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Je höher Einkommen und Bildung, desto eher besuchen Schweizerinnen und Schweizer Kulturinstitutionen oder betätigen sich selber kulturell. Jüngere sind kulturell aktiver als ältere Personen, Deutschschweizer und Romands kulturbeflissener als Tessiner.
Dies geht aus den jüngsten Studien des Bundesamtes für Statistik über das Kulturverhalten in der Schweiz hervor, die sich auf eine Erhebung von 2008 stützen. Danach ist die Beteiligung an Kultur weit verbreitet: 93 Prozent der Wohnbevölkerung besuchten 2008 mindestens eine Kulturinstitution wie ein Museum oder ein Theater.
62 Prozent übten eine kulturelle Aktivität wie malen, musizieren oder fotografieren aus. Dabei zeigten sich allerdings grosse Unterschiede hinsichtlich Bildung, Einkommen und Alter.
Schulbildung ist entscheidend
Fast alle Personen mit einer Hochschul- oder Fachhochschulausbildung (Tertiär-Ausbildung), mit hohem Einkommen, einem akademischen, kaufmännischen oder Dienstleistungs-Beruf besuchten 2008 mindestens einmal eine Kulturinstitution.
Von den Personen mit ausschliesslich obligatorischem Schulabschluss, geringem Haushaltseinkommen und einem Hilfsarbeiterjob waren es zwischen 77 und 86 Prozent.
Acht von zehn Personen mit Tertiär-Ausbildung besuchten 2008 ein Konzert, aber nur 4 von zehn Personen mit dünnem Schulsack. Höher ausgebildete Personen besuchten auch häufiger eine Kulturinstitution als Personen mit tieferer Ausbildung.
Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Ausübung kultureller Tätigkeiten. Über zwei Drittel der Personen mit hoher Ausbildung und Einkommen waren selber kulturell aktiv. Bei den Personen mit tiefer Ausbildung waren es nur knapp die Hälfte.
Deutschschweizer kulturell am aktivsten
Praktisch alle Jungen von 15 bis 29 Jahren besuchten 2008 mindestens einmal eine Kulturinstitution und drei Viertel von ihnen waren selber kulturell aktiv. Von den über 75-Jährigen waren dies nur noch knapp 71 respektive 44 Prozent.
Während die Unterschiede bei den kulturellen Aktivitäten zwischen Stadt und Land sowie bei Schweizern und Ausländern eher gering sind, zeigen sich sprachregionale Gräben: Über 90 Prozent der Deutschschweizer und Romands besuchten mindestens eine Kulturinstitution, aber nur 87 Prozent der Tessiner.
SDA-ATS