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Homöopathische Hilfen bei Schulproblemen
2. Konzentrationsschwäche
Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat)
Auswendiglernen ist nicht seine Stärke
Latein und die anderen Lernfächer sind nicht gerade das, was der Ferrum-phosphoricum-Schüler mag. Er ist klein, ehrgeizig und lernt ungern Litaneien von Vokabeln auswendig. Auch in der Grammatik hat er einiges nicht verstanden. Schließlich steht eine Fünf im Zwischenzeugnis, und er sieht sich vor einem Berg von Stoff, den er nachholen muss.
Der Ferrum-phosphoricum-Schüler neigt dazu, bestimmte Fächer zu vernachlässigen, und plötzlich ist er so ins Hintertreffen geraten, dass es fast unmöglich scheint, den Berg an verpasstem Lernstoff nachzuarbeiten. Seine Lage ist verzweifelt. Er hat schon Schwierigkeiten gehabt, dem normalen Pensum im Unterricht zu folgen und das Gelernte in den Hausaufgaben umzusetzen. Sein Verstand ist eben nicht der schnellste. Oft müssen ihm die Eltern mühselig den Unterrichtsstoff zu Hause nochmals erklären.
Im Laufe der Zeit häuft sich immer mehr Stoff an, den er noch nicht richtig integriert hat. Im Grunde genommen braucht er doppelt so viel Zeit wie der Rest der Klasse, um das Ganze richtig zu verarbeiten. Am Anfang sind die Lücken so gering, dass man sie unterschätzt. Er glaubt, es schon zu schaffen. Aber spätestens wenn der Zeugnisabschluss bevorsteht, wird es für den Ferrum-phosphoricum-Schüler brenzlig.
Im negativen Zustand ist er faul und lernt unregelmäßig. Er steht vor einem Berg an nachzuarbeitendem Stoff. Seine Auffassungsgabe ist langsam.
Ferrum phosphoricum hilft dabei, in kurzer Zeit sehr viel zu lernen.
Im positiven Zustand weiß er, dass er es schaffen kann. Sobald er sich zum Arbeiten hinsetzt, wird die Funktion seines Geistes erhöht. Es kommt eine Präzision hinzu, die die Arbeit sehr erleichtert. Sein Grundgefühl ist: „Ich gehe es einfach an und schaffe es. Ich lese ein Buch, speichere und verstehe es.“ Wenn der Schüler Schwierigkeiten hat, in diesen Zustand zu kommen, hilft ihm Ferrum phosphoricum, die Aufgabe zu bewältigen. Es ist erstaunlich, wie der Berg in kürzester Zeit schwindet, nachdem er das Mittel genommen hat. Je niedriger die Potenz, desto öfter muss es wiederholt werden, ein bis zweimal am Tag. (Eine Gabe C 200 ist empfehlenswert, auch bei körperlichen Arbeiten, die Präzision erfordern.)
Sein Motto lautet: „Wenn du es anpackst, dann ist es gleich geschafft!“
Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat)
Der überarbeitete Schüler
Hierzu eine Geschichte aus dem homöopathischen Märchenschatz:
Vater und Mutter sitzen mit ihrem Kalium-phosphoricum-Kind zusammen und machen sich Gedanken über die Zukunft. Die Abschlussprüfung sollte gut ausfallen, da die Eltern ihr Kind auf eine Universität in Amerika schicken wollen. Schafft ihr Kind die notwendigen Noten, würde sogar ein Stipendium in Aussicht stehen.
Kalium-phoshoricum ist ein guter Schüler, lernwillig und fleißig.
Auch seine außerschulischen Leistungen im Sport und Harfespiel sind hervorragend.
Gemeinsam überlegen sie, wie sie die Lernfähigkeit von Kalium-phosphoricum noch besser unterstützen können.
Die Mutter erklärt seinen Geschwistern: „Kalium-phoshoricum braucht jetzt viel Ruhe zum Lernen, bitte stört ihn nicht.“Alle nicken verständnisvoll.
