Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03303.jsonl.gz/1515

Wotrubas und Kamms – Zug, die Galerie Würthle und eine Freundschaft
Als Fritz und Marian Wotruba 1938 bzw. 1939 in die Schweiz emigrierten, war dies zugleich der Beginn der lebenslänglichen Freundschaft mit Fritz und Editha Kamm. Während der gesamten Exilzeit des Wiener Bildhauers war der persönliche Kontakt sehr eng.[1] Man ging in beiden Zuger Haushalten ein und aus, und Marian Wotruba schaute abends nach den Kindern Christa und Peter, während die Eltern unterwegs waren. Zur Erholung verbrachten die Wotrubas manche Tage mit der befreundeten Familie im Ferienhaus in Richisau im Glarner Klöntal oder beim Skifahren im winterlichen Arosa. In der Erinnerung von Christa Kamm sind vor allem die Tischgespräche zuhause am Lindenweg oder in der Wohnung der Wotrubas an der Weinbergstrasse präsent geblieben.[2] Zentrale Themen waren der Krieg und die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Europa.
Während jener Zeit erwarb Kamm mehrere Arbeiten seines Freundes, um diesen finanziell zu unterstützen oder einfach aus Wertschätzung seiner Kunst. Im Laufe der Jahre, zum Teil erst nach dem Krieg, kamen somit Skulpturen und Zeichnungen des Künstlers in die Sammlung, einige auch als Geschenke. [3]
Nach der Rückkehr der Wotrubas nach Wien, 1945, brach der Kontakt nicht ab. In der zerbombten Stadt herrschte an allem Mangel. Immer wieder schickten die Kamms Kleider, Medikamente oder Nahrungsmittel an die Wotrubas und ihre ständigen Gäste – oft Hunger leidende Künstler.
Im Frühjahr 1946 hielten sich der Bildhauer und seine Frau für einige Zeit wieder in der Schweiz auf. Sie betreuten den Aufbau der grossen Österreich-Ausstellung im Kunsthaus Zürich [4] und genossen die Gastfreundschaft der Zuger Freunde am Lindenweg: «Ich könnte eine lange Litanei hinkratzen darüber, wie verdammt wohl wir uns bei Euch gefühlt haben. Marian hat mir oft zum Vorwurf gemacht, wir hätten Euch durch das Wohnen zu sehr ausgenützt, da muß ich aber offen gestehen ich habe Euch so gern, daß ich gemein genug bin an solche Dinge nicht zu denken, wie kann ich aus Eurem Haus ziehen wenn der Hausherr selbst mir am Sonntag Morgen Hendel u. Speck an’s Bett bringt.»[5]
In den folgenden Jahren besuchte man sich gegenseitig und bald folgten ausgedehnte, gemeinsame Reisen. Am 19. Mai 1950 berichtete Marian dem Ehepaar von Salis: «Wir sind in schandbarer Weise letzten Montags abend in Zug angekommen, nach einer herrlichen Autoreise von 3 Wochen, mit den Kamms, – 4000 km durch Frankreich, – und gleich am nächsten morgen mit dem Arlberg nach Wien enteilt […] Was unsere Ferien anlangt, so war es die schönste Reise, an die ich mich erinnern werde. Wir fuhren entlang der ganzen Cote d’Azur mit kleinen Ausflügen nach Norden und zurück, – Avignon, Arles, Nimes und bis nach Banyuls und durch die Pyrreneen bis nach Bayonne, Biarritz nach St. Jean de Luce und später nach Bordeaux und über die Schlösser der Loire und Chartres nach Paris und über Strassbourg nachhause. […] und Fritz hat sich viele Anregungen geholt und ist nie einen Moment nur ungeduldig gewesen»[6]. 1951 starb Marian.
