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In den 1930er Jahren gastierte in Seebach während jeweils einer Woche auf den Jungholzwiesen, auch Kuhnerwiesen genannt, die Arena Stey, welche kein Zelt besass, jedoch zahlreiche Nebenbetriebe wie Reitschulen, Schiessbuden, Magenbrot-, Zuckerwatten- und Türkischhonig-Verkäufer usw. beherbergte, sodass man sie schon fast wie eine «Chilbi» empfand. Gegründet wurde das Unternehmen im Elsass (F), von Heinrich und Mathilde Stey. Bis in die 1940er Jahre trugen der Sohn Isidor Stey (geb. 1887) und seine Frau Aline die Verantwortung. Ihre beiden Töchter und der Sohn waren schon früh mit dabei. Andere Auftrittsorte in der Nähe Seebachs waren im «Dörfli» in Ã?rlikon und auf dem Milchbuck. Ã?ber den Winter wurde in der offenen Rennbahn Ã?rlikon Quartier bezogen! Bekannte Zugnummern in den Vorstellungen waren: Der Tanz auf der rollenden Kugel, die schwebende Leiter sowie die Elektro-Magnet-Nummer.
Die Dressurvorführungen mit den Tieren wurden auf einer runden, mit Sägemehl bestreuten Wiese vorgeführt und das Publikum sass auf stapelbaren Holzstühlen im Dreiviertelrund um die Arena. Wenn es nicht gerade wie aus Kübeln goss, dann fanden die Veranstaltungen auch bei Regen statt oder wurden zeitlich ein bisschen verschoben. Zirkusse ohne Zelt waren im frühen letzten Jahrhundert eine ganz normale Erscheinung, insofern war die Arena Stey keine Ausnahme. Aus dem Freilicht-Variété Stey wurde später der Zeltzirkus Apollo. Nach Umbenennungen hiess er dann Circus Stey.
Es bestand auch die Möglichkeit, vor oder nach den Vorstellungen die Tiere in ihren Käfigwagen zu bewundern. Das kostete jeweils nur 10 Rappen für Kinder und 20 Rappen für Erwachsene und bildete stets eine Attraktion, wenn die Tiere gefüttert wurden.
Um die Reitschule bildete sich immer wieder ein ganzer Tross von jungen Mädchen und Buben. Es war sozusagen der Seebacher Treff von 1930! Wer auch nur irgendetwas zum Anziehen hatte, das etwas gestopfter aussah, bereitete sich rechtzeitig vor, damit man sich beim Zirkus im besten Lichte zeigen konnte. Das betrieben die deutlich über 10-jährigen Mädchen ganz besonders auffällig, während die Buben in ihren Knickerbockern den Auftritt eher mit einem grossen Maul bestritten oder ihren frisch eingetretenen Stimmbruch hören liessen.
Bis dato gibt es noch keine Foto von diesem Zirkus. Er gastierte auch in Ã?rlikon. Von dort liegt eine Foto vor aus dem Jahre 1928. Dort erkennt man aber ein Zelt mit der Aufschrift Hippodrom. Somit ist noch unsicher, ob es der gleiche Zirkus war.
Quellen: - Albert Bader - Erich Lang (Geschichte und Namensentwicklung) - OGS-eigene