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Inhalt Teil 1: Die doppelte Enteignung der Arbeit führt zu Identifikationsverlust
→ Lösungsansatz: Arbeit und Eigentum wieder koppeln
Vor der Industrialisierung waren Arbeit und Eigentum gekoppelt. Familien- und Kleinstbetriebe waren die Regel und die Arbeitsmenge sowie Qualität führte zu unmittelbar spürbaren Konsequenzen, denn das Arbeitsprodukt gehörte einem selbst. (Abbildung 2: Spalte 1)
Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Arbeitsgesellschaft von vielen selbständigen familiären Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben zu einer Industriegesellschaft mit vielen Lohnarbeitern ohne Besitz, die in wenigen grossen Fabriken für wenige Fabrikeigentümer arbeiteten. Eine erste Enteignung der Arbeit fand statt. (Abbildung 2: Spalte 2: Frühe Industrialisierung)
Bereits Abraham Lincoln, der damalige US-Präsident, nahm diese Entwicklung mit Besorgnis zur Kenntnis und befürchtete, dass nun nach Abschaffung der Sklaverei eine neue Form entstehen würde – eine Form besitzloser Lohnsklaven. Er hoffte, dass die Lohnarbeiter einen Teil ihres Gehaltes sparen und sich danach selbständig machen würden. Doch die Geschichte nahm einen anderen Weg.
(Nagler, 2009)
Das Aufkommen der Kapitalgesellschaften, allen voran Aktiengesellschaften, ermöglichte später eine zusätzliche Enteignung der Arbeitswelt. Aus eigentümergeführten Unternehmen wurden Firmen, die von angestellten Managern – ebenfalls Lohnarbeitern – geleitet wurden. Unternehmensführung und Eigentümerschaft wurden zusätzlich entkoppelt. (Abbildung 2: Spalte 3: 20./21. Jahrhundert)
Diese doppelte Enteignung führte zu einer starken Abnahme der Sinnkomponente, was wiederum Einfluss auf die intrinsische Motivation bei der Arbeit haben dürfte.
Die Aktionäre: Haben allem voran Renditeinteressen. Umsatz- und Gewinnwachstum ist ihr vorrangiges Ziel. Die Arbeit an sich ist nicht weiter von Interesse.
Die Manager: Sind nicht mehr die Eigentümer des Unternehmens, sondern auch nur Lohnarbeiter, die sich möglichst ertragreich an Unternehmen verkaufen. Ein Drittel dieser Manager ist vor Ablauf von drei Jahren bereits wieder woanders angestellt. (Keese, Hauer, & Tänzler, 2010)
Die operativen Mitarbeiter: Verkaufen ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an ein Unternehmen. Ihnen gehört weder ein Teil des Unternehmens noch das Ergebnis ihrer Arbeit.
FINA Finanzplanung AG sucht nicht Mitarbeiter, die ihre Zeit ans Unternehmen verkaufen, sondern die viel eher Mitunternehmer respektive Partner sein möchten.
Als Mitinhaber in der eigenen Firma zu arbeiten erhöht die Identifikation und das Verantwortungsbewusstsein. Ein prominentes, sehr erfolgreiches Beispiel ist auch die Firma John Lewis in England. Den Mitarbeitern gehört das ganze Unternehmen! (John Lewis Partnership, 2013)
↑ Nagler, J. (2009). Abraham Lincoln: Amerikas grosser Präsident; eine Biographie. Deutschland: C.H.Beck.
↑ Keese, D., Hauer, A., & Tänzler, J. (2010). Familienunternehmen. Von www.familienunternehmen.de: https://www.familienunternehmen.de/media/public/pdf/publikationen-studien/studien/Studie_Stiftung_Familienunternehmen_Verweildauer-des-Managements-von-Familienunternehmen%20.pdf abgerufen
↑ John Lewis Partnership. (2013). John Lewis Partnership. Von www.johnlewispartnership.co.uk: https://www.johnlewispartnership.co.uk/about.html abgerufen
Sinnvolle Arbeit Zusammenfassung