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Der Dickdarm ist meist zwischen 100-130 cm lang und entzieht dem verdauten Essen das Wasser, um es dem Körper zurückzuführen. Durch die vielen verschieden Mikroorganismen im Inneren des Dickdarms kann es häufig zu Entzündungen kommen, besonders wenn sogenannte Divertikel vorliegen (gutartige Ausstülpungen der Dickdarmwand = sogenannte Divertikulose). Bei chronischer Entzündung am ehesten wegen einer überschiessenden Immunreaktion auf Stuhlbestandteile kann diese Entzündung auch manchmal chronisch verlaufen (sogenannte Colitis ulcerosa). Leider zunehmend ist in den westlichen Industrieländern das Auftreten von Dickdarmkrebs zu beobachten. Hier hilft jedoch die zunehmende Vorsorgekoloskopie, um eine frühe Diagnose zu ermöglichen.
Ähnlich wie der Dickdarm hat auch der Mastdarm die Funktion dem Darminhalt Wasser zu entziehen, um geformten Stuhlgang zu haben. Darüber hinaus hat er aber auch eine wichtige Funktion für die Kontinenz, in dem er ein Reservoir für den aus den oberen Darmabschnitten andrängenden Stuhl darstellt. Leider entstehen gerade hier besonders häufig bösartige Tumoren und müssen mittels spezieller Techniken operiert werden, um keine Einschränkung der Kontinenz, sowie der Sexual- und Blasenfunktion zu verursachen.
Operation bei Dickdarmentzündung
Ileozökalresektion
Dieser Eingriff wird meist beim sogenannten Morbus Crohn, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, die Dünn- und Dickdarm betreffen kann, durchgeführt. Meist erfolgt sie laparoskopisch, seltener bei Verwachsungen auch offen. Hierbei wird der Endteil des Dünndarms und der Anfangsteil des Dickdarms mit der sogenannten Bauhin`schen Klappe entfernt. Anschliessend werden beide Enden wieder miteinander verbunden.
Sigmaresektion
Meist liegt hierbei eine chronisch-rezidivierende Entzündung dieses Dickdarmteils zugrunde, da hier besonders viele Divertikel vorkommen. Mittels Knopflochchirurgie, manchmal auch offen, wird der entzündete Dickdarmteil (S-Darm) mobilisiert, die versorgenden Gefässe durchtrennt und der kranke Darmabschnitt entfernt. Es erfolgt dann eine Verbindung des absteigenden Dickdarms (Colon descendens) mit dem Mastdarm (Rektum). Auch dieser Eingriff wird bevorzugt minimal-invasiv durchgeführt.
Totale Coloproktektomie
Bei der Colitis ulcerosa und/oder bei der sogenannten familiären Polyposis coli muss der gesamte Dickdarm von Anfang bis Ende entfernt werden. Dies ist deswegen notwendig, da sich sonst die Grundkrankheit sofort wieder im belassenen Dickdarmabschnitt manifestieren würde oder ein bösartiger Tumor droht. Nach Mobilisation des gesamten Dickdarms, wird auch der Mastdarm bis zum Schliessmuskel aus seinen Verwachsungen mit den umgebenden Strukturen befreit, die versorgenden Gefässe durchtrennt und schliesslich der ganze Dickdarm aus dem Körper geborgen. Anschliessend wird aus dem Dünndarm ein Reservoir gebildet (ein sogenannter J-Pouch oder Beutel) und dieser dann am Schliessmuskel angenäht. Diese Rekonstruktion sollte durch eine 3-monatige Trockenlegung (protektives Ileostoma) geschützt werden und erst nach überprüfter Heilung in Betrieb genommen werden.
Die Spitaldauer beträgt 10-12 Tage.
Operationen bei Dickdarmkrebs
Hemikolektomie rechts/links
Meist bei bösartigen Dickdarmtumoren wird die entsprechende Seite, auf der sich der Tumor befindet, entfernt. Zusätzlich werden alle Lymphknotenstation, die das zum Herz zurückfliessende Gewebswasser filtern und eventuell auch Metastasen beinhalten mitentfernt (sogenannte onkologische adäquate Resektion). Hierbei sollten mindestens 12 besser jedoch über 18 Lymphknoten mitentfernt und untersucht werden. Der Eingriff findet meist laparoskopisch aber auch offen statt. Beide Techniken ergeben die gleichen Langzeitresultate, da im Körper die gleiche Operation gemacht wird nur der Zugang ist unterschiedlich. Nach Entfernung des betroffenen Dickdarmabschnittes erfolgt das Wiedervereinen des vor- resp. nachgeschalteten Darmabschnittes im Sinne der Rekonstruktion der Darmpassage.
Operationen bei Mastdarmkrebs
Hohe/Tiefe anteriore Rektumresektion
Bei Tumorsitz im sogenannten Mastdarm kann heute in 90% der Fälle der Schliessmuskel und damit die Kontinenzfunktion erhalten werden. Diese Erfolge werden zusätzlich durch eine wesentlich sichere und prognose-verbessernde Operationstechnik der sogenannten "total mesorektalen Exzision" weiter verbessert. Manche Tumore benötigen aufgrund ihres Sitzes und der Eindringtiefe in die Wand des Mastdarms eine Vorbehandlung mittels Strahlen- und Chemotherapie. Während des Eingriffes wird streng entlang der sogenannten Hüllfaszien präpariert und so das Risiko des Wiederauftretens des Tumors an der gleichen Stelle (Lokalrezidiv) minimiert. Auch bei diesem Eingriff werden alle Filterstationen der Lymphknoten mitentfernt. Die Rekonstruktion erfolgt dann durch eine Verbindung zwischen dem gesunden Dickdarm und dem kleinen Mastdarmrest oberhalb des Schliessmuskels. Evtl. kann es vorteilhaft sein, hier einen Dickdarmpouch als Reservoir vorzuschalten. Beim tiefsitzenden Mastdarmkrebs wird die Rekonstruktion abschliessend für ca. 3 Monate durch einen künstlichen Dünndarmausgang (Schutzileostoma) "trocken gelegt", um sicherer abheilen zu können.
Bei lokal fortgeschrittenem Mastdarmkrebs mit Infiltration des Schliessmuskels, kann dieser nicht erhalten werden und es erfolgt die komplette Entfernung des Mastdarmes/Afters und Anlage eines permanenten Kolostomas (künstlicher Dickdarmausgang).
Die Spitaldauer beträgt ca. 8-12 Tage.