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Die Eisenbahn veränderte gänzlich das räumlich Zusammenspiel zwischen Angebot und Nachfrage und schuf so die Basis zu einem modernen, von regionalen Agrarerträgen unabhängigen Wirtschaftswachstum. Insbesondere zwischen 1870 und 1910 durchlebte die Schweiz einen fundamentalen Strukturwandel hin zu einer urbanen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Die vorliegenden Arbeit geht diesem Umbruch nach und analysiert, welche Bedeutung der Intensivierung der Verkehrsaktivitäten dabei zukam. Zu diesem Zweck wurde erstmals die Erreichbarkeit der 400 wichtigsten Gemeinden sowie der 178 Bezirke der Schweiz mittels Fahrplänen und Poststatistiken für 1870 und 1910 quantitativ ermittelt und der Einfluss der Verkehrslage auf die regionale Entwicklung im allgemeinen, auf die Entwicklung der Städte im speziellen untersucht. Als Verkehrsträger wurden neben Eisenbahnen auch Postkutschen, Schiffe sowie die kommunikative Erschliessung (Post, Pressewesen) miteinbezogen. Ausgehend von einer Typisierung der Raumstruktur werden komparativ Mechanismen des Wachstums, aber ebenso der Peripherisierung anhand konkreter Fallbeispiele - der Demographie, der Landwirtschaft, der Textilindustrie und des Tourismus - aufgearbeitet. Visuell unterstützten Grafiken und Karten die Ergebnisse. Die Arbeit ist für alle von Interesse, die sich mit der Thematik von Entwicklung und Mobilität beschäftigen. Sie zeigt, dass sich die Verkehrsintensivierung raumwirtschaftlich ambivalent auswirkte und ist deshalb gerade heute von Aktualität.