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„Und sie dreht sich doch“ murmelte Galileo Galilei, nachdem ihn die Inquisitoren gezwungen hatten, dem kopernikanischen Weltbild abzuschwören. Dieses widerlegte die damalige heliozentrische Astronomie: Die Sonne drehe sich nicht um die Erde, sondern umgekehrt: Die Erde dreht sich um die Sonne.
Eine kopernikanische Wende erleben wir zurzeit in der Geldtheorie: Die Volkswirtschaften drehen sich nicht um die Zentralbanken. Umgekehrt: Die Zentralbanken drehen sich um die Volkswirtschaften.
Die Geldtheorie ist die Grundlage der Zentralbanken für deren Geldpolitik. Sie gleicht einer Flugkarte, die den Geldpolitikern die Flugroute weist. Fehler auf der Flugkarte können fatale Folgen haben.
Nicht vergessen: Der zweite Weltkrieg wurde begünstigt durch Hyperinflation und Arbeitslosigkeit – die ihrerseits auf Fehler in der Volkswirtschaftslehre zurückzuführen waren. Die Einheit Europas sollte fortan gestärkt werden durch gemeinsame Geldpolitik. Fundamentale Fehler in der Geldtheorie sind demnach brandgefährlich.
„What ever it takes.“ Mit diesen drei Worten rettete EZB-Chef Mario Draghi 2012 den Euro – und damit die Einheit Europas? Draghis Bluff basierte auf der herkömmlichen Geldtheorie. Eine Zentralbank könne durch expansive Geldpolitik „Liquidität“ in eine Wirtschaft pumpen.
Dabei gewähre sie den Banken günstige Kredite zu einem tiefen Zinssatz, welche diese weiter an die Wirtschaft ausleihen. Am Ursprung jeder Expansion der Geldmenge stünde somit die Zentralbank. Diese Theorie bestimmt bis heute die Schul- und Lehrbücher.
Pumpe die Zentralbank günstige Liquidität ins System, so fiele der Preis des Geldes, der Zins. Und wenn die Zinsen fallen, werde mehr investiert. Geld wäre demnach ein von der Zentralbank gewährter Kredit an die Wirtschaft.
In dieses heliozentrische Weltbild der Geldtheorie mit der Zentralbank als „Sonne im Zentrum“ und der Wirtschaft als „kreisende Sterne“, platzte in den 1990er Jahren die Argumentation des Autors: Geld, das ist eine Obligation – eine Verschuldung der Zentralbank. Die Wirtschaft gewährt der Zentralbank günstige Kredite – nicht umgekehrt.
Der Preis einer Obligation ist nicht der Zins, sondern der Kurs. Dieser verhält sich invers zum Zins beziehungsweise zur Rendite. Daraus folgt: Eine Expansion der Geldmenge führt zu einem fallenden Preis oder Wert von Geld, sprich zu Inflation, und zu steigenden Zinsen – nicht zu fallenden Zinsen.
Die heliozentrische Geldtheorie mit der Zentralbank im Zentrum war damit widerlegt. Der Tages-Anzeiger titelte: „Ein Kopernikus der Geldtheorie?“ Gleichentags wurde dem Autor beschieden, seinen 10-jährigen Arbeitsplatz als Marktstratege bei einer Grossbank zu räumen und die Bank innert drei Tagen zu verlassen.
In zwei ganzseitigen Artikeln in der Finanz und Wirtschaft im Januar und Juni 1996 wurde vom Autor ausführlich begründet, weshalb Geld eine Obligation der Notenbank sei, und es wurden die Konklusionen für die Geldpolitik der SNB gezogen: Will die SNB die Schweizer Wirtschaft ankurbeln, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht in den USA.
Drei Monate später veröffentlichte ein gewisser Philipp Hildebrand, offenbar als Reaktion darauf, ebenfalls in der Finanz und Wirtschaft einen ganzseitigen Artikel, der das Rad wieder zurückdrehen wollte. Die SNB solle im Ausland investieren. So könne die SNB von der Zinsdifferenz zum Ausland profitieren und ihren Gewinn maximieren.
Das gefiel einem damaligen Direktoriumsmitglied der SNB so gut, dass Hildebrand (gemäss Presseberichten) zu einem Gespräch eingeladen wurde und ihm ein Posten im SNB-Direktorium in Aussicht gestellt wurde. Der damalige SNB-Präsident war Jean-Pierre Roth, der bekannt wurde durch seinen Satz, die SNB „sei für die Ewigkeit“ – eine extrem heliozentrische Geldpolitik. Sein Kollege hiess Bruno Gehrig, Ex UBS. Er holte Hildebrand.
