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Der männliche Haarschwund verläuft in typischen Stadien
Was den Abschied vom Haupthaar betrifft, sind Männer Leid gewohnt. Wer seinen Vater und Grossvater nur mit hoher Stirn oder kahlem Hinterkopf kennt, blickt oft in die eigene Zukunft. Der erbliche Haarausfall ist bei Männern verbreitet. Und er kann früh einsetzen: Manchmal lichtet sich das Haar schon im sehr jungen Alter von 18 bis 20 Jahren.
Erstes Anzeichen: Die Geheimratsecken
Zuerst zeigt sich der hormonelle Haarausfall bei Männern im Stirnbereich: Der Haaransatz weicht an den Schläfen („temporal“) zurück und bildet die typischen Geheimratsecken. Nicht immer setzt sich der Schwund fort. Der Haarwuchs am Hinterkopf kann trotzdem bis ins hohe Alter voll und kräftig bleiben.
Das zurückweichende Schläfenhaar hatte früher gar kein so schlechtes Image. Begriffe wie „Geheimratsecken“ – regional auch Hofratsecken oder Ratsherrenecken – beziehen sich auf Amtswürden, die Männer der betroffenen Altersgruppe innehatten. So war der männliche Haarschwund zum Symbol für ein Mehr an Ansehen und Einfluss, so wie die „Denkerstirn“ ihn (scherzhaft) auf einen aktiven Intellekt bezieht.
Von kahlen Schläfen bis zur Glatze
Für viele Männer ist dies aber nur der Anfang, und der androgenetische Haarausfall setzt sich fort. Im weiteren Verlauf entsteht eine Haarlichtung am Hinterkopf, die allmählich wächst, bis sie mit der kahlen Stirn zur Glatze zusammenfliesst.
Ausgespart sind nur die Haare am unteren Hinterkopf: Selbst bei weitreichendem hormonbedingtem Haarverlust bleibt Männern der typische Haarkranz erhalten.
Haarverlust in sieben Stadien: Das Hamilton-Norwood-Schema
1951 entwickelte James Hamilton eine Beschreibung des hormonell-erblichen Haarverlusts bei Männern, die später von O’Tar Norwood erweitert wurde. Bei 80 Prozent aller betroffenen Männer lichtet sich das Haar in den sieben Stadien dieses so genannten Hamilton-Norwood-Schemas. Seltener konzentriert sich der männliche androgenetische Haarausfall (wie bei Frauen) auf die Scheitelregion.