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La Mif
Regie: Fred Baillif
Darst.: Claudia Grob, Anaïs Uldry, Kassia Da Costa, Joyce Esther Ndayisenga, Charlie Areddy, Sara Tulu, Isabelle De Abreu Cannavo, Amélie Tonsi u.a.
In einem Genfer Heim für Jugendliche aus schwierigen familiären Verhältnissen leben sieben Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Die meisten von ihnen haben traumatische Erfahrungen von Gewalt, Vernachlässigung oder sexuellem Missbrauch gemacht. In der Obhut von Heimleiterin Lora erhalten sie ein neues Zuhause, wachsen trotz unterschiedlichster Temperamente als Familie – La Mif – zusammen und kämpfen für eine bessere Zukunft. Der 48-jährige Genfer Fred Baillif, ursprünglich Profi-Basketballer, arbeitet seit vielen Jahren als Sozialarbeiter. Der filmische Autodidakt dreht seit zwanzig Jahren Filme, seine Werkliste umfasst mehrere Kurzfilme und sechs lange Dokumentarfilme – darunter «Geisendorf», 2006 als bester Schweizer Film am Festival Visions du Réel ausgezeichnet, – und den Spielfilm «Tapis rouge» (2014). «La Mif» ist sein zweiter Langspielfilm; den Plot hat er zusammen mit den jugendlichen Laiendarstellerinnen, die Heimerfahrung haben, entwickelt. Für die Rolle der Lora konnte Baillif die Heimleiterin Claudia Grob gewinnen; bei ihr hatte er vor zwanzig Jahren während seiner Ausbildung als Praktikant gearbeitet. Seit seiner Weltpremiere an der Online-Berlinale 2021, wo «La Mif» den grossen Preis im Wettbewerb Generation 14plus gewann, erhielt der Film so viele weitere Preise wie seit Langem keine andere einheimische Produktion: An den Festivals von Namur und Valladolid wurde er mit zwei, respektive drei Hauptpreisen ausgezeichnet, am Zurich Film Festival gewann er das Goldene Auge des Focus Wettbewerbs und den Preis der Ökumenischen Jury. Bei den Nominationen zum Schweizer Filmpreis Quartz, der am 25. März verliehen wird, erhielt «La Mif» neben seiner Nomination als bester Spielfilm noch vier weitere für Drehbuch, Montage, Darstellerin und Nebenrolle. Marco Albini schreibt auf outnow.ch: «Das Sozialdrama verwischt die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion komplett. Nichts wirkt gespielt oder geschrieben. Diese Authentizität ist fesselnd, und die Energie, welche die jungen Darstellerinnen an den Tag legen, ist ansteckend. Trotz unglaublich schwieriger Themen und der echten Schicksale, die porträtiert werden, ist ‹La Mif› auch ein lebensbejahender Film.»
Die Vorstellung am 7. April findet in Anwesenheit der Protagonistinnen Claudia Grob, die soeben als beste Schauspielerin mit dem Schweizer Filmpreis ausgezeichnet wurde, und Isabel De Abreu Cannavo statt. Das Gespräch führt Kulturvermittlerin Isabelle Chappuis.