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Die klare Flüssigkeit sieht harmlos aus, doch wenn der giftige Kampfstoff in die Haut dringt und über die Atmung die Lunge befällt, führt Sarin in wenigen Minuten zum Tod. Seine tödliche Wirkung entfaltet das Gift an den Nervenzellen. Es sorgt dafür, dass sie ihre Impulse nicht mehr abstellen können. Die Folge: Ein Gewitter an Nervenreizen, das unkontrollierte Krämpfe und schliesslich Atemstillstand auslöst.
Sarin entdeckten deutsche Forscher kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als sie eigentlich nach neuen Insekten-Vernichtungsmitteln suchten. Verschiedene Diktatoren und Terroristen setzten das Gas seither ein, unter anderem Sadam Hussein im Golfkrieg 1988 und die japanische Aum-Sekte nutzte es 1995 in Tokio für einen terroristischen Anschlag.
Heute ist der Einsatz von chemischen Kampfstoffen verboten; auch die Herstellung und Lagerung. Dies dank der Uno-Chemiewaffenkonvention von 1992. Sie ist eine der Erfolgsgeschichten der Vereinten Nationen und führte zu einer chemiewaffenfreien Welt. Aber eben nur fast. Fünf Staaten haben das Abkommen nämlich nicht unterzeichnet, unter anderem – Syrien.