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Dokumentiert sind die ausgeführten Ausstellungen in der Goldkammer (ehemals Helvetisches Goldmuseum) im Museum Schloss Burgdorf
Die Goldwäsche mit Hilfe von Wasser ist die älteste Methode, die bis heute zur Goldgewinnung angewendet wird, ein mühsames Verfahren, aber weitgehend unbedenklich für die Umwelt. Im 11. Jahrhundert wird die Amalgamation, die Goldgewinnung mit Quecksilber, zum ersten Mal erwähnt. In vielen Ländern wird sie im Kleinbergbau heute noch eingesetzt. Das giftige Schwermetall gelangt dadurch nicht nur in die Umwelt, sondern auch in die Körper der Schürfer und Schürferinnen. Die Schweiz unterstützt in der Mongolei Projekte für einen quecksilberfreien Goldabbau. Neben den Gewinnungsmethoden ging die Ausstellung auch auf die Entstehung des Goldes und seine Verwendung ein. Eine Vielzahl von alten Ansichtskarten dokumentiert zudem die Goldräusche von Kalifornien, Australien, Alaska sowie Südafrika.
Das Goldwaschen in der Schweiz hat eine lange Tradition. Bereits die Kelten und die Römer suchten bei uns nach dem kostbaren Metall. Im 18. Jahrhundert waren es vor allem ärmere Leute, die sich dem Goldwaschen widmeten, um ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf des Goldes an die Obrigkeit oder an Goldschmiede zu verbessern. Im 20. Jahrhundert interessierten sich auch der Bund und die Wissenschaft für das Schweizer Gold. Untersuchungen für einen gewerbsmässigen Abbau wurden durchgeführt und die Napfgoldvorkommen wissenschaftlich untersucht. Heute ist Goldwaschen für viele ein Hobby, dem sie begeistert nachgehen. Auch touristisch hat das Goldwaschen an Bedeutung gewonnen. Die Schweizerische Goldwäschervereinigung führt regelmässig Goldwaschwettkämpfe durch. So fand vom 13. bis 17. Juli 2016 die Europameisterschaften im Goldwaschen in Burgdorf statt.
Im 19. Jahrhundert ist Australien noch zu drei Vierteln unbekanntes Gebiet, eine entfernte Kolonie, in welche England seine Sträflinge abschiebt. Neben der Urbevölkerung leben auf dem Kontinent erst wenige Bauern, die ums Überleben kämpfen. Als 1851 Goldfunde in New South Wales bekannt werden und am 9. Juni 1858 bei Ballarat ein 62 Kilogramm schwerer Goldklumpen, das Welcome Nugget, gefunden wird, zieht es Tausende Goldsucher nach Australien. Das Nugget wurde ein Jahr später von der Royel Mint of the United Kingdom erworben, welche daraus Sovereign-Goldmünzen prägte. Zuvor gelang es dem Deutschen Adam August Krantz, die Abgussrechte zu erwerben, weshalb eine Kopie des Nuggets in der Ausstellung im Helvetischen Goldmuseum im Schloss Burgdorf gezeigt werden kann.
Die Ausstellung befasste sich mit der Goldgewinnung in Japan. Während des Mittelalters wurde Japan in Europa Cipangu genannt. Der Name geht zurück auf die Erzählungen des venezianischen Kaufmanns Marco Polo (1254-1324), welcher in seinen Reiseberichten Cipangu als mystisches Paradis mit einem Überfluss an Gold und Perlen beschrieb. Die Entdeckung des Goldes in Japan fällt ins Jahr 749. Das in den Flüssen im Nordosten der Hauptinsel Honshu neu entdeckte Edelmetall diente zum Vergolden der grossen Buddha-Statue in der damaligen Hauptstadt Nara. Der Goldbergbau begann in Japan gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Angangs des 17. Jahrhunderts wurde auf der Insel Sado ein Goldbergwerk eröffnet, in welchem bis 1974 gearbeitet wurde und welches erst 1989 definitiv geschlossen worden ist. Bekanntheit erreichte diese Mine durch die Darstellung der Goldgewinnung auf einer Bilderrolle von 1720.
Vor über 2000 Jahren schürften Kelten und Römer Gold im Rhein. Warum gibt es Gold im Rhein? Wieviel Gold ist zu finden? Wann war der Höhepunkt der Goldwäscherei im Rhein? Die Ausstellung ging solchen Fragen nach und dokumentierte mit Bildern und Modellen, wie in den letzten Jahrhunderten Gold aus dem Rhein gewonnen wurde. Der Besucher erfuhr auch, dass während des Höhepunktes der Goldwäscherei über 400 Wäscher an der Arbeit waren und dass nicht nur das Gold, sondern auch der anfallende Schermineralsand von grossem Interesse war. Weiter zeigte sie auch, dass am Oberrhein nur winzige Goldflitter zu finden sind, während im Alpenrhein, mit etwas Glück und viel Geduld, auch kleine Goldnuggets ausgewaschen werden können.
