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Auf allen Kontinenten der Erde, mit Ausnahme der Antarktis, sind Schmetterlinge anzutreffen. Innerhalb der Insekten bilden sie, mit weltweit 180 000 beschriebenen Arten, die zweitstärkste Ordnung (nach den Käfern). Jährlich werden etwa 700 neue Arten entdeckt, die den knapp 130 verschiedenen Familien zugeordnet werden können.
Ein Teil dieser enormen Artenvielfalt beschränkt sich in Europa auf etwa 10 000 Falter, wobei davon knapp 4000 verschiedene in der Schweiz vorkommen. Zahlreiche Arten sind aber durch schwindende Lebensräume akut gefährdet. Alleine von den knapp 200 attraktiven Tagfalter müssen über 50 in Schutzprogrammen unterstützt werden.
Schadstoffintensive Landwirtschaft und zersiedelte Kulturgebiete präsentieren sich den Schmetterlingen als Agrarwüsten. Sie benötigen wechselhafte Landstriche mit Mooren, lichten Wäldern oder Auen, die rar zu finden sind und weiter verschwinden, sodass es für Schmetterlinge immer weniger Platz gibt.
Schmetterlinge sind wechselwarme Tiere, die sich erst aufwärmen müssen, um losfliegen zu können. Nachtfalter wie die Nachtpfauenaugen, die Weinschwärmer, der Gabelschwanz oder der Bürstenspinner steigern ihre Körpertemperatur durch Vibrieren der Flügel, um sich mit der Bewegung der Muskeln erwärmen zu können. Tagfalter, - wie kleiner Fuchs oder Eisvogel, das Landkärtchen oder der Zitronenfalter - nützen dafür die Sonne. An zu heissen Sommertagen bevorzugen sie zur Temperaturregulation kühle Baumschatten.
Ein Schmetterlingleben beginnt immer mit viel Fressen. Als Raupen vertilgen die Larven beachtliche Mengen an Blattgrün, um sich schliesslich als farbenprächtige Falter zu entpuppen. Einige Larven nehmen sogar nur in dieser Phase Nahrung auf und werden danach zu flatterhaften Asketen.
Warum Schmetterlinge so wichtig sind
Als Nahrungsquelle für Vögel nehmen Schmetterlinge und ihre Raupen einen wichtigen Platz in der Nahrungskette ein. Doch sind sie neben den Bienen auch von Bedeutung für Pollenbestäubung. Schmetterlinge gelten als Indikatoren für sich abzeichnende Veränderungen und Wechsel. Auf klimatische Veränderungen oder auf Luftverschmutzung reagieren diese prächtigen Geschöpfe viel schneller als Pflanzen.
Im Hinblick auf die Gartenplanung für den kommenden Sommer können einige Hinweise beachtet werden, die den Lebensraum von Schmetterlingen erweitern. Hilfreich für Falter sind möglichst einheimische Sträucher und Pflanzen, denn Schmetterlinge fliegen nur dort, wo die Raupen die richtigen Nahrungspflanzen und die Falter genügend Nektar finden. Die Insekten mögen Gärten, in denen Mischbeete möglichst abwechslungsreich neben Flächen gestaltet sind, die sich frei entwickeln dürfen. Geradezu schmetterlingsfeindlich sind unter anderem Kirschlorbeer- oder Tujahecken sowie steriles Rasengrün. Einheimische Gehölze wie Weiden, Schwarzdorn oder Schneeball bieten optimalen Lebensraum für Schmetterlinge. Zusammen mit wilden Blumen verwandelt sich so jeder Garten in ein Paradies für Falter.