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Helmut Halm, dem Walser-Leser aus dem Fliehenden Pferd bekannt, nimmt das Angebot einer Gastdozentur in Kalifornien an. Er versucht eine Flucht nach vorn, denn er meint, durch Emigration zur Emanzipation gelangen zu können. Er macht sich auf, seiner Persönlichkeit Gewicht und Bedeutung zu gewinnen. Doch auch in Amerika wendet er alles wieder gegen sich. In einem Anfall von Übermut wirft sich Halm gleich zu Beginn seines kalifornischen Aufenthalts in die Brandung und entgeht nur knapp dem Tod. Die Liebe zu einer Studentin setzt ihn, den glücklich Verheirateten, ins Unrecht, und das macht ihn verletzbar.
Martin Walser wurde am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Nach seinem Arbeitsdienst erlebte er das Ende des Zweiten Weltkrieges von 1944 bis 1945 als Soldat der Wehrmacht. Nach Kriegsende machte er 1946 in Lindau am Bodensee-Gymnasium das Abitur und studierte an den Universitäten Regensburg und Tübingen Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Mit einer Dissertation zu Franz Kafka wurde er 1951 in Tübingen promoviert. Von 1949 bis 57 arbeitete er beim Süddeutschen Rundfunk. In dieser Zeit unternahm er Reisen für Funk und Fernsehen nach Italien, Frankreich, England, CSSR und Polen und schrieb erste Hörspiele.1950 heiratete er Katharina Neuner-Jehle. Aus dieser Ehe gingen die Töchter Franziska, Alissa, Johanna und Theresia hervor. Seit 1953 wurde Walser regelmässig zu den Tagungen der Gruppe 47 eingeladen, die ihn 1955 für die Erzählung Templones Ende auszeichnete. Sein erster Roman Ehen in Philippsburg erschien 1957 und wurde ein grosser Erfolg. Walser lebte von da an mit seiner Familie als freier Schriftsteller erst in Friedrichshafen und dann in Nussdorf am Bodensee.
Ein Deutscher in Kalifornien ist entweder Schauspieler oder Regisseur oder so bekannt, daß man ihn als Gastdozenten einlädt. Brandung von Martin Walser spielt einmal mehr mit dem beliebten Thema: Deutschland ist mir zu eng, ich muß hinaus in die weite Welt. Daß der Deutsche dort oft genug feststellen muß,... Ein Deutscher in Kalifornien ist entweder Schauspieler oder Regisseur oder so bekannt, daß man ihn als Gastdozenten einlädt. Brandung von Martin Walser spielt einmal mehr mit dem beliebten Thema: Deutschland ist mir zu eng, ich muß hinaus in die weite Welt. Daß der Deutsche dort oft genug feststellen muß, wie Deutsch er doch ist und nicht nur als solcher angesehen wird, führt auch bei Walser dazu, daß er sich nicht ganz freiwillig eingestehen muß, sich mit der Heimat wieder anzufreunden. Halm, der Held, läßt sich von seinem neuen Leben mitreißen, versucht Schritt zu halten, indem er erst mal alle neuen Eindrücke begeistert in sich aufsaugt und ihm dann die Liebe von Lehrer zur Schülerin dazwischenkommt. Der Leser wird strafversetzt in eine Romanze deutscher Prägung, die nun alles mit sich bringt, was gerne bei einem Mann als Neuanfang steht: frischer Sex, durch ihn neugeboren,. Vor der Kulisse von San Francisco führt Walser somit einen weiteren Aufguss von: der reife Mann und die späte Liebe vor. Nicht gerade Walsers stärkster Roman.