Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03550.jsonl.gz/850

Cartographica Helvetica
Zusammenfassung
Andreas Bürgi:
Der Blick auf die Alpen: Franz Ludwig Pfyffers Relief der Urschweiz (1762 bis 1786)
Cartographica Helvetica 18 (1998) 3–9
Zusammenfassung:
Franz Ludwig Pfyffer von Wyher (1716–1802) kam als junger Offizier in französischen Diensten mit der Reliefdarstellung in Berührung. Nachdem er im Alter von 56 Jahren als Generalleutnant von Louis XV. verabschiedet worden war, widmete er sich während 24 Jahren der Nachbildung der Innerschweiz. Er schuf sein Relief der Urschweiz, das auf einer Fläche von rund 24 m² den Vierwaldstätter See mit Luzern, Unterwalden, Zug und angrenzenden Kantonsteilen von Uri, Schwyz und Bern zeigt.
Es ist das älteste erhaltene Gross-Relief der Schweiz und gibt ein Gebiet von gut 4100 km² topographisch so genau wie möglich wider. Das Relief ist nicht nur eine herausragende topographische, sondern darüber hinaus auch eine kulturelle Leistung, wie die unterschiedlichsten, aber einhellig begeisterten Zeugnisse von zeitgenössischen Besuchern aus ganz Europa belegen. Fasziniert zeigten sich die Betrachter von der Möglichkeit, erstmals einen Blick von oben auf die Alpen werfen und so am Modell einen Raum überschauen zu können, dem sie sich auf ihren Reisen als ausgeliefert empfanden. Das Relief kann daher als Instrument gedeutet werden, an dem eine mehr und mehr grosser Räume sich bemächtigende visuelle Wahrnehmung erprobt werden konnte. Dabei wurde das Relief nicht nur als Abbild der Landschaft, sondern auch der Innerschweizer Gesellschaft gesehen.
Bibliographische Anmerkung