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Die letzte Phase der Bergung der «Costa Concordia» kann wie geplant am Montag beginnen. «Die Wettervorhersage ist nicht optimal, aber so, dass die Operation sicherlich beginnen kann», sagte Zivilschutzchef Franco Gabrielli. Glückt das Unternehmen, wird das Schiffswrack zur Verschrottung nach Genua geschleppt.
Wrack wird angehoben
Nachdem das Schiff im vergangenen Herbst aus seiner Seitenlage wieder aufgerichtet wurde, soll nun der Rumpf aus einer Wassertiefe von 30 Metern um zwölf Meter angehoben werden.
Dafür befestigten Ingenieure und Techniker 30 Wassertanks an beiden Flanken des mehr als 114'000 Tonnen schweren Kolosses. Wenn das Wasser mit Hilfe komprimierter Luft aus den Tanks gedrückt wird, treiben sie auf und heben so das Schiff an – soweit die Theorie.
Fatale Folgen für die Umwelt
Im Falle eines Scheiterns der mehr als eine Milliarde Euro teuren Operation wären die Folgen für das Meeresschutzgebiet rund um Giglio fatal. Das Schiff ist geflutet mit mehr als 250'000 Kubikmetern verschmutztem Wasser. Etwa 100 Tonnen Treibstoff sind noch immer an Bord. Zudem treiben im Inneren des Schiffes die Bruchteile der Inneneinrichtung. Selbst im Erfolgsfall wird während der mehr als 200 Kilometer langen Fahrt nach Genua Dreck ins Meer gelangen.
Die Eigentümerin des Schiffes, die Reederei Costa Crociere, beteuerte, die zu erwartende Umweltbelastung entspreche der eines jeden anderen Schiffes, das die viel befahrene Region passiert.
Während der vier bis fünf Tage dauernden Fahrt Richtung Norden, vorbei an den Inseln Korsika und Elba, wird zur Sicherheit der Luftraum gesperrt und der Schiffsverkehr eingeschränkt. Eine Vorhut soll zudem nach Walen und Delfinen Ausschau halten und diese gegebenenfalls vertreiben.
Die «Costa Concordia» war im Januar 2012 vor der Insel Giglio havariert. 32 Menschen starben. Eine Person wird immer noch vermisst. Ein Rückblick:
- 13. Januar 2012: Die «Costa Concordia» rammt vor Giglio einen Felsen. An Bord: mehr als 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder.
- 18. Juni: Gut fünf Monate später beginnt die Bergung des Wracks.
- 20. Oktober: Eine einwöchige Beweisaufnahme bestätigt aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Verantwortung des Kapitäns Francesco Schettino.
- 10. April 2013: Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere einigt sich mit der Justiz auf einen Vergleich. Sie muss eine Million Euro Strafe zahlen, die Ermittlungen gegen die Reederei werden eingestellt.
- 9. Juli: Das Gericht vertagt den Prozess gegen Schettino wegen eines Streiks der Anwälte gleich nach Beginn auf den 17. Juli.
- 20. Juli: Vier Crewmitglieder und ein Manager von Costa Crociere erhalten ohne Prozess Haftstrafen bis zu knapp drei Jahren. Sie hatten ihre Schuld eingeräumt, um die Strafen zu mindern.
- 16./17. September: In einer 19-stündigen Bergungsaktion wird das stark beschädigte Schiff wieder aufgerichtet und stabilisiert.
- 24. Oktober: Die vorletzte Vermisste wird nach der Entdeckung von Leichenteilen im Wrack identifiziert. Als vermisst gilt jetzt noch ein indischer Kellner.
- 13. Januar 2014: Erneut wird der Prozess gegen Schettino wegen eines Streiks vertagt, dieses Mal auf den 27. Januar.
- 1. Februar: Ein Taucher stirbt bei Bergungsarbeiten am Wrack.
- 30. April: Schettino gibt laut einem Bericht den Offizieren die Schuld am Unglück.