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Der Lebenslauf, heute meist CV genannt, sorgt für den ersten Eindruck bei einem Arbeitsgeber. Dieser Artikel zeigt auf, wie man mithilfe des CVs punkten kann.
Jeder Bewerbung ist ein Curriculum Vitae, kurz CV, beizufügen. Dieser gibt einen Einblick in die schulische und berufliche Karriere des Bewerbenden. Oftmals werden Kandidaten bereits aufgrund des CVs zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen oder abgelehnt. Es ist also von grosser Bedeutung, den Lebenslauf möglichst gelungen zu verfassen.
Zu Beginn des Lebenslaufs sollten sich Informationen über die Person befinden, die sogenannten Personalien. Im deutschsprachigen Bereich wird oft ein Foto eingefügt. In jüngster Zeit wird allerdings darüber diskutiert, ob man das Foto in Zukunft weglassen sollte oder nicht. Kritiker sagen, dies würde die neutrale Bewertung der Person verunmöglichen. Befürworter hingegen argumentieren, dass das äussere Erscheinungsbild in vielen Branchen auch im Berufsalltag von Bedeutung ist. Wenn Du ein passendes professionelles Foto, auf welchem Du sympathisch wirkst anhängst, hat dies sicherlich einen positiven Einfluss und ist zu empfehlen.
Auf die persönlichen Angaben folgt heute oft eine Kurzbeschreibung der Karriere und der Person, eine Art „Best of”. Da die Recruiter nur wenig Zeit für einen Lebenslauf haben, ermöglicht die Kurzbeschreibung das Erkennen der Kompetenzen auf einen Blick. Es ist also sehr wichtig, dass die Kurzbeschreibung gut durchdacht ist. In der Kurzbeschreibung sollte man seine Kernkompetenzen, Sprachkompetenzen, Informatikkompetenzen und den höchsten Abschluss erwähnen. Es ist auch hilfreich, positive Charaktereigenschaften bereits hier zu erwähnen (z. B. motivierte, dynamische Masterabsolventin).
Anschliessend erfolgt die Darstellung der Karriere und des Bildungswegs. Oft wird darüber diskutiert, ob zuerst die Berufserfahrung oder zuerst die Ausbildung aufgezeigt werden soll. Der Kandidat sollte damit beginnen, was für den Arbeitsgeber seiner Meinung nach relevanter ist. Wenn ich etwa eine renommierte Universität besucht habe, kann diese sicherlich zuerst angeführt werden. Wenn ich vor allem mit meiner spannenden Berufserfahrung punkten kann, beginne ich damit. Wie die Reihenfolge auch sei, die einzelnen Karriereschritte werden antichronologisch aufgelistet. Das heisst, dass die jüngste Berufserfahrung zuerst aufgelistet wird und die älteste am Schluss. Bei jedem Karriereschritt sollte man die Firma, die Position und die Dauer der Anstellung erwähnen. Weiter macht es Sinn, kurz in Stichworten die wichtigsten Tätigkeiten zu nennen.
Am Ende des CVs kann man seine Hobbies sowie weitere Informationen zur Person angeben. Das Ziel besteht darin, dass der Arbeitsgeber etwas über die Person hinter dem CV erfährt. So wichtig die Ausbildung und Erfahrungen auch sind, so ist die Persönlichkeit ebenfalls entscheidend für eine mögliche Zusammenarbeit. Dazu gehören auch sogenannte Soft Skills. Damit sind Fähigkeiten gemeint, die nicht direkt mit der Position in Verbindung stehen, für die man sich bewirbt, die aber doch relevant sein könnten. Dazu gehören etwa Fähigkeiten wie Kreativität oder Erfahrung im Umgang mit notdürftigen Menschen. Die Chancen auf ein Vorstellungsgespräch sind höher, wenn man versucht, die in der Stellenbeschreibung angegebenen Fähigkeiten und Charaktereigenschaften in den Lebenslauf zu integrieren.
Auch über das Layout der CVs wird oft diskutiert. Sollte dieses möglichst klassisch oder eher modern aussehen? Dies hängt stark vom Arbeitsgeber ab. Während eine Bank ein klassisches Layout mag, kann man bei einem Start Up gestalterisch mutiger sein. Aber Achtung: Heute werden die CVs je nach Firma auch von Künstlicher Intelligenz gescannt. Diese ist kein Fan von Kreativität. Auf das Layout soll hier nicht genauer eingegangen werden. Allerdings kann man sich auf verschiedenen Webseiten von Personaldienstleistern, etwa Hays oder Coople, Inspiration holen sowie CV-Vorlagen herunterladen.
