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Häufig gestellte Fragen zur Schilddrüse (FAQ)
Die Schilddrüse ist ein hormonproduzierendes Organ. Die Schilddrüsenhormone steuern das Stoffwechselgeschehen im Körper. Sie sind unter anderem wichtig für die Regulation der Körpertemperatur, das Wachstum und die geistige Entwicklung.
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunentzündung der Schilddrüse, welche zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) führt. Die Erkrankung wurde 1912 erstmals von Hakaru Hashimoto beschrieben, einem japanischen Pathologen und Chirurgen. In der Schweiz sind etwa 20% der Gesamtbevölkerung betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt. Es wird vermutet, dass Stress, Virusinfektionen oder andere Umwelteinflüsse bei genetisch veranlagten Menschen eine chronische Immunreaktion auslösen. Dabei zerstören körpereigene Abwehrzellen die Schilddrüsenzellen.
Der Morbus Basedow (im englischen Sprachraum Graves disease genannt) ist eine Autoimmunerkrankung, welche zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) führt. Die Erkrankung wurde 1835 erstmals von Robert James Graves, einem irischen Arzt, und 1840 von Carl Adolph von Basedow, einem deutschen Arzt, beschrieben. In der Schweiz sind etwa 3% der Gesamtbevölkerung betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die genauen Ursachen der Erkrankung sind unbekannt. Es wird vermutet, dass Stress, Virusinfektionen oder andere Umwelteinflüsse bei genetisch veranlagten Menschen eine chronische Immunreaktion auslösen. Dabei stimuliert das Immunsystem über TSH-Rezeptor-Antikörper die Schilddrüse zur Hormonüberproduktion. Symptome sind subjektive Unruhe, Herzrasen, Schwitzen, Schlaflosigkeit und (bei längerer Dauer) Gewichtsverlust.
Schilddrüsenknoten treten sehr häufig auf. Ab dem Alter von 60 Jahren lassen sie sich bei circa 50% der Menschen nachweisen. Über 95% der Schilddrüsenknoten sind gutartig, knapp 5% sind Schilddrüsenkarzinome (Krebs). Eine durch vermehrtes Wachstum von Schilddrüsenzellen verursachte knotige Vergrösserung der Schilddrüse wird als Struma nodosa (umgangssprachlich «Kropf») bezeichnet. Weshalb Schilddrüsenknoten entstehen ist nicht vollständig bekannt. Frühere Bestrahlungen im Halsgebiet, Rauchen und Jodmangel sind begünstigende Faktoren. Der Schweizer Arzt Otto Bayard führte 1918 auf seinem Praxisgebiet als erster weltweit die Jodprophylaxe ein, indem er dem Speisesalz die richtige Menge Jod beimischte. Darauf aufbauend etablierte das Bundesamt für Gesundheit in den folgenden Jahren eine gesamtschweizerische Einführung, weshalb durch Jodmangel bedingte Schilddrüsenvergrösserungen in der Schweiz weitestgehend verschwunden sind.
Warum Schilddrüsenkrebs entsteht, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, welche das Risiko hierfür erhöhen. Dazu gehören eine Strahlentherapie im Halsbereich im Kindesalter oder eine familiäre Veranlagung.
Bei welchen Erkrankungen wird eine Schilddrüsenoperation empfohlen?
1. Grosse Knoten, insbesondere bei damit verbundenen Beschwerden
2. Nachgewiesene oder vermutete Schilddrüsenkrebserkrankung
3. Schilddrüsenüberfunktion, z. B. bei einer autonomen Hormonproduktion in einem Knoten oder beim Morbus Basedow
Ein Termin in der Spezialsprechstunde für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie wird am besten über Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt durch eine Anmeldung im Bauchzentrum (Kontaktformular resp. <email-pii>) in die Wege geleitet.