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Frühe Entwicklung
Die erste Etappe der Entwicklung, während welcher die männlichen und weiblichen Gameten fusionieren, ist Voraussetzung für die Bildung eines neuen Lebewesens und heisst Befruchtung.
Die menschliche Oozyte ist eine 100-150μm grosse Zelle, die nur wenige Nahrungsreserven beinhaltet. Daher ist die Einrichtung der plazentalen Strukturen notwendig für ihr Überleben.
Die Befruchtung ruft komplizierte Mechanismen hervor, die in anderen Kapiteln behandelt werden. Die Fusion der Oozyte II und des Spermiums löst bei der Oozyte die Beendigung der zweiten meiotischen Teilung aus. Die Kerne der Oozyte und des Spermiums (die je 23 Chromosomen enthalten) vereinen im Verlaufe der Fusion ihr Erbmaterial und bilden so die Zygote (46 Chromosomen).
Während der ersten paar Tage, die auf die Befruchtung folgen, durchgeht die Zygote eine Reihe von Teilungen, welche unter dem Begriff der Furchungsteilungen bekannt sind. Durch diese Teilungen ohne Zellwachstum wird die voluminöse Zygote in viele Tochterzellen, Blastomeren, aufgeteilt.
Nach 4 Tagen besteht die junge Frucht aus ca. 16 bis 32 Zellen (Blastomeren) und gleicht einer Brombeere. Man bezeichnet dieses Stadium auch als Morulastadium.
Die Aufteilung der Blastomere in Embryoblasten und Trophoblasten wird im Stadium der
Die befruchtete menschliche Oozyte wandert durch die Ampulle (Eileiter) zum Uterus um sich dort etwa am 6. Tag zu implantieren. Im Verlauf ihrer Wanderung teilt sie sich und bildet Hunderte von Tochterzellen ohne dass ihr Gesamtvolumen zunimmt. Jede dieser Zellen hat denselben Chromosomensatz wie die Zygote (die chromosomale Duplikation geht jeder Teilung voraus) und enthält demzufolge die ganze Erbinformation.
Diese Zellen der Morula dienen als Ursprung für den Embryo, aber auch für die Plazenta und ihre Anhangsstrukturen. Die Entwicklung und Differenzierung beginnt mit der Furchungsteilung. Ab dem Achtzellerstadium beginnen die äusseren ursprünglich runden und nur wenig aneinanderhaftenden Blastomeren, sich abzuflachen und eine Polarität zu entwickeln. Die Kontakte werden durch spezielle Verbindungen (tight junctions) verstärkt. Diese Kompaktion (Konsolidierung) führt zu einer Aufteilung der Zellen, wobei ein Teil ins Zentrum verlagert wird, und der andere Teil den Rand bildet.
Der Embryo entsteht aus der inneren Zellmasse. Sie heisst deswegen auch Embryoblast.
Die äusseren Zellmasse bildet die erste Quelle für die Membranen der Plazenta und hat den Namen Trophoblast erhalten. Am 4. Entwicklungstag beginnt die Morula, die jetzt aus ungefähr 30 Zellen besteht, mit der Aufnahme von Flüssigkeit (die anfänglich aus den intrazellulären Vakuolen der Blastomere und dem interzellulären Raum stammt). Unter dem Einfluss des hydrostatischen Drucks dieser Flüssigkeit, entsteht in der Morula eine Höhle; es handelt sich dabei um die Blastozystenhöhle.
Die Zellen des Embryoblasten (innere Zellmasse) bilden eine kompakte Ansammlung an einer Seite der Höhle und die Zellen der äusseren Zellmasse - oder Trophoblast - organisieren sich zu einem Epithel. In diesem Stadium heisst der Embryo. Die Seite, auf der sich die innere Zellmasse befindet, wird zum embryonalen Pol; die gegenüberliegende Seite heisst abembryonaler Pol