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Inhalt und Ziele des Forschungsprojekts
Im Fokus stehen zwei grosse Vorläuferfirmen der heutigen Novartis (CIBA und Geigy bzw. Ciba-Geigy), die im Verlauf des 20. Jahrhunderts im damaligen Bombay zunächst Verkaufsgesellschaften für Farben gründeten, dann Produktionsstätten für Farben und Pharmazeutika und schliesslich ein Forschungszentrum einrichteten. Primäres Ziel ist es, den an diesem Expansionsprozess beteiligten Akteuren und ihrem Tun nachzugehen: Wer waren sie? Wie setzten sie die Schauplätze «Schweiz» und «Indien» miteinander in Beziehung? In welchen Abhängigkeits- und Machtverhältnissen standen sie zueinander? Wer verrichtete welche Arbeit wo unter welchen Bedingungen? Prozesse der «Globalisierung» sollen so als ein an konkreten Orten situiertes und von konkreten Menschen realisiertes Geschehen kenntlich gemacht werden.
Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Das Projekt knüpft an jüngere Forschungen zur transnationalen Geschichte von Schweizer Unternehmen an. Da es die Verflechtung eines europäischen mit einem zunächst kolonialen, später dekolonisierten Schauplatz in den Blick nimmt, erweitert es zudem den bislang dominant kulturwissenschaftlich ausgerichteten postkolonialen Blick auf die Schweizer Geschichte um eine kapitalismushistorische und arbeitsgeschichtliche Dimension. In diesen Feldern werden zurzeit klassische Fragen der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte mit Blick auf globale Zusammenhänge neu formuliert.