Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03652.jsonl.gz/3122

UK: Zwischenlagerung ausländischer Brennstoffe empfohlen
Die NDA schlägt in ihrem Bericht vor, den Kernbrennstoff ausländischer Kunden, der nicht der Wiederaufarbeitung zugeführt werden kann, in ein Zwischenlager überzuführen, wo er bis zur Endlagerung in Grossbritannien verbleiben soll.
Die bestrahlten Brennstoffe waren ursprünglich nach Grossbritannien eingeführt worden, um sie in den Wiederaufarbeitungsanlagen Thorp am Standort Sellafield oder in D1204 und D1206 Dounreay zu verarbeiten. Die entsprechenden Verträge waren zwischen 1970 und 1980 mit der damaligen British Nuclear Fuels Limited (BNFL) oder der United Kingdom Atomic Energy Authority (UKAEA) abgeschlossen worden. Die Dienstleistungen rund um bestrahlte Brennstoffe waren damals ein rentables Exportgeschäft für Grossbritannien und wurden auch von der Regierung stark gefördert.
Der Wiederaufarbeitungsbetrieb in Dounreay ist seit 1998 eingestellt und für Thorp ist die Ausserbetriebnahme 2018 vorgesehen. Von der jetzt noch vertraglich vereinbarten Verarbeitung von 300 t Kernbrennstoffen ausländischer Kunden sollte die Thorp bis 2018 rund 270 t verarbeiten können. Gemäss NDA wird ein Rest von 30 t Brennstoff übrig bleiben. Darin enthalten sind 2 t Brennstoff ausländischer Kunden, der sich gegenwärtig noch in Dounreay befindet. Dieser soll nach Sellafield überführt werden.
Die NDA schlägt nun in ihrem Bericht vor, diese 30 t Brennstoff in Grossbritannien zwischen- und später auch endzulagern. Dabei will die NDA den Brennstoff in ihr Eigentum überführen und eine sogenannte «virtuelle Wiederaufarbeitung» durchführen. Das heisst, dem ausländischen Kunden wird Abfall in einer radiologisch äquivalenten Menge entsprechend dem Brennstoff zurückgegeben – genau wie wenn dieser der Wiederaufarbeitung zugeführt worden wäre. Zusätzlich erhält der Kunde das entsprechende Kernmaterial, das bei der Wiederaufarbeitung gewonnen worden wäre. Dieses Vorgehen würde der NDA erlauben, die bestehenden Verträge zu beenden und auch die Planung der Thorp-Auslastung abzusichern. Die Vernehmlassung dauert bis am 28. Mai 2014. Danach wird die Regierung die Antworten sichten und entscheiden, wie der Prozess weiter verläuft.