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Episoden und Kuriositäten im Vereinsleben
In den Archiven finden sich viele Vorkommnisse, die uns heute erstaunen und belustigen. 1900 drohte der Stadtrat den Stadtmusikanten mit der Streichung des Vereinsbeitrags, wenn weiterhin die Instrumente für die Tschättermusik verwendet würden. 1903 wurde auf Antrag von Präsident Vuillien Dirigent Schüler wegen mangelnder Leistung abgewählt. An seine Stelle trat Kapellmeister Friedmann aus Waldshut für ein Entgelt von RM 4.–. Doch er gab bereits 1904 sein Mandat wieder zurück. Er meinte: «Es herrscht keine Ordnung im Verein.» Man beschloss, bis auf weiteres leichtere Stücke ohne Dirigent weiterzuspielen. Ein Jahr später hatten sich die Verhältnisse anscheinend wieder gebessert und Herr Kapellmeister Friedmann leitete den Verein bis 1910.
Am 22. Februar 1911 (Fasnacht) hatte ein Herr Weber im Hotel Pfauen flegelhafte Ausdrücke gegenüber der Stadtmusik gebraucht. Der Verein beschloss, ihn gerichtlich zu belehren. Am 24. März 1911 erklärte Herr Weber im Beisein von Gerichtspräsident Fricker, dass er nicht die Absicht hatte, die Stadtmusik zu beleidigen. Er entschuldigte sich schriftlich bei der Stadtmusik und die Sache war erledigt. 1914 beschlossen die Mitglieder, den Kameraden E. Wunderle, Adolf Rueb und Hermann Rümmele aus Klein-Laufenburg, die mit dem deutschen Heer an der Front standen, «in Erwartung ihrer baldigen Rückkehr» ein «Fresspaket» zu schicken.
Weitere Ereignisse ernster und lustiger Art über unbotmässiges Benehmen an der Fasnacht, unanständiges Trinken, «Überhöckelen» usw. sind in den alten Akten zu finden.
Ein grösserer Zwischenfall ereignete sich in der Silvesternacht 1951 (Badische Zeitung): «Die Stadtmusik Laufenburg (Schweiz) hat den badischen Nachbarn wie alljährlich einen Besuch gemacht, um dort ein Konzert zu geben. Auch der Präsident der Laufenburger Kapelle, Kaufmann Battista Perlini, der seit einiger Zeit vom deutschen Zoll, angeblich wegen «Zollproblemen», gesucht wurde, war dabei. Auf dem Heimweg wurde B. Perlini von deutschen Zollbeamten festgenommen. Dies verursachte eine grosse Unruhe unter den Schweizer Musikern und ihrer Begleitung (zirka 120 bis 140 Personen!). Die Musiker befreiten mit Gewalt ihren Präsidenten. Dabei kam es zu einer Schlägerei, in deren Verlauf ein deutscher Zollbeamter einen Schlag auf den Kopf erhielt. Im Durcheinander gelang es B. Perlini, Schweizer Boden zu erreichen. Während des Kampfes wurde auch versucht, einen Zöllner über das Brückengeländer in den eiskalten Rhein zu werfen, was aber von besonnenen Musikanten verhindert wurde. Die unerfreuliche Szene spielte sich bei grosser Dunkelheit ab, sodass die Feststellung der Haupttäter ziemlich schwierig sein wird. Neben deutschen haben sich auch eidgenössische Behörden der Sache angenommen.»
Die Folgen dieses Zwischenfalls brachte für einige Musikanten Bussen und ein zweijähriges Einreiseverbot in die Nachbarstadt, was für viele jüngere Musikanten eine harte Strafe war, ging doch mancher Bursche «Z'chilt» oder «Z'tanz» in Klein-Laufenburg oder im nahen Hotzenwald. Der Freundschaft zwischen den beiden Musikvereinen hüben und drüben konnten diese Sanktionen aber nichts anhaben. Schon beim Jahreskonzert der Stadtmusik, am 25. November des gleichen Jahres, traten Herr Gerold Hahn (Oboe) und Herr Baumgartner (1. Klarinette) aus der badischen Stadtmusik als Solisten auf.
Eine lustige Episode aus dem Jahre 1968 wurde vor allem in der aargauischen Presse kommentiert. Die Stadtmusik nahm mit grossem Erfolg (Note vorzüglich) am kantonalen Musikfest in Wohlen teil. Da an diesem Sonntag grosse Hitze herrschte, zog es den Verein ins Schwimmbad. Mit klingendem Spiel marschierte man ins kühle Nass. Der Fähnrich verlor dabei den Stand und tauchte, zum Gaudi der Badegäste, mitsamt der Fahne unter. Viele weitere Episoden finden sich in den Akten der Stadtmusik, der Verfasser möchte es mit dieser Auswahl bewenden lassen.