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Historischer Roman aus der Zeit der Kolonialkriege Englands, Hollands und Brandenburgs im 17./18. Jahrhundert
Es ist die Zeit des Barocks; die Aufklärung macht sich schon zaghaft bemerkbar. Aber Namen von Berühmtheiten wie Bach, Monteverdi, Michelangelo, Rembrandt, Rubens, Grimmelshausen, Cervantes und unzählige andere aus Musik, Kunst und Literatur dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass damals für die meisten Menschen das Leben nicht einfach war. Der Tod ist allgegenwärtig und die vorhandene Weltlust ist stets von der Gewissheit ihrer Endlichkeit geprägt. Die Herrscher hingegen regieren absolutistisch. Sie versuchen, sich auf Kosten ihrer Untertanen an Glanz und Prunk zu übertreffen und waren nicht an ihr Wort gebunden. Freiheit gab es nur auf dem Meer – auch dort war es oft Sklaverei, zumindest für die Matrosen. In diesem Umfeld setzt «Ebbe & Flut» ein! Im Jahr 1667 verlässt der 13-jährige Harm sein Elternhaus auf der Insel Borkum und will in Amsterdam eine Heuer als Schiffsjunge suchen. Sein Bruder Jan hatte drei Jahre vorher auf einem holländischen Ostindienfahrer angemustert und schon erstes Geld heimgeschickt. Aber der noch naive Harm wird geshanghait und findet sich auf dem holländischen Kriegsschiff Modiadeen wieder und muss dort durch eine harte seemännische Ausbildung. Beide Brüder fahren auf Schiffen der VOC, der mächtigen Oostindischen Compagnie. Jan arbeitet sich im Laufe der Jahre zum Kapitän empor, Harm hingegen setzt alle an Bord mit seiner rechnerischen Begabung und scharfen Logik in Erstaunen und entwickelt sich zum Schiffskaufmann. Sein Schiff gerät in kriegerische Auseinandersetzungen, die Besatzung wird schiffbrüchig, kommt aber mit dem Leben davon. – Jan bietet seinem Bruder an, auf seinem Schiff Constantia als Faktor anzuheuern. Harm, der wegen des Sklavenhandels und anderen «Geschäftsmethoden» nicht mehr für die VOC fahren will, hat kaum eine andere Möglichkeit und sagt zu. Doch es kommt immer öfter zu Zwistigkeiten zwischen den Brüdern. Harm vernimmt, dass der Kurfürst von Brandenburg einige Schiffe zwecks Kolonialhandel ausrüstet, da hat er nur noch ein Ziel: er will nach Berlin. Seine abenteuerliche Flucht führt ihn nach Venedig und durch halb Europa, in Baiern rettet er das Mädchen Greta vor der Inquisition und nimmt sie mit aufs calvinistisch gesinnte Borkum. Sie verlieben sich und heiraten, aber Harm zieht es nach Berlin und er lässt sich dort als Schiffskaufmann anwerben. Harm und Jan stehen nun auf gegnerischen Seiten. Die Brandenburger bauen zum Missfallen der Niederlande an der Guinea-Küste das Fort Groβ-Friedrichsburg, und Harm entwickelt einen regen Handel mit den Eingeborenen. Eines Tages gerät Harm niederländische Gefangenschaft. Seine frühere Zugehörigkeit zur VOC wird als Fahnenflucht erkannt und Harm zum Tod verurteilt. Sein Bruder, der ihn auf seinem Schiff in Gewahrsam hält, lässt Harm nachts ins Meer springen, er schwimmt an Land und verschwindet. Jan kommt vor das Kriegsgericht und wird mit Schimpf und Schande von der VOC ausgestossen. Aus diesen Gegensätzen der preussischen und der holländischen Interessen wächst die Geschichte der Brüder Harm und Jan Jansen. Die beiden geraten im Lauf der politischen Veränderungen in die gegensätzlichen Lager Holland und Brandenburg und sie setzen sich mit aller Kraft für die Interessen ihrer Brotgeber ein. Die handelnden Personen erleben die Vergangenheit noch als Gegenwart. Sie können – im Gegensatz zu uns – nicht wissen, was daraus wird. Wir aber ahnen, dass ihnen Politik, falsche Hoffnungen und Entscheidungen verhängnisvolle Schicksale bereithalten könnten
Portrait
Bernhard Kay beschäftigte sich schon in den Sechzigerjahren mit technischer EDV. Arbeitete in deutschen und schweizerischen Medienkonzernen. 1978 Herausgabe des ersten Computer-Fachbuches in deutscher Sprache für die Graphische Industrie. Als erfahrener Hochseeskipper wirkte er nebenberuflich als Ausbilder für terrestrische und astronomische Navigation. Schriftstellerische Tätigkeit seit 1984; seit 1994 Buchautor und freier Publizist und lebt in Lachen am Oberen Zürichsee.