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Ein altes Wirtschaftsschild: Meister Michel Wumard ist der
Erbauer des Zunfthauses der Waldleute in Biel. 1561, in der Morgen frühe des 17. April, wurde mit dem Bau begonnen. Die Zunft zum Wald, der die Bauhandwerker, Glaser, Schmiede, Zinngiesser,
Schlosser und Büchsenschmiede, Wagner, Hafner und Ziegler angehörten, vermehrte sich von Jahr zu Jahr und war so zur führenden Zunft geworden, der die Rangfolge von keiner andern
Gesellschaftstreitig gemacht werden konnte.
Als sich das Zunfthaus im Ring neben der Kirche als zu klein erwies, bot sich im Jahr 1732 der Zunft eine günstige Gelegenheit, ein geräumigeres Gebäude, nämlich die der Stadt gehörende Krone zu kaufen. Zwar hatten sich die Vertreter der Zunft zu spät entschlossen, und als sie mit ihrem Angebot kamen, war das Haus bereits an einen Gürlet verkauft. Nun machte aber die Zunft das Recht geltend, dass wenn ein Haus in der Stadt verkauft wird, bei gleichem Angebot ein Bieler vor einem Fremden stets das Vorrecht haben solle. Da Gürlet kein Bieler war, wurde der Kauf von der Stadt rückgängig gemacht, und nach dem er entschädigt worden war, ging die Krone durch den neuen Verkauf in den Besitz der Waldleute über. Am18.April 1732 traten die Waldleute zusammen, um zu beschliessen, was mit dem alten Zunfthause zu geschehen habe. Sie einigten sich dahin, es sei das Haus zu verkaufen und der Umzug in das neue Haus habe sofort zu erfolgen. Am 22. April kam das alte Haus unter den Hammer. Die Steigerung erfolgte in der Krone, in der sich seit Erbauung des Hauses 1581 eine Wirtschaft befand. Abraham Schneider von Nidau ersteigerte das Haus im Ring um 900 Kronen und 5 Dublonen Trinkgeld. Als er aber das Haus bezahlen, oder doch eine Anzahlung leisten sollte, zeigte es sich, dass er weder das eine noch das andere tun konnte und nicht einmal einen Bürgen aufzubringen vermochte. In Anbetracht dieser Verhältnisse wurde die Steigerung als ungültig erklärt und eine neue Steigerung musste ausgerufen werden. Diese war auf 8 Tage später angesetzt worden. Als sich kein Käufer einstellte, fand am 22. Mai eine dritte Steigerung statt, bei der das Haus von Abraham Dachselhofer und seiner Mutter, Margareta Lambelet, um 1750 gesteigert wurde. Aus dem Erlös verteilte die Zunft an alle ihre Mitglieder je 5 Dublonen. Die Krone wurde nun einer allgemeinen Reparatur unterzogen.
1734 musste auch die Turmspitze über dem Treppenturm ausgebessert werden. Die Windfahne dieses Turmes zeigt noch heute das Wappenschild der Waldleute: Drei Tannen auf einem Dreiberg. Dem Knopf auf der Helmspitze wurde bei dieser Gelegenheit eine Kupferplatte eingelegt, deren Inschrift meldet, dass die Waldleute das Haus 1732 gekauft haben. Dann folgen die Namen der Zunftvorsteher und der Arbeiter, welche die Reparaturen besorgt haben. Auch kurze Angaben über eine Überschwemmung, die unsere Gegend 1734 heimsuchte, und der Preis des Korns und des Weins sind beigefügt.
