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Der schottische Fraser Clan besteht seit über 850 Jahren. Alexander Fraser (1604-1693) gehörte zur politischen Elite Schottlands und war familiär mit vielen schottischen Clans verbunden. Väterlicherseits gehörte er zum schottischen Landadel (Lairds). Über seine Mutter erbte er einen schottischen Adelstitel und wurde zum 11. Lord von Saltoun. Seither stellen seine Nachkommen die Lords von Saltoun, die gleichzeitig auch die Clan-Chefs des Fraser Clans sind.
Ein weiterer Familienzweig aus dem schottischen Landadel gründete im 15. Jahrhundert einen eigenen Clan, den Fraser von Lovat Clan. Die Clan-Chefs sind die schottischen Lords von Lovat, die seit 1837 auch zum britischen Adel gehören und den Titel eines Barons tragen.
Freimaurerei
Alexander Fraser (1851-1933) war je nach Definition der 18. oder 19. Lord von Saltoun. Er war von 1897 bis 1900 Grossmeister der Freimaurergrossloge von Schottland (Quelle). Die schottische Grossloge besteht seit 1736. Fast alle Grossmeister der Loge kamen aus schottischen Clans und viele waren Clan-Chefs. Die Freimaurerei entstand vermutlich in Schottland. Alexander Fraser war von 1930 bis 1933 Grosskommandant (Vorsitzender) des Obersten Rates der schottischen Freimaurer (Quelle). Nur Freimaurer, die den 33. Grad erreichen (der höchste Grad), können dem Obersten Rat beitreten. Der Oberste Rat in Schottland besteht aus neun Personen. Inzwischen besitzen neben Schottland noch viele weitere Länder einen Obersten Rat, bestehend aus Hochgradfreimaurern (z. B. England, USA, Spanien und Schweiz).
Von 1928 bis 1930 war Alexander Grossmeister des schottischen Templerordens (Quelle). Von 1906 bis 1928 war er Grossmeister des Templerordens (Quelle). Hiermit ist natürlich der „echte Templerorden“ gemeint, denn es gibt noch mehrere Möchtegern-Orden, die sich selbst als Templer bezeichnen, aber ziemlich sicher nur Wichtigtuer sind. Über den heutigen Templerorden ist sehr wenig bekannt und es ist unklar, ob eine Verbindung zum Templerorden aus dem 12. Jahrhundert besteht. Der Templerorden von damals gilt als möglicher Vorläufer der Freimaurerei. Der heutige Templerorden nimmt nur christliche Master Masons und Royal Arch Masons auf (Quelle). Das bedeutet, dass man den 4. Grad im York-Ritus und den 3. Grad im schottischen Ritus erreicht haben muss. Wer diese Grade erreicht, darf dem Templerorden beitreten und hat auch Anspruch auf eine Mitgliedschaft im „Order of Royal and Select Masters“ (Orden der königlichen und auserwählten Meister), auch bekannt als kryptische Freimaurer. Die Mitgliedschaft bei den britischen Tempelrittern ermöglicht einem Beitritte in noch weitere Orden. Die obersten beiden Orden in der Hierarchie sind die „Knights Beneficent of the Holy City“ und der „Order of Holy Wisdom“ (Quelle). Hier sollte noch erwähnt werden, dass der Grossteil der Freimaurer keine Hochgrad-Maurer sind. Genaue Zahlen gibt es z. B. in der Schweiz. Von den schweizerischen Freimaurern, die den schottischen Ritus praktizieren, befinden sich derzeit 3500 Mitglieder auf dem 1. bis 3. Grad, während derzeit nur 900 Mitglieder den 4. Grad erreichten (Quelle). In der Schweiz darf der Kreis aus Freimaurern, die den 33. Grad (der höchste Grad) erreichen, aus maximal 99 Personen bestehen. Der Oberste Rat der schweizerischen Freimaurer darf aus maximal 33 Personen bestehen (Quelle).
