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Vor rund einem Jahr, am 2. November 2021, meldete sich die Beschuldigte per Kurznachricht bei einer Frau, die an ihrem Arbeitsplatz in Zürich Zugriff auf ein System zur Ausstellung von Covid-Testzertifikaten hatte. Laut der Anklage der Staatsanwaltschaft bat sie die Frau, ihr ein negatives Testzertifikat auszustellen, obwohl sie sich gar nicht testen liess.
Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Verurteilung der Frau wegen Anstiftung zur Urkundenfälschung. Sie soll mit einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken bestraft werden. Bezahlen muss sie die insgesamt 1800 Franken aber nur, wenn sie innerhalb der Probezeit von zwei Jahren erneut straffällig wird.
Auf jeden Fall bezahlen soll sie laut der Anklage die Kosten des Verfahrens in der Höhe von 2500 Franken. Ob gegen die Ausstellerin des Zertifikats ebenfalls ein Strafverfahren läuft oder bereits abgeschlossen wurde, geht aus der Anklageschrift nicht hervor.
In der Schweiz galt zum Tatzeitpunkt im November 2021 unter anderem eine Zertifikatspflicht für den Besuch von Innenräumen von Gastronomiebetrieben sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Wer nicht geimpft war, brauchte deshalb immer wieder ein neues Test-Zertifikat, um die Einrichtungen besuchen zu können.
Die Situation führte zu einem florierenden Handel mit gefälschten Impf- und Test-Zertifikaten. Wie viele falsche Zertifikate in der Schweiz im Umlauf waren, ist nicht bekannt. Seit dem 17. Februar 2022 wird das Covid-Zertifikat in der Schweiz nicht mehr verwendet.