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Der Mensch ist kein Fleischfresser: Schliesslich muss er Fleisch erst künstlich zubereiten, damit es überhaupt bekömmlich ist. Vegetarier leben gesünder und fühlen sich leichter und freier. Zeilen aus dem Vorwort eines vegetarischen Kochbuchs? Nein: Schon Plutarch dachte so, vor beinahe 2000 Jahren. Dabei fragte er auch nach dem rechten Umgang mit Tieren: Schädliche Tiere dürfe man töten, unschädliche zähmen und sie ihrer natürlichen Eignung gemäss rücksichtsvoll zum eigenen Nutzen einsetzen. Aber man brauche keine Gänseleberpastete und schon gar keine mit Grausamkeit verbundenen Spektakel!
Portrait
Plutarch (ca. 45-125 n. Chr.) stammte aus einer wohlhabenden Familie in Chaironeia, Böotien. Er studierte Philosophie in Athen. Reisen nach Kleinasien, Alexandria und Rom unterbrachen seine beschauliche Gelehrtenexistenz in der Provinz. Er war ein äusserst produktiver Schriftsteller, der neben den berühmten Biographien Schriften populärphilosophischen Inhalts und zu Fragen des alltäglichen Lebens verfasste. Marion Giebel, geb. 1939 in Frankfurt a. M., studierte Klassische Philologie und Germanistik und promovierte 1965. Sie arbeitete als Verlagslektorin und Herausgeberin antiker und deutscher Literatur, war danach freiberuflich tätig als Autorin, Übersetzerin und als Herausgeberin zweisprachiger kommentierter Ausgaben der Reden Ciceros, Quintilians, Suetons u. a. Regelmässige Rundfunksendungen sowie Volkshochschultätigkeit gehören ebenso zu ihren Tätigkeiten. Marion Giebel lebt bei München.