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Titel
Martin,
1) Erdmann, Kupferstecher und Radierer, geb. zu Nürnberg, machte dort in der Karl Mayerschen Kunstanstalt seine ersten Studien, wurde Zögling der Kunstschule unter Reindel, arbeitete eine Zeitlang unter Witthöft in Berlin und vollendete auf der Akademie in München und unter der Leitung von Joh. Leonh. Raab seine Ausbildung. Seine besten Arbeiten führte er im Auftrag der Gesellschaft für vervielfältigende Künste in Wien aus.
2) (spr. martäng) Charles Marie Félix, franz. Bildhauer, geb. zu Neuilly bei Paris, ein taubstummer Künstler, wurde in der École des beaux-arts durch Duret und Loison ausgebildet und war Schüler von Guillaume und Cavelier. Außer einer Negerjagd (1873) ist sein Hauptwerk die in der Taubstummenanstalt zu Paris aufgestellte Bronzegruppe des Abbé de l'Epée, der einen Taubstummen unterrichtet, eine Arbeit von guter Komposition, aber etwas unfertiger Modellierung.
3) Homer, amerikan. Landschaftsmaler, geboren zu Albany, bildete sich mit Ausnahme eines kurzen Unterrichts bei William Hart ohne Lehrer aus und brachte es zu großartig poetischen, oft ernsten, tief melancholischen Darstellungen namentlich amerikanischer Gegenden. Dahin gehören: ein Äquinoktialtag, der Waldbach, der Fußpfad, Partie in den Adirondacs, Frühlingsmorgen, der Morgen am See, ein trüber Tag u. a.
4) Paul, Historienmaler, geb. zu Kaiserslautern, bildete sich drei Jahre auf dem Polytechnikum in München, trat in die dortige Akademie und genoß den Unterricht des Porträtmalers Joseph Bernhardt. 1846 hielt er sich kurze Zeit in Paris auf und nahm dann seinen Wohnsitz in München. Seine Hauptwerke im historischen Fach sind: Tillys Eroberung von Magdeburg (1857), der Diktator Oliver Cromwell (1858), Garibaldi (1860) und Lorelei (1867). Im Nationalmuseum zu München sind von ihm die hervorragenden Freskobilder: Graf Arco opfert sich auf dem Zug nach Tirol für seinen Fürsten 1703, Pfalzgraf Philipp bei Rhein verteidigt die Mauern Wiens gegen den Sultan Soliman 1529, Kurfürst Otto Heinrich erbaut den nach ihm benannten Flügel des Heidelberger Schlosses 1557. Mit großem Glück bearbeitet er auch Scenen aus dem Alltagsleben, besonders der Kinder der niedern Stände.