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GODEFROIT DE LEIGNI LI CLERS: LI GOLFRED DE CRESTIEN LI GOI.
EIN UNERWARTETES ANAGRAMM DES VERSES 7124 DER "CHARRETTE" ?
Mes nus hom blasme ne l’an mete (Charrette, v.7126)
Wenn man davon ausgeht, dass sich der dichterische Text zur Sinnbereicherung der ursprünglichen Instabilität des Zeichens bedient, welche in der Intralinguistik als „instabiler Mikrotext“[1] definiert wird, dann ist es durchaus möglich, dass das Anagramm im Vers 7124 der Charrette von Chrétien de Troyes das Ergebnis einer vom Autor bewusst ausgedachten Permutation der Buchstaben darstellt.
Falls dies nicht der Fall sein sollte, bitte ich sie diese meine nun folgenden Überlegungen als erholsame spielerisch-sprachwissenschaftliche Übung zu betrachten.
Im Prolog der Charrette unterstreicht Chrétien, dass deren Materie und Sinn eine grosszügige Spende von der Gräfin von Champagne waren und seine Aufgabe lediglich darin bestand, der Erzählung die Form zu geben und er nur sans ne painne (v.23) oder sa painne et s’antancion (v...
Die Auseinandersetzung mit der Weiblichkeitskonstruktion im Mittelalter beginnt in der mediävistischen Forschung erstmals in den späten siebziger Jahren auf. Diese Ansätze haben sich zu einer Forschungsrichtung entwickelt, den „Gender-Studies“, die auch an der Universität Zürich einen eigenen Studienschwerpunkt bilden.
Es erstaunt nicht, dass die Untersuchungen im Rahmen der Gender Studies und der feministischen Literaturwissenschaft die Frage nach dem Schweigen der Frauen in der mittelalterlichen Literatur stellen. Es hat sich das Schlagwort der "Frau ohne Stimme" etabliert, da die mittealterlichen Zeugnisse, die man zur Bestimmung weiblicher Selbstbefindlichkeit heranziehen könnte, meistens fiktionale Texte sind.
Die Trobairitz der okzitanischen Kultur, - das weibliche Gegenstück zu den Trobadours -, stellen in mancher Hinsicht ein einzigartiges, aber auch ein ziemlich begrenztes Phänomen in der mittealterlichen Literatur dar. So sind z.B. in Mitteleuropa keine weiblichen Minnesängeri...