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1. Überblick
Muskelverletzungen sind besonders im Sport häufig. Sie können entstehen, wenn die Sporttreibenden unzureichend trainiert sind, wenn sie ihre Muskulatur nicht genügend aufgewärmt haben oder wenn sie übermüdet sind.
- Beim Muskelkater führt eine ungewohnte und dauerhafte Belastung zu Mikroverletzungen der Muskelfasern.
- Eine Muskelzerrung entsteht durch Überbelastung des Muskels bis zu seiner Elastizitätsgrenze, ohne die Grenze zu überschreiten.
- Beim Muskelfaserriss sind infolge einer plötzlichen Anspannung und nachfolgenden extremen Belastung der gesamten Muskulatur Muskelfasern gerissen.
- Beim Muskelriss ist aus den gleichen Gründen der gesamte Muskel gerissen.
- Bei einer Muskelprellung (sog. Pferdekuss) sind Muskelfasern durch äussere Gewalteinwirkungen (wie Tritte oder Schläge), die den Muskel gewaltsam gegen einen darunter liegenden Knochen quetschen, gequetscht und gerissen.
Typische Anzeichen jeder Form von Muskelverletzung sind (meist starke) Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Bei allen Muskelverletzungen (ausser beim Muskelkater) ist es wichtig, sofort die sportliche Aktivität abzubrechen. Die richtige Erstversorgung von Muskelverletzungen kann den Heilungsverlauf günstig beeinflussen: Gerade bei einer schweren Muskelverletzung wie einem Muskelriss oder einer Muskelprellung lässt sich mithilfe geeigneter Erstmassnahmen und einer verordneten Sportpause die Zeit bis zur völligen Wiederherstellung erheblich verkürzen.
Welches Ausmass die Symptome einer Muskelverletzungen zeigen, hängt vom Schweregrad der Verletzung ab. Dieser lässt sich bei der Diagnose vor allem mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ermitteln. Der Schweregrad einer Muskelverletzung bestimmt deren Therapie: Leichtere Muskelverletzungen lassen sich konservativ (d.h. nicht-operativ) beheben. Bei schwereren Muskelverletzungen (wie Muskelfaserriss und Muskelriss) kommt auch eine Operation zur Therapie infrage. Je leichter eine Muskelverletzung ist, desto schneller ist in der Regel die Bewegungsfähigkeit vollständig wiederhergestellt. Dabei ist es wichtig, die Muskelverletzung nicht zu unterschätzen und ärztlich empfohlene Sportpausen einzuhalten. Dies und sorgfältiges Aufwärmen vor dem Training minimiert das Risiko für (erneute) Muskelverletzungen.
2. Definition
Muskelverletzungen sind mehr oder weniger starke, durch Überlastung oder Trauma entstandene Schädigungen der Muskulatur. Meist handelt es sich um Dehnungsverletzungen, die vom harmlosen Muskelkater über die Muskelzerrung bis hin zum Muskelfaserriss und Muskelriss reichen, und um Muskelprellungen (sog. Pferdekuss).
Anatomie
Um besser verstehen zu können, was bei Muskelverletzungen geschieht, sind Kenntnisse in der Anatomie hilfreich: Es gibt über 300 verschiedene Muskeln im menschlichen Körper. Dabei besteht jeder einzelne Muskelstrang aus Tausenden von Muskelfasern. Diese Fasern sind 9 bis 100 Mikrometer dick (1 Mikrometer = ein Tausendstel Millimeter), während ihre Länge zwischen nur wenigen Mikrometern und mehreren Zentimetern variiert. Zwischen den einzelnen Muskelfasern befinden sich kleinste Blutgefässe (Kapillaren) sowie Nervenfasern und Bindegewebe. Das Bindegewebe fasst die einzelnen Fasern zu Muskelfaserbündeln zusammen. Diese Faserbündel wiederum sind von einer bindegewebsartigen Struktur, der Muskelfaszie, umhüllt und bilden so einen gut abgrenzbaren Einzelmuskel. Muskelverletzungen können einzelne Fasern, aber auch ganze Muskeln betreffen.
