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Unter belastungsgerechtem Aufbau versteht man die Philosophie, an einem Scheibengebremsten-Laufrad die jeweiligen Speichenseiten nach ihren im Betrieb auftretenden Belastungen zu betrachten.
Am Vorderrad treten auf der linken (Bremsscheibe) Seite wesentlich höhere Kräfte auf als rechts. Deshalb wählt man für die linke Seite eine mindestens ausreichend starke Speiche, während man für die rechte Seite eine dünnere, leichtere und flexiblere Speiche wählen kann, die, was die Dauerhaltbarkeit betrifft, besser mit der geringeren →Speichenspannung zurecht kommt als dickere Speichen.
Am Hinterrad trifft das Gleiche zu, jedoch seitenverkehrt. Hier ist die Antriebsseite rechts die entscheidende Seite, da hier dauerhaft das Drehmoment des Antriebs anliegt, während links, wo zwar eine Bremsscheibe ebenfalls ein Drehmoment erzeugt, wiederum die dünnere Speiche gewählt werden kann. Dies ist deshalb möglich, weil das Drehmoment durch die Bremswirkung am Hinterrad im Vergleich zum Vorderrad deutlich limitiert ist - wie jeder weiss, rutscht das Hinterrad beim Bremsen sehr viel früher als vorne: Die Bremskraftverteilung ist ca. 70:30.
Eine weiterführende Methode ist der →CrossMix, bei dem unterschiedlich dicke Speichen auf jeder Seite des Laufrads zum Einsatz kommen, um die unterschiedlichen Belastungsfälle der führenden und folgenden Speichen zu berücksichtigen.