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Viele Europäer sind zuerst einmal überrascht, wenn sie erfahren, dass das erste Kreuzworträtsel vor 100 Jahren in einer amerikanischen Zeitschrift erschienen ist.
Heute wird allgemein davon ausgegangen, dass diese Rätsel extra dafür entwickelt wurden, um den generell lesefaulen, aber schreibfreudigen Amerikanern die Wartezeit bis zum Start der ersten Fernsehkanäle 1929 zu verkürzen. Während den US-Bürgern heute das Lesen von Mails, SMS und Firmengeheimnissen von rund 40 000 NSA-Spezialisten landesweit abgenommen wird, schreiben die USA unvermindert gern - zum Beispiel andern Ländern vor, wie viel sauberer als die eigene Steueroase Delaware der jeweilige Finanzplatz zu sein hat.
Heute wagt es auf der ganzen Welt kaum eine Zeitung oder ein Magazin, auf eine feste eigene Kreuzworträtsel-Seite zu verzichten. Brancheninsider fürchten, dass Rätsel-Fanatiker der Hauptgrund dafür sind, dass die Printmedien noch nicht alle Leser ans Internet, Handy und den Tabletcomputer verloren haben: Auf einem Touchscreen kratzt und quitscht ein Kugelschreiber einfach sehr unangenehm.
Es gibt freilich auch eine nicht zu unterschätzende Gruppe von Lesern, die das Lösen von Kreuzworträtseln als Zeitverschwendung bezeichnet, sei es, weil sie damit zu kaschieren versucht, selbst zu doof zum Knobeln zu sein. Oder sei es, weil sie tatsächlich und aus freien Stücken damit ihre Zeit besser investiert sieht, dieses Editorial zu lesen, nötigenfalls den Begriff «Akrostichon» nachzuschlagen - gewissermassen ein Vorläufer des Kreuzworträtsels - und mir bis zum 17. Januar 2014 ein schönes Akrostichon aus den Anfangsbuchstaben «Nebelspalter» zu senden. Den besten drei Vorschlägen winkt ein Jahr «Nebi» umsonst! E-Mail an: <email-pii>