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Der Violinwettbewerb Fritz Kreisler wird nur alle vier bis fünf Jahre in Wien durchgeführt. Diesmal mit dabei ist der 16-jährige Raphael Nussbaumer aus Altendorf, der sich mit fünf Videos gegenüber 250 Bewerbungen durchsetzen konnte.
Raphael Nussbaumer stammt aus einer Musikerfamilie, sein Vater Donat Nussbaumer ist stellvertretender Konzertmeister des Kammerorchesters Zürich. Der 16-Jährige hat schon nationale wie auch internationale Preise gewonnen. Als Vorbereitung auf den Wettbewerb in Wien gab Raphael Nussbaumer am Sonntagnachmittag im Dorfzentrum in Altendorf ein Konzert, und zwar fast im gleichen Modus, wie er in Wien angewendet wird. Zuerst muss der Wettbewerbsteilnehmer als Solist auftreten, anschliessend mit Klavierbegleitung und zuletzt mit einem Orchester, was aber in Altendorf nicht möglich war.
Verblüffende Leichtigkeit
Den solistischen Teil begann Nussbaumer mit der «Giaccona» aus der «Partita» von Johann Sebastian Bach. Spieltechnisch hat Bach hier einen Musterkatalog an Phrasierungs- und Grifftechniken entrollt, der bis ins 19. Jahrhundert seinesgleichen such-te und vom jungen Violinisten meisterhaft interpretiert wurde. Es folgten die «Caprice Nr. 17, Op. 1» von Niccolò Paganini und «Recitativo Scherzo-Caprice Op. 6» von Fritz Kreisler, alles Solostücke, die vom Interpreten alles abverlangen. Nussbaumer meisterte alle diese Höchstschwierigkeiten völlig unaufgeregt und mit einer Leichtigkeit, die verblüffte. Im zweiten Teil wurde er von der Pianistin Kateryna Tereshchenko begleitet, er begann mit Kreislers schwerer Bearbeitung von Tartinis berühmter «Teufelstriller-Sonate», die Kreisler in einer Kadenz mit Drei- und Vierfachgriffen sowie Doppel- und Dreifachtriller würzte. Nussbaumers Finger flogen über die Saiten, als wenn es nichts Leichteres geben würde, die Bogenführung war absolut subtil und flüssig. Anschliessend folgten noch Werke von Schubert, Alfred Felder und zum Schluss die «Carmen-Fantasie» von Franz Waxman, ein virtuoses Paradestück für Violine. Das Konzert bewies das riesige Talent von Raphael Nussbaumer. Mit der am Sonntag gezeigten Performance kann er sicher mit einem sehr guten Abschneiden in Wien rechnen.
Der 10. Internationale Fritz Kreisler Violinwettbewerb beginnt am 17. September. 46 Violinistinnen und Violinisten haben ihre Teilnahme an der ersten Runde des Wettbewerbs, die vom 17. bis 19. September dauert, zugesagt. Raphael Nussbaumer tritt am 18. September von 15.30 bis 15.55 Uhr auf.
Paul A. Good