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Biber (Castor fiber)
Verbreitung des Bibers im Kanton Aargau (aus Umwelt Aargau Nr.25)
Ausgerottet, dann wieder ausgesetzt
Biber waren in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet. Wegen ihres dichten Pelzes, des Drüsensekretes Castoreum („Bibergeil“) und des Biberfleisches, welches während der Fastenzeit gegessen werden durfte, wurden sie stark bejagt. Anfang des 19. Jahrhunderts war er in der Schweiz vollständig ausgerottet. Zwischen 1958 und 1977 wurde der Biber in verschiedenen Landesteilen – darunter auch an Aargauischen Gewässern – wieder eingesetzt. Zu Beginn drohte die Biberansiedlung zu scheitern. Erst in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre konnte sich langsam eine fortpflanzungsfähige Population aufbauen. Ab den 1990er Jahren haben sich Biber dann schnell ausgebreitet und etabliert. Heute leben in der Schweiz ca. 500 Tiere.
Der Schutz des Bibers ist durch das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel (Jagdgesetz) geregelt. Gemäss diesem Gesetz gehören Biber nicht zu den jagdbaren Arten und gelten somit als geschützt.
Biber im Kanton Aargau
Heute sind die geeigneten Lebensräume im Kanton Aargau von Bibern besetzt. Der Bestand blieb in jüngster Zeit konstant. Die weitere Entwicklung ist noch nicht absehbar. Mit etwa 80 Tieren zählt der Biber aber immer noch zu den seltenen Tierarten im Kanton Aargau. Seine Hauptverbreitung liegt hauptsächlich entlang von Rhein und Aare. Damit Biber auch weiterhin überleben, setzt sich der Kanton Aargau mit verschiedenen Massnahmen für den Schutz dieser geschützten Tierart ein.
Biber am Klingnauer Stausee
(Foto: Beat Walser)
In den Auenwäldern beim Klingnauer Stausee, dem Gippinger Grien und Koblenzer Giriz leben heute wieder Biber. Die Mündungsregion Aare – Rhein ist für den Fortbestand des Bibers von grosser Bedeutung, weshalb die Renaturierung dieser Auengebiete zwischen 1997 und 2004 sehr wichtig war. Dank diesem Eingriff fliesst nun wieder ständig Wasser durchs Giriz. Das gefällt auch den Fischen und Eisvögeln.
(Foto: Max Ruckstuhl)
Die Spuren des dämmerungs- und nachtaktiven Säugetiers kann man auch tagsüber entdecken. Die auffälligsten Spuren hinterlassen seine messerscharfen Zähne in Form von konisch angenagten Weiden und Erlen. Nur etwa fünf Minuten braucht er, um einen armdicken Ast durchzunagen. Das Holz wird als Baumaterial verwendet, Rinde, Knospen und Laub stehen zusammen mit saftigen Kräutern im Frühjahr auf seinem Speisezettel. Fische hingegen frisst der Biber nicht. Mit bis zu 30 kg. Gewicht und einer Grösse von rund 1.5 Meter von der Schnauze bis zum Ende seiner „Kelle“ ist der Biber der grösste Nager Europas. Zudem ist er ein aktiver Landschaftsgärtner, denn mit seinen Bauten gestaltet er mancherorts seinen Lebensraum selbst. Man darf deshalb gespannt sein, was die Biber in den Auenwäldern rund um den Klingnauer Stausee noch alles vorhaben.