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24. Februar 1921.
zur Anwendung gekommen, Abb. 19. Diese Bauart ist einer C+C Mallet Lokomotive in bezug auf Ruhe des Ganges, einer F-Lokomotive in Hinsicht auf Schonung der Räder und Schienen weit überlegen. Nachteilig ist nur die schwere Zugänglichkeit der Kolben und Schieber.
Die Kernachse bewirkt wie ein Querhebel gleiche Federbelastung auf beiden Seiten, und deshalb muß die nötige Standsicherheit durch die übrigen Tragfedern allein gesichert werden. Da dies bisweilen bauliche Schwierigkeiten macht, entstanden Abarten der Klien-Lindner-Achsen nach Hagans, der die Hohlachse in einem Bissel-Gestell lagert, und der Lo komotivfabrik Drewitz1), welche die senkrechte Beweglichkeit zwischen Hohl und Kernachse durch ein besonderes Lager aufhebt, das auch zur Bogeneinstellung benutzt wird.
Die letzte Entwicklungsstufe ist die in Z. 1920 S. 599 beschriebene Bauart Luttermöller. Bei einer E-Lokomotive werden die Endachsen nicht durch Kuppelstangen, sondern durch Zahnräder angetrieben, die in der Längsmittellinie liegen; sie
1) Z 1913 S. 1239.
Der elektrische Betrieb der Rhätischen Bahn.
Das Verkehrsnetz des Kantons Graubünden wird in der Hauptsache durch die Linien der Rhätischen Bahn gebildet. Der elektrische Betrieb mit Wechelstrom von 10000 V und 162/3 Per./s war bereits im Juli 1913 auf den Strecken Samaden-Pontresina und St. Moritz - Bevers-Schuls - Tarasp eingeführt worden. Der Weltkrieg beschleunigte teils den Ausbau durch die im Lande eintretende Kohlenknappheit, teils verzögerte er weitere Arbeiten durch lange Lieferfristen der Fabriken und hohe Materialpreise. Trotzdem wird 1921 mit der Strecke Klosters - Landquart das ganze Bahnnetz bis auf die Strecke ReichenauDissentis, d. s. 227 km Streckenlänge, auf elektrischen Betrieb umgestellt sein. Die Strecken werden durch die Wasserkraft - Elektrizitätswerke Brusio (Kraftwerke Campocologno und Robbia) mit Drehstrom von 23000 V und 50 Per./s gespeist, der im Unterwerk Bevers mit Drehstrom-Wechselstrom
!
Umformern umgewandelt wird, wobei Schwungrad- und Akkumulatorenpufferung Anwendung finden. Eine Ergänzung der Kraftversorgung ist in Aussicht genommen. Die meterspurige Bahn weist Steigungen bis 35 vT auf, der kleinste Krüm
mungshalbmesser beträgt auf freier Strecke 100 m, in den Weichen 80 m, die größte Fahrgeschwindigkeit 45 km/h. Den Betrieb versehen Lokomotiven mit der Achsanordnung 1B1 von je 300 PS, 1D1 von 600 bis 800 und C+C von 1000 PS. Im Jahr 1919 wurden für die Leistung von rd. 38 Mill. Brutto-Tonnenkilometer etwa 2,15 Mill. kWh verbraucht. Die Stromkosten waren mit etwa 7,8 Rappen/kWh sehr gering.
Abb. 1. Befestigung der Schutzmaste.
Die Streckenausrüstung weist nach einem Bericht von A. Lang1), Bern, einige neuartige Einzelheiten auf. Der Fahr
1) Bulletin technique de la Suisse Romande 11. Dezember 1920.
sind um die Mitte der vorletzten Achse schwenkbar. Hier können die Rahmen wieder innen liegen, und das Gestänge ist einfach, dagegen werden die séchs Zahnräder vielfache Bedenken erregen.
