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Gott hat für uns diese ewige Stadt bereitet. Schon unser Vater Abraham erwartete sie, Paulus sprach davon (Gal 4,26), Johannes sah sie aus dem Himmel herabkommen (Off 21,2) und hat den Versammlungen ihre Herrlichkeit beschrieben.
Diese Stadt unterscheidet sich von allen Städten, die wir gesehen oder von denen wir je schon gehört haben. Alle andern Städte sind irdisch; und auch das Jerusalem im Land der Verheissung, wie es gewesen ist oder sein wird, ist nur ein schwaches Abbild dieser wunderbaren Stadt. Alle irdischen Städte sind durch Menschen erbaut worden. Mehrere unter ihnen tragen den Namen ihrer Gründer. Der Baumeister und Schöpfer des neuen Jerusalem aber ist Gott selbst (Heb 11,10). Daher wird sie «Stadt des lebendigen Gottes» genannt (Heb 12,22).
Einige der irdischen Städte haben Mauern aus Steinen. Beim Beschreiben der Stadt seiner Vision aber sagt Johannes: «Der Bau ihrer Mauer war Jaspis … die Grundlagen der Mauer der Stadt waren geschmückt mit jedem wertvollen Stein» (Off 21,18-20). Die Städte der Erde hatten oft Tore aus Holz oder Eisen; diese aber hat «zwölf Tore, und an den Toren zwölf Engel» (Off 21,12.21). Die grossen Städte haben prächtige Strassen, die jeden Tag gereinigt werden müssen; dort aber ist «die Strasse der Stadt reines Gold, wie durchsichtiges Glas» (Off 21,21).
Alle irdischen Städte benötigen am Tag Sonnenlicht, in der Nacht aber den Mond und viele Lampen; und ihre früheren Tore wurden in Augenblicken der Gefahr geschlossen. Die Tore jener Stadt aber «sollen bei Tag nicht geschlossen werden, denn Nacht wird dort nicht sein.» «Die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm» (Off 21,23-25).
Die grossen Weltstädte wie London oder New York sind berühmt wegen der grossen Zahl ihrer Einwohner, unter den Untertanen verschiedener menschlicher Regierungen sind, die verschiedene Sprachen reden und irdische Körper haben. Eine grosse Anzahl dieser Menschen sind nicht bekehrt, und unter ihnen gibt es sogar Verbrecher. Die Stadt aber, die Gott uns in seinem Wort beschreibt, ist hoch erhaben über die hervorragendsten Städte dieser Erde. Ihre Bewohner sind nicht zu zählen. Es sind alles Heilige, «Könige und Priester» mit goldenen Kronen und weissen Kleidern, mit einem Leib, der zur Gleichförmigkeit mit dem Leib der Herrlichkeit Jesu umgestaltet worden ist (Phil 3,21). Alle sprechen die eine himmlische Sprache und nicht wird in jene Stadt eingehen «irgendetwas Gemeines und was Gräuel und Lüge tut, sondern nur die, die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes» (Off 21,27).
Durch mehrere grosse Städte fliesst ein Strom, und sie haben grossartige Alleen. In der himmlischen Stadt aber gibt es «einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte ihrer Strasse und des Stromes, diesseits und jenseits, war der Baum des Lebens, der zwölf Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt» (Off 22,1.2).
In jeder Stadt dieser Erde finden sich die Folgen der Sünde: Tod, Trauer, Geschrei, Schmerz und Tränen. In der heiligen Stadt aber wird von all diesem Elend nichts mehr wahrzunehmen sein. Denn sie ist nicht von dieser Erde, sondern kommt vom Himmel herab, von Gott. Sie ist durch Ihn bereitet, und die Segnung, das Leben und die Freude werden das Teil ihrer Bewohner sein. Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen (Off 21,4).
Auf der Erde werden die Städte und ihre Reichtümer nicht bestehen bleiben; denn «die Welt vergeht und ihre Lust» (1. Joh 2,17). Sie werden für das Feuer behalten (2. Pet 3,7). Aber die himmlische Stadt bleibt; und die, die hineingehen, werden ewig darin wohnen.
Wie herrlich und wunderbar ist doch die Beschreibung dieser Stadt, die wir zwar erst durch das Fernrohr des Glaubens zu erblicken vermögen. Es besteht aber kein Zweifel darüber, dass wir sie bald mit unseren eigenen Augen betrachten werden, «denn die Zeit ist nahe!» (Off 1,3).
Es wird höchste Zeit, aus dem Schlaf aufzuwachen: «Denn jetzt ist unsere Errettung näher, als damals, als wir gläubig wurden: Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe» (Röm 13,11.12). Der Glaube wird dann zum Schauen, und wir werden für immer bei dem Herrn sein. Dass wir doch mit grösserem Ernst «die Dinge» suchten, die «droben» sind, damit unser Herz durch die vergänglichen Freuden dieser Erde nicht abgelenkt wird! Denn so schwer und hart unser irdisches Los sein mag – der Weg wird uns an seinem Ende in die heilige Stadt führen. Abraham, Isaak und Jakob bekannten, «dass sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf der Erde seien». Und auch andere Gläubige haben sich nach dem himmlischen Vaterland gesehnt und sich durch Glauben auf die Stadt gefreut, die ihnen Gott bereitet hat (Heb 11,16). «Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir» (Heb 13,14). Wir vergessen das so oft, aber Gott ist gütig und treu; Er erinnert uns immer wieder daran, «dass dieses Land nicht der Ruheort ist» (Micha 2,10).
Ja, bald werden wir in dieser himmlischen Stadt anlangen, wo wir keine «Waffenrüstung» mehr nötig haben (Eph 6,11). Statt des Kampfes und der Mühe wird Ruhe, Frieden und Freude unser Teil sein. Die Reise wird zu Ende und das Alte vergangen sein. «Siehe, ich mache alles neu.» Wir werden keine Fremdlinge mehr sein, sondern uns ganz «zu Hause» fühlen da, wo nur noch Leben ist und es keinen Tod und keine Trennung mehr gibt unter denen, die dort für immer vereinigt sind. Statt der Tränen ist dort ewiger Lobgesang und über allem die tiefe Freude, für immer bei dem Herrn und in dem Haus des Vaters zu sein, um Ihn zu loben und anzubeten. Gott möge uns schenken, diese kostbaren Verheissungen im Glauben und mit Ausharren festzuhalten.