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In Lamole, einem winzigen Weiler im höchstgelegenen Teil von Greve-in-Chianti, baut die Familie von Susanna Grassi seit 1620 Trauben an. Ihr Urgroßvater war einer der ersten Kleinbauern in der Region, der schon vor hundert Jahren seinen eigenen Wein unter dem Namen des Weinguts I Fabbri abfüllte, und darauf verzichtete, die reifen Trauben für wenig Geld der Genossenschaft zu überlassen. Ihr Vater indes konnte mit der Weinwelt wenig anfangen und konzentrierte sich stattdessen auf seine Arbeit als Ingenieur. Er verpachtete das gesamte Weingut, der Wein ging ab da an grosse Händler.
Susanna Grassi arbeitete als junge Frau in der Modebranche in Florenz. Aber im Jahr 2000 wollte sie auf das Weingut I Fabbri in Lamole zurückzukehren, um eigenen Wein zu erzeugen. Da die Weinberge verpachtet waren, musste sie diese zuerst freikaufen.
Ihr Vater habe ihre Entscheidung unterstützt. Susanne Grassi nahm große Projekte in Angriff, restaurierte verlassene Terrassen, propfte auf die in den 90er Jahren sehr gefragten Merlot-Trauben den heimischen Sangiovese auf, da in ihren Augen nur dieser das Terroir des Chianti-Gebietes wiedergeben kann.
Sie führte den Namen des Weinguts, I Fabbri, wieder ein und begann, ihre Weine in Flaschen abzufüllen. Es waren frische, transparente Weine voller Finesse, die es bis heute geblieben sind.
Ihr Start auf dem Weingut war nicht einfach. "Es war nicht leicht, mit all den Hilfskräften - alles Männer - zu arbeiten und akzeptiert zu werden", sagt sie über ihr Team, das ausschließlich aus Männern bestand. "Ich musste mehr arbeiten als sie, um in ihren Augen glaubwürdig zu sein". Ihr Vater starb im Jahr 2021 und hinterließ ihr seinen Anteil an den Weinbergen. Das wunderschöne Familienhaus hinterließ ihr Vater ihrem Bruder.