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Das geistliche Oberhaupt der jüdischen Schass-Partei, Rabbiner Schimon Baadani, ist tot. Der Präsident des Rates der Thora-Weisen starb am Mittwoch mit 94 Jahren in einem Krankenhaus in der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak, wie örtliche Medien berichteten. Er wurde noch am Mittag dort beigesetzt.
Baadani wurde 1928 als Sohn jemenitischer Juden in der Küstenstadt Hadera geboren. Nach der Gründung der Schass-Partei in den 80er Jahren wurde Baadani in den Rat der Weisen der Thora berufen, dessen Präsident er 2022 wurde. Als sein wahrscheinlicher Nachfolger gilt Jitzchak Josef (70), dessen Amtszeit als sephardischer Oberrabbiner Israels 2024 endet.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigte den Verstorbenen als „grossen Gelehrten und geistigen Führer von Tausenden“, der weder Ruhm noch Rampenlicht gesucht habe. Staatspräsident Isaac Herzog nannte den Tod Baadanis einen „grossen Verlust“. Baadani sei tief mit der israelischen Tradition und mit seinen Zuhörern verwurzelt gewesen.
Die Schass-Partei wurde 1984 von sephardischen Rabbinern gegründet, um eine politische Interessenvertretung für aus Nordafrika und dem Nahen Osten stammende Juden neben den westlichen (aschkenasischen) Juden zu schaffen. Zu den Mitbegründern gehörte der prominente Rabbiner Ovadia Josef, der bis zu seinem Tod 2013 geistlicher Führer der Schass war. Auf ihn folgte Rabbiner Schalom Cohen, der im August 91-jährig starb.
KNA/akr/brg