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Wussten sie, dass 95 % der Merinowolle aus Neuseeland von Mulesing-Schafen stammt? Unglaublich nicht wahr?
Mit der derzeitigen Ausbeutung von mehr als 100 Millionen Schafen pro Jahr produziert Australien 25 Prozent des weltweiten Wollaufkommens. Die Bestände umfassen dabei Tausende von Schafen, was es
faktisch unmöglich macht, einem Tier individuelle Aufmerksamkeit zu schenken oder ihm im Notfall medizinische Hilfe zu leisten. So gilt es in der australischen Wollindustrie als „normal“, dass
jedes Jahr bis zu sechs Millionen Schafe verfrüht sterben.
Aufgrund der hohen Todes- und Krankheitsrate in der Wollindustrie sollte es naheliegen, weniger Schafe zur Wollgewinnung zu züchten und die Tiere so artgerechter halten zu können. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn Mutterschafe werden dazu gezwungen, noch mehr Lämmer zu gebären, um die hohe Todesrate auszugleichen.
Die in Australien am häufigsten gezüchtete Rasse sind Merinos, die darauf gezüchtet wurden, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. Diese unnatürliche Übermenge an Wolle führt dazu, dass viele Schafe in den heißen Monaten unter der Hitze kollabieren und an Hitzschlag sterben. Außerdem sammeln sich in den Hautfalten Feuchtigkeit und Urin. Von der Feuchtigkeit angezogen legen Fliegen ihre Eier in den Falten ab; die ausgeschlüpften Larven können die Schafe bei lebendigem Leibe „aufessen“.
Um den Fliegenbefall zu verhindern, nehmen die australischen Farmer einen barbarischen Eingriff an den Tieren vor – das sogenannte „Mulesing“. Beim Mulesing wird den Lämmern – ohne jedes Schmerzmittel- oder Betäubungsmittel – mit großen metallenen Scheren (ähnlich wie Gartenscheren) ein riesiges Haut- und Fleischstück vom Hinterteil und der Schwanzgegend herausgeschnitten.
In einer anderen Vorgehensweise, dem so genannten „Clip-Mulesing“, werden Klammern so fest an der Haut des Tieres befestigt, dass diese stirbt und abfällt. Man will so erreichen, dass sich eine glatte, vernarbte Haut bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet. Ironischerweise aber entstehen gerade bei der Verstümmelung mit Gartenscheren großflächige blutige Wunden, die häufig von Fliegen befallen werden, noch bevor sie abheilen können.
Diese grausame Mulesing-Prozedur wird ausschließlich in Australien und Neuseeland praktiziert, obgleich humane Methoden bereits existieren, wie z.B. die Zucht von Schafen mit freiem Hinterteil oder verbesserte Hygienebedingungen, wodurch die Haut der Lämmer weniger anfällig für den Fliegenbefall wird.
Wenn australische Schafe alt werden und ihre Wollproduktion nachlässt, werden sie zur Schlachtbank geschickt. Jahr für Jahr müssen Millionen von Schafen hierzu die Qualen des Lebendexports in den Nahen Osten und nach Nordafrika erleiden. Im Januar 2006 führte PETA USA gemeinsam mit der Tierschutzorganisation „Animals Australia“ verdeckte Ermittlungen durch, die die Misshandlung der Tiere und die verheerenden Zustände in den Schlachthäusern dokumentierten, denen die australischen Schafe an ihrem Bestimmungsort ausgesetzt sind.
Entgegen den Behauptungen der australischen Regierung und der Lebendexport-Industrie, dass die Tiere human behandelt würden, zeigten die Ermittlungen auf, dass Schafe und Kühe an Ohren und Beinen von LKWs gezerrt und zum Sterben auf Mastparzellen liegen gelassen werden. Die Tiere werden gefesselt, im Kofferraum von Autos transportiert und schließlich in Hinterhöfen oder unkontrollierten Einrichtungen auf qualvolle Art und Weise, die in den USA, Europa und Australien rechtswidrig ist, geschlachtet.
Text entnommen von PETA