Der Vater meint: „Sein Geist wird viel Nervennahrung brauchen.“
Mutter: „Ich haben einen Vorrat von ganz guten Mandeln. Er bekommt zweimal ein großes Glas Mandelmilch mit Sonnenblumenhonig. Ich werde ihm auch Mandel-Halva machen.“
Vater: „Bereite ihm immer seine Lieblingsspeisen, so dass er viel Freude am Lernen hat.“
Mutter: „Aber sicher, Pfannkuchen, Kaiserschmarrn, schöne Kuchen, Bratkartoffeln und Käseauflauf habe ich schon geplant.“
Vater: „Ich glaube, es wird alles gut gehen, Kalium-phosphoricum. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn die Du Deine Prüfung mit Auszeichnung bestehst.“
Vier Monate lang lernt Kalium-phosphoricum wie ein Weltmeister Tag und Nacht. Den Schlaf hat er auf ein Minimum reduziert. Drei Tage vor der Prüfung ist Kalium-phosphoricum völlig verzweifelt, er kann sich an gar nichts erinnern, was er gelernt hat. Für die Eltern ist es ein Schock. Sie haben so viel Hoffnung in ihr Kind gesteckt.
Die Eltern haben es nur gut mit ihrem Kind gemeint, und es wurde mit Süßem vollgestopft. Darüber hinaus wurde die Bewegung auf Null reduziert, und der zusätzliche Schlafmangel gab dem Gehirn keine Regenerationsmöglichkeit. Im Laufe der Zeit war einfach alles blockiert.
Nun ist alles Gelernte ins Unterbewusstsein gesickert, und das Gehirn hat keine Kraft mehr, es bei Bedarf abzurufen. Es ist zum Heulen. Alle Hoffnungen sind zerstoben. Verzweifelt sucht die Mutter einen Homöopathen auf, ihren letzten Strohhalm. „Eine Katastrophe ist passiert!“, sagt sie, den Tränen nahe. Der Homöopath stellt ein paar Fragen zur Ernährung in den letzten Wochen, dann gibt er ihr acht Tabletten Kalium phosphoricum D6. „Geben Sie ihm alle zwei Stunden eine Tablette. Mehr als sechs wird er möglicherweise nicht brauchen, und in den nächsten Tagen bekommt er nur noch Gemüsesuppen zum Essen und zum Trinken reines Wasser.“
„Wasser?“, meint die Mutter empört, „unser Sohn mag überhaupt kein Wasser trinken!“
„Dann trinkt er erst mal nichts, bis der Durst kommt. Als Ausnahme erlaube ich ihm, am Vormittag ein Glas frisch gepressten Granatapfelsaft zu trinken. Ab jetzt soll er auch nicht mehr lernen. Er hat genug gelernt. Er soll an die frische Luft gehen, sich bewegen und etwas Zerstreuung haben. Es wird heute Abend ein heilsamer Schlaf eintreten, und er wird 12 bis 14 Stunden durchschlafen. Danach bitte keine weiteren Kalium-phosphoricum-Tabletten mehr geben. Er ist dann geheilt und wird sich an alles erinnern können.“ Genauso geschah es, und Kalium phosphoricum bestand seine Prüfung mit hohen Auszeichnungen.
Die Folgen von geistiger Überarbeitung sind bei Kalium phosphoricum:
- Kopfschmerzen
- Geistige Erschöpfung
- Schwaches Gedächtnis
- Schlaflosigkeit
- Kann sich nicht mehr an Namen oder Worte erinnern.
- Ruhelos, kein Appetit auf Süßes, muss viel essen, wenn er geistig arbeitet.
- Bei Stress Appetitlosigkeit.
- Abneigung gegen Wassertrinken oder Durst auf große Mengen eiskaltes Wasser.
- Schlaflosigkeit durch Schulprobleme.
Sein Motto lautet: „Vertraue deiner Herzenskraft!“
Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat)
Der Gelangweilte
Der gelangweilte, leicht ablenkbare Schüler kommt von der Schule nach Hause. Seine Mutter fragt ihn: „Na, wie war es in der Schule?“ Er antwortet: „Langweilig wie immer.“
Am nächsten Tag wird er im Chemieunterricht gefragt: „Kannst du etwas über Kalium sulfuricum erzählen?“
„Was ist denn so Besonderes an Kalium sulfuricum? Es besteht aus zwei Elementen, Kalium und Sulfur. Ansonsten ist es ein langweiliger Stoff, der keinen Sinn und Zweck hat.“ Der Lehrer veranschaulicht seinen Schülern die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Kalium sulfuricum: „Nein, dieser Stoff ist ein homöopathisches Heilmittel und überhaupt nicht langweilig.“ Aber dem Schüler, dem Kalium sulfuricum helfen könnte, dem ist immer langweilig. Das ist ein wesentlicher Aspekt dieses Mittels. Es ist selbstverständlich, dass Dich als Kalium-sulfuricum-Schüler alles langweilt. In unserer Schule werden die Fähigkeiten der Schüler nicht vom praktischen Leben getrennt entwickelt, sondern wir suchen im Leben das Kreative, und jeder Schüler bringt das durch seine individuellen Möglichkeiten zum Ausdruck.
