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Freunde über den Tod hinaus (Disentis GR)
Ort
Disentis
Gedenktag
11. JuliLeben/Legende
Die Überlieferung erzählt, dass Sigisbert ein Schüler von Kolumban und Gallus war. Er lebte im von Kolumban gegründeten Kloster Luxeuil bevor er sich auf „Wanderschaft für Gott“ machte. Die Legende sagt, dass er im Ursental eine abgeschiedene Stelle fand, umgeben von Bergen, wo er sich schliesslich niederliess. Der Ort wurde Desertina genannt, heute steht dort das Kloster Disentis.
Sigisbert missionierte in der Gegend und Placidus, ein Gutsbesitzer, war einer der ersten, der sich zum Christentum bekehren liess. Er unterstützte Sigisbert, half ihm seine Zelle zu bauen, und bald kamen Leute auch von weiter her zu den Gottesdiensten.
Der Statthalter Victor schaute dem Treiben misstrauisch zu, er fürchtete, dass der Missionar weitere Mönche anziehen werde und damit allenfalls seine Unabhängigkeit gefährden könnte. Auch finanzielle Interessen spielten sicher eine Rolle, denn die weltlichen Herrscher hatten immer ein Auge auf klösterlichen Besitz! Victor genoss einen schlechten Ruf. Ungerecht und jähzornig soll er gewesen sein. So ist klar, dass er sich von Placidus, der ihn zur Mässigung und mehr Gerechtigkeit ermahnte, nichts sagen, und ihn kurzerhand ermorden liess. Placidus soll danach sein Haupt in die Hände genommen haben und heim gegangen sein, in seine Zelle, wo ihn Sigisbert bestattete.
Victor lebte nicht mehr lange, einige Tage nach der Ermordung von Placidus stürzte er von einer Brücke und kam ebenfalls zu tode.
Als Sigisbert starb, wurde neben seinem Freund begraben. Bei den Gräbern der beiden geschahen bald Wunder, ein Blinder wurde wieder sehend und ein Ehepaar von Dämonen befreit.
Mehr zur bewegten Geschichte des Klosters finden Sie auf der Homepage: kloster-disentis.ch