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Kohlenwasserstoffe enthält. Die daraus durch Rektifikation erhaltenen leichter flüchtigen Teile bilden eine gelbliche,
an der Luft sich dunkler färbende Flüssigkeit, welche früher unter dem Namen Dippel's
Öl (oleum animale Dippelii) medizinisch
verwendet wurde. -
Die Einfuhr von rohem Tieröl und Dippelöl in das Deutsche Reich betrug 1881 22100 kg, die Ausfuhr 6400 kg;
dagegen belief sich die Einfuhr aller andern Teerarten in demselben Jahre auf 24156000 kg, die Ausfuhr auf 11404000
kg. -
(lat. Terebinthina; frz. térébinthine; engl.
turpentine); diesen Namen führen die dickflüssigen Harzausflüsse der Nadelbäume im frischem, durch Lufteinwirkung noch
nicht verändertem Zustande. Sie sind dann Gemische von
Harz und ätherischem
Öl und gehören somit zu den
Balsamen; beim Austrocknen
an der Luft gehen die flüchtigen Bestandteile allmählich fort und es bleibt nur
Harz (vgl.
Fichtenharz)
übrig. Die Harzbäume sammeln diese natürlichen Ausscheidungen je nach der Art entweder zwischen
Holz und Rinde oder in
Hohlräumen an, die durch die ganze Holzmasse des Stammes zerstreut sind, und es modifiziert sich hiernach die Art des Einsammelns.
In die Bäume, bei denen der T. nahe unter der Rinde getroffen wird und zum Teil dieselbe beulenartig
auftreibt, auch nicht selten durchbricht und freiwillig fließt, macht man mit Handbeilen rinnenartige senkrechte Einschnitte,
indem man schmale Streifen der Rinde bis aufs
Holz wegnimmt. Die hier ausfließende Masse sammelt sich am Fuße der
Bäume in angelegten Vertiefungen oder untergestellten Gefäßen. In Fällen, wo die Harzgänge tiefer im ältern
Holz liegen,
wie beim Lärchenbaum und der Vogesentanne, bringt man Bohrlöcher in den Stämmen an, die entweder mit Holzpfropfen geschlossen
und zeitweilig geöffnet werden, um den T. abzulassen, oder in welche man kleine Rinnen einfügt, welche
denselben in angehangene Gefäße leiten. Das Anhauen oder Anbohren der Harzbäume wird gewöhnlich im Frühjahr vorgenommen
und das Ausfließen geht dann bis in den Herbst fort.
Bäume, die am meisten der Sonne ausgesetzt sind und recht dicke Rinde haben, geben am reichlichsten T. Die gesammelten,
oft durch
Erde oder Sand,
Nadeln, Rindenstückchen verunreinigten Massen werden durch Schmelzen bei gelindem
Feuer flüssig gemacht, durch grobe
Tücher oder eine Strohschicht geseiht und auf Fässer gefüllt. In den Vereinigten Staaten
von Nordamerika verfährt man mit dem Reinigen etwas anders, indem man die Masse in Fässern mit durchlöchertem
Boden der
Sonnenwärme aussetzt, wo dann das Reine von selbst abtropft. Auch in Frankreich reinigt man zum Teil
so, und es geht der so gewonnene T. als beste Sorte unter der Bezeichnung au soleil, ist aber nicht immer zu haben. -
Die Terpentine sind honigdicke, sehr zähflüssige Massen, die auf einer geneigten Fläche
sich sehr
langsam fortbewegen. Obschon im allgemeinen von gleicher Beschaffenheit, weichen sie doch einigermaßen in Konsistenz, Färbung,
Geruch und Prozentgehalt an flüchtigem
Öl von einander ab. Die Handelssorten werden nach den Ursprungsländern unterschieden.
Der gewöhnliche, gemeine, österreichische oder sog. deutsche T. (Terebinthina communis) kommt
hauptsächlich von der Kiefer (Pinus sylvestris), seltener von der Weiß- und Rottanne, ist von zäher,
etwas körniger Konsistenz, geblichweiß ^[richtig: gelblichweiß], trübe, stark harzig riechend und bitterlich gewürzhaft
schmeckend.
