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<h2>SubmittedText<h2><p>Italienisch, Landes- und Amtssprache, ist ein konstitutives Element unseres Landes. Aber ausserhalb der italienischsprachigen Schweiz hat die Sprache einen schweren Stand - mit nachteiligen Folgen für den inneren Zusammenhalt des Landes; dies, obwohl der gesetzliche Rahmen vorsieht, dass die Landessprachen auch ausserhalb ihrer Sprachgebiete gefördert werden können. Ich bitte den Bundesrat deshalb, die folgenden Fragen zu beantworten:</p><p>1. Welche unterstützenden Massnahmen sind von Bund und Kantonen auf Schulstufe vorgesehen, damit italienischsprachige Familien ausserhalb der italienischen Schweiz die italienische Sprache und Kultur pflegen und erhalten können?</p><p>2. Wie gedenkt der Bundesrat die Empfehlungen einer Arbeitsgruppe der Schweizerischen Maturitätskommission in ihrem Bericht vom 5. November 2013 umzusetzen, um die Stellung des Italienischen an den Gymnasien und an der Volksschule zu stärken?</p><p>3. Ist er bereit, in Zusammenarbeit mit den Kantonen Pilotprojekte zu unterstützen, die zweisprachig geführte Schulen oder zweisprachigen Unterricht an der Volksschule und am Gymnasium einführen in Städten, in denen erwiesenermassen Interesse am Erlernen des Italienischen (und der anderen Landessprachen) besteht?</p><p>4. Die föderalistische Struktur unseres Landes bringt in der Sprachenfrage sehr komplexe Herausforderungen mit sich. Erachtet er es deshalb nicht als notwendig, Anreize für die Kantone zu schaffen, um den Unterricht der Minderheitensprachen ausserhalb ihres Sprachgebietes zu fördern? Wenn ja, welche?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>1. In der Schweiz gilt bezüglich der Sprache das Territorialitätsprinzip, wonach die Institutionen die Sprache verwenden, die in der entsprechenden Region traditionell gesprochen wird. Dies gilt insbesondere für den Unterricht auf Volksschulstufe.</p><p>2004 hat die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) eine nationale Strategie zur Weiterentwicklung des Sprachenunterrichts verabschiedet. Die wichtigsten Inhalte dieser Strategie sind in die interkantonalen Vereinbarungen über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (Harmos-Konkordat und "Plan d'études romand") eingeflossen. Gemäss diesen Vereinbarungen müssen alle Schülerinnen und Schüler spätestens ab dem 5. und dem 7. Schuljahr eine zweite Landessprache und Englisch lernen (ausgehend von 11 obligatorischen Schuljahren). Die Kantone Graubünden und Tessin können von dieser Bestimmung abweichen, sofern sie noch eine dritte Landessprache obligatorisch unterrichten lassen. Über die 2012 von allen Kantonen verabschiedeten Bildungsstandards werden national klar definierte Ziele für zwei Sprachen vorgegeben, die gleichwertige Kompetenzniveaus am Ende der obligatorischen Schulzeit vorsehen. Der Unterricht der ersten Fremdsprache wird auf regionaler Ebene koordiniert. Zudem hat in der obligatorischen Schule ein bedarfsgerechtes Angebot an fakultativem Unterricht in einer dritten Landessprache zu bestehen. Dabei handelt es sich in den meisten Kantonen um das Italienische.</p><p>Die gleichen Grundsätze sind im Sprachengesetz verankert, das seit 2010 in Kraft ist.</p><p>In Bezug auf die nachobligatorische Bildung sieht die Verordnung des Bundesrates bzw. das Reglement der EDK über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAV/MAR) vor, dass auf gymnasialer Stufe in den Kantonen mit Erstsprache Deutsch oder Französisch das Italienische als Grundlagen- und als Freifach angeboten werden muss.</p><p>Gemäss Artikel 10 der Sprachenverordnung (SpV) kann der Bund zudem innovative Projekte zur Förderung des Unterrichts einer zweiten oder dritten Landessprache unterstützen. So unterstützt er beispielsweise ein von der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana lanciertes Projekt, das auf Sekundarstufe I den intensiven Unterricht von Italienisch als Fremdsprache nach einem neuen Ansatz der Mehrsprachigkeitsdidaktik plant.</p><p>Überdies werden Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur für das Italienische angeboten, die italienischsprachigen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Familien in allen Deutsch- und Westschweizer Kantonen offenstehen.</p><p>2. Der Bericht der Arbeitsgruppe zur Förderung des Italienischunterrichts an den Schweizer Gymnasien bildet eine verlässliche Diskussionsgrundlage für Bund und Kantone. Die Umsetzung der im Bericht enthaltenen Empfehlungen wird Gegenstand von Gesprächen zwischen Bund und Kantonen sein.</p><p>Bestimmte von der Arbeitsgruppe vorgeschlagene Massnahmen werden bereits umgesetzt. Dazu gehört die Unterstützung durch den Bund von Sprachaustauschen zwischen den verschiedenen Sprachregionen, insbesondere auch mit der italienischsprachigen Schweiz, was sich auch positiv auf den Italienischunterricht an den Gymnasien auswirkt.</p><p>3. Bund und Kantone anerkennen die Bedeutung und den Wert von zweisprachigem Unterricht. Auf gymnasialer Ebene beispielsweise sieht Artikel 18 MAV/MAR die Möglichkeit einer zweisprachigen Maturität vor.</p><p>Der Bund unterstützt zudem aktiv den zweisprachigen Unterricht mit einer Landessprache als Immersionssprache. Gemäss Artikel 10 SpV kann er den Kantonen Finanzhilfen zur Förderung von Pilotprojekten für den zweisprachigen Unterricht gewähren.</p><p>4. Die Förderung der Mehrsprachigkeit und der Landessprachen wurde mit der Inkraftsetzung des Sprachengesetzes und der entsprechenden Verordnung im Jahr 2010 verstärkt. Der Bund schafft bereits Anreize für die Kantone zur Förderung des Unterrichts der Landessprachen über die Sprachgrenzen hinaus. Er prüft jedoch weitere Massnahmen, die in Zusammenarbeit mit den Kantonen getroffen werden sollen, insbesondere zur Unterstützung des Italienischunterrichts ausserhalb der italienischsprachigen Schweiz.</p>  Antwort des Bundesrates.