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|Thompson, Jr., J. G.

1910-1975 (USA)
J. G. Thompson begann mit 12 Jahren zu zaubern, nachdem er eine Vorstellung von Ed Reno gesehen hatte. Seine ersten Kunststücke erlernte er aus einem Mysto Magic Set, später nahm er Stunden bei Charles Dietric. Von Beruf war er Bankier in Middleburg, Pennsylvania wo er auch als Amateur-Mentalmagier auftrat.
Thompson verfasste "My Best" (1945), "Telastrophy" (1954),"Top Secrets of Magic" (3 Bände, 1956-68), "Card Party" (mit Ned Rutledqe, 1965), "Between Two Minds" (mit Ned Rutledqe, 1967),"Magic to Delight" (1970), "The Living End" (1972), "Sleight Intended" (1973), "The Miracle Makers" (1975), und veröffentlichte Kunststückbeschreibungen in Jinx, Phoenix, New Phoenix, New Jinx, MUM, Pallbearers Review.

Pasha, Gogia (Dhandraj Gogia)
1910-1976 (Indien)
Gogia Pasha studierte an der Punjab Universität in Lahore Medizin und ging danach nach Schottland, wo er ebenfalls die Zulassung als Arzt erhielt.
Bevor er nach zwei Jahren wieder nach Indien zurückkehren wollte, besuchte er in Blackpool eine Vorstellung des Zauberkünstlers Owen Clarke, der unter dem Namen "Abdul Hamid, der indische Magier" auftrat. Gogia Pasha, der in Indien bis dahin nur Strassenzauberer gesehen hatte, sah zum ersten Mal eine Zaubervorstellung in einem Theater. Nachdem er die Vorstellung dreimal besucht hatte, suchte er Kontakt zu Owen Clarke, der ihm eine Stelle als Assistent in seiner Show anbot. Mit Clarke reiste Gogia Pasha durch ganz England und machte auch einen Abstecher nach New York.
|Als Clarke anschliessend an einem Herzleiden starb, versuchte Gogia Pasha, dem Wunsch des Verstorbenen gemäss die Show weiterzuführen, sah sich jedoch auf Dauer dazu nicht in der Lage und löste das Unternehmen auf.

Inzwischen von seinem Vater enterbt, weil er sich als Zauberer betätigte, kehrte Gogia Pasha nach Indien zurück und schloss sich der Truppe von Prof. Doorlay an, mit der er durch Indien, Malaysia, China, Japan, Australien, Ceylon, Neuseeland, Ägypten und Europa reiste.
Unter Anleitung Doorlays entwickelte Gogia Pasha eine eigene Nummer als Hindu-Magier, mit der er in den grossen Theatern ganz Europas auftrat. Danach kehrte er nach Indien zurück, wo er in Bombay seine Show mit grossem Erfolg während drei Monaten zeigte. Auch seine Familie sah sich die Vorstellung an und sein Vater setzte den erfolgreichen Sohn wieder als seinen Erben ein.
Gogia Pasha reiste erneut nach England, wo er bei den Krönungsfeierlichkeiten 1937 vor der königlichen Familie auftreten durfte. Eine erfolgreiche Tournee durch ganz England folgte. Gastspiele in Amerika und weitere Tourneen durch Europa schlossen sich an.
Nach dem zweiten Weltkrieg reiste er mit einer zweistündigen Show durch den Orient, besuchte Japan, die Philippinen, Bangkok, Ceylon, Australien, Neuseeland, die Fidschi-Inseln, Hawaii, Kanada und die USA.
1958 gewann der am FISM-Kongress den zweiten Preis in Mikromagie.

Masters, Drew (Andrew S. Masterson)
ca. 1910-1990 (Schottland)
Drew Masters stammte aus Glasgow, sein Interesse für die Zauberkunst wurde durch die Lektüre von Hoffmanns Bücher geweckt, auf die er in der öffentlichen Bibliothek stiess.
Als Kind wanderte er nach Amerika aus, wo er viele grosse Zauberkünstler seiner Zeit sah.
Während vieler Jahre spielte er in einer Truppe von Musikern mit und trat in wöchentliche Radiosendungen auf.
1938 kehrte er nach Schottland zurück, wo er bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges in Varietés auftrat.
Nach dem Krieg trat er mit seiner Frau Tess, einer ehemalige Musikerin, die mit ihrer Schwester bereits während Jahren in Music Halls aufgetreten war, in farbenprächtigen schottischen Kostümen mit der Show "Tricks and Tartan" auf, je nach Bedarf auch mit Puppenspiel und Musikeinlagen.

Martin, Tommy (Thomas Bradley Martin)
1910-1991 (USA)
Der an der Zauberkunst interessierte Journalist wurde zunächst Assistent von Clifford Jones (The Great Lesta) und entwickelte eine eigene Manipulationsnummer, die er in der Show von Lesta zeigen durfte.
Später lernte Tommy Martin viel über die Täuschungskunst von Malini. Ab 1933 begann er, mit seiner eigenen Nummer aufzutreten.
Als geschickter Geschäftsmann mit einnehmender Persönlichkeit, hohen manipulativen Fähigkeiten und einer sehr guten Nummer von zehn Minuten Dauer hatte er über Nacht grossen Erfolg und zeigte seine Nummer in allen grossen Theatern Amerikas.
Seine Nummer umfasste die Produktion eines gefüllten Weinglases aus einem Tuch, die Produktion von Silberdollars, mit denen er das Glas nach dem Austrinken füllte, die Verwandlung von zwei kleinen Tüchern in ein grosses, aus dem ein Käfig mit zwei Tauben produziert wurde, Kartenmanipulationen, ein Trick mit einem Ei und die Produktion von Zigaretten.
1936 ging Tommy Martin nach Europa, wo er unter dem Namen "Bradley Martin" in grossen Theatern in London, Paris, Hamburg und Berlin ebenso grosse Erfolge feierte wie in Amerika. In Europa begegnete er auch einer früheren Bekannten, der Primaballerina Rosmary Deering, die er im Januar 1937 in der Schweiz heiratete. Anschliessend arbeitete er in Monte Carlo, bis die beiden Ende Februar nach Amerika zurückkehrten. Dort traten die beiden oft zusammen im gleichen Theater auf.
Nach zwei Jahren im Dienste der amerikanischen Truppen in Europa kehrte Tommy Martin nach Chicago zurück, wo er sich entschloss, künftig als Künstleragent zu arbeiten.
1951, nach Auflösung der Agentur, in der er gearbeitet hatte, trat er erneut auf, diesmal jedoch mit einer komischen Sprechnummer, die er an Messen, Kongressen, in Hotels und Nachtclubs zeigte.
1953 zog er nach Texas, wo er mit einem Bandleader eine Künstleragentur gründete. Tommy trat als "Tom Martin" mit einem einstündigen Programm unter dem Titel "How is your Sense of Humor?" in Clubs au. Der humoristische Vortrag enthielt nur wenige Zauberkunststücke.
1962 wandte er sich ganz von der Zauberkunst ab und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit dem Einschätzen von Immobilien.

Tan Hock Chuan
1910-1991 (Singapur)
Tan Hock Chuan lernte von seinem Vater, einem Amateurzauberkünstler, zaubern. Mit 10 lernte er Nicola kennen, seine erste Vorstellung gab er mit 13 Jahren.
Von Beruf war er Mathematiklehrer. Als erster Asiate erhielt er 1937 den Sphinx-Award. Seine Kunststücke erschienen in zahlreichen Zeitschriften wie Sphinx, Magic Wand, Goldston's Magic Qarterly, Genii. Er veröffentlichte "Rough and Smooth Possibilities" (1948) und "The Magic of Tan Hock Chuan" (1970).

Mireldo (Henri Chrétienneau )
1910-1994 (F)
Mireldo trat unter den Pseudonymen Donax, De Max, und De Max Mireldo auf, bevor er definitifv den Namen Mireldo annham, unter dem ermit den Französoichen Nationalzirkus und dem Zirkus der Frères Fancki auf Tournee ging.
1952 gewann er am FISM-Kongress in Genf den ersten Preis in der Kategorie Grossillusionen.
Während vielen Jahren tat er im Théâtre du Musée Grévin auf. Zwischdendurch trat er auch im Boulevard. Rochechouart in Paris auf.
1959 trat er im Zirkus Medrano mit seiner Tochter Viviane mit einer Illusionsnummer auf.
Sie trat später unter dem Namen Viviane Mireldo weiter als Zauberkünstlerin auf.
Mireldo veröffentlichte das Heft "Mes trucs dévoilés" (1950).

Bobo, J. B.
1910-1996 (USA)
J. B. Bobo begann mit etwa 14 Jahren zu zaubern, lernte anhand des Tarbell Course und wurde etwa 1928 professioneller Zauberkünstler, der vorwiegend in Schulen auftrat. Er soll nahezu 14'000 Vorstellungen gegeben haben.
Bobo ist der Verfasser des klassischen Werkes über Zauberei mit Münzen "Modern Coin Magic" (1952).

Llorens, Roberto
1910-2006 (E)
Llorens wurde in Tarrega in Spanien geboren. Bevor er sich der Zauberkunst verschrieb, arbeitete er als Hotelpage, Schreiner, Laufbursche, Elektriker, Schuster, Buchmacher, Hundedresseur usw. Als Zauberkünstler bereiste die ganze Welt per Flugzeug, Schiff, Zug, Auto, Fahrrad.
Llorens war ein genialer Erfinder, der an Kongressen 18 Preise für Erfindungen und viel andere Auszeichnungen in allgemeiner und komischer Magie gewann. Seine Zauberkunst war kreativ, originell, kühn, nicht der Norm entsprechend. Seine Erfindungen - vom Close-up-Kunststück bis zur Grossillusion - zeichnete sich durch die einmalige Präsentation und die Verwendung einzigartiger Prinzipien aus. Er war zum Beispiel einer der ersten, der unsichtbare Fäden verwendete. Er erhielt auch als erster Zauberkünstler der Welt an einem Kongresse einen ersten Preis für eine pantomimische Zaubernummer ohne jegliche Utensilien.
Biografie: Llorens. Demi Siècle de Magie.

Rodolfo (Gács, Rezsö)
1911-1987 (Österreich-Ungarn)
Rodolfo war der grösste ungarische Zauberkünstler des zwanzigsten Jahrhunderts. Von einem chinesischen Perlenhändler lernte der dreizehnjährige Rodolfo seine ersten Zaubertricks. Arpad Odry, Schauspieler und Präsident der ungarischen Magiervereinigung, nahm den fingerfertigen Jungen unter seine Fittiche und war für seine gründliche Ausbildung besorgt.
Rodolfo begann sein Karriere 1930 in Budapest im Zirkus. Während der Dreissigerjahr bereiste er als Zauberkünstler und Taschendieb Europa, Griechenland, die Türkei und Ägypten.
Nach dem zweiten Weltkrieg trat er im englischen Fernsehen auf, im Olympia in Paris, in der Schweiz, in West- und Ostdeutschland und der Sowjetunion.
An der Akademie für Zauberkünstler in Budapest war er als Dozent tätig. Die Zauberkunst war nicht nur sein Beruf, sondern bestimmte sein ganzes Leben. Selbst mit über 70 Jahren übte er noch 4 Stunden am Tag und lebte seinem Motto nach: "Ein Künstler, der mit sich zufrieden ist, ist kein Künstler mehr. Er ist tot".
Rodolfo war der Mentor von Kovari und Tosari und schrieb drei Lehrbücher über die Zauberkunst.
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Eck, Johnny (John Eckhart)
1911-1991 (USA)
In Baltimore, Maryland geboren war Johnny Ecks Körper von Geburt an nur bis zu den Rippen normal, so dass es aussah, als sei er auf Hüfthöhe halbiert worden. Er trat in Kuriositätenkabinetten und Zirkussen und 1932 als "half boy" im Film "Freaks" sowie in drei Tarzanfilmen auf. Er vollbrachte in seinem langen Leben mehr als mancher "normale" Mensch; so war er neben Artist, Turner, Schwimmer, Lokführer auf einer Miniatureisenbahn, Autorennfahrer, Modellbauer, Puppentheaterspieler, Schauspieler und Zauberkünstler.
Mit seinem Zwillingsbruder Robert, der normal entwickelt war, zeigte er eine komische Zaubernummer, bei der Robert in einem Kabinett scheinbar in der Mitte zerschnitten wurde; beim Öffnen des Kabinetts sprangen die Füsse heraus und wurden vom Oberkörper (Johhny Eck) über die Bühne verfolgt. Die Nummer wurde unter anderem während sechs Monaten in Rajah Raboids Bühnenshow "Mysteries of 1937" gezeigt.
Eine Biografie ist in Richard Lamparski's Whatever Became of ...? (1985), S. 50-51 zu finden. s. auch hier

Dinardi (Alfred Körber)
1911 – 1996 (D)
Dinardi wurde in Niederschlesien geboren und absolvierte eine Lehre als Bäcker und Konditor. Durch seine Freundschaft zum Hypnotiseur Rolf Dinardi kam er zur Zauberkunst. Nach dessen tod erhielt er die Erlaubnis, unter Dinardis Namen aufzutreten.1939 gab er seinen ersten öffentlichen Auftritt.
1944 heiratete er Anni, eine Zirkusartistin. Im zweiten Weltkrieg verlor er alles. Danach begann er erneut eine Bühnennummer aufzubauen.
Bekannt geworden ist Dinardi vor allem mit der Produktion einer Unmenge von Federblumen, mit denen er die grössten Bühnen füllte. Die zahlreichen unterschiedlichen Federblumen und Bouquets stellte er aus Hühnerfedern in Handarbeit selber her.
1990 wurde er vom Magischen Zirkel von Deutschland in Anerkennung seiner grossen magischen Leistungen zum Magier des Jahres ernannt.
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Cleopatra (Valeria Alexandrovna Kasfikis)
1911-1999 (RUS)
Cleopatra war die Frau und Assistentin von Anastasios Kasfikis, eines in Russland lebenden Illusionisten griechischer Abstammung. 1929 trennte dieser sich von seiner Fau Cleo Dorotti und verliess Russland. Bis in die 1930er-Jahre trat Valeria in Kasfikis grosser Zauberschau mit bis zu 20 Mitwirkenden in Russland und Europa auf. Nach seinem Tod bei einem Autounfall 1934 trat Valeria ab 1938 mit einer eigenen Show auf. 1939 reiste sie nach Südamerika und trat dort unter dem Namen Cleopatra in der Schow von Chang auf.
Später heiratete sie in New York einen Theateragenten.
Mitte der 1950er-Jahre trat sie erneut in Europa auf.

