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getrocknet den Bagger- oder Streichtorf gibt. Stichtorf (Wiesentorf) dagegen ist die zu Tage liegende, nur mit Pflanzenwuchs
bedeckte Masse, welche im feuchten Zustande mit besondern Schaufeln so abgestochen wird, daß ziemlich gleichförmige Batzen
oder
Ziegel entstehen. Je nach dem Alter sind diese Massen von verschiedner Beschaffenheit: Rasentorf, als die jüngste
Bildung, besteht aus wenig veränderten, noch gut erkennbaren Pflanzenresten, ist von gelbbrauner Farbe und lockerer, leichter
Beschaffenheit;
Fasertorf besteht aus brauner, schon strukturlos gewordener Masse von mehr oder weniger Fasermasse durchsetzt;
Pechtorf, dunkler und kompakter als Fasertorf, ist der älteste, schwerste und zeigt kaum noch erkennbare Pflanzenreste.
Ähnlich beschaffen ist der trocken gewordene Baggertorf.
Im allgemeinen hält man den T. für um so besser, je schwärzer und schwerer, also je älter er ist, was aber täuschen
kann, denn solche T. enthalten häufig sehr viel erdige Teile und hinterlassen 40-50% Asche, sind also in diesem Falle ein
schlechtes Brennmaterial. Ein guter schwarzer T. soll nicht mehr als 5-10 Gewichtsprozente Unverbrennliches
hinterlassen, der lockere hellere nur 4-5%. Im allgemeinen ist der Heizwert des T. geringer als der der
Braunkohle.
T. ist das wohlfeilste Brennmaterial und manchmal das einzig zu habende. In Holland z. B.
würden einige Landstriche ohne denselben gar nicht bewohnbar sein. Obwohl sein Gebrauch mit Unbequemlichkeiten
verbunden ist, so weist doch der zunehmende Holzmangel immer mehr auf die Verwertung der Torflager und es erlangt dieser
Brennstoff neben der
Braunkohle und
Steinkohle immer mehr Wichtigkeit. Namentlich haben viele technische Zweige unter Einrichtung
zweckmässiger Feuerungsanlagen die Torffeuerung eingeführt; man benutzt ihn beim Ziegelbrennen, in
Glashütten und Porzellanfabriken und sonst, wo Flammenfeuer gebraucht werden, auch beim Ausschmelzen und Frischen des
Eisens
und selbst zum Heizen der Lokomotivkessel.
In der Regel muß die Rohmasse für solche Verwendungen erst vorbereitet werden, wofür es zwei Wege gibt, das Verkohlen
und das Pressen des T. Das erstere ist nur anwendbar für alte, feste T., das zweite für die mehr schwammigen
Varietäten. Das Verkohlen oder Verkoken in Öfen, Meilern oder Gruben liefert eine Kohle (Torfkok) die ein gutes, rein und
geruchlos brennendes Feuermaterial abgibt. Ihre Darstellung wird besonders in den mächtigen Torfmooren Irlands, sowie in
Holland betrieben, in Deutschland nur vereinzelt, wogegen hier die Fabrikation von Preßtorf vorherrscht
und im Zunehmen begriffen ist.
Es sind eine Menge Torfpressen konstruiert worden; aber erst in letzter Zeit hat man die Schwierigkeiten, die der Stoff seiner
völligen Entwässerung entgegensetzt, überwinden gelernt, namentlich dadurch, daß die Masse vorher erst auf
Maschinen völlig
zerkleinert, die Fasern zerrissen und gespalten werden und so den eingeschlossenen Wasserteilen der Ausweg
eröffnet wird. In neuester Zeit fertigt man aus Fasertorf auch
Pappe
von sehr guter Beschaffenheit, aber brauner Farbe. -
Zoll: T. und Torfkohlen sind zollfrei. Vgl.
Pappe.
Moosstreu, neuerdings in den Handel gebrachtes Fabrikat aus Gegenden mit großen Torflagern,
dargestellt aus den oberen Schichten zu Zwecken des Gebrauchs als Streumittel, bzw. Ersatz des Strohes in Ballen, à 3 Ztr.
zum Preis von 2 Mk. pro Ztr., besonders in Vechta in Oldenburg. Die T. hat
den großen Vorzug, den unangenehmen Geruch der Exkremente vollkommen zu binden, mit Jaucheteilen sich
zu sättigen und bei Anwendung von Stroh als Oberstreu wesentliche Ersparnisse und bessere Gewinnung der wertvollen Teile
der Exkremente und des Urins der
Tiere zu sichern. Ausschließlich kann sie für diese nicht angewendet werden, wohl aber
ist sie auch sehr brauchbar als Überstreu auf Dungstätten und am allerbesten zur Einstreu in Kloakengruben.
Die Frage der Reinhaltung der Städte kann durch die T. vielfach besser gelöst werden, besonders dann, wenn die umgeladenen
Felder der Lockerung oder eines Materials zur Erhaltung der Feuchtigkeit bedürfen (Sandgruppe und bündig krustierende Bodenarten).
Die Verbrauchsmenge für Pferde und Rindvieh richtet sich nach der Menge von Stroh, welche als Oberstreu
angewendet werden soll; am besten ist der Ersatz von ½-⅔ des Strohes. Für Kloakengruben genügen pro Kopf der Bewohner
eines Hauses 2 Ztr. pro Jahr. Die T. stellt sich loco Hof oder Haus in Berlin z. B.
zu 2,50 Mk., das Stroh kostet durchschnittlich bis 3 Mk.
und mehr. - Zollfrei.