Kaum im Amt, setzte Hildebrand seine Jahre zuvor propagierte Geldpolitik um und kaufte kurzerhand für 200 Milliarden Franken Euro zu einem Preis von rund 1.45 Franken pro Einheitswährung. Allerdings ging die Rechnung nicht auf: Die Kursverluste auf dem Euro übertrafen die Zinserträge auf Hildebrands riskanten Currency Carry Trades. Hildebrand reagierte mit mehr Tempo: Er schaltete bei seinen Euro-Zukäufen zwei Gänge hoch. Wieder ohne Erfolg. Also musste der Mindestkurs her.
Dieser wurde abermals gerechtfertigt mit der heliozentrischen Geldtheorie: Die Zentralbank (als Sonne) habe als einzige unbeschränkte Mittel. Sie könne so viel Geld drucken, wie sie wolle. Sie könne den Kurs steuern. Sie sei allmächtig.
Zur Seite stand Hildebrand dessen Vize Thomas Jordan. In dessen Dissertation hatte sich dieser gemäss Presseberichten gegen eine Anbindung des Frankens an den Euro ausgesprochen. Nun liess er sich vor den Mindestkurs spannen, der noch viel gefährlicher ist als eine Anbindung.
Mantra-artig kolportierte Jordan die heliozentrische Geldtheorie, wonach eine Zentralbank „unbeschränkt“ Geld „aus dem Nichts“ drucken und so den Mindestkurs durchsetzen könne. Flankiert wurden Jordans Behauptungen mit Käufen von Hunderten von Milliarden Devisen, finanziert mit „Geld aus dem Nichts“, wie die SNB beteuerte.
Zudem warfen sich Politiker sämtlicher Couleur auf die Seite der SNB. „Die SNB habe keine Limiten“ – könne „Geld drucken, bis den Ausländern die Ohren wackelten“ (NZZ). Auch auf der Homepage der SNB wurde kräftig die Werbetrommel für den Mindestkurs gerührt.
Unter dem Titel „Die Welt der Notenbanken“ behauptete die SNB: „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb „Geldschöpfer“. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“
Mitten in diese Argumentation platzte der Autor mit dem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ im September 2013. Dort wurde erklärt: Es wird nicht ein Geburtsschein ausgestellt und dann ein Kind geboren – umgekehrt: Es wird ein Kind geboren und dann ein Geburtsschein ausgestellt.
Es handelt sich nicht einmal um eine „Huhn-Ei-Frage“. Vielmehr ist die Abhängigkeit eindeutig. Die Wirtschaft muss einen realen Wert schaffen, erst darauf bezogen kann das Bankensystem Geld schöpfen.
Oder bilanztheoretisch ausgedrückt: Es kann auf der Passivseite des Geldemittenten nur Geld entstehen, wenn auf der Aktivseite ein realer Gegenwert besteht. Der Wert auf der Passivseite entspricht dem Wert auf der Aktivseite.
In den Nachträgen zum Artikel „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ wurde erstmals mit Buchungssätzen vom Autor bewiesen, dass die Geldschöpfungstheorie, welche die theoretische Grundlage für die Politik des Mindestkurses der SNB schafft, nicht stimmt.
„Dass dieser sogenannte Geldschöpfungsmultiplikator nichts anderes als ein weiteres Ammenmärchen ist, zeigen folgende Überlegungen“, stand im Artikel. „Erstens: Wenn die SNB die Geldmenge um 10‘000 Franken ausdehnt, so gewährt sie der Bank A nicht einen Kredit von 10‘000 Franken, sondern sie nimmt bei der Bank A einen Kredit von 10‘000 Franken auf.“
Und weiter: „Ich bitte Herrn Studer, Präsident des Bankrates der SNB, dafür besorgt zu sein, dass auf der Homepage unserer Schweizerischen Nationalbank nicht solche Irrtümer verbreitet werden!“
Eine SNB-Behauptung von damals lautete: „… wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so könne die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.“
Im Artikel von damals konterte der hier Schreibende: „Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.“
Es folgten die entscheidenden Passagen. „Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ trifft nicht zu. Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.“
„Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt. (…) Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.“
„Der Satz auf der SNB-Homepage: “Die Bank leiht dem Handwerker von den 10’000 Franken, die die Frau einbezahlt hat, 7’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut” ergibt keinen Sinn. Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.“
„Die Argumentation (der SNB), der Kunde zwei erhalte das Kapital von Kundin eins, stimmt nicht. Kunde zwei erhält den Kredit auch, wenn nicht vorgängig ein anderer Kunde CHF 10‘000 einbezahlt hat. Hier liegt ein katastrophaler Fehler in der Wirtschaftswissenschaft, der gelehrt wird.“
Rund sechs Monate nach meinem Beitrag auf dieser Seite veröffentlichte die Bank of England einen vielbeachteten Text in ihrem Quarterly Bulletin Q1, 2014 unter dem Titel „Money Creation in a Modern Economy“. Darin schrieb die Zentralbank England folgendes:
„Money is an IOU“, also: Geld ist ein Schuldschein, eine Obligation der Zentralbank. Geld sei “a liability of the bank, not an asset that could be lent out“. Geld also als eine Verbindlichkeit der Bank, nicht als Vermögen, das ausgeliehen werden könne.
