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Die Schweizer Bevölkerung ist dank laufender Wirtschaft zuversichtlich wie seit Jahren nicht mehr. Arbeitslosigkeit, Altersvorsorge und Gesundheit bleiben aber die wichtigsten Sorgen.
Laut Sorgenbarometer rücken Umweltbelastung und Gewalt im Zusammenhang mit Ausländern vermehrt ins Blickfeld der Stimmberechtigten.
Trotz der tiefen Arbeitslosenquote von 2,6% zur Zeit der Umfrage im vergangenen August machen sich weiterhin über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung Sorgen um ihren Arbeitsplatz oder sehen die Arbeitslosigkeit als Bedrohung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Dies zeigt die am Montag veröffentlichte Umfrage, welche das Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der Grossbank Credit Suisse durchgeführt hatte.
In der Italienisch sprechenden Schweiz wurde die Arbeitslosigkeit von 70% der Befragten als Hauptsorge genannt, in der Deutschschweiz und der Romandie waren es je 50%.
Weniger Bauchweh
Die Sicherung der Altersvorsorge sowie das Gesundheitswesen nahmen die Plätze zwei und drei ein. Allerdings sind hier die Sorgen geringer als im Vorjahr. In beiden Bereichen wirke sich die verbesserte Wirtschaftslage beruhigend aus.
Optimistisch eingestuft wird gemäss der Umfrage die Wirtschaftslage: Gegenüber dem Vorjahr stuften beinahe doppelt so viele der Befragten ihre eigene wirtschaftliche Situation als "sehr gut" ein, und zwar 15% gegenüber 8% im Vorjahr. Der Anteil jener, welche ihre Situation als "gut" bezeichneten, blieb mit 44% praktisch gleich.
Kleine "Gefahr" aus Brüssel
Unverändert würden 7% ihre wirtschaftliche Situation als "schlecht" oder "sehr schlecht" beurteilen. 32% äusserten sich dahingehend, dass sich die allgemeine Wirtschaftslage verbessert hat. Knapp ein Drittel der Befragten glaubt an eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den kommenden zwölf Monaten, 11% befürchten eine Verschlechterung.
Vermehrt ins Blickfeld des Sorgenbarometers gerückt sind die Probleme Umweltschutz und persönliche Sicherheit. Sorgen wie "Ausländer" und "Flüchtlinge", die regelmässig Spitzenplätze im Sorgenbarometer belegen, sind auch dieses Jahr mit den Rängen vier beziehungsweise sechs weit oben platziert.
Weiter an Relevanz verloren haben dagegen Sorgen, die in früheren Umfragen noch weit oben rangierten. Dies gelte beispielsweise für Drogen, Terrorismus oder die Europäische Union.
Hoch im Kurs
Ungebrochen hoch ist das Ansehen von Behörden und Banken. Gerichte, Parlament oder Verwaltung konnten gegenüber dem Vorjahr sogar an Vertrauen gewinnen oder zumindest das hohe Niveau halten, wie die Autoren des Sorgenbarometers festhalten.
Das höchste Vertrauen geniesst das Bundesgericht mit 66%. An zweiter Stelle folgt die Polizei mit 63% und an dritter Stelle die Banken mit 60%. Bei den politischen Instanzen kam der Bundesrat auf 51%, der Ständerat auf 47%.
Am wenigsten Vertrauen äusserten die befragten Schweizerinnen und Schweizer in die Europäische Union mit 26%. An zweitletzter Stelle lagen die Medien mit 32%. Die politischen Parteien kamen auf 34% und die Vereinten Nationen (UNO) auf 36%.
Stolz auf das Land
Fast neun von zehn Befragten sind stolz oder sehr stolz darauf, Schweizer zu sein. Allerdings lagen diese Werte in der Romandie und im Tessin deutlich tiefer.
Eher oder überhaupt nicht stolz äusserten sich 12% der Befragten, im Vorjahr waren es noch 22% gewesen.
swissinfo und Agenturen
Fakten
Die sieben grössten Sorgen 2007:
Arbeitslosigkeit: 57%
Altersvorsorge: 45%
Gesundheit: 38%
Ausländer: 35%
Persönliche Sicherheit: 30%
Asylsuchende: 26%
Umweltschutz: 25%
Sorgenbarometer
Die Credit Suisse, Nr. 2 der Schweizer Banken, ermittelt seit 1976 in Umfragen die Stimmung in der Schweizer Stimmbevölkerung.
Das so genannte Sorgenbarometer spiegelt die persönlichen Sorgen und Ängste der Schweizer Bürgerinnen und Bürger und ist kein Monitor der öffentlichen Meinung.
Die Befragung führt das Forschungsinstitut gfs.bern jährlich im August bei 1000 repräsentativ ausgewählten Stimmbürgern durch.