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ROTAR-Zeichnungen & Außereuropäische Kunst von Afrika, Ozeanien und den Amerikas
Noch bis zum 16. November ist in den Räumen der Galerie Dierking am Paradeplatz eine umfangreiche Auswahl von Zeichnungen des „Magiers der Spirale“, Robert ROTAR (1926-1999), zu sehen. Die Schau schließt sich der vielbeachteten Einzelpräsentation mit Spiralbildern und Skulpturen ROTARs an, die die Galerie Dierking auf der Art Cologne im Frühjahr 2013 zeigte. "Spirale = Kosmos, Spirale = Leben, Spirale = Wirken", schrieb der Künstler Ende der 50er Jahre. Seine Spiralen haben eine magische Anziehungskraft, etwas Suggestives. Sie beginnen zu vibrieren, saugen nach innen, explodieren nach außen, wirbeln im leeren Raum oder enden in Kreisform. In "Zeit" und "Raum" die "Spirale" hervortreten zu lassen, war die Intention des Künstlers: "Ich male Spiralen in jeder Form. Mich fasziniert deren Entstehen durch die Fliehkraft. Gleich der Relativitätstheorie bediene ich mich dem Phänomen Zeit in Verbindung mit der Rotation als 4. Koordinate im Raum. Während ich subjektiv zwei 'fixe' Punkte miteinander verbinde, wird die Spiraltendenz sichtbar" (1969). ROTAR, 1926 in Berlin geboren und 1999 in Düsseldorf gestorben, nimmt eine gewisse Sonderstellung innerhalb der deutschen avantgardistischen Kunstszene der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Sein Werk lässt sich nur schwerlich einer Künstlergruppe oder –richtung zuordnen. ROTARs zentrales Motiv ist die Spirale, mit der er sich kontinuierlich über 45 Jahre seines künstlerischen Schaffens auseinandergesetzt hat. In diesem Zusammenhang suchte er auch den intensiven Austausch mit Hirn- und Genforschern, Astro-und Atomphysikern und Molekularbiologen, um zu weiterführenden Erkenntnissen seines Themen-bereiches zu gelangen. Gleichzeitig betrieb er ein intensives Studium von phi-losophischen und religiösen Schriften, die sich mit Spiralformen befassen. 1963 konstruierte er eine Malmaschine, die mittels eines Rotationsprinzips seine Vorstellungen von Raum- und Zeitspiralen künstlerisch zu Papier brachte. Die Präsentation in der Ausstellung konzentriert sich auf Arbeiten, die im Zeit-raum zwischen 1967 und 1978 durch Hinzunahme der Malmaschine entstanden sind. Der Schwerpunkt liegt einerseits auf klaren linear-graphischen Tuschezeich-nungen und andererseits auf den monochromen Blättern, die mit Tusche oder Ölfarbe „gewischt“ wurden und eine hohe sinnlich-ästhetische Qualität besitzen. Eine filmische Dokumentation verdeutlicht den feinen handwerklichen und künst-lerischen Entstehungsprozess. Die Ausstellung wird begleitet von einer umfangreichen Publikation mit Texten von Ingrid Skiebe und Hans Ulrich Reck und einem Vorwort von Dierk Dierking.