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Schild AG
Oberhalb der Südseite des Rotsees steht die ehemalige Fabrikhalle der Schild AG. Sie ist ein seltener Zeitzeuge der Industriegeschichte in der Innerschweiz.
1922 gründete Adrian Schild die Tuch AG. Der Name Tuch AG geht auf den Kauf Schilds der Volkstuch AG zurück, die schon vor der Schild AG preisgünstige Herrenbekleidung in bester Qualität herstellte. Die Volkstuch AG betrieb auch Ladengeschäfte in Luzern. Die Produktion der Tuch AG begann 1931 an der Weggismattstrasse 12, dem heutigen Gewerbeschulhaus.
Der grosszügige Industriebau am Libellenrain 15 entstand wegen Platznot am alten Standort zwischen 1939-1941. In der Nachkriegszeit arbeiteten bis zu 300 Näherinnen in der Fabrik. Ab 1972 wurde aus der Tuch AG die Schild AG. Die Schild AG war in der ganzen Schweiz mit Produktionsstandorten und Verkaufsgeschäften vertreten.
Nach mehreren Fusionen ging die Schild AG an Globus über und wurde 2019 als eigene Marke aufgelöst. Im Maihofquartier produziert die Schild AG seit 2004 keine Kleider mehr.
In zwei Bauphasen wurde der Komplex 1999 und 2003/2004 in den Zustand um 1960 rückgebaut. Aktuell wird das Gebäude als Bürogebäude genutzt, z.B. für die Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Luzern.
Schild AG 1964 (Fotograf unbekannt, LZ Archiv, Bildrechte: Luzerner Zeitung)
Die Schild AG hat im Quartier auch Spuren über das ehemalige Fabrikgelände hinaus hinterlassen:
Oberhalb des Areals an der Gopplismooshalde bauten die damalige Tuch AG und die Fürsorgekasse der Arbeiter und Angestellten in den Jahren 1943 bis 1946 Einfamilienhäuser, die heute noch stehen.
Im Gebäude der ehemaligen betriebseigenen Kinderkrippe der Tuch AG für die Kinder der Näherinnen hat 1993 das Chinderhus Maihof seinen Betrieb aufgenommen. Anfang der 2000er Jahre kaufte das Chinderhus Maihof das Gebäude der Schild AG ab und es wurde ein Erweiterungsbau realisiert.