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Volker Koepp (*1944 in Stettin) begleitet in seinem siebenteiligen Wittstock-Zyklus während 22 Jahren das Leben dreier Textilarbeiterinnen des «Volkseigenen Betriebs» Ernst Lück für Obertrikotagen im märkischen Wittstock in der damaligen DDR. Der Filmemacher versteckt sich dabei nicht hinter einer kühl beobachtenden Kamera, sondern nimmt Anteil an der Situation seiner Protagonistinnen, stellt ihnen Fragen und lässt ihnen viel Zeit zum Antworten. Auf diese Weise ist eine einzigartige und berührende Langzeitdokumentation über (Arbeits-)Biografien von Individuen im Wechsel der historischen Gezeiten entstanden.
Zunächst dreht Koepp 1975, 1976, 1978 und 1981 vier Kurzfilme. «Leben in Wittstock» ist das erste Resümee dieser vier Filme und zugleich der erste durchgestaltete Langfilm des Zyklus. Koepp integriert und zitiert darin früheres Filmmaterial, wodurch nicht nur die «Werdegänge» der drei Protagonistinnen, sondern auch die formale, ästhetische und zwischenmenschliche Entwicklung während des Filmprojekts selbst sichtbar werden. Die Dokumentation vermittelt zudem eine Vorstellung von der Arbeitsorganisation in einem von der Partei (SED) gesteuerten «Volkseigenen Betrieb» und vom Arbeitsalltag und der Mentalität in der DDR. (Stefan Reinecke: Die Geschichte eines Lächelns. Die Wittstock-Filme von Volker Koepp)