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Es gibt verschiedene Wege, um ein Quartier zu entwickeln und die gesetzten Ziele zu erreichen. Montreux entschied sich im Fall des Quartiers Clarens im Rahmen des Projet urbain «CLARENSemble» für ein massgeschneidertes Vorgehen, basierend auf drei Teilprojekten. Innerhalb des Projet urbain wurden neben dem Machbaren auch etwas längerfristige Ziele diskutiert, so etwa die Umgestaltung einer sich im privaten Besitz befindlichen Freifläche, die zu einer öffentlichen «Grand'Place» umgebaut werden soll. Zudem wurden die anstehende bauliche Erweiterung eines Schulhauses genutzt, um im Neubau - neben anderen Dienstleistungen für die Bevölkerung - ein Quartierzentrum zu errichten, das der Bevölkerung zum Schulbeginn 2014 zur Verfügung steht. Das Augenmerk legte die Stadt aber zuerst auf die Verkehrsprobleme: Sie nutzte die bereits beschlossene Einführung von Tempo 30-Zonen und konnte mit geeigneten Massnahmen rasch eine Verbesserung der Verkehrssituation herbeiführen. Damit war ein guter erster Schritt gemacht, der mit viel Wohlwollen zur Kenntnis genommen wurde und Motivation für weitere Etappen gab.
Dem Quartierleben Raum geben
Sozialer Zusammenhalt und Quartieridentität können nur dann entstehen, wenn sich die Menschen im Quartier von Anfang an beteiligen können und mit konkreten Fragen zu ihrem Lebensumfeld konfrontiert werden. Die Gemeinde Montreux verschrieb sich deshalb dem partizipativen Arbeitsstil und packte die wichtigsten Vorhaben gemeinsam mit der Quartierbevölkerung an. Die Visionen der Bevölkerung von Clarens zur neuen Grand'Place wurden genutzt, um eine Planungsgrundlage zu erstellen. Dazu beauftragte die Stadt Montreux einen Landschaftsarchitekten. Nach Fertigstellung der Planung soll dann mit der Umsetzung begonnen werden. Das partizipative Vorgehen hat den Menschen im Quartier auch die Möglichkeit gegeben, ihre Wünsche und Anliegen zum geplanten Quartierzentrum zu äussern. Als innovatives Element wurde im selben Gebäude auch ein Schalter der Stadtverwaltung integriert, um die Behörden besser im Quartier zu verankern.
Von der Schwierigkeit, viele einzubeziehen
Im Verlaufe der Arbeiten hat sich gezeigt, dass Kinder, Jugendliche und Menschen mit Migrationshintergrund bei den Diskussionen um die Quartierzukunft häufig fehlten. Um die Beteiligung dieser Gruppen zu fördern, war eine Reaktion seitens der Stadt nötig und es wurden neue Wege der Partizipation gesucht - und mit Festen, Wettbewerben, altersgerechten Anlässen und kulturellen Events auch gefunden. Aber nicht nur vor Ort, sondern auch in der Stadtverwaltung hat das Projet urbain Wirkung gezeigt: Die Zusammenarbeit zwischen Bauverwaltung, Stadtplanung und Sozialwesen ist spürbar besser geworden und eine neue Zusammenarbeitskultur mit dem Quartier ist am Entstehen. So ist Montreux der Vision einer interdisziplinären, partizipativen und nachhaltigen Stadtentwicklung wieder nähergekommen.
Programm Projets urbains 2008-2011, Montreux (VD)