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Vor genau 7 Monaten hat mein Praktikum bei ora international begonnen und jetzt geht es langsam dem Ende zu. Doch wie kam ich überhaupt zu ora?
Nachdem ich quasi mein ganzes Leben lang nur zur Schule gegangen bin, Prüfungen geschrieben habe und einen Grossteil meiner Zeit mit Lernen verbracht habe, wusste ich, dass das nicht mehr mein Lebensinhalt sein kann. Ein grosser Wunsch von mir war es schon immer, in einer Organisation zu arbeiten, die genau die gleichen Werte vertritt wie ich. Nach meinem Bachelor-Studium war mir klar, dass ich eine Arbeit haben möchte, wo ich aktiv etwas Gutes für die Menschheit bewirken kann, statt meine Zeit nur hinter Büchern zu verbringen. Deshalb habe ich mich extrem gefreut, als ich im August 2018 mein Praktikum bei ora international anfangen durfte und mich als Teil des ora-Teams für Menschen in akuter Not einsetzen konnte. Weiterlesen
In Haiti hätte eigentlich alles so schön sein können: Eine kleine Insel mitten in der Karibik mit traumhaftem Wetter… Doch leider ist Haiti das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern zählt. Durch die schwache Wirtschaft und instabile politische Lage ist das Leben dort sehr schwer zu bewältigen und die Lebenshaltungskosten für den durchschnittlichen Haitianer steigen immer weiter an. Das Land mit ungefähr elf Millionen Einwohnern ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig.
Seit dem 7. Februar 2019 finden Demonstrationen in ganz Haiti statt. Die Proteste sind gewalttätig und begleitet von Strassensperren, brennenden Barrikaden sowie Plünderungen. Die Proteste forderten bereits sechs Todesopfer. Dies betrifft sowohl das Stadtgebiet von Port-au-Prince als auch die grösseren Städte in den Provinzen. Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten Jovenel Moise, den sie vor allem wegen Verwicklung in Korruption kritisieren. Konkret wirft man der Regierung vor, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das für den Wiederaufbau nach dem folgeschweren Erdbeben von 2010 mit Hunderttausenden Toten verwendet werden sollte. Weiterlesen
Das ist Istvan. Er wird im März gerade mal 3 Jahre alt und kennt nichts anderes als Armut. Er lebt mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester Edina in der rumänischen Stadt Gheorgheni, wo die Familie in einer heruntergekommenen 2-Zimmer-Wohnung lebt. Istvans Familie leidet unter schweren finanziellen Problemen.
Die Mutter ist arbeitslos und der Vater verdient nur bei gelegentlichen Aushilfsjobs etwas. Jeder neue Tag bringt grosse Ungewissheit für die ganze Familie und jeden Abend fragen sich die Eltern, ob sie ihren Kindern am nächsten Morgen noch genug Essen auf den Tisch stellen können. Weiterlesen
ora-Patenschaften erstrecken sich über viele Länder, mit dem Ziel, Kindern und ihren Familien eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dazu ist eine gute Zusammenarbeit sehr wichtig, damit die Patenkinder in den diversen Ländern optimal betreut und versorgt werden können. Unsere Partnerorganisation in Haiti heisst COFHED und diese möchten wir Ihnen etwas näher bringen:
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Mit über eine Milliarden Bewohnerinnen und Bewohnern gehört Indien zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt und es weist nach China das zweitgrösste Bildungssystem auf. Indien kämpft jedoch nach wie vor gegen grosse Armut, Ungleichheit und Analphabetismus.
2009 wurde Bildung in Indien als fundamentales Recht in der Verfassung festgeschrieben. Seitdem unterliegen Kinder von 6 bis 14 Jahren der Schulpflicht. Ihnen wird also ein kostenloser Schulbesuch garantiert, doch trotzdem gehen viele Kinder nicht zur Schule. Warum? Tatsächlich weigern sich Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken, denn wer lernt, dem fehlt die Zeit zum Betteln. So denken verarmte Familien in Indien, die täglich um ihr Überleben kämpfen. Kinderarbeit ist dort sehr weit verbreitet. Ab dem Alter von fünf Jahren fangen Kinder teilweise schon an zu arbeiten.
