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CHRONIK
Über die Jahre 1907—1910 kann nichts Wesentliches berichtet werden. Im Jahre 1911 erging ein Aufruf zur Werbung neuer Mitglieder. Der Monatsbeitrag wurde auf Fr. 1.20 erhöht. Ein Ansteigen der Lebenshaltungskosten begann sich abzuzeichnen; mit dem Zimmermeisterverband wurden Unterhandlangen über entsprechende Lohnerhöhung eingeleitet.
Im Jahre 1912 wurde an der Hauptversammlung beschlossen, den Namen Zimmerpolierverband in Polierverband umzuwandeln und den Maurerpolieren zu gestatten, in den Verband einzutreten. Vom inzwischen in der Region Ostschweiz gegründeten Schweizerischen Polierverband erging die Einladung an den Polierverband Bern, sich dem Zentralverbande anzuschliessen.
An der Hauptversammlung im Januar 1913 wurde nach Anhören eines Referates des damaligen Zentralpräsidenten einmütig beschlossen, sich mit Rückwirkung auf den 1. Januar als Sektion Bern dem Schweizerischen Polierverbande anzuschliessen. Die Sektion zählte im Zeitpunkte des Anschlusses 33 Mitglieder. Im Laufe des Jahres wurde mit den Vorarbeiten zur schweizerischen Landesausstellung begonnen, wobei fast alle Poliere mitwirken konnten.
Während der Landesausstellung 1914 erhielt das Verbandsleben neue Impulse, da während dieser Zeit Poliere aus allen Gauen die Ausstellung besuchten und mit den Berner Polieren Fühlung nehmen konnten. Leider entwickelten sich im Laufe des Jahres im Ausland politische Wirren, hervorgerufen durch die Attentate auf den österreichischen Erzherzog in Sarajewo. Der Klamauk wurde immer grösser und grösser, eine Kriegserklärung nach der andern erfolgte: der Weltkrieg war ausgebrochen. Am 1. August 1914 war Generalmobilmachung; alles wurde plötzlich auf den Kopf gestellt. Fast die meisten Poliere mussten dem Aufgebot Folge leisten. Krisen, Arbeitseinstellungen, Entlassungen, Lohnreduktionen und Arbeitslosigkeit stellten sich ein. Die Verbandstätigkeit war eine Zeitlang total gelähmt. Trotz allem wurde das Steuer des Verbandsschiffleins fest in die Hand genommen, die wenigen Daheimgebliebenen hielten treu zusammen.
An der Hauptversammlung 1915 wurde beschlossen, den im Feld stehenden Kollegen eine kleine Geldspende zukommen zu lassen und sie zu unterstützen, soweit es die Kasse und die freiwilligen Spenden erlaubten. Im April fand erstmals in Bern die Delegiertentagung statt. An dieser entstanden ernsthafte Differenzen mit dem Zentralvorstand, und es ergingen Rufe, man solle sich wieder vom Zentralverbande loslösen. Nur mit grosser Mühe konnte dieser Schritt verhindert werden.
1916. Der Weltkrieg dauerte an, die Krisen und Verbitterungen wegen der stetigen Verteuerung der Lebenshaltung nahmen in steigendem Masse zu. Mit dem Bau- und Zimmermeisterverbande mussten notgedrungen Verhandlungen geführt werden zur Erhöhung der Löhne. Ihr Verständnis gegenüber der Sachlage bewiesen die Arbeitgeber in sehr lobenswerter Weise durch ihr Entgegenkommen.
1917. Die immer noch andauernden Differenzen mit dem Zentralvorstande Hessen die Rufe nach Loslösung vom Zentralverbande nicht verstummen. Die allgemeine Nervosität und Verbitterung mochten die grösste Schuld daran haben, dass an der Mitgliederversammlung vom 8. Dezember von 28 Anwesenden 20 für den Austritt stimmten und 8 dagegen.
1918. Viertes Kriegsjahr, die Verbitterung war gewaltig, Arbeitslosigkeit, ungemein starker Anstieg der Lebenshaltungskosten, zu alledem noch Grippeepidemie, welche unter den Mitgliedern etliche Todesfälle verursachte. Endlich im November: «Ende Feuer!» Die grosse Kalamität allerorten verursachte Generalstreik, Trotz allem wird das Verbandsleben tapfer weitergeführt.
