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Chauderon
(Gorge du) (Kt. Waadt, Bez. Vevey). Engpass der Baye de Montreux, kurz oberhalb der Mündung, in die den Rocher de Glion einer- und den Rocher de Sonzier mit dem Mont Cubly anderseits bildenden und gleichmässig nach SO. fallenden Kieselkalke des untern Lias eingeschnitten. Nachdem der Bach in den wenig widerstandsfähigen, schiefrigen Schichten des Toarcien (Oberer Lias) und in stellenweise mächtig ¶
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entwickelten Moränenablagerungen sich ein breites Thal mit sanft ansteigenden Wiesenlängen ausgewaschen, tritt er 1 km
unterhalb der Häuser von Le Cerisier in ca. 575 m mit dem Uebergang auf die harten Schichten des Untern Lias in die Schlucht
ein, die er kurz vor seinem Mündungskegel in 425 m wieder verlässt. Oft bezeichnet man als Gorges du
Chauderon den ganzen Abschnitt der Baye de Montreux bis La Tuffière, der dann abwechselnd sanfte Wiesen- und steile Felsufer
aufweist.
Der Name rührt von einem grossen Erosionskessel (Riesenkessel) her, den ein Wasserfall nahe dem Rocher de Taulan im untern Teil der Schlucht ausgespühlt hat. Da das Wasser der Baye de Montreux unterhalb La Tuffière zur Speisung des Wasser- und Elektrizitätswerkes von Montreux und alle Quellen in der Schlucht selbst (Source des Avants, de Cheset, du Pont de Pierre) gefasst sind, ist diese zur Trockenzeit beinahe völlig wasserleer. Doch bildet der Ueberlauf des Reservoirs von Sonzier in der Mitte der untern Schlucht zeitweise einen schönen Wasserfall.
Die Gemeinnützige Gesellschaft von Montreux hat die Gorge du
Chauderon durch Anlage von ausgezeichneten Fusswegen allgemein
zugänglich gemacht. Zahlreiche lauschige und schattige, von Felsen umrahmte und mit Tannen und dichtem Farnwuchs bestandene
Plätzchen verleihen der Schlucht während der sommerlichen Hitze einen ganz besondern Reiz. Hier findet
man auch eine Reihe von interessanten Pflanzenarten, wie die Hirschzunge (Scolopendrium officinarum), die Mondviole (Lunaria
rediviva), Zahnwurz (Dentaria pinnata und D. digitata) u. a. Es wird der Bau einer Brücke über den engsten Teil der Schlucht,
zwischen Glion und Sonzier, geplant.