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Weg-Wort vom 2. Juni 2021
2020 planten die grossen kirchlichen Frauenverbände der Schweiz eine Frauensynode. Dort sollte die Ökonomie anders betrachtet werden: als fürsorgliches Erfüllen der Grundbedürfnisse aller Menschen, unter dem Motto «Wirtschaft ist Care», anspielend auf das englische Wort für «sich kümmern». Die Durchführung fiel den Massnahmen gegen die COVID-Pandemie zum Opfer. Diesen September soll die Frauensynode stattfinden.
Ökonomie bedeutet ursprünglich Haushaltsführung. Die Wirtschaftslehre beschäftigt sich grundsätzlich mit den Wegen, wie menschliche Bedürfnisse befriedigt werden. Es läge nahe, dass die Wirtschaft dazu dient, alle Menschen mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Die Ökonomie heute orientiert sich indes vorrangig am Profit, und Geld dient als Massstab für alles. Rücksichtslose Kostenminderung und Konkurrenzkampf herrschen vor. Werte, die nicht mit Geld fassbar sind, wie sozialer Ausgleich und Schonung der Umwelt, geraten in den Hintergrund. Diese Art des Wirtschaftens erzeugt viele Opfer.
Die Ökonomie von der Fürsorge her anzusehen, fasziniert mich. Viele, besonders kleinere Unternehmen berücksichtigen es bereits. Die Herstellung der Güter und die Dienstleistungen werden menschlicher, umweltfreundlicher und nachhaltiger. Wir würden uns auf die wesentlichen Bedürfnisse besinnen, anstatt ständig neue zu erzeugen. Die Care-Arbeit, etwa das Aufziehen von Kindern, die Familienarbeit, das Pflegen von Bedürftigen oder der soziale Einsatz für die Gemeinschaft, würde offiziell als Teil der Wirtschaft anerkannt. Und das Bewusstsein würde wachsen, dass alle Menschen, ja alle Lebewesen, zum grossen Haushalt der Schöpfung Gottes gehören und darin einen eigenen wichtigen Beitrag zu leisten haben.