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Ohrgeräusche (Tinnitus) und Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) sind verbreitet, eine klare Ursachenerklärung existiert bis heute nicht und man geht von biologischen und psychologischen Hintergründen aus.
Subjektiver Tinnitus beschreibt das Phänomen, dass der Betroffene Geräusche hört, bei denen es keine äussere Geräuschquelle gibt und die nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen wird. Tinnitus kann schleichend oder plötzlich (z.B. infolge eines ‚Knalltraumas’ oder Besuchs eines sehr lauten Konzerts) entstehen, es kann sich ein chronischer Tinnitus entwickeln, der für einen Teil der Betroffenen nicht weiter beeinträchtigend ist, von einem anderen Teil der Betroffenen aber als belästigend bis quälend erlebt wird.
Hyperakusis bezeichnet eine abnorme Geräuschüberempfindlichkeit in Bezug auf Geräusche (auch der eigenen Stimme), die gesunde Personen nicht stören. Die Betroffenen hören meist normal (also nicht besser), aber einfach alles lauter als andere. Häufig tritt Hyperakusis nach einem akuten Tinnitus auf, in etwa 30% der Fälle geht Hyperakusis einem akuten Tinnitus voraus.
Auslöser sind somatische (z.B. Schädigung des Hörnervs durch Lärmtrauma), psychische (z.B. Katastrophisieren, überhöhtes Anspruchsniveau) und Umgebungsfaktoren (z.B. familiäre oder berufliche Belastungen, hoher Lärmpegel am Arbeitsplatz), aufrechterhalten wird die Belastung aber v.a. dadurch, dass sich ein Teufelskreis entwickelt, in dessen Zentrum die Fokussierung der Aufmerksamkeit und die negative Interpretation der ‚Störgeräusche’ steht.
Merke: Tinnitus entsteht im Gehirn und nicht im Ohr!
Und: Tinnitus ist ein bekanntes aber ungefährliches Phänomen!
Hauptsächlicher Ansatzpunkt für Therapie und Selbsthilfe ist daher Akzeptanz der Geräusche und lernen, die Aufmerksamkeit weniger darauf zu fokussieren.
Dieser Ratgeber bietet einen guten Überblick zu Erklärungsansätzen und Behandlungsmöglichkeiten.
Es lohnt sich, das Leiden anzupacken und dranzubleiben!
Literatur:
Goebel, G., Thora, C. (2019). Ratgeber Tinnitus und Hyperakusis. Göttingen: Hogrefe. Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie. Band 41.
Lic. phil. Barbara Heiniger Haldimann