Schon aus diesem kurzen Auszug aus dem Gebiet der bogenläufigen Lokomotiven zeigt sich die große Mannigfaltigkeit der Bauarten. Trotzdem bleibt dem Erbauer, die Mühe der Wahl ziemlich erspart, da der Betrieb schon eine starke Auslese getroffen hat. Bis zu fünffacher Kupplung kommt man mit Gölsdorfschen Achsen auf Hauptbahnen immer, auf Kleinbahnen meistens aus; wenn nötig werden die Endachsen als Hohlachsen nach Klien-Lindners Grundform ausgebildet. Bei sechs und mehr gekuppelten Achsen sollte das Triebwerk geteilt werden, was auf Hauptbahnen in bewährter Weise nach Mallet geschieht. Auf scharf gekrümmten Kleinbahnen mit sehr beschränktem Querprofil muß eine beweglichere Bauart gewählt werden, und zwar gewährt die Anordnung nach Garatt noch den ruhigsten Lauf und die freieste Entwicklung des Kessels und der Luftzufuhr zum Rost. [269]
draht ist mittels Kettenaufhängung (vereinfachte Siemenssche Kette ohne Hilfsdraht) an Eisengittermasten oder wegen der überaus hohen Eisenpreise an Lärchenholzmasten mit UEisen-Auslegern befestigt. Bemerkenswert ist der Einbau der Holzmaste, Abb. 1. Diese stecken in Betonklötzen, die auch für die Eisenmaste verwendet werden. Der Mastfuß wird oben und unten mit Steinschlag verkeilt. Zwischen Klotz und Mast wird sodann eine Schicht Sand und Kies eingestampft und oben durch eine Zementkappe abgedichtet. Beim Auswechseln des Mastes gegen einen anderen Holz- oder Eisenmast braucht nur diese dünne Zementschicht aufgebrochen zu werden. Der Mastabstand in der Geraden beträgt 60 m, in Krümmungen entsprechend weniger. Die Fahrdrahthöhe von normal 5,2 m erreicht auf Bahnhöfen 5,8 m und senkt sich unter Brücken und in Tunneln bis 4,15 m. Der Tragdraht
222
Der technische Sachverwalter kommt häufig in die Lage, sich über die Zweckmäßigkeit bestimmter Turbinenbauarten und über die Notwendigkeit des Ersatzes alter Turbinenanlagen durch neue Maschinen zu entscheiden. Bei der Unklarheit, die in weiten Kreisen bezüglich dieser überaus wichtigen Fragen herrscht, dürfte die Mitteilung der Methoden, die ich für die eigenen Zwecke der Bauberatung entwickelt habe, Interesse finden.
Wirtschaftliche Bedeutung des Wirkungsgrades der Wasserturbinen
Vom Berat. Regierungsbaumeister Dr.-Ing. Leiner, Privatdozent an der Technischen Hochschule München.
Bei den heute außerordentlich erhöhten Kraftpreisen muß bei Beschaffung von Turbinen dem Wirkungsgrad erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die hierbei zu beachtenden wirtschaftlichen Gleichungen werden entwickelt. Eine Steigerung des Wirkungsgrades um wenige Hundertteile begründet wirtschaftlich den Neubau von Turbinenanlagen, alte Anlagen haben deshalb heute größtenteils ihre Daseinsberechtigung verloren. Entscheidungen über die Turbinenbauart dürfen beim Neubau nur nach Prüfung des wirtschaftlichen Einflusses der Wirkungsgrade erfolgen.
Zahlreiche Turbinenanlagen wurden in den Jahren 1890 bis 1900 geschaffen, haben heute also bereits ein Alter von 20 bis 30 Jahren. Wo nicht starker Verschleiß infolge Sinkstofführung des Kraftwassers oder Verbiegungen der Laufräder durch größere Fremdkörper oder Rostzerstörungen durch chemische Einflüsse eingetreten sind, arbeiten die Anlagen häufig noch durchaus zur Zufriedenheit. Bei den teuren Maschinenpreisen scheint der Ersatz durch neue Turbinen überhaupt nicht der Nachprüfung wert. Es wird hierbei aber übersehen, daß nicht nur die Anschaffungspreise der Maschinen, sondern ebenso der Wert mechanischer Arbeit gegen früher außerordentlich gestiegen ist. Es wird weiter übersehen, daß für die Zukunft in Deutschland für die nächsten 10 bis 15 Jahre durch die Bedingungen des Versailler Friedens und die Entwicklung der Arbeitslöhne mit einer Verbilligung der Arbeitseinheit nicht zu rechnen ist, da der Kraftwert unmittelbar durch den Kohlenpreis bedingt wird. Für die Entscheidung über den Umbau sind also nicht die Neubaukosten allein maßgebend, sondern der aus der Wasserkraftnutzung jährlich erzielbare Reingewinn. Dieser kann trotz der Ausgaben für den Neubau infolge günstigerer Auswertung der vorhandenen Naturkraft gesteigert werden, wenn der Wirkungsgrad der neuen Turbinen um ein bestimmtes Maß denjenigen der alten Maschinen übertrifft.
