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7. Februar 2006: Hip-Hop-Produzent James Yancey alias J Dilla, Link öffnet in einem neuen Fenster feiert seinen 32. Geburtstag. Am selben Tag veröffentlicht er sein Meisterwerk «Donuts».
«Donuts» ist das wohl beste Instrumental-Hip-Hop-Album aller Zeiten (da kann allerhöchstens «Since I Left You», Link öffnet in einem neuen Fenster von den Avalanches mithalten) und gleichzeitig Dillas letztes Album.
Am 10. Februar 2006, drei Tage nach der Veröffentlichung von «Donuts», stirbt er an den Folgen einer Blutkrankheit.
Das Album ist im Spitalbett entstanden
Dilla litt an jener Blutkrankheit seit mindestens 2003. Gegen Ende 2005 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Seine letzte Europatour absolvierte er im Rollstuhl.
Die Spitalaufenthalte, die Dilla in seinen letzten Monaten über sich ergehen lassen musste, konnten seiner Kreativität jedoch nichts anhaben.
Im Sommer 2005 bestellte er sich eine Samplemaschine ans Spitalbett, verschanzte sich hinter einem Stapel von alten 7"-Vinyl-Singles und basteltete zwischen Infusionen und Bluttransfusionen an der schönsten Hip-Hop-Beat-Sammlung aller Zeiten.
«Donuts» umfasst 31 Tracks, kaum einer länger als 90 Sekunden. Und obwohl Dilla ahnte, dass «Donuts» sein finales Vermächtnis werden würde, ist das Album weit davon entfernt, ein trauriger Abgesang zu sein.
«Donuts» ist ein Liebesbrief an Musik, wie er schöner nicht sein könnte - und jeder noch so kurze Soundfetzen auf diesem Album kickt eine Tür zu einem noch grösseren Sounduniversum auf.
«J Dilla was a Master»: Ein Vorbild für Pharrell und Kanye West
Zum ersten Mal auf sich aufmerksam machte der in Detroit geborene Produzent Mitte der 90er dank Produktionen für Busta Rhymes, A Tribe Called Quest oder The Pharcyde.
Grundlage für Dillas Beats war seine immens grosse Vinyl-Sammlung, die tausende von Platten umfasste. Hier, Link öffnet in einem neuen Fenster gibt's einen ausführlichen Ausblick in die Sammlung.
Heute, 10 Jahre nach seinem Tod, ist Dilla nach wie vor ein grosser Held für die Hip-Hop-Community. Sein Einfluss ist unbestreitbar.
Kanye West modellierte einen grossen Teil seines Frühwerks nach Dillas Soundarchitektur («We gotta make music and we think, 'If Dilla was alive, would he like this?' I have to work on behalf of Dilla.», Link öffnet in einem neuen Fenster) und auch Pharrell ist bekennender Verehrer («J Dilla was a master», Link öffnet in einem neuen Fenster).
4'000 unveröffentlichte Tracks?
Zu seinen Lebzeiten war J Dilla ein unglaubliches Arbeitstier. Es wird angenommen, dass seine Nachlassverwalter auch heute noch auf rund 4'000 (!) unveröffentlichten Tracks sitzen. Das erklärt auch, warum heute noch regelmässig brandneue Tracks mit Dilla-Beats auftauchen (ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: «Like Me», Link öffnet in einem neuen Fenster von Joey Bada$$).
Dank seinem Label Stones Throw, Link öffnet in einem neuen Fenster ist J Dillas Meisterwerk «Donuts» in voller Länge auf YouTube verfügbar. Enjoy!