Das teure an den Schulen ist nicht der Unterricht selbst, sondern das Schulzubehör. Mit einer ora Patenschaft wird dafür gesorgt, dass die Kinder Geld bekommen, um sich Bücher, Notizhefte, Schreibzeug und ein Mittagessen zu leisten. Ausserdem dient das Geld einer Patenschaft auch dazu, eine Schuluniform zu kaufen. Schwester Ephrem, unsere Projektpartnerin aus Indien erklärt, dass Schuluniformen dazu dienen, dass alle Kinder gleich angesehen werden und es somit keine Diskriminierung gibt. Viele Kinder können die Schule nicht besuchen, weil den Eltern eben genau dieses Zusatzgeld für das ganze „Zubehör“ fehlt und genau da setzt ora an: Die ora Patenschaften bieten also den Eltern finanzielle Entlastung und somit können die Kinder in die Schule geschickt werden.
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Seit November 2015 unterstützt ora zwei Projekte in Sierra Leone mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Durch Patenschaften werden die Kinder unterstützt und ihr Umfeld profitiert ebenfalls. Es werden Ausbildungs- und Einkommensmöglichkeiten für die Eltern der Patenkinder geschaffen. Die so erlernten Fähigkeiten und das erworbene Kapital helfen den Familien, sich langfristig selbst versorgen zu können. Ohne unsere Projektpartnerin Glorious, die in Sierra Leone vor Ort aktiv mitwirkt, wäre das alles nicht möglich.
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Wenn man an Europa denkt, kommen imposante Städte wie London, Paris oder Zürich in den Sinn. Wir verbinden diese europäischen Städte mit Reichtum, Schönheit und Kultur. Ja, Europa hat definitiv ein paar Städte und Länder, wo es sich sehr gut leben lässt. Unsere schöne Schweiz gilt sogar als eines der reichsten Länder Europas. Scheint also alles in Ordnung zu sein. Doch halt! Nicht alle Europäer haben das Glück, so ein sorgloses Leben zu führen, wie wir in der Schweiz. Rumänien gilt als eines der ärmsten Länder Europas. Dies macht sich vor allem im Gesundheitswesen bemerkbar.
Völlig überfüllte Arztpraxen, nicht genug Personal und zu viele kranke Leute: So sieht der rumänische Alltag aus. In Rumänien gibt es immer weniger Mediziner, doch eine steigende Anzahl Patienten. Seit Rumänien in 2007 der EU beigetreten ist, hat ein Drittel der Ärzte das Land bereits verlassen, gefolgt von rund 40‘000 Pflegern und Pflegerinnen. Der Grund dafür sind die tiefen Löhne, die permanente Überbelastung, sowie die fehlende Anerkennung im rumänischen Gesundheitswesen. Somit verlassen viele Arbeiter das staatliche Gesundheitssystem und suchen sich im Ausland Arbeit, denn dort verdienen die in Rumänien ausgebildeten Ärzte 10- bis 20-mal so viel. Durch den grossen Personalmangel ist das verbliebene Personal hoffnungslos überlastet. Pfleger und Pflegerinnen betreuen nun statt 15 Betten doppelt so viel. Weiterlesen
Vergangene Woche ereignete sich in Haiti ein Erdbeben der Stärke 5.9. Bislang ist von 15 Todesopfern und 333 Verletzten die Rede. Im Nordwesten des Landes seien mehr als 7‘000 Häuser beschädigt oder zerstört worden. Angaben zufolge war das Beben in allen Teilen des Landes zu spüren und es brach in mehreren Ortschaften Panik aus. Die Bewohner in unseren Projektdörfern, Lougou und Raymond, in Haiti sind gottseidank wohlauf und wurden verschont. Madeleine, unsere Projektleiterin berichtet, dass sie das Beben im Süden Haitis, wo sich die beiden ora-Projektorte befinden, zwar mitbekommen haben, doch der grösste Teil des Bebens und die Schäden sind im Norden passiert.
