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Oskar Eberles Bruderklausenspiele von 1929 und 1944/45 im Spannungsfeld von Katholizismus und Geistiger Landesverteidigung (AT).
Betreuung: PD Heidy Greco-Kaufmann
Forschungsassistentin/Doktorandin: MA Simone Gfeller
Der Innerschweizer Regisseur und Theaterhistoriker Oskar Eberle (1902-1956) war Mitbegründer, Geschäftsführer und Herausgeber der Publikationen der 'Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur' (SGTK) und gilt als einflussreichster Vertreter der Renaissance des geistlichen Spiels im 20. Jahrhundert in der Schweiz.
1929 und 1944/45 adaptierte Eberle die Legende des heiligen Bruder Klaus für die Luzerner Bühnen. Sein Bruderklausenspiel von 1929 wurde im Rahmen des siebten Katholikentages, der Versammlung der verschiedenen katholischen Vereine und Sektionen der Schweiz, aufgeführt. Das Spiel stand im Zeichen der Verlebendigung der religiösen und patriotischen Werte der katholischen Schweiz und bildete mit der Verbindung von Heimat und Religion das Bestreben Eberles ab, ein genuin schweizerisches Theater aus dem Geist des sakralen Spiels zu entwickeln. Die nationale Identifikationsfigur 'Bruder Klaus' eignete sich als Referenzpunkt für ein genuin schweizerisches Theater besonders gut. Die Verbindung von überkonfessionellem Landesvater und katholischer Heiligenfigur in der Person des Bruder Klaus bildete genau jenes Qualitätsmerkmal, welches für Eberle und die SGTK im Zentrum ihrer kulturpolitischen und konfessionellen Bestrebungen stand.
Ab 1933 und durch die Spannungen in der Welt folgte die Bruder-Klaus-Philosophie in der Schweiz dem politischen Zeitgeist der Geistigen Landesverteidigung. In diesen historischen Kontext ist auch Eberles zweites Bruderklausenspiel „Chlaus vo Flüe. es Spyl vom Fride“ von 1944/45 einzuordnen. Die Dissertation analysiert beide Adaptionen und fragt nach einer möglichen Radikalisierung von Eberles kulturpolitischen Strategien im Zuge des Konzeptes der Geistigen Landesverteidigung.