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Die Epidemiologie als Instrument und Erfahrung. Stimmen aus Kikwawila, Namawala und Michenga/Tansania
Die wissenschaftliche Tätigkeit des "Swiss Tropical Institute Field Laboratory" (STIFL) im ländlichen Tansania änderte sich in den 1980s grundlegend. Während man in der Zeit davor die Laborräume zum Studium tropischer Krankheiten kaum verlassen hatte kam nun mit dem Aufstieg der Epidemiologie als einem "neuen" Wissenschaftszweig die gesamte ländliche Bevölkerung in den Blick der westlichen Experten. Im Kontext des nationalen Primary Health Care Programms wurden einzelne so genannte "Interventionsdörfer" definiert, ihre Bewohner in verschiedene "Risikogruppen" aufgeteilt ("Mutter und Kind", "Kinder unter fünf Jahren" etc.) und mit Hilfe afrikanischer "Gehilfen", den Präventionsgedanken in den Köpfen der Menschen zu etablieren versucht. Das Paper versucht diese neue epidemiologische Sichtweise und ihre Praktiken zu analysieren und ihre Bedeutung für ein ländliches tansanisches Gesundheitssystem zu ermessen. Die drei Interventionsdörfer Kikwawila, Namawala und Michenga dienen als empirische Beispiele, um die Erfahrungen der Bevölkerung mit den westlichen Gesundheitsexperten aufzuzeigen und die Möglichkeiten und Grenzen der Präventionsidee in anderen kulturellen Kontexten auszuloten.