Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03150.jsonl.gz/540

In diesen politisch gereizten und in dem von der katholischen Kirche stark geprägten gesellschaftlichen Umfeld schloss sich um die Jahrhundertwende im alten „Nussbäumli“ eine Anzahl junger Leute zusammen, welche sich von dieser Parteipolitik distanzierten und die aufrichtige Kameradschaft pflegen wollten. Dies geschah anfänglich innerhalb einer lockeren Vereinigung, welche zwar noch keinen Vorstand, jedoch in der Person von Arnold Anton, Magaziner, bereits einen Präsidenten kannte.
Es war auch bereits Usus, dass, wer sich in der Nächstenliebe soweit verfehlte und für sein ganzes Leben nur mehr einen weiblichen Nächsten lieben wollte, vom Statuts des Aktiv- zu dem Ehrenmitgliedes zu wechseln hatte, denn eines der acht Gründermitglieder fuhr alsbald in den Hafen der Ehe ein.
Am 2. April 1901 versammelten sich die sieben Aktivmitglieder im „Höfli“ und wählten einen Präsidenten, einen Kassier und eine Aktuar. Der gewählte Vorstand wurde zudem beauftragt, Statuten auszuarbeiten, welche den Vereinszweck mit der „Verbreitung der Nächsten-Liebe unter der Jungmannschaft von Altdorf“ sowie „Pflege kollegialischer Kameradschaft und Geselligkeit“ festlegte. Die Nächstenliebe Altdorf begann ihr Vereinsleben mit Statuten und einem Vorstand, der beinahe die Hälfte der Mitgliederzahl ausmachte.