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Zweiter, Erster, Zweiter - das die Bilanz von Sébastien Buemi in den ersten drei Formel-E-Meisterschaften. Klar, dass der 29-jährige Westschweizer seinen zweiten Titel gewinnen will.
14 Rennen stehen bis Ende Juli 2018 auf dem Programm. Den Auftakt macht die Doppelveranstaltung am kommenden Wochenende auf einem 1,86 km langen Stadtkurs in der 7-Millionen-Metropole Hongkong. Abgeschlossen wird die Meisterschaft am 28./29. Juli 2018 wieder mit einer Doppelveranstaltung in Montreal.
"Für mich hat die Formel E in diesem Jahr sicher einen höheren Stellenwert als die Langstrecken-WM, aus der leider nach Audi vor einem Jahr jetzt auch Porsche ausgestiegen ist", erklärte Buemi gegenüber der Nachrichtenagentur sda.
Die letzten Testfahrten mit den Elektro-Fahrzeugen vor der neuen Saison stimmen Buemi zuversichtlich, dass er mit den Schnellsten mithalten kann. "Am ersten Tag war ich Zweiter, am zweiten Tag Erster. Doch richtig aussagekräftig waren diese Tests nicht, weil wir auf der Formel-1-Strecke in Valencia gefahren sind, was mit Stadtkursen nicht zu vergleichen ist", erklärte Buemi.
Festgestellt hat er aber, "dass die Konkurrenz viel, viel grösser" geworden ist. Diese Rennserie wird nicht nur bei Fahrern, sondern auch bei Herstellern immer populärer. Auf diese Saison hin steigt Audi mit einem Werksteam ein. Als Nummer-1-Fahrer sitzt der Brasilianer Lucas Di Grassi im Cockpit, der in den letzten vier Rennen der abgelaufenen Saison einen 56-Punkte-Rückstand auf Buemi aufholte und mit 24 Zählern Vorsprung Champion geworden ist.
Vier weitere Automobil-Hersteller haben ihren Einstieg ebenfalls schon bekannt gegeben: BMW (ab 2018), Porsche und Mercedes (ab 2019) sowie Nissan, das nach der kommenden Saison Buemis e.dams-Team ausrüsten wird, weil sich Renault dann voll auf die Formel 1 konzentriert.
Buemi und Jani freuen sich auf Zürich
63 Jahre nach der Katastrophe im französischen Le Mans mit 84 Todesopfern wird am 10. Juni 2018 erstmals wieder ein Rundstrecken-Rennen in der Schweiz durchgeführt: Der Formel-E-Zirkus macht dann Halt in Zürich. "Ich freue mich wahnsinnig auf diesen Event", erklärte Buemi, "es ist fast unglaublich, dass nach so langer Zeit endlich auch in meiner Heimat wieder ein Rennen stattfinden kann."
Auch für den zweiten Schweizer in der Formel-E-Meisterschaft soll Zürich zu einem Höhepunkt werden: Für Neel Jani, der nach dem Ausstieg von Porsche aus der Langstrecken-WM Unterschlupf in der Formel E im privaten Dragon-Racing-Team gefunden hat. "Für mich ist diese Saison ein Abenteuer, das ich noch nicht einschätzen kann. Tests haben gezeigt, dass die Werkteams auf einem ganz anderen Niveau fahren. Es wird so etwas wie ein Lehrjahr für mich. Aber ich hoffe, dass ich das eine oder andere Highlight setzen und mich empfehlen kann, wenn Porsche 2019 einsteigen wird."
Der 33-jährige Seeländer ist immer noch bei Porsche angestellt und wird in anderen Serien auch einige Einsätze bestreiten. Ein grosses Ziel ist zudem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans. "Ich stehe in Verhandlungen mit einem Team, das um die Podestplätze mitkämpfen kann", verriet Jani, der mit Porsche den Klassiker an der Sarthe 2016 gewinnen konnte.
Doch auch Sébastien Buemi hat sich diesen Termin im Juni rot in der Agenda angestrichen. "Diesen Triumph will ich mit Toyota unbedingt noch erreichen." Die Chancen stehen gut: Denn der japanische Automobil-Hersteller ist in der kommenden Langstrecken-WM in der LMP1-Kategorie praktisch Alleinunterhalter.
SDA-ATS