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Wenn die Grossbanken ihre Quartalsberichte vorlegen, ergiesst sich über die interessierte Leserschaft eine Zahlenflut. Dazu kommt aber auch noch ein Gewirr aus Abkürzungen. Dahinter verbergen sich Konzernsparten.
Wenn die UBS also am (morgigen) Dienstag die Zweitquartalsergebnisse vorlegt, werden seitenweise Tabellen herausgegeben, bei denen man Zahlen Kürzeln zuordnen muss. Bei der Credit Suisse, die am 31. Juli berichtet, ist es genauso.
Dass beide Geldhäuser grosse Vermögen in die Finanzmärkte investieren, für ihre Kunden Finanzmarktgeschäfte tätigen sowie Firmen und Privatpersonen mit Krediten versorgen - das ist bekannt. Diese Geschäfte gliedern sich aber in verschiede offizielle Divisionen. Diese waren nicht immer die gleichen: Umstrukturierungen, Strategieänderungen und Managementwechsel haben die Struktur der beiden Finanzhäuser in den letzten Jahren verändert.
Im Moment stellen sich die beiden grössten Schweizer Banken wie folgt auf:
UBS
Global Wealth Management (GWM): Dank dieser Sparte schmückt sich die UBS mit dem Prädikat "grösster Vermögensverwalter der Welt". Das Global Wealth Management umfasst das Privatkundengeschäft der UBS, auf das die Bank seit 2012 in erster Linie setzt. Das zeitweise separat geführte Geschäft in Nord- und Südamerika wird hier heute dazugezählt.
Diese Sparte erwirtschaftete 2018 über die Hälfe der gut 30 Milliarden Dollar Ertrag der Bank (ja, die UBS berichtet in der US-Währung). Verwaltet wurden dort per Ende 2018 insgesamt 2,26 Billionen der 3,10 Billionen Dollar verwalteten Vermögen des gesamten weltumspannenden Finanzkonzerns.
Das UBS-Wealth-Management respektive ihre Vorgängersparten hatten auch die Rechtsfälle um nicht steuerdeklarierte Konten versursacht, die vor zehn Jahren zur Übergabe von Kontodaten und zum teilweisen Ende des Schweizer Bankgeheimnisses führten. Der aktuell wichtigste solche Fall der UBS, der noch nicht abgeschlossen ist, sind Klagen in Frankreich.
Personal & Corporate Banking (P&C): Das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft heisst bei der UBS Personal & Corporate Banking. In letzter Zeit versucht die UBS, nicht nur die Kreditversorgung von Unternehmen, sondern auch die finanzielle Betreuung von Unternehmerfamilien in den Vordergrund zu stellen. Zu P&C gehört auch das Schweizer Retailgeschäft, also die Bankbeziehungen von Normalbürgerinnen und -bürgern. Ein solches gibt es nur in der Schweiz, was natürlich in der Geschichte der Bank und ihrer Vorgängerinnen Bankgesellschaft und Bankverein begründet ist.
Asset Management (AM): Hier bietet die UBS Fonds und Anlagestrategien an. In gewisser Hinsicht ist das Asset Management eine "Fabrik" für Finanzprodukte. Auch hier werden nicht nur institutionelle Kunden bedient, sondern auch reiche Privatkunden mit Finanzstrategien versorgt.
Investment Bank (IB): Nach der Finanzkrise stutzte die UBS die Investmentbank zusammen, denn diese hatte den Beinahekollaps 2008 massgeblich verursacht. In unguter Erinnerung ist die Sparte FICC - Fixex Income, Currencies and Commodities, also Anleihen, Währungen und Rohstoffe.
Geblieben sind der UBS der Handel mit Aktien, Devisen, Edelmetallen und gewisse Zins- und Kreditgeschäfte. Ausserdem alles, war mit Kapitalmarktzugang für Firmen zu tun hat, also beispielsweise die Organisation von Börsengängen. Im Zentrum steht auch die Idee, dass die reichen Privatkunden Zugang zu Anlagen haben, die von der Investmentbank konzipiert werden.