Als Fritz Kamm 1953 auf Anraten von Wotruba die Galerie Würthle kaufte, erhielt ihre Beziehung auch eine geschäftliche Seite. Der schriftliche und mündliche Austausch zwischen dem künstlerischen Leiter der Galerie, Wotruba (bis Anfang 1965), und dem im Hintergrund stehenden Besitzer war rege. Wiederum folgten gemeinsame Reisen, häufig nach Paris, um mit Louis Carré oder Daniel-Henry Kahnweiler Ausstellungen vorzubereiten oder Bilder für die Galerie anzukaufen.[7]
1960 unternahmen die Kamms mit Fritz und Lucy, Wotrubas zweiter Frau, eine Schifffahrt und besuchten die historischen Stätten Griechenlands. Für den Bildhauer bedeutete dies mehr als eine Ferienreise, begann er doch im gleichen Jahr auf Veranlassung des Regisseurs Gustav Rudolf Sellner für das antike Theaterstück Antigone von Sophokles die Bühnenbilder zu entwerfen.[8]
Mit dem Tod von Fritz Kamm im Sommer 1967 endete eine langjährige Freundschaft und Wotrubas Kontakte zur Familie Kamm wurden seltener. Erst wenige Jahre vor seinem Tod, im Jahr 1972, kam Wotruba nach Zug zurück…
Zuerst Zürich…
Die allererste Reise in die Schweiz hatte Wotruba nach Zürich geführt. 1931 nahm er an der grossen internationalen Plastikausstellung teil, die das Kunsthaus organisierte. [9] Er war der jüngste Teilnehmer der Schau und gab sich als zwei Jahre älter aus, da er nach eigener Aussage sonst nicht hätte teilnehmen dürfen.10 Seine Figuren fügten sich gut in die Gruppe vormoderner Skulpturen der älteren Generation ein: Rudolf Belling, Arno Breker, Charles Despiau, Hermann Haller, Hermann Hubacher oder Aristide Maillol.[11]
Nicht erst Ende Februar 1934, wie später fälschlicherweise auch von Wotruba behauptet, sondern schon im März 1933[12] kamen er und Marian erneut nach Zürich, als Emigranten. Engelbert Dollfuss hatte in Österreich ein autoritäres Regime errichtet, das zahlreiche Unruhen auslöste. 1946 erklärte Wotruba (mit korrekter Zeitangabe): «Aus Gründen der Anfeindung und der Ausschaltung aus jeder künstlerischen Arbeitsmöglichkeit die mich in Wien völlig mittellos machte bin ich mit meiner Frau 1933 zum ersten mal in die Schweiz ins Exil gegangen. Hauptveranlassung war eine rücksichtslose Durchsuchung meines Ateliers nach Waffen und Dokumenten, die beweisen sollten, dass ich ein politischer Terrorist bin. […] Andererseits aber durch meine Kritik an der künstlerischen und kulturellen geistigen Situation die ich als einen gefährlichen Verfall kennzeichnete, als ein Gegner des Dollfusregimes [sic!] behandelt und verfolgt wurde.»[13] Wotruba war es einerseits stets wichtig, sich auch öffentlich zum Antifaschismus zu bekennen. Vermutlich war dies einer der Gründe für die spätere Umdatierung des Zürcher Aufenthaltes auf 1934, da ein Exil nach den ‹berühmten› Februarunruhen mehr politische Brisanz besass. Andererseits erhielt er in den dreissiger Jahren verschiedene öffentliche Aufträge[14], nahm an mehreren ausländischen Ausstellungen österreichischer Kunst[15] teil und stellte sogar zweimal offiziell für Österreich an der Biennale in Venedig[16] aus! Wahrscheinlich fehlte ihm im revoltierenden Wien die nötige Ruhe, um arbeiten zu können.[17] Zudem war er gesundheitlich angeschlagen; beim Schweizer Arzt (und späteren Freund) Armin Haemmerli fand er die nötige Betreuung.[18]
Während seines siebenmonatigen Aufenthaltes war er mit Marian in Zürich, wo er 1931 bereits erste Kontakte geknüpft hatte. Das Ehepaar wohnte in Rüschlikon. Haller vermittelte einen Werkplatz in einem Steinmetzatelier in Wollishofen, das dem Tessiner Giuseppe Trentini gehörte.[19] Als Gegenleistung erhielt dieser eine kleine Bronzefigur.[20] Es entstanden fünf Arbeiten [21], als erste der Grosse liegende Jüngling, eine der qualitätsvollsten jener Jahre. Fritz Kamm erwarb sie 1951 als Geschenk für die Graphische Sammlung Albertina in Wien. [22] Damit beabsichtigte er, der Bedeutung des Bildhauers in dessen Heimatstadt sichtbaren Ausdruck zu geben. Nachdem die Nationalsozialisten 1940 den Jungen Riesen, den die Gemeinde Wien 1930 gekauft hatte, zerstört hatten, war Wotruba nicht mehr repräsentativ im öffentlichen Raum zu sehen. Eigentlich hätte sich der Bildhauer gewünscht, die Weibliche Kathedrale – für ihn Metapher der ‹verwundeten› Stadt [23] – öffentlich aufzustellen. Als eine solche Metapher kann man auch den gefallenen Jüngling verstehen. [24] Im Dezember 1933 kehrten Wotrubas nach Wien zurück.
Nach dem ‹Anschluss› Österreichs floh der Künstler im September 1938 erneut in die Schweiz – ohne Marian, die als Jüdin vorerst keine Einreiseerlaubnis erhielt. In Zürich, wo er inzwischen die meisten Bekannten und Freunde hatte, bereitete er den Exilaufenthalt vor.[25] Hier fand der Sozialist Wotruba schnell Eingang in die Kreise der ‹religiös-sozialen› Bewegung.[26] Die «Gruppe religiöser Sozialisten, deren Führer der unbestechliche und puritanische Theologe Leonhard Ragaz war» [27] , bot zahlreichen Emigranten Hilfe. Zur Gruppe gehörte auch Robert Lejeune, Pfarrer am Neumünster, bei dem Wotruba Ende 1938 wohnte [28] und später oft Gast war: «Eine Freundin des Hauses führte mich bei Lejeune ein, es war gerade Mittagszeit, die Tafel ausgedehnt bis ans äusserste Ende des Zimmers, es werden 14 bis 16 Personen gewesen sein, die hier täglich ihren gedeckten Mittagstisch vorgefunden haben. Die Pfarre war ein Unterschlupf für viele, die in Schwierigkeiten steckten. Alles war hier zu finden: Arbeiter, Akademiker, Unternehmer, Sozialisten, Komunisten [sic!], Juden und Christen, Gläubige und Ungläubige. Ohne seine Frau Susa und Änne, den Küchengeist, die unermüdlich und klaglos die schlecht bedankten Mühen der Massenverpflegung auf sich genommen hatten, wäre dieser einzigartige Freitisch nie zustande gekommen.» [29] Im Laufe der Jahre entwickelte sich zwischen Wotruba und Lejeune eine Freundschaft, die nach dem Krieg anhielt, auch wenn die Kontakte seltener wurden. [30]
Ende 1938 versuchten Lejeune und Haller vergeblich für Marian Wotruba eine Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. Erst dank der Hilfe des damaligen Bundesrats Philipp Etter [31], dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern, konnte sie schliesslich einreisen. Das Ehepaar Wotruba hatte den Zuger Bundesrat anlässlich der Ausstellungseröffnung 1937 in der Kunsthalle Bern kennen gelernt. Marian erhielt in Zug eine «Kant. Toleranzbewilligung bis zur Vorbereitung der Auswanderg.» [33], d.h. eine Aufenthaltsbewilligung. Wotruba wurden einige Privilegien zuerkannt, die anderen Emigranten versagt waren: die Aufhebung der Reisebeschränkung, eine Arbeitserlaubnis und eine beschränkte Bewilligung zum Ausstellen und Verkaufen von Skulpturen.
