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Hereditärer Protein-C-Mangel (hPCM) prädisponiert zur Thrombenbildung und zu Thrombembolien, da Protein C benötigt wird, um die Gerinnungsfaktoren Va und VIIIa zu inaktivieren und die Fibrinolyse zu initiieren. Es handelt sich um eine Koagulopathie, die autosomal dominant mit unvollständiger Penetranz vererbt wird und in schweren Fällen bereits beim Neugeborenen zum Tod führen kann.
Der Phänotyp der hPCM-Patienten variiert in Abhängigkeit von der Residualaktivität des Protein C sehr stark [1]:
Das klinische Bild deutet auf eine Koagulopathie hin, lässt jedoch insbesondere keine Unterscheidung von hPCM und Protein-S-Mangel zu. In Blutanalysen dominieren in akuten Phasen jene Abweichungen, die mit der disseminierten intravasalen Gerinnung einhergehen, nämlich Thrombozytopenie, Hypofibrinogenämie, erhöhte Konzentrationen von Fibrin-Spaltprodukten (D-Dimere) sowie eine verlängerte aktivierte partielle Thromboplastinzeit und eine verlängerte Prothrombinzeit [3].
Spezifischere Befunde sind zu erheben, wenn die Konzentration des Protein C bestimmt wird, wobei nur im Fall eines Typ I hPCM pathologisch reduzierte Werte zu erwarten sind. Beim Typ II hPCM, d.h. bei funktioneller Defizienz an Protein C, liegt die Menge des nachweisbaren Antigens im Referenzbereich [10]. Die Aktivität des Protein C ist dagegen in beiden Fällen deutlich vermindert, bei homozygoten Patienten mit schwerer Symptomatik oft <1% bzw. nicht detektierbar (Referenzbereich 25-45% beim Neonaten, 70-140% beim Erwachsenen) [3] [4]. Daher ist der Nachweis einer Reduktion der Aktivität des Protein C der wichtigste Schritt zur Diagnose der Erkrankung. Um hier zuverlässige Resultate zu erzielen, muss die zu untersuchende Plasmaprobe vor Behandlungsbeginn gewonnen werden [10]. Dennoch ist mit der Einleitung therapeutischer Maßnahmen bei lebensbedrohlichen Komplikationen nicht zu warten, bis die Ergebnisse der Aktivitätsmessung und des antigen-basierten Assays vorliegen.
Dasselbe gilt für die molekulare Bestätigung der Diagnose, die schließlich anzustreben ist, um hereditäre und erworbene Konditionen zu unterscheiden [11]. Die Identifizierung der kausalen Mutation bildet zudem die Basis für die genetische Beratung betroffener Familien und sichert insbesondere bei heterozygoten Patienten, für die in den zuvor genannten Studien nur unklare Resultate erzielt wurden, die Diagnose ab.