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Genre: Politik, Romanze
Regie: Sun Hao
Literatur: Qing Yu Nian von Mao Ni
Episoden: 46 à 45 Minuten
Cast:
Zhang Ruoyun (Fan Xian)
Li Qin (Lin Wan’er)
Chen Daoming (Emperor)
Li Xiaoran (Li Yunrui)
Liu Duanduan (Li Chengze)
Zhang Haowei (Li Chengqian)
Yu Yang (Lin Ruofu)
Gao Shuguang (Fan Jian)
Li Zifeng (Yan Xiaoyi)
Du Yuming (Eunuch Jong Siku)
Zhao Zhen Ting (Xie Bian)
Wu Gang (Chen Pingping)
Liu Hua (Fei Jie)
Tian Yu (Wang Qinian)
Xiao Zhan (Yen Bingyuan)
Song Yi (Fan Ruoruo)
Guo Qilin (Fan Sizhe)
Wang Yang (Teng Zijing)
Tong Mengshi (Wuzhu)
Kang Je (Lin Gong)
Liu Meltong (Zhan Doudou)
Li Chun (Si Lili)
Yu Xiaowei (Shen Zhong)
Xin Zhilei (Haitang Duoduo)
Yu Rongguang (Xia En)
(Quelle: Wikipedia)
Handlung:
Fan Xian (Zhang Ruoyun) ist (angeblich) der illegitime Sohn von Fan Jiang, eines stellvertretenden Ministers am Hof des (namenlosen) Kaisers. Er wächst deshalb nicht bei seiner Familie auf, sondern bei seiner Grossmutter auf dem Land. Aus irgendeinem, im Drama leider nicht näher erklärten Grund, hat er Wissen aus dem 21. Jahrhundert. Seine Mutter war eine bekannte Erfinderin und Gründerin des Overwatch Council, einem Spionagenetzwerk. Sie ist unter geheimnisvollen Umständen kurz nach seiner Geburt gestorben. Seither wird er von ihrem Bodyguard, einem blinden Martialarts-Kämpfer, beschützt,
Er wird von seinem Vater beim Erreichen der Pubertät zurück in die Hauptstadt beordert. Seine Stiefmutter und sein Stiefbruder (der Erbe des Hauses Fan) empfangen ihn mit herzlicher Abneigung, einzig seine Stiefschwester Fan Ruoruo, die mit ihm einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat, nimmt ihn mit offenen Armen auf. Gleich nach seiner Ankunft in der Hauptstadt macht er Bekanntschaft mit dem mysteriösen Overwatch Council, den seine Mutter einst gegründet hat. Er wird zum Richter ernannt. Der Kaiser will ihn mit Wan’er, der illegitimen Tochter der Princess Royal und dem Premierminister, verheiraten. Mit dieser Heirat würde er die Aufsicht über die kaiserlichen Finanzen übernehmen, ein Amt, das zurzeit die Princess Royal inne hat. Diese ist mit der Heirat ihrer Tochter mit Fan Xian und dessen Uebernahme der kaiserlichen Finanzen überhautp nicht einverstanden. Sie wehrt sich mit allen Kräften gegen den abzusehenden Machtverlust und schreckt auch vor Mordanschlägen nicht zurück. Zudem gerät er im Kampf des Kronprinzen und des zweiten Prinzen um den Thron zwischen die Fronten. Daneben haben es weitere geheimnisvolle Kräfte auf sein Leben abgesehen. Er ist vor allem daran interessiert, den geheimnisvollen Tod seiner Mutter aufuiklären. Im Lauf der Zeit erfährt er auch seine wahre Identität – Er ist der illegitime Sohn des Kaisers.
Kritik:
Die Hauptfigur ist Fan Xian (Zhang Ruoyun). Um ihn gruppieren sich alle anderen Figuren dieses Dramas. Zhang Ruoyun liefert eine phänomenale Leistung ab – ich habe ihn in „Joy of life“ zum ersten Mal gesehen und er hat in mir einen neuen Fan gewonnen. Auch die anderen Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugen. Hier ist vor allem Tian Yu als Wang Qinian zu erwähnen. Es handelt sich bei Wang Qinian nicht etwa um einen smarten Schönling, sondern um einen Mann im sogenannt besten Alter, der durch seine Erscheinung alle täuscht. Er wirkt etwas trottelig und man hat den Eindruck, dass er leicht übers Ohr zu hauen sei. Aber dies täuscht gewaltig – er ist ein begnadeter Spurenleser und Spion – und Fan Xian (Zhang Ruoyun) treu ergeben.Für Geld tut er (fast) alles. Dann wäre da noch Chen Daoming als Kaiser zu erwähnen, ein Kaiser, der für einmal nicht auf seine Einflüsterer bei Hofe hört und prunkvolle Auftritte meidet. Im Gegenteil: Er ist der Strippenzieher, der hinter fast allen Intrigen steckt und seine Gegenspieler schnell durchschaut. Guo Qilin als Fan Shize hat meistens die Lacher auf seiner Seite – auch er ist vor allem am Geld interessiert.
