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Marco Pantani durfte den Giro d'Italia 1999 nicht gewinnen, weil die Mafia sonst viel Geld verloren hätte. Dieser These geht die Staatsanwaltschaft der Stadt Forli nach. Der «Pirat» war damals als Leader kurz vor Schluss der Rundfahrt ausgeschlossen worden.
Der Fall des 2004 gestorbenen Radprofis Marco Pantani könnte ein neues Kapitel bekommen. Nachdem im August die Staatsanwaltschaft Rimini neue Ermittlungen über die Hintergründe von Pantanis Tod aufgenommen hat, ermittelt nun die Justiz der Stadt Forli wegen des Ausschlusses Pantanis vom Giro d'Italia 1999.
Vermutet wird, dass der neapolitanische Mafia-Clan der Camorra hinter der Suspendierung des Radprofis am 5. Juni 1999 in Madonna di Campiglio steckt. Pantani war wegen eines zu hohen Hämatokritwertes in Führung liegend nicht zur 21. Etappe zugelassen worden. Zeugen berichten von Drohungen gegen den Italiener. Die «Gazzetta dello Sport» schreibt: «Das organisierte Verbrechen hatte beschlossen, dass Pantani Mailand nicht erreichen sollte.»
Die Ermittlungen stehen offenbar im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Wettbetrug. In die Affäre sei auch der bekannte Mafiaboss Renato Vallanzasca verwickelt, er soll von den Staatsanwälten befragt werden.
Im Sommer waren neue Beweise aufgetaucht, die darauf schliessen lassen, dass Pantani vor zehn Jahren Opfer eines Totschlags wurde. Pantani, der 1998 die Tour de France und den Giro d'Italia gewonnen hatte, war am 14. Februar 2004 tot in einem Hotel in Rimini gefunden worden. Bislang war davon ausgegangen worden, dass der damals 34-Jährige ohne Fremdverschulden an einer Überdosis Kokain gestorben ist.
Die Familie Pantanis glaubt nicht an diese Theorie und liess ihren Anwalt neue Beweise sammeln. Pantani könnte demzufolge vor seinem Tod Streit mit seinem Mörder gehabt haben, der ihn schliesslich zwang, die Überdosis Kokain zu trinken, und den Tatort manipulierte. (ram/spon)