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Ende November 2018 wurde durch eine Medienmitteilung bekannt, dass der Chinese He Jiankui, Embryonen mittels Gen-Editing (CRISPR) genetisch veränderte, worauf die Zwillinge, Lulu und Nana geboren wurden. Nach Angaben des Forschers sollten die Babys dadurch immun gegen das HI-Virus sein, das AIDS auslöst. Aus ihrem Genom wurde zu diesem Zweck das Gen CCR5 gelöscht. Es ist gut möglich, dass wir nur die halbe Wahrheit erfahren haben. Alcino J. Silva, Neurobiologe an der University of California, äusserte den Verdacht, dass das Fehlen des Genes CCR5 die kognitiven Funktionen der Zwillinge verändern könnte. Das Gedächtnis könnte dadurch verbessert werden, da das Gehirn durch die Mutation in der Lage sei, mehr Verknüpfungen als üblich herzustellen. Laut MIT Technology Review vom 21. Feb. 2019 wiesen Forscher 2016 in einem Tierversuch nach, dass bei Mäusen das Entfernen des Genes CCR5 das Gedächtnis signifikant verbesserte. Das Team hatte 140 verschiedene genetische Modifikationen getestet, um herauszufinden, welche davon die Mäuse cleverer macht. In einer Studie, die im Januar 2019 veröffentlicht wurde, wird auf das Risiko hingewiesen, dass die Knochenentwicklung der Babies durch das Fehlen des Genes CCR5 beeinträchtigt werden könnte.
Unter den Wissenschaftlern besteht der Konsens, dass menschliche Embryonen nicht mittels Gen-Editing verändert werden dürfen, weil sich das auf die Keimbahn mit ungeahnten Folgen für Generationen auswirkt.
Regalado A., China’s CRISPR twins might have had their brains inadvertently enhanced. MIT Technology Review, 21. Feb. 2019.
vgl. Zhou M. et al., CCR5 is a suppressor for cortical plasticity and hippocampal learning and memory. Elife 5 (2016) e20985.
vgl. DʼAntoni M.L. et al., Improved Cognitive Performance and Reduced Monocyte Activation in Virally Suppressed Chronic HIV After Dual CCR2 and CCR5 Antagonism. J Acquir Immune Defic Syndr 79 (2018) 108-116.
vgl. Xie Y, Zhan S, Ge W, Tang P, The potential risks of C-C chemokine receptor 5-edited babies in bone development. Bone Res 7 (2019) 4.