Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03454.jsonl.gz/402

In Indonesien...
In der Online-Ausgabe der Jakarta Post fanden wir einen interessanten kleinen Artikel. Es geht um Verhandlungen zwischen der indonesischen Regierung und Microsoft. Auf geschätzten 50'000 PCs der indonesischen Behörden sind nämlich Raubkopien von Windows installiert. Nun verhandeln Microsoft (ca. 43 Milliarden Dollar Umsatz) und Indonesien (211 Millionen EinwohnerInnen, ca. 210 Milliarden Dollar Bruttosozialprodukt) über eine "Amnestie", wie Kommunikationsminister Sofyan Djalil in dem Blatt zitiert wird.
Indonesien werde nachträglich pro kopiertem Windows einen Dollar bezahlen und die Betriebssysteme so legalisieren. Im Gegenzug wird Indonesien in Zukunft Microsoft-Software ganz legal kaufen und Software-Piraterie bekämpfen.
"Microsoft ist realistisch. Sie können Entwicklungsländer wie Indonesien nicht zwingen, ausschliesslich legale Software zu benützen, weil wir es uns nicht leisten können. Sie wollen, dass wir nach und nach die Benützung von kopierter Software reduzieren," wird Sofyan in der Jakarta Post zitiert. Bei Microsoft selbst will man allerdings nicht von einer "Amnestie" reden. Es gebe keine "Amnestie-artigen" Lizenzprogramme für Regierungen, sagte ein Microsoft-Sprecher zur Seattle Times.
Der indonesische Technologie-Minister Kusmayanto Kadiman hat bei einem Besuch am Microsoft-Hauptsitz in Seattle mit Bill Gates über die Errichtung eines fünften Forschungszentrums von Microsoft in Jakarta gesprochen. Die indonesische Regierung versprach 300 Hektaren Land, genügend Bandbreite, sauberes Wasser und eine zuverlässige Stromversorgung. In dem Zentrum will Microsoft günstige Software für Entwicklungsländer entwickelt. (hc)