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Der Schweizer Wimbledonsieger Roger Federer hat nach drei verlorenen Finals endlich auch in der Schweiz ein ATP-Turnier gewonnen.
Der 22-jährige Basler gewann das Swiss Open in Gstaad mit einem 6:2, 6:3, 5:7, 6:3 im Final gegen den Russen Igor Andrejew.
Das Endspiel dauerte eine Stunde und 58 Minuten und wurde am Anfang klar von Roger Federer dominiert. Ganz problemlos vermochte Federer indes nicht zum ersten Heimsieg durchzumarschieren.
Die Weltnummer 1 verlor den dritten Satz nach einer 4:2-Führung mit 5:7. Plötzlich schien der Turniersieg wieder in Gefahr; die Strapazen der letzten Wochen machten sich bei Federer bemerkbar.
Andrejew (ATP 62) kam bei 2:1 im vierten Satz zu einer Breakmöglichkeit. Aber Federer vermochte sich erneut aufzubäumen und schaffte im vierten Satz mit Breaks zum 3:2 und zum 6:3 die Entscheidung.
"Ich hoffe, das Finale geht nur über drei Sätze", hatte Federer nach dem etwas mühevollen 6:3, 3:6, 6:3 im Halbfinale über den weitgehend unbekannten Italiener Potito Starace gewünscht.
Nachfolger von Güthardt
Roger Federer ist der erste Schweizer Gstaad-Sieger seit Heinz Günthardt 1980. In den 24 Jahren seither erreichten Jakob Hlasek (zweimal), Roland Stadler (1986 als Qualifikant) und Federer (2003) zwar den Final, verliessen den Platz aber stets als Verlierer.
Marc Rosset, der zweitbeste Tennisspieler, den die Schweiz je hatte, erreichte bei 14 Teilnahmen im Hauptfeld zweimal die Halbfinals.
Vorsprung auf Roddick ausgebaut
Dank des siebenten Turniersiegs in dieser Saison baut Federer den Vorsprung in der Weltrangliste auf Andy Roddick und Guillermo Coria weiter aus; wenn er sich nicht verletzt, bleibt Federer bis Ende Jahr problemlos die Nummer 1.
Ausserdem hat der Schweizer seit der Niederlage vor einem Jahr gegen Jiri Novak in Gstaad keinen Final mehr verloren. Er gewann der Reihe nach in Wien, Houston, Melbourne Australian Open), Dubai, Indian Wells, Hamburg, Halle, Wimbledon und jetzt Gstaad.
Zuschauerrekord
Dem Gstaader Turnier verhalf Roger Federer wie im Vorjahr zu einem Zuschauerrekord. Genau 47'894 Eintritte wurden gezählt.
Dass die Leistungsdichte diesmal nicht ganz so gross war wie in den Vorjahren (nur sieben Top-50-Spieler), schadete dem Turnier Federer-sei-Dank und trotz der Erstrundenniederlage von Juan Carlos Ferrero nicht.
Erste Priorität für Turnierdirektor Köbi Hermenjat muss nun haben, Roger Federers Teilnahme auch für die kommenden Jahre zu sichern: das Swiss Open besass mit Federer einen Dreijahresvertrag, der mit dem zu Ende gegangenen Turnier ausgelaufen ist.
swissinfo und Agenturen