Leiner: Wirtschaftliche Bedeutung des Wirkungsgrades der Wasserturbinen.
Schluckfähigkeit der Turbine in cbm/s,
L Leistung der Turbine in PS,
71 Wirkungsgrad der Turbine, gerechnet bis zur Dynamowelle,
72 Wirkungsgrad des Stromerzeugers,
a jährlich durch einen Hundertteil des Wirkungs
grades 1 genutzte Arbeit in kWh oder PSb, Benutzungsdauer in Stunden,
Erzeugungskosten einer kWh in M bei Benutzung
desgl. Erzeugungskosten einer PSh,
Bei Hm Gefälle liefern q cbm/s an der Turbinenachse die Leistung
L
q Hni 1000
b
b
Ausgebaute Leistung einschl. Reserven in kW
***
Die ideale, wegen der Reserven in größeren Werken aber nicht erreichbare Benutzungsdauer wäre b = 8760 h. Bei Elektrizitäts werken sind Benutzungsdauern von jedenfalls 3000 bis 4000 h das übliche, nur in Zellstoffabriken, Mühlen mit Nachtbetrieb u. dergl. steigt die Zahl auf 6000 bis 7500 h für die Gesamtanlage. Wird unter q die Schluckfähigkeit der Turbine bei dem mittleren Gefälle H verstanden, dann ist die jährlich durch einen Hundertteil des Wirkungsgrades 1 genutzte Arbeit
(3)
PS
a
a
&
100
71 sei in Hundertteilen angegeben in der Form 71 Alsdann nutzt ein Hundertteil des Wirkungsgrades 1 die Leistung q H & 1000 10 g H q ι (2). 75 · 100 ε 75
Diese Leistung entspricht der voll ausgenutzten Schluckfähigkeit der Turbinen. Infolge Wassermangels oder sinkender Werkbelastung ist die Schluckfähigkeit nicht immer voll verwendbar. Man hat hier den Begriff der Benutzungsdauer eingeführt. Darunter versteht man den Bruch
Erzeugte kWh
10 g Hb q 75
Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.
13,3 niq H PS
.
a = 16
oder bei einem Wirkungsgrad 72 der Stromerzeuger
10 q Hb nɔ
kWh.
(4).
Nimmt man für Elektrizitätswerke b 4100 h und 72 0,915, dann ergibt sich hierfür als roher Ueberschlagswert a 500 q H kWh (5) durch einen Hundertteil des Wirkungsgrades 1 überschläglich genutzte Jahresarbeit bei Elektrizitätswerken.
Aehnlich findet man für mechanische Dauerbetriebe mit 7500 h 1000 g H PSh . • (6) durch einen Hundertteil des Wirkungsgrades 1 überschläglich genutzte Jahresarbeit bei schwach ausgebauten Mühlen mit Ďauerbetrieb.
Gl. (4) bezw. deren Näherungen (5) und (6) gestatten bereits einen Ueberblick über den Wert eines WirkungsgradHundertteiles. Wertvoller ist aber noch die Feststellung der Grenzbedingung, unter welchen Umständen eine Turbine von bestimmten Anlagekosten und Betriebseigenschaften einer andern Konstruktion überlegen ist. Man untersucht dazu die Jahreskosten, den Jahresgewinn und schließlich den Jahresreingewinn jeder Turbinenart.
