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Ein globalgeschichtliches Phänomen
Ein Begriff, der sich rasch etabliert hat
Unter «Great Divergence» versteht man die Entwicklung der globalen Vorherrschaft des Westens spätestens ab dem 19. Jahrhundert, wobei der Begriff selbst heute zum Teil auch in anderen Kontexten verwendet wird[1].
Die Grosse Divergenz[2] hat sich wie wohl wenige andere Begriffe sehr rasch in der Geschichtswissenschaft etabliert. Als globalgeschichtliches Schlagwort hat es die Grosse Divergenz geschafft, über die Gemeinschaft der Historikerinnen und Historiker hinaus auszustrahlen und auch allgemein-politische oder gesellschaftliche Debatten auszulösen.
Nachfolgend soll es darum gehen, anhand von fünf wichtigen Werken aufzuzeigen, wie sich die Behandlung der Grossen Divergenz durch diese Historiker schrittweise vom Eurozentrismus löst. Da das Zurückdrängen des Eurozentrismus als eines der zentralen Merkmale von Globalgeschichte betrachtet wird, lässt sich die Grosse Divergenz auch als Lackmustest in Sachen Eurozentrismus sehen.
Zum Begriff der Grossen Divergenz
Man glaubt es kaum: Der Begriff ist erst ein Vierteljahrhundert alt. Er wurde 2000 als Buchtitel von Kenneth Pomeranz bekannt, geht aber ursprünglich auf Samuel P. Huntington zurück, der ihn 1996 in seinem Werk «Clash of Civilizations» erstmals verwendete. Bereits bei dieser erstmaligen Verwendung zeigt sich ein Grund für die Sprengkraft des Begriffs: Er weist wie Huntingtons Werk eben nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart und die Zukunft hin.
Allgemeiner formuliert: Wenn es im 19. Jahrhundert – also vor wenigen Generationen – eine Grosse Divergenz gegeben hat, stellen sich unweigerlich Fragen: Besteht sie weiterhin? Was hat sie für Konsequenzen für unsere Welt? Sollten ihre Auswirkungen korrigiert oder gewisse Entwicklungen rückgängig gemacht werden?
Was ist Globalgeschichte?
Nach Sebastian Conrad zeichnet sich der globalgeschichtliche Ansatz dadurch aus, dass er nicht eurozentrisch ist (bzw. sich gegen den Eurozentrismus wendet) und auch «nicht internalistisch». Es sind fünf Aspekte, welche Conrad als für die Globalgeschichte typisch bezeichnet:
1. Raum vor Zeit: Geschichte wird durch die Beziehungen in einem geografischen Raum oder zwischen geografischen Räumen stärker geprägt als bis anhin angenommen.
2. Wechselseitigkeit: Statt davon auszugehen, dass sich Entwicklungen stets strahlenförmig vom Zentrum (Europa) in die Peripherie ausbreiten, ist von einem permanenten zwei- oder sogar mehrseitigen Austausch auszugehen.
3. Gleichzeitigkeit: Parallele Entwicklungen entstehen nicht nur aufgrund gegenseitiger Beeinflussung (Ursache und Wirkung), sondern auch aufgrund exogener Faktoren, welche zeitgleich global wirken.
4. Abschied von der Nation: Die Nationalstaaten können nicht mehr als alleiniges Strukturmerkmal und zwingender Bezugsrahmen berücksichtigt werden.
5. Bewusstsein für Subjektivität: In der Geisteswissenschaft ein ständiges Problem, bei der Globalgeschichte jedoch besonders virulent ist die Frage nach der Position und dem Ausgangspunkt der Schreibenden… und nach ihrer Zielgruppe.
