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In der Ausgabe von Samstag, dem 12.6.2010, hat der Tagesanzeiger einen kleinen Artikel veröffentlicht, in welchem die zu ziehenden Lehren aus dem Fall des Berner Akupunkturisten und «Heilers» besprochen werden. Es handelt sich um einen Alternativmediziner, welcher verdächtigt wird, mehrere Patienten mit dem HI-Virus angesteckt zu haben (oder, gemäss den Standards des Boulevard-Journalismus, erwiesenermassen absichtlich angesteckt hat). Der Tagesanzeiger-Artikel ist mit «Kontrollen gegen Scharlatane» interessant betitelt.
Der Inhalt aber geht in eine andere Richtung, als der Titel und Lead vermuten lassen.
Das Argument ist, im Wesentlichen, dass es bessere Regulierungen brauche, um Anbieterinnen und Anbieter von «CAM» (im Artikel als «nicht-ärztliche Therapeuten» bezeichnet) an Minimalstandards in Betreff von Hygiene u.ä. zu binden. Dagegen spricht sicherlich nichts.
Was im Artikel nicht gefordert wird: Verbindliche Minimalstandards evidenzbasierter Medizin für «CAM»-Anbieterinnen und -Anbieter. «Scharlatan» meint also nicht, «CAM»-Heilmethoden entgegen aller wissenschaftlichen Methodik und Erkenntnis als erwiesenermassen wirksam zu behaupten. «Scharlatan» meint hier nur «CAM»-Anbieterinnen und -Anbieter, welche sich nicht an die die Reputation der Branche sichernden Standards des «Dachverbandes Komplementärmedizin» halten.