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0.425.121
Übersetzung1
Erklärung europäischer Regierungen über die Produktionsphase der ARIANE—Träger
Angenommen am 14. Januar 1980
Von der Bundesversammlung genehmigt am 7. Oktober 19822
Schweizerische Zustimmung notifiziert am 17. Januar 1985
In Kraft getreten für die Schweiz am 17. Januar 1985
Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland, des Königreichs Belgien, der Französischen Republik und des Königreichs Schweden,
die Vertragsstaaten der Vereinbarung zwischen bestimmten europäischen Regierungen und der Europäischen Weltraumforschungs—Organisation über die Durchführung des Raumfahrzeugträgerprogramms ARIANE sind, und die Regierung des Vereinigten Königreichs Grossbritannien und Nordirland (im folgenden «die Teilnehmer» genannt),
Gestützt auf die am 21. September 19733 unterzeichnete Vereinbarung zwischen bestimmten europäischen Regierungen und der Europäischen Weltraumforschungs-Organisation über die Durchführung des Raumfahrzeugträgerprogramms ARIANE, insbesondere auf die Artikel I, III Absatz 1 und Artikel V, die für die Produktionsphase des ARIANE—Programms eine neue Vereinbarung vorsehen;
Gestützt auf das am 30. Mai 19754 zur Unterzeichnung aufgelegte Übereinkommen zur Gründung einer Europäischen Weltraumorganisation, im folgenden «das Übereinkommen» genannt;
Gestützt auf die Entschliessungen des Rates der Organisation ESA/C/XXIV/ Res. 3 und ESA/C/XXX/Res. 7, mit denen die Organisation ermächtigt wurde, eine erste Phase der Produktion von sechs ARIANE—Trägern in Angriff zu nehmen;
Gestützt auf den Vorschlag der französischen Delegation zur Produktion der ARIANE—Träger (Vorlagen 93 und 127 + add. 1) und auf die Beratungen über diesen Vorschlag auf der 33., 34. und 36. Tagung des Rates;
Gestützt auf die am 26. Juli 1979 angenommene Entschliessung des Rates ESA/ C/XXXIII/Res. 3 über die Produktion der ARIANE—Träger, die auf der Ratstagung am 11. September 1979 geändert worden ist;
Gestützt auf das am 5. Mai 1976 unterzeichnete Abkommen zwischen der Regierung der Französischen Republik und der Europäischen Weltraumorganisation über die Benutzung des französischen Raumfahrtzentrums in Guyana, im folgenden «das CSG—Abkommen» genannt,
kommen wie folgt überein:
Die Teilnehmer beschliessen eine ARIANESPACE genannte Industriestruktur mit der Durchführung der in den Artikeln I und V der ARIANE—Vereinbarung1 vorgesehenen Produktionsphase des Trägers ARIANE zu betrauen.
Die Teilnehmer kommen überein, dass diese Produktionsphase dazu bestimmt ist, den weltweiten Bedarf an Starts zu befriedigen, nur mit dem Vorbehalt,
- a)
- dass diese Phase zu den sich aus den Verpflichtungen des Übereinkommens ergebenden friedlichen Zwecken und in Übereinstimmung mit dem 19671 unterzeichneten Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschliesslich des Mondes und anderer Himmelskörper durchgeführt wird;
- b)
- der Bestimmungen des Absatzes 3.6.
Die Teilnehmer kommen überein, die Gesellschaft ARIANESPACE, eine Aktiengesellschaft des französischen Rechts, beginnend mit dem Träger L.11 mit der Fertigung, der Vermarktung und dem Start der ARIANE—Träger zu beauftragen.
a) Die Teilnehmer erklären, dass die Verwendung des Trägers ARIANE für die Tätigkeiten der Organisation in Übereinstimmung mit Artikel VIII Absatz 1 des Übereinkommens der Organisation erfolgt.
b) Die Teilnehmer kommen überein, bei der Aufstellung und Durchführung ihrer nationalen Programme den Träger ARIANE zu berücksichtigen und seiner Verwendung den Vorzug zu geben, sofern dies im Vergleich zu anderen jeweils verfügbaren Trägerraketen oder Raumtransportsystemen keinen unvertretbaren Nachteil hinsichtlich der Kosten, Zuverlässigkeit und Missionstauglichkeit darstellt.
c) Die Teilnehmer bemühen sich, die Verwendung des Trägers ARIANE im Rahmen der internationalen Programme, an denen sie teilnehmen, zu unterstützen, und stimmen sich zu diesem Zweck ab.
a) Bei Verträgen, die nach dem 30. Juni 1983 geschlossen werden und nach dem 1. Juli 1986 auszuführende Starts vorsehen, gilt für alle Benutzer des Trägers eine Preispolitik, die dem internationalen Wettbewerb Rechnung trägt.
