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27.
Oct 08: Africa #1
Eine
reiche Fülle an Werken ist präsentiert worden. Wir werden
am 15. Dec die zweite Hälfte bearbeiten.
Gemeinsam ist vielen Werken
die Suche nach der verlorenen
Identität.

Alex Capus
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Eine Frage der Zeit
Barbara: Die Story dreht sich um die Geschichte
eines deutschen Passagierschiffes auf dem Tanganijkasee, welches
plötzlich in die Wirren des ersten Weltkrieges gerät
und von den drei Leuten gut geschmiert versenkt wird. Nach Jahren
wird es wieder ausgehoben und fährt heute noch. Dies alles
im Umfeld anderer Kolonialmächte (England, Belgien).

Alex Capus
vgl. mit nächstem Titel

Munzinger Pascha (Roman)
Susi: Der Sohn eines Schweizer Bundesrats geht
in der zweiten Hälfte des 19. Jht. nach Afrika (genauer «Abessinien»),
um Forschungen verschiedener Art und Handelsbeziehungen aufzubauen.
Erklärtes
Ziel seiner Tätigkeiten ist die Abschaffung der Sklaverei. Mit
seiner schwarzen Frau gibt es unterhaltsame Versuche, den innigen
Kinderwunsch erfüllt zu bekommen.

Lee van Dovski

Ein Leben für Afrika (Historie)
Heinz ergänzt den Roman von Capus mit einer
historischen Aufbereitung des Lebens von Werner Munzinger. Munzinger
wird Pascha und deshalb Gouverneur einer äthiopischen Provinz.
In dieser Funktion, die er nie gesucht hat, wird er in einen
Konflikt gerissen, bei dem er das Leben verliert.
Lee van Dovski (Pseudonym von Herbert Lewandowski)
(*1896) hat als ScienceFiction-Autor «Reise ins Jahr
3000» geschrieben.

Assja Djebar
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Das verlorene Wort
Susi: Nach
zwanzig Jahren Exil in Frankreich kehrt Berkane nach Algerien
zurück. Dort will
er bescheiden und ungestört leben und endlich wieder schreiben.
Seine Liebe lässt er in Frankreich zurück. Durch einen
zufälligen Kontakt zu Nadjia erlebt er einen dreitätigen
Liebesrausch, arabische Sinnlichkeit hält die Liebenden gefangen.
Auch Nadjia floh vor der politisch motivierten Gewalt in ihrer
Jugend. Kann sich jedoch genauso wenig davon lösen wie Berkane.
Leider muss Berkane feststellen, dass nun wiederum Unterdrückung
im Heimatland herrscht. Die Pressefreiheit mit Füssen getreten
wird und alle die französisch sprechen, von den Bärtigen
umgebracht werden.
Die Autorin macht als Algerierin
schulische Karriere an einer französischen Eliteuni
und engagiert sich dort für die Unabhängigkeit Algeriens.
Darauf wird sie nach 20 Jahren Frankreich nach Algerien zurückgewiesen.
Da realisiert sie, wie sie das Leben in Frankreich verändert
hat: sie denkt französisch
und fühlt algerisch und im Innersten spricht das Berberische. Sie
begegnet einem Land mit Repression. Die
Autorin ist die erste Maghrebautorin der af (Académie
française), wo sie auf dem Fauteuil #5 sitzt. Sie erhielt
2000 den Deutschen Friedensbuchpreis.

Miral al-Tahawi
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Das Zelt
Reto: Die Tochter ist im Hof einer ägyptischen
Landgemeinde eingeschlossen. Sie hat ein wunderbares Pferd. Nur
von einem Baum aus kann sie die Aussenwelt wahr nehmen. Fiktive
und reale Bilder vermischen sich in der Erzählung. Nach
einem Unfall kann sie das Gehöft
mit dem Pferd verlassen und kommt so in Beziehung zu einer ihr
bisher verschlossenen Welt.
Am 20. Juni 1968 wird Miral al-Tahawi in der
Provinz Sharqiya in Ägypten geboren. Sie wächst als
jüngstes
Kind von sieben Geschwistern in einer sesshaften Beduinenfamilie
auf. Der Vater ist Chirurg.

