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Trotz allem:
Goethes Kritik an Newton war verfehlt.
Newton betonte,
wann immer er der Einfachheit halber von farbigem
Licht spreche, meine er Farbe erregendes Licht.
Das Licht trage keinerlei Farbe mit sich. Wo
Goethe die Newton'sche Lehre von der Brechbarkeit
des Lichts kritisierte, befand er sich in allen
Punkten im Irrtum. Seine physikalischen Theorien
zur Erklärung der Farbenvielfalt sind falsch.
Sein großartiges Naturverständnis zeigt sich
vor allem dort, wo er die Entstehung der Farben
zu erklären sucht, während Sir Isaac Newton als
Meister des Lichts unantastbar bleibt.
Durch die neue Erkenntnis, Goethe habe sein biologisches
Interesse verborgen und vielmehr ein physikalisches Interesse
an einer alternativen Farbenlehre vorgegeben, erhalten seine
Zitate über
die Notwendigkeit einer entwicklungsbezogenen Farbenlehre
einen höheren Stellenwert und müssen neu beurteilt werden.
Als weitsichtig erweist sich nun die Goethesche Forderung,
die Vielfalt der Farben sollte nicht mathematisch-mechanisch,
sondern natur- und entwicklungsbezogen erklärt werden.