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Fussballstadien gelten vielen Menschen als Kathedralen der Neuzeit. Gross ist die Sehnsucht, sie (hoffentlich) bald wieder aufsuchen zu dürfen. Während viele Fans alten Traditionsstadien nachtrauern, entstehen regelmässig neue, komfortablere Arenen.
Die «Blauen» aus Liverpool werden in absehbarer Zeit ihren 1892 eröffneten Goodison Park verlassen. Weil eine Modernisierung des Stadions, das mitten in einem Wohnbezirk liegt, schwierig ist, sah sich Everton nach Alternativen um.
Die «Toffees» fanden eine: An den Bramley-Moore-Docks. Gegen den Widerstand der Denkmalpflege hat der Planungsausschuss der Stadt Liverpool das Bauprojekt am Dienstag einstimmig genehmigt. Geplant ist ein Stadion mit knapp 53'000 Sitzplätzen. Der Bau direkt am Wasser soll 2024 eingeweiht werden. Für das endgültige «Go!» fehlt nun noch das Okay der Stadtregierung.
Everton werde das nachhaltigste Stadion Englands bauen, versprach die Vorstandsvorsitzende Denise Barrett-Baxendale. Der Bau stelle eine einmalige Gelegenheit dar, um eines der am meisten benachteiligten Gebiete der Stadt aufzufrischen und um tausende Arbeitsplätze zu schaffen. Das Projekt nehme deshalb eine Schlüsselrolle ein, wenn es darum gehe, nach der Corona-Pandemie die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Kein komplett neues, aber ein ausführlich renoviertes Stadion wird derzeit in Pamplona fertig gebaut. Weil noch keine Zuschauer zugelassen sind, konnte Osasuna am Montagabend erstmals im umgebauten Estadion El Sadar antreten, es setzte eine 0:2-Niederlage gegen den FC Sevilla ab. Wenn Anhänger wieder erlaubt sein werden, hat es Platz für rund 25'000 Fans, zuvor lag die Kapazität bei 17'286.
Das Stadion, das 1967 errichtet wurde, erhielt ein neues Dach und eine neue Fassade. Was nun noch fehlt, ist die Inneneinrichtung des Stadions, dessen Projektname «Muro Rojo» («Die rote Wand») lautete. Die Umbaukosten wurden auf 21 Millionen Euro veranschlagt, Osasuna will die entsprechenden Darlehen in den nächsten fünf Jahren zurückzahlen.
Papst Franziskus ist ein Fan und Mitglied dieses Traditionsklubs aus Buenos Aires, der mit den Boca Juniors, River Plate, Independiente und Racing die «Big Five» der argentinischen Hauptstadt bilden. Hauptrivale von San Lorenzo de Almagro ist aber Huracan aus dem benachbarten Viertel Parque Patricios.
Diese Derbys könnten in einiger Zeit in einem neuen Stadion ausgetragen werden. Am Montag stellte San Lorenzo sein Neubau-Projekt vor. «Ein Traum wird wahr, wenn ich das Modell dieses Stadions sehe», schwärmte Klubpräsident Marcelo Tinelli, der gleichzeitig eine der bekanntesten TV-Figuren Argentiniens ist. Bis Mitte März läuft nun eine Einsprachefrist, danach wird über den Bau der Arena mit 46'200 Zuschauerplätzen abgestimmt.
Angeheuert wurde für den Bau jene Firma, die das San Mamés von Athletic Bilbao erstellt hatte. 2015 wurde dieses als bestes neues Sportgebäude der Welt ausgezeichnet. Fast wichtiger als das Aussehen ist für die Fans des Klubs jedoch etwas anderes. San Lorenzo kehrt, wenn alles klappt, in «seinen» Stadtteil Boedo zurück. Diesen musste es 1979 nach dem Abriss des alten Gasometro-Stadions verlassen. Seither spielt «El Ciclon» («Der Zyklon») im Stadtteil Nueva Pompeya.
