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Sex & drugs – keine seltene Kombination
Der Gebrauch von Drogen, welchen das sexuelle Erlebnis positiv beeinflussen hat in den letzten Jahren, insbesondere unter Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) deutlich zugenommen. Eine soeben im HIV-Medicine publizierte Untersuchung aus England versuchte in einer Befragung von MSM das Ausmass des sog. Chemsex zu erfassen. Die Autoren haben HIV-positive MSM kontaktiert und ausführlich zu deren Sexualverhalten und Chemsex befragt. Mit einem anonymisierten Verfahren konnten die Daten mit klinischen Verlaufsdaten (Viruslast, Arztkonsultation im letzten Jahr) kombiniert werden. Die Antwortrate unter MSM war mit 39% relativ hoch. Ausgewertet wurden nur drei Viertel der MSM, die auch angaben, im letzten Jahr Sex mit einem Mann gehabt zuhaben (n=392). Beim Chemsex wurde auch noch präzisiert, welche der genannten Drogen auch intravenös gebraucht wurden („slamming“, „Slamsex“).
Die Befragung dieser sexuell aktiven Gruppe von HIV-positiven MSM zeigte doch ein eindrückliches Bild (Abb.). Etwa ein Drittel der MSM geben an, dass sie im letzten Jahr beim Sex Drogen konsumiert haben und jeder Zehnte hat diese auch intravenös konsumiert. Chemsex wurde häufiger berichtet von jüngeren Männern und solchen in der Region London. Allgemein war das Risikoverhalten deutlich höher bei MSM, welche auch Chemsex praktizierten. Zehn Prozent der Männer, die angaben, ungeschützten Sex mit einem HIV-negativen Partner zu haben, hatten keine vollständige Virussuppression zu diesem Zeitpunkt. Auch Hepatitis C Infektionen waren gehäuft unter Chemsex.Wir wissen noch relativ wenig über das Ausmass von Chemsex in anderen Ländern, doch auch in anderen Europäischen Ländern und der Schweiz scheint der Konsum zuzunehmen. Insbesondere Slamming dürfte ein grösseres Problem bezüglich Übertragung von anderen Infektionskrankheiten sein.
Foto von Steve Snodgrass