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Das Tanzgässlein ist ein Verbindungsweg zwischen der Eisengasse und der etwa 3 Meter tiefer liegenden Marktgasse und dem Fischmarkt. Die hohen Gassenwände werden von Geschäftshäusern gebildet, die am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Ihre repräsentativen Fassaden sind den Hauptstrassen zugewandt, zum Tanzgässlein hingegen sind die Fronten vergleichsweise schlicht gestaltet. Beim Bau der Häuser Eisengasse 14 und Fischmarkt 1 (1908-1910) wurde die Gassenflucht zurückgenommen und dadurch das Tanzgässlein auf das Doppelte seiner ursprünglichen Breite erweitert.
Zu Anfang des 15. Jahrhunderts hiess die Gasse nach den Häusern an ihrer nordöstlichen Seite das "gesslin nebent demme Ross" oder "Gesslin zem Ross". Ihr heutiger Name leitet sich vom Bürger Heinrich Tanz her, der 1253 und 1257 zwei Häuser am Fischmarkt besass. Zeitweilig waren diese mit dem Eckhaus an der Eisengasse vereinigt (heute Eisengasse 14), dessen Benennung als "hus zem obern Tantz" 1401 überliefert ist. Von diesem Haus, das durch die Fassadenmalerei Hans Holbeins d.J. aus der Zeit um 1520 berühmt wurde, ging der Name auf das Gässlein über. Als "Dantzgesslin" begegnet es erstmals in Felix Platters Stadtbeschreibung von 1610.
Über die Beschaffenheit des Weges ist aus früherer Zeit nichts bekannt. Vor der Niveauaufschüttung in der Marktgasse (1898-1900) muss er noch steiler gewesen sein. 1884 war das Gässlein zumindest im oberen Teil mit Stufen versehen, also für den Fahrverkehr nicht nutzbar. Im Zuge der Neubauten zu beiden Seiten wurde 1909-1911 das Niveau im unteren Gassenabschnitt angehoben, eine Dole für die Dachentwässerung der anstossenden Häuser angelegt und das Gässlein ohne Trottoirs gepflastert.