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Die Geschichte von
Commodore International war ein Unternehmen, das in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren den Markt für Heimcomputer beherrschte. Darüber hinaus war es Anfang der 1980er Jahre auch Marktführer bei ersten kommerziellen Anwendungen von Mikrocomputern, in Ausbildung, Forschung, Fertigung und Büro. Die Marke Commodore hatte im deutschsprachigen Raum einen hohen Bekanntheitsgrad. Dazu beigetragen hatte neben den hervorragenden und in der Bevölkerung breit gestreuten Geräten auch eine gezielte Werbeoffensive. So war Commodore beispielsweise jahrelang Trikotsponsor u.a. von Bayern München.
Das Unternehmen wurde 1954 von Jack Tramiel in Toronto gegründet und stellte zunächst Schreibmaschinen her. Die Sage, dass Tramiel einen klangvollen Begriff aus der Marine-Welt suchte und ihm in Berlin ein Auto vom Typ Opel Commodore auffiel, dessen Name er dann übernahm, kann nicht stimmen, da dieses Auto erst sehr viel später auf den Markt kam; das Detail mit dem Marine-Begriff könnte aber trotzdem stimmen. Dennoch behauptet auch Jack Tramiel in Interviews selbst, den Namen auf einem Auto in Berlin gelesen zu haben. Zu dieser Zeit hielten sich bekanntermaßen die Amerikaner in Berlin auf, die sicher viele einheimische Fahrzeuge mitbrachten. Aus diesem Grund könnte es sich um den Hudson Commodore handeln, welcher ab 1941 in Detroit gebaut wurde.
Als in den späten 1950er Jahren eine Welle von billigeren japanischen Schreibmaschinen auf den Markt kam, stieg Tramiel mit seinem Unternehmen auf mechanische Addiermaschinen um, um nicht unterzugehen. Einige Jahre später drohte sich allerdings die Geschichte aus den 1950ern zu wiederholen, als japanische Unternehmen begannen, selbst Addiermaschinen herzustellen. Jack Tramiel schlug wiederum eine neue Richtung ein, die Herstellung von Taschenrechnern. 1962 wandelte sich das Unternehmen unter dem Namen Commodore Business Machines (CBM) in eine Holding um.
Als 1975 der Hauptlieferant der Taschenrechner-Bauteile, Texas Instruments, selber mit Rechnern auf den Markt drängte, kam Commodore wiederum stark unter Druck.
Um an einen günstigeren Lieferanten der Bauteile zu kommen, kaufte Commodore den Chiphersteller MOS Technologies auf.
Nach einer Neuausrichtung kam 1977 der erste hauseigene Computer auf den Markt, der PET 2001(Personal Electronic Transactor). Die Nachfolgemodelle bis hin zum CBM 8000 waren die ersten Marktführer im professionellen Bereich in Deutschland und dominierten hier Anfang der 1980er Jahre die Bereiche Schule, Universität, Fertigungssteuerung und auch Büro. Im Heimcomputermarkt versagten sie jedoch aufgrund ihrer Unterlegenheit gegenüber der Konkurrenz in den Bereichen Grafik und Musik.
Durch den Erfolg dieser Geräte wuchs die Unternehmung stark und es folgte die Gründung diverser Tochtergesellschaften rund um die Welt, wobei die deutsche und die britische Filiale in der Commodore-Welt die wichtigsten Umsatzbringer waren.
Mit seinem günstigen Preis konnte der VIC 20 (im deutschsprachigen RaumVC20) Marktanteile gewinnen.
Der Commodore 64 (C64)
Um sich auch das obere Marktsegment zu erschließen, wurde 1982 der legendäre „C64“ (was für „Consumer“ und die Größe des verwendeten Speichers in Kilobyte stehen sollte), vorgestellt ,der, obwohl zunächst teuer, rundum durch seine Grafik- und Musikfähigkeiten überzeugte. Äußerst populär war der C64 Mitte bis Ende der 80er Jahre sowohl als Spielkonsole als auch zur Softwareentwicklung. Der C64 war eine Revolution im Heimcomputermarkt der 80er Jahre und ermöglichte vielen Jugendlichen zu einem relativ günstigen Preis Zugang zum Computerzeitalter. Im September 1982 kam der C64 für 595 US$ auf den amerikanischen und Anfang 1983 zum Startpreis von 1495 DM auf den deutschen Markt und war in Deutschland, wie in allen wichtigen Märkten der Welt (mit Ausnahme von Japan), sehr erfolgreich.
Der nachfolgende Startbildschirm weckt wohl bei manchem User aus jener Zeit Erinnerungen:
Gebräuchlich waren zu dieser Zeit noch Datasetten oder externe Diskettenlaufwerke, um Daten oder Anwendungen in den Arbeitsspeicher des Gerätes zu laden. Das Laufwerk 1541 arbeitete mit 5,25-Zoll-Disketten mit doppelter Aufzeichnungsdichte (Double Density) und bot etwa 170 kB Speicherkapazität pro Diskettenseite.
Festplatten waren zu dieser Zeit nicht erschwinglich.
