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Zunächst sind es wenige wagemutige Piloten mit ihren Flugzeugen, dann Fallschirmspringer mit Lawinenhunden, später die ersten Helikopterpiloten mit ihren revolutionären Maschinen: Die Luftrettung steckt zwar noch in den Kinderschuhen, wird aber von viel Enthusiasmus getragen und ist nicht mehr aufzuhalten. Die Schweizerische Rettungsflugwacht organisiert sich unter dem Dach der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG. Die Entwicklung in der Schweiz ist wegweisend für die weltweite Luftrettung.
Die Anfänge der Luftrettung
Im November 1946 strandet ein amerikanisches Flugzeug vom Typ DC-3 Dakota auf dem Gauligletscher im Berner Oberland. Am 24. November bergen die Schweizer Militärpiloten Victor Hug und Pista Hitz die Besatzung und die Passagiere in einer spektakulären Rettungsaktion. Mit zwei Militärflugzeugen des Typs Fieseler Storch landen sie auf dem Gletscher und bergen die Notleidenden in enger Zusammenarbeit mit Bergrettern. Dieser improvisierte Einsatz markiert den eigentlichen Beginn der Luftrettung in der Schweiz.
Der St. Moritzer Hotelier Fredy Wissel und später der Walliser Hermann Geiger beginnen mit der systematischen Erprobung der Gletscherlandetechnik mit Flugzeugen auf Skis.
Am 27. April gründet Dr. med. Rudolf Bucher an der Delegiertenversammlung der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) in Twann die Schweizerische Rettungsflugwacht. Zunächst besteht die Schweizerische Rettungsflugwacht SRFW als Sektion der SLRG. Im September werden die ersten Rettungsfallschirmer in Abingdon (GB) durch die erfahrene Royal Air Force ausgebildet.
14. Oktober: Hermann Geiger landet erstmals mit dem neuen Gletscherflugzeug Piper Super Cub, das mit einziehbaren Metallskis ausgerüstet ist, auf dem Blüemlisalpgletscher.
22. Dezember: Der Pilot Sepp Bauer führt in Davos mit einer Hiller 360 die erste Helikopter-Rettungsaktion in der Geschichte der Rettungsflugwacht durch.
25. Dezember: Dr. Rudolf Bucher, Leiter der Rettungsflugwacht, meldet über Radio Beromünster die Einsatzbereitschaft von Fallschirmspringern und Helikoptern.
Im Winter 1953 kommen die ersten Rettungsflugwacht-Fallschirmer bei einem Ernstfall zum Einsatz.
1. Februar: Eine Sturmflut lässt in den Niederlanden Deiche brechen und führt zu einer Katastrophe. Hunderte von Dörfern und Städten werden überflutet. Das Holländische und das Schweizerische Rote Kreuz bitten die Rettungsflugwacht um Hilfe - und die Rettungsflugwacht hilft. Bereits in der nächsten Nacht bringt ein Spezialflugzeug der Swissair das Luftrettungsteam ins Katastrophengebiet. Mit einem gemieteten Helikopter stehen die Piloten und Fallschirmspringer an der Nordsee während dreier Tage und Nächte ununterbrochen im Rettungseinsatz.
11. Januar: Während einer Lawinenkatastrophe in Vorarlberg werden mehrere Dörfer verschüttet oder total zerstört. Die Rettungsflugwacht entsendet 14 Mann, sechs Lawinenhundeteams, zwei Helikopter und eine DC-3 mit fünf Rettungsfallschirmern an Bord, darunter auch zwei Ärzte, ins Katastrophengebiet.
An drei Tagen im März verfolgen über 300'000 Zuschauer die Einsatzdemonstration im Zürcher Seebecken. Sie dient der Beschaffung von Mitteln für die Rettungsflugwacht.
3. Juli: Über den Rocky Mountains, im Gebiet des Grand Canyon in den USA, kollidieren zwei Verkehrsflugzeuge. Die Wrackteile der Flugzeuge liegen in einer unzugänglichen, 1'200 Meter tiefen Felsschlucht. Zur Bergung der Leichen suchen die Amerikaner eine Spezialtruppe und finden diese bei der Rettungsflugwacht.
10. Februar: Das Rettungsflugzeug Fairchild 24 stürzt im Birrfeld (AG) bei einer Übung ab. Der Pilot kommt dabei ums Leben.
28. Februar: Der Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK) schenkt der Schweizerischen Rettungsflugwacht einen Helikopter vom Typ Bell 47 J. Dieser wird Hermann Geiger für Rettungseinsätze im Wallis zur Verfügung gestellt.