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In den Jahren 2016 und 2017 fanden im Musiksaal des Basler Stadtcasinos archäologische Ausgrabungen statt, die Untersuchung auf dem Areal des ehemaligen Barfüsserklosters ermöglichten. Im Bereich des Kreuzgartens fanden sich über 200 Bestattungen, die wohl im Zusammenhang stehen mit der nachreformatorischen Nutzung der Klostergebäude. Diese wurden unter der Bezeichnung "Almosen" zeitweise als Armenhaus, Spital und Irrenanstalt genutzt. Das Klostergebäude selbst bestand bis ins 19. Jahrhundert. Um 1841 wurde an der Stelle des Klosters das sogenannte Kaufhaus errichtet, das bereits 30 Jahre später dem heutigen Stadtcasino weichen musste.
Durch die Ausgrabungen im Stadtcasino und die Unterschung der im Kreuzgarten bestatteten Individuen wird ein Blick in eine bewegte Zeit in der Basler Stadtgeschichte möglich. Das nachreformatorische Basel erlebte Seuchenzüge und Kriege, danach die frühe Zeit der Industrialisierung. Diese Prozesse hatten einen starken Einfluss auf die Stadtentwicklung und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen innerhalb der Stadt. Das Projekt hat zum Ziel, mit Hilfe einer Kombination von geistes- und naturwissenschaftlichen Methoden neue sozialgeschichtliche Erkenntnisse zu den Lebensumständen im nachreformatorischen Basel zu generieren.