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Graupen
(franz. froment mondé, engl. Pearl-barley); dieselben bestehen bekanntlich aus dem von der Schale und den Spitzen befreiten Inhalte von Getreidekörnern und zwar so, daß entweder ¶
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ein einzelnes Korn nur eine Graupe geliefert hat, oder daß der Kern erst in mehrere Stückchen zerbrochen und diese zu feineren
G. gerundet worden sind. Am gewöhnlichsten sind die Gersten
graupen, die in einigen Gegenden auch Koch- oder Rollgerste genannt
werden; in geringerm Maße werden auch Weizenarten auf G. verarbeitet. Das
Graupenmachen ist eine deutsche
Erfindung des 17. Jahrhunderts und wird sich zuerst auf die gröbste Sorte, enthülste ganze Gerstenkörner beschränkt haben.
Dies geschieht auf einem besondern Mühlwerk, dem
Graupengange, der nur einen einzelnen Stein in seiner Ummantelung (der
Zarge) laufen hat, welcher nicht mit einer breiten Fläche, sondern mit seiner runden Bahn arbeitet und
hier gerauht ist. Die den Stein in nahem Abstande umgebene Zarge ist an ihrer Innenseite mit Blech belegt, das ganz wie ein
Reibeisen scharf durchlöchert ist. Es ist sonach ein von zwei rauhen Flächen begrenzter ringförmiger Spalt vorhanden,
in welchen das einfließende, auf die Mitte des etwas gewölbten Steins fallende Getreide sogleich gerät
und durch den heftigen Lauf des Steins so herumgerissen und gescheuert wird, daß es bald seine Spitzen und Schalen verliert.
Das Mahlgut fließt durch ein Loch in der Zarge ab und wird durch Sieben in
Graupen, Mehl und Kleie geschieden. Für die feinern
und kleinern Nummern, die bei einem gewissen kleinen Kaliber Gräupchen oder Perl
graupen heißen, wird das Getreide vorher
gebrochen, was jetzt meistens zwischen scharf geriffelten Metallwalzen geschieht, worauf die hier sich ergebenden, zum Teil
schon enthülsten Stückchen auf entsprechend feinern
Graupengängen gerundet und geschliffen werden. Die verschiedenen sich
hierbei ergebenden Größen werden auf Siebwerken in verschiedne Nummern sortiert.
Graupen bilden einen
starken Handelsartikel und werden in Ulm, Wien, Nürnberg, Frankfurt a. M., namentlich auch in
Thüringen häufig fabriziert, und bildet für letztere Ware Erfurt den hauptsächlichsten Versandplatz. - Zoll s.
Tarif im Anh. Nr. 25 q 2.