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Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg hat die Grosse Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) zur Arzneipflanze des Jahres 2013 erkoren. Foto auf Wikipedia.
Die Blätter und Blüten dieser Pflanze enthalten Glucosinolate (Senfölglucoside). Aus diesen Wirkstoffen wird Benzylsenföl freigesetzt, das die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen hemmt. Daher wird die Arzneipflanze seit Jahrzehnten zur Behandlung von Infekten angewendet. Zudem hat sie eine durchblutungsfördernde Wirkung. Präparate daraus werden zur Behandlung der Bronchitis und von Harnblasenentzündungen (Zystitis) eingesetzt.
Glucosinolate kommen in Kreuzblütlern (Brassicaceen) vor, hauptsächlich in verschiedenen Kressen, im Senf und im Meerrettich, aber auch in der Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) aus der Familie der Kapuzinerkressengewächse (Tropaeolaceae). Die aus den Glukosinolaten enzymatisch freigesetzten Senföle schmecken scharf. In der Kapuzinerkresse kommt hauptsächlich das Benzylsenföl (Benzylisothiocyanat) vor.
In drei Kohortenstudien zeigte ein Fertigarzneimittel, das Kapuzinerkressenkraut und Meerrettichwurzel enthält, Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Bronchitis und akuter Blasenentzündung. Das geprüfte Produkt erwies sich als gleichwertig zu einer Behandlung mit Antibiotika.
Die Grosse Kapuzinerkresse ist in den Anden Perus und Boliviens heimisch. Schon die Inka nutzten sie als Heilpflanze, und zwar hauptsächlich als Schmerzmittel und Wundheilmittel. Darüber berichtete der Jesuit Bernabé Cobo (1582–1657), der sich mit der Heilkunde der Indianer befasste. Bereits vor 1600 gelangte die Pflanze nach Europa. Eine Abbildung findet man schon in dem berühmten Gartenpflanzenbuch Hortus Eystettensis aus dem Jahr 1613.
Die Kapuzinerkresse ist auch heute noch eine beliebte Zierpflanze wegen ihren großen, orangefarbenen, gespornten Blüten, welche die Spanier an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert haben. Sie ist allerdings anfällig für Blattläuse. Die Blätter und Blüten sind essbar und können zur Verschönerung von Blattsalaten genutzt werden.
Quellen:
http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2012/10/24/kapuzinerkresse-ist-arzneipflanze-des-jahres-2013/8587.html
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=nachrichten&Nachricht_ID=43913&Nachricht_Title=Nachrichten_Kapuzinerkresse+zur+Arzneipflanze+des+Jahres+gek%FCrt&type=0
Kommentar & Ergänzung:
Die Kapuzinerkresse hat die Auszeichnung „redlich verdient“.
Senfölglykoside aus Kapuzinerkresse und Meerrettich zeigen interessante Wirkungen.
Das erwähnte Fertigpräparat mit Kapuzinerkresse und Meerrettich heisst Angocin®, doch kann, wer die Schärfe geschmacklich verträgt, die Glukosinolate auch direkt mit Kapuzinerkresse oder Meerrettich aufnehmen. So lassen sich sogar grössere Mengen an Glukosinolaten zuführen.
Allerdings muss auch festgehalten werden, dass Kapuzinerkresse / Meerrettich / Angocin® nicht in jedem Fall Antibiotika ersetzen können!
Weiter Informationen zu Kapuzinerkresse / Meerrettich:
Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde
Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz
Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch
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