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110000 r; säst die ganze Produttion von Melasse gMF bisher nach den
Vereinigten Staaten,
[* 3] doch ging dieser Markt durch die
MacKinleybill verloren. Das zweite Stapelprodukt ist der
Tabak,
[* 4] dessen Produktion ebenfalls in steter Zunahme begriffen ist.
Seine Güte hängt sehr von der
Lage der Pflan- zungen (Vegas) und der Witterung ab. Der Ver- brauch in
Cuba selbst ist, da hier alle stände,
Ge- schlechter und Altersstufen leidenschaftlich rauchen, ungeheuer und foll jährlich 1825 Mill.
oder täglich 5 Mill. Cigarren betragen.
Das beste wird im voraus an bestimmte Häuser und Fabriken in Ha- bana verkauft, sodaß es neuen Kunden und europ. Fabrikanten schwer und meist unmöglich wird, die ausgezeichnete Ware zu erlangen. Auch ist der Käufer durchaus nicht vor Betrug gesichert. That- sächlich wurden 1854 allein in Habana [* 5] 264 Mill. Cigarren von ausländischem (Portoriko) Tabak ge- dreht, dagegen von der ganzen Insel nur 251333000 echte Cigarren ausgeführt. Die Tabaternte wird für 1889 auf 420000, für 1890 auf 300000 Ballen ge- schätzt.
Zur Ausfuhr kamen (1890) 197000 Ballen, davon 142561 nach den Vereinigten Staaten. Die Ausfuhr von Cigarren belief sich 1889 auf 250407, 1630 auf 211823 Mille (davon nach den Vereinig- ten Staaten 135 858 und 122 316; nach Deutschland [* 6] 31370 und 25461), diejenige von Cigaretten 1890 auf 39 Mill. Pakete, von geschnittenem Tabak auf 305000 ^F. Die Produltion litt 1890 unter ungün- stiger Witterung; außerdem kamen für den Haupt- abfatz, nach Nordamerika, [* 7] die erhöhten Zölle der MacKinleybill hinzu.
Von Belang ist die Ausfuhr von Honig nach Nordamerika und Deutfchland; Wacbs, Häuten, Hölzern (Cedernholz nach Hamburg [* 8] und Bremen) [* 9] und Schwämmen. Zur Einsuhr kom- men, außer Manufakturen aller Art, besonders aus England und Nordamerika, aber auch aus Deutsch- land und andern europ. Ländern, hauptsächlich Nah- rungsmittel, Spirituosen, Blcck- und Mctallwaren und Bretter. Insgesamt wertete 1890 die Einsubr 294,3, die Ausfubr 310,2 Mill. M. Im Aug. 1891 bat Spanien [* 10] mit den Vereinigten Staaten einen Ver- nag abgeschlossen, in welchem es, gegen dauernde Zusicherung der in der MacKinleybill enthaltenen Zollfreiheit für Zucker [* 11] und andere wichtige Erzeug- nisse der span. Antillen den amcrit.
Erzeugnissen bei der Einfuhr in
Cuba und Portorilo bedeutende
Zoll- ermäßigungen zugestanden hat.
Bevölkerung
[* 12] und
Verwaltung. Die auf einzelne Landesteile zusammengedrängte
Bevölkerung hat sich seit Anfang des 19. Jahrh, um fast 1 Mill.
vermehrt. Sie beträgt (1887) 1631687 (882600 männl., 749 087 weivl.) E., darunter 528 798 Farbige
und zahlreiche
Chinesen. Die
Sklaverei wurde erst 1886 gänzlich aufgehobcn.
Cuba zerfällt in 6 nach den
Hauptorten benannte Provinzen: Habana,
Ma- tanzas,
Pinal del Rio,
[* 13] Puerto Principe, Sta.
Clara und Santiago de
Cuba Hauptstadt,
l^itz des
Generalgouverneurs und wichtigster Ausfuhrhafen ist Habana ss.d.) mit (1887) 200448
E.
Andere wich- tige Häfen sind
Matanzas,
Cardenas, ^agua-la-
Grande,
Nuevitas, Iibara,
Baracoa, Manzanillo, Casilda (der
Hafen
von
Trinidad) und Cienfuegos.
