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Im Jahr 2017 lagen die Oberflächentemperaturen im Durchschnitt um rund 1,1°C über dem Durchschnittswert der vorindustriellen Zeitepoche.
Nach Angaben der WMO (= World Meteorological Organization) lag der weltweite Temperaturdurchschnitt im Jahr 2017 um rund 1,1°C über dem Durchschnittswert der vorindustriellen Zeitepoche. Die Temperaturen stiegen 2017 um 0,76°C über den Mittelwert der Periode 1961-1990, welcher für den Temperaturanstieg als Referenzwert dient. Der bisherige Rekordwert im Jahr 2016 liegt bei 14,83°C .
Die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche lag im Jahr 2017 um rund 1,1°C über dem Mittelwert der Periode 1961-1990, welcher für den Temperaturanstieg als Referenzwert dient. Damit das Jahr 2017 zusammen mit den Jahren 2015 und 2016 zu den drei wärmsten Jahren seit Beginn der weltweiten Temperaturmessungen im Jahr 1961. Der Rekordwert wurde mit 14,83°C im Jahr 2016 gemessen. 2017 ist das wärmste Jahr, in welchem das Klimaphänomen El Niño nicht zu einer Temperaturerhöhung beigetragen hat. 17 der insgesamt 18 Jahren in diesem Jahrhundert gehören damit zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen.
Die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche lag im Jahr 2017 um rund 0,46°C über dem Mittelwert von 14,3°C der 30-jährigen Periode 1981-2010, welcher für die nationalen Wetterbehörden und die Hydrologen als Referenzzeitraum bei Vergleichen mit den wichtigsten aktuellen Klimaparametern wie Temperatur, Niederschlag und Wind dient.
Das Klima wird neben dem Anstieg der Treibhausgase auch durch natürliche Phänomene wie El Niño oder La Niña beeinflusst. 2015/2016 herrschte ein starker El Niño, welcher entscheidend zum bisherigen Rekordtemperaturwert im Jahr 2016 beigetragen hat. Im Gegensatz zu 2016 begann das Jahr 2017 mit einem sehr schwachen La Niña-Einfluss. Auch Ende 2017 war ein schwacher La Niña spürbar. La Niña-Phasen haben einen kühlenden Einfluss.
Besondere Ereignisse
Niederschläge
Der Januar 2017 bis September 2017 fielen in den U.S.A rekordhohe Regenfälle. Italien erlebte im gleichen Zeitraum die grösste Trockenheit seit Beginn der Aufzeichnungen in diesem Land.
Eis und Schnee
Die Meereisausdehnung im Arktischen Ozean war in den ersten vier Monaten des Jahres auf dem tiefsten je gemessenen Stand. Im März 2017 wurde für die maximale Meereisfläche in der Arktis ein Wert registriert, welcher zu den fünf tiefsten Maximalwerten in der Periode 1979-2017 gehört. Diese fünf Werte wurden alle seit 2006 gemessen.
In den Sommermonaten installierte sich ein starkes und beständiges Tiefdrucksystem über der zentralen Arktis. Diese Luftdruckverhältnisse trugen wesentlich dazu bei, dass Mitte September 2017 das Minimum der jährliche Meereisausdehnung in der Arktis um 25% bis 31% unter dem Durchschnittswert der Periode 1981-2010 lag. Der im Herbst 2017 gemessene Wert für das Meereisminumumgehört zu den acht geringsten Werten seit Beginn der Aufzeichnungen. Zehn dieser Minimalwerte wurden seit 2007 gemessen.
In der Antarktis lag die Meereisausdehnung ebenfalls unter dem langjährigen Durchschnittswert. Im März 2017 erreichte die minimale Meereisfläche einen Rekordtiefstwert. Mitte Oktober 2017 verzeichnete die maximale Meereisausdehnung in der Antarktis beinahe ein rekordtiefen Wert. Die Meereisverhältnisse in der Antarktis waren in den vergangenen Jahren höchst variabel. 2015 verzeichnete die maximale Meereisfläche sogar einen Höchstwert.
2017 betrug die schneebedeckte Fläche auf der Nordhalbkugel maximal 10,54 Millionen km2 . Dieser Wert entspricht beinahe dem aus Satellitendaten berechneten Durchschnittswert der Periode 1967-2017 .
Im Grönländischen Eisschild waren 2017 rund 40 Milliarden Tonnen mehr Eis gespeichert als im vergangenen Jahr. Im Jahr 2017 war die Schmelzsaison kurz und es fielen in dieser Region ausserordentlich hohe Schneemengen. Der Eiszuwachs von 2017 bedeutet allerdings keine Trendwende beim Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds. Seit 2002 hat sich die Eismasse im Eisschild um 3'600 Milliarden Tonnen verringert.
