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Mitten in der Gerbergasse wohnte Bernhard Meyer (1771-1826), ein Mann von langem Wuchs; er war sein Leben lang mit dem Übernamen „Bolli en-bas“ behaftet. Der Grund dafür war folgender: Als Kaiser Josef II. anno 1777 durch Basel reiste und im Hotel Drei Könige abstieg, ging auch Frau Meyer mit ihrem 6jährigen Sohn dahin, um mit gierigem Wunderfitz den Monarchen zu „bschaue“. Der Bube trug einen so genannten Bolli aus Tuch als Kopfbedeckung; er drängte sich so weit nach vorne, dass er dem Kaiser geradewegs über die Stiefel stolperte. Die Mutter ermahnte ihn sofort mit den Worten „Bolli en-bas“, sich bei Ihrer Hoheit gebührend zu entschuldigen. Seither war Meyer mit diesem Ausdruck gezeichnet und der Schmähruf blieb: „Bolli en-bas, die grosse Kuh, tritt dem Kaiser auf den Schuh!
Auch Meyers Mutter war von einer belustigenden Anekdote umworben: Bis um etwa 1805 war es Sitte, am Bettag gewissermassen nüchtern in die erste Predigt zu gehen. Frau Meyer hatte aber vor 8 Uhr nicht etwa nur ein bescheidenes „Morgedringge“ zu sich genommen, um es bis nach der Messe um 12 Uhr 30 auszuhalten, sondern futterte noch hastig ein Mehr darüber. In der Kirche wurde ihr dann aber so übel, dass sie der vor ihr sitzenden Dame Fragmente von Brot, Knackwurst und Rotwein an die Kleider „kerble“ musste.
Quelle: Meier 1970