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Im vergangenen Jahrhundert baute man in Ober und
Nieder Zeihen Eisenerz ab. Versuchsgrabungen bei
Wölflinswil haben zu keinem
Resultat geführt. Die
Gruben sind heute nicht mehr im Betrieb, weil das Erz nicht an
Ort und Stelle verhüttet werden konnte,
sondern nach den Hochöfen von Wehr, Albbruck und Guttenburg (St. Blasien) transportiert werden musste und der Bergbau daher
zu wenig Gewinn abwarf. Wichtige Gipsgruben. Seidenbandweberei als Hausindustrie, Strohflechterei, Korbwarenfabrikation,
Ziegeleien.
(Kt. Aargau,
Bez. Laufenburg). 318 m. Gem. und kleine Stadt, Hauptort des gleichnamigen Bezirkes; wird zum Unterschied
von dem ihm am rechten Ufer des
Rhein gegenüber liegenden badischen Klein Laufenburg oft auch
Gross Laufenburg
genannt. Am linken Ufer des
Rhein malerisch an der Stelle gelegen, wo der Fluss in enger aber wenig tiefer
Schlucht mit dem
sog.
Laufen brausend über eine Felsenschwelle schäumt. Gedeckte Holzbrücke über den
Rhein nach Klein Laufenburg.
Station der Linie
Koblenz-Stein-Basel. Postbureau, Telegraph, Telephon. 164
Häuser, 1136 Ew., wovon 255 Reformierte.
Kirchgemeinde. Hauptbeschäftigung der Bewohner sind industrielle Tätigkeit und Handwerk; je eine
Ofen- u. Backofenfabrik,
Schuhmacherwerkzeugfabrik, mechanische Stickerei und Trikotweberei. Viele der Bewohner arbeiten in der Elastikfabrik und
Weberei
Murg (Grossherz.
Baden). Solbäder. Grosse Fischzuchtanstalt. Nach Heierli reichen die spärlichen Funde aus der Römerzeit
nicht aus, um einen
Schluss auf eine römische Ansiedelung oder Militärstation zuzulassen.
Der Name Loufenberc erscheint zuerst im Anfang des 11. Jahrhunderts. Unzweifelhaft verdankt die Stadt ihre Entstehung der
Stromschnelle des
Rhein, dem
«Laufen», von dem sie auch den Namen trägt. Diese Stromschnelle bildete für die Schiffahrt ein
Hindernis, das durch Umladen umgangen werden musste. Ursprünglich standen hier zwei Burgen, die eine
in ihrer Ruine heute noch erhalten, die andere, Burg Ofteringen, deren letzte Spuren anfangs des 18. Jahrhunderts verschwanden,
auf einem
Felsenam Rhein. Hierher brachte man 1444 die gefangenen
Brugger, die bei der Mordnacht in
Falkensteins Hände gefallen
waren. Um diese Burgen erhob sich das Städtchen zu beiden
Seiten¶
mehr
des Rhein. Beide Teile, die «mehre» und die «mindere»
Stadt bildeten stets ein einheitliches Gemeinwesen, bis die Gründung des Kantons Aargau
sie politisch auseinanderriss. Burgen und Stadt
gehörten dem Stift Säckingen, dessen Schirmvögte die Grafen von Lenzburg, dann die Habsburger waren. Rudolf der Alte brachte 1207 die
Herrschaft an sich. Nach seinem Tod teilten seine beiden Söhne 1238 die habsburgischen Güter, wobei neben
andern Ländereien auch die Herrschaft Laufenburg dem jüngern, Rudolf, zufiel, der somit der Begründer der habsburgisch-laufenburgischen
Linie wurde.
Einer der Grafen, Johann I., gab der Stadt 1315 das älteste geschriebene Stadtrecht. Rudolf IV., in schwere Geldnot
geraten, verpfändete seine Stadt 1362 an Basel,
doch lösten sich die Bürger schon im folgenden Jahr selbst aus der Pfandschaft.
Darleihen, welche die Bürger dem Grafen machen mussten, brachten die Stadt in den Besitz der gräflichen Zoll- und Geleitsrechte,
ebenso des Münzrechtes, das später Maximilian I. bestätigte und welches während des 14., 15. und
im Anfang des 16. Jahrhunderts, dann wieder 1622 und 1623 ausgeübt wurde. 1386 verkaufte der in schweren Geldnöten steckende
Graf Johann IV. Stadt und Herrschaft Laufenburg an seinen Vetter Leopold III. von der ältern Linie, bekam aber das Verkaufte
sogleich als Lehen wieder zurück. Da er 1408 kinderlos starb, fiel sein Lehen nun endgiltig an die ältere
Linie, d. h. an Oesterreich.
Die Zugehörigkeit zu diesem Reich brachte Laufenburg wie den übrigen drei Waldstädten in Kriegszeiten schlimme Tage; so
im alten Zürichkrieg, besonders aber im 30 jährigen Krieg, wo die Stadt eine Reihe von Belagerungen und einige
Plünderungen auszuhalten hatte, wobei auch durch die Schweden die Burg zerstört wurde; dann wieder in den spätern Kriegen
Frankreichs gegen Oesterreich. Durch die Friedensschlüsse von Compoformio (1797) und Lunéville (1801) wurde mit dem Frickthal
auch Laufenburg an Frankreich abgetreten, und in der Mediationsakte fügte Bonaparte das gesamte Frickthal zum Kanton Aargau
(1803). Aus Laufenburg stammt der Dichter Heinrich Loufenberg († 1460 in Strassburg), der durch allegorische Lehrdichtungen
und noch mehr durch seine geistlichen Lieder bekannt geworden ist.
Die Stromschnelle von Laufenburg liegt ganz im Schwarzwaldgneis, dem krystallinen Grundgebirge der Rheintafel. Sie
bildet
eine enge Erosionsschlucht von 1,3 km Länge und etwa 75 m Breite. An der engsten Stelle ist der Strom
bei Mittelwasser nur 12 m breit. Da der Rhein auch bei Hochwasser keine bedeutenden Geschiebemengen führt, sind die meist
über Wasser liegenden kahlen Felsflächen im Flussbett zu beiden Seiten der Stromrinne von rauher Oberfläche und ohne bedeutendere
Spuren von mechanischer Flusserosion. An einer Stelle der Gneisfelsen hat Prof. Früh in Zürich
schöne Sandgebläseschliffe
gefunden.
Die Stromschnelle ist dadurch entstanden, dass der Rhein nach dem Rückzug der diluvialen Gletscher durch eine Verschiebung
seines Bettes seinen alten, früheren Thalweg nicht mehr gefunden hat und damit gezwungen war, sich in den Gneis
des Schwarzwaldes ein neues Bett einzuschneiden, dessen völlige Austiefung bis zur normalen Gefällslinie ihm bis heute noch
nicht gelungen ist. Der durch Schottermassen eingedeckte alte Rheinlauf liegt südlich der Burg und Stadt Laufenburg tragenden
Felsklippe, die ein durch den jetzigen Rheinlauf abgeschnittenes Stück Schwarzwald darstellt. Eine genaue topographisch-geologische
Aufnahme der Stromschnelle und ihrer Umgebung verdanken wir dem Ingenieur Dr. Heinrich Walter. Vergl.
Walter, Heinr. Ueber die Stromschnelle von Laufenburg (in der Vierteljahrsschr. der Naturforsch. Ges.Zürich.
46, 1901).