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Wissenschafter der neuseeländischen Universität Otago haben sich im letzten Jahr daran gemacht, eines der ältesten Rätsel der schottischen Geschichte zu lösen: Die Geschichte um das Ungeheuer von Loch Ness.
Die Forscher haben über 200 Proben aus dem Wasser genommen. Diese Proben haben die Wissenschafter auf die sogenannte Umwelt-DNA untersucht: Es handelt sich dabei um freie DNA in der Umwelt. Sie wird in geringen Mengen von Organismen abgegeben. Ein Fisch etwa verliert während des Schwimmens DNA, die dann über die Zeit abgebaut wird.
Die Wissenschafter konnten mit ihrer Methode ziemlich genau herausfinden, was sich für Pflanzen, Insekten, Fische und Säugetiere in dem Gewässer befinden.
Am heutigen Donnerstag wurden die Resultate der Weltpresse präsentiert. Und Neil Gemmell, Leiter des neuseeländischen Forscherteams, räumte gleich mit der Theorie auf, dass es sich allenfalls um einen Plesiosaurier handeln könnte.
«Wir können in unseren Umwelt-DNA-Sequenzdaten keine Beweise für eine Kreatur finden, die im entferntesten damit zusammenhängt. Also, sorry, ich glaube nicht, dass die Idee des Plesiosauriers aufgrund der Daten, die wir erhalten haben, Bestand hat.»
Gemmell sagte weiter, es seien auch keinelei Hai-DNA, Wels-DNA oder Hinweise auf Störe in Loch Ness gefunden worden. Aber es geben «eine sehr grosse Menge an Aal-DNA. Aale sind in Loch Ness sehr reichlich vorhanden». Die Aal-Spuren seien an so ziemlich jeder Stelle gefunden worden im See.
Ist oder war Nessie also einfach ein grosser Aal?
«Nun, unsere Daten verraten nicht ihre Grösse», so Gemmell. «Aber die schiere Menge des Materials sagt, dass wir die Möglichkeit nicht ausschliessen können, dass es im Loch Ness Riesenaale geben könnte. Deshalb können wir nicht ausschliessen, dass das, was die Leute für das Loch Ness Monster halten, ein Riesenaal sein könnte.»
Die erste bekannte Erwähnung des mittlerweile unter dem Namen Nessie weltberühmten Ungeheuers stammt aus dem Jahr 565.
Seine Berühmtheit erlangte das Wesen jedoch erst am 2. Mai 1933: Die Zeitung «Inverness Courier» brachte damals als erste Zeitung einen Artikel. Titel: «Seltsames Schauspiel in Loch Ness – Was war das?»
Der Korrespondent der Zeitung stützte seinen Bericht auf die Aussagen eines bekannten Geschäftsmannes und seiner Frau – einer Hochschulabsolventin. Das einheimische Paar sei dem See Loch Ness entlanggefahren und habe plötzlich und für über eine Minute «ein riesiges, im Loch tauchendes Tier» gesichtet.
Der Bericht über das «Monster» (eine vom Redakteur des «Courier» gewählte Bezeichnung) wurde eine Mediensensation: Londoner Zeitungen entsandten Reporter nach Schottland, und ein Zirkus bot sogar eine Summe von 20'000 Pfund für das Einfangen des Monsters.
Heute strömen 400'000 Touristen jährlich zum Süsswassersee im schottischen Hochland. Rund 10 vermeintliche Nessie-Sichtungen werden pro Jahr gemeldet. Doch bis heute gibt es nur verschiedene Theorien, was die Sichtungen betrifft (etwa, dass es sich um badende Elefanten oder schwimmendes Holz gehandelt haben könnte), aber keinerlei Beweise über die Existenz einer ungewöhnlichen Seekreatur.
Die BBC berichtete bereits 2003 von einer ausführlichen Untersuchung des Loch Ness', die von einem BBC-Team mit 600 Sonarstrahlen durchgeführt worden sei. Es wurde keine einzige Spur eines «Seemonsters» gefunden. Das BBC-Team schloss seinen Bericht damit, dass Nessie nicht existiere.
(meg)