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Am Dienstagabend massen sich drei junge Hornisten am Valiantforum der Murten Classics. Die Jury kürte Maxime Lambert aus Grolley zum Sieger.
«Die Hornkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart sind gnadenlos», sagte Christoph-Mathias Mueller, künstlerischer Leiter der Murten Classics, zu Beginn des Valiantforums. Am Dienstag traten in Murten drei Hornsolisten zum Final des Nachwuchswettbewerbs an. Qualifiziert hatten sie sich in einer zweistufigen Vorausscheidung. Die Organisatoren verlegten das Finalkonzert in die Deutsche Kirche. Im Schlosshof hätte die ungleichmässig wehende Bise für frierende Zuhörer und ungleiche Verhältnisse zwischen den Solisten gesorgt.
Wolfgang Amadeus Mozart schrieb für einen befreundeten Musiker drei vollständige Hornkonzerte, zwischen denen es einige Parallelen gibt. So stehen sie alle in Es-Dur, und die Schlusssätze sind im 6/8-Takt geschrieben. Gnadenlos sind die Konzerte unter anderem, weil auch ungeübte Zuhörer schnell Unsauberkeiten heraushören. Ausserdem sollte Mozarts Musik trotz hoher technischer Anforderungen stets leichtfüssig klingen.
Zielstrebiger Gomez
Als erster Solist spielte Pere Andreu Gomez das Konzert, das im Köchelverzeichnis (KV) die Nummer 417 trägt. Der 24-Jährige begann mit kraftvollen langen Tönen. Seine schnellen Läufe klangen oft flink. Wanderte die Musik ins melancholische Moll, so nahm das Horn einen warmen Ton an. Gomez suchte grosse Linien, indem er viele Töne breit spielte, aber auch im richtigen Moment Töne absetzte. Seine Artikulation bewirkte unter anderem, dass viele Phrasen bemerkenswert zielstrebig klangen. Andererseits wirkte sein Vortrag gerade dynamisch relativ zaghaft. Er konnte seine Nervosität nur schlecht verbergen. So hörte man mehrfach technische Unsauberkeiten.
Spektakuläre Kadenz
Maxime Lambert ist in Grolley aufgewachsen und studierte Horn in Freiburg. Am Dienstag spielte er das Hornkonzert KV 447. Im Vergleich zu Gomez klang das Horn bei Lambert bedeutend sauberer. Lamberts Linien waren weniger zielstrebig, dafür runder als jene im vorhergehenden Hornkonzert. Spektakulär war insbesondere die Kadenz im ersten Satz: Technisch und musikalisch überaus variabel zeigte Lambert wie schon in der Vorausscheidung, was in seinem Instrument steckt. Mit der Romance als zweitem Satz baute Lambert eine gemütliche Stimmung auf, die nur sporadisch durchbrochen wurde. Spätestens im dritten Satz hatte man den Eindruck, dass dieses Instrument dem Solisten körperlich nicht allzu viel abverlangte. Das energiereiche Allegro wirkte stets locker und souverän.
Unscheinbare Interpretation
Der 20-jährige Matthijs Heugen spielte zum Abschluss Konzert KV 495. Er zeigte einen sauberen Vortrag, aus dem nur wenig herausstach. Bemerkenswert war die Kadenz im ersten Satz, in dem er ein vorangehendes Thema variierte. Im zweiten Satz traf er mit seinem breiten und getragenen Spiel den Charakter der Romance gut. Den dritten Satz präsentierte er in einer munter-hüpfenden Interpretation. Trotz seines ansprechenden Spiels blieb der Eindruck, dass man aus diesem Konzert musikalisch mehr machen könnte. So bietet das Werk dem Interpreten zum Beispiel mit seinen chromatischen Linien Steilvorlagen, die Heugen nur beschränkt nutzte. Das Publikum reagierte dennoch begeistert.
Während sich die Jury zur Beratung zurückzog, profilierte sich das junge Soundeum Chamber Ensemble mit einem Satz aus der Sinfonie G. 509 von Luigi Boccherini. Während das Ensemble in den Konzerten eher unauffällig blieb, begeisterte es hier mit einer unbändigen Energie. Das Orchester spielte sowohl dynamisch als auch in der Artikulation überaus stark.
Die Jury tat sich offensichtlich schwer mit ihrem Entscheid. Wie Christoph-Mathias Mueller anschliessend vor dem Publikum ausführte, stand sie im Wesentlichen vor der Frage, ob sie die technische Sauberkeit oder die musikalische Gestaltung höher gewichten wollte. Schliesslich kürte sie Maxime Lambert vor Matthijs Heugen zum Sieger des Wettbewerbs. Pere Andreu Gomez blieb der dritte Platz. Auch wenn dieser Entscheid im Publikum lebhaft diskutiert wurde, so scheint er doch plausibel.
Maxime Lambert rang kurz nach dem Konzert um Worte. Konkret ändere sich in seinem Leben durch den Sieg zwar wenig. Aber: «Dieser Preis ist eine wichtige Anerkennung. Er zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin», sagte er gegenüber den FN. In seiner Interpretation lege er viel Gewicht auf den Geist Mozarts. «Mozart hatte viel Witz. Er schrieb eine launige Musik mit vielen Temperamentswechseln. Das wollte ich betonen.»
Dieser Preis zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin.Maxime Lambert
Sieger des Valiantforums