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Aufgrund hormoneller Verhütungen erleben viele Frauen keinen normalen Zyklus. Lässt man sich bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen beraten, werden fast ausschliesslich hormonelle Verhütungsmethoden empfohlen. Was diese alles so mit sich bringen, erfährt man oft erst, wenn man sie absetzt.
- Durch die zugeführten Östrogene und Gestagene können verschiedene Nebenwirkungen auftreten:
- Ödeme (Wassereinlagerung im Bindegewebe)
- Gewichtszunahme
- Ausbleiben der Periode
- Kopfschmerzen
- Schlaflosigkeit sowie Müdigkeit
- Akne
- Depression und Stimmungsschwankungen
- Bluthochdruck
- Libidoverlust
- …
Viele Frauen würden gerne ohne Hormone verhüten, fühlen sich aber nicht wirklich sicher mit den Alternativen. Die neuesten Methoden der hormonfreien Verhütung sind in Punkto Sicherheit jedoch durchaus mit den konventionellen Verhütungsmethoden vergleichbar.
Im nachfolgenden Text werden einige Beispiele für eine hormonfreie Verhütung vorgestellt. Diese Auflistung ist lediglich eine Auswahl vieler Möglichkeiten hormonfrei, sicher und gesund zu Verhüten.
Die Kupferspirale
Kupferspiralen sind in mehreren Modellen erhältlich. Die wohl bekannteste ist die «T-Form». An dieser Form werden Kupferanteile befestigt, die Kupferionen abgeben. Diese Kupferionen wirken toxisch auf Spermien, verringern ihre Lebensdauer und schwächen ihren Orientierungssinn. Zudem verändert das Kupfer die Konsistenz des Schleims im Gebärmutterhals, das Sekret der Gebärmutter und das der Eileiter. Durch diese Manipulierung wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert.
Die Kupferspirale wird nach einem Voruntersuch von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt eingeführt. Dazu wird die Spirale in eine Plastikhülse gefaltet und eingeführt. Mit einem Schiebemechanismus wird sie aus der Plastikhülse gedrückt und entfaltet sich in der Gebärmutter. Beim Herausnehmen wird die Spirale am Rückholfaden wieder herausgezogen. Eine Kupferspirale ist für eine Langzeitverhütung gedacht und kann 5-10 Jahre lang getragen werden. Wer unter sehr starken Regelblutungen leidet, sollte nicht zur Kupferspirale greifen, da sie die Blutungen verstärken kann.
Vorteile:
- Die Kupferspirale ist sehr sicher!
- Sie hat fast keine Nebenwirkungen
- Sie kann 5-10 Jahre getragen werden
- Sie kann auch während der Stillzeit getragen werden (ca. 8 Wochen nach der Geburt)
- Sie ist absolut hormonfrei
- Krankheiten wie Durchfall oder Erbrechen schaden der Sicherheit der Kupferspirale nicht
- Nach dem Absetzen der Kupferspirale ist eine Schwangerschaft unverzüglich möglich
Nachteile:
- Das Einsetzen und Herausnehmen der Kupferspirale kann unter Umständen mit Schmerzen verbunden sein
- Die Gebärmutter ist durch den Fremdkörper sensibler (Infektionen, Verletzen, Verrutschen) dies hat hauptsächlich mit dem Einsetzen der Kupferspirale zu tun. Die Risiken verschwinden nach wenigen Monaten.
- Neben dem Einführen und Herausnehmen der Kupferspirale müssen regelmässige Kontrolltermine durchgeführt werden, die ins Budget mit eingerechnet werden sollten
- Es kann zu stärkeren Monatsblutungen kommen
- Unterleibsschmerzen und Regelbeschwerden können sich erhöhen
- Um sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen muss ein Kondom verwendet werden
Die Kupferkette
Die Kupferkette ist der Kupferspirale sehr ähnlich. Genau wie bei der Kupferspirale, sind es die Kupferionen, die vor einer Schwangerschaft schützen. Die Kupferkette gibt weniger Kupferionen ab als die Kupferspirale und verursacht dadurch weniger Beschwerden und weniger starke Regelblutungen als die Kupferspirale. Zudem ist sie auch für junge Mädchen geeignet, denen eine Kupferspirale aufgrund der Größe, Schmerzen zubereiten könnten. Das Einführen der Kupferkette geschieht mit einer Insertionsnadel an der eine Führhülse befestigt ist, in welcher die Kupferkette steckt. Diese wird im oberen Gebärmuttermuskel mit einem bereits vorbereiteten Knoten in der Kupferkette befestigt. Um sicher zu gehen, dass dieser Muskel ausgeprägt genug ist, muss ein Ultraschall durgeführt werden.
