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Wenn jemand an der Hochzeit von Imelda und Peter Angehrn prophezeit hätte, dass Imelda dereinst als «The Grand Old Lady of the Bulldogs» in die kynologische Geschichte eingehen wird, dann hätte die quirlige Imelda wohl schallend gelacht. Bulldoggen… ganz sicher nicht, denn ihr Herz gehörte den sanften Neufundländern, die sie seit ihrem achtzehnten Lebensjahr züchtete.
Es war ihr Mann, der sich seit seiner College-Zeit in England einen English Bulldog (EB) wünschte. Aber seine Eltern waren von dieser speziellen Rasse nicht begeistert und der Kompromiss war dann ein Boxer. So brachte Peter einen Boxer und Imelda einen Neufundländer mit in die Ehe. Erst viele Jahre später, als das Ehepaar Angehrn schon fünf Kinder hatte, konnte Peter seine Frau überreden, einen deutschen EB-Züchter zu besuchen. Wie der Zufall es wollte, waren dort zur Zeit Welpen. Und da es fast nichts Niedlicheres als ein Bulldoggen-Baby gibt, war es um Imelda geschehen. So wurde ihr Mann endlich ein stolzer Bulldoggen-Besitzer. Das liebenswerte Wesen der Bulldoggen ist einzigartig und Imelda erlag dem Charme von Jonny. Es dauerte nicht lange und da kam Haubitze, genannt Hexli, dazu.
- Jubiläum der Zuchtstätte «Pickwick»
1966 fiel der erste English-Bulldog-Wurf unter dem neuen Zwingernamen «Pickwick» (nach der Gestalt aus dem Roman von Charles Dickens, die Laden- und Restaurantkette gab es damals noch nicht). Das Thema Tiergesundheit war stets aktuell in Imeldas Leben, denn sie wuchs in einem aktiven Tierarzt- und Bauernhaushalt auf. Mit diesem medizinischen Hintergrund war es Imelda wichtig, nicht nur schöne und rassetypisch liebenswerte, sondern vor allem gesunde Hunde zu züchten. Über die Entwicklung der Rasse war sie zu tiefst beunruhigt, denn auf den Ausstellungen gewannen immer öfter die schweren, kurzbeinigen Hunde mit überladenen Schultern, zu kurzen Nasen und massigen Schädeln. Wegen dem veränderten Körperbau konnten die Rüden nicht mehr natürlich decken (kein Klammern möglich) und die Hündinnen hatten zunehmend Mühe, die Welpen mit den überdimensionierten Köpfen und dem viel zu breiten Schulterbereich aus dem relativ schmalen Becken zu pressen.
Auf Drängen des Kynos Verlags beschloss Imelda ein aufklärendes Rasseporträt über den English Bulldog zu schreiben. Dieses umfassende Buch wurde trotz des sehr kritischen Inhalts und der klaren Auslegung des Standards ─ der den funktionalen Urtyp beschreibt ─ im Jahre 2008 zum fünften Mal neu aufgelegt. Heute ist das Buch nur noch aus zweiter Hand erhältlich.
Der Wunsch, einen gesunden English Bulldog zu züchten
Imelda versuchte mit sehr viel Fachwissen einen moderat sportlichen, weniger übertypisierten Hund zu züchten. Aber auch ihre leichteren Hunde zeigten Probleme bei der Atmung und natürliche Geburten waren die Ausnahme. Dazu kam, dass ein Teil dieser leichter gebauten Hunde nicht zuchttauglich wurde, weil sie auf Ausstellungen kein «Sehr gut» erhielten. Als dann an einer deutschen Bundessiegerausstellung die Richterin den einzigen sportlich trabenden, frei atmenden Rüden disqualifizierte (Grund: der Hund läuft zu «behände», was nicht rassetypisch sei), wurde Imelda richtig wütend. Sie verzichtete auf die Vorführung der anderen gemeldeten Hunde und verliess die Ausstellung mit dem Vorsatz, Nägel mit Köpfen zu machen.
In Gesprächen mit ihrem Freund und Mentor Doktor Hans Räber kam sie zu dem Schluss, dass durch reine Selektion die Rasse der English Bulldog nicht verbessert werden könne. Der für die Gesundheit so wichtige variantenreiche Genpool war viel zu klein und es könne nur eine Verbesserung durch das Einkreuzen einer anderen Rasse erzielt werden. Die Wahl fiel auf die Olde English Bulldog (OEB), eine nicht FCI-anerkannte, relativ junge amerikanische Rasse. Die OEB zeichnen sich durch einen sportlichen, leichteren Körperbau aus, zudem haben sie eine längere Nase mit weniger Falten und Vorbiss sowie eine lange Rute ohne Knick.