1919. Da der Verband durch den Austritt aus dem Zentralverbande seiner Rechte an die Sterbekasse verlustig ging, wurde an der Hauptversammlung im Januar beschlossen, bei Todesfall eines Mitgliedes Fr. 100.— aus der Kasse zu zahlen und dass jedes Mitglied einen Sonderbeitrag von Fr. 2.— zu entrichten habe. Erneut fanden Verhandlungen mit dem Baumeister- und Zimmermeisterverbande über die Neuregelung der Löhne und über die Abschaffung der Tages- und Stundenlöhne statt.
1920. Die durch den Weltkrieg entstandene missliche Lage begann sich zu bessern. Die Bauarbeiten kamen langsam wieder in Gang, das Interesse am Verband stieg. Die Werbung ergab zwölf neue Mitglieder. Mit dem neuen Impuls wurde das Interesse am Zusammenschluss mit dem Schweizerischen Polierverband akut, das missliche Abstimmungsergebnis von 1917 wurde stark bedauert. Man nahm mit dem Zentralvorstand Fühlung. Der Zentralverband war mit der Wiedervereinigung unter der Bedingung einverstanden, dass die Beiträge für die Sterbekasse nachbezahlt würden.
1921. In der Hauptversammlung vom 17. Januar wurde die Wiedervereinigung mit dem Zentralverbande einstimmig beschlossen und die gestellten Bedingungen wurden angenommen. Mit Rückwirkung auf den 1. Januar 1921 ist der Polierverband Bern wieder eine Sektion des Schweizerischen Polierverbandes. Am 23. Oktober konnte mit dem Baumeister- und Zimmermeisterverband Bern ein genereller Arbeitsvertrag abgeschlossen werden.
1922—1926. Das Verbandsschifflein bewegte sich auf ruhigen Wellen. Besichtigungen verschiedener grösserer Baustellen. Eine 1926 durchgeführte Lohnstatistik ergab einen Mittellohn vonFr.483.—pro Monat. Während des Jahres 1926 flaute die Bautätigkeit infolge banktechnischer Zinsoperationen ziemlich ab; die Fremdenpolizei wurde ersucht, mit den Einreisebewilligungen für ausländische Poliere und Vorarbeiter Mass zu halten.
1927. An der Hauptversammlung im Januar wurde ein Bestand von 53 Mitgliedern registriert. Am 1. Juli wurde das zwanzigjährige Bestehen des Polierverbandes Bern in würdigem, einfachem Rahmen gefeiert. Anwesend waren 50 Mitglieder, worunter sieben Gründer. Aus dem Protokoll konnte ich ersehen, dass der gesamte Zentralvorstand und von allen dem Zentralverbande angeschlossenen Sektionen Delegationen anwesend waren. Jedem Gründermitglied wurde eine Urkunde, verbunden mit einer Barspende, Übergeben; leider sind im Protokoll die betreffenden Namen nicht aufgeführt.
1928—1930. Das Verbandsschifflein fuhr auf ruhiger See, einige Werkbesichtigungen wurden organisiert. 1930 tagten die Delegierten zum zweitenmal in Bern.
1931. Hauptversammlung im Januar. Bestand 62 Mitglieder. Bereinigung einiger Artikel des Arbeitsvertrages mit den Arbeitgeberverbänden. Festsetzung eines Mindestlohnes von Fr. 480. pro Monat für die Maurerpoliere und Fr. A30.— pro Monat für die Zimmerpoliere, Regelung der Kündigungsfrist und erstmals der Ferien. Dank gutem Einvernehmen und gegenseitiger Achtung konnte mit dem Baumeister- und Zimmermeisterverband eine Vertragsregelung gefunden werden, die für lange Zeit massgebend war.
