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Die folgende Geschichte hat Sri Preethaji in einem Kurs erzählt; und sie wollte uns damit natürlich nicht nur unterhalten…
Eine Prinzessin hatte alle Bewerber abgelehnt; keiner hatte ihr gefallen, keinen wollte sie heiraten. So blieb dem König nichts anderes übrig, als seine Tochter einem Drachen zur Frau zu geben.
Die Prinzessin war entsetzt, konnte aber gegen diesen Befehl nichts mehr unternehmen.
Kurz vor der Hochzeit besuchte sie eine weise alte Frau und bat diese um Hilfe. Die Alte gab der Prinzessin den Rat, unter dem Hochzeitskleid zehn weitere Kleider anzuziehen und in der Hochzeitsnacht vom Drachen zu verlangen, dass er mit jedem Kleid, das sie ausziehe, dies ebenfalls tue.
Die Hochzeit fand statt und am Abend im Brautgemach verlangte die Prinzessin von ihrem Drachenmann, dass er mit jedem Kleid, das sie ausziehe, ebenfalls eine Schicht ablege. Der Drache war einverstanden.
Die Prinzessin zog das erste Kleid aus und der Drache seine oberste Schuppenschicht. Mit dem zweiten Kleid entledigte sich der Drache ebenfalls einer zweiten, schon dünneren Schuppenschicht, was ihm Schmerzen bereitete.
Und so ging es weiter. Dem Drachen rollten mit der Zeit die Tränen aus den Augen, so tat ihm die Prozedur weh. Aber er hielt sein Versprechen und liess Schicht um Schicht fallen.
Mit der letzten Haut, die zu Boden fiel, ertönte ein Donnerschlag – und vor der Prinzessin stand ein schöner Prinz.
Wir können uns mit der Prinzessin oder dem Drachen identifizieren. Beide entblössen sich. Beide lassen die Schichten, die ihr wahres Wesen zudecken, fallen. Die Prinzessin macht den Prozess bewusst – auf Anraten einer weisen Frau; der Drache tut es unter grossen Schmerzen und nicht ganz freiwillig. Erst als beide nackt dastehen – ihre Schutzschichten, Widerstände, Blockaden, Verletzungen, irrigen Meinungen und Überzeugungen, Verwirrungen – abgelegt haben, wird die Liebesnacht möglich.