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Besetzung:
für Violine, Violoncello und Klavier
Der Titel verweist einerseits auf die lange Phase der "Stille" (als innere Abwesenheit von Musik), welche dem Stück vorangegangen war, andererseits auf das Bedürfnis, sich nach dieser Stille musikalisch möglichst umfassend verständlich zu machen. Aus diesem Bedürfnis nach umfassendem Ausdruck resultiert die grosse Spannbreite der Ausdrucksmittel.
Das Werk lotet denn auch eine Vielzahl von Spannungsfeldern aus: hier die Klangverfremdung bis hin zum Geräusch als Resultat verinnerlichter Anstrengung, dort der grosse instrumentale Gestus, die nach aussen gerichtete Virtuosität. Momente der Statik von "gefrorenen" Texturen werden abgelöst durch kinetisch dichte Momente, welche aber (paradoxerweise) wieder in ein Auf-der-Stelle-Treten umschlagen können.
Das assoziative Vorwärtstasten (Tasten als Umschreibung der Arbeitsweise, nicht des Klangresultats) wird mitunter von Klanggesten durchbrochen, welche nicht in einem systemimmanenten Sinn logisch sind, sondern aus dem jeweiligen Moment des Schaffensprozess, aus einem inneren (also subjektiven) Bedürfnis heraus entstehen. Sie haben demzufolge eine rein "psychologische Funktion".
Die kompositorische Herausforderung, das Unerwartete als Paradigma zu konstituieren, ohne dass dies eine (zu erwartende?) Abnützung zeitigt, ist für das Klaviertrio Programm. Die Läufe trügen, die Pulse sind brüchig, Ostinati führen ins Leere, scheinbar Zielgerichtetes verflüchtigt sich, kein Zustand ist der endgültige. Viele Momente fassen Vergangenes zusammen und verweisen gleichzeitig auf Künftiges, die Musik gebiert und wird permanent geboren.
Mehr noch als durch die strukturellen Materialverwandschaften (z.B. bezüglich Tonhöhen) wird das Werk durch atmosphärische Dichte und eine verbindende (Klang-) Sinnlichkeit zusammengehalten. All dies ereignet sich in konzentrierter Form und knapper zeitlicher Ausdehnung.
Dauer: 18' 00"
SME/EMS