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Was die USA in vier Jahren geschafft haben, hat die Europäische Union nach annähernd sieben Jahren abgeschlossen. Seit letzter Woche müssen die größten Händler von Zinsswaps in den 28 Ländern der EU ihre Transaktionen über Clearinghäuser leiten, die als Drittpartei garantieren, dass eine Transaktion auch dann nicht scheitert, wenn die Gegenpartei bei der Transaktion zusammenbricht.
Nachdem der Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 auch andere Investmentbanken zu beeinträchtigen drohte, beauftragten die politischen Führer der G20-Staaten die Aufsichtsbehörden in den USA und in Europa, den Derivatehandel sicherer zu machen. Kreditinstitute sollten ihre Transaktionen über Clearinghäuser abwickeln, um bei künftigen Bankenpleiten zu verhindern, dass die Gegenparteien bei solchen Transaktionen Verluste erleiden.
Am meisten werden von der Neuregelung LCH, die Clearing-Tochter der London Stock Exchange Group, und CME Group profitieren. Auf die beiden Unternehmen entfällt bereits die überwältigende Mehrheit abgewickelter außerbörslicher Derivatetransaktionen in der EU.
Die großen Handelsfirmen müssen jetzt vier der am häufigsten vorkommenden Zinsswaps über Clearinghäuser abwicklen: klassisch strukturierte sogenannte "Plain-Vanilla"-Kontrakte, Basis-Swaps, sogenannte Forward Rate Agreements und Overnight Index Swaps.
Die EU wird die Regelung über die nächsten zweieinhalb Jahre auf den Rest des Marktes ausweiten. Kleinere Banken und Hedgefonds werden ihre Transaktionen ab dem 21. Dezember über Clearinghäuser leiten müssen. Alle anderen Gegenparteien aus dem Finanzsektor müssen dies ab dem 21. Juni nächsten Jahres tun. Unternehmen haben bis zum 21. Dezember 2018 Zeit, um auf die Abwicklung über Clearinghäuser umzustellen.
(Bloomberg)