10 q Hb ng ε e 75
2 J1 = K
100
p-1 p”—1
PSh.
(1).
Eine Turbine von & vH Wirkungsgrad liefert bei e M/kWh nach Gl. (4) die Jahres-Roheinnahme
J+
Dem stehen folgende Betriebskosten gegenüber : a) Verzinsung des Anlagekapitals K mit dem Zinsfuß *:
(8).
M
(7).
2
b) Abschreibung der Anlage. Bedeutet p = 1 + 100 den Diskontfaktor, E den Endwert der alt gewordenen Anlage nach n Jahren, dann ist nach den Regeln der Rentenrechnung jährlich abzuschreiben
Jg
(K—E)..
(9).
Band 65. Nr. 9.
26. Februar 1921.
c) Feste, von der Höhe der Stromerzeugung unabhängige. von der Turbinenkonstruktion aber beeinflußte Gehälter und Löhne J3~~ G
(10).
d) Schmier- und Putzmittel, Packmaterial u. dergl. J1 = P
e) Ausbesserungs- und Unterhaltungskosten
(12).
Die bei jeder Turbinen art in gleicher oder jedenfalls annähernd gleicher Höhe auftretenden Jahreskosten, wie etwaige Sicherheitsrücklagen, Heimfallverpflichtung, Tilgung, Versicherungen, Steuern, Abgaben, Verwaltungskosten u. dergl. werden als Gesamtausgaben J5- = V
·. (13)
zusammengefaßt.
Der jährliche Reingewinn aus der Turbinenanlage unter Fortlassung aller sonstigen wasserbaulichen, hochbaulichen, maschinellen und sonstigen Unkosten beträgt also
10 q Hb Ng ε e
K=J+~ΣJ_=
75 p-1
-[R
100
A
(K−E) + G + P + U + V + (14). pn. -1 Bei der im Wettbewerb stehenden Turbine ergäbe sich dementsprechend
R' = J'— Σ J_' =
10 q Hb ng ε' e 75
ɛ — ε'
Leiner: Wirtschaftliche Bedeutung des Wirkungsgrades der Wasserturbinen.
= (K — K') (p-1)
E)
p-1 p"-1
7,5 (p − 1) (K — K') + [
(11).
p-1 xn-1
+ G- G+P-P'+UU' (16),
q Hb ng e
Ist der durchschnittliche Wirkungsgrad Unterschied ɛ— 8' der zu kaufenden Turbinen nach Ausweis ihrer WirkungsGarantien größer als der auf der rechten Seite der Gleichung stehende Wert, so ist demnach die zu gehörende Turbine zu wählen, andernfalls die zu e' gehörende.
Die Nutzungszeit n ist heute lediglich durch die wirtschaftliche Erwägung bestimmt, wann die Neuanlage abgeschrieben sein soll. Das sind mit Rücksicht auf die unsichere Schätzung der kommenden Kohlenpreise 10 bis 15 Jahre. Wo die Lebensdauer der Turbinen maßgebend ist, darf n' nicht gleich n gesetzt werden, sobald die voraussichtliche Dauerhaftigkeit der beiden im Wettbewerb stehenden Bauarten verschieden ist.
Der im Mittel vorhandene Wirkungsgrad und die Benutzungsdauer werden bei kleineren Anlagen unter Beachtung der gegebenen Wirkungsgradkurven, Wasserzuflüsse, Belastungen usw. geschätzt. Bei bedeutenden Anlagen mit großen Geld werten lohnt es, die Mühe der Einzeluntersuchung aufzuwenden '). Durch zwei derartige Untersuchungen wird die linke Seite der Gleichung (16) (Einnahmen-Unterschied) ermittelt und so an die Stelle der Schätzung die genauere Berechnung gesetzt.
p-1 7,5 (p −1) (K — K') + p”—1
Sind die Turbinen nicht für Elektrizitätswerke, sondern für Zellstoffabriken, Mühlen und andre derartige, die mechanische Kraft meistens unvermittelt benutzende Werke zu untersuchen, so rechnet man nicht mit den Preisen e einer Kilowattstunde, sondern mit den Preisen i einer Pferdekraftstunde. In den Gleichungen (7) bis (17) tritt dann an die Stelle des Faktors ne der Wert einer Pferdkraftstunde i, so daß Gl. (17) die Form erhält:
(K — K' + E' — E) + G − G' + P — P' + U — U'
1) Vergl. Leiner, Ertragsreichster Ausbau von Wasserkräften. München 1920, R. Oldenbourg.
