Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03345.jsonl.gz/2751

Ein Mädchen soll etwas Neues lernen. Sie probiert es und es klappt nicht. Die Reaktion darauf ist erstaunlich. Sie legt es gleich weg, jammert dass sie sowas nicht kann und fordert Andere auf, es für sie zu erledigen. Was passiert hier?
Dem Mädchen fehlt das Urvertrauen, die Erlebnissicherheit, die Körpersicherheit und die Gefühlssicherheit. Sind diese Stufen blockiert, dann geht gar nichts mehr.
Anhand des Schleifenbildes ist es auch ganz klar ersichtlich.
Die oberen Schleifen beginnen schwungvoll regelmässig, in der Mitte sind sie eng und rechts werden sie offener und enger zusammen.
Die unteren Schleifen kann sie gar nicht. Sie dreht das Blatt um, zeichnet die oberen Schleifen nochmals, dreht das Blatt um und zeichnet erst dann die unteren Schleifen. Zeichnet also ab, um es richtig zu machen. Ist ja noch recht clever, zeigt aber die vorhandene Blockade.
Was ist an den Schleifen erkennbar? Vom Verstand her ist es durchaus möglich, das Neue zu lernen. Emotional ist sie aber sehr unsicher. Heisst, sie traut sich nichts zu.
Das Mädchen wird aufgefordert, herumzuhüpfen. Das macht sie relativ schwerfällig. Eine weitere Aufforderung es doch mal schwungvoll zu versuchen, ist schon erfolgreicher.
Wie man an den oberen Schleifen erkennen kann, geht jetzt gar nichts mehr. Und die unteren Schleifen funktionieren jetzt ohne Hilfe, sind aber recht unregelmässig. Daraus lässt sich schliessen, dass ihr Verstand nun voll blockiert, aber emotional wäre sie durchaus interessiert, das Neue zu lernen.
Warum hat es jetzt gewechselt? Sie musste auf Befehl herumhüpfen und wurde dann noch korrigiert es schwungvoll zu versuchen. Der Verstand hat nun für sich die Erklärung geholt, etwas falsch zu machen. Das Gefühl hingegen, gab das Signal, hej, rumhüpfen tut gut. Also ist sie wieder in einer Konfliktsituation. Aber durch die Schleifen wird es sichtbar und so kann man die treffende Übung dazu machen.
Sie macht das Blattschnapp-Spiel. Mit dem Fokussieren, Innehalten und Zuschnappen (Stufe 3), kann man sie aus der Blockade herausholen. Nach dieser Übung macht sie eine kurze Pause.
Plötzlich kommt sie von sich aus, holt diese Arbeit nochmals und fragt in einem sehr freundlichen Ton, ob man ihr es nochmals zeigen kann. Fehlhaltungen kann sie nun mit der Erklärung akzeptieren und korrigiert von sich aus ihr Tun. Innert Kürze zeigen sich die ersten Erfolge. Durch weiteres Lob steigert ihre Motiviation. Ihr Interesse, es richtig zu machen und es korrigieren zu lassen wird immer grösser.
Was ist passiert?
Durch das genaue Beobachten, wie das Mädchen reagiert und was sie sagt, erkennt man, wo die Blockaden sind. Wendet man die stufenspezifischen Übung gleich an, kann man sie aus dieser Blockade holen. Das Gehirn bekommt neue Impulse mit den Bewegungsübungen. Es legt neue Verbindungen, um das Hindernis zu überwinden. So kommt sie wieder in die Balance, die Blockade ist aufgehoben und das Arbeiten wird möglich.