Die Einnahmen und
Ausgaben sind für 1893/94 mit 24,4 und 25,9 Mill. Pefos angesetzt; unter erstern nehmen
Zölle mit 11,3,
unter letztern die allgemeinen Staatsausgaden (Schuldzinsen) mit 12,5 Mill.Pesos
die erste
Stelle ein. Kirchlich zerfällt
die
Insel in die zwei erzbischöfl.
Sprengel Habana
und
Cuba. Die span.
Besatzung besteht aus 6 Regimentern
Infanterie, 4 Iägerbataillonen, 3 Regimentern
Kavallerie, 3
Batterien, insgesamt 19571 Mann; dazu Sicker- heits- und Guerillacompagnien.
Die Flotte zäblt 3 Kreuzer und 14 Kanonenboote mit 1332 Mann. Verkehrswesen. Das Eisenbahnnetz umfaßt 1600 kiu. Die erste Linie von Habana nach Gua- najay ist 1837 eröffnet. Zehn Jahre später war schon ein zusammenhängendes Eisenbahnnetz vor- handen ; im Süden führt eine Eisenbahn von Cien- fuegos nach Sta. Clara, im Osten von Puerto Prin- cipe nach Nuevitas. später wurden Eisenbahnen eröffnet von Cardenas und Concha nach Aguada und Esperanza bez. Encrucijada, von Casilda nach Fernandez u. s. w. bahnwesen.) An Telegraphen [* 14] waren 1892 3548 km Linien und 167 Bureaus vorhanden, über den Dampsschisfsverkehr s. Habana.
Geschichte.
Cuba wurde von
Co- lumbus entdeckt und von ibm Iuana benannt, welcher
Name sich jedoch so wenig als der
später von Velasquez ihr beigelegte, Fernandina, gegen den einheimischen erhalten hat. Noch bei seinem
Tode hielt Columbus
Cuba für einen
Teil des amerik. Festlandes, welche
Ansicht erst 1503 durch die von Sebastian Ocampio unternommene
Umschiffung widerlegt wurde. 1511 eroberte
Diego Velasquez, Gouverneur des Südwestteils Hispaniolas, des heutigen Haiti,
die
Insel, gründete 1512
Baracoa und binnen einigen Jahren noch fünf bis sechs an- dere
Städte, beförderte
die Negereinfuhr, knüpfte Verbindungen mit Mexiko
[* 15] an, erlangte die Würde eines Generalkapitäns von
Cuba und aller
spätern Eroberungen und batte schon 1520 die
Insel in einen blühenden Zustand gesetzt. Er starb 1524. Auch seine Nachfolger
waren bemüht, den Wohl- stand des
Landes zu heben, wozu besonders die Schonung der Indianer beitrug.
Unter Hernando Soto, der 1539 die Statthalterschaft erhielt, wurden diese jedoch bis 1560 vernichtet, wodurch die
Blüte
[* 16] des
Landes einen empfindlichen
Stoß erlitt. Nur die glückliche
Lage und der treffliche
Hafen Habana retteten die
Kolonie vor dem
Schicksal der übrigen
Antillen (s. Westindien)
[* 17] und erhielten Anbau und Verkehr. Die alte Hauptstadt
Santiago wurde von den Wohlhabenden und
Beamten verlassen und gegen Habana vertauscht, welches man 1584 be- festigte und 1633 zum
Sitz eines eigenen Gouverne- ments machte. Im Laufe des 17. Jahrh, litt
Cuba stark durch die Unternehmungen der Flibustier
(s. d.). Als die Regierung 1717 den Tabakhandel auf
Cuba zu
ihrem
Monopol erklärte, rief diese Maßregel eine Reihe von
Aufstanden hervor, die jedoch über- wältigt wurden.
Die Folge des
Monopols war, daß der Schleichhandel der
Cubauer mit dem brit. Jamaika so zunahm, daß sich
die span. Regierung genötigt sah, hiergegen mit Gewalt zu kämpfen, wobei
sie oft in Streitigkeiten mit den Engländern geriet.
Endlich that sie einen vermittelnden Schritt, indem sie das Tabakmonopol
einigen Kaufleuten von
Cadiz
[* 18] übergab.
