Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03285.jsonl.gz/324

Der Fünfte in der britischen Thronfolge lobte, dass sich die Teilnehmer auf das konzentrierten, “was erreicht werden kann”, statt auf das, was nicht geht. Die Spiele dauern bis Donnerstag.
Harry bezeichnete die Geschichten der mehr als 500 Invictus-Teilnehmer aus 15 Ländern als “einzigartig” und “unglaublich”. Viele hätten lebensgefährliche Gehirnverletzungen erlitten, Gliedmassen verloren und würden unter posttraumatischen Belastungsstörungen sowie schweren Depressionen leiden. Doch verlören sie nicht ihren Mut.
Auch Michelle Obama nannte die Athleten “inspirierend”: Sinn der Spiele sei es, deren Schicksal ins Scheinwerferlicht zu rücken, damit “wir uns nach Euch als Vorbild richten”. Scherzhaft ermahnte die First Lady die Gastgeber, die anderen Gäste ebenfalls zum Zug kommen zu lassen: “Ich habe das US-Team grossmütig gebeten, nicht zu oft zu siegen”.
Obamas Bitte schien in Erfüllung zu gehen: Die erste Goldmedaille beim Geländewagen-Rennen ging an das französische Team, Silber an Estland und Bronze an Dänemark. Nach dem Vorbild der Paralympics folgen noch knapp ein Dutzend Disziplinen wie Leichtathletik, Sitz-Volleyball oder Basketball, Rugby und Tennis im Rollstuhl.
Die Invictus-Spiele sollen um Verständnis für das Schicksal versehrter Kriegsveteranen werben, die oftmals grosse Schwierigkeiten haben, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen – und dabei nicht selten auf eine gleichgültige Umwelt stossen.
An der Auftaktfeier nahmen auch Ex-US-Präsident George W. Bush als Ehrenvorsitzender der Spiele sowie der US-Schauspieler Morgan Freeman teil. Begleitet wurde die Zeremonie von Auftritten des Sängers und ehemaligen britischen Soldaten James Blunt sowie von der Sopranistin Laura Wright.
Die Obamas und Prinz Harry hatten sich bereits im Vorfeld der Spiele im Internet ein humorvolles Duell geliefert, um für die Veranstaltung zu werben.
In dem Twitter-Video ist Prinz Harry zusammen mit Königin Elizabeth II. vor einem Kaminfeuer zu sehen. Der Prinz beschreibt seiner Grossmutter gerade die von ihm ins Leben gerufenen Invictus Games, als er auf seinem Smartphone eine Nachricht von “Michelle” erhält.
In ihrer Videobotschaft an den Prinzen sagt die First Lady: “Hey, Prinz Harry. Erinnerst Du Dich daran, dass Du uns aufgefordert hattest, bei den Invictus Games alles zu geben?” Dann schaltet sich der an ihrer Seite stehende Präsident Barack Obama ein und warnt den Prinzen in spöttisch-drohendem Ton: “Sei lieber vorsichtig mit dem, was Du Dir wünschst.” Die Queen reagiert darauf mit königlichem Spott: “Ach wirklich? Ich bitte Sie”.
Der 31-jährige Prinz, der früher Soldat war, hatte nach eigener Schilderung die Idee für die Veteranen-Spiele auf dem Heimflug von seinem ersten Afghanistan-Einsatz im Jahr 2008.
In seinem Flugzeug seien drei schwer verletzte Soldaten und der Sarg eines dänischen Soldaten gewesen. Damals habe er gefühlt, dass er etwas für verletzte Soldaten tun müsse. Die Invictus Games fanden erstmals im September 2014 in London statt.
(SDA)