Die Teilnehmer kommen überein, sich ab 1982 mit ARIANESPACE abzustimmen, um bis spätestens 1. Juli 1983 die Mittel und Wege zur Erreichung dieses Ziels festzulegen.
b) Für die vor dem 1. Juli 1983 geschlossenen Verträge oder für die Starts, die vor dem 1. Juli 1986 vorgenommen werden sollen, gelten die in der Anlage 1 zu dieser Erklärung angegebenen Preise. Sie werden der Wirtschafts— und Währungsentwicklung angepasst.
c) Die in Anlage 1 angegebenen Preise stellen für die nicht unter die Absätze 1.4a) und 1.4b) fallenden Starts Richtpreise für ARIANESPACE dar. Selbst wenn die in Rechnung gestellten Preise von den Richtpreisen abweichen, trägt ARIANESPACE allein die sich daraus ergebenden finanziellen Folgen.
Was die Verkäufe an Nichtmitgliedstaaten oder Kunden, die nicht einem Mitgliedstaat der Organisation angehören, betrifft,
- a)
- kommen die Teilnehmer überein, einen Ausschuss einzusetzen, der prüft, ob ein geplanter Verkauf eines Starts Absatz 1.2a) zuwiderläuft.
- Dieser Ausschuss besteht aus einem Vertreter jeder Teilnehmerregierung. Die Mitglieder des Ausschusses werden vom Generaldirektor der Organisation über die von ARIANESPACE geplanten Verkäufe von Starts an Nichtmitgliedstaaten und Kunden aus Nichtmitgliedstaaten unterrichtet.
- Der Ausschuss wird wie folgt einberufen: Ein Drittel der Mitglieder kann mit der Begründung, dass die geplante Verwendung eines Trägers Absatz 1.2a) zuwiderläuft, die Einberufung des Ausschusses beantragen.
- Dieser Antrag muss spätestens vier Wochen nach Unterrichtung der Mitglieder des Ausschusses von dem geplanten Vertrag gestellt werden. Der Ausschuss muss daraufhin binnen zwei Wochen einberufen werden. Er kann binnen vier Wochen mit Zweidrittelmehrheit seiner Mitglieder, die mindestens 15 Prozent der Beiträge zum Entwicklungsprogramm vertreten, die Ablehnung wegen Nichteinhaltung der Bestimmungen in Absatz 1.2a) beschliessen.
- Dieser Beschluss ist für ARIANESPACE verbindlich. Die französische Regierung verpflichtet sich, im Rahmen ihrer Befugnisse aus dem Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums vom 27. Januar 19671 für die ordnungsgemässe Durchführung der vom Ausschuss gefassten Ablehnungsbeschlüsse zu sorgen.
- b)
- Jeder Teilnehmerstaat kann unbeschadet der ihm aus dieser Erklärung erwachsenden Verpflichtungen erklären, dass er sich aus Gründen, die nur ihn betreffen, einem bestimmten Start nicht anschliesst.
- c)
- Ist ein Teilnehmer der Ansicht, dass der Verkauf eines Starts nicht mit seinem Beitritt zu dieser Erklärung vereinbar ist, muss er nach möglicherweise von ihm für notwendig erachteten Konsultationen den Generaldirektor der Organisation davon unterrichten.
- Wird der Verkauf nach der Unterrichtung von ARIANESPACE durch den Generaldirektor trotzdem getätigt, kann der Teilnehmerstaat sofort seinen Beitritt zu dieser Erklärung für den betreffenden Verkauf aussetzen; er muss jedoch die Organisation und die anderen Teilnehmer binnen einem Monat amtlich davon in Kenntnis setzen und seine für die anderen Verkäufe eingegangenen Verpflichtungen einhalten.
