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Rüttenen hat eine Reuthacke im Wappen. Name und Wappen bezeugen, dass der Wald in Rüttenen relativ spät gerodet wurde. Zuwanderer aus dem Aostatal waren für die nachhaltige Rodung der Wälder Ende des 15. Jahrhunderts verantwortlich. Sie ebneten den Weg zur Entstehung der Gemeinde. Und noch heute ist Rüttenen auf drei Seiten von Wald umschlossen. Die Gemeinde ist 1751 aus den Weilern Galmis, Widlisbach, Fallern und Rüttenen mit Teilen von St. Niklaus, der Steingruben und dem Königshof entstanden. Der Name Rüttenen ist seit diesem Datum auf das ganze Gebiet der Gemeinde übergegangen. Funde bezeugen auch, dass Rüttenen schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. So wurde auf dem Gebiet der Gemeinde ein Steinbeil gefunden und auf dem Vice-Hubel wurden frühgermanische Gräber entdeckt.
Zuerst zum St. Ursenstift gehörend, gelangte Rüttenen später in den Besitz der Stadt Solothurn. Aus dieser Zeit zeugen die Herrenhöfe, wie der Glutzenhof oder der schlossartige Königshof. Diese Höfe wurden dann von freien Bauern übernommen. Es siedelten sich auch Handwerker in Rüttenen an. Besonders erwähnenswert sind die Steinmetze, die durch den Bau der Schanzen, des Rathauses und der St. Ursenkathedrale in Solothurn angezogen, aber in der Stadt nicht geduldet wurden. Sie erwarben sich "hinter dem Walde" ein Stück Land und erhielten das Holz von der Stadt für den Bau eines Hauses. Es ist möglich, dass der Ruf, die Rüttener seien ein rauhes Volk, aus dieser Zeit stammt.
In den Steinbrüchen in St. Niklaus und den Steingruben waren einst über 300 Arbeiter damit beschäftigt, den "Solothurner Marmor" abzubauen. Nach dem Niedergang des Steinhauergewerbes fanden die Einwohner von Rüttenen in den aufstrebenden Uhren- und Schraubenfabriken in Solothurn und Langendorf Arbeit. Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Rüttenen auf dem Lindenhof ein landwirtschaftlicher Musterbetrieb eröffnet, der wesentlich zur Entwicklung der modernen Landwirtschaft in unserem Dorf beigetragen hat.
In der jüngsten Vergangenheit wurde Rüttenen als bevorzugte Wohnlage entdeckt. So sind heute das Nierenwäldli, der Vice-Hubel und auch die Oberrüttenen fast vollständig mit Einfamilienhäusern überbaut. Zählte Rüttenen um 1’850 noch 500 Einwohner, so sind es heute über 1’400. Die Bürgergemeinde Rüttenen zählt auf der ganzen Welt 2’385 Bürger und davon leben ca. 260 in der Gemeinde.
Rüttenen ist eine waldreiche Gemeinde. Der Wald gehört den Bürgergemeinden Solothurn und Rüttenen, die ihn auch bewirtschaften. Die Verenaschlucht mit der Einsiedelei gehört politisch zu Rüttenen, ist aber im Besitz der Bürgergemeinde Solothurn, die auch für den dort lebenden Einsiedler zuständig ist.
Auch die Beiträge von Rüttener Einwohner zur Kunst, Kultur und Literatur lassen sich sehen. Waren es im 18. und 19. Jahrhundert Mitglieder der Familie Schnetz, die sich als Baumeister beim Bau der St. Ursenkathedrale und des Rathauses Verdienste erworben haben oder als berühmte Kunstmaler in Rom und Paris wirkten, so sind es im 20. Jahrhundert vor allem die Dichter. So stammen der Mundartdichter Josef Reinhart und die Schriftsteller und Theaterautoren Otto Feier und Otto Wolf aus Rüttenen. Die bildende Kunst ist in Rüttenen in jüngster Zeit ebenfalls stark vertreten. Die Namen Bözinger, Leuenberger, Bürkli, Frentzel, Lerch, Biberstein oder Studer seien hier nur stellvertretend genannt.
Seit langer Zeit schon und sicher auf Grund der alten Quellrechte betreibt die Bürgergemeinde Rüttenen die Wasserversorgung für die Einwohner des Dorfes. Zuerst reichten die eigenen Quellen im Chuchigraben, im Bärenbrünnli und Kannenrain für die Versorgung des Dorfes aus. Seit 1955 bezieht die Bürgergemeinde zusätzlich Wasser von der zusammen mit 8 weiteren Gemeinden 1968 gegründeten Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg. Heute bezieht die Bürgergemeinde das Wasser für die Wasserversorgung ausschliesslich von der Gruppenwasserversorgung. Die Bürgergemeinde liefert pro Jahr den Einwohnern von Rüttenen ca. 110’000 m3 Wasser in hervorragender Qualität.
Weitere Informationen zu unserem Dorf findet man im Dorfbuch "Rüttenen - Ein Platz an der Sonne". Das Buch ist reich bebildert und umfasst neben einer CD und einem Faltplan 264 Seiten. Es kann auf der Gemeindekanzlei erworben werden.
Peter Probst