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Die Landschaft im Athabasca-Ölsandprojekt in der kanadischen Provinz Alberta ist eintönig, dreckig und grau. Riesengrosse Bagger krallen den teerhaltigen Sand aus dem Vorkommen, der in grossen Mengen unter Erdschichten von 30 Metern lagert. Die Gewinnung von Erdöl aus Teersand ist ein besonders schmutziges Vorhaben, produziert doch der Abbau fünf Mal mehr CO2-Emissionen als die konventionelle Rohölgewinnung. Dazu kommen der immense Energieaufwand und die Verschmutzung der Umwelt durch krebserregende Schadstoffe in der Luft und Gifte wie Quecksilber und Arsen im Wasser.
Da der Abbau von Ölschiefern und Teersanden sowie die damit verbundene Gewinnung des Öls wesentlich teurer ist als die traditionelle Bohrmethode für flüssiges Rohöl, wurde dieses Verfahren ironischerweise erst mit dem globalen Anstieg der Erdölpreise rentabel.
Im Interesse der Ölkonzerne, welche Milliardensummen in das Athabasca-Ölsandprojekt investiert haben, sowie der Regierung von Kanada läuft der Abbau ungehindert weiter, obwohl dies unweigerlich zur Erschöpfung der Vorräte führen wird.
Was auf Seiten des Präsidenten von Shell Canada als „neue, umfangreiche und sichere Lieferquelle für den nordamerikanischen Markt" propagiert wird, ist in Wirklichkeit eine extrem klimaschädliche Ausbeutung. Das Öl muss aus dem Sand destilliert werden und mit heissem Wasser und chemischen Hilfsmitteln verflüssigt werden. Durch eine fast 500 Kilometer lange Pipeline wird es zur Aufbereitung weiter transportiert und dann direkt an die Raffinerien geliefert. Die zwei grössten Abnehmer dieses Öls sind Shell und BP. Im Interesse dieser Ölkonzerne, welche Milliardensummen in das Athabasca-Ölsandprojekt investiert haben, sowie der Regierung von Kanada läuft der Abbau ungehindert weiter, obwohl dies unweigerlich zur Erschöpfung der Vorräte führen wird, und trotz ihrer gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt.
Dieses Öl wird auch nach Europa geliefert. Die Europäische Union könnte den Import dieses aus Teersand und Ölschiefer gewonnenen Erdöls zwar stoppen, doch ein entsprechender Antrag für höhere Einfuhrhürden scheiterte bereits Anfang Februar 2012 im deutschen Parlament. Dieses Verbot wäre jedoch aufgrund der schlechten Klimabilanz des Öls nicht nur sinnvoll, sondern notwendig gewesen. Die Lobbyisten konnten dies leider verhindern.
Immerhin erteilte Barack Obama der geplanten Keystone XL Pipeline, die massive Eingriffe in die Landschaft verursacht hätte, vorerst eine Absage. Diese hätte vom kanadischen Alberta bis zum Golf von Mexiko gereicht, was angesichts der Ölkatastrophe 2010 besonders widersinnig gewesen wäre.