Die Sache mit dem neuen Stadion hat indes einen ganz grossen Haken: Die Finanzierung. «In Argentinien ist es schwierig, einen Kredit zu bekommen», weiss Präsident Tinelli. «Investoren verlangen Stabilität, Glaubwürdigkeit, Einigkeit. Das ist es, was wir unseren Anhängern, den chinesischen, deutschen, us-amerikanischen Firmen, die uns kontaktiert haben, zeigen müssen.»
Die Lage ist verworren. Eigentlich ist das nigelnagelneue SC-Stadion neben dem städtischen Flugplatz so gut wie fertig. Der 76,5 Millionen Euro teure Bau bietet 34'700 Zuschauern Platz und damit wesentlich mehr als das Schwarzwald-Stadion, zu dem bei Bundesliga-Spielen normalerweise maximal 24'000 Fans begrüsst werden können.
Doch nach wie vor spielt Freiburg in seinem alten Stadion. Einerseits sind Innenräume und Stadiontechnik teilweise noch Baustellen. Das gravierendere Problem ist jedoch das Nachtspielverbot, das das Verwaltungsgericht durchgesetzt hat. Spiele müssen spätestens um 20 Uhr beendet sein, sonntags darf zwischen 13 und 15 Uhr nicht gekickt werden. Ausnahmen gelten teilweise für Partien im DFB-Pokal und im Europacup, da das Gericht diese als «seltene Ereignisse» taxierte. Allerdings, so ist es in der Baugenehmigung festgehalten, muss ein Spiel spätestens um 20.30 Uhr angepfiffen werden.
Gegen dieses Urteil eines Eilverfahrens rekurrierte der SC Freiburg, das Hauptverfahren steht noch aus. Niemand weiss, wie lange es bis zu einem endgültigen Urteil dauert. Der Klub geht davon aus, dass es seinen Neubau unter Einhaltung der gültigen Lärm-Grenzwerte unbeschränkt nutzen kann. Einen Umzugstermin gibt es nicht mehr, vor drei Wochen verlängerten die Stadt und der Klub den Pachtvertrag für das Schwarzwaldstadion vorsichtshalber um ein weiteres Jahr.
Im Grossherzogtum verzögert sich die Premiere im Stade de Luxembourg, das für das Nationalteam und Europacup-Partien luxemburgischer Teams vorgesehen ist. Die UEFA hat den ursprünglichen Plänen einer Einweihung am 30. März eine Abfuhr erteilt. Grund dafür ist laut einer städtischen Mitteilung vom Dienstag, dass im IT-Bereich nachgebessert werden muss. Brandschutzsysteme sind offenbar nicht auf dem neusten Stand, ebenso wenig wie die Infrastruktur für Fernsehübertragungen, das Videoüberwachungssystem oder das WLAN auf der Medientribüne.
Gegen Europameister Portugal spielt Luxemburg daher noch einmal im 90 Jahre alten, maroden Stade Josy Barthel. Wie das Portal «Stadionwelt» berichtet, ist die Hoffnung die, dass das Stade de Luxembourg Ende Mai mit einem Freundschafts-Länderspiel vor der EM eingeweiht werden kann. Gebaut wird für rund 76 Millionen Euro ein Stadion mit 9395 Sitzplätzen.
Schon seit einigen Jahren planen die Franzosen einen Stadion-Neubau, nun ist dieser konkreter geworden. Anfangs Jahr stellten Klub und Stadt einen Zeitplan vor, zum Aussehen des Stadions sind der Öffentlichkeit noch keine Details bekannt. Die neue Arena wird nach dem legendären, 2017 verstorbenen Klubpräsidenten Louis Nicollin benannt. Heute führt dessen Sohn Laurent den Verein. Das Stadion mit 25'000 Plätzen soll bis Ende 2024 gebaut werden, pünktlich zum 50-jährigen Klubjubiläum.
Die Kosten werden auf 150 Millionen Euro geschätzt – und komplett von der Familie Nicollin übernommen, die ihr Vermögen der Abfallwirtschaft verdankt. «Wir wollen einen Ort des Lebens schaffen», kündigte Laurent Nicollin an. «Wir haben einen Kindergarten, ein medizinisches Zentrum, Restaurants, ein Hotel und das Louis-Nicollin-Museum geplant.» Das neue Stadion sei für den Klub überlebenswichtig: «Sonst werden wir verschwinden.»