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Phylogenie
Der Grasfrosch (Rana temporaria, Linnaeus 1758) gehört zur Familie der echten Frösche (Ranidae), welche weltweit mit über 250 Arten vertreten ist - die meisten davon gehören zur Gattung Rana. Innerhalb der Art Rana temporaria wurden mehrere Unterarten beschrieben, als aktuell valid gilt neben der Nominatform (R. t. temporaria) nur noch die nordwest-iberische Form (Rana t. parvipalmata) [1].
Beschreibung
Er gehört innerhalb der Schweiz zu den grössten Froschlurchen (Anura) und erreicht eine durchschnittliche Kopf-Rumpf-Länge von 6-9 cm, selten bis 11 cm. Die Grundfärbung ist meist braun, kann aber auch gelb, rötlich oder bläulich sein. Des Weiteren besitzen Grasfrösche eine sehr variable Fleckenmusterung (siehe Galerie unten). Die Schnauze ist kurz und stumpf, das unterscheidet die Art z.B. vom Springfrosch, der ebenfalls in der Schweiz vorkommt.
Biologie & Ökologie
Die Art ist typischerweise nachtaktiv, kann aber besonders während der Laichzeit auch tagsüber aktiv angetroffen werden. Zwischen Februar und März wandern die adulten Frösche von ihren Überwinterungsplätzen zu ihren Laichgebieten, dabei treten regelmässig Massenwanderungen zusammen mit Erdkröten auf. Oft klammern sich die Männchen bereits an Land an ein Weibchen (Amplexus) und lassen sich vom Weibchen zum Wasser tragen. Dort legt das Weibchen mehrere Laichklumpen von je bis zu 4500 Eier ab [1]. Während der Laichzeit rufen die Männchen nachts- und oft auch tagsüber mit einem eher leisen, dumpfen Brummen um Weibchen anzulocken. Die Befruchtung findet ausserhalb des Körpers statt - das Männchen gibt seine Spermien bei der Laichabsetzung ab. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich bis in die Sommermonate, dann gehen sie in die Metamorphose und kommen als fertige Frösche an Land. Besonders die Kaulquappen sind vielen Feinden ausgesetzt, u.a. Molchen, Libellenlarven und Fischen.
Verbreitung & Lebensraum
Extrem weit verbreite Art in ganz Europa, ausser im mediterranen Süden. Der Grasfrosch gilt als Generalist, was Habitatswahl betrifft, so wird ein breites Spektrum an Gewässertypen als Laichplatz angenommen. Neben vielen natürlichen Gewässertypen wird er oft auch in Gartenteichen angetroffen. Er besiedelt Höhenlagen von bis zu 2800 m.ü.M. [1]. Ausserhalb der Laichzeit ist die Art nicht am Wasser, sondern in feuchten Wäldern anzutreffen, dort verbringen auch die Jungtiere die ersten 2-4 Jahre, bis sie geschlechtsreif sind.
Galerie
Verwendete Literatur:
[1] Speybroeck J. et al. 2016: Field Guide to the Amphibians & Reptiles of Britain and Europe, s. 166-169.
[2] Glandt D. 2015: Reptilien und Amphibien Europas - Alle Arten im Portrait.