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Gabriel Duc promovierte 1959 in Medizin an der Universität Lausanne, wo er bis 1961 als Assistent am Physiologischen Institut tätig war. Danach wechselte er nach Bern, wo er als klinischer Assistent an der Medizinischen Abteilung der Universitätsklinik und Universitätskinderklinik arbeitete. Im Juli 1967 trat er als Visiting Fellow an das Babies Hospital Columbia-Presbyterian Medical Center in New York ein, wo er während eines Jahres für die Intensivabteilung für Säuglinge und Frühgeborene verantwortlich war. 1969 wurde er zum Assistant Professor in Pediatrics an der Columbia University in New York ernannt. 1970 übernahm er als Extraordinarius ad personam in Zürich die Leitung der Neonatologie der Universitätsfrauenklinik des Kantonsspitals und des Kinderspitals. 1967 wurde ihm eine Berufung an der Johns-Hopkins-Universität angeboten, die er jedoch ablehnte. 1977 erhielt er die ordentliche Professur in Neonatologie.
Während seines Aufenthaltes in New York wurde Gabriel Duc stark von den Erfahrungen mit Prof. William A. Silverman geprägt, der den Zusammenhang zwischen der Sauerstoffverabreichung bei Frühgeborenen und der Entwicklung der zur Erblindung führenden «Frühgeborenen-Retinopathie» aufgedeckt hatte. Gabriel Duc wurde zum Vorgänger der evidence-based medicine, indem er seine Mitarbeiter dazu anregte, nur nach solider klinischer Evidenz zu handeln. Ebenso war die ethische Verantwortung der Ärzte und ihrer Interventionen ein wichtiges Thema von Gabriel Duc. So trug er dazu bei, dass die klinische Ethik an der Neonatologie im USZ Einzug hielt.
Die Neonatologie erreichte in Zürich unter der Leitung von Gabriel Duc ein internationales Renomee. Neben seinem grossen Lehrpensum baute er mit Umsicht ein eigenes Forschungslabor auf und erzielte wichtige Forschungsresultate in der Neonatologie. Seine Forschungsbeiträge aber auch seine Einsichten in ärztliches Handeln machten ihn zu einem geschätzten Gastprofessor und Referenten an anderen Universitäten, Kongressen und Seminarien.
Gabriel Duc war grosszügig und charismatisch. Intelligenz, Weitsicht, und seine persönliche Ausstrahlung machten ihn bei denjenigen, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten oder mit ihm zu studieren, unvergesslich.