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Maskat – Omans alte Handelsstadt zwischen Traditionen und Moderne
Omans Hauptstadt Maskat ist eine besondere Stadt mit einer einzigartigen Atmosphäre. Umschlossen von den Felswänden des Hajar-Gebirges überrascht Maskat mit einer faszinierenden Mischung aus moderner, weltoffener Metropole und orientalischer Handelsstadt, aus schnell wachsendem Finanzzentrum und jahrhundertealtem Festungshafen.
Maskat hat kaum mehr als 30.000 Einwohner und zieht sich an der Nordostküste des Wüstenstaats Oman mehr in die Länge als in die Breite, bedingt durch die bedrängte Lage am Fusse der Berge, die fast bis an den Golf von Oman reichen. Ein Grossteil der modernen Metropole hat sich so in die Vororte verlagert und der Altstadt von Maskat seinen beschaulichen Charakter belassen – den Charakter einer alten Handelsstadt mit weissgetünchten Häusern, mächtigen Festungsanlagen und einer gesetzlich regulierten Bauhöhe.
Dass Maskat nicht nur politisch und wirtschaftlich, sondern auch kulturell das Zentrum Omans bildet, beweisen die vielen neuen Museen ebenso wie das 2011 eröffnete Opernhaus, ein besonders ehrgeiziges Bauprojekt und heute die bedeutendste kulturelle Einrichtung des Landes. Das einzige Opernhaus der Golfstaaten hat bereits so berühmte Gäste wie Plácido Domingo und Andrea Bocelli gesehen und zählt mit seiner opulenten Inneneinrichtung zu den beeindruckendsten Gebäuden der Stadt.
Vom persischen Handelshafen zur modernen Metropole
Die Ursprünge Maskats reichen mehrere Jahrtausende vor unsere Zeitrechnung zurück, als das Kupfer aus dem Hajar-Gebirge und die vor der Küste ertauchten Perlen der Region zu Reichtum verhalfen. Ab 500 v. Chr. stand die Nordküste des Omans für rund tausend Jahre unter persischer Herrschaft, und der Hafen von Maskat entwickelte sich in dieser Zeit zu einem über die Region hinaus bedeutenden Handelshafen. Mit dem Einzug des Islam begann ab dem 7. Jahrhundert eine lange Zeit der Eigenständigkeit, in der nicht nur Maskat, sondern auch viele umliegende Küstenstädte sich zu wichtigen Handelsplätzen entwickelten.
1507 wurde Maskat von den Portugiesen erobert und verlor an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung, da die omanischen Herrscher ihr Machtzentrum weiter ins Landesinnere verlegten. Erst ab der Vertreibung der Portugiesen im Jahr 1650 wurden Maskat und andere Handelshäfen der Region langsam wiederbelebt. Der fast 150 Jahre andauernden portugiesischen Herrschaft hat die omanische Hauptstadt heute bedeutende Kulturgüter wie die beiden Festungen Jalali und Mirani zu verdanken. Als Regierungssitz wurde Maskat erstmalig 1779 ernannt, gewann jedoch erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts an Bedeutung, als die Stadt zu einem bedeutenden Seehafen ausgebaut wurde. Heute ist Maskat trotz seiner geringen Einwohnerzahl eine moderne, dynamische Metropole, deren urbane Zone viele Vororte der Umgebung mit einschliesst.
Zwischen Traditionen und Moderne: Rundgang durch Alt-Maskat
Während der moderne Teil der omanischen Hauptstadt vor allem in die Vororte wächst, hat sich rund um einen kleinen Naturhafen – gesäumt von den Festungen Jalali und Mirani – der alte Stadtkern seinen eigenen Charakter bewahrt. Wenngleich ein Teil der historischen Bauwerke in den vergangenen Jahrzehnten umfassenden Neubaumassnahmen zum Opfer gefallen ist, haben die aktuellen Baurestriktionen dennoch ihren Teil dazu beigetragen, den einzigartigen Charakter von Maskats Altstadt zu bewahren. Alte Handelshäuser wurden aufwendig restauriert und zeugen vom vergangenen Reichtum der Stadt, während über dem Hafen der eindrucksvolle Sultanspalast Qasr al-Alam thront. Der königliche Palast wurde zu Beginn der 1970er Jahre errichtet und dient heute vor allem repräsentativen Zwecken.
Die beiden portugiesischen Festungen Jalali und Mirani rahmen die Altstadt rund um den Hafen ein und bieten einen Eindruck von der einstmals stark gesicherten Handelsstadt, ebenso wie ein Festungsgraben und vier Stadttore von der ursprünglichen Stadtbefestigung. Beliebte Ausflugsziele sind die alten Wachttürme hoch über der Stadt, von denen aus sich vor allem zum Sonnenuntergang ein bezaubernder Ausblick bietet. Auch am Küstenboulevard Corniche finden sich an den Wochenenden Touristen und Einheimische gleichermassen ein, um sich an den kilometerlangen Stränden und in den kleinen Restaurants der Corniche vom Alltag zu erholen.
Rund um Maskat: Tauchen, Wandern und mehr
Maskat selbst kann gleich mit mehreren Stadtstränden aufwarten, von denen die nahegelegenen direkt an der Corniche zu einer Abkühlung einladen. Aber auch Tauchkurse und Bootsausflüge mit Delfinbeobachtung werden in und um die Stadt angeboten. Wenngleich im Sultanat Oman die Regeln für öffentliches Baden etwas strenger sind als gewohnt, bieten unzählige Hotelanlagen ebenso wie Yacht- und Tauchclubs hervorragende Privatstrände, an denen sich westliche Besucher wie gewohnt kleiden und bewegen können. Der Markt von Mutrah lädt mit traditionellem Kunsthandwerk, filigranem Schmuck und lokalen Köstlichkeiten zu einem Besuch ein, und für eine Auszeit von der Grossstadt bietet der Qurum Naturpark vielfältige Möglichkeiten zum Wandern, Joggen und Ausspannen.
Die Nähe zum Hajar-Gebirge macht Maskat ausserdem zu einem idealen Ausgangspunkt für Trekking-Trips, für Ausflüge zur nahegelegenen Festung Nakhl oder für einen Besuch im Wadi Shab, dem spektakulärsten Wadi des Landes. Smaragdgrüne Naturpools und mächtige Felshöhlen laden hier zum Bad vor einer atemberaubenden Kulisse ein, die im Sultanat seinesgleichen sucht. Auf der einstündigen Fahrt von Maskat zum Wadi Shab passieren Besucher verlassene Dörfer und zerklüftete Gebirgslandschaften, die von der Abgelegenheit dieses einzigartigen Ortes zeugen. Die Festung Nakhl wiederum, in rund 60 m Höhe auf einem Felsen errichtet, ist eine der grössten und beeindruckendsten Festungsanlagen des Landes.
Oberstes Bild: Königlicher Palast Qasr al-Alam (© Ji-Elle / Wikimedia / CC)