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Jimmy Carter: Jesus hätte die „Ehe für alle“ gutgeheißen
New York (idea) – Jesus hätte die „Ehe für alle“ gutgeheißen. Davon ist der frühere US-Präsident Jimmy Carter (Plains/US-Bundesstaat Georgia) überzeugt. Wenn Menschen einander ehrlich liebten, sollten sie heiraten dürfen – egal welches Geschlecht sie haben, sagte der Baptist dem Fernsehsender „Huff Post Live“ (New York) bei der Vorstellung seines neuen Buches „A Full Life“ (Ein erfülltes Leben). Über diese drei Jahre alte Äußerung berichtete jetzt „Spiegel Online”. Carter betonte, dass dies seine persönliche Meinung sei. Eine Bibelstelle für seine Überzeugung gebe es nicht. Während er mit der gleichgeschlechtlichen Ehe keine Probleme habe, machten ihm Abtreibungen zu schaffen. „Ich glaube nicht, dass Jesus für Abtreibungen ist“, sagte er in dem Interview. Ausnahme könne es seiner Ansicht nach nur bei Vergewaltigungen, Inzest und der Gefahr für das Leben der Mutter geben.
Immer noch als Sonntagsschullehrer aktiv
Carter unterstrich ferner die Bedeutung des christlichen Glaubens in seinem Leben. Er bezeichnete sich als wiedergeborenen Christen. Auch in der Politik habe der Glaube ihm Kraft gegeben, Probleme zu überwinden. Nach dem Ausscheiden aus der Politik sei er für ihn Motivation gewesen, „mehr im Leben zu erreichen“. Wie er sagte, ist er bis heute als Sonntagsschullehrer für Erwachsene in seiner Baptistengemeinde in Plains tätig. Die Gemeinde habe nur 30 Mitglieder. Doch wenn er unterrichte, seien nicht selten zwischen 200 und 700 Besucher vor Ort.
Mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet
Der 93-jährige Demokrat war zwischen 1977 und 1981 US-Präsident. Seither engagiert er sich für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. 2002 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das von ihm gegründete Carter-Center hat sich als Menschenrechtsorganisation einen Namen gemacht. Carter engagierte sich immer wieder als Vermittler in Konflikten. Ferner ist er seit 36 Jahren für die humanitäre Organisation „Habitat for Humanity“ tätig, die Häuser für Bedürftige errichtet. Carter war ursprünglich Mitglied des theologisch konservativen Bundes der Südlichen Baptisten, der größten protestantischen Kirche in den USA. Aus Protest dagegen, dass Frauen nicht zu Pastorinnen ordiniert werden dürfen, trat er im Jahr 2000 aus dem Bund aus.