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Thun II hat beim 0:0 gegen Chênois dank einer starken Mannschaftsleistung verdientermassen einen Punkt geholt. Der Tabellenvorletzte in der 1. Liga (Gruppe 1) brachte die Genfer an den Rand einer Niederlage.
Der Thuner Coach Gian-Luca Privitelli und sein Assistent Fritz Binggeli hatten auf die Niederlagenserie reagiert und das Schwergewicht der Trainingseinheiten auf die spielerischen Elemente gelegt. «Wir hatten bemerkt, dass wir mit unserer Taktik keinen Erfolg verzeichneten», sagten Privitelli und Binggeli unisono. Die Thuner hatten dabei versucht, mehrheitlich mit langen Bällen die gegnerischen Abwehrreihen unter Druck zu setzen. Gegen die robusten Mannschaften aber sei dies nicht das Erfolgsrezept gewesen, sagte Binggeli.
Auf dem Papier eine klare Angelegenheit schien der Match der jungen Thuner gegen das jetzt auf Rang eins platzierte Chênois zu werden. Doch die Oberländer, momentan auf dem vorletzten Tabellenrang platziert, liessen sich von der Tabellensituation nicht beirren. Sie bestimmten das Spiel von Anpfiff weg. Aggressiv im Zweikampf und spielstark liessen sie die favorisierten Genfer nicht ins Spiel kommen. Die Thuner setzten um, was im Training geübt worden war. Mit schönen Spielzügen, nach ruhigem und überlegtem Aufbauspiel, wurde der Gast aus Genf immer wieder in die eigene Abwehrzone gedrängt. Dennoch, an der Strafraumgrenze standen meist fünf bis sechs Genfer, die praktisch keine Torchance zuliessen. Die Thuner waren daher gezwungen, den Erfolg mit Schüssen aus der zweiten Reihe herbeizuführen. Diese waren oft gefährlich, aber Torerfolge stellten sich keine ein.
Chênois mit Neuaufbau
Von Chênois war bis zur 75. Minute praktisch nichts zu sehen. Zu sehr waren die Genfer mit Abwehrarbeit beschäftigt. Dabei hatten sie schon weit bessere Fussball-Zeiten erlebt. In der Zeit von 1973 bis 1981 gehörte der CS Chênois der höchsten Schweizer Liga (Nationalliga A) an. Nach dem Abstieg weitere 15 Saisons der Nationalliga B. Längst wurde der Verein von der Gegenwart eingeholt. Nach dem Abstieg in die 2. Liga interregional im Sommer 2017, dem Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte, schafften die Genfer letztes Jahr den sofortigen Wiederaufstieg und gehören in der Gruppe 1 zu den Spitzenteams.
Für die jungen Thuner, so scheint es jedenfalls, hat mit dem überraschenden Punktgewinn eine neue Zukunft begonnen. Ohne einen Ergänzungsspieler aus der 1. Mannschaft angetreten, haben die Spieler gegen Chênois gezeigt, zu was sie fähig sind. Einzig die Tore haben in diesem schnellen und sehr unterhaltsamen Match gefehlt. Es bietet sich aber für das Privitelli-Team die Möglichkeit, dies am nächsten Sonntag, beim letzten Spiel vor der Winterpause gegen Lancy, einem weiteren Spitzenteam aus Genf, nachzuholen.
Peter Voegeli
Thun II - Chênois 0:0
Stockhorn Arena. - 250 Zuschauer. - SR Vidic.
Thun II:
Ziswiler; Zahn, Zaugg, Sablatnig, Lehmann; Wanner (71. Gerber), Roth, Ajeti (83. Ueltschi); Vasic, Fuhrer (90. Lekaj), Von Känel (67. Zubaku).
Bemerkungen:
Thun II ohne Uche, Frey, Toneatti, Trachsel.