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Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Beachten Sie auch die nebenstehenden länderunabhängigen Reiseinformationen und die Fokus-Themen; sie sind Bestandteil dieser Reisehinweise.
Publiziert am: 11.12.2018
Diese Reisehinweise sind überprüft und mit redaktionellen Änderungen publiziert worden.
Reisehinweise für Chile
Diese Reisehinweise entsprechen der aktuellen Lagebeurteilung des EDA. Sie werden laufend überprüft und bei Bedarf angepasst.
Grundsätzliche Einschätzung
Chile ist grundsätzlich ein stabiles Land.
Demonstrationen, Streiks und Strassenblockaden kommen jedoch vor und können örtliche Verkehrsbehinderungen und Verspätungen zur Folge haben. In diesem Fall müssen die Reisenden sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten erkundigen oder gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abwarten. Planen Sie daher genügend Zeit während Ihrer Reise ein. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.
Die schweizerische Botschaft in Santiago hat bei Blockaden nur eng begrenzte - je nach Situation gar keine - Möglichkeiten zur Unterstützung der Ausreise aus den betroffenen Regionen.
In der Hauptstadt wurden in der Vergangenheit gelegentlich Anschläge durch lokale gewalttätige Gruppierungen verübt. Sie richteten sich meistens gegen Banken, Verwaltungsgebäude und ausländische Firmensitze und verursachten Sachschäden. Vereinzelt wurden aber auch Personen verletzt. Weitere Anschläge dieser Art können nicht ausgeschlossen werden. Das Risiko von Anschlägen durch internationale terroristische Organisationen kann auch in Chile nicht ausgeschlossen werden. Die Rubrik Terrorismus und Entführungen macht auf die Risiken des Terrorismus aufmerksam.
Terrorismus und Entführungen
Spezifische regionale Risiken
Bei der Beschreibung von Gefahrenzonen handelt es sich um ungefähre Angaben; Risiken lassen sich nicht auf exakt umrissene Gebiete einschränken.
Santiago und Valparaíso: Regelmässig demonstrieren Studenten im Zentrum von Santiago und Valparaíso. Meiden Sie Kundgebungen jeder Art, da gewaltsame Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden können.
Die Grenzgebiete zu Peru, Bolivien und Argentinien sind noch teilweise vermint - selbst in der Nähe von Touristenorten und in einigen Naturreservaten. Die Minenfelder sind in der Regel markiert. Halten Sie sich in diesen Regionen dennoch an die häufig benutzten Strassen, beachten Sie die Warnschilder und unternehmen Sie Wanderungen nur in Begleitung eines ortskundigen Führers. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei der lokalen Polizei und/oder der Bevölkerung.
In der IX Region (Araucanía) verüben Aktivistengruppen der indigenen Bevölkerung Gewaltakte gegen die Holzindustrie und gegen Grundbesitzer. Dieser Konflikt führt gelegentlich zu Strassensperren und zu vereinzelten gewalttätigen Übergriffen extremistischer Elemente, u.a. auf Busse. Ohne selbst Ziel davon zu sein, könnten Reisende unversehens davon betroffen sein. Lassen Sie Vorsicht walten.
Kriminalität
Entreiss- und andere Diebstähle kommen vor. Zunehmend wird Gewalt angewendet. Beachten Sie unter anderem folgende Vorsichtsmassnahmen:
- In den Stadtzentren von Santiago und Valparaíso ist besondere Vorsicht geboten. Diebstähle sowie gewaltsame Überfälle auf Touristen sind in Valparaíso häufig, namentlich im unteren Stadtteil sowie in den von vielen Touristen besuchten Strassen entlang der Hügel der Stadt.
- Verzichten Sie vor allem nachts auf Besuche der ärmeren Wohnviertel.
- Wechseln Sie kein Geld auf der Strasse.
- Tragen Sie keinen auffälligen oder wertvollen Schmuck.
Verkehr und Infrastruktur
Der Strassenzustand der Hauptverkehrsachsen kann als gut bezeichnet werden. Abseits der Hauptachsen sind jedoch viele Strassen nicht asphaltiert oder in schlechtem Zustand.
Überhöhte Geschwindigkeit und die häufige Missachtung von Verkehrsregeln bilden ein erhebliches Unfallrisiko auf Chiles Strassen. Nach Einbruch der Dunkelheit erhöht sich das Unfallrisiko zusätzlich.
Unterschätzen Sie bei der Routenplanung die grossen Distanzen nicht. Führen Sie vor allem in den Wüstengebieten einen ausreichenden Vorrat an Wasser, Nahrungsmitteln und Treibstoff mit.
In abgelegenen Gebieten sind mobile Telefonverbindungen sowie der Zugang zum Internet nicht immer und überall gewährleistet.