1732 liessen die Waldleute über der Wirtschaft im Erdgeschoss der Krone einen neuen Wirtschaftsschild anbringen. Auf die Ausführung dieses Schildes und des mächtig ausgreifenden Schildarmes wurde grosse Sorgfalt verwendet. Folgendes ist über die mustergültige Arbeit noch zu vernehmen: Der Entwurf rührte von der Hand des Bieler Goldschmiedes Friedrich Witz (1703—1758). Nach der Zeichnung dieses Goldschmieds schmiedete dann der Hufschmied Peter Weck das Eisen. Der Vertrag, den die Zunft mit dem Hufschmied Weckmachte, besagt, das wenn er die Arbeit sauber und zur Zufriedenheit aller ausführe, ein währschaftes Trinkgeld zu gewärtigen habe. Am 22. Mai bezog er für seine Arbeit 30 Kronen, in welchem Betrage das Verding gemacht war. Ausserdem bekam er ein Trinkgeld von 4 Kronen, das am 16. Dezember nachträglich noch um weitere 3 Kronen erhöht wurde. Man scheint demnach mit seiner Arbeit zufrieden gewesen zu sein. An dem grossen Aushängearm hing das Hauszeichen, eine grosse Krone. Für die Beschaffung der Krone war mit dem Kupferschmied Johannes Wanner in Biel ein Vertrag abgeschlossen worden. Am 28. August bezahlten ihm die Zunftmeister für 10 Pfund Kupfer, die er zur Verarbeitung benötigte und für seine Arbeit 14 Kronen 15 Batzen. Auch er bezog für gute Arbeit ein angemessenes Trinkgeld. Nachdem die einzelnen Teile fertig waren, wurden sie in der Werkstatt des Goldschmieds Witz, der den Entwurf gemacht hatte, zusammengestellt, und Witz hatten nun noch die Vergoldung zu besorgen. Für den Entwurf und die Vergoldung des Stangenwerkes, der Krone und der Laubranken bezog er von der Zunft am 15. September 10 Kronen. Sein jüngerer Bruder, der ihm bei der Arbeit hilfreiche Handgeliehen hatte, bekam ein Trinkgeld von 1 Krone 15 Batzen. Als in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts das Tavernenrecht von der Krone an die neue Wirtschaft zur Krone an der Kanalgasse übertragen wurde, mussten auch Schild-Halter und Krone des Meisters Witz an das neue Gebäude umziehen. Als später der schöne Aushängearm reparaturbedürftig wurde, kam er von der neuen Krone in die Werkstätte eines Schlossermeisters, wo er aus unbekannter Ursache fast dreissig Jahrelang verblieb. Als die Stadt voreinigen Jahren das historische Gebäude der alten Krone ankaufte, machte Schlossermeister Grüring-Dutoit der Stadt durch Abtretung des Schildhalters ein willkommenes Geschenk. Nun wurde das Kunstwerk wieder an seinem ursprünglichen Ort angebracht.
Leider war aber auf den langen Irrfahrten die Krone, die zu äusserst unter der tulpenartigen Verzierung mittelst dreier Kettenangehängt war, verlorengegangen und wurde durch eine Laterne ersetzt.
Die kunstvolle Arbeit ist wert, dass man nicht achtlos an ihr vorbeigehe. Jahrhunderte sind vergangen, seit dem die drei Bieler Schmiede, der Goldschmied, der Hufschmied und der Kupferschmied an ihr gewerkt haben. Manch vornehmer Besuch ist unter dem zierlichen Eisenarmausgestiegen, der die goldene Krone weit in die Gasse hinaushielt, um im Gasthaus zur Krone eine Mahlzeit einzunehmen, oder zu übernachten. Goethe ist hier abgestiegen, als er von Basel durch das Münstertal in die Westschweiz reiste, und aus dem Tagebuch von A. Perrot erfahren wir noch von manchem fürstlichen Besuch aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.
(Werner Bourquin, „Ein alter Wirtschaftsschild“ in Blätter für bernische Geschichte, Kunst und Altertumskunde, Nr. 1-2, 1922, S153ff)
Die Aushängeschilder Obergasse / Les enseignes de la rue Haute
Pro Patria: Auf beiliegendem Einschreibe-Ersttagsbrief finden Sie zwei Pro Patria 1980 Briefmarken. Die Briefmarke über Fr. -.40 und -.20 stellt das Handwerkerschild eines Barbiers dar. Dieses Schild befindet sich in der Untergasse 36 und ist heute noch die Zierde des Coiffeursalons vom ersten Ehrenpräsidenten Fritz Schänzli. Die Briefmarke über Fr. -.80 und -.40 stellt das Handwerkerschild eines bäckers dar. Dieses Schild befindet sich in der Untergasse 26 uns ist über dem Eingang der Altstadtbäckerei angebracht. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Bieler Postamt, war es möglich diese Marken mit dem Flaggenstempel ”das schöne alte Biel” abzustempeln zu lassen, obschon normalerweise der Stempel 100km Biel in der Maschine montiert war. Es wurden lediglich 50 Exemplare angefertigt. Das Exemplar des Altstadtleistes trägt die Nr. 0006
Pro Patria: L’enveloppe premier jour recomandée ci-jointe est munie de deux timbres Pro Patria 1980. Le timbre de Fr. -.40 + -.20 représente l’enseigne d’artisant d’un barbier. Cette enseigne se trouve à la rue Basse 36 et orne aujourdui encore le salon de coiffure du premier Prösident d’honneur Fritz Schänzli. Le timbre de Fr. -.80 + -.40 représente l’enseigne d’artisant d’un boulanger. Cette enseigne se trouve à la rue Basse 26 et est fixée au-dessus de l’entrée de la boulangerie de la vieille ville. Grâce à la bonne collaboration avec l’Office des postes de Bienne, il nous a été possible de faire oblitérer ces timbres avec la flamme « das schöne Biel » ( le beau vieux Bienne) bien que normalement la flamme « 100km » Bienne été montée dans la maschine. 50 exemplaires ont été confectionnés au total. L’exemplaire de la guilde de la vieille ville potre le No. 0006
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