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Zur Handtasche gibt auch ein Verb, also ein Tätigkeitswort. «to handbag someone», es bedeutet, jemanden unsensibel zu überfahren und zurechtzustutzen. Meist wird der Begriff für kaltschnäuzige Politikerinnen gebraucht, die ihre politischen Gegner rüde auf ihren Platz verweisen.
Der Ausdruck findet sich mittlerweile im Oxford Dictionary, er wurde erfunden von Männern, denen die damalige englische Premierministerin Margaret Thatcher etwas deutlicher widersprochen hatte, als sie dies erwartet hätten.
Margaret Thatcher selbst formulierte ihr Verhältnis zu ihrem ledernen Companion einmal folgendermassen: «Of course I am obstinate in defendig our liberties and our law. that is why I carry a big handbag.» Aus ihrer Beschreibung blitzt der berühmte britische Humor auf, aber nicht nur das. Sie verweist damit auf eine Waffe der Frauen, von der sie durchaus auch Gebrauch machte.
Handtaschen sind weit mehr als nur Behältnisse für Lippenstift und Geld. Aus meiner Zeit als Sicherheitskontrolleurin im Flughafen Kloten weiss ich, dass Frauen alles, was ihnen wichtig ist in der Handtasche herumtragen. In einer Handtasche findet sich nicht nur das, was eine Frau für ihr Überleben im Alltag braucht, sondern auch alles, was ihre Kinder oder Männer für ihre Regeneration benötigen, also beispielsweise Taschentücher, Kopfschmerztabletten, Schnellverbände, etc. Eine Handtasche ist also ein wichtiges Utensil der Care Arbeit.
Obwohl schon die alten Römer eine Art Handtäschchen am Gürtel ihrer Toga trugen, sind Männerhandtaschen seit dem Spätmittelalter fast ausgestorben.