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Am Wochenende vom 17. und 18. November fand in Satigny (Genf) die zweite französischsprachige Schule der International Marxist Tendency (IMT) statt. Während zwei Tagen nahmen über 70 Personen teil. Darunter natürlich AktivistInnen aus der Schweiz, aber auch aus Frankreich, Belgien, England und Quebec.Die Veranstaltung war ein bedeutender Moment des Austauschs, in dem jeder die Erfahrungen der sozialen Kämpfe von seinem jeweiligen Land austauschen konnte. Die Belgier teilten Erfahrungen über aktuelle Gewerkschaftskämpfe, die Franzosen über die Kämpfe gegen die Politik von Macron und über die Bewegung der gilets jaunes, die gerade erst begonnen hatte und die Quebecer über den Aufbau ihrer Sektion, welche sich in den vergangenen vier Jahren verdreifacht hat.
Eines der Hauptthemen war die deutsche Revolution und der Spartakistische Aufstand, der sich im kommenden Januar zum hundertsten Mal jährt. Die Ereignisse zwischen 1918 und 1923 wurden im Plenum diskutiert. Wie einer der Redner betonte, ist die deutsche Revolution eines der wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Tatsächlich war es ein gigantischer Generalstreik im Jahr 1918 in Deutschland, der den Ersten Weltkrieg und die Herrschaft Kaiser Wilhelms II. beendete. Das Scheitern der Revolutionen von 1918/19 und 1923 vollendete die Isolation der UdSSR und ermöglichte so die Entstehung des Stalinismus. Die ungelösten Klassenwidersprüche erlaubten schliesslich das Aufkommen vom Nationalsozialismus und mit ihm Adolf Hitler.
Unter den vielen Workshops fanden sich unter anderem eine marxistische Analyse des Lebenswerks von Bernard Friot und dessen Mängel, ein Workshop über Gewerkschaften und die Rollen von MarxistInnen in der gewerkschaftlichen Arbeit, ein Workshop über die Situation in Italien, ein Workshop über das Leben und die Kämpfe von Rosa Luxemburg, eine Einführung in die marxistische Philosophie sowie eine Kritik des Linkspopulismus.
Die letzte Plenumsdiskussion des Wochenendes wurde von Fred Weston, einem Mitglied des internationalen Sekretariats der IMT, eingeleitet. Sie behandelte die Geschichte der International Marxist Tendency, von Trotzkis Linker Opposition über die Vierte Internationale mit ihren vielen Spaltungen und Splittergruppen bis heute.
Bilden wir uns für die sozialistische Revolution!
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des Wochenendes war, dass eine sozialistische Revolution notwendig ist, um die aktuellen Probleme des Kapitalismus zu beenden: Armut, Ausbeutung, Rassismus, Sexismus, Umweltverschmutzung. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer waren Jugendliche unter 30 Jahren, die in der kapitalistischen Krise von 2008 aufgewachsen sind. Sie kennen nichts anderes als ein System der Krise, das ihnen keine Zukunft bietet.
Zusammen mit den älteren GenossInnen, die in Klassenkämpfen Erfahrungen gesammelt haben, werden die jungen AktivistInnen den Kern der zukünftigen bolschewistischen Massenparteien bilden, die auf grosse Herausforderungen und Krisen des kapitalistischen Systems werden reagieren müssen. Das ist unsere Aufgabe. Um diesen Herausforderungen entgegentreten zu können, müssen wir theoretisches Wissen und Erfahrungen sammeln, damit wir die Fehler vergangener Revolutionen kennen und nicht reproduzieren und schliesslich zur erfolgreichen sozialistischen Revolution zu gelangen.
Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, müssen die jungen AktivistInnen theoretisches Wissen und praktische Erfahrung sammeln, um die Fehler vergangener Revolutionen zu umgehen und zur sozialistischen Revolution zu gelangen. Genau das stand im Zentrum dieser zweiten internationalen marxistischen Schule.
Von Vita R.