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Georg Philipp Telemann (1681 – 1767)
Georg Philipp Telemann wurde 1681 in Magdeburg geboren und entstammte einer Familie, die bereits seit längerem mit der Lutherischen Kirche verbunden war. Als Kind zeigte er beachtliches musikalisches Talent, beherrschte im Alter von 10 Jahren bereits so unterschiedliche Instrumente wie Geige, Flöte, Zither oder verschiedene Tasteninstrumente und komponierte zwei Jahre später – sehr zum Missfallen seiner Mutter – die Oper Sigismundus nach einem Text von Postel. Telemann liess sich jedoch nicht durch den nachdrücklichen Widerstand seiner Familie beirren und feilte weiterhin an seinen musikalischen Fähigkeiten, indem er insbesondere Kompositionen von Agostino Steffani, Johann Rosenmüller, Corelli und Antonio Caldara studierte und transkribierte. Während des Besuchs des Gymnasiums in Hildesheim unternahm Telemann zahlreiche Reisen nach Hannover und Braunschweig und lernte so die italienische Oper und die französische Instrumentalmusik kennen. Unter dem Einfluss der neuen Erfahrungen entwickelte er seinen Personalstil. 1701 ging Telemann nach Leipzig, schrieb sich zum Studium der Rechtswissenschaften ein und gründete zusammen mit J. G. Kuhnau, dem Vorgänger von J. S. Bach als Thomaskantor, ein „Collegium Musicum“. Nun zeigte sich deutlich Telemanns breitgefächerte Begabung: neben der anspruchsvollen künstlerischen Arbeit wusste er auch in Organisation und in kaufmännischen Belangen zu bestehen. Gerade in den Krisenzeiten der späteren Jahre würden ihm diese Talente sehr zu Nutzen sein. Ab 1721 war Telemann Musikdirektor in Hamburg und übte diese bedeutende Funktion bis zu seinem Tode im Jahre 1767 aus.
Lange Zeit tat sich die Telemann-Rezeption schwer, denn insbesondere sein unüberschaubares Gesamtwerk (das erst seit wenigen Jahren vollständig systematisch erfasst ist) brachte ihm früh den Ruf eines „Vielschreibers“ ein, und nicht wenige Musikkritiker ordneten ihn den deutschen „Kleinmeistern“ zu. Zu Unrecht, wie heute immer deutlicher wird. Unter anderen ist Telemann der Erfinder einer der zentralsten aufklärerisch-musikalischen Gattung überhaupt, des Passionsoratoriums, das einen Meilenstein in der Entwicklung der europäischen Kirchenmusik darstellt. Die Telemann-Gesellschaft Schweiz hat sich zur Aufgabe gemacht, diese herausragenden Werke einer möglichst breiten Öffentlichkeit wieder bekannt zu machen.
Roland Fitzlaff