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Arnaud Jaccoud, Pharmazeutischer Prozessingenieur in einer Pilotfabrik
Arnaud Jaccoud ist Pharmazeutischer Prozessingenieur in einer Pilotfabrik. In seinem Portrait erzählt er dir, was für eine Arbeit das genau ist und was er daran besonders toll findet.
Was ist deine Aufgabe? Und warum hast du dich für diese Position entschieden?
Meine Aufgabe ist es, die Herstellungsprozesse von Medikamenten zu verbessern. Zu diesem Zweck arbeite ich in einer sogenannten "Pilotfabrik". Weshalb "Pilot"? Weil die Aufgabe dieser Fabrik weder die Entdeckung neuer Medikamente (diese Forschung wird in Laboratorien durchgeführt), noch die Produktion von Medikamenten in grossen Stückzahlen (die später verpackt und in Apotheken verkauft werden) ist, sondern diese Anlage befindet sich genau zwischen diesen beiden Prozessschritten.
Um dies besser zu verstehen, stellen wir uns vor, Medikamente herstellen sei wie kochen. Es ist ein grosser Unterschied, ob man eine Mahlzeit für eine Person kocht (Forschung im Labor) oder ob man ein ganzes Dorf bekocht (Massenproduktion für die Apotheken).
In einer Pilotfabrik stehen die gleichen Maschinen wie in einer Fabrik, die für die Massenproduktion ausgelegt ist, einfach nur eine Dimension kleiner. Diese Tatsache macht sie zum "fehlenden Kettenglied" zwischen dem Labor und der Massenproduktion. Durch die geringere Grösse kann sie Probleme identifizieren, die beim Übergang zur nächst grösseren Stufe entstehen, und kann diese Probleme somit schneller und kosteneffizienter lösen.
In der Folge tragen diese Verbesserungen zur Qualitätssicherung der Medikamente bei, die in grossen Stückzahlen produziert werden. Konkret ermöglicht also die Pilotfabrik, dass Medikamente von hoher Qualität schneller auf den Markt und somit zu den Patienten gelangen.
Ich habe diese Aufgabe gewählt, weil die Resultate meiner Arbeit konkret und positiv sind. Es ist ein gutes Gefühl sagen zu können, dass mein Beitrag zu einer optimalen Ausnutzung von Ressourcen, einer verbesserten Qualität von Medikamenten für Patienten und zu einer besseren Arbeitsumgebung meiner Kollegen beiträgt. Dazu kommt, dass meine Arbeit daraus besteht Projekte zu leiten, die normalerweise nur einige Monate dauern. Dadurch lerne ich ständig dazu und vermeide Routine. Man macht nie das gleiche an zwei aufeinander folgenden Tagen. Ausserdem arbeiten wir ständig mit Kollegen aus der Forschung, der Produktion, dem Marketing, dem Einkauf und des Verkaufs zusammen. Man lernt sehr viel durch diese Zusammenarbeit.
Welches Studium muss man abschliessen, um sich für diese Aufgabe zu qualifizieren?
Es führen mehrere Wege zum Ziel. Nach dem Gymnasium ist eine wissenschaftliche Ausbildung notwendig. Diese kann man entweder an einer Universität, einer ETH (eidgenössischen technischen Hochschule) oder einer Ingenieurschule machen. Die Fachgebiete Physik, Chemie, Biologie, Pharmakologie oder auch Life Sciences sind perfekt dazu geeignet. Später ist eine Promotion nicht unbedingt nötig, aber Erfahrung in der Industrie, wie zum Beispiel durch Praktika, ist sehr empfehlenswert.
Man muss vor allem neugierig sein, kreativ und gerne lernen. Es ist nötig die Prozesse zu verstehen, bevor man sie verbessern kann. Man muss gerne in einem Team arbeiten und es ist wichtig, dass man gut kommunizieren kann. In einem internationalen Unternehmen sind gute Englischkenntnisse unverzichtbar.
Ausserdem muss man verstehen, dass das Pharmaumfeld zwar sehr spannend ist, aber um die Medikamentenqualität zu gewährleisten, ist die Arbeit stets sehr reglementiert, dokumentiert und kontrolliert. Dadurch entsteht der Eindruck, dass alles etwas langsamer vorangeht als in anderen Industrien.
Wie sieht dein Arbeitsumfeld aus?
Mein Unternehmen befindet sich in der Region des Genfersees, in der die Pharmaindustrie sehr präsent ist. Dies schafft ein dynamisches Umfeld, das Innovation und Verbesserungen vorantreibt. Zusätzlich zum grossartigen Panorama der Region vereint das High-Tech Gebäude zum einen den globalen Hauptsitz des Unternehmens, einen Teil der Entwicklungsabteilung (in der ich arbeite) und Massenproduktionsanlagen. Die Tatsache, dass beinahe alle Unternehmensfunktionen unter einem Dach sind, motiviert mich, da es mich daran erinnert, dass sich meine Rolle in einen globalen Prozess einfügt.