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Marco Chiudinelli verpasst am US Open den Einzug in die 3. Runde nach einer 2:0-Satzführung gegen den favorisierten Lucas Pouille knapp.
Es dauerte lange, ehe Marco Chiudinelli am späten Mittwochabend wieder aus der Garderobe kam. Er hatte allen Grund, frustriert zu sein. Gut zwei Stunden lang hatte der Veteran, der erstmals seit sechs Jahren wieder die 2. Runde eines Grand-Slam-Turniers stand, eine Partie nahe der Perfektion abgeliefert. Gegen Lucas Pouille, Wimbledon-Viertelfinalist und am US Open als Nummer 24 so hoch gesetzt wie noch nie, führte Chiudinelli mit 2:0 Sätzen und schlug bei 5:4 zum Match auf.
Just in dem Moment machte sich aber der erste Aufschlag rar, der französische Kontrahent hievte sein Spiel auf ein höheres Niveau und glich mit einem hervorragenden Return-Game aus. Etwas später stand der Basler im Tiebreak noch näher am Exploit. Nachdem er vier Satzbälle hintereinander abgewehrt hatte, stand er bei 6:6 zwei Punkte vor dem Sieg. Es unterliefen ihm jedoch erst ein Return-, dann ein Doppelfehler.
Danach hatte Pouille, einer der Aufsteiger des Jahres, ins Spiel gefunden. Chiudinelli vermochte bis zum 2:2 im vierten Satz noch mitzuhalten, dann verlor er bis zum Ende nach 3:09 Stunden zehn Games in Folge und die Partie 6:4, 6:3, 6:7 (6:8), 2:6, 0:6. Am Ende legte er sich in seinem Frust auch noch mit dem Stuhl-Schiedsrichter an.
Dennoch darf die Schweizer Nummer 3 mit seinem Auftritt am US Open sehr zufrieden sein. Er gewann inklusive Qualifikation vier Matches und forderte dem Weltranglisten-25. alles ab. Er wird sich in die Region um Platz 130 verbessern. Um sein Ziel zu erreichen, bis Ende Jahr wieder zu den Top 100 zu gehören, wären die Punkte für eine Drittrunden-Qualifikation, die erste seit dem US Open 2009, allerdings äusserst wertvoll und willkommen gewesen.
Neben Chiudinelli schied in New York auch ein Prominenter bereits früh aus. Wimbledonfinalist Milos Raonic litt an Krämpfen und scheiterte in der 2. Runde am Amerikaner Ryan Harrison. Raonic brach nach gewonnenem Startsatz gegen den Qualifikanten Ryan Harrison (ATP 120) am Ende völlig ein. Der Kanadier, der in Wimbledon Roger Federer im Halbfinal ausschaltete und dann im Final Andy Murray unterlag, verlor 7:6, 5:7, 5:7, 1:6.
Keine Sensation ist die 5:7, 4:6-Schlappe Garbiñe Muguruzas gegen die Lettin Anastasija Sevastova (WTA 48). Die spanische French-Open-Siegerin, die im Fall eines Turniersieges (und frühen Niederlagen von Serena Williams und Angelique Kerber) die Weltranglistenspitze hätte übernehmen können, war in diesem Sommer bereits in Wimbledon und an den Olympischen Spielen früh gescheitert.
Keine Probleme hatte Rafael Nadal, Novak Djokovic in die 3. Runde zu folgen. Der Spanier schrieb dabei Geschichte. Er war der erste Spieler gewesen, der trainiert hatte, als das neue Dach geschlossen war. Und er war der erste Spieler, der unter dem 150 Millionen Dollar teuren «Regenschirm» eine Partie gewann. Am Abend des dritten Tages sorgten ein paar wenige Tropfen für die mit Spannung erwartete Premiere. Zu dem Zeitpunkt stand es 3:3, am Ende setzte sich Nadal gegen den Italiener Andreas Seppi ohne Probleme 6:0, 7:5, 6:1 durch. (cma/sda)