Französischer T. ist hauptsächlich das Produkt der Seestrandkiefern (Pinus maritima und P. Pinaster), die in verschiednen
Gegenden Südfrankreichs Wälder bilden, namentlich in dem zwischen
Bordeaux und Bayonne liegenden Landstriche.
Diese Ware ist dünnflüssiger und feiner, angenehmer riechend und teurer als die gewöhnliche. Man unterscheidet sie im
Handel auch als T. von
Bordeaux.
Amerikanischer T., in den Vereinigten Staaten von verschiednen Pinusarten gewonnen, unterscheidet sich vom gewöhnlichen
nicht wesentlich, fällt daher in dieselbe Sorte und wird gewöhnlich nicht besonders aufgeführt. Die
beste Sorte dieser Warengattung, doppelt so teuer als die gewöhnliche, bildet der venetianische T., (Terebinthina veneta)
der dem Lärchenbaum abgezapft wird. Man gewinnt ihn hauptsächlich in Tirol, Kärnten, Steiermark und weiter östlich bis
nach Ungarn. Er ist dickflüssig, klebrig, durchsichtig und nur wenig gelblich gefärbt, stark fadenziehend, harzig gewürzhaft
und etwas zitronenartig riechend. Es kommt im Handel neben der hellen Ware auch dunkler gefärbte vor, welche deshalb nicht
für geringer gilt, sondern ihre Abnehmer findet für Zwecke, wo sie hinpaßt.
In Frankreich gibt es besonders in der Provence ebenfalls Lärchenwälder, welche echten venetianischen T. liefern. In den
englischen Handlungen kommt aber auch viel unechter, nordamerikanischer vor, der wahrscheinlich von irgend
einer andern Art Nadelbäume stammt. Dagegen liefert Nordamerika auch die feinste aller Terpentinarten, den
Kanadabalsam;
er stammt von Abies balsamea. Andre hierher gehörige Produkte, wie der cyprische T. von Pistacia terebinthus, der ungarische
oder karparthische
Balsam von der Zirbelkiefer, sind keine gangbaren Artikel mehr. -
Die Terpentine haben ihre hauptsächliche Bedeutung als Zusatz zu
Harzen, um sie weicher und geschmeidiger zu machen. Man
verwendet sie daher als Zusatz für
Siegellacke, Harzfirnisse,
Lacke, Kitte, Ätzgründe u. dgl. Die feinern
Sorten dienen in den Apotheken zu Pflastern und Salben. Ferner ist T. das Rohmaterial zur Darstellung
des
Terpentinöls und des dabei entstehenden Nebenprodukts
Kolophonium. - Zollfrei.
(Terpentingeist, lat. oleum terebinthinae, frz.
essence de térébinthine; engl. turpentine-oil), ein bedeutender Handels- und Verbrauchsartikel,
wird aus
Terpentin abdestilliert und bildet im gereinigten Zustande eine wasserhelle, leichte und leichtflüchtige, stark
riechende
¶
mehr
und brennend schmeckende, mit großer rußender Flamme brennende Flüssigkeit, unlöslich im Wasser. Es ist ein sauerstofffreies
ätherisches Öl (Kohlenwasserstoff) von 0,86-0,89 spezif. Gew., das, wenn es frei von harzigen Stoffen
ist, beim Erwärmen an der Luft ohne Rückstand verdunstet. Bei gewöhnlicher Temperatur in flachen Gefäßen der Luft ausgesetzt,
verdunstet nur ein Teil davon, indes der Rest durch Sauerstoffaufnahme sich verändert, zähe wird (Dicköl
der Porzellanmaler) und endlich zu einem harten, durchsichtigen Firnis eintrocknet. Dieses Verhalten macht das Öl hauptsächlich
so wertvoll als Bindemittel für Farben.
Gewonnen wird das Öl, indem man Terpentin und Wasser in eiserne Blasen bringt und diese beheizt. Es gehen
Wasser- und Öldämpfe über, die sich in der Vorlage zu Flüssigkeit verdichten; bei ruhigem Stehen trennt sich diese in
zwei Schichten, sodaß das Öl die Oberschicht bildet. Die früher übliche Destillation des bloßen Terpentins ohne Wasser
scheint wenig mehr vorzukommen. Man erhält dabei ein Destillat, das flüchtiger und stechender als das
gewöhnliche und mehr gefärbt ist, und auch der Rückstand ist dunkler.
