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Themen-Spezial
St. Patrick’s Day: Der Feiertag für den irischen Nationalheiligen
Der St. Patrick‘s Day wird jedes Jahr am 17. März gefeiert, dem Todestag des heiligen Patrick von Irland. Die Festlichkeiten finden zu seinen Ehren und zur Feier der irischen Herkunft und Kultur im Allgemeinen statt. Ursprünglich ein religiöser irischer Feiertag, hat sich der St. Patrick’s Day zu einem weltweiten Großereignis entwickelt, bei dem die Farbe Grün eine wichtige Rolle spielt. Doch was hat es damit auf sich, und wer ist eigentlich dieser Heilige?
Der heilige Patrick
Geboren Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts, war Patrick kein Ire, sondern stammte aus Britannien, das damals unter römischer Herrschaft stand. Im Alter von 16 Jahren entführten irische Plünderer den Jungen und brachten ihn als Sklaven nach Irland. Nach sechs Jahren in Gefangenschaft entkam er und floh in seine alte Heimat. Schon während seiner Gefangenschaft dem Christentum zugewandt, kehrte er Jahre später als Geistlicher nach Irland zurück. Dort führte er als Missionar das Christentum ein. Patrick starb am 17. März, vermutlich im Jahr 461. Heute ist er der Schutzpatron Irlands.
Ein Mythos besagt, dass Patrick einst mit seinem Bischofsstab alle Schlangen aus Irland vertrieb. Da es allerdings nie Schlangen auf der Insel gab, ist dies bildlich gemeint und bezieht sich auf die Vertreibung aller Heiden. Ein weiterer Mythos, der den Heiligen umgibt, ist zu einem wichtigen irischen Symbol geworden: Das Kleeblatt.
Das Kleeblatt
Angeblich benutzte Patrick ein „Shamrock“, ein junges Kleeblatt, um den Iren die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist zu erklären. Das Wort Shamrock stammt vom irischen Wort „seamróg“, einer Verniedlichungsform des irischen Wortes für Kleeblatt. Im 18. Jahrhundert begannen einige Iren damit, am 17. März Kleeblätter an ihrer Kleidung zu tragen, um damit stolz ihre irisch-christliche Herkunft zu zeigen. Natürlich hatte dies auch Einfluss darauf, dass heute am St. Patrick’s Day die Menschen Grün tragen.
Das Tragen des Grün
Grün symbolisierte schon seit jeher die „Smaragdinsel“ Irland und ihre Landschaft. Deshalb und durch Kleeblätter und Schleifen, die schon vorher am St. Patrick‘s Day getragen wurden, wurde die Farbe während der 1790er Jahre ein Zeichen des irischen Nationalismus. Verantwortlich dafür war die republikanische Organisation der „United Irishmen“, welche 1798 eine Rebellion gegen die britische Regentschaft und für eine irische Unabhängigkeit anzettelte. Die Männer trugen grüne Uniformen. Die Phrase „Das Tragen des Grün“ stammt aus dem Song „Wearing Of The Green“, der von der Verfolgung von Unterstützern der „United Irishmen“ handelt.
Der St. Patrick’s Day
Üblicherweise gehen irische Familien am St. Patrick’s Day morgens in die Kirche und feiern am Nachmittag. Der Tag fällt zwar stets in die christliche Fastenzeit, doch werden deren Einschränkungen am St. Patrick’s Day gelockert: Früher suchten die Männer nach der Messe eine Gastwirtschaft auf und feierten den Anlass mit so vielen „St. Patrick‘s Pots“, wie sie für nötig hielten. Dabei kam es auch zum „Ertränken des Shamrock“, bei dem das Kleeblatt am Ende des Tages von der Kleidung genommen und in das letzte Glas geworfen wurde. Nachdem dieses mit einem Trinkspruch geleert war, warf man das Shamrock über die linke Schulter, damit es Glück bringt. Dieser Brauch hat bis heute Bestand.
Was viele nicht wissen: Obwohl der St. Patrick’s Day schon seit dem 9. Jahrhundert gefeiert wurde, fand die erste Parade zu Ehren des Heiligen in den USA statt, und zwar 1762 in New York. Laut der Überlieferung zogen damals irische Soldaten, die im englischen Militär dienten, durch die Straßen und in eine Bar. In den Folgejahren wuchs der Patriotismus unter den ausgewanderten Iren an und es entstanden immer mehr Paraden; vor allem aber in den 1840er Jahren, als Irland von einer großen Hungersnot heimgesucht wurde. Hunderttausende Iren wanderten zu dieser Zeit nach Amerika aus und trafen in New York, Boston und anderen Städten ein. Der St. Patrick’s Day half ihnen, in der neuen Heimat ihre Herkunft zu ehren und Anschluss zu finden.
Feierlichkeiten rund um den Globus
USA
Die Parade in New York ist mit mehr als 150.000 Teilnehmern, unter anderem bestehend aus Soldaten, Marschkapellen, Feuerwehren oder Verbindungen, die älteste nichtmilitärische und die größte Parade in den Vereinigten Staaten. Nahezu drei Millionen Menschen säumen jährlich die 1,5 Meilen lange Strecke, der Zug dauert länger als fünf Stunden. Auch in Boston, Philadelphia, Savannah und Chicago finden Paraden statt. Der Chicago River wird am St. Patricks Day traditionell grün eingefärbt.
Irland
1903 wurde der St. Patrick’s Day in Irland ein offizieller Feiertag. In jenem Jahr fand dort auch die erste Parade statt. Nachdem der Alkoholkonsum des Öfteren außer Kontrolle geriet, blieben Pubs bis in die 1970er Jahre gesetzlich geschlossen. Im Jahr 1995 beschloss die Regierung, mit den Feierlichkeiten den Tourismus anzuheizen sowie der Welt die irische Kultur zu zeigen. Daher rief sie das St. Patrick’s Festival ins Leben. Die größte Prozession findet in Dublin statt.
Deutschland
In Deutschland marschiert die größte Parade zu Ehren des St. Patrick’s Day in München. Sie findet immer an einem dem 17. März nahegelegenen Sonntag statt und ist mit rund 30.000 Teilnehmern und Zuschauern auch die größte in Kontinentaleuropa. Dafür werden am 17. März während eines weltweiten „Greenings“ mehrere Gebäude grün angestrahlt, darunter die Fußballarena und der Olympiaturm.
Fazit
Was einst ein schlichter Feiertag zu Ehren des irischen Schutzpatrons St. Patrick war, hat sich in ein weltweit gefeiertes Fest mit Paraden, Festivals und traditioneller irischer Musik verwandelt. Die Menschen tragen grüne Kleidung – maskieren sich teilweise geradezu – und staffieren sich mit Kleeblättern aus. Und vor allem fließt jede Menge Alkohol: Vor allem Bier, irischer Whiskey und Cider.