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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Penelope wächst im Londoner Stadtteil Southwark auf, wo sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter teilt eine kleine, ärmliche Wohnung teilt. Mary geht dort ihrer heimlichen Tätigkeit als Engelmacherin nach und Penelope arbeitet als Spitzenhäklerin in einer Fabrik. Eines Tages kann Mary ihr eine Stelle... Zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Penelope wächst im Londoner Stadtteil Southwark auf, wo sie sich gemeinsam mit ihrer Mutter teilt eine kleine, ärmliche Wohnung teilt. Mary geht dort ihrer heimlichen Tätigkeit als Engelmacherin nach und Penelope arbeitet als Spitzenhäklerin in einer Fabrik. Eines Tages kann Mary ihr eine Stelle in einem angesehenen Haushalt vermitteln. Penelope flickt dort die Wäsche der Herrschaften, doch schon bald erregt sie die Aufmerksamkeit der verwöhnten jungen Hausherrin. Sie soll ihr ein Tuch mit Pfirsichblüten häkeln. Penelope setzt ihr ganzes Können ein, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Mit ihrer Mutter trifft sie eine falsche Entscheidung, für die beide vom Gericht zum Erhängen am Galgen verurteilt werden. In letzter Sekunde kann das Urteil abgewendet werden in Deportation – nach Australien! Weitere folgenschwere Entscheidungen führen dazu, dass Penelope während der menschenunwürdigen Schiffsreise schwanger wird. Noch auf dem Schiff wird das Baby geboren, aber bei der dramatischen Ankunft werden Penelope, Mary und das Baby voneinander getrennt. Fortan ist die junge Mutter auf der Suche nach ihrer eigenen Mutter und nach ihrem Baby. „Der Duft der Pfirsichblüte“ ist nicht mein erstes Buch von Dagmar Trodler. Ich bin Fan ihrer Bücher seit dem Erscheinen von „Die Waldgräfin“. „Der Duft der Pfirsichblüte“ widmet sich jedoch einem ganz anderen Thema. Ich muss gestehen, dass mir weder Penelope noch Mary sonderlich sympathisch waren, doch Dagmar Trodler schaffte es mich mit ihrer eindringlichen und bildhaften Schreibweise zu fesseln. Sie schildert zunächst das Leben einer alleinerziehenden, in ärmlichen Verhältnissen lebenden, Mutter. Um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren ist Mary gezwungen bei anderen, ebenso verarmten Frauen Abtreibungen vorzunehmen. Mary ist eine Frau, die hart im Nehmen ist und weiß was sie tut. Sie wirkt sehr berechnend, aber alles um das Wohl ihrer Tochter bemüht, auch wenn sie sich dabei recht unnahbar zeigt. Penelope, die Protagonistin dieses Buches, ist noch sehr jung und trifft dementsprechend einige unüberlegte Entscheidungen. Sie ist zwar ein Opfer der Umstände, aber ich musste oft den Kopf über ihr sehr naives Verhalten schütteln. Im Laufe der Jahre entwickelt sich Penelope und auch wenn man es manchmal gar nicht mehr zu hoffen wagt, wendet sich das Blatt für die junge Frau zum Besseren. Die Autorin beschönigt in ihrem Roman nichts. Die Ausdrucksweise der Romanfiguren ist der Zeit und der Gesellschaftsschicht angepasst, „Gossensprache“ kann man es auch nennen. Das ändert sich mit der Weile, war allerdings anfangs etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Wer damals in ärmlichen Verhältnissen lebte hatte nichts zu lachen. Auf der Deportation, wo es an hygienischer Sauberkeit extrem mangelte nicht und als Sträfling in Australien ebenfalls nicht. Tod, Trauer und Menschenverachtung schienen an der Tagesordnung. Als ich mehr als die Hälfte des Buches gelesen hatte war ich kurz davor das Buch beiseite zu legen, weil mir die Hoffnungslosigkeit so zu Herzen ging. Ich musste dann ein wenig vorblättern, um nachzusehen, ob Penelope denn noch ein wenig Glück finden würde. Penelope findet es. Und somit bin ich wieder versöhnt damit, dass Dagmar Trodler ihrer Antiheldin so viel Leid zugemutet hat und KEINEN Schnulzroman mit einem kitschigen Happy End geschrieben hat. Aber so ist das Leben. Manchmal muss man sich überwinden, um sein Glück zu finden.