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Allgemeines
Diese Erkrankung tritt zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr, gehäuft bei Frauen, auf. Es können beide Schultern betroffen sein. Aus noch nicht vollständig geklärten Gründen kann es in den Sehnen der Schulter (Rotatorenmanschette) zu Kalkeinlagerungen kommen. Lokaler Druck, Durchblutungsstörungen und biochemische Veränderungen werden als Ursachen diskutiert.
Beschwerden
Die akute Phase beginnt mit plötzlichen, heftigen Schmerzen, Schwellung und Überwärmung der Schulter. Zur Schmerzlinderung wird der Arm in Innenrotation gehalten. Ursache ist die plötzliche Entleerung der Kalkansammlung aus der Sehne heraus unter das Schulterdach (Subacromialraum) bzw. in den Schleimbeutel mit stark entzündlicher Reaktion. Die Schmerzen können so stark sein, dass sie auf herkömmliche Medikamente nur wenig reagieren. In dieser Phase kann es zu einer teilweisen Auflösung des Kalkes kommen.
In der chronischen Phase können die Beschwerden als zuerst langsam zunehmender, dumpfer Schmerz mit Ausstrahlung in den Oberarm, später als wechselhafter Schmerz in Erscheinung treten. Es bestehen oft Nachtschmerzen und eine Einklemmungs-Symptomatik (siehe auch Kapitel 2.1; Enge unter dem Schulterdach). Diese nehmen normalerweise mit der Menge der Kalkbildung zu.
Diagnose
Die Schilderung der Beschwerden erlaubt eine Verdachtsdiagnose. Mit Röntgenbildern von vorne nach hinten in verschiedenen Rotationsstellungen des Oberarmes kann die Diagnose gesichert werden.
Behandlung ohne Operation
Der Kalk löst sich häufig entweder nicht oder nur sehr langsam auf. Die Grösse des Kalkdepots kann aber auch stetig zunehmen. Sowohl eine Grössenzunahme der Sehne infolge der Kalkein-lagerung, als auch freiwerdende Kalkpartikel können zu einer Reizung und Entzündung der Schulter führen. Zur Schmerzlinderung können Entzündungshemmer eingenommen werden.
Es kann zu plötzlichen Entleerungen des Kalkdepots unter das Schulterdach oder in das Schultergelenk kommen, verbunden mit starken Schmerzen. Der ausgetretene Kalk wird vom Körper selbstständig abgebaut. Kommt der Patient mit einem akuten Schmerzanfall in die Sprechstunde, sollte ein Lokalanästhetikum, kombiniert mit einem Depot-Steroid unter das Schulterdach gespritzt werden. Da die Wirkung des Lokalanästhetikums nach 2 – 6 Stun-den nachlässt und die Kortisonwirkung erst nach 1 – 4 Tagen einsetzt, sollte zur Überbrückung noch eine Kombination von Schmerzmitteln eingenommen werden, die auch entzündungs-hemmend wirken.
Als Zwischenlösung der medikamentösen und operativen Behandlung kommt das Needling in Frage. Dabei wird unter Ultraschallkontrolle das Kalkdepot punktiert, damit sich dieses entleeren kann. Gleichzeitig wird ausgiebig gespült. Eine vollständige Entleerung des Kalkdepots zu erzielen ist aber oft schwierig.
Die Kalkzertrümmerung mittels neuerer Stosswellengeräte kommt in gewissen Fällen zur Anwendung. Eine Auflösung des Kalkes ist damit eher selten zu erzielen.
Behandlung mit Operation
Arthroskopisches Entfernen des Kalkdepots
Durch die arthroskopische Optik und dem dazugehörigen Spülsystem erreicht man eine direkte Sicht auf die Sehnenplatte, sowie eine intensivere Spülung. Das Kalkdepot wird unter Sicht im Raum unter dem Schulterdach aufgesucht und mit Sauggeräten entleert. Dadurch kann die Behandlung gezielter und vollständiger durchgeführt werden. Gleichzeitig wird der entzündete Schleimbeutel entfernt und es müssen meistens zusätzliche Vernarbungen unter dem Schulterdach gelöst werden.
Oft muss die Sehne genäht werden, da durch das Kalkdepot in der Sehne ein Hohlraum entsteht.
Nachbehandlung
Nach der Operation trägt der Patient eine Schlinge für 1-3 Wochen, in Abhängigkeit der Schmerzen. Wird die Supraspinatussehne gleichzeitig verschlossen, sollte eine Schlinge 4-6 Wochen getragen werden.
Passive und aktive Bewegungen sind ab dem ersten Tag nach der Operation erlaubt. Der Spitalaufenthalt beträgt 1-3 Tage. Autofahren ist nach 7-14 Tagen erlaubt.