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Informationen
Die jüngste Produktion des Theaters Karussell aus Liechtenstein widmet sich einem Klassier der Commedia dell’arte: «Volpone». Es ist dies eine eher lieblose Komödie in drei Akten in einer Fassung von Ben Jonson und Stefan Zweig, Bearbeitung: Kristin Ludin.
Der reiche, alleinstehende Kaufmann Volpone lässt durch seinen schlauen Diener Mosca bekanntgeben, dass er im Sterben liege. Seine «Freunde» überhäufen ihn daraufhin mit Geschenken, um als Erben eingesetzt zu werden: Der Kaufmann Corvino liefert seine junge Frau Colomba in Volpones Bett, der Wucherer Corbaccio überschreibt ihm sein ganzes Vermögen, um es als Erbe vergrössert zurückzugewinnen. Und auch die Kurtisane Canina leistet Liebesdienste mit klarer Zielsetzung…
Volpone ergötzt sich an der Dummheit und Unterwürfigkeit seiner Schmeichler und denkt, er sei schlauer als alle anderen. Doch auch in dieser Komödie gilt: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!
«Volpone oder Der Fuchs» war bereits zu Lebzeiten von Ben Jonson, einem Zeitgenossen Shakespeares, ein Riesenerfolg.
Gedanken zum Stück von Regisseurin Kristin Ludin:
«Volpone oder der Fuchs» ist ein fein gewobenes Intrigenspiel, eingebettet in eine wunderbar schwarzhumorige Komödie, eine Farce über die Abgründe einer Gesellschaft, in der Geld, Gier und Geilheit alle moralischen und ethischen Grundsätze über Bord werfen. Diese witzige und geistreiche Komödie fasziniert durch ihre Zeitlosigkeit und reizt mich als Regisseurin, sie in der theatralischen Form der Commedia dell’arte auf die Bühne zu bringen.
Das Stück des englischen Dramatikers Ben Jonson, geschrieben 1606, basiert auf einer alten Fabel vom schlauen Fuchs, der sich ins Feld legt, seine Augen verdreht und sich totstellt, um so die Aasvögel anzulocken. Nicht nur die Titelfigur Volpone (der Fuchs) trägt einen der Figur entsprechenden Tiernamen, sondern sämtliche Figuren stehen für ein bestimmtes Tier wie Geier, Rabe, Krähe usw. Der Plan Volpones, sich krank stellend auf das Sterbebett zu legen und sein Erbe demjenigen anzubieten, der ihn am besten behandelt und bezahlt, ist bestechend und geht so lange gut, bis er sein Blatt überreizt und die Gier grösser wird als das Abwägen des Risikos – eine Geschäftsidee von gestern oder eine Haltung der heutigen Gesellschaft?»
Es spielen: Thomas Hassler, Ute Hoffmann, Alois Ruch, Matthias Brüstle, Elke Kikelj,
Gerd Schneider, Noah Schädler, Susanna Hasenbach, Dodo Büchel, Tamara Kaufmann. Musik: Marco Schädler.
Freie Sitzplatzwahl.
Website www.karussell.li