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Das Jahreseinkommen eines Schweizer Managers wird in der Schweiz falsch bewertet. Als Startpunkt der Skala dienen immer die Normal- oder Durchschnittseinkommen, im Kanton Zürich etwa 72’000 Franken pro Jahr. Verdient ein Spitzenbankier oder Pharmamanager 10 Millionen oder deutlich mehr in der gleichen Zeit, ruft die Hälfte aller Schweizer: Abzocker.
Dieser Binnenmarktvergleich, wie er vor allem von der links-grünen Seite gerne vorgebracht wird, entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit. Unsere Spitzenmanager messen sich an globalen Massstäben, wo es ganz anders aussieht.
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Ein Hedge-Fund-Manager in den USA oder England zählt erst dann zu den Besserverdienern, wenn er über 1 Milliarde im Jahr verdient. Erfolgreich ist man in dieser Branche erst, wenn das Jahreseinkommen zwischen 2 bis 5 Milliarden Franken liegt. Die besten oberen Kader der Hedge Funds erwarten selbstverständlich, dass sie in der Klasse der hundertfachen Einkommens-Millionäre stehen.
Die Spitzenbanker dieser Welt sind deutlich schlechter gestellt, müssen sie sich im Allgemeinen doch mit weniger als 100 Millionen Franken pro Jahr zufrieden geben. In den USA verdienen sie dann immer noch ein Mehrfaches der Schweizer oder europäischen Topbanker, die seit der Finanzkrise im Jahr 2008 mit ihren Instituten auch weit nach hinten gerückt sind.
Grundsätzlich gilt: Wer im Weltmassstab denkt und handelt, wird in den USA und England auch weiterhin deutlich besser bezahlt als in Kontinentaleuropa. Auch zu beachten ist, dass in Japan und in China die Spitzeneinkommen deutlich tiefer sind als in Europa oder den USA.
Die Spitzenkader in der Schweiz verdienen mit über einer Million Franken im Jahr im Allgemeinen sehr gut. Dazu zählen auch die CEOs der wichtigsten Firmen des Bundes. Während in der Wirtschaft ein regelmässiger Wechsel stattfindet, der durch den Wettbewerb verursacht wird, sitzen Chefs von bundesnahen Firmen meist viele Jahre fest im Sattel. Immer häufiger erleben wir, wie beispielsweise bei Schweiz Tourismus und Postfinance, dass die Annahme berechtigt ist, sie seien dem freien Wettbewerb nicht gewachsen.
Diese Ämter werden politisch besetzt, wie auch beim staatlichen Radio und Fernsehen zu sehen, wo die Spitzenfunktion des Präsidenten immer von der CVP (via Medienministerin Doris Leuthard) besetzt werden darf. Andernorts nennt man dies Filz.
Härter geworden ist die Situation in der Schweiz im oberen und mittleren Management. Diese einst „Lehmschicht“ genannte Führungsebene ist unter erheblichen Druck geraten. Wer sein hohes Salär aus der Vergangenheit halten kann, womit Jahreseinkommen von über 300’000 gemeint sind, freut sich und ist ganz still, damit er nicht auffällt.
Daher wundert es nicht, dass gerade diese Führungskräfte in die Ü50-Falle geraten. Banken und Versicherungen, aber auch Industriefirmen, sind im Begriff, diese heute zu teure Führungsebene abzubauen. Es mag in 20% der Fälle die Falschen treffen, denen intellektuelle und körperliche Leistungskraft nicht abzusprechen ist. Es ist an diesen, das Gegenteil zu beweisen.
Natürlich spielt gerade in den grossen Unternehmen die Globalisierung auch im Personalmanagement eine entscheidende Rolle. Bekannt sind die IT- und Finanz-Inder, die weltweit Spitzenpositionen erkämpft haben. Für die besten von ihnen werden Einkommen bezahlt, die sogar noch höher sind als die der bisherigen Schweizer Manager. Viele Talente aus Asien arbeiten jedoch zu Tarifen, die wesentlich günstiger sind, als europäische Manager es gewohnt sind.
