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Auch wenn es heutzutage nur noch wenige Kolonien gibt, so ist doch das Erbe des Kolonialismus allgegenwärtig; am deutlichsten wohl durch die weite Verbreitung der europäischen Sprachen und des Christentums. Aber auch an eines der schrecklichsten Kapitel des Kolonialismus, die durch ihn wieder aufgeblühte Sklaverei, wird man bei der Betrachtung der Bevölkerung vieler Staaten des amerikanischen Kontinents erinnert. Einerseits hat der Kolonialismus vielerorts noch bis heute andauernde Konflikte ausgelöst. Kulturen wie die der Azteken, Maya oder Inka, aber auch die der nord-amerikanischen Stämme wurden gar ausgelöscht. Andererseits wurden durch ihn Bildungssysteme, Technologien und die Aufklärung verbreitet; durch die Einführung von Grundnahrungsmitteln wie Kartoffeln oder Mais wurde die Ernährungssituation der europäischen Bevölkerung stark verbessert.Wolfgang Reinhard behandelt in seiner gut lesbaren, knappen Gesamtdarstellung nicht nur die Geschichte europäischer Kolonien in Übersee, sondern bezieht auch Kolonialimperien wie Russland oder die USA, Sekundärkolonialismus wie in Südafrika oder Australien und den nicht-westlichen, aber mit dem europäischen zusammenhängenden Kolonialismus Chinas, Japans und Ägyptens mit ein. Mit zahlreichen Karten, Register und Literaturverzeichnis.
Portrait
Wolfgang Reinhard, geboren 1937, ist Professor em. für neuere Geschichte in Freiburg. Er veröffentlichte Bücher zur Papstgeschichte, zur europäischen Expansion und zum Kolonialismus, zur historischen Anthropologie undzur Vergleichenden Verfassungsgeschichte Europas. Erwähnt sei besonders seine vierbändige "Geschichte der europäischen Expansion" (1983-1990).