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Neues aus dem Xingu Park
Sind die Indios Besitzer ihres Territoriums?
Nein, das Land gehört der Union. Die Indios haben das Recht der permanenten Besetzung desselben und zur Nutzung seiner natürlichen Ressourcen. Kein Indio kann sein Stück Land verkaufen, auf dem er lebt.
Was bedeutet das Nutzungsrecht?
Das ist das Recht zu profitieren, zu geniessen, die natürlichen Ressourcen zu nutzen, die im Boden, den Flüssen und in den Seen existieren. In einem Indio-Territorium (IT) sind es allein die Indios, die dieses Recht besitzen.
Warum werden die Indios vom Staat anders behandelt (beschützt)?
Die indigenen Völker sind die ersten Bewohner des Territoriums, das sich später Brasilien genannt hat. Deshalb hat die Verfassung von 1988 diesen Völkern einige spezielle Rechte eingeräumt. Sie sind im Artikel 231 der Verfassung festgelegt. Darin werden die “Stammrechte bezüglich der Territorien, die sie traditionsgemäss bewohnten“ festgelegt.
Was bedeutet Stammrecht bezüglich der Territorien?
Das ist die Anerkennung der Rechte, welche die indigenen Völker besitzen, weil sie die ersten Bewohner des gegenwärtigen brasilianischen Territoriums waren. Man kann sagen, dass die Indios ein angeborenes Recht auf die Territorien haben, auf denen sie leben. Dies ist die primäre Quelle ihres Anrechts, ein Vorrecht vor allen anderen. Konsequenterweise ist das Recht der Indios auf ihr Territorium völlig unabhängig von einer formalen Anerkennung.
Haben Indios eigene Gesetze, mit “indigenen Rechten“, die für ihre Territorien gelten?
Ja, obwohl sie für unsere Augen weniger sichtbar sind, denn es handelt sich um Gesellschaften ohne schriftliche Kommunikation, deren Regeln sich in ihren Sitten und Gebräuchen manifestieren. Es existieren strafende Massnahmen für Gesetzesbrecher, wie zum Beispiel ein Ausstoss aus der Gemeinschaft oder eine Verbannung.
Die Indios feiern viele Feste. Arbeiten sie denn nicht?
Im Gegenteil zu dieser Behauptung machen die indigenen Feste viel Arbeit. Was wir als “Fest“ bezeichnen, hat in den Sprachen der Indios keinerlei Äquivalent, ihre Zeremonien und Rituale können vielmehr verglichen werden mit dem schulischen Lernprozess der Nicht-Indios, denn sie sind direkt verbunden mit der Sozialisierung und der Entwicklung einer Person. An diesen zeremoniellen Feierlichkeiten nehmen Individuen unterschiedlicher Generationen teil und spielen eine persönliche Rolle. Und diese “Feste“ der Indios dauern nicht nur einen Tag, sondern können sich über Wochen, Monate oder sogar ein ganzes Jahr erstrecken, das hängt von dem jeweiligen indigenen Volk ab und dem Thema, dem ihre Zeremonie gewidmet ist.
Viele Fotos von “indigenen Festen“ zeigen nur den Höhepunkt des jeweiligen Geschehens, und der ist das Ergebnis einer Folge von Ereignissen, die von einer ganz speziellen, existenziellen “Agenda“ bestimmt werden, verbunden mit der Kosmologie, der Geschichte und der Mythologie eines jeden Volkes. Das “Fest“ bietet der heranwachsenden Jugend Gelegenheit, traditionelle Praktiken ihres Volkes kennenzulernen und zu übernehmen. Indem er sich an ihnen beteiligt, bestätigt der Indio seine Zugehörigkeit zu seinem Volk, daher muss er auch seine Regeln anerkennen. Während eines solchen “festlichen“ Zyklusses wird der tägliche Arbeitsablauf der Familien nicht unterbrochen: Die Felder werden bestellt, die Männer gehen auf die Jagd, fischen, stellen Kunsthandwerk her, nehmen an politischen Versammlungen teil und verreisen, während die Frauen kochen, ihre Kinder versorgen, und so weiter…
Glauben die Indios an Gott?
