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Anlässlich einer umfassenden Gesamtrenovation der Kirche wurden im Jahre 1956 archäologische Grabungen durchgeführt, während derer man römische Grabreste und Objekte fand, die Anlass zu Vermutungen über gallo-romanische Tempelbauten aus dem 1. Jahrhundert gaben.
Der älteste christliche Vorgängerbau stammt aus merowingisch-karolingischer Zeit (um 700 n.Chr.): von diesem wurden ein Teil der halbrunden Apsis und ein Überrest eines freistehenden Altars gefunden. Die nicht mehr vorhandenen Mauerreste dieser Kirche verunmöglichten eine Grundrissrekonstruktion, und es wurde auch vermutet, dass das Fehlen einer Mauer auf eine Kirche aus Holz bzw. einen Riegelbau hinweisen könnte.
Im 11. Jahrhundert wurde der Bau einer Kirche in Angriff genommen, die im romanischen Stil errichtet wurde. Darüber weiss man einiges: Der Bau war auffällig lang (22.5 Meter Länge bei einer Breite von 7.5 Metern), der Chor war quadratisch und nicht mehr halbrund wie beim karolingischen Vorgängerbau.
Das starke Bevölkerungswachstum im 15. Jahrhundert war wohl einer der Hauptgründe für den Bau einer neuen Kirche im spätgotischen Stil. Die neue Kirche, die nach einer Bauzeit von mehreren Jahren 1495 fertiggestellt war, wurde «an unsere liebe Frau, St. Barbara, St.Maurititus» geweiht.
Die Kirche wurde mehrmal umgebaut und verändert, so im Zusammenhang mit der Reformation. Durch einen Blitzschlag brannte 1844 das Innere der Kirche aus. Dabei fielen die spätgotische Holzdecke und die Glasmalereien zum Opfer. 1847 schlug nochmals ein Blitz in die Kirche. Den beiden Bränden fielen neben den Glasmalereien im Chor auch Kanzel, Taufstein, Orgel und Bestuhlung zum Opfer.
Weitere Renovationen erfolgten in den Jahren 1911-13, 1930 und 1955-57. Eine umfassende Gesamtrenovation wollte den Innenraum auf ihr spätgotisches Erscheinungsbild zurückführen: Die bisherige Gipsdecke wurde durch eine Holzbretterdecke ersetzt, die Sandsteinquaderfassung des Spitzbogens, der Schiff und Chor trennt, wurde freigelegt, die Wände mit einem dünnen Grubenkalküberzug versehen, der die originalen Unregelmässigkeiten der Mauern wieder zum Vorschein brachte. Die Masswerke der Fenster in Chor und Schiff wurden erneuert. Auch die Rückführung des ursprünglichen Taufstein an seinen angestammten Ort geschah im Rahmen dieser Gesamtrenovation.
Die bisher letzte Gesamtrenovation der Kirche Suhr wurde 1995 abgeschlossen. Die Festivitäten wurden zusammen mit den Feiern zum 500-jährigen Bestehen der Suhrer Pfarrkirche begangen. Ebenfalls zu diesem Jubiläum wurde am 6. Mai 1995 eine fünfte Glocke in den Kirchtum aufgezogen.