Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03494.jsonl.gz/3929

Samaria,
seit der Zeit der Makkabäer Name von Mittelpalästina, welches das Stammgebiet Ephraim und einen Teil von Manasse umfaßte. Die Bewohner dieses ergiebigsten und bevölkertsten, auch landschaftlich schönen Teils des westlichen Palästina [* 2] waren die Samaritaner (s. d.); die ansehnlichsten Orte Sichem (später Neapolis genannt, jetzt Nabulus) und die Stadt S., von welcher die Landschaft den Namen erhielt. Letztere, vom König Omri um 850 v. Chr. erbaut und unter dem Namen Schomron (»die Warte«, woraus die Griechen S. machten) zu seiner Residenz erhoben, lag 55 km nördlich von Jerusalem [* 3] und war während einer langen Periode der Hauptsitz des Baalsdienstes, gegen welchen die Propheten so heftig eiferten.
Die Stadt blieb längere Zeit die Hauptstadt des nördlichen Reichs, bis Salmanassar sie 722 eroberte und verwüstete. Zur Zeit der Makkabäer war sie wieder ansehnlich und fest. Durch Hyrkanos wurde sie nach einjähriger Belagerung abermals erobert und gänzlich zerstört. Nicht viel später wird aber S., als den Juden gehörig, wieder genannt. Pompejus schlug die Landschaft zu Syrien; Kaiser Augustus aber schenkte die Stadt Herodes d. Gr., der sie prächtig aufbauen und befestigen ließ und Augustus zu Ehren Sebaste (Augusta) benannte. Später kommt S., das allmählich von Neapolis (Sichem) überflügelt wurde, als Bischofsitz vor. Trümmer (Steinquadern, Säulenschäfte, Kapitäler etc.) finden sich beim heutigen Dorf Sebastîe, mit der jetzt in eine Moschee verwandelten Johanneskirche, einem Werk der Kreuzfahrer aus dem 12. Jahrh.