Für diesen in Anbetracht der hohen Kohlen- und Kraftpreise jetzt außerordentlich wichtigen Fall des Ersatzes alter Turbinen möge noch eine einfache Ueberschlagsgleichung abgeleitet werden. Die alte Turbine wird in der Regel höhere Kosten G für Bedienung, höhere Kosten P für Schmierund Putzmittel und schließlich auch höhere Kosten U für Unterhaltung als die neue Turbine beanspruchen. Dieser Umstand werde vernachlässigt, dann wird
(19).
G — G' + P− P' + U— U' = 0 . Ferner setzen wir den Altwert E = 0. und die hier nicht mehr mitsprechenden Anlagekosten der alten Turbine und deren Altwert
(20)
K' = 0 und E' = 0.
(21).
Unter diesen, reichlich ungünstig für den Neubau gemachten Annahmen geht Gl. (17) über in
1 + 21 = 1)
P pr q H b ng e
(22).
Die Kosten K der neuen Tarbine gelten für deren Leistung L — 13,3 ŋıq H PS.
1 PS kostet also
(K — K' + E' — E) + G — G' + P— P' + U— U' q H b i
(17).
K 13,3 71qH K = 13,3719 Hk
oder es ist
(23), (24).
Durch Einsetzung dieses Wertes für K in Gl. (22) wird diese unabhängig von q und H, also
oder mit 771
(18).
7,5 (2 –
1 p
1)
(Ueberschlagswert für Elektrizitätswerke) Rechnet man für die Neuanlage im Mittel mit 71 und na 0,912, dann wird
=
Ɛ — ε'
pn be
oder mit der Benutzungsdauer b = 4010 h
Dor
q H b n z e
90 (p−1+
p 1 + pn bnge
1 +
13 3 niqHk
45 e
(Roher Ueberschlagswert für Elektrizitätswerke)
Dienen die Turbinen nicht zur Elektrizitätserzeugung, sondern zum unmittelbaren Antrieb von Arbeitsmaschinen oder Transmissionen, dann tritt an die Stelle von nae wie bei Gl. (18) der Wert i einer Pferdkraftstunde, die Gleichungen (26) und (28) erhalten also die Form
100 (2
p 1 +
K
p 1 1 + nik pn 1 bi
(Ueberschlagswert für Mühlen u. dergl.) 0,81 und b
7290
223
(28).
(29),
(30).
90i
(Roher Ueberschlagswert für Mühlen u. dergl.) Entstehen durch Betriebsunterbrechung beim Umbau wesentliche Verluste durch nicht genutzte und verlorene
B=yK
(31). In den entwickelten Gleichungen ist dann fiberall statt K der Wert K+ B = (1 + 7) K = 8K . y) Ꮄ Ꮶ (32) zu setzen und statt k der Wert dk, worin d eine Zahl>1 ist, die man nach Gl. (32) ermittelt als
&
K+ B
1
(33).
Den Ueberblick über die Bedeutung vorstehender Gleichungen unter den heutigen Verhältnissen mögen zwei Zahlenbeispiele geben.
Die alten Turbinen eines Elektrizitätswerkes mit einer Benutzungsdauer von rd. 4000 h mögen einen durchschnittlichen Wirkungsgrad von 'Hundertteilen haben. Die neue Turbine koste k 500 M/PS, der Wert der erzeugten Kilowattstunde (Erzeugungspreis der durch Kohle erzeugten Kilowattstunde ohne die festen, von der Erzeugung unabhängigen Betriebskosten, wie Zinsendienst u. dergl.!) betrage e=0,40 M. Das Anlagekapital und die Abschreibungsbeträge werden mit ≈ = 5 vH verzinst, somit wird p 1,05. Die Neuanlage soll in n = 15 Jahren abgeschrieben werden. Die Ersparnisse an Bedienungs-, Schmier-, Putz- und Unterhaltungskosten bei den neuen Maschinen gegenüber denjenigen der alten seien zu ungunsten des Neubaues vernachlässigt. Unter diesen Verhältnissen findet man nach Gl. (28)
ε
ε'
2,67.
