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«Alles, was mich angeht, wird euch Tychikus kundtun, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn, den ich ebendeshalb zu euch gesandt habe, damit er eure Umstände erfahre und eure Herzen tröste, mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der von euch ist; sie werden euch alles kundtun, was hier geschieht» (Kol 4,7-9).
Tychikus, ein Mitarbeiter des Apostels Paulus, wird uns im Neuen Testament als ein Mann vorgestellt, von dem wir etwas lernen können. Sein Dienst bestand nicht in äusserlich grossen Dingen, sondern war eher unscheinbar. Dennoch war er wichtig für Gott.
Paulus befand sich im Gefängnis in Rom. Von dort aus schrieb er unter anderem die Briefe an die Epheser, die Kolosser und an Philemon. Diese drei Briefe mussten überbracht werden. Mit dieser Aufgabe wurde Tychikus betraut. Briefbote zu sein, war in der damaligen Zeit nicht ganz ungefährlich, aber Tychikus schien der richtige Mann dafür gewesen zu sein. Darüber hinaus sollte Tychikus über die Umstände des Paulus berichten und die Herzen der Kolosser trösten und ermuntern. Aus 2. Timotheus 4,12 und Titus 3,12 schliessen wir, dass Tychikus später weitere Botenaufträge bekam.
Die Aufgabe des Tychikus mochte in den Augen der Menschen nichts Besonderes sein. Umso bemerkenswerter ist das Zeugnis, das Paulus diesem Mann ausstellt, ein Zeugnis, das auch zu unseren Herzen redet.
Tychikus wurde durch drei Merkmale gekennzeichnet. Er war
- erstens ein geliebter Bruder,
- zweitens ein treuer Diener und
- drittens ein Mitknecht im Herrn.
Der geliebte Bruder
Tychikus war ein Mann, den Paulus liebte. Er liebte ihn deshalb, weil er ihn von Gott geliebt wusste. Paulus hatte ein Bewusstsein von der Liebe Gottes zu seinem Mitarbeiter. Er sah ihn mit den Augen Gottes. Wie manches Problem im geschwisterlichen Miteinander würde sich in Wohlgefallen auflösen, oder gar nicht erst auftreten, wenn wir uns untereinander so sehen würden. Wenn ich meine Schwester und meinen Bruder als Gegenstand der Liebe und Zuneigung unseres himmlischen Vaters sehe, wird mir manches in einem anderen Licht erscheinen.
Paulus wusste auch, dass Tychikus ein Bruder war. Wir, die Gläubigen, bilden alle zusammen die Familie Gottes, weil wir alle aus Gott geboren sind. Wir sind nicht irgendwie zusammengestellt, sondern wir sind Brüder und Schwestern. Der Herr Jesus schämt sich nicht, uns seine Brüder zu nennen. Ein Bruder oder eine Schwester im Herrn zu sein, ist ein Ehrentitel für uns.
Der treue Diener
Wir sahen schon, welchen Dienst Tychikus zu verrichten hatte, ein Dienst, der nicht ins Auge fiel. Wir alle haben einen Dienst vom Herrn empfangen. Jeder von uns, ob gross oder klein, alt oder jung, hat eine Aufgabe bekommen, die er ausüben sollte. Nicht jeder ist berufen, als Missionar in die weite Welt zu gehen oder öffentlich das Wort zu predigen. Die meisten und oft wertvollsten Dienste geschehen ohnehin im Verborgenen.
Gott beurteilt unseren Dienst nach anderen Massstäben als wir es tun. Wir sehen oft nur die Grösse einer Gabe, Gott aber sieht das Herz und die Beweggründe. Er beurteilt uns nicht so sehr nach dem, was wir tun, sondern wie wir etwas tun. Entscheidend für Ihn ist, ob wir in der Erfüllung unserer Aufgabe treu sind. Das geht uns alle an, nicht nur im direkten Dienst für Ihn, sondern zunächst einmal im täglichen Leben: die Kinder in der Schule und zu Hause, die Frauen im Haushalt, die Männer im Beruf. Die vielen kleinen Aufgaben, die Gott uns gibt, dürfen und sollen wir in Treue tun. Es ermuntert uns, daran zu denken, dass Gott nicht die Grösse einer Aufgabe, sondern die Treue belohnen wird.
Der Mitknecht im Herrn
Tychikus stand im Dienst für den Herrn nicht allein, sondern er war ein Mitknecht, d.h. ein Knecht unter anderen. Das gilt auch uns. Gewiss, wir sind persönlich verantwortlich für das, was der Herr uns anvertraut hat. Aber deshalb hat Gott uns doch nicht als Einzelkämpfer hier gelassen. Wir dürfen wissen, dass es andere gibt, die an der gleichen Sache mitarbeiten. Der, der unseren Dienst verbindet, ist der Herr. Die Aufgaben sind verschieden, die Charaktere sind verschieden, aber dennoch arbeiten wir an einem gemeinsamen Werk und für einen gemeinsamen Herrn.
Die Apostelgeschichte zeigt uns in lebendiger Weise, wie gesegnet dieses Miteinander im Dienst für den Herrn ist. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, wie wir unseren Dienst in Verbindung mit anderen verrichten können:
- Entweder wir arbeiten gegeneinander (auch das kommt leider vor)
- oder wir arbeiten nebeneinander
- oder aber wir arbeiten miteinander
Das Miteinander wird von Gott gesegnet, und es macht uns selbst glücklich.
Die wenigen Aussagen, die die Bibel über Tychikus macht, geben uns Mut, im Dienst für den Herrn weiterzumachen. Er vergisst nichts, was aus Liebe zu Ihm getan wird.