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Beiträge einer Arbeitstagung des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim, des Historischen Vereins für Württembergisch Franken und des Bildungshauses Kloster Schöntal im Jahr 1997
Die ehemals badische und württembergische Region Frankens umfasst etwa den Bereich Hohenlohekreis, Landkreis Schwäbisch Hall, Main-Tauber-Kreis sowie Land- und Stadtkreis Heilbronn. Er ist noch heute eher ländlich geprägt. Auch in diesem Raum finden sich Ansätze zu einer Industrialisierung. Ihnen gehen die zwölf Beiträge des vorliegenden Bandes aus unterschiedlichen Fachrichtungen nach. Der Band enthält die überarbeiteten Referate einer Tagung im Kloster Schöntal, die sich im Frühjahr 1997 dem Thema 'Wasserrad und Dampfmaschine. Anfänge der Industrialisierung in Baden-Württembergisch Franken bis zum Ersten Weltkrieg' widmete. Einleitend werden die naturräumlichen Voraussetzungen im ehemals badischen und württembergischen Franken für eine landwirtschaftliche und industrielle Nutzung dargelegt. Eine Gruppe von Beiträgen beschäftigt sich mit der Industrialisierung in bestimmten Produktionsbereichen im behandelten Raum. Ein Beitrag thematisiert die Industrialisierung im Bereich der Salzproduktion, die vor allem in Schwäbisch Hall große Bedeutung erlangte. Ansätze industrieller Fertigung gab es ebenso in den Glashütten, deren Blüte und Niedergang im Mainhardter Wald zwischen 1500 und 1800 dargestellt wird. Und schließlich: die landwirtschaftliche Produktion unterlag selbst einem Industrialisierungsprozess. Auch sie war einem hohen Rationalisierungsdruck unterworfen, der effizienteren Mitteleinsatz - etwa durch Düngung - erzwang. Die Fertigung von Landmaschinen erfolgte ebenfalls industriell - Thema einer weiteren Untersuchung zur Industrialisierung in der Landwirtschaft. Andere Beiträge berühren Aspekte der Industrialisierung. Wichtig hierfür war die Verfügbarkeit hinreichender Mengen an Energie. Die Bedeutung alter wie neuer Energien werden für die damalige Industrialisierung untersucht. Ein spezieller Beitrag beleuchtet die Rolle der durch Wasserkraft angetriebenen Mühlen. Den Mühlen kam als 'Basistechnologie' im Industrialisierungsprozeß besonderes Gewicht zu. Der Anschluss eines Ortes an das Eisenbahnnetz förderte dessen Gewerbe und war damit ein Faktor für die Industrialisierung. Die Eisenbahnpolitik war eine Gewerbeförderung, die im Raum Nordbadens dargelegt wird. Die Bereitstellung von Kapital war für den Aufbau von Industrien wichtig. So kommt den Banken und den Kreditgenossenschaften eine wichtige Bedeutung für die Industrialisierung zu - Thema eines weiteren Beitrages. Die Industrialisierung lässt sich ebenso ortsgeschichtlich untersuchen. Am Beispiel Ernsbachs wird gezeigt, wie hier schon früh im 17. Jahrhundert die Grafen von Hohenohe Gewerbe begründeten und förderten. Das bot eine Grundlage für die noch heute bestehende Industrie in diesem hohenlohischen Dorf. Ein weiterer ortsbezogener Beitrag beschäftigt sich mit der Entwicklung der städtischen Infrastruktur in Schwäbisch Hall. Die Rückständigkeit der wirtschaftlichen Entwicklung Hohenlohes stellt ein Beitrag im Rahmen der Gesamtentwicklung in Württemberg und Baden dar und versucht, sie vor diesem Gesamthintergrund zu bewerten.
Artikelnummer:
978-3-7995-7648-2