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Overland Storage hat Eric Kelly mit sofortiger Wirkung zum neuen CEO ernannt. Der bisherige CEO, Vern LoForti, bleibt aber an Bord und behält seinen Titel als President des wankenden Storage-Herstellers.
Kelly hat eine schwere Aufgabe vor sich. Der Jahresumsatz des Tape-Spezialisten hat sich in den letzten drei Geschäftsjahren – also noch vor der Wirtschaftskrise – sozusagen halbiert, auf zuletzt noch knapp 130 Millionen Dollar. Der Sinkflug hat sich in den ersten beiden Quartalen des laufenden Geschäftsjahres fortgesetzt. Overland schrieb in diesen dreieinhalb Jahren kontinuierlich rote Zahlen und häufte einen Verlust von knapp 100 Millionen Dollar an. Die Cash-Reserven betrugen zuletzt noch 3 Millionen Dollar und Overland hatte Schwierigkeiten, sich neue Kredite zu verschaffen, um das laufende Geschäft zu sichern.
Kelly muss nun einen vor einem Monat beschlossenen Sparplan - 17 Prozent der Stellen wurden gestrichen und der übrigen Belegschaft eine Lohnkürzung von 10 Prozent verordnet - durchziehen und möglicherweise noch verschärfen. Vor allem aber wird von ihm erwartet, dass er den Schrumpfkurs stoppen kann.
Seinem Hintergrund nach dürfte Kelly vor allem versuchen, das NAS-Geschäft zu stärken, zu dem Overland Mitte 2008 durch die Übernahme des "Snap Server"-Geschäfts von Adaptec kam. Mit den Snap Server NAS Appliances verbindet Eric Kelly eine lange Geschichte. Zusammen mit privaten Investoren leitete Kelly 2002 den Herauskauf des Snap Appliance Business aus Quantum. Als President und CEO führte Kelly dann das neu gegründete Unternehmen. 18 Monate später verkaufte er das Snap Business für rund 100 Millionen Dollar an Adaptec und war dort zwei Jahre als Vice President and General Manager Storage Systems Solutions tätig. Danach nahm er Einsitz im Verwaltungsrat von Overland und befürwortete dort wiederum den Kauf des Snap-Geschäfts durch Overland. (hjm)