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Es sei davon auszugehen, dass eine mittlere sechsstellige Zahl von Fahrzeugen betroffen sei, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Darunter seien auch 260’000 Transporter vom Typ Sprinter. Die Fahrzeuge mit OM 651 Diesel-Motoren seien bis Juni 2016 gebaut worden.
Das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg habe einen entsprechenden Rückruf-Bescheid für Europa zugestellt, hiess es. Daimler kündigte an, Widerspruch gegen die Anordnung einzulegen, unabhängig davon aber mit der Behörde zu kooperieren.
Bereits im Juni 2019 hatte das KBA für Varianten des Mercedes-Benz GLK einen Rückruf angeordnet. Daimler informierte damals, dass die beanstandete Abgas-Funktionalität in verschiedenen Baureihen enthalten sei.
Die Prüfung des KBA sei noch nicht abgeschlossen, erklärte Daimler weiter. Weitere Anordnungen der Behörde seien daher nicht auszuschliessen.
Auf das Geschäftsergebnis werde sich der neue Rückruf nicht auswirken, betonte der Konzern. Daimler hatte auch wegen hoher Rückstellungen für die Diesel-Rückrufe im zweiten Quartal einen Verlust verbucht.
Im September verhängte die Staatsanwaltschaft zudem ein Bussgeld in Höhe von 870 Millionen Euro gegen Daimler. Grund war eine fahrlässige Verletzung der Aufsichtspflicht in einer mit der Fahrzeugzertifizierung befassten Abteilung. Diese führte nach Feststellung der Staatsanwaltschaft dazu, dass die Dieselfahrzeuge Genehmigungen erhielten, obwohl der Ausstoss von Stickoxiden bei den Autos teilweise nicht den Vorschriften entsprach.