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Die Millionen-Klage von Leaving Neverland Darsteller James Safechuck wurde erneut abgewiesen. Richter Mark A. Young entschied gestern nach einer letzten Anhörung, dass der Kläger seine Anschuldigungen nicht belegen könne.
Sofern keine Berufung erfolgt, ist der Entscheid endgültig.
James Safechucks Klage aus dem Jahr 2014 gegen Michael Jacksons Unternehmen „MJJ Productions“ und „MJJ Ventures Inc.“ wurde Ende 2019 erneut eingereicht, nachdem der kalifornische Governeur Gavin Newsom ein Gesetz unterzeichnet hatte, das die Verjährungsfrist mutmasslicher Opfer verlängert. Anfang Januar 2020 wurde die Klage gemeinsam mit derjenigen von Wade Robson gutgeheissen. Am Superior Court of California wurden die Klagen seither geprüft und Kläger sowie Verteidigung angehört. Die Verteidiger von Michael Jacksons Nachlass ersuchten das Gericht, die Klage abzuweisen.
Richter Mark A. Young kam nun zum Entschluss, dass James Safechuck und sein juristisches Team um den Anwalt Vince W. Finaldi keine Fakten vorlegten, die ihre Hauptargumente untermauern würden. So machten sie geltend, dass die Angestellten von Michael Jacksons Unternehmen eine Verpflichtung hatten, das Verhalten ihres Bosses zu überwachen und zu massregeln, als er Safechuck angeblich missbraucht haben soll. Die Mitarbeiter der Unternehmen hätten die Pflicht gehabt, ihn – Safechuck – zu schützen.
Doch James Safechuck und sein Anwalt konnten keine Verfehlungen dieser Mitarbeiter belegen. Die Firmen können nicht für angebliche Verfehlungen Michael Jacksons haftbar gemacht werden.
Safechuck hatte in seiner Klage behauptet, von Michael Jackson Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre hunderte Male missbraucht worden zu sein und, dass „der kaum verschleierte, verdeckte zweite Zweck von (Jacksons) Firmen darin bestand, als Operation für sexuellen Missbrauch von Kindern zu operieren, die speziell darauf ausgerichtet war, Missbrauchsopfer zu lokalisieren, anzulocken, zu ködern und zu verführen.“
Sein Anwalt Vince Finaldi sagt gegenüber BBC News über James Safechuck: „Er war ein Angestellter, der für sie als Tänzer und Entertainer auf der Bühne mit Michael gearbeitet hat. Da er minderjähriger war, und er ein Angestellter war, der für sei arbeitete, hatten sie eine Verpflichtung, ihn zu beschützen. Das ist unser Argument.“
Das Team von der Fan-Seite „MJJ Repository“ hat die Neuigkeiten vom verlorenen Fall auf Twitter zuerst verbreitet:
BREAKING: The demurrer in Safechuck’s case has been SUSTAINED WITHOUT LEAVE TO AMEND on ALL CAUSES OF ACTION.
MJ’s side has won in their court pleadings.https://t.co/PdgRn7umdK
JAMES SAFECHUCK’S CASE, pending any further appeals, is OFFICIALLY DISMISSED FROM THE COURT.
— TSCM (@MJJRepository) October 21, 2020
Wer sich für die Details interessiert, „MJJ Repository“ hat den Entscheid von Richter Mark A. Young hier im Originallaut als PDF veröffentlicht:
Die Ordnungsbusse gegen den Anwalt von James Safechuck und Wade Robson, Vince Finaldi, bleibt auch nach der Anhörung vom 16. Oktober bestehen. Er hat 30 Tage Zeit um die Busse von 9200 Dollar zu bezahlen. (Ein Auszug aus dem richterlichen Entscheid hier bei Twitter @MJJRepository.) Der vorläufigen Entscheid hierzu: https://mjjr.net/docs/2020-10-16-Tentative-Order.pdf
Dan Reed soll vom Gerichtssaal verbannt werden
Das Verteidigungsteam um Howard Weitzman, dem Anwalt vom MJ Estate, hat einen Antrag gestellt, um die Zulassung von Regisseur Dan Reed im Gerichtssaal aufzuheben:
Dan Reed und dessen Produktionsfirma „Amos Pictures“ dürften nicht als „Medien“ oder als „Medien Agentur“ definiert werden. Der Film „Leaving Neverland“ wird zur Argumentation benutzt, die belegen soll, dass vom umstrittenen Regisseur keine ausgewogene Berichterstattung erwartet werden dürfe.
„Leaving Neverland“ Follow-Up
Die vor Gericht eingereichte Unterlagen offenbaren, dass Dan Reed offenbar eine weitere Dokumentation über das Gerichtsverfahren plant und nebst Szenen aus den Verfahren die Zeugen auch hinter verschlossenen Türen interviewen möchte.
So fand beispielsweise im Juni ein Treffen zwischen Dan Reed und Verteidigungsanwalt Howard Weitzman sowie Thomas Mesereau statt, in dem Dan Reed Howard Weitzman für Interviews gewinnen wollte.
Dem oben als PDF verlinkten Gerichtsantrag sind interessante Anhänge beigefügt. So ein Schreiben auf Seite 162 von Dan Reed an den Anwalt von Jonathan Spence und dessen Mutter Marion Fox, in dem er sein Film-Projekt beschreibt und dessen Klienten für ein Interview gewinnen möchte.
Der Anwalt von Dan Reed hat bereits auf den Antrag, ihn vom Gerichts zu verbannen, reagiert:
Ab Seite 30 sind Korrespondenzen mit Howard Weitzman und John Branca betreffend dem „Leaving Neverland“-Folgefilm angehängt, die unterstreichen sollen, dass er dieses Mal eine ausgewogene Dokumentation drehen möchte, die beide Seiten zu Wort kommen lässt.
Die New York Post berichtet hier:
Die Verhandlung betreffend Dan Reeds Zulassung im Gerichtssaal ist für den 9. April 2021 angesetzt.
Larry Nimmer dokumentiert bereits
Wie Fans, die bei den Verhandlungen vor Ort waren, berichten, sei der neu zugelassene Journalist Larry Nimmer im Gerichtssaal am filmen gewesen.
Larry Nimmer hatte bereits für den Prozess im Jahr 2005 auf Neverland Aufnahmen gedreht, die von der Verteidigung im Gerichtssaal dann den Jury-Mitgliedern gezeigt wurden.
Der Prozess von Wade Robson gegen Michael Jacksons Firmen soll am 14. Juni 2021 beginnen.