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Lymphchirurgie: Lipödem / Lymphödem
Häufige Fragen
- Was ist ein Lipödem?
- Wodurch entsteht das Lipödem?
- Wie entwickelt sich das Lipödem?
- Wie kann das Lymphödem behandelt werden?
- Wann sollte die Liposuktion bei Lipödem durchgeführt werden?
- Wie muss die Liposuktion bei Lipödem durchgeführt werden?
- Wie sind die Ergebnisse einer Fettabsaugung nach Lipödem?
- Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Liposuktion?
- Wie läuft eine Fettabsaugung bei Lipödem ab?
- Was ist nach einer Fettabsaugung zu beachten?
- Weitere Fragen zum Lipödem?
Ein Lipödem betrifft fast ausnahmslos Frauen. Hauptkennzeichen ist, dass der Oberkörper schlank bleibt, während die Beine disproportional dick werden. Später kommen noch Schmerzen und Wassereinlagerungen hinzu und die Betroffenen neigen dazu, sehr schnell blaue Flecken auf nur leichte Berührung zu entwickeln.
Die mit dem Lipödem vergesellschafteten Wassereinlagerungen im Gewebe werden durch eine Komprimierung des venösen und lymphatischen Abflusses durch die Fettgewebsvermehrung bedingt. Die großen Lymphgefäße sind zunächst nicht betroffen.
Die Lymphgefäße sind im frühen Stadium der Erkrankung noch intakt. Die Zunahme der anfallenden lymphatische Last (Flüssigkeit und Proteine) wird im weiteren Verlauf jedoch zu groß, so dass das System kollabiert und ein eiweißreiche Lymphödem dazukommt.
Darüber hinaus wird diskutiert, dass eine Entzündungskaskade und eine abnorme sympathische Innervation des vermehrten Fettgewebes für die beklagten Schmerzen verantwortlich ist.
Bevor die Diagnose gesichert wird, haben die meisten Betroffenen eine jahrelange frustrane Diätkarriere hinter sich bis hin zur Essstörung.
Bei Vorhandensein eines Lymphödems besteht eine Störung des Lymphabflusses, weshalb die Lymphflüssigkeit nicht mehr aus dem Gewebe abtransportiert werden kann. Durch den Lymphstau kommt es zur chronischen Schwellung und Verhärtung im Gewebe.
Patienten mit Lymphödem haben neben der Umfangszunahme ein Spannungsgefühl und Schmerzen in dem betroffenen Bereich und können dadurch im täglichen Leben und in Ihrer Lebensqualität deutlich eingeschränkt sein. Zudem ist die konservative Therapie sehr zeitaufwendig und muss regelmässig durchgeführt werden. Im Verlauf können Entzündungen den Befund zusätzlich verschlechtern.
Bisher waren konservative Maßnahmen, wie manuelle Lymphdrainage und Kompressionskleidung meist die einzigen Therapiemöglichkeiten für die Patienten.
Grundsätzlich gibt es ein primäres (angeborenes) oder sekundäres (erworbenes) Lymphödem. Beim sekundären Lymphödem sind meist Arme und/oder Beine nach radikalen Tumoroperationen mit Lymphknotenentfernung oder nach einer Strahlentherapie betroffen.
Statistisch zeigen etwa 20% aller Frauen nach Lymphknotenentnahme bei Brustkrebs Probleme mit dem Armlymphabfluss.
Operationsverfahren
Anlage von lymphovenösen Anastomosen in „supermicrosurgery technique“
Im Rahmen der supermikrochirurgischen Lymphchirurgie wird ein gestautes Lymphgefäß an eine oberflächliche Vene unter dem Mikroskop unter maximaler Vergrößerung mikrochirurgisch miteinander vernäht. So kann die Lymphe über die Vene abfliessen und die Schwellung des betroffenen Areales nimmt ab.
Zum Auffinden der kleinen, durchsichtigen Lymphgefäße wird vor und währen der OP eine photodynamische Infrarotkamera-Untersuchung ohne Strahlenbelastung durchgeführt. Diesen Eingriff führen wir im LUKS durch.
Mikrochirurgischer Lymphknotentransfer
Beim chronischen Lymphödem kann die Lymphknotenverpflanzung noch eine Besserung herbeiführen.
Hier werden Lymphknoten aus der Leiste mit Ihrer eigenen Blutversorgung als freier Gewebetransfer entnommen und ins betroffene Gebiet transplantiert.
Aus diesen verlagerten Lymphknoten sprossen langfristig neue Lymphbahnen aus, die die angestaute Lymphe abtransportieren.
Risiken
Da die Hautschnitte nur 1-2 cm betragen, ist das Operationsrisiko sehr gering. Generell besteht bei einer Lymphabflussstörung eine erhöhte Infektionsgefahr, weshalb wir mit einer Antibiotikaprophylaxe operieren.
Ablative Verfahren: Liposuktion
Weit fortgeschrittene Lymphödeme mit fibrotischen Gewebeveränderungen kann eine Umfangsreduktion durch Liposuktion eine Verbesserung bringen. Postoperativ sollte weiter eine Kompression erfolgen.
Bei Tumorpatienten besteht die Kostenübernahme aufgrund einer medizinischen Indikation, bei allen anderen ausgeprägten Fällen stelle ich eine Kostengutsprache aus.
Haben Sie Fragen zu den Therapiemöglichkeiten?
Kurzinformation
|OP-Dauer:||1,5 bis 2 Stunden|
|Aufenthalt:||Ambulant oder 1 Nacht stationär|
|Fädenziehen:||7 Tage|
|Gesellschaftsfähig:||1 bis 3 Tage|
|Ausfallzeit:||1 bis 2 Wochen|