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Hintergrund
Die Reise Lenins im „plombierten Zug“ von Zürich nach Petrograd (St. Petersburg) im April 1917 gilt als die „berühmteste Zugreise der Weltgeschichte“. Von Stefan Zweig als eine der „Sternstunden der Menschheit“ beschrieben, ranken sich um die Fahrt von Lenin und seinen Begleiterinnen und Begleitern bis heute zahlreiche Mythen. So ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt, wie gross die Gruppe jener Revolutionäre war, die sich 1917 vom Exil in der Schweiz ins russische Petrograd aufmachte und wer sich genau unter den Reisenden befand. Sicher ist, dass ca. 30 Revolutionärinnen und Revolutionäre am 9. April 1917 am Hauptbahnhof Zürich den Zug Richtung Schaffhausen bestiegen, um bei Thayngen / Gottmadingen die schweizerisch-deutsche Grenze zu überqueren. Unter den Reisenden waren neben Lenin und dessen Frau Nadeschda Krupskaja führende Revolutionärinnen und Revolutionäre wie Karl Radek, Grigori Sinowjew und Inessa Armand. Ausser den Bolschewiki waren auch andere sozialistische Gruppierungen, z.B. der jüdische BUND prominent vertreten.
Unter Vermittlung der Schweizer Sozialisten Robert Grimm und Fritz Platten, der die Reisenden begleiten sollte, hatten die Behörden des Deutschen Reiches dem Transport der Revolutionäre über das eigene Territorium zugestimmt. In Berlin begrüsste man Lenins Ziel, die provisorische Regierung in Petrograd zu stürzen und auf einen Separatfrieden mit Deutschland im verlustreichen Ersten Weltkrieg hinzuwirken. Auf ihrer Reise durch Deutschland wurden die reisenden Revolutionäre von zwei deutschen Offizieren begleitet. Die Presse informierte man über den Transport nicht, Kontakte zwischen den Reisenden und der Öffentlichkeit sollte es keine geben. Dass der Zug „plombiert“ war, ist allerdings ein Mythos. Gesichert ist jedoch, dass die Deutschen die Abteile der Revolutionäre zum „exterritorialen Gebiet“ deklarierten und dort weder Personen- noch Gepäckkontrollen durchführten. Ein mit Kreide gezogener Strich auf dem Waggonboden markierte die entsprechenden Bereiche.