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Roland Blaettler, Andreas Heege 2022
Ab 1902 war Gotthold Herrmann in Langnau als Schreiner tätig. Als er seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, eröffnete er einen kleinen Laden, wo er u. a. Salz und Geschirr anbot. Trotz des identischen Namens besteht keine verwandtschaftliche Beziehung zu den Langnauer Hafnern Herrmann (Heege/Kistler 2017).
1933 übernahm Gotthold Herrmanns Sohn Fritz das Geschäft an der Langnauer Oberstrasse, welches sich unter dem Namen «Geschirrhalle» wesentlich entwickeln sollte. Fritz Herrmann hatte in der Tschechoslowakei und in Schlesien die verschiedenen Techniken im Dekorieren von Porzellan erlernt (Malerei, Stahl-, Kupfer- und Siebdruck). Dies erlaubte ihm, das Angebot auf die Anfertigung von speziellen Dekoren zu erweitern, z. B. für Vereine, Firmen oder Privatanlässe. Unter der Marke «Helapo» (Herrmann Langnauer Porzellan) und weiteren Marken wurde seit den 1930er-Jahren weisses Porzellan aus Deutschland oder aus Langenthal dekoriert.
1947 erschien in der Berner Woche auch ein bebilderter Beitrag zur Geschirrhalle.
Später wurden Verkaufsfilialen in Thun, in Konolfingen und im Shoppyland Schönbühl eröffnet. Markus Herrmann übernahm die Geschäftsleitung 1972. Um die Jahrhundertwende mussten alle Filialen geschlossen werden, selbst die Mutterfirma an der Oberstrasse. 2014 bestand noch die Firma «Herrmann im Töpferhus», mit der Töpferei, dem Dekorationsatelier und einem Verkaufsladen.
1984 wurde unter Mitwirkung des Keramikers Heinz Gerber im Langnauer Töpferhus eine neue eigene Töpferei eingerichtet, die vor allem im «Alt-Langnauer» Stil fertigte. Die Keramikproduktion wurde im März 2018 eingestellt.
Das Regionalmuseum in Langnau bewahrt einzelne Stücke aus dem ersten Brand der Töpferei im Jahr 1984.
Informationen von Markus Herrmann
Bibliographie:
Andreas Heege/Andreas Kistler, Keramik aus Langnau. Zur Geschichte der bedeutendsten Landhafnerei im Kanton Bern (Schriften des Bernischen Historischen Museums 13), Bern 2017.