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Vegetationsentwicklung im Gletschervorfeld
Der Vergleich der Aufnahmen von 1985 (jeweils oben) und 2002 (jeweils unten) zeigt insbesondere das Wachstum der Lärchen (Larix decidua) und Arven (Pinus cembra), zum Teil auch von Weiden (Salix sp.) und Grünerlen (Alnus viridis).
Gletscherstand 1900
Die grosse Lärche im Vordergrund ist nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite gewachen!
Gletscherstand 1920
17 Jahre im Leben einer Arve (links von der Strasse) und Lärchen (rechts)!
Gletscherstand 1940
Wandel einer «Moränenlandschaft mit Lärchen» zu einem «offenen Lärchenwald mit Felsblöcken».
Gletscherstand 1950
Der Gletscher wird wegen Schwund und dem Wachstum der Lärchen unsichtbar.
Gletscherstand 1960
Die höchsten Büsche im Vordergrund sind Bergweiden.
Gletscherstand 1970
Beachte den massiven Schwund der Gletscherzunge!
Bei den jeweiligen Gletscherständen wurden die Höhen der grössten Lärchen und Arven (Pinus cembra) abgeschätzt. Mehrere Schätzungen wurden gemittelt und im Diagramm links dargestellt. Daraus ergibt sich: Die Arve hat viel länger als die Lärche, um sich in neuem Gelände zu etablieren. Sie braucht gegen 40 Jahre, um sich anzusiedeln. Demgegenüber tritt die Lärche bereits auf Flächen auf, die seit nur etwa 10 Jahre eisfrei sind. Nach etwa 100 Jahren erreichen die beiden Baumarten die gleiche Höhe.
Es wurde auch der Grad der Bodenbedeckung durch die Vegetation geschätzt, wobei wiederum mehrere Werte gemittelt wurden. Stellen mit grossen Felsblöcken (>0.4m) wurden gemieden. Die Bodenbedeckung erreicht nach einem Jahrhundert (Gletscherstand von 1900) 85%. Sie ist auch im Bereich ausserhalb der Moränen der Kleinen Eiszeit (<1900) nicht wesentlich höher. Erwartungsgemäss sinkt der Bedeckungsgrad in Gletschernähe, doch gibt es selbst im Gelände, das erst seit zwei Jahren eisfrei ist, erstaunlich viele Pionierpflanzen.
Morteratsch und Vulkan Mount St. Helens
Die Idee, die Entwicklung der Vegetation im Gletschervorfeld zu dokumentieren entstand am Vulkan Mount St. Helens, USA. Bei dessen Ausbruch von 1980 wurden grosse Waldflächen vernichtet. 1988 fotografierte J. Alean den Stand der beginnenden Wiederbesiedlung durch die Vegetation. 2001 wurden die Aufnahmen wiederholt. Vergleiche auf STROMBOLI ON-LINE, Abschnitt Mt. St. Helens, Kapitel «Neues Leben». Die Baumgrenze ist am Mount St. Helens auf etwa 1500m.ü.M also tiefer im Engadin.
|Bildqualität: Die Aufnahmen von 1985 sind auf schlechteres Filmmaterial belichtet und mussten deshalb stark bearbeitet werden, um den Bildvordergrund besser sichtbar zu machen. Das eregibt etwas unnatürliche Farben. Dies wurde zugunsten einer best möglichen Sichtbarkeit der Pflanzen in den alten Bildern in Kauf genommen.|