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Bambusrohr
(franz. u. engl. bamboo). Der Bambus (Bambusa arundiacea (Anmerkung des Editors: richtig: Bambusa arundinacea)) gehört zur Familie der Gräser, wächst aber in seiner Heimat, welche die ganze heiße Zone ist, mit erstaunlicher Raschheit baumartig zur Höhe von 20 m und darüber empor und ähnelt dann in seinem Baue einer italienischen Pappel, indem der 80 cm dick werdende gerade Stamm etwa 6 m über dem Boden zahlreiche aufstrebende Äste nach allen Seiten auftreibt, die mehrfach wieder Seitentriebe aussenden.
Das ganze Gewächs ist hohl und in kurzen Abständen durch Knoten abgeteilt, wie die bei uns gebräuchlichen Bambusstöcke und Schirmstiele ersehen lassen, die so ziemlich die einzigen nach Europa gelangenden Proben des Bambus, aber nur junge Triebe oder Äste sind und auch wohl irrtümlich Zuckerrohr genannt werden. In Ostindien, Asien und andern Gegenden Südasiens, wo der Bambus in großer Menge wächst und seines vielfachen Nutzens wegen auch häufig gepflanzt wird, hat derselbe eine viel höhere Bedeutung und allgemeinste Benutzung.
Bei großer Leichtigkeit verbunden mit bedeutender Festigkeit und Dauer, die besonders durch die stark kieselhaltige Rinde bedingt wird, dient das stärkere Holz zu Wasserröhren und Gefäßen, zum Häuser- und Brückenbau, zu Masten, Stangen, Leitern, kleineres zu Möbeln und andern Hausgeräten, gespalten zu Flechtwerk, Körben, Matten, Segeln, Rollvorhängen, Regen- und Sonnenschirmen, Hüten, Stricken und noch mancher andern Verwendung, selbst zu Kunstarbeiten, wie Schnitzwerk, gravierten und eingelegten Arbeiten.
Die Chinesen benutzen den B. außerdem zur Bereitung von Papier, die jungen Triebe anstatt Spargelgemüse. Übrigens hat sich neuerlich auch von Jamaika ein Ausfuhrhandel mit Bambusfaser entwickelt, die mittels zerreibender Maschinen, hergestellt wird, und teils nach England, häufiger aber nach Nordamerika verführt wird, jedenfalls als Papierstoff. Die Samenkörner des B. geben auch ein leidliches Brot, aber er wird erst mit 25 Jahren tragbar und dann nur für einmal, worauf er gleich abstirbt. Die Franzosen betreiben jetzt damit im Süden ihres Landes Anbauversuche, wie es heißt mit Aussicht auf Erfolg, und dazu kann wohl die neuerlich bekannt gewordene Thatsache ermutigen, daß das Gewächs in China selbst noch im höchsten Norden des Reichs gedeiht, in einem Klima mit kälteren Wintern als die mitteleuropäischen. - Zoll: S. Tarif im Anh. Nr. 13 a. Bearbeitete Stöcke Nr. 13 g. ¶