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Was kommt nach der Mondlandung? Um die lange Zeit zwischen der Rückkehr zum Mond und der Landung auf dem Mars zu überbrücken, plant die NASA jetzt eine bemannte Landung auf einem erdnahen Asteroiden.
Amerika will zurück zum Mond: bis 2018 sollen drei Amerikaner mit der Mission „Orion 13“ auf dem Mond landen und damit Amerikas Überlegenheit im Weltall demonstrieren – schliesslich planen eine ganze Reihe von Nationen den bemannten Flug zum Mond. Doch was folgt danach?
Die ersten Mondlandungen werden gegenwärtigen Plänen zufolge vom Typ „Sortie“ sein: kurze Trips von etwa einer Woche Aufenthalt auf der Mondoberfläche (im Gegensatz zu den Apollo-Missionen, die maximal drei Tage auf der Oberfläche verbrachten). Auf späteren Missionen (2020 bis 2030), die jeweils einen bis zwei Monate auf der Mondoberfläche verbringen sollen (Typ „Expedition“), wird die Fähigkeit zur Herstellung von Ressourcen aus Mondmaterial („In Situ Resource Utilization“, ISRU) demonstriert werden. Erst danach wird der Bau einer permanenten Forschungsstation (an einem der Pole oder in der Nähe eines starken lokalen Magnetfelds, das vor der kosmischen Strahlung schützen soll) in Angriff genommen. Erst im darauf folgenden Jahrzehnt (2030 bis 2040) sollen dann bemannte Flüge zum Mars ins Auge gefasst werden.
Der Sprung vom Mond zum Mars ist drastisch: Die Reisezeiten sind deutlich länger, die Strahlenbelastung deutlich höher, die ISRU muss völlig neu getestet und angewendet werden. Als „Zwischenstufe“ bietet sich eine bemannte Mission zu einem erdnahen Asteroiden an (welcher Asteroid es sein soll, ist noch nicht entschieden – es gibt viele Kandidaten. Einer wäre „Apophis“, der sich 2029 der Erde bis auf wenige Erdradien nähern wird).
Dies ist aus verschiedenen Gründen interessant: Zum einen ist es ohne weiteres mit der Mond-Hardware machbar: der Flug zu einem erdnahen Asteroiden erfordert sogar weniger Treibstoff als der Flug zum Mond, weil der Asteroid eine sehr viel geringere Masse hat und deshalb die Einbremsung in eine stabile Umlaufbahn (wie dies bei einer Mondlandung nötig ist) wegfällt. Eine Mission zu einem erdnahen Asteroiden würde die Astronauten nicht mehr als einige Mondradien von der Erde wegführen und etwa drei Monate dauern. In dieser Zeit könnten Technologien zum längeren Aufenthalt im Translunaren Raum ausprobiert werden: Strahlenbelastung, Recycling, ISRU auf Asteroiden (z.B. zur Gewinnung von Wasser und Sauerstoff), die Eignung bestimmter Weltraummodule für interplanetare Flüge, und so weiter.
Zudem hätten Expeditionen zu erdnahen Asteroiden einen hohen wissenschaftlichen Nutzen: Asteroiden gelten als Schlüssel zur Geschichte des Sonnensystems: einige hundert Kilogramm an Proben würden die Forschung in diesem Bereich weit voran bringen. Und last but not least ist die bemannte Expedition zu einem Asteroiden eine Demonstration, dass ein Asteroid auf Kollisionskurs mit der Erde von Menschen erreicht werden könnte, etwa, um ihn – ganz nach „Armageddon“-Manier – zu sprengen oder von seiner Bahn abzulenken. Das Prestige, als erste Nation auf einem anderen Himmelskörper als dem Mond zu landen, ist natürlich auch nicht zu verachten.
Die NASA denkt noch über weitere Anwendungen der „Orion“-Hardware nach: so soll möglicherweise eine unbemannte Version davon gebaut werden, die für eine unbemannte Probenrückkehr-Mission zum Mars eingesetzt werden könnte.
UPDATE 1.8.07:
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