Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03242.jsonl.gz/638

Bibilographische Zitation:
Ursachen und Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit
Astrid Ruckstuhl
Zürich 2000
In den Ländern der Europäischen Union hat sich in den letzten 20 Jahren ein Phänomen herauskristallisiert, das von Bieling als ‘soziale Dauerkrise Europas‘ beschrieben wird. Er meint damit den dauerhaften Ausschluß eines immer größer werdenden Anteils der erwerbsfähigen Bevölkerung aus dem Arbeitsmarkt und die damit verbundene soziale Ausgrenzung.
Härtere und zugleich differenziertere Muster der Arbeitsmarktsegmentierung zeichnen sich ab. Insbesondere für bestimmte, beruflich zumeist nicht oder nur gering qualifizierte Gruppen, verengen sich systematisch die Zugänge zum Erwerbssystem. So stieg seit 1983, trotz einer insgesamt günstigen wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, der Anteil der Langzeitarbeitslosen kontinuierlich an. Bereits 1997 mußte in den Ländern der Europäischen Union beinahe jeder zweite Arbeitslose dieser Kategorie zugeordnet werden; zu der man Personen zählt, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind.
In einer Gesellschaft in deren Normensystem Arbeit als höchst positiv bewertet wird, birgt dies für die abseits Stehenden ein enormes persönliches und gesellschaftliches Konfliktpotential. Doch obwohl sich die sozialen Ungleichheiten und Benachteiligungen verschärfen, blieb die politische Sprengkraft dieses Vorgangs bisher relativ gering. Langzeitarbeitslosigkeit ist nicht zuletzt auch quantitativ zu einem Problem geworden, das langfristig die Stabilität der Industriegesellschaften in Frage stellen kann. Dennoch wird sie in der öffentlichen Diskussion meist wie ein Randphänomen der allgemeinen Arbeitslosigkeit behandelt. Die besonderen sozialen und strukturellen Auswirkungen der Dauerarbeitslosigkeit zeigen aber, daß diese deut-lich von der Kurzzeitarbeitslosigkeit unterschieden werden muß.
Das Ziel der Arbeit ist es, einen quantitativen Überblick der Dimension der Langzeitarbeitslosigkeit in den Ländern der Europäischen Union zu bieten und einige der möglichen Ursachen zu diskutieren. Außerdem werden die gesellschaftlichen und persönlichen Auswirkungen und Prozesse analysiert, die infolge der sich abzeichnenden sozialen Segmentation entstehen. Da Dauererwerbslosigkeit ein ausgesprochen vielschichtiges Problem darstellt, kann im Umfang dieser Arbeit auf einzelne Aspekte wie beispielsweise die politischen Strategien zu deren Bekämpfung nur am Rande eingegangen werden.
Die Struktur der Arbeitslosigkeit in Europa hat sich stark verändert. Waren vor 1980 Arbeitslose vorwiegend kurzfristig ohne Beschäftigung, so ist in den folgenden Jahren die mittlere Verweildauer in der Erwerbslosigkeit deutlich angestiegen. Diese Entwicklung setzte sich auch in Phasen der konjunkturellen Erholung, während derer die allgemeinen Arbeitslosenraten sanken, fort. 1997 waren 48 Prozent der europäischen Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Beschäftigung. Zu den Langzeitarbeitslosen gehören auch die Ausgesteuerten, also Personen, die ihren maximalen Anspruch auf Arbeitslosengelder bezogen haben. In den meisten Ländern verschwinden sie nicht aus den Arbeitslosenstatistiken, sofern sie weiterhin als arbeitslos gemeldet sind.
Von der Höhe der Arbeitslosenquote kann im allgemeinen nicht auf das Ausmaß von Dauererwerbslosigkeit geschlossen werden. Sheldon weist in seinem Artikel jedoch darauf hin, daß eine überlange Verweildauer in der Arbeitslosigkeit in der Regel gekoppelt ist mit einer hohen Sockelarbeitslosigkeit. In Ländern, in denen der Anteil an Langzeitarbeitslosen groß ist, neigt deshalb die Arbeitslosenquote auch in konjunkturell günstigen Zeiten dazu, auf hohem Niveau zu verharren. Als Beispiel nennt er das Jahr 1989. Damals befand sich die Konjunktur weltweit auf einem Höhepunkt. Trotzdem hatten mehrere Länder hohe Arbeitslosenquoten zu verzeichnen. Dies galt vor allem für die EU. Dort stand der Anteil von Langzeitarbeitslosen im Mittel bei 40 Prozent und die Arbeitslosenquote entsprechend bei 10 Prozent. In den damaligen EFTA-Ländern dagegen lag der Anteil an Dauerarbeitslosen bei 8 und die allgemeine Arbeitslosenrate bei 3 Prozent. Die zu Beginn der neunziger Jahre einsetzende Rezession führte in ganz Europa zu steigenden Arbeitslosenzahlen. Ebenso stieg der Anteil der Dauererwerbslosen stetig an.
