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Die folgende Zusammenfassung basiert auf IAEO-Informationen.
Umfangreiche Vorbereitungsarbeiten für IAEO-Missionen
Die IAEO informierte am Mittwoch, 13. April 2022, dass sie eine Reihe von Missionen zur technischen Unterstützung nach Tschernobyl und zu weiteren Nuklearstandorten der Ukraine plane. Dies, um das Risiko eines nuklearen Unfalls während des Konflikts zu verringern. Die IAEO erörtere zusammen mit den ukrainischen Partnern, welche Art von sicherheitsrelevanter Ausrüstung – einschliesslich Ersatzteilen und Komponenten – an den verschiedenen Nuklearstandorten benötigt würden. Die Ukraine verfügt über 15 Kernkraftwerksblöcke in vier Kernkraftwerken sowie über verschiedene Anlagen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle in Tschernobyl.
Generaldirektor Rafael Mariano Grossi arbeite mit der Ukraine daran, um Termine und ein Arbeitsprogramm für die Missionen zur Gewährleistung der Sicherheit und Sicherung im Kernkraftwerk Tschernobyl festzulegen. Am 10. April verkündete Grossi: «Sobald es möglich ist, werde ich eine IAEO-Mission nach Tschernobyl leiten, um dort eine radiologische Bewertung vorzunehmen, die Fernüberwachung der Anlage und ihres Kernmaterials wieder aufzunehmen und Ausrüstung, einschliesslich Ersatzteile und Komponenten, für den sicheren Betrieb des Kernkraftwerk zu liefern.» Derzeit erhält die IAEO-Zentrale in Wien – mit Ausnahme von Tschernobyl – Daten von den in den Kernanlagen installierten Überwachungssystemen, welche die Proliferation verhindern sollen.
Es sei zwar sehr positiv, dass die ukrainischen Behörden nach und nach die behördliche Kontrolle über Tschernobyl wiederherstellen würden, aber es sei klar, «dass noch viel zu tun bleibt, um den Standort wieder in die Normalität zurückzuführen», sagte Grossi vor einigen Tagen. Die Mission in die Nordukraine mit Experten der IAEO für nukleare Sicherheit, Sicherung und Sicherungsmassnahmen soll nach Angaben der IAEO Ende des Monats stattfinden.
Details zu Schäden im Labor für Umweltproben
Am 10. April konnte SNRIU der IAEO auch näheren Angaben zu den Schäden in den Analyselaboren für die Strahlungsüberwachung in Tschernobyl machen, die es während der russischen Besatzung gab: Die Räumlichkeiten seien zerstört und die Analyseinstrumente gestohlen, zerbrochen oder anderweitig ausser Betrieb gesetzt worden. Darüber hinaus sei ein angegliedertes Informations- und Kommunikationszentrum geplündert, Teile seiner Kommunikationsleitungen zerstört und die automatische Übertragung von Strahlungsüberwachungsdaten deaktiviert worden.
Schichtwechsel in Tschernobyl erfolgt
Am 10. April informierte SNRIU die IAEO ebenfalls darüber, dass wieder ein Schichtwechsel in Tschernobyl durchgeführt werden konnte. Das Kraftwerkpersonal hätte aber mit Booten aus Slawutytsch, wo das meiste Personal herkomme, nach Tschernobyl gebracht werden müssen. Dies sei der erste Schichtwechsel nach Abzug der russischen Truppen aus Tschernobyl am 31. März, so die IAEO. In der Zeit zwischen der Einnahme am 24. Februar und dem Abzug sei nur ein Schichtwechsel am 20./21. März möglich gewesen. Gemäss IAEO hat Generaldirektor Grossi diesen notwendigen und positiven Schritt sowohl aus menschlicher Sicht als auch aus Sicht der nuklearen Sicherheit sehr begrüsst.
Lage in den weiteren Kernkraftwerken der Ukraine
Laut IAEO sind von den ukrainischen Kernreaktoren derzeit sieben am Netz, darunter zwei im russisch kontrollierten Kernkraftwerk Saporoschje, zwei in Rowno, zwei in Süd-Ukraine und einer in Chmelnizki. Die acht anderen Reaktoren seien für regelmässige Wartungsarbeiten abgeschaltet oder würden in Reserve gehalten. Die Sicherheitssysteme in den vier Kernkraftwerken sein weiterhin funktionsfähig, und sie verfügten auch weiterhin über Strom von ausserhalb der Kraftwerksstandorte.
Quelle
B.G. nach IAEO, Medienmitteilungen, 10. und 13. April 2022