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Die Frage, wie mit den nationalsozialistischen Kriegsverbrechern umzugehen sei, wurde kontrovers diskutiert. Thomas Mann hatte sich bereits im August 1945 in seiner Antwort auf eine Umfrage zur Bestrafung von Kriegsverbrechern dazu geäußert, den Text damals vor der Veröffentlichung jedoch zurückgezogen. Hier erläutert er noch einmal, inwiefern er das Vorgehen der Alliierten insgesamt für richtig hielt: »In diesem Prozeß geht es um das, was sein soll und was in hohem Grade geistige und moralische Wirklichkeit hatte, als der Faschismus sich lästerlich dagegen erhob. Er spielt auf der Schwelle der Zukunft«. Wenngleich das Thema kein einfaches war, schrieb Mann den Beitrag am 24. November 1945, wenige Tage nach dem Auftakt der Nürnberger Prozesse, »in einem Zuge« nieder. Entstanden auf Initiative der United Press, wurde der Text in der englischen Übersetzung am 29. November in den Daily News (Los Angeles) abgedruckt, erschien dort jedoch nicht als Fließtext, sondern stellenweise gekürzt und inszeniert als Interview. In Deutschland wurde er 1986 im Rahmen der Tagebücher 1944-1946 (hg. von Inge Jens) erstmals publiziert.
Autorentext
Thomas Mann, 1875 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.