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27.01.2015
Die Geschichte der Slotmachine
Sie sind bunt, simpel und versprechen Kurzweile: Glücksspielautomaten. Von den ersten «Einarmigen Banditen» bis zu den heutigen Hightech Slotmachines war es ein langer Weg. Er war geprägt von Erfolgen, Rückschlägen und Erfindergeist.
Mit ihrer Idee, das Pokerspiel zu automatisieren gaben die Unternehmer Sittman und Pitt den Anstoss für die Revolution des Glücksspiels. Mit der mechanischen «Fünf-Karten-Hand» schufen die beiden Amerikaner 1891 in Brooklyn den ersten Prototypen einer Slotmachine. Das Gerät bestand aus fünf Zylindern, auf welchen jeweils zehn Spielkarten abgebildet waren. Um zu spielen, warf man eine Münze ein und betätigte einen Hebel. Die Räder drehten sich und die Kombination der Karten entschied über Gewinn oder Niederlage. Die Gewinnkombinationen basierten dabei auf den Regeln des Pokerspiels. Das Spiel verbreitete sich rasch und nach kurzer Zeit standen die Automaten in Bars und Lokalen. Die Gewinne wurden jeweils von den Wirten bestimmt und bestanden aus einem Freigetränk, Zigaretten oder Esswaren.
Wenige Jahre später machte sich der Automechaniker Charles Auguste Fey aus San Francisco an die Verfeinerung der Spielautomaten. Der deutsche Einwanderer schuf 1899 die erste Slot Machine, welche Geld als Gewinn auszahlen konnte. Dafür vereinfachte er das Konzept der Pokerautomaten. Statt den Bisherigen fünf, hatte die Maschine von Fey nur noch drei Rollen mit jeweils fünf Symbolen: ein Hufeisen, die Spielkartenfarben Karo, Pik und Herz sowie eine kleine Glocke namens «Liberty Bell». Letztere gab dem Spiel auch seinen Namen. Wer es schaffte, drei Glocken in einer Reihe zu bekommen, der gewann die maximale Auszahlung von zehn Münzen. Die «Liberty Bell» war von Erfolg gekrönt und Fey wurde mit Bestellungen aus dem ganzen Land überhäuft.
Die Popularität der Maschine brachte alsbald Konkurrenten auf den Plan. So entwickelte 1909 Stephen Mill eine leichtere, handlichere Version der Slot Machine. Bald stand diese in den Bars, Tabakläden, Kegelbahnen und Friseursalons des Landes. Gleichzeitig ging die Regierung vermehrt mit Verboten gegen die zunehmende Glücksspiellaune der Bevölkerung vor. Als Gegenmassnahme ersetzten einige Hersteller die Bargeldgewinne mit Fruchtkaugummis. In dieser Zeit haben die noch heute verwendeten Symbole der Kirsche und der Wassermelone ihren Ursprung. Sie standen für die Geschmacksrichtungen der Kaugummis.
Doch nicht nur die Regierung verursachte den Glücksspielautomaten-Betreiber Probleme. Die Maschinen der frühen Stunde funktionierten alle noch vollmechanisch und waren einfach zu überlisten. Meist reichte ein kleiner Stock, um die Rollen an der gewünschten Stelle zum Stoppen zu bringen. Das Problem wurde erst 1964 mit dem ersten computergesteuerten Automaten der Firma «Bally» gelöst. Die Maschine mit dem Namen «Money Honey» wurde vollelektrisch betrieben. Sie war weitaus komplexer als ihre mechanischen Vorgänger. Das Gerät konnte bis zu 5'000 Münzen auszahlen und legte den Grundstein für die neuste Generation computergesteuerter Slot Machines.
Durch den rasanten technologischen Fortschritt wurden die Spiele immer umfangreicher und innovativer. Bis zum heutigen Tag erscheinen stetig neue Automaten und Spielvarianten. Und mehr als 100 Jahre nach der Erfindung der ersten Slotmachine gehören die Apparate auch heute noch zum fixen Interieur jeder Spielbank. Unsere Swiss-Casinos-Betriebe sind da keine Ausnahme.