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Der Begriff schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) bezeichnet eine Erkrankung der Fingersehnen. Beim schnellenden Finger kommt es zu einer knötchenartigen Verdickung der Beugesehnen. Am häufigsten verdickt sich die Sehne auf der Innenseite der Hand, direkt oberhalb des Fingerknöchels.
Sehnen sind bindegewebige Fasern, welche die Muskeln mit den Knochen verbinden. An besonders stark belasteten Stellen verlaufen die Sehnen in sogenannten Sehnenscheiden. Diese schützen die Sehnen vor Verschleiss und Verletzungen. Stark belastete Stellen sind zum Beispiel Gelenke wie etwa das Schultergelenk, das Handgelenk oder die Fingergelenke.
Bei einer Tendovaginitis stenosans gleitet die Fingersehne nicht mehr ruhig in ihrer Sehnenscheide, da eine Schwellung die Sehnenscheide verengt. Dadurch entsteht beim Strecken des Fingers ein ruckartiger Bewegungsablauf – daher der Name schnellender Finger. Doch ein schnellender Finger zeigt nicht allein ein auffälliges Bewegungsmuster. Die Betroffenen klagen ausserdem über Schmerzen, wenn sie versuchen, den Finger zu strecken. Ein weiteres typisches Merkmal der Tendovaginitis stenosans sind die tastbaren Verdickungen der Sehnenscheide. Bewegen von einer Tendovaginitis stenosans Betroffene einen entsprechenden Finger, ist manchmal beim Vorschnellen des Fingers ein entsprechendes Geräusch zu hören – die Sehne springt in der Sehnenscheide nach vorne. Je länger ein schnellender Finger unbehandelt bleibt, desto unbeweglicher wird der Finger in der Regel.
Ein schnellender Finger tritt überwiegend bei Frauen mittleren Alters auf, kann aber grundsätzlich in jedem Lebensalter vorkommen. Bei Kindern ist ein schnellender Finger allerdings selten (angeborene Verdickung der Daumenbeugesehne).
Eine Operation der Tendovaginitis stenosans, bei der ein Arzt die Verengung der Sehnenscheide in Längsrichtung spaltet, führt in den meisten Fällen zu dauerhafter Beschwerdefreiheit.
Regelmässige Fingergymnastik und das Vermeiden von einseitigen Bewegungen stärken die Fingermuskeln und -sehnen und beugen Fehlbelastungen und so eventuell auch einer Tendovaginitis stenosans vor.
Ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) ist durch eine Veränderung des Sehenapparats direkt oberhalb des Fingerknöchels charakterisiert: Die schützende Sehnenscheide am Fingergelenk ist verdickt.
Normalerweise gleitet die Sehne reibungslos durch die Sehnenscheide wie durch einen Tunnel. Doch aufgrund der Verengung der Sehenscheide kommt es bei der Tendovaginitis stenosans zu einer ruckartigen Bewegung beim Strecken des Fingers. Die Sehne gleitet nicht mehr ungehindert durch die Sehnenscheide, sondern kann die Verengung nur erschwert mit dieser ruckartigen (schnellenden) Bewegung überwinden. Im Verlauf der Tendovaginitis stenosans kann der Betroffene den Finger meist immer weniger bewegen.
Grundsätzlich kann ein schnellender Finger in jedem Lebensalter auftreten. Gewöhnlich sind Erwachsene im mittleren Alter betroffen. Selten kommt ein schnellender Finger bei Kindern vor (angeborene Verdickung der Daumenbeugesehne). Frauen leiden in der Regel häufiger an einer Tendovaginitis stenosans als Männer.
Sehnen verbinden die Muskeln mit den Knochen. An besonders stark belasteten Stellen verlaufen die Sehnen in sogenannten Sehnenscheiden. Stark belastete Stellen sind zum Beispiel Gelenke, wie etwa das Schultergelenk, das Handgelenk oder die Fingergelenke.
Eine Sehnenscheide (Vagina synovialis tendinis) ist ein mit Schmierflüssigkeit gefüllter doppelwandiger Schlauch. Eine feste Bindegewebsschicht (Stratum fibrosum) bildet die äussere Begrenzung. Die Innenseite der Sehnenscheide besteht aus der sogenannten Synovialschicht (Stratum synoviale), welche die Schmierflüssigkeit (Synovia) bildet. Diese Flüssigkeit schützt die Sehne vor zu starker Reibung.
Ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) hat Störungen der Fingerbeugesehnenscheiden als Ursachen: Die Sehnenscheide, die die Sehne umhüllt, ist knötchenartig verdickt. Dadurch kann die Sehne nicht mehr frei gleiten, sondern schnellt beim Strecken des Fingers ruckartig vor.
Ursache für eine Verdickung der Sehnenscheide ist zum Beispiel eine dauerhafte mechanische Überlastung. Dadurch schwillt die Sehnenscheide an, es kommt zur Tendovaginitis stenosans.
Auch Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder die sogenannte Amyloidose (Erkrankung, bei der sich spezielle Eiweisse im Gewebe ablagern) können eine Tendovaginitis stenosans verursachen. Ebenso kann sich ein schnellender Finger im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis, eines Karpaltunnelsyndrom oder einer Tendinosis de Quervain – einer besonderen Form der Sehnenscheidenentzündung entwickeln.
