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Als der HERR den Leviten den Auftrag gab, das Zelt der Zusammenkunft durch die Wüste zu tragen und das Werk am Heiligtum Gottes zu verrichten, machte Er verschiedene Altersangaben, um ihre Dienstzeit festzulegen. Daraus bekommen wir nützliche Hinweise für den christlichen Dienst, wobei klar ist, dass wir diese Zahlen nicht im absoluten Sinn auf die heutige Zeit übertragen können. Beispiele aus dem Neuen Testament zeigen, was die verschiedenen Altersangaben der Leviten für uns bedeuten.
Die Musterung
«Mustere die Söhne Levis nach ihren Vaterhäusern, nach ihren Familien; alle Männlichen von einem Monat und darüber sollst du mustern» (4. Mo 3,15).
Die Musterung der Leviten umfasste alle männlichen Nachkommen dieses Stammes ab dem Alter von einem Monat. Schon bald nach der Geburt waren sie für den Dienst am Heiligtum Gottes bestimmt.
Wir lernen aus dieser Altersangabe, dass der Herr heute alle, die sich zu Gott bekehrt haben und von neuem geboren worden sind, zu seinen Dienern in seinem Werk machen möchte. Jeder, der neues Leben besitzt, ist in der Lage, dem Herrn zu dienen. Das bedeutet aber nicht, dass er sogleich damit beginnen soll. Für jeden Dienst gibt es eine Zeit der Vorbereitung.
Simon Petrus hatte bereits eine Beziehung zum Herrn Jesus. Als er dann in Lukas 5,4-11 den wunderbaren Fischfang machte, erkannte er die Grösse des Herrn und seinen eigenen sündigen Zustand. Er fiel zu den Knien Jesu nieder und erklärte: «Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr.» Da bekam er zur Antwort: «Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen.» Der Herr wollte Petrus, der zur Einsicht gekommen war, dass in seinem Fleisch nichts Gutes wohnt, im Dienst des Evangeliums gebrauchen. Doch zuvor sollte er dem Meister nachfolgen, um von Ihm zu lernen.
Saulus, der Christenverfolger, kam vor Damaskus zur Umkehr und zum persönlichen Glauben an den Herrn Jesus. Kurze Zeit später erhielt er den Auftrag: «Du wirst ihm an alle Menschen ein Zeuge sein von dem, was du gesehen und gehört hast» (Apg 22,15). Er sollte den verherrlichten Christus vor vielen Menschen aus den Nationen bezeugen. Bis es so weit war, gab es für Paulus in der Schule des Herrn noch manches zu lernen.
Der Eintritt in den Dienst
«Dies ist es, was die Leviten betrifft: Von fünfundzwanzig Jahren an und darüber soll er eintreten, um die Arbeit zu tun im Dienst des Zeltes der Zusammenkunft» (4. Mo 8,24).
Die Leviten traten im Alter von 25 Jahren in den Dienst ein. Von diesem Zeitpunkt an halfen sie beim Transport und im Unterhalt der Stiftshütte mit, ohne die volle Verantwortung für diese Arbeit zu tragen.
So ist es auch heute. Wenn wir uns dem Herrn zur Verfügung stellen, wird Er uns zeigen, wie wir in seinem Werk mithelfen können. In dieser Zeit lernen wir unsere geistlichen Fähigkeiten kennen und machen erste Erfahrungen in Dienst für den Herrn.
Ein Beispiel dazu ist Timotheus (Apg 16,1-3). Er war zum Glauben an den Herrn Jesus gekommen und folgte Ihm nach. Unter den Gläubigen verhielt er sich so, dass sie ihm ein gutes Zeugnis ausstellen konnten. Nun sollte dieser junge Christ den Apostel Paulus auf seiner zweiten Missionsreise begleiten und dabei im Werk des Herrn mithelfen. So trat er in den Dienst ein, wobei er vieles vom Apostel lernte (2. Tim 3,14).
Auch bei Paulus finden wir diesen Eintritt in den Dienst, bevor er die eigentliche Arbeit begann, zu der ihn der Herr berufen hatte. Wir sehen ihn, wie er in der Versammlung von Antiochien lehrte. Oder: Als dort eine materielle Gabe für die Gläubigen in Judäa gesammelt wurde, brachten Barnabas und Paulus diese Hilfeleistung nach Jerusalem (Apg 11,26.30).
