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Prof. Dr. Leung Ping-kwan
Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Prof. Dr. Leung Ping-kwan. Sie würdigt damit seine grossen Verdienste um die internationale Anerkennung und Vermittlung chinesischsprachiger Literatur aus Hongkong sowie um die Förderung des interkulturellen Dialogs zwischen China und der Schweiz.
Leung Ping-kwan wurde 1949 geboren und gelangte wenige Monate nach seiner Geburt mit seinen Eltern und Grosseltern in die damals britische Kronkolonie Hongkong. 1970 erwarb er am dortigen Baptist College den Bachelor of Arts in Englischer und Chinesischer Literatur. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Kolumnist, Reporter und Übersetzer für «The Express Daily», «Grove Magazine» und «South China Morning Post» setzte er 1978 sein Studium an der University of California in San Diego fort, wo er 1981 einen Master of Arts in Vergleichender Literaturwissenschaft erlangte und 1984 im gleichen Fach promoviert wurde. Von 1985 bis 1995 lehrte Leung Ping-kwan als Lecturer und von 1995 bis 1997 als Senior Lecturer am Department of English Studies sowie am Department of Comparative Literature an der University of Hong Kong. Anschliessend wechselte er an die Lingnan University, wo er bis 2003 als Professor für Chinesisch und seitdem als Chair Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft tätig ist. Gastprofessuren führten ihn unter anderem an die Universität Heidelberg, die University of Tokio, die Harvard University sowie an die Universität Zürich, wo er mit Studierenden des Ostasiatischen Seminars Schweizer Berglegenden ins Chinesische übersetzte. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit, der Band «Legends from the Swiss Alps» (2009), wurde mit Unterstützung der Swissnex in Hongkong gedruckt und erfolgreich an internationalen Buchmessen und Vernissagen vorgestellt.
Das reiche wissenschaftliche Werk Leung Ping-kwans umfasst Publikationen zur Literatur, Filmkunst und Stadtkultur Hongkongs, darunter die Monographien «Hong Kong Culture» (1995 ) und «Hong Kong Literature and Cinema» (2005). Seit den 1960er-Jahren, als er unter dem Pseudonym «Yes» Gedichte veröffentlichte und rasch auch für seine literarischen Kolumnen bekannt wurde, hat Leung Ping-kwan elf Bände mit Gedichten publiziert, darunter die in viele Sprachen übersetzte Anthologie «Travelling with a Bitter Melon» (2002). Seine Romane und Erzählungen umfassen Titel wie «Drei Fische (1988), «Stadtmemoiren – Stadtgeschichten» (1994), «Postkarten aus Prag» (2000) und «Postkoloniale Affären des Essens und der Liebe» (2009). Er wurde zweimal mit dem Hongkonger Kulturpreis ausgezeichnet und war mehrmals als Artist in Residence in Deutschland und Südfrankreich zu Gast. Als Übersetzer und Literaturkritiker gehört er zu den Pionieren der chinesischen Auseinandersetzung sowohl mit der osteuropäischen Literatur, der amerikanischen Untergrundliteratur und auch mit lateinamerikanischen Schriftstellern wie Gabriel Garcia Marquez und Julio Cortázar. In seinen Essays und Gedichten schreibt er nicht nur über die Stadt Hongkong, sondern unter anderem auch über Berlin, Prag, Wien, Warschau, Zürich, Tokio, Seoul, Taipei und Beijing. Er hat mit zahlreichen Künstlern, Photographen und anderen Kulturschaffenden internationale Gemeinschaftsproduktionen und Events gestaltet, darunter die Ausstellungen «Food and the City» und «East West Matters», die in Hong Kong, Shenzhen, Frankfurt, Bern und Honolulu gezeigt wurden.