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Chantal vor der Kagano Grundschule in Bugesera, Ruanda (Foto von Terence Babb)
„Es war nicht einfach zu lernen, wie man sich die Hände richtig wäscht", sagt Chantal. „Ich hatte das zuvor nie gemacht."
Chantal lebt in einem kleinen, ländlichen Dorf im Bugesera Distrikt in Ruanda. In ihrem Dorf gibt es keinen Strom. Wie über 40% der Weltbevölkerung hat Chantal und ihre Familie nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Wasser. Sie beziehen es von Gemeinschaftsbrunnen, Wasserpumpen und -tanks, die im ganzen Distrikt verteilt sind. Wasser zu beschaffen ist harte Arbeit: Die Warteschlangen sind lang, das Wasser ist schwer zu tragen und der Heimweg kann Stunden dauern. Jeden Morgen, bevor Chantal zur Schule geht, holt sie Wasser für ihre Familie. Zur Schule geht Chantal glücklicherweise in eine Right To Play Partnerschule in Bugesera, in der neue Wassertanks installiert wurden, die regelmässig mit frischem und sauberem Wasser gefüllt werden. Und in der Schule gibt es auch einen Club, der den Kindern lebenswichtiges Wissen über Hygiene und ansteckende Krankheiten vermittelt. So erhielt beispielsweise das Händewaschen eine neue Bedeutung für Chantal.
„Im Club habe ich gelernt, wie ich meine Hände richtig waschen muss, und es hat erst noch Spass gemacht", erzählt Chantal. „Wir sind 33 Kinder im Club und wir treffen uns jeden Freitag um drei Uhr vor der Schule. Der Coach zeigt uns Spiele zum Händewaschen, und wir singen Lieder dazu. Manchmal kreieren wir auch unsere eigenen Spiele, die wir dann unseren Freunden oder Eltern zeigen."
Jeden Tag sterben weltweit fast 1'000 Kinder an hygienebedingten Krankheiten, wie bakteriellen Infektionen des Darms oder Durchfallerkrankungen. Für die Kinder ist es lebenswichtig, über Krankheiten, deren Symptome und Präventionsmassnahmen Bescheid zu wissen. Die Spiele und Aktivitäten von Right To Play vermitteln Chantal und ihren Mitschülern genau solche Informationen. Gleichzeitig befähigen die interaktiven Gespräche im Club die Kinder, die notwendigen Schritte zu kennen, um in der Schule und zu Hause gesund zu bleiben.
„Bevor ich dem Club beitrat, wusste ich nicht, dass ich nach der Toilette oder vor dem Essen meine Hände waschen sollte", sagt Chantal. „Ich musste dies immer wieder üben, da ich es sonst vergass. Jetzt habe ich mich daran gewöhnt. Das Händewaschen ist Teil meines Alltags."
Die Kinder des Clubs teilen ihr Wissen mit ihren Geschwistern, Eltern und Freunden und zeigen ihnen die gelernten Hygienemassnahmen. Auch Chantal hat ihrer Familie gezeigt, wie man aus einer grossen Plastikflasche ein Hilfsmittel kreieren kann, um sich mit Seife und sauberem Wasser die Hände zu waschen. Solche individuellen Waschstationen ermöglichen es, die Verbreitung von Krankheiten in der Gemeinde einzudämmen. Desweiteren gibt es auch ein Theater in der Gemeinde, das hilft, bewusster zu werden für Sauberkeit und Hygiene. Diese Massnahmen verhelfen der ganzen Gemeinde zu einer besseren Gesundheit.
„Wenn ich jemanden sehe, der nach der Toilette nicht die Hände wäscht, renne ich hin und zeige der Person, wie das geht", erzählt Chantal. „Die Leute sehen, dass das Händewaschen positive Auswirkungen hat und sind dankbar dafür. Ich bin zwar nur 14 Jahre alt, aber ich helfe, Krankheiten vorzubeugen - und vielleicht werde ich ja mal Ärztin."