Im Januar 1939 traf Marian in Zürich ein, und am 7. Mai 1939 «übersiedelt das Paar in einem Lastauto mit Steinen, Koffern und Skis nach Zug – das während fast 7 Jahren der Wohnsitz wird (Januar 1939–November 1945)».[33]
Ein Intermezzo in Genf
Auf einer Radtour im April 1940 nach Genf trafen die Wotrubas den Schriftsteller Robert Musil und seine Frau Martha, Freunde aus der Wiener Zeit [34], die seit einem Jahr ebenfalls in der Schweiz im Exil lebten. Sie beschlossen, ebenfalls nach Genf zu ziehen – wohl auch aus Furcht vor einer deutschen Invasion [35] –, erhielten eine bis August desselben Jahres beschränkte Aufenthaltsbewilligung und mieteten sich in Chène-Bougeries ein. Es gelang, einen Arbeitsplatz in einem Steinlager zu finden. «Er [Wotruba] geht morgens mit einem halbstündigen Umweg auf seinen Werkplatz und bleibt, mit Mittagpause, bis gegen sechs Uhr dort. Allein, die Vision, die er sich einbrennt, ausarbeitend, zwischen Handwerkern, die [sic!] er sich zugehörig fühlt.» [36] Robert Musil, der «als ein schwer zugänglicher und ungewöhnlich kritischer Mensch bekannt» war, holte Wotruba «jeden zweiten Tag vom Arbeitsplatz» ab, «sass dann oft stundenlang und schaute mir bei der Steinarbeit zu. Der Rückweg führte zwischen die halbhohen Gartenmauern, die die aristokratischen Parks und Besitzungen der Genfer Patrizier umschlossen. Diese Mauern waren von einer seltsamen Eindringlichkeit. Durchaus nicht monoton, sondern eher voll von versteckten Überraschungen. Es waren Mauern, die schöpferische Eigenschaften entwickelten; das Gehen zwischen ihnen, gemeinsam mit Musil war von grossem Gewinn. Auf diesen Wegen lernte ich Musil kennen; hier ging er aus sich heraus.» [37] Musil und seiner Frau bereiteten die Behörden immer wieder Schwierigkeiten, und finanziell ging es ihnen sehr schlecht, das literarische Werk des Wiener Schriftstellers war kaum bekannt. Um seinen Freunden Hilfe bieten zu können, ersuchte Wotruba Robert Lejeune um Unterstützung: «Du hast von Anfang an seine [Musils] Grösse erkannt, und ich weiss noch gut wie Du mir sagtest: den [unterstrichen im Original] gilt es durchzuhalten, eben weil er im Unterschied von den Vielen in kommenden Zeiten etwas bedeuten wird.» [38] Musil starb 1942 verkannt und in ärmlichen Verhältnissen. Lejeune hielt später oft Vorträge über den Schriftsteller und sein Werk. [39] Ende 1960 veranstaltete Wotruba in der Galerie Würthle eine Gedenkausstellung Robert Musil. [40] Damit wollte er zu dessen später Anerkennung beitragen, welche in den fünfziger Jahren mit der Aufarbeitung des literarischen Werks eingesetzt hatte.
