Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03619.jsonl.gz/700

Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom, Urethrakarzinom) ist eine äusserst seltene Krebsart: Nur etwa 0,3 Prozent aller Krebserkrankungen gehen von der Harnröhre (Urethra) aus. Die meisten Betroffenen sind älter als 50 Jahre.
Warum Harnröhrenkrebs entsteht, ist bisher ungeklärt. Mögliche Risikofaktoren sind:
Häufig zeigt sich als erstes Anzeichen für Harnröhrenkrebs Blut im Urin (Hämaturie). Im weiteren Verlauf kann das Harnröhrenkarzinom unter anderem folgende Symptome verursachen:
Bildet der Harnröhrenkrebs Tochtergeschwulste (Metastasen), können weitere Symptome auftreten: Sind zum Beispiel die nahe gelegenen Lymphknoten (Leisten- und Beckenlymphknoten) betroffen, kann ein Lymphödem mit Schwellung vom Oberschenkel bis zu den Füssen entstehen.
Zur Diagnose von Harnröhrenkrebs erfolgen eine körperliche Untersuchung und eine Harnröhrenspiegelung. Um zu bestimmen, wie weit sich das Harnröhrenkarzinom ausgebreitet hat, können weitere Untersuchungen (Ultraschalluntersuchung, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie) notwendig sein.
Zur Therapie von Harnröhrenkrebs kommt eine Operation zum Einsatz: Bei einem kleinen Harnröhrentumor, der nicht in die Umgebung eingewachsen ist, kann es ausreichen, die Harnröhre teils oder ganz zu entfernen. Bei Männern ist es womöglich notwendig, einen Teil des Penis zu entfernen. Das entfernte Penisgewebe lässt sich jedoch anschliessend wiederherstellen. Gleiches gilt für die Harnblase, die man bei einem fortgeschrittenen Harnröhrenkarzinom unter Umständen entfernen muss.
Neben der operativen Behandlung kann eine Strahlentherapie und/oder eine Chemotherapie gegen den Harnröhrenkrebs hilfreich sein. Welche Heilungschancen bei einem Harnröhrenkarzinom bestehen, hängt von der Lage des Tumors in der Harnröhre sowie von seiner Ausbreitung ab.
Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) ist eine bösartig wachsende Zellwucherung (Karzinom), die von der Harnröhre (Urethra) ausgeht. Man bezeichnet diese seltene Krebserkrankung auch als Urethrakarzinom.
Die beim Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) betroffene Harnröhre (Urethra) beginnt unterhalb der Harnblase und leitet den Harn nach aussen ab. Die Anatomie der Harnröhre weist zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede auf:
Die Harnröhre (Urethra) ist nicht mit dem Harnleiter (Ureter) zu verwechseln: Der Harnleiter leitet den Harn aus dem Nierenbecken in die Harnblase. Auch hier kann Krebs entstehen (Harnleiterkrebs bzw. Ureterkarzinom). In seiner Diagnostik, Therapie und Prognose unterscheidet er sich jedoch stark vom Harnröhrenkrebs.
Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) tritt mit äusserst geringer Häufigkeit auf: Er macht nur etwa 0,3 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Frauen bekommen etwa doppelt so häufig Harnröhrenkrebs wie Männer.
Je nach Altersgruppe ist die Häufigkeit von Harnröhrenkrebs unterschiedlich: Nur 25 Prozent der Menschen mit Harnröhrenkarzinom sind jünger als 50 Jahre. Bei den meisten betroffenen Frauen liegt die letzte Regelblutung schon länger zurück (d.h. der Harnröhrentumor tritt erst nach der Menopause auf).
Die für Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) verantwortlichen Ursachen sind nicht bekannt. Als mögliche Auslöser für einen Harnröhrenkrebs gelten:
Ein weiterer Risikofaktor für die Entstehung von Harnröhrenkrebs ist das Geschlecht. Frauen entwickeln doppelt so häufig ein Harnröhrenkarzinom wie Männer, was auf ein entsprechend höheres Risiko schliessen lässt. Dies hat anatomische Ursachen: Frauen sind aufgrund ihrer kürzeren Harnröhre anfälliger für Harnwegsinfekte als Männer.
