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Die Psychopathy-Checkliste (PCL-R) von Hare (2003) bezieht sich auf den nordamerikanischen Psychopathy-Begriff, der nicht identisch mit dem Psychopathie Verständnis europäischer Tradition ist. Charakteristisch für Psychopathen sind Auffälligkeiten in 3 Bereichen: Affektives Erleben, interpersonelle Bezüge und Verhalten. Die vielfach verwendete revidierte Fassung (PCL-R) von Hare umfasst 20 Items. Dabei handelt es sich um Merkmale wie mangelnde Empathiefähigkeiten, Promiskuität, impulsives Verhalten, übersteigertes Selbstwertgefühl, pathologisches Lügen, Fehlen von Schuldgefühlen, polymorphe Kriminalität, jugendliche Delinquenz, frühe Verhaltensprobleme und weitere.
Jedes der 20 Items wird auf einer 3-Punkte-Skala von 0-2 beurteilt, wobei der Punktwert sich danach richtig, in welchem Ausmass die Item-Beschreibung auf die Person zutrifft. Ein Wert von 0 zeigt eine fehlende Übereinstimmung und ein Wert von 2 Punkten eine deutliche Übereinstimmung auf. Es ergibt sich so ein maximal möglicher Wert von 40 Punkten.
Das ursprüngliche Konzept von Hare sah vor, dass ab einem Cutt-Off von 30 Punkten vom Vorliegen einer Psychopathy ausgegangen werden könne und damit ein erhöhtes Rückfallrisiko verbunden ist. Untersuchungen an europäischen Kollektiven (CH, D, A) zeigen, dass hier ein Cutt-Off von 25 Punkten angezeigt ist. Aktuelle Untersuchungen weisen jedoch eher darauf hin, dass das Konstrukt der Psychopathy dimensional zu verstehen ist und mit zunehmendem Punktwert von stärker ausgeprägten psychopathischen Persönlichkeitsanteilen auszugehen ist.
In verschiedenen empirischen Untersuchungen ergaben sich für die Psychopathy-Checkliste eine Vorhersagegenauigkeit für gewalttätige und sexuelle Rückfälle zwischen 65 und 75 %.