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Europäische und aussereuropäische Kreditpunktesysteme
Diese Seite soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten internationalen Kreditpunktesysteme verschaffen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Verhältnis zwischen Workload und die zu vergebenden Kreditpunkte gerichtet. Eine allgemeingültige Umrechnungstabelle internationaler Kreditpunktesysteme in das ECTS gibt es leider nicht. Hierzu muss mit Blick auf Workload und inhaltliche Aspekte von Fall zu Fall entschieden werden. Trotzdem werden aber in der Folge, soweit möglich, gängige Vorgehensweisen im Zusammenhang mit der Konvertierung von ausländischen Kreditpunkten ins ECTS-System genannt.
Im europäischen ECTS, das in den meisten Bologna-Signatarstaaten verwendet wird, entspricht die Studienleistung in einem akademischen Jahr 60 ECTS-Punkten, welche äquivalent sind mit einem studentischen Arbeitspensum (Lehrveranstaltung und Selbststudium) von 1’500-1’800 Stunden. Umgerechnet bedeutet dies, dass ein ECTS-Punkt mit einem studentischen Arbeitspensum von 25-30 Stunden korrespondiert.
Nicht zwingend mit dem üblichen ECTS-System stimmt das spanische Modell überein. Ein ECTS-Punkt entspricht dabei einem Workload von zehn Stunden, wobei während einem akademischen Jahr 60 bis 90 Punkte erreicht werden können.
Wiederum einem anderen Kreditpunktesystem folgen Schottland (Scottish Credit and Qualifications Framework, SCQF) und Grossbritannien (Credit Accumulation and Transfer Scheme, CATS; vgl. Kapitel 2.1.2). Hier werden pro akademisches Jahr 120 Credits vergeben.
Das CATS-System wird an vielen Universitäten Grossbritanniens angewandt. Eine Lehrveranstaltung mit einem studentischen Arbeitspensum von 10 oder 20 zweistündigen Lektionen pro Semester wird mit 10, bzw. 20 CATS-Punkten belohnt. Für einen Honours Degree (entspricht einem Bachelor) werden 360 CATS-Punkte benötigt, während ein Masters Degree mit rund 180 CATS-Punkten berechnet wird. Grundsätzlich dasselbe Verhältnis findet im schottischen SCQF-System seine Anwendung.
Bei der Umrechnung auf das ECTS-System kann für beide Systeme dieselbe Ratio angewandt werden: Zwei CATS-Punkte entsprechen grundsätzlich einem ECTS-Punkt.
Das Kreditpunktesystem an US-Universitäten basiert auf einer zeitlichen Masseinheit, der sog. „student“ oder „credit hour“, wobei pro „credit hour“ ein Kreditpunkt vergeben wird. Mit einer „credit hour“ wird der zeitliche Aufwand bemessen, der für die erfolgreiche Absolvierung einer Lehrveranstaltung aufgewendet werden muss. Eine „credit hour“ entspricht dem Total Lehrveranstaltungsstunden (rund 50 Minuten/Woche) in einem Semester. Vollzeitstudierende erwerben in der Regel pro Semester 12 credits; maximal dürfen pro Semester 20 credits erworben werden. Typischerweise werden pro Lehrveranstaltung 3 credits vergeben, was einem Workload von drei „credit hours“ entspricht.
Ein Bachelor Degree bedarf zwischen 124-127 credits, welche in der Regel in acht Semestern (vier akademische Jahre) erworben werden. Auf der Master Ebene wird eine Mindestanzahl von 30 credits verlangt (1-2 Jahre).
Für die Konvertierung von US-credits in das ECTS-System gibt es keine fixe Ratio; der Umrechnungskoeffizient variiert von Schule zu Schule. Grob kann das Verhältnis 1:2 angewandt werden, d.h. ein US-credit entspricht zwei ECTS-Punkten.
Allgemeingültige Aussagen über das Kreditpunktesystem in China lassen sich kaum formulieren. Für die Bewertung von Studienleistungen, die an einer chinesischen Universität erbracht worden sind, müssen die Kriterien der einzelnen Universitäten (Workload im Verhältnis zu den erworbenen Credits) berücksichtigt werden. Als Beispiel kann an dieser Stelle das an der Tsinghua University, Beijing, verwendete Regime genannt werden.
An der Tsinghua University entspricht ein Kreditpunkt (credit) 12-16 „credit hours“ (eine „credit hour“ entspricht einer Lehrveranstaltungsstunde von 45min.). Pro Semester sollten mindestens 10 bis maximal 24 credits erworben werden (dies entspricht rund 120-288 Lektionen, bzw. „credit hours“).