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Verschiedene Temperaturskalen können für Verwirrung sorgen. So unterschiedlich die Zahlen, so verschieden sind ihre Geschichten. Für unser Celsius spielt beispielsweise Wasser die entscheidende Rolle.
Celsius – Grundlage des Lebens
Der Schwede Anders Celsius war mit herkömmlichen Temperaturskalen nicht zufrieden und schlug eine neue vor. 1742 definierte er seine eigene Skala mit zwei Fixpunkten: 0 Grad Celsius entspricht der Temperatur, bei der Wasser siedet und 100 Grad Celsius der Temperatur, bei der Wasser gefriert. Er unterteilte diese Skala in 100 Schritte. Ein Schritt entspricht einem Grad Celsius. Nach seinem Tod wurde die Skala umgedreht. So wie wir sie heute kennen: Wasser gefriert bei 0 Grad und kocht bei 100 Grad. Die Celsius-Skala ist weltweit die gebräuchlichste aller Temperaturskalen.
Kelvin - absolut wissenschaftlich
Die Wissenschaft verwendet meistens die Kelvin-Skala für Temperaturen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Skalen gibt es hier keine negativen Zahlen. Der Brite Lord Kelvin setzte den Nullpunkt seiner Skala bei der tiefsten möglichen Temperatur an - dem absoluten Nullpunkt. Dieser liegt bei -273 Grad Celsius. Als Zwischenschritte wählte er den gleichen Abstand wie auf der Celsius-Skala. Ein Kelvin entspricht also einem Grad Celsius. Die Umrechnung ist entsprechend einfach:
Temperatur in Celsius + 273 Grad = Temperatur in Kelvin
Auf dieser Skala gefriert Wasser bei 273 Kelvin. Das Kelvin ist die Standardeinheit in der Wissenschaft. Im Alltag wäre sie gewöhnungsbedürftig: Frische 5 Grad Celsius sind 278 Kelvin, während warme 20 Grad 298 Kelvin sind.
Fahrenheit – vom Aussterben bedroht
Einige Jahre vor Anders Celsius studierte der Deutsche Daniel Fahrenheit an einer neuen Einteilung der Temperatur herum. Für die Fahrenheit-Skala wählte er drei Fixpunkte. Den Nullpunkt setze er bei -17.8 Grad Celsius. Das war die tiefste Temperatur, die er mit einem Wasser-Eis-Salz Gemisch erreichen konnte. Den Gefrierpunkt von Wasser legte er bei 32 Grad Fahrenheit fest. Den letzten Fixpunkt bei 96 Grad Fahrenheit (37 °C). Das entspricht der Körpertemperatur «eines gesunden Menschen». Weil die Körpertemperatur nicht sonderlich präzise ist, nutzt man heute ebenfalls den Siedepunkt von Wasser als dritten Fixpunkt. Dieser liegt bei 212 Grad Fahrenheit. Anders als bei den anderen beiden Temperaturen ist die Umwandlung von Fahrenheit in Celsius nicht intuitiv:
Temperatur in Fahrenheit = Temperatur in Celsius * 1.8 + 32
Fahrenheit wird heute fast nur noch in den USA verwendet. Und das ist zum Wohle aller, die sich jemals mit Temperaturen beschäftigen.