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Es begann im März 2005, wenige Wochen vor dem 18. Geburtstag von Lionel Messi. Vater Jorge Horacio Messi übertrug damals die Rechte an Bildern seines sportlichen Sohnes für zehn Jahre an die Firma Sport Consultants im lateinamerikanischen Steuerparadies Belize - für den Spottpreis von 38'040 Euro. Sport Consultants trat die Rechte umgehend für eine Kommission von 10 Prozent an Sport Enterprises mit Sitz in London im Vereinigten Königreich ab.
Die beiden Unternehmen wurden gemäss den spanischen Ermittlungsbehörden vom britischen Steuerberatungsunternehmen Sovereign eröffnet. Auftraggeber soll Messis Vater gewesen sein. Und hinter den Firmen wiederum soll Messis Mutter Celia Maria Cuccittini zusammen mit ihrem Mann als Eigentümer gestanden haben.
4,1 Millionen am Fiskus vorbei
Dank der Konstruktion habe der inzwischen 26-jährige Spitzenfussballer in den Jahren 2006 bis 2009 «hohe Einnahmen aus der Abtretung seiner Bildrechte an Dritte» erhalten, schreiben die spanischen Ermittler in ihrem Bericht. Bei den Steuerbehörden soll er die Einkünfte aber nicht angegeben haben. Insgesamt 4,164 Millionen Euro sollen so von Familie Messi dem Fiskus vorenthalten worden sein.
Fünf Monate später trat die Firma in Belize auch die Rechte aus Verträgen als Markenbotschafter, Sponsoring oder Merchandising ab - für eine Kommission von 5 bis 8 Prozent. Dieses Mal gingen sie an die Lazario GmbH in Zug. DIe Firma wurde inzwischen liquidiert. Doch ihre Geschäfte übernahm die Tubal Soccer Management GmbH. Sie sitzt an der gleichen Adresse.
Kein Kommentar in Zug
Die Tubal Soccer Management existiert bis heute. Sie sitzt an der Poststrasse 6 in Zug, in einem gesichtlosen Bürogebäude, wo Dutzende von Firmen angesiedelt sind. Ihr Geschäftsführer ist Albert Villiger. Zum Fall und zum Unternehmen sagt er nur so viel: «Ich kann dazu leider nichts sagen.» Er habe aber nie selbst mit Messi zu tun gehabt, erklärt Villiger noch.
Tubal Soccer liess als Geschäftszweck im Handelsregister eine ganze Kette von Tätigkeiten eintragen: «Weltweites Management von Sportlern, insbesondere im Fussballbereich sowie Erbringung von damit zusammenhängenden Dienstleistungen, einschliesslich Erwerb, Verwertung, Vermittlung und Veräusserung von Immaterialgüterrechten aller Art». Das Gesellschaftskapital beträgt 20'000 Franken. Die Anteile besitzt laut Handelsregister die Firma Vitop Consulting. Ihr Alleineigentümer: Albert Villiger.