Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03585.jsonl.gz/2380

Ziele
Seit 1975 erfolgte ein Boom zeitgenössischer Musik (Festivals, Ensembles, Konzertreihen); die nichtkomponierte Musik erhielt durch die Gründung der Musikkooperative Schweiz Auftrieb. Weitere Folgen waren der mediale Wandel (Tonträger, TV), eine geschärfte (vorab) journalistische Reflexion zur Ästhetik aber auch zu politischer Vergangenheitsaufarbeitung sowie die Diskussionen von Mitbestimmungs-, Gleichstellungs- und Ausländerpolitik. Vier Teilprojekte widmen sich diesen unterschiedlichen, aber miteinander verflochtenen Aspekten aus verschiedener Perspektive:
1 Begünstigte Komponist*innen und ästhetische Diskurse
2 Gesellschaftspolitische Kontroversen
3 Improvisation als Katalysator
4 Neue Musik am Fernsehen
Die Untersuchungen erfolgen vom unvermittelten Ende der Vereinsauflösung 2017 her, ausgehend von der These, dass diese nur vordergründig wegen gestoppter Bundessubventionen erfolgte, aber in Wirklichkeit symptomatisch vorläufiges Ende und Konsequenz verschiedener Öffnungsprozesse markierte. Ob dies als Scheitern gelesen werden kann oder als erfolgreich abgeschlossene Mission, bei der der STV sich selbst überflüssiggemacht hätte, müssen die geplanten Studien zeigen.
Methoden
Die Methoden sind vorwiegend musikhistorisch: Dokumentenanalyse und Interviews, mittels derer eine diskursanalytische und tiefenhermeneutische Auswertung vorgenommen werden kann; im Teilprojekt 4, das sich zusätzlich auf das seit 2019 zugängliche Archiv der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) stützt, wird dies verbunden mit hermeneutischer Bild-/Filmanalyse.