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Ansprüche auf Regierungsratssitz?
Leserbrief von Reto Crüzer, Scuol
Vor Wahlen melden Parteien immer ihre „Ansprüche“ an. Die einen leiten diese aus den letzten Nationalratswahlen ab (SVP 30%, BDP 14%, FDP 13%, SP 18%, CVP 17%, GLP 8%), andere wollen wie bisher oder früher wieder zwei Sitze, wieder andere vertreten die Auffassung, dass jede Partei einen Sitz bekommen sollte. Wichtiger als dieses Anspruchsdenken ist es, dass die bestmöglichen Leute gewählt werden. Deshalb ist es wichtig, die Kandidaten genau unter die Lupe zu nehmen und nicht den Schalmeiklängen der Parteien zum Opfer zu fallen.
Fünf Kriterien scheinen mir dabei wichtig zu sein:
1. Verfügt der Kandidat über die notwendige Ausbildung, um dem hohen Amt gerecht zu werden?
2. Hat der Kandidat in seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit seine Führungsstärke unter Beweis gestellt? Hat er sich dabei bewährt?
3. Ist der Kandidat durch sachliche und gute, überparteiliche Zusammenarbeit aufgefallen?
4. Wie vertraut ist der Kandidat mit der regionalen Vielfalt in unserem Kanton?
5. Bringt er die menschlichen Fähigkeiten für das hohe Amt mit? Geht er auf die Leute zu? Kann er zuhören?
Selbstverständlich kann dieser Katalog beliebig erweitert werden. Es ist zu wünschen, dass unsere Medien in diesem Sinne recherchieren und die Unterschiede der Kandidaten kritisch herausschälen. Es wäre schade, wenn die Stimmberechtigten nur aufgrund der „Superman-Sprüche“ der Parteien ihren Entscheid über die Regierungszusammensetzung entscheiden müssten. Denn dann kommt es sicher nicht gut!