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Auf der Insel Borneo leben Asiatische Elefanten, die mit maximal 2,5 Metern Höhe rund ein Drittel kleiner sind, als ihre übrigen Artgenossen in Asien. Genforscher sind der Meinung, dass sich diese Elefanten vor rund 300‘000 Jahren von der Hauptlinie der Asiatischen Elefanten getrennt hatten und als eigene Unterart gelten, als Borneo-Zwergelefant. Doch wie kamen diese Elefanten auf die Insel?
Die Genetiker sind überzeugt, dass die Tiere während der Eiszeit vom Festland kamen, und als das Meer nach dem Abschmelzen des Eises wieder anstieg, auf der Insel gefangen blieben. Folgt man dieser Theorie, müssten jedoch auf Borneo Fossilien dieser Elefanten zu finden sein – und diese fehlen.
Wahrscheinlicher ist eine abenteuerliche Geschichte: Das Sultanat Jolo auf dem Sulu-Archipel nördlich von Borneo hielt gezähmte Elefanten, die einst von der Insel Java südlich von Borneo nach Sulu gebracht worden waren. Ein Sultan von Jolo verschenkte einige seiner Tiere vor mehr als 300 Jahren nach Borneo. Die Elefanten verwilderten später und wurden wahrscheinlich zu den Stammeltern der heutigen rund 1‘500 Zwergelefanten auf Borneo. Auf Sulu und Java sind die ursprünglichen Java-Elefanten ausgestorben – die Tiere auf Borneo sind wohl die letzten Überlebenden.
Tödliches Palmöl
Der Lebensraum der Zwergelefanten auf Borneo wird zügig abgeholzt – vor allem zur Errichtung von Palmöl-Plantagen. WWF und Regierung bemühen sich zwar um Wald-Korridore für die Wildtiere, aber die Verhandlungen mit der Palmölindustrie sind schwierig. Im Konflikt mit Dörfern und Plantagen haben die Elefanten viele Feinde.