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Text: Phuong Lam-Tran, Illustration: Livia Graf, Foto: Stocksy
Meteorologie ist nicht nur eine Frage der Wissenschaft. Seit dem Altertum beobachten die Menschen Natur und Tiere, um das Wetter zu analysieren und Prognosen zu machen. Denn in der Landwirtschaft und der Viehzucht war es lebenswichtig, Wetterumschwünge im Voraus zu erkennen. Einige dieser Methoden werden auch heute noch praktiziert. Ein Beispiel dafür sind die «Muotathaler Wetterschmöcker» aus der Zentralschweiz. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Hobbymeteorologen, die anhand des Verhaltens von Ameisen oder der Form von Tannenzapfen Vorhersagen treffen.
Ihre Methoden sind zwar nicht wissenschaftlich bewiesen, aber es handelt sich auch nicht um kompletten Humbug. Im Gegenteil: Der Volksglaube anerkennt, dass Tiere eine gewisse Sensibilität besitzen, um lokal kurzfristige Veränderungen des Wetters vorherzusehen. Tiere in der Wildnis wie auch Haustiere können uns Hinweise auf das Wetter geben.
«Und täglich grüsst das Murmeltier» – in den USA sind Murmeltiere die «Wetterexperten». Das berühmteste Tier ist Phil aus Punxsutawney in Pennsylvania. Am 2. Februar, dem Murmeltiertag, sagt er jeweils voraus, wie lange der Winter noch dauern wird. Dafür wird Phil aus seinem Bau geholt. Wenn er einen Schatten wirft, bedeutet das, dass die kalte Jahreszeit noch sechs Wochen anhalten wird. Gibt es keinen, steht der Frühling an. Dieses Jahr hat Phil vorausgesagt, dass es kalt bleiben wird. Aber es besteht Hoffnung: Seine Erfolgsquote lag in den letzten Jahren bei etwa 40 Prozent.
Man solle nicht mehr auf die Wissenschaft hören, wenn es um Wettervorhersagen geht, «sondern zu der einzigen Quelle zurückkehren, der man wirklich vertrauen kann: der Katze.» Das schrieb H. H. C. Dunwoody, Leutnant des US-Wetterdienstes, im Jahr 1884. Er glaubte, dass ein Kätzchen bei drohendem Regen ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen würde, beispielsweise niesen, sich kratzen oder seine Krallen an einem Baumstamm wetzen. Auch Seeleute glaubten daran und nahmen eine Katze mit auf See. Sie hielt nicht nur die Rattenpopulation auf den Schiffen in Schach, sondern lieferte auch wertvolle Wetterinformationen.
Diese Amphibien sind heimliche Meteorologen. Wenn sich Wetterumschwünge ankündigen, verstärken sie ihr Quaken und werden lauter. Dieser von den üblichen Lauten abweichende Ton ist ihre Art, einen Wetteralarm auszusprechen. Wenn ihr Quaken also fast unerträglich wird, weisst du: Regenschirm mitnehmen!
Einige Vögel sind in der Lage, uns durch ihren Flug Hinweise auf das Wetter zu geben. Wenn beispielsweise Schwalben und Mauersegler in grosser Höhe fliegen, wird es ein klarer Tag. Segeln sie dagegen in der Nähe des Bodens, ist ein Gewitter im Anmarsch. Denn die Veränderung der Atmosphäre macht das Fliegen in der Höhe schwieriger und anstrengender.
Wenn du bei einer Wanderung in den Bergen auf ängstliche und unruhige Kühe triffst, die auffällig mit dem Schwanz wedeln, weisst du: Es wird bald nass. In der Tat scheinen Kühe die erhöhte Luftfeuchtigkeit und die unbeständige Luft zu spüren. Die Vierbeiner suchen dann nach einem trockenen Plätzchen, um sich hinzulegen, bevor der Regen den Boden durchnässt. Versammeln sie sich zudem dicht beieinander, ist die Wahrscheinlichkeit von Niederschlag noch höher.
Viele Landwirtinnen und Hirten sind der Meinung, dass auch Schafe Wetterumschwünge im Voraus erkennen können. Sobald sich die Wolken am Himmel bedrohlich zusammenziehen, versammeln sich die Schafe nämlich in einem kompakten Knäuel und schirmen sich gegenseitig ab – ganz ihrem ängstlichen Naturell entsprechend.
Diese fleissigen Insekten sind hervorragende tierische Indikatoren für schlechtes Wetter. Wenn sich der Himmel verdunkelt und die Luftfeuchtigkeit ansteigt, werden die Bestäuber nervös und unterbrechen ihren Flug zwischen den Blumen und Feldern. Sie kehren schnell zu ihren Bienenstöcken zurück, ihrem sichersten Zufluchtsort vor dem Wetter.
Die starken Krabbeltiere sind Meister der Teamfähigkeit – auch wenn es darum geht, ihre Nester vor dem Regen zu schützen. Zusammen mauern sie die Eingänge vor ihren Bauten zu. Wenn du also aufgeregt herumlaufende Ameisen auf ihrem Hügel bemerkst, weisst du, dass du die Kapuze über den Kopf ziehen kannst: Es wird bald regnen!
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