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Die Wandfliesen
Azulejos sind hierzulande allgegenwärtig. Aber wo fange ich bloss an in diesem weitläufigen Landgut? Die Villa Piano, in der sie liegen, ist ja nicht irgendein Landgut. Antonio de Oliveira Salazar, der Portugal während vier Jahrzehnten mit eiserner Faust beherrschte, soll den Wein von hier getrunken haben. Hatte sein Vater vielleicht genau diesen Gutshof mitsamt der Villa gepachtet, bevor der Sohn vor bald hundert Jahren von ganz weit unten seinem «Estado Novo» Gestalt verlieh? Was ich weiss, habe ich aus zweiter und dritter Hand, wie man es als Zugezogener halt in den Bars rund um Cascais so hört. In der Anlage gebe es Stallungen, eine Kapelle, ein Gefängnis auch, und vor allem Lagerräume für die Ernte aus den Kolonien in Afrika, Asien und der Karibik, die Salazars Portugal zur damals dritten Kolonialmacht hinter Grossbritannien und Frankreich machten.
Heute wohne hier nur noch die Zeit, sagt man in den Bars. Geblieben sind, über die Azulejos hinaus, gestürzte Statuen, die schon aus der Zeit gefallen waren, als sie noch standen.
Text: Markus Maeder
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