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In einem Inserat für eine Veranstaltung fragt die SVP Nidwalden: „Wie würde Winkelried wählen?“ Christoph Mörgeli hält einen Vortrag zu diesem Thema.
Zugegeben, aus historischer Sicht eine interessante Fragestellung. Ob die Formulierung auf den wahrscheinlichen Analphabetismus von Winkelried abzielt? Oder auf die Frage, ob er mit dem Schwert in der Hand oder mit einem der zahlreichen Kindern auf dem Arm gewählt hätte? Vielleicht zielt die Frage aber auch mehr darauf ab, wie er als einfacher Landmann zum Stimmrecht gekommen ist. Auch Nidwalden wurde trotz Mitsprachemöglichkeiten im Mittelalter hauptsächlich von den herrschenden Familien regiert.
Ging die Frage eher in die Richtung, wen er gewählt hätte, so zeigt sein Spruch „Sorget für mein Weib und Kind“ in die linke Richtung. Für die Witwen- und Waisenrente wäre der Spruch jedenfalls ein zugkräftiges Motiv. Ebenso für Angebote der familienexternen Kinderbetreuung, schliesslich musste Frau Winkelried nach dem Hinschied ihres Gatten wohl einer Erwerbsarbeit nachgehen.
Ehrlicherweise muss man sagen, dass er vielleicht auch FDP-Anhänger war, mit seinem Spruch „Der Freiheit eine Gasse!“ liefert er auch dieser Partei einen guten Wahlslogan.
Wie auch immer. Es ist doch bemerkenswert, dass SVP über das Wahlverhalten eines seit 625 Jahren toten Mitmenschen nachdenkt. Aber vielleicht ist das ja noch das beste, was die Partei tun kann.