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In der Reihenfolge unserer gedruckten und gebundenen Bibeln schliesst dieser Brief an die Gemeinde in Rom unmittelbar an den letzten Satz aus der Apostelgeschichte an: «Paulus verkündete das Reich Gottes und lehrte über Jesus Christus mit allem Freimut.» Der Brief ist tatsächlich eine Zusammenfassung der Botschaft des Paulus zu Händen der christlichen Gemeinden in Rom. Historisch ist es der letzte Brief des Paulus im Winter 56/57 in Korinth geschrieben. Paulus war noch nie in Rom. Er möchte aber die Christ:innen in Rom besuchen, um dort eine Basis zu haben für seine Weiterreise nach Spanien gemäss seinem Grundsatz, das Evangelium dort zu verkünden, wo der Name Jesus Christus noch nicht bekannt ist (Röm 15,20). Wie bei einem Bewerbungsschrieben stellt Paulus sich zu Beginn ausführlich vor und bestellt am Ende als Referenz eine lange Liste von Grüssen. Bemerkenswert ist, dass die Diakonin Phöbe als Überbringerin des Briefs beauftragt wird, und weitere Frauen als Mitarbeiterinnen und Apostelinnen genannt werden, die für Paulus zeugen sollen. In den beiden Hauptteilen des Briefs stellt sich Paulus theologisch und praktisch vor: Das Heil für alle, jüdische und heidnische Menschen, ist das Thema des ersten Teils. Kap. 9–11 schliesst den ersten Teil ab mit einer oft sehr missverstandenen und antisemitisch ausgelegten Reflexion über das «Versagen» Israels, das erst durch den Umweg über die Heidenmission bei der Wiederkunft des Messias mit gerettet wird. Im zweiten Teil (Kap. 12-15) gibt Paulus konkrete Weisungen für das Gemeindeleben. Hier legt Paulus seine Idee von christlicher Gemeinschaft dar.