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Medienmitteilung
28. Februar 2016
Die Siegerin des ITF Women’s Circuit UBS Thurgau 2016 heisst Kristyna Pliskova. Die an Nummer zwei gesetzte Tschechin besiegte im hochklassigen Finalspiel die ungesetzte Schweizerin Amra Sadikovic mit 7:6, 7:6.
MARIE-THERES BRÜHWILER
Amra Sadikovic (WTA 203) begann das Finalspiel des ITF Women’s Circuit UBS Thurgau so, wie sie bereits ihr samstägliches Halbfinalspiel gegen die Russin Ekaterina Alexandrova lanciert hatte. Mit dem Ass zum Anfang und vielen weiteren Servicewinnern lag die 1.86 m grosse Schweizerin aber immer noch deutlich unter dem Wert ihrer Finalgegnerin. Wie schon die ganze Woche lebte Kristyna Pliskova auch am Sonntag von ihrem Service und schlug alleine im Finale 19 Asse. Nachdem Sadikovic in den Halbfinals vom hartumkämpften Viertelfinalspiel des Vortages gezeichnet war, konnte sie sich im Finale vor der einmal mehr voll besetzten Tribüne deutlich steigern. Sadikovic zeigte attraktives Angriffstennis, spielte insgesamt variantenreicher als ihre Gegnerin und zwang die auf der Weltrangliste um 100 Ränge besser klassierte Tschechin sowohl im ersten wie im zweiten Satz ins Tiebreak. Den ersten Matchball nach einer Stunde und 21 Minuten konnte Sadikovic beim Stand von 4:5 mit einem weiteren mutigen Angriffsball noch abwehren. Eine Viertelstunde später verwertete die an Nummer zwei gesetzte Pliskova dann im Tiebreak jedoch ihren zweiten Matchball mit einem herrlichen Passierball.
Voll des Lobes
Kristyna Pliskova, die bei den Australian Open 2016 die Nummer 28 der Welt, Samantha Stosur besiegt hatte, zeigte sich bereits bei ihrer Ankunft in Kreuzlingen begeistert. „Ich liebe es ganz einfach hier zu sein“, erklärte die letztjährige Halbfinalistin, deren Turnierstationen in diesem Jahr Hongkong, Melbourne, Taipei und Dubai waren. Mit dem 7:6, 7:6 Finalsieg feierte die Zwillingsschwester von Karolina Pliskova (WTA 13) ihren insgesamt neunten Turniersieg, gewann 80 wichtige WTA-Punkte dazu und bereichert ihr Preisgeldkonto um weitere 7‘600 Dollar. Ohne Turniersieg muss jedoch auch die im Finale unterlegene Schweizerin nicht abreisen. Sie gewann an der Seite der Deutschen Antonia Lottner die Doppelkonkurrenz. Aber auch die Tatsache, dass Timea Bacsinszky in Kreuzlingen bei der Auflage 2014 im Finale ebenfalls unterlegen war, kurz darauf jedoch zum grossen Höhenflug auf der WTA-Tour ansetzte, dürfte für Amra Sadikovic Genugtuung sein. „Was Amra diese Woche hier gezeigt hat, ist ganz grosse Klasse“, lobte der Schweizer Fed-Cup-Teamchef Heinz Günthardt, der in der Tennishalle am See sämtliche Spiele der Schweizerin mitverfolgt hatte. Neben der Aargauerin konnte aus Schweizer Sicht im Hauptfeld einzig die in der zweiten Runde gescheiterte und erst 16-jährige Rebeka Masarova überzeugen. Alle anderen mit Wild Cards ins Hauptturnier gekommenen Schweizerinnen, unter ihnen auch Hörnlispielerin Nina Stadler, scheiterten bei ihren ersten Auftritten. Das zum zweiten Mal auf der Stufe 50‘000 Dollar ausgetragene Turnier hat in diesem Jahr nicht nur Spielerinnen aus über 20 Nationen, sondern auch deutlich mehr Publikum als in den Vorjahren angezogen. Die Turnierorganisatoren um Bernhard Hochstrasser und Ralph Zepfel zogen deshalb ein rundum positives Fazit. Ob es in Kreuzlingen auch im kommenden Jahr Weltklassetennis zu sehen geben wird, will das umsichtige Organisationskomitee aber erst im Frühsommer entscheiden.