Alexanders gleichnamiger Sohn (1886-1979) wurde ebenfalls Grossmeister der schottischen Freimaurer. (Quelle)
Simon Fraser (1726-1782), der 19. Clan-Chef des Fraser von Lovat Clans, war ebenfalls Freimaurer und Provinzgrossmeister der kanadischen Provinz Québec (Quelle).
Grossbritannien
Viele Frasers waren in der schottischen Politik und beim britischen Militär, darunter auch die Clan-Chefs. Simon Fraser, der 15. Lord von Lovat, war während des 2. Weltkrieges Minister für wirtschaftliche Kriegsführung.
Der britische Politiker Hugh Fraser (1918-1984) war der Sohn des Clan-Chefs des Fraser von Lovat Clans. Hugh war ein Freund der US-amerikanischen Kennedy Familie und kannte auch US-Präsident Kennedy, der 1963 erschossen wurde. Sein Bruder Robert Kennedy wurde 1968 ebenfalls erschossen, fünf Monate vor der US-Wahl, bei der er kandidierte. Es starben noch weitere Familienmitglieder, Ehepartner und Verwandte der Kennedy Familie eines unnatürlichen Todes (Quelle). Am 23. Oktober 1975 war die 17-jährige Caroline Kennedy zu Besuch bei Hugh Fraser. Wie immer wollte Hugh Fraser sein Haus morgens zwischen 8:15 und 8:30 Uhr verlassen und sein Auto nehmen, diesmal in Begleitung von Caroline Kennedy. Um 8:53 explodierte eine Bombe, die an Hugh Frasers Auto angebracht war. Er und Caroline Kennedy waren aber noch nicht im Auto, weil er im Haus noch ein Telefonat mit dem britischen Politiker Jonathan Aitken führte (ein Grossneffe des britischen Medienmoguls Baron Max Aitken). (Quelle) Nach offiziellen Angaben wurde der Bombenanschlag von der IRA ausgeführt. Ziel des Anschlags soll Hugh Fraser gewesen sein und nicht Caroline Kennedy. Hughs Tochter Flora Fraser war mit Peter Soros verheiratet, ein Neffe des berühmten Hedgefonds-Managers George Soros.
Tessa Fraser (*1942), eine Tochter des 15. Lords von Lovat, heiratete Henry Keswick aus der schottischen Milliardärsfamilie Keswick. Mary Etheldreda Lindley (1911-2009), eine Enkelin des 13. Lords von Lovat, heiratete ebenfalls in die Keswick Familie. Die Keswicks kontrollieren den Hongkonger Grosskonzern Jardine Matheson, der im 19. Jahrhundert zu den grössten Opiumhändlern gehörte. Die Keswicks sind seit vielen Jahren mit der Rothschild Familie befreundet und haben traditionell Kontakt zur Führung der HSBC (eine der weltweit grössten Banken).
Der britische Richter Walter Ian Fraser (1911-1989) stammte vermutlich aus dem Fraser Clan. Er wurde in eine schottische Familie geboren. Der Familiennamen seiner Mutter war MacFarlane und der seiner Frau war Macdonnell. Dies sind Namen schottischer Clans. Ian wurde zum Baron geadelt und in den Privy Council aufgenommen, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Sein Sohn Andrew Fraser (1946-2021) war in der britischen Politik und Schatzmeister der konservativen Partei. Er arbeitete für die Barings Bank und mehrere asiatische Finanzunternehmen. 2016 wurde er zum Baron geadelt. Seine Frau war die Tochter des Clan-Chefs des schottischen Shaw Clans.
Der britische Politiker William Ian Fraser (1897-1974) war mehrere Jahre in der Führung der BBC, einer der grössten Fernsehsender der Welt. Er wurde zum Ritter geschlagen und zum Baron geadelt. Es ist unklar, ob er aus dem Clan stammte, aber seine Cousine Isabel Gwendoline Fraser (1874-1965) heiratete in den schottischen Douglas Clan, der mehrere hochrangige Freimaurer hervorbrachte.
