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Rund 200 Millionen Menschen leben in Brasilien. 85 Prozent davon in den Grossstädten, die meist nahe der Atlantikküste liegen. Die landwirtschaftlichen Hot Spots liegen in den Regionen Mato Grosso in der Mitte und in den Regionen São Paulo und Paraná im Süden des Landes.
5 Prozent des Bruttoinlandprodukts stammen aus der Landwirtschaft, der Grossteil der Produktion geht in den Export. Zucker, Soja und Kaffee sind einige der Exportschlager. Die meisten dieser Produkte werden aber nicht in Brasilien, sondern im Ausland veredelt. Das soll sich in Zukunft ändern und dank der Produktverarbeitung im Land die Wertschöpfung gestärkt werden.
Zuckerrohr statt Vieh
Der Anbau besonders von Soja und Zuckerrohr zeitigt auch negative Seiten. Der Regenwald schrumpft noch immer, wenn auch mittlerweile ein "Soja-Moratorium" herrscht, in dem sich die Sojabranche dazu verpflichtet hat, Soja aus dem Amazonas-Gebiet nicht weiter zu verarbeiten. Zuckerrohr wird in Brasilien stark als Energiequelle genutzt. 90 Prozent der Autos fahren mit einer Benzin-Ethanol-Mischung. Um genügend Land für den Zuckerrohranbau zu haben, wird oft auf Flächen ausgewichen, die zuvor als Viehweiden gedient haben. Dies drängt die Rinderzüchter in Gebiete, die bewaldet waren.
Kaum mehr Platz bleibt oft für die Kleinbauern, die traditionelle Lebensmittel wie Maniok, Bohnen und Reis anbauen. Sie verschwinden immer mehr von der brasilianischen Bildfläche.
Optimales Klima
Künftig will Brasilien seinen Ruf als Agrarexporteur festigen, dazu soll unter anderem das Transportnetz verbessert werden, indem in Strassen, Wasserwege und Häfen investiert wird. Zudem sollen Lager errichtet werden, damit die Ernte nicht mehr direkt auf den Weltmarkt gepumpt werden muss.
Einen grossen Vorteil hat Brasilien und wird ihn auch in Zukunft haben: Das Klima. Das Land ist konstant warm und es gibt viele Niederschläge. Zudem lässt sich der Boden meist leicht bearbeiten. Für den Pflanzenanbau die optimalen Bedingungen, von denen Brasilien künftig noch stärker profitieren will.