Maldino, Fred (Friedrich Mahlo)
1911-2003 (D)
Maldinos Interesse für die Zauberkunst wurde durch seinen Onkel geweckt, der drei Tischkunststücke beherrschte, die er immer wieder zeigte. Anhand von M. Wesels "Der Kartenkünstler in der Westentasche" erlernte er seine ersten Kartenkunststücke. In einem Antiquariat entdeckte er dann eine Ausgabe von Conradis "Universum der Magie", das er mit grossem Eifer studierte. Mit 12 Jahren erstand er seine ersten Kunststücke in Conradis Geschäft. Mit 15 Jahren liess er an einer Schulveranstaltung eine Dame auf der Bühne schweben.
1930 wurde Maldino Berufszauberkünstler und trat in der Folge mit Manipulationen, klassischen Bühneneffekten und Illusionen in den meisten europäischen Ländern auf. Während seiner Laufbahn lernte er unter anderen Goldin, Dante, Paul Scheldon, Okito und John Olms persönlich kennen
Auf Drängen der Eltern machte er eine Ausbildung zum Grosshandelskaufmann. Nach seiner Lehrzeit, während der Wirtschaftskrise in Deutschland 1929 wandte er sich der Zauberkunst zu. 1930 begann er seine Laufbahn als professioneller Zauberkünstler und bereiste in der Folge die meisten europäischen Länder.
1938 trat er dem Magischen Zirkel von Deutschland (MZvD) bei.
Nach dem Krieg, nachdem er aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, baute er sich neue Geräte, Requisiten und Illusionen und stellte eine neue Nummer zusammen, mit der er in den folgenden Jahren durch Deutschland reiste.
1991 wurde er vom MZvD zum Schriftsteller des Jahres ernannt. Maldino war ebenfalls Mitglied des Inner Magic Circle und der 1979 gegründeten Interessengemeinschaft Professioneller Magier (IPM).
Maldino veröffentlichte im Eigenverlag neben einem Seminarheft "Seminar 86 - Mit den besten Ideen zum Selbermachen" (1987) zahlreiche Schriften über die Geschichte der Zauberkunst und bekannte Zauberkünstler: "Zauber Souvenir. Erinnerungen an die Zeit der grössten Zauberer (1987), "Zauber Katalog in den zwanziger Jahren. Kleines Traumbuch für Zauberer" (1987), "Erinnerungen an Horace Goldin" (1988), "Bekannte und unbekannte Deutsche Zauberer aus den zwanziger Jahren" (1989), "Die Zauberwelt der Illusionen" (1990), "Blick in die Vergangenheit" (1992), "Illusionen - Traum der Zauberer. Souvenir mit dem Besten der Illusionskunst" (1994), "Zauber Witze 60 Jahre Heiterkeit" (1995), "Ein Jahrhundert geht - Ein Überblick" (1996), " Das Jahrhundert der Zauberer - Wie war es?" (o. J.)
Ausserdem publizierte er diverse Artikel in der Magie und in Magicol.

Brusini's (Paolo Brusini)
1911-1963 (I)
In Goito di Mantova geboren, kam Brusini während der Schulzeit über einen Katalog der Casa Magica in Milano mit der Zauberkunst in Kontakt, interessierte sich nach der Schule jedoch zunächst für Motorradrennen. Erst als er eine Vorstellung von De Mario sah und durch diesen die Bekanntschaft von Bustelli machte, begann er sich selber aktiv mit der Zauberkunst auseinanderzusetzen.
Während des Krieges gab er bei seinem Einsatz in Griechenland zahlreiche Auftritte für die Truppen. Nach dem Krieg trat er in Theatern und Lichtspieltheatern auf und spezialisierte sich auf Manipulationen mit Zigaretten, Karten und Münzen.
Er trat an zahlreichen Kongressen auf, 1955 als einer der ersten Italiener auch am FISM-Kongress in Amsterdam. Kontinuierlich erweiterte er sein Repertoire mit dem Ringspiel, dem Fischfang aus der Luft, der Produktion von Feuerschalen und Tauben, der schwebenden Kugel. Dank seiner Popularität und seiner Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Publikums und der Presse auf sich zu lenken, erschienen in allen grossen Tageszeitungen zahlreiche Artikel über ihn.
1960 nahm er mit Karton, Maxim und Chun-Chin-Fu an einem von der B.B.C. im Fernsehen übertragenen Wettbewerb zwischen England und Italien teil, bei dem Italien mit 68 zu 65 Punkten gewann.
1963 ereilte den erst 52-Jährigen in der Nähe von Ancona der Tod auf der Bühne.
Biografie: RAIMONDI, V. Spttacolo Magico. Eedizioni La Porta Magica, Roma, 2000.

Ose Jay
1911-1967 (USA)
Jay Ose war professioneller Close-up Zauberkünstler. Ab der Eröffnung des Magic Castle in Hoolywood 1963 trat er als "Hausmagier" bis 1967 dort auf.
Eine seiner Spezialitäten war das Kümmelblättchen. Er wies daraufhin, wie wichtig es ist, das Opfer dazu zu bringen, zu sagen, wo es die gewinnende Karte vermutet, und dass es dies nicht tut, wenn man zu schnell arbeitet. Mit seiner charmanten Art, seinem lakonischen Lächeln und seiner "schau-wie-einfach-es-ist-Präsentation" erwischte er unweigerlich jeden Zuschauer.
Ose war auch als Berater für Falschspielszenen in Filmen tätig, so unter anderem in "Cincinnati Kid", wo seine Hände als die Hände von Lady Fingers (Joan Blondell) zu sehen sind. Er wirkte ebenfalls in mehreren Hollywood- und TV-Filmen als Schauspieler mit, so auch in "The Flim-Flam Man" (1967). Ose verstarb kurz bevor der Film in die Kinos kam.
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Carlyle, Francis (Francis Finneran)
1911-1975 (USA)
Francis Carlyle war professioneller Kartenkünstler. 1955 wurde er zu einem von 10 lebenden "Card Stars" gewählt.
Am bekanntesten wurde er durch seine Beiträge in "Stars of Magic", insbesondere seine "Homing Card", sowie seinen "Business Card Move".
Carlyle verstarb infolge übermässigen Tabak- und Alkoholgenusses.
|Fogel, Maurice, J.

1911-1981 (GB)
Maurice Fogel wuchs als eines von sieben Kindern eines polnischen Einwanderers in ärmlichen Verhältnissen in Londons East End auf. Ein Buch von Houdini weckte sein Interesse für die Zauberkunst. Mit 19 Jahren trat er Will Goldston's Magician's Club bei, wo er viele der zeitgenössischen Grössen der Zauberkunst kennen lernte. Ned Willimas (Robert Harbin) wurde sein bester Freund.
Ab 1929 arbeitete er als Assistent von Rameses, danach trat er 1935-1936 mit einem eigenen Programm als "The Magic Impressionist" auf, in dem er Kunststücke in den Rollen verschiedener Zauberkünstler wie Cardini, Fred Brezin, Jasper Maskelyne, Oswald Williams, The Great Carmo, Donald Stuart und Horace Goldin Kunststücke vorführte.
Während des zweiten Weltkrieges trat er als Unterhalter in einer Theatergruppe des Militärs auf. Nach der Entlassung aus der Armee arbeitete er weiter als Zauberkünstler. Nach einem grossen Erfolg mit Mentalkunststücken, die er auf der Bühne vorgeführt hatte, trat er fortan als Mentalist auf.
Da nach dem Krieg die Auftrittsbedingungen sehr schlecht waren, hoffte Maurice Fogel, die dringend notwendige Publizität zu erlangen, indem er die Militärs zu überzeugen versuchte, dass seine mentalen Fähigkeiten weit reichende Konsequenzen haben könnten. Nachdem entgegen seiner Hoffnung nichts darüber publiziert wurde, sprach er bei der Russischen Botschaft vor und versuchte die Russen zu überzeugen, dass seine Fähigkeiten des Gedankenlesens für militärische Zwecke eingesetzt werden könnten. Nachdem er eingeladen worden war, seine Fähigkeiten einem russischen Professor zu demonstrieren, berichtete er dem britischen Kriegsministerium über das bevorstehende Treffen. Er wurde aufgefordert, das Treffen einzuhalten und über die Ergebnisse zu berichten. Nachdem der russische Professor sich beeindruckt gezeigt hatte, war das britische Militärministerium erfreut zu hören, dass die Russen weniger über Gedankenlesen wussten als die Briten. Zwei Wochen darauf erschien im "Daily Sketch" ein Artikel darüber. Dies war die erste von vielen Aktionen, mit denen Maurice Folge die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog.
Während 25 Jahren arbeitete er in Ferienanlagen für Familien vor jeweils bis zu 1000 Zuschauern.
Maurice Fogels spektakulärstes Kunststück war der Kugelfang, den er zunächst während seines Militärdienstes Anfang der Vierzigerjahre in klassischer Weise, später als russisches Roulette mit fünf Luftgewehren vorführte.
1981 starb er auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsvorstellung an einer Herzattacke.
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Arsenio (Vittorio Arsenio)
1911-1986 (I)
Arsenio wurde in Brindisi geboren und wanderte mit 9 Jahren mit seiner Familie nach Ägypten aus. Er erlernte den Beruf eines Bankbeamten.
Mit 18 Jahren las er ein Zauberbuch und begann sich mit Manipulation zu befassen und führte bald vor Freunden und bei Wohltätigkeitsveranstaltungen seine Künste vor. Der Erfolg spornte ihn an, sein Repertoire auszubauen und er begann in Clubs und Kabaretts aufzutreten und entschloss sich schliesslich, die Zauberkunst zu seinem Beruf zu machen.
Zwischen 1938 und 1956 trat er als angesehenster Zauberkünstler in den renommiertesten Lokalen im Mittleren Orient auf, insbesondere im Lybanon, in Jordanien, Syrien und Lybien. Er bereiste ebenfalls Italien, Spanien und Griechenland.
1953 und 1954 trat er auf Kreuzfahrtschiffen auf. Arsenio zeigte seine Künste in Ägypten unter anderem auch vor General Patton, Montgomery und Eisenhower, Aga Khan und Viktor Emanuel III.
1956 kehrte er nach Italien zurück und liess ich in Rom nieder. Er trat dem Circolo Magico Italiano bei und trat anlässlich dessen Kongress 1956 in Ancona auf.
Arsenio war als letzter Vertreter der alten Schule ein Meister des gesamten klassischen Repertoires der Zauberkunst: der Kartenkunst, des Ringspieles, der Seilmagie, der Zigarettenmanipulation. Er verfügte über eine einnehmende Persönlichkeit, die Herzlichkeit, Autorität, Witz, Distinguiertheit und Galanterie zugleich ausstrahlte.

Kondi (Konstantin Nikolajewitsch Saizew) 1911-1995 (RUS)
Veronika Petrowna Malinowskaja 1916-1995 (RUS)
Die Beiden traten unter dem Namen Kondi auf und zeigten eine zusammenhängende, sich logisch entwickelnde komische Darbietung. Der Conférencier kündigte die Malinowskaja an und warnte das Publikum, dass ihr erstmals ihr Schüler Saizew helfe. Aus dieser Konstellation entwickelten die beiden Künstler ihre komische Nummer. So wurde z. B. von ihr der verschwindende Vogelkäfig gezeigt. Als Saizew sich unglücklicherweise umdrehte, entdeckte man den Käfig an seinem Rücken hängend usw.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg

Meyer, Orville
1911-1992 (USA)
Orville Meyer begann mit 15 anhand von Büchern zu zaubern. Mit 19 war er bekannt als "The Nebraska Boy Wonder".
Meyer erfand 1931 eine eigene Version des Kugelfanges, die er 1933 an Annemann weitergab. Ab 1933 trat er als halbprofessioneller Zauberkünstler und Mentalist unter dem Namen "The Wizard of Ah's" auf. Zu seinen Lieblingseffekten zählten der Kartensteiger, Karte in Zigarette, Ringspiel und Chinastäbe.
Er verfasste "13 Jumbo Card Effects" (1937), "Magic in the Modern Manner" (1949), "Telepathy in Action" (1961),"Telepathy in Action!" (1961), "The Amazing Magic Square and Master Memory Demonstration" (1961) und publizierte Kunststücke in Sphinx, Jinx, Phoenix, Hugard's Magic Monthly, Genii, MUM, Magic, Vibrations und Magic Manuscript.
1989 erhielt er den PEA Achievement in the Art of Mentalism Award, 1993 wurde er in die SAM Hall of Fame aufgenommen.

Calvert, John (Madren Elbern "John" Clavert)
1911-2013 (USA)
John Calvert wuchs als eines von vier Kindern eines Methodisten auf dem Land in New Trenton, Indiana auf. Mit 8 Jahren sah er eine Vorstellung von Thurston und begann bald seine eigenen Kunstgriffe und Kunststücke zu entwickeln. Nach einer überwundenen Kinderlähmung und einer schweren Lungenkrankheit gewann er durch hartes Training mit Jogging und Schwimmen seine Stärke zurück und bestritt sogar einige Boxkämpfe. Mit 18 studierte er am College Psychologie und führte in seiner Freizeit Zauberkunststücke für seine Mitstudenten vor. Nachdem Tarbell das College besucht hatte, begann Calvert, in Schulen und Colleges Seminare über die Täuschungskunst mit praktischen Demonstrationen zu geben. Dabei wurde er von einem Agenten entdeckt, der ihm einen zehnwöchigen Vertrag für Zaubervorstellungen in Theatern für 3'000 Dollars anbot. Er tauschte seinen alten Ford gegen einen achtzylinder Cadillac, diesen dann gegen einen sechzehnzylinder Cadillac, und als seine Requisiten immer grösser wurden kaufte er einen Zehntonnen-Truck.
Ab 1934 begannen Calverts Reiseabenteuer, die ihn mehrmals um die ganze Welt führten. Er arbeitete mit Chevrolet, Ford und Hudson zusammen, indem er durch seine Shows die Leute ins Theater lockte und die Autofirmen dort potenzielle Kunden ansprechen konnten.
1936 kaufte sich Calvert sein erstes Flugzeug, später kaufte er sogar eine DC-3 um seine komplette Show und alle Mitwirkenden zu transportieren. Um weiter voran zu kommen kündigte Calvert an, dass er jeden Stunt ausführen würde, der jemals versucht worden sei. Er führte Blindfahrten mit Auto und Motorboot und als einziger Blindflüge mit Flugzeugen aus (dies noch mit 74 Jahren!), Befreiungen aus Zwangsjacken und Handschellen, kletterte auf die höchsten Gebäude und liess sich lebendig begraben.
Anfang der Vierzigerjahre war seine Show für kleinere Theater zu gross geworden. Er setzte sich zum Ziel, am Broadway aufzutreten oder seine Show zu verkaufen. Da ihm ersteres nicht gelang, verkaufte er die Show und ging nach Hollywood, um dort sein Glück zu suchen. 1941 wirkte er in seinem ersten Film mit Kartenmanipulationen als Double von Clark Gable mit. Nachdem er sich bereit erklärt hatte, für Hollywoods Showgrössen eine Benefizvorstellung zu geben, stellte er eine Show zusammen die anschliessend während 19 Wochen vor ausverkauftem Haus im Los Palmas Theater lief. Daraufhin konnte er sich vor Angeboten kaum retten. Er unterschrieb einen Siebenjahrsvertrag mit Columbia Pictures, der ihm 12 Wochen pro Jahr spielfreie Zeit garantierte, in der er seine magische Show zeigen konnte. Kurz darauf erhielt er das Angebot, im Loew's State Theatre am Broadway aufzutreten. Nachdem er in zahlreichen Filmen mitgespielt hatte, wurde er selber Filmproduzent.
1949 reiste er nach Australien, Ende der Fünfzigerjahre - nachdem er in Südafrika auf Grosswildjagd gegangen war und Pläne für einen neuen Film gemacht hatte - trat er während 40 aufeinander folgenden Wochen in England auf. Danach kehrte er nach Südafrika zurück, wo er den Film "Dark Venture" drehte, mit dem er 1957 in Hollywood grossen Erfolg hatte.
Nun hatte Calvert die Idee, mit seiner Show auf einem Schiff auf Welttournee zu gehen. Mit der Segeljacht "Sea Fox" segelte er nach Okinawa, Taiwan und Japan, wo er sechs Monate auftrat, danach nach Singapur und Australien. Dort verlor er das Schiff durch unglückliche Umstände.
Nach seiner Australientournee drehte er einen Film in Tasmanien. In Singapur liess er sich für rund 1 Million Dolllars einen neuen Motorsegler bauen, die "Sea Nymph". Damit segelte er nach Borneo. In Singpur lernte er Barbara de Mello kennen, die als seine dritte Frau unter dem Namen "Tammy" ein unentbehrlicher Teil seiner Show wurde. Als Calvert nach Auftritten in Malaysia, Singapur, Thailand, Bangkok, Laos, abreisen wollte, strandete die Jacht in Madras und war verloren.
Calvert trat in verschiedenen Städten in Indien auf und segelte dann nach Südafrika, Mauritius, Réunion, Ostafrika. 1964-1965 macht er eine Tournee durch die Theater Südafrikas. Als er Südafrika verlassen wollte, musste ein Zirkus aus Konkurrenzgründen sein Unternehmen aufgeben. Calvert kaufte das ganze Unternehmen inklusive Tiere, Fahrzeuge, 400 Tonnen Ausrüstung und Zelt. Mit dem John Calvert Magic Circus reiste er während 18 Monaten durch Südafrika, bis er einen Käufer fand. Er kaufte seine dritte Jacht, "die Mercury", mit der er nach Yemen, Oman, Abu Dhabi und Kuwait segelte, wo er in einem grossen Theater eine Fernsehshow produzierte. Danach segelte er nach Indien und Singapur, wo er die Jacht verkaufte.
1971 begann er eine weitere Weltreise auf seiner vierten Jacht, der "Magic Castle", einem 60-Tonnen-Schiff, mit dem er mehr als 25'000 Meilen zurücklegte und dabei Malaysien, Indoneisen, Sri Lanka, Indien, Pakistan, den Iran, Afrika, den Yemen,, persischen Golf, Aden, Israel, den Libanon, Cypern, die Türkei, Griechenland, Sizilien und Italien, Malta, die Balearen, England, den Golf von Biscaya, Portugal, Spanien, Gibraltar und die kanarischen Inseln besuchte. In Marokko verlor er die Jacht durch Sabotage.
Während eines Jahres zeichnete er Pläne für eine neue Jacht, die er sich in Gran Canaria bauen liess, die 100 Tonnen schwere, dreimotorige "Magic Castle II".
1986, mit 75 Jahren, brach er in Tenessee mit ausverkauften Vorstellungen im Orpheum Theater in Memphis alle Rekorde und trat mit 100 Jahren noch am Broadway in New York City und im Palladium in London auf. Er starb im Alter von 102 Jahren.
Biografie: RAUSCHER, W. V. John Calvert. Magic and Adventures around the World. Claitor’s Publishing Division, Baton Rouge, Louisiana, 1987.
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Fetsch, Hen (Henry Nicholas Fetsch)
1912-1961 (USA)
Von einer Vorstellung von Carl Rosini inspiriert, lernte Hen Fetsch aus einem Zauberkasten seine ersten Zauberkunststücke. Er erfand "Silk Epic" (1951), "Mental Epic" (1952), "Wallet Wallop" (um 1960) und verfasste mehrere Bücher, u. a. "Minature Card Magic" (1943), "Milk Pitcher Magic" (1946), "Magic with Canes" (1960), und veröffentlichte Kunststückbeschreibungen in Jinx, Phoenix und New Jinx.