In Genf begann auch der rege Briefkontakt mit dem Winterthurer Kaufmann und Kunstsammler Georg Reinhart, der sich 1940 aus beruflichen Gründen in Vevey aufhielt. [41] Der um einige Jahre ältere Reinhart hatte Wotrubas Plastik zum ersten Mal spätestens 1939 an einer Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur gesehen, wo er den Künstler auch kennen gelernt hatte. Um dem Bildhauer zu helfen, kaufte er ihm während der Kriegsjahre mindestens sechs Figuren ab. [42] Bei der ersten Figur handelte es sich um die sogenannte Genfer Venus. Der Mäzen schenkte sie 1940 dem Kunstmuseum Winterthur. Von 1942 bis 1945 unterstützte Reinhart den Künstler mit monatlichen Zahlungen, welche den Lebensunterhalt erleichtern sollten. Im Briefwechsel ging es meist um Kunst: Der Künstler schilderte seine Intentionen, die Reinhart kommentierte. [43] Der Mäzen vermittelte die Teilnahme Wotrubas an einer Gruppenausstellung mit Arnold d’Altri, Germaine Richier und Marino Marini 1944 im Kunstmuseum Basel. Nach dem Krieg konnte und wollte Reinhart, aufgrund seiner Begeisterung für die klassizistisch geprägte Formauffassung, Wotrubas künstlerischer Wendung nicht folgen. Er zog sich allmählich zurück. [44]
… dann Zug
Ende August 1940 lief die Genfer Aufenthaltsgenehmigung ab, die Wotrubas mussten nach Zug zurückkehren. In einer Parterrewohnung an der Weinbergstrasse 4 lebten sie bis Dezember 1945. «Die leerstehende Garage diente als Atelier, das Gärtchen hinter dem Haus war von Skulpturen nackter Männer und Frauen bevölkert, die allesamt, katholischer Kantonssitte entsprechend, irgendwelche Stoffreste um die Hüften geschlungen trugen – ein geradezu gegenreformatorischer Anblick»[45].
Die Freundschaft mit der Familie Kamm vertiefte sich. Dank Marian war Wotrubas Haus ein Treffpunkt für viele emigrierte Künstler und Intellektuelle. Zu den Gästen zählten unter anderen die Schauspielerin Maria Becker, der Literat François Bondy, die Schauspielerin Maria Fein und ihr Mann Franz, der italienische Bildhauer Marino Marini und seine Frau Marina, die Bildhauerin Germaine Richier und der österreichische Dramatiker Fritz Hochwälder. [46] Auch Schweizer kamen zu Besuch, so der Bildhauer Hermann Haller und der Journalist Manuel Gasser. Das ‹offene Haus› mit den zahlreichen Gästen aus aller Welt entwickelte sich zum Anziehungspunkt für junge Zuger Künstler, darunter: Werner Andermatt, Armin Haab, Eugen Hotz, Hans Potthof, Christian Staub, Fritz Thalmann und Leo Hafner (der ein Bildhauerpraktikum machte). [47] Staub wurde Wotrubas regelmässiger Fotograf, auch nach dem Krieg in Wien.
1940 trat, mit der Gründung der ‹Freien Zuger Künstler›, zum ersten Mal eine selbstbewusste und unabhängige Künstlergeneration in Erscheinung. Ihre Vertreter veranstalteten erste Ausstellungen und versuchten, in der Kleinstadt das Interesse für bildende Kunst zu wecken. Wotruba nahm daran teil, erst im Hotel Löwen und dann im Museum in der Burg. [48]
In Zug fühlte sich der Bildhauer bei aller Unterstützung und Wertschätzung nie richtig zuhause, ihm fehlte Wien. Kurz nach Kriegsende kehrte er dorthin als Leiter der Meisterschule für Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste zurück. Die Freundschaften verbanden die Wotrubas weiterhin mit der Schweiz, die ihnen während sieben Jahren Sicherheit geboten hatte.
Wotrubas künstlerisches Schaffen in der Schweiz
Wotrubas Werk der dreissiger Jahre war einerseits von einem modernen Klassizismus geprägt, dessen Hauptvertreter Aristide Maillol den Künstler tief beeindruckte; auf der anderen Seite weisen seine frühen Figuren auch expressive Züge auf, die vom Einfluss des Lehrers Anton Hanak [49] und des deutschen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck zeugen. Mit beiden Idiomen stellte sich der junge Bildhauer gegen den vorherrschenden Barock der ehemaligen Kaiserstadt.
In der Schweiz dagegen war er privilegiert und anerkannt – aber auch entwurzelt. In dem vom Kriegsgeschehen umzingelten Land grenzte man sich mit einem idealisierten, auf nationale Topoi bezogenen Kulturverständnis nach aussen ab. Kunst wollte ‹aufbauend› sein und nicht kämpferisch und kritisch. Seinem Thema, dem widersprüchlichen Wien, entzogen, schuf Wotruba im veränderten Klima geglättete Figuren, die er später nicht mehr anerkennen wollte. Nur vereinzelt und erst gegen Ende der Kriegszeit gelang ihm in Ansätzen ein Ausbruch aus dieser Schaffenskrise. Die Stürzende, thematisch mit Lehmbrucks Stürzendem und formal sicher auch mit Rodin verbindbar, war als Kriegsmetapher die einzige Figur, welche er nachträglich gelten liess.
