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Um den neuen Hochleistungsrechner der ETH ist ein kleiner Budget-Streit ausgebrochen. Die 150 Millionen Franken, die von 2008 bis 2011 für ein neues Supercomputing-Zentrum aufgewendet werden sollen, sind im Vierjahreskredit für Bildung und Forschung (BFI-Kredit) nicht enthalten. Der BFI-Kredit wird derzeit vom Parlament beraten. Vor wenigen Tagen hat der Ständerat die Rekordsumme von 21,2 Milliarden Franken bewilligt – doch die Kosten für den ETH-Supercomputer sind darin nicht enthalten.
Diese Woche wird das Geschäft von der Wissenschafts- und Bildungskommission des Nationalrates behandelt. Die 'NZZ am Sonntag' berichtete gestern, dass die Kommission von der ETH ein Papier erhalten hat, in dem die Anschaffung des Supercomputers als unverzichtbar bezeichnet wird, "wenn die Schweiz in einer globalisierten Wissenschafts-, Wirtschafts- und Industriewelt wettbewerbsfähig bleiben will." Die 150 Millionen Franken sollen für Hardware, Software und Gebäude aufgewendet werden.
Das Papier sorgte für heisse Köpfe in der Kommission. CVP-Nationalrätin Chiara Simoneschi will die 150 Millionen im BFI-Kredit integrieren: "Es handelt sich um ein nationales Bedürfnis - da muss es eine Lösung geben." Es überrascht nicht, dass Simoneschi – als Tessinerin – den Kredit befürwortet. Der Rechner soll in Manno stationiert werden, wo die ETH das Hochleistungsrechenzentrum (CSCS) betreibt.
Politiker aus anderen Landesteilen sind eher verärgert: "Das sieht nach Salami-Taktik aus: Man bringt scheibchenweise neue Forderungen", so die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin. SP-Nationalrätin Doris Stump fordert sogar, dass bevor die internen Konflikte beim CSCS
endgültig geklärt sind, nicht mehr investiert werden dürfe. Der Zürcher Unternehmer und FDP-Nationalrat Ruedi Noser meint hingegen lapidar: "Wahrscheinlich braucht die Schweiz einen solchen Hochleistungsrechner." (mim)