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Im 3. und 4. Jahrhundert lebte und wirkte in der Bischofsstadt Alexandrien „einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der alten Zeit“: der heilige Athanasius, dessen Gedenktag die Kirche am 2 Mai feiert. Mutig kämpfte er gegen die Irrlehre des Arius, so sehr, dass er wiederholt aus Alexandrien fliehen musste; „siebzehn Jahre seines Lebens verbrachte er im Exil. Seine zahlreichen Schriften dienen vor allem der Erklärung und Verteidigung des wahren Glaubens.“
Schon als „Diakon und Sekretär seines Bischofs nahm er am Konzil von Nicäa 325 teil. Hier diskutierte er bereits mit seinen späteren Hauptgegnern, den Arianern, die die Wesensgleichheit des Sohnes Gottes mit dem Vater leugneten und ihn zum Geschöpf Gottes degradierten.“
Mit 33 Jahren wurde er der Nachfolger seines Bischofs, und mit aller Kraft setzte er sich für den wahren Glauben von „der Dreipersönlichkeit Gottes und der Wesensgleichheit der drei göttlichen Personen“ ein.
„Athanasius hat nicht nur die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater siegreich verteidigt, auch die Natur und die Zeugung des ewigen Wortes Gottes, des Logos, hat er klarer als die früheren Theologen dargelegt.
Der Gegner des Athanasius, Arius, lehrte, Gott habe zur Erschaffung der Welt eines Mittlerwesens bedurft, und das sei der Logos. Athanasius entgegnete darauf, Gott sei weder so ohnmächtig, dass er ohne ein Mittelwesen nicht schaffen könne, noch sei er so hochmütig, dass er ohne dasselbe nicht erschaffen wolle.
Die entscheidende Wahrheit, die der heilige Athanasius entschieden gegen die Arianer verteidigt hat, ist die Wahrheit, dass der Sohn Gottes „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt und nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater’ ist.“
Über das Wesen und das Sein Gottes nachzudenken, ist nicht eine sinnlose Spekulation, das Wesen Gottes betrifft die Erlösung – und damit auch den Sinn – des menschlichen Daseins.
Wir alle sind getauft im Namen des dreieinen Gottes,beten immer wieder „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“; und unser aller Hoffnung ist es, dereinst in die volle Liebesgemeinschaft des dreieinen Gottes hineingenommen zu werden.
Petre Karmazichev