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Am 4. August 2020 um 18.08 Ortszeit ereignete sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut eine Explosion. Die Ursache war ein Feuer, welches wahrscheinlich durch Schweissarbeiten entstand. Das Feuer brach in einem Lagerraum aus, wo
sich Feuerwerkskörper befanden. Deren Explosion führte in einer Kettenreaktion zur Explosion einer riesigen Menge an in der Nähe gelagertem Ammoniumnitrat. Weite Teile des Hafens und der Stadt wurden durch die Explosion zerstört. Mindestens 190 Menschen wurden
getötet und mehr als 6500 verletzt.
2013 war das moldauische Küstenschiff Rhosus in den Hafen von Beirut eingelaufen, um Fracht zu laden und dann weiter durch den Suezkanal zu fahren. Das Schiff war bereits beladen mit Ammoniumnitrat. Verschiedene Vorkommnisse wie zu wenig Geld für die Bezahlung der Durchfahrt durch den Kanal, aber auch ein kleines Leck am Schiff verhinderten die Weiterfahrt. Die libanesischen Behörden stuften das Schiff als nicht «schiffstauglich» ein
und setzten es fest. Der Eigentümer verlor danach das Interesse an der Rhosus und gab das Schiff 2014 auf. Daraufhin wurde das Schiff von den libanesischen Behörden beschlagnahmt und die Ladung aufgrund der Explosionsgefahr in ein Lagerhaus im Hafen gebracht. Die libanesische Zollverwaltung forderte die Behörden später mehrmals dazu auf, das Ammoniumnitrat zu exportieren oder an das libanesische Militär zu übergeben. Vergebens.
Die genaue Ursache des Feuers, das sich am 4. August ausbreitete, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Von offizieller Seite bestätigt ist, dass dieses Feuer nahegelegene Feuerwerkskörper entzündete und diese dann die 2750 Tonnen Ammoniumnitrat zur Explosion brachten. Die Einsatzkräfte trafen kurz nach Ausbruch des Feuers ein, bekamen dieses aber nicht in den Griff. Etwa 15 Minuten nach Ausbruch kam es zu einer ersten Explosion, welche sogar im 240 Kilometer entfernten Zypern wahrgenommen werden konnte.
Die Explosion zerstörte insgesamt rund 15’000 Tonnen Getreidevorräte, für den wirtschaftlich sowieso bereits gebeutelten Libanon eine Katastrophe. Es kam in der Folge zu Massenprotesten in Beirut, die Bevölkerung forderte den Rücktritt der libanesischen Regierung. Unter dem anhaltenden Druck trat die Regierung unter Premierminister Hassan Diab am 10. August zurück.
Der Vorfall zog mehrere Strafverfolgungen mit sich. So wurde der für Lagerung und Sicherheit verantwortliche Hafenbeamte von Beirut unter Hausarrest gestellt. Weitere 16 Personen wurden festgenommen, darunter Hafen- und Zollbeamte sowie Personen, die für die Instandhaltungsarbeiten an der explodierten Lagerhalle beteiligt waren.
Explained: What happened in deadly Beirut explosion
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