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Giovanni SegantiniArco 1858 – 1899 Schafberg ob Pontresina
«Paysage de neige en Lombardie» – um 1882-83
Unten rechts signiert GSegantini (GS in Ligatur).
Öl a/Holztafel, 9 × 24 cm
Kunstauktion 07.11.2009 | Lot-Nr. 37
Provenienz:
Auktion Galerie Fischer Luzern, Mai 1994, Kat.-Nr. 3682. Privatbesitz Luzern.
Annie-Paule Quinsac, Mailand.
1879 lernte Segantini den Kritiker und Kunsthändler Vittore Grubicy de Dragon kennen, der den jungen Künstler fortan betreute und - später zusammen mit seinem Bruder Alberto Grubicy - finanziell unterstützte. Nach dem Verlassen der Akademie Brera bezog Segantini in der Via San Marco 26 sein erstes Atelier, das er als Mailänder Domizil behielt, auch nachdem er 1881 mit Luigia Bugatti, genannt Bice, der Schwester seines Studienfreundes Carlo, aufs Land, in die Brianza, zog. Neben zahlreichen Stillleben in einer traditionell realistischen Malerei, die beim Mailänder Bürgertum begehrt waren, entstanden zu der Zeit wenige, zumeist kleinformatige Landschaften. Bei der ausgeprägt querformatigen Winterlandschaft am Abend faszinierte Segantini die Stimmung der einbrechenden Dunkelheit. Das Zwielicht der Dämmerung forderte Segantini während den späteren Jahren in Savognin wiederholt zu Darstellungen heraus, die genau jenen atmosphärischen Moment festhalten, bei dem das letzte Tageslicht die Dinge noch knapp ausmachen lässt. Der Schnee, der auf dem weiten Acker im Vordergrund und auf den Dächern des Dorfes in der Brianza liegt und das letzte Licht reflektiert, korrespondiert mit den Furchen und dem Waldsaum, die bereits in der Dunkelheit versinken, während am Horizont die untergegangene Sonne ein fahles Licht über den Himmel wirft. Mit dem Hell-Dunkel-Effekt, dem Heraufbeschwören der Scheidung von Tag und Nacht und der Darstellung des einfachen ländlichen Motives nahm Segantini noch in einer tonigen Malerei fundamentale Themen vorweg, die er viel später in symbolistischen Werken vertiefen sollte. Rückseitig Besitzer-Siegel sowie ein handschriftlicher Vermerk von Vittore Grubicy de Dragon.