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Er beherbergt den südlichsten Punkt der Schweiz; man bräuchte 30 Tage, um zu Fuss und ohne Pause alle Wanderwege abzulaufen und vor 23 Jahren war er Schauplatz eines James Bond-Films: Der wunderbare Kanton Tessin.
Der italienischsprachige Kanton bietet wunderschöne Naturerlebnisse, schwindelerregende Fahrten mit der Centovalli-Bahn oder genussvolle Wanderungen auf einen der spektakulären Berge – das Tessin garantiert spannende Erlebnisse für Gross und Klein.
Auch kulturell hat das Tessin einiges zu bieten: Vom 1. bis 11. August 2018 kehrt mit dem Locarno Festival der goldene Leopard auf die Piazza Grande zurück. Mattia Storni, Deputy Chief Operating Officer des Locarno Festivals, beantwortet im Interview Fragen zum Festival, verrät seine Lieblingswanderung im Tessin und stellt dir eine Schätzfrage.
Herr Storni, erzählen Sie uns etwas zur Geschichte des Locarno Festival.
Das Locarno Festival gibt es nun bereits seit über 70 Jahren. Die erste Ausgabe fand am 23. August 1946 statt. Damals wurde die Veranstaltung in weniger als drei Monaten organisiert und das Programm zählte nur 15 Filme. Im Garten vom Grand Hotel wurde mit «O sole mio» von Giacomo Gentilomo das erste Locarno Festival eingeweiht. Das Locarno Festival ist zusammen mit Venezia und Cannes eins der ältesten Filmfestival der Welt.
Warum wird der beste Spielfilm im offiziellen Wettbewerb mit einem «Goldenen Leoparden» prämiert?
Der «Goldene Leopard» ist ein heraldisches Symbol, welches das Stadtwappen von Locarno wiederspiegelt. Das Stadtwappen von Locarno hat eine lange Geschichte und schon sehr viele unterschiedliche grafische Varianten hinter sich. Anfang des 19. Jahrhunderts waren auf dem Stadtwappen zwei Löwen abgebildet, im Jahr 1903 wurde auf Vorschlag des Geschichtswissenschaftlers Emilio Motta das Wappen verändert und nur noch ein Löwe wurde dargestellt. Seit Beginn der 50er-Jahre wurde der Löwe immer öfter als «Pardo» bezeichnet, auch wenn das Stammwappen deutlich einen Löwe darstellt. Das Locarno Festival, das bis im Jahr 1968 die «Vela d’oro» vergab, entschied sich schliesslich für den goldenen Leoparden und damit gegen den Löwen, da dieser bereits vom Festival di Venezia benutzt wird.
Was braucht es, um als bester Spielfilm prämiert zu werden?
Die Filme, die für den «Concorso Internazionale» ausgewählt werden, gehören zusammen mit den Filmemachern zum anregenden und immer avantgardistischen Panorama. Ganz besonders in Locarno treffen junge Talente auf erfolgreiche und etablierte Filmemacher. Es kann also auch geschehen, dass weniger bekannte Namen den «Pardo d’oro» ergattern. Was schlussendlich zählt ist, mit der eigenen filmischen Stimme die heutige Zeit am besten in Szene zu setzen.
Sie kennen das Tessin wie Ihre eigene Westentasche. Haben Sie einen Tessin-Geheimtipp für unsere Leserinnen und Leser?
Im Tessin gibt es viele Sachen zu entdecken und Aktivitäten zu erleben. Ein «Must» für alle Tessin-Reisenden ist sicherlich eine Wanderung nach Cardada: eine der schönsten Aussichten der Welt!
Wir verlosen Tickets für das Locarno Festival. Haben Sie eine Schätzfrage für unsere Leserinnen und Leser?
Wie viele Quadratmeter misst die Kino-Leinwand auf der Piazza Grande?
Herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit für dieses Kurz-Interview genommen haben. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Locarno Festival 2018.