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Das Museum Oskar Reinhart befindet sich in einem Gebäude des 19. Jahrhunderts, das vom Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer (1812–1866) von 1838 bis 1842 im Stile der Neorenaissance als Knabenschule der Stadt Winterthur erbaut worden ist. In seiner ersten Funktion beherbergte es neben dem Gymnasium auch die Industrieschule, die Stadtbibliothek und ein Museum. Von 1928 bis 1939 diente das Gebäude der städtischen Verwaltung.
Von 1948 bis 1951 wurde das Gebäude für die Sammlung der Stiftung Oskar Reinhart nach Plänen der Architekten Sträuli und Rüegger umgebaut und am 21. Januar 1951 als «Museum Stiftung Oskar Reinhart» in Gegenwart des Bundesrates feierlich eröffnet. Es ist damit das älteste Sammlermuseum der Schweiz. Oskar Reinhart hat darin bis an sein Lebensende die Sammlungsbestände immer wieder neu organisiert und nach subjektiven, formalen Kriterien präsentiert. In der Stiftungsurkunde äusserte er den Wunsch, dass sein Konzept der Sammlungspräsentation nach seinem Tod nicht verändert werden soll. Zwischen 1993 und 1995 wurde das Museum durch den Architekten Johann Frey renoviert und mit einem zusätzlichen Ausstellungsraum im Dachgeschoss erweitert. Dabei wurden auch die Sammlungsräume farblich umgestaltet und die Hängung neu nach kunsthistorischen Leitlinien arrangiert. Leider ist die Rekonstruktion der ursprünglichen Hängung von Oskar Reinhart nur in Teilen möglich, weil die originale Präsentation vor ihrer Demontage nicht dokumentiert wurde und weil nur wenige bildliche Dokumente aus den 1950er bis 1970er Jahren erhalten sind. Zurzeit erforscht der Genfer Kunsthistoriker Stefan Lauper unter der Leitung von Prof. Dr. Dario Gamboni an der Universität Genf die Geschichte der verschiedenen Sammlungspräsentationen im Museum Oskar Reinhart.