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Neue Bergfahrten in den Schweizeralpen
Mont-BIanc-täebiet.
Monl-Blanc von der Quintino Sella-Hütte aus. Variante. 16. Aug. MM. T. L. Kesteven und A. M. Marshall mit J. und E. Gentinetta und R. Kaufmann folgten von der Hütte dem gewöhnlichen Weg ( siehe L. Kurz: The Chain of Mont-Blanc, pag. 109 ) bis zu der Einsattlung, südlich von Punkt 3886 der Karte von Mieulet, überschritten die Mulde des Mont-Blanc-Gletschers und stiegen eine ausgesprochene Felsrippe in östlicher Richtung von der Einsattlung empor. Diese leichte und von Steinfall freie Rippe endigt oben an einem Eisfall, der unter Umständen Schwierigkeiten machen könnte. Oberhalb desselben führten steile Schneehalden zum Hauptkamm, der ungefähr in der Mitte zwischen Mont-Blanc de Courmayeur und Hauptgipfel erreicht wurde. Zeit von der Hütte zum Gipfel 6 Stunden 50 Min., Halte eingerechnet. A.J.2 ) Nr. 122, pag. 509.
Mont-Blanc von der Aiguille Blanche de Pétéret aus. 14.17. Aug. Dr. P. Güßfeldt, mit E. Rey und Chr. Klucker als Führer und C. Ollier als Träger, folgte dem linken Ufer des Brenvagletschers ( längs des Mont de la Brenva ) bis 2550'n Höhe, überschritt den sehr verschrundeten Gletscher aufwärts in 21k Stunden, erreichte so den Fuß der AiguilleDieses Verzeichnis umfaßt die während des letzten Jahres in den Schweizeralpen und deren Grenzgebieten neu oder auf neuem Wege ausgeführten Bergfahrten, soweit sie bis Anfang Mai sei es durch direkte Mitteilung oder durch die alpine Litteratur, zur Kenntnis der Redaktion gelangt sind. Nicht aufgenommen wurden die in den Sektionsberichten dieses Jahrbuches und den Tourenverzeichnissen des „ Echo des Alpes " oder anderswo angeführten ersten Ersteigungen, über welche keine nähern Angaben gemacht wurden. Auf die Berichte in der „ Alpina " wird hier nur kurz verwiesen.
2 ) Abkürzungen in dieser und der Rubrik „ Alpine Unglücksfälle ": A.J. = Alpine Journal; S.A.C. = Jahrbuch des Schweizer Alpenclub; E.d.A.. = Echo des Alpes; R.M. = Rivista Mensile del Club Alpino Italiano; M. D. Ö.A.V. = Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins; Ö.A.Z. = Öster-reichischeAlpenzeitung; Ö. T. Z. = Österreichische Touristenzeitung; S.A.Z. = Schweizer Alpenzeitung; Alp. = Alpina. Mitteilungen des Schweizer Alpenclub; Siegfr. = Siegfried-Atlas; It.K.. Carta topografica d' Italia; Duf. = Dnfourkarte.
Blanche bei 2750 m Höhe und bezog nach weiterem dreistündigem Klettern ein Bivouac bei 3200 m Höhe in den Felsen der Ostflanke der Aiguille Blanche. Am 15. brach die Gesellschaft um 4 Uhr 30 Min. auf und erreichte über Felsen hinaufkletternd und Steinfällen ausgesetzte Couloirs querend, eine Zeitlang auch über einen Schneerücken, die Spitze um 10 Uhr 56 Min. Nach kurzer Rast weiter über den Rücken zwischen Brenvagletscher rechts und Fresnay-Brouillardgletscher links, welcher die Aiguille Blanche mit dem Mont-Blanc de Courmayeur verbindet. Dio tiefste Stelle, ein Schrieesattel, in zwei Stunden langsamen Vorrückens, erreicht. Dann auf der Fresnayseite bis nahe dem Gletscher, der aber nicht betreten wurde. In den Felsen der Südflanke des Mont-Blanc de Courmayeur mußte abends 5 Uhr ein zweites Bivouac bezogen werden bei 4250 m Höhe, ohne Holz oder Decken. Am 16. wurde um 6 Uhr aufgebrochen. Der Kamm war bald erreicht, erwies sich aber als mit Eis bedeckt und erlaubte nur sehr langsames Vorrücken. In 2'/s Stunden wurden nur 200 m Höhe gewonnen; deswegen schlug mau sich links in die Felsen, die aber brüchig, steil und teilweise mit Eis bedeckt waren. Nach vier Stunden schwerer Arbeit kam man 80 Fuß unter dem Gipfel wieder auf den Kamm, der zum Glück keine Wächte hatte. Um 12 Uhr 55 Min. war man auf dem Mont-Blanc de Courmayeur, um 1 Uhr 55 Min. über den fast horizontalen Schneekamm auf dem Hauptgipfel. Die Gesellschaft übernachtete in der Cabane des Rochers rouges und stieg am 17. Aug. über Mur de la Côte, Corridor, Grand Plateau, Dôme du Goûter und Aiguilles Grises nach Courmayeur ab. A.J. Nr. 122, pag. 510.
Dent du Requin ( 3419 m ). 25. Juli. MM. A. F. Mummery, W. C. Slingsby, G. Hastings und Dr. Norman Collie verließen um 3 Uhr 10 Min. ein Bivouac am Fuß des Gipfels, erstiegen den Glacier du Requin, der von der Aiguille du Plat herabkommt, und erreichten den Südostgrat der Dent etwa 200 Fuß unter dem Gipfel um 8 Uhr 50 Min., mußten dann aber teils auf dem Südwestkamm, teils traversierend in der Nordwand und vermittelst eines Reserveseils sich abseilend 4—500 Fuß wieder absteigen bis zu einem schmetterlingsartigen Schneefleck; dann traversierten sie wieder aufwärts mit Benutzung zweier steiler Kamine zu einem Einschnitt des Nordostkammes; teils über diesen, der messerscharf war, teils hart unter demselben in der senkrechten Wand kletternd erreichte man um 1 Uhr 10 Min. den Gipfel. Um 2 Uhr 20 Min. trat man den Rückzug auf dem gleichen Wege an, erreichte den Gletscher um 6 Uhr 25 Min. und den Bivouacplatz um 11 Uhr 45 Min. Zwei von der Gesellschaft stiegen noch zum Montan vers ab, den sie um 4 Uhr 30 Min. morgens erreichten. Die Länge der gebrauchten Zeit wird damit motiviert, daß alle frisch von England kamen. Die Spitze hei lit bei Forbes „ Aiguille de Blaitière derrière. A.J. Nr. 122, pag. 512, und 123, pag. 9 ff.
Aiguille du Plan. 7. Aug. Die nämliche Gesellschaft verließ ihr Zelt auf einer kleinen Alp zwischen Glacier de Blaitière und Glacier des Pèlerins um 1 Uhr 45 Min. morgens und erreichte das Ende der recht- seitigen Seitenmoräne des Glacier des Pèlerins um 3 Uhr; das mittlere der drei Couloirs, welche die Südwestflanke der Aiguille du Plan durchziehen, endigt unten in eine M-förmige Gletscherbucht und oben in einen Einschnitt zwischen zwei Zacken der Nordwestkante der Plan. An der rechten obern Ecke der Gletscherbucht erreichte man die Felsen um 5 Uhr, folgte einem Felsband in südlicher Richtung und stieg die zweite Rinne zur Linken empor. Zuerst bis 7 Uhr 20 Min. über leichten Schnee, dann in den Felsen zur Rechten und um 9 Uhr 10 Min. wieder in der Rinne. In Eisstufen emporsteigend erreichte man den Fuß schwieriger Felsen um 11 Uhr und über diese empor den gesuchten Einschnitt um 12 Uhr. Von hier eine Schneekante empor und über einen schwierigen Bergschrund wurde der Gipfel um 2 Uhr erreicht. Um 3 Uhr 30 Min. wurde der schwierige Abstieg über den Glacier du Requin angetreten, die Mer de Glace um 7 Uhr 10 Min. und der Montanvers um 8 Uhr 50 Min. erreicht. A.J. Nr. 122, pag. 513.
Aiguille de Grépon. Traversiert zum ersten Mal von MM. Mummery, Hastings und Dr. Collie. A.J. Nr. 122, pag. 514.
