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Lieber Herr Schulthess, danke für Ihren Beitrag. Leider ist er extrem schlecht - wenn überhaupt - recherchiert. Ihre Angaben zu "neuen" Patentbox nach UST III sind nicht richtig. Unter dem jetzigen Steuerregime funktionieren die Steuervorteile, wie Sie es beschrieben haben. Die Patentbox nach UST III funktioniert nicht anders, bzw. hat einen anderen Mechanismus:
Die internationalen Standards der OECD setzen der Patentbox gewisse Grenzen: Die OECD und G-20 Staaten haben sich zur Bestimmung der Substanzanforderungen an Gesellschaften, die eine Patentbox beanspruchen, auf den sogenannten «Modifizierten Nexus-Ansatz» geeinigt. Dieser basiert auf einem zwischen Deutschland und Grossbritannien erzielten Konsens, wonach die Einkünfte, die für eine Patentbox qualifizieren grundsätzlich anhand des steuerlich massgeblichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand bemessen werden müssen, der in jenem Staat anfällt, der die Patentbox gewährt.Dies führt dazu, dass der einem Patent zugrunde liegende Forschungs- und Entwicklungsaufwand weitestgehend in der Schweiz anfallen muss, damit die aus dem Patent fliessenden Erträge privilegiert besteuert werden.
Ebenfalls nicht korrekt sind Ihre Angaben zur Eigenkapitalverzinsung: bei den von Ihnen genannten Zinsen ist der DRITTvergleich maßgebend. Dabei sind Darlehensverzinsungen im Konzernverhältnis - wie von Ihnen beschrieben - irrelevant. Für den Drittvergleich werden immer wirklich "Dritte" herangezogen (z.B. Banken), nie aber andere Konzerngesellschaften.
Ich schätze die Tageswoche eigentlich sehr, dieser Artikel ist aber fachlich einfach falsch.