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Anatomisch gesehen ist Cellulite cine Erkrankung des Unterhautgewebes, die durch eine lokal begrenzte Ansammlung von Gewebeflüssigkeit verursacht wird. Im Bindegewebe befinden sich Blutäderchen, über die Nährstoffe ausgetauscht werden, sowie kollagene und elastische Fasern, die das Aussehen und die Festigkeit der Haut mitbestimmen.
Die Entstehung der Cellulite ist auf eine erhöhte Durchlässigkeit der Haargefässwände zurückzuführen, die das Eindringen von Wasser ins Bindegewebe erlaubt. Die gestaute, mit Giftstoffen und Stoffwechselprodukten belastete Flüssigkeit führt dazu, dass sich die Zellen auf die Lange entzünden und degenerieren.
Die Bekämpfung der Cellulite umfasst somit folgende Schwerpunkte:
- der Wasseransammlung entgegenwirken (mehr Wasser und Kalium, weniger Natrium);
- die Durchlässigkeit der Haargefässwände verringern (Vitamin C und P);
- das Bindegewebe straffen (Vitamin C und B, Silizium) .
Aber auch:
- auf eine bessere Lebensweise und Ernährung achten;
- den Hormonspiegel ausgleichen.
Um der Wasseransammlung im Gewebe entgegenzuwirken, muss dem Körper mehr Flüssigkeit (1,5 bis 2 Liter/Tag) und weniger Salz zugeführt werden. Wasser und Kräutertees sind als Getränke besonders geeignet. Um die Zufuhr von Wasser und Natrium zu trennen, sollte am Morgen auf nüchternen Magen und zwischen – nicht während – den Mahlzeiten getrunken werden. Sofern sie nicht unter zu niedrigem Blutdruck leiden, sollten Frauen mit Cellulite jeweils vor der Menstruation für einige Tage auf Salz verzichten.
Gleichzeitig sollte viel Kalium, der natürliche Natrium-Gegenspieler, eingenommen werden. Die besten natürlichen Kaliumquellen sind frisches Gemüse, roh oder in Dampf gegart, denn dieser Mineralstoff reagiert bei Lagerung und Zubereitung genau wie wasserlösliche Vitamine extrem empfindlich. Aber auch frisches Obst und Dörrobst, Nüsse und Vollkornprodukte enthalten viel Kalium.
Wertvolle Vitamine
Vitamin C, das Anticellulite-Vitamin par excellence, ist in einer Vielzahl von Gemüsen und Früchten vorhanden. Besonders empfehlenswert sind Zitrusfrüchte, aber auch Trauben, Kirschen, Brombeeren und Aprikosen. All diese Obstsorten enthalten zusätzlich eine weitere Anticellulite-Waffe: Vitamin P. Dieses kommt übrigens in der Schale, den Membranen und dem Fruchtfleisch in konzentrierterer Form vor als im Fruchtsaft. Vitamin P, auch als Antipermeabilitätsfaktor bekannt, umfasst die Bioflavonoide Hesperidin, Citrin, Rutin usw. und wird bei Kapillarbrüchigkeit, Ödemen und Couperose seit langem von Apothekern empfohlen und von Ärzten verschrieben.
Frauen, die rauchen und/oder mit der Pille verhüten, zerstören dadurch einen Teil ihrer Vitamin-C und -P-Vorräte. Bestehende Kreislaufprobleme und die Ansammlung von Flüssigkeit im Bindegewebe werden so noch verschlimmert. Auf lange Sicht lässt sich aber der erhöhte Vitamin-C und -P-Bedarf durchaus decken, wenn die natürlichen Wellen dieser wertvollen Anticellulite-Substanzen möglichst reichlich in den Speisezettel einbezogen und – je nach Schweregrad der Cellulite und Anzahl Zigaretten pro Tag – regelmässig oder in Kurform entsprechende Vitaminpräparate eingenommen werden.
Einfluss der Pille
Während einer Östrogentherapie sollten Frauen mit Cellulite pro Tag zusätzlich 40 mg Vitamin B6 (= Pyridoxin) einnehmen. Die Östrogene hemmen dessen Aufnahme durch den Körper, was langfristig zu einem Mangelzustand führen kann. Genau wie Vitamin C strafft auch Vitamin B, das Bindegewebe, indem es die Herstellung von Kollagen- und Elastinfasern unterstützt. Im weiteren ist Pyridoxin harntreibend, entschlackend und hilft gegen eine weitere Cellulite- Ursache, den Stress.
Das Spurenelement Silizium (Kieselsäure) wiederum sorgt als eine Art „Zellzement“ dafür, dass die Struktur der kollagenen und elastischen Fasern im Bindegewebe nicht durcheinandergebracht wird. Die besten Siliziumlieferanten sind Getreide – vor allem Hirse -, Fruchtschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Schachtelhalm. Da sich Silizium im Wasser schlecht auflöst, ist das Konzentrat von Schachtelhalmblättern in Kapselform dem Schachtelhalmtee vorzuziehen.
