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Aufgewachsen als zweitjüngstes von zwölf Kindern in einer Bauernfamilie, trat er mit zwölf Jahren in ein Kloster ein und wurde bald Einsiedler. Sein zurückgezogenes Leben hatte grosse Ausstrahlung, sodass er bald viele Anhänger hatte. Darauf wurde ein Orden gegründet, dem er als Abt vorstand. Aber nach sechs Jahren gab er die Leitung wieder ab, um sich auf sein Einsiedlerdasein zu konzentrieren. Als er bereits ein alter Mann war, fand wieder einmal eine Papstwahl statt. Doch diesmal blockierten sich die Parteien gegenseitig. Und als nach zwei Jahren immer noch kein neuer Papst gewählt war, schrieb Pietro da Morrone, wie er bis dahin genannt wurde, dem Wahlgremium, sie sollten nun endlich vorwärts machen. Das brachte dieses wiederum auf die Idee, ihn zu wählen, da er keiner der beiden Parteien angehörte.
Gesagt, getan. Das war nun das Letzte, was Pietro gewollt hatte. Lange weigerte er sich, die Wahl anzunehmen. Schliesslich konnte man ihn überreden. Doch schon bald nach der Übernahme der Papstwürde stellte sich heraus, dass er tatsächlich nicht für dieses hohe Amt geeignet war. Dem Einsiedler fehlte schlicht die Erfahrung im Umgang mit der Welt. Papst Coelestin V. war nicht wohl in seinem Amt. Und so trat er nur wenige Monate nach seiner Wahl vom Papstamt zurück.
Nun gibt es immer wieder die Situation, dass Menschen in Ämter gewählt werden, für die sie nicht geschaffen sind. Aber nur selten erlebt man es, dass sie das auch merken und die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Insofern ist das Verhalten Coelestins so selten wie beispielhaft.