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Der Safran wird im Orient schon seit mehr als 3500 Jahren kultiviert und ist von den alten Völkern zwischen
Euphrat und Tigris zur Kulturpflanze hochgezüchtet worden.
Auch im Sanskrit gibt es einen Namen für Safran, der auf das westliche Himalaja-Gebiet Kaschmir hinweist, wo noch heute Safran in grosser Menge angebaut wird.
Die Namen Krokus und Safran stammen beide aus Vorderasien. Der Name "Safran" stammt aus dem Arabischen und ist abgeleitet aus "asfar" (gelb) und "safra". Safran in Europa:
Vom Osten her kam der Safran schon früh nach Griechenland. Schon 370 v.Chr. hat Theophast darüber berichtet. In Italien wurde bereits zur Zeit der römischen Kaiser Safran angepflanzt. Die Römer bauten riesige Kulturen dieser Pflanze an, da sie den Safran in grosser Menge als Gewürz-, Duft- und Farbstoff für Speisen, Getränke und Kleider sowie Arzneimittel gebrauchten. Heute ist Spanien der grösste Safranproduzent in Europa. Safran in der Schweiz:
Ende des 14. Jahrhunderts versuchte die Basler Regierung den Anbau von Safran. Im Jahre 1374 kam es rund um den Hauenstein zu einem regelrechten Safrankrieg. In Basel brach danach ein Safranfieber aus. Wer ein sonniges Stück Erde besass, steckte Krokuszwiebeln hinein. Auch in der Waadt, in Genf, im Tessin und im Wallis wurde Safran angebaut. Wie er nach Mund gelangte, ist bis heute eine offene Frage; ob durch Händler oder durch Walliser Söldner, welche bekanntlich recht zahlreich in französischen Diensten standen.
Das Safrandorf Mund war lange Zeit der einzige Ort in der Schweiz, wo nach jahrhundertlanger Tradition das kostbare Gewürz des Safrans kultiviert wurde. Vermutlich bereits im 14. Jh. gelangte der Safran von Spanien über Frankreich in die Schweiz nach Mund. In Mund wird der Safran hobbymässig angebaut. Wer also in der Meinung nach Mund kommt, weitläufige Safranfelder zu sehen, wird überrascht sein, denn nur auf kleinsten Äckern gedeiht das kostbare Gewürz.
Die Safranpflanze ist ein Zwiebelgewächs aus der Familie der Schwertlilien (Iridaceae).
Der Safran (Fachausdruck: Crocus sativus L.) besitzt sechs lilaviolette Blütenblätter, die von sechs bis
neun Laubblättern überragt werden. Der Fruchtknoten ist unterständig und dreifächrig.
Am Scheitel des Fruchtknotens entspringt der ca. 10 cm lange Griffel, der sich in drei gekerbte Narben aufspaltet. Die Narbenschenkel sind oben trichterförmig erweitert. Diese Narben ergeben den eigentlichen Safran. Die Safranpflanze vermehrt sich vegetativ durch Zwiebelteilung. In der Achse der Mutterzwiebel entstehen Achsenknospen. Jede Safranblüte hat drei Narben. Zuweilen wachsen zwei Blüten zu einer zusammen, sodass dann vier, fünf oder sogar sechs Narben hervorstossen. Die Safranpflanze ist eine der 80 Krokusarten und von alters her die bekannteste unter ihnen, weshalb sie schon im Altertum als Königin der Pflanzen gepriesen wurde.
Wo in Mund der Safran blüht, ist der Boden feinsandig, leicht lehmig und locker, trocken und eher mager.
Auf bindigem und feuchtem Boden gedeiht er nicht.
Für Mund war seit jeher die Kummegge unterhalb des Dorfes das prädestinierte Safrangebiet. Er gedeiht aber auch auf vielen Äckern links und rechts entlang der Strasse, die nach dem Weiler Wartfluh führt. Im September wird auf den Safranäckern auch Roggen gesät, den man im folgenden Jahr Ende Juli, Anfang August erntet. Etwa zwischen dem 10. und 30. August werden die Safranäcker mit der Breithaue bestellt. Die Zwiebeln liegen ca. 15 bis 20 cm tief in der Erde. Grundsätzlich bleiben die Zwiebeln im Erdreich. Von Zeit zu Zeit werden aber alle Zwiebeln herausgenommen, um sie dann besser im Acker zu verteilen.
Während im Jahr 1979 auf der Kummegge nur noch 519.95 Quadratmeter bearbeitet wurden, stieg die kultivierte
Gesamtfläche inzwischen bis auf über 16'000 Quadratmeter an. Die Safranernte fällt je nach Witterung
unterschiedlich aus. In den letzten Jahren schwankte sie zwischen drei und vier Kilogramm.
Für 1 kg Safran braucht es rund 130'000 Blüten (lg = 130 Blüten = 390 Fäden). Die Narben verlieren durch das Trocknen vier Fünftel ihres Gewichtes.
Der Munder Safran ist von ganz besonderer Qualität. Aufgrund von Analysen wurde festgestellt, dass unser Bergsafran viermal intensiver ist als der importierte.
Der Preis des Safran wird im Volksmund oft mit dem Wert des Goldes verglichen.
Die übliche Zeit der Safranernte ist zwischen Mitte Oktober und Anfang November (Hochernte: 20. bis 30. Oktober).
Nehmen Sie sich doch einmal Zeit, bei einer Safranernte dabei zu sein. So kommen Sie auch mit den Einheimischen in Kontakt, die Ihnen sicher einige interessante Dinge über den Safran in Mund erzählen können. Regen, abwechselnd mit Sonnenschein, sowie laue Nebel im September begünstigen den Safranwuchs.
Täglich öffnen zu dieser Zeit neue Safranpflanzen ihre Kelche, sodass ein Roggenfeld zur Zeit der Ernte einem violetten Blumenbeet gleicht. Beim Pflücken zwischen Mitte Oktober und Anfangs November fasst man die Blüte am Stängel, drückt sie leicht nach unten und bricht sie ab. Später werden zu Hause die Narben aus den Blüten gezogen, was am gleichen Tag geschehen sollte. Die anschliessende Trocknung der Fäden erfolgt in einem schattigen, aber luftigen Raum. Damit das Aroma über längere Zeit erhalten bleibt, wird der Safran in einem dunklen gefärbten Fläschchen gut verschlossen aufbewahrt.