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ikr: Der Einsatz für Frauen in bewaffneten Konflikten wird ausgebaut
Vaduz (ots/ikr) - In Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen benötigen Frauen besonderen Schutz. Sie machen zusammen mit den Kindern rund 80 Prozent aller Kriegsflüchtlinge aus und sind vorrangig die Opfer sexueller Gewalt. Gleichzeitig werden Frauen bei Friedensverhandlungen und in der späteren Phase der Friedensbildung und Versöhnung zu wenig einbezogen. Dies ist einer der Gründe, weshalb sich viele Friedensvereinbarungen in der Praxis als mangelhaft und von kurzer Dauer erweisen.
Der UN-Sicherheitsrat hat sich dieser Problematik angenommen und im Jahr 2000 die wegweisende Resolution 1325 verabschiedet. Liechtenstein ist aktives Mitglied in der Freundesgruppe "Frauen, Frieden und Sicherheit" und setzt sich im Rahmen der Vereinten Nationen dafür ein, dass diese Resolution konsequent von allen Akteuren umgesetzt wird. Der Schutz und die Förderung der Rechte von Frauen ist eine der Prioritäten in der liechtensteinischen Aussenpolitik. Regierungsrätin Dr. Aurelia Frick: " Es ist mir wichtig, das politische Engagement durch konkrete Projekte im Rahmen der internationalen humanitären Zusammenarbeit und Entwicklung umzusetzen. Liechtenstein ist ein Partner, der Solidarität lebt."
Bereits im Jahr 2010 wurde die Erarbeitung eines Handbuchs finanziert, welches mittlerweile durch eine iPhone-Applikation ergänzt wurde. Diese Hilfsmittel werden von Diplomaten, aber auch von humanitären Mitarbeitenden im Feld, rege benutzt und sollen jeweils aktualisiert und technisch verbessert werden.
Unterstützung erhalten in diesem Jahr auch die Organisation "Global Network of Women Peacebuilders" sowie das UN-Departement für friedenserhaltende Massnahmen für die Förderung von Frauenorganisationen im Süd-Sudan respektive in Afghanistan. Die Zusammenarbeit mit dem "Afghan Women's Network" baut auf einem internationalen Workshop auf, der Anfang 2012 in Liechtenstein durchgeführt wurde. Mit dem Projekt können zentrale Empfehlungen dieses Workshops umgesetzt werden.
Das Centre for Humanitarian Dialogue und die Organisation Concordis International sind im Bereich der Friedensmediation tätig. Die jährlichen Beiträge Liechtensteins sollen primär den verstärkten Einbezug von Frauen bei Friedensverhandlungen und bei Massnahmen zur Friedenserhaltung und Versöhnung fördern.
Der Prävention und Verhinderung von sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten und der Respektierung der Rechte von Frauen dient die Unterstützung der Organisation Geneva Call. Sie engagiert sich für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte durch nicht-staatliche Akteure. Diese Akteure stellen in der überwiegenden Zahl der bewaffneten Konflikte die "andere Hälfte" der Konfliktparteien, die über herkömmliche auf Staaten ausgerichtete Abkommen nicht eingebunden werden.
Mit der Unterstützung dieser Projekte leistet Liechtenstein einen wesentlichen Beitrag für die Umsetzung der Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit, wobei sowohl die Aspekte Prävention und Schutz, als auch die stärkere Beteiligung von Frauen berücksichtigt werden.
Kontakt:
Amt für Auswärtige Angelegenheiten
Andrea Hoch
T +423 236 60 62