1932. Frische Fahrt vorwärts, Besichtigungen und Kurse am laufenden Band.
1933. Hauptversammlung im Januar. Bestand 73 Mitglieder. In einer kleinen Feier wurden erstmals sechs Angehörige des Polierverbandes Bern für die über zwanzig Jahre dauernde Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt und ihnen eine Bronzeplakatte (vom Verfasser des Berichtes entworfen) überreicht. Es wurde einstimmig der Beschluss gefasst, dass künftighin Mitglieder mit zwanzigjähriger Sektionszugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern, solche mit fünfundzwanzigjähriger Mitgliedschaft zu Veteranen ernannt werden. Nach der Ernennung zum Veteran hat ein Mitglied nur noch die Beiträge für die Sterbekasse zu entrichten. In diesem Jahre wurde die neue steinerne Lorrainebrücke, die sich in einem kühnen Bogen über die Aare schwingt, fertig erstellt und eingeweiht. Das Ehrenmitglied Gottfried Bürki, das als Oberpolier am Werk beteiligt war, schenkte der Sektion Bern ein aus Eisen geschmiedetes kleines Modell, diese Brücke darstellend, versehen mit einer Glocke (Nachbildung des historischen Blutturmes, der sich unter der Brücke befindet). Dieses Geschenk ziert seitdem den Vorstandstisch, der Präsident läutet mit der Glocke die Versammlung ein oder mahnt zur Ruhe. Im Laufe dieses Jahres wurden verschiedene Werkbesichtigungen, Vorträge und Kurse durchgeführt. Die Bautätigkeit war flau.
1934—1937. In den Protokollen sind keine Vorkommnisse von Bedeutung verzeichnet. In diesen Jahren wurden folgende grossere Bauwerke erste 1 und besichtigt: Rennstrecke und Tribüne. Grimselkraftwerke. Grossgarage Kasinoplatz, neue Zufahrtslinie und Brücken für die SBB Wyler-Hauptbahnhof Stauwehranlage Nidau. Die geringe Bautätigkeit auf dem Platze Bern hatte zur Folge, dass viele Bauarbeiter und auch Poliere stempeln gehen mussten. Mit gegenseitigem gutem Willen und Kameradschaft wurden die einzelnen Notlagen gemildert. In Deutschland fing es an zu spuken, die Ära Hitler begann am politischen Himmel Farben anzusetzen.
1938. Die Farben nahmen nicht gerade rosige Töne an. Man ahnte die kommenden kriegerischen Wirren und erstellte massive Luftschutzkeller; das Maurer-, vornehmlich das Zimmereigewerbe war vollbeschäftigt. Das Schifflein des Verbandes glitt noch auf ruhiger See.
1939. Landesausstellung in Zürich, gemeinsamer Besuch. Ende Juli/anfangs August war der Teufel los, Kriegserklärungen rundum, der Zweite Weltkrieg war da. Das Verbandsschiff lein bekam Schlagseite und konnte nur noch mit Mühe durch die Wogen gesteuert werden. Die Versammlungen wiesen zeitweise nur sieben bis zehn Anwesende auf, alles war mobilisiert. Den im Feld stehenden Mitgliedern wurde eine kleine Weihnachtsspende zugehalten.
1940. Die Bautätigkeit ist ziemlich rege; viele wollten ihr Geld in Realitäten anlegen. Dank der staatlichen Vorsorge (Wehrmannsunterstützung) war die Not verhältnismässig klein. Man half den Mitgliedern, die in Urlaub kamen, mit Barspenden aus und suchte möglichst sofortige Arbeitszuweisung. Es wurde beschlossen, den Polieren für die Zeit von mehr als einem Monat geleisteten Aktivdienstes oder Arbeitslosigkeit die Beiträge zu erlassen. Die Preise fingen an zu steigen, die Lebenshaltung verteuerte sich.
1941. Trotz Krieg und Not wurde das Verbandsleben tapfer vorwärtsgesteuert; an der Hauptversammlung konnten sogar Neuaufnahmen verzeichnet werden. Zwölf Mitglieder wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Infolge der anhaltenden Verteuerung der Lebenshaltung müssen notgedrungen mit dem Baumeister- und Zimmermeisterverband Verhandlungen über die Anpassung der Löhne geführt werden. Die Arbeitgeber entsprachen dem Ansuchen in sehr wohlwollendem Sinne. Durch etliche Todesfälle und Austritte verringerte sich die Zahl der Mitglieder von 75 auf 65.
