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C. M. Wieland's Werke.
Fünfter Band.
Buch 7.S. 7. Z. 8. Dariken — Eine goldene Münze der damaligen Zeit. W.S. 8. Z. 7. Geheimnissen der Orphischen Philosophie — Unter dem Namen Orpheus besassen die Griechen die ältesten Entwilderer ihrer Nation, höchst wahrscheinlich regierende Priesterinstitute, die aus dem Orient gekommen, und in Thrazien sich zuerst angesiedelt hatten, wo sie blieben, bis sie von den Bacchischen Orgien verdrängt wurden. Das Orpheus-Institut stand von Anfang an mit dem des Apollon im Zusammenhange, wie schon die in beiden übliche Lyra beweist. Die Beförderungsmittel der Humanität in dem alten Orpheus-Institut waren Musik, Religion und geheime Weihungen, welche den Zweck hatten, von der Blutschuld zu reinigen; denn die ganze Entwilderung ging aus und mußte ausgehen von Abschreckung und Entwöhnung vom Menschenmorde, Menschenopfern, und dem Genusse blutiger Thierspeisen. Daraus entsprang das sogenannte Orphische Leben, zu welchem Enthaltung von thierischer Kost und Kleidung, Enthaltsamkeit und eine gewisse äußere Würde gehörten. Alles dieß wurde in späterer Zeit, hauptsächlich durch Einfluß des Pythagorischen Ordens, feiner und künstlicher ausgebildet. Aus jenen geheimen Weihungen waren die Mysterien entsprungen, eins der merkwürdigsten Jnstitute des Alterthums, worin mit der Zeit auch der Versuch gemacht wurde, die Volksreligion vernunftmäßig zu erklären, ja an die Stelle von dieser eine Art von Vernunft-Religion zu setzen. Eine solche, von Pythagoräern ausgebildete, der größern Ehrwürdigkeit wegen aber auf des Orpheus altheiligen Namen zurückgeführte, Lehre ist es, welche Wieland im Folgenden schildert. Es ist natürlich, daß die Einbildungskraft an solch einer Lehre keinen geringen Antheil haben mußte: in den Mysterien aber suchte man auch Ueberzeugung durch die Sinne zu bewirken, denn die Feier der Mysterien bestand in einem heiligen Drama, und die dramatische Illusion scheint auch in Beziehung
auf Maschinerie hier heimisch gewesen zu seyn, und mußte um so mehr wirken, da sie noch Priestergeheimniß war. Göttererscheinungen waren hier nöthig, und die Darstellung der Unterwelt ein Hauptgegenstand dieser Mysterien, die zu einer Weihung des irdischen Lebens für ein überirdisches wurden. Aus diesem wird erklärbar, was Wieland auch in dem folgenden Kapitel erzählt.S. 13. Z. 22. glücklichen Inseln — Das Locale des Todtenreichs wurde bei den Griechen von Homer und Hesiodus an sehr verschieden gedichtet. Zu den Belohnungen vorzüglicher Menschen gehörte, daß sie an die Tafel der Götter gezogen, oder auf die Inseln der Seligen (Hesiodus Tage und Werke 177. Pindar olymp. Hymnen 2, 123, fgg), oder in die Elysischen Fluren versetzt wurden. Erweiterte Erdkunde und dichterische Phantasie verursachten in der Bestimmung dieses Locale eine große Mannichfaltigkeit.S. 45. Z. 11. Phädra — und deren Liebe zu ihrem Stiefsohn Hippolytos, ist den meisten Lesern wohl wenigstens aus Schillers Uebersetzung des Trauerspiels Phädra von Racine bekannt, in deren Vergleichung mit der Phädra des Euripides A. W. Schlegel ein Meisterwerk von Kritik geliefert hat.S. 62. Z. 19. Eine Athenische Bürgerin — Zu den mancherlei Einschränkungen, wodurch Athens Gesetzgeber Solon die Erlangung des Bürgerrechts erschwerte, gehörte auch, daß keine Ehe gesetzlich gültig war, welche nicht zwischen Bürger und Bürgerin geschlossen worden. Nur einem solchen zu Athen Gebornen kam das Bürgerrecht zu, welcher von väterlicher und mütterlicher Seite ächt Attische Abkunft beweisen konnte. Nicht ächt Attische Abkunft war daher ein Haupthinderniß bei jeder Vermählung.