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Der Deutsch-Französische Krieg dauerte von Juli 1870 bis Februar 1871 und endete mit der vollständigen Niederlage Frankreichs. Die unter Führung von General Charles Denis Soter Bourbaki stehenden französischen Truppen sollten die Festung Belfort aus der deutschen Umklammerung befreien und dann von Süden her die deutschen Versorgungslinien unterbrechen. Mit 130000 Mann war Bourbakis Annee zwar stark, insgesamt allerdings nur ein zusammengewürfelter, unkoordinierter Haufen. Sie konnte ihren Auftrag nicht erfüllen. Auf der deutschen Seite kam modernste Technik zum Einsatz. Gegen Ende des kalten Januar 1871 wurden Bourbakis Truppen gegen die Schweizer Grenze abgedrängt und dort festgeklammert. Bourbaki verübte einen Selbstmordversuch, sein Nachfolger wurde General Justin Clinchant. Am 29. Januar wurde in Versailles ein Waffenstillstand unterzeichnet, der die Gebiete, in denen die Bourbaki-Armee stand, ausdrücklich ausnahm. Clinchant wurde nicht über diese wichtige Ausnahme informiert und liess in Unkenntnis der Situation die Kampfhandlungen einstellen. Der deutsche General Manteuffel nutzte die Verwirrung auf französischer Seite dazu aus, alle grösseren Strassen zu blockieren und so die Bourbaki-Armee im Raum Pontarlier einzuschliessen, General Clinchant wurde von den Ereignissen überrascht, war aber nicht bereit, seine Soldaten von der Deutschen Armee gefangen nehmen zu lassen. Er wählte als letzten Ausweg den Übertritt in die Schweiz.
Zwischen dem 1. und 3. Februar 1871 traten 87000 Mann mit 1200 Pferden entlang des Waadtländer und Neuenburger Juras über die Schweizer Grenze. Sie wurden entwaffnet und bis zum Friedenseintritt in der Schweiz untergebracht. Die Hauptrouten des Grenzübertritts waren Les Verrieres (34000 Mann), Ste-Croix (13000 Mann), VaUorhe und Ballaigues (28000 Mann) sowie das Valle de Joux (12000 Mann).
Für den jungen Schweizer Staat stellten die Aufnahme und Internierung einer solch grossen Armee eine enorme Herausforderung dar. Der damaligen Armeeorganisation fehlte die notwendige Logistikinfrastruktur in den Bereichen Sanitäts- und Veterinärwesen und vor allem auch in der Lebensmittelversorgung. Die von Aarberg bis Zweisimmen an rund 235 Orten über die ganze Schweiz verteilten Soldaten mussten durch die Bevölkerung versorgt werden. Allein im Kanton Bem waren es in 45 Gemeinden knapp 20000 Internierte.
Mit der Aufnahme der Bourbaki-Armee zeigte sich, dass Neutralität nicht Abseitsstehen und Zuschauen bedeutet; dies umso mehr, als auch das 1866 in Bem gegründete Schweizerische Rote Kreuz seinen ersten Hilfseinsatz leistete und während sechs Wochen die medizinische Versorgung unterstützen musste. Der Neutralitätsgedanke erhielt durch diese Ereignisse eine humanitäre Komponente und Solidarität wurde zum Markenzeichen des jungen Bundesstaates Schweiz.
In Herzogenbuchsee währen während des Deutsch-Franzöischen Kriegs 515 Internierte Mitglieder, wovon 5 verstarben.
© Auszug aus dem Buch Denk mal - ein Denkmal (Eine Entdeckungstour zu über 170 Denkmälern und 150 Museen und Kulturstätten im Kanton Bern) von Fritz von Gunten