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Hopf, Max
Max Hopf (* 30. August 1902 in Bern; † 4. Mai 1980) Röntgenarzt, Leiter des Röntgeninstituts Hopf in Bern, Schriftsteller
Leben
"Max Hopf stammt väterlicher- und mütterlicherseits aus Familien, in deren Ahnenregistern bis zurück uns 13. Jahrhundert von Generation zu Generation fast ununterbrochen Theologen bekundet sind. Dieses von der christlichen Religion geprägte Milieu vermittelte dem empfindsamen Knaben ein getreues Bild der zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch ungebrochenen Gottgläubigkeit in weiten Kreisen der damaligen Gesellschaft. Seine allzu strenge weltabgewandte, calvinistische Erziehung liess in ihm schon frühzeitige Zweifel am Nutzen der freiheitraubenden Gottesfurcht aufkommen.
Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde ihm angesichts des entfesselten Geschehens plötzlich klar, dass der Schein tatsächlich getrogen hatte. Der vielgepriesene und vielversprechende Erlöser aus Bethlehems Stall war ein Versager gewesen. Die Tischgebete, die Morgen- und Abendandachten, der sonntägliche Kirchgang und das Vertrauen in den gütigen Vater im Himmel wurden dem Jüngling zur Qual. Er ging widerwillig in den Religionsunterricht und liess sich, um die Gepflogenheiten seiner Umwelt nicht zu verletzen, konfirmieren. Das erste Abendmahl erschütterte ihn aufs tiefste. Er vermied es tunlichst, sich weiterhin heuchlerisch an den Riten der Kirche zu beteiligen und löste sich als Medizinstudent von allen religiösen Verpflichtungen.
In seiner Berufsausübung erinnerte er sich später, wenn er dem Tod geweihte Patienten betreute, an seine Jugenderlebnisse und fing mit der Zeit wieder an, über letzte Fragen nachzudenken. Während des zweiten Weltkrieges schlug seine gleichgültige Gesinnung der Kirche gegenüber in eine zunehmend kritische Stellungnahme zum christlichen Glauben um und veranlasste ihn, den Religionsfragen erneut grössere Aufmerksamkeit zu schenken.
Auf einer ersten Reise nach Ägypten geriet er im Jahr 1948 in den Bann der Ägyptologie und liess sich seither nicht mehr abhalten, das Studium der Religionsgeschichte der Antike auf Reisen und als tägliche Freizeitbeschäftigung zu pflegen. Dem allmählichen Wandel seiner Einstellung zur Religion hat Max Hopf in verschiedenen literarischen Arbeiten wie Gedichten, Romanen und einem Theaterstück Ausdruck verliehen." (Quelle: Hopf, Max : Testament eines Ketzers, Bern: Benteli, 1978, S.382-383)
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