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Wir kennen den Bacon-Factor, jene Zahl, welche die indirekte Begegnung mit Kevin Bacon über dessen Zusammenarbeit mit einem Schauspieler oder einer Schauspielerin ausdrückt. Dass es auch einen Judi-Dench-Factor gibt, habe ich allerdings erst heute erfahren. Und den Begriff hat eine Behörde geprägt, die von Berufs wegen sonst eher humorlos sein muss: Das British Board of Film Classification (BBFC). Die Organisation, welche für Grossbritannien unter anderem die Film- und DVD-Alters-Klassifizierungen und -Freigaben macht, ist auch eine Art Ombudsstelle. Leute, welche sich an bestimmten Filmszenen stören, können beim BBFC Klagen hinterlegen. Und unter diesen Klagen sind offenbar mit tödlicher Sicherheit immer dann ein paar zusätzliche, wenn die altgediente Shakespeare-Schauspielerin und Darstellerin von James Bonds Boss „M“, Dame Judi Dench, auf der Leinwand flucht.
Das steht im Jahresrapport für 2008, den die Institution heute in England vorgestellt hat. Wörtlich heisst es da auf Seite 16: „Almost every time Dame Judi swears in a film, regardless of its category, we can expect a number of complaints – Fast jedes Mal, wenn Dame Judi in einem Film flucht, können wir uns darauf verlassen, dass wieder Beschwerden kommen“. Für die Leute des BBFC, die nicht nur Filme und DVD, sondern auch Games und Fernsehproduktionen zu beurteilen haben, gehört der Dench-Factor also zum Handwerk. Und wahrscheinlich ist dieser Faktor immer dann besonders hoch, wenn wieder ein neuer Bond-Film ins Kino kommt. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es für Judi Dench aber auch in anderen Filmen manchmal was zu fluchen, zum Beispiel in Notes on a Scandal, in dem sie sich sehr unglücklich in Cate Blanchett zu verlieben hatte. Jetzt würde mich eigentlich noch interessieren, ob beim deutschen Gegenstück zum BBFC, der FSK, auch reklamiert wird, wenn Judi Denchs deutsche Synchronstimme Gisela Fritsch was zu fluchen hat?