Mariama Bâ
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f: Une si longue lettre
d: Ein so langer Brief
Nathalie: Eine senegalesische Lehrerin und Mutter
von 9 Kindern setzt sich für
Frauenrechte ein. Sie vernimmt plötzlich, dass ihr Mann,
den sie liebt, eine zweite Frau geheiratet hat. Sie zerbricht
an dieser Situation. Diese autobiografische Geschichte wird in
einem Brief an ihre Freundin geschildert, der ein ähnliches
Schicksal widerfuhr; mit dem Unterschied, dass diese sich scheiden
liess und nach den USA auswanderte.
Die Autorin schrieb nur 2 Romane. Sie starb an
Krebs.

Aminata Sow Fall
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f: La Grève des bàttu
d: Der Streik der Bettler
Marianne: Die Geschichte spielt sich in Senegal
ab, wo Bettler nach dem Namen des Gefässes welche sie in
der Hand halten (bàttu), benannt
werden. Mour Ndiaye arbeitet im Ministerium für „Öffentliche
Sauberkeit und Ordnung“. Der Präsident des Landes hat
ihm befohlen, die Bettler aus der Stadt zu vertreiben und auszuschaffen.
Er möchte eine moderne Stadt präsentieren können,
ohne Bettler, die die Touristen belästigen. Dies gelingt Mour.
Gestärkt
von diesem Erfolg erhofft sich Mour den ehrenvollen Posten des
Vizepräsidenten erklimmen zu können. In unsicheren
Situationen braucht er immer den Rat seines Marabus, dem er
stets Vertrauen schenkt. Nach sieben Tagen Überlegungen
teilt ihm der Marabu mit, dass er den Posten
des Vizepräsidenten bekommen wird, wenn er aufwändige
Geschenke an die
Bettler verteilt und dies an den in der Stadt traditionsgemäss
belegten Bettelstandorten. Das ruft etwelche Probleme hervor!
Die
Autorin beschreibt diese zwei sozial grundverschiedenen Welten
mit viel Humor, grossem Einfühlungsvermögen
und Ernsthaftigkeit. Sie verleiht der „Kaste“ der bàttu Menschlichkeit
und respektvolle Würde.

Stefanie Zweig
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Nirgendwo in Afrika
Wiedersehen mit Afrika
Ruth H. erzählte uns von diesen beiden
Hörbüchern,
die einander ähnlich sind. Die Familie stammt aus Oberschlesien,
flüchtet in den Dreissiger Jahren nach Kenia. Da wachsen
die Kinder auf. Nachher kehrt die Familie zurück. Diese
Rückkehr bedeutet für die Erwachsenen zurück
ins Bekannte, für die Kinder aber in eine fremde Welt.

Tajjib Salich
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Zeit der Nordwanderung
Ruth S.: Der Ich-Erzähler kehrt nach einem
Studium im Norden in sein kleines sudanesisches Dorf am Nil
zurück. Dort lernt er Mustafa Said kennen, der eine Generation
früher lange im Norden (England) tagsüber als erfolgreicher
Ökonom arbeitete und nachts die weissen Frauen verführte.Er
lässt
sich in jenem sudanesischen Dorf als einfacher Bauer nieder.
Seine Vergangenheit hat er ausgelöscht bis auf ein kleines
Zimmer in seinem Haus, in dem Hunderte von Büchern, Bilder
und Teppiche, Fotografien und Zeitungsausschnitte aus seinem
früheren Leben wie in einem Schrein verwahrt sind, zu
dem aber niemand Zutritt hat.
Dieser Roman, der 1966 publik wurde,
erschien erst 1998 auf Deutsch. Salich gilt als der wichtigste
Literat der Entkolonialisierung.
Eine Handvoll Datteln
Ruth S.: Die Erzählungen kreisen um Salichs
grosses Thema, den Zusammenprall von Orient und Okzident, von
Tradition und Moderne. Fast alle Erzählungen siedelt der
kosmopolitische Autor, der sein Schreiben als Suche nach der
verlorenen Kindheit bezeichnet, in einem sudanesischen Dorf
am Nil an.