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Die Geschichte des S-197 Mustangs (2005 bis 2014) – 5. Generation
Als im Januar 2003 an der North American International Auto Show erstmalig der 2005 Mustang gezeigt wurde, ging ein ‹Wow› durch die Mustang Szene. Die Autoindustrie entdeckte gerade das Auflegen von sogenannten Retromodellen. Eines der ersten war der VW NewBeetle, jedoch mit einem eher mageren Ergebnis. So verwunderte es doch, dass J. Mays, der diesen NewBeetle entworfen hatte nun als Vizepräsident der Design Abteilung von Ford einen solchen Knaller entworfen hatte.
Die 5th Generation rettete den Mustang definitiv in die Zukunft, verkauften sich die Vorgängermodell zwar gut, waren sie aber in der Mustang-Szenen bis da wenig gefragt, so dass viele Clubs nur die Klassik Modelle zuliessen. Der 2005 Mustang änderte das definitiv bei den meisten Clubs.
Präsentiert wurden gleich zwei Prototypen. Ein silbernes Fastback Coupe komplett im Stile des klassischen 65 Fastback Modells. Der Prototyp verfügte über ein komplettes Glasdach, so dass man das rote Interieur, ebenfalls im Retrostyle ausgeführt wunderbar sehen konnte. Im Kofferraum war liegend das Ersatzrad befestigt, so wie das einige Shelby Modelle auch hatten. Das Glasdach selbst ging ab 2008 in Serie. Am Heck gabs es die bekannten dreiteiligen Heckleuchten, die fast den ganzen Heckabschluss einnahmen nur unterbrochen von einer Tankdeckelattrappe.
Zum Coupe wurde ein rotes Convertible dazugestellt, dass dieselben Grundformen und Designelemente beinhaltete und über einen Überrollbügel verfügte.
Zum Serienstart im August 2004 im neuen Werk in Flat Rock waren auch die technischen Daten klar. Der neue Mustang wurde mit zwei Motoren angeboten, einem 4 Liter V6 und einem 4.6 Liter V8. Die Designer verwendeten zwei Designelemente zur raschen Unterscheidung dieser beiden Modelle. Die GT Mustang’s haben einen Heckspoiler und grosse in den Kühlergrill eingelassene Nebellampen. Die V6 Modelle hatte einen lampenfreien Kühlergrill und keinen Spoiler auf dem Heckdeckel. Die Unterschiede waren noch weit mehr als diese auf den ersten Blick sichtbaren Elemente. Ford steckte viel Aufwand in die beiden Modellreihen und dieser Aufwand zahlte sich aus.
Schon mehrmals in der Geschichte des Mustangs war die Basis-Motorisierung ziemlich langweilig und schwach, doch diesmal war das völlig anders mit der Einführung des 4.0L 60 Grad V6 Motors. Der Motor mit 210 PS, einer obenliegenden Nockenwelle dreht locker 6100 U/Min bis zum roten Bereich. Mit einem maximalem Drehmoment von 240 NM bei 3500 U/Min kommt man zügig voran. Ford erwartete deshalb auch den Absatz von 2/3 Sechszylinder Standard und 1/3 V8 GT Modellen. Auch die Topmotorisierung mit dem 4.6L V8 machte einen grossen Schritt für ein Serienprodukt. Mit einer Leistung von 300 PS bei 6000 U/Min und 315 NM bei 4500 U/Min war dieser 3 Ventil SOHC Motor ausserordentlich leistungsfähig. Dieser Motor war der erste Ford Motor, welcher über eine elektronische Gasanahme verfügt. Der Computer liest die Gaspedalstellung und vergleicht diese mit der aktuellen Geschwindigkeit, der Nockenwellensteuerung und der Benzineinspritzung.
All diese Leistung musste auf den Boden gebracht werden, konkret die Hinterachse welche diese Leistung aufnehmen musste. Eine modifizierte dreifache Führung der Achse sowie einem Panhard Stab welcher zusätzlich Drehkräfte aufnehmen kann stellt sicher, dass die Achse bei starker Belastung nicht zu ‘hoppeln’ beginnt. Der Panhard Stab verhindert auch seitliche Verschiebungen der Achse unter Vollast. Weiter wurden stärkere Buchsen verbaut um damit eine Verdrehung der Achse zu verhindern sowie wurden die ungefederten Massen reduziert um das Handling zu verbessern. Front- und Heckstabilisatoren wurde verbaut, so dass ein ‘Karosserie-Rollen’ auf ein Minimum reduziert wird.
All dieser Krismkram wurden kombiniert mit einer um 31% steiferen Karosserie gegenüber dem 2004 Modell. Durch diese steifere Karossiere ist es möglich eine stabilere Aufhängung zu realisieren ohne das der Fahrkomfort leidet. Das Interieur erhielt ebenfalls ein neues Design, mit einem Doppelbogen, der an das Interieur des 1965 Mustang erinnert.
