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Autohersteller mit Werksrennställen sind keine Seltenheit – erfolgreicher in der Formel 1 als McLaren ist dabei aber nur Ferrari. Das britische Team ist nach schwierigen Saisons wieder auf dem Weg an die Spitze, und auf der Strasse sieht man seit 2011 Modelle mit dem markanten Logo.
Doch ist der Autobauer McLaren mit dem Rennteam gleichzusetzen? Zumindest entstehen Fahrzeuge für die Strasse und die Rennstrecke im selben Fabrik-Komplex im englischen Woking, dem McLaren Technology Centre. Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg.
Die Anfänge der Formel 1 McLaren: Bruce McLaren macht sein eigenes Ding
Die Wurzeln von McLaren reichen bis in die späten 1950er Jahre zurück, als der Neuseeländer Bruce McLaren zunächst in der heimischen Tasman-Serie, später auch der Formel 2 und schliesslich der Formel 1 für Aufsehen sorgte. Dort startete er zunächst auf für Cooper, gründete aber schon 1963 seine eigene Firma Bruce McLaren Motor Racing Ltd. Mit einem eigenen Auto und Team ging McLaren gemeinsam mit Landsmann Chris Amon erstmals 1966 an den Start, 1968 stiess der damals amtierende Weltmeister Denny Hulme zum Team.
Die Fahrerkombination McLaren/Hulme erwies sich als äusserst erfolgreich: In der Formel 1 gewann das Team McLaren 1968 mit dem Grossen Preis von Belgien in Spa sein erstes Grand-Prix-Rennen durch Hulme, parallel mischte das Duo die nordamerikanische Can-Am-Serie auf. Diese Meisterschaft faszinierte mit ihrem fast grenzenlosen Reglement, das den Erfindergeist der Hersteller begünstigte und vor Kraft strotzende Rennwagen hervorbrachte – im Vergleich zu den leichten Formel-1-Autos der Zeit wirkten die Can-Am-Fahrzeuge fast schon grob und brachial, aber mindestens genauso genial.
Vor allem Jim Halls Chaparral-Team das sich unter anderem an beweglichen Flügeln probierte – zu einer Zeit, in der die Aerodynamik bei Rennwagen noch in den Kinderschuhen steckte. In der Formel 1 waren die ersten Flügel überhaupt erst 1968 an den Autos montiert worden.
Die „Bruche and Denny Show“, wie das McLaren-Duo seinerzeit genannt wurde, erreichte derweil 1969 ihren Höhepunkt, als alle elf Rennen der Saison an das neuseeländische Team gingen. Die grössten Jahre lagen aber noch vor dem Team – sein Gründer sollte sie jedoch nicht mehr miterleben: 1970 verunglückte Bruce McLaren mit nur 32 Jahren bei Testfahrten im britischen Goodwood mit dem neuen Can-Am-Modell M8D tödlich.
Die 1970er Jahre – McLaren startet durch
McLarens Tod bedeutete jedoch nicht das Ende des Teams, stattdessen übernahm Teddy Mayer die Führung des Rennstalls. Schon 1970 hatte McLaren sich an einer weiteren Disziplin versucht – den 500 Meilen von Indianapolis. Der erste Anlauf mit Bruce McLaren, Hulme und Amon (letztere wurden im Vorfeld durch Peter Revson und Carl Williams ersetzt) war von wenig Erfolg geprägt, McLaren selbst verpasste die Qualifikation, Revson musste mit einem technischen Defekt aufgeben – für Williams sprang aber immerhin ein achtbarer neunter Platz heraus. Auch in Indianapolis sollte die erfolgreichste Zeit des Teams aber noch kommen.
In der Formel 1 hatte McLaren immer weiter Fuss gefasst, unter anderem mit Revson, Hulme und Jackie Oliver. Den ersten Titel holte jedoch keiner von ihnen – diese Ehre wurde dem Brasilianer Emerson Fittipaldi zuteil, der bereits 1972 mit Lotus Weltmeister geworden war. Er wurde 1974 Weltmeister, in einem inzwischen nicht mehr wie ursprünglich orange, sondern im Weiss-Rot des Hauptsponsors Marlboro lackierten McLaren.
