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BAROCKE KAMMERMUSIK
Das Trio für deutsche Flöte, Oboe d'amore und Generalbass von Antonio Lotti wurde einer anderen Quelle zufolge auch als G. Ph. Telemann komponiert. In Bezug auf den Stil lässt sich die Frage, wer der wahre Komponist war, nicht klären. Die Verzierungen der Außensätze scheinen charakteristisch für Telemann zu sein, während der schlichte vokale Mittelsatz zweifelsohne eher Lotti zuzuordnen ist. Da das Werk in drei Sätzen komponiert ist, scheint der erste Satz, ein schneller Satz, darauf hinzuweisen, dass Lotti der Komponist war; der einzige äußerliche Unterschied (technischer Natur) zwischen den beiden Fassungen deutet ebenfalls auf Lotti als Komponisten hin: Die G-Dur-Tonart der Telemann-Fassung wird auf der Oboe d'amore in B-Dur gespielt, Lottis A-Dur dagegen in C-Dur - eine Version, die für die unvollkommenen Barockinstrumente bequemer ist.
Die Triosonate "L'Astrée" von François Couperin ist ein Frühwerk des großen französischen Meisters. Es ist durchaus möglich, dass der italienische Einfluss auf den jungen Couperin in den bedeutenden langsamen Sätzen zum Ausdruck kommt. Im Großen und Ganzen trägt das Werk jedoch den Stempel des allgemeinen französischen Verzierungsstils des 18. Jahrhunderts, der vor allem in den Verzierungen wie Triller, Mordent, Appoggiatura, Doppelnoten, Bindebögen und anderen ähnlichen Formen der Verzierung zum Ausdruck kommt" (H. O. Schmitz).
Antonio Vivaldis Opus XIII, das 1737 erstmals gedruckt wurde, trägt den passenden Titel "Il pastor fido" (der treue Hirte), denn es enthält eine Sammlung von Sonaten für verschiedene Instrumente mit meist bukolischem Charakter: Dudelsack, Drehleier, Flöte, Oboe (darunter die g-Moll-Sonate auf der vorliegenden Aufnahme) und Violine. In Vivaldis umfangreichem Oeuvre ist die Oboe nicht annähernd so wichtig wie die Violine; auch die Zahl der Sonaten ist relativ gering, wenn man bedenkt, wie viele Konzerte Vivaldi geschrieben hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nur wenige Sonaten für Oboe erhalten sind. Wie die meisten seiner Kompositionen wurden sie für seine Schüler am "Ospedale della Pietà" geschrieben, einem Waisenhaus in Venedig, das für seine Konzerte unter Vivaldis Leitung berühmt war.
Unter dem Titel "Trio ex Db a Violino et Clavecin obligé di Mons. Bach' ist die hier aufgenommene Sonate in einem Manuskriptband aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts enthalten. Entsprechend der damaligen Praxis wurde die Komposition von M. Seiffert und H. Keller in der Fassung für zwei Violinen und Generalbass veröffentlicht. Nicht weniger wichtig ist aber der hier unternommene Versuch, den Sopranstimmen die beiden wichtigsten Blasinstrumente der Zeit, nämlich die deutsche Flöte und die Oboe, anzuvertrauen. Die Authentizität des Werkes als Komposition von Johann Sebastian Bach ist vielfach angezweifelt worden. In vielen Teilen ist das verwendete Material jedoch so sehr an Bach angelehnt (vgl. den Beginn des zweiten Satzes), dass der Komponist zumindest im engsten Schülerkreis von J. S. Bach zu suchen ist. Eine Alternative - in Frage kommen Friedemann Bach oder J. L. Krebs als Komponisten - konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Auch die Echtheit der Flötensonate D-Dur von Georg Friedrich Händel wird bezweifelt. In einer separaten Abschrift überliefert, könnte sie durchaus zur Gruppe der sogenannten "Hallenser-Sonaten" gehören, die der junge Händel während seines Aufenthalts an der Universität Halle (Deutschland) schrieb. Die unprätentiöse melodische Qualität dieser Sonate hat einen besonderen Reiz. In der vorliegenden Aufnahme wird das Cembalo von einem Fagott unterstützt, was die Zweistimmigkeit der Komposition noch unterstreicht.
Im Jahr 1717 bezeichnete Mattheson den italienischen Stil als "scharf, farbig und ausdrucksvoll", im Gegensatz zum französischen Stil, den er als "natürlich, fließend, zart" bezeichnete. Johann Joachim Quantz, der sein Ziel verfolgte, diese beiden Stile zu einem so genannten deutschen Stil zu verbinden, nutzte die französische Einfachheit der Struktur und die neuen italienischen Ausdrucksmöglichkeiten, ohne seinen neu gebildeten deutschen Stil aufzugeben. Die Triosonate kann als gutes Beispiel für diese Stilmischung angesehen werden. Auffallend ist die häufige Verwendung dissonanter Effekte - vor allem in den langsamen Sätzen -, was einer der Grundforderungen von Quantz entspricht, denn "ohne diese Mischung von Harmonie und Disharmonie wäre die Musik eines Mittels beraubt, um eine Vielzahl von Leidenschaften sofort zu erregen und zu beruhigen" (Quantz). Darüber hinaus ist die Instrumentierung dieser Sonate von besonderem Interesse, da Quantz sie für die beiden Instrumente komponierte, mit denen er am meisten vertraut war. Wir müssen bedenken, dass die Oboe sein Hauptinstrument war, bevor er zum berühmten Flötisten wurde, und dass er als Oboist 1718 seine erste Berufung in das königliche polnische Orchester von August II. erhielt.
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