Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03620.jsonl.gz/2396

Viele für das Verhalten wesentliche, aber nicht offenkundige Automatismen können mit herkömmlichen Methoden nur sehr ungenügend erfasst werden. Implizite Messverfahren helfen, das Unbewusste quantitativ fassbar zu machen.
Im menschlichen Gehirn wirken zwei grundverschiedene Systeme der Informationsverarbeitung und Verhaltenssteuerung: Eines, das bewusst und durchdacht arbeitet und ein anderes, das automatisch und implizit (unbewusst) operiert. Das explizite System arbeitet langsam, seriell und mit sehr begrenzter Kapazität. Fast alle klassischen Methoden der quantitativen Marktforschung richten sich an dieses Modul im Gehirn.
Das implizite System dient der schnellen und intuitiven Verhaltenssteuerung. Dieses System arbeitet extrem schnell, parallel und mit enormer Kapazität. Wiederholt auftauchende Muster werden im impliziten Gedächtnis abgelegt. So entstehen zum Beispiel implizite Markenimages. Je nach Zeitdruck und Komplexität der Situation sind bis zu 95% der menschlichen Entscheidungen implizit gesteuert.
Die Messung der impliziten Komponente erfolgt mittels der Antwort-Reaktionszeit: Analysiert werden die sehr schnellen Antwort-Reaktionen, so dass dem langsamen und überlegten expliziten System die Zeit fehlt, die Antworten zu rationalisieren oder zu modifizieren.