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Jakobskapelle Bösegg
Mit wenig Steigung führt der Weg weiter über die Hügellandschaft; über Wiesen, durch kleine Waldstücke und vorbei an Gehöften. Bei schönem Wetter ist von hier sogar ein Blick auf die Berner Viertausender zu erhaschen. Bei der letzten Weggabelung nehmen wir den nach rechts führenden Fahrweg zur Bösegg-Kapelle. Die heutige Kapelle auf dem Hügelrücken über dem Luthertal wurde 1949 an der gleichen Stelle wie ihre Vorgängerin errichtet. Sie liegt im Schatten einer mächtigen Buche. Wallfahrer liessen die Kapelle bauen als Dank für die glückliche Heimkehr von einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela. Die Legende dieser Wallfahrt ist auf Tafeln in der Kapelle dargestellt. Die Hauptverkehrsachse Willisau- Huttwil und damit der Jakobsweg aus der Region Bodensee nach Bern, Freiburg und Lausanne führte hier vorbei. Die beiden Pimpernussbaum-Sträucher vor dem Aufgang zur Kapelle sollen aus einem Stab gewachsen sein, den die Pilger auf dem Heimweg schnitten. Noch bis in die 1930er Jahre war die Kapelle als Wallfahrtsort bekannt. Die Bibernüssli vom Pimpernussbaum wurden mit nach Hause genommen. In Hergiswil galt es als gutes Vorbeugemittel, einige Bibernüssli in der Tasche mitzutragen. Der Pimpernussbaum ist ein 3 bis 5 m hoher Strauch. Er kommt in Mitteleuropa an Hängen und Waldrändern vor. Die Blätter sind 5- oder 7-zählig gefiedert und die Blüten hängen in weisslichen Rispen. Der Name kommt wohl von den Früchten. Das sind aufgeblasene Kapseln, in denen eine Nuss klappert, wenn sie reif ist. Das mittelhochdeutsche „pimpern“ heisst klappern. Zur Entstehungsgeschichte der Kapelle existiert die folgende Sage: Der Bösegger sei mit seinen beiden Söhnen nach Santiago gepilgert. Unterwegs hätte aber in einem Gasthof die Tochter des Wirts dem jungen Bösegger schöne Augen gemacht, doch dieser hätte sie nicht beachtet. So hätte sich das Mädchen rächen wollen und dem Sohn einen silbernen Becher in den Rucksack gesteckt und, nachdem dieser mit seinem Vater und Bruder weitergezogen sei, die Polizei auf ihn gehetzt. Das Gericht machte kurzen Prozess und liess ihn aufhängen. Vater und Bruder zogen weiter, in Santiago aber hätte der Vater eine Vision gehabt und so seien sie denselben Weg zurückgegangen und hätten den Sohn und Bruder am Galgen noch lebend gefunden. Nicht lange wunderten sie sich darüber, sondern schnitten ihn schnell ab und zogen nach Hause. Aus Dankbarkeit errichteten sie dann hier auf der Bösegg die Kapelle.
Von der Bösegg aus gibt es die Möglichkeit, in einer Viertelstunde die Bushaltestelle Schachen zu erreichen, von wo der Bus nach Hüswil/Stoss fährt.