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Der chinesisch-amerikanische PC-Hersteller Lenovo wird "ent-IBM-isiert".
Bill Amelio wird per sofort Nachfolger von Stephen Ward (Bild) als CEO von Lenovo. Amelio war zuletzt als "Senior Vice President" für die Asien-Operationen von Dell verantwortlich.
Der Wechsel von Ward zu Amelio kommt überraschend - zumindest überraschend früh. Ward, ehemals Chef von IBMs PC-Business, galt als Garant für die Kontinuität in der turbulenten Phase der Übernahme von IBMs PC-Geschäft durch den chinesischen Hersteller Lenovo.
Nach der erfolgreichen Integration von IBMs PC-Abteilung beschleunige man nun die Planung für die nächste Wachstumsphase, wird Lenovos Verwaltungsratspräsident Yang Yuanqing in einer ziemlich nichtssagenden Pressemitteilung zitiert. Ward und Lenovos Verwaltungsrat seien überreinstimmend der Meinung, dass nun die Zeit für einen Übergang reif wäre, heisst es dort weiter.
Bill Amelio kennt IBMs PC-Geschäft sehr gut, war er doch von 1978 bis 1997 selbst bei IBM. Danach ging er Honeywell und war eine kurze Zeit COO der Retail-Abteilung von NCR bevor er zu Dell ging. Auffallend an der Karriere von Amelio ist, dass er bisher meistens als COO (Chief Operation Officer, eine Art "Betriebschef") tätig war.
Stephen Ward soll Lenovo weiterhin als Berater helfen und den Übergang in der Führung begleiten, heisst es.
Die Berufung von Amelio kann man als Versuch von Lenovo interpretieren, die Brücken zwischen dem amerikanischen Teil der Firma (Ex-IBM) und Lenovo zu verstärken. Amelio lebte die letzten fünf Jahr in Singapur und kennt sich sowohl in der IBM-Kultur wie auch in Asien aus. (Christoph Hugenschmidt)