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Legislaturindikator: Erwerbslosenquote von Hochschulabsolventen/innen
Auszug aus dem Legislaturziel 6: Der Bundesrat setzt sich dafür ein, die Positionierung der Schweiz als international anerkannter wettbewerbsfähiger Denk- und Werkplatz zu stärken. Dazu gehört auch die langfristige Sicherung der Forschungs- und Bildungskooperation. […] Die Hochschulen werden ihre hochschultypspezifischen Profile bewahren und schärfen.
Bedeutung des Indikators: Ein leistungsfähiges Bildungssystem zeichnet sich unter anderem durch die Ausbildung hochqualifizierter Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen aus, welche sich ohne grössere Schwierigkeiten in den Arbeitsmarkt integrieren können und eine ihren beruflichen Vorstellungen entsprechende Erwerbstätigkeit finden.
Die Erwerbslosenquote gemäss den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigt, wie viele Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen rund ein Jahr nach Studienabschluss nicht erwerbstätig sind. Sie gibt keine Auskunft darüber, ob die Erwerbstätigkeit dem Ausbildungsniveau der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen entspricht, und erlaubt keine differenzierte Aussage zur Leistungsfähigkeit der verschiedenen Hochschultypen.
Quantifizierbares Ziel: Die Hochschulen bewahren und schärfen ihre hochschultypspezifischen Profile, welche die Bedürfnisse von Individuum, Gesellschaft und Wirtschaft abdecken.
Kommentar
Die Erwerbslosenquote gemäss ILO der Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach Studienabschluss hat zwischen 2005 und 2011 abgenommen und ist anschliessend wieder angestiegen. 2017 betrug sie durchschnittlich 3,8%, wobei ein leichter Anstieg von 0,1 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015 zu beobachten war. Zum Vergleich: die Erwerbslosenquote der ständigen Wohnbevölkerung lag 2017 bei 4,8%. Die Master-Absolventinnen und -Absolventen der universitären Hochschulen (4,8%) wiesen eine höhere Erwerbslosenquote auf als jene der Fachhochschulen auf Abschlussstufe Bachelor (4,1%) und der pädagogischen Hochschulen (0,6%). Dieser Unterschied sagt jedoch nichts über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Hochschultypen aus.
Fünf Jahre nach Studienabschluss zeigt sich, dass die Erwerbslosenquoten gemäss ILO 2017 unter den Hochschulabsolventinnen und -absolventen - im Vergleich zu einem Jahr nach Studienabschluss - insgesamt tiefer sind.
2017 besetzten 80% der erwerbstätigen Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Jahr nach Studienabschluss eine Stelle, die einen Hochschulabschluss erfordert, und waren damit adäquat zu ihrem Ausbildungsniveau beschäftigt. Mit 93,6% war dieser Wert für Absolventinnen und Absolventen mit dem Abschluss einer pädagogischen Hochschule am höchsten, gefolgt von Personen mit einem Masterabschluss an einer universitären Hochschule (85,1%). Den tiefsten Wert wiesen die Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen von Fachhochschulen aus (66,6%).
2017 waren über 80% der Hochschulabsolventinnen und -absolventen fünf Jahre nach Studienabschluss mit ihrem Beschäftigungsgrad zufrieden. Von den Master-Absolventinnen und -Absolventen von universitären Hochschulen und Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen der Fachhochschulen hätten 13,7% bzw. 15% gerne ihr Pensum reduziert, und 6,8% respektive 3,7% wünschten einen höheren Anstellungsgrad. Von den Absolventinnen und Absolventen einer pädagogischen Hochschule möchten 6,6% ihr Pensum erhöhen und 7,0% senken.