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| Apologeten, Frühchristliche - An Autolykus (Ad Autolycum)

Zweites Buch: Widersinnigkeit des Heldentums und Erhabenheit der christlichen Wahrheit
30. Nachkommen Kains. Erfindung der Künste.
Kain also bekam auch einen Sohn, namens Enoch. Und er erbaute eine Stadt, die er nach dem Namen seines Sohnes Enoch nannte. Da ward der Anfang gemacht, Städte zu bauen, und zwar vor der Sintflut, nicht wie Homer fälschlich singt:
„Noch war keine gebaut von den Städten der redenden Menschen.“ (Il. 20, 216.)
Dem Enoch aber ward ein Sohn geboren, namens Gaidad; dieser zeugte den Meel, Meel den Mathusala, Mathusala den Lamech. Lamech aber nahm sich zwei Weiber, deren Namen Ada und Sela waren1. Von da begann die Vielweiberei; es nahm aber auch die Musik von da ihren Anfang. Lamech nämlich hatte drei Söhne, Obel, Jubal, Thobel. Obel ward ein in Zelten wohnender Hirt, Jubal ist der Erfinder der Harfe und Zither, Thobel ward ein Schmied, mit dem Hammer Erz und Eisen bearbeitend. Bis hierher läßt sich das von Kain abstammende Geschlecht verfolgen; für die Folgezeit aber kam die Stammesgeschichte seines Samens in Vergessenheit wegen seines Brudermordes. Gott verlieh aber der Eva die Gnade, daß sie empfing und einen Sohn anstatt Abels gebar, der Seth hieß. Von diesem stammt das übrige Menschengeschlecht bis auf heute. Und wenn ein Wißbegieriger es wünscht so ist es leicht, ihm das Nähere, selbst über alle Geschlechter, [S. 61] mittelst der Hl. Schrift auseinanderzusetzen. Denn es ist von uns auch zum Teil schon in einem andern Buche, wie oben gesagt worden, die Reihenfolge der Abstammung behandelt worden, im ersten Buche über die Geschichte nämlich2. Dies alles lehrt uns der Hl. Geist, der durch Moses und die übrigen Propheten spricht, so daß die bei uns, den Verehrern Gottes, vorhandenen Schriften älter sind und dazu auch als wahrer sich erweisen als die alter Geschichtsschreiber und Dichter. Auch für die Musik setzten einige eitle Schwätzer den Apollo als Erfinder an; andere sagen, Orpheus habe die Musik nach dem lieblichen Gesange der Vögel erfunden. Aber ihr Gerede zeigt sich als eitel und grundlos; denn diese Männer lebten viele Jahre nach der Sintflut. Die Geschichte des Noe, der bei einigen Deukalion heißt, ist von uns in dem Buche abgehandelt, das wir oben erwähnt haben; dies kannst auch du zur Hand nehmen, wenn du willst.
1: 1 Mos. 4, 18. 19.
2: Welches Buch hier Theophilus meint, ist zweifelhaft.