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|Initiation, menschliche und solare Einweihung, Seite 142 ff. (engl.)|

Während des ganzen Vorganges war die ausserhalb des Kräftedreiecks versammelte Loge der Meister damit beschäftigt, eine dreifache Aufgabe zu erfüllen. Es war ihr Ziel, bestimmte Wirkungen im Bewusstsein des Eingeweihten hervorzurufen, um so dem Hierophanten in seinem tiefen Bemühen zu helfen. Man erinnere sich daran, dass nach dem Gesetz der Erhaltung, wo immer eine Übermittlung von Kraft aus einem Kraftzentrum zu einem anderen vor sich geht, auch eine entsprechende Abnahme in dem Abgabezentrum stattfindet. Dies liegt im Grundplan bestimmter Zeitsetzungen für die Einweihungszeremonien. Die Sonne ist die Quelle [143] aller Energien und Kräfte und das Wirken des Initiators wird erleichtert, wenn man die günstigen Sonnenstellungen benutzt. Die Zeitpunkte und Daten werden durch esoterisch-, solar- und kosmisch-astrologische Berechnungen ermittelt. Diese Berechnungen beruhen selbstverständlich auf korrekten Zahlen, echten mathematischen Voraussetzungen und grundlegenden Fakten in Bezug auf die Planeten und das solare System. Jedem Einzuweihenden wird das Horoskop gestellt, um den Zeitpunkt für dessen individuelle Einweihung festzulegen und nur, wenn die persönlichen Zeichen mit der Zeremonientabelle, von der sich der Initiator leiten lässt, zusammenfallen, ist es möglich, die Zeremonie zu veranstalten. Aus diesem Grund muss manchmal die Einweihung auf ein späteres Leben verschoben werden, selbst dann, wenn der Initiat alle geforderten Aufgaben gelöst hat.
Das dreifache Wirken der Loge während der Zeremonie kann in folgender Weise beschrieben werden:
Erstens: Das Absingen gewisser Mantrams lockert und löst die Energie eines bestimmten planetarischen Zentrums. Man erinnere sich, dass jedes planetarische System ein Zentrum im Körper des solaren Logos ist und einen besonderen Typus von Energie oder Kraft darstellt. Entsprechend der Energie, die jeweils bei einer bestimmten Einweihung verlangt wird, wird Energie dem Einzuweihenden von dem entsprechenden planetarischen Zentrum über die Sonne vermittelt. Der Vorgang ist folgender:
a. Die Energie des planetarischen Zentrums wird durch die Kraft des planetarischen Logos in Bewegung gesetzt; dies wird durch die wissenschaftlichen Erfahrungen der Loge und durch die Anwendung bestimmter Worte der Kraft unterstützt;
b. Diese Energie geht dann zur Sonne und mischt sich dort mit reiner Sonnen-Energie;
c. Von der Sonne wird die Energie zu jener Kette in unserem Erdenschema geleitet, die zahlenmässig mit dem planetarischen Ursprungsschema übereinstimmt;
d. Sie wird [144] weiter zu dem entsprechenden Globus geleitet und geht von dort aus auf den festen physikalischen Planeten über. Durch Anwendung eines besonderen Mantrams sammelt der Initiator dann die Energie in seinem eigenen Körper, um diesen als Empfangs- und als Sendestation zu gebrauchen. Schliesslich erreicht die Kraft auf dem Weg über das Dreieck und die Paten so den Einzuweihenden.
Der Studierende wird einsehen, dass, wenn der Initiator der «Herr der Welt» oder die physikalische Widerspiegelung des planetarischen Logos unseres Systems ist, die Kraft unmittelbarer zu dem Eingeweihten gelangen kann als bei den zwei ersten Einweihungen, bei denen der Bodhisattva als Hierophant fungiert. Erst bei der dritten Einweihung wird der Eingeweihte in der Verfassung sein, direkte planetarische Kraft aufzunehmen.
Zweitens: Die Konzentration, die von der Loge ausgeht, unterstützt den Eingeweihten darin, die verschiedenen Prozesse, die er durchgemacht hat, die an ihm geschehen sind, in sich selbst zu erkennen. Dies wird dadurch erreicht, dass er intensiv an seinem mentalen Körper arbeitet und dass auf diese Weise alle Atome durch die vereinte Gedankenkonzentration der Meister angeregt werden. Die Arbeit des Aufnehmens wird dabei unmittelbar unterstützt. Diese Konzentration ist in keiner Weise mit hypnotischer Beeinflussung zu vergleichen oder mit dem gewaltigen Eindruck stärkerer Geister auf schwächere. Diese Konzentration geschieht in der Form einer angespannten Meditation der versammelten Meister und Eingeweihten über die betreffenden Gegebenheiten und über das Selbst. Durch die so frei werdende Kraft wird der Einzuweihende instand gesetzt, sein Bewusstsein leichter vom Nicht-Selbst weg auf die wesentlichen «göttlichen Dinge», mit denen er eben zu tun hat, zu lenken. Durch die Gedankenkraft der Meister gelingt es, die Schwingungen der drei Welten auszuschalten. Sie ermöglicht es dem Eingeweihten, buchstäblich alles Vergangene «hinter sich zu lassen» und jene weite Schau zu erhalten, die das Ende und den Anfang sieht und die zeitlichen Dinge so erschaut, als wären sie nicht da.
