Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03465.jsonl.gz/206

Wimbledon ist seit jeher das traditionellste Turnier im Kalender. Noch heute darf im All England Lawn Tennis and Croquet Club nur aufschlagen, wer vornehmlich weiss gekleidet ist.
Auch vor 71 Jahren hatte man in Wimbledon klare Kleider-Vorstellungen. Dass Frauen in Röcken spielten, war zwar normal. Auch, dass diese bereits oberhalb der Knie endeten, war keine Seltenheit mehr.
Dennoch sorgte Gussie Moran 1949 für einen Aufschrei des Entsetzens. Die Amerikanerin trat in einem unüblich kurzen Rock an, der bei bestimmten Bewegungen sogar einen Blick auf ihre Unterwäsche offenbarte. Der Skandal war perfekt.
Der Designer musste büssen
Moran habe «Vulgarität und Sünde» in das Tennis gebracht, entrüstete sich der All England Club. Und Cuthbert «Ted» Tinling, der das Kleidungsstück entworfen hatte, wurde von der Anlage verbannt und erst 33 Jahre später rehabilitiert.
Für Moran bedeutete das Röckchen einen – eher ungewollten – Popularitätsschub. Die britische Presse bezeichnete sie fortan nur noch als «Gorgeous Gussie» und weltweit war sie auf Zeitschriftencovers zu sehen.