Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03338.jsonl.gz/1769

Auf dem zweiten Euratex-Kongress, der vom 4. bis 5.November in Berlin stattfand, hielt die europäische Textil- und Bekleidungsindustrie die Mitglieder des internationalen Handelsausschusses des Europaparlaments an, den ‘Unique Delegated Act’ abzulehnen, der zehn APS+-Länderbewerbungen enthält.
Das Allgemeine Präferenzsystem (APS) ist ein handelspolitisches Instrument der EU, das den Industrieländern erlaubt, Entwicklungsländern Zollpräferenzen bei der Einfuhr von Waren einzuräumen, um deren Export anzukurbeln. Das APS+ trat am 1. Juli 2005 in Effekt und räumt unter bestimmten Voraussetzungen Sonderzollpräferenzen wie Zollfreiheit ein und ist eine Erweiterung des APS.
Die Kommission hatte sich zuvor entschieden, alle Bewerbungen zusammen zu bewerten beziehungsweise die ausstehenden zehn für das APS+ gemeinsam unter dem ‘Unique Delegated Act’. Euratex lehnt diese Entscheidung ab und dringt auf eine individuelle Einschätzung jedes Landes.
“Das Europaparlament sollte die Möglichkeit haben, jede der ASP+-Bewerbungen je nach ihrer eigenen Leistung zu beurteilen. Der Vorschlag der EU-Kommission einschließlich der zehn im ‘Unique Delegated Act’ gebündelten Bewerbungen erlaubt diese Möglichkeit nicht”, sagte Euratex-Präsident Alberto Paccanelli.
Euratex liegt besonders die Implementierung der 27 internationalen Konventionen (UN-Menschenrechtskonventionen, ILO-Kernübereinkommen, Umweltübereinkommen) am Herzen. “Eine objektive und gründliche Bewertung aller individueller Bewerbungen sollte vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass jedes Land alle notwendingen Bedingungen erfüllt, um ASP+-Status zu erlangen. Laut Euratex erfüllen nicht alle im ‘Delegated Act’ genannten Bewerber die notwendigen Bedingungen. Dies ist mit Sicherheit der Fall für Pakistan, einer der weltweit führenden Exporteure von Textilien und Bekleidung und ein Land, das bereits eine dominante Stellung im EU-Markt für eine beachtliche Reihe von Textilprodukten einnimmt”, fügte Paccanelli hinzu.