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Yu, Pei-yun (Text) / Zhou, Jian-xin (Ill.)
Tsai Kun-lin – Der Junge, der gerne las
Eine Graphic Novel aus Taiwan – Band 1
Aus dem Chinesischen von Johannes Fiederling
© 2023 Baobab Books
160 Seiten, Klappenbroschur, 17,5 x 23,5 cm
ca. CHF 27.00 / € [D] 25,00 / € [A] 25,70
ISBN 978-3-907277-17-1
Ab 14 Jahren
ET: 27.3.2023
Kun-lin ist knapp fünf Jahre alt, als die Familie Tsai im April 1935 auf dem Weg zu einem Ahnengrab von einem verheerenden Erdbeben überrascht wird. Zehntausende Menschen sterben, viele sind schwer verletzt, Häuser beschädigt oder ganz zerstört. Die Tsais haben Glück, alle überleben.
Diese frühe Erinnerung ist der Auftakt der Erzählung über Tsai Kun-lins ereignisreiches und langes Leben, in welchem sich auch die jüngere Geschichte Taiwans spiegelt. Als Tsai Kun-lin 1930 auf Taiwan geboren wurde, stand die Insel seit 35 Jahren unter japanischer Kolonialherrschaft. Das spiegelte sich in vielen Lebensbereichen: Im Kindergarten wird mit den einheimischen Kindern japanisch gesprochen, Schulkinder lernen japanische Volkslieder, und manche nehmen sogar japanische Namen an.
Als Japan 1945 kapitulierte und sich aus Taiwan zurückzog, atmeten die Taiwaner auf. Doch schon bald marschierten die chinesischen Kuomintang-Truppen vom Festland ein, und es begann die lange Zeit des «Weißen Terrors» unter Chiang Kai-shek. Auch Tsai Kun-lin wurde Opfer dieses Regimes: Als 19-jähriger Student wird er zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, Mitglied einer illegalen Organisation gewesen zu sein. In Tat und Wahrheit war es der Buchclub seiner Schule. Allein Bücher zu lesen, wurde vom Regime als Vergehen eingestuft ...
Die Graphic Novel Tsai Kun-lin umfasst vier Bände, und damit fast ein Jahrhundert taiwanische Geschichte. Der erste Band erzählt von der Kindheit und Jugend Kun-lins. Im zweiten Band werden wir mehr über die Jahre in der Haft erfahren, im dritten und vierten vom steinigen Weg in die Freiheit und dem erfolgreichen Kampf für Demokratie und Selbstbestimmung. Tsai Kun-lin wurde später Journalist, Übersetzer und Verleger. Und noch heute, mit über 90 Jahren, ist er in Taiwan ein aktiver Kämpfer für Menschenrechte.
Die Autorin
YU Pei-yun (*1967) studierte Fremdsprachen und Literatur an der National Taiwan University in Taipei und doktorierte an der Ochanomizu Universität in Japan.
Heute unterrichtet sie am Institut für Kinderliteratur der Taitung National University und beschäftigt sich als Kritikerin, Übersetzerin und Kuratorin auf vielfältige Weise mit Kinder- und Jugendliteratur. 2016 begegnete sie TSAI Kun-lin zum ersten Mal, und im Gespräch mit ihm formte sich die Idee, dessen Leben zu dokumentieren.
Der Illustrator
ZHOU Jian-xin (*1973) kam im Süden Taiwans zur Welt. Er studierte Druckgrafik an der Nationalen Kunsthochschule in Taipei, und arbeitete als Druckgrafiker und Lehrer bevor er sich als Illustrator selbstständig machte. 2014 erhielt er für sein erste Bilderbuch den Taiwan Golden Butterfly-Preis für Buchgestaltung, weitere große Preise für seine Textinterpretationen folgten. Mit Tsai Kun-lin hat er zum ersten Mal eine Graphic Novel gestaltet.
Originalausgabe: «Laizi qing shui de haizi – Ai du ce de shaonian» © 2020 Slowork Publishing, Taiwan