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Moritz Brosig (1815–1887) wurde in Fuchswinkel bei Neisse im heutigen Polen geboren. Die Familie zog nach dem Tod des Vaters nach Breslau wo Moritz das katholische Gymnasium und später kurze Zeit das Lehrerseminar besuchte. Er entschloss sich, Kirchenmusiker zu werden und wurde Schüler des Domorganisten und Königlichen Musikdirektors Franz Wolf im Institut für Kirchenmusik der Breslauer Universität. Moritz Brosig vertrat seinen Lehrer oft an der Domorgel und wurde nach dessen Tod 1843 zu seinem Nachfolger als Domorganist ernannt. Ab 1853 amtete er auch als Domkapellmeister und ab 1871 Dozent am Institut für Kirchenmusik der Universität Breslau. Diese verlieh ihm 1879 den Ehrendoktortitel für seine Publikationen „Modulationstheorie“ (1865) und „Harmonielehre“ (1874). Seine Dissertation schrieb er über Kirchen-Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Seine „Harmonielehre“ erschien in mehreren Auflagen bis ans Ende des 19. Jahrhunderts. Zu seinen Schülern gehörten Adolf Cebrian, Salomon Jadassohn, Anna Benfey und Hermann Scholtz. 1884 trat Brosig 69jährig von seinen Ämtern zurück und starb 1887 in Breslau.
Orgelwerke von Moritz Brosig
Moritz Brosig repräsentiert die katholische Seite der „Breslauer Schule“, sein Zeitgenosse Adolf Hesse die evangelische Seite. Obwohl er nie ausserhalb des Breslauer Doms auftrat, war Brosig weitherum berühmt für sein Orgelspiel, seine Orgelmusik und seine Improvisationskunst. Seine Orgelwerke wurden mit wenigen Ausnahmen für die Verwendung im Gottesdienst geschrieben.
- über 30 Choralvorspiele
- 3 Fantasien zum Vortrage bei gesitlichen Musikaufführungen
- Eine grosse Zahl kürzerer Orgelstücke (Präludien, Postludien, Fugen, etc.)
Eine dreibändige Auswahl der Orgelwerke von Moritz Brosig erschien noch zu Lebzeiten des Komponisten im Verlag Leuckart, Leipzig. Im gleichen Verlag erschien 1905 eine fünfbändige Neuausgabe von Paul Clausnitzer. Viele Werke sind noch als Reprint oder im Neusatz erhältlich (Butz, B-Note, Rinata). Die Clausnitzer-Ausgabe kann vollständig bei IMSLP heruntergeladen werden. Eine kritische Neuausgabe sämtlicher Choralvorspiele wurde von Rudolf Walter im Verlag Carus herausgegeben.
Weitere Kompositionen von Moritz Brosig
Moritz Brosig schrieb neun Messen, ein katholisches Choralbuch, Klavier- und Cello-Kompositionen, eine Modulations-Theorie und eine Harmonielehre, die zahlreiche Auflagen erlebte.