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Projektbeschrieb
Sie dürfen kein Fussballspiel im Stadion besuchen, nicht Motorrad fahren, auf einer Hochzeit nicht im Raum der Männer tanzen, nach der Scheidung die Kinder nicht behalten. Aber Iranerinnen dürfen fliegen. Und dieses Recht werden sie nicht mehr hergeben.
«Das Gefühl ist unbeschreiblich», erzählt Nasim Lotfi, 19, Siegerin des ersten in Teheran organisierten Gleitschirmwettkampfs. Jeden Freitag fährt sie mit ihren Freundinnen hinauf zur Kette des 5670 m hohen Alborz. Im Rücken der startenden Frauen erheben sich die Höhen von Shahran – zu Gebirge erstarrte Wüste. Vor ihnen liegt die 12-Millionen-Stadt Teheran, im Osten stehen die Kasernen der Revolutionswächter.
Nur gerade sechzig Frauen fliegen. Die meisten von ihnen sind ehemalige Schülerinnen von Azar Farahani, der einzigen offiziellen Fluglehrerin im Iran. Zusammen mit ihrem Mann, einem ehemaligen Jagdpiloten, begann sie 1993 mit dem Gleitschirmfliegen. Damals war Frauen das Fliegen noch nicht gestattet. Um eine offizielle Erlaubnis zu erhalten, musste Azar während Jahren religiösen Komitees Videoaufnahmen vorlegen. «Theoretisch ging es darum abzuklären, ob der Islam den Frauen das Fliegen erlaubt», erklärt Azar, «doch praktisch wollten sich die Behörden nur vergewissern, ob wir im Flug korrekt gekleidet sind.» Und das sind sie: Das Gurtzeug über dem Tschador und der Helm über dem Kopftuch halten die Stoffe züchtig zusammen. Serge Michel