Joy of life ist das erste Kost¨ümdrama, bei dem ich mehr als einmal lauthals lachen musste. Die Szene, in der Fan Shize den Hochzeitszug von Fan Xian anführt, ist das komischste, das ich bisher in einem Drama gesehen habe. Getreu dem Motto von Fan Xian geht es darum, soviel Aufsehen wie möglich zu erregen mit dem Ziel. soviele Schauslustige wie nur irgendmöglich anzuziehen dh soviele Zeugen wie nur möglich.
Die Musik ist ähm, speziell. Es muss nicht der übliche China-Kitsch sein, aber Flamenco-Klänge und Jazzmusik in einem chinesischen Kostümdrama – ernsthaft? In einem modernen Drama hätte ich diese Musikauswahl noch begriffen, aber in ein Kostümdrama passt diese Musik wie die Faust aufs Auge – nämlich gar nicht.
Aber auch hier gilt: It is the story, stupid (Es ist die Handlung, die zählt) und da hat mich „Joy of life“ in keinster Art und Weise überzeugt.
Es hat sehr viele Handlungsstränge in diesem Drama: Da ist die Story um den Overwatch Council und seinem geheimnisvollen Chef, die Spionagegeschichte um Si Lili, die vermeintliche Konkubine, der Kampf der zwei Prinzen um den Thron, die Intrigen der Chef-Prinzessin, die Liebesgeschichte zwischen Fan Xian und Wan’er sowie diverse andere Liebeleien, der Literatenwettstreit, der Machtkampf im Nachbarland zwischen des Kaisers und seiner Mutter sowie die Suche nach der Todesursache seiner Mutter und und und und……..So viele Handlungsstränge sind eine grosse Herausforderung – das Ziel sollte es nämlich sein, diese nach und nach zusammenzuführen, damit sie schlussendlich zu einem Erzählstrang werden. Dies wird mit fast brachialer Gewalt versucht, aber leider scheitern die Drehbuchautoren daran. Die Szenen, in denen pseudo-tiefe Gespräche geführt wurden, waren einfach nur peinlich. Man merkte geradezu, wie man versuchte, dem Ganzen einen (pseudo) intellektuellen Anstrich zu geben. Irgendwann fand ich das Drama nur noch sterbenslangweilig.
Warum ich das Drama trotz dieser heftigen Kritik trotzdem zu Ende geschaut habe, fragt ihr euch sicher- Die Antwort ist: vor allem wegen Zhang Ruoyun und dem fantastischen Schauspielerensemble. Interessanterweise galt er zu Beginn als Fehlbesetzung, denn im Roman wurde Fan Xian als strahlend schöner Jüngling beschrieben, was Zhang Ruoyung angeblich nicht ist, aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Er ist sicher nicht der Oberschönling unter den chinesischen Schauspielerin in seinem Alter, aber er ist definitiv nicht hässlich. Enttäuscht bin ich eigentlich nur von Xiao Zhan (Yen Bingyuan), ich kann den Hype um ihn definitiv nicht verstehen.
Angeblich hat Fan Xian Erinnerungen aus dem 21. Jahrhundert, warum und woher wird aber leider nicht erklärt. Dies ist der wohl unnötigste Handlungsstrang ever und total unglaubwürdig.
„Joy of life“ war in China ein Riesenhit. Das Drama wurde sogar mit „Nirvana in Fire“, DEM Drama von 2015 verglichen – aus welchem Grund auch immer. „Nirvana in Fire“ ist unerreichbar und unvergleichlich (da bin ich absolut voreingenommen und subjektiv). Aber im Gegensatz zu „Joy of life “ stimmt bei „Nirvana in Fire“ alles – bis ins allerkleinste Detail.
Alles in allem war „Joy of life“ eine Riesenenttäuschung – aber ich finde sehr selten eines dieser gehypten Dramen gut. Gerüchten zufolge ist eine zweite Staffel geplant, ist eigentlich auch logisch, denn die erste Staffel hat sozusagen mitten in der Geschichte geendet. Ich weiss nicht, ob ich die zweite Staffel schauen werde (sofern es eine gibt). Einerseits bin ich doch sehr neugierig, wie die Geschichte ausgeht, zudem ist Zhang Ruoyun als Fan Xian echt der Hammer. Andererseits empfand ich die erste Staffel eher als Zumutung für mich als Zuschauerin.
Nun bin ich gespannt auf „Sword Snow Stride“ mit Zhang Ruoyun. Hoffentlich hatte dieses Drama einen besseren Drehbuchautoren.
Gesehen auf youtube mit englischen Untertiteln.
Trailer:
Copyright Corinne Mathieu 2022
Veröffentlicht am 1. Februar 2022