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Es trifft nicht zu, dass der Markt als Prinzip selbst ein Monopol anstrebt, den Pluralismus bedroht und seinerseits ein geschlossenes System, den «Marktismus», etablieren will.
Märkte haben sich immer — offen oder verdeckt — spontan gebildet: weiss, grau oder schwarz.
Marktwirtschaft ist auf Pluralismus und Privatautonomie angewiesen, auch wenn sich einzelne ihrer Anhänger diesbezüglich noch so inkonsequent verhalten und Monopole anstreben. Es geht heute in der Diskussion um Globalisierung und Kapitalismus nicht um einen Entscheid zwischen einem System A (Sozialismus) gegenüber einem System B (Kapitalismus), sondern um Systeme mit Wahrheits-Monopolanspruch auf der einen Seite, gegen die eines weltweit offenen Non-Systems auf der anderen.
Viele Intellektuelle haben als Produzenten und als Verbreiter von Ideen und Meinungen eine allzu eindimensionale und materialistische Vorstellung von dem, was offene Märkte grenzüberschreitend leisten und leisten könnten.
Das Lancieren, Vertreten und Verteidigen von Ideen spielt sich nämlich auf Märkten ab, auf denen das, was sich nicht bewährt, zumindest langfristig, wenig Chancen hat. Offene Märkte der Kommunikation sind noch wichtiger als offene Güter-, Dienstleistungs- und Finanzmärkte.
Die Globalisierung des Informationsaustauschs ist das wirksamste Mittel gegen die Aufrechterhaltung von ideologischen und religiösen Monopolen. Wie auf jedem Markt agieren auch auf dem Ideenmarkt dumme und schlechte Menschen mit verwerflichen und engstirnigen Auffassungen und Zielen.
Was den Menschen gut bekommt und was nicht, lässt sich nicht allgemeinverbindlich von der Regierung, von Kathedern oder von Kanzeln aus allgemeinverbindlich verkünden. Der einzige taugliche Test für ein Ordnungsmodell ist die Beantwortung der Frage «Funktioniert es auf die Dauer befriedigend?».
QUELLE