Document ID: /curiavista/filtered/00000_business.jsonl.gz/127961

<h2>SubmittedText<h2><p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine nationale Studie durchzuführen über das Auftreten von unerwünschten Ereignissen in Schweizer Spitälern. Die Studie soll sich auf die internationalen Standards stützen und für die einzelnen Spitalkategorien Vergleiche auf nationaler und internationaler Ebene zulassen. Basierend darauf soll ein kohärentes und umfassendes Projekt erarbeitet werden, das Massnahmen zur Prävention (Medikamente, Hygiene, Operationstrakt), zum Reporting, zur Analyse und Korrektur und zur Ausbildung enthält.</p><h2>FederalCouncilResponseText<h2><p>Der Bundesrat unterstützt die Zielsetzung der Motion, mit präventiven Massnahmen die Sicherheit der Patienten zu erhöhen. Um diese Ziele zu erreichen, ist es notwendig, die kritischen Bereiche mit besonders hohem Verbesserungspotenzial zu eruieren und dort gezielt Präventionsmassnahmen umzusetzen. Am 25. Mai 2011 hat der Bundesrat den Bericht zur Konkretisierung der Qualitätsstrategie gutgeheissen und das Eidgenössische Departement des Innern beauftragt, die Planung eines ersten nationalen Qualitäts- und Patientensicherheitsprogramms an die Hand zu nehmen. Die im Konkretisierungsbericht genannten Programmthemen "Sicherheit in der Chirurgie", "Medikationssicherheit" und die "Reduktion von Spitalinfektionen" wurden auf der Basis einer Studie der Stiftung für Patientensicherheit sowie von weiteren internationalen Studienergebnissen, welche diese Priorisierung stützen, gewählt.</p><p>Die Stiftung für Patientensicherheit ist daran, im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit ein erstes nationales Pilotprogramm mit den drei genannten Teilbereichen auszuarbeiten. Der Programmstart für den ersten Teilbereich "Sicherheit in der Chirurgie" ist im Sommer 2013 geplant. Im Rahmen der Umsetzung des Pilotprogramms werden auch geeignete Monitoringmassnahmen zu treffen sein, um den Verbesserungsprozess und die Fortschritte in der Patientensicherheit zu evaluieren. Zur Erhöhung der Patientensicherheit dienen auch weitere Aktivitäten des Bundes wie beispielsweise die Umsetzung der Strategie E-Health (insbesondere der Gesetzentwurf zum elektronischen Patientendossier) und der Aufbau einer Kinderarzneimittel-Datenbank.</p><p>Die in der Motion verlangte, breite nationale Prävalenzstudie zu unerwünschten Ereignissen in den Spitälern würde zwar die bestehenden Studien, Programme und Meldenetzwerke (z. B. Pharmacovigilance) ergänzen, wäre aber in der Durchführung methodisch und bezüglich der aufzuwendenden Ressourcen aufwendig und hätte für die Verbesserung von Qualität und Patientensicherheit nur einen begrenzten Zusatznutzen. Aufgrund dieser Überlegungen sieht der Bundesrat zum jetzigen Zeitpunkt von einer breiten Studie ab.</p>  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.