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Inaya und den Buben geht es sehr gut, und sie haben sich sehr über unseren Besuch gefreut. Ich ließ Michel und Roy alleine mit den Buben losziehen, um sie ebenfalls neu einzukleiden.
Das Ganze dauerte einen Bruchteil der Zeit, die Ruhi benötigt hatte, und sie gaben zusammen die gleiche Summe aus wie sie.
Als wir am nächsten Tag wieder bei ihnen zu Besuch waren, flüsterten die Beiden eifrig mit ihrer Mutter. Auf Nachfrage meinte sie, sie würden mir gerne ihre neuen Sachen zeigen, da ich ja beim Einkaufen nicht dabei gewesen sei.
Freudestrahlend führten sie mir ihre T-Shirts, Hemden, Hosen, Schuhe und Sandalen vor.
Sakeer kam am nächsten Abend mit dem Fahrrad zu Ronis Haus. Zu unserem Erstaunen war es weder seines noch das reparierte von Sameer. Sein Fahrrad, welches er zu Hause immer in den dritten Stock geschleppt hatte, war ihm vergangenen November ausgerechnet vor der Moschee gestohlen worden!
Weil er ein Fahrrad braucht und Sameers zu klein war, hatten sie dieses an Zahlung gegeben für ein größeres gebrauchtes. Es war offensichtlich sehr gebraucht.
Ein Onkel von Roy bekam es mit und sagte, er hätte ein fast neues Mountain bike in der Garage stehen, dass er nicht mehr brauchen würde.
Wir gingen das Rad anschauen und fragten nach dem Preis. Er wollte eben etwas sagen, als ich ihm zu bedenken gab, dass das Rad für einen armen Halbwaisen gedacht sei.
Der Junge würde es brauchen, um seiner Mutter zu helfen und um damit zum Lebensunterhalt der kleinen Familie beizutragen. Er hörte sich mit einem Grinsen meinem theatralischen Vortrag an und verlangte schlussendlich einen symbolischen Betrag von 50 Franken. Meine Bemerkung, es sei mir ein Vergnügen gewesen, mit ihm Geschäfte zu machen quittierte er dann mit lautem Lachen. Das sei gar kein Geschäft gewesen, Geschäfte machen hätte immer etwas mit Geld verdienen zu tun.
Der Velomechaniker, der in derselben Überbauung wie Sakeer wohnt und den Jungen gut kennt, versprach, für weitere 20 Franken das Fahrrad zu überholen. Er versprach zudem, nichts zu verraten, und schade, dass wir Sakeers Gesicht nicht sehen konnten, als ihm das Rad überreicht wurde. Dank dem mitgelieferten Schloss sollte es aber nächstes Jahr noch da sein.