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Die Ehe, das Verlöbnis und die eingetragene Partnerschaft sollen als zivilrechtliche Konstrukte abgeschafft werden. Stattdessen fordern wir die Einführung einer Verantwortungsgemeinschaft, welche im Rahmen des Gesetzes frei gestaltet werden kann. Diese steht allen Lebensgemeinschaften mit mehr als einer Person offen, auch polygamen Beziehungen. Um den Aufwand zu verringern, sollen gewisse Rechte und Pflichten aus dem heutigen Eherecht vereinfacht übernommen werden können: Im Grundsatz sollen alle Rechte und Pflichten des bisherigen Zivilgesetzbuches, welche nur verheirateten Paaren zugänglich sind, jeder partnerschaftlichen Personengemeinschaft zukommen. Mittels einfachen Vertrages ohne bestimmte gesetzliche Hürden gemäss Obligationenrecht soll dispositives Gesetzesrecht übernommen, ausgeschlossen und modifiziert werden können, während es dem Gesetzgeber vorbehalten bleibt, zwingende Normen (analog zum Arbeitsrecht) zu erlassen, welche in jedem Fall in einer Verantwortungsgemeinschaft zur Anwendung gelangen müssen.
Die Normen aus dem Erbrecht, welche das heutige Eherecht betreffen, werden ebenfalls unter die freie Disposition der betroffenen Paare gestellt. Eine partnerschaftliche Personengemeinschaft, welche keinen solchen Vertrag unterzeichnet, fällt unter das Recht der einfachen Gesellschaft. Des Weiteren soll beispielsweise eine Vereinbarung zur Hinterlassenenrente aufgenommen werden können, wobei diese neu für beide Geschlechter die gleichen Rechte umfassen soll. Diese Verantwortungsgemeinschaft ist für alle Beziehungsformen zugänglich. Gewisse Regelungen, welche heute auf dem Zivilstand basieren, wie z.B. das Bleiberecht oder der Familiennachzug sollen nicht mehr vom Zivilstand, sondern primär von anderen Faktoren wie Integrationsbestrebungen und Anstellungsverhältnis abhängen.