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Für den 26-jährigen Andreas Kempf ist es der erste Schweizer Meistertitel bei der Elite. Vor Jahresfrist hatte sich der Athlet vom TSV Düdingen an den nationalen Meisterschaften in Luzern über die 5000-m-Distanz noch von Adriano Engelhart geschlagen geben müssen. Am Samstag fehlte der Titelverteidiger aber ebenso am Start wie Kempfs Club-Kollege Rolf Rüfenacht. Dieser war in diesem Jahr als einziger Schweizer unter 14 Minuten gelaufen (13:55) und bereitet sich momentan auf das Rennen am 2. August in Ninove (Be) vor, wo er eine schnelle Zeit laufen will und so möglicherweise die EM-Limite von 13:40 Minuten doch noch unterbieten kann.
Das Fehlen von Engelhart und Rüfenacht änderten die Voraussetzungen für Kempf am Samstag entscheidend. «So ging ich als Favorit ins Rennen.» Kempf versuchte sich stets in den vorderen Positionen aufzuhalten, derweil die beiden Ausländer Tolossa Chengere (Äth) und Eshab Abraham (Eri) für die Pace sorgten. «So ab 3000 Meter ging ich dann selber nach vorne und habe das Tempo verschärft», erklärt Kempf, der am Ende in 14:28 Minuten nur knapp von Chengere geschlagen wurde. «Es ist alles für mich gelaufen. Es war aber nicht einfach, mit der neuen Ausgangslage umzugehen. Ich bin froh, konnte ich der Favoritenrolle gerecht werden.» Weil Meisterschaftsrennen von der Taktik geprägt werden, sind Spitzenzeiten die Ausnahme. Kempf rechnet daher nicht mehr mit einer Selektion für die Heim-EM im August in Zürich, auch nicht über einen Quotenplatz. «Ich werde nun ein paar kleinere Meetings bestreiten und mich auf die Cross-EM im September vorbereiten. Und vielleicht werde ich im Oktober erstmals am Murtenlauf an den Start gehen.»
3000 m Steeple: Medaillen für Piller und Staehli
Die Goldmedaille für Kempf war die zweite für einen Freiburger, nachdem Pascal Mancini (FSG Estavyer-Lully) am Freitagabend Schweizer Meister über die 100 Meter geworden war.
Gleich zwei Medaillen gab es am selben Abend für Freiburger Athleten im Steeple-Rennen über 3000 Meter. Hinter Marco Kern (LC Schaffhausen) klassierten sich Jari Piller (TSV Düdingen) und Stephen Staehli (TV Bösingen) auf den Rängen zwei und drei. «In der Schweiz gibt es nur wenige Spezialisten», sagt der 24-jährige Piller, der 2010 in Uster bereits einmal Bronze geholt hatte. «Ich wollte Freude haben und auch ein bisschen leiden. Aber als ich die Startliste gesehen habe, wusste ich, dass Silber in Reichweite lag.» Für den 34-jährigen Staehli, der sein Comeback auf der Bahn gab, nachdem er zuletzt eher im Cross und den 10-km-Strassenrennen zuhause gewesen war, ist es die erste Freiluft-Medaille bei den Aktiven. 2009 war Staehli Vize-Meister in der Halle über 3000 Meter, 2000 sowie 2001 Schweizer Steeple-Meister bei den Espoirs gewesen.
Eine Medaille hauchdünn verpasst hat Sprinterin Michelle Cueni am Freitag als Vierte über 100 Meter, als sie in 11,94 Sekunden zeitgleich mit der drittplatzierten Cornelia Halbheer (LV Winterthur) gestoppt wurde, aber eben doch ein paar Tausendstel langsamer war. Am Wochenende hatte die Bösingerin in Jona die allerletzte Chance, die EM-Limite von 11,60 zu schaffen. Sicher keinen Platz für Cueni hat es an der EM in der Staffel, nachdem sie 2012 bei den Olympischen Spielen in London noch als Startläuferin dabei gewesen war. Swiss Athletics hat sein Sextett für das heute beginnende Vorbereitungslager selektioniert (Joëlle Golay, Fanette Humair, Mujinga Kambundji, Marisa Lavanchy, Ellen Sprunger und Lea Sprunger).