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Im ersten Moment mag das Gemälde von Burkhard Hilty an die Blüte eines Stiefmütterchens erinnern. Orga-nisch erscheint der Farbverlauf von Gelb ins Grün, Blau zu Rot. In seinem Tagebuch vermerkt Hilty im Jahr 2002, dass er mit einem Experiment begonnen habe, wobei er Farbe auf Baumwolle ausschüttet. Es ist der Beginn einer Serie von sogenannten Verlaufbildern. Hilty probiert sich aus, gelangt von einzelnen schwarzen Farbspuren zu flächigen und farbigen Farbfeldern. Hinzu kommt – und dies ist im vorliegenden Beispiel zu erkennen –, dass er durch eine Übermalung vom Bildrand her die Kompositionen bewusst eingrenzt. Die Bil-der stehen für ein Spiel mit dem Zufall, dem Hilty jedoch stets mit etwas Kontrolle entgegensteht. Zudem erprobt er auch im Kleinen, um das Entworfene darauffolgend auf eine grosse Leinwand zu übertragen. Ver-lauf und Geometrie werden übereinandergelegt und somit Chaos und Ordnung in einer Malerei vereint. Nach 2009 beendet Hilty die Auseinandersetzung mit den Verlaufbildern und widmet sich vermehrt anderen Techni-ken.
Katrin Sperry
Der Künstler macht gerne Versuche mit unklarem Ausgang.
Zum Beispiel in seinen Verlauf-Bildern.
Farbe verläuft in-ein-ander.
Dazu schüttet er Farbe auf Baum-Wolle.
Der Zufall spielt.
Er malt Formen und über-malt Flächen.
Der Künstler übernimmt wieder die Kontrolle.
Hilty erprobt im Kleinen
Und überträgt es dann auf eine grosse Lein-Wand.
Sara Smidt