Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/105623

<h2>SubmittedText<h2><p>2010 ist das Jahr der Biodiversität. Die Rasse der Freiberger, die einzige anerkannte Schweizer Pferderasse, ist schützenswert nach dem Uno-Übereinkommen über die biologische Vielfalt. Als letzter Vertreter der Kaltblüter in Westeuropa hat das vielseitig einsetzbare Pferd eine breite Anhängerschaft in der Schweiz sowie im Ausland gewonnen.</p><p>Die Unterstützung und Förderung der Freiberger Rasse ist neben der Weiterbildung der Pferdezüchter und Pferdehalter sowie der angewandten Forschung eine der Hauptaufgaben des Nationalgestüts in Avenches.</p><p>Im Bereich der angewandten Forschung führt das Nationalgestüt Studien zur Förderung des Verhaltens, der Gesundheit und der Fruchtbarkeit von Pferden durch. Das Nationalgestüt dient ebenfalls als Hengstendepot der Freiberger Rasse.</p><p>Das Kompetenzzentrum ist in der ganzen Schweiz und auch auf internationaler Ebene anerkannt. Angesichts der Bedeutung dieser Institution für die Zukunft und Qualität der Pferdezucht in unserem Land, und insbesondere für den Erhalt der Freiberger Rasse, ist die Absicht des Bundesrates, die entsprechenden Subventionen dafür zu streichen, unerhört und stösst im ganzen Land auf Unverständnis. Sollte die Entscheidung beibehalten werden, dürfte dies desaströse Auswirkungen nicht nur auf die Pferdezüchter und Pferdehalter in der Schweiz haben - insbesondere für die jurassischen Züchter, die sich leidenschaftlich in der Zucht der Freiberger engagieren -, sondern selbstverständlich auch auf die Region Avenches sowie auf die vom Institut abhängenden Arbeitsplätze.</p><p>Im internationalen Vergleich kann die finanzielle Situation des Bundes als gut eingestuft werden. Die Einsparungen, die durch die Auflösung des Nationalgestüts erreicht werden können, betragen lediglich 0,2 Prozent des gesamten geplanten Sparvolumens, hätten aber weit höhere unbezifferbare Schäden zur Folge.</p><p>Es darf nicht vergessen werden, dass die Pferdebranche 1,5 Milliarden Franken Umsatz macht und damit dem Bund 85 Millionen an Steuergeldern beschert.</p><p>Ist der Bundesrat angesichts des Protestes, den die Ankündigung der Schliessung ausgelöst hat, bereit, seinen Entscheid zu überdenken und alle nötigen Massnahmen zu ergreifen, um den Fortbestand der schweizweit einzigartigen Institution, des Nationalgestüts von Avenches, zu sichern?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Im Rahmen des Konsolidierungsprogramms 2011-2013 für den Bundeshaushalt (KOP 11/13) hat der Bundesrat beschlossen, den Beitrag für das Nationalgestüt zu streichen. Er rechtfertigt diesen Entscheid damit, dass es sich beim Betrieb des Nationalgestüts nicht um eine Kernaufgabe des Bundes handelt. Der Entscheid hat zur Folge, dass der Bund sich aus den Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten im Bereich der landwirtschaftlichen Pferdehaltung zurückziehen wird. Der Bundesrat würde jedoch eine Übernahme des Gestüts durch eine private Trägerschaft begrüssen. Er hat deshalb das Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, diese Möglichkeit im Zusammenhang mit dem Umsetzungskonzept für diesen Bereich des KOP 11/13 zu prüfen. Aus der Sicht des Bundesrates obliegt es insbesondere der Branche zu beurteilen, ob sie eine entsprechende Initiative lancieren und allenfalls Vorschläge unterbreiten will. Erste Gespräche betreffend eine private Trägerschaft, namentlich in Form einer Stiftung, sind bereits im Gange. Ob sich eine solche Lösung realisieren lässt, ist noch offen.</p><p>Die Vernehmlassung zum KOP 11/13 wurde Mitte April 2010 eröffnet. Der Bundesrat wird die Botschaft voraussichtlich im Sommer 2010 verabschieden.</p>  Antwort des Bundesrates.