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an Zahlungs Statt (Annahme an Erfüllungs Statt) liegt dann vor, wenn der Gläubiger damit einverstanden, daß
ihm der Schuldner an Stelle der geschuldeten Leistung etwas andres leiste. Der Hauptfall der Annahme an Zahlungs Statt ist der,
daß der Schuldner anstatt eines geschuldeten Geldbetrags eine andre Sache, einen Staatsschuldbrief, einen Wechsel, ein Grundstück
etc.,
an Zahlungs Statt dem Gläubiger mit dessen Einwilligung übergibt. Eine Verpflichtung des Gläubigers, sich dies Surrogat
der Zahlung gefallen zu lassen, besteht nicht, und der Grundsatz des Justinianischen Rechts, wonach Geldschuldner ihren
Gläubigern unverkäufliche Grundstücke an Stelle der Barzahlung zum Taxwert aufnötigen konnten (datio in solutum, beneficium
dationis in solutum), ist nicht mehr praktisch.
Vgl. Römer, Die Leistung an Zahlungs Statt (Tübing. 1866).
an Zahlungsstatt. Nach allen Landesrechten, auch dem Entwurf des Deutschen Bürgerl. Gesetzb. §§. 312, 313,
kann die Tilgung einer Schuld dadurch herbeigeführt werden, daß der Schuldner dem Gläubiger statt der geschuldeten Leistung
einen andern Gegenstand, auch eine Forderung, an Zahlungsstatt gewährt, wenn der Gläubiger diese Art der Tilgung, also auch
als gleichwertig, annimmt. Wird dem Gläubiger der Ersatzgegenstand entzogen, weil er dem Schuldner nicht
gehört, so hat er nach Gemeinem Recht die Wahl, ob er auf die alte Forderung zurückgreifen oder Gewährleistung gleich einem
Käufer fordern will. Die Partikulargerichte verweisen den Gläubiger zum Teil auf diesen letztern Weg, so auch der Deutsche
Entwurf. Von faulen Schuldnern andere Gegenstände statt Zahlung anzunehmen, ist bedenklich, weil
mehr
die Hingabe an Zahlungsstatt leichter der Anfechtung (s. d.) der übrigen Gläubiger oder des Konkursverwalters unterliegt als
die Zahlung mit dem geschuldeten Gegenstande. Der annahme an zahlungsstatt Z. verwandt ist die Überweisung einer gepfändeten Geldforderung an Zahlungsstatt,
welche das Vollstreckungsgericht auf Antrag des Gläubigers zu dessen Befriedigung ausspricht (Civilprozeßordn. §. 736).
Hier gilt die Regel, daß der Gläubiger als befriedigt anzusehen ist, soweit die überwiesene Forderung
besteht.
Von der Hingabe an Zahlungsstatt und der Überweisung an Zahlungsstatt verschieden ist die Überweisung oder Hingabe zahlungshalber.
Werden dem Gläubiger Forderungen von seinem Schuldner abgetreten, so wird im Zweifel anzunehmen sein, es sei zahlungshalber
nicht an Zahlungsstatt abgetreten, so auch, wenn der Gläubiger ein Wechselaccept erhält. Hier tritt
Tilgung der alten Schuld erst ein, wenn der Gläubiger von dem Drittschuldner Zahlung erlangt.