- In diesem Fall stellt der betreffende Staat seine für die Produktion des Trägers verwendeten industriellen Einrichtungen weiterhin zur Verfügung und widersetzt sich nicht ihrer Benutzung. Falls der Staat nicht damit einverstanden ist, dass seine Industrie Geräte und Untersysteme für den betreffenden Start liefert, muss er, soweit es in seiner Macht liegt, der Übertragung der Fertigung dieses Gerätes auf Firmen anderer Teilnehmerstaaten zustimmen und sie erleichtern; er darf sich auf keinen Fall der Fertigung dieses Gerätes durch Firmen anderer Teilnehmerstaaten widersetzen.
Die Teilnehmer verpflichten sich, ARIANESPACE, soweit dies für die Produktion oder den Start von ARIANE erforderlich ist, folgendes zur Verfügung zu stellen:
- –
- Unentgeltlich die im Rahmen der Entwicklungs— und Markteinführungsphase des Trägers ARIANE erworbenen Anlagen, Geräte und Betriebsmittel, an denen die Organisation die Eigentumsrechte für die Teilnehmer ausübt;
- –
- zu finanziellen Bedingungen, die auf die Erstattung der dadurch entstehenden Kosten beschränkt sind, die Anlagen, die Teilnehmern gehören und für das ARIANE—Entwicklungsprogramm verwendet worden sind mit Ausnahme des CSG, für das die in Absatz 1.9 genannten Sonderbestimmungen gelten;
- –
- unentgeltlich die ihnen gehörenden Rechte des geistigen Eigentums, die sich aus der Entwicklungs— und Markteinführungsphase des Trägers ARIANE ergeben; ARIANESPACE hat unentgeltlich Zugang zu den sich aus diesen Phasen ergebenden und in ihrem Besitz befindlichen technischen Informationen.
Die Teilnehmer bemühen sich nach besten Kräften, ARIANESPACE die erforderliche Unterstützung in bezug auf industrielle Qualitätskontrolle und Preisprüfung zu leisten.
Die Teilnehmerstaaten verpflichten sich, was sie betrifft, sich nach noch festzulegenden Bedingungen an der Finanzierung des Raumfahrtzentrums Guyana zu beteiligen, und nehmen zur Kenntnis, dass hierüber eine Sondervereinbarung zwischen den Mitgliedstaaten der Organisation geschlossen werden müsste.
Werden bei einem Exportverkauf besondere Garantie— und Finanzierungsmodalitäten für zweckmässig erachtet, konsultieren die Teilnehmer einander, um zu prüfen, wie einem solchen Antrag auf der Grundlage einer gerechten, der Beteiligung an der Produktion entsprechenden Verteilung des Risikos und der Kosten entsprochen werden kann.
Die Teilnehmer kommen überein, sich über geeignete Massnahmen abzustimmen, wenn technische oder finanzielle Schwierigkeiten auftreten, die die Zukunft von ARIANESPACE oder der ARIANE—Produktion in Frage stellen.
Die Teilnehmer bitten den Rat der Organisation, sich damit einverstanden zu erklären, dass die Organisation die mit der ARIANE—Produktionsphase verbundene Betriebstätigkeit nach Artikel V Absatz 2 des Übereinkommens übernimmt. Sie fordern die Organisation und ARIANESPACE auf, zu diesem Zweck eine Vereinbarung zur Durchführung dieser Erklärung und zur Regelung ihrer Beziehungen zu schliessen.
Die Teilnehmer fordern die Organisation auf, ARIANESPACE, soweit dies für die Produktion oder den Start von ARIANE erforderlich ist, folgendes zur Verfügung zu stellen:
- –
- unentgeltlich die im Rahmen der Entwicklungs— und Markteinführungsphase des Trägers ARIANE erworbenen Anlagen, Geräte und Betriebsmittel, deren Eigentümerin die Organisation ist;
- –
- unentgeltlich die sich aus der Entwicklungs— und Markteinführungsphase des Trägers ARIANE ergebenden Rechte des geistigen Eigentums; ARIANE SPACE hat unentgeltlich Zugang zu den aus diesen Phasen stammenden und im Besitz der Organisation befindlichen technischen Informationen.
