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Im April finden sich die hellen Planeten Jupiter, Saturn und Venus bis vor Sonnenaufgang in der zweiten Nachthälfte. Am Abend sehen wir nach wie vor den rötlichen Mars, der uns hilft, zwei Sternhaufen zu finden und einer roten Konkurrenz am Himmel begegnet.
Text Marc Horat
Hellstes Gestirn in diesem Monat ist der Riesenplanet Jupiter. Er bewegt sich auf seine beste Sichtbarkeitsperiode zu und dominiert den Nachthimmel nach Mitternacht über dem Südhorizont. Unsere Erde setzt nun an, ihn auf ihrer Umlaufbahn auf der Innenbahn im Sonnensystem zu überholen. Deswegen können wir über die nächsten Wochen eine interessante Bewegung mitverfolgen: Eine so genannte Oppositionsschleife. Schon im März verlangsamte sich Jupiters scheinbare Bewegung relativ zu den Sternen immer mehr, er wanderte von rechts nach links über die Sternbilder. Am 10. April kommt nun diese Bewegung zum Stillstand und kehrt sich danach sogar um. Im Vergleich zu den Hintergrundsternen wandert der Planetenriese dann plötzlich von links nach rechts! In gut zwei Monaten stehen sich Erde und Jupiter dann auf ihren Bahnen am nächsten (Opposition) und diese rückläufige Bewegung erreicht ihren Höhepunkt. Über die nächsten zwei Monate verlangsamt sie sich dann wieder und kehrt die Richtung abermals um, Jupiter bewegt sich dann wieder rechtläufig zu den Sternen.
Im Altertum stellte die Erklärung dieser Bewegung die Himmelskundler vor gröbere Probleme. Sie gingen davon aus, dass sich die Erde im Zentrum des Planetensystems befindet und sich alles andere in Kreisbahnen um sie herumbewegte. Damit lassen sich aber die Oppositionsschleifen nicht erklären und so mussten sie zu einem Kniff greifen: Wenn die Planeten sich selbst auf Kreisbahnen auf ihren Umlaufbahnen bewegen, ging es wieder auf. So hielt sich das geozentrische Weltbild in der westlichen Welt für viele hundert Jahre. Erst im 16. und 17. Jahrhundert gelang es, ein Weltbild mit der Sonne im Zentrum des Planetensystems zu etablieren. Damit liess sich die beobachtete Bewegung der Planeten auf einfachere Art und Weise erklären und berechnen, nämlich als Überlagerung von unterschiedlich schnellen Bahnbewegungen beim Umlauf zweier Körper um die Sonne.
Etwa zwei Stunden nach Jupiter geht der Ringplanet Saturn auf. Auch er bewegt sich langsam auf seine Beste Sichtbarkeit des Jahres zu und beginnt am Ende des Monats seinerseits mit einer Oppositionsschleife. Vor Sonnenaufgang können wir dann noch die helle Venus über dem Osthorizont ausmachen. Ihre Sichtbarkeitsbedingungen werden aber kontinuierlich schlechter, da sie sich näher zur Sonne hin und somit tiefer in die Dämmerung hinein bewegt.
Nach Sonnenuntergang ist in der ersten Nachthälfte weiter der rötliche Planet Mars zu sehen. Auch wenn er nicht mehr allzu hell am Himmel steht, findet man ihn über dem Westhorizont und er weist uns den Weg zu ein paar interessanten Orten am Frühlingshimmel. Zu Monatsbeginn steht er in der Nähe des bekannten Sternhaufens der Plejaden, auch genannt Siebengestirn. Dies ist eine Gruppe von jungen Sonnen, welche bei dunklerem Himmel gut zu sehen ist. Der Sternhaufen selbst besteht aus mehreren Tausend Sternen, wir sehen davon aber von Auge nur die hellsten Mitglieder. Mars wandert dann im Laufe des Monats weiter in Richtung Nordosten und begegnet den Hyaden. Dies ist ein weiterer, wenn auch nicht ganz so kompakter Sternhaufen im Sternbild Stier – Ein Blick durch den Feldstecher lohnt sich aber in beiden Fällen. Direkt daneben finden wir den hellen, rötlich scheinenden Hauptstern des Stieres: Aldebaran. Zusammen mit dem ebenfalls rötlichen Mars ergibt sich ein schönes Bild am Himmel und die unterschiedlichen Rottöne der beiden Gestirne lassen sich leicht vergleichen. Am Abend des 8. April bietet sich zusammen mit der zunehmenden Mondsichel eine hübsche Konstellation aus Mars, Plejaden und Aldebaran über dem Westhorizont.