Es gibt noch eine weitere bemerkenswerte Familie mit Namen Fraser, bei der aber unklar ist, ob sie aus dem Clan kommt. Der schottische Geschäftsmann William Fraser (1888-1970) war in der britischen Ölindustrie aktiv. Bereits sein Vater gründete ein eigenes Ölunternehmen. 1918 erhielt William Fraser einen Orden vom britischen Hochadel, weil er über sein Unternehmen während des 1. Weltkrieges die britische Ölversorgung steigerte (zum Krieg führen braucht es viel Öl). Ab 1923 war er im Vorstand der Anglo-Persian Oil Company. Der britische Ölkonzern trägt heute den Namen BP und gehört schon seit über 100 Jahren zu den grössten Ölkonzernen der Welt. BP ist zudem eines der grössten Unternehmen der Welt. Ab 1928 war William stellvertretender Vorsitzender von BP. Von 1941 bis 1956 war William Vorsitzender und führte somit eines der mächtigsten Unternehmen der Welt. Er war auch langjähriger Berater der britischen Regierung in Ölangelegenheiten, insbesondere als Erdölberater des Kriegsministeriums. William Fraser wurde 1939 vom britischen Hochadel zum Ritter geschlagen und 1955 zum Baron geadelt. William Frasers Schwager war William McLintock, der ebenfalls zum Baron geadelt wurde. Die schottische McLintock Familie gründete 1877 „Thomson McLintock & Co“. Das Unternehmen war ein Vorläufer der heutigen KPMG, einer der vier grössten Wirtschaftsprüfer der Welt. Der Sohn von William McLintock heiratete eine Nichte des Barons Max Aitken, der damals zu den mächtigsten britischen Zeitungsverlegern gehörte. William Frasers gleichnamiger Sohn (1916-1976) erbte den Adelstitel. Er war Direktor des Ölkonzerns BP und Geschäftsführer der Kuwait Oil Company, die Teil der Kuwait Petroleum Corporation (KPC) ist. 2019 war KPC der weltweit drittgrösste Ölkonzern nach Ölproduktion. KPC wird von der kuwaitischen Königsfamilie kontrolliert. Zu den Mitgründern von KPC gehörten auch die Ölkonzerne BP und Gulf Oil. Letzterer wurde von der Mellon Familie kontrolliert, die schon seit 100 Jahren zu den reichsten Familien der USA gehört.
Da der Fraser Clan seit Jahrhunderten in andere Clans heiratet, ist er inzwischen mit zahlreichen Clans verwandt.
Australien
Der schottisch-kanadische Geschäftsmann Simon Fraser (1832-1919) emigrierte infolge des Goldrausches nach Australien, das damals noch eine britische Kolonie war. Dort wurde er als Kolonialpolitiker tätig. 1901 machte sich Australien unabhängig von Grossbritannien. Von da an war er bis 1913 Senator. 1918 wurde er vom britischen Hochadel zum Ritter geschlagen. Simons Enkel war Malcolm Fraser (1930-2015), der von 1975 bis 1983 australischer Premierminister war. Er war Mitglied des Privy Council, welcher der Geheimrat der britischen Königsfamilie ist. Dieser Familienzweig hatte Kontakt zum Fraser von Lovat Clan (Quelle).
Auch der neuseeländische Premierminister Peter Fraser (1884-1950) stammte womöglich aus dem Fraser Clan. Er war in Schottland geboren. Seine Mutter hatte den Familiennamen McLeod und seine Frau den Familiennamen Munro. Beides sind Namen schottischer Clans.
Die ehemaligen britischen Kolonien Australien und Neuseeland gehören heute zu den Commonwealth-Staaten, die politisch und wirtschaftlich eng mit Grossbritannien verbunden sind. Die britische Königsfamilie stellt heute noch das Staatsoberhaupt der beiden Länder.
Der Fraser Clan unterhält immer noch Kontakte zu seinen Verwandten in Australien (Quelle).
Anmerkung: Ich geh aktiv gegen Urheberrechtsverletzungen vor.