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Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Ausgrabung von Pfyngut ist die Feststellung, dass der westliche Abhang des Illgrabens von der Eisenzeit bis heute praktisch durchgehend landwirtschaftlich genutzt wird. Die Bodenbewirtschaftung ist geprägt durch eine alternierende Abfolge von Wiesenflächen und Ackerland.
Auch Parzellengrenzen sind belegt, insbesondere eine lange Trockensteinmauer, die während der Spätantike (4. Jh.) am Rande der alten römischen Strasse errichtet wurde. Wasserkanäle, mit Steinen verfüllte Gräben und Zäune dürften weitere Unterteilungen gebildet haben.
Die Ackerbauspuren können mit fossilen Böden im Zusammenhang gebracht werden. Die ältesten Paläoböden liegen direkt auf dem Substrat und datieren in die Eisenzeit. Sie sind stark verwittert, lassen sich aber anhand mikromorphologischer Studien nachweisen. Die jüngeren, um Tausend n. Chr. angelegten Felder treten hingegen aussergewöhnlich deutlich inmitten der Schichtsequenz in Erscheinung. Beinahe auf der ganzen untersuchten Fläche zeichnen sich Pflugspuren als gerundete Furchen im Boden ab. Für die jüngste Zeit lässt sich die Ausdehnung der bewirtschafteten Felder von Pfyngut anhand von Karten eruieren, bis hin zur heute landwirtschaftlich genutzten Fläche des Pfyngutes.
Weideflächen sind im Boden anhand fein geschichteter Silt-Ablagerungen nachweisbar, wie sie bei der wiederholten Wässerung durch Stauung von Wasserleiten entstehen. Die ältesten Suonen von Pfyngut datieren aus römischer Zeit und aus dem Frühmittelalter. Die jüngeren sind nach dem 12. Jh. entstanden und wurden kontinuierlich bis heute in Stand gehalten. Die Beschreibung ihrer Konstruktion wird durch eine Sedimentanalyse der Ablagerungen ergänzt (M. Guelat und Ph. Rentzel). In einer Bilanz wird versucht das Bewässerungssystem von Pfyngut zu rekonstruieren und seine Entwicklung aufzuzeichnen. Die in römischer Zeit angelegten Wasserleiten von Pfyngut sind die ältesten bislang im Wallis und in den Alpen entdeckten Suonen. Das frühe Auftreten dieser Art der Bewässerung ist vielleicht mit dem Aufkommen der villae rusticae im Rhonetal verbunden und mit einer neuen Form agropastoraler Bewirtschaftung des Bodens.
Die Beobachtungen zur Viehhaltung betreffen die Spätantike, das Frühmittelalter und die Neuzeit. Es handelt sich einerseits um Hufspuren, welche sich in der feuchten Erde eingedrückt haben, und andererseits um Knochen, die im Weiler von Pfyngut gefunden wurden. Unter den Tieren, die hier im Mittelalter gehalten wurden, gehören Rinder und in geringerer Zahl auch Schafe, Ziegen und Schweine. Der Nachweis einer Rinderzucht in dieser Zeit stützt die Hypothese, gemäss der im Wallis das Aufkommen der Wasserleiten und die Ausdehnung der bewässerten Wiesen mit einer Intensivierung der Rindviehhaltung im Verlauf des 14. und 15. Jh. zu erklären ist, und diese Intensivierung mit einem kommerziellen Ziel in Verbindung steht.
Auszug aus: Cahiers d’Archéologie Romande 121 / Archeologia Vallesiana 4
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