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MotoGP NEWS: Runde 9 - U.S. MotoGP - Bridgestone Rennbericht inklusive Interview mit MotoGP-Fahrer Stefan Bradl
FIM MotoGP™ Weltmeisterschaft 2013, Runde 9: U.S. Grand Prix – Rennbericht
Laguna Seca Raceway (Laguna Seca / Kalifornien), Sonntag 21. Juli 2013
Bridgestone Reifenmischungen (Slick): Vorne: Soft & Medium; Hinten: Extra-Soft (Symmetrisch), Soft & Medium (Asymmetrisch)
Bridgestone Regenreifen: Soft (Hauptoption), Hart (Alternative)
Wetter: Trocken. Lufttemperatur 20-19 Grad; Asphalttemperatur 50-50 Grad (Bridgestone Angaben)
Repsol Honda’s Marc Marquez setzte am Sonntagnachmittag seine geschichtsträchtige Rookie-Saison fort, als er sich mit dem Sieg beim U.S. Grand Prix in Laguna Seca zum jüngsten Fahrer aller Zeiten machte, der in der Premier Class MotoGP™ zwei aufeinanderfolgende Triumphe feiern konnte.
Marquez ging vom zweiten Startplatz in das Rennen und zeigte auf dem Weg zu seinem dritten Saisonsieg in der berühmten Corkscrew ein unvergessliches Überholmanöver, als er an Yamaha-Werkspilot Valentino Rossi vorbeiging. In Runde 19 übernahm er schleißlich die Führung von LCR Honda-Fahrer Stefan Bradl und sah nach 32 Runden mit 2,298 Sekunden vor dem Deutschen als Erster die Zielflagge. Für Bradl war der zweite Platz beim neunten Saisonrennen sein allererster Auftritt bei einer Siegerehrung in der Königsklasse MotoGP™, während sich Rossi über sein drittes Podium in Folge freute. Avintia Blusens-Pilot Hector Barbera feierte als Zehnter sein bestes Saisonresultat. Damit war der Spanier auch gleichzeitig der bestplatzierte Fahrer in der CRT-Wertung an diesem Wochenende.
Der morgendliche Nebel über dem Laguna Seca Raceway löste sich heute schneller als üblich auf und der frühe Sonnenschein führte zu den höchsten Asphalt-Temperaturen des Wochenendes mit einem Spitzenwert von 50 Grad. Wegen der hohen Temperaturen war der weichere Slick für hinten die beliebteste Wahl, da alle bis auf drei Fahrer den für sie weicheren Hinterreifen verwendeten. Die wesentlich wärmeren Temperaturen verlangten auch weniger die Notwendigkeit guter Aufwärmqualitäten, so dass sich alle Piloten für die härtere Option des Slick für vorne entschieden.
Zur Halbzeit der Saison führt Marquez die Meisterschaft mit 16 Zählern Vorsprung auf seinen Teamkollegen Dani Pedrosa an, während Yamaha-Werkspilot Jorge Lorenzo weitere zehn Punkte dahinter Rang drei einnimmt.
Hiroshi Yamada – Manager, Bridgestone Motorsport Department
“Heute erlebten wir wieder einmal eine geschichtsträchtige Glanzleistung, als sich Marc zum jüngsten Fahrer mit zwei aufeinanderfolgenden Siegen in der MotoGP machte: herzlichen Glückwünsch an ihn und Repsol Honda für den toll gemeisterten Job. Ich möchte aber auch gerne Stefan zu seinem allerersten MotoGP-Podium gratulieren und die Tatsache, dass wir heute zwei junge Fahrer um den Sieg kämpfen gesehen haben, ist ein großartiges Zeichen für die Zukunft dieser Meisterschaft. Zudem gebührt auch Dani und Jorge großes Lob, da beide trotz Verletzung solch starke Leistungen gezeigt haben. Die erste Hälfte der Saison hatte zweifellos viele unvergessliche Momente und obwohl nun jeder im Fahrerlager die wohlverdiente Sommerpause genießen wird, blicken wir schon jetzt dem nächsten Rennen in wenigen Wochen in Indianapolis mit viel Vorfreude entgegen.”
Masao Azuma – Chief Engineer, Bridgestone Motorsport Tyre Development Department
“Die Asphalt-Temperaturen erreichten heute den höchsten Wert des gesamten Wochenendes und dies hatte einen Einfluss auf die Wahl der Piloten betreffend den Vorderreifen. Am Vormittag hatte es noch den Anschein, als würden sich einige Fahrer für den weicheren Slick für vorne entscheiden, doch als die Asphalt-Temperaturen über 50 Grad anstiegen, waren Aufwärmeigenschaften nicht sonderlich gefragt und weshalb alle Fahrer die härtere Option des Vorderreifens wählten. Die Wahl des Hinterreifens war bei allen Prototypen-Piloten mit dem weicheren Slick gleich, während alle bis auf drei CRT-Piloten ebenso auf die weichere Option vertrauten. Selbst bei diesen hohen Asphalt-Temperaturen war die Qualität der Reifen mit vorhersehbarem Abbau des Grip-Niveaus über die Renndistanz konstant. Von dem her bin ich zufrieden damit, wie die Reifen heute funktioniert haben.”
