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Dominique Gisin und Lara Gut bescherten der Schweiz in der Olympia-Abfahrt die Medaillen Nummer drei und vier in Sotschi. Gisin beendete mit ihrem Triumph eine längere Durststrecke der Swiss-Ski-Fahrerinnen: Letztmals hatte mit «Slalom-Königin» Vreni Schneider in Lillehammer vor 20 Jahren eine Schweizerin Olympia-Gold gewonnen. Der letzte Abfahrtssieg war der Tessinerin Michela Figini in Sarajevo 1984 geglückt.
Gisin, die sich als letzte Schweizerin für die Abfahrt qualifiziert hatte, rief ihr gesamtes Potenzial ab. Die 28-jährige Engelbergerin fuhr auf der weichen Piste eine clevere und enge Linie. Sie wich den grössten Schlägen aus, liess die Ski in den flachen Passagen laufen und bewältigte insbesondere die Einfahrt in den Zielhang hervorragend.
Maze lange vorne
Die Einzige, welche an Gisins Zeit herankam, war Tina Maze - und dies auf die Hundertstelsekunde genau. Die Slowenin lag bei der letzten Zwischenzeit noch um 0,38 Sekunden vorne, zum Schluss teilte sie sich mit Gisin den Olympiasieg. Zum siebten Mal in der Geschichte der Winterspiele wurden in einer Entscheidung zwei Goldmedaillen vergeben.
«Das ist der verrückteste Tag in meinem Leben. Ich realisiere noch nicht wirklich, was passiert ist», suchte Gisin nach ihrem ersten Medaillengewinn bei einem Grossanlass nach Worten. Vor vier Jahren war die Engelbergerin in Vancouver nach guter Fahrt beim Zielsprung gestürzt.
Maze, die in Vancouver zwei Silbermedaillen gewonnen hatte, ist die erste slowenische Olympiasiegerin. «Ich bin das Rennen angegangen, ohne mir allzu viele Gedanken zu machen und bin einfach Ski gefahren, wie ich es draufhabe», freute sich die Gesamtweltcup-Siegerin des letzten Winters. Mit Trainer Mauro Pini hat die Schweiz auch an dieser Abfahrts-Medaille einen kleinen Anteil.
Gut holt Bronze
Bronze-Gewinnerin Lara Gut verlor nur 10 Hundertstel auf das Siegerinnen-Duo. Die 22-jährige Tessinerin entschädigte sich mit ihrer ersten Olympia-Medaille für das enttäuschende Out in der Kombination am Montag.
Auch Gut lag bis zur letzten Zwischenzeit vor Gisin. Doch unmittelbar danach unterlief ihr ein kleiner Fehler. Entsprechend zeigte sich die Tessinerin in ambivalenter Gefühlslage: «Eigentlich sollte ich mich über eine Olympia-Medaille doch freuen, trotzdem herrscht auch ein wenig Frust über das verpasste Gold», erklärte Gut im Zielraum.
Suter knapp an Medaille vorbei
Auch Fabienne Suter konnte trotz solider Fahrt nicht glücklich sein. Die Schwyzerin fuhr mit 0,37 Sekunden Rückstand auf den undankbaren 5. Schlussrang. Das olympische Diplom dürfte ein schwacher Trost für die um 27 Hundertstelsekunden verpasste Medaille sein. Mitfavoritin Marianne Kaufmann-Abderhalden schied wie schon in der Kombi-Abfahrt aus.