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7G. Keimblatt und Naturell
1. Embryonales Stadium
In den ersten Stunden nach der Befruchtung des menschlichen Eies entsteht ein Zellhaufen. Kurz darauf, am 2. oder 3. Tag formt sich der Zellhaufen zu einer Kugel (Blastula; kleine Blase) und danach zu einer Hohlkugel (Gastrula; kleiner Hohlraum).
Die Wand der Hohlkugel besteht zunächst aus einer äusseren und einer inneren Zellschicht und bald bildet sich dazwischen eine mittlere Zellschicht.
Im Inneren des Hohlraumes befindet sich eine Flüssigkeit.
- Aus der äusseren Zellschicht mit der Bezeichnung Ectoderm ("äussere Haut") bilden sich die Haut und das Nervensystem.
- Aus der inneren Zellschicht mit der Bezeichnung "Entoderm" ("innere Haut") bilden sich der Darm und die inneren Organe.
- Aus der mittleren Zellschicht mit der Bezeichnung "Mesoderm" (mittlere Haut) entstehenden die muskelbildenden Gewebe, das Herz und die blutbildenden Gewebe, z.B. die Milz.
Anmerkungen
1. Für weitere Hintergrund-Information siehe Siegfried Kupfer / Paul Schärer: Grundlagen der Menschenkenntnis, Band I.
2. Bei Tieren, die aus einer Eizelle entstehen, verlaufen die Prozesse in genau gleicher Weise, z.B. Frosch, Pferd, Menschenaffe. Bei Tieren entwickeln sich die Keimblätter bei jedem Tier-Individuum nahezu gleich stark. Es sind kaum individuelle Unterschiede erkennbar.
3. Link zu einem empfehlenswerten Fachartikel über die Gastrulation, leider nur auf Englisch verfügbar: https://en.wikipedia.org/wiki/Gastrulation
2. Individuell unterschiedliche Entwicklung der Keimblätter
Nur beim Menschen entwickeln sich die drei Keimblätter in individuell unterschiedlicher Weise.
- Die bevorzugte Entwicklung des inneren Keimblattes führt zur Bildung des Ernährungs-Naturells
- Die bevorzugte Entwicklung des äusseren Keimblattes führt zur Bildung des Empfindungs-Naturells
- Die bevorzugte Entwicklung des mittleren Keimblattes führt zur Bildung des Bewegung-Naturells
- Die gleichmässige Entwicklung aller 3 Keimblätter führt zur Bildung des harmonischen Naturells.
Carl Huter hat bereits als 6-jähriger Knabe beobachtet, dass sich die erwachsenen Menschen seines Dorfes aufgrund ihres Aussehens in drei Gruppen einteilen liessen und die Menschen jeder Gruppe einen anderen, charakteristischen Grundcharakter besassen, vgl. seine Ausführungen in "Welt- und Menschenkenntnis", V. Lehrbrief, siebte Lektion.
Seine späteren Forschungen führten ihn zum Ergebnis, dass diese Typen auf einer individuell unterschiedlich starken Entwicklung der drei Keimblätter beruhen, die viele Jahrzehnte früher, um 1830 wissenschaftlich erforscht und beschrieben worden sind.
3. Medizinhistorisches
Die Erforschung der hier genannten vorgeburtlichen Entwicklung von Tier und Mensch erfolgte im 19. Jahrhundert. Die damaligen Erforscher waren zu ihrer Zeit sehr bekannte Personen:
Karl Ernst von Baer (1792-1876)
Zu den Leistungen von Baers, der sich in den ersten Jahren seiner Laufbahn überwiegend der Embryologie widmete, gehören
- die Entdeckung der menschlichen Eizelle im Jahre 1827
- die Begründung der vergleichenden und menschlichen Embryologie auf Grundlage des Keimblattkonzeptes
- die Erstbenennung der Spermatozoen
- die Erkenntnis der Chorda dorsalis als eines grundlegenden, homologisierbaren Merkmals aller Wirbeltiere und
- eine systematische Kritik an der Rekapitulationsthese.
Von Baer gilt als Entdecker der Keimblätter, d.h. des inneren und des äusseren Keimblattes.
Robert Remak (1815-1865)
Zu seinen Leistungen gehören:
- Mitbegründer der Elektromedizin
- identifizierte den Erbgrind als Pilzinfektion
- erkannte, dass das Froschei eine Zelle ist und sich durch Zellteilungen entwickelt
- entdeckte den Achsenzylinder (Axon) markhaltiger Nerven sowie die marklosen Nerven
- entdeckte das dritte Keimblatt.
Es gibt weitere Forscher, die wichtige Beiträge geliefert haben, z.B. Albert Kölliker (1817-1905), Professor an der Universität Würzburg, geboren und aufgewachsen in Zürich.
Die drei Körperbausysteme wurden somit bereits Jahrzehnte vor Huter entdeckt. Carl Huter hat um 1868 herum bemerkt, dass man die Menschen nach Ernährung / Ruhe, Bewegung / Tatkraft und Empfindung / seelische und geistige Anteilnahme charakterisieren kann. Diese Beobachtungen Huters kann man als eine Nachentdeckung bezeichnen.
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