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UniS (Altes Frauenspital)
Schanzeneckstrasse 1
Dank dem Verzicht der kantonalen Steuerverwaltung auf den Bezug des umgebauten ehemaligen Frauenspitals darf die Universität bis 2006 ein neues Areal beziehen, welches den Anforderungen an einen Institutsbau der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bestens entgegen kommt. Das Projekt profitiert von der hohen Standortgunst nahe beim Bahnhof und ordnet sich gut in die Entwicklung zur Quartieruniversität ein, obwohl es in der Strategie 3012 nicht vorgesehen war.
Die baulichen Anforderungen an Spitäler wandeln sich dauernd, schnell und oft nicht vorhersehbar. So hat auch das ehemalige Frauenspital eine wechselvolle Baugeschichte hinter sich, welche am renovierten und ergänzten Komplex noch weitgehend ablesbar ist. Der Neubau, den Kantonsbaumeister Friedrich Salvisberg 1873-76 auf die Hangkante an der Schanzeneckstrasse stellte (die Ecke der barocken Schanzenanlage kann im Untergeschoss besichtigt werden) definierte als erster auf der grossen Schanze den Typus mit breiter Schaufront und zwei kurzen, abgewinkelten Flügeln, welcher später sowohl für das Hauptgebäude der Jura-Simplon-Bahn wie auch für das Hauptgebäude der Universität übernommen wurde. Das Spital, dem 1906-10 das Obergericht "vor die Nase gesetzt" wurde, erfuhr mehrere Ausbauten und Erweiterungen.
1887 wurde das neu in Altrosa gefasste Direktionsgebäude errichtet, 1919 kam der Anbau an der Schanzenstrasse mit dem halbrunden Erker des Operationssaals, der unverblümt- naiven Bauplastik und dem zweigeschossigen Hörsaal hinzu, in den 1930er Jahren wurde, erkennbar an den grossen Fenstern, das Dach aufgestockt, 1947/48 vervollständigte das vorgelagerte Poliklinikgebäude die Anlage. Die neueste Entwicklung wurde mit dem Projekt in die Wege geleitet, mit dem die Berner Architekturbüros Häfliger von Allmen und Matti Ragaz Hitz 2001 den Gesamtleistungswettbewerb gewonnen hatten. Das gesamte Areal wird neu über einen verglasten Innenhof erschlossen.
Die Spuren des Gebrauchs, in einem ehemaligen Spital allgegenwärtig, sind durch die Sanierung und Renovation weitgehend rückgängig gemacht worden. Die Treppenhäuser, mit Sandsteinsäulen und -bögen ausgezeichnet, wurden mit Brandschutzverglasungen geschlossen. Neue Böden und neue Wände, teilweise auch belüftete Räume, bieten zeitgemässen Komfort in einer grosszügigen Struktur.
Während in der Direktionsvilla Fenster und Holzwerk erhalten blieben, wurde das ehemalige Wäschereigebäude so in den weissen Neubauflügel integriert, dass die alte Struktur im neuen Bestand völlig aufgeht und sich nicht mehr als solche ablesen lässt. Der ausdrucksstarke Knick geht nebst dem integrierten Haus auf den Verlauf der Baulinie zurück. Mit seinem gebrochenen Längsverlauf, den leicht unregelmässig befensterten Fassaden, sowie den als Farbräume ausgestalteten Besprechungszimmern ist der Neubau städtebaulich und architektonisch zu einer besonderen Attraktion auf dem Areal geworden.