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Jetzt sehen sich Schweizer Führungskräfte, gerade der oberen Ränge, auch chinesischen, asiatischen und afrikanischen Chefs gegenüber. Deren Brillanz und Erfahrung infrage zu stellen, ist fahrlässig. Alleine die bei uns landesüblich etwas umständliche Ausdrucksweise macht eine effiziente Zusammenarbeit aus der Sicht ausländischer Starmanager unmöglich.
Wo bei uns in Darlegungen oft noch die alte NZZ-Schreibtechnik angewendet wird, erst im letzten Absatz das Wichtigste zu sagen, verlangt der globale Spitzenmanager die Lösung in den ersten fünf Sätzen, Begründungen später.
Schweizer Topmanagerinnen, die im globalen Wettbewerb mithalten, gibt es extrem wenige. Das bekannteste Beispiel ist die Zürcherin Barbara Kux, die heute in den Aufsichtsräten von Weltkonzernen Einsitz hat. Bei den Grossbanken, der Pharmaindustrie und dem Nestlé-Konzern ist es immer wieder missglückt, Spitzenfrauen dauerhaft einzugliedern. Sie hielten dem internen Wettbewerbsdruck nicht stand.
Für unseren Schweizer Führungsnachwuchs bedeutet dies: Die Besten werden grossartige Karrieren auf dem globalen Feld machen. Weil 96% der Bewerber nicht über die notwendigen Fähigkeiten oder Voraussetzungen verfügen, wird es für diese eng. Denn der Schweizer Binnenmarkt wird immer kleiner und verliert, wie alle Daten zeigen, an wirtschaftlichem Auftrieb.
Die staatliche Engführung, auch Regulierung genannt, behindert nicht nur das Wachstum ganzer Branchen, sondern vernichtet die Aufstiegschancen vieler junger Talente. In den letzten 20 Jahren haben wir weniger Spitzenmanager als Spitzenbeamte in der Bundesverwaltung und in den Kantonen gefördert, dazu Staatsbauern, die nur aufgrund der steuerlichen Umverteilung überleben.
Während Staatsbeamte sich mit 56 bis 60 Jahren frühpensionieren lassen, fordern die bürgerlichen Parteien vom Rest des Volkes Arbeit bis mindestens 67, besser bis zum 70. Altersjahr. Dieser Widerspruch weist auf eine ungute Entwicklung hin, wo eine Staatskaste sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert.
Es ist auch nicht so, dass unsere Business-Hochschulen und -Lehrgänge wirklich am Weltniveau orientiert sind. Das mag an einzelnen Instituten noch der Fall sein, gilt aber auf keinen Fall für das Ganze.
Im Mittelpunkt meiner Ausführung steht der „Schweizer Manager“, „home grown“, wie die Amerikaner sagen. Die Schweiz, ihre Konzerne, ihre Hochschulen und internationalen Institutionen, sie alle profitieren enorm von der Zuwanderung internationaler Spitzenmanager. Dort wird neues Wissen eingebracht, das Wachstum ermöglicht. Natürlich wehrt sich unsere unterlegene Mehrheit gegen eine derartige Entwicklung.
Wieviel darf ein guter Manager verdienen? Er muss mehr verdienen als bisher, wenn er exzellent ist. Sein Einkommen wird stagnieren und sogar sinken, wenn er nur gut ist, sprich das Notwendige leistet. Die 5-Wochen-Ferien-Faulpelze und Vaterschafts-Urlaub-Sozialarbeiter haben keine wirkliche Karrierechance, denn sie sind nie da, wenn man sie braucht.
Gerade in Schweizer Firmen lässt sich als Kader auf allen Stufen noch viel Geld verdienen, aber die Zeichen der Zeit sind überdeutlich: Nur mit einem dauerhaften individuellen Mehreinsatz, einer Steigerung in das Globale hinein, ist die Zukunft vieler zu sichern. In der Schweiz dominiert der politische Verteilungskampf um den Rest des Kuchens.