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Nicht vergessen und doch nicht gefeiert:
Am 4. Oktober 1920 erwarb der kurz zuvor gegründete "Pallottiner-Missionsverein" in Gossau das "Café Fürstenland", ein alkoholfreies Restaurant, und die ersten Pallottiner zogen noch am selben Tag dort ein. Als Italien in den Ersten Weltkrieg eintrat, verliessen die deutschen Patres der Generalleitung Rom und fanden in der Schweiz in verschiedenen Klöstern gastliche Aufnahme. Der Generalprokurator und spätere Generalrektor, P. Peter Resch, lebte im Kloster Wonnestein ob der Stadt St. Gallen. Noch bevor er nach dem Krieg nach Rom zurück kehrte, sprach er zusammen mit Bischof Hennemann, dem ehemaligen Bischof von Kamerun, der etliche Schweizerbrüder der Limburgerprovinz in Kamerun kannte, beim damaligen Bischof von St. Gallen, Robertus Bürkler, vor.
Bischof Bürkler war vormals Pfarrer von Gossau und ein Freund der Missionen. Er war mit der Gründung einer Niederlassung der Pallottiner (die damals noch PSM, Pia Societas Missionum, hiessen) einverstanden und schlug als geeignete Orte Gossau, Wil oder Altstätten vor.
P. Hoegn, als Missionar aus Kamerun vertrieben und ebenfalls im Kloster Wonnestein weilend, nahm die Sache an die Hand. Von Anfang an gehörte Bruder Josef Stadlin zum Haus. Er stammte aus Zug. Schon 1899 war er nach Kamerun gegangen und arbeitete dort trotz Malaria und Schwarzwasserfieber sechzehn Jahre lang mit anderen Schweizerbrüdern (Br. Robert Ulrich aus dem Muothatal
und Br. Josef Fischli von Näfels) zusammen. Die Pallottiner waren aber schon lange vorher in der Schweiz bekannt. Dies hing zusammen mit dem ersten Missionsbischof von Kamerun, Bischof Heinrich Vieter (1853 - 1914), der als Schreinergeselle als Mitglied des Kolpingvereins auf seiner Wanderschaft auch
in Bern, Luzern und Zürich arbeitete und in Rom die Pallottiner kennenlernte. Kaum hatten die ersten neun Pioniere in Kamerun angefangen, wurde zur Unterstützung dieser Mission in der Schweiz ein "Pallottiner-Missionsverein zugunsten einer katholischen schweizerischen Missionsstation in Kamerun" gegründet. Die Förderer dieses
Vereins stammten nicht aus der Diözese St. Gallen, wo sich die Pallottiner zuerst niederliessen, sondern aus der Diözese Basel: Domherr Wengi von Solothurn, Seminarlehrer Spieler von Hitzkirch und der unermüdliche und heiligmässige Sammler aus dem Aargau, Kaplan Stöckli aus Kleindietwil. Das Grab des zweiten Rektors von Gossau, P. Ruf, lässt sich heute noch auf der Südseite der Chormauer der Gossauer Pfarrkirche vorfinden.
Zielstrebig arbeitete die kleine Gemeinschaft auf den Erwerb einer geeigneteren Liegenschaft in Gossau hin, um dort eine Nachwuchsschule gründen zu können. Dieses Ziel wurde am 1. März 1926 mit dem Umzug in das Haus Friedberg erreicht, am selben Tag, als in Au SG Bruder Gebhard Zoller das Licht der Welt erblickte.
90 Jahre Pallottiner Schweiz! Gratulamur! Dass wir heute noch als fast kleinste Provinz die Pallottiner in den Missionen tatkräftig unterstützen können, macht uns stolz. Als Geburtstagsgeschenk haben wir der Bangalore-Provinz in Indien zugesagt, die neue Mission in Taiwan als Brücke zu China gemeinsam zu unserem Anliegen zu machen.