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Es wurden 15 klassierte Vorkommnisse registriert, wovon alle auf der Stufe 0 - also unterhalb der von 1 bis 7 reichenden internationalen Störfall-Bewertungsskala für Kernanlagen (Ines) - eingeordnet wurden. Die Ines-Skala der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) berücksichtigt neben der Beeinträchtigung der präventiven Sicherheit auch die Strahlenexposition des Personals und die Abgabe radioaktiver Stoffe an die Umwelt. Mit 0 werden nicht sicherheitssignifikante Vorkommnisse und mit 7 wird ein schwerwiegender Unfall bezeichnet.
Die Anzahl klassierter Vorkommnisse pro Jahr schwankte in den letzten zehn Jahren zwischen 23 (1989) und fünf (1998). Zwölf der Vorkommnisse des Jahres 1999 waren in den fünf Kernkraftwerksblöcken zu verzeichnen, drei betrafen das Paul Scherrer Institut (PSI), das in Villigen und Würenlingen nukleare Anlagen zur Forschung betreibt. Bei den über 400 Inspektionen, die die HSK im Jahre 1999 vorgenommen hatte, stellte sie einen guten Allgemeinzustand der Kernanlagen, eine gut organisierte Betriebsführung und ein vorschriftsgemässes Verhalten in den sicherheitsbezogenen Belangen fest.
Die Betriebsführung des Kernkraftwerks Gösgen (KKG) wurde von einem internationalen Expertenteam der IAEO im November 1999 im Rahmen einer Osart-Mission überprüft. Das Programm Osart (Operational Safety Review Team) verfolgt das Ziel, die Mitgliedstaaten der IAEO bei der Erhöhung der betrieblichen Sicherheit zu unterstützen und die ständige Entwicklung dieser Sicherheit mit Hilfe von Informationen über gute Praktiken zu fördern. Gösgen ist nach Leibstadt (1994) und Beznau (1995) das dritte schweizerische Kernkraftwerk, das von einem solchen Expertenteam unter die Lupe genommen wurde. In Mühleberg ist eine Osart-Überprüfung im nächsten Herbst vorgesehen. Die Durchführung dieser Missionen in den schweizerischen Kernkraftwerken wurde vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Ende der 80er-Jahre initiiert. Der Osart-Bericht zum KKG wird in den nächsten Wochen erwartet.
Nachdem das Bundesamt für Energie im August 1999 wieder neue Bewilligungen für die Beförderung abgebrannter Brennelemente ausgestellt hatte, wurden bis Ende Jahr vier Transporte von der Schweiz in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague durchgeführt; drei gingen von Gösgen und einer von Beznau aus. Alle vier Transporte wurden unter Berücksichtigung der von der HSK geforderten Auflagen ausgeführt. Sie wurden sowohl von den Werken als auch von den Transporteuren korrekt, vorschriftsgemäss und ohne das Auftreten von Kontaminationen abgewickelt. Die Einhaltung des Sauberkeitsrichtwerts von 4 Bq/cm2 bei allen Transporten deutet darauf hin, dass die zusätzlichen Massnahmen in den Bereichen Beladung, Reinigung, Messprogramm, Organisation und Kommunikation ihre Wirkung zeigen. Für dieses Jahr sind gegenwärtig rund 20 Transporte abgebrannter Brennelemente vorgesehen und teilweise bereits bewilligt worden.
Der ausführliche HSK-Jahresbericht 1999 über die nukleare Sicherheit und den Strahlenschutz in den schweizerischen Kernanlagen wird voraussichtlich Anfang Frühling erscheinen.
Quelle
M.S. nach Pressemitteilung HSK, 13. Januar 2000