Die Mitglieder aller Völker dieser Welt stellen sich entsprechende Fragen und versuchen, sie auf unterschiedliche Art und Weise zu beantworten: “Wie war der Anfang unserer Welt und wie entstanden die Menschen? Ob es wohl andere Welten gibt ausser der, in der wir leben? Was geschieht mit uns nach dem Tod? Gibt es eine Seele? Gibt es einen Gott“? Jedes Volk hat seine Erklärungen für diese Fragen, und hat Prinzipien, nach denen sich das Verhalten seiner Mitglieder richtet, wie zum Beispiel der gegenseitige Respekt und die Grosszügigkeit, die Achtung der Natur oder die Ehrlichkeit, um nur ein paar zu nennen. In allen Religionen der Welt gibt es Gemeinsamkeiten: Zum Beispiel die Idee der Heiligkeit, die Zeremonien, Riten und Mythen, Gebete und Opfergaben. Alle diese Elemente sind auch in den indigenen Kulturen präsent. Und unter den zahlreichen unterschiedlichen Religionen dieser Welt – Buddhismus, Hinduismus, Shintoismus, Islam, Judentum, Christentum und so vielen anderen, ist auch Platz für die Religionen der indigenen Völker, die so, wie unsere eigene, aus dem mythologischen Hintergrund ihrer individuellen Kulturen entstanden sind.
Das Volk der Aueti
In der Sprache des Aueti-Volkes gibt es Unterschiede zwischen der Art und Weise, wie der Mann spricht, und der Ausdrucksweise einer Frau. Die beiden Geschlechter benutzen zum Beispiel unterschiedliche Ausdrucksformen, wenn sie von sich selbst sprechen – für das Wort “ich“, zum Beispiel, verwendet der Mann “atít“, während die Frau “itó“ sagt. Und es gibt eine ganze Reihe von Worten in ihrer Originalsprache, deren Benutzung davon abhängt, ob ein Mann oder eine Frau sie verwendet.
Das Volk der Ikpeng
Die Mehrheit der Ikpeng besitzt eine eindrucksvolle Liste individueller Namen (im Durchschnitt ein Dutzend). Die ganze Namenskette eines jeden wird in einem Ritual rezitiert (Orengo eganoptovo: “Rezitation der Namen“), in Verbindung mit der Zeremonie anlässlich eines erfolgreichen Kriegszuges. Und diese Namen werden auch bei formellen Gelegenheiten genannt, bei denen eine bedeutende Person (nicht nur der Chef) Entscheidungen der Gruppe verkündet. In diesem Fall beginnt ihre Rede mit der Aufzählung aller Namen der Beteiligten, und die werden diverse Male wiederholt, um das Gesagte zu unterstreichen. Jede Namenskette heisst “Orengo“, und sie besteht aus dem bedeutenden Basis-Namen, dem “Emiru“ – den man in einer fortgeschrittenen Phase des Lebens erhält, stets nach dem Tod der Eltern – sowie den “Imon“, Namen, die man seit der Geburt in bestimmten Abschnitten des Lebens bekommt, eine kumulative Namensgebung, welche die Person, der sie gegeben werden, alle in Erinnerung behält.
Die Benutzung der diversen Namen durch die Ikpeng steht im Gegensatz zu den Spitznamen, also den affektiven, schmähenden oder von bestimmten Gelegenheiten abhängigen Beinamen. Ein Spitzname wird mit “Amut“ bezeichnet, ein Terminus, der ein Schmuckobjekt bezeichnet. Die Mehrheit der Ikpeng besitzt einen Spitznamen, und der wird im Alltag auch am meisten benutzt, im Gegensatz zu den richtigen Namen. Mit anderen Worten: Obwohl alle sehr viele Eigennamen besitzen, werden diese nur ganz selten benutzt.
