Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03506.jsonl.gz/1276

Wir treffen Vic Armstrong, den Bond-Stuntman, in Mürren im Hotel Eiger. Das Interview hat sich völlig spontan ergeben und nur wenige Minuten gedauert. Der Brite arbeitet heute als Regiesseur sowie Stunt- und Action-Koordinator. Er doubelte bereits Sean Connery, Roger Moore, Donald Sutherland und Harrison Ford in allen Indiana-Jones-Filmen. In Wikipedia kann man nachlesen, das Vic eine grosse Ähnlichkeit mit Ford hatte und deshalb zahlreiche Actionszenen in «Indiana Jones und der Tempel des Todes» spielte, als der Darsteller wegen einer Rückenverletzung bei den Dreharbeiten wochenlang ausfiel.
Vic ist ein spannender und sehr sympathischer, humorvoller Mensch. Wir haben uns sofort wunderbar verstanden. In das aufgezeichnete Gespräch flechte ich Erklärungen ein, denn nicht jeder kennt den vielleicht besten Stuntman der Welt – auch wenn er ihn bestimmt schon in einem der actionreichen Filme gesehen hat…
TRAVELEXPERIENCE.CH:
Welches ist Ihre eindrücklichste Erinnerungen an die Dreharbeiten hier am Berg?
VIC ARMSTRONG:
Als ich hier in Mürren zum ersten Mal angekommen bin, ging ich von der Gondelbahn zum Hotel. Es war am Abend, eine unglaubliche Ruhe herrschte und der Vollmond stand am Himmel. Er hat die Berge angeleuchtet und die Szenerie war wie nicht von dieser Welt… Es war sehr beeindruckend. Das muss jetzt 47 Jahre her sein… Unglaublich!
Und in der Zwischenzeit war er ja nicht untätig. Die Filmographie von Vic Armstrong in Wikipedia bietet nur eine Auswahl, die Liste wäre wohl zu lang. Jedenfalls hat Vic auch bei den Bond-Filmen «Man lebt nur zweimal», «Leben und sterben lassen», «Der Morgen stirbt nie», «Die Welt ist nicht genug» und «Stirb an einem anderen Tag» mitgewirkt. Ebenso in «Superman» von 1978 und 1992 «Die Abenteuer des jungen Indiana Jones», «Drei Engel für Charlie» im Jahr 2000 und 2006 «Mission Impossible III».
2001 wurde er mit einem «Oscar» ausgezeichnet, nämlich mit dem «Technical Achievement Award» für die Entwicklung einer Seilapparatur, die Stuntmen ermöglicht, nach einem freien Fall sicher zu Boden zu gelangen.
TRAVELEXPERIENCE.CH:
Wie kommt man eigentlich dazu, Stuntman zu werden?
VIC ARMSTRONG:
Es war einfach Familientradition. Mein Vater hat mich eingeführt, genauso wie meine Brüder und ich dann meine Söhne. Wir sind in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, sehr geerdet und glücklich. Ich sage immer, es ist besser glücklich geboren zu werden, als reich.
Im Mai 2011 wurde das Buch «The True Adventures of the World’s Greatest Stuntman» veröffentlicht, in dem Vic autobiografisch von seinem Leben als Stuntman erzählt.
TRAVELEXPERIENCE.CH:
Haben Sie noch Übersicht über Ihre Verletzungen, die Sie bei Stunts davongetragen haben?
VIC ARMSTRONG:
Ja, das meiste ist gut verheilt… (lacht) Nur die Knie machen Mühe, die habe ich mir in «Indiana Jones» kaputt gemacht.
TRAVELEXPERIENCE.CH:
War es früher bei Dreharbeiten eigentlich anders als heute?
VIC ARMSTRONG:
Ja, schon. Früher war es familiär und lustig. Heute muss alles viel schneller gehen, der Druck ist viel grösser. Es ist ein hartes Business geworden.
TRAVELEXPERIENCE.CH:
Und wo machen Sie am liebsten Ferien? (unsere abschliessende Standardfrage)
VIC ARMSTRONG:
In Thailand, in Chiang Mai, und überall dort, wo es Berge hat, deshalb bin ich auch gerne hier in Mürren.
MEHR INFOS
ausserdem:
www.muerren.ch
Und natürlich im separaten Beitrag von TravelExperience.ch über die Einweihung des «007 Walk of Fame» auf dem Schilthorn.
© Text & Fotos: Inge & Heinz Jucker | TravelExperience.ch