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Die Raupe: Frassspuren und Verhalten
Das Fressverhalten der Raupen ist sehr unterschiedlich. Je nach Art oder auch je nach Grösse der Larve wird Schabefrass, Fensterfrass, Lochfrass, Blattrandfrass, Gespinstfrass, Blütenfrass, Samenfrass, Nadelfrass usw. verursacht. Unten werden ein paar Beispiele verschiedener Frassspuren und von Verhaltensweisen von Raupen gezeigt.
Erste Nahrung der Raupe: Frass der Eischale
Viele Raupen, jedoch bei weitem nicht alle, verzehren kurz nach dem Schlüpfen als erste Nahrung die Eischale.
Der Schabefrass
Bei dieser Frassart schabt die Raupe, wie der Name bereits antönt, nur die oberste Hautschicht des Blattes an. In der Regel ist dies die erste Art der Nahrungsaufnahme der jungen Raupe, sofern sie nicht bereits die Eischale verzehrt hat.
Der Fensterfrass
Beim Fensterfrass bleiben die äusseren Randteile des Blattes bestehen. Im Innern des Blattes werden Teile des Blattes gefressen, die ein fensterähnliches Aussehen zeigen. Die Blattadern werden stehen gelassen.
Der Lochfrass
Beim Lochfrass werden mehr oder weniger grosse Löcher in die Blätter gefressen. Auch diese Art des Fressens wird oft von jungen Raupen verursacht. Es gibt aber auch Raupen, welche während der ganzen Raupenzeit Lochfrass verursachen.
Dieser typische Lochfrass wurde von Hamearis lucina verursacht. Er verrät im Frühling die Anwesenheit der Raupe an der Primel, wo sie sich jedoch tagsüber kaum auffindbar in der Bodenstreu versteckt hält und durch ihre Farbe hervorragend getarnt ist.
Lochfrass von Spannerraupen: links von einer Jungraupe (Agriopis aurantiaria); rechts von einer erwachsenen Raupe (Asthena albulata).
Der Blattrandfrass
Hier wird das Blatt dem Rand entlang gefressen, bis es schliesslich ganz verzehrt ist. Meist ist dies die Frassart älterer Raupen. Auf den Bildern Notodonta dromedarius.
Unten: Blattrandfrass von Ptilodon capucina an Salweide.
Raupengespinste
Die Raupen sind hier in einem Gespinst versteckt. Als junge Raupen fressen sie darin. Die älteren Raupen verlassen das Gespinst zum Fressen und kehren nachher oft wieder in das Gespinst zurück. Andere verweilen nur im jungen Stadium im Gespinst und verteilen sich später.
Gespinste von Aglais urticae an Brennnessel; Aporia crataegi (Wintergespinst) an Weissdorn und Carcharodus alceae (Wintergespinst) an Malve. Auch Carcharodus alceae überwintert in den dürren Malvenblättern oft in recht grosser Anzahl!
Raupen in Blüten
Viele Raupen verstecken sich in den Blütenköpfen. Sie sind dort kaum zu finden. Meist sind es Blütenspanner (Eupithecien). Diese Blütenspannerraupe in der Margerite schmiegt sich im Ruhezustand ganz dicht an das gelbe Blütenköpfchen an. Sie wird erst richtig zur Kenntnis genommen, wenn das gelbe Blütenköpfchen oder später die Blütenblättchen angefressen worden sind.
Raupen von Eupithecia extraversaria sind in den Blütenständen von Peucedanum cervaria kaum zu sehen (siehe unten).
Raupen in Samenständen
Viele Raupen halten sich in den Samenständen versteckt, wo sie auch fressen. Auch hier sind viele Blütenspannerraupen darunter zu finden, jedoch nicht nur.
Dieses Loch im Samenstand von Rhinanthus alectorolophus (Klappertopf) verrät die Anwesenheit einer Perizoma-Raupe.
Unterschiedliche Raupenstadien derselben Art an derselben Pflanze
Kaum sichtbar auf der Blattmitte sitzen die Raupen von Pieris mannii oft in unterschiedlichen Stadien an derselben Nahrungspflanze.
Überwinterung von Raupen im Gras
Viele Raupen überwintern in Bodennähe oft in Grasbüscheln, wo sie sich an einem Grashalm festklammern. Es sind dies häufig die wunderschönen Augenfalter. Schneidet man das Gras im Herbst zu tief ab, können diese Raupen nicht überleben. Unten abgebildet eine Maniola jurtina-Raupe.
Kaum zu finden sind im Winter die Raupen von Lasiommata maera. Sie halten sich sehr versteckt in den Grasbüscheln tief in Bodennähe auf.
Update: 11. 03. 2018