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Die wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas haben im vergangenen Jahr Rekordwerte erreicht. Das geht aus Daten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.
Die Konzentrationen der für die Erderwärmung verantwortlichen Gase stiegen sogar schneller als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Konzentration langlebiger Gase in der Atmosphäre liege nun viel höher als in der vorindustriellen Zeit, hiess es im WMO-Treibhausgas-Bericht.
Bei Kohlendioxid seien es 39 Prozent, bei Methan 158 Prozent und bei Lachgas 20 Prozent mehr als vor der industriellen Zeit. Im Jahr 2010 stieg der Anteil der CO2-Moleküle in der Atmosphäre innerhalb eines Jahres um 2,3 ppm (parts per million – Anzahl Gasmoleküle pro Million Trockenluftmoleküle).
Rätselhafte Beschleunigung
Das ist mehr als der Schnitt der vergangenen zehn Jahre (2,0 ppm) und der 1990er Jahre (1,15 ppm). Auch die Methan-Konzentration in der Atmosphäre habe nach einer Phase des relativen Stillstands (1999-2006) wieder zugenommen, erklärte WMO-Direktor Michel Jarraud. Die Wissenschaftler suchten noch nach der Ursache.
Die Belastung der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten habe „ein weiteres Rekordniveau seit der vorindustriellen Zeit erreicht“, warnte Jarraud. Das Ansteigen der Konzentration der Treibhausgase führt zu einer erhöhten Absorption der Sonnenstrahlung und damit zu einem Anstieg der Temperaturen.
Zu etwa zwei Dritteln ist der Effekt auf die CO2-Belastung zurückzuführen. Diese entsteht vor allem durch das Verbrennen fossiler Kraftstoffe und die Rodung von Wäldern. Methan wird zum Beispiel durch die Nutzung fossiler Brennstoffe frei, aber auch bei der Verbrennung von Abfällen, durch Verdauungsgase von Kühen und durch Reispflanzen.
Lachgas aus Dünger
Zu den Treibhausgasen zählt auch das Lachgas (N2O), dessen Konzentration gegenüber der vorindustriellen Zeit um 20 Prozent zugenommen hat. In den vergangenen zehn Jahren nahm die Konzentration jährlich im Schnitt um 0,75 ppm zu.
Das ist vor allem durch den Einsatz von Stickstoffdüngern und Viehmist zurückzuführen. Die WMO nutzt für ihre Datenerhebungen Messstationen in mehr als 50 Ländern. Über den Kampf gegen die Treibhausgase wird ab dem 28. November auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban beraten.
Laut Jarraud ist die Situation ernst: „Selbst wenn es gelingen würde, noch heute die Emissionen zu stoppen, bleiben die heutigen Gase noch lange in der Atmosphäre und bringen das zerbrechliche Gleichgewicht der Erde durcheinander“, sagte er.