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Die Problematik der Fälschung und Piraterie von Originalwaren hat ein globales Ausmass angenommen. Genaue Zahlen zum Ausmass sind aufgrund der Tatsache, dass illegale Aktivitäten meist im Verborgenen stattfinden, nicht erhältlich, sondern basieren auf Schätzungen.
Die OECD schätzte 2013, dass der Markt mit Fälschungen und Pirateriewaren ein Volumen von bis zu 461 Mia. USD oder knapp 2.5% des Welthandels ausmachen könnte (nur grenzüberschreitende Transaktionen ohne im Inland hergestellte und konsumierte Güter sowie digitale Piraterieprodukte; Quelle: OECD,Trade in Counterfeit and Pirated Goods). Die Zahl der Beschlagnahmungen von gefälschten Waren nimmt weltweit zu. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Volumen heute gar noch grösser ist.
Die Schätzungen über das Ausmass des Problems der Medikamentenfälschungen gehen zwar weit auseinander, doch der Handel mit gefälschten Arzneimitteln, einschliesslich Medizinprodukten und Diagnostika, ist weit verbreitet und betrifft sowohl die Entwicklungsländer als auch die Industrienationen. Gemäss dem Bericht des Amtes der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO), kosten gefälschte Arzneimittel die Pharmabranche in der EU 10,2 Mrd. EUR pro Jahr. Somit belaufen sich die Umsatzverluste aufgrund von Fälschungen auf 4,4 % aller rechtmäßig verkauften Arzneimittel in der EU (EUIPO, Die wirtschaftlichen Kosten durch die Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums in der Arzneimittelbranche).
Im Jahr 2015 beschlagnahmten EU-Zollbehörden mehr als 40 Millionen gefälschte Artikel an EU-Grenzen mit einem Gesamtwert von über 650 Millionen Euro. Gemäss der Studie zu dem Beitrag der schutzrechtsintensiven Wirtschaftszweige zur Wirtschaftsleistung und zur Beschäftigung in Europa macht der Anteil der schutzrechtsintensiven Wirtschaftszweige an der gesamten Wirtschaftstätigkeit der EU rund 39 % aus (mit einem Wert von ca. 4,7 Billionen EUR pro Jahr), ihr direkter Anteil an der Gesamtbeschäftigung annähernd 26 %, d. h. 56 Millionen Arbeitsplätze; weitere 9 % aller Arbeitsplätze in der EU sind indirekt mit diesen Wirtschaftszweigen verbunden. 96 % der EU-Bürger sind der Ansicht, dass geistiges Eigentum wichtig ist, weil es Innovationen und Kreativität fördert, indem es Erfinder, Schöpfer und Künstler für ihre Arbeit auszeichnet. Gleichzeitig geben gemäss der Studie des Harmonisierungsamts für den Binnenmarkt (HABM) durchschnittlich 34% der EU-Bürger an, dass sie den Kauf gefälschter Waren für gerechtfertigt halten, wenn sie dadurch Geld sparen können.
Aktuelle Zahlen zum Ausmass des Phänomens und zum Schaden, den der Werkplatz Schweiz erleidet, sind nicht erhältlich. Die Eidg. Zollverwaltung veröffentlicht jedoch jährlich die Statistik „Fälschung und Piraterie“ und liefert damit diverse Kennzahlen zu den Interventionen der Schweizer Zollstellen im Bereich Immaterialgüterrecht. Medikamenten-, Uhren- und Schmucksendungen, die aufgrund des Heilmittel- bzw. Edelmetallkontrollgesetzes zurückbehalten worden sind, sind in dieser Statistik nicht erfasst. Die Statistik bildet die Zahl der Interventionen ab, macht aber keine Aussagen über die effektive Anzahl der zurückbehaltenen Produkte. Eine Sendung kann insbesondere im Handelswarenverkehr unzählige Produkte enthalten. Sie erscheint in der Statistik aber trotzdem als eine Intervention.
Statistik der Eidg. Zollverwaltung über Fälschung und Piraterie:
Statistik 2016
Statistik 2015
Statistik 2014
Statistik 2013
Statistik 2012
Statistik der Europäischen Union über Fälschung und Piraterie: