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Schon mit einer seiner frühen Arbeiten, einem riesigen Hakenkreuz, das er als Kommentar zum versteckten Nazismus deutscher Kleinbürger in die Wand einer Berliner Wohnung gehackt hatte, empfahl sich Metzel dem Publikum als Provokateur. Auch später liess er keine Gelegenheit aus, den Deutschen die Trümmer ihrer Geschichte hinterherzutragen. Seine monumentalen, oft turmartig in den öffentlichen Raum gekanteten Skulpturen aus Mülleimern, Absperrgittern oder ausrangierten Stadionsitzen parodierten einen überkommenen Denkmalbegriff. Bis heute kreisen seine Arbeiten um Themen wie Rassismus, Terror, staatliche Repression oder die Macht der Medien. Gewalt und Zerstörung sind oft Motiv und zugleich Methode seiner künstlerischen Praxis.
Das gilt auch für die Reliefs, die Metzel seit 2012 aus Aluminiumblechen faltet, bedruckt mit gefundenen Zeitungsartikeln, Plakatmotiven oder Buchcovern. Exemplarisch dafür kann die Arbeit Minima Moralia (2017) stehen, die in mehrfacher Hinsicht auf die Anfänge von Metzels Karriere verweist. 1951 – ein Jahr vor der Geburt des Künstlers – erschienen, wurde Theodor W. Adornos gleichnamiger Aphorismenband Ende der 1960er-Jahre zum Theorie-Kultbuch der Studentenbewegung, in deren Umfeld sich Metzel wiederum als Jugendlicher politisch sozialisierte. Wie andere Metallreliefs dieser Werkgruppe fungiert Metzels Minima Moralia im metaphorischen Sinn zugleich als Wutableiter und als Energiespeicher – allein die schiere physische Kraft, die das Knüllen des Metalls erforderte, verleiht der skulpturalen Form eine Spannung, die sich beinahe körperlich überträgt.
Olaf Metzel, der 1987 an der documenta 8 teilnahm und seit 1990 an der Akademie der Bildenden Künste München lehrt, gehört zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Gegenwart.
Olaf Metzel, 1952 geboren in Berlin (DEU), lebt und arbeitet in München (DEU).
Tätigkeitsbereiche: Skulptur, Installation, Kunst im öffentlichen Raum