Ein Harnröhrenkrebs kann seine Ursachen auch in einem Harnröhrenkarunkel haben: Dies ist ein zunächst gutartiger, erbsengrosser Tumor der Harnröhre, der im Verlauf entarten und sich zu einem bösartigen Harnröhrenkarzinom entwickeln kann.
Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) löst in seinem Verlauf unterschiedliche Symptome aus. Erstes Anzeichen für die Krebserkrankung der Harnröhre ist in der Regel Blut im Urin (Hämaturie). Ist das aus der Harnröhre stammende Blut mit blossem Auge zu erkennen, bezeichnet man das Symptom als Makrohämaturie. Bei geringen (nicht sichtbaren) Blutmengen spricht man von Mikrohämaturie. Dieses Symptom kann vor allem dann auf einen Tumor der Harnröhre hinweisen, wenn die Blutungen beim Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.
Wenn der Harnröhrentumor so gross ist, dass er eine Verengung der Harnröhre verursacht, kommen weitere Symptome hinzu: Dann können beim Harnröhrenkrebs auch
auftreten. Später kommt es bei Harnröhrenkrebs zu einer starken Gewichtsabnahme. Die Betroffenen schwitzen nachts verstärkt. Als zusätzliche Symptome eines fortgeschrittenen Harnröhrenkarzinom-Stadiums bilden sich eitrige Entzündungsherde (Abszesse) und krankhafte Gangverbindungen (Fisteln).
Ein Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) breitet sich zunächst örtlich begrenzt aus, indem er die Wände der Harnröhre durchdringt und in benachbartes Gewebe einwächst. Entsprechend treten als erste Symptome der Krebserkrankung auch Blut im Urin, Beschwerden nach dem Geschlechtsverkehr und Probleme beim Wasserlassen auf. Der Harnröhrentumor kann auch Absiedelungen beziehungsweise Tochtergeschwülste (Metastasen) in den Lymphknoten der Umgebung bilden (sog. Lymphknotenmetastasen). Welche Lymphknoten betroffen sind, hängt von der Lange des Tumors ab:
Siedelt sich der Harnröhrenkrebs in die Lymphknoten der Leiste und im Becken ab, kann der Lymphabfluss aus den Beinen behindert sein. In der Folge führen die Metastasen zu einem Lymphödem, dessen Symptome in Form einer Schwellung vom Oberschenkel bis zu den Füssen reichen können.
Der Harnröhrenkrebs bildet erst später weiter entfernt gelegene Metastasen (sog. Fernmetastasen). Dies geschieht vor allem in Lunge, Leber, Knochen und Gehirn. Metastasen können je nach Ort und Grösse weitere Symptome verursachen.
Bei Verdacht auf Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) erfolgen zur Diagnose eine körperliche Untersuchung durch den Gynäkologen oder Urologen und eine Harnröhrenspiegelung. Einen Tumor in der Mündung der Harnröhre kann der Arzt bei der körperlichen Untersuchung häufig als Ausstülpung erkennen. Tumoren im Bereich des harnblasennahen Abschnitts können bei der Frau zu einer Vorwölbung der Scheidenschleimhaut führen.
Die Diagnose von nahe an der Blase liegendem Harnröhrenkrebs ist bei beiden Geschlechtern durch eine Spiegelung (Endoskopie) der Harnröhre unter örtlicher Betäubung oder Narkose möglich – der sogenannten Urethroskopie. Um die Diagnose zu sichern, kommt eine Biopsie zum Einsatz: Der Arzt entnimmt eine Probe des Tumors und untersucht diese feingeweblich unter dem Mikroskop.
Um bei der weiteren Diagnose festzustellen, ob das Harnröhrenkarzinom Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, kann der Arzt mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) die Lymphknoten der Leiste und die Beckenregion auf Befall durch Krebs überprüfen. Noch genauer lässt sich die Ausbreitung von Harnröhrenkrebs mithilfe einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) bestimmen.
