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Was hat Blauholz mit Caramell zu tun?
Auf den ersten Blick vielleicht dies: beides ist natürlich - und die Natur ist unberechenbar und überraschend.
Das Blauholz (Campechianum Lignum), das die Eier schön violett färbt, verhält sich ganz eigenwillig, wenn es für andere Zwecke benutzt wird. In Öl lässt es sich nicht ausziehen, weder durch wochenlanges Ansetzen noch durch Erwärmen des Öls. In Wasser und Alkohol hingegen gibt es rasch seine Farbe ab. Das Wasser wirkt kräftig Weinrot und der Alkohol sieht ebenfalls intensiv aus, mit einem leichten violetten Stich. Beim Herstellen der Lauge mit Blauholztee verfärbt sich diese intensiv. Ich meine mich an eine dunkelblaue Farbe zu erinnern. War der hohe pH-Wert dafür verantwortlich? Dieser Splitter der Erinnerung könnte in die Kategorie „Verschönerung der Vergangenheit“ gehören, denn ich will vor allem Eines: eine blaue Seife herstellen. Das Blauholz will nicht - die Seifenmasse wird rasch Schokobraun. Am nächsten Tag aus der Form geholt, ist die Seife aussen Olive-Braun und innen Bordeaux-Braun, ohne Farbfächer nicht einfach zu bestimmen. Doch nach 14 Tagen ist alles klar. Die Seife ist und bleibt Braun – wenigstens Caramell-Braun – eine neue Farbe in meinem natürlichen Pflanzenfarbensortiment.