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Für einmal ein Beitrag in eigener Sache. Alle Welt gendert. Auf die Verfasser von Texten fast jeder Provenienz wird Druck ausgeübt. Wir alle sollen «korrektes» Deutsch schreiben. Was ist mit «korrektem» Deutsch gemeint? Geht es den Verkündern der Gendersprache tatsächlich um korrektes Deutsch oder nicht viel eher um ihre weltanschaulichen Vorstellungen?
Alle bei der WBA tätigen Menschen jeden Geschlechts bemühen sich redlich darum, korrektes Deutsch zu schreiben. Wir verstehen unter korrektem Deutsch einen Sprachgebrauch, der die Regeln der Orthographie, der Syntax und der Interpunktion beachtet.
Zur regelkonformen Interpunktion: Satzzeichen haben innerhalb eines Wortes nichts zu suchen. Die Verwendung von Satzzeichen innerhalb eines Wortes ist nicht korrekt, nicht regelkonform. Satzzeichen sind für etwas anderes gedacht als zur Bezeichnung von unterschiedlichen Geschlechtern. Schon bei der mittlerweilen etablierten Verwendung von Grossbuchstaben innerhalb eines Wortes bewegen wir uns im Graubereich. Immerhin hat die Schreibweise von LehrerInnen keine Folgen für die Aussprache des Worts. Wenn dann bei der Schreibweise Lehrer*innen bei der Aussprache des Worts noch ein künstlicher Stotterer eingebaut wird, um der Welt zu beweisen, dass man politisch korrekt ist und die Zeichen der Zeit verstanden hat, wird die deutsche Sprache endgültig verhunzt. Ebenfalls etabliert hat sich die Variante «Lehrende». Sie ist hässlich und mutet sonderbar an, aber sie ist zumindest korrekt.
Ebenso unsinnig wie die sonderbare Aussprache von gegenderten Begriffen ist der Trend, bestehende Texte gendergerecht anzupassen. Falls sich dieser Trend durchsetzt, können wie Gottfried Kellers Werk einstampfen. Die ganze deutsche Literatur wird unlesbar und den damaligen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen entzogen.
«Der Kupferstecher und der Lithograph waren fertige Leute, die selbständig in die Welt schauten, bei Meister Habersaat einen Gulden täglich ihre acht Stunden arbeiteten …»
Der Text von Gottfried Keller aus dem Grünen Heinrich präsentiert sich gegendert wie folgt:
Die/der Kupferstecher*in und die/der Lithograph*in waren fertige Leute…»
Wer versucht, den vorliegenden Text in seiner gegenderten Version laut zu lesen, wird wohl mit Recht verzweifeln.
Wir schreiben korrektes, ungegendertes Deutsch. Wir verwenden abwechslungsweise die weibliche und die männliche Form eines Begriffs. Wir verhalten uns unseren Mitmenschen und insbesondere unseren Studierenden gegenüber so, dass der Verdacht von Diskriminierung oder fehlendem Respekt gar nicht aufkommen kann. Unser Verhalten im Alltag legitimiert uns dazu, nicht mitzugendern. Wir ziehen es vor, sprachlich und nicht politisch korrekt zu sein.
Wir hoffen, dass unsere Lösung verstanden und anerkannt wird.