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| Sixtus III., Papa 432-440 - Briefe

Briefe
4. Brief der Bischöfe Eutherius von Tyana und Helladius v. Tarsus an den Papst v. J. 433
IV. Brief des von Gott geliebtesten Eutherius, Bischofs von Tyana, und Helladius von Tharsus, geschrieben an Sixtus, Bischof des hochberühmten Rom. 1
Einleitung und Inhalt.
Die vom Bischofe Johannes von Antiochien allen Bischöfen des Orients angekündigte Einigung fand bei diesen vielfachen Widerspruch. Die berühmtesten waren Theo- [S. 549] oretus, Bischof von Cyrus, und sein Metropolit Alexander von Hierapolis. Ersterer, Führer der sog. Mittelpartei, war hinsichtlich der Lehre einverstanden und erkannte Cyrill's Rechtgläubigkeit an, konnte sich aber nicht entschließen, die Person des Nestorius fallen zu lassen, da er glaubte, derselbe sei ungerecht und ohne daß man seine Lehre richtig verstanden habe, verurtheilt worden. Alexander von Hierapolis aber, der Metropolit der Provinz Euphratensis, erklärte sich überall in der heftigsten Weise gegen Cyrillus, der ihm jetzt noch verhaßter sei, und kündigte sowohl seinem Patriarchen Johannes als auch der Mittelpartei die kirchliche Gemeinschaft auf. Denselben Standpunct vertraten auch die Bischöfe von Cilicia I. und II. unter ihren Metropoliten Helladius von Tarsus und Maximinus von Anazarbus. 2 Die Widerstrebenden schrieben eilig an den Papst, damit sich dieser nicht durch die Schreiben des Cyrillus und Johannes gegen sie einnehmen lasse, sondern mit ihnen gemeinsame Sache gegen die Union mache. Dieß ist im Allgemeinen auch der Inhalt unseres Schreibens. Welche Antwort der Papst hierauf ergehen ließ, ist unbekannt; doch ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sie keine günstige gewesen, wie aus dem Antwortschreiben des Papstes auf die Briefe des Cyrillus und Johannes zu schließen; übrigens [S. 550] söhnte sich Helladius von Tarsus nachher mit der Kirche aus. 3
1: Coustant p. 1245, Mansi V. p. 893.
2: Auch von Denen, die sonst auf Cyrill‘s Seite standen, tadelten mehrere die Union, Einige aus Mißverständniß, Andere, weil sie im Grunde anf monophysitischem Boden stehend auch die kirchliche Lehre für Nestorianismus hielten. Cyrillus hatte in mehreren längeren Briefen sich und die Union nach dieser Deite hin zu vertheidigen, in denen er nachweist, daß er dieselbe kirchIiche Lehre stets festgehalten habe, daß die Orientalen jetzt gegen Nestorius die unvermischte Einigung der Gottheit und Menschheit annehmen und Maria als Gottesgebärerin bekennen, daß aber auch das Falsche des Nestorius nicht in der Annahme zweier Naturen in Christus, sondern eben in der Leugnung der Einigung bestanden habe.
3: Hier mögen noch Rohrbacher‘s Worte in dessen Kirchengeschichte (deutsche Bearbeitung VIII. Bd. S. 8) einen Platz verdienen: „dieser Brief zeigt, daß die Bischöfe selbst in den entIegensten TheiIen des Orients nicht nur davon überzeugt waren, daß sie das Recht hatten, sich mit Klagen über ungerechtes Verfahren ihrer Vorgesetzten und über kirchliche Wirren an den Papst zu wenden, sondern auch davon. daß die alleinige Autorität des Papstes für Allle genüge und selbst die Vereinbarungen der Patriarchen und die Beschlüsse eines ökumenischen Concils für nichtig erklären könne.“