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Roaring Twenties Schuhe - Spectator
Oft werden wir nach zwei farbigen Herrenschuhen aus den 20er und 30er Jahren angefragt.
Natürlich für uns ein Grund etwas über Spectator oder auch Two Tone Shoes genannten Tretter zu schreiben.
Spectator Shoes nennt man alle Schuhe, die über zwei unterschiedlichen Farben verfügen. Dabei spielt es aber keine Rolle ob es dabei um einen Oxford, Loafer, Broque oder Derby handelt. Ich kann mich noch gut daran erinnern als ich als 20. jähriger schwarz-weisse Doc Martens getragen habe. Auch jenes Modell gehört in die selbe Bezeichnungsgruppe, was uns zu den Farben dieser Schuhe bringt.
Spectator in braun weiss. In diesem Fall ein Broque Schuhe. Typisch für sommerliche Anzüge und Veranstaltungen.
Auch wenn die typischen und beliebtesten Farben des Spectator Schuhes schwarz-weiss und braun weiss sind und die Schuhe dann auch komplett aus Leder bestehen, ist das nicht ein Muss. Der Spectator Schuhe kann und soll alle Arten und Variationen von Farben und Materialen beinhalten. So bekommt man den Spectator neben Leder auch mit Einsätzen aus Velour und Stoff. Man(n) Trägt was einem gefällt und zu einem passt.
Woher stammt jedoch der Urpsung dieser mehrfarbigen Schuhe?
Es gibt unterschiedliche Quelle und Angaben zum ersten Spectator Shoe. Am wahrscheinlichsten zählt John Lobb, ein berühmter britischer Schumacher zum Erfinder dieser zweifarbigen Schuhe. Er soll 1868 einen Cricketschuhe entworfen haben, der an jenen Stellen schwarz gefärbtes Leder einsetzte, an denen der ansonsten weisse Cricketschuhe am schnellsten schmutzig wurde. Andere Quelle glauben, dass Gamaschen und Spats als Vorläufer der Spectator seien. Jedoch bedecken Gamaschen und Spats nur die Oberseite der Schuhe und Stiefel. Die typische Farbgebung wurde somit nicht hergestellt.
Originale zweifarbige Schuhe von 1924.
Die meisten heute auch dem Markt erhältlichen Spectators sind Vintage-Versionen. Jene mit perforiertem Leder sollen zudem für erhöhte Atmungsaktivität beitragen.
In den Britischen Kolonien wurden die Spectator hauptsächlich mit braunem Leder und weissen Canvasstoff getragen. In den 20er und 30er Jahren wurden Spectators oder Schuhe mit Gamaschen meist von Musikern und Gangstern getragen. Damit wurden sie zum Synonym für den Jazz und die Roaring Twenties (goldenen 20er Jahre). Man sagte dem schwarz-weissen Schuhen in den USA auch einen ideologischen Hintergrund nach, als dann nach den Musikern auch immer mehr Schauspieler die Schuhe anfingen zu tragen.
Roaring 20s Damenschuhe in gold schwarz.
Im Gegensatz zu den USA wurde der Spectator in England bis in die 30er Jahre vom Gentleman nicht getragen. Der Grund dafür lag bei den sogenannten "lounge lizards", also Männern die hauptsächlich in Clubs und Lounges verkehrten einen eher zwiespältigen Ruf genossen. Sie trugen mehrheitlich Spectator. Erst als der Herzog von Windsor in den 30er Jahren anfing ebenfalls Spectator zu tragen, wandelte sich das Bild und sie wurden Salonfähig.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges endete abrupt die Popularität des Spectators. Er sollte nie wieder jene gleiche Popularität erlangen. Zumindest nicht als Herrenschuh. Als Damenschuhe blieb er weiterhin Mode. Erst in den 1980er Jahre kehrte er als Herrenschuh kurzerhand aus der Versenkung zurück, als Michael Jackson im Musikvideo zu "Billie Jean" zweifarbige Schuhe trug. Auf die Mode der eleganten Schuhe hatte er jedoch keinen Einfluss.
Damenschuhe mit typischem Muster aus den 40er, resp. 50er Jahren.
Heute tragen wir den Spectator oder auch Two Tone Shoes in schwarz weiss oder braun weiss hauptsächlich noch an Swing oder Roaring Tweenties Parties. In anderen Farben und Materialien kehrt er aber mehr und mehr zurück. Jedoch mehr als Alltagsschuh als für formelle Anlässe.
Das der Spectator heute wieder etwas mehr Beachtung findet, dürfte unter anderem auch am Film "The Great Gatsby" liegen, in welchem Leonardo DiCaprio solche Schuhe trägt.