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Weniger wälzen, weniger Schäfchen zählen – das getragene T-Shirt des Partners verhilft zu mehr und besserem Schlaf.
Das Rezept für besseren Schlaf geht so: Man bittet den Partner oder die Partnerin 24 Stunden lang ein Baumwoll-T-Shirt zu tragen. Während dieser Zeit verzichtet er oder sie auf schweisstreibenden Sport, Alkohol, Knoblauch, Zigaretten, duftende Seifen und Shampoos.
Danach dient dieses T-Shirt als Kissenbezug. Der Effekt: ein Plus von rund neun Minuten zusätzlichem Schlaf pro Nacht, also etwa genauso viel wie sich mit dem schlaffördernden Hormon Melatonin erzielen lässt. Pro Woche ergäbe das eine Stunde mehr Schlaf.
Auch die Schlafeffizienz (das Verhältnis von Schlafdauer zu Liegezeit im Bett) kann sich dank eines solchen «Bettnuschelis» verbessern, wie kanadische Forscherinnen herausfanden. Über 150 Paare machten bei ihrem Experiment mit.
An zwei aufeinanderfolgenden Tagen bettete die Versuchsperson ihren Kopf auf das T-Shirt des Partners, an zwei weiteren Tagen auf das T-Shirt einer fremden Person oder auf ein unbenutztes T-Shirt. Ein Sensor am Handgelenk registrierte, wie unruhig sie schlief, ausserdem musste jede Versuchsperson jeweils notieren, wie gut und wie lange sie geschlafen hatte und wie gestresst sie sich fühlte. (Fortsetzung weiter unten…)
Optisch glichen sich die T-Shirts, sodass die Person nicht wusste, auf welchem sie nun schlief. Ihre Nase aber bemerkte den Unterschied sehr wohl.
Diente das T-Shirt des Partners als Kopfkissenbezug, schlummerten die Versuchspersonen länger. Es sei überraschend, wie der Duft des Partners die Schlafqualität auch unbewusst verbessern könne, sagt Frances Chen, eine der Forscherinnen an der Universität British Columbia. «Die Teilnehmer wälzten sich weniger hin und her, wenn sie dem Duft ihres Partners ausgesetzt waren.»
Allerdings verbesserte sich der Schlaf bereits, wenn die Versuchspersonen nur glaubten, dass sie auf dem T-Shirt des geliebten Menschen schliefen – selbst wenn es in Wahrheit zuvor ein Fremder getragen hatte. Ein fremdes Hemd könnte also eventuell die zweite Wahl sein, wenn kein T-Shirt des Partners zur Hand ist.
Die andere Variante ist die, welche die Forscherinnen wählten: Das getragene T-Shirt sofort in einen luftdichten Gefrierbeutel stecken und bei minus 20 Grad Celsius tiefkühlen, bis es zum Einsatz kommt.
Dass der Duft nahestehender Menschen wohltuend ist, wissen Babys ebenso wie Liebende. «In unserer hochmobilen Gesellschaft sind Trennungen von unseren Liebsten recht häufig», schreiben die Wissenschaftlerinnen. Das getragene T-Shirt auf dem Kopfkissen könnte da eine Hilfe sein.
Quelle: «Psychological Science»