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Schwindel (lat. Vertigo) ist ein extrem häufiges in der Hausarztpraxis geklagtes Symptom.
Unter Schwindel im medizinischen Sinne versteht man das subjektive Empfinden eines Drehgefühls oder Schwankens oder das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit. Oft wird Schwindel begleitet von vegetativen Reaktionen des Körpers wie Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Herzbeschleunigung und Kollaps.
Schwindel entsteht aus widersprüchlichen Informationen von am Gleichgewichtsempfinden beteiligten Sinnesorganen wie Augen, Gleichgewichtsorganen der Innenohren sowie Muskel- und Gelenkrezeptoren.
Linearbeschleunigung und Drehbeschleunigung werden vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr registriert. Hier befinden sich Höhlen und Bogengänge mit Sinneshaaren und kleinen Kristallkörnchen.
Beschleunigungen bringen die Flüssigkeit in den Hohlräumen in Bewegung, welche sich auf Sinneshaare überträgt. Diese Sinneshaare leiten den Bewegungseindruck an das Gehirn weiter.
Bei Aufhören der Drehbewegung rotiert die Flüssigkeit weiter und ruft den Eindruck einer entgegen gesetzten Drehung hervor. Die reflektorische Reaktion darauf kann nicht unterdrückt werden, auch wenn das Auge die wahre Bewegung zeigt. Der Widerspruch der Sinnesorgane erzeugt Verwirrung oder Desorientierung.
Piloten müssen das Fliegen nach Geräten beherrschen und Taucher müssen ihre Geräte und die Steigerichtung der Luftblasen interpretieren können für den Fall einer „ Täuschung“ durch das Gleichgewichtsorgan.
Vestibulärer Schwindel ist die Erkrankung des Gleichgewichtssystems, bei dem das Innenohr, der Gleichgewichtsnerv, der Hirnstamm, das Kleinhirn oder das Großhirn betroffen sein können.
Nicht vestibulärer Schwindel kann z.B. bei einem Ohnmachtsanfall auf Grund abfallenden Blutdrucks, bei Herzrhythmusstörungen oder bei seelischen Erkrankungen (Depressionen, Angstzuständen oder Psychosen) auftreten.
Verspannungen im Schulter-Nackenbereich mit Blockaden in der Halswirbelsäule verursachen sehr häufig Schwindel mit Kopfschmerzen.
Die Therapie des Schwindels hängt in Anbetracht der vielfältigen Ursachen von der Diagnose ab. Beispielsweise wird ein Lagerungsschwindel, ausgelöst durch verrutschte Kristallkörnchen in den Bogengängen, durch ein gezieltes Lagerungsmanöver auf einer Liege behandelt.