Col de l' Eboulement. ( Einsenkung nordwestlich von einem kühnen Felsturm, der höchsten Erhebung zwischen Col de Leschaux und Aiguille de l' Eboulement. ) 4. August. Mr. E. A. Broome, mit J. M. Biner und Aug. Cupelin, erstiegen den Ostarm des Glacier de Leschaux, ließen dann das Couloir, das zum Col de Leschaux führt, südlich, und erstiegen zuerst das linke, dann das rechte von den zwei Schneecouloirs, welche die Südwestseite der Aiguille de l' Eboulement durchziehen, bis sie ungefähr in der Höhe des gesuchten Passes standen, den sie vermittelst Traversierung nach rechts östlich und kurzer Steigung über Felsen erreichten. Abstieg zuerst über schwierige Felsen ( zweimaliges Abseilen ), dann über leichtere Felsen zu den obersten Hängen des westlichen Trioletgletschers; über diesen hinunter zur Clubhütte, nach Val Ferret und Courmayeur. Zeiten, Halte abgerechnet, 5sli Stunden Aufstieg, £3U Stunden Abstieg bis zur Triolethütte. A.J. Nr. 122, pag. 513, und Nr. 123, pag. 65.
Punkt 3549 in bei der Aiguille de Chardonnet. 2. Aug. MM. J. J. Brigg, Eric Greenwood und A. Holmes mit J. und O. Ballay von Bourg St. Pierre, überschritten den Col de Chardonnet zum Glacier de Saleinaz, wandten sich dann scharf südwestlich zum Fuß eines Couloirs, das zwischen der Aiguille de Chardonnet und Punkt 3549 herabkommt. Die Felsen zur Linken wurden für 3-400 m Höhe erstiegen, dann durch das Couloir, an dessen obern Ende eine Gwächte überhing. Der Gipfel, bestehend aus zwei aufrechten Felsplatten, wurde um 2 Uhr 45 Min., in 21/2 Stunden vom Gletscher, erreicht. Abstieg über den Glacier du Tour; zur rechtseitigen Moräne in I'm Stunden, nach Argentière in weitern 13;4 Stunden. A.J. Nr. 122, pag. 514.
Aiguille d' Argentière, über den Ostkamm. 3. Aug. MM. G. H. Morse, J. H. Wicks und C. Wilson verfolgten vom Pavillon de Lognan die Route zum Col du Tour Noir über den Glacier des Améthystes, bogen 10 bis 15 Minuten vor dem Col links nördlich ab und erreichten über eine Felsrippe den Gipfelkamm der Aiguille d' Argentière links von einer Erhebung, welche den Col nordwestlich begrenzt. Sie folgten dem Rücken zuerst auf der Schweizer, dann immer auf der französischen Seite und erreichten so einen Schneesattel unter der Südspitze. Diese selber umgingen sie auf der Nordseite über einen steilen Eishang 3000 Fuß über dem Saleinazgletscher, der 21/4stündiges Hacken bedingte.Von dem Kamm zwischen Süd- und Centralspitze stiegen sie in wenigen Minuten zu einer Scharte ab, von welcher sie den Gipfel leicht erreichten. Zeiten, ohne Halte, 63/4 Stunden vom Pavillon zum Schneesattel und 2ak von da zur Spitze. Abstieg auf dem gewöhnlichen Wege über den Nordwestkamm. Die Südspitze würde besser auf der französischen Seite umgangen oder überklettert. A.J. Nr. 122, pag. 515.
Col de l' Innominata, cirka 3100 m. 31. Aug. 1892. V. Attinger und Ch. Hermite ( Section Neuchâteloise S.A.C. ) mit M. Bruchez von Chable und J. Petigax von Courmayeur, verließen ihr Zeltlager auf der Arête du Chatelet gegen 7 Uhr morgens und erreichten über den kleinen Glacier du Chatelet, ein steiles Couloir, ein gleiches Schneefeld und ein zweites Couloir um 10 Uhr den von ihnen wie oben genannten Einschnitt, nördlich von Punkt 3221 des Massivs der Innominata. Der Abstieg zum Glacier de Fresnay wurde wegen unsichern Wetters nicht versucht. E.d.A.. 1893, pag. 120.
Aiguille de la Varappe, Punkt 3543 der Aiguilles Dorées. ( Traversierung. ) 25. April. Val. A. Fynn ( Sektion Uto ) verließ allein 5 Uhr morgens die Cabane d' Orny und erreichte um 10 Uhr die Aiguille de la Varappe auf dem von den ersten Ersteigern eingeschlagenen Wege. Um 12 Uhr 20 Min. verließ er den Gipfel, stieg von der Mitte eines Bandes, das von der Scharte zwischen West- und Ostgipfel zur Einsattlung zwischen diesem und der Aiguille Penchée läuft, gerade abwärts über Felsen, dann mehr nach links, östlich, in einen Firnkessel, der zwischen dem Verbindungsgrat von der Varappe zu Punkt 3172 und einem Parallelgrat von der Aiguille Penchée zu einem großen Turm liegt. Über Schneeflecken erreichte er den Rand eines steilen Absturzes am Fuß des großen Turms, über ein schmales Gesimse ein steiles Couloir, das ihn um 2 Uhr 50 Min. auf den Glacier de Saleinaz führte. Der Rückweg ging an der Tête Biselx ( Punkt 3515 der Aiguilles Dorées ) vorbei auf den Glacier des Plines, den Col des Plines ( 4 Uhr 40 Min. ) nach der Cabane d' Orny 5 Uhr 35 Min. ). Auf der ganzen Tour leisteten österreichische Steigeisen die größten Dienste. S.A.Z. 1893, pag. 139.
Alpen des Chablais und Dent da Midi.
Pointe longue ( Aravis ) bei Cluses, cirka 2460 m. 16. Juli. MM. F. Ducellier, C. Fontannaz, S. Miney und Ed. Viollier erstiegen diesen Felsturm in der Kette zwischen Mery und Pointe Percée von der Hütte von Sommier aus über Rasenhänge auf eine Einsattlung links von der Spitze und über Bänder und ein steiles Couloir der Südwestflanke. Zeiten: Pralong ab 4 Uhr, Sommier an 5 Uhr, Einsattlung an 7 Uhr 30 Min., Spitze an 8 Uhr 45 Min. E.d.A.. 1893, pag. 287.
Tour des Rosses, 2928 m ( Siegfr. Bl. 525 ohne Namen ). Zwischen Mont Ruan und Pointe des Rosses, im Mittelpunkt der Glaciers du Prazon, du Ruan, des Fonds und des Rosses. 10. Juli. Mr. Jules Fiaux und seine Tochter Blanche mit Claude Bochatay von Salvans verließen um 3 Uhr morgens die elenden Hütten von Barberine, stiegen über Rasenhänge und Schutthalden zum kleinen Glacier des Rosses empor; teils über diesen, teils über die Felsen an seinem Rande gelangten sie zum Gipfelkamm nicht weit von der Spitze, und diesem folgend, zum Teil ziemlich schwierig, auf den Gipfel. E.d.A.. 1893, pag. 237 ff.
Clocher du Luisin, cirka 2700 m, etwa 300 m nordwestlich von Le Luisin. 26. Juni 1892. P. Délez, E. Délez und E. Revaz, alle drei Führer von Salvan, verließen wegen unsichern Wetters erst um 8 Uhr Salanfe und stiegen parallel dem Weg, der zum Col d' Emaney führt, gegen den Fuß des Clocher hinauf. Das kleine Firnfeld des Autans hinan, das zuerst einige Stufen nötig machte, erreichte man ein 50 bis 60 m hohes Couloir, durch das man auf eine Einsattlung zwischen Tour de Golette und Clocher gelangte. Ein Band zur Rechten, längs der Nordwand, und ein kurzer Aufstieg führten auf ein Plateau am rechten Fuß der Gipfelpyramide und eine Umgehung nach der Südwestseite, hierauf nach der Südostseite und endlich eine schwierige Kletterei über die Südkante führten um 12 Uhr auf den Gipfel. Rückweg der nämliche; dann über La Golette und La Creusaz nach Salvan. E.d.A.. 1893, pag. 72 ff.
Penniuische Alpeu.
