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Postplatz 8 | Gemeindehaus
Generationen als Gemeindeschreiber
Das Gemeindehaus am Postplatz 8 besitzt im gut erhaltenen Dorfgefüge von Steinen, insbesondere am Postplatz, einen wichtigen Stellenwert. Das Gebäude wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als privates Wohnhaus erbaut.
Im Kern hat sich der barocke Bestand erhalten. Eine wesentliche Veränderung erfuhr der Bau, indem um 1900 westseitig ein Treppenhaus angebaut wurde. Dabei wurde der Hauptzugang ins Erdgeschoss verlegt. Die Hauptfront blieb bezüglich der Fensteröffnungen erhalten. Vor die Fenster wurden Attrappen von Ziehläden montiert, die ornamental bemalt wurden. Interessanterweise besitzt das Gebäude zusätzlich zu den Ziehladenattrappen auch Jalousien. Man kann also annehmen, dass zu dieser Zeit Ziehläden als reine Dekorationselemente angesehen wurden und ihnen keine Funktion mehr zugeschrieben wurde. Das Balkenwerk erhielt einen braun-roten Anstrich.
Im Jahr 1924 kaufte die Gemeinde Steinen die Liegenschaft vom Landwirt Karl Felchlin-Kamer ab. Im Erdgeschoss wurden die Gemeindekanzlei und eine Poststelle untergebracht. Am 1. Januar 1926 konnte die Kanzlei und das Gemeindearchiv durch den damaligen Gemeindeschreiber Franz Anton Annen bezogen werden. Bemerkenswert ist, dass während einem vollen Jahrhundert – von 1875 bis 1974 – Grossvater, Vater und Sohn Franz Anton Annen - alle gleichen Vornamens – sich in der Führung der Gemeindekanzlei Steinen ablösten. In der Kanzlei befand sich zugleich eine Agentur der Kantonalbank Schwyz die ebenfalls vom Gemeindeschreiber verwaltet wurde.
Die Wohnungen über dem Erdgeschoss wurden dem Posthalter und dem Gemeindeschreiber vermietet, bis die Räumlichkeiten von der Gemeindeverwaltung benötigt wurden.
1983 konnte die Post in das neue Bank-Postgebäude nebenan umziehen. 1985 wurden das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss in einer 1. Etappe für die dringendsten Raumbedürfnisse der Gemeindeverwaltung umgebaut. Somit konnten die Gemeindekanzlei, das Kassieramt und das Bausekretariat unter einem Dach verwirklicht werden.
1989 wurde das ganze Haus einer dringenden Aussenrenovation unterzogen. Im 1. Obergeschoss wurde ein neuer Archivraum für die Gemeindeverwaltung realisiert.
2014 erfolgten eine Totalsanierung und ein Vollausbau des Gemeindehauses. Die Bevölkerungszahl ist in den Jahren 1985 bis 2012 und 12 % angestiegen. Das wirkte sich auf die Behörden und Verwaltungstätigkeit aus. Im Erdgeschoss wurde ein Publikumszugang mit einem grosszügigen Empfangsbereich geschaffen. Im 2. Obergeschoss sind neue Büroräume und Besprechungszimmer erstellt worden. Im Dachgeschoss konnte ein offener Raum bis zum Dachfirst geschaffen werden. Damit erhält der Raum eine Überhöhe und zeichnet sich gegenüber den anderen Räumen speziell aus und wird als Gemeinderatszimmer benutzt.