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Die Art und Weise, wie Menschen altern, ist sehr unterschiedlich: Während einige gebrechlich sind, Sinneseinschränkungen entwickeln und an chronischen Krankheiten leiden, bleiben andere hoch aktiv, haben scharfe Sinne und sind frei von Krankheiten. Trotz ihrer Bedeutung ist die Heterogenität des Alterungsprozesses beim Menschen noch immer kaum verstanden. Unsere Gruppe ist daran interessiert, die biologischen Prozesse zu verstehen, die für diese individuellen Unterschiede im Alterungsprozess verantwortlich sind.
Die Forschung deutet darauf hin, dass Hundertjährige ihre außergewöhnliche Langlebigkeit durch die Entwicklung einer gewissen Form von Resilienz/Widerstandsfähigkeit erreichen können. Tatsächlich bleiben einige Hundertjährige von einigen tödlichen Krankheiten verschont und können das Auftreten chronischer Krankheiten im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich bis ins hohe Alter hinausschieben. Andere Hundertjährige scheinen besser mit chronischen Krankheiten leben zu können, während einige von ihnen diesen Krankheiten sogar ganz entkommen. Ein genaues Verständnis der physiologischen und molekularen Veränderungen, die während des Alterns insbesondere bei Hundertjährigen auftreten, fehlt jedoch noch. Das Ziel dieser nationalen Studie in verschiedenen Kantonen und Sprachen (deutsch-, französisch- und italienischsprachig) ist es, weitere Marker für Langlebigkeit in der Schweizer Bevölkerung zu identifizieren.
Um biologische Marker zu definieren, die mit dem Altern assoziiert sind, werden wir zunächst eine globale Überwachung der molekularen Profile durchführen. Blut- und Speichelproben von Hundertjährigen werden von interessierten Teilnehmern der SWISS100-Studie entnommen und mit „Omics“-Technologie ausgewertet. Anhand von Kontrollgruppen, bestehend aus jüngeren Personen (Durchschnittsalter 45 Jahre) und geriatrischen Patienten (Durchschnittsalter 85 Jahre), werden Unterschiede bei den Biomarkern ermittelt. Ein Vergleich der drei Gruppen und umfassende Analyse der Unterschiede zwischen den Entwicklungen, die diese einschlagen, wird die Identifizierung neuer biologischer Funktionen ermöglicht, die am Alterungsprozess beteiligt sind (z. B. Gene und Proteine, die mit Entzündungen, Stoffwechsel, Immunreaktion und oxidativen Stressmarkern in Verbindung stehen).
Die Ergebnisse dieser Studie werden es ermöglichen, neue biologische Parameter zu identifizieren und unser Verständnis darüber zu verbessern, wie das Altern zum Auftreten chronischer Krankheiten führen kann, sowie deren frühzeitige Erkennung und idealerweise deren Vermeidung. Dies kann für die Förderung des Wohlbefindens und der Lebensqualität und für die entsprechende Anpassung der Pflege wichtig sein.
Sollten Sie weitere Fragen haben oder weitere Erläuterungen benötigen, zögern Sie bitte nicht uns eine E-Mail zu senden.
- (Französisch oder Englisch: Flavien Delhaes, Flavien.Delhaes[at]unige.ch
- (Deutsch) : Karl-Heinz Krause, karl-heinz.krause[at]unige.ch
- (Italienisch) : Stefano Cavalli, swiss100[at]supsi.ch