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Blockchain-basierte Applikationen sind open source, demokratisch und gehören keinen Einzelpersonen, Firmen oder Konzernen. Dieser Artikel geht auf die Eigenschaften von sogenannten DApps ein.
Beschäftigen wir uns einen Moment mit der Frage, warum wir Applikationen auf einer Blockchain aufbauen möchten?
Praktisch das gesamte Wirtschaftssystem ist auf einer zentralisierten Struktur aufgebaut, die für Ordnung und Standardisierung sorgt. Im Idealfall ist deine Beziehung zu Apps für beide Seiten gewinnbringend. Im Gegenzug für einen optimierten Service, opferst du einen Teil deiner Privatsphäre.
Wieso empfiehlt dir der Amazon Algorithmus Bücher, die dir gefallen?
Wieso gelingt es Youtube, dich regelmässig in einen Video-Rausch zu versetzen?
Oder wieso kannst du kaum damit aufhören, auf Instagram und LinkedIn "nur noch einmal" weiter zu scrollen?
In Wahrheit verhalten sich Apps wie eigennützige Agenten, deren Absicht ist, dass du sie maximal nutzt. Eine App analysiert dein Verhalten, passt ihre Ergebnisse und Inhalte in einer Weise an, die deine Abhängigkeit zu ihr erhöht, indem sie deinen Belohnungsmechanismus aktiviert.
Neben der Abhängigkeit zu den Apps, möchte ich ganz kurz auf die Bedenken der Privatsphäre eingehen. Wie können wir ein System unterstützen, wo es möglich ist, dass 87 Mio. Datensätze von Facebook abgegriffen und gezielte Werbekampagnen erstellt werden, um eine Wahl zu beeinflussen?
Im Juni 2021, hat ein Hacker 92% der gesamten LinkedIn Datenbank kopiert. 756 Mio. User sind davon betroffen. Die Datensätze stehen im Darknet zum Kaufen online und beinhalten:
- Vor- und Nachname
- E-Mail-Adresse
- Geschlecht
- Username von LinkedIn und weiteren social Media Accounts
- Telefonnummer
- Physische Adresse
- Geolocation-Daten
- Geschätzte Gehälter
Es sind zwar keine Passwörter enthalten, dennoch handelt es sich um wertvolle Daten, die für Identitätsdiebstahl und überzeugend aussehende Phishing-Versuche verwendet werden können.
Was wäre, wenn Apps in einem dezentralen Netzwerk gehostet würden und es keinen Mittelsmann gäbe, dem du deine Daten im Gegenzug für eine Dienstleistung überlassen müsstest? Niemand könnte willkürlich deine Inhalte herunternehmen, dein Konto schliessen und vor allem könnte niemand deine Daten an Drittanbieter verkaufen oder sie auf Anfrage an die Regierung aushändigen.
DApps könnten die Lösung sein. Der Begriff steht für "dezentralisierte Anwendungen". Diese Anwendungen setzen auf eine verteilte Datenbank, Speicher- und Belohnungssysteme, um User zu ermächtigen und Drittparteien davon abzuhalten, die Transaktions- und Nutzungsbedingungen zwischen Usern und Inhaltserstellern zu bestimmen. Aber was genau bedeutet das?
Traditionelle Apps mögen in einer verteilten Rechenarchitektur gespeichert sein. Aber die Server, auf denen die Daten gespeichert sind, gehören dem Unternehmen, also der Handvoll Menschen, die sie besitzen.
DApps hingegen werden auf gleichgestellten Nodes in einem Peer-to-Peer-Netzwerk betrieben, welche Einzelpersonen kontrollieren.
Die Applikationen nutzen zum Beispiel die Ethereum-Blockchain zur Datenspeicherung und Smart Contracts für ihre App-Logik.
DApps können dezentralisiert sein, weil sie von der in den Vertrag geschriebenen Logik kontrolliert werden, nicht von einer Person oder einem Unternehmen.
Ein social Media, welches auf einer Blockchain aufbaut, überlässt dir die Freiheit, deine Daten freizugeben oder nicht. Gibst du deine Daten frei und konsumierst Werbung auf der Plattform, erhältst du im Gegenzug Tokens, mit welchen du auf der Plattform für Content bezahlen kannst.
DApps werden als "trustless" bezeichnet, weil sie die Notwendigkeit jemandem zu Vertrauen, eliminieren. Dafür sorgen Smart Contracts, welche neben der verteilten Datenbank, ein weiterer Baustein für DApps bilden.
Die zurzeit beliebteste Smart Contract Plattform ist Ethereum. Alternative Plattformen sind beispielsweise Binance Smart Chain, Avalanche, Terra, Elrond oder in Zukunft Cardano.
Keinen Besitzer
Jeder kann die Funktionen einer DApp nutzen, selbst wenn sich das Team hinter der App auflösen würde. Einmal auf Ethereum bereitgestellt, kann der DApp-Code nicht mehr entfernt werden.
Frei von Zensur
Niemand kann daran gehindert werden, eine DApp zu verwenden oder Transaktionen einzureichen.
Anonyme Anmeldung
Bei den meisten DApps musst du deine reale Identität nicht preisgeben. Dein Blockchain-spezifische Wallet ist dein Konto bzw. Login.
Kryptographisch geschützt
Kryptographie stellt sicher, dass Angreifer keine Transaktionen und andere DApp-Interaktionen in deinem Namen fälschen können. Du autorisierst DApp-Aktionen über deine Wallet, so dass deine Anmeldeinformationen sicher bleiben.
Integrierte Zahlungen
Da Ethereum ETH hat, sind Zahlungen nativ in Ethereum integriert. Entwickler müssen keine Zeit mit der Integration von Drittanbietern für Zahlungen verbringen.
Keine Ausfallzeit
Sobald die DApp auf beispielsweise Ethereum live ist, wird sie nur noch dann ausfallen, wenn Ethereum selbst ausfällt.
Einen guten Überblick über die verschiedenen aktuell nutzbaren DApps bietet Dappradar.
DApps läuten die nächste logische Entwicklungsstufe unserer aktuellen Apps und Online Dienste ein, indem sie neu definieren, wie unsere Daten verwendet werden und wie wir online Geld verdienen und tauschen können.