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Künstlername: Robinho
Kompletter Name: Róbson De Souza
Geburtsdatum: 25/01/1984
Geburtsort: São Vicente (SP)
Position: Angriff
Website: Fehlanzeige
Vereine:
2014: FC Santos (SP) (Leihe)
01/09/2010: AC Mailand
01/09/2008: Manchester City (ausgeliehen für 6 Monate an den FC Santos)
26/08/2005 bis 31/08/2008: Real Madrid
2002 bis 25/08/2005: Santos FC (SP)
WM-Einsätze Seleção:
WM 2010 Südafrika
WM 2006 Deutschland
Robson de Souza, welweit bekannt unter dem Künstlername „Robinho“ war schon früh als neuer grosser Fussball-Star Brasiliens angekündigt wurden. Vergleiche mit den grössten Fussballspielern aller Zeiten wurden angestellt und ganz Brasilien sah in ihm den „besten Ballkünstler“ seit Pelé und Garrincha. Fussballkönig Pelé selbst sagte zu Robinho: „Er vereinte schon mit 21 Jahren alle notwendigen Qualitäten, um mich zu übertreffen“, und innerhalb der vielen vielen guten bis sehr guten Fussballspieler, die Brasilien in den letzten Jahrzehnten hervorbrachte sieht auch er ein besonderes Talent und einen „Rohdiamanten“ mit ausserordentlichen Qualitäten. Das war im Jahre 2005.
Robinho – seine Geschichte, sein Leben, seine Familienverhältnisse, sein Fussball – kein anderer Spieler verkörpert den grossen brasilianischen Lebenstraum mehr als er, kein anderer stand und steht dem brasilianischen Volk näher und das aus vielen Gründen:
Robinho wurde wie so manch anderer späterer Fussballstar in einfachen Verhältnissen in einer der zahllosen Favelas (in seinem Fall der “São Vicente“) in São Paulo, geboren. Sein Vater war Klempner, seine Mutter arbeitete als Putzfrau und zusammen bauten sie sich eine stabile Existenz in ihrem Umfeld auf. Absolute Aufopferungsgabe beider zugunsten des Sohnes zeichneten das Leben der Eltern Robinhos aus: “als kleiner Junge war ich noch nicht so viel besser als die anderen, mit denen ich auf der Strasse spielte“, erinnert er sich. “Aber sie hatten nicht die gleichen Möglichkeiten wie ich. Mein Vater arbeitete immer sehr hart, um mir das zu geben, was ich wollte. Viele andere Kinder mussten ihrer Familie bei der Arbeit helfen. Ich musste das nie.“
Seine Eltern ermöglichten es Robinho sehr früh mit 5 Jahren das Fussballspielen zu beginnen, Einschreibung in einer “Futsal“-Schule in São Vicente und bald danach der Wechsel zu Portuario, nach wie vor nur in der Halle spielend. Aufgrund seines ausserordentlichen Talents und seinem Spass und Begeisterung am Spiel wurde er sehr bald von den Scouts entdeckt und gefördert, es dauerte nicht mehr lange und der grosse – ehemalige Club von Pelé – FC Santos aus São Paulo meldete sein Interesse. Er wurde bald zur persönlichen Angelegenheit des Präsidenten des Klubs, Marcelo Teixeira, und seiner Karriere zum aufstrebenden Fussballstar stand nichts mehr im Wege. Ein erstes Kapitel im Buch des Robinho über das Fussball-Kicken auf den Gassen der Favela bis zum ersten Vertrag bei einem der grössten Fussball Clubs Brasiliens war geschrieben.
Das schmächtige Bürschlein mit seinen wenigen Kilogramms und nicht gerade grossen Statur erorberte nach und nach das fachmännische und sehr kritische Publikum am Campus „Vila Belmiro“ – schliesslich hatte man hier schon Pelé, Pepe, Dorsal, Coutinho und viele mehr spielen sehen. Seiner unglaublichen technischen Finessen und präzisen Pässe auf seinen inzwischen nach Europa gewechselten Freund Diego konnten jedoch einfach nicht unbeachtet bleiben; eine bemerkenswerte mentale Stärke und die hervorragende, für südamerikanische Verhältnisse typische Ballbehandlung taten ihr übriges, sich in die Herzen der brasilianischen Fussballfans zu spielen. So kam es, dass er dem Club FC Santos aufgrund zweier herausragender Tore und einem exzellenten Zusammenspiel mit seinem Fussballerkollegen Diego, die Meisterschaft im Bundesstaat 2002 verhalf – nach dem Abgang Pelé’s war dies wieder das erste Mal in der Geschichte des Clubs!!
