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Für Viele spielt die spanische Nationalmannschaft den schönsten Fussball dieser Europameisterschaft. Andere wiederum bezeichnen den Spielstil als Ballgeschiebe und finden dies langweilig. Ist das «Tiki-Taka» überhaupt schön und erfolgreich?
Erfolgreiches «Tiki-Taka»
Spätestens seit dem Champions-League-Sieg des FC Barcelona 2006 ist der «Tiki-Taka» in aller Munde. Das gepflegte Kurzpass-Spiel, die hohe Passqualität, der meist unvorstellbare hohe Ballbesitz und die schnellen Kombinationen wurden von der Mehrheit der Fussballfans frenetisch gefeiert. Die spanische Nationalmannschaft hat aufgrund der vielen Barca-Spieler in ihren Reihen den Spielstil kopiert. Dass man damit auch an Endrunden Erfolg hat bewies die «La Furia Roja» 2008, als sie mit den Italienern, den Russen und den Deutschen drei Favoriten besiegte und verdient zum Europameister gekürt werden konnte. 2010 bestätigten die Spanier diesen Triumph und wurden gar Weltmeister.
Für viele Fussballfans ist Barca, welche das «Tiki-Taka» noch besser als die spanische Nationalelf beherrscht, die beste Mannschaft der Welt. Dies hat sie vor allem ihrer guten Talentschmiede zu verdanken, welche Jahr für Jahr neue Stars hervorbringt. Alle lernen von klein auf das «Tiki-Taka», die Früchte zahlen sich im Profibereich aus. In den letzten vier Jahren gewann der FC Barcelona zweimal die Champions-League, zweimal den Weltpokal, dreimal den spanischen Meistertitel, dreimal den spanischen Pokal und dreimal den spanischen Superpokal.
Stürmerloses «Tiki-Taka»
Das «Tiki-Taka» ist ein System das auch ohne eigentliche Sturmspitze funktioniert. Dies hat der Spanische Trainer Vicente del Bosque an dieser Europameisterschaft bewiesen, als er in zwei von vier Spielen den eigentlichen Mittelfeldspieler Cesc Fabregas dem Chelsea-Stürmer Fernando Torres vorzog.
Die Barca-Spieler Fabregas, Iniesta und Xavi sind eigentlich absolute Ausnahmekönner, ihre Spielweise scheint aber beinahe identisch. Während das Spiel des FC Barcelona als sehr dynamisch und abwechslungsreich bekannt ist, scheint das Spiel der «La Furia Roja» an dieser EURO beinahe einzuschlafen. Dies ist wohl dem dreimaligen Weltfussballer Lionel Messi zu verdanken, welcher mit seinen Dribblings immer für das gewisse Etwas sorgen kann.
Faszination «Tiki-Taka» ist weg
2012 scheint die Faszination «Tiki-Taka»» verflogen. Die hohe Passsicherheit in Ehren gehalten, ist es für den Grossteil des Publikums langweilig, wenn ein Angriff bis zu 40 Pässe benötigt. Daher ist es für viele ein reines Ballgeschiebe, bei welchem die Querpässe bedeutend häufiger vorkommen als Steilpässe oder Torschüsse.
An der diesjährigen EURO waren bisher alle Gegner – ausser den Italienern – chancenlos gegen das spanische «Tiki-Taka». Dies mag zwar für die Spanier sprechen, für den neutralen Zuschauer sind die Spiele aber alles andere als schön anzuschauen.
Zuletzt ein erfolgloses «Tiki-Taka»
In dieser Saison gewann der FC Barcelona, welcher als Gründer des «Tiki-Taka» gilt, nur den nationalen Pokal. Die Meisterschaft und den Champions-League-Triumph musste er der Konkurrenz aus London und Madrid überlassen.
Es scheint fast, als hätte die Konkurrenz endlich einen Weg für die Dominanz des katalanischen FCBs gefunden. Chelsea bezwang Barca im Halbfinale der Champions League mit einer sehr defensiven Grundhaltung. Unter Trainer Roberto Di Matteo wurden die Räume eng gemacht und Gegenstösse mit schnellen Kontern gesucht.
Dass das Spiel aber auch gegen die spanische Nationalmannschaft offensiv gestaltet werden kann, bewies Italien in der Vorrunde. Die Mannschaft von Cesare Prandelli konnte den Welt- und Europameister beinahe dominieren. Das Fünf-Mann-Mittelfeld, welches der italienische Trainer aus dem Hut zauberte, wusste dem dominanten spanischen Mittelfeld entgegen zu halten.
Die wichtigste Frage in diesem Halbfinal dürfte nicht sein, welche Frisur Ronaldo gerade trägt, sondern mit welchem System Paulo Bento seine Portugiesen spielen lassen wird. Es ist anzunehmen, dass die Seleção defensiver auftritt als in den bisher gespielten Partien. Mit den schnellen Flügelstürmern Ronaldo und Nani besitzten die Portugiesen schnelle und konterstarke Spieler, welche immer für den Unterschied sorgen können. Die Spanier scheinen nicht mehr so unbezwingbar wie in den letzten Jahren.
Er ist eine deutsche Fernsehlegende mit Kultstatus. Im Interview mit kurzpass.ch rechnet Waldemar Hartmann mit der ARD ab, spricht über die Steueraffäre um Uli Hoeness und lobt seine Wahlheimat Chur.
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