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Qatar Airways will mithilfe eines internationalen Schiedsverfahrens einen Schadensersatz in Milliardenhöhe von den vier arabischen Nachbarstaaten einklagen.
Qatar Airways bezieht die Blockade Katars, die vonseiten Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägyptens kommt, vor allem auf sich und denkt, dass die Staaten vor allem die Airline hart treffen wollte. Deshalb fordert das Oneworld-Mitglied nun Schadensersatz in Höhe von mindestens fünf Milliarden US-Dollar, da dadurch internationales Recht verletzt würde.
Al Baker: “Klarer Bruch der Zivilluftfahrtkonventionen”
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten haben Qatar Airways im Zuge der Blockade des kleinen Emirates Katar seit dem Jahr 2017 aus ihren Lufträumen verbannt. Seit Beginn der Blockade wurden alle Verbindungen zu Katar auf dem Luft-, See- und Landweg gesperrt, da Katar von den vier arabischen Staaten Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen wird, was Doha stets dementierte.
Qatar Airways gab nun eine Erklärung heraus, in der es heisst, dass diese Massnahmen gezielt auf die Airline abzielen würden, mit der Absicht, ihren Betrieb in den vier Ländern nicht fortführen zu können, den Wert ihrer Investitionen zu zerstören und ihren weltweiten Betrieb weitreichend zu schädigen. Deswegen habe Qatar Airways nun das internationale Schiedsverfahren eingeleitet, in dem die Airline ein Minimum von fünf Milliarden US-Dollar Schadensersatz verlangt. Dazu erklärte der Vorsitzende Akbar Al Baker:
Die Entscheidung der Blockadestaaten, Qatar Airways daran zu hindern, in ihren Ländern zu operieren und ihren Luftraum zu überfliegen, ist ein klarer Bruch der Zivilluftfahrtkonventionen und mehrerer bindender Abkommen, die sie unterzeichnet haben. […] Nachdem mehr als drei Jahre der Bemühungen um eine einvernehmliche Lösung der Krise im Wege des Dialogs zu keinem Ergebnis geführt haben, haben wir die Entscheidung getroffen, Schlichtungsbescheide zu erlassen und alle Rechtsmittel zu verfolgen, um unsere Rechte zu schützen und eine vollständige Entschädigung für die Verletzungen zu erreichen.Airline-Chef, Akbar Al Baker
Weiter fügte Baker hinzu, dass die illegalen Handlungen der Nachbarstaaten im Luftfahrtsektor zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Dazu gehörten etwa auch die “die Nichteinhaltung ihrer Verpflichtungen aus bilateralen Abkommen, multilateralen Vereinbarungen und dem Völkerrecht”.
Qatar Airways gewinnt Verfahrensstreit
Die Fluggesellschaft gab an den Schadensersatz durch vier Investitionsschiedsverfahren nach drei Verträgen anstrebe. Dieser Schritt erfolgt, nachdem Qatar Airways letzte Woche einen Verfahrensstreit vor dem Obersten Gericht der Vereinten Nationen gewonnen hatte, der es der internationalen Zivilluftfahrt-Organisation ermöglichte, in einem Fall zu entscheiden, den Doha wegen der Blockade vor Gericht gebracht hatte. Die Airline begrüsste das Urteil des Internationalen Gerichtshofs vom 14. Juli und erklärte, dass es die blockierenden Länder dazu bringen würde, wegen Verletzung der internationalen Luftverkehrsregeln “vor Gericht zu gehen”.
Fazit zur Forderung Qatar Airways’
Natürlich hat Qatar Airways enorm unter der Blockade zu leiden: Flugstrecken müssen umgeleitet werden, dauern länger und kosten entsprechend mehr und auch die für die Airline zuvor wichtigen Destinationen in den blockierenden Ländern fielen plötzlich als Einnahmequelle weg. Ob die Blockade indes berechtigt ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber auch die Forderungen der Kataris mag man von aussen nur schwer beurteilen können. Nun bleibt abzuwarten, ob die Airline damit Erfolg haben kann, aber es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass die angeklagten Staaten den Schadensersatz ‘einfach’ zahlen werden.