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Das Buch des früheren Sicherheitsberaters des Präsidenten Donald Trump, John Bolton, ist gestern in den Verkauf gegangen. Und das trotz diversen Bemühungen der amerikanischen Regierung, genau das zu verhindern. Bolton arbeitete von 2018 bis 2019 für den Präsidenten als Sicherheitsberater und hatte somit viele Eindrücke aus Trumps Leben und den Deals mit den anderen Staaten gewinnen können. Nach Ansicht der Regierung enthält das 570-seitige Buch mit dem Titel «The Room Where It Happened» geheime Informationen und sei nicht ordnungsgemäss von den zuständigen Stellen freigegeben worden.
Der amerikanische Journalist Steve Inskeep hat das Buch gelesen und auf Twitter die in seinen Augen wichtigsten Passagen veröffentlicht. Wir haben sie für euch zusammengefasst.
Das Ziel des Präsidenten sei es, die USA zu einem militärischen Auftragnehmer zu machen. Er denke, arabische Nationen würden «Kosten plus 50 Prozent» für US Truppen in Syrien und im Irak zahlen, damit die USA mit Gewinn Krieg führen können. Bolton wisse, dass dies nicht funktionieren wird – und dennoch bringt er die Idee den Vertretern des persischen Golfs vor.
Page 58: The president seeks to turn the US into a military contractor; thinks Arab nations would pay "cost plus 50 percent" for US troops in Syria and Iraq, so the US can wage war at a profit. Bolton knows it won't work but pitches the idea to Persian Gulf officials.— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Ein weiterer Vorwurf: Trump grösstes Ziel gemäss Bolton sei es, wiedergewählt zu werden. Das sei die einzige «Leitplanke», die Trump daran hindert, sein wahres Gesicht zu zeigen. In einer zweiten Amtszeit würde diese Leitplanke weg sein.
Page 489: Part of Bolton's conclusion speculates about a second Trump term. He says Trump's main interest has been re-election, and his fear of losing is one of the last "guardrails" limiting his behavior in any way. In a second term, Bolton says, that guardrail would be gone.— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Auf Seite 82 schreibt Bolton über seine Auftritte in diversen TV-Shows. Der Präsident habe ihm gesagt, er schlage sich gut im Fernsehen, «solle ihn jedoch mehr loben». Er will von ihm für seine Diplomatie mit dem Nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un gelobt werden, welche laut Trump wie nichts zuvor in der Geschichte sei.
Des Weiteren vergleiche Trump sein Verhältnis zu Kim Jong Un mit seinem Dating-Leben. Wenn er Frauen datet, ziehe er es vor, mit ihnen Schluss zu machen, bevor sie ihn abservieren können. Deshalb sagte er demonstrativ den Gipfel in Singapur ab, bevor Kim dies tun kann. Schlussendlich nimmt er dennoch am Gipfel teil.
Page 87: The president compares his wooing of Kim Jong Un to his dating life. Says that when he dated women, he prefer to break up with them rather than be broken up with. Accordingly, he calls off a summit in Singapore before Kim can. Nevertheless, he attends the summit.— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Bolton beschreibt Trump in der Beziehung zu Kim als «verzweifelt». Er wolle ihn «um jeden Preis» treffen, ändert aber ständig seine Meinung darüber, wie er dann vorgehen soll.
Page 94: The president is described as being "desperate" to meet Kim Jong Un "at any price," though he constantly changes his mind about how to go about it.— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Geheimdienstbesprechungen waren laut Bolton nicht nützlich. Laut ihm wurde die meiste Zeit damit verbracht, Trump zuzuhören, anstatt dass Trump den Fachmännern zuhörte.
Page 89: Bolton reports that for Trump, intelligence briefings were not useful "since much of the time was spent listening to Trump rather than Trump listening to the briefers."— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Aus Seite 181 schreibt Bolton, Trump blockierte immer wieder öffentliche, kritische Erklärung an anderen Staaten wie Russland oder China. Der Grund: Er hätte Angst, dass die Kritik an ausländischen Staaten seine gute persönliche Beziehung zu dessen Führer aufs Spiel setze.
