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|Datenschutz im D-Star System|

Allgemein: Der Datenschutz im Amateurfunk war zumindest meiner Meinung nach bis jetzt kein Thema. Jeder Amateurfunker, weiss, dass seine Aussendungen von jedermann abgehört werden können und somit auch alles mithören kann, was er an persönlichen Daten übermittelt. Seien das Ortsangaben oder andere, ihn betreffende Daten. Es war von jeher klar, dass jeder selber entscheiden muss, was er über Funk an andere mitteilt und was er nicht über Funk mitteilen will. Ausserdem bestimmen die Vorschriften betreffend des Amateurfunks welche Themen Tabu sind und welche nicht. Dass sich nicht jeder daran hält, ist vielleicht auch eine Zeiterscheinung. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass immer jemand mithört. Sei es auf Kurzwelle, auf UKW (Relais und direkt) oder auch über neue Technologien wie D-Star.
D-Star: Hier kommt im speziellen dazu, dass das Gerät automatisch gewisse Daten übermittelt. Diese sind das eigene Rufzeichen, der Inhalt im Feld "Your Call" (entweder CQCQCQ, das Rufzeichen der Partnerstation oder das Rufzeichen eines Repeaters) sowie der Inhalt der im Textfeld definiert wird. Wenn aktiviert, werden auch Positionsdaten (DPRS) übermittelt. Mehr nicht. Der Textinhalt kann sich jeder OM/YL selber bereitlegen. Diese Daten werden auf gewissen Homepages angezeigt. Beispielsweise auf dstarusers.org. Dies war bereits genug Anlass für eine Gruppe OM's (vornehmlich aus DL) das ganze System in Frage zu stellen. Zugegeben, der OM kann nicht verhindern, dass sein Rufzeichen auf einer dieser Seiten erscheint, ich frage mich aber, was das soll. Wer kann verhindern, dass sein Rufzeichen im DX-Cluster erscheint? Wer kann verhindern, dass sein QSO abgehört und aufgezeichnet wird (auch über die "alten" Techniken)? Hier wird unserer Meinung nach der Teufel an die Wand gemalt.
Diese besagte Gruppe begann dann neben dem US-Trust System ein eigenes, paralleles D-Star Netz aufzubauen. Es nannte (oder nennt) sich X-Trust. Das System hatte eigentlich nie eine grosse Chance, mehr als 20-30 Repeater waren nicht bei diesem System registriert. Es bewirkte eine grosse Verunsicherung der OM's die mit D-Star liebäugeln und wirkte kontraproduktiv. Für uns vom Relais Sursee Team war X-Trust keine Alternative.
Etwa vor einem Jahr kam ein neues System auf den "Markt". Es nennt sich IRCDDB und benötigt benutzerseitig keine Registration mehr (wie beispielsweise der US-Trust). Auch diese Registration des Rufzeichens war der X-Trust Gruppe ein Dorn im Auge. Das neue System hatte wesentlich mehr Erfolg und kann bereits nach kurzer Zeit die Mehrheit der D-Star Repeater vereinigen. Dies vor allem darum, weil der Repeater Betreiber sich nicht für das eine oder andere System entscheiden muss. Es kann also parallel zum US-Trust betrieben werden.
Dies war für uns den Anlass auch das IRCDDB System anzuschauen und schliesslich zu installieren. Damit wird der "Aktionsradius" unseres Repeaters um einige Systeme erweitert, denn nun können auch Systeme erreichet werden die nicht mit der original ICOM Sogftware arbeiten, ja sogar Systeme die nicht mit der ICOM Hardware arbeiten. Ein klarer Gewinn für D-Star. Für den Benutzer ändert sich nichts, er kann weiterhin mit Call Sign Routing andere OM's erreichen, egal ob sie dem US-Trust angehören oder nicht. Damit man jedoch Repeater benutzen kann, die ausschliesslich am US-Trust arbeiten, muss nach wie vor das Rufzeichen registriert werden.
Doch die nicht mehr notwendige Registrierung im IRCDDB System war der "Datenschutz Gruppe" nicht genug. Auch bei IRCDDB wird das Rufzeichen und andere Daten auf einer Homepage angezeigt. Sogar noch zeitnaher und ausführlicher als auf dem US-Trust System. Es entbrannte daraus wieder ein neuer Streit, den aber die Leute von IRCDDB schnell schlichten konnten, sprich, sie nahmen der Gruppe den Wind aus den Segeln. Seit einiger Zeit werden nur noch Rufzeichen angezeigt, welche vom Benutzer selber (OM/YL) freigeschaltet wurden. Es ist also notwendig, wenn man sein Rufzeichen auf dieser Liste sehen will, dass man es bewusst aktiviert. Erst nach dieser Aktivierung (vom eigenen Gerät aus) wird das Rufzeichen wieder auf der IRCDDB Live Seite angezeigt. Damit sollte nun wohl jeder leben können. Dieser Vorgang kann auch beliebig wieder selbst rückgängig gemacht werden.
HB9TRT, 27. Februar 2011