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Erdbebenschäden sind im Rahmen der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherungen nicht gedeckt. Versicherer verfügen zwar über Fonds für freiwillige Leistungen, diese decken jedoch nur einen kleinen Teil des vorhandenen Erdbebenrisikos ab. Daneben existieren freiwillige Versicherungslösungen. Eine Ausdehnung der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherungen auf die Deckung von Erdbebenschäden ist in Abklärung.
Rückversicherer schätzen, dass ein Erdbeben wie das von Basel 1356 heute zwischen 50 und 100 Milliarden Franken und eines wie das von Visp 1855 etwa 2 bis 5 Milliarden Franken an direkten Gebäude- und Inhaltsschäden verursachen würde. Für viele Eigentümer würde dies den finanziellen Ruin bedeuten.
Pools zur Erdbebendeckung
In 19 Kantonen der Schweiz werden die Gebäude derzeit durch einen öffentlich-rechtlichen Monopolversicherer, in 7 Kantonen durch private Gebäudeversicherer gegen Feuer und Elementargefahren versichert. Aktuell ist das Erdbebenrisiko im Rahmen dieser obligatorischen Gebäudeversicherung nicht versicherbar.
18 kantonale Gebäudeversicherungen haben sich 1978 zum schweizerischen Pool für Erdbebenversicherung zusammengeschlossen, der im Fall eines Erdbebens freiwillige Leistungen erbringt. Zurzeit beträgt die Deckung des Erdbebenpools 2 Milliarden Franken; für ein zweites Erdbeben im gleichen Jahr stehen weitere 2 Milliarden Franken zur Verfügung. Die Gebäudeversicherung Bern GVB ist per 1.1.2013 aus dem Pool ausgetreten. Zukünftige Erdbebenschäden im Kanton Bern können seither nicht mehr aus dem Pool gedeckt werden.
Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich GVZ deckt Erdbebenschäden aus den Mitteln eines eigenen Fonds mit einer Deckung von maximal 1 Milliarde Franken. Bei einem zweiten Beben im gleichen Kalenderjahr steht diese Summe nochmals zur Verfügung.
In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Genf, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri und Wallis übernehmen private Gebäudeversicherer die Feuer- und Elementarschadendeckung. Hier stehen keine Mittel für freiwillige Entschädigungen nach einem Erdbeben bereit.
Freiwillige Versicherungslösungen
Private Versicherungen bieten freiwillige Erdbebenversicherungslösungen an. Diese Produkte stellen heute die einzige Lösung für eine vertragliche Deckung der Erdbebenschäden in der Schweiz dar.
Bessere Deckung notwendig
Die heutige Deckung in der Schweiz ist ungenügend. Die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung ist seit 2005 verschiedentlich thematisiert und kontrovers diskutiert worden. Im März 2012 hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat die Motion Fournier (11.3511) angenommen. Diese beauftragt den Bundesrat, eine Lösung für die Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung in der Schweiz zu erarbeiten. Der Bericht des Bundesrates zur Beantwortung dieser Motion wurde vom Parlament noch nicht behandelt, da die Kantone bis Ende 2017 die Möglichkeit der Einführung einer obligatorischen Erdbebenversicherung durch einen Konkordat nochmals prüfen.
Weiterführende Informationen
Letzte Änderung 17.02.2015