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Gret Haller
Die Grenzen der Solidarität
Aufbau Verlag, 2002
Nach ihrer aktiven Zeit in der schweizerischen Politik arbeitete Gret Haller etwas mehr als ein Jahr als Schweizer Botschafterin im Europarat in Strassburg, um dann von 1996 bis 2000 als Menschenrechtsbeauftragte in Sarajevo im Wiederaufbau des kriegsversehrten Landes Bosnien tätig zu sein. In ihrem 2002 erschienenen Buch „Die Grenzen der Solidarität. Europa und die USA im Umgang mit Staat, Nation und Religion“ zeigt sie, ausgehend von den unterschiedlichen Denkweisen europäischer und US-amerikanischer Aufbauhelferinnen und -helfer in Bosnien, verschiedene transatlantische Unterschiede auf, die weit über das hinausgehen, was man sich in Europa bisher als möglich vorgestellt hat.
In der literarischen Matinée in der Reformierten Stadtkirche wird Gret Haller am Auffahrtstag das Thema der Menschenwürde in den Mittelpunkt stellen. Die Analysen ihres Buches, die auf Beobachtungen der Verhältnisse vor der Regierungszeit des gegenwärtigen US-Präsidenten basieren, hatten bereits mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine ungewollte Aktualisierung erfahren. Die Geschehnisse im Vorfeld des Irak-Krieges und die dadurch entstandene Aktualität haben nun unterschiedliche Denkweisen über die Würde des Menschen weltweit noch offenkundiger werden lassen.