Globalgeschichte überwindet also die einseitige Sichtweise in der konventionellen eurozentrischen Geschichtsschreibung, ist aber auch nicht ohne Schwachpunkte. So kann etwa Globalgeschichte wichtige Aspekte übersehen, weil «interne» Vorgänge (z.B. innerhalb eines Landes) nicht ausreichend berücksichtigt werden.[3]
Die Abkehr vom Eurozentrismus ist auch leichter gesagt als getan, weil Wissenschaft vom Konzept und vom Inhalt her seit der Aufklärung in ihrem Kern eurozentrisch geprägt ist und unser Verständnis von Geschichte so durchdringt, dass auch aussereuropäische Wissenschafter sich dem nicht entziehen können, selbst wenn sie «Europa provinzialisieren» wollen wie der indische Historiker Dipesh Chakrabarty, der dazu ausführt: «Nur ‚Europa‘ (…) ist theoretisch (…) erkennbar; alle anderen Geschichten sind Gegenstand der empirischen Forschung, die einem theoretischen Skelett, welches substantiell ‚Europa‘ ist, Fleisch und Blut verleiht.»[4]
Globalgeschichte als politisches Projekt
Um die jahrhundertelange Dominanz des Eurozentrismus hinter sich zu lassen, ist es notwendig, Geschichte grundsätzlich neu zu denken unter der Prämisse, dass Europa keine besondere Rolle gespielt hat und spielt. Weil jedoch Geschichte und historische Fakten im jeweils aktuellen gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Umfeld Legitimität schaffen (oder in Frage stellen), muss man sich überlegen, ob Europa bisher nicht zu Unrecht von eurozentrischer Geschichtsauffassung profitiert hat und ob die Globalgeschichte nicht einen Beitrag leisten muss, um dieses Ungleichgewicht zu korrigieren. Globalgeschichte enthält somit implizit auch eine politische, vielleicht sogar normative Komponente und wird damit ideologisch. Dies anerkennt auch Conrad, wenn er Globalgeschichte auch als «politisches Projekt» und von dessen «emanzipatorischem Potenzial» spricht.[5]
Damit wird Globalgeschichte durch die Hintertür zu einem Instrument, um perzipierte Fehlentwicklungen aus der Vergangenheit in der Gegenwart und in der Zukunft zu korrigieren bzw. zu kompensieren. Dabei stellt sich auch die Frage, ab wann die ideologische Brille droht, den klaren Blick des Historikers bzw. der Historikerin zu trüben.
Ideologie wird hier im Sinne der Wissenssoziologie nach Karl Mannheim verstanden, wonach «(…) soziale Gruppierungen aller Art ihr eigenes Wissen beziehungsweise ihren Denkstil kultivieren und dadurch eine besondere Perspektivität einnehmen.»[6]
Abschied vom Eurozentrismus anhand von fünf Werken
Ausgangspunkt: Überlegenheitsparadigma
In der «vorglobalgeschichtlichen» Zeit stellt sich die Frage nach der Grossen Divergenz nicht. Sie ist für jedermann (also für die alten weissen Männer aus der europäischen Akademie) so offensichtlich, dass sie weder behauptet noch geprüft werden muss. Die Überlegenheit Europas ist eine Selbstverständlichkeit. Dass die Europäer und damit Europa als Ganzes den anderen Kontinenten haushoch überlegen und weiter entwickelt seien, ist jedoch keine wissenschaftliche Erkenntnis, sondern eine ideologische Prägung, welche die historischen Tatsachen so einordnet, interpretiert und interpunktiert, dass sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Zwar wird mit fortschreitender Globalisierung die übrige Welt in der Geschichtsschreibung nicht etwa ausgeblendet, aber stiefmütterlich behandelt, entweder als «noch unfertiges Europa» oder aber als exotische Kuriosität betrachtet, die mehr der Unterhaltung dient.
«Die protestantische Ethik und der ‘Geist’ des Kapitalismus»
Das schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfasste, heute noch sehr bekannte Werk von Max Weber kann als frühe Ausformulierung einer Divergenztheorie bezeichnet werden. Zwar basiert Webers Analyse auf einer Gegenüberstellung von Katholizismus und Protestantismus, indem zum Beispiel der wirtschaftliche Erfolg oder der Anteil an den Gymnasiasten je nach Konfession verglichen wird[7]. Für ihn stehen Protestantismus, Rationalität und Kapitalismus in einem komplexen, aber eindeutigen Austauschverhältnis; sie bilden die Grundlage einer reifen, modernen Gesellschaft. Nachdem Weber den Katholizismus auf dem absteigenden Ast sieht, geht er implizit von einem protestantischen, rationalen und kapitalistischen Europa aus, das der restlichen Welt offensichtlich überlegen ist, was eine sehr eurozentrische Sicht darstellt.
«The European Miracle»
Möglicherweise war das Werk «The European Miracle» von Eric Jones 1981 ein wichtiger Auslöser für die Hochkonjunktur der Divergenztheorien. Die europäische Überlegenheit ist für ihn keine Selbstverständlichkeit, die keiner Erklärung bedarf, aber eine Tatsache, die er wissenschaftlich begründen will. Aus seiner Sicht ist die Schaffung von Nationalstaaten und die damit ausgelöste ständige Wettbewerbssituation zwischen vergleichbaren Ländern der Motor einer rasanten technologischen Entwicklung, welche die Überlegenheit Europas zementiert. Letztlich ist es somit eine soziale und kulturelle Überlegenheit der Europäer, welche ihre besondere Rolle rechtfertigt und sichert.
