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Das Ringen um Einflusssphären zwischen den Westmächten und dem Ostblock lässt die Wirtschafts- und Finanzhilfe an die «dritte Welt» an Bedeutung gewinnen. Das Entwicklungshilfekommittee (DAC) der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) wird 1961 gegründet.
Im selben Jahr stellt das Schweizer Parlament für die Projektarbeit und weitere Entwicklungshilfe-Programme einen ersten Rahmenkredit von 60 Millionen Franken zur Verfügung. Ein Jahr später legt der Bundesrat mit der Ernennung eines Delegierten für technische Zusammenarbeit den Grundstein für die heutige Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). 1962 unterzeichnet die Schweiz das erste Rohstoffabkommen zwischen Erzeugern in Entwicklungsländern und Verbrauchern in den Industrieländern mit. Es wird für die nächsten zehn Jahre den Weltmarkt für Kaffee bestimmen.
Das Konzept der Schwerpunktländer führt zu langen internen Diskussionen im EPD (Vorläufer des EDA) und in der Handelsabteilung (heute im SECO); beiderorts gibt es Befürworter und Gegner dieses Ansatzes. In der Projektarbeit werden einfache (bestehend aus Einzelmassnahmen), gemischte (verschiedene Elemente enthaltend) und kombinierte (gemischte Projekte mit Finanzhilfe) Projekte unterschieden. Die Finanzhilfe stammt grossteils aus der Handelsabteilung.
1966 wird der erste Mischkredit über 70 Millionen Franken mit Indien abgeschlossen. Die Mittel sollen Infrastruktur-, Industrie- und Landwirtschaftsprojekten zugute kommen. 1969 wird die Schweiz als 17. Mitglied im Kreis des DAC aufgenommen.
Je rascher die Industrialisierung in einem Entwicklungsland vorangetrieben wird, umso grösser ist der äussere Kapitalbedarf. Die in den neuen Industrien hergestellten Erzeugnisse ersetzen entsprechende Importe und sparen damit Devisen [oder vergrössern die Einnahmen durch entsprechende Exporte]. Weil aber die für die Industrialisierung ausgegebenen zusätzlichen Devisen grosser sind als diese Einsparungen, ist der Kapitalbedarf zahlungsbilanzmässig betrachtet sehr langfristig.
Edwin Stopper, Direktor der Handelsabteilung (in einer Notiz an den Departementsvorsteher, 1965)