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Opec – das mächtige Rohstoffkartell
- Donnerstag, 27. November 2014, 13:41 Uhr
Die fossilen Brennstoffe sind ein knappes Gut. Diesen Grundsatz macht sich die Organisation der erdölexportierenden Länder – kurz Opec – zu Diensten. Wie beherrscht die Vereinigung den Erdölmarkt? Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick.
- Die Opec – die Organisation erdölexportierender Länder – ist ein Rohstoffkartell und steht Ölexportländern mit ähnlichen politischen Interessen offen.
- Mitglieder: 1960 wird die Vereinigung in Bagadad von fünf Ländern (Irak, Iran, Kuweit, Saudi-Arabien und Venezuela) gegründet. Der Sitz des Staatenbündnisses befindet sich in Wien. Nach und nach kommen Katar (1961), Libyen (1962), die Vereinigten Arabischen Emirate (1967), Algerien (1969), Nigeria (1971), Ecuador (1973-1992 und dann wieder ab 2007) sowie Angola (2007) dazu. Gabun und Indonesien sind ehemalige Mitgliedsstaaten. Heute zählt die Organisation zwölf Mitglieder.
- Organisation: Oberstes Organ ist die Konferenz der Ölminister. Jeder Mitgliedstaat hat eine Stimme. Materielle Entscheidungen werden nur einstimmig getroffen. Die Leitung obliegt einem Gouverneursrat, in dem alle Mitglieder vertreten sind. Der Gouverneursrat setzt die in Grundsätzen durch die Ministerkonferenz festgelegte Politik der Organisation um, erstellt das Budget der Opec und spricht Empfehlungen an die Ministerkonferenz aus. Er wird unterstützt von einem Sekretariat. Der Generalsekretär ist gemäss den Statuten der offizielle Repräsentant der Organisation. Er wird auf drei Jahre ernannt.
- Wirkungsweise: Zweimal jährlich treffen sich Minister der Opec-Mitgliedsländer zur Ministerkonferenz, um den Stand des Erdölmarktes zu beurteilen und entsprechende Massnahmen einzuleiten. Diese Konferenz gibt anschliessend die neuen Richtlinien bekannt. Diese beinhalten die Festlegung der Erdölförderquoten, die seit 1985 an die vorhandenen Reserven gekoppelt sind. Bei Überschreitung der festgelegten Quoten kann die Ministerkonferenz Sanktionen einleiten, was aber bislang noch nie vorgekommen ist.
- Ziel: Die Steigerung der Exporterlöse durch eine gemeinsame Preis- und Mengenpolitik. Durch die künstliche Verknappung oder Steigerung der Ölförderung wird der Preis für Erdöl so gedrückt, stabilisiert oder angehoben, dass er innerhalb eines festgelegten Zielpreiskorridors liegt. Dieser gilt über einen längeren Zeitraum als Richtwert.
- Fördermenge: Derzeit fördert das Kartell offiziell 30 Millionen Barrel (159 Liter-Fässer) pro Tag, seit drei Jahren wurde die Menge nicht verändert. Doch nicht alle Mitglieder halten sich an die Quoten. Laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) fördert das Kartell täglich 500'000 Barrel mehr als eigentlich vereinbart.
- Bedeutung: Die Opec-Mitgliedstaaten fördern nach eigenen Angaben etwa 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Anfänglich waren die Bedingungen für einen Erfolg sehr günstig. Es gelang der Opec, den Ölpreis von knapp 2 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) zu Beginn der 1970er-Jahre, innerhalb von zehn Jahren auf über 30 US-Dollar zu steigern. Seit Anfang der 1980er-Jahre schwindet der Einfluss der Opec, da die Industriestaaten ihre Ölabhängigkeit erheblich vermindern konnten. Anfang 1986 fiel der Preis zeitweilig unter 10 US-Dollar, weil Saudi-Arabien die Produktion drastisch ausweitete. Danach stieg der Preis wieder, befördert durch den Irak-Krieg. 2008 stieg der Ölpreis auf ein bisheriges Hoch von 147 US-Dollar. Im Zuge der Finanzkrise gab der Preis jedoch wieder nach.
Sendungsbeitrag zu diesem Artikel
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Billiges Öl macht OPEC nervös
Aus Echo der Zeit vom 26.11.2014
Öl kostet immer weniger. Seit Juni ist der Preis für ein Fass um einen Drittel gefallen, aktuell dümpelt er bei rund 80 Dollar je Fass. Tiefe Preise und neue US-Konkurrenz - das sogenannte Fracking - das kann der Organisation erdölexportierender Länder OPEC gar nicht recht sein.
Die Nervosität vor der nächsten OPEC-Sitzung morgen in Wien ist gross.
Maren Peters