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Artois
(spr. artŏá), ehedem unter dem Titel einer Grafschaft eine der nördlichsten Provinzen Frankreichs, von Flandern und der Picardie begrenzt, zum größten Teile dem jetzigen Depart. Pas-de-Calais entsprechend. Die nur von niedern Hügeln unterbrochene Ebene ist eine der wasserreichsten Gegenden Frankreichs, von denen die Authie und Canche der Westabdachung, Aa, Lys, Scarpe und viele kleinere Flüsse [* 2] der Nord- und Nordostrichtung folgen. Der südl. Teil liegt höher und hat nur in den Ebenen und Thälern ergiebigen Boden, der Norden [* 3] gehört zu einer der fettesten Marschgegenden.
Das Bedürfnis der Schiffahrt wie das der Entwässerung hat besonders im Nordwesten die
Anlage vieler
Kanäle herbeigeführt.
Artois gehört zu den Kornkammern
Frankreichs. Es wird Hopfen,
[* 4] Rübsamen, auch Flachs und Hanf gebaut. Schöne Wiesen und reiche
Hutungen begünstigen die Rindvieh- und Schafzucht, der Waldbestand ist gering; doch besitzt
Artois ausgedehnte
Torf- und im
Osten von den
Ardennen ausgehende Steinkohlenlager. Die Hauptstadt des
Landes ist
Arras.
[* 5]
Ludwig IX. erhob
Artois 1239 zur
Grafschaft. Später kam
Artois an Flandern und
Burgund, durch den Pyrenäischen und Nimwegener Frieden (1659 und 1678) wieder an
Frankreich.
Karl X. führte als Prinz den
Titel eines
Grafen von
Artois.