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Der deutsche Markus Neumayr wechselte 2003 im Alter von 17 Jahren von Eintracht Frankfurt in die Nachwuchsabteilung von Manchester United. Zwei Jahre später gewann er mit den Red Devils den Blue Stars/FIFA Youth Cup™. Danach folgte eine Karriere unter anderem beim MSV Duisburg, der AC Bellinzona, dem FC Thun, dem FC Vaduz und dem FC Luzern. Weitere Erfahrungen sammelte er bei seinen Stationen in Belgien, der Türkei und der IR Iran. Heute ist der 36-Jährige U-13-Assistenztrainer beim FC Basel. Im Interview erzählt Neumayr von seinen Erinnerungen an den Blue Stars/FIFA Youth Cup™.
Neumayr: Ich war damals bei der Jugend von Eintracht Frankfurt. Ausserdem war ich viel mit der deutschen Jugendnationalmannschaft unterwegs. Irgendwann kam eine interessante Anfrage aus England. Manchester United fragte, ob ich interessiert wäre, ein Probetraining zu absolvieren. Ich hatte damals schon Angebote von Chelsea, Arsenal und Middlesbrough sowie von anderen deutschen Clubs. Für mich aber war Manchester United damals der Verein überhaupt. Ich bewunderte die damaligen Spieler: David Beckham, Paul Scholes, Ryan Giggs, und wie sie alle hiessen. Ich habe dann tatsächlich das Probetraining in Manchester absolviert, das für beide Seiten zufriedenstellend war. Kurz darauf kam ein Angebot, und für mich war klar: Ich will zu diesem Club.
Nein, nicht wirklich. Ich hatte nie davon gehört. Wir nahmen mit Manchester United immer wieder an Turnieren teil. Mal war es in Hongkong, mal in Dallas. Das Turnier von der FIFA in Zürich war mir damals nicht bekannt. Als wir dann in Zürich waren, wurde mir schnell klar, wie wichtig dieses Turnier ist. Da waren viele tolle Mannschaften und viele Spieler, die später eine grosse Karriere hingelegt haben. Das Turnier war unglaublich gut organisiert und zählt zweifelsohne zu den besten Turnieren, die ich in meiner Jugendzeit gespielt habe.
Zu meinen Teamkollegen zählten damals unter anderem ein gewisser Gerard Piqué, der heute noch immer beim FC Barcelona tätig ist. Giuseppe Rossi, der italienische Stürmer, der später in der Serie A und in Spanien bei Villarreal vor seinen vielen Verletzungen viele Tore erzielt hat, war auch einer meiner Teamkollegen. Danny Simpson, der 2016 mit Leicester City die Premier League gewann, oder auch der nordirische Nationalspieler Jonny Evans, der heute noch bei Leicester City unter Vertrag steht.
Ja, das war unglaublich. Wir hatten eine grossartige Mannschaft. Im entscheidenden Gruppenspiel gewannen wir gegen ein starkes Sporting Lissabon mit Spielern wie Nani und qualifizierten uns so als Gruppensieger für das Finale. Dort besiegten wir im Letzigrund-Stadion AIK Stockholm mit 2:0 und sicherten uns den Turniersieg. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Ich würde sogar sagen, dass der Turniersieg 2005 mit Manchester United ein Highlight war.
Die Zeit mit dem Team im Hotel und danach auch die Siegesfeier. Da ist noch einiges präsent. Aber auch das alte Letzigrund-Stadion ist mir in Erinnerung geblieben. Später, als ich dann mit Vaduz oder Luzern im neuen Stadion gegen den FC Zürich und GC gespielt habe, habe ich an alles zurückgedacht. Das kommt automatisch wieder hoch, wenn du in einem Stadion bist, wo du ein Finalspiel bestritten und auch gewonnen hast.
Ja, es ist wirklich so. Wenn du Manchester United vertrittst, dann willst du immer gewinnen, und irgendwie wird es auch von dir erwartet. Wie erwähnt nahmen wir an zahlreichen Turnieren teil, doch der Blue Stars/FIFA Youth Cup™ galt bei ManUnited als besonders prestigeträchtig. Man kam gerne nach Zürich, weil man wusste, dass man sich immer mit guten Mannschaften messen konnte.
Ich werde selbst am Turnier sein und mir die Spiele anschauen. Natürlich freue ich mich auf den FC Basel. Für die Jungs ist es schön, ihr Können auf internationaler Ebene zu zeigen. Es ist eine Chance zu sehen, wie man gerade im internationalen Vergleich dasteht. Man weiss, dass internationale Spiele etwas ganz anderes sind. Ich bin gespannt, wie weit die FCB-Jungs kommen. Die Konkurrenz ist stark.