Weiter im Text: “The reality of how money is created today differs from the description found in some economic textbooks.“ Die Realität, wie Geld heute entsteht, weicht ab von den Erklärungen, wie man sie in Wirtschafts-Lehrbüchern findet.
„Rather than banks receiving deposits when households save and then lending them out, bank lending creates deposits.” Banken leihen nicht Einlagen von Kunden weiter aus, sondern kreieren vielmehr Geld durch neue Kreditvergabe.
„In normal times, the central bank does not fix the amount of money in circulation, nor is central bank money ‚multiplied up‘ into more loans and deposits.” In normalen Zeiten fixiert die Zentralbank nicht den Geldumlauf, und es wird auch nicht Zentralbankgeld in mehr Kredite und Geld umgewandelt.
Dieser Beitrag der Bank of England kann nicht genug gewürdigt werden. Er vollzieht die kopernikanische Wende in der Geldtheorie nach: Zentralbankgeld ist nicht ein Kredit, der weiter ausgeliehen werden kann, sondern eine Schuld des Geldemittenten.
Daraus folgt, dass nicht die Zentralbank am Anfang des Gelschöpfungsprozesses steht, sondern die Geldschöpfung erfolgt bei jeder neuen Kreditvergabe einer Bank. Es gibt somit auch keinen Geldmultiplikator.
Diese Argumentation der Bank of England entspricht haargenau dem Titel der Dissertation des Autors („Geld – eine Obligation der Notenbank“, 1998) sowie der Diskussionsführung auf diesem Blog rund um den Standpunkt „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ inklusive den dort aufgeführten Nachträgen I – X (2013).
Die englische Zentralbank steht nicht allein da mit ihrer Wende. Im Quartalsbericht der Deutschen Bundesbank vom April 2017 doppelte die Notenbank des nördlichen Nachbarlandes nach: „Dabei hängt die Fähigkeit der Banken, Kredite zu vergeben und Geld zu schaffen, nicht davon ab, ob sie bereits über freie Zentralbankguthaben oder Einlagen verfügen.“
Sie fährt fort: „Gewährt sie nun einen frischen Kredit, schreibt sie dem Kreditnehmer den Kreditbetrag auf dessen Konto gut und schafft in diesem Zuge zusätzliches Buchgeld. Die Spareinlage wird also nicht ‚weitergereicht‘, es kommt vielmehr durch die Kreditvergabe zu Geldschöpfung (…)“
Auch die Deutsche Bundesbank hat nun also begriffen, dass eine Expansion der Geldmenge nicht von der Zentralbank ausgeht.
Und selbst im Diskussionsforum der KOF ETH Zürich („Oekonomenstimme“) wird diese neue Sichtweise in der Geldtheorie in der Zwischenzeit heftig diskutiert, nachdem die Deutsche Bundesbank „grünes Licht“ für diese kopernikanische Wende aus der Schweiz gegeben hat.
Amüsant dabei ist, dass dort nun das Copyright-Zeichen der KOF ETH Zürich darunter steht, jener Institution also, welche die Entwicklung in der Geldtheorie in den letzten Jahren vollkommen verschlafen hatte und in deren Vorstand eine SNB-Bankrätin sitzt – jener SNB, die alles leugnet.
Ja, die SNB. Sie wird von der Entwicklung in der Geldtheorie vollkommen überrannt und auf dem falschen Fuss erwischt. Als Sofortmassnahme hat sie sämtliche wegweisenden Beiträge zur Geldschöpfung aus der Zeit des Mindestkurses auf ihrer Homepage schleunigst gelöscht.
