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Gurkensamen
Die verschiedenen Gurkensorten stammen vermutlich von der Wildgurke Cucumis sativus var. hardwickii ab, die in Indien, Myanmar, China, Nepal und Thailand vorkommt. Diese Wildgurke bildet runde, bittere Früchte. Gurken wurden schon vor mehreren tausend Jahren kultiviert. Wie viele andere Kulturpflanzen verbreitete sich die Gurkenkultur über Griechenland und das römische Reich nach Mitteleuropa. Im Laufe der Zeit entstanden viele verschiedene Sorten. Mehr Informationen zur Anzucht, Pflege und Ernte von Gurken aus Gurkensamen finden Sie hier.
Herkunft und Botanik der Gurke
Gurken sind botanisch betrachtet einhäusige Pflanzen. D.h., sie bilden auf ein und derselben Pflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten. Die Bestäubung dieser auch als gemischtblühenden Sorten (z.B. 'Vorgebirgstrauben', 'Tanja', 'La Diva'.) erfolgt über Insekten. Da sowohl bei Einlegegurken als auch bei Salatgurken die Samenbildung unerwünscht ist, müssen die Früchte frühzeitig geerntet werden.
Neben der klassischen Salat- und Einlegegurke (Cucumis sativus) gibt es auch noch andere Arten aus der Familie der Kürbisgewächse, die das Gurkensortiment bereichern z.B. die Mexikanische Minigurke (Melothria scabra) oder die 'Armenische Gurke' (Cucumis melo var. flexuosus). Eine Besonderheit ist die Schwammgurke (Luffa aegyptica), deren Früchte zur Herstellung von Schwämmen genutzt werden.
Gurkensorten
Es gibt zwei Hauptgruppen von Gurkensorten: die Salatgurke für den Frischverzehr und die so genannte Einlegegurke, die auch als Cornichon bezeichnet wird, für die Herstellung von Gurkenkonserven. Ausserdem gibt es noch spezielle Schälgurken, die speziell zur Produktion von Senfgurken angebaut werden.
Wenn von Treibgurken die Rede ist, sind i.d.R. Sorten gemeint, die als Salatgurke im Gewächshaus kultiviert werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Grössen. Die kleinfrüchtigen Salatgurken werden auch als Mini- oder Snackgurke bezeichnet.
Wie bereits erwähnt, sind Gurken ursprünglich einhäusige Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten. In den letzten Jahrzehnten wurden allerdings sehr viele Sorten gezüchtet, die nur noch weibliche Blüten bilden. Eine Bestäubung dieser rein-weiblich blühenden Sorten ist nicht mehr erforderlich. Durch die so genannte Jungfernfrüchtigkeit oder Parthenokarpie entwickeln sich aus den weiblichen Blüten Früchte, die keine Samen bilden. Auch ist der Gesamtertrag höher als bei gemischtblütigen Sorten. Ein weiteres Zuchtziel sind bitterfreie Sorten. Heute ist die Mehrheit der Sorten bitterfrei. Nur bei alten Sorten treten, vor allem nach Kälteperioden, bittere Früchte auf. In der Sortenbeschreibung findet man dann, z.B. bei der Hausgurke 'Lange von Zürich' die Formulierung 'weitgehend bitterfrei'.
Grundsätzlich sollten gemischtblütige Sorten nicht zusammen mit rein weiblichen Sorten angebaut werden. Tragen Bienen oder Hummeln den Pollen männlicher Blüten auf die weiblichen Blüten der parthenokarpen Sorten, entstehen durch die Bestäubung unerwünschte Deformationen der Früchte.
Typische Gewächshaus- oder Treibgurken ('Euphya F1', 'Casa', 'Salamanda') werden an Fäden oder Rankhilfen gezogen. Ausserdem ist auch ein Schnitt erforderlich, bei dem ein Teil der Triebe entfernt wird, da zu starke Fruchtbildung zum Abwerfen junger Früchte führt.
Einfacher ist der Anbau von Salatgurken im Freiland oder im Frühbeet. Hier sind, genau so wie bei Einlegegurken, keine Schnittmassnahmen erforderlich.
Kulturansprüche
Gurken sind ausgesprochen wärmebedürftig. Daher sollte im Freiland erst nach den Eisheiligen gepflanzt oder gesät werden. Bei längeren Kälteperioden stagniert das Wachstum. Ausserdem wird durch Kälte die Bildung männlicher Blüten bei einhäusigen Sorten gefördert. Weibliche Blüten, die für die Fruchtbildung erforderlich sind, entwickeln sich dann kaum.
In klimatisch kühlen Lagen kann der Gurkenanbau im Freiland daher schwierig sein.
Gurken lieben einen durchlässigen, humosen Boden mit guter Wasserversorgung.
Anzucht von Gurken
Bei Salatgurken empfiehlt sich eine Vorkultur in Töpfen. Natürlich kann man auch Einlegegurken auf diese Weise vorziehen. Sie werden aber normalerweise frühestens ab Mitte Mai direkt ins Freiland gesät.
Anzucht von Gurken-Jungpflanzen
Für die Pflanzung ab dem 20. Mai werden Anfang Mai Jungpflanzen auf der Fensterbank oder in einem geheizten Gewächshaus herangezogen.
