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Deskriptive Studien
Case Report und Case Series
Synonyme: Case Study, Fallbeschreibung
Es handelt sich um Schilderungen von einem bzw. mehreren Fällen, meist aus der klinischen Medizin. Für den "Evidence-based"-Ansatz haben Case Reports bzw. Case Series wenig Bedeutung. Als "Frühwarnsystem" für neue Probleme, Krankheiten, Zwischenfälle etc. haben sie jedoch durchaus eine Berechtigung.
Cross-sectional Study
Synonyme: Prevalence Study, Querschnittstudie, Prävalenzstudie, Bei einer Querschnittstudie werden alle interessierenden Daten zu einem einzigen, identischen Zeitpunkt in einer möglichst repräsentative Stichprobe aus der zu untersuchenden Population erhoben. Querschnittstudien messen die Prävalenz von Krankheiten, daher spricht man oft auch von Prävalenzstudien. Sie sind geeignet zur Erhebung der Datengrundlage für die Planung im Gesundheitswesen und zur Gewinnung von Hinweisen auf Risikofaktoren. Querschnittstudien können in gewissen Abständen wiederholt werden, um Trends in der Entwicklung zu untersuchen.
Kausale Zusammenhänge können mit diesem Studiendesign jedoch nicht überprüft werden; dies vor allem deshalb, weil mit dem Mittel der Querschnittsstudie keine Angaben zur zeitlichen Abfolge von Exposition und Outcome zur Verfügung stehen.
Im Einzelfall kann es somit unmöglich sein, Ursache und Wirkung voneinander abzugrenzen. Die Querschnittstudie ist deshalb ein Mittel zur Generierung, nicht aber zur Überprüfung von Hypothesen.
Vorteile der Cross-sectional Study
Die Vorteile von Querschnittstudien liegen in der schnellen Realisierungsmöglichkeit und den vergleichsweise geringen Kosten. Falls repräsentativ, eigenen sie sich für die Bedarfserfassung im Gesundheitswesen. In Querschnittstudien können gleichzeitig mehrere Faktoren und mehrere Outome untersucht werden.
Nachteile der Cross-sectional Study
Querschnittstudien eignen sich nicht für die Untersuchung von Krankheiten mit rezidivierendem oder saisonalem Verlauf, weil diese mit einer einzigen Messung je nach Zeitpunkt nicht oder zumindest nur unvollständig erfasst werden. Bei Krankheiten, die häufig bzw. rasch zum Tod führen wird das Resultat verzerrt, weil nur die Überlebenden als Krankheitsfälle in Erscheinung treten. Diese Verzerrung ist unter dem Begriff "Survival Bias" bekannt.
Ein bedeutender Nachteil von Querschnittstudien ist das Fehlen einer Aussage über die zeitliche Abfolge des untersuchten Geschehens. Dadurch sind auch keine ursächlichen Zusammenhänge zu erkennen. Querschnittstudien eignen sich auch nicht für die Untersuchung von seltenen Krankheiten, weil dies sehr grosse Stichproben erfordern würde.
Correlational Study
Synonyme: Ecological Study, Korrelationsstudie
Korrelationsstudien messen Charakteristika von Gesamtpopulationen (z.B. Alter, Ernäherungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, Rauchgewohnheiten etc.) und setzen sie in Bezug mit den interessierenden Inzidenz- oder Prävalenzdaten. Damit können Korrelationen festgestellt werden; Aussagen über allfällige kausale Zusammenhänge sind jedoch nicht möglich. Korrelationsstudien werden häufig als erster Schritt für die Untersuchung eines Zusammenhangs zwischen Exposition und Krankheit eingesetzt.
