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Die Bundesanwaltschaft (BA) hat beim Bundesstrafgericht Anklage gegen Gulnara Karimowa erhoben. Sie wirft der Tochter des usbekischen Ex-Präsidenten und einem weiteren Beschuldigten die Beteiligung an einer kriminellen Organisation namens «Office» vor.
Laut Anklageschrift sollen Karimowa und der ehemalige Geschäftsführer eines russischen Telekommunikationsunternehmens in Usbekistan an der kriminellen Vereinigung beteiligt gewesen sein. Die Taten erstreckten sich über einen Zeitraum von 2005 bis 2013. Der 51-Jährigen werden zudem Geldwäscherei, Bestechung ausländischer Amtsträger und Urkundenfälschung vorgeworfen.
Zentrale Drehscheibe des "Office" soll die Schweizer Firma Zeromax gewesen sein, die 2010 zusammenbrach und damit den zweitgrössten Konkurs in der Geschichte der Schweiz auslöste.
Im Jahr 2021 wurde bekannt, dass die Gläubiger des Unternehmens die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY verklagt hatten, die jahrelang die Bücher von Zeromax testiert hatte. Millionenbeträge wurden für Schmuck, luxuriöse medizinische Behandlungen und Immobilien ausgegeben, die offensichtlich nichts mit den offiziellen Aktivitäten der Rohstoff- und Bauholding in Usbekistan zu tun hatten.
«Prinzessin von Usbekistan»
In der Anklageschrift vom Donnerstag gegen Karimowa, die wegen ihres verschwenderischen Lebensstils auch «Prinzessin von Usbekistan» genannt wurde, wird zudem darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang mit dem Fall eine Strafuntersuchung gegen die Genfer Privatbank Lombard Odier läuft.
Karimowa hatte in Schliessfächern der Genfer Privatbank Diamanten und andere Edelsteine im Wert von mehreren Millionen Franken gelagert. Mehr als 400 Millionen Franken Bargeld sind bei der Bank auf Konten eingefroren, die auf den Namen Karimowas lauten.
Gegen die Bank wird «wegen des Verdachts der Verletzung der Sorgfaltspflicht bei Finanzgeschäften und der schweren Geldwäscherei» ermittelt, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Ein Banksprecher schreibt in einer Stellungnahme: «Wir kommentieren keine laufenden Ermittlungen.»
Grégoire Mangeat, der Genfer Anwalt Karimovas, erklärte, Karimova «bestreite alle Vorwürfe und werde für ihren Freispruch kämpfen». Die Theorie der kriminellen Organisation sei von der Bundesanwaltschaft erst vor einem Jahr aus dem Hut gezaubert worden, zehn Jahre nach Beginn der Ermittlungen.