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|Oberleutnant

Berner Dominique
Persönlicher Text:
Zum Nachdenken
Wir wünschten, Sie könnten...
Wir wünschten, Sie könnten den Kummer eines Geschäftsmannes sehen, als sein Lebenswerk in Flammen aufging, oder die Familie, die aus dem Urlaub nach Hause kommt, um ihr Haus und ihre Habseligkeiten beschädigt, oder gar zerstört vorzufinden.
Wir wünschten, Sie könnten fühlen, wie es ist, ein brennendes Schlafzimmer nach Menschen abzusuchen, die Flammen schlagen über unsere Köpfe hinweg, während des Kriechens schmerzen die Handflächen und Knie, der Fußboden gibt unter dem Gewicht nach, wenn unter uns die Küche anfängt zu brennen.
Wir wünschten, Sie könnten den unvergleichbaren Geruch brennender Isolierungen, den Geschmack von Ruß im Mund, das Gefühl intensiver Hitze, die durch die Ausrüstung dringt, das Geräusch der lodernden Flammen, oder die Beklemmung durch den dichten Rauch absolut nicht zu sehen nachempfinden.
Wir wünschten, Sie könnten verstehen, wie es ist, am Morgen zur Schule, oder zur Arbeit zu gehen, nachdem wir den Großteil der Nacht nass durchgeschwitzt bei einem Brand verbracht haben.
Wir wünschten, Sie könnten unsere Gedanken lesen, wenn wir zu einem Feuer gerufen werden. Ist es ein Entstehungsbrand, oder ein fortgeschrittenes, atmendes Feuer, oder gar ein Fehlalarm? Wie ist das Gebäude konstruiert? Welche Gefahren erwarten uns? Sind Menschenleben in Gefahr?
Wir wünschten, Sie könnten die Frustration im Führerhaus unseres Löschfahrzeuges fühlen, der Maschinist drückt seinen Fuß fest auf das Gaspedal, wieder und wieder heult das Martinshorn, aber es geht eben nicht schneller. Wenn Sie uns brauchen, wann auch immer es ist, sind Ihre ersten Worte nach unsrem Eintreffen: "Das hat ja eine Ewigkeit gedauert bis ihr hier wart!"
Wir wünschten, Sie könnten unsere Gedanken lesen, wenn wir helfen, eine junge Frau aus den zertrümmerten Resten ihres Wagens zu retten. Was wäre, wenn es meine Schwester, meine Freundin, Mutter, oder eine Bekannte ist? Wie werden ihre Eltern reagieren, wenn ein Polizist vor der Haustür steht, der seine Mütze in den Händen hält?
Wir wünschten, Sie könnten wissen, wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen, Eltern und Familie zu begrüßen, aber nicht den Mut zu haben ihnen zu erzählen, dass man beinahe vom letzten Einsatz nicht zurück gekommen wäre.
Wir wünschten, Sie könnten die physische, emotionale und mentale Belastung von stehen gelassenem Essen, fehlendem Schlaf und verpasster Freizeit vorstellen, zusammen mit all der Tragödien, die unsere Augen gesehen haben.
Wir wünschten, Sie könnten die Ängste und das Bangen unserer Freundinnen, Frauen und Lebensgefährten verstehen, wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden und sie auf uns warten, egal zu welcher Tageszeit.
Und solange Sie das nicht durchgemacht haben, werden Sie nie wirklich verstehen, oder einschätzen können, wer wir sind, was wir sind und was unsere freiwillige Arbeit wirklich bedeutet!