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Allgemeines:
Sizilien ist die größte und die am dichtesten besiedelte Insel des Mittelmeers und gehört zur Republik Italien. Sie liegt südwestlich vor der „Stiefelspitze“ Italiens und ist der Überrest einer Landbrücke, die einst Europa und Afrika verband. Die Region Sizilien hat eine Fläche von 25.703 km² und rund 5 Millionen Einwohner. Zu den grössten Städten der Insel zählen die Hauptstadt Palermo (ca. 700'000 Ew.), Catania (ca. 450'000 Ew.) und Messina (260'000 Ew.). Die Küste Siziliens erstreckt sich über eine Gesamtlänge von etwa 1039 km. Im Norden und Osten steigt das Land steil aus dem Meer auf. Unterbrochen werden diese Felsküsten von zahlreichen Buchten mit Sandstränden. Gegen Süden hin fällt das Land flach ab und es gibt längere Abschnitte mit Sandstrand. Vor allem in den Sommermonaten scheint zwischen 14.00 Uhr und 16/17.00 Uhr ganz Sizilien zu schlafen: dann haben die meisten Aemter, Büros und Geschäfte geschlossen; dann ist Sieastzeit!
Landschaft:
Über 80 % der Fläche Siziliens sind Berg- oder Hügelland. Ebene Gebiete gibt es im Süden und im Hinterland von Catania. Im Norden setzen die Gebirge Peloritani (1374 m.ü.M.) , Nebrodi (1847 m.ü.M.) und Madonie (1979 m.ü.M.) die Gebirgskette des Apennin fort. Im Südosten erheben sich die Gebirge Iblei (986 m.ü.M.), im Landesinneren die Gebirge Erei (1000 m.ü.M.) und Sicani (1578 m.ü.M.) Der höchste Berg Siziliens ist der Aetna (3345 m), der zugleich der größte und aktivste Vulkan Europas ist. Weitere aktive Vulkane sind Stromboli und Vulcano auf den im Nordosten vorgelagerten Liparischen Inseln. Der höchste nichtvulkanische Berg ist der Pizzo Carbonara (1979 m) in den Monti Madonie. Der Salso als längster Fluss Siziliens entspringt mit seinem Quellfluss Imera Meridionale in den Monti Madonie. Der einzig natürliche See ist der Lago di Perqusa im Zentrum der Insel. Er ist vulkanischen Ursprungs und hat eine fast kreisrunde Fläche. Der größte der zahlreichen Stauseen ist der Lago Pozzizillo.
Klima / Wetter:
Auf Sizilien herrscht mediterranes Klima mit heißem, trockenem Sommer und mildem, feuchtem Winter. Im Inselinneren ist es im Vergleich zu den Küstengebieten etwas kühler. Hier liegen die Durchschnittstemperaturen bei 19°C im Sommer und 5° C im Winter. An den Küsten betragen die Temperaturen im Sommer durchschnittlich 26°C, im Winter 10°C. Im Süden werden durch den aus der Sahara wehenden Scirocco (heisser Wind) Werte über 40°C erreicht.
Von Mai bis September fällt bis auf kurze Regenschauer kaum Niederschlag. Oktober bis Februar sind die regenreichsten Monate, wobei in den Gebirgen im Norden mehr Niederschlag fällt als in den südlicheren Gebieten.
