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Schon in jungen Jahren galt Nicola Spirig als hochbegabt. Bereits als 17-Jährige hatte sie bei den bis 20-Jährigen den EM-Titel im Duathlon und Triathlon sowie WM-Silber im Triathlon gewonnen. Mit 19 Jahren folgte der erste WM-Titelgewinn bei den Juniorinnen. In der Leichtathletik galt sie zudem als grösste Schweizer Nachwuchshoffnung seit Anita Weyermann.
Durch Geduld zum Erfolg
Triathlon auf dem Niveau von Spirig heisst: 10’000 km Radfahren, rund 4000 km Laufen und 1200 km Schwimmen pro Jahr. 3 Ermüdungsbrüche erlitt Spirig im Verlauf ihrer Karriere, den letzten knapp eineinhalb Jahre vor Olympia. Ihr Trainer Brett Sutton meinte deshalb: «Diese Verletzung hat Nicola zu einer besseren Athletin gemacht und den Olympiasieg erst ermöglicht. Sie hat in dieser Zeit geduldig sein müssen.»
«Auf einer persönlichen Mission»
Es war 2003 in Nyon bei einem Wettkampf über die olympische Distanz, als Sutton in einem veritablen Einbruch von Spirig deren Potenzial erkannte. Spirig nahm gegen die versammelte Schweizer Kurz- und Langdistanz-Elite die Laufstrecke mit «selbstmörderischem Tempo» (Sutton) in Angriff.
«Sie befand sich auf einer persönlichen Mission, verzichtete bei diesem Hitzerennen im Laufen auch auf die Verpflegung an den Posten», so Sutton. Schliesslich kollabierte Spirig. Wettkampf-Beobachter Sutton interpretierte dies als «totale Hingabe». «Ich fuhr nur mit einem einzigen Gedanken heim: Diese Frau eines Tages trainieren zu können.» 3 Jahre später war es so weit: Spirigs Lebenspartner Reto Hug stellte den Kontakt her.
Nach dem Olympiasieg das erste Kind
«Egal, was im Rennen passiert, ich werde optimal vorbereitet sein, um eine Medaille holen zu können», kündete Spirig schon Monate vor ihrer Grosstat in London an. Sutton hatte die Juristin entsprechend getrimmt. Er sagte: «Ich betreibe mit meinen Athleten eine Art von Gehirnwäsche. Ich wasche ihnen nagende Selbstzweifel weg, die den Weg zum Erfolg versperren.»
Der Triumph in London war ein fast logischer Höhepunkt in der Leistungsentwicklung von Spirig. Die Zürcher Unterländerin will ihre Triathlon-Karriere zumindest bis 2016 fortsetzen. Eine Teilnahme an der Leichtathletik-EM 2014 in Zürich (im Marathon oder über 5000 m auf der Bahn) gilt als Etappenziel. In noch näherer Zukunft sieht Spirig indes Mutterfreuden entgegen. Im Mai 2013 erwarten sie und ihr Ehemann Reto Hug ihr erstes Kind.