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Land of Dreams
Regie: Shirin Neshat, Shoja Azari
Darst.: Sheila Vand, Matt Dillon, William Moseley, Isabella Rossellini, Anna Gunn, Christopher McDonald, Robin Bartlett, Joaquim de Almeida, Gaius Charles u.a.
Simin, eine iranischstämmige Amerikanerin, arbeitet in einer Provinzstadt für das US-amerikanische Census Bureau als Traumfängerin. Ihre Aufgabe: von Haustür zu Haustür gehen, Menschen zu ihren Träumen befragen und die Gespräche aufzeichnen. Das alles tue die Regierung nur zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger, erklärt Simin jeweils ihren wenig begeisterten Gesprächspartner:innen. Nach einiger Zeit überträgt Simins Chefin Nancy ihr eine neue Aufgabe: Sie soll ein Camp in der Wüste infiltrieren, in dem iranische Revolutionäre interniert sind, die vor dem Mullah-Regime flüchteten. Auch über deren Träume soll Simin Informationen sammeln. Der Besuch im Camp destabilisiert Simin so sehr, dass sie fortan kaum etwas anderes zu tun vermag, als sich mit ihren ambivalenten Gefühlen gegenüber den USA zu arrangieren. Verstärkt wird dieser Zustand durch ständige Auseinandersetzungen mit zwei rivalisierenden Männern: ihrem von Matt Dillon gespielten Leibwächter Alan und dem hoffnungslosen Romantiker Mark, der behauptet, in sie verliebt zu sein. Die Regisseurin Shirin Neshat, seit den 1990er-Jahren als bildende Künstlerin weltbekannt, ist wie ihr Alter Ego Simin iranischstämmige Amerikanerin. Neshats dritter langer Kinospielfilm «Land of Dreams» ist aus einer gleichnamigen, 2019 realisierten Videoinstallation hervorgegangen. Als Co-Regisseur des Films amtiert ihr Landsmann und Ex-Ehemann Shoja Azari, der auch an ihren ersten beiden Kinospielfilmen «Looking for Oum Kulthum» (2017) und «Women Without Men» (2009) beteiligt war. Azari ist auch Co-Autor des Drehbuchs von «Land of Dreams», das er gemeinsam mit Jean-Claude Carrière verfasste. Der 1931 geborene Franzose hat über 150 Drehbücher geschrieben (u.a. für Regisseure wie Luis Buñuel, Jean-Luc Godard, Louis Malle oder Volker Schlöndorff). «Land of Dreams», den Shirin Neshat dem grossen Drehbuchautor gewidmet hat, war Carrières letzte Arbeit; er starb im Februar 2021. Mit unverkennbaren Anklängen an Werke von Luis Buñuel ist «Land of Dreams» eine gleichermassen surreale Satire auf staatliche Allmachtsfantasien wie auch eine bildgewaltige Meditation über das Verhältnis von Traum und Realität.