Document ID: /fineweb-2-swissfilter-quality_10-filterrobots/filtered/03483.jsonl.gz/930

Der Ackerboden setzt sich aus unterschiedlichen Schichten zusammen, die durch eine klar erkennbare Struktur und Funktion gekennzeichnet sind. Der Oberboden (A-Horizont) ist fünf bis sechs Zentimeter tief und enthält am meisten organisches Material, das sich zu Humusstoffen zersetzt. Wird die organische Substanz zu tief eingearbeitet, wird die Zersetzung durch ungünstige Bedingungen und mangelnde geeignete Mikroorganismen erschwert.
Oberflächige Bodenbearbeitung
Es ist das Ziel der Landwirtschaft, Unkraut in den verschiedenen Kulturen einzudämmen und die Fruchtbarkeit des Bodens langfristig zu gewährleisten. Die oberflächige Bodenbearbeitung erfüllt diese Anforderungen in vielerlei Hinsicht.
Die Stoppelbearbeitung oder das Ein arbeiten von Ernterückständen und Gründüngung im Oberboden fördert den organischen Substanzgehalt und verringert den Durchwuchs in der Folgekultur. Mit dieser Methode reduziert sich auch der Arbeitsaufwand beim Anbau der Kultur. Die verschiedenen Bodenschichten bleiben erhalten und die Tragfähigkeit des Bodens wird verbessert. Zudem wird die Regulierung des Wasserhaushalts ebenso begünstigt wie der Schutz vor Erosion. Langfristig trägt diese Methode dazu bei, den Humusgehalt zu erhalten oder sogar zu erhöhen. Eine oberflächige Bodenbearbeitung bei gleichmässiger Arbeitstiefe erfordert geeignete Maschinen. Wie bei allen Massnahmen sind auch hier gute Bodenverhältnisse unerlässlich. Zum Mulchen und oberflächigen Einarbeiten der Pflanzenrückstände wird sehr häufig eine Rotorfräse eingesetzt. Andere Maschinen sind mit Gänsefussscharen ausgestattet, um die ganze Oberfläche zu bearbeiten oder funktionieren mit einem Zinken- oder Messerrotor.
Zwei-Rotor-System
Der Dyna-Drive ist eine bodengetriebene Maschine die weniger Traktorleistung benötigt. Die Zinken des vorderen Rotors durchstossen den Boden und brechen ihn durch das Gewicht der Maschine auf. Der zweite Rotor dreht dreimal schneller und wird durch eine Kette vom ersten Rotor angetrieben. Dank der Geschwindigkeit des zweiten Rotors wird die Erde angehoben und zerkleinert, wobei die ausgerissenen Wurzeln an der Bodenoberfläche bleiben. Für eine optimale Bearbeitung ist eine Fahrgeschwindigkeit von 11 bis 16 km / h erforderlich.
Die organische Substanz verbleibt in der obersten Schicht und erhöht den Humusgehalt.
Standardmässig ist die Maschine mit einer Krümelwalze ausgestattet und kann auch mit einer Packerwalze arbeiten. «Der Dyna-Drive kann für die Aussaat von Zwischenfrüchten, aber auch für Hauptkulturen eingesetzt werden», erklärt Martin Nussbaum, Verkaufsberater Bodenbearbeitungsmaschinen bei der Meier Maschinen AG in Marthalen. Dieser Zinkenrotor ist in Arbeitsbreiten zwischen zwei und fünf Metern erhältlich. «Der geringe Verschleiss der Zinken ist ein weiterer Vorteil dieser Maschine», ergänzt Nussbaum. «Zudem sorgt das Gerät in einem Arbeitsgang für einen feinkrümeligen, rückverfestigten Boden, der bereit ist für die nächste Aussaat».
Rotorfräse
Dieser sehr vielseitige Maschinentyp wird häufig zum Schneiden der Gründüngung, von Stoppeln (Stroh und Mais) oder auch Grünland eingesetzt. «Die sogenannte Biofumigation, sprich die Einarbeitung von organischer Substanz in die Oberflächenschicht bis zu etwa sechs Zentimetern, erhöht die Bodenaktivität und den Humusgehalt», bestätigt Ulrich Strauss, Verkaufsleiter Kuhn-Center in Niederweningen.
