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Sind kurzsichtige Menschen intelligenter als andere?
Dr. med. Raffael Guggenheim weiss die Antworten
Dreimonatskoliken
Der Verdauungstrakt ist bei Säuglingen noch sehr unreif. Viele Kinder leiden deshalb schon in den ersten Lebenswochen unter schmerzhaften Bauchkrämpfen, wenn sie beim hastigen Trinken zuviel Luft geschluckt haben. Seltener ist eine Kuhmilch-Unverträglichkeit die Ursache. Unruhe und Schreien entwickeln sich oft abends und dauern mitunter über Stunden an. Der Bauch kann etwas gewölbt sein und die Beinchen werden entweder lang gestreckt oder zum Körper hin angezogen, das Gesicht läuft rot an. In der Regel verschwinden diese Koliken nach dem Ende des dritten Lebensmonats.
Behandlung: Wenn Sie stillen, sollten Sie bewusst auf blähende Speisen verzichten. Lassen Sie Ihr Kind nach jeder Brust aufstossen. Füttern Sie nach dem Stillen eine kleine Menge Fenchel- oder Kümmeltee aus dem Fläschchen. Bekommt Ihr Kind einen Schoppen, können Sie vorübergehend die Trockenmilch mit Fencheltee statt mit Wasser anrühren. Verwenden Sie einen Sauger mit kleinerem Loch. Eine mässig warme Wärmflasche oder eine sanfte Massage der Bauchhaut kann gut tun. Tragen Sie Ihr Ba-by in der Bauchlage auf Ihrem Unterarm herum. Nehmen Sie die Hilfe von Verwandten und Bekannten an. Je gestresster Sie sind, umso unruhiger wird Ihr Baby. Weitere Tipps bekommen Sie bei der Mütter- und Väterberatung und bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.
Fieber
Die normale Körpertemperatur beträgt 36,5 bis 37,5°C. Kleine Kinder haben sehr schnell und oft Fieber. Wenn das Kind trotz Fieber zufrieden ist, regelmässig trinkt und mindestens viermal am Tag eine feucht Windel hat, dürfen Sie ruhig ein bis zwei Tage warten, bevor Sie zum Arzt gehen. Wenn das Fieber aber über 38,5°C steigt, das Kind apathisch ist oder sich ungewohnt verhält, plötzlich einen Ausschlag hat oder Sekret aus dem Ohr läuft, sollten Sie umgehend Ihren Arzt/Ihre Ärztin anrufen.
Behandlung: Wenn Ihr Kind warme Beine hat, können Sie es zunächst mit den guten alten Essigsöckchen probieren. Geben Sie etwas Essig in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser und tränken Sie Tücher darin, die Sie um die Fesseln des Kindes wickeln. Darüber kommen Woll- oder Baumwolltücher. Nach 5 bis 15 Minuten können Sie die Wickel entfernen, und das Fieber sollte gesunken sein. Ein Bad, das 3°C unter der Körpertemperatur liegt, sollte dieselbe Wirkung haben. Falls nicht, konsultieren Sie den Arzt oder die Ärztin. Ziehen Sie Ihr Baby nicht zu warm an, damit es keinen Wärmestau bekommt. Bieten Sie ihm häufig Wasser oder Tee an, denn es braucht jetzt viel Flüssigkeit.
Achtung: Verabreichen Sie Fieberzäpfchen oder andere Medikamente nur, wenn Sie vorher mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin darüber gesprochen haben.
Fieberkrampf
Ein Fieberkrampf sieht erschreckend aus und ist ein Notfall. Das Kind hat hohes Fieber, zuckt im Gesicht und an den Gliedern, verdreht die Augen und wird bewusstlos. Es klappert vielleicht mit den Zähnen wie bei einem Schüttelfrost und friert oder es schaut Sie mit starrem Blick an und ist nicht ansprechbar. Nach ein bis fünf Minuten kommt es wieder zu sich.
