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(Meldung ergänzt um weitere Angaben)
NEW YORK/WASHINGTON (awp international) - Die US-Regierung hat einen geplanten Verkauf von Citigroup-Anteilen wegen des niedrigen Aktienpreises abgeblasen. Nachdem die Bank bei einer Kapitalerhöhung nur 3,15 Dollar pro Aktie erzielen konnte, beschloss das Finanzministerium, seine Anteile lieber noch zu behalten. Der US-Staat bekam im Zuge der milliardenschweren Hilfsmassnahmen für den schwächelnden Bankkonzern eine Beteiligung von 34 Prozent. Nun wurde die Haltefrist zunächst um 90 Tage verlängert. Vorbörslich sank der Citi-Kurs um rund sieben Prozent.
Die Citigroup sammelte bei der Kapitalerhöhung 17 Milliarden Dollar ein, die sie zur Rückzahlung von Staatshilfen verwenden will. Der Aktienpreis fiel niedriger aus als am Markt erwartet worden war. Das Finanzministerium hatte für seine 7,7 Milliarden Aktien seinerzeit noch 3,25 Dollar pro Anteil gezahlt, hätte jetzt also bei einem Ausstieg mit einen Verlust rechnen müssen.
Die Kapitalerhöhung war an der Wall Street ernüchternd aufgenommen worden, weil die Branche an den Zukunftsaussichten des Bankgiganten zweifelt. Die Citigroup habe versucht, einen Mega-Deal in einem sehr dünnen Jahresend-Markt durchzuziehen, kommentierte der Analyst der Investmentbank MerrillLynch, Guy Moszkowski, die misslungene Transaktion.
Für schlechte Stimmung gegenüber der Citigroup-Aktie hatte zuvor auch die Schadenersatzklage von Abu Dhabi gesorgt. Das Emirat verlangt verlangt die Annullierung eines früheren Geschäfts oder alternativ 4 Milliarden Dollar. Abu Dhabi hatte der Bank bereits vor zwei Jahren mit dem Kauf von Wandelanleihen über 7,5 Milliarden Dollar ausgeholfen. Mit dem zwischen März 2010 und September 2011 berechtigten Tausch der Papiere in Aktien droht Abu ein Riesenverlust, da die Citigroup an der Börse verglichen mit dem Zeitpunkt des Kaufs nur noch rund ein Zehntel wert.
Die US-Regierung hatte die Citigroup zum Höhepunkt der Finanzkrise mit einer Finanzspritze von 45 Milliarden Dollar gestützt und darüber hinaus noch weitere milliardenschwere Garantien abgegeben. Der Grossteil der im Rahmen des sogenannten TARP-Bankenrettungsplans ausgegebenen Vorzugsaktien wurde später in Stammaktien umgewandelt, so dass der Staat nun Hauptaktionär der Citigroup ist.
Banken, die Staatshilfe in Anspruch nehmen, unterliegen einer strengen Kontrolle und müssen harte Einschnitte bei der Bezahlung ihrer Führungskräfte hinnehmen. Deshalb wollen sich die von gestützten Kreditinstitute durch milliardenschwere Rückzahlungen so schnell wie möglich aus der ungeliebten Umklammerung des Staates lösen. Vor wenigen Tagen hatten die Grossbanken Wells Fargo (25 Milliarden Dollar) und Bank of America (45 Milliarden Dollar) die Steuergelder aus dem TARP-Bankenrettungsplan der US-Regierung komplett zurückerstattet./edh/DP/tw
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