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Kirche in der Gem. Brusio GR, die früher zur Pieve Villa di Tirano (Veltlin) gehörte und heute im Besitz der Gem. Tirano ist. 1106 ecclesia sancti Romedhii. Der Bf. von Como, Guido Grimoldi, weihte die Kirche dem hl. Remigius, umgangssprachlich Romerio, gab den servitores de ecclesia die Regel des hl. Augustinus und ordnete die Beziehungen zum Klerus der Mutterkirche von Villa di Tirano. Nach lokaler mündl. Überlieferung geht die erste Niederlassung auf die Humiliaten zurück. Wahrscheinlicher ist, dass sie vom Bf. von Como als Hospiz an der Strasse zwischen Tirano und Poschiavo gegründet wurde. S. besass ein eigenes Gebiet von ca. 15 km2, das an die Gem. Poschiavo, Brusio, Tirano, Tovo und Grosotto grenzte. 1237 wurden die Güter und das Kapitel von S. mit der Gemeinschaft und dem Spital der Kirche S. Perpetua in Tirano zusammengelegt. Die Brüder und Schwestern der Gemeinschaften wurden von einem Rektor oder von einem Priester geführt und in der Rodungsarbeit von vielen Knechten unterstützt. 1427 wurde die Kirche wegen Nachwuchsmangels in eine Komturei umgewandelt. 1517 inkorporierte Papst Leo X. die Güter der Wallfahrtskirche Madonna di Tirano und übertrug der Gem. Tirano die Besitz- und Patronatsrechte.
Literatur
– A. Lanfranchi, Economia agricola e società medioevale valtellinese nei documenti del convento di S. e di S. Perpetua, Liz. Zürich, 1988
– HS IX/1, 171-95
Autorin/Autor: Arno Lanfranchi / GG