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Die Indianerstämme Nordamerikas
Wenn wir von Indianern Nordamerikas sprechen, könnte man glauben, dass es sich hierbei um eine einheitliche Gruppe von Stämmen handelt, wie wir sie aus Kinderbüchern oder aus Romanen von Karl May kennen. Tatsache ist, dass es bei der Ankunft von Kolumbus 1492 rund 500 nordamerikanischen Indianerstämme mit hunderten von Sprachen gab.
Der Name Indianer geht zurück auf die Entdecker mit und nach Kolumbus, welche glaubten, dass sie in Indien gelandet wären. Zeit seines Lebens glaubte Kolumbus, dass er nach Indien gekommen sei.
Die Gebiete, welche die verschiedenen Stämme besiedelten, sind nicht klar zu begrenzen, da viele Stämme herumzogen. Trotzdem kann grob eine Karte gezeichnet werden.
Das Indianerland Nordamerikas erstreckt sich von Kanada bis Mexiko, von der Atlantikküste bis zum Pazifik. Ein unendlich grosses Gebiet voller natürlicher Vielfalt, das für die Indianervölker im Überfluss alles bereithielt, was die Menschen zum Leben brauchten.
Genau so vielfältig wie die Landschaften waren die Bräuche und Kulturen der über 500 Indianerstämme.
Einige Stämme betrieben Landwirtschaft, die meisten waren Meister der Jagd. Ihre Religion, ihr Respekt vor der Natur liess sie aber nur das zu jagen, was sie zum Leben brauchten. Die Jagd war für sie ein heiliger Akt, sie achteten ihre Beute als Geschenk der Natur. Alles, was in der Natur existiert, war Teil einer heiligen Gemeinschaft.
Verehrung von Tieren: Adler, Bison, Bär
Adler
Besondere Verehrung brachten die Indianer dem Adler entgegen. Er war ein Bote des grossen Geistes, von allen Tieren kam er dem Himmel am nächsten. Daher waren die Schwanzfedern des Adlers von besonderer Bedeutung. Ihr wohnte eine Zauberkraft inne, sie waren wie Orden für besondere Verdienste. Damit ein Krieger eine Feder tragen durfte, musste er sich durch grossen Mut auf der Jagd oder im Krieg auszeichnen. Ein voller indianischer Federschmuck bedeutete also, dass ein Indianer viele Gegner getötet und skalpiert hat oder den grossen Bison mit Mut erlegt hat.
Bison
Die Bisons lieferten den Indianern alles für ihr Leben: Fleisch, Kleidung, die täglichen Gerätschaften wie Kellen, Schaufeln, Nähfaden sowie Kultgegenstände für die traditionellen Riten ihrer Religion. Der Bison war und ist in der indianischen Mythologie von immenser Wichtigkeit.
Bär
Die Bärentatze (engl. „Bear Paw“) ist wohl das bekannteste Symbol der nordamerikanischen Indianer. Sie steht für Glück und Gesundheit.
Die Waffen der Indianer
Bogen und Pfeil
Selten gibt es Völker, die so geschickt und präzise mit Pfeil und Bogen umgehen konnten. In den Köcher passten vielleicht rund 20 Pfeile. Ein Indianer konnte in etwa 10 Sekunden einen Pfeil ziehen, anlegen, zielen und abschiessen. Sechs Pfeile konnte er so in einer Minute schiessen, kurze drei Minuten dauerte also ein Blitzangriff.
Die Sehne des Bogens war aus gezwirnten Tiersehnen.
Es gab verschiedenartige Bogen:
- Glatte Bogen aus einem Stück Holz. Es wurden Eschen-, Hickory-, Heuschrecken-, Osage-Orangen-, Zedern-, Wacholder-, Eichen-, Walnuss-, Birken-, Choke-Kirsch-, Felsenbirnen- und Maulbeerhölzer verwendet.
