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|Entwerfen und Konstruieren III+IV, 2. Jahr, Prof. Arthur Rüegg|

Horlogerie Ditisheim La Chaux-de-Fonds
Wintersemester
Mit den Aufgaben des Winter- und des Sommerseme-sters wurden komplementäre Aspekte des Architektonischen untersucht, wobei aber in beiden Fällen das zeitgemässe Wohnen im Zentrum der Aufmerksamkeit stand. Das Projekt des Wintersemesters ging von der Umnutzung einer kleinen Uhrenfabrik in La Chaux-de-Fonds aus. Für einen Kunsthistoriker und für eine Modeent-werferin war je eine Wohnung zu entwickeln. In einem weiteren Schritt sollte dann eines der Appartements den Ausgangspunkt für ein Projekt bilden, das auf dem Grundriss eines in unmittelbarer Nachbarschaft bestehenden Garagengebäudes angesiedelt wurde. Gefragt war jetzt die eigene Idealwohnung, die mit einem Architekturbüro ergänzt werden sollte.
Eunho Kim
Brasserie La Chaux-de-Fonds
Sommersemester
Während im Wintersemester Themen von Raum, Form, Funktion, Zirkulation im Vordergrund standen, wurde das architektonische Projekt im Sommer als Teil eines grösseren Ganzen thematisiert.
Auf Grund der Lektüre von Schlüsseltexten der neu-eren Städtebaudiskussion erarbeiteten die Studieren-den Vorstellungen über die mögliche Entwicklung einer ungelösten Stelle im Stadtplan von La Chaux-de-Fonds. Nachher wurde mit einem Massstabssprung die Materialisierung thematisiert und schliesslich eine Arbeits- und Wohnzelle entwickelt, die als Baustein der ganzen Anlage konzipiert werden sollte. Zu allen Übungsschritten wurden Text- und Beispielsammlungen abgegeben, in denen verschiedenartige Auffassungen zum gestellten Problem manifest wurden.
Ueli Degen
Konstruktive Konzepte
Die Forschung der Professur ist stark auf die Lehre ausgerichtet. Neben den Fragen des Wohnens und der Wohnkultur in der Moderne stehen Probleme im Spannungsfeld von Konstruktion und Form im Vordergrund – Themen der Konstruktionsvorlesung und des Diplomwahlfaches «Konstruktive Konzepte der Moderne».
Konstruktion und Form in der neueren Schweizer Architektur
Es geht hier darum, anhand von Fallstudien das Verhältnis von Architektur und Konstruktion unter den Bedingungen sowohl neuer architektonischer Vorstellungen als auch der sich verändernden Bauproduktion darzustellen. Das didaktische Interesse richtet sich dabei auf das Sichtbarmachen der gegenseitigen Beziehung der einzelnen Entscheide und deren Abhängigkeit vom «architektonischen Konzept». Ziel der Publikationsreihe ist es, die wichtige Rolle des Konstruktiven im Entwurfsprozess sichtbar zu machen, und so deren Bedeutung im Unterricht vermitteln zu können.
Der dritte, im Herbst 1998 erschienene Band, ist der systematischen Recherche von Annette Gigon und Mike Guyer zum Thema Wandaufbau und Fenster gewidmet. An dieser «Case Study» kann der Zusammenhang zwischen architektonischer Grundidee und konstruktiver Umsetzung stringent dargestellt werden. Die Reihe wird nach Massgabe der vorhandenen Kapazitäten kontinuierlich erweitert, zunächst mit einer Studie zum Schweizer Holzbau.
Konstruktive Konzepte der Moderne
Wohnkultur des 20. Jahrhunderts
Als allgemeines Projekt der Professur wird eine Reihe von Seminarwochen zur Wohnkultur des 20. Jahrhunderts durchgeführt. Anhand von «Case Studies» sollen dabei zeitlich und örtlich definierte Entwicklungen aufge-zeigt werden. In diesem Zusammenhang werden vor Ort aufgenommene oder ergänzte Pläne auf vergleichbare Weise sehr detailliert gezeichnet und anschliessend publiziert.
Ende 1999 wurde eine Reihe von 10 signifikanten «Europäischen Wohnungen» aufgelegt (Arthur Rüegg, Niklaus Lohri).
Le Corbusier-Studien
In Zusammenarbeit mit der Fondation Le Corbusier in Paris wurde eine auf mehrere Jahre angelegte umfassende Inventarisierung und kritische Darstellung aller Innenraum- und Möbelentwürfe Le Corbusiers begonnen (1997–2000, Arthur Rüegg, Zeichnungen Barbara Thommen). Ziel ist die anschliessende Erarbeitung und Publikation einer entsprechenden gültigen Monographie. Im Umfeld dieser Tätigkeit entstehen laufend Ausstellungsbeiträge und Katalogartikel (zuletzt zum Immeuble Clarté, Mendrisio/Lausanne 1999/2000).
Die Problematik der Raumgestaltungen wird auch auf unmittelbar benachbarten Gebieten verfolgt. So kam noch 1997 im Birkhäuser-Verlag ein dreibändiges, von Arthur Rüegg verfasstes resp. herausgegebenes Werk zur «Polychromie architecturale» Le Corbusiers heraus. 1999 folgte im gleichen Verlag der mit Texten von Arthur Rüegg und mit Plänen (u.a. von Barbara Thommen) versehene Fotoband «Le Corbusier – René Burri/Magnum Photographs».
Schweizer Einrichtungs-Design im 20. Jahrhundert
Auftrag der Stiftung «Good Goods» zur Erarbeitung eines Nachschlagewerkes über zwischen 1900 und 2000 entstandene Schweizer Inneneinrichtungen und Möbelentwürfe. Konzeption und Herausgabe des Werkes durch Arthur Rüegg, Texte zusammen mit sieben Haupt- und zahlreichen Nebenautoren. Erstellung des Katalogteiles in Zusammenarbeit mit dem Museum für Gestaltung Zürich. Redaktionsarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Kunstgeschichte in Bern.
Das Werk soll auf die expo.02 abgeschlossen und dort präsentiert werden.
Zahlreiche Ausstellungsbeiträge auch zu diesem Themenkreis (Wohnbedarf Basel, 2000; Siedlung Neubühl, 2000).
|Zum Seitenanfang||Assistenz: Daniel Boermann, Claudia Frigo Mallien, Mechthild Heuser, Thomas K. Horvàth, Hermann Kohler, Donatus Lauener, Thomas Seiler, Barbara Thommen, Dominique Verdan, Toni Wirth|