In dem franz.-engl. Kolonial- krieg, an dem
Spanien auf franz. Seite teilnahm, unternahmen
die Engländer 1762 mit 44
Kriegs- schiffen und 12-16000 Mann einen Zug
gegen Habana, defsen Gouverneur,
Juan de
Praoo Porto- Carrero, sich nach einmonatiger Gegenwehr 13. Aug. ergeben muhte. Die Engländer nahmen
Besitz von i Stadt und Umgegend,
gaben den Verkehr frei, ver- tauschten jedoch die Eroberung im Frieden zu
Paris
[* 19]
Artikel, die man unter E vermißt, sind unter
K aufzusuchen.
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1763 gegen Florida (s. d.). Die kurze Besetzung war indes von den bedeutendsten Folgen, indem die span. Negierung die alten
Handelsverhältnisse nicht wiederherstellen konnte. Sie mußte 1765 den freien Verkehr C.s mit Spanien bestätigen und legte
da- durch den Grund zum schnellen Emporblühen der Insel und besonders Habanas, welches seit 1773 Mittelpunkt
des Sklavenhandels des ganzen span. Amerika
[* 21] war. 1777 wurde
Cuba zu einem unabhängigen Generalkapitanat erhoben.
Während der Französi- schen Nevolution wanderten vieleRoyalisten von^an Domingo ein, welche die Erfahrungen der Pflanzer
erweiterten, die nun erst den Kaffeebau einführten. Seit einer 1812 durch den freien Neger Aponte an- gestifteten Sklavencmpörung,
die jedoch noch vor dem Ausbruch unterdrückt wurde, waren Neger- aufstände etwas Gewöhnliches. So erhoben sich 1844 die
Schwarzen in der Gegend von Matanzas, und im Frühjahr 1848 rief die Freilassung der Sklaven in den benachbarten franz. Kolonien
West- indiens auch in
Cuba einen Aufstand hervor, der mit grausamster Strenge unterdrückt wurde.
Seit die kontinentalen Kolonien Spaniens vom Mutterlande abgefallen waren, mußte die Be- hauptung C.s immer wichtiger werden,
das den Schlüssel des Mexikanischen Golfs und den natür- lichen Handelsmittelpunkt für die Häfen dieses und des Karibischen
Meers bildet. Man begünstigte daher die Kolonie mehrfach, gab 1816 das Tabal- monopol auf, erteilte 1818 allgemeine
Handels- freiheit und suchte so den Einflüssen der südamerik. Freistaaten entgegenzuwirken, die 1821 auf einem Kongreß in
Panama
[* 22] schon die Mittel berieten, den
Cubanern in der Erlangung ihrer Selbständigkeit beizustehen. Es galt auf (5. nicht
allein die großc Sklavenmasse niederzuhalten, sondern auch die durck das Sklavenwesen demoralisierte
kreolische Bevölke- rung von der span. Krone abhängig zu erhalten. Dies war um so schwieriger, als nach 1840 eine starke
Partei unter den Kreolen, trotz der Ver- schiedenheit der Sprache,
[* 23] Religion und Abstammung, die polit. Verbindung mit den Vereinigten Staaten
von Amerika anstrebte. Andererseits begehrten auch die Nordamerikaner den Anschluß der Insel an die Union,
um so mehr, als zugleich England die wich- tige Kolonie für sich zu erwerben wünschte. 1845 ward im Senat von Washington
[* 24] der Ankauf der Insel in Anregung gebracht, und während die Prcsse eifrig für die Annexion der Insel wirkte, rüsteten sich
auch insgeheim, mit Unterstützung von seiten der
cuban. Kreolen, Freischaren, um die Insel von Spanien
loszureißen. Bereits hatten sich 1500 Mann unter Oberst White zu diesem Zweck ge- sammelt, als die nordamerik. Regierung,
Aug. 1849, gegen das völkerrechtswidrige Unternehmen ein- schritt. Auch ein späterer Vorsuch des Venezuelancrs Narciso
Lopez, der mit dem Amerikaner Crittcnden und dem Ungar Pragay im Aug. 1851 bei Vabia Honda landete, mißlang.
