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Sie spielte Frauenrollen in einer Zeit, in der dies meist gleichbedeutend mit Nebenrollen war. Dabei war Claudia Cardinale eines der grössten Leinwandtalente der 60-er Jahre. Zum Film kam sie zufällig, als sie in ihrer Heimat Tunis einen Schönheitswettbewerb gewann und deshalb eine Reise zu den Filmfestspielen in Venedig gewann. Bereits ein Jahr später stand sie zum ersten Mal selbst vor der Kamera. Am 15. April wird die herausragende italienische Film-Diva 80 Jahre alt. Zum Geburtstag präsentieren wir unsere 5 Lieblingsfilme mit ihr.
1. «Otto e mezzo»
Fellinis Selbstbespiegelung, in der Marcello Mastroianno Guido spielt, den Alter Ego des Regisseurs auf der Suche nach Inspiration. Dabei lässt er nicht nur sein Leben Revue passieren, sondern gibt sich erotischen Träumen hin, in denen Claudia Cardinale sein Ideal verkörpert. Schliesslich schafft es Guido nicht, sein Filmprojekt erfolgreich abzuschliessen, dennoch versöhnt er sich mit dem Schicksal. Ein grandioser Film.
2. «Il Gattopardo»
Viscontis grosses Epos. Als Garibaldi Italien vereint, ahnt der Fürst von Salina (Burt Lancaster), dass die Zeit seiner Herrschaft abgelaufen ist. Sein Neffe Tancredi (Alain Delon) hingegen schliesst sich euphorisch der Revolution an und ehelicht nicht etwa eine standesgemässe Fürstin, sondern die Tochter des opportunistischen Bürgermeisters (Claudia Cardinale). Während die Dinge ihren Lauf nehmen, sinniert der Fürst übers Leben und die Machtlosigkeit seiner selbst, die Ereignisse zu beeinflussen. Herrlich ist besonders die Ballszene am Ende, die die Machtübergabe opulent inszeniert.
3. «Once Upon a Time in the West»
Einer der besten Western aller Zeiten. Sergio Leone erzählt die Geschichte der ehemaligen Prostituierten Jill (Claudia Cardinale), die aussteigen und einen alleinstehenden Farmer mit drei Kindern heiraten will. Doch bevor es zur Hochzeit kommt, wird die restliche Familie erschossen, da der Farmer ein Stück Land gekauft hat, durch das bald eine Eisenbahnlinie fährt, was lukrativ ist. In der Folge duellieren sich drei Männer (Henry Fonda, Charles Bronson, Jason Robards), während Jill in der Welt der niederen Gefühle es schafft, ihre Würde zu wahren.
4. «Fitzcarraldo»
Klaus Kinski als grössenwahnsinniger Eroberer Fitzcarraldo, der mitten im peruanischen Dschungel ein Opernhaus errichten will. Gesponsert werden soll die Expedition mit dem Verkauf von Kautschuk. Dazu lässt Fitzcarraldo sein Transportschiff einen Berg hoch ziehen. Seine Geliebte Molly (Claudia Cardinale) leiht ihm das hierzu nötige Startkapital. Werner Herzogs Film über den Kampf zwischen Mensch und Natur interpretiert «Heart of Darkness» neu – Fitzcarraldos Rolle war Kinski dabei perfekt auf den Leib geschnitten.
5. «Rocco e i suoi fratelli»
Eine der frühesten (Neben)rollen Claudia Cardinales über den Zerfall einer süditalienischen Familie nach ihrem Umzug. Im Zentrum stehen Rocco (Alain Delon) und seine vier Brüder. Kaum in Mailand angekommen, fangen die Probleme der Familie an. Insbesondere der körperlich starke, aber psychisch fragile Simone kommt mit dem Grossstadtleben und seinen Verlockungen nicht zurecht. Ein düsterer Film, in dem Claudia Cardinale in einer kleinen Rolle ihr Talent erkennen lässt.