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Der Hodenhochstand (Maldescensus testis) ist eine Entwicklungsstörung, bei der ein oder beide Hoden nach der Geburt nicht im Hodensack ertastet werden können.
Etwa 1 bis 3 Prozent aller zum normalen Zeitpunkt geborenen Jungen haben einen ein- oder beidseitigen Hodenhochstand. Bei Frühgeburten liegt die Häufigkeit bei bis zu 30 Prozent. Am Ende des ersten Lebensjahrs sind die Hoden jedoch in 98 Prozent der Fälle vollständig herabgewandert. Daher ist nur bei 2 von 100 Jungen eine weitere Behandlung erforderlich.
Ursachen für einen Hodenhochstand sind oft unterschiedlich. So kann diese Entwicklungsstörung beispielsweise durch anatomische Unregelmässigkeiten entstehen, die den Weg zum Hodensack verlegen. Die Hoden können dann nicht herabwandern. Auch hormonelle Störungen können ein Grund für einen Maldescensus testis sein. Bei einer Frühgeburt ist die Entwicklung häufig nicht vollständig abgeschlossen, so dass es auch hier zum Hodenhochstand kommen kann.
Der Hoden liegt dann entweder in der Bauchhöhle (Bauchhoden), in der Leiste (Leistenhoden) oder im Eingangsbereich des Hodensacks (Gleithoden). Beim Pendelhoden hingegen liegt dieser zwar im Hodensack (Skrotum), wird jedoch unter bestimmten Bedingungen (z.B. Kälte) nach oben gezogen.
Innerhalb der ersten sechs Monate muss bei einem Maldescensus testis noch keine Therapie erfolgen, da sich der Hoden noch von selbst in den Hodensack absenken kann. Geschieht dies nicht, ist eine Behandlung notwendig. Wenn eine Hormontherapie durchgeführt wird, sollte diese spätestens mit Vollendung des ersten Lebensjahrs abgeschlossen sein. Nur so können Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs verhindert werden. Bleibt eine Hormontherapie erfolglos, muss der Arzt meist operieren.
Bei einem Hodenhochstand erhöht sich das Risiko für einen Leistenbruch. Dieser ist häufig, ebenso wie der Hodenhochstand, bereits bei der Geburt vorhanden.
Beim Hodenhochstand (Maldescensus testis) können ein oder beide Hoden nicht im Hodensack (Skrotum) ertastet werden. Die Hoden liegen dabei meist entweder im Leistenkanal oder in der Bauchhöhle.
Bei der normalen Entwicklung wandert der Hoden aus der Bauchhöhle bis in den Hodensack (Descensus testis) hinab. In der Regel treten die Hoden im siebten Schwangerschaftsmonat in den Hodensack ein. Bei einem männlichen Säugling sollten also die Hoden im Hodensack tastbar sein. Falls dies nicht der Fall ist, senkt sich der Hoden oft noch spontan im ersten Lebenshalbjahr. Bei Frühgeborenen tritt ein Hodenhochstand entsprechend der noch unreifen Entwicklung häufiger auf, verschwindet jedoch in vielen Fällen wieder.
Je nach Lokalisation des Hodens unterscheidet man verschiedene Varianten des Hodenhochstands, die jeweils ein- oder beidseitig auftreten können.
Beim Bauchhoden (Retentio testis abdominalis) liegt der Hoden noch in der Bauchhöhle und ist daher nicht tastbar.
Beim Leistenhoden (Retentio testis inguinalis) liegt der Hoden im Leistenkanal und kann von dort aus nicht verschoben werden. In der Regel kann der Leistenhoden ertastet werden.
Der Gleithoden (Retentio testis präscrotalis) liegt im Eingangsbereich zum Hodensack. Er ist dort weit oben zu ertasten und kann auch in den Hodensack herabgezogen werden. Anschliessend gleitet er aber sofort in die Ausgangslage zurück.
Der Pendelhoden ist eine Variante des Hodenhochstands und nicht als krankhaft anzusehen. Der Hoden liegt normalerweise im Hodensack, er wird jedoch häufig reflexartig, beispielsweise bei Kälte oder Stress, durch den Hodenhebermuskel nach oben gezogen.
Ein Hodenhochstand (Maldescensus testis) kann verschiedene Ursachen haben. So kann diese Entwicklungsstörung beispielsweise durch anatomische Unregelmässigkeiten entstehen, die den Weg zum Hodensack verlegen, so dass die Hoden nicht herabwandern können. Ein weiterer Grund für einen Hodenhochstand kann eine hormonelle Störung sein, welche die natürliche Entwicklung des Ungeborenen verzögert oder verhindert. Bei einer Frühgeburt ist die Entwicklung häufig nicht vollständig abgeschlossen, sodass es auch hier zum Hodenhochstand kommen kann.