Einer ersten grossen Saison folgte im Jahre 2003 eine eher etwas maue Phase, wenig Erfolge, enttäuschende Form und schwindendes Selbstbewusstsein im Spiel Robinhos. Sowohl beim Copa dos Libertadores in den Finalspielen als auch später im Jahr bei der Olympia-Qualifikation für Athen war er nicht in Form, erzielte keine Tore und wurde als bald als talentiertes Leichtgewicht relativiert. “Bei meinen ersten Auftritten hatte ich es einfacher, weil mich damals noch keiner kannte“, bekannte Robinho über diese Zeit, “Nun kennen mich alle Gegenspieler. Sie können sich auf meine Dribblings einstellen.“ Doch Robinho wäre nicht Robinho, wenn er sich von diesen Rückschlägen hätte von seinem Lebenstraum abhalten lassen – “Ich hatte immer den Wunsch, Fussballer zu werden. Ich glaube, das ist angeboren. Mein Vater wollte, dass ich meinen Traum verwirklichen kann. Das habe ich geschafft und hoffe, dass ich so weitermachen kann, damit mir im Leben mehr Möglichkeiten offen stehen.“ Und so stellte Robinho seinen Spielstil um, vom Aussenstürmer zum Allrounder, arbeitete lange und hart an seiner Schusstechnik, am Abschluss vor dem Tor, der Kopfballtechnik und am Passen.
Sein Talent verhalf ihm dabei, innerhalb kürzester Zeit auch diese neu erlernten Fähigkeiten in den richtigen Momenten einzusetzen. In der Tat ist Robinho der Meinung, dass er noch viel Spielraum für seine weitere Entwicklung habe, insbesondere in physischer Hinsicht. Allerdings stellt sich das für ihn nicht als harte Arbeit dar. “Ich habe stets Freude und Lust am Fussballspielen. Das gilt in gleichem Masse für das Training wie auch für den Alltag als Fussballprofi. Für mich ist es einfach ein reines Glück“, so Robinho mit seinem unverwechselbaren Lächeln auf den Lippen. Stundenlang jongliert er den Ball, streichelt das Leder, probiert Dribblings und testet seine Schussstärke mit verschiedenen Techniken, bevor er sich wieder dem Jonglieren widmet. Seine gesamte Trainingszeit gilt der Perfektionierung seiner Ballbeherrschung und der Befriedigung seiner grössten Leidenschaft.
Ein weiteres aussergewöhnliches Kapitel seines Lebens ist die Entführung seiner Mutter, die nicht nur Brasilien sondern die ganze Welt entsetzte. Am 6. November 2004 wurde Robinhos Mutter Marina Souza auf einer Familienfeier spät am Abend von zwei bewaffneten Männern verschleppt. Während die Familie in einem Haus in der Hafenstadt Santos nähe São Paulo feierte, sprangen zwei Männer über die Mauern des Geländes und entführten Frau Souza. Entführungen sind in Brasilien bei weitem keine Seltenheit. In São Paulo allein wurden 2004 83 Menschen verschleppt, zur gleichen Zeit wie Marina Souza waren es weitere 7 Personen. Fussballer und ihre Familien standen bis dato nicht so sehr im Blickpunkt der Kidnapper, aber nach Marinas Fall wurden Ängste laut, dass ähnliche Verhältnisse wie in Argentinien aufziehen könnten. Dort wurden seit 2002 nicht weniger als 20 Fälle registriert, bei denen Fussballer oder deren Verwandte die Opfer waren.
Während der 40 Tage, die Marina in der Gewalt der Entführer stand, spielte Robinho keinen Fussball und hielt sich von der Öffentlichkeit fern. Er bat um Zurückhaltung und Respekt vor ihm und seiner Familie in dieser schweren Zeit und versuchte gar selbst, mit den Entführern eine Einigung herbeizuführen, nachdem die Polizei nach vielen Tagen keine Erfolge, keine Vermittlungsgespräche oder Einigungen mit den Entführern erzielen konnte.
