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09.12.2015, 14:09 Uhr
Googles Quantencomputer soll funktionieren - und millionenfach schneller sein als bisherige Rechner
Google kaufte sich vor zwei Jahren einen Quantencomputer der Firma D-Wave. Heute sollen Tests bewiesen haben, dass dieser herkömmliche Rechner um Welten hinter sich lässt.
Quantencomputer sind so etwas wie das goldene Vlies des 21. Jahrhunderts. Sie sollen nach dem Prinzip der Quantenmechanik funktionieren und damit nicht den Regeln der klassischen Physik unterworfen sein, wie es Rechner der heutigen Generation sind. Damit sollen sie auch Probleme lösen können, an denen herkömmliche Computer scheitern. Beispielsweise soll die Suche in extrem grossen Datenbanken und die Produktzerlegung extrem langer Zahlen wesentlich effizienter gelöst werden können als mit klassischen Computern. Dies würde das mathematische Problem, das die Basis für die Sicherheit weit verbreiteter kryptographischer Verfahren darstellt, leicht lösbar und diese damit unbrauchbar machen. Bisher sind Quantencomputer allerdings nur theoretische Gebilde. Es gab verschiedene Praxisversuche, die scheiterten aber meistens daran, dass auch Quantencomputer im Rahmen der geltenden physikalischen Gesetze gebaut werden müssen. Das Unternehmen D-Wave behauptete bereits 2011, den ersten kommerziellen Quantencomputer gebaut zu haben. Allerdings wurden die Kanadier von Experten belächelt, weil sie nicht beweisen konnten, mit ihrer Maschine schneller rechnen zu können als herkömmliche Computer. Trotzdem kaufte ihn Google 2013 gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Heute will Google den Beweis erbracht haben, dass ihre Investition kein Reinfall war. In einem Blogpost schreibt Googles Entwicklungschef Hartmut Neven, dass man bei Tests gesehen habe, «dass die Quantentechnologie bei Probleminstanzen mit fast 1000 binären Variablen ihr klassisches Pendant um Längen schlägt.» Die D-Wave-Methode soll 100 000 000 Mal schneller gewesen sein als die Rechnerleistung eines gewöhnlichen Chips. Die Resultate sind in einem Paper festgehalten. Das bedeutet keienswegs, dass die Technologie nun bald kommerziell gebraucht werden kann. Aber falls die Tests nicht falsifiziert werden, ist es ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem langen Weg in die Quanten-Zukunft.