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Beton - der vielfältige Baustoff
Beton gilt als «Baustoff des 20. Jahrhunderts». Zwar rücken immer mehr alternative Baustoffe in den Mittelpunkt, aber Beton kann auch heute ästhetische, statische und bauphysikalische sowie zusätzlich energieeffiziente Anforderungen ganzheitlich erfüllen.
(pg) Die Geschichte des Betons geht sehr weit zurück. Schon vor 14'000 Jahren benutzen Handwerker auf dem Gebiet der heutigen Türkei Mörtel als Bindemittel, um Ziegelsteine zu mauern. Die Phönizier vermischten den Mörtel mit vulkanischem Gestein und über die Griechen gelangten die Erkenntnisse und Techniken im 3. Jahrhundert v. Chr. schliesslich ins Römische Reich, wo mit der 43 m durchmessenden Bedachung des Pantheons heute noch die grösste nicht verstärkte Zementkuppel der Welt steht. Am Ende des 19. Jahrhunderts begann schliesslich mit der industriellen Herstellung von Zement der Siegeszug des künstlich hergestellten Gesteins. In der Folge hat insbesondere der Stahlbeton Konstruktionen wie Wolkenkratzer oder Brückenbauten erlaubt, welche zuvor in ihrer Art unvorstellbar gewesen sind.
Zement, Gesteinskörnung und Wasser als Basis
Als Ausgangsmaterial von Beton dient ein Gemisch von Zement, Gesteinskörnung wie Sand und Kies und Wasser. Zement gilt als das ideale hydraulische Bindemittel, das eine anwendungsgerechte Erhärtung des Betons gewährleistet. Die Ausgangsstoffe des Zements sind Kalkstein, Mergel und Gips. Die Gesteinskörnung wird je nach den erforderlichen Eigenschaften des Betons in unterschiedlichen Korngrössen beigemischt. Das Anmachwasser schliesslich wird für die Verarbeitung und den anschliessenden Hydrationsprozess des Betons benötigt. Der Zement spielt hierbei die entscheidende Rolle, denn er bildet zusammen mit dem Wasser den Zementleim, der die Gesteinskörnung verbindet und dadurch erst ein hartes Gestein entstehen lässt. Im zuerst breiartigen Zustand ist der Beton beliebig formbar, bevor er erhärtet und seine hohe Druckfestigkeit gewinnt.
High Tech-Produkt
Durch ständig steigende Ansprüche und Fortschritte in der Technologie hat sich Beton mittlerweile zu einem High Tech-Produkt entwickelt. Für unterschiedliche Anforderungen werden unterschiedliche Betone eingesetzt und aus dem 3-Stoff-Gemisch wird je nach Verwendungszweck ein 6-Stoff-System mit Zusatzmitteln, Zusatzstoffen und Luft. Durch das Variieren und Modifizieren der Bestandteile gewinnt Beton neue Verarbeitungs- und Nutzungseigenschaften. Entwicklungsschritte hin zum selbstverdichtenden, lichtdurchlässigen oder farbigen Beton, zum säureresistenten Baumaterial, zum Faserbeton, Leichtbeton oder sogar selbstreinigenden Beton, belegen dies ganz deutlich.
Zahlreiche Unterscheidungskriterien
Es gibt also eine Vielzahl verschiedener Betonarten. Grundsätzlich kann zwischen Beton nach Bauteilen wie Stahlbeton oder Spannbeton, Beton nach Erhärtungszustand (Frischbeton, Junger Beton, Festbeton) und Beton nach Rohdichteklassen (Leichtbeton, Normalbeton, Schwerbeton) unterschieden werden. Weitere Kriterien sind die Druckfähigkeit, die Konsistenz (z.B. steif, weich, fliessfähig), der Zuschlag oder der Ort der Herstellung. Der Beton kann auf einer Baustelle hergestellt oder als Transportbeton in gewünschter Form angeliefert werden, auf Wunsch auch an Privatpersonen, die sich als Heimwerker für den Baustoff Beton entschieden haben.
Nachhaltigkeit spricht für Baustoff Beton
Unterschiedliche Rezepturen ergeben verschiedene Betonarten. Wie schwer oder leicht, druckfest oder wärmedämmend Beton jeweils sein muss, hängt davon ab, welche Eigenschaften gefordert sind. Entsprechend vielfältig sind die Kriterien zur Auswahl von Beton. Sie können die Tragfähigkeit ebenso betreffen wie Brandschutz, Wärmedämmung oder Schallschutz.
Beton überzeugt aber nicht nur mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten. Gerade beim Thema «Nachhaltiges Bauen» schneidet der Baustoff ebenfalls gut ab. Beton erlaubt eine hohe Gestaltungsfreiheit. Die architektonische Kreativität und die baustoffliche Qualität wiederum schaffen aus Sicht der Nachhaltigkeit einen lebenslangen Mehrwert. Nebst Energieeffizienz und geringen Lebenszykluskosten kann Beton vollständig recycliert und als Gesteinskörnung in neuem Beton verwendet werden
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