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Die Volksschulen in der Schweiz sind im Umbruch. Die Kantone sind daran, ein einheitliches Schulsystem zu organisieren (HARMOS), nachdem während Jahrzehnten unterschiedlichste Regelungen in den einzelnen Kantonen bestanden hatten. Wir können hier nur auf die wichtigsten Eigenarten des neuen Systems eingehen:
Der Kindergarten dauert zwei Jahre und ist obligatorisch. Wer zum 31. Juli das vierte Altersjahr erreicht, tritt in den Kindergarten ein. Anschiessend kommt die Primarschule. Sie dauert neu in allen Kantonen sechs Jahre. In der Primarschule werden erstmals auch Fremdsprachen gelernt. Leider konnten sich die Kantone nicht auf die Reihenfolge einigen. So gibt es in einigen Kantonen (Ost- und Zentralschweiz) ab dem 3. Schuljahr Englisch und nach dem 5. Schuljahr Französisch, während in den Kantonen der Nordwestschweiz, in Bern und Freiburg zuerst Französisch und dann Englisch unterrichtet wird.
Nach der Primarschule beginnt die dreijährige Sekundarstufe I. Diese ist in den meisten Kantonen in verschiedene Anforderungsniveaus aufgeteilt. Einige Kantone bieten eine dreigliedrige, andere eine zweigeteilte Sekundarschule an. Die Sekundarschule bereitet die Jugendlichen auf eine Berufslehre oder zum Besuch einer weiterführenden Schule (z.B. Gymnasium) vor. Für alle Stufen gilt, dass die Kinder – je nach Fähigkeiten und persönlicher Reife – die Stufen schneller oder langsamer durchlaufen. Schülerinnen und Schülern mit besondern Bedürfnissen (z.B. Lernproblemen) steht auf allen Stufen ein umfassendes Förderangebot zur Verfügung.
An die Sekundarstufe I schliesst die Sekundarstufe II an. Sie ist nicht mehr obligatorisch. Dazu gehören Maturitäts- und Fachmaturitätsschulen, Berufsschulen und verschiedene Diplomschulen. Zahlreiche Brückenangebote ermöglichen eine Zusatzqualifizierung für eine anspruchsvollere Ausbildung. Ein Erfolgsmodell in der Schweiz ist die sogenannte duale Berufsausbildung, das heisst, die angehenden Berufsleute besuchen neben ihrer Ausbildung in einem Lehrbetrieb die Berufsschule. Für gute Lernende besteht die Möglichkeit, die Lehre mit der Berufsmaturität abzuschliessen. Diese bildet den Zugang zu den Fachhochschulen, Diese bilden zusammen mit den Universitäten die Sekundarstufe III.
Zur Zeit wird diese Bildungsharmonisierung in den Kantonen umgesetzt. Das heisst, dass noch nicht überall die oben beschriebenen Strukturen verwirklicht sind. Die lokalen Schulbehörden geben aber gerne Auskunft über die schulische Situation in den einzelnen Kantonen.