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|frauenRecht ist der Bürgerin
gewidmet

| Band 1 der historischen Forschungsreihe "Fraubünden" heisst
"frauenRecht". Er ist im November 2003 erschienen.

In Band 1 "frauenRecht" der vierbändigen Forschungsreihe "Fraubünden" werden die Geschichte des Bündner Zivilrechts und die Auswirkungen auf die Frauen anhand erstmals ausgewerteter Quellen aus dem Churer Stadtarchiv lebensnah nachgezeichnet und der lange Kampf für die politischen Rechte der Bündnerinnen ausführlich dargestellt. Er enthält zudem eine einzigartige, kommentierte Bibliografie mit über 2400 Titeln zur Frauengeschichte, die zu einer spannenden Reise durch bisher weitgehend unbekannte Lebenswelten von Bündnerinnen einlädt.
Kurzbeschreibung:
"frauenRecht": Eine spannende historische Reise durch bisher weitgehend unbekannte Lebenswelten von Bündnerinnen
Die Churer Bürgerstochter Margaretha Eblin musste 1851 bis vor die Bündner Regierung, um ihre Liebe und ihr Lebensglück zu retten. Erfolglos kämpfte hingegen die geschiedene und vermögende Ursula Ruben darum, mit ihrem Bräutigam nach Amerika auszuwandern. Denn noch vor 150 Jahren hatten alleinstehende Frauen in Graubünden unter dem Vormundschaftsgesetz kein Verfügungsrecht über ihr eigenes Vermögen. Sie waren in ihrer Lebensgestaltung stark eingeschränkt. Während diese rechtliche Diskriminierung in anderen Kantonen langsam verschwand, hielt man in Graubünden beharrlich daran fest. Auch aus finanziellen Interessen: Die Mündelgelder flossen in mehr oder weniger lukrative Anlagen zur Ankurbelung der Bündner Wirtschaft. Eine ausgeprägte Unterdrückung der Frauen zeigte sich auch im Bündner Eherecht. Als der Jurist und Politiker P.C. Planta 1861 das Bündner Zivilgesetzbuch schuf, tat er dies im Geiste des Sprichworts: "Das Glück des Mannes ist die Krone des Weibes". Er gab es seinen Töchtern mit auf den Weg in die Ehe.
Bescheidenheit und Unterordnung wurde von den Bündnerinnen auch auf dem politischen Parkett erwartet. Die Gleichstellung verwehrte man ihnen auch deshalb, weil man "allzu redegewandte und in politischen Dingen zu impulsive Damen" von der Gemeindeversammlung fernhalten wollte. 1983 mussten die letzten Bündner Gemeinden zur Einführung des Frauenstimm- und Wahlrechts gezwungen werden.
"frauenRecht" ist der erste Band der vierteiligen Publikationsreihe "Fraubünden" zur Frauen- und Geschlechtergeschichte in Graubünden. Bis 2006 erscheinen die vier Themenbände "frauenRecht" (erschienen), "frauenKörper"(Nov. 2004), "frauenArbeit" (Nov. 2005) und "fremdeFrau (Nov. 2006). "Fraubünden" mit Beiträgen von zahlreichen Autorinnen und Autoren ist ein offizielles Projekt zur 200-Jahr-Feier des Kantons Graubünden 2003.
Die Herausgeberinnen, die Autorinnen
Silvia Hofmann, lic.phil., Germanistin und Journalistin, Leiterin der Stabsstelle für Gleichstellungsfragen Graubünden. Co-Leiterin Frauenkulturarchiv Graubünden.
Ursula Jecklin, Dr. phil., Historikerin, Stadtarchivarin in Chur. Redaktorin und Mitautorin der Churer Stadtgeschichte.
Silke Redolfi, lic.phil., freischaffende Historikerin und Archivarin. Projektleiterin von "Fraubünden". Co-Leiterin Frauenkulturarchiv Graubünden. Publikationen im Bereich Frauen- und Geschlechtergeschichte und Bündner Geschichte. Arbeitet im Rahmen eines Nationalfondsprojektes an ihrer Dissertation zu Ausheirat und Ausbürgerung von Schweizerinnen bis 1953.
Bettina Volland, lic.phil., Historikerin, Weiterbildung in Journalismus und Public Relations. Lizentiatsarbeit zur Beziehung internierter polnischer Soldaten zur ansässigen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Inhaberin der Kommunikationsagentur "Quelle 31" in Zürich.
Wissenschaftliche Begleitung
Prof. Dr. Regina Wecker, Universität Basel, Professorin für Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Basel.
frauenRecht
Das Bündner Zivilrecht und die Frauen
Autorin: Silke Redolfi
Der Beitrag untersucht anhand des Eherechts, des Erbrechts und der sogenannten "Geschlechtsvormundschaft" die Stellung der Frauen im Bündner Zivilrecht.
1862 erhielt Graubünden mit dem von Peter Conradin v. Planta (1815-1902) verfassten Zivilgesetzbuch zum ersten Mal ein einheitliches Zivilrecht. Doch bereits 1848/1850 bestanden in Graubünden Gesetze über die Vormundschaft, das Erbrecht und das Eherecht.
