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Laurent Mettraux ist 44 Jahre alt und wohnt in Courtaman. Nebst dem Komponieren verfasst er Artikel für Zeitungen, arbeitet als Organist und übersetzt Presseartikel. Sein musikalisches Interesse hat sich schon in jungen Jahren gezeigt. Bereits mit sechs Jahren begann er, Klavier zu spielen, und im Alter von zwölf Jahren hat er schliesslich seine ersten Kompositionen geschrieben. Zusätzlich erlernte er das Geigenspiel und allgemeine Musiktheorie, nahm Gesangsunterricht am Konservatorium und war als Orchesterdirigent tätig.
Im Alter von zwölf bis zwanzig Jahren hat Laurent Mettraux 450 Stücke komponiert. Seine Kompositionen gehören der zeitgenössischen und postromantischen Musik an, und sie sind melodisch geschrieben. Die Inspiration für seine Werke finde er überall in seinem Umfeld, sagt er. Alles, was er hört, sieht und liest, nimmt er auf und lässt es in seine Musik einfliessen. Am liebsten komponiert er in der Nacht, wenn alles ruhig ist.
Breiter Musikgeschmack
Laurent Mettraux hört vor allem klassische Musik, und zwar aus allen Epochen. Sein Musikgeschmack reicht von mittelalterlicher Musik über Barock und Romantik bis hin zu aktueller Filmmusik, die ihre Inspiration aus der Klassik bezieht. Mettraux selbst lässt sich von anderen Kulturen wie China, Japan, Südamerika und Indien inspirieren. Was ihn sehr begeistert, sind die orientalischen Rhythmen, welche man teilweise auch in seinen Musikstücken erkennt.
Erfolg sei für ihn nicht die Anzahl Zuschauer, sondern die Freude, welche die Leute nach einem Konzert zeigten, betont er. «Mein Ziel ist, mit meiner Musik die Herzen des Publikums zu berühren.» Sein erster grosser Erfolg war 1996, als er für den Chor des Kollegiums Heilig Kreuz und den Chor der Universität ein Stück schreiben konnte. Ein weiterer grosser Erfolg war, als er im Wettbewerb eines Lausanner Chors das Finale erreichte. Damals hatte er 1450 von 1500 Stimmen für sich gewonnen.
Keine Familientradition
Wäre Laurent Mettraux nicht Musiker, könnte er sich vorstellen, dass er Historiker, Archäologe, Journalist oder eventuell Autor geworden wäre. In seiner Freizeit liest er gerne wissenschaftliche und poetische Texte. Auf die Frage, woher seine musikalische Begabung stamme, erzählte er, dass niemand in seiner Familie Musiker sei. Jedoch habe sein Vater oft italienische Opern gehört.
Für uns war es sehr interessant, von einer Person, die selbst komponiert, alle Hintergründe des Berufs zu erfahren. Am meisten hat uns fasziniert, dass Laurent Mettraux bereits mit zwölf Jahren seine ersten Kompositionen geschrieben hat und mit 15 Jahren schon diverse Instrumente spielte.
Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Schulprojekts am Kollegium Heilig Kreuz: Eine zweite Klasse erarbeitete im Musikunterricht unter der Leitung von Gisela Murmann Porträts über zeitgenössische Freiburger Komponisten. Die FN veröffentlichen die Texte in loser Folge.