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«Money», auf Englisch «Geld», ist der Titel eines Songs der britischen Kultband «Pink Floyd». Nomen est omen: «Money» hat Mediengeschichte geschrieben – und Millionen eingebracht.
Die Klingel einer Registrierkasse, das Rasseln von Kleingeld, das Klacken einer Münzgeldschublade: Der Anfang des Songs «Money» der britischen Progressive-Rock-Band «Pink Floyd», am 1. März 1973 auf dem Album «The Dark Side of the Moon» erschienen, ist eine blosse rhythmische Aneinanderreihung von Geräuschen. Erst nach neun Sekunden folgt das ikonische h-Moll-Bassgitarrenriff im Sieben-Viertel-Takt, und dann entfaltet sich der Song zur mit ihren sechs Minuten und 23 Sekunden epischen kapitalismuskritischen Anti-Hymne an den schnöden Mammon. «Money» sollte der erste US-Hit der britischen Band werden und erreichte Platz 13 in den «Billboard Hot 100», der einflussreichen Hitparade des gleichnamigen amerikanischen Branchenmagazins.
Money, it’s a crime. Share it fairly but don’t take a slice of my pie. Money, so they say, is the root of all evil today.
Geld, die Wurzel allen Übels: Seit dem kometenhaften Aufstieg des Albums, nach der Meinung vieler Musikkritiker eines der bedeutendsten Alben der Rock- und Popgeschichte, wird der von Bassist und Bandleader Roger Waters geschriebene Song «Money» – in der ursprünglichen Langversion oder als gekürzte Single-Auskopplung – zur akustischen Untermalung jeglicher Geldangelegenheiten verwendet: als Soundtrack des Actionfilms «The Italian Job» («Jagd auf Millionen») von 2003 mit Mark Wahlberg in der Rolle des Safeknackers Charlie Croker, in Fernsehserien, Dokumentarfilmen, Nachrichtenbeiträgen rund um den Globus.
Dabei waren schon die Aufnahmen zu «Money» ein produktionstechnisches Abenteuer. Selbst wenn die Geräusch-Loops natürlich klingen, war ihre Inszenierung eine Meisterleistung: Drummer Nick Mason bohrte Löcher in britische Pennymünzen und fädelte sie anschliessend auf eine Schnur, die, vor dem Mikrofon im eigenen Heimstudio geschüttelt, das charakteristische Rasseln ergab. Andere Geräusche stammen von Waters selbst, der Geldstücke in einem Kochtopf schüttelte. Die Kassenklingel stammt aus einem Geräuscharchiv; mit den Musikaufnahmen zum Gesamtkunstwerk montiert wurde «Money» schliesslich in den mit den «Beatles» berühmt gewordenen Abbey-Road-Studios in London.
Money, ausgerechnet «Geld»: Bis zu diesem Album waren Pink Floyd arm wie Kirchenmäuse. «Am Anfang haben wir so gut wie nichts verdient. Veranstalter zahlten manchmal keine Gage, weil sie meinten, was wir machten, sei gar keine Musik. So um 1970 waren wir mit 15 000 Pfund verschuldet. Wir genehmigten jedem von uns nur 7 Pfund und 6 Shilling die Woche. Mit dem Rest stotterten wir Schulden ab», gab Drummer Nick Mason 2014 der «Süddeutschen Zeitung» zu Protokoll. Das sollte sich gründlich ändern: Die Gesamteinnahmen der Band werden heute auf viele Hundert Millionen Euro geschätzt.
Money, get away. Get a good job with more pay and you’re okay. Money, it’s a gas. Grab that cash with both hands and make a stash.
Scheffle Geld und bunkere es: Aller Kapitalismuskritik zum Trotz trug «Money» dem Komponisten Roger Waters eine Menge Geld ein. Obwohl er sich 1985 im wüsten Streit mit dem Gitarristen David Gilmour von «Pink Floyd» getrennt hatte, schätzte ihn das einflussreiche US-amerikanische Branchenmagazin «Billboard» 2018 nach wie vor als einen der zehn meistverdienenden Musiker der Welt ein. Und Drummer Nick Mason, ein passionierter Rennfahrer, besitzt eine Privatsammlung von 35 Oldtimern und Rennautos, darunter einige sehr seltene Exemplare mit Millionenwert.
Money, it’s a hit.
Geld bleibt ein Knüller: An der bislang einzigen «Reunion Show», dem Benefiz-Konzert «Live 8» vom 2. Juli 2005 im Londoner Hyde Park, zu dem sich die einstigen Streithähne erstmals seit 20 Jahren wieder trafen, spielten die wiedervereinigten «Pink Floyd», wen wundert’s, ihren Welthit «Money».