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Kurz vor dem Kinostart der mit Spannung erwarteten «Black Panther»-Fortsetzung gibt Regisseur Ryan Coogler (36) Einblicke in sein letztes Gespräch mit Chadwick Boseman (1976-2020). Er habe ihn damals angerufen, um ihn zu fragen, ob er das Drehbuch des zweiten «Black Panther»-Films lesen wolle, erinnerte sich Coogler in einer Episode von «Wakanda Forever: The Official Black Panther Podcast». «Das war das letzte Mal, dass wir miteinander gesprochen haben», so der 36-Jährige. «Er ist ein paar Wochen nach der Fertigstellung gestorben». Boseman erlag im August 2020 im Alter von nur 43 Jahren einem Darmkrebsleiden.
«Ich konnte sehen, dass er sich hinlegte, als wir sprachen», erklärte Coogler sichtlich bewegt weiter. Seine Frau Taylor Simone Ledward habe Boseman während des Gesprächs «rausgeschmissen, er wollte nicht, dass sie etwas hört, was ihn in Schwierigkeiten mit seinem NDA bringen könnte», so der Filmemacher. «Sie wollte nicht gehen. Ich wusste, dass etwas nicht stimmte.»
Filmstar wollte Skript der Fortsetzung nicht lesen
Der verstorbene Schauspieler habe sich demnach geweigert, das Skript der Filmfortsetzung zu lesen, da er den Notizen des Studios nicht in die Quere kommen wollte. «Ich fand später heraus, dass er zu müde war, um irgendetwas zu lesen.» Bei dem letzten Gespräch ging es auch um Bosemans Pläne für seine Hochzeit. «Er sprach darüber, wie viele Leute kommen würden», so Coogler. Boseman fragte Coogler auch nach seinem Kind, nachdem er nicht an der Babyparty des Regisseurs und seiner Frau Zinzi Evans teilnehmen konnte.
Einige Wochen später erhielt Coogler schliesslich einen Anruf von seinem Manager Charles King, der ihn über den Tod von Boseman informierte. Er habe es nicht glauben wollen, also habe er Denzel Washington (67) angerufen. «Wir dachten, es könnte ein Gerücht sein». Also habe er Boseman eine SMS geschrieben. «Ich wollte es einfach nicht wahrhaben», so Coogler. «Alles an Chad war einzigartig. Wie er lebte und wie er starb, war einzigartig.»
Coogler erwog Karriere-Ende nach Bosemans Tod
Coogler führte bisher bei «Nächster Halt: Fruitvale Station» (2013), «Creed» (2015) und dem ersten «Black Panther»-Film (2018) Regie. Bei der Fortsetzung «Black Panther: Wakanda Forever» ist er wieder verantwortlich, dachte aber nach Bosemans Tod zwischenzeitlich an ein Karriere-Ende. In einem Interview mit «Entertainment Weekly» sagte er im Oktober, dass er sich nicht sicher gewesen sei, ob er nach Bosemans Tod weiter Filme machen könne. «Ich war an einem Punkt, an dem ich dachte: ‹Ich ziehe mich aus diesem Geschäft zurück.› Ich wusste nicht, ob ich noch einen weiteren Film machen könnte», schilderte der Filmemacher. Gerade einen weiteren «Black Panther»-Film habe er sich nicht vorstellen können, «es tat zu sehr weh».
In den Tagen nach Bosemans Tod ging Coogler dann «viele unserer Gespräche durch, die wir gegen Ende seines Lebens geführt hatten, als mir klar wurde, dass es das Ende seines Lebens war». Der Regisseur beschloss, «dass es mehr Sinn machte, weiterzumachen». Er fügte hinzu: «Es gibt diese Vorstellung von Trauer und intensiven Emotionen, die in Wellen kommen. Manchmal kann eine Welle einen so mitreissen, dass man die Kontrolle darüber verliert. Man denkt, man hat die Kontrolle, aber das Wasser kann einen immer wieder daran erinnern, dass man sie nicht hat.»
«Black Panther: Wakanda Forever» kommt am 9. November in die Kinos.