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Sowohl bei Allergien als auch bei Multipler Sklerose spielt ein fehlgeleitetes Immunsystem eine Rolle. Bei Allergien beginnt das Immunsystem auf Stoffe zu reagieren, die für den Organismus eigentlich harmlose wären. Kommen Allergiker mit der allergieauslösenden Substanz in Kontakt, stellen sich Allergiesymptome ein. Bei starken Allergien kann die Reaktion auf diese so stark ausfallen, dass Betroffene stets Notfallmedikamente bei sich tragen müssen. Welche zusätzlichen Konsequenzen bestimmte Allergien für MS-Betroffene haben können, zeigt eine neue US-amerikanische Studie.
Bei der Multiplen Sklerose richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper, und zwar gezielt gegen Nervenzellen. Normalerweise lernen die Immunzellen, zwischen «körpereigen» und «fremd» zu unterscheiden und nur Eindringlinge oder entartete Körperzellen anzugreifen. Wie genau es dazu kommt, dass das Immunsystem so fehlgeleitet wird, ist bisher noch nicht ganz klar.
US-amerikanische Forschende haben kürzlich untersucht, ob es eine mögliche Verbindung zwischen Allergien und der Krankheitsaktivität bei MS-Betroffenen gibt. Sie werteten dazu Daten von 1349 Teilnehmenden einer Studie aus.
Menschen mit MS und Lebensmittelallergien hatten eine höhere Krankheitsaktivität
Die Bostoner Forschenden fassten daher zusammen, dass in ihrer Untersuchung Menschen mit einer Lebensmittelallergie und MS mehr Schübe hatten und eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine im MRT sichtbare Krankheitsaktivität im Vergleich zu MS-Betroffenen ohne bekannte Allergie. Weitere Studien seien nötig, so die Wissenschaftler, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die möglichen Mechanismen zu verstehen. Daraus könnten sich auch neue Therapieoptionen oder Präventionsstrategien für MS ergeben.