Marc Marquez, Repsol Honda – Sieger
“Dieses Rennwochenende verlief eigentlich wie ich es erwartet hatte, obwohl ich dazu sagen muss, dass ich angenommen hatte, dass ich beim ersten Mal hier etwas mehr zu kämpfen hätte. Aber ich fühlte mich ab dem ersten Training recht gut, obwohl es allerdings eine Weile brauchte, bis ich mir einprägen konnte, wo sich die Unebenheiten auf dieser Piste befinden. Das heutige Rennen war gut, obwohl ich zunächst wegen all der Unebenheiten etwas verunsichert war, übers Vorderrad wegzurutschen. Es gelang mir an Valentino vorbeizugehen und fuhr dann hinter Stefan, bevor ich auch ihn überholte. Schon wegen der Tatsache auf einen für mich vollkommen neuen Circuit 25 Punkte gesammelt zu haben, bin ich überglücklich und es tut gut mit dieser Performance in die Sommerpause zu gehen.”
Stefan Bradl, LCR Honda MotoGP – 2.
Herr Bradl, Gratulation zu diesem erfolgreichen Wochenende! Bedeuten die erste Pole-Position und der zweite Platz im Rennen den endgültigen Durchbruch für Sie in der Königsklasse MotoGP™?
“Danke vielmals! Aus meiner Sicht war es am wichtigsten, dass wir das Ding von Anfang bis zum Ende endlich einmal durchgezogen haben. Wir haben schon einige Male den Ansatz gezeigt, dass wir in diese Richtung gehen können und dass wir den Speed dazu haben, und jetzt konnten wir dies auch umsetzen. Ich bin daher überglücklich, dass es endlich geklappt hat. Es war ein hartes, langes Rennen, allerdings habe ich mich vom ersten Training an sehr wohl gefühlt und das Motorrad war in perfekter Verfassung. Wir haben an diesem Wochenende einen super tollen Job erledigt und all das zusammen hat es uns ermöglicht diesen Speed gehen zu können. Ich freue mich riesig über mein erstes Podium in der MotoGP!”
Was war letztendlich für diese Performance ausschlaggebend; erfolgte von Ihrer Seite aus fahrerischer Sicht der Schritt oder gelangen am Motorrad Verbesserungen?
“Schon in den beiden vergangenen Rennen machten wir merkliche Fortschritte. Assen war ansatzweise schon gut und beim GP auf dem Sachsenring waren wir über das gesamte Wochenende immer richtig gut dabei. Bestimmt habe ich fahrerisch einen Step gemacht, aber am meisten wirkt es sich aus der Sicht aus, dass ich mit dem Motorrad einfach besser zurechtkomme. So wie es momentan läuft, arbeiten wir jedenfalls in die richtige Richtung. Ich bin mit der Situation rundum zufrieden und es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl mit diesen Resultaten im Gepäck die erste Saisonhälfte zu beenden.”
Sie haben soeben Assen und den Sachsenring-GP erwähnt. Ist nach Ihrer starken Performance, und noch dazu den ersten Führungsrunden beim Heimrennen der Druck gewachsen?
“Der Ausgang des Grand Prix hier in Laguna Seca war für mich sehr, sehr wichtig. Es war zu spüren, dass von allen Seiten der Druck wächst. Vor allem in Deutschland, nachdem ich zuhause mein Heimrennen angeführt hatte, waren die Erwartungen hoch, indem viele längst ein Podium erwartet haben. Aber auch von meiner Seite war ich mir im Klarem, dass es langsam an der Zeit dazu ist. Jetzt ist es natürlich eine enorme Erleichterung, dass es endlich geklappt hat. Dieser zweite Platz ist aber auch für das Team sehr wichtig, für mich persönlich umso mehr und natürlich auch für meine weitere Zukunft.”
Warum hat es in diesem Rennen nach langer Führung nicht ganz auf die oberste Stufe auf dem Podium gereicht?
