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Die Ausbildung zur Krankenschwester begann am 1. Mai 1924. Im blauen Kleid mit Spitzenärmeln, mit breitrandigem Hut und soliden, braven Schuhen an den Füssen meldete sich die knapp 20jährige Rosa Leuppi bei der Pförtnerin der Krankenanstalt Aarau.
Was folgte, waren 40 harte und ereignisreiche Berufsjahre im Dienste von Spitälern, Ärzten, Patientinnen und Patienten. Unterordnung war die Regel, für ein Privatleben fehlte die Zeit. Rosa Leuppis Lebenserinnerungen geben Einblick in den Pflegealltag in Schweizer Akutspitälern. Die überforderte Schülerin auf Nachtwache in der Krankenanstalt Aarau gehört ebenso dazu wie die schadenfrohe Krankenschwester, die sich über das Missgeschick einer exzentrischen Patientin der Basler Privatklinik Sonnenrain amüsiert. Patriotismus prägte Rosa Leuppis Einsatz in den Militärsanitätsanstalten der frühen vierziger Jahre, während ihre Zeit als Oberschwester in der Basler Frauenklinik von Intrigen und vom Kleinkrieg mit der Spitalverwaltung überschattet war.
Rosa Leuppi hat ihre Tagebuchaufzeichnungen nach der Pensionierung Mitte der sechziger Jahre zusammengefasst. Drei heutige Krankenschwestern sprechen über eigene Erfahrungen und Wünsche.
Ein Rundgespräch mit Rosa Leuppi schliesst sich an. "Wir hätten uns wehren sollen, auch damals", so lautet das Fazit der inzwischen 93jährigen.