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Läuse als Parasiten des Menschen
Drei verschiedene Lausarten leben auf dem Menschen: die Kopf-, die Kleider- und die Filzlaus. Sie gehören zusammen mit der Krätzmilbe, der Haarbalgmilbe und den Bettwanzen zu den Hautparasiten des Menschen, bei denen sich das ganzes Leben und die Fortpflanzung auf dem Menschen abspielt. Ohne Mensch können sie nicht überleben und sich nicht vermehren.
Läuse sind streng artspezifisch und haben nur einen Wirt: die Hundelaus lebt nur auf Hunden, die Katzenlaus nur auf Katzen. Auch die Menschenlaus wechselt höchstens von Mensch zu Mensch. Die Vorzüge gehen sogar noch weiter, denn die Kopflaus findet man nur in den Kopfhaaren, die Kleiderlaus auf den unbehaarten Stellen des Körper und auf der Innenseite der Kleider, die Filzlaus in den Schamhaaren, den Achselhaaren, Wimpern und Augenbrauen.
Speziell an der Laus ist ihre hemimetabole Entwicklung: sie macht zwar verschiedene Larvenstadien durch, hat aber ihre Endform bereits beim Schlüpfen aus der Nisse. Die folgenden zwei Häutungen dienen nur noch dem Wachstum.
In früheren Jahrhunderten war die Kleiderlaus die häufigste Läuseart. Epidemieartig hat sie sich dann ausgebreitet, wenn viele Menschen auf engem Raum waren, ohne die Möglichkeit, sich und ihre Kleider genügend zu waschen. Ideale Voraussetzungen fanden sich vor allem bei militärischen Feldzügen, Umweltkatastrophen und in Gefängnissen. Dann konnte sich die in unseren Breiten fast verschwundene Kleiderlaus ungehindert vermehren und auch Krankheiten übertragen. Unter diesen Krankheiten war besonders das Fleckfieber gefürchtet, dessen Auftreten in der Geschichte manchen Krieg entschied.
Auch die Kopflaus ist seltener zu beobachten als noch anfangs Jahrhundert, aber Ende 60er Jahre ist sie zuerst wieder in Kommunen und später epidemieartig in den Schulen aufgetreten. Die Gründe dafür sind weitgehend unbekannt. Als begünstigende Faktoren werden die längere Haartracht beider Geschlechter, Migration, ausgedehnter Tourismus und die Entwicklung von Resistenzen gegenüber den verwendeten Insektiziden genannt. Aber glücklicherweise stellt der Lausbefall heute kein echtes Gesundheitsproblem mehr dar, durch die Laus übertragbare Krankheiten sind nicht mehr aufgetreten. Dennoch ist die Beeinträchtigung des Wohlbefindens, abhängig von der Parasitendichte, recht erheblich.
Die Filzlaus gewinnt im Rahmen der allgemeinen Zunahme von sexuell übertragbaren Krankheiten an Bedeutung. Der relative Anteil der Filzlaus unter Läuseträgern ist um ein Vielfaches gestiegen.
Der Lebensraum der Laus
Geschickt bewegt sich die Kopflaus auf dem Kopf des Wirtes herum. Mit den Greifklauen klemmt sie sich an den einzelnen Haaren fest und schwingt sich von einem Haar zum anderen. Ihre Bewegungsaktivität ist hoch und wenn beim Lausen unter gutem Licht die Haare gescheitelt werden, kann manchmal beobachtet werden, wie die Laus vor dem Licht flüchtet. Am liebsten hält sie sich hinter den Ohren und im Nackenbereich auf, die Temperaturen zwischen 28 und 32°C hier entsprechen ihr am besten. Die bevorzugte Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 70%. Ausser bei einem sehr starken Befall, ist es schwierig, die Läuse selbst im Haar zu sehen, dafür erleichtern die ans Haar geklebten Nissen die Diagnose.
