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Stadt und Kirche bereinigen Liegenschaftsbeziehungen
Die Einwohnergemeinde Thun und die Evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Thun haben sich geeinigt, die seit Jahren bestehenden Liegenschaftsbeziehungen zu entflechten. Der abgeschlossene Vertrag sieht vor, gegenseitige Baurechte, Dienstbarkeiten und Grundstücke nach der Interessenlage der beiden Körperschaften zu tauschen.
Seit jeher bestanden zwischen der Einwohnergemeinde Thun und der Gesamtkirchgemeinde Thun bei verschiedenen Liegenschaften Verflechtungen, die teils aus gemeinsamen Bauprojekten entstanden sind oder das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden öffentlich-rechtlichen Körperschaften bildeten.
Daraus ergaben sich mit der Zeit auch Unklarheiten und das Bedürfnis, die Liegenschaftsbeziehungen zu bereinigen. Die Einwohnergemeinde Thun beabsichtigte deshalb seit einiger Zeit, die Eigentumsverhältnisse zu entflechten. Ebenso ist bereits dem Protokoll der Sitzung vom 22. Juni 1981 des Kleinen Kirchenrates zu entnehmen, dass "ein Abtausch der gegenseitigen Baurechte wünschbar wäre und die Bemühungen zu einer solchen Regelung" fortgesetzt werden sollen.
Nach kurzen, aber intensiven Verhandlungen zwischen der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun, vertreten durch das Amt für Stadtliegenschaften, und der Gesamtkirchgemeinde, ist es nun gelungen, die Beziehungen mit Hilfe eines Tauschvertrages neu und getrennt zu ordnen.
Von der Stadt an die Kirche
Dieser regelt einerseits die tauschweise Übertragung von Grundstücken bzw. Teilen davon an die Gesamtkirchgemeinde im Wert von 2,1 Mio. Franken:
Mehrfamilienhaus Silberhornstrasse 1
Die Gesamtkirchgemeinde erwirbt das Mehrfamilienhaus Silberhornstrasse 1. Das bestehende Baurecht wird aufgehoben.
Kirche und Pfarrhaus Schönau
Das Baurecht wird aufgehoben, und die Bodenparzelle geht in das Eigentum der Gesamtkirchgemeinde über.
Stadtkirche:Grünfläche, Stadtmauer und Pavillons
Das Terrain des ehemaligen Friedhofes zwischen der Stadtkirche Schlossberg 12 und dem Unterweisungshaus Schlossberg 10 sowie die Stadtmauer und die beiden Aussichtspavillons werden an die Gesamtkirchgemeinde abgetreten. Das öffentliche Begehungsrecht, das auf dem Kirchengrundstück lastet, wird auf diese Fläche ausgedehnt.
Grünfläche Kirche Scherzligen
Ein Teilstück von 53 Quadratmetern des nordwestlich an die Kirche Scherzligen angrenzenden Grundstückes wird an die Gesamtkirchgemeinde abgetreten und das Kirchengrundstück damit abgerundet.
Kirche Goldiwil – Parkplätze / Umschwung
Der Parkplatz, an dem die Gesamtkirchgemeinde bereits heute ein Mitbenützungsrecht hat, die Zufahrt sowie eine Teilfläche des Umschwungs werden an die Gesamtkirchgemeinde veräussert. Den Besucherinnen und Besuchern des Friedhofes Goldiwil werden ein Fuss- und Fahrwegrecht zum Friedhof und ein Mitbenützungsrecht am Parkplatz eingeräumt.
Von der Kirche an die Stadt
Die Evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde überträgt ihrerseits tauschweise folgende Grundstücke im Wert von 2.3 Mio. Franken an die Einwohnergemeinde Thun:
Kindergarten Ulmenweg
Das bestehende Baurecht wird aufgehoben.
Kindergarten Bostude
Die Parzelle mit dem Doppelkindergarten und der Kirchgemeinde-Pavillon Bläuerstrasse 5 bzw. 7 in der Bostudenzelg geht in das Eigentum der Einwohnergemeinde Thun über.
Aus den beiden Tauschwerten ergibt sich eine Differenz von rund 230'000 Franken zu Gunsten der Gesamtkirchgemeinde Thun. Die Stadt wird ihr also diesen Betrag bezahlen.
Auskünfte an die Redaktionen:
Thomas Zumthurm, Leiter Amt für Stadtliegenschaften, Tel. 033 225 83 51
Andreas Lüscher, Verwalter der Ref. Gesamtkirchgemeinde Thun; Tel. 033 225 70 00 (vormittags)
Thun, 19. März 2010