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Adrian Meier Redaktor für Gesundheit
Ein Morbus Menière ist eine Innenohr-Krankheit mit anfallartiger Attackenschwindel. Plötzliche Schwindelattacken, temporäre Schwerhörigkeit & Tinnitus charakterisieren die drei wesentlichen Symptome. Weitere Anzeichen sind Übelkeit, Erbrechen, Schweissausbrüche oder Druckgefühl im betroffenen Ohr.
Bei Symptomen zu einem Morbus Menière gilt es das Ohr schnellstmöglich von einem Hausarzt oder Ohrenarzt untersuchen zu lassen. Hinzu gehören auch Zuckungen des Auges der betroffenen Seite.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursprung und Auftreten Morbus Menière
- 2 Morbus Menière Symptome mit Drehschwindel
- 2 Hörverlust bei Morbus Menière
- 2 Tinnitus bei Morbus Menière
- 3 Ursache für Morbus menière
- 4 Behandlung Morbus menière
- 5 Therapie Morbus menière
- 6 Hörverlust und Tinnitus mit Hörgerät kompensieren
- 7 Häufige Fragen zum Morbus menière
Ursprung und Auftreten Morbus Menière
Der Name «Morbus Menière» geht ursprünglich auf den französischen Arzt Prosper Menière (Paris, 1799 – 1862) zurück. Er beschrieb Symptome erstmals im Jahr 1861 und ordnete diese dem Innenohr zu (Zuordnung mit Gehör und Gleichgewichtsorgan). Die Wortkombination der Krankheit Morbus Menière geht auf das lateinische Wort «Morbus» für «Krankheit» und der Zusatz «Menière» für den Entdecker zurück
Morbus Menière Symptome mit Drehschwindel
Die Symptome eines Morbus Menière oder auch Drehschwindel-Anfall genannt kommen selten alleine: Schwindel, Hörverlust und Tinnitus treffen zusammen und suchen Patienten mit Übelkeit und Erbrechen heim. Der Tinnitus findet einseitig statt. Die Schwerhörigkeit ist einseitig. Auffallend häufig findet eine sogenannte Diplakusis statt. Bedeutet das die Töne im kranken Ohr als höher empfunden werden. Der Hörverlust ist schwankend und verschlechtert sich während den Attacken. Die Zyklen der Anfälle sind nicht vorhersehbar, was Patienten häufig verunsichert und die Gleichgewichtsstörungen führen bei Betroffenen z.T. zu Panikzuständen.
Morbus Menière geht einher mit Schwindelattacken und Übelkeit.
Hörverlust bei Morbus Menière
Mit dem Morbus Menière geht häufig ein temporärer oder gar bleibender Hörverlust einher.
Akuter Hörverlust bei Attacke:
Der typische Hörverlust bei einem Anfall ist ein Schallempfindungshörverlust im Tieftonbereich, also den tiefen dunklen Bass-Frequenzen. Ein Charakter des Hörverlusts ist eine häufige Fluktuation, also ein Schwanken mit einer Verschlechterung während der Attacken.
Bleibender Hörverlust nach Attacke:
Nach einer längeren Krankheitsgeschichte ist ein pantonaler Hörverlust zu beobachten, bei welchem alle Frequenzen gleichermassen betroffen sind.
Tinnitus bei Morbus Menière
Ohrgeräusche werden während der Attacken häufig lauter und intensiver. Ein bleibender Tinnitus zum Morbus Menière ist bislang nicht evident, kann aber mit einer bleibenden Schwerhörigkeit einhergehen.
Morbus menière Ursache
Die Ursachen für einen Morbus Menière können sowohl ein «endolymphatischer Hydrops» als auch eine Ruptur (Reissen) des hydropisch erweiterten Endolymphschlauches im Bereich des Reissner-Membran sein. Kurz um zusammengefasst wird durch einen Defekt oder einer Fehlfunktion im Innenohr, respektive dem Gleichgewichtsorgan, eine chemische Reaktion ausgelöst, welche zu Druckunterschieden führen kann. Weiter kann eine «vergiftung» dieser Durchmischung von Kalium bei den Haarzellen und Dendriten zu eben diesen Schwindelattacken führen.
Behandlung Morbus menière
Bei Einsetzen der drei Hauptsymptomen Schwindel, Schwerhörigkeit und Tinnitus gilt es nicht zu lange zuwarten und schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen. Ein HNO/ORL Ohrenarzt zum Beispiel ist spezialisiert auf diese Innenohrkrankheit und kann Betroffene bestmöglich behandeln.
