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Wenn wir schreiben, verwenden wir meistens zwei Striche und zwar unterschiedlich lange. Es gibt auf der einen Seite den langen Gedankenstrich und auf der anderen Seite den kurzen Bindestrich (— lang und – kurz). Unterschieden werden die beiden Striche durch ihre Funktion.
Der Bindestrich ist ein sogenanntes Wortbinnenzeichen, ein Zeichen, das zu einem Wort bzw. zwischen Wörter gehört. Also so wie bei der Sophie-Täuber-Strasse in Neu-Oerlikon. Oder aber der Bindestrich zeigt an, dass am Anfang oder Ende eines Wortes ein Teil ausgelassen wird: ein- und ausschalten, Zoowärter und -besucher.
Wortzeichen vs. Satzzeichen
Der Gedankenstrich hingegen ist kein Wortzeichen, sondern ein Satzzeichen, das innerhalb eines Satzes seine Wirkung entfaltet. Ein Gedankenstrich kann eine Pause anzeigen, um Spannung zu erzeugen: Der italienische Nationalstürmer dribbelte, täuschte und setzte an – zu einer Schwalbe.
Oder der Gedankenstrich taucht im Doppelpack auf und zeigt einen eingeschobenen Satz(teil) an: Es ist – so wie ich das sehe – etwas komplizierter.
Spatium
Der Duden braucht zwar das korrekte Wort dafür, den meisten dürfte das Wort Spatium wahrscheinlich besser bekannt sein als Leerschlag oder Abstand. In Bezug auf den Abstand gibt es auch einen Unterschied zwischen dem Gedanken- und dem Bindestrich. Am Ende des letzten Satzes gehört nach dem Bindestrich ein Abstand hin, da nachher ein neues Wort kommt. Klar eigentlich. Das funktioniert auch in die andere Richtung: Er war gleichzeitig Fussballfan und -spieler. In den restlichen Fällen gibt es keinen Abstand, einfach nur weiterschreiben, ist ja ein Wort: Harry-Potter-Roman.
Beim Gedankenstrich sieht es anders aus. Und einfacher. Es kommt immer ein Abstand hin, davor und dahinter. Egal ob der Strich alleine steht oder als Paar Platz macht für einen Einschub.
Titelbild via Pexels (CC0)