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Ein Totentanz eröffnet den zweiten Teil. Der Tod konfrontiert den Ackermann mit einer Grundfrage des Lebens, die sehr aktuell ist. Er spricht vom Kreislauf von Geburt und Tod, der Gefahr der Vermehrung und Ausbreitung der Lebewesen und der Regulation durch den Tod. Der Ackermann lässt sich aber nicht auf diese Diskussion ein, trauert weiterhin um seine Aimée und bezeichnet den Tod als schamlosen Mörder. Der Streit geht in die nächste Runde.
Marchionne di Coppo Stefani, ein Chronist, schildert den Pestalltag der Opfer, der Profiteure und der Scheinheiligen. Eine Ballade des niederländischen Komponisten Johannes Ciconia und eine Darstellung aus einem Totentanz-Bilderbogen von Guy Marchant ergänzen den Text. John Clyn, ein irischer Franziskanermönch schreibt von seinem bevorstehenden Pesttod und hinterlegt die Notizen seines unfertigen Werks, mit der Bitte um Weiterführung, falls es in Zukunft noch Überlebende geben sollte. Ein Sanctus erklingt.
Das Leben ist um des Sterbens willen geschaffen, meint der Tod; wäre das Leben nicht, wäre ER nicht. Diesen Dualismus empfiehlt er dem Ackermann auch fürs Leben: Glück und Unglück gehören zusammen, des einen Ende ist des andern Anfang. Der Ackermann besteht auf die Kultivierung des Guten, zumindest auf die Hoffnung daran. Der Tod zeichnet ein klägliches Menschenbild, das einer jämmerlichen Puppe, eines kurz währenden Trugbilds. Der Ackermann findet solche Aussagen entwürdigend und be-zeichnet den Menschen als Gottes allerliebste Kreatur.
Der Kartäuser-Chronist Jean de Venette spricht die Judenpogrome an. Man habe die Juden beschuldigt die Brunnen vergiftet und die Luft verpestet zu haben. Daraufhin habe sich eine Wut gegen sie in Deutschland und anderswo aufgestaut, dass sie von den Christen massakriert und zu Tausenden verbrannt worden seien. Ein Bild des flämischen Miniaturisten Pierart dou Tielt erscheint. Ein weiterer Chronist beschreibt die Situation von 1349 in Basel, wo in einem speziell für diesen Zweck errichteten Haus sämtliche Juden ohne Gerichtsurteil verbrannt wurden. Auch in Zürich verbrannte man die Juden, wie Ägidius Tschudi in seinem Beitrag beschreibt.
In seiner Schlussrede betont der Tod, dass die Künste, wie Grammatica, Rhetorica, Logica, Musica, Philosophia und alle anderen, den Menschen nicht geholfen hätten. Jedes Menschenkind muß einmal von uns niedergeworfen, in unserem Walktrog gewalkt und in unserer Waschtrommel gereinigt werden. In Ackermanns Schlussmonolog findet er sanftere Worte, ja er bittet den Tod sogar um Rat.
Es kommt zum Urteil Gottes über die Streitenden: Darum gebühre Dir, Kläger, die Ehre, Dir, Tod, der Sieg!
Mit dem anschliessenden Schlussbild der Arnolfini-Hochzeit von Jan van Eyck und einem Werk von Johannes Ciconia machen wir uns auf die Weiterreise in die Renaissance.