“Ich bin mit meinem Rennen sehr zufrieden. Mein Start war gut und ich bin von Beginn an starke Rundenzeiten gefahren. Es gelang mir bis auf Marc (Marquez) gleich einen Vorsprung herauszufahren. Allerdings war es keine einfache Angelegenheit. Die Asphalt-Temperaturen waren heute um einiges höher als an den Trainingstagen und in der Anfangsphase mit vollem Tank war ich gleich mehrere Male hart am Limit. Gegen Ende des Rennens hatte Marc Vorteile, indem er mehr Kurvenspeed fahren konnte als ich. Mit nachlassenden Hinterreifen hat sich die Balance des Motorrades negativ auf den Vorderreifen ausgewirkt, weshalb ich nicht mehr diesen Speed durch die Kurven fahren konnte. Nichtsdestotrotz bin ich mit meiner Performance heute zufrieden und ich bin sehr stolz darauf, dass ich auf dem Podium gestanden bin.”
Wie haben sich die höheren Asphalt-Temperaturen auf die Performance der Reifen ausgewirkt?
“Die Qualität der Reifen war während dem Rennen gut, was auch über das gesamte Wochenende zutrifft. Der Hinterreifen funktionierte konstant gut, jedoch aufgrund der höheren Temperaturen ging etwas Seiten-Grip verloren. Aber damit konnte ich gut umgehen. Mit dem harten Vorderreifen waren wir allerdings am Limit, da die heißen Temperaturen zu ein paar Bewegungen am Reifen selbst führten.”
An diesem Wochenende war ihr Vater mit vor Ort. Nach diesem Erfolg sollte er Sie eigentlich wieder öfters zu den Rennen begleiten, oder?
“Schöner hätte es nicht sein können. Für mich ist es traumhaft, dass er an diesem Wochenende dabei war, dass mit meiner ersten Pole-Position und dem heutigen Podium so erfolgreich verlaufen ist. Ich bin stolz und freue mich riesig darüber, und gleichzeitig war es für mich sehr wichtig, dass er hier mit dabei war. Ich denke aus seiner Sicht ist es nicht anders. Es ist einfach ein tolles Gefühl und es hat einfach alles zusammengepasst an diesem Wochenende; besser hätte man es nicht planen können.”
Ihr Vater kennt den Laguna Seca Raceway auch als Rennfahrer. Konnte er hilfreiche Tipps geben?
“Wir sind am Donnerstag gemeinsam einmal um die Strecke gegangen und quasi an jeder Kurve hatte er etwas auszusetzen. Meistens hörte ich nur wie langsam er an der einen Stelle war oder dass er in einer anderen Kurve nie eine schnelle Linie fand. Von dem her war er keine großartige Hilfe. Aber wie zuvor erwähnt hat es unheimlich gut getan, dass er hier mit dabei war und die Streckenbesichtigung mit ihm werde ich bestimmt nie vergessen.“
Mit dem GP in Laguna Seca ist die erste Saisonhälfte abgeschlossen. Wie beurteilen Sie Ihre Performance während der ersten Halbzeit?
“Durchwachsen, sehr durchwachsen sogar. Natürlich bin ich nun happy, dass wir mit dieser Podiumsplatzierung in die Sommerpause gehen, was logischerweise das Tüpfelchen auf dem i ist. Aber auf der anderen Seite hatten wir Anfangs der Saison mit massiven Problemen zu kämpfen. Wie zum Beispiel mit den Bremsen und nicht zuletzt auch wegen einiger Stürze, die immens viel Vertrauen geraubt hatten. Es hat lange gedauert, bis wir das Vertrauen wieder gefunden haben. Aber seit ein paar Rennen geht es in jeden Fall in die richtige Richtung und wir werden alles unternehmen, um diesen Level bis zum Saisonende zu halten, wenn nicht sogar verbessern zu können.”
Jetzt geht es in die verdiente Sommerpause. Was haben Sie vor bis zum nächsten Rennen Mitte August in Indianapolis?
“Aus meiner Sicht ist die bevorstehende Pause wirklich mehr als verdient. In den vergangenen sieben Wochen bin ich nicht weniger als an 37 Tagen auf dem Motorrad gesessen. Juni und Juli waren schon immer sehr stressig, aber dieses Mal kam noch der lange Übersee-Trip mit den PR-Terminen und dem Test in Argentinien hinzu. Für mich eigentlich zum ungelegensten Zeitpunkt zwischen Assen und meinem Heim-GP auf dem Sachsenring. Obwohl ich nun ziemlich geschlaucht bin, haben wir diese hektische Phase der Saison gut gemeistert. Ich freue mich daher umso mehr auf ein, zwei erholsame und entspannte Wochen zuhause, in denen bestimmt die Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte nicht zu kurz kommen wird. Mit leichtem Training will ich meine Fitness weiter steigern, bevor dann mit einer frühzeitigen Anreise zum Indianapolis-GP ein paar Tage Urlaub in den USA auf dem Programm stehen werden.”