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Das «Dow Villa Motel» war das Ziel der Anreise. In diesem Hotel hatte ich schon mit Kollege Hene im 2002 auf der Rückreise von Hawai'i genächtigt und auch 2013, sowie natürlich 2018 findet sich ein Blogbeitrag. Standardmässig müssen die Bilder in Reminiszenz zu den vielen alten Western, welche hier gedreht wurden, natürlich schwarz/weiss sein. 😂
Ich kam etwas früh an und mein Zimmer war noch nicht ganz bereit. Deshalb stellte ich den Wagen mal hin und ging ein wenig spazieren. Am 1. Januar haben hier doch etliche Läden geschlossen oder verlängerte Ferien übers Jahresende. Leider auch das Café, wo ich das letzte Mal einen guten Espresso getrunken und ein wenig im Kindle gelesen hatte.
Während dem Spaziergang durch das Dorf, schaute ich dem State Trooper zu, der in der kurzen Zeit, in der ich hier war, schon das dritte Fahrzeug aus dem Verkehr dirigierte und kontrollierte. An der Tanke kaufte ich mir Wasser und ein lokales «Amnesia I.P.A.» von der ganz nahe in Inyokern gelegenen Kleinbrauerei «Indian Wells Brewing Company». Es hat sehr gut geschmeckt, auch wenn ich es etwas stillos aus einem Stryropor-Becher trinken musste.
Ich chattete noch ein wenig mit Thomas, der auch schon bald in San Francisco landete. Danach ging ich quer über die Strasse zum «Mt Whitney», nach eigenen Angaben «Best Burger in Town». Beim Eingang erschrak ich kurz ab einem martialischen Plakat mit US-Wappen und Weisskopfseeadler, welches verkündete, dass man hier die Freiheit schätze und man auch Kunden ohne Maske bediene! 🤨
Aber die Bediensteten trugen alle Maske und soweit sah es gut aus, um den Hunger zu stillen. Ein junger Mann bediente mich recht zügig und liess sich etwas scheu auf eine Empfehlung für die ersten fünf Burger der Spezialkarte aus. Er brachte mir kurz darauf ein Sprite (leider kein Ginger Ale im Angebot). Ich entschied mich für den «Black Rock Burger» mit Speck, Käse, ein paar Chili-Bohnen und der hauseigenen Barbecue-Sauce. Anstelle der Pommes entschied ich mich etwas schweren Herzens für einen Salat. Dank genügend «Ranch-Sauce» ist der ja zum Glück auch nicht allzu gesund. 😂
Das Essen, inkl. Getränk hat mich mit Trinkgeld gerade mal 23 Dollar gekostet, was ich preiswert finde. Ich könnte das Restaurant also wirklich empfehlen, wenn es nicht so saukalt gewesen wäre. Ich sass allerdings in der Nähe der Türe, wobei die Kälte meines Erachtens eher aus der Klimaanlage kam. Die Amis mögen es ja kühl, aber mich dünkt, aktuell wohl wegen COVID-19 wird noch mehr gelüftet und klimatisiert. Aber vielleicht täusche ich mich auch.
Ach ja, zum Trinkgeld, das ja in den USA bekanntlich nicht inbegriffen ist. Früher war mal die Empfehlung 10-15%, das hat sich nun geändert und man empfiehlt eigentlich eher 15-25%. Die Kreditkartenterminals haben dazu jeweils ein paar Presets, 10%, 15%, 18%, 20% und 25% oder «No Tip», was ich manchmal benutze, wenn ich das Trinkgeld als Cash auf dem Tisch lasse.
Draussen war die Temperatur kräftig gefallen und ich machte mich schnell von den Socken ins warme Hotelzimmer. Die Klimaanlage liess sich zwar nicht richtig regulieren, aber irgendwann schläft es sich dann ja trotzdem. Den Wecker, d.h. das iPhone, hatte ich auf 6:00 Uhr eingestellt.
Als ich 2018 im September im kühlen Lone Pine in Richtung Death Valley los fuhr, stoppte ich nach ein paar Minuten, um mir die Sierra Nevada im frühen Morgenlicht anzusehen. Die Bergkette fasziniert mich und ich war natürlich enttäuscht, dass man nicht mal auf dem Mount Whitney (4'421 Meter über Meer) ein Schneehäubchen sah. Damals schwor ich, dass ich hierher zurück kehren werde, um das Bild einmal mit Schnee / im Winter zu wiederholen.
Der Wecker klingelte natürlich irgendwann schon vor sechs Uhr. Aber nicht das iPhone, nein der Hotelwecker. Orr… irgendwann gewöhne ich mich wohl daran, die Dinger Abends zu kontrollieren.
