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Wir Menschen dringen mehr und mehr in die Natur vor und nehmen den Lebensraum der Wildtiere für uns ein. Während die ursprüngliche Heimat der Tiere zwischen Städten, Strassen und landwirtschaftlichen Flächen immer mehr schwindet, müssen sie weiterhin Nahrung, Wasser, Unterschlüpfe und Orte zur Aufzucht ihrer Jungen finden. Doch der Mensch duldet Wildtiere oft nicht in seiner Nähe, sodass jedes Jahr unzählige Tiere getötet werden. Für einige Menschen gelten Wildtiere als vermeintliches «Ärgernis», als «Plage» oder «Überpopulation», die bejagt oder bekämpft werden muss. So fallen Füchse, Gänse, Waschbären, Mäuse, Ratten, Wildschweine, Kaninchen, Wespen, Tauben und zahlreiche weitere Wildtierarten der Intoleranz oder Unkenntnis der Menschen zum Opfer, obwohl sie einfach nur in Frieden leben wollen.
Hobbyjäger fangen und töten Wildtiere als Freizeitbeschäftigung sowohl in Wäldern und Wiesen als auch in Städten. Junge Rehkitze, die von ihren Müttern auf Feldern versteckt werden, werden häufig aus Nachlässigkeit und Profitgier der Landwirte von Mähdreschern überfahren und verstümmelt. Vögel werden in Netzen gefangen, Igel fallen in Gärten Mährobotern zum Opfer, Mäuse und Ratten werden in Fallen vergiftet.
Wir von PETA setzen uns für den Schutz aller Tiere ein und propagieren eine friedliche Koexistenz mit Wildtieren. Wir geben Menschen Tipps zum respektvollen Umgang mit Wildtieren, klären die Öffentlichkeit über die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Jagd und des Angelns auf und informieren Hausbesitzer und Unternehmen über tierfreundliche Methoden für die Umsiedelung oder tierfreundliche Vergrämung von Mäusen, Ratten und anderen Wildtieren.
Jagd
In der Schweiz werden jährlich mehr als 70.000 Huftiere wie z. B. Rehe, knapp 30.000 Beutegreifer wie z. B. Füchse und tausende andere Tiere wie Murmeltiere oder Feldhasen von Jägern getötet. Selbst geschützte Arten wie der Steinbock werden bejagt. [1] Als Hauptgrund für die Tötungen wird meist das Eingrenzen von Wildschäden vorgeschoben. Diese sind jedoch ein menschengemachtes Problem, denn in einem natürlichen Wald gibt es keine «Schäden» durch Wildtiere. Wenn in der Forst- und Landwirtschaft jedoch die Profitmaximierung im Vordergrund steht, werden Wildtiere häufig zu Schädlingen degradiert und aus rein wirtschaftlichem Interesse getötet.
Eine weitere Argumentation der Jagd ist die angebliche Regulierung der Tierbestände. Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass es keine ökologische Notwendigkeit für die Jagd gibt. Wildtierpopulationen regulieren sich durch Umwelteinflüsse wie Nahrungsverfügbarkeit, Krankheiten oder Witterung sowie durch die Sozialstruktur der Tiere. [2, 3] Gebiete wie der Kanton Genf, in dem die Hobbyjagd seit 1974 verboten ist, zeigen eindrucksvoll, wie sich die Natur in erster Linie selbst reguliert.
Die Jagd ist sogar kontraproduktiv: So tritt bei weiblichen Wildschweinen in Jagdgebieten die Geschlechtsreife viel früher ein, sodass die Geburtenrate steigt. [4] Auch verbreiten sich Krankheiten durch die Jagd vermehrt, wenn Tiere bei Treibjagden aus ihrem angestammten Revier in andere Gebiete flüchten. Durch die intensive Bejagung von Beutegreifern wie Füchsen oder Mardern fehlen die natürlichen Gegenspieler der Mäuse, die auf landwirtschaftlichen Flächen meist mit Gift bekämpft werden.
