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Artikel: «Chaos in Venezuela: Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren» von SRF News beanstandet (II)
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Mit Ihrer E-Mail vom 15. Februar 2019 beanstandeten Sie den Artikel «Chaos in Venezuela: Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren».[1]Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann daher darauf eintreten. Ich bitte Sie gleichzeitig um Entschuldigung, dass Sie diesen Schlussbericht reichlich verspätet erhalten. Aufgrund eines internen Missverständnisses blieb Ihre Beanstandung unbearbeitet, bis wir den eigenen Fehler entdeckten. Ihre Rechte bleiben indes durch die Verspätung nicht beeinträchtigt: Die Frist von 30 Tagen für eine allfällige Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) läuft von dem Tag an, an dem dieser Schlussbericht in Ihrem Briefkasten liegt.
A. Sie begründeten Ihre Beanstandungwie folgt:
«Ich habe eine Beanstandung zu einem Artikel auf der SRF App und Internetseite von 7.2.2019. bin mir aber ziemlich sicher das dies auch in der <Tagesschau> oder in <10vor10> ebenfalls ausgestrahlt wurde, leider habe ich nachträglich nur noch den Artikel gefunden.
Es geht um den Artikel: Chaos in Venezuela: Maduro lässt Grenzbrücke für humanitäre Hilfe blockieren. Vom gesagten 7.2.2019.
Nun dies ist scheinbar eine Falschmeldung, wie Recherchen der Nachdenkseiten zeigen.[2]Diese Brücke wurde nicht von Maduro oder Venezuela als Staat blockiert sondern von Kolumbien. Dies ist auch nicht eine neue Blockade sondern sie existiert bereits seit Jahren und soll denn Flüchtlingstrom aus Venezuela Richtung Kolumbien erschweren.
Wie die Recherchen zeigen, ist die Blockade auf Kolumbianischer Seite, von Kolumbien erstellt worden, aus denn geschriebenen gründen. Diese Brücke wurde nie eröffnet. Sie wurde auch schon vor Jahren in der Kolumbianischer Presse behandelt, da die Brücke Millionen gekostet hatte und nie in Betrieb genommen wurde. Scheinbar wurde das Foto der Brücke von der US Regierung veröffentlicht und als Pobeganda misbraucht. Es handelt sich hierbei direkt um eine Falschmeldung oder wie Donald Trump gerne Sagt <Fake News>. Scheinbar wurde dies von allen Medien Welt weit ohne nachprüfung übernommen. So leider auch vom SRF. Da das SRF gegenüber anderen Medien einem gesetztlichen Sachlichkeitz Prinzip unterliegen, erwarte ich, dass zumindest das SRF einen Wiederuf bringt. Ich denke das dies zumindest an so Prominent stelle Platziert werden sollte wie die erste Meldung, die sich nun als Falsch heraustellte.
Ich Denke das dies auch im Interesse des SRF ist diese Falschmeldung zu korriegieren und Richtig zu stellen. Es handelt sich hierbei schliesslich um keine Lappalie. Wir erinnern und an die Fake News über die Irakische Massenvernichtungswaffen die schlussendlich zu einem Krieg geführt hatte. Ähnlich wie die Fake News des ersten Golfkriegs und der Bruthkasten Lüge oder denn Golf von Tonkin Vorfall der als Legitimation für den Viatnamkrieg galt und im Nachhinein ebenfalls als nicht Wahr nachgewiesen wurde. All dies hätte unter Umständen verhindert werden können wenn die Öffentlichkeit Zugang zu den Richtigen Infos gehabt hätten. Dies war damals wohl nicht Möglich, jetzt bei diesem konkreten Fall jedoch schon. Auch jetzt versuchen die USA mit solch Falschen Meldungen eine Legitimation durch das verwehren Humanitärer Hilfe für das Venezolanischen Volk eine Krieg oder zumindest Sanktionen Rechtfertigen zu können. So zumindest scheint es nach meiner Einschätzung. Natürlich überlasse ich das der Radaktion wie sie dies Einschätzt. Nichts desto Trotz erwarte ich eine Richtigstellung dieses breichts, ob es nun in einem Zusammenhang mit US. Probeganda geschieht oder nicht.
