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Die Psychologieprofessorin untersucht seit über 30 Jahren, wie Eltern, insbesondere die Mütter, auf die Schwangerschaft reagieren und ihren Alltag nach der Geburt des Kindes umgestalten. Dabei wurden zwei unterschiedliche Ausrichtungen deutlich.
Zur ersten Gruppe gehören die sogenannten Regulator-Eltern. Sie möchten dem Kind helfen, sich an seine Umwelt anzupassen, indem sie sobald als möglich feste Routinen aufbauen mit dem Ziel, eine gewisse Vorhersehbarkeit für das Kind zu schaffen. Sie tragen die Erwartung in sich, dass sich das Kind in einen festen Rahmen einbinden lässt, der von den Erwachsenen vorgegeben wird. Im Säuglingsalter werden dazu beispielsweise Regeln festgelegt wie «Das Baby wird alle vier Stunden gestillt» oder «Um 20 Uhr ist Schlafenszeit». Werden die Kinder etwas älter, werden die Routinen und Regeln ausgebaut, damit für das Kind klar ist, was gilt. «Die Hausaufgaben werden gleich nach der Schule erledigt. Danach darfst du spielen.»
Oft erhoffen sich diese Eltern, dass sie Konflikte durch klare Abmachungen vermeiden können («Wie ist unsere Regel? Du weisst, was wir abgemacht haben») und sie verhindern können, dass das Kind ungünstige Gewohnheiten entwickelt, die man später nicht mehr wegkriegt.
Die zweite Gruppe umfasst die sogenannten Facilitator-Eltern. Ihnen ist es ebenfalls wichtig, dass das Kind Verlässlichkeit erleben darf. Ihre Vorstellungen davon, wie sich dies umsetzen lässt, sind aber anders. Sie sehen ihre Aufgabe darin, sich auf das Kind einzustellen, und lassen sich vorwiegend durch seine Signale und Bedürfnisse leiten. Verlässlichkeit bedeutet für sie, flexibel und relativ unmittelbar auf das Kind zu reagieren, damit dieses die Erfahrung machen kann: Wenn ich Hunger habe, werde ich gestillt, wenn ich Nähe benötige, ist jemand da, ich werde gesehen und gehört.
Abmachungen Konflikte
vermeiden können.
Die meisten Eltern neigen zu einer dieser beiden Haltungen, wobei die Ausprägung auf die eine oder andere Seite unterschiedlich stark sein und sich im Verlauf der Zeit verändern kann. Vielleicht möchten Sie kurz innehalten und sich überlegen, welche Beispiele von Eltern Ihnen einfallen? Wo würden Sie sich selbst einordnen? Wo Ihre eigenen Eltern? Und wie sieht es bei Ihrem Partner / Ihrer Partnerin aus?