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Ist COST eine internationale Organisation?
COST (European Cooperation in Science and Technology) ist ein europaweiter zwischenstaatlicher Rahmen für die Koordination von Forschungsaktivitäten. Die Vereinigung wurde durch die Entschliessung vom 22./23. November 1971 der Konferenz der Europäischen Forschungsminister errichtet und hat ihren Sitz in Brüssel. COST fördert die Vernetzung von national finanzierten Forschungsaktivitäten und zählt insgesamt 36 Mitgliedstaaten (die 28 Mitgliedsländer der Europäischen Union sowie Bosnien und Herzegowina, Island, Norwegen, die Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien, die Schweiz und die Türkei). Israel beteiligt sich als kooperierender Staat. Seit 1989 dürfen auch Forschungsinstitute von Nicht-Mitgliedstaaten an gewissen Aktionen teilnehmen.
Per 19. September 2013 wurden die Leitungsgremien und ausführenden Organe von COST in die COST-Vereinigung integriert, eine internationale Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht. Die Schweiz hat ihre Beitrittserklärung zur COST-Vereinigung am 13. März 2014 unterzeichnet.
COST ist nicht als internationale Organisation zu betrachten, da sie nicht auf der Grundlage eines völkerrechtlichen Vertrags geschaffen wurde.
Zu welchem europäischen Programm gehört COST?
COST ist keine Struktur der Europäischen Union, unterhält jedoch enge Beziehungen zu dieser und wird durch das EU-Forschungsrahmenprogramm finanziert. COST verfügt über eigene Strukturen und Entscheidungsorgane. Der aus den Delegierten der 36 COST-Mitgliedstaaten zusammengesetzte Ausschuss Hoher Beamter (AHB) entscheidet über die Strategie und die Ausrichtung von COST.
Welche Funktion hat die nationale COST-Koordinatorin bzw. der nationale COST-Koordinator?
Jeder COST-Mitgliedstaat verfügt über eine nationale COST-Koordinatorin bzw. einen nationalen COST-Koordinator (CNC), die bzw. der das Land in den administrativen COST-Gremien vertritt und als Schnittstelle zwischen den nationalen und internationalen Gremien und Aktivitäten von COST fungiert.
Die nationale Koordinatorin bzw. der nationale Koordinator hat folgende Aufgaben:
- Verbreitung von Informationen und Beratung über COST für nationale Forschungsinstitutionen und -stellen;
- Nomination der Delegierten in den Management Committes der COST-Aktionen;
- Analyse der Wirksamkeit der nationalen Teilnahme an COST-Aktionen.
Worin besteht der Unterschied zwischen einer Aktion und einem Projekt?
Als «Aktion» wird ein von COST koordiniertes Forschungsprogramm bezeichnet, das einzelne national finanzierte Forschungsprojekte umfasst.
Alle COST-Aktionen zielen im Wesentlichen darauf ab, dass ein Forschungsbereich von gemeinsamem Interesse von einer Mindestanzahl von Teilnehmenden zusammen untersucht und die erzielten Ergebnisse ausgetauscht werden.
Ein Projekt ist der Beitrag eines Landes zu einer Aktion. Jeder Unterzeichnerstaat einer COST-Aktion beteiligt sich an der Koordination, indem er seine auf nationaler Ebene finanzierten und durchgeführten Forschungsprojekte unterbreitet.
Welche Aufgaben erfüllt die oder der Schweizer Delegierte einer Aktion?
Jeder Verwaltungsausschuss einer Aktion besteht aus nationalen Delegierten, die die Unterzeichnerstaaten in der Aktion vertreten.
Wer entscheidet über die Lancierung neuer COST-Aktionen?
Der Ausschuss Hoher Beamter (AHB) von COST entscheidet über die Genehmigung bzw. Ablehnung neuer Aktionen. Neue Aktionen werden im Rahmen einer zweimal jährlich stattfindenden thematisch offenen Ausschreibung in einem einstufigen Verfahren ausgewählt. Die vorgeschlagenen Aktionen werden von drei Ausschüssen evaluiert: 1) Unabhängige externe Expertinnen und Experten nehmen eine Peer Review vor. 2) Die Review Panel prüfen die Vorschläge anhand der Stellungnahmen der unabhängigen Expertinnen und Experten und treffen eine Auswahl. 3) Der COST-Wissenschaftsausschuss erstellt die Liste der vorgeschlagenen Aktionen, die dem AHB zur Genehmigung unterbreitet werden.
Welche rechtliche Wirkung hat die Genehmigung einer Aktion für einen Staat / die Forschenden?
Die Genehmigung einer Aktion bedeutet konkret, dass die Bedingungen einer gemeinsamen Absichtserklärung akzeptiert werden. Der Wortlaut der Absichtserklärung besitzt jedoch keine völkerrechtlich verbindliche Wirkung. Mit der Genehmigung der gemeinsamen Absichtserklärung verpflichtet sich der Staat aber zu gezielten Bemühungen, um die im Technischen Anhang der gemeinsamen Absichtserklärung beschriebenen Forschungsarbeiten zu ermöglichen.
In welchem Rahmen werden die Forschungsarbeiten ausgeführt?
Die Aktionen werden von einem wissenschaftlichen Sekretariat, der COST-Administration, unterstützt. Dieses untersteht dem Verwaltungsrat der COST-Vereinigung.
Im Rahmen der COST-Aktionen werden unter der Leitung eines aktionseigenen Verwaltungsausschusses Tagungen und Treffen zwischen Arbeitsgruppen organisiert. Auch der Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist im Rahmen von kurzen wissenschaftlichen Missionen (STSM) möglich.