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Hinter der insgesamt weit verbreiteten Forderung, dass der britische staatliche Versicherer für Überschwemmungsschutz in Hochwasserzonen, Flood Re, seinen Aufgabenbereich stark ausdehnen soll, steht inzwischen auch Colm Holmes, der CEO des bedeutenden General Insurance-Versicherers Aviva. Flood Re war 2016 etabliert worden, weil die Hausbesitzer in Hochwasserzonen immer grössere Schwierigkeiten hatten, Versicherungsschutz für ihre Häuser zu erhalten.
Die einschneidende Beschränkung bei der Gründung von Flood Re war allerdings, dass bei diesem Unternehmen lediglich Immobilien versichert werden konnten, die vor dem Jahr 2009 gebaut worden waren. Der Grund für diese Regelung war die Furcht, dass angesichts eines staatlichen Versicherungsschutzes bald immer mehr neue Häuser in überschwemmungsgefährdeten Gebieten errichtet werden dürften. Tatsächlich aber mangelt es in weiten Teilen des Landes so stark an Bauland, dass inzwischen doch in grossem Stil in Hochwasserzonen gebaut wird. Aller Voraussicht nach wird das sogar noch zunehmen. Für die Käufer dieser neuen Häuser und Eigentumswohnungen ist es äussert schwierig, einen einigermassen kostengünstigen Versicherungsschutz gegen Hochwasserschäden zu erhalten.
Mangelnder Hochwasserschutz
Flood Re ist dergestalt finanziert, dass alle Gebäudeversicherer im Land gemeinschaftlich jährlich 180 Millionen Pfund an den staatlichen Versicherer zahlen. Diese Summe wird von den zahlenden Versicherern in die Prämien für deren Immobilienschutz eingearbeitet. Flood Re berechnet selbst Prämien, die dank der 180 Millionen Pfund in etwa auf dem normalen Preisniveau für die Gebäudeversicherung liegen.
Bei der Gründung von Flood Re war festgelegt worden, dass die Gesellschaft ihre Tätigkeit im Jahre 2039 beenden solle, da bis dahin wohl der Hochwasserschutz so ausgebaut sein dürfte, dass landesweit die Prämien überall in etwa gleich sein dürften. Davon kann inzwischen auf Grund der erneuten Bautätigkeit in Hochwasserzonen nicht mehr die Rede sein. Daher wird nun auch gefordert, dass Flood Re über das Jahr 2039 hinaus weiter bestehen bleibt.
Alle Gebäudeversicherer zahlen gemeinschaftlich 180 Millionen Pfund pro Jahr an den staatlichen Versicherer.