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Kanada’s nördlichste Messstation für Wetter und Forschung, muss einige Umweltmessungen reduzieren und andere für sechs Monate ausfallen lassen, da nicht genügend Personal zur Verfügung stand aufgrund eines „hohen Mass an Wechseln“. Forscher sagen nun, dass dadurch eine permanente Lücke in den Datensätzen, die für das Verständnis des globalen Klimawandels essentiell wären, entsteht.
Die Wetterstation der kanadischen Behörde für Umwelt und Klimawandel in Alert, Nunavut, liegt am nordöstlichsten Zipfel von Ellesmere Island, nur noch 817 Kilometer vom Nordpol entfernt. Global gesehen existieren nur noch wenige andere Informationsquellen über die Bedingungen so weit nördlich. Daten von atmosphärischen Bedingungen, Schneedicke und Meereisdicke wurden mehr als ein halbes Jahrhundert lang gesammelt und sind damit eine der längsten Messstrecken der Welt, um den Klimawandel zu verstehen. Forscher rund um die Welt haben die gesammelten Daten genutzt, um Wetter und Klimamodell zu füttern oder um Messsysteme von Flugzeugen und Satelliten zu kalibrieren. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn die Messungen wurden beschnitten seit Anfang Oktober und noch bis März 2018, gemäss Christine Best, Leiterin der Radar und Atmosphärenabteilung der Meteorologischen Abteilung. Denn zur Stellenbesetzung Anfang Oktober konnte zum ersten Mal keine zweite Person gefunden werden, aufgrund eines „hohen Mass von Jobwechseln“, erklärte Best. Während die Finanzen des Meteo Services nicht beschnitten wurden durch die momentane Regierung, hatte die Abteilung trotzdem zuerst geplant, die Messungen für sechs Monate auszusetzen und die Einsparungen zur Kostendeckung an anderer Stelle zu nutzen. „Die Kosten sind gestiegen und wir versuchen, nicht über unsere Verhältnisse zu leben“, meint Best. Doch die Forschungs- und Technikabteilung der kanadischen Umweltbehörde machte sich Sorgen über die Auswirkungen auf wichtige Messungen des Ozonloches, das sich jeden Frühling über der Arktis bildet und nur nahe am Nordpol gemessen werden kann. Am Ende, sagte Best, wurde ein einzelner Mitarbeiter nach Alert geschickt, um die Arbeit von zwei Leuten zu tun und es wurde ihm gesagt, welche Messungen Priorität hätten. „Das ist das erste Mal, dass wir so etwas in Alert tun mussten“, erklärt Best. „Niemand hat bisher notiert, wie lange es dauert, um alles zu tun.“ Doch nicht nur die Wetterdaten sind betroffen, sondern auch Messungen über Schnee und Eis werden wichtige Lücke aufweisen aufgrund der Kürzungen.
Christian Haas, ein Meereisforscher des AWI und Forscher am Kanadischen Forschungszentrum für Meereisgeophysik in Toronto, erklärt, dass Alert ein wichtiger Ort für Meereismessungen sei, weil das arktische Meereis dort vorbeidrifte bevor es weiter in Richtung Süden treibt. Ausserdem findet man dort auch das älteste Eis, dass am schnellsten wegen des Klimawandels verschwindet. „Was die dort oben tun, ist sehr wertvoll, weil sie es seit langer Zeit bereits getan haben. Damit gehöre sie zu den zuverlässigsten Klimadatensätzen“, sagt Haas. Auch Ron Kwok vom NASA Jet Propulsion Lab am Cal Tech meint, dass durch die Kürzungen der Schnee- und Meereismessungen in diesem Winter ungewöhnliche Unterschiede nicht gemessen werden könnten, die etwas Neues über das Klima aussagen könnten. „Das wird Auswirkungen auf unsere Modelle haben“, erklärt er weiter. Denn er nutzt die Schnee- und Eisdaten zur Analyse von Klimatrends und um ferngesteuerte Sensoren der NASA Flugzeuge und Satelliten zu kalibrieren. Er meint, dassForscxher zwar Wege finden würden, um kurzzeitig mit den Lücken fertig zu werden, wenn sie müssten. Doch die fehlenden Beobachtungen werden die wertvollen Langzeitdatensätze beinahe wertlos machen. Denn: „Man kriegt sie niemals wieder!“
Quelle: Emily Chung, CBC News