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Villen an der Lindstrasse
In der zweiten Hälfte des 19. Jhdt. ist im Spitz der Lind- und der Theaterstrasse ein Villenensemble entstanden. Gebaut wurden die ehrwürdigen Häuser durch den Winterthurer Architekten Ernst Jung. Mehr als hundert Jahre lang waren sie hinter Baum- und Buschwerk versteckt, sodass sie vom pulsierenden Verkehr, der um sie entstanden ist, kaum wahrgenommen wurden.
Die Häuser mit den Adressen Theaterstrasse 38, Lindstrasse 25 und 27 mussten 2007 einer 08/15-Neuüberbauung weichen. Intensive Bemühungen des Heimatschutzes, diese Zeugen aus der Industriealiserungsphase zu retten, verliefen im Sande. Insbesondere da die Stadt Winterthur die Unterschutzstellung wegen möglichen horrenden Kostenfolgen ablehnte.
Die Häuser an der Theaterstrasse 38 und Lindstrasse 27 waren Sitze der Haldengut-Familie Schoellhorn. Ersteres war Remise, später Garage und Personalhaus, das Eckhaus war das Wohnhaus der Schoellhorns. 1875 kaufte der Getreidehändler Johann Georg Schoellhorn-Nonnenmacher aus Oberurbach (Deutschland) die Brauerei Haldengut in Winterthur. Nachdem die Familie zuerst in der Brauerei gewohnt hatte, liess sich Johann Georg Schoellhorn 1885 von Architekt Ernst Jung eine Villa erbauen. Nach dem Tod Schoellhorns 1890 –seine Frau war schon vier Jahre früher verstorben- übernahm sein Schwiegersohn Carl Weinmann, Sohn des städtischen Oberförsters Carl Weinmann, dem auf der Strasse nach dem Bruderhaus ein Gedenkstein gesetzt wurde, die Villa. Carl Weinmann junior gründete nach der Absolvierung technischer Studien ein Ingenieurbüro, welches sich ausschliesslich mit der Projektierung und Ausführung von Wasserversorgungen für Gemeinden und industrieller Betriebe befasste. Bereits im Alter von 41 Jahren starb Carl Weinmann als Kommandant des Bataillons 66 während eines Wiederholungskurses an einem Herzschlag.
Das Haus Lindstrasse 25 wurde durch den Baumeister Corti erstellt und diente ihm und seiner Familie als Wohnhaus. Später kam die Villa in den Besitz von Hans Jäggli-Corti (*1888) Mitbesitzer in 3. Generation der Maschinenfabrik Jaeggli in Oberwinterthur.
Die lange Jahre versteckten Villen wurden im März 2007 gut sichtbar. Die „Sichtwand“ aus Bäumen und Büschen war gerodet worden, um die Neuüberbauung zu ermöglichen.
Abbildungen der Neuüberbauung auch in der Bildergalerie.
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