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Manchmal konnte man die letzten Jahre denken: Wie einfach wäre das Leben, würde der Basler Flughafen nicht in Frankreich, sondern in der Nordwestschweiz liegen. Kein Steuerstreit, keine Diskussionen über Passkontrollen und ungenügende Standards, keine Finanzierungslücken beim geplanten Bahnanschluss, keine bis an die Zähne bewaffnete Soldaten und dafür ein gut funktionierendes Swisscom-Netz.
Allein, die Diskussion ist müssig. Wie es zum Standort auf französischem Boden und dem bi-nationalen Status des Euro-Airport (EAP) kam, zeigt eine höchst informative Ausstellung, die bis 22. September in der Mairie von Saint-Louis zu sehen ist. Der erste Flughafen von Basel wurde 1920 auf dem Sternenfeld in Birsfelden eröffnet, musste aber später dem dortigen Hafen und Kraftwerk weichen. Da verschiedene alternative Pläne für einen Flugplatz auf Schweizer Boden abgelehnt wurden, einigten sich Frankreich und die Schweiz 1939 auf ein Projekt zwischen Allschwil und Burgfelden.
Dann kam der Krieg dazwischen. Danach war klar, dass man für die immer grösser werdenden Flugzeuge mehr Platz brauchte und man beschloss, nach Norden auszuweichen. Ab September 1945 stand der künftige Standort bei Blotzheim fest. Im Juli 1949 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet. Ob jemals geprüft wurde, den Flughafen weiter nördlich in den Hardtwald zu verlegen, geht aus der Ausstellung nicht hervor. Damit hätte man sich viel Ärger mit den Fluglärm geplagten Schweizer Anwohnern erspart. Ob der EAP dann aber noch als Schweizer Landesflughafen eingestuft worden wäre?
Die Ausstellung in Saint-Louis umfasst zahlreiche historische Fotos, Dokumente und Objekte der Luftfahrt sowie einen Film, der von Anfang der Fünfzigerjahre stammen dürfte. Konzipiert wurde sie vom Geschichtsverein von Saint-Louis, unter anderem mit Unterstützung des Fördervereins für ein Museum zum EAP. Sie zeichnet die Entwicklung des Flughafens bis in die Gegenwart nach. Manches ist originell. So flog die amerikanische Fluggesellschaft TWA 1955 wegen Streiks in Paris Orly einige Monate von Basel-Mulhouse nach New York. 1986 landete eine Concorde von British Airways auf dem EAP.
Die Buslinie nach Basel wurde 1956 eingerichtet. Lässt Frankreich nicht mit sich reden, wird es auf unabsehbare Zeit dabei bleiben. Das muss nicht nur schlecht sein. Es wäre eine Chance, das Projekt so zu überarbeiten, dass nicht nur S-Bahnen, sondern auch Schweizer IC-Züge den EAP anfahren können.
Ausstellung «Menschen und Flugzeuge: Destination Euro-Airport» , Mairie, Saint-Louis bis 22. Sept. Mo–Do 8–12 und 13.30–17.30 Uhr, Fr nur bis 17 Uhr, Sa 10–12 Uhr, Eintritt frei.