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Warzen beim Pferd resp. bei den Equiden (Esel eingeschlossen) sind sehr häufig. Aber was sind sie, und was kann/muss man tun?
Meistens handelt es sich um das „Equine Sarkoid“, wobei dies umgangssprachlich fälschlicherweise als Warze bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um den einen semimalignen Tumor (teilweise bösartig: sie wachsen lokal aggressiv ins gesunde Gewebe, entwickeln jedoch keine Metastasen/Ableger), der häufigste Hauttumor beim Pferd. Betroffen sind Pferde aller Rassen und jeden Alters, wobei z.B. Quarter Horses deutlich häufiger betroffen sind als Warmblüter. Es wird vermutet, dass eine Infektion mit dem rinderspezifischen Papillomavirus die Entwicklung eines Sarkoides ermöglicht. Es braucht dafür jedoch eine genetische Prädisposition. Zudem wird vermutet, dass ein vorhandenes Trauma als Kofaktor eine Rolle spielt. So kommen Sarkoide an stark beanspruchten Körperregionen wie der Sattelgurtlage und der Schenkelinnenfläche vermehrt vor. Es kann zudem beobachtet werden, dass nach einer Verletzung oder nach chirurgischen Eingriffen Sarkoide erneut oder vermehrt auftreten.
Es gibt verschiedene Formen:
Typische Lokalisationen sind: Gesicht (um die Augen, Ohren), Achsel, Präputium/Schlauch, Zwischenschenkelspalt und Kniefalten
Therapie: Grundsätzlich müssen Sarkoide behandelt werden, wenn sie um oder direkt am Augenlid lokalisiert sind oder an allen Stellen wenn sie wachsen. Je kleiner sie sind, desto eher besteht die Chance, dass sie mit einer einmaligen Therapie verschwinden. Wartet man zulange ab, können sie sehr gross werden oder sich in eine bösartigere Form (fibroblastisches oder gemischtes Sarkoid) entwickeln. Solche Sarkoide neigen zu einer höheren Rückfallrate als z.B. okkulte oder verruköse Sarkoide.
Oft führt eine kombinierte Therapie (chirurgische, kombiniert mit medikamentöser Therapie oder Laser/Cryotherapie) zum besten Erfolg. Kleine okkulte und verruköse Sarkoide eignen sich gut für die alleinige medikamentöse Therapie (Antitumorale Salbe – zb. Aldara). Grössere sowie z.B. noduläre Sarkoide können gut chirurgisch entfernt und verschlossen werden. Sollten sich dann an der betroffenen Stelle erneute kleine Sarkoide entwickeln, kann sofort mit antitumoraler Salbe behandelt werden.
Laserchirurgie und Cryotherapien können im Zusammenhang mit einer Ersttherapie oder bei wieder auftredenden und/oder sehr grossen Sarkoiden angewandt werden.
Grundsätzlich hilft es, eine Therapie während den fliegenfreien Monaten und in einer sportlichen Pause zu planen. Zudem können Ekzem-Fliegendecken helfen, die Verbreitung des Sarkoides an anderen Körperstellen zu verhindern oder zu minimieren.
Oft tritt die Frage bezüglich eines Sarkoides im Zusammenhang mit einer Ankaufsuntersuchung auf, wobei die zukünftigen Pferdebesitzer sich mit der Entscheidung zum Pferdekauf sehr schwer tun. Grundsätzlich besteht ein gewisses Risiko, dass Pferde mit einem Sarkoid ein Problem entwickeln. Das Risiko ist aber sehr gering, wenn das Sarkoid klein ist, eine okkulte oder verruköse Form aufweist, noch nie therapiert wurde und nur an einer Stelle auftritt. Sarkoide um oder am Augenlid, sehr grosse und mehrere Sarkoide sowie fibroblastische und bösartige Formen sind problematischer bezüglich Therapie und bergen trotz einer guten Behandlung ein erhöhtes Risiko für Rückfälle.
Die richtigen „Pferdewarzen“ sind die sogenannten „Equine Papillome“, welche sich als mehrfach blumenkohlartige Knoten um die Nase und die Lippen ansammeln. Sehr selten treten sie an den Beinen auf. Typischerweise ist diese wie beim Menschen eine „Kinderkrankheit“, deshalb sind meist ein- bis dreijährige Pferde betroffen. Diese Pferdewarzen werden ebenfalls durch Papillomaviren verurscht, wobei es sich jedoch um eine pferdespezifische Form handelt (equines Papillomavirus Typ 1).
Diese Pferdewarzen werden in der Regel nur chirurgisch entfernt, wenn sie sehr gross und störend sind. Meistens verschwinden sie ohne Therapie von alleine.