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Erinnerung an die Rekrutenschule
Ein aus heutiger Sicht spezielles Erinnerungsstück ist das auf Stramin gestickte Erinnerungsbild eines jungen Mannes aus seiner Rekrutenschule.
Gefasst ist es in einem Rahmen aus Holz im Stil des ausgehenden Jugendstils. Die Stickerei besteht aus Garnen in den Farben Rot, Blau und Hellgrün und ist hauptsächlich im klassischen Spannstich ausgeführt. Im Zentrum hält ein mit Blümchen bemaltes Zelluloidstück als Passepartout die Fotografie des namenlosen Rekruten fest. Er trägt darauf die neue feldgraue Uniform mit dem Stehkragen, die noch bis in die 1920er-Jahre in Mode war. Sein Tschako (Käppi) aus glänzendem Leder und Filzeinlage mit der Waffengattung und der Bataillonsnummer in Silber liegt auf dem Tischchen daneben. Das Bild zeigt einen Sanitäter aus dem Luzerner Füsilier-Bataillon 45, bewaffnet mit dem sogenannten Faschinenmesser des Modells 1914. Links und rechts des Bildes befinden sich zwei Fahnen in Weiss und Rot, den Farben der Stadt Basel. Der Text oben und unterhalb der Fotografie lautet:
"Einer für alle, alle für einen."
"Erinnerung an meine Rekrutenschule Bâle 1919."
Diese befremdlich anmutende Erinnerung an seine Militärausbildung, die wahrscheinlich auch auf vielen gänzlich neuen Eindrücken von den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges und vom eben erst überstandenen Generalstreik in der Schweiz beruhte, ist damit zu erklären. Die Phrase "Einer für alle, alle für einen" stammt übrigens aus dem Roman "Die drei Musketiere" des französischen Schriftstellers Alexandre Dumas und wurde im 19. Jahrhundert zum (inoffiziellen) Wahlspruch der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Dieser Wahlspruch wurde 1868 nach einer verheerenden Überschwemmungskatastrophe im Tessin bei Spendenaufrufen des Bundesrates von der Presse benutzt. Und förderte damit auch noch im Zweiten Weltkrieg die eidgenössische Solidarität.