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Die Inflation in Venezuela hat den höchsten Stand seit mehr als 60 Jahren erreicht. In den zwölf Monaten bis Ende Mai stiegen die Preise um 108 Prozent, wie aus einer Schätzung privater Ökonomen hervorgeht, die damit fehlende staatliche Daten kompensieren wollen.
Die Jahresteuerung lag demnach über dem letzten Höhepunkt von 1996, als sie mit 103 Prozent ein ähnlich hohes Niveau erreicht hatte. Bis zum Jahresende rechnen Ökonomen mit einem Plus bei den Konsumentenpreisen zwischen 150 und 200 Prozent.
Bereits jetzt können sich Venezolaner mit einer Banknote angesichts der hohen Preise nicht mal mehr einen Schokoladenriegel kaufen. Laut Banken leeren sich die Geldautomaten zweimal so schnell wie noch vor einem Jahr.
Sie haben bereits die Notenbank dazu aufgefordert, Banknoten mit höheren Wertangaben zu drucken. Auf dem Schwarzmarkt wird der wertvollste Schein, die 100-Bolivar-Note, derzeit mit weniger als 20 US-Cent gehandelt.
Venezuela leidet unter dem Ölpreisverfall, der die staatlichen Einnahmen schmälert, sowie hohen Zahlungsverpflichtungen. Das Land verfügt nicht über ausreichend Devisen, um Güter des täglichen Bedarfs zu importieren. Angesichts der schweren Versorgungskrise liefern Argentinien, Brasilien und Nicaragua Lebensmittel und Medikamente in das südamerikanische Land. (sda/reu/dpa)