Ein schnellender Finger kann in Einzelfällen Nebenwirkung bestimmter Medikamente zu sein, zum Beispiel von Aromatase-Hemmern, die in der Therapie von Brustkrebs eine Rolle spielen.
Ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Typisch ist allerdings, dass er sich nur mit einer ruckartigen Bewegung strecken lässt – die plötzliche Streckung ist meist schmerzhaft. Die Streckschwierigkeiten des Fingers sind bei der Tendovaginitis stenosans in der Regel am Morgen am stärksten ausgeprägt und nehmen im Laufe des Tages ab. Weitere Symptome der Tendovaginitis stenosans sind: hörbares beziehungsweise tastbares Vorschnellen der Sehne und knotige Verdickungen der Sehnenscheide, meist direkt oberhalb der Fingerknöchel.
Schreitet ein schnellender Finger weiter fort, wird der Finger zunehmend unbeweglicher.
Aufgrund der typischen Beschwerden, die ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) hervorruft, stellt der Arzt die Diagnose meist schon im Rahmen der klinischen Untersuchung. Er lässt sich die Symptome genau beschreiben und fragt nach, wie lange sie andauern und wie oft sie auftreten. Ausserdem sieht sich der behandelnde Arzt die Finger des Patienten an und beobachtet insbesondere die Fingerbewegungen. Schliesslich tastet er den betroffenen Finger – und im Vergleich dazu auch oft die anderen Finger – gründlich ab.
Um andere Ursachen, zum Beispiel Knochenabsplitterungen oder Knochenauswüchse (Osteophyten), auszuschliessen, fertigt er meist auch eine Röntgenaufnahme des betroffenen Fingers an.
Stellt der Arzt bei dem Patienten eine Tendovaginitis stenosans fest, untersucht er ihn auch meist auf Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder die sogenannte Amyloidose (Erkrankung, bei der sich spezielle Eiweisse im Gewebe ablagern). Von diesen Erkrankungen kann ein schnellender Finger hervorgerufen werden, ausserdem von rheumatoider Arthritis, ein Karpaltunnelsyndrom oder einer Tendinosis de Quervain – einer besonderen Form der Sehnenscheidenentzündung.
Steht die Diagnose schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans), wählt der Arzt als Therapie meist eine Operation. Dabei öffnet er die verengte Sehnenscheide. Ziel der Behandlung ist es, das Schnellen des Fingers zu unterbinden und die Bewegungsfreiheit wiederherzustellen. Ein schnellender Finger kann zu Beginn oder bei leichten Beschwerden auch mit Medikamenten behandelt werden, die die Symptome lindern (konservative Therapie).
Ist die Ursache der Tendovaginitis stenosans eine bekannte Grunderkrankung, wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder die sogenannte Amyloidose (Erkrankung, bei der sich spezielle Eiweisse im Gewebe ablagern), wird der Arzt diese zusätzlich zu den akuten Symptomen der Tendovaginitis stenosans zu behandeln.
In leichten Fällen einer Tendovaginitis stenosans können manchmal auch nichtsteroidale Antiphlogistika (Diclofenac, Ibuprofen) die Beschwerden lindern. Häufig hilft auch eine mehrminütige Fingergymnastik in Seifenwasser. Auch Kortison-Spritzen in die betroffene Stelle der Sehnenscheide können die Beschwerden der Tendovaginitis stenosans vorübergehend vermindern.
Ein schnellender Finger kann mit Medikamenten und Gymnastik aber nicht geheilt werden. Die Symptome der Tendovaginitis stenosans werden lediglich gelindert.
Wird ein schnellender Finger operiert, kann die Gleitfähigkeit der Sehnenscheide beim wieder vollständig hergestellt werden. Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) erfolgen, bei der der Arzt nur diejenigen Nerven betäubt, die Hand und Finger versorgen. Während der Operation der Tendovaginitis stenosans öffnet der Mediziner die Stelle, an der die Sehnenscheide am stärksten verengt ist, und weitet die Sehnenscheide auf diese Art auf.
Im Anschluss an die Operation muss der Betroffene aktiv Fingerübungen durchführen. Damit kann er verhindern, dass sich die Finger versteifen.
Ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) bringt teilweise Komplikationen wie Gelenkentzündungen sowie Verletzungen der Blutgefässe und schmerzhafte Narben mit sich.
Bleibt ein schnellender Finger unbehandelt, entsteht häufig eine sogenannte sympathische Reflex-Dystrophie: das heisst eine Störung der Nerven und der Gefässversorgung des von der Tendovaginitis stenosans betroffenen Fingers.
Ein schnellender Finger lässt sich mit einer Operation in der Regel wirksam behandeln und hat somit eine gute Prognose. Zu Beginn der Tendovaginitis stenosans oder bei nur leichten Beschwerden hilft manchmal auch eine Behandlung mit Kortison.
Ein schnellender Finger (Tendovaginitis stenosans) ist etwas, dem Sie nur bedingt vorbeugen können. Meist führt eine Grunderkrankung (z.B. Rheumatoide Arthritis) dazu, dass sich die Sehnenscheide am Finger verdickt und die typischen ruckartigen Bewegungen und Schmerzen der Tendovaginitis stenosans hervorruft. Aber auch wenn Sie Ihre Fingersehen zu stark beanspruchen oder fehlbelasten, kann ein schnellender Finger die Folge sein. Vermeiden Sie also einseitige Bewegungen und stärken Sie Ihre Fingermuskeln und -sehnen mit regelmässiger Fingergymnastik.