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DMZ – GESELLSCHAFT / LEBEN ¦ Peter Metzinger ¦
Bilder wirken mehr als 1000 Worte. Dieses Sprichwort kennt wahrscheinlich jede und jeder. Bilder haben aber auch die Macht, völlig falsche Informationen im Gedächtnis fest zu verankern.
Professionelle Spezialisten für Propaganda und Manipulation nutzen diesen Effekt, um einen Fakt – zum Beispiel den Tod hunderter Vögel – aus dem Zusammenhang – ein heftiges Gewitter – zu reissen und mit einer falschen Behauptung – Aktivierung von 5G – zu kombinieren. Die Bilder verpassen dieser Manipulation dann Glaubwürdigkeit. Siehe hierzu auch „Wer betreibt wieso gezielte Desinformation mit toten Vögeln?"
In einer amerikanischen Studie wurde zwei Gruppen von Studenten ein inhaltlich ausgewogener Artikel über die wirtschaftliche Situation sechs verschiedener amerikanischer Farmer gezeigt, davon drei prosperierende und drei Not leidende. Anschliessend wurden die beiden Gruppen interviewt, um herauszufinden, was ihnen in Erinnerung geblieben war. Beide Artikel waren inhaltlich exakt identisch und unterschieden sich nur im Bildmaterial. Im einen Artikel gab es das Foto eines prosperierenden Farmers neben seinem Flugzeug, im anderen das Foto eines armen Farmers, der das Heu mit einem Pferdewagen einfuhr. Beim ersten Interview hielten die Studenten einheitlich 37 Prozent der Farmer für arm.
Nur 10 Tage später wurde das Interview wiederholt, und es zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Gruppen, je nach Bild, das sie gesehen hatten. Diejenigen, deren Artikel das Bild eines prosperierenden Farmers enthielt, hatten nun ein deutlich positiveres Bild von der wirtschaftlichen Situation der Farmer. Sie hielten nun nur noch 29 Prozent der Farmer für arm. Umgekehrt verhielt es sich bei den Studenten, die den armen Farmer zu sehen bekommen hatten. Sie hielten nun sogar 44 Prozent der Farmer für arm. Man nennt dies den „Schläfer-Effekt“. Allerdings kann auch purer Text eine ähnliche Wirkung entfalten – wenn er drastische „Bilder im Kopf“ erzeugt.
(Quelle: Business Campaigning, Peter Metzinger, Springer Verlag Heidelberg, 2. Auflage 2006, S. 146. Vergleiche auch: Die Macht der drastischen Bilder. Paulus, Jochen. In: Bild der Wissenschaft (August 2001), S. 74-76.)
Dieser Text erschien ursprünglich auf http://ReclaimTheFacts.com beziehungsweisehttps://reclaimthefacts.com/2022/06/02/techniken-zur-manipulation-der-oeffentlichen-meinung-fakten-aus-dem-kontext-reissen-und-mit-starken-bildern-untermauern/.
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