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Zug den 8. Dec. 1871.
Herr Nationalrath Doctor Escher in Bern.
Hochgeachteter Herr!
Es hat das Execkutivkomite der Aargauischen Südbahn an den RgRath des Ct. Zug, zu Handen des Gr. Rathes das Konzessionsgesuch für den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von der Aargauischen Kantonsgrenze südlich von Sins über das Gebiet des Kantons Zug bis an die Grenze des Kantons Luzern in der Richtung nach Immensee eingegeben.
Der RgRath hat dieses Gesuch der Strassenkommission zur Antragstellung übermittelt. Die verlangte Richtung kann dem weit größern Theil des Kantons nicht gefallen, es würde den Kanton Zug auf ca eine Stunde der Grenze nach berühren, um die Ausführung der Linie Zug–St. Adrian–Goldau nur desto schwieriger machen. Nach meinem Dafürhalten dürfte die Ausmündung der Südbahn in Cham und die Verbindung nach dem Gotthard über Zug, St. Adrian–Goldau auf eben so kurzem Weg erhältlich gemacht werden.
Die Konzession des Standes Zug für eine Eisenbahn von der Zug-Zürcher'schen Kantonsgrenze bei Knonau nach der Stadt Zug und von Zug an die Zug-Luzernsche Kantsgrenze bei Honau bestimmt in §. 4. Der C. Zug verpflichtet sich während dreißig Jahren, vom 1ten Januar 1862 an gerechnet, von Zug oder von irgend einem andern Punkte der konzedirten Linie aus in der Richtung nach der Luzern'schen oder Aargau'schen Kantonsgrenze weder selbst Eisenbahnen auszuführen, noch Konzessionen für die Herstellung solcher Bahnen zu ertheilen.
Wahrscheinlich würde die Südbahn bei der Station Rothkreuz ausmünden, und von dort die Richtung nach Immensee einschlagen und bei Böschenroth einen | schmalen Streif des Gebiets des C. Luzern überschreiten.
In vorwürfigen Angelegenheiten habe ich stetsfort Ihren erfahrnen Rath mir erbetten und hoffe Sie Titul! werden auch hier einen Wegleiter mir gefälligst gewähren.
Die gröste Freude ist mir geworden Sie Titul! an der Spitze des großen Unternehmens zu wissen.
Genehmigen Sie übrigens die Versicherung meiner wahren Hochachtung
Ihr ergebener
Frz. Müller