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Die Geschichte der Abstimmung vom 3. März 2013 über die „Abzocker-Initiative“ kann mit dem Konkurs der Swissair begonnen werden, der einen Bewusstseinsprozess in Gang setzte. Der Weg zu einer Verbesserung war lang und steinig, aber zum Glück zogen unterschiedliche Akteure am selben Strang.
Am 2. Oktober 2001 blieben die Flugzeuge der Swissair am Boden. Wenige Tage später war die Gesellschaft am Ende. Das Personal blieb auf der Strecke. Dem fleissigen Fussvolk wurde der Lohn gestrichen, während die Herren an der Spitze weiterhin ihre Vergütungen bezogen. Sie waren schlau genug, und hatten ihre Schäfchen vorab ins Trockene gebracht.
Dreist und straffrei
Thomas Minder hatte der Swissair Hygieneartikel geliefert. Sein Kleinunternehmen wurde durch den Konkurs in Mitleidenschaft gezogen. Den Managern der Fluggesellschaft indessen bereitete ihre schludrige Geschäftsführung keine Sorgen.
Kurze Zeit später erhielten Percy Barnevik und Göran Lindahl Hunderte Millionen Franken Abgangsentschädigung von ABB. Dank einer Lücke im Pensionskassengesetz waren die Beträge steuerfrei. Es folgten weitere Enthüllungen, und sie rüttelten wach.
Der Schleier lüftet sich
Die Stiftung Ethos begann, die Vergütungen der Topmanager der börsenkotierten Unternehmen zu berechnen und zu veröffentlichen. Diese fühlten sich gezwungen, Stellung zu beziehen und schliesslich selbst Zahlen zu veröffentlichen, die der Realität näher kamen. In einem Jahrzehnt, das zwei von Spekulationsblasen verursachte Wirtschaftskrisen zu bewältigen hatte, schockierte das Ausmass dieses Missbrauchs selbst den zynischsten Betrachter.
Widerstand von verschiedener Seite
Die Pensionskassen wurden verpflichtet, eine Strategie zur Ausübung ihrer Aktionärsrechte zu definieren, ohne grossen Erfolg. Thomas Minder lancierte die Initiative «gegen die Abzockerei» und reichte sie am 26. Februar 2008 ein. Die Jungsozialisten lancierten eine eigene Initiative die eine maximale Lohnspanne von 1 zu 12 verlangt. Das Thema ist nicht abgeschlossen.