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Der Indikator „Branchenstruktur“ liefert wichtige Kontextinformationen darüber, wie materielle Wohlfahrt geschaffen wird. Er zeigt, welches die wichtigsten Sektoren bzw. Branchen der schweizerischen Volkswirtschaft und damit die bedeutendsten Quellen der Wertschöpfung sind. Die Bedeutung der einzelnen Branchen wird anhand deren Anteile an der Wertschöpfung und deren Wachstumsbeiträge veranschaulicht. Der Indikator eignet sich auch zur Darstellung des Strukturwandels, d.h. der Verschiebungen zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärsektor. Grundlage für diesen Indikator bildet das Produktionskonto der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, welches nach unterschiedliche Gliederungen (nach Branchen, nach Wirtschaftssektoren, nach institutionellen Sektoren) dargestellt wird.
Stand 14. Dezember 2022
Die wichtigsten Ergebnisse
Das BIP betrug 2021 732 Mrd. CHF (1995: 417 Mrd. CHF; 2020: 695 Mrd. CHF), die Bruttowertschöpfung 711 Mrd. CHF (1995: 405 Mrd. CHF; 2020: 676 Mrd. CHF).
Die Betrachtung der Entwicklung der Wirtschaftssektoren (Anteil an der Bruttowertschöpfung) über den Zeitraum zwischen 1995 und 2021 verdeutlicht den stetigen Anstieg des Dienstleistungssektors von 68,6% (1995) auf 74,0%% (2021). Im selben Zeitraum verringerte sich der Anteil des Industriesektors von 30,0% auf 25,3%, wobei dieser Sektor absolut betrachtet nicht etwa geschrumpft, sondern lediglich langsamer gewachsen ist als der Tertiärsektor. Einen spürbaren Rückgang musste hingegen der Primärsektor hinnehmen, dessen Anteil an der Wertschöpfung sich von 1,4% (1995) auf 0,6% (2021) verminderte.
Kontext
Ebenso interessant ist eine Analyse der Struktur des Produktionskontos nach institutionellen Sektoren. Daraus ist für 2021 ersichtlich, dass die Produktion der Sektoren «nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften und private Haushalte» 78% der Bruttowertschöpfung ausmacht, während die Wertschöpfung der beiden Sektoren «finanzielle Kapitalgesellschaften» und «Staat» jeweils 9% bzw. 11% ausmachen. Etwas weniger als 2% beträgt der Anteil der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck.
Analysiert man die Beiträge der einzelnen Branchen zum realen BIP-Wachstum 2021, so sind es die Finanzdienstleistungen, das verarbeitende Gewerbe sowie das Gesundheits- und Sozialwesen, welche die stärksten Wachstumsbeiträge ausweisen konnten. Einen leicht negativen Wachstumsbeitrag geleistet haben auf der anderen Seite die beiden Branchen Energieversorgung und Versicherungsdienstleistungen.
Vergleich mit subjektiven Daten
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Internationaler Vergleich
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Tabellen
Methodologie
In seiner heutig publizierten Form existiert das Produktionskonto in einer Zeitreihe, die bis ins Jahr 1995 zurückgeht. Eine entscheidende Verbesserung wurde im Jahr 1997 mit der Einführung der Wertschöpfungsstatistik erreicht. Diese erlaubte es, die Anzahl der ursprünglich 17 berechneten Branchen schlagartig zu erhöhen. Dies ist der Grund, weshalb jeweils zwei Serien für das Produktionskonto berechnet werden – eine basierend auf der heutigen Branchenaggregation, die bis ins Jahr 1997 zurück reicht und eine basierend auf der ursprünglichen Aggregation der 17 Branchen, die bis ins Jahr 1995 zurück reicht. Mit der Revision 2014 wurde die doppelte Deflationierung für das Produktionskonto eingeführt, was bedeutet, dass für jede Branche ein eigener Deflator für die Deflationierung des Produktionswertes und einer für die Deflationierung der Vorleistungen berechnet wird. Diese doppelte Deflationierung führt zu präziseren Ergebnissen der realen Werte. Mit der Revision 2020 wurden erneut methodologische Verbesserungen vorgenommen sowie revidierte Datenquellen in die Berechnungen einbezogen. Eine verbesserte Abdeckung der Wirtschaftstätigkeit, insbesondere der Unternehmen mit weniger als drei Beschäftigten, führte zu einem höheren Niveau des Bruttoinlandproduktes über den gesamten Erhebungszeitraum.
Die jüngste Revision 2022 erfolgte aufgrund der erheblichen Änderungen in der von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) publizierten Zahlungsbilanzstatistik. Diese Revision hat zwar nur einen sehr geringfügigen Einfluss auf die jährliche Entwicklung des BIP, das allgemeine Niveau des BIP fällt hingegen für den gesamten Zeitraum tiefer aus.
Definitionen
Definition des Indikators
Das Produktionskonto erfasst die Geldströme des Bruttoproduktionswertes und der Vorleistungen. Als Saldo daraus ergibt sich die Bruttowertschöpfung. Das Produktionskonto ist in drei Varianten verfügbar, denn die Darstellung kann nach Branchen, nach institutionellen Sektoren oder nach wirtschaftlichen Sektoren erfolgen. Es wird zu laufenden Preisen und in Veränderungsraten zu Preisen des Vorjahres berechnet.
Die Summe der Wertschöpfung aller Branchen bzw. aller wirtschaftlichen Sektoren ergibt die Wertschöpfung der gesamten Volkswirtschaft, was nach den Berichtigungen (Steuern und Subventionen) dem Bruttoinlandprodukt (BIP) zu Marktpreisen entspricht.
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