Zwischen den Ländern der Union bestehen dabei erhebliche Unterschiede (vgl. nachfolgende Tabelle). Am stärksten waren Italien (65%), Belgien (61%) und Irland (59%) von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen.
Langzeitarbeitslosigkeit ist ein spezifisch europäisches Problem. In den USA und Kanada ist sie mit einem marginalen Anteil von ca. 7 Prozent vergleichsweise unbedeutend. Ebenso blieb in diesen Ländern das Verhältnis von Gesamtarbeitslosigkeit zu Langzeitarbeitslosigkeit in den letzten 10 Jahren konstant. Die Quoten verliefen parallel zur konjunkturellen Entwicklung.
Welches sind die Gründe, die es europäischen Arbeitslosen erschweren wieder im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen? Welche ökonomischen Entwicklungen liegen diesem Trend zu einer Zwei-Klassen-Arbeitsgesellschaft zugrunde? Einige Erklärungsansätze sollen im nächsten Kapitel dargestellt werden.
Konjunktur
Lohnstarrheit
Gregg widerspricht der neoliberalen Forderung nach einer Deregulierung der Löhne vehement. Als Beweis für die Untauglichkeit von Lohnsenkungen zur Arbeitsplatzsicherung, führt er die britischen Erfahrungen der letzten 15 Jahre an. Auf dem britischen Arbeitsmarkt wurden eine Vielzahl von Maßnahmen zur Deregulierung der Löhne und Schwächung der Gewerk-schaften erlassen. Die Effizienz des Arbeitsmarktes wurde dadurch jedoch nicht erhöht, wohl aber das Ausmaß an ökonomischer Ungleichheit. Gregg faßt die britischen Erfahrungen folgendermaßen zusammen: "Aus den be-obachteten Resultaten ergibt sich die trostlose Möglichkeit, daß die Refor-men dem Vereinigten Königreich im Endeffekt eine Mischung beschert ha-ben, in der das Schlechteste aus zwei möglichen Welten zusammentrifft: nämlich die massive Lohnungleichheit des dezentralisierten US-Arbeits-marktes, sowie die hohe und anhaltende Arbeitslosigkeit europäischer Machart."
Arbeitslosengelder
Rationalisierung
Im Zuge von Rationalisierung und Globalisierung ist in den Industriegesellschaften auch eine vermehrte Substitution von Arbeit durch Kapital zu beobachten. Um ihre Konkurrenzfähigkeit aufrechtzuerhalten oder auszubauen, reduzierten viele Unternehmungen ihre Belegschaften auf das absolute Minimum. So profitierten die Arbeitnehmer kaum vom wirtschaftlichen Wachstum der achtziger Jahre, während die Firmengewinne und der "Shareholder-value" auf immer neue Rekordhöhen kletterten. Es gibt Anzeichen für eine gewisse Ablösung von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. In diesem Zusammenhang ist auch die politische Abkehr vom keynesianisch-wohlfahrtsstaatlichen Modell erwähnenswert. Vollbeschäftigung, wie sie das Ziel des keynesianischen Wirtschaftsmodells ist, läßt sich in Zei-ten von Massenarbeitslosigkeit nur durch eine hohe Inflation und eine große Staatsverschuldung aufrechterhalten. Feden stellt fest, daß sich in den letzten Jahren die Prioritäten der öffentlichen Haushalte von der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hin zur Bekämpfung der Inflation verlagert haben.
Mobilität
Arbeitslosigkeit als Ursache von Langzeitarbeitslosigkeit
Als typische vermittlungshemmende Merkmale auf dem Arbeitsmarkt gelten allgemein: mangelnde Qualifikation, weibliches Geschlecht, gesundheitliche Einschränkungen sowie fortgeschrittenes Alter (in den meisten Ländern der EU zählen die über 50 jährigen zu den Älteren). Eine Untersuchung von Hof über die Struktur der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland zeigt, daß 79,6 Prozent der Personen, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren mit einem oder mehreren dieser Merkmale behaftet waren. Vor allem ältere Personen haben - einmal arbeitslos geworden - nur geringe Chancen eine neue Stelle zu finden. In der Schweiz ist beispielsweise jeder dritte Langzeitarbeitslose älter als 50 Jahre, in Deutschland sogar jeder zweite. Zusätzlich erschwerend wirkt sich für ältere Arbeitslose der Umstand aus, daß sie häufig weitere Risikofaktoren wie gesundheitliche Einschränkungen auf sich vereinen.
