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Wappen
In Blau ein gelber Löwe. Übernahme des Wappens der Gerichtsherrschaft Bürglen, das auf die Freiherren von Bürglen zurückgeht. Flaggenfarben: blau-gelb
Geschichte
Das auf einem Felsriegel erstellte „Bürglein“ und das Vorgelagerte, einst von einer Ringmauer umgebene Städtchen gehen auf die Freiherren von Bürglen zurück und ist erstmals 1176 urkundlich erwähnt. Das Städtchen hat seinen Namen von der Burg erhalten – damals „burgelon“, das heisst kleine Burg. Nachdem 1408 das Adelsgeschlecht ausgestorben war, wechselte die Burg, zwischenzeitlich zum Schloss erweitert, mehrmals den Besitzer; unter ihnen berühmte Familien wie die Herren von Sax oder von Klingenberg. Dem jeweiligen Schlossherrn gehörten nicht nur die meisten Häuser, sondern auch weite Teile des Gemeindegebietes. Das strenge Regime der Stadt St. Gallen, welche das Schloss mitsamt der Herrschaft Bürglen 1579 erworben hatte und durch einen Obervogt verwalten liess, lastete schwer auf der Bürgler Bevölkerung. Als dann 1798 im Thurgau die Untertanenverhältnisse aufgelöst wurden, verlor die St. Gallen ihre Herrschaftsrecht. Die Bürgler atmeten auf, obwohl der Obervogt ein ziemlich armes Dorf zurückliess. In den nächsten Jahren wechselten die Besitzer häufig bis 1874 die Gemeinde die Liegenschaft für 12 000 Franken kaufte und dort die Schule einrichtete.
Für Bürglen brach 1844 das Industriezeitalter an, als die Gebrüder Leumann eine Rotfärberei am Mühlekanal errichteten. Aus diesem Betrieb ging später eine Wollfärberei hervor. In diese Räumlichkeiten stellen heute verschiedene KMU-Betriebe ihre Produkte her.
Die Eröffnung der Thurtalbahnlinie rief noch weitere Industrie nach Bürglen: Eine Kammgarnspinnerei öffnete 1874 am ausgebauten Fabrikkanal ihre Tore. In Spitzenzeiten stellen rund 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Rohwolle hochqualifiziertes Kammgarn her. Seit der Stilllegung des Spinnereibetriebs werden die Räume durch verschiedenste Produktionsbetriebe genutzt.
Im Laufe der Zeit etablierten sich eine ganze Reihe kleinerer und mittlere Gewerbe- und Handwerksbetriebe im Dorf mit einer breiten Angebotspalette. Besonders stark vertreten ist heute die kiesverarbeitende Industrie, welche aus dem heimischen Rohstoff auch Fertigbeton und Strassenbeläge herstellt.
Dank der guten Verkehrslage, der lieblichen Landschaft und der vielgestaltigen Dorfkultur ist Bürglen ein lebenswerter Wohn- und Arbeitsort.