Muskelverletzungen sind je nach Schweregrad mit unterschiedlich starken Veränderungen in der Anatomie der Muskeln verbunden. Dehnungsverletzungen lassen sich je nach Schweregrad wie folgt einteilen:
- Grad I: Weniger als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist nicht verletzt
- Grad II: Mehr als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist nicht verletzt; örtlich bildet sich ein Bluterguss (Hämatom)
- Grad III: Mehr als 5 Prozent der Muskelfasern sind gerissen; die Muskelfaszie ist teils gerissen; es kommt an mehreren Stellen zu Einblutungen
- Grad IV: Vollständiger Riss des Muskels und der Muskelfaszie
Auch bei Muskelverletzungen in Form einer Muskelprellung können die Muskelfasern in unterschiedlichem Ausmass gequetscht oder gerissen sein und Einblutungen auftreten.
Häufigkeit
Muskelverletzungen treten mit besonders grosser Häufigkeit im Sport auf: Sie gehören mit bis zu 30 Prozent zu den häufigsten Sportverletzungen im Breiten- und Spitzensport. Viele Menschen unterschätzen eine Muskelverletzung und ignorieren oft auch die ärztlich empfohlenen Sportpausen, was die Wahrscheinlichkeit für erneute Muskelverletzungen erhöht.
3. Ursachen
Für Muskelverletzungen kommen verschiedene Ursachen infrage: Sie sind die Folge von Überlastungen (meistens Muskeldehnung) oder direkten Gewalteinwirkungen (meistens Muskelprellung durch Tritte und Schläge gegen die Extremitäten, die den Muskel gewaltsam gegen einen darunter liegenden Knochen quetschen).
Muskelverletzungen durch Dehnung der Muskeln (wie Muskelkater, Muskelzerrung, Muskelfaserriss und Muskelriss) haben ihre Ursachen häufig in falschem Verhalten: Sehr oft tritt eine solche Muskelverletzung beim Sport auf, wenn die Muskulatur vorher nicht ausreichend aufgewärmt wurde – dies gilt besonders bei kalter Witterung. Auch ein unzureichender Trainingszustand und Übermüdung können die Auslöser für eine solche Sportverletzung sein:
- Ein Muskelkater entsteht meist dadurch, dass einzelne Muskelpartien ungewohnt und dauerhaft belastet sind (z.B. nach dem Training neuer Bewegungsmuster). Ursache für diese harmlose Muskelverletzung ist nicht – wie lange angenommen – die im Muskel verbliebene Milchsäure (Laktat). Vielmehr sind Mikroverletzungen der Muskelfasern die Ursachen für die typischen Beschwerden beim Muskelkater, die wiederum durch eine unkoordinierte Muskelarbeit bei ungewohnten Bewegungsmustern entstehen.
- Eine Muskelzerrung (z.B. an Oberschenkel oder Wade) hat ihre Ursachen meist in einer Überbelastung des Muskels bis zu seiner Elastizitätsgrenze. Solche Muskelverletzungen entstehen beispielsweise sehr häufig durch ungeeignete Schuhe, die keine ausreichende Stabilität bieten. Bei einer Zerrung ist die Grenze der Elastizität jedoch – anders als beim Muskelriss – nicht überschritten.
- Einem Muskelfaserriss oder Muskelriss (z.B. an Oberschenkel oder Wade) liegen als Ursachen eine plötzliche Anspannung und nachfolgende extreme Belastung der gesamten Muskulatur zugrunde. Eine Sportart, bei der es besonders häufig zu diesen schweren Muskelverletzungen kommt, ist der Kurzstreckensprint. Aber auch bei anderen Sportarten, bei denen die Schnellkraft des Muskels gefordert ist und Beschleunigen und Abbremsen sich immer wieder abwechseln (Squash und andere Ballsportarten), besteht ein hohes Risiko für Sportverletzungen wie Muskelfaserrisse und Muskelrisse.
4. Symptome
Muskelkater
Bei harmlosen Muskelverletzungen in Form von Mikroverletzungen der Muskelfasern (sog. Muskelkater) treten die Symptome niemals direkt beim Sport auf, sondern erst nach einer gewissen Zeit (meist nach einigen Stunden). Die beim Muskelkater mitunter heftigen Schmerzen können dabei bis zu eine Woche andauern. Zudem können eine oder mehrere Muskelpartien aufgrund der Schmerzen nur stark eingeschränkt beweglich sein. Unter Umständen kann ein Muskelkater die maximale Kraft eines Muskels um bis zu 30 Prozent herabsetzen.
