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Superbiker Mettet / Belgien
Zum 23.mal fand am vergangenen Wochenende im belgischen Mettet das „Superbiker“ statt. Am Superbiker starten die weltbesten Supermoto-Fahrer aus der USA, Australien und Europa und kämpfen vor über 30'000 Zuschauern um den mit 4000 Euro dotierten Titel des Superbikers von Mettet. 250 Supermoto Fahrer aus 16 Ländern kämpfen um den Titel bester Supermoto Fahrer. Dazu kamen 32 Prestige und Starbiker, sowie 39 Quad-Fahrer. Im grossen Final um den Superbiker treffen dann die besten Supermotofahrer auf die Starbiker und ermitteln den König von Mettet.
Die Klasse der Fahrer nahm in den letzten Jahren stetig zu. In diesem Jahr haben es die Veranstalter geschafft, eine unglaubliche Supermoto Mannschaft einzuladen. Die Namen versprachen im voraus für die Kenner der Supermoto Szene höchste Spannung.
Wer sind nun die Gladiatoren, die sich im Kampf «Supermoto Prestige» und «Starbiker» gemessen haben:
Auf der einen Seite verpflichtete der Veranstalter die Supermoto Champions wie den Supermoto Weltmeister, US-Champion, Spanien-Champion und der führende der französischen Meisterschaft: Sylvain Bidart (F);den Gewinner der X-Games 2008 und US-Champion Mark Burkhard (USA); den USA-Champion Ben Carlson (USA); USA-Champion Boris Chambon (F); den zweifache Supermoto Weltmeister und S2 WM-Leader Adrien Chareyre (F); sein Bruder Thomas Chareyre (F); der Vierte in der aktuellen S1 WM-Rangierung, den 2-fachen Supermoto Weltmeister Gerald Délépine (B), den Supermoto Welt-, Europa, I- und B-Meister Eddy Seel (B); und mit Eric Delannoy (B), Thierry Godfroid (B) und Jürgen Künzel (D) drei ehemalige Gewinner des Superbiker von Mettet. Nicht zu vergessen die Amerikaner Brandon Currie, Chris Fillmore und David Pingree, und natürlich den fliegenden Finnen Mauno Hermunen. Noch nicht genug der Stars. Die Nachmeldungen waren noch überraschender: Die Italiener verzichteten auf die Supermoto Nationen-WM und traten mit den aktuellen Dritten der Supermoto S1 und dem aktuellen X-Games Winner 2009 Ivan Lazzarini an. Weiter dabei die komplette TM Werksmannschaft mit Davide Gozzini und Andrea Occhini.
Auf der anderen Seite laden die Veranstalter Starbiker aus den Sparten Motocross und Strasse ein. Motocross war vertreten mit den Weltmeistern Andrea Bartolini (I), Darryl Atkins (NZ), Mickael Pichon (F), Frederic Bolley (F), Joshua Coppins (NZ) und den Lokalmatadoren Stefan Everts (10x Moto Cross Weltmeister) und Sven Breugelmans (B). Mit dabei auch der 7-fache US-Meister Jeff Ward. Dazu der „King of Mettet“ Stephane Chambon. Insgesamt 10x hat er Mettet in der Klasse Prestige- und Starbiker bereits gewonnen. Weitere Strassenfahrer waren die Belgier Didier Jadoul, Xavier Simeon und Vincent Lambois, sowie der Franzose Fabien Foret.
In allen Trainings dominierte der finnische Husqvarna Werksfahrer Mauno Hermunen. Der Zweitplazierte der Jahre 2007 und 2008 wollte dieses Jahr gewinnen. Das ganze Wochenende strahlte das 21-jährige Nachwuchstalent eine unwahrscheinliche Lockerheit aus, was sich gerade in dieser Sportart sehr positiv auswirkt. Dahinter folgten jeweils seine beiden Markenkollegen, die Gebrüder Chareyre. Viel Pech hatte Stephane Chambon. Er stürzte im Off-Road und musste auf die Rennen verzichten. Auch Stefan Everts war an den beiden Trainingstagen nicht anwesend. Er lag krank zu Hause, fuhr aber am Sonntag das Warm-Up und die beiden Starbiker Rennen, sowie den Superfinal.
Unter den 250 Supermoto-Piloten waren 19 Schweizer. Sie fuhren am Freitag und Samstag in sechs Gruppen ein Frei- und zwei Zeittrainings aus, welche für die Startaufstellung der Qualifikationsläufe entscheidend waren. Die ersten acht Plätze in der Qualifikation bedeuteten den direkten Einzug in das Halbfinale vom Sonntag. In der Gruppe 1 siegte der Franzose Romain Febvre, 4. Züger, 6. Weibel, 7. Walker. In der zweiten Gruppe siegte der WM-Fahrer Lionel Deridder (B), 4. Roman Ehrenzeller, 6. Reto Willimann. In der Gruppe 3 siegte Thomas Verscheure (F), 3. Beat Gautschi. Die Gruppe 4 wurde von Simon Baumann gewonnen. Die G5 gewann Kevin Reinhard, 7. Jarno Möri. In der Gruppe 6 wurde Andi Marti Dritter. Manuel Imboden und Kevin Tschümperlin erkämpften den Einzug im Hoffnungslauf am Sonntagmorgen. Erich Felder hatte zweimal Pech. Vom Speed her wäre es möglich gewesen sich direkt zu qualifizieren. Doch im Qualifikationslauf 5 stürzte er und im Hoffnungslauf musste er mit Bremsdefekt aufgeben.