Die Nötigen Quellenangabe sind im Artikel der Nachdenkseiten vorhanden, mit Artikeln aus einer Kolubianischen Zeitung von 2016 und Informationen eines Amerkanischen Informatikers und Journalisten ect. Die sicherlich nach Prüfung als sichere Quellenangaben Reichen sollten.»
B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Für SRF News antwortete Frau Sandra Manca, Bereichsleiterin:
«Besten Dank für die Gelegenheit, zur Beanstandung von Herrn X Stellung zu nehmen. Im Artikel wird beschrieben, dass die Armee in Venezuela eine Brücke an der Grenze zu Kolumbien blockiert hat. Derselbe Artikel wurde bereits am 7. Februar bei der Ombudsstelle beanstandet (Fallnummer 5768). Wir verweisen deshalb auch auf die von uns dort vorgebrachten Argumente:
Herr X. kritisiert, dass die im Artikel erwähnte Brücke gar nie in Betrieb genommen worden sei. Es handle es sich also um eine nicht sachgerechte Information.
Herr X. hat insofern recht, dass die Brücke gar nie in Betrieb war. Tatsache ist aber auch, dass Venezuelas Präsident diese Brücke im Zusammenhang mit der Diskussion um Hilfslieferungen blockieren lies und damit absichtlich ein Symbol der Abschottung geschaffen hat.
Da dies im ursprünglich publizierten Artikel nicht deutlich wurde, haben wir nach Eingang der Beschwerde eine Präzisierung vorgenommen. Neu heisst es:
<Die Brücke Tienditas nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta wurde mit dem Auflieger eines Tanklastzugs und zwei Containern gesperrt, wie kolumbianische Medien berichteten. Die Brücke war zwar nie in Betrieb, die Sperrung gilt aber als Symbol für die Abschottung Venezuelas gegenüber dem Nachbarn Kolumbien.>
Die Beschwerde trifft aber einen Nebenpunkt der Berichterstattung, weshalb die Sachgerechtigkeit auch ohne die erwähnte Präzisierung gegeben war.
Ergänzen möchten wir folgendes: Auf gewissen Internetseiten wird die Blockade als ‘Fake News’ bezeichnet. Die anerkannten Verifikationsexperten der ARD haben sich deshalb mit dem Fall befasst. Wir schliessen uns den Ausführungen und Einschätzungen der ARD-Kolleginnen und Kollegen an.[3]Wir bleiben deshalb bei der Feststellung, dass der Artikel auf der Website von SRF News sachgerecht war.
Wir bitten Sie die vorliegende Beanstandung in diesem Sinne zu beantworten.»
C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung des Artikels. Der Artikel war fehlerhaft, aber auch Ihre Darstellung ist fehlerhaft. Richtig ist:
- Die Brücke wurde von Kolumbien und Venezuela gemeinsam gebaut, aber wegen der politischen Schwierigkeiten, die dann zwischen den beiden Ländern auftraten, nie eröffnet.
- Kolumbien hat darauf die Brücke 2016 mit Metallzäunen gesperrt.
- Als die Amerikaner anfangs Februar 2019 Hilfsgüter nach Venezuela einschleusen wollten, sperrte Venezuela die Brücke am 5. Februar 2019 zusätzlich mit Containern und einem Tankwagen.
- Die nie eröffnete Brücke ist nicht die einzige Brücke über den Grenzfluss. Es gibt zwei weitere Brücken, die in Betrieb sind und sowohl von Fußgängern als auch von Fahrzeugen stark genutzt werden.
Die Fakten wurden sorgfältig gecheckt.[4]Es steht fest, dass Präsident Maduro seinerseits die Brücke sperren ließ. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Wahrscheinlich befürchtete er, dass Kolumbien die eigenen Sperren öffnet und damit die Brücke für amerikanische Hilfsgüter freigibt. Vieles spielt sich auf der psychologischen Ebene ab, zumal ja andere Brücken offen sind.
Der ursprüngliche Artikel war nicht sachgerecht, weil er unterschlug, dass die Brücke gar nie eröffnet worden war und dass es andere offene Brücken gibt. Ich kann daher Ihre Beanstandung unterstützen. Gleichzeitig anerkenne ich, dass die Redaktion den Artikel ergänzt und die Information somit präzisiert hat.
D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Roger Blum, Ombudsmann
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