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Eine US-Krankenpflegerin, die nach ihrem Einsatz in Sierra Leone in New Jersey gelandet war, will der New York Times zufolge ihre Zwangsquarantäne gerichtlich anfechten. Kaci Hickox sei nach der Ankunft erst stundenlang verhört und dann in einem Zelt vor der Uniklinik Newark untergebracht worden, schilderte sie dem Sender CNN.
Dort soll sie 21 Tage ausharren, obwohl CNN zufolge zwei Bluttests inzwischen ergaben, dass sie frei von Ebola ist. Drei Wochen entsprechen der höchstmöglichen angenommenen Inkubationszeit für die Erkrankung.
Sie sei zeitweise «wie eine Kriminelle» behandelt worden, schreibt Hickox in einem Gastbeitrag der Dallas News. «Ich sass alleine im Isolationszelt und dachte an meine vielen Kollegen, denen die selbe Tortur drohte.» Gegenüber dem Wall Street Journal bezeichnete Hickox ihre Behandlung als «wirklich unmenschlich».
Die US-Regierung hat laut einem Medienbericht Bedenken gegen die Zwangsquarantäne für Ebola-Ärzte und andere Helfer, die aus Westafrika nach New York und New Jersey zurückkehren. Sie befürchtet, dass sich deshalb weniger Helfer zur Verfügung stellen könnten.
Die Regierung von Präsident Barack Obama habe ihre Befürchtungen den Gouverneuren beider Bundesstaaten, Andrew Cuomo und Chris Christie, mitgeteilt, berichtete die «New York Times» am Sonntag. Sie möchte eine Modifikation der Vorschriften erreichen.
Die beiden Gouverneure hatten eine dreiwöchige Isolation für Helfer von Ebola-Kranken verfügt. Die neue Vorschrift gilt für Personen, die auf dem Flughafen JFK in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten New Jersey landen.
Es waren aber Besorgnisse laut geworden, dass eine Zwangsquarantäne bei der Rückkehr Ärzte und Pfleger aus den USA davon abhalten könnte, Ebola-Kranken in Westafrika dringend nötige Hilfe zu leisten.
Die Bedenken spiegelten sich auch in einer Mitteilung des Weissen Hauses nach einem Treffen Obamas mit seinen Beratern in der Ebola-Krise am Sonntag wider. Demnach betonte der Präsident, dass die zu treffenden Massnahmen für rückkehrende Helfer auf der Basis bester medizinischer Erkenntnisse erfolgen müssten.
Er habe aber auch unterstrichen, dass diese Massnahmen in Betracht ziehen müssten, dass die Helfer ein «unerlässliches Element» bei der Bekämpfung der Krankheit an deren Wurzel seien und daher so getroffen werden sollten, «dass sie diese Helfer nicht unnötig von ihrem Dienst abschrecken.»
Der New Yorker Gouverneur Cuomo lockerte nach Angaben der Zeitung am späten Sonntagabend die Regeln leicht. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigten, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhielten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Samstag mitgeteilt, dass mittlerweile insgesamt mehr als 10'100 Menschen an der Seuche erkrankt und über 4900 davon gestorben seien. Experten gehen zudem weiterhin von einer hohen Dunkelziffer aus. (sda/dpa)