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Das Patent Neiger für Skihosen
1936 lies der Schneider Alfred Neiger aus Meiringen (BE) ein System patentieren, mit welchem man Skihosen an den Schuhen festmachen konnte. Ursprünglich war es für Knickerbockerhosen gedacht. Die lange, weite Hose konnte somit beispielsweise zum Golfspielen am Knie fixiert werden, wie die Knickerbockerhose normalerweise getragen wurde. Zusätzlich konnte man jedoch das Hosenbein auch herunter lassen, am Schuh fixieren und so Skifahren ohne dass Schnee in die Schuhe gelangt.
Dafür entwickelte Neiger 3 Elemente welche sich unten am Hosenbein befinden:
- hinten, auf der Innenseite befand sich ein Stoffriemchen mit Knopfloch sowie ein Knopf. Das Riemchen konnte durch die Lasche des Schuhs gezogen und zugeknöpft werden.
- vorne, ebenfalls auf der Innenseite fixierte er eine Kordel welche in die Schuhbändelhaken des Schuhs gehängt werden konnte. Später wurde diese Kordel durch einen Haken ersetzt, der in den Schuhbändel selber eingehängt werden konnte.
- auf der Aussenseite befand sich zudem ein Lederriemen sowie eine Schnalle, mit welcher das Hosenbein satt gezogen werden konnte. Die Aussennaht war nicht bis unten zusammengenäht oder hatte einen eingenähten Spickel, wodurch sich beim Zusammenziehen ein Untertritt ergab.
Auch wenn es schon vorher ähnliche System gab, war sein Patent beliebt, da es von aussen nur durch einen Lederriemen zu sehen war und sich gut an den Schuh anpasste. Es bewährte sich und wurde von zahlreichen Schneidern übernommen. Auch als die Knickerbockerhose nicht mehr getragen wurde, wurde sein System für Skihosen gerne verwendet. Der häufigste Stoff dafür das "Bilgeri-Tuch". Dabei handelte es sich um einen robusten Wollstoff der Firma Hefti in Hätzingen, Kanton Glarus. Nicht im Patent vorgesehen, aber für Skihosen oft verwendet sind die kleine Lederbesätze auf der Bein-Innenseite.
1943 erwarb die Armee für Fr 6000.- das Recht, Skihosen nach diesem Patent herstellen zu lassen und erklärte die Skihose mit dem Patent Neiger zur Ordonnanz. So durften es die Uniformschneider für Armee-Hosen verwenden ohne eine Lizenz zu bezahlen. Auch bei Uniformhosen des Frauenhilfsdienstes oder dem Grenzwachtkorps wurde das System übernommen und wurde noch bis ca. in die 1980er Jahr verwendet.