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Selbst zwei solide Sprünge hätten gereicht, um als erster Norweger seit Anders Jacobsen im Jahr 2007 beim Klassiker zu triumphieren. Doch Granerud taktierte nicht. Mit Flügen auf 139,5 m und 143,5 m holte er den dritten Tagessieg nach Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen.
«Dieser Erfolg ist atemberaubend. Ich habe davon so lange geträumt», sagte Granerud, der beinahe als vierter Springer den Grand Slam (Siege in allen vier Springen) geschafft hätte.
Der erste Herausforderer war Dawid Kubacki, der nach dem Sieg in Innsbruck leise Hoffnung geschöpft hatte. Doch der Pole musste die Überlegenheit des Norwegers neidlos anerkennen; letztlich betrug die Differenz umgerechnet 18 Meter.
Kubacki hatte als Tages-Dritter und Tournee-Zweiter ebenfalls Grund zur Freude. Der 32-Jährige ist während der Tage in Bischofshofen zum zweiten Mal Vater geworden. Vor zwei Jahren wurde der Pole schon einmal während des Grossevents Vater - damals gewann er wenige Tage später das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.
Das Trio der grossen drei dominierte auch in Bischofshofen. Der Slowene Anze Lanisek belegte Platz 2 beim Finale und in der Tournee-Wertung den 3. Rang.
Wie schon so oft im Rahmen der Tournee setzte sich mit Granerud nicht der Top-Favorit durch. Aus der Pole-Position waren Kubacki und Lanisek gestartet. Doch just zum Start im Allgäu präsentierte sich der Norweger in Top-Form. Granerud ist ein würdiger Tournee-Sieger, denn er springt nun schon die dritte Saison in Folge an der Weltspitze mit. Vor zwei Jahren gewann er den Gesamt-Weltcup, letztes Jahr wurde er in dieser Wertung Vierter. Er kann 17 Weltcupsiege vorweisen.
Zudem wird er auch für einige bittere Niederlagen entschädigt. Bei der Skiflug-WM 2020 in Planica verpasste er nach vier Flügen in einem packenden Duell mit Karl Geiger die Goldmedaille um genau einen halben Punkt. Auch vor zwei Jahren war er bereits Halbzeit-Leader der Tournee gewesen, hatte danach aber in Innsbruck Pech mit den Verhältnissen.
Gregor Deschwanden holte dank des K.o.-Systems einen einzigen Weltcuppunkte. Obwohl er nach Durchgang 1 gemessen an der Leistung auf Platz 37 klassiert war, durfte es dank des Sieges gegen des Esten Artti Aigro nochmals antreten. (saw/sda)