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Die Burgruine Witwald liegt nördlich vom Dorf Eptingen auf einer Felskante. Die Mauerreste des ehemaligen Palas sind von weithin sichtbar. Eine umfassende Sanierung war dringend. Diese wurde im Frühjahr 2018 durchgeführt.
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Die Burganlage
Die Burg Witwald besteht aus einer Ober- und Unterburg. Auf dem Kopf auf der Felskante sind schwache Spuren eines Gebäudes erkennbar, bei dem es sich wohl um einen dominierenden Hauptturm gehandelt haben muss. Auf der Felsterrasse im südlichen Abhang lag die Unterburg. Gemäss der Abbildungen der Burgruine aus dem 17. und 18. Jahrhundert stand hier ein mindestens dreigeschossiger, nach allen Seiten befensterter Palas. Er diente als Wohnsitz der Burgherren. Im Weiteren lässt sich anhand der heute noch sichtbaren Ruinenreste der Schacht einer Wasserzisterne, ein Zugangstor sowie ein davor gelegener rechteckig gemauerter Grundriss erkennen, der vielleicht als Torgrube diente. Im Zugangsbereich auf der Nordseite der Burgruine dürften sich auf den ebenen Arealen weiter Gebäude befunden haben, die der Versorgung der Burg dienten.
Geschichte
Die Burg Witwald – in der Fachliteratur „Jüngeres Wild-Eptingen“ und im Volksmund „Witwald-schlössli“ genannt – war ein Sitz der Herren von Eptingen. Diese besassen in unmittelbarer Nachbarschaft noch vier weitere Burgen: Die Burg „Älteres Wild-Eptingen“ und die Grottenburg „Riedfluh“ in Eptingen sowie die Burg „Ruch-Eptingen“ auf dem Renggen in Diegten, die aus zwei Anlagen bestand. Die ältesten davon hatten gemäss archäologischer Funde bereits im 11. Jahrhundert Bestand. Bis auf Witwald sind vermutlich alle bereits im 13. Jahrhundert aufgegeben worden. Auf vier der Burgen ist eine Brandzerstörung nachgewiesen.
Die Burg Witwald wird erst 1389 erstmals schriftlich erwähnt. Die Zeit ihrer Gründung ist unbekannt, wird aber im 13. Jahrhundert vermutet. Zur Burg dürfte bereits von Beginn an der nordöstlich der Burg gelegene Hof Witwald gehört haben, der wohl auf Rodungsgut errichtet worden ist. Im Erdbeben von Basel im Jahre 1356 sollen angeblich zwei Burgen bei Eptingen zerstört worden sein, wozu auch Witwald gehören muss. Am Mauerwerk von Witwald sind zudem deutliche Brandspuren sowie ein Wiederaufbau nachzuweisen. 1487 verkauft eine Erbengemeinschaft der Herren von Eptingen die Burg mit der Grundherrschaft Eptingen und Oberdiegten an die Stadt Basel. Die Burg scheint danach rasch zerfallen zu sein. Wahrscheinlich ist der Grossteil der Burgruine für Umbauten des Hofes Witwald abgetragen und wiederverwendet worden.
Die Herren von Eptingen
Die Eptinger verfügten wohl bereits im 11. Jahrhundert im Raum des gleichnamigen Dorfes über eine eigene Grundherrschaft. Ob es sich bei Ihnen um eine sogenannte „edelfreie“ Familie handelte, die auch von Eptingen stammte - oder ob sie zur Urbarisierung der Jurahöhen von einer Hochadelsfamilie dorthin beordert wurden - ist unbekannt. Ihr erster schriftlich bezeugter Vertreter ist 1213 Gottfried von Eptingen. In der Folge treten die Eptinger als Dienstleute des Bischofs von Basel auf. Die Familie verfügte nicht nur über die Grundherrschaft in Eptingen und Oberdiegten, sondern auch über weitreichende Güter im Raum Rheinfelden, Bubendorf, Pratteln und dem Sundgau – wo sie noch weitere Burgen besass. In der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts teilte sie sich in die Pratteler Linie und in die Blochmonter Linie (Sundgau) auf. Die Eptinger pflegten enge Beziehungen zum Kloster Olsberg sowie zur Stadt Basel, wo sie im 16. Jahrhundert Ratsmitglieder und gar Bürgermeister waren. Die Eptinger starben erst 1854 aus.
Alle Informationen zur Burgruine Witwald finden Sie HIER.