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23. April 1973: Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren heisst der Cupfinal FCZ gegen FCB. Jedes Mal sind die Basler Favorit, aber jedes Mal gewinnen die Zürcher. Auch an diesem Ostermontag.
Der FC Sion ist die Schweizer Cupmannschaft schlechthin. Man darf aber auch den FC Zürich als solche bezeichnen, besonders mit Blick auf die frühen Siebzigerjahre, als der FCZ den FCB in den Finals verzweifeln lässt. Am Ostermontag 1973 massen sich die Basler und die Zürcher zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren in einem Cupfinal im Wankdorf. Der FCB war jedes Mal der Favorit, der FCZ jedes Mal der Sieger.
Mit ihrer Dominanz in der Meisterschaft gaben sich die Basler die Favoritenrolle gleichsam selber. Zwischen 1969 und 1973 mussten sie nur den Titel von 1971 einem Konkurrenten (den Grasshoppers) überlassen. Die Dominanz begann, als Helmut Benthaus 1968 Spielertrainer wurde.
1972/73 war die erste Saison (von weiteren zehn), in der Benthaus nur noch Trainer war. Die Basler stellten in jener Zeit das Gros der Nationalmannschaft – mit Spielern wie Karl Odermatt, Walter Balmer, Peter Wenger, Peter Ramseier, Otto Demarmels, René Hasler, Goalie Marcel Kunz und anderen.
Die Duelle in den Cupfinals 1970 und 1972 hatten die Basler 1:4 nach Verlängerung und 0:1 verloren. Am Ostermontag 1973 vor 45'000 Zuschauern im Wankdorf wollten sie den grossen Rivalen FCZ, den Aussenseiter, endlich in die Schranken weisen.
Dabei muss man heute festhalten, dass die Zürcher zwar der Aussenseiter waren, aber keineswegs ein krasser. Auch in ihrer Mannschaft gab es grossartige Spieler: Karl Grob als Torhüter, Köbi Kuhn als Gestalter und Fritz Künzli als sehr regelmässiger Torschütze standen ihren Basler Antipoden Marcel Kunz, Karl Odermatt und Ottmar Hitzfeld in nichts nach. In der von Trainer Timo Konietzka befehligten Mannschaft gab es weitere überdurchschnittliche Spieler wie Daniel Jeandupeux, Rosario Martinelli und die Verteidiger Renzo Bionda und Hubert Münch.
Der Gehalt des Cupfinals war eher mässig. Der grosse Sportchronist Walter Lutz, Chefredaktor der Fachzeitung «Sport», schrieb, die ersten 20 Minuten seien auf sehr hohem Niveau verlaufen. Dann aber sei der Match verflacht und ruppig geworden. Die sechs ausgesprochenen Verwarnungen waren bis dorthin der Höchstwert in einem Cupfinal. Dass es nach 90 Minuten 0:0 stand und der Match verlängert werden musste, sei nicht unlogisch gewesen – obwohl die Basler Mitte der zweiten Halbzeit zwei hochkarätige Chancen gehabt hätten. Lutz schrieb auch, Zürich habe in der Verlängerung dank der grösseren Frische gewonnen. Die eingewechselten Offensivkräfte waren Peter Marti und Ernst Rutschmann.
Kaum hatte die Verlängerung angefangen, erzielte Marti mit einem Abstauber nach einer Hereingabe von Rudi Brunnenmaier das 1:0. Marti vereinigte alle Klischees auf sich, wie sie in der damaligen Sportberichterstattung – weit mehr als heute – für kleine Flügelstürmer verwendet wurden: rotzfrech, wieselflink, dribbelstark, pfeilschnell, unberechenbar.
Das Tor, das den Final praktisch entschied, hatte für den Langenthaler eine besondere Bedeutung. Er erzielte es gegen seinen früheren Klub Basel und im Stadion, in dem er zwei Saisons lang für YB gespielt hatte. Das 2:0, das auch das Schlussresultat bedeutete, erzielte in der 101. Minute Fritz Künzli.
Ein Platzhalter für das neuerliche Scheitern des FCB war Ottmar Hitzfeld. Der deutsche Grenzgänger, der als Spieler und besonders als Trainer den Erfolg im Handgepäck mitführte wie andere das Necessaire und Ersatzwäsche, konnte an dem schwülwarmen Nachmittag im Wankdorf nichts ausrichten. Dabei wurde er in ebendieser Saison Torschützenkönig in der Meisterschaft.
Der «Sport» bewertete Hitzfelds Leistung im Cupfinal so: «Pluspunkte: Wagte mehrere harte Schüsse, die er überraschend abgab. Schnell im Antritt, energischer Körpereinsatz. Beschäftigte den Gegner. Minuspunkte: Verschoss die erste klare Basler Chance allein vor Grob (60. Minute). Einige hässliche Fouls. Liess sich zu oft theatralisch fallen.» Angefügt sei, dass Hitzfeld in jener Zeit nicht grundsätzlich als Schwalbenkönig bekannt war.
Just mit dem Cupfinal 1973 tauschten der FCB und der FCZ die Rollen. Fortan dominierten die Zürcher in der Meisterschaft. Zwischen 1974 und 1976 stellten sie mit nicht grundlegend verändertem Kader einen Hattrick auf. Der Jugoslawe Ilja Katic und der junge Glarner René Botteron verstärkten die Zürcher Offensive ab 1973/74 nachhaltig. Und die Basler? Sie liessen sich 1975 als Cupsieger feiern. Erstmals nach dem Final 1967, der mit dem legendären Sitzstreik der Lausanner Spieler geendet hatte. Im Final 1975 hielt sich der FCB an einer Zürcher Mannschaft schadlos. Nicht am FCZ, aber an Winterthur.
Den FCZ führten damals ausdrucksstarke Figuren. Der stets mit Hut und Stumpen versehene Edi Nägeli, liebevoll Stumpen-Edi genannt, wurde 1957 Präsident und starb im Dezember 1979, 67-jährig, im Amt. Timo Konietzka war, von Winterthur zu Zürich gekommen, ab 1971 bis in die Saison 1972/73 hinein Spielertrainer, danach bis 1978 Trainer. Das Schweizer Fernsehen produzierte um die Figuren herum einen Samstagabend-Schwank. Zürich und «FCZ» wurden darin nicht erwähnt, aber Nägeli und Konietzka wurden unverwechselbar typähnlich dargestellt. Hansjörg Bahl mimte in dem Stück einen ebenfalls nicht genannten Fussballer, der andauernd nur im Trainingsanzug herumlief. Es könnte Köbi Kuhn gemeint gewesen sein.
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