Goodliffe (Charles Goodliffe Neal)
1912-1980 (GB)
Der aus einer streng katholischen Familie stammende Goodliffe begann bereits mit 7 Jahren zu zaubern und arbeitete kurze Zeit als professioneller Zauberkünstler. Während einiger Zeit produzierte und verkaufte er Zaubergeräte bevor er Verkäufer von Kirchenausstattungen - Kruzifixen, Statuetten, Bibeln usw. - wurde.
Goodliffe war Gründer und Herausgeber (1946-1980) der einzigen wöchentlich erscheinenden Zauberzeitschrift Abracadabra. Ausserdem verfasste er das Buch "Simply Wizard" (1946).
Einige Jahre nachdem er die wöchentliche Zeitschrift ins Leben gerufen hatte, begann er an einer unheilbaren Lähmungskrankheit zu leiden, die in seinen Beinen begann und schliesslich auf den ganzen Körper übergriff. 1980 verstarb er an Krebs.

Karson, Joe (Joseph Alexander Chrzanowski)
1912-1980 (USA)
Joe karson wurde als Sohn polnischer Immigranten in Providence, Rhode Island geboren.
Mit 10 Jahren sah er zum ersten Mal einen Zauberkünstler und beschloss, selber Zauberkünstler zu werden. Ein Jahr darauf gab er mit Kunststücken aus Hoffmann's Modern Magic und aus einem Zauberkasten seine erste Vorstellung.
Nachdem sich seine Eltern getrennt hatten, änderte er seinen Namen in Karson. Ab 1929 zog er während drei Jahren mit einer chinesischen Nummer als "Chan Lin and Company " (einem Assistenten) durchs Land.
Anfang der Dreissigerjahre in der Depressionszeit hielt er sich auch als Musiker (Guitarre, Banjo, Ukulele) über Wasser. Ab 1932 begann er ein Versandgeschäft für Zauberartikel (Karson Xclusives), schrieb Artikel für den "Linking Ring", war Gründungsmitglied der Magic Dealers Association und wurde Mitglied vieler Magischer Vereinigungen.
1936 heiratete er Anne Kasileviski Miller, von der er zwei Jahre nach der Geburt eines Sohnes 1944 wieder geschieden wurde.
Ende der 1930er-Jahre eröffnete er in Springfield, Massachusetts, ein kleines Zaubergeschäft, 1944 verlegte er es in etwas grössere Räumlichkeiten, wo er seine Kunststücke herstellte und verkaufte. Zu dieser Zeit wurde er als Händler und Vorführender an Kongresse bekannt. Sein Geschäft wurde ein Treffpunkt für viele grosse Zauber- und Varieté-Künstler.
Mit seiner zweiten Frau Anne Skura als Partnerin baute er eine elegante moderne Nummer auf, die er neben seiner chinesischen Nummer vorführte.
1955 liess sich seine zweite Frau wegen seines Alkoholproblems von ihm scheiden. Karson schloss das Geschäft, führte jedoch den Versandhandel weiter.
Nach 1959 war Karson nur noch selten in der magischen Szene anzutreffen. 1970 trat er mit Rückenproblemen in den Ruhestand und lebte von einer Invalidenrente. 1980 starb er mittellos.
Karson veröffentlichte Mitte der Dreissiger bis Ende der Vierzigerjahre mehr als ein Dutzend Manuskripte. Neben der weltbekannten "Zombie" erfand Karson weitere Kunststücke wie "Vodoo", eine Ein-Mann-Routine für das tanzende Taschentuch, den "Magic Vision Tester", "Rubberneck" ("Head Twister"), "Submerged Card Mystery", "Traveling Flame" und bot viele eigene Versionen von bekannten Kunststücken aus eigener Produktion an.
Biografie: ROSE, M.E. Joe Karson. Beyond Zombie. Mike Rose Magic, Phoenix, Maryland, 1999.

Seldow, Michel (Michael Seldowicz)
1912-? (F)
Michel Seldow war Journalist, Schauspieler und Zauberkünstler. Er begann bereits mit 9 Jahren zu zaubern. Seine ersten Auftritte in der Öffentlichkeit hatte er in einem kleinen Cabaret in Paris. Auf Reisen durch Europa traf er in Berlin Conradi, in London Horace Goldin. In Paris stand er in Kontakt mit André Mayette.
Zwischen 1957 und 1973 trat er in zahlreichen prominenten Sendungen im Fernsehen auf und trug damit viel zu einem guten Image der Zauberkunst in Frankreich bei. 1906 gewann er die Bronzemedaille der AFAP.
Zwischen 1946 und 1970 spielte er in 18 Filmen mit.
Michel Seldow verfasste "Les Illusionnistes et leurs secrets" (1959; deutsche Übersetzung von Peter Schuster: "Die Kunst Frauen zu zersägen", 1964) und "Vie et secrets de Robert-Houdin" (1971).

Cimò, Padre (Salvatore Cimò)
1912-1985 (I)
Salvatore Cimò wuchs In Sizilien als jüngerer von zwei Brüdern in ärmlichen Familienverhältnissen auf. Sein Vater wanderte nach Amerika aus und versuchte mehrmals vergeblich, die Familie zu sich zu holen. Savatores Bruder Antonio musste bereits mit sieben Jahren arbeiten gehen, um die Mutter und seinen Bruder zu unterstützen. Er blieb Analphabet, während Salvatore die Möglichkeit erhielt die Grundschule zu besuchen. Mit 15 Jahren trat Salvatore in den Jesuitenorden in Bagheria ein. Nach Studien in Italien, Frankreich und auf einer griechischen Insel erhielt er 1941 die Priesterweihe und unterrichtete danach an verschiedenen Orten in Italien Griechisch und Latein. 1961 liess er sich am Hauptsitz der der Jesuiten in Cibali nieder.
Bereits als Kind interessierte sich Salvatore Cimò für die Zauberkunst. Er las die Bücher von Carlo Rossetti, die ihn zum systematischen Studium der Zauberkunst inspirierten. Von Ranieri Bustelli, mit dem er befreundet war, erbte er viele Bücher. Als er unterrichtete, setzte er die Zauberkunst für die Vermittlung der apostolischen Botschaften ein, was ihm zu grosser Popularität bei seinen Studenten verhalf. Er gab auch bis zu zweistündige Zaubervorstellungen in Kino- und Theatersälen um Geld für bedürftige Priesteranwärter zu sammeln.
In Cibali gründete er eine Zauberschule, in der er zahlreiche italienische Zauberkünstler unterrichtete, von denen etliche über Italien hinaus bekannt wurden. Ausserdem organisierte er periodisch ein Festival der Magie, bei dem seine Schüler auftraten.
Von der Gründung des Club Magico Italiano an war Padre Cimò Mitglied und steuerte zahlreiche Beiträge zur Zeitschrift Magia Moderna bei. Mit 72 trat er anlässlich des internationalen Kongresses des Club Magico Italiano in Bologna zum letzten Mal auf.
Aufgrund seiner zahlreichen Publikationen wurde Padre Cimò als „Tarbell der italienischen Zauberliteratur“ bezeichnet. Insbesondere in den 1960er- und 1970er-Jahren machte er durch seine Veröffentlichungen den italienischen Zauberkünstlern die in der internationalen Literatur beschriebenen Kunststücke und Techniken zugänglich. Er veröffentlichte „Encyclopedia cartomagica“ (1958), „Micromagia“ (1965), „Divinazione Mentali“ (1965), „Prestigiazione con le corde“ (1966), „Prestigiazione con monete e anelli“ (1968), „Prestigiazione con ditali e sigarette“ (1971), „Prestigiazione con palline e uova“ (1971), „Cartomagia“ (1973),“ Magia con panuelos, Vol. I“ (1976), „Magia con panuelos, Vol. II“ (1976), „Magia con aparatos - Velas“ (1984),“ Magia con aparatos - Botellas“ (1984), „Magia con aparatos - Relojes/cristal atraversado“ (1984), „Magia con animales - Conejos“ (1984), „Magia con animales - Magia con peces, peceras y otros animales“ (1984), „Meraviglie cartomagiche - Mazzi speciali“ (1984), „Meraviglie cartomagiche - Carte truccate“ (1984), „Meraviglie cartomagiche - Giochi con atrezzi (prima parte)“ (1984), „Meraviglie cartomagiche - Giochi con atrezzi (secondo parte)“ (1984), „Meraviglie cartomagiche - Giochi classici (prima parte)“ (1985), „Meraviglie cartomagiche - Giochi classici (secondo parte)“ (1985), „Meraviglie cartomagiche - Manipolazioni techniche fioriture e sussidi giochi di destrezza“ (1985), „Meraviglie cartomagiche - Giochi per manipolatori (prima parte)“ (1986), „Meraviglie cartomagiche - Giochi per manipolatori (secondo parte)“ (1987), „Meraviglie cartomagiche - Giochi matemagici e con mazzi special“i (1987),“ Magia con animales - Palomas“ (1989), „Magia con papeles“ (1999), „Magia con discos, dados y cubos“ (2000).
Ausserdem hinterliess er sechs unveröffentlichte Manuskripte mit den Titeln „Prestigiazione con i liquidi“, „Prestigiazione con fiori e piume“, „Prestigiazione con bachette e bastoni“, „Prestigiazione varia“ und „Prestigiazione con i palloncini“.
Biografie: Samà, G. Vita e opere di padre Cimò. Gregorio Samà, 2015

Rice, Harold R.
1912 -1987 (USA)
Harold Rice wurde in Salineville, Ohio geboren. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde bereits als Kind geweckt, als er eine Vorstellung von S. S. Henry sah. Weitere Vorstellungen durfte er kostenlos besuchen, weil er Henrys Lieblingsziege fütterte, die dieser zweimal am Tag auf der Bühne verschwinden liess.
Schon während der Schulzeit ersann er eine Seidentuchnummer, für die er sich bald seine eigenen Seidentücher herzustellen begann. 1929 rief er die Silk King Studios ins Leben, nachdem ihn Zauberkollegen überredet hatten, für sie Seidentücher herzustellen.
Von 1932 bis 1940 erscheinen monatlich Beiträge von ihm im Linking Ring, danach begann er, seine Kunststücke mit Seidentüchern in kleinen Heften zu publizieren.
1937 heiratete er Thelma Ryle, die als seine Partnerin auftrat und später die Silk King Studios weiterführte. 1944 doktorierte der Kunststudent an der Columbia University und erteilte Kunstunterricht bis zu seiner Pensionierung 1978.
Rice publizierte "Rice's Naughty Silks" (ca. 1930), "Rice's More Naughty Silks" (1941), "Thru the Dye Tube" (1943, mit Wayne F. van Zandt), "Capers with Color" (1967).
Der erste Band des dreibändigen Klassikers "Rice's Encyclopedia of Silk Magic", der viel der von Rice erfundenen Kunststücke enthält, erschien 1948, der zweite Band 1953, der dritte Band 1962.

Bertram, Ross
1912-1992 (CAN)
Ross Bertram Lernte bereits während der Schulzeit aus Hoffmanns "Modern Magic" und aus Erdnases "The Expert at the Card Table".
Mit 10 lernte er Saxophon spielen und trat häufig mit professionellen Bands auf. Mit 14 Jahren spielte er in einem Orchester mit und trat während der Pause als Zauberkünstler auf. Später hörte er mit der Musik auf und konzentrierte sich auf die Zauberkunst.
Während des Koreakrieges unterhielt er die amerikanischen Truppen in Seoul. Danach wandte er sich lukrativen Trade Shows zu und kam in den Fünzigerjahren auch zum Fernsehen.
Ross Bertram löste mit seinen einzigartigen Techniken einen Trend zu Münzenmagie in der Close-up-Zauberei aus. Seine Zauberkunst zeichnete sich durch ausgesprochene Natürlichkeit der Bewegungen aus.
Zu Beginn der Sechzigerjahre zeigte er eine Falschspieldemonstration mit Karten, mit der er in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen beträchtliches Aufsehen erregte. 1968 musste er sich krankheitshalber zurückziehen.
Er verfasste die Bücher "The Magic and Methods of Ross Bertram" (1978) und "Bertram on Sleight of Hand" (1983), ein klassisches Buch der manipulativen Close-up-Zauberkunst.