Behandlung: Legen Sie das Kind auf die Seite, damit eventuell Erbrochenes aus dem Mund laufen kann. Keinen Nuggi geben. Lassen Sie Ihr Kind nicht alleine. Rufen Sie sofort den Arzt oder die Ärztin an. Ein Fieberkrampf ist in den meisten Fällen harmlos. Es muss jedoch abgeklärt werden, ob eine generell erhöhte Krampfbereitschaft des Gehirns vorliegt.
Durchfall
Bei voll gestillten Kindern ist Stuhlgang mehrmals täglich unbedenklich. Sorge ist nur angebracht, wenn der Stuhl unangenehm riecht, farblich ungewöhnlich (grünlich), dünn oder sogar wässrig ist und/oder von Erbrechen und Fieber begleitet ist. Achten Sie auf Zeichen von starkem Flüssigkeitsverlust: Eine eingesunkene grosse Fontanelle und Hautfalten, die beim Hochziehen «stehen bleiben». Durchfall ist ein häufiges Begleitsymptom bei allerlei Infektionen, z.B. Mittelohrentzündung oder Grippe, aber auch beim Zahndurchbruch.
Behandlung: Messen Sie die Temperatur. Säuglinge mit Brechdurchfall und Fieber müssen sofort ärztlich behandelt werden, denn der Flüssigkeitsverlust kann lebensgefährlich werden. Bei alleinigem Durchfall dürfen Sie weiterhin stillen. Ansonsten geben Sie mindestens 12 Stunden keinen Milchschoppen, feste Nahrung oder Fruchtsäfte mehr, sondern nur noch Tee. Setzen Sie neu eingeführte Nahrungsmittel sofort ab. Wechseln Sie sehr oft die Windel, damit kein Ekzem entsteht.
Verstopfung
Wie oft die Windel gefüllt ist, ist gar nicht so wichtig: Auch gestillte Säuglinge haben manchmal nur alle drei bis vier Tage Stuhlgang. Erst wenn der Stuhl hart und knollig ist, spricht man von Verstopfung. Meist ist der Bauch dann auch gebläht. Bei Fieber oder sehr heissem Wetter kann der Stuhlgang aus Flüssigkeitsmangel ausbleiben.
Behandlung: Mehr Flüssigkeit, z.B. Tee oder bei älteren Säuglingen etwas Fruchtsaft (Apfelsaft) kann schon helfen. Auch Milchzucker als Zusatz zum Schoppen regt die Stuhlbildung an. Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten führen durch ihr Wasserbindungsvermögen zu einem lockereren und leichteren Stuhl und begünstigen die Darmbeweglichkeit. Bitte geben Sie keine Abführmittel!
Erbrechen und Speien
Von Erbrechen spricht man, wenn das Kind grössere Mengen im Schwall herausgibt. Speien oder Spucken ist dagegen eine harmlose und häufige Erscheinung bei Säuglingen. Nach jeder Mahlzeit lässt das Kind etwas Nahrung herausfliessen oder sie kommt ihm beim Aufstossen hoch. Das kann sein, weil das Baby beim Trinken Luft schluckt, weil es zu hastig trinkt, oder weil der Sauger ein zu grosses Loch hat.
Behandlung: Einmaliges Erbrechen braucht Sie nicht zu beunruhigen. Geben Sie Ihrem Baby etwas Tee und wiegen Sie es beruhigend im Arm. Speit Ihr Kind nach jeder Mahlzeit etwas Nahrung aus, legen Sie es nach dem Aufstossen auf die Seite und stützen Sie es mit einer Windelrolle. Lassen Sie das Baby nach jeder Mahlzeit gut aufstossen. Solange das Kind zunimmt und der Stuhlgang normal ist, braucht es keine spezielle Behandlung. Erbricht das Kind grössere Mengen und mehrmals am Tag, hat es vielleicht auch Fieber, müssen Sie den Arzt benachrichtigen, da der Flüssigkeitsverlust für den Säugling bedrohlich werden könnte.
