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Liebling und Feindbild - Misko Antisin liess niemanden kalt: In Zug war er Publikumsliebling, für die Gegner ein Feindbild.
Kein Spieler hat in der Geschichte des Schweizer Eishockeys mehr polarisiert als Misko Antisin. Im Hertistadion war er ein unbestrittener Publikumsliebling, von den gegnerischen Fans wurde er schon beim Verlesen der Aufstellung ausgepfiffen. Nicht höher lagen seine Sympathiewerte bei den gegnerischen Spielern. Das lag nicht nur an seiner Torgefährlichkeit, sondern vor allem an den vielen unsauberen Aktionen, mit denen er sich zum Strafenkönig machte - 1360 Strafminuten sammelte er in seiner gesamten Karriere in der Schweiz!
Für den EVZ war Misko Antisin ein Glücksfall. Der in Vancouver aufgewachsene Kanadier kam auf die Saison 1990/91 von Ambri nach Zug. Da seine Mutter Schweizerin ist, hatte er auch den roten Pass und zählte nicht zum damals auf zwei Spieler beschränkten Ausländerkontingent. Mit seiner Wucht, seiner Schnelligkeit, seinem unglaublich harten Schuss und seinen Emotionen leistete er in den Neunzigerjahren einen wesentlichen Beitrag zum Zuger Aufstieg an die nationale Spitze mit dem Gewinn des Meistertitels 1998 als Krönung. In seinen acht Zuger Jahren erzielte er 344 Punkte total oder 43 Punkte pro Saison – ein hervorragender Wert, den er auch seinen kongenialen Sturmpartnern Ken Yaremchuk und Colin Muller verdankte. Misko Antisins Leistungen im EVZ-Dress waren derart konstant und gut, dass ihn trotz seines zweifelhaften Rufs auch der Nationaltrainer nicht übergehen konnte. So kam er zwischen 1992 und 1998 zu 51 Länderspieleinsätzen, an den Weltmeisterschaften 1992 und 1998 erreichte er mit der Schweiz den vierten Platz.
Obwohl er in Zug glücklich und erfolgreich war, verliess der Kanadaschweizer nach dem Gewinn des Meistertitels den EVZ. Ex-Zug-Trainer Jim Koleff hatte ihn mit einer Traumofferte nach Lugano gelockt. Neben den finanziellen Erwartungen gingen im Tessin aber auch seine sportlichen Erwartungen in Erfüllung: Ein Jahr nach dem Titelgewinn mit dem EVZ konnte Misko Antisin auch auf der andern Seite des Gotthards den Meisterpokal in die Höhe stemmen.
2002 verhalf er Genf zum Aufstieg in die NLA, 2003 wechselte er nach Lausanne, der Heimat seiner Mutter. Ironie des Schicksals: Antisins Zusammenstoss mit Ambris Peter Malkov, der die Karriere des Russen mit einem Knieschaden beendete, hatte in den Neunzigerjahren die Sportöffentlichkeit, Gerichte und Versicherungen beschäftigt. Antisin wurde für schuldig erklärt und hart bestraft. 2002 beendete ein ähnlicher Zwischenfall mit dem Tschechen Petrovicky in Lausanne Antisins Aktivkarriere.
Der leidenschaftliche Golfspieler kehrte nach Kanada zurück und übernahm Coaching-Aufgaben bei verschiedenen Nachwuchsteams. Von 2014-2017 coachte er das Juniorenteam Salmon Arm Silverbacks in der British Columbia Hockey League. Obwohl er dort vor einem Jahr zum Head Coach befördert wurde, nahm er auf die Saison 2017/18 ein Angebot als Assistant Coach des Collegeteams der Universität Nevada an. Mit seiner Verlobten Sharon wohnt er in Las Vegas, sein Sohn Dion spielt bei Sion in der dritthöchsten Schweizer Liga.
|Anzahl Punkte||344|
|Anzahl Tore||145|
|Anzahl Assists||199|
|Anzahl Spiele||353|