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Die indische 7-Millionen-Stadt Chennai ist Hauptstadt des 72-Millionen-Bundesstaates Tamil Nadu, der somit mehr Einwohner zählt als Frankreich. Hier setzt sich Suresh Rajan für Aids-Betroffene ein. Gegenüber Livenet gibt Suresh Rajan einen Einblick in seine Arbeit.
Suresh Rajan, was genau tun Sie in Indien?
Suresh Rajan: Mit der Organisation JMEM – also «Jugend mit einer Mission» – leisten wir eine ganze Reihe von Diensten. Wir haben Ausbildungszentren, wir evangelisieren und wir führen Barmherzigkeitsprojekte durch. Ich engagiere mich für HIV-Aids-Betroffene in Chennai in Indien.
Sie arbeiten unter Fahrenden, wer sind diese Menschen?
Ich arbeite unter den HIV-Aids-Betroffenen. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten daneben auch mit Fahrenden. Diese stammen ursprünglich von einem Nomadenvolk aus der Region Punjab in Nordindien ab. Zigeuner sein bedeutet, dass sie Unberührbare, also Dalits sind. Wir helfen ihnen nun auch während dieser Pandemie.
Gibt es Menschen, denen Sie geholfen haben und die danach eine
gute Position in der Gesellschaft finden konnten?
Ja, die Fahrenden bewegen sich mittlerweile teilweise an vorderster Front in der Gesellschaft. Viele sind zu Dienern Gottes geworden und viele sind nun auch gut ausgebildet.
Wie wichtig ist der christliche Glaube in Ihrer täglichen
Arbeit?
Wir sind völlig abhängig vom Glauben. JMEM stellt keine Gehälter für unseren Dienst zur Verfügung. Wir sind es, die Geld und Hilfe für die Bedürftigen sammeln.
Welchen Unterschied macht Gott in Ihrem täglichen Leben?
Ich komme aus einem Hindhu-Hintergrund. Dabei wurde ich von Gott geheilt, als ich an einer Krankheit litt, und bin so Christ geworden. Deshalb engagiere ich mich täglich, um für Gott zu arbeiten und seine Liebe mit anderen zu teilen.
Wie offen für Gott sind die Menschen in Ihrer Region?
Im Grunde sind die Menschen nicht offen für Gott. Das sind sie nur, wenn wir seine Liebe teilen, auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie beraten. In unserer Region gibt es eine grosse Erweckung, aber die Menschen bewegen sich insgesamt immer noch nicht auf Gott zu.
Können Sie eine typische Geschichten von Menschen
erzählen, denen Sie helfen konnten?
Es gibt eine arme Frau namens Amsavalli. Sie ist HIV-positiv; ihr Mann starb im Jahr 2001. Sie ist eine kranke Frau und hatte drei Kinder zu versorgen. Im Jahr 2003 besuchten wir sie im Krankenhaus. Als wir sie trafen, war sie sehr krank. Sie war nicht in der Lage zu gehen. Sie bewegte sich mit ihren Händen nahe an meine Frau heran und flehte sie an, ihr zu helfen. Also halfen wir ihr, berieten sie und veranlassten sie, in unserem JMEM-Hospiz zu bleiben. Wir behandelten sie fast zwei Jahre lang. Jetzt geht es ihr mit ihren drei Kindern gut, sie nahm Jesus Christus als ihren Retter an und liess sich taufen. Heute geht sie jede Woche in die Kirche.
Was bewegt Sie in Ihrer Arbeit am meisten?
Wenn wir sehen, wie Menschen im Leben vorankommen, Christus in ihr Herz aufnehmen, dann macht mir das Freude. Es gibt immer noch Menschen in Dunkelheit, Depression und Armut, denen wir noch nicht begegnet sind. Das bewegt mich also in meiner Arbeit am meisten.
Zur Webseite:
JMEM Indien
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