Im kantonalen Vormundschaftsgesetz von 1848 wurde die "Geschlechtsvormundschaft" über ledige Frauen, Witwen oder geschiedene Ehefrauen nach Churer Vorbild perfektioniert und vereinheitlicht. Man sprach Frauen die Fähigkeit und das Recht ab, ihr Vermögen selbst zu verwalten. Sie erhielten einen Beistand. Fortschrittliche Stimmen, die das Statut abschaffen wollen, gab es vereinzelt zwar auch. Doch die Gegner argumentierten mit dem Schutz für Frauen und verwiesen auf die in Graubünden stark verwurzelte Gewohnheit. Dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts bevormundet wurden, war in der Schweiz im 19. Jahrhundert durchaus üblich, wurde jedoch schrittweise aufgehoben. Während Bern oder Zürich die Kuratel über Frauen bereits um 1850 abgeschafft hatten, hielt Graubünden bis zum Schweizerischen Bundesgesetz über die persönliche Handlungsfähigkeit von 1881 - wenn auch eingeschränkt auf vermögende Frauen – daran fest. Anhand von Akten des Vogteiwesens in Chur von 1800 bis 1850 zeigt die Autorin das wirtschaftliche Interesse an der Geschlechtsvormundschaft auf und arbeitet die Bedeutung für die Betroffenen heraus. Frauen konnten sich weder gegen Verkäufe ihrer Immobilien wehren, noch hatten sie ein Mitspracherecht bei der Anlage ihrer Gelder. Am Beispiel der geschiedenen und vermögenden Ursula Ruben, der es verwehrt wurde, mit ihrem Bräutigam nach Amerika auszuwandern, wird deutlich, wie Behörden und Beistände in die persönliche Freiheit und das Leben der Frauen eingriffen und wie eng der Handlungsraum der Frauen war. Die Geschlechtsvormundschaft konnte auch ein Mittel sein, um Frauen sozial zu disziplinieren oder um Machtansprüche ehemaliger Ehemänner oder von männlichen Verwandten durchzusetzen. Das Interesse von Behörden und Ehemännern oder Verwandten traf sich dort, wo es um das Geld ging. Bei der Vormundschaft über Frauen stand der Erhalt des Vermögens im Zentrum. Damit wollte man wohl der Verarmung entgegenwirken und die Kassen der Gemeinden schonen. Dies war in einem armen Bergkanton, wie es Graubünden im 19. Jahrhundert war, zentral. Am Beispiel von Chur wird gezeigt, dass die Geschlechtsvormundschaft auch ein Wirtschaftsfaktor war, weil die Vermögen der Frauen als Darlehen in den Geldkreislauf flossen und Immobilien die Hand wechselten.
Erstaunlich ist, dass die Bündnerinnen bereits in den Erbgesetzen der Drei Bünde grundsätzlich gleichberechtigt waren. Versuche von P.C. v. Planta, die Söhne bei landwirtschaftlichen Liegenschaften zu bevorzugen, scheiterten am Widerstand der Öffentlichkeit. Mit der Beistandschaft für Frauen und im Eherecht standen jedoch bedeutende Mittel zur Kontrolle des Erbes bereit. Das Bündner Eherecht wies Frauen eine inferiore Stellung zu. Der Mann war das "Haupt" der Familie und hatte ein absolutes Verfügungsrecht über das Vermögen der Frau. Sie blieb zwar im Besitz ihres eingebrachten Gutes, haftete aber vollumfänglich für die Schulden des Mannes. Kam es zum Konkurs, fiel ihr ganzes Vermögen in die Konkursmasse. Damit hatte Graubünden eines der rigidesten Ehegesetze. P. C. v. Planta versuchte 1861 die Frauen besser zu stellen, indem er das Sondergut grosszügiger definierte und der Ehefrau eine privilegierte Stellung im Konkursfall einräumte. Doch die grossrätliche Kommission gewichtete die Anrechte der Gläubiger höher als der Schutz des Frauenvermögens und strich die Vorschläge Planta’s auf eine Minimum zusammen. Auch wenn der Politiker und Jurist die Frauen im Güterrecht besser stellen wollte, hatte er weniger die Gleichstellung im Auge, als die Aufwertung der Ehe und den Schutz für die Existenz der Familie, so eine der Thesen der Autorin. Planta hatte die eheliche Gemeinschaft stark hierarchisch ausgerichtet und die Handlungsfähigkeit der Ehefrau massiv eingeschränkt. Das Frauenbild von P.C. v. Planta, der in Graubünden als Politiker, Jurist und Journalist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielte, orientierte sich am bürgerlichen Rollenideal. Frauen und Männer sollten aufgrund zugewiesener "Geschlechtscharaktere" polare Rollen in der Gesellschaft einnehmen. Die Frauen hatten durch ihr mildes und zartfühlendes Wesen im Haus ihren Wirkungskreis. Sie waren für das physische und psychische Wohl von Mann und Kindern verantwortlich.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Frauen im Bündner Zivilrecht ausser im Erbrecht stark benachteiligt waren. Initiativen für die Gleichberechtigung gab es kaum, eine breite öffentliche Diskussion über die Rechte der Frauen kam im 19. Jahrhundert fehlte.
Die Geschichte des Frauenstimm- und Wahlrechts in Graubünden
Autorinnen: Bettina Volland und Dr. Ursula Jecklin
Zu Beginn des Kampfes um das Frauenstimmrecht gab es in Graubünden vergleichsweise zahlreiche Aktivitäten. So stammt der erste Zeitungsartikel, welcher das Frauenstimmrecht für alle Schweizerinnen fordert, aus der Feder einer Bündnerin. Und sowohl die bürgerlichen Frauen des Gemeinnützigen Frauenvereins, Sektion Chur, als auch die Mitglieder der Sozialdemokratischen Frauengruppe organisierten zahlreiche Referate zum Thema. Doch als das Frauenstimmrecht schliesslich in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts in immer mehr Gemeinden und Kantonen und 1971 auch auf Bundesebene eingeführt wurde, war Graubünden unter den rückständigsten Kantonen zu finden: Als die Stadt Chur im April 1968 das Frauenstimmrecht als erste Gemeinde knapp annahm, war es andernorts bereits in fünf Kantonen (Basel-Land, Basel-Stadt, Genf, Neuenburg und der Waadt) eingeführt. Mit der Einführung des kantonalen Stimmrechts war Graubünden sogar an fünftletzter Stelle der Kantone.