Mont Percé oder Le Tunel. ( Über die Nomenclatur dieses Grenzkammes vergleiche die einläßlichen Bemerkungen von M. W. Conway A.J. vol. XV, pag. 301, und C. G. Monro A.J. vol. XVI, pag 357. ) 3262 m. ( It.K.. ) 23. Juli. Mr. Alfred Topham mit Jean Maître verließ die Hütten von By im Val d' Ollomont um 4 Uhr morgens und stieg Grashänge empor bis an den Fuß der Trois FrèresM. Cordina der It.K.. ). Von hier traversierten sie die Schneehänge in nördlicher Richtung bis an den Fuß des Mont Percé. Indem sie unterhalb der Höhlung traversierten, erstiegen sie durch ein Couloir den Nordkamm und erreichten über diesen den Gipfel um 7 Uhr 45 Min. Über den Südkamm absteigend waren sie um Uhr nachmittags in By zurück.
i.es Trois Frères, 3269 mM. Cordina It.K. und = M. Capucin Siegfr. ). 24. Juli. Die nämlichen mit P. Maurice verließen By um 3 Uhr 40 Min. und erstiegen den Grashang, der zum Col de Valsorey führt.
Von hier folgten sie so viel als möglich dem Südostkamm, traversierten dann eine halbe Stunde lang in nördlicher Richtung über Platten bis zu einem großen Schneefleck direkt unter der Gratlücke zwischen dem höchsten Gipfel und den zwei andern, dann über Platten aufwärts in einen großen Kamin, der direkt zu der Gratlücke führte, von dieser über den Kamm zum Gipfel. An daselbst 9 Uhr 45 Min., ab 11 Uhr, in der Gratlücke um 1 Uhr, Schneefleck 2 Uhr 10 Min., Höhe des Grashangs um 3 Uhr 30 Min. und By um 5 Uhr 20 Min.
Mont Faudery, 3330 m It.K.. 26. Juli. Die nämlichen verließen By um 4 Uhr morgens, folgten dem Weg zum Col de Fenêtre bis auf die Alpe de Fenêtre, querten den Fuß des Mont Gelé und erreichten die obera Hänge des Glacier de Faudery um 6 Uhr 15 Min. Diese kreuzend erreichten sie den Fuß einer gewaltigen Schneekehle ( 7 Uhr ), die auf den Kamm südlich vom Gipfel führt. Die Schneekehle mußte im Aufstieg zweimal gekreuzt werden, und ist Steinfällen ausgesetzt. Der Gipfel wurde um 9 Uhr 15 Min. erreicht. Ab 10 Uhr 45 Min., am Fuß des Couloirs um 1 Uhr 15 Min. und in By um 4 Uhr 15 Min. A.J. Nr. 122, pag. 515 f.
Punkt 3195 m It.K. und Paß zwischen Dòme und Punta de Gian ( Punta de Chavancour und Col de Cian ). 27. Juni. Mr. C. H. R. Wollaston mit Aug. Gentinetta und Jos. Biner verließ Prerayen um 3 Uhr 20 Min. und folgte der Route zum Col de Chavancour, dann kreuzten sie auf die Ostseite des Gletschers, etwa 30 Fuß unter dem Col, und erreichten die Felsen der Nordseite des niedrigeren Gipfels der Punta. Nach vergeblichen Versuchen, diese zu ersteigen, umgingen sie den Gipfel auf die Westseite, wo sie ein Couloir trafen, das von der Einsattlung zwischen den Gipfeln herabkommt. Zuerst auf der linken, dann auf der rechten Seite des Couloirs emporkletternd, erreichten sie über die unsichern Felsen der Westseite den südlichen höhern Gipfel. Abstieg auf der Nordsüd-seitezum Eingang des Couloirs und dann Weg wie im Aufstieg. Beim Verlassen der Felsen wandte man sich nordöstlich, zog sich hoch oben an den Hängen des Dôme de Gian hin und kam so zum Col de Cian, von wo eine flotte glissade sie auf den Balanselmogletscher brachte, von hier über Fontaneila und Col de Dza nach Breuil. Die Expedition dauerte mit Einschluß von etwa 4 Stunden Rasten 15 Stunden. A.J. Nr. 122, pag. 516.
Grand Combin. ( Neuer Weg. ) 14. Aug. MM. Slingsby, Hastings und Dr. Collie erkletterten die breite Felsrippe westlich von dem untern Sonadongletscher und dann über eine steile Bergflanke mit guten Felsen direkt zum Ostende von Isler's Schulter, ohne den obern Sonadongletscher zu berühren. Von der Schulter auf dem gewöhnlichen Weg über die Südseite des Combin de Valsorey zum Gipfel. A.J. Nr. 122, pag. 516.
Schildhorn. 7. Aug. Mr. A. H. Tubby mit X. Andermatten verließ Saasgrund um 3 Uhr 30 Min., stieg zum Riedpaß empor, von da aufs Ulrichshorn, hinunter auf den Riedgletscher, über die Südwestseite auf das Balfrinhorn ( 12 Uhr 05 Min. ), dieses der Länge nach kreuzend, in nordnordöstlicher Richtung, wobei der niedrigere Gipfel des Balfrin zur Linken blieb, stiegen sie für 15 Minuten abwärts, dann wieder aufwärts ein leichtes Schneefeld und auf den Gipfel des Schildhorns 1 Uhr 05 Min. Vom Gipfel in nordnordöstlicher Richtung weiter längs eines Schneekamms für 20 Minuten, dann östlich den Schneehang hinab, bis zu einer Felsecke, wo ein Steinmann gefunden wurde. Der weitere Abstieg ging über steile und brüchige Felsen und Weiden ostwärts zum Dorfe Bider und nach Saasgrund, das um 5 Uhr 30 Min. erreicht wurde.
Mitteigrat und Nollenhorn. S. August. Die nämlichen verließen Saasgrund um 5 Uhr morgens, waren um 7 Uhr 30 Min. am Plattje im Furggenthal, wo sie frühstückten. Die Ecke des Mittelgrats ( Steinmann ) wurde um 9 Uhr erreicht, der erste Turm überklettert, der zweite zuerst auf der Nordostseite, dann durch eine Lücke auf der Südwestseite umgangen; der dritte wurde auf der Nordostseite traversiert, der vierte und fünfte überklettert. So wurde das Nollenhorn über den Nordgrat um 1 Uhr 15 Min. erstiegen. Gehzeit vom Plattje bis zum Gipfel 43U Stunden. Abstieg über die Westkante ins Saasthal. Ankunft in Saasgrund 4 Uhr 30 Min. A.J. Nr. 122, pag. 518.
Jägihörner ( Saasthal ). 22. Aug. G. Gallet ( Sektion La Chaux-de-Fonds ) mit Ant. Burgener und einem Träger. Siehe Alpina I, pag. 68.
Monte Leone-Ofenhorngrnppe.
Monte Leone. 11. Aug. Mr. Victor H. Gatty mit L. Zurbrücken und C. Kiecher von Binn verließ das Simplonhospiz um 3 Uhr 10 Min., erstieg den Kaltwassergletscher bis 10™ unter seinem höchsten Punkt unter dem Südwestrücken des Gipfels. Der Bergschrund wurde unmittelbar neben Punkt 3398 m überschritten und die steile Eiswand des Nordabhangs in 2 Stunden hinaufgehackt, bis zum Gipfelkamm, der dann noch 314 Stunde verfolgt wurde bis zum höchsten Punkt. Abstieg zum Hospiz auf dem nämlichen Wege 41;I2 Stunden, Halte inbegriffen. A.J. Nr. 122, pag. 518.
Vorder Helsen, 3109 m. S. Juli. Rev. C. J. Buckmaster und Rev. G. Broke, mit einem Träger, brachen von Binn um 2 Uhr 10 Min. auf, machten am Kummenbord um 4 Uhr 20 Min. einen Halt von 25 Minuten. Von da stiegen sie südlich von einer auffallenden Felsschlucht in 1 ik Stunde bis auf den Nordkamm, und diesem folgend ( sehr lockere Felsen ) in 1 lk Stunde zum Gipfel. Der Rückweg über den Gipfelkamm nahm 24 Stunden, der Abstieg über die Wand 55 Minuten in Anspruch. A.J. Nr. 122, pag. 519.
Über eine zweite Besteigung des Gipfels am'4 .Sept. siehe A.J. Nr. 123, pag. 50.
