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Wasser gehört zu den wichtigsten Nährstoffen im Bienenvolk. Alle tierische
Gewebe bestehen zu rund 75% aus Wasser. Im Wasser bilden wässerige Lösungen
das Milieu, in dem sich die Lebensvorgänge abspielen: organische Stoffe und Salze
sind darin gelöst. Der Wassergehalt im Bienenkörper nimmt mit dem Alter ab.
Larven, Puppen sowie Ammenbienen brauchen am meisten Wasser.
Sämtliche Insekten, dazu gehören auch die Bienen, die zur ihrer Körpergröße
eine relativ grosse Oberfläche besitzen und flüssige Exkremente abgeben,
müssen vermehrt trinken.
Wasser ist nicht nur für die einzelne Biene wichtig, sondern auch für das
Bienenvolk als Ganzes. Für die Lebensvorgänge eines Volkes sind zwei Bereiche
von Bedeutung und zwar die Wärme- und die Luftfeuchteregulierung des Brutnest
und die Ernährung der Larven .
Die tägliche Durschnittstemperatur im Bereich des Brutnestes von 34,5 Grad kann
nur reguliert werden durch stetes Erwärmen und Kühlen der Luft.
Man schätzt das ein mittelstarkes Volk während der intensiver Brutzeit bis
200g Wasser pro Tag einträgt. Die relative Feuchte im Brutnest schwankt zwischen
40-60% und im Bau zwischen 30-50%. Hohe Luftfeuchtigkeit führt zu Verschimmlung
von Waben und zu tiefe zur Schädigung der Brut.
Droht eine Überhitzung, weichen die Bienen auf der Wabe weiter auseinander und
versuchen mit den Flügeln zu ventilieren. Nimmt durch den Luftausstausch die Temperatur
nicht ab so verteilen die Bienen im Brutnestbereich Wasser. Das Wasser wird dabei in
Vertiefungen auf den verdeckelten Puppenzellen gelegt, als dünne Schicht auf offene
Ei- und Larvenzellen oder als hängende Tröpfchen in diese Zellen eingebracht.
Durch das Verdunsten des Wasser entsteht eine Abkühlung.
Ferner kühlen die Bienen durch das sogenannte Rüsselschlagen".
Dabei pressen sie einen Wassertropfen aus ihrem Mund hervor und ziehen das Tröpfchen
zwischen Mandibeln und Zunge zu einem dünnen Film aus, welcher somit eine Verdunstungsoberfläche
besitzt. Die Kühlung der Bienen auf verschiedener Art und Weise mit Wasser nennt
man auch Wasserveteilen.
Beim Auswintern, der Wassergehalt der Aussenluft ist gering und die immer grösser
werdende Brutfläche braucht zum gut gedeihen eine hohe Luftfeuchtigkeit, benötigt
das Bienenvolk am meisten Wasser.
Sehr viel Wasser brauchen die Ammenbienen für die Fütterung der Larven. Die
Larve müssen im Futter schwimmen. Der Futtersaft welche den unter 4 Tage alten
Larven verabreicht wird enthält etwa 80% Wasser. Der Honig mit dem sich die Ammenbienen
ernähren erhält in der Regel unter 20% Wasser.
Der Wasserbedarf wird bei Tracht durch das Nektareintragen zwischen 30 - 90% gedeckt.
Da Wasser nicht gespeichert werden kann, muss der Bedarf von aussen hineingetragen
werden. Dazu bestimmt sind neben den Nektarsammlerin die Wassersammlerin, welche ihre
Honigblase mit Wasser füllen und heimkehren. Die Kunst der Biene ist das Gleichgewicht
zu schaffen zwischen dem Wassereinsammeln und Wasserverbrauch. An einem heissen Sommertag
ist das Ungleichgewicht verhängnisvoll. Der Stock erhitzt sich zu sehr, die Brut
wird überhitzt und die Waben können sogar schmelzen.
Der Imker trägt die Verantwortung für das Wasser für die Bienen. Wenn
die Bienen in mit Bakterien verseuchten Regenpfützen oder mit chemischen Mitteln
verunreinigten Waschanlagen ihr Wasser holen, spätestens dann sollte der Imker
eine Wassertränke aufstellen.
Die Bienen beziehen die Mineralstoffe unter anderem aus dem Wasser. So bevorzugen sie
ein mineralstoffreiches Wasser zur Versorgung der Brut und ein mineralsstoffarmes Wasser
zur Regulierung der Luftfeuchte und der Temperatur. Das Güllenwasser (Jauchewasser)
entlang der Misttöcke ist sehr mineralienreich, man vermutet die Bienen decken
hier ihren Bedarf an Kalium.