Erweisen sich der Organisation gehörende und ARIANESPACE zur Verfügung gestellte Sachen als nützlich für andere Programme der Organisation, so können sie von dieser im Einvernehmen mit ARIANESPACE und nach für jedes Programm festzulegenden Einzelbestimmungen verwendet werden, jedoch behält ARIANESPACE den Vorrang bei ihrer Benutzung.
Die Teilnehmer fordern die Organisation auf,
- a)
- ARIANESPACE bei der Exportförderung des Trägers ARIANE und vor allem bei Kontakten mit internationalen Organisationen zu unterstützen;
- b)
- sich nach besten Kräften zu bemühen, ARIANESPACE die erforderliche Unterstützung in bezug auf industrielle Qualitätskontrolle und Preisprüfung zu leisten.
Die Teilnehmer fordern die Organisation auf, mit ARIANESPACE Sondervereinbarungen über die Programme zur Verbesserung des Trägers ARIANE zu schliessen, die als Programme der Organisation durchgeführt werden.
In diesen Vereinbarungen werden die technischen, vertraglichen und finanziellen Einzelbestimmungen für die spätere Nutzung der Verbesserungen durch ARIANESPACE festgelegt.
Die Teilnehmer fordern den Rat der Organisation auf, den Generaldirektor zu ermächtigen, so bald wie möglich mit der Gesellschaft ARIANESPACE oder, wenn diese noch nicht gegründet ist, mit den gehörig befugten Vertretern der Unterzeichner des am 12. Juni 1979 in Le Bourget geschlossenen TRANSPACE—Vereinbarungsprotokolls die in Absatz 2.1 dieser Erklärung vorgesehene Vereinbarung zwischen der Organisation und ARIANESPACE auszuhandeln und sie dem Rat der Organisation zwecks Zustimmung zu unterbreiten.
Die Teilnehmer fordern den Rat der Organisation auf, sich damit einverstanden zu erklären, dass der durch Artikel IV der Vereinbarung1 eingesetzte ARIANE-Programmrat, in dem nur die Teilnehmer dieser Erklärung Stimmrecht haben, für die Produktionsphase des Trägers ARIANE mit folgenden Funktionen betraut wird:
- –
- Er wird vom Generaldirektor der Organisation laufend über die Tätigkeiten von ARIANESPACE unterrichtet. Der Präsident von ARIANESPACE legt ihm einen Jahresbericht vor.
- –
- Er genehmigt die bei den Programmen der Organisation für die in Absatz 1.5a) genannten Verträge geltenden Preise.
- –
- Er wird laufend über die geographische Verteilung der Arbeiten unter den Teilnehmern unterrichtet und bei Einwänden eines Teilnehmers gegen die von ARIANESPACE an dieser Verteilung vorgenommenen Änderungen um Stellungnahme gebeten. Es ist Sache des betreffenden Teilnehmers, den ARIANE—Programmrat mit der Angelegenheit zu befassen.
Empfehlungen und Entschliessungen des ARIANE—Programmrates werden mit einfacher Mehrheit der Abstimmenden angenommen.
Die Teilnehmer fordern ARIANESPACE auf, die nachstehenden Verpflichtungen einzuhalten, die in die in Absatz 2.1 vorgesehene Vereinbarung zwischen der Organisation und ARIANESPACE übernommen werden.
Die ARIANESPACE übertragene Tätigkeit muss zu den sich aus den Verpflichtungen des Übereinkommens ergebenden friedlichen Zwecken und in Übereinstimmung mit dem 1967 unterzeichneten Vertrag1 über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschliesslich des Mondes und anderer Himmelskörper durchgeführt werden. ARIANESPACE hat sich nach den Beschlüssen des nach Absatz 1.6 eingesetzten Ausschusses zu richten.
ARIANESPACE behält die sich aus der Entwicklungs— und Markteinführungsphase ergebende geographische Verteilung der Industriearbeiten auf die Teilnehmerstaaten bei.
Ist ARIANESPACE der Auffassung, dass die Verteilung nicht beibehalten werden kann, weil die angebotenen Preise, Fristen oder die angebotene Qualität unzumutbar sind, nimmt sie eine Ausschreibung vor.
