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Skifahren ist in den Alpenländern erst in jüngerer Zeit heimisch geworden. Bei seiner Verbreitung im ausgehenden 19. Jahrhundert handelte es sich um weit mehr als um die einfache Übernahme einer beliebten skandinavischen Sportart, da die Techniken und Materialien für die steilen Hanglagen in den Alpen ungeeignet waren und verschiedene Anpassungen und Innovationen erforderten. Trotz den aufwändigen Anfängen waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits beachtliche Fortschritte verzeichnen – ein Erfolg, der Alpinisten, Armeeangehörigen und Sporttouristen zu verdanken war. Doch auch bei den Kindern und der Jugend in den Bergdörfern, die sich von den Darbietungen norwegischer Spitzensportler und den Leistungen einheimischer Läufer an den immer häufiger werdenden Ausdauerrennen mitreissen liessen, fand das Skifahren rasch Zuspruch. Neue Perspektiven eröffneten sich auch den Hoteliers, die ihr Angebot diversifizierten, und den Bergführern, die ihre Dienste nun auch im Winter anbieten konnten. Zudem schuf die Nachfrage nach Skikursen saisonale Arbeitsplätze, die in den Wintermonaten höchst willkommen waren.
Da die Nachfrage nach dem neuen Sportgerät nicht allein durch die teuren Importe gedeckt werden konnte, wagten sich einzelne Tischler und Stellmacher an die Produktion einheimischer Skier, wobei sie die ausländischen Modelle meist kopierten. Einige Hersteller richteten sich aber gänzlich neu aus und setzten auf mechanische Produktion und die Entwicklung eigener Modelle. Die kommerzielle Verbreitung des Skis ging schliesslich Hand in Hand mit der Eröffnung von Sportgeschäften in den Städten und in den Wintersportorten. Als nach dem ersten Weltkrieg die Bestellungen der Armee vorübergehend ausblieben und der Schweizer Franken gegenüber den anderen europäischen Währungen erstarkte, brach die einheimische Skiproduktion vorübergehend ein, um dann dank dem aufblühenden einheimischen Tourismus und der Protektion durch den Bund einen neuen Aufschwung zu erleben.
(Übersetzung: Sandra Wyss)