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– Policy Brief
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Zusammenfassung
Die Übertragungsrate ist derzeit niedrig. Aus verschiedenen Gründen ist aber weiterhin Vorsicht geboten, insbesondere aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante, der Verlangsamung der Impfrate und des zunehmenden internationalen Reiseverkehrs. Wir erörtern die zur Eindämmung der Übertragung verfügbaren Instrumente.
Die Übertragungsrate von SARS-CoV-2 ist derzeit in der Schweiz auf einem niedrigen Niveau, insbesondere dank der Fortschritte bei der Impfung. Aus mehreren Gründen ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Dazu gehört erstens die zunehmende Verbreitung der Delta-Variante, die hochgradig übertragbar ist und in einigen Ländern, wie z. B. Grossbritannien, bereits einen massiven Anstieg der Fälle verursacht hat. Zweitens die Verlangsamung der Impfrate, da die Zahl der täglich verabreichten Dosen seit dem 8. Juni 2021 zurückgeht. Drittens, die Lockerung vieler Präventionsmassnahmen zur Reduktion von Menschenmengen oder Versammlungen in Innenräumen, in Kombination mit einer Zunahme der internationalen Reisen. Und viertens, die zu erwartende stärkere Verbreitung von SARS-CoV-2-Übertragung, Grippe und anderen Atemwegserkrankungen im Herbst und Winter 2021.
Wir beschreiben hier, welche Instrumente zur Verfügung stehen, um die Verbreitung von SARS-CoV-2 während des Sommers zu reduzieren. Zu betonen ist, dass diese in Kombination und bei geringen Fallzahlen am wirksamsten sind.
Erstens bleibt die Impfung die wirksamste Einzelmassnahme, und eine Erhöhung ihres Tempos, um einen hohen Anteil an vollständig geimpften Personen zu erreichen, wird wesentlich dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus, einschliesslich der Delta-Variante, zu reduzieren. Effektiv scheinen mRNA-Impfstoffe wie Pfizer/Biontech und Moderna nur geringfügig weniger wirksam gegen die Delta-Variante zu sein (88 % gegenüber 93 % für die Alpha-Variante). Allerdings sind die täglichen Impfraten zurückgegangen und es ist zu erwarten, dass sie während der Sommerferien weiter sinken, wenn jetzt nicht gezielte Massnahmen wie Werbekampagnen, mobile Impfstellen oder flexible Impfzeiten ergriffen werden.
Zweitens kann die Strategie «Testen, Rückverfolgen, Isolieren und Quarantäne» für niedrige Fallzahlen und bedenkliche Varianten optimiert werden. Alle positiven Antigen-Schnelltests sollten durch einen PCR-Test bestätigt werden, erstens um falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden (die häufiger vorkommen, wenn die Gesamtinzidenz der Krankheit niedrig ist) und zweitens um eine systematische genomische Sequenzierung zu ermöglichen. Diese Überwachung liefert die genauesten Informationen über die Verbreitung und den Ursprung neuer Varianten, die Anlass zur Sorge geben. Eine verstärkte Rückverfolgung der Kontakte sollte es ermöglichen, jeden neuen bestätigten Fall so zu behandeln, als ob er mit der Delta-Variante infiziert wäre, mit schneller Identifizierung, Testung und Quarantäne der engen Kontakte. Das Ausfindigmachen der Infektionsquelle bei jedem neuen Fall trägt ebenfalls dazu bei, möglichst viele Personen im jeweiligen Umfeld schnell zu testen. Der Einsatz der Apps SwissCovid und NotifyMe hilft dabei, die Kontaktsuche zu beschleunigen.
Drittens sollten aktive Massnahmen an der Landesgrenze das Risiko von Ausbrüchen durch unentdeckt importierte Infektionen, insbesondere von besorgniserregenden Varianten, minimieren. Anlässlich der Fussball-Europameisterschaft wurde in mehreren Ländern ein Anstieg importierter Infektionen durch die Delta-Variante festgestellt.
Viertens reduzieren die Beibehaltung des Maskentragen in Innenräumen, die Wahrung des körperlichen Abstands sowie das verstärkte Lüften von Innenräumen das Übertragungsrisiko weiter.
See also the Policy Briefs Estimating the economic costs of avoiding COVID-19 transmission through quarantine and testing of travellers arriving in Switzerland and SARS-CoV-2 prevention in Switzerland and open borders from 15 June 2020 onwards
In response to a request from: ncs-tf
Date of request: 23/06/2021
Date of response: 29/06/2021
Experts involved: lead from Public Health group, input from all other groups
Contact persons: Nicola Low