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Venen
Einleitung
Venen sind zum Herzen hinführende Blutgefässe. Sie transportieren sauerstoffarmes Blut von den Organen zum Herzen. Um den Rücktransport des Blutes gegen die Schwerkraft zu ermöglichen, spielen Venenklappen, die wie Ventile funktionieren eine wichtige Rolle. Sind die Venenklappen nicht mehr funktionstüchtig spricht man von einer Klappeninsuffizienz. Entsteht ein Blutgerinnsel im Blutgefäss spricht man von Thrombose. Teile eines Gerinnsels können vom Blutstrom weggeschwemmt werden und führen zu Embolien.
Krankheitsbilder
Die Phlebologie als Teilgebiet der Angiologie befasst sich mit der Abklärung und Behandlung von Erkrankungen der Venen. Die Beine sind am häufigsten von Krankheiten der Venen betroffen. Typische Krankheitsbilder sind Krampfadern, die chronische venöse Insuffizienz und Thrombosen. Anatomisch gilt es tiefe von oberflächlichen Venen zu unterscheiden.
1. Die Varikose (Krampfadern)
Varizen (Krampfadern) sind oberflächliche Venen, deren Klappen nicht mehr dicht schliessen. Grund ist eine Venenwandschwäche oder eine Degeneration der Venenklappen. Es kommt zu einem Rückfluss von Blut in das Venensystem. Dadurch erhöht sich der Druck in den Venen. Sie beginnen sich zu weiten und zu schlängeln. Je nach Lage und Grösse der Krampfadern spricht man von Stamm- oder Astvarizen oder von retikulären Varizen.
Krampfadern können die Gefahr von Venenentzündungen und Thrombosen bergen. Bei langjährigem Bestehen drohen trophische Hautstörungen. Je nach Ausprägung und Lokalisation der Krampfadern ist eine Abklärung durch den Facharzt sinnvoll.
2. Die chronische venöse Insuffizienz
Die chronische venöse Insuffizienz ist Folge eines chronischen Überdrucks im oberflächlichen oder tiefen Venensystem. Der chronische Überdruck führt zu Schwellungen und zu Hautveränderungen. Im Endstadium drohen offene Beine. Häufigste Ursachen sind langjährige Krampfadern oder stattgehabte tiefe Beinvenenthrombosen.
Die chronische venöse Insuffizienz mit Hautveränderungen erfordert eine fachärztliche Beurteilung mit Ultraschall.
3. Die Phlebitis (Venenentzündung)
Venenentzündungen betreffen häufig Krampfadern, selten gesunde Venen. Bei einer Entzündung einer oberflächlichen Vene bilden sich Gerinnsel in der Vene. Die Gerinnsel können über Verbindungsvenen ins tiefe Venensystem einbrechen und zu einer Thrombose führen. Je nach Lokalisation und Ausprägung sollte die Ausdehnung der Phlebitis mit Ultraschall überprüft werden.
4. Thrombose und Lungenembolie
Verschiedene erworbene oder angeborene Faktoren können das Risiko einer Thrombose oder Lungenembolie erhöhen. Die klinischen Zeichen einer Thrombose oder Lungenembolie sind nicht immer typisch ausgeprägt. Bei klinischem Verdacht bestimmt der Hausarzt die Fibrinspaltprodukte (sogenannte D-Dimere), die entstehen, wenn der Körper versucht ein Blutgerinnsel aufzulösen. Fällt der Test positiv aus, sollte mit Ultraschall eine Thrombose gesucht werden. Die Ultraschalluntersuchung sollte am gleichen oder nächsten Tag bei einem erfahrenen Untersucher erfolgen.
Untersuchungsmethoden
Zur Abklärung venöser Krankheiten stehen Geräte der neuesten Generation zur Verfügung. Sie erlauben eine schonende, nicht invasive Diagnostik. Mit Ultraschall lässt sich heute die Mehrzahl aller venösen Krankheitsbilder abklären.
Mögliche Messmethoden die zur Anwendung kommen sind die Lichtreflexions-rheographie und die Doppler- und Duplexsonographie. Gelegentlich werden CT- (MR-) Phlebographien, selten konventionelle Phlebographien durchgeführt.
Behandlungsmöglichkeiten
In der Behandlung venöser Krankheiten kommen medikamentöse (Blutverdünnung), mechanische (Kompressionsstrümpfe), chemische (Verödung oder Skerotherapie), thermische (endovenöser Laser, endovenöses Radiofrequenzverfahren), kathetertechnische (Ballonkatheter, Stents und andere minimal-invasive Techniken) und operative Verfahren (Thrombektomie, Krossektomie, Stripping usw.) in Frage. Im Gespräch werden die individuell passende Therapie und Therapiealternativen erörtert.