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Kommentar
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Jugendliche wie Schwerverbrecher versorgt
Nur weil sie anders sein wollten, arm waren, ledig Schwanger wurden, versorgte man Jugendliche wie Schwerverbrecher. 1803 wurde der Kanton Thurgau frei, aber er war Mausarm. Der Arzt Johann Melchior Aepli warf den Behörden vor: «Da ist kein Spital, keine milde Stiftung für Arme und Kranke. Ihr Behörden kümmert euch in den jeweils 2. Jährigen Amtszeit mehr um den Zustand des Viehs, als um die Sorgen und Gesundheit euer Untertanen und dies nicht ganz uneigennützig». Die Behörden prüften 1806 die Möglichkeit einer gemeinsamen Anstalt für «Arme, Kranke, Wahnsinnige sowie Verbrecher». Und beschlossen diese Aufgabe der Komturei Tobel-Tägerschen zuzuweisen. Bei deren Eröffnung 1809 reichte die Anlage aber nur für den Strafvollzug (Gefängnis), der Kantonalen Arbeits- und Besserungsanstalt Komturei, in Tobel-Tägerschen, das bis 1973 bestand. Nach deren Auflösung wurden mehrere Gebäude abgerissen und Akten vernichtet. Das dort ohne Gerichtsurteil Junge Mädchen und Schwangere-Mütter eingewiesen wurden, nur weil sie der Norm nicht entsprachen, wird verschwiegen. Meine Mutter wurde 1966 eingewiesen weil sie als ledige Schwanger wurde und musste mit Straftätern zusammen arbeiten.
Pozzi
16.03.2013
Im Heim zur Welt gekommen
1956 kam ich in diesem Gefängnis unehelich zur Welt. Vermutlich wurde meine Mutter administrativ versorgt.
Walter Emmisberger
21.07.2013