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Im Sommer 2016 hatte ich zum ersten Mal Probleme mit der rechten Wade. Im darauffolgenden Herbst wurde eine chronisches Kompartmentsyndrom diagnostiziert. Die verschiedenen Wadenmuskel sind in Gruppen, sogenannten Logen, zusammengefasst. Mein Problem ist, dass eine oder mehrere Logen zu wenig dehnbar sind, respektive sich bei Belastung nicht vergrössern. Der überhöhte Druck führt dann zu Schmerzen während dem Training.
Wir versuchten eine konservative Therapie, welche auch ziemlich erfolgreich war. Die rechte Wade war zwar immer meine grösste Schwachstelle, ich lernte aber damit umzugehen und die Trainings so zu planen, dass es ging.
Anfangs Jahr wurde dann eine Vorstufe einer Stressfraktur diagnostiziert. Der mögliche Zusammenhang mit dem Kompartmentsyndrom war ein Thema, jedoch weil im 2019 die Wade eher nochmals besser wurde, erschien das als eher unwahrscheinlich. Die Heilung der Stressreaktion verlief dann allerdings ziemlich mühsam. Im MRI konnte man sehen, dass der Knochen zwar wieder ganz verheilt war, die Schmerzen sind aber geblieben. Deshalb machte ich erneut eine Muskeldruckmessung und der Überdruck nach Belastung und somit auch mein chronisches Kompartmentsyndrom waren ähnlich schlecht wie Ende 2016.
In Anbetracht, dass ich es vier Jahre konservativ versucht habe und nun bereits eine Vorstufe einer Stressfraktur am Schienbein hatte, ist so weiter wie vorher keine Option. Es wurde mir klar gemacht, dass man es jetzt entweder operativ versuchen muss, in dem die Loge gespalten wird, oder ich das Laufpensum deutlich reduziere und mit Leistungssport aufhöre.
Am Dienstag werde ich nun von unserem Teamarzt André Leumann in der Merian Iselin Klinik operiert. Wie lange die Reha dauert ist sehr schwierig prognostizierbar, es wird aber um die drei Monate sein. Ich hoffe, noch einige Wettkämpfe im Herbst bestreiten zu können. Der Fokus liegt aber bereits auf dem 2021.