Pizzo del Cervandone oder Cherbadung über die Süd ostflanke. Ende August 1892. S1'G .Corradi und Gius. Barbetta gingen von der Alp Devero nordwärts auf dem Weg, der zum Passo della Rossa führt, und bogen dann in das Thälchen ein, das vom Monte Croce, dem Cherbadung und der Grenzkette eingefaßt wird. Von hier erreichten sie eine kleine Einsenkung in dem Kamm, der den Monte Croce mit dem Cherbadung verbindet, stiegen über eine fast senkrechte Wand auf die Südostflanke des Cherbadung hinunter; der Versuch, durch eine Wasserrinne zum obera Firnfeld aufzusteigen, mußte wegen Steinschlag aufgegeben werden; sie wandten sich links und stiegen über steile Felsen zum Firnfeld und von diesem wieder über steile Felsen zum Gipfel empor. Rückweg der nämliche. R.M. 1893, pag. 176.
Cherbadung über die Ostkante. 24. Juni 1893. MM. W. A. B. Coolidge und W. Larden mit Chr. Almer, jun., folgten von Devero dem Weg zum Geißpfadpaß^bis zur obersten Hütte, bogen dann westlich und stiegen über Gras, die untere Moräne, Schnee und die große Mittelmoräne des Rossagletschers bis zu deren höchstem Punkt ( 1 Uhr 25 Min. ), dann quer über ;den Gletscher zum Fuß des Gipfels und über Schnee und Felsen zu einem Einschnitt oberhalb eines Felsturms des Ostkamms und gerade am Fuß des Gipfels ( 50 Min. ). Von hier durch die Felsen auf der Nordseite des Kamms, dann durch einen Kamin auf die Südseite. Hier wandten sie sich rechts und erreichten über Neuschnee, der lockere Felsen bedeckte,* den Schneerücken zwischen dem höchsten Punkt und dem Seitensporn, dessen Ende auf der Siegfried-Karte mit 3108 m bezeichnet ist ( 21,4 Stunden ). Diesem Schneerücken, nach der Vereinigung des Seitensporns mit dem Nordkamm, folgend, wurde der Gipfel in 15 Min. erreicht. A.J. Nr. 123, pag. 46.
Südspitze des Pizzo Pizzo ( Grampielhorn Siegfr. ), 2742 m. It.K.. 17. Juni. Mr. W. Larden mit Chr. Almer, jun., ging von Binn zum Geißpfadpaß. Von da südöstlich über Gestein zu dem Westfuß des Nordrückens des Gipfels, dessen tiefer Einschnitt, rechts von einem scharfen Felszahn und links von der großen Schulter, über einen Schneehang erreicht wurde. 40 Min. vom Paß aus. Diese Schulter wurde dann meist über die Westseite und dicht unter dem Kamm bis zum Gipfel verfolgt. 1 Stunde. Der Gipfel bildet ein Plateau, dessen nordöstliche Ecke der höchste Punkt ist. Auf der südöstlichen Ecke wurde ein zerfallenes Steinmännchen gefunden. Die Siegfried-Karte und die italienische Karte geben die Lage des Gipfels nicht richtig wieder. A.J. Nr. 123, pag. 45.
Ofenhorn durch das große Couloir der Westseite. 19. Juni. MM. Coolidge und Larden, mit Chr. Almer, jun., folgten von Binn dem Hohsand-paßweg bis zur Ecke des Thäligletschers, dann über diesen Gletscher und den Ofengletscher zum Fuß des großen Couloirs ( s!i Stunden ). Zuerst auf der südlichen, dann auf der nördlichen Seite desselben aufsteigend, kreuzten sie den steilen obern Teil desselben nach dem Einschnitt am Südfuß des höchsten Gipfels, welcher in 1 Stunde 10 Min. vom Bergschrund weg erreicht wurde. Der Schnee war von ausgezeichneter Beschaffenheit; spätere Besteigungen fanden größere Schwierigkeiten* im Couloir.
Uüllehorn vom. Ritterpaß. 26. Juni. Die nämlichen gingen von Binn auf den Ritterpaß, dann westlich längs dem Ostrücken des Gipfels: sie überstiegen einen ersten Felshöcker, umgingen auf der italienischen Seite den ersten der zwei großen Felstürme, die man von Binn aus sieht ( 40 Min. ), ebenso den zweiten ( 20 Min. ), dann hinab in die Einsenkung zwischen diesem Felsturm und der Felswand, welche den Hüllegletscher im Nordosten umgiebt. Über steile Felsen auf der Schweizerseite aufsteigend, erreichten sie den Gletscher in 1 Stunde 35 Min. Über den Gletscher hinüber zum Hüllejoch, zwischen dem Hüllehorn und der Punta Mottiscia ( 3156 m It.K .), von da auf das Hüllehorn in heftigem Schneesturm, zurück zum Hüllejoch und Steinenjoch ( 35 Min. ) nach Binn ( 2 Stunden 50 Min. ). À. J. Nr. 123, pag. 47.
Ober Hohsandpaß. Cirka 3000 m. 28. Juni. Mr. Coolidge und Almer verließen an der Ecke des Thäligletschers die gewöhnliche Hohsandpaß-route, wendeten sich nordöstlich über Schneehalden, an deren Ende eine kurze Kehle zu dem Einschnitt am Südostfuß des Hohsandhorns führte.Von dem neuen Paß erstiegen sie in 25 Minuten das Hohsandhorn, das eine sehr schöne Aussicht bietet, kehrten zum Paß zurück und stiegen über verschrundeten Firn zur Mittelmoräne des Hohsandgletschers ab, wo sie wieder auf den üblichen Weg trafen ( 25 Min. ).
GriesJwrn, 2966 m It.K. und Val Cornopaß, cirka 2930 m. 29. Juni. Die nämlichen gingen vom Tosafall bis zum kleinen See am Ende des ßothenthals ( 2 Stunden 25 Min. ), dann die Talmulde hoch oben umgehend, betraten sie einen Schneehang und stiegen denselben empor zum Brunnipaß, 2765 m It.K ., zwischen Grieshorn und Brunnihorn. Von hier wandten sie sich nordwärts, über Schnee, Steine und einen kleinen Gletscher zu einer Lücke am Ostfuß des Grieshorns. Von dem neuen Paß aus wurde das Grieshorn ( kleiner Steinmann gefunden ) in 10 Minuten erstiegen. Zum Paß zurück in 7 Minuten, Abstieg über den sehr verschrundeten Val Cornogletscher zu dem Ostende eines Gletscherseeleins ( Va Stunde ); das Gletscherende wurde in lU Stunde erreicht. Dem linken Ufer des Baches entlang führte ein Weg, vereinigt mit dem vom Val-doeschpaß herabkommenden zu den Val Cornohiitten ( Va Stunde ), weiter zu der Foppehütte ( V4 Stunde ) ( Weg vom Nufenen ) und nach All'Acqua ( 1 Stunde 10 Min. ).
Die Siegfriedkarte giebt die Lage und Umgebung des Grieshorns nicht ganz richtig.
Banhorn. ( Erste touristische Ersteigung. ) 30. Aug. Die nämlichen folgten der Griespaßroute vom Tosafall bis zu den Hütten von Morast, dann zogen sie sich südlich am linken Ufer des Neufelgiubaches auf einem Schafweg bis zu dem Kreuzweg, der von den Neufelgiuhütten zu der Ban-schlucht führt ( 50 Minuten ). Diesem Weg folgten sie längs der Hügel, bis er zu den Weiden im Südwesten ablenkte. Sie gingen nun über Geröll zu dem Nordostende des steinbedeckten Bangletschers ( 1 Stunde ). Gletscher und Moräne wurden näher dem linken Ufer erstiegen. Über Geröll und einen Felssporn zu einem Einschnitt, am Südfuß des Banhorns und oberhalb des Nord-Banjoches ( 1 Stunde 5 Min. ). Von hier wurde die Südkante des Gipfels erstiegen, zuerst über den zerrissenen Grat selber, dann einem Gemsweg folgend auf die Westseite umgehend, bis eine leichte Kletterei zu einer Lücke zwischen beiden Gipfeln führte. Der Südgipfel ist rundlich und leicht, der höhere Nordgipfel verlangte einiges Klettern ( 50 Minuten ). Großer Steinmann, gebaut cirka 1882 von P. Zertanna und zwei italienischen " Soldaten. Beim Abstieg folgte man dem Gemspfad rundum bis zum südlichen Fuß des Gipfels und erreichte so den Bangletscher nicht weit von seinem Ende in 1 Stunde. Nach dem Tosafall zurück, mit Abkürzungen, in 23,'4 Stunden. A.J. Nr. 123, pag. 47 ff.
