Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03292.jsonl.gz/132

Bisamrüßler (Myogale), eine Gattung kurzer, dicker Insektenfresser, mit 44
mehr
36 Zähnen, kurzen, fünfzehigen Schwimmfüßen, langem, geringeltem, am Ende seitlich etwas abgeplattetem Schwanze, ohne äußere
Ohren und mit ziemlich langem, sehr beweglichem, rundem Rüssel, an dessen Ende die verschließbaren Nasenlöcher stehen. Unter
der Schwanzwurzel liegt eine Moschusdrüse. Die Tiere leben in selbstgegrabenen Uferhöhlen, deren Ausgang unter das Wasser
geht, schwimmen vortrefflich und nähren sich hauptsächlich von Blutegeln, sowie von allen Arten Gewürm,
Schnecken und Insektenlarven, gelegentlich auch von kleinen Fischen.
Man kennt zwei Arten, die kleine Bisamspitzmaus Nordspaniens (Myogale pyrenaica Geoffr.), von den Spaniern Almizilero genannt, deren Körper
nur 25 cm lang wird, und den Desman oder Wuchuchol (Myogale moschata Brndt.), der Hamstergröße erreicht
und vorzugsweise die Flußgebiete des Don und der Wolga bewohnt. Man fängt das Tier dort mit Netzen im Wasser, namentlich während
des Herbstes, wo die Jungen erwachsen sind, und benutzt das oben rötlichbraune, unten weißlich aschgraue Fell (Bisam) zu
Verbrämungen der Winterkleider. Die eigentümlich vereinzelte geogr.
Verbreitung dieser beiden Arten kennzeichnet sie als letzte Überbleibsel einer einstmals weit verbreitet gewesenen Tiergruppe.
(Bisam- oder Moschusspitzmaus, Moschusbiber, Myogale Cuv.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Insektenfresser
und der Familie der Spitzmäuse (Soricidea), gedrungen gebaute Tiere mit sehr kurzem Hals, niedrigen Beinen mit fünf Zehen und
Schwimmhäuten, seitlich zusammengedrücktem, geringeltem oder geschupptem, spärlich mit Haaren besetztem Schwanz, sehr kleinen,
äußerlich nicht sichtbaren Ohren, kleinen Augen, in einen Rüssel verlängerter Nase und Moschusdrüsen
an der Schwanzwurzel.
Sie leben an Ufern in selbstgebauten Gängen, welche sich unter Wasser öffnen. Der Bisamrüßler (Desman, Wuchuchol, M. moschata
Brandt, s. Tafel »Insektenfresser«),
25 cm lang, mit 17 cm langem Schwanz, ist oben rötlichbraun, mit weißen Oberflecken, unten
weißlich aschgrau mit Silberglanz, bewohnt das südöstliche Europa, hauptsächlich das Land zwischen
Don und Wolga, auch die Bucharei und lebt in oft 6 m langen, mit einem über dem Wasser liegenden Kessel endenden Gängen an den
Ufern stehender oder langsam fließender Gewässer, wo er röhrenartige Gänge macht, die meiste Zeit aber im
Wasser zubringt. Seine Nahrung sind Blutegel, Würmer, Wasserschnecken, Insektenlarven etc. Wo er vorkommt, ist er sehr häufig,
auch scheint er sich ziemlich stark zu vermehren. Sein feinwolliges Fell wird zur Verbrämung von Mützen und Hauskleidern benutzt.
Die pyrenäische (M. pyrenaica Geoffr.) ist nur 26 cm lang, wovon die Hälfte auf den Schwanz kommt, oben
kastanienbraun, an den Seiten braungrau, am Bauch silbergrau und lebt am Fuß der Pyrenäen und vielleicht im ganzen nördlichen
Spanien.