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Erstmalig schlossen sich drei Einsiedler Orchester zu einem gemeinsamen Konzert zusammen und spielten am Sonntagabend im Theatersaal des Klosters Einsiedeln.
Mit Stolz durfte André Ott, Leiter der Musikschule Einsiedeln, die Zuhörer im vollen Theatersaal des Klosters begrüssen. Angekündigt wurden gleich drei Orchester, das Jugendorchester der Musikschule, verstärkt durch Mitglieder des Stiftsorchesters und die «Wood & Metal Connection». Im ersten Teil wurde der «Karneval der Tiere» von Camille Saint-Saëns vom Jugendorchester gespielt. Saint-Saëns hatte das Stück 1886 geschrieben, mochte es jedoch nicht veröffentlichen, aus Angst um seinen Ruf. Denn abgesehen davon, dass er in den Stücken allerlei Tierrufe durch die Instrumente imitierte, hatte er zudem mehrere seiner Berufskollegen (Jacques Offenbach als «Schildkröte» und Berlioz beim «Elefanten») veralbert. Die Komponisten waren zwar zu dem Zeitpunkt schon tot und hätten es ihm nicht verübeln können, gleichwohl mochte Saint-Saëns niemanden und demnach auch deren Bewunderer nicht verärgern.
Dirigent als Pinguin
Das Jugendorchester liess sich für die Aufführung jedoch etwas Besonderes einfallen. Studentin Nora Gassner, selbst ehemalige Jugendorchester-Spielerin, hatte sich eine Geschichte ausgedacht und trug diese zwischen den Stücken als Überleitung vor. Als Tierpflegerin hatte sie nämlich beobachtet, dass der Löwe schon seit Tagen traurig in seinem Käfig lag. Alle Tiere des Zoos übten nun ein Stück, das sie zur Erheiterung des Löwen vortragen wollten. Nach und nach enthüllte sie weitere Tiere (riesige Kuscheltiere) auf der Bühne. Den ersten herzhaften Lacher bescherte aber Dirigent Meinrad Küchler, der einen Frack trug und als Pinguin vorgestellt wurde. Das Jugendorchester spielte behände und so unbeschwert, wie eben nur Kinder und Jugendliche spielen können, durch die Tierreihe.
Unbeschwert und leicht
Begeistern konnten auch die jungen Solisten Joël Küchler am Kontrabass und Valerie Wiesbauer am Violoncello, die beide fehlerfrei und erstaunlich ausdrucksstark den Elefanten und den Schwan vortrugen. Beim Stück «Aquarium» konnte man sich die aufsteigenden Wasserblasen förmlich vorstellen. Die Musiklehrer Helene Janker, Marcel Schuler (beide am Flügel), Bernhard Diethelm (Flöte) und Helen Küchler (Violine) unterstützten das Orchester und verliehen ihm zusätzlichen Glanz und Professionalität. Die Unbeschwertheit und Leichtigkeit des Jugendorchesters, verbunden mit den originellen Überleitungen verblüfften die Zuhörer und gefielen Erwachsenen wie Kindern gleichermassen.
In Märchenwelt getaucht
Nach der Pause nahm die «Wood & Metal Connection» auf der Bühne Platz. Einige ehemalige Jugendorchester-Musiker spielen seit Kurzem nun im «grossen» Orchester mit. Das Programm der 53 Musiker versprach bekannte Melodien aus der Filmwelt. Ein fulminanter Start wurde mit «Wizard of OZ» hingelegt, bekannt aus der Verfilmung mit Judy Garland in der Rolle als «Dorothy». Beim zweiten Stück bemerkte ein kleiner Junge, dass dies ja wie ein Zug töne und er hatte recht, denn es wurde «The Polar Express» gespielt. Wunderschön, wie die Soli einzelner Musiker zum Klingen kamen. Nach «die Chroniken von Narnia» brillierte das Orchester weiter mit «Dances with Wolves». Die spannungsgeladene Stimmung der Indianer und Soldaten wurde musikalisch gekonnt umgesetzt. Beim Weihnachts-Medley wurden die Zuschauer dann mit stimmungsvollen Melodien verzaubert und in Adventsstimmung versetzt.
Winterliche Schlittenfahrt
Schliesslich krönte die Schlittenfahrt das Ende des fantastischen Konzertes. Wood & Metal Connection vermochte ihre Zuschauer vollends zu begeistern, gleich mehrere Zugaben musste sie anhängen, und man gönnt es dem Orchester, das so viel Jugendlichkeit, Fröhlichkeit und Professionalität ausstrahlt. Auch Interims-Dirigent Erwin Füchslin ist begeistert von der WMC. Er, der normalerweise Bläserformationen leitet, bekam bei den Proben jeweils Gänsehaut, wenn er die Streicher zum Einsatz aufforderte. Zahlreiche Zuschauer fühlen mit und können sicher bestätigen, dass die Wood & Metal Connection Glücksgefühle auslöst.
Einsiedler Anzeiger
Autor
Einsiedler Anzeiger
Kategorie
- Musik
Publiziert am
Webcode
schwyzkultur.ch/Sd62MH