Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03354.jsonl.gz/642

barbès, mon amour
Barbès benannt nach dem revolutionären, französischen Republikaner Sigismond Auguste Armand Barbès. Ein Pariser Stadtviertel fern von Afrika und dennoch mittendrin.
Im Maghreb und weiter südlich in Afrika, bis hinunter nach Ouagadougou, hat Barbès einen Ruf wie anderswo Saint-Germain und die Champs-Elysées.
Barbès ist ein Stück Afrika im Exil, eine französisch-arabische Variante von Berlin-Kreuzberg: drei grosse Multikulti-Discotheken an der Metrolinie, ein Goldsouk für die Berberinnen, ein Stoffsouk, ein Frisoursouk und ein Souk für Telefon-Rabattkarten. Und natürlich TATI, der Kaufhauskonzern für Lebensnotwendiges und Billigluxus. Die berühmte rosaweisskarierte Plastiktüte ist seit Jahrzehnten das karikierende Accessoire der arabischen Gastarbeiter.
Das Viertel zwischen Nordbahnhof und Sacré-Coeur ist eine Durchgangslandschaft. Die vielen Kofferhändler auf den Trottoirs sind ein deutliches Zeichen. Hier wohnen Menschen, die zwischen den Welten leben und oft unterwegs sind. Barbès ist ein Ort an dem Fernweh und Heimweh eins sind.
Der Square du Passage Lèon ist die einzige grüne Fläche weit und breit. Bei gutem Wetter sitzen Alte und Junge in dem von Zäunen umschlossenen Park. Von Paris kennen sie nur Barbès, das Viertel um den Schnellbahnhof Chatelet und die Wohnungen ihrer Verwandten in Belleville. Afrika ist ein Kontinent in Paris und Barbès seine Karawanserei.