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Die Usine hydro-électrique La Chaise-Roi ist ein Speicherkraftwerk in der Nähe des gleichnamigen Weilers am östlichen Abhang des Mont Majorin. Die Anlage wird von der Firma «Hydro-Majorin» betrieben, die direkt der Direction de l’Énergie et des Matières Premières untersteht. Die Fabrik liegt auf 624 m ü. M und verfügt über eine installierte Leistung von 282 Megawatt. Mit einer Fallhöhe von 676 m produziert das Kraftwerk jährlich 1101 GWh und deckt damit knapp 26% des Strombedarfs der Insel (der 2012 bei 4300 GWh pro Jahr lag). Als Hauptspeicherbecken dient der rund 6 km entfernte Lac Beauvoir (1316 m ü. M., Karte) mit einem Volumen von rund 700 Mio m³, von denen rund 90 Mio m³ für die Stromerzeugung genutzt werden.
Dieser Stausee im Quellgebiet der Rivière Vany ist weitgehend künstlich angelegt und wurde nach der lemusischen Präsidentin Henriette Beauvoir benannt, die den Bau der grossen Bogengewichtsmauer und des dazugehörigen Kraftwerks 1966 veranlasst hatte (siehe Geschichte im 20. Jahrhundert). Dem ehrgeizigen Projekt musste vor allem eine prähistorische Siedlung der sogenannten Liliac-Kultur in der Vallée des ombres geopfert werden, die indes vorher im Rahmen einer Notgrabung untersucht wurde. Für den Bau Vom Lac Beauvoir wird das Wasser zunächst durch einen Stollen zum Wasserschloss Walküre geleitet (1284 m ü. M.). Der für Santa Lemusa etwas ungewöhnliche Name geht auf einen der Ingenieure zurück, der aus Palmheim stammte. Von der Wallküre aus rast das Wasser durch eine Druckrohrleitung auf das Kraftwerk zu, wo es von sechs sogenannten Francis-Turbinen empfangen wird. Sie leiten das Wasser durch eine Spirale mit zusätzlichem Drall auf das eigentliche Laufrad. Die Energie wird dann über Hochspannungsleitungen vor allem in den Ballungsraum der Hauptstadt Port-Louis geliefert.
Dank der grossen Wassermengen, die hier ständig zur Verfügung stehen, können höhere Belastungen des Stromnetzes gut ausgeglichen werden. Die anfallenden Wassermassen sind allerdings in Spitzenzeiten auch so enorm, dass sie nicht direkt in die Rivière Vany abgeführt werden können, sondern mit Hilfe verschiedener Zwischenspeicher und Rückhaltebecken gewissermassen dosiert werden müssen. Als zusätzliche Massnahme wurde im Jahr 2004 ein unterirdischer Kanal angelegt, mit dessen Hilfe ein Teil des Wassers in die Rivière Dous abgeführt werden kann. Zugleich wurde das Einzugsgebiet der Anlage um zwei unterirdische Seen ergänzt.
First Publication: 19-7-2012
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