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Überraschung! Fournier kommt doch!
10 Tage nach seinem Weggang als Coach des FC Sion hat Sébastien Fournier bereits einen neuen Arbeitgeber in der Super League: Der Tabellenletzte Servette FC setzt nach der Entlassung von João Alves nun auf den Walliser.
Es klingt unglaublich: Mit fast achtzig Trainern soll der Servette FC in den letzten Tagen in Kontakt gewesen sein; so erzählt es der Präsident Hugh Quennec am Donnerstag. Sie alle interessierten sich für den Arbeitsplatz des Portugiesen João Alves, der vor zehn Tagen entlassen worden war. Wenn das zutrifft, dann haben in Genf zuletzt jeden Tag acht mehr oder weniger ernstgemeinte Assessments stattgefunden; da reicht die Zeit kaum für ein vernünftiges Telefongespräch, geschweige denn für seriöse Abklärungen. Aber wenn man dem Präsidenten Quennec Glauben schenken darf, dann war ein Kandidat besser als der andere. Nationaltrainer sollen sich beworben haben und Chefcoachs mit Erfahrung in der Champions League. Niemand aber war offenbar geeigneter als Sébastien Fournier. Er unterschrieb einen Vertrag mit dem Tabellenletzten bis Ende Saison. Er enthält eine Option auf eine Verlängerung.
Vor zehn Tagen war der 41-jährige Walliser nach nur drei Monaten als Cheftrainer des FC Sion freigestellt worden, weil er in der Kabine die eigenen Spieler so beschimpft hatte, dass er jeden Respekt verlor. Nun sagt Fournier: «Jetzt stehe ich schon wieder an der Spitze einer Mannschaft der Super League. Das ist ausserordentlich.» Es fühle sich an, als sei er gar nie weg gewesen, als habe er bloss eine neunmonatige Reise unternommen. Fournier spielte von 1997 bis 2004 bei Servette, danach war er bis 2011 im Nachwuchsbereich der Genfer tätig.
Quennec lobt Fourniers Vorzüge an der Medienkonferenz zwar überschwänglich, aber grenzenlos scheint das Vertrauen in den Jungtrainer nicht zu sein. Quennec sagt: «Fournier ist noch ein Fussball-Student, er hat keine grosse Erfahrung als Trainer in der Super League. Er muss beweisen, dass er es verdient, seinen Platz zu behalten.» Es ist Fourniers zweite Chance; die erste verspielte er ziemlich leichtfertig. / http://www.nzz.ch