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Nach dem Nein zum Gripen-Fonds-Gesetz ist erst mal klar: Vorläufig gibt es keine neuen Kampfflugzeuge. Wie das Nein zu interpretieren ist, darüber wird wohl erst die VOX-Analyse etwas Klarheit bringen. Es wird einige gegeben haben, die der Armee grundsätzlich überhaupt nichts geben wollen. Einige werden Nein gesagt haben, weil sie der Überzeugung sind, dass der Gripen das falsche Flugzeug ist. Und womöglich die grösste Gruppierung lehnte das Fonds-Gesetz ab, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt schlicht keinen Grund sahen, Kampfflugzeuge zu kaufen.
Ersatz für F/A 18
Während wir beim Gripen-Geschäft vom Ersatz der definitiv altersschwachen Schönwetter-Flugzeuge Tiger sprachen, der übrigens seit 1987 nicht mehr produziert wird, werden wir schon in ein paar Jahren über den Ersatz der bestehenden 32 F/A 18 sprechen müssen. Denn nach dem Debakel im Zusammenhang mit der «Bürozeiten-Luftwaffe» wird ja nun gefordert, man müsse 24 Stunden, sieben Tage die Woche einsatzbereit sein. Damit das umgesetzt werden kann, werden die Hornets mehr Flugstunden absolvieren müssen, als geplant. Dies wiederum bedeutet, dass sich die Lebensdauer der Jets verkürzt. Das VBS rechnet mit dem Ende der Einsatzfähigkeit um das Jahr 2025. Zieht man die Dauer für die gesamte Evaluation ab, dürfte man bereits nächstes Jahr damit beginnen müssen.
Aufgrund des Abstimmungsergebnisses vom 18. Mai 2014 müsste der Ersatz der F/A-18-Flotte dem obligatorischen Referendum unterstellt und dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden.
Gesamtschau
Quer durch die Parteien scheint man sich zumindest heute aber einig, dass, bevor ernsthaft über einen Ersatz nachgedacht wird, eine Gesamtschau über die Luftwaffe gemacht wird. Grundsätzlich ist das sinnvoll, genügt aber nicht. Es reicht nicht, die Luftwaffe alleine zu betrachten. Es muss eine Gesamtschau für die gesamte Armee gemacht werden. Es muss definiert werden, was die Armee für Kompetenzen zu beherrschen hat. Konkret: Der Auftrag der Armee muss diskutiert, bestätigt oder angepasst werden. Erst dann kann man darüber befinden, welche Ressourcen in welchem Ausmass notwendig sind, um diesen Auftrag zu erfüllen. Eine Forderung übrigens, die ich schon seit Jahren stelle.