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(Linnaeus, 1758)
- DE: Zweipunkt-Dornschrecke
- EN: Two-spotted Groundhopper
- FR: Le Tétrix a deux points | Le Tétrix calcicole
- Syn.: Nomotettix arcticus Hancock, 1909 | Acrydium bifasciatum Herbst, 1786 | Acrydium bipunctatum variety explicatum Ebner, 1910 | Tetrix obscura Hagenbach, 1822 | Tetrix arcticus obtusus Hancock, 1909 | Acrydium opacum Herbst, 1786 | Tetrix kraussi paradoxa Haij, 1914 | ettix schrankii Fieber, 1844 | Tetrix sjostedti Bey-Bienko, 1934 | Tetrix sjostedtiana Bey-Bienko & Mishchenko, 1951 | Tetrix bipunctata subaptera Haij, 1914 | Tetrix kraussi tuberculata Haij, 1914 | Tetrix validus Hancock, 1909 | Gryllus (Bulla) xyphothyreus Schrank, 1781
Morphologie
Tetrix bipunctata gehört zu den grössten und schwersten Dornschrecken Mitteleuropas. Färbung und Zeichnung sind sehr variabel, meistens überwiegen braune oder graue Farbtöne. Viele Tiere weisen auf der Halsschild-Oberseite zwei dunkle Flecken auf, die jedoch auch fehlen können. Der Halsschild erreicht bei beiden Geschlechtern das Hinterleibsende. Sehr selten treten langdornige Individuen auf. Die besten Erkennungsmerkmale der beiden Arten Tetrix bipunctata und Tetrix kraussi, die sich morphologisch nur anhand der Hinterflügellänge unterscheiden, sind folgende: Von oben betrachtet, ist der Halsschild-Vorderrand deutlich winklig gegen den Kopf vorgezogen. Der breite Stirngipfel ragt stumpfwinklig über die Augen hinaus. Die Fühler sind insgesamt kurz und die längsten Glieder sind maximal 2x so lang wie breit. Der sichtbare Teil des Hinterflügels ist bei Tetrix bipunctata ca. 2x (1,5-2,5x) so lang wie der Vorderflügel. Der Hinterschenkel ist weniger als 3x so lang wie hoch und damit untersetzter als bei Tetrix undulata. Von der Seite betrachtet, ist der Mittelschenkel ca. 1,5-2x so breit wie der sichtbare Teil der Vorderflügel. Um die Hinterflügel der Tetrix-Arten zu sehen, nimmt man die Tiere am besten in die Hand und hebt mit einem Grashalm den Halsschild leicht an.
Gesang
Einige Dornschrecken kommunizieren, indem sie mit den Hinterbeinen auf den Boden schlagen. Es ist uns nicht bekannt, ob Tetrix bipunctata ein solches Verhalten zeigt.
Verbreitung
Tetrix bipunctata kommt von Spanien über Frankreich und Mitteleuropa bis an den Pazifik vor. Im Alpenraum ist sie weit verbreitet und häufig. Die Verbreitung der beiden Arten Tetrix bipunctata und Tetrix kraussi ist aufgrund der Ähnlichkeit mit Vorsicht zu interpretieren. In der Schweiz kommt Tetrix bipunctata in allen Landesteilen vor, wobei sie im Mittelland grosse Verbreitungslücken aufweist und selten ist. Ob die Funde im Tessin wirklich Tetrix bipunctata angehören, ist ungewiss. In Deutschland ist sie in höheren Lagen in der südlichen Hälfte häufig und kommt vom Flachland bis auf über 2000 m vor.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Ausgewachsene Tiere von Tetrix bipunctata können von März bis Oktober angetroffen werden.
Es macht den Anschein, dass im Spätsommer besonders viele adulte Tiere gesehen werden können. Die Eiablage erfolgt von Mai bis Ende August. Die Larven schlüpfen bereits 14 Tage später und überwintern in verschiedenen Larvenstadien.
Lebensraum
Im Flachland lebt Tetrix bipunctata in Waldlichtungen und an Waldrändern mit hohem Anteil an Rohboden, Moosen und Falllaub. Im Hügelland und in den Alpen werden steinige, fast vegetationslose Stellen bevorzugt. Es werden auch kurzrasige Wiesen besiedelt, die oft mit Besenheide (Calluna vulgaris) bewachsen sind. In Deutschland kommt die Art ebenfalls in Calluna-Heiden vor. Weitere Lebensräume sind Moore, Steinbrüche und Kiesgruben. Im Berner Oberland findet man Tetrix bipunctata auch auf mit Silberwurz bewachsenen, steinigen Fluren, zuweilen nahe an Gletschervorfeldern. Sie ist wenig empfindlich gegenüber Trockenheit und bevorzugt gut besonnte Südlagen.
Gefährdung & Schutz
Tetrix bipunctata wird als potenziell gefährdet bis gefährdet eingestuft. Gefährdungsursachen sind Habitatverluste durch Verwaldung sowie der Verlust von Trocken-, Halbtrocken- und Magerrasen. Aufgrund der schwierigen Erfassbarkeit ist anzunehmen, dass die Art wesentlich häufiger ist, als es die Beobachtungsdaten zeigen.
- CH: NT (Potenziell gefährdet)
- DE: 3 (Gefährdet)
- AT: LC (Nicht gefährdet)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
Tetrix bipunctata wird oft mit Tetrix kraussi und Tetrix undulata verwechselt. Tetrix kraussi unterscheidet sich morphologisch nur anhand der kürzeren Hinterflügel von Tetrix bipunctata. Bei Tetrix kraussi ist der sichtbare Teil der Hinterflügel etwa gleich lang (0,6-1,2x) wie die Vorderflügel. Tetrix undulata ist ähnlich, aber schlanker und zierlicher. Die Fühler sind länger, wobei die längsten Fühlerglieder ca. 3x so lang wie breit sind. Die Hinterschenkel sind bei Tetrix undulata mehr als 3x so lang wie hoch, bei Tetrix bipunctata sind sie weniger als 3x so lang wie hoch. Ausserdem sind die Mittelschenkel bei Tetrix undulata ungefähr gleich breit wie der sichtbare Teil der Vorderflügel, bei Tetrix bipunctata sind die Mittelschenkel 1,5-2x so breit wie der Vorderflügel. Tetrix tenuicornis hat deutlich längere und schlankere Fühler und der Halsschildrand ist nicht winklig gegen den Kopf vorgezogen.