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Wirkmechanismus PharmakodynamikDer Wirkmechanismus beschreibt, auf welche Art und Weise ein pharmazeutischer Wirkstoff seine pharmakologischen Effekte im Körper ausübt.
synonym: WirkweiseHäufigster Wirkmechanismus
Die meisten Wirkstoffe binden an eine makromolekulare Zielstruktur, ein sogenanntes Drug Target. Dabei handelt es sich in der Regel um Proteine wie Rezeptoren, Transporter, Kanäle und Enzyme oder um Nukleinsäuren. So interagieren beispielsweise die Opioide mit den endogenen Opioid-Rezeptoren und wirken so schmerzlindernd.
Targets können auch körperfremde Strukturen sein. Die Penicilline hemmen bakterielle Enzyme, die für den Aufbau der Zellwand der Bakterien verantwortlich sind.
Und umgekehrt können als Wirkstoffe auch Makromoleküle wie falsche Rezeptoren verabreicht werden, die kleine Moleküle binden.
Bindung von Rivaroxaban an den Faktor Xa (PDB 2W26).Weitere Beispiele
Es existieren zahlreiche weitere Mechanismen:
- Bei der Substitutionstherapie werden Stoffe, Verbindungen oder Zellen ersetzt, die dem Körper fehlen. So zum Beispiel Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme, Hormone, Bakterien (mit Probiotika), Flüssigkeit sowie Blut und seine Bestandteile.
- Bei einer Säure-Base-Reaktion findet eine Neutralisierung statt. Die Antazida, die beim Magenbrennen eingenommen werden, sind typische Vertreter mit diesem Mechanismus.
- Einige Abführmittel ziehen osmotisch Flüssigkeit in den Darm, machen den Stuhl so gleitfähiger und fördern die Darmentleerung.
- Aktivkohle adsorbiert Giftstoffe an sich und wird deshalb als Antidot eingesetzt.
- Chelatbildner wie Deferoxamin bilden Komplexe mit Ionen und führen sie der Ausscheidung zu.
- Monoklonale Antikörper binden selektiv an körpereigene oder -fremde Strukturen und führen zu einer Aktivierung oder Inaktivierung. Sie können auch eine Zerstörung unerwünschter Zellen vermitteln.
- Zerstörung von Zellen und Gewebe, zum Beispiel mittels Säuren für die äusserliche Therapie von Warzen.
- Einbau eines falschen Substrats bei der DNA- oder RNA-Synthese (Antimetaboliten).
- Zerfall des Wirkstoffs unter der Bildung radioaktiver Strahlung.
- Bei der Gentherapie wird der genetische Code von somatischen Zellen eines Patienten verändert. Damit lassen sich Erbkrankheiten behandeln. Es kann auch auf der Ebene der Transkription, dem Splicing und der Translation eingegriffen werden. Dabei werden die Gene selbst nicht verändert.
- Bei der Zelltherapie werden körpereigene oder -fremde Zellen vermehrt (expandiert) und lokal oder systemisch verabreicht. Die Zellen können mit gentechnologischen Mitteln verändert werden. Es kommen auch Stammzellen zur Anwendung.
- Onkolytische Viren sind gentechnisch veränderte und abgeschwächte Viren, die selektiv Krebszellen im Körper angreifen und zerstören.
Interessenkonflikte: Keine / unabhängig. Der Autor hat keine Beziehungen zu den Herstellern und ist nicht am Verkauf der erwähnten Produkte beteiligt.