Besondere rechtliche Bestimmungen
Die Beleidigung höherer Staatsbehörden gilt als Verstoss gegen das Gesetz über innere Sicherheit. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit Haftstrafen bis zu 20 Jahren geahndet (die Strafverfahren sind langwierig).
Naturbedingte Risiken
Chile liegt in einem Erdbebengebiet und zählt etwa 80 aktive Vulkane. Erdbeben können neben Verwüstungen auf dem Land auch Tsunami auslösen.
Die teils extremen Witterungsbedingungen erfordern bei Outdoor-Aktivitäten eine gute Vorbereitung und Ausrüstung. Im Süden Chiles und in den Bergen können sich die Witterungsverhältnisse sehr rasch ändern.
Im Sommer besteht vielerorts Waldbrandgefahr.
Heftige Regenfälle können Erdrutsche und Infrastrukturschäden verursachen (einschliesslich Stromausfälle) sowie in der Wüste ausgetrocknete Bachbette in kürzester Zeit in reissende Flüsse oder Schlammlawinen verwandeln. Auch der Reiseverkehr kann vorübergehend beeinträchtigt werden.
Unternehmen Sie Wanderungen, Berg- und Vulkanbesteigungen nur mit ortskundigen, qualifizierten Führern.
Beim Besuch von Nationalparks informieren Sie die Nationalparkbehörde CONAF (Corporación Nacional Florestal) über Ihre geplanten Touren, wenn Sie am Parkeingang die Zugangsgebühr bezahlen.
Beachten Sie die Wettervorhersagen, sowie die Warnungen und Instruktionen der lokalen Behörden, z.B. Absperrungen um aktive Vulkane und Evakuationsbefehle.
Dirección Meteorológica de Chile
Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior ONEMI
Sollte sich während Ihres Aufenthalts eine Naturkatastrophe ereignen, melden Sie sich möglichst rasch bei Ihren Angehörigen und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden. Sind die Verbindungen ins Ausland unterbrochen, kontaktieren Sie die Schweizer Botschaft in Santiago.
Medizinische Versorgung
Ausserhalb der Hauptstadt ist die medizinische Versorgung wegen der grossen Distanzen und geringen Bevölkerungsdichte nicht überall gewährleistet. Viele Krankenhäuser verlangen eine Kostengarantie, bevor sie Patienten behandeln. Erste Hilfe sollte im Prinzip jedoch ohne finanzielle Garantie geleistet werden.
Wenn Sie auf bestimmte Medikamente angewiesen sind, sollte Ihre Reiseapotheke einen ausreichenden Vorrat enthalten. Bedenken Sie jedoch: In vielen Ländern gelten besondere Vorschriften für die Mitnahme von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten (z.B. Methadon) und Substanzen, mit denen psychische Erkrankungen behandelt werden. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls vor der Abreise direkt bei der zuständigen ausländischen Vertretung (Botschaft oder Konsulat) und konsultieren Sie die Rubrik Reiselinks, wo Sie unter anderem weitere Informationen zu diesem Thema sowie generell zur Reisemedizin finden. Im Altiplano sollten die Symptome der Höhenkrankheit nicht unterschätzt werden. Über die Verbreitung von Krankheiten und mögliche Schutzmassnahmen informieren Ärzte und Impfzentren.
Nützliche Adressen
Notruf Polizei: 133
Notruf Ambulanz: 131
Chilenische Zollvorschriften: Servicio Agrícola y Ganadero (SAG)
Schweizer Vertretungen im Ausland: Wenn Sie im Ausland in eine Notlage geraten, können Sie sich an die nächste Schweizer Vertretung oder an die Helpline EDA wenden.
Schweizer Botschaft in Santiago
Helpline EDA
Ausländische Vertretungen in der Schweiz: Auskunft über die Einreisevorschriften (zugelassene Ausweise, Visum etc.) erteilen die zuständigen ausländischen Botschaften und Konsulate. Sie informieren auch über die Zollbestimmungen für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und Waren: elektronische Geräte, Souvenirs, Medikamente etc.
Ausländische Vertretungen in der Schweiz
Ausschluss der Haftung
Die Reisehinweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stützen sich auf eigene, als vertrauenswürdig eingeschätzte Informationsquellen. Sie verstehen sich als nützliche Hinweise zur sorgfältigen Planung einer Reise. Das EDA kann Reisenden aber den Entscheid und die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung der Reise nicht abnehmen.
Gefahrensituationen sind oft nicht vorhersehbar, unübersichtlich und können sich rasch ändern. Das EDA übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit der Reisehinweise und für die Richtigkeit des Inhalts von verlinkten externen Internetseiten. Es lehnt jede Haftung für allfällige Schäden im Zusammenhang mit einer Reise ab. Forderungen im Zusammenhang mit der Annullierung einer Reise sind direkt beim Reisebüro oder der Reiseversicherung geltend zu machen.