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Wilhelm v. Diesbach – Erbauer des Schlosses
Nachdem sich die «wyerhofstatt zu Hollenden» im 14. und 15. Jahrhundert im Besitze der Familie von Krauchtal und des Franziskanerklosters in Bern befunden hatte, ging das «gut zu Hollingen» 1495 endgültig in die Hände von Schultheiss Wilhelm v. Diesbach über.
Wilhelm v. Diesbach war Spross einer Familie, die im 15. Jahrhundert den sozialen Aufstieg vom Handwerk in den Adel geschafft hatte. Die Familie war durch Handel (Diesbach-Watt-Gesellschaft), Bergwerksunternehmungen und französische Solddienstzahlungen zu Reichtum gelangt und schliesslich in die höchsten politischen Ämter aufgestiegen.
Wilhelm war bestrebt, den neu erlangten sozialen Status seiner Familie nach dem Vorbild des mittelalterlichen Adels symbolisch und kulturell, so u.a. auch baulich zu dokumentieren. So liess er um 1500 den noch heute das Kernstück der Schlossanlage bildenden Donjon nach den Vorstellungen der spätgotischen Burgenromantik erbauen.
Bei seinem Tode (1517) hinterliess Wilhelm v. Diesbach einen glänzenden, durch den Schuldenpilz innerlich ausgefaulten Besitz.
Nekrokolog auf Wilhelm v. Diesbach (†1517) von Valerius Anshelm:«also dass er uber sin unrechenlich innemen ob 20’000 gulden schuld sinen vier suenen hat gelassen, nach deren unlangen abgang alle sine hab in der schuldneren gwalt ist kommen».