Zu den Halbfinals starteten also 12 CH-Fahrer. In der ersten Gruppe ging Simon Baumann sofort in Führung. Er stürzte jedoch in der zweiten Runde und fiel auf P5 zurück. In den verbleibenden 8 Runden kämpfte er sich wieder an die zweite Position zurück. Roman Febvre gewann das erste Halbfinale. Kevin Reinhard schied an sechster Stelle mit Motorschaden aus. Er fuhr in den Trainings die 5. beste Zeit und wäre also locker in die Finalläufe gefahren. Roman Ehrenzeller wurde guter Achter. Für Claudio Walker, der sich nach seinem Rücktritt im letzten Jahr für einen erneuten Start in Mettet entschied, war das Erreichen des Halbfinales bereits ein Erfolg. Auch für Jarno Möri war im Halbfinal Endstation.
Im zweiten Halbfinal lag Andi Marti auf P7 als er stürzte und seine Finalchancen begraben musste. Beat Gautschi war danach der beste Schweizer im zweiten Halbfinal und sicherte sich mit seiner Routine die Finalqualifikation. Sehr gut fuhr auch der junge Berner Martin Weibel, welcher auf Platz 10 den Halbfinal beendete und somit im Final stand.
Kurz vor dem ersten Supermoto-Finallauf begann es heftig zu regnen und einige Schweizer hatten ihre Regenräder nicht bereit. Nur Simon Baumann, der knapp noch Regenräder montieren konnte fuhr im ersten Teil des Feldes mit. Die anderen Schweizer auf Sliks unterwegs kamen mit einer Runde Rückstand ins Ziel. Der Sieg ging an den Husqvarna Werksfahrer Adrien Chareyre (F). Im zweiten Finallauf erreichte wiederum Simon Baumann das beste Resultat. Dieses Mal hatten alle Schweizer die richtigen Reifen montiert und konnten sich um einige Plätze verbessern. Der Sieg ging an den „Flying Fin“ Mauno Hermunen, welcher im ersten Lauf von P7 auf P2 fuhr und somit den ersten Supermoto Sieg in Mettet holte.
Im Superfinal, wo nun die Starbiker auch noch dazu kommen krachte es bereits in der ersten Kurve. Die komplette Husqvarna Werksmannschaft (Hermunen und die beiden Chareyre Brüder) räumten sich gegenseitig aus dem Weg. Sie zogen auch noch Eddie Seel, Jeff Ward und Davide Gozzini mit. Mickael Pichon ging in Führung. Doch er machte im Off Road einen Fehler und fuhr über den Betonanleger hinaus und befand sich nachher an vierter Stelle. Grosser Profiteur dieser Aktion war Ivan Lazzarini. Er übernahm die Führung und siegte souverän. Mit diesem Sieg hat er 2009 die beiden prestigeträchtigsten Rennen im Supermoto Sport gewonnen, Mettet und die X-Games. Zweiter wurde der einheimische Doppelweltmeister Gerald Délépine, vor dem Italiener Andrea Bartolini. Der einzige Schweizer im Final war Simon Baumann. Er fuhr hervorragend und lag am Schluss vor Stefan Everts dem belgischen Alleskönner. Simon Baumann gab in Frauenfeld seinen Rücktritt vom Supermoto Sport bekannt. Er sagte aber in Mettet, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass er nächstes Jahr wieder dabei sein werde.
Bei den Starbikern siegte Mickael Pichon vor Andrea Bartolini und Jeff Ward, mittlerweile 48 Jahre alt.
In der Kategorie Quad siegte der Irländer Mark Donnelly. Der Schweizer Christoph Cuche dominierte alle Trainings, stürzte im Qualifikationslauf schwer und musste mit einer Schulterverletzung auf das Rennen verzichten.
Auch wir sind nächstes Jahr wieder dabei. Denn Mettet hat etwas ganz spezielles, dass einem Supermoto Fan fast die Tränen kommen. Die einmalige Strecke, die tolle Stimmung mit dem riesigen Zuschaueraufmarsch und natürlich die hervorragende Fahrerbesetzung.
Proximus Superbiker Finale
1. Ivan Lazzarini (I) Honda, 2. Gerlad Délépine (B) Husqvarna, 3. Andrea Bartolini (I) Husqvarna, 4. Mickalel Pichon (F) Honda, 5. Mark Burkhart (USA) KTM Ferner: 15. Simon Baumann (CH) Suzuki
Starbiker (nach 2 Läufen)
1. Mickael Pichon (F) Honda, 2. Andrea Bartolini (I) Husqvarna, 3. Jeff Ward (USA) Honda, 4. Frederic Bolley (F), Honda, 5. Cedric Melotte (B) Honda
Supermoto (nach 2 Läufen)
1. Mauno Hermunen (FIN) Husqvarna, 2. Adrien Chareyre (F) Husqvarna, 3. Davide Gozzini (I) TM, 4. Sylvain Bidart (F) Honda, 5. Ivan Lazzaroni (I) Honda, Fernet: 15. Simon Baumann (CH) Suzuki, 28. Stephan Züger (CH) KTM, 29. Martin Weibel (CH) Yamaha, 32. Roman Ehrenzeller (CH) KTM, 39. Beat Gautschi (CH) KTM
Quad
1. Mark Donnelly (IRL), 2. Maxim Cluydts (B), 3. Niclas Lundbäck (S), Ferner: 6. Alfred Wolber (D), 10 Hans-Rudolf Herren (CH), 21. Martin Grütter (CH), 23. Urs Dietiker (CH)
Alle detaillierten Resultate auf: www.superbiker.com
Bericht: Jo Limacher