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Die ordentliche (im 6-jährigen Rhythmus stattfindende) Generalversammlung der internationalen Konföderation der Gemeinschaften vom Hl. Vinzenz von Paul fand am 4. bis 8. Juni 2016 in Rom im Hotel Casa Tra Noi statt. Zu dieser Tagung sind die Präsidenten der Vinzenz-Gemeinschaften aus ca. 150 Ländern sowie die Angehörigen der Ständigen Kommission (Séction Permanente) eingeladen, aus Deutschland der Präsident der VKD, Winfried Hupe, und der Internationale Territoriale Vizepräsident für Europa I (Westeuropa), Dr. László Könczöl.
Dieser Welt-Vinzenztagung vorgeschaltet war am Samstag, den 4. Juni, das jährliche Treffen der Gruppe 2, der deutschsprachigen Ländergruppe (Belgien, Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweiz, Südtirol), zu der ihr Koordinator, Hans-Ueli Gubser (aus der Schweiz), eingeladen hatte. In dieser Sitzung wurden zuerst die Berichte aus den einzelnen Ländern über das Jahr 2015 und neue Entwicklungen im laufenden Jahr besprochen. Weitere Themen waren die Flüchtlingskrise in Europa, vinzentinische Partnerschaften, Mittelbeschaffung für die Vinzenzarbeit und die Rekrutierung von Neumitgliedern und Jugendlichen. Im Vorgriff auf die Generalversammlung wurde die geplante Mitgliedschaft in „COR UNUM“ und die Neuwahl des Generalpräsidenten diskutiert. Das nächste Jahrestreffen der Gruppe 2 ist für Herbst 2017 in Belgien vorgesehen.
Die internationale Tagung begann am Sonntag, den 5. Juni, mit einer heiligen Messe, die der Generalsuperior der Vinzentiner (CM), Gregory Gay, las. In der folgenden Sitzung berichteten der Generalpräsident, Michael Thio (Singapur), der Generalsekretär, Julien Spiewak (Frankreich) und der Schatzmeister, Liam Fitzpatrick (Irland), über ihre Arbeit für die Vinzenz-Gemeinschaft in den Jahren 2015 und 2016. Themen im Bericht des Generalpräsidenten waren insbesondere die Förderung von Projekten durch die „Kommission für internationale Hilfe und Entwicklung“ (CIAD), die Fortbildungs- und Trainingsprogramme für die Mitglieder, die Entwicklung der Vinzenz-Gemeinschaft (neu in Surinam, Reorganisation in verschiedenen Ländern), die vinzentinische Jugend, die Vertretung der Vinzenz-Gemeinschaft auf internationaler Ebene, die internationale Kommunikation und Tagungen. Der Generalsekretär ergänzte dies durch seinen Bericht über die Arbeit der Verbandszentrale, die durch sie organisierten Treffen und die Aggregation neuer Konferenzen und Räte (2015: 499 Konferenzen und 27 regionale Räte; 2016 bis Mai: 474 Konferenzen – davon 15 Jugend – und 19 Räte). Der Schatzmeister berichtete, dass die Finanzen der Gemeinschaft auf einer soliden Basis stehen. Die Einnahmen 2015 (1.147.013 €) basieren überwiegend aus Beiträgen der nationalen Vinzenz-Gemeinschaften, wobei der überwiegende Anteil (1.059.642 €) von 17 Konkordatsländern (freiwillige Verpflichtung) und der Rest (34.969 €) von den übrigen über 100 Ländern stammt. Es wurde ein Überschuss von 294.364 € erzielt, was zu soliden Rücklagen führt. Das Budget für 2016 rechnet mit ähnlichen Beträgen. Die Berichte wurden einstimmig (je 1 Stimme pro Land) angenommen und Generalpräsident, Generalsekretär und Schatzmeister für das Jahr 2015 entlastet. Das Budget für 2016 wurde bestätigt.
Die Sitzung am Sonntagnachmittag galt der Neuwahl eines Generalpräsidenten, dessen Amtszeit mit der Übergabe am 27. September 2016 beginnen soll. Zur Wahl standen nur zwei Kandidaten aus Brasilien, nachdem die anderen Bewerber ihre Kandidatur wieder zurückgezogen hatten. In einer geheimen Wahl wurde der 45 jährige Vinzenzbruder Renato Lima de Oliveira zum XVI. Generalpräsidenten der Vinzenz-Gemeinschaft gewählt.
Am Montag, den 6. Juni, war der Morgen der vom emeritierten Bischof Dolan zelebrierten hl. Messe im Petersdom gewidmet, zu der die Teilnehmer in einer Prozession durch die wegen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit geöffnete Heilige Pforte einzogen. Am Nachmittag folgte der thematische Teil der Tagung mit den folgenden Vorträgen:
- Gushwell Brooks, Jesuit Refugee Service: JRS in Southern Africa;
- Ella Bittar, Präsidentin der Vinzenz-Gemeinschaft im Libanon: Refugee Situation in Libanon and Middle East;
- Sr. Marie Raw, DC: Turning Hope into Service;
- Marie-France Salesiani-Payet, Vizepräsidentin für Fortbildung, Sr. Maureen McGuire, DC, Geistlicher Beirat und Brian O’Reilly, Generalvizepräsident: Präsentation des globalen Trainingsprogramms.
Am Dienstag, den 7. Juni, standen Satzungsfragen auf dem Programm. Nach der von einem indonesischen Vinzentinerpater zelebrierten hl. Messe wurden Vorschläge zu den internationalen Statuten behandelt. Am Vormittag wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Die Amtszeit des Generalpräsidenten wird auf einmal sechs Jahre beschränkt.
- Das maximale Alter bei der Wahl als Generalpräsident bleibt unverändert 65 Jahre.
- Bei Auflösung einer Konferenz oder eines Rates fällt eventuell verbleibendes Vermögen an den nächst höheren Rat.
- Im Fall, dass nicht der Pfarrer Geistlicher Beirat einer Konferenz ist, soll er bei Anwesenheit in den spirituellen Teil der Sitzung einbezogen werden. Falls nicht der Pfarrer das Amt des Geistlichen Beirats übernimmt, soll er um Vorschläge für Kandidaten gebeten werden.
- Bei Berufung des Geistlichen Beirats für einen Rat ist das Einverständnis seines kirchlichen Vorgesetzten einzuholen.
- Nationale Räte (Hauptrat) haben ihren Jahresbericht an den Generalrat zu senden.
- Bei zweckgebundenen Spenden muss der Wunsch des Spenders berücksichtigt werden.
In der Sitzung am Nachmittag wurden Ergänzungen in der Satzung diskutiert, um der Vinzenz-Gemeinschaft den Status einer „privaten kanonischen Rechtsperson“ zu geben, die Voraussetzung für eine gleichberechtigte Mitwirkung im päpstlichen Rat „COR UNUM“ ist. Bei dieser Beratung war der Verfasser nicht anwesend; die Beschlüsse sind dem zu erwartenden Protokoll zu entnehmen.
Am Mittwoch, dem 8 Juni, fand vormittags die päpstliche Audienz und am Nachmittag eine Stadtrundfahrt durch Rom statt, dem die Rückreise der Teilnehmer folgte.
Freiburg, 20.Juni 2016
Dr. L. Könczöl