Zuvor unterrichtet ARIANESPACE den betreffenden Staat und den Generaldirektor, damit eine Lösung gesucht wird. Erhebt ein Teilnehmer Einwände, so wird nach Absatz 2.6 die Stellungnahme des ARIANE—Programmrates eingeholt.
Der vorherige Auftragnehmer kann das beste finanzielle Angebot übernehmen und hat Vorrang gegenüber allen hinsichtlich Preis, Frist und Qualität gleichwertigen Angeboten.
ARIANESPACE übernimmt die technische und finanzielle Verantwortung für die Wartung der ihr nach den Absätzen 1.7 und 2.2 zur Verfügung gestellten Sachen, damit sie in betriebsbereitem Zustand gehalten werden.
ARIANESPACE kann nach Absprache mit den Eigentümern die von ihr im Hinblick auf ihre Tätigkeit für erforderlich erachteten Änderungen daran vornehmen. Kommt keine Einigung zustand, kann ARIANESPACE diese Änderungen vornehmen, wenn sie garantiert, dass die Anlagen bei ihrer Rückgabe wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Die Einzelbestimmungen der Verwaltung und Wartung der Sachen werden in der in Absatz 2.1 vorgesehenen Vereinbarung zwischen der Organisation und ARIANESPACE festgelegt.
ARIANESPACE darf von den ihr nach den Absätzen 1.7 und 2.2 eingeräumten Rechten und zugänglich gemachten Informationen nur für die Zwecke der Trägerproduktion Gebrauch machen.
Der Organisation gehörende Rechte und Informationen dürfen Dritten nur mit Zustimmung der Organisation und in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen zur Gründung einer Europäischen Weltraumorganisation und der ARIANE—Vereinbarung1 eingeräumt bzw. zugänglich gemacht werden.
Einem Teilnehmer gehörende Rechte und Informationen dürfen nicht ohne dessen vorherige Zustimmung weitergegeben werden.
ARIANESPACE muss sich verpflichten, der Organisation für die Benutzung des CSG für jeden Verkauf ein Entgelt zu zahlen, das nach Massgabe von Anlage 2 berechnet wird; dieses Entgelt wird mit den Beiträgen der Staaten verrechnet.
ARIANESPACE hat der Organisation und den Teilnehmern mit Vorrang gegenüber Drittkunden die notwendigen Startdienste und —fenster nach folgender Regelung zur Verfügung zu stellen:
- –
- Die Organisation und die Teilnehmer übersenden ARIANESPACE ihre Anträge auf Startdienste entsprechend ihrem Bedarf (unentgeltliche Optionen); im Falle eines Prioritätskonfliktes zwischen der Organisation und einem Teilnehmer hat die Organisation Vorrang.
- –
- Beantragt ein Dritter gegen Entgelt eine Option auf ein von der Organisation oder einem Teilnehmer unentgeltlich reserviertes Startfenster oder wünscht er einen festen Auftrag darauf zu erteilen, so können die Organisationen bzw. der betreffende Teilnehmer ihre unentgeltliche Option in eine Option gegen Entgelt oder einen festen Auftrag umwandeln und somit ihren Vorrang behalten.
- –
- In der Vereinbarung zwischen der Organisation und ARIANESPACE wird eine Standardklausel festgelegt, die das im Falle von Startverschiebungen geltende Verfahren bestimmt und in die Verträge über den Verkauf von Starts aufzunehmen ist.
ARIANESPACE muss sich verpflichten, im Verkehr mit ihren Kunden und mit der Öffentlichkeit den europäischen und multilateralen Charakter der Entwicklung und Produktion des Trägers ARIANE hervorzuheben.
Machen durch ARIANE—Starts Geschädigte Ansprüche geltend, muss die Gesellschaft ARIANESPACE der französischen Regierung bis zu einem Höchstbetrag von 400 Mio. fFr. pro Start die Kosten des Schadenersatzes erstatten, den diese nach Absatz 4.1 leisten muss.
ARIANESPACE muss ihre Preispolitik nach Absatz 1.5 ausrichten. Selbst wenn die von ihr für nicht unter die Absätze 1.4a) und 1.4b) fallende Starts in Rechnung gestellten Preise von den Richtpreisen abweichen, trägt ARIANESPACE allein die sich daraus ergebenden finanziellen Folgen.
