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Im Norden lag die Durchschnittstemperatur ungefähr 1,0 Grad über dem Normwert der Jahre 1961 bis 1990. Im Süden waren es sogar 1,5 Grad darüber.
Die Jahreshöchsttemperatur betrug 36,9 Grad gemessen in Sitten. Der Tiefstwert für bewohnte Gebiete lag bei -35,1 Grad auf dem Flugplatz Samedan.
Für die meisten Schweizer war 2012 gefühlsmässig ein enttäuschendes Wetterjahr. Dabei schwang allerdings die Erinnerung an das Rekordjahr 2011 mit. 2011 war als bisher wärmstes Jahr seit Beginn der systematischen Messungen in die Geschichte eingegangen.
Dazu war es 2011 auch zu sonnig und extrem trocken. Aber: 2012 war objektiv gesehen deutlich besser als sein Ruf.
Mehr Sonnenschein als üblich
Praktisch in der ganzen Schweiz war es sonniger als im Durchschnitt der Referenzperiode von 1961 bis 1990. In St.Gallen machte die Sonne fast 300 Überstunden, in Zürich und Luzern waren es immer noch 250 Stunden. Oder anders ausgedrückt: An diesen Orten gab es 20 zusätzliche Tage mit wolkenlosem Himmel. Den Löwenanteil an diesem Überschuss hatten die Monate März und August.
Südlich der Alpen waren die Sonnenstunden bescheidener. In Lugano waren es noch rund 100 Stunden zusätzlicher Sonnenschein, am Lago Maggiore lagen die Werte nur noch im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Auf dem Jungfraujoch war die Zahl der Stunden mit Sonnenschein sogar unter dem langjährigen Schnitt.
Insgesamt eher kühl
Im Zeitalter der globalen Erwärmung fiel natürlich auch das Jahr 2012 wärmer aus als die Referenzperiode 1961 bis 1990. Nördlich der Alpen war es zwar rund 0,9 Grad zu warm, an den meisten Orten wurde aber nach 2010 und 2005 das drittkühlste Jahr in diesem Jahrhundert verzeichnet.
Südlich der Alpen war der Wärmeüberschuss mit 1,5 Grad deutlich höher, und so gehörte 2012 dort zu den wärmsten Jahren, wenn auch die Rekordwerte aus den Jahren 2003 und 2011 um rund ein halbes Grad verpasst wurden. Überraschend ist der Wärmeüberschuss im Süden insofern, als die Sonnenscheindauer nur durchschnittlich war.
Im Norden und Osten war 2012 eine nasse Partie Die Niederschlagswerte zeigen ein uneinheitliches Bild. Obwohl gerade im Osten überdurchschnittlich viel Sonnenschein verzeichnet wurde, war es dort auch sehr nass. Verbreitet gab es 20 bis 30 Prozent mehr Regen als sonst, in Basel fiel sogar ein Drittel mehr Niederschlag als normal. So erstaunt es nicht, dass es in Basel und Zürich letztmals 1999 nasser war als jetzt, in St. Gallen im Jahre 2002.
Wie ist 2012 einzuordnen?
2012 wird nördlich der Alpen wahrscheinlich nicht zu den 20 wärmsten Jahren der Messreihe gehören und stellt zusammen mit 2005 und 2010 die ganz grosse Ausnahme dar. Wäre nicht das Rekordjahr 2011, wäre man sogar geneigt, von einem leichten Temperaturrückgang auf hohem Niveau zu sprechen. Eine detailliertere Analyse zeigt aber ein anderes Bild.
Wesentlichen Anteil an den tiefen Jahreswerten hat der arktische Februar und auch der bisher kalte Dezember. In den letzten Jahren waren die Winter generell eher kühl, während es in den Sommermonaten, weitgehend unabhängig vom Wetterverlauf, meist deutlich zu heiss war. Dabei haben die äusserst lauen Nächte einen wesentlichen Anteil.
Wirft man einen Blick über die Grenzen, dann kann von einer Entspannung nicht die Rede sein. Gemäss dem europäischen Wetterdienst wurde global für die Periode Januar bis Oktober 2012 der neunthöchste Wert gemessen und das arktische Meereis erreichte im September ein absolutes Minimum.
Beim Niederschlag keine klaren Trends
Wie schon seit Jahren sind beim Niederschlag keine eindeutigen Veränderungen zu sehen. Nach dem trockenen Jahr 2011 ist es nun wieder an vielen Orten zu nass. Die sehr inhomogene Verteilung des Niederschlages macht es zusätzlich schwierig, Trends zu erkennen, denn ein einziges starkes Niederschlagsereignis, verändert an einem Ort die Statistik massgeblich.
Eisige Kälte, drückende Hitze
Im zu Ende gehenden Jahr gaben vor allem die extremen Wetterwechsel zu reden. Im Februar erlebten wir eine Kälte wie seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr, im August folgten Hitze wie seit dem Jahrhundertsommer 2003 nicht mehr. Ende November kehrte ein eisiger Winter zurück. Mehr.