Unverkennbar ist die Musik aus dem revolutionären dreistimmig polyphonen Soundchip MOS Technology SID 6581 (später 8580), die zu einem Markenzeichen des C64 und von Soundmagiern wie Chris Hülsbeck perfekt arangiert wurde.
Nachfolgender Link führt zu einem der grössten SID Online-Archive und ist für alle Fans des C64 nur zu empfehlen:
Das Aufkommen von Sprites in den 80er Jahren revolutionierte die Möglichkeiten von Computerspielen, da damals die Prozessorleistung nicht ausreichte, um komplexe Grafikdaten auf dem Bildschirm zu verschieben.
Eine weitere Verbesserung für Computerspiele war die Sprite-Sprite-Kollisionserkennung. Sobald der Grafikprozessor beim Erstellen des Bildes erkennt, dass sich zwei Sprites überlappen, wird dies der Software per Interupt, Flag oder Event mitgeteilt. Damit sind die meisten Computerspiele vergleichsweise einfach zu programmieren, weil sich das Programm nicht um die Kollisionserkennung kümmern muss und für diese keine Rechenleistung verbraucht.
Ebenfalls war der Joystick neben der Tastatur das wichtigste Eingabegerät am C64, denn fast alle Spiele und auch viele Anwendungen liessen sich nur mit ihm steuern.
Für viele gehören der C64 und die Games sowieso unzertrennlich zueinander. Eine riesige Game-Szene entwickelte sich und mit ihr florierte erstmals der Handel mit Raubkopien im grossen Stil. Jeder hatte illegale Kopien, teilweise hunderte von Titeln. Unzählige Cracker-Groups übertrumpften sich gegenseitig in der Geschwindigkeit, Neuerscheinungen bereits kurz nach Markteintritt mit Trainer etc. versehen unter die Leute bringen zu können. Gruppen wie Triad, Red Sector oder Quartex waren die Namen einiger dieser "Gesetzesbrecher".
Ewige Bestenliste der C64-Spiele:
1. Maniac Mansion
2. Zak McKracken and the Alien Mindbenders
3. International Karate Plus (IK+)
4. The Last Ninja 2
5. Pirates!
6. Archon
7. Bubble Bobble
8. Turrican II: The Final Fight
9. Ultima IV: Quest of the Avatar
10. Emlyn Hughes International Soccer
Für Hardcoregamer waren auch Cartridges wie „The Final Cartridge III“ oder "Action Replay" unverzichtbar.
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Das hatte vor allem mit der geringen Ladegeschwindigkeit der 1541 zu tun, welche sich mit diesen Steckmodulen auf die 10- bis 20-fache Geschwindigkeit steigern ließ. Neben dem Schnelllader waren meist noch diverse BASIC-Erweiterungen, Funktionstastenbelegungen, Freezerfunktionen, Druckfunktionen, Maschinensprachemonitor und einiges mehr vorhanden.
Von Commodore wurde der C64 etwa elf Jahre lang produziert; über 22 Millionen Stück wurden verkauft (andere Quellen geben 17 Millionen an). Damit ist der C64 der meistverkaufte Computer der Welt.
Im Jahre 1986 hatte Commodore Deutschland eine Million C64-Computer verkauft und die Firma feierte das Ereignis mit der Herstellung einer Kleinserie von 200 Stück der „Golden-Edition“ (goldfarbenes Brotkasten-Gehäuse auf einer Acryl-Platte mit einem Emblem), die an wichtige Personen innerhalb des Unternehmens vergeben wurden, die maßgeblich zum Erfolg des C64 beigetragen hatten. Stücke dieser limitierten Auflage wechseln heute zu Preisen bis zu 5000.- EUR den Besitzer!
Der offizielle Nachfolger der C128, welcher neben dem eigenen C128-Modus über einen C64-Modus verfügte, wurde wegen nicht zufriedenstellender Verkaufszahlen einige Zeit vor dem C64 eingestellt. Die parallel gefertigten C16, C116 und Plus4 konnten sich aufgrund ihrer Inkompatibilität zum beliebten C64 auf dem Markt ebenfalls nicht durchsetzen. Als später Nachfolger des C64 wurde von Commodore der C65 entwickelt, der jedoch nie in Serie produziert wurde, da man dem sehr erfolgreichen Amiga keine Konkurrenz machen wollte.
Der Amiga
Jay Miner gilt als Schöpfer und geistiger Vater des Amiga. Er stieg 1981 bei Atari aus. Danach gründete er die Firma Hi Toro, die etwas später zur Amiga Corporation wurde. Nach dem Scheitern der bisherigen C64-Nachfolger benötigte Commodore dringend ein neues Produkt, kaufte in der Folge die Amiga Corporation auf und brachte im Frühjahr 1986 den Amiga 1000 zu einem Preis von etwa 1.500 US-Dollar auf den Markt.
Der Preis-Kampf zwischen Atari und Commodore um die Vorherrschaft am Markt, wurde aber erst 1987 durch die Veröffentlichung des Amiga 500 entschieden.
