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Dass auch die Tante diese bürgerlich schwer zu rechtfertigende Situation mit Selbstverständlichkeit akzeptiert, zeigt die Souveränität dieser aussergewöhnlichen Frau, die an ihn glaubt und ihn «machen lässt». Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit zwingen sie freilich dazu, zahlende Gäste ins Haus aufzunehmen, und das Kassabuch, in dem sie die Auslagen für die Neffen aus dem Rest des elterlichen Vermögens pünktlich notiert, zeugt von einer geradezu spartanischen Lebensführung; der grösste Posten betrifft die Miete der Schreibmaschine.
Möglichst weit ab von der Betriebsamkeit der Haushaltung, im ungeheizten Dachzimmer, mit dem Rücken zur ehemaligen Pestkammer, kann er hier ungestört schreiben; man nimmt sogar gewissermassen Rücksicht auf ihn und stellt ihm das Essen warm, statt ihn zu unterbrechen. Die städtische Gewohnheit des nachmittäglichen Kaffeehausbesuchs sucht er beizubehalten, und der Abend gehört einer bescheidenen Geselligkeit im Wirtshaus oder bei Freunden. «Meine Abende hier», heisst es noch 1929 in einem Brief, «sind fürchterlich öde, aber wenn ich den ganzen Tag stumm und allein gearbeitet habe, muss ich am Abend irgendeine gesellige Entspannung haben, sonst laufen mir die Gespenster noch in die Nacht hinein nach; dabei darf ich es mir nicht mehr als durchschnittlich etwa fünfzig Rappen kosten lassen. Das Problem ist also schwierig genug.»
So bildet Welt in Ingoldau, an der er nach seiner Rückkehr nach Schwyz schreibt, mit ihrer gehobenen Gesellschaftlichkeit im Kreis der besseren Familien einen denkbar scharfen Kontrast zu Inglins eigener Existenz.