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Raumgifte / Wohngifte werden je nach Dampfdruck oder Flüchtigkeit voneinander unterschieden. Wird die Quelle nicht beseitigt, treten aber immer wieder neue Ausdünstungen aus.
Die leichtflüchtigen organischen Substanzen (VOC) sind zum Beispiel in Lösemitteln, Isocyanaten und Formaldehyd enthalten. Die Forschung kennt zurzeit etwa 200 der VOC, die allesamt dadurch, dass sie als organische Stoffe Kohlenstoffverbindungen enthalten, relativ schnell wieder verdunsten.
Wird die Quelle nicht beseitigt, treten aber immer wieder neue Ausdünstungen aus. Auch ihr Siedepunkt ist eher gering ausgeprägt und liegt bei 50 bis 250°C. Diese Eigenschaft lässt sie bereits bei relativ geringer Hitze als Gas entweichen. Je geringer der Siedepunkt ist, desto flüchtiger ist die Substanz.
Folgende Stoffe können auf Bewohner / Nutzer einwirken:
Bei PM2,5 (Feinstaub 2,5) handelt es sich um die feinen Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser kleiner als 2,5 µm. Aufgrund ihrer geringen Grösse können sie tiefer in die Atemwege gelangen und in die Blutzirkulation eindringen, was zu schweren Krankheiten wie Augen- und Nasenbeschwerden, Husten, Asthma, Lungenerkrankungen, Herzerkrankungen oder Krebs führt.
Bei P10 (Partikel 10): bezieht sich auf feine Partikel mit einem Durchmesser von weniger als oder gleich 10 µm in der Luft. Obwohl sie direkt vom Menschen eingeatmet werden können, kann ein Teil davon von den Zotten in der Nasenhöhle blockiert und durch Auswurf aus dem Körper abgegeben werden. Daher ist es für den menschlichen Körper weniger schädlich als PM2,5.
Formaldehyd (HCHO) ist ein farbloses, stechend riechendes Gas mit der Summenformel CH2O. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Formaldehyd als krebserregende Stoffe eingestuft. Die langfristige Exposition zu zwar niedrigen Dosen von Formaldehyd kann auch chronische Atemwegserkrankungen, Nasenrachenkrebs, Darmkrebs, Hirntumore, Kerngenmutationen usw. verursachen.
Warum sollte Formaldehyd gemessen werden?
Formaldehyd ist eine gasförmige Substanz, die in höherer Konzentration stechend riecht und die Augen und Atemwege reizt. Da Formaldehyd auch Allergien auslösen kann und seit einiger Zeit im Verdacht steht, auch beim Menschen Krebs auslösen zu können, hat der Gesetzgeber sogar eine maximale Arbeitsplatzkonzentration eingeführt.
Der Innenraumrichtwert liegt noch niedriger, da hierbei von einer Dauerbelastung auszugehen ist, die auch der größeren Empfindlichkeit von älteren Menschen, Kranken und Kindern Rechnung tragen soll.
Formaldehyd-Konzentration (ml/m³) und mögliche Nebenwirkungen
< 0,05 Systemische Allergie
0,05 - 1,00 Geruchsschwelle
0,01 - 1,60 Schwelle für Reizung der Augen
0,08 - 1,60 Augen und Nase gereizt
0,50 Schwelle für Reizung der Kehle
2,00 - 3,00 Stechen in Nase, Augen und hinterem Pharynx
4,00 - 5,00 für 30 Minuten erträglich; zunehmendes Unbehagen und Tränenfluß
10,00 - 20,00 nach wenigen Minuten starker Tränenfluß, bis 1 Std. nach Exposition anhaltend; sofort Dyspnoe (Atemnot), Husten, Brennen in Nase und Kehle
> 30,00 Lebensgefahr
Mögliche Formaldehyd Quellen
Möbel, Schüttungen in Unterlagsböden, Bodenbeläge, Wandbeläge, Deckenbeläge, Spanplatten, Sperrholz, Desinfektionsmittel, Reinigungsmittel.
Verantwortlich für erhöhte Konzentrationen im Wohnbereich sind allerdings fast immer Spanplatten in Wänden, Fußböden und Möbeln, wo Formaldehyd in verschiedenen Verbindungen im Leimharz enthalten ist.
