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Der Notebook-Weltmarkt wird 2011 kaum über 15 Prozent, sondern eher auf 12 Prozent Wachstum kommen, meint Joanne Chien, Senioranalystin bei Digitimes Research. Sie begründet das damit, dass Apples iPad und andere Tablet-PCs auch im Unternehmenssegment immer mehr einschlagen, so dass IT-Entscheider geneigt sind, die bestehende Notebook-Flotte durch Tablets statt durch neue Laptops zu ersetzen. Die Kollegen des Marktforschungsinstituts Gartner haben CEOs und IT-Entscheidern Anfang November 2010 dringend ans Herz gelegt, sich mit dem iPad als neue Kommunikationsplattform zu beschäftigen.
Chien zufolge werden sich die Auswirkungen auf den Notebook- und Netbook-Markt mit einer Reihe neuer Tablet-PCs in der zweiten Jahreshälfte 2011 noch verstärken, womit die Notebook-Industrie in die erste Reifephase mit sich stark abschwächenden Umsätzen gezwungen werde. Für Netbooks rechnet Digitimes Research im Gesamtjahr nur noch mit einem weltweiten Absatz von 24,23 Millionen Stück. Unter den Top-Markenanbietern sieht Chien Lenovo und Samsung Electronics deutlich im Vorteil, weil sie sehr "leidensfähig" seien, was die geringen Profite angeht, und dennoch in der Lage, kostengünstig zu arbeiten.
Der Notebook-Absatz von Lenovo soll 2011 folglich um 11,4 Prozent auf 25 illionen Stück steigen, der von Samsung um 6 Prozent auf 14 Millionen Stück. Von den US-Riesen HP und Dell erwartet Chien, dass sie sich vorsichtiger an die Entwicklung von Tablet-PCs herantasten, ihre Aufmerksamkeit 2011 aber gleichmässig auf Notebooks und Tablets lenken werden. Acer habe zwar gute Chancen, die Nummer eins auf dem Notebook-Weltmarkt zu werden. Dennoch werde keiner der Top 3 in diesem Jahr mehr als 40 Millionen Laptops verkaufen.
Von den führenden Notebook-Bauern werden Quanta Computer und Compal Electronics laut Chien voraussichtlich auf über 50 Millionen Stück kommen, Quanta möglicherweise sogar auf 55 Millionen Notebook-Lieferungen. Der Acer-Ableger Wistron arbeite an dem Ziel von 32,5 Millionen Notebook-Verkäufen. Foxconn (Hon Hai Precision Industry) wird sich laut Digitimes Research mit 18,5 Millionen Stück auf Platz vier vorboxen, die Asustek-Tochter Pegatron Technology mit 16 Millionen Stück auf Platz fünf bleiben, während die ehemalige Nummer vier Inventec mit voraussichtlich 14 Millionen Notebook-Verkäufen auf Platz sechs unter den OEM-/ODM-Auftragsfertigern (Original Equipment/Design Manufacturing) zurückfällt. Prognosen über die Lieferungen der Notebook-Produzenten sind meist einfacher als die über die Verkäufe auf den Endmärkten, weil die Bestellungen oft Monate vorher feststehen. (Klaus Hauptfleisch)