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Schweizer Pensionskassen erzielten im November wieder positive Renditen
Mit einer Rendite von durchschnittlich 0.13% schnitten die Pensionskassen im November 2016 wieder besser ab als in den beiden vorangegangenen Monaten. Erstmals seit August erzielten zudem alle Vergleichsgruppen eine positive Rendite.
Die Wahl von Donald Trump verlieh den Aktienmärkten Auftrieb, so dass die Pensionskassen ihre Renditen im November steigern konnten. Die Gegenbewegung auf den Anleihenmärkten belastete die Performance hingegen. Hedge Funds verbuchten, wie schon im Oktober, einen starken Monat. Auch die Performance der Immobilienanlagen stützte die Renditen. So schnitten die von der UBS beobachteten Pensionskassen mit einer Monatsperformance von durchschnittlich 0.13% wieder besser ab als in den beiden vorangegangenen Monaten. Die durchschnittliche Jahresrendite stieg auf 2.29%.
Jahresperformance hat sich wieder verbessert
Vorsorgewerke mit verwalteten Vermögen von mehr als 1 Milliarde Franken verzeichneten mit durchschnittlich 0.16% die höchste Rendite; ihre Pendants mit Vermögen unter 300 Millionen Franken erzielten mit durchschnittlich 0.12% hingegen die tiefste Rendite.
Dabei gab es in allen Vergleichsgruppen Pensionskassen mit positiven und solche mit negativen Monatsrenditen. Die höchste Rendite von 0.98% erzielte ein Vorsorgewerk mit 300 Millionen bis 1 Milliarde Franken Vermögen, die niedrigste Rendite von -0.98% eines mit über 1 Milliarde Franken Vermögen.
Die durchschnittliche Jahresperformance seit 2011 betrug 3.93% p.a. Wie auch im Vormonat lagen die Vergleichsgruppen der kleinen und mittleren Vorsorgewerke praktisch gleichauf, wobei die Pensionskassen mit verwalteten Vermögen von mehr als 1 Milliarde Franken mit 4.19% die höchste Rendite erzielten. Die Rendite seit Jahresbeginn stieg für alle Vergleichsgruppen weiter an und betrug im Durchschnitt aller Pensionskassen 2.29%.
Globale Aktien performten am besten
Deutliche Verluste erlitten die Pensionskassen im November auf ihren Obligationen-Portfolios. Dies war insbesondere auf die Erwartung höherer Zinsniveaus zurückzuführen, ausgehend vom US-amerikanischen Anleihenmarkt, wo die Erwartung eines Zinsschritts im Dezember durch die US-Notenbank Federal Reserve im Verlauf des Novembers vollständig eingepreist wurde. Dagegen profitierten die Pensionskassen von der positiven Stimmung auf den Aktienmärkten, die globale Titel im November um 3.16% ansteigen liess. Die Schweizer Aktienmärkte hinkten im November mit 0.52% hinterher. Für das Gesamtjahr 2016 war der Rückstand allerdings noch viel markanter, mit einer Performance der Schweizer Aktien von -3.91% und der globalen Titel von 7.82%.
Immobilienanlagen kehrten nach einem Taucher im Oktober wieder in positives Terrain zurück und verzeichneten eine starke Jahresperformance von 4.60%. Hedge Fonds erlebten ab dem vierten Quartal 2016 eine solide Performance und schlossen im November mit einer Jahresrendite von 3.10%.
US-Aktien und Euro-Hochzinsanleihen übergewichten
Das weltweit solide Wirtschaftswachstum, das an globalen Einkaufsmanagerindizes abzulesen ist, unterstützt laut UBS-Ökonomen eine moderate taktische Risikobereitschaft. Der weltweite Anstieg der Inflation untermauert das Potenzial höherer Unternehmensgewinne im Jahr 2017. Ebenso ist der Mix aus Wachstum und Inflation, vor allem in den USA, für die Kurse von Risikoanlagen attraktiv. Die Refinanzierungskosten der Unternehmen liegen, gemessen an den Renditen von US-Unternehmensanleihen, immer noch 100 Basispunkte unter ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Die Zentralbanken, darunter auch die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB), verfolgen immer noch eine lockere Geldpolitik. Die Fed erhöht die Zinsen nur, wenn die Konjunkturdaten dies zulassen und tendiert dazu, die Konjunktur «auf Hochtouren» laufen zu lassen.
