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Um 1780 errichtete der Säckelmeister Hans Jakob Syfrig (1741–1807) an Stelle des Vorgängerbaus ein Wohnhaus, das wegen seines Erscheinungsbildes wohl «Höchhus» genannt wurde. Der Massivbau mit strassenseitigem Treppengiebel ist eine der markantesten Bauten der Platte. Nach Syfrigs Tod erbte sein Schwiegersohn Heinrich Syfrig-Syfrig (1778–1814) von Kilchberg das Anwesen. Am 27. November 1827 veräusserte seine Witwe das «Höchhus» samt Scheune, Trotte mit Trotthaus, einem Wagenschopf und Waschhaus an die Brüder Mathias (1795–1863) und Johannes Kläger (1798–1835), in deren Familienbesitz es bis 1890 blieb. Der Kaufpreis betrug 5300 Gulden. Die Familie Syfrig war wohlhabend, denn in den Grundprotokollen findet sich die Liegenschaft ein erstes Mal im Zusammenhang mit dem Verkauf von 1827. Dies bedeutet, dass weder Hans Jakob noch Heinrich Syfrig ihr Haus als Grundpfand hinterlegen mussten, ein früher gängiges Mittel, um Geld aufzunehmen.
Ab dann war das «Höchhus» eng mit der Kläger‘schen Jacquardweberei verbunden. Zwei Jahre nach dem Kauf nehmen die Brüder als Kaufleute ihre Tätigkeit auf mit einer Handelsfirma für «Spezerei- und Tuchwaren aller Art im Höchhus Thalweil». Offenbar florierte das Geschäft, denn 1837 riss Mathias Kläger das benachbarte Trottgebäude ab und errichtete dort eine Jacquard-Weberei samt Wohnung (Dorfstrasse 13/15). Sein Sohn Ferdinand (*1861) erbte die Liegenschaft. Seine Erben wiederum verkauften das «Höchhus» 1890 an Johannes Steinmann von Langnau. In diese Zeit fiel der prägende Umbau von 1899. Das bis anhin gotisch anmutende Wohnhaus bekam eine dem Zeitgeist entsprechende Umgestaltung mit Neurenaissance-Formen: Eckquadrierungen, verschiedenartige Fensterverdachungen und einen segmentbogenförmigen Abschluss mit integrierter Muschel. Diese Elemente liessen die strassenseitige Treppengiebelfassade als eigentliche Repräsentationsfassade erscheinen. Gleichzeitig wurde der bergseitige Hausteil aufgestockt und mit einer Zinne versehen. 1984/86 und 2011 erfolgten Renovationen und Umbauten.
Das «Höchhus» ist ein seltenes Beispiel einer an Renaissance-Elementen orientierten historisierende Bauweise, ohne dabei das spätgotische Herrenhaus zu verneinen.