Daneben anerkennt Jones auch den Vorteil der Vervielfachung der Agrarfläche durch die Landnahme in Amerika, denn dank den kaum bevölkerten Flächen in Übersee stand für die Ernährung der Europäer deutlich mehr Fläche zur Verfügung. Sie blieben somit nicht länger in der malthusianischen Falle gefangen, was zusätzliches Humankapital für Gewerbe und Handel und damit für Innovation freimachte.
«Guns, Germs, and Steel: The Fates of Human Societies»
Weder kulturell noch sozial oder religiös will Jared Diamond in seinem Werk von 1998 die europäische Hegemonie herleiten. Vielmehr begründet er sie mit besonderen Umweltfaktoren. Zum Beispiel standen in Eurasien Tiere zur Verfügung, welche sich domestizieren liessen, als Transportmittel verwendet werden konnten und gleichzeitig zu einer Immunisierung der mit ihnen zusammen lebenden Menschen führten. Ein zentrales Argument ist auch die Tatsache, dass der eurasische Kontinent eine Ost-West-Ausrichtung hat, so dass der Austausch infolge gleichbleibender klimatischer Verhältnisse viel einfacher war als in Amerika oder Afrika mit einer ausgeprägten Nord-Süd-Ausrichtung. Bleibt die Frage, weshalb Europa und nicht Asien sich stärker entwickelten. Dies sei laut Diamond auf die geografische Kleinräumigkeit Europas zurückzuführen, das unabhängige Staaten entstehen liess, was einen ständigen wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Wettbewerb anheizte, während in Asien Imperien vorherrschten, welche Macht zentralisierten, womit Wettbewerb und Innovationskraft eher unterentwickelt blieben.
Das Buch wurde für seinen «geografischen Determinismus» kritisiert – schliesslich wirkt Jared Diamond auch als Professor für Geografie an der University of California UCLA[8]. Die Geografie reicht aber nach Auffassung seiner Kritiker einfach nicht aus, um derart unterschiedliche Entwicklungen verschiedener Gesellschaften zu begründen. Insbesondere die Schlussfolgerungen bezüglich der Vorherrschaft Europas seien in dieser apodiktischen Form nicht haltbar. So urteilt John Robert McNeill:
«What is sufficient for the question, ‘Why Eurasia’ does not suffice for the more demanding question ‘Why Europe’. » [9]
«Eight Eurocentric Historians»
Globalgeschichte = Anti-Eurozentrismus. Dieses Gleichung auf den Punkt bringt James M. Blaut im Jahr 2000 mit einem Buch, dass sich darauf konzentriert, die Ansichten von aus Sicht des Autoren eurozentrischen Historikern als verfehlt und ideologisch vorbelastet zu beschreiben und zu verurteilen. Es darf nicht verwundern, dass die Autoren der drei oben behandelten Werke von Blaut kritisiert werden. Insbesondere an Eric Jones hat sich Blaut regelrecht abgearbeitet und «The European Miracle» als ideologisches Machwerk gegeisselt, weil darin viele mittlerweile erwiesenen Fakten nicht zur Kenntnis genommen würden[10].
Blaut zitiert folgenden Satz aus der Einleitung von Jones:
«Europe did not spend the gifts of its environment ‘as rapidly as it got them in a mere insensate multiplication of the common life.’ »[11]
Damit impliziert Jones gemäss Blaut folgende drei Annahmen:
1. Europa hat eine besonders günstige Umwelt für seine Entwicklung.
2. Nicht-Europäer verschwenden ihre Ressourcen zugunsten von Bevölkerungswachstum statt von Entwicklung.
3. Diese Prioritätensetzung durch die Nicht-Europäer ist unsinnig.
Aus Sicht von Blaut sind diese (und zahlreiche weitere) implizite und explizite Annahmen von Jones falsch und Ausdruck einer unreflektiert eurozentrischen Sicht. Was Blaut bekämpft, ist folgende Haltung der Eurozentristen:
«Europe (…) has ruled the world – benignly: diffusing civilization – for five hundred years, and so it is natural, and right, for Europe to dominate the world today and tomorrow. »[12]
Dies allerdings ist wohl nicht mehr als eine polemische Überzeichnung und Karikatur eurozentristischer Positionen. Letztlich tappt hier auch Blaut in eine ideologische Falle, weil er seine Argumente einer Mission unterwirft – der Dekonstruktion des Eurozentrismus.
