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Auf einem Molassenfelsen, der den zentralen Teil des Broye Tales beherrscht, fast auf halbem Wege zwischen Moudon und Payerne, steht das Schloss Surpierre. Allein der herrschaftliche Bereich, zu dem es früher gehörte, weckt Interesse. Dieses Gebiet entspricht in der Tat grösstenteils einer Enklave, die der Staat Freiburg auf waadtländischer Erde besass, die sechs Kommunen umfasste. Das Territorium ist fast viereckig. Jede seiner Grenzen sind ungefähr 3,7 Kilometer und die im Osten und im Westen wie auch die im Süden und Norden fast parallel. Andererseits können die Grenzen, die in Richtung des Broye Tales führen, ohne Mühe ins römische topographische Netz eingefügt werden, das ab Avenches errichtet wurde.

Das scheint zu bestätigen, dass das so abgegrenzte Territorium seit langer Zeit bestand. Da man weiss, dass das Hochplateau, das sich zwischen Broye und dem Neuenburger See ausdehnt, schon sehr früh bevölkert wurde, ist es nicht möglich zu sagen, in welchem Zeitalter das herrschaftliche Zentrum gebildet wurde. Aus Überlieferungen wissen wir, dass Surpierre im 6. Jahrhundert ein Druckpunkt des Burgunder Königreichs war, und somit scheint es offensichtlich, dass ein solcher Standort, der einen wichtigen Verbindungsweg beherrschte, die Einrichtung eines Postens mit sich ziehen musste. Die Dokumente erwähnen allerdings ein Verteidigungswerk nur kurz vor der Mitte des 12. Jahrhunderts, ein Werk, das damals den edlen "Surpetra" gehörte, aber das früher gebaut worden sein musste. Bis heute ist es nicht möglich zu klären, ob es sich am Ort der künftigen Burg oder in seiner Umgebung befand.
Weitere Luftaufnahmen von Surpierre
In der Geschichte erscheint Surpierre erst im 13. Jahrhundert. Nachdem die Herrschaften von Cossonay die Herrschaft von diesem Namen erworben haben, machten sie daraus einen Winkelpfeiler ihres Territoriums, das sich damals zerstückelt von Mont-sur-Rolle bis Grandcour, in der Nähe von Estavayer, erstreckte. Wahrscheinlich liessen diesen Herrschaften das Schloss am Ende des 13. Jahrhunderts wiederaufbauen. Das derzeitige Schloss umfasst nur wenige Elemente von dem Vorgänger, wie den viereckigen Turm, wahrscheinlich ein Wohnturm, aufgestellt auf dem Rand des Hochplateaus, der das Broye Tal beherrschte. Heute noch enthält er eine Kapelle mit primären Spitzbogenstil, ebenso wie die Grundmauern des Wachtturmes, der etwas weiter hinten liegt, den Graben und den Zugang des Schlosses überwachte. Es ist gut vorstellbar, dass das zur Verfügung stehende Gelände, in Anbetracht der topographischen Bedingungen des Standortes, noch durch einige kleine handwerkliche Unternehmen und einigen Kommunen besetzt wurde. Um ihre Einwohner und die Bauern der Umgebung besser schützen zu können, gründeten die Herrschaften von Cossonay eine kleine befestigte Stadt innerhalb des Verteidigungswerkes. Es wurde zum ersten Mal in 1344 erwähnt, und war eine der letzten Gründungen dieser Art. Andere Familien lebten zweifellos am Fuss des felsigen Hügels unten im Broye Tal an der Stelle, wo sich heute das Dorf von Villeneuve befindet. Handelte es sich auch um eine mittelalterliche Stadtgründung? Mangels präziser historischer Auskünfte bleibt diese Frage offen. Ein kleiner kirchlicher Bereich dehnte sich ein wenig oberhalb des Schlosses aus, dort, wo noch heute die Kirche steht.
Ab dem Ende des 14. Jahrhunderts und während des 15. Jahrhunderts gab es mehrere Eigentümer des Schlosses Surpierre. Schliesslich unterlag es dem Prinzen Jacques aus Savoyen, Graf von Romont. Unter diesem wurde es in 1475 in den Burgund Kriegen involviert. Es wurde zur gleichen Zeit wie das Dorf verbrannt und nach dem Frieden wieder aufgebaut. Das kleine Dorf wurde andererseits aufgegeben. Obwohl man heute noch einige Überreste des 18. Jahrhunderts findet, ist jede Spur dieser Agglomeration verschwunden.
Nach der Eroberung des Waadtlandes durch die Berner in 1536 dehnte Freiburg seine Gebiete bis zu Surpierre aus, aber musste Bern die Arterie lassen, die der Broye entlangführt. Das Schloss, das somit in der so entstandenen Enklave stand, wurde das Zentrum einer kleinen Vogtei. Nach einem neuen Feuer beschlossen die Freiburger in 1544, das Werk umzubauen, um es besser an seine neuen Funktionen anzupassen. Mit Geschmack eingerichtet und komfortabeler gemacht, wurde das zentrale Gebäude der Wohnsitz der Vögte. Gleichzeitig entstanden mehrere Anhänge, und ein wenig später wurde ein prächtiges Tor neben dem mittelalterlichen Wachtturm aufgerichtet. Eine Zugbrücke überquerte den Graben.
Foto gegen 1920
Man kann eine gewisse Verwandtschaft zwischen diesem Werk und den Toren der drei Freiburger Vogtzentren von Romont, Rue und Attalens erkennen, die Tore wurden auch gegen das Ende des 16. Jahrhunderts oder zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichtet. Sorgfältig unterhalten und mit einem reizenden Garten verziert, verwandelte sich das Schloss Surpierre in ein prächtiges Herrenhaus im Laufe der Jahre.
1848 wurde die Landvogtei Surpierre dem neuen Broyebezirk zugeordnet und das Schloss verkauft. 1850 wurde es von Victor-Henri Leenhart-Imer, einem Kaufmann aus Marseille erworben.
Max Bürki kaufte es 1951 von der späteren Besitzerfamilie Delpech.
Bibliographie