Mit ein Grund für diese Entwicklung liegt neben der ländlichen Bevölkerungsstruktur in der Gemeindehoheit, welche als höher eingestuft wurde als das Recht der Frauen auf politische Mitbestimmung. Dies geht soweit, dass die angeblich gefährdete Gemeindeautonomie als Strategie gewählt wurde, um das Frauenstimmrecht zu verhindern. Denn indem die Regierung die Motion Raschein verschärfte und in der Vorlage das Frauenstimmrecht vom Kanton auf die Gemeinden ausdehnte, brachte sie die Vorlage bewusst zu Fall. Erst, als der Bund und die meisten Kantone das Frauenstimmrecht bereits eingeführt hatten, nahmen die Bündner in einem zweiten Anlauf das kantonale Frauenstimmrecht an. Die Einführung des Frauenstimmrechts von "unten nach oben" wie von Exekutivbehörden stets empfohlen, gelang ebenfalls nicht: Statt dass die Frauen zuerst in Kommissionen, dann in Gemeinden und schliesslich im Kanton stimmberechtigt sein würden und damit die Politik "von der Pike" auf erlernen konnten, liegen zwischen der Einführung in der ersten und den letzten Gemeinden 15 Jahre.
Die Abstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechts im Jahre 1972 bringt den Bündnerinnen das politische Mitspracherecht auf kantonaler Ebene und in den 39 Kreisen. Aus Rücksicht auf die Gemeindeautonomie bleibt aber das Stimmrecht auf Gemeindeebene aus der Vorlage ausgeklammert. So dauert es nochmals elf Jahre, bis alle Frauen die volle politische Gleichberechtigung besitzen. In den letzten elf Gemeinden muss schliesslich 1983 die Einführung verfügt werden. Graubünden gehört damit zu einem der letzten Kantone, die das Frauenstimmrecht integral verwirklichen. Ein wesentlicher Grund für die verzögerte Einführung liegt in dem in Graubünden besonders stark verwurzelten dualistischen Geschlechterkonzept, das einen den Männern vorbehaltenen öffentlichen Lebensbereich von einem privaten den Frauen zugeordneten trennt. Die Weitläufigkeit des Kantons sowie konfessionelle oder sprachliche Aspekte spielen dagegen kaum eine Rolle; tendenziell sind allenfalls grosse Ortschaften und die Tourismusorte früher zur Einführung bereit. Im kantonalen Parlament sind die Frauen im schweizerischen Vergleich untervertreten. Nach den Wahlen im Jahr 2000 gehören ihm 17 Parlamentarierinnen – das sind lediglich 14.2% - an. Graubünden steht damit unter den Kantonen an 23. Stelle. 1999 wird mit Eveline Widmer-Schlumpf zum ersten Mal eine Regierungsrätin gewählt.
Kirchliches Frauenstimmrecht in Graubünden
Autorin: Dr. Ursula Jecklin
Beim kirchlichen Frauenstimmrecht präsentiert sich die Situation anders als beim politischen. Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden ist eine der ersten in der Schweiz, die 1918 ihren Glaubensgenossinnen das aktive und passive Frauenstimmrecht zugesteht, und zwar gleichzeitig in allen Kirchgemeinden des Kantons. Diese frühe Gleichstellung ermöglicht die in Graubünden vorherrschende Auffassung, dass kirchliche und religiöse Angelegenheiten weit mehr zum Lebensbereich der Frauen gehören als zu dem der Männer; ganz im Gegensatz zum politischen Stimmrecht, das ausschliesslich als Männerangelegenheit betrachtet wird. Auch das Pfarramt wird zum Tätigkeitsbereich der Männer gezählt. Als wegen Pfarrmangels die kleine Berggemeinde Furna 1931 die ausgebildete Bündner Theologin Greti Caprez-Roffler als Pfarrerin wählt, wehren sich die Kirchenbehörden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen. Die Wahl erregt Aufsehen über die Grenzen des Kantons hinaus und führt zu kontroversen - teilweise auch polemischen - Diskussionen in den Zeitungen. Dennoch bleibt den Frauen in Graubünden noch bis 1965 die uneingeschränkte Berufsausübung als Pfarrerin verwehrt.
Italiano
Il diritto civile e le donne
di Silke Redolfi
L’articolo analizza, a mano del diritto matrimoniale, del diritto di successione e della cosiddetta "curatela del sesso femminile", la posizione della donna nel Codice civile grigione.
Nel 1862 Peter Conradin de Planta (1815-1902) redasse il primo Codice civile unitario del Grigioni, ma già negli anni 1848/50 nel Cantone esistevano leggi sulla tutela, sul diritto di successione e sul diritto matrimoniale.
Nella legge cantonale sulla tutela del 1848 la "curatela" nei confronti delle donne nubili, vedove o divorziate fu perfezionata ed unificata prendendo spunto dalla legislazione della città di Coira. Alle donne si negò la facoltà e il diritto di gestire autonomamente il proprio patrimonio e si affiancò loro un curatore. Tuttavia si levarono anche sporadiche voci progressiste che rivendicavano l’abolizione dello statuto. A sostegno delle proprie idee gli oppositori invocavano la protezione delle donne e si rifacevano a quella che nei Grigioni era un’usanza ben radicata. Nel 19° secolo in Svizzera era prassi comune che le donne, proprio per il loro essere donne, fossero tenute sotto tutela, tuttavia questo stato di cose cambiò gradualmente. Mentre Berna e Zurigo abrogarono la curatela delle donne già nel 1850, il Grigioni la mantenne, anche se limitata alle donne facoltose, fino all’entrata in vigore della legge federale sull’esercizio dei diritti civili del 1881. Sulla base di atti del baliato a Coira dal 1800 al 1850 l’autrice mostra l’interesse economico nei confronti della curatela del sesso femminile e ne desume il significato per le persone che ne erano oggetto. Le donne non potevano difendersi dalla vendita dei loro immobili e non avevano voce in capitolo nell’investimento del loro denaro. L’esempio di Ursula Ruben, donne facoltosa divorziata, alla quale fu impedito di emigrare in America con il suo fidanzato, ben illustra come le autorità e i curatori intervenissero nella libertà personale e nella vita delle donne e quanto limitato fosse lo spazio d’azione delle donne. La curatela del sesso femminile poteva anche fungere da strumento per disciplinare socialmente le donne o per far valere pretese di potere di ex mariti o di parenti di sesso maschile. Gli interessi delle autorità, dei mariti o dei parenti convergevano su obiettivi comuni laddove si trattava di denaro. Nel caso della curatela delle donne tutto ruotava attorno al mantenimento del patrimonio. In questo modo si voleva fronteggiare l’impoverimento e risparmiare le casse comunali. In un cantone di montagna povero come lo era il Grigioni del 19° secolo questa filosofia era di centrale importanza. L’esempio di Coira mostra che la curatela del sesso femminile era anche un fattore economico, poiché il patrimonio delle donne confluiva quale mutuo nei circuiti finanziari e i beni immobiliari cambiavano proprietario.
