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Die Abstammund der Sémillon ist unklar. Es handelt sich um eine alte französische Sorte (Sauternes). Sie ist mit rund 50.000 Hektar Anbaufläche weltweit die achthäufigste weisse Rebsorte. Sémillon gehört zu den besonders edlen Sorten, obwohl sie sehr ertragreich ist. 11.864 Hektar standen im Jahr 2007 allein in Frankreich.
Sémillon ist zusammen mit den Sorten Muscadelle und Sauvignon Blanc an den grossen Süssweinen des Bordeaux wie Sauternes und Barsac, Cérons, Loupiac, Sainte-Croix-du-Mont oder Cadillac beteiligt. Ähnliches gilt für die Süssweine der Anbaugebiete im Südwesten mit ihren Appellationen Bergerac, Monbazillac, Montravel und Saussignac.
Darüber hinaus findet die Sorte Verwendung in den Weißweinen von Rosette, Côtes de Duras, Côtes de Blaye, Côtes de Bourg und Graves sowie im Schaumwein Crémant de Bordeaux. In der Provence ist sie im Rebsortenmix der Appellationen Côtes de Provence, Coteaux Varois en Provence und Coteaux d'Aix-en-Provence zugelassen.
In Jahr 2008 schlossen sich 17 Weingüter des Bordeaux, darunter so namhafte wie Château d'Yquem, Château Olivier, Château Suduiraut und Château La Tour Blanche in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen, mit dem Ziel, bei knapper werdendem Rebmaterial eigene Klone nachzuziehen.
Weitere Anbaugebiete finden sich in Chile, Argentinien, Südafrika, Australien, Neuseeland sowie Israel und Kalifornien. Weltweit ist die Sorte aber eher rückläufig; teilweise wird sie von Sauvignon und Chardonnay verdrängt. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Umgang mit Sémillon gekonnt sein muss. Allein das Problem der dünnen Schalen stellt eine Herausforderung dar und die Chance, daraus edelsüsse Weine zu erzeugen, wird nicht konsequent genug verfolgt. Es fehlt den Winzern in Übersee oft auch die Erfahrung zu solchen «Versuchen», so dass sie die Risiken von Ernteverlusten oder Absatzproblemen lieber nicht eingehen.
In der Ampelographie wird der Habitus folgendermassen beschrieben:
Die Triebspitze ist offen. Sie ist weisswollig bis fast filzig behaart, grünlich mit leicht rötlichem Anflug. Die gelben, bronzefarben gefleckten und leicht blasigen Jungblätter sind nur leicht wollig behaart.
Die mittelgrossen Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist Lyren-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich zu anderen Rebsorten mittelweit gesetzt.
Die walzenförmige Traube ist mittelgross, geschultert und dichtbeerig. Die rundlichen Beeren sind mittelgross und von goldgelber Farbe, die bei Vollreife der Beeren ins leicht rosafarbene wechselt. Die Beeren verfügen über eine dünne Schale und haben im Geschmack eine leichte Muskatnote.
Die Rebsorte reift ca. 20 Tage nach dem Gutedel und gilt somit im internationalen Vergleich fast noch als früh reifend.
Die Sorte ist kaum anfällig gegen den Echten Mehltau und den Falschen Mehltau, neigt kaum zur Verrieselung und kommt gut mit der Trockenheit in den Sommermonaten zurecht. In feuchten Jahren werden die Beeren häufig von der Rohfäule befallen. Werden die Beeren jedoch erst im Herbst vom Schimmelpilz Botrytis cinerea befallen, entsteht die für die edelsüssen Dessertweine erforderliche Edelfäule.
Trotz allgemein mittelhoher Erträge sind sie mit 80 - 90 Hektoliter/Hektar meist noch zu hoch, so dass durch eine gezielte Traubenausdünnung eine Ertragsminderung durchgeführt werden muss, um gute Weinqualitäten zu erzielen.
Aus der Sémillon entstehen sowohl trockene, wie auch edelsüsse Weissweine. Aromen: Zitrone, Apfel, Aprikose, Honig
Befällt Botrytis die Sémillon in ihrer Reife, können so wunderbare Weine wie der berühmte Sauternes entstehen. Meistens besteht dieser grandiose Tropfen aus etwa 80 Prozent Sémillon und 20 Prozent Sauvignon Blanc. Es sind vor allem die betörenden Aromen des letzteren, von denen der Sémillon ausser schwachen Noten von Zitrusfrüchten und Bienenwachs wenig besitzt, die der Assemblage gut tun. Sémillon ist aber ausgesprochen körperreich und hat genug Säure, um den Sauternes über Jahrzehnte reifen zu lassen.
Aufgrund der weiten Verbreitung ist die Rebsorte Sémillon auch unter den Synonymen Barnawartha Pinot (in Australien), Blanc doux, Blanc Sémillon, Boal (in Portugal am Douro), Boal no Douro, Chevrier, Colombard, Colombarride, Colombier, Daune verte, Dausne, Féher semillon, Goulon blanc, Goulu blanc, Greengrape (in Südafrika in Anspielung auf das satte Grün des Blattwerks), Groendruif, Gros sémillon, Hunter River Riesling, Madeira (in Australien), Maisois blanc, Malaga (im Département Lot), Mancès blanc, Mansois blanc, Marcillac, Monsois blanc, Petit sémillon, Sauternes, Semijon, Semilão, Semilhão, Sémilion, Sémillon blanc, Sémillon crucillant, Semillon Féher, Sémillon muscat, Semillon picolo, Sémillon roux, Semillon white, Sercial (in Australien) und Sotern bekannt.
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