Der Amiga 500 war der meistverkaufte Amiga-Computer von Commodore. Er wurde 1987 auf der CeBit mit dem Amiga 2000 vorgestellt und besaß ähnliche Leistungsdaten wie dieser. Zielgruppe für den Rechner waren vor allem Privatanwender mit kleinerem Geldbeutel. Zu Lasten der Aufrüstbarkeit wurde auf ein Desktop- bzw. Towergehäuse verzichtet und stattdessen ein Design gewählt, das dem des Commodore 128 ähnelte. Der Amiga 500 war – mehr noch als der Amiga 2000 – zu seiner Zeit besonders als Spielecomputer beliebt, da Bild- und Tonqualität dem damals üblichen PC deutlich überlegen waren. Sein sehr leistungsfähiger Prozessor, der Motorole 68000 tat seinen Teil dazu
Für viele Gamer, die dem C64 jahrelang die Treue gehalten hatten, wurde der Amiga 500 zum neuen Objekt der Begierde. Es brach ein regelrechtes Amiga-Fieber aus und die Geräte wurden mit Modulen, Speichererweiterungen, Zweitlaufwerken und anderem Zubehör zusätzlich aufgerüstet.
Der Untergang von Commodore
Den Unternehmensmarkt teilten sich inzwischen Apple und IBM. Commodore fand sich trotz seiner technologischen Überlegenheit plötzlich isoliert. Zwar hatte man zu jeder Zeit professionelle Rechner im Sortiment, doch ließen sich diese nur schwer bei der Zielgruppe "Business-Anwender" vermarkten: So konnten sich weder der Amiga 2000 noch die 3000er oder 4000er Reihe in den Büros festsetzten. Spätestens bei der Markteinführung des Amiga 500 erhielt der Amiga den Ruf eines Spielecomputers, da dieser ein sehr großer Erfolg unter Jugendlichen wurde, die zwar viel mit dem Amiga spielten, aber eher selten für die Software bezahlten. Die Raubkopiererei im Schulhof erlebte damals eine große Konjunktur. Dieses Image belastete den Amiga, und trotz vieler Versuche dieses zu korrigieren, wurde der Amiga es nie richtig los und viele Nutzer des PCs würdigten damals die Vorzüge, hielten jedoch gebührenden Abstand zum Amiga.
Das Marketing von Commodore zu dieser Zeit gilt allgemein als schlecht. Man konzentrierte sich auf zwar zukunftsweisende Technologien wie das CD-ROM-basierte Home Entertainment-System CDTV auf Basis des Amiga 500. Kurz vor dem Niedergang von Commodore folgte 1993 dann das CD³², dem trotz aufwendiger Fernsehwerbung der große Durchbruch versagt blieb, weil Commodore nicht die georderten Mengen produzieren und ausliefern konnte. Das CD³² basierte auf der Amiga-1200-Hardware, die um ein CD-ROM-Laufwerk sowie einen Customchip (Akiko) erweitert wurde. Tastatur, Floppy und Festplatte ließen sich optional nachrüsten. Es wäre wahrscheinlich die Rettung des Konzerns gewesen, wenn die Spieleindustrie genügend Vertrauen in die neue 32bit-Konsole gehabt und exklusive Spiele dafür produziert hätte. So wäre die Liquidität durch die Banken mit Sicherheit gewährleistet gewesen.
Da man die beiden großen bestehenden Linien, den C64 und den Amiga, nicht konsequent genug weiterentwickelte, um mit der rapide zunehmenden Entwicklungsgeschwindigkeit der IBM-kompatiblen PCs ab den 1990ern mitzuhalten, wurden die hohen Gewinne, die Commodore mit dem Amiga eine Zeit lang machte von nicht erfolgversprechenden Neuentwicklungen aufgefressen.
Im Frühjahr 1994 begannen die ersten Tochterunternehmen, wie z. B. Commodore Australien, ihren Betrieb einzustellen. Am 29. April 1994 beantragt die Commodore International Limited, das mittlerweile auf den Bahamas angesiedelte Mutterunternehmen, offiziell die Liquidation. Dazu gibt es ein Video namens The Deathbed Vigil and other Tales of Digital Angst, das die letzten Tage von Commodore aus Sicht des Hardware-Entwicklers Dave Haynie zeigt (zu bestellen hier). In diesem Video wird unter anderem ein AAA-Prototyp gezeigt, der aufgrund des Konkurses niemals fertiggestellt wurde und der Commodore vielleicht hätte retten können, wenn die Entwicklung nicht bereits 1993 eingestellt worden wäre.
Die Marke Commodore wurde zur Legende. Seit dem Untergang des ursprünglichen Unternehmens wurde der Brand jedoch von diversen Firmen herumgeboten. Mit der Firma Commodore Business Machines aus glorreichen Tagen, haben diese nebst dem Namen aber nichts mehr gemeinsam. Hier geht es nur noch darum, aus einer etablierten Marke möglichst viel Geld herauszupressen...
Ich für meinen Teil begnüge mich mit den "alten" Geräten. Einblicke in meine persönliche Commodore-"Schatzkammer" werden hier gewährt.
Quellenangabe: Wikipedia und div. Fanpages