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<h2>SubmittedText<h2><p>Im Weinbau werden verschiedene Pestizide eingesetzt. Der Agrarbericht 2012 weist für Reben eine durchschnittliche Behandlungshäufigkeit von über zehn Behandlungen pro Saison aus. Besonders Pilzerkrankungen an den Reben, wie zum Beispiel Falscher Mehltau, machen den Weinbauern zu schaffen. Durch den Einsatz von pilzwiderstandsfähigen Sorten (sogenannten Piwi-Sorten) sowie anderen geeigneten Züchtungen kann dieser Pestizideinsatz massiv gesenkt werden. Zurzeit wachsen auf 1 bis 2 Prozent der Schweizer Rebfläche Piwi-Rebsorten.</p><p>Im Frühling machte eine Studie der Eawag auf die Pestizidbelastung der Schweizer Gewässer aufmerksam. Einige der häufig nachgewiesenen und relevanten Wirkstoffe kommen hauptsächlich im Weinbau zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten zum Einsatz. Der Bundesrat hat am 21. Mai 2014 die Ausarbeitung eines nationalen Aktionsplans für die Reduktion von Pestizidrisiken beschlossen. Die Propagierung von pilzwiderstandsfähigen oder anders resistenten Rebsorten unterstützt die Ziele des Aktionsplans und reduziert die Pestizidbelastung unserer Gewässer.</p><p>1. Was sind die Hemmnisse bei der Verbreitung von Piwi-Sorten im Schweizer Weinbau? </p><p>2. Wie können diese Hemmnisse reduziert werden? </p><p>3. Welche Massnahmen zur Begünstigung von Piwi-Sorten können im Rahmen des Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ergriffen werden?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Gesunderhaltung der Reben erfordert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM). Ohne diese Behandlungen riskieren die Winzerinnen und Winzer empfindliche Ertrags- und Qualitätseinbussen. Im Vergleich zu anderen Chemikalien sind die Anforderungen an die Zulassung von PSM sehr hoch. Sie werden in regelmässigen Abständen neu überprüft und gegebenenfalls angepasst. </p><p>Pilzwiderstandsfähige (Piwi) Rebsorten sind gegenüber mehreren Pilzkrankheiten resistenter. Es gibt eine Vielzahl von Piwi-Sorten, flächenmässig ist ihr Anteil gegenwärtig tatsächlich gering. Agroscope forscht schon seit mehreren Jahren intensiv an resistenten Sorten und hat 2013 eine neue Piwi-Sorte (Divico) vorgestellt. Diese muss jährlich nur noch ein- bis dreimal mit PSM behandelt werden. </p><p>1. Damit eine Rebsorte in der Schweiz in Verkehr gebracht werden kann, muss das Vermehrungsmaterial gemäss Rebenpflanzgutverordnung des WBF (SR 916.151.3) in der Sortenverordnung (SR 916.151.6) aufgeführt sein. Auch in der EU zugelassene Rebsorten dürfen in der Schweiz in Verkehr gebracht und vermehrt werden. Die Winzerinnen und Winzer sind frei in der Wahl der Rebsorte aus den zugelassenen Sorten, worunter sich viele Piwi-Sorten befinden. Wenn sie Weine mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (KUB/AOC) produzieren wollen, müssen sie durch die Kantone anerkannte Traubensorten wählen. Die Verbreitung einer neuen Rebsorte kann bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmen, auch wenn diese vielversprechend ist. Der Erfolg einer Sorte wird nebst agronomischen Eigenschaften (Krankheitswiderstandsfähigkeit, Ertragspotenzial usw.) insbesondere auch durch die sensorischen Eigenschaften der Weine sowie durch die Kundenakzeptanz eines neuen Rebsortennamens beeinflusst. Zudem bedeutet das Setzen von Reben eine auf ungefähr 25 Jahre angelegte Investition. Eine noch wenig bekannte Rebsorte birgt somit ein erhöhtes finanzielles Risiko. Die Ausdehnung der Piwi-Sortenflächen braucht deshalb Zeit.</p><p>2. Die heutige Gesetzgebung stellt grundsätzlich kein Hindernis für die Anpflanzung neuer Sorten dar. Winzerinnen und Winzer, die Piwi-Sorten kultivieren, müssen viel Aufklärungsarbeit leisten und ihre Kundschaft von den meist noch unbekannten Weinen überzeugen. Ist die Bereitschaft vorhanden, sich auf Weine aus Piwi-Sorten einzulassen, wird eine Nachfrage kreiert, die Umstellungen auf diese Sorten bewirkt. </p><p>3. Der Bundesrat hat im Mai 2014 mit der Beantwortung des Postulates Moser 12.3299 das WBF beauftragt, in Zusammenarbeit mit dem UVEK und dem EDI bis Ende 2016 einen Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von PSM zu erstellen. Die Förderung krankheitsresistenter Sorten ist dabei eine vielversprechende Option. Es ist beabsichtigt, die interessierten Kreise in die Erarbeitung des Aktionsplans mit einzubeziehen. Die Strategie in der Pflanzenzüchtung wird in Zukunft noch mehr auf gegen Schadorganismen resistente Sorten ausgerichtet sein. </p>  Antwort des Bundesrates.