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FIFA diskutiert über Katar-WM
- Donnerstag, 3. Oktober 2013, 15:10 Uhr
Das FIFA-Exekutivkomitee diskutiert am Donnerstag und Freitag in Zürich unter anderem über die an Katar vergebene WM 2022. Im Fokus stehen die Frage, ob die WM in den Winter verschoben werden soll, sowie jüngste Berichte über katastrophale Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen.
Erschreckende Berichte über unzumutbare Zustände auf WM-Baustellen haben zuletzt die Diskussion über die WM 2022 in Katar geprägt. Diese dürften auch in Zürich zur Sprache kommen, wenn FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke dem Exekutivkomitee ein «Update zu den Turniervorbereitungen» geben soll.
Verschiebung in Winter komplex
Der hauptsächliche Streitpunkt aus fussballerischer Sicht ist indes der Austragungszeitpunkt der WM. Aufgrund von Temperaturen um 50 Grad, die im Golfstaat im Sommer vorherrschen, ist eine Endrunde im Juni kaum durchführbar. Denn die in der WM-Bewerbung propagierte Kühlung der Stadien lässt sich aus ökologischen Gründen nicht umsetzen.
November, Dezember oder Januar?
Also braucht es Alternativen: FIFA-Präsident Sepp Blatter heisst eine Endrunde im November/Dezember gut, UEFA-Präsident Michel Platini favorisiert den Januar. In den Wintermonaten bewegen sich die Temperaturen im Wüstenstaat tagsüber bei angenehmen 25 Grad, nachts kann es auf bis zu 10 Grad abkühlen.
Bei Blatters Vorschlag würde die entscheidende Phase der WM mitten in die hektische Adventszeit fallen, allerdings gäbe es dann keine Terminkollisionen mit anderen Grossevents wie dem «Super Bowl» (2. Februar) oder den Olympischen Winterspielen (Februar).
Auch die FIS würde es begrüssen, wenn ihre Wintersportarten nicht im Januar während der «Hauptsaison» konkurriert werden, sondern in den Monaten zuvor.
Spielpläne müssten geändert werden
Das grösste Hindernis stellen allerdings die nationalen Verbände dar: England zum Beispiel zeigt keine Lust, am 26. Dezember auf den traditionellen «Boxing Day» zu verzichten. Bei einer WM im Winter müssten weltweit in sämtlichen Ligen die Spielpläne grundlegend neu gestaltet werden.
Um die WM 2022 in die kalte Jahreszeit zu verschieben, muss die FIFA zudem auch mit den TV-Rechte-Inhabern und zahlreichen Sponsoren eine Übereinkunft treffen.
Australien droht Klage an
Und als wäre das alles nicht schon genug, drohen der FIFA auch noch Klagen der im Bewerbungsverfahren unterlegenen Kandidaten, z.B. Australiens und der USA. Die Verbände möchten Projektausgaben in Millionenhöhe zurückerstattet erhalten, weil die damalige Ausschreibung nur für eine WM im Sommer gegolten hat.
Über die Beschlüsse des FIFA-Exekutivkomitee wird die Öffentlichkeit nicht vor Freitagmittag informiert werden.