Radfahren auf Sizilien:
Auf Sizilien kann man mit Ausnahme des Hochsommers das ganze Jahr gut Rad fahren - selbst im Januar sind Temperaturen um die 17 Grad möglich. Empfehlenswert ist es ab Anfang / Mitte März bis Mitte Juni sowie Mitte September bis Ende November. Am Aetna beginnt die Radsaison erst Ende April, dafür sind die Temperaturen dort auch im Sommer erträglich. Das Mittelmeer hat in der Regel ab Mitte Mai Badetemperatur - ist aber dafür bis Ende November mollig warm. Meine Erfahrungen vom 16.06.08 bis 03.07.08 Postiv überrascht hat mich nebst den fast überall guten Strassenzuständen auch die Fahrweise der Sizilianer. Ausserhalb der grösseren Städte erlebt man sehr rücksichtsvolle Automobilisten, die sich zeitweise kaum zu überholen getrauen. Ein vorsichtiges Hupen drückt dabei bloss aus, dass sich ein Fahrzeug nähert und ist keinesfalls negativ gemeint. Auf vielen Strassen in den Gebirgen hat es zudem nur sehr wenig Verkehr, was das Fahrradfahren zu einem besonderen Erlebnis macht. An den Küsten muss man gerade in den Sommermonaten mit mehr, teilweise viel Verkehr rechnen. Unsere Route führte uns jedoch vorwiegend durch die wunderschönen Landschaften im Landesinneren, wo die Hügel, Berge, Wälder und Seen zu einem eindrücklichen Erlebnis werden. Einziger Makel auf Sizilien fallen mir nebst allfälliger grosser Hitze einzig die vielen freilaufenden Hunde ein. Von schlapp zahm bis festgekettet aggressiv und dann eben noch jene, die frei herumlaufen und durchaus mal kleffend 10 - 20 m hinter her rennen... Es gibt auf Sizilien alle Sorten von Hunden und sicherlich kann jeder Velofahrer seine Geschichten davon erzählen. Glücklicherweise sind die Hunde in dieser Hitze schnell k.o; jedenfalls haben wir jeweils keine Kratzer abbekommen. Mit durststillenden Gewässern kann man auf Sizilien nicht gross rechnen. Fast alle Flüsse sind in den Sommermonaten ausgetrocknet, höchstens einige wenige Brunnen in den Höhenlagen können da Abhilfe schaffen oder natürlich der nächste Supermarkt. Als weitere sehr positive Erfahrung muss die enorme Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der (häufig männlichen) Sizilianer hervorgehoben werden. So was habe ich in anderen Ländern bisher kaum erlebt. Ob dies allerdings generell so ist oder vielleicht auch ein bisschen mit der Anwesenheit einer Frau zu tun hat, kann ich nicht beurteilen. Noch etwas zum Wetter: Das schlimmste war der extrem starke Wind am ersten Tag in Palermo, der bliess uns fast um und brachte uns an unsere Grenzen. Sonst aber war der Wind eher angenehm (kühlend) als bremsend. Wegen der Hitze starteten wir jeweils bereits gegen 06.00 Uhr morgens und legten je nach Hitze gegen Mittag eine Siesta irgendwo im Schatten ein, welche wir zur Essens- und Flüssigkeitszufuhr nutzten.
Die schönsten Strände:
- Cefalu (Vorwiegend Felsküste; ideal für Taucher)
- Eraclea Minoa (Breiter, langer Sandstrand)
- Giardini Naxos (Feiner Kiesstrand)
- Letojanni (feiner bis gröberer Kies)
- Marinella di Selinunte (Weite Sandstrände, die sanft ins Meer abfallen)
- San Vito lo Capo (Riesige Sandbucht zwischen Palermo und Trapani)
Camping:
Vor allem an den Küsten und um den Etna hat es viele Campingplätze verschiedenster Kategorien. Wildes campen ist überall verboten. Auf unserer Tour konnten wir jedoch im Inland problemlos wild campen. Wegen dem Verbot empfiehlt es sich, das Zelt an einem leicht verdeckten Ort aufzustellen. Wenn man mal keinen brauchbaren Platz findet, haben wir mit direkter Anfrage bei den Landwirten immer positive Erfahrungen gemacht. Jugendherbergen gibt es lediglich in Catania, Syrakus, Erice, Nicolosi, Noto und Taormina.
Feuer:
Wegen der Wald- und Buschbrandgefahr wird das Entfachen von offenen Feuern mit hohen Bussen bestraft.
Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
- Alcantara Schlucht (ca. 15 km von Taormina entlang der Strasse 185)
- Taormina und Cefalu (bekannteTouristenorte Siziliens)
- Park und Vulkan Aetna (3350 m.ü.M.)
- Agrigento (mit Tal der Tempel)
- Gebirge der Madonie, Nebrodi und Peloritani im Norden sowie Iblei im Südosten Siziliens
Anforderungen:
Sizilien ist sicherlich eine Herausforderung, welche vor allem im Inland wegen der Gebirge und knackigen Aufstiege / Abfahren sowie im Sommer wegen der Hitze (und der Hunde) anspruchsvoll ist und eine ausreichende Kondition oder grosser Einsatzwille vorteilhaft ist. Sizilien ist ein Reiseziel, auf das man sich auch routenmässig gut vorbereiten sollte, damit man die volle Schönheit Siziliens erleben kann.
Persönliche Bewertung:
Sizilien bietet vor allem im bergigen Inland eine Menge sehr schöner Routen, aber auch viele geschichtliche Zeugnisse, die es zu entdecken gilt. -> sehr empfehlenswert!