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Kann der Mitarbeitende gezwungen werden, Überstunden zu leisten?
Lesen Sie zuerst, was Überstunden genau sind und worin der Unterschied zwischen Überstunden und Überzeit besteht.
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JA, der Mitarbeitende kann grundsätzlich zur Leistung von Überstundenarbeit verpflichtet werden. Allerdings braucht es dazu drei Voraussetzungen, die gemeinsam erfüllt sein müssen:
- Die Leistung von Überstundenarbeit muss betrieblich notwendig sein. Ob dies der Fall ist, wird in der Regel vom «Chef» bestimmt.
- Der Mitarbeitende ist zur Leistung von Überstunden verpflichtet, «als er sie zu leisten vermag» (Artikel 321c Absatz 1 Obligationenrecht). Auf einen Mitarbeitenden, der völlig am Anschlag ist und kurz vor einem Burnout steht, wird diese Voraussetzung wohl nicht zutreffen. Auf die meisten anderen eher schon.
- Dem Mitarbeitenden muss die Leistung von Überstundenarbeit «nach Treu und Glauben zugemutet werden» können. Würde also beispielsweise ein Ingenieurbüro auf den Einsatz von Computer und CAD – und damit auf den Einsatz heute üblicher technischer Hilfsmittel – verzichten, so dass alles von Hand mit wesentlich längeren Arbeitsaufwand gezeichnet werden muss, so wäre ein Bauzeichner nach Treu und Glauben deswegen nicht zur Überstundenarbeit verpflichtet.
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