Ich hatte am Vorabend erst gedacht, so früh auszuchecken, aber ich wollte nicht hetzen. Also Morgentoilette, bequemer Hoodie, Nikon und iPhone eingepackt und dann die Erkenntnis… es war um 6:30 Uhr a…schkalt draussen. Etwas unter minus 9 Grad Celsius und die Scheiben des Wagens mussten erst mal gekratzt werden. Beim letzten Mal, als ich das musste, hatte ich noch ein abgelaufenes GA, diesmal musste die Mobility-Karte hinhalten. 🥶
Anschliessend fuhr ich langsam und die Scheiben fertig entfrostend zur Abzweigung ins Death Valley runter und dann die paar hundert Meter, bis etwa an den selben Ort wie 2018. Um Viertel vor sieben Uhr war ich dort, die Sonne sollte so kurz nach Sieben aufgehen. Ich hatte zwar die warme Jacke an, aber meine Finger waren nach kurzer Zeit steif vor Kälte. Auch die Füsse hätten lieber in den Trekking- anstelle den feinen Halbschuhen gesteckt. Die Bergkette war schon deutlich in der trockenen, eiskalten Luft zu sehen, der Himmel noch bläulich.
Ich habe in Richtung Osten geschaut und fast verpasst, dass die Sonne ja die Berggipfel erleuchtet, bevor sie über die Hügelkette des Death Valley schaut. Ich habe etliche Photos geschossen und weiss gar nicht, welches das Schönste ist. Wohl das, das im Hirn eingebrannt ist. 😇
Kurze Zeit später güxlete dann die Sonne auch über die Berge und ich machte mich halb erfroren zurück ins Hotel.
Das Frühstück nahm ich dann bei McDoof ein, die Pancakes waren ordentlich. Aber das Menu war in eine riesige Menge unnötiger Plastik eingepackt, obwohl ich es vor Ort vertilgte.
Danach räumte ich meine Siebensachen ein und fuhr mit dem Wagen los in Richtung meines definitiven Zielorts, Pismo Beach.
Die Fahrt ging wieder auf dem U.S. Highway 395 südwärts, aber kurz vor Mojave dann auf den Highway 58 in Richtung Westen. Dort hat es immer recht viel Verkehr, aber ich konnte trotzdem die Aussicht auf die vielen Windräder und den auch hier liegenden Schnee geniessen. Ich habe mir sehr selten erlaubt, aus dem fahrenden Wagen zu fotografieren. Aber nur auf geraden Strecken mit eingeschaltetem Tempomat, Abstandhalter, aktivem Spurlenkungsautomaten und vorherigem Rundblick, ob kein Verkehr. Hätte das natürlich lieber einer Beifahrerin oder einem Beifahrer überlassen.
In Tehachapi fuhr ich kurz eingangs Stadt zur Tanke, um dort beim Subway ein kleines Sandwich zu holen. Danach fuhr ich durch die Stadt zum Tehachapi Loop hinunter. Muss man irgendwie als Bähnler oder Bähnlerin. Dort unten war ein talwärts stehender Güterzug zu sehen, der auf entgegenkommenden Verkehr wartete. Und als ich heranfuhr, keuchte gleich ein erster Güterzug den Loop hoch. Ich war erst enttäuscht, aber es folgten noch in kurzen Abständen zwei weitere Züge, so dass ich einen kleinen Film für die Kollegen drehen konnte. Leider mit üblen Windgeräuschen, da wie häufig ein starker Wind durch das Tal pfiff.
Eigentlich wollte ich dann auf dem 58er bis nach Santa Margarita fahren, kam aber in einer Baustelle in Bakersfield leicht in Richtung Norden ab. Ich konnte dann das GPS mit viel Sturheit davon überzeugen, die länger dauernde Strecke mit vielen Kurven und schöner Streckenführung durch das Küstengebirge zu nehmen. Am Ende hielt ich kurz an und erinnerte mich, wie ich dieses Schild das erste Mal gesehen hatte, als ich mit einem roten Pontiac Sunbird (J2000) Cabriolet unterwegs war und grossen Bammel hatte, ob ich da mit einer Tankfüllung durchkäme. 😂
Und schon kam die Schlussetappe auf dem Highway 101, der entgegen der Befürchtung (Sonntag-Abend, Ende Ferientage) gar nicht so viel Verkehr hatte. Die Ausfahrt Pismo genommen und fünf Minuten später stand ich in der Reception, wo ich kurz meine Lage erläuterte (Rückkehr am 6. Januar oder später?) und ein Paket mit Klamotten von Firestone & Walker in Empfang nahm.
Ich richtete mich im Zimmer 104 ein und konnte kurze Zeit später, so um 17:02 Uhr den Sonnenuntergang über dem Pazifik bewundern. Es ist schön hier, auch wenn ich immer wieder komme. Es ist jedesmal ein Glücksgefühl. 🥰
Wie es jetzt weitergeht? Ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung. Aber sicherheitshalber mal eine Woche länger reserviert. 🤷🏼♂️