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Die Entstehung Bangladeschs steht in einem engen Zusammenhang mit dem muslimischen Glauben: nach der Unabhängigkeit Britisch-Indiens trennte sich die muslimische Region Bangladesch gewaltsam vom eher säkularen, hinduistischen Indien. Auch heute sind knapp 90 Prozent der Bevölkerung Muslime, 9 Prozent sind Hindus und circa 0.3 Prozent oder 500 000 Einwohner sind Christen. Da die Muslime mehrheitlich die Regierung kontrollieren, konzentriert sich deren Entwicklungsaktivität auf Regionen, die von Muslimen bewohnt werden. Trotzdem kann der Umgang zwischen Muslimen und Christen in Bangladesch als respektvoll und wenig problematisch bezeichnet werden, auch wenn die Regierung deren Arbeit genau beobachtet. Da die Salesianer Don Boscos ihren Bildungsauftrag unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht wahrnehmen, geniessen sie bei Staat und Bevölkerung mehrheitlich Anerkennung und Sympathie.
Der Nordwesten Bangladeschs zeichnet sich durch eine grosse ethnische Vielfalt aus: zahlreiche indigene Völker mit einem eigenen oder christianisierten Glaubenssystem bewohnen diese wenig entwickelte Region. Sie bezeichnen sich selbst als Adivasis, was übersetzt «erste Menschen» bedeutet. Obwohl sie von sich in Anspruch nehmen, die ersten Siedler der Region gewesen zu sein, ist ihre wirtschaftliche und soziale Situation bedeutend schlechter als in anderen Regionen.
Das Dorf Lokhikul, im ländlichen Distrikt Naogaon, ist ein gutes Beispiel für die vernachlässigte Aufbauarbeit der Regierung. Es liegt etwa 280 Kilometer und sechs Autostunden von Dhaka entfernt in unmittelbarer Nähe zu Indien. In dieser Region gibt es für die Einwohner keine Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige Schule zu besuchen. Seit 2012 betreiben die Salesianer Don Boscos ein Wohnheim für Oberstufenschüler in Lokhikul.
Die ursprüngliche Idee dieser Einrichtung war es, Jugendlichen aus weit entfernten Dörfern eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, während sie die umliegenden öffentlichen Schulen besuchen. Gegenwärtig wohnen 30 Jugendliche im Wohnheim. Da die Unterrichtsqualität an diesen Schulen jedoch zu wünschen übrig lässt, wurden die Salesianer Don Boscos vielfach von den Eltern gebeten, eine eigene Schule mit einem qualitativ hochwertigen Bildungsangebot (z. B. Unterricht auf Englisch) zu eröffnen. Eine solche Schule ermöglicht den Absolventen den Zugang zu besser bezahlten Stellen und dies kann langfristig der ganzen Region wirtschaftlichen Aufschwung bringen.