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PyometraPyometra ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter, auch purulente Endometritis genannt. Eine Gebärmutter-Vereiterung kommt bei älteren, nicht sterilisierten Hündinnen häufig vor. In den meisten Fällen entsteht sie gegen Ende der Läufigkeit.
Ursachen
Meist ist eine Pyometra die Folge einer Gebärmutter-Entzündung. Gegen Ende der Läufigkeit ist der Muttermund der Hündin noch geöffnet, so dass Bakterien über den Gebärmutterhals in die Gebärmutter gelangen können und hier eine Entzündung verursachen.
Begünstigt wird dieser Vorgang durch den Einfluss bestimmter Hormone, die gegen Ende der Läufigkeit vorherrschen. Die Progesteron-Konzentration steigt, was dazu führt, dass sich der Muttermund der Hündin verschliesst. Darüber hinaus vermindert das Hormon Progesteron die Widerstandsfähigkeit der Gebärmutter-Schleimhaut gegenüber Bakterien und sorgt dafür, dass die Gebärmutter vermehrt Sekrete (Flüssigkeit) bildet. Die Folge: Die Bakterien vermehren sich und es entsteht eine Entzündung und die Gebärmutter der Hündin füllt sich allmählich mit Eiter.
Eine Pyometra kann auch entstehen, wenn die Hündin Hormone (Gestagene) zur Empfängnisverhütung oder zur Verschiebung der Läufigkeit erhält. Eine Hormon-Behandlung führt jedoch nur in seltenen Fällen zu einer Gebärmutter-Vereiterung. Zudem begünstigen hormonelle Störungen, besonders Eierstock-Zysten, die Entstehung einer Gebärmutter-Vereiterung.
Zu einer Pyometra kann es auch kommen, wenn bei einer Kastration die Eierstöcke nicht vollständig entfernt wurden und hormonell aktives Restgewebe im Körper verbleibt.
Bei häufig wiederkehrender Läufigkeit und Scheinträchtigkeit besteht ein erhöhtes Risiko für eine Pyometra, da diese Symptome auf eine hormonelle Störung hinweisen können.
Symptome
Die ersten Symptome einer Pyometra zeigen sich oft erst vier bis zehn Wochen nach der Läufigkeit. Häufig trinken betroffene Hündinnen mehr und lassen vermehrt Wasser.
Die Symptome hängen zudem davon ab, um welche Form der Gebärmutter-Vereiterung es sich handelt.
Bei der offenen Pyometra kann der Eiter über den noch geöffneten Muttermund abfliessen. Dabei tritt eine eitrige Flüssigkeit aus der Scheide der Hündin, die sie gegebenenfalls ableckt.
Bei der geschlossenen Pyometra hingegen verbleibt der Eiter in der Gebärmutter. Meist erscheint der Bauch der Hündin aufgetrieben und ist schmerzhaft angespannt.
Ausserdem zeigen betroffene Hündinnen häufig Apathie und Essunlust. Häufig leiden sie zusätzlich an Durchfall und haben eine auffällig vergrösserte Vulva. Wenn die Gebärmutter auf Grund der Ansammlung von Flüssigkeit grösser und schwerer wird, zeigt die Hündin Schwäche in den Hinterbeinen; oft kann sie nicht einmal mehr ohne Hilfe aufstehen.
In einzelnen Fällen kann eine Pyometra zu einer schweren Blutvergiftung, Fieber, einer Harnvergiftung oder einem Schock führen.
Diagnose
Bei Verdacht auf eine Pyometra stellt der Tierarzt zunächst einige Fragen zum Verhalten der Hündin und zum Zeitpunkt der letzten Läufigkeit, bevor er die Hündin untersucht.
Ist ein eitriger Ausfluss aus der Scheide vorhanden, untersucht der Tierarzt, was den Ausfluss verursacht. Neben einer Pyometra können beispielsweise auch Scheiden-Tumoren oder eine Entzündung der Scheide (Vaginitis) den Ausfluss bei der Hündin hervorrufen.
Anhand von Blutuntersuchungen, Ultraschall und Röntgen lässt sich eine sichere Diagnose der Pyometra stellen.
Behandlung
Eine akute Pyometra ist ein absoluter Notfall. Meist ist eine sofortige Notoperation nötig, um das Leben der Hündin zu retten. Dies gilt insbesondere für die geschlossene Pyometra. Ist die Gebärmutter stark mit Eiter angefüllt, besteht die Gefahr, dass diese reisst und Eiter in die Bauchhöhle gelangt.
Bei einer offenen Pyometra mit leichten Symptomen ist auch eine medikamentöse Behandlung möglich. Die Hündin erhält Medikamente (Prostaglandin oder Aglepriston), die dafür sorgen, dass sich der Muttermund weiter öffnet, damit der Eiter leichter abfliessen kann. Das künstliche Anti-Hormon Aglepriston hemmt zusätzlich die Wirkung des Hormons Progesteron.
Prognose
Die Prognose hängt stark von der Form der Pyometra ab und davon, ob die Behandlung anschlägt. Die medikamentöse Behandlung wirkt erst nach einiger Zeit. Zudem besteht die Gefahr, dass gegen Ende der nächsten Läufigkeit erneut eine Gebärmutter-Vereiterung auftritt.
Wenn keine Blutvergiftung vorliegt und keine Komplikationen auftreten, ist die Prognose günstig vorausgesetzt, dass die Erkrankung rechtzeitig behandelt wird.
Vorbeugen lässt sich eine Pyometra nur durch eine Ovariohysterektomie bzw. Kastration, wobei Eierstöcke und Gebärmutter entfernt werden. Dies setzt natürlich voraus, dass man mit der Hündin nicht züchten möchte.