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Zitate: Lernen und Entwicklung
«Die ganze Entwicklung der Verhaltens- und Wissensbasis eines Menschen erscheint als ein riesiger Aufbauvorgang mit eingeschalteten Phasen der Differenzierung. Verknüpfung und Objektivierung sind die wichtigsten Prozesse: Die Verknüpfung schafft immer komplexere Strukturen, die Objektivierung verdichtet sie immer wieder zu Elementen und stellt sie zum Einbau in umfassendere Zusammenhänge bereit» (1978a, 622).
«Der gesamte Lernprozess des kognitiven Lernens und der kognitiven Entwicklung ist daher als ständige Wiederholung des Prozesses der Verknüpfung und der Konsolidierung, sodann der erneuten Verknüpfung und Konsolidierung zu verstehen. Auf diese Weise entstehen begriffliche und operative 'Hierarchien'» (1970e, 253).
«Der denkende und lernende Mensch ist kein Robinson, er ist auch kein Max WEBERscher Protestant, der sich in Einsamkeit über seine Bewährung vor Gott (...) befragt. Er kann auf die Hilfe der Menschen zählen, die mehr wissen als er. Ich habe in meiner protestantisch-aufklärerisch-liberalen Vergangenheit so viel einsames Suchen und Arbeiten gesehen, dass mir die Einsicht in das mittelalterlich-katholische Denken und Philosophieren und die in diesem lebendige Idee der Angewiesenheit des Menschen auf Stützung und Hilfe, und die Idee einer Autorität, die willens und fähig ist, Halt und Hilfe zu vermitteln, eines Tages als notwendiges Korrelat zum ROUSSEAUschen Selberdenken, Selbersuchen und Selbererfinden erschienen ist» (1981a, 372).
«Wir deuten Entwicklungen als die Summe der Lernprozesse des Kindes, und wir behaupten, dass von seiner sozialen Umwelt, insbesondere der Familie, aber auch von der Schule wichtige Anstösse zur Entwicklung ausgehen. Erziehungspersonen verfügen über Techniken, die im Kind Lernprozesse auslösen, die sich aufgrund seiner spontanen Aktivitäten nie ereignen würden. Wichtige Mechanismen in dieser bewussten Lenkung des kindlichen Lernens besteht im Angebot strukturierter Verhaltensvorbilder, die das Kind aufgrund seines Tätigkeitsdranges nachahmt» (1983a, 391).
«Jeder geistige Akt baut sich progressiv auf, ausgehend von früheren und einfacheren Reaktionsweisen, Jede Operation hat ihre Geschichte. Bei der Entwicklung des kindlichen Denkens kann man beobachten, wie sich die Operationen, ausgehend von einfachen Handlungsschemata, mehr und mehr differenzieren, um immer komplexere und beweglichere Systeme herauszubilden, die schliesslich fähig sind, das ganze Universum zu deuten. Die Aufgabe des Lehrers besteht folglich darin, für ein Kind psychologische Situationen zu schaffen, in denen es die Operationen aufbauen kann, die es sich aneignen soll. Der Lehrer muss die früheren Schemata aufgreifen, über die das Kind bereits verfügt, und von diesen aus die neue Operation entwickeln. Er muss das dieser geistigen Aktivität angepasste Material liefern und darüber wachen, dass die neue Operation in der erstrebten Richtung gesucht wird» (1951 / 19766, 88).
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