Dennoch nahm Wotruba von anderen Kunstschaffenden und Intellektuellen viele Anregungen auf, die er in der Schweiz aber noch nicht wirklich umsetzen konnte. Erst in Wien fand er aus der Stagnation heraus und konnte, mit den Erfahrungen des Krieges, am Frühwerk anknüpfen. «Ich bin irgendwo in mir bezwungen von Europa, denn nach langen Jahren habe ich wieder einmal nicht nur seine Ästhetik (Schweiz!!), auch seinen Dreck, seine Barbarei und seine hässliche Schönheit gesehen.» [50]
Fritz Wotruba und der Schweizer Freund Jean Rudolf von Salis
«Nach Fritz W.’s Angabe hätte ich ihn schon in den Kriegsjahren kennengelernt. Bewusst [unterstrichen im Original] ist mir erst die Begegnung unmittelbar nach Kriegsende [Mai 1945], in Zürich. […] Ich kann also eine Begegnung mit Wotrubas im Kriege nicht ausschliessen. Doch habe ich wohl kaum zu seinen Helfern in der Emigration gehört. (Es kam öfter vor, dass ich auf Bitte von Emigranten bei Behörden ein gutes Wort einlegte. Das hatte aber W. als Schützling von Bundesrat Etter nicht nötig!)» [51]
Entgegen Wotrubas Behauptungen in den autobiografischen Aufzeichnungen, in denen er seine Schweizer Freunde zumeist summarisch aufzählte [52], lernte er den Historiker und Journalisten Jean Rudolf von Salis tatsächlich erst 1945 kennen. Von Salis war Präsident der ‹Gesellschaft zur Förderung der kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und der Schweiz›, die 1945 in Zürich gegründet worden war. Ihr gehörten sowohl Schweizer als auch Österreicher an, Wotruba trat ihr noch in der Schweiz bei. Von Anfang an «stand bereits unter den Wünschen und Plänen für die Verwirklichung des kulturellen Austausches zwischen den beiden Ländern die Idee einer österreichischen Ausstellung in der Schweiz obenan». [53] Sie wurde im Oktober 1946 verwirklicht: Das Kunsthaus Zürich zeigte in seinen Räumen Meisterwerke aus Österreich vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
Vom 15. bis zum 19. April 1946 reiste der Schweizer Historiker in seiner Funktion als Präsident der Gesellschaft zum ersten Mal in die vom Krieg erschütterte Stadt. [54] Ein Jahr später lud man ihn als Gastdozenten an die Universität ein, was auch Gelegenheit für die Vertiefung der Freundschaft mit Wotruba bot. [55] «Da ich [von Salis] zu einer Publikation über Wotrubas Plastiken einen Text schreiben soll, drehen sich unsere Gespräche seit einiger Zeit um die Grundfragen seiner Plastiken im besonderen sowie der Plastik im allgemeinen. Ich kann und werde nicht als Kunstfachmann schreiben, aber es ist mir ein Bedürfnis und, wie ich glaube, möglich, für einen grossen Künstler unserer Zeit zu zeugen; zu sagen, welche Bedeutung Wotruba als Zeiterscheinung hat.» [56] Wotruba kommentierte den fertiggestellten Text am 23.10.1947: «[…] auch Du wärst nicht imstande gewesen so den Kern der Sache zu fassen wenn Du nicht Deine Zeit in Wien verbracht hättest. Gerade diese Situation hast Du gesehen, wie sie ist. Wie es mit Maillol anfängt u. dann weitergeht finde ich sehr schön.» [57]
Und von Salis notierte 1947 in sein Tagebuch: «Zu der anfänglich spontan vorhandenen Sympathie tritt nun eine gegenseitige Kenntnis unserer Arbeit hinzu. Ich bewundere, als ein zur Feder verurteilter Mensch, den Mann des Meissels, den Schöpfer einer steinernen, sensiblen und überzeugenden Figurenwelt. Gemeinsam ist uns die Konzessionslosigkeit der geistigen Haltung, das Formempfinden, der klare Intellekt, das rationale Überprüfen dessen, was auf unbewusstem und emotionalem Weg zustande kommt… Wichtig ist vielleicht beim denkenden und schaffenden Menschen allein, dass er der Mit- und Nachwelt ein Bild der Zeit vermittelt. Ob dieses Bild eine Plastik oder ein Vision der Geschichte ist, ist vielleicht nicht so wichtig; beides sind Spielarten (bei Wotruba und mir) eines sehr ähnlichen Weltbildes, Lebensgefühls und kulturellen Verantwortungsbewusstseins. Weil die Ausdrucksform eine so verschiedene ist, vermögen wir uns gegenseitig viel zu bieten.» [58] Fritz Wotruba seinerseits zählte von Salis zu den nur «wenigen Freunden denen ich mich verbunden fühle». [59]
Auch mit Marian pflegte dieser ein freundschaftliches Verhältnis.60 Erschüttert nahm er die Nachricht ihres Todes entgegen und reiste zum Begräbnis nach Wien, um seinem Freund beizustehen. Die Freundschaft blieb weiterhin bestehen.
St. Gallen und wieder Zug
1962 starb der New Yorker Galerist und Freund Otto Gerson, bei dem Wotruba seit 1958 unter Vertrag stand. Wohl eher zufällig traten genau im gleichen Jahr Franz Larese und Jürg Janett, die Inhaber der Erker-Galerie und des Erker-Verlags, St. Gallen, in schriftlichen Kontakt mit dem Wiener Künstler. [60] Wotruba interessierten besonders die zahlreichen internationalen Kontakte der seriösen und erfolgreichen Schweizer Galerie zu zeitgenössischen Künstlern und Schriftstellern. 1969 erfolgte die erste Ausstellung in St. Gallen [62], und in den Jahren bis zu Wotrubas Tod erschienen zahlreiche Publikationen und Sondereditionen [63]. Danach hielt seine Witwe Lucy den Kontakt aufrecht und schätzte die freundschaftliche Unterstützung. Noch zu ihren Lebzeiten begann Jürg Janett im Erker-Verlag mit der Bearbeitung des skulpturalen Werkes von Wotruba, aus welchem ein Werkverzeichnis resultierte (dessen Drucklegung bevorsteht).
