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Das römische Kaiserreich ging im 4. Jahrhundert allmählich seinem Niedergang entgegen. Flavius Valentinianus regierte von 364 bis 376 als Valentinian 1. und war wohl der letzte grosse römische Kriegerkaiser. Unter seiner Herrschaft wurden auf dem Gebiet der heutigen Schweiz die letzten kraftvollen Bemühungen unternommen, die Rheinlinie zu befestigen. Eine lange Kette von Wachttürmen sowie einigen Festungen und Brückenköpfen jenseits des Rheines sollten vorn damaligen Rätien bis zur Nordsee ein Bollwerk gegen die germanischen Stämme bilden. Die Truppen, denen der Grenzschutz anvertraut war, kamen vielfach schon lange nicht mehr aus Rom. Es waren germanische Soldaten in römischen Diensten, welche die Grenzlande gegen ihre Stammesbrüder verteidigten. Die Dienstzeit eines Soldaten betrug 20 Jahre.
Der abgebildete Soldat unterscheidet sich wesentlich vom Bild des römischen Legionärs der vorangegangenen Jahrhunderte. Er steht gerade mit Schild und Speer im Kampf gegen Alamanni. Die schwere Kampfausrüstung besteht aus dem Helm und einem Kettenhemd, genannt Lorica hamata. Darunter trägt er einen hellen Rock aus Leinen mit roten Zierornamenten, Der breite Soldatengurt war ein Statussymbol, an ihm hängt das lange Schwert, genannt Spatha.
Zu jener Zeit hatten die Truppen Roms Kleidungsstücke der „Barbaren“ übernommen, so etwa Hosen. Die Hosenbeine stecken in hohen Wickelgamaschen, an den Füssen trägt der Soldat lederne Schnürsandalen. Dieses Schuhwerk war halbwegs geschlossen und zeigte mehr keltischen und germanischen Einfluss als die klassischen römischen Caligae.
Roger Rebmann, Basel