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Ville de Québec und Umgebung
Historisches
Die Stadt Québec, auch Ville de Québec oder Québec-City genannt, liegt am Nordufer des Sankt-Lorenz Stromes, der hier relativ eng ist. Der Name Québec stammt vom indigenen Wort «Kebec» ab, was soviel wie «dort wo der Fluss eng ist» bedeutet. Sie wurde 1608 vom Franzosen Samuel de Champlain als Handelsposten gegründet. Mit den einheimischen Iroquesen, wie auch den Engländern, kam es immer wieder zu Kriegen und der Handelsposten wechselte mehrmals zwischen den Briten und Franzosen.
Heute hat Ville de Québec etwas mehr als 500’000 Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Québec.
Brücken von Québec
An der engsten Stelle vor Québec ist der Sankt-Lorenz Strom nur 600m breit, statt wie sonst 2-3km. Genau hier wurde deshalb 1909 die stählerne Québec-Brücke gebaut, damals die Brücke mit der längsten lichten Weite der Welt, es liegen 549m zwischen den beiden Pfeilern. Der Bau war sehr schwierig und die Konstruktion stürzte während den Bauarbeiten zwei Mal ein. Die Québec-Brücke ist die letzte feste Überquerungsmöglichkeit des Sankt-Lorenz Stromes, danach gibt es bis zur ca. 500km entfernten Mündung nur noch Fähren.
Wenn wir von Lévis nach Québec wollen, überqueren wir diese Stahlbrücke jedes Mal. Sie ist sehr rostig, wir hoffen, dass dies nur die Oberfläche betrifft.
Hinter der stählernen Québec-Brücke steht eine modernere Hängebrücke aus dem Jahre 1970. Sie ist mit einer lichten Weite von 667.5m die längste Hängebrücke von Kanada.
Etwa 5km südlich davon steht eine weitere imposante Stahlbrücke, der Tracel-Viadukt, eine Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1908 mit einer Gesamtlänge von über 1000m, die parallel zum Ufer verläuft. Auch diese Brücke ist noch heute in Betrieb.
(wie immer: auf das Bild klicken, damit es grösser und schärfer wird)
Ganz in der Nähe der Québec-Brücke hat es eine Marina mit vorallem Segelyachten. Da der Sankt-Lorenz Strom im Winter zufriert, werden alle Boote inkl. die Schwimmstege im Winter rausgeholt. Jetzt anfangs Mai wird gerade damit begonnen, alles wieder einzuwassern.
Besuch der Stadt Québec
Nachdem wir den Jet-Lag langsam überwunden haben, fahren wir mit Valérie über die Québec-Brücke in die Stadt. Vorallem die Altstadt ist interessant, sie steht an einem Hang am Sankt-Lorenz Strom und hat eine überschaubare Grösse. Am imposantesten ist das Schloss Frontenac, das über allem thront. Es wurde 1893 als Eisenbahnhotel gebaut, gemäss einem Reiseleiter, dem ich zuhörte, sollen die Zimmer aber sehr klein sein. Er empfiehlt andere Hotels.
Das viele Herumlaufen macht hungrig, deshalb lädt uns Valérie zur Degustation der Nationalspeise von Québec ein. Zu unserer Überraschung ist der Name der gleiche, wie der aktuelle russische Präsident, nämlich Putin, resp. französisch Poutine. Das Gericht besteht aus Pommes Frites, darauf ein lokaler Käse und einer braunen Sauce, ähnlich einer Zwiebelsauce aber ohne Zwiebeln. Man muss das Gericht sehr schnell essen, denn sonst werden die Pommes Frites von der Sauce rasch weich.
Unser Fazit: Geht so. Wir fanden das Gericht eher fade und schade um die ehemals knusprigen Pommes Frites…
Klima
Geografisch liegt Québec etwa auf der gleichen Breite wie Bern, wegen dem fehlenden Golfstrom ist das Wetter aber viel extremer. Im Winter sind -20°C keine Seltenheit, dazu schneit es von Ende Oktober bis anfangs April regelmässig. Von Januar bis anfangs April ist der Sankt-Lorenz Strom zugefroren, Eisbrecher halten aber ein Fahrrinne offen. Der Frühling kommt spät aber dann geht es sehr schnell, ähnlich wie in Skandinavien. Im Sommer wird es häufig 30°C und mehr.