Für die Aussaat verwendet man am besten Anzuchttöpfe. Solche aus verrottbarem Material lassen sich später samt Topf ins Freiland setzen. So können die Gurkenpflanzen schnell einwurzeln.
Die Aussaat erfolgt in spezieller Anzuchterde, mit der die Töpfe gefüllt werden. Pro Topf werden zwei Samen gelegt und leicht mit Anzuchtsubstrat abgedeckt und mit einem Handpumpsprüher befeuchtet.
Gehen beide Sämlinge auf, kann später ein Pflänzchen entfernt werden.
Die Keimung erfolgt bei Temperaturen von 20 bis 25°C in wenigen Tagen. Werden die Anzuchttöpfe auf Heizmatten gestellt, die es in unterschiedlicher Grösse als Anzuchtzubehör gibt, ist eine optimale Keimtemperatur gewährleistet. Für eine gute Jungpflanzenentwicklung ist neben Wärme ausreichend Licht erforderlich.
Pflanzung
Das Auspflanzen ins Freiland erfolgt, wenn die Jungpflanzen zwei echte Blätter gebildet haben, frühestens nach den Eisheiligen ab Mitte Mai, am besten noch etwas später. Sollte es trotzdem noch kalte Tage geben, kann man die Pflanzen mit einem Wachstumsvlies schützen.
Salatgurken, die an an Schnüren oder einem Rankgerüst aufgeleitet werden, benötigen einen Pflanzabstand von 40 bis 60 cm in der Reihe. Diese Kulturmethode ist für Gewächshäuser oder Kübelgurke auf Balkon und Terrasse empfehlenswert, erfordert allerdings schon einige Erfahrung und gute Kenntnisse im Gurkenanbau.
Viele Freilandsalatgurken lassen sich auch auf Beeten kultivieren. Am besten wählt man hierfür geeignete Sorten, wie beispielsweise 'Bono', 'Tasty Green' oder 'Festima'.
Direktsaat von Einlegegurken
Der Boden sollte sich bei der Direktsaat bis auf mindestens 12°C erwärmt haben. Das Saatbeet wird gut vorbereitet, so dass die Erde feinkrümelig und locker ist.
Da Gurken sehr viel Platz beanspruchen, wird ein Reihenabstand von 100 cm gewählt. In der Reihe kann man entweder alle 5 bis 6 cm ein Korn ablegen oder bei der so genannten Horstsaat alle 25 bis 30 cm 5 bis 6 Samen.
Die Samen werden flach mit Erde abgedeckt, leicht angedrückt und vorsichtig z.B. mit einer Gewächshausgiesskanne angegossen. Wenn die Sämlinge aufgegangen sind, wird auf einen grösseren Pflanzenabstand vereinzelt, so dass bei Reihensaat 6 bis 8 Pflanzen pro Laufmeter. stehen bleiben. Bei Horstsaat bleiben 2 Pflanzen je Saatstelle übrig.
Pflege
Damit die Pflanzen zügig wachsen, ist regelmässiges Bewässern nötig. Unkräuter zwischen den Gurken behindern das Wachstum der Kulturpflanze. Am besten entfernt man sie durch Jäten. Zur Nährstoffversorgung kann mit einem organischen Flüssigdünger z.B. 'Hauert Vegesan Gemüse und Blumen Flüssigdünger' oder 'Hauert Biorga Flüssigdünger' nach Gebrauchsanleitung gegossen werden.
Freilandgurken, die auf dem Beet wachsen, werden nicht geschnitten oder formiert. Bei der Kultur von Schlangen- oder Salatgurken an Rankhilfen ist ein höherer Pflegeaufwand erforderlich. Der Haupttrieb wird regelmässig an das Rankgerüst geheftet oder um Seile gewickelt, an denen die Pflanze aufgeleitet wird.
Eine Kurzanleitung zur Gurkenkultur im Freiland bietet die Bayerische Gartenakademie und über den professionellen ökologischen Einlegegurkenanabau informiert der Anbauleitfaden des bundesdeutschen Julius Kühn Institutes.
Ernte
Gurken werden grundsätzlich in unreifem Zustand geerntet. Auch sollten die Früchte nicht zu gross werden, da junge Früchte erstens besser schmecken und zweitens ein regelmässiges Ernten junger Früchte den Gesamtertrag erhöht. Lässt man nämlich einzelne Gurken zu gross werden, reagiert die Pflanze häufig, indem junge Früchte kurz nach der Blüte abgestossen werden. So entstehen deutliche Erntelücken.
Massnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge
Wenn die Gurken im Freiland nicht richtig keimen oder kurz nach dem Auflaufen absterben, kann dafür die Bohnen- oder Gurkenfliege verantwortlich sein. Im Laufe des Sommers können Echter und Falscher Mehltau Probleme bereiten. Beim Echten Mehltau helfen resistente Sorten, z.B. 'Burpee Hybrid II' oder 'Saikó'.
Vor allem bei Gewächshausgurken oder Gurken in Topfkultur an einer sonnigen und geschützten Hauswand können Spinnmilben auftreten. Zur biologischen Bekämpfung dieser Schädlinge lassen sich Raubmilben einsetzen.