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Juli 2018: In Kölliken werden die letzten Stahlbögen demontiert, an denen das Dach der Halle über der Deponie aufgehängt war.
In den vergangenen Jahren wurden 500'000 Tonnen Sondermüll ausgegraben, sortiert und entsorgt. Die ganz gefährlichen Stoffe wurden verbrannt.
Es ist der Schlusspunkt einer Geschichte, die im Februar 1976 begonnen hatte. Im «Landanzeiger» ersuchte der Kanton Aargau um die Bewilligung für den Bau einer Kehrichtdeponie in Kölliken.
Willi Hochuli, damals im Gemeinderat und zuständig für das Bauwesen, erinnert sich: «Der Kanton brauchte partout eine Deponie. In Windisch hatte nämlich eine amerikanische Chemiefabrik Abfallfässer im Grundwasser deponiert. Die Fässer drohten zu rosten und auszulaufen. Die Regierung sagte dem Gemeinderat Kölliken, er müsse die Deponie bewilligen, sonst würde sie es verfügen.»
Der Gemeinderat erteilte die Baubewilligung. Ab 1978 fuhren die Lastwagen in die Sondermülldeponie Kölliken (SMDK). Sie brachten chemische Abfälle aus der ganzen Schweiz und aus Deutschland.
Die Deponie war offen, es regnete auf die Fässer. Das stinkende Abwasser ging in die Kanalisation und über die Leitungen gelangte der Gestank in viele Häuser.
Schnell regte sich Widerstand im Dorf. Der Abfallberg wurde immer grösser, die Probleme auch. Die Stimmung im Dorf war vergiftet. Im Frühling 1985 trat der Gemeinderat auf die Notbremse und verfügte einen Ablagerungsstopp. Man wollte die Deponie abdichten und später wieder in Betrieb nehmen. Doch zuerst wollte man herausfinden, was eigentlich alles im Boden ist.
Später sah man ein: Nur eine Totalsanierung, also ein Rückbau, war eine nachhaltige Lösung. Im Jahr 2001 fällte die Aargauer Regierung diesen Grundsatzentscheid, angeführt von Baudirektor Peter Beyeler
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Im November 2007 fand der Spatenstich für die Sanierung statt. Über der Deponie entstand eine gigantische Halle. Sie war luftdicht. Im Inneren arbeiteten Menschen in Schutzanzügen und in gepanzerten Fahrzeugen als Schutz vor möglichen Explosionen.
Die Arbeiter holten tausende Fässer aus dem Boden.
Im Juli 2018 existiert die Halle nicht mehr. Der Sondermüll ist weg, verbrannt oder richtig eingelagert. Das riesige Loch ist mit Schutt vom Bau des SBB-Tunnels durch den Eppenberg aufgefüllt. Die Sanierung kostete die Kantone Aargau und Zürich, die Stadt Zürich und die Basler Chemie total 900 Millionen Franken.
Aufgrund der Erfahrungen mit der SMDK initiierte der Bund eine Bestandesaufnahme aller Deponien in der Schweiz. Daraus entstanden die kantonalen Altlastenkataster. Innerhalb einer Generation, so die Vorgabe des Bundes aus dem Jahr 2001, sollten alle Altlasten saniert oder beseitigt sein.
SRF 1, Regionaljournal, 06:32 Uhr