Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03642.jsonl.gz/2120

Geschichte des Fechtens
Der Fechtsport gehört zu den ältesten Sportarten der Menschheit. Er wurde schon in der Antike als bewaffneter Zweikampf zwischen zwei Personen betrieben. Die Duellkultur entwickelte sich in Europa im Spätmittelalter. Das Schwert, Waffe und Prestigesymbol der kriegerischen Elite, war ursprünglich dem Adel vorbehalten. Der ehrenhafte Zweikampf wurde bei Turnieren, oder bei Gottesurteilen durch Kampf(mit scharfen Waffen) betrieben, als Training für den Ernstfall. Ab dem späten Mittelalter emanzipierte sich das Bürgertum, unter anderem durch das Tragen von Waffen.
Im militärischen Bereich verloren Blankwaffen durch das Auftauchen von Feuerwaffen weitestgehend ihre Bedeutung. In der Renaissance kamen zuerst in Italien und Spanien die ersten Rapiere auf. Sie unterschieden sich vom Langschwert durch schmale Klingen und elegante Gefässe. Diese Waffen verbreiteten sich schnell in Europa. Im 16. Jhr. prägte der Franzose Henri Saint Didier die meisten heute noch gebräuchlichen Fechtausdrücke.
Ab 1700 begannen die Waffen die heute bekannten Formen anzunehmen. Der Degen wurde die Waffe des Offiziers (welcher zumeist adelig war), mehr Symbol als noch brauchbare Kriegswaffe. Die schwere Kavallerie war bewaffnet mit einer schweren Version, genannt Haudegen oder Pallasch, der mehr zum Schlagen denn zum Stechen geeignet war.
Der geschwungene Säbel wurde zur Bewaffnung der leichten Kavallerie.
Diese Bewaffnung wurde so zuletzt im ersten Weltkrieg eingesetzt, war damals aber schon lange nicht mehr zeitgemäss und wurde bald abgeschafft (In der Schweizer Armee wurden Blankwaffen erst 1942 abgeschafft, was damals sehr bedauert wurde).
Im 19. Jhr. erlebte der Fechtsport einen rasanten Aufschwung. Um 1880 wurde von einem Gentleman erwartet, das er ein tadelloser Fechter war, der seine oder anderen Ehre in einem Duell zu verteidigen wusste (diese wurden 1871 in Deutschland verboten). 1862 wurde in Hannover der erste Fechtclub gegründet, 1896 wurden die ersten deutschen Meisterschaften ausgetragen. Das Fechten war eine der Gründungssportarten der Olympischen Spiele, die erstmals in diesem Jahr ausgetragen wurden. 1955 wurde der schwere Säbel abgeschafft.
In den 1900er Jahren begann der Unteroffiziersverein Thun mit regelmässigen Fechttrainings