Modelljahr 2005 (Erstes Produktionsjahr)
Der komplett neue Mustang war ein sensationeller Erfolg, mit seinen Stilelement des klassischen Mustangs wie vor 40 Jahren und damit passend zum 40 jährigen Jubiläum. Der neue Mustang verwendet das Styling der Jahre 1964 bis 1968 mit dem leicht nach vorne geneigtem Grill und der leicht pfeilförmigen Haube, den vertieften und runden Scheinwerfern separiert vom Grill, welcher mit einem Rahmen in Wagenfarbe umschlossen ist, den Blinkern in der Frontschürze, optionalen Nebellampen integriert in den Grill und dem galoppierenden Mustang- Pferd im Zentrum. Das Heck hat drei separierte Heckleuchten, welche nicht um das Heck herumgezogen sind, sowie eine Tankdeckel-Attrappe mit Logo. Das Heck ist auch ohne grosse ‘Mustang’ Letter für jeden eindeutig als Mustang zu identifizieren. Die seitlichen Sicken sind kleiner als beim 2004 Modell und sie haben auch keinen simulierten Lufteinlass. Von den Türfenstern separierte Heckseitenfenster bringen den Look des ursprünglichen Fastback Modells zurück. Nur noch zwei Motoren stehen zur Wahl, welche aber deutlich leistungsfähiger sind, ein 208 PS starker 4.0 Liter V6 und ein 300 PS starker 4.6. Liter V8. Als Option erhielt das Interieur eine über einen Knopf verstellbare Instrumentenbeleuchtung, welche 125 verschiedenen Farben ermöglicht. Die GT Option war sowohl für das Coupe wie auch das Cabriolet verfügbar. Mit diesem Redesign war auch ein Umzug der Produktionsanlagen nach 40 Jahren von Dearborn, Michigan in das rund 20 Meilen südlichere Flat Rock, Michigan verbunden.
Modelljahr 2006
Der 2006 Mustang erschien weiterhin im populären Retrodesign. Die Unterschiede zum Vorjahr umfassen drei verschiedene Optionspakete Standard, Deluxe und Premium, optionale 18 Zoll Felgen für das GT- Modell, zwei neue Farben ‘Vista Blue’ und ‘Tungsten Gray’ sowie für den V6 gab es ein Pony Package, welches einige GT Elemente, Pony Embleme und einen Streifen oberhalb der Seitenschweller enthielt. Der Mustang war weiterhin in zwei Karosserievarianten Coupe und Cabrio erhältlich, einmal als Basis V6 und einmal als GT-Modell. Das GT-Modell verfügte über den V8- Motor, ABS Bremsen, Doppelrohrauspuffe, Nebellampen im Grill, Heckspoiler, 17 Zoll Alufelgen sowie ein sechsfach verstellbarer Fahrersitz. Beide Modelle konnten ergänzt werde mit der Deluxe Option, welche eine ‘Shaker 500′ Musikanlage sowie verbesserte Sitze enthielt. Im 2006 erschien auch erstmals wieder ein Mustang Shelby in der Form eines verbesserten GT-Modells für die Hertz Autovermietung, als GT-H bezeichnet.
Modelljahr 2007
Der 2007 Mustang erschien mit weiteren Verfeinerungen des Modellangebots, einerseits entfiel das Modell Standard V6 anderseits gab es neu acht Options-Pakete (V6 Deluxe, V6 Premium, GT Deluxe und GT Premium und das alles in zwei verschiedenen Karosserievarianten Coupe oder Cabriolet). Die Farbe ‘Grabber Orange’ kam seit 1970 erstmals wieder ins Programm, sowie eine weitere Farbe ‘Alloy’. Eine spezielle Audio- Buchse, die SIRIUS Radio Option und ein Interieur Comfort- Packet waren die Neuerungen für den Innenraum. Für den GT gab es neu die Option ‘California Special’ und ein ‘GT Appearance’ Paket zu kaufen, welches spezielle Front- und Heckschürzen , Spoiler, Seiten Scoops, Hauben Scoop, Sportfelgen, Auspuff-Blenden, Seitenstreifen und Pony Embleme umfasste. Weitere Options-Pakete waren Comfort-Group, Exterior Sport Appereance Paket, Interieur Upgrade Paket, Premier Trim mit Color Accent Paket, ein seidenglänzender Aluminium Armaturenträger oder Holzkohle farbiger Armaturenträger, Sport Appearance Paket sowie für den V6 das Pony Package. Eine neue Räder Option ergänzte die sechs im Angebot stehenden von 2006, sowie 17 Zoll Aluräder mit polierter Oberfläche und grossem Try-Bar Ponyraddeckel für das GT-Modell waren lieferbar.
