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Mourvèdre - eine starke Persönlichkeit August 25, 2017 11:02
Sicher ist, dass sie seit ungefähr vier Jahrhunderten in Frankreich heimisch und dort hauptsächlich im Süden bzw. Südosten, kultiviert wird. Am wohlsten fühlt sie sich an der Mittelmeer-Küste: Languedoc, Côtes du Rhône und vor allem in der Provence; ein Bandolwein zum Beispiel besteht aus mindestens 50% Mourvèdre.
Der Mourvèdre hat einen geraden Wuchs. Die dickhäutigen Trauben sind kompakt, mittelgross, kegelförmig bis rundlich. Das weiche Fruchtfleisch der blauschwarzen Beere ist saftig und bitter. Die Reben wachsen auf sand-, kalk- und lehmhaltigen Böden, daraus entstehen generell kräftige und schön strukturierte Weine. Die besonderen Merkmale dieser Weinrebe sind ihr später Austrieb und ihre späte, recht langsame Reife. Daher benötigt die Rebe über einen langen Zeitraum hinweg viel Sonne und Wärme. Dank dem äusserst günstigen Klima im Bandolgebiet (jährlich über 300 Sonnentage) können die Winzer sogar ohne grosse chemische Eingriffe arbeiten.
Lange unterschätzt, gilt die Rebsorte heute als unumgängliche und ist eine der Beliebtesten. Sie liefert ein für Rotweine exzellentes Tanningerüst. Die jungen Weine verströmen Noten von Pfeffer und schwarzen Früchten (Schwarze Johannisbeere, Brombeere) mit leichten Tönen von Heidekraut oder Lorbeer. Die älteren Weine (ca. 5 Jahre) entfalten rundere Noten und komplexere Aromen. In der Nase zeigen sie daher Spuren von Trüffel und Leder sowie marmeladige Noten (Pflaume, Brombeere, Heidelbeere), aber auch Wild- und Gewürzaromen. Roséweinen verleiht er mehr Frische und ein breiteres Aromenspektrum. Dies ist auch das Geheimnis der Beliebtheit der Roséweine aus dem Bandolgebiet, die weltweit einen exzellenten Ruf geniessen.