- Verstärkte Bogen mit Sehnen-Verstärkung und zusammengesetzte Bogen (Komposit-Bogen) aus flachen Hornlagen, die mit Sehnen verstärkt wurden.
- Zusammengesetzte Bogen (Komposit-Konstruktion) waren aus Holzlagen gefertigt, die mit verleimten Sehnenschichten und Hornplatten verstärkt wurden.
Der üblichere kleinere Flach-Bogen hatte eine Länge von ca. 1,30 Meter und besass eine Pfeil-Zuglänge von 60 Zentimetern.
Tomahawk
Das Kriegsbeil ist ein häufiges Kriegsgerät der Indianer. In den Aussprüchen kennen wir es als «das Kriegsbeil begraben», was Frieden machen heisst. Es konnte im Nahkampf wie auch als Wurfgeschoss verwendet werden. Ursprüngliche Tomahawks hatten ein spitzes Steinmesser an der Spitze. Später wurde die Spitze auch aus Metall hergestellt.
Keule
Keulen sind einfache Schlagwerkzeuge, die aber auch geworfen wurden.
Speer
Auch der Speer konnte geworfen oder als Spiess verwendet werden.
Messer
Das Messer ist ein universales Werkzeug, das sowohl im Alltag, wie auch im Kampf verwendet werden konnte. Früher wurden Messer mit Stein- oder Knochenklingen hergestellt. Die Europäer brachten Stahl mit und verkauften die Stahlklingen zu einem sehr hohen Preis. Eine gute Klinge konnte durchaus ein Reitpferd wert sein.
Erst später kamen Indianer durch die Kolonialisten auch an Gewehre und Pistolen.
Keine Schrift, aber Bilder
In zwei Dingen waren sich die Indianerstämme alle gleich: sie hatten keine Schrift und gaben ihr Wissen mündlich weiter; dafür aber malten sie ihre Situationen auf Felsen, auf Felle oder Häute oder direkt auf ihre Haut.
Einige Indianerstämme vorgestellt
Sioux
Sitting Bull und Crazy Horse
Irokesen
Apachen
Cheyenne
Navajo
Seminolen
Weisheiten der Indianer
Behandele einen Stein wie eine Pflanze, eine Pflanze wie ein Tier und ein Tier wie einen Menschen.
Reich ist, wer viel geben kann, nicht wer viel besitzt.
Ich möchte wissen, ob du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit dir zusammen bist.
Mit Hilfe der Sonne wurde die Erde erschaffen,
und sie soll belassen werden, wie sie war.
Die Erde und ich, wir sind eins.
Das Land und wir leben nach den gleichen Gesetzen
und in vollkommener Harmonie.
Der Eine, der das Recht hat, über das Land zu verfügen,
ist der Eine, der es geschaffen hat.
Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Faden darin. Was immer er ihm antut, tut er sich selbst an.
Verzweifle niemals. Die Tage vergehen wie das im Wind fliegende Herbstlaub, und die Tage kehren wieder mit dem reinen Himmel und der Pracht der Wälder. Aufs Neue wird jedes Samenkorn erweckt, und genauso verläuft das Leben.
Wenn die Indianer eine Anzahl Weisser töteten, dann war es ein blutiges Massaker. Wenn die weissen indianer niedermachten, dann bezeichneten sie es als einen glorreichen Sieg.
Nicht jeder Indianer ist gut und nicht jeder Weisse ist schlecht.
Inside of me there are two dogs. One is mean and evil and the other is good and they fight each other all the time. When asked which one wins I answer, the one I feed the most.
„In mir sind zwei Hunde. Der eine ist gemein und böse und der andere ist gut und sie bekämpfen sich die ganze Zeit. Auf die Frage, welche gewinnt, antworte ich, die, die ich am meisten füttere.“
„Der weisse Mann weiss, wie man alles macht, aber er weiss nicht, wie er es verteilen soll.“
Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
Häuptlinge
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