Die Erneuerung der alten Turbinen ist also wirtschaftlich zweckmäßig, sobald der durchschnittlich im Betriebe vorhandene Wirkungsgrad der neuen Turbinen denjenigen der alten um mehr als 2,67 vH übertrifft. Ist bei den alten e 77 vH, dann müßten die neuen mindestens 79,67 vH aufweisen.
Handelt es sich unter sonst gleichen Umständen um eine Mühle mit einer Benutzungsdauer von rd. 7300 h und ist der Wert der Pferdekraftstunde i 0,32 M, dann ergibt sich nach Gl. (30) ein Grenzwert
1,67.
& ε' Die Wirkungsgradspanne bei beiden Anlagen ist außerordentlich gering.
Man hat zwischen Flammpunkte und »Brennpunkte zu unterscheiden.
Der Flammpunkt eines Oeles ist die Temperatur, von der an sich Dämpfe bilden, die zusammen mit Luft ein explosibles Gemisch ergeben. Der Flammpunkt ist daher kein Maß für die Feuergefahr, sondern nur für die Möglichkeit einer Explosion, die zwar verheerend wirken kann, aber kein Feuer zu verursachen braucht. Er hat in solchen Fällen Bedeutung, wo offene Flammen in Betracht kommen, und kann daher nicht durch den an sich maßgebenden Brennpunkt ersetzt werden. Man versteht hierunter die Temperatur, bis zu der wenigstens die oberste Schicht des Oales erhitzt werden muß, damit sie offen weiterbrennt, wenn man sie mit einer Flamme in Berührung bringt.
Der Flammpunkt des verwendeten Oeles soll nicht unter 65,6° C liegen. Zündproben haben mittels eines anerkannten Prüfapparates zu erfolgen; jeder Oellieferung ist ein schriftliches Prüfungszeugnis beizugeben, aus dem der Flammpunkt und die Art des Prüfapparates hervorgehen. Diese Einzelheiten sind im Maschinenraum-Tagebuch des Schiffes zu vermerken. Außerdem hat der leitende Ingenieur mit einem für Bordzwecke geeigneten Normalprüfapparat, der bis zu 930 C reichen muß, diese Angaben nachzuprüfen. Als Beleg sind Oelproben in versiegelten Flaschen aufzubewahren, bis die betreffende Oelmenge verbraucht ist.
Oel, dessen Flammpunkt über 65,6° liegt, kann in allen Zellen gefahren werden, deren Bauart den vorgeschriebenen
1) Bestellungen auf Sonderabdrücke im Beiblatt des Textteiles.
Betriebsverluste beim Umbau (8 in Gl. (33)) sind allerdings nicht in Rechnung gestellt. Man kann hierfür und zur Abrundung für die beiden Beispiele & 3 und
ε'
2
setzen.
Zeftschrift des Vereines deutscher Ingenieure.
Dieser rohe Ueberschlag zeigt bereits die große wirtschaftliche Bedeutung des Problems, das sich infolge der gegenseitigen Durchdringung technischer und wirtschaftlicher Dinge den Augen der Fachwelt bisher größtenteils entzogen hat. Ein Zurückstehen um wenige Hundertteile des Wirkungsgrades läßt die älteren Anlagen wegen des ungeheuer gestiegenen Kraftwertes nicht mehr daseinsberechtigt erscheinen. Im Hinblick auf Gl. (17) gestattet das Beispiel ohne neue Rechnung noch den weiteren Schluß: Bei zwei zur Auswahl stehenden Turbinen darf die eine um etwa 500 M/PS teurer als die andere sein, wenn ihr durchschnittlicher Wirkungsgrad um 3 bezw. 2 Hundertteile höher als bei der Wettbewerbsturbine ist. Der wirtschaftliche Einfluß des Wirkungsgrades ist also außerordentlich groß.