4.1 Bedeutung der Arbeit in modernen Gesellschaften
Der Arbeitsmarkt kann nicht isoliert von der Gesellschaft, dessen Teil er ist, funktionieren. Von einem gesellschaftlichen sozialen Wandel geht immer auch ein Druck auf den Arbeitsmarkt aus. Es gibt Anzeichen, daß sich die Einstellung gegenüber der Erwerbsarbeit und die Bedeutung von Arbeit zur sozialen Integration verändert haben. Der "Mythos der Arbeit", dessen Grundlagen in der Ideologie der mittelalterlichen Klöster wurzeln, hat sich in den letzten Jahren zum "Mythos der Selbstverwirklichung" gewandelt. Diese Bewegung wird als ein Aspekt des Wechsels von eher materieller zu eher postmaterieller Wertverwirklichung beschrieben. Damit verschiebt sich die Orientierung von Pflichtwerten zu Selbstentfaltungswerten. Selbstentfaltung meint zum einen steigende Ansprüche an die Erwerbsarbeit, eine stärkere Betonung des Arbeitsinhaltes und zum andern eine stärkere Bedeutung der Freizeit. Freizeit soll nicht in erster Linie zur Erholung der Arbeitskraft dienen, sondern Gelegenheit sein für selbstbestimmte, befriedigende Tätigkeiten.
Trotz dieser Verlagerung der Wertorientierung zu mehr Arbeitsqualität und Freizeit, bleibt Arbeit ein wesentlicher Bestandteil der Sozialisation. Weiterhin werden Leistungs- und Pflichtwerte sozusagen offiziell - etwa durch Schul- oder Ausbildungssysteme - propagiert. Die Bereitschaft zur Arbeit und Arbeitsleistung wird im gesellschaftlichen Normensystem als höchst positiv bewertet. Arbeit bestimmt das Einkommen, das Sozialprestige, die Selbstachtung und die Art und Weise, in der Menschen ihr Leben organisieren. Die Erwerbsarbeit erlaubt es dem Individuum eine positive Identität aufzubauen und soziale Wertschätzung als nützliches Mitglied der Gesellschaft zu erlangen.
Der Feststellung, eines vermeintlich generellen Wandels von Einstellungen zu Arbeit und Beruf, stehen verschiedene Sozialwissenschafter skeptisch gegenüber. Zumindest für Jugendliche folgert Heinz, daß sie aufgrund ihrer Erfahrungen mit dem restriktiven Arbeits- und Ausbildungsmarkt nicht zu veränderten Werteinstellungen neigen. Vielmehr seien sie zu großen Anpassungsleistungen bereit. Auch Daheim betont im Zusammenhang mit dem Wertewandel, daß dieser vor allem für die privilegierte Klasse der qualifizierten und entsprechend gut verdienenden Arbeitskräfte gilt. Wenn Arbeitsplätze als knapp oder fehlend erlebt werden, wenn materielle Bedürfnisse nicht genügend befriedigt werden können, erhält das Erwerbsinteresse eindeutig Vorrang im Lebenszusammenhang.
Dahrendorf bezeichnet die modernen Gesellschaften als Arbeitsgesellschaften, konstruiert um die Arbeitsethik und um Berufsrollen. Er fügt einen weiteren Aspekt des Bedeutungswandels von Arbeit an: wenn nicht mehr alle Arbeitswilligen eine Beschäftigung finden, wird Arbeit zu einem raren Gut, das nicht mehr als Last sondern als Privileg betrachtet wird. Als Beispiel nennt er die Oberschicht: war es früher deren Vorrecht, sich dem Müßiggang hinzugeben, so gehört es heute auch in diesen Kreisen zum guten Ton be-ruflich erfolgreich zu sein oder sich als "Workaholic" zu bezeichnen.
Das vom einzelnen verinnerlichte, gängige Leitbild dieser Gesellschaft, ist das eines erfolgsorientierten, um Selbstverwirklichung bemühten, dynamischen Individuums. Langzeitarbeitslose sind unfreiwillig ausgegrenzt von den gesellschaftlich privilegierten und sanktionierten Entwicklungsräumen für ein "tätiges Sein". Durch Dauererwerbslosigkeit werden Menschen in eine Situation hineingestoßen, auf die sie in keiner Weise vorbereitet sind. Die allgemeinen Normen und Wertvorstellungen sind auf ein anderes Leben ausgerichtet. Mit dem Stellenverlust verlieren die Betroffenen eine wichtige Quelle der Bestätigung und der sozialen Wertschätzung. Daraus entstehen eine Vielzahl von persönlichen und sozialen Konflikten. Da Langzeitarbeitslosigkeit kaum als gesellschaftliches Problem wahrgenommen wird, erfahren die Betroffenen Arbeitslosigkeit als Individuen und nicht als Mitglieder einer Gruppe. Eine solche Individualisierung von sozialen Problemen nennt Wright "the sociological imagination". Seine Definition dazu lautet: "that is the way in which the public issu of social structure become perceived as the personal troubles of milieu." Ein soziales Problem wird demnach als persönliches Versagen erlebt, und die Verantwortung für seine Entstehung wird von der strukturellen auf die individuelle Ebene verwiesen.
Die Erwerbslosen reagieren entsprechend unterschiedlich auf ihre Arbeitslosigkeit. Die Reaktionen hängen von verschiedenen Faktoren ab wie beispielsweise der Dauer der Arbeitslosigkeit, dem sozialen Netz, der finanziellen Situation bis hin zu lokalen Gemeinschaften und der persönlichen Interpretation des Stellenverlustes. Erste Studien über Arbeitslosigkeit in den dreißiger Jahren haben schon gezeigt, daß die meisten Individuen Arbeitslosigkeit überwiegend destruktiv erleben. Dies manifestiert sich in gesundheitlichen Problemen, Hoffnungslosigkeit, Suchtproblemen, chronischer Lethargie und Verlust von sozialen Kontakten und Freundschaften.
