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Rossinis «letzte Alterssünde»
Am Sonntag, 4. Juli, um 19 Uhr findet im Rahmen der Davoser Abendmusiken in der Kirche St. Johann, Davos Platz, ein Konzert mit der «Petite Messe solennelle» von Gioachino Rossini (1792–1868) statt.
Ausführende sind Larissa Bretscher (Sopran), Laura Binggeli (Alt), Ruben Olivares Jofre (Tenor), Kevin Gagnon (Bass), ein Solisten-Chor-Ensemble, Albrecht Krokenberger (Klavier) und Dieter Benson (Harmonium). Die Leitung hat Ulrich Weissert. Der Eintritt zum Konzert ist frei. Die «Petite Messe solennelle» begegnete früher oft dem Vorwurf, sie sei nicht im richtigen Kirchenstil komponiert, ja sie klinge trotz des geistlichen Textes wie eine Oper. Der vermeintliche Mangel hat sich längst als das attraktivste Merkmal des Stückes herausgestellt. Im Jahr 1855 packte der 62-jährige Rossini seine Koffer, um seine italienische Heimat zu verlassen und sich in Paris niederzulassen. Dort verbesserte sich seine angeschlagene Gesundheit dank der dortigen Ärzte stetig, sodass er nach beinahe 20 Jahren Pause wieder zu komponieren anfing. Es waren freilich keine Opern mehr, sondern über 150 kleine Werke für verschiedene Besetzungen, die er als seine «Alterssünden» bezeichnete. Diese kamen auf die musikalische Speisekarte der allwöchentlichen «Samedi soirs», zu denen er mit seiner Frau Olympe in sein Haus einlud. Auf der exklusiven Gästeliste fand man unter anderem Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer und Guiseppe Verdi sowie namhafte Gesangstars der Zeit. Die «Petite Messe solennelle» wurde nur 1864 in einer gräflichen Privatkapelle uraufgeführt und erlebte 1865 eine zweite Aufführung im privatem Kreis. Sie erklang zu Rossinis Lebzeiten nie in einer öffentlichen Aufführung . Unter das Werk schrieb Rossini «Lieber Gott, nun ist sie fertig, diese kleine armselige Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée), die ich gemacht habe, oder ist es vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weisst Du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.»