Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03147.jsonl.gz/1395

1671
P. Markus (Josef Jakob) Mettauer von Frick
Geburtsjahr: 1798 |
Todesjahr: 1865
Professbuch:
Band B, Nr. 537
Kapitel:
14. Professen unter Abt Konrad Tanner 1808-25.
P. Markus (Josef Jakob) Mettauer von Frick
Professjahr: 1818
Professbuchtext:
P. Markus (Josef Jakob) Mettauer von Frick (Kt. Aargau). Geboren den 20. Juli 1798 als Sohn des Johann Mettauer und der Maria Ursula Dinkel. Profeß 17. Mai 1818. Priester 30. September, Primiz 14. Oktober 1821.
P. Markus lehrte zunächst von 1821 bis 1827 an der Klosterschule; daneben war er vom 27. November 1824 bis 1827 erster Caeremoniar und Katechet in Bennau. Ende 1827 kam er als Professor nach Engelberg, von wo er den 7. Mai 1831 zurückkehrte, um am folgenden 8. August nach Bellenz zu gehen. Doch blieb er dort nur bis zum 29. Oktober 1832. Seit 5. November 1832 lehrte er Moral (bis dahin waren Dogmatik und Moral vom gleichen Professor doziert worden). Daneben war er von 1832 an bis 1838 Katechet in Willerzeil und von 1835 bis 1839 Beichtiger für die Au. Am 6. März 1839 wurde er Propst in Fahr, wo seit dem 23. April 1837 wegen Zerwürfnissen mit der Aargauer Regierung kein Propst mehr gewesen war. Als das Kloster am 13. Januar 1841 aufgehoben wurde und die Frauen am 2. Februar fort mußten, blieb er in einem zum Kloster gehörenden Hause und verwaltete die im Kanton Zürich gelegenen Güter. Den 28. April 1842 konnte er die Verwaltung des wiederhergestellten Klosters übernehmen. Er starb als Propst in Fahr den 12. Januar 1865 im Alter von 67 Jahren. «P. Markus ist zwar kein brillantes, doch sehr sufficientes Subject, hat einen deutlichen Vortrag und nimmt viel Rücksicht auf seine Schüler und ruhet nicht, bis er sich überzeugen kann, dass sie ihn ganz erfasst haben, wodurch er bey ihnen so vielen Nutzen stiften kann mit weniger ausgedähnter wissenschaftlicher Bildung, als ein anderer mit mehr umfassenden Kenntnissen», so schrieb Abt Cölestin über ihn als Lehrer566
. Und über seine Tätigkeit als Propst urteilt P. Thietland Brunner: «Er war seit ca. 26 Jahren Propst in Fahr, während den schwierigsten Verhältnissen, indem Ao 1841 das Kloster aufgehoben wurde und er einige Zeit zu Dietikon, dann im Fischerhäuschen, dann in der alten Scheune auf Zürcher Gebiet wohnte, und das Klostervermögen auf Zürcher Gebiet während der Dauer des Prozesses mit der aargauischen Regierung verwaltete bis 1855 (1842), wo die Verwaltung wieder der aargauischen Regierung musste übergeben werden. Selbst die aargauische Regierung gab ihm das Zeugnis, dass er ein ausgezeichneter Oekonom sei und durch sein gutes Beispiel auch auf die Landwirtschaft der umliegenden Gemeinden einen grossen, wohltätigen Einfluss geübt habe. Der aargauische Verwalter Hauswirth hätte ohne seine Beihilfe die Verwaltung kaum führen können und Herr Finanzdirektor Hanauer sagte mir, dass er dem Hauswirth die Verwaltung nicht hätte überlassen dürfen, wenn der Herr Propst nicht da gewesen wäre. Er war von allen wegen seiner Kenntnisse, seiner Milde, Freundlichkeit etc. hochgeschätzt und geliebt»567
. «Herr Markus war eine hohe, schlanke Gestalt von bräunlicher Gesichtsfarbe, seine Haltung ruhig und edel. Darum genoss er auch überall Achtung und Liebe. Ein wissenschaftliches Talent war er nicht, nützte aber dennoch auch in dieser Beziehung sehr viel bei grossem Fleisse, gesundem Verstand und praktischer Richtung»568
.
Schriften:
1. Theologia christiana. 8 °. Unpag. Mscr. M E 218.
2. Dogmatica II. Pars. De Deo relate ad nos. 8 °. Unpag. Mscr. M E 218.