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Gebietsfremde Problempflanzen – invasive Neophyten
Mehrere aus andern Kontinenten eingeführte Pflanzen- und Tierarten haben sich in letzter Zeit unangenehm bemerkbar gemacht. Einige verursachen Gesundheitsprobleme, verdrängen einheimische Arten oder beschädigen Gebäude, Bahndämme und Uferbefestigungen. In solchen Fällen lohnen sich Massnahmen gegen die biologische Invasion. Mehr Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Text.
Seit es Leben gibt, breiten sich Pflanzen aus und besiedeln neue Gebiete; es ist ein vollkommen natürlicher Vorgang. Menschliche Aktivitäten (Verschleppung durch Reisende, Auspflanzungen in Gärten, selektive Unterhaltsarbeiten usw.) fördern die Verbreitung, so dass die Pflanzen den Sprung von Kontinent zu Kontinent leicht schaffen. Von den rund 3000 wildwachsenden Pflanzenarten, die heute in der Schweiz vorkommen, sind etwa 10 % Neophyten (= gebietsfremde Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gelangten).
Was sind "Problempflanzen"?
Einige Neophyten breiten sich besonders schnell aus und werden deshalb als invasiv bezeichnet. Bis heute haben nur etwa 10 % der Neophyten (oder 1 % aller wildlebenden Pflanzen in der Schweiz) sich als invasiv oder gesundheitsgefährdend erwiesen. Als gesundheitsgefährdend bekannt sind etwa das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia) oder der Riesen-Bärenklau. Schon 5 bis 10 Ambrosiapollen pro Kubikmeter Luft bedeuten eine hohe Belastung und können bei Allergikern zu schweren Symptomen oder gar zu Asthma führen.
Andere invasive Arten verursachen Schäden an Infrastrukturanlagen sowie an Gebäuden und können auch Hänge destabilisieren. Dazu zählt etwa der Japanische Knöterich. Allen invasiven Arten ist gemeinsam, dass sie die einheimische Artenvielfalt vermindern. Und zwar nicht nur in Bezug auf die Pflanzenwelt, sondern ebenso auf die Tierwelt. Dies wird einsichtig, wenn an die vielen Nahrungsspezialisten (z.B. verschiedene Wildbienen- oder Schmetterlingsarten) gedacht wird: Kommt deren Futterpflanze nicht mehr vor, so stirbt auch die angepasste Tierart aus! Heute gilt die Ausbreitung von invasiven Arten als zweit wichtigster Faktor für den Verlust der Biodiversität (wichtigster Grund: Lebensraumverlust). Die wirtschaftlichen Folgekosten sind immens, wie das Beispiel Ambrosia belegt. Gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) könnte Ambrosia in der Schweiz zusätzliche medizinische Kosten in der Höhe von 325 Millionen Franken verursachen. Auf Bundesebene wird zur Zeit über eine Anpassung der Freisetzungverordnung diskutiert, um die rechtlichen Möglichkeiten zur Einschränkung der invasiven Neophyten zu schaffen.
Situation in Schaffhausen
Die nebenstehende Karte zeigt die Häufigkeit von 12 ausgewählten Problempflanzen in Schaffhausen (2005).
Die Stadt Schaffhausen versucht, bestimmte Arten auf ihren Flächen einzudämmen und die Weiterverbreitung zu verhindern. Wenn dadurch die menschliche Gesundheit und die wirtschaftlichen Investitionen geschützt werden können, sind diese Massnahmen sicher sinnvoll. Weniger nachvollziehbar ist es, wenn beliebte Gartenpflanzen wie der Sommerflieder (Buddleja davidii) davon betroffen sind. Hier empfiehlt die Stadtgärtnerei und die Stadtökologie, diese Stauden nach dem Blühen zurückzuschneiden, um die Versamung zu unterbinden.
Die Bekämpfung der invasiven Neophyten ist nicht einfach. Beim Japanischen Knöterich genügen nur 7 g eines Wurzelstückes, um daraus wieder einen flächendeckenden Bestand wachsen zu lassen. Deshalb müssen je nach Standort und Pflanze angepasste Massnahmen geprüft werden.
Wir brauchen Ihre Mithilfe!
Wenn Sie Problempflanzen wie etwa das Drüsige Springkraut, den Japanischen Knöterich oder den Riesen-Bärenklau entdeckt haben, so können Sie den Fundort mit einem speziellen Formular oder telefonisch unter +41 52 632 52 20 der Stadtökologie melden.
Steckbrief und Vorkommen in Schaffhausen vom:
- Drüsigen Springkraut
- Japanischen Staudenknöterich
- Riesen-Bärenklau
- Sommerflieder
- Fundmeldeformular
Verordnung vom 10. September 2008 über
den Umgang mit Organismen in der Umwelt (Freisetzungsverordnung, FrSV, vgl. Anhang 2, S. 37)
Invasive Neophyten beim Gärtnern und Bauen korrekt entsorgen
Negativliste (Probplempflanzen)
Positivliste Pflanzen
Exotische Pflanzen