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Landungen auf dem Mond
Mit der Landung der Raumsonde Chang‘e-3 auf dem Mond ist China das dritte Land, dem es gelungen ist, ein Raumschiff auf dem Erdtrabanten abzusetzen. Bisher haben dies die Sowjetunion und die USA geschafft, letztere auch bemannt.
Chang’e-3 wurde am 1. Dezember 2013 mit einer chinesischen Rakete vom Typ Langer Marsch 3B in eine Erdumlaufbahn geschickt. Die Sonde schwenkte dann in einen Transferorbit zum Mond ein und erreichte am 6. Dezember eine Mondumlaufbahn in 100 km Höhe. Nach Absenkung auf 15 km wurde die Landung eingeleitet. Am 14. Dezember landete die Sonde schliesslich sanft im Mare Imbrium, dem Regenmeer, auf der Mondoberfläche. Mit der Sonde wurde auch ein Rover auf den Mond gebracht. Das sechsrädrige Fahrzeug untersucht nun die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche in der Nähe des Landeplatzes.
Chang’e-3 und der Mondrover Yutu
Im Jahre 1958 fanden erste Versuche der Sowjetunion und der USA statt, eine Sonde zum Mond zu schicken, die aber alle wegen Problemen mit den Trägerraketen scheiterten. Am 4. Januar 1959 flog schliesslich die sowjetische Mondsonde Lunik 1 in 6000 km Entfernung am Mond vorbei. Eigentlich war ein harter Aufschlag geplant. Im März 1959 gelang der NASA der planmässige Vorbeiflug der Sonde Pioneer 4 in 60000 km Entfernung zur Mondoberfläche. Am 13. September schlug dann die sowjetische Mondsonde Lunik 2 wie geplant hart auf dem Mond auf. Es war das erste Mal, dass ein künstlicher Flugkörper gezielt auf dem Mond aufsetzte. Mit Lunik 3 gelang ein Monat später der Vorbeiflug am Mond. Die Sonde machte erstmals Aufnahmen von der Rückseite des Mondes. Der Beginn der sechziger Jahre war wieder gekennzeichnet durch eine Reihe von Fehlversuchen. Nur im April 1962 gelang der NASA der harte Aufschlag von Ranger 4 auf dem Erdtrabanten. Im Januar 1964 setzte dann Ranger 6 hart auf dem Mond auf. Die geplanten Aufnahmen erfolgten jedoch nicht, da sich die Kameras nicht aktivieren liessen. 1963 bis 1965 versuchten die Sowjetunion mehrere weiche Landungen auf dem Mond. Von elf Sonden erreichten nur drei die Mondoberfläche, wobei aber alle hart aufschlugen. Im selben Zeitraum setzten die USA drei Sonden auf dem Mond auf, die die Mondoberfläche fotografierten, bevor sie planmässig hart aufschlugen. Am 3. Februar 1966 gelang schliesslich der Sowjetunion mit Luna 9 die erste weiche Landung auf dem Mond. Am 2. Juni desselben Jahres setzte die amerikanische Sonde Surveyer 1 weich auf der Mondoberfläche auf. Danach waren mehrere sowjetische und amerikanische Missionen mit Mondlandungen erfolgreich.
Die russische Sonde Lunik-2 schlug 1959 als erste Sonde auf der Mondoberfläche auf.
Nun war es auch an der Zeit, die geplanten bemannten Mondmissionen vorzubereiten. Während das sowjetische Programm völlig scheiterte, konnten die USA am 20. Juli 1969 eine bemannte Mondsonde auf der Mondoberfläche absetzen. Am 21. Juli betrat mit Neil Armstrong der erste Mensch den Erdtrabanten. Weitere bemannte Mondlandungen erfolgten am 19. November 1969 (Apollo 12), am 5. Februar 1971 (Apollo 14), am 31. Juli 1971 (Apollo 15), am 16. April 1972 (Apollo 16) und am 7. Dezember 1972 (Apollo 17). Dies war bisher die letzte bemannte Mondlandung.
Am 21. Juli 1969 betritt erstmals ein Mensch den Mond.
Im Gegensatz zum bemannten Mondprogramm war das sowjetische unbemannte Programm sehr erfolgreich. Mit Luna 13, 16, 17, 20, 21, 22 und 24 konnten zwischen 1966 und 1976 umfangreiche Untersuchungen auf der Mondoberfläche durchgeführt werden, z.T. mit Unterstützung von Mondfahrzeugen. Ausserdem wurden mehrfach Mondproben zurück auf die Erde gebracht. Mit der Luna-24-Mission im Jahre 1976 wurde die Erkundung unseres Erdtrabanten vorübergehend beendet. Die nächste geplante Mondlandung erfolgte erst wieder im Jahre 1999, als der Lunar Prospector der NASA nach über ein Jahr im Orbit hart auf der Mondoberfläche aufschlug. Im September 2003 brachte die ESA den Orbiter SMART-1 mit einem Ionenantrieb von der Erde zum Mond, den er nach 14 Monaten erreichte. Nachdem die europäische Sonde für fast zwei Jahre für wissenschaftliche Untersuchungen um den Mond kreiste schlug sie planmässig am 31. Juli 1999 auf der Oberfläche auf. Nach den Europäern versuchten sich weitere Länder mit Mondmissionen. 2009 liessen Japan die Sonde Kaguya und China die Chang‘e-1 auf dem Mond zerschellen. Im Dezember 2009 und im Dezember 2012 schlugen wieder zwei Sonden der NASA planmässig auf der Mondoberfläche auf. Mit der zu Beginn des Artikels beschriebenen chinesischen Mondmission wurde wieder einmal eine sanfte Landung auf dem Mond durchgeführt. Für die nächsten Jahre sind von Japan, Indien und Russland weitere Mondlandungen mit Sonden geplant. Aber wann gibt es wieder bemannte Flüge zum Mond? Das von Präsident George W. Bush 2004 angekündigte Mondlandungsprogramm wurde mangels Geld wieder abgesagt. Im Moment gibt es zwar verschiedene Pläne, aber keine konkreten Ansagen für bemannte Mondlandungen. So wird es wohl noch mindestens zehn Jahre dauern, bevor wieder einmal ein Mensch einen Fuss auf unseren steten Begleiter setzt.
Ranger 4 der NASA hatte 1962 einen harten Aufschlag auf dem Mond
Die russische Sonde Luna-9 setzte am 3. Februar 1966 als erste Sonde weich auf dem Mond auf.
Der erste Mondrover Lunochod 1 lande 1970 mit Luna 17 auf dem Mond und arbeite fast ein Jahr lang.
SMART-1 der ESA mit Ionenantrieb im Anflug zum Mond, auf dessen Oberfläche sie am 3. September 2006 aufschlug.