Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03539.jsonl.gz/99

Zum Treffpunkt vor dem Schulhaus Quadras in Scuol sind sechs Personen und die Dolmetscherin eingetroffen. Alle waren sehr gespannt. Es regnete leicht, das störte uns aber nicht. Dann traf der Dorfführer Herr Langenegger ein. Er ist Architekt und lebt schon mehr als 35 Jahren in Scuol. Er kennt die Geschichte von Scuol bestens. Das 100-jährige Schulhaus befindet sich hinter dem Rathaus. Jemand von uns fragte, warum das Rathaus nicht im Dorfkern ist. Keiner von uns hat gewusst, dass es früher zwei Scuol-Dörfer gab: Unter-Scuol und Ober-Scuol. Heute ist Scuol die grösste Bündner Gemeinde, nachdem es sich mit weiteren Gemeinden zusammengeschlossen hat. Unter-Scuol, das bereits in der Bronzezeit besiedelt war, liegt näher am Fluss Inn. Ober-Scuol wurde wegen den vielen Wasserquellen gebaut. In Scuol gibt es 19 Wasserquellen. Davon gehen vier Quellen zum Thermalbad «Engadin Bad Scuol». Der Rest, also 15 Quellen, fliessen zu den Wohnhäusern und zu öffentlichen Brunnen. Auf den Brunnen steht «Trinkwasser mit sehr viel Mineralstoff». Der Grund dafür ist, dass das Wasser von den Bergen in die Felsen fliesst und erst nach 65 Jahren aus den Quellen herauskommt.
Herr Langenegger machte eine Führung im alten unteren Dorfteil und zeigte uns einen Felshang, auf dem eine Kirche steht. Er zeigte uns auch einige ursprüngliche Engadiner-Häuser. Diese erkennt man an den Fenstern, dem halbrunden Tor und den weissen Fassaden. Jemand von uns fragte, woher der weisse Verputz kommt. Herr Langenegger sagte, dass dies weisser Kalk ist. Der weisse Kalk ist im Unterengadin sehr verbreitet. Herr Langenegger zeigte uns auch viele Dorfbrunnen. Wir tranken vom Brunnenwasser und es hatte wegen den vielen Mineralstoffen einen kräftigen Geschmack.
Anschliessend gingen wir ins neugestaltete Dorfmuseum. Am Ort von diesem Museum stand früher ein Kloster. Die Grundmauern sind noch zu sehen. Danach wurde ein Bauerhaus daraus. Früher war alles unter einem Dach: Familie, Tiere, Heu und Mist! Als wir ins Dorfmuseum eintragen, mussten wir unsere Köpfe einziehen. Wir sind zu gross für die niedrigen Türrahmen und Räume. Früher waren die Menschen kleiner. Herr Langenegger erzählte uns viel Überraschendes. Er freute sich, weil wir so interessiert waren.
Anschliessend gab es für uns einen Apéro in einer wunderschönen Original-Arvenstube. Der Salsiz und der Wein aus der Region Scuol waren mega fein. Viva! Helen Galmrini bat uns danach, weiter nach Tarasp zu fahren. Sie verteilte uns den feinen selbstgemachten Lunch. Die Zeit verging schnell. Wir liefen zum Schloss Tarasp hoch. Da begrüsste uns der Schlossfüher vor dem grossen Tor. Er führte uns hinein und schloss hinter uns die Tür wieder. Das Schloss gehört dem weltbekannten und international renommierten Bildhauer und Maler Not Vital. Er hat das Schloss vor zwei Jahren gekauft. Der Künstler Not Vital wohnt aber nicht im Schloss, weil er die Schlosstouristen vermutlich nicht mag. Als wir im Schloss waren, kam eine Person verspätet zu unserer Gruppe. Er erzählte uns, dass am Flüelapass ein tödlicher Unfall mit einem Töff passiert ist. Wir hatten eine ganze Stunde Zeit und konnten viele Sehenswürdigkeiten erleben. Dank der Dolmetscherin erfuhren wir sehr viel. So gibt es zum Beispiel einen seltsamen Musikraum mit einem Klavier, das unter der Wand eingebauten ist. Das Klavier hat 2500 Röhrchen und das gibt einen wunderschönen Klang. Leider konnten wir das aber nicht geniessen, da wir nichts hören können.
