Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03469.jsonl.gz/2514

…aber ein grosser für die Menschheit. Etwa so lautete Neil Armstrongs Kommentar, als er (angeblich) auf der Mondoberfläche aufsetzte. In den USA galt der wortkarge Astronaut, der öffentliche Auftritte und Interviews nach Möglichkeiten mied, fortan als Held: Nun ist er am vergangenen 25. August an den Folgen einer mehrfachen Bypass-Operation gestorben.
Der erste Mensch auf dem Mond
Eigenen Worten zufolge bekundete Armstrong nur Glück, damit er als erster seinen Fuss auf die staubige Mondoberfläche setzen konnte. Gemeinsam mit Buzz Aldrin und Michael Collins gehörte er der Mannschaft der Mission Apollo 11 an, welche bei Bekanntgabe dieser Mission noch nicht im Klaren war, dass sie die erste bemannte Mondlandung durchführen werden. Als die Saturn V mit der Raumkapsel an der Spitze am Kennedy Space Center in Cape Canaveral startete, war klar, dass Armstrong der erste Mensch auf dem Mond sein wird, Aldrin der zweite und dass Michael Collins trotz seiner Beteiligung an der Mission nur für Raumfahrtinteressierte ein Begriff bleiben wird und keine Berühmtheit wie seine beiden Kollegen erlangen wird.
Für Neil Armstrong war Apollo 11 der zweite Flug in All, der Koreakrieg-Veteran war zuvor als Kommandant des Gemini 8-Fluges tätig, in dem erstmals eine erfolgreiche Kopplung zwischen Raumkapsel und Satellit im All vollzogen wurde. Da es jedoch Probleme gab, war Gemini 8 der erste Raumflug, der vorzeitig abgebrochen wurde, so dass Armstrong auch an der ersten erfolgreichen Notlandung beteiligt war.
Am 21. Juli 1969 um 02:56:20 Uhr UTC betrat Armstrong, sechs Stunden nach der erfolgreichen Landung (The eagle has been landed) die Mondoberfläche und sprach den ebenso berühmten Satz: That’s one small step for man, one giant leap for mankind!. 600 Millionen Fernsehzuschauer in aller Welt wurden Zeuge, wie Armstrong diesen Schritt vollbrachte, er wurde von einer Fernsehkamera am Fusse der Landefähre Eagle und von Buzz Aldrin selbst gefilmt.
In der Aufregung vergass er, den Volkal a zwischen for und man zu sprechen, so dass die deutsche Übersetzung für den Menschen statt wie vorgesehen für einen Menschen lautete. Diesen Fakt gab der Astronaut erst einige Jahre später zu.
20 Minuten nach Amstrong betrat auch Buzz Aldrin den Mond, die Fotos, welche einen aus der Landefähre steigenden Astronauten zeigen, wurden von Armstrong geschossen und stellen allesamt Aldrin dar. Der dritte im Bunde, Collins, hatte die Landefähre gar nicht betreten und kreiste stattdessen mit der Kommandokapsel um den Mond.
Nach der erfolgreichen Landung auf der Erde galten insbesondere Armstrong und Aldrin als neue Helden der USA.
Die Fernsehbilder von der ersten bemannten Mondlandung
Ein Held, der keiner sein wollte
Apollo 11 war Armstrongs letzter Ausflug ins All, nach seiner Rückkehr amtete er kurzzeitig als Leiter des Washingtoner Aeronautikbüro und erlangte gleichzeitig einen Masterabschluss in Luft- und Raumfahrttechnik an der University of Southern California, anschliessend schied er aus der NASA aus und war als Dozent an verschiedenen Universitäten tätig und amtete auch als Aufsichtsrat in diversen Unternehmen der Raumfahrtbranche, unter anderem beim Hersteller der Sauerstofftanks für Space Shuttles.
Ihm behagte sein Heldenstatus nicht viel, Interviews und öffentliche Auftritte versuchte Armstrong so gering als möglich zu halten. 2010 wurde er ein letztes Mal aktiv, als er unter anderem gemeinsam mit Jim Lovell, der als Kommandant der missglückten Apollo 13-Mission und vor allem durch die Darstellung seiner Person durch Tom Hanks in Ron Howards gleichnamigen Film berühmt wurde, Barack Obamas Pläne zur Kürzung des NASA-Budgets harsch kritisierte und Sorge bekundete, die USA würden gegenüber den anderen Raumfahrtnationen wie Russland oder China an Boden verlieren.
1972 reiste Armstrong zusammen mit seinem Kollegen John Glenn (mit 91 der älteste noch lebende Raumfahrer) in die Schweiz, um an der Eröffnung der Raumfahrthalle im Verkehrshaus Luzern beizuwohnen.
Am 7. August 2012, zwei Tage nach seinem 82. Wiegenfeste, wurden Neil Armstrong mehrere Bypässe eingesetzt, nachdem bei einer Routineuntersuchung Blockaden in den Herzkranzgefässen festgestellt wurden. Die Operation verlief ohne Probleme, jedoch erlag der Astronaut knapp drei Wochen später an überraschend auftretenden Komplikationen in Cincinnati/USA.
Es gibt nur wenige Astronauten, welche eine solche Berühmtheit wie Armstrong wurden, nebst Aldrin wären das wohl von Fred Haise, Jim Lovell und John Glenn sowie wohl ausschliesslich aus Schweizer Sicht, Claude Nicollier. Aber auch bei diesen hätte die Todesnachricht für weniger Aufsehen gesorgt als bei Neil Armstrong, was wohl überhaupt nicht in seinem Sinne gewesen wäre.
Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens zum Tod Neil Armstrongs
Waren Armstrong und Kollegen überhaupt auf dem Mond
Lange stand der Name Armstrong in den USA für Heldentum. Nachdem das angebliche Lügengebäude des im Dopingsumpf verstrickten Radprofis Lance einzustürzen droht, gibt es auch viele Stimmen, welche die ingesamt sechs Mondlandungen der NASA in Frage stellen. Ob auch Neil seinen Nachnamen beschmutzt hat, ist Gegenstand vieler Verschwörungstheorien.
Insbesondere die wehende Frage sorgt für anhaltende Spekulationen, welche seit der Ausstrahlung des Dokumentarfilmes Conspiracy Theory:Did We Land on the Moon? auf dem US-Sender FOX im Februar 2001 neuen Auftrieb erhalten hatten. Gegenargumente sprechen davon, dass die Querstange der Flagge diesen Effekt erzeugen sollte und auch, dass Armstrong diese beim Aufstellen berührt hatte, was die Schwingungen ausgelöst haben sollte.
Umstritten ist auch der Fakt, ob die in den späteren Apollo-Missionen verwendeten Mondfahrzeuge, sogenannte Rover, beim Überfliegen der Mondoberfläche gar nicht mehr entdeckt wurden. Auch zahlreiche andere Behauptungen in Bezug der Fotografie (keine Sterne sichtbar, was aber der kurzen Belichtungszeit wegen erklärbar ist), der aufgehenden Erde oder Buchstaben auf den Steinen wurden aufgestellt und wurden von Skeptikern der Verschwörungstheorie mehr oder weniger glaubhaft widerlegt. Bei einigen solcher Widerlegungen wäre eine betuchtere Wortwahl nicht fehl am Platz gewesen, denn so erhalten die Theorien wieder Auftrieb, da die vermeintlichen Gegenargumente wie Verzweiflungstaten aussehen.