Sanierung
Gegenstände, die im Verdacht stehen viel Formaldehyd an die Raumluft abzugeben, sollten aus der Wohnung entfernt werden, z.B. ältere Möbel aus Spanplatten. Sind ganze Wände oder Fußböden aus Spanplatten gefertigt, sollte ein Bausachverständiger bezüglich der Möglichkeiten einer Versiegelung oder das Anbringen von Dampfsperren befragt werden. Die Reizeffekte verschwinden, sobald die Formaldehyd-Exposition aufhört. Formaldehyd reichert sich im Gegensatz zu anderen schädlichen Chemikalien nicht im menschlichen Organismus an.
Sämtliche flüchtige organischen Verbindungen (TVOC) bezeichnet die Gruppe verschiedener flüchtiger organischer Verbindungen wie z.B. Benzol, Toluol, Styrol, Formaldehyd. Wegen der Flüchtigkeit, Giftigkeit, Reizung und krebserregenden Wirkung von TVOC’s kann eine langfristige Exposition gesundheitliche Beeinträchtigungen von Haut, Leber, Nieren, Zentralnervensystem usw. bewirken.
Luftschadstoffgemische (VOC/TVOC)
VOC sind Substanzen, die schon bei niedriger Temperatur leicht verdampfen – sich also in den Gaszustand „verflüchtigen“ – und so die Luft belasten. Deshalb werden sie als flüchtige organische Stoffe bezeichnet (volatile organic compounds) und als Summenwert TVOC gemessen (total volatile organic compounds), für den es Empfehlungen des Umweltbundesamtes bezüglich der Höchstwerte gibt.
Mögliche VOC/TVOX Quellen
In Innenräumen finden sich vielfältige VOC-Quellen, zum Beispiel Bodenbeläge und -beschichtungen, Farben und Lacke, Abdichtungen und Klebstoffe, Möbel und Teppiche. Durch VOC-belastete Innenraumluft können Menschen dauerhaft erkranken. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Sick-Building-Syndrom“.
Aufgrund der Komplexität der VOC können sowohl die individuellen gesundheitlichen Auswirkungen auf den menschlichen Organismus als auch deren Intensität unterschiedlich sein und bisweilen stark abweichen. Die TVOC-Konzentration und ihre Auswirkung haben deshalb rein indikativen Charakter.
Laut Bundesumweltamt sollte in Räumen, die für einen längerfristigen Aufenthalt bestimmt sind, auf Dauer ein TVOC-Wert im Bereich von 1 bis 3 mg/m³ nicht überschritten werden.
TVOC – konzentrationsabhängige Wirkung mg/m³
< 0,2 Keine Reizung oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens
0,2 - 3,0 Reizung oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens möglich, wenn Wechselwirkung mit anderen Expositionsparametern gegeben ist
3,0 - 25 Exposition führt zu einer Wirkung, Kopfschmerzen möglich, wenn Wechselwirkung mit anderen Expositionsparametern gegeben ist
> 25 Kopfschmerzen, weitere neurotoxische Wirkungen außer Kopfschmerzen möglich
Derzeit liegen Richtwerte für folgende Stoffe aus der Gruppe der VOC vor:
Verbindung RW II (mg/ m3) RW I (mg/ m3) Jahr
Toluol 0.3
Styrol 0.03
Terpene (bicyclisch) 0.2
Naphtalin 0,03
Sanierung
Die einfachste und effektivste Lösung, um VOC aus der Innenraumluft zu entfernen, ist regelmäßiges und intensives Lüften. Wie der Name schon sagt, sind die Stoffe flüchtig und vergleichsweise leicht durch Lüften zu entfernen. Das sollte man mindestens so lange machen, bis zum Beispiel Klebstoffe und Farben richtig getrocknet sind (i.d.R. einige Tage) oder bis man keinen auffälligen Geruch mehr wahrnimmt (das kann einige Wochen dauern).
Grundinformationen über Schimmelpilz
Schimmelpilze sind sehr anpassungsfähige und wandelbare Mikroorganismen, die aus Sporen, Myzel und Fruchtkörper bestehen. Insbesondere die Sporen sind extrem überlebensfähig, können sich über die Luft verbreiten und bei geeigneten Bedingungen jederzeit wieder Schimmelpilzbefall hervorrufen.
Vorkommen
Schimmelpilze können auf nahezu allen Oberflächen wachsen. Da die wichtigste Voraussetzung dafür ausreichend Feuchtigkeit ist, kommen als Ursachen u.a. in Betracht: Leitungswasserschäden, Schlagregenbeanspruchung, Kondensation, um nur einige zu nennen.
Auch verdeckte Schimmelpilzschäden (z.B. hinter Verkleidungen oder im Fussbodenaufbau) sind bei Wassereinträgen oder nach einer nicht ausreichenden Sanierung möglich.
