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* 20.12.1916 in Beinwil am See (AG)
– † 21.09.1999 in Basel
Beruf: Grafiker, Maler
Heimatort: Basel
Sohn des Robert Leupin und der Olga, geborene Leuenberger (Inhaber und Gastwirte eines Gasthofs in Augst). Heirat 1945 mit Elsa Schamberger. Zwei Söhne.
Herbert Leupin wuchs als mittlerer von drei Söhnen in Augst auf. Er besuchte von 1923 bis 1925 die Obere Realschule (heute Realgymnasium) in Basel, sein eigentliches Interesse galt jedoch dem Zeichnen. Auf Anraten seiner Lehrer wechselte er deshalb an die Gewerbeschule Basel und absolvierte eine dreijährige Lehre als Gebrauchsgrafiker. Nach Abschluss der Lehre trat er 1932 in die Grafikklasse der Allgemeinen Kunstgewerbeschule Basel ein, die er 1935 abschloss. Danach arbeitete Leupin als Volontär im Reklamestudio von Hermann Eidenbenz. Im darauf folgenden Jahr besuchte er dank eines eidgenössischen Stipendiums mit rund hundert anderen Schülerinnen und Schülern in Paris die Privatakademie von Paul Colin, einem renommierten Maler, Bühnenbildner und Grafiker. Nach seiner Rückkehr erhielt er eine Anstellung bei Donald Brun, einer damaligen Grösse der Schweizer Grafik, in Basel. Ein Jahr später, 1937, gründete Leupin sein eigenes Atelier im Haus seiner Eltern, bis er ein eigenes Haus in Augst kaufte. Mit seinen Plakatentwürfen wurde er schnell sehr erfolgreich. Er gewann wichtige Plakat-Wettbewerbe wie zum Beispiel für das Eidgenössische Schützenfest in Luzern und konnte erste Aufträge für die Schweizerische Verkehrszentrale und die Schweizer Mustermesse ausführen. War sein Stil in den 1940er-Jahren vom magischen Realismus geprägt, der vom plastischen, genauen Malen lebt, wich dieser in späteren Jahren der Vereinfachung: Mit wenigen Pinsel- und Federstrichen brachte Leupin die Botschaft auf den Punkt. Im Laufe seiner Schaffenszeit wechselte er seine Stile je nach Auftrag. Leupins Spezialität war die Herausarbeitung der Markenpersönlichkeit durch genaues Studium des Produkts. Seine Werbebotschaften entwickelte er durch freie Assoziation, Wortspiele und -bilder. Berühmt ist sein Plakat für den Zirkus Knie, auf dem ein Harlekin auf seinem Knie die vier Buchstaben balanciert. Von ihm stammen der Pepita-Papagei, die rote Hand für Rothändle-Tabakwaren oder die Panteen-Locke, die er für Hoffmann La Roche gestaltete. Zwischen 1941 und 1971 wurden über achtzig seiner Plakate als ‹Beste Schweizer Plakate des Jahres› mit einer Anerkennungsurkunde des Eidgenössischen Departements des Innern ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt er über achtzig internationale Auszeichnungen. Sein Gesamtwerk umfasst rund tausend Plakate. Zwischen 1980 und 1990 zog sich Leupin zunehmend aus der Grafik zurück und widmete sich vorwiegend den freien Arbeiten als Maler und Zeichner.
Autorin: Isabel Koellreuter
1957 Einzelausstellung, Carson’s World Corner, Chicago. 1958 Einzelausstellung, Kunsthalle Bremen. 1960 Normandy House Gallery, Chicago. 1964 documenta III, Kassel. 1969 Einzelausstellung von 130 Plakaten, Gewerbemuseum, Basel. 1972 Deutsches Plakatmuseum, Essen. 1973 erste Kunstausstellung, Galerie Läubli, Zürich. 1980 Stadthaus Zürich. 1992 Museum für Gestaltung, Basel.
Fujiwara, Chiharu et al.: Herbert Leupin. Ginza Graphic Gallery books. Bd. 40. Tokyo 1998. Leupin, Charles und Karl Lüönd: Herbert Leupin: Plakate, Bilder, Graphiken. Basel/Berlin 1995. Steinfels, Claudia: Herbert Leupin 1916–1999, Werbegrafiker: sein Leben, sein Werk, seine Bedeutung. Dissertation Universität Zürich, Zürich 2003. Steinfels, Claudia: Herbert Leupin. In: B wie Basel, Nr. 11 (1996), S. 6–11.