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größere Blitzgefahr von 271. Der durch Blitzschlag jährlich angerichtete Schaden wird für Deutschland [* 2] auf 6‒8 Mill. M. veranschlagt. In flachen Gegenden sind Gebäude dem Blitzschlag mehr ausgesetzt als in gebirgigen, was sich dadurch erklärt, daß in Gebirgsgegenden die Ortschaften meist in den Thälern liegen, die höchsten Punkte daher in der Regel unbewohnt sind, während in der Ebene die Gebäude sich als hervorragende Punkte darbieten. So ist nach Holtz für die Jahre 1874‒77 die Blitzgefahr 97 für Süddeutschland, dagegen 227 für Norddeutschland.
Jede Erhöhung, auf der ein Gebäude liegt, sowie die Nähe von Flüssen und Seen bedingt eine Vermehrung der Blitzgefahr, wogegen die Nähe von Wald die Gefahr vermindern dürfte; doch können diese Verhältnisse durch die Grundwasserlagerung modifiziert werden. Außerdem wächst die Blitzgefahr mit der Höhe der Gebäude, was am augenscheinlichsten durch die große Gefährdung der Kirchen und der Windmühlen bewiesen wird, obwohl bei letztern als mitwirkende Ursachen die meist vorhandene Bodenerhöhung und die isolierte Lage in Betracht kommen.
Holtz findet für die Jahre 1870‒77 bei den Kirchen eine Blitzgefahr von 3360 (Sachsen-Weimar) und von 8333 (Landdrostei Stade) [* 3] und für städtische Kirchen allein (Provinz Brandenburg) [* 4] sogar die Zahl 10514; die Blitzgefahr für Windmühlen ergab sich zu 1650 (Vorpommern) bis 10800 (Landdrostei Aurich). [* 5] Die schleswig-holstein. Statistik ergab pro 1879‒83 für Kirchen eine jährliche Blitzgefahr von 4520, für Windmühlen von 14420, während sich für andere Gebäude die Blitzgefahr nur zu 230 (ländliche) und zu 130 (städtische) ergab. (Bei allen angeführten statist. Angaben sind nur diejenigen Blitzschläge gezählt, die Schaden anrichteten und bei den Feuerversicherungsanstalten angemeldet wurden.) Der Grund, daß bei gleicher Anzahl ländlicher und städtischer Gebäude von jenen mehr durch den Blitz getroffen werden, scheint darin zu liegen, daß ländliche, also einzeln stehende Gebäude nicht nur diejenigen Blitze auf sich ziehen, die bei gleichmäßig angenommener Verteilung der Blitzschläge auf sie nach Maßgabe des bedeckten Areals entfallen würden, sondern auch diejenigen, die nach dieser Berechnung auf ihre nächste Umgebung kommen.
Gebäude mit Metalldächern, eisernen Treppen, [* 6] Ankern und Trägern, mit Gas- und Wasserleitungsrohren gelten unter übrigens gleichen Umständen für der Blitzgefahr mehr ausgesetzt, als Gebäude ohne Metallkonstruktion. Dies ist indes nur so zu verstehen, daß ein an der betreffenden Stelle ohnehin vorkommender Blitzschlag seinen Weg eher nach dem mit Metall versehenen Gebäude, als nach einem andern unmittelbar benachbarten nehmen wird; andererseits wirken die Metalle, z. B. die außen verlaufenden Regenrinnen und Abfallrohre, häufig als Blitzableiter.
Bäume, die ein Gebäude überragen, gewähren zwar insofern Schutz, als sie zunächst den Blitz auf sich ziehen, also vom Gebäude ablenken, und in der Regel einen Teil der Entladung durch ihre Wurzeln weiter leiten; andererseits liegt aber auch die Gefahr nahe, daß die Entladung aus dem Baumstamm teilweise auf das Gebäude übergeht. Ebenfalls teils schützend, teils gefährdend ist der Einfluß benachbarter Telegraphen- und Telephonleitungen, doch wird hier im allgemeinen die schützende Wirkung überwiegen, namentlich bei den städtischen Telephonleitungen, da dieselben mit zahlreichen Blitzableitern versehen sind. Eine unzweifelhafte Gefährdung ist dagegen vorhanden, wenn sich in der Nähe der Telephonleitung ein Gas- oder Wasserleitungsrohr befindet, das nicht in metallischer Verbindung mit einem Blitzableiter steht. Über den Schutz gegen Blitzgefahr durch Blitzableiter und dessen Einrichtung s. Blitzableiter und Blitzplatten. –
Vgl. F. Neesen, Die Blitzgefahr (Berl. 1891).
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