1942—1943. Infolge des zeitweise schwachen Versammlungsbesuches konnte nichts von Bedeutung durchgeführt werden, bald war dieser Teil der Poliere, dann wieder der andere Teil an der Grenze. Weitere Todesfälle Hessen den Mitgliederbestand auf 60 sinken, es wurde der dringende Aufruf zur NeuWerbung erlassen.
1944. Hauptversammlung im Januar. Der Aufruf zur Neuwerbung hatte vollen Erfolg, der Bestand konnte auf 70 Mann erhöht werden. Die Verbandstätigkeit war wieder etwas reger, verschiedene Besichtigungen von Baustellen und Vorträge konnten den Mitgliedern geboten werden,
1945. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 76. Die Bautätigkeit war in vollem Schwung. 8. Mai, 16 Uhr: der Krieg ist aus! Alle Glocken läuteten, alles atmete auf. Die Sektionen Zürich Maurerpoliere und Basel Maurerpoliere feierten das Fest des 40jährigen Bestehens, Die Berner Delegationen Überbrachten unsere Glückwünsche und einen geschnitzten Berner Bär.
1946. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 80 Mann. Beschluss: Jedem Mitglied, das längere Zeit krank ist, werden Fr. 10.— gespendet; auch der obligate Krankenbesuch wurde geregelt. Die Verteuerung der Lebenshaltung hielt an, die Preise stiegen weiter. Eine Verhandlung mit den Arbeitgeberverbänden über die Anpassung der Löhne zeitigte leider einen geringen Erfolg, so dass die Laqe gespannt blieb. Eine Lohnstatistik ergab einen Mittellohn von Fr. 630.— pro Monat, Die Verbandstätigkeit war sehr rege, Kurse, Vorträge, Werkbesichtigungen lösten einander ab.
1947. Hauptversammlung im Januar. Es wurde den Mitgliedern bekanntgegeben, dass dank dem regen Verbandsverkehr und den Neuerwerbungen die Sektionskasse einen ansehnlichen Bestand erreicht habe, so dass künftighin den Mitgliedern etwas mehr geboten werden könne. In diesem Jahr konnte der Polierverband Bern auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken; nach all den Drangsalen und dem Vorwärtskämpfen war es nur recht und billig, dass dieses Jubiläum mit einer Feier begangen wurde. Unter der Ägide des Vorstandes wurde eine Kommission bestellt, die mit der Durchführung der Vorarbeiten betraut wurde. Im Februar besuchten der Zentralpräsident und der Zentralsekretär die Sektion Bern, jeder hielt ein interessantes Referat. Kurse, Lichtbilder- und Filmvorträge, Werkbesichtigungen erweiterten das Wissen. Infolge der anhaltenden Verteuerungen drohten die Bauarbeiter mit einem ernsthaften und generellen Streik. Dank dem Einlenken der Arbeitgeber einerseits und der Arbeiter anderseits wurde der Konflikt vermieden. Von der Einigung profitierten auch die Poliere, indem auch ihre Löhne eine Steigerung erfuhren.
Am 27. September fand im Bürgerhaus die 40-Jahr-Feier statt. Der Saal war blumen- und fahnengeschmückt und machte einen imposanten Eindruck. Ehrendamen in Bernertracht standen bereit, um die Delegationen und Mitglieder zu empfangen. Der erste Teil umfasste die offizielle Feier: Ansprachen und Glückwünsche, Mitgliederehrungen, allgemeines Bankett. Im zweiten Teil wurde festliche Unterhaltung geboten unter Mitwirkung des Jodlerklubs «Berner Oberland», der Trachtengruppe Bern-Stadt de Komikerduos Weibel und Baur und der Ländlerkapelle Maurer. Am Tag der Jubiläumsfeier hatte die Sektion einen Bestand von 93 Mitgliedern, worunter ein Gründermitglied (Karl Grob, Zimmerpolier), sechzehn Veteranen mit weit über 25 Jahren und sieben Ehrenmitglieder mit über 20 Jahren Mitgliedschaft. Am Sonntag fuhr man mit den Delegationen auf den Gurten; im strahlenden Sonnenschein hinterliessen die Stadt, die Umgebung und die nahen Berge im glitzernden Kleide einen nachhaltigen Eindruck. An der Feier und am Fest waren anwesend: 80 Mitglieder mit Frauen und Angehörigen, der Zentralvorstand, 30 Delegierte und Gäste anderer Sektionen, als Abgeordneter des Gemeinderates Herr Baudirektor Hubacher, als Vertreter des Stadtrates die Herren Berger und Herzog, vom Baumeisterverband Herr 0. Zoller, vom Zimmermeisterverband Herr Aug. Tschumper, insgesamt 210 Personen.
