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Mit dem «Tag des Berges» beginnt die grosse sommerliche Feiertagsperiode
FEIERTAG – Gestern war in Japan der «Tag des Berges» (jp. yama no hi). Da dieser offizielle Feiertag auf einen Sonntag fiel, wird er automatisch heute Montag in Form eines arbeitsfreien Ersatzfeiertages nachgeholt, auf Japanisch furikae-kyūjitsu genannt. So ist es seit 1973 gesetzlich festgelegt. Im Olympiajahr 2020 wird diese Regel gleich zwei Mal zur Anwendung kommen. Der neue Kaisergeburtstag am 23. Februar und der Verfassungstag am 3. Mai werden beide auf einen Sonntag fallen. Letzterer wird nicht sogleich am Montag, sondern erst am Mittwoch, 6. Mai 2020, als Ersatzfeiertag nachgeholt, da am Montag, 4. Mai 2020, und am Dienstag, 5. Mai 2020, noch zwei andere Feiertage abgehalten werden. Ein interessantes Detail ist, dass Feiertage, die auf einen Samstag fallen, nicht nachgeholt werden. Dafür aber verwandelt sich ein Wochentag, der zwischen zwei nationale Feiertage fällt, offiziell zu einem arbeitsfreien Tag. Das war dieses Jahr während der 10-tätigen Golden Week der Fall (Asienspiegel berichtete).
Der «Tag des Berges» ist übrigens das jüngste Mitglied in der langen Liste der japanischen Feiertage. 2015 wurde er eingeführt. Es war der 16. und der erste überhaupt im Monat August. Somit ist der Juni der einzige Kalendermonat, in dem es noch keinen nationalen Feiertag gibt. Das man im August den Berg zelebriert, macht Sinn. So ist in Japan jeweils einige Wochen zuvor der «Tag des Meeres» (Asienspiegel berichtete). Das Land ist zudem Reich an Bergen und Vulkanen. Der Fuji ist gar das Wahrzeichen des Landes und im August offen für die Besteigung (Asienspiegel berichtete). Die Berge bieten in den heissen Sommertagen auch eine kühle Abwechslung.
Der Auftakt zur Obon-Zeit
Ausserdem wurde der yama no hi bewusst in die traditionelle Obon-Zeit gelegt, das heutzutage am 15. August gefeiert wird. Es handelt sich um ein buddhistisches Fest, bei dem die Japaner ihrer Ahnen gedenken, die für eine kurze Zeit in die Welt der Lebenden zurückkehren. In diesen Tagen treffen sich die Familien. Mit Laternen vor den Häusern werden die Seelen der Verstorbenen willkommen geheissen, der Hausalter wird mit kleinen Opfergaben beschmückt, die Gräber der Vorfahren werden besucht, Obon-Tänze (jp. Bon-Odori) vorgeführt und jeweils am Ende der mehrtägigen Auszeit Laternen in Gewässer gelegt, um die Seelen der Verstorbenen zurück ins Jenseits zu geleiten (Asienspiegel berichtete). Somit ist der «Tag des Berges» auch der Auftakt zu einer der drei grossen Feiertagsperioden in Japan (Asienspiegel berichtete). Züge, Busse und Hotels sind in dieser Zeit regelmässig ausgebucht.
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