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Von Seite des Bundesrates wurde auf das Postregal abgestellt, welches auch die Befugnis des Bundes in sich schliesse, Telegraphen zu errichten, während die zur Prüfung des Geschäftes eingesetzte nationalrätliche Kommission die Auffassung des Bundesrates zurückwies und, das staatliche, militärische, nationale und volkswirtschaftliche Interesse als ausschlaggebendes Moment in den Vordergrund rückend, im Gegensatz zum Bundesrat auf den Art. 21 (heute Art. 23) der Bundesverfassung abstellte.
Dieser Artikel gibt dem Bund das Recht, im Interesse der Eidgenossenschaft oder eines grossen Teiles derselben auf Kosten der Eidgenossenschaft öffentliche Werke zu errichten oder die Errichtung derselben zu unterstützen. Am begann im Nationalrat die Debatte über das Telegraphengesetz, und gleich in der ersten Sitzung siegten die Anhänger des Regalgedankens und gleichzeitig auch der Bundesrat, indem das Telegraphenwesen im Anschluss an das Postregal der Bundeshoheit unterstellt wurde. Der Ständerat, welcher nun das Geschäft zu behandeln hatte, nahm an der ihm überwiesenen Vorlage eine einzige Abänderung von Bedeutung vor, welche die Begründung des Regales betraf. Die neue Bundesverfassung von 1874 brachte dem letztern dann auch die bis dahin mangelnde konstitutionelle Sanktion. Der betreffende Artikel (36) hat folgenden Wortlaut:
«Das Post- und Telegraphenwesen im ganzen Umfange der Eidgenossenschaft ist Bundessache. Der Ertrag der Post- und Telegraphenverwaltung fällt in die eidg. Kasse.
Die Tarife werden im ganzen Gebiete der Eidgenossenschaft nach den gleichen, möglichst billigen Grundsätzen bestimmt.
Die Unverletzlichkeit des Post- und Telegraphengeheimnisses ist gewährleistet."
Das zu erstellende Telegraphennetz sollte zunächst bestehen aus:
1) einer Hauptlinie von Rheineck über St. Gallen, Frauenfeld, Winterthur, Zürich, Aarau, Bern, Lausanne nach Genf, mit Zweiglinien von St. Gallen nach Herisau, von Winterthur nach Schaffhausen, von Herzogenbuchsee nach Solothurn, von Murten nach Freiburg und Neuenburg, La Chaux de Fonds und Locle, sowie von Lausanne nach Vevey;
2) einer Hauptlinie von Zürich über Brunnen und Bellinzona nach Chiasso, mit Zweiglinien nach Glarus und Chur und von Bellinzona nach Locarno;
3) einer Hauptlinie von Basel über Zofingen und Luzern nach Brunnen.
Hierfür sah der Bundesrat die Erhebung eines unverzinslichen Anleihens von Fr. 300000 vor, das die gesetzgebenden Räte auf Fr. 400000 erhöhten, damit es möglich war, das zu erstellende Netz zu gunsten einiger, im Entwurf des Bundesrates nicht berücksichtigten Landesgegenden etwas weiter auszudehnen.
Zur Herstellung der nötigen Apparate wurde eine eigene Werkstätte errichtet. Ebenso wurde durch einen Bundesratsbeschluss vom auch die vorläufige Organisation festgesetzt und zunächst in Ausführung des Art. 6 des Telegraphengesetzes vom ein der Oberaufsicht des Post- und Baudepartementes unterstellter Telegraphendirektor ernannt, welchem zur Besorgung des Materiellen der Werkführer der Telegraphenwerkstätte beigegeben war. Ferner sah der Bundesratsbeschluss die Ernennung von 4 Inspektoren vor.
Dementsprechend wurde das ganze Telegraphennetz in vier Kreise eingeteilt und jedem der Inspektoren ein Kreis zugewiesen, innerhalb dessen Grenzen er die Linienbauten auszuführen und den Betrieb zu überwachen hatte. Das Rechnungs- und Kassenwesen hatten die Organe der Postverwaltung zu besorgen. Auch die Bedienung der Telegraphenbureaux wurde den Postbureaux übertragen; doch teilte man den grösseren Postbureaux eingeschulte Telegraphisten (Obertelegraphisten) zu.
