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Bärenplage in Japan
Ein Asiatischer Schwarzbär (Ursus Thibetanus) hat im bekannten Touristenort Takayama in der Präfektur Gifu 9 Menschen angegriffen und 4 davon schwer verletzt. Der 1,30 Meter grosse Bär floh nach der Attacke in eine Busstation, wo es Angestellten gelang, ihn in einem Souvenirgeschäft einzuschliessen. Der Bär wurde später von Jägern erlegt. Es ist ungewöhnlich, dass ein Bär Menschen angreift, Experten vermuten deshalb, der Bär sei in Panik geraten.
Bär und Mensch im Konflikt
Im Spätsommer bereiten sich die Bären auf den Winterschlaf vor und gehen auf Nahrungssuche. Diese bringt die Bären oft auf Felder und in Dörfer, wo sie Schäden verursachen oder den Menschen in die Quere kommen. Das Problem verschärft sich zusätzlich, wenn die natürlichen Nahrungsquellen der Bären wenig Früchte wie wie Eicheln, Nüsse und Beeren tragen, oder diese durch Abholzung und Nutzholzplantagen verdrängt werden.
Wegen der zunehmenden Entvölkerung der ländlichen Regionen werden zudem die tiefer liegenden Hänge nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Dadurch werden diese zu «Bären-Territorium», womit eine wichtige Pufferzone zwischen Bären und Menschen wegfällt.
«Gefährliche» Bären dürfen in Japan legal gejagt werden und weil Bär und Mensch zunehmend in Konflikt geraten, werden entsprechend viele Bären geschossen. Ausserdem wird der Asiatische Schwarzbär auch wegen seiner Gallenblase gejagt, welche in der traditionellen Chinesischen Medizin sehr geschätzt wird.
Eine Gemeinde versucht neue Ansätze
In der gebirgigen Gemeinde Iwaizumicho in der Präfektur Iwate probiert man unterschiedliche Mittel, um der Bärenplage Herr zu werden. So wurden etwa 16 Geräte angeschafft, die nahende Bären erkennen und durch lauten Lärm vertreiben. Ausserdem übernimmt die Gemeinde 80 Prozent der Kosten für Elektrozäune, welche die Bären fernhalten sollen.
Der 60-jährige Viehzüchter Koichi Ueno, der an der Grenze zwischen seinem Land und dem Bärengebiet selbst 350 Meter Elektrozaun eingerichtet hat, ist weiterhin skeptisch: «Bären sind schlau», sagte er gegenüber der Yomiuri Shimbun. «Sie kommen von der Seite, wo es keinen Elektrozaun hat».
Die Gemeinde hat denn auch bereits im Juli 15 Mitglieder einer lokalen Jagdgesellschaft damit beauftragt, Bären zu töten.
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