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Wenn ein Extremist in eine Sendung des Fernsehens oder eines anderen (Massen)-Mediums eingeladen wird, darf er auf keinen Fall eine Plattform zur Propaganda und Eigeninszenierung erhalten. Im Gegenteil: Er sollte mit klaren, aufklärerischen auch scharfen Fragen konfrontiert werden. So oder ähnlich sahen es die vom Klein Report befragten Schweizer Nationalräte. Die Sendung mit «Schawinski» mit dem Islamisten Nicolas Blancho vom 6. Oktober wurde im Internet und in Teilen der Medien kritisiert. Denn Talker Roger Schawinski konnte dem ausgefuchsten Konvertiten kaum Paroli bieten.
Auf mehrfache Anfrage des Klein Reports wollten Schawinski und die SRF-Redaktion von «Schawinski» keine Stellung nehmen.
In einer ersten Phase am 9. Oktober wollte der Klein Report von der Produzentin der Sendung, Erika Burri, und von Roger Schawinski wissen, warum die Sendung so ungünstig verlaufen sei und was die «Schawinski»-Redaktion dazu bewogen hat, den Extremisten überhaupt einzuladen.
Bereits eine halbe Stunde später erhielt der Klein Report eine erfreute Antwort von Erika Burri. Sie schrieb: «Ich wollte mich kurz melden und sagen, dass die Fragen angekommen sind. Ich schliesse mich mit Roger Schawinski kurz. Sie hören wieder von mir.»
Einen Tag später am 10. Oktober kam es aber offenbar zu einem Sinneswandel: «Roger Schawinski und ich sind beide in den Ferien. Roger ist grad eher schwer zu erreichen. Danke für Ihr interesse, gern ein ander mal», schrieb dieselbe Produzentin, Erika Burri, in einer hastigen Mail, in der sie sowohl den Namen der Klein-Report-Redaktorin als auch den Namen von Roger Schawinski falsch schrieb.
Nochmals am 10. Oktober hakte der Klein Report freundlich mit denselben Fragen nach, erhielt aber keine Antwort mehr. Nach der Umfrage mit den Politikern sandte der Klein Report am 14. Oktober noch einmals geduldig Fragen an die SRF-Redaktion und an Roger Schawinski. Funkstille.
Ein doch eher ungewöhnliches Vorgehen eines staatlichen Fernsehens bei einem zurzeit sowieso sehr relevanten Thema. Den Klein Report erstaunt die selbstherrliche Art von Roger Schawinski nicht wirklich. Diese ist hier aber einmal mehr völlig fehl am Platz, da es hier nicht um eine Selbstinszenierung von Roger Schawinski geht - ausser möglicherweise aus seiner Sicht.
Immerhin gab die Medienstelle Auskunft zu den Zuschauerzahlen: Die doch etwas misslungene Extremisten-Show vom 6. Oktober erreichte mit 118 000 Zuschauern für «Schawinski» einen hohen Wert. Sie ergab einen Marktanteil von 17,3 Prozent. Das ist für «Schawinski» eine eher hohe Zahl. Denn seine Zahlen schwanken stark von 10,7 bis 17,7 Prozent.
Roger Schawinski, der gemäss Recherchen des Klein Reports auch intern bei SRF mittlerweile stark umstritten ist, scheint aber trotz allem sehr stolz auf seine Quoten, wie er am Swiss Radio Day rumposaunte, nachdem die Sendung mit Kriegsreporter Kurt Pelda vom 1. September einen für «Schawinski» hohen Wert von 17,7 Prozent erreicht hatte. Eine Woche davor war er mit Irina Beller auf 12,1 Prozent abgestürzt und eine Woche nach Pelda, mit Diplomat Tim Guldimann, wo Roger Schawinski noch tiefer fiel, auf einen Wert von 10,7 Prozent.
Deshalb flötete er SRF-Direktor Ruedi Matter am Swiss Radio Day stolz die Pelda-Quoten ins Ohr und wirkte dabei wie ein Schuljunge, der seinem Vater endlich ein gutes Zeugnis nach Hause bringt: «Hast du unser gutes Resultat gesehen?»