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«Angefangen hat alles mit einer Mütze meines Vaters», sagt Basecap-Sammler Adrian Marti. Diese rote Kappe sei die Reklame eines Landmaschinen-Herstellers gewesen. «Mein Vater trug sie Ende der 1980er-Jahre während seiner Arbeit als Landwirt.» Sie habe ihm so gut gefallen, dass er ihn gebeten habe, eine andere zu tragen. Der Kappe sieht man die Jahre und Gebrauchspuren an. «Dies ist ein Farmer- oder Truckercap», sagt Marti. Das seien die Mützen mit Teilen aus netzartigem Stoff.
Herr der Hüte
Mittlerweile ist Martis Sammlung auf über 800 Basecaps angewachsen. 335 davon hat er für die FN mitgebracht: Sie passen in vier grosse Kartonschachteln. «Zu Hause hätte ich keinen Raum gehabt, um sie auszubreiten», sagt Marti. Deshalb hat sie der Chauffeur an seinen Arbeitsplatz mitgebracht, der Haldimann AG in Murten. «Ich habe zuerst vier Tische aufgestellt, und schnell gemerkt, dass sie nicht reichen.» Vierzehn Tische hat er schlussendlich aufgebaut: Mehr hätten im Pausenraum der Firma keinen Platz gehabt. «Und trotzdem musste ich ein Dutzend Mützen im Karton lassen», sagt Marti. «Ich habe über zwei Stunden dafür gebraucht, um alles aufzubauen.»
Selten «oben ohne»
Die Kappen sind für Marti nicht nur Sammelobjekte: Selten trifft man ihn «oben ohne» an. Die meisten der Hüte trägt er regelmässig. «Jeden Tag eine andere», betont er. «Man kennt mich nur mit Basecap.» Nur zur Hochzeit seines besten Freundes habe er die Mütze für einen halben Tag abgelegt. Die meisten Kappen sind von US-amerikanischen und kanadischen Sportteams, etwa von der Eishockeyliga NHL, der Basketballliga NBA, der American Football-Liga NFL sowie der Baseballliga MLB. «Auch College-Teams sind vertreten», sagt Marti. Ihn fasziniert, was hinter den Caps steckt: die Mannschaften samt ihrem Stadion. In seiner Teenagerzeit habe er die Sportkomödien der Reihe «Mighty Ducks» über eine kalifornische Eishockeymannschaft entdeckt. Diese hätten seine Begeisterung für die Sportteams und Amerika entfacht. Fan einer bestimmten Mannschaft ist er aber nicht.
Faszination Amerika
«Amerika fasziniert mich», so Marti. «Ich war 2011 über Weihnachten zum ersten Mal dort.» Der Flug nach New York sei der erste in seinem Leben gewesen. «New York war ein Traum», sagt er. Die Stadt sei sauber gewesen, und die Menschen höflich. Marti freut sich bereits auf seine nächste Reise: Im September soll es losgehen. Geplant sind vier Wochen von Chicago über die Rocky Mountains, den Yellowstonepark, Las Vegas und Los Angeles bis nach San Francisco. Mit nach Hause bringen will er auf jeden Fall einige Basecaps. 30 Kappen hat er damals in New York ergattert.
Seltene Stücke gesucht
Seine Basecap-Sammlung würde Marti ungern hergeben. Auf die Frage, welche Kappe er zuerst beim Ausbruch eines Feuers retten würde, antwortet er: «Zuerst würde ich natürlich meine Familie, die Tiere, das Haus und mein eigenes Leben retten, danach aber gleich die Kappen–am liebsten alle.» Die Wahl nach einem Lieblingshut fällt ihm schwer. Besonders gefallen ihm Caps mit originellen Logos. Er greift nach einem Hut und sagt: «Etwa derjenige der Detroit Tigers.» Auf diesem springt ein Tiger aus dem D heraus, erklärt er.
Gemeinsam sind allen Kappen die hohe Stirn und viele Applikationen. «Häufig sieht man in Bekleidungsgeschäften flache, einfache Basecaps, die oft von Rappern getragen werden.» Diese sammle er nicht. «Die simplere Ausführung gefällt mir nicht.» Es gebe rund 200 bis 300 Hersteller, welche die Lizenz der Sportteams hätten. Er sei auf der Suche nach selteneren Stücken. «In einem Lädeli in Bern habe ich etwa Basecaps einer Mannschaft gefunden, die es nicht mehr gibt.» Auch auf Flohmärkten halte er die Augen offen.
Viele der Kappen kauft Marti über das Internet, etwa in einem Online-Auktionshaus. «Ich habe dort einen Base- cap-Fan aus dem Wallis kennengelernt», sagt er. Es gebe nicht viele Schweizer Sammler. Die beiden Männer kau- fen einander regelmässig Mützen ab. Zwischen 20 bis 60 Franken muss man für einen Hut ausgeben. «Manche Sammelstücke werden sogar in Online-Auktionen für 250 US-Dollar angeboten.» Der passionierte Basecap-Fan ist sich sicher: Seine Sammlung wird noch wachsen. «Man kann nicht damit aufhören», sagt er und lacht.
Zur Person
Faszination für Lastwagen
Der 32-jährige Adrian Marti ist auf einem Bauernhof in Mühleberg aufgewachsen. Er absolvierte eine Lehre zum Sanitär-Installateur und war nebenbei als Chauffeur tätig. Die Faszination für Lastwagen machte er schliesslich zum Beruf. Eine Rolle spielte dabei ein Quad-Unfall, der ihn ans Bett fesselte: Noch im Stützkorsett lernte er für seinen Traumberuf. Seit 2007 arbeitet Marti als Chauffeur bei der Haldimann AG in Murten.ea