Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/102352

<h2>SubmittedText<h2><p>Eine neue Studie der ETH Zürich zeigt die Auswirkungen auf den Getreideanbau bei einem EU-Freihandel. Die Folgen wären dramatisch. Es käme so weit, dass in der Schweiz praktisch der gesamte Brotgetreideanbau verschwinden würde.</p><p>- Haben der Bundesrat und insbesondere die Verwaltung diese Entwicklung vorausgesehen?</p><p>- Ist die Volkswirtschaftsministerin bereit, zugunsten eines Freihandels mit der EU, die Ernährungssouveränität der Schweiz endgültig aufzugeben?</p><p>- Wie würde sich ein Freihandelsabkommen mit der EU auf die Futtergetreideproduktion in der Schweiz auswirken?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat hat die Ergebnisse der erwähnten Studie der ETH Zürich zur Kenntnis genommen. Gegenüber bisherigen Studien der Forschungsanstalt Agroscope bestehen grosse Unterschiede bezüglich des Einflusses auf den schweizerischen Getreideanbau. Diese Unterschiede werden durch unsere Experten weiter geprüft. Gemäss den Agroscope-Studien führt ein Freihandelsabkommen weder zum Verschwinden des Brotgetreide- noch zu einer starken Schrumpfung des Futtergetreideanbaus, sondern zu einem Rückgang des Brotgetreideanbaus um lediglich 22 Prozent und des Futtergetreideanbaus um 13 Prozent im Vergleich zu 2002-2004. Im Umfeld der weiteren Öffnung der Agrarmärkte - WTO, Freihandelsabkommen - wird die effektive Entwicklung der schweizerischen Getreideproduktion von verschiedenen Faktoren abhängig sein, namentlich vom zukünftigen Weltmarktpreisniveau für Getreide, von der Weiterentwicklung der Direktzahlungen und den Begleitmassnahmen. Das Konzept der Ernährungssouveränität besagt, dass jeder Staat das Recht haben soll, seine eigene Landwirtschaftspolitik zu bestimmen. Dies ist aus der Sicht des Bundesrates für die Schweiz gegeben. In Ausübung dieses Rechtes verhandelt der Bundesrat mit der EG über ein Abkommen zur gegenseitigen Marktöffnung. Die Schweiz wird auch nach dem Abschluss dieses Abkommens ihre eigenständige Agrarpolitik beibehalten. Die Versorgungssicherheit wird durch eine Marktöffnung gegenüber der EU nicht infrage gestellt. Es ist aber mit gewissen Verschiebungen zwischen den verschiedenen Produktionszweigen zu rechnen. Insgesamt kann jedoch die Kalorienproduktion auch unter Freihandelsbedingungen mit der EU auf dem heutigen Niveau gehalten werden.</p>