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Initiative zur Unterstützung der Studierenden vor den Prüfungen
Fernunterricht, fehlende soziale Kontakte und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung einer Arbeitsroutine: Es ist nicht immer einfach, motiviert zu bleiben. Dennoch gibt es Lösungen: Die EPFL unterstützt die Studierenden mit zahlreichen Initiativen.
Für die Studierenden, deren Kurse zuerst nur noch zu einem Drittel als Präsenzunterricht und ab November 2020 zu 100 % online erteilt wurden, kann es schwierig sein, motiviert zu bleiben. Der Wegfall des gewohnten akademischen Rahmens und der Kontakte während der Vorlesungen, in den Pausen oder am Feierabend, die Schwierigkeit, bei Zoom-Konferenzen konzentriert zu bleiben oder Fragen zu stellen sowie das neue Format der Winterprüfungen 2020, die teilweise von zu Hause aus abgelegt wurden, haben viele aus dem Gleichgewicht gebracht.
«Die Beschränkung des Zugangs zum Campus hat alles verändert», sagt Manon Boissat, Elektrotechnikstudentin im dritten Bachelor-Jahr und Vizepräsidentin der EPFL-Studierendenvereinigung AGEPoly. «Auch deshalb hatten wir gefordert, dass die nicht bestandenen Prüfungen nicht gezählt werden, weil man nur schwer vorausahnen kann, ob man auf eine genügende Note kommt, wenn man seine Freunde nicht treffen und sich nicht mit den anderen vergleichen kann.» Die EPFL hat den Studierenden, die eine ungenügende Note erhielten, ausnahmsweise erlaubt, die nicht bestandenen Prüfungen bei den nächsten Winterprüfungen zu wiederholen, ohne dies als neuen Versuch zu werten. Im Fall eines zweiten Versuchs zählt nur die bessere der beiden Noten für das Zeugnis.
Zahlreiche Initiativen
Der Ablauf der Prüfungen ist aber weiterhin «der grösste Unsicherheitsfaktor für das zukünftige Leben der Studierenden, und diese Unsicherheit löst viel Stress aus und schadet der Motivation». So steht es in dem am 16. November 2020 erschienenen Bericht zu einer von AGEPoly durchgeführten Umfrage, an der mehr als 6800 Studierende der EPFL teilgenommen haben.
Um diese Probleme zu bewältigen, wurde auf dem Campus eine ganze Reihe von Initiativen ins Leben gerufen: von Studierenden, von Abteilungsverbänden und Mitgliedern des Lehrkörpers, vom Vizepräsidium für Lehre etc. Alle haben während des noch nie zuvor erlebten, teilweisen Lockdowns im Frühling etwas gelernt.
«Das Gefühl der Einsamkeit, die Isolation, der Stress, der Motivationsverlust oder die Angst, für Januar 2021 nicht bereit zu sein, betrifft nicht nur die Erstjahrstudierenden der Bachelor-Stufe, obwohl sich die Studierenden auf der Master-Stufe offenbar vergleichsweise leichter anpassen konnten.»
Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Mentoring-System für Studierende im ersten Bachelor-Jahr. Für sie ist alles neu und sie konnten vor der Campus-Schliessung noch nicht unbedingt Freunde finden oder Arbeitsgruppen bilden. Mit dem von AGEPoly und den Abteilungen mit Unterstützung des Vizepräsidiums für Lehre ins Leben gerufenen Projekt werden je rund zehn Studierende einem «Mentor» im zweiten oder dritten Bachelor- oder Master-Jahr zugewiesen, der ihnen hilft. «Wir wollten ein System einführen, in dem die Hilfe zu den Studierenden kommt. Die Mentoren rufen dazu auf, um Unterstützung zu bitten und Fragen zu stellen. Sie sorgen auch für Teamgeist, indem sie alle zur Zusammenarbeit bewegen, damit die Arbeitsdynamik nicht verloren geht», erklärt Nicolò Ferrari, Physikstudent im dritten Bachelor-Jahr und Präsident der Vereinigung AGEPoly. Er bedauert zwar, dass das System erst etwas spät im Semester eingeführt wurde, sodass ein Teil der Erstjahrstudierenden nicht teilnehmen konnte, ist aber über die positiven Rückmeldungen erfreut.
«Bestmöglich betreuen»
Das Gefühl der Einsamkeit, die Isolation, der Stress, der Motivationsverlust oder die Angst, für Januar 2021 nicht bereit zu sein, betrifft nicht nur die Erstjahrstudierenden der Bachelor-Stufe, obwohl sich die Studierenden auf der Master-Stufe offenbar vergleichsweise leichter anpassen konnten. Die Sozialberatung der Abteilung für Studentenangelegenheiten (SAE) betreut die Studierenden aller Lehrgänge weiterhin im Rahmen von Einzelgesprächen zu diesen Themen. Sie engagierte sich zusammen mit AGEPoly auch für die Einsetzung der Arbeitsgruppe Helping Hand. Jeden Montag erhalten die Studierenden einen Newsletter zu Themen im Zusammenhang mit dem Ablauf des Semesters mit Aktionen wie Bots Telegram oder dem Projekt PolyPrev Bridge. Jeden Donnerstag gibt der SAE-Sozialdienst, bei dem die Ressourcen für die Förderung des Wohlbefindens im Studium gebündelt sind, ausserdem «Tipps» zum Wohlbefinden.
«In der aktuellen Lage ist das Gleichgewicht und das Wohlbefinden der Studierenden gefährdet. Da es an Orientierungspunkten fehlt, vergessen bestimmte Studierende, sich um sich selbst zu kümmern (eine Routine pflegen, gesund essen, genug schlafen, Aktivitäten planen etc.). Dies ist aber wichtig für ein erfolgreiches Studium», erklärt SAE-Leiterin Nathalie Ritter. «Deshalb ist unser Sozialdienst und unsere Zusammenarbeit mit Helping Hand wichtig, um Ressourcen bereitzustellen, mit denen wir sie bestmöglich betreuen können.