(radix oder rhizoma tormentillae), der ausdauernde Wurzelstock von Potentilla Tormentilla, Blut-
oder Heilwurz, einer krautartigen Pflanze mit 3-5zählig gefingerten Blättern und vierblättrigen gelben Blüten, in die
natürliche Familie der Rosaceen gehörig. Sie wächst bei uns häufig auf Wiesen, feuchten Triften, in Laub- und Nadelwäldern.
Die verdickte Wurzel ist unförmlich walzig oder fast knollig, höckerig, getrocknet sehr hart und fest, bis 6½ cm lang
und 2 cm dick, äußerlich rotbraun, innen heller, von weißlichen Gefäßbündeln durchzogen. Die zahlreichen dünnen Wurzelfasern
sind an der Handelsware abgeschnitten. Geruch ist nicht vorhanden, aber ein stark zusammenziehender Geschmack infolge
eines reichlichen Gehalts an
Gerbsäure. Sie dient als adstringierendes Mittel in Pulver- oder Extraktform, wird jedoch nur
noch selten verwendet. - Zoll: Tormentillwurzel-Pulver und nicht alkoholhaltiges
Extrakt, zollfrei.
(lat. Tragacantha oder
Gummi Tragacanthae, franz. gomme adraganthe, engl. tragacanth),
der erhärtete Schleimsaft verschiedner Arten des zu den Hülsenfrüchtlern gehörigen
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mehr
sehr artenreichen Geschlechts Astragalus, niedrige, stark verästelte, sehr dornige Sträucher mit holzigen Stämmchen und
Ästen, die in der Levante und in weiter Verbreitung über Asien (namentlich Sibirien) wild wachsen. Als echter Tragantstrauch
gilt Astr. verus, in Kleinasien, Armenien und den nördlichen Persien. Andre Arten sind A. gummifer in Kleinasien und
Syrien, A. creticus in Griechenland und auf Kreta und noch einige andre gelegentlich mit aufgeführte.
Das Gummi bildet sich in dem Holze aus umgewandelten Zellen der Markröhre und Markstrahlen und enthält daher auch unter dem
Mikroskope wahrnehmbare Zellreste und einzelne Stärkekörnchen. Beim Eintritt der feuchten Jahreszeit schwillt die Masse
durch Aufnahme von Wasser bedeutend an und der hierdurch erzeugte Druck preßt dieselbe durch Risse und
Spalten ins Freie. Die Sammler machen auch zur Förderung des Austrittes Einschnitte oder Stiche in die untersten Teilen
des Stämmchens, welche sie vorher von der Erde entblößen.
Eine eigentliche Kultur der Sträucher scheint nirgends stattzufinden, sondern die Einsammlung geschieht
im Juni von Leuten, die sich damit befassen wollen, in Griechenland von Hirten. Die Ware wird roh nach den Handelsplätzen
gebracht und hier erst in die Handelssorten geschieden. Herrscht bei dem Einsammeln trocknes windstilles Wetter, so fällt
die Ware am besten aus. Das Ausgetretene erhärtet bei gutem Wetter in 3-4 Tagen und nimmt diejenige
Form an, welche die zu Gebote stehende Austrittsöffnung eben gibt. Man hat daher band- oder blätterartige Stücke, wahrscheinlich
aus Querschnitten, wurm- oder nudelförmig gewundene Körper aus kleinen Löchern oder Einstichen, und klumpige Massen. Der
aus Anzapfungen erhaltene T. soll stets besser sein als der freiwillig erflossene. -
Nach der Herkunft unterscheidet man: Smyrnaer oder Blättertragant, aus dem Innern Kleinasiens, die beste und teuerste Sorte,
in großen flachen gewellten Stücken: Moreatragant, Vermicell, wurm-, faden- oder nudelförmig, von Griechenland und Kreta;
syrischer oder Aleppotragant aus den syrischen Gebirgen, von A. gummifer und andern Arten kommend, in
allerlei flachen, zapfenartigen, gedrehten und andern Formen, zum Teil bedeutend größere Stücke als bei der vorigen und
diesen ganz unähnlich;
persischer Kugeltragant, eine ordinäre Sorte.
Unter Smyrna- und Moreaware gibt es Stücke von milchweißer
oder nur schwach gelblicher Farbe, die ausgesucht den elegierten T. bilden, welcher auch in Apotheken
gebraucht wird. Die gelblichen, bräunlichen und unreinen Stücke bilden die Mittel- und ordinären Sorten. Syrische und
persische Ware ist durchgänging ^[richtig: durchgängig] gelblich, bräunlich bis braun. -
Der T. ist eine hornartig feste und starre, mehr zähe wie spröde Masse, erst nach vorhergegangener Erwärmung pulverisierbar.
Seine Substanz enthält wenig eigentliches, in Wasser lösliches Gummi, sondern hauptsächlich Bassorin,
einen Stoff, der im Wasser nur zu einer großen Menge Schleim aufquillt, welcher ausgetrocknet wieder die unveränderte Tragantmasse
ist. Der Tragantschleim
gibt demnach ein gutes Bindemittel ab und findet vielseitige Benutzung zu Pastillen und Konditoreiwaren,
zum Verdicken von Druckfarben, Anfertigung von Tuschfarben, in der Wassermalerei, zur Bereitung bildsamer
Massen für Abdrücke u. dgl., auch zum Appretieren
von Zeugen. Teige aus Tragantschleim und Kreide, Bleiweiß u. dgl. können zu vielerlei Zwecken
der Bildnerei gebraucht werden und bilden nach dem Trocknen außerordentlich harte Massen. - Die Preise sind je nach der
Qualitätsnummer sehr verschieden, von 5-10 Mk. pro kg, persischer kostet nur
1½-2 Mk. -
Zollfrei. Formerarbeiten aus T. gem. Tarif im Anh. Nr. 13 g.