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Allegro tranquillo
Adagio cantabile ma non troppo
Scherzo: Allegro scherzando giocoso
Finale: Andante lugubre
Erst mit 26 Jahren nahm Peter Tschaikowski, der Spätstarter, sein erstes sinfonisches Werk in Angriff. Seine Arbeit als frischgebackener Moskauer Konservatoriumsdozent zwang ihn dazu, hauptsächlich nachts zu komponieren, was ihn bis an den Rand physischer und psychischer Erschöpfung brachte. Und auch als die Sinfonie im Spätsommer 1866 komplett vorlag, dauerte es noch einmal anderthalb Jahre bis zur Uraufführung.
Schon in diesem Erstling zeigen sich die typischen Eigenschaften von Tschaikowskis sinfonischer Sprache: die Orientierung an klassischen Mustern, ganz deutlich im 1. Satz, der zwar einen programmatischen Titel („Träume einer winterlichen Fahrt“) trägt, die Vorgaben einer Sonatensatzform aber streng erfüllt. Dann die Verwendung russischer Melodien, mögen diese nun direkt übernommen sein wie in der Einleitung zum Finale, die das Volkslied „Blumen blühen“ zitiert, oder stilistisch nachempfunden wie in den übrigen Sätzen. Und drittens ein Hang zu starker Bildlichkeit, zu persönlichen Erlebnissen, dem die Anfangssätze ihre Überschriften verdanken (2. Satz: „Düsteres Land, nebliges Land“) und die Schlusssätze ihre plastische Kontur. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass sich im Scherzo einer von Tschaikowskis elegischen Walzern versteckt und die Sinfonie insgesamt, wie fast alle ihre Nachfolgerinnen, in einem vitalen, befreienden Finale kulminiert, darf op. 13 mit Recht als Geburtsstunde eines sinfonischen Stils bezeichnet werden, dem Tschaikowski bis zuletzt treu blieb – ohne sich je zu wiederholen.