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Taillères
(Lac des) (Kt. Neuenburg, Bez. Le Locle). 1042 m. Kleiner See im Hochthal von La Brévine, s. vom Weiler Les Taillères und 3 km sw. La Brévine. Friert im Winter sehr früh zu und wird dann von zahlreichen Schlittschuhläufern belebt. Beherbergt Schleien, Barsche und schöne Hechte. Das Fischrecht gehört sieben Familien Matthey aus La Brévine. Der See ist 1,6 km lang und im Mittel 175 m breit; er hat eine maximale Tiefe von bloss 7 m und eine mittlere Tiefe von etwa 4 m, was ihm ein Wasservolumen von 1200000 m3 (bei Mittelwasserstand) gibt.
Der kleine See fliesst durch einen nahezu in der Mitte der Länge und nahe dem SO.-Ufer gegenüber der tiefsten Stelle gelegenen Trichter (emposieu) unterirdisch ab und hat daher ein sehr stark schwankendes Niveau. Das in diesen Abzugskanal stürzende Wasser wird am Moulin du Lac von einer Sägerei benutzt, die hier am Boden einer gegen das Val de Travers sich wendenden Felsspalte eine Turbine eingerichtet hat. Wie ein am ausgeführter Färbungsversuch zeigt, tritt das Wasser des Sees in der Areusequelle (La Doux) in Saint Sulpice wieder zu Tage; das in den Kanal der Wasserfassung geschüttete Fluoreszeïn ist damals am 20. September, d. h. nach 12½, Tagen, in der Areusequelle zum Vorschein gekommen.
Bei Hochwasser (z. B. nach einem starken Gewitter) aber legt das
Wasser diesen seinen Weg weit schneller, d. h. schon in 12 Stunden
zurück. Wie der Lac des
Taillères fliessen auch alle übrigen
Wasser des Hochthales von
La Brévine zur
Areuse ab. Seitdem
der einst wahrscheinlich in den
See mündende Ruisseau des
Placettes zum
Trichter von L'Anneta abgelenkt
worden ist, bilden nun einige Entwässerungskanäle die einzigen Zuflüsse des
Sees. Dieser letztere verdankt seine Entstehung
der Verstopfung seines ursprünglichen unterirdischen Ablaufkanales durch Moränenmaterial, wie man solches am ganzen SO.-Ufer
beobachten kann.
Dieser natürliche Damm hat den Seespiegel bis zur Höhe des gegenwärtigen Ueberlaufes aufgestaut, während die Seewanne früher eine Thalfurche dargestellt haben muss, an deren tiefstem Punkt der Abflusstrichter lag. Neben dem Moränenmaterial besteht das SO.-Ufer des Sees aus verkehrt gelagerten Portland- und Valangienkalken, während am NW.-Ufer Molasse und Hauterivien anstehen. Nach sehr starken Regengüssen vermag der Trichter beim Moulin du Lac nicht mehr alles Wasser abzuführen, so dass er sich in eine Quelle verwandelt, die ihr Wasser mit starkem Schwall dem See zuführt.
Man trägt sich heute mit dem Gedanken, den Seespiegel beträchtlich zu erhöhen, womit man eine bedeutendere Wasserkraft
erhalten würde und die Wasserführung der Areusequelle regelmässiger zu gestalten hofft. Nach den Aussagen
der Umwohner soll der Lac des
Taillères zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch plötzlichen Einbruch des
Bodens entstanden
sein und soll man auf dem Seegrund noch die Baumstrünke des hier einst stehenden
Waldes erkennen können.