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Vor 100 Jahren: grösstes RhB-Unglück
Lawinenniedergang bei Davos
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Der Dampfzug aus Chur kommend, passierte ohne Probleme den Kulminationspunkt am Wolfgangpass, als er kurz danach von der gefürchteten Drusatscha-Lawine erfasst wurde. Kurz vor dem Ziel erwischte innert Sekundenbruchteilen die gewaltige bis zu 10 Meter hohe Lawine den vorbeifahrenden Personenzug. Der Lokführer und sein Heizer hörten das dumpfe Grollen der herabstürzenden Schneemassen und beschleunigten den Zug, um dem drohenden Unheil zu entrinnen. Leider erfolglos. Der Schneedruck der Lawinenspitze zerriss beim hinteren Zugsteil die Bremsleitung und die Kupplung, worauf der ganze Zug – Dampflok und vier Wagen – durch die automatische Schnellbremsung zum Stillstand kam. Die Lawine war dem fahrenden Zug in die Flanke gefallen und hatte ihn in zwei Teile getrennt. Die hinteren zwei Wagen wurden im Schnee umgelegt und zugedeckt. Die Bahnlinie wurde auf einer Länge von 200 m zerstört. Die Davoser Feuerwehr und internierte deutsche Soldaten der nahen Höhenklinik vermochten den Zug zwar innert fünf Stunden freizuschaufeln, doch für zehn Personen, neun Reisende und den Zugführer, kam jede Hilfe zu spät. Am nächsten Tag schaufelten weitere Hilfskräfte, darunter auch Angehörige der Armee aus dem Engadin, den verschütteten Zug frei. Die Räumungsarbeiten kamen relativ rasch voran, sodass die Aufnahme des durchgehenden Betriebes am 1. Mai 1917 wieder möglich war.
Rückblickend in der über 125-jährigen Geschichte der RhB war dieses schreckliche Ereignis vom 29. April 1917 der schwerste Unfall mit so vielen Opfern.