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Bern d. 6. Novbr 1861.
Mein lieber Freund!
Aller Wahrscheinlichkeit nach werde ich in den Fall kommen, nächsten Samstag Zürich besuchen zu müssen. Die Zeit, in der ich dort verweilen kann, ist mir zwar etwas knapp zugemessen. Doch möchte ich gerne mit Dir etwas einläßlicher über die von uns in der Dappenthalangelegenheit einzunehmende Stellung sprechen. Ich glaube, daß dieses sehr nothwendig sei; denn diese Frage wird für den Rest des Jahres im Vordergrunde bleiben &. es dürfte sehr wünschbar sein, sich von Anfang an seinen festen Standpunkt zu suchen. Ich glaube zudem, daß wir in unsern Ansichten a priori nahe zusammen treffen.
Wenn Du mir also nicht abschlägst, so komme ich nächsten Samstag Zürich Abends sechs Uhr zu Dir in den Grüenhof. Ich will Dich dann gerne in den Schwanen begleiten, wo wir noch dieß o. jenes Andere gelegentlich be| sprechen können.
Sodann wäre es mir lieb, wenn Du der N.Z.Z. einen Wink geben würdest, sich inzwischen nicht allzusehr zu vertiefen, sondern anzukündigen, daß sie erst nach Eingang der franz. Antwortsnote, aus welcher die Intentionen Frankreichs näher ersichtlich sein werden, ihren Standpunkt des Nähern zu bezeichnen gedenke. Die Antwortsnote wird sich noch etwas verzögern, da Thouvenel in Compiègne ist.
Unter Umständen kann auch die Frage der Ligne d'Italie zu internationalen Verwicklungen führen; ich kann Dir darüber dann einige nicht uninteressante Mittheilungen machen.
Ich erwarte keine Antwort von Dir, sofern Du nicht verhindert bist.
Inzwischen grüßt Dich freundschaftlich
Dein
Jb. Dubs.|
P. S. So eben kommt eine telegraph. Depesche von Kern welche sagt: Thouvenel erklärt, daß Frankreich keineswegs im Wege der Gewalt eine Aenderung im Dappenthal anstrebe. Es wolle nur, daß, was der Bundesrath früher zugesagt, keine Arrestationen im Dappenthal vorgenommen werden. Frankreich sei immer bereit zu einem definitiven Arrangement od. andern provis. Arrangements behufs Festhaltung des Status quo.
Damit käme die Frage in ein ruhigeres Geleise.
Obr.