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Drei Geschwister werden von ihrer eben wieder schwangeren, geschiedenen Mutter in Paris zu ihrem Vater nach Italien geschickt für zwei Wochen. Für die achtjährige Alma, die als Erzählerin fungiert, ist das ein Schritt in die richtige Richtung. Schliesslich träumt sie immer noch davon, dass Mutter und Vater, die sie nie zusammen erlebt hat, wieder zusammenkommen könnten.
Ihr beiden älteren Brüder, der unter Diabetes leidende Rotschopf Jean und der 14jährige Älteste, Sebastiano, haben weniger Illusionen. Sie haben ihren Vater als selbstabsorbierten, nicht ganz zuverlässigen Künstler in gemischter Erinnerung.
Als die drei in Rom am Flughafen auf ihren von Riccardo Scamarcio gespielten Filmemacher-Vater warten, erweisen sich die Erinnerungen auch bald als nicht völlig falsch. Carlo taucht auf, mit einem kleinen Hund im Auto, und verfrachtet seine Kinder erst mal zu seinen Eltern, weil er gerade noch mit einem Produzenten über ein Script verhandeln muss.
Später, als die drei sich schon damit abgefunden haben, dass sie nun wohl die ganzen zwei Wochen bei den mehr oder weniger unbekannten Grosseltern verbringen werden, tauch Carlo plötzlich wieder auf, mit der hübschen Benedetta (Alba Rohrwacher), die er als seine Script-Partnerin vorstellt, und «entführt» seine Kinder mit ihr statt wie vorgesehen zum Skifahren in die Berge ins Ferienhaus eines Freundes am Meer.
Magari, der Titel, wird Englisch als «if only» übersetzt, also «wenn es nur so wäre…» das Wort ist Programm in dieser zurückhaltenden, ehrlichen und durchaus auch tragischen kleinen Familienkomödie.
Alle wünschen sich immer wieder, dass etwas anders wäre. Carlo wäre gerne wieder erfolgreich als Drehbuchauitor und Regisseur. Die kleine Alma hätte gerne ihre Traumfamilie, statt dieses Patchwork in Paris mit ihrer Mutter und ihrem neuen, russisch-orthodoxen Mann.
Zudem merken die Kinder schnell, dass die sympathische, liebenswerte Benedetta nicht bloss eine Mitarbeiterin des Vaters ist, sondern seine mit ihm auch nicht immer ganz glückliche Freundin.
Dass Magari die Familienfilme, insbesondere Le meraviglie, von Albas Schwester Alice Rohrwacher evoziert liegt auf der Hand bei dieser Besetzung. Dass auch Erinnerungen an die Filme von Valeria Bruni-Tedeschi auftauchen, liegt dagegen nicht nur an der Familienkonstellation.
Es hat auch mit dem Hintergrund von Regisseurin Ginevra Elkann zu tun. Sie stammt aus dem weiten Agnelli/Fiat Familienkreis, präsidiert diverse Kulturstiftungen, hat ein Produktionshaus und einen Filmvertrieb und viel Produktions- und Film-Erfahrung.
Wie viel eigene Erinnerungen von ihr in diesen Film eingeflossen sind, ist dabei (anders als bei Bruni-Tedeschi, wo das Abbilder-Raten zum Vergnügen beiträgt) ziemlich unerheblich. Magari ist sehr schön gemacht, unspektakulär, aber eindringlich, gut gespielt, nicht nur von den erwachsenen Darstellern, sondern auch von den Kindern und Jugendlichen, und sehr überzeugend in seinem sprachlich und kulturell zwischen diversen Milieus umherspringenden Verlauf.