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Tessiner Zeitung
Was hat Capriasca mit Bern, Frutigen, Glarus Nord und Zweisimmen gemeinsam? Was verbindet die Gemeinde mit Städten wie Kumamoto in Japan, Wellington in Neuseeland oder etwa Riobamba in Equador? Sie alle sind Fair Trade Towns, Gemeinden oder Städte, welche sich für den fairen Handel einsetzen, weltweit gibt es davon zur Zeit 2'063 - fünf davon liegen in der Schweiz, und die erste Tessiner Gemeinde, welcher dieses Label verliehen wird, ist Capriasca. Diese Auszeichnung sei aber nicht das Ziel ihrer Bemühungen, betont der zuständige Gemeinderat Mathieu Moggi, sondern erst der Beginn im Hinblick auf die Sensibilisierung der Bevölkerung und der Unternehmen in Bezug auf fairen Handel. Zu den fünf Kriterien zur Zertifizierung gehören neben dem offiziellen politischen Beschluss, bei dem sich eine Gemeinde zum fairen Handel bekennt, das Einsetzen einer Arbeitsgruppe, welche das Fair-Trade-Engagement koordiniert, daneben ein Angebot an fair gehandelten Produkten in Detailhandelsgeschäften, Gastronomiebetrieben, Firmen und Institutionen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Nach der offiziellen Auszeichnung, welche in Capriasca am 16. Juni verliehen wird, sollen, basierend auf der kommunalen Ausgangslage, einerseits die bestehenden Projekte vertieft und andererseits neue Bereiche erschlossen werden, in denen fairer Handel eine wichtige Rolle spielt. In den gemeindeeigenen Schulen und in der Verwaltung, seien Produkte wie Kaffee, Tee, Orangensaft und Zucker aus fairem Handel schon vor längerer Zeit ins Angebot aufgenommen worden, heute gebe es bereits vier Restaurationsbetriebe, drei Betriebe und eben die öffentliche Verwaltung, welche Produkte aus fairem Handel anbieten. Die Kampagne Fair Trade Town wird vom Schweizer Dachverband Swiss Fair Trade und seinen Mitgliederorganisationen getragen.