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Die Spracheigenschaften unterscheiden sich von Land zu Land – und je nach Land sollte man sich auch etwas anpassen, wenn man die Einheimischen nicht irritieren möchte.
Wenn ein Deutscher in einer Schweizer Bar sagt: „Ich krieg ein Bier“, wird dies von Einheimischen als schwer unhöflich empfunden.
Als ich in einem Hamburger Bahnhofsbuffet zu der Bedienung sagte: „Ich würde dann gerne noch zahlen“ entgegnete sie: „Naja, du MUSST zahlen, Junge!“. Dies fanden ich und die anderen Schweizer lustig und niemand hat es als unfreundlich aufgefasst.
Allgemein lässt sich wohl sagen, dass die Deutschen in der gesprochenen Sprache eher direkter sind als die Schweizer. Eine Schweizerin sagt zum Beispiel: „Ich denke, ich gehe dann so langsam mal“, während eine Deutsche einfach sagt: „Na dann, tschö!“
Schweizer empfinden dieses Indirekte höflicher. Doch dies können andererseits Deutsche als unhöflich empfinden. Es kam zum Beispiel schlecht an, als meine Freundin den deutschen Gastgeber fragte: „Könntest du diese Weinflasche öffnen?“ Denn er hatte den Eindruck, sie glaube, er sei nicht imstande eine Flasche zu entkorken. Auch das typisch schweizerische „schnell“ wird zum Teil falsch aufgefasst. Bei „Könntest du nicht schnell…“ fühlen sich manche Deutsche gestresst.
Noch extremer als wir Schweizer sind die Asiaten in dieser Hinsicht. Jemanden unverhohlen zu widersprechen gilt als sogar als beleidigend.
In Thai sagt man auch nie Nein, sondern höchstens: „Mai Chai“ – „nicht ja“.
Nino #Sprachgärtner