Die Zuger Kunstgesellschaft (dazu gehörten Christa Kamm und Künstlerfreunde aus der Kriegszeit), die Anfang der siebziger Jahre ihrer Tätigkeit neue Impulse zu geben suchte , lud den einstigen Gast ein auszustellen. 1972 ‹kehrte› Wotruba erstmals seit dem Tod von Fritz Kamm ‹zurück›. [64] Die Kunstgesellschaft erwarb erste Werke für die Sammlung, die später durch Schenkungen und eine Dauerleihgabe der Witwe ergänzt wurden . Weitere Leihgaben aus Privatbesitz kamen hinzu. Kanton und Stadt kauften ebenfalls mehrere Skulpturen.
Anlässlich des Todes von Wotruba, 1975, versammelte die Kunstgesellschaft in Zug noch einmal Freunde des Künstlers zu einer Gedenk-Matinée. Der österreichische Kulturhistoriker Friedrich Heer hielt die Rede Fritz Wotruba und sein österreichisches Jahrhundert.
In der Schweiz setzte man sich auch nach dessen Tod weiter für die Rezeption des Bildhauers ein. Die Erker-Galerie veranstaltete Ausstellungen und der Verlag gab zahlreiche Publikationen heraus. 1990 eröffnete die Zuger Kunstgesellschaft das neue Museum und zwei Jahre später fand die seit langer Zeit fällige erste postume Retrospektive statt, die nationale und internationale Beachtung fand. Mit der Gründung der Stiftung Sammlung Kamm, deren Domizil das Kunsthaus Zug ist, schliesst sich somit ein Kreis. Wotrubas Werk steht in Zug nun nicht mehr allein, sondern hat das vom Künstler selbst geschaffene künstlerische Umfeld erhalten.
1 Wotruba nannte in seinen autobiografischen Notizen nach dem Krieg Fritz und Editha Kamm immer an erster Stelle unter seinen Schweizer Freunden: «[…] habe ich das Glück gehabt Freunde zu finden: Fritz u. Editha Kamm, Manuel Gasser, Georg Reinhart, Hermann Haller J.R. v. Salis Dr Armin Haemmerli Heinz Keller, Pfarrer Rober Lejeune, durch sie konnte ich leben u. arbeiten.» (Autobiografische Notizen von 1958 im Nachlass Wotruba, Wien)
2 Gespräch der Verf. mit Christa Kamm, 24.03.1998.
3 Vgl. Kat. 387–441.
4 Siehe S.60 und Anm.53.
5 Brief Wotruba an Fritz und Editha Kamm vom 19.12.1946 im Nachlass Kamm, Zug.
6 Brief im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern. Vgl. auch Briefe, Nr.7.
7 Vgl. die Beiträge von Kristian Sotriffer (S. 10–27) und Matthias Haldemann (S. 28–47).
8 Zu den Theaterarbeiten von Wotruba: Agnes Pistorius: Fritz Wotruba. Das szenische Werk, Wien/Köln/Weimar 1995.
9 Internationale Ausstellung Plastik. Skulpturen in Zürich, Ausstellung Kunsthaus Zürich, 25.07.–30.09.1931.
10 Autobiografische Notizen von 1958 im Nachlass Wotruba: «Um keine Schwierigkeiten bei der Teilnahme zu haben datiere ich mein Geburtsjahr mit 1905 also um 2 Jahre älter.»
11 Vgl. dazu den Katalog der Ausstellung.
12 Es gibt zahlreiche schriftliche Hinweise, die für das Jahr 1933 sprechen: Autobiografische Aufzeichnungen Wotrubas vom 28.09.1946 im Nachlass Wotruba; Brief Marian Wotruba an Jean Rudolf von Salis vom 03.08.1947 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern; Typoskript zu einer Biografie von 1929 bis 1940 von Jean Rudolf von Salis, ca. 1947, im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern. Jean Rudolf von Salis schrieb 1948 in seiner Wotruba-Monografie noch «1933», vgl. Jean Rodolphe de Salis: Fritz Wotruba, Zürich 1948, S.28. Erst in den fünfziger Jahren begann Wotruba selbst von 1934 zu sprechen. Im Manuskript zu den autobiografischen Notizen von 1958 überschrieb er sogar eigenhändig 1933 mit 1934 (Nachlass Wotruba). Vgl. auch die Argumentation für einen Schweizer Aufenthalt 1933 in der Arbeit der Verf.: Die Liegenden Figuren von Fritz Wotruba (1907–1975), Freiburg i.Ue. 1997 (Universität, Lizentiatsarbeit), S. 27–28, 38–39.
13 Autobiografische Notizen vom 28.09.1946 im Nachlass Wotruba.
14 1932 Auftrag für eine Reliefplatte für den Arbeiterdichter Alfons Petzold und das Mahnmal ‹Mensch verdamme den Krieg› (Abb.9, S.36), 1934–1936 Auftrag für ein Gustav-Mahler-Denkmal (wurde jedoch nie ausgeführt).
15 1931 Internationale Ausstellung Plastik. Skulpturen in Zürich vom Kunsthaus Zürich (vgl. S.50), 1934 Austria Land of Arts and Crafts in London, 1937 Exposition d’Art Autrichien im Musée du Jeu de Paume des Tuileries in Paris und Österreichische Malerei und Plastik im 20. Jahrhundert in der Kunsthalle Bern.
