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Brustkrebs: Ursachen, Risikofaktoren und Beschwerden
Obwohl mehrere Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs bekannt sind, kann doch im Einzelfall meist nicht erklärt werden, warum ein Brustkrebs entstanden ist. Viele Frauen mit Risikofaktoren entwickeln keinen Brustkrebs während wiederum andere ohne Risikofaktoren einen Brustkrebs entwickeln. Risikofaktoren können also höchstens einen Hinweis geben.
Risikofaktoren
Alter, familiäre und hormonell-bedingte Risiken sind Faktoren, die sich wenig oder gar nicht beeinflussen lassen. Gewisse Lebensgewohnheiten wie Übergewicht oder Rauchen, welche ein erhöhtes Risiko darstellen, können hingegen schon beeinflusst werden.
Genetik/Vererbung
Familiäre Veranlagungen und bestimmte genetische Konstellationen sind für ca. 5% der Brustkrebserkrankungen verantwortlich. Insgesamt ist also das genetische Risiko gering.
Das familiäre Risiko ist erhöht, wenn Brustkrebs oder Eierstockkrebs bei Verwandten 1. oder 2. Grades (Mutter, Schwester, Tochter) vorliegt.
Ein hohes Risiko tragen Frauen, bei denen Mutationen im BRCA1-Gen (Chromosom 17) oder im BRCA2-Gen (Chromosom 13) vorliegen. Bei Häufung von Brustkrebs in der Familie, sollte abgeklärt werden, ob Mutationen in diesen Genen vorliegen. Wird eine solche Mutation nachgewiesen, ist eine engmaschige Überwachung und regelmässige Kontrolle zu empfehlen. Allenfalls muss auch über eine vorsorgliche Operation gesprochen werden.
Hormone
Die Geschlechtshormone können eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs spielen. In diesem Zusammenhang sind folgende Risikofaktoren bekannt:
- Frühe erste Menstruation (Menarche)
- Später Eintritt der Menopause
- Späte Erstgeburt oder Kinderlosigkeit
- Hormonersatztherapie während den Wechseljahren
Lebensstil
Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum gelten als Risikofaktoren für die Entstehung von verschiedenen Krebsarten, dazu gehört auch der Brustkrebs.
Beschwerden: Welche Beschwerden macht Brustkrebs?
Im Frühstadium macht der Brustkrebs in der Regel keine Schmerzen oder typischen Veränderungen. Werden aber Veränderungen an der Brust bemerkt, sollten diese medizinisch abgeklärt werden.
Auch wenn nicht jede Veränderung der Brust gleich Krebs bedeutet, ist es empfehlenswert, im Sinne der Früherkennung und rechtzeitigen Behandlung verdächtige Veränderungen abzuklären.
Folgende Veränderungen könnten auf Brustkrebs hindeuten und müssen ärztlich untersucht werden
- Neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust (häufig schmerzlos)
- Einziehung der Brustwarze oder der Haut
- Veränderte Grösse der Brustdrüse (Asymmetrien)
- Veränderungen der Brustwarze oder von Warzenvorhof (Grösse, Farbe, Form, Rötungen, Entzündungen ausserhalb der Stillzeit)
- Ausfluss aus der Brustwarze – insbesondere blutiger Ausfluss
- Vergrösserte Lymphdrüsen in den Achselhöhlen
- Spannungsgefühl oder Schmerzen der gesamten Brust, die anders sind als während der Monatsblutung.
Früherkennung / Mammographie
Veränderungen der Brust sollten immer von einem Gynäkologen kontrolliert und untersucht werden. Je früher ein bösartiger Knoten in der Brust entdeckt wird, desto wirkungsvoller sind die Therapien und umso grösser sind die Heilungschancen.
Deshalb sind regelmässige Früherkennungsuntersuchungen – besonders ab dem 50. Lebensjahr - wichtig und sollten in Anspruch genommen werden.
Die Erkennung eines Brustkrebses in einem sehr frühen Stadium ist nur durch die Mammographie (Bruströntgen) möglich. Damit können kleinste Tumoren in Form von Mikroverkalkungen nachgewiesen werden. Allerdings gibt es auch andere Ursachen für solche Mikroverkalkungen und es muss nicht immer ein Krebs dahinter verborgen sein. Ab welchem Alter und für welche Frauen die Mammographie empfohlen wird, ist zum Teil umstritten. Einige Kantone in der Schweiz empfehlen die Mammographie für alle Frauen ab 50 Jahren und übernehmen auch die Kosten.
In folgenden Kantonen besteht ein Mammographie Programm, das Frauen ab 50 alle 2 Jahre die Mammographie Untersuchung anbietet:
Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Graubünden, Jura (inkl. Berner Jura), Neuenburg, St. Gallen, Tessin, Thurgau, Waadt und Wallis.
Die obligatorische Grundversicherung übernimmt die Kosten für die Mammographie ab dem 50. Altersjahr ebenfalls alle 2 Jahre. Für Frauen, deren Mutter, Tochter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind, werden die Kosten jährlich übernommen.
Selbstuntersuchung
Die Selbstuntersuchung der Brust ist eine Möglichkeit, Veränderungen wahrzunehmen. Sie ist aber kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung oder eine Mammographie. Veränderungen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Zur Durchführung der Selbstuntersuchung
>> siehe Kapitel Selbstuntersuchung der Brust