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Nigeria ist eines der wichtigsten Länder für die Schweizer Interessenwahrung in Subsahara-Afrika. Die Beziehungen sind gut und eng. Sie umfassen nicht nur wirtschaftliche Anliegen, sondern auch hochrangige politische Treffen, institutionalisierte Gespräche zu Menschenrechtsfragen und eine Migrationspartnerschaft.
Bilaterale Beziehungen Schweiz–Nigeria
Schwerpunkte der diplomatischen Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Nigeria konzentrieren sich auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Migrationsfragen und Menschenrechte. Diese Themen werden anlässlich regelmässiger bilateraler Treffen vertieft.
Einmal jährlich kommen im Rahmen von politischen Konsultationen auf hoher Ebene verschiedene politische Anliegen zur Sprache; bei dieser Gelegenheit koordinieren die beiden Länder auch auch die bi- und multilaterale Zusammenarbeit. Ebenfalls jährlich finden Gespräche zum Thema Menschenrechte statt.
2011 haben die beiden Staaten eine Migrationspartnerschaft beschlossen; sie ist ein Kernstück der Beziehungen der beiden Staaten. Sie haben sich verpflichtet, gemeinsam die positiven Aspekte der Migration zu fördern und die negativen zu bekämpfen.
Einerseits hat Nigeria ein Rückübernahmeabkommen akzeptiert: Illegal in die Schweiz eingereiste Landsleute nimmt Nigeria wieder auf. Die technische Zusammenarbeit zwischen den verschiedensten Behörden soll diesen Prozess vereinfachen.
Andererseits unterstützt die Schweiz nigerianische Rückkehrer mit Rückkehrhilfe und Bildungsprojekten. Mit Informationskampagnen versucht die Schweiz, Personen in Nigeria aufzuklären und fordert sie auf, im Land zu bleiben und nicht illegal in die Schweiz zu reisen.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Nigeria ist nach Südafrika der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz im südlichen Afrika. Exportiert Nigeria vor allem Rohöl, so führt die Schweiz überwiegend Maschinen, Pharmazeutika und andere Erzeugnisse der chemischen Industrie sowie Textilien nach Nigeria aus. Die Handelsbilanz der Schweiz ist wegen der Ölimporte stark negativ. 60–70 Schweizer Firmen sind in Nigeria ansässig, hauptsächlich im Süden des Landes. Sie haben Direktinvestitionen von etwa 300 Mio. USD getätigt und beschäftigen rund 4000 Personen.
Seit 1980 ist ein Luftverkehrsabkommen in Kraft; 2000 schlossen die Schweiz und Nigeria ein Abkommen zum gegenseitigen Schutz und zur Förderung von Investitionen ab. Zudem wurden seit den 1980er Jahren mehrere Umschuldungsabkommen zu Gunsten Nigerias umgesetzt.
Als erstes Land erstattete die Schweiz insgesamt 700 Mio. USD an Nigeria zurück, die der frühere Diktator Abacha und seine Familie veruntreut hatten. Der Finanzplatz Schweiz hat ein Interesse daran, nicht zu einem Hort für unrechtmässig erworbene Vermögenswerte werden.
Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Forschende und Kulturschaffende aus Nigeria können sich beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) um Bundes-Exzellenz-Stipendien bewerben.
Die Migrationspartnerschaft fördert Projekte, die es Nigerianerinnen und Nigerianer ermöglicht, sich für bestimmte Berufe in der Schweiz ausbilden zu lassen.
Friedensförderung und Menschliche Sicherheit
Mit verschiedenen Projekte und Interventionen versucht die Schweiz, die Sicherheit der Menschen in Nigeria zu verbessern.
Kulturaustausch
Der kulturelle Austausch zwischen der Schweiz und Nigeria ist gering. Die Schweiz beteiligt sich an der Woche für italienische Sprache sowie an den Frankophoniewochen, die jährlich in Abuja durchgeführt werden.
Schweizerinnen und Schweizer in Nigeria
Ende 2015 lebten 282 Schweizer Staatsangehörige in Nigeria, die meisten davon in Lagos.
Geschichte der bilateralen Beziehungen
Die Schweiz anerkannte die Bundesrepublik Nigeria am 1.10.1960, dem Tag der Unabhängigkeit von Grossbritannien. Kurz danach nahmen die beiden Länder diplomatische Beziehungen auf, und die Schweiz eröffnete ein Jahr später eine Botschaft in Lagos.
2001 verlegte die Schweiz ihre Botschaft in die neue Hauptstadt Abuja. Seit 2004 besteht zudem ein Honorarkonsulat in Lagos.