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Basel, um 1493
Silber vergoldet, graviert, trembliert, gegossen
H. 26,8 cm
Inv. 1909.475.
Altarkreuze, Reliquienkreuze und Vortragekreuze aus Metall waren als Symbole des Erlösertodes Christi im Mittelalter sehr verbreitet. Das vorstehende Objekt dürfte für eine Aufstellung auf dem Altar geschaffen worden sein. Der etwas querformatige Sechspassfuss auf hoher Zarge mündet in steiler Trompe im kurzen Sechseckschaft mit dem gedrückten Kugelknauf. Darauf sitzt das eigentliche Kreuz mit dem Kruzifixus in qualitätvoller Treibarbeit.
Wie beim Hallwyl Reliquiar ist auch an diesem Gekreuzigten die Seitenwunde mit einem blutroten Rubin Cabochon ausgelegt. Aus formaler Sicht besonders eindrücklich ist die Wirkung, welche der Goldschmied mit seiner einfachen Stichelgravur erreicht. Die Vorderseite der Kreuzbalken ziert ein masswerkartiges Flechtmotiv auf gemasertem Untergrund, während die vier Kleeblattenden figürliche Motive zeigen nämlich die vier Evangelistensymbole, welche in enger Anlehnung an den sogenannten Patenenstich von 1466 des Meisters E.S. entstanden sind. Die Rückseite ist von einer Blattranke mit vereinzelten Blüten belegt und mit dem Bild der Madonna mit Kind oben abgeschlossen.