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Fehlgeburt
Fehlgeburten kommen in der frühen Phase der Schwangerschaft recht häufig vor. Mitunter bleiben sie jedoch völlig unbemerkt und werden von Frauen nur als besonders starke oder verspätete Menstruationsblutung wahrgenommen. Die Ursachen der Spontanaborte können dabei ganz unterschiedlich sein.
Wenn die Schwangerschaft vor der 22. Schwangerschaftswoche endet, der Fetus unter 500 Gramm wiegt und keine Lebenszeichen wie Herzschlag, Nabelschnurpuls oder Atmung zeigt, dann wird von einer Fehlgeburt gesprochen.
Die Ursachen
Frühe Spontanaborte können u. a. entstehen, wenn sich der Embryo nicht in der Gebärmutterwand einnisten konnte. Dann lagen entweder gravierende Störungen - wie zum Beispiel Chromosomendefekte - beim Embryo vor oder die Gebärmutterschleimhaut war nicht auf die Einnistung vorbereitet. Doch auch eine schwere Infektion oder eine Autoimmunkrankheit der Mutter kann gegebenenfalls zu einer Fehlgeburt führen.
Weitere mögliche Ursachen:
- Fehlbildung der Gebärmutter,
- Stoffwechselstörungen,
- eine Fehlentwicklung der Plazenta,
- chromosomale oder genetische Defekte,
- Virus- oder bakterielle Infektionen (z. B. Listeriose und Toxoplasmose),
- chronische Erkrankungen (Schilddrüsenfehlfunktionen oder Diabetes),
- starke psychische Belastungen,
- Tumore, Verwachsungen oder Zervixinsuffizienz (Schwäche des Gebärmutterhalses),
- Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Kind und Mutter (immunologische Abwehrreaktionen).
Neben Krankheiten und körperlichen Störungen der Schwangeren als Ursache können beispielsweise auch Infektionen des Embryos für einen Spontanabort verantwortlich sein.
War der Embryo nach der Empfängnis in den ersten zwei Wochen teratogenen Substanzen ausgesetzt, zu denen bestimmte Medikamente, Drogen, aber auch Röntgenstrahlen gehören, kann es zur sogenannten Alles- oder Nichts-Regel kommen. Dannn wird entweder eine frühe Fehlgeburt ausgelöst oder die Schwangerschaft kann sich normal weiterentwickeln und das Kind erleidet keine Schädigung. Bei den meisten Spontanaborten sind die Ursachen jedoch nicht bekannt.
Formen von Spontanaborten:
- drohende Fehlgeburten,
- beginnender Spontanabort,
- verhaltene Fehlgeburten (Missed Abortion); hier ist der Spontanabort schon erfolgt, aber noch kein Ausstossen),
- habitueller Abort = wiederholter Abort, wenn bereits zwei oder mehr Fehlgeburten vorausgingen.
Die Behandlungsmethode richtet sich nach der jeweiligen Form der Fehlgeburt. So wird bei einer drohenden Fehlgeburt Bettruhe verordnet, da es in diesem Fall keine speziellen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Bei allen anderen Fehlgeburten ist oft eine Ausschabung (Curettage) der Gebärmutter oder eine Absaugung erforderlich.
Sonderfälle
Hierzu gehört das sogenannte Windei, bei dem sich kein Embryo in der Fruchthülle gebildet hat.
Ein weiterer Sonderfall stellt die Blasenmole dar, die jedoch nicht als intakte Schwangerschaft gilt, da kein Embryo vorhanden ist. Denn bei der Blasenmole kommt es zu einer blasenförmigen Fehlbildung der Chorionzotten (fingerförmige Ausstülpungen der Zottenhaut) der weiblichen Plazenta, bei der die Frucht lediglich aus plazentären Membranen besteht.
Ob es sich um einen Spontanabort oder um eine Totgeburt handelt, richtet sich nach der Schwangerschaftswoche und dem Geburtsgewicht: So wird von einer Fehlgeburt gesprochen, wenn das Geburtsgewicht des Fetus weniger als 500 Gramm betrug oder das Gestationsalter unter 22 Wochen lag. Ab der 23. Schwangerschaftswoche wird dann von einer Lebend- oder Totgeburt gesprochen. Diese sind meldepflichtig und müssen laut Art. 9 der Zivilstandsverordnung erfasst und im Geburtsregister eingetragen werden.
Die pränatale Diagnostik
Eine vorgeburtliche Untersuchung sollten Sie bei jeder Schwangerschaft wahrnehmen, insbesondere dann, wenn Sie über 35 Jahre alt oder bereits familiäre Erbkrankheiten bekannt sind. So kann durch die pränatale Diagnostik eine Chromosomenstörung wie Trisomie 21, besser bekannt als Downsyndrom, frühzeitig erkannt werden. Allerdings bergen die Untersuchungstechniken, z. B. die Fruchtwasseruntersuchung, auch ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt. Alternativ können Sie verschiedene Bluttests vornehmen lassen, die seit geraumer Zeit in der Schweiz zugelassen sind. Diese liefern ebenfalls eine ausreichend zuverlässige Diagnose in Bezug auf Trisomie 21, ohne ein zusätzliches Risiko einer Fehlgeburt darzustellen. Allerdings betragen die Kosten für diesen Test ca. 1500 Franken und werden von der Krankenkasse nicht vergütet.