auf das zentrale Nervensystem wirken konnten. Zur neueren Generation gehören beispielsweise Arzneimittel mit dem Wirkstoff Loratadin oder Fexodfenadin, welche die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren können und dadurch keine zentral dämpfende Wirkung erreichen können.
Weiter gibt es die Möglichkeit zur lokalen Therapie mit Nasen- oder Augentropfen. Wirkstoffe wie Xylometazolin, Oxymetazolin sind sogenannte alpha1-Sympatomimetika. Das bedeutet, dass sie an Alpha-1-Rezeptoren die Wirkung vom Sympathikus nachahmen. Der Sympathikus ist Teil des vegetativen Nervensystems. Er wird v.a. in Stresssituationen aktiviert und hilft uns bei der Fight-or-Flight-Reaktion. Viele Prozesse werden dadurch ausgelöst, beispielsweise werden Blutgefässe verengt und unser Blutdruck erhöht. In der Nase hat das die Folge, dass die Muskulatur und die Gefässe kontrahieren, was eine abschwellende Wirkung zur Folge hat (DocCheck, 2022).
Für viele Betroffene wirken die oben genannten Methoden zur Bekämpfung von Pollenallergien nur begrenzt. Deshalb ist es sinnvoll, sich an ein paar Grundregeln zu halten, die helfen, den Kontakt mit diesen Allergenen zu minimieren. Einerseits sollte Wäsche nicht im Freien getrocknet werden, damit sich die Pollen nicht darauf festsetzen können. Die Fenster sollten geschlossen bleiben, sofern keine Pollenfilter vorhanden sind. Falls man doch Lüften will, sollte man sich informieren, wann die Pollenlast am kleinsten ist, bspw. in städtischen Regionen zwischen 6:00 und 8:00 Uhr, in ländlichen Regionen eher zw. 19:00 Uhr und Mitternacht. Duschen vor dem Schlafen und das Ablegen der Strassenkleidung ausserhalb des Schlafzimmers ist eine weitere Möglichkeit, Pollenexposition zu minimieren (TopPharm, 2022).
Quellen
AHA: Allergenspezifische Immuntherapie (Desensibilisierung). Abgerufen am 24. Mai 2022, von: https://www.aha.ch/allergiezentrum-schweiz/allergien-intoleranzen/wissenswertes/allergenspezifische-immuntherapie-desensibilisierung
DocCheck: Alpha-Sympathomimetikum. Abgerufen am 24. Mai 2022, von: https://flexikon.doccheck.com/de/Alpha-Sympathomimetikum?utm_source=www.doccheck.flexikon&utm_medium=web&utm_campaign=DC%2BSearch
MeteoSchweiz: Was Sie über Pollen wissen müssen (2016). Abgerufen am 29. Mai 2022, von: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/polleninformationen.html
MeteoSchweiz: Polleninformation. Abgerufen am 29. Mai 2022, von: https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/klima/klima-der-schweiz/polleninformationen.html
Immunologie für Jedermann. Das Immunsystem: Mastzellen Wächter und schnelle Boten in der Immunabwehr. Abgerufen am 29.Mai 2022, von: https://das-immunsystem.de/blog/2021/02/05/mastzellen-waechter-und-schnelle-boten-in-der-immunabwehr/
TopPharm: Pollenprognose (29.05.2022). Abgerufen am 29.Mai 2022, von: https://www.toppharm.ch/pollenprognose
ViaMedici: Allergien: Ursachen und Symptomatik. Abgerufen am 24. Mai 2022, von: https://viamedici.thieme.de/lernmodul/8668335/4958536/allergien+ursachen+und+symptomatik#impp
Indem wir unsere Haut vor der Sonne schützen, tragen wir nicht nur massgeblich zur Prävention von Hautkrebs bei, sondern verhindern auch eine frühzeitige Hautalterung. Für einen optimalen Sonnenschutz sollte man folgende Massnahmen beachten: Sonne meiden, Sonnencreme verwenden, Hautbedeckung und eine Sonnenbrille tragen sowie direkte Sonne zwischen 11 und 15 Uhr vermeiden. Vor allem Kinder, Jugendliche und Personen mit heller Haut sollten sich besonders gut schützen. Die UV- Strahlung wird mittels UV-Index quantifiziert. Je höher die Zahl, desto stärker die Sonneneinstrahlung.