Berner Alpen.
Thürmlihorn ( 2491 m ). 2. Juli. E. Müller, Dr. F. v. Ins, Th. Äschlimann, P. u. C. Montandoli gingen von Schwenden im Diemtigenthal über Alp Steinboden an den Nordostfuß des Thürmlihorns, alsdann in 112 Stunden über steile Rasenhänge und Stufen hinauf ( rechts eine große Runse ) in die Einsattelung zwischen der östlich gelegenen Zacke ( Thürmlispitz genannt ) und dem Hauptgipfel. Nun eine Strecke weit über den Gipfelgrat, dann unterhalb desselben, auf der Südseite des Berges, auf Felsenbändern quer hinüber bis unter die Spitze und in kurzer Kletterei über steile Absätze hinauf zum Gipfel ( 10 Uhr 35 Min. ). Vom Sattel aus 40 Minuten. Abstieg auf gleichem Weg in cirka 1V« Stunden bis an den Fuß des Berges. Der Thürmlispitz wurde ebenfalls bestiegen. Für gute Kletterer ist das Seil nicht absolut notwendig. Mitteilung von Herrn C. Montandon.
Dubihorn und Alpelhorn. 29. Juli. Mr. Julien Gallet mit G. und J. Kalbermatten von Ried. S.A.C. XXIX, pag. 280.
Tierbalmhorn, Schwarzhorn, Praghorn und Eggenhorn. 1. Aug. Die nämlichen. S.A.C. XXIX, pag. 282/3.
Lonzahorn, Westspitze. 24. Juli. Julien Gallet mit G. Coquoz und M. Eyer verließ die Oberaletschhütte um 2 Uhr morgens und ging zuerst auf dem Breithornweg durch die Séracs zwischen diesem und dem Nesthorn. Auf der Höhe des Absturzes angekommen, hielten sie rechts und kamen über eine Schneekuppe an den Fuß des Gipfels ( 6 Uhr 20 Min. ); durch ein Couloir und die steilen Felsen der Südwestseite aufsteigend, traversierten sie oben in nordwestlicher Richtung über den Eishängen und erreichten so die Gipfelfelsen und diesen selbst in 15 Minuten vom Fuße. Abstieg ohne die Traverse direkt die Südwestseite hinunter schwierig in 45 Minuten.
Titorberg ( 3030 m und 3400 m cirka ). 25. Juli. Die nämlichen überschritten von der Hütte aus den Oberaletschgletscher bis Punkt 2617, umgingen den Thorberg und stiegen auf dessen Nordwestseite zu einer Lücke nördlich von Punkt 3030 empor. Von hier über den zerrissenen Grat in 25 Minuten zum Gipfel ( 2 Stunden von der Hütte ). Zurück zu der Lücke und sich links vom Kamm haltend in 1 Stunde 20 Minuten auf den zweiten Gipfel. E.d.A.. 1894, pag. 21 ff.
Kamm, 3870 m ( Variante ). 15. Sept. Mr. J. A. Luttmann-Johnson mit Aug. Gentinetta und Franz Biener griffen den Berg, von der Concordiahütte kommend, bei dem südwestlichen Felsrücken an, welcher zum Inner-Schönbühl hinabreicht, aber als sie zu der tiefeingeschnittenen Lücke unten an der steilen Wand kamen, stiegen sie in der Kehle zur Linken etwas ab und erkletterten dann einen Kamin von etwa 40 Fuß Höhe.Von dessen oberem Ende traversierten sie Felsen bis wieder zum Felsrücken, den sie bis zum Gipfel benutzten ( 5 Stunden 10 Min. von der Clubhütte, inkl. Halte ). Den Spuren eines Gemsrudels folgend, stiegen sie ab über den kleinen hangenden Gletscher unter der Spitze, dann durch eine Schneekehle in den Felsen auf den westlichen Seitenarm des Schönbühlgletschers, über den sie hinunterglitten. A.J. Nr. 122, pag. 461.
Schreckhorn ( Variante ). 18. August. Dr. Graf und Stefan Hefele, mit Hans und Joh. Kaufmann, stiegen von der Schwarzegghütte ( 12 Uhr 50 Min. ab ) den Gletscher hinan, dann links gegen die Einsattlung zwischen Strahlegg und Lauteraarhorn. Nun fortwährend Stufen schlagend quer über den steilen Eishang zum Schreckfirn. Auf dem linken Ufer des großen Couloirs hinaufkletternd, betraten sie dieses erst hoch oben, kurz vor dem Schreckhornsattel. Ö.A.Z., Nr. 399.
Ahnenjoch zwischen Mittaghorn und Ahnengrat. 14. Aug. MM. E. F. M. Benecke und II. V. Read verließen die Concordiahütte um 3 Uhr 20 Min., folgten dem Weg zur Lötschenlücke eine Zeitlang, bogen dann nordwestlich auf den Ebnefluhfirn ab und erreichten das Ebnefluhjoch in 4112 Stunden. Von da traversierten sie die Osthänge des Mittaghorns in 45 Minuten zu einem breiten Schneesattel südöstlich von diesem; über verwitterte Felsen und steile Schneehalden auf den Ahnenfirn in 2 Stunden 40 Min. Dieser, der frei von Spalten war, wurde in 1 Stunde 15 Min. traversiert und Ried in weitern 3 Stunden 20 Min. erreicht. Totalzeit ll*/4 Stunden. Man könnte eine Stunde sparen, wenn man direkt vom obern Ebnefluhfirn links hielte, aber die merkwürdige Aussicht vom Ebnefluhjoch verlohnt den Umweg. A.J. Nr. 122, pag. 519.
Unbenannter Gipfel ( 3585 m ) zwischen Ewigschneehorn und Ankenbälli. B. August. Ch. de la Harpe und 6 Gefährten vom Lauteraargletscher aus zwischen Punkt 2777 und 2723 m hinauf, dann über die Hänge zur Rechten ( Geröll und ziemlich jähe Felsen ) und den oberen, linken Zipfel dee kleinen Gletschers über Punkt 2723 querend auf den Grat. Nun 50 bis 100 Meter auf der andern Seite des Berges abwärts, über die obersten Hänge des Gauligletschers und zum Gipfel ( 6 Stunden vom Pavillon Dollfus, Halte inbegriffen ). Abstieg auf dem gleichen Wege bis in den Sattel, dann Rutschpartie über den ganzen kleinen Gletscher hinab und links abwärts, schließlich durch ein kleines Schneecouloir auf den Aaregletscher. Mitteilung des Herrn de la Harpe.
Bächlistock, Nordspitze, 3270 m, von Osten traversiert. 19. Sept. Herr L. Krebser mit den Gebr. Maurer aus Willigen erstieg vom Bächligletscher ( 7 Uhr ) aus die Gratstelle 3159 m zwischen Brandlammhorn und Bächlistock, traversierte dann eine Viertelstunde lang horizontal die Ostabhänge des Bächlistockes. Dann Aufstieg durch ein steiles und schwieriges Schneecouloir oberhalb des Bergschiundes, später über verwitterte Felsen in den Sattel zwischen Süd- und Nordspitze des Gipfels. Die Erreichung des letztern über den Südgrat ohne Schwierigkeit ( 21/* Stunden von Punkt 3159 weg ). Abstieg von der Einsattlung des Gipfelkamms auf den vordem Triftgletscher und zum Pavillon Dollfuß in 3 Va Stunden. Mitteilung des Herrn L. Krebser.
Unterwellhorn ( Punkt 2688 m des Welligrates ). 7. Aug. MM. C. E. Freeman und II. C. Bowen, mit Hch. und Sim. Zurflüh von Meiringen verließen das Rosenlauihotel um 4 Uhr 15 Min. und gingen zur Schön-bühlalp. Hier wendeten sie sich ostwärts zu einem Graseinschnitt hinter Punkt 1918 ( 1 Stunde 50 Min. ); auf einem alten Weg, zuerst gerade aufwärts, dann im Zickzack und endlich direkt östlich kamen sie zu einem Loch im Weg ( 35 Min. ) und zu zwei verlassenen Eisenminen ( 35 Min. ) und dem Ende des Pfads. Sie betraten eine Kehle und erstiegen diese in 20 Minuten bis zu zwei eingeklemmten Steinen. Sich links wendend erreichten sie in 5 Minuten den Nordostrücken des Gipfels bei einem markanten Einschnitt ( Blick auf den Rosenlauigletscher ). Der Gipfel wurde um 9 Uhr 45 Min. erreicht. Marschzeit 4 Stunden 15 Min. A.J. Nr. 122, pag. 519.
