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Auf den ersten Blick scheinen die beiden Begriffe ziemlich ähnlich. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um zwei verschiedene Sprachen mit wichtigen Unterschieden.
Schweizerdeutsch – die Landessprache der Deutschschweiz
Schweizerdeutsch ist der Sammelbegriff für die alemannischen und hochalemannischen Dialekte, die in der Schweiz gesprochen werden. Jeder Kanton der Deutschschweiz hat ja seinen eigenen Dialekt. Diese sind in Deutschland und Österreich mit Ausnahme von den Grenzgebieten meist nur schwer verständlich.
Schweizerdeutsch ist eine gesprochene Sprache, und es existiert keine standardisierte Rechtschreibung oder Grammatik. Deshalb wechseln die meisten Schweizer zu Schweizer Hochdeutsch, wenn sie sich in schriftlicher Form ausdrücken.
Schweizer Hochdeutsch – das Hochdeutsch der Schweizer
Das Schweizer Hochdeutsch bezeichnet das in der Schweiz gebrauchte Standarddeutsch und heisst in der Schweiz Schriftdeutsch, Schriftsprache oder Hochdeutsch. Dabei handelt es sich um eine der drei Varietäten der deutschen Hochsprache.
Alles offiziell Geschriebene in der Schweiz wie Tageszeitungen, Bücher oder Korrespondenz wird auf Schriftdeutsch verfasst. Auch der Nachrichtensprecher im Fernsehen und im Radio sprechen Schriftdeutsch. Selbst das Schweizer Parlament verständigt sich auf Schweizer Hochdeutsch. Zusammengefasst heisst dass, dass bei amtlichen und offiziellen Anlässen oder Tatbeständen ins Schriftdeutsch gewechselt wird.
Rechtschreibung des Schriftdeutsch
Grundsätzlich orientiert sich das Schweizer Hochdeutsch an der Rechtschreibreform vom 1. August 2006. Es gibt allerdings Unterschiede zum Hochdeutschen. Beispielsweise verwendet man im Schweizer Hochdeutschen niemals das Eszett (ß). «Bussen» und «Bußen» oder «Masse» und «Maße» gibt es im also keinen Unterschied. Für Deutsche mag das irritierend erscheinen, respektive ist für ihn das Wort schlicht falsch geschrieben. Sieht der Schweizer hingegen ein geschriebenes Wort mit Eszett ist für ihn gleich klar, dass der Autor ein Deutscher war.
Genauso wie das Schweizerdeutsch sich einiger Begriffe aus dem Französischen bemächtigt, findet man diese auch im Schweizer Hochdeutsch. Gewisse Wörter werden auf Französisch geschrieben, wie beispielsweise das Dekolleté, die Crème, der Apéro oder das Menu.
Helvetismen: die sprachliche Eigenheit der Schweizer
Wörter oder grammatikalische Besonderheiten, die nur im Schweizer Hochdeutsch vorkommen und sich deutlich vom Hochdeutschen unterscheiden, nennen sich Helvetismen. Davon gibt es unzählige. Helvetismen klingen in den meisten Ohren deutscher Staatsbürger falsch. Erst nach ein paar Jahren in der Schweiz haben Sie sich daran gewöhnt respektive beginnen viele, die Helvetismen auch selbst anzuwenden. Ein Beispiel:
Der Bub möchte sein Velo auf dem Trottoir neben der grossen Wiese parkieren, da er sich dort mit Freunden zum Grillieren trifft.
Auf Hochdeutsch würde das heissen:
Der Junge möchte sein Fahrrad auf dem Gehsteig neben er grossen Wiese parken, da er sich mit Freunden zum Grillen trifft.
Entsprechend ist es selbst für Deutsche nicht immer einfach, Schweizer Hochdeutsch komplett zu verstehen. Weitere Helvetismen sind:
|Schweizer Hochdeutsch||Hochdeutsch|
|Zügeln||Umziehen|
|Götti||Patenonkel|
|parkieren||Parken|
|grillieren||Grillen|
|Ferien||Urlaub|
|Tram||Strassenbahn|
|Velo||Fahrrad|
|Portemonnaie||Geldbeutel|
|Trottoir||Gehsteig|
|Perron||Bahnsteig|
|speditiv||Etwas sehr schnell tun|
Artikel und Plural sind auch anders
In der Schweiz sagt man nicht „die E-Mail“, sondern „das E-Mail“. Es ist auch nicht «die Tram» sondern «das Tram». Auch die Pluralform bestimmter Wörter kann von der Deutschen abweichen, wie z.B. bei „Pärke“ als Mehrzahl von „Parks“.
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