16 1932 und 1934.
17 Auch später wechselte Wotruba immer dann den Ort, wenn die Lebensumstände schwierig und unsicher zu werden drohten. 1937 suchte er sich auf dem abgelegenen Taubenberg in der Nähe von München einen Arbeitsplatz; 1938 weilte er für kurze Zeit in Berlin, kehrte aber nach Wien zurück, als sich die politische Situation in der deutschen Hauptstadt verschärfte. Im gleichen Jahr bzw. 1939 flüchteten er und seine Frau vor den Nazionalsozialisten in die Schweiz. 1947 erklärte er: «Ich habe einfach den Glauben, dass nix passieren kann, solange ich an der Figur arbeite, gibt es keinen Krieg. Das war 1940 nicht so. Da hatte ich Angst, dass der Schweiz was zustösst – und dann war ich verloren. Ich fuhr nach Genf zu Musil, um in der kritischen Zeit nicht in Zug zu sein. Damals konnte ich nicht arbeiten. Jetzt kann ich es. Es kann einfach nix passieren. Ich spüre das usw. usw.» Aus: Jean Rudolf von Salis: Wiener Sommer 1947, in: ders.: Im Lauf der Jahre. Über Geschichte, Politik und Literatur, Zürich 1962, S.254–255.
18 Vgl. Typoskript zu einer Biografie von 1929 bis 1940 von Jean Rudolf von Salis im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
19 Gemäss der freundlichen Auskunft des Enkels Silvio de Capitani vom 29.04.1996.
20 Vgl. Typoskript zu einer Biografie von 1929 bis 1940 von Jean Rudolf von Salis im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern. Die Bronzeplastik befindet sich noch heute im Besitz der Familie.
21 Ebenda, S.2, und Fotoarchiv im Nachlass Wotruba.
22 Siehe zur Schenkung Korrespondenz Wotruba, Fritz Kamm und Otto Benesch von 1951 im Nachlass Kamm und im Nachlass Wotruba (vgl. Briefe, Nr.8, 9).
23 Vgl. Haldemann, S.112.
24 Bis anhin lag die Figur am Fuss der Albrechtsrampe vor der Albertina, dort wurde sie vor kurzem demontiert, um an einem vor dem Wetter geschützten Platz im Hof der Albertina ihre neue Aufstellung zu finden.
25 Gleichzeitig reichten die Wotrubas auch eine Aufenthaltsbewilligung für England ein, falls der Schweizer Aufenthalt nicht zustande gekommen wäre. England wäre eine Alternative gewesen, weil einige Freunde und Verwandte Wotrubas 1938/1939 dorthin emigrierten. Vgl. Typoskript zu einer Biografie von 1929 bis 1940 von Jean Rudolf von Salis, ca. 1947, im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern. – 1940 überlegten sie sich die Auswanderung nach Amerika, vgl. Briefwechsel des Künstlers mit Georg Reinhart vom Sommer 1940 in der Stadtbibliothek Winterthur und im Nachlass Wotruba.
26 Der in der Bibel begründete religiöse Sozialismus ist eine nicht-politische Strömung innerhalb der evangelisch-reformierten Kirche, deren Mitglieder in Zusammenarbeit mit der sozialistischen Bewegung gegen die sozialen Nöte der jeweiligen Zeit (seit Ende 19. Jahrhundert) kämpfen. In der Schweiz war er unter anderen durch den Pfarrer und Professor Leonhard Ragaz begründet worden, der sich während des Krieges auch die Flüchtlingshilfe zur Aufgabe machte. Die religiös-soziale Bewegung ist heute noch aktiv.
27 Fritz Wotruba: Der gute Mensch Lejeune. Dem Schweizer Kunstfreund und Philanthropen zum Gedächtnis, in: Die Presse, Wien 15.01.1971.
28 Vgl. Brief Wotruba an Georg Reinhart, Zürich 07.12.1939 (Stadtbibliothek Winterthur, Nachlass Reinhart): «z.Zt. Zollikerstr.76 bei Dr.Lejeune Zürich.»
29 Wotruba, Der gute Mensch Lejeune, 1971.
30 Vor allem beider Beziehung zu Robert Musil war der zentrale Verbindungspunkt zwischen Wotruba und Lejeune. Vgl. S.55.
31 Zur Beziehung Wotrubas zu Philipp Etter vgl. auch in: Horst Zimmermann: Die Schweiz und Österreich während der Zwischenkriegszeit, Wiesbaden 1973, S. 408–409.
32 Kontrollblatt für Ausländer-Niedergelassene der Einwohnerkontrolle der Stadt Zug.
33 Typoskript zu einer Biografie von 1929 bis 1940 von Jean Rudolf von Salis, ca. 1947, im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
34 Wotruba und Musil lernten sich bereits 1936 in Wien kennen, vgl. Fritz Wotruba: Erinnerungen an Musil, in: Karl Dinklage (Hg.): Robert Musil. Leben – Werk – Wirkung, Zürich/Leipzig/Wien 1960, S. 400 (Wiederabdruck in: Otto Breicha: Um Wotruba. Schriften zum Werk, Wien 1967, S.30).
