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Die Fusion des Zement-Konzerns Holcim mit dem französischen Konkurrenten Lafarge hat zu einer Reihe von Schwierigkeiten geführt. Nun kommt der nächste Schritt, um «LafargeHolcim» hinter sich zu lassen.
Ein Zusammenschluss unter Gleichen sollte es damals in den Jahren 2014 und 2015 werden. Der Weltmarktführer bei Zement, der Schweizer Holcim-Konzern, schloss sich über einen Aktientausch mit dem Zweiten im Markt, dem französischen Konkurrenten Lafarge, zusammen. Es war LafargeHolcim entstanden.
Doch dieses Kapitel scheint die Gruppe immer mehr hinter sich zu lassen.
Geringer Handel
Erst kam nämlich der Name weg. Die Schweizer gewannen. Im Jahr 2021 wurde LafargeHolcim wieder bloss in Holcim umbenannt. Nun folgte am heutigen Montag die Ankündigung, dass ein weiterer Umstand aus der Fusion, nämlich die zusätzliche Aktienkotierung in Paris, auf jene in der Schweiz reduziert werden soll.
Unmittelbar nach der Fusion im Jahr 2015 wurden laut Informationen des Konzerns zwar rund 25 Prozent des gesamten Handelsvolumens der Holcim-Aktien an der Euronext in Paris gehandelt.
Das tägliche Handelsvolumen der Holcim-Aktien an der Euronext habe danach jedoch kontinuierlich abgenommen. Die Liquidität hat sich laut dem Communiqué auf die Schweizer Börse SIX verlagert, wo zum jetzigen Zeitpunkt rund 98 Prozent des Volumens gehandelt werden.
Regulatorischer Aufwand
Da erscheint es nicht nur logisch, einen einheitlichen Marktauftritt mit dem besseren der beiden Namen zu haben, sondern auch die doppelte Kotierung aufzugeben. Das Relikt aus der Vergangenheit wird also abgeschafft.
Aufgrund des Rückgangs der Handelsvolumina an der Euronext in den vergangenen vier Jahren sowie der Kosten und des regulatorischen Aufwands, die mit einer Doppelnotierung verbunden sind, sei der Verwaltungsrat von Holcim zu dem Schluss gekommen, dass eine Einzelnotierung an der SIX im Unternehmensinteresse von Holcim liege, hiess es.
Drei Optionen
Infolgedessen stimmte der Verwaltungsrat der Dekotierung der Aktien von Holcim und der Einrichtung eines Verfahrens zur freiwilligen Verkaufsfazilität in Übereinstimmung mit den Marktregeln von Euronext zu.
Die Aufhebung der Börsennotierung genehmigte der Verwaltungsrat der Euronext, hiess es weiter.
Investoren können die Holcim-Titel somit nunmehr bloss noch an der SIX und in Schweizerfranken handeln. Anleger haben beim Übergang zum neuen System drei Möglichkeiten: Erstens, können sie die Titel von Paris einfach behalten und später selbst über die SIX handeln.
Konzern zahlt Gebühren
Zweitens können sie die Holcim-Aktien aus Paris einfach zu verkaufen. Und drittens könnten sich Investoren der freiwilligen Verkaufsaktion des Holcim-Konzerns anschliessen. Dabei werden die Titel von einer Bank angenommen und an der SIX später verkauft und das Geld inklusive der gesamten Gebühren für die Transaktion an die Investoren erstattet.
Dies geht aus den Zusatzangaben zur Transaktion hervor.
Ziel vor Augen
All dies ist in den Augen von muula.ch konsequent, um einen schlagkräftigeren Konzern zu formen. Mit der Aufarbeitung des Sündenfalls um eine Finanzierung von Terroristen in Syrien, die unlängst zumindest mit den Amerikanern eine Einigung gefunden und eine Busse von fast 800 Millionen Dollar nach sich gezogen hatte, gibt es ohnehin genug zu tun.
Und eigentlich geht es bei dem Unternehmen letztlich als Ziel darum, Zement herzustellen und zu verkaufen.
21.11.2022/kut.