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Autor: Pascal Jäggi
Freiburg Dicht gedrängt erwarteten die Zuschauer den Auftritt der extrovertierten Pianospielerin. Begleitet wurde Amanda Palmer von der australischen Tänzertruppe «Danger Ensemble», die eher Theater spielte, als tanzte. Mal wurde das Publikum einbezogen, wie bei «Coin-Operated Boy» (aus Dresden-Dolls-Zeiten), als die beiden Herren der Gruppe mit Schildern umherzogen, auf denen sie einen Kuss für Geld anboten, dann zwängten sich die vier in Schuluniformen, um «Strength through Music» zu untermalen, das Palmer in Gedenken an die ver-schiedenen Schulmassaker in den USA verfasst hat (Gänsehaut erzeugte die Liste von Namen der Opfer, die zu Beginn vorgelesen wurde).
Um der Zweisprachigkeit gerecht zu werden, spielte Palmer je ein Lied auf Französisch und auf Deutsch. Beides sehr beeindruckend, die «Seeräuber-Jenny» aus Bertolt Brechts «Dreigroschenoper» und Jacques Brels Klassiker «Ne me quitte pas». Zum letzten Song, «Umbrella» von Rihanna, kam Palmer hinter ihrem malträtierten Piano hervor und nahm die Ukulele zur Hand, während das «Danger Ensemble» Regenschirme auspackte und Weisswein verspritzte. Schliesslich folgten die beiden Zugaben, zuerst ein kraftvolles «Leeds United», dann der krönende Abschluss: Amanda Palmer spielte, auf dem Merchandisingtisch stehend, die Loserhymne «Creep» von Radiohead, begleitet bloss von ihrer Ukulele und dem andächtigen Mitsingen des Refrains durch das restlos zufriedene Publikum.