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Ein südkoreanisches Gericht hat am Donnerstag wegen Korruptionsvorwürfen einen Haftbefehl gegen Ex-Präsident Lee Myung Bak ausgestellt. Die Staatsanwaltschaft befürchte, dass Lee Beweismittel vernichten könnte, wenn er weiter auf freiem Fuss bleibt.
Das berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap. Dem 76-jährigen Lee droht demnach eine Gefängnisstrafe von bis zu 45 Jahren, sollten sich alle Anschuldigungen gegen ihn als wahr erweisen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Fällen von Korruption, in denen auch Verwandte und frühere Berater des konservativen Politikers verwickelt sein sollen. Lee hat die meisten Anschuldigungen zurückgewiesen und bezeichnet die Untersuchungen als «politische Rache» seiner Rivalen.
Der 76-Jährige wird beschuldigt, während seiner Amtszeit als Präsident von 2008 bis 2013 Gelder vom Geheimdienst und von Unternehmen angenommen zu haben. Unter anderem geht es um den Vorwurf, die südkoreanische Samsung-Gruppe habe sich 2009 eine Begnadigung für Konzernchef Lee Kun Hee erkauft, der wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war.
Ex-Präsidenten im Visier der Justiz
Südkoreanische Präsidenten haben nach dem Ende ihrer Amtszeit häufig mit der Justiz zu tun. Alle noch lebenden südkoreanischen Ex-Präsidenten sind entweder verurteilt, angeklagt oder anderweitig in strafrechtliche Ermittlungen verwickelt.
Lees Nachfolgerin Park Geun Hye war im vergangenen Jahr wegen eines Korruptionsskandals des Amtes enthoben worden. In dem Prozess soll im April das Urteil gefällt werden, die Anklage fordert 30 Jahre Haft.
Lees Vorgänger Roh Moo Hyun hatte sich nach einer Befragung zu Korruptionsvorwürfen 2009 das Leben genommen. Zwei weitere ehemalige konservative Präsidenten, Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo, waren wegen Korruption und Subversion ins Gefängnis gekommen. (sda/afp/dpa)