Vorteile der Correlational Study
Der Hauptvorteil der Korrelationsstudien liegt darin, dass sie schnell durchführbar sind und geringe Kosten verursachen: Viele Daten werden von Behörden und privaten Organisationen routinemässig gesammelt und können mit geringem Aufwand mit der Inzidenz von Krankheiten und deren Sterblichkeit oder auch mit der Inanspruchnahme bestimmter Dienstleistungen im Gesundheitssektor korreliert werden. Dank nationalen und internationalen Krankheitsregistern sind auch Vergleiche zwischen verschiedenen geographischen Regionen möglich.
Nachteile der Correlational Study
Der grosse Nachteil von Korrelationsstudien besteht darin, dass keine direkte Verbindung zwischen der Exposition und einem bestimmten Individuum hergestellt werden kann: Es bleibt unklar, ob die untersuchten Faktoren die gleichen Individuen betreffen wie die untersuchten Outcome.

Inzidenz
Unter Inzidenz versteht man die Anzahl neuer Ereignisse (z. B. neu aufgetretener Krankheitsfälle) in einer bestimmten Population über eine bestimmte Zeitperiode. Häufig wird der Begriff „Inzidenz“ auch dann verwendet, wenn eigentlich die Inzidenzrate gemeint ist. Als Zeitperiode ist ein Jahr üblich; wird die Inzidenz über einen längeren Zeitraum gemessen, wird auch von kumulativer Inzidenz gesprochen.
Inzidenzrate
Unter Inzindenzrate versteht man Anzahl neuer Ereignisse (z. B. neu aufgetretener Krankheitsfälle) in einer bestimmten Population über eine bestimmte Zeitperiode im Verhältnis zur Anzahl Personen, bei denen während dieser Zeitperiode das Ereignis hätte eintreten können. Als Zeitperiode ist ein Jahr üblich; wird die Inzidenzrate über einen längeren Zeitraum gemessen, wird auch von kumulativer Inzidenzrate gesprochen.

Prävalenz
Der Begriff Prävalenz im strengen Sinn ist äquivalent zum Begriff „Punktprävalenz“; teilweise wird er aber unkritischerweise auch für die Bezeichnung einer Periodenprävalenz verwendet. Oft wird der Begriff „Prävalenz“ auch verwendet, wenn eigentlich die Prävalenzquote bzw. die Rävelenzrate gemeint ist.
Punktprävalenz
Unter Punktprävalenz versteht man die Anzahl vorhandenen Fälle in einer bestimmten Population zu einem bestimmte Zeitpunkt.
Periodenprävalenz
Unter Periodenprävalenz versteht man die Anzahl Fälle, welche während einer bestimmten Zeitperiode in einer bestimmten Population vorgekommen sind. (Im Unterschied zur Inzidenz enthält die Periodenprävalenz also auch diejenigen Fälle, welche bereits zu Beginn der Zeitperiode vorhanden gewesen sind.)
Prävalenzquote / Prävalenzratio
Unter Prävalenzquote versteht man Anzahl vorhandenen Fälle in einer bestimmten Population zu einem bestimmte Zeitpunkt im Verhältnis zur Anzahl Personen, bei denen das Ereignis eintreten könnte. Der englische Begriff dafür ist „ prevalence ratio“, vereinzelt wird deshalb auch der Begriff „Prävalenzratio“ verwendet.
Prävalenzrate
Unter Prävalenzrate versteht man die Anzahl Fälle, welche während einer bestimmten Zeitperiode in einer bestimmten Population vorgekommen sind im Verhältnis zur Anzahl Personen, bei denen während dieser Zeitperiode das Ereignis hätte eintreten können.
Der Begriff „Rate“ impliziert immer den Einbezug der Dimension Zeit; der Begriff „Prävelenzrate“ ist deshalb nur richtig, wenn eine Periodenpävalenzrate gemeint ist. Wird eine Punktprävalenz im Verhältnis zu den Personen, bei denen das Ereignis eintreffen könnte angegeben, handelt es sich um eine Quote; trotzdem wird fälschlicherweise oft der Begriff „Prävalenrate“ verwendet.