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Mitglieder der franziskanischen Familie veröffentlichen hier alle zwei Wochen einen Blogbeitrag. Sie kommentieren aus persönlicher Sicht aktuelle Ereignisse.
Die Kapuziner werden ihre Niederlassung in Zürich Seebach nach 81 Jahren gegen Ende Oktober verlassen.
Aus personellen Gründen musste der Orden in der Schweiz bereits einige Klöster schliessen. Die Niederlassung in Zürich wurde 1939 gegründet mit dem Ziel, in der damals neuen Form der «Hausmission», den Menschen in der Stadt auf franziskanische Weise seelsorgerliche Dienste anzubieten.
Es endet damit eine 81-jährige Präsenz des Kapuziner Ordens in der Stadt Zürich. Noch in den 70er-Jahren lebten und wirkten in Zürich bis zu 8 Kapuziner. Im Tram und in den Quartierstrassen der Stadt waren sie eine auffällige Erscheinung, wenn sie in ihrem braunen Franziskaner-Ordenskleid von Haus zu Haus gingen, um die Menschen einer Pfarrei zu besuchen. Vor allem wollten sie sich jenen Menschen zuwenden, welche sich von der Kirche entfremdet hatten. Später kamen Spezialaufgaben dazu wie Krankenseelsorge, Migrantenseelsorge, theologische Vorlesungen und Medienarbeit. Die Sprechzimmer waren beliebte Anlaufstellen für seelsorgerliche Gespräche, aber natürlich auch für Menschen in materiellen Nöten. 1994 wurde die Hausmission durch andere seelsorgerliche Engagements ersetzt. Zurzeit wohnen in Zürich noch zwei Schweizer Kapuziner, welche in der Seelsorge tätig sind und ein Kapuziner aus der Slowakei, der schweizweit Slowakische Migranten betreut. Aus personellen Gründen muss sich der Kapuzinerorden in der Schweiz auf wenige Niederlassungen und Projekte konzentrieren; nach der Aufgabe von Zürich gibt es in der Deutschen und Französischen Schweiz noch zehn Kapuzinerklöster, welche von etwas über 100 Brüdern bewohnt werden. Weltweit zählt der Orden etwas über 11’000 Mitglieder.
Willi Anderau