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Impfdosen für Tokios Pazifikinseln
Am 14. April 2021 transportierte eine Maschine der Fluggesellschaft ANA Corona-Impfdosen der Marke Biontech-Pfizer vom Tokio Flughafen Handeda zur Izu-Insel Hachijōjima. 140 Angestellte des lokalen Gesundheitswesens werden damit geimpft. Knapp 7000 Menschen leben auf dieser Insel im Pazifik. In den kommenden Tagen werden Hubschrauber die nahe gelegenen Inseln Miyakejima (2300 Einwohner), Mikurashima (326) und Aogashima (177) mit dem Impfstoff beliefern. Zum ersten Mal hat die Hauptstadt eine ihrer Inseln mit dem so wichtigen Vakzin versorgt.
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Die Inseln, die zu Tokio gehören
Die Metropolregion Tokio besteht nicht nur aus einem dicht besiedelten urbanen Gebiet, sondern auch aus den zwei Inselgruppen Izu und Ogasawara. Erstere ist zwischen 100 und 350 Kilometer von der Hauptstadt entfernt und besteht aus 17 Inseln, wovon 9 bewohnt sind. Die grössten sind Izu-Ōshima (8400 Einwohner) und Hachijōjima. Eine fast schon mystische Ausstrahlung hat die Vulkaninsel Aogashima (Asienspiegel berichtete). Die Besiedlung dieser Inseln reicht historisch weit zurück. In der Edo-Zeit (1603 bis 1868) wurden sie zu Verbannungsorten. Im Zweiten Weltkrieg hatten sie eine strategisch wichtige Bedeutung. Heute leben die Inseln vom Tourismus, der Landwirtschaft und Fischerei.
Die Ogasawara-Inseln (Asienspiegel berichtete) sind noch weiter weg. 1000 Kilometer südlich von Tokio befindet sich diese Inselgruppe, die mehrheitlich unbewohnt ist. Ausnahmen bilden Chichi-jima («Vater-Insel») und Haha-jima («Mutter-Insel), wo rund 2500 Menschen leben (Asienspiegel berichtete). Die im Westen bekannteste Insel der Region ist Iwo-jima (Asienspiegel berichtete), die im Zweiten Weltkrieg der Schauplatz einer der blutigsten Schlachten war und heute ein Militärstützpunkt ist. Auch die Ogasawara-Inseln sollen in absehbarer Zeit die ersten Impfdosen erhalten. Dies ist jedoch mit mehr Aufwand verbunden. Einen Flughafen gibt es weder auf Chichi-jima noch auf Haha-jima. Zumindest die für die Lagerung notwendigen Kühltruhen wurden Ende Februar geliefert.
Die zwei Herausforderungen
Die Belieferung der Tokioter Inseln steht stellvertretend für die logistische Herausforderung, die Japan bevorsteht. Der Inselstaat besitzt rund 430 bewohnte Inseln (Asienspiegel berichtete). Eine weitere Herausforderung ist die Beschaffung. Japan hat zurzeit einzig den Impfstoff von Biontech-Pfizer zugelassen. Die Alternativen von Moderna und AstraZeneca werden frühestens im Mai grünes Licht erhalten. Bislang haben somit bescheidene 1,7 Millionen Personen eine Impfung erhalten (Asienspiegel berichtete). Es sind hauptsächlich Angestellte des Gesundheitswesens. Die Impfung der über 65-Jährigen hat derweil erst gerade begonnen. Alleine diese Gruppe zählt 36 Millionen Menschen.
Herdenimmunität erst im April 2022
Bislang hat sich die vom britischen Unternehmen Airfinity im Dezember 2020 abgegebene Prognose bewahrheitet (Asienspiegel berichtete). Demnach werden die Angestellten des Gesundheitswesens und die Risikogruppen in Japan erst bis Oktober 2021 geimpft sein. Eine Herdenimmunität in der Bevölkerung ist frühestens im April 2022 zu erwarten.
Der Standort von Hachijōjima (Izu-Inseln)
Der Standort von Chichi-jima (Ogasawara-Inseln)
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