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Die Fondation Rilke bietet eine Radierung des Turms von Muzot zum Kauf an: Der mit Rilkes Mäzen Werner Reinhart befreundete Künstler Ernst Georg Rüegg (1883 – 1948) hat den Turm von Muzot im Wallis, wo Rilke seine letzten Jahre verbracht hat, mehrmals abgebildet. Inspiriert von einer Postkarte von Werner Reinhart, hat er 1918 ein Ölbild von Muzot gemalt und es Werner Reinhart geschenkt, der es also bereits kannte, als er die Anfrage für Rilkes dortigen Aufenthalt bekommen hat. Das Bild ist heute im Besitz des Musikkollegiums Winterthur.
Im Werkkatalog „Ernst Georg Rüegg, Leben und Schaffen“ ist ebenfalls eine Zeichnung aus dem Jahre mit dem Titel „Das Schlösschen von Muzot“ aufgeführt, vielleicht eine Vorlage für die Radierung von 1921. Die Druckplatte für letztere ist im Werkkatalog nicht aufgeführt, sie war im Besitz der Familie Reinhart und wurde 2018 der Fondation Rilke als Schenkung übergeben.
In Rilkes Korrespondenz finden wir nicht nur Spuren eines Besuchs des Malers und seiner Gattin vom 7. und 8. August 1921 mit Werner Reinhart auf Muzot, wo Rilke eben eingezogen ist. Werner Reinhart kündigt dem Dichter am 30.12.1921 an, ihm im Namen Rüeggs als Neujahrsgruß die Radierung zu schicken. Am 2.1.1922 dankt ihm Rilke für die Sendung mit den Worten: „Eben trifft die Sendung von Herrn Rüegg ein: die Radierung, Muzot! Eine grosse, sehr liebe Überraschung für mich! Ich schreibe ihm!“
Die Fondation Rilke hat 2019 von dieser Radierung einen auf 100 Exemplare limitierten Neudruck anfertigen lassen, der zum Verkauf angeboten wird. Im Museum der Fondation Rilke zeigen wir gegenwärtig eine temporäre Vitrine über den Künstler Ernst Georg Rüegg.