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VOR DEM SPIEL:
Trainer Sébastien Bader vertraute im Heimspiel gegen die Ostschweizerinnen auf dieselben elf Spielerinnen, die am vergangenen Wochenende gegen Servette von Beginn an aufgelaufen waren. So spielten vor Torhüterin Michèle Tschudin von links nach rechts Yasmin Bunter, Sina Hirschi, Esther Csigi und Marion Rey. Das Mittelfeld-Trio bildeten Eli Mayr, die am Freitag 18 Jahre alt gewordene Kapitänin Riola Xhemaili und Chiara Schmid. Der einzige Unterschied zur Aufstellung gegen die Genferinnen war, dass im Sturm Camille Surdez die zentrale Rolle übernahm. Kristina Sundov und Imane Saoud liefen auf den Flügeln auf.
DIE ERSTE HALBZEIT:
Dieser Wechsel machte sich bereits in der dritten Minute das erste Mal bezahlt. Imane Saoud wurde von Yasmin Bunter in die Tiefe geschickt und stach von der linken Seite in den Strafraum der St. Gallerinnen. Mit einem perfekten Pass fand sie in der Mitte Camille Surdez, die nur noch den Fuss hinhalten musste. Der Traumstart in dieses so wichtige Spiel war somit perfekt. Auch in der Folge zeigte der FC Basel ein starkes und attraktives Spiel, war besonders über die Flügel brandgefährlich und musste sich nur den Vorwurf gefallen lassen, die Chancen nicht effizient genutzt zu haben.
Die Verunsicherung der vergangenen Spiele war scheinbar verflogen. Doch in der Mitte der ersten Halbzeit unterlief der Vorarbeiterin des ersten Tores, Imane Saoud, auf Höhe der Mittellinie ein kapitaler Ballverlust, wonach Ardita Iseni alleine auf Torhüterin Michèle Tschudin loslaufen konnte. Die junge Iseni zeigte keine Nerven und traf zum bereits vierten Mal gegen den FCB in dieser Saison. Doch der FCB zeigte eine starke Reaktion und konnte bereits wenige Minuten später wieder in Führung gehen. Dies mit demselben Muster, das bereits zum ersten Tor geführt hatte. Dieses Mal war es Camille Surdez, die auf der linken Seite in den Strafraum lief und in der Mitte mustergültig Kristina Sundov bediente, die keine Probleme hatte die Führung wiederherzustellen. Diese hatte dann bis zum Pausenpfiff Bestand.
DIE ZWEITE HALBZEIT:
Auch in der zweiten Halbzeit hatte Rotblau das Spiel eigentlich im Griff und besass auch gleich die Chancen, mit dem dritten Tor davonzuziehen. Doch Torhüterin Fabienne Oertle verhinderte dieses gegen Camille Surdez und Riola Xhemaili. Auf der Gegenseite konnte sich auch Michèle Tschudin auszeichnen. Doch in der 63. Minute war auch sie bezwungen, als sich erneut Ardita Iseni stark im Strafraum durchsetzte und zum erneuten Ausgleich einschob. Und Michèle Tschudin stand auch in der nächsten, scheinbar spielentscheidenden Szene im Mittelpunkt. Wieder war es Ardita Iseni, die in die Tiefe geschickt wurde und von der Basler Torhüterin ausserhalb des Strafraums nur mit einem Foul gestoppt werden konnte. Sie wurde deshalb vom Feld gestellt, was für die restlichen über zwanzig Minuten eine Unterzahl bedeutete.
Die Rückkehr in die Erfolgsspur schien auch an diesem Samstag nicht zu gelingen. Doch die Baslerinnen gaben nicht auf und verteidigten mit vollem Einsatz. Und in der 83. Minute wurden sie dafür belohnt. In einem genialen Geistesblitz nahm Riola Xhemaili wahr, dass sich Torhüterin Fabienne Oertle zu weit vor dem Tor befand. Aus rund 30 Metern fasste sich die junge Xhemaili deshalb ein Herz und traf traumhaft zur dritten Basler Führung an diesem Nachmittag. Und dieses Mal gab der FCB diese nicht mehr aus der Hand. Camille Surdez gelang in der 87. Minute mit ihrem zweiten Treffer nach einem Konter sogar noch das 4:2.
NACH DEM SPIEL:
Verständlicherweise war die Stimmung nach dem Spiel auf Basler Seite hervorragend. Camille Surdez gab folgendes zu Protokoll: „Es war ein sehr hartes Spiel, in dem uns St. Gallen nichts geschenkt hat. Wir mussten bis zum Schluss alles geben und haben uns diese drei Punkte hart verdienen müssen. Auch nach der roten Karte haben wir weiter an den Sieg geglaubt. Jede hat für die andere gekämpft und Einsatz gezeigt. Natürlich sind wir sehr froh darüber, dass wir endlich wieder einen Sieg geholt haben. Ich bin sehr glücklich und stolz auf das Team.“
Auch Trainer Sébastien Bader zeigte sich erleichtert und froh über den Sieg: „Es war ein unglaubliches Spiel mit einem verrückten Ablauf. Da die drei Punkte nun gesichert sind, kann ich sagen, dass es grossen Spass gemacht hat, diesem Spiel zuzuschauen. Wir können heute sehr stolz auf unsere Leistung sein. Die Spielerinnen haben eine grossartige Mentalität an den Tag gelegt und sich diesen Sieg verdient. Natürlich war noch nicht alles perfekt, aber daran arbeiten wir. Die letzten 20 Minuten waren eine Willensleistung des ganzen Teams, auch wenn ich die geniale Eingebung unserer Kapitänin Riola Xhemaili beim 3:2 hervorheben möchte. Talent kennt nun mal kein Alter. Dieser Sieg ist aber ein Ergebnis des ganzen Teams und darauf wollen wir unseren zukünftigen Erfolg aufbauen.“
Das Telegramm:
FC Basel 1893 – FC St. Gallen-Staad 4:2 (2:1)
Nachwuchs-Campus Basel. – Keine Zuschauer.
Tore: 3. Surdez 1:0. 25. Iseni 1:1. 33. Sundov 2:1. 63. Iseni 2:2. 83. Xhemaili 3:2. 87. Surdez 4:2.
FCB: Tschudin; Rey, Csigi, Hirschi, Bunter; Mayr (90. von Rotz), Schmid, Xhemaili; Saoud (90. Spiniello), Surdez , Sundov (72. Wölfle).
FCSG: Oertle; Bernet (68. Aeberhard), Christen, Iseli (86. Caputo), Böni, Colombo (68. Sutter); Li Puma (68. Ravaioli), Wyss (80. de Freitas), Ess; Iseni, Brecht.
Bemerkungen: FCB ohne Brunner, Burla, Ferrara, Fockers, Gütermann, Hoti, Huber, Jermann, Merazguia, Pilgrim, Sturgess (alle verletzt/abwesend). Ersatzbank FCB: Wölfle, Lüscher, Spiniello, Hagmann, von Rotz. – Rote Karte: 71. Tschudin. (Foulspiel). Verwarnungen: 41. Li Puma. 70. Saoud. 93. Xhemaili (alle Foulspiel).
(Fotos: Philipp Kämpf)