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Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE) 2014-2021 Ein Viertel der Beschäftigten in der Schweiz arbeitete im Jahr 2021 für eine multinationale Unternehmensgruppe
25.11.2022 - Ende 2021 waren in der Schweiz 35 273 Unternehmen Teil einer multinationalen Unternehmens-gruppe. Sie beschäftigten ungefähr 1,5 Millionen Personen, was etwas mehr als einem Viertel der Gesamtbeschäftigtenzahl entspricht. Gemessen an Beschäftigung und Umsatz dominieren dabei die Wirtschaftsabschnitte Verarbeitendes Gewerbe und Handel. Dies geht aus den neuesten Ergebnissen der Statistik der Unternehmensgruppen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.
Nebst strukturellen Variablen wie Anzahl Gruppen, Unternehmen und Beschäftigte erfassen die soeben publizierten Resultate der Statistik der Unternehmensgruppen (STAGRE) auch die Umsätze sowie die Warenimporte und -exporte von Einheiten in Unternehmensgruppen. Im Fokus der vorliegenden Medienmitteilung stehen die Ergebnisse der multinationalen Unternehmensgruppen. Rein inländische Unternehmensgruppen, welche ebenfalls zur Grundgesamtheit der STAGRE gehören, werden somit nicht thematisiert.
Leicht zunehmende Bedeutung der Multinationalen
Per Ende 2021 waren in der Schweiz 35 273 Einheiten Teil einer multinationalen Unternehmensgruppe. Diese Akteure verfügten über 1 490 397 Beschäftigte, was etwas mehr als einem Viertel der Gesamtbeschäftigung der Schweiz entsprach. Über die sieben Referenzjahre, für welche vergleich-bare Daten aus der Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) vorliegen, ist die relative Bedeu-tung der Multinationalen leicht gestiegen. Mit jährlich 1,4% von 2014 bis 2020 war die mittlere Wachstumsrate der Beschäftigten von multinationalen Unternehmensgruppen höher als in der Gesamtwirtschaft (0,8%).
Inländisch kontrollierte Multinationale waren für den Arbeitsmarkt von wesentlich grösserer Bedeutung als ausländisch kontrollierte Gruppen. Letztere umfassten zuletzt 16 895 Unternehmen mit 531 958 Beschäftigten. Somit sind fast doppelt so viele Beschäftigte bei Multinationalen unter Schweizer Kontrolle zu finden als in ausländisch kontrollierten Gruppen. Bezüglich des Umsatzes ist das Kräfteverhältnis umgekehrt: 2020 erwirtschafteten ausländisch kontrollierte Einheiten mit 1224 Milliarden Franken ein nahezu doppelt so grosses Umsatzvolumen wie inländisch kontrollierte. Dieses Phänomen ist insbesondere auf die Vorherrschaft der ausländisch kontrollierten Einheiten in Tätigkeiten des Grosshandels zurückzuführen (siehe weiter unten). Bezüglich ihrer Beschäftigung sind ausländisch kontrollierte Multinationale von 2014 bis 2020 stärker gewachsen (1,7% im jährlichen Mittel) als inländisch kontrollierte (1,2%), obschon erstere über den Beobachtungszeitraum mit einem Rückgang ihres Umsatzes konfrontiert waren.
Im Gegensatz zur Gesamtwirtschaft, für die gemäss STATENT im Jahr 2020 pandemiebedingt ein Rückgang der Beschäftigung von 0,6% zu verbuchen war, kam es in multinationalen Unternehmensgruppen unter dem Strich nicht zu einem Abbau von Stellen. Der leichte Rückgang um 0,4% bei den ausländischen kontrollierten Einheiten wurde durch einen Anstieg von 0,3% bei den inländischen Gruppen ausgeglichen. Zu erklären ist dies dadurch, dass viele der von der Pandemie empfindlich getroffenen Branchen (Beherbergung, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen) tendenziell eine geringe Präsenz von multinational tätigen Unternehmen aufweisen.
Verarbeitendes Gewerbe und Handel dominieren
Die beiden Wirtschaftsabschnitte mit der grössten Bedeutung innerhalb der multinationalen Unternehmensgruppen sind das verarbeitende Gewerbe und der Handel. Zusammengenommen kommen die beiden Abschnitte auf 718 000 Beschäftigte und einen Umsatz von 1545 Milliarden Franken; dies entspricht knapp mehr als der Hälfte aller Beschäftigten und mehr als 80% des Gesamtumsatzes aller Multinationalen in der Schweiz. Der Grosshandel alleine ist für zwei Drittel des Umsatzvolumens aller Multinationalen verantwortlich. Dies überrascht nicht, da es in der Natur des Grosshandels liegt, Transaktionen von sehr grossem Umfang zu tätigen.
In vielen Wirtschaftsabschnitten – insbesondere im primären und sekundären Sektor (Abschnitte A bis F) – stellen die inländischen Einheiten die Mehrzahl von Beschäftigten und Umsatz. Im Dienstleistungssektor finden sich hingegen Wirtschaftstätigkeiten, in denen ausländische Einheiten gemessen sowohl mittels derer Beschäftigung als auch deren Umsatz ein grösseres Gewicht haben. Dies trifft auf den Grosshandel und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen zu. Erwähnenswert sind zudem die beiden Abschnitte «Information und Kommunikation» sowie «Freiberufliche Dienstleistungen und F+E»: Hier sind die ausländisch kontrollierten Gruppen umsatzstärker, obschon sie eine geringere Beschäftigung stellen. In der Gesamtheit über alle Branchen dominieren ausländisch kontrollierte Unternehmen umsatzmässig, was im Wesentlichen auf deren Aktivitäten im Grosshandel zurückzuführen ist.
Top drei der Sitzländer konstant
Die Rangfolge der drei wichtigsten Sitzländer für in der Schweiz aktive Filialen ausländischer multinationaler Unternehmensgruppen blieb zwischen 2014 und 2021 unverändert. 2021 war mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in ausländischen Unternehmensgruppen einem der Top-3-Länder Deutschland (23,5%), Vereinigte Staaten (19,6%) und Frankreich (14,4%) zuzurechnen. Dieselbe Rangordnung liess sich auch bezogen auf die Anzahl Unternehmen finden.
Diese Konstanz an der Spitze sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es zwischen 2014 und 2021 zu bedeutenden Verschiebungen bezüglich der Sitzländer von ausländisch kontrollierten Unternehmen gekommen ist. So hat sich die Anzahl Arbeitsplätze bei Chinesisch kontrollierten Unternehmen verfünffacht, nämlich von 1848 auf 9628. Ein markanter Anstieg der Beschäftigten war ebenfalls für Unternehmen unter luxemburgischer Kontrolle zu verzeichnen (+13,9%; mittlere jährliche Wachstumsrate 2014–2021), während die Beschäftigung der Einheiten von italienischen Multinationalen zurückging (–2,1%).
Zusätzliche Informationen finden Sie in der nachfolgenden PDF-Datei.
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