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In ihrem Media-Update von gestern Nachmittag informierte die Gemeinde Bregaglia, dass nach der Bergsturz-Tragödie auch die Ortsteile Spino und Sottoponte für mindestens zwei Monate unbewohnbar seien.
Die Ortsteile Spino und Sottoponte der Gemeinde Bregaglia wurden der so genannten «roten Zone» im Evakuierungsplan zu den aktuellen Murgängen zugeordnet. Dies gab die Gemeinde Bregaglia am Montag bekannt. Dies bedeutet, dass diese Zonen von jedem weiteren Murgang akut gefährdet sind. Die Gebäude werden voraussichtlich zwei oder mehr Monate nicht bewohnt werden können.
«Schon ein nächster Schub eines Murganges kann die Gebiete der blauen und roten Zone akut gefährden», erklärte Martin Keiser vom Amt für Wald und Naturgefahren vor den Medien in Promontogno. Bevor diese Gebiete wieder bewohnt werden können, müssten weitergehende Schutzmassnahmen getroffen werden. «Das Rückhaltebecken für Murgänge und das Flussbett der Maira müssen weitgehend leergeräumt sein, so dass Platz für grosse Mengen Murgangmaterial entsteht und das Flussbett der Maira wieder auf seinem ursprünglichen Niveau verläuft.
«Ich musste die Bewohner von Spino und Sottoponte heute leider informieren, dass sie für mindestens zwei Monate nicht in ihren Häusern werden wohnen können», bedauerte Gemeindepräsidentin Anna Giacometti. Auch in Bondo können die Gebäude in der blauen, also bereits überschwemmten, und in der roten Zone frühestens in zwei Monaten wieder bewohnt werden. «Für die Bewohner ist das schlimm, aber wir tun alles, sie in dieser misslichen Lage zu unterstützen», sagte Anna Giacometti. Am Mittwoch würden die evakuierten Bewohner von Spino und Sottoponte erstmals begleiteten Zugang zu ihren Häusern erhalten. Sie würden morgen Dienstag genauer zu den Modalitäten informiert.
Der Projektleiter für die Wiederherstellung, Gian Cla Feuerstein vom Amt für Wald und Naturgefahren, erläuterte die aktuellen Arbeiten. Neben der praktisch abgeschlossenen Sicherung der alten Kantonsstrasse vor Unterspülung durch die Maira werde zurzeit die Brücke der neuen Kantonsstrasse freigelegt und diese Strasse als Baupiste zur Deponie unterhalb von Bondo hergerichtet. «Erst dann können wir wieder mit der Räumung des Auffangbeckens beginnen. Weil der Murgang vom letzten Donnerstag wieder sehr viel Material ins Becken brachte, wird die Räumung bei besten Verhältnissen mindestens zwei Monate dauern.» Der Zugang zu Bondo für die Bewohner ist frühestens ab Donnerstag möglich, da auf der Zufahrtsachse zurzeit noch zahlreiche schwere Baumaschinen im Einsatz stehen.
«Sofern die Häuser der roten und blauen Zone statisch sicher sind, können die Bewohner sie unter Begleitung von Einsatzkräften betreten», erklärte Martin Bühler vom Amt für Militär und Zivilschutz, der die Ereignisbewältigung im Führungsstab der Gemeinde leitet. «Aus Sicherheitsgründen müssen sie die rote oder blaue Zone jederzeit innerhalb von vier Minuten verlassen können. Diese Möglichkeit bedingt Tageslicht und gute Sicht im Gebiet des Piz Cengalo und dem Val Bondasca.»
In Bondo, Spino und Sottoponte gibt es bis auf Weiteres keine Strom- und Wasserversorgung. Die Festnetztelefonie ist in Teilen von Promontogno, Bondo, Spino und Sottoponte bis auf Weiteres nicht gewährleistet.
Verkehrshinweise:
– Die Strasse Castasegna–Spino–Soglio wurde am Montag um 14:00 Uhr wieder geöffnet.
– Die Kantonsstrasse H3 (Maloja) bleibt zwischen Spino und Promontogno bis mindestens Mittwoch gesperrt.
(Bilder: Kapo Graubünden/Karten)