Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03496.jsonl.gz/1176

Im Prozess gegen den amerikanischen R&B-Sänger R. Kelly wegen Kinderpornografie werden von Montag an in Chicago die zwölf Geschworenen ausgewählt. Sie entscheiden über das Schicksal des Musikers. Ihm wird vorgeworfen, ein Video gedreht zu haben, in dem er Sex mit einem erst 13-jährigen Mädchen hat. Kelly bestreitet die Vorwürfe. Auch die Frau, inzwischen über 20, gibt an, nicht das Mädchen in dem Film zu sein.
Um das Verfahren hat es seit sechs Jahren eine heftiges Tauziehen gegeben. Die Verteidigung fürchtet, dass wegen der Schlagzeilen im Vorfeld keine unparteiischen Juroren gefunden werden können. Vor allem schwarze Bürgerrechtsgruppen sind gegenüber dem US-Justizsystem skeptisch. Am Freitag hatte der zuständige Richter die Forderung von Kellys Anwälten auf eine weitere Verschiebung des Verfahrens abgelehnt. Bereits 2005 wies das Gericht den Antrag des Sängers auf Einstellung des Prozesses zurück.
Die Jury soll aus einem Pool von 150 möglichen Geschworenen ausgewählt werden. Das Verfahren wird voraussichtlich die ganze Woche dauern. Nötig sind zwölf Juroren und vier Vertreter. Der Anklage zufolge wurde das Video zwischen 1998 und 2000 gedreht. Die Staatsanwaltschaft hatte im Juni 2002 Anklage gegen den Sänger und Songschreiber erhoben. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.