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Demenz ist ein Syndrom, das heisst es ist ein Oberbegriff für unterschiedliche Erkrankungen, die sich jedoch durch ähnliche Symptome manifestieren und die Leistungsfähigkeit des Gehirns verringern. Dazu gehören unter anderem eine Beeinträchtigung der Sprache und des Gedächtnisses, Schwierigkeiten bei der örtlichen und zeitlichen Orientierung sowie eine Veränderung des Verhaltens und der Persönlichkeit.
Zweithäufigste Form
Mit schätzungsweise 62 % ist Alzheimer die häufigste vorkommende Demenzform, während die vaskuläre Demenzerkrankung mit rund 17 % die zweithäufigste Demenzform bildet. Letztere tritt mehrheitlich in einem höheren Lebensalter auf. Ungefähr 1 bis 4 % der Menschen über 65 Jahren sind von einer vaskulären Demenz betroffen und diese Häufigkeit verdoppelt sich alle fünf bis zehn Jahre. Eine vaskuläre Demenz kann ebenfalls gemeinsam mit der Alzheimer-Krankheit als sogenannte gemischte Demenzform auftreten, wobei sie häufiger bei Männern als bei Frauen auftritt.
Ursachen
Die vaskuläre Demenz, welche auch gefässbedingte Demenz genannt wird, ist eine Störung der Durchblutung im Gehirn aufgrund von Schädigungen der Blutgefässe. Dadurch fehlt es an sauerstoffreichem Blut und als Folge sterben die Nervenzellen im Gehirn ab. Dabei gibt es verschiedene Formen von vaskulärer Demenz: Bei der Multiinfarktdemenz zerstören mehrere kleine Durchblutungsstörungen jeweils kleine Teile des Gehirns. Bei der Small-Vessel-Dementia zeigen sich kleine Infarkte sowie eine Schädigung der Nervenfasern und der weissen Substanz. Diese Form ist auch bekannt unter dem Namen Morbus Binswanger. Weitere Formen sind die strategische Infarktdemenz, welche sich durch einen einmaligen Infarkt in einer bestimmten kritischen Hirnregion auszeichnet, oder die hämorrhagische Demenz aufgrund von Hirnblutungen.
Symptome
Bei einer vaskulären Demenz können eine Reihe von unterschiedlichen Symptomen auftreten. Diese hängen stark davon ab, welche spezifischen Hirnregionen bei der Erkrankung betroffen sind, sowie das Ausmass der Gewebeschädigung. Symptome einer vaskulären Demenzerkrankung beinhalten unter anderem Schwierigkeiten beim Sprechen und Denken, Probleme bei der Aufmerksamkeit oder eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses. Letztere steht bei einer vaskularen Demenz jedoch nicht im Vordergrund. Ebenfalls können psychologische Symptome wie Depression oder Apathie auftreten. Abhängig von der Ursache treten die Symptome unmittelbar - wie zum Beispiel nach einem Schlaganfall - oder schleichend auf. Während sich die Anzeichen zu Beginn einer vaskulären Demenzerkrankung leicht von denen einer Alzheimer-Erkrankung unterscheiden können, haben diese im fortgeschrittenen Stadium grosse Ähnlichkeiten mit den Symptomen einer Alzheimer-Krankheit.
Prävention
Heute kann eine vaskuläre Demenzerkrankung weder geheilt noch aufgehalten werden. Dennoch lässt sich viel dazu beitragen, einer möglichen Erkrankung vorzubeugen. Nebst den bekannten nicht-veränderbaren Risikofaktoren wie ein höheres Lebensalter, das männliche Geschlecht oder eine genetische Prädisposition, gibt es eine Reihe von veränderbaren Risikofaktoren, die eine Person positiv beeinflussen kann. Faktoren, welche eine vaskuläre Demenzerkrankung begünstigen, sind unter anderem Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, eine fetthaltige Ernährung, ein hoher Cholesterinspiegel, hoher Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, starkes Übergewicht oder Rauchen.
Deshalb kann mit einem gesunden Lebensstil und der frühzeitigen Behandlung dieser Erkrankungen viel dazu beigetragen werden, eine vaskuläre Demenz vorzubeugen. Dabei gelten die gleichen Massnahmen wie zur Prävention von Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Denn unter anderem haben Menschen nach einem Schlaganfall ein höheres Risiko, an einer vaskulären Demenz zu erkranken. Im Allgemeinen gilt, was gut fürs Herz ist, ist auch gut fürs Hirn.
Folgende Massnahmen helfen, einer vaskulären Demenz vorzubeugen:
- Behandlung von Bluthochdruck und anderen kardiovaskulären Risikofaktoren
- Behandlung von Diabetes mellitus
- eine ausgewogene Ernährung
- regelmässige körperliche Bewegung
- Verzicht aufs Rauchen
- gemässigter Alkoholkonsum
- regelmässige geistige Aktivitäten
- Pflegen von sozialen Kontakten
Gesundheitsprobleme wie z. B. ein hoher Blutdruck, ein hoher Blutfettspiegel, Diabetes mellitus und andere Herzerkrankungen sollten möglichst früh beim Vorliegen von Anzeichen abgeklärt und behandelt werden, um das Risiko für eine vaskuläre Demenzerkrankung zu senken. Die frühzeitige Behandlung solcher Erkrankungen, kombiniert mit einem gesunden Lebensstil, können das Risiko, an einer vaskulären Demenz zu erkranken, deutlich senken. Liegt bereits eine vaskuläre Erkrankung vor, trägt die Behandlung der oben erwähnten Krankheiten sowie ein gesunder Lebensstil dazu bei, das Fortschreiten der Demenz hinauszuzögern.
Behandlung
Ähnlich wie bei der Alzheimer-Krankheit kann die vaskuläre Demenz Verhaltensauffälligkeiten und Stimmungsveränderungen auslösen. Mit den sogenannten nichtmedikamentösen Interventionen können die oft mit einer Demenz auftretenden Verhaltensauffälligkeiten und psychologischen Symptomen gelindert, sowie die Lebensqualität von Menschen mit Demenz stabilisiert werden. Solche Interventionen beinhalten unter anderem Physiotherapie oder Logopädie, welche in der Schweiz von den Hausärztinnen und Hausärzten verschrieben werden. Darüber hinaus umfassen Interventionen auch kreative Ansätze wie zum Beispiel Maltherapie oder Musiktherapie.
Mehr zu den nichtmedikamentösen Behandlungsansätzen erfahren Sie im Infoblatt «Nichtmedikamentöse Interventionen».
Dieser Beitrag von Alzheimer Schweiz erschien im Januar 2023 in der Zeitschrift NOVACura des Hogrefe-Verlags. Wir danken für die Möglichkeit der Zweitverwertung.