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Das Werk des Aargauer Autors Paul Haller (1882-1920) zählt zu den bedeutendsten literarischen Schöpfungen in Schweizer Mundart. Hallers Mundartdichtungen, so die Verserzählung "s Juramareili" (1912) oder das sozialkritische Liebesdrama "Marie und Robert" (1916), beeindrucken mit einer bildhaften und ausdrucksstarken Poetik.
Paul Haller
Am 13. Juli 1882 als Pfarrerssohn in Rein bei Brugg geboren, absolvierte Paul Haller zunächst ein Theologiestudium. Im Herbst 1906 wurde er zum Pfarrer auf Kirchberg bei Aarau gewählt. Von Zweifeln geplagt, gab er sein Amt auf und begann in Zürich ein Studium der deutschen Sprache und Literatur, der Geschichte, der Pädagogik und Psychologie. 1913 promovierte er mit einer Dissertation über Johann Heinrich Pestalozzi. Bis zu seinem Lebensende arbeitete Haller als Lehrer, zunächst an der evangelischen Lehranstalt in Schiers im Prättigau, ab 1916 am Aargauischen Lehrerseminar in Wettingen.
Depressionen liessen ihn Hilfe bei C. G. Jung suchen. 1920, mit 38 Jahren, nahm er sich das Leben.
Werk
Paul Hallers Mundartgedichte zählen zu den schönsten der Schweizer Literatur, sein Liebesdrama "Marie und Robert" gehört zu den besten Theaterstücken, die in der Schweiz geschrieben worden sind. Seit Jahren fördert und unterstützt der Kanton Aargau die Paul-Haller-Rezeption. Unter dem Titel "So dunkelschwarzi Auge" (Hrsg. von Christian Haller, Fridolin Stähli, Paul Bieger et al.) erschien 2007 eine Neuausgabe von Paul Hallers Werken, angereichert mit Fotografien, Zeichnungen und unveröffentlichten Texten aus dem Nachlass im Staatsarchiv Aargau. In einem Erschliessungsprojekt wurden zudem Briefe und Predigten aus Hallers Nachlass transkribiert und der Paul-Haller-Forschung zugänglich gemacht.
Datum und Ereignis
|Datum||Ereignis|
|13. Juli 1882||Geburt Paul Hallers in Rein bei Brugg (AG), Sohn von Erwin Haller (1840–1911; Pfarrer und Schulinspektor) und Angelika Haller-Schwab (1844–1918; Pfarrfrau). Paul Haller ist das zweitjüngste von fünf Kindern, neben den Brüdern Theodor (Lebensdaten unbekannt), Adolf (geb.1880; Zahnarzt) und Erwin (1885–1971; Dr. phil.) hatte er noch eine ältere Schwester, Marie (geb. 1877). Paul Haller besuchte die Primarschule in Rein, die Bezirksschule in Brugg und die Kantonsschule in Aarau.|
|1902 – 1906||Theologiestudium in Basel, Marburg an der Lahn und Berlin|
|1906||Stellvertretender Pfarrer in Kappel (ZH) und Neuchâtel (NE)|
|1906 – 1910||Pfarrer von Kirchberg bei Küttigen (AG)|
|1910||Zweitstudium der Germanistik, Geschichte, Pädagogik und Psychologie an der Universität Zürich|
|1912||Das Epos s'Juramareili erscheint bei Sauerländer, Aarau|
|1913||Dissertation zu Johann Heinrich Pestalozzis Dichtung bei Adolf Frey (erschienen 1914)|
|1913 – 1916||Lehrer für Deutsch, Geschichte und Geographie an der Evangelischen Lehranstalt in Schiers im Prättigau (GR)|
|1916 – 1920||Lehrer am Aargauischen Lehrerseminar in Wettingen|
|1916||Das Theaterstück Marie und Robert erscheint bei Francke, Bern|
|1918||Beginn der Psychotherapie bei Carl Gustav Jung in Zürich|
|10. März 1920||Tod Paul Hallers in Zürich|
Thomas Hostettler
Thomas Hostettler, Schauspieler und Stückeschreiber, rezitiert "s Juramareili“ in einer eigenen "Zofiger Fassig" in 10 Gesängen.
Hans Rudolf Twerenbold
Hans Rudolf Twerenbold, der Haller-Rezitator schlechthin, liest "s Juramareili".