Arnardo (Arne Otto Lorang Andersen)
1912-1995 (N)
Arne Otto Lorang wurde als Sohn von Einar und Elna Andersen in Sarpsborg, an der südöstlichen Spitze von Norwegen, geboren. Sein Vater war Holzfäller. Bereits als Kind zeigte Arne Interesse am Show-Business. Mit sechs Jahren trat er im Haus seiner Grosseltern mit einem Puppenspiel auf. Mit 14 lief er von zu Hause weg und arbeitete als Stalljunge in einem Zirkus. Er liess sich zum Schlangenmenschen und Seiltänzer ausbilden und trat unter dem Namen Armido 1929 erstmals auf. Bald änderte er jedoch seinen Namen in Arnardo.
1939 wurde er Geschäftsführer des norwegischen Zirkus Berny. Diese Anstellung endete jedoch bald, als Norwegen 1940 von den Deutschen besetzt wurde und der Zirkus bis zum Ende des zweiten Weltkrieges geschlossen blieb.
Arnardo arbeitete weiterhin als Akrobat und entwickelte eine Zauberdarbietung, die schliesslich zu seinem Markenzeichen wurde.
1941 heiratete er Gerd Gløgård, mit der er die zwei Kinder Arild und Wenche hatte.
Nach dem Krieg kaufte Arnardo ein Second-Hand-Zirkuszelt für 1500 Norwegische Kronen, und fing an, einen Wanderzirkus aufzubauen. Im Frühjahr 1949 gab der Zirkus Arnardo seine Uraufführung mit traditionellen Zirkusnummern. Der Star der Show war jedoch Arnardo mit seiner Zaubernummer, die den Grundstein für seinen Erfolg legte und eine jahrzehntelange Tradition begründete.
Arnardo wurde in ganz Norwegen als „Zirkus-König“ bekannt. Als idealisiertes Bild eines Zirkusdirektors wurde er zum norwegischer Medienstar. 1954 spielte er als Hauptdarsteller im Film „Cirkus Fandango“ die Rolle eines Zirkusdirektors. 1970-1971 spielte er im Nye Theater in Oslo einen Clown. Arnardo war auch Mitglied des Magischen Zirkels von Norwegen.
Am norwegischen Nationalfeiertag organisierte Anrnardo jeweils eine Zirkusparade in Ålesund, eine Tradition, die er auch noch aufrecht erhielt, als er nach mehreren Schlaganfällen nur noch im Rollstuhl daran teilnehmen konnte.
1962 veröffentlichte Arnardo seine Memoiren „Sirkusliv“ (Zirkusleben). Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er 1970 Eva Sørensen.
1973 wurde ihm eine königliche Verdienstmedaille verliehen, 1985 wurde auf Utsiktsveien in Alvim, Sarpsborg eine Büste von ihm enthüllt, 1988 wurde er zum Ritter des Königlichen Norwegischen Ordens des heiligen Olaf erster Klasse ernannt.
Arnardos Sohn Arnild, ein Seiltänzer, übernahm nach und nach die Leitung des Zikrus Arnardo. Mit seiner Tochter, einer talentierten Reiterin und seinem Sohn, der in die Fussstapfen seines Grossvaters trat und Zauberkünstler wurde, führte er die Tradition des Zirkus Arnardo weiter.
Trotz seiner angegriffenen Gesundheit lebte Arnardo weiterhin in seinem Wohnwagen und reiste mit seinem Zirkus umher. Er starb während einer Aufführung in Tøyen in Oslo auf dem Zirkusplatz in seinem Wohnwagen.
Biografie: Arne Arnardo und Bjørn Bjørnsen, Sirkusliv (Oslo, Cappelen, 1962)

Booth, Dr. John Nicholls
1912-2009 (USA)
John Booth wurde als ältester von drei Söhnen eines Pfarrers in Meadville, Pennylvania geboren. Mit 10 Jahren wurde er durch einen Zauberkasten zum Zaubern animiert, mit 14 lernte er von W. J. Armstrong zaubern, mit 15 trat er bereits als Teilzeit-Profi auf. Mit 16 wurde er Mitglied der I.B.M.
Zwischen 22 und 30 trat er in Nachtclubs, Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen auf. Während dieser Zeit lernte er auch seine Frau kennen, die er 1941 heiratete.
Dann entschloss er sich, Theologie zu studieren und wurde Geistlicher. Neben seiner Tätigkeit als unitarischer Geistlicher trat er weiterhin als Zauberkünstler auf und reiste durch die Welt.
1948-1949 reiste er durch Asien und berichtete als Korrespondent der Chicago Sun-Times über Ereignisse aus asiatischen Ländern, interviewte hochrangige Politiker und trat vor Staatsoberhäuptern als Zauberkünstler auf.
Seine weiteren Reisen, unter anderem durch Afrika, die Südsee und Südamerika dienten als Grundlagen für 8 Dokumentarfilme, die er auf einer Tournee in grossen Kinos in ganz Amerika vorführte.
John Booth gab Seminare für Zauberkünstler und schrieb zahlreiche Artikel und Bücher über die Zauberkunst und anderen Themen. Zu seinen nicht-magischen Publikationen gehören Titel wie "Fabulous Destinations" (1950), "The Story of the Second Church in Boston" (1959), "Booths in History" (1982).
Für Zauberkünstler schrieb er "Super Magical Miracles" (1930), "Forging Ahead in Magic" (1939), "Marvels of Mystery" (1941), "Psychic Paradoxes" (1984), "Wonders of Magic" (1986), "Dramatic Magic" (1988),"Creative World of Conjuring" (1990), "Conjurian's Discoveries" (1992), "The Fine Art of Hocus Pocus" (1996), "Keys To Magic's Inner World" (1999)," Extending Magic Beyond Credibility" (2001).
Im Linking Ring publizierte er während 1962 bis 2000 in 435 monatlichen Beiträgen seine Serie "Memoirs of a Magician's Ghost: The Autobiography of Dr. John Booth".
John Booth erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit, so unter anderem den Literary Fellowship der Academy of Magical Arts (1977) und den John Nevil Maskelyne Prize des des Magic Circle (1987).

Tschitaschwili , Dick (David Josifowitsch Tschitaschwili)
1913 - ? (Georgien)
Dick Tschitaschwili begeisterte sich seit seiner Kindheit für die Kunst der Strassenzauberer in Tiflis (Tbilissi). Er zeigte Manipulationen mit Bällen, Karten und Bändern.
Als Berufskünstler arbeitete Dick mit Gegenständen, die dem Zuschauer ins Auge sprangen. So produzierte er aus einer Zeichnung eine Vase mit Blumen. Die Zeichnung war danach vom Blatt verschwunden. Er liess ein Aquarium mit Wasser und Goldfischen erscheinen, ein laufender Fernseher verschwand auf offener Bühne.
Erstmals in der UdSSR zeigte Tschitaschwili die folgende Kombination: Er nahm ein Tuch aus der Tasche, es wurde untersucht und danach in die Luft geworfen; er zog eine Flasche Rotwein aus dem Tuch. Die Flasche wurde auf ein Glastablett gestellt, welches eine Assistentin hielt. Sie trug das Tablett mit der Flasche zum anderen Bühnenende. Tschitaschwili zauberte aus dem Tuch einen Kristallpokal. Mit Gesten deutete er an, den Pokal mit der weit entfernten Rotweinflasche zu füllen. Der Weinpegel in der Flasche fiel. Zum Schluss wickelte der Künstler das Tablett mit Flasche in Papier ein und liess alles verschwinden.
Seine Darbietung zeigte Tschitaschwili als würdevoller reifer Meister mit sehr sparsamen Gesten. Scheinbar ging nichts Besonderes vor, nur seine Augen leuchteten.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Sorcar (Protul Chandra Sarcar)
1913-1971 (Indien)
Sorcar war erster Präsident des All India Magic Circle. Er feierte als Illusionist grösste Erfolge. Er wurde von amerikanischen Journalisten Ende der 50er-Jahre als "The World's Greatest Magician" bezeichnet.
Er bereiste mit seiner Show "Ind-Dra-Jal" Amerika, England, Frankreich, Belgien, Afrika, Ägypten, Iran, Libanon, Indien, Australien, Neuseeland, Rangoon, Singapur, Japan, Russland (1962).
2010 wurde in Indien zu Ehren von P.C. Sorcar eine Briefmarke herausgegeben.
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Ganson, Lewis
1913-1980 (GB)
Lewis Ganson war professioneller Close-up-Zauberkünstler. Er verfasste gegen sechzig Bücher und Schriften, darunter "Routined Manipulation" (drei Bände, 1951-54), "Dai Vernon's Symphony of the Rings", "The Dai Vernon Book of Magic" (1957), "Cy Endfield's Entertaining Card Magic" (1959),"Dai Vernon's Tribute to Nate Leipzig", "Inner Secrets of Card Magic", "More Secrets of Card Magic", "Further Secrets of Card Magic", "Ultimate Card Secrets", "The Magic of Slydini", "Magic with Faucett Ross", "The Art of Close-up Magic" (1972)","The Ganson Book" (1982).

Marlo, Ed (Edward Malkowski)
1913-1991 (USA)
Ed Marlo erfand und verbesserte unzählige Kartenkunststücke und -techniken. Er Hinterliess die grösste von einem einzelnen Kartenkünstler je verfasste Sammlung von Büchern über alle Aspekte der Kartenkunst.
Umfangreichere Sammlungen seiner Techniken und Kunststücke sind – ausser in “Marlo’s Magazine” unter anderem zu finden in “The Cardician” (1953), “The Unexpexcted Card Book” (1974), “Marlo without Tears” (Jon Racherbaumer, 1983), “Thirty Five Years Later” (1986), M.I.N.T. Vol. I (1988), “The Card Magic of Edward Marlo” (1993), M.I.N.T. Vol. II (1995), “Ed Marlo’s Revolutionary Card Technique” (2003).
Münzenkunststücke veröffentlichte Marlo in den Heften “Coining Magic” (1942) und “Bull’s-Eye Coin Tricks” (Ireland und Marlo, 1942), Kunstststücke mit Würfeln und das Dice Stacking in “Shoot the Works” (1943).
Eine Sammlung von Kunststücken von Ed Marlo mit anderen Gegenständen als Karten wurden in “Arcade Dreams (Racherbauemr und Marlo, 1997) publiziert.
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Schuyer Eddy (Elkan Schuijer)
1913-1999 (NL)
Eddy Schuyer war eines von sechs Kindern von Hartog Schuijer und Hessie de la Penha. Seine jüdischen Eltern und vier Brüder wurden im Krieg getötet. Nur Eddy und seine Schwester Hendrika Egberts Schuijer überlebten den Krieg.
Nachdem er mit acht oder neun Jahren in Den Haag eine Zaubervorstellung gesehen hatte, versuchte er, die gesehenen Kunststücke nachzumachen. Da es zu dieser Zeit kaum Fachliteratur oder Zaubergeschäfte gab und er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, war er dabei ganz auf sich selber angewiesen. Mit etwa 16 hatte er seinen ersten bezahlten Auftritt. Im Militärdienst bei der Marine bewies er sein Talent als Zauberkünstler.
1950 erreichte er mit einer Unterwassernummer anlässlich der Eröffnung des neuen Hafens in Amsterdam grosse Publizität. In einem grossen Behälter mit einer Glasfront nahm er unter Wasser eine Mahlzeit zu sich, trank ein Glas Milch und rauchte Zigaretten.
Als das Fernsehen aufkam und viele Varietés geschlossen wurden, suchte Eddy Auftrittsmöglichkeiten im Ausland. Zunächst mit seiner Frau Babs, später auch mit seinen zwei Kindern Sylvia und Jos, zog er während 17 Jahren in einem Wohnwagen durch Europa und trat in Cabarets und Nachtclubs auf. Er lebte mit seiner Familie lange Zeit in der Schweiz. Im Jahr 1980 kehrte er in die Niederlande zurück.
1994 wurde er von der Hollandse Magische Unie für seine Leistungen für die niederländische Zauberkunst ausgezeichnet. Er trainierte Christian Farla für die niederländische Meisterschaft der Zauberkunst im Jahr 1993 und brachte ihn zum Kongress von The Magic Hands nach Deutschland
Eddy Schuyer starb Ende 1999 nach kurzer Krankheit im Alter von fast 86 im Krankenhaus.
Seine Tochter Sylvia erlernte sechs Sprachen und trat später selber als erfolgreiche Moderatorin und Zauberkünstlerin auf.

Mac Ronay (Germain Sauvart)
1913-2004 (F)
Mac Ronay war der erste Zauberkünstler, der im Varieté das Publikum nicht mit perfekten Kunststücken unterhielt, sondern mit Tricks, die schief gingen. Mehr als fünfzig Jahre verblüffte er die Zuschauer in Varietés, im Film und in internationalen TV-Shows.
Er begann seine Karriere als Motorradakrobat. Während des zweiten Weltkrieges entwickelte er eine Zaubernummer unter dem Namen Al Carthy. Mit Maurice Chevalier trat er im Casino de Paris auf und begann mit komischen Nummern in allen grossen Lokalen in Paris aufzutreten. Bereits 1956 war er im Crazy Horse Saloon engagiert, wo er 1989 seine Karriere auch beendete.
Dazwischen trat er in den Sechzigerjahren im Stardust in Las Vegas, im Lido de Paris, mehrmals in den Shows von Ed Sullivan und Bob Hope in den USA sowie in zahlreichen Fernsehserien in Frankreich und Italien auf.
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McGill, Ormond
1913-2005 (USA)
Ormond McGill Lernte schon als Kind zaubern, mit 14 studierte er den Tarbell Course in Magic.
Ab 1940 trat er unter dem Namen "Dr. Zomb" als Bühnenhypnotiseur auf.
Ab 1942 ging er als Illusionist und Mentalist mit einer grossen Show auf Tournee. Er galt als führende Autorität auf dem Gebiet der Bühnenhypnose.
Am Hypnotherapy Training Institute in Kalifornien erteilte er Kurse für Hypnotherapie und gab Seminare für Hypnothearpeuten in den USA, England, Australien und Neuseeland.
Er verfasste zahlreiche Bücher, unter anderem "Atomic Magic", "21 Gems of Magic", "The Encyclopedia of Stage Hypnotism" (1947; seit 1996 in sechs Auflagen in überarbeiteter Form als The New Encyclopedia of Stage Hypnosis erschienen), "Psychic Magic" (6 Bände, 1951), "Professional Stage Hypnotism" (1987), "Real Mental Magic" (1989).
Biografie: MCGILL, O. Secrets of Dr. Zomb. The Autobiography of Ormond MacGill.Crown House Publishing, Ltd, Wales, UK, 2003.
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Koran, Al (Edward Doe)
1914-1972 (GB)
Al Koran war Mentalist, der visuelle Effekte wie Karte in Brieftasche oder Ring Flite mit Gedankenlesen und Mentalmagie mischte. Er war ein Meister des "Verkaufs". Al Koran trat vor dem Englischen Königshaus und im Fernsehen auf. Er erreichte grosse Publizität mit Voraussagen von Schlagzeilen, Wahlergebnissen, Pferderennen usw.

