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Wie vergleicht man drei Solisten, wenn sie unterschiedliche Instrumente spielen? Das dürften sich einige Zuhörerinnen und Zuhörer am Dienstag im Murtner Schlosshof gefragt haben. Zum Final des Nachwuchswettbewerbes Valiantforum traten der georgische Oboist Inal Jioev und die beiden portugiesischen Klarinettisten Emídio André Costa und Sergio Fernandes Pires an. Mit dem Oboenkonzert in C-Dur sowie dem Klarinettenkonzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart spielten die Solisten Werke mit einem ähnlichen Charakter. Begleitet wurden sie dabei vom Kurpfälzischen Kammerorchester aus Mannheim unter der Leitung von Yuram Ruiz. Während Jioev alle drei Sätze des Oboenkonzertes spielte, präsentierte Costa den ersten und zweiten Satz des Klarinettenkonzertes. Fernandes Pires spielte den zweiten und dritten Satz dieses Konzertes.
Möglichkeiten genutzt
Im Vergleich zu einer Klarinette hat eine Oboe klanglich naturgemäss weniger Möglichkeiten. Es war deshalb spannend, zu sehen, wie Inal Jioev im Vergleich zu den beiden Klarinettisten abschneiden würde. Im ersten Satz stach unter anderem ins Ohr, wie viel Bewegung Jioev in die langen Noten brachte. Diese wurden oft zunehmend intensiver. Positiv fiel auch auf, wie Jioev einige Phrasen verlangsamt begann, um gleich darauf munter weiterzufahren. Mit dieser rhythmischen Freiheit erhöhte er die Spannung. Inal Jioev überzeugte mit seinen Kadenzen. So zeigte er in der Kadenz des ersten Satzes auf engem Raum ein ganzes Panorama musikalischer Stimmungen und kam damit dem Stil von Mozart nahe. In der trockenen Akustik des Schlosshofs klang seine Oboe zwar eher dünn. Trotzdem machte er überraschend viel aus den Möglichkeiten seines Instruments.
Emídio André Costa spielte die Sätze Allegro und Adagio aus Mozarts A-Dur-Konzert für Klarinette. Durch die Fröhlichkeit des ersten Satzes klangen Anflüge von Melancholie durch. Costa gestaltete gerade diese melancholischen Zwischentöne ansprechend, indem er sich Zeit nahm, bevor er kraftvoll zu Dur zurückkehrte. Im zweiten Satz klang seine Klarinette friedvoll. Er spielte relativ leise und behandelte viele Töne bedächtig wie kostbare Glasvasen. Zeitweise klang das Hauptthema so gedämpft, dass es wie aus einer anderen Welt wirkte. Das hatte einen besonderen Reiz. Costa grenzte musikalischen Einheiten schön voneinander ab. Gleichzeitig wäre innerhalb der Einheiten wohl mehr Entwicklung möglich.
Leichte Tiefe, volle Höhe
Costa und Jioev zeigten spannende Ideen, doch blieben ihre Ansätze bruchstückhaft. Den Interpretationen fehlte es am letzten Schliff. Das änderte sich nach der Pause. Sérgio Fernandes Pires wirkte rasch souverän. Dies nicht zuletzt, weil er sich klanglich im Schlosshof besser durchsetzen konnte. Dynamisch und in der Artikulation zeigte Pires zudem eine Vielfalt, die man im Konzert zuvor noch nicht gehört hatte. Das zeigte sich etwa in den dreifachen Motivrepetitionen im dritten Satz. Mit jeder Repetition wurde der Klang dunkler, wie wenn sich jemand entfernen würde. Pires dynamische Schattierungen überzeugten. Zudem floss seine Musik in beiden Sätzen schön dahin. Während seine Klarinette in der Tiefe leicht klang, spielte er in der Höhe mit einem zarten und gleichzeitig vollen Klang. Mit seiner differenzierten Interpretation konnte er dem Publikum die Reize von Mozarts Musik am besten näherbringen.
Pires gewann denn auch den ersten Preis. Er wird nächstes Jahr ein Konzert an den Murten Classics bestreiten. Costa erreichte den zweiten Platz, während die Jury Oboist Inal Jioev auf den dritten Platz setzte.