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Nur fünf Minuten lang lag Belinda Bencic (WTA 10) gegen Camila Giorgi (WTA 70) in Rückstand. Danach kontrollierte die 25-jährige Schweizerin ihre sechs Jahre ältere Gegnerin aus Macerata meistens. Im zweiten Satz führte Bencic immer, obwohl die Italienerin erneut zuerst aufschlagen durfte. Wenn es in ihrem 100-minütigen dritten Auftritt einen Schönheitsfehler gab, dann den, dass Bencic im zweiten Satz zweimal den Aufschlag abgab und eine 5:3-Führung verspielte.
Bencic war aber ihrer Gegnerin fast in allen Belangen überlegen. Sie schlug zwar weniger hart auf als Giorgi, dafür aber viel platzierter (19:14 direkte Punkte mit dem Service). Der Schweizerin unterliefen weniger Fehler. Und nur in langen Ballwechseln erspielte sich Giorgi Vorteile. Das nützt aber nicht viel, wenn von 132 Punkten bloss 10 Ballwechsel halbwegs länger dauern (mehr als neun Schläge).
Dabei ist Camila Giorgi gewiss keine Gegnerin, die man auf die leichte Schulter nehmen kann. Sie passt perfekt ins Profil jener Spielerinnen, die Bencic in der Vergangenheit an Major-Turnieren im Weg gestanden sind. Giorgi gehörte schon zu den Top 30, sie gewann vor anderthalb Jahren das WTA-1000-Turnier in Montreal, und sie schlug in ihrer Karriere schon 16 Top-10-Spielerinnen.
Belinda Bencic, die diese Woche nach 15 Monaten wieder unter die besten zehn Spielerinnen zurückgekehrt ist, steht zum ersten Mal seit dem US Open 2021 wieder in der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers. Damals am US Open zählte sie als frisch gekürte Olympiasiegerin ebenfalls zu den Mitfavoritinnen. Sie besiegte in New York Jessie Pegula (3. Runde), Iga Swiatek (Achtelfinal) und verlor im Viertelfinal gegen die Britin Emma Raducanu 3:6, 4:6, die danach sensationell als Weltnummer 150 das Turnier gewann.
In Melbourne geht es für Belinda Bencic am Montag weiter - gegen die Weissrussin Aryna Sabalenka (WTA 5), die vor zwei Wochen das erste WTA-Turnier in Adelaide gewonnen hat (Bencic gewann das zweite). Gegen Sabalenka (1:1 Bilanz) siegte Bencic vor vier Jahren im letzten Duell auf dem Weg zum Turniersieg in Dubai. Aryna Sabalenka schaffte vor Jahren unter Trainer Dimitri Tursunow den Aufstieg in die Weltspitze. Seit Oktober betreut Tursunow Bencic.
(sda)