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Die Gottfried Keller-Gesellschaft wurde am 16. Juli 1931 in Zürich gegründet. Ihr Domizil war der Lesezirkel Hottingen, der während Jahrzehnten die Zürcher Kultur geprägt hat. Ein einflussreiches Initiativkomitee versandte eine Werbeschrift an mögliche Keller-Freunde: Bis Ende Jahr zählte die Gesellschaft 186 Mitglieder. Bereits das erste Herbstbott, die Jahresversammlung der Gesellschaft, fand wie heute am letzten Oktober-Sonntag im Zürcher Rathaus statt. Der Zweckartikel der damaligen Statuten lautete: «Die Gottfried Keller-Gesellschaft stellt sich die Aufgabe, die Werke Gottfried Kellers zu pflegen, an ihrer Verbreitung mitzuwirken und die Erinnerung an den Dichter lebendig zu erhalten.»
Gemäss den Statuten förderte die Gesellschaft die von der Zürcher Regierung finanzierte wissenschaftliche Gesamtausgabe der Werke Kellers, erschienen 1926 bis 1949 in 24 Bänden. Ferner unterstützte die Gesellschaft die Wiederherstellung und Einrichtung von Gottfried Kellers letztem Arbeitszimmer im Haus Thalegg, am Zeltweg 27, als öffentlich zugängliche Stätte der Erinnerung. Sie betreute diesen Ausstellungsraum bis zu dessen Aufhebung im Jahr 1957. 1952 fand eine Statutenrevision durch Erweiterung des Zweckartikels statt: «Die Gottfried Keller-Gesellschaft stellt sich die Aufgabe, das Andenken an Gottfried Keller und andere bedeutende zürcherische Schriftsteller zu pflegen.» Seither wird auch das Andenken an Conrad Ferdinand Meyer durch die Keller-Gesellschaft gefördert. Dies kommt durch mehrere Herbstbottreden über Meyer sowie durch die Unterstützung der Historisch-Kritischen Meyer-Ausgabe zum Ausdruck.
Seit Anbeginn bringt die Keller-Gesellschaft eine Jahrespublikation unter wechselndem Titel heraus. Diese enthält im Wesentlichen den Abdruck der im Vorjahr gehaltenen Festansprache zum Herbstbott sowie den Jahresbericht der Gesellschaft. Von 1980 bis 2009 veröffentlichte die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek Zürich in ihrer Jahresgabe eine Bibliografie der jeweils neuesten Literatur von und über Gottfried Keller. Seit 2010 erscheint die Bibliografie zeitgemäss in elektronischer Form unter diesem Link.
Die Jahresgabe heisst seit 2008 «Mitteilungen der Gottfried Keller-Gesellschaft Zürich».
Seit der neuen Titelgebung enthält die Publikation ausser Herbstbottrede und Jahresbericht weitere Beiträge hauptsächlich zu Keller und Meyer.
Die Keller-Gesellschaft ist auch im Stiftungsrat der Historisch-Kritischen Gottfried Keller-Ausgabe vertreten, die 2012 mit dem Herausgeberbericht (Bd. 32) abgeschlossen wurde. Veröffentlicht wurde die HKKA als Gemeinschaftsunternehmen von den Verlagen NZZ und Stroemfeld (nähere Angaben siehe Menüpunkt «Bibliografie/Ausgaben»). Die Texte der HKKA sind auch in einer Online-Version zugänglich und zwar hier.
Nach Massgabe ihrer Möglichkeiten veröffentlicht die Keller-Gesellschaft auch eigene kleinere Publikationen. Die Gottfried Keller-Gesellschaft Zürich zählt zur Zeit rund 530 Mitglieder.