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Inhalationsnarkotikum; für Pferde, Schweine (Ferkel), Hunde, Katzen, Ziervögel, Reptilien, Ratten, Mäuse, Hamster, Chinchillas, Gerbile (Wüstenrennmäuse), Meerschweinchen und Frettchen
ATCvet-Code: QN01AB06
ZusammensetzungWirkstoff: Isofluranum 100% (1000 mg/g)
Hilfsstoffe: keine
Galenische Form: Lösung zur Inhalation
Fachinformationen Wirkstoffe (CliniPharm)
Eigenschaften / WirkungenVetflurane enthält das Allgemeininhalationsanästhetikum Isofluran, einen flüssigen, farblosen, nicht entflammbaren, leichtflüchtigen Äther ohne chemische Stabilisatoren.
Isofluran ruft aufgrund seiner Wirkung auf das zentrale Nervensystem eine Bewusstlosigkeit hervor. Isofluran besitzt geringe bis keine analgetischen Eigenschaften.
Wie andere Inhalationsnarkotika dieses Typs führt Isofluran zu einer Senkung der Atem- und Herz-Kreislaufaktivität.
PharmakokinetikIsofluran wird nach Inhalation rasch resorbiert und schnell über das Blut in andere Gewebe einschliesslich Gehirn verteilt. Der Blut-/Gas-Verteilungskoeffizient bei 37 °C beträgt 1,4. Die Resorption und Verteilung von inhaliertem Isofluran sowie die Ausscheidung von nicht metabolisiertem Isofluran über die Lunge geschehen sehr schnell. Aus klinischer Sicht ermöglichen diese pharmakokinetischen Eigenschaften eine rasche Narkoseeinleitung und -ausleitung und erlauben eine leichte und schnelle Veränderung der Narkosetiefe.
Nahezu die Gesamtmenge des verabreichten Isoflurans wird unverändert über die Lunge ausgeschieden. Ein minimaler Anteil des verabreichten Isoflurans (ca. 0,2%) wird vorwiegend zu anorganischen Fluoriden metabolisiert.
IndikationenEinleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie.
Allgemeine HinweiseIsofluran sollte mit Hilfe eines genau kalibrierten Verdampfers in einem geeigneten Narkosekreislauf angewendet werden, da sich die Tiefe der Narkose schnell und leicht ändern kann.
Isofluran kann mit Sauerstoff oder Sauerstoff-/Lachgasgemischen verabreicht werden.
Die unten für die Zieltierarten aufgeführten Werte für die MAC (minimale alveoläre Konzentration) oder die wirksame Dosis ED50 und die Konzentrationsempfehlungen dienen lediglich als Richtlinie oder Ausgangspunkt. Die in der Praxis tatsächlich erforderlichen Konzentrationen hängen von zahlreichen Variablen ab, u. a. vom gleichzeitigen Einsatz anderer Arzneimittel während der Narkose und vom klinischen Zustand des Patienten.
Isofluran kann zusammen mit anderen Wirkstoffen eingesetzt werden, die üblicherweise bei Narkoseverfahren für Prämedikation, Einleitung und Schmerzbehandlung verwendet werden. Einige spezifische Beispiele sind in den Informationen zu den einzelnen Tierarten aufgeführt. Jedoch sollten die bekannten möglichen Wechselwirkungen berücksichtigt werden (vgl. "Wechselwirkungen").
Die Ausleitung einer Narkose mit Isofluran verläuft in der Regel reibungslos und schnell. Der Analgesiebedarf des jeweiligen Patienten sollte bereits vor Ausleitung der Allgemeinanästhesie berücksichtigt werden.
Die gleichzeitige Anwendung sedativer oder analgetischer Wirkstoffe senkt wahrscheinlich die für die Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose erforderliche Isoflurankonzentration.
PferdeDie MAC für Isofluran liegt beim Pferd bei ca. 1,31%.
Prämedikation:
Schweine (Ferkel):Vor der routinemässig durchgeführten Frühkastration kann das Ferkel mit Isofluran anästhesiert werden. Die Einleitung geschieht mittels Gesichtsmaske mit 5%igem Isofluran in reinem Sauerstoff während 120 Sekunden (Durchflussgeschwindigkeit 2 l/min). Auf eine Prämedikation wird verzichtet, die Aufrechterhaltung der Anästhesie entfällt, wenn die Kastrationsdauer sehr kurz ist.
HundeDie MAC für Isofluran liegt beim Hund bei ca. 1,28%.
Prämedikation:
KatzenDie MAC für Isofluran liegt bei der Katze bei ca. 1,63%.
Prämedikation:
ZiervögelEs wurden bisher nur wenige MAC/ED50-Werte protokolliert. Beispiele sind 1,34% beim Kanadakranich (Grus canadensis), 1,45% bei der Brieftaube (reduziert auf 0,89% bei Gabe von Midazolam) und 1,44% bei Kakadus, reduziert auf 1,08% bei Gabe des Schmerzmittels Butorphanol. Der Einsatz von lsofluran als Narkotikum wird bei vielen Arten beschrieben, von kleinen Vögeln, wie z.B. Zebrafinken, bis hin zu grossen Vögeln, wie z.B. Geiern, Adlern und Schwänen. Wechselwirkungen: In der Fachliteratur wird beschrieben, dass Propofol mit einer lsoflurannarkose bei Schwänen kompatibel ist.
