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Fracking: Förderung unkonventioneller fossiler Rohstoffe
- Mit Ölsand und Schiefergas lässt sich Peak Oil nicht wegfracken.
- Fracking wird Erdöl- und Erdgasverfügbarkeit nur kurzfristig verlängern.
- Bei der Ölsand- oder Schiefergasförderung werden ganze Landstriche und Flüsse verseucht.
Fracking ist nicht die Lösung: Bedingt durch die zunehmende Verknappung und den Preisanstieg von Erdöl und Erdgas wurde das Fracking von Schiefergas und –öl zunehmend attraktiver. Die aufwendige Fracking-Fördertechnik (Kurzform für hydraulic fracturing = hydraulisches Aufbrechen) wurde erst möglich, nachdem der Ölpreis die 50-Dollarmarke pro Fass dauerhaft überschritten hatte. Beim Fracking werden Wasser, Sand und eine Reihe von Chemikalien mit hohem Druck in den Untergrund gepumpt, um neue Porenräume durch Riss- und Bruchbildung zu schaffen und miteinander zu verbinden. Dadurch wird die Durchlässigkeit des Gesteins erhöht und das Abströmen von unkonventionellem Öl oder Gas an die Oberfläche ermöglicht.
Fracking wird Erdöl- und Erdgasverfügbarkeit nur kurzfristig verlängern: Fracking löst das «Peak Oil»-Problem und die Abhängigkeit von fossilen Importen nicht. Die USA haben 1970 den Peak Oil erreicht, konnten dank Fracking ihre Erdölproduktion von 2005 bis 2014 verdoppeln, bleiben aber stark abhängig von Erdölimporten. Fracking gleicht viel eher dem verzweifelten Versuch, das Endspiel hinauszuschieben, statt einer tatsächlich längerfristigen Lösung des Energieproblems. In Europa ist Fracking umstritten: In Frankreich ist es verboten, in Polen und Grossbritannien erlaubt, trifft aber zum Teil auf starken Widerstand durch die lokale Bevölkerung. Deutschland und Österreich verlangen eine Umweltverträglichkeitsprüfung. In der Schweiz gibt es derzeit kein Fracking. Es liegt an den Kantonen, sich für oder gegen ein Fracking zu entscheiden. Einzelne Kantone haben bereits Verbote beschlossen.
Fracking ist eine gefährliche Technologie. Fracking ist mit einem hohen (Trink-)Wasserverbrauch verbunden (bis zu 15'000 m3 pro Bohrung). Mit dem Wasser werden auch Chemikalien in die Löcher gepumpt, diese gefährden Gesundheit und Grundwasser (Trinkwasser). Die Chemikalien machen bis zu 2 Vol.-% der eingesetzten Frack-Flüssigkeit aus. Die Substanzen sind z.T. toxisch, krebserregend, mutagen und gefährlich für die Qualität von Gewässern. Die Entsorgung der mit Radioaktivität und Schwermetallen belasteten Abwässer ist unklar. Fracking ist zudem mit einem hohen Flächenverbrauch verbunden, pro Bohrloch bis zu 2 Hektaren. Ausserdem existiert ein Erdbebenrisiko, denn bei jedem Frack entsteht ein leichtes bis mittleres Erdbeben. Und auch die ökonomischen Risiken sind nicht vernachlässigbar: Die Technologie erfordert sehr hohe Kapitalkosten. Es führt somit kein Weg am Umstieg auf Erneuerbare Energien vorbei.