Desta sorpresa il fatto che in linea di principio le grigionesi vantavano già pari diritti degli uomini nelle leggi di successione delle Tre Leghe. I tentativi di P.C. v. Planta di avvantaggiare i figli maschi con gli immobili agricoli fallirono per l’opposizione dell’opinione pubblica. L’istituzione della curatela per le donne e il diritto di successione fornivano comunque importanti mezzi per il controllo dell’eredità. Il diritto matrimoniale grigione attribuiva alla donna una posizione di inferiorità. L’uomo era "il capo" della famiglia ed aveva un diritto assoluto di disporre del patrimonio della moglie, la quale rimaneva sì in possesso dei beni da lei apportati nel matrimonio, ma rispondeva integralmente dei debiti contratti dal marito. In caso di fallimento l’intera sostanza della moglie finiva nella massa fallimentare. Il Cantone dei Grigioni aveva una delle leggi matrimoniali più rigide. Nel 1861 P. C. v. Planta tentò di migliorare la posizione della donna definendo con maggiore generosità i beni separati ed accordando alla moglie una posizione privilegiata in caso di fallimento. Tuttavia la Commissione del Gran Consiglio ritenne i diritti del creditore più importanti della tutela del patrimonio delle donne e ridusse ai minimi termini le proposte di Planta. Una delle tesi dell’autrice sostiene che benché il politico e il giurista desiderassero posizionare meglio la donna nel regime matrimoniale, essi non miravano tanto alla parificazione dei sessi, quanto piuttosto alla rivalutazione del matrimonio e alla protezione per l’esistenza della famiglia. Planta aveva assegnato alla comunità coniugale un carattere spiccatamente gerarchico e limitato fortemente l’esercizio dei diritti civili della moglie. Il modello femminile di P.C. v. Planta, che nel Grigioni della seconda metà del 19° secolo rivestiva un ruolo importante in quanto politico, giurista e giornalista, tendeva all’ideale borghese della suddivisione dei ruoli. Sulla base di "caratteri dettati dal sesso" le donne e gli uomini dovevano assumere ruoli antitetici nella società. Con il suo essere mite e sensibile la donna aveva il suo raggio d’azione dentro la casa ed era responsabile del benessere fisico e psichico del marito e dei figli.
Riassumendo si può affermare che le donne erano fortemente penalizzate nel Codice civile grigione, eccezion fatta per il diritto di successione. Di iniziative volte ad incentivare la parità fra i sessi non vi era pressoché traccia. Nel 19° secolo mancava un dibattito pubblico di ampio respiro sui diritti delle donne.
Diritto politico di voto alle donne
Bettina Volland e Dr. Ursula Jecklin
All’inizio della lotta per il diritto di voto alle donne nel Cantone dei Grigioni si contava un numero relativamente alto di attività. Dalla penna di una grigionese nacque il primo articolo di giornale che chiedeva il diritto di voto per tutte le donne svizzere. Sia le donne borghesi dell’associazione di pubblica utilità "Frauenverein", Sezione di Coira, sia i membri del "Sozialdemokratische Frauengruppe" organizzarono numerose conferenze sul tema. Tuttavia quando infine, nella seconda metà del XX secolo, venne introdotto il diritto di voto alle donne in un numero crescente di comuni e cantoni e nel 1971 anche a livello federale, il Grigioni si ritrovò ad essere uno dei fanalini di coda. Quando la Città di Coira nell’aprile 1968 accolse di misura, quale primo comune grigione, il diritto di voto alle donne, altrove, in cinque Cantoni (Basilea Campagna, Basilea Città, Ginevra, Neuchâtel e Vaud), era già entrato in vigore. Il Grigioni introdusse il diritto di voto cantonale alle donne quale quint’ultimo cantone svizzero.
Un motivo di questo sviluppo risiede, oltre che nella struttura rurale della popolazione, nella sovranità comunale, ritenuta più importante del diritto delle donne alla codecisione politica. La cosa si spinse al punto tale che la presunta minacciata autonomia comunale fu scelta quale strategia per negare il diritto di voto alle donne. Di fatto irrigidendo la mozione Raschein ed integrando nella proposta in votazione l’estensione del diritto di voto alle donne dal Cantone ai comuni, il Governo faceva naufragare intenzionalmente l’oggetto in votazione. Soltanto quando la Confederazione e la maggioranza dei cantoni avevano già introdotto il diritto di voto alle donne, i grigionesi accettarono, al secondo tentativo, il diritto di voto cantonale per le donne. Tuttavia la sua introduzione "dal basso verso l’alto" com’era sempre stata raccomandata dalle autorità esecutive, fallì: invece di assegnare il diritto di voto alle donne dapprima in commissioni, poi nei comuni e infine nel Cantone e permettere loro di apprendere la politica "facendo la gavetta", trascorsero 15 anni fra l’introduzione del diritto di voto alle donne nei primi e negli ultimi comuni.
La votazione sull’introduzione del diritto di voto alle donne avvenuta nel 1972 regala alle grigionesi il diritto politico di codecisione a livello cantonale e nei 39 circoli. Per riguardo verso l’autonomia comunale il diritto di voto sul piano comunale non viene però integrato nella proposta in votazione. Devono così trascorrere altri 11 anni prima che tutte le donne dispongano della piena parificazione politica. Negli ultimi 11 comuni l’introduzione deve essere imposta nel 1983. Il Cantone dei Grigioni è così uno degli ultimi cantoni a concretizzare integralmente il diritto di voto alle donne. Un motivo primario è il radicamento, particolarmente forte nel Grigioni, di una concezione dualistica dei sessi, che separa l’ambito pubblico riservato all’uomo da quello privato assegnato alla donna. Per contro l’estensione del Cantone come pure componenti di natura confessionale e linguistica giocano un ruolo pressoché irrilevante; tendenzialmente sono i comuni più grandi e le località turistiche ad essere più propensi all’introduzione del diritto di voto alle donne. Nel Parlamento cantonale le donne sono sottorappresentate se confrontate alla loro situazione nazionale. Dopo le elezioni del 2000 nel Parlamento retico siedono 17 deputate, equivalenti soltanto al 14.2%. Nella graduatoria dei cantoni il Grigioni si posiziona al 23° posto. Eveline Widmer-Schlumpf, eletta nel 1999, è la prima donna ad occupare la carica di Consigliera di Stato.
