Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03576.jsonl.gz/941

Wasserkopf
Hydrocephalus
- An folgenden Standorten
- St.Gallen
Entstehung eines Wasserkopfs
Im Hirnwasserkammernsystem (Ventrikelsystem) werden bei Erwachsenen pro Tag ca. 400 ml Nervenwasser (Liquor) gebildet. Dieses fliesst über feine Kanäle im Gehirn ab und wird wieder ins Blutsystem aufgenommen. Liegt ein Missverhältnis zwischen Produktion und Resorption, oder liegt ein Verschluss eines Abflussweges vor, kommt es zum inneren Hirnwasserstau (Hydrocephalus).
Mögliche Symptome
Bei einem schleichend einsetzenden Wasserkopf sind die Beschwerden anfangs oft so gering, dass sie gar nicht bemerkt werden. Später kann es neben Kopfschmerzen zu Einschränkungen der Hirnleistung kommen. So nehmen beispielsweise das Gedächtnis, die Konzentration oder die Belastbarkeit ab. Bei weiterer Zunahme der Krankheit sind Gangunsicherheiten und Inkontinenz möglich. Bei akutem Nervenwasser-Aufstau sind auch schwerere Symptome wie Erbrechen, deutliche Reduktion des Allgemeinzustandes bis hin zum Koma und drohendem Tod möglich.
Behandlung
Bei einem Wasserkopf kann mittels einer endoskopischen Operation minimal-invasiv ein neuer Abfluss für das Nervenwasser geschaffen werden.
Endoskopische Behandlung
Sollte ein Verschluss der inneren Nervenwasserwege vorliegen, besteht die Möglichkeit, eine Eröffnung einer dünnen Membran am Boden der dritten Hirnwasserkammer durchzuführen. So wird dem Nervenwasser ein neuer Abflussweg geschaffen. Diese Operation (Ventrikulostomie) führen die Spezialisten minimalinvasiv über ein kleines Bohrloch durch. Eine dünne Kameraoptik mit Arbeitskanälen (Endoskop) wird in die Hirnwasserkammer navigiert und dann unter Sicht die Eröffnung der Membran durchgeführt.
Nachkontrollen
Meistens verringern sich die Symptome, insbesondere der Kopfdruck, unmittelbar nach der Operation. Die Störungen der Hirnleistung benötigen jedoch längere Zeit und können um den Heilungsprozess zu beschleunigen trainiert werden. Nach der Operation erfolgt eine Kontrolle mittels MRI. Der Durchfluss im Bereich der neuen Öffnung kann damit gesehen und beurteilt werden.