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Der Einfluss von Fake News – falsche Erinnerungen im Kopf
Die Studie wurde 2018 in der Woche vor dem irischen Referendum über die Legalisierung von Abtreibungen durchgeführt. Forschende gehen davon aus, dass «Fake News» bei anderen politischen Fragen ähnliche Auswirkungen haben. Die 3140 Wählerinnen und Wähler, die an der Studie teilnahmen, wurden online gefragt, ob sie die Absicht hatten, sich am Referendum zu beteiligen, und falls ja, in welcher Form.
Danach erhielten alle sechs Berichte, wobei zwei frei erfunden waren. In diesen wurden politische Aktivisten, die sich illegal oder rebellisch verhielten, aus beiden Lagern gezeigt. Anschliessend wurden sie gefragt, ob sie bereits von den geschilderten Ereignissen gehört hätten. Wenn ja, sollten sie ihre Erinnerungen genau angeben. Abschliessend wurde den Versuchspersonen gesagt, dass auch erfundene Geschichten dabei waren, und sie diese aufzählen sollen.
Die Hälfte der Befragten gab an, sich an mindestens eines der erfundenen Ereignisse erinnern zu können. Viele davon erinnerten sich konkret an Details, die mit den erfundenen Begebenheiten zusammenhingen. Dies umso mehr, wenn sich die Falschmeldung auf das gegnerische Lager bezog.
Gilian Murphy, Autor der Studie, hebt hervor: «Dies zeigt, wie einfach es ist, trotz verschiedener Warnungen völlig frei konstruierte Erinnerungen zu erzeugen.» In Anbetracht der Tatsache, dass die Fake News stets überzeugender daherkommen und einfach verbreitet werden können, spielen Psychologinnen und Psychologen eine wichtige Rolle dabei, zu verhindern, dass Menschen in die Irre geleitet werden und sich von falschen Erinnerungen beeinflussen lassen.
Murphy, G., Loftus, E. F., Hofstein Grady, R., Levine, L. J., & Greene, C. M. (2019). False memories for fake news during Ireland’s abortion referendum. Psychological Science. doi: 10.1177/0956797619864887