Kalium-sulfuricum-Schüler werden leider ständig abgelenkt. Das kann eine Libelle sein, die am Fenster vorbeifliegt oder ein Blatt Papier, das auf den Boden flattert. All das erweckt seine Neugierde, erinnert ihn an etwas Lebendiges, und seine Aufmerksamkeit fliegt sofort dorthin. Bei allen Dingen, in denen er Leben spürt, ist seine Konzentration hervorragend. Unterrichtsstoff, der mit Leben erfüllt ist, fasziniert ihn. Hausaufgaben sind ein Gräuel für ihn, denn er muss den trockenen Stoff, der ihm schon in der Schule nicht gefallen hat, noch einmal nachkauen. Wenn bei den Hausaufgaben das Telefon klingelt, springt er sofort auf und vergisst seine Pflichten. Der Kalium-sulfuricum-Schüler soll den Stoff nicht als Pflicht empfinden, sondern als einen integrierten Teil seines Lebens. Die Lehrer helfen ihm, die lebendige Struktur der verschiedenen Themen und Sachgebiete kennenzulernen, anstatt ihn mit Hypothesen und abstrakten Gedankengebäuden zu überschütten. Die Mathematik als die reinste der Wissenschaften fasziniert ihn besonders.
Im positiven Zustand:
Kalium sulfuricum hilft dem Schüler, langsam Leben in trockenen Stoff hineinzubringen.
Eine Schule, die den Lernstoff lebendig darstellt, ist eine zusätzliche große Hilfe für den Kalium-sulfuricum-Schüler.
Im negativen Zustand:
Große Langeweile.
Müdigkeit und Schweregefühl.
Leichte Ablenkbarkeit.
Sein Motto lautet: „Schärfe deinen Lebenssinn!“
Es folgen jetzt einige Mittel bei Konzentrationsstörungen, die entweder im Kapitel „Schulangst“ näher beschrieben wurden oder die einen kleineren Wirkungskreis haben.
Lycopodium (Bärlapp)
Der Alleswisser
Auch der Lycopodium-Schüler langweilt sich. Er denkt nur noch an die Freizeit oder die Pause. Wann ist die langweilige Stunde endlich zu Ende? Ein dominanter Lehrer, der die Gefühle der Schüler nicht beachtet, kann ihm trotz Lernwilligkeit große Schwierigkeiten bereiten. Im Großen und Ganzen bekommt der Lycopodium-Schüler trotz seiner Unkonzentriertheit viel im Unterricht mit. Im Gegensatz zum Calcium-carbonicum-Schüler kann er den Stoff gut aufnehmen; selbst wenn er abgelenkt war. Es müssen schwerwiegende Lücken vorhanden sein, bis er z.B. vor Mathematik Angstzustände bekommt. Er kann grundsätzlich in jedem Fach Schwierigkeiten haben. Ein guter Lehrer kann ihn zu jedem Fach motivieren und den schlafenden Ehrgeiz wecken. Seine besonderen Probleme aber liegen beim Rechtschreiben. Trotz größter Bemühungen macht er immer wieder die gleichen Fehler. Beim Schreiben lässt er Buchstaben aus, schreibt sie doppelt oder vergisst den letzten Buchstaben eines Wortes. Auch Grammatik und Vokabeln gehen schwer in seinen Kopf hinein. Eine ausführliche Beschreibung des Lycopodium-Charakters finden Sie in dem Kapitel Schulangst.
