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Marie Wenk-Marter stammte aus Mülhausen im Elsass. Seit 1864 war sie mit den nachmaligen Riehener Gemeindepräsidenten Hans Wenk verheiratet. Sie führte den Haushalt, wirkte in dessen Bauernbetrieb mit und erteilte an der Dorfschule Handarbeitsunterricht. Zudem leitete sie den Riehener Frauenverein, der 1878 aus der Fusion des von ihr selbst begründeten Hülfsvereins mit dem Armenverein hervorgegangen war.
Tochter des Johannes (Jean) Marter und der Anna Maria, geborene Schärer. Heirat 1864 mit Hans Wenk. Vier Töchter und fünf Söhne.
Marie Marter wurde am 5. November 1839 in Mülhausen im Elsass als älteste Tochter des Johannes (Jean) Marter und der Anna Maria Schärer geboren und wuchs mit zwei Schwestern und drei Brüdern auf. Sie besuchte die Schulen in ihrer Vaterstadt und schloss eine Lehre als Weissnäherin und Damenschneiderin ab.
Durch verwandtschaftliche Beziehungen mit der Familie des Johann Georg Wenk-Wullschlegel (1801–1874) verbunden, besuchte sie zuweilen Riehen und lernte hier in dessen Haus an der Baselstrasse 44 den ältesten Sohn Hans, ihren späteren Mann, kennen. Die beiden heirateten 1864.
Hans Wenk führte mit seinem Vater einen grossen Landwirtschaftsbetrieb und betätigte sich zudem als Organist an der Dorfkirche. Da seine Mutter ein Jahr vor der Vermählung gestorben war, musste Marie Wenk-Marter, die als Stadtkind aufgewachsen war, die grosse bäuerliche Haushaltung übernehmen. Das Paar hatte vier Töchter und fünf Söhne. Eine Tochter starb einjährig, ein Sohn mit 24 Jahren in Frankreich.
Da Marie Wenk-Marters Mann wie schon dessen Vater zahlreiche Ämter bekleidete – er war unter anderem ab 1871 15 Jahre lang erster von der Gemeindeversammlung gewählter Gemeindepräsident –, nahm sie auch im Dorfleben eine bedeutsame Stellung ein. Zudem erteilte sie den Riehener Mädchen während 38 Jahren Handarbeitsunterricht an der Schule im Erlensträsschen. Sie galt als fordernde, aber auch hingebungsvolle Lehrerin, legte besonderen Wert auf die Ausbildung des Willens und wertete Fleiss, Sorgfalt und Pünktlichkeit ebenso hoch ein wie die geschickte Ausübung der Handarbeit.
1872 rief Marie Wenk-Marter aus sozialem Verantwortungsgefühl den Hülfsverein ins Leben, der 1878 mit dem etwas älteren Armenverein zum heute noch existierenden Frauenverein fusionierte. Die Mitarbeiterinnen des Vereins stellten in Eigenleistung Kleidung und Bettzeug her, sammelten Material und Geld und verteilten vor Weihnachten diese Gaben an bedürftige Frauen und Familien. Obwohl von Frauen gemeinsam betrieben und operativ fast 40 Jahre lang von Marie Wenk-Marter geleitet, präsidierte der jeweilige Pfarrer den Verein.
Im Frühling 1898 wurde Marie Wenk-Marter Witwe. Sie lebte weiterhin an der Baselstrasse 44 und wirkte nun im Haushalt ihres Sohnes Hans Wenk-Wenk (1867–1943). Einige Wochen vor ihrem Tod zwang sie eine Krebserkrankung aufs Krankenlager. Sie starb, 78-jährig, am 9. November 1917.
Im Nachruf in den ‹Basler Nachrichten› vom 11. November 1917 heisst es: «Mit Frau Wenk-Marter ist am Morgen des 9. Novembers eine Frau aus dem Leben geschieden, deren Wirksamkeit von weitgehender Bedeutung für die Gemeinde Riehen gewesen ist. Sie war die Ehegattin des einstigen Herrn Gemeindepräsidenten Hans Wenk und hat an seiner Seite nicht bloss eine grosse Familie mit vorbildlicher Hingebung grossgezogen, sondern auch einen guten Geist der Ordnung und des Fleisses jeweilen zu stärken und zu mehren gesucht in der Gemeinde.»
Autorin / Autor: Caroline Schachenmann | Zuletzt aktualisiert am 28.1.2024
Raith, Michael: Von den Anfängen der Familie Wenk. In Jahrbuch z’Rieche 1983. S. 83–101, hier S. 97, Foto.
Schubert-Vischer, Aletta: 100 Jahre Reformierter Frauenverein. In: Jahrbuch z’Rieche 1978. S. 67–76, hier S. 67–69, 76.
Seiler, Lukrezia: Ganz Frau. In: Jahrbuch z’Rieche 2003. S. 108–119, hier S. 109.
Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft III. Riehen 2017. S. 176.
Linder, G[ottlieb]: Geschichte der Kirchgemeinde Riehen-Bettingen. Basel 1884. S. 168.
Raith, Michael: Das kirchliche Leben seit der Reformation. In: Bruckner, Albert et al.: Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 165–214, hier S. 212, Anm. 264.
Zum Andenken an Frau Witwe Marie Wenk-Marter. [1917] (Leichenrede).