Page 181: The president blocks a statement criticizing Russia, and blocks another statement critiquing China's 1989 Tiananmen Square massacre. "Trump seemed to think that criticizing...foreign governments made it harder for him to have good personal relations with their leaders."— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Bolton macht in seinem Buch diverse Vorwürfe gegen Trump in seinem Umgang mit China. An vorderster Front stehen nach ihm die persönlichen Interessen des Präsidenten. Die Politik mit China werde «auf chaotische Weise durch zufällige, sich repetierende Treffen» gemacht.
Page 292: China policy is made in a "chaotic" way, through random, repetitive meetings. (This is a consistent theme; on 56, Trump is described as the reason for bad meetings, "jumping randomly from one question to another, frustrating efforts to have a coherent discussion.")— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Gemäss Bolton spricht Trump fast kindlich mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Er fragte ihn, ob er ihm die Entscheidung der USA, sich vom iranischen Atomabkommen zurückzuziehen, vorab mitteilen soll.
Page 73: The president talks with Chinese leader Xi Jinping in an "almost childlike" way, asks if he would like advance word on the president's decision whether to withdraw from the Iran nuclear deal— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Bolton kritisiert auch das Verhalten von Trump während der Coronakrise. Der Präsident reagiere immer wieder mit seinem «Reflex, sich aus allem herausreden zu wollen».
Zuvor verteidigte Trump eine Umstrukturierung des National Security Council Staffs (NCS), die eine Eliminierung des Amtes für Pandemievorsorge durchsetzte. Gemäss Präsident sei dieses irrelevant. Bolton behauptet, das NSC habe Pandemien korrekt verfolgt und 2020 eine Frühwarnung gegeben. Trump habe diese aber ignoriert. «Das Biosicherheitsteam des NSC funktionierte genau so, wie es sollte. Es war der Stuhl hinter dem Resolute Desk, der leer war», schreibt Bolton.
Page 317: Bolton maintains the NSC still followed pandemics, and issued an early warning in 2020. "The NSC biosecurity team functioned exactly as it was supposed to. It was the chair behind the Resolute Desk that was empty."— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Laut Bolton war Trump plötzlich davon besessen, die Ukraine würde ihn holen wollen. Er forderte Bolton dazu auf, den Präsidenten der Ukraine anzurufen und sicherzustellen, dass Trumps persönlicher Anwalt Rudolph Giuliani sicher ist, dass das Treffen mit der Ukraine sicher sei. Giuliani fütterte nach Bolton den Präsidenten mit «Unsinn», welcher Trump glaubt. Bolton verstehe nicht, warum Trump plötzlich an «militärischer Hilfe für die Ukraine interessiert» sei. Trump wolle nichts mit dem Präsidenten der Ukraine und seinen Leuten zu tun haben, obwohl Bolton zu dem Schluss kam, dies seien «Leute, mit denen man zusammen arbeiten konnte». (cki)
Page 464: Giuliani, feeds the president "nonsense" about Ukraine, which the president believes. Bolton doesn't understand why Trump is "suddenly interested" in military aid to Ukraine.— Steve Inskeep (@NPRinskeep) June 20, 2020
Der frühere US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat vor einem weiteren Verfahren wegen Sexualstraftaten in Los Angeles eine Niederlage erlitten. Seine Anwälte seien mit ihrem Antrag vor Gericht abgeblitzt, dass die Anklage fallen gelassen werde, wie US-Medien berichteten. Bei einer Anhörung am Dienstag habe Richterin Lisa Lench auf ausreichende Zeugenaussagen und Beweismittel verwiesen, die einen Prozess rechtfertigen würden, schrieb «Rolling Stone Magazine».