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1922 – heute: Ein historischer Rückblick
Das Restaurant Flüebödeli kann auf eine lange, bewegte Geschichte zurückblicken. Während dem Bau des Staudammes im Innerthal zwischen 1922-1925 kam die Idee auf, eine Baukantine an der Wägitalerstrasse zu erstellen. So entstanden an verschiedenen Streckenteilen von Siebnen ins Wägital etliche Baubaracken mit Kantinenbetrieb, wo sich die Bauarbeiter verpflegen konnten. Die letzte davon steht heute noch und heisst Restaurant Flüebödeli.
Karoline Züger-Trefzer war es, die im Jahr 1922 mit ihrem Ehemann Beda die Idee einer Kantine in die Tat umsetzte und während 25 Jahren das damalige Flüebödeli bewirtete. Nebst den vielen Arbeiten im und ums Restaurant widmete sie sich auch der Familie. Es stammen vier Kinder aus dieser Ehe.
Mit dem Sohn Alfred verheiratete sich Julia Stocker, welche sich als ideale Nachfolgerin von Karoline entpuppte. Sie bewirtete das Flüebödeli ebenfalls 25 Jahre lang. Ihr Mann arbeitete als Sägerei-Arbeiter bei der Sägerei Ziltener im Vorderthal und konnte so die zusätzlich nötigen Rappen zur Ernährung der 5 Kinder beisteuern.
Die Situation, dass Julia Züger-Stocker auf Hilfe im Restaurant angewiesen war, führte dazu, dass ihreTochter Klara (Klärli) Züger sich in den Dienst des elterlichen Betriebes stellte. Aufgrund der Müdigkeits-Erscheinungen der Mutter, wurde ihr die Weiterführung des Restaurants Flüebödeli am 1. August 1972 offiziell übertragen. In den ersten Jahren wohnte die gelernte Damenschneiderin mit Ehemann Sepp und ihren vier Kindern an der Zürcherstrasse in Siebnen. Durch den Hinschied ihrer Mutter im Jahr 1974 mussten nebst dem Gastbetrieb zwei Haushaltungen besorgt werden. So wusste auch ihr Vater Alfred (gestorben 1982) die Dienste von Klärli zu würdigen.
Nach einigen Jahren der Doppelbelastung entschlossen sich Klärli und Josef Schönbächler-Züger, langjähriger Mitarbeiter der Möbelfabrik Rüttimann in Siebnen, den Wohnort offiziell ins Flüebödeli zu verlegen. Dies ermöglichte auch die Selbständigkeit der vier Kinder, welche aus dieser Ehe entstanden sind.
Während den über 30 Jahren, in denen Klärli und Josef das Flüebödeli bewirteten, kam es immer öfters vor, dass Tochter Edith Kälin-Schönbächler als teilzeitangestellte Serviertochter die Gäste verwöhnte. Die gelernte Kindergärtnerin verstand es, mit viel Charme und Witz eine noch familiärere Stimmung ins Restaurant zu zaubern und wurde so zu einem nicht wegdenkbaren Bestandteil der Flüebödeli-Crew. Ihr Mann Sepp arbeitete als angesehener Primarlehrer in Galgenen, und die 3 Kinder verbrachten einen Grossteil ihrer Jugend im Flüebödeli.
Als Josef Schönbächler im März 2004 nach einer schweren Erkrankung im Alter von 81 Jahren verstarb, musste man sich langsam aber sicher um die Nachfolgeregelung im Flüebödeli kümmern. Eins führte zum anderen, Tochter Edith kaufte mit ihrem Mann Sepp im Jahr 2006 das Flüebödeli und wirtet dort offiziell seit dem 01.01.2007. Da ihre 3 Kinder schon seit längerer Zeit „ausgeflogen“ sind, wurde dann auch der Wohnort kurzerhand ins Flüebödeli verlegt.
Gleichzeitig startete man mit dem Umbau des renovationsbedürftigen Flüebödelis ein Grossprojekt, welches Anfang 2009 fertig gestellt wurde. Seither erstrahlt das Flüebödeli in neuem Glanz, mit vergrössertem Saal und zeitgemässer Infrastruktur. Im Obergeschoss wurde für Klärli Schönbächler eine gemütliche Wohnung eingerichtet, in der sie ihren Lebensabend verbrachte. Klara Schönbächler-Züger verstarb am 31. Oktober 2014 im Alter von 89 Jahren.
Auch heute noch geht die Familiengeschichte im Flüebödeli munter weiter. So übernimmt Edith und Josefs ältester Sohn Philip ab und an das Zepter in der Küche. Der gelernte Koch steht schon seit längerem beim traditionellen Röschti-Obig hinter dem Herd und bringt auch bei grösseren Banketten immer mal wieder seine grosse Erfahrung auf die Teller.
Es ist viel geschehen, und einiges hat sich verändert in den vergangenen 90 Jahren. Was aber über all die Jahre gleich blieb, ist die fürsorgliche Gästebewirtung, die familiäre, heimelige Atmosphäre und die feine Küche im Restaurant Flüebödeli.