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Kloeble, Christopher: Das Museum der Welt, DTV, 2020, 528 Seiten.
Die Geschichte spielt in Indien Mitte des 19. Jahrhunderts. Bartholomäus, ein Waisenjunge aus Bombay, entkommt nicht ganz unfreiwillig dem Waisenhaus und wird zum Übersetzer der bayrischen Gebrüder Schlagintweit erkoren. Diese begeben sich in der Tradition Alexander von Humbolds auf Forschungsreise.
Der Titel «Das Museum der Welt» begründet auf dem Wunsch des Waisenjungen, das erste indische Museum zu errichten. Er hat aufgeschnappt, dass Museen die nationale Identität stärken. Sein Museum besteht aus einem Buch, indem er seine Eindrücke auf der Forschungsreise aufschreibt. Bartholomäus spickt seine Niederschrift passagenweise mit Schalk und Ironie, was einen zum Schmunzeln bringt. Dies macht die Tragik der Kolonialgeschichte erträglicher. Der Abenteuerroman nutzt mit Bartholomäus ein besonders sympathischer Blickwinkel, um die europäische Kolonialgeschichte und das Leben in Indien zu beleuchten.
(Medientipp von Carla Biasini)