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Zu Korpskommandant Christophe Keckeis füge ich gerne eine persönliche Erinnerung an, die mit seiner lebenslangen Freundschaft zum Grenadier Ulrico Hess zu tun hat. Zwei oder drei Mal erlebte ich die Treffen der beiden Freunde, die sich in jungen Jahren im Tessin begegnet waren. Die folgende wahre Geschichte hörte ich bei einem Mittagessen im Ausbildungszentrum Wolfsberg 2003, als Keckeis und Hess beide Korpskommandanten waren, der eine für ein Jahr Generalstabschef, der andere Kdt FAK 4. Aus ihren farbig vorgetragenen Erinnerungen ging hervor:
- Der Grenadier-Instruktor Hess und der Pilot Keckeis dienten zur gleichen Zeit im Tessin. Hess arbeitete in der Grenadierschule, damals noch in Isone. Keckeis flog oft von Locarno-Magadino aus über das Tessin.
- Die beiden Gleichgesinnten lernten sich kennen und erkannten bald die Chance, dass der eine dem andern helfen konnte. Es war im Kalten Krieg. In Anbetracht der Bedrohung durch den Warschau-Pakt aus der Luft mass die Armee der Tarnung auch und vor allem gegen oben Bedeutung bei. Gegen Luftsicht zu tarnen, stand weit oben in jedem Pflichtenheft.
- Der Grenadier Hess schärfte seinen Kadern und Soldaten pickelhart ein, sie müssten auch von oben unsichtbar sein. Wie hätte er das besser überprüfen können als aus der Luft?
- Also tat er sich mit Keckeis zusammen, der ihn fortan in Zweisitzern auf seinen Flügen mitnahm. Der Pilot steuerte die Maschine so, dass die beiden Kameraden die Stellungen der Grenadiere tief überflogen. Per Adlerauge erkannte Hess, wer gut tarnte – und wer nicht. Seine Beobachtungen hielt er auf Zigarillo-Schachteln fest; und bestens gerüstet hielt er seinen Grenadieren vor, was gut war und was schlecht.
Siehe auch > Pilo Keckeis und Israels Flieger