Corporate Center: Die UBS führt die internen Dienstleistungs- und Supportzweige als eigene Einheit. Dazu gehören beispielsweise die juristischen Dienste, Compliance oder die Informatik und die Datensicherheit. Ein Merkmal des Corporate Center ist, dass es normalerweise Verluste schreibt – was für eine interne Dienstleistungssparte ohne grosses externes Kundengeschäft aber auch nicht weiter schlimm ist. Natürlich versucht die UBS, die Verluste so gering wie möglich zu halten.
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Credit Suisse
Swiss Universal Bank (SUB): Die Schaffung dieser Einheit ist eine Folge der Dezentralisierung der Bank, die CEO Tidjane Thiam vor vier Jahren einleitete. In der Swiss Universal Bank enthalten ist das Geschäft mit Privat- und Firmenkunden in der Schweiz - bezeichnet als "Private Banking" und "Corporate & Institutional Banking". Zur SUB gehören superreiche und reiche in der Schweiz gebuchte Kunden, aber auch das Retailgeschäft.
Mit knapp 12'000 Vollzeitstellen erwirtschaftete die SUB 2018 einen Ertrag von 5,5 Milliarden Franken. Sie verwaltete Ende 2018 knapp 750 Milliarden der 1,35 Billionen der CS anvertrauten Vermögen. Die SUB hat sich in den vergangenen Jahren als "Powerhouse" der CS gezeigt. Nach 2015 hatte es Pläne gegeben, das Schweizer CS-Geschäft separat an die Börse zu bringen. 2017 wurden diese versenkt.
International Wealth Management (IWM): Die CS ist in etwa 50 Ländern aktiv. Die Sparte International Wealth Management umfasst die vermögenden Kunden in aller Welt. Auch das CS-Asset-Management gehört hier hinein, das Anlagestrategien für institutionelle Kunden wie Pensionskassen, Stiftungen, aber auch Firmen und Privatpersonen entwirft. Anlegen kann man bei der CS in so gut wie alles (bei der UBS natürlich auch).
IWM ist fast gleich gross wie die Swiss Universal Bank. Sowohl im Schweizer und im internationalen Privatkundengeschäft wird bei Quartalsberichten der Bank stark auf Zu- oder Abflüsse von Kundengeldern geachtet.
Asia Pacific (APAC): Für Unternehmer in Ost- und Südostasien führt die CS eine eigene Sparte. Für diese Schicht, die nach wie vor stark wächst, werden Privatbank- und Investmentbankangebote gebündelt. Auf diesen Bereich setzt die CS grosse Hoffnungen.
Global Markets: Global Markets betreibt Wertschriftenhandel, Brokerage und die Marktanalyse. Kunden sind andere Banken, Unternehmen, Institutionelle und Private. Global Markets wird zum Investmentbankgeschäft gezählt.
Investment Banking & Capital Markets: In dieser Sparte fasst die CS die Begleitung von Fusionen und die Kapitalbeschaffung von Unternehmen zusammen, die so genannte Aktienemission. Auch Leveraged Finance, also Finanzierungsgeschäfte mit hoher Fremdverschuldung, ist hier ein zentraler Pfeiler.
Gesucht werden solche Dienstleistungen von Unternehmen und Firmen aus der Finanzbranche, aber auch von sehr reichen Privatkunden. Dass die Schweizer Grossbanken reichen Kunden eine grosse Zahl von Investmentbankgeschäften intern anbieten kann, wird von machen als verbleibende Stärke von CS und UBS gesehen. Damit wollen sich diese beiden Banken von der Konkurrenz abheben.
Aber auch wenn die CS das Investmentbanking in den vergangenen Jahren verkleinerte und gewisse Risikogeschäfte eindampfte, ist es immer noch ein bedeutendes Geschäft für die Bank – aber auch eines mit schwankungsanfälliger Ertragssituation.