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Einführung
Schmerzen sind Warnsignale des Körpers und entstehen durch unterschiedliche Reize, die mechanischer, thermischer, elektrischer oder chemischer Natur sein können. Dabei werden die Empfindungen über Schmerzrezeptoren, bei denen es sich meist um freie Nervenendigungen handelt, in das zentrale Nervensystem übermittelt und dort zu den unangenehmen Empfindungen verarbeitet. Diese Schmerzsensoren sind unterschiedlich empfindlich, ähnlich wie die Wahrnehmung und Toleranz eines Menschen Schmerzen gegenüber individuell sein kann und unter anderem stark durch die Psyche beeinflusst werden kann. Die Art des Schmerzes und der Ort, an dem er auftritt, geben oft Aufschluss über die Schmerzursache. Hierbei kann man zwischen somatischem, Tiefen- und viszeralem Schmerz unterscheiden sowie eine Unterteilung anhand der Schmerzdauer in akute oder chronische Schmerzen vornehmen.
Somatische Schmerzen sind Oberflächenschmerzen (z. B. durch Hautverletzungen hervorgerufen), die meist gut lokalisierbar sind, als hell und stechend empfunden werden und meist schnell abklingen. Sie werden insbesondere durch freie Nervenendigungen und Schmerzempfänger (Schmerzrezeptoren) in der Haut erzeugt.
Der Tiefenschmerz (z. B. Gelenkschmerz) kann im Gegensatz zum Oberflächenschmerz in die Umgebung strahlen und ist daher schwerer zuzuordnen. Er wird als dumpf und ziehend empfunden und leitet sich aus Schmerzrezeptoren an Knochen, Gelenken u. Bindegewebe ab.
Beim viszeralen oder Eingeweideschmerz führen Dehnungen oder Krämpfe von Bauchorganen (z. B. Austreibungskoliken bei Gallensteinen) zur Schmerzwahrnehmung. Auch Mangeldurchblutungen dieser Organe und entzündliche Krankheiten können zu einem anfallartig wiederkehrenden oder dauerhaften chronischen Schmerz führen (z. B. Rheuma).
Behandlung
Die Klinik für Neurologie des UniversitätsSpitals Zürich bietet mit zwei Spezialsprechstunden die Möglichkeit einer individuellen Beratung und Betreuung von Patienten mit akuten oder chronischen Schmerzen durch erfahrene Spezialisten.
(1) Die Schmerzsprechstunde der Klinik für Neurologie eignet sich vor allem für Patienten mit Schmerzen, welche durch eine Läsion des zentralen oder peripheren Nervensystems verursacht sind (sogenannte neurogene-neuropathische Schmerzen).
(2) Die interdisziplinäre Schmerzsprechstunde bietet die Möglichkeit einer interdisziplinären Diagnostik und Beratung von Patienten durch vier Schmerzspezialisten aus verschiedenen Fachgebieten (Anästhesie, Neurologie, Psychosoziale Medizin, Rheumatologie). Die Untersuchungen durch diese Spezialisten finden während der Woche an separaten Tagen statt, eine gemeinsame Besprechung mit den Patienten erfolgt dann jeweils am Freitagmorgen. Diese Sprechstunde wurde insbesondere für Patienten mit komplexen oder therapierefraktären Schmerzsyndromen konzipiert, welche von einem multimodalen diagnostischen und therapeutischen Konzept profitieren. Die Triage der schriftlichen Anmeldungen für diese Sprechstunde wird durch das Schmerzambulatorium der ärztlichen Leitung des Instituts für Anästhesie durchgeführt, eine direkte Zuweisung zu einer der vier involvierten Disziplinen ist jedoch ebenfalls möglich.
Kopfschmerzen
Die Klinik für Neurologie des UniversitätsSpitals Zürich bietet ein
breites Spektrum an Möglichkeiten in Bezug auf Kopfschmerzdiagnostik und
-behandlungen. Durch die Supervision von erfahrenen Neurologen wird sowohl für
Patienten mit häufigen Kopfschmerzformen (wie zum Beispiel Migräne) aber auch
für Patienten mit seltenen, diagnostisch schwierigen oder therapierefraktären
Situationen eine individuelle Beratung und Betreuung angeboten.
Kopfschmerzsprechstunde
Die Kopfschmerzsprechstunde findet täglich von Montag bis Freitag statt. Die
Triage der schriftlichen Anmeldungen wird von der ärztlichen Leitung der
Poliklinik oder der Kopfschmerzabteilung durchgeführt. Die Latenz bis zum
geplanten Termin kann somit in optimaler Weise an der Situation des Patienten
angepasst werden. Für Patienten mit neu und akut aufgetretenen, ungewöhnlichen
Kopfschmerzen, welche potentiell auf eine intrakranielle Affektion hinweisen
können, besteht die Möglichkeit am selben Tag durch das Notfallteam oder durch
das Kopfschmerzteam der neurologischen Poliklinik nach einer direkten Zuweisung
untersucht zu werden.
Speziell für Patienten mit Cluster-Kopfschmerz bietet die Kopfschmerabteilung
das relativ neuartige minimal-invasive neuromodulatorische Behandlungsverfahren
der Ganglion sphenopalatinum Stimulation an. In einem minimal-invasiven
chirurgischen Verfahren, welches durch die Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie am Universitätsspital Zürich durchgeführt wird, wird dabei ein
Mikrostimulator in der Nähe des Ganglion sphenopalatinum im
Mittelgesichtsbereich implantiert. Die Weiterbehandlung und Programmierung des
Stimulators, welcher durch den Patienten bei einer akuten Attacke aktiviert wird
mit dem Ziel die Attacken-Stärke zu verringern bez. die Attacken-Dauer zu
verkürzen, findet in der Kopfschmersprechstunde statt.
Team
Leitung
Prof. Dr. Hans H. Jung
Leitender Arzt
Tel.: +41 44 255 5520
Fax: +41 44 255 4380
<email-pii>
Dr. med. J. Petersen
Oberarzt
Tel.: +41 44 255 1111
Fax: +41 44 255 4380
<email-pii>
Anmeldung (Schmerz- oder Kopfschmerzsprechstunde)
UniversitätsSpital Zürich
Klinik für Neurologie
Dr. J. Petersen
Frauenklinikstrasse 26
8091 Zürich
Tel. +41 44 255 55 11
Fax +41 44 255 43 80
<email-pii>
Die Anmeldung für diese Sprechstunde erfolgt über Ihren behandelnden Arzt.
Anmeldung (interdisziplinäre Schmerzsprechstunde)
Aerztliche Leitung
Schmerzambulatorium
Institut für Anästhesiologie
UniversitätsSpital
Rämistrasse 100
8091 Zürich