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Geschichte der Husistein-Musik
Der Name der Tanzmusikformation geht auf die Familie Husistein zurück. Anton Husistein (*1799) aus Ettiswil, gelernter Schuhmacher hatte in seinem Beruf viel mit Pech und Pechfäden zu tun, weshalb er "Pächtöneli" genannt wurde. Nebst seinem Beruf war er sehr musikalisch, er spielte Geige und Trompete und gründete bald eine eigene Tanzmusikgesellschaft, die "Pächtöneli-Musik".
Zwei seiner Söhne, Josef (*1830) und Anton (*1833) spielten schon früh in dieser Musik mit. Daraus entstand die "Gebrüder Husistein Tanzmusik", die in den 1850er Jahren sehr bekannt, ja legendär wurde. Sie zogen weit im Land herum, spielten jeweils an der Basler Fasnacht und konnten sogar im vornehmsten Hotel in Luzern, dem Schweizerhof, auftreten.
Eine Tanzmusikgesellschaft bestand im Luzerner Hinterland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus mindestens 5 Musikanten: Klarinette, Vorgeiger, Sekundgeiger, Bassgeiger und eine Begleitstimme die auf Flöte oder Trompete gespielt wurde. Je nach Anlass wurde die Besetzung noch erweitert.
In der "Husistein-Musik" spielten Franz Josef Steger aus Ettiswil und seine drei Söhne Jakob, Josef und Robert mit. Einer dieser Söhne, Jakob Steger (*1849) wirkte bereits mit zwölf Jahren in der "Husistein-Musik" als Trompeter und Geiger mit. Später gründete Jakob Steger eine eigene Tanzmusik, die "Jakob Steger Companie". Hauptberuflich war Jakob Steger als Schreiner und Geigenbauer tätig, lebte in Willisau und verstarb 1923 in Buttisholz. Seine Geigen sind wohlklingend, Boden und Decke sind meist in Nussbaumholz gearbeitet, anstelle des üblichen Ahornholzes. Ein Instrument Jakob Stegers ist in der Musikinstrumentensammlung Willisau zu sehen. Sehr viele alte Violinen in der Region tragen einen Zettel von Jakob Steger in Willisau. Denn er hatte, ganz im Geiste des 19. Jahrhunderts, einen speziellen Stimmstock erfunden, den er 1901 sogar eidgenössisch patentieren liess.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die Tanzmusik-Gesellschaften aus der Mode und wurden von der in Zürich lancierten "Ländlermusik" verdrängt.
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Husistein-Musik heute
Im Nachlass von Jakob Steger befanden sich drei handgeschriebene Stimmbücher mit Stücken der Husistein-Musik. Ein Neffe Jakob Stegers hat diese Noten 1957 der Heimatvereinigung Wiggertal vermacht, wo sie lange im Archiv schlummerten. Nach langer vergeblicher Suche kamen sie 2014 beim Umzug des Archäologischen Museums Schötz wieder zum Vorschein.
Im Auftrag der Musikinstrumentensammlung Willisau hat sich Evi Güdel-Tanner dieser Noten angenommen. Sie hat die vorhandenen Stimmen gesichtet, herausgeschrieben und arrangiert. Die Bücher enthalten etwa 150 Tänze (Walzer, Galopp, Polka, Schottisch, Mazurka) und noch 50 weitere Stücke mit bekannten Titeln aus Operetten und Salonmusik. Die Kompositionen sind von ausserordentlicher Qualität und Frische. So wurde es möglich, dass diese lange vergessene Musik nach hundert Jahren wieder zum Erklingen kam.
Am 27. März 2015 präsentierte sich die neu erstandene Husistein-Musik in der Musikinstrumentensammlung Willisau und durfte vor zahlreichem Publikum einen sehr grossen Erfolg feiern. Seither wurden über ein Dutzend Konzerte gespielt und an mehreren privaten Anlässen vielen Menschen Freude bereitet.
Text und Foto: Adrian Steger, Musikinstrumentensammlung Willisau
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Pächtönelis Erbe - Wiederentdeckte Tänze der Husistein-Musik
Am 2. Januar 2017 durfte die neue Husistein-Musik bereits ihre erste CD vor einem begeistertem Publikum präsentieren. Aus dem aktuellen Repertoire wurden die schönsten zwanzig Tänze eingespielt und neu mit treffenden Namen statt nur Nummern versehen. Diese fröhlichen, abwechslungsreichen Tänze aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ertönen in klangfarbenreichen Arrangements. Mit dem umfangreichen Booklet sowie dem stilvollen Cover gestaltet von Ralph Sonderegger (http://www.ralphsonderegger.ch) und der sehr natürlich klingenden Tonaufnahmen von Bruno Muff (http://www.schallwerk.ch) ist die CD ein ideales Geschenk - auch für sich selber.
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