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Wer John Maynard Keynes auf seine Theorie der staatlichen Nachfragestimulation zur Erreichung der Vollbeschäftigung reduziert, verkennt die philosophische Seite des bekannten Ökonomen. Zum Nutzen des Nichtwissens. Dieser Artikel widmet sich für einmal nicht dem Keynesianismus, sondern einem gänzlich unpolitischen Thema: Dem Nichtwissen.
Dass John Maynard Keynes, einer der umstrittensten und bedeutendsten Ökonomen, Mathematiker und Politiker des 20. Jahrhunderts, sich neben dem Keynesianismus auch mit philosophischen Fragen beschäftigt hat, zeigen Aussagen wie diese: „Alle Sätze sind wahr oder falsch, das Wissen aber, das wir von ihnen haben, hängt von den Umständen ab, in denen wir uns befinden. [… ] Nichtwissen ist demzufolge nicht ein Ausnahmezustand, sondern Normalität.“ Davon abgeleitet definiert der Ökonom John Kenneth Galbriath zwei Typen von Prognostikern: Die, die nichts wissen, und die, die nicht wissen, dass sie nichts wissen. Tatsache ist: Wir wissen nichts über die Zukunft. Kein Research-Team hat die Halbierung des Ölpreises im vierten Quartal 2014 vorhergesehen. Die Wirtschaft Europas sollte sich im vergangenen Jahr erholen. Das Gegenteil geschah. Das Geld ist so günstig wie nie. Trotzdem wird gespart, Konsum und Investition haben sich kaum erhöht. Zinsen, die steigen sollten, sind ins Negative gerutscht. Nichtwissen ist offensichtlich unvermeidlich.