Drittens: Durch bestimmte zeremonielle rhythmische Handlungen unterstützt die Loge in starkem Mass das Werk [145] der Einweihung. So, wie beim Wesakfest Resultate in der «Demonstration von Kraft» erzielt werden und zwar durch das Absingen von Mantrams, das heilige und feierliche Schreiten und Umgruppieren der versammelten Menge zu geometrischen Figuren, ebenso wird auch bei der Einweihungszeremonie ein ähnliches befolgt. Die geometrischen Figuren, die den verschiedenen Einweihungen eigen sind, variieren; und darin liegt die Sicherung der Zeremonie. Der Einzuweihende kennt die festgesetzte Figur für seine eigene Einweihung, aber nichts weiter.
Alle diese drei Aspekte des Wirkens der Meister und der Eingeweihten der Loge beanspruchen die Versammelten so lange, bis der Stab zur Anwendung gekommen ist. Nach diesem Augenblick ist der Eingeweihte ein Mitglied der Loge geworden und das gesamte Zeremoniell ändert sich nun, ehe der Eid geleistet wird, und bevor «Das Wort und das Geheimnis» enthüllt wird.
Die Paten ziehen sich von der Seite des Eingeweihten zurück und nehmen ihre Plätze in den Reihen ein, während die drei Buddhas der Aktivität (oder bei den zwei ersten Einweihungen deren Stellvertreter) sich hinter den Amtssitz des Hierophanten stellen. Die Logenmitglieder sind verschieden gruppiert und Eingeweihte desselben Grades wie der neu zugelassene Bewerber gruppieren sich um ihn herum und assistieren bei der Schlussaktzermonie. Die übrigen Eingeweihten und Adepten haben Aufstellung nach ihren Graden genommen.
Für alle Einzuweihenden sind die ersten drei Phasen der Zeremonie dieselben. In den beiden letzten Stadien ziehen sich diejenigen, die mit dem Einzuweihenden nicht gleichen Grades sind (z.B. die Eingeweihten des ersten Grades bei der Einweihung eines Mitgliedes, das den dritten Grad erwirbt), in den Hintergrund der Einweihungshalle in Shamballa zurück, und zwischen den beiden wird durch mantrische Kräfte eine «Mauer des Schweigens» errichtet. Es wird sozusagen ein Vakuum gebildet und es kann nichts von der [146] inneren zu der äusseren Gruppe dringen. Die letztere Gruppe beschränkt sich auf eine tiefe Meditation und das Absingen bestimmter Formeln. In der inneren Gruppe, die den Hierophanten umgibt, findet eine zweifache Handlung statt:
a. der neue Eingeweihte leistet den Eid,
b. bestimmte Worte und Geheimnisse werden ihm mitgeteilt.
Zwei Arten von Eiden.
Sämtliche Eidesleistungen, die in Verbindung mit der okkulten Hierarchie abgelegt werden, können in zwei Gruppen eingeteilt werden:
1. Der Eid der Einweihung, durch den der Eingeweihte mit den heiligsten Versprechungen gelobt, niemals ein ihm anvertrautes okkultes Geheimnis zu enthüllen oder ausserhalb der Halle der Einweihung davon zu sprechen; auf Brechen des Eides steht schwerste Strafe.
2. Der Amtseid, der geleistet wird, wenn ein Mitglied der Loge einen besonderen Posten in der Hierarchie antritt. Dieser Eid betrifft seine Funktionen und seine Beziehung:
a. zum «Herrn der Welt»,
b. zu seinem unmittelbaren Oberen,
c. zu seinen Mitarbeitern in der Loge,
d. zur Welt der Menschen, denen er dienen soll.
Es ist unnötig, hier über diese letztere Art von Eid mehr auszusagen, da dieser Eid nur diejenigen, die Ämter in der Hierarchie innehaben, angeht.
