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7 Fragen an… Nicolas Fürer.
Am Sonntag beginnt für die Zolliker Fussballer mit der ersten Cuprunde die neue Saison. Nicht mehr dabei sein wird der bisherige Trainer Nicolas Fürer, der sein Amt per Ende der vergangenen Spielzeit überraschend abgab. Im Interview erklärt der 32-Jährige, weshalb er sich für den FCZ entschied – und warum dies kein Entscheid gegen den SCZ sei.
Mit Nicolas Fürer sprach Dennis Bühler
Wenige Wochen vor dem Ende der vergangenen Saison gab Nicolas Fürer seinen Abgang als Trainer der 1. Mannschaft bekannt. Zwei Jahre hatte der 32-Jährige gemeinsam mit Alain Merkli das Fanionteam betreut. Gleich im ersten Jahr hatten die beiden jungen Trainer ihre Equipe zum erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga seit fast zwei Jahrzehnten geführt. In der vergangenen Saison 2011/12 hatte die Mannschaft kaum Schwierigkeiten, sich ans höhere Spieltempo zu gewöhnen. Am Ende der sehr erfolgreichen Spielzeit klassierte sich der SCZ auf dem dritten Tabellenrang.
Das war kein Entscheid gegen den SCZ. Ich werde immer ein SCZ-ler bleiben. Es war vielmehr ein Entscheid für den FC Zürich. Eine Doppelbelastung kam für mich nie in Frage. Das wäre weder für den SCZ noch für den FCZ gut gewesen – und auch nicht für mich.
Du verlässt die 1. Mannschaft ein Jahr vor Ablauf des Dreijahresvertrages, auf dem du gemeinsam mit Alain Merkli im Sommer 2010 bei den Verhandlungen mit dem SCZ-Vorstand bestanden hast. „Unser Projekt mit dieser Mannschaft dauert drei Jahre – mindestens“, habt ihr immer wieder gesagt. Verlässt du den SCZ auch, weil der Erfolg mit der 1. Mannschaft vielleicht sogar schneller Einzug gehalten hat als erhofft, und dir nach dem Aufstieg in die 3. Liga in der ersten und der Etablierung im vorderen Tabellendrittel in der zweiten Saison die Ziele fehlten?
Sicher haben wir eine rasante Entwicklung in den letzten zwei Jahren hinter uns und ich glaube, dass die anstehende Weiterentwicklung mit dieser tollen Mannschaft eine grosse Herausforderung und Erfahrung gewesen wäre. Aber die Möglichkeit, in einer der besten Juniorenabteilungen der Schweiz zu arbeiten, wollte ich unbedingt wahrnehmen.
Du wechselst vom SCZ nicht zu irgendwem, sondern zum FC Zürich. Welche Aufgabe übernimmst du beim Stadtklub genau?
Das stimmt. Zu einem anderen Verein hätte ich auch nicht gewechselt. Ich werde die FCZ U-13 Pfannenstiel in Küsnacht betreuen.
Du hast in den vergangenen Jahren mit A-Junioren und dann mit erwachsenen Spielern gearbeitet, nun wirst du deutlich jüngere Junioren trainieren. Ändert sich für dich damit auch etwas an deinem Trainingsstil – und sind diese beiden Aufgaben überhaupt vergleichbar?
Natürlich gibt es einige Änderungen im Trainingsstil, aber diese sind minim. Auch in Zollikon haben wir hoch professionelle Trainingsarbeit verrichtet. Am Ende des Tages sind doch alle Fussballer gleich: Wir wollen Spass haben und uns stetig weiter verbessern. Dies unseren Mannschaften zu ermöglichen ist die Aufgabe von uns Trainern.
Die Kinder, die du in Zukunft trainieren wirst, glauben allesamt, am Anfang einer erfolgreichen Karriere als Profifussballer zu stehen. Mindestens genauso ambitioniert werden wohl deren Eltern auftreten. Freust du dich ohne Einschränkung auf die Zusammenarbeit mit den Talenten und deren Umfeld, oder bereitet dir dies auch ein wenig Sorgen?
Ich freue mich ohne Einschränkung auf meine Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Spielern und deren Eltern. Wir wollen doch alle das Beste für die Spieler. Das sollten wir uns immer vor Augen halten.
Du bist erst 32-jährig, auch für dich ist eine Karriere noch denkbar. Als Fussballer wohl eher weniger – nicht nur wegen deines Alters –, vielleicht aber als Trainer. Ist es dein Ziel, dereinst als Trainer im Profibereich zu agieren?
Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. Aber eigentlich habe ich keine Ambitionen vom Trainerbusiness zu leben. Ich möchte mich einfach immer verbessern und freue mich extrem auf die künftigen Herausforderungen im Fussball. Sei das beim FCZ oder wo auch immer.
Alain Merkli trainiert das Zolliker Fanionteam auch in der kommenden Saison, assistieren wird ihn Werner Kienle. Diese Konstellation sollte Kontinuität garantieren. Was traust du deinem ehemaligen Trainerkollegen und deinen ehemaligen Spielern in der neuen Saison zu – und wird man dich hin und da als Zuschauer am Spielfeldrand begrüssen dürfen?
„Einen Tipp möchte ich nicht abgeben, das wäre nicht fair. Doch ich traue meiner ehemaligen Mannschaft auf jeden Fall eine Menge zu. Und ich freue mich, so häufig wie möglich auf dem Riet als – und das verspreche ich hiermit – stiller Zuschauer dabei zu sein.“
Nicolas Fürer
* Geburtsdatum: 13.06.1980
* Beruf: Assistent der Geschäftsleitung, Ford Motor Company (Switzerland) SA
* Lieblingsverein: SC Zollikon
* Vorbild (als Trainer): Vorbild ist wohl das falsche Wort, aber ich versuche mir bei vielen Trainern schon einige Dinge abzuschauen
* Der perfekte Spieler: …hat Spass an dem was er macht. Derzeit ist für mich Andres Iniesta der kompletteste Fussballer, aber wenn der Busfahrer die Mannschaft des FC Barcelona nicht rechtzeitig zum Spiel bringt, kann auch er nicht spielen… Fussball ist ein Mannschaftssport!
* Bisherige Vereine (als Spieler): SC Zollikon
* Bisherige Vereine (als Trainer): SC Zollikon
* Trainer seit: weiss ich nicht mal so genau, jedenfalls schon lange
* Das werde ich vom SCZ vermissen: die Spieler, die Zusammenarbeit mit dem Verein und natürlich mit Alain, der zu einem wirklich sehr guten Freund geworden ist.
* Da stehe ich in fünf Jahren: mitten im Leben und mit beiden Beinen auf dem Boden