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Den Kopf auf die rechte Seite schwingend und mit weit aufgerissener Schnauze brüllt der Eisbär. Mit seinem wuchtigen Körpervolumen füllt der Eisbär das kleinformatige Aquarellblatt vollkommen aus. Es ist eine Darstellung des Berner Künstlers Gottfried Mind, der im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert einer der bedeutendsten Kinder- und Tiermaler der Schweiz ist. Bekannt wird Mind vor allem durch die Darstellungen von Katzen, die er in unzähligen Zeichnungen festhält. Doch auch Bären kommen in seinem Œuvre öfters vor. Seine Motive soll Mind meistens aus dem Gedächtnis erschaffen haben. Doch der Berner Bärengraben, der sich zu Zeiten Minds noch vor den Toren der Stadt beim heutigen Schanzengraben beim Bollwerk befand, dient ihm als Beobachtungsort. Viele Bärendarstellungen stammen von dort. Nach seinem frühen Tod 1814 brachte der Verlag Lamy (später Mähly-Lamy) in Bern und Basel Alben mit von Hand kolorierten Umrisslithografien oder -stichen heraus, die damals sehr gesucht waren.
Anja Seiler
Der Eisbär brüllt.
Sein grosser Körper braucht viel Platz auf dem Papier.
Der Künstler lebt Ende des 18. Jahrhunderts
bis in das 19. Jahrhundert hinein.
Zu dieser Zeit ist er ein bekannter Tier-Maler.
Er malt die Tiere aus dem Gedächtnis.
In Bern gibt es den Bären-Graben.
Dort beobachtet der Künstler die grossen Tiere.
Ein Verlag macht aus vielen Bildern ein Album.
Die Bilder werden gedruckt
und dann von Hand farbig gestaltet.
Sara Smidt