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RTS hat in der Radiosendung „Prise de terre“ vom 6. September 2019 ein Dossier zum Windenergiepotenzial der Schweiz gesendet. Als zentrale Fragen wurden der Windatlas und seine Relevanz für die Bewertung des Windenergiepotenzials behandelt. Die Antworten, die die Vertreterin des Windatlas der Journalistin Lucile Solari in der Sendung gibt, sprechen eine eindeutige Sprache: Die nationale Windkarte, sprich der „Windatlas“, kann nicht dazu eingesetzt werden, um das Potenzial eines Standorts zu bewerten. Damit wird auch die Aussage der Pressemeldung von Suisse Eole vom 11.4.19 bestätigt, in der aufgezeigt wird, dass die im Windatlas aufgeführten Daten verglichen mit den konkreten Windmessungen das Windenergiepotenzial in der Schweiz unterschätzen.
„Man muss zwischen einem Windatlas und einer Karte der Windressourcen unterscheiden, denn es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Dinge“, antwortet Sara Koller von Meteotest, als sie zum Windatlas interviewt wird: „Für den Windatlas ist die Genauigkeit nicht wichtig, denn das ist tatsächlich ziemlich unsicher, sondern es geht eher darum, im grossem Massstab einen Gesamtblick auf eine ganze Region oder ein ganzes Landes zu geben. Man setzt ihn nur als relatives Instrument und nicht als absolutes Instrument ein“, erklärt Sara Koller und fügt hinzu: „Der Windatlas wurde mit Modellierungen der Windverhältnisse erstellt. (…) Die konkreten Messungen sind richtig und nicht der Windatlas.“ Ausser Sara Koller hat Lucie Solari auch José Basset, Projektleiter bei Vento Ludens, Farschid Kardan, Forscher im WIRE-Labor der EPFL, Lionel Perret, Leiter des Informationszentrums Romandie von Suisse Eole, und Jean-Marie-Rouiller von RhônEole interviewt.
Mit 37 installierten Windenergieanlagen, die 0.2 % der Stromproduktion darstellen, ist die Schweiz verglichen mit ihren europäischen Nachbarn bei der Windenergie ziemlich im Rückstand. Der Bund will diesen Rückstand aufholen. Die Reportage und die interviewten Experten zeigen deutlich, welche Bedeutung dem Ausbau der Windenergie bei einer Energie- und Klimawende zukommt.