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Auffällig, verhalten oder doch verhaltensauffällig?
In unserer Gesellschaft gibt es Regeln (“Ich erledige meine Hausaufgaben”), Normen (“Der Lehrperson begegne ich mit meinen Respekt”) und Werte (“Ich lüge nicht”). Erfüllt eine Person diese Erwartungen, wird sie als soziale, angenehme Person (ohne störende Auffälligkeiten) erlebt. Zeigt eine Person Verhaltensweisen, die mit diesen Erwartungen nicht im Einklang sind, wird sie als auffällig betrachtet.
Bei Verhaltensauffälligkeiten oder auch Verhaltensstörungen sprechen wir von Abweichungen im sozialen Verhalten und in der Entwicklung. Auffälligkeiten können in vielen Bereichen auftreten:
- Aufmerksamkeitsstörungen
- dissoziales oder aggressives Verhalten (Streit, Wutausbrüche)
- soziale Probleme
- sozialer Rückzug
- emotionale Schwierigkeiten (traurig, ängstlich / depressiv)
- körperliche Beschwerden (Bauchschmerzen, Schlafstörungen)
Verhaltensauffälligkeiten in der Lernpraxis
Wir definieren ein Verhalten als eine Verhaltensauffälligkeit oder ein problematisches Verhalten, wenn dieses Verhalten das Lernen oder das Zusammenleben im Alltag behindert. Zeigt ein Kind in der Grundstufe etwa bei Herausforderungen eine rasche Erregtheit, ist dies zunächst kein problematisches Verhalten. Führt diese Aufgeregtheit jedoch regelmässig dazu, dass das Kind sich in seiner Entwicklung blockiert, stufen wir es als eine therapiewürdige Verhaltensauffälligkeit ein.
Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern und Jugendlichen treten Verhaltensstörungen zu ca. 18-20 % auf, wobei im Kindesalter Jungen häufiger betroffen sind. Mit dem Jugendalter nimmt der Gesamtanteil der Mädchen im Vergleich zu den Jungen zu.
Folgen und Therapie
Mögliche Folgen nicht behandelter Verhaltensauffälligkeiten
Leidensdruck in der Familie und psychische Folgen
Das Problemverhalten ist für die Familie und das soziale Umfeld belastend und erzeugt einen Leidensdruck. Je häufiger sie in unangebrachten Situationen auftreten, desto stärker wird das Leiden für alle Beteiligten. Je nach Ausprägung der Situationen können die auffälligen Verhaltenstendenzen zu einer psychischen Störung führen (z.B. ADHS, Depression, Angst).
Beeinträchtigte Entwicklungsförderung
Durch diese Vorfälle wird das Kind häufig nicht altersentsprechend in seiner Entwicklung gefördert. Einerseits behindert es sich selbst und andererseits werden die Bezugspersonen durch die Belastung in ihren Fähigkeiten reduziert. Dies kann zu Entwicklungsverzögerungen beim Kind führen.
Schulische und berufliche Laufbahn
Die Auffälligkeiten führen zu auffälligem, negativem Verhalten in der Schule. Dadurch fokussieren die Kinder sich weniger auf den Unterricht, verpassen den Schulstoff und schreiben häufiger schlechtere Noten. Die Leistungsfähigkeit sinkt und mit ihr womöglich auch die Motivation. Dies kann sich schlimmstenfalls bis ins Erwachsenenalter und auf den beruflichen Lebensweg auswirken.
Therapie und Training
Verhaltensauffälligkeiten lassen sich relativ gut – je nach Ausgangslage – mit einer Psychotherapie oder einem Lerncoaching behandeln. In der Lernpraxis setzen wir die neuesten wissenschaftlichen Therapiemöglichkeiten individuell mit unseren Klienten in die Praxis um:
- Analyse und Umgang mit den Verhaltensauffälligkeiten
- je nach Verhaltensauffälligkeit: spezifisches Training wichtiger Grundfähigkeiten
- je nach Situation und Wunsch: weitere Diagnostik im Rahmen einer Abklärung
- Förderung der selbständigen Entwicklung
- Umgang mit dem sozialen Umfeld (Eltern, Freunde, Freizeit)
- Umgang mit herausfordernden Situationen (z.B. Wutausbrüche wegen (subjektiv) erlebter Ungerechtigkeit in der Schule)
- Stärkung der eigenen Fähigkeiten und Ressourcen
- Training Selbstwirksamkeit
- Integration der neuen Fähigkeiten in das soziale Umfeld
Terminanfrage
Haben Sie das Gefühl, dass Sie oder Ihr Kind professionelle Hilfe benötigen? Gerne dürfen sie uns unverbindlich kontaktieren. Die Anfrage bis und mit telefonischem Vorgespräch mit einer Fachperson ist für Sie kostenlos. Bei Fragen dürfen Sie uns selbstverständlich anrufen (044 213 10 10) oder eine E-Mail senden (<email-pii>).