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Emanuel Ebert, Basel 1715
Kupferstich auf Papier
H. 48,5 cm, B. 39,5 cm
Inv. 1972.7556.
Eine blühende Familie
Die Familie Burckhardt gehörte während Jahrhunderten zu den einflussreichsten Geschlechtern Basels. Von 1553 bis ins 20. Jahrhundert waren die Burckhardt ununterbrochen im Grossen Rat und von 1603 bis 1875 im Kleinen Rat vertreten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bekleideten elf Burckhardt das Amt des Bürgermeisters. International bekannt sind Johann Ludwig (1784–1817), genannt Scheich Ibrahim, Forschungsreisender und Entdecker von Petra, und der Kulturhistoriker Jacob (1818–1897; Kat.Nr. 56).
Neben Politikern, Diplomaten und Gelehrten brachte die Familie auch viele Handwerker, einfache Berufe und reiche Kaufleute hervor.
Der Kupferstich war Beilage zum Buch «Historischer Entwurf des Burckhardischen Stamm-Baums ...» von Zacharia Hemminger, das 1715 erschien.
Während das Buch von 140 Seiten die Lebensläufe der Frauen und Männer der Burckhardt schildert, führt der Kupferstich fast ausschliesslich nur die männlichen Familienmitglieder an; die Frauen sind ausgeblendet. Der Stammbaum erinnert daran, dass in der Genealogie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts fast ausnahmslos nur die männlichen Linien zählten, was sich u.a. auch im Namensrecht niederschlug. Nicht einmal die beiden Stammmütter, Ottilia Mechler und Gertrud Brand (1516–1600) sind genannt. Ottilia, die erste Gattin von Christoph (Stoffel) Burckhardt, gebar neun Kinder, die zweite Ehefrau, Gertrud Brand, brachte dreizehn Kinder zur Welt. Das Geschlecht der Nachkommen aus der Ehe mit Ottilia Mechler war in der dritten und vierten Generation ausgestorben. Hemminger liess diese Zweige einfach weg. Der Stammbaum ist also sehr vereinfachend.
Ob Zacharia Hemminger (1668–1742) im Auftrag der Familie Burckhardt oder aus eigenem Antrieb genealogische Studien betrieb, ist nicht geklärt.
Vielleicht hoffte der mit mässigem Erfolg am Basler Gymnasium Geometrie und Geographie lehrende Hemminger auf die Protektion der Burckhardt, waren doch 1715 mit Johann Balthasar (1642–1722) als Bürgermeister und Hieronymus (1680–1737) als Antistes (Kirchenvorsteher) gleich zwei Vertreter des Geschlechts an den Spitzen von Staat und Kirche.