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Kulturtag: Ein Tag mit einer reichen Geschichte
FEIERTAG – Am gestrigen 3. November war in Japan der «Kulturtag» (jp. bunka no hi). Da dieser offizielle Feiertag auf einen Sonntag fiel, wird er automatisch heute Montag in Form eines arbeitsfreien Ersatzfeiertages nachgeholt, auf Japanisch furikae-kyūjitsu genannt. So ist es seit 1973 gesetzlich festgelegt. Ein interessantes Detail ist, dass Feiertage, die auf einen Samstag fallen, nicht nachgeholt werden. Dafür aber verwandelt sich ein Wochentag, der zwischen zwei nationale Feiertage fällt, offiziell zu einem arbeitsfreien Tag.
Den Kulturtag gibt es seit 1948. Ganz offiziell ist dieser Tag «der Liebe zum Frieden und der Freiheit wie auch zur Förderung der Kultur» gewidmet. Traditionelle Bräuche, die Künste und die Wissenschaft stehen dann im Fokus. Am 3. November wird beispielsweise der Orden der Aufgehenden Sonne (jp. kyokujitsu-shō ) verliehen. Die Regierung ehrt damit Menschen, die in ganz verschiedenen Berufsfeldern besondere Leistungen erbracht haben. Dieses Jahr wurde 4113 Japanern diese Ehre zuteil, wie die Tokyo Shimbun berichtet. 136 ausländische Personen, die sich in den Beziehungen mit Japan hervorgetan haben, wurden ebenfalls ausgezeichnet. Dazu zählt der ehemalige US-Verteidigungsminister Leon Panetta.
Die Friedensverfassung und der Meiji-Kaiser
Der 3. November hat historisch gesehen eine spezielle Bedeutung für das Land. So erinnert der Kulturtag auch daran, dass am 3. November 1946 die moderne japanische Friedensverfassung ratifiziert wurde. Sechs Monate später, am 3. Mai 1947, trat diese schliesslich in Kraft (Asienspiegel berichtete). Ausserdem wurde am 3. November 1852 der Meiji-Kaiser geboren, der von 1868 bis 1912 auf dem Thron war. In seiner Amtszeit verwandelte sich das Land von einem abgeschotteten Inselstaat zu einer modernen Industriemacht. Von 1927 bis 1947 war der 3. November sogar ein Feiertag, der ganz offiziell diesem Kaiser gewidmet war.
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