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Der Fluss Emme, dem das Emmental seinen Namen verdankt, entspringt im oberen Emmental im Gebiet des Hohgants an der Grenze zum Kanton Luzern. Der wichtigste Zufluss ist die Ilfis. Mit ihren Zuflüssen entwässert die Emme einen grossen Teil der Voralpen und des westlichen Napfgebietes. Die Emme durchquert das Emmental, tritt bei Burgdorf ins tiefere Mittelland ein und mündet nach rund 80 km unterhalb von Solothurn in die Aare.
Im Unterlauf, in der dicht besiedelten Landschaft zwischen Biberist und der Mündung in die Aare bei Luterbach, ist die Emme mit ihren Uferwäldern und Gehölzen das prägende Landschaftselement. Ihr langgezogener schmaler Lauf teilt das Siedlungsgebiet räumlich. Diese Teilung wirkt jedoch nicht störend, sondern lockert die städtisch geprägten Siedlungsstrukturen mit unzähligen Verkehrsträgern, Infrastrukturbauten und Industriegebieten auf.
Die Emme durchfliesst nur noch ein kurzes Stück, vor der Mündung in die Aare, den Kanton Solothurn. Hier unten im topfebenen Land verströmt die Emme nicht mehr dieselbe Kraft wie weiter oben im Emmental, wo sie zwischen saftig-grünen Hügeln und dunklen Wäldern einherrauscht. In der Ebene, wirkt der Fluss eher blässlich, ungewohnt schmal und zaghaft in seinem Lauf. Dafür gedeiht die Vegetation umso üppiger: Im Schachenwald am Flussufer verschmelzen die wuchernden Ranken von Waldrebe und Efeu mit den Blättern von Esche, Ulme, Hasel, Hartriegel und Geissblatt zu einem derart dichten Vegetationstunnel, dass man sich an einem heissen Sommertag zeitweilig fast im tropischen Regenwald wähnt.
Die Halbinsel, die von der Aare und der einmündenden Emme gebildet wird, läuft in einer Felsspitze aus, dem sogenannten Emmenspitz. Danach kommt nur noch das Wasser der beiden Flüsse, die sich nunmehr vereint ihren Weg durch die idyllische Landschaft bahnen, rheinwärts, meerwärts, der Unendlichkeit entgegen.