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Sonntag, 24. März 2024
Kirche Maria Frieden
Georg Friedrich Händel (1685-1759): Chandos Anthems
„Have mercy upon me“ HWV 248, „Let God arise“ HWV 256a
María Cristina Kiehr (Sopran), Florencia Menconi (Mezzosopran), Rodrigo Carreto (Tenor), Sebastián León (Bariton), Dirk Trüten (Orgel), Barockensemble convivium musicum zürich
Im Juli 1717 machte der englische König Georg I. mit einer Reihe adeliger Gäste einen Segelausflug auf der Themse, den Händel und seine Musiker auf einem Nachbarboot mit der berühmten Wassermusik begleiteten. Dies beeindruckte den kunstliebenden und sagenhaft reichen Herzog von Chandos, James Brydges, derart, dass er Händel kurzerhand als persönlichen Hauskomponist engagierte. Händel traf am 4. August 1717 auf dem Landsitz des Herzogs ein. Hier komponierte er bis Ende 1718 hauptsächlich seine elf „Chandos-Anthems“. Sie sind grundsätzlich als Zweierpaare konzipiert, wobei ein Werk jeweils besinnlich und das andere festlich angelegt ist. Alle Anthems entstanden für ein klein besetztes Ensemble von einzeln besetzten Streichern ohne Bratschen, einer Oboe und Fagott sowie einer Orgel. Händels Gesangsensemble bestand nur aus zwei oder drei Männern sowie zwei Knaben, die die Oberstimme sangen. Dennoch gelang es ihm, mit diesen relativ bescheidenen Mitteln grosse Effekte zu erzielen.
Mit dem gegensätzlichen Paar „Have Mercy upon me“ HWV 248 und „Let God arise“ HWV 256a folgt unser Programm – ebenso wie im Hinblick auf die rein solistische Besetzung – so weit wie möglich den Absichten Händels. „Have Mercy upon me“ basiert auf dem 51. Psalm, dem Miserere. Dieser Psalm hatte früher seinen festen Platz im Stundengebet der Karwoche. Die schwermütige Stimmung des Bussgebets bestimmt den Charakter der Musik in allen Sätzen, aber am eindringlichsten vielleicht in den Solonummern für Sopran und Tenor. Im zweiten Chorsatz hellt sich die die Musik auf, wenn die Stimmen ihre Hoffnung auf „Freude und Wonne“ ausdrücken. Das Stück schliesst mit einer gewaltigen Doppelfuge zu den Worten „Ich will die Frevler deine Wege lehren und die Sünder kehren um zu dir“.
Mit „Let God arise“ schlagen wir den Bogen zu Ostern, basiert dieses Anthem doch auf den Psalmen 68 und 76, die von der Zerstörung der Feinde durch die mächtige Hand Gottes berichten, wie es heute noch in den Lesungen der Osternacht berichtet wird. Nach einer glanzvollen instrumentalen Sonata stellt sich die kriegerische Stimmung schon im ersten Chor ein, wo Instrumente und Stimmen das Auseinanderjagen der Feinde imitieren. Der eindrückliche Schluss weist unverkennbar auf den berühmtesten Chorsatz Händels voraus, das „Halleluja“ aus dem Messias.