Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/56157

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament ein Konzept mit den allenfalls notwendigen rechtlichen Anpassungen für die deutliche Ausweitung und Aufwertung der Lehrstellen und Praktikumsplätze zu unterbreiten und im Voranschlag die entsprechenden Mittel einzusetzen.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die Bundesverwaltung hat vom Gesetzgeber den Auftrag, sich durch Schaffung von Lehrstellen und Ausbildungsplätzen am schweizerischen dualen Berufsbildungssystem zu beteiligen (Art. 4 Abs. 2 Bst. j des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 2000; SR 172.220.1). Die auf dieser gesetzlichen Grundlage basierende Verordnung legt fest, dass die Departemente gezielt Lehrstellen und Praktikumsplätze gemäss Berufsbildungsgesetz sowie Praktikumsplätze für Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen schaffen und Massnahmen im Bereich der Berufsbildung unterstützen.</p><p>Die Bundesverwaltung weist momentan 894 Lehrstellen und Praktikumsplätze gemäss Berufsbildungsgesetz auf. Gegenüber 1998 (650 Stellen) bedeutet dies eine Steigerung von beinahe 38 Prozent bzw. eine Erhöhung der Ausbildungsintensität von 1,8 auf 2,7 Lehrstellen je 100 Vollzeitstellen. Klammert man die Monopolberufe aus (Zoll, diplomatischer und konsularischer Dienst usw.), so beträgt der Anteil heute sogar 3,5 Prozent. In privatwirtschaftlichen Grossbetrieben des Tertiärsektors liegt diese Quote bei 3,4 bzw. 1,7 Prozent, sofern das ausbildungsintensive Gesundheits- und Sozialwesen nicht berücksichtigt wird.</p><p>Die Bundesverwaltung bietet Ausbildungsplätze in nahezu 40 anerkannten Berufen an. Die Palette reicht von der Berufslehre für Automechaniker bzw. Automechanikerinnen über Elektroniker bzw. Elektronikerinnen und Gärtner bzw. Gärtnerinnen bis hin zu Laboranten bzw. Laborantinnen, Metallbauer bzw. Metallbauerinnen und Mediamatiker bzw. Mediamatikerinnen. KV- und Informatiklehrstellen sind begehrte Lehrberufe und deshalb für die Bundesverwaltung besonders wichtige Bereiche. Sie hat sich daher intensiv an der Reform der kaufmännischen Grundbildung beteiligt; im Sommer 2002 erhielt sie die Anerkennung als eigenständige kaufmännische Ausbildungs- und Prüfungsbranche. Wie ein Branchenverband erarbeitet sie Lehrpläne, führt überbetriebliche Kurse durch, organisiert Prüfungen und stellt die Qualität der Ausbildung sicher. Grosse Anstrengungen unternimmt die Bundesverwaltung bei den Informatiklehrstellen. In den letzten Jahren hat sich deren Zahl von 42 (2000) auf 99 erhöht.</p><p>Eine grosse Zahl von Bundesstellen und die Parlamentsdienste bieten auch Praktikumsplätze für Stagiaires aus den Hochschulen und anderen Ausbildungsinstitutionen der Tertiärstufe an. Solche Praktikumsplätze sind in den Statistiken nicht erfasst.</p><p>Insgesamt kann keine Rede davon sein, dass die Bundesverwaltung ihrer Verpflichtung im Bereich der Berufsbildung nicht nachkommt. Der Bundesrat wird der Berufsbildung auch zukünftig einen hohen Stellenwert beimessen. Er hat sie deshalb von Kürzungen im Rahmen der Entlastungsprogramme ausgenommen. Das EFD (EPA) hat überdies eine verbindliche Politik der Berufsbildung für die Bundesverwaltung erarbeitet. Darin werden, im Rahmen des betrieblich Möglichen und berufsbildungspolitisch Verantwortbaren, Eckwerte vorgegeben. Einschränkend ist darauf hinzuweisen, dass in Bereichen, die von substanziellen Abbaumassnahmen betroffen sind, schon die Erhaltung des bestehenden Lehrstellenangebotes eine Herausforderung darstellt.</p><p>Obwohl die Bundesverwaltung bereits heute im Durchschnitt aller Departemente pro 100 Vollzeitstellen gleich viele - oder sogar mehr - Lehrstellen offeriert wie die Privatwirtschaft, ist der Bundesrat bestrebt, für die Departemente längerfristig einen Richtwert von 4 Prozent ins Auge zu fassen, sofern das Parlament dem damit verbundenen finanziellen Mehrbedarf zustimmt.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.