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Die Edelkastanie ist eigentlich relativ anspruchslos. Dennoch müssen einige wichtige Punkte beachtet werden.
Standort
Die Edelkastanie verlangt viel Licht und Wärme. Nördlich den Alpen reift die Frucht nur in sonniger und warmer Lage voll aus. Je mehr Sonnenstunden umso besser. Jedoch sind die Südhänge eher ungeeignet. Der ganze Baum sollte immer Sonne abbekommen und darf nicht von Konkurrenzpflanzen eingeengt oder ständig beschattet sein. Bodenverhältnisse Der Baum gedeiht sehr gut auf durchlässigen, humosen und eher sauren Böden mit ausreichender Feuchtigkeit. Der PH Wert sollte zwischen 4.5 und 6 liegen. Dementsprechend liebt die Edelkastanie saure Böden. Kalkhaltige Böden sind zu meiden. Pflege Wenn der Edelkastanie genügend Platz zur Entfaltung gegeben wird (der Baum wächst breit und wird mehr als 10 Meter hoch), so ist ein Rückschnitt nicht erforderlich. Der Baum zeigt jedoch eine sehr schnelle Regenerationskraft, falls er einmal stark zurückgeschnitten werden muss. Zu beachten gilt aber, dass vom Kastanienrindenkrebs (Pilz) befallene Äste unbedingt abgeschnitten und entsorgt (verbrennt) werden müssen. Solche Äste erkennt man am besten wenn der Baum Laub trägt. Befallene Äste sind dürr oder tragen dürres Laub. Bei Jungbäumen sollte in den ersten Jahren ein Winterschutz, z.B. aus einer Laub- oder Mulchschicht auf dem Boden angelegt werden. Das verhindert das Durchfrieren des Wurzelbereichs bei lang anhaltenden, tiefen Wintertemperaturen. Auch sollten die Jungbäume im Frühling z. B. mit Hornspänen gedüngt werden, so dass sie für den Wuchs die benötigte Energie beziehen können. Auch ist bekannt, dass die Edelkastanie in den ersten 10-15 Jahren viel Wasser benötigt, wie kaum ein anderer Jungbaum. Eine regelmässige Kontrolle auf Bodenfeuchtigkeit reicht aus, bevor man unnötig und systematisch bewässern sollte. Bestäubung Die Edelkastanie ist einhäusig, das heisst, die Blüten sind geschlechtlich getrennt, befinden sich aber auf dem gleichen Baum. Die männlichen Blüten sind auffällige, weissgelbliche Kätzchen, während die weiblichen Blüten fast unscheinbar sind. Dennoch gilt die Edelkastanie als selbstunfruchtbar, oder zumindest schlecht selbstfruchtbar. Um gute Marroni-Erträge zu erreichen, muss deshalb eine geeignete Befruchtersorte in der näheren Umgebung vorhanden sein (Umkreis von 800 m). Trifft das nicht zu, dann muss eine zweite Sorte in der Nähe gepflanzt werden. Den besten Ertrag bescheren veredelte Sorten, welche in unseren Gartenbaumzentern und Baumschulen zu kaufen sind. Trifft dies nicht zu, so bleibt der Ertrag gering oder der Baum weist nur kleine Früchte auf. Gut zu wissen Unsere einheimische Edelkastanie (Castanea sativa) auch Esskastanie oder echte Kastanie genannt, weist mehr als 100 verschiedene Sorten auf. So gibt es die grössten Früchte von hochgezüchteten Marroni, bis hin zu kleinen Sorten von etwa 2cm. Auch gibt es in der Farbe der Nüsse verschiedene Brauntöne.