35 Vgl. Anm.17.
36 Robert Musil: Tagebücher, Aphorismen, Essays und Reden, Reinbeck bei Hamburg 1955, S. 538 (Wiederabdruck in: Breicha, Um Wotruba, 1967, S.29).
37 Wotruba, Erinnerungen an Musil, 1960, S.400 und 403 (Wiederabdruck in: Breicha, Um Wotruba, 1967, S.30 und 34).
38 Brief Lejeune an Fritz Wotruba, Männedorf 22.12.1960 (Nachlass Wotruba), siehe auch Briefe, Nr. 5.
39 Wotrubas Kopfplastik und die Korrespondenz Lejeunes mit dem Schriftsteller sind wichtige Quellen für die Rezeption der Spätzeit Musils.
40 28.11.–03.12.1960
41 Zum Briefwechsel Wotrubas mit Reinhart siehe im Nachlass Wotruba und in der Stadtbibliothek Winterthur. Reinhart pflegte alle seine Briefe im Doppel zu schreiben, daher sind sie auch in Winterthur erhalten.
Zu Georg Reinhart und seiner Kunstsammlung vgl. die Ausstellung Die Sammlung Georg Reinhart, Kunstmuseum Winterthur, 24.05.–23.08.1998 und den gleichzeitig erscheinenden Katalog zur Ausstellung gleichen Titels.
42 Grosse Stehende («Birnbaumfrau»), 1939; Grosser stehender Jüngling, 1939/1940; Kopf eines Jünglings, 1940/1941; Mädchenkopf, 1941/1942; Stehendes Mädchen, 1942/1943 und die Genfer Venus, 1940.
43 Reinhart beschäftigte sich im Alter selbst mit der Bildhauerei. Freundliche Mitteilung von Franz Müller, 30.01.1998.
44 Der Kontakt wurde bis zum Tod Reinharts 1954 aufrechterhalten.
45 Fritz Hochwälder: Der Ankauf, in: Breicha, Um Wotruba, 1967, S.41.
46 Hochwälder wohnte sogar mehrere Monate im Haushalt der Wotrubas. Vgl. Hochwälder, Der Ankauf, 1967, S.41–45.
47 Zu den Beziehungen Wotrubas zu den Zuger Künstlern vgl. v. a. Josef Brunner: Der Bildhauer Fritz Wotruba in Zug 1938–1945, in: Zuger Neujahrsblatt 1975, S. 47–72.
48 Hotel Löwen, Ausstellung der Freien Zuger Künstler, 15.–23.05.1943; Museum in der Burg, Andermatt, Hotz, Küderli, Potthof, Staub, Thalmann, Wilhelm, Wotruba, 03.–11.11.1944.
49 Vgl. auch Haldemann, S.37, 47.
50 Brief Wotruba an Maria Fein vom 23.02.1946, Abschrift im Nachlass Kamm.
51 Brief Jean Rudolf von Salis an Sibylle Omlin, Zürich 15.04.1992 (Kunsthaus Zug).
52 Autobiografische Notizen des Künstlers von 1958 im Nachlass Wotruba.
53 Meisterwerke aus Österreich. Zeichnungen, Gemälde, Plastik, Ausstellung Kunsthaus Zürich 27.10.1946–02.03.1947 (Katalog), Zürich 1946, S.11. Laut Jean Rudolf von Salis stammte die Idee zur Ausstellung sogar von Wotruba, vgl. Typoskript zum Bericht von Jean Rudolf von Salis an Bundesrat Etter zur Reise von Salis’ nach Wien vom 15.–19.04.1946 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern. Die Gesellschaft organisierte 1946, gemeinsam mit dem Schweizerischen Verlegerverein, unter anderem auch eine schweizerische Bücherausstellung in Wien (ebenda).
54 Typoskript zum Bericht von Jean Rudolf von Salis an Bundesrat Etter zur Reise von Salis’ nach Wien vom 15.–19.04.1946 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
55 Vgl. von Salis, Wiener Sommer 1947, 1962, S.229–262. Es handelt sich hier um das später überarbeitete Tagebuch, das im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern, erhalten ist.
56 Ebenda, S.254.
57 Brief Wotruba an Jean Rudolf von Salis, Wien 23.10.1947 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
58 von Salis, Wiener Sommer 1947, 1962, S.259.
59 Brief Wotruba an Jean Rudolf von Salis, Wien 06.12.1971 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
60 Vgl. Briefe Marian Wotruba an Jean Rudolf von Salis vom November 1949 bis zum ihrem Tod 1951 im Schweizerischen Literaturarchiv (SLA), Bern.
61 Brief Franz Larese an Wotruba, St. Gallen 15.09.1962 (Nachlass Wotruba). Zu den folgenden Ausführungen vgl. Interview der Verf. mit Franz Larese und Jürg Janett, St. Gallen 02.02.1998.
62 Ausstellung Fritz Wotruba, Galerie im Erker St. Gallen, 19.07.– 20.09.1969.
63 Zum Beispiel Eugène Ionesco: Discours d’ouverture du Festival de Salzbourg, St. Gallen 1972.
64 Die Ausstellung fand im Kleintheater im Burgbachkeller statt, da die Zuger Kunstgesellschaft damals noch kein eigenes Haus besass.
> TOP