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Insgesamt umfasst der von Travailsuisse ausgearbeitete Massnahmenkatalog 18 Punkte. Darunter etwa die Forderung nach Lohnerhöhungen für tiefe Einkommen, die über die Teuerung hinausgehen. Zudem sollen Renten, Normalarbeitsverträge und Ergänzungsleistungen an der Teuerung angepasst werden.
Ein spezielles Augenmerk richtete Travailsuisse auf "Frauenlöhne", der Gewerkschaftsdachverband forderte deshalb insbesondere mehr Lohn in Branchen, in denen überdurchschnittlich viele Frauen beschäftigt sind.
Doch auch auf der Kostenseite hielt Travailsuisse diverse Massnahmen für angezeigt. Im Forderungskatalog fanden sich etwa Massnahmen gegen hohe Mieten, einen Ausbau der Prämienverbilligung sowie ein ökologisches Investitionsprogramm für Mietwohnungen.
Um geringverdienende Pendlerinnen und Pendler zu entlasten, sollen zudem Mobilitätsgutscheine ausgestellt werden. Das sei ein Kompromiss zwischen einer starken Vergünstigung des öffentlichen Verkehrs und einer Senkung der Treibstoffpreise, so Travailsuisse. Gegen eine Senkung der Benzinpreise, wie sie etwa die SVP gefordert hatte, sprechen laut Travailsuisse umweltpolitische Gründe.
Teuerung trifft vor allem Geringverdienende
Die Massnahmen sollen laut Travailsuisse hauptsächlich Geringverdienende entlasten. Denn diese würden durch die Inflation besonders stark getroffen. Schliesslich würden ärmere Haushalte einen grösseren Anteil des Haushaltseinkommens für Güter und Dienstleistungen ausgeben, die speziell von der Teuerung betroffen sind - etwa Mobilität, Mieten, Nahrungsmittel und Krankenkassenprämien.
Travailsuisse hatte etwa ausgerechnet, dass eine Zunahme der Nahrungsmittelpreise um vier Prozent sowie ein Kostenwachstum der Krankenkassenprämien von acht Prozent je nach Haushaltseinkommen unterschiedliche Folgen hat. Demnach müssten Haushalte mit einem Einkommen von 3000 Franken mit 5,8 Prozent Mehrkosten rechnen. Bei Haushalten mit einem Einkommen von 6000 Franken entsprechen die Mehrkosten noch 3,9 Prozent, bei einem Haushaltseinkommen von 20'000 Franken lediglich 1,93 Prozent.
Die Schweizer Nationalbank (SNB) prognostizierte für 2022 eine Jahresinflation von 2,8 Prozent. Neben des Ukraine-Kriegs werden Lieferkettenprobleme aufgrund der Covid-Pandemie als Gründe für die Teuerung angegeben. Um die Inflation zu drosseln, hat die SNB vor einer Woche den Leitzins erhöht.
(AWP)