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Bereits letztes Jahr hatte das Wissenschaftlerteam um Michaël Gillon von der Universität Lüttich von drei erdgrossen Planeten berichtet, die 40 Lichtjahre von der Erde entfernt um den Zwergstern TRAPPIST-1 kreisen.
Dank intensiver Beobachtung mit mehreren erdgebundenen Teleskopen und dem Spitzer-Weltraumteleskop der amerikanischen Weltraumagentur NASA wissen sie nun: Es ist ein System aus mindestens sieben Planeten, die alle nur wenig kleiner oder grösser als die Erde sind.
Die Planeten wandern von der Erde aus gesehen vor ihrem Stern vorbei, so dass sie sein Licht kurzfristig ein kleines bisschen abdunkeln. Dank solcher messbarer Transite konnten die Astronomen die Grösse und Masse der Planeten berechnen und schlussfolgern, dass es sich wohl um Gesteinsplaneten handelt, wie sie im Fachblatt "Nature" berichten.
Und nicht nur das: Auf ihnen könnten ausserdem Temperaturen herrschen, die flüssiges Wasser ermöglichen. Das wiederum gilt als Voraussetzung für Leben. Der Zwergstern ist zwar relativ klein und kühl, die Planeten umkreisen ihn aber auch eng, mit Umlaufzeiten von eineinhalb bis über 20 Erdentagen.
"Wir haben zum ersten Mal ein System aus Planeten mit ähnlicher Grösse und Masse wie die Erde entdeckt, deren Atmosphäre wir genauer untersuchen können", erklärte Brice-Olivier Demory von der Universität Bern, der an der Studie beteiligt war, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Informationen über die Atmosphäre wiederum können verraten, ob Leben auf den Planeten existieren könnte.
Insbesondere das James-Webb-Weltraumteleskop - der Nachfolger des Hubble-Teleskops -, das voraussichtlich Ende 2018 in Betrieb gehen soll, wird wichtige Informationen liefern, so Demory. Es soll etwa nach Signaturen von Ozon in der Atmosphäre der TRAPPIST-1-Planeten suchen, was auf organisches Leben hindeuten könnte.
Ozon könnte ein Hinweis auf Leben sein, muss aber nicht, betont Demory: "Das Problem ist, dass wir keine genaue Vorstellung davon haben, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Wir wissen nicht genau, was Leben auf anderen Planeten produzieren würde, das wir als stichhaltigen Beweis messen können." Die Erforschung der fernen Planeten bedeutet für ihn auch, die Frage zu beantworten, wie Leben entsteht, und somit auch mehr über unsere Existenz zu lernen.
Solche Planetensysteme könnten dabei keine Seltenheit sein: TRAPPIST-1 gehört zu der Art Stern, die in unserer Galaxie am häufigsten vorkommt. Dass um einen solchen Zwergstern gleich sieben erdgrosse Planeten kreisen, ist zumindest vielversprechend. Der Fund bestätigt zudem eine Computersimulation zweier Forscher der Universität Bern, Yann Alibert und Willy Benz, die zeigte, dass erdgrosse Planeten um Zwergsterne häufig seien, wie die Hochschule am Mittwoch mitteilte.
TRAPPIST-1 und seine Planeten dürften in den nächsten Monaten und Jahren weiter von sich reden machen, versprachen die Forscher im Rahmen einer Telefon-Pressekonferenz des Fachblatts "Nature". Sie sind derzeit dabei, weitere Daten über die Planeten zu sammeln.
Ihre Beschreibung regt die Fantasie an: "Es muss ein spektakulärer Anblick sein, auf einem dieser Planeten zu stehen. TRAPPIST-1 wäre etwa 200 mal dunkler als unsere Sonne am Mittag - stellen Sie sich das Restlicht nach dem Sonnenuntergang vor. Und ab und zu käme am Himmel ein anderer Planet vorbei, der je nach Entfernung grösser als der Mond aussähe."
Das Planetensystem von der Erde aus nicht nur indirekt über die Abdunklung des Sterns, sondern auch direkt zu beobachten, dürfte allerdings schwierig sein. Zwar ist der Zwergstern TRAPPIST-1 mit knapp 40 Lichtjahren Entfernung quasi in unserer galaktischen Nachbarschaft, allerdings umkreisen die Planeten ihn sehr eng und strahlen wenig Licht ab.
(SDA)