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Beginnen wir mit den folgenden Tipps und Ratschlägen, die mit Unterstützung von Gunilla Tibbelin vom Kinder- und Jugendhilfszentrum in Lund, Schweden entwickelt wurden.
Jetzt loslegen - Tipps und Hilfe
Beginnen wir mit den folgenden Tipps und Ratschlägen, die mit Unterstützung von Gunilla Tibbelin vom Kinder- und Jugendhilfszentrum in Lund, Schweden entwickelt wurden.
Gehen Sie auf Ihr Kind ein
Kinder mit Rückenmarkschäden haben manchmal verminderte motorische Fähigkeiten oder ein vermindertes Empfindungsvermögen. Passen Sie daher die Umgebung und die Hilfsmittel zur Katheterisierung an die Fähigkeiten Ihres Kindes an. Stabilisieren Sie ihr Kind, so dass es sicher sitzt. Die Hände Ihres Kindes sollten frei sein, damit es bei der Katheterisierung mithelfen kann. Planen Sie ausreichend Zeit für den Vorgang ein, sodass Ihr Kind nicht durch Zeitdruck entmutigt wird und aufgibt. Der Ablauf sollte dem Kind vertraut sein, ebenso die Aufgaben, die es dabei übernehmen soll. Vergessen Sie nicht, dass auch Sie als Eltern in einer bequemen Haltung agieren sollten! Übung macht den Meister, und mit der Zeit wird es immer leichter.
Seien Sie geduldig
Es braucht einige Zeit, Ihrem Kind die Blasenentleerung mit einem Katheter beizubringen. Ermutigen Sie Ihr Kind, so früh wie möglich aktiv an der Blasenentleerung teilzunehmen. Gehen Sie ruhig und methodisch vor, und verwenden Sie kindgerechte Ausdrücke.
Lassen Sie Ihr Kind mitmachen
Wenn Ihr Kind 1-2 Jahre alt ist, ist es – wie bei allen Kindern – Zeit, aufs Töpfchen oder auf die Toilette zu gehen. Im aufrechten Sitz ist die Blasenentleerung einfacher, und Sie können Ihr Kind besser an der Katheterisierung teilhaben lassen. Nutzen Sie die natürliche Neugier Ihres Kindes. Lassen Sie es den Katheter holen, die Katheterverpackung öffnen oder vielleicht den Katheter nach der Entleerung herausziehen. Eine Puppe mit Pipi-Funktion, mit der Ihr Kind das Einführen des Katheters üben kann, kann Ihrem Kind beim Umgang mit einem gleitfähigen Katheter helfen. Wenn Ihr Kind von Anfang an bei der Katheterisierung mitmacht, wird es den Vorgang als ganz normal wahrnehmen. Damit fördern Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes und verhelfen ihm zu einer größeren Unabhängigkeit im späteren Leben.
Die Katheterisierung im Tagesablauf
Es kann hilfreich sein, wenn Sie ein paar Eselsbrücken finden, die Ihr Kind dabei unterstützen, an die Katheterisierung zu denken. Versuchen Sie, Ihr Kind nicht damit zu "nerven", da dies genau den gegenteiligen Effekt haben könnte. Wichtig ist, dass die Zeiten für die Blasenentleerung in den Tagesablauf Ihres Kindes integriert werden. Vielleicht lässt sich die Katheterisierung mit anderen Aktivitäten verbinden, etwa mit den Essenszeiten oder Pausen. Viele Kinder nutzen heute ihr Handy zum Erinnern. In der Schule muss die Katheterisierung sich nach dem Stundenplan Ihres Kindes richten. Ihr Kind sollte seinen Zeitplan immer zur Hand haben. Lassen Sie Ihr Kind so viel Verantwortung wie möglich für die Entleerung seiner Blase übernehmen. Beachten Sie, dass alle Hilfen, die Ihr Kind an die Blasenentleerung erinnern sollen, kontraproduktiv sein können – wenn Ihr Kind sich nicht auf sich selbst verlässt und kein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt. Oft wird dies sehr anstrengend sein. Aber wenn Sie erleben, dass Ihr Kind selbstständig wird und seinen eigenen Fähigkeiten vertraut, haben sich alle Mühen gelohnt. Für Ihr Kind ist es ein Gewinn, wenn es weiß, dass es allein auf die Toilette gehen, nach der Schule Freunde besuchen und bei ihnen übernachten oder sogar zum Camping gehen kann – und sich dabei immer unabhängig fühlt. Auf diese Weise entwickeln sich das Selbstvertrauen und die Selbstachtung Ihres Kindes.