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In einer Urkunde, welche im Staatsarchiv St.Gallen aufbewahrt ist, wird Altnau um 787 erstmals erwähnt. Laut dieser Urkunde tauschte Abt Werdo vom Kloster St.Gallen Besitzungen in Althinouva (Altnau) gegen Besitzungen in Sidruna (Sitterdorf) mit einem freien Alemannen namens Liuthar.
Altnau blieb sehr lange im Spannungsfeld der Klöster St.Gallen, Konstanz und Salem. Unser Wappen zeigt die starke Bindung zu Konstanz.
Durch Erbschaft war die Gaugrafschaft Thurgau von den Kyburgern zu den Habsburgern gelangt, weshalb die Thurgauer und mit ihnen auch die Altnauer auf deren Seite in den Appenzellerkriegen kämpften. 1461 eroberten die Eidgenossen auf Geheiss des Papstes den Thurgau, Altnau wurde jedoch dem Vogtrecht der Stadt Konstanz unterstellt. Die schlimmste Zeit erlebte unser Dorf während des Dreissigjährigen Krieges durch Hunger, Kriegsopfer und Pest.
In der Zeit des Umbruchs widersetzte sich Altnau dem Einfluss Frankreichs, bis Frauenfelder Wahlmänner die schriftliche Anzeige des französischen Generals Brun überbrachten, dass der Thurgau einen Kanton der Helvetischen Republik bilde. 1803 trat durch Diktat Napoleons die Mediationsverfassung in Kraft, welche dem Thurgau die ersehnte Freiheit brachte. 1803 bis 1805 wurde die erste Verfassung des Kantons Thurgau ausgearbeitet. Die Munizipalgemeinden Altnau, Güttingen und Langrickenbach bildeten den Kreis Altnau.
Ein Wirtschaftsaufschwung trat im Thurgau mit dem Bau der Eisenbahn ein. Die durch die Nordostbahn im Jahre 1870 erstellte Seelinie brachte auch für unser Dorf bescheidene Arbeitsmöglichkeiten. Die verunglückte Bahnpolitik von Altnau führte jedoch dazu, dass die Bahnlinie weitab vom Dorf gebaut wurde.
Die Landwirtschaft unseres Dorfes hatte anfangs dieses Jahrhunderts relativ gute Zeiten. Bereits im Jahre 1880 bestand in Altnau eine Sennereigesellschaft. Heute ist zudem der Intensiv-Obstbau eine wichtige Einnahmequelle.
Ende des letzten und anfangs dieses Jahrhunderts wurde die Wirtschaft unseres Dorfes auch von der Stickerei geprägt. Mit dem Rückgang dieser Betriebe haben viele traditionsreiche Gewerbebetriebe an Bedeutung gewonnen. Der Gewerbeverein Altnau wurde 1918 gegründet.
Einen wesentlichen Beitrag an das Gedeihen von Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe leistet die auf Initiative von Walter Diethelm 1924 gegründete Raiffeisenbank.
Eine Vielzahl von Vereinen bereichert das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Gemeinde Altnau.
Aus der katholischen und der evangelischen Kirchengeschichte ist folgendes zu entnehmen:
|1294||Erste Erwähnung einer Pfarrei in Altnau|
|1737||Renovation der katholischen Kirche|
|1812||Einweihung der reformierten Kirche (DIe Orgel der Kirche ist älter und stammt aus der Rokoko-Wallfahrtskirche Birnau.)|
|1894||Renovation der reformierten Kirche|
|1960||Erweiterung und Totalrenovation der katholischen Kirche|
|1592||erste Erwähnung einer Schule in Altnau|
|1760||Teilung der Volksschule in einer Ober- und eine Unterstufe|
|1770||wurde in zwei Schulen mit je 70 bis 80 Schülern unterrichtet|
|1842||Bau des Primarschulhauses an der Güttingerstrasse|
|1855||Einrichtung einer Sekundarschule im Oberdorf|
|1877||

Einweihung des Sekundarschulhauses an der Scherzingerstrasse
(heutiges Gemeindehaus)
|1939||Eröffnung eines Kindergartens|
|1962/74||Bau und Erweiterung des Oberstufenschulhauses|
|1976/93||Erweiterungen und Renovationen des Primarschulhauses|