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Die Kunstdenkmäler der Schweiz KdS / Kanton Nidwalden
Seit 2021 hat der Kanton Nidwalden einen Neuinventarisierung gestartet. Sie umfasst ausschliesslich das Kantonsgebiet von Nidwalden.
Bereits 1928 erschien der Band «Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden» des Stanser Staatsarchivars Robert Durrer, der sich den Kantonen Nid- und Obwalden gemeinsam widmete. Das Werk erschien zunächst unter dem Titel «Statistik der Kunstdenkmäler Unterwaldens» zwischen 1899 und 1928, also über 29 Jahre hinweg, in einzelnen Beiträgen, die dem «Anzeiger für Schweizerische Alterthumskunde» beilagen. Das 1928 herausgegebene Deckblatt markierte den Abschluss der Reihe, die nun gebunden werden konnte und den Grundstein zu der 1920 begründeten Reihe «Die Kunstdenkmäler der Schweiz» bildete.
Zuvor hatte Johann Rudolf Rahn, Autor der ersten «Geschichte der bildenden Künste in der Schweiz», von 1872 bis 1893 die «Statistik der Schweizerischen Kunstdenkmäler» als fortlaufende Sammlung ebenfalls im «Anzeiger» publiziert. Durrers Werk markiert aber insofern einen Wendepunkt, als es konsequent dem Prinzip der Kunsttopografie folgt und den Forschungen eine «selbständige Urkundenforschung» (Rahn) zugrunde liegt. So wurde aus der Sammlung ein systematisches, gut recherchiertes Inventar des «gesamten Denkmälerbestandes für ein historisch abgeschlossenes Lokalgebiet» (Durrer).
Der Autor dokumentierte zunächst Werke von der Antike bis 1798, weitete die zeitliche Begrenzung jedoch bis gegen Mitte des 19. Jahrhunderts aus und trug das Ausgelassene später nach. Er erfasste nicht nur Bauten und andere immobile Denkmäler, sondern auch mobile «Alterthümer». Besonderes Augenmerk gilt neben Kirchen, öffentlichen Gebäuden und Herrenhäusern auch den Bauernhäusern. Durrer hielt sich zurecht zugute, gleichzeitig ein Pionier der wissenschaftlichen Bauernhausforschung zu sein. Auffallend ist zudem die Beachtung, die er städtebaulichen und räumlichen Zusammenhängen schenkte. Das 1188 Seiten starke Gesamtwerk (inklusive Nachwort und Register) widmet naturgemäss den Hauptorten Sarnen und Stans sowie dem Klosterort Engelberg breiten Raum.
1971 gaben die historischen Vereine Nidwalden und Obwalden gemeinsam mit der GSK einen unveränderten Nachdruck innerhalb der Reihe der KdS heraus.
In Bearbeitung: Nidwalden II. Die Seegemeinden (2028)
Seit dem Jahr 2021 arbeitet die Kunsthistorikerin Dr. Elke Seibert Michel am ersten Nidwaldner Kunstdenkmälerband, der voraussichtlich 2028 erscheinen wird. Er wird die Gemeinden Buochs, Beckenried, Ennetbürgen, Emmetten, Stansstad, Ennetmoos und Hergiswil umfassen.
Die bestehenden Kategorien von Durrers Kunstdenkmäler-Bänden sollen für die Neubearbeitung erweitert werden. Die historischen Einleitungen, die Priorisierungen zur Ortsbildentwicklung und die Auswahl der Objekte sind anspruchsvoll, denn, was zur Entstehungszeit des Bandes «Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden» noch kein Thema war, wird umso wichtiger für die Entwicklung Nidwaldens im 20. und 21. Jahrhundert: die Erschliessung durch Schiffsverkehr, Eisenbahn, Bergbahnen, Flugplätze und Autobahn aber auch der Tourismus. All das läutete ab den 1930er Jahren in Nidwalden eine neue Epoche der Wirtschafts- und Siedlungsgeschichte ein und begründete ab den 1960ern einen Bauboom. Die Zeit des Schweizer Reduits, mit Bauten für die Landesverteidigung, führte ebenfalls zum Ausbau der Infrastruktur, so dass der Kanton ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einem massiven Siedlungsdruck ausgesetzt war.
Visionäres Vorausdenken wird gefragt sein, wenn es darum geht, mit den Objekten der weitestgehend privaten Bautätigkeit umzugehen, bauliche und künstlerische Einzelleistungen sowie architektonische Qualität zu identifizieren und gleichzeitig Durrers Erbe zu transformieren und aktualisieren.
Bisher erschienene Bände:
Robert Durrer. Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden. Zürich 1899-1928.
Ansicht der Pfarrkirche in Sarnen, Blockbemalung im Estrichsaal des Grosshauses in der Hofmatt, Sarnen, Foto: Foto Wagner, Sarnen.
Das Winkelriedhaus in Stans, Foto: Roland Zumbühl (picswiss).
Team / Kontakt
Dr. Elke Seibert Michel
Bildungsdirektion Kanton Nidwalden
Amt für Kultur
Mürgstrasse 12
Postfach 1244
6371 Stans
Tel. 041 618 73 21
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