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Die Forschenden aus den Schweiz, den Niederlanden und Kanada haben 23 früher publizierte Studien systematisch überprüft, um festzustellen, wie sehr Gesundheitsfachleute in ihrem Gutachten übereinstimmten, wenn sie die Arbeitsunfähigkeit desselben Patienten beurteilen mussten. Das Ergebnis: Oft sind sich die Experten nicht einig.
"Rund die Hälfte aller Invaliditätsansprüche weltweit wird aufgrund unabhängiger medizinischer Gutachten abgelehnt", sagte Studienautorin Regina Kunz von Universität und Universitätsspital Basel gemäss einer Mitteilung der Hochschule von Donnerstag. Dass die Gutachter dabei oft zu unterschiedlichen Schlüssen kämen, liege vermutlich an fehlenden gültigen Standards, so die Forschenden.
Nachteil für Antragsstellende
"Unsere Ergebnisse sind beunruhigend, weil Patienten eine valide Einschätzung benötigen - einerseits, um zu vermeiden, dass es bei Erwerbsersatzleistungen zu Verzögerungen kommt, und anderseits, um durch eine angemessene Betreuung eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit zu verhindern", liess sich Studienautor Jason W. Busse von der McMaster University im kanadischen Hamilton in der Mitteilung zitieren.
Die Forschenden plädieren daher dafür, strukturierte Ansätze zu entwickeln und testen. "Wir haben Hinweise darauf gefunden, dass strukturierte Begutachtungsprozesse die Zuverlässigkeit der Beurteilungen verbessern können", so Kunz.
Die Basler Professorin und ihr Team haben bereits im Rahmen einer Studie eine neue Methodik zur Begutachtung für Menschen mit psychischen Beschwerden entwickelt und erprobt. Die Ergebnisse der Studie, die durch den Schweizerischen Nationalfonds, das Bundesamt für Sozialversicherung und die Unfallversicherung Suva finanziert wurde, sollen demnächst veröffentlicht werden, schrieb die Uni Basel.
(AWP)