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- Angela Gonzalez-Rodriguez |
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Während der ersten sechs Monate des Jahres wollten die Baumwollpreise nichts anderes, als steigen. Im Mai erreichten sie den Höchststand seit drei Jahren: Das Pfund Baumwolle kostete über 0,88 US-Dollar, so die Daten des FashionUnited Cotton Price Index.
Die erste Jahreshälfte war gekennzeichnet von Höchstpreisen, die seit der ersten Jahreshälfte 2014 nicht mehr erreicht worden waren: um die 80 US-Cents pro Pfund. Der FashionUnited Cotton Price Index , zeigt die Preisentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2017: Die Preise lagen 19,48 Prozent höher als noch im Vorjahr zur gleichen Zeit.
Trotz des Aufwärtstrends warnt das Cotton Advisory Committee (ICAC) davor, dass die Preise in der kommenden Saison auf ein Neunjahres-Tief fallen sollen. Voraussichtlich werden die Vorräte außerhalb Chinas das „höchste Volumen seit Beginn der Aufzeichnungen“ erreichen.
Die Abwertung kam mit dem Abschluss des ICAC, der für das Ende der kommenden Saison ein Inventarzuwachs um 470.000 Tonnen vorhersagt (2,16 Millionen Ballen) auf 17.15 Millionen Tonnen (78.8 Millionen Ballen). Deshalb verringerte die internationale Institution den erwarteten Vorrats-Rückgang auf 150.000 Tonnen, wie die FashionUnited Business Intelligence Analyse feststellt.
Wenn man sich die verfügbaren Daten genauer ansieht, wird klar, dass sich die Produktion in Indien und China nach dem Rückgang in 2014 and 2015 stabilisiert hat. In der gleichen Zeit haben die USA ihre Produktion deutlich erhöht und Pakistan erreicht das größte Wachstum über die vergangenen vier Jahre. Seit 2014 ist die weltweite Baumwollproduktion ins Stocken geraten und ging von damals 26,2 Millionen Tonnen auf 22.5 zurück. Im Juli stieg die Produktion allerdings schon wieder auf 25,1 Tonnen - diese positive Wendung habe mit besserem Wetter zu tun, so die Marktexperten.
Die Baumwollpreise sollen aufgrund des Überschusses fallen
Wie im Cotton Inc Lifestyle Newsletter vom März erklärt wurde, werden längere Rückgänge mehrerer Millionen Ballen üblicherweise von einem starken Anstieg der Preise begleitet. Aber nach fünf Jahren des Angebotsüberschusses ist die Produktion nun hinter dem Verbrauch zurückgefallen. Als Beweis: In der Saison 2014/15 lag die Stock-to-Use-Ratio bei 0.89 (dies ist ein Schlüsselindikator dafür, dass die verfügbaren Vorräte beinahe elf Monate an Fabriknachfrage decken konnten.) All das deutet auf einen langfristigen Angebotsüberschuss hin, der die Preise sinken lässt.
Grund zur Freude bereitet allerdings das Ergebnis der FashionUnited Business Intelligence-Analyse, dass die schädlichen Effekte des Preisanstieges der Saison 2010/11, der zu vielen Kreditausfällen führte und die Attraktivität alternativer Materialien steigen ließ, offenbar überwunden ist. In anderen Worten: Die Baumwollpreise sind näher an ihrem langfristigen Mittel.
Nichtsdestotrotz ist der Markt noch nicht wieder im normalen Zustand, nachdem seit sich in China in der Saison 2011/12 und 2014/15 immense Lagervorräte angesammelt hatten.
Selbst mit hohen Reduzierungen 2015/16 und 2016/17 sollen die Erntevorräte am Jahresende noch immer etwa 50 Prozent höher liegen, als Mitte der 2000er Jahre, einer Periode in der die Erträge mit etwa 60 Millionen Ballen neue Rekorde feierten. Ein weiterer bedeutsamer Rückgang globaler Vorräte 2017/18 kann eine Rückkehr zu Marktkonditionen einläuten, bei denen globale Erntezahlen sich direkt auf die Preise auswirken, aber diese Entwicklung wird wohl noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Bild:Cotton Field, Kimberly Vardeman, Creative Commons