Bei der Jagd handelt es sich in der Regel nur um ein blutiges Hobby. Der Artenschutz ist lediglich ein vorgeschobener Grund, denn Hobbyjägern geht es um die reine Lust am Töten. Füchse und andere Beutegreifer dienen als lebendige Zielscheibe. Viele Tiere sterben dabei nicht sofort, sondern werden nur angeschossen oder in Fallen schwer verletzt. Ihr Todeskampf ist oft voller Schmerz und Qual und dauert nicht selten mehrere Tage an. Auch Katzen und Hunde werden von Jägern erschossen; zudem kommt es immer wieder zu schweren Jagdunfällen, bei denen Menschen verletzt und sogar getötet werden. [5]
Angeln
Wie wir Menschen sind auch Fische fühlende Wirbeltiere und empfinden Schmerzen, Angst und Stress. [6, 7, 8] Dennoch werden jedes Jahr unzählige Fische von rund 150.000 Schweizer Anglern getötet. [9] An der Angel erleiden die Fische einen qualvollen Todeskampf, wenn man ihnen einen Haken durch den Mund bohrt und sie aus dem Wasser an Land zieht, wo sie nicht mehr atmen können.
Obwohl das Schweizer Tierschutzgesetz es verbietet, werden häufig Wettangelveranstaltungen durchgeführt, bei denen die Fische nach dem Fangen wieder freigelassen werden. Bei diesem sogenannten Catch and Release kommen die Fische nicht nur zu Schaden, viele sterben daran sogar. [10] Die Tiere erliegen oft ihren Verletzungen, werden zur leichten Beute für Raubfische oder sterben aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Land und Wasser.
WAS SIE TUN KÖNNEN
- Essen Sie kein Wild- oder Fischfleisch. Es gibt unzählige leckere Gerichte, für die kein Tier sterben musste. Zudem erhalten Sie durch eine vegane Ernährung den Lebensraum der Wildtiere.
- Entscheiden Sie sich für eine Freizeitbeschäftigung, bei der keine Tiere getötet werden. Wer gerne in der Natur unterwegs ist, kann beispielsweise wandern, campen, Vögel beobachten oder sich in einer Naturschutzorganisation betätigen – die Möglichkeiten sind vielfältig.
- Machen Sie Ihren Garten zu einer Oase und einem Lebensraum für Wildtiere wie Füchse, Marder, Waschbären, Igel, Mäuse u.v.m. Installieren Sie eine Wildlife Cam und lernen Sie Ihre tierischen Nachbarn aus nächster Nähe kennen und lieben.
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QUELLEN
[1] Bundesamt für Umwelt: Jagdstatistik Wildtiere, www.wildtier.ch, zuletzt eingesehen am 24.02.2020
[2] Reichholf J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen, TV- Beitrag SWR BW, https://youtu.be/-Ls-m1kDwVY, zuletzt eingesehen am 24.02.2020
[3] Niekisch M. in Lill T. (2012): Deutschlands Jagd-Lobby setzt sich schleichend durch, Zeit online 2012/08, https://www.zeit.de/wissen/2012-08/wildtiere-jagd-umweltschutz, zuletzt eingesehen am 24.02.2020
[4] Servanty S., Gaillard J., Toigo C., Brandt S. & Baubet E. (2009): Pulsed resources and climate‐induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of animal ecology, 78.6, S. 1278-1290
[5] Beratungsstelle für Unfallverhütung: Erhebung 2019, Tödliche Sportunfälle 2000 – 2018, https://wildbeimwild.com/wp-content/uploads/2019/11/Erhebung-Jagdunf%C3%A4lle.pdf, zuletzt eingesehen am 24.02.2020
[6] Lynne U. Sneddon (2003): The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic, Applied Animal Behaviour Science 83, S.153 -162
[7] Lynne U. Sneddon (2011): Pain perception in fish. Evidence and implications for the use of fish, Journal of Consciousness Studies, 18, No. 9-10, S. 209 – 229
[8] Victoria A. Braithwaite (2010): Do Fish Feel Pain?, Oxford University Press, Oxford, United Kingdom
[9] Blick (03.11.2018): Die Jungen hängen an der Angel! https://www.blick.ch/news/schweiz/fischen-so-beliebt-wie-nie-die-jungen-haengen-an-der-angel-id9063591.html, zuletzt eingesehen am 24.02.2020
[10] Shawn P. Sitar, Travis O. Brenden, Ji X. He & James E. Johnson: Recreational Postrelease Mortality of Lake Trout in Lakes Superior and Huron, https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02755947.2017.1327903, zuletzt eingesehen am 24.02.2020