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Nach dem Urteil von Kennern gehört diese Route zu den grossartigsten in Graubünden.
Der Schynpass wurde schon mit dem Ausbau der Via Mala
(1473) benutzt und 1496 als ein in die Felsen gehauener, durch einen ungeheuern Schlund führender gefährlicher
Weg geschildert. Die Schynstrasse zweigt bei Thusis von der Splügenstrasse ab, überschreitet den Hinterrhein und tritt hinter
Sils in die Schluchten der Albula ein, um bei Tiefenkastel sich mit der Julierstrasse zu vereinigen. Sie
ist 14,5 km lang, führt durch
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Dann führt die Strasse, in Windungen ansteigend, nach Alvaschein hinauf und nachher abwärts bis Tiefenkastel. In der ersten
Hälfte ist die Schynstrasse in vielfach unsicherm, rutschigem Terrain angelegt, was viele Nacharbeiten und
Verlegungen zur Folge hatte. 1903 wurde die Albulabahn (Thusis-OberEngadin) eröffnet, die auf der Strecke Thusis-Tiefenkastel
bedeutend tiefer als die Schynstrasse angelegt ist und wie diese in der vordern Partie einen prachtvollen Ueberblick über
die sanften und romantischen Schönheiten des Domleschg und Heinzenbergs bietet, während weiter hinten die Grösse und
ernste Pracht der Alpennatur waltet.
Der Schyn ist in graue bis dunkle Kalk- und Kalktonschiefer, Kalksandsteine und Tonschiefer des oligozänen Flysch eingeschnitten.
Die dickbankigen, kalkig-sandigen Schichten von braunrötlicher Verwitterungsfarbe oberhalb Sils und vor Alvaschein geben sehr
gute Bausteine; sie wechseln vorn und hinten in der Schluchtenserie mit Kalkton- und reinen Tonschiefern
ab. Die Tonschiefer von Obervaz, auf der Lenzerheide und bei Alvaschein enthalten Abdrücke von Fukoiden (Chondrites intricatus
mit der Varietät Fischeri, Ch. Targioni mit der Varietät arbuscula, Palaeodictyum textum) und verschiedene Helminthoiden.
Namentlich die sandigen Kalkschiefer führen massenhaft kleine Einsprenglinge von Pyritkristallen, von
deren Auswitterung die rostige Farbe ihrer Oberflächen sich herleitet. In der Nähe der Solisbrücke tritt im Schiefer ein
Riff von hellem Rötidolomit der Trias mit etwas Gips auf; Gips findet sich weiter in der Schlucht von Müstail im TobelVal Mala
und bei Tiefenkastel vor. Die Flora des Schyngebietes ist reich und mannigfaltig. Unter den Blütenpflanzen
gibt es verschiedene Seltenheiten oder interessante Standortsverhältnisse, und die Moosflora der Gegend ist berühmt. Bei
Tiefelkastel kommt noch der Edelhirsch vor, der sich in der neuesten Zeit stärker auszubreiten scheint, indem ein solcher
z. B. 1903 bei Passmal im Schyn erlegt worden ist.
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