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mecklenburgische
Dienste als Baukondukteur, wurde Landbaumeister mit Überweisung des
Schweriner Landbaudistrikts, 1837 Hofbaumeister
und 1841 Hofbaurat. Von ihm sind bis 1851 die hauptsächlichsten Hochbauten
Mecklenburgs entworfen und ausgeführt worden,
vor allen das Residenzschloß in
Schwerin, das er unter Benutzung der vom alten Bau herrührenden Fundamente und festen Mauerreste
im Geschmack der französischen Renaissance (mit Reminiscenzen an Schloß Chambord in Frankreich) von 1844 an
erbaute, bis er 1851 aus politischen
Gründen seines
Dienstes entlassen wurde, sich auf Reisen begab und nach sechsjähriger
Abwesenheit 1857 zurückkehrte.
Das Schloß wurde unterdessen von
Willebrand unter Stülers Oberleitung fortgesetzt und 1858 vollendet. 1859 wurde er
in Frankfurt Mitstifter des Nationalvereins. 1866 gab er einen Erweiterungs- und Verschönerungsplan von
Schwerin heraus.
Später machte er abermals Reisen nach der Schweiz, Italien, Sicilien und Tunis. 1875 erweiterte er den Zuschauerraum des
von ihm früher erbauten Hoftheaters. 1877 war er Reichstagsabgeordneter für den Leipziger Landkreis (socialdemokratisch).
Nach 1879 trat er eine abermalige längere Reise nach Italien an.
(Anmerkung des Editors: richtig: Denuelle (= Alexandre Dominique Denuelle, 1818-1880)) (spr.
dennäl),DominiqueAlexandre, franz. Maler im dekorativen Fach, geb. 1818 zu
Paris, begab sich mit 17 Jahren nach Deutschland, um die
Keramik zu studieren, widmete sich dann unter Delaroche und
Duban der Monumentalmalerei, beteiligte sich bei den Arbeiten im Schloß Dampierre und studierte in Italien die dekorative
Malerei. Unter seinen überaus zahlreichen Arbeiten dieser Art, die er in verschiedenen Städten Frankreichs ausführte,
nennen wir: in Paris die in den Kirchen St. Germain des Prés, Ste. Clotilde und Ste.
Trinité, in drei Kapellen der Kirche St. Sulpice, in der Kapelle der heil.
Jungfrau in St. Eustache; in St. Denis die Dekorationsmalereien der Abteikirche, in Nîmes in St.
Paul, andre in Lyon, Beauvais,
Carcassonne, Orléans, ebenso in vielen Profangebäuden in
Paris und andern Städten. 1859 wurde er
Ritter und 1874 Offizier
der Ehrenlegion.
FranzJoseph, Architekt, geb. 1821 zu Lüttich als Sohn eines Professors an der Universität,
mit dem er infolge der Ereignisse von 1830 nach Würzburg zog. Dort machte er auf der Universität seine Studien und ging
dann, um sich zum Architekten auszubilden, auf die polytechnische Schule und die Akademie in München. 1854 erhielt
er eine Anstellung als Civilbauingenieur zu Regensburg, wurde bei der Reorganisation des bayrischen Bauwesens 1858 königlicher
Baubeamter daselbst und 1859 mit dem Ausbau und der Vollendung des dortigen gotischen Doms beauftragt, eine Aufgabe, die
er in zehn Jahren in glänzender, allgemein befriedigender Weise löste. 1869 vollendete er die beiden
herrlichen Türme, 1872 auch das
Querschiff.
Schon vor der Vollendung des letztern erhielt er einen Ruf nach Frankfurt a. M., um die 1867 durch
Brand zerstörte Domkirche nebst ihrem sogen. Pfarrturm wiederherzustellen und auszubauen. Er
siedelte deshalb 1870 nach Frankfurt über und entledigte sich auch dieser Aufgabe in würdiger Weise.
Seine übrigen bedeutendern Bauten sind: das Badegebäude der Saline zu Kissingen, das chemische Laboratorium in Erlangen,
die Stadtpfarrkirche zu Burghausen in Bayern, das städtische Archivgebäude (eröffnet 1878) und die Dreikönigskirche zu
Frankfurt.
(spr. däsángsch),LewisWilliam, engl. Porträtmaler, geb. 1822 zu London, ging
mit seinen Eltern 1828 nach Florenz, kehrte 1831 nach England zurück, empfing hier den ersten künstlerischen
Unterricht und begab sich 1838 nach Lyon, wo
Michel Grobon sein Lehrer wurde. Nachdem er mehrmals Italien bereist hatte, malte
er 1845 ein großes figurenreiches Bild: Erkommunizierung des
KönigsRobert, das sehr gerühmt wurde;
dann aber widmete er
sich in London der Porträtmalerei, worin er besonders bei der Damenwelt sehr beliebt wurde.
Später malte er noch Scenen
aus dem Krimkrieg und aus dem Aufstand in Indien.
franz. Landschaftsmaler, geb. zu Paris, Schüler von
Ingres, bereiste 1837-42 Italien, malt Landschaften, oft mit historischer Staffage, mitunter auch biblische Historienbilder
von trefflicher Zeichnung, aber etwas gesuchter idealer Haltung. Wir nennen unter seinen ältern Bildern: Argus, der die
Io bewacht, Herkules und der nemeïsche Löwe, die Campagna bei Rom und Thal der Nymphe Egeria, worauf
dann nach seiner Rückkehr aus Italien folgten: der See von Albano, die Meditation, der Kyklop (Museum in Lyon), Narcissus
an der Quelle, Landschaft bei Hyères, Christus am Ölberg, Orestes und die Eumeniden, Martyrium des heil.
Mauritius, Umgegend von Neapel (1859), Joseph von seinen Brüdern verkauft, Auferstehung Christi, Raserei
des Orestes (Museum des Luxembourg), Golf von Neapel, Umgegend von Antibes (1868); unter den nicht landschaftlichen: die
heil. Margarete (in St. Pierre zu Dijon), Christus heilt die Blinden in Jericho (Kirche St. Nicolas
du Chardonnet) und mehrere Bilder für Taufkapellen und für den Lesesaal der kaiserlichen Bibliothek
(1868). 1857 wurde er Ritter der Ehrenlegion.
2) Blaise Alexandre, franz. Stilllebenmaler, geb. zu
Paris, Neffe des vorigen, erlernte die Malerei unter Flandrin und später unter Bouguereau, indem er sich fast ausschließlich
dem Stillleben widmete, worin er besonders in der Wiedergabe der verschiedenen Metalle, der Goldschmied-
und Glaswaren, der Teppiche und andrer Stoffe im Arrangement und noch mehr in der Nachahmung der Wirklichkeit das Höchste
leistet, so daß man die Gegenstände greifen zu können glaubt; weniger gelungen ist die Nachahmung der Früchte. Eins seiner
frühesten Bilder (1859) ist die Amethystvase des 16. Jahrh. im Museum
des Luxembourg, sodann ein Gefäß aus Bergkrystall aus dem 16. Jahrh., ein Geldbeutel Heinrichs II. (1863), ein alter Birnbaum
(1875), Thee in einem Künstlerzimmer, der Helm und Schild Karls IX., der Sporn Karls d. Gr., ein Karabiner des 16. Jahrh.,
die Krone der Könige von Frankreich und ähnliche Gegenstände. 1878 erhielt er das Kreuz
der Ehrenlegion.