1948. Die Feier war verklungen, auf ebener Bahn ging es weiter. An der Hauptversammlung im Januar wurde ein Mitgliederbestand von 98 registriert. Die Abrechnung über die 40-Jahr-Feier ergab das erfreuliche Resultat, dass von der Sektionskasse keine Gelder in Anspruch genommen werden mussten, dagegen ein kleiner Überschuss aus den Spenden eingelegt werden konnte. Die Vorstandswahlen lassen die Wellen etwas höher als normal schlagen. Im Laufe des Jahres fanden Vorbesprechungen zur Revision der Arbeitsverträge statt. Anlässe: Dreipässefahrt (Grimsel-Furka-Susten), Vorträge: Über kollektive Krankenversicherung in Verbindung mit der Vertragsrevision, berufliche Weiterbildung als Grundlage für die Polierprüfungen. Besichtigungen. Aktion für Milch und Kakao auf den Baustellen.
1949. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 103. Neuer Arbeitsvertrag, am 5. April erste Verhandlung mit dem Baumeisterverband Bern. 1. Juli: gegenseitige Unterzeichnung des revidierten, neu aufgestellten Arbeitsvertrages. Verhandlungen über die Revision des Arbeitsvertrages mit dem Zimmermeisterverband. Die Revision kam nicht zustande.
1950. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 108. Alles nahm seinen normalen Verlauf.
1951. Es ging weiter im gleichen Tempo, bemerkenswerter Anlass: Fahrt ins Blaue.
1952. Hauptversammlung. Mitgliederbestand 113. Anlässe: Besichtigung des Geschäftshauses der Firma Christen & Co. AG, der Kraftwerkbauten Grimsel/Oberaar. Kurse: Granositverputze, Sykadichtungen, Nachkalkulation und Zeitbemessungen.
1953. Hauptversammlung. Mitgliederbestand 121. Bemerkenswerter Anlass: zweitägige Reise an den Lago Maggiore. Vorträge und Kurse.
1954. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 128. Behandlung wichtiger Anträge an die Delegiertenversammlung, unter anderem Sanierungsbeitrag für die Zentralkasse. 7. März Sektionsgründung in Thun. Besichtigung der Pavatexwerke in Freiburg, Lichtbildervortrag, veranstaltet von Herrn R. Christen über seine Reisen in Afrika. Besichtigung der Zementwerke Holderbank/Wildegg. Kollege Peter Steiner wird an der Delegiertenversammlung zum Zentralvorstandsmitglied gewählt.
1955. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 137. Delegationen an die 50-Jahr-Feiern der Sektionen Zürich Maurerpoliere und Basel Maurerpoliere. Anlässe: Filmvortrag Firma Kaspar Winkler & Co. Über den Bau der Nibelungenbrücke in Worms, Deutschland. Vorträge: Artisana, Kollektivkrankenversicherung, Gesichertes Alter, Besichtigung der Zementwarenfabrik Bangerter & Co. AG, Lyss, und der Abteilung Baugerüste Acrow derselben Firma. Zweitägige Reise an den Bodensee und ins Appenzellerländli.
1956. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand U9. Beratung über die Anträge an die Delegiertentagung, insbesondere über die zu gründende eigene Verbandsarbeitslosenkasse. Delegiertentagung: Die Gründung einer eigenen Arbeitslosenkasse wurde beschlossen, der I. Sekretär der Sektion Bern wurde als Kommissionsmitglied für die Vorarbeiten zur Gründung der Arbeitslosenkasse gewählt. Diese Wahl konnte als Ehrung der Sektion Bern empfunden werden, Verhandlungen mit dem Baumeisterverband Bern über die Abänderung einzelner Artikel des Arbeitsvertrages. Anlässe: Besichtigung des Kieswerkes Brünnen, der Stahltonwerke, Lichtbildervortrag über eine Reiseexpedition Grönland— Mittelost, Filmvortrag über richtige Betonherstellung, Bielerseerundfahrt. Beginn der Vorarbeiten für die 50-Jahr-Feier.
