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Eduard Haas, bisher Vizedirektor des Kurzwellendienstes, wird vom Zentralvorstand der SRG zum Leiter des Fernsehdienstes gewählt.
Aus einem Artikel von Guido Wüest aus der Jubiläumsausgabe der Personalzeitschrift LIVE:
Eduard Haas: 1953-1957 – Pionierzeiten
Pioniere des Schweizer Fernsehens waren alle, die sich ab 1953 im Studio Bellerive an das neue Medium herantasteten. Ihr Chef aber, der 36-jährige Basler Eduard Henri Joseph Haas, war ein Modellpionier: Gross, breitschultrig, etwas hemdsärmlig und laut. Einem Besucher, der ihn einmal an der Kreuzstrasse aufsuchen wollte, wurde gesagt, er könne jetzt nicht ins Büro von Herrn Haas. Der rede gerade mit Berlin. Der Gast, der Haas von weitem gehört hatte, habe dann ironisch gefragt: «Warum benützt er dann nicht das Telefon?»
Ob mit Telefon oder direkt: Auslandskontakte gehörten von Anfang an zum Alltag des welt- und sprachgewandten Programmleiters. Haas hatte nach Jugendjahren in Basel einen Teil seiner Schulzeit in Warschau und Paris verbracht. Als Student der Nationalökonomie in Bern arbeitete er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs für das Schweizerische Rote Kreuz. Und bereits auch für die SRG beim Kurzwellendienst: Dort begann er dann seine Karriere 1946 als Ressortleiter, etwas später wurde er Vize-Direktor. Anfang 1953 wurde er zum Programmleiter des Fernsehdiensts in Zürich gewählt. Als Ende 1954 auch der Genfer Versuchsbetrieb zur SRG überging, wurde Haas erster Direktor des Schweizer Fernsehens mit Sitz vorerst in Zürich.
Die Zusammenarbeit unter den Sprachregionen war für Eduard Haas ein Hauptanliegen, aus finanziellen, aber auch aus politischen Gründen. Eine zentral geführte «Tagesschau» mit einer gemeinsamen Grundauswahl an schweizerischen Themen hatte für ihn eine wichtige nationale Klammerfunktion. So nahm er die Verantwortung für die «Tagesschau» mit nach Bern, als er 1966 Fernsehdirektor bei der Generaldirektion SRG wurde. Er gab sie erst Ende 1981 definitiv an die Sprachregionen ab – ein paar Monate vor seiner Pensionierung.