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Lange Zeit glaubte man, dass afrikanische Sportler einen genetischen Vorteil gegenüber europäischen Sportlern haben – das sogenannte afrikanische Läufer-Gen. Doch die Wissenschaft weiss heute, dass die afrikanischen Gene kein Indiz für Goldmedaillen und Weltrekorde sind.
Die DNA-Proben von hunderten von afrikanischen Profisportlern zeigen nämlich, dass sie nicht alle dasselbe Gen besitzen. Die Genvielfalt ist breit gefächert und gut durchmischt, sogar eurasische Typen sind darunter. Die Hauptfarbe ist also nicht entscheidend.
Laut den Wissenschaftlern liegt der Erfolg viel mehr daran, dass die afrikanischen Läufer in optimalen Bedingungen leben. Es beginnt schon in der Kindheit: Laut einer Studie bewegen sich afrikanische Kinder um etwa das zehnfache mehr als europäische Kinder. Das Alltagsleben – beispielsweise zwei Stunden zur Schule rennen und zwei Stunden zurück – wird zum täglichen Training. Wenn diese Jugendlichen in den Wettkampf einsteigen, haben sie bereits einen riesigen Vorsprung gegenüber allen anderen. Zudem: Die afrikanischen Sportler selbst glauben an den Mythos der Gene und treten so mit grossem Selbstvertrauen in die Rennen.
Westliche Trainigsmethoden
Das Oregon Project wurde vor zwölf Jahren vom Ex-Marathonläufer Alberto Salazar lanciert. Er ist der Coach von weissen und schwarzen Sportlern, die er in grosser Höhe und mit ungewöhnlichen Trainings wie Unterwasser-Joggen zu Topresultaten bringt. So konnten er mit dem Goldmedaillen-Gewinner Mo Farah bereits vielversprechende Erfolge verbuchen.