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Ein Beispiel: Das Gesamtgut der Eheleute liegt bei 100.000€. Eigengut des Verstorbenen ist nicht gegeben. Weiterhin haben die Eheleute ein Kind. Eine letztwillige Verfügung, ein Testament des verstorbenen Ehepartners oder ein Erbvertrag sind nicht gegeben. Daraus ergibt sich durch die gesetzliche Erbfolge im Falle eines Todes folgendes: Der überlebende Ehepartner erhält zum einen 50% des Gesamtgutes (50.000€). Die andere Hälfte (50.000€) geht in den Nachlass. Hier entscheidet die gesetzliche Erbfolge über die Verteilung dieses Vermögens. Kinder gehören zum 1. Parentel. Somit erhält der überlebende Ehepartner gegenüber dem Kind zusätzlich 50% des Vermögens im Nachlass (= 25.000€). Die übrigen 25.000€ gehen an das Kind. Sind mehrere Kinder vorhanden, so werden die 25.000€ zu gleichen Teilen unter den Kindern aufgeteilt. Insgesamt erhält der Ehepartner also 75.000€ und das Kind 25.000€.
Testament und Erbvertrag und Gütergemeinschaft
Durch ein Testament des Verstorbenen oder durch einen Erbvertrag kann der Erblasser selbst über die Erbquoten im Nachlass entscheiden. Somit werden die Anteile entgegen der gesetzlich geregelten Erbfolge verteilt. Der Erblasser kann beispielsweise bestimmen, dass der Ehepartner mehr erhalten soll als die Kinder. Jedoch muss beachtet werden, dass es auch Pflichtanteile gibt.
- Pflichtteil des Ehepartners: 50% des gesetzlichen Anspruchs dürfen nicht unterschritten werden
- Pflichtteil der Nachkommen: 75% des gesetzlichen Anspruchs dürfen nicht unterschritten werden
- Pflichtteil der Eltern (sofern keine Nachkommen vorhanden sind): 50% des gesetzlichen Anteils pro Elternteil
Ein Beispiel: Ein Erblasser setzt ein Testament auf. Hier legt er fest, dass von seinem Vermögen (100.000€) 85.000€ an die Ehefrau und 15.000€ an den gemeinsamen Sohn gehen soll. Das wäre nicht zulässig. Denn der Pflichtteil des Sohns liegt bei 75% des gesetzlichen Anspruchs. Laut dem gesetzlichen Anspruch (1. Parentel = 50% des Nachlasses gegenüber der Ehefrau) liegt bei 25.000€. 75% davon wären 18.750€ – das ist der Betrag, den der Sohn mindestens erhalten müsste.
Wie kann ein Anwalt für Erbrecht helfen?
Wenn Sie eine Vereinbarung über eine Gütergemeinschaft in Erwägung ziehen, ist es in jedem Fall empfehlenswert, einen Anwalt aufzusuchen. Ein Anwalt kann Sie kompetent und individuell beraten. Er kann sie ausführlich über die Gütergemeinschaft aufklären und erläutert die zahlreichen Vor- und Nachteile von verschiedenen Güterständen, die sehr individuell sein können. Ausserdem leistet ein Anwalt Hilfe beim Aufsetzen eines Ehevertrags oder beim Aufsetzen eines Testamentes oder eines Erbvertrags bei Gütergemeinschaft. Sollten Sie einen Anwalt für Erbrecht suchen, empfehlen wir Ihnen unsere praktische Anwalts-Suchfunktion. Mit dieser finden Sie schnell und einfach kompetente Rechtsanwälte für Erbrecht in Ihrer Nähe. Dort können Sie kostenlos einen Termin für eine unverbindliche Erstberatung vereinbaren.