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Die Silberbergwerke von Potosi
Bolivien gehört wohl zu den vielfältigsten Ländern in Südamerika, denn hier gibt es die Andenhochebene, das Amazonasgebiet und zwischen diesen beiden Extremen auch noch Landschaften, die sich zwischen dem Meeresspiegel und der 4000 Meter Marke bewegen. Die Stadt Potosi war einst die höchstgelegene Grossstadt dieser Erde und ihre Lage auf etwa 4100 Höhenmetern ungefähr eine Tagesreise mit dem Bus von La Paz entfernt, macht sie zu etwas ganz Besonderem.
Potosis Geschichte entdecken
Der Weg bis nach Potosi führt - egal von welcher Richtung man kommt - über ein sehr trockenes ödes Hochland. Die Landschaft ist zauberhaft, aber man fragt sich, wie es kommt, dass sich Menschen hier in der wüsten Ödnis niedergelassen haben. Schon wenn man sich auf der Strasse der Stadt Potosi nähert, sieht man den Cerro Rico, den Hausberg, der mit seinen 4800 Metern die schon sehr hoch gelegene Stadt noch weit überragt. Er ist der Grund dafür, dass hier heute 180.000 Menschen leben, fernab von jeglicher Landwirtschaft und sogar von Wasser.
Der Cerro Rico und die in ihm verborgenen Silber- und Zinnvorkommen wurden zu Anfang des 17. Jahrhunderts von den Spaniern entdeckt und in den folgenden Jahrzehnten rücksichtslos ausgebeutet. Die schwere Arbeit, die nötig ist, um die begehrten Metalle aus dem Berg heraus zu befördern, haben natürlich nicht die Spanier selbst erledigt. Dafür hatten sie zahllose Sklaven aus der Umgebung und aus Afrika. Der unendliche Reichtum, den die Spanier durch den Silberabbau in Potosi erlangten, machte die Stadt zur reichsten Stadt der Welt und stärkte das spanische Imperium.
Potosis Minen heute
Nun sind diese Zeiten längst vergangen. Das Silber, welches noch übrig ist, gehört seit der Unabhängigkeit dem Land Bolivien und die hiesigen Firmen und Konsortien bauen es ab. Leider hat sich an den Arbeitsmethoden der Minenarbeiter in den letzten Jahrhunderten nicht sehr viel geändert. Die Arbeit ist nach wie vor mühsam und sehr gefährlich. Die Höhenlage und die damit verbundene sauerstoffarme Luft machen das Atmen schon ausserhalb der Minen schwierig. In den dunklen schmalen Korridoren, die kreuz und quer durch den einst heiligen Berg gezogen wurden und noch immer werden, erschwert Staub das Atmen zusätzlich.
Die Männer arbeiten mit kleinen Dynamitstangen, die sie selbst von Hand anbringen. Sie alle hoffen jede Woche erneut darauf, auf eine vielversprechende Silberader zu stossen und reich zu werden. Den wenigsten gelingt jedoch ein solcher Fund und sie arbeiten ihr Leben lang in den Minen. Touristen können in der Stadt Potosi eine Besichtigungstour buchen und zwei Stunden lang das Innere des Cerro Rico, des reichen Berges, erkunden. Mit Schutzkleidung und Helm begeben Sie sich dorthin, wo die Minenarbeiter ihre schwere Arbeit verrichten und Sie lernen dabei viel über die Kultur, den Glauben, die Arbeitsbedingungen und das Alltagsleben der Menschen in Potosi.
Bildquelle: qayyaq / pixelio.de