Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03104.jsonl.gz/891

1963 wurde Marcel Wanders in Boxtel/ Niederlande geboren.
Nachdem er von der Design Academy in Eindhoven wegen Unbelehrbarkeit verwiesen wurde, studierte er in Maastricht und Hasselt (Belgien) und schloss 1988 an der Kunstakademie in Arnheim seine Studienzeit cum laude ab.
Danach arbeitete Wanders zunächst als freier Designer, ab 1992 als Partner von Waac's Design & Consults in Rotterdam und gründete 1995 schließlich sein eigenes Designbüro "Wanders Wonders".
2001 trat Wanders den kommerziellen Teil seines Büros ab, woraus das von Casper Vissers und Hans Lensvelt geleitete Unternehmen Moooi hervorging. Fortan konzentrierte sich Wanders verstärkt auf die eigenen Entwürfe, die er in seinem Studio, in einer ehemaligen Autowerkstatt im Amsterdamer Arbeiterviertel Westerpark, kreiiert.
Internationale Bekanntheit errang Wanders vor allem durch seinen Knotted Chair, den er bereits 1996 für den italienischen Hersteller Cappellini entwarf. Im Design dieses Sessels "verknüpft" Wanders buchstäblich die traditionellen Formen eines Sessels mit neuartigen Materialien. Der aus, mit Epoxydharz beschichteten, Kohlefasern geknüpfte und geknotete Sessel wurde mit dem Rotterdam Design Price ausgezeichnet und ist sowohl im Museum of Modern Art (MoMa) in New York, als auch in der Pinakothek der Moderne in München anzutreffen.
Wanders Entwürfen ist ohne Zweifel ein gewisser Humor zu entnehmen, jedoch legt er selbst einen großen Wert auf die Trennung von Witz und Humor. Während er einem witzigen Design, einen relativ kurzanhaltenden Effekt beimisst, assoziiert er mit Humor eine willkommene Überraschung und Freude am Design. Deutlich wird dies bei seiner, für Flos entworfenen B.L.O. Tischleuchte, die mittels Pusten an- und ausgeschaltet werden kann.
"Man kann die Lampe auch ohne zu pusten als zeitlos schönen Gegenstand schätzen. Sie ist etwas, was man nicht erwartet, aber wenn es da ist, freut man sich darüber. Eine willkommene Überraschung. Das scheint Humor zu sein, ist aber eher Freude." - erklärt der Designer.
Internetseite von Marcel Wanders