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Als das Musée des Épices et Aromates (MEA) in Port-Louis im Winter 2010 von HOIO angefragt wurde, eine Rezeptur für ein Gewürz (World N°1) zu entwickeln, das Ingredienzien von allen sieben Kontinenten des Planeten enthalten sollte, stellte sich natürlich auch die Frage nach dem Beitrag der Antarktis. Kelma Sala (Leiterin des Labors im MEA) setzte sich mit der Fondation Lautremois in Verbindung, die in Port-Louis ein kleines Museum betreibt, das an Leben und Wirken des Kaffeehändlers und Antarktis-Forschers Aristide Lautremois erinnert.
Salome Papashvily-Lautremois, die Kuratorin der kleinen Sammlung, erinnerte sich an eine Passage aus den Tagebüchern ihres Urgrossvaters, in der von einem aus der Gegend von Ushuaia stammenden Antarktis-Trapper namens Canelo die Rede war, der sich einen Pinguin als Schosshündchen hielt. Aristide Lautremois hatte sich über die Angewohnheit dieses Canelo mokiert, die Kopfschuppen seines Pinguins einzusammeln und in heissem Wasser aufgelöst zu trinken – offenbar überzeugt, dies habe einen positiven Einfluss auf seine Gesundheit. «Der Aberglaube dieser Leute geht so weit», schrieb Lautremois, «dass sie mit der passenden Überzeugung wohl auch die Haare ihrer Grossmütter fressen würden – oder noch mehr.»
Motiviert durch die Aussicht auf neue Erkenntnisse über die Expedition von Aristide Lautremois finanzierte die Fondation eine kleine Expedition in die Antarktis, wo das dreiköpfige Team die Kopfschuppen verschiedener Pinguine untersuchte – denn leider fehlte in dem Tagebuch des Kaffeehändlers ein Hinweis darauf, um was für eine Pinguin-Art es sich bei dem Haustier von Canelo gehandelt hatte. Die Kopfhaut der meisten Tiere entsprach in jeder Beziehung dem, was man von so einer Kopfhaut erwarten kann. Bei den Schuppen des Kaiserpinguins (Aptenodytes forsteri) aber stellten die Forscher mit Überraschung eine «scharfen, schwefeligen Duft wie von einem ganz ausserordentlich starken Knoblauch und ein markantes Zwiebel- oder Lauch-Aroma» fest. Die Laboruntersuchung brachte jedoch keine Stoffe zutage, die man als gesundheitsfördernd hätte ansehen können – also äusserte Papashvily die Vermutung, Trapper Canelo könnte diese Schuppen eher aus aromatischen als aus gesundheitlichen Gründen getrunken haben. Canelos Gründe werden wohl im Dunkeln bleiben – der Beitrag der Antarktis zu World N°1 aber war damit gefunden.
Aristo (Squama aptenodytes forsteri) wird nach einem patentierten Verfahren aus einer Schuppenflechte vom Kopf des antarktischen Kaiserpinguins (Aptenodytes forsteri) gewonnen. Die Tiere, die für Aristo den Kopf hinhalten müssen, leben auf einer kleinen Pinguin-Farm bei ????, welche von der Patenhalterin, dem Musée des Épices et Aromates (MEA), mit betrieben wird. Kelma Sala vom MEA betont, dass die Tiere bei Abnahme der Flechte «weder körperlich noch psychisch verletzt werden und das Gewürz somit fast als eine vegetarische Zutat angesehen werden kann». Die Herstellung von Aristo ist aufwendig und die Produktion auf wenige Kilo pro Jahr beschränkt (knapp 180 kg waren es 2010). Aristo duftet wie ein sehr starker Knoblauch, leicht schweflig und auch ein wenig wie weisser Trüffel. Im Mund ist er bitter und scharf. Obwohl nur teilweise auf Santa Lemusa produziert wird, wurde Aristo Ende 2010 mit dem AOC-Zertifikat ausgezeichnet. Aristo wird im Museumsshop des MEA verkauft und von HOIO exklusiv, wenn auch nur in sehr kleinen Mengen, nach Europa importiert.
Die Bezeichnung Aristo spielt auf den Vornamen des Polarforschers Aristide Lautremois an, dessen Tagebüchern man die Entdeckung des neuen Würzstoffes verdankt.
Ordnung: Sphenisciformes (Pinguine)
Familie: Spheniscidae (Pinguine)
Gattung: Aptenodytes (Grosspinguine)
Art: Kaiserpinguin
Wissenschaftlich: Squama aptenodytes forsteri
• World N°1 – eine Gewürzmischung mit globalem Anspruch
First Publication: 12-2006
Modifications: 4-2-2009, 7-1-2010, 5-10-2011