Bei Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) zielt die Therapie darauf ab, den Tumor durch eine Operation zu entfernen. Zusätzlich kann (vor oder nach der Operation) eine Strahlentherapie (mit oder ohne Chemotherapie) gegen den Krebs zum Einsatz kommen.
Bei einem kleineren Harnröhrentumor, der nicht in die Umgebung eingewachsen ist, kann es ausreichen, die Harnröhre teilweise oder vollständig chirurgisch zu entfernen. Im fortgeschrittenen Stadium von Harnröhrenkrebs ist zur erfolgreichen Behandlung eine grössere Operation erforderlich: Hierbei muss der Operateur, je nach Ausdehnung des Tumors, unter Umständen auch die Harnblase entfernen. Anschliessend ist es jedoch möglich, die entfernte Blase aus Darmteilen nachzubilden. Falls das Harnröhrenkarzinom zur Therapie eine anteilige Entfernung des Penis notwendig macht, lässt sich auch dies durch plastische Operationen korrigieren.
Vor der operativen Therapie von Harnröhrenkrebs besteht die Möglichkeit, mit einer Strahlentherapie oder Chemotherapie zu versuchen, den Harnröhrentumor zu verkleinern (sog. neoadjuvante Therapie). Auch im Anschluss an die Operation erfolgt beim Harnröhrenkarzinom oft eine Strahlentherapie, um verbliebene Krebszellen abzutöten. Eine Chemotherapie mit einem für Krebszellen giftigen Medikament ist dann ebenfalls möglich. Sie ist mit der Strahlentherapie kombinierbar.
Der Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) neigt im weiteren Verlauf dazu, sich auszubreiten. Die Prognose ist daher in hohem Mass vom Zeitpunkt der Diagnose abhängig: Bei einem kleinen Harnröhrentumor ist mit einer Heilungsrate von 70 bis 80 Prozent zu rechnen. Auch die Lage eines Harnröhrenkrebses wirkt sich auf die Prognose aus: Ein Tumor, der sich nahe an der Mündung der Harnröhre befindet, hat eine günstigere Prognose als einer im oberen Teil der Harnröhre.
Wenn es gelingt, den Harnröhrenkrebs operativ vollständig zu entfernen, ist in 40 bis 60 Prozent der Fälle damit zu rechnen, dass erneut ein Harnröhrenkarzinom auftritt (Rezidiv).
Beim Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) ist es möglich, den weiteren Verlauf nach erfolgter Behandlung durch eine individuell angepasste Nachsorge zu beeinflussen: Dabei richten sich Häufigkeit und Inhalt von Nachsorge-Untersuchungen nach den Beschwerden der Betroffenen und danach, ob es gelungen ist, den Harnröhrentumor vollständig zu entfernen. Die Nachsorge hat zum Ziel, einen erneut auftretenden Harnröhrenkrebs oder Metastasen frühzeitig zu entdecken und die Beschwerden, die infolge der Behandlung entstanden sind, zu lindern.
Zu den Untersuchungen, die zur Nachsorge von Harnröhrenkrebs zum Einsatz kommen, gehören:
Bei einem behandelten Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) kann im weiteren Verlauf eine Rehabilitation infrage kommen. Diese hat zum Ziel, die Lebensqualität auf körperlicher, sozialer, psychischer und beruflicher Ebene zu verbessern und zu sichern. Stationäre Rehabilitationsmassnahmen sind in erfahrenen Tumornachsorgezentren möglich. Ob Massnahmen zur Rehabilitation im Einzelfall sinnvoll und möglich sind, entscheiden die behandelnden Ärzte.
Bisher sind keine wirksamen Massnahmen bekannt, mit denen Sie einem Harnröhrenkrebs (Harnröhrenkarzinom) sicher vorbeugen können. Da wiederholte Entzündungen und Verletzungen der Harnröhre sowie Geschlechtskrankheiten möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung von Harnröhrenkrebs spielen, ist es jedoch empfehlenswert, dass Sie beispielsweise