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Wegwort vom 19. Dezember 2014
"Was ist in einem Stern? Wir selbst.
Alle Elemente unseres Körpers und Planeten waren im Inneren eines Sterns. Wir sind Sternenstaub. Vor 15'000'000'000 Jahren waren wir eine Masse aus Wasserstoff, die im Raum schwebte, sich langsam drehte, tanzte. Und das Gas verdichtete sich immer mehr und bekam immer mehr Masse, und die Masse wurde Stern und begann zu strahlen. Sie verdichtete sich und wurde heiss und hell. Die Anziehungskraft schuf thermische Energie: Licht und Wärme. Als ob man Liebe sagte. Die Sterne wurden geboren, wuchsen, starben. Und die Galaxie bekam die Form der Blume so, wie wir sie heute in der Sternennacht sehen. Unser Fleisch und unsere Knochen kommen von anderen Sternen, vielleicht sogar aus anderen Galaxien, wir sind universal, und nach unserem Tod werden wir andere Sterne bilden helfen und andere Galaxien. Von den Sternen stammen wir, zu ihnen kehren wir zurück." (Ernesto Cardenal)
Pünktlich zum 1. Advent hat mein Vater wieder den Stern ins Badezimmerfenster gehängt. Dort leuchtet er jeden Abend und jeden Morgen für meine Mutter im benachbarten Pflegeheim. So ist "Sternenstaub" sichtbar für meine Mutter.
Wir alle brauchen irgendwo einen Stern, der für uns leuchtet, ein Licht, das für uns brennt, ein Herz, das unser Herz berührt. Wenn wir uns bewusst werden, dass wir Sternenstaub sind, ist es einfach, für jemanden ein "Stern" zu sein. Dann braucht es nicht so verrückte Ideen, wie einen Stern am Himmel für jemanden (oder auch sich selber) zu "kaufen" und auf einen Wunschnamen taufen zu lassen. Dann wissen wir, dass es nicht "grosse Sterne" sein müssen; kleine Überraschungen, Sternenstaub genügen, um grosse Freude zu bereiten.
Wir können immer wieder irgendwie, irgendwo, irgendjemandem Licht ins Dunkel bringen, sichtbarer Sternenstaub sein.