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Eine grosse Samnauner Persönlichkeit
Pater Maurus Carnot
Er wuchs als zweites Kind von sieben in Samnaun-Laret auf. Er war ein etwas schwächlicher, kleiner Bube, daher konnte er die Gemeindeschule nicht regelmässig besuchen. Bei seinem Onkel Heinrich, erhielt er deshalb Privatunterricht. Er hat in seinem ganzen Leben Samnaun nie vergessen, jährlich besuchte er sein Tal für zwei bis drei Tage. Mit seinen Geschwistern und Verwandten, vor allem aber mit seiner Mutter, stand er in regem Briefkontakt.
Lehrer in der Klosterschule Disentis
Pater Maurus Carnot unterrichtet während fast fünfzig Jahren an der Klosterschule Disentis. In seinem Unterricht verfolgt er das Ziel, den Studenten nützliche Kenntnisse beizubringen und sie für das Leben zu schulen. Dies erreicht er eher mit Liebe und Geduld als mit schulmeisterlicher Strenge.
Prediger, Priester und Seelsorger
Er predigt nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Romanisch. Sehr oft wird er von Familien aus Disentis gerufen, um wohltuende Worte und tröstenden Beistand für Kranke und Sterbende zu gewähren. Er ist der Verfasser von persönlichen Versen auf dem Totenbild von unzähligen Verstorbenen, und keine Zeile ist banal.
Dichter, Erzähler von Geschichten und Autor von Theaterstücken
Ein Dichter mit hervorragenden Leistungen in allen drei Gattungen der Poesie: Lyrik, Epik und Dramatik. Seinem Wesen entsprechend widmet er sich in seiner Poesie der Liebe zur Religion, zur Mutter und zur Heimat. Erstlingswerke seiner Geschichten sind «Bündnerblut» und «Steinbock und Adler». Den grössten Bekanntheitsgrad erreicht die 1913 erschienene Novellentrilogie «Wo die Bündnertannen rauschen». Sein wohl wichtigstes Werk ist wohl «Die Geschichte des Jörg Jenatsch». Er ist der Verfasser des Kinder- und Schulbuches «Sigisbert im rätischen Thale». Ab 1899 wird es während über 40 Jahren als Schulbuch in vielen Regionen des Bündnerlandes eingesetzt. Seine Theaterstücke werden von unzähligen Studenten- und Jugendbühnen aufgeführt und machen ihn als dramatischen Dichter über seine Heimat hinaus bekannt.
Persönlichkeit seiner Zeit
Während des 1. Weltkrieges ist er als Kriegsbote der Bündner Oberländer Zeitung tätig und berichtet wöchentlich vom Kriegsgeschehen. In der grossen Not während und nach dem 1. Weltkrieg sammelt und erbettelt Pater Maurus Geld, verteilt es an Bedürftige in der Schweiz, in Österreich und Deutschland.
Die Verdienste von Pater Maurus Carnot für die rätoromanische Sprache sind vielfältig, und er ist ein bedeutender Vorkämpfer für die Anerkennung als vierte Landessprache. Er bringt der übrigen Schweiz das Leben, die Kultur und die Sprache der romanischen Bevölkerung näher.
Quellen: Pater Maurus Carnot Stiftung/Arthur Jenal/Dea Murk