Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03304.jsonl.gz/1188

Freitag, 12.05.2023
19:30 UhrKirche St. Johann
Mitwirkende:
SCHWEIZER JUGEND-SINFONIE-ORCHESTER SJSO
Pascal Deuber, Horn
N.N., Leitung
Gegen Ende seines Lebens, gleichsam auf seine Jugend zurückblickend, schrieb Richard Strauss rund sechzig Jahre nach seinem ersten Hornkonzert ein zweites Konzert für Horn und Orchester, wiederum in Es-Dur. Das vollendet schöne Spätwerk, das die bedrückenden Umstände von Strauss’ schlechter Gesundheit und des Zweiten Weltkriegs nicht erahnen lässt, wurde 1943 mit Gottfried von Freiberg als Solist unter Karl Böhm in Salzburg uraufgeführt.
Zwei Wahlösterreicher waren die Geburtshelfer von Antonín Dvoráks sechster Sinfonie: der Dirigent Hans Richter, der das Werk 1880 für die Wiener Philharmoniker bestellte; und Brahms, der mit seiner zweiten Sinfonie in D-Dur das entscheidende Vorbild lieferte. Dvo?ák bedient sich in seiner Sechsten der traditionellen viersätzigen Anlage und ihrer Satzcharaktere. Sie ist jedoch noch stärker als ihre Vorgängerinnen von slawischen Idiomen durchdrungen. Das Hauptthema des ersten Satzes basiert auf einem böhmischen Volkslied, der dritte Satz, ein mitreissendes Scherzo, hat die Form eines aufbrausenden böhmischen Tanzes, dessen Reiz im Wechsel von Zweier- und Dreiertakt liegt.
Auch das tänzerisch-heitere Finale entfesselt böhmisch-slawische Tanzwut, kontrapunktische Einlagen und Fugati, energische Steigerungen und furiose Klangballungen. Übrigens lehnten die Wiener Philharmoniker die Sinfonie nach einer ihrer berüchtigten Durchspielproben als «unaufführbar» ab. Dvorák und Richter dirigierten das Werk daraufhin allerdings höchst erfolgreich in Prag und London.
Mit Werken von Richard Strauss und Antonín Dvorák.