In den jüngsten geldpolitischen Massnahmen der EZB sehen die UBS-Ökonomen in erster Linie eine Fortsetzung der quantitativen Lockerung auf absehbare Zeit. Sie drücken ihre risikobereite Haltung durch eine Übergewichtung in US-Aktien und Euro-Hochzinsanleihen gegenüber erstklassigen Anleihen aus.
Anstieg von US-Staatsanleihenrenditen kann Aktienkurse belasten
Dennoch haben sie ihre Übergewichtung in US-Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen kürzlich im Zuge von Gewinnmitnahmen reduziert, da sich erstklassige Anleihen seit den US-Wahlen erheblich schlechter entwickelt haben als US-Aktien. Der Anstieg der US-Staatsanleihenrenditen kam der Performance der Position zugute.
Sollte sich diese Entwicklung jedoch ungebremst fortsetzt, kann sie ab einem bestimmten Niveau das Wirtschaftswachstum und damit auch die Aktienkurse belasten, warnen die Ökonomen. US-Aktien sind ein langfristiges Instrument, und ihr diskontiertes künftiges Gewinnwachstum wird durch hohe Anleihenrenditen gedämpft.
UBS behält Präferenz für Schwellenländeraktien gegenüber Schweizer Aktien bei
Andererseits ziehen die Unternehmensgewinne dank des soliden Wachstums des US-Privatkonsums und der steigenden Margen weiter an. Dies unterstützt eine fortgesetzte Übergewichtung in US-Aktien gegenüber erstklassigen Anleihen. Ausserdem behält die UBS ihre Präferenz für Schwellenländeraktien gegenüber Schweizer Aktien bei.
Der starke Schweizer Franken belastet die Gewinne von Schweizer Unternehmen. Da Schwellenländerunternehmen von der Erholung des Binnenwachstums profitieren, haben sich ihre Gewinne in den letzten Monaten stabilisiert.
Inflationsgeschützte US-Anleihen übergewichten
Nach dem signifikanten Anstieg der globalen Staatsanleihenrenditen im letzten Monat erwarten die UBS-Ökonomen in den kommenden Monaten eine weitgehende Seitwärtstendenz.
Inflationsgeschützte US-Anleihen (TIPS) dürften sich demnach weiterhin besser entwickeln als Nominalanleihen, da die Inflation allmählich anzieht. Deshalb halten die Ökonomen an ihrer übergewichteten Position fest.
Qualifizierte Anleger können von US Senior Loans profitieren
Entgegen dem weltweiten Trend bei Risikoanlagen haben sich die Kreditrisikoprämien von Euro-Hochzinsanleihen in letzter Zeit ausgeweitet. Nach Meinung der UBS-Ökonomen sind die aktuellen Bewertungen attraktiv, da die Kreditqualität solide ist und die Ausfallquoten niedrig bleiben dürften. Deshalb sind sie in der Anlageklasse gegenüber erstklassigen Anleihen übergewichtet.
Qualifizierten Anlegern, die etwas weniger liquide Anlagen in Kauf nehmen können, schlagen die Ökonomen ein höheres Engagement in US Senior Loans vor, die immer noch Durchschnittsrenditen von knapp 6% bieten.
Euro dürfte gegenüber dem US-Dollar steigen
Die Ökonomen erwarten, dass der Euro in den nächsten sechs Monaten gegenüber dem US-Dollar auf 1.15 steigen wird und sind in der Währung übergewichtet. Gemessen an der Kaufkraftparität ist der Euro gegenüber dem Dollar deutlich unterbewertet.
Die Konjunkturerholung in der Eurozone hält an, und die EZB dürfte vorerst den Höhepunkt ihrer geldpolitischen Lockerungsmassnahmen erreicht haben. Dies deutet gemäss den Ökonomen auf eine stärkere Währung hin.
Schwellenländerwährungen gegenüber Industrieländerwährungen vorziehen
Daneben bevorzugen sie einen Korb von Schwellenländerwährungen (BRL, INR, RUB, ZAR) gegenüber ausgewählten Industrieländerwährungen (AUD, CAD, SEK). Die Position bietet ihrer Ansicht nach eine Zinsdifferenz von rund 8% p.a. Die zyklische und rohstoffsensible Natur des untergewichteten Korbs stabilisiert indes die Position.