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Ein kleines Queen-Quiz zum warm werden: Wissen Sie, wie Freddie Mercury mit bürgerlichem Namen hiess? Richtig: Farrokh Bulsara. Und was für Wurzeln hatte die Musiklegende? Genau: Er stammte aus Sansibar und kam mit 17 Jahren nach England.
Vier Zähne zum Glück
Aber wussten Sie auch, dass Freddie Mercury mit seinen Katzen telefonierte? Oder dass er seinen geliebten Haustieren gleich mehrere Songs widmete? All dies und mehr erfährt der Zuschauer im Film «Bohemian Rhapsody».
«Bohemian Rhapsody» beginnt im Jahr 1970 mit der Gründung der englischen Band Queen. Gitarrist Brian May und Schlagzeuger Roger Taylor spielten in einer Band namens Smile. Als der Sänger der Gruppe absprang, wollte Freddie Mercury den Job.
Energiebündel auf der Bühne
Im Film läuft das Bewerbungsgespräch so ab: «Mit diesen Zähnen ganz bestimmt nicht». Freddie konterte: «Ich habe vier zusätzliche Zähne, das gibt meiner Stimme mehr Volumen.» Nach einer kurzen, aber eindrucksvollen Gesangseinlage waren sie überzeugt. Der Rest ist Geschichte.
Niemand bewegte sich so kraftvoll wie Bad-Boy-Diva Mercury. «Bohemian Rhapsody» zeigt aber nicht nur den Showman in Mercury.
Das Biopic erzählt auch wie der Leadsänger wegen seiner indischen Herkunft in Grossbritannien oft diskriminiert wurde. Das war Mitte der 60er-Jahre.
Und natürlich beschäftigt sich der Film mit Freddie Mercurys Homosexualität. Er hat sich zu Lebzeiten nie geoutet. Anfangs lebte er sogar mit einer Frau zusammen. Auch davon handelt der Film.
«Forbes» kritisiert Homophobie
Nicht alle finden die Darstellung gelungen. Es falle einem die Kinnlade runter, dass es Hollywood gelungen wäre, ein homophobes Freddie-Mercury-Biopic zu produzieren, urteilt das renommierte «Forbes»-Magazin.
Zwar würde Freddie Mercury als bisexueller Mann gezeigt, aber habe unterschwellig die Botschaft, dass es besser gewesen wäre, wenn er in seiner monogamen heterosexuellen Beziehung geblieben wäre.
Und auch «The Guardian» geht in diese Richtung, wenn er die klischierte Darstellung des feierfreudigen, schwulen Mercury beklagt. Sicher, es stimmt, seiner Beziehung zu Mary Austin wird viel Platz eingeräumt, aber das heisst noch lange nicht, dass der Film die Aussage hat: Heterosexuelle Beziehungen sind besser und gesünder als homosexuelle.
Elemente aus der Oper und Musicals
Sicher es stimmt, der Zuschauer sieht Mercury wild feiernd in Schwulenbars, aber nicht jeder feiernde Homosexuelle im Film ist ein schwules Klischee.
Richtig zu Hause fühlte sich Freddie Mercury vor allem auf der Bühne. Aber der Entertainer konnte nicht nur wild rumtanzen. Er schrieb auch viele Lieder für die Band. Zum Beispiel «Bohemian Rhapsody» von 1975 – der erste Nummer-1-Hit von Queen. Beim Komponieren beschränkte er sich nicht nur auf Rockmusik. Queen war sehr experimentierfreudig: Sie mischten Elemente aus der Oper und dem Musical unter die Rockmusik.
Kontrolle durch ehemalige Bandkollegen
Abschluss und Höhepunkt zugleich. Das Live-Aid-Konzert im Wembley-Stadium 1985. Die Filmemacher haben für «Bohemian Rhapsody» das Mega-Benefiz-Event zum fulminanten Finale gemacht. Dass Freddie 1991 mit 45 Jahren stirbt, spart der Film aus.
Gitarrist Brian May und Drummer Roger Taylor waren bei «Bohemian Rhapsody» als Koproduzenten tätig. Die ehemaligen Bandkollegen von Mercury kontrollierten das Projekt von der ersten Stunde weg: Das Casting für die Rolle von Mercury führten sie gleich selbst durch. Und die Musiker waren bei den Drehs immer dabei.
Platz für einsame Momente
Trotz des starken Einflusses der ehemaligen Bandmitglieder zeigt «Bohemian Rhapsody» Freddie Mercury nicht nur als energetischen Performer auf der Bühne und Anführer von Queen. Auch den Tiefpunkten und einsamen Momenten räumt der Film viel Platz ein.
Entstanden ist ein Porträt, das den Musiker auch von einer menschlichen und verletzlichen Seite zeigt und gleichzeitig mit grossartig inszenierten Konzertauftritten punktet. Nach dem Film will man sofort nach Hause und eine Queen-Schallplatte auflegen oder für die Jüngeren unter uns: Handy an, Spotify auf und zu Queen abrocken.
Kinostart: 31.10.2018