Ein Hodenhochstand (Maldescensus testis) ist nicht daran zu erkennen, dass er Symptome wie Schmerzen oder Fieber hervorruft. Er lässt sich aber daran feststellen, dass ein oder beide Hoden nach der Geburt nicht im Hodensack ertastet werden können. Entweder ist der Hoden gar nicht zu ertasten oder er befindet sich in der Leiste beziehungsweise im Eingangsbereich zum Hodensack. Bleibt ein Hodenhochstand bestehen, können später Symptome auftreten – vor allem Unfruchtbarkeit. Da auch Hodenkrebs entstehen kann, sind Symptome wie Schmerzen, die sich zum Beispiel als einseitiges Ziehen im Hoden oder im Samenstrang bemerkbar machen, ein Schweregefühl im Hoden oder eine Ansammlung wässriger Flüssigkeit um den Hoden (Hydrozele).
Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) erfolgt die Diagnose durch einen Kinderarzt, Kinderchirurgen oder (Kinder-)Urologen. Grundsätzlich sollte die Untersuchung in einer warmen Umgebung und entspannten Situation stattfinden. Durch genaues Abtasten kann der Kinderarzt die Lage der Hoden feststellen. Wenn er keinen Hoden ertasten kann, führt er weitere Untersuchungen wie einen Hormonstimulationstest durch. Mithilfe dieses Tests stellt der Arzt fest, ob Hodengewebe vorhanden ist, es sich um einen Bauchhoden handelt oder ob der Hoden gänzlich fehlt (Anorchie). Manchmal muss auch eine Bauchspiegelung in Vollnarkose (Laparoskopie) durchgeführt werden, um den Hoden zu lokalisieren.
In manchen Fällen kann zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden. Diese Untersuchungen gehören aber nicht zu den Routineuntersuchungen bei einem Hodenhochstand.
Bei einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) ist eine Therapie ratsam, wenn sich der Hoden nicht innerhalb der ersten sechs Lebensmonate selbstständig absenkt. Danach ist die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Senkung äusserst gering und der Hodenhochstand bleibt. Als Therapie kommen dann entweder eine Hormontherapie oder alternativ eine Operation infrage.
Um Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs zu vermeiden, sollte die Behandlung mit dem ersten Lebensjahr abgeschlossen sein.
Bestimmte Hormone wie GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) und HCG (Human chorionic gonadotropin) regen die Freisetzung von Testosteron an. Dieses sorgt dafür, dass sich der Hoden senkt. Während GnRH als Nasenspray verabreicht wird, muss der Arzt HCG in den Muskel spritzen. Bei der Therapie können beide Hormone miteinander kombiniert werden.
Die Hormontherapie ist in etwa 20 Prozent der Fälle erfolgreich. Das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) liegt bei etwa 25 Prozent. Daher sollten Eltern dafür sorgen, dass betroffene Kinder regelmässig nach einem Monat, nach sechs Monaten und danach jährlich bis zur Pubertät untersucht werden.
Unter bestimmten Bedingungen kann der Hodenhochstand nur mithilfe einer Operation behoben werden:
Bei diesem Eingriff macht der Arzt einen kleinen Hautschnitt in der Leiste. Er legt zuerst den Samenstrang frei und zieht diesen dann nach unten. Anschliessend näht er den Hoden an der tiefsten Stelle des Hodensacks fest (sogenannte Funikulolyse mit Orchidopexie).
Wenn sich der Hodenhochstand (Maldescensus testis) im Verlauf der ersten sechs Lebensmonate nicht von selbst zurückbildet, muss er behandelt werden. Die Therapie sollte diese bis zum ersten Geburtstag des Kindes abgeschlossen sein. Ein späterer Hodenhochstand kann schwerwiegende Folgen (z.B. Unfruchtbarkeit oder Hodenkrebs) nach sich ziehen, da das Hodengewebe bei abnormer Lage auf Dauer geschädigt wird.
Ist das Hodengewebe bereits geschädigt, produziert es zu wenige Spermien, was zur Unfruchtbarkeit führen kann. Erfolgt die Behandlung nicht rechtzeitig, liegt das Risiko einer späteren Unfruchtbarkeit bei einem betroffenen Hoden bei 30 Prozent und bei beiden Hoden bei 70 Prozent.
Das Risiko, im Erwachsenenalter an Hodenkrebs zu erkranken, erhöht sich um das Fünf- bis Zehnfache, wenn ein Hodenhochstand zu spät oder gar nicht erkannt wird.
Wenn sich Samenstrang und Hoden aufgrund des Hodenhochstands drehen, liegt eine sogenannte Hodentorsion vor. Diese führt zu einer akuten Durchblutungsstörung des Hodens, die eine sofortige Behandlung – in der Regel eine Operation – erforderlich macht.
Einem Hodenhochstand (Maldescensus testis) kann man nicht vorbeugen, denn es handelt sich hierbei um eine Entwicklungsunregelmässigkeit, welche sich nicht beeinflussen lässt. Hodenhochstand kann Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs auslösen. Diesen kann man vorbeugen, indem frühzeitig (innerhalb des ersten halben Lebensjahres) die Lage der Hoden bei allen männlichen Neugeborenen kontrolliert und frühzeitig behandelt.