Unsere Gruppe hatte vereinbart, dass wir danach weiter zum hochgelegenen schönen Dorf «Sent» fahren und dort in einem ganz alten gepflegten Hotel Kaffee und Kuchen geniessen. Wir haben uns dort sehr gemütlich und entspannt unterhaltet. Danach machten wir eine kleine Runde im alten Dorfkern und schauten uns die Kirche an. Langsam hatten wir Hunger und fuhren zurück nach Scuol zum Hotel «Atlana». Dort assen wir das Abendessen. Helen Galmarini kennt den lieben Hotelier Lehmann gut und darum freut er sich immer auf uns. Er hat sich wunderbar mit uns unterhalten. Wir durften sogar einen selbstgemachten Apfel-Grappa probieren. Das war sehr genussvoll. Dann machten wir uns auf die Heimreise.
Die Fahrt ins Blaue lief gut und einwandfrei. Am Samstag, 11. Sepmber 2017 war leider einen Regenstag und am Sonntag war`s schön und trocken. Es waren vierundzwanzig Teilnehmern und hatten schöne Erinnerung bekommen.
Viele Foto`s werden an der Herbstversammlung, am Samstag, 4. Nov. gezeigt.
Unser lieber, ehemaliger Pfarrer Giacun Caduff ist 80-jährig verstorben. Wir vom Bündner Gehörlosenverein waren zuerst an der Urnen-Beisetzung im Friedhof Daleu in Chur anwesend und anschliessend gingen wir in die kleine schöne Masaner Kirche.
Es hat viele schöne Momente in den 22 Jahren mit unserer Gehörlosen-Gesellschaft gegeben. Pfarrer Caduff hat einige sehr grosse und auch kleinere Ausflüge mit den Vereinsmitgliedern mitgemacht. Er hatte keine Mühe die Kontakte mit unseren Bündnern Gehörlosen zu pflegen und konnte sehr gut kommunizieren. Er war immer für die Gebärdensprache und feierte mit uns in vielen interessanten und eindrückenden Gottesdiensten.
Ich habe für ihn eine Ansprache mit meiner Gebärdensprache gemacht. Einige hörenden Trauernden spürten es und haben es verstanden, war mein Eindruck. Auch wenn meine Ansprache lautlos war. Das war ein Zeichen, dass Giacun Caduff stark mit den Gehörlosen und Hörbehinderten verbunden ist. Die Trauerfamilie hat das sehr gefreut.
Wir wollen Ihn in guter und starker Erinnerung behalten. Giacun Caduff hat viel für unseren Verein; den Bündner Gehörlosenverein und für den Bündner Hilfsverein für Gehörlose getan. Er ist unser Mitglied seit 1973 und blieb immer sehr treu mit unserem Verein verbunden.
Herzlichen Dank an Ihn und leb wohl Giacun.
Am 24. Oktober 2015 trafen 5 Teilnehmer in Bellinzona ein. Ursprünglich waren es 13 Teilnehmer, leider hatten 8 Personen aus verschiedenen Gründen abgesagt. Schade. Wir besichtigten die 3 schönen Burgen namens Sasso Corbaro (Unterwalden), Castello di Montebello (Schwyz) und Castelgrande (Uri).
