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Am letzten Wochenende durften einige MeteoSchweiz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Aletschgebiet in Begleitung eines Bergführers besuchen.
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Am letzten Wochenende durften einige MeteoSchweiz Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Aletschgebiet in Begleitung eines Bergführers besuchen.
Mit etwa 20 km ist der Aletschgletscher der längste Gletscher der Alpen. Er entsteht aus drei sogenannten Firnfeldern in der Jungfrau Region auf rund 4000 Metern Höhe. Beim Konkordiaplatz kommen die Felder zusammen und fliessen gemeinsam mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 Metern pro Jahr Richtung Rhonetal. Beim Konkardiaplatz beträgt die Eisdicke zwischen 800 und 900 Metern.
Gemäss den Messungen von GLAMOS (Glacier Monitoring in Switzerland) schrumpft der Aletschgletscher um 50 bis 80 Meter Länge pro Jahr. In 2022 verlor der Gletscher etwa 6% seines gesamten Volumen. In 2023 scheint der Volumenverlust in der gleichen Grössenordnung zu liegen. Im Bereich der Gletscherzunge ist die Eisdicke zum Teil bis 10 Meter dünner. Pro Natura misst regelmässig die Veränderung der Eisdicke. Im vergangenen Monat konnte eine Abschmelze um mehr als einen Meter im Terminalbereich des Gletschers festgestellt werden. Pro Sekunde fliessen 12'000 Liter Schmelzwasser ab. Diese Wassermenge ist von grosser Bedeutung für die Wasserversorgung der Region sowie auch für die Energieproduktion mittels der Wasserkraftwerke. Je nach Klima-Szenario gehen die Prognosen bis 2100 von einem Gletscherschwund zwischen 50% und 100% der aktuellen Masse aus.
Eine der ersten Empfindungen beim Wandern auf dem Gletscher ist der kalte Wind, der abwärts weht. Es handelt sich um einen lokalen Fallwind, auch katabatischen Wind genannt. Er entsteht durch die Abkühlung der Luft, die über der Gletscheroberfläche talwärts fliesst und verursacht den bekannten Gletscherwind. Dieser Wind ist sehr lokal und schwächt sich 20 bis 50 Metern nach dem Gletscherende ab. Auf den Alpengletschern schwankt die Windstärke meist zwischen 20 und 50 km/h mit einer Mächtigkeit von 2 bis 3 Metern über der Eisfläche. Die lokale Talwind-Zirkulation mit der Erwärmung der Talflanken sorgt im Sommer für einen lokalen Druckfall am Ende des Gletschers und führt damit zu einer Verstärkung des Gletscherwindes.
Der Rückgang des Aletschgletschers legt grosse Flächen, die innerhalb weniger Jahre von der Vegetation besiedelt werden, frei. Zunächst breiten sich unter anderem Moose, Steinbrech und Berg-Hauswurz aus. Unter den ersten Pionierpflanzen sind Lärchen, die auf Grund des knappen Nahrungsangebots zunächst kleinwüchsig bleiben. Allerdings werden sie in ihrem Wachstum vom Gold-Röhrling bei der Nahrungsbeschaffung unterstützt. Ab Juni und bis November bildet dieser Mykorrhiza Pilz seine besonders leckeren Fruchtkörper. Bei der Wanderung waren sehr viele davon sichtbar, allerdings ist das Pilzsammeln im geschützten Gebiet strengstens untersagt. Nach den Lärchen folgen die Arven in der Abfolge der Pionierbäume. Mit der Zeit bilden Lärchen und Arven einen Wald, in welchem die Arven dominieren. Diese Sukzession von den ersten Pionierpflanzen bis zum Arvenwald ist innerhalb von wenigen Kilometern im Aletschgebiet besonders eindrücklich sichtbar.