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Eine Anhöhe am südwestlichen Ende des Dörfchens Sulz im Fricktale am aargauer Rheinufer heißt das Schlößli. Hier wohnte vor langen Zeiten der Schlößlibauer, ein berühmter Zauberer und Banner. Er hinterließ keine Kinder, daher blieb sein Haus nach seinem Tode lange unbewohnt. Die Erben rissen es nieder und bauten ein neues an die Stelle, das gleichfalls das Schlößli genannt wird.
Der alte Schlößlibauer war allen seinen Gegnern gewachsen. Wenn ihm die Burschen von Obersulz seine Kirschbäume erkletterten und leerten, sprach er nur eine Formel, und jene mußten zweimal vierundzwanzig Stunden droben auf dem Aste bleiben. Oder er stahl ihnen zur Strafe das Ihrige, Milch und Butter aus dem Hause, dem Jäger das Wild aus dem Walde, und brauchte dazu nichts anderes zu tun, als daß er daheim sein Zauberrad umdrehte. Einst im Winter, da er Nachts über die kleine Brücke bei der Mühle von Obersulz von der Jagd heimging, entglitt er auf dem Eise und wurde am andern Morgen sammt seinem Stück Wild tot am Bache gefunden. Seit dieser Zeit steigt er als Roß den Mühlbach hinunter, durchschreitet den Graben längs der Straße und geht bis zu einem Kreuze, das zwischen Sulz und Obersulz steht.
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962, S. 92 - 93
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung www.maerchen.ch