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Eigentlich war dieser Beitrag für das vergangene Jahr geplant, schaffte es aber dennoch nicht bis zur Publikation. Etwas verspätet hier also zur Abwechslung ein nicht ganz runder Jahrestag: Vor 51 Jahren, am 25. Februar 1964 wurde Muhammad Ali (damals noch „Cassius Clay“) erstmals Schwergewichtsweltmeister in Miami Beach, Florida. Aus Anlass dieses 51. Jahrestages zeigen wir ein jüngeres Bild Alis aus dem Bestand der Presseagentur Comet und werfen einen Blick auf seinen Besuch in Zürich im Jahr 1971.
Hans Krebs: Ankunft von Muhammad Ali in Kloten, 16.12.1971 (ETH-Bibliothek, Bildarchiv, Com_L20-0040-2608)
Das Kind in dieser Aufnahme ist sehr wahrscheinlich Alis Tochter Maryum. Insgesamt soll der Tross des Champions mehr als fünfzig Leute aus Familie, Betreuern und Freunden gezählt haben. Der Grund des Besuchs in Zürich war der Kampf gegen Jürgen Blin am 26. Dezember. Ali gewann diesen Kampf und bekam dafür eine Gage von 300’000 US-Dollar, was damals rund einer Million Schweizer Franken entsprach. Laut Peter Hartmann in der Weltwoche 03/2012 blieb der zehntägige Besuch des berühmten Boxers in Zürich eine Fussnote in seiner Karriere, doch …
Es gibt darüber einen fabelhaften Film, dessen Geschichte so mysteriös ist, wie die des Kampfes. Gedreht hat ihn der Filmer Ernst Bertschi, der sich später Max Ramp nannte, mit einer acht Kilo schweren geräuschlosen Eclair-Kamera, im Alleingang, ohne Assistenten. Er hatte Tag und Nacht Zugang zu Ali und seiner Familie und betitelte das Werk „Muhammad Ali – The Baddest Daddy in the Whole World“, was wortspielerisch das Gegenteil bedeutet: Ali als liebevoller, verschmitzter Vater (er konnte auch hervorragend zaubern und Dinge verschwinden lassen) mit der dreijährigen Maryum und den Zwillingsbabys Jamillah und Rasheda.[…] Der Streifen bleibt verschollen, bis auf einige Video Raubkopien.
Immerhin wurde der Aufenthalt Muhammad Alis auch vom Zürcher Fotograf Eric Bachmann ausgiebig dokumentiert. Die Bilder sind erst kürzlich in einem Buch in der Edition Patrick Frey erschienen. Darüber hinaus bleibt zu hoffen, dass der verschollene Film eines Tages wieder auftaucht und für die breite Öffentlichkeit zugänglich wird.