Greven traf bei seiner Studie mit 124 Männern, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung waren, nur auf einen Anteil von 5 Prozent, die der Dauerarbeitslosigkeit positive Aspekte wie vermehrte Freizeit, fehlender beruflicher Streß und Zeit für Hobbys und Familie abgewinnen konnten. Greven folgert daraus, daß der Arbeitsplatzverlust nebst einer Einschränkung des finanziellen Handlungsspielraums zu "Störungen personaler Identitätsbildung, zur Reduktion der Aneignungs- und Vergegenständlichungsmöglichkeiten des Individuums und zu sozialer Isolation führen kann." Außerdem zeigt er auf, daß keine permanente Anpassung an den Zustand der Arbeitslosigkeit angenommen werden kann. Im Gegenteil, mit zunehmender Dauer der Erwerbslosigkeit steigen die Belastungen und negativen Folgen des Arbeitsplatzverlustes. So mußte unter Anwendung eines Depressionsfragebogens über die Hälfte der Befragten (52,6 %) als depressiv, 12,3 Prozent sogar als schwer depressiv, das heißt klinisch behandlungsbedürftig, eingeschätzt werden. In bezug auf Depression fiel auf, daß sie nach 18 Monaten Arbeitslosigkeit einsetzte. Im Hinblick auf die sozialen Folgen der Arbeitslosigkeit ergab sich eine erhöhte Ehescheidungsrate, eine deutliche Verschlechterung der Stimmung in der Familie und eine Einschränkung von extra-familiären Kontakten. Keiner der Befragten fühlte sich frei von Vorurteilen gegenüber Arbeitslosen.
Die negativen Folgen der Dauerarbeitslosigkeit stehen auch für Kirchler außer Zweifel. Er beschreibt den Prozeß den Arbeitslose durchleben folgendermaßen: "Nach einer anfänglichen Phase des Schocks sucht der Betroffene noch zuversichtlich nach einem neuen Arbeitsplatz. Nach wiederholten Mißerfolgen folgt eine Phase des Pessimismus und der Hoffnungslosigkeit. Angst, Verzweiflung und Ohnmacht sind prägend und führen in die letzte Phase, die durch Fatalismus gekennzeichnet ist." Nicht selten führt diese Hoffnungslosigkeit zu Alkoholmißbrauch und Drogenabusus.
Frauen leiden nach Ansicht von Kutsch durch den Stellenverlust weniger an Statusproblemen als Männer, dafür bedeutet für sie die Dauerarbeitslosigkeit sehr oft, daß sie wieder auf ein konventionelles Rollenbild - etwa der "Nur-Hausfrau" - zurückgeworfen werden, das sie gerade im Begriffe waren zu überwinden. Weil sie ihre Aussichten, eine neue Beschäftigung zu finden gering einschätzen, treten viele Frauen überhaupt nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt in Erscheinung. Folglich verschwinden sie auch aus der Ar-beitslosenstatistik.
Zu den psychischen Problemen kommen vor allem für unqualifizierte Arbeitnehmer, deren geringes Einkommen es ihnen nicht erlaubte Ersparnisse zu machen, erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Eine starke Akzentuierung der Armut mit der Dauer der Erwerbslosigkeit ist in allen Ländern der Europäischen Union zu beobachten. So fallen zwischen einem Drittel bis zur Hälfte der Dauerarbeitslosen unter die Armutsgrenze. Je länger die Betroffenen ohne Arbeit sind, desto geringer fallen die Entschädigungen aus, auch in Ländern mit vergleichsweise hohen Ausgleichszahlungen. Die fehlenden finanziellen Ressourcen sind nach Gallie ein wesentlicher Grund, weshalb die Langzeitarbeitslosen vom "normalen" sozialen Leben ausgeschlossen sind.
Trotz der unterschiedlichen individuellen Erfahrungen von Langzeitarbeitslosigkeit, ist dieses Ausgeschloßensein vom Arbeitsmarkt wie auch vom all-gemeinen sozialen Leben, den meisten Betroffenen gemeinsam. Untersuchungen aus England zeigen, daß eine klare Trennung zwischen den Beziehungsnetzen von Arbeitslosen und denjenigen von Beschäftigten besteht.
Verschiedene Autoren haben sich mit der Frage eines möglichen grundlegenden Wandels gesellschaftlicher Klassenstrukturen beschäftigt. Zeichnet sich eine gesellschaftliche Spaltung von Erwerbslosen und Erwerbstätigen ab, die eine neue Unterklasse der Dauerarbeitslosen entstehen läßt? Die im letzten Kapitel besprochene Individualisierung der Probleme und die daraus entstehende Heterogenität der Gruppe von Langzeitarbeitslosen erschwe-ren es, von einer Klasse im herkömmlichen Sinne zu sprechen. Am Beispiel der amerikanischen Großstädte prägte der Soziologe William J. Wilson den Begriff der ‘wissenschaftlichen Unterklasse‘. Als typische Kennzeichen nennt er den Konzentrationsprozess von sozial Marginalisierten und eine daraus entstehende Ghettoisierung, die die Unterklasse sozial abkapselt und zu einem unausweichlichen Zyklus der Benachteiligung führt.
