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Ein Aufruf im Jahr 1908, für die Angestellten der Zentralverwaltung der SBB in Bern ein Orchester zu gründen, löste wenig Echo aus: Gerade einmal 20 Männer hatten Interesse an der Musikformation, und fast die Hälfte von ihnen zog sich wieder zurück, bevor überhaupt Näheres besprochen oder ein einziges Mal geprobt worden war. Vorbilder der Orchester Initiative waren die Eisenbahner-Männerchöre und die Bähnler-Musikformationen in anderen Schweizer Städten. In Bern gab es bereits seit 1878 den Männerchor der Eisenbahner als Untersektion des Vereins Schweizer Eisenbahn- und Dampfschiff-Angestellter (VSEA), Kreis Bern. Weshalb also nicht auch in Bern eine Musiksektion des VSEA gründen?
Am 11. September 1908 ersuchten elf Männer den Vorstand des VSEA, bei der Gründung eines Eisenbahner-Orchesters in Bern zu helfen und dieses auch finanziell zu unterstützen. Eingereicht hatten das Gesuch Jost Bachmann, Pierre Belotti, Max Bünzli, Emile Collet, Fritz Gehring, Jérôme Höchli, Paul Jenzer, Ernst Mathy, Otto Pfister, Armand Traub und Léopold Veuve. Erst im Dezember diskutierte die Hauptversammlung des VSEA die Eingabe: Sie hiess die Gründung der Musiksektion gut und bewilligte den Musikanten eine Subvention von 130 Franken.
Nur drei Wochen später wurde das Orchester der Eisenbahner Bern gegründet und Pierre Belotti zum ersten Präsidenten bestimmt. Am Abend des 8. Januar 1909, im Café National an der Schauplatzgasse 3, begann die Geschichte des heutigen Berner Musikkollegiums. Die Geburtsstätte gibt es nicht mehr - wo einst das Gebäude des Café National stand, befindet sich heute die Liegenschaft der Berner Kantonalbank.
Text aus der Jubiläumsschrift "100 Jahre Berner Musikkollegium" (Redaktionsteam Eva Surbeck, Sylvia Hegg, Claudia Schön)