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Der Entscheid zur Fusion von Linde und Praxair verzögert sich. Hintergrund ist die Marktmacht des geplanten Konzerns.
Die EU-Kommission will bis Ende August über die Genehmigung der Fusion von Linde und Praxair entscheiden. Die beiden Industriegase-Konzerne hätten am Mittwoch Zugeständnisse gemacht, um die Bedenken der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen den deutsch-amerikanischen Zusammenschluss auszuräumen, teilte die Kommission am Donnerstag mit.
Die EU will ihre Entscheidung bis zum 24. August fällen, zwei Wochen später als sie bisher in Aussicht gestellt hatte. Das würde aber noch reichen, damit die Fusion bis zum 24. Oktober unter Dach und Fach gebracht werden kann. Das ist aktienrechtlich der spätestmögliche Zeitpunkt.
80 Milliarden Dollar
Linde und Praxair hatten sich bereits vor einem Jahr auf eine 80 Milliarden Dollar schwere Fusion geeinigt. Das neue Unternehmen, das von London aus geführt werden soll, würde mit 29 Milliarden Dollar die französische Air Liquide überholen und hätte 88'000 Mitarbeiter.
Reuters hatte erfahren, dass Linde und Praxair zwei Pakete von Unternehmensteilen in Europa und den USA verkaufen wollen, um in einzelnen Regionen keine zu grosse Marktmacht aufzubauen. Sie führten bereits exklusive Gespräche, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Insgesamt gehe es um Firmenteile im Volumen von acht Milliarden Dollar.
Sparten werden abgestossen
Die japanische Taiyo Nippon Sanso soll demnach Teile des Europa-Geschäfts im Wert von rund 3,8 Milliarden Euro übernehmen. Die zum Verkauf stehenden Sparten in den USA könnten für 3,3 Milliarden Dollar an den Finanzinvestor Carlyle gehen. Anderen Interessenten sei die Möglichkeit eingeräumt worden, ihre Offerten nachzubessern, sollten die Gespräche nicht zu einem Ergebnis führen.
(reuters/gku)