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«Fellini ist eine Religion für sich»
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«Fellini ist eine Religion für sich. Für die zweifelhaften Wunder der Kirche hat er ein verächtliches Schnauben übrig, er macht sich auf in die Welt hinaus, um dort die stillen Wunder zu finden, die er sich – und uns – zu eigen macht, für immer.» Ray Bradbury
Wie kaum ein zweiter prägte Fellini seinen unverwechselbaren eigenen Filmstil. Egal, ob er neorealistische oder surrealistische Sujets behandelte, stets waren seine Filme so individuell, dass sie zwar unzählige andere Regisseure beeinflussten, aber keine Filmschule bilden konnten. Jede Nachahmung wäre Plagiat gewesen. Es dauerte seine Zeit, bis Federico Fellini beim Film landete. Seine erste Liebe gehörte dem Theater und dem Zirkus. Im Alter von zwölf Jahren brannte er kurz von zu Hause durch, um sich einer Zirkustruppe anzuschliessen. Später ging er auf die Hochschule, allerdings nicht aus Überzeugung, sondern um sich vor dem Militärdienst zu drücken.
In Rom arbeitete Fellini einige Jahre lang als Journalist und Karikaturist, sowie als Song- und Gag-Schreiber. 1939 begann er seine relativ lange Lehrzeit als Co-Autor von Drehbüchern für Filme u. a. von Roberto Rossellini, Pietro Germi und Alberto Lattuada. Bereits dafür erhielt er einige Oscar-Nominierungen, so für seine Mitarbeit an den Drehbüchern von «Rom, offene Stadt» (1944) und «Paisà» (1946), beide von Roberto Rossellini inszeniert. 1952 drehte Fellini mit «Der weisse Scheich» seinen ersten Film, eine Satire auf die damals sehr beliebten Fotoromane. «I vitelloni – Die Müssiggänger» (1953) war eine Schilderung des Alltags in einer italienischen Provinzstadt. In den scheinbar unbedeutenden Menschen und den banalen Geschehnissen zeigt Fellini ohne viel Brimborium das Milieu junger Leute im Nachkriegs-Italien. Es war der erste grosse Filmerfolg Fellinis.
Bis 1990 sollten unvergessliche Filme folgen wie «La strada» (1954), «La dolce vita» (1960), «Otto e mezzo» (1963) oder «E la nave va» (1983).