Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03477.jsonl.gz/1080

Die Olympischen Spiele 2020 sind Geschichte. Wir haben grosse Siege und bittere Niederlagen gesehen in insgesamt 339 Wettkämpfen. 208 Länder schickten insgesamt über 11'000 Athletinnen und Athleten.
Wir werfen einen genaueren Blick auf die erfolgreichsten Athletinnen und Athleten und auf diejenigen, die ganz Spezielles geschafft haben.
Die Australierin Emma McKeon ist der grösste Medaillenhamster an den diesjährigen Olympischen Spielen. Die Schwimmerin holte insgesamt 7 Medaillen:
Der erfolgreichste Athlet heisst Caeleb Dressel. Der 24-jährige Amerikaner hat gleich 5 Goldmedaillen gewonnen. Der Schwimmer kommt in Tokio auf folgende 5 Olympiasiege:
Im Ländermedaillenspiegel wäre Dressel mit 5-mal Gold auf Rang 17 klassiert und damit deutlich vor der Schweiz (24).
Gold oder nichts. 23 Athleten und Athletinnen haben an diesen Olympischen Spielen ausschliesslich Multi-Gold geholt. Neben dem oben erwähnten Caeleb Dressel und 19 Doppel-Gold-Gewinnerinnen und Gewinnern stechen drei andere Athletinnen mit Triple-Gold heraus.
Fünf Athletinnen und Athleten holten sich einen kompletten Medaillensatz, bestehend aus Gold, Silber und Bronze.
Zwei Schweizerinnen konnten sich ebenfalls mehr als eine Medaille abholen. Belinda Bencic holte sensationell Gold im Einzel und Silber im Doppel zusammen mit Viktorija Golubic.
Ebenfalls zwei Medaillen nahm Nina Christen mit nach Hause. Die Schützin hat im Kleinkaliber-Dreistellungskampf über 50 m Gold geholt, Bronze gab es über 10 m mit dem Luftgewehr.
Sechs Athleten haben besonders Historisches erreicht.
Die erste Olympiamedaille in der Geschichte des Landes:
Mit 17,47 Metern holt sich Zango Bronze im Dreisprung und damit die erste Medaille in der Geschichte von Burkina Faso. Viel Reserve hatte der Mann aus Ouagadougou allerdings nicht, nur drei Zentimeter hinter ihm klassierte sich der Amerikaner Will Clayne. Bereits 2018 holte Zango WM-Bronze, es war damals die erste WM-Medaille für Burkina Faso. Überraschend kam die Olympiamedaille ohnehin nicht. Im Januar sprang Zango in Aubière bereits 18,07 Meter weit und stellte damit einen neuen Indoor-Weltrekord auf.
Alessandra Perilli sorgte nicht nur für die erste, sondern wenig später auch für die zweite Medaille in der Geschichte von San Marino. Erst holte sich Perilli im Trapschiessen Bronze, zwei Tage später im Mixed-Trapschiessen legte sie zusammen mit Gian Marco Berti mit Silber nach. Für Gold fehlte wenig, im Finale unterlagen sie dem spanischen Duo Galvez/Fernandez hauchdünn mit 40:41. San Marino kam sogar noch zu einer dritten Medaille an diesen Spielen. Myles Nazem Amine holte im Ringen bis 86 Kilo die Bronzemedaille.
217 Kilogramm musste Polina Guryeva stemmen, um die erste turkmenische Olympiamedaille zu holen. Die erst 21-jährige Gewichtheberin schaffte 96 Kilogramm beim Snatch (Reissen) und 121 Kilogramm beim Clean & Jerk (Stossen). Trotz ihres zweiten Ranges fehlte viel zum Olympiasieg. Hsing-Chun Kuo (Chinese Taipei) stellte mit insgesamt 236 Kilogramm einen neuen Olympischen Rekord auf und errang den überlegenen Sieg.
Die erste Goldmedaille in der Geschichte des Landes:
Flora Duffy gelang im Triathlon ein historischer Triumph. Die 33-Jährige sorgte für den ersten Olympiasieg von Bermuda, das nur etwa 63'000 Einwohner hat. Die zuvor einzige olympische Medaille für die Inselgruppe im Atlantik hatte 1976 Clarence Hill mit Bronze im Schwergewichts-Boxen geholt. «Das ist so viel grösser als ich. Das ist ein cooler Moment», sagte Duffy nach dem Rennen ihres Lebens.
Mutaz Essa Barshim holte die erste olympische Goldmedaille für Katar, sein Sieg ist aber nicht nur deshalb historisch. Denn die Geschichte zum Olympiasieg im Hochsprung ist eine ganz spezielle: Barshim und sein guter Freund, der Italiener Gianmarco Tamberi, haben nämlich beide die 2,37 Meter gemeistert und sich dann entschieden, Gold zu teilen.
Die 30-jährige Hidilyn setzte sich im Gewichtheben in der Gewichtsklasse bis 55 kg knapp vor der Chinesin Liao Qiuyun (224 vs. 223 kg) durch und sicherte den Philippinen, dem Inselstaat mit gut 109 Millionen Einwohnern, den ersten Olympiasieg der Geschichte.
Zwei Nationen ist es gelungen, in einzelnen Wettkämpfen gleich alle drei Medaillen abzuräumen. An einen davon können wir uns erfreulicherweise noch bestens erinnern – das Kunststück gelang nämlich den Schweizer Mountainbikerinnen.
Der Sweep gelang neben der Schweiz noch einer anderen Nation, die im Medaillenspiegel nicht sonderlich weit vorne anzutreffen ist: Jamaikas Sprinterinnen schafften den Sweep über 100 m.