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Leider muss ich Sie enttäuschen: Der Titel verspricht mehr, als ich mich getraue zu verraten. Es geht schliesslich um Sex, und da sind Taten gefragt, keine Worte. Hahaha! Verzeihen Sie, dass ich lache... Aber alles der Reihe nach.
Der Titel eignet sich jedenfalls gut, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie zum Beispiel: Entweder haben Sie sehr oft und sehr guten Sex und lesen bloss aus Neugierde, oder aber Sie haben keinen, zu wenig oder schlechten Sex und lesen das hier, weil Sie hoffen, der Lösung Ihres Problems so einen Schritt näher zu kommen. In jedem Falle gilt: Ich muss Sie wieder enttäuschen. Erstens: 90 Prozent (Vorsicht: Schätzung) aller Paare haben nach der Geburt eines Kindes weniger Sex. Und ich habe bereits zwei! Meine Bettgeschichten wären also - sagen wir mal: unspektakulär. Und zweitens: Wenn ich Ihre Sexprobleme mit 2500 Zeichen aus der Welt schaffen könnte, hätte ich generell ausgesorgt.
Die Sache ist simpel: Die Kolumne heisst Vaterfreuden, und es gehört nun mal zu den Freuden eines Vaters, sich über zu wenig Sex beklagen zu dürfen.
Kürzlich habe ich gelesen, dass das Problem bereits vor der Geburt anfängt. Als Regel gelte, so der Experte, dessen Namen ich leider vergessen habe, dass bei Paaren, die während der Schwangerschaft weniger Sex haben, die Wahrscheinlichkeit grösser ist, dass sie auch nach der Geburt Schwierigkeiten haben werden. Nun gut. Aber kann man es Herbert, nennen wir ihn mal so, verübeln, dass er Mühe damit hat, dass das Erste, was sein Kind von seinem Papa mitbekommen soll, nicht Herbert, sondern Willi ist. Biologisch ist das Blödsinn, aber psychologisch...?
Der Sexperte kannte übrigens eine einfache Erfolgsformel: «Schicken Sie Ihre Frau am Samstag zum Shoppen, kümmern Sie sich Tag und Nacht ums Kind, besorgen Sie für Sonntag einen Babysitter und führen Sie Ihre Frau dann aus zum Dinner, anschliessend ins Hotel.» Da fragt sich Mann: Ist es das wirklich wert? Und: Wie gross ist die Gefahr, dass Frau den Plan durchschaut, geniesst und dann die Augen rollt, wenn der Mann im Hotel nach den Früchten seiner Arbeit greift.
Ich meine: Besser ist warten. Und nett sein. Und Fussball schauen. Wie immer.
Ach ja, bitte lassen Sie diesen Beobachter nicht herumliegen. Ich habe meiner Frau gesagt, dass ich über meinen Bart schreiben werde. Lassen Sie sie in diesem Glauben. Denn Sex zum Thema zu machen oder gar zu fragen, ob Frau heute vielleicht Lust hat, ist wie in die Luft ballern, wenn man später noch Hasen jagen will.