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Mit dem 1970 erlassenen Verfassungsartikel über die Förderung von Turnen und Sport wurde dem Bund ein ausdrücklicher Bildungsauftrag erteilt, dessen Ziel die Förderung des Sports ist. Das darauf folgende Bundesgesetz, das 1972 verabschiedet wurde, ersetzte den Vorunterricht durch das J+S-Programm. Von da an entstand rund um die verschiedenen Sportarten eine methodische Vielfalt. Parallel dazu wurde das Alter der Teilnehmenden erheblich erweitert, wodurch J+S zu einem extrem starken Instrument der Schweizer Sportförderung wurde.
50 Jahre Jugend+Sport? Das bedeutet in erster Linie, dass es ein gut funktionierendes Programm ist. Es hat eine hohe Bedeutung, dass das in der Gesellschaft eigentlich manifestiert ist.
Mit dem «J+S-Kernlehrmittel» wurde zu Beginn der 2000er-Jahre ein erster Schritt zur Vereinheitlichung der Inhalte zwischen den verschiedenen Sportarten unternommen, wobei die verschiedenen Konzepte des Philosophen und Pädagogen Arturo Hotz auf der Grundlage eines Projekts rund um den Schneesport umgesetzt wurden. Daraus entstanden die berühmten Lernphasen «Erwerben-Festigen», «Anwenden-Variieren» und «Gestalten-Ergänzen», die die «J+S-Sprache» für viele Jahre strukturierten.
Im Laufe der 2010er-Jahre erfolgte ein zweiter Schritt in der Vereinheitlichung der Inhalte, bei dem man von dem Ehrgeiz getrieben war, über das J+S-Programm hinauszugehen und die Akademisierung der Ausbildungen anzustreben, die insbesondere im Rahmen der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen organisiert werden. Es ging also darum, ein Bezugssystem aufzubauen, das der Ausbildung sowohl von Sportlehrkräften als auch von J+S-Leiterinnen und -Leitern dienen konnte. Die Expertinnen und Experten sollten mit ihrem Wissen, ihrem Können und ihrer Haltung zu einer qualitativ hochwertigen Ausbildung beitragen, wobei ihre Hauptaufgaben in mehreren Handlungsbereichen liegen: «Vermitteln», «Fördern», «Innovieren» und «Umfeld pflegen».
Vermitteln: In diesem Handlungsbereich geht es darum, Inhalte so gut wie möglich zu vermitteln und sicherzustellen, dass alle Beteiligten interagieren. Dazu können beispielsweise sportmotorische Fertigkeiten gelehrt, wissenschaftlich fundierte praktische Kenntnisse vermittelt oder taktische Fähigkeiten trainiert werden.
Fördern: In diesem Handlungsbereich liegt der Schwerpunkt auf der allgemeinen Entwicklung der Lernenden unabhängig von der Sportart. Ziel ist es, auf der Grundlage der durch den Sport vermittelten positiven Werte die Teilnehmenden der Magglinger Ausbildungsgänge zu selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen.
Innovieren: Dieser Handlungsbereich zielt auf die Weiterentwicklung der eigenen Person und des Sports ab. Für die persönliche Weiterentwicklung ist es wichtig, sich der eigenen Rolle als Ausbilder und der damit verbundenen Anforderungen, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten bewusst zu sein. Es geht in diesem Bereich darum, sich zur Selbstregulation so weiterzuentwickeln, dass man diese Rolle zunehmend besser, professioneller und innovativer ausfüllen kann.
Umfeld pflegen: Dieser Handlungsbereich widmet sich den Fragen, wie sich ein optimales sportliches Umfeld aufbauen und entwickeln lässt und was zur Erhaltung benötigt wird, wozu Kenntnisse der Rahmenbedingungen vorausgesetzt werden.
Nach und nach sollte dieses Modell die Aktualisierungen der fachlichen Inhalte beeinflussen, die für die Ausbildung in allen Sportarten des Bundeslehrplans und für alle Kenntnis- und Verantwortungsstufen eingesetzt wurden.
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