Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/179278

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zuerst auf nationaler, dann auf internationaler Ebene Massnahmen zur verbesserten Erhebung von Statistiken über vermisste Kinder zu ergreifen und sich auf europäischer Ebene für eine Vereinheitlichung der gewonnenen Daten einzusetzen. Wissenschaftliche und zwischen den Kantonen vereinheitlichte Methoden würden die Vergleichbarkeit und wissenschaftliche Gültigkeit gewährleisten und zahlreiche Forschungen anregen. Und diese Forschungsvorhaben hätten ein grosses Potenzial, um Reaktionsstrategien zu entwickeln und Präventionsmassnahmen zu ergreifen, um dem tragischen Verschwinden von Kindern etwas entgegenzusetzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Wie die Motionärin richtigerweise ausführt, liegen der Schutz der Kinder und die Suche nach vermissten Kindern in der Kompetenz der Kantone. Wird ein Kind in einem Kanton als vermisst gemeldet, kann die zuständige Kantonspolizei eine nationale oder internationale Fahndung nach diesem Kind auslösen. Diese Fahndung erfolgt über das nationale Fahndungssystem Ripol oder im Falle einer internationalen Fahndung via Interpol und das Schengener Informationssystem (SIS), welche Fedpol als Polizeibehörde des Bundes für die Schweiz betreibt. Die Praxis, wie und wann vermisste Kinder zur Fahndung ausgeschrieben werden, unterscheidet sich von Kanton zu Kanton.</p><p>Fahndungen sind Momentaufnahmen. Fedpol ist somit nur die Anzahl Kinder bekannt, nach denen aktuell gesucht wird und die auch mindestens national in Ripol ausgeschrieben werden. Die überwiegende Mehrheit dieser Fahndungen kann innert Tagen wieder gelöscht werden, da die vermissten Kinder wieder auftauchen.</p><p>Der Bundesrat anerkennt zwar die Tatsache, dass die Suche nach vermissten Kindern für die betroffenen Familien sehr belastend ist, und begrüsst daher Massnahmen, welche diese Situation verbessern. Er sieht allerdings keinen operationellen Mehrwert in der Erarbeitung detaillierter Statistiken, zumal die kantonalen Behörden fallbezogen reagieren müssen und bislang auch keinen Bedarf nach einer umfassenden Statistik geäussert haben. Die Erstellung einer auch für die Forschung nutzbaren Statistik auf nationaler und europäischer Ebene wäre mit einem unverhältnismässig grossen Aufwand für die Kantone verbunden; die zu erwartende Nutzung wäre mindestens mittelfristig unbestimmt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.