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Von Pfr. Dr. Johannes Holdt
Das Wichtigste nicht vergessen
Wir kennen es aus vielen Märchen, dass einem Menschen von einer guten Fee oder einem Geist ein Wunsch gewährt wird, oder sogar drei Wünsche. Und nun kommt alles darauf an, dass der Mensch jetzt klug wählt, dass er sich das Richtige wünscht – und nicht etwas im Grunde Wertloses, Unvernünftiges. Dass er die kostbare Perle wählt – und nicht gierig nach bunten, billigen Glassteinen greift.
Genau solch eine märchenhafte Situation begegnet uns im Ersten Buch der Könige im Alten Testament. Gott, der Herr, spricht im Traum zu Salomo, dem König von Israel, dem Sohn und Nachfolger König Davids:
«Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll» (1Kön 3,5). Salomo hat einen Wunsch bei Gott, dem Allmächtigen frei. Was wird er sich wünschen? Was würden wir uns an seiner Stelle wünschen? Gesundheit und ein langes Leben? Karriere, Erfolg, Schönheit und Jugend? Geld, Gold, ein sorgenfreies Leben? Keiner von uns würde wahrscheinlich auf das kommen, was sich Salomo erbittet: «Verleih Deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er Dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden weiss» (1Kön 3,9). Selbst Gott wundert sich über diesen Wunsch, mit dem Salomo zeigt, dass er zu Recht für seine Weisheit berühmt ist. Und Gott gewährt ihm aus Freude über diese Weisheit von sich aus auch das, was Salomo nicht erbeten hat: Reichtum, Ehre und ein langes Leben (1Kön 3,13–14).