Muskelzerrung
Bei leichten Muskelverletzungen in Form einer Muskelzerrung setzen die Symptome plötzlich ein: Es kommt zu krampfartigen, starken Schmerzen. Der gezerrte Muskel ist sofort bewegungsunfähig, weil die Muskelfasern extrem überdehnt sind. Eine solche Schädigung ist jedoch nur mikroskopisch sichtbar. Die für eine Muskelzerrung kennzeichnenden Schmerzen und die Bewegungseinschränkung können einen Tag bis mehrere Wochen andauern.
Muskelfaserriss und Muskelriss
Muskelverletzungen, bei denen Muskelfasern teils oder völlig gerissen sind, äussern sich durch plötzliche und heftige Symptome. Muskelfaserriss und Muskelriss unterscheiden sich dabei entsprechend der unterschiedlichen Schwere der Verletzung:
- Ein Muskelfaserriss tritt ohne Vorwarnung auf. Typisches Anzeichen für diese Muskelverletzung ist ein äusserst heftig einsetzender, stechender Schmerz. Die Betroffenen sind augenblicklich nicht mehr in der Lage, die verletzte Extremität wie gewohnt zu bewegen. Weitere Symptome für Muskelverletzungen in Form von Muskelfaserrissen sind deutliche Druck-, Dehn-, Anspannungs- und Widerstandsschmerzen. Diese Beschwerden sind auf den Riss einzelner oder mehrerer Muskelfasern zurückzuführen. Dabei können die Muskelfasern entweder in Längs- oder in Querrichtung gerissen sein.
- Auch beim Muskelriss setzen die Symptome (Schmerzen und Bewegungseinschränkung) plötzlich und ohne Vorwarnung ein. Bei Muskelverletzungen in Form von Muskelrissen ist die Beweglichkeit der betroffenen Extremität allerdings noch weiter eingeschränkt, manchmal auch vollständig ausgeschaltet. Wenn ein grosser Muskel reisst, ist die Stelle, an der sich der intakte Muskel gewöhnlich befindet, unter Umständen deutlich eingedellt oder eingebuchtet.
Bei beiden Muskelverletzungen – beim Muskelriss und beim Muskelfaserriss – bildet sich nach kurzer Zeit ein Bluterguss (Hämatom). Entwickelt sich dieser auch ausserhalb der Muskelfaszie, ist dieses Symptom nach kurzer Zeit von aussen gut sichtbar.
Muskelprellung
Muskelverletzungen infolge einer Prellung äussern sich im Vergleich zu einem Muskelriss durch grossflächiger auftretende Symptome. Die von der Muskelprellung betroffene Stelle schmerzt stark. Nach einer gewissen Zeit kann aufgrund gequetschter und gerissener Muskelfasern ein grosser Bluterguss entstehen.
5. Diagnose
Bei Muskelverletzungen ergeben sich erste wichtige Hinweise für die Diagnose aus der Beschreibung des Hergangs, der zu der Verletzung geführt hat: So lässt sich schon bestimmen, ob eine Dehnungsverletzung (wie Muskelzerrung, Muskelfaserriss oder Muskelriss) oder eine Muskelprellung vorliegt.
Anschliessend erfolgt zur Diagnose eine ärztliche Untersuchung: Bei Verdacht auf Muskelverletzungen infolge einer Dehnung ist nur so der Schweregrad feststellbar – also ob Muskeln lediglich gezerrt sind, einzelne Muskelfasern gerissen sind oder gar ein vollständiger Muskelstrang gerissen ist. Zunächst tastet der Arzt die von der Muskelverletzung betroffene Region ab und untersucht sie auf mögliche Dellen. Kleinere Dellen weisen auf einen Muskelfaserriss hin, grössere und manchmal auch äusserlich sichtbare Einbuchtungen dagegen auf eine Ruptur, bei der ein vollständiger Muskelstrang gerissen ist.
Zur weiteren Diagnose kommt bei Muskelverletzungen eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) zum Einsatz: Sie liefert genauere Anhaltspunkte für das Ausmass einer Muskelverletzung. Bei einer Muskelverletzung infolge von äusseren Gewalteinwirkungen (wie der Muskelprellung) sind neben der sonographischen Untersuchung der betroffenen Region unter Umständen zusätzlich Röntgenuntersuchungen erforderlich, um eine Verletzung der Knochen auszuschliessen.