Die Ernährung der Laus
Die Laus ist ein Parasit. Das heisst, sie lebt vom Menschen, ohne ihm aber einen Nutzen zu bringen. Sie ernährt sich alleinig von Menschenblut. Ohne Menschenblut kann sie kaum länger als 48 Stunden überleben. Bakterien im Darm der Laus reichern die einseitige Nahrung mit Vitaminen an. Alle Entwicklungsstufen, Weibchen und Männchen leben vom roten Saft. Etwa jede zweite Stunde ist eine Mahlzeit angesagt. Sie dauert 10-30 Minuten und von Zeit zu Zeit werden Fäkalien aus dem Anus ausgeschieden, die beim Wirt nach einer entsprechenden Sensibilisierung zu allergischen Reaktionen führen können. Die gerinnungshemmende Substanz im Speichel und die Fäkalien der Laus können Juckreiz verursachen, der durch die Kratzeffekte zu Infektionen und durch allergische Reaktionen zu Ekzemen führen kann.
Von der Nisse zur Laus
Die Generationsdauer der Kopflaus beläuft sich auf etwa 17 Tage. Davon entfallen 7 bis 10 Tage auf die Entwicklung im Ei, Nisse genannt. Zum Schlüpfen schluckt die Lauslarve Luft und stösst diese durch den After aus. Im unteren Teil der Nisse entsteht ein Überdruck und die junge Laus kann den Deckel absprengen. Die Larve oder Nymphe häutet sich dann für das Wachstum 3mal, bis sie nach weiteren 7 bis 10 Tagen das geschlechtsreife Insekt ist. Die Entwicklung vom Ei über drei Larven- oder Nymphenstadien bis zum erwachsenen Tier benötigt 2 bis 3 Wochen. Bereits nach 2 Tagen beginnt das befruchtete Weibchen mit der Eiablage. Die Nissen werden mit einem klebrigen Sekret gewinkelt an den Haarschaft des Wirtes geklebt. Dieser Leim verteilt sich durch Kapillarwirkung zwischen der Nisse und dem Haar. Im Laufe seines 20- bis 30tägigem Leben legt das Lausweibchen täglich bis zu 10 Nissen, insgesamt um die 100. Die Eier oder Nissen sind im Vergleich zu den Weibchen recht gross und machen fast einen Viertel ihrer Körperlänge aus.
Die Erscheinung der Laus
Der Körper der Kopflaus hat eine gestreckte Form mit einer Länge von zwei bis sechs Millimetern, zu vergleichen mit einem Sesamsamen. Der Kopf ist im Verhältnis zum übrigen Körper klein und trägt zwei reduzierte Augen. Zum Riechen und Schmecken hat die Laus die entsprechenden Sinnesorgane in einer Grube am Ende der beiden fünfgliedrigen Antennen oder Fühler. Durch die kegelförmige, mit Zähnchen versehene Oberlippe tritt der stechend-saugende Rüssel aus, der aus Anteilen der Kiefer und dem Rachen zusammengesetzt ist. Durch einen Kanal innerhalb dieses Saugapparates kann ein gerinnungshemmender Speichel ausgeschieden und das Blut eingesogen werden. Der Thorax ist mit dem zehngliedrigen Abdomen verschmolzen. Mit ihren transparenten Körpern können sich die Läuse der Haarfarbe ihres Wirtes anpassen. Nach einer Blutmahlzeit verfärben sie sich rot-bräunlich. Wie die meisten Hautparasiten sind die Läuse flügellos, denn ihre Reise führt sie nie weit. Dafür sind ihre 6 Beine hoch entwickelt um sich in ihrem Medium, dem Kopfhaar, fortzubewegen. Sie besitzen am Ende klammerartige Greifklauen, mit denen sie sich an den einzelnen Haaren festhalten. Mit stark ausgebildeter Muskulatur und den kugelartigen Gelenken turnt sie athletisch, wie ein Turner am Doppelbarren, in den Haaren herum.
Da die Kopflaus bei Temperaturen um 30° C nur zwei Tage ohne Nahrung leben kann, könnte man – wenn Läuse in einem Schulgebäude aufgetaucht sind – versuchen, über das Wochenende die Heizung hochzufahren, um die Räume so stark (30° C) zu erhitzen, daß Läuse, die das Wochenende in der Schule verbringen mußten, absterben!
Kuscheltiere, Kleider usw. müssen gewaschen oder ca. 3 Tage tiefgekühlt oder ca. 3 Wochen bei 20° C im fest verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden.
Ansonsten rät der Hausarzt zum richtigen Mittel und zur korrekten Behandlung: