Document ID: /curiavista/filtered/00000.jsonl.gz/77191

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, zusammen mit privaten Organisationen, Kantons- und Gemeindebehörden die Schaffung eines Netzes von Familienkrippen zu fördern. Ein solches Netzwerk erlaubt die Zusammenarbeit zwischen dem aktuellen System der Tagesmütter und den von den Gemeinden und Kantonen subventionierten Krippen und Horten. Die Familienkrippen sollen durch das Impulsprogramm des Bundes für familienergänzende Kinderbetreuungsplätze mitfinanziert werden.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Die bestehenden Angebote im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung sind sehr vielfältig. Neben den institutionellen Angeboten (Krippen, Tagesschulen, Horte usw.) ist die Betreuung in Tagesfamilien weit verbreitet. Die Tagesfamilien sind üblicherweise in Vereinen organisiert, welche folgende Funktionen haben: Einerseits übernehmen und koordinieren sie für ihre Mitglieder wichtige Dienstleistungen wie Vermittlung von zu betreuenden Kindern, Inkasso und Entlöhnung, Versicherung usw., und sie organisieren die Aus- und Weiterbildung der Tageseltern. Andererseits fungieren die Vereine als Dienstleister für nachfragende Eltern. Sie vermitteln eine geeignete Tagesfamilie, bieten Beratung und Vermittlung in Konfliktsituationen an und bürgen für sichere und qualitativ gute Betreuungsverhältnisse. Die Tageselternvereine werden zum Teil durch die öffentliche Hand finanziell unterstützt.</p><p>In der jüngeren Vergangenheit haben sich im Bereich der Tagesfamilien die Vernetzung und die Professionalisierung beschleunigt. Es wurden neue Vereine gegründet, Vereine haben fusioniert, und es wurden professionelle Geschäftsstellen eröffnet. Im Mai 2006 wurde der Verband "Tagesfamilien Schweiz" gegründet, der sich auf nationaler Ebene für die Förderung und Professionalisierung von Betreuungsstrukturen im Bereich Tagespflege einsetzt.</p><p>Mit dem auf acht Jahre befristeten Impulsprogramm des Bundes zur Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung wird auch der Bereich der Tagesfamilien gefördert. Im Gegensatz zu den Kindertagesstätten und schulergänzenden Einrichtungen, welche Starthilfen für neugeschaffene Betreuungsplätze erhalten, werden Finanzhilfen im Bereich der Tagesfamilien ausschliesslich für Projekte, welche die Koordination und Vernetzung fördern, sowie an Vereine, welche ihren Mitgliedern Aus- und Weiterbildungskurse anbieten, vergeben.</p><p>Die Motionärin bringt mit den sogenannten Familienkrippen eine neue Organisationsform im Betreuungsbereich ins Spiel. Es handelt sich dabei um eine Institution, die klassische Krippenplätze anbietet und gleichzeitig Tageseltern beschäftigt. Inwieweit diese neuen Institutionen den Zielsetzungen des Impulsprogramms entsprechen, muss von Fall zu Fall beurteilt werden. Sollten die Familienkrippen z. B. die Aus- und Weiterbildung der bei ihnen angestellten Tagesfamilien fördern, kann der Bund Finanzhilfen ausrichten. Insofern ist dieses Anliegen der Motionärin bereits erfüllt.</p><p>Grundsätzlich muss aber festgehalten werden, dass für die Bereitstellung, Förderung und Koordination des familienergänzenden Betreuungsangebotes die Kantone und Gemeinden zuständig sind. Der Bund hat hier nur eine subsidiäre Funktion, die er mit dem Impulsprogramm auch wahrnimmt. Die Forderung der Motionärin, wonach der Bund die Federführung für den Aufbau eines neuen Netzwerkes übernehmen soll, widerspricht der genannten Rollenteilung zwischen Bund und Kantonen. Deshalb erachtet es der Bundesrat als nicht angezeigt, hier zusätzliche Steuerungsinstrumente des Bundes aufzubauen.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.