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Das mysteriöse Verschwinden ganzer Bienenvölker, das in vielen Ländern schon seit einigen Jahren anhält, könnte bald gravierende Auswirkungen auf unsere Nutzpflanzen haben.
Diverse europäische und amerikanische Tageszeitungen berichteten im März über ein seltsames Phänomen: Arbeiter-Bienen kehrten nicht mehr in den Bienenstock zurück, worauf die Königin mitsamt der Brut zugrunde ging. Die Wissenschaft hat für diese Erscheinung mittlerweile einen Namen: „Colony Collapse Disorder“ (CCD), was eine bisher unerklärte Störung im Verhalten der Bienen beschreibt.
Inzwischen wird aus der Schweiz, aus der Hälfte der US-amerikanischen Bundesstaaten, aus dem angrenzenden Kanada, aber auch aus Österreich, Deutschland, Südtirol, Spanien, Polen, und Neuseeland über ungewöhnliche Verluste berichtet. 25% bis 50% der US-amerikanischen Imker meldeten Verluste durch CCD. Innerhalb der letzten sechs Monate seien 50% bis 90% ihrer Bienen verschwunden, und die verbliebenen Bienenvölker seien so schwach, dass sie kaum noch Honig produzierten. Bereits 2006 ist die US-amerikanische Honigproduktion um 11% eingebrochen.
In der Schweiz sieht es ähnlich aus: Bereits 2006 meldete die Eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft „Agroscope“ (Bundesamt für Landwirtschaft), dass die ganze Schweiz, je nach Region unterschiedlich stark, vom Bienensterben betroffen ist. Jean Daniel Charrière, Agroscope, bezifferte den landesweiten Verlust im Jahr 2003 auf etwa ein Viertel des Bestandes. 2004 bis 2006 gab es wieder ähnlich überdurchschnittliche Verluste.
In der Sendung 10 vor 10 am 21. März 2007 auf SF1 wurden zwar keine Zahlen angegeben, die Situation scheint sich jedoch auch dieses Jahr fortzusetzen. Dr. Peter Gallmann von Agroscope rätselte über mögliche Ursachen, die ihm jedoch alle recht vage bis unwahrscheinlich erschienen.
„Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf, und 80 Prozent der Nachbarn in Ihrer Gemeinde sind einfach weg.“ Dr. May Berenbaum, Bienenforscherin an der University of Illinois, zum CCD-Phänomen.