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In einer Wohnung zu leben, die an die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten angepasst ist, ist für alle Menschen wichtig. Für einige Menschen mit Behinderungen setzt dies spezielle Ausstattungen voraus (keine Schwellen oder Stufen, keine angstauslösenden Farbtöne, Staubfilter usw.), die nur schwer zu finden oder kostspielig sind.
Das bekannteste Beispiel dieser Problematik ist die Rollstuhlgängigkeit. Zusätzlich werden die Beurteilung der eigenen Wohnsituation durch die Personen mit Behinderungen (Zufriedenheit) sowie die Wohnverhältnisse der Haushalte mit behinderten Personen dargestellt.
Zugänglichkeit der Wohnung
Im Jahr 2012 gaben 31% der im Rahmen der Erhebung SILC befragten Haushalte an, ihre Wohnung sei für Personen mit eingeschränkter Mobilität leicht oder sehr leicht zugänglich. Unter der Annahme, dass jeder Haushalt eine Wohnung beansprucht, entspricht dies rund 1,05 Millionen Wohnungen, die für Personen in einem Rollstuhl frei zugänglich sind, zum Beispiel um Freunde zu besuchen. Umgekehrt ist praktisch jede zweite Wohnung nicht oder nur sehr schwer zugänglich. Diese Einschätzung variiert nicht wesentlich, wenn der Haushalt eine Person mit Behinderungen umfasst oder wenn die befragte Person selbst eine Behinderung aufweist.
Seit 2004 ist die Rollstuhlgängigkeit bei allen Neubauten obligatorisch, jedoch nur für Wohnhäuser mit über acht Wohnungen. Gemäss der Gebäude- und Wohnungsstatistik mussten 81'629 Neuwohnungen, die zwischen 2006 und 2010 auf den Markt gebracht wurden, diese gesetzliche Verpflichtung erfüllen.
Persönliche Zufriedenheit mit der Wohnsituation
Mit einem Mittelwert von 8,1 sind Menschen mit Behinderungen in Bezug auf ihre Wohnsituation im Allgemeinen zufrieden, womit die Zufriedenheit etwas niedriger ist als bei den Menschen ohne Behinderungen (8,4). Anscheinend hat die Mehrheit der Menschen mit Behinderungen eine passende Wohnung gefunden.
Wohnqualität
Die häufigsten Probleme, mit denen Haushalte mit behinderten Personen konfrontiert sind, betreffen die Wohnumgebung (Lärm, Umweltverschmutzung und Vandalismus) und übermässige Wärme im Sommer, gefolgt von Feuchtigkeit und ungenügend beheizten Räumen im Winter. Bei den Haushalten ohne behinderte Personen ist die Reihenfolge der genannten Probleme ähnlich, die Häufigkeit der Nennungen aber geringer.
Bei den Wohnverhältnissen handelt es sich um ein Haushaltsmerkmal. Deshalb werden die Ergebnisse in Prozent der Haushalte angegeben. Um die grösstmögliche Kohärenz mit den anderen Indikatoren zu wahren, werden die Haushalte, in denen ausschliesslich Personen ab 65 Jahren leben, ausgeklammert. Ausserdem richtet sich die Definition des Haushalts danach, ob bei den 16- bis 64-jährigen Haushaltsmitgliedern eine Behinderung vorliegt oder nicht.
Die Ergebnisse auf dieser Seite beziehen sich (sofern nicht anders vermerkt) auf Menschen mit Behinderungen gemäss Gleichstellungsgesetz. Die genaue Definition und die Abgrenzung gegenüber anderen Definitionen von Behinderung finden Sie im untenstehenden Merkblatt zu Menschen mit Behinderungen.