Hautbedeckung ist eine Möglichkeit, unsere Haut zu schützen. Wie gut Kleidung unsere Haut schützt, wird mit dem UPF-Wert ausgedrückt. Da dieser in der Regel nicht bekannt ist, ist er nicht wirklich alltagstauglich. Allgemein kann gesagt werden, dass schwerer, dicker, eng gewobener, dunkler Stoff, vorzugsweise aus Polyester oder Lycra, relativ gut vor der Sonne schützt. Die Schutzfähigkeit eines Stoffes kann leicht eingeschätzt werden: Einfach den Stoff gegen das Licht halten, um zu sehen, wie licht(un)durchlässig er ist. Je lichtdurchlässiger der Stoff, desto geringer der Schutz. (Li et al., 2019)
Beim Sonnenschutz werden die Augen oft vergessen. Eine einfache Lösung, um die Augen zu schützen, ist eine Sonnenbrille mit UV-Filter. Wenn man vorsichtig sein will, kann man diese Massnahme noch mit einem grossen Sonnenhut ergänzen. (Li et al., 2019)
Die Anwendung von Sonnencreme birgt einige Tücken. Man sollte beim Auftragen der Sonnencreme nicht sparen; empfohlen ist eine Menge von mind. 2 mg/cm2 Haut, die zweimal, im Abstand von 15min aufgetragen werden soll (Krebsliga Schweiz, 2022). Empfohlen wird Breitspektrum-Sonnenschutz mit einem SPF von mind. 30, die gegen UVA- und UVB-Strahlung schützen. Höhere SPF-Werte können das inkorrekte Auftragen kompensieren. Sonnencreme sollte mindestens dreimal täglich aufgetragen werden. Nach Schwimmen, Schwitzen oder Reibung sollte man sich erneut eincremen. Sonnencreme sollte aufgetragen werden, bevor die Haut der Sonne aussetzt wird, und man sollte sie optimalerweise 15-30min einwirken lassen, bevor man schwimmen geht. (Li et al., 2019)
Pro 1000 Höhenmeter steigt die Intensität der UV-Strahlung um 10%. Durch Schnee oder Wasser kann sich die Intensität der Strahlung beinahe verdoppeln. Sonnenschutz ist in diesem Fall auch bei bewölktem Himmel unverzichtbar. (Krebsliga Schweiz, 2022)
Quellen
Li, H., Colantonio, S., Dawson, A., Lin, X., & Beecker, J. (2019). Sunscreen Application, Safety, and Sun Protection: The Evidence. J Cutan Med Surg, 23(4), 357–369. https://doi.org/10.1177/1203475419856611
Bild 1: Gerber, N. (2017). Krebsliga Schweiz. Abgerufen am 10. April 2022, von: https://issuu.com/krebsliga/docs/sonnenschutz-broschuere-01132001111?e=4169534/35175754
Bild 2: Ultrasun AG (2022). Abgerufen am 10. April 2022, von: https://www.ultrasun.com/de-CH/faq
Die Haut – das geht oftmals vergessen – ist das grösste Organ des menschlichen Körpers! Sie macht bei normalgewichtigen Personen ungefähr fünfzehn Prozent des Körpergewichts aus und hat eine Oberfläche von fast zwei Quadratmetern! In einem Quadratzentimeter Haut befinden sich mehr als eine halbe Million Zellen. Die Funktionen der Haut umfassen keineswegs nur die mechanische Abgrenzung vom Inneren des Körpers zur Aussenwelt. Die Haut ist unter anderem auch (mit-)verantwortlich für die Wärmeregulation, die kurzfristige Blutdruckregulation und die Regulation des Wasserhaushalts. Sie ist auch ein grosses Sinnesorgan, da der Tastsinn über die Haut abläuft. Temperatur- und Schmerzwahrnehmungen sind ebenfalls über die Haut möglich.
All diese Funktionen sind jedoch besser verständlich, wenn der anatomische Aufbau der Haut ersichtlich ist. Die Haut lässt sich ganz grob in drei Schichten unterteilen. Die oberste Schicht ist die Epidermis (Epi- bedeutet „auf“), darunter folgt die Dermis. Die tiefste Schicht ist die Subkutis (Sub- bedeutet „unter“). Sie heisst Subkutis, weil die Epidermis und die Dermis gemeinsam die Kutis bilden. Alles zusammen, also Kutis und Subkutis, wird auch Integument genannt. Die äusserste Schicht der Haut, die Epidermis, besteht aus einem Epithel. Das Epithelgewebe ist eines der vier Grundgewebe und ist dasjenige Gewebe, das alle inneren und äusseren Oberflächen des Körpers auskleidet und bedeckt. Die gesamte Haut ist also als äussere Oberfläche von einem Epithel bedeckt, aber zum Beispiel auch die Harnblase trägt an ihrer Innenseite ein Epithel. Bei der Blase spricht man dann von der Epithelbedeckung einer inneren Oberfläche.
