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Das Piemont ist die grösste Region auf dem italienischen Festland. Da aber seine Fläche zu 43% aus Gebirge und zu 27% aus Ebenen besteht, bleibt eigentlich nicht allzu viel Raum für den Weinbau in günstigen Südlagen. Die Apenninen wurden von Gebirgsflüssen jedoch so ausge- waschen, dass in ihren Ausläufern ein für den Weinbau gut geeignetes, nach Norden bis Turin vorstossendes Hügelland entstand. Dort wachsen in den Hügeln des Monferrato (Asti, Alessandria) und der Langhe (Alba, Canelli) 90% der Weine der Region.
Das Klima ist kontinental, d.h. im Winter kalt und nass und im Sommer heiss und sehr sonnig. Die Böden sind kalkreich, vermischt mit Lehm und Sand und lassen die Barberatraube fast überall gedeihen. Dagegen stellen Dolcetto, Grignolino, Moscato, Ruchè und der höchst launische Nebbiolo hohe Ansprüche an die Lage und das Mikroklima.
Die Weinzonen teilen sich in zwei Hauptgebiete: das nördliche Piemont zieht sich von Carema über Vercelli (auch Reisanbau) und Novarra bis hin zum Lago Maggiore (Ghemme, Gattinara), das südöstliche Piemont von den Städten Alessandria und Asti über Canelli bis nach Alba, der Hauptstadt für gutes Essen (Trüffel) und für hochstehende Weine wie dem berühm- ten Barolo. In den Provinzen Asti und Alessandria, vor- wiegend im Monferrato gelegen, entstehen etwa zwei Drittel der Weine des Piemonts, unterteilt in 20 DOC- Appellationen wie Barbera d’Asti, Moscato d’Asti, Gavi, Colli Tortonesi, Monferrato usw.
Total werden 3.267.000hl Wein erzeugt, ein Drittel davon sind Qualitätsweine. Weltberühmt aber sind die Weine aus den Langhe-Hügeln um die Stadt Alba. Ausser Arneis, Dolcetto und Freisa werden hier Barolo und Barbaresco, zwei der ganz grossen Weine Italiens aus der Nebbiolo-Traube erzeugt. Langlebigkeit, Eleganz und Finesse brachten ihnen Ruhm und man verglich sie bald einmal mit Burgunder-Weinen. Die piemontesi- schen Winzer haben denn auch in den letzten Jahrzehnten begonnen, Einzellagen zu vinifizieren und als Cru auszubauen, so zum Beispiel in Barbaresco die Lage Montestefano, die 1961 zum ersten Mal von Beppe Colla als Cru herausgebracht wurde.
Az. Agr. Serafino Rivella
Maria und Teobaldo Rivella, Barbaresco besitzen zwei Hektaren Reben mitten im
Herz der Lage Montestefano und machen zwei Weine: den Barbaresco Montestefano und einen Dolcetto d’Alba. Die Nebbiolo-Traube gedeiht in der Spitzenlage Montestefano auf kalkhaltigen, mit Lehm vermischten Böden ausgezeichnet und entwickelt sich immer strukturierter, langlebiger und
farbintensiver als Nebbiolo-Weine anderer Lagen. Deshalb wird der Montestefano manchmal auch der Barolo unter den Barbaresco-Weinen genannt. Rivella arbeitet traditionell, ohne Pestizide und Kunstdünger, presst mit der Korbpresse, benutzt auf den Trauben vorhandene Hefen zur Gärung und baut den Wein anschliessend in grossen 30hl. Eichenfässern aus. Wir sind sehr glücklich, diese zwei Weine im Sortiment zu führen. Das kleine Weingut Rivella produziert regelmässig Top-Weine, natürlich dank der Einzellage Montestefano, aber auch aus der Überzeugung, dass nur Qualität zum Erfolg führt.
Dolcetto d’Alba: sehr fruch- tig, mineralisch und kräftig strukturiert; er profitiert wie der Nebbiolo von der besonderen Lage. Barbaresco Montestefano: schöne Nebbiolo-Nase, etwas Kirsche und schon wenig Tabak- und Trüffelnoten vorhanden, naturgemäss noch jung, sehr mineralisch – ein Wein, den man getrost im Keller vergessen darf, um in 10 Jahren einen grandiosen Wein zu geniessen.