Haiti ist bekannt für Naturkatastrophen: Schon im Jahr 2010 wurde der verarmte Karibikstaat von einem heftigen Erdbeben der Stärke 7 erschüttert. Mehr als 220‘000 Menschen kamen damals ums Leben. Damit handelt es sich um das schwerste Erdbeben in der Geschichte Nord- und Südamerikas. Insgesamt waren über drei Millionen Menschen, also etwa ein Drittel der Bevölkerung Haitis, von dem Erdbeben betroffen. Noch heute leiden die Menschen unter dieser Katastrophe, denn viele Haitianer leben immer noch in Notunterkünften. Weiterlesen
Seit ich mein Praktikum hier bei ora international angefangen habe, sehe ich, was sich alles so hinter einer Hilfsorganisation verbirgt. Unter anderem schreibe ich Berichte über unsere vielen Patenkinder. Dabei ist mir aufgefallen, dass besonders in unserem Partnerland Guinea-Bissau, wo wir mit dem Waisenhaus Casa Emanuel zusammenarbeiten, enorm viele Zwillingskinder dabei sind. Irgendwann habe ich mir dann gedacht, dass das ja kein Zufall mehr sein kann. Prompt habe ich meine Chefin darauf angesprochen und sie hat mir erklärt, dass Zwillinge in Guinea-Bissau als etwas Negatives angesehen werden und deswegen von den Eltern schon kurz nach der Geburt weggegeben werden, oder sehr oft auch einfach getötet werden. Ich war schockiert, das zu hören, denn bei uns in der Schweiz sind Zwillinge ja etwas ganz Normales und ich kann nicht verstehen, warum ein Kind bestraft werden soll, nur weil es ein Zwilling ist. Ich habe dann über dieses Thema recherchiert und mich auch mit unserer Projektpartnerin Josi, die in Guinea-Bissau im Waisenhaus arbeitet, über das Thema Zwillinge ausgetauscht.
Josi hat folgendes dazu berichtet: „In den Köpfen der Einheimischen herrscht immer noch der Glaube, dass Zwillinge verflucht sind. Vor allem in den Dörfern ist das so. Der Fluch lautet, dass wenn Zwillinge geboren werden, einer davon getötet werden muss, weil wenn beide weiterleben, dann das ganze Dorf verflucht wird. Viele Zwillinge werden also getötet.“ Die meisten Volksstämme in Guinea-Bissau sind noch von Naturreligionen abhängig und beschäftigen sich viel mit Voodoo. Daher kommt auch der negative Gedanke gegenüber Zwillingen. Weiterlesen
Florence, unsere Projektpartnerin aus Ruanda hat ein paar Fragen für uns beantwortet.
Florence mit ihrer Familie
Florence arbeitet bei Solace Ministries in Ruanda. Das ist eine christliche, unpolitische Non-Profit-Organisation, die sich den Bedürfnissen von Witwen und Waisen des Völkermordes von 1994 widmet. In nur 100 Tagen Bürgerkrieg starben fast eine Million Menschen und unzählige verloren ihre ganze Familie. Das Ziel von Solace Ministries ist es, zu einer alternativen Familie für Überlebende zu werden. Die Mitarbeiter bieten Unterstützung an und kreieren Netzwerke für diejenigen, die traumatisiert und einsam sind, um ihnen dabei zu helfen, ihre Zukunft positiv zu gestalten. Der holistische Ansatz ist ihnen sehr wichtig und beinhaltet alles von medizinischer Versorgung bis hin zu unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten. Florence arbeitet bei Solace Ministries als Koordinatorin der Sponsoring-Programme. Sie hat diesen Job gewählt, weil sie den direkten Kontakt zu den Leuten sehr schätzt. Sie sagt, das Beste an ihrem Job ist es definitiv, die positive Entwicklung der Menschen mitzuerleben, die Schwieriges durchgemacht haben. „Die Verwandlung sollte von innen kommen und sich dann auf das tägliche Leben übertragen. Es gibt immer Hoffnung, egal was passiert ist“, erklärt Florence im Interview. Auf die Frage, was denn die grösste Herausforderung in ihrem Job sei, erzählt Florence: „Für mich war und wird es auch in Zukunft die grösste Herausforderung sein, zu akzeptieren, dass ich nicht allen Leuten helfen kann, weil wir einfach nicht genügend Mittel zur Verfügung haben.“ Somit zeigt sich, dass der Job definitiv positive Seiten hat, wenn man miterleben darf, wie die Leute Freude am Leben entwickeln, doch man muss auch stark genug sein mit den Schattenseiten umzugehen und mit schweren emotionalen Schicksalen zurecht kommen können. Für Florence überwiegt auf jeden Fall das Positive und sie möchte diese Erfahrungen, die sie durch ihre Arbeit machen durfte, auf keinen Fall missen.
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