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Murmansk im hohen russischen Norden gilt als eines der Tore in die Arktis. Nicht von ungefähr haben hier sowohl die russische Eisbrecherflotte wie auch das russische Militär ihren Hauptstützpunkt im Norden. Denn Murmansk und die umliegenden Orte sind die einzigen ganzjährig eisfreien Häfen entlang der riesigen Nordküste. Nun versank aber am 30. Oktober das riesige schwimmende Trockendock PD-50, eines der grössten der Welt, nach einer technischen Panne in den eisigen Fluten. Pikant: just zu dem Zeitpunkt befand sich der einzige russische Flugzeugträger für Wartungsarbeiten in diesem Dock.
Das Schwimmdock PD-50, ein 330 Meter langes und 88 Meter breites Trockendock, war das einzige Dock im hohen russischen Norden, dass gross genug war, die riesigen Schiffe der zivilen und militärischen Nordmeerflotten aufzunehmen. Durch eine technische Panne sank das Dock am 30. Oktober 2018 in Rosljakowo, nahe Murmansk und liegt nun in rund 60 Metern Tiefe. Das Dock hatte den einzigen russischen Flugzeugträger Admiral Kusnezow geladen, der für Wartungs- und Modernisierungsarbeiten nach dem Syrien-Einsatz in der Region stationiert gewesen war. Der Flugzeugträger konnte im letzten Augenblick noch aus dem sinkenden Dock gezogen werden, wurde aber durch einen umkippenden Kran etwas beschädigt. Beim Untergang fielen vier Arbeiter ins eiskalte Wasser, ein weiterer Arbeiter wird noch vermisst und ist wahrscheinlich umgekommen.
Gemäss den Angaben von Alexei Rakhmanov, dem Leiter der United Shipbuilding Corporation, die für die Arbeiten am Flugzeugträger verantwortlich ist, führte ein Stromausfall während der Flutung des Docks zu einem unkontrollierten Wassereinbruch, worauf das Dock Schlagseite erhielt und dann sank. Zwischenzeitlich wurde der Flugzeugträger aus dem Dock gezogen, um zu verhindern, dass das Schiff mit dem Dock unterging. Während des Abschleppens kippte einer der beiden Dockkräne, von denen jeder ein Gewicht von 70 Tonnen aufwies, auf die Kusnezow und schlug ein ca. 20 Quadratmeter grosses Loch in das Flugdeck. Beim Untergang fielen 5 Arbeiter ins Wasser, von denen vier wieder gerettet werden konnten. Der fünfte Arbeiter wird immer noch vermisst. Zwei der Arbeiter mussten hospitalisiert werden, zwei erlitten lediglich Unterkühlungen. Der Schaden an der Kusnezow wurde von Rakhmanov in einer Erklärung als „unbedeutend“ beschrieben und sollte wieder behoben werden können. Doch die United Shipbuilding Corporation hat bereits verlautbaren lassen, gegen den Dockbesitzer, die 82. Repair Shipyard, die von der Ölgesellschaft Rosneft kontrolliert wird, rechtliche Schritte zu unternehmen. Über das Schicksal des untergegangenen Docks ist noch nicht entschieden worden. Doch es ist wahrscheinlich, dass das Dock aus 60 Metern Tiefe gehoben werden wird. Das Dock, eines der grössten der Welt, wiegt jedoch zwischen 135‘000 und 215‘000 Tonnen, je nachdem ob getaucht oder aufgetaucht. Was mit anderen Schiffen passiert, die auf das Dock angewiesen waren für Wartungsarbeiten, ist zurzeit noch unklar.
Quelle: The Moscow Times / Maritime-Executive.com
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