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Pfeffer
(Guineapfeffer, Beißbeere; piper hispanicum, fructus capsici), ein naher Verwandter des
Cayennepfeffers
und zuweilen selbst mit diesem Namen belegt, besteht aus den getrockneten lederartigen, äußerlich hochroten Fruchthülsen
der einjährigen, zu den Solaneen oder Nachtschattenpflanzen gehörigen Pflanze Capsicum annuum, die aus Südamerika stammt,
jetzt aber in allen wärmern Erdstrichen gezogen wird und auch bei uns in Gärten vorkommt, hier aber
in der Regel in Größe und Färbung der Früchte sehr zurückbleibt.
Die Ware ist geruchlos, entwickelt aber beim Reiben einen scharfen, zum Niesen reizenden Staub; der Geschmack ist brennend
scharf. Das Land, welches uns mit diesem beißendenGewürz, dort Paprika genannt, versorgt, ist Ungarn.
Die Pflanze wird dort schon des starken Selbstkonsums halber häufig gebaut; die Ernten mißlingen indes nicht selten und
die Ware steigt dann bis zum Doppelten der gewöhnlichen Preise. Die ungarischen „Paprikaschoten“ werden umsomehr geschätzt,
je größer sie sind und je feuriger ihr Rot ist. - Zoll s. Tarif Nr. 25 i.
Obwohl die ganze Pflanze viel Schärfe enthält, so findet sich diese doch besonders in den Früchten, die unter den
Namenspanischer, indianischer, brasilischer, türkischer, Taschen- oder Schotenpfeffer, Paprika im Handel vorkommen. Sie sind
im frischen Zustand geruchlos, geben aber getrocknet und zerrieben einen sehr scharfen, heftiges Niesen erregenden Staub, schmecken
brennend und nachhaltig scharf und wirken scharf und kräftig reizend auf die Verdauungsorgane, in großen Gaben selbst Entzündungen
erregend, äußerlich die Haut
[* 5] rötend und Blasen ziehend.