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Die frankreichweite Fall-Kontroll-Studie umfasst 2753 Fälle von akuter Leukämie bei Kindern im Zeitraum von 2002 bis 2007. Die Wohnadresse der Kinder wurde in Verbindung zu den 19 Kernkraftwerksstandorten gebracht. Mittels eines meteorologischen Emissionsmodells wurden verschiedene Dosisflächen rund um die Kernkraftwerke definiert. Die Studie zeigt, dass zwischen 2002 und 2007 14 Kindern im Umkreis von 5 km rund um die Kernkraftwerksstandorte an Leukämie erkrankt sind, was einer statistisch marginalen Erhöhung gegenüber dem landesweiten Mittelwert von 7,4 Fällen entspricht. Ausserhalb der 5-km-Zone oder im Vergleich der verschiedenen Dosisflächen sind keine Risikoerhöhungen fassbar. Die Autoren ziehen für die weitere Diskussion der Resultate Daten einer ähnlichen Studie heran, die den Zeitraum von 1990 bis 2001 auswertet. Diese vorherige Zeitspanne zeigte keine Erhöhung des Risikos für Kinder im Umkreis von 5 km um Kernkraftwerke, und dies wird auch bei einer Betrachtung über den gesamten Zeitraum (1990–2007) bestätigt.
Kein erhöhtes Risiko
Die Autoren der aktuellen Studie weisen in ihrem Bericht darauf hin, dass die erhöhten Werte für den 5-km-Radius nicht mit Emissionen aus den Kernkraftwerken erklärt werden können. Hierfür wäre eine Korrelation der Daten mit den verschiedenen Dosisflächen des meteorologischen Emissionsmodells erforderlich, was jedoch nicht belegt werden kann. Damit bestätigen diese Resultate die Erkenntnisse aus der deutschen KiKK-Studie vom Dezember 2007 («Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken») wie auch der Schweizer Canupis-Studie vom Juli 2011 (Childhood Cancer and Nuclear Power Plants in Switzerland). Beide Studien belegen, dass die Strahlung aus den Kernkraftwerken nicht als Ursache der Erkrankungen herangezogen werden kann.
Das französische Institut de radioprotection et de sûreté nucléaire (IRSN) hält in einer Mitteilung fest, dass aus dieser Studie keine direkten operativen Konsequenzen in Bezug auf das Risikomanagement für Bewohner in der Nähe französischer Kernanlagen gezogen werden können. Das IRSN werde zusammen mit dem deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Mitte 2012 ein internationales Seminar durchführen, um für künftige solche Studien eine gemeinsame Methodologie festzulegen und die Erforschung der Ursachen von Kinderleukämien zu koordinieren, die bis heute weitgehend unbekannt seien.
Quelle
D.S. nach International Journal of Cancer, Online, «Childhood leukemia around French nuclear power plants – the Geocap study, 2002–2007», 5. Januar, und IRSN, Analyse, 12. Januar 2012