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Er rasierte seine Kundschaft im Coiffeursalon oder bei der besseren Kundschaft zu Hause. Das Rasieren mit dem grossen Rasiermesser wahr nur mit beträchtlichem Risiko selbst zu bewerkstelligen. Je nach Stand lies man sich jeden zweiten Tag oder einmal wöchentlich rasieren.
Aus hygienischen Gründen hatte jeder bessere Kunde seine eigenen Rasierutensilien beim Coiffeur hinterlegt. Deshalb stand im Coiffeursalon ein grosser Schrank mit Dutzenden von kleinen nummerierten Schubladen, sie enthielten immer Seife, Pinsel, Seifenschale und Alaunstift (zur Blutstillung) und das persönliche Parfüm (Veilchenduft).
Das Schneiden der Haare, Wellen mit der Brennschere, die Schnauzpflege usw. waren Zusatzleistungen.
Oft boten die Coiffeure noch Haararbeiten an, fertigten Perücken und Haarteile und ersetzten die abgeschnittenen Haare der Kinderpuppen durch neue.
Ein herber Einschnitt erfuhr das Gewerbe durch das Aufkommen des Gillette Klingenrasierers nach dem 1. Weltkrieg. Mit diesem einfachen Barthobel war «Mann» nun plötzlich selbst in der Lage sich ohne Schnittverletzungen zu rasieren.
Viele Coiffeure verloren ihr bisheriges Auskommen, alleine für das gelegentlichen Haarschneiden waren zu viele Coiffeure vorhanden.