Imelda verbrachte viel Zeit in den USA, um geeignete Zuchthunde zu suchen. Zum amerikanischen Zuchtmaterial fand sie nach dem Mauerfall in der Ex-DDR drei wunderbare Englische Bulldoggen nach dem alten Typ. Diese Hunde erwiesen sich als ein absoluter Glücksfall – langlebig, seltene Blutlinien und ein korrekter Körperbau ohne Übertreibungen. 2000 erhielt sie von der SKG die Bewilligung, versuchsweise Kreuzungswürfe (EB x OEB) zu starten.
Vor 15 Jahren – Der Continental Bulldog entsteht
2001 fiel der erste Kreuzungswurf OEB x EB. Das Resultat war schon so vielversprechend, dass bereits drei Jahre später die SKG erfreulicherweise dieses besondere Projekt ─ die Entwicklung der Continental Bulldogge ─ bewilligte. Auch Peter Angehrn befürwortete dieses anspruchsvolle Projekt von Anfang an, weil er wusste, dass seine Frau die richtige Person dafür ist. Schon bei der ersten Begegnung, die eigentlich unter keinem guten Stern stand, lernte er Imeldas starken Willen und ihr besonderes Gespür für Tiere kennen. Als nämlich der junge Mann am Hof von Imeldas Eltern vorbeiwanderte, schnappte sich sein normalerweise gut abrufbarer Boxer den frei laufenden Gockel und verletzte ihn schwer. Daraufhin durfte er Imeldas Meinung über Städter und ihre unerzogenen Hunde kennenlernen und er wurde Zeuge, wie sie sich gegen ihren Vater, den Tierarzt, durchsetzte. Mit sehr viel Gefühl verarztete Imelda den Gockel und nähte die klaffende Wunde zu. Peter war dieser Vorfall sehr peinlich und schon eine Woche darauf erkundigte er sich nach dem Hahn. Peter besuchte den genesenden Gockel regelmässig, und anderthalb Jahre später waren Imelda und er ein Paar.
Eine neue Rasse zu züchten braucht nicht nur viel Zeit und Wissen, es braucht auch enorm viel Geld und Nerven wie Drahtseile. Imelda war wegen ihrem Engagement für die Gesundheit auf einmal die Persona non grata in der Welt der Englischen Bulldoggen. Sie wurde als Nestbeschmutzerin betitelt, böse angefeindet und ihr wurden mehrere Ehrenmitgliedschaften in namhaften English-Bulldog-Clubs aberkannt. Aber Imelda ist eine starke und intelligente Frau mit einer Mission und dem klaren Ziel vor Augen, gesunde Hunde zu züchten.
Für eine neue Rasse verlangt die FCI acht Blutlinien, die in den letzten drei Generationen keinen einzigen gemeinsamen Ahnen haben dürfen. Um diese Vorgaben zu erfüllen, braucht es ein enormes Zuchtmaterial. Zeitweise waren über 100 Hunde im Besitz der Familie Angehrn, wovon viele fremdplatziert waren und in Familien lebten. Imeldas Hunde wohnen sehr komfortabel auf einer gepflegten Anlage. Die Vierbeiner dürfen nicht nur auf den grossen Wiesen zusammen spielen, sie werden auch von den vier Betreuerinnen täglich ausgeführt. Die Hunde müssen etwas erleben, meint Imelda, auch wenn es für die alten Hunde nur ein kleiner Spaziergang um die Kirche ist.
Der lange Weg die neue Rasse zu festigen
Imelda erzählt mit leuchtenden Augen, dass sie sich Bulldoggen wünsche, die beweglich sind, frei atmen und auf natürlichem Weg gebären können. So ist Imelda streng in der Auslese. Da bei ihr nur mit natürlich geborenen Welpen weitergezüchtet wird, ist ihre Kaiserschnittrate nicht höher als bei anderen Rassen. Auch achtet sie darauf, dass nur Hunde mit einer langen und knickfreien Rute in die Zucht kommen. «Lange und gesunde Ruten haben einen direkten Einfluss auf die Länge der Nase und eine Wirbelsäule ohne missgebildete Wirbel», erklärt Imelda, «und eine längere Nase bedeutet weniger Faltenbildung und ein freieres Atmen».
Der Conti sollte nur einen leichten Vorbiss haben, das heisst der Unterkiefer soll maximal einen Zentimeter länger sein als der Oberkiefer. Auf kräftige, regelmässig eingesetzte Schneidezähne wird grossen Wert gelegt. Auch bei der Hüft- und Ellbogendysplasie haben sich die Werte bei den Contis durch die vorgeschriebenen Röntgentests schon deutlich verbessert. Der EB brachte so viele körperliche «Baustellen» mit, dass es noch ein paar Generationen dauern wird, bis sämtliche Gesundheitswerte verbessert und Strukturfehler ausgemerzt worden sind.
