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Das sagte Teilhaber und Präsident Yves Mirabaud in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag". Die Schweizer Banken unterstützten die Teilnahme am AIA, sagte Mirabaud, der auch die Vereinigung Schweizerischer Privatbanken präsidiert. Wichtig sei aber, dass die übermittelten Bankdaten etwa im Fall von Russland, China und Saudiarabien nicht unrechtmässig eingesetzt würden.
In der EU seien die Schweizer Banken weiterhin eingeschränkt, sagte Mirabaud weiter. "Die Schweiz sollte über einen Marktzugang verhandeln, entweder multilateral mit der EU oder bilateral", forderte der Privatbankier. Die Schweiz sei liberal und gewähre ausländischen Banken den Zugang zu ihrem Markt, ohne dass das Gegenrecht bestehe. "Das ist eine inakzeptable Situation."
Die Bank Mirabaud versuche derweil, ihre Kunden mit einer physischen Präsenz in verschiedenen europäischen Ländern anzusprechen. So habe sie vor zwei Jahren ihre Bank in Luxemburg eröffnet, die als Dach für die Filialen in Frankreich, Spanien und England diene, wo sie schon seit Jahren präsent sei.
Die Filiale in Paris sei etwa sechs Jahre nach ihrer Gründung rentabel gewesen, Spanien werde dieses Jahr die Gewinnschwelle erreichen, sagte Mirabaud. "Generell braucht es fünf bis sieben Jahre, bis eine Auslandfiliale rentabel ist." Dieser Weg sei "kompliziert und teuer". Als Schweizer Bürger würde er die Dienste zudem lieber von der Schweiz aus anbieten. "Ohne Marktzugang sind die Schweizer Banken leider gezwungen, sich ausserhalb des Landes zu entwickeln."
Cristiano Ronaldo als Kunde
Zu den in die Schlagzeilen geratenen Geldern des portugiesischen Fussballstars Cristiano Ronaldo bei der Genfer Bank erklärte Mirabaud, dass dieser bei der Privatbank nur legale und deklarierte Gelder parkiert habe. Die Bank Mirabaud sei zwar an das Bankgeheimnis gebunden: Doch Ronaldo habe die Bank autorisiert, wichtige Fakten zu kommunizieren, sagte Mirabaud. Ronaldos Konto bei der Schweizer Privatbank sei "vom ersten Tag an vollständig bei den spanischen Steuerbehörden deklariert" gewesen.
Die Bank selbst habe in dieser Sache keine Anfrage von Spanien oder irgendeinem Land erhalten, sagte Mirabaud weiter. "Aber wir liefern seit Anfang Jahr Bankkundendaten an die spanischen Behörden und an weitere Länder im Rahmen des automatischen Informationsaustausches."
Der Fussballstar und die Genfer Bank gerieten im Zuge der "Football Leaks"-Enthüllungen Ende letzten Jahres wegen vermuteter Steuertricks in die Schlagzeilen. So soll Ronaldo einen Teil seiner Bildrechte und damit seiner Einkünfte an zwei Firmen ausserhalb seines Arbeits- und Wohnorts Spanien verlegt haben, um Steuern zu sparen. Der Starfussballer konnte dabei von einem speziellen spanischen Gesetz profitieren, das es ausländischen Einwohnern erlaubt, ausserhalb Spaniens erzielte Einkünfte im Ausland zu versteuern.
(AWP)