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Der Grundstein für den heutigen Sihlsee wurde Anfang des letzten Jahrhunderts gelegt, als die Kantone Schwyz, Zürich und Zug den Schweizerischen Bundesbahnen eine Konzession zur Stromerzeugung im Bezirk Einsiedeln erteilten. Im Names des Fortschritts bezahlten die damaligen Bewohner des Tals einen hohen Preis: Um den Sihlsee zu fluten mussten mehr als 100 Betriebe komplett aufgegeben werden, 500 Personen wurden umgesiedelt, Existenzen wurden vernichtet, es kam sogar zu Enteignungen.
Schon damals war das Viadukt ein Zankapfel. Die angebotene Abfindungssumme von 800‘000 Franken anstelle einer direkten Verbindung nach Einsiedeln, stiess im Viertel Willerzell auf Ablehnung. Man beschloss, den Bau eines Viadukts strikt zu fordern. Dem Verlangen wurde in dem 1927 ausgehandelten Vertrag zwischen dem Bezirk Einsiedeln und den SBB stattgegegen: „Erstellung eines Viadukts, die Verpflichtung dessen Unterhalts sowie die der betriebsnotwendigen Infrastrukturen zur Stromproduktion bis ans Ende der Konzession“.
Die derzeitige Konzession an die Etzelwerk AG (seit 1987 in alleinigen Händen der SBB) verfällt Ende 2022, dies nachdem sie bereits einmal um fünf Jahre verlängert wurde. Im Rahmen der Verhandlungen um eine Neukonzession liess die Etzelwerk AG den Beschluss verlauten, sich künftig ausschliesslich auf ihr Kerngeschäft – die Produktion von Energie – zu konzentrieren, was den Betrieb / Unterhalt von nicht betriebsnotwendigen Infrastruktur-anlagen ausschliesst. NUSS ist der Meinung, dass diese Haltung im Widerspruch steht zu den Grundsatzwerten der SBB. ( pdf Verhaltenskodex SBB (236 KB) )
Anlässlich eines Info-Abends im November 2016 konfrontierten lokale Politiker (Bezirks- und Kantons-Ebene) die betroffenen Bürger mit einem ernüchternden Fait Accompli: Aus Kostengründen ist das Viadukt nicht länger Gegenstand der Vertragsverhandlungen, es soll ab 2023 nurmehr für den Langsamverkehr zugänglich sein.