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Das Bernd-Alois-Zimmermann-Werkverzeichnis
Mit dem Verzeichnis der Werke von Bernd Alois Zimmermann (1918–1970) veröffentlichen Schott Music und die Akademie der Künste Berlin das erste umfassende, nach historisch-kritischen Methoden erarbeitete Werkverzeichnis eines Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Rund 350 erhaltene, verschollene, unvollendete und fragmentarische Werke sind in dem über1300 Seiten starken Band, herausgegeben von Heribert Henrich, verzeichnet. Neben der Darlegung musikalischer Quellen erfassen die Werkeinträge auch Erstveröffentlichungen von Zimmermanns Briefen, Notizen und Kalendereinträgen mit allen für das jeweilige Werk relevanten Stellen. Das Werkverzeichnis enthält zusätzlich 23 farbige Abbildungen von Autografen. Es ist Teil der wissenschaftlichen Erschließung des Bernd-Alois-Zimmermann-Archivs der Akademie der Künste Berlin und basiert auf Vorarbeiten des verstorbenen Zimmermann-Forschers Klaus Ebbeke.
Aus dem Vorwort: «In kaum einer anderen Epoche trat eine Avantgarde (...) auf den Plan, die so vehement mit der Vergangenheit brach und nach radikalen tonsprachlichen und kompositionstechnischen Neuerungen strebte. Mit entsprechendem Aufwand suchten die Vertreter dieses musikalischen Umbruchs, das eigene Tun zu erklären und zu rechtfertigen, zumal die Angriffe, denen sie sich zunächst ausgesetzt sahen, von erdrückender Massivität und Vehemenzwaren. Und gleichzeitig herrschte auch innerhalb dieser Gruppe von Neuerern, etwa wenn es um Prioritätsansprüche ging, ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken. Auf diese Weise entstand eine Form des Sprechens und Schreibens über die komponierte Musik, die nicht wenig von taktischen Erwägungen bestimmt war. Dieser Diskurs aber schob sich (...) sehr stark vor das musikalische Phänomen selbst (...)»
Heribert Henrich, Verzeichnis der musikalischen Werke von Bernd Alois Zimmermann und ihrer Quellen, Mitarbeit von Klaus Ebbeke, 1326 S., Leinen, € 199.00, Schott, Mainz 2014, ISBN 978-3-7957-0688-3