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Ein Underwriter schätzt Versicherungsrisiken ein, prüft Anträge und bringt Anträge für seine Versicherungsgesellschaft als Erst- oder Rückversicherer zum Abschluss. Die Tätigkeit eines Underwriters wird Underwriting genannt.
Wenn zum Beispiel der Neubau eines Wolkenkratzers in einer erdbebengefährdeten Region versichert werden soll oder ein Handelsschiff mit seiner kostbaren Fracht ein von Piraten bedrohtes Gewässer passieren muss, bewertet häufig ein Underwriter das mögliche Risiko für eine Versicherungsgesellschaft. Dafür sammelt der Underwriter Informationen über politische Verhältnisse, geologische Bedingungen, Statik von Gebäuden und vieles mehr, um dann die bestmögliche Versicherungslösung zu erarbeiten – bis zur Unterschrift. Das Know-how eines Unterwriters fusst auf vier Kompetenzen: versicherungstechnische Analysen, das Verfassen von Vertragstexten, die Entwicklung von Versicherungsprodukten sowie die Berechnung der Kosten und Preise mithilfe von versicherungsmathematischen Verfahren. Underwriter in Industrie- bzw. Rückversicherungsgesellschaften sind absolute Experten wie es auch Ingenieure, Geologen, Umweltspezialisten, Juristen und Mathematiker sind.
Die Berufsbezeichnung des Underwriters entstand Ende des 17. Jahrhunderts in London und wurde mit den Geschäftsgebaren in einem Kaffeehaus begründet. Edward Lloyd unterhielt zu jener Zeit ein beliebtes Kaffeehaus in der Londoner Innenstadt, wo sich Geschäftsleute, Reeder, Bankiers und Versicherungsmakler zu Besprechungen trafen. Den Überlieferungen zufolge entstand hier die Geschäftsidee, dass Kaufleute gegen eine Prämie Geld zur Übernahme von Schifffahrtsrisiken bereitstellten. Zu den Risiken gehörten zum Beispiel Verlust der Ladung, Seeräuberei oder Zerstörung des Schiffes. Zu diesem Zweck sprachen die Reeder jeden Kaufmann einzeln an, um Gelder für die Abdeckung der Risiken einzusammeln. Die Kaufleute beteiligten sich durch die Nennung eines Prozentsatzes und mit ihrer Unterschrift. Daraus leitete sich der Begriff des Underwriters ab. 1769 wurde von einer Gruppe Privatiers das New Lloyd's Coffee House aus der Taufe gehoben. Daraus entstand das bis heute noch bekannte Unternehmen Lloyd’s of London.