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Gegen den 81-fachen Internationalen wird seit dem letzten November in einem Erpressungsfall ermittelt. Seither wurde er für Länderspiele nicht mehr berücksichtigt.
Benzema wird beschuldigt, bei einer Erpressung von Nationalmannschafts-Kollege Mathieu Valbuena als Komplize agiert und für die Erpresser vermittelt zu haben. Valbuena war im Juni mit der Veröffentlichung eines Sexvideos bedroht worden, sollte er nicht 150’000 Euro zahlen. Zwar wurde Mitte März die richterliche Kontrolle gegen den Angreifer aufgehoben, doch die Ermittlungen gehen weiter.
Aus juristischer Sicht wäre einem EM-Aufgebot von Benzema nichts im Wege gestanden. Doch Verbandspräsident Noël Le Graët und Nationalcoach Didier Deschamps kamen bei einem Treffen zum Thema am Mittwoch überein, auf den derzeitigen Topskorer der “Equipe Tricolore” bei der Europameisterschaft zu verzichten.
In einer Mitteilung schrieb die FFF, dass die Leistungen ein wichtiges, aber nicht exklusives Kriterium für die Nomination in der französischen Nationalmannschaft seien. Vorbildfunktion und Solidarität gegenüber der Mannschaft käme ebenfalls grosse Bedeutung zu. “Aus diesen Überlegungen heraus haben Noël Le Graël und Didier Deschamps beschlossen, dass Karim Benzema nicht an der EURO 2016 teilnehmen kann.”
Benzema hatte noch am Mittwochmorgen über Twitter erklärt, dass ihm die Nationalmannschaft, “Les Bleus”, am Herzen liege und geschrieben: “Einmal blau, immer blau.” Am frühen Abend, noch bevor der Verband sich dazu geäussert hatte, musste der 28-Jährige bekannt geben: “Leider für mich und für alle, die mich immer unterstützt haben, werde ich für die EM nicht aufgeboten.”
Die öffentliche Unterstützung für Benzema war in den letzten Wochen eher spärlich. Die Mehrheit der Franzosen äusserte sich in Umfragen gegen eine Nationalmannschafts-Rückkehr des Lyonnais mit algerischen Wurzeln. Einige Politiker hatten sich offen gegen Benzema ausgesprochen, unter ihnen Premierminister Manuel Valls, der die Bedeutung der Vorbildfunktion bei Nationalspielern hervorhob.
Le Graët und Deschamps dürfte der Entscheid, auf Benzema für die EM zu verzichten, durch die Leistungen der Nationalmannschaft in den letzten Spielen etwas leichter gefallen sein. Im März gewann der zweifache Europameister Testspiele gegen die Niederlande und Russland, wobei sich vor allem die von Antoine Griezmann angeführte Offensive der Franzosen stark präsentierte.
Frankreich eröffnete am Freitag, 10. Juni, im Stade de France die EM gegen Rumänien und trifft im dritten Gruppenspiel am 19. Juni in Lille auf die Schweiz.
(SDA)