Risiken
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation liegt eine hinreichende Zahl von Studien vor, die belegen, dass die Nutzer feuchter und von Schimmelpilzen befallener Gebäude einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind (u.a. Atemwegserkrankungen, Hautreizungen, Asthma, chronische Bronchitis, allergische Rhinitis).
Bislang liegen jedoch keine Expositions-Wirkungsbeziehungen zwischen der Konzentration an Schimmelpilzen und den gesundheitlichen Auswirkungen vor, auf deren Grundlage Toleranz-Richtwerte aufgestellt werden könnten. In Innenräumen sind Schimmelpilze deshalb als gesundheitliches Risiko einzustufen.
Radon ist ein natürliches, im Boden vorkommendes Edelgas, das Ausgangselement ist Uran. Radon wandert durch Fels und Lockergestein an die Erdoberfläche und wird auch über das Wasser transportiert.
Radon wird hauptsächlich über den "Kamineffekt" transportiert, warme Luft die im Haus aufsteigt bewirkt im Keller und den untersten Stockwerken einen kaum spürbaren Unterdruck; dadurch entsteht eine Sogwirkung.
Radon kann durch die ionisierende Strahlung Lungenkrebs verursachen. Gemäss Schätzungen BAG fordert Radon jährlich 200-300 Todesopfer.
Was sind PCP und Lindan?
PCP (Pentachlorphenol) ist ebenso wie Lindan (Hexachlorcyclohexan HCH) eine Chemikalie, die vorwiegend in Holzschutzmitteln enthalten war. Mit der PCP-Verbotsverordnung wurde 1989 das PCP-Verbot verfügt. Der Einsatz von Lindan wurde in den 80er Jahren stark eingeschränkt; in der BRD befindet sich kein zugelassenes Lindan-haltiges Holzschutzmittel mehr auf dem Markt.
PCP und Lindan verfügen über eine hohe Persistenz und werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut.
PCP ist zusätzlich häufig produktionsbedingt mit Dioxinen und Furanen verunreinigt.
Vorkommen
Haupteinsatzgebiet waren vor allem diverse Holzschutzmittel, die in früheren Jahren in fast allen Bauteilen, wie z. B. Dachstühlen, Fachwerken und Inneneinrichtungen von Wohn- und Aufenthaltsräumen zum Einsatz kamen. Besonders in Brandfällen ist durch die entstehenden Dioxine das Gefahrenpotenzial sehr hoch.
Risiken
PCP ist ein starkes Zellgift, das über die Atmung, die Haut und die Nahrung in den Körper gelangen kann und sich im Fettgewebe anlagert. PCP ist krebserzeugend, neuro-, immun- und lebertoxisch, fruchtschädigend und erbgutverändernd. Kopfschmerzen, Allergien, Ekzeme sowie Herz- und Kreislaufbeschwerden u.ä. sind Symptome einer solchen Vergiftung.
Lindan steht im Verdacht, krebserzeugend zu sein, ist ebenfalls neuro- und immuntoxisch und ruft Kopf- und Muskelbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen sowie Bluthochdruck und Atemstörungen hervor.
Sanierung
Ausbau oder Beschichtung von Primärquellen, Beseitigung von Sekundärquellen. Die PCP-Richtlinie ist zu beachten; die Sachkunde gemäss DGUV Regel 101-004 (bisher BGR 128) ist erforderlich.
Raumgifte / Wohnraumgifte werden leider oft erst viel zu spät geprüft.
Allergien, chronische Infekte oder nicht erklärbare Krankheitsbilder können von Raumgiften herführen. Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt massiv an. Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind besonders betroffen.
Die Quellen von Raumgiften sind vielfältig. Die Gifte können in Baumaterialien, Holzschutzmitteln, Lösemitteln in Farben, Bindemitteln und Klebstoffen verarbeitet sein.
Die Raumgifte werden durch die Atmung und durch die Haut und Schleimhaut aufgenommen und gelangen so in den Organismus. Mit Kurzzeitmessungen und Schnelltests verschaffen wir uns einen ersten Überblick. Je nach Ergebnissen folgen Luftmessungen oder Langzeitmessungen.
Wir unterstützen Sie bei dem Ausbau der Raumgift-Quellen und versiegeln allfällige kontaminierte Untergründe.
Als unkompliziertes und modernes Unternehmen setzen wir auf hohes Fachwissen und Zuverlässigkeit, sowie jene Kundennähe und Beratung, die Sie als anspruchsvoller Kunde von uns erwarten. Ein transparenter Austausch ist die Basis, um ein klares Bild der Ansprüche und Ziele unserer Kunden zu erhalten.