Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/133549

<h2>SubmittedText<h2><p>Laut den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Kinder bis zum Alter von sechs Monaten ausschliesslich gestillt und bis zum zweiten Geburtstag teilweise gestillt werden. In der Schweiz werden zwar 94 Prozent der Neugeborenen nach der Geburt gestillt, bei Säuglingen im Alter von sechs Monaten sind es jedoch nur noch 14 Prozent. Die Unterstützung durch die öffentliche Hand trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, dass Frauen länger stillen (Boyd et al., 2004). Die WHO und Unicef unterstreichen, wie wichtig es ist, dass sich Regierungen für die Förderung des Stillens engagieren und dafür finanzielle Mittel einsetzen.</p><p>Welchen Teil seines Budgets setzt der Bund im Rahmen der Gesundheitsförderung in der Schweiz für die Förderung des Stillens ein, und welche Massnahmen unterstützt er mit diesen Mitteln?</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Zur Finanzierung von Präventionsprojekten im Bereich Ernährung setzt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) jährlich insgesamt 673 000 Franken ein. 2014 wird das BLV rund 20 Prozent dieses Betrags für die Förderung des Stillens verwenden:</p><p>- 86 000 Franken gehen an einen externen Auftrag für ein Monitoring "Stillen". In den Jahren 1993 und 2003 wurden zwei schweizerische Studien zur Stillhäufigkeit und Stilldauer sowie zum Zeitpunkt der Einführung von Folgenahrung durchgeführt. Dieses nationale Still-Monitoring wird weitergeführt, damit eine Trendanalyse möglich ist. Bei der aktuellen Erhebung werden detailliertere Fragen u. a. zur Nahrungsergänzung während der Schwangerschaft (z. B. Folsäure) und zur Nahrungsergänzung während der Stillzeit (z. B. Eisen, Magnesium) gestellt. Weitere Fragen betreffen den Arbeitskontext (z. B. Stillmöglichkeiten am Arbeitsplatz). Die Ergebnisse dieses Monitorings sollen aufzeigen, ob Massnahmen notwendig sein werden.</p><p>- 48 000 Franken gehen an die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens, u. a. als Entgelt für den Auftrag zur Durchführung von Fachtagungen und zur Aktualisierung ihrer Website, die sich sowohl an Eltern als auch an Fachleute richtet.</p><p>Weiter publiziert die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, unterstützt vom Bund mit einer Subvention von rund 265 000 Franken im Budget 2014, Empfehlungen zur Ernährung von schwangeren Frauen, zum Stillen und zur Ernährung des Säuglings im ersten Lebensjahr.</p><p>Das Bundesamt für Gesundheit publizierte 2008 die Broschüre "Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit". Sie enthält praktische Ratschläge für eine gesunde Ernährung und die Warnung vor gewissen Lebensmitteln.</p><p>In ihrer Erklärung von Wien über Ernährung und nichtübertragbare Krankheiten im Kontext von Gesundheit 2020 vom 5. Juli 2013 fordern die Gesundheitsministerinnen und -minister der Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Europäischen Region und das WHO-Regionalbüro für Europa die Mitgliedstaaten auf, "Massnahmen zum Schutz und zur Förderung und Unterstützung ausreichenden Stillens" und einer angemessenen Beikost zu ergreifen. Gemäss Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie können Kinder bereits ab Beginn des fünften Lebensmonates Beikost erhalten.</p>  Antwort des Bundesrates.