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Basel, 2012 datiert
Herausgeber: TagesWoche, Basel
Karton, Papier
H. 9 cm, B. 6 cm
Inv. 2012.330.
Im Hinblick auf die Wahlen vom 28. Oktober 2012 veröffentlichte die Wochenzeitung TagesWoche zusammen mit der GGG Basel (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige) ein Polit-Quartett mit neun Grossrätinnen und 23 Grossräten. Das Quartettspiel sollte die Basler Bevölkerung mit einem Augenzwinkern zu Diskussionen über Politik anregen und auf die Wahlen hinweisen.
Für das Quartett wurden die 100 bisherigen Grossräte und Grossrätinnen nach sechs Kriterien bewertet: Anzahl der Amtsjahre, Stimmen bei der letzten Wahl, Absenzen, Vorstösse, Medien-Nennung, Facebook-Freunde. Danach wurden allen Politikerinnen und Politikern Punkte für ihr Abschneiden pro Kriterium, relativ zum Sieger oder der Siegerin des jeweiligen Kriteriums, gutgeschrieben und daraus ein Politiker-Ranking erstellt. Das Ranking wurde auf der Website der TagesWoche veröffentlicht. Es ist ob der relativ willkürlichen Auswahl der Bewertungskriterien mit grosser Vorsicht zu geniessen. Nirgends wird zum Beispiel erklärt, was die Anzahl von Facebook-Freunden über das politische und gesellschaftliche Engagement eines Politikers aussagen soll.
Die Auswahl der 32 in dem Quartett vorkommenden Politiker und Politikerinnen wurde von der TagesWoche getroffen und folgt keinen klar deklarierten Auswahlkriterien. Jeweils vier Politiker und Politikerinnen sind in einer der acht nicht ganz ernstzunehmenden Kategorien: Präsidenten/Innen, Facebook-Nerds, Stimmensammler, Medienlieblinge, Vorstosskönige, Schnauz oder Brille, Doppelnamen und Vielbeschäftigte zusammengefasst. Auf jeder Karte sind unter dem Bild und dem Namen die oben genannten sechs Kriterien plus das Politiker-Ranking mit einem Zahlenwert aufgelistet.
Beim Spiel selbst handelt es sich um ein simples Stichspiel. Bevor das Spiel losgehen kann, müssen sich die Spieler darüber einig werden bei welchem Kriterium hohe Werte (z.B. Stimmen bei den letzten Wahlen) oder niedrige Werte (z.B. Absenzen) besser sind. Die Karten werden gemischt und gleichmässig an die Spieler verteilt. Wer an der Reihe ist, nennt ein Kriterium und die entsprechende Zahl seiner Karte. Gewinnt ein Spieler den Stich, bekommt er die Karte seines Gegners. Wenn ein Spieler alle Karten besitz, ist das Spiel gewonnen. Die Adaption eines früher vor allem bei Kindern beliebten Spielprinzips auf die Basler Politik ist nur zum Teil gelungen. Im Praxistest erweist sich das Spiel als schlecht ausbalanciert. Wer Werte ansagen kann, gewinnt in den meisten Fällen den Stich. Der Spielreiz ist schnell erschöpft. Es bleibt zu hoffen, dass das Polit-Quartett stärker zur politischen Partizipation bei den Basler Wahlen 2012 beigetragen hat, als es zum Spielen anregt.