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Wie kommt die Kanone ins Wappen von Langendorf?
Auch im zweiten Teil unserer Gemeindewappen-Geschichten gibt es viele interessante Hintergründe und Erklärungen, warum die Wappen der Solothurner Gemeinden heute so aussehen, wie sie eben aussehen.
Langendorf
Das Wappen der Gemeinde Langendorf hat einen militärischen Hintergrund. Es zeigt einen weissen Kauz, welcher auf einem gelben Kanonenrohr sitzt. Im Schnabel hat der Vogel ein Schweizer Kreuz und auf dem Kanonenrohr steht «Vorwärts» geschrieben. Entstanden sei das Wappen erst 1939, erklärt der Historiker Christoph Rast. Für die Landesausstellung damals in Zürich mussten alle Schweizer Gemeinden ein Wappen vorweisen.
Das Sujet auf dem Langendörfer Wappen erinnert an die «Chutzen-Schützengesellschaft Langendorf», welche sich immer im Gasthof «Chutz» traf. Diese radikal-liberale Gruppe habe 1844/45 an den Freischarenzügen teilgenommen, erklärt Rast. Diese beiden kriegerischen Umsturzversuche richteten sich gegen die reiche und einflussreiche Elite in den katholisch-konservativen Kantonen, welche damals die Geschicke in der Politik mitbestimmten.
Bei diesen Freischarenzügen haben die Langendörfer Schützen eine eigene Kanone mitgeschleppt. Auf dieser sei das Wort «Vorwärts» eingraviert gewesen, sagt der Historiker. Diese Kanone fiel nach den gescheiterten Freischarenzügen den Luzernern in die Hände. Sie wurde aber drei Jahre später im Sonderbundskrieg 1848 von den Solothurnern wieder zurück erobert und feierlich nach Langendorf gebracht. Heute steht sie im Museum «Altes Zeughaus» in Solothurn.
Ursprünglich habe Langendorf ein anderes Wappen gehabt, sagt Rast. Dieses zeigte ein schwarzes Sägeblatt mit sechs Zähnen vor dem rot-weissen Solothurner Wappen. Das Wappen werde heute noch von der Bürgergemeinde Langendorf benutzt. Offiziell durchgesetzt habe sich 1939 aber das Wappen mit dem Kauz und der Kanone und dem spannenden historischen Hintergrund.
Etziken
Der Wasserturm von Etziken gilt bis heute als Wahrzeichen des Wasseramts. Kein Wunder also hat sich die Gemeinde den Wasserturm buchstäblich auf die Fahne geschrieben.
Das Gemeindewappen von Etziken zeigt einen Turm auf rotem Grund. Dieser Wasserturm steht auf dem Waldhügel südlich von Etziken. Der Turm wurde im Jahr 1931 erbaut, da die Gemeinden im Wasseramt einen besseren Zugang zu Trinkwasser brauchten. Vor allem für die Dörfer Aeschi und Bolken, die höher als das Bodenreservoir liegen, war ein solcher Turm wichtig. Die Gemeinde hatte sich relativ spät ein Wappen gegeben und sich dabei schnell für das eigene Wahrzeichen als Sujet entschieden.
Deutlich älter als das Wappen ist der Name der Gemeinde Etziken. Dieser stamme von einem einflussreichen Mann, der dort in der Gegend gewohnt haben müsse und Ezo geheissen habe. Der hintere Teil des Dorfnamens «-iken» oder «ikon» bedeute «bei den Höfen». Zusammen bedeutet Etziken also, dass in dieser Gegend die Leute gelebt haben, die für und mit Ezo gearbeitet haben, erklärt der Historiker.
Rickenbach
Das Wappen der Solothurner Gemeinde Rickebach zeigt den heiligen Laurentius mit einem «komischen Gerät in der Hand», wie Christoph Rast sagt. Dieses «Gerät» sei ein Rost, erklärt er. Es sei ein Hinweis auf das Ableben des heiligen Laurentius. Dieser sei nämlich auf einem Rost verbrannt geworden, weil er dem christlichen Glauben nicht abschwören wollte. Deshalb halte er auf dem Wappen von Rickenbach auch eine Märtyrerpalme in der anderen Hand.
Olten
Olten kennt man als «Dreitannenstadt", weil das Wappen drei Tannen zeigt. Das sei aber nicht immer so gewesen, sagt Christoph Rast. Seit dem 14. Jahrhundert führte Olten den Baselstab im Wappen, weil die Stadt von Basel aus verwaltet wurde. Nach dem Bauernkrieg 1653 hätten die Herren von Solothurn aus Ärger über die Oltner verboten, dass die Stadt das Siegel mit Baslerstab weiterhin verwendet.
Schon zuvor, um 1580 gab es ein Wappen, das als Vorläufer der «drei Tannen» bezeichnet werden kann, es zeigte drei Buchsbäume, weil die Stadt damals zum sogenannten «Buchsgau» gehörte. Im 19. Jahrhundert hat die Stadt Olten dann grosse Flächen des Stadtgebietes gerodet, Tausende von Eichen gefällt und das Holz verkauft. Die kahlen Flächen wurden mit Tannen aufgeforstet und neu angelegt. In dieser Zeit sei auch das damals neue und bis heute gültige Wappen der Stadt mit den drei Tannen entstanden.
Im ersten Teil unserer Wappenkunde haben wird uns mit den Gemeindewappen von Flumenthal, Herbetswil, Aedermannsdorf, Matzendorf und Laupersdorf beschäftigt.
Du kennst noch andere spezielle Gemeindewappen? Schreib es uns in die Kommentare!