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Das Wort zum Sonntag: Lettrismus
Diese Woche in meiner Twitter Zeitlinie. Und weil ich nicht wusste, was mir das sagen wollte, gleich ein WoS geschrieben.
Lettrismus (Französisch Lettrisme, abgeleitet aus Lettre zu Deutsch: Buchstabe) ist eine 1945 vom Rumänen Isidore Isou in Paris gegründete literarische und künstlerische Bewegung. Diese setzt dadaistische Ansätze und surrealistischen Tendenzen konsequent fort. Sie zerlegt Wörter zu Buchstaben und baut diese neu Zusammen. Daraus entstehen dann der Klang willkürlich aneinandergereihter Vokale und Konsonanten.
Jetzt ist mir natürlich klar, warum man an einem solchen Text grandios scheitern kann, ja muss. Es geht ja eigentlich nicht um den Text, sondern um den Klang. Dieser macht den Unterschied. Ist ein wenig, wie wenn man dem Gesang von Walen zuhört.
Ziel der Lettristen war es, durch die Individualisierung von Buchstaben und der Zerstörung von Althergebrachtem der Massenkultur entgegenwirken. Selbstverständlich stellt sich mir sofort die Frage nach Beispielen. Leider habe ich keine Tonspur gefunden, die Lettrismus in seiner reinen Form zeigt. Aber immerhin fand ich einige Beispiele, welche in die Nähe kommen.
- Das Management hat noch einige Herausforderungen zu leisten
- Die nachhaltige Lösung wird Daniel Düsentrieb lösen
- Wie in der letzten Sitzung, lade ich hiermit zur nächsten Sitzung ein
Es ist schön zu sehen, was schon alles mit Sprache versucht wurde, aber der Lettrismus hat sich nicht durchsetzen können. Zum Glück finde ich, es gibt schon genügend Missverständnisse, darum bleibt das Gespräch noch immer die beste Lösung.