Das Volk der Kalapalo
In der Mythologie der Kalapalo werden die Flöten als weiblichen Geschlechts dargestellt. In Form und Aussehen ähneln sie tatsächlich einem weiblichen Geschlechtsorgan, und ihr Mundstück wird als “Igïdi“ (Vagina) bezeichnet. Nachdem sie bei einer Zeremonie benutzt wurden, hängt man sie manchmal über einen längeren Zeitraum unter dem Dach des Männerhauses auf – dann sagt man bei den Kalapalo, dass die Flöten “menstruieren“. Abgesehen davon wurden zahlreiche Gesänge, die von diesen Flöten begleitet werden, in der Vergangenheit von Frauen geschaffen, und sie werden bei bestimmten Anlässen auch von Frauen gesungen (allerdings dann ohne Flötenbegleitung, denn die dürfen sie ja nicht sehen). Die Gesänge geben Ansichten der Frauen wieder, sie beziehen sich auf Nahrungs-Tabus, die von den Frauen eingehalten werden müssen, wenn ihre Kinder krank sind, beschreiben Verhältnisse mit Liebhabern und Ehemännern oder auch eventuelle feminine Rivalitäten.
Die Kalapalo sprechen einen Dialekt einer Sprache, die zum Guyana-Meridionalen Zweig der linguistischen Familie Karib gehört. Das bedeutet, dass die Ye’kuana ihre nächsten linguistischen Verwandten sind, und die leben im Süden von Venezuela und im Norden von Roraima, sowie die Hixkaryana, die in verschiedenen Regionen der Guyanas zuhause sind.
Das Volk der Kamaiurá
In ihrer Schöpfungsgeschichte erzählen die Kamaiurá, dass ihr Ahn und der Ahn der Nicht-Indios als Zwillingsbrüder von Mavutsinim, ihrem Schöpfer, geschaffen wurden, in der Absicht, mit ihnen ein grosses Dorf zu gründen. Eine der Versionen, welche die Trennung zwischen Indios und Nicht-Indios erklärt, ist die folgende: Mavutsinim rief die beiden Brüder zu sich und zeigte ihnen zwei Objekte, die er für sie angefertigt hatte: Einen Bogen und eine Feuerwaffe. Die Feuerwaffe hatte er für den Indio bestimmt und für den Weissen den Bogen mit Pfeilen.
Aber der Kamaiurá sträubte sich gegen den weisen Vorschlag von Mavutsinim – er wollte die Feuerwaffe nicht, sondern den Bogen – und obwohl Mavutsinim ihn drängte, die Feuerwaffe anzunehmen, er wollte sie nicht. Angesichts jenes widerspenstigen Indios verwarf der Schöpfer die Idee einer einzigen grossen Dorfgemeinschaft und sah sich gezwungen, alle von ihm geschaffenen Dinge in zwei Teile zu trennen. Ausser dem gewünschten Bogen gab er dem Indio das Fladenbrot, den Fisch und viele weitere Artefakte, welche die Kamaiurá bis heute anzufertigen pflegen. Dem Weissen dagegen gab er ausser der Feuerwaffe, den Reis, die Axt, Messer und eine Unzahl von Gütern, die die Kamaiurá nicht besitzen, in Konsequenz jener schlechten Wahl ihres Urahns.
Das Volk der Kayabi
Die Kayabi erzählen, dass der Schöpfer ihres Volkes, Tuaiarará, einst von seinem Dorf zum Rio Xingu gereist sei, um sich von dort Zuckerrohr zu beschaffen – auf dem Weg dorthin lernte er verschiedene neue Pflanzen und Tiere kennen. Einige sprachen mit ihm, andere wollten ihn töten – wie zum Beispiel der “Muriçocão“ – ein gigantischer Mosquito, der den Menschen das Blut aussaugt.
Auf seinem Rückweg entdeckte Tuaiararé ein Haus und trat ein. Er wusste jedoch nicht, dass er das Haus der Schlangen betreten hatte, die ihn sogleich zu verschlingen drohten. Tuaiarará versuchte, die grösste der Schlangen dadurch abzuhalten, indem er sagte, dass er verschiedene Tiere rufen würde, um sie zu töten. Sie entgegnete, dass sie bereits alle verschlungen habe. Da imitierte er den Schrei des “Acauã”, jenes grossen Raubvogels, der als Schlangenfresser bekannt ist. Da wurde die Schlange unsicher und bekam es mit der Angst. Währenddessen packte Tuaiarará ein geflochtenes Sieb, das an der Wand hing und rannte schnell davon. Und so kam es, dass die Kayabi das Sieb kennenlernten, das sie bis heute für ihr Maniokmehl benutzen.
