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Arsenals Arsène Wenger und Chelsea-Trainer José Mourinho gerieten beim Spiel zwischen ihren Teams wieder einmal aneinander. Warum das Duell auf und neben dem Rasen an «The special one» ging.
Die Coaches von Arsenal und Chelsea, Arsene Wenger und Jose Mourinho, haben das Heu definitiv nicht auf derselben Bühne. So haben der Franzose und der Portugiese schon in der Vergangenheit öfters verbale Nettigkeiten ausgetauscht. So bezeichnete Mourinho seinen Berufskollegen letzte Saison als «Spezialist im Versagen».
Dabei konnte Wenger mit seinem Team letztes Jahr den FA Cup gewinnen, während der so erfolgsverwöhnte Jose Mourinho für einmal titellos ausging. Die Bilanz zwischen den zwei Trainern spricht trotzdem eine klare Sprache. Der extravagante Portugiese musste in seiner Karriere Wenger noch nie zum Sieg gratulieren.
Beim gestrigen Duell der Londoner Teams hat die Rivalität in der 21. Minute eine neue Ebene erreicht. Nachdem Arsenals Alexis Sanchez von Chelseas Gary Cahill unsanft von den Beinen geholt wird, greift sich der sonst so besonnene Wenger Mourinho in dessen Coaching-Zone und stösst den Portugiesen unsanft weg.
Wenger an der Pressekonferenz zu seinen Beweggründen: «Ich wollte von A nach B gehen, jemand stellte sich in den Weg, ohne eine Willkommens-Geste erkennen zu lassen.»
Den lachenden Reportern erklärt Wenger noch, dass B Sanchez gewesen ist, welcher an der Seitenlinie gepflegt werden musste.
Als einer aus der Runde fragt, was Mourinho zu ihm gesagt habe, wird die Miene von Wenger wieder finster und er meint dazu lapidar: «Ehrlich gesagt, habe ich nicht zugehört, was er sagte.»
«The Special One» hingegen, sonst eher als der «Aggressor» bekannt, bleibt ziemlich cool und reagiert nur mit Handgesten. Der Portugiese erwischt beim Stoss fast noch die Krawatte des 64-Jährigen. Der Vierte Offizielle Jonathan Moss muss einschreiten, um die beiden Streithähne zu trennen.
«Es wurde hitzig, weil es ein wichtiges Spiel war. Diese Umstände machten es zu einem emotionalen Spiel», so Mourinho nach dem Spiel. «Die Coaching-Zone ist sehr klar – ich habe meine, er seine und er kann nicht in meine Zone kommen ... ». Deshalb habe er ihm gesagt: «Verlasse meine Zone und komme nicht wieder zurück.»
Doch Mourinho gibt sich zum Schluss versöhnlich und sagt: «Ich habe es vergessen, kein Problem.» Stellt aber zum Schluss noch einmal klar: «Für einmal bin ich nicht der Schuldige. Ich war in meiner Zone und es war nicht mein Problem. Game over, Story over.»
Wie schon vor einer Woche gegen Aston Villa ist aber der Abgang des Portugiesen beim Spiel nicht ganz so souverän wie sein Auftritt bei der Pressekonferenz.
Obwohl sein Team dank Treffern von Eden Hazard und Diego Costa als Sieger vom Platz geht, marschiert der Portugiese nach dem Schlusspfiff schnurstracks in die Katakomben, ohne mit Wenger das obligate Handshake durchzuführen. Der Franzose muss es mit säuerlicher Miene zur Kenntnis nehmen.
So darf man getrost davon ausgehen, dass der Burgfrieden zwischen den zwei völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten nicht ewig hält. Für die Fans war der Kampf an der Seitenlinie, der mit einem klaren Punktesieg zugunsten von Mourinho ausging, aber ein Heidenspass.
Eine nachträgliche Strafe müssen die Trainer übrigens nicht befürchten, da Schiedsrichter Martin Atkinson die Streiterei mitbekam – und Wenger und Mourinho nur streng ermahnte.