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Brustkrebs: Alkohol & Übergewicht schlecht für die Prognose
Dass erhöhter Alkoholkonsum und deutliches Übergewicht das primäre Brustkrebsrisiko erhöhen, wurde schon des Öfteren berichtet. Wenig ist bislang über die prognostischen Folgen bei bereits erkrankten Patientinnen bekannt.
Zwei aktuelle Untersuchungen weisen darauf hin, dass ab einer bestimmten Alkoholmenge pro Tag bzw. Woche und bei erhöhtem Body Mass Index die Erfolgsaussichten der Behandlung zum Teil deutlich abnehmen. Dies ein Bericht vom Brustkrebssymposium in San Antonio.
An der grossen prospektiven Kohortenstudie LACE (Life After Cancer Epidemiology) nahmen 1897 Patientinnen teil, die in der Zeit von 1997 bis 2000 an Brustkrebs erkrankt waren.
Ab 6 g Alkohol pro Tag wird es kritisch. Die Patientinnen wurden nach zunächst erfolgreicher Behandlung im Rahmen der Kohortenanalyse zwischen 2000 und 2002 nachuntersucht und nach ihrem Alkoholkonsum befragt, erläuterte Dr. Marilyn Kwan, Oakland, USA, am San Antonio Breast Cancer Symposiuni. Die Auswertung basierte auf Fragebögen, welche die Patientinnen bei Studienbeginn und dann alle zwölf Monate ausfüllten, sowie auf einem monatlichen medizinischen Check. Die eingesetzten Cox proportional Hazard-Modelle waren nach verschiedenen Faktoren adjustiert:
- dem Alter und Body Mass Index (BMI) bei Erstdiagnose,
- der Folat Aufnahme,
- dem Erkrankungsstadium,
- dem Hormonrezeptorstatus,
- der Behandlung und
- dem Ausmass des Lymphknotenbefalls.
Rezeptorstatus scheint auch eine Rolle zu spielen
Ein regelmässig erhöhter Alkoholkonsum von ≥ 6,0 g pro Tag, entsprechen einem halben Mixed-Getränk, bzw. der Konsum von drei bis vier Drinks pro Woche, erhöhte sowohl die Rezidiv- (HR 1,34; p=0.05) als auch die Brustkrebs-spezifische Sterberate (HR 1,51; p=0,05) statistisch signifikant gegenüber den Frauen, die weniger Alkohol konsumierten (< 6,0 g/Tag).
Das Rezidivrisiko lag bei den postmenopausalen Frauen mit regelmässig erhöhtem Alkoholkonsum deutlich höher (HR 1,51; p=0,03) als bei den prämenopausalen Patientinnen (HR 1,24, p=0,51). Das Rezidivrisiko stieg ausserdem bei Übergewicht (HR 1,58; p=0,03); normalgewichtige Frauen mit regelmässig erhöhtem Alkoholkonsum hatten ein nur marginal erhöhtes Rezidivrisiko (l-IR 1,09; p=0,47). Zudem hatten Frauen mit negativem Östrogenrezeptor-(ER-)Status ein höheres Risiko als die ER- positiven Frauen (HR 1,97; p=0,07 bzw. HR 1,23; p=0,19).
Die Ergebnisse, so Dr. Kwan, sind konsistent mit Daten zum Einfluss erhöhten Alkoholkonsums auf das Brustkrebsrisiko. Sie empfiehlt, Frauen mit Brustkrebs auf den möglichen Zusammenhang zwischen Prognose und Alkoholkonsum hinzuweisen und zu einem nur moderaten Alkoholkonsum zu raten, speziell bei postmenopausalen bzw. übergewichtigen Frauen. Darüber hinaus sollten die Ergebnisse weiter validiert werden.
Eine dänische Untersuchung bei insgesamt 18 967 Patientinnen der Danish Breast Cancer Cooperative Group (DBCG) bestätigte Übergewicht als ungünstigen prognostischen Faktor bei Patientinnen mit frühem Mammakarzinom.
Hoher BMI: Alarmzeichen für Fernmetastasen. Die Analyse zur kumulativen lnzidenz ergab für die ersten zehn Jahre ab Diagnose keinen Zusammenhang zwischen BMI und lokoregionalem Rezidiv, zeigte aber einen signifikanten Effekt des hohen BMI auf die Entwicklung von Fernmetastasen und die Brustkrebs-spezifische Überlebensrate, berichtet die Studienleiterin Dr. Marianne Ewertz, Odense/ DK. Frauen mit einem BMI ≥ 25 bzw. > 30 hatten - im Vergleich zu Frauen mit einem BMI < 25 - ein um 42% bzw. 46% erhöhtes Risiko, innerhalb der ersten zehn Jahre nach Diagnose Fernmetastasen zu entwickeln. Das Brustkrebs-spezifische Sterberisiko war um 26% bzw. 38% erhöht. Ausserdem hatten Patientinnen mit einem BMI 30 schlechter auf die adjuvante Chemotherapie bzw. endokrine Behandlung angesprochen.
Dass deutliches Übergewicht das Rezidivrisiko erhöht, bestätigt auch Professor Dr. Pamela Goodwin, Toronto, Kanada. Eine Diät mit weniger Fettzufuhr und moderatem Gewichtsverlust reduziert das Rezi - divrisiko. Zahlreiche Publikationen weisen ausserdem das sogenannte metabolische Syndrom als ungünstigen prognostischen Faktor aus. Patientinnen sollten darauf hinge wiese werden. bp
Kwan M et ei. Cancer Res 2009; 69 (24 Suppl): Abstract 17
Bild: images.radiopaedia.org
Medical Tribune, Nr.1, Februar 2010
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