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«Einige von uns hatten Gitarren, einige von uns hatten Mikrofone, einige von uns hatten Schlagzeugstöcke. Catherine Ceresole hatte eine Kamera», schreibt Thurston Moore, einer der Gitarristen von Sonic Youth, in einem Text zum Fotoband «Beauty Lies in the Eye». Seine Aussage bezieht sich auf die frühen achtziger Jahre in New York, das damals Manhattan bedeutete. Die Clubs, in denen die aufregend neue und rohe Musik gespielt wurde, die wenig später als «No Wave» bezeichnet wurde, hiessen Danceteria, CBGB’s, Tier 3, Mudd Club, Max’s Kansas City oder Hurrah.
Die aus Rolle VD stammende Catherine Ceresole war 1979 zusammen mit ihrem Mann Nicholas, der sein Wissen als Sound Engineer vertiefen wollte, nach New York gekommen. Sie blieben zwölf Jahre hängen, bevor sie wieder in die Schweiz zurückkehrten.
In dieser Zeit waren sie in den kleinen Clubs unterwegs. Als Ceresole während einer Performance der Dichterin/Sängerin Lydia Lunch mit Blitzlicht fotografierte, schrie jemand: «Who’s the fucking asshole who took a picture with a flash?» Lunch unterbrach ihren Auftritt, und Ceresole verwendete danach keinen Blitz mehr. Ihre Aufnahmen sind roh und körnig, oft aus dem Gedränge am Bühnenrand heraus fotografiert. Sie entsprechen der Ästhetik der Zeit und wollten keine Kunst sein, sind es erst über die Jahre geworden.
Die Fotos von Catherine Ceresole zeigen MusikerInnen wie Ikue Mori, John Lurie und Elliott Sharp, Bands wie The Swans und Sonic Youth zu einem Zeitpunkt, als sie noch unbekannt waren und kaum von den Medien wahrgenommen wurden. Die Aufnahmen, die sie regelmässig an die MusikerInnen weitergab, verdichten Emotion, Aktion und die Energie der Musik.
Catherine Ceresole hat den Buchtitel «Beauty Lies in the Eye» aus dem gleichnamigen Song von Sonic Youth übernommen. Er ist Teil der Verse «Beauty lies in the eyes of another’s dreams / Beauty lies lost in another’s dream». Mit dem Buch ruft uns die Fotografin die verloren geglaubten Träume der achtziger Jahre wieder in Erinnerung.
Die Ausstellung «Catherine Ceresole. Other Music» wird am Freitag, 18. Oktober, im Centre culturel suisse in Paris eröffnet. Anschliessend spielt Thurston Moore im Rahmen des Festivals «Bad Bonn Kilbi in Paris». www.ccsparis.com