Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03153.jsonl.gz/1937

1516 in Basel erw., um 1540 noch in Frankreich belegt, vermutlich aus Frankreich (der walch Formenschnider). F., der sich 1516-25 in Basel aufhielt, schuf für diverse Druckereien Metallschnitte, die er häufig mit seinen Initialen kennzeichnete. Briefe von 1515 und 1520 zeigen eine Verbindung zur Offizin von Johannes Froben. F. fertigte in dieser frühen Phase Metallschnitte nach Vorlagen versch. Künstler an. So stammen wahrscheinlich drei Zierleisten von 1517 mit Virginia, Cloelia und Coriolanus nach Zeichnungen Hans Holbeins des Jüngeren von ihm. 1519 schnitt F. etliche künstlerisch eher unbedeutende Zierleisten nach Vorlagen des Basler Meisters Hans Franck und gestaltete eine Geburt Christi nach dem Vorbild von Urs Graf. 1520-25 arbeitete F. beinahe ausschliesslich nach Vorlagen von Hans Holbein. Die Verbindung zur Druckerei Frobens löste sich in diesen Jahren; so arbeitete er für den "Hortulus Animae" (1522) z.B. in der Offizin von Thomas Wolff. Dabei zeigte er sich eher als reproduzierender denn als selbstschaffender Künstler. Er verband seine Geschäfte mit dem Anliegen, Korrespondenzen reformatorisch gesinnter Männer in Basel und Frankreich zu vermitteln. So schrieb Johannes Oekolampad 1524 an Maurus Musaeus (Antoine Morelet de Museau, Sekretär von Kg. Franz I.), dass er von F. aus Paris Nachrichten über ihn erhalten habe, und F. berichtete Erasmus von Rotterdam von den gegen ihn gerichteten Schriften Guillaume Farels. In Paris tauchten ab 1538 Schnitte mit F.s Monogramm in Drucken auf, die sich meist auf Vorlagen des Meisters P.R. von Paris stützen. Auch in Lyon sind aus den 1540er Jahren Schnitte bekannt, die evtl. von F. stammen.
Literatur
– U. Thieme, F. Becker, Allg. Lex. der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart 11, 1915
Autorin/Autor: Markus Hoch