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2014 feiert die Stadt Winterthur das 750-Jahr-Jubiläum der Erhaltung des Stadtrechts. Über das gesamte Jahr hindurch finden mit Winterthur750 Anlässe und Installationen statt. Am Wochenende des 26. und 27. April 2014 wurde unter dem Namen SwissHistorik an die industrielle Vergangenheit der Stadt erinnert und auf dem Areal des heute arg dezimierten Sulzer-Konzerns und der nicht mehr existenten Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) diverse Exponate ausgestellt. Zu sehen waren zahlreiche Lokomotiven, aber auch Lastwagen, Dampfmaschinen und Dampfturbinen.
Winterthur – Jahrelang ein Synonym für InnovationZwei Unternehmen mit Sitz in Winterthur prägten die Schweizer Verkehrsgeschichte jahrzehntelang. Einerseits der Sulzer-Konzern, weltweit bei Schiffsmotoren führend, nebenbei noch in der Medizintechnik, vorwiegend bei Hüftprothesen, tätig. Andererseits die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM), welche sich für das Gros der heute noch auf dem Schweizer Eisenbahnnetz verkehrenden Lokomotiven verantwortlich zeigte.
Die Sulzer AG wurde 1834 gegründet und war in diversen Bereichen innovativ, schuf sie doch als eines der ersten Unternehmen schweizweit eine Betriebskrankenkasse. Im Transportbereich war sie vor allem ab 1961 durch die Akquirierung der SLM und im Bereich der Schiffsmotoren tätig. Spekulanten wie der Investor Tito Tettamanti sorgten für Umstrukturierungen, so dass der Medizinaltechnikbereich (Hüftgelenke) gestärkt wurde, das ursprüngliche Kerngeschäft des Unternehmens, die Dieselmotorensparte, allerdings verkauft wurde. Die heutige Sulzer AG produziert vorwiegend noch Pumpen, zudem ist das 99.7 Meter hohe Sulzer-Hochhaus weiterhin das höchste Haus der Stadt. Erst seit wenigen Monaten ist der Konzern wieder im ehemaligen Hauptsitz eingemietet, nachdem es jahrelang in einem schäbigen Zustand war und asbestsaniert werden musste.
Ebenso bewegend ist die Geschichte der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM), 1871 durch Charles Brown gegründet. Browns Sohn Charles Eugene Lancelot Brown sollte später gemeinsam mit Walter Boveri die Brown Boveri & Cie. gründen, welche seit ihrer Fusion mit der schwedischen ASEA 1989 als Asea Brown Boveri (ABB) firmiert.
Fahrzeuge wie die Ae 4/7, die Ae 6/6 (UIC-konforme Bezeichnung Ae 610), die Re 4/4 II/III (UIC Re 420, Re 421 oder 420.5 bzw. Re 430 oder Re 436), die Re 6/6 (UIC Re 620) oder die Lok 2000-Typenfamilie (SBB Re 460 bzw. BLS Re 465) präg(t)en die Schweizer Bahnen bis heute und haben längst Kultstatus erlangt. Das Ende der SLM wurde 1998 eingeläutet, als ein grosser Teil der Belegschaft entlassen und das Unternehmen zunächst in Winpro AG umbenannt und später in Einzelteile zerschlagen wurde, welche heute Bestandteil von Bombardier Transportation bzw. Stadler Rail sind. Mit der Lok 2000-Familie konnte die SLM gar im Ausland punkten, die letzte in Winterthur gebaute Lokomotivfamilie wurde nicht nur von den SBB und der BLS gekauft, sie wurde auch ins Ausland exportiert, Abnehmer fanden sich in Norwegen (NSB El 18), Finnland (VR Sr2) und China (KCRC).
SwissHistorik als Erinnerung an glorreiche Zeiten
2014 feiert die Stadt Winterthur ihr 750-Jahr-Jubiläum. Diverse Anlässe werden unter dem Deckmantel Winterthur750 in diesem Rahmen übers ganze Jahr hindurch organisiert. Am Wochenende des 26. und 27. April wurde in den SLM- und Sulzer-Hallen auf dem Sulzer-Areal die SwissHistorik durchgeführt, wo zahlreiche historische Vereine und Stiftungen wie SBB Historic, Rigi Historic oder Extrazug.ch historische oder noch in Betrieb befindliche Fahrzeuge von SBB, BLS oder der Vitznau-Rigi-Bahn präsentierten. Zu sehen waren unter anderem eine BLS Ae 4/4, eine BLS Ae 6/8, die vom Verein Mikado 1244 frisch restaurierte SBB Ae 6/6 11407 „Aargau“, die SBB Re 620 051-3 „Dornach“, eine SBB Re 420, eine SBB Ae 4/7, eine SBB Be 6/8 (Krokodil) und die VRB-Dampflokomotive H 2/3 16. Zwischen dem Sulzer-Areal und dem zweiten Ausstellungsort, dem Depot Ost, pendelte ein Dampfzug mit Halt am Bahnhof Winterthur. Doch nicht nur Eisenbahnfans kamen auf ihre Kosten, zahlreiche dampfbetriebene Einrichtungen wie Dampfwalzen oder eine Dampfsäge wurden der Öffentlichkeit präsentiert, genauso wie weitere Vorrichtungen, welche mit einer Dampfmaschinen betrieben wurde, so beispielsweise ein Eimerbagger für den Thunersee, da sich auch das Dampfzentrum Winterthur an der Ausstellung beteiligte. Ebenso zu sehen war ein Schaufelrad für den Brienzersee-Raddampfer DS Giessbach und ein Viking-Triebwerk für die Ariane I-Rakete der ESA. Der Schiffsmotor der DS Giessbach wurde allerdings nicht von Sulzer gebaut, sondern von deren Zürcher Rivalin Escher-Wyss AG, die jedoch in zwei Schritten 1966 und 1969 übernommen wurde. Zu finden war auch eine Maschine, welche ihren ursprünglichen Platz im Maschinenlabor der ETH Zürich hatte.
Bestandteil des Anlasses war auch eine doppelte Zugstaufe auf Gleis 3 im Bahnhof Winterthur, begleitet von der örtlichen Stadtmusik wurden die Bm 6/6 18501 und der RABe 511 033 jeweils auf den Namen Winterthur getauft, als Taufpaten figurierten Regierungsrat Markus Kägi und Stadtpräsident Michael Künzle.
Die Highlights der Industrie- und Fahrzeugtechnikausstellung finden Sie in der untenstehenden Bilderstrecke, dazu zwei Videos vom Anlass beziehungsweise von der Dampfzugsfahrt.
Bilderstrecke
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Videos
Fahrt mit dem Dampfzug vom SLM-Areal zum Depot Ost:
CaboRuivoTV-Beitrag über die SwissHistorik:
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