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Unterwegs im südlichen Afrika – die Drakensberge
Im Süden Afrikas erheben sich die Drakensberge, eine faszinierende Hochgebirgslandschaft mit Höhen von deutlich über 3.000 Metern. Über fast tausend Kilometer reicht das Gebirge in Nord-Süd-Richtung.
Die Republik Südafrika teilt sich die Drakensberge mit dem kleinen Binnen-Königreich Lesotho. Das Gebiet ist ein ideales Terrain zum Wandern und für Trekking-Touren.
Gebirge mit vielen Namen
Der Name ‚Drakensberge‘ ist Afrikaans und bedeutet übersetzt ‚Drachenberge‘. Woher diese Bezeichnung stammt, ist nicht ganz klar. Vielleicht erinnerten die gezackten Bergrücken mit den grünen Flanken die Namensgeber an den Rücken eines Drachen. Tatsächlich haben die Drakensberge viele Namen. In Lesotho werden sie Maloti-Berge genannt. In der Sprache der Zulu heissen sie ‚uKhahlamba‘ – ‚Wand der aufgestellten Speere‘. Auch hier dürften die Zacken und Zinnen der Berge namensgebend gewesen sein.
Geografisch werden die Drakensberge in einen nördlichen, mittleren und südlichen Teil jeweils mit entsprechenden Hochplateaus gegliedert. Im Nordteil liegt der Royal-Natal-Nationalpark. Parallel und teilweise überschneidend dazu existiert der zum UNESCO-Welterbe gehörende UKhahlamba-Drakensberg-Park, der sich auf einer Länge von rund 180 Kilometern entlang der Grenze zu Lesotho erstreckt. Dort findet er seine Fortsetzung im Sehlabathebe-Nationalpark.
UNESCO-Welterbe
Die Drakensberge sind vulkanischen Ursprungs. Entstanden ist das Gebirge in der Jura-Zeit. Das Gestein besteht grösstenteils aus Basalt. Durch den Vulkanismus, tektonische Aktivitäten und aufgrund der Erosion erhielt die Gebirgslandschaft ihr heutiges charakteristisches Aussehen mit zahlreichen Schluchten, Wasserfällen, steilen Felswänden und den typischen Zackenformationen. Die grosse Anzahl seltener, zum Teil endemischer Pflanzen- und Tierarten war einer der Beweggründe, die Region ins UNESCO-Welterbe aufzunehmen. Ein weiteres Motiv bildeten die Felszeichnungen der San, der seit Urzeiten hier heimischen Buschmänner, die in den Höhlen des Gebiets zahlreiche Spuren hinterlassen haben.
Steile Felswände, Canyons und Wasserfälle
Einer der spektakulärsten Abschnitte der Drakensberge ist zweifelsohne das sogenannte Amphitheater im Nordteil. Über eine Länge von rund acht Kilometern zieht sich eine tausend Meter steil abfallende kahle Felswand. Sie liegt zwischen den beiden Gipfeln Sentinel (3.165 Meter) und Eastern Buttress (3.047 Meter). Mindestens ebenso eindrucksvoll ist der Mont-Aux-Sources im Royal-Natal-Nationalpark. Mit 3.282 Metern bildet er die höchste Erhebung der nördlichen Drakensberge. Wie viele Höhen der Drakensberge hat der Mont-Aux-Sources keine Spitze, wie man ihn aus der Schweizer Alpenlandschaft kennt, sondern einen flachen, plateauartigen Gipfel.
Ebenfalls gerne besucht wird der Blyde-River-Canyon, der mit einer Länge von 26 Kilometern zu den grössten Canyons der Welt zählt. Besucher sind vor allem von den Wasserfällen der Schlucht fasziniert. Einst bildete der Canyon ein Ziel von Goldgräbern. Überbleibsel der Goldschürf-Aktivitäten sind noch an manchen Stellen zu sehen. Der Canyon wird von der Panorama Route, einer bekannten Touristenstrasse Südafrikas, passiert.
Auch im zentralen Abschnitt der Drakensberge finden sich viele Dreitausender: der markanteste ist der Champagne Castle – mit 3.377 Metern der zweithöchste Berg der Republik Südafrika. Er ist umgeben von einer Reihe weiterer Gipfel, darunter dem Giant’s Castle (3.315 Meter), Cathkin Peak (3.149 Meter), Monk’s Cowl (3.229 Meter) und dem Sterkhorn (2.973 Meter).
Wandern und Trekking in den Drakensbergen
Touristisch sind die Drakensberge auf der südafrikanischen Seite gut erschlossen. Es gibt ein ausgedehntes Wanderwege-Netz mit Schwierigkeitsgraden für jeden Anspruch. Ausgangspunkte für mehrtägige Wanderungen und Klettertouren in der Region sind Camps, die an etlichen Stellen – meist im Umfeld der kleinen Ortschaften – angelegt sind. Bei mehrtägigen Unternehmungen im Bereich der Parks werden offizielle Erlaubnisse benötigt.
Auf dem Weg nach Lesotho
Im Unterschied zum nördlichen und mittleren Teil ist der Süden der Drakensberge touristisch noch wenig berührt. Eines der Hauptziele dieses Gebietes ist der Sani-Pass, über den man in das benachbarte Lesotho gelangt. In zahlreichen Serpentinen windet sich die Passstrasse durch die Bergwelt, bis sie schliesslich auf 2.873 Metern ihre grösste Höhe erreicht. Die nicht asphaltierte Route stellt de facto die einzige Verbindung zwischen Lesotho und Südafrika in dieser Region dar.
Auf der Seite von Lesotho wird es noch einsamer. Am Ende der Passstrasse erreicht man den Sehlabathebe-Nationalpark, der bisher fast unberührt ist. Der Nationalpark liegt im Schnitt auf einer Höhe von zweieinhalb Tausend Metern auf einer Fläche von etwa 65 Quadratkilometern. Weite Grasflächen und einige Sandsteinformationen kennzeichnen das Gebiet, das zahlreiche Flüsse und Feuchtbiotope aufweist. Wegen seiner Abgeschiedenheit konnte sich hier ein besonders grosser Artenreichtum entfalten.
Wintersport im südlichen Afrika
Ausserhalb des Nationalparks, aber ebenfalls in Lesotho, erhebt sich der höchste Gipfel der Drakensberge und überhaupt des südlichen Afrikas, der Thabana Ntlenyana. Er erreicht 3.482 Meter. Und noch mit einer Besonderheit kann das kleine Königreich aufwarten. Im Norden des Landes, noch im Umfeld der Drakensberge bzw. des Maloti-Gebirges, liegt eines der wenigen Ski-Resorts Südafrikas – Afri-Ski. Die Hochzeit der Ski-Saison ist hier der Zeitraum zwischen Juni bis August, wenn auf der Südhalbkugel Winter herrscht. Dann wirkt Afri-Ski fast ein bisschen alpin und man vergisst, dass man sich hier im südlichen Afrika befindet.
Artikelbild: Blyde River Canyon in den Drakensbergen © Mark Dumbleton – shutterstock.com