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Basel, 1859
Cu-Legierung (Bronze?) gegossen, Ölvergoldung (?),
Kupfer, Zinn, Quecksilber, Eisen, Glas, Alkohol (?)
H. 1062 mm, B. 133 mm, T. 45 mm (Barometer)
H. 1198 mm, B. 286 mm, T. 20 mm (Messtafel)
H. 1055 mm, B. 138 mm, T. 40 mm (Thermometer)
Inv. 2006.284.1.-3.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Wetterbeobachtung sehr populär und Teil der Volksbildung. In Genf wurde 1838 weltweit die erste Wettersäule errichtet. Am Ende des Jahrhunderts besass beinahe jede Stadt oder grössere Ortschaft ein Wetterhäuschen oder eine Wettersäule. Auf öffentlichen Plätzen, in Parkanlagen, an Seepromenaden, vor Hotels und Bahnhöfen oder auf Bergstationen für Bürger und Touristen leicht zugänglich aufgestellt, erfüllten sie oft eine doppelte Funktion.
Einerseits lieferten sie wichtige Informationen für die regelmässige Wetteraufzeichnung, andererseits versorgten sie interessierte Bürger und Touristen mit Daten zur Wettervorhersage. Viele Wetterstationen sind mittlerweile verschwunden. In der Schweiz sind rund 150 Standorte alter Wetterstationen bekannt, über 80 historische Wetterstationen stehen noch. In Basel befand sich seit 1859 auf der Mittleren Brücke gegenüber dem Käppelijoch eine Wettersäule mit Barometer, Thermometer und einer Messtafel. Die Beobachtung von Luftdruck, Wärme (und Feuchtigkeit) bildete die Grundlage für die Wettervorhersage. Die Messtafel orientierte über den alten Schweizer Fuss, die neuzeitlichen metrischen Masse und informierte über Meteorologie und Geografie mit Angaben über die mittleren Monatstemperaturen und die geografischen Längen und Breiten in Basel. Hier konnte jedermann Mass nehmen und Daten über das Wettergeschehen sammeln. Weil es die Wetterprognosen der modernen Massenmedien noch nicht gab, mussten sich die Menschen selbständig um die notwendigen Informationen zur Wettervorhersage kümmern. Die Errichtung von Wetterstationen entsprach einem Bedürfnis der Bevölkerung.
So schrieb der Redaktor des Luzerner Tagblattes am 18. Dezember1896: «Wenn ich den weiten Bahnhofsplatz mit dem Blick durchmesse und in Gedanken auf dem linksufrigen Quai promeniere, der heute noch das Wirkungsfeld ungezügelter Amphibienjünglinge ist, so sage ich mir mit wachsender Bestimmtheit: Hier muss sobald als möglich eine meteorologische Säule hin, daran die Fremden, wenn eingeregnet, Mut zu fernerem Hoffen und Harren finden und die Eingeborenen die Tücken und Kniffe unserer besonderen Wetterinstanz, des Pilatus, studieren können, und die zugleich mit den Auswüchsen modernster Schmiedekunst geschmückt, der Umgebung zur Zierde gereicht.» Schon damals hoffte man auf Sponsoren. Sei die Idee einmal geboren, fehlten nur noch «einige betagte Jungfrauen und sonderbare Junggesellen, die einen Teil ihres irdischen Guthabens den lachenden Erben entziehen und diesem erhabenen Projekt zuwenden.» In Basel wurde die Wettersäule nach dem Neubau der Mittleren Brücke (1903 bis 1905) an die Schifflände versetzt, musste dort aber bald einer modernen Messanlage weichen.
Die Bronzereliefs mit den Instrumenten gelangten in eine Privatsammlung, die sie nun dem Historischen Museum als Leihgabe zur Verfügung stellt. Sie werden zukünftig in der Lettnerkapelle, die dem Bau der Rheinbrücke gewidmet ist, ausgestellt. Wer die Bronzetafeln seinerzeit herstellte, ist nicht bekannt. Dass sie nicht einfach «ab der Stange» gekauft wurden, belegen die Medaillons mit Köpfen der berühmten Basler Mathematiker Bernoulli und Euler. Das Barometer ziert ein Medaillon mit dem Lällenkönig und dem Spruch: «Vom Thron auf hohem Turm vertrieben, ist dieses Plätzchen mir geblieben, um auszulachen jedermann, ders Wetter nicht erraten kann. Basel 1859.»
Basel (?), um 1800 Hersteller unbekannt Gehäuse: runder, kräftiger Holzrahmen in Form eines Loorbeerkranzes mit Schleife, geschnitzt, vergoldet Zifferblatt: Email, weiss Stunden-, Minutenzeiger, vergoldet, durchbrochen Weckerzeiger, Stahl, gebläut Werk: Messing Spindelgang; mit Wecker Dm. 422 mm (gesamt) Dm. 187 mm (Zifferblatt) Inv. 2003.76.