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Es wird dem Geschlecht der Habsburger nicht mit Unrecht vorgeworfen, jede Gelegenheit benützt zu haben, Besitztum zu erwerben und die Macht zu vergrössern. Oft geschah dies durch Erbschaft, Kauf oder Tausch, durch Pfändung und Zwang von Untergebenen, aber auch durch Unterdrückung und kriegerische Besetzung. Also auch mit Gewalt, oft auch über bestehende Rechte und Pflichten hinweg.
Durch dieses habgierige Bestreben nach Besitz und der Drang nach Macht der Habsburger nach immer mehr Einfluss auf die ihnen unterstehenden Gebiete, begründeten sich die vielen Besitztümer und Güter, die sie oft als Enklaven oder Festungen in den ihnen von eher feindlich gesinnten Bewohnern gehörenden weiten Gegenden besassen und verwalteten. Da waren sie zum Beispiel auch in den Gebieten des Aargau und vor allem im Zugerland auf gute, treue und zuverlässige Verwalter ihrer Güter angewiesen. Schon seit dem frühen Mittelalter war es üblich, dass der Adel seine Besitzungen durch Vögte, Meier und verschiedene andere Beamte verwalten liessen. Diese wurden dann oft bei gutem Verhalten und vor allem bei dienstfertiger Hörigkeit meistens geehrt, in dem sie mit Titeln ausgezeichnet, als Vasallen an sich gebunden oder sogar in niedere Adelsränge erhoben wurden. Meistens waren diese Beamten bildungsmässig der übrigen Landbevölkerung überlegen, so dass sie bei dieser in einem gewissen Ansehen standen, auch wenn sie sich durch ihr Verhalten nicht besonders beliebt machten. Denken wir nur an die Vögte der Habsburger aus den Anfängen der Eidgenossenschaft. Dass es den Habsburgern darum ging, ihre Stützpunkte möglichst gut abzusichern, war verständlich; darum wurden diese auch meist gut ausgebaut. Im Zugerland gab es mehrere solche feste habsburgische Stützpunkte, so dass man sich nicht zu wundern braucht, wenn nach der Zerstörung des Städtchens Meienberg habsburgtreue Flüchtlinge bei Gleichgesinnten, vielleicht Verwandten oder Freunden Unterkunft, Hilfe und Exil suchten und sich mit der Zeit dort auf habsburgischen Gütern niederliessen.
Es ist anzunehmen, dass sich bei diesen einstigen Flüchtlingen aus Meienberg auch solche gleichen Namens befanden oder von den zugerischen Einheimischen so benannt wurden. Es gibt ja viele Eigennamen, die so entstanden sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: das bekannte Zuger Geschlecht Zürcher, das offenbar einst aus dem Zürichgebiet stammte.
Der Stammsitz des verbreiteten Zuger Geschlechtes Meienberg ist dem Baarer Jahrzeitbuch zufolge offenbar in Hinterburg (Neuheim) zu suchen, wie das Zuger Wappenbuch berichtet. Schon der Name Hinterburg deutet daraufhin, dass es sich um einen befestigten Grundbesitz handelt, der wahrscheinlich in habsburgischen Händen war, wie dies damals im Zugerland öfters vorkam.
Der Einfluss der Habsburger auf das von ihnen besetzte Land ging erst nach den siegreichen Schlachten der Eidgenossen über die österreichischen Machthaber zurück, die den Landbewohnern die erwünschte Freiheit brachten. Zwar waren schon vor diesen kriegerischen Auseinandersetzungen Bestrebungen zwischen Luzern und auch Zug mit den Habsburgern in friedlichen Verhandlungen zu Einigungen zu kommen, vorausgegangen. Leider ohne Erfolg, so dass sich Luzern und Zug mit den innerschweizerischen Waldstätten verbündeten und so gemeinsam ihre Ziele erreichten. Es ist anzunehmen, dass in diesen unsicheren Zeiten in den helvetischen Landen, wo es den Habsburgern um die Erhaltung ihrer Macht und ihren Besitz ging, und die eidgenössisch gesinnte Bevölkerung um ihre Rechte und Freiheiten rang, sich viele Menschen schwer entscheiden konnten, sich für diese oder jene Partei zu entscheiden, ging es dabei doch auch bei vielen um ihre Lebensexistenz. Das war auch der Grund, dass viele österreichisch Gesinnte den Habsburgern treu blieben, auch wenn sie Verständnis für die Befreiungskämpfe der Eidgenossen aufbrachten. Erst als die Österreicher sich von der Besetzung schweizerischer Gebiete unter dem Druck der damaligen geschichtlichen Entwicklung zurückziehen mussten, kam es zu klaren Entscheidungen, die noch viele Mühe machten, bis Ruhe im Lande wurde.
Die einstigen Flüchtlinge aus dem Städtchen
Meienberg werden sich bei den habsburgischen Gütern im Zugerland
mit der Zeit assimiliert haben, wie dies offenbar in Hinterburg der Fall
war, welcher Ort als Stammsitz des Geschlechtes Meienberg anzunehmen ist.
Von dort verzweigte es sich nach Menzingen, Zug und Baar, wo es meistens
Meyenberg geschrieben wurde (Zuger Wappenbuch).