Gletscherwanderung vom Rotlühal zum Schmadribach. 25. Juli. Pfarrer C. Stauffer ( Sektion Oberland ) und Hans J. mit Peter von Almen. S.A.C. XXIX, pag. 284.
Großer Diamantstock, 3151 m. 15. Aug. Herr Ch. Montandon, Herr P. Montandon und Frau S. Montandon-König. S.A.C. XXIX, pag. 128 ff.
Hubelhorn und Hubellücke. 18. Aug. Die nämlichen. S.A.C. XXIX, pag. 131 ff.
( Jottkard-Griippe.
Pizzo Columbi von der Westseite mit Abstieg nach der Nordostseite. 14. Juni. E. Huber ( Sektion Uto ) mit J. M. Gamma. S.A.C. XXIX, pag. 298.
Titlis-Gruppe.
FleugefoWiorn ( Punkt 2719 der Schloßbergkette ). 6. Aug. Dr. Forrer ( Sektion Winterthur ) und zwei Begleiter mit Gebh. Püntener von Erstfelden. Alpina I, pag. 37 f.
Glarner Alpen.
Sumvalpaß, 2778 m. 4. Juli. MM. W. A. B. Coolidge und F. Gardiner mit Chr. Almer, jun., und R. Almer gingen von dem neuen Hotel am Oberalpsee zum Paß da Tiarms ( 50 Minuten ), dann nördlich auf einem Schafweg über Gras und Steine, bei zwei Steinmännern vorbei, in den obern Teil von Val de Val ( 1 Stunde 05 Min. ) oberhalb der Felsstufe, welche das Thal in zwei Teile trennt, dann wieder über Schnee und Steine zu einem tiefen Einschnitt nordöstlich vom Piz Sumval oder Federstock. Nach einem Besuch des Crispait ( 1 Stunde 35 Min. ) stiegen sie über loses Geröll und Felsen ins Wichelthal ab. Die Obermatthütten wurden in 1 Stunde 05 Min. vom Paß aus erreicht, die Gotthardstraße nach beschwerlichem Abstieg durch das Fellithal in 2 Stunden 20 Min. A.J. Nr. 123, pag. 50.
Tödi-Rusein über den Westgrat. 23. Aug. Mr. Coolidge mit Chr. Almer, jun., und Math. Schuoler von Disentis verließen 3 Uhr 30 Min die Rusein-hütten 1841 m und gingen auf dem Weg zum Sandalppaß etwas über die oberste Hütte ( 2029 m ) hinaus, dann bogen sie rechts nordöstlich ab über Steine, umgingen ein Graseck, jenseits dessen eine Steinhalde zu dem schuttbedeckten Gletscher am Südwestfuß des Tödi führte. Sie kreuzten den Gletscher in nordöstlicher Richtung und stiegen oberhalb seiner Nordecke über Steine und leichte Felsen bis zu einem Punkt gerade unter dem großen gelben Felsblock auf dem Rücken südwestlich vom Kleinen Tödi und am Nordostfuß des Rusein. Halbstündiger Halt um 6 Uhr 15 Min. zum Frühstücken ( die Stelle auch vom Sandalppaß her um den Südfuß des Kleinen Tödi herum zugänglich ). Von hier zogen sie sich südöstlich unter auffallend rostfarbenen Kalkfelsen hin und kletterten immer unter dieser roten Wand diagonal von links nach rechts über brüchige Felsen. Nach einiger Zeit wandten sie sich wieder links und kamen über gut gestuften Fels auf das Band oberhalb der rostfarbenen Wand und unterhalb der obern Schneefelder. Auf diesem Band sich nördlich hinziehend und dann über leichte Felsen, die von unten wie nasse schwarze Platten ausgesehen hatten, aufsteigend, kamen sie in 1 Stunde 25 Min. von dem Rastplatze auf den Grat zwischen Rusein und Kleinem Tödi. Um 8 Uhr 10 Min. wurde wieder eine Rast von 1k Stunde gemacht. Von hier folgten sie über Geröll und leichte Felsen dem Westkamm bis zum Anfang des Schneerückens ( 35 Minuten ), wo das Seil angelegt wurde. Aber nur wenige Stufen waren auf der Schneide zu schlagen und schon nach 20 Minuten stand man auf dem Rusein. Man hatte somit für die 1782 m Erhebung nur 43/4 Stunden wirkliche Marschzeit gebraucht. Rückweg über den Bifertentirn und die Gliemspforte ( 1 Stunde vom Gipfel ) in die Val de Gliems ( 2 Stunden 05 Min. ) und nach Disentis ( 2 Stunden 35 Min. ). Der Zugang zum Tödi über den Westgrat wird lebhaft empfohlen als kurz und unschwierig. Benutzt wurde der Westgrat vor 1893 erst ein einziges Mal und zwar zum Abstieg von Dr. Piccard mit Joachim und Gabriel Zweifel im Jahr 1866. Es scheint, daß Herr Piccard sich anfangs mehr an den Schneehang der Südwestseite gehalten hat und erst weiter unten den Westgrat benutzte. Im wesentlichen sind aber beide Routen identisch. A.J. Nr. 123, pag. 57 ff, und Mitteilungen von Mr. Coolidge und Prof. Piccard in Basel an den Redaktor.
Brigelserhörner von Norden traversiert und Crup grond ( erste Ersteigung. 24. Juli. Dr. H. Dübi und Ch. Flach mit Fr. Vögeli. S.A.C. XXIX, pag 295.
Vrenelisgärtli. Zugang vom Vorderglärnisch und Hochthorgrat. 8. Okt. E. Huber und E. Kolben — S.A.C. XXIX, pag. 295.
Sätttis-Uriippe und Thnr-Alpen.
Kreuzberge, 2023, 2058 und 2063 m. 5. Nov. C. Egloff mit Führer Nänni. Alpina II, pag. 31 ff.
Gamsberg, 2385 m Duf. 11. Juli 1891. Dr. C. Blodig gelangte von der Alp Oberlangen über Geröllhalden an den Fuß der Nordwand, erstieg diese durch einen Kamin und über einen Rasenhang und kam so in ltyi Stunde auf dem Hauptgrate an, und immer westlich gehend in 15 Minuten auf den höchsten Punkt. Dann verfolgte er den Grat, bis er westlich zu einer Scharte abbricht, und kehrte auf den höchsten Punkt zurück. Rückweg der nämliche. Ö.A.Z. Nr. 344.
Den nämlichen Gipfel erreichten die HH. J. B. Stoop und Lukas Pfiffner 15. Aug. 1891 von der Alp Sennis durch Spitzplank und Groß-plank in die Furcla zwischen Sterenberg ( Scheffberg ) und Gamsberg; vom Scheff aus durch ein steiles Felsenband über die massive Wand und den verwitterten obern Teil auf den Grat östlich von Punkt 2385, von dort über die schmale Gratschneide bis zum großen Absturz am Westende. Rückweg über die Gratschneide bi3 zur Mitte zwischen Punkt 2385 und 2340, dann auf der Nordseite in die Scharte „ zwischen den Bergen " und Versuch südlich gegen die Alp Sennis. Dann wieder in die Scharte zurück und nördlich um den Tresterkopf zum Scheff und durch die Großplank auf Sennis. Alpina II, pag. 65.
Adula-Alpen.
Piz Terri mit Abstieg über die Ostseite. 17. Juni. E. Huber mit J. M. Gamma. S.A.C. XXIX, pag. 300 f.
Pizzas d' Annarosa.? Juni. C. Hößly mit P. Schwarz von Splügen. S.A.C. XXIX, pag. 303.
