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Die starke Schweizer Wirtschaft beruht seit jeher auf der Stabilität des Schweizer Frankens. Diese Stabilität führt zu grossem Vertrauen der Schweizer Bürgerinnen und Bürger gegenüber den Geschäftsbanken. Ausserdem wird der Interbankenmarkt – auf dem sich die Banken untereinander kurzfristig Geld leihen – tagtäglich genutzt. Dies ist wiederum vorteilhaft für die gesamtwirtschaftliche Situation der Schweiz.
Interbankenmarkt bricht ein
Die Immobilienblase in den Vereinigten Staaten führte 2008 wegen der globalen Vernetzung vieler Banken untereinander letztendlich zu einer weltweiten Wirtschaftskrise. Es war nicht nur so, dass die Geschäftsbanken grosse Verluste einfuhren und dadurch grosse Liquiditätsprobleme hatten. Auch das Vertrauen wurde angesichts des Konkurses der US-Bank Lehman Brothers derart erschüttert, dass die Banken sich gegenseitig kein Geld mehr liehen und infolgedessen der Interbankenmarkt völlig zum Erliegen kam.
Auch die Schweizer Grossbank UBS war damals betroffen. Die Notenbanken der jeweiligen Staaten mussten eingreifen. Sie senkten ihre Leitzinsen auf historische Tiefstände. Einige Zentralbanken steuerten eine quantitative Lockerung der Geldpolitik an. Sie begannen, Staats- und Unternehmensanleihen zu kaufen. Andere, beispielsweise die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Nationalbanken der Eurozone, führten Negativzinsen ein. Die Zentralbanken kauften Staatsanleihen von Geschäftsbanken, damit diese zu neuem Notenbankgeld gelangen würden, welches sie wiederum für neue Kredite an private Haushalte oder an Unternehmen verwenden könnten. Dadurch wollten die Zentralbanken die gesamtwirtschaftliche Nachfrage ankurbeln.
Der Bundesrat, die Eidgenössische Bankenkommission und die Nationalbank beschlossen im Herbst 2008 Massnahmen zur Stärkung des schweizerischen Finanzsystems. Sie erwarteten, dass wieder Vertrauen ins Finanzsystem zurückkehren würde und die Kunden, etwa bei der UBS, aufhören würden, ihr Geld von der Bank abzuziehen.
Drei geldpolitische Konzepte
Um eine weitere Wirtschaftskrise zu verhindern, hat die Nationalbank drei geldpolitische Konzepte: Sie definiert die Preisstabilität. Die Schweizerische Nationalbank setzt ausserdem den SNB-Leitzins fest. Sie steuert insofern indirekt den Zinssatz, den die Geschäftsbanken für Unternehmen oder private Haushalte festlegen. Als drittes Konzept, das in direktem Zusammenhang mit der Preisstabilität steht, gibt die Schweizerische Nationalbank jeweils vierteljährlich Inflationsprognosen für die kommenden Jahre ab.
Quelle: Peter Eisenhut, Aktuelle Volkswirtschaftslehre, 2018.
Zahlen und Fakten
Zuständig für Geld- und Währungspolitik
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist eine Aktiengesellschaft, die im Jahr 1906 gegründet wurde. Das Aktienkapital ist zu rund zwei Dritteln im Besitz von Kantonen und Kantonalbanken. Die Nationalbank steht unter Aufsicht einer politischen Behörde, des Bankrats. Die Geschäftsführung besteht aus dem Direktorium, das vom Bundesrat gewählt wird, in seiner Führung allerdings vollständig autonom ist. Die Hauptaufgabe der Schweizerischen Nationalbank ist in Artikel 99 der Bundesverfassung festgehalten: «Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank eine Geld- und Währungspolitik, die dem Gesamtinteresse des Landes dient.»