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Entwicklung des Schweizer Münzwesens / Zürich Halbtaler 1720 - Kantonale Münze
MONETA REIPUBLICAE TUGURINAE / TIGURUM 1720
Ansicht der Stadt Zürich vom See aus. Löwe mit Zürcher Schild und gezogenem Schwert.
Im 18. Jahrhundert wurden in Zürich folgende Münzen hergestellt:
Doppeldukaten (Gold)
Dukaten (Gold)
Halbe Dukaten (Gold)
Viertel Dukaten (Gold)
Taler (Silber)
Halbe Taler (Silber)
Halbe Gulden (Silber)
10 Schillinge (Silber)
5 Schillinge (Silber)
1 Schilling (Billion; Silber-/Kupfer-Legierung)
1 Rappen (Billion)
Entwicklung des Münzwesens in der Schweiz:
In der Zeit der alten Eidgenossenschaft der 13 Orte (1513-1798) waren alle Orte im Münzwesen weitgehend souverän und sie konnten eigene Münzen prägen, was zu verworrene Währungsverhältnisse führte. Neben der eigene Münzprägung, brauchte es aber auch eine genaue Kontrolle, welche «fremde» Münzen (im 18. Jahrhundert waren es u. a. der österreichische Kreuzer, der Gulden und die französischen Louisdor und Laubtaler) in einer Stadt umlaufen durften und welche nicht. Zu diesem Zweck untersuchte ein Beauftragter die auf dem Markt kursierenden Münzsorten. Er schlug dem Rat vor, zu welchem Kurs diese Münzen angekauft werden sollten. Die Wechselkurse der häufigsten Münzen veröffentlichte die Regierung, so dass sich alle Bürger danach richten konnten. Selteneren Prägungen mussten in die Münzstätte gebracht werden, wo sie der Münzmeister eintauschte. Verschlechterte sich die Prägung einer bestimmten Stadt oder eines Landes drastisch hinsichtlich Gewicht oder Feingehalt, so wurde sie "verrufen"und ihr Gebrauch auf dem Markt verboten.
Die Zürcher hatten das grosse Glück, sich aus dem Dreissigjährigen Krieg (1618–1648) heraushalten zu können und hatten unter seinen Verwüstungen kaum zu leiden. Die Blüte, die der Wiederaufbau mit sich brachte, setzte deshalb in Zürich früher ein als in den benachbarten Ländern. Spätestens seit dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts nahm die Stadt aus Steuermitteln mehr Geld ein, als sie ausgab. Jedes Jahr flossen mehrere 10’000 Gulden in den Staatsschatz – damals eine gewaltige Summe. Zwischen 1672 und 1798 konnte Zürich etwas über 3 Millionen Gulden Gewinn herauswirtschaften, und das in einer Zeit, in der die meisten Territorialfürsten Europas am Rande des Staatsbankrotts lavierten oder einen solchen auch anmelden mussten.
Am 29. März 1798 sah sich Zürich genötigt, sich der Helvetischen Republik anzuschliessen und damit die von Frankreich aufgezwungene Verfassung anzunehmen. Damit einher ging nicht nur die Übernahme des Zürcher Staatsschatzes durch die Franzosen, sondern auch die Aufgabe des eigenen Münzsystems. Zu Grunde lag die Idee, für die gesamte Helvetische Republik eine gemeinsame Währung zu schaffen. Doch dieser Versuch scheiterte. Frankreich hatte die verbündete Republik so gründlich ausgeplündert, dass die neue Helvetische Regierung nicht über genug Geld verfügte, um eine Münzprägung im grossen Stil zu sicher zu stellen und es wurden deshalb nur relativ wenige Stücke in Zirkulation gesetzt. Es liefen weiterhin hauptsächlich die alten Münzen um. Damit war das Experiment einer einheitlichen Währung gescheitert und endete formal im Jahr 1803, als Napoleon in seiner Mediationsakte die Kantone wieder als selbständige politische Einheiten, mit eigenem Münzrecht, herstellte.
Die Idee eines einheitlichen Münzwesens blieb jedoch präsent und bereits in einem Verfassungsentwurf aus dem Jahr 1832 wurde eine einheitliche Währung für die gesamte Eidgenossenschaft gefordert. Diese trat am 7. Mai 1850 in Kraft, als sich die Bundesversammlung endgültig für Münzsystem nach französischem Muster entschied. Zwischen Sommer 1851 und Sommer 1852 wurden die alten Münzen im ganzen Land ausser Kurs gesetzt, alle Schuld- und Besitztitel in neue Währung umgerechnet.