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Unter- und Übergewicht bei KinderwunschWie das Körpergewicht die Fruchtbarkeit beeinflusst
Fruchtbarkeit hat ein Wohlfühlgewicht. Bei Unter- und Übergewicht ist es schwerer, schwanger zu werden. Das betrifft nicht nur die Frauen mit Kinderwunsch, sondern auch die Männer.
Das Körpergewicht sollte sich die Waage halten, damit es mit dem Schwangerwerden schneller klappt. Das zeigt auch eine Studie aus Polen. Sie wies nach, dass Frauen mit Normalgewicht und einem kurvenreichen Körper, also vollen Brüsten und schmaler Taille, fruchtbarer sind, als andere. Frauen mit dieser Barbie-Figur haben demnach einen höheren Gehalt des Geschlechtshormons Östradiol im Blut und dadurch eine zwei- bis dreimal so große Chance, schwanger zu werden.
Das Normalgewicht wird mit dem Body-Mass-Index berechnet, im Verhältnis zur Körpergrösse. Liegt der BMI zwischen 20 bis 25, ist das für die Fruchtbarkeit von Mann und Frau am besten.
Untergewicht und Kinderwunsch: Warum das Schwangerwerden schwierig ist
Liegt der BMI hingegen unter 20, wird von Untergewicht gesprochen. Egal, ob der enorme Gewichtsverlust mit Essstörungen, Schilddrüsenproblemen oder extremem Leistungssport zusammenhängt, der Hormonhaushalt wird durch das Untergewicht empfindlich beeinflusst.
So werden bei der Frau im Gehirn nur noch geringere Mengen des Hormons GnRH, Gondatropin Releasing Hormon, produziert. Das GnRH ist für die Freisetzung der Fruchtbarkeitshormone LH, dem luteinisierendem Hormon, und FSH, dem follikelstimulierenden Hormon, zuständig. Diese wiederum sind für die Reifung der Eizellen in den Eierstöcken und den Eisprung verantwortlich.
Den eigenen BMI berechnen
Die Gesundheitsförderung Schweiz bietet auf ihrer Webseite einen Rechner für den Body Mass Index (BMI) an.
Werden die Hormone nicht mehr zuverlässig produziert, wird der Menstruationszyklus der Frau unregelmässig. Regelblutung und Eisprung können sogar gänzlich ausbleiben, die Frau wird dadurch zeitweise unfruchtbar. Des Weiteren verringert sich durch das Untergewicht die Produktion der Östrogene, die unter anderem auch für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verantwortlich sind. Die Chancen, dass eine befruchtete Eizelle es schafft, sich in der zu dünnen Schleimhaut einzunisten, sind gering.
Bei Männern hingegen kann Untergewicht zu einer reduzierten Anzahl von Spermien führen, die zudem in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind.
Wie Übergewicht den Kinderwunsch erschwert
Auch in der Schweiz werden Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung zu einem immer grösseren Problem. Die Gesundheitsbefragung des Bundesamts für Gesundheit zeigt, dass 32 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer übergewichtig sind, also einen BMI über 25 haben. Wird der Bauchumfang separat betrachtet, sind die Frauen sogar stärker betroffen: 58 Prozent haben einen zu grossen Bauchumfang, 48 Prozent der Männer. Die Tendenz ist steigend.
Übergewicht bei der Frau
Überschreitet der Fettanteil im Körper der Frau das Idealmass, wirkt sich das auf ihren Zyklus aus. Dies ist bei einem BMI ab 26 der Fall. Der Eisprung und die Entwicklung der Follikel werden durch das Übergewicht beeinträchtigt, denn das Fettgewebe verhält sich wie ein hormonproduzierendes Organ. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Spiegel an männlichen Hormonen, einem unregelmässigen Zyklus und einer Entwicklungsstörung der Follikel. Hinzu kommt, dass der Eisprung entweder unregelmässig auftritt oder gänzlich ausbleibt. Das PCO- Syndroms kann ebenfalls häufiger auftreten: Während der Eisprung ausbleibt, bilden sich aus dem heranreifenden Eifollikeln Zysten.
Schnell abzunehmen, ist aber laut der oben genannten Studie aus Polen auch keine Lösung, um sich den Kinderwunsch schnell zu erfüllen. Der Hormongehalt im Blut sei laut den Forschern individuell sehr unterschiedlich und hänge von vielen Faktoren ab. So könne eine schnelle Gewichtsabnahme zum Beispiel zu einer verminderten Fruchtbarkeit führen.
Übergewicht beim Mann
Bei Männern wirkt sich Übergewicht in Form eines verringerten Testosteronspiegels sowie erektiler Dysfunktion aus. Neben der Potenzstörung kommt es ausserdem zur Verminderung der Neubildung von Spermien, der sogenannten Spermiogenese. Mit regelmässigem Sport und einer ausgewogenen Ernährung lässt sich die Spermienqualität wieder verbessern und die Fruchtbarkeit steigern.