Searles, Lin (Lynn Searles)
1914-1972 (USA)
Lynn Searles lernte mit 15 Jahren zaubern und wurde halbprofessioneller Zauberkünstler. Von Beruf war er Schriftsteller und schrieb Westernromane. Einige Jahre arbeitete er bei Owen Magic.
Lynn Searles verfasste "Card Expert" (1938), und "Lucky Aces". Er publizierte Kunststücke in The Sphinx, New Jinx, Almanac und Pallbearer's Review. Ende der Fünfzigerjahre erfand er das Kartenkunststück "Cannibal Cards".
Bei einem Raubüberfall in seinem Zaubergeschäft Magic Wand wurde er angeschossen und verstarb an den Folgen des Überfalls.
|Benson, Roy (Edward Ford Emerson McQuaid)

1914-1977 (USA)
Roy Benson war ein brillanter Zauberkünstler, ein exzellenter Ballmanipulator und Allroundmagier mit grosser Handfertigkeit, der sowohl manipulative Zauberkunst wie klassische Kunststücke mit Geräten wie die Chinastäbe, das Ringspiel oder den Würfelkasten, auf originelle, unterhaltende Weise präsentierte.
Roy Bensons Vater war Jongleur und Zauberkünstler, der während über 25 Jahren mit einem Partner auftrat, seine Mutter war Sängerin. Er begann sich bereits mit 7 Jahren mit der Zauberkunst zu beschäftigen, nachdem er einen Zauberkasten erhalten hatte und die Vorstellung eines Zauberkünstlers in der Schule gesehen hatte. Schon mit 10 begann er mit Ballmanipulationen und führte Kunststücke für seine Mitschüler vor. Durch seinen Vater lernte er mit etwa 17 Jahren Nate Leipzig kennen, mit dem er viel Zeit verbrachte und viel von ihm lernte. Mit 18 nahm er den Namen Roy Benson an und trat in kleineren Nachtclubs und Theatern auf. Er entwickelte eine Nummer, die sowohl manipulative Effekte wie Apparate-Zauberei enthielt, wie etwa die Chinastäbe und den verschwindenden Vogelkäfig, die er mit viel Humor präsentierte. 1933 trat er erstmals in einem grösseren Theater in New York auf und nach ersten Erfolgen in London entwickelte er seine Bühnenpersönlichkeit und seine Präsentation ständig weiter. Dennoch dauerte es bis zu Anfang der Vierzigerjahre, bis er es - nach ein paar Abstechern in die Welt der Fotografie und des Films als Schauspieler in mehreren kleineren Rollen und als Klavierspieler - schaffte, in grossen Theatern in Chicago, Havana, San Franciso auftreten zu können. Ende der Vierzigerjahre wurde er auch unter Zauberkünstlern bekannt, unter anderem durch seine Benson Bowl Routine. 1949 trat er erstmals in einer Show von Ed Sullivans im Fernsehen auf. Von 1948 bis 1952 war er mit Lola Wilson, der früheren Frau von Leon Mandrake verheiratet, 1955 heiratete er seine zweite Frau, Connye Shearer, eine Kontorsionistin. Trotz Alkoholproblemen, die er durch eine Psychotherapie unter Kontrolle brachte und Schlafmittelmissbrauch, feierte er immer grössere Erfolge. Anfang der Fünfzigerjahre trat er in vielen Fernsehshows und auf Kreuzfahrtschiffen auf.
1960 schuf er für seinen Cousin Jack Curtis die Spezialeffekte für den Horrorfilm "The Flesh Eaters". Mit seiner Frau arbeitete er eine neue "siamesische" Nummer aus, mit der sie als "Connye and Roye" auftraten, sie jedoch mangels Erfolg wieder aufgaben. Benson trat regelmässig in den besten Nachtclubs auf und entwickelte zwischendurch auch magische Effekte und Illusionen für das Musical "Carnival!", das während 1961-1963 am Broadway gezeigt wurde. 1967 trat Benson erneut in verschiedenen Fernsehshows auf, infolge übermässigen Rauchens waren jedoch seine Auftritte nicht mehr mit früheren zu vergleichen. Anfang der Siebzigerjahre trat Benson nur noch gelegentlich auf und besserte sein Einkommen durch die Arbeit als Fotograf auf. Ende 1977 wurde Benson ins Spital eingeliefert, wo er 6 Wochen später mit 63 an einem Lungenemphysem starb.
Biografie: Levent & Karr, T. Roy Benson by Starlight. Miracle Factory, n. pl., 2006
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Baird, Bill (William Keckritz)
1914-1978 (USA)
Bill Baird war ein exzellenter Manipulator, seine Spezialität war die Billardballmanipulation. Er war ein Protegé von Paul LePaul.
Als "Bill Baird, the Magnificent Fraud" war er als einer der besten Manipulatoren seiner Zeit bekannt.
In seinem Gedenken wird jährlich an der Abbott's Magic Convention für den besten Manipulator der "Bill Baird Award" vergeben.

Christopher, Milbourne
1914-1984 (USA)
Milbourne Christopher trat schon früh in eigenen Shows und als Gast bei vielen anderen im amerikanischen Fernsehen auf.
1957 präsentierte er das erste landesweit ausgestrahlte Magic Special "The Festival of Magic", das von Millionen von Zuschauern gesehen wurde.
Bis zu einem Tod folgten viele weitere Fernsehsendungen, unter anderem auch über die Geschichte der Magie und historisch bedeutsame Zauberkünstler.
Christopher verfasste über 20 Bücher, mehrere über die Geschichte der Zauberkunst, und schrieb Berichte in Hugard's Magic Monthly unter dem Pseudonym Frank Joglar.
Biografie: RAUSCHER, W. V. Milbourne Christopher. The Man and his Magic. 1878 Press Company, 2012
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de Courcy, Howard (Martin Veglio)
1914-1990 (CH)
Geboren in Corzonesco, im Tessin, zog Howard de Courcy im Alter von 1 Jahr mit seinen Eltern nach England. Dort lernte er mit 14 Jahren zaubern und wurde Schüler von Will Goldston. Er trat als professioneller Manipulator vor allem in Varietés in England auf. 1945 erfand er das einhändige Riffelmischen. 1970 zog er sich aus der Zauberszene zurück.
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Endfield, Cy (Cyril Raker Endfield)
1914-1995 (USA)
Cy Endfield machte sich bereits als Teenager einen Namen als Kartenkünstler.
1940 zog er als Filmregisseur nach Los Angeles. 1951 zog er nach England. Anfang der 60er Jahre gründete er seine eigene Produktionsfirma. Er produzierte über ein Dutzend Filme, u. a. "Zulu", "Mysterious Island", "Sands of the Kalahari".
Endfield veröffentlichte Artikel in Phoenix, The Gen und Pabular. 1955-1958 publizierten die Unique Magic Studios London die von Lewis Ganson verfasste Trilogie "Cy Endfield's Entertaining Card Magic, die 1974 als Sammelband herausgegeben wurde und zu den klassischen Werken der Kartenkunst gehört.
|Gardner, Martin

1914-2010 (USA)
Martin Gardner wurde als ältestes von drei Geschwistern in Tulsa, Oklahoma als Sohn einer Kindergärtnerin und eines Geologen geboren, der sich erfolgreich als Ölsucher betätigte. Nach einem Philosophiestudium in Chicago und drei Jahren Militärdienst auf einem Zerstörer im zweiten Weltkrieg arbeitete Gardner als freier Wissenschaftsjournalist und verfasste seine erste Kurzgeschichte, die im Esquire Magazine veröffentlicht wurde. Ein Dutzend weiterer Geschichten folgte. Gardner, der sich auch für Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Pseudowissenschaften, Mathematik, Kunst und Religion interessierte, entschloss sich, als Schriftsteller seinen Lebensunterhalt zu verdienen und zog nach New York.
952 heiratete er Charlotte Greenwald, mit der er zwei Söhne hatte. In New York betreute er bis 1956 eine Rätsel- und Bastelecke für das Kindermagazin Humpty Dumpty. Daneben verfasste er Artikel für weitere Zeitschriften. Von 1957 bis 1981 schrieb er für den Scientific American die Kolumne "Mathematical Games". Da sein Hobby die Zauberkunst war - insbesondere Kunststücke, die auf mathematischen Prinzipien beruhten - schrieb er in seiner Kolumne unter anderem auch über mathematische Prinzipien der Kartenkunst, so etwa Alex Elmsleys Arbeiten zum Faro Shuffle, Norman Gilbreaths Entdeckungen zum Riffle Shuffle und Martin Kruskals "Kruskal Count" und half mit, M. C. Eschers Werke in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Seine Artikel, die später als Sammlung in 15 Bänden und als CD-ROM herausgegeben wurden, inspirierten tausende von Lesern, sich mit mathematischen Problemen auseinanderzusetzen. Obwohl Gardner nie Mathematik studiert hatte, erwarb er sich unter Mathematikern hohes Ansehen.
Insgesamt verfasste Gardner neben unzähligen Artikeln für Zeitschriften rund 70 Bücher, gab Kurzgeschichten, zwei Novellen und zwei Gesellschaftsspiele heraus.
1952 erschien "In the Name of Science", 1957 in zweiter Auflage als "Fads and Fallacies in the Name of Science", worin Gardner eine Übersicht über die Pseudowissenschaften des 20. Jahrhunderts gab und Menschen mit vermeintlich übersinnlichen Phänomene wie Uri Geller und angebliche Beweise für die Existenz von UFOs entlarvte. 1982 folgte "Science: Good, Bad and Bogus".
1956 veröffentlichte Gardner "Mathematics, Magic and Mystery", ein Buch, das auch auf Französisch und Deutsch übersetzt wurde.
1960 veröffentlichte er "The Annotated Alice", sein erfolgreichstes Buch, mit Anmerkungen zu Lewis Carrolls "Alice in Wonderland" und "Through the Looking Glass", in denen er die zahlreichen mathematischen Rätsel, Wortspiele und Literaturverweise erklärte. 1990 folgte "More Annotated Alice" und 1999 "The Annotated Alice: The Definitve Edition"
1976 gehörte Gardner zu den Mitbegründern des Commitee for the Scientific Investigation of Claims in the Supernormal, 2006 in Commitee for Sceptical Inquiry umbenannt. Während fast zwanzig Jahren schrieb Gardner in der Zeitschrift Skeptical Inquirer die Kolumne "Notes of a Fringe Watcher".
1978 publizierte Gardner "Encyclopedia of Impromptu Magic", 1990 erschien "The man Who was Erdnase" von Bart Whaley unter Mitarbeit von Gardner und Jeff Busby, die ihre Recherchen über die Identität Erdnases beitrugen. 1998 wurde "Martin Gardner's Table Magic" veröffentlicht.
Biografie: GARDNER, M. Undiluted Hocus-Pocus.The Autobiography of Martin Gardner. Princeton University Press, 2013

Poisson, Jean
1915-1985 (F)
Jean Poisson, Sohn eines Anwalts, begann als Kind anhand eines Zauberkastens zu zaubern.
Nach Auftritten bei privaten Anlässen und im Zirkus hatte er in den Vierzigerjahren seine grössten Erfolge.
Er trat auch unter dem Namen "John Fish" und als Mentalist Jean Sonis" auf. Er war Mitglied des Inner Magic Circle und besass eine der grössten Sammlungen von CLose-up Kunststücken.

Tucker, Tommy (Ellsworth Hosford Tucker)
1915-1991 (USA)
Mit 12 Jahren lernte Tommy Tucker anhand eines Fernlehrkurses zaubern. Ab etwa 1934 arbeitete er als professioneller komischer Zauberer.
Er erfand den Six-Card Repeat, ein Kunststück, das durch Blackstone weltweit bekannt gemacht wurde.
1947 heiratete er Elisabeth, mit der er ab 1948 eine weltberühmte Zweipersonen-Mentalnummer ausarbeitete, die er in 23 Ländern der Erde zeigte.
Er gründete Magitornix, eine Firma, die elektronische Hilfsmittel für Zauberkünstler anbot.
Er wurde in die SAM Hall of Fame aufgenommen und erhielt 1987 den Performing Fellowship der AMA.
Er verfasste "Tommy Tucker gives you - What Next!" (1936) und veröffentlichte Artikel in MUM, Genii und weiteren Zeitschriften.

Emerson & Jane (John Emerson Skinner)
1915-1994 (GB)
Emerson wuchs als Sohn eines Journalisten in Manchester auf. Da seine Mutter in einem Theater arbeitete, kam er schon früh in Kontakt mit der Bühne. Bereits mit sechs hatte er Tanzunterricht und arbeitete später als Tanzlehrer.
Jane (Margaret Joyce Bolton Carter), Tochter eines Chirurgen, begann nach Abschluss der Schule mit ihrer Tanzausbildung in Deutschland. Nach England zurückgekehrt lernte sie in einem Ballett Emerson kennen. Mit dem Ballett gingen sie auf Tournee in England, Nord- und Südamerika. 1943 heirateten sie in England. In den folgenden Jahren verfolgten beide ihre eigene Karriere als Tänzer. 1953 begannen Sie mit dem Aufbau einer eigenen Tanznummer. 1958 begannen Sie, ultraviolettes Licht einzusetzen, 1960 führten Sie zum ersten Mal einen fliegenden Teppich vor. Sie kombinierten Tanz, Pantomime, Puppenspiel, Illusionen und den Einsatz von ultraviolettem Licht zu einer in der damaligen Zeit völlig neuartigen Nummer.
Der Auftritt begann mit einem orientalischen Kerzentanz; Jane zog einen indischen Korb auf die Bühne und begann auf einer Flöte zu spielen, worauf ein Vogel über die Bühne flatterte und sich auf die Flöte setzte, aus der er einen Wurm herauszog und damit davonflog. Ein weiterer Wurm kam aus der Flöte und bewegte sich in den Korb. Eine grosse Schlange kam aus dem Korb und jagte Jane über die Bühne, bis sie von Jane mit einem Besen verjagt wurde. Dann fegte Jane einen Teppich mit dem Besen, der sich darauf zusammenrollt. Immer, wenn Jane das eine Ende aufrollte, rollte sich das andere zusammen. Als sie ihn mit dem Besen schlug, begann er zu schweben und liess ich nicht wieder aus der Luft herunterholen. Jane liess mit Hilfe der Flöte ein Seil wie eine Treppe in die Luft steigen, stieg das Seil hinauf auf den Teppich und flog im Schneidersitz auf dem Teppich sitzend über die Bühne.
Mit dieser Nummer traten Emerson und Jane bis 1993 in Europa, Asien und dem mittleren Osten auf. Im November 1994 starb Emerson mit 79 an Herzversagen.

Laquier, René (René Alquier)
1915-2016 (F)
René Laquier wurde als Sohn eines Buchhalters in Toulouse geboren. Schon früh zeigte sich sein komödiantisches Talent. Er begann bereits mit 10 Jahren zu zaubern. Ganz besonders interessierte er sich jedoch für Kinofilme. Nach dem Schulabschluss arbeitete er als Chauffeur. In seiner Freizeit schrieb er Sketches und Entwarf Drehbücher für komische Filme. Mit 19 reiste er nach Paris um Filmherstellern seine Ideen vorzustellen. Und tatsächlich fand er einen Filmhersteller, der sich für ihn interessierte. Eine weitere Zusammenarbeit war jedoch durch die Einberufung Laquiers in den Militärdienst und die Kriegsjahre nur sporadisch möglich. Nach dem Militärdienst arbeitete er als Inspektor bei der mobilen Polizei (Brigade des tigre). 1945 heiratete er und bekam einen Sohn, 1949 eine Tochter.
1947 bestand er mit 32 Jahren die Aufnahmeprüfung in die AFAP. 1952 erhielt er am FISM-Kongress in Genf den ersten Preis für Präsentation.
Er führte unter anderem eine nie kopierte, originelle Sprechnummer mit einer Jonglage mit drei fünf Zentimeter grossen Holzkugeln vor: "La boule boomerang". Während der kommentierten Jonglage mit vielen Tempowechseln verschwand eine zu einem Klangeffekt hochgeworfene Kugel und landete anscheinend deutlich hörbar hinter dem Vorhang. Dort wurde sie – durch den hohen Fall deutlich verformt – wieder hervorgeholt. Die Jonglage wurde wieder aufgenommen, der Künstler hatte jedoch anscheinend Mühe, die verformte, "aus dem Gleichgewicht gekommene" Kugel unter Kontrolle zu halten und warf sie schliesslich scheinbar in hohem Bogen ins Publikum. Danach nahm er die in Wirklichkeit unter den Kragen gesteckte flache Kugel wieder hervor und warf sie hinter den Vorhang, wobei ein lautes Geräusch zerbrechenden Glases erklang. Eine dritte Kugel wurde aus der linken Jackentasche geholt und die Jonglage ging weiter, wobei die (an einer Schnur befestigte) Kugel sich im Kreis bewegte. Die Kugel wurde eingesteckt und aus der rechten Tasche eine andere Kugel hervorgeholt. Plötzlich hielt der Künstler vier Kugeln in der Hand. Eine wurde eingesteckt, erschien aber kurze Zeit später wieder und wurde wieder eingesteckt. Plötzlich waren nur noch zwei Kugeln da, eine davon wurde hochgeworfen und verschwand. Auf der Suche nach der verschwundenen Kugel setzte sich der Vorführende eine Scherzbrille mit riesigen Augen auf. Schliesslich verschwand die letzte Kugel ebenso. Die drei "in der Luft schwebenden Kugeln" fielen hörbar hinter dem Vorhang zu Boden, wo der Vorführende sie hervorholte. Eine hatte die Form eines Sterns angenommen, den sich der Künstler ans Revers heftete. Die zweite war weich geworden und wurde als Clownnase aufgesetzt. Die dritte Kugel war deutlich grösser geworden und verwandelt sich beim Hochwerfen in ein Blumenbukett. Oder alternativ wurden vier kleine Kugeln aus der grossen hervorgeholt, die grosse auf den Kopf gesetzt und der Künstler ging mit den vier Kugeln jonglierend von der Bühne.
Als Conférencier machte Laquier zahlreiche Tourneen mit André Sanlavilles "Festival international de magie".
Er verkehrte mit vielen bekannten französischen Künstlern wie Bourvil, Claude Nougaro und Brassens, und schrieb Lieder unter anderen für Pierre Montané und Bourvil.
1970 wurde er mit 55 Jahren pensioniert und widmete sich von da an ganz der Zauberkunst. Da er Mitte der Siebzigerjahre seine kranken Eltern betreuen musste, konnte er jedoch nur noch wenige Auftritte annehmen. Mit 81 Jahren gab er am Congrès Colombe d'Or in Juan les Pin seinen letzten Auftritt.
René Laquier verfasste « Histoires, Farces et attrapes d'illusionniste" (1954) und "Magie blanche, magie noire en ville rose" (2003).
Biografie: PAPONNAUD, J.-F. Magie, humour et poesie. Biographie de René Laquier. Promotion Ali Bongo 2010-2012

