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Herstellungsort unbekannt, 18. Jh.
Lindenholz, bemalt
H. 24,5 cm
Inv. 1928.743.
«Dottore» und «Pantalone» Umkreis Simon Troger, Süddeutschland, 2. Viertel 18. Jh. Nussbaumholz (Sockel); Laubholz, bemalt; Elfenbein H. 24,5 cm (links), H. 22,8 cm (rechts) Historisches Museum Basel, Inv. 1928.743. –744. Legat Rudolf Nötzlin-Werthemann, Basel. «Kombinationsfi guren» nennt man diese spektakulären Kunstkammerstücke, die aus zusammengefügten Teilen von Elfenbein und Nussbaum- oder Ebenholz bestehen. Sie wurden von dem aus Südtirol stammenden, ab 1725 in Süddeutschland lebenden Schnitzer Simon Troger (1683–1768) eingeführt. Diese Technik ermöglicht den sparsamen, aber wirkungsvollen Einsatz des teuren Materials Elfenbein, das im Kontrast zum dunklen Holz seine Wirkung besonders gut entfalten kann. Trotz der hochwertigen Arbeit und der Kostbarkeit der Materialien sind es häufi g Bettler und Wanderhändler, die so dargestellt wurden. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich dadurch, dass der illusionistische Effekt des Elfenbeins besonders zur Wirkung kommt, wenn durch zerrissene Kleidung die Haut zu sehen ist. Seltener sind Schauspieler der Commedia dell’arte, der turbulenten italienischen Volkskomödie, in dieser Technik wiedergegeben. Doch ansonsten erfreuten sich Darstellungen dieser Figuren während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in allen Bereichen der Kunst besonderer Beliebtheit. Die Komödiantentruppen wurden an den Auftrittsorten meist begeistert empfangen, weil ihre lebendige und freche Art des Theaterspiels begeisterte. Die beiden Figuren verkörpern in Kleidung und Haltung feststehende Typen der Commedia dell’arte: Der Dottore (mit partieller Gesichtsmaske) ist der selbstbewusst und aufgeblasen auftretende Arzt aus Bologna, der die Handlung immer wieder verwirrt, und Pantalone ist der geizige, stets den jungen Frauen nachsteigende venezianische Alte, der regelmässig Opfer von Hohn und Spott wird. Die beiden Figuren befanden sich ehemals im Kunstkabinett des Basler Kunstsammlers und Zeichners Daniel Burckhardt-Wildt (1752–1819; Kat. 143), der sie 1816 über einen Händler aus einer Frankfurter Sammlung erworben hatte.