Seine Mutter hat eine wahrlich sagenhafte Reise in ihrem Leben hinter sich. Geboren wurde Marina im armen Nordosten Brasiliens und mit 13 Jahren zur Adoption freigegeben. Tausende Meilen weiter südlich in der Nähe von São Paulo fand sie zunächst ein Zuhause bei einem Ehepaar. Jedoch durch weitere Familienwechsel verlor sie bald den Kontakt zu ihren leiblichen Eltern und deren Familie. Im letzten Jahr wurde von einem brasilianischen Fernsehsender eine Familienzusammenführung arrangiert und vor laufender Kamera trafen sich Marina und ihre leiblichen Eltern wieder – ihr Vater besass nicht einmal einen Fernseher und hatte deshalb auch keine Ahnung von seinem mittlerweile so berühmten Enkel.
Für mehr als einen Monat bangte Robinho und mit ihm ganz Brasilien um Marina, kurz vor Weihnachten schliesslich fanden Polizisten die Mutter im Norden der Wirtschaftsmetropole. Sie war in stabiler Verfassung und konnte bereits kurz nach ihrer Befreiung mit Robinho und dessen Vater telefonieren. Die Befreiung wurde frenetisch von allen Fussballfans gefeiert. Weitaus mehr wurde Robinho dann 2 Tage später beim letzten Saisonspiel von FC Santos gegen Vasco da Gama im Kampf um die Landesmeisterschaft gefeiert, als er das erste Mal wieder seit der Entführung auf dem Feld stand. Ein brasilianisches Märchen ward geschrieben: mit Hilfe von Robinho sicherte sich FC Santos den Titel und neben dem fussballerischen Erfolg wurde auch der menschliche von ganz Brasilien an diesem Tag mit einem überglücklichen Robinho gefeiert.
Anzumerken sei, dass Robinho bereits vor den letzten sechs verpassten Spielen der Saison 2004 mit 21 Treffern Zweiter der Torschützenliste war – nicht auszudenken, wie er die Liste bei einer komplett gespielten Saison geführt hätte.
Schon vor der Entführung wurde gemunkelt, dass Robinho wohl früher oder später zu einem der grossen Fussballclubs Europas wechseln würde, namhafte Clubs hatten schon lange ihr Interesse bekundet, darunter AC Milan, Bayern München, Benfica Lissabon u.w. Zum Wohle und Sicherheit seiner Familie war Robinho nach dem tragischen Schicksal seiner Mutter mehr denn je bereit für einen Wechsel. “Ich hoffe, ihn zu überzeugen, dass es der richtige Moment für einen Wechsel ist. Ich will auf jeden Fall jetzt gehen“, sagte Brasiliens grösstes Stürmertalent und kündigte Gespräche mit Santos-Präsident Marcelo Teixeira an. “Das ist auch besser für meine Familie“. Nach einem monatelangen Gerangel und Gefeilsche um die Ablösesumme wurde schliesslich im Juli 2005 ein letztes Angebot vom Königsclub Real Madrid von 25 Millionen Euro aufgesetzt.
Zuletzt hatte Santos Reals erstes Angebot von 12,5 Millionen Euro abgelehnt. Der frühere Club von Pelé pochte auf die im bis Dezember 2007 laufenden Vertrag mit Robinho festgeschriebener Ablösesumme von 41 Millionen Euro. Ein Treffen bei 25 Millionen Euro war demnach ein fairer Deal für beide Seiten und Robinho brachte der Transfer ganze 40% der Transfersumme ein. Einen Tag vor Beginn der spanischen Saison traf Robinho nun 2005 im spanischen Madrid ein und wurde von 100en von Fans begrüsst. Riesiger Medienrummel zusätzlich erforderte eine Polizeikolonne, um den neuen Spieler zu den medizinischen Tests in eine Privatklinik ausserhalb Madrids zu bringen. “Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, sagte er. “Mit Real möchte ich die Meisterschaft und die Champions League gewinnen.“ Sein Vertrag geht über 5 Jahre und somit hat er wahrlich einige Chancen seine Ziele umzusetzen. Am 28. August 2005, gab er gegen den FC Cádiz sein Ligadebüt für Real Madrid. Am 22. September 2005 gelang ihm in seinem vierten Ligaspiel gegen Athletic Bilbao sein erstes Tor in der Primera División. Für Real spielte Robinho in über 100 Spielen und erzielte 25 Tore für die Madrilenen.
Nach 3 Jahren in der spanischen Liga, wechselte Robinho am 1. September 2008 für 41 Millionen Euro zu Manchester City. In London machte der brasilianische Fussballstar Ende Januar 2009 mit den englischen Gesetzen Bekanntschaft. Der brasilianische Star-Stürmer Robinho ist unter dem Verdacht sexueller Übergriffe in einer Diskothek festgenommen worden. Die britische Polizei habe den Spieler von Manchester City im Rahmen von Ermittlungen vernommen, bestätigte Robinhos Sprecher. Robinho weise alle Vorwürfe energisch von sich. Ein Polizeisprecher bestätigte weiter, dass ein Mann gegen Kaution freigelassen wurde und sich für weitere Ermittlungen zur Verfügung halten muss.
Einige Tage früher hat Robinho – verheiratet und Vater eines Sohnes – für Aufsehen gesorgt, als der Offensivspieler für seine unentschuldigte Abreise aus dem Trainingslager der Citizens von Teammanager Mark Hughes eine Geldstrafe in Höhe von etwa 210.000 Euro aufgebrummt bekommen hatte. Seine Flucht in die Heimat hatte der Brasilianer mit familiären Problemen begründet.
Auf Clubebene sind seine sportlichen Leistungen schwankend. Seine Bilanz fürs 1. Halbjahr 2009 bei den Citizens: 31 Einsätze und 14 Tore. Die Fussballwelt kann weiterhin gespannt sein, was für fussballerische Taten Robinho noch folgen lässt.
Bei der Seleção debütierte Robinho 2003 und verhalf Brasilien als eine der Stützen des Kaders des ehemaligen Trainers Carlos Alberto Parreiras zwei Jahre später zum Gewinn des FIFA Konföderationen-Pokals. Danach kam er nur noch als Einwechselspieler zum Einsatz.
Unter dem neuen Trainer Dunga bekam Robinho eine neue Chance. Er nutzte diese auch prompt und war eine der Grossen des Teams, das 2007 die Copa América gewann und Robinho wurde dabei mit 6 Treffern Torschützenkönig des Turniers.
Robinho hat seine gute Form auch in der Qualifikation für Südafrika 2010 gezeigt. Er zeigte gute bis überragende Leistungen und war bisher eine der Stützen der Seleção.
Träume hat Robinho natürlich noch – einer davon ist es, im kommenden Jahr 2010 mit der brasilianischen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel zu gewinnen! Er ist sich der Vielzahl an brasilianischen Angreifern sehr wohl bewusst und auch seiner nicht gesicherten Präsenz in der Startelf, für ihn jedoch zählt eines: “Ich möchte im WM-Kader der Nationalmannschaft stehen und mithelfen, dass wir zum sechsten Mal Weltmeister werden.“ Wobei jedoch das folgende am wichtigsten ist für ihn: “Es ist doch letztlich egal, wer spielt. Wichtig ist allein, dass die Mannschaft gewinnt. Jetzt bin ich im Kader der Seleção und will mir dort auch einen Stammplatz erobern. Aber wir haben viele gute Spieler in der Seleção und bei uns ist die zweite Elf genauso gut wie die erste.“
Robinho setzte auch in Südafrika zu einem seiner spektakulären Dribblings an, wie gegen die Nationalmannschaft von Ecuador am 17. Oktober 2007, wo er den rechten Aussenverteidiger Ulises de la Cruz mehrmals überspielte, und in der Folge ein Tor für Elano auflegte. Die Aktion bekam den Namen: “Vai pra lá que eu vou pra cá“ Geh dorthin, ich geh hierhin). Zum Finaleinzug reichte es dennoch nicht.
Bei ManCity war Robinho aufs Abstellgleis geraten und für 6 Monate an den FC Santos ausgeliehen worden. Robinho spielt ab der Saison 2010/2011 für 4 Jahre für den AC Mailand neben seinem brasilianischen Kollegen Pato. Freuen wir uns auf viele torreiche Spiele der „Brasilianer“ in Diensten der Rossoneri.