Dahrendorf bemerkt zur Existenzfrage einer Unterklasse von sozial Marginalisierten, daß es dazu systematische Prozesse ihrer Rekrutierung, ihrer Abgrenzung und der Prägung ihres Verhaltens geben müsse. Da in Europa die physische Konzentration, die zur Definition der Unterklasse gehört, eher selten ist und die Dauerarbeitslosen häufig verstreut, wenn nicht vereinzelt leben, falle es schwer, sie als eine Klasse zu bezeichnen. Die meisten Langzeitarbeitslosen suchen ihren eigenen persönlichen Weg mit ihrer Misere umzugehen. Die grundsätzliche Erfahrung, des gesellschaftlichen "Nicht-Gebraucht-Werdens" führt nach Dahrendorf zu einer wachsenden so-zialen Entfremdung.
Ein wichtiges Merkmal einer neuen Klasse ist die Herausbildung einer eigenständigen Kultur. Gallie sieht gewisse Hinweise auf eine Subkultur der Erwerbslosen, weil sie beginnen ein autonomes soziales Netz aufzubauen. Daraus entstehen Gemeinschaften, die es ihren Mitgliedern erlauben einen positiven Sinn ihrer Identität und soziale Wertschätzung wiederzuerlangen. Das Verbindende dieser Gemeinschaften ist jedoch in erster Linie die Erfahrung des Ungenügens der bestehenden Institutionen und eine desillusionierte Einstellung in bezug auf mögliche Veränderungen ihrer Situation. Die Mehrzahl dieser sozialen Netze ist deshalb nicht tragfähig genug, einen alternativen, sinnvollen Lebensstil aufzubauen. Die meisten der Dauererwerbslosen beklagen den auch das Gefühl, niemanden zu haben der sie materiell oder moralisch unterstützt. Diese Tendenzen zur Gemeinschaftsbildung genügen nach Gallie allerdings nicht, um von einer Subkultur der Arbeitslosen sprechen zu können. Er kommt zum Schluß, daß "pour la majorité, le chômage signifie une forte aggravation de l‘inégalité de classe et sa réponse à cette situation est l‘attachement renforcé aux valeurs collectives."
In seinen Thesen zur Risikogesellschaft stellt Beck die grundsätzlichen Geltungsbedingungen für das Konzept der sozialen Klassen in Frage. Nach seiner Auffassung entsprechen die sozialen Klaßen und Schichten der modernen Ungleichheitsforschung keiner empirischen Wirklichkeit mehr. An ihre Stelle trete die individualisierte und enttraditonalisierte Nachklassengesellschaft: Die ungleiche Verteilung der Ressourcen einer Gesellschaft wird nicht mehr als kollektives Klassenschicksal erlebt, sondern im Kontext einer klassenzusammenhangslosen Individualisierung. Dadurch werden die Ungleichheiten keineswegs beseitigt, sondern umdefiniert in persönliche soziale Risiken wie beispielsweise Armut und Arbeitslosigkeit. Die gesellschaftlichen Probleme schlagen somit direkt in psychische Befindlichkeiten um: in persönliches Ungenügen, Schuldgefühle, Ängste, Konflikte und Neurosen. Es entsteht eine neue Unmittelbarkeit von Gesellschaft und Individuum. Dies trägt dazu bei, daß sich Lebensereignisse wie Arbeitslosigkeit, trotz ihrer Maßenhaftigkeit, kaum zum Aufbau stabiler Netze von kollektiv geteilten Problemwahrnehmungen und von Organisationen der Interessenvertretung eignen.
Wenn Arbeitslosigkeit als individuelles Problem erfahren wird, ist es wenig wahrscheinlich, daß eine soziale Bewegung der Erwerbslosen entsteht, die sich aktiv für ihre politischen Interessen einsetzen kann. Außerdem ist eine Partizipation in irgendeiner Form an der aktiven Politik normalerweise mit einem hohen Grad an Selbstwertgefühl und genügenden materiellen Ressourcen korreliert und nicht mit der Armut und dem desintegrierten Status, der gewöhnlich mit der Dauerarbeitslosigkeit einhergeht. Ohne Verhandlungsmacht und Lobby sind Langzeitarbeitslose kaum in der Lage ihre Interessen öffentlich zu artikulieren. So werden ihre Probleme totgeschwie-gen oder von der Mehrheitsklasse als individuelles Ungenügen uminter-pretiert. Möglich wird dies nicht zuletzt durch die innere Fragmentierung und Heterogenität der sozial Ausgegrenzten. Die sozial und politisch machtlose "Nichtklasse der Marginalisierten" ergibt sich zumeist resignativ ihrem Schicksal.
