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Am 19. Januar dieses Jahres wurde unsere Familie im Waisenhaus Beat the Drum um ein Mädchen reicher: Die neunjährige Mary Wanjiru hat bei uns ein neues Zuhause gefunden. Warum sie hier ist, erklärt ihre Geschichte:
Mary wurde in North Kinangop in Zentralkenia geboren. Ihre alleinerziehende Mutter starb an AIDS als Mary erst neun Monate alt war. Nach dem Begräbnis wurde sie zu ihrer Grossmutter gebracht, welche im Jahr 2013 ebenfalls verstarb. Die meisten Onkel und Tanten von Mary lebten selbst am Existenzminimum und konnten Mary nicht auch noch aufnehmen. Dazu kam, dass Mary selbst auch oft krank war und niemand so recht wusste, wie damit umzugehen war. Auch die Spitalrechnungen wollte und konnte natürlich niemand übernehmen.
So kam Mary mit sieben Jahren zu einer Frau namens Gertrude Njambi, welche sich ihrer annahm, ohne mit ihr verwandt zu sein. Sie sorgte über ein Jahr für Mary, päppelte sie wieder auf und brachte sie dann zu ihrem Onkel in Nandarasi, welcher jedoch HIV positiv und alleinstehend war.
Der überforderte Onkel setzte sich mit dem Waisenhausleiter des nahegelegenen GOA-Waisenhauses Tumaini in Verbindung, wo bereits zwei von Marys älteren Geschwistern die Schule durchliefen. Ihr ältester Bruder John ist jetzt in einer Berufsausbildung, während der etwas jüngere Samuel bald die GOA Sekundarschule abschliessen wird.
Als Mary dann vor der Aufnahme im Waisenhaus in einem Krankenhaus einen Gesundheitscheck machte, stellten die Ärzte fest, dass das Mädchen bei der Geburt bereits mit HIV infiziert worden war. So wurde Kontakt zum GOA-Waisenhaus für HIV-positive Kinder aufgenommen, zu Beat the Drum. Der dortige Leiter, Herr Kimani, war einverstanden, dass die kleine Mary in die bereits 28-köpfige Familie aufgenommen werden kann. Endlich ist die Reise von Bezugsperson zu Bezugsperson für Mary zu Ende. Sie ist in einem Zuhause angekommen, in welchem sie nun planmässig bis zum Ende ihrer Ausbildung bleiben darf.
Seit wenigen Wochen geht sie nun in der nahegelegenen Stadt in die zweite Klasse und jeden Tag hellt sich das Gesicht von Mary etwas mehr auf. Wir freuen uns, Mary begleiten zu dürfen und hoffen, dass sie auch bald einen Paten oder eine Patin in der Schweiz finden darf.