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Geschichte von Solothurn
Jede Schweizer Stadt hat eine lange Geschichte. Und diejenige von Solothurn hat eine lange und aufregende. Immerhin reicht Solothurns Geschichte bis in die Römerzeit zurück.
Als die Römer für ihre Strasse von Avenches nach Windisch einen Aareübergang suchten, entschieden sie sich für eine Stelle, die die Kelten Salodurum («Wassertor») nannten. Die Siedlung, die die Römer um das Jahr 20 n. Chr. hier gründeten, nannten sie dann ebenfalls Salodurum. Um 330 wurde die Kleinstadt mit Tempeln und Bädern vom römischen Militär zu einem Castrum (einer Festung) umgebaut. Deren eindrückliche Reste sind noch heute an verschiedenen Stellen in der Altstadt zu finden.
Bereits um das Jahr 400 wurden die beiden Stadtheiligen Ursus und Victor verehrt. Über dem Grab von Ursus entstand im frühen Mittelalter eine Pilgerkirche, die ab dem 9. Jh. von geistlichen Stiftsherren betreut wurde. Heute steht an dieser Stelle die eindrückliche St. Ursen-Kathedrale.
Ein Stück Weltpolitik erlebte Solothurn im Jahr 1038, als der römisch-deutsche Kaiser
Konrad II. hier einen Reichstag hielt und seinen Sohn Heinrich III. zum König von Burgund krönen liess.
Als 1218 der letzte Herzog von Zähringen starb, gelang es der Stadt, sich direkt dem römisch-deutschen Kaiser zu unterstellen und damit freie Reichsstadt zu werden. Die Bürger der Stadt mussten sich ihre Selbstbestimmung jedoch gegen Ansprüche des St. Ursenstifts und benachbarten Adligen erst noch erkämpfen. Zwischen 1344 und 1532 gelang es der Stadt dann aber, ein grösseres, wenn auch etwas verzetteltes Territorium zu erwerben, den heutigen Kanton Solothurn.
1481 trat Solothurn der Eidgenossenschaft bei. Durch ein Solddienstbündnis der Eidgenossenschaft mit Frankreich und der Niederlassung des Botschafters des französischen Königs in Solothurn stiegen ab den 1530er-Jahren viele Solothurner Bürgerfamilien in den Solddienst ein und gelangten so zu grossem Vermögen. Das Stadtbild von Solothurn wird noch heute von Bauten geprägt, die den Reichtum dieser Familien in der Barockzeit erahnen lassen. Der enge Bezug zu Frankreich blieb bis zum Wegzug des französischen Botschafters aus Solothurn, nach der Enthauptung des französischen Königs im Jahr 1792, bestehen.
Nach wirtschaftlich schwierigen Zeiten im frühen 19. Jahrhundert fasste Solothurn mit dem Anschluss an die Eisenbahn 1857 wirtschaftlich wieder Fuss und entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden Industriezentrum. Heute sind die meisten Industriebetriebe wieder verschwunden, und die Stadt hat sich zu einem lebenswerten Dienstleistungszentrum mit einer sehr lebendigen Kulturszene entwickelt.