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Projektbeschrieb
Ich habe Alanis im Februar 2000 kennengelernt, damals, als sie sich an der Avenida Arequippa prostituierte. Wir haben uns schnell angefreundet, eine spontane gegenseitige Sympathie. Als sie hörte, dass ich Fotograf sei, bat sie mich um Bilder.
Alanis ist einer der herzlichsten, humorvollsten Menschen die ich kenne. Wir verabredeten uns für ein Photoshooting an einem der folgenden Tage, und seither hab ich sie immer wieder mit der Kamera begleitet.
Über sie lernte ich ihren Freund Milanko kennen, ihre Freundinnen von damals, von der Avenida Arequippa: Lupe, Londra, Melanie, Ginger, Vanessa, Sheila ... alle aufgewachsen am Stadtrand von Lima, in diesem riesigen Slum-Gürtel, wo sich im letzten Jahrhundert die Zuwanderer aus den ärmlichen Berggegenden Perus niedergelassen haben.
Schon als achtjähriger Junge wollte sie lieber ein Mädchen sein, vom verständnislosen Vater gequält, mit der ganzen Familie verkracht.
Nach wenig erfolgreichen Versuchen, ein richtiger Kerl zu werden, und nach ihren Erfolgen an Schönheitswettbewerben in den einschlägigen Diskotheken, entscheidet sie sich, mittlerweile 17-jährig, den Namen von Kevin in Alanis zu ändern, sich zu schminken und als Frau zu leben.
Sie träumt davon, sich eines Tages operieren zu lassen, ihr Geschlecht zu ändern. Sie erhofft sich, dann endlich eine Stelle zu finden, endlich auch tagsüber selbstbewusst sich überall blicken lassen zu können.
Vielleicht zahlen ihr ihre Tanten, die in Europa leben, eines Tages diese Operation.