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Die Familie von Atiq-ur Rehman wandte sich an die Polizei und erhielt dort die Auskunft, dass der Wissenschaftler von einem der Geheimdienste in Haft gehalten werde. Die Polizei lehnte es jedoch ab, eine Anzeige der Familie aufzunehmen. Armeeangehörige rieten den Familienmitgliedern des Wissenschaftlers, nicht weiter tätig zu werden und weder die Öffentlichkeit noch die Justiz einzuschalten.
Im Juni 2006 reichte die Familie von Atiq-ur Rehman beim Oberen Gericht von Lahore einen Haftprüfungsantrag ein. Die Nichtregierungsorganisation Defence of Human Rights rief überdies den Obersten Gerichtshof an, der im Jahr 2007 über den Fall verhandelte. Während der Anhörungen bestritten VertreterInnen des Staates, Atiq-ur Rehman in Haft zu halten oder Informationen über seinen Aufenthaltsort zu besitzen.
Bei einer weiteren Anhörung vom Januar 2010 erklärte einer der stellvertretenden Leiter der Polizeibehörde von Abbotabad, Atiq-ur Rehman sei dem Geheimdienst übergeben worden. Zu der Frage, welcher Geheimdienst den Wissenschaftler in Haft halte, äusserte er sich nicht. Auch spätere gerichtliche Anhörungen erbrachten ebenso wenig Erkenntnisse über den Verbleib von Atiq-ur Rehman wie die Nachforschungen eines Ausschusses der Justiz, der im März 2010 zur Untersuchung der Fälle von Verschwindenlassen eingesetzt worden war.
Diese Briefaktion ist abgeschlossen.
Dieser Brief ist Teil der Briefe gegen das Vergessen von Juni 2011 || | E-Mail Alert für «Briefe» abonnieren