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David Tennant gilt als einer erfolgreichsten Schauspieler Schottlands. Heute feiert er seinen 50 Geburtstag, und wir schauen zurück auf seine vielfältige Karriere auf der Bühne, in Film und Fernsehen und als Synchronsprecher.
Schon als Dreijähriger wusste David McDonald, so sein richtiger Name, dass er Schauspieler werden wollte. Eine seiner frühesten Kindheitserinnerungen ist, dass er Szenen ausgerechnet aus der „Doctor Who“-Serie im Garten seine Eltern nachgespielt hat. Diese waren von seinem Wunsch nicht sehr angetan. Sein Vater war der presbyterianische Reverend Alexander „Sandy“ McDonald, seine Mutter Hausfrau und ehrenamtlich in der Kirche tätig. Beide wünschten sich für ihren jüngsten Sohn lieber eine bodenständige Karriere. Doch schon als Kind war David sehr zielstrebig, trat im Schultheater auf und wurde im Alter von 11 Jahren von der schottischen Schauspielerin Edith MacArthur entdeckt. So besuchte er die Samstagskurse des Royal Conservatoire of Scotland für künstlerisch begabte Schüler und konnte 1988 nach seinem Schulabschluss als jüngster seines Jahrgangs das Schauspielstudium an der Royal Scottish Academy of Music and Drama beginnen.
Im Alter von 16 Jahren wollte David sich für seine erste Fernsehrolle bei der britischen Schauspieler-Gewerkschaft Equity registrieren. Allerdings gab es bereits einen David McDonald in der Gewerkschaft, weshalb er den Künstlernamen Tennant wählte – übrigens nach dem Sänger Neil Tennant der englischen Band „Pet Shop Boys“. Unter diesem Namen folgten zahlreiche Bühnen- und Fernsehauftritte, in denen er seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte. In der BBC-Verfilmung „Casanova“ zeigte er in der Hauptrolle sein komödiantisches Talent, als düsterer Barty Crouch jr. in „Harry Potter und der Feuerkelch“ wurde er schließlich auch international bekannt.
Seinen großen Durchbruch hatte er mit der Rolle des unsterblichen Zeitreisenden „Doctor Who“, den er in der 10. Wiederkehr von 2005 bis 2010 spielte. Russell T Davies, der damalige Produzent und Drehbuchautor der Serie, hatte zuvor schon mit David in „Casanova“ gearbeitet. Den „Doctor“ zu spielen, ist eine große Ehre für jeden Schauspieler in Großbritannien und gleichzeitig eine Mammut-Aufgabe. Neben den drei Staffeln wirkte er in mehreren Specials sowie Hörbüchern mit und ist Stammgast auf den verschiedenen Treffen rund um die Serie und Science-Fiction im Allgemeinen.
Bei den Dreharbeiten zu „Doctor Who“ lernte er auch seine zukünftige Frau Georgia Moffett kennen. Witzigerweise spielt sie in der Serie die Tochter des Doctors und ist im echten Leben die Tochter des „Doctor Who“-Darstellers Peter Davison. So gesehen ist er sein eigener Schwiegervater … Mit Georgia hat er mittlerweile 5 eigene Kinder, ihren ersten Sohn hat er adoptiert, dieser tritt nun auch in die Fußstapfen seines Adoptivvaters und konnte schon erste Filmrollen ergattern.
Nach „Doctor Who“ kehrte David Tennant zum Theater am Royal Shakespeare Theatre zurück, seine „Hamlet“-Fassung wurde sogar von der BBC verfilmt und von den Kritikern hochgelobt. Neben vielen anderen Engagements wurde er hier in Deutschland vor allem durch die Krimiserie „Broadchurch“ bekannt, in der er von 2013 bis 2017 die Hauptrolle des Detective Inspector Alec Hardy spielte – übrigens neben Jodie Whittaker, die zurzeit die 13. Reinkarnation des „Doctor Who“ ist. 2015 spielte er den Bösewicht Kilgrave in der Netflix-Serie „Marvel’s Jessica Jones“. Gemeinsam mit Michael Sheen verfilmte er Neil Gaimans und Terry Pratchetts „Good Omens“ in einer sechsteiligen BBC-Miniserie. Während Sheen den Engel gab, spielt David den Dämon Crowley, beide verbindet eine irrwitzige, Jahrtausende alte Freundschaft. Diese Freundschaft übertrug sich auch ins echte Leben zwischen den beiden Schauspielern. Auf dieser Basis starteten sie im Jahr 2020 die Serie „Staged“, weil sie nicht einfach zu Hause rumsitzen oder nur Homeschooling mit ihren Kindern machen, sondern richtig arbeiten wollten. Über Zoom unterhalten sich die beiden Schauspieler über ein Stück, dass sie aufführen wollen und proben dies – mit allerlei Hindernissen und Spitzfindigkeiten. Auch Davids Frau und Michaels Lebensgefährtin sind immer mal wieder zu sehen. Mittlerweile gibt es zwei Staffeln, ob eine dritte folgen wird, steht aktuell noch nicht fest.
Auch als Synchronsprecher arbeitet David viel, z. B. leiht er seit 2017 Dagobert Duck in den englischsprachigen „Duck Tales“ seine Stimme.
Zudem hat er einen eigenen Podcast „David Tennant Does a Podcast With...“, den er zusammen mit seiner Frau produziert und in dem er Schauspielkollegen wie Olivia Colman, Whoopi Goldberg, Jodie Whittaker, Ian McKellen, Jon Hamm, Jennifer Garner, Catherine Tate, James Corden, Michael Sheen und viele mehr interviewt. Hier können Sie reinhören, aber Achtung, es ist je nach Gast sprachlich eine echte Herausforderung! https://www.david-tennant.com/podcast
Wie viele seiner Kollegen ist er auch für diverse Wohltätigkeits-Organisationen tätig, vor allem bei der „Association for International Cancer Research“ sowie immer wieder für Comic Relief.
Wir sind gespannt, welchen Rollen David Tennant in den nächsten Jahren Leben einhauchen wird und hoffen, dass er einen tollen runden Geburtstag im Kreise seiner Familie feiern kann.