Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/172290

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>- Stimmt es, dass das Bundesamt für Statistik Personen mit bezahlten Kleinstpensen von 1 Wochenstunde als erwerbstätig einstuft?</p><p>- Wie viele Menschen sind von Kleinstpensen von 1 bis 5 Wochenstunden betroffen?</p><p>- Warum werden Langzeitarbeitslose in der Sozialhilfe von der Statistik nicht erfasst?</p><p>- Wie erklärt sich der Bundesrat die laut Bundesamt für Sozialversicherungen von 1,9 auf 2,7 Prozent gestiegene Sozialhilfequote bei den 56- bis 64-Jährigen?</p><p>- Müsste nicht auch die unfreiwillige Unterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer erfasst werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Das Bundesamt für Statistik (BFS) verwendet, wie auch das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat), die vom Internationalen Arbeitsamt empfohlenen internationalen Definitionen. Gemäss diesen Definitionen werden Personen mit bezahlten Kleinstpensen als Erwerbstätige erfasst. Im ersten Quartal 2016 arbeiteten gemäss der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (Sake) 176 000 Personen zwischen 1 und 5 Stunden pro Woche.</p><p>In der Sozialhilfestatistik werden nur die Personen erfasst, die eine Sozialhilfeleistung erhalten. Zwischen dem Zeitpunkt einer Aussteuerung und einer allfälligen Inanspruchnahme der Sozialhilfe kann der Lebensunterhalt über alternative Finanzmittel bestritten werden, zum Beispiel Vermögensverzehr, Verwandtenunterstützung oder Sozialversicherungsleistungen. Dazu stehen in der Sozialhilfestatistik keine Informationen zur Verfügung.</p><p>Die Sozialhilfequote der 56- bis 64-Jährigen stieg gemäss Sozialhilfestatistik des BFS zwischen 2004 und 2014 von 1,9 Prozent auf 2,7 Prozent. Sozialhilfebezüger dieser Altersklasse sind vorwiegend alleinstehende Männer. Für ältere, langzeitarbeitslose Personen auf Stellensuche gestaltet sich ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben als schwierig. Als mögliche Gründe können ändernde Anforderungen des Arbeitsmarktes bezüglich Qualifikation oder auch die Konkurrenz durch jüngere Arbeitnehmer genannt werden.</p><p>Die Sake liefert auch Zahlen zur Unterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer. Im ersten Quartal 2016 wurden 52 000 Unterbeschäftigte im Alter von 55 bis 64 Jahren erfasst, das sind 6,7 Prozent der Erwerbsbevölkerung zwischen 55 und 64 Jahren.</p>