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Das kommt vielen spanisch vor: Im Madrider Parlament ist ein Sprachenstreit ausgebrochen, weil die Abgeordneten des Oberhauses in einer Plenarsitzung erstmals nicht nur auf Spanisch, sondern auch auf Katalanisch, Baskisch oder Galizisch debattieren durften.
Dies löste bei der konservativen Volkspartei (PP) heftige Proteste aus. Für die Parlamentarier, die die Regionalsprachen nicht verstehen, hatte eigens ein Dolmetschersystem eingeführt werden müssen. "So etwas gibt es in keinem normalen Land", empörte sich der PP-Parteichef Mariano Rajoy.
Die PP beklagte, dass die Abgeordneten Kopfhörer aufsetzen müssten, um sich verständigen zu können, obwohl alle Mitglieder des Senats Spanisch sprächen. Spanien mache sich damit in aller Welt lächerlich.
Hohe Kosten für Dolmetscher
Die rechtsliberale Zeitung "El Mundo" betonte am Mittwoch, für die Dolmetscher müssten pro Sitzung 12'000 Euro ausgegeben werden. "Damit gibt Spanien in Zeiten der Krise ein denkbar schlechtes Bild ab."
Demgegenüber erklärte der sozialistische Justizminister Francisco Caamaño: "Die neue Regelung macht uns als Gesellschaft stärker." Die Abgeordneten aller Parteien mit Ausnahme der PP hatten entschieden, dass in bestimmten Plenarsitzungen des Senats der Gebrauch der Regionalsprachen zulässig sei.
Bisher hatte dies nur für einzelne Ausschüsse gegolten. Im Unterhaus des Parlaments darf in den Debatten nur Spanisch gesprochen werden.
SDA-ATS