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Schon der Titel "Quatuor pour la Fin du Temps“ und seine Niederschrift im Kriegsjahr 1940 lassen die bedrückende Entstehungsgeschichte dieser Musik erahnen. Messiaen wurde nach der deutschen Besetzung Frankreichs in ein Lager bei Görlitz deportiert und musste dort eine harte einjährige Gefangenschaft erdulden. Dennoch erhielt er Notenpapier und die Gelegenheit, sein Quartett für sich und drei Mitinsassen zu komponieren und es am 15. Januar 1941 vor 400 Häftlingen aufzuführen.
Sein Quartett ist nicht der klassischen Viersätzigkeit verpflichtet, sondern erscheint als achtsätzige Suite, in deren Abschnitten programmatische Meditationen über die Schöpfung und das Johannes-Evangelium musikalisch nachempfunden werden. Die modale Melodiesprache führt den Hörer in der Zeit enthobenen, unendlichen Raum. Spezifische Rhythmen, die im Gegensatz zur abendländischen Musik kein Taktmaß mehr kennen, tragen maßgeblich dazu bei, das Empfinden der Zeit zu spirituellen Dimensionen zu dehnen. Damit liefert Messiaen einen Gegenentwurf zur tradierten ziel- und zeitgerichteten, auf Entwicklung und Vorwärtsdrängen angelegten Musik.
Eine überzeugendere Umsetzung dieses Ausnahme-Stücks dürfte es nicht geben, zumal die Aufnahme im Beisein des Komponisten entstand und von ihm autorisiert wurde.