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Hunderttausende Kinder arbeiten in Madagaskar Tag für Tag auf Vanilleplantagen, in Minen und Steinbrüchen, auf der Strasse oder in fremden Haushalten. Ausbeutung und Missbrauch sind an der Tagesordnung, die Bedingungen nicht selten lebensgefährlich, und die Schule bleibt auf der Strecke. UNICEF setzt sich für den Schutz, die Gesundheit und vor allem die Bildung der Mädchen und Buben ein.
Die Situation
Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. 91 Prozent der Bevölkerung leben in extremer Armut und müssen mit weniger als 2 US-Dollar am Tag auskommen. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist erschreckend hoch, fast 6 der gut 11 Millionen Buben und Mädchen sind unterernährt, nur die Hälfte der Bevölkerung hat Zugang zu sauberem Wasser.
In diesem Überlebenskampf zählt jeder noch so kleine Verdienst. Obwohl Kinderarbeit in Madagaskar offiziell verboten ist, müssen fast ein Drittel der Buben und Mädchen zwischen 5 und 17 Jahren Geld verdienen, um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Kinder arbeiten auf Vanilleplantagen oder unter lebensgefährlichen Bedingungen in Minen und Steinbrüchen. Sie hüten Vieh, bieten auf der Strasse ihre Dienste an, betteln oder leben in sklavenähnlichen Verhältnissen in fremden Privathaushalten. Ausbeutung und Missbrauch bis hin zu sexuellen Übergriffen sind an der Tagesordnung. Vor allem in den Touristenorten und rund um Minen und Häfen ist überdies die Kinderprostitution weit verbreitet und zerstört das Leben von immer jüngeren Mädchen und immer mehr Buben.
Um aus der Armut auszubrechen, haben die Kinder vor allem eine Chance: Bildung. Zwar sind die staatlichen Schulen kostenlos, aber die Eltern müssen für das Schulmaterial und die Uniform aufkommen. Vielen Familien fehlen dazu die nötigen Mittel. Die Folge ist, dass 1,5 Millionen Kinder in Madagaskar nicht zur Schule gehen und nur drei von zehn die Primarschule beenden.
So hilft UNICEF
Madagaskar hat zwar gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen und Massnahmen zum Schutz der Kinder in einem nationalen Entwicklungsplan festgehalten, doch die Umsetzung ist wegen mangelnder Finanzierung höchst lückenhaft. UNICEF unterstützt und ergänzt die Bemühungen der Regierung in den folgenden Bereichen:
- Stärkung des Kinderschutzsystems: UNICEF unterstützt die Regierung mit Fachwissen beim Aufbau und bei der Umsetzung von Geburtenregistrierung, Opferhilfeberatung und niederschwelligen Kinderschutz-Netzwerken.
- Sensibilisierung und Information: UNICEF bildet Polizeikräfte, Richter und Beamte in Kinderschutz- und Rechtsfragen aus, organisiert Weiterbildungen für Sozialarbeiterinnen und Familienhelfer und sensibilisiert die Privatwirtschaft für die Problematik der Kinderarbeit.
- Gesetzlicher Rahmen: UNICEF hilft mit, für jedes Kind den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sicherzustellen und Arbeitsgesetzreformen voranzubringen. Zudem berät UNICEF Unternehmen in Bezug auf Verhaltens- und Einkaufsregeln.
Im Kampf gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern hat UNICEF zusammen mit dem Tourismusministerium einen Verhaltenskodex erarbeitet, den bisher 120 Tourismusanbieter und 900 Institutionen in 12 Regionen unterzeichnet haben und jetzt umsetzen.
Helfen auch Sie!
Ihre Spende trägt dazu bei, dass Mädchen und Buben in Madagaskar dem Teufelskreis aus Armut, Ausbeutung und fehlender Bildung entkommen können. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.