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Klimareport 2017
Das Jahr 2017 war in der Schweiz 0.8 Grad milder als die Norm 1981–2010. Im landesweiten Mittel war es das sechstwärmste seit Messbeginn 1864. Nach einem ungewöhnlich kalten Januar erlebte die Schweiz den drittwämsten Frühling und den drittwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864. Zur extremen Wärme gesellte sich einer der schneeärmsten Winter sowie eine extrem trockene Herbstmitte. Die Alpensüdseite registrierte das sonnigste Jahr in den über 50-jährigen homogenen Messreihen.
Winter
Der Winter 2016/2017 zeigte sich extrem trocken und schneearm. Die Niederschlagmengen von Dezember 2016 bis Februar 2017 erreichten im landesweiten Mittel nur die Hälfte der Norm 1981–2010. In der Westschweiz und im Wallis fielen nur 30 bis 50 Prozent der Norm. Die Westschweiz verzeichnete regional den niederschlagsärmsten Winter seit 45 bis 55 Jahren. Im Wallis liegt eine vergleichbare Wintertrockenheit 40 Jahre zurück.
Frühling
Die Schweiz regstrierte den drittwärmsten Frühling seit Messbeginn im Jahr 1864. Im landesweiten Mittel lag er 1.7 Grad über der Norm 1981–2010.
Die milde Temperatur im März und anfangs April gab der Vegetation einen kräftigen Entwicklungsschub. Die Obstbäume blühten rund 16 bis18 Tage früher als im Durchschnitt der Vergleichsperiode 1981–2010. Es war eine der frühesten Obstblühten in den Messreihen. Scharfe Nachtfröste vom 20. und 21. April machten dann Vieles zunichte. Grosse Schäden gab es vor allem an den blühenden Obstbäumen und an den austreibenden Weinreben.
Sommer
Auf den drittwärmsten Frühling folgte der drittwärmste Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864. Im landesweiten Mittel stieg die Sommertemperatur 1.9 Grad über die Norm 1981–2010.
Der Juni als zweitwärmster seit Messbeginn stieg landesweit gemittelt 3.3 Grad über die Norm. Der Monat zeichnete sich durch eine anhaltend hohe Temperatur und eine fünftägige Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte aus.
Herbst
Der Herbst zeigte einen sehr bewegten Witterungsverlauf. Der September war ausgesprochen kühl, vor allem in den Bergen. In Gipfellagen grüsste der Winter mit zahlreichen Neuschneetagen. Das Weissfluhjoch in 2540 m Höhe registrierte mit 15 Neuschneetagen einen neuen Septemberrekord. Das frühwinterliche Wetter hielt auch in den ersten Oktobertagen an. Auf der Alpennordseite fiel Schnee bis auf 1200 m hinab. Die Oktobermitte war dann während 10 Tagen fest in der Hand von Hochdrucklagen. Auf der Alpensüdseite dauerte die Schönwetterperiode 20 Tage. Während des ganzen Oktobers fiel kaum Niederschlag.
Globale Situation
Weltweit war das Jahr 2017 hinter den beiden Vorjahren 2016 und 2015 das drittwärmste seit Messbeginn 1850. Die Jahre 2013–2017 gelten als wärmste 5-Jahres-Periode seit Beginn der Aufzeichnungen und setzen einen langfristigen, globalen Erwärmungstrend fort.
Auteurs: Office fédéral de météorologie et de climatologie MétéoSuisse
Source: MeteoSchweiz 2018: Klimareport 2017. Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, Zürich. 84 S.