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Als Peter Willen Ende der 1980er-Jahre mit seinen monochromen Malereien bekannt wurde, waren diese Farbstudien das Resultat einer konsequenten künstlerischen Entwicklung. Bereits zehn Jahre zuvor hatte der ausgebildete Kunstpädagoge damit begonnen, Zeichnungen deckend weiss zu übermalen und sie durch das Auftragen immer weiterer Schichten Farbe gleichermassen zu expandieren und zu entleeren. Das Interesse an der Farbe als Material, Bildgegenstand und Medium der Reflexion in Malerei und Fotografie steht bis heute im Zentrum seiner Kunst.
Nach einer Ausbildung zum Lehrer besuchte Willen ab 1961 zunächst die Kunstgewerbeschule Bern, bevor er Anfang der 1970er-Jahre ein Atelier im ligurischen Tovo bezog, wo erste, von Surrealismus und Pop Art beeinflusste Arbeiten entstanden. Nach einer Phase der Konzentration auf Tiefdruck und Zeichnung wandte er sich ab 1975 ganz der monochromen Malerei zu, die er zwischen 1983 und 1988 während mehrerer Arbeitsaufenthalte an der Kunstakademie Düsseldorf für sich weiterentwickelte. Schicht um Schicht arbeitete Willen die Farbe nun in den Malgrund ein, ohne dass die Spuren dieses Prozesses noch sichtbar waren. Zugleich begann er, auf den Rückseiten der Bildträger die für den jeweiligen Tonwert der Gemälde verwendeten Farben zu dokumentieren. Die systematische Isolierung einzelner Farbwerte sollte wiederum zum Ausgangspunkt seiner in den 2000er-Jahren begonnenen fotografischen Arbeiten werden.
Die Sammlung der Mobiliar verfügt über mehrere Arbeiten Willens aus unterschiedlichen Werkphasen. Ein feines Gespür für die besonderen Qualitäten alltäglicher Materialien verrät die hexagonale Farbfeldmalerei Ohne Titel (Kunstdrachen) (1993) auf Tywek, einem Verpackungsmaterial, das auch bei Kunsttransporten verwendet wird. Während die quadratischen Formate Ohne Titel (Rot) (1994) und Ohne Titel (Blau) (1998) auf Baumwolle aus der Tiefe heraus zu leuchten scheinen, wirkt die Reihe Ohne Titel (grau) 0125 (2001), Ohne Titel (grün) 0410 (2001) und Ohne Titel (gelb) 0510 (2001) auf Pavatex-Platten in ihrer Opazität auf den ersten Blick streng und geradezu verschlossen. Bei näherem Hinsehen öffnen sich die Farbflächen jedoch zu ebenso vielschichtigen wie undurchdringlichen Farbräumen.
Peter Willen kreist mit seiner Malerei um Fragen ihrer materiellen Voraussetzungen, die seit den 1950er-Jahren zahlreiche Kunstschaffende in der westlichen Welt beschäftigen. In der Schweiz gehört der stille Farbforscher zu den wichtigen Vertretern der monochromen Malerei.
Peter Willen, 1941 in Thun (CHE) geboren, lebt und arbeitet in Interlaken (CHE).
Tätigkeitsbereiche: Malerei, Objektkunst, Collage, Druckgrafik, Zeichnung, Kunst im öffentlichen Raum