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von Ostafrika führt die Reichsdienstflagge. Diese Flagge wird ebenfalls im Großtopp gesetzt. Ist eine Flagge nur auf halbe Höhe geheißt, d. h. weht sie halbstocks, so ist dies ein Zeichen der Trauer. Beim Tod eines Kommandierenden wird auch dessen Kommandozeichen halbstocks geholt. Durch Signalflaggen verständigen sich die Schiffe [* 2] untereinander oder mit einer Signalstation. Die Verständigung geschieht mittels der auf der Tafel: Flaggen [* 3] und Fernsignale des internationalen Signalbuchs abgebildeten 18 Flaggen, die der Einfachheit halber mit den ersten 18 Konsonanten des Alphabets, jedoch ohne deren Bedeutung, bezeichnet sind.
Durch Zusammensetzung von 2, 3 oder 4 Flaggen zu einem Signal lassen sich 78642 verschiedene Zeichen geben, deren Bedeutung aus dem auf jedem Schiffe vorhandenen Signalbuch (s. d.) ersichtlich ist. Die Ausführung eines Flaggensignals geschieht derart, daß die Flaggen in der gewünschten Reihenfolge untereinander befestigt und mittels Flaggleine an einem Mast aufgeheißt werden, so daß der Signalempfänger das Signal sehen kann. Die erste Flagge der Tafel, der rot-weiße Signalbuch- und Antwortwimpel, unter der Nationalflagge gesetzt, bedeutet, daß man mit dem fremden Schiff [* 4] zu sprechen wünscht, allein gesetzt, daß man das Signal verstanden hat. Da man, wenn nötig, auch buchstabieren kann, wobei allerdings jede einzelne Buchstabenbedeutung durch drei Signalflaggenbuchstaben gegeben werden muß, so ist auch jede nicht als Stichwort im Signalbuch enthaltene Mitteilung möglich. Ebenso können die Zahlen des Bestecks (s. d.) oder die Chronometerzeit übermittelt werden.
Bei größern Entfernungen, wo die Farbe der Signalzeichen nicht mehr erkennbar ist, bedient man sich der Fernsignale, wobei nur die Form der Zeichen in Betracht kommt. Dazu werden, wie die Tafel zeigt, Bälle, Flaggen und Wimpel, letztere am besten dunkel, genommen. Da jedoch durch diese drei Formen die Zahl der Kombinationen sehr beschränkt wird, so ist auch die Mitteilungsfähigkeit sehr viel geringer, als bei den farbigen Zeichen. Die internationalen Signalflaggen werden von allen Schiffen geführt, Kriegsschiffe sind außerdem noch mit besondern Signalflaggen für den Gebrauch ihres eigenen Signalbuchs ausgerüstet. (S. Signal.)
Die Notflagge wird geheißt, um andere Schiffe zu Hilfe zu rufen. Als internationale Notflagge gilt die Landesflagge, ihrer Länge nach zusammengebunden; man nennt dies «die Flagge weht im Schau». Die Quarantäneflagge ist bei allen Nationen gelb; sie muß von jedem Schiffe geheißt werden, das eine ansteckende Krankheit an Bord hat oder aus einem verseuchten Hafen kommt und deshalb unter Quarantäne gelegt wird. Will ein Schiff einen Lotsen haben, so wird die Lotsenflagge (Abbildung derjenigen für deutsche Schiffe s. Tafel: Flaggen des Deutschen Reichs, [* 1] Fig. 3, Bd. 5, S. 154) geheißt.
Die Kauffahrteischiffe haben außer der Nationalflagge auch noch Nummerflaggen an Bord, um sich daran auf weite Entfernungen zu erkennen. Nach der Pariser Deklaration von 1856 deckt die neutrale Flagge feindliches Gut, mit Ausnahme der Kriegskonterbande, d. h. in Kriegszeiten ist feindliche Ware vor Wegnahme sicher, wenn sie sich unter freundlicher oder neutraler Flagge befindet. Ebenso darf auch neutrales Gut unter feindlicher Flagge nicht mit Beschlag belegt werden. Die europ. Seestaaten haben diese Grundsätze angenommen. Die Vereinigten Staaten [* 5] von Amerika [* 6] haben sich jedoch geweigert und ihren Beitritt nur unter der Bedingung zugesagt, daß alle Kaperei zur See abgeschafft werde. Die Pulverflagge (im Inland schwarz, im Ausland rot) wird auf Schiffen oder Prähmen (s. d.) gesetzt, die Pulver geladen haben.