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Geschichte
Wann in Lindau der erste Schiessverein gegründet wurde, ist nicht bekannt. Belegt ist nur, dass vor dem Jahr 1882 die Schützen von Lindau, Grafstal und Tagelswangen unter dem Namen Schiessverein Lindau ab und zu Schiessanlässe besuchten. (Ob die Lindauer beim ersten Schützenfest im Kanton Zürich anno 1472 dabei waren, darf bezweifelt werden). Dieser alte „Schiessverein“ löste sich 1882 auf. Im gleichen Jahr entstand der Schiessverein Grafstal. Drei Jahre später gründeten Lindau und Winterberg ihre Schiessvereine und 1888 trat auch die Schützengesellschaft Tagelswangen in Erscheinung. Etwa zu dieser Zeit existierte auch noch ein Schiessverein Kempttal, der sich aber nach einigen Jahren den „Gröfstlern“ anschloss und diese den Namen auf Grafstal-Kempttal änderten.
Vorerst gab es nur in Lindau, am südlichen Dorfrand und in Winterberg beim Bläsihof einfache, ungedeckte Schiessplätze. 1888 durfte Grafstal und etwas später auch Tagelswangen je einen eigenen Schiessplatz errichten. Diese eher rudimentär und unzweckmässig eingerichteten Anlagen bewogen die Gemeinde im Jahre 1912 am heutigen Standort eine für die damalige Zeit moderne und den Sicherheitsbedürfnissen entsprechende gemeinsame Schiessanlage mit Schützenhaus und Zeigerstand zu erstellen.
Bis zum Jahre 1966 genügte die Anlage, diese wurde dann wieder den neuen Gegebenheiten angepasst und erweitert. Weitere 24 Jahre später, im Herbst 1990, waren die Tage dieses nun fast 80jährigen Schützenhauses gezählt und unter grosser Mithilfe der Vereinsmitglieder entstand bis im Frühling 1991 eine neue moderne Schiessanlage.
100 Jahre betrieben die vier Vereine mehr oder weniger unabhängig voneinander ihren Sport. Etwa ab 1980 begannen sie vermehrt ihre Übungen und Anlässe gemeinsam zu koordinieren und durchzuführen. Wie auch andere Vereine litten die Schiessvereine unter Mitgliederschwund und bekamen mehr und mehr Probleme, genügend Leute für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. So langsam wuchs die Idee eines gemeinsamen Vereins. 1990 war der Schiessplatz Lindau externer Austragungsort des Eidgenössischen Schützenfestes Winterthur. Die vier Vereine waren beauftragt, den Schiessbetrieb und die Festwirtschaft während 16 Tagen zu führen.
Dieser Grossanlass und der anschliessende Bau des neuen Schützenhauses stärkte die Erkenntnis, dass man gemeinsam Grösseres leisten kann. So begannen die vier Vereinspräsidenten mit je einem weiteren Mitglied einen Vorschlag für eine Fusion auszuarbeiten. Um den Vereinsnamen gab es grosse Diskussionen, doch schliesslich einigte man sich aufgrund der Gemeindestruktur auf „Gemeindeschiessverein Lindau“. Per 1.1.1994 schlossen sich drei Schiessvereine zum Gemeindeschiessverein Lindau zusammen. Die Schützengesellschaft Tagelswangen stiess im Jahre 2002 dazu.
Willi Flammer 2010