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«Aha»
ZWISCHENLUEGETEN 3
ERNST FRIEDLI
Klärli weiss auch nicht, woher es kommt. Aber auch sie braucht es seit ihren Kinderjahren und wird es auch im Alter nicht verlieren. Der Partikel «aha» ist vermutlich eines der am häufigsten verwendeten Kurzmitteilungen unseres Dialekts. Wo die Deutschen «ach so», die Franzosen «ah oui» und die Italiener «ecco» sagen, setzen wir bei uns ein «aha» hin.
Und da wir Satzzeichen nicht aussprechen können, geben wir mit der Betonung des «aha» die Richtung an, mit dem wir es verstanden wissen wollen. Werden die beiden «a» auf gleicher Tonlage und kurz gesprochen, weiss unser Gegenüber, dass wir ihm noch zuhören ohne dass uns das wirklich interessiert.Wird das erste «a» gedehnt und das zweite etwas tiefer geäussert, teilen wir unser leicht überraschtes Verständnis mit. Im umgekehrten Fall bekennen wir mit dem langen zweiten, stimmlich etwas angehobenen «a» , dass wir soeben etwas verstanden haben, was wir zuvor nicht wussten. Das gedehnte erste «a», dem das zweite abgehackt und etwas tiefer folgt, beweist, dass wir soeben jemanden überraschend ertappt haben. Das Gegenüber weiss dann sofort, dass wir ihm auf seine Schliche gekommen sind.
Die drei Buchstaben bieten also, je nachdem, wie wir die beiden Vokale dehnen, kürzen oder betonen, eine ganze Palette von Botschaften. Das «a» ist dabei unabdingbar. Wenn stattdessen jemand «ihi» oder «ehe» sagt, wird er nicht verstanden. Und «oho» wäre in den meisten Fällen auch falsch. Ich habe das Klärli dargelegt und sie hat «aha» gesagt. Mit zwei kurzen «a» auf gleicher Tonlage.
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Ernst Friedli, 64, seit Jahren verheiratet mit Klärli, geborene Schönbächler. Nichtraucher und Sachbearbeiter im Rathaus, steht unter Amtsgeheimnis. Macht sich in der Freizeit Gedanken zur Weltlage und hört hin statt nur zu.