Modelljahr 2008
Warum eine gute Sache ändern? Der 2008 Mustang erschien weitgehend unverändert. Es gab minimale Änderungen bei den Optionen. Seitenairbags wurden Standard. Neue Optionen waren: Umgebungsinnenbeleuchtung, HID Scheinwerfer, V6 mit 18 Zoll Rädern, ein neues Sicherheitspaket für den V6, sowie das ‘Warriors in Pink’ Paket für das V6 Premium Coupe oder Cabriolet mit Automatikgetriebe.
Doch es gab noch was zu feiern, nämlich 40 Jahre seit dem legendären Auftritt des Mustangs im Film ‹Bullitt› was liegt da näher als ein weiteres Sondermodell Bullitt zu lancieren, zumal der ‹Retro› Mustang perfekt dazu passte.
Die Modellreihe umfasste weiterhin folgende Ausstattungen; Basis V6, GT, Shelby GT und der SVT Shelby GT500. Beide Karosserievarianten waren als Deluxe oder Premium Modell verfügbar. Das Premium Modell verfügte über ein verbessertes Audio-System und Sitze.
Modelljahr 2009
Das 2009 war ein kurzes Modelljahr (6 Monate), da das Redesignte 2010 Modell früher kam als sonst üblich. Neuerungen für 2009 waren die Farbe ‘Brilliant Silver Clearcoat Metallic’, welche das Silber ersetzte. Eine Glassdach Option, 45 Jahre Embleme auf den Kotflügeln sowie ein GT Sicherheits-Paket. Sondermodelle waren GT, GT California Special, Bullitt, Warriors in Pink, sowie ein SVT Shelby GT500 und GT500KR.
Modelljahr 2010
Das 2010 brachte das erste Facelift der 5. Mustang Generation. Er verfügt über ein neues Front- und Heckdesign, neue Farben, andere Interieur Farben, ein neues Design für das Armaturenbrett sowie neue Felgen um nur einiges zu nennen. Der Frontgrill wurde schmaler das Heck wurde höher und glatter und die Seitenlinie erhielt den sogenannten Hüftknick. Der 2010 Mustang war weiterhin mit zwei Karosserievarianten (Coupe und Cabriolet) beide mit dem 4.0 Liter V6 Motor oder dem 4.6 Liter V8 im GT ausgestattet und sowie als Standard oder Premium Ausführung lieferbar. Die grösste Änderung bei den Optionen waren ein neuer GT Grill, das Pony Emblem, 3.75 Hinterachs Performance Übersetzung, Optionale 19 Zoll Felgen, in Wagenfarbe lackierte Aussenspiegel, Doppel Klimaregelung, Sprachgesteuertes Navigationssystem, sowie eine Rückfahrkamera. ‘Grabber Orange’ war nicht mehr lieferbar dafür kam das ‘Grabber Blue’ ins Angebot. Weiter waren zwei neue Rot Töne lieferbar, das ‘Grabber Blue’ wurde ergänzt mit einem neuen Dunkelblau (Kona Blue), sowie ein neues ‘Medium Silber’ ergänzte das Standard Silber, sowie Schwarz und Weiss. Für die Mustang Kenner ist das Modelljahr 2010 eine Übergangsversion, die es nur ein Jahr im Programm gab. Denn es gab zwar eine neue Karosserie aber noch die alte Technik mit dem 4.6 Liter Motor mit 315 PS und auch dem alten V6 Motor mit 210 PS.
Modelljahr 2011
Mit dem 2011 Modell gab es nun auch den nötigen und enormen Leistungsschub bei der Technik. Der 2011 Mustang erhielt sowohl als V6 und GT einen neuen Aluminium-Motor mit doppelter obenliegender Nockenwelle sowie einer weit höherer Motorleistung. Der V8 Motor verfügt nun bei 5.0 Liter Hubraum über 412 PS, der 3.7 Liter V6 Motor über 305 PS bei weniger Benzinverbrauch und höheren Drehzahlen (der rote Bereich lag nun bei 7000 U/min). Beide Karosserievarianten hatten neu eine Doppelrohrauspuffanlage, Meilentacho bis 160mph sowie neue Felgendesigns. Ja ab nun haben alle Mustangs einen Doppelauspuff! Drei neue Farben ‘Yellow Blaze’, ‘Race Red’ und ‘Ingot Silber’ erschienen. Der GT hat nun ein 5.0 Badge auf dem Kotflügel passend zum 5.0L V8 Motor, der V6 Mustang kann nun mit einem glänzenden Alugrill abgeleitet vom Sondermodell ‘Mustang Club of America’ ausgestattet werden. Das ‹California Special› Packet kam wieder ins Sortiment.
Modelljahr 2012
Modelljahr 2013
Modelljahr 2014 (Letztes Produktionsjahr)
S-197 Sondermodelle
Text: Marcel Alder