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Augensalben DarreichungsformenAugensalben sind halbfeste und sterile Zubereitungen, welche für die Verwendung auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder am Augenlid bestimmt sind. Die enthaltenen Wirkstoffe sind in einer lipophilen Grundlage wie beispielsweise Wollwachs oder Vaseline homogen verteilt. Augensalben haben pflegende, befeuchtende und abhängig von den Wirkstoffen definierte pharmakologische Eigenschaften. Sie werden zum Beispiel bei Infektionen, Entzündungen und Augenreizungen eingesetzt. Kontaktlinsen sollen während der Behandlung nicht getragen werden. Falls zusätzlich Augentropfen verabreicht werden, soll die Salbe am Schluss mit einem zeitlichen Abstand von mindestens 5 bis 15 Minuten in den Bindehautsack gegeben werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem vorübergehende Sehstörungen und lokale Reaktionen am Auge.Produkte
In der Schweiz sind derzeit nur wenige Augensalben im Handel, denn Augentropfen werden häufiger verwendet. Einige Augentropfen sind ohne, andere hingegen nur mit ärztlicher Verordnung erhältlich.Struktur und Eigenschaften
Augensalben sind halbfeste und sterile Zubereitungen zur Anwendung am Auge, die zur Verwendung auf der Bindehaut, auf der Hornhaut oder an den Augenlidern bestimmt sind. Sie enthalten einen oder mehrere Wirkstoffe, welche in der Grundlage homogen verteilt sind. Als Grundlagen werden beispielsweise Wollwachs, Paraffin und Vaseline verwendet. Augensalben können Konservierungsmnittel und Stabilisatoren enthalten. Einige sind unkonserviert.Wirkungen
Augensalben haben pflegende und befeuchtende und abhängig vom Wirkstoff definierte pharmakologische (z.B. antibakterielle, antivirale, antiseptische, entzündungshemmende) Eigenschaften. Im Unterschied zu den Augentropfen sind sie lipidhaltig und verweilen länger am Auge.AnwendungsgebieteDosierung
Gemäss der Fachinformation. Augensalben werden ein- oder mehrmals täglich in das Auge oder die Augen gegeben.
- Die Hände gut mit Seife waschen.
- Das untere Augenlid mit dem Zeigefinger leicht nach unten ziehen, damit zwischen dem Lid und dem Auge ein Zwischenraum entsteht.
- Den Kopf etwas nach hinten neigen und nach oben sehen.
- Die Spitze der Tube soll nicht mit dem Auge oder dem Augenlid in Kontakt kommen.
- Die vorgeschriebene Länge des feinen Salbenstrangs durch leichtes Drücken auf die Tube in die Öffnung geben. Beim Augenwinkel (Nase) beginnen und nach aussen fortsetzen.
- Das Lid loslassen, das Auge schliessen und unter dem Lid bewegen, um das Arzneimittel auf dem Auge zu verteilen.
- Tube wieder verschliessen.
- Nach dem Einbringen muss auf das Lenken von Fahrzeugen und auf das Bedienen von Maschinen verzichtet werden, bis sich die normale Sehschärfe wieder eingestellt hat. Augensalben werden deshalb häufig zur Nacht verabreicht.
Augensalben sind nach dem Anbruch in der Regel einen Monat lang haltbar, seltener auch kürzer oder länger. Einige werden auch auf den Lidrand oder auf das Lid aufgebracht.Wirkstoffe
Zu den Wirkstoffen, die in den Augensalben enthalten sind, gehören beispielsweise:
- Bibrocathol
- Ciprofloxacin
- Dexamethason
- Dexpanthenol
- Euphrasia
- Hydrocortison
- Neomycin
- Ofloxcacin
- Prednison
- Tobramycin
- Vitamin A (Retinol)
Zu den Gegenanzeigen gehören:
- Überempfindlichkeit
Die vollständigen Vorsichtsmassnahmen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.Interaktionen
Andere Augenmittel sollen nicht gleichzeitig, sondern in einem zeitlichen Abstand von mindestens 5 bis 15 Minuten verabreicht werden. Zuerst die Augentropfen und zuletzt die Augensalbe verwenden. Während der Behandlung sollen keine Kontaktlinsen getragen werden.Unerwünschte Wirkungen
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören vorübergehende Sehstörungen (Verschwommensehen) und lokale Reaktionen am Auge wie beispielsweise ein Brennen, Stechen und Schmerzen. Auch topisch applizierte Arzneimittel können in den Kreislauf aufgenommen werden. Die Wirk- und Hilfsstoffe können allergische Reaktionen auslösen.
Solange Sehstörungen bestehen, soll nicht mit dem Auto gefahren werden und es sollen keine Maschinen bedient werden.siehe auchLiteratur
- Arzneimittel-Fachinformation (CH, D)
- Cash J.C., Glass C.A. Family Practice Guidelines. Springer, 2011
- Europäisches Arzneibuch PhEur
- Lehrbücher der pharmazeutischen Technologie
- Lexika der Pharmazie
- Taylor C., Lillis C., LeMone P. Lippincott's Photo Atlas of Medication Administration. Lippincott Williams and Wilkins, 2003
- Winfield A.J., Rees J.A., Smith I. Pharmaceutical Practice. Elsevier, 2009
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.