Das Modell EL 162 – 300 Biomulch ist mit einem neuen Typ von Fräsmessern ausgestattet, die um 95° gebogen sind und einen sauberen Schnitt ermöglichen. Bei einer flächendeckenden Bodenbearbeitung durchtrennen die Messer auch die Wurzeln von Unkraut und verhindern so dessen Ausbreitung. «Ausgestattet mit vier vorderen Stützrädern kann der Boden gleichmässig tief bearbeitet werden», erklärt Strauss. Die hydraulisch verstellbare hintere Abdeckhaube gewährleistet eine optimale Durchmischung von Erde und Pflanzenresten, die lose auf dem Boden zurückbleiben. Das Duplex-Wechselradgetriebe mit zwei Zahnrädern ermöglicht eine einfache Anpassung der Drehzahl, um eine gute Durchmischung zu gewährleisten.
Durchmischung des Bodens
Der Geohobel des österreichischen Herstellers Rath Maschinen arbeitet in einer Bodentiefe von drei bis fünf Zentimetern mit einem mit hauenförmigen Hobelmessern bestückten Rotor. Die Gründüngung beziehungsweise die Stoppeln werden in einem einzigen Durchgang geschnitten und in die oberste Bodenschicht eingemischt. Die Hobelmesser sind so positioniert, dass mit der Spitze gearbeitet wird und keine Schmierschicht entsteht. «Dank der hauenartigen Messer ist es möglich, mit geringerem Kraftaufwand und tiefer Drehzahl des Rotors von 150 bis 200 U/min eine homogene Durchmischung des Humus und der Organik zu gewährleisten und dabei die Krümelstruktur zu schonen. Die nachlaufende Glattwalze stellt eine Trennschicht zur Atmosphäre her. Diese Methode reduziert die Einträge von Sauerstoff, beziehungsweise reduziert die Reaktion mit Sauerstoff und somit Ausgasung von organischem Kohlenstoff. Eine schnelle Mineralisierung wird somit verhindert», erklärt Ueli Zemp von Reductive Farming GmbH in Büttisholz, die die Marke Geohobel importiert und vertreibt. Die Glattwalze reguliert auch die Arbeitstiefe und erzeugt eine Rückverfestigung des Bodens, um die Feuchtigkeit zu erhalten und die Zersetzung der organischen Substanz zu fördern. Als Exaktvariante zur Kontrolle der Tiefenführung wird der Geohobel mit seitlichen Tasträdern angeboten. «Diese Art von flachem Einarbeiten und reduzierter Prozesse erfordert Verständnis für den Boden», führt Zemp weiter aus.
Gänsefussscharen
Der Karat 9 Grubber von Lemken mit dem neuen Gänsefussschar KG/35 wird auch für die flache Bodenbearbeitung eingesetzt. Die elf Schare mit einem Strichabstand von 27 cm sind symmetrisch in drei Reihen angeordnet, um einen Seitenzug zu vermeiden. Der geringe Anstellwinkel und die Überlappung der 35 cm breiten Gänsefussschare sorgen für einen sauberen Schnitt über die gesamte Fläche. «Die Maschine kann auch zur Stoppelbearbeitung eingesetzt werden. Dieser Grubber ist serienmässig mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet, so dass die Scharen rasch ausgewechselt werden können», erklärt Andreas Rutsch, Verkaufsleiter bei Lemken. Die Arbeitstiefe von fünf bis zwölf Zentimetern wird mit Hilfe der Nachlaufwalze und/oder der Tasträder eingestellt. Der Karat 9 ist mit oder ohne Scheiben und Scheibenträger erhältlich sowie mit Scherbol-zen- oder Nonstop-Sicherung. Der Gänsefussschar KG/35 in Hartmetallversion sichert eine höhere Verschleissfestigkeit. «Für eine präzise Bearbeitung auch in zwei Zentimeter Tiefe ist der Hybridgrubber Koralin aufgrund seiner Kombination aus Scheiben und Scharen besonders gut geeignet», führt Rutsch weiter aus. Hingegen benötigt diese 7000 kg schwere Maschine mit 6,60 m Arbeitsbreite 230 bis 330 PS.