Der Beginn der Arbeit
«Die Leviten nach ihren Familien und nach ihren Vaterhäusern, von dreissig Jahren und darüber bis zu fünfzig Jahren, alle, die antraten, um den Dienst der Bedienung und den Dienst des Tragens am Zelt der Zusammenkunft zu verrichten» (4. Mo 4,46-48).
Mit 30 Jahren traten die Leviten ganz in die Arbeit ein, um das Zelt der Zusammenkunft zu bedienen und durch die Wüste zu transportieren. Für diesen Dienst waren Kraft und Weisheit nötig. Um die Verantwortung dafür tragen zu können, mussten sie ein gewisses Alter haben.
Die Arbeit im Werk des Herrn ist kräftezehrend und erfordert viel Weisheit. Darum sind bei den Dienern eine bestimmte geistliche Reife und psychische Tragfähigkeit nötig, damit der Herr ihnen eine grössere Aufgabe anvertrauen oder sie in einen vollzeitigen Dienst senden kann.
Der Herr hatte die zwölf Jünger bestellt, «damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende zu predigen» (Mk 3,14). Nachdem sie Ihn eine Zeit lang begleitet und von Ihm gelernt hatten, sandte Er sie zum Dienst aus (Mk 6,7).
Timotheus reiste zuerst mit dem Apostel Paulus und lernte so die Strapazen im Werk des Herrn kennen. Später war er allein im Dienst unterwegs, um die Versammlungen zu besuchen und den Gläubigen mit dem Wort Gottes zu dienen (1. Thes 3,1-3; 1. Kor 16,10; 1. Tim 1,3).
Der Rückzug vom Dienst
«Von fünfzig Jahren an soll er aus der Arbeit des Dienstes austreten und nicht mehr dienen; er mag seinen Brüdern helfen am Zelt der Zusammenkunft, wenn sie ihren Dienst versehen» (4. Mo 8,25.26).
Im Alter von 50 Jahren durften die Leviten aus dem eigentlichen Dienst austreten. Jüngere Männer übernahmen nun den Transport der Stiftshütte durch die Wüste und sorgten für den Unterhalt des Heiligtums. Die älteren Leviten waren noch da, um ihren Brüdern beizustehen. Aus ihrer langjährigen Erfahrung konnten sie ihnen manchen guten Rat geben. Aber die Schwerarbeit mussten sie nicht mehr auf sich nehmen.
Der Herr macht auch heute seinen Dienern klar, wann sie eine Arbeit aufhören sollen. Oft führen die nachlassenden körperlichen und geistigen Kräfte dazu, den Dienst einzuschränken und schliesslich dem Herrn zurückzugeben. Diese nicht einfachen Schritte können nur in Abhängigkeit von Ihm erfolgen. Es ist nicht die Aufgabe des Dieners, einen Nachfolger für sich zu suchen. Dafür sorgt der Herr, wenn Er es für nötig findet.
Am Ende seiner dritten Missionsreise merkte Paulus, dass sein Dienst in der Verkündigung des Wortes langsam zu Ende ging. Den Ältesten in Ephesus erklärte er: «Ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben als teuer für mich selbst, damit ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe» (Apg 20,24). Als der Apostel in Rom gefangen war, freute er sich darüber, dass nun andere das Evangelium verkündigten (Phil 1,12-14). Einige Jahre später schrieb er Timotheus: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt» (2. Tim 4,7). Nun war er am Ende seines Lebens und Dienstes angelangt.
Der Apostel Petrus erkannte auch, dass sein Dienst als Hirte bald zu Ende ging. Er schrieb: «Ich halte es aber für recht, solange ich in dieser Hütte bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken, da ich weiss, dass das Ablegen meiner Hütte bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus Christus mir kundgetan hat» (2. Pet 1,13.14).
Wie dankbar dürfen wir sein, wenn wir ältere Diener des Herrn um Rat fragen können. Wir wollen sie in ihrem Alter ehren, weil sie sich treu und unermüdlich für das Wohl der Versammlung eingesetzt haben.