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Quelle: «Mami» soll durch «Elternteil» ersetzt werden / TeleZüri / ZüriNews vom 19.9.2023
Eine Schlagzeile der «Neuen Zürcher Zeitung» sorgte am Dienstag für heftige, schweizweite Diskussionen: «Der Begriff ‹Mami› soll durch ‹Elternteil› ersetzt werden». ZüriToday berichtete. Die Stadtzürcher Mütter- und Väterberatung hat den Eltern in einem Newsletter empfohlen, bei Gesprächen über fremde Familien genderneutrale Begriffe wie «Kind, Elternteil oder Betreuungsperson» anstelle von Mami oder Papi zu verwenden.
Dazu schreibt die Elternberatung, dass die Art und Weise, wie Erwachsene mit Kindern sprechen, ihre Wahrnehmung und damit ihre Identität prägen würden.
Tipps als Inspiration gedacht, nicht als Pflicht
Dazu äussersten sich rechtsbürgerliche Kreise mit Worten wie «Realsatire» oder «alarmierend und völlig realitätsfremd». Die Elternberatung rechtfertigte ihr Vorgehen damit, dass die Empfehlungen einzig als Inspiration gedacht seien, nicht als Pflicht.
Der politische Linke hielt sich bei der Beurteilung zurück. Viele Tipps im Newsletter sind indes unumstritten und für viele Eltern selbstverständlich. So soll beispielsweise jedes Kind selber seine Spielsachen wählen können, unabhängig des Geschlechts.
«Gewohnt, reichlich Hass abzubekommen»
Aber woher kommen die Tipps der Elternberatung? Grösstenteils stammen sie aus der Feder von Ravna Marin Siever, einer in Berlin wohnhaften Person, die sich keinem Geschlecht zuordnet, wie die «Sonntagszeitung» schreibt. Auf Anfrage der Zeitung sagt Siever zur Debatte, diese erstaune «sien» nicht, denn trans Personen seien sich gewohnt, reichlich Hass abzubekommen.
Mutter und Vater sollen laut Siever nicht generell aus dem Wortschatz verschwinden, man solle lediglich auf die Wörter verzichten, wenn über Personen gesprochen werde, die man nicht genau kenne.
Hört man künftig «Mampa» oder «Tankel»?
Im Buch werden verschiedene geschlechtsoffene Alternativen vorgeschlagen: «Mampa», ein Mischwort aus Mama und Papa, «Elli» von «Elter» oder «Renny», vom englischen parent. Für Onkel oder Tante «Tankel» oder «Onte», für Grossmutter oder Grossvater «Grosselter» oder «Ompapa».
Weiter vermittelt Sievers im Buch, es stimme einfach nicht, dass man bei einem Menschen das Geschlecht anhand körperlicher Merkmale wie Vulva oder Penis bestimmen könne. Die Frage dürfte sein, ob es sinnvoll ist, dass sich die Stadt Zürich an Erziehungsempfehlungen einer sehr kleinen Minderheit von Menschen orientiert.
«Alltagstaugliche Umsetzung ist nicht gelungen»
«Nur weil Genderfragen politisch kontrovers diskutiert werden, können sie von der Mütter- und Väterberatung nicht einfach ignoriert werden», sagt Sozialvorsteher der Mütter- und Väterberatung und Zürcher Stadtrat Raphael Golta (SP) gegenüber der «Sonntagszeitung» dazu.
Golta übt dennoch Selbstkritik, da die alltagstaugliche Umsetzung in diesem Fall nicht gelungen sei. Ravna Marin Siever findet jedoch, dass es hier nicht bloss um ein Minderheitsproblem gehe, wenn man empfehle «auch im Familienumfeld geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden». Entgenderte Sprache sei kein Anliegen, welches ausschliesslich trans Personen betrifft, es sei ein schon sehr lang bestehendes feministisches Bestreben.
(nib)
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