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Senegal/EU:
Fischereivertrag gescheitert
Weil Senegals Regierung mehr Geld für Fanglizenzen von der EU verlangte, sind die Verhandlungen um eine Fortsetzung des Fischereivertrag Ende Juni 2006 geplatzt. Ist das jetzt eine Chance für mehr Nachhaltigkeit?
Seit 1980 erlaubt die senegalesische Regierung den Fangflotten der EU-Länder, vor Senegals Küsten zu fischen. Der in der Regel auf vier Jahre befristete und bisher stets erneuerte Vertrag spülte zuletzt jährlich 16 Millionen Euro in die Staatskasse. Doch diese an sich willkommenen Devisen versickern so rasch wie das Wasser im ausgetrockneten Land, während die Fischgründe ebenso rasch geplündert werden.
Bis zuletzt wurde um eine Fortsetzung des alten Vertrags verhandelt. Die Verbände der einheimischen Fischer nutzten die Chance, um mit einer Kampagne erheblich schärfere Bestimmungen zum Schutz der Fischbestände zu fordern.
Die Verhandlungen scheiterten nicht wegen der Forderungen der Fischer, sondern daran, dass Senegals Regierung mehr Geld von der EU verlangte. Es ist zwar richtig, dass die Ressource Fisch bis jetzt viel zu tief bewertet wird. Doch was helfen ein paar Millionen mehr, wenn die Plünderung einfach weiter geht? Wovon soll die senegalesische Bevölkerung leben, wenn es einmal keinen Fisch mehr gibt?
Das Scheitern bietet immerhin die Chance, dass die Forderungen der Fischer in einen neuen Vertrag Eingang finden.
fair-fish macht Vorschlag
Nachhaltigkeit kommt nicht von selbst. Darum schlägt fair-fish vor, dass ein künftiger Vertrag nicht nur die EU und deren Fangschiffe, sondern auch die Regierung Senegals stärker in die Pflicht nimmt. Sie müsste die Zahlungen der EU in die Nachhaltigkeit der Fischerei investieren:
• für eine Ausrüstung der Küstenwache, welche diese in die Lage versetzt, illegal fischende Schiffe aufzubringen;
• für die Einrichtung von Meeresschutzzonen, in welchen sich die Fische wieder vermehren können;
• zur Schaffung von Einkommensalternativen für jene Fischer, deren traditionelle Fischgründe durch Schutzzonen gesperrt werden.