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Argentinien will spanischen Ölkonzern enteignen
YPF soll teilweise verstaatlicht werden. (Keystone)
Die argentinische Präsidentin Christina Kirchner hat die Ölfirma YPF zum «öffentlichen Versorgungsunternehmen» erklärt. Laut einem Gesetzentwurf sollen 51 Prozent der Anteile von YPF enteignet werden. Kirchner will die Anteile zwischen dem argentinischen Staat und den erdölfördernden Provinzen aufteilen. YPF ist die grösste Ölfirma Argentiniens und wird derzeit zu 57 Prozent vom spanischen Repsol-Konzern kontrolliert.
Die Regierung begründete die seit Wochen erwartete Enteignung von YPF mit mangelnden Investitionen des Unternehmens. Kirchner hatte von den argentinischen Ölfirmen verlangt, ihre Produktion hochzufahren, nachdem Argentinien im vergangenen Jahr etwa 9,4 Milliarden Dollar für Ölimporte zahlen musste - 110 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In den vergangenen Wochen hatte YPF bereits in 16 argentinischen Provinzen seine Zulassungen verloren.
Kurssturz an der Börse
Der Repsol-Konzern bezeichnete die Entscheidung als «illegal». Sie sei eine «klare Verletzung der vom argentinischen Staat bei der Privatisierung von YPF übernommenen Pflichten». Er kündigte zudem an, «alle juristischen Massnahmen» ergreifen zu wollen, um seinen Börsenwert stabil zu halten und die Interessen seiner Aktionäre zu verteidigen.
Der Handel mit YPF-Aktien wurde in New York nach einem Kurssturz ausgesetzt. Die US-Ratingagentur Fitch stufte das Unternehmen von «B+» auf «B» herab. Die drohende Verstaatlichung der Tochterfirma YPF hat auch die Repsol-Aktien auf Talfahrt geschickt. Die Aktien fielen am Vormittag um bis zu neun Prozent auf ein 22-Monats-Tief von 15,90 Euro.
Spanien kündigt Gegenmassnahmen an
Nach der Ankündigung der Verstaatlichung sprach der spanische Industrieminister José Manuel Soria am Abend von einer «feindlichen Entscheidung» Argentiniens. Er kündigte harte Gegenmassnahmen an, deren Inhalt er vorerst nicht präzisierte. Heute hat Spanien wegen der geplanten Verstaatlichung den argentinischen Botschafter einberufen. Gegen die Verstaatlichung haben Spanien und die Europäische Union bereits im Vorfeld scharf protestiert.
Rajoy reist nach Lateinamerika
Spanien sucht auch Beistand in Lateinamerika. Ministerpräsident Mariano Rajoy werde noch diesen Dienstag nach Mexiko und Kolumbien aufbrechen, berichtete die staatliche spanische Nachrichtenagentur EFE. Rajoy will in dem mexikanischen Badeort Puerto Vallarta in einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum für Lateinamerika die wirtschaftlichen Interessen Spaniens auf dem Subkontinent verteidigen. Auf dem Programm stehen weiter Treffen mit den Präsidenten Mexikos, Felipe Calderon, und Guatemalas, Otto Perez Molina.
Calderon hatte die argentinische Präsidentin aufgerufen, ihre «wenig verantwortungsvolle» Entscheidung zur Enteignung der Repsol-Tochter rückgängig zu machen. (luea, sda/reuters/dpa)
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