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Die Planung des nachsportlichen Lebens umfasst vielseitige Aktivitäten wie etwa die Fortführung einer Ausbildung, der beruflichen Wünsche sowie Aktivitäten bezüglich der sozialen Netzwerke (Cecić Erpič et al.). Unser Mitarbeiter Dino Lauber hat zu diesem spannenden und umfassenden Thema einen dreiteiligen Blogbeitrag verfasst.
Athleten und Athletinnen, die ein nachsportliches Leben im Voraus planen, sollen ihre Energie nicht in die falsche Richtung steuern. Sie sollen gemäss Alfermann et al. vielmehr ihre Ressourcen effektiver mobilisieren und einsetzen als Athleten und Athletinnen, die nicht im Voraus über das nachsportliche Leben nachdenken. Die Planung des nachsportlichen Lebens erweckt bei den Athleten und Athletinnen das Gefühl subjektiver Kontrolle über die Situation. Zusätzlich wird die Selbstwirksamkeit hinsichtlich einer erfolgreichen Adaption an das Karriereende erhöht. Laut Alfermann et al. zeigen Athleten und Athletinnen, die das nachsportliche Leben planen, ein grösseres Ausmass an kognitivem, emotionalem sowie verhaltensbasiertem Willen für den Karriereübergang des Ausstiegs als Athleten und Athletinnen, die dies nicht tun (Alfermann et al.).
Im Folgenden werden mittels sportpsychologischer Studien sowie Kenntnissen aus der Beratungsliteratur Faktoren der Planung des nachsportlichen Lebens gezeigt. Zudem wird der Einfluss von Planung des nachsportlichen Lebens auf den Umgang mit dem Austritt aus dem Leistungssport dargestellt.
In dieser Umfrage wurden 99 ehemalige Athleten und 100 Athletinnen verschiedener Einzel- und Teamsportarten zu Aspekten, die den Austritt aus dem Leistungssport beeinträchtigen, befragt. Durch die Untersuchung wurde deutlich, dass diejenigen, die den Übergang in das nachsportliche Leben planten, geringere finanzielle Probleme und weniger Schwierigkeiten hinsichtlich der Erwartungen in der Ausbildung und dem Beruf hatten. Diese Befragten erfuhren generell einen positiveren Wechsel im Leben als Befragte, die den Übergang und das nachsportliche Leben nicht geplant hatten. 50 % der Befragten sagten aus, nach dem Rücktritt ein bis drei Stunden pro Woche damit zu verbringen, mentale Maßnahmen hinsichtlich des neuen Fokus oder der neuen Interessen zu treffen. Diese Zahl ist sogar größer als die während der sportlichen Laufbahn. Die mentale Vorbereitung umfasst, kurz- und langfristige Ziele zu setzen und Pläne aufzustellen, um diese Vorhaben zu erfüllen.
Im Zuge dieser Untersuchung wurden zehn ehemalige Athleten aus verschiedenen Einzel- und Teamsportarten zur Transition in das nachsportliche Leben befragt. Für sämtliche Athleten dieser Stichprobe erwies sich der Übergang von der sportlichen zur nachsportlichen Karriere als recht problemlos. Laut Günther hat das insbesondere damit zu tun, dass schon während der sportlichen Karriere mit einem Studium und/oder einer beruflichen Ausbildung die Basis für die aussersportliche Karriere kreiert wurde, das Ende der Karriere größtenteils freiwillig erfolgte und der Rücktritt schrittweise stattfand. Alle Befragten sagten aus, konkrete neue Ziele für die nachsportliche Karriere gesteckt zu haben.
