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1) Sitz- und Lagermöbel, 2) Tische, Kasten und Schränke. Sessel, Tische und Bettstellen der Ägypter und Assyrer zeigen meist
senkrechte Stützen und Lehnen mit rechtwinkelig angesetzten Verbindungen, Sitzbrettern, Tischplatten etc., doch finden sich
auch Tische mit Kreuzfüßen und Faltstühle; die Möbel waren durch Untergestelle höher oder niedriger zu
machen. Prachtmöbel wurden mit Metall- und Elfenbeineinlagen, Email u. dgl. verziert, die Thronsessel mit
Teppichen belegt.
Teppiche und Polster waren das unentbehrliche Erfordernis für die Ruhebetten der meisten orientalischen Völker, welche, wie
heute noch, lieber lagen, als aufrecht saßen und daher auch niedrigerer Tische bedurften und noch bedürfen.
Diese Sitte ging auf die Griechen und Römer
[* 6] über, deren Sitzmöbel auch im wesentlichen die asiatischen Formen, nur mit einer
Neigung zu geschwungenen Linien, beibehielten. Dazu kam die Verzierung der Sessel- und Tischfüße mit Tierfüßen und Tierköpfen,
in welch letztere man auch gern die Seitenlehnen ausgehen ließ.
Den kräftigen Formen der Barockzeit folgen die zierlichen, gewundenen und geschnörkelten Formen des Rokoko
[* 16]
(Fig. 1 u. 8).
Man maskierte das Holz mit weißem Lackanstrich, Vergoldung und Bemalung, und der Tischler Boulle brachte die Einlagen von
Schildkrot und Metall in die Mode
[* 16]
(Fig. 12). Von der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts an bis zur
Mitte des jetzigen herrschte die Geradlinigkeit und Schmucklosigkeit, die Anwendung der Furnierung der wohlfeilen Holzarten
mit dünnen Platten kostbarerer Hölzer vor
[* 16]
(Fig. 13). In der Gegenwart wird die deutsche Kunsttischlerei, welche seit ca. 1875 einen
großen künstlerischen Aufschwung genommen hat, meist von dem Renaissancegeschmack beherrscht, während
die Franzosen mehr den nationalen Stilrichtungen (Louis XIV, XV und XVI) folgen. In England hat sich ein eigentümlicher Möbelstil
ausgebildet, welcher mehr von dem praktischen Bedürfnis als von künstlerischen Grundsätzen beeinflußt wird.