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Dutzende Menschen sind am Wochenende durch Regen, Schnee, Kälte und Lawinen in Afghanistan und Pakistan ums Leben gekommen. Allein in Afghanistan starben 54 Menschen in 22 Provinzen durch Lawinen oder bittere Kälte.
Im Nordwesten Pakistans wurden am Sonntag mindestens 13 Menschen durch Lawinen und Unwetter getötet, teilten die Behörden am Sonntag mit.
Nach tagelangem Schneefall waren in Afghanistan am Samstag und Sonntag mehrere Lawinen niedergegangen. Sie begruben nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums knapp 170 Häuser unter sich und machten viele Strassen unpassierbar.
Mindestens 54 Menschen starben, Dutzende weitere waren am Sonntag noch verschüttet. Die Behörden fürchten, dass die Zahl der Toten deutlich weiter steigen könnte, da die Rettungsmannschaften einige der am schwersten betroffenen Orte noch nicht erreicht haben.
Menschen und Tiere erfroren
Am schlimmsten war die Lage in der nordöstlichen Provinz Badachschan. Dort wurden 18 Menschen getötet, deren Häuser von einer Lawine verschüttet worden waren. Dutzende weitere waren demnach noch von den Schneemassen eingeschlossen. Die Rettungsteams bemühten sich, zu ihnen vorzudringen. In der westlichen Provinz Badghis erfroren unterdessen mindestens zwei Menschen und mehr als hundert Tiere.
Selbst aus der üblicherweise schneefreien Provinz Kandahar im Süden Afghanistans wurde Schneefall gemeldet. Die afghanische Regierung erklärte den Sonntag zum Urlaubstag, alle Schulen blieben daraufhin geschlossen.
Schnee und Regen in Pakistan
Auch das benachbarte Pakistan litt unter heftigem Schnee und Regen. Nach Angaben einer Zivilschutzsprecherin der Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa verschüttete eine Lawine am frühen Morgen acht Häuser des Dorfes Shershal; für vier Frauen, vier Kinder und einen Mann kam jede Rettung zu spät. In derselben Gegend wurden ein Soldat und eine Grenzwache von einer zweiten Lawine getötet.
Im Stammesgebiet Khyber starben drei Kleinkinder und zwei Frauen wurden verletzt, als das Dach ihres Hauses nach heftigem Regen über ihnen einstürzte.
In der Provinz hatte es zuvor tagelang heftig geschneit. Einige Gebiete waren von einer 1.20 Meter hohen Schneedecke bedeckt. Viele Strassen waren blockiert, der Regionalflughafen von Chitral musste seinen Betrieb einstellen, in der gesamten Region fiel der Strom aus. In den am schwersten betroffenen Orten wurden Nahrung und Arzneimittel knapp.
Tödliche Lawinen sind in den bergigen Regionen Afghanistans und Pakistans keine Seltenheit. Besonders in Afghanistan scheitern Rettungseinsätze oft an mangelnder Ausrüstung.
Trotz Milliarden Dollar an Hilfsgeldern seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban im Jahr 2001 bleibt das konfliktgeplagte Land eines der ärmsten der Welt. Erst im Januar waren im Norden Afghanistans 27 kleine Kinder bei klirrender Kälte und heftigem Schneefall ums Leben gekommen. (sda/afp)