Imelda Angehrn hat nun in Rekordzeit die von der FCI geforderten acht Blutlinien für eine neue Rasse gezüchtet. In der Schweiz und in Deutschland sind die Continental Bulldogs anerkannt. Aber ausgerechnet die FCI (der weltweit grösste kynologische Dachverband), die ja an einem gesünderen Bulldog interessiert sein müsste, verzögert die Bewilligung aus unerklärlichen Gründen.
Imelda ist immer noch mit viel Herzblut dabei, den Typ, die Gesundheitswerte und das Temperament ihrer Contis weiter zu festigen. Bei neuen Rassen gibt es oft Rückschläge und es dauert mehrere Generationen, bis ein einheitliches Rassebild entstanden ist. Und heute schmunzelt Imelda, wenn sie daran denkt, dass sie vor vielen Jahren einmal dachte: Bitte keinen English Bulldog, die sind so hässlich. Allein Imeldas und Peters Passion ist es zu verdanken, dass es nun elegantere und gesündere Bulldoggen gibt. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass die FCI die Rasse endlich anerkennt.
Text: Eva Holderegger Walser
Wir haben vor neun Jahren einen Conti von
Frau Angern erworben,unseren wunderbaren Spike.Das Wesen dieser Hunde ist Einmalig. Wir sind sehr verliebt
in unserem Schatz.Recht herzlichen Dank
an Frau Angern für diese wunderbaren
HUNDE🤔
Danke für diesen tollen Bericht…. welchen Imelda Angehrn zu 100% spiegelt 🙂
Meine erste Engländerin war von Imelda, eine tolle Hündin, mit ein paar wenigen rassetypischen Problemchen. Isis wäre als Zuchtweibchen für die Contis vorgesehen gewesen, was dann leider (oder zum Glück für mich) nicht geklappt hat.
Seit 3 Jahren lebt nun Dinah, eine Conti-Dame (natürlich von Imelda) bei uns und wir sind absolut happy mit ihr. Nicht ganz so stur, wie die Engländer, sportlicher und agiler.
Ich, bzw. wir, können Imelda wirklich zu dieser tollen Rasse nur gratulieren! Tausend-Dank dafür!!!
Wir haben jetzt schon den zweiten Hund in 15 jahren von Frau Angehrn.
Beide waren und sind tolle Hunde die wir nicht mehr missen möchten.
Durch Frau Angehrn sind wir absolute Fans der Contis geworden und können
nur jedem Bulldog-Fan empfehlen, sich diese Rasse anzusehen.
Ihr werdet sie lieben!
s.Bertgen & B.Neugebauer
Wir haben die 2.Hündin aus dem Hause Pickwick von Imelda Angehrn. Von dieser Rasse sind wir vollkommen begeistert! Es passt einfach alles. Es wird nicht der letzte Hund dieser Rasse für uns sein……
Ich kenne Frau Angehrn von vielen Ausstellungen und war schon immer ein Fan ihrer Hunde, da sie schon immer etwas mehr Hals und nicht so übergewichtig waren. Vor einigen Jahren rief sie mich an und fragte ob ich noch Hunde hätte – ich hatte viele Jahre Mastini aber die Krankheiten und den frühen Tod wollte ich mir nicht mehr antun. Sie hätte eine ganz liebe Bulldoghündin für mich. Ich fuhr zu ihr in die Schweiz und sah meine erste Conti-Hündin. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick weil ich noch das Bild eines english Bulldogs im Kopf hatte. Aber die liebenswerte Art und die Beweglichkeit überzeugte mich, erschrocken war ich allerdings als ich erfuhr, dass die Hündin schon 8 Jahre alt war. Ich dachte mit Schrecken an meinen English Bulldog den ich mit viel Geduld in diesem Alter hinter mir herschleppen musste – dem gegenüber war Stella ein Temperamentsbündel! Und eine leidenschaftliche Autofahrerin wie sich sofort herausstellte, ohne sich nur ein einzigesmal umzusehen sprang sie in mein Auto. Ich hatte 4 glückliche Jahre mit ihr und sie starb an ihrem Lieblingsplatz im Auto, ich weinte um jeden meiner Hunde doch bei Stella kommen mir heute noch die Tränen, sie war einfach der perfekte Hund ! Nach solch einem Hund ist es schwer für jeden nachfolgenden. Frau Angehrn hatte eine Nachfolgerin für mich aber ich verglich sie zu sehr mit Stella, Ich klagte weil der Hund nicht annähernd so gut gehorchte wie Stella ..Das ging soweit, dass Frau Angehrn den Hund zurück wollte.Inzwischen hatte ich mich besonnen und es ist einfach ungerecht, dass man ein Lebewesen mit dem anderen vergleicht. Ich behielt sie also und heute ist sie mir genauso ans Herz gewachsen wie ihre Vorgängerin. Sie läßt sich sehr gut über Lekkerli steuern und die Spaziergänge im Wald sind ihre Leidenschaft geworden. Anfangs wollte sie keinen Schritt aus dem Auto machen. Sie war halt in ihrem alten Leben ein Stadthund.
