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Kurz bevor in Maloja die Hochebene des Engadins ins Bergell übergeht, fällt ein neues mehrstöckiges Haus, etwas abseits der Kantonsstrasse und ein Steinwurf entfernt vom historischen Hotel Schweizerhaus und der Casa Giovanni Segantini, ins Auge. Während die beiden alten Holzbauten reich verziert sind, zeichnet sich das Mehrfamilienhaus durch klare, reduzierte Formsprache aus: der Baukörper lehnt sich geometrisch (unregelmässiges Sechseck) wie auch farblich am gegenüberliegendem Felsen aus rötlich-braunen Gneis an. Durch die Form, die an Fischerboote auf dem nahen See erinnert, wird eine bessere und längere Besonnung gewährleistet.
Bei der Gebäudehülle handelt es sich um einen eingefärbten selbst verdichteten Beton mit Brättlischalung. Ferner ist er mit Eisenoxyd gefärbt, was den rötlich-braunen Farbton ergibt, der die Farben des Felsen widerspiegelt. Dieses charakteristische Farbspiel ist nicht etwa effekthascherisch oder banal malerisch, sondern entspricht dem Bestreben des Entwerfers, einen sichtbaren Bezug zur Natur herzustellen. Damit wirkt die Konstruktion lebendig und nimmt durch diese Metamorphose das Fließen der Zeit, die wechselnden Wetter- und Lichteinflüsse auf.
Wohnen
2008
Realisiert
Bergell, Schweiz
Mehrfamilienhaus