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In die Schweiz wandern zunehmend Frauen aus Ländern ein, in denen die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird. Schätzungen gehen davon aus, dass in unserem Land rund 14‘700 betroffene oder gefährdete Mädchen und Frauen (v.a. aus Eritrea, Äthiopien und Ägypten) leben, wie ein Bericht in Erfüllung einer Motion von Nationalrätin Maria Bernasconi festhält.
In einer Umfrage erklärten 2012 vier von fünf Gynäkologinnen und Gynäkologen und zwei Drittel der Hebammen, Kontakt mit beschnittenen Mädchen oder Frauen gehabt zu haben. Ein Drittel der Befragten aus dem Gesundheits-, Asyl-und Sozialbereich gaben an, sie hätten in ihrem Arbeitsalltag schon erlebt, dass ein Mädchen in Gefahr war, eine Genitalverstümmelung zu erleiden (vgl. UNICEF Schweiz 2012). Eine Genitalverstümmelung kann schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen haben und gilt in der Schweiz als schwere Körperverletzung.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Staatssekretariat für Migration (SEM) unterstützen seit 2003 verschiedene Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung. Dazu gehört insbesondere eine Vermittlungsstelle zur Prävention von Mädchenbeschneidung, die von der Caritas Schweiz geführt wird. In den kommenden Jahren planen das BAG und das SEM, Informations-, Beratungs- und Präventionsaktivitäten eines Netzwerks mitzufinanzieren, das durch verschiedene Organisationen aufgebaut und getragen werden soll.
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