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Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses geht auf den nachmaligen Kaiser Napoleon III. zurück. Er war als Prinz Louis im Exil auf dem Arenenberg aufgewachsen als Sohn von Louis Bonaparte, einem Bruder Napoleons I. und dessen Schwägerin und Stieftochter Hortense de Bauharnais. Erzogen als künftiger Kaiser, wurde eine entsprechende Hochzeit geplant. Prinz Louis sollte seine Cousine Mathilde heiraten, die Tochter des jüngsten Bruders Napoleon I., Jérome Bonaparte. Der Brautvater hatte aus diesem Grund das Schloss gekauft. Die mittelalterliche Burg wurde gemäss den Plänen des neapolitanischen Malers Ferdinando Roberto in einen italienischen Palazzo verwandelt. Während der Umbauarbeiten plante der Prinz in diesen Räumen seinen Putsch in Strassburg. Nachdem dieser kläglich gescheitert war, wurde die Hochzeit abgesagt. Hortense de Beauharnais, die Mutter des Prinzen, kaufte ihrem Schwager das Schloss ab. Nach ihrem Tod 1837 erbte es Prinz Louis. Nachdem ihm 1838 die Beteiligung am Putsch in Strassburg nachgewiesen werden konnte, begab er sich – obwohl er mittlerweile das Ehrenbürgerrecht des Kantons Thurgau bekommen hatte – ins Exil nach England. Ein zweiter Putschversuch 1840 in Boulogne scheiterte ebenfalls. Er wurde in der Festung Ham in Haft gesetzt und war aus finanziellen Gründen gezwungen, das Schloss 1842 zu verkaufen.
Das Schloss war schon im Mittelalter Schauplatz der Geschichte gewesen. 1414 bis 1418 hatte in Konstanz das Konzil stattgefunden, ein Ereignis von europäischer Bedeutung. Es war vom deutschen Kaiser Sigismund einberufen worden, um die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit (es gab damals drei Päpste), die innere Reform der Kirche und die Auseinandersetzung mit Hus zu thematisieren. 33 Kardinäle, 900 Bischöfe und 2000 Doktoren nahmen teil. Verhandelt wurde in vier Sprachen: deutsch, englisch, französisch und italienisch. Die Stadt beherbergte auch die „geschäftliche" Infrastruktur: Gemäss Richenthal 16 Apotheker, 300 Hilfskräfte, 72 Goldschmiede sowie 900 Kaufleute und Handwerker. Dem Vergnügen dienten 1700 Musiker und 700 Prostituierte.
Johannes Hus und sein Schüler Hieronymus von Prag waren als Ketzer angeklagt, da sie den Ablasshandel angezweifelt hatten. Nachdem Hus eine „Vereinbarung im Stillen" abgelehnt hatte, wurde er zunächst in den Gemächern des amtierenden Papstes Johannes XXIII. gefangen gehalten, danach ins Kloster der Prediger überführt, da der Papst selbst nach Schaffhausen geflüchtet war.
Der Bischof von Konstanz erhielt die Schlüssel für die Räume, in denen Hus gefangen gehalten wurde. Er liess Hus bei Nacht und Nebel auf einem Kahn nach Gottlieben bringen und ihn im Westturm einkerkern.
Aus politischen Gründen distanzierte sich der Kaiser von Hus. Dieser wurde als Ketzer vor den Toren von Konstanz verbrannt. Der Papst wurde auf seiner Flucht gefasst und ebenfalls in Gottlieben festgehalten, wie auch Hieronymus von Prag. Dem Papst wurde die Papstwürde abgesprochen (daher gab es später noch einmal einen Papst Johannes XXIII.). Hieronymus von Prag wurde ebenfalls hingerichtet, nachdem er sich von Hus distanziert aber dann reuevoll doch noch zu ihm bekannt hatte.
Obwohl die Strasse in der Verlängerung nach links die Grenze zur Gemeinde Tägerwilen markiert, stehen die Häuser rechts des Rheinwegs noch auf Gottlieber Boden. Durch Bäume und Schreberhäuschen teilweise verdeckt, kann man direkt am Wasser das Bootshaus für das Zollboot entdecken. In diesem Bereich befand sich 1873 bis 1899 das Gottlieber Rheinbad. In Ermangelung von Badezimmern heutiger Machart hatte eine „Anonyme Actiengesellschaft Taegerweilen Gottlieben" beschlossen ein Rheinbad zu errichten. Das auf Stelzen stehende Gebäude wies zwei Kammern auf, eine für Frauen und eine für Männer. Darin standen je ein Kupferbecken unter dem ein Feuer entfacht werden konnte. Das Rheinwasser wurde mittels Handpumpe heraufgepumpt, erhitzt und mit Schöpflöffeln in die Wannen gegossen. Es war Brauch, vor hohen Feiertagen dort ein Bad zu nehmen.
Noch innerhalb der Einfriedung an der Biegung des Wassergrabens stand bis zum Umbau des Schlosses im Auftrag der Familie Bonaparte die St. Anna Kapelle. Sie wurde geschleift und der Wassergraben Richtung Seerhein zugedeckt. Die Kapelle hatte ihre Bedeutung für die Bevölkerung verloren, nachdem die gesamte Einwohnerschaft in der Reformationszeit zum neuen Glauben übergetreten war. Reformator Ambrosius Blarer aus Konstanz war auch hier sehr geschätzt.
Der Schlosspark befindet sich auf Tägerwiler Gemeindegebiet. Dennoch sei angemerkt, dass vor kurzem handgezeichnete Pläne für die Gestaltung des Parks zu Zeiten des Prinzen Louis aus dem Nachlass der Familie de Fabrice als Dauerleihgabe an das Napoleonmuseum Arenenberg übergeben worden sind. Sie werden dort in Kürze ausgestellt werden.