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Warschau - Der zum neuen polnischen Staatsoberhaupt gewählte Bronislaw Komorowski hat eine "Präsidentschaft der nationalen Eintracht" angekündigt. Als Präsident werde er sich bemühen, "die aus der schmerzhaften Vergangenheit stammenden Gräben zuzuschütten".
Er wolle vor allem "eine gute Zukunft für Polen", sagte der liberal-konservative Politiker in seiner ersten öffentlichen Rede nach der Wahl am Dienstag in Warschau. Bei einer Zeremonie im Warschauer Schloss wurde der 58-jährige Komorowski der Beschluss der Wahlbehörde über seinen Wahlsieg überreicht.
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt hatte er sich mit 53 zu 47 Prozent der Stimmen gegen den national-konservativen Kandidaten Jaroslaw Kaczynski durchgesetzt. Komorowski soll Anfang August vor der Nationalversammlung den Amtseid leisten.
Als symbolisch bezeichnete Komorowski den Umstand, dass er im Wahlkampf die Unterstützung sowohl vom "legendären Anführer" der Gewerkschaft "Solidarnosc", Lech Walesa, als auch vom ehemaligen linken Präsidenten, Aleksander Kwasniewski, bekommen habe.
Kwasniewski (1995-2005) habe für die polnische Linke einen Platz im demokratischen Polen gefunden, lobte Komorowski. In der Stichwahl um das Präsidentenamt hatten die linken Wähler in ihrer Mehrheit für Komorowski gestimmt und so den Wahlausgang wesentlich beeinflusst.
SDA-ATS