1957. Hauptversammlung im Januar. Mitgliederbestand 152. Erhöhung der Mitgliederbeiträge an die Zentralkasse von Fr. 3.— auf Fr. L—, der Sektionsbeiträge von Fr. 3.— auf Fr. A.—, total von Fr. 6.— auf Fr. 8.—, der Beitrag der Veteranen bleibt unverändert. Gründung einer Sektionshilfskasse. Veranstaltungen bis September: Filmvortrag der Firma Kaspar Winkler über richtige Ausführung von wasserdichten Boden- und Wandüberzügen mit Sykabeimischung. Vortrag des Herrn Grossratspräsidenten Dr. jur. Tschäppät über das Flüchtlingsproblem, Besichtigung der Zementwerke Därligen. Die Sektion Rorschach feierte das fünzigjährige Bestehen, eine Berner Delegation brachte Gruss und Glückwunsch. Die Verhandlungen mit dem Baumeisterverbande Bern für die Revision einzelner Artikel des Arbeitsvertrages gelangten zu einem guten Abschluss. Neuregelung des Mindestlohnes, der Zulagen, der Ferien und der Versicherungen. Das gute Ergebnis zeugt von gegenseitiger Achtung und Verbundenheit der Vertragspartner. Intensive Vorarbeiten für die 50-Jahr-Feier.
Im Zeitpunkt der 50-Jahr-Feier kann der Polierverband Bern, Sektion des schweizerischen Verbandes, einen Bestand von J68 Mifgliedern aufweisen, also etwas über zehnmal mehr als bei der Gründung im März 1907. Aus der Ehrentafel ist ersichtlich, dass noch ein Gründer, zwei Mitglieder mitU, sieben Mitglieder mit 37 und weitere mit über 25 Jahren Mitgliedschaft als Veteranen und solche mit über 20 Jahren Verbandszugehörigkeit als Ehrenmitglieder unter uns weilen.
Bevor ich den Schlusspunkt setze, möchte ich nicht verfehlen, allen Präsidenten und allen Vorstandskollegen, die mir bis zur Stunde zur Seite gestanden sind, für die kameradschaftliche Verbundenheit und Freundschaft meinen innigsten Dank auszusprechen. Aber auch allen Sektions- und Verbandskollegen danke ich von Herzen für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Insbesonders denke ich mit Wehmut an die lieben Kollegen zurück, die während meiner Mitgliedschaft dahingegangen sind, gar manchen Kranz musste ich bestellen.
Ich wünsche dem Polierverband Bern und dem Schweizerischen Polierverband eine gedeihliche und frohgemute Zukunft. Meinem Nachfolger wünsche ich, dass er in meine Fußstapfen trete und auf dem Fundament, das ich gelegt, weiterbaue. Wenn dereinst bei der 75-, ja bei der 100-Jahr-Feier im Jahre 2007 in den Annalen geblättert wird, so sollen meine Aufzeichnungen Zeugnis ablegen, von dem was früher war. Die jüngsten Sektionsmitglieder mit den Jahrgängen 1925—1932 werden diese Zeiten sofern die Welt nicht vorher aus den Fugen geht und sie so alt werden wie unsere gegenwärtigen Mitglieder Geissbühler und Ledermann, noch erleben.
Bern, im September 1957. Bevölkerung rund 162 000 Seelen. Altstadt gehegt und gepflegt. Grosse, schöne, zum Teil neue, modern angelegte Wohnquartiere, viele Grünanlagen, Denkmäler, etliche Museen, profane Bauten des Bundes, Kantons und der Gemeinde, Moderne Schulanlagen, Komfort in allen Teilen. Sehr reger Verkehr, jeder achte Berner hat entweder Auto, Töff oder Velo. Betriebe alle elektrifiziert. Tram oder Autobus nach allen Richtungen. Zweigeschossige unterirdische Einstellhalle für 300 Automobile. Bautätigkeit enorm. Beginn mit den Um- und Neubauarbeiten des Hauptbahnhofes. Lebensstandard hoch, Preise steigende Tendenz.
1964. Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrages zwischen denn Baumeisterverband Bern und dem Polierverband Bern.
