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Der Rhein als Grenze

3 Fragen an...
Herrn Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg, Chef der Eidgenössischen Militärbibliothek
1. Hat der Rhein heute noch eine militärische Bedeutung?
Jeder Fluss, der nicht durchgängig mit schweren Fahrzeuguen durchfurtet werden kann, hat eine militärische Bedeutung, so auch der Rhein! Ein Übersetzen braucht Zeit und teilt, während der Zeit des Überganges, die eigenen Kräfte und macht sie so verwundbarer. Militärische Vorstösse über den Rhein würden zu Truppenzusammenzügen führen, die besonders leicht mit Artillerie und Fliegern bekämpft werden könnten. Selbst bei einem Vorstoss in der Richtung des Flusslaufes ist ein Fluss dem eigenen Rochieren (also zum Beipiel dem eigenen Verschieben des Schwergewichts des Angriffes von rechts nach links oder umgekehrt) hinderlich. Genau das ist der wichtigste Grund, weshalb so viele Flüsse Grenzflüsse sind, vom Yalu bis zum Rio Grande.
2. Was passiert mit den alten Militäranlagen entlang des Rheins?
Seit über 2000 Jahren wird entlang des Rheins befestigt (so zum Beispiel in Rheinau ZH oder in Möhlin AG) und aus der Römerzeit gibt es den literarisch (Ammianus Marcellinus) und archäologisch (Zurzach, Wallbach, Kaiseraugst etc.) feststellbaren, sogenannten Rheinlimes. Die Bauten aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg gehören heute grossteils zu den Kulturdenkmälern des Landes (Festungsmuseum Reuenthal etc.). So weit sie noch in Gebrauch stehen, bleiben sie klassifiziert.
3. Vereinfacht der Rhein als natürliche Grenze die Grenzwache?
Ja, selbstverständlich!