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Das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 von der UNO als Menschenrecht anerkannt und in der kenianischen Verfassung verankert. Dennoch bleibt der nachhaltige Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen eine grosse Herausforderung in Kenia, insbesondere in ländlichen Gebieten. Lediglich 56 Prozent der Bevölkerung auf dem Land hat Zugang zu sauberem Trinkwasser und 29 Prozent hat Zugang zu sanitären Einrichtungen.
Die Mehrheit der ländlichen Bevölkerung in Kenia mit Zugang zu Trinkwasser bezieht ihr Wasser von Einrichtungen, die von den Gemeinden selbst verwaltet werden. Viele der Wasserkomitees verfügen jedoch über mangelhafte Fähigkeiten und Prozesse, um derartige Wassereinrichtungen zu betreiben. Zudem werden die Komitees von den Behörden unzureichend reguliert und überwacht. Sie sind somit anfällig für Misswirtschaft und Korruption. Letztere ist ein ernsthaftes Problem in Kenia, das im globalen Korruptionsvergleich den 139. Rang von 168 bewerteten Ländern belegt. Nicht selten hören die Wassereinrichtungen aufgrund dieser Herausforderungen nach wenigen Jahren zu funktionieren auf.
Das vorliegende Projekt legt seinen Fokus auf die Nachhaltigkeit der Trinkwasserversorgung. Diese soll durch eine verbesserte Leistungsfähigkeit der Wasserkomitees und ihrer Einbettung in die rechtliche und institutionelle Landschaft des kenianischen Wassersektors erreicht werden. Das Projekt arbeitet dabei mit einem umfassenden Konzept von Integrität, das über eine Sensibilisierung für ethische Standards hinausgeht. Vielmehr wird der Fokus auf intakte Prozesse und Strukturen gelegt und die Rechenschaftspflicht der Wasserkomitees gegenüber den lokalen Behörden gestärkt.
Im Jahr 2013 wurde in Kenia ein Dezentralisierungsprozess eingeleitet, der den lokalen Behörden mehr Kompetenzen unter anderem im Wassersektor überträgt. Um die Regulierung und Überwachung der Wassereinrichtungen auf Gemeindeebene zu stärken, sensibilisiert und schult das Projekt Behördenvertreter auf Landkreis- sowie auf nationaler Ebene im Integritätsmanagement-Ansatz, einem systematischen Ansatz zur Erkennung und Minimierung von Korruptionsrisiken im Wassersektor.
Caritas Schweiz arbeitet seit den 1990er Jahren in Kenia. Nachdem die Region 2011 von einer schweren Dürre heimgesucht wurde, intensivierte die Organisation ihre Aktivitäten im Wasserbereich. In Nairobi, der Hauptstadt Kenias, ist Caritas Schweiz mit einem Landesbüro vertreten.