Zwei Jahre später gewann James Hunt nach legendärem Titelkampf mit Niki Lauda den zweiten Titel für McLaren, danach fiel das Team aber hinter Hersteller wie Lotus, Ferrari, Renault oder Williams zurück. In Indianapolis gewann ein McLaren erstmals 1972 mit Mark Donohue am Steuer – allerdings eingesetzt vom amerikanischen Penske-Team und nicht von McLaren selbst. Zweimal hatte das Team aber doch die Nase vorn, Johnny Rutherford gewann das legendäre Rennen 1974 und 1976.
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Dominanz, legendäre Duelle und Ron Dennis
1981 begann eine neue Ära für das Rennteam McLaren, die auch den Grundstein für das erste Strassen-Fahrzeug des Herstellers legen sollte: Ron Dennis stieg in den Rennstall ein, und in den Folgejahren genoss McLaren enorme Erfolge – zwischen 1980 und 1999 feierte das nunmehr unter britischer Flagge startende Team neun Fahrerweltmeisterschaften durch Niki Lauda, Alain Prost, Ayrton Senna und Mika Häkkinen sowie ebenso viele Konstrukteurs-Titel. Zudem produzierten die späten 1980er die wohl legendärste Fehde unter Teamkollegen in der Geschichte der Formel 1, in der sich Senna mit Prost duellierte.
Bereits 1985 wurde McLaren Cars – heute McLaren Automotive – gegründet, um die Formel 1 auf die Strasse zu bringen – das Resultat: Der McLaren F1, der von 1992 bis 1998 hergestellt und von einem BMW-Zwölfzylinder angetrieben wurde. Neben dem Rennteam McLaren existierte nun also auch der Autobauer McLaren. Nach dem F1 wurde es allerdings erst einmal still um die Abteilung für Strassen-Autos.
In der Formel 1 gewann das Team indes 2008 einen weiteren Fahrer-Titel, Lewis Hamilton war erstmals siegreich. Bis dato war es der letzte Titel, den McLaren dort gewinnen konnte. 2017 folgte die Rückkehr zu den IndyCars, erst als Partner-Team mit Andretti Autosport und Fernando Alonso als Fahrer, seit 2020 als eigenständiges Team Arrow McLaren SP, nachdem Teile des Schmidt-Peterson-Teams gekauft wurden.
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Relaunch im neuen Jahrtausend
Erst 2010 tauchte der Autobauer McLaren wieder auf, in der Zwischenzeit gab es lediglich eine Kooperation mit Mercedes, das das Formel-1-Team seit 1995 mit Motoren beliefert hatte, aus der der Mercedes McLaren SLR entstanden war. Unter dem neuen Namen McLaren Automotive stellte die Marke eine weitere Abteilung der McLaren Group dar, zu der auch McLaren Racing Ltd, also das Rennteam der Formel 1, gehört.
In den Folgejahren stellte McLaren Automotive Modelle wie den 540C, 570 GT, 720S oder den zu Ehren des 1994 beim Grossen Preis von San Marino verstorbenen Weltmeister benannten McLaren Senna her. Zudem baut auch die Automotive-Abteilung Rennwagen, auf Basis der Serien-Modelle entstehen GT-Rennautos.
Formel 1 McLaren und Autobauer? Getrennt und doch vereint
Das, was in der Formel 1 McLaren ist, ist also nicht eins zu eins mit dem gleichzusetzen, was (wenn auch selten) im Strassenverkehr anzutreffen ist: Zwar kommen sowohl Rennwagen als auch Serien-Fahrzeuge aus dem selben Hauptquartier in Woking, jedoch stecken unterschiedliche Abteilungen des selben Unternehmens dahinter.
Während McLaren Racing Ltd das Formel-1-Team darstellt, baut McLaren Automotive die Serien-Autos – verfügt zugleich aber selbst ebenfalls über eine Renn-Abteilung, die Fahrzeuge für den GT-Sport herstellt und verkauft. Beide sind unter dem Schirm der McLaren Group vereint.