Sicherheitsmaßnahmen gegen Brände auf Passagierschiffen mit Oelfeuerung.")
Vorschriften für die Verhütung von Feuer auf Passagierschiffen mit Oelfeuerung, die auf Veranlassung des Board of Trade ausgearbeitet und in der Zeitschrift Shipbuilding and Shipping Record vom 23. September 1920 veröffentlicht wurden, sind nicht nur für Werften und Schiffseigner wertvoll, sondern für alle Kreise, die mit der Einrichtung von Schiffen oder der Lagerung und dem Verbrauch von Brennöl zu tun haben.
Es ist heute eine ebenso privatwirtschaftliche wie volkswirtschaftliche Forderung, wenn ich sage:
1) Beim Neubau von Wasserkraftanlagen darf die Wahl zwischen mehreren Turbinenbauarten nur nach eingehender Prüfung des wirtschaftlichen Einflusses ihrer Wirkungsgrade, nicht vorwiegend nach dem Preise erfolgen.
2) Fort mit veralteten Turbinen, auch wenn sie noch gut erhalten sind, sobald sie vor einer strengen wirtschaftlichen Prüfung nicht mehr bestehen können! Und wenn man sich auf Grund einer derartigen Prüfung für den Umbau entschließt, dann möchte ich hieran die dritte Forderung knüpfen:
3) Der Umbau der Maschinenanlage muß den Anlaß zu einer der modernen wirtschaftlich-technischen Erkenntnis entsprechenden Untersuchung der Ausbaugröße und Ausbauform auf wasserwirtschaftlicher Grundlage geben.
Es ist unglaublich, wieviel durch Unkenntnis in diesen grundlegenden Dingen des Wasserkraftausbaues gesündigt worden ist und leider noch heute gesündigt wird, zum Schaden des Betriebes und vor allem zum Schaden der Rentabilität der Werke bezw. der billigen Kraftlieferung.
[475]
26. Februar 1921.
dafür gesorgt werden, daß Lecköl nicht mit der Ladung in Berührung kommt, sondern frei in die Brunnen oder Bilgen abfließt. Können undichte Stellen an Abscheidezellen, Pumpen, Oelvorwärmern oder anderen Apparaten entstehen, so müssen Rinnsteine oder Leerzellen vorgesehen werden, deren Abfluß in die Brunnen mündet. Unter den Pumpen, Oelvorwärmern und Filtern sind Auffangschalen anzubringen, die beim Oeffnen der Türen, Hähne usw. überfließendes Oel sammeln. Auch unter den Feuertüren sind Auffangschalen vorzusehen.
Auf Schiffen, die in kälterem Klima fahren, sind Heizschlangen oder andere Vorrichtungen anzubringen, damit das Oel leichter durch die Rohre fließt. Abflüsse aus Abscheidetanks müssen 'selbsttätig schließende Hähne erhalten.
Wasserabscheidetanks sollen nicht an der Außenhaut liegen; sie sind mit einem Druck von 10,5 m W.-S. za prüfen und mit Thermometern in Taschen zu versehen. Für alle anderen Tanks genügt die Prüfung mit einer Wassersäule, die mindestens einen Fuß höher stehen muß, als das Oel im Betriebe jemals kommen kann. Auf neuen Dampfschiffen sind jedoch die Doppelbodenzellen mit einem Wasserdruck bis zum Hauptdeck zu prüfen.
Die Kessel müssen genügend isoliert werden. Zwischen ihnen und der Doppelbodendecke oder den Wänden von hochstehenden Oelbunkern ist genügend Raum für freien Luftzutritt zu lassen, um die Temperatur des Oels unter dem Flammpunkt zu halten. Ueber den Kesseln liegende Bunker müssen mit Auffangschilden versehen sein, damit kein Oel auf den Kessel tropfen kann. Bei Wasserrohrkesseln sollen die Doppelbodendecke und der Boden der Verbrennungskammer einen Zwischenraum von mindestens 76 cm haben.
