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Gütschbahn (Luzern)
|Kürzel||DBG|
|Bahntyp||Standseilbahn|
|Betriebseröffnung||1884-08-22|
|Daten vorhanden||ja|
Daten
Allgemeine Bemerkungen
Die Kommentare sind bewusst kurz gehalten. Sie dienen in erster Linie dem Zweck, gewisse Daten oder auch Datenlücken verständlicher zu machen, wobei das Hauptaugenmerk auf die Finanzzahlen fällt. Primäre Quelle bilden die Eisenbahnstatistik respektive die dortigen «Bemerkungen betreffend die einzelnen Bahnunternehmungen», die jeweils am Schluss der Bände stehen. Auf weitere Quellen- oder Literaturangaben wird verzichtet, obwohl solche teilweise mit eingeflossen sind. Die Kommentare sind der Einfachheit halber grundsätzlich in der Vergangenheitsform verfasst. Es heisst also beispielsweise: Bahn X «war» eine Aktiengesellschaft, auch wenn dies noch heute der Fall sein sollte.
Kommentar
Die vierschienige, 1884 eröffnete und mit Wasserballast betriebene DBG war zuerst teilweise, ab 1891 vollständig im Besitz des damaligen Eigentümers der Gütschliegenschaft Ignaz Businger, der auch Konzessionsinhaber war. Die Statistik behandelte das von Businger für die Bahn aufgebrachte Kapital als Aktienkapital, die Gewinne als Dividenden. In den Umschichtungen von Fremd- zu Eigenkapital bis 1891 widerspiegelt sich die schrittweise Übernahme der DBG durch Businger. Die DBG erschloss in der Stadt Luzern (eingangs Baselstrasse) das etwas erhöht situierte Luxushotel «Château Gütsch», dessen Eröffnung gleichzeitig mit derjenigen der DBG stattfand. Mit dem Bau der Seilbahn beauftragt war die Bell Maschinenfabrik AG Kriens. Die DBG verkehrte nicht ganzjährig und verfügte nur über offene Personenwagen.
1895 ging die DBG durch Verkauf an eine neue Inhaberin über, die Gütschbahngesellschaft. Abschreibungen wurden dabei keine vorgenommen. Im Gegenteil erfuhr das Anlagekapital eine erhebliche Aufstockung. Diese diente einem Streckenumbau und der Errichtung einer neuen Talstation. Allerdings war das Anlagekapital ab 1895 stets deutlich höher als die ausgewiesenen Baukosten der Bahn. Offenbar wurden also ebenfalls Gelder für mehr oder weniger bahnfremde Investitionen beschafft, aber nicht verwendet. Die Statistik äusserte sich dazu nicht näher. Nebengeschäfte betrieb die DBG gemäss der Statistik keine. Nach 1905 baute die DBG ihr Fremdkapital ab, wobei 1907 ein Teil in Aktienkapital umgewandelt wurde.
Die DBG war finanziell erfolgreich. In den Spitzenjahren 1893 und 1894 kassierte Businger aus dem Betrieb über 15'000 Franken. Dies entsprach gemessen am Anlagekapital einer Rendite von knapp 16 Prozent. In den Folgejahren bis 1914 waren die Erträge zwar nicht mehr ganz so eindrücklich, aber noch immer durchaus ansprechend. 1915 jedoch rutschte die DBG wegen der kriegsbedingten Tourismuskrise für Jahre in die roten Zahlen, was eng mit dem darbenden Geschäftsgang des Hotels zusammenhing. Der Reiseverkehr der DBG brach massiv ein und erholte sich bis 1920 nur sehr zögerlich. Dennoch war die Finanzsituation der DBG nicht alarmierend. Schwebenden Schulden von überschaubaren 11'674 Franken standen 1920 Reserven von 35'895 Franken gegenüber.
Die Baukosten der ausschliesslich auf Dämmen und in Einschnitten erstellten DBG waren mit 1.07 Mio. Franken pro Bahnkilometer ausgesprochen hoch (Stand 1920). Einen erheblichen Teil davon, nämlich fast 15 Prozent, machte der Landerwerb aus. Mit 21 Prozent überdurchschnittlich hoch waren ebenfalls die Aufwendungen für den Oberbau. Beides hing unter anderem mit dem vierschienigen Bau der DBG zusammen. Der grösste Anteil an den Gesamtkosten entfiel auf den Unterbau mit 34 Prozent.
1961 wurde die DBG elektrifiziert (Gleichstrom). Sie ist heute trotz mehrmaliger Umbauten die weltweit älteste noch erhaltene Anlage mit einem vierschienigen Gleissystem. Ob das so bleibt, ist allerdings fraglich. Im Zug einer Gesamterneuerung des Gütschhotels soll die DBG bis 2013 zu einem Schrägaufzug umgebaut werden.
Erwähnungen
Diese Bahn wird in keinen anderen Kommentaren erwähnt.