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Der Berner Oberländer operiert heute in höheren Sphären. Er ist nicht nur der mächtigste Schweizer Wissenschaftler: Als Forschungsdirektor der NASA definiert er die Strategie der amerikanischen Weltraumagentur, verantwortet pro Jahr rund 100 Missionen und entscheidet über ein Budget von derzeit sieben Milliarden Dollar. Vor allem aber peilt er langfristig eine Mission zum Mars an. Die wird über den Mond führen. Der Trabant soll quasi als Sprungbrett für bemannte Mars-Missionen dienen. US-Vizepräsident Mike Pence hat im März angekündigt, dass spätestens 2024 wieder Amerikaner den Mond betreten sollen. Ein ehrgeiziges Ziel. Dazu braucht es einen erfolgreichen Start der neuen Trägerrakete Space Launch System. Vorher aber startet im Juli die unbemannte Mission «Mars 2020». Auf dem Nachbarplaneten will die NASA Gesteinsproben sammeln und untersuchen, wie sich dereinst Astronauten auf dem Roten Planeten aufhalten können.
Die erste Raketenstufe seiner Karriere zündete Zurbuchen (51) an der Universität Bern. Dort hat er 1996 seine Doktorarbeit in experimenteller Astrophysik abgeschlossen. Danach ging er an die Universität von Michigan und baute Instrumente für die NASA. Später wurde er Dekan seiner Fakultät und Prorektor der Universität. Inzwischen besitzt Zurbuchen neben dem Schweizer auch einen amerikanischen Pass, «weil ich mich in Amerika total wohlfühle. Und weil ich an Demokratie glaube – wo ich Steuern zahle, will ich wählen dürfen.» Deutsch spricht er inzwischen mit leichtem US-Akzent.