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Respeaking und Audiodeskription
Am IUED Institut für Übersetzen und Dolmetschen betreiben wir einen erheblichen Aufwand, um Barrierefreiheit in unsere Lehre und Forschung zu integrieren.
Das IUED ist eine von wenigen Institutionen in Europa, an der Audiodeskription und Respeaking unterrichtet werden. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist ein wachsender Bedarf dieser Methoden vorherzusehen, da beispielsweise ältere Menschen mit Seh- oder Hörbehinderungen, Späterblindete oder Spätertaubte in vielen Fällen die Blindenschrift bzw. die Gebärdensprache nicht mehr auf hohem Niveau erlernen können. Um sich mit Informationen versorgen und am allgemeinen Leben teilnehmen zu können, sind sie auf Respeaking bzw. Audiodeskription angewiesen. Des Weiteren können diese Methoden auch eingesetzt werden, um Unterrichtsmaterialien aufzubereiten und hör- oder sehbehinderten Kindern und Studierenden den Zugang zu Unterricht und Studium und damit zu Bildung zu ermöglichen.
Respeaking
Respeaking ist eine Methode, um live produzierte Fernsehsendungen und -beiträge mit Untertiteln für Hörgeschädigte und Gehörlose zu versehen. Dabei wird der gesprochene Beitrag von ausgebildeten RespeakerInnen in eine Spracherkennungssoftware nachgesprochen. So wird die gesprochene Sprache in Text umgewandelt und kann dann über die Untertitelungssoftware des Senders während des Beitrags live ausgestrahlt werden. Diese Methode wird in der Schweiz seit dem Jahr 2007 unter anderem für Nachrichtensendungen, Sportübertragungen, Diskussionssendungen und Unterhaltungsshows angewendet, die vorwiegend Live-Beiträge enthalten und somit nicht mit Hilfe klassischer Untertitelungsverfahren aufbereitet werden können.
Audiodeskription
Bei der Audiodeskription werden die visuellen Informationen eines Film oder eines anderen Mediums für Blinde und Sehbehinderte in gesprochene Sprache übersetzt. Audiodeskription ist sozusagen eine akustische Untertitelung. Visuelle Elemente wie Orte, Landschaften, Personen, Gestik, Kameraführung etc. werden von einer SprecherIn beschrieben. Der so entstandene Beschreibungstext sollte hauptsächlich in den Dialogpausen des Filmes zu hören sein. Die Audiodeskription wird derzeit sehr aufwändig in Teams erstellt, die mindestens aus drei Personen bestehen. Nach der Erstellung eines Manuskriptes und der Evaluation durch einen blinden oder sehbehinderten Mitarbeiter des Teams wird die Beschreibung der visuellen Elemente von einer professionell geschulten SprecherIn mit Hilfe einer Spezialsoftware dem Filmmaterial hinzugefügt.
Respeaking und Audiodeskription in der Lehre
Um den beschriebenen Entwicklungen zu begegnen und Forschungsaktivitäten in diesen Bereichen anzustossen, wurden die Themen Respeaking und Audiodeskription in das Lehrangebot der Vertiefung Multimodale Kommunikation im Bachelorstudiengang Angewandte Sprachen integriert. Ausserdem wird im Juli 2016 eine Sommerschule «Barrierefreie Kommunikation» durchgeführt und ab dem Herbstsemester 2016 die Barrierefreie Kommunikation in die Vertiefung Fachübersetzen des Masterstudiengangs Angewandte Linguistik integriert. Weitere Informationen hierzu folgen.
Für die Audiodeskription verfügt das IUED über die Software Swift ADePT Audio Description, MAGpie und Starfish Advantage. Den Bereich Respeaking bringen wir Studierenden an sechs einzigartigen Arbeitsplätzen näher. Es handelt sich dabei um die Koppelung von Software, die von der Firma FAB Subtitler speziell für die Schweizerische Teletext AG konstruiert und auch dem IUED zur Verfügung gestellt wurde.