Dampfklappen zur Regelung des Zuges im Schornstein sind im allgemeinen nicht anzubringen; sind sie vorhanden, so müssen sie in ganz geöffneter Lage gut befestigt werden können. Auf Schiffen, die nur Oel brennen, sind keine Dampfklappen anzubringen. Die Feuertüren müssen gut schließen und zum Abhalten von Oelspritzern mit Schilden versehen sein; die Rauchfänge sind luftdicht auszuführen.
Pumpenanlagen für Brennöl müssen von Speise-, Bilgeund Ballastpumpen und deren Verbindungen völlig getrennt sein. In jedem Schiff müssen wenigstens zwei vollständige Pumpenanlagen, bestehend aus Druckpumpen, Filtern und Heizvorrichtungen vorhanden sein. Alle Brennölpumpen sind mit wirksamen, kurzschließenden Sicherheitsventilen zu versehen, die zur Saugseite der Pumpe zurückführen.
Die Oeldruckleitungen müssen aus gutem, gezogenem Material bestehen; führen sie erwärmtes Oel, so müssen sie über dem Flurboden in gut beleuchteten Teilen des Kesselbezw. Maschinenraumes liegen. Die Verbindungsflanschen müssen so bearbeitet sein, daß praktisch Metall auf Metall liegt; der Packungsstoff muß äußerst dünn und undurchdringlich für Oel von 1200 sein. Die Abmessungen der Flanschen sind für 14 at Betriebsdruck zu berechnen oder für den Druck der Sicherheitsventile, falls dieser größer ist. Rohrleitungen, Oelvorwärmer und Armaturen sind nach Einbau mit 28 at Druck bezw. dem doppelten Betriebsdruck zu prüfen.
Die Oelsaug- und sonstigen, nicht unter Druck stehenden Leitungen sind aus Eisen oder Stahl herzustellen. Die Flanschen sind zu bearbeiten, der Dichtungsstoff muß ölundurchlässig sein. Die Abmessungen der Rohrflanschen sind für 7 at Betriebsdruck zu berechnen. Nach dem Zusammenbau sind Leitungen, die innerhalb der Maschinenoder Kesselräume liegen, mit 2,1 at Druck zu prüfen. Alle Leitungen müssen so hoch über dem Innenboden liegen, daß sie gut zu überwachen und leicht zugänglich sind. Alle Oelsaugleitungen, die über dem Doppelboden liegen, sind an den Zellen mit Hähnen oder Ventilen zu versehen, die unmittelbar und von einem benachbarten Raum aus bedient werden können. Sind Füllrohre nicht fest an der Decke der Zellen angeschlossen, so müssen sie ähnlich bedienbare Ventile oder Rückschlagklappen erhalten. Zwischen Saugleitungen und Pumpen sind gleichfalls Hähne oder Ventile zu schalten, um die Rohrleitungen abschließen zu können, wenn die Pumpen zu untersuchen sind.
Die üblichen Wasser- und Dampfleitungen zum Löschen von Bränden sollen einen Anschlußschlauch mit siebartigem Mundstück erhalten, um Wassertropfen im Abdampf der Hilfsdampfleitungen zu zerstäuben. Außerdem sollen in tiefliegenden Teilen des Heizraumes Dampfrohre für Löschzwecke liegen, die von einem Nachbarraum aus betätigt werden können. In jedem Kesselraum ist ein Behälter mit etwa 0.3 cbm Sand oder anderm trocknem Feuerlöschmaterial aufzustellen. In jedem abgeschlossenen und gefährdeten Raum muß ein chemischer Feuerlöscher genehmigter Art vorhanden sein. Ferner wird dringend empfohlen, in jedem Kesselraum chemisch wirkende Schaumerzeuger anzubringen, durch deren Tätigkeit vorhandenes Oel mit einer Schlammschicht bedeckt wird, die eine Flamme nicht aufkommen läßt. Diese Erzeuger müssen von anderen Räumen aus in Tätigkeit gesetzt werden können.