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Der deutsche Chiphersteller Infineon plant, seinen Geschäftsbereich "Speicherprodukte", der vor allem Speicherchips herstellt, bis zum 1. Juli 2006 als rechtlich selbstständiges Unternehmen abzuspalten. Danach, so Infineon, wäre ein Börsengang des Speicherunternehmens die "bevorzugte Option". Die Speichersparte macht etwa 40 Prozent des Umsatzes von Infineon aus, der momentan bei ungefähr 7 Milliarden Euro liegt. Infineon selbst möchte sich nach der Aufspaltung auf das Geschäft mit Logikchips konzentrieren. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Aktien der Speichersparte würde Infineon dazu verwenden, um diesen Geschäftsteil zu stärken.
Unklar ist allerdings, wie viele Chancen das Speicherunternehmen an der Börse hätte. Gemäss 'Wall Street Journal' wird sein Wert von Finanzanalysten auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro geschätzt – eine recht grosse Spanne also. Und die Frage stellt sich, wie gut das neue Unternehmen bei potentiellen Investoren ankommen wird.
Die Speichersparte hat Infineon in den letzten Jahren grosse Verluste eingebracht. In den letzten beiden Jahren operierte der Geschäftsbereich zwar knapp in den schwarzen Zahlen, in den beiden Jahren zuvor fiel aber ein Verlust von 1,56 Milliarden Euro an. Das Geschäft mit Speicherchips ist von einem heftigen Konkurrenzkampf und starken Nachfrageschwankungen geprägt, und Infineon galt bisher als etwas zu klein, um richtig mithalten zu können – ein prinzipieller Nachteil, den auch das neue Unternehmen mitschleppen wird. Viel könnte daher bei einem Börsengang vom Timing abhängen. Gemäss 'WSJ' glauben Analysten, dass Ende 2006 ein geeigneter Zeitpunkt wäre, da dann wieder ein Aufschwung am Chipmarkt erwartet wird. (hjm)