Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03375.jsonl.gz/145

Fabian Cancellaras Motivation in seiner letzten Saison als Radprofi ist die Geschichte. Gewinnt er heute zum vierten Mal die Flandern-Rundfahrt, würde er sich in die Annalen des Radsports eintragen.
Gewinnt er das prestigeträchtige und traditionsreiche Radsport-Monument nach 2010, 2013 und 2014 erneut, dann wäre er der alleinige Rekordsieger. Bisher teilt sich Cancellara die Rekordmarke mit fünf anderen Profis. Weil er Ende Jahr zurücktritt, ist es seine letzte Chance auf den Triumph bei einem seiner Lieblingsrennen.
Den Sieg noch spezieller machen würde die Tatsache, dass die Flandern-Rundfahrt dieses Jahr zum 100. Mal ausgetragen wird. 255 km haben die Fahrer von Brügge nach Oudenaare zu bewältigen. Die Strecke führt über sieben Kopfsteinpflaster-Passagen und 18 Anstiege, sogenannte Hellinge.
Cancellara in Form
Die Chance zum vierten Erfolg in sieben Jahren ist gross. Cancellara befindet sich in einer ausgezeichneten Form und hat dieses Jahr bereits vier Rennen für sich entscheiden. Die Basis, die er im Herbst nach der verpatzten Saison 2015 gelegt habe, sei vielleicht so gut wie noch nie, sagt Cancellara.
Die Konkurrenz jedoch ist gross. Zu seinen schärfsten Widersachern zählen etwa die Sieger von Harelbeke und Wevelgem, der Pole Michal Kwiatkowski und slowakische Weltmeister Peter Sagan. Ebenfalls hoch gehandelt werden der norwegische Vorjahressieger Alexander Kristoff sowie die Belgier um Greg van Avermaet und Sep Vanmarcke.
Das Duell mit Boonen
Und dann ist da noch Tom Boonen, der als einziger aktueller Radprofi in Flandern noch mehr verehrt wird als Cancellara. Wie der Berner hat der ebenfalls 35-jährige Belgier die Flandern-Rundfahrt bereits dreimal gewonnen. Auch er steht im Herbst seiner Karriere, auch er könnte mit einem vierten Triumph Geschichte schreiben.
Anders als bei Cancellara steht hinter Boonens Formstand ein Fragezeichen. Er ist noch ohne Topresultat oder Sieg in diesem Jahr. Das war Cancellara allerdings auch, als er vor zwei Jahren nach Flandern reiste und zum bisher letzten Mal als Sieger über die Ziellinie fuhr.
Mit Elmiger und Küng
Neben Cancellara starten fünf weitere Schweizer: Cancellaras "ewiger Helfer" Gregory Rast, Martin Elmiger und Reto Hollenstein für das Schweizer Team IAM sowie Stefan Küng und Michael Schär für die Mannschaft BMC.
Gespannt sein darf man auf das Abschneiden von Elmiger, der letztes Jahr 10. in Flandern und 5. in Roubaix geworden ist, und Nachwuchshoffnung Küng, der seine erste Flandern-Rundfahrt bestreitet. Küng wird zugetraut, das Rennen dereinst zu gewinnen. Dieses Jahr ist der Thurgauer primär zum Lernen angereist.
sda-ats