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Der Zugabteil ist noch fast leer an diesem frühen Herbstmorgen. Auf dem gegenüberliegenden Perron fährt ein Zug ein. Menschenschlangen stehen im Zwischengang, bereit zum Aussteigen. Jeder möchte der Erste sein, eine menschliche Angewohnheit. So zieht dann draussen auf dem Perron es eine grosse Menge Menschen in Richtung Ausgang. Dazwischen unzählige Menschen, die zum Einsteigen in den eben eingefahrenen Zug bereitstehen. Umarmungen. Winken. Rufen. Durchsagen. Ein Kommen und Gehen draussen auf dem Perron, Ruhe hier im Wagen. Doch die angenehm dumpfe […]
Warum, wenn man doch in der selben Zeit auch angeln, Briefmarken sammeln, Ritterspiele besuchen, sich gesund ernähren, prokrastinieren, was mit Medien machen, das Tafelsilber polieren oder die Encyclopaedia Britannica auswendig lernen kann? Warum? Einen Text schreiben, das ist, auf die Jagd gehen, sie einfangen und ihre Herzen auf einen grossen Haufen türmen und sie entzünden mit nur einem Wort. Einen Text schreiben, heisst, sie ausziehen und ihnen ihr letztes Hemd nehmen, unter ihre Haut kriechen, ein leises Gift sein und […]
There is a German word, Sehnsucht, which has no English equivalent; it means ‘the longing for something’. It has Romantic and mystical connotations; C.S. Lewis defined it as the ‘inconsolable longing’ in the human heart for ‘we know not what’. It seems rather German to be able to specify the unspecifiable. The longing for something – or, in our case, for someone.
In Träumen weiss ich nie, was als Nächstes geschieht. Dadurch werden wir uns auch gewahr, dass es ein Leben gibt, auf das wir keinen Einfluss haben. Wir bewegen uns darin, sind aber nicht die Herren dieses Lebens. Ein wunderbarer Zustand.
An Sommerabenden ist es nichts Ungewöhnliches, den Himmel brennen zu sehen. Ja, ich wäre enttäuscht, wenn es nicht so käme. Nicht nur wegen des wunderbaren Anblicks dieser zartrosa bis flammendrot gefärbten Wolken oder auch des unbewölkten Himmels, gekleidet in ein feuriges Kleid. Nein, ich verbinde mit diesem Naturschauspiel sofort die Erwartung eines nachfolgenden, mindestens ebenso schönen Sommertages. Freue mich auf ein weiteres Sonnenbad. Ganz anders empfinde ich dieses Himmelswunder in der kalten Jahreszeit. Von der Sonne dann ausgesprochen stiefmütterlich behandelt, […]
Wenn es eine Sache gibt, die wahr ist, dann ist das, dass man zum Schreiben die Einsamkeit braucht. Ohne einen einzigen Menschen um sich herum schreibt es sich immer am leichtesten. Nichts da ausser man selbst. Das Rauschen eines Bachs, des Meeres, der Stille. Geräusche, die von weither kommen, die der Wind heranträgt, wie zufällig, ohne dass man selbst gemeint wäre, ziehen sie vorbei und schon ist man wieder allein. Das ist die Art der Stille, der Einsamkeit, die ich […]
Schlimm genug, dass ich überhaupt darüber nachdenke, wie ich den Satz “Du strahlst so eine seltsame Art von Traurigkeit aus” irgendwie als Kompliment interpretieren könnte. Und trotzdem gleich wieder an “i can see your sadness, it’s beautiful” (Aus, ja aus was eigentlich) denken müssen, an den wunderbaren Klang dieses Satzes. Wie passt das zusammen?
Wenn man mal als gegeben hinnimmt, dass jeder Mensch irgendwann zu seinem persönlichen Rhythmus findet, was die Schlafenszeit angeht, wenn man ihn nur lässt und wenn man weiterhin von dem Klischee ausgeht, dass Menschen tagsüber eher mathematisch und rational funktionieren, während sie nachts eher geisteswissenschaftlich und gefühlsorientiert drauf sind — dann hätte ich wohl eher Philosphie und nicht Informatik studieren sollen.
Man merkt sich einfach zu wenige schöne Wörter aus dem täglichen Leben. Gedankenblitze, Randnotizen, Details, an denen man vorbeiläuft. Dinge, die man ausblendet, obwohl man sie einblenden möchte. Wörter, über deren Klang, deren Zusammensetzung, deren Herkunft, deren Ironie oder deren Stimmung man minutenlang nachdenken könnte und es vielleicht sogar tut, aber die man dann eine halbe Stunde später wieder vergessen hat. Schade. ich staune, was Begriffe angeht, einfach zu selten. Oder zu oft, aber dann zu kurz. Was weiss ich.
Herr Z sah hinab auf seine Tasse, die bis oben mit feinstem und heissem Latte Macchiato gefüllt war, schlug sich den Gedanken daran, dass man Latte Macchiato eigentlich aus einem Glas trinkt, aus dem Kopf und versuchte, sich nicht vom eigentlichen Nachdenken ablenken zu lassen. Allerdings hatte er vergessen, worüber er sich ursprünglich vorgenommen hatte Nachzudenken und so sprangen seine Gedanken zu einer Art Meta-Ebene. Herr Z kannte diesen Begriff nicht, aber während sein Latte Macchiato, in der Tasse statt […]