6. Therapie
Bei Muskelverletzungen richtet sich die Therapie nach dem Ausmass der Verletzung. Abgesehen vom Muskelkater gilt bei jeder Muskelverletzung: Sofort die sportliche Aktivität abbrechen! Ausserdem kann eine geeignete Erstversorgung von Muskelverletzungen den Verlauf der Behandlung den günstig beeinflussen.
Während bei einer Muskelzerrung eine rein konservative (d.h. nicht-operative) Therapie erfolgt, kommt zur Behebung von schwereren Muskelverletzungen wie dem Muskelfaserriss oder dem Muskelriss auch eine Operation infrage. Welche Behandlung bei einer Muskelprellung zum Einsatz kommt, hängt davon ab, über welche Fläche sich die Muskelverletzung ausdehnt. Bei Muskelprellungen im Sport ist eine konservative Therapie meist ausreichend, während bei schwerwiegenden Verletzungen mit grossflächigen Einblutungen in die Muskulatur eine Operation notwendig sein kann.
Harmlose Muskelverletzungen in Form von Muskelkater erfordern keine ärztliche Behandlung. Einen Muskelkater können Sie selbst kurieren, indem Sie den Muskel einen Tag lang schonen und keinen Sport treiben. Hilfreiche Mittel gegen Muskelkater sind warme Bäder oder Saunagänge – sie sorgen dafür, dass die betroffene Muskulatur besser durchblutet ist, was die Heilung von Muskelverletzungen beschleunigt. Besonders während der Schmerzphase ist es wichtig, Massagen zu unterlassen. Erst wenn der Schmerz etwas abgeklungen ist, sind Lockerungsmassagen zum Muskelaufbau sinnvoll. Dazu trägt auch ein gezieltes leichtes Trainieren mit dem abklingenden Muskelkater bei. Eine gegen Muskelkater wirksame Therapie durch Medikamente ist nicht bekannt.
Erstversorgung
Bei Muskelverletzungen ist eine sofortige Therapie durch die richtige Erstversorgung wichtig, um die Heilung zu beschleunigen: Unter Umständen lässt sich die Heilungsdauer so um mehrere Wochen verkürzen. Die richtige Reihenfolge der Erste-Hilfe-Massnahmen zur Erstversorgung von Muskelverletzungen können Sie sich mit einer als PECH-Schema bezeichneten Eselsbrücke merken:
- P wie Pause: Der erste Schritt zur Erstversorgung von Muskelverletzungen besteht darin, direkt nach dem Unfall beziehungsweise beim Auftreten der ersten Anzeichen für Muskelverletzungen die sportliche Betätigung einzustellen und die betroffene Extremität ruhig zu stellen, um weitere Schäden zu vermeiden.
- E wie Eis: Um zu verhindern, dass durch einen mit vielen Muskelverletzungen einhergehenden Bluterguss (Hämatom) eine Schwellung entsteht, ist es empfehlenswert, die betroffene Stelle sofort nach dem Unfall beziehungsweise der Verletzung mithilfe einer Eisauflage zu kühlen. Die Kühlung sorgt dafür, dass die verletzte Stelle weniger durchblutet ist. Ausserdem sind die Schmerzen umso schwächer, je weniger die betroffene Stelle anschwillt.
- C wie Compression: Zusätzlich zur Kühlung ist es bei der Erstversorgung möglich, mit einem elastischen, breitflächigen Kompressionsverband dosierten Druck auf die von der Muskelverletzung betroffene Stelle auszuüben. So lässt sich verhindern, dass Blut in das Gewebe fliesst und eine weitere Schwellung entsteht. Zudem stabilisiert und schont der unterstützende Verband den betroffenen Muskel.
- H wie Hochlagerung: Nach Muskelverletzungen lässt sich eine weitere Schwellung und Einblutung in das Gewebe auch unterbinden, indem Sie die von betroffene Extremität hochlagern. Da auch das Kreislaufsystem den Gesetzen der Schwerkraft folgt, fliesst durch eine möglichst hochgelagerte Extremität weniger Blut in die Weichteile der verletzten Region, dafür strömt das Blut umso leichter zurück.
