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In der Türkei hat die Armee, die auch ein grosser Wirtschaftskonzern ist, manche Regierung gestürzt und neu geschaffen. Tayyib Erdogan hat seine Armee nun zum Instrument gemacht. In Ägypten und Pakistan war dies nie viel anders. In den USA beherrscht „der militärisch-industrielle Komplex“ seit Dwight D. Eisenhower grosse Teile der Politik. John F. Kennedy, der sich dem entgegen stellte, wurde ermordet.
In der Schweiz ist die Armee innenpolitisch keine Gefahr. Armeechef André Blattmann sieht sich nicht als „General“, sondern als Angestellter des Bundesrats. Sein strategisches Fazit lautet: „Überall ist mehr Spannung drin und man weiss nicht, was rauskommt.“ Um noch als Armee wahrgenommen zu werden, erhält er fünf Milliarden Franken Steuergelder pro Jahr, die er zur Erhaltung seiner Friedenstruppe einsetzen darf.
Die Schweizer Offiziere, vor 20 Jahren noch ein innenpolitischer Machtfaktor, treffen sich zu Kaffeekränzchen frustrierter Kalter Krieger. Die Lobbyisten reiben sich die Hände, geht es doch um neue Flugzeuge (Gripen?), viel IT und Funk sowie Instandhaltung. Mangels Gegner gibt es nichts zu verteidigen, aber manches zu verteilen.