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Pochi'a
Begriff
pochi'a bedeutet: po = viel/gross, chi = See, 'a (von ala) = Feuer/Stamm/die um das Feuer sitzen) also etw: «Der viele Seen Stamm». Es handelt sich um einen Skandaj - Stamm in Kanada, dem Norden der USA an der Grenze zu Kanada, sowie Alaska. Die Grösse des Stammes betrug 2020 noch ca. 300 Personen (um 1900 waren es ca. 2000). Sprecher beim Treffen der
Geografische Verortung
Der Viele-Seen-Clan war ab dem 3. Jahrtausen vor unserer Zeitrechnung bis ca. 1960 im Gebiet zwischen Duluth in Minnesota im Süden und Kugluktuk (Alaska) im Norden unterwegs. Von West nach Ost dehnte sich das Wandergebiet von Fort Providence und der Hudson Bay aus.
Geschichte und Herkunft
Die ältesten archäologische Funde die eindeutig dem Skandaj-Stamm zugeordnet werden können sind ca. 3'500 Jahre alt und wurden ca. 80 Km. nordöstlich von Winnipeg gefunden. Es handelt sich dabei um eine aus einem Fuchsknochen gefertigte Flöte die mit vier ch'apis-Glyphen beschriftet ist: k.a.t: = k.a.t
In den pochi'a Überlieferung geht jedoch hevor, dass sie den Weg auf den Amerikanischen Kontinent offensichtlich vor ca. 8'000 - 10'000 genommen haben, denn mehrere Geschichten und Lieder befassen sich mit der Zeit in der man offensichtlich mit Booten, von den Inselgruppen des Ochotskischen Meeres und der Aleuten den Küsten und dem riesigen Eisschild entlang nach Norden und dann in Sichtung Süden bis zu den Halbinseln von Neufundland oder Neu Schottland zog.
Kultur
Wie alle Skandaj-Stämme waren auch die pochi'a stets nomadisch. Und ebenso blieben sie weitgehend unter sich und kamen anderen Stämmen anderer Kulturen nicht zu nahe. Etwas Handel und in gewissem Massse "diplomatische Beziehungen" waren und sind stets Teil der Art wie Skandaj mit anderen Kulturen interagierten. Ebenso Hilfestellung in Notlagen. Man schaute jedoch, dass man keine feindlichen Handlungen provozierte und die Beziehungen zu anderen Kulturen wie etwa den anderen Amerikanischen Ureinwohnern freundschaftlich aber distanziert blieben. Gesichert ist, dass sie von den indianischen Stämmen die die selben Territorien bevölkerten als škaŋškáŋyaŋ tȟókeča (Lakota für "herumziehende Leute") oder gar "unsichtbare Leute" bezeichnet wurden. Mit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika und dem Staat Kanada veränderte sich das Leben aller Ureinwohner auf dem Kontinent drastisch und die pochi'a waren davon nicht ausgenommen. Ihre Jahrtausende alte Strategie des unsichtbar bleibens half ihnen eine lange Zeit einigermassen unbehelligt zu bleiben. Ab den 1930er Jahren war das aber kaum mehr möglich. Die Umsiedelungs- und Landnahme-Projekte der kanadischen Regierung zwang sie ihr Leben neu auszurichten. Sie zogen sich teilweise in Städte zurück oder versuchten, wie die indianischen Stämme, so gut es ging zu überleben. Ab den 1980er Jahren begannen sie sich neu zu sammeln und zogen ab da, getarnt als Touristengruppen, wieder durch die alten Territorien.
Personen
Zu den bakanntesten Personen des Stammes zählen die Stammessprecherin (ankele) xosori, die eine Freundin von Miribal Ciséan war. Der heutige Sprecher ist Leramy Miller. Sein Skandaj-Name ist saopo (roter/blutiger Daumen).