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Schweiz nach 1798
Als Mediation oder Mediationszeit wird der Abschnitt in der Geschichte der Schweiz zwischen 1803 und 1813 bezeichnet, in der die Schweiz faktisch ein französischer Vasallenstaat war. Der Begriff leitet sich vom französischen médiation (Vermittlung) ab, da die Umgestaltung der zentralistischen HelvetischenRepublik in die föderalistische Schweizerische Eidgenossenschaft durch die Vermittlung Napoleons zustande kam. Als Mediationsakte (französisch Acte de médiation) wird das Dokument bezeichnet, das die verfassungsrechtliche Grundlage der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihrer Kantone zwischen 1803 und 1813 bildete.
Auf vielen Gebieten werden aber auch die Reformen der Helvetik weitergeführt. Das Schulwesen wird in allen Kan- tonen stark ausgebaut. Lehrerseminare und Gymnasien werden errichtet. Die Schweizer Pädagogik erhält Weltruf durch die Persönlichkeiten von Johann Heinrich Pestalozzi, Philipp Emanuel von Fellenberg, Johann Jacob Wehrli und Jean Baptiste Girard. 1806 weckt der Bergsturz von Goldau die gemeineidgenössische Solidarität, 1807 wird die Linthkorrektion als gemeinnütziges eidgenössisches Werk begonnen, um die Linthebene von Malaria und Überschwemmungen zu befreien.
Schweiz nach dem Wienerkongress 1815
Aus der Chronik von 1812
1. Januar 1812
Als Landammann der Schweiz amtiert Peter Burkhard (Basel)
12. Februar 1812
In einer Eingabe an die Kantonsregierung stellt die Han- delskammer von Sankt Gallen fest, dass wegen der franzö-sischen Zollpolitik mehrere tausend Menschen bitterste Not leiden.
28. März 1812
Zwischen der Schweiz und Frankreich wird eine neue Mili- tärkapitualtion unterzeichnet (Stellung von 12'000 Mann).
11. Juni 1812
Obwohl in mehreren reformierten Kantonen das gesetz- liche Verbot konfessioneller Mischehen aufgehoben wurde, kann die Tagsatzung keinen allgemein gültigen Bescheid durchsetzen.
24. Juni 1812
Die französische Armee überschreitet ohne vorherige Kriegserklärung die Memel und dringt in Russland ein. Der Russlandfeldzug des Kaisers Napoleon I. beginnt. Etwa 7'000 bis 8'000 Schweizer kämpfen auf der Seite der Fran- zosen.
14. Juli 1812
Unter dem Druck Frankreichs erlässt die Tagsatzung ein «Pressekonklusum», das den eidgenössischen Landam- mann ermächtigt, in Presseangelegenheiten über die Kan- tone hinweg persönlich einzuschreiten.
26. - 28. November 1812
Beim Übergang über die Beresina während des Rückzugs aus Moskau erleidet die bereits schwer dezimierte franzö- sische Armee erneut grosse Verluste. Der französische Kai- ser Napoleon I. kehrt nach Paris zurück. Von den mehr als 7'000 Schweizern bleiben nur rund 700 am Leben.
• Johann David Wyss, Pfarrer am Berner Münster, veröffent- licht den ersten Band seines Jugendbuches «Der schwei-zerische Robinson, oder der schiffbrüchige Schweizer-prediger und seine Familie» (zwei Bände, 1812/13).
• Ulrich Hegner von Winterthur weist in seinem Roman «Die Molkenkur» die gängigen Klischees der Ausländer über die Schweiz zurück.
Quelle: Chronik der Schweiz
Schweizer Soldaten unter Napoleon 1812