Die Geschichte der 3 Burgen von Bellinzona: Die älteste Siedlung lag auf dem Hügel der heutigen Burg Castelgrande schon vor der Römerzeit. Diese Burg wurde im 13. Jahrhundert durch den Adelsgeschlecht Sforza vom Herzogtum Mailand (heute Lombardei) gebaut. Die Eidgenossen waren die grössten Gegner des Herzogentum Mailands. Es herrschte viel Krieg. Später bauten die Mailänder die zweite Burg Montebello mit Talsperrmauer (Schutz gegen die Eidgenossen). Die Eidgenossen wollten diese zwei Burgen erobern, sie erlitten eine Niederlage, die Schlacht bei Arbedo (1422). Die Mailänder besetzten das Gebiet bis Leventina (Obertessin). Die Bewohner von Leventina fühlten sich unter dem Joch des Herzogtum Mailands und riefen die Eidgenossen zu Hilfe. Im Jahr 1478 schlugen die Eidgenossen die Mailänder Schlacht bei Giornico nieder. Danach erorberten sie Bellinzona und weitere südliche Gebiete und liessen die dritte Burg (Sasso Corbaro) bauen. Die Eidgenossen benannten jede Burg nach einem Namen Uri,Schwyz und Unterwalden im 16.Jahrhundert.
Der Krieg zwischen Herzogtum Mailand und die Eidgenossen dauerte bis 1515. Die Eidgenossen könnten Mailand erobern, und es gab eine Entscheidungsschlacht bei Marignano (in der Nähe von Mailand oder Milano) im Jahr 1515. Die Eidgenossen unterlagen dem Gegner (mit Hilfe von Frankreich). Die Grossmacht der Eidgenossen wurde ausgeträumt (Siehe auch Abbildung unten).
Ein Bericht von der Wein-Degustation vom Samstag, 10. Oktober 2015, in Reichenau Es war herrliches und warmes Herbstwetter, da standen wir, zehn Personen, vor dem mächtigen Bauerhofhaus, gleich neben dem Schloss von Reichenau. Das Schloss liegt dort, wo Vorder- und Hinterrhein zusammenfliessen. Das Schloss wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Wir warteten auf den Führer, Herr Johann-Baptista von Tscharner. Er ist der Sohn vom sehr bekannten Winzer Gian-Baptista von Tscharner. Er begrüsste uns und machte für uns eine Führung. Auch mit dabei waren zwei Dolmetscher. Zuerst besuchten wir eine Halle, wo die Trauben zerdrückt werden. Dort werden der Saft, die Kerne und die Traubenhaut voneinander getrennt. Die Trauben stammen von den Rebbergen in Felsberg, Chur, Jenins und Maienfeld. Ihre Stärke sind dunkle Rotweine und sie sind auf „Blauburgunder“ spezialisiert. Wir marschierten immer tiefer den schmalen Kellergang hinunter bis zum grossen Weinfasskeller. Gian-Baptista von Tscharner erzählte vieles. Zum Beispiel erfuhren wir, wie man einen Blauburgunder Wein macht. Wir gingen weiter zu einem kleinen üppigen Gewölbekeller. Dort durften wir verschiedene Weine degustieren. Dabei nutzten wir die Gelegenheit und fragten Gian-Baptista von Tscharnen ganz viele Sachen. Er gab uns gute und klare Erklärungen. Das Motto war: Jeder hat einen eigenen Wein-Geschmack und hat bestimmte Weine gern. Am Schluss kehrten wir zurück zur grossen Empfangshalle, wo überall Bilder von den berühmten Personlichkeiten aus den frühren Jahrhunderten an den Wänden aufhängt waren. Die Führung war schön gewesen. Ein besonderer Dank geht an unseren Führer, der sich viel mehr Zeit genommen hat, als geplant war! Anschliessend fuhren wir weiter zum nächsten Dorf Rhäzüns, wo wir das einheimische Lokal „Cafe Clavau“ besuchten und wir feine und schön dekorierte Wildspezialitäten geniessen konnten. Der Name „Clavau“ bedeutet „Stall“. Wir hatten eine gute Stimmung und blieben lange sitzen, bis einige Personen sich auf den Heimweg machen mussten. Wir bedankten uns herzlich bei Regula Marfurt; sie hat diesen Weindegustationstag organisiert.