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Lin-Manuel Miranda war 17, als er «Rent» zum ersten Mal sah. Das Tony-Award- und Pulitzerpreisgekrönte Hit-Musical zeigte ihm, dass man auch am Broadway Geschichten am Puls der Zeit erzählen kann. Nicht zuletzt war Miranda, der Sohn puerto-ricanischer Einwanderer, fasziniert von den verschiedenartigen Figuren in «Rent» und wie auch seine eigene Community repräsentiert wurde.
Fast folgerichtig, dass Miranda mit «In the Heights» schon in jungen Jahren sein eigenes Musical vorstellte, das in seiner New Yorker Secondo-Umgebung verankert war. Es wurde zum Erfolg und zum Anfang einer steilen Karriere, die im Historien-Rap-Musical «Hamilton» gipfelte. Miranda war ein Star, vom Broadway bis Hollywood.
Zeit also, zurückzukehren. Zurück zu seinem Idol Jonathan Larson. Der Schöpfer von «Rent» erlebte seinen Erfolg nicht mehr, denn er starb 1996 mit 35 an einer Aortendissektion. Neben «Rent» hinterliess er auch «Tick, Tick … BOOM!», ein autobiographisches Musical, das nach seinem Tod als Dreipersonen-Rockmusical neu aufgeführt wurde.
Miranda machte «Tick, Tick … BOOM!» zu seinem Spielfilm-Regiedebüt. Vor der Kamera ist er nur ein paar Sekunden lang zu sehen, den Haupt-Part übernahm vielmehr Andrew Garfield. Er spielt Jon, einen Komponisten aus New Yorks Soho-Quartier. Vor seinem 30. Geburtstag bekommt er das Gefühl, im Leben nichts erreicht zu haben. Während seine Freundin Susan (Alexandra Shipp) aufs Land ziehen will, stürzt sich Jon in die Arbeit an einem Musical, und erlebt immer mehr Angstzustände.
Eines ist klar: Für Lin-Manuel Miranda steckt viel Herzblut in dem Projekt. Man kann schliesslich nicht jeden Tag einen Stoff seines erklärten Idols adaptieren. Deswegen ähnelt der Film manchmal auch einer reinen Heldenverehrung und durch die holprige Erzählweise fällt es schwer, richtig in dem Stoff aufzugehen. Doch die Songs schmettern immer noch gehörig, und Ex-«Spider-Man» Garfield liefert eine Glanzleistung ab.
Netflix | Musicalfilm
Mit Andrew Garfield, Alexandra Shipp, Robin de Jesús; Regie: Lin-Manuel Miranda
Eine Hommage an die Kreativität von Jonathan Larson
USA 2021, ab 19. November 2021