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Nuklearmedizin
Die Nuklearmedizin greift auf radioaktive Substanzen zurück, um Funktionen des menschlichen Körpers abzubilden, Erkrankungen festzustellen oder zu behandeln.
Nuklearmedizinische Untersuchungen und Therapien sind nichtinvasiv und gewöhnlich schmerzlos. Je nach Verfahren wird der Wirkstoff, das so genannte Radiopharmazeutikum, geschluckt, eingeatmet oder mit einer Spritze verabreicht. Im Inneren des Körpers zerfällt das Radiopharmazeutikum und sendet dabei radioaktive Strahlen aus. Die Strahlenbelastung ist klein und mit derjenigen vergleichbar, die etwa während einer Röntgenuntersuchung anfällt, weil nur sehr geringe Mengen des Wirkstoffs verwendet werden. Ein so genannter Gammadetektor nimmt die radioaktive Strahlung ausserhalb des Körpers auf und wertet sie aus. Die Bilder, die dabei entstehen, heissen Szintigramme.
Zu den am häufigsten angewandten nuklearmedizinischen Untersuchungsverfahren zählen die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Photon-Emissions-Tomographie (SPECT) sowie die Skelett-Szintigraphie und die Schilddrüsen-Szintigraphie. Doch auch viele weitere Körperfunktionen – etwa jene des Herzmuskels, der Nieren oder der Lungen – können nuklearmedizinisch untersucht werden. Weil solche Untersuchungen sehr empfindlich sind, decken sie auch sehr kleine Veränderungen in Struktur oder Funktion der Körperorgane auf.
Die Kombination aus der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) ist zurzeit die modernste bildgebende Untersuchung. Diese hochmoderne Technologie steht Hirslanden seit 2012 zur Verfügung. Die Kombination der beiden Verfahren PET und CT ist vor allem dann von grossem Nutzen, wenn es darum geht, ein Bild der Stoffwechselaktivität und zugleich eines von Gewebestruktur, Organ und Knochen zu erhalten. Auch bewegte Strukturen wie Herz oder Lunge können die Hirslanden Fachärzte dank der PET/CT-Technologie perfekt erfassen. Selbst kleinste Gewebeveränderungen können mit dieser Untersuchung in einem sehr frühen Stadium erkannt werden. Das PET/CT-Verfahren kommt vor allem bei Fragestellungen und Therapiebeurteilungen im Zusammenhang mit Krebs zum Einsatz. Es spielt aber auch eine wichtige Rolle, wenn in Erfahrung gebracht werden soll, welche Bereiche des Herzens genau von einem Infarkt betroffen sind.
Die Photon-Emissions-Tomographie (auf Englisch «Single Photon Emission Computed Tomography», kurz SPECT) gibt wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) Aufschluss über den Stoffwechsel: Mit dem SPECT-Verfahren wird etwa die Durchblutung des Herzens bestimmt oder nach Hinweisen auf neurologische Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson gesucht. Auch am Bewegungsapparat kann die SPECT/CT sehr genau die Schmerzursache eruieren, typischerweise in anatomisch sehr komplexen Gelenken wie dem Fussgelenk. Vor der Untersuchung wird eine geringe Menge einer radioaktiv markierten Substanz verabreicht, die sich an ungenügend durchbluteten Stellen im Körper weniger stark oder an Stellen mit Mehrdurchblutung stärker anreichert und so den potentiellen Problemherd anzeigt.
Die Skelett- oder Knochen-Szintigraphie ist eine hochempfindliche Methode, um den Stoffwechsel in den Knochen zu untersuchen. Vor der Untersuchung wird eine geringe Menge einer radioaktiv markierten Substanz in die Vene gespritzt. Diese reichert sich in den Knochen an, und zwar umso mehr, je aktiver die Zellen in den Knochen sind. Zu den Knochenbereichen mit erhöhtem Stoffwechsel gehören einerseits die Heilungszonen nach Knochenbrüchen, andererseits aber auch Entzündungsherde, zum Beispiel bei gelockerten Hüft- oder Knieprothesen, und Knochenmetastasen von bösartigen Tumoren.
Schilddrüsenknoten kommen häufig vor, meistens sind sie gutartig. Die bösartigen und die gutartigen heissen Knoten, die einen erhöhten Stoffwechsel aufweisen und für die Überfunktion der Schilddrüse verantwortlich sind, lassen sich mit der Schilddrüsen-Szintigraphie nachweisen und anschliessend behandeln. Erkennbar werden sie, weil die heissen Knoten die zuvor verabreichte radioaktiv markierte Substanz stärker anreichern und dadurch in der Szintigraphie deutlicher sichtbar werden. Auch die nuklearmedizinische Behandlung stützt sich auf dasselbe Prinzip: Die heissen Knoten fangen den grössten Teil des radioaktiven Wirkstoffs auf, der sie lokal bestrahlt und den Rest des Körpers schont.
Sind nuklearmedizinische Untersuchungen gefährlich?
Die bildgebenden Verfahren der Nuklearmedizin sind nichtinvasiv und schmerzlos. Zwar stützen sie sich auf radioaktiv markierte Substanzen, die vor der Untersuchung in den Körper gelangen. Doch die Menge dieser Substanzen ist so gering, dass ihre radioaktive Strahlung kein Gesundheitsrisiko darstellt. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit derjenigen während einer Röntgenuntersuchung und viel kleiner als die radioaktive kosmische Hintergrundstrahlung, der wir während unseres ganzen Lebens ausgesetzt sind. Den Hauptanteil der radioaktiv markierten Substanzen scheidet der Körper schon während der Untersuchung wieder aus. Der Rest zerfällt rasch, so dass nach zwei Tagen keine erhöhte Radioaktivität mehr nachweisbar ist. Gleichwohl raten wir, dass Patienten direkt nach einer nuklearmedizinischen Untersuchung nicht mit Schwangeren oder Kleinkindern in Kontakt treten sollten.
Was geschieht während einer nuklearmedizinischen Untersuchung?
Je nach Untersuchung wird Ihnen zu Beginn ein radioaktiv markierter Wirkstoff – ein Radiopharmazeutikum – in eine Vene gespritzt, oder Sie werden gebeten, das Radiopharmazeutikum zu schlucken. Damit sich der Wirkstoff im Körper verteilen kann, müssen Sie eine Zeit lang warten, bevor Sie zur Aufnahme gebeten werden. Viele Untersuchungen dauern eine Stunde und länger. Damit dabei das Bild nicht verwackelt, sollten Sie vor der Kamera so bequem und still wie möglich liegen.
Wie kann ich mich auf die Untersuchung vorbereiten?
Für die meisten nuklearmedizinischen Untersuchungen sind keine besonderen Vorbereitungen notwendig. Wenn Sie jedoch für eine PET/CT aufgeboten werden, ist es wichtig, dass Sie sechs Stunden vorher nichts essen und mit nüchternem Magen zur Untersuchung erscheinen.