Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03256.jsonl.gz/1206

WER SIND WIR
Vorwort
Ein Indianer mit Federschmuck galoppiert auf seinem Pferd durch die Prärie. Heute wissen wir, dass dieses Bild den vielfältigen Kulturen Nordamerikas in keiner Weise gerecht wird.
Die Hollywood-Wildwestfilme und Indianer-Geschichten, ob von Karl May oder James Fenimore Cooper, haben dazu beigetragen, dass wir uns das Leben der „Natives“ bunt und abenteuerlich vorgestellt haben. Auch heute werden Indianer immer noch mit Lagerfeuer-Romantik und Heldentum in Verbindung gebracht. Aber leider hört man fast täglich von den endlosen Kämpfen der „Natives“, von ihren Verlusten an Lebensraum, Eigentum und vor allem ihrer Eigenart.
Für ethnologische Museen ist das Thema „Indianer Nordamerikas“ ein Dauerbrenner. Das liegt wohl an der ungebrochenen Faszination bei Jung und Alt.
Schweizer Interesse an Indianern
Das Interesse an den Indianern Nordamerikas hat in der Schweiz tiefe Wurzeln. Die Bundesverfassung von 1848 lehnte sich nämlich an die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika an und diese wiederum liess sich vom „Great Law of Peace“ der Irokesen-Konföderation inspirieren.
Frühere Indianerbilder des Schweizer Malers Peter Rindlisbacher (1806-1834) hängen im „Military Academy Museum“ in Westpoint USA. Von 1832-1834 begleitete der ebenfalls aus der Schweiz stammende Karl Bodmer (1809-1893) den deutschen Prinzen Maximilian zu Wied an den oberen Missouri und hielt in weltberühmt gewordenen Bildern die dort lebenden Indianer fest. Der Berner Rudolf Kurz (1818-1871) lebte von 1846 bis 1852 mit den Indianern am Mississippi und am oberen Missouri und dokumentierte sie in Wort und Bild.
Schweizerischer Herkunft war auch Marie Sandoz (1896-1966), die Autorin treffender Indianerbeschreibungen. Dass die Erzählungen von J.F. Cooper schon vor über 160 Jahren in unserem Land bekannt waren, dokumentiert ebenfalls das grosse Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an den Ureinwohnern Nordamerikas.
Das INDIAN LAND Museum
Die nordamerikanische Sammlung im INDIAN LAND Museum gehört zu den wohl bedeutendsten in der Schweiz - vielleicht sogar in Europa. Vertreten sind hier die verschiedenen indianischen Kulturen der USA und Kanadas.
Die umfangreiche Sammlung hat zur Folge, dass jeweils thematische Ausstellungs-Schwerpunkte gesetzt werden, die für einige Jahren erhalten bleiben. Auch wenn das INDIAN LAND Museum zu den kleineren Museen zählt, übertrifft es in Bezug auf seine Qualität, Originalität und Einzigartigkeit regelmässig die Erwartungen der Besucher.
Das INDIAN LAND Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die materielle Kultur der nordamerikanischen Indianer durch seine Sammlung zu erhalten und indianisches Denken und Handeln an die interessierten Besucher zu vermitteln. Zu diesem Zweck zeigt es Gegenstände aus verschiedenen Zeitepochen und unterschiedlichen Lebensbereichen der verschiedenen Stämme. Zudem bemüht es sich, so weit aus heutiger Sicht noch möglich, in Vorträgen und Workshops das dafür notwendige Verständnis zu vermitteln.
Helfende Hände gesucht
Für den Betrieb und begleitende Veranstaltungen des Museums suchen wir Helferinnen und Helfer, die sich mit bestem Wissen und Gewissen für die Kultur der „Native Americans“ einsetzen möchten.
Das INDIAN LAND Museum organisiert Veranstaltungen, Sonderausstellungen, Vorträge, Workshops, Filmvorführungen, Lesungen sowie spezielle Ferienkurse für Kinder und Jugendliche. Ein Museumsshop mit indianischem Kunsthandwerk und vieles mehr, laden zum Stöbern und Staunen ein. Die zeitlose, moderne indianische Kunst zeigt, dass die „First Nation“ keine Menschen der Vergangenheit sind. Es sind Angehörige von Völkern und Stämmen, die trotz ihrer 500 Jährigen leidvollen Geschichte von Vertreibung, Verfolgung und Vernichtung überlebt haben und ihr einzigartiges kulturelles Erbe heute stolz präsentieren.