Während unseren ersten Tagen war das Wetter eher bedeckt und regnerisch, doch seit Mittwochnachmittag sehen wir nur noch blauen Himmel. Allerdings sind die Temperaturen recht kühl und der Frühling hat aktuell noch kaum Einzug gehalten. Viele Wiesen sind noch vom eben erst geschmolzenen Schnee niedergedrückt und braun, wir sehen auch vielerorts noch dunkle Schneehaufen. Doch für nächste Woche sind bereits Temperaturen von über 20°C angesagt, das freut uns natürlich.
Québec at Night
Wir wollen vom gegenüberliegenden Flussufer in Lévis ein paar Nachtaufnahmen von der Stadt machen, unterschätzen die Temperatur aber ziemlich und haben zu wenig warme Kleider an. Trotzdem lohnt sich das Ausharren bis zum Ende der blauen Stunde, dann leuchtet die Stadt vor dem dunkelblauen Himmel besonders schön.
Wasserfall von Montmorency
Etwa 13km nordöstlich von Québec-City liegt der Montmorency-Wasserfall. Mit 83m Höhe ist er 30m höher als die berühmten Niagara-Fälle weiter im Westen, die wir im Juni auch noch besuchen wollen. Im Winter friert der Wasserfall zu, was sicher sehr imposant aussieht, brrr.
Der Wasserfall ist touristisch voll erschlossen: Über ihn führt eine Hängebrücke und eine Seilbahn transportiert die Leute vom Fuss des Falls nach oben, es gibt aber auch eine Treppe. Aktuell hat es noch nicht viele Leute und wir konnten uns gut breit machen, hatten zum Fotografieren viel Platz.
Ahornsirup auf der Ile d’Orléan
Gleich vis-à-vis vom Wasserfall liegt die Insel Ile d’Orléans, auf die von der Nordseite eine lange Brücke führt. Valérie macht mit uns eine Rundtour um die Insel. Der Nationalbaum von Kanada ist der Ahornbaum und sein Blatt ziert auch das Wappen von Kanada.
Ahorn ist ein Holz, das Bettina und mir sehr gut gefällt, schon in Sugiez hatten wir viele Möbel mit Ahornfurnier und auch Jupis Möbel haben ein Ahornfournier.
Heute wollen wir den Saft des Ahornbaums testen. Im März und April werden die Bäume angezapft. Bereits die Einheimischen entdeckten die Möglichkeit aus dem Baum den Ahornsaft zu gewinnen und die europäischen Einwanderer industrialisierten das Ganze. Je nach Technik wird ein kleines Loch in den Baum gebohrt und dann eine kurzes Rohr mit einem Kübel daran gehängt oder moderner, die Löcher werden mit einem Schlauch verbunden und diese führen dann pipelineartig zu einem Fass oder Tank, wo alles gesammelt wird.
Auf der von uns besuchten Farm werden jedes Jahr 2’500 Bäume mit bis zu drei Löcher pro Baum angezapft. Wir sehen noch die Schläuche, doch die Anzapfstellen sind bereits entfernt.
Der Saft ist nicht lange haltbar, deshalb wird er gekocht und eingedickt. Je nach Kochtemperatur entsteht daraus Ahornsirup, Ahornguetzli, Ahornbutter oder anderes. Für einen Liter Ahornsirup werden 30 – 50 Liter Ahornsaft benötigt, ein einzelner Baum gibt pro Tag 3 – 5 Liter Ahornsaft ab. Gemäss Wikipedia müssen die Bäume mindestens 40 Jahre alt sein, damit sie sich für das Anzapfen eignen, d.h. es handelt sich hier um generationsübergreifende Arbeiten. Auf der Ahornfarm sehen wir ein Video in welchem der ganze Prozess erläutert wird und darauf hingewiesen wird, dass 70 – 80% des weltweiten Ahornsirups aus der Provinz Québec stammen.
Zum Schluss erhalten wir eine Degustation, indem warmer Ahornsirup auf Schnee ausgegossen wird. Dort wickelt man ihn mit einem Holzstück ein und schleckt dann das ganze im Mund wieder ab. Schmeckt caramelartig und sehr süss. Wir kaufen noch Ahornbutter, dass uns sehr gut schmeckt und wohl unser ständiger Begleiter in Kanada sein wird.
Weiterfahrt nach Halifax
Als nächstes fahren wir mit einem Mietauto direkt nach Halifax, wo wir einen Mietcamper übernehmen, bis Jupi Ende Mai ankommen wird. Diese Variante ist günstiger als Auto und Hotel und wir sind so auch viel flexibler.
Unsere Reiseroute in und um Québec
Unten eine Karte mit den Routen, die wir seit unserer Ankunft in Québec gefahren oder gewandert sind. Die GPX-Daten habe ich auf dem Smartphone mit Hilfe unserer App LocusMap aufgenommen.