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Kollagen ist ein Protein, ein faserbündelndes Eiweiss, das allen Wirbeltieren als Baustoff dient und das auch im menschlichen Körper in unterschiedlicher Form als körpereigener Stoff durch Proteinbiosynthese hergestellt wird. Kollagen ist beim Menschen das mit Abstand am häufigsten vorkommende Eiweiss - ist es doch wichtiger Bestandteil von Knochen, Sehnen, Knorpeln, Blutgefässen, Zähnen und auch der Haut. Von der Molekularstruktur her besteht dieses Protein aus jeweils dreisträngigen Peptidketten, die spiralförmig ineinander verdreht sowie mit Brücken aneinander gekoppelt sind. Die Moleküle ordnen sich um ein Fünftel versetzt aneinander an und bilden sogenannte Fibrillen, die querverbunden sind und dadurch eine enorme Stabilität erreichen können. Ein Grossteil der bekannten 28 Kollagentypen ist im menschlichen Körper anzutreffen. Je nach Typ ordnen sich die Fibrillen in spezifischer Weise aneinander an und bilden dann durch Quervernetzungen jeweils verschiedene Strukturen. So besteht z.B. das Bindegewebe, das auch in der Dermis anzutreffen ist, aus Kollagenfasern, die den interzellulären Raum ausfüllen und der Haut Stabilität und Elastizität verleihen.
Kann der Haut Kollagen zugeführt werden?
Mit zunehmender Alterung schrumpft auch das Kollagengerüst in der Lederhaut: Die Haut insgesamt wird dünner und schlaffer. Diesem Prozess kann auf unterschiedliche Weise entgegengewirkt werden. Zum einen wäre es die gezielte Anregung zur Kollagenneosynthese. Zum anderen kommt auch die direkte Zufuhr von Kollagen in die Haut in Betracht, die durch Injizieren in tiefere Hautschichten erfolgen muss (und nicht durch Auftragen von Cremes auf die Epidermis geschehen kann!). Der Haut zugeführtes Kollagen wird sich aber nicht automatisch in die vorhandene Bindegewebsstruktur einfügen können. Die im injizierten Präparat vorhandenen Kollagen-Molekülketten müssen sich erst neu anordnen und sich nach und nach an die vorhandenen Fasern im Bindegewebe anfügen. Das ist ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt. Nur ein Teil des zugeführten Kollagens wird in die Lederhautstruktur integriert. Dies trägt dann aber zur Verbesserung und Verjüngung des Kollagenfasergeflechtes bei und hat nachhaltigen Charakter. Der anderer Teil des injizierten Kollagens wird nach und nach verstoffwechselt und abgebaut.
Was muss bei einer Kollageneinspritzung beachtet werden?
Kollagen wird nicht synthetisch hergestellt, sondern ist tierischen Ursprungs. Auch bei noch so sorgfältiger Isolierung der Substanz kann das Endprodukt trotzdem noch winzig kleine Verunreinigungen enthalten, die Allergien auslösen könnten. Heutzutage sind die Techniken der Kollagenrückgewinnung so fortgeschritten, dass das erstellte Kollagen praktisch rein ist und allenfalls minimalste Rückstände enthält. Allergeien sind dadurch nahezu ausgeschlossen. Trotzdem empfiehlt es sich, vor einer Behandlung einen Test durchzuführen, um herauszufinden, ob der Körper auf ein bestimmtes Präparat allergisch reagiert oder nicht. Ist das nicht er Fall, kann die Kollagenbehandlung problemlos durchgeführt werden. Anders als bei einer Behandlung mit Fillern auf Basis von Hyaluronsäure, bei denen die Wirkung erst innerhalb von einigen Tagen einsetzt (weil Hyaluron Gewebsflüssigkeit erst nach und nach bindet), wird bei einer Unterspritzung mit einem Kollagen-Filler der Effekt sofort sichtbar sein. Je nach Konstitution wird das zugeführte Kollagen sich in unterschiedlichem Grad im Bindegewebe integrieren, was zu dauerhaften Verbesserungen führt. Kollagen ist jedoch kein permanentes Präparat, denn es wird vom Körper im Laufe der Zeit abgebaut.
In welchen Bereichen können Kollagenpräparate eigesetzt werden?
Weil Kollagen allein im Bindegewebe der Haut, also in der Dermis(oder der Lederhaut) seine Wirkung entfacht, wäre eine äusserliche Anwendung völlig wirkungslos. Injiziert kann Kollagen mit gutem Erfolg hingegen in die unteren Hautschichten werden. Man nennt diese Behandlung auch Substitutionstherapie, weil Teile des in der Haut vorhandenen Kollagens durch neu hinzugefügtes ergänzt und gegebenenfalls auch ersetzt werden. Das injizierte Volumen wird sich, anders als bei Hyaluronsäure-Fillern, nicht vergrössern, sondern bleibt konstant. So eignet sich Kollagen gut zum Auffüllen von nicht allzu tiefen Falten und Runzeln. Auch zum Lippenaufbau wird Kollagen häufig eingesetzt, gerade weil der angestrebte Effekt sehr präzise erreicht werden kann und auch weil es relativ nachhaltig wirkt. Ebenso wird es mit gutem Erfolg auch zum Ersatz verlorengegangenen Volumens im Gesichtsbereich, also zum Aufbau von Gesichtspartien verwendet. Sehr gut lässt sich Kollagen auch zum Auffüllen von Hautdefekten benützen, z.B. zum Ausgleichen von Akne-Narben oder zur Beseitigung von Spuren bzw. Vertiefungen, die durch Hautverletzung entstanden sind.