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Triumph für Stan Wawrinka am US Open in New York! Der 31-jährige Waadtländer bezwingt im Final in Flushing Meadows den Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien 6:7 (1:7), 6:4, 7:5, 6:3.
Die Vorentscheidung zugunsten Wawrinkas fiel nach exakt drei Stunden Spielzeit, als er im hart umkämpften, 76 Minuten dauernden dritten Satz beim Stand von 6:5 und Aufschlag Djokovic seine erste Chance zum Satzgewinn resolut nutzte und damit den Widerstand des Serben brach.
Zu Beginn des vierten Durchgangs schaffte Wawrinka sogleich das Break zum 2:0. Djokovic versuchte zwar noch einmal alles, liess sich zweimal vom Physiotherapeuten an den Füssen behandeln, die Wende schaffte er aber nicht mehr. Nach 3:55 Minuten verwertete Wawrinka im Arthur-Ashe-Stadion, dem grössten Tennis-Stadion der Welt, vor den Augen seiner Familie sowie seiner Freundin Donna Vekic, die neben Coach Magnus Norman in der Box Platz genommen hatten, seinen zweiten Matchball.
Tränen vor dem Spiel
Nach dem Spiel machte er ein verblüffendes Geständnis. "Vier oder fünf Minuten vor Matchbeginn, während der letzten Besprechung mit Magnus (Norman, Wawrinkas Coach; d. Red.), liefen mir plötzlich die Tränen herunter." Er sei unheimlich nervös gewesen und habe den Druck gespürt, diesen Final unbedingt gewinnen zu wollen. Dabei war er mit eher geringen Erwartungen nach New York gekommen, nachdem er seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio wegen Rückenschmerzen absagen musste. In der Woche vor dem Turnier habe er aber eine seiner besten Trainingswochen überhaupt gehabt.
Dennoch musste er sich von Spiel zu Spiel steigern. Wawrinka gewann als erster Spieler seit Djokovic 2011 (im Halbfinal gegen Roger Federer) das US Open, nachdem er einen Matchball abwehren musste (in der 3. Runde gegen Daniel Evans). "Es braucht immer auch ein wenig Glück", stellte er fest. Vor allem aber brauchte es die richtige Einstellung und die nötige Fitness bei meist grosser Hitze und Luftfeuchtigkeit. "Ich habe gegen Del Potro, Nishikori und Djokovic extrem leiden müssen." Er habe seine Grenzen, zu was er körperlich fähig sei, nach oben verschoben. Und vor allem: Wawrinka zeigte seinen Gegnern in keiner Phase, wie sehr er litt.
Für den Romand, die Nummer 3 der Welt, war es der dritte Grand-Slam-Titel nach dem Sieg am Australian Open 2014 in Melbourne und dem Erfolg am French Open in Paris 2015 - und dies, nachdem Wawrinka in der 3. Runde gegen den Briten Daniel Evans einen Matchball abgewehrt hatte. Für den Sieg erhielt der Waadtländer 3,5 Millionen Dollar Preisgeld, zudem sicherte er sich die Teilnahme an den ATP-Finals im November in London.
Djokovic, der im Final nur drei seiner 17 Breakchancen zu nutzen vermochte, kassierte in seinem siebten Final in New York die fünfte Niederlage. 2011 und 2015 gewann der Weltranglisten-Erste, der bei zwölf Major-Siegen stehen bleibt, das Turnier.
Wawrinka setzte mit seinem fünften Erfolg im 24. Duell mit Djokovic seine eindrückliche Siegesserie in Finals fort. Der Triumph in Flushing Meadows war der elfte in Folge in einem Endspiel. Wawrinka ist der dritte Schweizer, der das Turnier im New Yorker Stadtteil Queens zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Martina Hingis holte den Titel 1997, Vorjahresfinalist Roger Federer gewann das vierte und letzte Major-Turnier des Jahres in den Jahren 2004 bis 2008 fünf Mal in Serie.
sda-ats