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Der Südsudan hat mit überwältigender Mehrheit die Unabhängigkeit gewählt. Nach dem am Montag in Khartum vorgestellten offiziellen Endergebnis stimmten 98,8 Prozent der knapp vier Millionen Wähler in der historischen Volksabstimmung im Januar für einen eigenen Staat.
Nur knapp 45'000 Wähler hatten für den Verbleib mit dem Norden gestimmt. Kurz vor der Bekanntgabe des Ergebnisses hatte der Präsident des ostafrikanischen Landes, Omar al-Baschir, im Staatsfernsehen bereits versichert, der Norden werde das Ergebnis als "Ausdruck des Willens des Volkes im Süden akzeptieren".
Al-Baschir verabschiedete bereits ein entsprechendes Dekret, das das Ergebnis des Sezessionsreferendums anerkennt. Als Datum für die Unabhängigkeit ist der 9. Juli vorgesehen. Damit könnte sich der ölreiche Südsudan in fünf Monaten vom Norden abkoppeln.
Hoffen auf friedliche Trennung
Die Staatengemeinschaft hofft, dass die Abspaltung ohne Gewalt geschehen wird. Die Schweiz begrüsste am Abend den "relativ ruhigen, friedlichen und geordneten Verlauf" des Referendums. Dieses sei einen Meilenstein auf dem Weg zum Frieden, hiess es in einer Erklärung von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey. Zugleich bedauerte die Gewalt während der Abstimmung.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte dem Land umgehen Hilfe zu. Es sei ein grosser Erfolg für den ganzen Sudan, dass die Volksabstimmung um eine Teilung des grössten Landes Afrikas relativ friedlich verlaufen sei, erklärte er in New York.
Erst in der vergangenen Woche waren an der Demarkationslinie bei Kämpfen zwischen nord- und südsudanesischen Soldaten einer gemeinsamen Einheit mindestens neun Menschen getötet worden, darunter ein UNO-Mitarbeiter.
Grosse Streitfragen ungeklärt
Das Referendum war in einem Friedensvertrag nach zwei Bürgerkriegen (1955-1972 und 1983-2005) vereinbart worden, in denen insgesamt etwa drei Millionen Menschen getötet wurden.
Mit dem Abkommen wurden jedoch wesentliche Fragen nicht geklärt, sondern nur Verhandlungen vereinbart. Umstritten sind unter anderem die Grenzziehung, die Verteilung des Öls und der Status der Region Abyei. Auch die Frage der Bürgerrechte ist ungeklärt.
Der südsudanesische Präsident Salva Kiir hat angekündigt, der Südsudan werde sich am 9. Juli für unabhängig erklären. Wenn der Prozess wie geplant fortgesetzt wird, wird der Südsudan dann der 193. Staat der Welt werden. Dessen Name ist noch unbekannt.
SDA-ATS