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Sonntag, 6. Mai 2012 – 12. Reisetag, 2. Teil
Vinita
Nach Afton holt uns die Realität wieder ein. Wir begegnen einem weiteren geschlossenen Motel mit einem verrosteten Reklameschild, die still vor sich hin rosten und zerfallen. Eine Brücke überlebt. Sie wurde einfach abgesperrt. Unmittelbar daneben wurde eine neue Brücke gebaut. Wir fahren noch zu dem 1957 gebauten ”Possible World’s Largest McDonald‘s”, welches die Interstate 44 überspannt. (Vergleichbar mit der Autobahn Raststätte Würenlos.) Diese unübliche Glashaus Konstruktion war bei der Erstellung sicher das grösste McDonald’s. Es ist aber mittlerweile von gigantischeren Niederlassungen überflügelt worden.
Die Route 66 wird nun vierspurig. Beim Prior Creek hat eine Brücke überlebt. Sie trägt nun auf dem Highway nun noch den Verkehr in einer Richtung. Auf der Fahrt erhaschen wir flüchtige Blicke auf ein pittoreskes Motel-Schild, das an längst verflossene Zeiten erinnert. Das Motel scheint heute eine Lagerstätte für alles Mögliche zu sein, umgeben von merkwürdigen Wohnwagen-Siedlungen.
Chelsea
Eine weitere Brücke über den Prior Creek scheint ebenfalls Mängel aufzuweisen. Die Brücke wird aber von der vierspurigen ’66 umfahren. Eine meines Erachtens gute Idee: Der Schwerverkehr darf die Brücke nicht mehr belasten. Wenn nur noch Lokalverkehr über diese Strasse geht, dürfte sich die Lebensdauer dieser Brücke noch beträchtlich verlängern.
Foyil
An der Route 66 haben wir vier beliebte Fotoobjekte gefunden: Die 1971 erbautet „Top Hat Dairy Bar“, das „Tin Foyl Cafe“ und die „Andy Payne“ Statue und die Züge, die immer näher kommen. Aufgefallen ist, dass Sheriff Scott Walton – der offenbar im Wahlkampf stand – einen reservierten Parkplatz vor dem Cafe hat, der noch näher beim Eingang liegt als der Parkplatz für Behinderte…
Andy Payne, 1907-1977 war hier zu Hause. Er war im Jahre 1928 der Sieger des „Bunyon Derby“, ein transkontinentaler Wettlauf von Los Angeles entlang der US 66 nach New York, um diese Strasse zu promoten. Seine Siegerzeit: 573 Std., 4 Minuten, 34 Sekunden (das sind 23 volle Tage!) in 84 Tagen. Payne war Mitglied des Obersten Gerichtshofes in Oklahoma und wurde fünfmal wiedergewählt.
Ron Warwick hat am 5. August 2016 in Route 66 News einen interessanten Beitrag mit einem Video dazu veröffentlicht: „Seven minutes about the Bunion Derby.“
Claremore
Man kommt nicht durch Oklahoma und schon gar nicht durch Claremore, ohne dass man William Penn Adair “Will” Rogers begegnet. Sei es beim Will Rogers Hotel (Bild 1) oder bei dem nach ihm bemannten Boulevard (Bild 2) oder beim Will Rogers Memorial Museum (Bild 3-15), wo der berühmteste Sohn Oklahomas zusammen mit seiner Frau beerdigt sind. Er wurde am 4. November 1879 in Oologah, OK, geboren und er verunglückte am 15. August 1935 bei einem Flugzeugabsturz in Alaska tödlich. Will Rogers war Komiker Theater- und Filmschauspieler, Schriftsteller und Cowboy. Von den späten 1910er-Jahren bis zu seinem Tod gehörte Rogers zu Amerikas beliebtesten und bestbezahlten Entertainern. Mit seinen Bühnen-, Radio- und Filmauftritten sowie seinen Zeitungskolumnen deckte er ein breites künstlerisches Feld ab und erreichte ein Millionenpublikum. Bei unserer Ankunft war das Museum leider schon geschlossen und wir mussten uns auf Aussenaufnahmen beschränken.
Nach einem italienischen Nachtessen kaufen wir in dem rund um die Uhr geöffneten Supermarkt um 20 Uhr am Sonntagabend noch unser morgiges Mittagessen. Wir übernachten im Claremore Motor Inn.
Einem Bericht der Route 66 News vom 1. Juli 2016 entnehmen wir, dass eine grössere Renovation im Hotel Will Rogers abgeschlossen wurde. Wie wir weiter erfahren, wurde das Hotel bereits im Jahr 1991 geschlossen und 1997 als Seniorenheim wieder eröffnet.
Unsere Erkenntnis des heutigen Tages:
- Falsche Moral vieler Amerikaner: In jeder Ortschaft hat es meistens eine ganze Anzahl Kirchen von Baptisten, Christen und viele andere Religionen. Am Sonntagmorgen geht es in die Kirche und am Nachmittag ist die Hauptbeschäftigung Rasen mähen…
- Alles Aussergewöhnliche auf der Reise sofort fotografieren. Vermeide den Satz „Das kommt schon noch einmal.“ Die Gelegenheit kommt vielleicht nie wieder!
- Gratuliere nie einer vermeintlich schwangeren Amerikanerin