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Bösartige primäre (vom Knochen ausgehende) Knochentumore
Maligne, vom Knochen ausgehende Tumore sind ebenso wie Weichteilsarkome äusserst selten (weniger als 1% aller bösartigen Tumore). Das Merkmal aller bösartigen Tumore ist, dass sie sich lokal aggressiv ausbreiten und irgendwann Metastasen (Ableger) bilden. Betroffen sind alle Altersgruppen, aber überwiegend Kinder und junge Erwachsene. Es sind dies u.a.
- Osteosarkom
- EWING Sarkom
- Chondrosarkom
- Chordom
- Adamantinom
Die Ursachen der meisten primären Knochensarkome sind nicht bekannt, ausnahmsweise können genetische Faktoren eine Rolle spielen. Auch kann ausnahmsweise eine Bestrahlung nach vielen Jahren Krebs verursachen.
Bei den bösartigen Tumoren des Knochens und insbesondere der Weichteile sind Beschwerden oder Schmerzen oft lange diskret, sodass die Tumoren bei Diagnosestellung oft schon gross sind. Oftmals führt auch erst eine (sogenannt pathologische) Fraktur (Bruch) zur Diagnose. Es gilt deshalb, auch bei vagen diskreten Beschwerden und Befunden sorgfältige Abklärungen vorzunehmen.
Die Basisuntersuchung bei den bösartigen Knochentumoren ist das Standard-Röntgenbild, welches durch gezielte Zusatzuntersuchungen, wie Magnetresonanztomographie, PET-CT etc. ergänzt wird.
Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch die Biopsie, die in den meisten Fällen durch eine minimal-invasive Nadel-Stanze unter Narkose erfolgt. Da die Biopsie richtungsweisend für die erfolgreiche Therapie ist, sollte diese immer entweder durch den später operierenden Orthopäden oder in Absprache mit ihm erfolgen.
Bösartige primäre Knochentumore müssen fast immer komplett operativ entfernt werden, ohne mikroskopische Reste zu hinterlassen; d.h. sie müssen mit einem Sicherheitsabstand operiert werden, ohne dass der Tumor bei der Operation gesehen oder berührt wird.
Einige Tumorgruppen (so speziell das Osteosarkom und EWING Sarkom) sprechen auf Chemotherapie an; bei diesen Tumoren wird im Regelfall vor und nach der Operation eine solche sogenannte adjuvante Chemotherapie gegeben. Strahlentherapie ist meist nicht sehr wirksam, kommt aber in speziellen Situationen auch zum Einsatz. (Den Einsatz der verschiedenen Möglichkeiten wie Chemotherapie, Strahlentherapie bezeichnet man als ‚multimodale’ Therapie.)
Durch eine optimale koordinierte Therapie unter Einsatz aller Möglichkeiten haben sich die Heilungschancen in den letzten 30 Jahren von unter 20% auf über 70% verbessert.