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946 m. Ueber dem Dorf
Bönigen aufragender bewaldeter
Ausläufer der
SchynigenPlatte. An der Hasleregg, dem zum tiefen Hauetengraben abfallenden Gehänge des
Berges, erlitten die
gegen ihre
Herren, die Edeln von
Weissenburg, in Aufruhr getretenen Leute des Haslethales 1332 eine entscheidende Niederlage,
die dem Aufstand ein Ende bereitete.
Auf dem Sytiberg soll nach der Volksüberlieferung ein später durch
ein Erdbeben zerstörtes
SchlossGutenburg gestanden haben.
Bezirk des Kantons St. Gallen,
nach
Hof und Gemeinde Tablat benannt und 1831 eingerichtet.
Er umfasst den w. Abschnitt des frühern
Bezirkes Rorschach
(mit Ausnahme der Gemeinde
Straubenzell) und bildet einen durchschnittlich 3 km breiten, von N. nach S.
sich ziehenden Landstreifen von 15,5 km Länge. Er grenzt: im W. mit der
Sitter an den Bezirk Gossau,
im O. mit der
Goldach und der
Steinach an den Bezirk Rorschach,
im
S. an den Bezirk
St. Gallen, im SO. mit dem Höhenzug der
Egg an den Kanton Appenzell
und im N.
an den Thurgau.
Exklaven sind: im NO. die von thurgauischem Gebiet umschlossene und zur Gemeinde
Häggenswil gehörige Parzelle
Achhof
und im SW. im Bezirk
St. Gallen die ehemalige fürstäbtische
Pfalz mit der Domkirche, dem ehemaligen Kloster und den st. gallischen
Regierungsgebäuden (s. den Art.
Pfalz).
Der Bezirk umfasst die 4 politischen Gemeinden Tablat,
Wittenbach,
Häggenswil und
Muolen mit 4 Pfarreien
und 3 Pfarrfilialen. Im nördl. und mittlern Abschnitt des Bezirkes findet sich fruchtbares hügeliges
Wies- und Obstbaumgelände
mit einzelnen Waldkomplexen, während im S. gegen Appenzell
hin Vorbergreihen aus Molasse bis zu 900-1100 m hinauf steigen. Den Bezirk
flankieren die romantischen
Schluchten und
Tobel der
Sitter,
Goldach und
Steinach, welch letzterm die Bahnlinie
von St. Gallen
nach
Rorschach am
Bodensee folgt.
Die Gipfelpartien der Hügel und
Berge zieren Tannwaldkronen. Es gibt eine grössere Anzahl prächtiger Aussichtspunkte, so
im S. auf der Eggkette (Aeussere
Egg etc.), der
Freudenberg bei St. Gallen und der Romonterberg mit
St. Peter und Paul,
im N. die mit einem
Schloss gekrönte
Höhe von
Dottenwil. Kleine Seebecken sind der Wenigersee und
Rütiweier im S. und im N.
der Finkenbachweier. Ausser einigen Torfgründen in den untern Gemeinden
Wittenbach,
Häggenswil und
Muolen findet sich im ganzen
Bezirk nur Wiesland mit vereinzelten Waldbeständen. Früheres Ackerland hat überall den
MattenPlatz
machen müssen. Der Bezirk hat eine Waldfläche von 654,10 ha.
1900 zählte der Bezirk auf eine Gesamtfläche von
¶
forlaufend
5582,6 ha 16425 Ew., also 285 Ew. auf 1 km2. 3515 Haushaltungen in 1470 Häusern. 11512 Katholiken und 4900 Reformierte.
Hauptbeschäftigung der Bewohner ist die Landwirtschaft als Wiesen- und Obstbau mit Viehzucht. 10 Käsereien. In Wittenbach
eine Gesellschaft für Obstverwertung mit bedeutender Mosterei. Rühriger landwirtschaftlicher Verein. Torfausbeute und Holzhandel.