Sein Motto lautet: „Lass deine Fähigkeiten sich entladen!“
Tuberculinum (Rinder-Tbc-Nosode)
Der Lehrer steht auf der schwarzen Liste
Der Tuberculinum-Schüler versteht den Lernstoff erst, wenn er mehrmals vorgetragen wird — am besten in Variationen. Zusätzlich benötigt er am Ende eine Zusammenfassung. Darüber hinaus kann er durch seine Eigenwilligkeit Probleme mit dem Lehrer bekommen, wodurch das Verständnis des Lernstoffes noch erschwert wird. Die Persönlichkeit des Tuberculinum-Schülers ist in dem Kapitel Schulangst näher beschrieben.
Sein Motto lautet: „Vertraue deinen Eingebungen!“
Syphilinum (Syphilis-Nosode)
Das gebrannte Kind scheut das Feuer
Das Syphilinum-Kind ist nicht fähig, sich zu konzentrieren, weil es seinen Geist gar nicht auf das Thema richten kann. Es ist schon fast eine Zumutung, dass das Kind überhaupt auf seinem Platz sitzen soll. Jedoch hat es in der Schule keine andere Wahl. Seine Gedanken sind mit allem Möglichen beschäftigt, mit all den Sachen, die es stattdessen machen könnte, daher kann es oft die einfachsten Zusammenhänge oder Rechnungen nicht verstehen, geschweige denn ausführen. Zu Hause macht das Kind alles andere lieber als seine Hausaufgaben. Eine gewisse Unruhe steckt in ihm und lässt es niemals das Eigentliche anpacken. Er ist sogar bereit, Pflichten im Haus oder außerhalb zu erledigen, nur um sich vor dem Lernen zu drücken. Die Eltern müssen sehr viel Energie aufwenden, damit das Kind seine Hausaufgaben erledigt.
Sein Motto lautet: „Denke von Herzen!“
Tabacum (Tabakpflanze)
Durch Rauch verschleiert
Tabacum ist wichtig bei Kindern, deren Eltern Raucher sind oder waren. Es kann auch als Blockademittel in Frage kommen, wenn die „gut gewählten“ Mittel nicht befriedigend wirken.
Beim Kind herrscht eine gewisse Passivität, Selbstbetrug und Willensschwäche vor. Es kann einfach nicht die Kraft aufbringen, um zu lernen, obwohl es weiß, dass es dies tun müsste. Dies wird so lange hinausgezögert, bis es nicht mehr anders geht. Der letzte Entschluss, die Dinge anzupacken und zu erledigen, fehlt. In der Klasse ist es ähnlich. Das Kind möchte sich auf das Thema konzentrieren, aber es kann die Kräfte nicht sammeln. Also hört es zwar alles an, aber das richtige Verständnis fehlt. „Ich kann mich beim besten Willen nicht konzentrieren.“
Sein Motto lautet: „Sei gnädig zu Dir selbst!“
Alcohol (Alkohol)
Die abgestumpfte Lustigkeit
In den Familien, in denen gewohnheitsmäßig getrunken wird oder es Trunksucht gab, kann dieses Mittel oft hilfreich sein, mindestens um den Weg für andere Mittel anzubahnen.
Das Alcohol-Kind findet keinen Bezug zu dem Lernthema. Es braucht eine gewisse Einstimmung. Sein Herz muss aufgehen, und es muss einen Schauer (thrill) spüren, wie schön es sein könnte, mehr darüber zu erfahren.
Wenn der Lehrer z. B. in Geschichte erzählt: „Christoph Columbus war ein intelligenter und vielseitig begabter Mensch. Als er den Matrosen seine Führungskraft demonstrieren wollte, nahm er ein Ei und fragte: Wer kann dieses Ei auf der Spitze zum Stehen bringen? Als alle es vergeblich versuchten, knallte er das Ei hart genug auf den Tisch, dass die Eischale zerdrückt wurde, und natürlich stand es auf seiner Spitze. Diese kleine Vorführung beeindruckte die Matrosen…“
…. dann ist das Kind, das Alcohol als Mittel braucht, ebenso beeindruckt.
Kleine interessante Bemerkungen oder Anekdoten beleben sein Herz und fesseln es ganz und gar. Ansonsten wird der durchgenommene Stoff nur mäßig verdaut. Mit den Hausaufgaben kann es erst anfangen, wenn man kleine lustigen Geschichten oder auch Witze erzählt.
Sein Motto lautet: „Du kannst es, sei erfinderisch!“