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Darwin im
Kreuzverhör

Rezension
Ein Aufsehen erregendes Buch zur Wissenschaftlichkeit des Darwinismus, welches im wissenschaftlichen Establishment der USA lang anhaltende Diskussionen ausgelöst hat. Es stammt aus der Feder eines Mannes, der auf eine langjährige Erfahrung als Jura-Professor an der University of Berkeley zurückblicken kann, wo er sich auf die Analyse logischer Argumente spezialisiert hat. Phillip E. Johnson argumentiert couragiert indem er aufzeigt, dass es die „Unmenge empirischer Daten“ zur Erhärtung der Evolutionstheorie einfach nicht gibt und diese Theorie eben nicht auf Fakten, sondern auf Glaubensannahmen beruht – auf Glauben an den philosophischen Naturalismus!
In seinem Buch arbeitet Phillip E. Johnson die Frage nach der Lebensentstehung wissenschaftlich präzis heraus. Ihm geht es nicht darum, eine bestimmte Theorie zu beweisen oder zu widerlegen. Johnson will einzig und allein die grundlegende Frage so klar wie möglich formulieren und von begrifflichen Vernebelungen und Verwischungen befreien: Sind die Aussagen der Evolutionstheorie über die postulierte Entstehung und Entwicklung des Lebens „wahr“. Bei seiner Argumentation vermeidet er den Konflikt zwischen der Bibel und der Wissenschaft. Es findet sich deshalb in seinem Buch auch kein einziger Vers aus der Bibel. Er möchte eine sachliche Auseinandersetzung mit den Vertretern der Evolutionstheorie führen. Sein Ziel ist, aufgrund der empirischen Daten herauszufinden, ob die Aussagen der Evolution bestätigt werden. Im Weiteren möchte er herausfinden, ob man durch Untersuchungen der Natur zu dem Schluss kommen muss, dass es keinen Gott gibt.
Die Argumentation des Buches besteht darin, dass wir viel weniger wissen als man allgemein behauptet. Insbesondere wissen wir nicht, wie es möglich war, dass die ungeheuer komplexen pflanzlichen Strukturen und tierischen Organsysteme durch plan- und ziellos wirkende natürliche Prozesse entstehen konnten. Die darwinistische Theorie schreibt die biologische Komplexität der Anhäufung anpassungsfähiger Mikromutationen der natürlichen Selektion zu. Doch die „kreative“ Kraft dieses hypothetischen Mechanismus ist nie nachgewiesen worden, wobei auch der fossile „Beweis“ nicht mit der Behauptung übereinstimmt, dass die Lebewesen auf diese Weise entstanden sind. Der Mechanismus zur Schaffung komplexer Strukturen, die vorher nicht existierten, gehört damit letztlich nicht wirklich zur empirischen Wissenschaft, sondern wurde vielmehr aus der naturalistischen Philosophie abgeleitet.
Im Denken vieler Wissenschaftler ist Wissenschaft nichts anderes als angewandter Naturalismus, oder wie es Steven Weinberg formulierte: „Die Wissenschaft – ganz gleich, welcher Art – kann nur dann vorankommen, wenn sie annimmt, dass es keinen göttlichen Eingriff gibt, und erkennt, wie weit man mit dieser Annahme kommen kann.“ Eine solche Definition von Wissenschaft ist nur schwer angreifbar, weil die Wissenschaft damit ihre Theorien an relativen und nicht an absoluten Massstäben beurteilt. Daher kann die beste naturalistische Theorie, die derzeit zur Verfügung steht, den Status „wissenschaftlicher Erkenntnis“ beibehalten, selbst wenn sie mit einem grossen Teil des Beweismaterials nicht übereinstimmt. Die naturalistische Evolution beinhaltet nicht nur eine wissenschaftliche Theorie, sondern vielmehr die offizielle Weltentstehungslehre unserer modernen Kultur. Die wissenschaftliche „Priesterschaft“, die berechtigt ist, die offizielle Weltentstehungslehre zu interpretieren, gewinnt dadurch ungeheuren kulturellen Einfluss, den sie verlieren könnte, wenn diese Theorie in Frage gestellt wird.
Wie viele Autoren vor ihm kommt auch Phillipe E. Johnson zu dem Schluss,
dass der Darwinismus ein Glaube ist, nicht eine Tatsache – ein Glaube,
der in der Natur wenig Tatsachen vorfindet, sie seinen Erwartungen entsprechen.
Gian Luca Carigiet