Ernährungsbedingte Faktoren
Eine unausgewogene Ernährung und eine ungesunde Lebensweise (Stress, Bewegungsmangel, Rauchen usw.) begünstigen die Cellulite, indem sie entweder die Infiltration der Haargefässe oder aber die Anhäufung von Giftstoffen verstärken. Die wichtigsten ernährungsbedingten Faktoren sind:
- die ungenügende Zufuhr von Ballaststoffen. Sie führt zu Verstopfung und zur Ansammlung von Giftstoffen.
- zuviel gesättigtes, erhitztes Fett. Dadurch wird die Leber Überbelastet.
- zu viele Einfachzucker. Sie bewirken die massive Ausschüttung von Insulin, das wiederum die Harnausscheidung hemmt.
Obwohl die Ernährung und die Lebensweise den Zustand des Bindegewebes erheblich beeinflussen, sind für die Cellulite hauptsächlich Hormone verantwortlich. Dies erklärt auch, warum sie kaum einer Frau erspart bleibt und warum ihr Beginn oder ihre Verschlimmerung zumeist mit der Pubertät, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren, also mit grossen hormonellen Umstellungen, zusammenfällt.
Der weibliche Körper neigt dazu, jeden Monat während der zweiten Zyklushälfte und insbesondere während der zwei bis fünf Tage vor der Menstruation Cellulite zu bilden da zu diesem Zeitpunkt zuviel Östrogen und zuwenig Progesteron ausgeschüttet wird. Dieses hormonelle Ungleichgewicht ist auch die Ursache des prämenstruellen Syndroms (PMS), das Wasserretention, Blähungen, Nervosität und Hautbeschwerden mit sich bringt.
Die Schulmedizin verschreibt zur Behandlung des prämenstruellen Syndroms im allgemeinen Progesteron. Das Syndrom ist sich aber auch mit Hilfe von Nahrungszusätzen lindern. Dazu eignen sich essentielle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren (in Form von Nachtkerzenöl, 500 mg dreimal täglich, während der zwei letzten Zykluswochen) und einmal mehr Vitamin B6 (300 mg pro Tag, während der zehn letzten Zyklustage) .
Als homöopathische Behandlung empfiehlt sich am 14. Zyklustag eine Dosis Folliculinum in hemmender Verdünnung (9 CH oder 15 CH) sowie vom 15. bis 25. Zyklustag je drei Globuli Progesteron in anregen der Verdünnung (4 oder 5 CH). Diese Behandlung bringt bereits vorhandene Cellulite nicht zum Verschwinden, trägt jedoch dazu bei, dass sie im Laufe der Monate und Jahre nicht schlimmer wird. Im übrigen hilft sie, Behandlungserfolge zu stabilisieren, die daneben mit Ernährungszusätzen und/oder anderen homöopathischen Therapien erzielt wurden – ergänzt durch Körperpflege und Gymnastik.
In der Homöopathie gilt die Cellulite als Folge der „Sykose“, einer pathologischen Konstitution, die sich durch die Tendenz zu Infiltrationen und Giftstoffansammlungen zu erkennen gibt. Die wichtigsten Konstitutionsbehandlungen zur Bekämpfung der Sykose sind Natrium sulfuricum und Thuja, in Form von Globuli oder als Dosis eingenommen. Diese Basisbehandlung wird durch Heilmittel mit einer kurzfristigen, gezielten Wirkung ergänzt. Hier einige Beispiele: Die Urtinkturen von Meeresalgen (Fucus vesicolosus und Laminaria) stimulieren die Schilddrüse und greifen die Fettzellen an. Die Urtinktur von Taraxacum entschlackt die Leber und wirkt gegen Verstopfung; bei Pilosella und Solidago fördern die Urtinkturen die Harnausscheidung. Der 1D-Mazerationsextrakt von Sorbus domestica regt den Blutkreislauf an. Leber-, Nieren-, Dickdarm- und/ oder Venenextrakte in 4 CH stimulieren die Tätigkeit der jeweiligen Körperteile und/oder starken die Venenwände. Ihr Gesundheitsspezialist wird Sie gerne beraten.
Da die Cellulite verschiedenste Ursachen haben kann, muss die Behandlung in jedem Fall individuell festgelegt werden. Ein optimales Ergebnis lässt sich durch die Kombination verschiedener innerlicher und äusserlicher Methoden erzielen, die sich gegenseitig verstärken. Ein bleibender Erfolg ist aber nur möglich, wenn Ernährungsfehler behoben und die „cellulitefördernden“ Faktoren ausgeschaltet werden.