Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03596.jsonl.gz/689

Schwere Stürme und Hochwasser in Grossbritannien haben mindestens zwei Todesopfer gefordert. Im Fluss Kent in der Grafschaft Cumbria in Nordwestengland wurde am Montag die Leiche eines älteren Mannes gefunden.
Er sei bereits am Sonntag in den Fluss gestürzt, teilte die Polizei mit. Bereits am Samstag war ein erstes Opfer der Unwetter gemeldet worden: Eine Windböe hatte in London einen 90-Jährigen gegen einen fahrenden Bus gedrückt.
Der britische Premierminister David Cameron besuchte am Montag überschwemmte Gebiete im Norden. Die Überschwemmungen seien «entsetzlich» und manche Häuser seien nicht zum ersten Mal überflutet worden, sagte Cameron in Carlisle in der Grafschaft Cumbria.
Schutzmauern, die nach Überschwemmungen im Jahr 2005 gebaut worden waren, wurden von den Regenmassen einfach überspült. Nach scharfer Kritik am Hochwasserschutz erklärte die britische Umweltbehörde, dass in den vergangenen zehn Jahren 45 Millionen Pfund (umgerechnet 67 Millionen Franken) für bessere Schutzmassnahmen ausgegeben worden seien.
Der Regen an diesem Wochenende habe aber «alle Vorhersagen und alle Modelle übertroffen». Cameron versprach, den Hochwasserschutz erneut zu überprüfen.
Allein in Cumbria standen nach Schätzungen der Polizei zwischen 5000 und 6500 Häuser unter Wasser. Mancherorts stand das Wasser hüfthoch in den Strassen, Einwohner wurden mit Booten in Sicherheit gebracht.
Soldaten unterstützen die Helfer. Einige Krankenhäuser und Schulen blieben geschlossen, Strassen und Bahnverbindungen blieben durch Hochwasser oder Erdrutsche unterbrochen.
Besonders vom Sturm «Desmond» betroffen, der bereits seit Freitag wütete, sind weite Teile Schottlands, Nordenglands sowie Wales. Zwar gingen die Fluten am Montag vielerorts bereits zurück, doch nach wie vor waren hunderte Haushalte ohne Strom.
(sda/dpa/afp)