Der Eid der Einweihung,
mit dem wir uns jetzt befassen wollen, zerfällt in drei Abschnitte. Er ist von dem Eingeweihten an den Hierophanten zu leisten und wird dem Initiator Satz für Satz nachgesprochen; an verschiedenen [147] Stellen wird der Einweihungseid von Eingeweihten gleichen Grades besonders betont und zwar durch das Singen von Senzar-Worten, die etwa bedeuten: «Also geschehe es».
Die drei Abschnitte des Eides können in groben Umrissen folgendermassen beschrieben werden:
1. Ein feierlicher Satz, der das Ziel beinhaltet, dem der Eingeweihte nacheifern soll, die Beteuerung seines unabänderlichen Willens und die feierliche Versicherung, dass er sich dessen bewusst ist, (der Verwirklichung seines Zieles) verbunden mit dem Versprechen, kein Teil des erkannten Zieles aufzudecken, es sei denn, dass dieses für sein tägliches Leben in der Menschenwelt und für seinen Dienst an der Menschheit unumgänglich ist.
Darin eingeschlossen ist auch ein Eid, der sich auf die Geheimhaltung der ihm enthüllten Teile des logoischen Planes bezieht, den der Eingeweihte in der «Enthüllung der Vision» erschaut hat.
2. Ein Akt von tief feierlichem Charakter; dieser Akt betrifft seine Beziehung (Verhaltensweise) zu anderen «Selbsten», zur Loge, deren Mitglied er ist und zu den «Selbsten» der Menschen allüberall in der Welt. Er betrifft weiter seine geistige Haltung zu seinen Brüdern aller Grade, ferner die strikte Verpflichtung, niemals die wahre Natur des Selbstaspektes zu enthüllen, der ihm bei seiner Einweihung gezeigt worden ist.
Dies schliesst einen Eid zur Geheimhaltung der geschauten Beziehung des solaren Logos zum planetarischen Logos und des planetarischen Logos unseres Systems zum System selbst ein.
3. Die Abgabe eines feierlichen Versprechens, niemals irgend jemanden etwas über das Wissen zu enthüllen, das ihm über die Quelle der Energien und Kräfte, mit denen er in Berührung gekommen ist, zuteil wurde. Dies ist ein dreifacher Eid, vollkommenes Schweigen zu bewahren und zwar: über die wahre Natur der Energie, über das Gesetz der Handhabung der Energie, und schliesslich enthält dieser Eid das Gelöbnis, die Kraft, über die der Eingeweihte nun verfügt, nur zum Dienst an der Menschheit und zur Förderung der Pläne des planetarischen Logos zu benutzen.
Dieser grosse Eid [148] ist in verschiedenen Formeln niedergelegt, je nach der empfangenen Einweihung. Wie schon gesagt, wird er in drei Etappen geleistet; zwischen jedem Teil liegt ein Intervall, das von einem bestimmten Zeremoniell der eingeweihten Gruppe, die den neu zugelassenen Bruder umgibt, ausgefüllt ist.
Es mag hier erwähnt werden, dass sich jeder Abschnitt des Eides wirklich auf einen der drei Aspekte göttlicher Offenbarung bezieht. Wenn der Eingeweihte sein Gelöbnis ablegt, wirkt einer der drei Abteilungsvorstände bei der feierlichen Handlung mit dem Initiator zusammen. Auf diese Weise wird Energie von dreifacher Art verfügbar und zwar entsprechend den jeweiligen Teilen des geleisteten Eides. Bei den ersten beiden Einweihungen fliesst diese Energie herab aus den drei Hauptstrahlen über den Hierophanten und die betreffenden Abteilungs-Häupter, auf den Eingeweihten und zwar über die Gruppe von Eingeweihten des gleichen Grades. so dass jede Einweihung für alle Beteiligten und Gruppenangehörigen eine Quelle der Stimulierung und des Weiterkommens wird.
Bei den letzten fünf Einweihungen fliesst die Kraft über die Drei Buddhas der Aktivität anstatt über die genannten Abteilungs-Häupter. Es ist wissenswert, dass während dieses Teils der Zeremonie die Gruppe in solche Farben getaucht ist, die dem Typus der Energie und deren planetarischem Ursprungs-System entsprechen. Es ist die Aufgabe des Initiators, den Einzuweihenden mit dieser Energie zu verbinden. Mit dem Augenblick ihres Freiwerdens strömt diese Energie auf die Gruppe herab und kommt dadurch zustande, dass der Initiator bestimmte Worte anwendet und seinen Stab der Kraft erhebt. Die drei Buddhas der Aktivität, welche die grossen Energiezentren unseres Planeten sind, berühren dabei mit
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|Last updated Saturday, February 14, 1998 © 1998 Netnews Association. All rights reserved.|