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Wie wir gesehen haben, waren schon die neueren Entwicklungen bezüglich der Mensch-Umwelt- Thematik in den betrachteten Disziplinen Reaktionen auf die ökologische Krise, blieben aber dabei immer in einem fachinternen, also intradisziplinären Rahmen stehen. Wenn wir nun hier von der "neuen" Humanökologie reden, geht es uns um integrative Ansätze, die auf verschiedene Weisen, die wir nachstehend noch skizzieren werden, die herkömmliche Wissenschaft zu transzendieren versuchen. Dabei stimme ich im wesentlichen mit Weichhart überein, der sagt, "dass 'Humanökologie' ... keinesfalls als eigenständige Disziplin verstanden werden darf, die als eine Art 'Überwissenschaft' den möglichen Gesamtbereich einer Ökologie des Menschen abdecken könnte." Stattdessen ist sie "als interdisziplinärer Ansatz, als Forschungsperspektive, als Komplex von Fragestellungen anzusehen".152
Weichhart 1986, 54.
Dies bedeutet, dass wir schwergewichtig von der einen oder anderen Disziplin aus humanökologische Probleme angehen und sagen können, wir täten dies auf wissenschaftliche Art, die wissenschaftliche Tätigkeit verstanden als eine, die der "Wahrheit" verpflichtet ist, d.h. sich bemüht, überprüfbare oder mindestens begründbare Aussagen zu machen. Gleichzeitig ist aber vorausgesetzt, dass sich diese Tätigkeit auf dem Hintergrund einer integrativen Perspektive entfaltet, die es erlaubt, die sonst fragmentierte Sicht auf die Welt nach Möglichkeit zu überwinden. Eine solche Perspektive wird notwendigerweise ausserwissenschaftliche Elemente umfassen müssen.