Therapie Morbus menière
Es werden folgende Therapien beim Morbus Menière unterschieden:
Bei einem Anfall
Im Anfallsfall und der akuten Krankheitsphase erhält der Patient gegen den Schwindel und zur Bekämpfung vegetativer Übelkeit sowie des Erbrechens Medikamente.
Zum Einsatz kommen:
- Antiemetika
- Antivertiginosa
- Entwässernde Medikamente
Danach gilt strikte Bettruhe und Abschirmung vor Helligkeit und Lärm.
Anfalls-Prophylaxe
Im Anschluss an einen Anfall wird ebenfalls mittels Medikamenten behandelt.
Zum Einsatz kommen z.B.:
- Betahistin
Zur Vorbeugung können dann verschiedene Ansätze verfolgt werden. Empfohlen wird die Vermeidung von Stress.
Morbus meniere Hörverlust und Tinnitus mit Hörgerät kompensieren
In der Regel findet beim Morbus Meniere ein fortschreitender Hörverlust statt, sowie ein möglicher Tinnitus, welche mit einem Hörgerät oder Hörsystem eingestellt werden können. Dann gilt es den Hörgeräteakustiker aufzusuchen. Dieser ist mit diesem Thema vertraut und berät Patienten zum Thema Hörgeräte mit allfälliger Tinnitus-Retraining Therapie.
Heutige moderne Hörsysteme können nicht nur die Schwerhörigkeit ausgleichen, sondern beinhalten noch einen sogenannten Tinnitus-Noiser. Bei Hörgeräten heisst dieser Noiser «Tinnitus Balance Noiser». Zusammen mit einer Smartphone App (iOs und Android) kann eine Art individuelle Klangtherapie erstellt werden. Lassen Sie sich in einem audisana Hörcenter bei einem professionellen Hörtest und einer kostenlosen Tinnitus- Beratung informieren. Das geschulte Personal um die Hörakustiker mit eidg. FA beraten Sie kompetent und fachmännisch und helfen Ihnen den Tinnitus zu behandeln.
Häufige Fragen zum Morbus Menière
Was tun im Falle eines Morbus Menière?
Bei Symptomen eines Morbus Meniere’s sollte nicht zu lange zugewartet werden und schnellstmöglich ein Hausarzt oder Ohrenarzt aufgesucht werden. Wichtig bei Schwindel, lassen Sie sich mit dem Auto chauffieren und fahren Sie auf keinen Fall selbst zum Arzt.
Was löst Morbus Menière aus?
Morbus Menière wird wahrscheinlich durch einen endolymphatischen Hydrops (Hydrops cochleae) ausgelöst. Eine Überproduktion an «Endolympher» Flüssigkeit im Schneckengang des Innenohrs (ductus cochlearis), führt zu einem erhöhten Druck und einer Bewegungseinschränkung der «Trennwand» (Reissner Membran) zur Kammer der Vorhoftreppe (Scala vestibuli). Diese Ausdehnung ist ein Befund, welcher die Schwerhörigkeit und den Tinnitus erklären könnte.
Studien zeigen auch, dass eine Überproduktion der Endolymphe unter einer Kontrolle des antidueretischen Hormons (ADH) sehen könnte. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangdrüse gebildet. Es sorgt dafür, dass bei Durstzeiten das Wasser im Körper gehalten wird.
Wie gefährlich ist Morbus Menière?
Morbus Menière ist insofern gefährlich, dass gerade ältere Menschen durch Schwindelattacken stürzen und sich verletzen können. Innenohr-Erkrankungen können zu anhaltender Schwerhörigkeit bis hin zur möglichen Gehörlosigkeit führen. Zudem besteht die Gefahr, eines bleibenden Tinnitus.
Kann ein Morbus Menière wieder verschwinden?
Ja, ein Morbus Menière kann wieder verschwinden. In vielen Fällen verläuft die Krankheit jedoch chronisch weiter und tritt künftig in nicht vorhersagbaren Attacken auf. Die Häufigkeit ist nicht vorhersehbar und kann von Tagen, über Wochen zu Jahren gehen. Häufiger betroffen sind vor allem Menschen über 50 Jahre.
Was hilft bei Morbus Menière?
Bei Morbus Menière Attacken hilft der sofortige Gang zum Arzt. Dieser verschreibt Medikamente für die akute Behandlung, welche vor allem den Schwindel und somit auch Übelkeit und Erbrechen lindern. So können dies sein: Antivertiginosa, Antiemetika und Entwässernde Medikamente. Des Weiteren helfen Abschirmung durch Bettruhe.