Lopez ward gefangen und in Habana hingerichtet. veröffentlichte der Generaltapitän Penzucla einen Erlaß,
wonach die unter dcm Namen Emanci- vados begriffenen Neger in Freiheit gesetzt wurden. Okt. 1854 trafen, auf direkte
Veranlassung des Präsidenten Pierce, die in England, Spanien und Frankreich beglaubigten Gesandten der Vereinigten Staaten (Buchanan,
Soule und Mason) in Ostende
[* 25] zusammen und erließen eine öffentliche Kundgebung, wonach die Zurückweisung einer Kaufsumme
(120 Mill. Doll.) für
Cuba seitens Spaniens der Union
das Recht geben sollte, die «ihre innere Ruhe und
ihre Existenz gefährdende» Insel wegzunehmen.
Die einzige Rechtfertigung für diese hochfahrende Er- klärung war die Beschlagnahme nordamerik. Schisse in cuban. Häfen, wofür keine Genugthuung erlangt werden konnte. Der hereinbrechende Bürgerkrieg drängte jedoch in der Folge die Angelegenheit wie- der in den Hintergrund. Indessen wuchs die Un- zufriedenheit mit der span. Herrschaft in Cuba täglich mehr. Für die Anlage von Straßen im Innern geschah so gut wie nichts. Handel und Schiffahrt konnten sich nur schwach entwickeln unter einem System, das den Verkehr zwischen den Kolonien und dem Mutterlande als Küstenschiffahrt ansah und besonders den wichtigen Handel mit den Vereinigten Staaten durch unerhört hohe Zölle erdrückte.
Die Landwirtschaft ward gelähmt zunächst durch die Steuer dcs Zehnten, noch mehr durch die sog. Alca- bala, die Abgabe von 6 Proz. vom Nettoertrag des Verkaufs oder Austausches unbeweglicher Güter eines Sklaven, und durch die Alcabalilla, eine Auf- lage von 6 Proz. der Alcabala selbst. Die span. Regierung berief zwar im Herbst 1866 eine Junta zur Beratung der nötigen polit. und socialen Re- formen, es zeigte sich aber bald, daß es ihr damit gar nicht Ernst war. Durch die Erhölmng der unmittel- baren Steuern um 10 Proz. im Sommer 1868 und durch die unsinnigen Verfolgungen der Nesonn- Partei wurde die Erbitterung auf das höchste ge- steigert. organisierten Franc. V. Agnilcra, Manuel A. Aguilera und Franc. Maceo Osario in dem Hause des Letztgenannten in Vayamo eine Verschwörung, um Cuba von der span. Herrschaft zu befreien.
Namentlich breitete sich die Bewegung im östl. und mittlern Teile der Insel aus, und in Manzanillo stellte sich Carlos Manuel Ce-öpeoes an die Spitze, der 10. Okt. die Unabhän- gigkeit C.s erklärte. Bald befanden sich der Osten und das Centrum zu einem großen Teil in den Händen der Aufständischen, die sofort eine republi- kanische Negierung einsetzten, an deren Spitze Sal- vador Cisncros Betancourt, Marquis von Sta. Lucia, und Ignacio und Eduardo Agramonte stan- den.
Cespedes erklärte sich selbst zum General- kapitän des östl. Departements, erzielte jedoch keine polit. Einigung mit der republikanischen Regierung, wenn auch zunächst beschlossen ward, im Felde ge- meinschaftlich zu operieren. Im Winter 1868 auf 1869 drcbte sich der Kampf um die Eisenbahnen zwischen Nuevitas und Puerto Principe, wobei die Spanier meistens den kürzern zogen. Die eigentlich kriegerischen Unternehmungen leitete fortan Oue- sada, dem es gelang, eine Reihe wichtiger Plätze in ! kurzer Zeit zu nehmen und durch einen ununtcr- brochenen Guerillakrieg mit seinen höchstens W000 Mann starken Truppen das span. Heer von 110000 Mann (70000 Voluntarios, 40000 Linientruppen) und das span. Geschwader im Schach zu halten. So bot denn der span. Oberbefehlshaber, General Dulce, Febr. 1869 den Cubanern Amnestie und Ab- stellung aller ihrer Beschwerden an; allein er bestand auf der Abhängigkeit von Spanien und fand des- halb nur taube Öhren. 26. Febr. trat die republi- kanische Regierung des mittlern Departements zu- sammen und schaffte sofort die Sklaverei ab. In demselben Monat erhob sich der Villasdistrikt gegen die span. Herrschaft; es befehligte hier ein Pole, General Nulofi, der in allen Gefechten gegen die Artikel, die man unter C vermißt, sind unter K aufzusuchen. ¶