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Mit Prof. Dr. Ute Frevert referierte eine der profiliertesten deutschen Historikerinnen am Alumnae-Lunch. Für ZUNIV-Präsidentin Denise Schmid war es ein besonderer Moment, weil sie Anfang der neunziger Jahre bei Frevert ein Kolloquium besucht hatte, das ihr Interesse an Genderfragen weckte.
Ute Frevert tauchte zunächst in die Geschichte ein und sprach über die Stereotypisierung von weiblichen und männlichen Eigenschaften im 19. Jahrhundert. In den Jahrhunderten davor wurden Emotionen viel weniger mit geschlechtstypischen Unterschieden in Verbindung gebracht. Anders in Meyers Konversationslexikon, in dem es 1904 heisst: «Beim Weibe behaupten Gefühl und Gemüt, beim Manne Intelligenz und Denken die Oberhand.» Doch die Referentin differenzierte, auch Männer galten im 19. Jahrhundert als emotional, nur war ihre Emotionalität meist positiv mit Wille, Schaffenskraft und Antrieb besetzt. Weibliche Emotionen wurden dagegen mit Weichheit, Liebenswürdigkeit und Innerlichkeit gleichgesetzt, was bis heute nachwirkt. Frevert zeigte dazu Bilder aus der Werbung mit dem Slogan «Service with a smile» und lächelnden Frauengesichtern. Und sie sagte, wenn Top-Politikerinnen wie Angela Merkel oder Hillary Clinton zu wenig Gefühle zeigen, wird das in der Öffentlichkeit häufig mit Irritation quittiert.