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Pyrolysieren, Schmelzen und Kondensieren
Der Recyclingprozess beginnt beim Käufer, der seine verbrauchten Batterien und Akkus in den Laden zurückbringt. Jeder Batterienverkäufer ist dazu verpflichtet, diese kostenlos zurückzunehmen und zu sammeln. Mehr als 12‘000 solche Sammelstellen gibt es in der Schweiz.
Die Batterien werden von einem Lastwagen in den Verkaufsgeschäften abgeholt und in die Firma Batrec nach Wimmis transportiert. Dort werden sie nach Grösse und chemischer Zusammensetzung sortiert und Fremdstoffe entfernt, darunter zum Beispiel Plastikteile von Elektrogeräten.
Danach werden die Batterien bei Temperaturen bis 700° Celsius pyrolisiert. Darunter versteht man die Verschwelung der Batterien mit möglichst wenig Sauerstoff. Plastik- und Papierteile der Batterien werden dabei verkohlt und die frei werdende Energie für die Pyrolyse genutzt. Gleichzeitig verdampfen Wasser und Quecksilber. "Das stark gesundheitsschädliche Quecksilber wird in der Quecksilberdestillation kondensiert und kommt mit einer Reinheit von 99.99 Prozent wieder auf den Markt", erklärt Werren. Abgase wie Dioxine und Furane – giftige organische Verbindungen, die als Nebenprodukte entstehen – werden in Nachbrennern bei über 1000°C verbrannt.
Die pyrolisierten Batterien kommen in den Schmelzofen, wo sie bei 1500°C reduziert und geschmolzen werden. Als erstes verdampft das Zink, das über einen Kondensator zurückgewonnen wird. Später verkauft Batrec das Metall an Verzinkerein, die Zink nutzen, um Eisen gegen Rost zu schützen. Die Mitarbeiter, die am riesigen Schmelzofen arbeiten, tragen spezielle Schutzanzüge und sehen aus, als wären sie in Alufolie eingewickelt. Die Anzüge schützen sie vor den hohen Temperaturen und dem Funkensprung beim Anstechen der im Ofen zurückbleibenden Schmelze aus Eisen und Mangan. Die Schmelze wird anschliessend zu festem Ferromangan-Barren ausgekühlt. Diese werden in der Industrie unter anderem verwendet, um die Härte von Stahl zu regulieren. Die auf der Schmelze schwimmende Schlacke gelangt in abgekühltem Zustand als schwarzer Feststoff auf eine (Inertstoff-)Deponie.
Und wer bezahlt das aufwendige Batterierecycling, die riesigen Öfen und die moderne Steuerzentrale, die mit den vielen Computern einem Flugzeugtower gleicht? "Für jede in der Schweiz verkaufte Batterie bezahlt der Konsument eine vorgezogene Entsorgungsgebühr, mit welcher die Sammlung, der Transport und das Recycling bezahlt wird. Diese garantiert jedem Batteriekäufer eine sachgerechte Entsorgung", erklärt Werren sichtlich stolz.