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Sonntagszeitungen und Magazine
Die Grafik zeigt für die Analyse der Berichterstattungsqualität (X-Achse) und die Analyse der Qualitätswahrnehmung (Y-Achse), ob ein Medientitel im Vergleich mit der Gruppe unterdurchschnittliche (–1), durchschnittliche (0) oder überdurchschnittliche (+1) Qualitätswerte erzielt. Bei Titeln, die sich in der Diagonale positionieren, kommen beide Messverfahren zu analogen Befunden. Bei Titeln ausserhalb der Diagonale weichen die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und der Befragung voneinander ab. Punkte oberhalb der Diagonale bedeuten, dass der Medientitel vom befragten Publikum besser bewertet wird. Kommt der Medientitel unterhalb der Diagonale zu liegen, schneidet er in der Inhaltsanalyse besser ab.Lesebeispiel: Die NZZ am Sonntag schneidet in der Vergleichsgruppe «Sonntagszeitungen und Magazine» sowohl bei der Inhaltsanalyse, als auch bei der Befragung überdurchschnittlich gut ab.
NZZ am Sonntag wird ihrem Anspruch, «die Qualitätszeitung unter den Sonntagszeitungen» zu sein, gerecht Die NZZ am Sonntag ist die eindeutige Gewinnerin in dieser Vergleichsgruppe. Beide Messmethoden attestieren dem Titel überdurchschnittliche Qualitätswerte. Deutlich reichweitenstärker, qualitativ vergleichbar, aber nicht ganz auf demselben Niveau, positioniert sich die Deutschschweizer SonntagsZeitung aus dem Hause Tamedia. Hier trifft gute Qualität bei der Inhaltsanalyse auf eine tendenziell über dem Schnitt liegende Qualitätsbewertung durch das Publikum. Etwas abgesetzt vom Rest liegt der SonntagsBlick, der aufgrund seiner Ausrichtung auf boulevardeske Inhalte nur schwer mit den übrigen Sonntagszeitungen mithalten kann. Le Matin Dimanche
beweist allerdings das Gegenteil. Der französischsprachige Sonntagsboulevard befindet sich punkto Inhaltsanalyse auf der Höhe der SonntagsZeitung und des Titels Schweiz am Sonntag. Schliesslich erweist sich auch die Weltwoche als durchaus würdige Vergleichskandidatin, zumindest was die Inhaltsanalyse anbelangt. Lediglich die NZZ am Sonntag erzielt in dieser Gruppe höhere Qualitätswerte. Bei der Befragung hingegen setzt der Weltwoche ihr Ruf, einen moralisch-emotionalen, gegen politische Kontrahenten gerichteten Kampagnenstil zu betreiben zu. Hier liegen die Werte gerade noch im Durchschnitt der übrigen Vergleichsmedien.
|Beurteilungen (N)|
|Qualitätsindex|
|Vertrauensindex|
|Experten|
|65|
|3.1|
|2.8|
|Publikum|
|Gesamt||nach Bildungsgrad|
|Gering||Mittel||Hoch|
|1327||86||673||569|
|3.4||3.3||3.4||3.4|
|3.4||3.3||3.4||3.4|
Die Skala reicht von 1 (sehr niedrig) bis 5 (sehr hoch)
Vertrauen Experten weniger? Zusätzlich zur Bevölkerung haben auch 59 ausgewählte Experten (48 Männer, 11 Frauen) aus Politik, Wirtschaft und Medien die Qualität einzelner Medientitel eingeschätzt. Zu den Sonntagszeitungen und dem Magazin haben die Experten 65 Bewertungen abgegeben. Auch wenn die Aussagekraft der Daten eingeschränkt ist, lässt sich festhalten, dass Medienexperten weniger Vertrauen in Sonntagszeitungen und das Magazin setzen als das Publikum – und zwar selbst dann, wenn man nur die gebildete Bevölkerungsschicht als Vergleichsmassstab heranzieht.
Generelle Entwicklung der Gruppe «Sonntagszeitungen und Magazine» Sonntag ist Ruhetag. Dann findet die Schweizer Bevölkerung Zeit zum Lesen. Dieser Tatbestand spiegelt sich in der vergleichsweise hohen Reichweite der Sonntagszeitungen und darin, dass die Auflagezahlen nicht so stark rückläufig sind wie bei der täglich erscheinenden Abonnementspresse. Auch zu dieser Gruppe zählt die ebenfalls wöchentlich erscheinende Weltwoche. Trotz unterschiedlichen Umfangs und Zielpublikums ist die gemeinsame Betrachtung gerechtfertigt. Sowohl das Magazin Weltwoche als auch die Sonntagszeitungen können sich aufgrund ihres Erscheinungsrhythmus, der mehr Zeit für die Recherche lässt, auf einordnende Hintergrundberichterstattung und auf investigativen Journalismus spezialisieren. Diese Faktoren sind prägend für das Qualitätsprofil der in dieser Gruppe untersuchten Medientitel. Ebenso der Umstand, dass bei den Sonntagszeitungen der Anteil des Kioskverkaufs relativ hoch und der Kaufentscheid schwankend ist, so dass sie auf Aufmerksamkeit erregende Primeurs angewiesen sind. Das Magazin wiederum profiliert sich mit Beiträgen, in denen – weltanschaulich verankert – eine bewusste Gegenposition zu vorherrschenden Interpretationen eingenommen wird. Regelmässig gelingt es diesen Blättern, mit Enthüllungen starke Reaktionen in der Medienarena auszulösen.