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In der Nacht von Sonntag auf Montag startete das Pokerhighlight des Jahres. Der Final Table der WSOP 2016. An 3 Spieltagen sollte der neue Champion erkoren werden. Die letzten 9 Spieler von einem gigantischen Starterfeld von 6.737 Teilnehmern kämpften um den Titel und die 8 Millionen Dollar Preisgeld. Die «November Nine 2016» (Bild unten) setzten das Turnier bei Blinds von 250K/500K/75K fort und starteten mit folgender Ausgangslage:
Cliff Josephy: (USA) 74,6 M
Qui Nguyen: (USA) 67,9 M
Gordon Vayo: (USA 49,3 M
Kenny Haellart: (BEL) 43,3 M
Michael Ruane: (USA) 31,6 M
Vojtech Ruzicka: (CZ) 27,3 M
Griffin Benger: (CAN) 26,1 M
Jerry Wong: (USA) 10,1 M
Fernando Pons: (ESP) 6,1 M
In der 16. Hand des Abends, bereits bei den neuen Blinds 300K/600K/100K brachte der Spanische Shortstack Fernando Pons (Bild unten) seine letzten 8 Bigblinds vom Button mit A/6 in die Mitte. Aus dem Bigblind callte Cliff Josephy mit K/J und traf Trips. Pons, der durch die Tatsache, dass er mittels 30 Dollar online-satellite die Qualifikation für das Main Event erreicht hatte und sich bis an den FT gespielt hatte, konnte das Märchen von Chris Moneymaker nicht wiederholen. Er kassierte eine Million an Preisgeld.
Einiges spektakulärer ging es mehr als 2 Stunden später in Hand#60 zu, als die Blinds bereits bei 400K/800K/100K lagen. Der Openraise von Ruzicka auf 1,8 M wurde am Button von Gordon Vayo auf 5,1M erhöht worauf Jerry Wong den 4-bet auspackte der sein All in bedeutete. Seine Jacks waren aber den Queens von Openraiser Ruzicka unterlegen und Wong (Bild unten) nahm Rang 8 für 1,1 Millionen Dollar.
Weniger als einen Orbit später musste der nächste Spieler dran glauben. Vayo fand am Button 10/10 und eröffnete auf 2,2 M worauf Shortstack Griffin Benger (Bild unten) mit 7,3 M und A/9 in spades all in ging. Das Bord eilte Benger nicht zu Hilfe und 1,25 Millionen Dollar wurden Benger und seinen bisherigen 2 Millionen an live-winnings hinzugefügt.
Der belgische Poker-Turnierdirektor Kenny Hallaert (Bild unten) sollte der nächste sein. Bei Blinds 500K/1M/150K hatte er mit A/Q suited, utg auf 2,3 M eröffnet und wurde von Qui Nguyen am cutoff auf 5,7 M geraist. Halleart packte seine ganzen 35 Bigblinds in die Mitte und Nguyen der Aces hielt musste nur noch callen. Am Flop erschien eine Queen, auf Turn und River aber keine mehr und das Turnier wurde für diesen Tag beendet. Nguyen sollte mit einem enormen Chiplead zu «day 9» starten. Hallaert nahm 1,46 Millionen Dollar mit.
Schon kurz nach Start vom 2. Tag des Finaltisches erwischte es auch den 2. Europäer. Vojtech Ruzicka (Bild unten) aus Tschechien hatte 58 Bigblinds vor sich ehe er pre-flop aus dem Small Blind eine Eröffnung von Gordon Vayo am Button von 2,3 M auf 8,1 M erhöhte. Nach dem Call von Vayo bettete Ruzicka auf Q/8/3/7/5 3 Barrels mit dem All in am River durch und Vayo der ein Set 8 gefloppt hatte konnte verdoppeln. Ruzicka hielt noch einen ¾ BB als er in der nächsten Hand mit A/7 in A/Q von Qui Nguyen lief und auf Rang 5 für 1,9 Millionen Dollar gehen musste.
Zu viert wurde lange gespielt und die Blinds waren schon bei 600K/1,2M/200K als Michael Ruane (Bild unten) nach dem utg-openraise von Nguyen auf 2,7 M seine letzten 13 BB’s aus dem Small Blind mit K/Q in Herz in die Mitte stellte. Nguyen callte mit A/J und eliminierte Ruane der am Turn noch einen gutshot hatte auf Rang 4. Das Preisgeld von 2,5 Millionen tröstete im ersten Moment wohl wenig. Nach weiteren 11 Händen wurde der Tag beendet.
Qui Nguyen startete mit 197 Millionen in Chips als klarer Chipleader vor Gordon Vayo (89M) und Cliff Josephy (50M) in den grossen Showdown. Josephy konnte aber gleich gegen den Chipleader verdoppeln eher selbst wieder Vayo verdoppeln musste um dann short wieder einen double-up zu kriegen. Nach einem erneuten Verdoppler war es dann aber in Hand #182 so weit. Josephy
(Bild unten) verlor zunächst einen grossen Teil seines Stacks als er im Battle of the Blinds aus dem Bigblind mit J/3 gegen A/8 von Nguyen auf A/10/3/9 zweimal check-callte und dann den River (6) selbst noch anspielte. Eine Hand später waren die Blinds bei 800K/1,6M/200K angelangt und Josephy schob aus dem Small Blind die letzten knapp 12 BB mit Q/3 suited aus dem Small Blind. Gordon Vayo im Bigblind callte mit K/6 und gewann die Hand mit top-pair. Der Chipleader der «november nine» musste sich mit Rang 3 und 3,45 Millionen Dollar begnügen.
Das Heads-up begann mit einem Chiplead von Gordon Vayo (125BB) gegenüber Qui Nguyen (85BB). Nguyen konnte sich aber in der Folge den Chiplead erkämpfen und ausbauen. Als die Blinds auf 1M/2M/300K stiegen stand er bei 240M gegenüber 95M von Vayo. Weitere 2 Stunden später als die Blinds erneut stiegen hatte sich Vayo wieder auf 119M hochgekämpft war aber gegen die 217M von Nguyen immer noch klar hinten. Vayo baute wieder ab und brauchte einen glücklichen double-up um wieder zurück auf die knapp 120 Millionen zu kommen. Am Flop Q/8/7 mit einem spade ging er mit Q/5 in spades gegen A/Q von Nguyen all in, um sich den runner-runner flush zu sichern. Als das Level beendet wurde und die Blinds auf 1,5M/3M/500K stiegen stand Vayo wieder «nur» bei 109 Millionen an Chips. In der Hand #364 (das Heads-up hatte also genau gleich viele Hände gedauert wie der ganze Finaltisch bis zum finalen Duell) war Vayo dann mit knapp 20BB per 3-bet mit J/10 in spades all in und sah sich von K/10 dominiert. Der Flop K/9/7 brachte Hoffnung aber die blanks 2 und 3 auf Turn und River besiegelten das Schicksal von Gordon Vayo (Bild unten), der runner up für 4,6 Millionen wurde.
Der neue und 41. Weltmeister im No-limit Texas Hold’em heisst also Qui Nguyen (Bild unten).
Der 39-jährige Vietnamese mit amerikanischem Pass hatte vor dem WSOP Main Event 2016 noch keinen grösseren Cash vorweisen können. Pikant: wie einige Pokermedien berichten bezeichnet sich Nguyen, der in Las Vegas lebt als professionellen Spieler, im Baccara!