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Die oft morgendliche Übelkeit zu Beginn einer Schwangerschaft kann die Vorfreude auf das neue Leben empfindlich trüben! In der Regel beschränkt sich diese unangenehme Begleiterscheinung auf das erste Drittel der Schwangerschaft. Oft wird sie auch durch das morgendliche Erbrechen erst erkannt.
Übelkeit und Erbrechen werden von bis zu 85 % aller schwangeren Frauen beschrieben. Sie treten hauptsächlich zwischen der 5.-ten und 12.–ten Schwangerschaftswoche auf und verlaufen in der Regel gutartig (ohne gesundheitliche Auswirkungen auf Mutter und Kind). Ein Höhepunkt der Beschwerden wird in der 9.-ten Woche beschrieben und ein Abklingen nach 12 bis 14 Wochen. Sie können aber auch bis zur 20.-ten Woche und länger andauern.
Eine schwere Form der Symptome ist die Hyperemesis gravidarum. Sie betrifft rund 1.5% der Schwangeren. In diesem Fall müssen zum einen andere Ursachen ausgeschlossen werden und zum anderen müssen diese Frauen im Spital betreut werden.
Ursache:
Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es werden: eine psychische Komponente, eine evolutionäre Anpassung, eine Helicobakter pylori-Infektion und hormonelle Auslöser diskutiert. Für die hormonelle Komponente spricht, dass die Produktion des Schwangerschaftshormons hCG rund 24 Stunden nach der Befruchtung im Eierstock beginnt. In den ersten Wochen der Schwangerschaft steigt die hCG-Konzentration im Blut ständig an und erreicht ein Maximum zwischen der 8.-ten und 12.-ten Schwangerschaftswoche. Danach sinkt die Konzentration wieder, da der Mutterkuchen die Hormonproduktion aus dem Eierstock nicht mehr benötigt und selber die schwangerschaftserhaltenden Hormone produzieren kann.
Abhilfe:
Als erste Wahl werden nicht-medikamentöse Massnahmen empfohlen:
- häufig kleinere Mengen trinken, um einen Flüssigkeitsverlust zu vermeiden. Als Empfehlung gilt: kohlensäure-haltige Getränke und Kaffee meiden;
- appetitanregende Nahrungsmittel bevorzugen und andere/übrige meiden;
- häufige, aber leichte Mahlzeiten;
- lieber proteinreich oder kohlenhydratreich essen und besser fettarm, z.b. Cracker, Biskuits oder Salzkartoffeln. Scheinbar wird salziges Essen besser vertragen;
- eher kalte Getränke und Speisen geniessen;
- gelegentlich eine Pause einschalten und die Arbeitszeit dem Wohlbefinden anpassen;
- MEIDEN: gewürzte und stark riechende Kost.
Akupressur/Akupunktur:
- am Akupunkt P 6 (auf der Innenseite des Handgelenkes) wird über einen „Knopf“ ein Druck erzeugt, der die Leiden mildern kann. Mindestens alle 4 Stunden während 5 Minuten ausüben. (Es gibt ein Armband = Sea – Band, das genau auf diesen Punkt Druck ausübt.)
Medikamentöse Therapie:
Sie sollte nicht ohne eine vorgängige Konsultation mit dem Frauenarzt/in erfolgen!
- Vitamine:
Vitamin B6 – Monotherapie: es werden 10 bis 25 mg alle 8 Stunden empfohlen. (Es gibt wenige Monopräparate in der Schweiz.)
In den meisten Multivitaminpräparaten für die Schwangerschaft ist diese Menge enthalten. Manchmal ist eine morgendliche Einnahme dieser Präparate unangenehm und sie werden mittags oder abends besser vertragen.
- Phytopharmaka:
Ingwer: als Gewürz und pflanzliches Antiemetikum kann es gut helfen. Das einzige in der Schweiz zugelassene Ingwer-Präparat ist gemäss der Packungsbeilage für dieses Problem nicht zugelassen. In anderen Ländern wurde diese Einschränkung gestrichen. Es sind bis heute nie negative Auswirkungen auf das werdende Kind beobachtet worden!
Pfefferminz-Öl: einen Tropfen in der Hand verreiben und dann vorsichtig einatmen. Dies kann ebenfalls lindernd wirken.
- Weitere Medikamente sollten wie gesagt mit dem behandelnden Frauenarzt/in abgesprochen werden.
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