Meeresversauerung
Die Weltozeane nehmen rund 30% der von den Menschen verursachten CO2-Emissionen auf. Der pH-Wert des Meerwassers sank von 8,10 in den 1980er-Jahren auf Werte zwischen 8,04 und 8,09 in den letzten fünf Jahren. Abnehmende Werte bedeuten eine zunehmende Versauerung des Meerwassers. Destilliertes Wasser hat einen pH von 7, starke chemische Säuren haben Werte zwischen 1 und 2.
Meeresspiegel
Die mittlere Höhe des Wasserspiegels in den Weltmeeren blieb 2017 im Vergleich zum vergangenen Jahr beinahe unverändert.
Tropische Wirbelstürme
Der Nordatlantik erlebte 2017 eine äusserst intensive Hurrikansaison. Im August und September 2017 verwüsteten die drei Hurrikane Harvey, Irma und Maria weite Landstriche in den U.S.A und auf den Karibischen Inseln. In Nederland (Texas, U.S.A) fielen innerhalb einer Woche 1'539 mm Regen, ein Rekordwert für das Festland der U.S.A.
Orphelia, ein Hurrikan der Kategorie 3, verursachte Mitte Oktober 2017 in Irland grössere Schäden. Das starke Sturmgebilde war auch dafür verantwortlich, dass sich in Portugal und im südwestlichen Spanien verheerende Waldbrände ausbreiten konnten. Noch niemals zuvor drang ein Hurrikan so weit in den nordöstlichen Atlantik vor. Normalerweise verlieren diese tropischen Wirbelstürme 1'000 km weiter südwestlich ihre Kraft.
Überschwemmungen
Im August 2017 fiel in Freetown in Sierra Leone innerhalb von 2 Wochen 1'592,2 mm Regen. Dieser Wert in vier Mal höher als der Durchschnitt für diese Stadt. Die Folgen der Überschwemmungen und die Flutwellen töteten über 500 Menschen in diesem Land.
Im August 2017 lösten schwere Regenfälle in Mocoa im südlichen Kolumbien einen Erdrutsch aus. 273 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Auf dem Indischen Subkontinent blieb der durchschnittliche Niederschlag während der Monsunsaison 2017 nahe des Durchschnittswerts. Lokale Starkniederschläge verursachten allerdings im östlichen Nepal, im Norden von Bangladesch und in den angrenzenden indischen Bundesstaaten verheerende Überschwemmungen mit grossen Opferzahlen und hohen Sachschaden. In Mawsynram (Indien) fiel vom 9. bis zu 12. August 2017 mehr als 1'400 mm Regen. Rangpur (Bangladesch) verzeichnete innerhalb von 2 Tagen 360 mm mm Regen. Aus Indien, Bangladesch und Nepal wurden über 1'200 Todesopfer gemeldet. 40 Millionen Menschen waren von dieser Naturkatastrophe betroffen.
Dürren
Besonders stark von den fehlenden Niederschlägen waren 2017 Somalia, Äthiopien und Kenia betroffen. Im Juni 2017 war mehr als die Hälfte des Ackerlandes in Somalia von einer starken Dürre betroffen. Seit Dezember 2016 wurden die Viehherden wegen der anhaltenden Trockenheit um 40-60% verkleinert. 800'000 Menschen waren Mitte des Jahres vom Hungertod bedroht. 760'00 Menschen wurden durch die Dürre in Somalia aus ihrer Heimat vertrieben. Zeitweise wurden rund 11 Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien und Kenia durch die Hilfswerke mit Lebensmitteln versorgt.
Hitzwellen
Am 27. Januar 2017 kletterte die Temperatur in Puerto Madryn (Argentinien) auf 43° s.Br. auf 43,5°C. Noch niemals zuvor wurde auf der Südhalbkugel so weit im Süden eine derart hohe Lufttemperatur gemessen.
In Westaustralien wurden am 11. und 12. Februar 2017 Maximalwerte bis 47°C gemessen.
Am 28. Mai 2017 wurde in Turbat in Westpakistan nahe der Grenze zum Iran eine Lufttemperatur von 54,0°C gemessen. Die Hitzewelle reichte auch den Oman, wo an einigen Orten Temperaturen über 50°C gemessen wurden.
Am 29. Juni 2017 stieg die Lufttemperatur in Ahwaz im Iran auf 53,7°C.
Am 12. Juli 2017 meldete Cordoba im Süden von Spanien eine Lufttemperatur von 46,9°C. Granada brachte es auf 45,7°C .