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Als Eltern ist es nicht einfach zuzusehen, wie sich Kinder oder Jugendliche abschotten und zurückziehen. Gehen Sie behutsam und liebevoll auf das Kind oder den Jugendlichen ein, machen Sie keinen Druck und versuchen Sie, den Grund für das Verhalten zu herauszufinden.
Weshalb sondert sich Ihr Kind oder Ihr Jugendlicher ab?
Fällt es Ihrem Kind schwer, Freundschaften zu schliessen? Spielt es nicht gerne mit anderen? Ist es sehr schüchtern? Oder ist es ganz einfach lieber für sich?
Hat es ein schlimmes oder traumatisches Erlebnis gehabt?
Hören Sie Ihrem Kind zu und ermuntern Sie es zu äussern, was es fühlt und was es bedrückt. Damit Sie ihm optimal helfen können, müssen Sie zuerst verstehen, weshalb es sich abkapselt.
Welche Lösungen können Ihrem Kind dabei helfen, aus seinem Schneckenhaus herauszukommen?
Wenn sich Ihr Kindes oder Ihr Jugendlicher über längere Zeit abschottet und vor allem wenn sich sein Verhalten plötzlich verändert, sollten Sie etwas unternehmen und versuchen, ihm zu helfen. Einige Ansatzpunkte:
- Fördern Sie die Gelegenheiten, die Ihrem Kind ermöglichen, mit Gleichaltrigen zusammen zu sein. Es ist wichtig, dass es lernt, mit Kindern oder Jugendlichen in seinem Alter zusammenzuleben.
- Verbringen auch Sie Zeit mit ihm. Es hat das Bedürfnis, sich geliebt und angenommen zu fühlen. Das beginnt mit einem ruhigen, friedlichen Zuhause.
- Richten Sie nicht die gesamte Aufmerksamkeit auf seinen Rückzug und stigmatisieren Sie Ihr Kind nicht. Sprechen Sie stattdessen über Positives und schenken Sie dem Kind Wertschätzung für seine Talente und Fähigkeiten, wenn sich eine Gelegenheit dazu ergibt. Damit helfen Sie ihm, Selbstvertrauen zu entwickeln.
- Erlauben Sie ihm, an einem dazu vorgesehenen Ort für sich zu sein, wenn ihm danach ist. Es geht nicht darum, das Kind zu zwingen, jede Minute des Tages im Kontakt mit anderen zu verbringen.
Vielmehr muss ein Gleichgewicht gefunden werden, damit sich Ihr Kind entfalten und gute zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen kann (Drängen Sie es jedoch nicht, da sonst ein grösserer Konflikt entstehen könnte; vermeiden Sie auch eine Überbehütung, durch die sie es noch mehr isolieren…).
Ihr Kind zieht sich zurück… und zeigt weitere Symptome
Stellen Sie neben dem Rückzug weitere Symptome wie einen unruhigen Schlaf oder Appetitlosigkeit fest? Dann sollten Sie mit ihm eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen und eine geeignete Therapie in Betracht ziehen. Der Rückzug und das Gefühl, abgelehnt zu werden – ganz abgesehen von all den anderen Umwälzungen, die während der Pubertät stattfinden –, können auf eine Depression hinweisen.
Andere Symptome können ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Kind möglicherweise frühreif ist: Unterforderung und Langeweile in der Schule, grosse Lernbegierde, Perfektionismus, Überempfindlichkeit… Ist das Kind sehr aufgeweckt und kritisch? Sprechen Sie auch darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Die Kommunikation aufrechterhalten
Der Rückzug kann später im Erwachsenenalter zu erheblichen Störungen führen. Vermeiden Sie, Ihr Kind sozial zu isolieren, denn es braucht den Kontakt zu anderen, um zu lernen, zu verstehen und sich zu entwickeln. Vorsicht ist auch bei Strafen geboten, die isolieren (wie ein Time-out).
In der Regel schotten sich Kinder und Jugendliche ab und ziehen sich zurück, wenn sie sich unverstanden, falsch beurteilt oder schlecht behandelt fühlen. Damit sie in ihren Beziehungen nicht ängstlich und misstrauisch werden, sollte deshalb immer das Gespräch mit ihnen gesucht werden. Wichtig ist auch ein unbelastetes Lebensumfeld, in dem sie sich angenommen fühlen.
Das Schweizerische Rote Kreuz unterstützt Sie dabei, Ihr Kind in den verschiedenen Lebensphasen zu begleiten. Es bietet dazu verschiedene Kurse an: https://www.redcross-edu.ch/de.