Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03496.jsonl.gz/504

« Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute »
Die deutsche Version kommt bald.
Die deutsche Version kommt bald.
25.09.2022
Ist es Ihnen schon vorgekommen, sich Nase an Nase mit einer Werbung zu finden, die Ihnen völlig falsch im Ton vorkam? Weshalb erweisen sich trotz Millionen jährlicher Werbeausgaben durch Deutschschweizer Inserenten dutzende von Marketingkampagnen, die für das Westschweizer Publikum adaptiert wurden, als klägliche Misserfolge?
Beim Lesen oder Hören gewisser Slogans auf unseren Plakatwänden oder in Radio und Fernsehen, kann man sich oft fragen, ob es Absicht war oder nicht... Wie bei dieser grossen Schnellimbisskette, die neben ihren berühmten Burger schrieb «Au sommet du saveur» oder wie kürzlich das BAG, welches empfahl «Lorsque vous magasinez et faire la queue, gardez vos distances.» Eines der wichtigsten Probleme, mit dem viele Marken konfrontiert sind, ist die Adaptierug ihrer Inhalte, die sich an verschiedene Sprachregionen wenden. Wenn ein in der Deutschschweiz ansässiger Inserent sich entschliesst, in der Romandie zu kommunizieren, muss er sich unbedingt an die Kultur, die Traditionen, Standards und auch an die lokale Sprache anpassen.
Obwohl die Westschweiz beträchtliche finanzielle Gewinne oder sogar ein zu eroberndes Eldorado verspricht, lassen gewisse Werbebotschaften annehmen, dass vielen Deutschschweizer Inserenten die Romands vollkommen egal sind! Dabei sollten die Marken eigentlich nicht ignorieren, dass solche Ungeschicklichkeiten zu verfehlten Kampagnen, der Beschädigung von Glaubwürdigkeit und Image, einem beträchtlichen Zeit- und Geldverlust und vor allem zur Verärgerung des Westschweizer Publikums führen.
Was ist die Ursache dieses ständig wiederkehrenden Problems? Es liegt oft in der Wahl des Dienstleisters, welcher die Inhalte für die Romands übersetzt, ohne selber einer der ihren zu sein! Wie das Beispiel der Interpellation Knecht zur Transparenz des staatlichen Marketings beweist, die zur Feststellung führte, dass 99 % der Kommunikationsbudgets des Bundes an die Deutschschweiz und nur 1 % an die Romandie vergeben wurden.
In einem Umfeld, in welchem die Werbung immer subtiler und attraktiver werden muss, um den Weg zu ihrem Publikum zu finden ohne es zu belästigen, ist es an der Zeit, die regionalen Sensibilitäten endlich ernst zu nehmen und die Romands selber zu beauftragen, sich korrekt an ihresgleichen zu wenden. Dabei sind nicht die Werber entscheidend, sondern die Konsumenten: auch die Welschen verdienen eine qualitativ hochstehende Werbung!