Unterm erschien eine provisorische Verordnung des Post- und Baudepartementes über die Benutzung der elektrischen Telegraphen im Innern der Schweiz. Die Taxen für den internen Verkehr wurden ohne Unterschied in der Entfernung für die einfache Depesche bis auf 20 Worte auf Fr. 1, für 21-50 Worte auf Fr. 2 und für 51-100 Worte auf Fr. 3 festgesetzt. Depeschen von über 100 Worten waren nicht zulässig.
Betreffend den Anschluss des schweizerischen Telegraphennetzes an die Netze des Auslandes wurden, gemäss Art. 10 des Telegraphengesetzes, Unterhandlungen mit den Nachbarstaaten eröffnet. Es konnten aber bis zu Ende des Jahres 1852 nur mit Oesterreich und Frankreich bezügliche Verträge zum Abschluss gebracht werden. Hieran reihten sich im Laufe des Jahres 1853 solche mit Sardinien und Baden, sodass man nun, wie der Geschäftsbericht des genannten Jahres hervorheben konnte, bereits in der Lage war, durch Vermittlung der vorerwähnten Staaten mit allen Ländern telegraphisch zu verkehren, in welchen es überhaupt einen internationalen Telegraphenverkehr gab.
Zur Errichtung von Telegraphenbureaux in den Gemeinden wurden mit den Kantonen im Sinne des Art. 9 des Telegraphengesetzes Verträge abgeschlossen, die den Kantonen für die Dauer von 10 Jahren folgende Verpflichtungen auferlegten:
1. Verzichtleistung auf jede Entschädigung für die Anlage der Linien auf kantonalem oder Gemeindeboden:
2. Anweisung an die Kantonsbauinspektoren zur Mithilfe bei der Erstellung der Leitungen, sowie bei der Ausführung grösserer Reparaturen;
3. Ueberwachung der Telegraphenlinien und Ausführung kleinerer Reparaturen durch die Polizeibehörden und das Strassenpersonal;
4. Unentgeltliche Anweisung der nötigen Räumlichkeiten für die zu errichtenden Telegraphenbureaux;
5. Entrichtung eines jährlichen Beitrages an die Betriebskosten dieser Bureaux von Fr. 3 für je hundert Seelen der Bevölkerung mit einem Minimum von Fr. 200 für jedes Bureau.
Im Jahr 1854 schritt man zur endgiltigen Organisation der Telegraphenverwaltung und zwar vermittels des heute noch in Kraft bestehenden Organisationsgesetzes vom in das, weil sich die bisherige provisorische Organisation im Allgemeinen bewährt hatte, grösstenteils die nämlichen Hauptbestimmungen wieder aufgenommen wurden, die bereits im Bundesgesetz vom enthalten waren. Als oberste leitende Behörde im Telegraphenwesen wurde der Bundesrat bezeichnet, sowie die unmittelbare Oberaufsicht über dasselbe dem Post- und Baudepartement (nunmehrigem Post- und Eisenbahndepartement) übertragen und zur Leitung der Verwaltungsgeschäfte eine dem Departement unterstellte Zentraldirektion geschaffen. Vom Bundesrat sollen alle das Telegraphenwesen betreffenden Massregeln ¶
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und Verfügungen ausgehen, soweit sie von ihm nicht an untergeordnete Organe übertragen werden. Ihm liegt ob, mit dem Ausland, unter Vorbehalt der Ratifikation durch die Bundesversammlung, Verträge abzuschliessen. Er wählt die Beamten und fixiert deren Gehalte, während die Ernennung der Angestellten in die Kompetenzen des Post- und Eisenbahndepartementes gelegt ist. Letzteres hat dem Bundesrat auch allfällige, ihm zweckmässig erscheinende Verfügungen betreffend das Telegraphenwesen vorzuschlagen, die vom Bundesrat zu behandelnden Gegenstände zu begutachten, für Vollziehung der in diesem Verwaltungszweig von den Oberbehörden ausgegangenen Gesetze und Verfügungen zu sorgen und innerhalb der ihm angewiesenen Kompetenz selbst die erforderlichen Anordnungen zu treffen.