Weißhorn und Alpenschellipaß. 14. Aug. Mr. Coolidge mit Chr. Almer folgten dem Safierbergweg bis über die höchsten Stutzhiitten hinaus, gingen dort über den Bach und stiegen über steile Grashalden zu einer Quelle am westlichen Ende der Weiden von Teuri ( 35 Min. ), dann nordwestlich über Schafwege an einer Halde weißen Gerölls vorbei zu den letzten Grasflecken am Südfuß des großen zerrissenen Südsporns des Berges ( 35 Min. ). Eine Kletterei über Felsen und Steine an der Westseite dieses Sporns brachte sie auf die Westkante und wenige Schritte führten sie auf den Gipfel ( 48 Min. ). Ein zerfallener Steinmann wurde gefunden. Eine Zeitlang verfolgten sie dann den Ostkamm gegen das Alperschellihorn, mußten aber nach Südosten nahe dem Südfuß desselben absteigen. Eine mühsame Traverse längs dieses Südfußes über Geröll brachte sie zur Lücke zwischen Alperschellihorn und Steilerhorn ( 40 Min. ), welche sie Alperschellipaß nannten. Über Schnee und einen in der Karte fehlenden Gletscher an der Nordostseite des Passes absteigend, gewannen sie einen Gletschersee, dann über eine Schulter die Nordostecke des Alperschellihorns, von wo sie zu der Furcla d' Annarosa aufstiegen ( 40 Min. ) und dann das Steilerthal hinabgingen. Das Hinterrheinthal wurde bei Sufers erreicht, in 2 Stunden von der Furcla.
AlperscJiellihorn. 15. August. Die nämlichen folgten von Splügen wieder dem Safierbergweg bis unterhalb der obersten Stutzhütten ( 1 Stunde ), bogen dann rechts ab und überschritten den Bach. Steile Schafwege über Gras und Felsen brachten sie an das Ostende der Teuriweiden ( 55 Min. ). Sich nördlich haltend über Gras und Steine erreichten sie den Südwestfuß des Alperschellipasses und über Geröll den Paß ( 50 Minuten ). Von hier gingen sie wieder über die Schulter, nach 20 Minuten aber stiegen sie, schon höher als die Furcla d' Annarosa, an der nördlichen Seite eines weißlichen Steinhangs über einen Felsriegel rechts hinauf und erreichten so eine Mulde mit einem kleinen Gletscher ( 25 Minuten ) am Nordfuß der Nordostkante des Berges. Immer rechts haltend, erstiegen sie die Felsen an der rechten Seite eines Schneecouloirs in der westlichen Ecke der Mulde, stiegen aber vor der Ausmündung nach links hinaus und erreichten über Felsen die Nordostkante ( Va Stunde ), die sehr zerrissen, aber gut gangbar war. In 20 Minuten waren sie auf dem Gipfel. Der Rückweg ging zunächst bis in die Mulde, dann nordwestlich über glattgescbliffene Felsen hinunter zur Moräne am Ostende des Weißhorngletschers. Diesen überschritten sie von Osten nach Westen und erreichten einen kleinen See und über einen Steinhang hinauf die Krachenlücke zwischen Weißhorn und Krache ( 20 Minuten ), etwas abwärts und dann auf Schafwegen in einem großen Bogen nach links ausbiegend gewannen sie am Westende der Teuriweiden ihren gestrigen Weg wieder. Bei der Quelle in 25 Minuten von der Krachenlücke, in Splügen in 1 Stunde 10 Min. A.J. Nr. 123, pag. 52 f., und Ö.A.Z. Nr. 391.
Pis Scharboden von Südwesten. 19. Aug. Die nämlichen gingen von Zervreila längs des Valser Rheins zu den Lampertschhütten ( 1 Stunde 10 Minuten ), stiegen am rechten Ufer des Novabaches in nordwestlicher Richtung zu den obern Weiden, dann den Bach mehrmals überschreitend bis in den obersten Teil des Novathaies ( 40 Minuten ), ließen den Vaneschapaß links und erreichten den vom Paß östlich ausgehenden Felsrücken ( 40 Minuten ). Sie hielten sich nun an den Rand des Gletschers und die Westseite des Gipfels. Der nordwestliche Kamm bereitete einige Mühe, bis sie die leichten Gipfelfelsen erreichten, von wo sie die Spitze gewannen ( 55 Minuten ). Die erste Besteigung hat P. Placidus gemacht, wie es scheint von Nordosten. Den Abstieg nahmen sie von dem Kamm östlich vom Vaneschapaß direkt hinunter zu den Vaneschahütten und nach Vrin. A.J. Nr. 123, pag. 54.
Err- oder Albula-tîrnppe.
Pie délias Calderas von der Fuorcla da Fellers. 22. Aug. Herr Lavater-Wegmann. S.A.C. XXIX, pag. 310.
Kleiner Pis Forbisch, ca. 3205 m. 10. April. Dr. W. Gröbli mit Führer Signorell von Sur. S.A.C. XXIX, pag. 24 ff.
Pie Forbisch und PizArblatsch. 21. Mai. Dr. W. Gröbli und V. A. Fynn mit Chr. Klucker. S.A.C. XXIX, pag. 29 ff.
Piz Julier über die Nordflanke mit Abstieg über die Westseite. 22. Juni. E. Huber und Dr. M. Schneeli mit J. M. Gamma. S.A.C. XXIX, pag. 37.
Pie d' Aela von Nordwest. 23. Aug. HH. Oscar Neher und E. Heinzelmann mit P. Mettier. Alpina I, pag. 51.
Nordwestspitze der Giumels. 28. Aug. Herr J. Braschler mit P. Mettier. Alpina I, pag. 43.
Berninn-tìriippe.
Ricolda. B. Juli. Dr. L. Darmstädter, mit J. Stabeier von Taufers und Chr. Schnitzler von Pontresina, stieg von der Capanna Dosdè zum Lago nero hinab und dann auf der Westseite des Sees in südlicher Richtung zu dem zwischen beiden Eicoldagipfeln sich hinaufziehenden Couloir empor. Nach Erkletterung des steilen Couloirs über steile Felsen und den Nordgrat auf die niedrigere nordwestliche Spitze. Nach Abstieg zum Joch zwischen beiden Spitzen über die schwierige Nordwand zum Kulminationspunkt.
Pizzo Matto. 9. Juli. Die nämlichen nahmen, da ein am 19. August 1889 von Antonio Cederna vom Passo Vermolera aus auf der Südwand unternommener Versuch wegen der Glätte und Grifflosigkeit der Felsen gescheitert war, die Nordwand in Angriff. Durch das am Vortag durchkletterte Ricoldacouloir stiegen sie zum Plateau, das sich unter dem Ostabfall des Pizzo Ricolda gegen den Dosso di Sabbione genannten Vorgipfel des Pizzo Matto hinzieht, und verfolgten das Plateau bis zum Fuß des Gipfels. Nach Durchquerung der großen, den Gipfel durchziehenden Schneeschlucht mußten mehrere schlechte, brüchige und sehr steingefährliche Schuttkamine durchklettert werden, die auf eine gegen das Sacco-thal sich öffnende Scharte führten. über die hier sich auftürmende steile Wand und den Westgrat zum Gipfel.
Passo di Corno. 10. Juli. Die nämlichen: von einer Ersteigung des Corno di Dosdè in die Mulde zwischen diesem und Punkt 3093 m zurückgekehrt, stiegen sie über ein Joch zwischen den genannten beiden Punkten direkt nach der Val di Campo ab ( kürzeste Verbindung von der Dosdè-hütte her ). M. D. Ö.A.V. 1893, pag. 261.
Pizzi Gemelli. 9. Juni 1892. A. v. Rydzewsky mit Chr. Klucker und M. Barbaria.
Passo di Sciora ( 3175™ An. ). 11. Juni. Die nämlichen. Forcola della Rasica ( 3173 m An. ). 22. Juni. Die nämlichen. Punta Rasica ( 3307 m Lurani ). 27. Juni. Die nämlichen.
Cima di Cantone über den Nordostgrat und Passo di Cantone ( 3079 m An. ). 28. Juni. Die nämlichen.
Cima di Vazeda ( 3308 m ), erste Ersteigung, und Cima di Rosso ( 3367 m ) auf neuem Wege. 29. Juni. Die nämlichen.
Sdora di Fuori ( 3188 m An. ). 5. Juli. Die nämlichen.
Piz Cengalo von Norden. 9. Juli. Die nämlichen. Alpina II, pag. 33 f., und S.A.C. XXIX, pag. 135 ff.
Il Dent di Sdora ( 3235 m ). 4. Juni 1893. Der nämliche mit Chr. Klucker und Emile Rey.
Cima di Bosso von Norden. 8. Juni. Die nämlichen.
Torrone Occidentale über die Nordwand. Die nämlichen. Alpina I, pag. 31.
Colle di Castello ( zwischen Rasica und Castello ) und Cima di Castello von Norden. 12. Juni. Die nämlichen.
