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Manchmal legiferiert das Parlament etwas und denkt nicht an die öffentliche Verwaltung, die dann mit einer fast schon unheimlicuhen Konsequenz die Umsetzung besorgt. Der Artikel 52a des Krankenversicherungsgesetzes (KVG)lautet harmlos:
Apotheker oder Apothekerinnen können Originalpräparate der Spezialitätenliste durch die billigeren Generika dieser Liste ersetzen, wenn nicht der Arzt oder die Ärztin beziehungsweise der Chiropraktor oder die Chiropraktorin ausdrücklich die Abgabe des Originalpräparates verlangt. Im Falle einer Substitution informieren sie die verschreibende Person über das abgegebene Präparat.
Der letzte Satz hat es in sich. Da wollte der Gesetzgeber die bösen Ärzte ein bisschen erziehen. Durchgeführt wird diese Umerziehung durch die OFAC, die Berufsgesossenschaft der Apotheker mit Sitz in Genf. Die Art und Weise war aber wohl kaum so vorgesehen: Immer wenn ein Apotheker ein Generikum statt des Originalpräparates abgibt, löst das in Genf eine Meldung, einen Standardbrief mit A-Post an den betreffenden Arzt aus. Bei einem Arzt im Kanton Aargau sah das dann so aus: “Mit der genannten Massnahme hat er (der Apotheker, Anm. Pantalone) Fr. 2.65 für die Krankenversicherung gespart.” Dass der umständliche Brief mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die gesparte Summe wieder kostete, interessiert offensichtlich niemanden. Interessant wäre die Frage, ob die OFAC für diesen Irrsinn bezahlt wird – und von wem… Zusammen mit dem oben zitierten Arzt fordern wir: Streichung des letzten Satzes von Artikel KVG 52a, damit sinnloser Verwaltungsaufwand vermieden werden kann.
(via Leserbrief in der SÄZ 26/2006, Bild: pixelquelle)