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Die Teilnehmer von Yogakursen sind sehr viel beweglicher unterwegs, als Kursteilnehmer, die sich für ein Rückentraining oder einen konventionellen Bewegungskurs entscheiden. Das ist mir in den letzten Jahren in meinen eigenen Kursen immer häufiger aufgefallen. Einige Teilnehmer sind sogar mit über 60 oder auch 70 Jahren eindeutig beweglicher und kraftvoller als jüngere Teilnehmer eines Rückentrainings.
Aber da die persönliche Wahrnehmung ja bekanntlich nicht immer mit der Realität übereinstimmt, habe ich die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsstudien der letzten Jahre durchgesehen und konnte feststellen, dass mein persönlicher Eindruck tatsächlich mit den Ergebnissen dieser Studien übereinstimmt.
Yoga verbessert die Beweglichkeit der Wirbelsäule, der Hüften und der Schultern
Im Rahmen eines «University for Health» - Projektes wurde 2015 in Polen nachgewiesen, dass sich bei Frauen zwischen 50 und 79 Jahren die Beweglichkeit der Wirbelsäule signifikant verbesserte, nachdem sie 20 Wochen lang, einmal in der Woche, an einer 90minütigen Yogaeinheit teilnahmen. Diese Verbesserung zeigte sich bei allen Frauen, unabhängig von ihrem Alter [1].
Andere Studien stützen diese Ergebnisse. Sie stellten fest, dass Yogaprogramme sehr viel deutlicher zur Beweglichkeit beitragen konnten als andere Bewegungsarten. Teilnehmer an Yogaprogrammen für «Silver Ager» - an angepassten Programmen für Ältere - zeigten sich beweglicher sowohl im Hüftbereich, als auch in den Schultern und konnten den Rücken besser strecken und beugen als Teilnehmer anderer Bewegungsprogramme. Dabei nahm die Beweglichkeit bei Yoga-Übenden um 22.5 Punkte zu, während sich die Beweglichkeit durch Eigengewichtsübungen nur um 5.8 Punkte erhöhte [2]. Der Unterschied zwischen den Übungsformen ist also signifikant.
Yoga fördert die Gesundheit der Zellen
Yoga verbessert nicht nur die Beweglichkeit. Auch die allgemeine Zellgesundheit wird mit regelmässigen Yogaeinheiten gestärkt. Wir können zwar die Biologie unseres Körpers nicht direkt verändern, aber wir können über das regelmässige Üben von Yoga und Meditation offenbar indirekt einen positiven Effekt ausüben, indem der oxidative Stress in den Zellen reduziert wird, DNA-Schäden und Entzündungsprozesse vermindert werden und sich so der biologischen Alterungsprozess der Zellen verlangsamt [3]. Oxidativer Stress ist ein wichtiger Grund für Schäden an der DNA der Zellen und damit mitverantwortlich für Fehlfunktionen in den Zellen, die die Regeneration und Entgiftung des Körpers behindern und zur Entwicklung chronischer Krankheiten beitragen können.
Aus einer zunehmenden Zahl an wissenschaftlichen Studien lässt sich ablesen, dass Yoga sich in den letzten Jahren zunehmend als integrative Gesundheitsvorsorge etabliert hat, die sich sehr positiv auf den Körper, die Psyche und die allgemeine Gesundheit auswirkt. Neben einer Verbesserung der Beweglichkeit können Yoga, Atemübungen und Meditation entscheidend dazu beitragen, das gesundheitliche Profil von Menschen mit Erkrankungen wie Depression, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Asthma, Diabetes und Krebs zu verbessern. Eine regelmässige Yogapraxis verbessert darüber hinaus die bewusste Körperwahrnehmung, wirkt lindernd bei Schmerzerkrankungen und mindert die negativen Effekte von innerem Stress auf Körper und Geist.
Viele ihrer wohltuenden Wirkungen verdanken die Yogapraxis und vor allem auch die Meditationspraxis einem Effekt, den der Arzt und Forscher Herbert Benson als «Relaxation Response» - Entspannungsreaktion - bezeichnet. [4]
Der «Relaxation Response» steuert körperlichen Stressreaktionen entgegen. Er beeinflusst die Gehirnchemie und das Nervensystem, indem er chemische und gehirnphysiologische Veränderungen bewirkt. Diese Veränderungen setzen Anspannungen in Muskeln und Organen herab und verbessern den Blutfluss zum Gehirn. Damit wirkt die Entspannungsreaktion einem Prozess entgegen, der zu chronischen körperlichen und seelischen Anspannungen führen kann und sorgt statt dessen für innere Ruhe, Erholung, einen langsameren Alterungsprozess und mehr Lebensqualität.
[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4339138/
[2] https://meridian.allenpress.com/ijyt/article/24/1/71/138166/Flexibility-of-the-Elderly-after-One-Year-Practice
[3] https://www.hindawi.com/journals/omcl/2017/2784153/
[4] Dr. Herbert Benson’s Relaxation Response. Learn to counteract the physiological effects of stress - https://www.floridamindfulness.org/resources/Documents/The%20Relaxation%20Response.pdf
Photo:
Ahmad Odeh on unsplash.com