Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03340.jsonl.gz/1153

Die Museggbefestigung
Die Museggmauer mit ihren neun Türmen zeigt sich heute fast unverändert in ihrer ganzen Länge von 870 m so, wie sie vor Jahrhunderten gebaut wurde. Die Museggtürme wurden von Vereinen und Gesellschaften von der Stadt in Miete übernommen und nach deren Bedürfnissen ausgebaut. Die Türme und deren Nutzung: Nölliturm (Zunft zu Safran), Männliturm, Luegisland, Wachturm (Heuturm), Zytturm, Schirmerturm (1994 abgebrannt, seit dem 20. Mai 1995 wieder begehbar und öffentlich zugänglich), Pulverturm (Holdermeyerturm, Wey-Zunft). Allenwindenturm (Maskenfreunde, Tambourenverein Luzern), Dächliturm (Stube der Schreinermeister).
Der Pulverturm
Der siebte Turm in der Museggmauer wurde, wie der Cysat in seiner Chronik angab, ca. 1408 aufgebaut. Die untere Turmpartie steht auf einem noch älteren Fundament eines "steinernen Hauses", welches das älteste Mauerwerk der ganzen Museggbefestigung bildet und nur auf Jahrhunderte genau datiert werden kann. Der auch "Holdermeyerturm" genannte Pulverturm erhielt seinen Namen vom anstossenden Gartenbesitzer Jost Holdermeyer (um 1570).
Beschreibung des Bauwerkes
Der vor der Mauer stehende Turm misst in der Grundfläche 9,09 x 7.99 m und hat eine Höhe von 31.68 m. Die Mauern sind durchschnittlich 1,6 m dick. Die untere Partie der drei Aussenmauern besteht vom gewachsenen Boden bis in die Höhe von ca. 5 m aus regelmässigem kleinem Quaderwerk, das sich schon im Farbton vom oberen Mauerteil abhebt. Die im Durchschnitt fast quadratischen Steine sind in waagrechten Lagen mit breiten Mörtelfugen versetzt. Das obere Mauerwerk ist ebenfalls und im Gegensatz zu den restlichen Museggtürmen, unverputzt und sorgsam in Schichten gemauert. Die Ecken besitzen Bossenquadern. Die Zinnenbekrönung mit aufruhendem Pyramidendach erhebt sich über einem Rundbogenfries mit zweimal vorragenden Konsolen. An der Ostseite beweist der tiefliegende Wasserspeier, dass auch dieser Turm ein innerhalb der Zinnenkrone liegendes seitliches Pultdach besass.
Heute, nach langer Bauzeit, ist die Zunft stolze Hausherrin des Pulverturmes
1979 Langfristiger Mietvertrag mit der Stadt Luzern
1979-1980 Planungsphase
Auflagen des Heimatschutzes (kein Lift- Mauerwerk sichtbar, keine Änderungen)
Einsprachen der Nachbarn
Heizbar (und somit auch im Winter verfügbar)
Finanzierung durch Anteilsscheine
1981-1988 Bauzeit
Fronarbeit der Zunftmitglieder war gefragt
viele Stiftungen und Geschenke, wie Baumaterial und Einrichtungsgegenstände
2013-2014
Sanierung des Pulverturm im Zusammenhang der Museggmauer-Sanierung