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Die Nieren dienen dazu, das Blut zu reinigen. Sie liegen auf mittlerer Höhe im Bauchraum, relativ weit hinten. Die gesamte Blutmenge zirkuliert jeden Tag hunderte Male durch die Nieren, dabei entsteht Urin. Zudem wird über die Nieren der Wasserhaushalt im menschlichen Körper reguliert. Eine wichtige weitere Funktion besteht in der Produktion von Erythropoetin (EPO), dieses Hormon steuert die Bildung der roten Blutkörperchen.
Nierensteine
Nierensteine sind ein häufiges Nierenleiden und in der Tendenz zunehmend.
Sie führen in der Regel erst dann zu Beschwerden, wenn sie in den Harnleiter geraten. In diesem Fall können stärkste, kolikartige, Schmerzen in den Flanken auftreten, mit Ausstrahlung in den Rücken und Unterbauch, welche eine notfallmässige Behandlung benötigen.
Die Abklärung beinhaltet eine Labor- und Urinkontrolle, eine Ultraschalluntersuchung, sowie eine Computertomografie, um Grösse und Lokalisation der Steine genau definieren zu können.
Meist können die Steine durch die Harnröhre mit speziellen Instrumenten (Ureterorenoskop) aus dem Harnleiter gelöst, wenn nötig mit einer dünnen Laserfaser zerkleinert und komplett entfernt werden.
Grössere Steine verlangen teilweise ein invasiveres Vorgehen, wobei eine sogenannte perkutane Nephrolitholapaxie (PNL) mit Entfernung der Steine über einen Zugang durch die Flanke durchgeführt werden muss.
Nierenbeckenentzündung
Eine Nierenbeckenentzündung, auch Pyelonephritis genannt, ist in den meisten Fällen eine aufsteigende Infektion, von einer bakteriellen Blasenentzündung ausgehend. Eine Nierenbeckenentzündung macht sich meist durch starke, permanente und dumpfe Schmerzen in der Flanke sowie hohes Fieber begleitet von allgemeinen Krankheitssymptomen wie Schwäche und Appetitlosigkeit bemerkbar.
Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. In der Regel kann die Infektion mittels Antibiotika behandelt werden, selten müssen Eingriffe vorgenommen werden, in der Regel bei Steinen, welche den Harnabfluss aus den Nieren verstopfen, selten bei Vereiterung der Nieren.
Nierentumore
Gutartige Nierengeschwülste sind häufig (z.B. gutartige Nierenzysten, Angiomyolipome, Onkozytome etc.). Nicht selten kann sich jedoch auch ein bösartiger Krebs dahinter verstecken. Hier muss grundsätzlich zwischen Nierenzellkarzinomen und Urothelkarzinomen unterschieden werden, also zwischen Tumoren welche von eigentlichen Nierenzellen ausgehen und solchen, welche von Zellen des Nierenbeckenkelchsystems ausgehen.
Die Symptome treten relativ spät auf und können in Flankenschmerzen, Blut im Urin oder auch selten tastbare Raumforderung in der Flanke bestehen.
Meist werden die Tumore jedoch als Zufallsbefund in einer bildgebenden Untersuchung des Bauchraumes entdeckt, z.B. einer Ultraschall- oder einer Computertomographie-Untersuchung.
Die Therapie besteht in den allermeisten Fällen in einer operativen Entfernung des Tumors. Nicht selten gelingt dies durch eine Teilentfernung der Niere, manchmal muss jedoch die gesamte Niere entfernt werden.
Pyeloureterale Abgangsstenose
Die pyeloureterale Abgangsstenose ist eine angeborene Fehlbildung des Harnleiters. Diese äussert sich in einer mehr oder weniger ausgeprägten Einengung des Harnleiters und kann somit den Harnabfluss aus den Nieren in die Harnblase verhindern. Dies kann zu einer Abnahme der Nierenfunktion, Nierenschmerzen und nicht selten zu schweren Niereninfektionen führen.
Diagnostisch wird eine sogenannten Nierenszintigraphie (Nierenfunktionsuntersuchung) durchgeführt, um die Relevanz der Engstelle zu beweisen.
Die Therapie besteht, nach einer vorübergehenden Harnleiterschienung (DJ-Katheter), in einer operativen Entfernung der Engstelle, heutzutage mittels roboterassistierter (DaVinci®) schlüssellochtechnischer Operation. Nach dem Eingriff werden noch über mehrere Jahre regelmässige Nachkontrollen durchgeführt.