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Das römische Olten und sein Umland
lic. phil. Mirjam Wullschleger & Fabio Tortoli, MA, Kantonsarchäologie Solothurn
Olten war bereits in römischer Zeit ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt: Hier kreuzten sich die Mittellandroute und die Strasse, die von den Alpen über den Jura an den Rhein führte. Die Aare-Engstelle mit dem erhöhten Kalkfelsen war ein günstiger Ort für einen Flussübergang. Das Strassendorf des 1.-3. Jahrhunderts, der Vicus, ist nur lückenhaft bekannt. Doch neuere Untersuchungen liefern spannende Einblicke in die Siedlung. Die aufgedeckten Gebäudereste reihten sich entlang der Hauptstrasse und an einer parallel dazu verlaufenden Nebenstrasse. Während die älteren Häuser aus Holz- und Fachwerk bestanden, wurden im 2. und 3. Jahrhundert massivere Gebäude aus Stein errichtet. Aus jener Zeit stammt auch ein Badegebäude. In der Kleinstadt waren zudem mindestens drei Töpfereien in Betrieb. Im näheren Umkreis des Vicus befanden sich drei Gutshöfe. Eine dieser Villen war mit aussergewöhnlichen Wandmalereien ausgestattet. Im 4. Jahrhundert wird der Ort verkleinert und befestigt: Die Castrumsmauer schützte fortan den strategisch wichtigen Flussübergang.