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3.4 km
Publiziert: 26 Mai 2013
Am 18. und 25. Mai sowie am 1. Juni lädt Ruggero Leoncavallo zum 18. Mal nach Brissago ans Klassikfestival ein.
Ottavio Palmieri ist der Ideator dieser Klassiktage an den Gestaden des Lago Maggiore, von denen Samstag der 1. Juni den letzten Abend darstellt. Dass sie im Grenzort Brissago stattfinden, hat mit dessen Ehrenbürger zu tun. Ruggero Leoncavallo liess sich dort nämlich die prächtige Villa Myriam bauen, nachdem sein Erfolgsstern immer heller leuchtete. Gleich daneben entstand auch aufgrund seines Engagements das famose Grandhotel, das gebildete und illustre Menschen aus Europa zu seinen Gästen zählen konnte. Nachdem der inzwischen Weltberühmte Librettist von einer erfolgreichen Tournee seiner Oper Il Rolando aus Berlin zurückgekehrt war, verlieh ihm die dankbare und bewundernde Gemeindeversammlung die Ehrenbürgerschaft. Leider konnte Leoncavallo mit Klaviertasten besser umgehen als mit Geld. Bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs blieb er noch in Brissago, dann zog es ihn nach Montecatini Terme, wo er 1919 starb. Er wurde im gleichen Jahr in Florenz bestattet und kehrte erst 1989 wieder nach Brissago zurück, wo er in der Säulenhalle der Kirche Madonna di Ponte seinen Frieden finden konnte.
Seit Leoncavallo Brissago verlassen hat, hat sich viel verändert. Das Grand Hotel existiert nicht mehr, auch nicht die Villa Myriam und schon gar nicht der Geist jener Zeit. Was daran erinnert, ist das jährlich stattfindende Festival Ruggero Leoncavallo unter der Leitung des Tenors Ottavio Palmieri, sowie das Museo Leoncavallo. Das Standbild vor dem Museum im Palazzo Branca-Baccalà ist übrigens eine Roland-Statue, ein Geschenk des letzten Deutschen Kaisers Wilhelm II. an seinen Lieblingskomponisten Leoncavallo. In dem im Jahr 2002 eröffneten Museum wird anschaulich präsentiert, dass Leoncavallos Schaffen keineswegs auf seine I pagliacci reduziert werden kann – zu gross und bedeutend ist sein kompositorisches Werk. Prunkstück des Museums ist Leoncavallos vollständig restaurierter Hammerflügel Erard Paris aus dem Jahr 1841, eine absolute Rarität. (Buchtipp Konrad Dryden: Leoncavallo. Life and Works, Toronto 2007.)
Das lyrische Konzert, welches am 1. Juni den Anlass beschliesst, sieht die Sopranistin Fiorella Prandini, den Tenor Diego Cavazzin und die Mezzosopranistin Tania Pacilio, begleitet von Giovanni Brollo am Klavier. Mit ihnen wird auch der Bariton Eugene Chan das Fest des Tenors aus Brissago abschliessen.