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Das Bundesamt für Umwelt BAFU teilte heute in einer Medienmitteilung mit, dass 49 Prozent des Schweizer Waldes eine Schutzfunktion erfüllen. Das entspricht einer Fläche von rund 585 000 Hektaren. Naturgemäss ist der Anteil der Schutzwälder in den Alpen höher: Im Wallis und im Tessin haben knapp 90 Prozent der Wälder eine Schutzfunktion. Aber auch städtisch geprägte Kantone wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf besitzen Schutzwälder. Ein Viertel aller Schweizer Verkehrswege (Eisenbahnlinien und Strassen) sind potenziell Naturgefahren wie Rutschungen, Lawinen, Felsstürzen oder Steinschlägen ausgesetzt. Der grösste Teil der Schutzwälder dient dazu, Gebäude und Strassen vor derartigen Ereignissen zu bewahren.
Das Waldgesetz aus dem Jahr 1991 verpflichtet die Kantone, Schutzwälder auszuscheiden. Da die Funktionen und Kriterien, die ein Schutzwald erfüllen muss, anfänglich zu wenig klar definiert waren, lancierte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) das Projekt „SilvaProtect-CH“. Im Rahmen dieses Projektes wurde mit Geodaten die Fläche der Schutzwälder abgeschätzt und es wurde eruiert, vor welchen Naturgefahren diese Wälder Schutz bieten. Des Weiteren wurde die Methodik zur Erfassung der Schutzwälder in den vergangenen Jahren in den Kantonen vereinheitlicht. Innerhalb des Projektes konnte des Weiteren ein allgemein gültiger Verteilschlüssel für die Berechnung von Schutzwaldsubventionen des Bundes zur Schutzwaldpflege erarbeitet und festgelegt werden. Dieser Verteilschlüssel kam bereits beim Abschluss von Programmvereinbarungen mit den Kantonen im Rahmen der Neugestaltung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen zur Anwendung.
Von den Kosten für den Unterhalt dieser „natürlichen Schutzverbauungen“ trägt der Bund 40 Prozent, das sind knapp 60 Millionen Franken pro Jahr. Der Rest wird von den Kantonen und den Nutzniesserinnen und Nutzniessern des Schutzes (z. B. Gemeinden oder Betrieben des öffentlichen Verkehrs) übernommen. Die Pflege dieser Wälder ist eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass sie ihre Schutzfunktion langfristig wahrnehmen können.
Bild: Konkord [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons