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Als Sebastião Salgado Ende der 1990er-Jahre sein Werk Exodus abschloss, hatte er so viel Gewalt gesehen, dass er sein Vertrauen in die Menschheit verlor und am Rande einer Depression stand. Er zog sich darauf in seinen Geburtsort Aimorés in Minas Gerais, Brasilien, zurück, wo er eine neue Passion fand.
Seine Eltern besassen in dieser Gegend ein Landgut, auf dem er seine Kindheit verbracht hatte und das über die Jahre hinweg teilweise abgeholzt worden war. Seine Eltern hatten ihm das Gut übertragen. Léila, Salgados Lebens- und Arbeitsgefährtin, hatte darauf die Idee, diesen Teil des atlantischen Waldes wieder aufzuforsten. So wurde das Projekt Terre geboren: bis heute wurden über zwei Millionen Bäume gepflanzt. Sie konnten beobachten, wie wieder Leben entstand. Das gab ihnen viel Energie und führte zur Idee von Genesis, einem Projekt, das zeigen will, was auf unserem Planeten noch intakt ist.
Es nahm zwei Jahre an Vorbereitungen in Anspruch, acht Jahre an Foto-Reisen – von der Arktis bis zur Antarktis, von den Galapagos in den Amazonas – und zwei Jahre, um das ganze Material zu bearbeiten. Genesis besteht aus zwei Büchern, wovon das eine zu einem Verkaufsschlager wurde. Zudem wurde Genesis in Ausstellungen in verschiedenen Ländern gezeigt, so auch im Musée de l'Elysée in Lausanne. Hier hat swissinfo.ch den Fotografen Sebastião Salgado zum Gespräch getroffen.