«The Great Divergence»
Ausgangspunkt der Betrachtung von Kenneth Pomeranz ist die Feststellung, dass das eurozentrische Narrativ bisher vor allem aus marxistischer Sicht herausgefordert wurde, diese Historiker aber dabei gescheitert seien, die langsame und kontinuierliche Wertschöpfung und -vermehrung in Europa zu erklären.[13] Allerdings seien auch die eurozentrischen Erklärungen kaum aufrecht zu erhalten, insbesondere die These, wonach die Industrialisierung der entscheidende Vorteil der Europäer gewesen sei. Denn eine nennenswerte Industrialisierung kann zumindest ausserhalb von England nicht vor 1860 ausgemacht werden[14] . Sie kann somit eine europäische Vorherrschaft spätestens ab 1800 sicher nicht erklären.
Auf der Basis einer vergleichenden Analyse des Wohlstandsniveaus in den beiden am meisten entwickelten Regionen von Asien und Europa – dem Yangtse-Delta und England – kommt er zum Schluss, dass Europa vor allem von geografischen Zufälligkeiten profitiert hat, unter anderem von der Nähe der Kohlevorkommen zu den Produktionsstandorten und von der Nähe Europas zum menschenarmen und silberreichen amerikanischen Kontinent. Insgesamt ist aus seiner Sicht die privilegierte Rolle von Europa im 19. Jahrhundert unverdient:
«(…) forces outside the market and conjunctures beyond Europe deserve a central place in explaining why western Europe’s otherwise largely unexceptional core achieved unique breakthroughs and wound up as a privileged center of the nineteenth century’s new world economy (…)»[15]
Was Pomeranz wohl zu wenig berücksichtigt, ist die Tatsache, dass zwar Kohlevorkommen und nahe gelegene Kontinente hilfreich sind, aber nicht ausreichend, damit etwas daraus gemacht wird. Die Bedeutung des «Agency»-Aspekts wird bei Pomeranz eher stiefmütterlich behandelt, wohl um sich vom Eurozentrismus deutlich genug abzusetzen.
Das Werk enthält insofern eine ironische Note, als es die im Titel proklamierte «Great Divergence» gerade als nicht bestehend beweisen will.
Schlussbetrachtung
Die Entwicklung im Überblick
Anhand der behandelten fünf Werke lässt sich die Entwicklung bezüglich Eurozentrismus gut aufzeigen:
1. Bei Max Weber ist die Dominanz Europas durch die religiös-kulturelle Überlegenheit der Europäer begründet.
2. Bei Eric Jones ist es die Wettbewerbs- und Innovationskraft der Europäer, welche ihre Dominanz sichert (und rechtfertigt).
3. Jared Diamond huldigt einem «geografischen Determinismus». Die Europäer haben vor allem Glück, am richtigen Ort zu wohnen.
4. James M. Blaut dekonstruiert die Hypothese von der Überlegenheit der Europäer. Soweit sie gegeben sei, basiere sie primär auf geraubtem Wissen, Land und Humankapital.
5. Kenneth Pomeranz zeigt anhand langfristiger Entwicklungslinien, dass Europa keine Sonderrolle zukommt. Die Grosse Divergenz ist zeitgeschichtlich eine eher kurze Episode.
Mit dem Werk «The Great Divergence» ist zum Jahrtausendwechsel die Türe definitiv aufgestossen für eine vollständige Abkehr vom Eurozentrismus im Sinn der Globalgeschichte. Die Vertreter der California-Schule und zahlreiche weitere Wissenschafterinnen und Wissenschafter setzen sich in den ersten zwanzig Jahren des 20. Jahrhunderts sehr intensiv mit der Grossen Divergenz auseinander – zumeist dezidiert globalgeschichtlich und anti-eurozentristisch, auch wenn der Eurozentrismus nicht ganz ausgestorben ist.[16]
Grosse Divergenz und Eurozentrismus aufs Abstellgleis?
Sieht man Globalgeschichte (auch) als politisches Projekt mit emanzipatorischen Potenzial, so liegt die Wirkungsmacht der Grossen Divergenz und des Eurozentrismus darin begründet, dass ihre Konsequenzen bis heute andauern. Dies kann sich jedoch ändern – und zwar recht rasch. Wenn die Wirtschaftsauguren Recht behalten, wird z.B. China noch in diesem Jahrzehnt die USA ökonomisch übertrumpfen. Die Europäische Union erweist sich gleichzeitig als immer weniger in der Lage, aussenpolitisch geeint aufzutreten und Wirkung zu erzielen, von militärischem Engagement ganz zu schweigen. Die sozialen und demografischen Probleme steigen, die Migration ist nur mit Mühe und vielen Konflikten in den Griff zu bekommen. Extrapoliert man diese Entwicklung, so wären die Grosse Divergenz und die europäische Dominanz bald nur noch historische Fussnoten: Das 19. und 20. Jahrhundert würden dann in zukünftigen Geschichtsbüchern als bedeutungslose Anomalie behandelt werden, als kurzes Intermezzo in einer Welt, welche seit eh und je und auch in Zukunft vom bevölkerungsreichsten Land China beherrscht wird. Grosse Divergenz und Eurozentrismus wären keiner Diskussion mehr wert.
