Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03243.jsonl.gz/619

Signatur:
Ar 509
Für die Konsultation der Unterlagen im Lesesaal vereinbaren Sie bitte telefonisch (043 268 87 50) einen Termin, da die Platzzahl im Lesesaal aufgrund der Corona-Situation beschränkt ist. Der Zugang zum Lesesaal ist nur mit bestätigter Platzreservation möglich.
Ar 509
1992-1999
0.7 m
Im Verlauf der 1990er-Jahre stieg aufgrund einer Wirtschaftskrise die Arbeitslosenquote in der Schweiz stark an. Landesweit entstanden Arbeitslosenkomitees als Selbsthilfeorganisationen der Direktbetroffenen. Das Zürcher Arbeitslosenkomitee (ZAK) wurde 1992 auf Initiative von arbeitslosen Mitgliedern der Gewerkschaft Druck und Papier (GDP) ins Leben gerufen und konstituierte sich im Dezember desselben Jahres als eigenständiger Verein.
Das Zürcher Arbeitslosenkomitee (ZAK) wollte Auswege aus der Arbeitslosigkeit auf gesellschaftlicher und auf individueller Ebene finden. Einerseits konnten sich über das ZAK Arbeitslose organisieren und ihre Anliegen in den politischen Prozess einbringen. Hier sind besonders die Kampagnen gegen Abbaumassnahmen bei der Arbeitslosenversicherung hervorzuheben. Andererseits führte das ZAK individuelle Beratungen zu Themen wie Stellenbewerbung und Umgang mit Arbeitsämtern durch und schaffte Möglichkeiten für Arbeitslose, einer Tätigkeit nachzugehen. So bot der Verein in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk SAH Einsatzplätze für Zwischenverdienste an, organisierte Ausstellungen für Kunstwerke von Erwerbslosen oder gab die Arbeitslosenzeitschrift „Kalter Kaffee – ganz heiss!“ heraus. Letztere wurde 1995 mit der Zeitschrift des Basler Arbeitslosenkomitees zum „Surprise“ fusioniert – einem Strassenmagazin, welches bis heute weiterexistiert.
Ab anfangs 1998 ist eine spürbare Abnahme der Aktivitäten des Zürcher Arbeitslosenkomitees zu verzeichnen.
Die Unterlagen des Zürcher Arbeitslosenkomitees (ZAK) gelangten im November 2011 aus der A-O Bürogemeinschaft (Sihlfeldstrasse 123, Zürich) in das Schweizerische Sozialarchiv. Die Übergabe wurde von HP Huber betreut.
Der Bestand beinhaltet unter anderem Flugblätter, Dokumentationen, Protokolle, Korrespondenz sowie Unterlagen zu den Einsatzplätzen für Arbeitslose, zur Produktion der Zeitschrift „Kalter Kaffee – ganz heiss!“ und zu verschiedenen anderen Vereinsaktivitäten. Unterlagen der schweizerischen und europäischen Dachorganisation sowie anderer Arbeitslosenkomitees in der Schweiz zeugen von der Vernetzung des Vereins. So umfasst der Bestand auch eine Sammlung von Arbeitslosenzeitungen aus verschiedenen Regionen der Schweiz.
Vereinzelte Fotografien, die in innerem Zusammenhang in die Akten eingelegt waren, wurden dort belassen. Ebenso Plakate zu Veranstaltungen. Eine Sammlung von Fotografien wurde der Abteilung Bild+Ton des Sozialarchivs übergeben.
Kassiert wurden Doppel- und Mehrfachexemplare, zu rein organisatorischen Zwecken erstellte Unterlagen, sowie bereits im Archiv oder in der Bibliothek des Schweizerischen Sozialarchivs vorhandene Bestände (v.a. von verschiedenen Gewerkschaften).
Neuzugänge werden nicht erwartet.
Der Bestand ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs ohne Beschränkungen einsehbar. Es gelten die ordentlichen Benutzungsbestimmungen des Schweizerischen Sozialarchivs.
Bearbeitung im Dezember 2011 durch M. Geissbühler