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Der Autobauer Ford will Fahrdiensten wie Uber in fünf Jahren selbstfahrende Autos anbieten. Für die restliche Kunden sollen entsprechende computergesteuerte Modelle frühestens 2025 auf den Markt kommen. Bereits jetzt habe man alle Bausteine zusammen, um ein komplett autonomes Fahrzeug zu fertigen. Bis 2021 hätten die Ingenieure jedoch noch jede Menge Arbeit vor sich, sagte der Technologie chef des US-Autobauers, Raj Nair.
Ford gab dafür eine deutliche Erhöhung seiner Investitionen für die neuen Technologien und die eigene Forschung bekannt. So soll mit Startups kollaboriert und das Forschungsteam im Silicon Valley auf 300 Mitarbeiter verdoppelt werden. Ford eröffnete das Entwicklungszentrum in Palo Alto im Jahr 2015. Heute arbeiten dort rund 130 Forscher, Ingenieure und Wissenschaftler. Der Standort soll um zwei Gebäude mit 14'000 Quadratmetern Arbeits- und Laborfläche erweitert werden. Der erweiterte Campus soll Mitte 2017 in Betrieb genommen werden.
Bereits im Januar hatte der US-Traditionskonzern angekündigt, als Teil seines Smart-Mobility-Programmes die Grösse seiner Testflotte zu verdreifachen. Den Angaben von gestern zufolge dürften noch dieses Jahr 30 Ford-Prototypen auf den Strassen von Kalifornien, Arizona und Michigan unterwegs sein. Nächstes Jahr soll die Flotte auf 90 Fahrzeuge anwachsen.
Kollaboration mit Tech-Unternehmen
Um die Ziele zu erreichen kündigt Ford zudem vier Investitionen und Kollaborationen in den Bereichen Algorithmen, 3D Mapping, LiDAR (light detection and raging) sowie Kamerasensoren an.
Der Autobauer hat in Velodyne investiert, ein Silicon-Valley-Unternehmen, das im Bereich LiDAR-Sensoren zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung aktiv ist. Daneben hat Ford das israelische Unternehmen SAIPS übernommen, das sich auf Computer Vision und Machine Learning spezialisiert hat. Es bietet Lösungen für die Bild- und Video-Verarbeitung, Signalübermittlung und -klassifizierung. Diese Technologien sollen es autonomen Fahrzeugen ermöglichen, die Umgebung zu erkennen und darauf zu reagieren.
Ford gibt ausserdem eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Nirenberg Neuroscience bekannt, ein Unternehmen, dass laut Ford den "neuralen Code geknackt" hat, mit dem die Augen visuelle Informationen an das Hirn übermitteln. Daraus sei eine Plattform etwa für die Objekt- und Gesichtserkennung oder die Navigation entstanden. Die Zusammenarbeit soll helfen, "menschenähnliche Intelligenz" in die Machine-Learning-Module der autonomen Fahrzeuge zu bringen, wie es in einer Mitteilung heisst. Die vierte Investition tätigt Ford in das Unternehmen Civil Maps, das im Bereich 3D-Mapping tätig ist. Es ermögliche dem Fahrzeughersteller die Entwicklung von 3D-Karten im Umfeld eines autonomen Autos. (kjo/sda)