Diritto canonico di voto alle donne
Dr. Ursula Jecklin
Il diritto canonico di voto alle donne ha uno sviluppo diverso da quello del diritto politico di voto. La Chiesa Evangelico-Riformata del Cantone dei Grigioni è una delle prime in Svizzera ad aver concesso alle sue fedeli nel 1918 il diritto attivo e passivo di voto e ciò contemporaneamente in tutti i comuni parrocchiali del Cantone. Questa precoce parificazione permette lo svilupparsi e l’affermarsi di una concezione, secondo la quale le questioni ecclesiastiche e religiose appartengono ben più alla sfera di attività della donna che non a quella dell’uomo, esattamente all’opposto di quanto avviene con il diritto politico di voto ritenuto un’esclusiva maschile. Anche l’ufficio parrocchiale viene assegnato al settore di competenza dell’uomo. Quando, per carenza di parroci, nel 1931 il piccolo comune di montagna di Furna elegge a parroco una teologa grigionese, le autorità ecclesiastiche si oppongono con tutti i mezzi a loro disposizione. La decisione suscita scalpore oltre i confini cantonali e sfocia in discussioni controverse, a volte persino polemiche, sui giornali. Tuttavia nel Grigioni l’esercizio senza restrizioni della professione di parroco resta interdetto alle donne fino al 1965.
Abstract
Il dretg civil e las dunnas
La contribuziun intercurescha a maun dal dretg matrimonial, dal dretg d'ierta e da l'uschenumnada "avugadia da schlattaina" la posiziun da las dunnas en il dretg civil grischun.
Cun il cudesch civil redigì da Peter Conradin v. Planta (1815-1902) ha il Grischun survegnì il 1862 per l'emprima giada in dretg civil unitar. Gia il 1848/1850 existivan en il Grischun leschas davart l'avugadia, il dretg d'ierta ed il dretg matrimonial. En la lescha chantunala davart l'avugadia dal 1848 è la "avugadia da schlattaina" sur las dunnas nunmaridadas, las vaivas e las dunnas divorziadas vegnida perfecziunada ed unifitgada tenor l'exempel da Cuira. Ins snegava a las dunnas il dretg e la capacitad d'administrar sezzas lur facultad. Ellas survegnivan in curatur. Singulas vuschs progressivas che vulevan abolir quest statut devi dentant era. Ils adversaris però argumentavan cun la protecziun da las dunnas e rinviavan a la disa fermamain enragischada en il Grischun. Che dunnas vegnivan messas sut curatella pervia da lur schlattaina, era dal tuttafatg usità en Svizra en il 19avel tschientaner. Pass per pass è quai lura vegnì abolì. Entant che Berna e Turitg avevan abolì la curatella sur las dunnas gia il 1850, ha il Grischun mantegnì ella - però be per dunnas ritgas - fin a la lescha federala svizra davart l'abilitad d'agir persunala dal 1881.
A maun dad actas da l'avugadia a Cuira dal 1800 fin al 1850 mussa l'autura l'interess economic vi da l'avugadia da schlattaina ed explitgescha la muntada per las pertutgadas. Las dunnas na pudevan betg sa defender cunter la vendita da lur immobiglias ed ellas n'avevan era betg in dretg da cundecisiun tar l'investiziun da lur daners. L'exempel dad Ursula Ruben, ina dunna divorziada e bainstanta, che na dastgava betg emigrar cun ses spus en l'America, mussa co che las autoritads ed ils curaturs intervegnivan en la libertad persunala e la vita da las dunnas e quant stretg ch'il spazi d'acziun da las dunnas era. L'avugadia da schlattaina pudeva era esser in med per disciplinar las dunnas sin plaun social u per far valair pretensiuns da pussanza da l'anteriur consort u da parents masculins. Ils interess da las autoritads e dals consorts u parents sa scuntravan là nua ch'i gieva per daners. Tar l'avugadia sur las dunnas steva en il center il mantegniment da la facultad. Cun quai vulev'ins probablamain impedir la depauperisaziun e schanegiar las cassas communalas. En in pauper chantun muntagnard, sco quai ch'era il Grischun en il 19avel tschientaner, era quai d'impurtanza centrala. Vi da l'exempel da Cuira vegn mussà che l'avugadia da schlattaina era medemamain in factur economic, perquai che las facultads da las dunnas gievan sco emprests en la circulaziun da daners e las immobiglias midavan maun.
Quai che fa surstar è il fatg che las Grischunas avevan da princip il medem dretg gia en las leschas d'ierta da las Trais Lias. Emprovas da P.C. v. Planta da preferir ils figls en cas d'immobiglias agriculas, n'han gì nagin success pervi da la resistenza da la publicitad. Cun l'avugadia per las dunnas ed en il dretg matrimonial stevan però a disposiziun meds impurtants per controllar l'ierta. Il dretg matrimonial grischun attribuiva a las dunnas ina posiziun inferiura. L'um era il "chau" da la famiglia ed aveva in dretg da disponer absolut sur da la facultad da la dunna. Ella restava bain possessura dal bain purtà en lètg, steva dentant buna cumplainamain per ils daivets da ses um. Sch'i deva in concurs, gieva tut sia facultad en la massa da concurs. Il Grischun aveva damai ina da las leschas matrimonialas las pli rigidas.
P.C. v. Planta ha empruvà il 1861 da meglierar la posiziun da las dunnas cun definir a moda pli generusa ils bains propris e conceder a la consorta ina posiziun privilegiada en cas da concurs. Ma la cumissiun dal cussegl grond ha valità ils dretgs dals crediturs sco pli auts che la protecziun da la facultad da la dunna ed ha reducì sin in minimum las propostas da Planta. Era sch'il politicher e giurist vuleva meglierar la situaziun da las dunnas en il dretg dals bains, aveva el en egl pli pauc l'egualitad che la revalitaziun da la lètg e la protecziun da la famiglia - tenor ina da las tesas da l'autura. Planta aveva dà a la cuminanza matrimoniala ina structura fermamain ierarchica e limità massivamain l'abilitad d'agir da la consorta. P.C. v. Planta, che giugava ina rolla impurtanta sco politicher, giurist e schurnalist en la segunda mesadad dal 19avel tschientaner en il Grischun, orientava ses maletg da la dunna tenor l'ideal da rollas burgais. Dunnas ed umens duevan, sin fundament da "caracters da schlattaina" attribuids ad els, surpigliar rollas polaras en la societad. Las dunnas cun lur caracter miaivel e sensibel avevan lur sfera d'activitad en chasa. Ellas eran responsablas per il bainstar fisic e psichic da lur um e dals uffants.
Resumond pon ins dir che las dunnas eran fermamain dischavantagiadas en il dretg civil grischun - cun excepziun dal dretg d'ierta. Iniziativas a favur d'ina egualisaziun na devi strusch, ina vasta discussiun publica davart ils dretgs da las dunnas mancava en il 19avel tschientaner.
Dretg da votar da las dunnas en il Grischun
Auturas: Bettina Volland e Dr. Ursula Jecklin
A l'entschatta dal cumbat per il dretg da votar da las dunnas hai dà relativamain bleras activitads en il Grischun. L'emprim artitgel da gasetta che pretendeva il dretg da votar per tut las dunnas svizras è vegnì scrit d'ina Grischuna. E tant las dunnas burgaisas da l'Uniun d'util public da dunnas, secziun Cuira, sco era las commembras da la Gruppa da dunnas socialdemocrata han organisà numerus referats davart quest tema. Ma cur ch'il dretg da votar da las dunnas è finalmain vegnì introducì en la segunda mesadad dal ventgavel tschientaner en pli e pli bleras vischnancas e chantuns ed il 1971 era sin plaun federal, era il Grischun tranter ils chantuns ils pli retardads: cur che la citad da Cuira ha acceptà sco emprima vischnanca l'avrigl 1968 cun pitschna maioritad il dretg da votar da las dunnas, era quel gia introducì en tschintg auters chantuns (Basilea-Champagna, Basilea-Citad, Genevra, Neuchâtel e Vad). Il Grischun è schizunt stà il tschintgavel davos chantun che ha introducì il dretg da votar da las dunnas sin plaun chantunal.
In dals motivs per quest svilup è d'ina vart la structura da la populaziun rurala e da l'autra vart la suveranitad communala che vegniva valitada pli aut ch'il dretg da cundecisiun politica da las dunnas. Quai gieva uschè lunsch che l'autonomia communala - che saja periclitada, sco quai ch'ins pretendeva - vegniva duvrada sco strategia per impedir il dretg da votar da las dunnas. Faschend pli radicala la moziun Raschein cun extender il dretg da votar chantunal da las dunnas era sin las vischnancas, ha la regenza fatg ir il project sapientivamain da l'aua giu. Pir cur che la confederaziun e la gronda part dals chantuns avevan gia introducì il dretg da votar da las dunnas, han ils Grischuns acceptà en ina segunda votaziun il dretg da votar da las dunnas sin plaun chantunal. I n'è er betg reussì d'introducir il dretg da votar da las dunnas "da giudim ensi", sco quai ch'igl è adina vegnì recumandà da las autoritads executivas: enstagl che las dunnas avessan gì survegnì il dretg da votar l'emprim en cumissiuns, lura en vischnanca e la finala en il chantun ed avessan pudì percurrer uschia tut ils stgalims da la politica, hai dà in interval da 15 onns tranter l'introducziun en l'emprima e las davosas vischnancas.
La votaziun davart l'introducziun dal dretg da votar da las dunnas l'onn 1972 dat a las Grischunas il dretg da cundecisiun politica sin plaun chantunal ed en ils 39 circuls. Per resguard da l'autonomia communala vegn però il dretg da votar sin plaun communal eliminà dal project. Uschia vai anc ina giada indesch onns, fin che tut las dunnas cuntanschan l'egualitad politica cumplaina. En las davosas indesch vischnancas sto l'introducziun la finala vegnir decretada. Il Grischun è damai in dals davos chantuns che realiseschan a moda integrala il dretg da votar da las dunnas. In motiv essenzial per l'introducziun retardada è da chattar en il concept da las schlattainas dualistic enragischà spezialmain ferm en il Grischun. Tenor quel vegn distinguì cleramain tranter il sectur da vita public resalvà als umens ed il sectur privat attribuì a las dunnas. La vastadad dal chantun sco er aspects confessiunals u linguistics na giogan percunter strusch ina rolla; vischnancas pli grondas ed ils lieus da turissem èn tendenzialmain pli tgunsch pronts d'introducir il dretg da votar da las dunnas. En il parlament chantunal èn las dunnas sutrepreschentadas en cumparaziun cun auters parlaments svizzers. Suenter las elecziuns da l'onn 2000 fan 17 deputadas part dal parlament - quai è mo 14.2%. Il Grischun stat damai sin plaz 23 da tut ils chantuns. Il 1999 vegn elegida cun Eveline Widmer-Schlumpf l'emprima dunna sco cussegliera guvernativa.
S. Hofmann, U. Jecklin, S. Redolfi (Hrsg.): frauenRecht. Beiträge zur Frauen- und Geschlechtergeschichte Graubündens, Bd. 1, Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2003.
