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Von der Reusstal-Pfarrei zum Pastoralraum Bremgarten-Reusstal
Jonen gehörte seit jeher zur Pfarrei Lunkhofen, trug sich aber schon lange mit dem Gedanken, eine eigene Pfarrei zu gründen. Da Lunkhofen diesem Ansinnen nicht gerade wohlgesinnt war – nicht zuletzt wegen der Einnahmequelle Jonental – musste der beschwerliche Weg über die Politik eingeschlagen werden. Zudem bestand Mitte des 19. Jahrhunderts die Idee einer Reusstal-Pfarrei (u.a. mit der Kleingemeinde Werd ennet der Reuss). 1856 richtete die Gemeinde Jonen an den Regierungsrat ein Gesuch um Errichtung einer eigenen Pfarrei, was aber in Aarau abgelehnt wurde. Die enttäuschten Joner gaben dem Gemeinderat den Auftrag, trotzdem wietere Vorkehrungen zu treffen, um die spätere Gründung einer Pfarrei zu fördern. Dazu gehörten das Anlegen eines Friedhofes (1862) und der Bau eines Pfarrhauses. Nach langwierigen Verhandungen beschloss der Grosse Rat 1866 das Dekret zur Errichtung der Pfarrei Jonen. Dieses schloss auch das Jonental ein, verbunden mit der Bedingung, dass dieses finanziell unabhängig von der Rechnung der Pfarrei zu führen sei.
Schon im Jahre 1867 wurde der erste Pfarrer installiert. Unter den nachfolgenden Pfarrherren wurde regelmässig – häufig mit Spendengeldern – in Ausbau, Umbau und Renovationen investiert.
Als gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Einwohnerzahl zu- und die Anzahl der Kirchgänger inkl. des geistlichen Personals abnahm, wurde das Thema “Fusion” immer aktueller. Diese und andere Gründe führten 2013 zur Gründung des Pastoralraumes Bremgarten-Reusstal (Bremgarten, Zufikon, Hermetschwil, Lunkhofen und Jonen). Womit eine vor 150 Jahren aktuelle Idee – wenn auch aus anderen Motiven – umgesetzt und Jonen wieder mit Lunkhofen “vereinigt” ist.
Von der Kapelle zur heutigen Pfarrkirche
In Jonen stand schon vor fast 500 Jahren eine Kapelle, ziemlich genau gegenüber der heutigen Kirche. Da sie – zwischen zwei Strohhäusern stehend – als brandgefährdet galt, kaufte man auf der anderen Strassenseite Land wo die dritte Kapelle bzw. erste Kirche 1808 eingeweiht wurde. Beim verheerenden Dorfbrand 1811 brannte die neue Kirche vollständig aus, wurde jedoch umgehend wieder aufgebaut. Weil die Platzverhältnisse im Laufe der nächsten 100 Jahre zunehmend enger wurden baute man 1910 Chor und Sakristei an. Für den neuen Turm wurden in Pruntrut aus zwei französischen Kanonen fünf neue Glocken gegossen.
Auf Weihnachten 1963 wurde die erste Heizung in Betrieb genommen. Allerdings nicht für lange, zeigten sich an der Gipsdecke doch bedrohliche Risse und erste Stücke fielen herunter. Die Gottesdienste mussten vorübergehend in die Turnhalle verlegt werden. Notgedrungen wurde die Pfarrkirche zum 100-jährigen Pfarreijubiläum einer gründlichen Aussen- und Innenrenovation unterzogen, wobei auch eine neue Orgel eingebaut wurde. Leider gingen bei dieser Renovation die wertvollen Deckenbilder unwiderruflich verloren, da sie nicht wie üblich auf Leinwand, sondern direkt auf die Gipfsfläche gemalt waren.
Bei der Innen- und Aussenrenovation 2001 wurde die Kirche den aktuellen liturgischen Bedürfnissen angepasst. Dabei gaben die Entfernung der wertvollen Kommunionbank sowie der Kanzel eindeutig mehr zu diskutieren als der Ersatz der ungenügenden Heizung und eine hellere Beleuchtung. Weil inzwischen die Pfarrkirche (mit Ausnahme von wenigen Anlässen) wieder zu gross ist, konnte man im vorderen Teil die bei der letzten Renovation bis an die Wand gezogenen Bänke wieder durch einen “zirkulationsfreundlichen” Seitengang ersetzen. Da die Pfarrkirche unter Denkmalschutz steht, leistete auch dieser einen namhaften Beitrag an die Kosten von Fr. 1.2 Millionen Franken.
Quelle: Broschüre 150 Jahre Pfarrei Jonen