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Der Firmenname "Komprise" sieht nach einem Kunstwort aus. Im Englischen bedeutet "comprise" in etwa "umfassen" oder "enthalten". Komprise definiert sich selbst als Spezialisten für "Intelligent Data Management" und "Cloud Data Growth Analytics". Das Startup bezeichnet seine "Mission" in folgender Weise: "Wir helfen Unternehmen durch Datenmanagement auf der Basis von Analytics, mit den auf sie niederstürzenden Datenmengen zurechtzukommen. Die Kunden kennen so ihre Daten genauer, können sie bewegen und ohne Unterbrechung kontrollieren, um Kosten zu sparen und mehr Wert aus ihnen zu ziehen."
Zu den Gründern und leitenden Managern gehören CEO Kumar K. Goswami und President & COO Krishna Subramanian, die früher zusammen schon "Kaiva" ins Leben gerufen hatten – einen Anbieter von VDI-Systemen für kleine und mittlere Unternehmen, der 2011 an Citrix verkauft worden war. Finanziert wird Komprise u.a. von Bill Moore, Canaan Partners, Sanjay Mehrotra, Top Tier Capital Partners und Walden International, und in drei Finanzierungsrunden wurden laut Crunchbase 50,7 Millionen Dollar aufgebracht.
Der Firmensitz befindet sich in Campbell, Kalifornien. Gegrūndet wurde das Unternehmen im Januar 2014. Im Unterschied zu vielen anderen Startups hat Komprise sehr schnell ein ausgedehntes Partnernetzwerk aufgebaut, zu dem u.a. AWS, Cloudian, Dell EMC, Google Cloud Platform, HPE, IBM, Microsoft Azure, Netapp, Pure Storage, Qumulo, Scality und Wasabi gehören. Allein im Jahr 2020 kamen 50 neue Channel-Partner für das Komprise Konnect Partner Program hinzu – in Europa zum Beispiel Techdata. (Kunden-Statements aus einem Gartner-Report finden sich hier: https://www.gartner.com/reviews/market/file-analysis-software/vendor/kom....) In dem "Radar for Unstructured Data Management" von Gigaom wurde das Unternehmen als "Outperformer" bezeichnet.
Bereits im Jahr 2019 hatte Komprise seinem Portfolio eine Unterstützung für Netapp Ontap Cloud Volumes hinzugefūgt, um durch eine verbesserte Datenspeicherung die Performance zu steigern und Kosten einzusparen. Ausserdem wird seitdem neben NFS und SMB auch die Datenmigration für S3-Dateien unterstützt.
Mit "Deep Analytics", einem Plug-in für Intelligent Data Management und ebenfalls 2019 vorgestellt, bietet das Startup ein Such-Tool für On-premise-Umgebungen mit vielen verteilten, unstrukturierten Daten an, das einen virtuellen Data Lake erzeugt, der im Rechenzentrum oder in der Cloud abgelegt werden kann. Die Daten behalten dabei alle Eigenschaften wie Zugangskontrolle, Security- oder Metadaten. Sie können anschliessend zu einer Analytics-Anwendung wie zum Beispiel AWS Lambda exportiert werden.
2019 kam ausserdem eine Vereinbarung mit HPE für das HPE Complete Programme zustande, mit dem HPE ermächtigt wird, die Data Management Software von Komprise zusammen mit seinen eigenen Storage Arrays zu verkaufen. In einem Paper "HPE Reference Configuration for Komprise with HPE Storage Servers for File and Object" (https://h20195.www2.hpe.com/V2/GetDocument.aspx?docname=a00022829enw) wird ausführlich erklärt, wie die Software zusammen mit den Apollo- und ProLiant-Servern und mit Storeeasy- und Qumulo-Filern sowie mit der Object Storage Software von Scality Ring funktioniert.
Ein weiteres Beispiel der Komprise-Technologie stellt KEDM dar. Komprise Elastic Data Management (KEDM) ist ein Migrationstool, das laut Hersteller 27 mal schneller läuft als das klassische Linux Rsync. Es nimmt Daten von einer NFS- oder SMB/CIFS-Quelle auf und transportiert sie über ein LAN oder WAN zu einem NAS-Zielsystem. Alternativ gibt es einen Transport mit S3 oder NFS/SMB zu Object-Storage-Systemen oder zu einer Public Cloud. Komprise-CEO Goswami verweist auf den Vorteil dieser Technologie: "Komprise Elastic Data Migration reduziert den Zeitverlust beim Transport durch den Einsatz von Analytics, indem die geeigneten Dateien für den Transport untersucht und priorisiert werden." Und COO Krishna Subramanian ergänzt: "Auf der Kostenseite sind wir 30 bis 50 Prozent billiger als kommerzielle Lösungen wie Datadobi oder Datadynamics StorageX."
Goswami sieht Komprise "ideal aufgestellt als unabhängige Plattform, um File- und Object-Daten jeder Grössenordnung zu analysieren, zu managen und zu bewegen". Das gebe Kunden viele Möglichkeiten an die Hand, unabhängiger von den Speicher-, Backup- und Cloud-Anbietern zu werden. Im Jahr 2020 konnte das Startup beim Management von unstrukturierten Daten trotz der Corona-Krise ein Wachstum von über 300 Prozent verzeichnen, berichtet der CEO.
2020 erweiterte Komprise sein Produktspektrum um einen Ransomware-Schutz und fūgte zwei neue Patente für seine Transparent Move Technology hinzu, mit der "cold data" zuverlässig verschoben werden können, wobei File- in Object-Daten und wieder zurück verwandelt werden können – von und zu On-Prem-NAS- und zu Cloud-Umgebungen, ohne dass die Endanwender davon etwas mitbekommen.
Im letzten Jahr konnten trotz der Corona-Krise auch neue Kunden gewonnen werden, und bestehende vergrösserten ihre Komprise-Installationen. Dies geschah besonders in datenintensiven Industrien wie Genomics, Life Sciences, Gesundheitswesen, Erziehung und bei Regierungsorganisationen.
Gerade in der öffentlichen Verwaltung ist man laut CEO Goswami mit einem anhaltenden Datenwachstum konfrontiert. Mit der Technologie von Komprise können, so der CEO, mehr als 70 Prozent der Speicher- und Management-Kosten eingespart werden. Mit "Intelligent Data Management as a Service" (DMaaS) seien Regierungsstellen in der Lage, ihre Daten genauer zu erfassen und zu sortieren, so dass man sie zum Beispiel in die AWS Govcloud auslagern kann. Dabei kommen Tools wie Amazon Elastic File System (Amazon EFS), Amazon FSx, Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) oder Amazon S3 Glacier zum Einsatz. Christophe Bertrand, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group (ESG, gerade erst von Techtarget übernommen), sieht darin viele Möglichkeiten für staatliche Organisationen, zumindest Teile ihrer enormen Datensammlungen in die Cloud auslagern zu können.