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S
(e
s) s
^[Binnen-s],
s
^[Schluss-s], lat. S, s, der gewöhnliche dentale
Reibelaut
(Zischlaut), der wie alle
Dentalen
je nach der verschiedenen
Stellung der
Zähne
[* 2] und der
Zunge auf vier verschiedene
Arten hervorgebracht werden kann (s.
Lautlehre).
In
Deutschland
[* 3] findet sich am häufigsten das dorsale s, das durch die
Annäherung des etwas eingekerbten
Zungenrückens an das hintere
Zahnfleisch der obern Schneidezähne und Anblasung eines Luftstroms gegen dieselben gebildet
wird; vielfach, besonders in norddeutschen
Mundarten, wird aber auch das alveolare s gehört, das, ähnlich wie das gewöhnliche
r, einfach durch Emporhebung der
Zunge und leichte Emporwölbung ihres äußersten
Saums entsteht.
Beide Arten des s können entweder tönend (weich), d. h. mit Stimmton, oder tonlos (hart, scharf), d. h. ohne Stimmton, gebildet werden. Das tönende s findet sich besonders im Inlaut zwischen Vokalen, nach norddeutscher Aussprache auch im Anlaut, z. B. in Sohn, sein, wo es jedoch, wenigstens geschichtlich, nicht berechtigt ist; die süddeutsche Aussprache kennt nur das tonlose s. Eine orthographische Schwierigkeit entsteht für die heutige deutsche Schriftsprache durch das Nebeneinander der vier Zeichen s ^[Binnen-s], ß, ss ^[2mal Binnen-s], s ^[Schluss-s], von denen nur s ^[Schluss-s] mit einiger Konsequenz das tonlose s am Schluß der Wörter und Silben, s das tönende s zwischen Vokalen und im Anlaut (nach der norddeutschen Aussprache) bezeichnet.
Die neue Orthographie hat daher s ^[Schluss-s] auch in der Silbe »nis«, z. B. in Gleichnis, allgemein durchgeführt; freilich findet sich am Schluß vieler andrer Wörter, wie z. B. Fuß, Schuß, auch das ß gebraucht. Der noch schlimmere Übelstand, daß in diesen beiden und ähnlichen Wörtern die Länge oder Kürze des Vokals durch die Schrift gar nicht bezeichnet wird, ist aber auch durch die neue Orthographie nicht beseitigt worden. Nur im Inlaut setzen wir seit Gottsched konsequent ß zur Bezeichnung der Länge, z. B. Füße, ss ^[2mal Binnen-s] zur Bezeichnung der Kürze, z. B. Schüsse. Ursprünglich war das ß ein von unserm jetzigen s ganz verschiedener Laut, welcher sich im Hochdeutschen im In- und Auslaut aus älterm t, das sich noch jetzt im Niederdeutschen zeigt, entwickelt hatte, vgl. dat und daß, biten und beißen. Schon vom 13. Jahrh. ab kam jedoch der Unterschied zwischen diesem und dem alten, ¶
forlaufend
auch in den andern germanischen und indogermanischen Sprachen vorhandenen s (z. B. in ist, engl. is, sanskrit. asti, lat. est) in Vergessenheit, bis J. Grimm und seine Schule ihn wieder entdeckten und zur Bezeichnung des aus t entstandenen s in mittelhochdeutschen Texten das Zeichen z einführten. Bei den Griechen hieß der Buchstabe s Sigma, er war entstanden aus dem phönikischen Samech. Die romanischen, teilweise auch die slawischen Sprachen bezeichnen das weiche s durch z.