Erkältungen und Schnupfen
Schnupfen kann für Säuglinge sehr unangenehm sein, da sie beim Saugen zuwenig Luft bekommen. Dicker gelblichgrüner Schleim kann ein Zeichen für eine Mittelohrentzündung oder Bronchitis sein.
Behandlung: Achten Sie auf feuchte Luft im Zimmer, z.B. durch einen Luftbefeuchter oder feuchte Tücher auf der Heizung. Kann Ihr Kind ungehindert trinken, genügt es, mehrmals täglich einige Tropfen Kochsalzlösung in seine Nase zu träufeln. Auch frisch abgepumpte Muttermilch oder Kamillentee eignet sich sehr gut! Die Nase vorsichtig mit einem gedrehten Wattebausch reinigen, aber die Absonderungen nicht hochschieben. Eine kleine Nasenpumpe zum Absaugen kann hilfreich sein.
Husten
Husten ist eine Schutzreaktion des Körpers und hilft, die Atemwege von Schleim zu befreien. Husten tritt meistens zusammen mit Schnupfen und eventuell Fieber auf. Manche Kinder erbrechen beim Husten. Die Atmung ist beschleunigt. Beobachten Sie den Husten möglichst genau: Ist er hart, bellend, heiser, locker verschleimt, keuchend, mit ziehenden Luftgeräuschen?
Behandlung: Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken. Das verflüssigt den Schleim. Sie können Brust und Rücken mit einer speziell milden Erkältungssalbe einreiben. Ist der Hustenreiz stark, suchen Sie den Arzt/die Ärztin auf: Es könnte sich um eine Bronchitis oder Lungenentzündung handeln. Auch Keuchhusten oder Pseudokrupp müssen ausgeschlossen werden.
Leistenbruch
Vor allem bei Buben kommt es häufig vor, dass der Leistenkanal offengeblieben ist, statt sich zu schliessen. Wenn Sie in der Leistengegend eine Schwellung erkennen, das Kind ohne ersichtlichen Grund heftig schreit oder Bauchweh hat, kann es sich um einen Leistenbruch handeln.
Behandlung: Der Arzt/die Ärztin klärt ab, ob es sich um einen Leistenbruch handelt. Der Leistenbruch muss operiert werden und erfordert manchmal einen kurzen Spitalaufenthalt. Je nach Spital können die Kinder aber auch gleich nach der Operation wieder nach Hause gehen.
Mittelohrenentzündung
Mittelohrentzündungen sind sehr schmerzhaft. Die Kinder haben evtl. Fieber, sind blass und weinen viel. Oft greifen sie mit der Hand zum Ohr oder werfen den Kopf hin und her. Manchmal läuft sogar Sekret aus dem Ohr.
Behandlung: Eine Selbstmedikation ist nicht ratsam. Suchen Sie den Arzt/die Ärztin auf. Bei einer harmlosen Mittelohrentzündung reichen abschwellende Nasentropfen und Schmerzmittel, ansonsten müssen Antibiotika eingesetzt werden.
Karies
Süssigkeiten, Dauernuckeln am Sirupschoppen.
Behandlung: Kinder nicht an süsse Nahrung und Getränke gewöhnen. Regelmässiges Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta schon wenn die ersten Milchzähne durchbrechen.
Windelekzem
Die Hautreizung mit Rötung und manchmal auch nässenden Stellen entsteht meist im Windelbereich, vor allem in den Hautfalten. Hautbakterien spalten Urin auf und produzieren den typischen Ammoniakgeruch.
Behandlung: Wechseln Sie sehr häufig die Windeln. Verwenden Sie im Ekzembereich möglichst keine Seife oder Reinigungstücher, sondern nur Wasser. Wenn es warm genug ist, lassen Sie Ihr Baby oft mit nacktem Po strampeln oder föhnen Sie den Windelbereich auf kalter Stufe ganz trocken. Danach bedecken Sie den Ausschlag mit Zinksalbe. Benutzen Sie nicht gleichzeitig Puder.