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Covid-19: «Eine Krise der sozialen Ungleichheiten»
In Ländern mit grossen Einkommensunterschieden und mehr armen Menschen fiel die Übersterblichkeit in der Corona-Pandemie mit 3180 Menschen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner viel höher aus als in Ländern mit geringeren sozialen Unterschieden (557 pro Million).
Das berichten der Nobelpreisträger für Chemie Michael Levitt, der Infektiologe und Epidemiologe John Ioannidis und der Wissenschaftler Francesco Zonta in einem Artikel auf dem Pre-print Server «medRxiv»1. Sie verglichen dort die Sterbezahlen in 34 Ländern mit verlässlicher Datenerhebung von 2020 bis Ende Februar 2023. Als Referenzzeitraum zur Berechnung der Übersterblichkeit dienten die Jahre 2017 bis 2019.
Die 34 Länder teilten sie in zwei Gruppen ein: vulnerable und weniger vulnerable. Zu den «vulnerablen» Nationen zählten sie solche mit grossen Einkommensunterschieden zwischen Arm und Reich, mit tiefem Bruttoinlandsprodukt (pro Kopf) und/oder mit mindestens 2,5 Prozent der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Solche Länder sind gemäss dieser Definition beispielsweise die USA, die osteuropäischen Länder, Grossbritannien, Italien sowie Spanien.
In den als «weniger vulnerabel» eingestuften Ländern sind die sozialen Unterschiede kleiner. Zudem sind dort nahezu alle Menschen krankenversichert. Zu diesen weniger vulnerablen Ländern zählen Ioannidis und seine Kollegen beispielsweise Neuseeland, Schweden, Israel, Deutschland und die Schweiz.
Bis zu 27-fache Unterschiede je nach Hautfarbe, Geschlecht und Bildung
Mit Ausnahme von Österreich starben demnach während der Pandemie in den 17 vulnerablen Ländern mehr Menschen als in den 17 weniger vulnerablen Ländern. Die weniger vulnerablen Länder verzeichneten eine Unter- oder eine kleine Übersterblichkeit. Die vulnerablen Länder hingegen wiesen eine deutliche Übersterblichkeit auf.
«Covid-19 war eine Krise der sozialen Ungleichheiten und viele Massnahmen, die ergriffen wurden, könnten diese Ungleichheiten noch verstärkt haben», schreiben Ioannidis und seine Kollegen. Das krasseste Beispiel dafür seien die USA. Je nach Hautfarbe, Geschlecht und Bildung habe es dort bis zu 27-fache Unterschiede gegeben, was die Covid-19-Sterberaten betraf. 16 Prozent der Menschen in den USA seien nicht krankenversichert. Wären die USA so durch die Pandemie gekommen wie Schweden, dann wären in den Pandemiejahren etwa 1,5 Millionen Menschen in den USA weniger gestorben, schätzen die drei Wissenschaftler. Da die Covid-19-Krise und die ergriffenen Massnahmen möglicherweise noch Jahre nachwirken würden, könne das kontinuierliche Überwachen der Übersterblichkeit nützlich sein.
Acht Prozent der Übersterblichkeit in den weniger vulnerablen Ländern betrafen laut ihrer Schätzung Menschen unter 65 Jahre. In den vulnerablen Ländern hingegen sei der Anteil dieser Jüngeren an der Übersterblichkeit beträchtlich höher gewesen: 28 Prozent. Besonders schlecht hätten in dieser Hinsicht die USA, Grossbritannien, Kanada und Chile abgeschnitten.
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1 Der Artikel wurde noch nicht von Gutachtern geprüft.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine
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Meinungen in Beiträgen auf Infosperber entsprechen jeweils den persönlichen Einschätzungen der Autorin oder des Autors.
5 Meinungen
Leider wurde nicht auf Ioannidis gehört, sondern auf PanikmacherInnen.
Der u. a. Arikel erinnert an altes Wissen
«Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles», wobei Milieu auf das sozial-ökologisch-ökonomische Milieu zu erweitern ist.
https://waedenswiler-anzeiger.ch/2020/03/21/die-mikrobe-ist-nichts-das-milieu-ist-alles/1 0
Die Übersterblichkeit beruht auf ungenauen Prognosen. Die Statistik der Todesfälle ist eine der wenigen validen Statistiken (die zweite ist die Bevölkerungsentwicklung). Aufgrund dieser Statistik bewegen sich die Todesfälle im Rahmen der letzten zwei Jahrzehnten. Covid-19 ist somit eine normale Grippe mit den üblichen jährlichen Schwankungen. Aufgrund der zweiten validen Statistik hat die Weltbevölkerung in den letzten Jahren ebenfalls wie üblich zugenommen. Von einer schweren tödlichen Krankheit kann deshalb in keiner Art und Weise die Rede sein. Die angeblich 20 Millionen Corona-Toten weltweit erweisen sich somit als völlig unhaltbare Behauptung. Alle übrigen Statistiken, Studien usw. können in Anbetracht der zwei einzig validen Statistiken vernachlässigt werden, da absolut unerheblich.0 0
Vielen Dank!1 0
Die Resultate sind für mich nicht wirklich überraschend, aber sie sind zweifellos sehr eindrücklich.
Die meisten Medien werden diese Befunde leider wohl ignorieren und weiterhin das Märchen verbreiten, das Covid-Zertifikat sei für die «Bewältigung der Pandemie» entscheidend gewesen.
Ein Orthopäde, längst im Ruhezustand, prophezeite mir schon Anfang 2020 eine hohe Sterblichkeit für die USA: Multimorbidität bei vielen bereits ab Mitte 40, sehr viele Übergewichtige und Diabetiker, verbreiteter schlechter Allgemeinzustand durch Fehlernährung, Vitamin- und Spurenelementmangel, durch extremen Arbeitsdruck keine Möglichkeit, Infektionen in Ruhe zu Hause auszuheilen.1 0
Ich halte mich gerade auf den Kanaren auf, wo die konzertierten «Massnahmen» immer noch Spuren zeigen: ein Hinweisschild am Lift, dass nur eine Person aufs Mal fahren darf, Distanzmarkierungen im Hotelrestaurant, Schilder mit Distanz- und anderen Verhaltensregeln am Strand etc. Vor zwei Jahren schon haben Skeptiker und Kritiker darauf hingewiesen, dass diese Massnahmen möglicherweise unsinnig sind. Statt eingehendere, wissenschaftlich sauber fundierte Studien zu fordern, ging die Mainstreampresse auf diese «Kritiker» und «Skeptiker» los, machte die zwei Begriffe zu Schimpfwörtern und bewies allein dadurch, dass sie nicht verstand, was Wissenschaft überhaupt ist. Gut, dass seriöse Wissenschafter wie Ioannidis am Thema bleiben und der InfoSperber das weiter veröffentlicht, auch wenn die Karawane anscheinend längst weitergezogen ist. Vielleicht wird «man» bei der nächsten Pandemie vernünftiger vorgehen. Oder Ioannidis e.a. sofort gezielt kaltstellen, wie vor drei Jahren Wolfgang Wodarg.0 0
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