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«Sambesi» hat die anstrengende Luftreise nicht überlebt. Wie der Grumeti Fund jetzt mitteilt, ist das Spitzmaulnashorn aus dem Port Lympne-Reservat auf dem Transport vom englischen Kent nach Tansania in den Westkorridor der Serengeti gestorben. Nicht so das Ende letztes Jahr aus dem Zoo Zürich stammende Rhinoweibchen «Olmoti», das heil in Afrika landete.
Weshalb «Sambesi» den Flug nach Ostafrika trotz professioneller Betreuung nicht überlebte, weiss man nicht. Die Todesursache soll nun aber untersucht werden. Der Grumeti Fund hat die von einem erfahrenen Team durchgeführte Aktion zusammen mit der Aspinall Foundation organisiert.
Die Stiftung hat bereits acht Spitzmaulnashörner aus ihren Wildtierparks bei Kent nach Afrika geflogen, um die auf wenige Exemplare zusammengeschrumpften Bestände in der Wildnis zu beleben. 2018 landete der aus dem kalifornischen San Diego Safari-Park eingeflogene «Eric» zur Auswilderung in der westlichen Serengeti.
Rhino-Blutauffrischung ohne «Sambesi»
«Sambesi» hätte im paramilitärisch und mit modernsten Methoden gesicherten Gebiet des Grumeti Fund für Blutauffrischung sorgen sollen. Auch die nördlich vom Grumeti-Fluss gelegene Gegend war einst von zahlreichen Rhinos bevölkert worden, die wie anderswo in Tansania mit Ausnahme von wenigen Exemplaren alle umgebracht worden waren.
Unterdessen gibt es iim ostafrikanischen Land wieder ein paar kleine Nashorn-Populationen: an drei Orten in der Serengeti, worunter jene vom Freunde der Serengeti Schweiz (FSS) mit geschützte Gruppe bei den Moru-Kopjes, dann im Ngorongoro-Gebiet und in dem vom FSS ebenfalls unterstützten Gehege des Mkomazi-Nationalparks.
Der Tod von «Sambesi» werde den Wiederaufbau einer genetisch gesunden Nashornpopulation im eigenen Schutzgebiet nicht stoppen, schrieb Stephen Cunliffe, Exekutivdirektor des Grumeti Fund, in einer Medienmitteilung; «Wir dürfen den Mut oder den Blick auf das Gesamtbild und die Vision einer neuen Brutpopulation von frei lebenden Ostafrikanischen Spitzmaulnashörnern in der West-Serengeti nicht verlieren. Wir werden weiterhin eng mit der Aspinall Foundation zusammenzuarbeiten, um die Probleme zu verstehen, die zum frühzeitigen Tod von <Sambesi> beigetragen haben.»
Keine Transportprobleme bei der Zürcherin «Olmoti»
Glücklicher verlief der Transport von «Olmoti», der Spitzmaulnashornkuh, die bis 2015 im Zürcher Zoo lebte. 2014 geboren, wurde Sie zusammen mit der Mutter «Samira» aufgrund des Umbaus des damaligen Afrikahauses zuerst nach England ins Flamingo Land und später in den Zoo von Dvur Králové verlegt.
Im November 2018 wurde «Olmoti» im Rahmen des Europäischen Rhino-Erhaltungszuchtprogramms zusammen mit vier weiteren Ostafrikanischen Spitzmaulnashörnern nach Ruanda in den Akagera-Nationalpark geflogen. Der Transfer der fünf Rhinos wurde als der grösste Nashorntransport aller Zeiten von Europa nach Afrika bejubelt.
Wildtiere werden zunehmend herum transportiert
Auch in Tansania selbst wird das immer mit grossem Stress verbundene Betäuben, Verladen, Transportieren und wieder Auswildern von Wildtieren zunehmend als etwas Normales betrachtet. So erklärte Hamisi Kigwangalla, der Minister für Natürliche Ressourcen und Tourismus, laut «The Citizen» (9. Juni 2019), der kritisierte Transfer von Wildtieren von einem Park in den anderen sei eine wissenschaftlich abgesicherte Methode.
Sie werden überall angewendet: «Wir haben dies schon in der Vergangenheit gemacht, und wir erwarten zehn Rhinos aus dem Ausland, welche eine Blutauffrischung ermöglichen.» Die bisherigen Überführungen seien erfolgreich verlaufen und das Wild gewöhne sich an seine neue Umgebung, versuchte der Minister die Bedenken zu zerstreuen.
Aktuell soll der neu erstellte Burigi-Chato-Nationalpark mit diversen Wildtieren aus anderen Parks belebt werden. Dass die Tiere aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden, spielt offensichtlich keine Rolle. Der geplante Transfer wird als Spezialaktion angepriesen: Präsident John Magufuli stammt aus dem Gebiet. fss
Titelbild: Luftaufnahme Rhino | Screenshot von der Website Grumetifonds