Die Kupferkette wirkt direkt nach der Einführung — sogar fünf Tage rückwirkend. Nach dem Entfernen der Kupferkette, welcher kein traumatischer Eingriff darstellt, ist es möglich direkt schwanger zu werden.
Ein weiterer Vorteil der Kupferkette gegenüber der Kupferspirale ist, dass sie beweglich ist. Sie passt sich der Form ihrer Umgebung an und ist somit weniger ein Fremdkörper.
Verhütungscomputer/Zykluscomputer
An nur rund sechs Tagen während des Zyklus besteht die Gefahr einer Schwangerschaft. Eine Frau ist nur fruchtbar während dem Eisprung und einigen Stunden danach (12-18 Stunden). Samenzellen haben jedoch die Fähigkeit einige Tage im Körper der Frau zu überleben und den Eisprung abzuwarten. Das bedeutet, dass man auch schwanger werden kann, wenn der Geschlechtsverkehr bereits einige Tage zurück liegt.
Ein Zykluscomputer hilft, die fruchtbaren Tage ausfindig zu machen. Während den fruchtbaren Tagen sollte somit auf zusätzliche Verhütungsmittel (Kondom, Diaphragma, Lea Contraceptivum) zurückgegriffen werden. Natürlich schützt der Verhütungscomputer nicht vor übertragbaren Krankheiten.
Das Angebot an Zykluscomputern ist relativ groß. Es lohnt sich in einen Computer zu investieren, der nicht nur die Körpertemperatur messen kann, (die kann aufgrund der verschiedensten Ereignisse schwanken) sondern noch eine zweite Methode auswertet. Diese weitere Messung könnte beispielsweise den Zervixschleim, den LH-Wert oder den Muttermund betreffen. Diese «Doppelmessung» erhöht ganz klar die Sicherheit dieser Verhütungsmethode.
Sicherheit der hormonfreien Verhütung
Verhütungsmethoden werden anhand des Pearl-Index verglichen. Er gibt an, wie viele der 100 Anwenderinnen mit der jeweiligen Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger wurden.
So wurden die hier vorgestellten Verhütungsmethoden anhand des Pearl-Index bewertet:
Kupferspirale: Pearl Index: 0,3-0,8
Kupferkette: Pearl Index: 0,1-0,5
Zykluscomputer: Pearl Index: 1-3
Um sich etwas mehr unter diesen Nummern vorstellen zu können, werden nun auch die hormonellen Verhütungsmethoden miteinbezogen. Die sicherste Verhütungsmethode laut Pearl-Index ist das Hormonstäbchen mit einem Wert von 0-0,08. Den zweiten Rang in Punkto Sicherheit belegt die Hormonspirale mit einem Pearl-Index von 0,1-0,2. Und auf dem dritten Rang folgt die erste hormonfreie Verhütungsmethode — die Kupferkette. Um einen weiteren Vergleichswert zu haben, die Pille besitzt einen Pearl-Index von 0,1-0,9.
Abschliessend will noch gesagt sein, dass bei der Suche nach der «besten» Verhütungsmethode nicht nur die Sicherheit der Verhütungsmethode berücksichtigt werden sollte. Einige Methoden, wie beispielsweise der Zykluscomputer, erfordern regelmäßiges Messen um vertrauliche Ergebnisse zu erreichen. Andere Methoden wie die Kupferkette benötigen eine gewisse Ausprägung des Gebärmuttermuskels…
Jede Frau befindet sich in anderen Umständen und sollte mit oder ohne Partner versuchen auf sich zu hören. Der Entscheid von der hormonellen Verhütung weg zu kommen, kann eine positive Veränderung ins Leben bringen! Es lohnt sich mit Fachpersonen, Familie, Partner und Freunden über Alternativen zu sprechen.