Fechter, Eddie (Edwin John)
1916-1979 (USA)
Eddie Fechters Eltern waren 1906 von Straussberg nach Amerika ausgewandert. Sein Vater betrieb während der Prohibition bis 1922 eine Kneipe. 1929 eröffnete er Fechter's Bar. Im gleichen Jahr wurde er bei einem Überfall erschossen. Eddie führte die Bar als Barkeeper zusammen mit seinem Bruder bis 1931 weiter.
1943 trat Eddie Fechter in die Armee ein, wo er Demonstrationen über Falschspiel und Würfelspiele gab. Nach dem Austritt aus der Armee eröffnete er Fechter's Magic Bar in New York, die er jedoch nur während ein paar Monaten führte.
Danach arbeitete er als Barkeeper und Zauberkünstler in einer Einrichtung für Kriegsveteranen in Buffalo. Nachdem er genug Geld beiseitegelegt hatte, eröffnete er 1952 eine neue Bar.
1958 kaufte er schliesslich das nun berühmte Forks Hotel Restaurant ausserhalb von Buffalo, wo er als Barzauberkünstler auftrat. 1971 organisierte er dort den ersten Close-up-Kongress Fechter's Finger Flinging Frolics. Der Kongress – bekannt geworden als F.F.F.F. – wurde von da an jedes Jahr abgehalten. Ab 1981 konnte nur noch teilnehmen, wer von zwei Teilnehmenden empfohlen wurde. Nach Eddie Fechters Tod wurde der Kongress von Obie O'Brien weitergeführt.
Viele von Eddie Fechters Kunststücken wurden von Jerry Mentzer beschrieben in "Card Cavalcade, Vol. 1" (1972), "Magician Nightly: The Magic of Eddie Fechter" (1974), "Eddie Fechter's Dice Holdout Methods for Magicians"" (1974), Fechter: The Magic of Eddie Fechter" (1993).
Nach fünfjährigem Kampf gegen Leukämie starb er Eddie Fechter mit 63 Jahren.
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Bamman, Howard Paul
1916-1997 (USA)
Zum Zaubern wurde Howard Bamman mit 12 Jahren durch den Besuch von Vorstellungen von Dante und Harry Blackstone inspiriert. Nach dem Studium an der Northwestern University in Chicago nahm er verschiedenen Stellen an und arbeitete schliesslich für Bell and Howell.
1942-46 war er im Militärdienst. Nach dem Kriefg nahm er eine Stelle bei der Bell Telphone Company in Illinois an, wo er bis zum Ruhestand arbeitete.
Er trat unter dem Namen Howard Paul mit einer komischen Nummer und als Conférencier an Zauberkongressen auf und arbeitete mit Don Alane für dessen Fernsehsendung "Magic Ranch" zusammen.
Howard Bamman war während 25 Jahren Herausgeber des Linking Ring, und schrieb in den Sechzigerjahren eine Kolumne in New Tops.
1966-67 war er internationaler Päsident der I.B.M. Während 37 Jahren war er Mitglied des Vorstandes der I.B.M. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt 1990 die Ehrenmedaille der IBM.

Milo & Roger
Arthur Brandon, 1916-1998
Charles Roger Coker,1930-1997) (USA)
Milo & Roger traten jahrzehntelang erfolgreich in zahlreichen Ländern (USA, Mexiko, England, Deutschland, Frankreich, Spanien, Südafrika, Japan, Hong Kong, Thailand, Singapur, mit einer komischen Nummer in orientalischen Kostümen auf. Zu ihren Standardkunststücken gehörten das Indische Wasser, der Tempel von Benares und die verschwindende Ente (Where do the Ducks go?).
Als Sohn eines Chauffeurs in Alliance, Ohio geboren sah Milo mit 10 Jahren eine Vorstellung von Harry Blackstone Sr. 1929 richtete er in seinem Zimmer ein keines Theater ein und gab als "Brandon the Magicican" seine ersten Vorstellungen vor Bekannten. Im gleichen Jahr sah er zum zweiten Mal eine Vorstellung von Blackstone und hatte seinen ersten bezahlten Auftritt. 1930 sah er Howard Thurston und erneut Blackstone, den er nach der Vorstellung hinter der Bühne aufsuchte. Nachdem er mit bescheidenem Erfolg in verschiedenen Varietéshows aufgetreten war, zog er 1934 nach Miami, wo er sich ein Jahr lang mit Naturheilkunde und Astrologie befasste. Nach dem Besuch einer Vorstellung von Mandrake kehrte er nach Alliance zurück und versuchte sich erneut als Zauberkünstler. 1938 zog er auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten nach New York. 1948 nahm er den Namen Milo an. Im gleichen Jahr traf er Roger, 1949 trat dieser erstmals als sein Assistent auf. 1958 traten die beiden im Fernsehen auf. Von da an wurden sie immer erfolgreicher. 1964 begannen Sie eine Asientournee. In den folgenden Jahren traten sie unter anderem vor dem König von Thailand, in Fernsehshows in Amerika, in amerikanischen Revuen, im Stardust Hotel in Las Vegas, im Lido und Crazy Horse in Paris auf.
1976 liessen sich die beiden in Pattaya in Thailand nieder. Bis 1995 traten sie weltweit in zahlreichen weiteren Shows auf.
Nach einer 50 Jahre dauernden homosexuellen Partnerschaft stirbt Roger 1997 in Thailand an Krebs, Milo 1998 an den Komplikationen nach einer Lungenentzündung an allgemeinem Organversagen.
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Li-Chang (Juan Forns Jordana)
1916-1998 (E)
Li-Chang wurde am 9. April 1916 in Badalona (Barcelona) geboren. Seine ersten Auftritte hatte er im Zirkus seines Vaters. Zunächst trat er im Frack auf, als grosser Bewunderer von Fu Manchu ab 1945 unter dem Namen Ling-Fu in orientalischer Kleidung. Später nannte er sich in Li-Chang um.
In den Vierzigerjahren präsentierte er in Barcelona und in Madrid verschiedene grosse Shows.
1949 gewann er beim ersten nationalen Zauberkongress in Barcelona einen Sonderpreis. Mit seiner Frau und seinen Kindern trat er in allen grossen spanischen Theatern und diversen Zirkussen auf.
1960 feierte er am italienischen Zauberkongress in Bologna grossen Erfolg. Er bereiste ganz Europa, wo er im Zirkus, in Nachtclubs und im Fernsehen seine Rolle als Chinesischer Zauberkünstler mit grosser Authentizität darstellte. Er gehörte zu seiner Zeit zu den besten und international bekanntesten spanischen Zauberkünstlern.
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Tihany (Franz Czeisler)
1916-2016 (H)
Franz Czeisler wurde in Kétegyháza in Ungarn geboren. Als Kind lertne er einige Kunststücke von Alfredo Uferini. 1930 begleitete er seinen Onkel auf eine Reise nach Uruguay. Dort wurde er Assistent von Blacaman. Nach einem Jahr kehrte er nach Ungarn zurück und arbeitete für Korodini, bei dem er Zigaretten- und Kartenmanipulation erlernte. Mit 18 trat er mit seiner Frau Ilona mit einem Balanceakt, Gedankenlesen, Taschendiebstahl und Entfesselungen auf.
Um 1934 nahm er den Namen Tihanyi an (nach dem ungarischen Dorf am Balatonsee; das Schluss-i liess er erst später weg) und arbeitete mehrere Jahre als Zirkusdirektor in Rumänien. Während des Krieges gab er Vorstellungen für die Allierten Truppen. Nach Kriegsende wurde er nach Brasilien eingeladen, wo er zunächst während acht Monaten als Zauberkünstler in einem Zirkus arbeitete und spanisch und portugiesisch lernte.
1954 kaufte er ein eigenes 450 Personen fassendes Zelt, in dem er mit seiner Frau, seinem Sohn und einem weiteren Dutzend Mitarbeitern eine Bühnenshow mit vorwiegend magischen Effekten präsentierte. Bereits ein Jahr später kaufte er ein grösseres Zelt, mit dem er Brasilien bereiste und danach während drei Jahren eine Tournee durch Argentinien und Uruguay machte. Später benütze er ein zweites Zelt, so dass er in dem einen auftreten konnte, während das andere in der nächsten Stadt aufgebaut wurde.
Ende der Sechzigerjahre reiste er vier Jahre durch Mexiko, danach während den nächsten sechs Jahren durch Ecuador, Argentinien, Kolumbien, Chile, Brasilien, Uruguay, Peru und Venzuela. In einem mit einer Bühne versehenen, 1.5 Millionen Dollar teuren Zelt für 4000 Zuschauer gab er täglich zwei Vorstellungen, am Wochenende dazu noch Matinees. Diese Varietéshow sahen pro Wochenende rund zwanzigtausend Zuschauer. Für den Transport der tonnenschweren Ausrüstung wurden fast 50 Trucks benötigt.
In den Siebziger- und Achtzigerjahren, als das Fernsehen das hauptsächliche Unterhaltungsmedium in Südamerika wurde, produzierte Tihany ein halbes Dutzend Sendungen und wurde so zu einem Fernsehstar, den viele Zuschauer dann auch live sehen wollten. 1984 unternahm er eine Abschiedstournee in Brasilien und zog nach Florida. Bereits 1986 ging er jedoch wieder auf Tournee durch Mexiko. Mit 73 wollte er eine Tournee durch Nordamerika unternehmen, brach diese jedoch bald ab, da er sich mit den dort geltenden Gesetzen und Vorschriften - auch seiner mangelnden Englischkenntnisse wegen - nicht zurechtfand. Darauf trat er bis Ende der Neunzigerjahre wieder in Südamerika auf. Danach übergab er den Part des Zauberkünstlers in seiner Show an Richard Massone, der während zwanzig Jahren für ihn gearbeitet hatte.
Insgesamt sahen im Verlauf von 50 Jahren etwa 40 Millionen Zuschauer Tihanys Vorstellungen.
Tihany wurde in Anerkennung seiner Leistungen für die Förderung und Erhaltung von Zirkuskunst und Kultur zum Zirkusbotschafter der Fédération Mondiale du Cirque ernannt. Als Juror war er an zahlreichen Zirkusfestivals wie denjenigen von Budapest, Monte Carlo und Peking tätig. Er wurde in den Circus Ring of Fame in Sarasota aufgenommen. 1978 wurde ihm von der Academy of Magical Arts die Performing Fellowship verliehen, 1987 die Masters Fellowship.
Tihany vertarb kurz vo r seinem hundertsten Geburstag.
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Curry, Paul
1917-1986 (USA)
Paul Curry war Amateur-Zauberkünstler. Er begann mit 9 Jahren zu zaubern. Er erfand viele Kartentechniken und -kunststücke. Mit 24 erfand er das weltweit bekannt gewordene Kunststück "Out of this World".

Conley, Jim
1917-1986 (USA)
Jim Conley wurde als Kind von einer Zaubershow beeindruckt und beschloss, eine eigene grosse Illusionsshow zu bauen. Sein Vorbild war Dante, unterstützt wurde er ausser von diesem auch von der Frau Houdinis und The Great Leon.
Ab 1936 arbeitete er als professioneller Illusionist. Während des zweiten Weltkrieges trat er in Europa auf. Dank seinem Universitätsabschluss in Filmwissenschaft wurde er bei verschiedenen Filmen über die Zauberkunst als technischer Berater beigezogen.
Seine zweistündige Show enthielt im ersten Teil neben allgemeiner Magie und verschiedenen Illusionen auch Mentaleffekte; im zweiten Teil, präsentierte er im Kostüm eines chinesischen Mandarins orientalische Zauberei; der dritte Teil war verschiedenen Entfesselungen gewidmet und endete mit der Fluchtkiste.

Sundman, Julius
1917-1986 (SF)
Julius Sundman wurde bereits mit 15 Jahren Berufskünstler und trat in kleineren und grösseren Theatern auf. Während des zweiten Weltkrieges trat er in unzähligen Vorstellungen für finnische Soldaten auf. Nach dem Krieg half er mit, den finnischen Zauberklub Taikapiiri zu gründen und amtete während 15 Jahren als dessen Präsident.
Er trat in allen grossen Theatern Finnlands und Skanidnaviens, in Irland, Spanien und Portugal sowie in den USA auf. Er führte klassische Kunststücke vor, Tücher- und Flüssigkeitstricks, die Kartenente usw. Sein grosser Erfolg beruhte vor allem auf der eleganten, bis in jede Einzelheit künstlerisch vollkommenen Darbietung. Seiner Frau wurde in Amerika eine Auszeichnung als "perfekteste Assitentin" verliehen.
Julius Sundman verfasste "Aikatemppuharrastelijan käsikirja (1939), "Korsutaikuri" (1942), "Hauskoja Taikatemppuja" (1944), "Taitava Taikuri" (1950), "Suuri Taikuri-kirja" (1959).

Marks, Tony
1917-1989 (CAN)
tony Marks war während rund 40 Jahren ein sehr erfolgreicher Bühnen- und Nachtclubmagier, der ausser einem "Tisch" oder einer "Box" nichts auf der Bühne hatte und vor allem klassische Kunststücke vorführte: Karten,- Zigaretten- und Fingerhutmanipulationen, den verschwindenden Stock, Tauben, Tücher, Zerrissene und wiederhergestellte Zeitung sowie die Produktion eines riesigen Kaninchens.

Auburn, Tom (Thomas Rochford Auburn)
1917-1990 (CAN)
Tom Auburn war eines von drei Kindern englischer Einwanderer. Sein Vater starb noch in Toms Geburtsjahr bei einer Grippeepidemie. Ab dem Alter von 3 Jahren wuchs Tom bei einer Tante auf und zog mit dieser im Alter von zehn Jahren nach Quebec. Er wurde durch Vorstellungen von Cardini, Thurston und Blackstone inspiriert und begann mit 12 Jahren zu zaubern. Er erlernte Kunststücke aus "Thurston 's Card Tricks" und Dunninger's "Popular Magic". Während einer langen Rekonvaleszenz nach einem Anfall von Scharlachfieber studierte er einige Manipulationskunststücke ein, mit denen er mit 15 Jahren erstmals öffentlich auftrat. Der Erfolg ermutigte ihn, jedes Engagement anzunehmen, das er kriegen konnte.
Nach Abschluss der Schule arbeitete er bis 1936 als Korrespondent, danach kehrte er nach dem Tod seiner Tante zu seiner Mutter zurück und trat weiterhin bei allen sich bietenden Gelegenheiten auf. Ab 18 wurde er ein bekannter Close-up-Zauberer in Montreal. 1941 trat er in die kanadische Armee ein und heiratete Dolores Edward. In seinem letzten Dienstjahr organisierte er sich eine eigene Show, mit der er bis zu seiner Entlassung 1945 rund 1'500 Mal für die Armee auftrat.
Nach seiner Entlassung aus der Armee ging er nach New York und arbeitete als zweisprachiger Zauberkünstler in Theatern, Nachtclubs, Hotels, Clubs, bei Banketten und im Fernsehen in den USA und in Kanada.
1960 bis 1975 trat er 4'000 mal im Lokalfernsehen in Montreal auf. Zu Beginn der Achzigerjahre trat er in der Wintersaison jeweils in Hawaii auf, Ende der Achzigerjahre gab er immer noch 75 bis 100 Vorstellungen pro Jahr.

