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Entstehung von Lawinen
Eine Schneedecke ist kein ruhig daliegendes Gebilde. Aufgrund ihrer Verformbarkeit befindet sich die gesamte Schneedecke dauernd in einer langsamen Kriechbewegung in Fallrichtung des Hanges. Die Kräfte, die in einer Schneedecke wirken, entstehen in erster Linie aus ihrem Eigengewicht. Durch unterschiedliche Hangneigungen entstehen Veränderungen in der Bewegungsgeschwindigkeit, was wiederum Übergangszonen mit Zug- und Druckkräften bewirkt. Wenn die Kräfte zwischen zwei Schichten oder parallelen Bewegungen gegeneinander wirken, entstehen Scherkräfte. Zusätzliche Belastungen im Anrissgebiet, z.B. durch Skifahrer, bewirken veränderte Spannungen in der Schneedecke, was ein Initialriss auslösen kann. Dieser Riss setzt sich mit bis zu 100 m/sec fort und an seinen seitlichen Begrenzungsflächen entstehen Sekundärrisse. Sobald die Schneeschicht durch Sekundärrisse vollständig abgelöst ist, fängt sie an zu gleiten und kann dabei als Schneebrett (Fliesslawine) Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erreichen. Dies beschreibt die typische Skifahrerlawine.
Katastrophenlawinen
Grosse Lawinen, die Schäden im Siedlungsraum oder an Infrastrukturen verursachen, werden als Katastrophen- oder Schadenlawinen bezeichnet. Die Katastrophenlawine ist in den meisten Fällen eine kombinierte Fliess-Staublawine. Die Bildung einer Staublawine wird begünstigt, wenn die Sturzbahn plötzlich deutlich steiler wird, oder wenn sie über steil abstürzende Felsbänder führt. Die Lawine löst sich dabei vom Boden und kann als Schnee-Luft-Gemisch durch erheblich verminderte Reibung Geschwindigkeiten von gegen 300 km/h erreichen. Die Zerstörungskraft von Lawinen ist gewaltig. Während des Lawinenabganges reisst die Lawine Bäume und Felsbrocken mit sich und trägt den vorhandenen Schnee oft bis auf den Grund ab. Verliert die Lawine durch die zunehmende Reibung Energie, kommt sie im Ablagerungsgebiet zum Stillstand.