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Ohrgeräusche sind akustische Sinneswahrnehmungen, die ihren Ursprung im Körper selbst haben, ohne dass es eine entsprechende äussere Schallquelle gibt. Mehr als ein Drittel der Menschen nimmt vorübergehend Ohrgeräusche wahr. Gegen 10% der Bevölkerung haben einen Tinnitus, der sich für sie störend auswirkt und die Hälfte von diesen empfindet eine wesentliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.
beruht in der Regel auf konkreten physikalischen Vorgängen, die sich im lebenden Organismus ständig oder zeitweise abspielen. Die wahrgenommenen Geräusche sind teils auch für andere Personen feststellbar. Dabei handelt es sich z.B. um Töne, die mit der Herztätigkeit (Blutstrom) verbunden sind, wie der Pulsschlag in einer Arterie, oder um das Knirschen eines Kiefergelenks oder das Knistern von Haaren im Gehörgang.
entsteht ohne Schallquelle und lässt sich von einem Untersucher nicht mithören. Es kann ein Reizzustand im Hörorgan zugrunde liegen, der den akustischen Sinneseindruck autonom produziert, meist bleibt die Ursache indessen unbekannt.
Zeitdauer weniger als drei Monate.
bleibt länger als 12 Monate bestehen. Man nimmt an, dass sich in solchen Fällen die Wahrnehmung des Geräuschs im Gehirn verselbständigt hat, ohne dass von Seiten des Hörorgans noch Fehlinformationen eintreffen.
wird zwar zwischenzeitlich noch wahrgenommen, er stört aber kaum oder nicht mehr.
wird als störend oder quälend empfunden und löst Begleitsymptome aus, z.B. psychischer Art.
Objektiver Tinnitus entsteht aufgrund oft leicht erklärbarer Vorgänge.
Subjektiver Tinnitus beruht auf Reizeindrücken aus dem Innenohr und Bewusstwerdung im Gehirn. Die Einzelheiten sind nach wie vor nicht geklärt. Für den Ursprung im Innenohr spricht das Auftreten nach einer schädigenden Einwirkung auf das Hörorgan. Dass eine Fixierung des falschen Sinneseindrucks im Gehirn stattfinden kann, geht daraus hervor, dass nach therapeutischer Durchtrennung des Hörnervs (was tatsächlich schon geschehen ist) die Geräusche weiterhin wahrgenommen wurden. Unmittelbare Auslöser können sein:
Objektiver Tinnitus: Wie es klingt, hängt von der Schallquelle ab. Pulssynchrone Geräusche z.B. sind ein Hämmern, Klopfen, Rauschen oder Zischen, das in Ruhe und beim Einschlafen stört. Andere Erscheinungen lassen sich durch eine bestimmte Kopfhaltung oder Bewegung auslösen. Eine Einbusse des Hörvermögens muss nicht vorliegen.
Für den subjektiven Tinnitus, also die im Ohr selbst generierten Geräusche, gilt:
Anhaltender Tinnitus kann quälender sein als Schwerhörigkeit. Insbesondere bei laut empfundenen Ohrgeräuschen ist die Lebensqualität eingeschränkt. Häufige Folgen sind Schlafstörungen, Nachlassen der Konzentration, Depressionen und Ängste.
Eine rasche ärztliche Untersuchung ist angezeigt, wenn zusammen mit dem Ohrgeräusch ein Hörsturz auftritt, ebenso bei gleichzeitigem heftigem Schwindel, und wenn ein akutes, akustisches Trauma die Ursache war.
Diagnostisch werden je nach vermuteter Ursache verschiedene Hörtests verwendet und das Nervensystem, der Allgemeinstatus und die Halswirbelsäule untersucht.
Ziel einer Therapie ist das Verhindern eines chronischen Verlaufs. Die Behandlung sollte so früh als möglich beginnen und richtet sich hauptsächlich nach den individuellen Bedürfnissen und dem Ansprechen. Die Therapieangebote sind jedoch so vielschichtig wie die Ursachen der Krankheit und das geeignete Vorgehen lässt sie sich oft nur empirisch ermitteln.