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Sally Morgan, geboren 1951 in Perth, ausgebildete Psychologin und Bibliothekarin, Malerin und Lithografin, gilt als die wichtigste Vertreterin der Aborigines-Literatur. Sie wuchs in der weißen Gesellschaft Australiens auf und machte sich erst spät auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Nach ihrem ersten Buch, Ich hörte den Vogel rufen, lernte sie Wanamurraganya oder Jack McPhee, ihren Großvater nach Aborigines-Genealogie, kennen. Er diktierte ihr während vieler Monate seine Lebensgeschichte.
Sally Morgan wurde 1951 in Perth als älteste von fünf Kindern geboren. Sie ist ausgebildete Psychologin und Bibliothekarin, Malerin und Lithografin und gilt als die wichtigste Vertreterin der Aborigines-Literatur. Ihre Großmutter gehört zu der sogenannten »Gestohlenen Generation« Australiens, in der Aborigines-Kinder von der australischen Regierung aus ihren Familien genommen wurden. Morgan wuchs in der weißen Gesellschaft Australiens auf, in dem Glauben, sie sei indischer Abstammung. Mit fünfzehn Jahren erfuhr sie von ihrer wahren Herkunft, ihrer Zugehörigkeit zu den Bailgu aus der Pilbara-Region.
Die Suche nach ihrer Identität veranlasste sie dazu, den autobiografischen Roman Ich hörte den Vogel rufen zu verfassen, der in Australien über eine halbe Million Mal verkauft wurde. Für diesen Roman, der die Geschichte der Gestohlenen Generation anhand Sally Morgans eigener Familienhistorie aufarbeitet, wurde sie mit dem Australian Human Rights Award in der Sparte Literatur ausgezeichnet. Nach Veröffentlichung ihres ersten Romans lernte sie Wanamurraganya oder Jack McPhee, ihren Großvater nach Aborigines-Genealogie, kennen. Er diktierte ihr während vieler Monate seine Lebensgeschichte, die Morgan in ihrem zweiten Roman, Wanamurraganya, niederschrieb.
Gemeinsam mit ihrer Schwester Jill Milroy gründete sie ein Forschungszentrum an der University of Western Australia, das sich der Aufarbeitung der Gestohlenen Generation widmet. Das Zentrum zielte u. a. darauf ab, Angehörige der Gestohlenen Generation bei der Erforschung ihrer Familiengeschichte zu unterstützen.
Sally Morgan ist zudem als Künstlerin tätig. Zu ihren bekanntesten Werken zählt der Siebdruck Citizenship, der den »Natives (Citizenship Rights) Act« von 1944 kritisiert. Das Gesetz sah vor, dass sich Aborigines um die australische Staatsbürgerschaft bewerben mussten, die ihnen für bestimmte Vergehen wieder entzogen werden konnten. Ihre Werke wurden mehrfach u. a. in Australien, England, Japan und den USA ausgestellt.
Morgan lehrt am Zentrum für Aborigine-Kunst an der University of Western Australia und lebt mit ihren drei Kindern in Perth.