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Nitsuh Abebe [D]: What New Folkies Share With the Old Ones
Es sei ein seltsames Geschäft, etwas wieder zu beleben, das schon ein paar hundert Mal wiederbelebt worden ist, schreibt Abebe und meint die Neo-Folk-/Indiefolk-Bands der Gegenwart, die »stunningly marketable Mumfords, Avetts, Lumineers & Co.«. Es gibt nichts Originales mehr in so einem Revival. Folk heisst Southern Country Blues und die Musik der protestantischen »Hillbillies« aus den Appalachen. Er ist etwa hundert Jahre alt. Folk stand schon in den 50er-Jahren für eine ideologisch richtige Musik und nicht für eine, die Spass macht, die zu verführen vermag, lustig und ansteckend ist. Von diesem Charakter war der Rock'n'Roll, der in den Augen der Folkies stumpfsinniges Kinderzeugs war. Folk war immer authentisch, wahr, hatte eine direkte Verbindung zur Geschichte und zum Volk.
Folk-Musik ist keine lebendige Tradition, sondern ein Schnappschuss einer Tradition. die ab den 20er Jahren (von Alan Lomax beispielsweise) aufgenommen, bewahrt und eingefroren worden ist. Abebe vergleicht das mit einem inversen Cargo-Kult: »Instead of 'primitive' people coming across a modern object and surrounding it with elaborate mystical explanations, we get modern people discovering something traditional and erecting intellectual fetishes around it«. Dabei geht der eigentliche Charakter der Musik verloren: Die Revivalisten der 50er-Jahre und der Gegenwart leben in einer Welt des geistigen Eigentums und des Urheberrechts. Es gibt kein Weg zurück zu Folk als Volksmusik.
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