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Saumur
Auf der linken Seite der Loire liegt diese wunderschöne mittelalterliche Stadt Saumur, die mit Reizen nicht zu geizen hat. Sekt und Pferde - diese temperamentvolle Mischung verleiht der kleinen Stadt Saumur ihre besondere Atmosphäre. Pferdefans kommen im Sommer zu den Vorführungen des Cadre Noir, einer Spanischen Hofreitschule à la française. Darüber hinaus darf sich Saumur mit seinem Schloss welches das Stadtbild dominiert (heute Sitz des Musée d' Arts décoratifs und des Musée du Cheval) einer der schönsten Stadtansichten an der Loire rühmen.
Die Stadt entstand in Anlehnung an eine Burg aus dem 9. Jahrhundert. 1026 beendete Fulko Nerra, Graf von Anjou, die Herrschaft der Grafen von Blois, und Saumur entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz in der Provinz. Als Teil des Anjou wurde Saumur 1204 unter Philipp II. französische Krondomäne. Im 16. Jahrhundert gab Heinrich III. die Stadt an Henry von Navarre, später Heinrich IV., ab.
Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Saumur zum geistigen Mittelpunkt der Hugenotten. Eine 1593 von Philippe Duplessis-Mornay gegründete protestantische Akademie wurde als Folge der Rücknahme des Edikts von Nantes im Jahre 1685 aufgelöst.
Saumur ist heute Zentrum des Hunderte Jahre altes Weinbaugebietes Anjou. Bereits im 13. Jahrhundert wurde von hier aus Wein nach England verschifft. Das Weinbaugebiet Anjou ist ein Teil der grossen Weinbauregion Loire. In dem Gebiet, das geographisch der alten Provinz Anjou entspricht, werden trockene Weissweine, Schaumweine, trockene Rotweine sowie halbtrockene und süsse Roséweine angeboten.Wer kennt ihn nicht, der liebliche Rosé aus der Provinz Anjou.
Zudem ist Saumur führend in der Produktion und Weiterverarbeitung von Champignons. Der Gartenbau spielt ebenfalls eine grosse Rolle. 40 Prozent der in Frankreich produzierten Rosenstöcke kommen aus der Region. Andere Produktionssparten sind Aluminiumteile, Konserven, Tabak, Likör sowie Textilien. Der Tourismus gewinnt für die Gegend um Saumur immer mehr an Bedeutung. Die rund 75 regionalen Sehenswürdigkeiten ziehen jedes Jahr eine Million Besucher an. Das Gemeindegebiet ist Bestandteil des Regionalen Naturparks Loire-Anjou-Touraine.
Bekanntestes historisches Bauwerk ist sicher das Schloss Saumur mit gotischem Kern (14./15. Jahrhundert) und Renaissance-Umbauten (16. Jahrhundert).
Die Pont Cessart, die Brücke aus dem 18. Jh., verbindet die Stadt mit der Loire-Insel Ile d’Offard. Hie befindet sich auch der schöne Campingplatz mit herrlichem Blick auf das Schloss und die schöne Silhouette der Stadt.
Der Place de la Bilange mit dem klassizistischen Theater, der Maison de Vin, den Cafés und Bars ist der lebhafte Mittelpunkt von Saumur.
Unterhalb der Burg steht die weitgehend gotische Kirche Saint-Pierre, deren Bau im 12. Jahrhundert begonnen wurde.
Ebenso sind die alten Häuser im historischen Stadtkern aus dem 15. Jh.
Die geschichtsträchtige Kavallerieschule mit der angeschlossenen Cadre Noir ist Ende des 18. Jahrhunderts aus der Ausbildungs- und Elitetruppe der französischen Kavallerie hervorgegangen. Heute widmet sich das Institut sowohl der französischen Reittradition als auch der modernen Sportreiterei.
Die vom Cadre Noir gezeigten Schulen über der Erde haben zwar oft gleiche Namen, wie die der spanischen Hofreitschule, aber sie unterscheiden sich meist grundlegend von ihnen. Im Gegensatz zur spanischen Hofreitschule ist zudem nicht nur die Dressur, sondern auch Spring- und Geländereiten Gegenstand der Ausbildung.
Saumur wurde am 21. Juni 1940 während des Westfeldzuges (10. Mai – 22. Juni 1940) von Truppen der Wehrmacht unter Kurt Feldt erobert. Der Waffenstillstand vom Compiègne war am 19. Juni vereinbart worden und wurde am 22. Juni 1940 unterzeichnet. Feldt war ein Pferdekenner und -liebhaber. Als das Oberkommando des Heeres (OKH) ihm anbot, den Angriff auf Saumur mit Sturzkampfbombern zu unterstützen, sagte er:
„Die da drüben sind Kavalleristen und daher unsere Freunde – und ausserdem widerstrebt es mir, die schönen Pferde durch Bomben kaputtschmeissen zu lassen.“
Als Feldt 1970 starb, legten französische Offiziere an seinem Sarg Kränze nieder.
Saumur wurde im August 1944 von alliierten Truppen unter General George S. Patton befreit. Patton hatte 1912 in Saumur studiert.
Camping de l'Ile
d'Offard