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Grossmeister Chen Xiaowang (陈 小旺), das Familienoberhaupt der Chen Familie in der 19. Generation und direkter Nachfahre von Chen Wangting (陈王廷), des Begründers des Taijiquan (太极拳), wurde am 20. Oktober 1946 in Chenjiagou / Henan (陈家沟 / 河南) geboren.
Mit acht Jahren begann er Taiji zu üben, zuerst mit seinem Vater Chen Zhaoxu (陈 照旭), später mit seinen Onkeln Chen Zhaopei (陈照丕) und Chen Zhaokui (陈照奎).
Während der Kulturrevolution war er gezwungen als Schreiner zu arbeiten und konnte nur nachts heimlich trainieren, da Taijiquan, zuerst von der kommunistischen Führungselite gefördert, zu jener Zeit als reaktionär verpönt und verboten war.
1980 und in den beiden folgenden Jahren gewann Chen Xiaowang drei Mal die Goldmedaille bei nationalen Wushu Turnieren. 1985 gewann er in Xi'an (西安) an einem internationalen Treffen erneut Gold. Taijiquan wurde wieder offiziell gefördert, Chen zum Vertreter im natio-nalen Volkskongress und zum „Kategorie Eins Individuum" gemacht.
In der Folge entwickelte er zunächst für das nationale Bedürfnis sein eigenes Trainingskonzept mit den Seidenübungen Chansigong (缠丝功). Zum einfacheren Einstieg entwickelte er basierend auf den alten Langformen die 38-er und die 19-er Kurzformen.
Von 1985 an begann er auch im Ausland zu unterrichten, zunächst in Japan, 1987 in Singapur und ein Jahr später in den USA. 1991 übersiedelte der Grossmeister nach Australien und seither bringt er den ursprünglichen Chenstil Interessierten weltweit nahe. Zweimal im Jahr besucht er für jeweils zwei Wochen die Schweiz.
Neben seinem unermüdlichen Einsatz für die Verbreitung des Chen-stils in aller Welt, trägt er auch wesentlich zur Entwicklung seines Heimatdorfes Chenjiagou und der örtlichen Taijiszene bei.
In Anerkennung seiner einzigartigen Fähigkeiten und seiner Persönlichkeit wurde ihm 2010 der 9. Duan verliehen, die höchste Auszeichnung im chinesischen Wu shu. Damit ist er auf Lebenszeit Mitglied des kleinen Gremiums von Meistern der verschiedenen Kampfkünste.
Chen Xiao-wang ist aber nicht nur der herausragende Meister des Chenstils, er gilt in China auch als erstrangiger Kalligraph.