Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03187.jsonl.gz/2292

Die Projekte des Nationalen Forschungsprogramms «Gesundheitsversorgung» (NFP 74) leisten einen wichtigen Beitrag, um die Schweizer Gesundheitsversorgung wirksamer und kosteneffizienter auszugestalten. Sie richten ihren Fokus auf die stationäre, ambulante und mobile Versorgung und ihre Schnittstellen. Diverse Projekte sind bereits abgeschlossen, andere laufen derzeit noch.
Abgeschlossen ist bereits die «In-HospiTOOL»-Studie, die unter der Leitung von Prof. Dr. med. Beat Müller an der Medizinischen Universitätsklinik des Kantonsspitals Aarau (KSA) durchgeführt wurde. Hauptziel der Studie war es, mittels Implementierung eines interprofessionellen Instruments zur Planung der Spitalaustritte («In-HospiTOOL») Behandlungspfade im Spital transparenter zu machen und die interprofessionelle Zusammenarbeit besser zu verstehen.
Das «In-HospiTOOL» wurde während der Interventionsphase bei rund zwei Dritteln der hospitalisierten Patientent:innen genutzt. Die durchschnittliche Spitalaufenthaltsdauer der älteren multimorbiden Patient:innen verkürzte sich in der Interventionsgruppe im Gegensatz zur Kontrollgruppe um einen halben Tag. Gleichzeitig gab es keinen negativen Effekt auf die Rate an Wiedereintritten, Spitalsterblichkeit und den Anteil der wieder nach Hause entlassenen Patient:innen. Das Projekt führte zu einem Umdenken und einem Wandel der institutionellen Kultur in Bezug auf die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Dank der Einführung von «In-HospiTOOL» konnte ein Drittel der verzögerten Entlassungen vermieden werden.
Der Grossteil der Schweizer Notfallstationen ist überlastet. Mitverantwortlich ist eine kleine Gruppe von Patient:innen, die die Notfallstationen überdurchschnittlich stark beansprucht. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Patrick Bodenmann, Centre des populations vulnérables (CPV), Universität Lausanne, untersuchte die Einführung eines spezifischen Case Managements.
Acht Westschweizer Spitäler nahmen an der Studie teil und führten dieses Case Management bei 32 Prozent der Patient:innen, welche ihre Notfallstationen aufsuchten, ein. 55 Prozent der Patient:innen, die ein Angebot für das Case Management erhielten, nahmen dieses in Anspruch (insgesamt 79 Patient:innen). Es zeigte sich, dass sich ihre körperliche Lebensqualität im zeitlichen Verlauf verbesserte und dass die Zahl der Notfallkonsultationen abnahm.
Beitragsbild: HG-Fotografie auf Pixabay