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Im europäischen Jahr des Kulturerbes 2018 stehen vor allem die grossen Kulturdenkmäler, etwa diejenigen auf der Liste des UNESCO Welterbes in Europa im Vordergrund. In ETHeritage würdigen wir das internationale Jahr mit einer losen Folge von Beiträgen über eher kleinformatige Stadtmonumente und Skulpturen im öffentlichen Raum. Den Anfang der Serie macht die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen, hier fotografiert vom Comet-Fotografen Hans Gerber, der im September 1958 auf der Durchreise nach Lappland in der dänischen Hauptstadt Halt machte.
Hans Gerber: Fotografen und kleine Meerjungfrau, September 1958 (Com_L07-0131-0002-0007)
Die Bronzestatue der kleinen Meerjungfrau wurde 1913 vom dänischen Künstler Edvard Eriksen geschaffen. Die Figur basiert auf dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen und gilt als Wahrzeichen von Kopenhagen. Wie andere ikonische Statuen im Stadtraum, zum Beispiel die Freiheitsstatue in New York, zieht die Bronzefigur Scharen von fotografierenden Touristen an.
Von Touristen begehrt – von Vandalen verschmäht
Was die Leute fotografieren, ist dabei „nur“ eine Kopie der Originalskulptur. Laut Wikipedia befinden sich weitere dreizehn Kopien über die ganze Welt verstreut. Das Copyright auf die Statue wird im Jahr 2029 erlöschen und bereits seit 2012 können von der Familie Eriksen autorisierte Kopien über das Internet erworben werden. Die Erben wachen auch über den geheimen Standort des Originals. Diese wurde bereits zweimal geköpft, einmal 1964 durch eine Gruppe von Künstlern der situationistischen Bewegung und 1998 durch unbekannte Täter. Es folgten zahllose weitere, zum Teil politisch motivierte Vandalenakte, welche die Behörden schließlich zum Aufstellen einer Kopie bewegten.
Hans Gerber: Bei der kleinen Meerjungfrau, September 1958 (Com_L07-0131-0002-0006)