Dretg da votar ecclesiastic da las dunnas
Autura: Dr. Ursula Jecklin, Cuira
Per il dretg da votar ecclesiastic da las dunnas è la situaziun autra che per il dretg da votar politic. La baselgia evangelica refurmada dal Grischun è ina da las emprimas en Svizra che conceda a las dunnas il 1918 il dretg da votar activ e passiv, e quai en tut las plaivs dal chantun. Il fatg che questa egualitad è vegnida realisada gia baud è d'attribuir a l'idea predominanta en il Grischun che fatgs ecclesiastics e religius tutgian plitost tar il sectur da vita da las dunnas, entant ch'il dretg da votar politic vegn considerà exclusivamain sco chaussa dals umens. Er l'uffizi da plevon fa part dal champ d'activitad dals umens. Cur che la pitschna vischnanca da Furna elegia il 1931 la teologa grischuna Greti Caprez-Roffler sco preditganta, sa dostan las autoritads ecclesiasticas cun tut ils meds pussaivels cunter questa elecziun. Quella fa sensaziun sur ils cunfins chantunals ora e maina a discussiuns cuntraversas - per part era polemicas - en las gasettas. Tuttina n'han las dunnas en il Grischun anc fin il 1965 betg il dretg d'exercitar senza restricziun la professiun da preditganta.
Resumaziun (dretg da votar e d'eleger politic da las dunnas)
La persvasiun da Meta von Salis-Marschlins ch'ils umens na partian betg da libra veglia il dretg da votar cun las dunnas, è er anc en la retrospectiva in mussament da sia clervesida. Er per il Grischun vala ch'ils sforzs da las circumstanzas resp. ils interess politics valitads pli aut e betg novas e meglras ideas han provocà las votaziuns davart il dretg da votar da las dunnas e la finala era pussibilità sia introducziun integrala. Las dunnas da Landarenca per exempel acquistan il dretg da cundecisiun politica sin plaun communal, schend ch'ellas sajan prontas da surpigliar lavurs da pumpieras mo sut la cundiziun ch'ellas survegnian er il dretg da votar. E pir suenter ina midada dal paradigma en connex cun la sbassada da la vegliadetgna da votar e d'eleger datti ina votaziun chantunala davart l'introducziun obligatoria dal dretg da votar da las dunnas.
En il chantun Grischun è il concept da las schlattainas dualistic enragischà spezialmain ferm e perquai èn las dunnas sclausas per lung temp da la publicitad. L'exempel da Cumbel mussa quai fitg bain. Era suenter la realisaziun da l'egualitad politica restan per blers Grischuns - ed era per bleras Grischunas - il sectur da vita public e quel privat cleramain dividids en "fatgs dals umens" e "fatgs da las dunnas", ina repartiziun che na vegn strusch messa en dumonda. Oravant tut questa moda da patratgar para d'avair retardà en numerusas vischnancas l'introducziun dal dretg da votar da las dunnas. Sco quai che la resposta da la regenza sin la moziun Lardelli lascha supponer, pon er animositads internas en vischnancas pli pitschnas cun be paucs abitants cun dretg da votar avair chaschunà tscherts retardaments. Perquai èsi da supponer che la via cuntraria "da giudim ensi", v.d. da la vischnanca sur ils chantuns a la confederaziun, sco quai ch'ella è vegnida propagada da tscherts politichers avant las votaziuns federalas, avess anc impedì pli ditg l'introducziun dal dretg da votar da las dunnas.
La vastadad dal chantun sco er aspects confessiunals e linguistics na giogan
percunter strusch ina rolla. Tant tranter las emprimas quatter vischnancas - Cuira, Landarenca, Marmorera, Puntraschigna - che han introducì il 1968 il dretg da votar da las dunnas, sco er tranter las davosas che ston vegnir sfurzadas il 1983 d'introducir il dretg da votar da las dunnas, èn represchentadas omaduas confessiuns e tut ils trais linguatgs chantunals. Vischnancas pli grondas ed ils lieus da turissem èn tendenzialmain pli tgunsch pronts da conceder a las dunnas il dretg da cundecisiun politica.
Per lung temp valitescha il parlament dal Grischun l'autonomia communala sco pli auta ch'ils dretgs umans ed accepta cun quai ina inegualitad giuridica da las Grischunas. Pir en connex cun la votaziun davart la sbassada da la vegliadetgna da votar e d'eleger èn la regenza ed il parlament pronts da reponderar questa valitaziun e da far ina votaziun davart l'introducziun obligatoria dal dretg da votar da las dunnas sin plaun communal. Ina giada dapli sa mussi ch'i dat ina differenza, "schebain il dretg da votar da las dunnas vegn introducì en connex cun in'amplificaziun dal sistem electoral u sch'i va be per la dumonda dad era cumpigliar las dunnas. Pretensiuns puramain feministas han grondas difficultads."i La suveranitad communala ha in'impurtanza speziala en il Grischun. Malgrà ch'il dretg federal e chantunal mettan cunfins a quella en il cas da l'egualitad politica, chapeschan las davosas 13 vischnancas la votaziun chantunala davart l'introducziun obligatoria vinavant sco intervenziun nunlubida en lur fatschentas communalas. En questa tenuta vegnan ellas sustegnidas da var in tschintgavel da tut las vischnancas grischunas che disponan gia dal dretg da votar integral da las dunnas.
Adina puspè s'engaschan singulas dunnas - l'emprim Meta von Salis-Marschlins - per ils dretgs da las dunnas en il Grischun. Cunquai che las raits u las colliaziuns necessarias mancan ad ellas, restan lur stentas nunfritgaivlas. Success ha pir Elisabeth Lardelli che ha sper sias qualitads persunalas er anc in tschert sustegn famigliar grazia a sia derivanza e sia maridaglia. Ella è ina da las emprimas dunnas en il cussegl grond e s'engascha là adina puspè per l'introducziun dal dretg da votar integral da las dunnas. Era gia pli baud è ella s'engaschada per quai e po motivar er sia partida, ils democrats, da prender posiziun a favur da las dunnas en la votaziun dal 1959. Il 1965 reprenda in represchentant da la PLD il tema en il parlament. Era la Centrala da dunnas cun lur presidentas ed a partir dals onns 90 gruppas da dunnas independentas sco il Plenum da dunnas s'engaschan per il dretg da cundecisiun politica e per ina represchentaziun commensurada da las dunnas en uffizis e gremis. Gia baud sa stentan las dunnas socialdemocratas per in'egualitad politica; per lung temp na pon ellas però betg sa far valair cun lur pretensiuns.
