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- Mit Kritik am amtierenden Präsidenten und gegenseitigen Attacken haben die Präsidentschaftsanwärter der US-Republikaner versucht, zum Spitzenreiter Donald Trump aufzuschliessen.
- Trump selbst blieb auch der zweiten Debatte fern und warb stattdessen um die Unterstützung streikender Autoarbeiter in Michigan.
- Die Teilnehmenden der republikanischen Debatte machten Biden für Preissteigerungen und die widerrechtliche Einwanderung verantwortlich.
Den Fragen der Fox-TV-Moderatoren stellen sich Ron DeSantis, Nikki Haley, Vivek Ramaswamy, Chris Christie, Tim Scott sowie der ehemalige Vizepräsident Mike Pence. Nur wenige der sieben Kandidierenden erlaubten sich Attacken auf Trump.
Einschätzung von SRF-Korrespondentin Barbara Colpi
«Die Abwesenheit von Ex-Präsident Donald Trump war zu Beginn der Debatte ein grosses Thema. Mehrere Kandidaten warfen ihm vor, er mache es sich einfach. So könne er sich kritischen Fragen entziehen. Die Debatte war sehr chaotisch, die Moderatorin und der Moderator hatten Mühe, zu verhindern, dass sich die Teilnehmenden ständig ins Wort fielen. Inhaltlich ging es vor allem um die wirtschaftliche Situation der USA und die damit verbundene schwindende Kaufkraft sowie um die illegale Immigration. Auch das Thema Abtreibung kam zur Sprache: Während eine Mehrheit der Amerikanerinnen und Amerikaner gegen ein Abtreibungsverbot ist, befürwortet beispielsweise DeSantis ein solches. Trump seinerseits hatte sich in früheren Debatten in dieser Frage eher unklar positioniert – tendenziell sprach er sich allerdings eher für eine Regelung aus als für ein Verbot.»
Als Trump schliesslich zum Thema wurde, erinnerte etwa der Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, daran, dass Trump in seiner Amtszeit mit hohen Ausgaben die Basis für die spätere Inflation gelegt habe. Der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, kritisierte weiter, dass Trump während seiner Präsidentschaft entgegen aller Versprechen die Grenze zu Mexiko nicht undurchlässig gemacht habe.
In der Debatte rückten generell vor allen Biotech-Unternehmer Vivek Ramaswamy und Senator Tim Scott mit vielen Äusserungen ins Rampenlicht – und redeten zum Teil minutenlang gleichzeitig, sodass man kaum ein Wort verstehen konnte.
Auch andere Teilnehmende versuchten immer wieder, sich gegenseitig zu unterbrechen, und machten die Debatte über weite Abschnitte chaotisch. Scott hielt der ehemaligen amerikanischen UN-Botschafterin Nikki Haley vor, zu teure Gardinen für die offizielle Residenz bestellt zu haben, was sie bestritt. Haley sagte Ramaswamy, sie könne fühlen, wie sie dümmer werde, während sie ihm zuhöre.
Aussichtsreichster Widersacher kommt spät zu Wort
Ex-Vizepräsident Mike Pence gab sich derweil staatsmännisch und hielt sich oft zurück. Bei DeSantis dauerte es rund eine Viertelstunde, bis er zum ersten Mal zu Wort kam.
Der Gouverneur von Florida gilt noch als aussichtsreichster Widersacher von Trump im Rennen um die Nominierung der Republikaner, doch der deutliche Vorsprung des Ex-Präsidenten macht DeSantis aus Sicht der anderen Anwärter verwundbarer. DeSantis betonte, er gebe nicht viel auf Prognosen: «Nicht Umfragen wählen Präsidenten, sondern Wähler wählen Präsidenten.»
Bei der Position zum Krieg in der Ukraine wurde die Spaltung in der republikanischen Partei deutlich. Während DeSantis und Ramaswamy sich dafür aussprachen, dass die USA möglichst schnell ein Ende des Krieges durch Verhandlungen herbeiführen, plädierten Pence und Haley für eine weitere Unterstützung der Ukraine.
Der ehemalige US-Präsident und erneute Präsidentschaftskandidat Trump versuchte unterdessen, die Unterstützung der Autogewerkschaft UAW zu bekommen, die gerade grosse US-Hersteller bestreikt. Er behauptete, Bidens Pläne für den Ausbau der Elektroautoproduktion würden die US-Autoindustrie zerstören, weil man weniger Arbeiter brauchen werde.