Auch Dahrendorf folgert, daß es wenig Sinn mache, den sozialen Strukturen tiefe Spaltungen nachzusagen, wenn aus diesen keine erkennbaren sozialen und politischen Auseinandersetzungen folgten. Für ihn liegt es auf der Hand, daß es in den gegenwärtigen OECD-Gesellschaften keinen Klas-senkonflikt zwischen den neuen Besitzenden und den Besitzlosen gibt. Die Gruppe der sozial Marginalisierten verhält sich zumeist lethargisch und wenig solidarisch untereinander.
Ein weiterer Punkt, der das Entstehen einer politischen Bewegung der Dauererwerbslosen behindert, stellt nach Treu das Fehlen einer Organisationsphilosophie in Form eines gemeinschaftlichen Bewußtseins und eines Denkmodells, das es ermöglichen würde, die eigene gesellschaftliche Situation bewußt und gezielt zu verarbeiten und daraus politische Handlungs-strategien abzuleiten. Zwar seien die Dauerarbeitslosen nicht mehr bereit, den jetzigen Zustand der Gesellschaft hinzunehmen, es komme aber trotz aller Bemühungen um gemeinschaftliche Aktion und Solidarität noch nicht zu einem gesellschaftlichen Bewußtsein, das beispielsweise dem der Arbeiterbewegung auch nur annähernd vergleichbar wäre.
Auch Gewerkschaften solidarisieren sich kaum mit den Anliegen der Dauer-arbeitslosen. Ihr Interesse gilt vor allem der Lohnsicherheit und der Wahrung des Besitzstandes der Erwerbstätigen. In verschiedenen europäischen Län-dern verlieren die Arbeitnehmer mit dem Verlust ihrer Beschäftigung auch gleichzeitig die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft.
Führt die Arbeitslosigkeit zum Auftreten von abweichendem politischem Ver-halten? Die Untersuchung im Österreichischen Marienthal zwischen den zwei Weltkriegen kam zum Schluß, daß ein progressiver Übergang zu einer kompletten politischen Apathie der Langzeitarbeitslosen zu beobachten sei. Andere Analysen stellen einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem Anschluß an politische extremistische Bewegungen von rechts und links fest. In seiner Theorie über die Massengesellschaft unterstellt Kornhauser, daß alle sozialen Prozesse, welche zu einer Atomisation führen, die Bereitschaft erhöhen, dem Aufruf autoritärer Massenbewegun-gen zu folgen. Arbeitslosigkeit ist eine wichtige Quelle sozialer Atomisation, da sie zahlreiche soziale Bande zerstört. Kornhauser schreibt, daß die Arbeitslosen sensibel seien für extremistische Theorien, die ein Mittel sind, die Gefühle von Unnützlichkeit und Ausgeschlossenheit zu überwinden und eine neue Form von Solidarität und Aktivität zu finden. Diese These fand viele Kritiker. Vor allem wurde bemängelt, daß empirische Untersuchungen fehlten, die diese Ansicht belegen würden.
Die Verhältnisse der Dauerarbeitslosen in England unterstützen nach Gallie keineswegs die Theorie, wonach die Arbeitslosen dazu tendieren den demokratischen Prozeß abzulehnen und alles politische Interesse aufzugeben oder sich in radikalen Organisationen zusammenzuschließen. Im Gegenteil, das Bild, das aus der Beobachtung entstehe, zeige eine Vertiefung der kollektiven Werte, des Angepaßtseins und der Unterstützung der traditionellen linken Parteien. Das Wahlverhalten der Dauerarbeitslosen unterscheide sich im allgemeinen nicht von demjenigen der übrigen Wähler. Arbeitslosigkeit vergrößere einzig bei den Kadern der demokratischen Strukturen den Wunsch nach sozialen Reformen.
Die dargestellten Ursachen von Langzeitarbeitslosigkeit lassen eine Reihe arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen als erfolgversprechend erscheinen. Allgemeines Ziel der Arbeitsmarktpolitik ist eine möglichst schnelle Reintegration der Arbeitslosen ins Erwerbsleben, um Langzeitarbeitslosigkeit gar nicht erst entstehen zu lassen.
Zu den traditionellen staatlichen Hilfestellungen gehören etwa: Fortbildungs-Umschulungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist zwar unterschiedlich, aber insgesamt doch eher bescheiden. So verschwinden beispielsweise Arbeitslose, die in Beschäftigungsprogrammen integriert sind, vorübergehend aus den Arbeitslosenstatistiken, um nach Ablauf der Maßnahmen wieder als neu eintretende Arbeitslose zu erscheinen. Auf diese Weise wird der tatsächliche Anteil von Langzeitarbeits-losen verfälscht. Treu schreibt, daß die Hartnäckigkeit und strukturelle Verkrustung der Langzeitarbeitslosigkeit zeigen, daß die staatliche Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik keine Problemlösung bietet. Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Erklärungsansätze vermögen zwar zu zeigen weshalb es zu Langzeitarbeitslosigkeit komme, sie greifen aber nicht mehr, wenn es darum gehe, die Krise der Arbeitsgesellschaft zu beheben. Globale Erklärungsansätze und zentrale Politik versagen vor dem Phänomen Langzeitarbeitslosigkeit.