Für mich ein kleines Wunder am Rande, als ich die Geschichte in Frau Angehrns Gästebuch schrieb und erwähnte, dass ich mir die 600 Euro die das Tierheim für die Unterbringung verlangte momentan leider nicht leisten konnte, überwies mir eine unbekannte Frau aus der Schweiz den größten Teil der geforderten Summe an Frau Angehrn. Für mich ein kleines Wunder – ich hatte als erwachsener Mensch noch nie etwas geschenkt bekommen. So kam ich doch noch zu meiner Koquette und habe sie schon fast 4 Jahre – nächste Jahr wird sie 10 und ich hoffe, dass sie noch lange lebt. Für diese wundervollen Hunde bin ich Frau Angehrn sehr dankbar und natürlich der unbekannten Frau …..! besinnliche Tage Harald Knobloch
Interessante Webpage. Das Design und die nuetzlichen Infoгmationen gefallen mir besonders.
Grüezi liebe Hundemagazinerinnen und -magaziner!
Bitte ersetzen Sie meinen ersten Kommentar durch den hier Folgenden. Wir wünschen einen guten Rutsch in ein virenfreies tolles neues Jahr! Heinz Gut
Wir sind glückliche Besitzer von Pattie und Yukon, Mutter und Sohn aus der Zucht von Imelda Angehrn, zwei wundervollen Pickwick-Contis. Schade, dass wir nicht zehn Jahre jünger sind, sonst hätten wir deren fünf!
Harald Knobloch,
ich hatte vor 3 Jahren geschrieben, dass ich von Frau Angehrn einen zweiten Hund für meine verstorbene allerliebste Conti Hündin Stella erhielt. Koquette ist nun 11 Jahre alt und wird hoffentlich noch länger an meiner Seite sein. Sie ist noch putzmunter wenn sie nicht gerade ihren Schönheitsschlaf hält. Mußte ich meinen ehemaligen English Bulldog bereits im Alter von 8 Jahren fast hinterherschleppen. Da sind die Contis ganz anderer Natur immer noch quirlig im hohen Alter. Keine Krankheiten und immer noch bei jedem Papier rascheln sofort wach – es könnte ja etwas zu fressen geben. Sobald ich in Richtung Kühlschrank gehe verfolgt sie mich auf Schritt und Tritt.
Sobald ich ihr das Halsband anlege und die Leine einklinke zieht sie voran wie ein junger Hund. Gerade jetzt in der schweren Zeit durch die Pandemie ist sie mein Trost und das Mittel gegen die Einsamkeit. Ein Verlust eines geliebten Tieres ist zu allen Zeiten schwer aber in dieser Zeit besonders und für den Hund immer noch besser wie umgekehrt – schon gar weil sie schon einmal den Verlust ihres Herrn erleiden musste.
Ich wünsche Frau Angehrn noch viele Jahre um ihre erfolgreiche Zucht dieser wunderbaren Hunde fortzusetzen.
Harald Knobloch,
Leider geht auch alles Leben zuende, meine geliebte Koquette hat mich am 28.7.22 verlassen, ich habe sie nicht gehen lassen wollen aber es ging einfach nicht mehr. Sie wusste es wohl besser und verweigerte jede Nahrung. Dann musste ich den schweren Gang gehen aber ich habe mich nicht davongestohlen sondern hielt bis zum letzten Atemzug im Arm und schloss ihr die treuen Augen. Während ich diese Zeilen schreibe rinnen mir wieder die Tränen über das Gesicht. Ich habe ihr ein Grab in meinem Gaten gegraben , sie in ihre Lieblingsdecke gewickelt und wenn ich komme und gehe werfe ich immer ein Blick auf ihr Grab und manchmal meine ich ihr gemütliches schnarchen zu hören aber es istwohl nur das Rauschen in den Bäumen das mir einen streich spielt. Mein Dank gilt den zwei jungen Tierärztinnen, die es mir so leicht wie möglich machten von der Tierklinik Zeibrücken. Ich befinde mich jetzt in einem Alter wo es gut überlegt sein will ob ich nocheinmal ein Hund zu mir nehmen soll. Eigentlich bedauerlich gerade im Rentenalter wo man alle Zeit hat für ein geliebtes Tier hat ist es besonders schade wenn man alleine lebt.