Lugano, Bobby (Kurt Drössler)
1917 -1994 (A)
Bobby Lugano wuchs in Bad Sankt Leonhard im Lavanttal auf. Mit 8 Jahren erhielt er von seinem Onkel, der damals Präsident des Magischen Klubs Wien war, einen Zauberkasten. Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er mit zwanzig Jahren. Er wurde Mitglied des Magischen Klubs Wien und der Vereinigung für Magische Kunst Wien. 1979 war er eines der Gründungsmitglieder des "Magischen Cercle Wien".
Von Beruf war er Tiefbauingenieur. Während seines Militärdienstes im Zweiten Weltkrieg war er dem „Luftgau Norwegen“ zugeteilt, von dem er später auch seinen Künstlernamen ableitete: Luftgau Norwegen. Der Umstand, dass er als Beruf Varietékünstler angab, rettete ihm möglicherweise das Leben, da er daraufhin einer Fronttheaterkompanie zugeteilt wurde.
Nach dem Krieg hatte er als Zauberer, Conférencier und Schauspieler zahlreiche Auftritte in den österreichischen Varietés. Zwischen 1948 und 1959 spielte er in 5 Filmen mit, unter anderem mit Hans Moser.
Bereits 1958 hatte er die erste eigene Kindersendung "Die Spieldose" im Fernsehen. In den 1960er Jahren war er mit dem vom Basler Ingenieur Peter Steuer entwickelten ferngesteuerten Roboter SABOR unterwegs1).
Ab 1974 konzipierte er im ORF Fernsehsendungen wie „Bobby und Strolchi“, „Bobby und die Wunderlampe“ und viele andere mehr. Gemeinsam mit dem Zauberer und Puppenspieler Arminio Rothstein produzierte er 1979 vierzig Betthupferl unter dem Titel „Der Zauberkasten mit Bobby und Habakuk“. Auch bei "Am Dam Des" trat er als Zauberkünstler auf. Charakteristisch für Bobby Lugano war, dass er mit dem Hund „Strolchi“, einer Handpuppe, auftrat und gescheiterte Zauberkunststücke mit den Worten "Ja, zaubern müsste man können" kommentierte. Er arbeitete überwiegend als Kinderzauberer, trat jedoch auch für Erwachsene auf.
Bis zu seinem Tod in einer Privatklinik in Döbling besaß Bobby Lugano ein kleines Café in Breitensee (Wien) auf der Hütteldorfer Straße.
1) http://cyberneticzoo.com/robots/1955-sabor-v-peter-steuer-eric-lanz-1961-9-swiss/

Kort, Milton
1917-2003 (USA)
Milton Kort war von Beruf Apotheker und betrieb die Zauberei als Hobby, dies jedoch mit einer grossen Leidenschaft. Bereits als Teenager begann er Zauberbücher zu studieren und arbeitete bei Sterling Magic als Verkäufer. Er interessierte sich für alle Aspekte der Zauberkunst und besass eine grosse Fachbibliothek. Unzählige Autoren von Zauberbüchern und Artikeln in Zauberzeitschriften griffen immer wieder auf sein immenses Wissen zurück.
Er entwickelte er eine ausserordentliche Fingerfertigkeit, die ihn zu einem der besten Handfertigkeitskünstler seiner Zeit machte, der Laien genauso wie Zauberkünstler vor allem mit Münzenkunststücken und "unmöglichen" Kartenlokalisationen verblüffte. Er war mit allen berühmten Amerikanischen Zauberkünstlern seiner Zeit bekannt (Jacob Daley, Dai Vernon, Charles Miller, Ed Marlo, Paul Rosini, Jack Gwynne, Dariel Fitzkee, Harry Blackstone usw.).
Spätestens Seit dem Erscheinen von Bobos "Modern Coin Magic" (1952), in welchem er über 30 Kunststücke veröffentlichte, wurde er in Zauberkreisen international bekannt.
Er veröffentliche Beiträge in fast allen Amerikanischen Zauberzeitschriften des 20. Jahrhunderts und war Mitglied vieler magischer Vereinigungen, u. a. auch des Inner Magic Circle in England.
Eine grosse Auswahl seiner Kunststücke wurde von Stephen Minch veröffentlicht in "Kort. The Magic of Milt Kort" (1999).

Jahn, Viggo
1917-2004 (DK)
Der in Kopenhagen geborene Manipulator Viggo Jahn trat unter der Bezeichnung "Der Mann mit den schwarzen Handschuhen" auf.
Obwohl er bereits in Theatern, Kabaretts und im Zirkus in Europa und Asien aufgetreten war, wurde er unter Zauberkünstlern erst bekannt, als er 1949 in Amsterdam den Grand Prix der FISM gewann.
In seiner Manipulationsnummer nahm er den Knauf seines Stockes ab und führte damit Manipulationen wie mit Fingerhüten durch. Da er dabei schwarze Handschuhe trug, waren die Manipulationen auch auf grössere Entfernung gut zu sehen.
1951 ging Viggo Jahn die USA, wo er in der Ed Sullivan Show und zwischen 1952 und 1960 in Nachtclubs und Hotels auftrat.
Als er sich 1992 von der Bühne zurückzog, erwarb der dänische Taschendieb Kenny Quinn die Rechte, seine Nummer vorzuführen.

Al Torsten (Alexander Franz Simoneit)
1917-2004 (RUS)
Al Torsten wurde in Tula in Russland geboren. Eer wuchs in Lettland und Litauen auf und besuchte deutsche und russische Schulen.
1935 emigrierte er nach Königsberg in Ostpreussen, wo er seine künftige Frau, Ellen Tschutter, traf und 1939 heiratete. Al Torsten arbeitete bei Derulft, Vorgängerin der Lufthansa.
1945 begannen Sie ein neues Leben in einem Flüchtlingslager in Luebeck, Westdeutschland.
1956 wanderten sie in die USA aus und erwarben 1962 die amerikanische Staatsbürgerschaft.
1945, während der Besatzung durch die Alliierten, begann Al Torsten mit seiner Frau für Flüchtlinge und Wohltätigkeitsorganisationen der Armee aufzutreten. Sein Ruf wuchs mit zunehmender Geschicklichkeit und schliesslich wurde er professioneller Zauberkünstler.
Al Torsten war vor allem bekannt durch seine Manipulationen. Der Höhepunkt seiner professionellen Karriere als Zauberkünstler lag zwischen 1945 und 1956, für die Zauberkunst interessiert hatte er sich jedoch bereits mit 11 Jahren und das Interesse blieb bis zu seinem Tod mit 87 Jahren erhalten.

Ballantine, Carl (Meyer Kessler)
1917-2009 (USA)
Carl Ballantine wurde mit 12 durch seinen Coiffeur inspiriert, der ihm jeweils Tricks mit Fingerhüten zeigte. Von Beruf ursprünglich Drucker, trat er zuerst als "Count Marakoff", 1940 als "Carl Sharp" mit Pokerchips, Spielkarten und Geldscheinen auf, dann kreierte er die Figur des komischen Magiers, "The Amazing Ballantine", dem alles schief ging.
Ab 1959 hatte er Auftritte beim Fernsehen, in Shows wie Ed Sullivan und Steve Allen. Ab 1965 trat er häufig auch als Schauspieler in Kinofilmen und in Fernsehserien auf.
Carl Ballantine beeinflusste eine ganze Generation von Zauberkünstlern und Comedians. 2007 wurde ihm der Lifetime Achievement Fellowship des Magic Castle in Hollywood verliehen.
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Leech, Al
1918-1974 (USA)
Al Leech wurde in Washington D.C. geboren. Bereits in jungen Jahren zog seine Familie nach Chicago. Er studierte an der Northwestern University und diente in der Navy als Kommunikationsoffizier. Nach seinem Austritt aus der Armee arbeitete er bei United Press in Chicago, 1958 trat er eine Stelle beim Newsweek Magazine in New York City an. Dort lernte er Dai Vernon, Harry Lorayne und Frank Garcia kennen.
1962 wurde er Direktor der Public Relations-Abteilung einer Firma in Milwaukee.
Einer von Al Leechs bekanntesten Effekten war Red Hot Mama. Das 1950 von Al Leech auf den Markt gebrachte Kunststück wurde in der von Anthony Brahams veröffentlichten Sammlung von 12 Effekten "A Last Look at Leech" (2004)veröffentlicht.
1974 vertarb er nach längerem Kampf gegen Emphyseme.
Al Leech verfasste "Don't Look Now" (1948), "For Card Men Only" (1949), "Manipulating With Leech" (1952), Card Man Stuff (1953) und Handbook of Card Sleights (1954), Cardmanship (1959), Super Card Man Stuff (1965), Al Leech's Lagacy (1980).
Al Leech verfasste "Don't Look Now" (1948), "For Card Men Only" (1949), "Manipulating With Leech" (1952), Card Man Stuff (1953) und Handbook of Card Sleights (1954), Cardmanship (1959), Super Card Man Stuff (1965), Al Leech's Legacy (1980).

Piddington Sydney 1918-1991 (AUS)
Piddington Lesley (AUS)
Mit 17 wurde Sydney Piddington jüngstes Mitglied der Independant Magic Performers Society in Sydney. Er spezialisierte sich auf Karten und Zigarettenmanipulationen.
1942-1945 in japanischer Kriegsgefangenschaft entwickelte er eine Telepathie-Nummer. Nach seiner Rückkehr nach Australien heiratete er Lesley Pope, die seine Partnerin wurde.
Ab 1947 traten sie 57 Mal im Radio auf. Filmaufnahmen von den Auftritten wurden in ganz Australien gezeigt. 1
949 schafften die Piddingtons den Sprung nach England, wo sie landesweit Schlagzeilen machten. Bis 1952 traten sie wiederholt im Radio und Fernsehen auf.
1952 kehrten sie nach Australien zurück, 1954 liessen sie sich scheiden.

Simwolokow, Ilja Kallistratowitsch
1918 - 1990 (RUS)
Simwolokow zeigte eine Manipulationsdarbietung, z. B. mit bunten Lichterketten im abgedunkelten Zirkus. Sein Sensationstrick war das „Wassermärchen“, das er aus der Nummer von Ten-Ichi weiterentwickelte: Eimer, die Clowns bringen, füllt er mit Wasser aus einer leeren Schachtel. Schalen mit Wasser werden in die Luft geworfen und verschwinden. Aus der Luft lässt er 8 große Schalen erscheinen, die er seinen Assistenten übergibt. Aus jeder dieser Schalen in den Händen der Assistentinnen spritzt eine Fontäne bis in die Zirkuskuppel. Für diese Darbietung erhielt er den „Goldenen Zauberstab" in Dänemark.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Devano, Harry (Harry Waldie Mitchell)
1918-1996 (Schottland)
Harry Devano erlernte das Zaubern etwa 1945 anhand von Büchern.
Ab 1947 arbeitete er als halbprofessioneller Zauberkünstler.
1948 erfand er das Devano Rising Card Pack.
1957 wurde er zum Mitglied des Inner Magic Circle ernannt.

Furst Arnold (Arnold Furstenberg)
1918-2002 (USA)
Arnold Furst begann sich bereits mit 10 Jahren für die Zauberkunst zu interessieren. Er war eines der ersten Mitglieder des Clubs junger Magier, der "Mystic Thirteen", in Hollywood. Mit 21 wurde er professioneller Zauberkünstler und nahm den Namen Furst an.
Während des zweiten Weltkrieges war er als Zauberkünstler und Hypnotiseur auf Tournee für die amerikanischen Truppen im Südpazifik. Nach dem Krieg trat er in Nachtclubs, Schulen und Theatern auf. In den Sechziger- bis Achzigerjahren tourte er während mehr als 15 Jahren mit einem Eintages-Kurs über Hypnosetechniken zur Patientenbehandlung durch amerikanische und japanische Spitäler in Japan.
Furst verfasste mehrere Bücher über Hypnose sowie zwei Bücher über grosse abendfüllende Zaubershows ("Famous Magicians of the World", 1957 und "Great Magic Shows", 1968), ausserdem ein Buch über Kinderzauberei ("Magic for Monsters", 1960) und ein Buch über Werbemethoden für Zauberkünstler ("Mightier than the Bullet", 1961).

Akopjan, Arutjun Amajakowitsch
1918 – 2005 (RUS)
Ende der 30er Jahre begann Akopjan in Moskau zu zaubern. Er wurde Illusionist. 1939 errang er den 1. Preis auf dem internationalen Wettbewerb der Illusionisten in Colombo, Ceylon, und 1939 erhielt er in Paris für seine Darstellung des Zauberkünstlers Robert-Houdin den Grand Prix und die Goldmedaille der französischen Zaubervereinigung. In den Jahren des 2. Weltkrieges trat er über 1600-mal in Fronttheatern auf. Danach wollte er keine "Apparatetricks" mehr zeigen und entwickelte seinen eigenen Stil als Manipulator.
Seine Tourneen führten ihn in zahlreiche Länder, 1974 trat er im Berliner Friedrichstadtpalast auf.
Er wurde mit sowjetischen Künstlerehrungen überhäuft. In den 60er und 70er Jahren war Akopjan der populärste Bühnen- und Varietékünstler der UdSSR. Er spielte auch in Kinofilmen mit und übernahm Regiearbeiten für Film und Theater. Er war in Russland neben den Kios der Inbegriff des Zauberkünstlers. Man rühmte die hohe artistische Leistung, Eleganz und verblüffende Technik seiner Manipulationen. Zumeist erschien er mit leeren Händen auf der Bühne und beherrschte sie während anderthalb Stunden mit seiner umfassenden Präsenz.
Akopjan schrieb viele Bücher. So u. a. "Alles über Zauberkunst" (1975), "Bühnenzauberei" (1961), "In der Welt der Wunder", "50 tolle Zaubertricks" (1964).
Akopjans Ideen führt sein Sohn Amajak als Zauberkünstler weiter.
Aus: A. A. Vadimov, M. A. Trivas. Von den Magiern der Antike bis zu den Illusionisten unserer Tage. Aus dem Russischen frei übersetzt von Hans-Christian Solka, Magdeburg.

Cartier, Del
1918-2006 (Rumänien)
Del Cartier wurde in Rumänien geboren, seine Familie wanderte in die USA aus, als er ein Jahr alt war. Er wuchs in Philadelphia auf, wo er sich oft in Jack Chanins Laden aufhielt. Sein Mentor war Paul Rosini. Während seiner Schulzeit trat er bei Schulveranstaltungen und in Nachtclubs auf. Als professioneller Zauberkünstler bereiste er danach die USA, Kanada und Südamerika. Von Cardini beeinflusst zeigte er Karten- und Zigarettenmanipulationen.
Nach dem Militärdienst während des zweiten Weltkrieges, in dem er seine Frau kennenlernte, eröffnete er eine Künstleragentur. Schliesslich wechselte er den Beruf und trat in das Textilunternehmen der Familie seiner Frau ein. Sein Interesse für die Zauberkunst blieb jedoch erhalten und er war aktives Mitglied verschiedener magischer Vereinigungen.

