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Der Künstler Andreas Walser
Erzählt wird die dramatische Geschichte des Churer Pfarrerssohns Andreas Walser (1908-1930), der 1928 nach Paris zog, um Künstler zu werden. Walser war hochbegabt, hypersensibel, morphiumsüchtig und Liebling des damaligen Pariser Kunstbetriebs. Picasso schätzte Walsers Bilder und stiftete Kontakte zu Galerien; Cocteau war in den homosexuellen Walser verliebt und vernetzte ihn mit der Pariser Künstler- und Literatenszene.
Seine Brieffreundschaften
In Davos lebte zur gleichen Zeit Ernst Ludwig Kirchner. Walser schickte dem berühmten Expressionisten Briefe mit Fotos eigener Arbeiten. Der «grosse Meister» (A.W.) antwortete: «Sie sind der erste Schweizer, den ich kenne, der wirklich das neue Sehen, das in der Kunst heute lebt, ahnt.» Gleichzeitig warnte er Walser in vielen Briefen vor den lebens- und kunstvernichtenden Drogen und vor der Homosexualität. Kirchner wusste, wovon er schrieb: Auch er war Morphinist.
Platonische Liebe
Andreas Walsers Freundschaft mit der jungen Sopranistin Bärby Hunger war tief, offen und – platonisch. Die 200 Briefe Walsers an Bärby Hunger erzählen von Höhenflügen und Abstürzen, von «Ruhmsucht» und Todeswunsch. Andreas Walsers Werk, entstanden in knapp zwei Jahren, blieb über fünfzig Jahre lang verschollen. 1981 wurde es zufällig auf einem Pariser Estrich entdeckt. Es belegt Walsers Rang im Umkreis der Avantgarde seiner Zeit.