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Viele können sich nicht vorstellen, dass Napoleon einfach so in seinem Bett gestorben ist, sagt der französische Historiker Pierre Branda, der ein Buch über Napoleons Verbannung auf die britische Insel St. Helena im Südatlantik geschrieben hat. Sie würden es vorziehen, dass er vergiftet wurde. Denn die Napoleonischen Kriege zwischen 1803 und 1815 boten reichlich Anlass zum Groll gegen den korsischen Feldherrn und Kaiser.
Magenkrebs heisst dagegen die nüchterne Diagnose in der Mitteilung, die der britische Gouverneur der Gefängnisinsel, Sir Hudson Lowe, nach Napoleons Tod herausgab. Bonaparte starb demnach am 5. Mai 1821 um 17.49 Uhr. Für Magenkrebs spricht auch Napoleons familiäre Vorbelastung - sein Vater Charles und seine Schwester Elisa starben an derselben Form von Krebs.
Die Giftmordthese stammt aus den frühen 60er Jahren. Damals sorgte ein Arsen-Fund in Haarproben, die dem Korsen zugeschrieben wurden, in Grossbritannien für Aufregung. Die Napoleon-Affäre war geboren. Wurde der frühere Kaiser in der Gefangenschaft einer langsamen Vergiftung durch Arsen ausgesetzt, wie ein britischer Arzt behauptete?
Von einer absurden Idee spricht der Historiker und Napoleon-Experte Jean Tulard. Die Vergiftung müsste bereits 1805 begonnen haben, denn schon zu diesem Zeitpunkt lässt sich Arsen in seinen Haaren nachweisen, betont er. Damals war Napoleon allerdings auf dem Höhepunkt seiner Macht. Im Dezember 1804 hatte er sich in der Pariser Kathedrale Notre-Dame zum Kaiser der Franzosen krönen lassen, ein Jahr später errang er in der sogenannten Drei-Kaiser-Schlacht von Austerlitz einen seiner bekanntesten Siege gegen die russisch-österreichischen Truppen.
Die Wahrheit ist laut Historikern viel banaler, als es Verschwörungsanhänger wahrhaben wollen: Arsen war im 19. Jahrhundert ein gängiger Wirkstoff, es diente in Europa etwa als Rattengift. Eingesetzt wurde das weisse Pulver aber auch für das Bedrucken von Tapeten, wie sie in Paris Mode waren.
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(sda)