Die Viehzählungen haben folgende Resultate ergeben:
1886
1901
1906
Rindvieh
4809
5493
6021
Pferde
472
581
744
Schweine
753
2079
2942
Schafe
86
81
48
Ziegen
197
120
89
Bienenstöcke
751
796
-
Im obern Bezirksteil haben sich Gewerbe und Industrie ganz bedeutend entwickelt. Hauptindustrie ist die Stickerei. Ausser
den Industrien in der Gemeinde Tablat (s. diesen Art.) finden sich noch eine grosse Stickfabrik in Kronbühl
(Gemeinde Wittenbach) und zwei mittelgrosse in den untern Gemeinden, sowie auch vereinzelte Stickmaschinen. Der Bezirk zählt
ausser den gewöhnlichen Primar- und Fortbildungsschulen je ein Privatinstitut in Kronthal (Gemeinde Tablat) und in Kronbühl
(Gemeinde Wittenbach), sowie zahlreiche gesellige, gemeinnützige, wohltätige, politische, religiöse
und Fach- und Berufsvereine.
Aus sozialen und administrativen Gründen strebt man eine Vereinigung der Gemeinden Tablat und Straubenzell
(im Bezirk Gossau) mit der Stadtgemeinde St. Gallen
an, von der sie tatsächlich Aussenquartiere bilden. Hauptort und Gerichtsort des
Bezirkes ist St. Fiden-Langgasse. Bis 1861 war das Dorf Wittenbach der Versammlungsort der Bezirksgemeinde. Ausser den im Art.
Gemeinde Tablat genannten historischen Punkten des Bezirkes sind hier noch zu erwähnen die beiden Burgruinen
Alt und Neu Ramswag in der Gemeinde Häggenswil.
(Kt. St. Gallen,
Bez. Tablat). 650-1091 m. Nach der Stadt St. Gallen volksreichste Gemeinde des Kantons mit einer Fläche von 2345 ha.
Der Gemeindebann umfasst im N. ein welliges, obst- und wiesenreiches Hügelland und reicht im S. bis
in die Zone der AppenzellerVorberge hinauf. Prächtige Aussichtspunkte sind die Egg, der Freudenberg und die Höhe von St. Peter
und Paul. Die Gemeinde umschliesst auf drei Seiten das Gebiet von Bezirk und Gemeinde St. Gallen und hat im Innern der letztern
noch eine Exklave, die Pfalz, mit den Gebäuden der ehemaligen Abtei St. Gallen.
Sie wird von der Steinach durchflossen,
die ihr Quellgebiet in dem noch auf Gemeindeboden gelegenen Rütiweier und Wenigersee hat.
Grenzflüsse sind im O. die Goldach und im W. auf eine kleine Strecke die Sitter. Die politische Gemeinde Tablat
umfasst die drei Ortsgemeinden Langgasse, St. Fiden und St. Georgen mit gegen 50 grössern oder kleinern Häusergruppen, Weilern
und Dorfschaften, worunter die fünf städtischen QuartiereSt. Fiden, Kronthal, Neudorf, Langgasse und St. Georgen als Vororte
von St. Gallen
erscheinen. Im Jahr 1900 zählte die Gemeinde Tablat in 926 Wohnhäusern 12590 Ew. (wovon 8485 Katholiken
und 4092 Reformierte). 1870 betrug die Einwohnerzahl in 561 Häusern 5791 Köpfe, während
die Bevölkerung im Oktober 1907 auf 24000 Köpfe
angewachsen war.