Die Teilnehmer fordern den Aufsichtsrat von ARIANESPACE auf,
- a)
- diese Erklärung zur Kenntnis zu nehmen;
- b)
- seinen Vorsitzenden zu ermächtigen, die in Absatz 2.1 vorgesehene Vereinbarung mit der Organisation auszuhandeln und zu schliessen.
In Erwartung der Gründung von ARIANESPACE fordern die Teilnehmer die Unterzeichner des am 12. Juni 1979 in Le Bourget geschlossenen Vereinbarungsprotokolls auf, einen Vertreter zur Aushandlung dieser Vereinbarung zu ermächtigen.
Machen durch ARIANE—Starts Geschädigte Ansprüche geltend, trägt die französische Regierung die Kosten des Schadenersatzes.
Die französische Regierung kann mit denjenigen Mitgliedstaaten, die dieser Erklärung nicht beitreten, bilaterale Abkommen abschliessen, die mit dieser Erklärung vereinbar sind. Diese Abkommen werden den Teilnehmern notifiziert.
a) Diese Erklärung wird am 14. Januar 1980 für die Mitgliedstaaten der Organisation drei Monate lang zum Beitritt aufgelegt.
In dieser Zeit kann ihr jeder Mitgliedstaat ohne weiteres beitreten.
Nach Ablauf dieser Frist bedarf der Beitritt der Zustimmung sämtlicher Staaten, die ihr vorher beigetreten sind.
Sie tritt vorbehaltlich des Inkrafttretens des Übereinkommens der Organisation nach Ablauf der Dreimonatsfrist in Kraft.
b) Diese Erklärung gilt bis Ende 1989. Sie bleibt, soweit erforderlich, auch danach in Kraft, um die Durchführung der bis Ende 1989 geschlossenen Verträge sicherzustellen. Die Teilnehmer konsultieren einander mindestens drei Jahre vor Ablauf dieser Frist wegen der Bedingungen für die Verlängerung dieser Erklärung.
Diese Erklärung und ihre Anlagen können von den Teilnehmern auf einstimmigen Beschluss geändert werden.
Streitigkeiten zwischen zwei oder mehr Teilnehmern über die Auslegung oder Anwendung dieser Erklärung werden nach dem in Artikel XVII des Übereinkommens der Organisation vorgesehenen Verfahren einem Schiedsgericht unterbreitet.
Startpreise für die Organisation und die Teilnehmer bei vor dem 1. Juli 1983 abgeschlossenen Verträgen
ARIANE 1
- –
- Einzelstart unter Ausnutzung der vollen Kapazität des Trägers ARIANE: 30,95 Mio. RE, was 175 Mio. fFr. entspricht.
- –
- Einzelstart eines Satelliten der THOR—DELTA—Klasse: 26,53 Mio. RE, was 150 Mio. fFr. entspricht.
- –
- Start eines Satelliten der THOR—DELTA—Klasse bei einem Doppelstart: 16,80 Mio. RE, was 95 Mio. fFr. entspricht.
Diese Preise beruhen auf den Wirtschafts— und Währungsbedingungen vom 1. Juli 1978. Bei ihrer Anpassung an die Veränderung dieser Bedingungen wird der Verteilung der Arbeiten nach Währungen Rechnung getragen.
In diesen Preisen ist der Abschluss einer Versicherung zur Deckung der sich für die Kunden aus einem Fehlstart ergebenden Finanzrisiken nicht berücksichtigt.
Künftige Versionen von ARIANE (ARIANE 2 und 3)
Die Preise werden ausgehend von den Preisen von ARIANE 1 unter Berücksichtigung der Änderungen an der Konfiguration des Trägers festgesetzt.
1. ARIANESPACE beteiligt sich nach folgender Regelung an den Kosten des CSG:
2. ARIANESPACE zahlt der Organisation im Zeitpunkt jedes Starts ein Entgelt, das einem Prozentsatz des Verkaufspreises entspricht, und zwar:
- –
- 1 Prozent vom 1. bis 20. Start,
- –
- 2 Prozent vom 21. bis 30. Start,
- –
- 5 Prozent ab dem 31. Start.
3. Die Teilnehmer können der Organisation und ARIANESPACE einstimmig Änderungen an den vorstehenden Sätzen vorschlagen.