Von neoliberaler Seite wird vor allem eine Deregulierung des Arbeitsmarktes gefordert. Mittels Lohnsenkungen und Reduktion der Sozialabgaben von Arbeitgebern soll der Produktionsfaktor Arbeit verbilligt werden, um dadurch Anreize zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu geben. So plädiert Siebert dafür, Gesamtarbeitsverträge aufzukündigen und sie den regionalen Strukturen anzupassen, dadurch soll die Konkurrenzfähigkeit Deutschlands gegenüber Tieflohnländern erhöht werden.
Sheldon fordert eine deutliche zeitliche Einschränkung des Leistungsbezugs von Arbeitslosengeldern. Die Arbeitslosen sollen dadurch - nach amerikanischem Vorbild - gezwungen werden, auch eine schlechter bezahlte Beschäftigung anzunehmen. Sheldon hält dies für eine bessere Lösung, als unbefristete Arbeitslosigkeit. Vor allem weil dadurch die Vermittelbarkeit der Betroffenen erhalten bleibe und es für sie durchaus Chancen auf eine besser bezahlte Arbeit gebe. Doch auch ohne Reduktion der Bezugsdauer müssen Langzeitarbeitslose bei der Aufnahme einer neuen Beschäftigung häufig verschlechterte Arbeitsbedingungen akzeptieren. Dies sind beispielsweise: Befristung des Arbeitsvertrages, Tätigkeiten in einer Krisenbranche oder ein weniger qualifizierter Arbeitsplatz. Das neue Arbeitsverhältnis bleibt zudem häufiger instabil.
Der sich vollziehende Strukturwandel der Industriegesellschaften fordert nach Heise von allen Wirtschaftsakteuren dauerhafte Anpassungsfähigkeiten. Der Arbeitsmarkt benötigt deshalb ein hohes Maß an Flexibilität. Die Arbeitnehmer sollten in bezug auf ihre Qualifikation und räumlich mobil sein, um sich den veränderten Begebenheiten anzupassen. Gleichwohl läßt sich seiner Meinung nach hieraus keine Forderung nach vollständiger Deregulierung des Arbeitsmarktes und Flexibilisierung des Kollektivvertragssystems ableiten. Die Chancen auf einen Erfolg wären zweifelhaft und die Risiken in Form eines Stabilitätsverlustes, bei der Zerschlagung unsicherheitsreduzierender Institutionen, zu groß. Er betrachtet Reformen des Aus- und Weiterbildungssystems als die wirksamsten Maßnahmen zur Reduktion von hoher Sockel- und Langzeitarbeitslosigkeit.
Treu schlägt neue Arbeitszeitmodelle vor. Außerdem sieht er erfolgversprechende Ansätze in Selbsthilfeorganisationen von Erwerbslosen. Als Beispiel nennt er das ERGO-Aktionsprogramm, das 1988 von der EG verabschiedet wurde. Durch dezentrale Aktivitäten und bessere Ausnutzung der Ressourcen von Arbeitslosen, sollen Impulse zu mehr Beschäftigung gegeben werden. Eine Erfolgsanalyse von lokalen Projekten innerhalb des ERGO-Programmes kommt zum Schluß, daß 43 Prozent der Teilnehmer nach Beendigung des Beschäftigungsprojekts eine dauerhafte Anstellung gefunden haben.
Verschiedene ökonomische und strukturelle Umstände haben dazu beigetragen, daß sich in den westlichen Industrienationen das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit stetig verfestigen konnte.
Wirtschaftliches Wachstum bedeutet in Zeiten der Globalisierung nicht mehr automatisch Vollbeschäftigung. Der ökonomische Apparat kann den gesellschaftlichen Reichtum produzieren und sogar vermehren, ohne die Arbeitskraft aller Beschäftigung suchenden Bürger in Anspruch zu nehmen. Wolman bezeichnet diese Entwicklung als ‘Finanzkapitalismus‘, dessen Logik alles wirtschaftliche und politische Handeln bestimme. Auf den Finanzmärkten herrscht ein anderes Denken als in Industrieunternehmungen. Es ist kurzfristig orientiert und am schnellen Profit interessiert. Die produktive Substanz ist ihm gleichgültig solange der "shareholder-value" stimmt. Die gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen hält Wolman für katastrophal. Die Instabilitätsmomente vermehren sich, einerseits durch die grosse Störungs- und Krisenanfälligkeit der Finanzmärkte und andererseits durch die soziale Ausgrenzung von Dauerarbeitslosen und Dauerarmen.
