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Pierre Arnaud liebte das Wallis, eine Region, die ihn zweifellos an seine heimatliche Provence erinnerte. Er verstand sich gut mit seinen Bewohnern. Wie er waren sie direkt und gastfreundlich, behielten jedoch immer eine gewisse Zurückhaltung bei. Es sind sicher die Berge, die diese Charaktere formten und Pierre Arnaud liebte die Berge.
Er wurde am 2. Februar 1922 geboren und wuchs in Südfrankreich auf. Während des zweiten Weltkrieges, nach der Besetzung der Südzone, schloss er sich der Résistance an. Er arbeitete für den Zivilschutz in Marseille und half während den Bombardements dabei, die Verletzten zu evakuieren. Dabei lernte er, als er ihr die Nachricht des Todes ihres ersten Mannes überbringen musste, seine zukünftige Frau kennen.
Das Ende des Krieges fiel in Marseille und in ganz Frankreich mit einer Zeit der Not und der Lebensmittelknappheit zusammen. Ein Freund, der sich in Tanger niedergelassen hatte, ermunterte Pierre Arnaud, nach Marokko zu kommen, das in dieser schwierigen Zeit als eine Art Schlaraffenland galt. Pierre heiratete Suzanne, und zusammen brachen sie nach Tanger auf. Während 50 Jahren teilte er sein Leben mit Suzanne, unterstützte sie bei der Erziehung ihrer drei Söhne aus der ersten Ehe und gab ihr eine Tochter, Sylvie.
Am Ufer des Meeres wohnend, liebte es Pierre Arnaud, seine Ferien in den Bergen zu verbringen. Er hatte eine besondere Vorliebe für die Landschaft im Herzen der Walliser Alpen. Er entdeckte das Hochplateau von Crans-Montana und verliebte sich in die Region, wo er ein kleines Chalet erwarb, das er in der Folge ständig ausbaute. Bis in die 1990er Jahre kaufte er zusätzliche Parzellen in Crans und baute dort auch sein Wohnhaus, in dem er schliesslich im Jahre 1996 verstarb.
Es ist besonders spannend zu sehen, dass Pierre Arnaud, der sich die Seele eines wahren Bergbewohners und eines versierten Bergwanderers zulegte, zuerst ein Mann des Meeres war und, von Marseille nach Tanger und von Tanger nach Casablanca, den Ufern des Meeres folgte und dort sein Vermögen bildete.
Nach seiner Niederlassung in der Schweiz realisierte Pierre Arnaud verschiedene Investitionen, von denen eine von besonderem Erfolg gekrönt war: Fotolabo. Gleichzeitig machte er die Bekanntschaft von Michel Lehner, einem Walliser Kunstliebhaber und einer der ersten Sammler von Gemälden der „Ecole de Savièse“. So begann Pierre Arnaud, Werke von Vertretern dieser Schule anzukaufen. Nach seinem Tod bauten Suzanne, Sylvie und ihr Mann Daniel die Sammlung aus und gründeten zu seinem Andenken die Fondation Pierre Arnaud in Lens, einer Gemeinde, der er sich besonders verbunden fühlte.
Die im Jahr 2007 in Erinnerung an den Mäzen und Sammler Pierre Arnaud gegründete Stiftung setzt sich zum Ziel, die bildende Kunst zu fördern und richtet dabei ein besonderes Augenmerk auf die Schweizer Malerei, die sie in einen europäischen Kontext setzen will. Um das Kultur- und Tourismusangebot auf der Hochebene von Crans-Montana zu bereichern, konstruiert, betreibt und finanziert sie in Lens ein Kunstzentrum, in dem sie internationale Ausstellungen und ein vielfältiges Programm von Veranstaltungen organisiert.