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“Wir haben keine Ahnung, wie die Waffen dahin gelangt sind”, sagt ein Mitarbeiter der Retablierungsstelle der Armee in St.Gallen. Aktuell werden drei Schweizer Armeegewehre aus dem letzten Jahrhundert in einer Auktion in den USA verkauft. Die Karabiner aus den Jahren 1903 bis 1909 tragen alle eine Kennung und eine Inventar-Nummer des Zeughauses St.Gallen, doch wurden diese Inventare nie digitalisiert.
Der Mitarbeiter der Retablierungsstelle erklärt sich das Auftauchen der Waffen aus St.Gallen so: “Die Waffen gingen oft in privaten Besitz oder an Waffenhändler und nicht jede wurde registriert. Es ist durchaus möglich, dass die Gewehre so über Sammler nach Amerika verkauft wurden.”
“Tausende Schweizer Waffen ins Ausland”
Der lokale Waffenhändler Fredy Hediger nervt sich über die Amerikaner: “Die spinnen doch – jedes Jahr gehen tausende Schweizer Armeewaffen in die Staaten und die sind meist nirgends registriert!” Über Waffenbörsen gehen die unregistrierten Waffen an Sammler und Schützen, sagt Hediger.
Sammler zahlen ein Vermögen für Schrott
Die drei zum kauf angebotenen Waffen aus St.Gallen werden zum Stückpreis von etwa 340 bis 350 Franken angeboten und verkauft: “Das Sechsfache vom üblichen Verkaufswert! Und hier werden drei Viertel der Karabiner verschrottet, weil die Leute sie abgeben”, nervt sich Hediger.
Frühere Besitzer unbekannt
Auf einer der drei Waffen ist noch der Namen des Füsiliers sichtbar, der sie einst getragen hat: Jakob Zogg aus Flawil. Mehrere Versuche, ihn oder seine Nachfahren ausfindig zu machen, blieben erfolglos. Auch wenn sich jemand melden würde, hätte er keine Besitzansprüche mehr auf die Waffe: “Das wäre zwecklos, da wohl mittlerweile jemand anderes die Waffe für sich beansprucht”, heisst es bei der Retablierungsstelle.
(rar)