Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03130.jsonl.gz/1884

Bestimmung relevanter Expositionszeiträume zur Überprüfung der Gewässerqualität
Im Januar 2016 wurde die Gewässerschutzverordnung dahingehend geändert, dass neu effektbasierte Qualitätskriterien (auch Environmental Quality Standards (EQS) genannt) legal verankert werden sollen. Unterhalb dieser Werte sollten keine schädlichen Wirkungen auf Wasserorganismen auftreten. Für jede Substanz wird ein Umweltqualitätskriterium für längerfristige Exposition (AA-EQS) sowie eines für kurzfristige Exposition (MAC-EQS) hergeleitet.
Für die Bestimmung der Wasserqualität wird das Qualitätskriterium mit der im Gewässer gemessenen Konzentration verglichen. Aufgrund der durchschnittlichen Testdauer von ökotoxikologischen Tests zur Ermittlung der chronischen Toxizität wurde vorgeschlagen, den AA-EQS mit dem 2-wöchigen Mittelwert der Umweltkonzentration zu vergleichen. Dies schien in jedem Fall gerechtfertigt, da das Gesetz von Haber besagt, dass die Toxizität als Produkt aus Konzentration und Zeit konstant ist. So sollte eine höhere Konzentration über einen kürzeren Zeitraum den gleichen Effekt bewirken wie eine niedrigere Konzentration über einen längeren Zeitraum.
In diesem Projekt soll geklärt werden, welche zeitliche Integration der Umweltkonzentration für den Vergleich mit dem AA-EQS und dem MAC-EQS aus ökotoxikologischer Sicht sinnvoll ist, und ob das Gesetz von Haber tatsächlich eine wissenschaftlich fundierte Annahme für die Qualitätskriterien-basierte Risikobewertung ist. Dazu werden Toxikokinetik/Toxikodynamik(TK/TD)-Modellierungen mit Vorhersagen nach dem Gesetz von Haber verglichen.