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Es gibt Jahreszahlen, die man besser und prägnanter im Kopf mit Ereignissen verbindet.
1918, 1929, 1939, 1945, 1989.
Das nun dieses Jahr 1927, welches Bryson breit und vielfältig vor die Augen des Lesers stellt, es für Amerika intensiv "in sich hatte", fast ebenso wie die eingeprägten "großen" Daten des letzten Jahrhunderts, das erschließt sich allerdings bei der Lektüre des Buches schnell und griffig.
Die Atlantiküberquerung Lindberghs im Mai 1927 (wie überhaupt die Flugpioniere von sich reden machten in diesem Jahr), die Erfolge von Babe Ruth (und Bryson erläutert in bester Weise hier die Bedeutung des Baseball und jenes Babe Ruth in diesem 1927 auch für den europäischen Leser), die Enthüllungen über eine Affäre des amerikanischen Präsidenten, finanzpolitische Absprachen und Entscheidungen, die für den Zusammenbruch der Börsen 1929 von schicksalhafter Bedeutung waren (wie die 20er Jahre an sich bekannt waren für finanzielle Täuschungsmanöver im großen Stil), die internationale Affäre um Sacco und Vanzetti mit den zigtausend Zuschauern beim Trauerzug nach deren Hinrichtung, die Hochzeit Al Capones, die Modeerscheinung der "Flappers" mit vorher nie gekannter Lässigkeit und Freizügigkeit, der Anfang vom Niedergang Fords, und, und, und.
Verbindend zwischen den vielen "großen" und auch manchen "kleinen" Themen im Buch ist die spürbare kulturelle Veränderung im Amerika des Jahres, die entweder in jenem Sommer kulminiert und lange bereits schwelende Entwicklungen zusammenführt, aber auch Entscheidungen und Ereignisse, die von diesem Jahr aus tief auf die weitere Zukunft einwirkten.
Entwicklungslinien, die Bryson ebenso flüssig erzählt vor Augen führt, wie er die Vielfalt der Ereignisse dieses Jahres noch einmal lebendig werden lässt.
Dass ein Präsident mit einem einfachen Satz ohne weitere Erläuterung mitteilt, dass er nicht mehr antreten wird und über 80 Jahre gerätselt werden wird, was die genauen Hintergründe für Coolidge waren gehört dabei ebenso in die besonderen Ereignisse von 1927, wie die besonderen Ereignisse um Lindbergh herum.
"Die Ironie ist, dass Charels Lindbergh zu dem Zeitpunkt, als Amerika bereit war, sich in die Lüfte zu schwingen, niemandes Held mehr war".
Aber er hat entscheidend mit dafür gesorgt, dass Amerika bereit war, "in die Lüfte" zu gehen.
Ein interessantes, buntes, sehr präsent wirkendes Buch zu Ereignissen, die fast 90 Jahre zurückliegen und doch das moderne Leben durch ihre Weichenstellung mitgeprägt haben und manchen Mythos der Neuzeit begründeten.
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