Der Zentraldirektion wurde als vorberatender Behörde die Aufgabe zugewiesen, dem Post- und Eisenbahndepartement zweckmässig erscheinende Verfügungen im Telegraphenwesen vorzuschlagen und diejenigen Gegenstände zu begutachten, deren Erledigung dem Bundesrat oder dem Departement vorbehalten ist. Ferner liegt ihr ob, dem Departement betreffend die Wahl der Beamten und die Ernennung der Bediensteten ihre Vorschläge zu machen und demselben die Verfügungen über die Dienststunden der Bureaux, die Monats- und Jahresrechnungen, sowie die Mietverträge zur Genehmigung vorzulegen.
Die Erstellung neuer Telegraphenlinien und Telegraphenbureaux ist von ihr zu begutachten. Endlich hat sie auch das jährliche Budget für die Telegraphenverwaltung zu entwerfen und den Geschäftsbericht für dieselbe auszuarbeiten. Die Direktion verkehrt nicht unmittelbar mit dem Bundesrat, sondern nur mit dem Post- und Eisenbahndepartement. Als vollziehende Behörde hat sie die Verordnungen und Erlasse der Oberbehörden zur Ausführung zu bringen, die Erledigung der laufenden Korrespondenzen mit dem Ausland, die Abrechnung mit diesem, sowie die Korrespondenzen mit den Behörden, Gesellschaften und Privaten des Inlandes zu besorgen. Ihre Aufgabe ist es auch, innerhalb der genehmigten Budgetansätze für die Ausführung der Linienbauten und den Unterhalt der bestehenden Anlagen, sowie für die Beschaffung der Apparate und Materialien zu sorgen. Alle Ausgaben von über Fr. 800, selbst wenn das Budget deren Deckung sicher stellen würde, müssen, sofern sie nicht in den Erlassen der Oberbehörden spezifiziert sind, von diesen genehmigt werden.
Gemäss bundesrätlicher Instruktion vom verfügt der Direktor über folgende Direktionsabteilungen:
1) Das Expeditionsbureau (nunmehrige Kanzlei) zur Erledigung aller allgemeinen Angelegenheiten (Personal, Reklamationen, Redaktion des Amtsblattes, Expedition und Registratur der Direktionsskripturen). Dasselbe untersteht dem 1. Sekretär.
2) Das Kontrollbureau, zur Besorgung aller auf das Rechnungswesen der Telegraphenverwaltung, das der Postverwaltung abgenommen wurde, bezüglichen Geschäfte, wie Prüfung der Einnahmen- und Ausgabenrechnungen, Uebersendung der Revisionsbemerkungen an die Amtsstellen, Zusammenstellung der Monats- und Jahresrechnungen, Entwerfung von Tarifen etc.
3) Das technische Bureau in Verbindung mit der Telegraphenwerkstätte zur Behandlung aller technischen Angelegenheiten, sowie zur Anfertigung, Anschaffung und Reparatur der Apparate und des Betriebsmaterials. Dieser Abteilung stand ursprünglich der Werkführer der Telegraphenwerkstätte, später der technische Inspektor vor.
Die Einteilung der Schweiz in 4 Telegraphenkreise blieb auch unter dem neuen Organisationsgesetz unverändert. Die den Kreisinspektoren unterstellten Telegraphenbureaux wurden dagegen in Bureaux 1. Klasse (von der Post unabhängige Bureaux mit wenigstens 5 Telegraphisten, wovon einer als Bureauchef bezeichnet ist), Bureaux 2. Klasse (von der Post unabhängige Bureaux mit weniger als 5 Telegraphisten) und Bureaux 3. Klasse (Bureaux mit einem einzigen Beamten und Dienstbesorgung durch Post-, Eisenbahn-, Zollbeamte oder Personen mit anderem Nebenberuf) eingeteilt.
