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Das Thema ESG ist heutzutage in aller Munde. Doch was genau steckt eigentlich dahinter und wie sinnvoll ist ESG für die Anlagestrategie?
Was bedeutet ESG?
ESG kann mit den Worten Umwelt, Soziales und Führungsverantwortung zusammengefasst werden. Die Abkürzung steht dabei für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Führung). Unternehmen verpflichten sich demnach, bestimmte Umweltstandards sowie soziale und ethische Regelungen einzuhalten. ESG ist nichts anderes als ein Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Wirtschaft. Der freiwillige Beitrag, den die Unternehmen dafür leisten, geht über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus. Damit verknüpft ist auch eine nachhaltige Investitionstätigkeit. Diese bezeichnen Fachleute als Socially Responsible Investing.
Im Umweltbereich spielt das Umfeld eine Rolle, in dem das Unternehmen tätig ist. Gemessen werden dabei Faktoren wie der CO2-Ausstoss, der Anteil der erneuerbaren Energien oder die Einhaltung bestimmter Umweltrichtlinien. Im sozialen Bereich sind die Faktoren Human Capital, Produkthaftung, Tarifabschlüsse oder die Einhaltung von Antidiskriminierungsregeln massgeblich.
Bei der Corporate Governance, also der Führungsverantwortung, ist die Einhaltung von ethischen und moralischen Spielregeln notwendig. Dazu gehören beispielsweise Richtlinien zur Korruptionsvermeidung, die Verhinderung von Geldwäsche oder die Implementierung eines unabhängigen Verwaltungsrats in den Unternehmen.
Die Entwicklung der ESG-Richtlinien
Anleger haben bereits in der Vergangenheit verschiedene Anlageziele verfolgt. Diese beschränkten sich nicht auf die Erzielung einer angemessenen Rendite. In der Antike waren damit oft politische Ziele verbunden. Im Mittelalter hofften Anleger durch ihre Anlageziele auf einen Platz im Himmel.
In den 1950er- und 1960er-Jahren verwalteten vor allem Gewerkschaften Pensionsfonds. Sie zielten mit ihren Investments auf die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum oder Gesundheitseinrichtungen ab. In den 1970er-Jahren wurden aufgrund der Apartheidspolitik in Südafrika Fonds eingerichtet, die ethischen Richtlinien folgten.
Zur Jahrtausendwende gab es Fonds, die das Hauptaugenmerk auf soziale Komponenten bei Unternehmen legten. Firmen, die eine gerechte Sozialpolitik verfolgten, erzielten in der Regel auch eine grössere Produktivität. Die Mitarbeiter arbeiteten verantwortungsbewusster und engagierter.
ESG: Die Kriterien und das Rating
Die Richtlinien bei ESG decken die folgende drei Themengebiete ab:
- Umweltfaktoren: Dabei werden Investitionen auf ihre Auswirkungen auf das Klima, die Ressourcen und die Artenvielfalt berücksichtigt.
- Soziale Faktoren: Sie beschreiben den Umgang eines Unternehmens mit Mitarbeitern, Gesundheit und Sicherheit sowie Ernährungssicherheit und dem demografischen Wandel.
- Aufsichtsstrukturen: Im Bereich Governance spielen insbesondere das Risikomanagement und die dazugehörigen Aufsichtsstrukturen eine entscheidende Rolle.
Zur konkreten Darstellung und Berechnung dieser Faktoren wird der Social Return on Investment (SROI) herangezogen. Das ist eine Kennzahl, die dem Return on Investment (ROI) ähnelt. Sie berücksichtigt jedoch neben ökonomischen Zahlen auch soziale und ökologische Werte. Die jeweiligen Kriterien führen letztendlich zur Bewertung des Unternehmens in Form eines ESG-Ratings.
ESG bei der Anlagestrategie: Ja oder Nein?
Unternehmen mit einer starken ESG-Ausprägung gelten allgemein als krisensicherer. Sie zeichnen sich in der Regel durch zukunftsträchtige und innovative Geschäftsmodelle aus. Aber selbstverständlich sind auch solche Unternehmen nicht vor grösseren Kursschwankungen geschützt.
Anlagelösungen mit einem ESG-Label werden immer beliebter, doch das Rating ist nicht immer transparent. Da es eine Vielzahl von Nachhaltigkeit-Rating-Agenturen gibt, die untereinander keine einheitlichen Standards verfolgen, wird die Sinnhaftigkeit von ESG oft infrage gestellt. Die Rating-Agenturen gewichten die einzelnen Kriterien sehr unterschiedlich. So kommt es nicht selten vor, dass ein Unternehmen oder eine Finanzanlage bei der Agentur A einen guten ESG-Score aufweist, aber bei der Agentur B lediglich einen durchschnittlichen oder sogar unterdurchschnittlichen ESG-Score erzielt.
Die EU ist derzeit bestrebt, einheitliche Standards zu definieren. Bis dahin kann es aber noch ein langer und schwieriger Weg sein.
Eine weitere Herausforderung: Bei den ESG-Richtlinien stehen immaterielle und ethische Werte im Vordergrund. Das ist grundsätzlich sehr gut, aber immaterielle Werte können in den meisten Fällen gar nicht oder nur sehr schwer beziffert werden. Das soziale Engagement eines Unternehmens kann nur schwer in Zahlen ausgedrückt werden. Das Gleiche gilt für andere Ziele wie die Erhaltung der Artenvielfalt oder die Ernährungssicherheit.
Eine klare Antwort auf die Fragen «ESG: Ja oder Nein?» ist schwierig. Unsere Antwort lautet demnach: Ja, aber…
Nachhaltigkeit und ethische Grundsätze als Investitionsanreiz
Sie müssen also selbst entscheiden, ob Sie in Nachhaltigkeit, soziales Engagement und/oder Innovation investieren wollen.
Wir bei Point Capital sind der Überzeugung, dass nachhaltige Geschäftsmodelle und ethisches Verhalten sich langfristig immer durchsetzen werden. Aus diesem Grund investieren wir in innovative Qualitätsunternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen. Solche Unternehmen werden mit grosser Wahrscheinlichkeit langfristig erfolgreich sein.
Für die Auswahl unserer Qualitätsunternehmen haben wir ein eigenes Bewertungsmodell entwickelt. Dabei berücksichtigen wir unter anderem Themen, die auch bei ESG zentral sind. Aber: Wir verlassen uns nicht auf die ausgewiesenen ESG-Scores, sondern machen unsere eigene Einschätzung.
Wenn Sie mehr über Point Capital uns unsere Anlagestrategien erfahren möchten, können Sie mit uns jederzeit in Kontakt treten. Wir beraten Sie gerne.