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Der Reuss-Schachen ist das Gebiet zwischen Reussufer und dem Schutzdamm, der 1907/08 - nach dem verheerendem Hochwasser von 1906 - gebaut wurde, um das Siedlungsgebiet von Emmen-Dorf vor weiteren Hochwassern zu schützen.
Historisches Bild: Dorf Emmen mir Sicht auf das linke Reussufer
Zwar hielt der Damm 1910 dem Hochwasserdruck nicht stand. Nachher ist jedoch Ruhe eingekehrt, bis 2005 ein weiteres Hochwasser das Dorf Emmen und auch Emmenbrücke überflutete. Während vereinzelt das Hochwasser über die Dammkante floss, kam plötzlich das Wasser von Emmenbrücke her, wo die kleine Emme aus allen Fugen geraten war. Die Wassermassen überfluteten die Industrien von Moos und Viscosuisse und bahnten sich einen Weg nach Emmen-Dorf. Dass die kleine Emme so unkontrolliert durch die Ebene von Emmen floss, wusste seit Menschengedenken niemand. Es wird jedoch vermutet, dass um ca. 1845 die kleine Emme ebenfalls wild über den Emmerboden gelaufen war. In der Chronik der Pfarrei Emmen ist sogar festgehalten, dass das Wasser bei der damals neuen Kirche bis zu den Kirchenmauern gelangte, jedoch nicht in das Innere drang.
Die Korporation Emmen ist Eigentümerin des Reuss-Schachen, der heute ein beliebtes Wander- und Erholungsgebiet von Emmen ist.
Die Korporation Emmen machte sich Gedanken, wie der Reuss-Schachen ökologisch aufgewertet werden könnte. Der Ertrag des Waldes deckt die Kosten bei weitem nicht mehr.
Als Erholungsgebiet könnten doch ökologische Werte vernetzt werden mit Mensch, Tier, Wasser und Umwelt. Nebst der ökologischen Aufwertung des Reuss-Schachen durch das Element Wasser war auch ein Ziel, die Bevölkerung zu sensibilisieren, die Natur bewusster wahrzunehmen und zu achten. Entstanden ist ein Bachlauf mit verschiedenen Teichen, der viel Beobachtungsraum bietet und in dem sich verschiedenste Wasserlebewesen ansiedeln können. Als geschenkte Zugabe erleichtert das Bauwerk die spielerische Berührung mit dem Wasser. Gross und Klein erfreut sich, mit dem Wasser zu werken, war doch die Reuss mit dem steilen Ufern gefährlich und mit viel Angst vor dem Wasser verbunden.
Als finanziellem Hauptträger möchten wir folgender Institution besonders danken:
Weiter beteiligten sich an der Finanzierung:
Im Laufe der Zeit entstand auf dem Hochwasserdamm ein schmaler Weg, der zum beliebten Veloweg nach Luzern wurde. Ein lang ersehnter Wunsch ging mit dem Bau des Lebensraumes Reussufer in Erfüllung. Mit dem Aushubmaterial wurde der Damm verbreitert, und so können nun zwei Velos gefahrlos kreuzen.
Die Korporation hatte die Bauherrschaft, zusammen mit der Dorfgemeinschaft. Finanziert wurde das Bauwerk mittels Sponsoring durch die Bevölkerung, indem man symbolisch mit 60 Franken einen Laufmeter Veloweg erwerben konnte. Heute könnte man den Veloweg nicht mehr wegdenken.
Foto Veloweg und Eisenskulptur Velo
Einst wurde der Platz auf Privatinitiative von Walter Albrecht gestaltet und auch durch ihn gepflegt. Zuerst mit einem Brunnen, später ergänzt mit einer Feuerstelle und mit Tisch und Bänken. Die Bevölkerung schätzte den Platz sehr, und Walter Albrecht pflegte den Ort mit viel Liebe und Herzblut.
Mit der Autobahnsanierung musste der in die Jahre gekommene Picknickplatz wegen der Baustelle weichen. Bei den Abschlussarbeiten der Autobahnsanierung wurde der Wunsch an die Korporation getragen, die Wüstenlandschaft unter den Brücken im Reuss-Schachen neu zu gestalten.
Nach positiven Gesprächen mit den verantwortlichen Stellen konnte das jetzige Konzept umgesetzt werden. Für die künstlerische Gestaltung war Franz Helfenstein verantwortlich, und finanziert wurde das Ganze durch den Autobahnbau.
Symbolisch für Emmen sind die drei Angelhaken im Wappen, und so wurde auf die Dreigliederung bei der Gestaltung Rücksicht genommen. Schon die drei Brücken markieren das. Das erste Bild soll die Reuss mit den beiden Uferlandschaften symbolisieren. Das zweite Bild mit dem Brunnen zeigt die Dreierdimension in einer vielleicht moderneren Form, multikulturell, völkervereinigend und begegnungsfördernd.
Bei der Gestaltung wurde bewusst darauf geachtet, dass eine Oase der Wahrnehmung und Begegnung entsteht und kein Rummelplatz.
Der Brunnen, ebenfalls in der Dreierdimension, wurde von Walter Albrecht gestaltet und finanziert und ist heute als Geschenkgabe im Besitz der Korporation Emmen.
Möge dieser Ort viele verbindende Begegnungen schenken.
|Emmen, im Sommer 2008||

Die Korporation Emmen
Franz Helfenstein