Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03556.jsonl.gz/2059

Musikdatenbank
Musiker
Gustav Leonhardt
geboren am 30.5.1928 in S' Graveland, Nordholland, Niederlande
gestorben am 16.1.2012 in Amsterdam, Noord-Holland, Niederlande
Gustav Leonhardt
Gustav Leonhardt (* 30. Mai 1928 in ’s-Graveland; † 16. Januar 2012[1] in Amsterdam) war ein niederländischer Dirigent, Cembalist und Organist.
Leben
Leonhardt wuchs in einem musikalischen Umfeld auf und begann im Alter von 15 Jahren in seinem Elternhaus Interesse an einem Cembalo zu finden, was sein weiteres Leben ebenso mitbestimmen sollte wie die Beschäftigung mit historischen Orgeln, die ihn zur gleichen Zeit zu interessieren begannen. Nach dem Abschluss des Gymnasiums in den Niederlanden begann er 1947 das Studium von Orgel und Cembalo bei Eduard Müller an der Schola Cantorum Basiliensis, das er 1950 mit einem Solistendiplom cum laude abschloss.
In den nächsten Jahren widmete sich Leonhardt musikwissenschaftlichen Studien in Wien und wurde 1952 zum Professor an der dortigen Staatlichen Musikakademie, der heutigen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, ernannt. 1954 wurde er Professor für Cembalo am Amsterdamer Konservatorium, darüber hinaus war er auch Organist an der dortigen Waalsekerk.
Er gründete 1955 das Leonhardt-Consort und wurde als Interpret der Werke von Johann Sebastian Bach[2] bekannt. Zusammen mit Nikolaus Harnoncourt gilt Leonhardt als einer der Pioniere der Historischen Aufführungspraxis. Im Jahre 1969 wurde er auf eine Gastprofessur an die Harvard-University in den USA berufen. Zwischen 1971 und 1990 realisierte er zusammen mit Harnoncourt das umfangreiche Projekt der Aufnahme sämtlicher Kirchenkantaten von J. S. Bach. Ab 1988 lehrte er auch an der Accademia Musicale Chigiana in Siena.
Im Film Chronik der Anna Magdalena Bach von Jean-Marie Straub (1967) wirkte er nicht nur als Interpret mit, sondern auch als Schauspieler in der Rolle Bachs.
Im Dezember 2011 gab er seinen Rückzug aus dem öffentlichen Konzertleben bekannt.[3]
Gustav Leonhardt starb am 16. Januar 2012 in Amsterdam. Er war mit der Violinistin Marie Leonhardt-Amsler verheiratet und ein Bruder der Pianistin Trudelies Leonhardt.
Auszeichnungen
- 1980: Erasmuspreis (gemeinsam mit Nikolaus Harnoncourt)
- 1999: Der Asteroid (9903) Leonhardt wird nach ihm benannt
- 2014: Ein weiterer Asteroid wird nach ihm benannt: (12637) Gustavleonhardt
- Werke von und über Gustav Leonhardt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Gustav Leonhardt in der Internet Movie Database (englisch)
- Gustav Leonhardt bei Bach Cantatas (englisch)
- Diskografie
Einzelnachweise
- Gerhard R. Koch: Zum Tode Gustav Leonhardts – Händel war ihm zu barock. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18. Januar 2012. Abgerufen am 20. Januar 2012
- weltkunst.blogspot.com, Gespräch mit Gustav Leonhardt (französisch).
- Reinhard Brembeck: Der Magier ist sehr müde. Der legendäre Cembalist Gustav Leonhardt will nie mehr öffentlich spielen. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Dezember 2011.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Gustav Leonhardt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.