Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/177913

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bund gibt über 60 Millionen Franken für Qualitäts- und Absatzförderung aus. Ein sehr kleiner Teil davon fliesst über den Schweizer Bauernverband in das Projekt "Schule auf dem Bauernhof".</p><p>Dieses Projekt hat grosses Potenzial. Einerseits kann "Schule auf dem Bauernhof" eine nachhaltige Bindung der Kinder zur Landwirtschaft schaffen und so die Leistungen der Bauernfamilien einer breiten Bevölkerung bekanntmachen. Andererseits entspricht es einem grossen Bedürfnis der Pädagogik. Die Kinder können das Lernen mit konkreten Erfahrungen verbinden, erhalten einen Bezug zu realen Lebensprozessen, erfahren die Herkunft gesunder Lebensmittel, und sie können sich bewegen und weg von virtuellen Scheinwelten aktiv einbringen. "Schule auf dem Bauernhof" versteht sich in diesem Sinn und gestützt auf Artikel 2 der Bundesverfassung als Beitrag zu einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. </p><p>Das Projekt existiert schon über 30 Jahre. Es bleibt aber weit hinter dem selbstgesteckten Ziel, jedes Kind einmal in seiner Schulzeit in direkten Kontakt mit einem aktiven Bauernbetrieb zu bringen zurück und weist regional grosse Unterschiede auf. </p><p>Der Bundesrat wird gebeten, einen Bericht zu "Schule auf dem Bauernhof" zu erstellen.</p><p>Dieser soll folgende Fragen beantworten: Wie ist "Schule auf dem Bauernhof" organisiert, wo liegen die Stärken und Schwächen dieses Projektes? Welche Beispiele zeigen besonders gute Resonanz? Wie müsste "Schule auf dem Bauernhof" organisiert werden, damit möglichst alle Kinder in der Schweiz eine umfassende Erfahrung im Umfeld der Landwirtschaft erhalten, die Produktion von Lebensmitteln kennenlernen und von bleibenden praktischen Erlebnissen profitieren können? Welchen Beitrag dazu könnte die Agrarpolitik 22-25 leisten?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Projekt "Schule auf dem Bauernhof" wird im Rahmen der Absatzförderung als Massnahme zur Kommunikation der gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft vom Bund unterstützt. Der Bundesrat teilt die Ansicht, dass das Projekt ideal geeignet ist, die Leistungen der Schweizer Bauernfamilien der breiten Bevölkerung bekanntzumachen. Die Entwicklung des Projekts zeigt, dass das Angebot auch vonseiten der Schulen geschätzt wird. Die Anzahl teilnehmender Schüler hat sich zwischen 2005 und 2016 von 14 300 auf 45 000 verdreifacht. </p><p>Der Bundesrat sieht Potenzial für eine weitere Steigerung und unterstützt das Anliegen des Postulates, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern einen Besuch auf einem Bauernhof zu ermöglichen. Die Lehrpläne unterstehen jedoch der kantonalen Hoheit. </p><p>Das zuständige Bundesamt für Landwirtschaft ist gerne bereit, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten weiter gehende Unterstützungsmassnahmen zu prüfen und direkt umzusetzen. Bezüglich der mittelfristigen Massnahmen und rechtlichen Anforderungen wird der Bundesrat im Rahmen der Agrarpolitik für die Zeit nach 2021 prüfen, wie die Rahmenbedingungen für solche Projekte optimiert werden können. Der Bundesrat vertritt die Auffassung, dass dem Anliegen des Postulates so entsprochen wird und man auf einen zusätzlichen Bericht aus Effizienzgründen verzichten kann.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.