Der Rückstand von der gewöhnlichen Bereitung heißt gekochter Terpentin (terebinthina cocta), und nachdem dieser für sich
nochmals in gelinder Wärme so lange geschmolzen worden, bis aller Wassergehalt ausgetrieben ist, bildet er das Kolophonium.
Das Öl von der ersten Destillation ist immer noch mit harzartigen Stoffen und etwas freier Säure (Ameisensäure)
verunreinigt, sieht gelb aus und ist nicht für alle Zwecke brauchbar. Um es rein und farblos zu erhalten, rektifiziert man
es durch nochmalige gelinde Destillation mit Wasser unter Zusatz von etwas Kalk, der die Säure bindet.
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Das Öl löst die meisten Harze, auch Kautschuk, Schwefel und Phosphor, läßt sich mit Alkohol, Äther, Chloroform, Schwefelkohlenstoff,
fetten und ätherischen Ölen und Firnis mischen und wird daher in großer Ausdehnung verwendet zur Bereitung von Lacken, zum
Verdünnen von Ölfarben, als Mittel zum Ausmachen von Flecken, die von fettigen Substanzen herrühren.
Sehr häufig wird es auch benutzt zum Verfälschen andrer, teurer ätherischer Öle. In neuerer Zeit benutzt man das Öl auch
als ein gutes Bleichmittel für solche Stoffe, die nicht mit Chlorkalk gebleicht werden dürfen, wie z. B. Elfenbein. Die Bleichkraft
beruht auf dem Vermögen des Öls, eine große Menge Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen, diesen zu ozonisieren
und an die zu bleichenden Stoffe abzugeben, welche, damit benetzt, dem Lichte ausgesetzt werden. -
Medizinisch wird das T. verwendet zu reizenden und zerteilenden Einreibungen, auch zuweilen tropfenweise innerlich verordnet.
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Das T. ist ein viel bedeutenderer Handelsartikel, als der Terpentin. Im Handel kommen vor: deutsches,
französisches und amerikanisches. Eigentlich wird in Deutschland nur noch wenig von dieser Ware erzeugt, am meisten noch
in Österreich. Die deutsche Firma deckt aber auch alles, was aus Südrußland, Polen, Galizien kommt, und das ist nicht
wenig. Die stärkste Zufuhr kommt aber aus Nordamerika teils direkt, teils über England. Die Einfuhr
nach Deutschland hat
sich seit Aufhören des Bürgerkrieges bis auf etwa 1½ Mill. Gallons im Jahre gesteigert. Die Preise
wurden dadurch so gedrückt, daß die Eigentümer der französischen Fichtenwälder nicht mehr auf die Kosten kommen konnten
und die Fabrikation meist einstellen mußten, wodurch jedoch ihr Geschäft mit Terpentin, der als gute
Ware immer gesucht und dem übrigen vorgezogen wird, nur wenig berührt wurde.
Besondere, weniger häufig vorkommende Sorten von T. sind das Kienöl oder Templinöl, welches in der Schweiz durch Destillation
der Zweige, Zapfen und des Holzes verschiedner Nadelbäume gewonnen wird, das Latschenöl oder Krummholzöl
aus den Zapfen und jungen Spitzen von Pinus Pumilio, und endlich das Tannenzapfenöl und Fichtennadelöl. Künstliches T. hat
man dasjenige Destillationsprodukt aus Petroleum genannt, welches bei 120-150° C. übergeht. Es ist nicht geeignet das eigentliche
Öl zu ersetzen, da es Harze wie Kopal, Dammar u. a. nicht löst, und kann daher nur etwa als Verdünnungsmittel
für Ölfarben dienen. Außerdem gebraucht man es zum Waschen der Buchdruckformen. Als Brennstoff ist es zu leicht entzündlich,
um als Fleckwasser gebraucht werden zu können, zu wenig flüchtig. - T. und Kolophoniumzollfrei. Künstliches T., siehe
Petroleum.