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Insbesondere in einer Gesellschaft, die Unabhängigkeit als grossen Wert betrachtet, wird die Lebensqualität eines Menschen stark davon beeinflusst, ob die Aktivitäten des täglichen Lebens selbstständig ausgeführt werden können oder nicht. Menschen mit Behinderungen sind in einem grösseren Ausmass auf Unterstützung angewiesen, wodurch ihr Bedürfnis nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit tangiert werden kann – so fordern sie momentan ein Budget, um die Anbieter der Hilfeleistungen frei wählen zu können.
Die benötigte Unterstützung (Hilfebedarf) kann durch informelle Hilfe oder Spitex-Dienste erfolgen. Informelle Hilfe meint hier die Unterstützung durch Angehörige (insbesondere vom Ehepartner bzw. von der Ehepartnerin) oder Bekannte (Nachbarschaft, Freundeskreis). Zu Spitex-Diensten gehört jegliche Unterstützung durch öffentliche oder private Dienste wie im Bereich der Krankenpflege, Haushaltshilfe oder des Transports.
Hilfebedarf allgemein
Mit einer Behinderung geht ein deutlich höherer Hilfebedarf einher, was sich durch ein höheres Ausmass an beanspruchter informeller Hilfe oder beanspruchten Spitex-Diensten zeigt. Dennoch benötigten 62% der Menschen mit Behinderungen keine Unterstützung, was aber verglichen mit den 91% der Menschen ohne Behinderungen ein deutlich kleinerer Anteil darstellt. Bei Menschen mit schweren Behinderungen ist der Autonomieverlust hingegen beträchtlich: Nur eine von drei Personen (37%) brauchte keinerlei Unterstützung während den letzten 12 Monaten vor der Befragung.
Von den Menschen, die Unterstützung beanspruchten, wurde informelle Hilfe deutlich häufiger erhalten als Spitex-Dienste, sowohl bei Menschen mit als auch ohne Behinderungen. Weiter bezogen mehr Menschen mit Behinderungen (3%) als ohne Behinderungen (unter 1%) gleichzeitig informelle Hilfe und Spitex-Dienste.
Spitex-Dienste
Wenige in einem Privathaushalt lebende Menschen mit Behinderungen benötigen Spitex-Dienste. Betrachtet man die Inanspruchnahme dieser Unterstützungen während den 12 Monaten vor der Erhebung, so haben lediglich 2% regelmässige und 2% vorübergehende Hilfe beansprucht. Diese Anteile liegen bei den Menschen ohne Behinderungen mit weniger als 1% deutlich tiefer. Betrachtet man alle Spitex-Dienst nutzenden Personen, werden Kranken- und Körperpflege und andere Hilfeleistungen (Mahlzeitendienst, Transport etc.) von Menschen mit und ohne Behinderungen etwa gleich häufig genutzt. Personen mit Behinderungen sind hingegen häufiger auf Hilfe im Haushalt angewiesen (67% gegenüber 41%).
Informelle Hilfe
Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zeigen sich bezüglich der Regelmässigkeit informeller Hilfe. Menschen mit Behinderungen beziehen regelmässige (18%) und vorübergehende (20%) Unterstützung durch Angehörige oder Bekannte etwa gleich häufig, wohingegen Menschen mit schweren Behinderungen deutlich häufiger regelmässige (46%) als vorübergehende (16%) informelle Hilfe benötigen. Demgegenüber beanspruchen Menschen ohne Behinderungen beinahe nie regelmässige, aber immerhin 8% von ihnen vorübergehende Unterstützung.
Von den Menschen mit Behinderungen, die in den letzten 12 Monaten informelle Hilfe erhalten haben, bezieht ein Grossteil (74%) Unterstützungsleistungen im Haushalt oder andere Hilfen wie moralische Unterstützung oder Transporte (60%). Dies ist ein deutlich höherer Prozentanteil als bei Menschen ohne Behinderungen (59% beziehen Haushaltshilfe, 52% andere Hilfe). Gegenüber Spitex-Diensten fallen weniger Unterstützungen durch Angehörige oder Bekannte in den Bereich der Kranken- und Körperpflege, jedoch deutlich mehr in den Bereich der anderen Hilfen. Von den Menschen mit Behinderungen, die keine informelle Hilfe erhalten haben, würden sich 22% solche Unterstützung dennoch wünschen.
Die Ergebnisse auf dieser Seite beziehen sich (sofern nicht anders vermerkt) auf Menschen mit Behinderungen gemäss Gleichstellungsgesetz. Die genaue Definition und die Abgrenzung gegenüber anderen Definitionen von Behinderung finden Sie im untenstehenden Merkblatt zu Menschen mit Behinderungen.