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Professor Zinweiss hatte sich eine verlängerte Auszeit gegönnt, in der ihm der akademische Ehrgeiz auf geradezu fatale Weise abhanden gekommen war. Zurück in seinem Institut für Zukunftsmusik baute er den Teilchenbeschleuniger zur Kegelbahn um und das Elektronenmikroskop zum Korkenzieher. Er liess seinen Assistenten freie Hand, was diese nutzten, um angehäufte Überstunden in blaue Tage zu verwandeln und Extremsportarten auszuüben, bei denen sie sich Kopfverletzungen zuzogen, die sie für die Wissenschaft untauglich machten. So verkam der einst so angesehene Forschungsstandort zu einem Tohuwabohu-Tempel, in dem der Freizeit derart intensiv gehuldigt wurde, dass sogar der strebsame Genweizen zu einer unverdaulichen Flockenmischung mutierte.
Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.