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Zu einer ehrlichen Klima-Politik gehört nicht nur der staatliche Druck auf die Industrie, weniger CO2 in die Luft abzugeben. Es gehört auch dazu, dass die Schweizerische Nationalbank aufhört, Aktien von Klima-Sündern zu kaufen und zu horten.
«Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt auf, dass die Schweizerische Nationalbank SNB 10 Prozent ihres US-Aktienportfolios in börsenkotierte Unternehmen der fossilen Industrie investiert. Wird der durch diese Unternehmen verursachte CO2-Ausstoss anteilmässig diesen US-Aktien zugeordnet, dann verantwortet die SNB ähnlich viel Treibhausgase wie die gesamten jährlichen Emissionen der Schweiz.
Mit ihren Investitionen finanziert die SNB die Exploration, Erschliessung und Förderung neuer Vorkommen von Kohle, Erdöl- und Erdgas. Dies führt zu noch mehr CO2-Ausstoss.
Die gegenwärtige Anlagepolitik der Nationalbank ist nicht kompatibel mit dem Pariser Klima-Abkommen von 2015. Sie widerspricht dem Ziel, die Finanzströme so umzulenken, dass die Begrenzung der Erwärmung auf weit unter 2°C erreicht wird.
Die Nationalbank muss ihre Aktivitäten im Gesamtinteresse des Landes betreiben. Doch der Bericht der Schweizer Klimaforscher von 2016 weist nach, dass unser Land im Vergleich zum globalen Mittel doppelt so stark von der Erwärmung betroffen ist. Dies hat einschneidende Folgen für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit. Die Anlagen der Nationalbank in fossile Unternehmen widersprechen dem Gesamtinteresse der Schweiz.
Bundesrätin Doris Leuthard hat im September 2016 die Investoren aufgefordert, sich des CO2 bewusst zu werden und zu ermitteln, wieviel davon ihre Anlagen verursachen . Dank der erwähnten Studie sind die CO2-Emissionen des Nationalbank-Aktienportfolios in den USA ermittelt worden. Sie sind eine Bedrohung für das globale Klima und für unser Land. Sie stehen zudem im Widerspruch zu den Anlagerichtlinien der Nationalbank, die Investitionen in Unternehmen ausschliessen, welche systematisch gravierende Umweltschäden verursachen . Die Anlagen in die fossilen Unternehmen mit den grössten Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas sowie die Schiefergas-Förderer und andere stark in Kohle exponierte Unternehmen verursachen sowohl global als auch in der Schweiz systematisch gravierende Schäden.
Wie die erwähnte Studie nahelegt, ist die Ermittlung der CO2-Emissionen des Portfolios kostengünstig und einfach machbar. Die Festsetzung eines Ausstiegsszenarios mit dem Ziel des vollständigen Ausschlusses dieser fossilen Unternehmen und deren Ersatz mit besser klimaverträglichen Anlagen ist mit geringem Aufwand verbunden.»
Dies schreibt eine seit längerem aktive politische Gruppierung, die sich Klima Allianz nennt. Sie sucht jetzt Gleichgesinnte, die bereit sind, einen Offenen Brief an die SNB mitzuunterschreiben. Hier geht es zum Offenen Brief.
Ein sinnvolles Ziel und eine demokratisch legitime Methode, das Ziel zu erreichen. Ob sich die SNB in ihrer Anlagepolitik von so einem Offenen Brief beeinflussen lässt, hängt wohl nicht zuletzt von der Anzahl der Mitunterzeichner und Mitunterzeichnerinnen ab. Je mehr Leute unterschreiben, umso höher wird das «politische Gewicht» des Vorstosses.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Keine.