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Vor einigen Tagen war es noch winterlich kalt, mittlerweile herrschen frühlingshafte Temperaturen, besonders auf der Alpensüdseite. Wir gehen deshalb im heutigen Meteoblog auf Temperatursprünge im Januar ein.
Wetter
Vor einigen Tagen war es noch winterlich kalt, mittlerweile herrschen frühlingshafte Temperaturen, besonders auf der Alpensüdseite. Wir gehen deshalb im heutigen Meteoblog auf Temperatursprünge im Januar ein.
Im Winter und somit auch im Januar sind Temperaturerhöhungen von 10 °C und mehr nichts Ungewöhnliches. Dies liegt daran, dass sich Mitteleuropa und somit auch die Schweiz oft im Bereich der Polarfront befinden, welche subtropische Luft von Polarluft trennt. Erwärmungen von 10 °C und mehr innerhalb weniger Stunden oder Tage erfolgen immer wieder, wie wir dies in den vergangenen Tagen erleben konnten. Auch in der Vergangenheit kamen solche Wechsel oft vor.
In Zürich wurde am 20. Januar eine Tagesmitteltemperatur von -5.2 °C notiert, gestern, am 24. Januar 2024, wurden 10.9 °C aufgezeichnet. Damit stieg die Temperatur innert 96 Stunden um 16.1 °C an. Dieser Anstieg muss insgesamt als sehr stark bezeichnet werden. Zwischen 1901 und 2023 wurden im Januar 5 Fälle verzeichnet, bei welchen die der Temperaturanstieg noch stärker war. Der stärkste Anstieg erfolgte zwischen dem 3. und 7. Januar 1905, als die Temperatur von -14.3 °C auf 4.1 °C anstieg.
Es muss allerdings gesagt werden, dass der Temperaturanstieg der vergangenen Tage relativ gleichmässig erfolgte. Der Anstieg von einem Tag auf den anderen erreichte nie mehr als 5.9 °C. Dies ist nichts Ungewöhnliches, denn in Zürich wurden im Januar in der Zeitperiode 1901-2023 an nicht weniger als 50 Fällen ein stärkerer Temperaturanstieg gemeldet als 5.9 °C. Der stärkste Temperaturanstieg erfolgte vom 13. auf den 14. Januar 1968, als die Erwärmung 14.9 °C erreichte.
Ein Temperaturanstieg von 15 °C kann in den Föhntälern innert 2 Stunden erfolgen, hie und da in noch wesentlich kürzerer Zeit. Dies gilt sowohl für Süd- als auch für Nordföhn. In Biasca beispielsweise zeigte am Donnerstagmorgen um 08:40 Uhr noch 3.8 °C an, genau zwei Stunden später wurden 20.5 °C aufgezeichnet, ein Temperaturanstieg von 16.7 °C innert 2 Stunden also.
Nach krasser können die Temperanstiege in Kaltluftseen sein. In La Brévine waren am frühen Morgen des 1. Januar 1875 noch -40 °C gemessen, am Mittag fiel Regen, wie in der Publikation von Spinner, Henri, 1926. “Le Climat de La Vallée de La Brévine et du Vallon des Verrières.” nachzulesen ist. Er schrieb: « Les variations intraquotidiennes sont souvent frappantes. Il n’est pas rare de voir une gelée blanche faire suite à une chaude journée d’été. Il y a du reste mieux : le 1er janvier 1875, à 7 h. 30, le thermomètre marquait à la cure de la Brévine -40°, et à midi il pleuvait. »