David Nixon
1919-1978 (GB)
David Nixon wurde im Norden Londons geboren. Sein Vater, ein Anwalt und Hobbyzauberkünstler, besuchte mit ihm Vorstellungen von Nevil Maskelyne und David Devant. Besonders beeindruckt war David von Stanley Collins, der seinen späteren Vorführstil beeinflusste. David begann selber zu zaubern nachdem er einen Zauberkasten zu Weihnachten erhalten hatte.
Nach dem Schulaustritt arbeitete er bei einer Zeitung, 1938 tat er dem Magic Circle bei. Nebenher spielte er in einer Musikband. Im zweiten Weltkrieg trat er in der ENSA auf (Organisation, die für die Unterhaltung britischer Soldaten sorgte).
Nach dem Krieg trat er einer Varietétruppe bei. Dort trat er nicht nur als Zauberkünstler, sondern auch als Sänger und Tänzer auf. 1949 heiratet er eine Sängerin namens Margaret Burton. Im gleichen Jahr trat er erstmals im Fernsehen auf.
1952 starb seine erste Frau und David heiratete im gleilchenn Jahr seine zweite Frau Paula Marshall, die bereits in seiner Nummer mit ihm zusammengearbeitet hatte.
Seinen grossen Durchbruch schaffte er 1954 als er in die britische Version der höchst erfolgreichen Quiz-Show „What’s my Line?“ eingeladen wurde. In der Folge präsentierte er verschiedene Shows wie die englische Version der versteckten Kamera, und verschiedene Comedy- und Unterhaltungssendungen. Ausserdem trat er in Zaubersendungen auf wie „Tonight with David Nixon“ (1969), „David Nixon’s Comedy Box“ (1970), „The David Nixon Show“ (1972).
Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war David Nixon der bekannteste Zauberkünstler in England. Er beeinflusste diverse englische Zauberkünstler wie z. B. Wayne Dobson oder Jerry Sadowitz.
David Nixon war starker Raucher und starb an Lungenkrebs, der erstmals 1976 diagnostiziert wurde. Nach einer Therapie, die zunächst erfolgreich schien, kehrte der Krebs ein paar Jahre später zurück und Nixon starb kurz vor seinem 59. Geburtstag.
Bioografie: Edwin A. Dawes and Stephen Short. David Nixon: Entertainer with the Magic Touch. Jeremy Mills, Huddersfield, Yorkshire, 2009
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Chun-Chin-Fu (Alberto Sitta)
1919-1989 (I)
Alberto Sitta beschäftigte sich bereits als Kind mit Marionettenspiel, Musik, Malerei und Zauberkunst. 1948 war er sowohl als Orchesterleiter der Philharmonie in Bologna wie auch als Zauberkünstler tätig.
Nachdem er Romanoff, Bustelli, Arienzo und Chabernot kennen gelernt hatte, wuchs in ihm der Wunsch nach Gründung einer Magischen Vereinigung. So wurde er 1953 einer der Gründer des "Club Nazionale dei Maghi", der 19555 in "Club Magico Italiano" umbenannt wurde. Er war dessen erster Vizepräsident und 1957 dessen Präsident.
In dieser Zeit machte er die Zauberkunst zu seinem Beruf und perfektionierte seine chinesische Nummer, mit der er als Chun-Cin-Fu in vielen europäischen Theatern und an vielen Zauberkongressen auftrat.
Durch seine internationalen Kontakte gelang es ihm, die italienische Zauberkunst aus der Isolation zu führen und in die europäische Zauberszene zu integrieren. 1960 organisierte er in Bologna einen Nationalkongress, der national und international grosse Resonanz fand.
Dank seiner Bemühungen wurde der Club Magico Italiano einer der aktivsten europäischen magischen Vereinigungen. Sitta erhielt unzählige Auszeichnungen und Diplome, so unter anderen 1962 den "Mago d'Oro".
1989, während der Vorbereitungsarbeiten zur Durchführung des in Rom geplanten FISM Kongresses wurde er bei einem Brand unterwartet aus dem Leben gerissen.

Truxa (Erik Bang)
1919-1996 (DK)
Truxa befasste sich bereits mit 14 Jahren mit der Zauberkunst. Mit 18 gab er seine erste abendfüllende Show in der Scala in Kopenhagen. Dies war der Beginn einer langen, erfolgreichen Karriere als Zauberkünstler, Illusionist und Gedankenleser, der insbesondere in den skandinavischen Ländern grosse Bekanntheit erreichte.
Der mehrsprachige Truxa erreichte durch spektakuläre Reklametricks - Entfesselungen, Blindfahrten, in der Öffentlichkeit vorgeführte Schweben - dass immer wieder in den grössten Tagezeitungen in Skandinavien, Amerika, Italien, Spanien und Japan über ihn berichtet wurde.
Mit der mit seiner Frau präsentierten Telepathienummer trat er wiederholt im Radio und im schwedischen Fernsehen auf. Seine abendfüllende Show zeigte er in Schweden unter anderem auch drei Tage hintereinander in einem Zirkuszelt mit 2200 Sitzplätzen.
Truxa verfasste das Buch "Trolla med Truxa" (1970).

Johnstone, George John
1919-2004 (USA)
George Johnstone begann mit 9 Jahren anhand eines Zauberkastens zu zaubern. Ein paar Jahre später trat er an Amateur-Abenden in Theatern auf.
Mit 16 verliess er die Schule, arbeitete tagsüber in einem Restaurant und trat abends als Amateur in Theatern auf.
Mit 19 fand er eine Stelle als Aushilfe bei Blackstone. Nach drei Jahren versuchte er ohne Erfolg, als "Mysterious Houdaille" eine eigene Karriere zu starten. Er kehrte zu Blackstone zurück, wo er sich in eine Assistentin verliebte, die er 18 Monate später heiratete. Anderthalb Jahre später verliessen die beiden Blackstone und begannen mit einer eigenen Nummer in Nachclubs aufzutreten.
Ende der Vierzigerjahre entdeckte Johnstone, dass er ein Talent zu komischer Zauberei hatte und von da an blieb er dabei.
1950 trat er in der Ed Sullivan Show am Fernsehen auf. Danach trat er überall in den USA und verschiedentlich auch in Europa an Messen, Banketten, privaten Feiern und Zauberkongressen auf.
Nach 1970 trat Johnstone ohne seine Frau bis im Alter von 75 Jahren mit seiner Nummer "A broad satire of magic" auf.

Marshall, Jay (James Ward Marshall)
1919 - 2005 (USA)
Jay Marshalls Talent, vor Publikum aufzutreten, zeigte sich bereits mit vier Jahren in der Sonntagsschule. Schon als Kind übte er Zaubertricks und erlernte das Bauchreden. In seiner Jugend trat er neben der Zauberei und Bauchrednerkunst auch als Imitator auf.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann Jay Marshall seine steile Karriere. Mitte der Fünfzigerjahre trat er in allen grossen TV-Shows Amerikas wie auch in allen grossen Theatern der USA auf. Berühmt wurde er mit seiner aus einem weissen Handschuh mit zwei Augen und zwei langen Ohren bestehenden "Bauchrednerpuppe", dem Hasen "Lefty", mit der er Millionen von Zuschauern begeisterte.
Jay Marshall war ein hervorragender Zauberkünstler, Bauchredner, Conférencier, Schauspieler, Showproduzent, Sammler und Historiker mit enzyklopädischem Wissen über Theater und Showgrössen und verfügte über ein immenses Allgemeinwissen. Er gewann unzählige Auszeichnungen, 1992 wurde er zum lebenslangen "Dean of the Society or American Magicians" ernannt.
Zusammen mit seiner Frau Frances Ireland Marshall (Witwe von L. L. Ireland), die selber professionelle Zauberkünstlerin war, führte er während vielen Jahren das Fachgeschäft für Zauberkunst Magic Inc. in Chicago.
Von 1954-1958 war er Herausgeber des New Phoenix und Autor einer Reihe von Büchern wie u. a. "TV, Magic and You" (1955), "Knife Thru Coat" (ca. 1960), ""The Success Book" (mit Frances Marshall, 1973), "The Table Book" (1980), "How to Perform Instant Magic" (1980).

Pocsonyi (Sandor Szava)
1919-2010 (Slowakei)
Den Künstlernamen (Pocsonyi) gab sich Sandor Szava nach dem Namen seiner Geburtsstadt (Pressburg/Bratislava, ungarisch Pozsony). Mit Dreizehn riss er von Zu Hause aus und arbeitete drei Jahre lang als Assistent von Uferini, danach im Zirkus Kludsky zunächst als Zauberkünstler und danach als Geschäftsführer. Bis 1938 reiste er mit dem Zirkus durch ganz Europa und den vorderen Orient.
1938 ging das Schiff, mit dem der Zirkus auf einer Mittelmeerüberfahrt war, unter, Pocsonyi war einer der wenigen Überlebenden.
1939 heiratete er und trat bis 1941 als siebensprachiger Zauberkünstler vorwiegend in Varietés in Budapest, Prag und Sofia auf.
Nach einer Verletzung, die er sich 1944 bei einer Vorstellung zugezogen hatte, fing er nach Kriegsende wieder an, sich neue Requisiten zu bauen und zog zunächst mit einem Handwagen, dann mit Pferd und Wagen mit einer abendfüllenden Vorstellung durch Ungarn.
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Burghardo, Dondo (Anton Burghart)
1919-2011 (D)
Anton Burghart wurde als Sohn eines Korbmacherehepaars in Grönbach im Allgäu geboren. Kurz nach seiner Geburt starben seine Eltern und er wuchs als Pflegekind bei einer Bauernfamilie auf, wo er als Ziegenhirte arbeitete.
Mit 7 Jahren sah er an einem Schulfest einen Zauberkünstler. Erste Zauberkunststücke lernte er von Obdachlosen und Landstreichern, die er in dem von seinem Vater betreuten Obdachlosenheim traf. Er absolvierte dann in einem Hotel eine Lehre als Kellner.
In seiner Zeit bei der Wehrmacht beschäftigte er sich vermehrt mit der Zauberkunst. Da es kaum Requisiten gab, befasste er sich vor allem mit Mentalmagie. Dabei stiess er auf das Muskellesen und begann als Zauberkünstler und Gedächtniskünstler aufzutreten. Bald legte er sich den Künstlernamen Dondo Burghardo zu. Nach der Entlassung aus dreijähriger Kriegsgefangenschaft in Prag kehrte er 1947 im Alter von 28 Jahren zurück in seine Geburtsstadt. Da er keine Stelle im Hotelfach fand, beschloss er, die Zauberkunst zu seinem Beruf zu machen.
1948 wurde Dondo Burghardo Berufsartist und trat dem Magischen Zirkel von Deutschland bei. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt als umherziehender Künstler. Seine zweite Frau Ute wurde seine Assistentin auf der Bühne. Dondo & Uta reisten gemeinsam durch Kurbäder, Sanatorien und Klinikeinrichtungen und traten bei Privat- und Unternehmensanlässen auf.
Neben seinen abendfüllenden Programmen spezialisierte sich Dondo Burghardo auch auf die Zauberei für Kinder. Ausserdem war er als Berater bei Theaterstücken engagiert und als Dozent in Volkshochschulen und an der Ulmer Zauberschule tätig und Mitherausgeber der Bibliotheca Magica im Verlag Olms. Er verfasste "Muskellesen – Das Spiel mit dem Unterbewusstsein" (1982).
Dondo Burghardo war Ehrenmitglied im Magischen Zirkel von Deutschland und im Magischen Ring der Schweiz. Im Jahre 2000 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Edernac (Pierre Genin)
1919 -2011 (F)
Mit 12 Jahren nahm Edernac Unterricht bei Caroly, wurde professioneller Manipulator und Close-up-Zauberer und machte einige Erfindungen. Später unterrichtete er selber rund 500 Schüler, unter anderem auch Fee Eleisa.
Seine Erste Nummer kreierte Edernac 1939. Bereits damals trat er in klassisch elegantem Kostüm zu Musik auf leerer Bühne auf. Eleganz und Einfachheit zeichneten von Anfang an seine Auftritte aus. Ohne Apparate bewirkte er seine Effekte durch reine Handfertigkeit. Gegenstände erschienen, verschwanden oder verwandelten sich mit erstaunlicher Leichtigkeit. Bekannt wurde er unter anderem mit seiner fantastischen Seilnummer "Symphonie sur une seule corde". Bei internationalen Wettbewerben gewann er zahlreiche Preise.
Edernac machte Tourneen durch ganz Europa und wrude ab 1970 während 9 Jahren über ein Dutzend Mal im Crazy Horse in Paris engagiert. Er wirkte auch als technischer Berater für Theater und Film, war Lehrer in der nationalen Circusschule und organsierte mehrere französische Zauberkongresse. Von 1969 bis 1973 war er Vizepräsident, von 1973 bis 1976 Präsident der Association Francaise des Artistes Prestidigateurs (AFAP). 1970 gewann er die Silber-Medaille der AFAP, 1991 die Bronze-Medaille, 1983 die Gold-Medaille.
2003 spielte er im Theaterstück "Un magicien" eine Doppelrolle als 30- und als 83-jähriger und ging damit als 84-Jähriger auf Tournee.

Grabel, Lee
1919-2015 (USA)
Lee Grabel war ein Illusionist von Weltruf, der von vielen als der letzte grosse Meister in der Tradition von Herrmann, Kellar, Thurston, Tampa und Dante betrachtet wurde.
Lee Grabel wurde in Portland in Oregon geboren. Sein Interesse für die Zauberkunst wurde geweckt, als er als Junge eine Vorstellung des Zauberers Professor Turtle sah. Er sah in der Zauberkunst eine willkommene Möglichkeit, in den Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren Geld zu verdienen. So gab er als Fünfzehnjähriger fünf Shows pro Woche für eine Gage von $ 5.00, was damals viel Geld bedeutete. Sein Vater verdiente pro Woche $ 18.00.
Nachdem er 1936 an einem Zauberkongress in Seattle einen Preis gewonnen hatte, wuchs sein Ruf als guter Zauberkünstler.
1940 demonstrierte er als Dozent der Universität von Kalifornien seinen Studenten die psychologischen Aspekte der Zauberkunst und seine Auftritte führten zu einer Tournee durch andere Hochschulen.
1942 wurde er nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges eingezogen. In der Armee unterhielt er die Truppen auf vielen verschiedenen Stützpunkten. 1944 heiratete er seine Frau Helen Foster, eine Bibliothekarin, die er bei einer Vorstellung in Südkalifornien kennengelernt hatte. 1944 wurde er in den Südpazifik geschickt, um Shows für die Truppen zu organisieren. Dort traf er Arnold Furst, der ebenfalls für die Truppen auftrat. Die beiden verband von da en eine langjährige Freundschaft.
Nach Ende des Krieges begann Lee Grabel, sein Programm zu einer echten Theatershow auszubauen. Nach dem Rücktritt von Blackstone Sr. in den 1950er-Jahren wurde Grabel zum grössten amerikanischen Zauberkünstler. Mit einer grossen Show reiste er während 15 Jahren mit einer 20 Tonnen wiegenden Show mit grossem künstlerischem und finanziellem Erfolg durch ganz Amerika.
Unter anderem führte er das schwebende Klavier vor, wobei Klavier und Pianistin sich in die Luft erhoben und eine Drehung um 180 Grad vollführten. Vom Variety Magazin wurde er als herausragende Persönlichkeit des Theaters und als Meister der Illusionen bezeichnet.
1954 wurde Lee Grabel von Dante als dessen Nachfolger in der "Königlichen Dynastie der Zauberer" gewählt. 1958 wurde ihm zur Anerkennung als Amerikas grösster Zauberkünstler eine Goldmedaille verliehen.
1959 zogen sich Grabel und seine Frau aus dem Showgeschäft zurück. 1977 unternahm er eine zwanzigwöchige "Abschiedstournee".
1994 ernannte er Lance Burton als seinen legitimen Nachfolger.
Biografie: McGill, O. The Magic and Illusions of Lee Grabel, 1986
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