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Seit dem Jahr 2000 studiert das Team von Leopard Ecology & Conservation die Leoparden (Panthera pardus) der zentralen Kalahari.
Verglichen mit anderen Ökosystemen, in denen Leoparden leben, ist die Leopardendichte in unserem Studiengebiet extrem niedrig. Die karge Landschaft der Kalahari bietet nur Nahrung für einige wenige Pflanzenfresser respektive Beutetiere. Zur Zeit scheint die Anzahl der Leoparden relativ stabil, die Situation kann sich aber schnell ändern. Um das Überleben der Leoparden in diesem Habitat zu sichern, untersuchen wir die grundlegenden ökologischen Bedingungen unter den die Leoparden leben, versuchen ihre Bedürfnisse sowie potenzielle Bedrohungen zu identifizieren.
Ein Schlüsselfaktor ist das Nahrungsangebot. Deshalb studieren wir intensiv das Jagdverhalten der Leoparden, d.h. wie, wo, wann und was sie jagen. Wir untersuchen auch die Pflanzenfresser und wo sie bevorzugt vorkommen, was uns schliesslich zum Studium der Vegetation führt.
Landschaft und Vegetation bieten den Leoparden Deckung und spielen daher bei der Jagd eine zentrale Rolle. Wir schauen uns an, wie die Leoparden den ihnen zur Verfügung stehenden Raum nutzen und wie sie ihn mit Konkurrenten – andere Leoparden und Löwen – teilen. Da sich alle Faktoren gegenseitig beeinflussen, können wir diese Dynamik erst verstehen, wenn wir ein möglichst komplettes Bild erarbeitet haben. Dies wiederum wird uns dabei helfen, Empfehlungen zu formulieren, wie Leoparden und anderen Tierarten in der Kalahari geschützt werden können.
In unserem Studiengebiet sind Leoparden verschiedensten Gefahren ausgesetzt. Diese sind mehrheitlich menschlichen Ursprungs. Vor allem ausserhalb der geschützten Gebiete, geraten Leoparden mit Bauern in Konflikt, wenn sie anstatt Wildtieren Vieh reissen.
Eine in einem solchen Fall üblicherweise benutzte Methode besteht darin, die „Problem“-Leoparden einzufangen und in den geschützten Gebieten wieder auszusetzen. Wir untersuchen die Wirksamkeit dieses Verfahrens, indem wir solche Tiere mit Sendehalsbändern versehen und ihr Verhalten verfolgen. Gleichzeitig schulen wir die Farmer, wie sie ihr Vieh besser vor den Angriffen von Raubtieren schützen können. So hoffen wir, den Konflikt zwischen Mensch und Tier zu reduzieren (siehe auch Ausbildungsprogramm).
Krankheiten sind ebenfalls eine Bedrohung. Leoparden sind zahlreichen Erregern ausgesetzt. Diese stammen oft vom Vieh, das innerhalb der Naturschutzgebiete weidet. Aus diesem Grund behalten wir den Gesundheitszustand der Tiere im Auge und untersuchen allfällige Krankheiten, um die Einflüsse kennenzulernen, die diese auf die Leoparden Populationen haben können.