1969 Auf diese Generalversammlung trat unser Ehrenpräsident Emil Vonlanthen nach 21 Jahren Präsidentschaft infolge Arbeitsüberlastung zurück. Ich möchte ihm an dieser Stelle für seinen Einsatz an der Spitze der Sektion herzlich danken. Als Nachfolger konnte die Sektion Hans Bemardi gewinnen.
1972 erfolgte die Umbenennung des Polierverbandes in Schweiz. Baukader-Verband, Erneuerung des Berner Arbeitsvertrages mit dem Baumeisterverband Bern. Mitgliederbestand 341.
1975 Präsident Hans Bernardi trat nach sechsjähriger Amtszeit zurück, auch ihm danke ich für seine geleistete Arbeit, Die Rezession hat auch das Baugewerbe nicht verschont, wobei auch Mitglieder der Sektion Poliere Bern betroffen sind.
1979 Stand im Zeichen einer regionalen Mitgliederwerbung, um die Kosten für jede Sektion zu senken. Die Rezession hat die Spreu vom Weizen getrennt, was auch auf den Mitgliederbestand Auswirkungen hatte (320).
1980 wählten die Delegierten ihren ersten vollamtlichen Zentralpräsidenten, Karl Gmünder, des Schweizerischen Baukader-Verbandes, Gründung der Kaderdach- organisation (KDO) in Zürich zwischen den Verbänden SBKV, Graphia und SVTB,
1981 Am 1,Juli konnte der Polierrahmenvertrag erneuert werden, wobei der Berner Vertrag noch immer seine Gültigkeit hat. Auch der Vertrag zwischen der FSAI und dem SBKV konnte im Herbst erneuert werden, - Es ging auch eine hektische Bautätigkeit los, man glaubte sich fast in der Zeit vor dem Konjunkturknick, Gerade in dieser Situation zeigt es sich immer wieder, dass gute Arbeitskräfte einfach fehlen. Dies hat wieder zur Folge, dass an das Kader wieder höhere Anforderungen gestellt werden. Wir haben für unsere Sektion 20 Neumitglieder gewinnen können, leider aber durch Todesfall und Austritt 19 Mitglieder verloren. Die verstorbenen Kollegen werden wir stets in guter Erinnerung behalten.
1982 Dieses Jahr ist geprägt von unserem Jubiläum «75 Jahre Sektion Poliere Bem». Die Delegiertenversammlung des Baukader-Verbandes vom 12. und 13, Juni konnte als Gastreferent Bundesrat Willi Ritschard gewinnen.
Auch das Jahresprogramm der Sektion mit seinen Vorträgen an den Monatsversammlungen ist auf reges Interesse gestossen.
1985 An der Generalversammlung demissionierte W. Schläfli aus Gesundheitlichen Gründen. Neu gewählt wurde Hänni Ruedi. An der Delegiertenversammlung vom 20.06.1985 wurde Alexander Tschäppät geb. 1950 KV-Mitglied, Gerichtspräsident, Stadtrat und Fraktionsrat der SP als Präsident für VSAB vorgeschlagen und einstimmig gewählt.
1987 Der Mitgliederbeitrag wurde an der
Generalversammlung um 2.00 Fr. pro Monat erhöht.
Die Kasse hatte eine Vermögensabnahme von Fr. 10258.45 Der neue Mitgliederbeitrag beträgt
Fr. 240.00 pro Jahr.
1988 Der Mitgliederbestand ist Jahr für Jahr rückgängig. 1979 hatte die Sektion Bern 320 Mitglieder. Jetzt nur noch 290.
1990 An der Delegiertenversammlung ist Oswald Grand neu als Zentralpräsident gewählt worden für den zurückgetretenen Karl Gmünder. Der Mitglieder Rückgang ist nicht zu stoppen ende Jahr sind es noch 260 Mitglieder. In diesem Jahr wird Martin Loche als neuer Zentralsekretär gewählt, als Ersatz für den zurückgetretenen Otmar Bürge.
1992 Die Sterbekasse wurde an der Delegiertenversammlung mit 93 zu 16 Stimmen aufgelöst mit 100% Ausschüttung
1994 An der Generalversammlung wurde Alfred Thommen als neuer Beisitzer gewählt. Da der Arbeitsmarkt sehr angespannt ist mussten in diesem Jahr einige Mitglieder vom Rechtschutz gebrauch machen.
