Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03311.jsonl.gz/1510

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Radionutzung nach Sprachregion von 2007 bis 2020 auf. Sie enthält Brüche, die auf technisch bedingte methodische Änderungen zurückzuführen sind (Einzelheiten siehe unter «Methodologie»).
Daten zu einem weiter zurückliegenden Zeitraum finden "Tabellen" im Abschnitt "Zusätzliche Informationen" weiter unten.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Radionutzung nach Sprachregion von 2007 bis 2020 auf. Sie enthält Brüche, die auf technisch bedingte methodische Änderungen zurückzuführen sind (Einzelheiten siehe unter «Methodologie»).
Nach 2001
Seit 2010 nimmt der Radiokonsum in der Schweiz tendenziell ab. 2020 verzeichneten die italienisch- und die deutschsprachige Schweiz mit durchschnittlich 92 bzw. 98 Minuten Radiokonsum pro Tag ein vergleichbares Resultat, während in der französischen Schweiz durchschnittlich lediglich 72 Minuten pro Tag Radio gehört wurde.
1975-2000
Die Radionutzung hat in allen drei Sprachregionen seit Ende der 1970er Jahre bis 2000 zugenommen – am deutlichsten in der Deutschschweiz. Besonders hier zeigt sich, dass mit der breiten Einführung der Lokalradioprogramme Mitte der 1980er Jahre eine Ausdehnung der Radionutzung einhergegangen ist.
Alter
Die Dauer der durchschnittlichen täglichen Radionutzung steigt mit zunehmendem Alter an, wobei sich der Unterschied in den letzten Jahren akzentuiert hat. 2020 wurde in der französischsprachigen Schweiz in der Altersgruppe ab 60 Jahren 4,7-mal so lange Radio gehört wie in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen. In der deutschsprachigen Schweiz ist der Unterschied geringer (4,0) und in der italienischsprachigen Schweiz hören Personen ab 60 Jahren lediglich 3,5-mal mehr Radio als die 15- bis 29-Jährigen (vgl. Tabelle zur Grafik).
Geschlecht
In keiner der drei Sprachregionen sind nennenswerte Unterschiede zwischen den Geschlechtern festzustellen.
Weiterführende Informationen
Methodologie
Die Kennzahl verwendet für die Dimensionen „jüngere Entwicklung (seit 2001)“, und „Entwicklung (1975–2000)“ zwei unterschiedliche methodische Zugänge zur Untersuchung der Radionutzung.
1) Entwicklung seit 2001:
a) Seit 2001: Messverfahren ‚Radiocontrol’
Messsystem: Seit 2001 ermittelt die Mediapulse AG (bis zum 30.06.2006: der Forschungsdienst SRG SSR) die Nutzung des Radios anhand des elektronischen Messsystems Radiocontrol. Die gewählte Technologie erlaubt Aussagen über die live-Radionutzung (seit 2013 inkl. Internet-Streaming), die laut der neuesten Zeitbudgeterhebung (Time Use Study (TUS)) 98% des gesamten Radiokonsums ausmacht. Das Messsystem besteht im Wesentlichen aus einer Armbanduhr mit eingebautem Mikrofon, welche die ausgewählten Personen zweimal jährlich während einer Woche tragen. Das Mikrofon zeichnet einzelne Ausschnitte aus dem Geräuschumfeld des Uhrenträgers auf. Diese Signale werden mit den entsprechend aufgezeichneten Signalen der Rundfunkveranstalter verglichen, was den Rückschluss auf die gehörten Radioprogramme der Person ermöglicht. Anschliessend wird die durchschnittliche tägliche Radionutzung (Montag–Sonntag) berechnet.
Grundgesamtheit: Sämtliche in Privathaushalten lebende Personen ab 15 Jahren in der Schweiz.
Stichprobe: Pro Jahr nehmen rund 26’000 Personen an der Erhebung teil, Die Testpersonen werden nach dem „Random-Quota-Verfahren“ ausgewählt, wobei die Quotenvorgaben das Alter, das Geschlecht und das Radioempfangsgebiet sind.
b) Methodenwechsel 2009
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ab 2009 mit denjenigen der Vorjahre ist aufgrund von methodischen Anpassungen (Verbesserung der Stichprobengewichtung sowie häufigere und genauere Messungen durch präzisere Uhren) eingeschränkt.
c) Erweiterung der Messung 2013
Per 1. Januar 2013 wurde im Mediapulse Radiopanel eine Erweiterung der Messmethodik umgesetzt und erlaubt nun die Erfassung von Radionutzungen mit bis hin zu 60 Sekunden Verzögerung gegenüber dem schnellsten Verbreitungsweg bzw. -vektor. Damit wurde die Messung insbesondere um die Nutzung von Live Webstreaming (Webradio) erweitert. Bei der Interpretation der Unterschiede zu den Vorjahren gilt es diesen Umstand zu beachten.
d) Methodenwechsel 2018
Im Zusammenhang mit der Einführung eines neuen Messinstrumentes (Mediawatch 4). Neue Stichprobe: Deutschschweiz: 8'382 Personen mit 379'044 Messtagen — Französische Schweiz: 3'012 Personen mit 141'455 Messtagen — Italienische Schweiz: 1'262 Personen mit 57'599 Messtagen. Die Daten sind somit nicht mit den Vorjahren vergleichbar.
2) Entwicklung (1975–2000):
a) Erhebung: Die Medien- und Lokalradiostudie der SRG SSR dokumentiert für die Jahre 1975–2000 das Medienverhalten der Schweizer Bevölkerung im Bezug auf Radio und Fernsehen, Zeitungen und Bücher. Kern der Medienstudie ist ein Viertelstundenraster mit dem die Tagestätigkeiten und die Mediennutzung an den Werktagen erfasst werden. Anschliessend wird die durchschnittliche Nutzung berechnet.
b) Grundgesamtheit: Sämtliche in Privathaushalten lebende Personen ab 15 Jahren in der Schweiz.
Stichprobe: Von 1975 bis 2000 nahmen je rund 24'000 Personen pro Jahr an der Erhebung teil.
Links
Mediapulse AG
Die Mediapulse AG (ehemals Forschungsdienst der SRG SSR idée suisse) bietet verschiedene Einzelstudien zu spezifischen Themen der Mediennutzung der Schweiz auf ihrer Internetseite an :
ESS
Seite des Forschungsprojektes European Social Survey, ein EU-Forschungsprogramms, welches die Datenbasis für international vergleichende Longitudinal-Studien im Bereich der Sozialwissenschaften koordiniert und verwaltet:
Grundlagen und Erhebungen