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Von Mittwoch an sollte der 78-Jährige eigentlich in einer neuen Produktion der Oper Macbeth an der "Met" auf der Bühne stehen. "Plácido Domingo hat zugestimmt, sich von allen künftigen Aufführungen an der Met zurückzuziehen", teilte das Opernhaus mit.
Domingo, der vor rund 50 Jahren sein Debüt an der Metropolitan Opera gegeben hatte, erklärte, er selbst habe darum gebeten. Er weise zwar alle Vorwürfe gegen seine Person entschieden zurück - er wolle aber nicht, dass der Streit um seine Person die "harte Arbeit" seiner Kollegen auf und hinter der Bühne überschatte.
Verurteilung ohne Prozess
Die US-Nachrichtenagentur Associated Press hatte im August Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den gefeierten Opernsänger publik gemacht. Der Gesangsstar soll demnach seine Position ausgenutzt haben, um zahlreiche Frauen zu sexuellen Handlungen zu nötigen. Die mutmasslichen Vorfälle reichen zurück bis in die 80er Jahre.
Der einstige Tenor, der inzwischen Bariton singt, hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen. Am Dienstag beklagte er ein "Klima, in dem Menschen ohne ordentlichen Prozess verurteilt werden".
In Philadelphia und San Francisco wurden bereits Auftritte Domingos abgesagt. Die Oper von Los Angeles, deren Generaldirektor der 78-Jährige ist, hat einen Anwalt mit einer Untersuchung der Vorwürfe betraut und den Musiker beurlaubt. In Europa ist Domingo dagegen seit Bekanntwerden der Vorwürfe wiederholt aufgetreten, unter anderem bei den Salzburger Festspielen.