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Die Welt wird bunter
Die Welt wird bunter. Synthese von Farbstoffen im 19. Jahrhundert
(Ohne Gewähr; Angaben nicht genau verifiziert; die Farben der Textauszeichnung stimmen nicht mit den beschriebenen überein. Zur Hauptseite Farbensymbolik )
1704: Preussischblau ist ein lichtechtes, mineralisches, tiefblaues Pigment und gilt als der erste moderne synthetische Farbstoff. Er entsteht, wenn man eine Lösung von Eisen-Salz mit gelbem Blutlaugensalz zusammengibt. Per Zufall entdeckte der Berliner Chemiker Heinrich Diesbach 1704 die Rezeptur. Ab ca. 1724/25 produziert. Die Farbe fand weite Verbreitung (tintenblaue Uniformen!)
1805: Im Jahre 1805 entdeckte der österreichische Techniker Ignaz von Mitis (1771–1842) ein Fällungsprodukt, das nach ihm Mitisgrün genannt wurde. Erstmals hergestellt wurde Schweinfurter Grün um 1805 in Wien. Die erste industrielle Fertigung von Mitisgrün fand im unterfränkischen Schweinfurt durch den Industriellen Wilhelm Sattler statt, das Produkt wurde nach diesem Fabrikationsort benannt. Das Pigment kam es unter einer Vielzahl von Namen in den Handel. Giftig, da arsenhaltig.
1809: Chromgelb erstmals durch den französischen Chemiker Vauquelin im Labor hergestellt.
1824–1834: Ein französischer Ausschuss setzte 1824 einen hohen Preis für denjenigen aus, der ein Verfahren zur künstlichen Herstellung von Ultramarinblau entwickeln könnte. 1828 gelang dem Franzosen Jean-Baptiste Guimet die künstliche Herstellung, sein Verfahren wurde jedoch nicht veröffentlicht. Gleichzeitig mit Guimet entwickelte Gmelin in Tübingen ein Verfahren, das er veröffentlichte. Ebenso im Jahr 1828 erfand Friedrich August Köttig das Meißner Lasursteinblau, eine Variante des künstlichen Ultramarins. Dieses Herstellungs¬verfahren erlangte 1829 Fabrikationsreife. 1834 gründete Carl Leverkus die erste deutsche Fabrik zur Herstellung künstlichen Ultramarins.
1831: Vergnaud beschrieb im Jahre 1831 Thénards Methode (Erhitzens von Quecksilberchromat) und Laissaignes Methode (Erhitzens eines Gemisches aus Kaliumchromat und Schwefel) zur Herstellung von Chromoxidgrün (Fensterläden, Eisenbahnwagen).
1856–1859: Die Herstellung der Teerfarben begann mit der Entdeckung des ersten violetten Farbstoffs aus Anilin, des Mauveins, durch William Henry Perkin im Jahre 1856, der bereits drei Jahre später, 1859, die Synthese des Fuchsins durch Verguin und zahlreicher anderer Anilinfarbstoffe, so des Anilinblaus durch Girard und de Laire, des Methylgrüns und des Methylvioletts folgten. Magenta war eine der ersten künstlich hergestellten Anilinfarben. Sie wurde 1859 kurz nach der Schlacht von Magenta erstmals hergestellt und nach dem damals aktuellen Ereignis benannt. — Queen Victoria trug 1862 zur Hochzeit ihrer Tochter Alice ein seidenes, mit Mauvein gefärbtes Kleid.
1861: Als erster Azofarbsoff wurde 1861 Anilingelb (p-Aminoazobenzol) synthetisiert. Seither wurden in Zehntausende von Azofarbstoffen synthetisiert. Azofarbstoffe bilden zahlenmäßig die stärkste Farbstoffklasse.
1869: Den deutschen Chemikern C. Graebe und C. Liebermann gelingt die künstliche Herstellung von Alizarin. Es kommt 1871 zu einem wesentlich günstigeren Preis als das natürliche in den Handel. Dadurch war der Anbau der Krapppflanze für die Krappbauern nicht mehr rentabel.
1878: Die erste wirkliche Vollsynthese von Indigo durch Adolf von Baeyer erfolgte am 6. Juni 1878; Am 19. März 1880 wurde die erste Indigosynthese ausgehend von o-Nitrozimtsäure patentiert. Wichtig war eine von Karl Heumann 1890 patentierte, von Anilin ausgehende Synthese — 1897 Beginn der fabrikmässigen Produktion durch BASF — 1904 ein effizienteres Verfahren von Hoechst setzt sich durch.