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Die Basler Rechtskultur zur Zeit des Humanismus wird vor allem durch die beiden Amerbach, den Vater Bonifacius und den Sohn Basilius, repräsentiert. In ihrem juristischen Wirken nehmen die Gutachten einen wichtigen Platz ein. Die vorliegende Studie unterzieht die Rechtsgutachten des Bonifacius Amerbach, des Freundes und Erben von Erasmus von Rotterdam, einer näheren Untersuchung. Den Anfang der Darstellung macht ein Überblick über Amerbachs vielfältige konsiliare Tätigkeit. Einzelkapitel sind besonders den von ihm benutzten Rechtsquellen und deren Anwendung sowie seinen Ansichten zu Staat und Kirche, Familie und Erbe, Straf- und Strafprozessrecht gewidmet. Den Abschluss bildet die Schilderung einiger berühmter Rechtsfälle, an denen er als Konsiliarius mitgewirkt hat.
Bonifacius Amerbach hat, so nachdrücklich wie wohl kaum ein anderer Rechtsgelehrter seiner Zeit, ein Grundelement humanistischer Jurisprudenz, nämlich die antike Moralphilosophie, insbesondere den Gedanken der Billigkeit, in seiner praktischen Tätigkeit zur Geltung gebracht. Die Aequitas, aber auch andere philosophische und moralische Kategorien, nehmen in seinen Gutachten einen verhältnismässig breiten Raum ein. Mit ihrer Hilfe versucht er, harte oder formalistische Entscheide zu vermeiden und einem differenzierten, verfeinerten Rechtsverständnis die Bahn zu brechen. Darin liegt das Besondere, das seine Konsilien auszeichnet, sein persönlicher, unverwechselbarer Beitrag, den er an die Rechtskultur des 16. Jahrhunderts geleistet hat.
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Bibliographische Angaben
|Seitenanzahl||256 arabisch|
|Bindung||Buch, Broschiert|
|ISBN||978-3-7965-1200-1|
|Erscheinungsdatum:||01.01.1997|