Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03207.jsonl.gz/1847

Für einmal ist eine Gesellschaftssatire aus dem Ende des 19. Jahrhunderts die Vorlage für das Familienmusical des Kindertanztheater Claudia Corti. Die berühmte Erzählung «Das Gespenst von Canterville» von Oscar Wilde (1854 –1900) stellt den damaligen amerikanischen Zeitgeist der «neuen Welt» dem in England vorherrschenden romantischen Glauben ans Übernatürliche satirisch entgegen. Daraus ergibt sich eine ebenso komische wie spannende Handlung für Jung und Alt, die sich gleichermassen gut tanzen, besingen und spielen lässt.
Der amerikanische Botschafter Hiram B. Otis hat trotz der Warnungen vor einem Gespenst das Schloss Canterville gekauft. Das Gespenst soll ein Vorfahre der Cantervilles sein. Bereits kurz nach dem Einzug des Botschafters gibt es Anzeichen, die auf einen Poltergeist hinweisen. Doch die pragmatische amerikanische Familie ist unbeeindruckt. Auch ein sich immer wieder erneuernder Blutfleck auf dem Fussboden und merkwürdige, willkürliche Donnerschläge erschrecken die Familie nicht. Mit modernen Hilfsmitteln kämpft sie gegen den spukenden «Sir Simon» an. Anstatt die Familie in Angst zu versetzen, verletzt sich das Gespenst beim Versuch, die eigene Ritterrüstung anzulegen und tappt in weitere Fallen, welche ihm die Kinder der Familie stellen.
Eines Tages entdeckt die Tochter Virginia im Gobelinzimmer das Gespenst, das traurig die herabfallenden Blätter betrachtet. Im Gespräch erfährt Virginia, dass nur ein unschuldiges Kind einen Geist erlösen kann. Daraufhin begleitet Virginia das Gespenst, um ihm zu helfen ...
Bild © Claudia Corti