Tablat stellt sich somit hinsichtlich des raschen Anwachsens seiner Einwohnerzahl unter die ersten Gemeinden der Schweiz. 3 Postbureaux, 1 Postablage
und 3 Telegraphenbureaux. Während die Gemeinde früher vorherrschend agrikol war, wiegt jetzt die gewerbliche
und industrielle Tätigkeit ganz bedeutend vor. Nach der eidg. Betriebszählung von 1905 bestehen 925 gewerbliche Betriebe,
worunter 14 Stickfabriken, 20 einzelne Stickmaschinen, eine Maschinenfabrik, eine mechanische Werkstätte, 2 Baumwollspinnereien,
eine Schokoladefabrik, eine Möbelfabrik, je eine Sägerei, Ziegelei, Käserei, Kolonialwarenhandlung
en gros, Kuranstalt und Weinfabrik, je 4 Weinhandlungen und mechanische Schreinereien, eine Holzschnitzerei und Altarbauerei, 2 photographische
Anstalten, eine Buchdruckerei, 2 Bierbrauereien.
Ein Privatinstitut, 5 katholische und 2 reformierte Schulhäuser. Rat- oder Gemeindehaus. 3 Filialkirchen der Dompfarrei
St. Gallen,
eine Wallfahrtskirche und ein Frauenkloster (St. Notkersegg). In der von der Gemeinde St. Gallen umschlossenen
Exklave der Pfalz liegen die bischöfliche Dom- oder Kathedralkirche (zugleich katholische Pfarrkirche der ganzen Gemeinde
Tablat), die bischöfliche Residenz, die kantonalen Regierungsgebäude, das Zeughaus, das Gefängnis, das Gebäude der kantonalen
katholischen Verwaltungsbehörden, die Stiftsbibliothek, die katholische Knaben- und Mädchenrealschule, die katholische
Kinderkapelle, der grosse Klosterhof und ein Primarschulgebäude der Stadt St. Gallen. Von der Stadt St. Gallen
ziehen der Rorschacher- und der Konstanzerstrasse entlang je eine Tramlinie nach St. Fiden-Kronthal einerseits und nach Langgasse-Heiligkreuz
andrerseits.
Altersasyl, Mägdeherberge, grosses und wohleingerichtetes Armenhaus. Auf Boden der Gemeinde Tablat liegen auch die st. gallische
Eisbahn und der Schützenplatz, auf dem wiederholt das eidg. Schützenfest gefeiert worden ist. Prächtige Wiesen und wohlgepflegte
Waldungen. Beim Aussichtspunkt St. Peter und Paul der Wildpark der Stadt St. Gallen. Auf den Anhöhen und
in den Thalgründen stehen zahlreiche Villen und Landhäuser. Die Geschichte der Gemeinde Tablat nimmt ihren Anfang mit dem
Jahr 1470, als man in St. Fiden mit dem Bau eines Amts- und Gerichtshauses begann. In die Jahre 1525-1532 fallen die Reformationsbewegungen
und das tolle Treiben der Wiedertäufer in Tablat. 1532 kehrte Tablat wieder zum alten Glauben zurück,
worauf man die reformiert gebliebenen Bewohner der Stadtpfarrei Linsebühl zuteilte, zu der sie heute noch gehören.
Auf dem 1848 erweiterten Friedhof zu St. Fiden ruhen u. a. die Domherren Zürcher und Popp, sowie die Landammänner Jakob
Baumgartner, J. J. Müller, J. Keel. An die Pestzeiten erinnert der «Totenacker»
in St. Fiden, die Grabstätte der zahlreichen an der Pest gestorbenen Personen und so mancher ihrer Pfleger aus der Schaar
der Konventualen des KlostersSt. Gallen.
Die verschiedenen Ortschaften und Bauernhöfe der Gemeinde sind durch zahlreiche Feuersbrünste
heimgesucht worden, so u. a. in den Jahren 1827, 1829, 1830, 1831, 1833, 1837, 1839, 1842, 1843, 1846,
1848, 1851, 1856. Auf Gemeindeboden stehen die Burgruinen Falkenstein und Rappenstein im Martinstobel, sowie das Schlösschen
Winkelbach, das eine bewegte Geschichte hat und aus welchem eine Reihe hervorragender Staatsmänner und Offiziere in
fremden Diensten hervorgegangen sind. Mit dem Bau der neuen Strasse St. Gallen-Rorschach 1837 entstand
die Ortschaft Neudorf.