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Schweden: nach Oskarshamn nun auch Stilllegungsentscheid für Ringhals-1 und -2
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall AB, Hauptaktionär der Ringhals AB, teilte bereits im April 2015 mit, er wolle seine Kernkraftwerkseinheiten Ringhals-1 (BWR, 881 MW) und -2 (PWR, 807 MW) wegen rückläufiger Rentabilität und steigender Kosten zwischen 2018 und 2020 und damit früher als ursprünglich vorgesehen stilllegen. Die Ringhals führte daraufhin Kostenanalysen durch, aufgrund derer der Verwaltungsrat der Ringhals im September entschied, nur noch begrenzt in die beiden Einheiten zu investieren.
Die Vattenfall erklärte, beim aktuellen Stilllegungsentscheid unter anderem Brennstoffkosten und Aufwendungen für zusätzliche Unterhaltsarbeiten für den Betrieb bis 2020 berücksichtigt zu haben. Die Abschaltreihenfolge ergebe sich durch die Brennstoffbewirtschaftung und die koordinierte Trennung gemeinsam genutzter Systeme. Die mit einem Anteil von 29,6% an der Ringhals beteiligte E.On SE hatte sich der Festlegung eines fixen Stilllegungsdatums widersetzt. «An der Sitzung wurde aber eine Entscheidung getroffen, an die wir uns halten müssen», zitiert die Vattenfall eine Sprecherin der E.On.
Ringhals-2 gab im August 1974 erstmals Strom an Netz ab und steht seit Mai 1975 kommerziell in Betrieb. Die Bauarbeiten von Ringhals-1 wurden zwar rund 20 Monate vor Ringhals-2 aufgenommen. Die erste Stromabgabe erfolgte jedoch erst im Oktober 1974 und die kommerzielle Inbetriebnahme Anfang 1976. Die Einheiten Ringhals-3 und -4 sind von den Entscheiden nicht betroffen. Die beiden Druckwasserreaktoren nahmen Anfang der 1980er-Jahre den Betrieb auf. Für beide gehen die Verantwortlichen von einer Betriebszeit von 60 Jahren aus.