Konservative Therapie
Bei Muskelverletzungen zielt die konservative Therapie darauf ab, das Muskelgewebe möglichst schnell abschwellen zu lassen und Blutergüsse abzubauen. Dazu empfiehlt es sich, die Extremität hochzulagern und kühlende Verbände anzulegen. Entzündungshemmende Medikamente können Ihre Beschwerden lindern.
Die gegen Muskelverletzungen eingesetzte konservative Therapie durch Ruhigstellung der Muskulatur und Tape-Verbände hat den Zweck, gerissene Muskelfasern soweit anzunähern, dass sie selbstständig wieder zusammenwachsen können. Später kommen Massnahmen der physikalischen Behandlung wie Reizstrombehandlung und Lymphdrainage hinzu.
Operation
Bei Muskelverletzungen ist zur Therapie meist eine Operation notwendig, wenn der Muskelfaserriss grösser als ein Drittel des Querschnitts des betroffenen Muskelstrangs ist. Dabei versucht der Chirurg, die gerissenen Muskelfasern wieder zusammenzunähen. Auch wenn bei Muskelverletzungen Blutergüsse auftreten, die so gross sind, dass der Körper sie nicht selbstständig abbauen kann, ist es ratsam, diese operativ zu entfernen.
7. Verlauf
Bei Muskelverletzungen hängt der Verlauf vom Schweregrad der Schädigung ab: Je schwerer eine Muskelverletzung ist, desto länger kann es dauern, bis die Bewegungsfähigkeit vollständig wiederhergestellt ist. Grundsätzlich ist die Prognose nach Muskelverletzungen jedoch gut.
Beim Muskelkater sind die Beschwerden nach spätestens einer Woche wieder verschwunden. Sind nur einzelne Muskelfasern von der Muskelverletzung betroffen, ist es möglich, nach drei Wochen mit aktiven Dehnübungen – bis an die Schmerzgrenze – zu beginnen. Ist ein ganzer Muskelstrang gerissen, verzögert sich der Beginn der Bewegungsübungen bis zu zwölf Wochen.
Der gleiche Verlauf gilt für die Wiederaufnahme einer sportlichen Betätigung nach Muskelverletzungen: Je geringer die Schädigung, desto eher ist es möglich, mit dem Training zu beginnen. Bei leichten Muskelverletzungen ist mit ärztlicher Genehmigung ein Einstiegstraining schon nach ein bis zwei Wochen wieder möglich. Nach Muskelzerrungen lässt sich das Training im günstigsten Fall schon nach einem Tag wieder aufnehmen. Bei einem Muskelriss zum Beispiel ist es je nach Ausmass der Verletzung ratsam, bis zu 16 Wochen keinen Sport auszuüben. Wer einen gerissenen Muskel zu früh belastet, riskiert einen erneuten Muskelriss.
8. Vorbeugen
Da Muskelverletzungen vom Muskelkater bis hin zum Muskelriss oft durch falsches Verhalten entstehen, können Sie ihnen durch einige Massnahmen weitgehend vorbeugen:
Gewöhnen Sie Ihren Körper vorbeugend langsam an neue Bewegungen, denn: Eine ungenügend trainierte und überbeanspruchte Muskulatur ist für Muskelverletzungen wie Muskelkater, Muskelzerrungen sowie Muskelfaserrisse oder Muskelrisse besonders anfällig.
Auch wenn Sie gut trainiert sind, können bei Ihnen Muskelverletzungen auftreten, wenn Sie sich vor der sportlichen Betätigung nicht ausreichend aufwärmen. Richtiges Aufwärmen ist zum Vorbeugen von Muskelverletzungen als grundsätzlich von Bedeutung: Es garantiert, dass alle Muskelpartien deutlich besser durchblutet und somit angewärmt sind – die Muskulatur ist elastischer. Bei Aufwärmen stehen langsame, fliessende Bewegungen im Vordergrund. Ein bewusstes Dehnen einzelner Muskeln und Bänder ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings, doch dafür ist eine vorgewärmte Muskulatur ebenfalls ratsam. Diese Übungen stehen also am besten am Ende einer Trainingseinheit.
Da Muskelprellungen immer durch äussere, stumpfe Gewaltwirkung entstehen, ist es zum Vorbeugen dieser Muskelverletzungen ratsam, bei körperbetonten Sportarten eine geeignete Schutzausrüstung zu tragen.