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Kultur
Robin Hood lebt
Die dritte Staffel der Fernsehserie "Robin Hood" aus dem Jahre 1986 knüpft an die an dieser Stelle bereits besprochenen ersten beiden Staffeln der Serie an, weist jedoch auch einige bedeutende Änderungen auf.
Zuerst fällt natürlich der Wechsel des Hauptdarstellers ins Auge: Michael Praed wurde für diese dritte, und nunmehr aus 13 Folgen bestehende Staffel durch Jason Connery, den Sohn von Sean Connery ersetzt. Dass dies dem Zuschauer eine deutliche Umgewöhnung abverlangt, ist selbstverständlich, doch wurde dieser Wechsel des Hauptdarstellers geschickt genutzt, gleichzeitig das Mysterium des Fortlebens des Mythos" Robin Hood plausibel zu machen: Nachdem Robin of Locksley am Ende der zweiten Staffel von den Männern des Sheriffs getötet wurde, übernimmt nun Jason Connery als Robert of Huntingdon diese Rolle des Hooded Man, und wächst auch in der Serie erst in diese Rolle eines "neuen" Robin Hood hinein.
Und auch sonst sind die einzelnen Episoden inhaltlich durchaus ansprechend, wenn sie bei dieser Staffel auch nicht alle aus der Feder von Richard Carpenter stammen. Zwar werden teilweise etwas überzogene, unwahrscheinlichere und deutlicher mystisch angehauchte Aspekte integriert, doch scheint es eher bemerkenswert, dass die Geschichten auch nach insgesamt 26 Folgen immer noch unterschiedlich und unterhaltsam sind - geht es doch letztlich immer um die eine Grundidee des Kampfes zwischen Robin Hood und dem Sheriff of Nottingham bzw. seinem bewaffneten Arm, Sir Guy of Gisburne.
Auch für diese Staffel gilt, was schon für die ersten beiden geäußert wurde, nämlich dass es sich um alles in allem sehr ansprechende Kostüme und eine durchaus realistisch anmutende Szenerie handelt, wenn man von einigen Feinheiten absieht, wie beispielsweise der Darstellung von Nottingham Castle als einer deutlich frühneuzeitlich geprägten Burg oder unterirdischen Fluchtgängen von enormen Ausmaßen.
Ein Kritikpunkt, der - wie bei den ersten beiden Staffeln - nicht verschwiegen werden darf, ist natürlich die teilweise recht bescheidene Bild- und Tonqualität der ursprünglich analogen Aufnahmen. Auch diesmal sind die in der deutschen Fassung herausgeschnittenen Szenen - mit deutschen Untertiteln versehen - im englischen Original in der jeweiligen Folge integriert - gewöhnungsbedürftig, aber nicht zwingend negativ.
Was Gestaltung und Zusammenstellung dieses aus vier DVDs bestehenden Sets anbelangt, darf man Koch Media wieder Anerkennung und Dank aussprechen für eine geschmackvolle Aufmachung und ein informatives Beiheft, aber auch für äußerst reichhaltiges und sowohl unterhaltsames als auch interessantes Bonusmaterial wie Making-of, Outtakes, Interviews aber auch reichhaltige Bildergalerien. Kurzum: Dem Fan der Serie wird hier alles geboten, was er sich erhoffen konnte, und dem an der Person Robin Hood und seiner Rezeption Interessierten eröffnet sich die Möglichkeit, nicht nur eine Kultserie der 80er Jahre für sich zu entdecken, sondern auch eine gelungene Aufbereitung des Mythos" Robin Hood.