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Josef Paul Blanchard wurde am 17. April 1939 als Sohn von Josef Niklaus Blanchard und Marie Margrith Müller geboren. Auf Seppi folgten die Geschwister Rose-Marie, Arnold und Niklaus. Er verbrachte eine glückliche und unbeschwerte Kindheit im Kreise der grossen Bauernfamilie. Er besuchte die Primar- und Sekundarschule in Tafers und in St-Maurice das französische Internat, danach die interne landwirtschaftliche Ausbildung in Grangeneuve mit Betriebsleiterkurs. Die Rekrutenschule besuchte er in Bière als Motorfahrer bei der Artillerie. Mit dem Artillerieverein blieb er sein Leben lang verbunden. Danach arbeitete er auf dem elterlichen Hof. 1962 wurde er Viehinspektor und später landwirtschaftlicher Verantwortlicher, Ämter, die er bis 2009 ausübte.
1965 heiratete er Marie-Josephine Lehmann vom Maggenberg. Dem Paar wurden 1966 Tochter Gabriela und 1968 Sohn Guido in die Wiege gelegt. 1970 übernahmen Josi und Josy den elterlichen Hof. Seine Brüder erstellten sich ein Haus im Hintertann und gründeten ebenfalls Familien, sodass eine grosse Gemeinschaft entstand. Mit der Geburt von Sohn Michael 1978 war die Familie komplett. Er war ein liebevoller Vater, der die Kinder mit Gelassenheit und Vertrauen ihre eigenen Erfahrungen machen liess. Er war ein leidenschaftlicher Bauer und begnadeter Mechaniker. Er hatte eine Hand für schwierige Situationen mit den Tieren. Er setzte bei der Feuerwehr, der Trocknungsgenossenschaft Tafers und der Käsereigenossenschaft seine Geschicke ein und war Miteigentümer der Alp Neugantrisch. Er trat bei Schulaustritt dem Cäcilienchor bei und blieb im Verein bis zuletzt. Er war Träger der Bene-Merenti-Medaille. Daneben war er ein hervorragender Schütze. Die grösste Leidenschaft wurde bei ihm schon als Kind auf dem Flugplatz Fillistorf geweckt. Er lebte seine Passion aus als Passagier, als Erbauer von Modellflugzeugen und beim Fachsimpeln auf dem Flugplatz Ecuvillens. Er verwirklichte seinen Bubentraum und kaufte sich ein Ultraleicht-Flugzeug, mit dem er vom Hintertann aus startete.
Josef Paul Blanchard wurde mit 46 Jahren Grosspapa. Nach der Geburt von Lukas 1985 kamen die Enkel Lisa, Regina und Magdalena sowie Matthias, Benjamin, Alice und Dominik hinzu. Es freute ihn sehr, dass die Zukunft des Hofes durch Sohn Guido 1999 gesichert war. Nicht immer war es für ihn einfach, die Ideen der jungen Generation zu akzeptieren, aber danach war er sehr stolz darauf. Er blieb bis zuletzt auf dem Hof tätig.
Der Tod seines Vaters 1970, seines Bruders Arnold 1996 und seiner Mutter Marie 2009 waren für ihn schwierige Lebensetappen. Gegen aussen hin eine harte Schale vermittelnd, war er ein hochsensibler Mensch, der aber gleichzeitig mit den Veränderungen des Lebens sehr pragmatisch umging. Seine letzten Lebensjahre waren geprägt von der Diabeteskrankheit. Er ging damit sehr eigenwillig, selbstbestimmt und ohne Klagen um. Am 27. Februar 2013 wurde er ins Spital eingewiesen. Seine Gesundheit verschlechterte sich. Sein Wunsch, nochmals ins Hintertann zurückkehren zu können, blieb unerfüllt. Auch jetzt verlor er seinen Humor nicht. Gestärkt durch die Krankensalbung genoss er seine letzte Abendmahlzeit. Zwei Stunden später schloss er die Augen für immer. Das war am 4. April 2013, kurz vor seinem 74. Geburtstag. Eing.