Auf eine Nachfrage bei der SNB-Pressestelle, weshalb sie diese so wichtigen Beiträge kommentarlos gelöscht habe, kam vor wenigen Tagen per Email folgende Antwort:
„Zuerst möchten wir betonen, dass der Geldschöpfungsprozess auf der Webseite der SNB stets korrekt dargestellt war. Die Sicht der SNB über den Geldschöpfungsprozess hat sich nicht geändert. Das gleiche gilt auch in Bezug auf die Einschätzung der Auswirkungen für den Fall von negativen Eigenkapital der SNB. Wenn Sie gewisse Dinge auf unserer Webseite nicht mehr finden, so hat das damit zu tun, dass teilweise sehr alte Beiträge zur Erklärung der Geldschöpfung eingestellt worden sind.“
Die Antwort der SNB widerspricht den Tatsachen. Es ist klar erwiesen, dass die SNB die falsche multiple Geldschöpfung auf ihrer Homepage anpries. Warum streitet das die SNB ab? Weiss sie nicht mehr, was auf ihrer Homepage stand? Warum verleugnet die SNB ihre eigene Homepage?
Was will die Schweizer Zentralbank mit ihrer Antwort sagen, es seien „sehr alte Beiträge zur Erklärung der Geldschöpfung eingestellt worden“? Viele Entscheidungsträger orientierten sich an diesen „sehr alten Beiträgen“, als es um die Einführung und Durchsetzung des Mindestkurses ging. „Sehr alt“ kann aber kaum der Grund dafür sein, dass man eine Theorie einfach streicht. Das arabische Zahlensystem ist auch sehr alt und wird nicht gestrichen.
Die SNB behauptete damals auf ihrer Schulungsseite „iconomix“ (in Anlehnung an Asterix und Obelix), ihr ginge bei der Durchsetzung des Mindestkurses der „Schnauf nicht aus“. Heute distanziert sich die SNB explizit von „iconomix“, obwohl es sich um einen Teil der offiziellen Homepage der SNB handelt: „Der Inhalt auf iconomix ist unabhängig von der SNB“ schreibt uns die SNB nun.
Was bezweckt sie damit? Die SNB gründete 2007 als 100-jähriges Geschenk an die Bevölkerung mit Steuergeldern die Ausbildungsseite „iconomix“ für Schüler, Studenten, Interessierte und Politiker. Und nun, da bewiesen ist, dass diese Seite fundamentale Fehler beinhaltete, löscht sie diese und distanziert sich kurzerhand davon.
So funktioniert Ausbildung nicht. Zuerst verdirbt man die Schüler und Studenten mit Irrlehren – und dann lässt man sie einfach fallen, wenn man bemerkt, dass man eine Irrlehre verbreitet hat. Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, was die SNB sich mit „iconomix“ erlaubt.
Die Erklärungsmodelle der Geldschöpfung waren die damaligen Pfeiler für die Einführung und Durchsetzung des Mindestkurses und die masslosen Devisenanalgen und Schulden, welche die SNB bis heute massiv belasten.
Die SNB sollte der Schweiz jetzt endlich reinen Wein einschenken und zugeben: Unsere ganze Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte basierte auf einer irrigen Geldtheorie.
Die SNB hat die Erneuerung der Geldtheorie Jahrzehnte lang torpediert. Gegen die Bank of England und die Deutsche Bundesbank zieht sie aber „den Kürzeren“ – da wagt sie sich nicht, zu widersprechen.
Das Erbe der „alten Geldtheorie“ ist gigantisch. Es beläuft sich auf über 700 Milliarden Volksschulden und ein riesiges Devisenportefeuille, das die SNB nicht mehr loswird. Die „alte“ Geldtheorie, welche die Basis für die SNB-Schulden war, ist jetzt aber spurlos aus dem weltweiten Netz verschwunden – nur die Schulden, die sind immer noch da.
In einer Demokratie braucht es eine Zentralbank, welche wahrheitsgetreu mit den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern kommuniziert – und auch mit den Schülerinnen und Schülern und Studentinnen und Studenten.
Erschreckend ist, dass Notenbankchef Thomas Jordan letztes Wochenende in der Presse erneut behauptete, die SNB könnte negatives Eigenkapital beseitigen aufgrund ihres Notenmonopols. Seine Begründung dazu hatte er ja schon früher geliefert.
Erstens: Die SNB könne Geld drucken und so das Eigenkapital aufstocken; zweitens könne sie mit der Zinsmarge Gewinne erwirtschaften. Die SNB verweigert sich der Realität – zum Schaden der Schweiz.
Zum Schluss sei noch das folgende erwähnt. Ich habe die Bank of England mit dem Vorwurf konfrontiert, sie habe meine Argumentation haargenau übernommen, ohne mich zu zitieren. Darauf erhielt ich vor wenigen Tagen die schriftliche Zusicherung der Bank of England, man werde mich in Zukunft selbstverständlich zitieren.
Es wird allerhöchste Zeit, dass auch die One Man Show namens SNB ihren Geist öffnet.