Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03282.jsonl.gz/304

Lawrence Lee im Kunstmuseum Olten 2009
Ein Atemzug für eine Zeichnung
www.annelisezwez.ch Annelise Zwez in Aargauer Zeitung vom 17. Juli 2009 (Text im Text parallel zu Vreny Brand-Peier)
Lawrence Lees Präsentation der zweiten nach 1988 ist geprägt von An- und Abwesenheit.
Zentral ist eine Installation: Nase- und Mundpartie (des Künstlers?) in Gips, goldbemalt, an einer weissen Wand. Atemzüge sind hörbar, sonst nichts. Der Atem ist die Differenz zwischen Leben und Tod, sagt Lee.
Vis-à-vis hängt eine kleine, farbige Kugelschreiberzeichnung: Hirnströme einer Welt-Kopf-Landkarte. Die Zeichnungen, die er zeigen wollte, nahm er wieder nach Aarau heim. Sie sind im Buch: In Windeseile Verdichtetes, als stünde immer nur ein einziger Atemzug für eine Zeichnung zur Verfügung; ein Buddha, ein flehendes Kind, ein Stern-Schuh, eine Göttin, ein Mann, Sokrates, Klee, Appollinaire.
Dann, nach einem Raum mit einer zeichnerisch-musikalischen Kollaboration mit dem Komponisten Alfred Zimmerlin, die Kehrtwende: Ein lachender Lee an einem Fest (Fotografie) und ein Kind, das sich und den Künstler lustvoll malend maskiert und daraufhin Lee selbst in einem anthropologischen Museum zeigt, wie er sich im Evolutionsdialog humorvoll mit seinen Ur-, Urahnen vergleicht; The DNA-Mask heisst das kurze Video von 2009.