Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03134.jsonl.gz/1715

Robert Burns, Schottischer Dichter
Robert Burns (* 25. Januar 1759 in Alloway, Ayrshire; † 21. Juli 1796 in Dumfries, Dumfriesshire) war ein schottischer Dichter. Er verfasste zahlreiche Gedichte, politische Texte und Lieder. Sein bekanntestes Lied ist Auld Lang Syne, das inzwischen Teil der britischen Tradition geworden ist. Burns, der auch Werke in seinem Heimatdialekt Scots verfasste, gilt neben Walter Scott als größter schottischer Dichter. Bis heute wird ihm in seiner Heimat eine fast kultische Verehrung entgegengebracht, etwa im Rahmen des alljährlichen Burns Supper.
Leben als berühmter Poet
Mitte 1784 ging Burns nach Edinburgh und blieb dort über ein Jahr. Bewundert und verehrt wurde Burns in den Salons und Gesellschaften herumgereicht und konnte so auch Kontakte knüpfen, welche weitere Veröffentlichungen später erleichterten. Einer seiner wichtigsten Gedichtbände war sein Poems chiefly in the Scottish dialect, welcher 1786 erschien. Es gilt als sein wohl wichtigstes Werk.
Am 22. Mai 1785 brachte die Magd Elizabeth Paton Burns Tochter Elizabeth zur Welt. Burns weigerte sich, Paton zu ehelichen, so dass diese drei Jahre später den Knecht John Andrew heiratete. Burns berichtete über diese Geschichte in seinem Gedicht The Fornicator, das aber zu seinen Lebzeiten nicht veröffentlicht wurde.
Er kehrte dann in das Hochland zurück, während er noch Jean nachtrauerte, die ihm inzwischen Zwillinge geboren hatte. Die Beziehung zwischen den beiden wurde nun nicht mehr von ihrem Vater abgelehnt. Burns pachtete 1789 ein Gut bei Dumfries, das sich jedoch in etwas verwahrlostem Zustand befand; dazu nahmen ihn häufige Besuche und damit verbundene Zerstreuungen stark in Anspruch, und so kam es, dass er schon nach 3 1/2 Jahren die Pachtung mit großem Verlust aufgeben und sich nach einer anderen Stellung umsehen musste.
Durch Vermittlung von James, Earl von Glencairn erhielt Burns das Amt eines Steueraufsehers, das ihm jährlich 70 Pfund Sterling eintrug, aber seiner Neigung wenig zusagte. Trotzdem schrieb Burns in diesen Jahren viele Lieder sowie politische Aufsätze in den Tageszeitungen.
Die Ereignisse der französischen Revolution begeisterten Burns so sehr, dass man in ihm schon einen Jakobiner sah. Diese Einstellung kostete Burns viele seiner Freunde und alle seine Gönner, da er auch als Anhänger des Hauses Stuart galt.
Aufgrund seines unsteten Lebensstils und den gesundheitlichen Problemen in seiner Kindheit wurde Burns oft krank. Der häufige Konsum von Alkohol hinderte ihn immer öfter an seinem literarischen Werk. Ein Kuraufenthalt in einem benachbarten Seebad nach einer schweren Krankheit brachte nicht mehr die gewünschte Genesung. Im Alter von 37 Jahren starb Robert Burns am 21. Juli 1796 in Dumfries (Dumfriesshire) an einer Infektion, die wahrscheinlich als Komplikation nach einer Zahnextraktion aufgetreten war. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof der St Michael’s Church in Dumfries. Seine Grabstätte, das Burns’ Mausoleum, befindet sich im östlichen Teil des umgebenden Friedhofs. In seiner letzten Wohnstätte, in der er auch verstarb, ist heute das Robert Burns’ House als Museum eingerichtet.
Der Burns Supper ist in Schottland ein jährliches Fest zu Ehren des Dichters Robert Burns. Gehalten wird es an dessen Geburtstag, dem 25. Januar (Burns Night, im angelsächsischen Raum sind Gedenktage üblicherweise Geburts- und nicht Todestage.) Burns Suppers werden zu diesem Termin nicht nur in Schottland gehalten, sondern überall dort, wo die sehr erhebliche Anzahl von schottischen Migranten und ihren Kindern sich in der Welt niedergelassen haben, vor allem in Kanada, Nordirland, Australien und den Vereinigten Staaten.
Auf der Speisekarte steht immer das gleiche: Suppe, Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln (neeps and tatties), und als Nachtisch ein Trifle. Wenigstens bei den Trinksprüchen wird Whisky getrunken. Der formelle Teil des Abends folgt einem sehr ritualisierten Ablauf. Bevor der Haggis serviert wird, wird er auf einer Servierplatte feierlich vom Koch unter Begleitung eines im Kilt bekleideten Dudelsackspielers zum Rednertisch getragen, wo der Hausherr (oder der Wirt des Restaurants, in dem man die Burns Night feiert) das Burns-Gedicht The Address to a Haggis (siehe unten) vorträgt. Bei den Worten cut you up wi’ ready slight („dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen“) in der dritten Strophe wird die Hülle aufgeschnitten, so dass die Innereien auslaufen und sich auf der ganzen Servierplatte verteilen.
Nach dem Essen wird eine Reihe von Reden gehalten, immer nach einer streng ritualisierten Ordnung. The Immortal Memory ist eine Gedenkrede an Burns, typischerweise mit literarischer Würdigung ausgewählter Gedichte und einer Bezugnahme auf die heutige Politik und Sittlichkeiten. Beim Toast to the Lassies darf ein ausgewählter Mann die Frauen böse auf den Arm nehmen, bevor er ihnen einen Trinkspruch widmet. Darauf darf eine der Frauen in ähnlich neckischem Ton antworten. Zwischendurch werden Gedichte und Lieder von Burns vorgetragen und -gesungen.