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Eine besondere kartographische Kostbarkeit stellt der Nachbau jenes Erd- und Himmelsglobus dar, der von 1595 bis 1712 im Saal der Klosterbibliothek St. Gallen stand. Abt Bernhard Müller (1594−1630) hatte den Globus 1595 erwerben können. Dieser sehr grosse Globus mit einer Höhe von 233 cm wurde im Rahmen eines inner-schweizerischen konfessionellen Konflikts, des Toggenburger Kriegs (1712−1718), zwischen den reformierten Orten Zürich und Bern auf der einen und der katholischen Fürstabtei St. Gallen auf der anderen Seite im Mai 1712 von den erfolgreichen Truppen der beiden reformierten Orte beschlagnahmt und nach Zürich weggeführt. Dort wurde der Globus im Chor der Wasserkirche aufgestellt, wo damals die Zürcher Stadtbibliothek und eine angeschlossene Kunstkammer untergebracht waren. Seit 1897 steht der originale Erd- und Himmelsglobus, einer von weltweit nurmehr zwei erhaltenen Grossgloben des 16. Jahrhunderts, im Schweizerischen Landesmuseum (Nationalmuseum) in Zürich.
Im Rahmen der Beilegung des sogenannten Kulturgüterstreites zwischen St. Gallen und Zürich im Jahre 2006 kamen die beiden Parteien überein, dass der originale Erd- und Himmelsglobus im Schweizerischen Landesmuseum bleibt, dass Zürich für St. Gallen jedoch eine originalgetreue Nachbau dieses Globus nachbaut. In über 7‘000 Arbeitsstunden wurde diese Globus-Replik im Staatsarchiv des Kantons Zürich angefertigt und im Sommer 2009 der Stiftsbibliothek St. Gallen übergeben. Eine Dokumentation des Staatsarchivs des Kantons Zürich erzählt und erklärt ausführlich die Geschichte des Globus und seines Nachbaus.
Die Abbildung der Erde auf dem Globus, der kurz nach 1571 angefertigt wurde, basiert auf einer Weltkarte, die der berühmte Kartograph Gerhard Mercator 1569 in Duisburg herausgegeben hatte. Für die Abbildung des nördlichen und südlichen Sternenhimmels griff man auf zwei von Albrecht Dürer 1515 in Nürnberg geschaffene Holzschnitte zurück.