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Palazzo
Geschichte
Der Palazzo Comacio wurde von Tomaso Comacio um das Jahr 1670 erbaut. Er war als Baumeister und Architekt in Bayern, Württemberg, in der Pfalz und an verschiedenen Orten in der Deutschschweiz tätig. Es ist unklar, ob Comacio selber im Palazzo wohnte oder ob er den Bau im Auftrag für eine Bauherrschaft errichtete. Im 19. Jahrhundert bewohnte ihn die aus Bellinzona stammende Familie Chicherio als Sommersitz. Ab 1900 gehörte er einer Familie Cotti aus Locarno.
Durch Erbfolge ging der Palazzo an Germano Nicola über und wurde 1955 in ein Mehrfamilienhaus mit fünf Wohnungen umgebaut. 2013 verkauften uns seine Söhne Marco und Carlo Nicola das sanierungsbedürftige Gebäude. Von 2014 bis 2022 restaurierten wir das stattliche Gebäude nach baubiologischen Kriterien und in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege Graubünden.
Renovierungsbericht – Umbau 2014-2022
Unser Plan war, den Palazzo so zu restaurieren, damit eine neuzeitliche Nutzung möglich wird. Dafür stellten wir ein Team von qualifizierten Handwerker*innen, Restaurator*innen und Planer*innen zusammen. Mit Respekt und Sorgfalt gegenüber dem Erbauer und dem Bauwerk bauten wir die Bausubstanz der 1950er-Jahre zurück und restaurierten die historische Substanz.
Die neuen Einbauten wie Bäder und Küchen wurden als Möbel gestaltet und meist mit Schwarzblech verkleidet. Die Innenseiten der Bäder beschichteten wir mit einer wasserfesten, mineralischen Oberfläche. Die alten Fenster aus verschiedenen Zeitepochen wurden durch historische Nachbauten aus Kastanienholz ersetzt. Für Zimmerböden, Türen und Innenläden wählten wir Eichenholz. Die Innenwände wurden mit mineralischen Kalziumplatten isoliert und mit Kalk- und Sandmörtel verputzt und gespachtelt.
Nach historischem Befund verlegten wir in den nicht unterkellerten Räumen gespaltene Gneisplatten in Kalkmörtel. Im Treppenhaus wurde der historische Verputz restauriert und mit Kalkfarbe gestrichen. Den Dachboden isolierten wir mit dicken Holzfaserplatten und das Dach wurde an einigen Stellen repariert. Die Fassade wurde von den neuzeitlichen Zementflicken befreit und mit Kalkverputz ergänzt. Als Heizung dient eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe, die eine Grundwärme in die Bodenheizung einspeist. Zusätzlich sind alle Wohnräume mit Holzöfen ausgestattet. In der Küche im Erdgeschoss bauten wir einen Speicherofen ein, der die Bodenheizung in Atelier und Küche beheizt. Zudem dient der Holzofen als Brotback- und Pizzaofen.