Das Volk der Suya
Singen und Gesang sind Ausdruck maximaler Individualität und Lebensqualität der indigenen Suya-Gesellschaft. Trotz intensiven Kontakts mit anderen Völkern des Rio Xingu, besonders mit jenen der so genannten Kulturzone des Oberen Xingu, haben die Suyá niemals von dieser kulturellen Singularität abgelassen, deren Markenzeichen ein ganz persönlicher, ritueller Gesangsstil ist.
Das Volk der Kuikuro
Der Fisch spielt eine ganz besondere Rolle als Lebensgrundlage der Kuikuro, er liefert ihnen praktisch das gesamte lebensnotwendige Protein in ihrer Ernährung. Ausserdem nimmt der Fisch in ihrer Mythologie bereits eine bevorzugte Stellung ein. So erzählen sie, zum Beispiel, dass die Maniok, ihre wichtigste kultivierte Pflanze, ursprünglich im Bett eines Flusses wuchs und einem Fisch gehörte, der sie dort angebaut hatte. Von ihm erhielten sie die Setzlinge für ihre Felder und wurden auch von ihm in der Kultivierung unterwiesen.
Das Volk der Matipu
Die besondere Art und Weise, ein Matipu zu sein, offenbart sich in der ernsthaften Vorbereitung so genannter Zeremonien zur Demarkation der Identität – wie das Ritual “Iponhe“, zu dem den Jünglingen, aus Familien von Führungspersönlichkeiten, die Ohrläppchen durchbohrt werden. Eine solche Stellung innerhalb der Kommune ist verbunden mit einer Teilnahme an fröhlichen Gesängen und Tänzen und an der Konfektion von Körperschmuck. Der Tanz gehört zum integralen und unverzichtbaren Teil der Erziehung einer Matipu-Person.
Für die Matipu gehört auch eine Einladung zur Teilnahme an einem Ritual in einem Nachbardorf zu den Höhepunkten ihres bescheidenen Lebens, denn eine solche kann nicht nur zu mächtigen Verbindungen führen, sondern gleichzeitig auch zu Affinitäten, Freundschaften, Verführungen und Rivalitäten.
Das Volk der Mehinako
Raum, Form und Lokalisierung der Dinge, daran sind besonders die Mehinako interessiert, denn das spiegelt sich bereits in ihrer Sprache, in der die Substantive auf die Formen der benannten Objekte hinweisen. Und einige ihrer Verben werden verändert, um die Distanz dessen, der spricht, zu dem von ihm benannten Event zu demonstrieren. Sie hängen zum Beispiel an konkave Dinge – wie Körbe, Schalen, und sogar das Rund ihrer Dorfhütten – das Morphem “yaku“ an, um sie durch dieses Anhängsel von anderen Formen zu unterscheiden. Lineare Objekte – wie Lianen, Krawatten, Baumwollfäden, Stangen, Bänke oder Bretter – bekommen das Morphem “pi“ angehängt, das die Geradlinigkeit beschreibt. In jedweder Sprache gibt es Möglichkeiten, solche Unterschiede auszudrücken, jedoch in der Sprache der Mehinaku sind sie nicht optional, sondern werden von der Grammatik vorgeschrieben.
Die Zeit wird bei den Mehinaku räumlich ausgedrückt. Bei Nacht bestimmen sie die Zeit anhand der Position des Mondes oder der Sternenkonstellation. Bei Tag erkundigen sie sich nach der Uhrzeit mit der Frage “Wo steht die Sonne“? Normalerweise enthält die Antwort die Sonnenposition in Bezug auf den nächst gelegenen Horizont: “Die Sonne ist gerade aufgegangen“ oder “die Sonne steht schon hoch“ oder “die Sonne beginnt zu versinken“. Der Verlauf eines Monats wird mittels der Mondphasen bestimmt.
Das Volk der Nafukuá
Wie die Kalapalo, die Kuikuro und die Matipu, sprechen auch die Nafukuá eine Sprache aus der linguistischen Karib-Familie. Sie teilen sich denselben Dialekt mit den Kalapalo und den Matipu, während die Kuikuro einen eigenen Dialekt benutzen. Aber alle vier Völker können sich untereinander verstehen.
