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- Der Friedensnobelpreis 2018 geht an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakisch-jesidische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad.
- Das Nobelpreiskomitee honoriert deren Kampf gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe.
Der kongolesische Gynäkologe Denis Mukweges leitet in seiner
Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, ein Krankenhaus, in
dem er Opfer sexueller Gewalt – darunter Tausende Opfer von Gruppenvergewaltigungen – behandelt. Da bietet er diesen psychologische, juristische und finanzielle Hilfe an.
Die irakisch-jesidische Menschenrechtskämpferin Nadia Murad war 2014 von der Extremisten-Miliz «Islamischer Staat» in ihrer Heimat Irak entführt und als Sexsklavin gefoltert worden. Von ihrer dreimonatigen Tortur hatte sich Murad befreien und nach Deutschland fliehen können. Heute lebt sie in Baden-Württemberg und ist UNO-Sonderbotschafterin. Als solche setzt sie sich unermüdlich für die Rechte der Jesidinnen und gegen sexuelle Gewalt weltweit ein.
Beide Preisträger hätten wesentliche Beiträge dazu geleistet, die Aufmerksamkeit der Welt auf derartige Kriegsverbrechen zu lenken, begründete das Nobelkomitee seine Entscheidung.
Ehre im Zeichen von #metoo
Experten hatten sich im Vorfeld schwer getan, einen Nobelpreisträger vorherzusagen. Kurz vor der Bekanntgabe waren die Namen vom 63-jährigen Arzt Mukwege und der 25-jährigen Aktivistin Murad aber immer höher gehandelt worden – auch als Würdigung für die #metoo-Bewegung gegen sexuelle Belästigung.
Im vergangenen Jahr hatten die fünf Mitglieder des Nobelkomitees die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (Ican) ausgezeichnet. Die Organisation erhielt den Nobelpreis für ihre «bahnbrechenden Bemühungen» um ein vertragliches Verbot von Atomwaffen.
Preisverleihung in Oslo
Wie die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur wird der mit neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 860'000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel, verliehen. Überreicht wird die Auszeichnung allerdings anders als die anderen Nobelpreise nicht in Stockholm, sondern in der norwegischen Hauptstadt Oslo.