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Bis 1359 wurde der Fischmarkt vom Birsig in zwei Teile geteilt; in den darauf folgenden Jahrzehnten wurde der Fluss überwölbt und der so entstandene Platz gepflästert. Acht Zugänge trugen dem Fischmarkt einen sehr lebhaften Verkehr entgegen: die Kronengasse (heute Marktgasse), das Tanzgässlein, das Helmgässlein, die Storchengasse (heute Stadthausgasse), das Kellergässlein, das Fischbrunnengässlein, der Salzberg (bestehend aus Petersberg und Spiegelgasse) und die Schwanengasse (Börse). Der Platz war und ist von einem eng geschlossenen Kreis hochgiebeliger Häuser umgeben; sein Mittelpunkt war der möglicherweise um 1390 Fischmarktbrunnen. Auf ihn wird an anderer Stelle eingegangen.
Der Fischmarkt diente in erster Linie dem Fischhandel. Wie die Marktordnung von 1557 aussagte, durften "grüne", also lebende Fische (z.B. Karpfen, Hechte, Aeschen, Persige, Salme oder Forellen) nur auf dem Fischmarkt verkauft werden. Zum Verkauf waren höchstens acht einheimische Fischverkäufer berechtigt, die alljährlich zu Ostern neu bestimmt wurden. Damit die Preise jedoch nicht von diesen diktiert wurden und die "Schrancken der Gebühr" überschritten, waren auch auswärtige Fischverkäufer zugelassen, die aber die Stadt nicht wieder verlassen durften, ohne einen "gestampfleten Zettul" der auf dem Markt verkauften Fische vorzuweisen. Jede Ausfuhr von Fischen war untersagt. Um eine Kontrolle darüber zu erhalten, wurden allen Salmen, die auf den Markt gelangten, die Schwänze abgehauen. (....)
Bis zum Bau der oberen Marktgasse stand seit 1615 neben dem grossen Fischmarktbrunnen zum "Normalgebrauch" der Bevölkerung der kleine Fischmarktbrunnen. Durch Jahrhunderte war die Zuführung guten Brunnwassers von grösster Bedeutung. 1476 ist zu erfahren, dass das Wasser für den grossen Brunnen im Haus zu Sessel am Totengässlein entsprang. Das Wasser für den kleinen Brunnen quoll aus dem Haus zum kalten Keller am Kellergässlein. 1679 wurde über dessen Güte geklagt, worauf der Brunnmeister feststellte, die Abtrittgrube zu St. Peter sei "Acht schu hoch mit Wasser angefüllt gewesen!" 1874 erhielt der grosse Brunnen, der seit 1869 auch den kleinen speist, Grellinger Wasser; seit 1952 ist er dem Drucknetz angeschlossen.
Im Zuge der Sanierung der Gegend zwischen Schwanengasse, Blumenrain, Petersgasse und Petersberg, die zu den am dichtesten bewohnten Teilen der Stadt gehörte, beschloss 1897 der Regierungsrat, die 1890 mit der Überbauung des Birsigs zwischen Marktplatz und Fischmarkt abgeschlossene Birsigkorrektion (wodurch die obere Marktgasse entstanden war) durch die Zusammenlegung der Schwanengasse und der Kronengasse zu einer Strasse (untere Marktgasse) und durch eine breite Verbindungsstrasse (Spiegelgasse) nach dem Blumenrain fortzusetzen. Die Lage des neuen Börsengebäudes, das mit seinem Torbogenflügel über der Spiegelgasse an einen Schwibbogen erinnerte und den intimen Charakter des Fischmarkts wahren sollte, erforderte 1908 eine Verschiebung des Brunnens um einige Meter nach Nordwesten. Bei dieser Gelegenheit wurde der Brunnstock kopiert, damit das stark verwitterte Original als eines der schönsten mittelalterlichen Monumente Basels im Historischen Museum verwahrt werden konnte.
Der 1937 bis 1940 erbaute Spiegelhof, an dessen Stelle ursprünglich ein Hallenschwimmbad hätte erbaut werden sollen, und der neue Storchen (1957 bis 1959 errichtet) dominieren gegenwärtig die Szenerie des Fischmarktbrunnens und erlauben ihm, neben Zweckbauten vom Ende des 19. Jahrhunderts, keinen Beistand ästhetischer mittelalterlicher Baukultur.