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|ISBN||Beschreibung||Einzelpreis||Anzahl||Preis|
«Wenn wohl bekannt ist, dass Louis XVI. um Haaresbreite der Guillotine entging, um vom Nationalkonvent stattdessen zur Verbannung auf Lebzeiten verurteilt zu werden, so weiss man hingegen herzlich weniger über die zahllosen Schwierigkeiten, auf die man seinerzeit stiess, um für den entthronten Souverän ein Land zu finden, das gewillt war, ihm Exil zu gewähren, und fast gar nichts weiss man über die Gründe, die die Schweiz schliesslich dazu veranlassten, Louis Capet aufzunehmen und ihn nach Saint-Saphorien abzuschieben, einen kleinen Marktflecken am Genfersee im damaligen Hoheitsgebiet der Berner Vögte.
Dieser auf umfangreiches unveröffentlichtes Archivmaterial gestützte Roman, der sich wie ein richtiges Geschichtsbuch liest, geschrieben in einem Ton, dessen Leichtigkeit die Ernsthaftigkeit nicht ausschliesst, enthüllt uns den ... gemischten Empfang, der dem einstigen Monarchen bei seiner Ankunft im Waadtland zuteil wurde, die ... unerwarteten Gäste, die kamen, ihm einen Besuch abzustatten, die diversen ... tragikomischen Ereignisse, die seinen Zwangsaufenthalt von Oktober 1795 bis Januar 1798 in der Region prägten, und schliesslich das ... logische Ende, das er dort fand.» J.-L. B.
Für «Louis Capet» erhielt Jean-Luc Benoziglio den Prix Michel Dentan 2005 und den Prix des Auditeurs de la Radio Suisse Romande 2006.
Gabriela Zehnder hat das Buch aus dem Französischen übersetzt, erschienen ist es in der ch-Reihe (Literatur aus der Schweiz in Übersetzungen).
«Der Wert des Wortes
Letztlich haben die Romands und die Franzosen eigentlich nur etwas gemeinsam: die Sprache. Und auch dies nicht unbeschränkt. Nicht nur, weil die Romands ihre Accents und ihre lexikalischen Eigenheiten besitzen, sondern auch, weil viele Westschweizer eine andere, nämlich eine skeptischere, von bäuerlichem Pragmatismus und von protestantischem Ethos geprägte Einstellung zur Sprache haben.
Der Walliser Schriftsteller Jean-Luc Benoziglio, der seit vielen Jahren in Paris lebt, hat einen schönen Roman geschrieben, in dem er diese unterschiedlichen Haltungen brillant und amüsant einfängt. In dieser historischen Fiktion malt er sich aus, dass der französische König Louis XVI 1793 nicht guillotiniert, sondern in die Waadt ins Exil geschickt wurde. Und mit feiner Ironie beschreibt er das Befremden, das sich unter den Weinbauern im Dörfchen St-Saphorien (sic) breitmacht, als der französische Monarch auftritt, dessen höfisches Französisch so künstlich wirkt wie die Perücke, die er gelegentlich überstreift.» Christoph Büchi, NZZ, 2. Mai 2007