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SIEGERINNENLina Mittner, Frauenabfahrt 1947
Der Hanneggschuss am Lauberhorn ist mit über 160 km/h die schnellste Passage im Skiweltcup und nötigt Skirennfahrern noch immer grössten Respekt ab – so viel Respekt, dass Frauen auf dieser Strecke keine Rennen fahren – keine mehr. Denn gleich nach dem Krieg gab es sehr wohl Frauenabfahrten am Lauberhorn.
1945 und 1946 waren nur Schweizerinnen am Start, und das Rennen begann weiter unten bei der Wengernalp. Ein Jahr später starteten auch Ausländerinnen und so fand am 7. Januar 1947 die einzige Internationale Lauberhornabfahrt für Damen statt. Gewonnen hat das Rennen, das gleich unterhalb dem Hundschopf begann, mit einer respektlosen Fahrt und 5 Sekunden Vorsprung die damals 28jährige Churerin Lina Mittner.
Mittner, auch „kühne Lina“ genannt, war eine kleine, zierliche Frau, die auch den Männern locker um die Ohren fuhr, wie sich einer ihrer damaligen Rennkollegen, der Wengener Karl Molitor erinnerte. Sie hatte keine Angst und fuhr nach eigener Aussage am liebsten „steil und schnell“. So machte ihr auch der Hanneggschuss nichts aus.
Bei jenem Rennen ging es um die Qualifikation für eine Amerikatournee von Profi- Rennfahrern, für die Lina Mittner eigentlich gesetzt gewesen wäre. Doch der damalige Präsident des Schweizer Skiverbandes, Louis Guisan, Sohn von General Henri Guisan, wollte davon nichts wissen. Verheiratete Frauen im Profi- Skirennsport? Und dann auch noch Mutter? Quelle Horreur!
Auch nach Abschluss ihrer Karriere bedeuteten für Lina Mittner die Latten die Welt. Sie engagierte sich jahrelang bei FIS als technische Delegierte und Schiedsrichterin. Erst eine Knieoperation zwang sie im Alter von 82 Jahren, die Ski in den Keller zu stellen. Am 25. Februar 2013 starb Lina Mittner 94 jährig in Chur.
Rosmarie Bleuer, Frauenslalom 1950
1950 wurde am Lauberhorn in Wengen ein Slalom zur WM-Qualifikation in Aspen durchgeführt.
Die 23 jährige Grindelwaldnerin Rosmarie Bleuer gewann dieses Rennen mit 5 Sekunden Vorsprung.
„Zu viel durfte ich mir auf diesen Sieg allerdings nicht einbilden, denn Ausländerinnen waren keine am Start. Unsere Abfahrt fiel aus, weil die Organisatoren die ziemlich vereiste Strecke den 15 Damen nicht zumuten wollten. Dennoch erhielt ich als Slalomsiegerin jene Lauberhorn-Zinnkanne, die sonst den Siegern in der Kombination vorbehalten war. Ich habe sie noch heute“, so Bleuer.
Rosmarie Bleuer gehörte vor der ersten grossen Zeit des Schweizer Frauenrennsports (mit Madeleine Berthod, Frieda Dänzer und Renée Colliard) zu den erfolgreichsten Schweizer Skifahrerinnen.