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| Hilarius von Poitiers († 367) - Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit (De Trinitate)

Viertes Buch
5. Warum sie leugnen, daß der Sohn immer sei.
Auch damit glauben sie mit einwandfreier Geschicklichkeit der Lehre nicht nur der Propheten, sondern auch der Evangelien und Apostel sich widersetzen zu dürfen, daß sie lehren, die Geburt des Sohnes sei innerhalb der Zeit erfolgt.
Denn indem sie behaupten, von uns werde irriger [S. 173] Weise gesagt, der Sohn sei immer gewesen, so vertreten sie notwendig seine Geburt aus der Zeit, indem sie sein Immersein abweisen. Denn wenn er nicht immer gewesen ist, so wird es eine Zeit geben, wo er nicht gewesen ist. Und wenn es eine Zeit gibt, zu der er nicht gewesen ist, so wird es eine Zeit vor ihm geben; denn wer nicht immer ist, hat innerhalb des Zeitablaufes zu sein begonnen. Wer aber von der Zeit unabhängig ist, der kann doch dessen nicht entraten, daß er immer ist. Sie behaupten aber die Lehre vom Immersein des Sohnes deswegen zurückzuweisen, damit man ihn nicht wegen seines Immerseins für ungeboren halte: als ob durch die Behauptung seines Immerseins auch sein Ungeborensein gelehrt würde.