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Louis P. Martini
1894 reiste Agostino Martini von Pietra in Ligurien nach San Francisco aus. 1899 sollte ihm seine Frau und sein Sohn Louis M. folgen. Da die Mutter einen Todesfall in der Familie zu beklagen hatte, reiste der 12-jährige Louis alleine mit dem Schiff nach New York und von dort mit der Eisenbahn durch die USA nach San Francisco zu seinem Vater. Wie abgemacht, trafen sie sich im Ristorante Fior d’Italia.
Vater Agostino war im Fischhandel tätig und Louis half ihm dabei tatkräftig. Denn, so schnell er die Schule anfing, so hörte er sie auch wieder auf. Er lernte zu Hause die neue Sprache und hat viel gelesen. Sein Vater reiste 1904 nach Italien zurück um die Familie zu besuchen. Der 17 Jahre junge Louis führte nun das Fischgeschäft mit 3 Angestellten alleine weiter. Als sein Vater im Jahr darauf nach San Francisco zurückkehrte, hatte Louis das Geschäftsvolumen verdoppelt.
Der junge Louis kehrte zurück nach Italien, um ein Weinstudium zu besuchen, seinem Vater machte er vor, er wolle die Familie besuchen. In Alba besuchte er Kurse und
als Louis sicher war, dass er jetzt Wein bereiten könne, kehrte er zurück zu seinem Vater.
Vater und Sohn kelterten im selben Jahr ihren ersten Wein aus gekauften Trauben. Im Jahre 1911 pachteten die beiden ein Weingut in Pleasanton im Alameda County, südöstlich von San Francisco. Sie konnten die Gallone Wein zwar für 6 Cents verkaufen, doch richtig lohnen würde sich das ja überhaupt nicht - darin war man sich einig! In dieser Zeit war es harte Arbeit einen Verdienst zu finden. Louis arbeitete als Maccaroni Verkäufer, half beim Fischhandel, verkaufte Obst und ein wenig Wein. 1921 war es dann soweit. Louis konnte ein bankrottes Weingut übernehmen und gründete die L.M. Martini Grape Products Company.
Da bereits die Prohibition in vollem Gange war, produzierte er Traubensaft für den Genuss zu Hause und stellte auch das beliebte Traubenkonzentrat her, das man zuhause nur mit Wasser anrühren und vergären lassen konnte. Zudem war er mit einem Rabbiner befreundet für dessen Gemeinde er koscheren Wein keltern und liefern konnte und auch die Christlichen Kirchen waren froh, dass Messwein aus der Region bezogen werden konnte. Louis M. Martini war aber überzeugt davon, dass die Zukunft der Weinwirtschaft im Napa Valley zu finden sei. So kaufte er am 14. Juni 1933 ein grosses Stück Land in St. Helena im Napa Valley. Am 1. Januar 1934 war die Prohibition in Kalifornien Geschichte. Noch im selben Jahr wurde die Winery fertiggestellt und die ersten Trauben gepresst. Der Spuk der Prohibition war vorüber und warum sollte das Napa Valley nicht wieder aufblühen?
Sein Weingut war rentabel und bereits 1938 erwarb Louis M. Martini zusätzlich noch die Goldstein Ranch an der Westflanke der Mayacamas Mountains im benachbarten
Sonoma Valley und benannte das 250 ha Anwesen umgehend Monte Rosso Estate.
1951 übernahm Sohn Louis P. Martini die Weingüter und war auch für das Keltern der Weine verantwortlich. Louis P. Investierte in neue Gerätschaften und bessere Fässer, auch wurden die Erntemengen passend reduziert.
Durch all die getroffenen Massnahmen konnte die Qualität markant gesteigert werden, und schon bald waren die Martini Weine gesuchte Tropfen. In den 50er und 60er
Jahren
waren die Weine von der Louis P. Winery mit zuoberst auf der Begehrlichkeitsskala.
Auch war es Louis P., der als Erster im Carneros District auf seinen 100 ha Land Pinot Noir Reben anpflanzte und damit grossen Erfolg hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt war man hinlänglich der Meinung, dass das Carneros Gebiet nur als grosse Schafweide genützt werden könne.
Die Mexikaner hatten diesem Gebiet, das am südlichen Ende vom Napa Valley liegt und an die San Pablo Bay angrenzt den Namen Carneros gegeben. Carneros heisst zu Deutsch „Widder“ oder halt „Schoofbock“.
Das Miteinander und der Austausch untereinander war ein grosses Anliegen von Louis P. und so organisierte er schon sehr früh regelmässige Winzer Zusammenkünfte, bei denen man sich austauschen konnte. Louis P. war auch federführend bei der Gründung des California Wine Institutes, der grössten Winzer Vereinigung in Kalifornien. Joe Heitz meinte einmal, Louis P. Martini sei der Friedensstifter und Vermittler innerhalb des Napa Valley Winzer Zirkels und Louis P. sei auch das Öl im Getriebe! Anfang der 80er Jahre übergab Louis P. die Geschäfte seinem Sohn Mike.
Louis P. Verstarb 1998 und wurde 2008 in die Vintners Hall of Fame aufgenommen.
Im 2002 wurde die Louis M. Martini Winery an den Gallo Konzern verkauft.