1995 Nach 10 Jährigen Präsidium tritt Hänni Ruedi zurück. Neu gewählt wird Alfred Thommen als Präsident und Jürg Bachmann als Beisitzer.
Der Mitgliederbestand schrumpft auf 240.
Der Mitgliederbeitrag wird an der GV um Fr. 30.-- erhöht.
2000 Es war ein turbulentes Jahr, Jürg Schulthess übernahm kurzfristig die Kasse und wurde an der GV einstimmig als Kassier gewählt. Jürg Bachmann wird neu als Sekretär gewählt für den abtretenden Urs Bützer. In diesem Jahr wurde eine Lohnteuerung von Fr. 175.- = 2.8% ausgehandelt und die Gleitstunden wurden von 75 auf 100 Stunden erhöht. Das war der Punkt wo in den sauren Apfel gebissen werden musste. Damit die Sektion Bern im Zeitalter der Computer mithalten kann, wurde eine Homepage errichtet. Die neue wirksame Kommunikationsplattform ist wichtig, zudem war die Sektion Bern fast die erste Sektion mit einer eigenen Homepage.
2002 Ernst Stebler tritt als Zentralpräsident zurück und neu gewählt wird Gerhard Fischer. Die Sektion verliert leider weiterhin Mitglieder und ist auf 203 Mitglieder geschrumpft. Der Präsident Alfred Thommen bezeichnete es ein mageres Jahr und fragte sich, wo das wohl hinführt. Was machen die Menschen, welche in der Wirtschaft keinen platz mehr finden, weil es weniger Arbeitsplätze gibt? usw.
2003 In diesem Jahr ist leider unser Ehrenmitglied Weber Willy verstorben, er war 60 Jahr Mitglied in der Sektion und davon 37 Jahre im Vorstand.
2005 An der Generalversammlung tritt Jürg Schulthess als Kassier zurück und neu gewählt wurde Marbot Yves.
Der Präsident stellt das OK vor vom 100 Jahr Jubiläum.
2007 Dieses Jahr ist geprägt von unserem Jubiläum 100 Jahre Baukader Schweiz Sektion Bern. Der Präsident Alfred Thommen durfte an der 100 Generalversammlung der Zentralpräsident Gerhard Fischer und Chef Finanzen und EDV Roland Putschert begrüssen. Der Zentralpräsident orientiert dass die Lohnverhandlungen erfolgreich waren, es gibt eine Lohnerhöhung von 1% und 0.5% individuell.
Der Mitgliederbestand ist auf 167 gesunken.
Hundert Jahre Sektion Bern das ist eine lange Zeit für eine Gemeinschaft, von der heutigen, hektischen und kurzlebigen Zeit aus gesehen. Es ist heute nicht mehr für jedermann, mit der Hektik und mit dem Zeitdruck umzugehen. Darum ist es auch nicht mehr leicht neue Mitglieder zu werben und ihnen den Verband schmackhaft zu machen. Die Zukunft wird eine Riesen Herausforderung für den Vorstand um weiter ein interessantes Verbandleben zu gestallten und dem Mitgliederschwund entgegen zu wirken.
Ich möchte allen herzlich danken für das Interesse am Verbandsleben und für das Mitmachen.
Ich möchte die Chronik mit einem Spruch von Henry Ford beenden.
Zusammenkunft ist ein Anfang
Zusammenhalt ist ein Fortschritt
Zusammenarbeit ist ein Erfolg.
Wen wir diesen Spruch befolgen wir unsere Sektion noch lange bestehen.
Jürg Bachmann
Organisationskomitee für das Jubiläum
|Hänni Ruedi
||OK Präsident

|Thommen Alfred
||OK Vizepräsident

|Marbot Yves
||OK Kassier

|Härry Samuel
||OK Kassier

|Bachmann Jürg
||OK Sekretär

|Rohner Konrad
||OK Sekretär

|Bieri Ivo
||OK Beisitzer

|Küpfer Peter
||OK Beisitzer

|Rothenbühler Ivan
||OK Beisitzer