Wie bereits erwähnt, fehlt es den Recruitern an Zeit, sich die Lebensläufe genau anzuschauen. Deshalb sollte man den Lebenslauf möglichst kurzhalten. Wenn man sich nicht gerade auf eine Senior Position bewirbt, sollte der Lebenslauf nicht mehr als zwei Seiten lang sein. Kürze erreicht man unter anderem dadurch, dass man irrelevante Informationen weglässt. Kein Arbeitsgeber interessiert sich dafür, welche Primarschule man besucht hat. Weiter kann man gewisse Berufserfahrungen auch bündeln. Anstatt fünfmal einzeln zu erwähnen, in welcher Firma man nebenberuflich in der Administration tätig war, könnte man schreiben: 2018-2020: Nebenjobs in der Administration bei den Firmen X, Y und Z.
Recruiter haben täglich mehrere Dutzend Lebensläufe zu überfliegen und haben für die einzelnen Lebensläufe normalerweise nur wenige Sekunden Zeit. Sie wissen deshalb ganz genau, worauf es ankommt. Es macht also Sinn, sich von einem Personalberater beraten zu lassen. Wenn Du Dich etwa auf eine Stelle bei dem Personaldienstleister Michael Page bewirbst, so erhältst Du (falls Dein Profil spannend ist) ein Kennenlerngespräch und wertvolle Tipps, wie Du Deinen CV optimieren kannst. Oft sind es Kleinigkeiten, die den Recruitern auffallen, etwa dass bei den Personalien die Nationalität fehlt.
Natürlich sollte der Lebenslauf gewissermassen eine Werbung in eigener Sache sein. Auf gar keinen Fall sollte man aber zu stark angeben. Insbesondere im deutschen Sprachraum wird es nicht gerne gesehen, wenn man mit Wörtern wie „talentiert” um sich wirft. Man sollte versuchen, zu reisserische Ausdrücke durch einen sachlichen Ausdruck zu ersetzen. Wer etwa talentiert ist, hat eventuell Erfahrung in einem Bereich und könnte deshalb von Erfahrung und Leidenschaft anstatt von Talent sprechen. Im englischsprachigen Bereich hingegen sind die Wahrnehmung und die Ausdrucksweise aber ein wenig anders und Ausdrücke werden weniger schnell als angeberisch angesehen. Hier wird kein Recruiter die Augen verdrehen, wenn man sich als „high-achiever” bezeichnet. Da es je nach Sprachraum Unterschiede gibt, ist auch bei der Übersetzung des CVs Vorsicht geboten. Man sollte diesen nicht einfach Wort für Wort übersetzen, sondern sich informieren, in welcher Tonalität die CVs in einer gewissen Sprache geschrieben werden. Tipps bezüglich des englischsprachigen Lebenslaufs und wichtige Unterschiede zu deutschen Lebensläufen findest Du unter anderem auf Bachelor Print oder Karrierebibel.
Lügen haben auch bei einer Bewerbung kurze Beine. Man sollte unbedingt vermeiden, den CV mit Unwahrheiten aufzuwerten. Wer etwa schreibt, er habe C1 Kenntnisse in einer Sprache und während dem Vorstellungsgespräch kein Wort versteht, der verliert all seine Glaubwürdigkeit und wird wohl kaum eingestellt. Auch bei der Beschreibung der eigenen Tätigkeiten sollte man bei der Wahrheit bleiben. Es besteht die Gefahr, dass der potenzielle Arbeitsgeber eine Referenzauskunft bei der ehemaligen Firma einholt und dadurch merkt, dass die Aufgaben gar nicht denjenigen im CV entsprechen. Noch schlimmer kann es werden, wenn die Unwahrheiten erst aufgedeckt werden, wenn man die Stelle antritt. Sich bei der Arbeit überfordert zu fühlen ist ein unschönes Gefühl mit fatalen Folgen. Deshalb im CV immer die beste Version deiner selbst aufzeigen, aber keine unrealistische.
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