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Noch immer sind die Frauen im Agrarsektor in Haiti stark benachteiligt. Ein Projekt will sie dabei unterstützen, wirtschaftlich unabhängiger zu werden.
Haiti ist politisch relativ instabil, und auch die wirtschaftliche Lage ist bedenklich. In Bezug auf die soziale und wirtschaftliche Situation des Landes spielen die Bäuerinnen und Bauern eine Schlüsselrolle. Denn sie sind unersetzbar für den Agrarsektor und somit der Wirtschaftsmotor des Landes. Doch noch immer sind die Frauen in diesem Bereich stark benachteiligt. Ausserdem leiden sie unter häuslicher und institutioneller Gewalt der haitianischen Gesellschaft und werden vielfach daran gehindert, einer eigenen Beschäftigung nachzugehen.
MPP (Mouvement des Paysans de Papaye) ist eine grosse Bauern- und Bäuerinnen-Organisation auf dem Zentralplateau Haitis. MPP setzt sich für die Verbesserung der Rechte und der Lebensbedingungen der Bauernfamilien ein. Dazu gehören unter anderem ein verbesserter Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung.
Die Bewegung hat 80 000 Mitglieder, wovon über 25 000 Frauen sind. Diese sind zusätzlich in der Sektion MPP Femmes organisiert, mit welcher dieses Projekt durchgeführt wird. Das stärkt die Präsenz der Frauen in der Organisation und ist ein wichtiges Zeichen für alle, die sich für Gleichberechtigung und Entwicklung einsetzen. Inzwischen sind Frauen gut in den Strukturen von MPP vertreten. Um MPP international zu vernetzen, nehmen zwei Vertreterinnen von MPP an Anlässen von La Via Campesina und anderen internationalen Bewegungen teil.
MPP ist es wichtig, die Gesellschaft für Gewalt an Frauen zu sensibilisieren und beiden Geschlechtern aufzuzeigen, wie sie gleichberechtigter zusammenleben können. Dafür arbeiten sie mit religiösen Würdenträger/innen und anderen wichtigen Personen aus den Gemeinden zusammen. Diese werden in mehrtägigen partizipativen Workshops geschult. Anschliessend sensibilisieren sie ihr Umfeld für die Problematik. Zusätzlich gibt es regelmässig Radiosendungen zum Thema.
Um die Frauen wirtschaftlich etwas unabhängiger zu machen, unterstützt MPP sie beim Aufbau von Küchengärten. Diese ermöglichen es ihnen, eigenes Gemüse anzubauen. Dadurch können sie die Ernährung ihrer Familien verbessern und durch den Verkauf ein kleines Zusatzeinkommen erwirtschaften. Im Jahr 2017 werden weitere 40 Küchengärten aufgebaut, davon drei in Schulen, um zur Ernährung der Kinder beizutragen und sie für agrarökologische Methoden zu sensibilisieren.
MPP bietet zudem eine Anlaufstelle für Frauen, welche Opfer von Gewalt wurden. 300 Frauen werden medizinisch, psychosozial und juristisch begleitet werden, je nachdem welcher Unterstützung ihre spezifische Situation bedarf.