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Kele Okereke und Russell Lissack trafen sich 1998 in London. Am Reading Festival beschlossen sie eine Band zu gründen. Gordon Moakes und Matt Tong vervollständigten etwas später das Quartet. Die Band probierte verschiedene Bandnamen (Union, Superheroes of BMX, The Angel Range oder Diet) aus und einigte sich schliesslich ab 2003 auf Bloc Party. Ihr Debütalbum „Silent Alarm“ erreichte Platz 3 in den UK Charts und wurde von New Musical Express zum Album des Jahres 2005 gekrönt.
Zwei Jahre später erschien „A Weekend In The City“, die einschlägige Presse attestierte dem Album eine elektronische Weiterentwicklung, die Texte wurden pointierter und politischer. Das dritte Album „Intimacy“ wurde im August 2008 veröffentlicht. Bloc Party avancierte zu einem gern gesehenen Gast an den grossen internationalen Festival und spielten auf der ganzen Welt vor einer immer grösser werden Fanschaft. Zwei Jahre später legte die Band eine Pause ein, ging getrennte Wege und Kele Okereke veröffentlichte sein erstes Soloalbum „The Boxer“. Am 3. Januar in diesem Jahr kündigte er in einem BBC-Radiointerview das neueste Album „Four“ an.
Mit einem sperrigen Schlagzeug Rhythmus startet „So He Begins To Lie“, ein paar wiederholende Gitarrenriffs und ein groovender Bass bestimmten das Grundthema des Songs. Im Refrain begleitet eine Gitarrenmauer die Stimme von Kele. Nach der Brigde erhöht sich die Mauer zu einer Wand, die durch das wirbelnde Schlagzeug-Set zusätzlich betont wird. Mit weniger Schnörkel, schneller und mehr auf den Punkt gespielt klingt „3×3“, hier gefällt mir das Zusammenspiel der Gitarren und der leidenschaftliche, zum Teil in Flüsterton gesungene Text. Bei „Octopus” (der erste Single von „Four“) fällt der Klang der einen Gitarre sofort auf, dieser vibrierende Ton ist genial gemacht und duelliert sich im links rechts Lautsprecher Spiel mit der Rhythmusgitarre.
„Kettling” zeigt eine mir unbekannte Seite Bloc Party: Die Gitarren klingen hart metallisch, der Track hat nicht mehr viel mit Indie zu tun, aber die musikalischen Attribute der Band sind immer noch zu hören. „Day Four” ist eine hübsche Indie-Pop Nummer, das tragende Element ist der Zuckerguss-Gitarrensound, die eingebauten Streicher passen exzellent dazu. Ganz schön bluesig beginnt „Coliseum”, dann startet das Lied durch, wird zu einer abgehenden Rock Rakete um nach rund 2 Minuten 30 sicher zu landen. Bei „V.A.L.I.S.” hört man die Pop Seite der Band: Intelligente Gitarrenarbeit trifft auf einen fetten Bass/Schlagzeug Boden, mehrstimmiger Gesang, eingängig produziert und als glänzende Musikperle dringt der Song in die Gehörgänge ein.
Bei „Team A” gefällt mit der Flanger-Bass und die Gitarrenmelodie zwischen dem Text im Grundthema. Ein aufregendes Tremolo Gitarren Intro leitet „Truth” ein, die leicht melancholische Stimmung des Tracks passt zur kommenden Herbstzeit. „The Healing” klingt balladenartig, der hohe Gesang von Kele ist wunderbar in den Sound eingebettet und Cello und Violine verbreiten ein Altweibersommer Feeling. Zum Abschluss nochmals Rock’n’Roll mit Bloc Party: „We’re Not Good People” rockt von der ersten bis zur letzten Sekunde gnadenlos und die Teufelsfingerchen strecken sich gegen den Himmel. 🙂
Die Band hat mich mit ihrem vierten Album überrascht, die metallischen und rockigeren Klänge sind klug in die Songs eingebaut worden. Sie hat sich weiterentwickelt ohne ihre Basis zu vergessen und auch deshalb gebe ich 4 Pommesgabeln.
Tracklist:
1. So He Begins To Lie
2. 3×3
3. Octopus
4. Real Talk
5. Kettling
6. Day Four
7. Coliseum
8. V.A.L.I.S.
9. Team A
10. Truth
11. The Healing
12. We’re Not Good People
Bandmitglieder:
Kele Okereke – Gesang und Gitarre
Russell Lissack – Gitarre
Gordon Moakes – Bass, Synthesizer, Perkussion und Gesang
Matt Tong – Schlagzeug und Gesang
Gründung:
2003