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Irans neuer Präsident Hassan Rohani will sich für eine Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen sein Land einsetzen. In seiner Antrittsrede sprach sich Rohani am Samstag für einen moderaten Kurs aus.
Rohanis Wahl zum Staatschef wurde während einer Zeremonie vom geistlichen Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bestätigt. Die Wahl eines kompetenten Mannes, der dem Staat seit mehr als drei Jahrzehnten diene, sei eine "deutliche Botschaft", erklärte Chamenei.
Rohani sei "eine anerkannte Persönlichkeit", die die Ziele des Systems verwirklichen werde. Mit einem Kuss auf die Stirn überreichte Chamenei Rohani die amtliche Akkreditierung. Die Zeremonie, an der auch andere hochrangige Vertreter des Staates teilnahmen, wurde live im Fernsehen übertragen.
Radikalität und Isolation beenden
In seiner Antrittsrede sagte der 64-jährige Rohani, der Iran müssen den radikalen Kurs vermeiden und einen moderaten einschlagen. Nur ein moderater Kurs führe zu Wohlstand und Fortschritt. Er versprach der iranischen Bevölkerung "politische und wirtschaftliche Stabilität und ein besseres Leben in Freiheit und in einem Rechtsstaat. Alles könne er aber nicht kurzfristig umsetzen, sagte der moderate Kleriker.
Der Iran solle aussenpolitisch neue Ziele verfolgen, damit die Isolation ein Ende finde. Er werde für eine Aufhebung der "ungerechten Sanktionen" kämpfen, die der Westen wegen des umstrittenen Atomprogramms gegen sein Land verhängt hatte.
Er rief seine Landsleute dazu auf, jenseits politischer Differenzen an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Alle sollten der Regierung dabei helfen, die Interessen des Landes zu verwirklichen. "Lasst uns der Welt das wahre Gesicht des Irans und des Islams zeigen", sagte Rohani am Ende seiner Rede.
Sieg in der ersten Runde
Er ist der siebte Präsident des Landes. Rohani hatte die Wahl am 14. Juni bereits in der ersten Runde mit 51 Prozent der Stimmen gewonnen. Der frühere Atomunterhändler setzte sich dank der Unterstützung von Moderaten und Reformern gegen fünf konservative Kandidaten durch.
Am Sonntag soll Rohani vor dem Parlament vereidigt werden. Anschliessend hat er zwei Wochen zur Vorstellung seines Kabinetts. Der 64-Jährige folgt auf Mahmud Ahmadinedschad, der das Land in seiner achtjährigen Amtszeit zunehmend in die Isolation getrieben hatte. Rohani tritt für einen Kompromiss in dem Konflikt um das umstrittene iranische Atomprogramm ein.
SDA-ATS