Literaturverzeichnis
Blaut, James M.: Eight Eurocentrist Historians, Guilford Press, New York, 2000.
Chakrabarty, Dipesh: Europa provinzialisieren. Postkolonialität und die Kritik der Geschichte, in: Conrad, Sebastian; Randeria, Shalini (Hrsg.): Jenseits des Eurozentrismus: Postkoloniale Perspektiven in den Geschichts- und Kulturwissenschaften, Frankfurt/M. 2002
Conrad, Sebastian: Globalgeschichte – eine Einführung, Verlag, C.H.Beck, München 2013
Diamond, Jared: Guns, Germs, and Steel – The Fates of Human Societies. W.W. Norton, New York, 1997
Henrich, Joseph: The WEIRDest People in the World: How the West Became Psychologically Peculiar and Particularly Prosperous, Farrar, Straus and Giroux, 2020
Huntington, Samuel P.: Clash of Civilizations and the Remaking of World Order, Simon and Schuster, New York, 1996
Jones, Eric: The European Miracle, Environments, Economies and Geopolitics in the History of Europe and Asia, Cambridge University Press, 1981
Knobloch, Hubert: Wissenssoziologie, Wissensgesellschaft und die Transformation der Wissenskommunikation, Bundeszentrale für politische Bildung, 23.4.2013, online unter https://www.bpb.de/apuz/158653/wissenssoziologie-wissensgesellschaft-und-wissenskommunikation (Stand: 31.12.2020)
Krugman, Paul: The Conscience of a Liberal, W.W.Norton & Company, New York, London, 2007.
McNeill, John Robert: The World According to Jared Diamond, The History Teacher, 34, Nr. 2, S. 165 – 174, Februar 2001, online unter https://historycooperative.org/journal/world-according-jared-diamond/ (Stand: 10.1.21)
Schär, Markus: Westlich, gebildet, industrialisiert, reich und demokratisch: Wie (und warum) die Europäer die Welt erobert haben, in Neue Zürcher Zeitung vom 15. Oktober 2020, online unter https://www.nzz.ch/feuilleton/der-westen-mit-einer-neuen-psychologie-eroberte-er-die-welt-ld.1581437, (Stand: 14.1.21)
Weber, Max: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik. 20, 1904, S. 1–54
Pomeranz, Kenneth: The great divergence: China, Europe, and the making of the modern world economy, Princeton U
[1] Unter dem Rubrum «Great Divergence» wird heute z.B. auch die Diskussion zu wachsenden Einkommensdisparitäten in Industrieländern und insbesondere in den USA nach 1979 geführt. Die Verwendung des Begriffs in diesem Bereich lancierte der Ökonom Paul Krugman in seinem Werk «The Conscience of a Liberal» 2007. Diese Diskussion ist jedoch nicht Teil dieses Essays.
[2] In diesem Essay wird der deutsche Begriff als Synonym zum englischen verwendet, um die Lesbarkeit zu verbessern und die Zahl der Anglizismen etwas einzudämmen.
[3] Conrad, S. 22-25
[4] Chakrabarty, S. 285
[5] Conrad, S. 26
[6] Knobloch, S. 1
[7] Weber, S. 1-6
[9] McNeill, S. 169
[10] Das Werk befasst sich zwar wie erwähnt nicht ausschliesslich mit Jones. Wie der Titel aussagt, werden darin acht Historiker behandelt. Das Kapital über das Werk von Jones ist aber bei weitem das längste und besonders scharf in seiner Beurteilung.
[11] Jones, S. 3
[12] Jones, S. 208
[13] Pomeranz, S. 3
[14] Pomeranz, S. 16
[15] Pomeranz, S. 297
[16] So erschien letztes Jahr zum Beispiel ein Werk von Joseph Henrich mit dem sprechenden Titel: «The WEIRDest People in the World: How the West Became Psychologically Peculiar and Particularly Prosperous», von Markus Schär in der NZZ besprochen.