Seiler, Schmid und Schilling haben zwölf ehemalige Athleten und Athletinnen aus verschiedenen Einzelsportarten befragt. Acht gaben an, dass es eine gute und wichtige Entscheidung gewesen sei, sich nicht gänzlich auf die sportliche Karriere fokussiert zu haben. Das parallel dazu laufende berufliche Engagement versprach Sicherheit für die nachsportliche Zeit und konnte zudem verhindern, dass der Druck im sportlichen Bereich zu sehr stieg. Diese Tatsache hatte zudem eine ausgleichende Wirkung und steigerte die Bereitschaft für die enormen Trainingsbelastungen. Die ehemaligen Athleten und Athletinnen, die aufgrund des Leistungssports andere Interessen ausser Acht liessen, nahmen hinsichtlich der sportlichen Karriere eine eher kritische Haltung ein. Neben der gleichzeitigen Konzentration auf die sportliche sowie berufliche Laufbahn wurde sich nicht ausreichend auf das nachsportliche Leben der Befragten vorbereitet. Neun Befragte sagten sogar aus, sich überhaupt nicht auf das nachsportliche Leben eingerichtet zu haben. Elf gaben an, die Qualität der Transition von der sportlichen in die nachsportliche Karriere sei gut oder sogar sehr gut gewesen. Dies kann beispielsweise darauf zurückgeführt werden, dass die Entwicklung im schulischen und beruflichen Kontext zur Zeit des Rücktritts extrem weit fortgeschritten war. Allerdings darf dies nicht mit einer gezielten Planung des nachsportlichen Lebens verwechselt werden, da die Athleten und Athletinnen eine berufliche Tätigkeit aus finanziellen Beweggründen verfolgen mussten. Die Autoren bemerken kritisch, dass die positiven Transitionen in das nachsportliche Leben zudem von der großen Zufriedenheit hinsichtlich der Karriere und den freiwilligen Karrierebeendigungen beeinträchtigt waren.
In ihrer Studie befragten Alfermann und Gross 90 ehemalige Athleten und Athletinnen aus Deutschland zum Ende ihrer Karrieren. Von den Befragten traten 51 freiwillig und geplant ihren Rücktritt an und 35 wegen äußerer Bedingungen unfreiwillig und ungeplant. Vergleicht man diese Gruppen miteinander, so wird deutlich, dass ein freiwilliger Rücktritt mit einer aktiveren Planung der Zukunft verknüpft ist. Die Autoren verdeutlichen, dass die Befassung mit dem Karriereende und dessen Auswirkungen gedanklich oft vor dem tatsächlichen Rücktritt stattfand. So wird es möglich, die Veränderungen, die mit dem Karriereende einhergehen, zeitgerecht wahrzunehmen und zu bewältigen. Die Autoren sind der Auffassung, dass die Planung des nachsportlichen Lebens bei denjenigen, die unfreiwillig und ungeplant zurücktreten, wahrscheinlich erst dann begann, als das Karriereende bereits unmittelbar bevorstand, weshalb die damit einhergehenden Veränderungen nicht rechtzeitig antizipiert werden konnten.
Im Zuge dieser Studie wurden 37 ehemalige Athleten und Athletinnen zum Übergang vom Leistungssport in das Berufsleben befragt. 30 gaben an, die Transition sei erfolgreich gewesen. 22 dieser Befragten hatten eine Berufsausbildung und 17 gingen während des Leistungssports einer Ausbildung (berufliche Ausbildung oder Studium) nach. Die restlichen acht Befragten mit einem erfolgreichen Übergang fokussierten sich gänzlich auf den Sport und gingen nach dem Karriereende zum Teil einer Berufsausbildung nach. Sieben erlebten einen teilweise oder nicht erfolgreichen Übergang vom Sport in den Beruf. Alle 37 Befragten dieser Gruppe starteten erst zum Ende hin oder nach dem Ausstieg aus dem Leistungssport eine berufliche Ausbildung.
Alfermann et al. analysierten in der Retrospektive. Die Reaktionen auf die Beendigung der Karriere ehemaliger Athleten und Athletinnen aus Deutschland (n=88), Litauen (n=65) sowie Russland (n=101) wurden in der Retrospektive analysiert. Die Befragten kamen aus verschiedenen Individual- und Teamsportarten. Im Zuge dessen wurden Athleten und Athletinnen, die sich mit der Planung des nachsportlichen Lebens befassten mit solchen, die dies nicht taten, verglichen. Die Planung des nachsportlichen Lebens geht signifikant positiv mit positiven Gefühlen nach der Beendigung der sportlichen Laufbahn und Zufriedenheit mit dem Leben nach der Karriere einher. Signifikant negative Zusammenhänge zeigen sich zwischen der Planung des nachsportlichen Lebens und negativen Gefühlen nach dem Ende der sportlichen Laufbahn. Athleten und Athletinnen, die das nachsportliche Leben planten, gaben eine signifikant kürzere Zeit der Assimilation an das nachsportliche Leben an.
Im zweiten Teil unserer Reihe befassen wir uns mit dem Einfluss auf die aktive Karriere wie auch wie Wichtig die Kenntnisse über die eigenen Berufs- und Ausbildungsziele sind und das pflegen der sozialen Kontakte.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema oder befassen Sie sich derzeit damit, wie es nach Ihrer sportlichen Karriere weitergehen soll? Wenden Sie sich hierzu gerne an unseren Experten Dino Lauber.
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Dino Lauber
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