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Rhesi ohne Einfluss auf Bodensee-Trinkwasser
Hat das Ausbauprojekt Rhesi (Rhein, Erholung und Sicherheit) Auswirkungen auf den Bodensee? Dieser Frage ging die Internationale Rheinregulierung (IRR) nach, die Rhesi umsetzen soll. Untersucht wurde die mögliche Schwebstoffausbreitung, die das Projekt im Bodensee und im Mündungsbereich verursachen könnte.
ST. MARGRETHEN. Aufgrund der intensiven Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung im Rheintal soll das Schutzziel des Alpenrheins von 3100 m³/s auf mindestens 4300 m³/s erhöht werden. In diesem Rahmen wurde nun die mögliche Schwebstoffausbreitung durch das Projekt in der Rhein-Vorstreckung und im Bodensee untersucht. Das Ergebnis: Rhesi hat keinen negativen Einfluss auf die Rhein-Vorstreckung und den Bodensee.
Das Ausbauprojekt «Rhesi – Rhein, Erholung und Sicherheit» basiert auf dem Entwicklungskonzept Alpenrhein und wird von der Internationalen Rheinregulierung IRR umgesetzt. Derzeit wird eine mögliche Bestvariante in intensiver Abstimmung mit Gemeinden, Politik und Akteuren erarbeitet. Dafür werden umfassende Begleituntersuchungen durchgeführt, wie Untersuchungen der Dammstabilität, der Trinkwasserversorgung und auch mögliche Auswirkungen auf den «Unterlieger» Bodensee.
Die Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie VAW der ETH Zürich und das Ingenieurbüro Prof. Kobus und Partner aus Stuttgart untersuchten mögliche Auswirkungen von Rhesi anhand eines berechneten «Mündungsmodells» und eines «Seemodells». Im 2D-Mündungsmodell wurden die Auswirkungen auf die Vorstreckung – also die Einbindung des Alpenrheins in den Bodensee – untersucht, im 3D-Seemodell wurde geprüft, wie sich die vom Alpenrhein in den Bodensee eingetragenen Schwebstoffe ausbreiten werden. Zusätzlich wurden mögliche Auswirkungen auf den Seewasserstand und die süddeutschen Trinkwasserfassungen beleuchtet.
Ergebnisse sind beruhigend
Das Mündungsmodell ergab, dass die Rhein-Vorstreckung mit und ohne Rhesi eine Tendenz zur Auflandung hat. Grössere Hochwasserereignisse «bereinigen» diesen Trend wieder, so wurden beispielsweise 2005 mehrere 100 000 m³ Material aus der Sohle wieder in den See erodiert. Diese Wirkungsweise wird durch Rhesi nicht massgeblich beeinflusst. Die Ergebnisse des Seemodells zeigen, dass Rhesi nur bei Extremereignissen Auswirkungen auf den Bodensee hat – bis zu einem 300-jährlichen Ereignis in erster Linie nur im Nahbereich der Vorstreckung. Die Auswirkungen sind stark von Randbedingungen wie der Schwebstoffkonzentration, der Korngrösse, der Standsicherheit der Vorstreckungsdämme und dem Seestand abhängig.
«Anhand der numerischen Modellberechnungen sehen wir, dass sich aufgrund des Ausbauprojekts Rhesi keine negativen Auswirkungen auf die Rhein-Vorstreckung und den Bodensee ergeben – eine wichtige Aussage für die laufenden Rhesi-Planungen.
Vielmehr verbessert Rhesi die Trinkwassersicherheit am Bodensee: Es wird dadurch gesichert, dass auch bei sehr grossen Hochwasserereignissen das Wasser innerhalb der Dämme bleibt und somit Kontaminationen des Wassers, die bei Überflutungen von Siedlungsgebiet unweigerlich entstehen und letztlich in den See gelangen, verhindert werden», so Projektleiter Markus Mähr.
Das Projekt Rhesi in Kürze
Das Projekt Rhesi hat die Verbesserung des Hochwasserschutzes am unteren Alpenrhein zum Ziel. Die Abflusskapazität des Rheins soll über die gesamte Länge der internationalen Strecke von 3100 m³/s auf mindestens 4300 m³/s erhöht und auf den Oberlauf abgestimmt werden. Das Projektgebiet erstreckt sich entlang des Rheins von km 65 (Illmündung) bis km 91 (Bodenseemündung – Beginn der Vorstreckung).
Für die Erreichung dieses Ziels sind bauliche Massnahmen notwendig, die den gesetzlichen Vorgaben Österreichs und der Schweiz entsprechen müssen. Unter anderem umfasst dies die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, ökologische Aufwertungen sowie den sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Nur ein nachhaltiges Projekt, das die Sicherheit für die nächsten 50 bis 100 Jahre verbessert, kann finanziert und umgesetzt werden. (pd)