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Vor 29 Jahren ging Werner Günthör in Tokio an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften als einer der ganz grossen Favoriten an den Start. Der Schweizer hielt dem Druck von Beginn an stand und startete trotz einer nicht komplett verheilten Verletzung gut in den Wettkampf.
Bereits im ersten Versuch stiess Günthör die Kugel mit 21,61 m weiter als alle anderen Athleten. Nach einem zwischenzeitlichen Tief griff der Favorit beim 4. Stoss nochmals richtig an und steigerte sich auf 21,67 m.
Nach dem Wettkampf war Günthör nicht ganz zufrieden mit seiner Leistung: «Ich verschlief den Wettkampf ein wenig. Wenn ich 2 oder 3 Versuche mehr gehabt hätte, wäre ich noch weiter gekommen.» Trotz der für ihn nicht zufriedenstellenden Leistung reichte es zum WM-Titel.
Grosses Palmarès, grosse Doping-Vorwürfe
In Tokio holte Günthör seine 2. von insgesamt 3 Goldmedaillen an einer Weltmeisterschaft. Neben dem Erfolg 1991 gewann er auch 1987 in Rom und 1993 in Stuttgart. Ein weiterer Höhepunkt in Günthörs Karriere war der Gewinn der Bronze-Medaille 1988 bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul. Seine Bestleistung – bis heute Schweizer Rekord – erzielte er 1988 in Bern mit 22,75 m.
Neben den sportlichen Erfolgen wurde Günthörs Karriere von Doping-Vorwürfen geprägt. Zwischen 1984 und 1988 behandelte ihn sein Arzt zu Rehabilitationszwecken nach einer Verletzung mit Anabolika, das bereits damals als verbotene Substanz auf der Dopingliste geführt wurde.
Günthör wurde jedoch nie wegen Dopings verurteilt und sagt bis heute, dass er die Medikamente unter legalen Umständen benutzt habe.