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Varaždinske Toplice – Bad Varaždin – ist ein kleiner Ort in Istrien, den man etwas salopp als „antiken Spa“ bezeichnen könnte. Hier sprudelt aus dem Erdinneren aus 1400 m Tiefe auf 58° C erwärmtes schwefelhaltiges Wassere an die Oberfläche – der Schwefelgeruch liegt in der Luft. Schon die Römer hatten sich diese heisse Quelle zunutze gemacht und dort eine Thermenanlage mit einem Kulttempel für die Göttin Minerva errichtet. Sie nannten den Ort Aquae Iasae – Wasser der Jasser (der Name eines Stammes, der hier gesiedelt hatte). Bei Ausgrabungen wurden in der Nähe der Quelle zahlreiche öffentliche Bauten der ehemaligen Siedlung entdeckt, auch wurden in der Badeanlage selbst Räume frei gelegt, in welchen sich die Hypokausten, Aufenthaltsräume und dergleichen befanden. Der älteste Teil der Anlage stammt aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., eine erste Blütezeit erlebte der Ort jedoch im 2. Jahrhundert. Danach wurde die Badeanlage zerstört, aber vermutlich unter Kaiser Konstantin wieder restauriert. Es folgte nochmals eine Blütezeit, danach setzte jedoch der Niedergang der Siedlung ein, wahrscheinlich infolge von Zerstörungen durch germanische Stämme. Im 17. Jahrhundert wurde die heilende Wirkung der Quelle bei rheumatischen Krankheiten durch einen Mediziner aus Luxembourg wieder entdeckt, und im Jahr 1820 entstand hier der erste Kurort mit ärztlicher Betreuung in Kroatien. Auch heute noch wird die Quelle als Heilbad betrieben. Die Grabungsarbeiten rund um die Quelle sind noch lange nicht abgeschlossen. Die Freilegung der Anlage ist schwierig, weil das Wasser ständig sprudelt und die Leitungen zum modernen Heilbad speisen muss. Mit Hilfe einer Pumpanlage wird das Wasser in einem Umwälzverfahren zurückgeleitet. Archäologen, Geologen, Biologen und Umweltschützer arbeiten hier zusammen, auch werden viele Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen der Universität Zagreb hier ausgebildet. Die Funde aus römischer Zeit sind in einem kleinen Museum in Varaždinske Toplice ausgestellt.