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CHOCOSUISSE Delegation in Ghana: Navigieren durch die Herausforderungen der EUDR
Eine Delegation von CHOCOSUISSE und der Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao besuchte im November Ghana, um die Auswirkungen der EU-Deforestation Regulation (EUDR) und die Rolle des Ghana Cocoa Traceability Systems (GCTS) des Ghana Cocoa Board (COCOBOD) in diesem Zusammenhang besser zu verstehen.
Die erste Station, Yayra Glover in Suhum, bot einen Einblick in die Bio-Kakaoproduktion. Beim anschliessenden Empfang in der Schweizer Botschaft konnte der Austausch mit Wirtschafts- und Regierungsvertretern vertieft werden. Der darauffolgende Besuch der KOA-Fabrik in Achiase zeigte innovative Ansätze im Upcycling von Kakaofruchtfleisch. Weitere Besuche bei COCOBOD und Cargill konzentrierten sich auf die laufenden Tests und die Implementierung des GCTS, bevor die Mission mit Gesprächen über die Herausforderungen der EUDR mit dem COCOBOD-Management abgeschlossen wurde.
Die EUDR und ihre Implikationen
Die EUDR soll die Einfuhr von bestimmten Agrarprodukten wie Kakao und daraus hergestellten Produkten wie Schokolade in die EU streng regulieren. Die Verordnung verlangt den Nachweis, dass die Produkte nicht aus Gebieten stammen, die nach dem 31. Dezember 2020 von Entwaldung oder Waldschädigung betroffen sind. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte bis zum Ursprungsort, was eine hohe Datengenauigkeit und eine lückenlose Dokumentation der gesamten Lieferkette erfordert.
COCOBODs Rolle und das GCTS
Als Regulierungsbehörde für den Kakaosektor in Ghana verfügt COCOBOD über eine Struktur, die die Umsetzung der EUDR vereinfacht. Seit 2019 arbeitet COCOBOD an der Entwicklung des Cocoa Management Systems (CMS), einem umfassenden System, das die biografischen Daten aller Kakaobauern, Haushaltsinformationen und die genauen Grenzen der angebauten Kakaoflächen erfasst. Die Datenerhebung dauerte ein ganzes Jahr: Jeder Kakaobauer erhielt eine Kakao-ID-Karte mit einem QR-Code, der sozioökonomische Daten sowie Informationen über die Grösse und geografische Lage der Parzellen enthält. Das System ist so konzipiert, dass es Alarm schlägt, wenn die Menge der verkauften Bohnen nicht mit der Grösse der Parzelle und der Anzahl der erwachsenen Haushaltsmitglieder übereinstimmt.
Ein wichtiger Schritt des COCOBOD in Richtung EUDR-Konformität ist nun die Einführung des GCTS innerhalb des CMS. Das GCTS, das seit September 2023 in zwei Distrikten getestet wird, von denen einer während der Mission besucht wurde, soll die Transparenz in der Kakaoversorgungskette erhöhen. Die geplante landesweite Einführung des GCTS im nächsten Jahr ist ein ehrgeiziges Unterfangen und wird die Rückverfolgbarkeitsmassnahmen auf alle Kakaoregionen in Ghana ausweiten. Die nächsten Schritte dafür sind die Überarbeitung der Standard Operating Procedures (SOPs) und die Entwicklung weiterer Schulungsmaterialien, während gleichzeitig an der Interoperabilität der verschiedenen Subsysteme gearbeitet wird.
Herausforderungen und der Weg nach vorn
Die Mission hat auch gezeigt, dass die EUDR zu einer Aufspaltung der Lieferketten in EU- und Nicht-EU-Standards führen könnte. Darüber hinaus steht Ghana bei der Umsetzung des GCTS vor grossen finanziellen Herausforderungen. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Lage des Landes erfordert die landesweite Einführung des Systems erhebliche Investitionen in die technologische Infrastruktur, Ausbildung und Systementwicklung. Eine flächendeckende Einführung bis Ende Dezember 2024 mit Inkrafttreten der EUDR ist jedenfalls sehr ambitioniert.