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Im Zuge der Neubelebung, die in den 1990er Jahren durch den Bau der Öresundbrücke iniitiert wurde, sollte das Hafenareal von Malmö nur noch partiell ein Industriestandort bleiben. Die Zeit, als Schweden die zweitgrösste Schiffbaunation der Welt war, lag lange zurück, viele Betriebe der Branche hatten ihre Werften verlegt. Der gegenüber Hauptbahnhof und Altstadt gelegene Bereich des Hafens wurde zum Standort der neugegründeten staatlichen Universität Malmö bestimmt.
Aus dem 1997 für den Campus ausgeschriebenen internationalen städtebaulichen Wettbewerb wurde der Entwurf von Diener & Diener ausgewählt. Er definiert die Hochschule als Komplex, der sich sukzessive auf mehreren Hafeninseln erweitern lässt. Waren in der ersten Phase der Realisierung zwei Bauten vorgesehen, welche die grundlegenden Anforderungen eines Universitätsbetriebs erfüllen, entstanden in zwei weiteren Etappen Gebäude für Dienstleistungen und Unternehmen. Entscheidende Vorbilder für den Masterplan des Campus waren die industriellen Strukturen der Hafen- und Werftgelände mit ihren baulichen Konglomeraten.
Um die Erweiterbarkeit der Universitätsgebäude zu gewährleisten, arbeitet das Projekt mit dem Typus offen strukturierte Cluster, die entsprechend den wechselnden Bedürfnissen der Nutzer wachsen können.
Sämtliche Gebäude, auch Zusammenschlüsse neuer und alter Bauten, stehen in einem kontinuierlichen öffentlichen Raum, ohne dass den verschiedenen Verkehrsarten exklusive Bereiche zugeordnet sind; als einzige Regel gilt, dass Fahrräder und Autos Fussgängern den Vortritt lassen.
Das Konzept der städtischen Gewebe als kapillare Struktur war bereits fünf Jahre zuvor Bestandteil des Projekts von Diener & Diener für das Warteck-Areal in Basel und findet in Malmö in einem wesentlich grösseren Massstab erneut Anwendung.
Wettbewerb: 1. Preis, 1997
Datum: 1997
Auftraggeber: Stadt Malmö und Universität Malmö
Ort: Universitetsholmen, Malmö, Schweden
Bruttogeschossfläche (BGF): Phase 1: 36.000 m², Phase 2: 57.000 m²
Programm: Universitätsgebäude, Bibliothek