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Von 1290-1298 gehörte die Gemeinde Urmein kirchlich zur Pfarrei St.Johann Baptist auf Hohenrätien. Die Urmeiner besuchten die Gottesdienste in Flerden, wo sie auch getauft und bestattet wurden. Nach der Auflösung der Pfarrei Hohenrätien im Jahr 1505 kam Urmein zu St.Gallus in Portein. Die Reformation trat in Urmein wie bei den meisten Heinzenberger-Gemeinden um 1530 ein.
Den Anstoss zu einem Kirchenbau in Urmein gab 1719 der damalige Pfarrer von Flerden Casper Grass. Er ermahnte die Urmeiner eindrücklich zum Bau einer Kirche. Jungfrau Menga Marchion schenkte der Kirchgemeinde den Bauplatz. Es wurde beschlossen, die Kirche im Gmeinwech zu bauen. Insgesamt 29 Familien haben zudem Bargaben beigesteuert. Baumeister war der einheimische Casper Scharias. Im Herbst 1722 waren Kirche, Turm und der Friedhof fertig gebaut. Es handelt sich somit um einen nachreformatorischen Bau. Die Kirche bietet Platz für 180 Personen.
Nachdem sich Urmein 23 Jahre mit einem kleinen Glöcklein hatte begnügen müssen, bestellte man im Mai 1745 bei Johannes Schmid von Grüneck in Chur zwei Glocken. Das alte Glöckchen wurde eingeschmolzen. Die neuen Glocken wurden am 21. August 1745 abgeliefert.
1904 erhielt die Kriche als Ersatz für das Schindeldach ein neues Dach aus Weissblech. 1918 und 1927 goss die Firma Rüetschi in Aarau zwei neue Glocken, da die alten Glocken gesprungen waren. Die alten Glocken wurden jeweils eingeschmolzen.
Glocke 1:
Durchmesser 85 cm; Tonart: h`: Gewicht 350 kg mit der Inschrift:
ICH RUFE EUCH ZUM HAUS DES HERRN, DAS WORT GOTTES ANZUHÖHREN
Glocke 2:
Durchmesser 71 cm; Tonart: D``: Gewicht 227 kg mit der Inschrift:
LOBE DES HERRN NAME EWIGLICH
1955/1656 wurde die Kirche renoviert und der Turm erhielt eine Turmuhr mit einem Ziffernblatt. 1979 wurde das Kirchendach mit braunen und schwarzen Eternitplatten neu eingedeckt. Ebenfalls wurde die Stromzuleitung verkabelt und eine Blitzschutzanlage montiert. 1980 wurde auch der Kirchenturm neu eingedeckt, die Turmkugel wurde vergoldet und darin verschiedene Schriften über die Gemeinde Urmein für die kommende Generation eingelegt. Der Hahn auf der Turmspitze wurde erneuert und an der Westseite ein zweites Ziffernblatt neu angebracht.
Am 29. Juli 1985 konnte die neue Orgel eingeweiht werden. Sie ersetzt das alte Harmonium.
Text: Hans Batz, Band II