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Im Jahre 1888 ist sie aus Steinen erbaut worden; 1906 wurde sie betoniert und seit 1918 erfüllte sie keinen Zweck mehr – ausser Sonnenhungrigen eine lauschige Unterlage zu bieten. Jetzt ist sie rückgebaut worden: Die Schwelliplatte am oberen Ende des Bally-Parks.
Für die maschinelle Schuhproduktion benötigte die Firma Bally erheblich Energie. Vor etwa 150 Jahren fasste die Firma den Entscheid, von der Dampf- auf die Wasserkraft zu wechseln. Um ausreichend Wasser in den Fabrikkanal leiten zu können, ist daher die Schwelliplatte erbaut worden. Die Kombination aus Steinblöcken und Kies war aber ungeeignet, daher wurde 1906 die Platte zubetoniert. Mit der Einweihung des Wasserkraftwerkes Gösgen stellte Bally die eigene Stromproduktion ein und die Platte verlor ihre Bedeutung als Stauwehr.
Der Zahn der Zeit, bzw. die zum Teil gewaltigen Wassermassen setzten der Platte zu, es entstanden Löcher. Das Betreten der Platte war deswegen in den letzten Jahren verboten worden, sie ist weiterhin als Sonnendeck genutzt worden.
1991 ist die Platte mit einer Bogenbrücke an das Niedergösger Ufer verlängert worden. Damit war der Wechsel auf das andere Aareufer möglich. Nur 15 Jahre später ist diese Brücke wieder abgebaut und durch die aktuelle Hängebrücke ersetzt worden. Die Besitzergemeinden Gretzenbach, Niedergösgen und Schönenwerd platzierten in der ‘Tierwelt’ folgendes Inserat. «Brücke in Holzkonstruktion, 20,2 mal 2,6 mal 4,18 Meter, 15-jährig, Bogen verleimt, und witterungsgeschützt.» Die Gemeinde Gündlischwand (das Dorf liegt auf dem Weg nach Grindelwald) erhielt die Brücke geschenkt, ausgewählt unter 14 Interessenten.
Auf der Gemeindeverwaltung zeigen Fotos die Brücken an ihrem neuen Einsatzort.
Eine bedeutende Rolle hat die Schwelliplatte am 8. August 2007 gespielt, als das Hochwasser der Aare die Pfahlbauten im Ballypark mitgerissen und zerstört hat. Und wenige Monate vor ihrem Abbruch ist die Schwelliplatte nochmals schweizweit in die Schlagzeilen geraten, da ein chinesischer Staatangehörigen in die Wasserwalze unterhalb der Platte geraten und beinahe ertrunken ist. Ein beherzter Niedrämter rettete den Mann aus den Fluten. Der Retter ist für sein Handeln für den Prix Courage nominiert worden, der seit 1997 vom ‘Beobachter’ durchgeführt wird. Die Preisverleihung hat inzwischen stattgefunden. Gewinner des Prix Courage 2017 ist ein Mann aus dem Kt. Zürich geworden, der durch sein Einschreiten wahrscheinlich eine Frau vor einer Vergewaltigung bewahrt hat.