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Inhaltsverzeichnis
Massnahmenformen
Mit einer Massnahme soll einerseits dem Behandlungsbedürfnis der straffälligen Person und andererseits dem Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit Rechnung getragen werden. Das Schweizerische Strafrecht kennt folgende Massnahmen:
Deliktorientierte Therapie
Der Psychiatrisch-Psychologische Dienst ist mit der Durchführung der rückfallpräventiven deliktorientierten Therapien beauftragt.
Die deliktorientierte Therapie findet je nach Indikation in Einzel- und / oder Gruppensitzungen statt. Die straffällige Person soll sich intensiv mit ihrem Delikt auseinandersetzen und ein nachhaltiges Problembewusstsein entwickeln.
Über den Behandlungsverlauf muss der PPD den einweisenden Behörden mindestens einmal pro Jahr Bericht erstatten.
Verwahrung
Verwahrungen werden in Strafanstalten oder Massnahmenvollzugseinrichtungen vollzogen. Ziel jeder Verwahrung ist der Schutz der Öffentlichkeit vor gefährlichen Straftätern oder Straftäterinnen.
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Das Gericht ordnet eine Verwahrung an…
- wenn der Täter oder die Täterin eine Straftat begangen hat, die im Strafgesetz mit einer Höchststrafe von mindestens fünf Jahren belegt ist (z.B. Mord, vorsätzliche Tötung, schwere Körperverletzung, Vergewaltigung, Raub oder sexuelle Handlungen mit Kindern) und
- wenn der Täter oder die Täterin mit dieser Tat eine Person in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität schwer verletzt hat oder verletzen wollte und
- wenn bei der straffälligen Person entweder wegen einer psychischen Störung oder ihrer Lebensumstände, der Tatumstände etc. ein hohes Rückfallrisiko besteht und eine Behandlung aussichtslos oder der Erfolg einer Behandlung zumindest unwahrscheinlich erscheint.
Behandlung von psychischen Störungen
Stationäre Behandlungen von psychischen Störungen werden offen oder geschlossen in geeigneten Kliniken, Massnahmenvollzugseinrichtungen oder in Justizvollzugsanstalten vollzogen. Im Kanton Zürich werden die Behandlungen unter anderem in der Justizvollzugsanstalt Pöschwies auf der Forensisch-Psychiatrischen Abteilung durchgeführt.
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Suchtbehandlung
Stationäre Suchtbehandlungen werden in spezialisierten Einrichtungen oder in einer psychiatrischen Klinik vollzogen.
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Ambulante Behandlung
Für erwachsene Personen kann das Gericht eine ambulante Massnahme anordnen, sofern die diesbezüglichen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Wird mit der ambulanten Massnahme eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen, entscheidet das Gericht, ob der Vollzug der Freiheitsstrafe zugunsten der Behandlung aufgeschoben oder die ambulante Massnahme gleichzeitig mit der Freiheitsstrafe vollzogen wird.
Im Falle des gleichzeitigen Vollzugs von Freiheitsstrafe und Massnahme wird die straffällige Person in einer Justizvollzugseinrichtung ambulant behandelt. Andernfalls wird die deliktorientierte ambulante Therapie durch anerkannte forensische Psychiaterinnen und Psychiater oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Freiheit durchgeführt. Im Kanton Zürich ist der Psychiatrisch-Psychologische Dienst mit der Durchführung der Therapien beauftragt.
Massnahmen für junge Erwachsene
Wurde eine Person im Alter zwischen 18 und 25 Jahren straffällig und hängt die Tat mit einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung zusammen, kann das Gericht die straffällige Person in eine Einrichtung für junge Erwachsene einweisen.
Ziele der Massnahme sind in erster Linie die Verminderung des Rückfallrisikos durch sozialpädagogische und therapeutische Hilfe sowie die Förderung der beruflichen Fähigkeiten durch Aus- und Weiterbildung.
Massnahmen für Jugendliche
Bei straffälligen Personen, die bei der Tat älter als 10 Jahre und noch nicht 18 Jahre alt waren und erzieherisch besonders betreut werden müssen, wird anstelle oder zusätzlich zu einer Strafe eine Schutzmassnahme angeordnet. Die einschneidenste Schutzmassnahme ist die Unterbringung. Bei dieser wird die straffällige Person fremdplatziert. Die stationäre Unterbringung beinhaltet für Jugendliche eine deliktorientierte Therapie, berufliche bzw. schulische Ausbildung oder sozialpädagogische Betreuung. Der Massnahmenvollzug will Rückfälle vermeiden, indem die Selbstverantwortung und Selbstregulation der jugendlichen Straftäter gestärkt wird.