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Energie und grosse Techniknetzwerke in Genf zwischen 1840 und 1890. Von «Laboratorien ausserhalb der Mauern» zu stabilen technologischen Systemen
Der Beitrag untersucht das technologische und kommunale Modell, welches das «energetische Genf» eine Vorreiterrolle einnehmen liess und welches am Ursprung eines ersten Aufschwungs der nationalen Wasserkraftindustrie auf der Basis städtischer Märkte stand. Der Einfluss der Berliner Giganten AEG und Siemens nahm seit diesem Zeitpunkt ab. Das Modell der Laboratorien «hors les murs» wird hier nicht nur als Ausgangspunkt der Entwicklungen in Genf im kurzen 19. Jahrhundert (z. B. Gasleuchten, Druckwasserversorgung) betrachtet, sondern auch als Synthese versprengter Wissensbestände verstanden.
Der aus einem Technologietransfer heraus entstandene erste Aufschwung schuf einerseits ein günstiges Klima für eine Flut von Mikro-Innovationen, andererseits war er erforderlich für die Akkumulation von Erfahrungen für die Organisation einer zeitgenössischen Energieinfrastruktur. Diese Erfahrungen ermöglichten es, Elektrizität national und unabhängig vom Ausland zu produzieren, und dem Druck der industriellen Entwicklung in England entgegenzutreten.
Die führenden Köpfe des «energetischen Genf» griffen auf zahlreiche Orte zu, an welchen Konvergenzeffekte zwischen Wissenschaft und Technologie auftraten: grosse Städte, Industrieausstellungen und Pilotprojekte/-baustellen. Ihre Aufgabe war weniger, etwas zu «tun», als vielmehr sondern «alles zu beobachten, [und] die Kräfte der entferntesten und unähnlichsten Dinge miteinander zu kombinieren», wie Adam Smith präzisierte.
Erschienen in: traverse, 2013/3, S. 23.