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Als 13-Jährige zwangsverheiratet
Eun-Young wuchs in einem fast leeren Haus in Nordkorea auf. Ihre Mutter starb, als sie erst elf Jahre alt war, ihr Vater kümmerte sich kaum um sie und sie hatte keine Geschwister. «Ich hatte niemanden, man könnte es als Hölle beschreiben», erinnert sie sich heute. Um sich über Wasser zu halten, sammelte sie Dinge am Strand, die sie dann verkaufte. Als ihr Vater zwei Jahre später erneut heiratete, hatte sie nur noch einen Wunsch: aus Nordkorea zu fliehen.
Eine schwere Entscheidung
Sobald sie jemanden fand, der ihr bei der Flucht helfen könnte, packte sie ein paar Sachen zusammen und überquerte den Tumen, den Grenzfluss zu China. Sie hoffte auf ein besseres Leben in China – doch schnell merkte sie, dass die «Fluchthilfe» eine Falle gewesen war. Man stellte ihr ein Ultimatum: Entweder sie würde als Sexsklavin verkauft oder zwangsverheiratet werden. Sie entschied sich für die Heirat – mit 13 Jahren.
Der Mann, den sie heiraten musste, hatte eine Behinderung und war zudem stumm. Ausserdem konnte Eun-Young kein Chinesisch – erneut fühlte sie sich einsam und allein. Elf Jahre lang lebte sie mit ihrem Mann und bekam in der Zeit einen Sohn. «Der einzige Grund, weshalb ich es in dieser Zeit aushielt, war mein Sohn. Ich fühlte, dass mir endlich jemand nahe war.»
Das erste Gebet
Im Internet erfuhr sie eines Tages, dass sie als Nordkoreanerin völlig legal nach Südkorea gehen konnte. Über einen anderen Nordkorea-Flüchtling, auf den sie im Internet stiess, erhielt sie den Kontakt eines südkoreanischen Pastors. Er half ihr bei der Reise über Laos nach Thailand und von dort aus nach Südkorea – sein einziger Rat: «Bete zu Gott, dass er dich sicher hierherbringen wird!» Noch nie hatte sie von Gott gehört, aber sie betete und überstand die schwierige Reise.
Verändert
Doch zunächst musste sie einige Zeit in Thailand bleiben. Dort wurde sie zu einem Bibelstudium eingeladen. «Der Pastor erzählte mir viele Dinge. Er sagte mir, dass Gott mein Vater ist und dass ich seine wundervolle Tochter bin. Er sagte mir auch, dass ich vertrauensvoll leben kann, egal wo ich hingehe.»
Nach und nach wurde ihr hartes Herz weicher. «Früher war mein Gesichtsausdruck immer ziemlich hart. Aber von dem Moment an wurden meine Gesichtszüge weicher. Meine Mundwinkel gingen hoch, als ob ich lächeln würde.» Und sie übergab ihr Leben Jesus. «Ich wollte nicht die einzige sein, die von Gottes Rettung und seiner Freude weiss. Ich wollte anderen davon erzählen.» Bevor sie nach Südkorea reiste, stopfte sie ihren Rucksack voller Bibeln.
Heute lebt sie mit ihrem Sohn in Südkorea und berichtet jedem von Jesus. Im Rückblick auf ihr Leben in Nordkorea bezeugt sie: «Damals dachte ich nur an Geld und den Wert, den das Geld hat, aber jetzt hat sich meine Perspektive komplett verändert. Heute sind diese Dinge und das Materielle für mich bedeutungslos. Gott hat meine Perspektive verändert.»
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