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Die Stiftung besitzt zwei gleichzeitig entstandene Gemälde von Albrecht Schnider – ein grosses gelbes und ein kleineres rotes. Sie verhalten sich wie positiv und negativ zueinander: hier rote „Bänder“ vor hellgrauem Hintergrund, dort graue „Bänder“ auf gelbem Grund.
Über beide Bilder, über die so verschiedenen Hintergründe, erstrecken sich diese Geraden, die nicht genauer definiert werden können: Handelt es sich um Plastikschläuche, gespritzte Metallrohre oder mikroskopisch vergrösserte Fibern? Ihre „unlogische“ Staffelung im Raum verunmöglicht es, Tiefe anzudeuten; zudem gibt es keine Grössenunterschiede – keine perspektivische Vergrösserung oder Verkleinerung – zwischen den hintersten und den vordersten. Trotz der aufgesetzten Lichter, die den „Rohren“ Plastizität verleihen, ist alles auf Zweidimensionalität angelegt. Diese eigenartige Flächigkeit, der fehlende Bildraum und die künstliche Plastizität sind übrigens gestalterische Elemente, die durch die Pop Art entwickelt wurden. Die sich anscheinend wirr kreuzenden Balken folgen einem präzisen System: im „roten“ Bild sind die fünf oberen Elemente rot, die fünf unteren rot-violett; sie sind allesamt eher horizontal angelegt; die beiden Bildhälften werden durch den einzigen Vertikalität anstrebenden Balken miteinander verbunden.
Trotz der ausgeklügelten Komposition scheinen in beiden Gemälden die sich überschneidenden Linien weit über den Bildrand hinauszureichen und jeweils ein Fragment eines riesigen Netzes zu bilden. Eine weitere Spannung ist in den beiden Gemälden Schniders eher gefühlsmässig auszumachen: Trotz der warmen Farben entsteht darin paradoxerweise das unterkühlte, technoide, leblose Klima einer unbetretbaren Welt. Die Bilder sind – und das ist ihr ultimativer Widerspruch – durch zweidimensionale Malerei verbarrikadiert.