Sin plaun chantunal possedan las dunnas dal Grischun dapi 30 onns il dretg da votar e d'eleger, sin plaun communal a Cuira schizunt dapi 35 onns. Malgrà quai èn ellas anc adina fermamain sutrepreschentadas en uffizis politics, er en cumparaziun cun auters chantuns. En vischnancas pitschnas e fitg pitschnas èn ins s'endisà - savens per sforz - che dunnas exerciteschan uffizis executivs. A Cumbel per exempel fa dapi il 1981 mintgamai ina dunna part dal cussegl communal, ed a Jenins èn actualmain duas dunnas en l'executiva. En la chapitala da Cuira però n'han las partidas fin oz anc mai proponì ina dunna sco candidata per il cussegl da la citad che sa cumpona da trais persunas. Ed en il parlament da la citad vegnan il 2002 sulettamain tschintg da las 21 sedias occupadas da dunnas. En il Grischun han dunnas, sco ch'i para, surtut lura schanzas da vegnir elegidas en uffizis politics, sch'i na stattan a disposiziun avunda umens. Uschiglio paran las ideas da la repartiziun tradiziunala en "fatgs dals umens" e "fatgs da las dunnas" anc adina dad influenzar il cumportament electoral da blers Grischuns e da bleras Grischunas.
Las paucas dunnas che han success en las elecziuns dal cussegl grond dal 1973, èn tuttas da partidas burgaisas. Er oz èn 11 da 17 deputadas commembras da partidas burgaisas; procentualmain ha però la partida socialdemocrata cun quatter da 13 la pli gronda quota da dunnas. Sper ina scolaziun qualifitgada e l'appartegnientscha ad ina partida burgaisa pon era las relaziuns famigliaras augmentar las schanzas da vegnir elegì. Diversas politicras burgaisas derivan da famiglias grischunas, da las qualas vegnan in u plirs politichers da num.
Gist en in chantun sco il Grischun, nua che dunnas èn sutrepreschentadas sin quasi tut ils plauns, èsi spezialmain impurtant ch'ellas na resigneschan betg, mabain sa mettan malgrà las experientschas negativas adina puspè danovamain a disposiziun e fan uschia curaschi er ad autras. Pertge ch'il cumbat da las dunnas grischunas per l'egualitad en la politica, l'administraziun ed en l'economia n'è anc ditg betg a fin.
Resumaziun (dretg da votar ecclesiastic)
Cuntrari a la situaziun tar il dretg da votar politic da las dunnas pretendan las uniuns da dunnas d'orientaziun protestanta gia baud in dretg da cundecisiun en las plaivs. Lur puntg da vista che dunnas s'occupeschian bler dapli da religiun e da baselgia ch'ils umens, vegn da princip era partì dal cussegl-baselgia e da la sinoda. La decisiun d'introducir il dretg da votar ecclesiastic da las dunnas vulan els surlaschar a las vischnancas, sco che las autoritads fan quai 70 onns pli tard per il dretg da votar politic da las dunnas. Il cussegl grond evangelic va in pass pli lunsch; malgrà l'autonomia communala vegn per el be ina schliaziun chantunala en dumonda. Grazia a la tenuta averta da las autoritads e dals votants survegn pia il Grischun sco in dals emprims chantuns da la Svizra il dretg da votar e d'eleger activ e passiv da las dunnas sin plaun ecclesiastic. I vegn però fatg ina clera differenza tranter il dretg da votar ecclesiastic, che na lavaga "il caracter" da las dunnas, ed il dretg da votar politic ch'è exclusivamain chaussa dals umens.
Tut auter èsi en quai che pertutga l'avertura da l'uffizi parochial per dunnas, per la quala i vegn manà ina discussiun pli lunga e per part polemisanta. Per l'ina è il spiert dal temp sa midà dapi l'introducziun dal dretg da votar ecclesiastic da las dunnas. A l'entschatta dals onns trenta er'ins da l'idea che la dunna tutgia en chasa. La professiun da plevon n'è damai cleramain betg ina "chaussa da las dunnas", malgrà ch'ella ha da far cun il sectur ecclesiastic-religius. Per l'auter vegn spezialmain gronda opposiziun dals circuls da plevons. Bain inqual plevon tema la concurrenza e - probablamain anc dapli - ina perdita d'autoritad, sche las dunnas èn admessas a l'uffizi parochial. Teologas èn bainvisas sco substitutas u sco vicarias en cas da mancanza da plevons; da las funcziuns uffizialas en baselgia che dattan impurtanza ed autoritad al plevon, sco p.ex. dar la Sontga Tschaina u battegiar, èn ellas però sclausas. Quai è in'umiliaziun permanenta per las teologas che sa distinguan be tras lur schlattaina dals teologs. Pir ina mancanza acuta da plevons e l'exempel d'auters chantuns effectueschan il 1965 ina midada da questa tenuta.
Tant per las politicras sco era per las plevonessas è la finala la rait famigliara da gronda muntada. Uschia cuntanscha il plevon Roffler che sia figlia vegn admessa a l'examen grischun ed el vegn da persvader il cussegl-baselgia e la sinoda per la "Lex Greti". Greti Caprez-Roffler vegn er elegida sco plevonessa da Furna, perquai ch'igl existan lioms famigliars cun la vischnanca. Ella vegn engaschada ensemen cun ses consort sco plevonessa per las instituziuns chantunalas. Yvette Mayer, che na vegn betg dal Grischun, ma che ha servì durant 35 onns fidaivlamain a la medema plaiv grischuna, la lavurera quieta che ha adina observà las reglas malgrà tschertas difficultads, è daventada sco emprima dunna vicedecana; decana na vegn ella però betg. Uschia spetga il Grischun anc adina sin l'elecziun da l'emprima dunna en quest uffizi.
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