Piz Badile, über den Ostgrat. 19. Juni. Die nämlichen.
Pizzo di ferro orientale ( 3198 m ). 28. Juni. Die nämlichen ohne Rey. Alpina II, pag. 38 f.
Ofenpnss-Gruppe.
Piz Laschadnrella. 8. Sept. MM. G. W. Prothero und Walter Leaf mit Leonh. Guler von Klosters verließen das Wirtshaus am Ofenberg um 5 Uhr 45 Min., erreichten Val Flur auf der alten Straße und stiegen über Gras und Trümmer an der westlichen Thalseite empor zu einem Turm am Südrücken des Gipfels, traversierten dann fast horizontal, bis sie ein Couloir erreichten, das sie wieder auf den Südrücken brachte.Von da waren sie in wenigen Minuten auf dem Gipfel. Zeit: 4 Va Stunden. Abstieg auf dem nämlichen Weg 21k Stunden.
Pizzo dell' Acqua über den Ostgrat. 9. Sept. Die nämlichen verließen das Ofenhaus um 5 Uhr 23 Min., erreichten die Brücke Über den Spöl um 6 Uhr 33 Min., folgten dem Paß nach Val dell' Acqua und stiegen über Gletscher und Moräne zum Fuß des Ostrückens. Dieser wurde gerade östlich von dem ersten Felsturm erreicht über Schneehänge und Felsen. Der Turm wurde auf der Südseite umgangen und der Gipfel über den Ostrücken erreicht. Anstieg 6 Stunden, Abstieg 41/2 Stunden.
Piz Murlaröl ( 3177 m, Monte Cassina der Italiener ). Erste beglaubigte Besteigung. Die nämlichen stiegen von San Giacomo di Fraele über Grashänge, Geröll und Felsen bis zu einer kleinen Einsattlung westlich vom Gipfel, welchen sie über die lockern, aber leichten Felsen der Sttdflanke erreichten. Zeit: 4Vs Stunden. Beim Abstieg wurde die Südflanke über Geröllhalden traversiert und so der Einschnitt südöstlich von Piz La Monata erreicht ( lVä Stunde ), dann durch Val Murtavöl zur Münster-alp ( 1 Stunde 25 Min. ) und über den Buffalorapaß nach Ofen ( 3 Stunden ).
Piz Tavrü. 15. Sept. Mr. G. W. Prothero und Guler folgten vom Buffalora-Wegerhaus einem Pfad am linken Ufer des Baches in die Val Nuglia und an den Fuß des Gipfels über einen Grasrücken an den Fuß der Felsen des Südostkammes, dann längs derselben zum Fuß des centralen, südlichen Couloirs, durch welches und über Felsen oberhalb des- selben sie den Gipfel leicht erreichten. Zeit ( ohne Halte ): 3 Stunden 10 Min. Abstieg teilweise über den Ostkamm, teilweise durch Traversieren seiner Südflanke und zuletzt durch ein Couloir, das gerade nördlich von dem Paß östlich des Gipfels endigt. Von hier ist der Weg nach Scarl leicht. Ein direkterer Zugang wäre durch eines der Couloirs der Nordwand zu nehmen; diese sind aber steil, vereist und steingefährlich.
Fuorcla Tavrü. Cirka 2880 m. Direkter Weg von Ofen nach Scarl. 16. Sept. MM. Prothero und Leaf mit Guler erreichten diesen nicht bekannten Paß auf einem Weg an der untern Seite der Val Nuglia in 2lk Stunden vom Buffalora -Wirtshaus und Scarl in 13,4 Stunde mehr. Sie benutzten den Einschnitt gerade östlich von Piz Tavrü. Wenn man von Scarl kommt, wäre ein Übergang noch weiter östlich anzuraten. A.J. Nr. 122, pag. 520 f.
Silvretta-tlruppe.
Zahnspitze. 3103 m. 31. Aug. 1892. HH. Otto Fischer und Emil Schaller mit Ignaz Lorenz aus Galtür verfolgten von der Jamthalhütte aus den Weg dem Futschölbach entlang gegen Osten, stiegen im letzten Drittel des Thales östlich ( links ) zu dem oben sichtbaren Kronenferner, überschritten den schwach geneigten, fast spaltenlosen Gletscher bis zum Fuße der Felsen des Gipfels ( 2 Stunden Marsch ). Die dem Gipfel zunächst liegende Geröllrinne zum Aufstieg benutzend, oben mit einer Ausbiegung gegen Norden, gelangten sie dann über einen kurzen Grat zu einer Scharte vor der 15 m hohen und etwa 80° geneigten Felswand des Gipfels. Durch kleine Risse und Rinnen in einen geröllerfüllten, kurzen aber steilen Kamin. Dann links ausbiegend über brüchiges Gestein von der Ostseite her auf den aus drei Haupt- und einigen Nebenzähnen bestehenden Gipfel ( 8k Stunde vom Kronenferner aus ). Rückweg der nämliche. M. D. Ö.A.V. 1894, pag. 35.
Rauher Kopf ( 3120 m ). 22. Juni 1893. Dr. Haag mit Ignaz Lorenz versuchte vom westlichen Gletscherbecken des Jamthalferners aus über den steilen Firnhang den „ Tirolerkopf " zu ersteigen; sie querten, hier abgeschlagen, den anstoßenden Grat bis zum Fuß des Rauhen Kopfes und erreichten über Platten und Geröll dessen wenig Raum bietenden Gipfel. 5 Stunden Gehzeit von der Hütte ab, wovon l1/« auf den Versuch am Tirolerkopf. Abstieg zur Hütte in einer Stunde 20 Min. M. D. Ö.A.V. 1893, pag. 230 ff.
Rliätikon.
Eiseniälispitz. 9. Aug. 1892. A. Ludwig und W. Zwicky. S.A.C. XXVIII, pag. 15 f.
Frygebirg. 25. Juli 1893. D. Stokar und L. Schröter — S.A.C. XXIX, pag. 47 ff.
Sulzfluh über die Südwand. 13. Aug. D. Stokar mit Buzzi und Flutsch. S.A.C. XXIX, pag. 53 ff.
Ferva! Igr lippe.
Rendelspitzen. 27. Juni und 9. Juli 1892. Herr AI. Burckhardt aus München bestieg zuerst die Hintere Rendelspitze ( 2735 m ) über den Südostgrat; Abstieg zur Scharte ( 2554 m ) und in das bei St. Anton ausmündende Thal. Sodann die Vordere Rendelspitze ( 2877 m ) aus dem südöstlich liegenden Kar, zum Schluß über den Ostgrat. Abstieg über die Westwand.
Riffelspitze. ( Gipfel nordwestlich von der Madaunspitze, mit einer Stange versehen. ) 23. Juli 1892. Der nämliche über den Nordwestgrat bei Neuschnee und Nebel.
Madaunspitze. 28. Sept. 1892. Der nämliche über den früher wohl unbetretenen Ostgrat, den er vom Lattejoch an, zuerst auf die Nordseite, dann auf die Südseite ausweichend verfolgte, Abstieg nach Westen. M. D. Ö.A.V. 1893, pag. 128.
SulzMpfe. Traversierung aller vier Gipfel. 4. Aug. 1892. R. Kusdas aus Wien bestieg den nördlichsten Gipfel, Kleiner Sulzkopf ( 2728 m ), unschwer von der Nordostseite, erreichte über den Grat den zweiten höhern Gipfel und von der Westseite den Hauptgipfel ( 2853 m ); nachdem er noch den südlichsten ( einzig touristisch bekannten ) betreten hatte, stieg er gegen Südwesten in das Faselfadkar ab. M. D. Ö.A.V. 1893, pag. 128.
Patteriol. 22. Aug. 1892. Dr. Winckelmann aus Straßburg mit Alois Tschiderer aus Pettneu erstieg diesen Gipfel über die Südwand, mit Ausnahme einiger Varianten den Weg einschlagend, welchen im Vorjahr Herr Bauwerker aus Straßburg zum Abstieg benutzte.
Küchelspitzen. 23. Aug. 1892. Dieselben vollführten einen neuen direkten Abstieg in das Madleinerthal, indem sie sich von der Einsattlung zwischen Hauptspitze und südlichem Vorgipfel nach Osten wendeten; sie erreichten eine steile Rinne, Einstieg und oberstes Stück schwierig, welche sie bis zur Ausmündung auf das Kar verfolgten. M. D. Ö.A.V. 1893, pag. 128.