Die Frage, ob sich in Europa eine neue Unterklasse der sozial Marginalisierten herausbildet, wird von verschiedenen Sozialwissenschaftern verneint. Vor allem weil die Heterogenität, die Individualisierung des Problems Langzeitarbeitslosigkeit und die fehlende räumliche Konzentration es erschweren von einer Klasse im herkömmlichen Sinne zu sprechen. So geht von den Langzeitarbeitslosen auch kaum ein politischer Druck auf die Regierungen aus. Es fehlt ihnen eine Lobby, die sich aktiv für ihre Interessen einsetzen würde. Politischer Widerstand, der gegen den sozialen Verfall und die Verelendung aufbegehrt, kann von der Mehrheitsklasse nahezu problemlos entschärft werden. Bieling spricht davon, daß große soziale Konflikte im Sinne "revolutionärer Schlachtordnungen" und demokratischer Klassen-kampf fast gänzlich verschwunden sind. "Die Öffentlichkeit, insbesondere die politischen Parteien, Verbände und die sozialstaatlichen Institutionen begegnen den sozialen Problemen nur noch mit Achselzucken und Dethematisierung."
Angesichts der jüngsten Arbeitslosenproteste in Frankreich und Deutschland, muß allerdings die Frage nach der Formierung eines politischen Widerstandes neu gestellt werden. Durch den Wahlsieg der französischen Sozialisten hat das Thema Arbeit und Arbeitsbeschaffung auch auf europäischer Ebene neues Gewicht erhalten. Dabei sind neue Ansätze der Arbeitsmarktpolitik gefragt. Bisherige staatliche Hilfestellungen, wie Weiterbildungs- und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, vermochten die hohen Arbeitslosenquoten nur unwesentlich zu verringern. Neue Arbeitszeitmodelle, ein gezielter Ausbau des Dienstleistungssektors, lokale Projekte und Selbsthilfeorganisationen von Arbeitslosen, könnten neue Wege sein, dem Problem der Dauerarbeitslosigkeit wirksamer entgegenzutreten.
Aeppli, Daniel, et al. Die Situation der Ausgesteuerten in der Schweiz. Ver- lag Paul Haupt, Bern 1998. In: Tages-Anzeiger vom 13.1.1998.
Beck, Ulrich. Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Suhrkamp, Frankfurt 1986.
Benoît-Guilbot, Odile (Hg.). Chômeurs de longue durée. Actes sud, Arles 1992.
Bieling, Hans-Jürgen (Hg.). Arbeitslosigkeit und Wohlfahrtsstaat in Westeuropa: neun Länder im Vergleich. Forschungsgruppe der Europäi- schen Gemeinschaft (FEG), Marburg 1995.
Daheim, Hansjürgen & Schönbauer, Günter. Soziologie der Arbeitsgesellschaft. Juventa Verlag, München 1993.
Dahrendorf, Ralf. Der moderne soziale Konflikt. Deutsche Verlags-Anstalt GmbH, Stuttgart 1992.
Greven, Klaus. Längerfristige Arbeitslosigkeit und ihr psychischen und psy chosozialen Folgen. Offsettdruckerei Aachen, 1985.
Grint, Keith. The sociology of work, an Introduction. Polity Press, Cambridge 1991.
Heise, Arne (Hg.). Beschäftigungskrise in Europa. Metropolis, Marburg 1997.
Kirchler, Erwin. Arbeitslosigkeit und Alltagsbefinden. Rudolf Trauner Verlag, Linz 1985.
Klemenz, Bodo, et al. Betriebliche Integration von Langzeitarbeitslosen. Wis- senschaftliche Verlagsgesellschaft WVB, Bamberg 1993.
Kutsch, Thomas; Wiswende, Günter (Hg.). Arbeitslosigkeit 1: sozialstruktu- relle Probleme. Verlagsgruppe Athenäum, Hain 1978.
Kreckel, Reinhard. Politische Soziologie der sozialen Ungleichheit. Campus, Frankfurt 1997.
OECD. Economies en transition, l‘ajustement structurell dans le pays de l‘OCDE. Paris 1989.
Schmidt, Ursula. Theoretische und politische Aspekte der Langzeitarbeits losigkeit. Peter Lang Verlag, Frankfurt 1995.
Siebert, Horst. Geht den Deutschen die Arbeit aus? Wege zu mehr Be schäftigung. Bertelsmann, München 1994.
Sheldon, George. Das veränderte Gesicht der Arbeitslosigkeit - Langzeitar beitslose und Ausgesteuerte: Überblick über die Situation heute. In: Soziale Sicherheit, 3/1995.
Stumpe, Dirk. Langzeitarbeitslosigkeit: Ursachen und politische Implikationen. Verlag Peter Lang, Berlin 1995.
Treu, Hans-Eckhard (Hg.). Theorie und Praxis der Bekämpfung von Lang zeitarbeitslosigkeit in der EG. Deutscher Studien Verlag, Weinheim 1993.
Wilson, William Julius. Lebenschacen. Anläufe zur sozialen und politischen Theorie. Suhrkamp, Frankfurt 1979.
Wolman, William; Colamasca, Anne. Der Verrat an der Arbeit. Scherz, München 1998.
Last update: 21 Nov 07

Editing committee: