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Kleshas sind leidvolle Spannungen, unter welchen wir leiden, jeder von uns, immer wieder.
Diese Spannungen ziehen uns immer wieder weg von unserer Mitte nach aussen beziehungsweise in die Unruhe. Die fünf Kleshas heissen Nichtwissen, Ich-bin-heit, Anhaftung/Verlangen, Abneigung, Anhaftung am Leben oder am Körper. Um diese leidvollen Spannungen angehen beziehungsweise überwinden zu können setze ich mich deshalb am meisten mit Vairagya – der Leidenschaftslosigkeit oder dem Unverhaftetsein auseinander.
Dabei probiere ich vor allem Shama, die innere Gelassenheit, zu üben. Damit tauche ich in die Vedanta Philosophie ein. Vairagya schützt vor zu viel Bindung, Anhaftung und auch Leidenschaftlichkeit. Vairagya bringt Erleichterung, wenn man zu ausgelassen oder verzweifelt war.
Sobald ich spüre, zu leidenschaftlich zu werden, ungeachtet ob für einen Menschen oder eine Sache, probiere ich mich zurückzunehmen und mich daran zu erinnern, in welchem Zustand ich bin.
Dabei hilft es, einen Schritt zurück zu gehen und sich der Situation bewusst zu werden. Ich setze mich dann einen Moment – idealerweise in die Meditation – und beruhige mich. Dasselbe gilt für Shama, die innere Gelassenheit.
Mein berufliches Umfeld bietet mir viele Möglichkeiten, innere Gelassenheit zu üben. Werde ich zu emotional, beispielsweise aufgrund einer E-mail, über die ich mich ärgere, dann versuche ich, sofort Khecarimudra (Zunge an den Gaumen rollen) zu praktizieren und mich auf Atma (Punkt zwischen den Augenbrauen) zu konzentrieren. Darum ist liegt mir viel daran, noch regelmässiger Abhyasa zu üben, die ernsthafte und regelmässige Ausführung der geistigen und körperlichen Übungen aus dem Ashtanga-Yoga: Asanas, Pranayama, Prathyahara, Dharana, Samadhi.