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Olivier Messiaen HARAWI - Chant d'amour et de mort
Eva Nievergelt Sopran - Petra Ronner Klavier - Philipp Egli Tanz
Kulturhaus Helferei Kirchgasse 13, 8001 Zürich
03. & 05. April 2019
Überarbeitete Wiederaufnahme der DANSE DES ETOILES von 2017
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Fotos: Kuan-Ling Tsai
HARAWI
chant d'amour et de mort
von
Olivier Messiaen
Liederzyklus für Sopran und Klavier
Musik und Texte von Olivier Messiaen
Komponiert im Jahre 1945 Uraufgeführt 1946 durch Marcelle Bunlet und Olivier Messiaen
Der einstündige, aus zwölf gross angelegten Liedern bestehende Zyklus Harawi - Chant d‘amour et de mort ist der erste Teil der Tristan-Trilogie, bestehend aus Harawi (1945) - Turangalîla-Symphonie (1948) - Cinq Rechants (1949). Messiaen nimmt darin Bezug auf den Tristan und Isolde-Mythos, insbesondere den Kern der (wagnerschen) Geschichte: Liebestod als höchste Form geistiger Erfüllung und Transzendenz. Messiaen stellt das explosive und bedingungslos Aufeinander-Bezogensein über alle Begrenzungen hinweg ins Zentrum; Vereinigung im Leben wie im Tod, gemeinsames Überschreiten der Schwelle ins Überpersönliche.
Das siebte Lied Adieu toi, colombe verte steht, den Abschied von der Welt ausdrückend, als zentrales Lied zwischen zwei sich entsprechenden Teilen. In beiden kommt die Ekstase der Liebenden, die Verschmelzung miteinander und mit dem ganzen Kosmos zum Ausdruck, im zweiten Teil jedoch wird die Liebe durch die Integration des Todes transformiert; sie wird mystisch und irrational.
Messiaen beschäftigte sich in dieser Zeit mit den Schriften und Sammlungen zur Folklore der Anden von Marguerite Béclard d‘Harcourt und war beim Schreiben der Texte für diesen Zyklus von der Peruanischen Volksmusik und Religion beeinflusst. Er macht Gebrauch von Quechua-Worten, von Onomatopoesie und Symbolen aus der Peruanischen Mythologie.
„Harawi“ selbst ist ein Quechua-Ausdruck für ein Liebeslied, das mit dem Tod der Liebhaber endet. „Jeder Ort des Inkareichs entsprach einem Stern, so dass Land- und Sternenkarte identisch waren. Für die Inka existierten die „Welten hier unten und dort oben“, die durch eine Brücke miteinander verbunden waren.“
(K. Pfeiffer, Die besten Mythen der Inkas)
Messiaen schreibt zur Entstehung seiner Texte:
„Zur Zeit, als ich den Text schrieb, war ich eifriger Leser von Pierre Reverdy und Paul Eluard und eines Werkes von André Breton über den Surrealismus und die Malerei. Er ist somit nahezu ausschliesslich surrealistisch.“
„Das zehnte Lied - Amour oiseau d‘étoile - ist inspiriert von einem Bild des surrealistischen Malers Penrose *, das von unten nach oben zwei Hände eines Mannes darstellt, weiter einen Frauenkopf, verkehrt, immer von unten nach oben: die ausgebreiteten Haare, die Stirn, die Augen, das Gesicht, den Hals, und dann setzt die Frau sich nicht weiter fort - oder vielmehr: sie wird vom Himmel und den Sternen fortgeführt. Dieses Bild ist das Symbol des ganzen Harawi- Zyklus“ (O.M.).