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Frauenfeld – Auf Anfrage des Kantons St.Gallen wurde der Regierungsrat des Kantons Thurgau ersucht, sich zur Gründung eines Metropolitanraums St.Gallen-Bodensee zu äussern. In seinem Schreiben an das Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St.Gallen schreibt der Regierungsrat, dass er nicht davon ausgehe, dass mit einem neuen Metropolitanraum ein Mehrwert in bildungs-, kultur- und verkehrspolitischen sowie wirtschaftlichen Belangen geschaffen werden könne. Er erachtet es als wichtiger, bestehende Organisationen auszubauen als neue ins Leben zu rufen, und lehnt deshalb den geplanten Metropolitanraum ab.
In seinem Schreiben schickt der Regierungsrat voraus, dass er die Zusammenarbeit in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung und Forschung, Verkehr, Sicherheit, Raumentwicklung und Kultur zwischen den Kantonen St.Gallen und Thurgau sowie den Gemeinden als eng und gut einstuft. Er begrüsst daher grundsätzlich die erweiterte Zusammenarbeit der Ostschweizer Kantone und Länder rund um den Bodensee. Allerdings sieht der Regierungsrat diese Zusammenarbeit im Umfeld des Raumes St.Gallen nicht im Rahmen eines neuen Metropolitanraums. Er sieht die Gefahr, dass es zu einer Konkurrenzierung und Schwächung der bestehenden, gut funktionierenden Kooperationen kommen könnte. Eine neue Organisation würde eher Zuständigkeits- und Abgrenzungsprobleme hervorbringen als Lösungen. Im Weiteren argumentiert der Regierungsrat, dass der Kanton Thurgau über weite Teile eng mit dem Raum Zürich verflochten ist und deshalb zusammen mit der Regio Frauenfeld Mitglied des Metropolitanraums Zürich ist. Ebenso zweifelt er, ob die Region St.Gallen-Bodensee gemäss wissenschaftlicher Definition überhaupt einen Metropolitanraum bilden würde.
Nicht ersichtlich ist für den Regierungsrat auch, worin sich der skizzierte Metropolitanraum in seinen Aufgaben und Handlungsfeldern von der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) oder anderen Zusammenarbeitsgremien unterscheiden würde. Mit der IBK und ihren Kommissionen sowie der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) und auch mit der Fachhochschule Ostschweiz (FHO) bestünden bereits bewährte Organisationen für die Zusammenarbeit in Bildung, Forschung und Kultur. Ebenso seien die Kooperationen in den Bereich Verkehr, Wirtschaft und Sicherheit gut ausgebaut.
Der Regierungsrat ist überzeugt, dass ein neuer Metropolitanraum die zentrifugalen Kräfte innerhalb des Kantons Thurgau verstärken würde, weil sich seine Zentren noch stärker in Richtung eines grösseren Raums ausrichten würden. Überdies lehnt er die geplante Grenzziehung klar ab. Mit einem geraden Strich durch den Kanton soll der östliche Teil des Thurgaus dem Metropolitanraum St.Gallen-Bodensee zugeschlagen werden, was allen Grundsätzen von funktionalen Räumen widerspreche.