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Autor: Anton jungo
Dem Schiesssportverband des Sensebezirks (SVS) gehören heute 27 Sektionen an, die in verschiedenen Bereichen des Schiesssports tätig sind. Präsidiert wird der Verband seit 2007 von Otto Binz aus St. Antoni, der in Schützenkreisen «Schützenpapa» genannt wird. In einem Gespräch mit den FN schaut er optimistisch in die Zukunft des Schiesswesens im Sensebezirk.
Was waren die Motive für die Verbands-Gründung am 4. Mai 1909 in Tafers ?
1905 erliess der Kanton Freiburg Anweisungen, um den Gebrauch der Gewehre in den Freiburger Schiessständen zu fördern. Der Bundesrat seinerseits beschloss, dass sich der Bund ab dem 1. Januar 1908 aktiv am vorbereiten-den Schiessunterricht in den Schützengesellschaften beteiligen werde. Er stellte auch die Waffen sowie die Munition für diese Ausbildung zur Verfügung.
Im Sensebezirk haben verschiedene Sektionen schon 100 Jahre vorher den Schiesssport ausgeübt. Die Treffsicherheit lag aber bei nur ca. 15 Prozent der abgegebenen Schüsse.
Am 14. Juni 1908 wurde eine Kommission eingesetzt, die den Auftrag hatte, Statuten für die Gründung eines Bezirksverbandes zu erarbeiten. Am 4. Mai 1909 schliesslich konnte Hauptmann Joseph Poffet, Präsident der Statuten- Kommission, im Hotel Taverna in Tafers an die 24 Delegierten aus neun Gesellschaften die Frage richten: «Wollen wir einen Bezirksverband oder nicht?» Mit Begeisterung wurde der Gründung des «Schützenverbands des Sensebezirks» zugestimmt. Im Jahre 1911 waren bereits elf Gesellschaften dem neuen Verband beigetreten.
Welche Ziele verfolgte der Verband?
Das Hauptziel war, die regionalen Schützenfeste zu organisieren. Ab 1915 werden auch Jungschützenkurse durchgeführt. Am Sektionswettschiessen von 1916 in Schmitten fehlte das ganze Oberland. Eine wichtige Aufgabe des Verbandes war demnach auch, Zwistigkeiten unter den Gesellschaften des Oberen, Mittleren und Unteren Sensebezirks zu besprechen und zu schlichten.
Heute gehören dem SVS alle Sensler Schützen an. Das war nicht immer so. Wie kam es zu dieser Vereinigung?
An der Delegiertenversammlung vom 4. März 2005 in Plasselb wurde der Zusammenschluss der Sensler Matcheur-Vereinigung mit dem damaligen Schützenverband des Sensebezirks, dem die Ortssektionen angehörten, beschlossen. Die Statuten wurden entsprechend geändert, und der Verband wurde in «Schiesssportverband des Sensebezirks» umbenannt.
Was hat der Zusammenschluss gebracht?
Unser Ziel ist die gegenseitige Nutzung von Erfahrung und Schiesstechnik. Gemeinsame Benützung der Schiesszeiten in den entsprechenden Schiessanlagen.
Die unterschiedlichen Bedürfnisse der Sektionen an den Bezirksverband verlangen vom Spitzensport wie vom Breitensport Toleranz, Respekt und Anerkennung der grundverschiedenen Voraussetzungen für die Ausübung der einzelnen Sportarten.
Durch eine zielgerichtete, offene Verbandsführung werden die Vorschläge und Änderungen besprochen und die Dienstleistungen des Verbandes entsprechend koordiniert.
Wie viele Schützen vertritt der SVS und in welchen Kategorien (Schiessarten)?
Der SVS vereinigt heute 27 Sektionen. 14 300-m-Sektionen, in welchen vor einem Jahr 1882 Schützen das Obligatorische geschossen und 1973 am Feldschiessen teilgenommen haben. Dazu kommen fünf Pistolen-Sektionen, bei welchen 263 das Obligatorische und 350 das Feldschiessen geschossen haben. Die total 2323 Teilnehmer am Feldschiessen machten rund 29 Prozent aller Teilnehmer an diesen Schiessen im Kanton aus.
Eine besondere Kennzahl sind die lizenzierten Schützen. Die 1138 Schützinnen und Schützen, die im Sensebezirk eine Lizenz gelöst haben, machen 33 Prozent der Schützen im Kanton aus. In den 300-m-Sektionen haben insgesamt 756 Schützinnen und Schützen (wovon 114 Jungschützen und Jugendliche) eine Lizenz gelöst. Bei den Pistolenschützen haben 190, wovon 44 Jungschützen und Jugendliche, eine Lizenz gelöst. Dazu kommen 84 Schützinnen und Schützen (13 Jugendliche und Jungschützen) aus drei Kleinkaliber-Sektionen sowie 108 Schützen (45 Jugendliche und Jungschützen) aus den fünf 10-m-Sektionen.
Wie steht es mit dem Nachwuchs?
Die erwähnten total 216 Lizenzen für Jungschützen und Jugendliche bedeuten 47 Prozent der Nachwuchsschützen im Kanton.
Jungschützen und Jugendliche werden in unserem Verband mit besonderer Sorgfalt ausgebildet und gefördert. Die Nachwuchsförderung schliesst an die grossen Erfolge der Sensler Schützen der vergangenen Jahre an. Mit unserer Mitglieder-Struktur können wir getrost in die Zukunft blicken.
Sie selber nennen sich gerne «Schützenpapa». Was motiviert Sie, sich in Ihrem Alter noch für das Schiesswesen zu engagieren?
Im Jahre 2007, kurz nach meiner Wahl zum Präsidenten des SVS Sense, besuchte ich eine Schiessübung bei einer Bezirksausscheidung. Eine kleine Gruppe von aktiven Schützen aus dem Sense-Oberland begrüsste mich mit den Worten: «Jitze himer umi a Schützepäpu.» Dieser Kosename ist mir um einiges sympathischer als die Anrede mit Herr Präsident.
Auch bei den Jungschützen und Jugendlichen bin ich unter dem Namen «Schützepäpu» bestens bekannt.
Meine Motivation wird unterstützt durch die sehr gute Zusammenarbeit mit meinen Kollegen im SVS-Vorstand. Auch die aktiven Vereinsvorstände mit ihren erfolgreichen Schützen tragen laufend zur Freude beim Engagement bei.
Wie sehen Sie die Zukunft des Schiesssports?
Wir müssen uns den Veränderungen stellen. Veränderungen kann man mit Hobeln vergleichen. Da fliegen Späne. Und beim Zusammenschweissen von verschiedenen Schützen-Kulturen gibt es Funken. Je mehr Späne und Funken erzeugt werden, umso erfolgreicher sind wir für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet. Wir wollen die Schiesstradition leben und erhalten und zu unserer Freiheit Sorge tragen.