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(Yersin, 1858)
- DE: Alpenschrecke
- EN: Small Alpine Bush-cricket
- FR: L' Analote des Alpes | La Decticelle montagnarde
- Syn.: No synonym!
Morphologie
Die Grundfarbe von Anonconotus alpinus variiert von grün bis braun und ist besonders auf der Rückenseite ausgeprägt. An den Körperseiten und im Kopfbereich sind Übergänge zu hellgrauen bis gelblichen Partien vorhanden. Hellen Farbtöne überwiegen auf der Körperunterseite. Von der Fühlerbasis verläuft ein schwarzes Band bis in die vordere Hälfte des Hinterleibs, wo es meist in Flecken aufgelöst ist. Dieses schwarze Band kann fehlen oder ist nur schwach ausgeprägt. Die kurzen Fühler sind etwa körperlang, hellbraun und gegen die das Ende dunkler gefärbt. Die Oberfläche der Halsschild-Oberseite ist unregelmässig gerunzelt und mit feinen Grübchen durchsetzt. Die Halsschild-Seitenlappen tragen am Unterrand einen hellen, weissen Saum. Die weissen Flügel ragen nur wenig unter dem Halsschild hervor, beim Weibchen sind sie auf Flügelschuppen reduziert, bei den Männchen überlappen sie sich auf dem Rücken. Die sehr kurzen und kräftigen Hinterschenkel sind rötlich oder bräunlich und besitzen schwarze Knie. Die kurzen Cerci sind am Ende nach innen gebogen und laufen in einen kräftigen und spitzen Endzahn aus. Die Legeröhre des Weibchens wird gegen die Spitze dunkler und ist gleichmässig, leicht nach oben gebogen.
Gesang
Die Lautäusserungen von Anonconotus alpinus sind nur bei Sonnenschein zu hören. Die Männchen singen vorwiegend, wenn sie auf einen Artgenossen stossen, bevor sie ein Weibchen anspringen, während oder auch nach der Paarung. Studien an Anonconotus-Arten haben gezeigt, dass die Männchen vor allem nach der Paarung singen. Die Funktion dieses Gesangsmusters ist jedoch unbekannt. Wenn sich zwei Männchen begegnen, sind ähnliche, jedoch kürzere Verse zu hören. Der leise Spontangesang von isolierten Männchen besteht aus Versen, die ca. alle 4-30 s wiederholt werden. Diese einzeln geäusserten Verse dauern 1-6 s und bestehen aus 20-150 Silben. Das Frequenzspektrum zeigt ein Maximum zwischen 20 und 40 kHz.
Werbegesang von Anonconotus alpinus - AT, Vorarlberg, Stuben, 21°C (Aufnahme Bruno Keist).
Spontangesang von Anonconotus alpinus, aufgenommen mit dem US-Detektor. Im Hintergrund hört man Metrioptera saussuriana - CH, BE, Boltigen im Simmental, 27°C, sonnig.
Verbreitung
Die Verbreitung von Anonconotus alpinus beschränkt sich auf den Alpenbogen. In der Schweiz kommt sie in den Berner, den westlichen Walliser und den Waadtländer Alpen vor. Die nächsten östlichen Vorkommen befinden sich in St. Anton am Arlberg. Im Westen schliesst das Schweizer Verbreitungsgebiet nahtlos an Vorkommen in Frankreich und Italien an.
Aufgrund taxonomischer Schwierigkeiten und der unklaren Artzugehörigkeit einiger Vorkommen der Gattung Anonconotus zeigt diese Verbreitungskarte für das Osttirol sowie die französischen und italienischen Alpen nicht den aktuellsten Wissensstand auf und ist daher mit Vorsicht zu interpretieren.
This map is based on occurrence records available through the GBIF network and may not represent the entire distribution.
Phänologie & Lebensweise
Anonconotus alpinus tritt ab Ende Juli ausgewachsen auf und kann bis in den Oktober beobachtet werden.
Die Anonconotus-Arten zeigen ein sonderbares Paarungsverhalten. Die Männchen von Anonconotus alpinus singen im Gegensatz zu den anderen Langfühlerschrecken vorwiegend nach der Paarung. Aus geringer Distanz springt das Männchen das Weibchen an und bringt sich in die für Laubheuschrecken typische Paarungs-Position, in dem es sich kopfüber an der Legeröhre des Weibchens festhält. Bei der Paarung kommen die kräftigen Cerci zum Einsatz, mit denen sich die Männchen am Hinterleib des Weibchens festhalten.
Lebensraum
Anonconotus alpinus besiedelt wärmebegünstigte Alpweiden oberhalb von 1000 m. Die Vegetation ist niederwüchsig, locker und meist mit offenen Fels- oder Steinpartien, Wacholder und Zwergsträuchern durchsetzt.
Gefährdung & Schutz
Anonconotus alpinus kommt in der Schweiz relativ selten und lokal vor. Die grösste Gefährdung geht von veränderter Bewirtschaftung aus. Die Aufgabe der Beweidung führt zu aufkommender Buschvegetation oder zur Ausbreitung von Zwergsträuchern, die den Lebensraum ungünstig beschatten.
- CH: VU (Verletzlich)
- DE: Abwesend
- AT: DD (Ungenügende Datengrundlage)
- Europa: LC (Nicht gefährdet)
Ähnliche Arten
In der Schweiz und Österreich kann Anonconotus alpinus kaum verwechselt werden. Im besiedelten Lebensraum kommen keine ähnlichen Arten vor. Allerdings ist in den französischen und italienischen Alpen grösste Vorsicht bei der Bestimmung geboten, da hier weitere ähnliche Arten der Gattung Anonconotus vorkommen. Die ähnlichen Arten, die nachfolgend aufgelistet sind, sollten bereits aufgrund vom Habitus und der Zeichnung gut unterschieden werden können. Da die Männchen nur sporadisch singen, ist der Gesang für die Bestimmung wenig hilfreich. Der Gesang erinnert im Klang etwas an jenen von Omocestus haemorrhoidalis.