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Die soziale Marktwirtschaft erachte ich als die ideale Wirtschaftsform. Allgemeinplätze wie die Überwindung des Kapitalismus zu fordern, halte ich für utopisch und nicht zielführend. Der Kapitalismus muss nicht überwunden, sondern gezähmt werden. Wir alle profitieren von einer funktionierenden Wirtschaft und diese funktioniert nun mal unter marktwirtschaftlichen Bedingungen am Besten. Diese Bedingungen müssen aber unbedingt sozial gestaltet sein. Die neoliberale Theorien einer völlig freien Marktwirtschaft à la Milton Friedman sind falsch und führen zu enormen Klassenunterschieden in der Bevölkerung, in welcher es nur noch Arm und Reich gibt. Spätestens seit der letzten Wirtschaftskrise, in welcher Staaten weltweit mit Milliarden an Steuerngeldern die Wirtschaft vor einem Kollaps retten musste, sollten die neoliberalen Theorien auf dem Misthaufen gescheiterter Experimente gelandet sein.
Unsere soziale Marktwirtschaft braucht einen guten Service Public und einen starken Staat, der korrigierend eingreift, wenn die Marktwirtschaft versagt. Dabei unterstütze ich an die antizyklische Finanzpolitik, die vom exzellenten britischen Ökonomen John Maynard Keynes geprägt wurden. Nach dieser Theorie soll der Staat in wirtschaftlich guten Zeiten sparsam mit seinen Mitteln umgehen, um Reserven anzulegen, um diese in wirtschaftlich schlechten Zeiten zur Ankurbelung der Wirtschaft zu verwenden.
Der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen hat grösstenteils nur Verlierer hervor gebracht. Gerade Kantone wie Luzern oder St. Gallen haben bemerkt, dass ihre Pläne durch massive Steuersenkungen (vor allem für die Wohlhabendsten) sprudelnde Einnahmen reicher Steuerzahler zu generieren, rigoros gescheitert ist. Und auch die Unternehmenssteuerreform II hat zu Milliardenausfällen geführt, die vor allem (wenn auch nicht nur) die Städte zu spüren bekommen. Dabei ist hinlänglich bekannt, dass die Steuerbelastung bei der Wahl von Unternehmen nach ihren Standorten nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und auch wenn niemand gerne Steuern bezahlt, man kriegt nichts so günstig wie all das, was man durch das Bezahlen von Steuern erhält.