Diese Organisation, die in der Hauptsache heute noch in Kraft steht, musste aber infolge der raschen Entwicklung des Telegraphenwesens bald einigen Veränderungen und Erweiterungen unterzogen werden. Mit Bundesratsbeschluss vom erhielt die durch Bundesratsbeschluss vom gegründete und durch Bundesratsbeschluss vom organisierte Telegraphenwerkstätte eine neue Organisation. Es sollte dieselbe zwar auch fernerhin unter der Leitung und Oberaufsicht der Telegraphendirektion bleiben, dabei aber eine regelmässige kaufmännische, von derjenigen der Telegraphenverwaltung getrennte Buchführung erhalten und in dem Sinne Lieferant der Verwaltung werden, dass letztere alle Bezüge zu einem bestimmten Preis bezahlen müsse. Im Uebrigen brachte die neue Organisation vom eine genauere Regelung und Abgrenzung der Kompetenzen des Chefs der Werkstätte und derjenigen des technischen Inspektors, welches Amt von Anfang an mit der Leitung der Werkstätte verbunden war, aber erst durch die Instruktion für die Telegraphendirektion und die Inspektoren vom einen definitiven Charakter erhalten hatte.
Die Doppelstellung des technischen Inspektors und dessen verschiedenartige, nur schwer miteinander zu vereinbarende Befugnisse liessen aber dem Bundesrat bald eine andere Lösung als wünschbar erscheinen. Es folgten die neuen Beschlüsse dieser Behörde vom und vom Nach jenem wurde die Telegraphenwerkstätte vom an von der Telegraphenverwaltung vollständig abgetrennt und unter die Oberleitung des Finanzdepartementes gestellt.
Der zweite Beschluss enthob den Chef der Werkstätte seiner Funktionen eines technischen Inspektors und beliess demselben nur noch die Aufgabe, die von der Verwaltung ihm vorgelegten Fragen telegraphentechnischer Natur zu begutachten und besondere ihm übertragene Expertisen und Inspektionen vorzunehmen. Mit dem ging die Telegraphenwerkstätte in Privathände über. Das nunmehrige Privatetablissement blieb jedoch auch fernerhin Lieferant der Telegraphenverwaltung und fuhr auch fort, die nötigen Reparaturen für die letztere zu besorgen. Die von der Werkstätte gelieferten Apparate und Materialien wurden in dem seit 1860 errichteten Zentralmagazin der Telegraphenverwaltung aufbewahrt und von hier aus nach Massgabe des Bedürfnisses in die Kreise hinausgeliefert. Die früher vom Chef der Telegraphenwerkstätte ausgeübten Funktionen eines technischen Inspektors übertrug man vom an dem Telegraphendirektor.
Eine weitere Abänderung erfuhr die Organisation durch das Bundesgesetz vom das die Zahl der Telegraphenkreise von 4 auf 6 erhöhte und dem die bundesrätliche Verordnung vom folgte, die die Grenzen der 6 neuen Telegraphenkreise in noch heute giltiger Weise wie folgt festsetzte:
1. Kreis (Inspektionssitz Lausanne): die Kantone Genf, Waadt, Wallis und Freiburg, ausgenommen den Sense- und Seebezirk, sowie die Stadt Freiburg.
2. Kreis (Inspektionssitz Bern): Sense- und Seebezirk des Kantons Freiburg mit der Stadt Freiburg, die Kantone Neuenburg und Bern, mit Ausnahme der Bezirke Münster, Delsberg, Pruntrut und Laufen, sowie die solothurnischen Aemter Bucheggberg-Kriegstetten und Solothurn-Lebern.
3. Kreis (Inspektionssitz Olten): die bernischen Amtsbezirke Münster, Delsberg, Pruntrut und Laufen, die solothurnischen Aemter Balsthal, Dorneck-Thierstein und Olten-Gösgen, die Kantone Basel, Aargau, Unterwalden und Luzern, ausgenommen die auf dem rechten Ufer der Reuss und des Vierwaldstättersees gelegenen Landgemeinden.
4. Kreis (Inspektionssitz Zürich): die luzernischen Landgemeinden auf dem rechten Ufer der Reuss und des Vierwaldstättersees, die Kantone Zürich, Zug, Schwyz, Uri und Schaffhausen, mit Ausnahme des Bezirks Stein am Rhein.
5. Kreis (Inspektionssitz St. Gallen): der schaffhausische Bezirk Stein am Rhein, die Kantone Thurgau, St. Gallen, Appenzell und Glarus.
6. Kreis (Inspektionssitz Chur): die Kantone Graubünden und Tessin.
Dieser Verkleinerung der Kreise, die den Zweck hatte, den Inspektoren eine gründlichere Durchführung ihrer ¶