Gold kennen wir vor allem in Form von kunstvoll gestaltetem Schmuck, von kostbaren Münzen oder sakralen Kunstwerken. Weniger bekannt sind jedoch die Formenschöpfungen der Natur selbst. Die Foto-Ausstellung zeigte verschiedene Vorkommensformen von Berg- und Seifengold. Je nach Bildungsbedingungen kann Gold als frei gewachsene Kristalle, bäumchenförmige Aggregate, Bleche, Drähte, nadelige oder moosartige Filze oder aber auch als einfache Flitter und Nuggets vorkommen. Den wahren Zauber geben die einzelnen Goldfunde jedoch oft erst unter der Linse preis. Mit den Fotografien von Thomas Schüpbach ist es gelungen, die Schönheit der einzelnen Sammlungstücke von Museen und Privaten, und seien sie noch so klein, sichtbar zu machen.
Was einst ein harter Beruf war, ist heute eine beliebte Freizeitbeschäftigung – das Goldwaschen.
Neben hohen Gummistiefeln und einer Schaufel ist die Pfanne das wichtigste Werkzeug des Goldwäschers. Bereits die Indianer Mittelamerikas haben mit geflochtenen Körben oder mit aus Holz geschnitzten Schalen Gold gewaschen. Die ersten eisernen Pfannen fanden im 18. Jahrhundert in Amerika Verwendung. Die Kunststoffindustrie brachte dann die leichten Goldwaschpfannen aus Plastik.
Die Ausstellung zeigte die historischen Waschgebiete rund um den Napf, der Aare und des Rheins sowie des Kantons Genf aber auch der Ostschweiz und des Bündnerlandes. Sie zeigte aber auch, was beim Goldwaschen zu beachten und was verboten ist.
Im Jahr 2004 entdeckte ein Forscherteam bei Grabungen in der Kolchis, in Georgien, ein 5000 Jahre altes Goldbergwerk. Es dürfte das älteste Goldbergwerk und damit auch ein Zentrum der Goldförderung der Alten Welt sein. Die griechische Sage der Argonauten, welche in der Kolchis das Goldene Vlies raubten, geht vermutlich auf die Goldgewinnung in dieser Region zurück. Mit Schaffellen wurden in dieser Region die Goldkörnchen aus den Bächen gewaschen. Die Ausstellung zeigte wie sich die Goldgewinnung über die Jahrtausende weiterentwickelt hat. Wie etwa die Römer in Spanien die grossen Goldvorkommen abbauten oder wie auf der japanischen Insel Sado Gold gewaschen wurde. Sie zeigte aber auch, mit welchen Mitteln vom Mittelalter bis heute in unseren Regionen Gold gewonnen wurde oder noch wird.
Die Goldgier der Portugiesen, Briten, Franzosen und Niederländer liess zahlreiche Schätze der Goldschmiedekunst Westafrikas in den Schmelztiegel wandern, um das Gold als Rohmaterial handeln zu können. Die Ausstellung zeigte seltene Zeugnisse der Goldschmiedekunst der Akan Völker aus Ghana und der Elfenbeinküste, wie blattvergoldete Schnitzereien, Hohl- und Vollgüsse oder Treib- und Ziselierarbeiten in Form von Zeremonialstäben sowie Körper- und Kopfschmuck, die bis zu 150 Jahre alt sind.
Die Ausstellung befasste sich vor allem mit der Goldgewinnung und dem Goldhandel. Über Jahrhunderte war Afrika Hauptlieferant des Goldes für Europa. Um den arabischen Zwischenhandel auszuschalten, suchten die Portugiesen anfangs des 15. Jahrhunderts den Seeweg nach Westafrika, wo nach damaligen Berichten Gold reichlich vorhanden war. Gewonnen wurde das Gold durch Auswaschen von Flussablagerungen oder goldhaltiger Erde aus Gruben. Vom 14. Jahrhundert an wurde Goldstaub als Währung eingesetzt. Zum Wägen dienten geometrische und figürliche Goldgewichte.
Dass es im Bündnerland Gold gibt, ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Im 19. Jahrhundert wurde am Calanda sogar eine kleine Goldmine betrieben. In den letzten Jahrzehnten zogen vor allem die Goldfunde südlich von Disentis zahlreiche Goldsucher in die Surselva. Die Ausstellung widmete sich speziell den Goldfunden in der Surselva und dem früheren Goldabbau am Calanda. Grundlage für die Bergbaugeschichte am Calanda bildetet eine im Rahmen des Wettbewerbs «Schweizer Jugend forscht» 2008 mit sehr gut bewertete Arbeit von Mirco Brunner.