Das Volk der Trumai
Wir sind es gewöhnt, lediglich den Einfluss der indigenen Tupi-Guarani-Sprache auf das von Brasilianern gesprochene Portugiesisch anzunehmen. Es existieren jedoch auch Anleihen anderer indigener Sprachen im modernen Brasil-Portugiesisch, wie zum Beispiel der Begriff “mizu“, der aus der Umgangssprache des indigenen Volkes der Trumai stammt und “Wasser“ bedeutet. Daraus erklären sich die Namen zahlreicher Nebenflüsse des Rio Xingu mit der Endung “miçu“ – zum Beispiel bei den Flüssen Suiá-Miçu, Maritsauá-Miçu und Auaiá-Miçu.
Während die Trumai sich noch in ihrem originalen Territorium aufhielten, zu einer Zeit, als sie noch keinen regulären Kontakt mit den Weissen pflegten, waren sie die einzigen Indios, von denen Hexerei und Aggressivität als Basis für das Erreichen von Prestige und gesellschaftlichem Status angesehen wurden.
Das Volk der Wauja
Wenn eine Liebschaft von den Verwandten anerkannt wird, besonders von den Eltern der Betroffenen, kann jemand den aktiven Part übernehmen und “die Hochzeit durchführen“, das heisst, er (oder sie) hängt die Hängematte des Bräutigams (in spe) im Haus der Braut (in spe) auf, indem er sie über derjenigen der Braut befestigt. Das kann während der Abwesenheit der Betroffenen geschehen, die dann oft von der Tatsache überrascht werden, plötzlich verheiratet zu sein. Die Überraschung ist noch grösser, wenn diese Liebschaft nicht öffentlich war – aber wer die beiden zusammen beobachtet hat, hat das Recht, “die Hochzeit vorzunehmen“ – falls ihm das gerecht erscheint.
Das Volk der Yawalapiti
Die Yawalapiti haben die Regeln des Wohnungswechsels eines frisch gebackenen Ehemannes ins Haus seines Schwiegervaters, die auch am Oberen Xingu gelten, zugunsten ihrer schwierigen Situation ausser Kraft gesetzt. Diese Regeln sehen vor, dass der Schwiegersohn sich den Schwiegereltern als Arbeitskraft auf unbestimmte Zeit zur Verfügung stellt, also zu ihnen umzieht. Weil nun aber die Yawalapiti, durch Epidemien geschwächt, zweitweise nur noch aus wenigen Individuen bestanden – dagegen die Eltern der Braut in der Regel anderen Ethnien in anderen Dörfern angehörten, entschlossen sie sich zu einer rigorosen Politik, niemanden mehr aus Gründen einer Heirat aus ihrem Dorf zu lassen. Diese Politik hat sich bewährt – heute ist dieses vom Aussterben bedrohte Volk wieder auf über 200 Personen angewachsen, die sich durch interethnische Eheschliessungen aus verschiedenen Nachbarvölkern zusammensetzen.
Das Volk der Yudjá
Die spielen zirka ein Dutzend verschiedene Flöten. Einige bezeichnen mit ihren Namen spezifische Rituale und Zeremonien, wie zum Beispiel „pïreuxĩxĩ“ (kurze Schilfflöte) oder “Taratararu“ (lange Schilfflöte) – einige können im Alltag gespielt werden, wie die „bïaxĩxĩ“ (die Panflöte). Nach der Mythologie der Yudjá, konnte niemand in diesem Volk Flöte spielen. Eines Tages gingen viele Männer auf die Jagd und nur wenige Personen blieben im Dorf zurück. Da erschienen dort ein paar “Wasserwesen“, die sich in Menschen verwandelten. Und sie spielten auf ihren Flöten. Sie blieben ein paar Tage im Dorf und lehrten die alten Männer alle Arten von Flöten zu spielen. Dann tanzten und spielten sie auf dem Dorfplatz. Als die Jäger zurückkehrten, sprangen die Wasserwesen zurück in den Fluss und nahmen die Frauen des Dorfes mit sich. Aber die Musik, die sie den Ältesten der Yudjá beigebracht hatten, wurde nicht mehr vergessen und von den Ältesten an die heranwachsende Jugend weitergegeben.