Epithelien lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen, jedes Epithel erfüllt jedoch zwei Grundkriterien. Einerseits ruht jedes Epithel auf einer Basalmembran. Das ist eine dünne bindegewebige Membran, die das Epithel in das darunterliegende Gewebe einbaut. Andererseits besteht jedes Epithel aus einem dichten Zellverband. Die Zellen sind also sehr dicht aneinander und haben auch starke mechanische Verknüpfungen untereinander. Differenziert werden können die Epithelien in mehrschichtige, mehrreihige und einschichtige Epithelien. Zudem wird der Verhornungsgrad unterschieden. Bei der Epidermis der Haut liegt ein mehrschichtig verhorntes Epithel vor. Das bedeutet, dass nur die unterste Schicht Kontakt zur Basalmembran hat. In der Regel besteht die Epidermis der Haut aus fünf Schichten. Das Epithel ist zudem verhornt. Das bedeutet, dass die Zellen der äussersten Schicht der Epidermis abgestorben sind und eine Hornschicht bilden. Diese toten Zellen sind jedoch physiologisch wichtig für die Haut. Eine Haut ohne Verhornung wäre viel anfälliger für Infektionen und wäre mechanisch instabiler. Die Epithelzellen der Haut heissen Keratinozyten. Keratin ist ein wichtiges Strukturprotein und von der Basalmembran hin zur Hornschicht geschieht ein Prozess der Keratinisierung. Das Keratin wird also immer stärker in die Zellen eingelagert.
Die Dermis bildet den bindegewebigen Anteil der Haut und liegt zwischen der Basalmembran der Epidermis und der Subkutis. Sie ist ungefähr drei Millimeter dick und lässt sich ebenfalls in Schichten unterteilen: ein Stratum papillare und ein Stratum reticulare. Das Stratum papillare besteht aus feinem Bindegewebe und bildet eine Art Verzahnung mit dem Epithel. Das Stratum reticulare liegt tiefer und besteht aus kräftigerem Bindegewebe. Im Stratum reticulare sind auch die Gefässe und die Nervenfaserbündel, sowie die Hautanhangsgebilde lokalisiert. Die Dermis ist also gewissermassen eine Unterlage für die Epidermis, welche eine Ernährungsfunktion sowohl für sich selbst als auch für die Epidermis hat, denn in der Epidermis selbst hat es keine Gefässe. Die Hautanhangsgebilde sind Drüsen und Haare. Sie entstammen der Haut entwicklungstechnisch und haben folglich auch einen engen funktionellen Bezug zur Haut. In der Einführung wurden die Hautfunktionen Wärmeregulation und Wasserhaushalt erwähnt. Die Haare sind wichtig für die Wärmeregulation und über das zweite Hautanhangsgebilde, die Drüsen, kann die Haut Wasser abgeben. In der Regel wird angenommen, dass in diesem Zusammenhang der unangenehme Körpergeruch vom Schweiss und somit von den Schweissdrüsen kommt. Den grösseren Anteil am Körpergeruch machen jedoch die Talgdrüsen aus, die immer in einem Haartrichter münden! Den untersten Anteil bildet die Subkutis, welche sehr einfach zu beschreiben ist. Sie besteht zu einem absoluten Grossteil aus Fettgewebe. Man spricht daher auch von subkutanem Depotfett, welches dort lokalisiert ist.
Das Bild soll alle Schichten sowie die Grössenverhältnisse der einzelnen Schichten zueinander veranschaulichen. Es gibt einzelne Strukturen, auf die in diesem Artikel nicht eingegangen wird, unter anderem die Talgdrüsen, die um jedes einzelne Haar lokalisiert sind, und verschiedene Sinneskörperchen, die sich vor allem in der Dermis befinden.
Zum Schluss soll noch einmal auf die eingangs besprochenen Hautfunktionen eingegangen werden. Die Wärmeregulation und der Wasserhaushalt wurden schon erwähnt, gerade bei der Wärmeregulation braucht es jedoch noch mehr als Haare. Der Hauptanteil läuft über die Durchblutung. Wenn die Dermis stark durchblutet wird, ist die Wärmeabgabe deutlich gesteigert gegenüber der schwach durchbluteten Haut. Das ist der Grund dafür, dass die Extremitäten bleich aussehen, wenn uns kalt ist. Das Blut zirkuliert dann vorwiegend zentral und kommt kaum zur Haut. Die Durchblutungsänderung läuft über Gefässverbindungen zwischen Arterien und Venen. Diese sogenannten Anastomosen sind geöffnet, wenn die Durchblutung und somit die Wärmeabgabe hoch sein soll. Die Blutdruckregulation funktioniert spannenderweise genau gleich. Wenn die Anastomosen geschlossen sind, wird die Haut weniger durchblutet und zentral bleibt mehr Blut übrig. Durch diese relative Volumenerhöhung steigt der Blutdruck. Diese Blutdruckregulation funktioniert jedoch nur kurzfristig, da sie für die langfristige Regulation zu energieaufwändig wäre und den Blutdruck nicht hinreichend regulieren könnte.