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Die Schweiz erleichtert die Steuerflucht von Vermögen aus Drittländern auf zwei Arten. Einerseits unterscheidet sie zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, was den Schweizer Behörden lange erlaubte, den ihr entsprechenden ausländischen Behörden ihre Hilfe zu verweigern.
Andererseits bietet sie multinationalen Unternehmen Steuervorteile, welche es diesen ermöglicht, im Ausland erzielte Gewinne in die Schweiz zu verlagern und sie so grösstenteils der Versteuerung zu entziehen. Dadurch entgehen Entwicklungsländern horrende Summen– geschätzte 850 Milliarden Dollar pro Jahr. Als weltweit wichtigster Finanzplatz für die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung kann und muss die Schweiz benachteiligte Länder bei der Bekämpfung der internationalen Steuerflucht unterstützen.
- Durch Steuerhinterziehung von Privatpersonen und Steueroptimierungspraktiken von multinationalen Unternehmen entgehen Entwicklungsländern horrende Summen.
- Der jährliche Verlust wurde 2011 auf weltweit rund 850 Milliarden geschätzt. Dies entspricht fast dem Siebenfachen des Betrags, welche die Länder des Nordens den Ländern des Südens in Form von Entwicklungshilfe gewähren.
- Mit einem Marktanteil von ca. 27% ist die Schweiz gemäss Angaben des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SFI) weltweit der wichtigste Finanzplatz für die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung.
- Laut der internationalen Strategieberatungsfirma Boston Consulting Group wurden in der Schweiz 2011 ausländische Vermögen in der Höhe von 2.1 Billionen US-Dollar verwaltet.
- In der Schweiz kommen die Steuergesetze des Herkunftslandes eines Kunden nicht zur Anwendung. Steuervermeidung ist demnach der wichtigste Grund dafür, dass jemand sein Vermögen hierzulande anlegen möchte.
- Vor 2009 belief sich gemäss Schätzungen der NZZ der Anteil des grenzüberschreitenden Vermögens, welches in der Schweiz verwaltet und so dem Herkunftsland entzogen wurde, auf 50%.
Weiterführende Informationen
Dokumente
— Wie die Steuerflucht die Entwicklung behindert – und was die Schweiz daran ändern kann. Eine Broschüre der Organisation Public Eye und Alliance Sud.
— Dieses Factsheet klärt die grundlegende Idee des «automatischen Informationsaustausches» und stellt rechtliche Grundlagen und empirische Beispiele vor.
— Die OECD versucht seit Jahrzehnten, dem Problem des Transfer Pricing und der Profitverlagerung multinationaler Konzerne mit einem völlig untauglichen Mittel beizukommen, dem sogenannten Fremdvergleichsansatz (Arm’s Length Pricinple).
— Der Bundesrat will Entwicklungsländern Steuerinformationsabkommen anbieten. Entwicklungsländer, mit denen ein Doppelbesteuerungs abkommen besteht, sind von diesem erfreulichen Beschluss
allerdings ausgenommen.
— Angelsächsische Trusts und anonyme Unternehmenskonstrukte schaffen für SteuerhinterzieherInnen ein ähnlich sicheres Versteck wie das strikte schweizer Bankgeheimnis. Wie, zeigt das Factsheet.
— Literaturtipps zum Thema "Steuern und Entwicklung" von Public Eye und Alliance Sud.