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Der Start der neuen Handelskammer Schweiz-Serbien fällt mitten in die politischen Turbulenzen, die das Kosovo mit seiner Unabhängigkeitserklärung gegenüber Serbien ausgelöst hat. «Wir haben bereits bei der Gründung der privatrechtlichen Organisation im Juli 2007 geplant, im März 2008 unsere Aktivitäten aufzunehmen», sagt Djordje Plecas, Präsident der Handelskammer Schweiz-Serbien, die im zürcherischen Zollikon ansässig ist.
Dass dies nun in eine politisch angespannte Phase für Serbien fällt, sei ungünstig. «Wir sind aber eine nichtpolitische Organisation und halten deshalb an unseren Aktivitäten fest», sagt Plecas. Gemäss Handelsregister will die Handelskammer zur «Schaffung günstiger Rahmenbedingungen der schweizerisch-serbischen Wirtschaftsbeziehungen» beitragen. In diesem Sinne unterhalte sie laufend Kontakte zu den zuständigen schweizerischen und serbischen Behörden, zu Wirtschaftsverbänden sowie zu industriellen und kaufmännischen Unternehmungen in beiden Ländern.
Kosovo hätte Investitionen nötig
Von den Aktivitäten der Handelskammer Schweiz-Serbien dürfte das Kosovo nicht profitieren. Die Region bleibt nach seiner Unabhängigkeitserklärung aussen vor – obwohl es Investitionen bitter nötig hätte: Gemäss einem Weltbank-Bericht aus dem Jahr 2005 gehört das Kosovo mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 964 Euro, umgerechnet 1550 Fr., zu den ärmsten Regionen in Europa. 37% der Bevölkerung leben mit weniger als 1.42 Euro pro Tag. Dagegen ist der serbische Markt weiterentwickelt. Laut den Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) ist Serbiens Wirtschaft in den vergangenen drei Jahren um jeweils rund 6% gewachsen. Die Arbeitslosenquote ist von 35% im Jahr 2004 auf geschätzte 28,5% im vergangenen Jahr gesunken. Nur 1,2% der Importe in Serbien kommen aus der Schweiz, die grössten Importeure sind Russland (16%) und Deutschland (10%). Serbien zählt über 10 Mio Einwohner, das Pro-Kopf-Einkommen beträgt umgerechnet 5200 Fr.Das Seco weist in seinen Länderinformationen aber auch darauf hin, dass Reformen nötig seien, die das Rechtssystem verbessern. Reformen sollen auch die Privatisierung vorantreiben und den Wettbewerb stärken. Rechtliche Unsicherheit und Korruption würden weiterhin potenzielle ausländische Investoren fern halten.