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Beim Finale der diesjährigen Philosophie-Olympiade in der Schweiz gewann Svenja Hammer (5c) eine der beiden Goldmedaillen. Im Interview erzählt sie von ihrer Themenwahl und ihren Hoffnungen für die internationale Philosophie-Olympiade.
Was genau ist denn eine Philosophie-Olympiade?
Es gibt ja den Verband der Schweizer Wissenschafts-Olympiaden. Da gibt es verschiedene Teilbereiche wie Mathe, Physik oder Biologie und einer davon ist Philosophie. Bei der Philosophie-Olympiade ist es so, dass es eigentlich ein Essay-Wettbewerb ist. Es werden innerhalb von drei Runden immer wieder Essays bewertet. Im Halbfinale sind dann zwischen 30 und 36 Teilnehmer. Im Finale waren es noch 11, die weitergekommen sind.
Du warst eine der Wenigen, die ihren Essay in Englisch geschrieben hat, wie kam es dazu?
Ich habe so ziemlich gleichzeitig in Deutsch wie in Englisch schreiben gelernt und vor allem dadurch, dass ich in Englisch lese, ist es mir viel wohler, so Essays zu schreiben. Ich habe das Gefühl, ich habe einen breiteren Wortschatz und fühle mich viel sicherer.
Hättest du für deinen ersten Essay nochmal das gleiche Thema gewählt?
Ja, unbedingt. Das Thema ist mega interessant, vor allem als ich dann herausgefunden habe, dass es in dem ganzen ewig langen und komplizierten Zitat eigentlich nur um die Willensfreiheit ging. Das ist ein Thema, das mich immer schon interessiert hat.
Wie bereitet man sich darauf vor, an einer Philosophie Olympiade teilzunehmen?
Ich habe mich vor allem so vorbereitet, indem ich mich allgemein inspirieren liess. Ich habe mir irgendwelche Gedankenexperimente auf Youtube angeschaut und ein paar philosophische Abhandlungen gelesen von Unis. Jetzt gerade lese ich «Thinking it through» als Vorbereitung für die Internationale Philosophie-Olympiade. Was auch angeboten wird bei der IPO, sind ganz viele Debatten, bei denen auch andere Studenten vorbeikommen.
Was macht man während diesen Tagen?
Wir hatten an einem Tag zum Beispiel einen Schwerpunkt auf Metaphysik gesetzt oder auf Evidenz am Beispiel des Insektensterbens. Eine Aussage einer Studentin hat mir dann auch geholfen bei meinem Essay; das war: «Wenn ein Argument nicht widerlegbar ist, dann kann man es damit widerlegen.»
Gibt es etwas, das dir besonders in Erinnerung bleibt?
Wir hatten zum Teil Debatten, die eigentlich zwei Stunden lang sein sollten und dann wurden daraus manchmal einfach vier Stunden und im Finale haben wir dann irgendwann einfach durchgehend debattiert.
Was erhoffst du dir für die IPO in Montenegro im Mai?
Mein Ziel wäre es, es in die «honourable mentions» zu schaffen. Ich habe mich entschieden, mich nochmal möglichst gut vorzubereiten und ein bisschen auf gut Glück zu wünschen.
Gibt es einen Satz aus einem deiner Essays den du besonders magst?
Der letzte Satz des letzten Essays: «The only theory that can make sense to me is the theory that cannot possibly make any sense to me. »
Andrea Ruhstaller (4c)