Einleitung:
ReptilienNach Ansicht mehrerer Autoren ist Isofluran das Narkotikum der Wahl für viele Reptilienarten. Laut Literatur wird lsofluran bei einer grossen Bandbreite von Reptilien angewendet (z.B. verschiedene Arten von Echsen, Schildkröten, Leguanen, Chamäleons und Schlangen). Für den Wüstenleguan wurde eine ED50 von 3,14% bei 35 °C und 2,83% bei 20 °C bestimmt.
Einleitung:
Ratten, Mäuse, Hamster, Chinchillas, Gerbile, Meerschweinchen und FrettchenIsofluran wird für die Narkose einer grossen Bandbreite kleiner Säugetiere empfohlen. Die MAC wird in der Literatur für Mäuse mit 1,34% und für Ratten mit 1,38%, 1,46% und 2,4% angegeben.
Einleitung:
ÜberdosierungDie Überdosierung von Isofluran kann zu schwerer Atemdepression führen. Daher muss die Atmung sorgfältig überwacht und, wenn erforderlich, durch zusätzlich verabreichten Sauerstoff und/oder künstliche Beatmung unterstützt werden.
Beim Auftreten einer schweren kardiopulmonalen Depression sollte die Isofluran Zufuhr gestoppt, der Atemkreislauf mit Sauerstoff gespült, die freie Durchgängigkeit der Atemwege sichergestellt und eine assistierte oder kontrollierte Beatmung mit reinem Sauerstoff eingeleitet werden. Eine kardiovaskuläre Depression sollte durch Plasmaexpander, Vasopressoren, Antiarrhythmika oder andere geeignete Therapiemassnahmen behandelt werden.
Anwendungseinschränkungen
KontraindikationenBekannte Überempfindlichkeit gegenüber Isofluran oder anderen halogenierten Substanzen. Bekannte Disposition für maligne Hyperthermie.
VorsichtsmassnahmenBei Vögeln und auch bei kleinen Säugetieren wird der Stoffwechsel wegen der vergleichsweise grossen Körperoberfläche durch eine Abnahme der Körpertemperatur besonders stark beeinflusst. Die Metabolisierung von Arzneimitteln bei Reptilien ist langsam und von der Umgebungstemperatur abhängig.
Isofluran wird rasch resorbiert, verteilt und ausgeschieden. Isofluran wird weitgehend unverändert über die Lunge ausgeschieden. Deshalb kann Isofluran bei bestimmten Patientengruppen wie alten oder jungen Tieren und Tieren mit eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion günstig sein.
Das Narkoseverfahren sollte jedoch individuell angepasst werden.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für die Anwendung beim TierIsofluran hat eine geringe bis keine analgetische Eigenschaften. Vor einem operativen Eingriff ist für eine ausreichende Analgesie zu sorgen. Der weitere Bedarf des Patienten an einer Analgesie ist vor Beendigung der Allgemeinanästhesie zu berücksichtigen.
Die Anwendung von Vetflurane bei herzkranken Patienten sollte nur nach Durchführung einer Nutzen-Risiko- Analyse durch den Tierarzt erwogen werden.
Während der Narkose sind Atmung und Puls zu überwachen und die Atemwege frei zu halten. Für eine gute Sauerstoffversorgung des Gewebes ist zu sorgen.
Bei Anwendung von Isofluran als Narkotikum bei Tieren mit Kopfverletzung ist abzuwägen, ob eine künstliche Beatmung zur Aufrechterhaltung physiologischer CO2-Konzentrationen erforderlich ist, um einem möglichen Anstieg des zerebralen Blutflusses entgegenzuwirken.
Da es sich bei Isofluran um ein Atemdepressivum handelt, sind die Atemfrequenz und die Atemtiefe während der Narkose zu überwachen.
Anwendung während der Trächtigkeit oder Laktation:
Unerwünschte WirkungenVetVigilance: Pharmacovigilance-Meldung erstatten
Isofluran bewirkt eine dosisabhängige Hypotonie und Atemdepression. Es wurden folgende unerwünschte Wirkungen beschrieben:
Tiere mit Atemstillstand sollten mittels assistierter Beatmung behandelt werden.
Beim Auftreten eines Herzstillstands ist eine vollständige kardiopulmonale Reanimation durchzuführen.
Essbare Gewebe: 2 Tage
Nicht bei Stuten anwenden, deren Milch für den menschlichen Verzehr vorgesehen ist.
Wechselwirkungen
Sonstige Hinweise
Inkompatibilitäten:Von Isofluran wurde berichtet, dass es mit trockenen Kohlendioxidabsorptionsmitteln interagiert und Kohlenmonoxid bildet. Um das Risiko der Bildung von Kohlenmonoxid in Beatmungskreisläufen und die Möglichkeit von erhöhten Carboxyhämoglobinwerten zu minimieren, sollten Kohlendioxid-Absorptionsmittel niemals austrocknen.
Sonstige Hinweise:Nicht verwendetes Produkt, Abfall oder kontaminierte Materialien sollten als Sondermüll entsorgt werden. Behälter sind gemäss örtlichen Bestimmungen zu entsorgen.
Isofluran darf nicht mit dem Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt werden.
Besondere Vorsichtsmassnahmen für den Anwender:
Hinweis für Ärzte:Atemwege frei halten und eine symptomatische und unterstützende Therapie einleiten. Zu beachten ist, dass Adrenalin und Katecholamine Herzrhythmusstörungen hervorrufen können.
Lagerung und Haltbarkeit:Unter 25 °C lagern. Vor direktem Sonnenlicht und direkter Hitze schützen.
In der Originalverpackung aufbewahren. Den Behälter fest verschlossenen halten.
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden.
Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.
PackungenFlaschen mit 100 ml und 250 ml.
Informationsstand: 08/2015
Dieser Text ist behördlich genehmigt.