Die Ausstellung zeigte Objekte, die nicht durch Kauf oder Schenkung ins Museum gelangt sind, sondern durch Goldwäscher nach Jahren aus dem Bachbett ausgegraben wurden. Es sind dies vor allem Gegenstände des täglichen Lebens wie: Löffel, Gabeln, Messer jeglicher Art, Scherben, Sport und Spielsachen, Uhren, Münzen, Schmuck, Werkzeuge, landwirtschaftliche Gerätschaften, Waffen, Munition aus verschiedenen Jahrhunderten, Flösserhaken, Hufeisen und Glocken, aber auch Teile von Velos.
Die Ausstellung zeigte anhand weniger Quellen und Funde die Goldgewinnung der alten Ägypter über die Jahrtausende. Im Mittelpunkt der Ausstellung standen nicht die eindrucksvollen altägyptischen Goldobjekte, sondern die Goldgräber, welche in den heissen Wüstenregionen nach dem edlen Metall suchten und so Ägypten zum Goldreichtum verhalfen. Gezeigt wurde auch die Aufbereitung des Goldes und seine Verarbeitung zu kleinen und grossen Kultobjekten.
Die Ausstellung entführte die Besuchenden in die Welt des Goldes. Sie ging zunächst der Herkunft, der Gewinnung und der Verarbeitung des Goldes nach. Ausgestellt waren Leihgaben wie eine Espresso-Tasse, die von Andy Warhol gestaltet wurde oder eine Goldmedaille der erfolgreichen Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder von den Weltmeisterschaften 2003.
Die Ausstellung zeigte eine Retrospektive des 45-jährigen Wirkens von Goldschmied Kurt Neukomm in Burgdorf. Er ist der innovativste, fantasievollste und – belegt in zahlreichen namhaften internationalen Preisauszeichnungen – der erfolgreichste Vertreter der vierten Goldschmiede-Generation Neukomm. Seine Sprache ist seine schöpferische Kreativität. Sie zeigte ihn als sensiblen Spieler mit Material und künstlerischem Ausdruck.
Zwischen 1855 und 1961 wurde im Gebiet von Astano und Sessa im Malcantone aus mehreren Stollen goldhaltiges Gestein abgebaut. In den Anfängen träumten einige vom Kalifornien des Tessins. Mit Unterstützung des Museo della Miniera d’Oro Sessa (Beppe Zanetti) zeigte die Ausstellung mit Bildern, Plänen und einzelnen Objekten die Geschichte der Goldgewinnung im Malcantone. Im Vordergrund standen dabei die beiden Minen «La Costa» bei Sessa und « Alle Bolle» bei Astano und die Aufbereitungsanlage bei Beredino.
Zusammen mit dem Goldmuseum im finnischen Tankavaara zeigte das Helvetische Goldmuseum einen Teil aus der Goldgeschichte Finnlands. Die ersten Nachrichten über Gold in Lappland stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Goldgeschichte Lapplands beginnt aber erst drei Jahrzehnte vor dem grossen Goldrausch am Klondike. Während der ersten Jahre durchquerten unzählige Männer und Frauen die Wildnis auf der Suche nach dem gelben Metall.
Die Ausstellung war fünf Personen gewidmet, welche sich auf ganz verschiedene Weise mit der Goldgeschichte auseinandersetzten: der Geschichte der Goldsuche; dem Sammeln von Objekten und Dokumenten zum Mythos Gold; der Goldsuche mit der indigenen Bevölkerung in Asien; der Organisation von Goldwaschführungen in der Schweiz; dem Goldwaschen als Wettkampfsport.
Als in den Jahren 1897 und 1898 die Geschichten über die sagenaften Goldfunde am Klondike River im Yukon Territory die Runde machten, löste dies den grössten Goldrausch der US-amerikanischen Geschichte aus. Zu Tausenden machten sich die Glückssucher auf den beschwerlichen Marsch über den Chilkoot Pass, um zu den Fundorten am Klondike zu gelangen.
Die Ausstellung zeigte anhand verschiedener Modelle, Bilder und Fotos sowie zeitgenössischen Dokumenten die Gewinnung des Goldes aus Flüssen und den Gebirgen bis zum Giessen der Goldbarren von ihren Anfängen bis heute.
Das Thema der ersten Ausstellung im neu erstellten Helvetischen Goldmuseum war die Goldsuche rund um die Welt. Sie führte die Besucher mit Bildern und Objekten vom alten Ägypten über Vietnam, Westafrika, Alaska bis in die Goldabbaugebiete von Russland, Südafrika und Australien.