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3) die
Ebene von Thun, ein altquartäres Kanderdelta, mit der so überaus typischen Moränen-Hügellandschaft
auf dem linken Aareufer
(Amsoldingen).
Von der Stockhornkette gehört zum Amtsbezirk Thun der n. Absturz des
Kammes vom Gantrist zum
Walalpgrat mit den charakteristischen
Gipfeln des Gantrist (2177 m) und der
Nünenen (2087 m), der einen langen, scharfen
Kamm bildenden
Krummefadenfluh (2015
m), der Kuppe des
Hohmad (2079 m), dem schmalen Rasenfirst des Menschelenspitz (2022 m) und
Widderfeld (1910 m) und dem breiten,
steil gegen das
Stockenthal abstürzenden Gewölbe des
Walalpgrates (1918 m). Mehrere Thälchen sind in diese Bergflanke eingeschnitten.
Ausser der breiten Mulde der
Gürbe seien das Fallbachthal, der
Sulzgraben und der
Rufigraben genannt. Die
beiden letzteren liegen im Sommer mitunter fast trocken, während der
Fallbach sich das ganze Jahr durch Wasserreichtum auszeichnet.
Die Alpweiden dieses Gebietes sind ziemlich steil und stehen, an Ausdehnung und Ertragsfähigkeit hinter denjenigen
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Durch das von der Kander in diesen Hügelwall eingegrabene Flussthal, welches sich gegen die Thunerallmend
hin öffnete, wurde nach deren Ablenkung in den See (1714) der Glütschbach geleitet, der bei Uttigen von links in die Aare mündet.
Das ehemalige Ueberschwemmungsgebiet der Kander und Aare, die von Gwatt bis Uttigen sich ausdehnende, 5 km breite und 9 km
lange Ebene, von welcher ein Teil als Artillerieschiessplatz benutzt wird, ist fast ganz in Kulturland umgewandelt worden.
Ebenso fällt der Bergstock der Blume steil und ohne grössere Terrassenbildung nach dem See hinunter, wo die Ortschaften Hilterfingen,
Oberhofen, Gunten und Merligen auf dem schmalen Ufersaum kaum Raum finden. Besonders steil sind die gegen
den See in parallelen Bogen sich senkenden Abstürze des Beatenberges (2067 m) und des Sigriswilergrates (2053 m), zwischen welchen
das hinter Merligen sich öffnende Justisthal eingebettet liegt. Diese beiden Ketten mit ihren verwitterten Gräten und Karrenbildungen
tragen ein wildes Gepräge, ebenso die ihre Verbindung mit dem Hohgant vermittelnde Kette der Sohlflühe
(1956 m). Der westl. an den Sigriswilgrat angelehnte Bergstock der Blume (1395 m), der Molasse angehörend, entsendet mehrere
tief eingerissene Wasserläufe nach dem Thunersee, so den Stampbach bei Ralligen, den Gunten- und den Oertlibach bei Gunten, den
Kohlgraben bei Oberhofen, den Hünibach oberhalb des Ausflusses der Aare.
Dieses hochgelegene, stark bewaldete Berggelände mit seinen tiefen «Krächen»
und stotzigen «Eggen» trägt den Charakter der oberemmenthalischen Gebirgslandschaft. Das selbe gilt auch von dem 16 km langen Thal
der Zulg, das in seinem unteren und mittleren Lauf schluchtartig eingegraben ist und bis an den Fuss des Hohgant reicht. Es
wird im S. durch den Sigriswilgrat und die von ihm abzweigenden firstartigen, gegen die Zulg steil abfallenden und durch tiefe
Gräben
von einander getrennten Ausläufer, sowie durch die N.-Abdachung der Blume, die den Namen Winterseite
und Homberg trägt, begrenzt.
Der Amtsbezirk weist innerhalb seiner Grenzen sowohl in landschaftlicher wie in kultureller Hinsicht grosse Gegensätze auf,
da sich auf diesem kleinen Gebiet Oberland, Emmenthal und Mittelland vereinigen. Die auf dem rechten Aareufer gelegenen Ortschaften
mit ihren Bewohnern tragen mehr den Charakter des Emmenthales, während auf dem linken Ufer die Einflüsse
des Mittellandes und des Oberlandes sich kreuzen. Hier finden sich in dem selben Dorfe das den mittelländischen Typus tragende
Bauernhaus und das Oberländerhaus. Die Landschaftsbilder, die sich von der Umgebung Thuns darbieten, sind weltberühmt und
einzigartig durch die Verbindung von Hochgebirge, Voralpen, See und Mittelland.
Der Amtsbezirk umfasst eine Bodenfläche von 28090 ha und zählt 33473 Ew., so dass auf 1 km2 112 Ew.
kommen. Er ist an Flächeninhalt der 9., an Bevölkerungszahl der 2., an Bevölkerungsdichte der 9. Amtsbezirk des Kantons.
Von den in 4403 Häusern wohnenden und auf 7181 Haushaltungen sich verteilenden 33473 Einwohnern gehört
die weit überwiegende Mehrheit der reformierten Konfession an, indem nur 618 zugewanderte Katholiken sind. Die Bevölkerung
ist im Zunehmen begriffen, wie aus folgenden Ziffern sich ergibt: 1764: 12166 Ew.;
Hauptbeschäftigung der Bewohner ist die Landwirtschaft, die wegen der grossen klimatischen Unterschiede in mannigfaltiger
Weise betrieben wird. In den Gemeinden Sigriswil, Eriz und Unter Langenegg herrscht Viehzucht vor, in den
tieferen Lagen wird dem Wiesenbau grosse Sorgfalt zugewendet. Der Obstbau ist fast überall vertreten, doch wird die Ernte
durch den im Frühjahr heftig wehenden Föhn und die bis in den Mai auftretenden Fröste häufig gefährdet. Der Rebbau ist
zurückgegangen bis auf ein kleines Gebiet bei Steffisburg und am Seeufer, dagegen wird die Bienenzucht
häufig und mit Erfolg betrieben. Die Güterpreise sind im allgemeinen hoch. Das unproduktive Areal umfasst
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