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(von Şefik Can Efendi)
Es gibt viele Fantasieprodukte wie Bilder, Porträts und Miniaturen von Mevlana. Man schreibt sogar über Maler, die seinerzeit Mevlanas Porträt gemalt haben sollen. Können wir uns aufgrund dieser Erzählungen und Bilder Mevlanas Physiognomie, sein äusseres Aussehen vorstellen?
Mevlana war anscheinend schlank, hatte eine blasse Gesichtsfarbe und einen zierlicher Körperbau. Trotz seiner blassen Gesichtsfarbe besass Mevlana ein gütig leuchtendes und majestätisches Äusseres.
Der segensreiche Heilige hatte sehr anziehende Augen. Diese waren feurig und scharf. Der Anblick seiner leuchtenden Augen war sehr beeindruckend. Wenn ihn jemand, der ihn nicht kannte, erblickte, wurde er sofort von seinem mächtigen Blick beeinflusst und wendete sich ab.
Das sind die äusseren Beschreibungen von Mevlana. Doch wie war seine innere Welt?
Mevlana spricht im Mesnevi, B. ll, Nr. 95:
„Wie kann ich mein eigenes Gesicht sehen? Was für eine Farbe habe ich wohl? Habe ich ein fleckenloses, reines Gesicht? Oder bin ich jemand mit schmutzigem und sündigem Gesicht? Wie kann ich das sehen?
So zappelte ich und wollte herausfinden, wie mein inneres Gesicht und mein Herz aussieht. Doch mein inneres Gesicht konnte ich an niemandem sehen, nichts konnte mir mich zeigen. Ich fragte mich, warum ist der Spiegel erfunden worden, was hat er für eine Funktion? Ist er nicht deswegen erfunden worden, damit sich jedermann im Spiegel sehen kann? Doch dieser Spiegel ist erfunden worden, um unseres Äusseres zu zeigen. Aber wo ist der Spiegel, der das Gesicht unseres Herzens zeigt? Wie sieht dieser Spiegel aus? Ein Herzensspiegel ist sehr teuer, er ist sehr wertvoll. Denn der Herzensspiegel kann lediglich das Gesicht des Geliebten sein. Das Gesicht des Geliebten, der unser inneres Aussehen, unser Herzensgesicht zeigt, ist nicht von dieser Welt. Es ist in der geistigen Welt.“
Diesen Heiligen, der durch seinen Vater, dem Sultan der Gelehrten, in geistlichem Wissen und guten Sitten aufgezogen worden ist und im Liebestiegel verbrannte, kann niemand verstehen und beschreiben, wie er es würdig ist. Er war ein grosses Wesen, das sich durch Gottesliebe von Hass, Abscheu, Bosheit, Egoismus und von allen menschlichen Wünschen befreit hatte. Er war ein edler Spender und Wohltäter auf der höchsten Stufe, ein Liebender und Wissender. Als er dann in das Meer der Liebe und Weisheit versank, befreite und löste er sich von Gegensätzen wie Gut und Schlecht.