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Kombinierte Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen
Bei einer Störung des Sozialverhaltens zeigt sich ein Verhaltensmuster, das dauerhaft und stark von den altersbedingt zu erwartenden Normen abweicht. Bei etwa 40% dieser Kinder besteht gleichzeitig eine Einschränkung der gefühlsmässigen Befindlichkeit, meist im Sinne einer Depression oder Angst. Die emotionalen Störungen müssen deutlich vorhanden sein.
Die Ursachen sind multifaktoriell zu verstehen. Oft besteht eine genetisch bedingte erhöhte Empfindlichkeit, z.B. Temperamentseigenschaften und Besonderheiten im Hirnstoffwechsel, die zusammen mit ungünstigen Lebensumständen und gesellschaftlichen Aspekten zu der psychiatrischen Störung führen können.
Die Betroffenen stehen oft unter grosser Belastung und leiden durch ihre eingeschränkte Handlungsfähigkeit aufgrund der Ängste oder Depression. Durch ihr unangebrachtes und oft grenztestendes Verhalten kommt es oft zu sozialer Ausgrenzung und einem schlechten Selbstbild, sodass ein negativer Kreislauf entsteht.
Für die Diagnose ist die sorgfältige Erhebung der gesamten bisherigen Entwicklung und der psychischen Befindlichkeiten von zentraler Bedeutung. Auskünfte aller Beteiligten, insbesondere der Eltern, sowie der Schule und ggf. von Behörden (z.B.KESB) sind erforderlich.
Therapeutisch benötigt es in der Regel eine enge Verknüpfung zwischen medizinisch- psychiatrischen Interventionen einerseits und schulischen und sozialpädagogischen Institutionen andererseits, da auch Platzierungen oder andere Hilfen notwendig werden können.