Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03445.jsonl.gz/810

Ein neuer Film beleuchtet das Grauen im Lager Wauwilermoos in der Zeit des 2. Weltkriegs.
Über das unrühmliche Kapitel ist wenig bekannt. In den Bändern «Der Kanton Luzern im 20. Jahrhundert» wird das Straflager Wauwilermoos nicht erwähnt. Auch sonst gibt es nur wenig Forschung dazu.
«Es ist ein Beitrag gegen das Vergessen», sagt Regisseur Daniel Wyss (37). Er hat für seinen Film «Notlandung» mit ehemaligen US-Soldaten gesprochen, die damals im Lager lebten. Sie waren nach einer Notlandung während des 2. Weltkriegs in der Schweiz interniert. Aufgrund eines Fluchtversuchs landeten sie im Straflager Wauwilermoos.
Die Zustände dort waren miserabel. Es gab zu wenig zu essen, die Hygiene war mangelhaft, viele Insassen wurden krank. Hinzu kamen willkürliche Strafen. Zeitzeuge Dan Culler wurde von anderen Häftlingen vergewaltigt. Obwohl Lagerkommandant André Béguin davon wusste, habe er nichts unternommen. Béguin, der mit den Nazis sympathisierte, wurde nach dem Krieg zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. «Bei der Recherche war ich schockiert, dass so etwas in der Schweiz möglich war», sagt Wyss.
Was im Film fehlt, sind Zeitzeugen aus der Region rund um das Lager. «Dafür kommt der Film wohl zu spät.» Auch die interviewten Soldaten sind über 90 Jahre alt, einer ist seit den Dreharbeiten gestorben. Am Freitag wird um 17 Uhr beim Wauwilermoos ein kleines Denkmal enthüllt. Danach findet im Gemeindezentrum Egolzwil die Premiere von «Notlandung» statt. SRF 1 zeigt ihn am 28. Oktober um 22.55 Uhr.