Es gibt zwei Möglichkeiten eine Bienentränke zu errichten. Die erste Möglichkeit
wäre eine eher teure und aufwendige Lösung mit der internen Tränke mit
Becher, Flaschen oder Futtergeschirre bei jedem einzelnen Volk anzubringen. Das Wasser
wird zwar von der Stockwärme erwärmt, aber es wird trotzdem nicht so gerne
angenommen.
Deshalb ist die externe Bienentränke weit verbreitet. Hier wird in einiger Entfernung
abseits der Flugfront eine Tränke eingerichtet. Bienentränke sollen an einem
windgeschützten, sonnigen, flugfrontabgewandten Platz in der Nähe vom Bienenhaus
aufgestellt werden. Es gibt Imker welche das Tränkewasser mit einer Wärmelampe
leicht temperieren. Die Tränke kann mit Moos ausgelegt werden. Wird von den Bienen
sehr gern, auch das ganze Jahr genutzt. Das Wasser kann mit etwas Salz angereichert
sein. Das Wasser wird fleissig nachgefüllt und das Moos gelegentlich gewechselt.
Regenwasser von der Dachtraufe muss wegen der Umweltverschmutzung, insbesondere wegen
den Schwermetalle, nicht nur in der ökologischen Bienenhaltung als Notlösung
angesehen werden.
Die Tränke sollte nie in der direkten Fluglinie liegen, weil sie sonst vom Kot
der darüber fliegenden Bienen verschmutzt wird und so Krankheiten übertragen
werden können.
Die Tränke sollte so konstruiert sein, dass darin keine tote Tiere, Bienen oder
andere Tiere, verwesen können. Zudem sollte die Tränke immer wieder gereinigt
werden und nie versiegen.
Es ist ratsam die Tränke vor dem ersten Reinigungsflug aufzustellen. Am Anfang
kann mit etwas Honig oder mit einer leichten Zuckerwassermischung im Verhältnis
1:5 die Bienen angelockt werden. Um das Versiegen zu verhindern benötigt man Tränken
von 20-40 Litern, damit das Wasser länger frisch bleibt kann ein wenig Essig beigegeben
werden, die Bienen lieben ein leicht säuerliches Milieu. Spätestens alle
14 Tage ist das Wasser zu wechseln.
Eine weiter Wasserquelle ist das Kondenswasser vom Bienenstock. Das Kondenswasser kann
aber auch Waben durch Verschimmeln zerstören.
Zum Schluss noch ein paar Anregungen:
Der Imker kann den Wasserhaushalt, den Luftaustausch und die Feuchtigkeit in der Beute
durch imkertechnische Massnahmen negativ oder positiv beeinflussen.
Bienenkästen und -häuser möglichst weder an sehr sonnigen noch sehr
kühlen, schattigen Plätze aufstellen.
Durch Anbringen von Luftlöcher, Gitter oder andere imkerische Maßnahmen
zum das Kondenswasser wegzubringen, bringt man auch den Temperatur- und Feuchtigkeithaushalt
im Volk durcheinander.
erhöhter Wasserbedarf im Volk entsteht:
- durch Zunahme der Temperatur,
- durch Abnahme der Luftfeuchtigkeit,
- durch längeres Hängenlassen der Waben im Wabenknecht,
- allgemein durch Störungen.
Bei Störungen, bei Auseinandernehmen der Völker nehmen die Bienen vermehrt
Nahrung auf um mehr zu heizen, Die warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf.
Ist wieder Ruhe eingetreten, so können die Bienen nicht sofort wieder auf Normaltemperatur
herunterfahren, da sie die Feuchtigkeit nur langsam wegbringen.
- Nach der Herbstfütterung die Wabenanzahl der Volksstärke anpassen
- Das Entfernen der Verkittungen (Propolis) an beweglichen Teilen vermeiden.
- Grosses Flugloch ermöglicht einen guten Feuchtigkeitsaustausch mit der Aussenluft
- Mit Einsetzen der Brutätigkeit Volk möglichst warm halten.
- Im Frühling dem Wachstum des Volkes entsprechende Raumgebung
- Den Wasserspritzer als Hilfsmittel des Imkers (im Volk, bei Schwärme) gezielt
aber behutsam einsetzen.
Das Gleiche gilt auch bei der Milchsäurebehandlung.