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Im 19. Jahrhundert bildete der gedruckte Katalog in Buchform das Such- und Nachweisinstrument der ETH-Bibliothek. Der stetige Buchzuwachs erforderte laufend Neuauflagen. 1856 zählte der erste Katalog noch 28 Seiten, 1896 erschien die sechste und letzte Auflage in einem Umfang von 806 Seiten. 1908 wurde ein Klebekatalog eingeführt. Auf die leeren Seiten von Folianten wurden die Buchtitel aus dem letzten gedruckten Katalog mit genügend Zwischenraum für den Neuzuwachs eingeklebt. Der „Foliantenkatalog” bestand aus zwei Teilen: einem alphabetischen Autoren- und Titelkatalog und einem Sachteil. Der Fachkatalog umfasste elf Abteilungen, entsprechend den damals elf Abteilungen des Polytechnikums, welche weiter in insgesamt 262 Gruppen unterteilt waren. Diese recht unhandlichen Foliantenkataloge wurden ab Ende der 1940er Jahre schrittweise durch Zettelkataloge in Schubladenmöbeln ersetzt.
Seit den 1930er Jahren arbeitete die Abteilung „Literaturnachweis” bei ihrer Auswertung von Zeitschriftenartikeln mit der Universellen Dezimalklassifikation, einem auf Ziffern beruhenden, sprachunabhängigen Gliederungssystem der Inhalte. Daraus entstand ein neuer Sachkatalog, der nach dem Zweiten Weltkrieg den Fachkatalog ersetzte. Die UDK drohte jedoch am ehrgeizigen Anspruch zu scheitern, das gesamte Wissen aller Zeiten und Kontinente systematisch ordnen zu wollen. Der Aufwand für die Betreuung und Weiterentwicklung konnte nicht geleistet werden. Dies führte schliesslich dazu, dass ab 1955 ein zweiter, alphabetisch nach Schlagwörtern in deutscher Sprache geordneter Sachkatalog aufgebaut wurde.
Anfangs der sechziger Jahre bot die Bibliothek dem Publikum drei Zettelkataloge: den alphabetischen Autorenkatalog, den Dezimalkatalog sowie den alphabetischen Schlagwortkatalog, die in einem grossen Katalogsaal zugänglich waren. Nachteil dieses Katalogs waren der grosse Platzbedarf und die nur beschränkte gleichzeitige Nutzung durch mehrere Recherchierende. 1975 wurde daher die Weiterführung des Zettelkataloges abgebrochen und ab 1976 Neuzugänge in maschinenlesbarem Verfahren auf Mikrofiches katalogisiert. Ergänzend dazu wurden sämtliche Zettelkataloge verfilmt. Für die Benutzung dieser Fichenkataloge wurden optische Lesegeräte benötigt, die im Katalogsaal den Platz der Zettelkataloge einnahmen. Nun konnten mehrere Benutzer gleichzeitig am selben Katalog arbeiten. Da die Mikroficheskataloge nicht nachführbar waren, wurden sie in mehreren Etappen neu verfilmt. Zehn Jahre später präsentierte die ETH-Bibliothek ihre Bestände schliesslich in einem elektronischen Katalog an Bildschirmen.
Bandkataloge im Katalograum der ETH-Bibliothek, um 1950.
Katalogsaal der ETH-Bibliothek mit Mikrofiches-Lesegeräten, um 1975.
©
2011
ETHistory 1855-2005
| Last update:
20.4.2005 |
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